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Zellgewebe (tela cellulosa), eins der allgemeinsten und am meisten verbreiteten organischen
Gewebe. Die eigentlichen Gewebe des tierischen Körpers, wie die Muskelbündel, Nerven,
[* 4] Drüsenbestandteile u. s. w., liegen
meist nicht einfach aneinander, sondern werden durch eine aus feinen Fäden bestehende Substanz zusammengehalten, durch das
Bindegewebe. In diesem Falle bildet das Bindegewebe, welches jene Gewebsbestandteile umstrickt, kein selbständiges
Gewebe, sondern nur ein Hilfsorgan.
In der Umgebung größerer Gewebsmassen, z. B. der Drüsen, ganzer Muskeln
[* 5] und Muskelmassen, tritt es jedoch zu festen Häuten
zusammen, welche jene scheiden= oder kapselförmig einhüllen; ebenso bildet es die Grundlage der hautartigen Überzüge der
Leibeshöhlen und der eigentlichen Haut
[* 6] an der Körperoberfläche. Zwischen größern Gewebsmassen (z. B. der Haut und
den darunterliegenden Muskeln) bildet es eine lockere, zellige Masse, die Zellgewebe heißt.
Das Zellgewebe gehört zu den einfachsten Geweben des Körpers. Es erscheint unter dem Mikroskop
[* 7] in der Form feiner, langer,
welliger, oft untereinander verfilzter Fäserchen und ist dasjenige Gewebe, welches bei Neubildungen stets mit auftritt.
Während die komplizierter gebauten Gewebe nach ihrem Verlust nur in seltenen Fällen wieder ersetzt werden,
entsteht Bindegewebe überall da, wo solche Verluste stattgefunden haben; es ist die bekannte Narbensubstanz. (S. Narbe.) Ebenso ist
es auch bei krankhaften Neubildungen beteiligt. Seine chem. Natur ist dadurch charakterisiert,
daß es beim Kochen Leim giebt und bei Zusatz von Essigsäure aufquillt und durchsichtig wird. Eine eigentümliche
Modifikation der Bindegewebsfasern sind die sog. elastischen Fasern, die sich besonders in den
Bändern, Gefäßen und im Lungengewebe finden und die große Elasticität dieser Organe bedingen.