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Diese Viruserkrankung zählt zu den so genannten Kinderkrankheiten und ist äusserst ansteckend. Typisches Kennzeichen ist der Masernausschlag; wirklich krank sind die Patienten jedoch wegen des Fiebers, anderer Allgemeinsymptome und der Beschwerden vonseiten der oberen Atemwege.
Masern hinterlassen eine meist lebenslang dauernde Immunität. „Masern zum Zweiten“ beruhen daher oft auf einem diagnostischen Irrtum, indem es sich entweder bei der früheren oder bei der erneuten Krankheit nicht um Masern, sondern um Röteln oder Scharlach handelte oder handelt.
Die letzten Masernepidemien gab es in der Schweiz 1987, 1997, im Frühjahr 2003 und, ausgehend vom Raum Luzern, erneut ab dem Spätherbst 2006. Dem BAG wurden von November 2006 bis zum 9. Juni 2009 4‘371 Fälle von Masern gemeldet, wobei grösstenteils nicht geimpfte Personen betroffen waren – mehrheitlich Kinder, aber auch Erwachsene.
Die Durchimpfung der Bevölkerung betrug zwischen 2000 und 2002 wenig mehr als 80%; um das Zirkulieren des Virus und damit eine Epidemie zu unterbinden, müssten es jedoch etwa 95% sein. Bei der Epidemie 2006 bis 2009 waren mehr als 80% der Erkrankten nicht oder nur unvollständig geimpft. In manchen Kantonen war die Durchimpfung sogar noch niedriger. Auch in Epidemie freien Intervallen werden jährlich ca. 50 Masernfälle registriert.
Gemäss Schätzungen der WHO sterben jährlich etwa 140 000 Menschen an den Komplikationen einer Masernerkrankung. Im Jahr 2000 starben noch 535 000 Menschen an Masernkomplikationen. Deshalb ist es ein erklärtes Ziel der WHO, die Masern auszurotten. Nord-und Südamerika sind seit ca. 10 Jahren frei von endemischen Masern. Bis 2010 konnte dieses Ziel in Europa leider nicht erreicht werden und wird nun für 2015 erneut avisiert.
Masern ksind weit verbreitet und der erstmalige Kontakt mit dem Virus führt bei fehlendem Impfschutz mehrheitlich zur Erkrankung. Die Übertragung erfolgt beim Husten, Sprechen, Niesen durch Tröpfchen aus Nase, Hals oder Mund von Erkrankten (Tröpfcheninfektion), sogar durch Schwebestoffe in der Luft über grössere Entfernung („fliegende Infektion“). Die Viren befallen auch Zellen des Immun- und des Nervensystems, was das Auftreten von Komplikationen begünstigt (s. unten).
Infizierte sind etwa vier Tage vor bis vier Tage nach Ausbruch des Hautausschlags ansteckend.
Von der Ansteckung mit dem Virus bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) vergehen 8 bis 10, maximal 14 Tage.
Drei Stadien lassen sich im Verlauf der Masern unterscheiden:
Die Krankheit ist keineswegs harmlos. Komplikationen sind im Säuglings- und dann wiederum im Erwachsenenalter besonders häufig, denn während der Masern ist die Immunabwehr erheblich geschwächt. Oft kommt es daher zu Superinfektionen (zusätzliche Infektionen, durch Bakterien oder Viren).
Bei Verdacht auf Komplikationen einer Masernerkrankung ist in jedem Fall ein Arzt beizuziehen. Verdachtsmomente sind:
Wenn Komplikationen im Sinne einer bakteriellen Superinfektion auftreten, sind Antibiotika meist unverzichtbar.
Das Verhindern von Masern bei nicht geimpften Personen, die Kontakt mit Masernkranken hatten, ist möglich, wenn sofort nach der Ansteckung – also noch vor Krankheitsausbruch – geimpft wird. Abwehrgeschwächte Menschen können durch Immunglobulin (passive Immunisierung geschützt werden.
Antibiotikatherapie
Wesentlich ist, sich genau an die Dosierungsrichtlinien zu halten; zum einen, weil das Medikament sonst seine Wirksamkeit nicht voll entfaltet, zum anderen wegen der stets drohenden Gefahr der Resistenzbildung (Unempfindlichkeit) verschiedener Krankheitserreger.
Impfen verhindert meist die Erkrankung. Selten kommt es trotz Impfung zu einer gemilderten Form von Masern („Impfdurchbruch“).
Die erste Impfung wird gegen Ende des 1. Lebensjahrs durchgeführt und eine Wiederholung im Verlauf des 2. Lebensjahrs – jeweils zusammen mit der Mumps- und Rötelnimpfung (MMR-Impfung). Das BAG befürwortet eine Nachholimpfung, falls ein Kind oder ein Erwachsener keine oder nur eine einmalige Impfung erhalten hat und früher nicht an Masern erkrankt war.
Seit dem 1. Januar 2013 bis Ende 2015 wird für die Impfung (MMR) keine Franchise mehr erhoben. Dies als Massnahme zur Förderung der Masernelimination.
Als Impfreaktion tritt gelegentlich ein kurz dauernder, leichter Hautausschlag auf, begleitet von mässig hohem Fieber, Schnupfen und Husten (sog. Impfmasern). Komplikationen nach der Impfung kommen gelegentlich vor, sind aber deutlich seltener als bei einer Erkrankung an Masern.