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Das Lymphsystem besteht aus Lymphgefässen und etwa 600 bis 800 Lymphknoten. Es durchzieht den ganzen Körper und wird durch verschiedene Hilfsmechanismen wie aktive Muskelbewegungen, Atmung und Schwerkraft unterstützt. Die Muskulatur ist in den Lymphgefässwänden nur schwach ausgebildet und reicht deshalb alleine nicht aus, um die Lymphe beispielsweise von den Beinen zu den Venenwinkeln hinter dem Schlüsselbein zu befördern.
Die Neigung zur Lymphödembildung kann angeboren oder durch äussere Einflüsse verursacht sein. Durch mangelnde Bewegung und Übergewicht wird das Lymphödem begünstigt. Das Lymphödem entsteht auf Grund einer Abflussbehinderung im Lymphgefässsystem wie Verletzungen, Verbrennungen, chirurgische Eingriffe, Narben und Entfernung von Lymphknoten, da das Lymphsystem unterbrochen ist und die Lymphknoten sich nicht erneuern können. Es kommt zu Stauungen in den Lymphwegen. Das umliegende Gewebe wird geschwollen, hart und schmerzhaft. Der Körper kann aber Umleitungen wachsen lassen, so dass der normale Lymphfluss mit der Zeit wieder funktioniert. Dieser Heilungsprozess kann einige Zeit in Anspruch nehmen und wird durch die Manuelle Lymphdrainage unterstützt. Eine Ödembehandlung ist nur erfolgreich, wenn ein Nachfliessen in das Gewebe verhindert wird und setzt sich zusammen aus Manueller Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung.Wird mit der Behandlung erst sehr spät begonnen, ist es möglich, dass sich bereits Ablagerungen im Bindegewebe gebildet haben, die Haut sich verfärbt oder verhärtet hat. Dann ist eine intensive Behandlung angezeigt, welche länger dauert und stationär erfolgen muss.
Die Behandlung
Die Manuelle Lymphdrainage ist eine Behandlungsform, mit der das Lymphgefässsystem im ganzen Körper unterstützt und angeregt wird. Es wird mit sanften, rhythmischen, schmerzfreien und langsamen kreis- und spiralförmigen Griffen entlang der Lymphwege ausgeführt. Durch ihre Drainagewirkung unterstützt sie das Lymphsystem, kräftigt das Immunsystem und wirkt durch ihre feinen Bewegungen entstauend, wohltuend und entspannend. Die Manuelle Lymphdrainage wirkt über die Berührung und den Hautkontakt zudem wohltuend und positiv auf die Psyche und das vegetative Nervensystem. Es kommt zur Beruhigung, Entspannung und die Selbstheilungskräfte des Organismus werden aktiv.
Anwendung
Bei Anschwellen der Gliedmassen, schweren Beinen, Krampfadern und Cellulite, nach Operationen (Narben und / oder entfernten Lymphknoten), nach Verletzungen oder behandelten Tumoren darf die Manuelle Lymphdrainage angewendet werden.
Kontraindikationen
Bei unbehandelten, bösartigen Tumoren, Herzinsuffizienz, Schilddrüsen-Überfunktion, tiefem Blutdruck, Asthma, bei akuten Entzündungen, Fieber und Thrombosen darf die Manuelle Lymphdrainage nicht angewendet werden.