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Grundsätzlich lassen sich zwei Private-Banking-Bereiche unterscheiden:
Das Inlandsgeschäft bezeichnet das Onshore-Geschäft mit Schweizer Kunden. Hier geht es um Gelder inländischer Kunden, die in der Schweiz verwaltet werden.
Das Auslandsgeschäft lässt sich ins Onshore- und Offshore-Banking unterteilen. Das Onshore-Geschäft betrifft Gelder, die im Ausland durch Niederlassungen oder Tochtergesellschaften von Banken mit Hauptsitz in der Schweiz verwaltet werden. Das Offshore-Business umfasst Gelder, die Kunden mit Wohnsitz im Ausland Banken in der Schweiz anvertrauen.
Je nach Segment präsentieren sich die Aussichten unterschiedlich (siehe Grafik). So ermöglicht zum Beispiel eine Ausrichtung auf das Inlandsgeschäft mit Schweizer Kunden nur beschränktes Wachstum. Zum einen liegt das Wohlstandsniveau in der Schweiz bereits sehr hoch, und die Wirtschaft wächst im Vergleich zu anderen Regionen eher wenig. Zum anderen ist das Schweizer Inlandsgeschäft hart umkämpft, und dieser Konkurrenzkampf wird noch weiter zunehmen. Dies zeigt unter anderem der Aufbau neuer Standorte in der Schweiz, etwa durch die Wegelin (neun zusätzliche Niederlassungen in der Schweiz seit 2002), durch Vontobel (Eröffnung der Standorte Bern und Basel Anfang 2010) oder durch Sarasin (Präsenz in Bern seit Mitte 2009, Ausbau des Standorts Zürich sowie Eröffnung einer Niederlassung in Luzern per Mitte 2011).
Die vorwiegend steuerlich getriebenen, traditionellen Offshore-Geschäftsmodelle mit Kunden aus dem angrenzenden Europa oder den USA verlieren durch die verstärkte Regulierung an Bedeutung. Eine Alternative für eine künftige strategische Positionierung bietet das steuerkonforme Offshore-Geschäft, das der Gesetzgebung des jeweiligen Landes Rechnung trägt. Nachdem der Steuervorteil entfallen, stehen Schweizer Banken hier aber im direkten Wettbewerb mit ausländischen Instituten vor Ort, was die höheren Preise für Schweizer Dienstleistungen nach unten angleichen dürfte. Hinzu kommt, dass das künftige Wohlstandswachstum der Industrieländer eher bescheiden ausfallen wird.
Die grössten Wachstumspotenziale für Schweizer Private Banking liegen stattdessen in Asien (insbesondere China und Indien), im Nahen und Mittleren Osten sowie in Südamerika. Zahlreiche vermögende Kunden aus diesen Regionen bevorzugen es, ihr Geld wegen der bewährten Stabilität des Schweizer Finanzplatzes weiterhin bei Banken in der Schweiz anzulegen. Das Offshore-Geschäft mit Kunden aus Emerging Markets dürfte daher das Wachstum im Schweizer Private Banking in den nächsten Jahren antreiben.
Strategie ist abhängig von der Grösse
Der Aufbau einer Onshore-Präsenz, sei es in den traditionellen oder den aufstrebenden Märkten, bleibt wegen der hohen Kosten den grossen Instituten vorbehalten. Der Vorteil einer solchen Strategie besteht darin, dass sich allfällige Vermögensabflüsse aus der Schweiz über eine Präsenz im Heimatland der Kunden abfangen und in der Bankengruppe halten lassen. Da in den aufstrebenden Märkten ein starkes Wohlstandswachstum zu erwarten ist, bietet die lokale Präsenz eine attraktive strategische Option.
Für kleinere und mittlere Schweizer Banken steht die strategische Option der Nischenspezialisierung im Vordergrund - zum Beispiel eine Family-Office-Ausrichtung oder der Fokus auf ein spezifisches Anlagethema wie die Nachhaltigkeit.