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So holen Sie im Ausland Steuern zurück
Wir haben diverse Vermögenswerte in Italien, bei welchen eine Steuer abgezogen wird. Je nach Vermögensform sind es 12,5 Prozent oder bis zu 22 Prozent. Anfang Jahr wurde eine Lebensversicherung fällig. Wir haben zwar deklariert, dass wir in der Schweiz wohnen und Steuern zahlen, und es wurde uns ein reduzierter Steuerabzug in Aussicht gestellt. Wir versteuern alles hier in der Schweiz. Gibt es eine Möglichkeit, die Steuerabzüge zurückzufordern? Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Italien und der Schweiz? G.N.
So wie Ihnen geht es vielen Italienerinnen und Italienern, die seit vielen Jahren hier in der Schweiz wohnen und Steuern zahlen, aber nach wie vor aus der Familie oder aus anderen Gründen Vermögenswerte in Italien besitzen. Im Ursprungsland werden oft happige Quellensteuern in Abzug gebracht. Wenn man diese nicht zurückfordert, verliert man oft einiges an Geld.
In Ihrem Fall kann ich Sie beruhigen: Ja, es gibt zwischen der Schweiz und Italien aufgrund der wichtigen Handels- und Finanzbeziehungen zahlreiche zwischenstaatliche Abkommen, darunter auch ein Doppelbesteuerungsabkommen. Solche Doppelbesteuerungsabkommen haben zum Ziel, eine Doppelbesteuerung von natürlichen und juristischen Personen mit internationalen Anknüpfungspunkten im Bereich der Steuern von Einkommen und Vermögen zu vermeiden.
Die Schweiz unterhält mit mehr als hundert Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen.
Laut dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) unterhält unser Land mit mehr als hundert Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen – so auch mit Italien. Dieses beinhaltet für aus Italien stammende Einkünfte «eine teilweise Entlastung von der italienischen Quellensteuer auf Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren, eine vollständige Entlastung von der italienischen Quellensteuer auf privaten Pensionen und Renten sowie auf Einkünften aus selbstständiger Erwerbstätigkeit, eine vollständige Entlastung von der Kapitalgewinnsteuer und eine pauschale Anrechnung der nicht rückforderbaren italienischen Quellensteuer auf Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren an die schweizerischen Steuern».
Zu den Bedingungen, dass man von der italienischen Quellensteuer auf Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren entlastet wird, zählt unter anderem, dass jemand in der Schweiz ansässig und steuerpflichtig ist. Das ist bei Ihnen gegeben, wie ich Ihrer Frage entnehme.
Auf der Website der Eidgenössischen Steuerverwaltung finden Sie nach Ländern geordnet eine Liste der genauen Entlastungen in Prozent. Auch wird Ihnen gezeigt, welches Formular Sie für die Rückforderung verwenden müssen.
Die Rückforderung von Quellensteuern hat zwar einigen administrativen Aufwand zur Folge. Gerade bei grösseren Vermögenswerten macht sich dieser Aufwand meines Erachtens aber durchaus bezahlt, weil man sonst zu viel dem Fiskus abliefert, obwohl man gemäss den zwischenstaatlichen Abkommen eine Entlastung zugute hätte.