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Das BAG informiert:
Die WHO setzt sich seit 75 Jahren dafür ein, die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen zu stärken. Dazu gehört, möglichst allen einen guten Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung zu ermöglichen, Krankheiten zu verhüten und zu bekämpfen. Die Schweiz ist Gründungsmitglied der WHO und beherbergt deren Sitz in Genf.
Die WHO feiert in diesem Jahr ihr 75-Jahr-Jubiläum. Die Schweiz unterstützt seit der Gründung die weltweite Stärkung der Gesundheitsversorgung. Zudem setzt sie sich dafür ein, dass die Stellung Genfs als internationale Gesundheitshauptstadt gestärkt wird.
Normative Rolle
Die WHO ist innerhalb der Vereinten Nationen die leitende multilaterale Behörde im Gesundheitsbereich. In dieser Funktion legt sie Standards und Kriterien in Bezug auf die öffentliche Gesundheit fest. Diese Standards werden von den Mitgliedstaaten in ihre Gesetzgebung übernommen. Ausserdem definiert die WHO globale Forschungsprogramme, auf die sie sich bei ihren gesundheitspolitischen Empfehlungen stützt. Diese normativen Grundlagen führen zur Verankerung einheitlicher Regelungen, welche für die Schweiz von zentraler Bedeutung sind.
Unterstützende Rolle
Die WHO wurde 1948 nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Bestrebungen zur Bildung des Gesamtsystems der Vereinten Nationen gegründet. Ihre Verfassung strebt nach dem Ideal, «allen Völkern zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu verhelfen», wobei die Gesundheit verstanden wird als «ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur als das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen». Im Einklang mit diesem Anspruch unterstützt die WHO ihre Mitgliedstaaten bei der Förderung der Gesundheit ihrer Bevölkerung und der Entwicklung ihrer Gesundheitssysteme.
Die Schweiz setzt sich für Genf als internationale Gesundheitshauptstadt ein
Die Schweiz unterstützt die Präsenz der WHO in Genf. Sie hat der Organisation namentlich ein günstiges Darlehen für einen Neubau sowie die Sanierung des bestehenden Hauptgebäudes gewährt.
Das WHO-Regionalbüro für Europa
Das WHO-Regionalbüro für Europa ist eines von sechs WHO-Regionalbüros in der ganzen Welt und betreut die Europäische Region der WHO, der 53 Länder angehören. Sie unterstützt ihre Mitgliedstaaten und arbeitet mit einer Reihe von Partnern zusammen, um das Wohlbefinden und den Gesundheitszustand von fast 900 Millionen Bürgern in der Region zu verbessern.
Das Regionalkomitee für Europa ist das Entscheidungsgremium der WHO in der Europäischen Region und hat eine ähnliche Rolle wie die Weltgesundheitsversammlung (WHA). Die Vertreter der Mitgliedstaaten der Region kommen jährlich zusammen, um die Regionalpolitik festzulegen, das Tätigkeitsprogramm des WHO-Regionalbüros für Europa zu beraten, seine Umsetzung zu überwachen und den Haushalt zu verabschieden.
Der Ständige Ausschuss des Regionalkomitees (SCRC) ist ein Unterkomitee des WHO-Regionalkomitees für Europa. Er vertritt das Regionalkomitee und handelt im Namen des Regionalkomitees und stellt sicher, dass die Entscheidungen und Politiken des Komitees umgesetzt werden. Er setzt sich aus Vertretern aus 12 Ländern zusammen. Jedes Mitglied wird vom Regionalkomitee für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt. Die Schweiz war 2019-2022 Mitglied des SCRC des WHO-Regionalbüros für Europa. Sie setzte sich besonders dafür ein, die Arbeit in den Bereichen universelle Gesundheitsversorgung, Gesundheitssicherheit, Lösungen für Herausforderungen im Zusammenhang mit der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel, Transparenz der Arzneimittelpreise, Patientensicherheit, Stärkung der Gesundheitskompetenz und wirksame globale Gesundheitspolitik voranzubringen.
Wichtige Fragen
Wozu dient die Mitgliedschaft der Schweiz bei der WHO?
Die WHO setzt sich seit 75 Jahren dafür ein, die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen zu stärken. Dazu gehört, möglichst allen einen guten Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung zu ermöglichen und Krankheiten zu verhüten und zu bekämpfen. Das ist auch im Interesse der Schweiz.
Gerade die COVID-19 Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit und Koordination bei grenzüberschreitenden Gesundheitskrisen ist. Dazu braucht es verbindliche Regeln und ein multilaterales Forum wie die WHO.
Wie kann sich die Schweiz in der WHO einbringen?
Die Schweiz ist ein angesehenes Mitglied der WHO. Mit ihrem sehr guten Gesundheitssystem, weltweit führenden Forschungsinstituten und als Standort innovativer Pharma-, Biotechnologie- und Medizinaltechnik-Unternehmen kann sie einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der globalen Gesundheitsversorgung leisten.
Als vollwertiges Mitglied nimmt die Schweiz wie alle anderen 193 Mitgliedstaaten an der Weltgesundheitsversammlung (WHA) teil. Sie bringt dort mit ihrer Stimme – gemeinsam mit gleichgesinnten Staaten – aktiv ihre Interessen ein. Die WHA ist das oberste Entscheidgremium der WHO. Die WHA bestimmt die Politik der Organisation, ernennt den Generaldirektor, überwacht die Finanzpolitik der Organisation und prüft und genehmigt das vorgeschlagene Programmbudget. Die Schweiz wurde zudem für die Periode von Mai 2023-Mai 2026 in das WHO Executive Board (EB) nominiert. Der EB berät die WHA und setzt ihre Entscheidungen um.
Derzeit laufen in der WHO Verhandlungen. Worum geht es da?
Es laufen derzeit Verhandlungen zu folgenden zwei Bereichen:
_Einerseits zu den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV). Diese regeln die Zusammenarbeit zur Eindämmung von grenzüberschreitenden übertragbaren Krankheiten. Dabei geht es zum Beispiel um Überwachungs- und Meldesysteme für übertragbare Krankheiten. Aktuell sind Diskussionen und Verhandlungen zu Anpassungen daran im Gange. Das IGV-Regelwerk gibt es schon seit längerem, die Schweiz ist von Anfang an dabei.
Internationale Gesundheitsvorschriften (IGV) (admin.ch)
_Andererseits nimmt die Schweiz an den Beratungen für ein neues Übereinkommen zur Pandemievorbereitung und -bewältigung teil. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig international gut aufeinander abgestimmte Massnahmen sind.
Intergovernmental Negotiating Body (INB) (admin.ch)
Die Verhandlungen für beide Prozesse sind angelaufen, sie sind vorerst bis Mai 2024 angesetzt.
Kann die WHO der Schweiz Änderungen aufzwingen?
Nein. Als souveräner Staat wird die Schweiz auch in Zukunft eigenständig über ihre Gesundheitspolitik entscheiden. Die Gesundheitspolitik der Schweiz basiert auf unserer Bundesverfassung sowie den Gesetzen, die das Parlament verabschiedet.
Ob die Schweiz dem nun in Verhandlung stehenden WHO-Übereinkommen zur Pandemievorbereitung und -bewältigung dereinst zustimmen wird, entscheidet die Schweiz erst nach Abschluss der Verhandlungen, wenn Inhalt und Rechtsnatur bekannt sind.
Quelle:
BAG, Weltgesundheitsorganisation (WHO)