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Damenclub Amicitia
Erste Organisierung lesbischer Frauen in der Schweiz, 1931 in Zürich.
Geschichte[Bearbeiten]
An der Anwandstr. 5 (1.Stock) in 8004 Zürich trafen sich in der Wohnung von Anna Vock und Anna Sieber im Sommer 1931 vier Frauen, um einen Lesbenclub zu gründen. Sie einigten sich auf den Namen „Damenclub Amicitia“ (= die Freundschaft) und gaben ein Inserat im Tagblatt der Stadt Zürich auf, das am 5. August erschien. Als Kontaktadresse für den Club wurde später ein Postfach in der Helvetiapost angegeben. Anna Vock und Anna Sieber waren 46 bzw. 41 Jahre alt, die eine Verkäuferin, die andere Näherin. Mit dabei waren zudem: Laura Fredy Thoma, welche ein paar Wochen in Berlin gewesen war und dort den Damenclub Monbijou und die Zeitschrift Garçonne kennen gelernt hatte. Sie war 30 Jahre alt, Bürolistin und geschieden. Sie hatte von ihren Berliner Erfahrungen berichtet und später in der Zeitschrift "Garçonne" mit einem längeren Artikel die Schweizerinnen zu einem Zusammenschluss aufgefordert. Die vierte Frau war vermutlich Fanny Eichenberger, die verheiratet war und 5 Kinder hatte.
Am 5. August 1931 erschienen 21 Damen, wovon sechs Frauen eine deutsche Lesbenzeitung als Erkennungszeichen dabei hatten. In den nächsten Monaten beschlossen die Gründerinnen des Damenclub Amicitia, das der Club nur für "Artgenossinnen" (neben "Seelenverwandte" ein damals gängiger Begriff für Lesbe) sein sollte. Sie schlossen sich im Spätherbst mit dem Herrenclub Excentric zusammen.
Zur gemeinsam veranstalteten Sylvesterparty wurde auch die neue Zeitschrift "Freundschafts-Banner" herausgebracht, bei der Laura Fredy Thoma und August Bambula gemeinsam die Redaktion verantworteten.
Bilder[Bearbeiten]
- Zum Freundschafts-Banner: http://schwulengeschichte.ch/epochen/2-weg-zur-selbstbestimmung/freundschafts-banner/?L=0