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Appenzeller Alpen

25.10.2020 - Amden (Schlemmenboden, 1430 m)

N1034473

Eine weitere Genetzte Ackerschnecke, ins Moos gesetzt.
Informationen zum Tier:
Art: Deroceras spec.
Zuordnung auf Grundlage äusserer Merkmale: Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum).
Verbreitung: Ursprünglich in Europa, inzwischen weltweit verschleppt.
Regionale Verbreitung Alpen: Überwiegend in Höhen zwischen 200 und 1700 m, vereinzelt bis etwa 2000 m.
Lebensräume: Grasland, Kulturland, Gärten, Hecken, Wälder.
Merkmale: Ausgewachsene Tiere weisen eine Länge von 35 - 60 mm auf. Die Grundfarbe ist meist hellbraun oder cremefarben mit dunklen, netzartigen Flecken. Die Farbe und das Muster ist dabei sehr variabel, die Farbe kann auch über ein dunkleres Braun bis zu Schiefergrau reichen. Das Netzmuster kann auch fast völlig fehlen oder zusammenlaufen, diese Tiere sind dann nahezu schwarz. Der Körper ist grob gerunzelt, die Haut wirkt dickhäutig. Die Atemöffnung ist von einem etwas helleren Ring umgeben. Der Kiel ist kurz und abgestumpft. Die Sohle ist sehr hell. Der Körperschleim ist farblos und wird erst bei Reizung milchigweiss.
Lebensweise: Die nachtaktiven Tiere erscheinen nach der Abenddämmerung und verschwinden vor dem Morgengrauen wieder unter die Erde. Bei entsprechend feuchter Witterung sieht man sie auch unter Tag. In kühleren Regionen ziehen sich die Tiere im Herbst in den Boden zurück, sterben aber bei stärkerem Frost ab. In milderen Regionen überwintern die adulten Tiere. Sie halten jedoch keine ausgesprochene Winterruhe, sondern sind auch an milden Wintertagen aktiv. Nur bei strengem Frost ziehen sie sich in geschützte Verstecke zurück.
Nahrung: Hauptsächlich frische Gräser und Kräuter. Auch verrottetes Pflanzenmaterial, Algen, Kadaver von kleineren Wirbeltieren, Würmer und Insekten, Kot oder Pilze werden gefressen.
Paarung: Sie pflanzt sich nur einmal im Leben fort. In kühleren Regionen erfolgt die Paarung im August und September. In milderen Regionen kann sich die Paarungszeit ab Frühling über den gesamten Sommer hinziehen. Selbstbefruchtung scheint möglich zu sein, kommt aber sehr selten vor.
Ablauf der Paarung: Während des der Paarung vorausgehenden, vergleichsweise kurzen Vorspiels liegen die Tiere halbkreisförmig versetzt Seite an Seite. Sie reizen sich gegenseitig mit dem Stimulator, einer spitz auslaufenden Ausstülpung. Sie drehen sich während dieser Phase schleppend langsam im Kreis. Die eigentliche Paarung ist dann innert 15 Sekunden vollzogen, die Schnecken verharren dabei praktisch auf der Stelle. Anschliessend trennen sich die Leiber, etwa 2 Minuten nach vollzogener Paarung kriechen beide Schnecken bereits wieder ihres Weges.
Ei: Die Eiablage erfolgt in kühleren Regionen im August und September. Bei mildem Wetter kann sich die Eiablage auch länger hinziehen. Die Eier werden in Paketen von 10 - 50 Stück bis 10 cm tief im Boden oder auf der Unterseite von Steinen abgesetzt, sie überwintern. In milderen Regionen erfolgt die Eiablage unter günstigen Bedingungen bereits im Februar und März. Die Eier sind klar und haben einen Durchmesser von 1,7 - 2 mm. Die Gestalt variiert von kugelig, oval bis zu längselliptisch. Die Embryonalentwicklung ist stark temperaturabhängig und dauert 18 - 35 Tage.
Schnecke: Die fertig entwickelten Tierchen fressen ein Loch in die Eihülle und kriechen durch dieses Loch aus dem Ei. Sie sind 4 bis 5 mm lang. In kühleren Regionen wird nur eine Generation im Jahr gebildet. Die Tiere schlüpfen im Juni und werden nach etwa 3 Monaten geschlechtsreif. In milderen Regionen schlüpfen die Tiere bereits im April und Mai aus den Eiern. Innerhalb von 2 Monaten sind sie geschlechtsreif und mit knapp 3 Monaten völlig erwachsen.
Lebenserwartung: Die Tiere werden in wintermilden Regionen 9 - 12 Monate alt.
Feinde der Landschnecken: Lurche und Reptilien wie Molche, Salamander, Frösche und Kröten oder Blindschleichen, dann Säugetiere wie Igel oder Spitzmäuse sowie diverse Vogelarten wie Enten, Rallen, Drosseln, Lerchen, Amseln, Dohlen, Krähen, Raben oder Stare vertilgen Schnecken. Spinnen, diverse Käfer, aber auch Parasiten schliessen das Spektrum ab. Zudem überfallen räuberisch lebende Schnecken andere Schneckenarten.
Anmerkung: Eine zweifelsfreie Abgrenzung von im Aussehen ähnlichen Arten der Gattung Deroceras ist nur über die Anatomie der Geschlechtsorgane möglich.

Körperlänge bis 60 mm.
Die Körperlänge des abgebildeten Tieres beträgt 40 mm.
Fundort: Weide, unter am Boden liegenden Zaunpfählen ruhend.