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Das globale Investmentbanking wird von Männern dominiert. Die Ernennung der ersten Frau als CEO einer führenden Bank setzt ein Zeichen.
Shemara Wikramanayake leitete 10 Jahre lang die Vermögensverwaltung von Macquarie. Nun wird sie CEO. Sie wird nicht nur die erste Frau an der Spitze von Macquarie sein, sondern auch die einzige Frau auf dem Chefposten der 20 grössten, börsenkotierten Unternehmen Australiens.
Die 56-Jährige arbeitet bereits seit 1987 für die Bank mit Hauptsitz in Sydney. Seither war sie weltweit für Macquarie tätig, unter anderem in den USA und Kanada. Den Chefposten übernimmt Wikramanayake im November.
Ihr Vorgänger Nicholas Moore, der Macquarie seit 2008 leitet, hatte die Bank in die Gewinnzone gebracht und die ehemals reine Investmentbank stärker auf die Vermögensverwaltung ausgerichtet. Seit der Finanzkrise 2008 hat sich Macquarie als eine der erfolgreichsten Investmentbanken weltweit positioniert. Drei Drittel des Umsatzes werden im Ausland erwirtschaftet.
Erfolgreiche Vermögensverwaltung
Unter der Leitung von Wikramanayake wurde die Vermögensverwaltung zum erfolgreichsten Geschäftsbereich mit dem schnellsten Wachstum: Heute arbeiten 1600 Mitarbeiter in 23 Ländern. Fast zwei Drittel des Gesamtgewinns der Bank wird in der Vermögensverwaltung erwirtschaftet: Zuletzt umgerechnet 1,25 Milliarden Franken. Die Sparte verwaltet Vermögenswerte im Wert von rund 370 Milliarden Franken, darunter vor allem Infrastruktur und Immobilien.
Dafür wurde die Bankerin kräftig entlohnt: Sie verdient derzeit rund 12 Millionen Franken – nur etwa 2 Millionen weniger als ihr Chef und Noch-CEO Nicholas Moore – wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht.
Shemara Wikramanayake wurde als Tochter eines sri-lankischen Einwanderers in Grossbritannien geboren. Später wanderte sie mit ihrer Familie nach Australien aus, wo sie die Schule besuchte und Wirtschaft und Recht studierte.
Wikramanayake wird nicht nur in Australien die einzige Chefin einer Grossbank sein. Auch in den USA hat keine der grossen Banken – JPMorgan, Citigroup, Goldman Sachs, Bank of America oder Morgan Stanley — eine Frau als CEO, trotz der jüngsten Versuche, für mehr Diversität in Führungspositionen zu sorgen.
Top-Managerinnen in der Schweizer Finanzwelt
Auch in der Schweizer Finanzwelt gibt es keine weiblichen CEOs, wenngleich die beiden grössten UBS und Credit Suisse in den vergangenen Jahren einiges getan haben. Zur wichtigsten Managerin im Swiss Banking stieg Ende 2017 Sabine Keller-Busse auf. Die UBS-Personalchefin und Mitglied der Konzernleitung ist seit Anfang des Jahres auch Chief Operating Officer.
Zweitwichtigste Frau dürfte Dagmar Kamber Borens sein. Die Baslerin ist COO bei der Credit Suisse Schweiz. In der CS-Konzernleitung sitzt mit Chief Compliance Officer Lara Warner nur eine Frau. Im Verwaltungsrat der CS sitzen mit Iris Bohnet, Seraine Macia und Ana Paula Pessoa drei Frauen. Bei der Konkurrentin UBS sitzen sogar vier Frauen im Verwaltungsrat: Ann Godbehere, Julie Richardson, Isabelle Romy und Beatrice Weder di Mauro. Und auch in der Konzernleitung ist neben der COO mit Kathryn Shih, zuständig für die UBS in Asien-Pazifik, eine weitere Frau.
Doch die Schweizer Bankenwelt ist keine Ausnahme: Laut dem aktuellsten Schilling-Report gibt es in den hundert grössten Schweizer Unternehmen nur vier weibliche CEOs: Jasmin Staiblin (Alpiq), Suzanne Thoma (BKW), Philomena Colatrella (CSS) und Magdalena Martullo-Blocher (Ems-Chemie).