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Erythrozyten
Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sind die weitaus häufigsten Zellen im Blut und verleihen ihm seine rote Farbe. Bei einem Erwachsenen geht man davon aus, dass etwa 15 Billionen rote Blutkörperchen vorhanden sind. Aneinandergereit ergäbe das eine Faden von 100'000 km.
Die roten Blutkörperchen werden im Knochenmark aus Stammzellen gebildet. Zur Auslösung der Entwicklung ist der von den Nieren gebildete Stoff Erythropoietin nötig. Während der Entwicklung machen die Erythrozyten dann mehrere einschränkende Veränderungen durch. Kurz bevor sie das Knochenmark verlassen verlieren sie sogar ihren Zellkern und damit die Fähigkeit sich zu teilen. Auch die Fähigkeit zu einem eigenen Stoffwechsel kommt ihnen nach wenigen Tagen abhanden. Am Ende bleibt sozusagen nur ein Container für den Blutfarbstoff Hämoglobin.
Die Aufgabe der roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport. Dieser wird mit Hilfe des besagten Blutfarbstoffes Hämoglobin bewerkstelligt. Hämoglobin ist wiederum ein eisenhaltiges Protein, dass die Bindung von Sauerstoff und Kohlendioxid ermöglich.
Die abgeplattete Form der Erythrozyten ist dadurch zu erklären, dass die Oberfläche damit vergrössert und der Gasaustausch verbessert wird.
Erythrozyten bei starkem Vitamin E-Mangel
Stoffwechselstörungen, Eisen- oder Vitaminmangel sowie Leukämie und genetische Veränderungen können zu pathologischen Veränderungen der roten Blutkörperchen führen. Bei extremem Vitamin E-Mangel kommt es zu Formveränderungen wie auf dem nebenstehenden Bild ersichtlich. Die Membranhülle der Blutkörperchen weist eckige unregelmässige Ausbuchtungen auf. Daraus wird klar, welche wichtige Aufgabe das Vitamin E im Zusammenhang mit der Stabilisierung von biologischen Membranen hat. Es schützt insbesondere elementare Membranbausteine, wie die ungesättigten Fettsäuren, vor Oxidation.
Aus dem Bild wird nur ansatzweise ersichtlich, dass die enorm flexible Form von gesunden Erythrozyten bei einem Vitamin E-Mangel verloren geht. Dadurch wird ihre Eigenschaft in kleinste Kapillaren und durch Gefässwände zu dringen entsprechend eingeschränkt. Die starren, verformten Erythrozyten verstopfen allenfalls sogar die Kapillaren und das betroffene Gewebe wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Diesen Effekt kann man sowohl bei einem Vitamin E-Mangel als auch bei genetischen Defekten wie der Sichelzellenanämie beobachten.
Erythrozyten bei Vitamin E und C-Mangel
Ein kombinierter Mangel an Vitamin E und C hat einen dramatischen Effekt auf die Zellhülle der roten Blutkörperchen. Die Erythrozyten wirken aufgedunsen und die normalerweise vorhandene Delle auf der Ober- und Unterseite ist deutlich weniger stark ausgeprägt als bei einem gesunden Blutbild.
Das Fehlen der beiden antioxidativen Faktoren von Vitamin E und C lässt den ungeschützten Angriff von Sauerstoffradikalen auf die Zellhülle zu. Die Folge ist eine radikale Strukturveränderung.