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Diese Kerne sind unähnlich einer
Bohne, ziemlich schlank und etwas gekrümmt, bei 4-5 cm Länge 9-12 mm breit, mit einer
dünnen, schwarzen, fettglänzenden, netzähnlich gerunzelten Samenhaut überzogen, indes das aus den beiden Samenlappen
bestehende Innere hellbraun ist. Der Geruch ist sehr angenehm nach Waldmeister.
Diese Sorte ist die gewöhnliche in unserm Handel und wird als holländische bezeichnet; es gibt indes
noch eine zweite Sorte, die englische genannt, welche von der Baumart Dipteryx oppositifolia kommt, aus kleinern Kernen besteht,
die auf dem Bruche weiß, im übrigen aber nicht wesentlich von der vorigen verschieden ist. Früher kamen die
Bohnen nur
aus Guiana, und zwar die erste Sorte aus dem holländischen, die andre aus dem englischen Anteil; gegenwärtig
aber bildet in den Preislisten Angostura die Prima-, Para die Sekundasorte. Von der guten Ware wird verlangt, daß sie recht
schwarz, nicht braun aussieht und reich kristallisiert ist.
Es sondert sich nämlich wie bei den Vanilleschoten die riechende Substanz, wenn sie reichlich vorhanden
ist, allmählich von der Kernmasse ab, hier aber nicht auf der Außenfläche, sondern zwischen den beiden Samenlappen, wo
sie kleine weiße Schüppchen bildet. Diese Substanz ist das Cumarin oder der Tonkakampfer, das sich durch Weingeist den
zerkleinerten
Bohnen ganz entziehen läßt und aus der Lösung in harten, farblosen Säulchenkristallen
anschießt, welche den Geruch der
Bohnen so stark verbreiten, daß das Gehirn unangenehm davon affiziert wird. Derselbe Riechstoff
findet sich in geringerer Menge noch mehrfach in der Natur vor, so im Waldmeister, der zur Würze des Maiweins dient, im
Wiesenruchgras, hier als melilotsaures Cumarin, welches das frische
Heu parfümiert, im Steinklee, in
der Rinde der wohlriechenden Weichsel etc.
Für den praktischen Gebrauch wird das Cumarin nicht isoliert dargestellt, sondern man bedient sich je nach Umständen der
gepulverten
Bohnen oder weingeistiger Auszüge daraus. Mit dem Pulver parfümiert man Schnupftabak und nimmt es als einen
Bestandteil zu Riechkissen; die Auszüge verwendet man zu Tabakssaucen und Taschentuchparfüm, zum Tränken von Pfeifenrohren
aus Kirschholz, die als Weichsel gelten sollen, zu Maitrankessenz. Das Kilo
Bohnen guter Qualität kostet gewöhnlich 6 Mk. -
T., auch gepulvert, zollfrei, der weingeistige
Extrakt daraus gem. Tarif im Anh. Nr. 5 a.
(frz. topaze; engl. Topaz), ein Schmuckstein von
nicht seltenem Vorkommen, der aber wegen seines Glanzes und hoher Politurfähigkeit doch beliebt ist und viel zu Ringsteinen,
Ohr- und Armschmuck verarbeitet wird, in schönen Exemplaren auch hohe Preise erlangt. Der Stein hat seinen Namen von einer
Insel im Roten Meer, welche im Altertum Topazos hieß und wo derselbe gegraben wurde. Seine Bestandteile
sind Kieselsäure,
Thonerde und Fluor, die Härte ist = 8, das spezifische Gewicht 3,4-3,6.
Am Ural finden sich Topaskristalle von ausgezeichneter Schönheit in
Graniten, am Schneckenstein in Sachsen in einer besondern
Felsart, dem Topasfels, einem
Gemenge von Quarz,
Turmalin und Topas, in dessen zahllosen größeren und
kleineren Höhlungen die Topas- und Quarzkristalle an den Wänden sitzen. Der Abbau ist jedoch eingestellt. Die Färbungen
des T. sind sehr verschieden, weingelb, honiggelb, hyazinthrot, violblau, grünlich, bläulich, rosa und ganz farblos. Die
verschiednen Farben kommen jedoch nicht durcheinander, sondern einigermaßen geographisch verteilt vor. Die
Hauptfarbe ist weingelb. Die Kristalle des T. sind vier- oder achtflächige Säulen des rhombischen Systems, zuweilen von
beträchtlicher Größe.
Im Grünen Gewölbe zu Dresden finden sich sächsische Steine von 9 cm Länge und 4½ cm Breite; brasilianische haben zuweilen 26 cm
Länge und von Sibirien hat man welche, die über 15 kg wiegen. Brasilien liefert aus verschiednen Provinzen
die schönsten gelben Steine, feurig goldgelb, orange und rein gelb, ferner blaue, rote von blaßrot bis dunkelkarminrot
und ganz farblose. In Sibirien finden sich grüne, blaue, violette, gelbe und weiße Steine von großer Reinheit und schönstem
Feuer.
