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Die Ortsgemeinde Mels besitzt zwei Fahnen: Die Gemeindefahne und die Bruderschaftsfahne. Sie befinden sich samt Kopien in Glasvitrinen im Gang und im Innern der Kanzlei.
Die Gemeindefahne stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist geflammt rot, blau und weiss. In der Mitte befindet sich ein beidseitig blauer Wappenschild mit gekreuzten goldenen Schlüsseln. Ausmass der Fahne: 200 x 180 cm.
Die Bruderschaftsfahne, die auch als Gemeindefahne galt. Es handelt sich um die Fahne der Bruderschaft vom heiligsten Altarssakrament. Sie misst 200 x 180 cm und stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie ist geflammt, gelb, rot, schwarz, zwischen einem grossen, durchgehenden weissem Kreuz. Auf diesem gemalt sind die drei Sterne der Landschaft Sargans. Im Zentrum der Fahne stehen die Buchstaben des Christus-Monogramms JHS, von dem die Flammen ausgehen. Die drei Sterne deuten an, dass die Bruderschaft vom heiligsten Altarssakrament eine regionale Bruderschaft war, die das gesamte Sarganserland umfasst. Von 1723 bis 1769 gehörten ihr 2380 Mitglieder an.
Im oberen Teil der Fahnenvorderseite befindet sich ein ovales Marienmedaillon. Auf der Rückseite steht im Mittelpunkt das Melserwappen mit den gekreuzten Schlüsseln und dem Bart nach oben. Diese Fahne wurde wie die Gemeindefahne vom Melser Bruderschaftsfähnrich bei der Fronleichnamsprozession, bei Begräbnissen und bei weiteren festlichen Kirchenanlässen getragen.
Es ist ein Verdienst der Ortsgemeinde Mels, diese beiden Fahnen, die während der Franzosenzeit (1798 – 1803) nach Fläsch in Sicherheit gebracht wurden, für die Nachwelt aufbewahrt zu haben. Nach langen Bemühungen ist es gelungen, diese Hoheitszeichen wieder in die Gemeinde zurückzuholen, allerdings musste man die Landesfahne und das Landesbanner aushändigen. Man liess die Fahnen im Landesmuseum Zürich restaurieren, kopieren und hinter Glas an einer Stange befestigen. So haben Original und Kopien in den Glaskästen der Ortsgemeinde Mels einen würdigen Platz gefunden.
Da die Originale brüchig sind, werden bei besonderen Anlässen heute nur noch die Kopien getragen.
Text von Leo Pfiffner