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Die kalifornische Künstlerin Liz Craft (*1970, Los Angeles, CA, USA) schafft Skulpturen und figurative Installationen, die wie Fragmente im Raum stehen und von Geschichten zu erzählen scheinen, deren träumerische Atmosphäre mit Surrealismus, Feenmärchen oder Drogenhalluzinationen in Verbindung gebracht werden kann. Ihre Formensprache wirkt unmittelbar, wobei sich Techniken und Materialien hierarchielos zusammenfügen und von Stoff, Plastik, Glas, Pappmaché bis zu Kunstharz, Keramik oder Bronze reichen.
Für ihre Kunst schöpft Liz Craft vor allem aus dem Gedankengut der amerikanischen Gegenkultur der 1960er Jahre, dem Psychedelismus und der Popkultur. Sie bedient sich Bildreferenzen aus B-Movies, Western- oder Horrorfilmen, Comics oder der Ästhetik der Kulissen von Vergnügungsparks. Immer wieder hebt die Künstlerin Figuren wie Hexen, Einhörner, Motorradfahrer, Piraten oder den Tod aus ihren Kontexten heraus und zitiert, übertreibt und verdichtet sie in ihren Werken.
Im Ausstellungsraum treten die Werke zueinander in Beziehung und werden zu Akteuren eines Bühnenstücks. Die Blicke ihrer Figuren, die Worte und Gesten konstellieren sich in jeder Präsentation neu und definieren eine andere Erzählung. Die Wandskulpturen der Serie Speech Bubbles, deren Form an Sprechblasen aus Comics oder Sofortnachrichten erinnert, scheinen Gespräche wiederzugeben, die die Werke untereinander führen. Als Werktitel wählt sie schlagkräftige Aussagen: Suck it Hippie! (2017) oder Do You Love Me Now (2019).
Liz Crafts skulpturale Arbeit hat etwas Ausuferndes, wie die Wandarbeit Strange Thing (2018), ein parasitärer Organismus aus elektrischen Schaltkästen und Kabelleitungen, der sich über die Wände ausbreitet und ihre Grenzen auslotet. Ihre Werke erinnern an jene kalifornische Respektlosigkeit, die unter dem Begriff «Too Cool for School» zusammengefasst werden kann. Die Redewendung beschreibt eine Attitüde, die aus amerikanischen Teenagerfilmen stammt und sich auf ein lässiges, aber arrogantes Individuum bezieht, das sich gerne über Regeln und soziale Codes hinwegsetzt.