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Verkehrswege – alter Strassenname – nur noch wenigen Seebachern bekannt
Das Äschengässli ist kein Diminutiv der OSG, sondern war die offizielle Bezeichnung eines schmalen Fussweges. Dieser Weg führte entlang dem Endabschnitt des Erlenbrunnenbachs und dem gesamten Lauf des Altgassbaches. Er begann an der Glatttalstrasse zwischen dem Haus mit dem ehemaligen Milch-, Butter- und Käseladen von Josef Koller und der früheren Garage G. Bieri, führte auf der rechten Seite (bachaufwärts gesehen) dem Bach entlang, umging den Mattackerweiher bogenförmig, der direkt hinter dem Fuhrhalter Oskar Richner lag, folgte danach weiterhin dem Erlenbrunnenbach bis zum Knick bei der Einmündung des Altgassbachs. Hier kreuzte das Äschengässli den alten Kolbenackerweg. Nach etwa 70 m bog rechts das Lindenbühlwegli ab. Nach weiteren 50 m erreichte das Äschengässli den Kolbenackerweiher, der von Schilf und Sumpf umgeben, in einigen Metern Abstand umgangen wurde, um im sanften Bogen um den Rebenbuck (Alte Reben) in die Frohbühlstrasse zu münden.
Dieser Weg war anfangs der 1920er Jahre noch begehbar und er war es bis 1966 und ebenfalls bis zu diesem Jahr stets entlang dem Altgassbächli. Als Hans Nicks Vater aber die Gärtnerei gründete, liess er den Erlenbrunnenbach entlang seinem Gründstück (Nr. 666, 624 und 725 alte Nummerierung) zudecken und zwar auf der ganzen Länge des Gassachers (726 alt, 1905 neu). Das Äschengässli verschwand aber nicht, sondern ist auf Flugaufnahmen um 1950 auch für die Zwischenzeit fotografisch nachgewiesen. Nach dem Bau der ASIG-Wohnblöcke ergab sich für das Wegli ein neues Bedürfnis und die Kinder trampelten auf der linken Seite des Bachs entlang der Gärtnerei Nick einen neuen, jedoch meist überwucherten Weg in das Gras, sodass man von der Mattackerstrasse stets bis zur Frohbühlstrasse gehen konnte. Dies ist auf einer Foto des Baugeschichtlichen Archivs Zürich (BAZ) von etwa 1957 zu erkennen.
Der alte Weg auf der rechten Seite des zugedeckten Bächli lag jenseits der Nick'schen Umzäunung und blieb als Gärtnereiweg bestehen, nun aber als Privatweg der Gärtnerei Nick. Verschwunden sind auf beiden Seiten die Anschlüsse zum ehemaligen Weg.
Das Äschengässli verlief zwischen den Nick'schen Wohnblöcken und dem Schulareal Kolbenacker und dann rechtwinklig direkt zur Mattackerstrasse. Der nördliche Ast des Weges wurde ab den 1950er Jahren durch Bauer Meier-Urfer nicht mehr gehegt, sodass auch dieser Teil ab ca. 1958 unsichtbar wurde, aber als niedergetretener Wiesenweg bis 1966 weiterhin von Kindern benützt wurde, vor allem, um zur Frohlochhöhle zu gelangen. Auf einer leider undatierten Ballonaufnahme aus den 1930er Jahren sind die Eindeckung des Erlenbrunnenbachs und die Beseitigung des Äschengässli nachweisbar.
Hans Nick und Hedi Meier-Urfer bestätigen das. Der nach dem Bau des Schulhauses Kolbenacker und den Nick'schen Wohnblöcken erstellte kurze Weg vom Gassacherweg bis zum Schülergarten ist somit das absolut einzige Relikt, welches von diesem alten Weg auch heute noch lebt. Ernst Benninger stellt in seinem Flurnamenbuch die Frage, ob das Äschengässli und die alte Gasse möglicherweise das gleiche sind. Das ist historisch betrachtet eine äusserst intelligente Frage und kann so nur von einem ganz guten Kenner Seebachs gestellt werden. Die Nachforschungen der OGS haben ergeben, dass das Äschengässli sehr alt sein muss, auch wenn es erst 1549 im FMU urkundlich wird. Man kann die Benninger'sche Frage durchaus mit ja beantworten.
Da die Römerstrasse und das Äschengässli auf dem Abschnitt Glatttalstrasse-Hohenstiglen den gleichen Verlauf aufwiesen und grosse Teile der alten römischen Strasse auf Seebacher Boden bis in die jüngste Zeit hinein teils bewusst, teils unbewusst benutzt wurden, kann es nicht zutreffen, dass sich die Leute damals den Luxus leisteten, zwei parallele Wege links und rechts vom Bach unterhalten zu haben. Vom Namen her sind die beiden «Gassen» etymologisch aber nicht verwandt, sodass Äschengässli vermutlich die Bezeichnung für den Rest des ganz alten Verlaufs der Römerstrasse ist, der nach der schrittweisen Verlegung der Hauptstrasse Zürich-Kloten näher zum heutigen Verlauf der Schaffhauserstrasse, nur noch als Fussgängerverbindung ins Frohloch diente. Die vordersten 200 m des Äschengässli waren nie Teil der Römerstrasse und dürften daher erst später entstanden sein. Da die Römerstrasse erst um 1750 herum verlegt wurde, der Name Äschengässli aber älter ist, kann daraus geschlossen werden, dass dieser Name ursprünglich nur für einen bestimmten Abschnitt galt. Und da das FMU 1549 die Lage mit «Kolbenacher» angab, dürfte es der hintere Abschnitt gewesen sein, also vom Erlenbrunnenbach zum Frohloch.
Deutung: Ernst Benninger führt den Namen auf Esch und Ess zurück und ich schliesse mich dieser Deutung an. Also: Kleiner Weg zum Esch oder beim Esch = eingezäuntes Saatfeld, zur Zelge gehörend.
Quellen: - Ernst Benninger 2001, 12 - Rümlanger Orts-Chronik - Gyger-Karte - Neujahrsblatt Kreis 11, 1971 - OGS-eigene