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Geschichte
Ardez gehört zu den ältesten Pfarrsprengeln im Unterengadin und wird erstmals 831 in einem karolingischen Urbar (Güterverzeichnis) erwähnt. Die Grundbesitzer im 12. und 13. Jh. waren neben dem Bischof von Chur u.a. das Kloster Marienberg, das Kloster Müstair und vor allem die Herren von Matsch. In dieser Zeit umfasste das kirchliche Hoheitsgebiet der Pfarrei Ardez das Gebiet zwischen der Innschlucht unterhalb von Zernez und der Val Tasna mit den Dörfern Susch, Lavin, Giarsun, Guarda, Bos-cha, Sur En und Ardez, wobei damals auch Galtür im Paznaun als Sömmerungsgebiet der Gemeinde Ardez dazu gehörte.
1325 trennten sich Lavin gemeinsam mit Susch von der Mutterkirche und bilden seit 1422 zwei eigenständige Kirchgemeinden. 1494 trennte sich auch Guarda von Ardez.
Ab 1525 erfolgten in Ardez erste Versuche, die Reformation einzuführen. Allerdings hatte der damalige Pfarrer Luzius Schdratsch keinen Erfolg. Erst nach der Disputation von Susch 1537/38 und nach heftigen Auseinandersetzungen im Rahmen einer Abstimmung im Herbst 1538 führte Ardez die Reformation ein. Das Gebiet im Paznaun bleibt jedoch katholisch und nach der Säuberung der Ardezer Kirche wurde ein Gnadenbild in die Kirche von Galtür überführt. Galtür entfremdete sich in der Folge immer mehr von Ardez; zur vollständigen Trennung kam es jedoch erst mit der endgültigen Grenzziehung mit Oesterreich 1852 und dem Verkauf der Ardezer Sömmerungsgebiete im Jahr 1900.
Im Zuge der Gegenreformation, welche 1621-47 durch Kapuzinermissionare forciert wurde, bildete sich wieder eine katholische Gemeinde in Ardez. In den folgenden Jahrhunderten wuchs sie v.a. durch Zuwanderer aus Österreich und aus italienischsprachigen Gebieten. Es sollte jedoch bis 1871 dauern, bis die katholische Kirche geweiht werden konnte. Bis dahin fanden die Messen lange Zeit in Tarasp und ab 1850 in einem Privathaus in Ardez statt.
Seit vielen Jahren besteht wieder eine
Zusammenarbeit zwischen den beiden Ardezer
Kirchgemeinden, etwa beim oekumenischen
Suppentag oder an Weihnachten.
Die reformierte Kirchgemeinde schaut auf
eine lange Tradition übergemeindlicher Zusammenarbeit
zurück. Bereits seit über 120 Jahren
unterhält sie zusammen mit Ftan ein gemeinsames
Pfarramt und bietet viele Veranstaltungen
für beide Gemeinden an. Seit 2009 besteht ausserdem eine Zusammenarbeit mit Guarda und seit 2013 zwischenzeitlich
mit Lavin.
Im Jahr 2016 wurde die Fusion zwischen Ardez, Ftan und Guarda durchgeführt und es bildete sich die heutige reformierte Kirchgemeinde Ardez-Ftan-Guarda.