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Das brasilianische Staatsministerium hat die Aufhebung einer Strafe gefordert, die ein Indio von der Umweltbehörde Ibama erhalten hat. Sein Vergehen war, dass er selbst hergestellten Schmuck und Kopfschmuck aus Federn verkaufen wollte. Die Umweltbehörde hat darauf mit einem Bußgeldbescheid in Höhe von drei Millionen Reais (umgerechnet derzeit etwa 700.000 Euro) reagiert.
Zum Verhängnis wurde Timóteo Taytasi Wai-Wai vom Volk der Wai-Wai im brasilianischen Bundesstaat Pará, dass er den von ihm hergestellten Schmuck und Kopfschmuck in der Stadt Oriximiná verkaufen wollte, um sich mit dem Erlös sein Studium fernab seines Heimatdorfes zu finanzieren. Bei einer Kontrolle hat die Umweltbehörde 132 Produkte aus Federn von Papageien und Aras bei ihm gefunden und umgehend mit der Verhängung der extremen Geldstrafe reagiert.
Ereignet hat sich der Vorgang schon im Jahr 2009. Vom öffentlichen Verteidiger Timóteos wurde Einspruch gegen das unverhältnismäßig harte Vorgehen der Behörde erhoben. Das Staatsministerium hat allerdings erst jetzt reagiert und bei Gericht eine Aufhebung der Strafe gefordert. Begründet wird dies unter anderem mit einem unverhältnismäßigen Vorgehen der Umweltbehörde.
Als Vergleich wird die von der Ibama an das Energieunternehmen “Norte Energia“ verhängte Strafe von acht Millionen Reais angeführt. Das Unternehmen ist Linzenznehmer des umstrittenen Wasserkraftwerkes Belo Monte, das derzeit mitten im Amazonas-Regenwald für 32 Milliarden Reais (etwa 7,4 Milliarden Euro) entsteht. Verantwortlich gemacht wird es für den Tod von 16 Tonnen Fischen.
Weiter führt das Staatsministerium aus, dass das “Artesanato“ ein wichtiger kultureller Teil der Ethnie und deren Identität sei. Hervorgehoben wird zudem der Schutz des Regenwaldes und seiner Artenvielfalt durch die indigenen Völker, was durch diverse Studien belegt ist.
Kritisiert wird Ibama ebenso von der Indiobehörde Funai. In einem Dokument an das Gericht führt sie aus, dass Timóteo keineswegs mit einer großen Produktion arbeitet und auch nicht über Technologien verfügt, die den Bestand der Papageien gefährden könnten.
Das Herstellen von traditionellen Schmuck und Kopfschmuck wird von der Funai ebenso als wertvolle Strategie zur Stärkung der Kultur und Wirtschaft des Volkes eingestuft. Das artesanato ist oft die einzige Quelle, mit der die Urvölker Brasiliens Geld verdienen können. Ob die harte Strafe aufgehoben wird, liegt nun jedoch in der Hand der Richter.