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Die vier Standardsprachen Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch (BKMS), die aus dem ehemaligen Serbokroatischen hervorgegangen sind, können trotz charakteristischer Unterschiede als Varianten einer polyzentrischen Sprache betrachtet werden. Dies ermöglicht es, sie am Slavischen Seminar der Universität Zürich unter Berücksichtigung der Unterschiede in den Varietäten als ein Kontinuum zu unterrichten und erforschen. Im sprachpraktischen Unterricht erhalten die Studierenden die Möglichkeit, eine Sprache/Variante zu wählen, kommen aber auch mit den anderen Sprachen/Varianten in Kontakt, da im BKMS-Unterricht alle Standardsprachen vertreten sind.
Im Rahmen des Projekts (Dauer: Februar 2023-Januar 2025) soll das erste digitale Lehrmittel (in Form von getrennten Pressbooks) entstehen, welches alle vier BKMS-Standardsprachen simultan behandelt und zudem die zwei Varianten des Serbischen (ijekavisch und ekavisch) beachtet. Alle Inhalte (Texte, Audio- und Videomaterial, Übungen und Aufgaben) werden somit in fünf Versionen (B, K, M, S ekavisch, S ijekavisch) bereitgestellt. Im BKMS-Unterricht wird so auf allen Stufen (Grundstufe 1-Mittelstufe 2) sichergestellt, dass die Studierenden die von ihnen gewählte Standardsprache beherrschen und gleichzeitig die Fähigkeiten zur Kommunikation mit den Sprechenden der anderen BKMS-Sprachen erlernen und stärken. Die Studierenden können sich so auf ihre gewählte Sprache fokussieren und der Spracherwerb wird nicht durch mehrfache Angaben zu unterschiedlichen Sprachen und/oder Varianten erschwert. Zudem können sich die Teilnehmenden der BKMS-Sprachkurse und die Herkunftssprechenden des BKMS aktiv an der Gestaltung des Unterrichts und der Pressbooks beteiligen (Erstellen von schriftlichen und mündlichen Übungen, Referaten, Audio-Aufnahmen etc.).
Das Projekt wird von Jelena Gall in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Slavische Sprachwissenschaft durchgeführt.