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Etappen und Ergebnisse 1995-2004
1995: COP1: Berlin
Verabschiedung des "Berliner Mandats", welches Gespräche über neue Verpflichtungen einleitet. Es sollen zahlenmässige Zielvorgaben für die Begrenzung und Reduzierung der Emissionen innerhalb bestimmter Fristen (2005, 2010, 2020) festgelegt werden. Für Entwicklungsländer sind keine neuen Verpflichtungen vorgesehen.
1996 : COP2: Genf
Die teilnehmenden Regierungsvertreterinnen und -vertreter bekräftigen die Notwendigkeit eines Zusatzprotokolls zur Klimakonvention, das verbindliche quantitative Ziele festlegt. Die Verhandlungen im Rahmen des "Berliner Mandats" treten in die entscheidende Phase.
1997: COP3: Kyoto
Über 5000 Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien nehmen an dieser Konferenz teil, welche am 11. Dezember 1997 zur Verabschiedung des Protokolls von Kyoto führt. Damit ist die Grundlage für eine international verbindliche Emissionsreduktionspolitik gelegt.
Das Protokoll tritt am 16.2.2005 in Kraft, nachdem es von mehr als 55 Staaten ratifiziert worden ist, welche für 55% der CO2-Emissionen der Industrieländer verantwortlich sind (Stand der Ratifikation 2016: 192 Staaten).
1998: COP4: Buenos Aires
Das Kyoto-Protokoll enthält zahlreiche Bestimmungen, die noch konkretisiert werden müssen. In Buenos Aires wird ein umfangreicher Aktionsplan ("Buenos Aires Plan of Action") verabschiedet.
1999: COP5: Bonn
Die Arbeiten zum Aktionsplan sind in vollem Gange. Zahlreiche Vertragsstaaten der Konvention fordern seine planmässige Umsetzung bis im Jahr 2000, damit das Kyoto-Protokoll zehn Jahre nach dem "Erdgipfel" von Rio (d.h. 2002) in Kraft treten kann.
2000: COP6: Den Haag
Die Fronten verhärten sich bei den umstrittensten Punkten: Anwendung der flexiblen Mechanismen und der Kohlenstoff-Senken, Kontrolle der Einhaltung der Länderverpflichtungen, Unterstützung der Entwicklungsländer im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Die Konferenz muss ohne klares Ergebnis vertagt werden.
2001: Dritter Lagebericht des IPCC
Der Bericht bekräftigt und vertieft die früheren Befunde des IPCC. Er hält darüber hinaus fest, dass die weltweite Erwärmung seit den 70er-Jahren allein durch die natürlichen Schwankungen des Klimas nicht mehr erklärt werden kann.
Zusammenfassung des Berichts in deutscher Übersetzung
2001: COP6 bis: Bonn
Die wieder aufgenommenen Verhandlungen stehen unter einem negativen Vorzeichen: Die USA als grösste Emittenten von Treibhausgasen haben im Frühjahr erklärt, dass sie das Kyoto-Protokoll nicht ratifizieren werden. Der Wille, das Protokoll umzusetzen, behält die Oberhand und mündet in eine Einigung auf die wesentlichen Anwendungsgrundsätze.
2001: COP7: Marrakesch
Die Vereinbarung von Bonn wird in konkrete Beschlüsse gefasst:
Trotz letzter Kompromisse, die die Anforderungen des Protokolls weiter senken, ist das politische Signal deutlich: Auch ohne die USA will die Staatengemeinschaft eine verbindliche, international koordinierte Politik zum Schutz des Klimas. Der Weg zur Ratifizierung und damit zum Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls ist frei.
2002: COP8: New Delhi
Verschiedene Detailbestimmungen zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls werden bereinigt. Für das Inkrafttreten des Protokolls fehlt noch die Ratifikation durch Russland.
Erste, sehr kontroverse Diskussionen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern über mögliche Ziele und Prioritäten für die Zeit nach Ende der ersten Verpflichtungsperiode (2008-2012) des Kyoto-Protokolls.
2003: COP9: Mailand
Nachdem für das Inkrafttreten des Protokolls nach wie vor die Ratifikation durch Russland fehlt, konzentrieren sich die Verhandlungen auf offene Umsetzungsfragen, insbesondere im Bereich der Senkenprojekte in Entwicklungsländern.
Diskussionen über mögliche Ziele und Prioritäten für die Zeit nach Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls sind weiterhin nur im informellen Rahmen möglich. Artikel 3.9 des Protokolls sieht vor, dass spätestens 2005 die Diskussion über Emissions-Reduktionsziele für die Zeit nach 2012 aufgenommen wird.
2004: COP10: Buenos Aires
Die Konferenz steht einerseits im Zeichen der Ratifikation des Kyoto-Protokolls durch Russland, die das Inkrafttreten im Februar 2005 ermöglicht. Die Verpflichtungen des Protokolls erhalten dadurch verbindlichen Charakter und nehmen die bis anhin rund 130 Unterzeichnerstaaten in die Pflicht.
Andererseits ist die Konferenz geprägt durch die kategorische Ablehnung der Erörterung von Klimaschutzverpflichtungen über den Zeithorizont des Kyoto-Protokolls hinaus (d.h. nach 2012) durch die USA, Indien und die Mitgliedstaaten der OPEC.
Es wird immerhin beschlossen, im Jahre 2005 die Diskussion über die Zukunft der internationalen Klimapolitik aufzunehmen. Zudem verabschiedet die Konferenz ein Arbeitsprogramm über Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 20.05.2016