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Trotz des Ausbaus der Windenergie und der Solarenergie nimmt der CO2-Ausstoss nicht wie gewünscht ab. Es wird immer auf den Export von elektrischer Energie hingewiesen. Es gibt aber noch einen anderen, in meinen Augen wichtigeren Grund.
Die folgende Grafik (zum Vergrösseren auf das Bild klicken) zeigt die Stromerzeugung der öffentlichen Netze für Kernenergie, Wind- und Sonnenenergie.
Wie man sieht, konnten Wind und Solar erst in den letzten Jahren den Ausfall der Kernenergie kompensieren. Die Erzeugung aus Kernenergie wird in den nächsten Jahren verschwinden. Der Ausbau der Solarenergie ist stark reduziert. Es scheint zweifelhaft, dass die Windenergie in den nächsten Jahren so weit ausgebaut wird, dass der Ausfall der Kernenergie kompensiert werden kann.
Ich hatte im August 2016 geschrieben, dass Siemens von einem Kohleausstieg profitieren könnte (http://www.flessner.ch/blog/?p=105) und eine Großspende an die Grünen empfohlen.
Jetzt hat sich Siemens in einem Papier an die Koalitionsverhandler für einen Kohleausstieg stark gemacht.
1990 betrug der CO2-Ausstoss in Deutschland ca. 1070 Millionen Tonnen. Das Ziel war 2020 642 Mio. t (-40%) zu erreichen. 2017 sind es aber immer noch 800 Mio. t. Jetzt wird der Kohleausstieg diskutiert.
Wenn man annimmt, dass der sofortige Ausstieg aus der Kohle ein Umstieg auf Gas bedeutet, dann erreicht man eine Reduktion um 100 Mio. t. Damit wäre das 2020-Ziel immer noch nicht erreicht.
Die Gaskraftwerke würden dann noch 126 Mio. t CO2 ausstossen.
Für 2030 ist aber eine weitere Reduktion um 160 Mio. t vorgesehen. Das ist mehr als die Stromerzeugung noch liefert.
Nur mit dem Kohleausstieg ist das 2030-Ziel also nicht erreichbar.
Ohne den Kernenergieausstieg wäre das 2020-Ziel wohl erreicht worden. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft hatte bereits 2005 darauf hingewiesen.
Der Kohleausstieg ist möglich.
Gemäss Agora Energiewende muss man nur 20’000 MW Gaskraftwerke installieren. Das sind ca. 30 Kraftwerksblöcke. Jetzt stellt sich aber die Frage, wo die Gaskraftwerke installiert werden sollen. Es wäre fair, wenn diejenigen, die den Kohleausstieg verlangen, auch die Standorte für die Gaskraftwerke benennen.
Der Strompreis an der Börse ergibt sich aus den Grenzkosten der teuersten Kraftwerke. Das hat zur Folge, dass man mit Gaskraftwerken kein Geld verdienen kann. Da stellt sich die Frage, wer die Gaskraftwerke bauen soll. Darauf würde ich von den Ausstiegsfreunden auch gerne eine Antwort hören.
Aber es wird ja schon die Tatsache der neuen Gaskraftwerke verschwiegen.
Man könnte natürlich auch das EEG ändern. Aber auch dazu hört man nichts.
Im vorigen Beitrag hatte ich geschrieben, dass die Windturbinenbetreiber den nicht produzierten Strom trotzdem bezahlt bekommen. Im Prinzip ja, aber nicht alle letzten Sonntag.
Da ist der Paragraph 51 des EEG (2017) vor. Wenn der Strompreis länger als 6 Stunden unter null liegt, erhalten die Betreiber von grossen Turbinen (> 3 MW) gar kein Geld. Am letzten Sonntag war dies für 21 Stunden der Fall.
Je mehr neue, große Windturbinen installiert werden, desto häufiger treten negative Strompreise auf. In diesem Jahr bereits 103 Mal. Je mehr Windstrom erzeugt, desto mehr sinken die Einnahmen der Betreiber. Wenn man das extrapoliert,….
Beim letzten Sturm hatten wir eine riesige Produktion von Windstrom. Das führte dazu, dass der Strompreis fast den ganzen Tag bei -100 Euro / MWh lag.
Die Grafiken konnten es gar nicht anzeigen (https://www.energy-charts.de/price_de.htm?year=2017&auction=1h&week=43).
Die Übertragungsnetzbetreiber mussten etwa 50 Millionen Euro zahlen, damit sie den Strom überhaupt loswurden. Es blieben nur noch wenige konventionelle Anlagen am Netz, um das System stabil zu halten. Der Windstrom wankte manchmal um 2000 MW innerhalb von 15 Minuten. Die Biogasanlagen liefen weiter. Vermutlich können sie ihr Gas nicht ausreichend speichern.
Wenn so viel Windstrom produziert wird, dass die Leitungen den Strom nicht mehr tragen können, dürfen die Netzbetreiber die Windturbinen abregeln bzw. abstellen. Die Eigentümer bekommen den nichtproduzierten Strom trotzdem bezahlt. Der Netzbetreiber 50 Hertz in Ostdeutschland hat daher bis zu 480 MW abgeregelt.
Wenn die Netzbetreiber den Strom aber nur durch Draufzahlen loswerden können, haben sie anscheinend nicht das Recht, den Windstrom abzuregeln. Es wäre für die Allgemeinheit sehr viel billiger, wenn der Windstrom bei negativen Strompreisen abgeregelt würde.
Oder mache ich einen Denkfehler?