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Das Thema Wasser taucht in der Bibel unzählige Male auf – Ein paar prominente Beispiele
Der Begriff in der Bibel
1. Mose 1 – 2, der Schöpfungsbericht: An den Tagen 0, 2, 3 und 5 spielt Wasser eine zentrale Rolle. Die Erde und alle Lebewesen bestehen zur Hauptsache aus dem Grundstoff Wasser.
1. Mose 3: Das Paradies, der Wohnort der ersten Menschen. Es wird geprägt durch vier grosse Flüsse, die ihren Ursprung dort haben, darunter die bekannten Euphrat und Tigris.
1. Mose 6 – 9, die Geschichte der Sintflut: Wassermassen bedrohen alles Leben auf der Erde. Nur dank der Arche, die auf dem Wasser schwimmt, überleben die Menschen und Tiere. Dann als Zeichen der zukünftigen Verschonung der Regenbogen, jenes Phänomen aus Licht und Wasser am Himmel, das auch heute noch unsere Augen erfreut und unsere Seelen berührt.
2. Mose: Mose überlebt als Baby in einem Körbchen auf dem Nil treibend. Auf der Flucht aus Ägypten führt er sein Volk trockenen Fusses durch das Schilfmeer, während die nachfolgende Armee des Pharao in den Fluten ertrinkt. Unterwegs in der Wüste, wo Wasser knapp ist, tut Gott mehrmals ein Wunder durch die Hand Moses, damit niemand verdursten muss. Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass der Apostel Paulus in 1. Korinther 10, 4 schreibt, dass das Wasser aus dem Felsen in Refidim Jesus Christus gewesen sei (wie immer dies zu verstehen ist).
3. – 4. Mose: Die Priester brauchen Wasser immer wieder, um Reinigungsrituale durchzuführen.
Psalmen: Manche der Psalmen beschreiben mit eindrücklichen Worten, wie Wasser Mensch und Tier am Leben erhält. Symbolisch wird das Leben von Menschen, die an Gott glauben und seine Gebote einhalten, verglichen mit der lebensspendenden Wirkung von Wasser. Ungestüme Wassermassen können aber auch ein Bild für Gefahren und Bedrohungen sein, aus denen die Hand Gottes rettet.
Jesaja 44 und Hesekiel 47: Mit dem Symbol des überfliessenden Wassers aus der Quelle Gottes verkünden die Propheten dem Volk Israel im Exil eindrücklich eine blühende Zukunft.
Jeremia 2: Gott bedauert, dass die Israeliten ihn, die Quelle, verlassen haben und sich stattdessen löchrige Zisternen gegraben haben (also heidnische Götzen anbeten) und damit selber an ihrem desolaten Zustand schuld sind.
Jesaja 55: Gott verspricht, dass sein Wort an den Menschen, die darauf hören, so wirkt wie der Regen, der vom Himmel fällt und den Boden tränkt, dass die Pflanzen üppige Frucht bringen können.
Evangelien und Apostelgeschichte: Einige der Jünger, von Beruf Fischer, werden bei ihrer Arbeit von Jesus in seine Nachfolge berufen; das Gleichnis vom Hausbau auf Sand und Felsen, mit dem Jesus die Bergpredigt beschliesst; Jesus geht übers Wasser des Sees Genezareth und Petrus danach auch; Jesus stillt den Sturm auf dem See; am Teich Bethesda heilt Jesus einen Gelähmten, der nie rechtzeitig zum heilenden Wasser des Teiches gelangte; Jesus verwandelt bei einer Hochzeit Wasser in Wein; der «verlorene Sohn», noch voll vom Dreck vom Schweinehüten, wird von seinem Vater nach seiner Rückkehr als Erstes in die Badewanne gesteckt; Jesus wäscht seinen Jüngern beim letzten Abendmahl die Füsse (S. 5); Pilatus wäscht seine Hände in (vermeintlicher) Unschuld, bevor er das Todesurteil über Jesus fällt; der Finanzminister aus Äthiopien lässt sich in einem Wassertümpel in der Wüste von Philippus taufen; die ersten Christen in Europa treffen sich an einem Fluss ausserhalb der Stadt Philippi.
Johannes 4 und 7: Im Gespräch mit der Frau aus Samarien am Jakobsbrunnen und in seiner Rede anlässlich des Laubhüttenfestes sagt Jesus, dass er den Menschen «Lebenswasser» anbietet und lädt dazu die Menschen ein, davon zu trinken. Dieses Lebenswasser ist eine symbolische Bezeichnung für den Heiligen Geist.
Taufe: Zu neutestamentlichen Zeiten wurden die Täuflinge im Normalfall im Wasser ganz untergetaucht. (S. 7)
Offenbarung 22: In seiner Vision sieht Johannes das neue Jerusalem mit dem «Strom des Lebenswassers», der beim Thron Gottes entspringt und durch die ganze Stadt fliesst. An seinem Ufer wachsen Bäume, die jeden Monat Früchte tragen: Lebensfülle im Überfluss.
Das erste Kapitel der Bibel beginnt mit Wasser, das letzte endet mit Wasser. Wasser spielt eine wichtige Rolle in der Schöpfung und in der Neuschöpfung der Welt; es spielt eine entscheidende Rolle bei der Neuschöpfung der Menschen, in der Taufe und bei der Vergabe des «Lebenswassers», des Heiligen Geistes. Wasser ist in der Bibel materiell und in der Bildsprache das Lebenselixier schlechthin. Darum steht in Offenbarung 22 die Einladung an alle Menschen – und das ist einer der letzten Sätze der Bibel: «Wer durstig ist, der komme. Wer will, soll kommen und umsonst vom Wasser des Lebens trinken!»
Text: Marcel Wildi, Pfarrer, Buchs | Foto: Ueli Bächtold, Wittenbach – Kirchenbote SG, Juli-August 2016
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