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Winterthur, 1682(7?)
Abraham Pfau
Fayence, Scharffeuermalerei
H. 285, B. 115, T. 128 cm
Inv. 1895.13.
Die mächtigen Schweizer Fayence-Turmöfen für grossbürgerliche Intrieurs und Rats- und Zunftstuben des 16. bis 18. Jahrhunderts wurden vorwiegend in Winterthur, vor allem in den Manufakturen Pfau und Graf, hergestellt. Das reiche Vorlagenmaterial der Ofenmaler umfasste profane Darstellungen, Allegorien, Historienmalerei, spektakuläre Szenen aus dem Alten Testament oder wie hier Szenen aus der griechischen Mythologie und die Darstellung der sieben Weltwunder. Derartige mit aussagekräftigen Motiven in sinnvoller Abfolge und mit erläuternden Sprüchen geschmückte Öfen waren in den Stuben "pièces de conversation" und veranschaulichten Bildung und Reichtum der Auftraggeber. In der permanenten Ausstellung in der Barfüsserkriche stehen drei prächtige Beispiele aus verschiedenen Epochen. Kein Ofen jedoch stammt aus einem Basler Haus: Winterthurer Öfen wurden für die Ostschweiz, das Bodenseegebiet und die Umgebung Zürichs bis Brugg geschaffen. Das Basler Gewerbemuseum und das Historische Museum hatten in den 1880-1890er Jahren Gelegenheit, solche Öfen im Hinblick auf die Museumsgründung mit Bundesbeitrag von einem Basler Eisen- und Ofenhändler zu erwerben.