Bei ihrem Reichtum an Farben müssen die Topase natürlich oft andern
Edelsteinen ähnlich sein und werden
dann leicht für solche ausgegeben, namentlich für
Saphire und
Rubine. Die farblosen, die sog. Wassertropfen, können im geschliffenen
Zustande leicht für
Diamanten passieren, sind aber an ihrer geringeren Härte, am spezifischen Gewicht und der doppelten
Refraktion zu erkennen, indem man durch die Schleifkanten hindurch betrachtete Gegenstände, z. B.
eine Lichtflamme, doppelt sieht. Eine Eigenheit des Steins ist es auch, daß er durch Reiben stark elektrisch wird.
Die brasilischen gelben Steine lassen sich durch einen Glühprozeß in rosarote verwandeln, ohne an Glanz und Feuer einzubüßen.
Man setzt sie entweder mit Asche in einen Tiegel, den man zum Rotglühen bringt, oder wickelt sie einfach
in
Feuerschwamm, umwindet das Bällchen mit
Draht und zündet es an. Je tiefer das Gelb war, desto heller wird das Rot, öfter
bis Weinrot, in welchem Falle sie dann den Balasrubinen ähnlich sind. Die sächsischen gelben Steine brennen
sich nicht rot, sondern verlieren hierbei ihre Farbe gänzlich. - Zoll: s.
Edelsteine.
gewöhnliche, sind die geringsten und wohlfeilsten Thongeschirre, die wegen ihres fortwährenden großen
und allgemeinen Verbrauchs auch überall erzeugt werden und Reisespesen nach entfernten Märkten nicht tragen können. Man
benutzt dazu die häufig vorkommenden, meist nahe der Oberfläche liegenden, aus Fluten angeschwemmten
Thone, die immer kalk- und eisenhaltig sind und daher keine scharfe Brennhitze vertragen, weil sie darin erweichen würden.
Die gebrannte Masse ist daher auch von geringer Festigkeit und Haltbarkeit, porös und erdig, vom
Eisen gelblich bis braun
gefärbt. Die Geschirre daraus haben bei manchen Mängeln gerade wegen dieser Beschaffenheit doch das
Gute, daß sie selbst sehr starken Temperaturwechsel gut vertragen, daher ohne weiteres dem Feuer ausgesetzt werden können.
Die Töpferthone werden nicht mit so vieler
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mehr
Sorgfalt präpariert, wie das Material zu feineren Waren. Man überläßt sie nach dem Ausgraben gern einige Zeit der Einwirkung
des Frostes, durch welche die Masse besser aufgeschlossen und teilbarer wird. Die fernere Bearbeitung besteht in Einsumpfen
des Thons mit Wasser, Durchkneten mit den Füßen, wobei Steine und dergleichen gefühlt und entfernt
werden, im Zerschneiden der in einen Klumpen geformten und auf einen Klotz gesetzten Masse mittels einer Klinge in dünne
Blätter, um noch übrige Steinchen und Sandkörner zu finden; dann wird die Ware geballt und so lange geknetet, bis alle
Steinchen und Unreinigkeiten beseitigt sind. Viele der gewöhnlichen Hafner pflegen auf die Bereitung
der Masse kein Gewicht zu legen. Die Töpferarbeiten sind mit wenig Ausnahmen drehrund und erhalten ihre Form auf der Scheibe.
Alle Waren, welche Flüssigkeiten aufzunehmen bestimmt sind, müssen durch eine Glasur gedichtet werden; nur wenige Sorten,
wie Blumentöpfe, Zuckerhutformen, bleiben unglasiert. Die Glasur ist in der Regel eine bleihaltige;
bleifreie Glasuren sind entweder zu strengflüssig oder zu teuer, und es scheint nicht, als würde man das Blei jemals von
den Topfwaren los werden. Die Gefahr, daß saure Flüssigkeiten Bleioxyd aus der Glasur aufnehmen und dadurch zu Giften werden
können, ist nicht in Abrede zu stellen; sie besteht aber kaum noch, wenn die Glasur gehörig eingebrannt,
also alles Bleioxyd völlig mit der Kieselsäure des Thons verglast ist.
Die T. können aus Rücksicht auf die Kosten nicht zweimal gebrannt werden, daher man die Glasur gleich auf die lufttrocknen
Geschirre bringt. Sie besteht aus einer Suppe von Thon und geriebenem Bleioxyd (Glätte), oder statt des
letzteren von fein gepulvertem Bleiglanz. Dieser letztere, ein Schwefelbleierz, verhält sich wie Glätte, da beim Brennen
der Schwefel verflüchtigt und verbrannt wird. Wenn bestimmte Farben erzeugt werden sollen, so kommen zu der Glasur noch
die betreffenden Farbstoffe, Smalte, Braunstein, Kupferoxyd etc. Die Glasur wird durch Ausschwenken, Eintauchen
oder Anpinseln aufgetragen. Das Brennen geschieht in liegenden Flammenöfen und dauert selten länger als acht bis zehn Stunden.
Vgl. Thonwaren. - Gemeine, nicht glasierte T. sind zollfrei; glasierte, z. B. Krüge, Schüsseln
und andre Gefäße aus gemeinem Steinzeug gem. Tarif im Anh. Nr. 38 b.