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Gleich 302 Millionen Dollar an Dividenden hat sich Margarita Louis-Dreyfus jüngst aus den Kassen des von ihr beherrschten Agrarhandelskonzerns Louis Dreyfus Company auszahlen lassen. Doch nicht, um in Luxus zu schwelgen, braucht sie die Millionen, sondern um Kredite zurückzuzahlen. Ein Darlehen von 1,03 Milliarden Dollar hat ihr ihre langjährige Hausbank Credit Suisse im vergangenen Jahr gewährt.
Geld, das sie dringend benötigte: Rund 900 Millionen Dollar hat es gekostet, andere Familienaktionäre aus dem Umfeld ihres in Zürich verstorbenen Mannes und langjährigen Konzernchefs Robert Louis-Dreyfus (1946–2009) auszubezahlen. Durch den Kauf eines Pakets von 16,6 Prozent hat Margarita Louis-Dreyfus ihre eigene respektive die Beteiligung der Familie auf 96 Prozent anheben können. Schon seit Jahren gönnt sich die 58-Jährige ausgesprochen üppige Ausschüttungen und hat damit die Substanz des Unternehmens geschwächt.
Die fast uneingeschränkte Machtfülle währte aber nur kurz: Mitte November hat Louis-Dreyfus das Familienunternehmen erstmals in der 169-jährigen Geschichte für externe Aktionäre geöffnet: ADQ, ein Staatsfonds aus Abu Dhabi, hat eine indirekte Beteiligung von 45 Prozent an der Louis Dreyfus Company B.V. erworben.
Margarita Louis-Dreyfus ist fünffache Mutter; die drei Söhne stammen aus der Ehe mit Robert Louis-Dreyfus, die Zwillingstöchter aus ihrer Verbindung mit Ex-Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand.
(Stand: November 2020)