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Lisa Berg und ihr Chansonteam
Nach der Matur war ich wie viele andere auch unentschlossen, was für eine Laufbahn ich einschlagen sollte. Zwar galt meine ganze Begeisterung dem Musiktheater, hatte ich doch in den letzten drei Schuljahren praktisch meine ganze Freizeit in der Ballettschule des Opernhauses Zürich zugebracht.
Doch schienen mir die Zukunftsaussichten als Tänzerin gar nicht rosig, weshalb ich an die Uni ging und dort in den ersten sechs Wochen vor dem Einschreibetermin von Slawistik über Altphilologie bis Physik so ziemlich alles ausprobierte. Schliesslich landete ich im Herbst 1980 bei Jus in der Überzeugung, dass mir gute juristische Kenntnisse in einer allfälligen Tätigkeit als Verwaltungsdirektorin eines Opernhauses oder als Opern- und Konzertagentin sehr nützlich sein würden. Die kurze Studiendauer, nette Kommilitonen und das schöne Uni-Hauptgebäude, wo damals die meisten Lehrveranstaltungen stattfanden, taten das ihre dazu.
Im Februar 1985 schloss ich das Studium mit dem Lizentiat ab und arbeitete während eineinhalb Jahren als Assistentin am Lehrstuhl für römisches Recht von Prof. Peter Weimar (übrigens auch ein grosser Opern- und Musikliebhaber).
Mit dem Vorsatz, eine Doktorarbeit über den Bühnenarbeitsvertrag zu schreiben und so eventuell den Weg zurück zum Theater zu finden, reiste ich für drei Monate nach Wien und blieb dort fünf Jahre hängen.
Ich begann als Hospitantin im “Theater in der Josefstadt“, wo ich durch Zufall - bzw. Verschlafen einer Schauspielerin – zu einer kleinen Rolle kam (Greta Garbo). Der Regisseur dieses Stückes ermutigte mich, trotz meines fortgeschrittenen Alters von 26 Jahren Schauspielunterricht zu nehmen, es folgte eine weitere kleine Rolle in der Josefstadt, dann eine grössere im Beinhart Ensemble usw.
1989 schloss ich meine Dissertation “Der Bühnenengagementsvertrag im schweizerischen Recht“ bei Prof. Manfred Rehbinder ab, sie erschien darauf in der Reihe „“Schriften zum schweizerischen Arbeitsrecht“ (Heft 31, Bern 1990).
Zur selben Zeit traf ich Topsy Küppers, eine Diva des Chansons, Exfrau von Georg Kreisler und allererste Interpretin u. a. von “Lola Blau“. Von ihr lernte ich die Grundbegriffe von Kabarett und Chanson, als ich während einiger Zeit Abend für Abend mit ihr auf der Bühne stand.
Zurück in Zürich schloss ich mich einer Kabarettgruppe an, intensivierte den Gesangsunterricht und arbeitete an Soloprogrammen. Zunächst interpretierte ich Lieder und Texte von Kreisler, Holländer, Brecht/ Weill, Ringelnatz, H. C. Artmann und anderen.
Aus der Begegnung mit dem Pianisten und Komponisten David Ruosch entstanden 1998 die ersten eigenen Songs. Inzwischen gibt es von uns drei CDs: “Lisa Berg” (2001), “Am Wühltisch der Gefühle” (2003) und “Träum süss!” (2006). 2003 wurden David Ruosch und ich erstmals ans renommierte Chansonfest Berlin eingeladen, seither ist Berlin Prenzlauer Berg zu unserer - nicht nur musikalischen - zweiten Heimat geworden.
Foto: Johannes Mink
Pressestimmen
“Die Chansons von Lisa Berg und David Ruosch sind bittersüße Alltagsbeschreibungen, die zart dem Ohr schmeicheln und für so manch ungeahnte Irritierung sorgen.”
(TIP Berlin)
“Jedes Lied ist ein kleiner Wunsch- oder Albtraum oder beides zugleich. Sie singt von Alpen und Albträumen, übereifrigen Erbsenzählern, der sich ewig kämmenden Lorelei, vom ewigen Schnee, Reihenhäusern und anderen Idyllen – immer auf einem schmalen Grat zwischen Glück und Tragödie, zwischen Melancholie und Ironie, gewürzt mit hintergründigem Humor der zuweilen bizarren Geschichten.”
(Berliner Zeitung)
“Lisa Berg beschwört Reihenhausidyllen, Sturmfluten, Sagenwelten (...). Die Lieder sind warm, schwer und süß wie Glühwein. Man möchte sich in den Ledersesseln des BKA-Theaters zurücklehnen und dem Motto des Abends folgen: Träum süß!” Doch daraus wird nichts. Das Chansonteam um Lisa Berg spielt nicht nur Walzer und Swing. Eine Restaurantkritik auf Züritüütsch und die Erzählung ‘Erbsenzähler' im Stile Django Reinhardts lassen das Publikum lachend aus dem Schlummer hochschrecken.”
(Tagesspiegel)
“... voll schalkhafter Melancholie ... eine wohltemperierte Mischung aus überspitztem Drama, witzigem Gesang und melodiösen Chansons.“
(Zürcher Oberländer / Anzeiger von Uster)
PRESSESTIMMEN
zu “Am Wühltisch der Gefühle” (2004):
“Die Zürcher Wahlberlinerin Lisa Berg könnte eine Entdeckung werden: Sie wandelt auf den Spuren der frühen, noch weniger sperrigen Cora Frost”
(tip Berlin)
“Lisa Berg ist der beschwingte Beweis dafür, dass das moderne Chanson keine Berührungsängste kennt. Mit kraftvoller, klarer Stimme besingt sie eine verschrobene Moderne. Leichtfüßig und verschmitzt, (...) verzaubernd."
(Berliner Zeitung)
“Sie singt von Liebe, Leid und Glückseligkeit, immer begleitet von ihrem erstklassigen Chansonteam an Klavier, Violine, Vibrafon und Schlagzeug” (BZ)
“Man kam in den Genuss eines ganz speziellen Konzertes, dass das Publikum in die höheren Sphären gekonnter Chansons führte”
(Anzeiger von Uster)
“Lisa Berg, ein zierliches Persönchen mit grossem Organ und ausdrucksstarkem Timbre, hatte so manche kleine Pointe in den Texten versteckt.”
(Davoser Zeitung)