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Salvador Dalí und Alberto Giacometti und deren surrealistische Kooperation im Kunsthaus Zürich
- Publiziert am 16. April 2023
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Im Mittelpunkt steht die Konstruktion eines nie realisierten Gartenprojektes
Es war ein Wendepunkt im Schaffen von Alberto Giacometti, als das französische Sammler-Ehepaar Charles und Marie-Laure de Noailles ihm den Auftrag erteilte, eine Installation für den Aussenraum ihres südfranzösischen Sommersitzes zu gestalten. Das Projekt wurde nie realisiert. Skizzen und Gipsmodelle zeugen aber von den kühnen Ideen der beiden Künstler.
Im April 1930 entdeckten Breton und Dalí in einer Ausstellung in der Pariser Galerie Pierre Giacomettis berühmte «Boule suspendue», worauf sie Giacometti baten, dem Kreis der Surrealisten beizutreten. Ihr gemeinsames Credo: Die ganze Welt menschlicher Psyche sollte nun in der Kunst zum Ausdruck kommen. Auch das bisher Verdrängte, Themen wie Sexualität und Gewalt, Obsessionen oder Grausamkeit, wie sie seit der Freudschen Lehre oder auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs hervorgetreten waren.
Pariser Surrealismus
Die Ausstellung im Kunsthaus zeigt neben dem Gartenprojekt eine bedeutende Gruppe weiterer surrealistischer Objekte Giacomettis, darunter die «Boule suspendue» aus den Basler Beständen der Alberto Giacometti-Stiftung, ein Schlüsselwerk. Zusätzlich lässt eine erlesene kleine Gruppe von Gemälden Dalís dessen phantasmagorische visuelle Welt erfahrbar werden, für die dieser Künstler bis heute berühmt ist. Bedeutende Skizzen Giacomettis und Dalís – darunter mehrere aus Giacomettis selten gezeigten «Carnets» (Skizzenbüchern), sowie Dokumente und Fotografien ergänzen die Ausstellung, die ein einzigartiges Eintauchen in die kreative Welt des Pariser Surrealismus der frühen 1930er-Jahre ermöglicht. Für einmal tritt der Surrealismus hier also als künstlerische Bewegung in Erscheinung, die in der Zusammenarbeit von zwei ihrer massgeblichen Vertreter die grosse Form und den offenen Raum suchte. Die zuvor in Paris im Institut Giacometti gezeigte Präsentation macht erfahrbar, wie Alberto Giacometti aus der Kooperation mit Salvador Dalí heraus eine neue Gestaltungsweise von Kunst erschuf, die – weit vorausschauend – das Kunstwerk neu als Objekt sah, das, wie eine Installation im Raum platziert, herkömmliche skulpturale Konzepte weit hinter sich liess. Ergänzt wird die Präsentation mit Werken anderer Künstlerinnen und Künstler des Surrealismus wie Luis Buñuel und Yves Tanguy.