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Im Zusammenleben mit unseren Haustieren treten immer wieder Verhaltensprobleme auf. Z.B. fehlende Stubenreinheit oder Unsauberkeit, übermässige Aggression, Angstprobleme, depressives oder stereotypes Verhalten, etc.
Die Aufgabe der Verhaltensmedizin ist es, problematisches Normalverhalten von Verhaltensstörungen zu unterscheiden, die möglichen Ursachen und Auslöser zu finden und zusammen mit dem Besitzer eine geeignete Therapie zu finden. Die Verhaltensmedizinische Beratung und Therapie ist eine Reise, die Geduld und Ausdauer, vor allem seitens der Besitzer, fordert. Zu Beginn steht die Anamnese, welche in einem Erstgespräch erfragt wird. Hier geht es vor allem um eine Standortbestimmung und um die Erwartungen der Besitzer zu klären. Oftmals werden auch diverse medizinischen Abklärungen nötig (wie Blutuntersuchungen oder Röntgen), um eine Diagnose stellen zu können und eine adäquate Prognose zu erhalten. Danach werden erste verhaltenstherapeutische Massnahmen besprochen und allenfalls geeignete Medikamente gewählt. Häufig ist eine Zusammenarbeit mit einem/einer qualifizierten Hundetrainer/in empfehlenswert. Verhaltensprobleme sowie auch Verhaltensstörungen entwickeln sich in der Regel über einen längeren Zeitraum und können nicht in einer Sitzung oder mit Tabletten einfach gelöst werden. Die Verhaltenstherapie dauert nicht selten mehrere Monate bis sogar Jahre. Nicht immer kann der Zustand hergestellt werden, den sich die Besitzer wünschen, denn die Genetik eines/einer Hundes/Katze und somit sein/ihr Charakter (ängstlich, unsicher, reaktiv, etc.) kann nicht geändert werden. Der/Die Hund/Katze kann jedoch über Lernprozesse, welche ev. durch geeignete Medikation beeinflusst werden können, an seine/ihre Lebenssituation soweit gewöhnt werden, dass es für alle Beteiligten ein angenehmes Zusammenleben wird.
Beispiele für problematisches Normalverhalten:
- Distanzloses Verhalten wie Hochspringen, Beissen, Kratzen
- Markieren im Haus
- übermässiges Bellen
- Leinenaggression
- Jagen (Tiere, Autos, Fahrräder, etc.)
Beispiele für Verhaltensstörungen:
- Stereotypes Verhalten (Schwanzjagen, Kreiseln, Pfoten lecken, Wände und Böden lecken, Schatten
jagen)
- Pathologische Aggression (Angriff ohne Vorwarnung oder unverhältnismässige starke Aggression,
häufig mit Verletzungsfolge)
- Depressives Verhalten
Überlappungen können auftreten oder eine Verhaltensstörung kann sich aus Normalverhalten entwickeln. Sehr viele Verhaltensprobleme haben eine medizinische Ursache oder zumindest Begleiterscheinungen wie z.B. chronische Schmerzen
In unseren Konsultationen legen wir deshalb viel Wert auch auf eine gründliche körperliche Untersuchung.
Je früher ein Verhaltensproblem behandelt wird, desto besser! Wir empfehlen unbedingt, auffällige Welpen frühzeitig vorzustellen.