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Sind solche Lawinenwinter noch normal?
Climate Press Nr. 5
Der Extremwinter 1999 ist aufgrund des Zusammentreffens verschiedener Faktoren zustandegekommen. Dieses Zusammentreffen ist aufgrund statistischer Wahrscheinlichkeiten zwar selten, doch muss in gewissen Abständen damit gerechnet werden. Die extremen Schneefälle können weder mit der nordatlantischen Oszillation noch mit dem Treibhauseffekt direkt in Zusammenhang gebracht werden. Wegen der grossen natürlichen Variabilität von Jahr zu Jahr muss weiterhin ab und zu mit kalten, schneereichen Wintern gerechnet werden.
Die oft gestellte Titelfrage ist nicht einfach zu beantworten. Was ist bezogen auf das Winterklima «normal»? Klima ist bekanntlich die Zusammenfassung des Wetters über Jahreszeiten, Jahre, Jahrzehnte und mehr. Als normal sind einfach ausgedrückt jene Vorgänge einzustufen, welche mit einer gewissen Regelmässigkeit auftreten. Zuerst kann geprüft werden, ob der zu Ende gehende Winter vom üblichen Witterungsablauf abgewichen ist. Dieser sieht etwa folgendermassen aus: Weststürme anfangs Dezember, Hochdruck über Europa um Mitte Dezember, Weihnachtstauwetter, Schneestürme und kontinentale Kaltlufteinbrüche nach dem 20. Januar, kaltfeuchter Märzenwinter mit Beginn Ende Februar. Nach diesem groben Kalender haben die Schneefälle und die Kaltlufteinbrüche dieses Winters fast fristgerecht eingesetzt. Ausserordentlich waren jedoch die Andauer der Nordwestlage und das gewaltige Ausmass der Schneemassen. Angesichts der katastrophalen Lawinensituation brennt deshalb die Frage auf der Zunge, wann und wie oft ein solches Ereignis wieder eintreffen könnte.
Quelle: ProClim/ OcCC (Hrsg.), 1999. Sind solche Winter noch normal? Climate Press. Hintergründe der Klima- und Global Change Forschung, Nr. 5.