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Thema
Fragestellung
In unserer Arbeit möchten wir der Frage nachgehen, warum die Schweizer Stickerei-Industrie zwischen 1850 und dem Ersten Weltkrieg so erfolgreich war und warum sie danach fast vollständig zusammengebrochen ist. Es sollen dabei die Faktoren des wirtschaftlichen Wandels herausgearbeitet und ihre relative Bedeutung erforscht werden.
Bei der Untersuchung möchten wir transnationalen Phänomenen besondere Aufmerksamkeit schenken. Eine solche Perspektive bietet sich gerade bei einer Untersuchung zur Schweizer Stickerei-Industrie an, da im unmittelbar an die Ostschweiz angrenzenden Vorarlberg ebenfalls in grossem Ausmass Stickereien produziert wurden und die beiden Gebiete seit der Einführung der Stickerei in der Mitte des 18. Jahrhundert intensive Beziehungen unterhielten.
Eingrenzung
Ohne künstliche Grenzen zu ziehen, kann das Thema zumindest zeitlich und geografisch konkretisiert werden. Die in Abbildung (1) ersichtliche Entwicklung der Exporte und die für die Mitte des 19. Jahrhunderts vergleichsweise schwierige Quellenlage legen einen Fokus auf die Periode zwischen 1865 und 1935 nahe, da sich während diesen 70 Jahren praktisch die ganze interessierende Entwicklung vollzog. Bei diesen Eckdaten soll es sich aber nicht um starre Grenzen handeln, da sonst wichtige technische Entwicklungen vor und um 1850 wie beispielsweise die Erfindung der Handstickmaschine oder der langfristige Erfolg von in der Krise gewählten Strategien einzelner Akteure unberücksichtigt blieben.
Neben der zeitlichen ist eine räumliche Konkretisierung möglich. Dank der regionalen Konzentration können wir uns bei der Analyse der Produktion auf die Ostschweiz und das angrenzende Vorarlberg beschränken. Eine solche Beschränkung kommt bei der Untersuchung der Nachfrage grundsätzlich nicht in Frage, da Schweizer Stickereien in viele Länder exportiert wurden, auch wenn Hauptabsatzgebiete wie die USA identifiziert werden können. Ebenso ist zu berücksichtigen, dass die zur Klärung von Kausali-täten und zur Einschätzung der spezifischen Differenz erforderlichen Vergleiche (vgl. Kap. 3.2.2) die Berücksichtigung ausländischer Produktionsgebiete sowie auch anderer Schweizer Industrien erfordern.
Stand: 20. Mai 2009