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Wie "News.com" berichtet, hat IBM in den letzten Jahren in relativer Stille eine Software entwickelt, dank derer Unternehmen im Netzwerk gespeicherte Dokumente aller Art - sowohl strukturierte Daten wie Datenbanken als auch unstrukturierte wie E-Mails, Bilder und Texte - sehr viel leichter und schneller finden können sollen, als dies heute möglich ist. Die Software, die noch keinen Namen hat, soll nächstes Jahr marktreif sein.
Wie Janet Perna, General Manager von IBMs News.com erzählte, war es IBMs Ziel, die Suche nach Informationen in einem Unternehmensnetzwerk ebenso leicht zu machen, wie die Suche nach Infos auf dem Internet mit Google oder anderen Suchmaschinen. Die IBM-Software soll dabei aber wesentlich mächtigere und an den Unternehmenseinsatz angepasstere Funktionen haben, als Google & Co. Gemäss Perna handelt es sich dabei um eine Datenbank-ähnliche Software, die Dokumente im XML-Format speichert. Im Gegensatz zu heutigen relationalen Datenbanken werde sie die XML-Files aber nicht in verschiedenen Tabellen, sondern in einer dem XML-Format entsprechenden Baumstruktur ablegen, was die Suchgeschwindigkeit stark verbessern soll. Verglichen mit anderen, nativen XML-Datenbanken, die es ja schliesslich auch schon gibt, soll die neue IBM Datenbank eine wesentlich höhere Performance und Skalierbarkeit - in einem ähnlichen Leistungsbereich wie IBMs DB2 - bieten.
Für IBM dürften damit komplizierte neue Konkurrenz- und Partnerschaftsverhältnisse entstehen. Oracle und Microsoft haben Pläne in einer ähnlichen Richtung – Microsofts Hauptvehikel dabei, das neue Filesystem WinFS, ist aber gerade auf den St. Nimmerleinstag verschoben worden. Google, Yahoo und ebenfalls Microsoft andererseits wollen ihre Websuchtechnologien auf PCs auszudehnen und dürften neben Heimanwender später auch Unternehmen anvisieren. Und auch im Herzen der Softwaresuiten von Enterprise Content Management-Herstellern wie Open Text oder Documentum stehen letztendlich Suchtechnologien. (Hans Jörg Maron)