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Weitere Gebäude
Ausgehend von den bisherigen Erkenntnissen sollen die übrigen, deutlich spärlicheren Befunde das Bild der Villa von Welschbillig abrunden. Ein Ausblick in die nachantike Geschichte des Langmauernbezirks zeigt auf, dass die kaiserliche Domäne während langer Zeit ungeteilt geblieben war.
Befunde zur Villa
Die meisten Bauten der Villa lagen auf der Porticus-Seite des Bassins, wobei der Haupttrakt an den südwestlichen Säulengang anschloss. Florencourt beschreibt 1846, in den Bonner Jahrbüchern BJb. 8, Substruktionen eines römischen Wohngebäudes mit verschiedenen Gemächern; Hypocausten, Wasserleitungen, Mosaiktrümmern und Kelleranlagen.
Befunde zum Badegebäude
Unterhalb der Quelle, welche das Bassin spies, rund 150 m nordwestlich des Bassins, wurde eine römische und eine mittelalterliche Mauer gefunden. Der dortige Innenraum misst 7,7 m × 3,0 m, mit 1,1 m dicken Mauern. Daneben fand sich ein kreisrunder Raum mit 3,5 m Innen-Durchmesser. Hettner und Steinhausen deuteten den Befund übereinstimmend als Badegebäude. Die spätantike Entstehung ist ausgewiesen in der ungewöhnlichen Mauerstärke.
Zusammenfassung zu den baulichen Befunden
Mosaik, Piscina und das zeitgleiche Nymphaeum legen eine Datierung in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts nahe; das Badegebäude ergibt zumindest einen spätantiken Eindruck. Ziegel mit dem Stempel «ADIVTICE» stammen aus dem frühen 4. Jahrhundert; sie wurden im Moselraum von einem Grossziegeler namens Adiutex hergestellt.1, Suppl. III 21.] Damit sind zumindest bauliche Veränderungen im 4. Jahrhundert belegt, wenn nicht sogar der Baubeginn. Weitere Scherben aus dem Ende des 3. Jahrhunderts belegen das Bestehen einer Villa um 300.
Der Ort Welschbillig besass demnach schon eine gewisse Bedeutung, ehe das ganze Domänengelände des Langmauernbezirks in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts zu einem einheitlichen Besitz zusammenkam. Möglicherweise gehörte der engere Umschwung Welschbilligs schon früher zum kaiserlichen Landbesitz.
Welschbillig als Ort der Kontinuität
Der Ortsname Billiaco in einer Urkunde von 797/814 ist zurückzuführen auf den ersten Villenbesitzer Bill(i)us. Weil die Villenbesitzer in einer Art Steuerkataster, der forma, verzeichnet wurden, haben solche Erstbesitzer häufig der Villa oder dem Platze den Namen aufgeprägt. Als Vergleich dazu führt Wrede die Sommerresidenz in Konz (aus «Contionacum») an.2 Für den Teil «Welsch» dagegen kommen zwei Möglichkeiten in Betracht:
- von vallis;
- von «welsch», also jener Ort, wo noch lange Welsche (Romanen) sassen.
Etymologische Lexika geben durchwegs die zweite Möglichkeit an.
In Welschbillig findet sich das einzige Gräberfeld innerhalb des Langmauernbezirks, wo Romanen und Franken nebeneinander liegen. Ein Scherbenfund rund 150 m nordwestlich des Bassins reicht vom 3. Jahrhundert bis zu den Franken. Welschbillig war anscheinend Verwaltungsmittelpunkt der merowingischen Königsdomäne und – mit der Peterskirche – kirchliches Zentrum im Langmauernbezirk über die Spätantike hinaus.
1 Paulys Realenzyklopädie der Klassischen Altertumswissenschaften [RE
2 Wrede, Henning: Die spätantike Hermengalerie von Welschbillig. Untersuchung zur Kunsttradition im 4. Jh. n. Chr. und zur allgemeinen Bedeutung des antiken Hermenmals. Reihe: Römisch-germanische Forschungen, Bd. 32, Walter de Gruyter & Co., Berlin, 1972. 14.