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Magnus Wieland und Nadir Weber erhalten den Prix Jubilé
An ihrer Jahresversammlung vom 11. und 12. Mai in Luzern verlieh die SAGW den Nachwuchsforschern Magnus Wieland und Nadir Weber den mit insgesamt 10'000 Franken dotierten Prix Jubilé für ihre Artikel von herausragender wissenschaftlicher Qualität.
Bern, 16. Mai 2012. An ihrer Jahresversammlung vom 11. und 12. Mai verlieh die Schweize-rische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) den Nachwuchsforschern Magnus Wieland und Nadir Weber den mit insgesamt 10'000 Franken dotierten Prix Jubilé für ihre Artikel von herausragender wissenschaftlicher Qualität.
Nadir Weber, Universität Bern
Nadir Weber (27, rechts im Bild) erhält den Prix Jubilé 2012 für seinen Artikel «Die Republik des Adels – Zum Begriff des Aristokratie in der politischen Sprache der Frühen Neuzeit». Der Ausgangs-punkt seiner Arbeit ist die Feststellung, dass die Frage der Aristokratie als Regierungsform, nachdem sie die politischen Denker seit Aristoteles, aber vor allem vom 16. bis 18. Jahrhun-dert beschäftigte, fast nicht mehr behandelt wurde. Seit 1788, ist «Aristokratie» ein Synonym für «Feind der Revolution» geworden. Der Artikel zeigt auf hervorragende Weise, was For-schung, einerseits über den Adel in den Republiken seit Beginn der Moderne, andererseits über den aristokratischen Republikanismus in den reformatorischen Diskursen des Adels der Monarchien, bringen kann.
Der Autor überzeugt durch seine ungewöhnliche intellektuelle Reife und durch seinen frühen Sinn für die richtige Art von Fragen, die sich ein Forscher stellen sollte.
Nadir Weber doktoriert am Historischen Institut der Universität Bern und ist Mitarbeiter des SNF-Forschungsprojekts «Verstaatlichung von Aussenbeziehungen».
Magnus Wieland, Universität Zürich
Magnus Wieland (33, links im Bild) erhält den Prix Jubilé 2012 für seinen Artikel «Jean Pauls Sudelbiblio-thek. Makulatur als poetologische Chiffre». Die Romane von Jean Paul setzen sich aus ins-gesamt rund zwanzig Tausend Seiten von Auszügen aller Art zusammen, die er seit seiner Jugend sammelte, indem er sie Werken mehr oder weniger enzyklopädischer Natur ent-nahm. In seinem Artikel zeigt Markus Wieland, welche Funktionsänderung die grundsätzlich nicht literarischen Texte dadurch erfahren.
Der Artikel von M. Wieland erregt augenblicklich die Aufmerksamkeit des Lesers und unter-hält diesen auf überraschende und verblüffende Art. Nebst seiner anregenden interdisziplinä-ren Sicht ist es spannend zu sehen, wie er eine Frage, die auf den ersten Blick eher eigenar-tig erscheint, in ihrer ganzen Tragweite erörtert.
Magnus Wieland promovierte mit einer Dissertation zu Jean Paul an der Universität Zürich und ist seither wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern.