Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03119.jsonl.gz/2476

Kaum ein Land gibt im Verhältnis zur Einwohnerzahl für die Bildung einen grösseren Anteil des BIP aus als die Schweiz. Diese Investitionen tragen Früchte, denn das Grundbildungssystem erreicht im Global Competitive Index seit mehreren Jahren konstant Platzierungen unter den ersten fünf der Welt. Das Land zählt zehn Universitäten, zwei Eidgenössische Technische Hochschulen und sieben Fachhochschulen.
Education & Research (Englisch)
Darüber hinaus steht die Schweiz beim Anteil des BIP, der für die Forschung und Entwicklung ausgegeben wird, an der Spitze des Rankings (mit fast 3%, was 16 Milliarden Schweizer Franken pro Jahr entspricht). Die Privatwirtschaft, insbesondere die Pharmaindustrie und die Maschinenbaubranche, tragen etwa drei Viertel dieser Ausgaben. Der Bund selbst investiert hauptsächlich in Grundlagenforschung. Das ist eine gewinnbringende Kombination und zeigt sich auch am Impact-Faktor der Schweiz bei wissenschaftlichen Publikationen – d.h. die Häufigkeit, mit der Artikel in anderen Zeitschriften veröffentlicht werden –, der hinter den USA der zweithöchste der Welt ist. Auch bei der Anzahl Nobelpreise pro Einwohner führt die Schweiz gemeinsam mit Norwegen den Ländervergleich an.
Bei der Bildung übernimmt der Kanton Waadt im Land eine wichtige Rolle. Der Kanton Waadt ist bekannt für seine akademischen Institutionen und seine Innovationsfähigkeit und verfügt neben Zürich als einziger Kanton der Schweiz über eine Universität, eine Eidgenössische Technische Hochschule sowie mehrere Fachhochschulen. Gemäss dem berühmten Shanghai-Ranking gehören die beiden Technischen Hochschulen im Übrigen zu den 100 Besten der Welt. Dabei verzeichnete die EPFL einen fulminanten Aufstieg (+16 Plätze) in nur einem Jahr (2016-2017).
Die Exzellenz der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne wird regelmässig in internationalen Rankings bestätigt und zeigt sich konkret an ihren Leistungen. So leitet sie das Human Brain Project, ein Hirnforschungsprojekt, an dem führende Wissenschaftler von mehr als 100 europäischen Universitäten und Forschungszentren beteiligt sind, sowie eines der daraus abgeleiteten Spin-Offs, Mindmaze, das 2016 zum ersten «Einhorn» des Landes wurde (ein Start-up im Wert von mindestens einer Milliarde Dollar). Die EPFL beherbergt zudem das Schweizer Kompetenzzentrum für Grundlagen- und Angewandte Forschung in der Robotik, das neue Trust Center für Cybersecurity und die gemeinsam mit der ETH Zürich geführte Swiss Data Science Initiative.
Die UNIL zählt mehrere Nobelpreisträger unter ihren Forschern, zuletzt Jacques Dubochet, der im Dezember 2017 für seine wegweisende Forschung in der Chemie ausgezeichnet wurde. Regelmässig werden die MBA-Programme des International Institutes for Management Development (IMD) Lausanne zu den besten der Welt gekürt, während die Hotelfachhochschule Lausanne (EHL) internationale Massstäbe im Bereich Bewirtung und Hotellerie setzt.
Die Fachhochschulen des Kantons, wie die Haute Ecole d’Ingénierie et de Gestion du Canton de Vaud oder die Ecole Technique de la Vallée de Joux, die das Traditionshandwerk im Bereich der Uhrmacherei vermittelt, tragen ihrerseits viel zur Exzellenz in der Ausbildung bei. Die grosse Anzahl an Forschungsinstituten im Kanton und der Region ermöglicht den Zugang zu einem riesigen Talentpool, der aufgrund der Transdisziplinarität der bestehenden Institute und Kompetenzen einzigartig ist.
Zuletzt darf man auch die Privatschulen nicht vergessen. Besonders erwähnt sei hier das Institut Le Rosey, das zu den renommiertesten der Welt gehört und zu seinen Absolventen seit mehr als 100 Jahren bedeutende Personen der Weltgeschichte zählt. Auch die Ecole Surval, das Institut Monte Rosa in Montreux und das Collège Champittet gehören auf diese Liste. Insgesamt bieten rund sechzig Privatschulen eine Spitzenausbildung an, mit fortschrittlichen Lehrplänen in Englisch, Deutsch, oder auch in Mandarin oder Russisch.