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Liebe Sina
Erst einmal ganz herzlichen Dank für Ihre lieben Worte, wie reizend von Ihnen! Was Ihre Frage und meinen Namen angeht; das würde ich auch gerne wissen! Es kursieren in meiner Familie drei verschiedene Versionen und es ist mir bis heute nicht gelungen, die richtige herauszufiltern und die gänzlich unberühmten Verantwortlichen halten bislang dicht.
Die erste, die sich beharrlich hält, ist die, dass mein Vater kurz nach meiner Geburt mit der kurzen Erklärung «Kafi!» den Gebärsaal verliess, just in dem Moment, als die Hebamme am Ausfüllen der Formulare fürs Zivilamt und meine Mutter im Gang am Rauchen war.
Eine weitere verweist auf das Jahr 1974, als Kofi Annan Tourismusdirektor in Ghana und meine Mutter etwas in der Welt unterwegs war.
Und die letzte und banalste ist jene, dass beim sechsten Kind die Phantasie langsam zu Neige ging und man sich vom gedeckten Tisch nach dem Frühstück inspirieren liess. Es gibt ein Foto von diesem angeblichen Moment und wenn ich das genauer betrachte, so kann ich eigentlich ganz froh sein, nicht «Marylong» oder «Buttergipfeli» zu heissen. Die von Ihnen zitierte vegetarische Gwyneth ist übrigens schon beim ersten Balg so vorgegangen, was ich dann doch etwas beschämend finde.
Sie sehen selber, es ist keine einfache Sache mit meinem Namen. Und Sie müssen wissen, dass ich noch einen weiteren habe, den ich hier aber nicht verraten werde, und überdies zwei verschiedene Pässe mit gänzlich verschiedenen Namen. So bin ich gewappnet für den Fall, dass es mir hier irgendwann zu brenzlig wird und ich im Ausland untertauchen, Fragen beantworten und viel Kafi trinken muss.
Mit innigem Grusse, Ihre Kafi.