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Elias Bianchi wird für seinen Check gegen den Kopf von Calle Andersson mit vier Spielsperren und einer Busse von Total 2920.- Franken bestraft. Der HCAP hat Rekurs gegen das Urteil eingelegt. wie beurteilt ihr das Strafmass? Macht mit bei der Umfrage.Die Szene ereignete sich in der 58. Minute im Spiel SCB gegen den HCAP. Im Entscheid der Einzelrichter wird die Szene wie folgt beschrieben:
Der gefoulte Spieler ist Verteidiger und fährt mit der Scheibe hinters Tor. Er wird vom Ambri- Spieler Fuchs bedrängt und angesteuert. In dieser Situation spielt er den Puck in die Rundung.
Der fehlbare Spieler ist nicht direkter Gegenspieler. Er greift sozusagen als zweiter Fore-Checker in die Situation ein. Fuchs entscheidet sich dagegen den Check zu Ende zu führen. Stattdessen kommt der fehlbare Spieler von der anderen Seite und checkt den Anderson gegen den Kopf.
Letzterer hat sich grundsätzlich sehr gut gegen den kommenden Check (den er wohl eher von Fuchs als vom Beschuldigten erwartete) geschützt. Er befand sich in aufrechter Position, hielt also den Kopf hoch und drückte sich ganz zur Bande, um so einen allfälligen Check gut vorbereitet entgegen nehmen zu können (Durch Verringerung der Distanz zur Bande kann die Verletzungsgefahr massiv verringert werden). Dem gefoulten Spieler ist somit in keiner Weise ein Eigenverschulden anzulasten. Vielmehr hat er sich vorbildlich auf einen Check vorbereitet und gut positioniert.
(Hier geht’s zur Videosammlung der Disziplinarfälle)
Für das Urteil ist die Art und Weise mit ausschlaggebend, wie der Check ausgeführt wurde. Der Player Safety Officer Stéphan Auger hält in seinem Bericht folgende Fakten fest:
- Es ist ein klarer Check gegen den Kopf
- Der Kopf ist der Hauptkontaktpunkt
- Bianchi springt vor dem Check ab
- klar Aufwärtsbewegung erkennbar
- Bianchi hätte die Wucht des Kontaktes minimieren können
In der Strafzumessung halten die beiden Einzelrichter fest:
„Der Check an sich erfolgte absichtlich und mit einer gewissen Wucht. Das Mass der Rücksichtslosigkeit ist hoch. Direkte Verletzungsabsicht kann dem Beschuldigten aber nicht vorgeworfen werden. Das ist nicht zuletzt an seiner Reaktion ersichtlich, welche zeigt, dass die Ausführung des Checks so nicht gewollt war. Nach eigener Aussage des Beschuldigten wollte er zunächst den Check nicht ausführen, da Andersson ihn nicht gesehen habe. Weshalb er es dann doch tat, bleibt unerfindlich.
Dass die Aktion keine Verletzung verursacht hat, ist ein für alle Beteiligten ein glücklicher Ausgang. Der Beschuldigte hat aber mit diesem Check, der eindeutig als rücksichtslos zu qualifizieren ist, die Gesundheit seines Gegenspielers in hohem Masse gefährdet.“
Das Strafmass von 4 Spielsperren ist im mittleren Bereich (3-5 Spielsperren) angeordnet. Der mittlere Bereich sei angemessen, da ein Abspringen von Bianchi klar zu erkennen ist. Da der Check aber nicht mit voller Wucht ausgeführt wurde, kommt nicht das oberste Strafmass zur Anwendung. Bianchi kommt zudem zu Gute, dass er nicht einschlägig vorbestraft.
Als Urteil resultiert eine Strafe von vier Spielsperren, von denen er eine bereits abgesessen hat. Zusätzlich eine Busse von 2000.- Franken und 920.- Franken Verfahrenskosten.
Der HCAP hat gegen das Urteil Rekurs eingelegt. Wie beurteilt ihr das Urteil? macht mit bei der Umfrage.
Roland Jauch