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Die Geschichte (der Städtchen) ist reich an patriotischen Taten zur Verteidigung ihrer Freiheit gegen österreichische und französische Übergriffe,
Miss Jemimas Tagebuch: Dienstag, 7. Juli 1863 (Fortsetzung)
Nacheinander passierten wir die Städtchen Sachseln, Sarnen und Stans, deren Geschichte reich an patriotischen Taten zur Verteidigung ihrer Freiheit gegen österreichische und französische Übergriffe ist.
Die Kantonshauptstadt Sarnen ist der Sitz der Regierung. Im Jahr 1308 war sie Schauplatz eines Aufstands, bei dem rund 50 Verschwörer aus Wut über die Grausamkeit des österreichischen Amtmanns die Burg und Festung stürmten.
Niklaus von Flüe, ein grosser Patriot und Friedensstifter, verbrachte sein Leben damit, die brennenden Leidenschaften der verschiedenen Streitparteien zu dämpfen; nach seinem Tod wurde er in Sarnen beerdigt und heiliggesprochen.
Auch Stans hütet einige Reliquien seines Einflusses. Hier steht auch ein primitives Denkmal für Arnold Winkelried, den Helden von Sempach, der sich mit den Worten «Platz für die Freiheit!» in die ausgestreckten Spiesse der Österreicher unter dem stolzen Erzherzog Leopold stürzte.
Nachdem der Patriot die österreichische Schlachtreihe durchbrochen hatte, gelang es der Handvoll Schweizer Kämpfer, die feindlichen Scharen zu zerstreuen.
Zwei Stunden fuhren wir durch diese Gegend mit ihrer blutigen, aber patriotischen Geschichte. Rund um uns wogten die Kornfelder und die Sonne schien in ihrer üblichen Schweizer Stärke. Gerne verlegten wir in Alpnach unsere Reise vom Land auf das Wasser und verliessen die stickige Postkutsche zugunsten des Seedampfers.
Das Dorf Alpnach lag äusserst malerisch am Uferrand; es schien in der Sonne zu schlafen und als es zunehmend in die Ferne rückte, war sein anmutig zugespitzter Kirchturm das einzige Wahrzeichen, das sich im perlmuttfarbigen Dunst vor dem Tannenwald im Hintergrund noch ausmachen liess.
Hier stand auch der Tannenwald, den Napoleon wegen der dünnen Stämme nicht in der französischen Marine einsetzen wollte.
Hier stand auch der Tannenwald, den Napoleon wegen der dünnen Stämme nicht in der französischen Marine einsetzen wollte und der in seiner Steilheit und Dichte als «König» der Tannenwälder gelten kann.
Mit Sicherheit sah Ruskin Alpnach vor seinem inneren Auge, als er von Firsten sprach, «vor denen dunkle Massen unbeweglicher Tannen stehen, die sich der Fröhlichkeit der Berge verweigern und sich auf ewig als fixe Schatten behaupten, die selbst die intensivste Sonne nicht durchdringt oder verjagt. Sie zeichnen sich als schwarzes Netzwerk und starre Fransen gegen das helle Blau des Himmels in seiner heiligmässigen Helligkeit ab. Und dennoch wirkt die Landschaft ihretwegen nicht traurig; es macht den Eindruck, als seien sie vor allem dort hingesetzt, um zu verdeutlichen, wie hell alles andere um sie herum ist, und alle Wolken sehen aus wie reines Silber und die Luft scheint mit weisserem, lebendigerem Sonnenlicht erfüllt, wenn beide ab und zu von zobelschwarzen Tannenspitzen durchbohrt werden.»
Hier in Stansstad kamen weitere Passagiere an Bord des Dampfers, drei muskulöse Fussgänger – ebenfalls Touristen – und ein fröhlicher Pfarrer, der sich an der Gesellschaft seiner jungen, blühenden Tochter erfreute.
«Von wegen Tochter», bemerkte jemand, «das ist die Braut des Alten» – und tatsächlich war sie das auch.
Kann es sein, dass alte Männer junge Mädchen mit einer Europareise zur Heirat verlocken?
Frage: Kann es sein, dass alte Männer junge Mädchen mit einer Europareise zur Heirat verlocken? Es könnte eines der zahlreichen Bestechungsgeschenke sein, da die einzigen «glücklichen Paare» technisch gesehen vom Alter her vielleicht nicht Maibräute und Dezemberbräutigame waren, sicher aber bei ihnen ein Altersunterschied wie zwischen Frühling und Herbst bestand.
Die Wasser des Vierwaldstättersees gehören zum klassischen Schweizer Kanon, da sie die grünen Ufer der Rütliwiese umspielen, wo sich die drei Eidgenossen für die Freiheit der Schweiz trafen.
Zu unserer Linken reckte der Pilatus seine kahle Stirn in den Himmel, er war aber ungewöhnlich guter Laune.
Werner Stauffacher, Arnold von Melchtal und Walter Fürst schworen sich hier um Mitternacht Treue und gelobten, nicht zu rasten, bis sie die Unterdrücker vom Schweizer Boden vertrieben hätten.
Zu unserer Linken reckte der Pilatus seine kahle Stirn in den Himmel, er war aber ungewöhnlich guter Laune und schien weder Gewissensqualen zu leiden noch den Wunsch zu hegen, sein traditionelles, überliefertes Stigma auf uns zu legen – obwohl die meisten Reisenden und Verfasser von Reiseführern dieses Stigma bezeugen.