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Semesterarbeit, betreut von Dr. Adrian Müller, Centre for Corporate Responsibility and Sustainability at the University of Zurich (CCRS).
Zusammenfassung
Obwohl der aktuelle Anteil der Biofuels am gesamtschweizerischen Treibstoffverbrauch lediglich rund ein Promille beträgt, werden zum zukünftigen Angebot und zur zukünftigen Nachfrage von Biofuels in der Schweiz zum Teil bereits relativ genaue Voraussagen kommuniziert. Diese Szenarien werden im Rahmen dieser Semesterarbeit verglichen.
Die Produktion von Bioethanol und Biodiesel ist in der Schweiz noch nicht etabliert. Anlagen zur Produktion werden lediglich vereinzelt betrieben, wobei bezüglich Bioethanol mehr Aktivitäten zu beobachten sind als dies bei Biodiesel der Fall ist. Biogas ist jedoch in der Schweiz, im Unterschied zum Ausland und zur inländischen Produktion von Bioethanol und Biodiesel, schon relativ weit verbreitet. Zurzeit gibt es noch keine oder kaum Importe von Biofuels aus dem Ausland. Zur Förderung der Biofuels hat das Parlament jüngst die Befreiung der Biotreibstoffe von der Mineralölsteuer beschlossen. Biomasse Schweiz und Gasmobil AG haben im Jahr 2003 zudem eine Rahmenvereinbarung über die Einspeisung von zu Erdgasqualität aufbereitetem Biogas ins Erdgasnetz getroffen.
Anhand einer Literatur- und Internetrecherche und dem Kontaktieren von 44 Akteuren und Schlüsselinstitutionen wurden 28 Szenarien zum zukünftigen Anteil von Biofuels in der Schweiz identifiziert. 16 der Szenarien beziehen sich auf das inländische Angebot von Biofuels und 12 Szenarien auf die Nachfrage nach Biofuels. 13 der Werte machen absolute und 15 relative Aussagen. 15 der 28 Szenarien machen eine Aussage über eine potentiell maximale Entwicklung, sechs über eine minimale und sieben über eine mittlere.
Zum Vergleich wurden die Szenarien in Peta Joule (PJ) umgerechnet und zum totalen Treibstoffverbrauch (Benzin und Diesel, ohne Flugbenzin) des Jahres 2003, welcher 222.968 PJ betrug und bis zum Jahr 2040 als konstant angenommen wurde, in Relation gesetzt. Es wurde somit für jede Schätzung eine Prozentzahl ermittelt. Szenarien, zu welchen ungenügende Angaben vorhanden waren, wurden vom Vergleich ausgeschlossen. Es konnten 23 der 28 Szenarien verglichen werden.
Es zeigte sich, dass die Entwicklung des inländischen Angebots an Biofuels hauptsächlich davon abhängig zu sein scheint, welche Biomasse in der Schweiz der Produktion von Biofuels zur Verfügung steht. Diese Menge Biomasse hängt wiederum von der Entwicklung der Technologien zur Produktion von Biofuels, der Konkurrenz um die begrenzte Biomasse und der Förderstrategie des Bundes ab. Die nationalen und internationalen Preise für Biofuels und Agrarprodukte spielen ebenso eine wichtige Rolle.
Bei der Entwicklung des Angebots wie auch der Nachfrage von Biofuels wird der Staat vermutlich eine wichtige Rolle spielen. Der Einführung einer CO2-Steuer auf Treibstoffe wird eine grosse positive Auswirkung auf den Anteil Biofuels am Schweizer Treibstoffkonsum zugemessen, insbesondere zur Förderung der Biofuels in Konkurrenz mit den nach wie vor sehr konkurrenzstarken fossilen Treibstoffen.
Zudem sollte die Schweiz nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines internationalen Marktes zur Nutzung und zur Produktion von Biofuels gesehen werden. Beim Vergleich der Szenarien konnte festgestellt werden, dass sich die Angebots- und die Nachfrageszenarien meistens bei weitem nicht decken. Der Import von Biofuels in die Schweiz wird vermutlich eine grosse Rolle spielen.
Trotz der grossen Anzahl an Faktoren sowie der internationalen Zusammenhänge, die Prognosen zur zukünftigen Entwicklung des Angebots und der Nachfrage von Biofuels in der Schweiz erschweren, kann vermutet werden, dass das Angebot von Biofuels in der Schweiz auf einen relativ kleinen Anteil des Treibstoffverbrauchs beschränkt bleiben wird und die Probleme der Abhängigkeit von den fossilen Treibstoffen und die damit verbunden hohen CO2-Emissionen des Transportsektors mit Biofuels nicht gelöst werden können.