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Gut ein Drittel der Länder stellt die Uhren für die Sommerzeit um. In der Nacht auf Sonntag ist es auch in der Schweiz wieder so weit. Dass das Phänomen Zeitumstellung immer wieder für kuriose Situationen sorgt, zeigen diese fünf Beispiele.
Der Blick auf die Weltkarte zeigt: Naturgemäss stellen die Länder in Äquatornähe die Uhr nicht – oder nicht mehr – um.
Die meisten Länder haben eine einheitliche Regelung. Einige Ausnahmen gibt es jedoch. So hat beispielsweise der amerikanische Bundesstaat Arizona im Sommer die gleiche Zeit wie Kalifornien, im Winter jedoch wie der nördliche Nachbar Utah.
2007 stellte Venezuela auf Anweisung des damaligen Präsidenten Hugo Chávez die Uhren um eine halbe Stunde zurück. Warum das damals geschah, ist nicht ganz klar. Offizieller Grund waren ein verbesserter Stoffwechsel und Schlafrhythmus durch den neuen Tagesverlauf. Kritiker vermuteten aber auch, dass das Land nicht mehr in der gleichen Zeit wie Erzfeind USA leben wollte – und sich deshalb um eine halbe Stunde in die Vergangenheit katapultierte.
Seit 2016 ist es vorbei mit der Extrawurst: Venezuela stellte die Uhr wieder um eine halbe Stunde vor.
Für kurze Zeit wusste keiner so recht, wie spät es in Marokko ist: Die Regierung entschied nämlich erst einen Tag vor der geplanten Umstellung im letzten Herbst, dass man nun doch die Sommerzeit belassen werde.
Die Folge waren verwirrte und verärgerte Marokkaner, falsche Uhrzeiten auf Computern und Smartphones und eine einstündige Verspätung auf allen Flügen der Royal Air Maroc.
Bis zum letzten Jahr drehte Marokko sogar vier Mal im Jahr an den Uhren: Zusätzlich zur Umstellung im Frühling und Herbst stellte man auch jeweils für die Ramadan-Wochen die Uhr um. Heutzutage gilt dort jedoch die gleiche Zeit wie bei uns.
Die erste Zeitumstellung in der Geschichte fand in Kanada statt: In der Kleinstadt Port Arthur, dem heutigen Thunder Bay, hatte ein einheimischer Geschäftsmann die Idee, die Uhr während des Sommers der östlichen Zeitzone anzupassen. So konnten die Kinder eine Extrastunde an der Sonne geniessen. Die Stadt stellte ihre Uhren ab 1908 jeweils von Juni bis September eine Stunde vor.
Der grösste Teil Kanadas passt noch heute seine Uhren der Zeit des Nachbars USA an. Ausnahmen bilden der Staat Saskatchewan, Southampton Island und einige Regionen in British Columbia und Québec (in der Weltkarte oben die grauen Bereiche Kanadas).
Am Südpol geht die Sonne im Südsommer nie unter, im Winter ist sie nie zu sehen, eine Zeitumstellung macht folglich wenig Sinn – könnte man meinen. Doch am Südpol gibt es wohl die komplexeste Zeitumstellung der Welt. Die vielen Forschungsstationen richten ihre Uhr nämlich nach ihrem jeweiligen Herkunftsland.
Als sich die Elektrizitätskrise in Bangladesch 2009 verschärfte, entschied man, per Mitte Juni alle Uhren eine Stunde vorzustellen, um Strom zu sparen. Die Änderung geriet jedoch sehr schnell in die Kritik. Die Menschen konnten sich nicht an die Zeitumstellung gewöhnen, einige Ladenbesitzer passten ihre Öffnungszeiten nicht einmal der neuen Zeit an.
Ende Dezember 2009 wurden die Uhren wieder zurückgestellt – drei Monate später als ursprünglich geplant – und seither hat Bangladesch die Zeitumstellung abgeschafft.