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Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass es sich bei dem gestohlenen Schriftstück um einen elf- bis zwölfseitigen Arztbrief handeln soll – und nicht wie bisher angenommen um die komplette Krankenakte.
Das Schreiben war demnach für die Klinik in Lausanne bestimmt, in die Schumacher vor einer Woche verlegt worden war. «Der oder die Täter haben eine bestimmte Zahl von französischen, Schweizer und deutschen Journalisten kontaktiert», sagte Staatsanwalt Jean-Yves Coquillat in Grenoble. Das Dokument sei via E-Mail für rund 50'000 Euro zum Kauf angeboten worden. Laut Coquillat sei das rund zehnseitige Dokument eine Zusammenfassung dessen, was während Schumachers Spitalaufenthalt in Grenoble passiert ist.
Die Polizei in Grenoble befragt nun alle Klinikmitarbeiter, die Zugriff zu den Akten gehabt haben könnten. Zugleich wird das Klinik-Computersystem auf einen möglichen Hackerangriff oder unbefugten Zugang untersucht.
Der Diebstahl könnte nach Einschätzung eines Anwalts auch zivilrechtliche Folgen für das Spital in Grenoble haben. Es sei denkbar, dass Schumachers Familie Schadenersatzansprüche wegen einer «Verletzung der Verpflichtungen gegenüber einem Patienten» geltend machen könne, sagte der Medienrechtler Matthias Prinz. Für den Diebstahl selbst sei eine Haft- oder Bewährungsstrafe von bis zu drei Jahren denkbar.
Mit einem Schädel-Hirn-Traum hatte Schumacher im Universitätskrankenhaus von Grenoble monatelang im Koma gelegen. Er war am 29. Dezember beim Skifahren verunglückt. Versuche, Schumacher im Spital zu fotografieren oder bis zu seinem Zimmer auf der Intensivstation vorzudringen, hatte es bereits gegeben. Sie konnten aber alle rechtzeitig unterbunden werden.
Schumacher war am gleichen Tag von Grenoble, wo die Akten offensichtlich gestohlen wurden, in die Universitätsklinik von Lausanne gebracht worden. Schumachers Wahl-Heimatort Gland VD am Genfersee (Bild) ist nur knapp 40 Kilometer entfernt. Er war dorthin gebracht worden, nachdem er nicht mehr im Koma lag. (kub/si/dpa/afp)