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Zwei Jahre nach dem Tsunami, der an den Küsten des Indischen Ozeans viel bewohntes Gebiet zerstörte, hat die Schweiz thailändischen Fischer-Gemeinden vier neu gebaute Dörfer übergeben.Dieser Inhalt wurde am 03. Dezember 2006 - 13:57 publiziert
Beim privat und öffentlich finanzierten Projekt ging es nicht nur um neue Behausungen für die Fischer, sondern auch um deren nachhaltige Lebensgrundlage.
In den betroffenen Fischerdörfern auf den Inseln Ko Phra Thong und Kho Kho Khao fanden am Samstag mehrere Eröffnungs-Feiern in Anwesenheit von thailändischen und schweizerischen Behördenvertretern statt.
"Der Wiederaufbau nach dem Tsunami braucht Zeit", sagte Jean-Michel Jordan, der Koordinator der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) für Südostasien. "Und zwei Jahre sind eine kurze Zeit."
Partizipation und Nachhaltigkeit
"Um eine gute und nachhaltige Lösung zu finden, haben wir einen Ansatz auf der Basis von Zusammenarbeit von schweizerischen und thailändischen Experten, von lokalen und internationalen Organisationen und von Spendern gewählt", so Jordan.
Der Wiederaufbau umfasst 29 neue Wohnhäuser, zwei restaurierte Schulen, ein Gesundheitszentrum, 73 Fischerboote mit allen Gerätschaften, eine Fischzucht und öffentliche Infrastrukturen (Anlegestege, Verbindungswege).
Das Hilfsprojekt kommt ebenfalls so genannten "Seenomaden" zu Gute, einer Volksminderheit, die zu den ärmsten Bewohnern der Region zählt.
Ins Landesinnere zurück versetzt
Die Gemeinden umfassten zwischen 800 und 1000 Personen, sagte Glückskette-Direktor Felix Bollmann, der an der Einweihung teilnahm. Zwei der vier Dörfer waren von der Flutwelle komplett zerstört worden und mussten neu aufgebaut werden.
Die 115 Familien aus Pak Thok und die 30 Familien aus Muang Mai mussten einige hundert Meter im Landesinnern in sicherem Gebiet neu angesiedelt werden, wie Bollmann weiter sagte. Der Lions Club von Thailand unterstützte den Bau der Häuser, während die Schweiz für die Infrastruktur sorgte.
"Das grösste Problem beim Wiederaufbau war, dass viele Inselbewohner über keine Landtitel und damit über keine Bodenrechte verfügten", kommentierte der DEZA-Koordinator. Man musste auf den Umstand Rücksicht nehmen, dass es sich bei den Leuten um eine ethnische Minorität handelt, denen kein Recht auf Bodenbesitz zugestanden wird, sagte Jordan gegenüber swissinfo.
Von Angestellten zu Besitzern
"Nun besitzen die Fischer, die bisher Angestellte waren, ihre eigenen Boote und eigene Ausrüstung."
Andere Dörfer blieben zwar von der Flutwelle verschont, litten aber dennoch unter der Katastrophe. Denn die Fischerei, welche die wirtschaftliche Basis dieser Gemeinden darstellt, wurde unterbrochen. So konzentrierte sich die Schweizer Hilfe in The Pae Yoi auf den Bau von neuen Schiffen.
In Thailand sollen die Schweizer Projekte bis Ende Januar zu Ende gebracht werden, sagte Bollmann weiter. In anderen Ländern hingegen befinde man sich im Rückstand. So werden die Schweizer Projekte in Indonesien voraussichtlich nicht vor Mitte 2009 beendet sein.
Sri Lanka: Probleme wegen Krieg
In Sri Lanka verunmöglicht der Bürgerkrieg im Nordosten Prognosen zur Fertigstellung.
Mehr als 200 Millionen Franken hat die Schweiz insgesamt für die vom Tsunami betroffenen Länder Thailand, Indonesien und Sri Lanka eingesetzt. Das Geld wurde grösstenteils von der Glückskette gesammelt.
Diese Organisation finanziert derzeit 112 Projekte für 187,9 Millionen Franken. Der Bund hatte Hilfsprogramme von insgesamt 35 Millionen Franken finanziert.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Für das ganze vom Tsunami verwüstete Gebiet am Indischen Ozean betrug die Schweizer Hilfe insgesamt auf 220 Mio. Franken.
Die Glückskette konnte einen grossen Teil davon von privaten Spendern sammeln. Sie finanziert nun 112 Projekte über Partnerorganisationen im Wert von 187,9 Mio. Franken.
Die Beiträge des Bundes belaufen sich auf 35 Millionen.
In Sri Lanka investierte die DEZA rund 16 Mio., in Indonesien 12,5 Mio. Franken.
In Kürze
Das Thai-Projekt "Rehabilitation von Fischergemeinden" wurde gemischt finanziert: von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), der Glückskette (humanitäres Sammelsystem der Schweizer Medien unter dem Patronat der SRG SSR idée suisse) und privaten Spender.
Die Gesamtsumme betrug 4 Mio. Franken: 1,7 Mio. stammen vom Bund, 280'000 Franken von privaten Gebern, und 2 Mio. von der Glückskette.
Um sich ein besseres Bild der Probleme zu machen, mit denen die betroffenen Thai-Gemeinden konfrontiert sind, und um die Lösungen nachhaltig auszugestalten, stützte man sich in der Planungsphase auch auf Expertisen von Ethnologen und Ökologen.
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