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Beginnen wir von vorne. 1981 wurde ich in Freudenstadt (im Schwarzwald) in eine musikalische Familie geboren. Von meinem Urgrossvater erbte ich alle Beethoven Sonaten und meine Urgrossmutter war schon eine gute Sängerin. Seit meinem 6. Lebensjahr hatte ich Geigenunterricht und mit 8 Jahren dann auch Klavierunterricht in der Region. Da meine Familie gut mit der Familie Vögele (ehemals „Klavier Vögele“) in Tübingen befreundet war, erfuhr ich von einer besonderen Methode Klavierspielen zu lernen. Da ich mir zu dieser Zeit im Klavierunterricht mehr „behindert“ als „befähigt“ vorkam, in der Geige aber gute Fortschritte machte, war mein Interesse geweckt. Ich wollte dorthin! Ich danke meinen Eltern, besonders meiner Mutter, die den Weg auf sich nahm und mit mir nach Tübingen fuhr.
So kam ich 1995 an die damalige „Musikakademie im Hesse Haus“ und machte sehr gute Fortschritte und begann 1997 mein Klavierstudium, das ich 2005 mit erfolgreich Diplom abschloss. Teile der Abschlussprüfung waren ein Kammermusikabend, ein Klavierkonzert, ein Solo-Abend (45 Minuten Reinspielzeit) und Vom-Blatt-Spiel. Ich unterbrach mein Studium, um eine Ausbildung zur Kauffrau im Gross- und Aussenhandel zu absolvieren, da ein reines Musikstudium meiner Familie für meine Zukunft zu unsicher war. Als dies (endlich) abgeschlossen war, war mein Weg frei für meine Leidenschaft – der Musik. Seit 1997 schon unterrichtete ich konstant Klavier und nahm danach mein Klavierstudium wieder auf.
Von 2004 – Anfang 2007 unterrichtete ich an der Internationalen Schule in Sindelfingen Klavier und liess mich nach einem Jahr, in dem ich zwischen der Schweiz und Deutschland hin und her gependelt war, endgültig in der Schweiz nieder. Das Interesse nach der neuen Lernmethode am Klavier war gross und Ende 2007 folgte der Durchbruch mit der Sendung „Einstein“. Leider durchlebte ich mit meinem damaligen Mann Bernhard, der mich über fast 10 Jahre intensiv in diesem Projekt unterstützte und für dessen Unterstützung ich sehr dankbar bin, danach schwierige Zeiten.
Nach anfänglich guter Zusammenarbeit mit dem Grundsteinleger der Methode wichen die beiderseitigen moralischen und didaktischen Vorstellungen in vielerlei Hinsicht so sehr voneinander ab, sodass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich war. Dies zog sehr turbulente Jahre nach sich, die mich zwangen, nicht nur innerhalb von sehr kurzer Zeit neue Lehrbücher zur Methode zu schreiben, sondern auch die Ausbildung von Klavierlehrern nach der Methode in der Schweiz zu übernehmen. Zu meiner Freude unterrichten die meisten der knapp 100 Klavierlehrer, die ich in den letzten Jahren in Form eines Nachdiplomstudiengangs nach dem von mir weiterentwickelten Schneemann-Klavierlernsystem ausbilden durfte, heute immer noch mit Freude an ihren Musikschulen.
Nachdem die Methode auf meine Initiative hin damals endlich durch das Schweizer Fernsehen in der Sendung „Einstein“ im Dezember 2007 auch über die Landesgrenzen hin bekannt wurde, war es nun alleine meine Aufgabe diese riesige Resonanz zu bewältigen – die Website erreichte 32.000 Klicks innerhalb von weniger als 36 Stunden und es gingen über 1.000 Buchbestellungen bei mir ein. Damals noch der „Schneemannstraum“, der mir jedoch ab dem Jahr 2010 leider nicht mehr zur Verfügung stand. Die Lieferung wurde von einem Tag auf den anderen wegen Unstimmigkeiten eingestellt und so war ich gezwungen, selbst für Ersatz zu sorgen. Im gleichen Jahr, im Sommer 2010, entstand dann meine eigene Klavierschule zur Schneemann-Methode – „Erste Schritte am Klavier“. Das folgende Jahr 2011 war sehr ereignisreich – im März wurde mein Sohn Schilo Orlando geboren, im Mai folgte die Fertigstellung des „Tastenzoo“, im Oktober fand die Übersiedelung der „Musikakademie Uri“ von Flüelen nach Bauen statt und im Winter 2011 konnte ich „Nächste Schritte am Klavier“ abschliessen – neben einer 6-Tage- Unterrichtswoche.
