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Den «Hummelflug» kennt jeder – aber wer kennt die Oper, aus der er stammt? Nikolai Rimsky-Korsakov schrieb «Das Märchen vom Zaren Saltan» im Alter von 55 Jahren, auf dem Höhepunkt seines Ruhms. Als Dozent am Petersburger Konservatorium, erfolgreicher Opernkomponist und letztes aktives Mitglied des «Mächtigen Häufleins», des Kreises um Mussorgski und Borodin, nahm er eine Vermittlerrolle zwischen Tschaikowskis Generation und den jungen Wilden wie Rachmaninow oder Strawinski ein, von denen einige zu seinen Schüler zählten.
Rimskis Oper, uraufgeführt im November 1900, handelt vom Zaren Saltan, der Frau und Sohn aufgrund von falschen Gerüchten verstösst. Nach vielen Irrfahrten und Wundertaten findet man sich wieder. Sohn Gwidon, zum Helden gereift, heiratet jene Prinzessin, die ihm zuvor als verzauberter Schwan zur Seite stand. Und die Hummel? In die hat sich Gwidon verwandeln lassen, um unerkannt an den Zarenhof gelangen zu können. Der berühmte Hummelflug ist zwar nicht Bestandteil der «Zar Saltan»-Orchestersuite, dafür aber die Introduktionen zu den Opernakten I und II sowie zur Schlussszene (IV. Akt). Sie alle werden, wie bei einer Jahrmarktskomödie, von einer Trompetenfanfare eröffnet. Schildert der erste Satz die fröhliche Stimmung am Zarenhof vor dem verhängnisvollen Urteilsspruch, malt der zweite Satz das aufgepeitschte Meer, auf dem Gwidon und seine Mutter in einem Fass ihrem ungewissen Schicksal entgegentreiben. Satz drei schliesslich beschreibt die drei Wunder der Insel Bujan: das magische Eichhörnchen, die 33 Krieger und die Schwanenprinzessin.