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Wegen Geldwäsche ist der frühere guatemaltekische Staatschef Alfonso Portillo in den USA zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Durch einen Deal entging er einer noch längeren Strafe.
Der 62-Jährige hatte zuvor eingeräumt, während seiner Amtszeit (2000-2004) rund 2,5 Millionen US-Dollar Schmiergeld aus Taiwan über Konten in den USA, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz gewaschen zu haben.
Deal für Taiwan
Im Gegenzug für die Zahlungen habe er sich dafür eingesetzt, dass Guatemala weiterhin Taiwan diplomatisch anerkennt. Der ostasiatische Staat unterhält nur mit wenigen Ländern diplomatische Beziehungen, die meisten davon liegen in Mittelamerika.
Die Volksrepublik China verlangt von Staaten, mit denen sie diplomatische Beziehungen pflegt, den Bruch mit Taiwan. Die kommunistische Führung in Peking betrachtet Taiwan nur als abtrünnige Provinz und strebt langfristig eine Wiedervereinigung an.
Taiwan wies die Korruptionsvorwürfe zurück. Die Zahlungen seien für Bildungsprojekte bestimmt gewesen, zitierte die Zeitung «Prensa Libre» aus einem Brief der taiwanesischen Botschaft in Guatemala.
Portillo wurde vor einem Jahr an die USA ausgeliefert. Er war der erste lateinamerikanische Ex-Präsident, der von seinem eigenen Land an die USA überstellt wurde. Ursprünglich ermittelten die Behörden wegen der Veruntreuung von insgesamt 70 Millionen Dollar gegen ihn. Durch sein Teilgeständnis entging er der Maximalstrafe von 20 Jahren.
Portillo nahm das Urteil in New York gelassen hin und verabschiedete sich ruhig von seinen Verwandten und Anhängern. Nach Anrechnung der Untersuchungshaft in Guatemala und den USA muss er voraussichtlich nur noch 18 weitere Monate im Gefängnis bleiben.
(sda)