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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Eine erfolgreiche Lebensführung setzt nicht nur die Entschlossenheit voraus, eigene Ziele hartnäckig unter Aufwendung aller verfügbaren Mittel zu verfolgen, sondern bisweilen auch die Fähigkeit zur Einsicht, dass ein Ziel nicht (sinnvoll) realisierbar ist, z. B. weil es mit unverhältnismässigem Aufwand verbunden ist oder nicht mit den eigenen Fähigkeiten in Einklang steht. Ziel der Forschung zur Handlungskrise ist es, in Bezug auf den letzteren Fall, Zielablösungsprozesse genauer zu beschreiben.
Als Entscheidungsphase zwischen Zielablösung und weiterer Zielverfolgung steht eine Handlungskrise nicht in jedem Fall am Beginn einer Zielablösung. So ist z. B. auch denkbar, dass starke Zweifel am Sinn eines Ziels (z. B. Extrembergsteigen) zur Rückbesinnung auf dessen ursprünglichen Wert führen (z. B. Nähe zur Natur) und neue Wege eröffnen, dessen Verfolgung mit weiteren Lebensbereichen (z. B. der Familie) in Einklang zu bringen. Bisherige Forschung erbrachte allerdings den Nachweis, dass Menschen, die von starken Zweifeln geplagt werden, ob ein Ziel weiterverfolgt oder aufgegeben werden sollte, nicht nur unter einer Beeinträchtigung von Wohlbefinden und Gesundheit leiden, sondern im betreffenden Ziel auch weniger Fortschritt zeigen. Zum einen wird die Auseinandersetzung mit einer möglichen u. U. einschneidenden Veränderung in der Lebensführung (z. B. Abbruch des Studiums) als belastend erlebt, zum anderen erfordert der Entscheidungsprozess viel Aufmerksamkeit, welche in der Konsequenz nicht der Verfolgung des Ziels gewidmet werden kann.
Das vorliegende Forschungsprojekt beschäftigt sich einerseits mit den Konsequenzen des Erlebens von Handlungskrisen für gedankliche Prozesse und das Verhalten, auch für Lebensbereichen, die nicht unmittelbar mit dem betreffenden Ziel in Zusammenhang stehen. Andererseits werden Interventionsstrategien entwickelt und getestet, die darauf abzielen, Personen in einer Handlungskrise den Entscheidungsprozess zu erleichtern und diesen zu beschleunigen.