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Julien Bill (Cartigny) hatte sich diese Saison ein hochgestecktes Ziel gesetzt. Er wollte den Titel in beiden Inter-Kategorien holen und setzte sich damit einer anstrengenden Doppelbelastung aus. In der Inter-MX2-Kategorie liess Bill nie etwas anbrennen und entschied bereits in Roggenburg BL die Meisterschaft vorzeitig für sich.
Arnaud Tonus vor Julien Bill
Beim Saisonfinale der Schweizer Motocrosser in Les Vieux-Prés wurde der Genfer allerdings richtig gefordert. Der schnellste Schweizer Motocrossfahrer Arnaud Tonus (Aire-la-Ville)–WM-Fahrer und leider nur selten in der Schweiz am Start–forderte Bill in beiden Inter-Kategorien heraus. In beiden Rennläufen war Tonus schnell an der Spitze und fuhr jeweils ungefährdet den Sieg nach Hause. Bill hatte Tonus nichts entgegenzusetzen und fuhr zweimal als Zweiter ins Ziel. Die Niederlagen dürften ihn jedoch nicht lange geärgert haben, den Titelgewinn in der Inter-MX2-Kategorie vermochte ihm Arnaud Tonus nicht mehr zu entreissen.
Andy Baumgartner (Romanshorn) klassierte sich auf dem letzten verbliebenen Podestplatz und holte sich auch im Jahresklassement den dritten Platz. Eine ganz starke Saison zeigte auch Olivier Davet. Während der ganzen Saison fuhr der Fahrer aus Siviriez konstant unter die Top Ten, und in der Meisterschaft klassiert er sich als bester Freiburger auf dem hervorragenden 6. Platz.
Alain Schafer holt sich Bronze
Ganz so einfach wie in der Inter-MX2-Kategorie präsentierte sich die Ausgangslage für Julien Bill in der Inter-Open-Kategorie nicht. Die Konkurrenz war hier um einiges stärker, allen voran Alain Schafer (Freiburg) und die ausländische Delegation um Jérémy Delince (Belgien), Romain Billerey und Romain Jacquiot (beide Frankreich).
Vor dem Saisonfinale im Neuenburger Jura führte Julien Bill die Rangliste an, gefolgt von Schafer mit 35 Punkten Rückstand. Schafer hatte durchaus noch Titelchancen, wenn auch nur minimale, wurde er doch von den Konkurrenten hinter ihm hart bedrängt.
Den besten Start im ersten Durchgang erwischte Delince, während Schafer, Bill und Tonus im Mittelfeld stecken blieben. Tonus arbeitete sich in der Folge nach vorne und zog bei Rennhälfte am führenden Belgier vorbei. Auf der Piste war Überholen äusserst schwierig, und Bill und Schafer hatten dementsprechend Mühe, Positionen gutzumachen. Bill klassierte sich am Ende auf Platz sechs, Schafer nur auf dem achten Rang. Damit vergrösserte Bill seinen Vorsprung auf Schafer entscheidend und konnte vom Freiburger im abschliessenden Durchgang nicht mehr eingeholt werden. So feierte Julien Bill im gleichen Jahr sowohl den Inter-MX2- als auch den Inter-Open-Titel.
Auf den zweiten Lauf der Inter-Kategorie verzichtete Bill. Wiederum erwischte Delince den besten Start, Schafer lag zu Beginn des Rennes an dritter Stelle. Doch er hatte Mühe, seinen Rhythmus zu finden und fiel bis auf den siebten Platz zurück. Erst dann begann er aufzudrehen, doch mehr als den Anschluss schaffte er nicht mehr. Tonus arbeitete sich wiederum hartnäckig durchs Feld, und bald war er auch an Delince vorbei und fuhr in seinem vierten Rennen den vierten Tagessieg ein. Schafers magere Punkteausbeute führte dazu, dass er seinen zweiten Platz in der Meisterschaft an Delince verlor, mit Rang drei gelang ihm dennoch eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Hitchcock-Finale bei den Junioren
Auch bei den Junioren blieb die Schweizer Meisterschaft spannend. Drei Fahrer durften sich beim Saisonfinale noch Chancen auf den nationalen Titel ausrechnen: Patric Schnegg (Gränichen), der Liechtensteiner Luca Bruggmann (Balzers) und der Freiburger Enzo Steffen (Onnens). Schnegg war mit gerade mal zwei Punkten Vorsprung auf Bruggmann angereist.
Der Gesamtführende gewann den ersten Rennlauf eindrücklich mit einem Start-Ziel-Sieg. Doch auch Bruggmann vermochte zu überzeugen; nach einem mässigen Start arbeitete er sich mit Rundenbestzeiten durchs Feld und konnte am Ende gar Leader Schnegg unter Druck setzen. Steffen kam als Vierter ins Ziel und fiel somit aus der Entscheidung um den Titel. Der zweite und entscheidende Lauf begann hochdramatisch: Steffen gewann den Start, gefolgt von Schnegg. Dieser stürzte aber in der ersten Runde nach einer kleinen Berührung mit Steffen und fiel bis auf den 29. Rang zurück. Alle Vorteile lagen nun bei Bruggmann, und er fuhr souverän einen vierten Platz nach Hause, was zum Titelgewinn reichte. Schneggs Aufholjagd endete auf dem zwölften Platz, Enzo Steffen wurde zwei Kurven vor dem Ziel noch von der Spitze verdrängt, doch er beendete die Saison auf dem dritten Platz der Gesamtwertung.
Titel für Stéphane Sauteur
Bei den Mini 85 konnte sich Cyrille Flury (Leuzigen) ebenfalls im letzten Meisterschaftsrennen gegen Sébastien Gomes (Genf) durchsetzen und den Schweizermeistertitel holen. Die weiteren Schweizermeister heissen: Stéphane Sauteur (Matran) in der Kategorie National MX2; Kenny Singele (La Chaux-de-Fonds) in der Kategorie National Open und im Yamaha Cup; Franco Betschart (Hittnau) bei den Junioren 125 2-Takt.