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Ähnlichkeit
[* 2] ist
im allgemeinen zwischen mehrern Dingen vorhanden, wenn deren
Merkmale zum überwiegenden
Teil einander
gleich sind. Die A., welche viele organische Wesen miteinander zeigen, beruht entweder auf
Vererbung oder auf
Anpassung. Im
erstern Falle liegt derselben die Verwandtschaft, die
Gleichheit der Entstehung zu
Grunde: sie ist eine morphologisches, oder
Homologie. Im letztern Falle ist sie das Resultat einer ähnlichen Reaktion eines Organismus auf ähnliche
äußere Einflüsse, sie ist eine physiologische
Ähnlichkeit oder
Analogie.
Beide können zusammenfallen, aber auch sehr auseinander gehen, und eine der Hauptaufgaben der modernen, auf vergleichender Entwicklungsgeschichte und Morphologie beruhenden Systematik ist es, Homologie und Analogie genau zu sondern, denn selbstverständlich kann nur auf Charaktere homologer Natur ein natürliches System begründet werden. Noch sind wir ziemlich weit davon entfernt, ein wirklich natürliches System der Organismen zu besitzen, und die Lehrbücher enthalten noch viele Tier- und Pflanzenordnungen, in welche die, was den Ursprung betrifft, verschiedenartigsten Formen, die freilich eine gewisse oft sehr weitgehende A. durch Anpassung an ähnliche Lebensbedingungen erworben haben, bunt zusammengeworfen sind.
Ältere Gelehrte stellten Waltiere und Fische [* 3] zusammen, verführt durch die ähnliche Lebensart und äußerlich ähnliche Körperbeschaffenheit dieser Tiere, und andere vereinigen aus denselben Gründen Alke, Taucher und Pinguine zur Vogelordnung der Urinatoren, ferner Strauße, Kasuare und Kiwi-Kiwis (Apteryx), welche darin übereinstimmen, daß sie nicht fliegen können, und die Folgen dieses Unvermögens in ihrer äußern und innern Beschaffenheit in ähnlicher Weise zum Ausdrucke bringen müssen, gar zu einer Unterklasse, den Ratiten, obwohl die betreffenden Vogelgattungen in beiden Fällen, was ihre Herkunft betrifft, nur sehr wenig miteinander gemein haben. Die Gewohnheit des Sichfestsetzens und des Schmarotzertums (s. d.) haben auf hervorragende Art Geschöpfen verschiedenartigster Abstammung eine der allgemeinen Beschaffenheit oder einzelner Teile des Körpers angezüchtet. - Auch die nachahmende Zuchtwahl fällt in das Gebiet der Erscheinungen der Analogie wenigstens zum Teil. Wenn Eisfuchs, Eisbär, Wiesel, [* 4] Hermelin, Schneehase, Schneehuhn, Schneeeule u. s. w. zu gewissen Jahreszeiten [* 5] oder immer in Anpassung an den Schnee [* 6] des Schutzes halber weiß, oder eine unschädliche Haselotter und die Kreuzotter [* 7] aus dem gleichen Grunde von der Färbung des Bodens erscheinen, so sind sie betreffs ihrer Färbung analog.
Analog nennt man auch Organe, die der gleichen physiol. Funktion dienen. So sind unsere Lungen den Kiemen der Fische analog; wenn wir sie aber auf ihre Entstehung hin prüfen, finden wir sie der Schwimmblase dieser Tiere homolog. Oft können homologe Erscheinungen von analogen begleitet sein. Die Flügel der Fledermäuse, der Vögel, [* 8] der fossilen Flugechsen und der Insekten [* 9] sind ihrer Leistung nach durchaus ähnliche Bildungen. Die der Fledermäuse und Flugechsen sind auch durchaus homologe Umformungen der vordern Gliedmaßen mit den gleichen im wesentlichen aus Lederhaut bestehenden Hautgebilden, aber beide sind denen der Vögel nur betreffs der knöchernen Grundlage homolog, denn die Federn der Vögel sind Gebilde der Oberhaut und nicht der Lederhaut. ¶
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259 Die Flügel der Insekten sind denen der Wirbeltiere ausschließlich analog, aber oberseitlichen Körperanhängen der Ringelwürmer
homolog. In der Mathematik bedeutetet
Ähnlichkeit, z.B. gewisser
[* 10]
Figuren, die Gleichheit der Verhältnisse, während die Größen selbst,
die in diesen Verhältnissen stehen, verschieden sind, Dreiecke z.B. sind ähnlich, wenn die entsprechenden Winkel
[* 11] einander
gleich sind. Sind auch die Seiten gleichgroß, so sind die Dreiecke kongruent (s.
Kongruenz). Das Zeichen für die
Ähnlichkeit ist ~.