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Ein Pathogen entwickelt sich nach bestimmten, meistens klar abgrenzbaren Phasen. Landung auf dem Wirtsgewebe des Vermehrungspartikel, Keimung, Eindringen, Ausbreiten im oder auf dem Wirt, Sporulation, Verbreitung der Sporen. Bei vielen pilzlichen Pathogenen kann dieser Zyklus als asexueller Zyklus der der Massenvermehrung des Pilzes dient gelten (Fig. 3.1). Oft haben die Pilze noch einen sexuellen Zyklus der prinzipiell in ähnliche Phasen aufgeteilt wird, wobei oft eine Ruhephase zum Überbrücken der wirtsfreien Zeit oder des Winters eingeschalten wird.

Krankheiten und Schädlinge können nach ihrer Vermehrungsart
und Strategie in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die eine Gruppe durchläuft
einen einzigen Zyklus während der Lebensdauer des Wirtes oder des
befallenen Gewebe (univoltine Arthropoden resp. monozyklische Krankheiten),
die andere hingegen ist fähig, mehrere Zyklen in dieser Zeit durchzuführen
(polyzyklische Krankheiten).
Der Zeitraum einer Epidemie ist in der Regel vom Wirt abhängig
und beginnt z. B. beim Überschreiten des Entwicklungsnullpunktes für
das Wachstums der Blätter bei einer Blattkrankheit. Im Agroökosystem,
räumlich begrenzt auf ein Feld oder Obstgarten, Rebberg usw. kann
der Beginn einer Epidemie meistens klar festgelegt werden. Schwierig hingegen
wird es bei Krankheiten ausserhalb des Agroökosystems (Kastanienkrebs)
und bei mehrjährigen Kulturen und weitgefassten räumlichen Grenzen
(Echte Mehltauepidemie Mitte letztes Jahrhundert in Europa). In Folge wird
immer vorausgesetzt, dass die zeitlichen und räumlichen Grenzen eindeutig,
unmissverständlich festgelegt sind. Für die epidemiologischen
Analysen werden nur Dauer der Latenzperiode und Dauer der infektiösen
Zeit einer Läsion benötigt. Erst bei der Konstruktion analytischer
Modelle und teilweise bei Prognosemodellen werden zusätzliche zeitliche
Perioden berücksichtigt und benötigt.
Zeitspanne zwischen Beginn der Infektion (Inokulation) und der frühest
möglichen Weiterverbreitung. Bei Pilzen vom Haften der Infektion bis
Beginn der Sporulation.
Zeitspanne, während der eine bestimmte Läsion (oder Teil
einer Läsion) sporuliert.
Zeitspanne von Beginn des Infektionsvorgang bis zum Sichtbarwerden
der ersten Symptome. In einigen älteren Lehrbüchern wird sie
auch gleichzeitig als Latenzzeit definiert. Muss in Modellen verwendet
werden, um die Verzögerung zwischen dem zeitlichen Auftreten berechneter
neuer Läsionen und denjenigen, die in der Natur sichtbar werden zu
kompensieren.
Zeitdauer, welche der Pathogen braucht, um ein parasitisches Verhältnis
mit dem Wirt einzugehen. Wird oft in Warn- und Prognose-Modellen verwendet.
Z.B. Apfelschorf: Anhand von Tabellen (Mills) kann die Dauer der Infektionszeit
bei verschiedenen Temperaturen abgelesen werden und mit der Dauer des Vorhandenseins
eines Wasserfilms verglichen werden. Der Vergleich ermöglicht das
Abschätzen der Wahrscheinlichkeit von Infektionen.
Die räumliche Abgrenzung muss klar umschrieben sein. Feld, Gebiet,
Kontinent usw. Ohne eine klare räumliche Abgrenzung sind die Faktoren,
welche von aussen ins System eingreifen, nicht klar von den systeminneren
Faktoren abgrenzbar. Bei mehrjährigen Kulturen und im Forst ist dies
besonders wichtig.
Der Befall wird meistens als Anteil der Wirtspopulation, die Symptome
aufweist, angegeben. Beim Halmbruch des Getreides Pseudocercosporella
herpotrichoides als bodenbürtige Krankheit werden die Anzahl Halme
mit Symptomen gezählt. Bei Blattfleckenkrankheiten wird die % befallene
Blattfläche anhand von Vergleichsschemen bestimmt oder (EPIPRE) berechnet
aus der Korrelation zwischen der Anzahl Blättern mit Symptomen und
dem %ualen Blattflächenbefall. Bei der Bestimmung des Befalles als
Anteil am Wirt, wird dieser unbewusst auf 1 (100%) normiert (Kap.5).
Faktoren welche in das analysierende System von Aussen eingreifen (Kap
2.5).
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