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Standardisierte Erstbefragung (STEB)
Bei einer Standardisierten Erstbefragung im zivilrechtlichen Rahmen (STEB) wird auf Antrag der fallführenden Fachperson eine minderjährige Person befragt, bei welcher der Verdacht besteht, sie sei Opfer einer Kindsmisshandlung geworden.
Die Befragung dient der Dokumentation von Aussagen über vermutete oder erwiesene Misshandlungen von Minderjährigen. Sie kann zur Klärung beitragen, ob eine vermutete Misshandlung tatsächlich stattgefunden hat und kann eine Entscheidungsgrundlage sein für zivilrechtliche oder andere Massnahmen zur Gewährleistung des Schutzes von Kindern oder Jugendlichen.
Eine Befragung wird per Video dokumentiert, damit die betroffene minderjährige Person im Falle, dass nachträglich ein zivil- oder ein strafrechtliches Verfahren eingeleitet werden sollte, nicht erneut ausführlich befragt werden muss.
Die Befragung erfolgt nach Kriterien des Kindesschutzes und des Strafrechtes. Sie wird von Fachpersonen durchgeführt, die für diese Aufgabe ausgebildet worden sind.
Eine STEB führt nicht in jedem Fall zu einer Klärung des Sachverhaltes. Das heisst, dass nicht in jedem Fall das Vorliegen einer Misshandlung nachgewiesen oder widerlegt werden kann. Bleibt weiterhin eine Unsicherheit bestehen, so haben sich die fallführenden Fachpersonen bei der Wahl des weiteren Vorgehens auf andere Entscheidungsgrundlagen abzustützen, die in jedem Falle zusätzlich erarbeitet werden. Bleibt ein Verdacht ungeklärt, müssen die Fachpersonen abwägen, wodurch das betroffene Kind mehr belastet sein könnte: durch die Misshandlungssituation, falls diese tatsächlich besteht, oder durch einschränkende Schutzmassnahmen, wenn diese wegen Fehlens einer Misshandlung gar nicht gerechtfertigt sind.