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Dass Schweizer Städte als ausgesprochen sauber wahrgenommen werden, hat wahrscheinlich mehr mit der Reinigung zu tun als mit einer geringeren Abfallproduktion als in anderen Ländern.
Laut Bundesamt für Statistik produziert das Land jährlich rund 24 Mio. Tonnen Müll, davon rund 24% Siedlungsabfälle.
Im Jahr 2014 erzeugte die Schweiz 730 Kilogramm Abfall pro Person und Jahr – nach Dänemark (758 kg) die grösste Menge in Europa.
Die Aufbereitung und Entsorgung all dieser Abfälle ist teuer, vor allem, wenn es sich um Strassenabfälle handelt. Das Bundesamt für Umwelt schätzt, dass das Littering die Nation pro Jahr insgesamt fast 200 Mio. Franken für die Reinigung kostet, wobei rund 75% davon von den Gemeinden getragen werden.
Zwischen 1990 und 2012 wuchs die Menge der Siedlungsabfälle in der Schweiz um 30%, zusammen mit der Bevölkerung und der Wirtschaft. Die städtische Reinigung musste sich anpassen, um mit der Mülllawine Schritt zu halten:
- In der Hauptstadt Bern (140'000 Einwohner) sind Strassenkehrer unterwegs, die täglich rund 8,5 Tonnen Müll zusammentragen. Die rund 1300 Mülleimer der Stadt werden bis zu zehnmal täglich geleert. Rund 15'000 Stunden pro Jahr werden für die Reinigung der städtischen Bus- und Strassenbahnflotte aufgewendet. Im Jahr 2002 demonstrierten Angestellte der Stadt. Sie weigerten sich, die Strassen rund um die Uhr zu reinigen. Der angehäufte Müll sollte die Bewohner sensibilisieren, weniger zu verschmutzen.
- In Genf (200'000 Einwohner) ist ein Team von 200 städtischen Mitarbeitern dafür verantwortlich, das städtische Strassennetz von insgesamt 220 Kilometern an sieben Tagen in der Woche sauber zu halten und Parks aufzuräumen. Öffentliche Räume werden auch gewaschen, um Schmutz, Staub und Hundekot zu entfernen. Rund 3000 Müllcontainer befinden sich in der ganzen Stadt, für deren Entleerung sieben Reinigungsteams verantwortlich sind.
- Die Stadt Zürich (400'000 Einwohner) sammelt täglich rund 30'000 Abfallsäcke ein. Rund um die Uhr werden 737 Kilometer öffentliche Strassen und 1080 Kilometer Nebenstrassen und Fusswege sowie sämtliche Haltestellen der Zürcher Verkehrsbetriebe gereinigt. Die Stadt stellt eine App zur Verfügung, die den Bewohnern hilft, den Überblick über die Zeitpläne für die Entsorgung von Hausmüll und die Sauberkeits-Praktiken zu behalten.
(Noch) keine Geldstrafe
Im Jahr 2016 lehnte das Schweizer Parlament einen Regierungsplan zur Einführung eines Bundesgesetzes ab, das eine Geldstrafe von bis zu 300 Franken für Schmutzfinke vorsah. Laut einer Mehrheit der Parlamentarier wäre der bürokratische Aufwand zu hoch gewesen.Infobox Ende
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