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Obwohl er nach einer langen Verletzungspause in der vergangenen Saison auch in der laufenden Meisterschaft während fünf Spielen wegen einer Blessur an der Schulter ausfiel, ist Dominik Kahun unangefochten der Mann, der den Helm des SCB-Topskorers trägt.
Nach vier Niederlagen in Serie führte er den SCB mit fünf Skorerpunkten gegen Davos und in Rapperswil wieder auf die Siegesstrasse zurück. Der NHL-gestählte Doppelbürger (Tschechien/Deutschland) erinnert den SCB-Kenner an goldene Zeiten, als Ende der Achtziger- und zu Beginn der Neunzigerjahre der Finne Reijo Ruotsalainen über das Eis der PostFinance Arena flog und «Der Bund» den zur Legende gewordenen Satz formulierte «Ruotsalainen läuft rückwärts schneller als andere vorwärts». Wer Dominik Kahun während eines Einsatzes aufmerksam beobachtet, stellt sofort fest, dass er sich beinahe so behende, flink und schnell bewegt, wie der finnische Kunstläufer zu den goldenen SCB-Zeiten unter Coach Bill Gilligan mit drei Meistertiteln zwischen 1989 und 1992. Dass der vielumworbene Stürmer vor vier Jahren den Weg von den Edmonton Oilers zum SCB fand, war alles andere als selbstverständlich und sicherlich einer der wichtigsten und besten Transfers der letzten Jahre.
Nach einem guten Start ins neue Jahr mit drei Siegen folgten vier Niederlagen in Serie. Wo sehen Sie die Gründe?
Gegen Lausanne und Gottéron spielten wir schlecht. Gegen Lugano dagegen zeigten wir gute Leistungen, wurden in Bern aber dafür nicht belohnt und in Lugano gaben wir das Spiel aus der Hand, obwohl wir 3:1 führten und einige Chancen auf weitere Tore besassen. Am Schluss wurden wir zu passiv, spielten zu defensiv und versuchten zu verwalten, statt weiterhin unser Spiel zu spielen.
Die Lage am Strich für die direkte Playoff-Qualifikation ist auch nach den zwei Siegen am Wochenende eng. Wie sehen Sie den nächsten Spielen entgegen?
Nach diesem Wochenende stehen vor dem zweiwöchigen Unterbruch noch drei Spiele auf dem Programm, gegen Biel, Kloten und die SCL Tigers. Wir müssen nicht viel reden und nachdenken, uns hilft im Moment nur gewinnen. Das haben wir gegen Davos und Rapperswil getan – die Lage ist immer noch heikel, aber etwas besser als vor dem Wochenende.
Was unternahm die Trainer-Crew, um das Steuer herumzureissen? Gab es Neues in der Trainingsgestaltung?
Es gab nichts zu verändern. Wir haben viel Video geschaut und wichtige Sachen besprochen. Wir wissen, dass wir gewinnen müssen.
Inwiefern haben sich die Verletzungen der sich in guter Form befindenden Benjamin Baumgartner und Marco Lehmann auf die Leistungen des Teams ausgewirkt?
Beide sind für uns wichtige Spieler, die gut unterwegs sind und ausgezeichnete Leistungen gezeigt haben. Wir sind froh, sind sie wieder zurückgekommen.
Sie befinden sich in guter Form, sind Topskorer und im Offensivbereich der Kopf der Mannschaft, der Denker und Lenker und haben eine riesige Erfahrung. Was können Sie persönlich tun, um den Mitspielern in dieser schwierigen Situation zu helfen?
Ich versuche, in jedem Spiel und jedem Training mein Bestes zu geben. Mein Ziel ist es, auch mit 28 noch jeden Tag stärker zu werden. Ich will nicht viel ändern, mit guten Leistungen helfe ich dem Team am meisten.
In Bern scheinen Sie sich wohl zu fühlen, obwohl die Mannschaft in den letzten Jahren keine dicken Stricke zerrissen hat. Weshalb halten Sie dem SCB die Treue und haben Ihren Vertrag vorzeitig um drei weitere Jahre bis 2027 verlängert?
Obwohl wir als Team nicht erfolgreich waren, habe ich in meinem ersten SCB-Jahr zu meinem Spiel zurückgefunden. Mein Plan war, wieder anzugreifen und das ist mir gelungen. Dazu kommt, dass ich oben in der Tabelle dabei sein und mit dem SCB Meister werden will.
Was tun Sie in Bern, wenn Sie gerade nicht spielen oder trainieren?
Ich fühle mich in Bern und beim SCB sehr wohl. Neben den Trainings und den Spielen bleibt nicht viel Freizeit. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, gehe ich zusammen mit meiner aus München stammenden Freundin gerne auf ausgedehnte Spaziergänge oder spiele Tennis.
Sie leben in Ittigen, unweit der PostFinance Arena. Erkennt man Sie dort, können Sie sich frei bewegen, ohne an jeder Ecke für ein Selfie hinstehen zu müssen?
Hin und wieder werde ich erkannt, doch ich kann mich ungestört frei bewegen. In der näheren Umgebung wohnen viele andere SCB-Spieler, mit denen wir auch ausserhalb der Trainings Kontakt pflegen.
Die wichtigste Frage zum Abschluss. Erreicht der SCB auf direktem Weg die Playoffs?
Das ist unser grosses Ziel, das wir ganz einfach erreichen müssen, denn wir gehören dorthin. Ich will die Saison nicht wieder vorzeitig beenden.
Und was ist möglich, wenn das angestrebte Ziel erreicht wird?
Alles.