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SELTENE BEOBACHTUNG IN SUAQ
Die durchschnittlichen Fressgewohnheiten von Orang-Utans sind gut erforscht. Sie fressen am liebsten Früchte, Blätter und ab und zu auch Insekten wie Ameisen oder Termiten. Anders als andere Grosse Menschenaffen, wie etwa Schimpansen, wurden sie in der Vergangenheit nur selten beim Jagen und Fressen von Säugetieren beobachtet.
Im November 2020 gelang diese Beobachtung zwei indonesischen Forschungsmitarbeitenden des SUAQ Projektes der Universität Zürich im Sumpfwald von Suaq Balimbing. Diese Forschungsstation wird betrieben von unserem Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP. Armas Fitra und Agam Saidi beobachten und fotografierten Orang-Utan «Otto» wie er ein Plumplori (Nycticebus coucang) jagte und dann auch verspeiste. Laut Caroline Schuppli, Leiterin des Forschungsprojektes SUAQ von der Universität Zürich und des Max-Planck-Instituts, gab es seit den 1990er Jahren 8 Beobachtungen von Orang-Utans in Suaq, welche diese Fressgewohnheit zeigten. Die Orang-Utan-Population in Suaq teilt sich dieses Verhalten mit den Orang-Utans in Ketambe, einer Forschungsstation im Herzen des Leuser Ökosystems. Laut einer Studie aus dem Jahr 2012, ist eine Erklärung für das Jagen der Plumploris: Orang-Utans tendieren dann dazu, wenn das Nahrungsangebot der Früchte gerade knapp ist.
Die Verhaltensweisen von Orang-Utans auf Sumatra können sich von Population zu Population unterscheiden. Suaq-Orang-Utans sind auch dafür bekannt, regelmässig Werkzeuge herzustellen und zu verwenden, z. B. Stöcke, um Honig aus Bienennestern zu essen oder um an die Samen der harten Neesia-Frucht zu kommen. Bei anderen Populationen freilebender Orang-Utans konnte dieses Verhalten noch nicht beobachtet werden.