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Wurde «Gold Wars» von wichtigen Medien totgeschwiegen?
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- Donnerstag, 06. August 2009 06:32
Barbara Lips, die Tochter des verstorbenen Schweizer Bankiers und Goldexperten Ferdinand Lips will das Vermächtnis ihres Vaters der Öffentlichkeit zugänglich machen. Demnächst publiziert sie über eine neue Website erstmals historische Dokumente aus seinem Schaffen, wie Recherchen von finews.ch ergaben. Hier der 2. Teil des Interviews.
Frau Lips, um ein Buch von dieser Qualität zu schreiben, ist nicht nur ein hohes Wissen von Nöten, es bedarf auch zahlreicher Kontakte. Sind Ihnen Treffen Ihres Vaters bekannt, die offiziell nie stattgefunden haben?
Über solche Treffen ist mir nichts bekannt, wobei er natürlich weltweit mit Experten verknüpft war. Er war überzeugt von seiner Meinung und hat sie nie verheimlicht, wenn er Personen traf, die vielleicht nicht wirklich «en vogue» waren in den Finanzkreisen. Er fand die Gespräche meist informativ und gewinnbringend – im übertragenden Sinn.
Haben Sie als «Insiderin» jemals erfahren, was zur deutlichen Reduktion der Schweizer Goldreserven geführt hat und vielleicht nicht im Buch steht?
Ich kann mich erinnern, dass mein Vater oft frustriert war betreffend Goldreserven und deren Handhabung durch die Nationalbanken – auch der Schweizerischen. Er hat auch viele Artikel und Briefe geschrieben, die nicht erschienen sind und leider auch nicht beantwortet wurden. Seine Aussage war dann meist: «Die haben einfach keine Ahnung!»
Stimmt es, dass das Buch «Gold Wars» von einigen wichtigen Medien wie der «Neuen Zürcher Zeitung» totgeschwiegen wurde?
Als die Erstauflage in englischer Sprache erschienen ist, war dies für die Presse offenbar kein wirklich interessantes Thema. Auch haben sich die meisten Journalisten wohl nicht die Mühe gemacht, weitere fundierte Informationen zu sammeln und etwas «neugierig» zu sein. Bei den Lesern ist das Buch jedoch sehr gut angekommen.
Können Sie sagen, wie viele Bücher bis heute abgesetzt wurden?
Gesamthaft sind bis heute rund 75'000 Exemplare verkauft worden. Die Originalversion kam auf Englisch heraus. Die deutsche Ausgabe ist die meistgelesene. Es wurden davon ungefähr 45'000 Exemplare verkauft. Weiter ist das Buch etwa auch ins Japanische und Bulgarische übersetzt worden.
Sind weitere Übersetzungen geplant?
Letzte Woche wurde der Vertrag mit einem polnischen Verlag unterzeichnet. Die Ausgabe erscheint in ca. einem Jahr. Im Herbst 2009 kommt die französische Version auf den Markt, und Anfang 2010 erscheint das Buch auf Chinesisch. Derzeit, auch verbunden mit der Finanzkrise, herrscht ein absoluter «run» auf das Buch! Momentan bin ich in Gesprächen, um das Buch auch auf Spanisch und Russisch zu veröffentlichen. Diese beiden Versionen würden zweifelsohne auf eine sehr grosse und interessierte Leserschaft stossen.
Seitdem das Buch auf den Markt gekommen ist, sind einige Jahre vergangen. Bekommen Sie noch Reaktionen?
Es ist wirklich schön, dass ich immer noch Leserbriefe bekomme, denn das Buch hat nichts von seiner Aktualität eingebüsst. Die Briefe sind sehr herzlich und man liest heraus, dass doch viele Leute kritisch sind gegenüber den heutigen Währungssystemen und nach Alternativen suchen. Mein Vater hätte sich über all die positiven Meinungen und den Respekt, den die Leser seinem Buch entgegenbringen, sicher gefreut. Auffallend ist, dass seit kurzem auch die jüngere Generation sich wieder mit dem Thema Gold auseinander setzt.
Hatte Ihr Vater Feinde?
Das ist gut möglich, aber er hat sich nie von seinen Überzeugungen abbringen lassen. Im Gegenteil.
Um etwaigen Spekulationen keinen Vorschub zu leisten, können Sie bestätigen, dass Ihr Vater eines natürlichen Todes gestorben ist?
Mein Vater ist an einem natürlichen Tod gestorben. Ich bekam jedoch mehrere Telefonanrufe von Leuten, die mir erläutert haben, dass es eine Verschwörung gegen meinen Vater gegeben habe. Die Verschwörungsspekulationen könnten auch dadurch genährt worden sein, dass ein enger Freund meines Vaters aus Südafrika zehn Tage vor seinem Tod getötet wurde. Mir ist aber nichts von Todesdrohungen gegen meinen Vater bekannt.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit gibt es im Nachlass Ihres Vaters Dokumente, die von höchster Brisanz sind und in Buchform noch nie erschienen sind.
Momentan bin ich dabei, seine veröffentlichten und unveröffentlichten Artikel, Vorträge und Theorien zu ordnen. Sie werden auf der neuen Website publiziert werden. Seine Erfahrung und sein Wissen sollen möglichst vielen Personen zugänglich gemacht werden, und ich erhoffe mir natürlich auch einen aktiven Austausch von Meinungen. Das wird sehr spannend sein.
Waren Sie als Kind stolz auf Ihren Vater, und wie war Ihr Verhältnis zu ihm?
Er war ein «Freigeist» und hat meine Schwester Beatrice und mich entsprechend aufgezogen. Da unsere Mutter früh gestorben ist, musste er dies alleine bewerkstelligen. Wir hatten sehr viel Freiheit, und er hat uns immer vermittelt, dass wir unser Leben selber gestalten sollen, aber mit Respekt für andere Leute, und dass auch viel Arbeit dazu gehört. Wirklich stolz auf ihn wurden wir erst, als wir älter waren und erkannten, wie er lebte, arbeitete, seine Überzeugungen vermittelte und dabei immer noch das Leben sehr genossen hat.
In welchem Alter haben Sie Ihren ersten Goldbarren in den Händen gehalten?
An den ersten Goldbarren kann ich mich nicht erinnern, aber wir haben von klein auf immer Goldvreneli geschenkt bekommen. Und er war immer sehr glücklich, uns diese zu überreichen. Es war eine schöne Tradition!
Zurück zum Anfang des Interviews: «Ferdinand-Lips-Institute am Start»
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