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Rohöl (WTI) noch nicht am Ende der Fahnenstange
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Dieter Haas
Eine mögliche Eskalation der Irankrise und/oder eine Einigung im Handelskonflikt USA/China könnte den Rohölpreisen der Sorten WTI und Brent einen erneuten Schub verleihen.
Die Ölpreise kamen seit der zweiten Aprilhälfte etwas unter Druck, nachdem Saudi Arabien bekanntgegeben hat, ihre Produktion im Juni etwas zu erhöhen. Die geplante Ausweitung liegt allerdings innerhalb der festgelegten Quote von 10.3 Millionen Barrel pro Tag, die von der OPEC fixiert wurde.
Russland sah sich jüngst gezwungen, seinen Ausstoss temporär um rund 10% zu reduzieren, nachdem europäische Käufer Verunreinigungen moniert hatten. Ungarn, Polen und Tschechien mussten wegen der aufgetretenen Verunreinigungen auf ihre strategischen Reserven zurückzugreifen, damit ihre Raffinerien im gewohnten Ausmass operieren konnten.
Generell geht der Markt nach wie vor davon aus, dass Saudi Arabien und Russland die aufgrund der Iran Sanktionen entstehenden Ausfälle für die acht Nationen (u.a. China, Indien, Japan und Südkorea), denen die USA bis Ende April eine Sonderregelung zugestanden hatten, kompensieren werden, so dass in den kommenden Monaten genügend Öl zur Verfügung steht.
Ein definitives Scheitern der Gespräche zwischen USA und China wäre kurzfristig negativ, während eine Verschärfung der Irankrise preistreibende Auswirkungen hätte. In diesem Spannungsfeld steht aktuell der wichtigste Energieträger. Saisonal betrachtet, erreicht Rohöl in der Regel erst Ende September seine jährliche Preisspitze. Die Markttechnik ist nach wie vor eher bullisch einzustufen. Die Ölpreise haben sich seit dem 26.Dezember 2018 parallel zu den Aktienmärkten verteuert, nachdem sie zuvor im vierten Quartal 2018 auf Talfahrt gegangen waren.
Anlagekonklusion:
Anleger, die von einer Eskalation der Irankrise und/oder einer Lösung des Handelskonfliktes zwischen den USA und China ausgehen, setzen auf weiter steigende Ölpreise. Für diese eignet sich der ETF OILUSA der UBS auf den UBS Bloomberg CMCI Components USD TR WTI Crude.
Ein optimales Chancen/Risiko-Verhältnis besitzen die beiden 100% geschützten in USD gehandelten Kapitalschutzprodukte KBTVDU (UBS) und GLKLTQ (Leonteq). Beide sind mit einer Partizipation von 150% ausgestattet, die bei KBTVDU ab einem Kurs von 66.22 und bei GLKLTQ ab einem Kurs von 68.10 einsetzt. Beide Ausübungspreise liegen somit nur wenig über den aktuellen Notierungen von WTI. Sollte die Irankrise eskalieren, wären Kursavancen bis in den dreistelligen Bereich sehr wahrscheinlich.
Für spekulative Interessenten, die auf steigende Kurs setzen, eröffnet der seit 10.Mai kotierte leicht im Geld liegende Call-Warrant WCLDHV der Bank Vontobel ein gehebeltes Kursgewinnpotenzial mit einem vorteilhaften Chancen-/Risikoprofil.
Für Pessimisten, die mit einem Scheitern der Handelsgespräche USA/China und nicht mit einer Eskalation in der Irankrise rechnen, ist der Knock-out Put Warrant 47366445 der Deutschen Bank eine denkbare Alternative.
Quelle: Infront