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Teppichsiedlung Herti
Adresse
6300 Zug
ZG
Architektur
Der Typus der eingeschossigen Atriumreihenhäuser nimmt Bezug auf ein Hofhauskonzept von Mies van der Rohe aus den 1930er-Jahren. Der Wunsch, die Vorteile eines Einfamilienhauses mit einem sparsamen Umgang der Landreserven zu kombinieren, führte in den Nachkriegszeiten zu den ersten sogenannten Teppichsiedlungen. Da die Teppichsiedlung Herti einen sehr guten Erhaltungszustand aufweist und bislang nur minimale Veränderungen vorgenommen wurden, ist diese besonders schützenswert.
Chronologie
Die Teppichsiedlung Herti am Stadtrand von Zug war ein Bestandteil der Gesamtplanung Hertiallmend, welche die Korporation Zug als Grundeigentümerin zwischen 1955 und 1960 entwickeln liess. Ziel war es, eine möglichst grosse Durchmischung von Nutzungsformen und Wohnungen in unterschiedlichen Preisklassen zu erreichen. Die damals noch jungen Architekten Leo Hafner und Alfons Wiederkehr erarbeiteten ein entsprechendes Bebauungskonzept und zeichneten auch für die Planung und Ausführung der Teppichsiedlung zwischen 1963 und 1966 verantwortlich.
Lage
Das Hertiareal, das mehrheitlich grossmassstäbliche Bauten aus den 1960er- und 1970er-Jahren aufweist, wird im Westen, zur Lorze und zur Landwirtschaftszone hin, von der Teppichsiedlung abgeschlossen. Im Osten der Siedlung führt die Letzistrasse entlang. Die Erschliessung innerhalb der Siedlung erfolgt über Fusswege. Die Parkplätze sind in der nordöstlichen Ecke zusammengefasst.
Beschreibung
Die 19 identischen Reiheneinfamilienhäuser sind in fünf Gruppen gebündelt, welche von Grünflächen umgeben in zwei leicht versetzten Reihen angeordnet sind. Die eingeschossigen, jeweils zwischen zwei Backsteinmauerwerkschotten aufgespannten Häuser verfügen über einen offenen Innenhof im Eingangsbereich an der Nordostecke und über einen halboffenen Sitzplatz mit einer Gartenfläche auf der Westseite. Dies verleiht ihnen den spezifischen Charakter von Atriumhäusern. Das Flachdach endet in einer breiten Traufe, die von einer dunklen Holzverschalung geschützt wird. Die Fassaden sind horizontal in ein Brüstungs- und Fensterband unterteilt. Die Wandflächen zwischen den Fenstern sind ebenfalls mit einer dunklen Holzverschalung verkleidet, die Brüstungen weiss verputzt. Die vertikalen Wandschotten und die horizontale Fassadengliederung geben den kubisch anmutenden Gebäudegruppen eine gerasterte Struktur und bilden farbliche Kontraste. Dank der kompakten und kostengünstigen Bauweise waren die fünfeinhalb Zimmer umfassenden Wohneinheiten bei ihrer Fertigstellung erschwinglich.
Literatur
IG Baukultur der Moderne Zentralschweiz (Hg.). Architektur in Gefahr 1920–1970. Luzern 2018. – Kanton Zug (Hg.). Inventar der schützenswerten Denkmäler. Zug 2018. – Hafner, Leo. LHA, Leo-Hafner-Archiv. Bilder, Plastiken, Bauten. Steinhausen 2009, S. 234–237. – Bauforum Zug (Hg.). Zuger Bautenführer. Ausgewählte Objekte 1902—2012. Luzern 2013, S. 58–59. – Stadlin, Daniel. Arbeitsinventar der Kulturobjekte. Zug 2010 (Typoskript). – Schweizer Heimatschutz (Hg.). Baukultur entdecken. Die Architektur der 1950er und 1960er Jahre. Zug 2009, Nr. 11. – Bauforum Zug (Hg.). Zuger Bautenführer. Ausgewählte Objekte 1920–1990. Zug 1992, S. 48. – Hafner, Leo. 40 Jahre – 40 Objekte. Zug 1988, S. 64–67. – Adler, Florian; Girsberger, Hans; Riege, Olinde (Hg.). Architekturführer Schweiz. Zürich 1978, Nr. 4058.
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