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Hauptwirkungen von Rumpforthesen
Orthesen für den Rumpf sollen vor allem auf die Wirbelsäule einwirken.
Eine Entlastung der Wirbelsäule oder der anderen Rumpfstrukturen findet in all den unten genannten Bereichen statt: Von der zirkulären Kompression über die angewandten Drei-Punkt-Prinzipien bis hin zur Extension der Wirbelsäule.
Der Begriff der Fixation findet sich in der Stabilisation wieder: Es handelt sich hier um die individuell einstellbare Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule.
Dieser Effekt beruht je nach Anwendungszweck in unterschiedlichem Ausmass auf folgenden Teilwirkungen
Unterstützung der Haltung und Funktion (der Rumpfmuskulatur):
Eine straffe Binde um den Leib erhöht ähnlich wie das Anspannen der Bauchmuskulatur den Druck im Bauchraum. Durch dieses Prinzip der intraabdominellen Druckerhöhung wird die Brustatmung forciert. Die in der Inspirationsphase entstehende Extension führt zu einer Entlastung der Wirbelsäule. Der Druck in den Bandscheiben fällt ab. Verstärkt wird dieser Mechanismus durch eine Normalisierung der häufig verstärkten Lordose. Die externe Unterstützung der Muskulatur bewirkt, dass auch die hinteren Wirbelabschnitte, in denen Bandscheibenveränderungen zu Problemen führen, entlastet werden und der intervertebrale Raum vergrössert.
Stabilisation:
Orthesen, Mieder oder Korsetts können die Wirbelsäule von aussen über den Rumpf abstützen. Die untere Abstützung erfolgt dabei durch eine Beckenfassung, die obere Abstützung greift in der Regel am Brustkorb oder im Schulterbereich an. Nur mit Orthesen aus starren Materialien ist es möglich, die Beweglichkeit der Wirbelsäule einzuschränken beziehungsweise diese zu fixieren. Wenn die obere Brust- oder Halswirbelsäule einbezogen werden soll, müssen zudem Hinterhaupt und Kinn in die Konstruktion integriert werden. Dadurch können schmerzhafte Bewegungen eingeschränkt werden, und die Verbesserung der Gesamtstatik bewirkt eine deutlich erhöhte Mobilität der Patienten.
Korrektur von Deformitäten:
Zur Korrektur der Wirbelsäule wird an drei gegenüberliegenden Punkten Druck auf den Körper aufgebracht, wie zum Beispiel am Krümmungsscheitel einer Wirbelsäulenverbiegung sowie auf der Gegenseite ober- und unterhalb des Krümmungsscheitels. Die durch das sogenannte Drei-Punkt-Prinzip entstehende Korrekturkraft ist um so effektiver, je länger der jeweilige Hebelarm ist. Die Korrektur der Wirbelsäule durch konservative Behandlung ist aber nur während des Wachstums möglich.