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Affination (von frz. affiner, d. h. fein
machen) oder Affinage (spr. -áhsch) nennt man gewisse metallurgische Arbeiten, durch die Metalle von fremden Beimischungen
befreit (fein gemacht) und in einem mehr oder weniger reinen Zustande dargestellt werden. Im allgemeinen
ist dafür der Ausdruck Raffinieren üblicher. Durchweg versteht man unter Affinieren (oder auch Gold- und Silberscheidung)
die Abscheidung der beiden edeln Metalle, Gold und Silber, aus ihren Legierungen nach der Methode, die von Schraubert in Moskau
[* 4] vorgeschlagen und 1802 von d' Arcet ausgeführt wurde.
Sie beruht auf der Oxydierbarkeit und Löslichkeit des Silbers in konzentrierter Schwefelsäure
[* 5] und der Unveränderlichkeit
des Goldes in dieser Säure. Zur Auflösung der Legierung (Scheidegut), die auf 16 Teile 3 - 4 TeileGold enthalten soll, dienten
früher Platingefäße, jetzt wendet man allgemein gußeiserne Kessel oder Porzellangefäße an. Man übergießt
darin die durch Granulieren zerkleinerte Legierung mit Schwefelsäure und erhitzt dieselbe, bis die mit Entwicklung von schwefliger
Säure verbundene Lösung des Silbers und des vorhandenen Kupfers vor sich gegangen ist.
Das ungelöst zurückbleibende Gold wird zur Entfernung von Eisenoxyd, Schwefelkupfer und Bleisulfat nach dem Trocknen mit etwas
Salpeter umgeschmolzen. Das Ausfällen des Silbers aus der Lösung geschieht durch metallisches Kupfer.
[* 6] Die zurückbleibende Kupferlösung wird auf Kupfervitriol oder metallisches Kupfer verarbeitet. Eine neuere Methode, zuerst
in der austral. Münze zu Sydney
[* 7] angewendet, besteht darin, daß man in das geschmolzene Gemisch von Silber und Gold mittels
eines Thonrohres Chlorgas einleitet; dies verbindet sich
nur mit dem Silber zu Chlorsilber, aber nicht
mit dem Golde. Nach dem Erkalten lassen sich Gold und Chlorsilber leicht durch einen Schlag trennen.