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Untertitel: Sonderausstellungen und Workshops im Römermuseum Vallon
Autor: Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN
Dass ein Museum keine «heilige Halle» und eine Ausgrabungsstätte kein staubiges Feld für Archäologen ist, beweist das Römermuseum Vallon. Die beiden Glanzstücke der permanenten Ausstellung sind die aus dem zweiten und dritten Jahrhundert stammenden Mosaike: Bacchus- und Ariadne- und das Venatio-Mosaik mit den Jagd-Szenen.
In der Sonderausstellung im ersten Stock des Museums hat Carmen Buchiller, Konservatorin, die beiden Bereiche Archäologie und Genetik miteinander verknüpft.
Théodebert und Ötzi
Anhand von DNA-Analysen konnten Forscher unter anderem nachweisen, dass der 1991 im Tirol aufgefundene Leichnam, den man «Ötzi» taufte, Eisen- und Aluminium-Spuren aufwies. In seiner Ausrüstung fanden sich Spuren einzelliger Algen, die (vor 5300 Jahren) eher der sibirischen Tundra als den ägyptischen oder präkolumbianischen Fundorten zuzuordnen sind.
1985 wurde in einem gallo-romanischen Komplex am Fusse der Kirche von Carignan in Vallon das Skelett eines rund 60-jährigen Mannes gefunden. Buchiller gab dem aus der Zeit um 680 nach Christus Geborenen den Namen Théodebert (nach dem Namen des Königs Théodoric). Wiederum aufgrund von DNA-Analysen konnten die äusserlichen Körpermerkmale und durchgemachten Krankheiten festgestellt werden.
Anthropologie und Archäologie
Théodebert hatte Zysten im Kiefer, Karies und Parodontose in den Zähnen und starb sehr wahrscheinlich an einer Lebensmittelvergiftung. Aufgrund der Forschungen wurde eine Zeichnung des gefundenen Merowingers gemacht. Er besass blaue Augen, helle, dann von der Sonne gebräunte Haut und braune Haare. Eine Tonbildschau führt in das (fiktive) Leben des damaligen Bewohners der Broye ein. «Die Anthropologie ist eine naturwissenschaftliche Teildisziplin, in der Biologie und Kulturwissenschaften aufeinander treffen», sagt die Museumsleiterin. Mit der Sonderausstellung möchte sie die Besucher auf die moderne Forschung im Bereich der Genetik aufmerksam machen. Der Molekularbiologe Pierre-Alain Menoud führte am 17. Juli mit einem Vortrag in das Thema Archäologie und Genetik ein. Diese Vortrag wird am 13. September 2003 wiederholt.