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Die Chefs der drei grossen US-Automobilhersteller haben sich dazu bereit erklärt, unter staatlicher Aufsicht zu arbeiten, wenn sie von der Regierung finanzielle Unterstützung bekämen. Während der Anhörung vor dem US-Senat fragte sie der Vorsitzende des Bankenausschusses, Christopher Dodd, ob sie akzeptieren würden, in einer ähnlichen Struktur zu arbeiten, wie sie 1979/80 bei der staatlichen Rettung der früheren Chrysler Corp. etabliert wurde. Rick Wagoner (GM), Alan Mulally (Ford) und Robert Nardelly (Chrysler) erwiderten mit «Ja».
Die «Big Three» aus Detroit kämpfen ums Überleben. Die Aussichten für das kommende Jahr sind wegen der Rezession wenig erfreulich, zudem belasten sie ein dramatischer Einbruch bei den Verkaufszahlen sowie verschärfte Bedingungen an den Kreditmärkten. Allein im vergangenen Quartal haben die drei Konzerne annähernd 18 Mrd Dollar an Cash-Reserven verbrannt. In der Folge hat die Ratingagentur Moody’s vor wenigen Tagen die Kreditwürdigkeit von GM und Chrysler erneut heruntergestuft.
GM-Boss Wagoner braucht für sein Unternehmen noch in diesem Monat eine Finanzspritze von 4 Mrd Euro, um bis Jahresende über die Runden zu kommen. Für 2009 hat er um weitere 14 Mrd Dollar angefragt. In seinem vorgelegten Plan äussert er: «Wenn weitere Restrukturierungen nötig sein sollten, wird GM mit den staatlichen Aufsehern zusammenarbeiten, um diese Massnahmen einzuleiten.»
Auch der Wettbewerber Chrysler hat dringenden Kapitalbedarf: Er braucht bis Ende des Jahres 7 Mrd Dollar. Ford hat um eine Kreditlinie von 9 Mrd Dollar gebeten. Konzernchef Mulally sagte jedoch, dass er das Geld unangetastet lassen würde, solange sich die wirtschaftliche Lage nicht weiter verschlechtere.
Fortschritte bis 31. März 2009
Sowohl GM-Chef Wagoner als auch Chrysler-Boss Nardelli schlugen vor, am 31. März 2009 einen weiteren Termin beim Senat anzusetzen. Dann würden sie zeigen, welche Fortschritte ihre Sanierungen mit finanzieller Hilfe der Regierung machten. Ford-Chef Mulally berichtete, dass die Restrukturierung seines Konzerns am Laufen sei, und wies darauf hin, dass Ford keinen unmittelbaren Bedarf an staatlichen Finanzinjektionen habe. Sein Unternehmen möchte vielmehr über die Möglichkeit verfügen, in Zukunft auf längerfristige Kredite zugreifen zu können. Der Fokus bei Ford soll künftig auf der Entwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen sowie von Kleinwagen und der Reduzierung des Händlernetzes liegen. General Motors wiederum sieht in seinem Sanierungsplan drastische Kostensenkungen und mittlerweile auch den Verkauf von Konzernmarken vor.
Im Fall staatlicher Unterstützung erklärten sich sowohl GM-Lenker Wagoner als auch Ford-Chef Mulally bereit, für ein Jahressalär von 1 Dollar zu arbeiten. Chrysler-Boss Nardelli hatte diese Zusage bereits früher gegeben.