Zur Zeit der Übersiedelung der Schule nach Bauen ins ehemalige Schulhaus, hatte die Musikakademie Uri um die 120 Schüler. Die Schülerzahl blieb die nächsten Jahre, trotz der Abgelegenheit und widriger Verkehrsumstände, mehr oder weniger konstant. Der letzte räumliche Wechsel erfolgte dann im März 2016 zum heutigen Standort, dem Majorenhaus in Alpnachstad. Dies hatte auch einen ersten Namenswechsel zur Folge, dem weitere folgten. „Musikakademie Uri“ war im Kanton Obwalden nun nicht mehr passend und der neue Name „MyPianoline“ stellte sich besonders für die lokale Kundschaft als ein Zungenbrecher heraus und wurde oft mit MyPiano-ONline verwechselt.
Wir wussten, dass der endgültige Name noch nicht gefunden wurde. Nach zu Rate ziehen eines Spezialisten, wechselten wir Anfang 2018 auf „PIANO Akademie“ um dann mit „Schneemann-Klavierschule“ endgültig zurück zu den Wurzeln zu finden. Wir merkten, dass sich Anfänger und Kinder bei dem Namen „Akademie“ nicht unbedingt angesprochen fühlten – dort wird etwas von einem gefordert und man muss etwas leisten. In einer „Klavierschule“ hingegen gibt es Raum zur Entwicklung und man darf sein, ohne das Gefühl zu haben, sich für etwas oder jemanden qualifizieren zu müssen. Was eher der Philosophie der Schneemann-Methode entspricht.
So haben wir uns mit dem Namen „Schneemann-Klavierschule“ dem Klavierschüler angenähert (www.schneemann-klavierschule.ch), mit der „MyPianoline.Academy“ das moderne Online-Lernsegment so belassen wie bisher (www.mypianoline.academy) und mit dem „Schneemann-Lehrmittelverlag“ Anfang des Jahres vor, den Lehrmittelshop zu integrieren. So sind die verschiedenen Bereiche sauber getrennt und man findet, was man sucht. Mit dem neuen Namen erhoffen wir uns für Menschen, die die Schneemann-Methode noch von den beiden „Einstein“-Sendungen (2007, 2017) her kennen, leichter auffindbar zu sein. Dieser Wiedererkennungswert war in den letzten Jahren nach der Übersiedelung in den Kanton Obwalden etwas verloren gegangen.
Nachdem das Schneemann-Klavierlernsystem das Klavierspielen-Lernen durch strukturiertes Vorgehen und Denken in Bildern um ein Vielfaches leichter macht, war ich begeistert zu erfahren, dass es eine vergleichbare Methode zum Erlernen der musikalischen Sprache gibt! Darauf aufmerksam gemacht hat mich Janos Klotz aus Wien, der mich Anfang 2015 nach Skype-Klavierunterricht für seine Tochter angefragt hatte. Daraufhin lernte ich die Methode von Valeri Brainin, nannte sie „Musikalisches Wunderland“ und bin sehr glücklich darüber, nun auch diese, wie ich finde, beste Form des Erlernens der musikalischen Sprache für Kinder im Unterrichtsrepertoire der Schneemann-Klavierschule zu haben! Mehr dazu, wie Kinder Musik hören lernen können wie W. A. Mozart kann unter www.brainin.org nachgelesen werden. Die Ergebnisse sind auch da, wie bei der Schneemann-Methode, erstaunlich.
In Zukunft soll das Online-Segment ausgebaut werden und weiterhin mehr Klavierlehrer in der Methode ausgebildet werden, um so dieses einzigartige Lernsystem vor der Vergessenheit zu bewahren und für nachfolgende Generationen zu bewahren. Das sehe ich als meine Aufgabe an, aus Dankbarkeit heraus, dieses Lernsystem schon sehr früh kennengelernt zu haben und in den letzten 10 Jahren weiterentwickelt haben zu dürfen.
Um einer chronischen Überbelastung zu begegnen, bin ich nun sehr froh ab Januar 2019 mit der Musitektur GmbH und ihrem Inhaber Fjodor Elesin und Bernhard Streit Partner gefunden zu haben, die die Schneemann-Klavierschule in Alpnachstad, in Altdorf und in Zürich administrativ weiterführen und mit deren Team es möglich ist, durch Bündelung von Kräften gemeinsame Synergien besser zu nutzen. Fjodor Elesin, gebürtig aus St. Petersburg, in Hamburg und St. Blasien (Hochschwarzwald) ansässig, führt schon seit 2016 erfolgreich Meisterkurse für Streicher durch. 2019 werden nun alle Meisterkurse im Campus Alpnachstad (Majorenhaus/Bahnhofsgebäude) stattfinden – neu nun auch für Klavier. Mehr dazu unter: www.musitektur.com.
Voller Elan und Tatendrang starten wir nun ins Jahr 2019 und freuen uns darauf, noch mehr Menschen den Wunsch Klavier zu spielen erfüllen zu können und die Liebe zur Musik leben zu können! Danke, wenn ich euch zusammen mit meinem Team auf diesem Weg (weiterhin) begleiten darf!
Alles Liebe!
Mailyn Streit
31.12.2018