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Temperatur und Niederschlag
Unsere Region liegt im Westen Mitteleuropas, wo hauptsächlich Winde aus westlicher Richtung wehen. Die Entfernung von rund 750 Kilometer vom Atlantik führt dazu, dass unsere Region im Übergangsbereich vom ozeanischen zum kontinentalen Klima liegt. Die Lage in 45° nördlicher Breite ist dafür verantwortlich, dass die Temperatur einen ausgeprägten Tages- und Jahresgang aufweist.
Das Klima ist recht mild, da die warmen und feuchten Luftmassen des Mittelmeerraumes von Südwesten her durch die Burgunder Pforte und den Sundgau mehr oder weniger ungehindert Zugang haben. Kalte Winde aus Nordost und anderen Richtungen hingegen werden durch die relativ hohen Randgebirge Schwarzwald und Vogesen abgeschirmt. Im Einzelnen beeinflussen aber Relief und Höhenlage das lokale Klima.
Entscheidend für die Niederschlagsverteilung ist der Einfluss der schützenden Wirkung der Nord-Süd verlaufenden Gebirge. Bei Westwindlagen wird die Luvseite der Vogesen durch Steigungsregen beregnet. Gleichzeitig entstehen im Lee am Vogesen-Ostrand bis ins Oberrheintal hinein föhnartige Winde, die trockene Verhältnisse erzeugen. Die Niederschläge an der Westseite der Vogesen sind stärker als jene an der Westseite des Schwarzwaldes. Die Niederschläge im Bereich des West-Ost verlaufenden Kettenjuras fallen geringer aus als jene entlang der Vogesen oder des Schwarzwalds.
Aufgrund von Frostarmut, hohen nächtlichen Temperaturminima und günstigen Sonnenscheinverhältnissen sind die Randlagen der Gebirge Schwarzwald, Vogesen und Tafeljura bekannte Weinanbaugebiete (badische und elsässische Weinstrasse).
Die Region Basel ist in Bezug auf die Nebeltage eine begünstigte Zone
Im Winter ist der Oberrheingraben beziehungsweise das Hochrheintal bei länger anhaltenden Hochdruckwetterlagen mit Kaltluft gefüllt. Bei genügend hoher Luftfeuchte führt dies zu Nebel oder Hochnebel, der mehrere Tage anhalten kann. Bei solchen Lagen mit umgekehrter Temperaturschichtung (Inversion) reichern sich in der Luftschicht zudem Schadstoffe an. Die höheren Lagen von Schwarzwald, Vogesen und Schweizer Jura ragen oft aus dieser Kaltluftschicht heraus, und haben dann nicht selten bis zu 10 °C höhere Temperaturen und gute Fernsicht. In den zum Oberrheingraben offenen Seitentälern der Mittelgebirge verhindern die Kaltluftflüsse ein Stagnieren der Luft, was hier die Häufigkeit der Nebelbildung im Vergleich zum Rheingraben herabsetzt. Die Vorbergzone am Fuss des Schwarzwalds und der Vogesen ist besonders in den Übergangsjahreszeiten gegenüber ihrer Umgebung wärmebegünstigt. Hier sind die Zahl der Tage mit Nebel sowie die Frostgefahr gegenüber der Rheinebene geringer. Nördlich von Mulhouse steigt die Nebelhäufigkeit wieder an. Ebenso hält im Hochrheingebiet östlich von Stein-Säckingen und im Schweizer Mittelland der Nebel oft länger an als in der Region Basel.
Lokale Luftströmungen sind bedeutsam
Nicht nur die grossräumigen Winde, sondern lokale Luftströmungen beeinflussen unsere Region stark. Höher gelegene, der Sonne exponierte Gebiete werden tagsüber stärker erwärmt als schattige Täler. Dies führt zu steigenden Luftbewegungen vom Tal zum Berg, zum Talwind. In der Nacht ist es genau umgekehrt: Das Abfliessen von Kaltluft aus höheren Lagen bezeichnet man als Bergwind. Solche lokale Winde sorgen für wichtige Frischluftzufuhr in den Siedlungen.
Bioklima
Das Bioklima beschreibt die Gesamtheit aller auf lebende Organismen einwirkenden Klimafaktoren, speziell jene, die den Menschen betreffen. Die für das menschliche Wohlbefinden wichtigen klimatischen Elemente weisen im mittleren und südlichen Oberrheingebiet grosse Unterschiede auf: Im Sommer tritt an schwülen, heissen Tagen die grösste Wärmebelastung in der Ebene des Oberrheingrabens auf. Diese Erscheinung wird in den grossen Städten noch verstärkt durch einen Wärmeinseleffekt. Mit zunehmender Höhe nimmt die Wärmebelastung ab, besonders rasch in Gebieten, die der Windströmung der freien Atmosphäre ausgesetzt sind. Im Winter bestimmen in den Hochlagen der Gebirge Kältereize das Bioklima.
Ozon ist Sommersmog
Ozon (O3) ist ein Gas, das natürlicherweise in kleinsten Mengen in unserer Atemluft vorkommt. In den bodennahen Luftschichten wird Ozon vor allem im Sommerhalbjahr unter Einwirkung des Sonnenlichts aus Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden (hauptsächlich aus Autoabgasen) gebildet. Erhöhte Lufttemperaturen begünstigen die chemischen Reaktionen.
Ozon hat oxidative Eigenschaften und ist Hauptbestandteil des Sommersmogs. Die erhöhte Konzentration verursacht Schäden bei Menschen, Tieren und Pflanzen. Ozon ist schlecht wasserlöslich, dringt tief in die Lungen ein und kann dabei die Atemwege entzünden und die Lungenfunktion einschränken. Ozon greift aufgrund seiner stark oxidierenden, aggressiven Eigenschaften auch Sachgüter an. Nicht zuletzt trägt Ozon als Treibhausgas zum Klimawandel bei. Andererseits schützt das Gas in der Ozonschicht der Atmosphäre die Lebewesen vor der Schädigung durch energiereiche ultraviolette Strahlung der Sonne.
Obwohl es in den Städten mehr Verkehr und Industrie hat als auf dem Land, werden auf dem Land höhere Ozonkonzentrationen gemessen als in der Stadt. Denn das in den Städten tagsüber produzierte Ozon wird über Nacht fast vollständig abgebaut. Dafür verantwortlich sind andere Schadstoffe wie Stickstoffmonoxid. Auf dem Land mit relativ sauberer Luft bleibt die Ozonkonzentration hingegen mehr oder weniger erhalten. Am nächsten Tag kommt zusätzliches Ozon hinzu: Dieses bildet sich aus den Vorläufersubstanzen (Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden), welche mit dem Wind aufs Land verfrachtet werden.
HPM
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