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Hunde sind anhänglich, unterwürfig und treu. Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Katzen hingegen sind eigenwillig, unabhängig und nicht selten ignorant. Das alles sind zwar Klischees, aber im Klischee steckt oft auch ein Funken Wahrheit. Katzen sind keine Rudeltiere wie Hunde, aber sind sie deshalb asozial?
Das Wort asozial besteht aus zwei Teilen. Das A steht für «un-» oder «nicht» und «sozial» hat seinen Ursprung im lateinischen socialis, was «gesellschaftlich» bedeutet und im erweiterten Sinn für «gemeinnützig, hilfsbereit und barmherzig» steht. Asozialität oder weniger abwertend «Devianz» bezeichnet Verhaltensweisen von Ungeselligkeit bis hin zur Gemeinschaftsschädigung, also alles, was von den gesellschaftlichen Normen abweicht. Eine soziale Spezies wird dadurch definiert, dass sich zwischen den einzelnen Mitgliedern stabile Beziehungen herausbilden. Katzen gelten als einzelgängerische Wesen, die sich der Gesellschaft lieber entziehen. Heisst das, dass Katzen keine Beziehungen bilden können?
Je nach Umgebung pflegen Wildkatzen einen eher solitären Lebensstil. Hinzu kommt, dass Katzen lieber alleine jagen und deswegen seltener gemeinsam gesehen werden. Manche Hauskatzen möchten lieber für sich sein, so wie es auch weniger gesellige Menschen gibt. Manche, aber eben nicht alle. Wer Katzen generell vorwirft, sie seien asozial oder gar deviant, kennt eventuell nicht alle Fakten und macht unter Umständen auch einfach den Fehler, Katzen zu sehr mit Hunden zu vergleichen.
Ein gemeinsamer Ursprung
Wobei es zunächst nicht so falsch zu sein scheint, die beiden Spezies miteinander zu vergleichen. Katzen, Hunde und auch alle anderen heute lebenden Fleischfresser wie Seehunde, Löwen oder Hyänen hatten einen gemeinsamen Ursprung. Dieser nach derzeitigem Stand der Wissenschaft letzte gemeinsame Vorfahre wurde nach seinem Fundort nahe des belgischen Dorfes Dormaal Dormaalocyon latouri benannt. Dieses Geschöpf von der Grösse und Gestalt eines Frettchens lebte vor 56 Millionen Jahren in den damals noch subtropischen Wäldern, die wir heute als europäischen Kontinent kennen. (…)
Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 5/16 lesen.