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USA
13.2.1922, Boston/Massachusetts - 20.4.1981, East Hampton/New York
Malerei, Grafik
Kimber Smith wuchs in der Zeit der Depression in der Nähe von Albany/NY auf. Schon als 16-Jähriger begann er Zeichnungen und Holzschnitte anzufertigen. Währenddem er in New York als Bote bei einer Druckerei arbeitete, zeichnete er abends in der Malklasse an der «Work Progression Administration».
Nach dem Kriegsdienst, wo er als Chef-Funker bei der Handelsmarine diente, begann er das Studium in der Art Student’s League, tagsüber arbeitete er als Typograph.
1951 stellte er erstmals in New Yorker Galerien aus.
1953 heiratete er Gabrielle Staub, die als Nachrichtenreporterin für das Life-Magazine in New York arbeitete. Aufgrund ihrer Versetzung übersiedelte das Paar 1954 nach Paris. Dort kamen seine beiden Söhne zur Welt.
Seine Malerei erfuhr zu dieser Zeit einen spektakulären Wandel, der im Rückblick als wahre Explosion erscheint. Im ansteckenden Klima des Aufbruchs enstand ein überschäumendes malerisches Vokabular. Eine Art lyrischer Abstraktion entlud sich auf grossen Formaten in seinem Pariser Atelier. Farben schossen wie Fontänen über die Leinwand, überdeckten einander, riessen im Bild schluchtartige Tiefen auf oder wölbten sich zu Erhebungen. Smith bewegte sich schon bald in tonangebenden Pariser Künstlerkreisen und freundete sich mit Malerkollegen wie Sam Francis, Joan Mitchell, Jean-Paul Riopelle und Franz Fedier an. Alle waren sie nach Paris gekommen, als die École de Paris ihren Höhepunkt erreichte.
In den 1960er Jahren stellte er verschiedentlich in der Galerie Lawrence Rubin in Paris und in diversen Schweizer Galerien aus. Nachdem die Galerie Rubin nach London gezogen war und ihn dort nie mehr ausstellte, fühlte er sich in Paris isoliert und alleingelassen.
Von 1965-68 nahm er eine Gastprofessur am Dayton Art Institut in Ohio an und 1969 schliesslich, zog die Familie nach East Hampton; er behielt ein Atelier in New York.
1974 wurde er schwer krank, und nur eine Kobaltbehandlung in Paris schien Heilung zu versprechen. Trotz und während dieser Strahlentherapie blieb er Optimist und malte wie ein Besessener - es entstanden u.a. Werke wie «Cobalt Blues», «Cobalt Series» und «The Bomb-Series». Seine Krankheit verschlimmerte sich zusehends. 1975 gab er sein Atelier in New York auf und zog ganz nach East Hampton.
Am Anfang waren seine Bilder teils figürlich, teils abstrakt und widerspiegelten seinen Kampf mit und gegen die Figuration. Obwohl dieses Ringen noch bis zu seinem malerischen Höhepunkt in Paris zu beobachten ist, war schon damals das Entstehen einer eigener Bildsprache erkennbar. Schnell und oft in einem Zug arbeitend malte er mit langen Pinselstrichen, schabte die Leinwand mit dem Spachtel und zog dünne schwarze Linien.
Seine bevorzugten Farben waren grün, gelb, rosa, blau und schwarz, Erdfarben dagegen benutzte er nie. Später kamen Silber- und Goldfarbe aus Spraydosen dazu. Seine Formsprache bestand aus Bogen, Linien im Halbkreis, Quadrat und L-Formen sowie Arabesken, die er in sinnlich wogenden Linien verband.
In seinen letzten Jahren entstanden neben seinen «Kobaltbildern» die sogen. «Hurrikanbilder»: Breite gedämpfte Striche wurden horizontal übereinandergelegt und formten ein Bild, das einem Tornado glich.
Verbindungen zur Schweiz
Wichtigste Sammler und Kunstvermittler findet Smith in der Schweiz. Über den Galeristen und Auktionator Eberhard W. Kornfeld, der ihm Druckaufträge erteilt, kommt er nach Davos und lernt das Werk von Kirchner kennen, auf das er in mehreren Arbeiten reagiert. Auch der initiative Leiter der Kunsthalle Basel, Arnold Rüdlinger, setzt sich konsequent für Smiths Werk ein und macht es bei Schweizer Sammlern bekannt. So erscheint es denn naheliegend, dass die erste grosse Retrospektive von Smith, der bereits mit knapp sechzig Jahren in Amerika gestorben ist, 2005 in der Schweiz im Kunstmuseum Winterthur stattfand.