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Isabelle Ryf
wurde 1986 in Niederbipp geboren. Sie ist Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel und hat ein Studium der Rechtswissenschaft in Zürich abgeschlossen. In der ersten Hälfte 2015 war sie Stipendiatin im Atelier des Kantons Solothurn in Paris. Sie lebt in Olten. «Konrad, Felix und ich» ist ihr erster Roman.
Moderation: Jennifer Bigelow
«Konrad, Felix und ich»
Da war Konrad, das Auto raste auf ihn zu, das Auto bremste nicht.
Nora weiss: Ihr Bruder kommt nicht mehr nach Hause. Nora sieht: Die Eltern lieben auf dem Bett des Bruders. Nora beobachtet: Felix ist verstummt und wird durchsichtiger. In der Sommerhitze meldet sich immer wieder die Radiosprecherin zu Wort. Ihre Stimme begleitet Nora auf den Dachboden, in den Keller und hinter die Himbeersträucher der Nachbarin, wo es einiges zu entdecken gibt.
Mit ihrer Hauptfigur Nora schafft Isabelle Ryf eine feinfühlige, beobachtende Erzählerin, die sich ihres Stoffs aber gar nicht richtig bewusst ist. Durch diese kindliche Perspektive wird deutlich, wie das Erzählte die Erzählerin übersteigt, wie sie eigene Begriffe für Unverständliches und Unerklärbares suchen muss – und so findet Ryf eine wunderbar passende Sprache für den Tod und die Traurigkeit.