Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03290.jsonl.gz/1816

Abwasserverband Altenrhein
2018-2019
Trafostation mit zwei unabhängigen Stationen
Ingenieur Betonbau: Daniel Naef, Nänny + Partner AG, St.Gallen
Gestaltung Naturgarten: Peter Richard, Winkler Richard, Wängi
Gesamtleitung: Kuster + Hager, St.Gallen
Elektrotechnik: IBG Engineering, St.Gallen
Quirin Gosslau
Die Gestaltung erinnert an die vertraute Erscheinung technischer Kleinbauten, wie sie etwa im Zuge der Elektrifizierung oder für Verkehrsbauten in den 1920er oder 1930er Jahren ausgeführt wurden. Erinnert sei etwa an die Dienstgebäude, die Hermann Herter entlang der Sihl oder am Zürcher Bellevue baute. Herter erprobte und nutzte hier die Eigenschaften des Betons – er liess die Bauten monolithisch aus den Stütz- und Brückenmauern herauswachsen, gliederte sie mit Steinmetztechniken (meist mittels Scharrierens) und entwickelt die Vordächer nahtlos und gerundet aus den Wänden. Auch seine Vorliebe für gerundete Ecken - egal in welchem Material - finden sich bei diesen Kleinbauten häufig.
Im leicht abschüssigen Terrain zwischen Waldrand und einer Stützmauer ist der Sockel des Baukörpers als langes, lineares Element ins Terrain geschoben. Dieser Sockel entwickelt sich aus der leichten Böschung und etabliert ein kontrapunktisches Element zur umgebenden Natur, die über die Jahre in grosser Biodiversität wieder Besitz nehmen wird von der direkten Umgebung der Station. Auf dieser Plattform, leicht abgehoben von der als Unterholz wachsenden Bepflanzung und sicher vor jedem Hochwasser, erhebt sich als monolithischer Betonkörper die eigentliche Trafostation.
Die Aussenmasse, die Ausführung in Beton und die Anordnung der Lüftungsauslässe waren aufgrund der technischen Bedingungen gegeben. Wir nutzten die Vorgabe, Beton zu benutzen – um dessen Möglichkeiten in verschiedenen Facetten auszuschöpfen:
Um das Erscheinungsbild klarer, kontrollierter und einfacher zu gestalten, wurden die technisch bedingten und angeordneten Ein- und Auslässe der Trafobelüftung zu Bändern zusammengefasst: einem unteren (Lufteintritt) und einem oberen (Luftaustritt) Band, das mit einem Lamellengitter abgedeckt wurde. Mit schmalen, tiefen Lamellen stellen wir einerseits den Lüftungsquerschnitt sicher, andererseits ein in der perspektivischen Wahrnehmung einheitliches Bild, dass die dahinter liegenden, gestalterisch nicht zu beeinflussenden Auslässe überspielt.
Innerhalb dieses Bandes und hinter dem Lamellengitter können handelsübliche Lüftungsauslässe nach Bedarf angeordnet wurden - auch in Zukunft. So stellen wir eine dauerhafte Gestaltung der Baute für die Zukunft sicher: Beim Einbau einer neuen Trafogeneration können, von aussen kaum sichtbar, passende Öffnungen einfach innerhalb der "Bandfenster" am passenden Ort erstellt werden.
Weitere von uns gestalterisch betreute Bauten auf der Anlage sind: