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Am 24. September 2021 eröffnet das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg (MAHF) im Espace Jean Tinguely - Niki de Saint Phalle die neue Sonderausstellung "À toute vitesse! | Tinguely und der Motorrennsport". Sie dokumentiert die Leidenschaft von Jean Tinguely für Sportwagen und gibt Einblick in zwei seiner damit verbundenen Freundschaften.
Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile, die bis Juni 2022 bzw. bis 2025 geöffnet sind.
Foto: © Leonardo Bezzola, Jean Tinguely mit seinem roten Ferrari 250 GTL Lusso in Mötschwil, 1968 © Nachlass Leonardo Bezzola
Motoren, Autos und speziell Sportwagen begeisterten Jean Tinguely sein Leben lang. Er war nicht nur ein fanatischer Autosammler, dessen Herz vor allem für Ferrari schlug. Genauso faszinierte ihn der Motorrennsport, wie folgendes Zitat des Künstlers belegt: "Jedes Mittel war mir recht, um zu den Rennen zu gelangen, in einer alten Klapperkiste, zu Fuss. Auf Knien, wenn es nötig gewesen wäre."
Bild: Jean Tinguely, CH (dit Pierre Joseph Proudhon), 1988, Galerie Ziegler SA, Zürich © Galerie Ziegler SA, Zürich
Der Motorsport verkörperte für Tinguely die grundsätzliche Begegnung zwischen Mensch und Maschine sowie die Verbindung von Geschwindigkeit und Gefahr. 1984 versuchte er sogar, mit einem Brief den Bundesrat zur Wiederaufnahme des Formel-1-Rennbetriebs in der Schweiz zu bewegen. Dieser war in unserem Land infolge des schweren Unfalls am 24-Stunden-Rennen von Le Mans von 1955 eingestellt worden.
Bild: René Progin und Gary Irlam in ihrem von Jean Tinguely bemalten Sidecar am GP von Österreich 1991 © Roger Lohrer
Als Hommage an diese Leidenschaft für den Motorrennsport zeigt der Espace Jean Tinguely - Niki de Saint Phalle spektakuläre Zeugnisse: Sidecars und bemalte Rennanzüge, Serigrafien und Originaldokumente. Sie gehen auf die Freundschaft des Künstlers mit dem Freiburger René Progin, Vizeeuropameister im Motorrad mit Seitenwagen, zurück. Der Ausstellungsteil im Parterre, der sich der Arbeit Tinguelys für und mit René Progin widmet, wird als semipermanente Ausstellung bis 2025 zu sehen sein.
"À toute vitesse!" beleuchtet auch die legendäre Freundschaft zwischen Jean Tinguely und dem Schweizer Formel-1-Rennfahrer Jo Siffert, der 1971 bei einem Rennen tödlich verunglückte. Zur Erinnerung an ihn schuf Tinguely in Freiburg ein öffentliches Denkmal in Form eines Brunnens und organisierte Gedenkrennen, für die er die Plakate gestaltete. Dieser Ausstellungsteil im Obergeschoss des Espace ist bis Juni 2022 geöffnet.
Bild: Jean Tinguely, Sidecar und Rennanzüge für René Progin und Gary Irlam, 1990/1991 © MAHF, Francesco Ragusa
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Jean Tinguely, Jo Siffert-Denkmal, 1984, MAHF 1984-014
© MAHF, Primula Bosshard