Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03363.jsonl.gz/48

Die Unverschämtheit und Naivität von Kati Hirschel ist kaum zu überbieten. In der Türkei und in Deutschland aufgewachsen, führt sie die einzige Krimibuchhandlung in Istanbul. Kati hat Schulden. Der Laden läuft manchmal gut, ist aber noch nicht rentabel. Fofo, ein Mitarbeiter, animiert Kati zu Nachforschungen in einem merkwürdigen Todesfall. Sie haben genug Krimis gelesen, um den Unfall der Industriellengattin Sani nicht einfach hinzunehmen. Kati und Fofo gehen Spuren nach. Sie finden heraus, dass Sani ursprünglich aus einer ärmlichen Gegend stammt, die durch Gerbereien und Fabriken völlig verschmutzt ist. Sani hat dem ein Ende setzen wollen und eine Umweltschutzbewegung gegründet. Steht ihr Tod in diesem Zusammenhang oder liegt der Grund vielmehr in ihrer angestrebten Scheidung? Die reiche Familie Ankarahgil hatte Sani nie richtig akzeptiert. Gegenwartsprobleme kommen zur Sprache, scheinbar oberflächlich erzählt. Aber nur so ist es möglich, unangefochten darüber zu schreiben.
Esmahan Aykol, Scheidung auf Türkisch, Diogenes Verlag, 2008, 323 Seiten
9. Dezember 2008
Marianne de Mestral