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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Erstes Buch
VII. Kapitel
37.
1. Es ist also klar, daß die als Vorbildung dienende Wissenschaft zusammen mit der Philosophie von Gott her zu den Menschen gekommen ist, nicht als Hauptsache und um ihrer selbst willen, sondern in der gleichen Weise, wie die Regengüsse auf das gute Land und auf die Dungstätte und auf die Häuser herabstürzen. Es sprießt aber in gleicher Weise Unkraut und Weizen hervor, und auch auf den Gräbern wachsen Feigenbäume und sonst Bäume, die keiner besonderen Pflege bedürfen, und was so wächst, übertrifft der äußeren Erscheinung nach die edlen Pflanzen, weil es die nämliche Wirkung des Regens erfuhr; aber es hat nicht die gleiche Anmut erlangt wie das auf fettem Boden Gewachsene, indem es entweder vertrocknete oder zerrupft wurde.
2. Und auch hier ist das Gleichnis vom Säen verwendbar, das der Herr auslegte. Denn nur einer ist der Ackersmann, der das menschliche Ackerfeld bestellt, er, der von Anfang an seit der Erschaffung [S. 40] der Welt die Nahrung spendenden Samenkörner ausstreut und zu jeder Zeit den wirksamen Regen seines Wortes herabströmen läßt, während Zeit und Ort, je nachdem sie zur Aufnahme des Samens geeignet waren, die Unterschiede hervorriefen.1
3. Außerdem sät der Landmann nicht nur Weizen (freilich gibt es auch von ihm mehrere Arten), sondern auch die übrigen Samen, Gerste, Bohnen, Erbsen, andere Schotenfrüchte und die Samen für Gartengewächse und für Blumen.
4. Zu der gleichen Landwirtschaft gehört aber auch die Baumpflege, alle die Arbeiten, die es in den Baumschulen selbst und in den Parkanlagen und im Obstgarten und überhaupt beim Pflanzen und Pflegen mannigfacher Bäume zu verrichten gibt.
5. Ebenso sind nicht nur die Schafzucht, sondern alle die Tätigkeiten, die Rinderzucht, die Pferdezucht, die Hundezucht, die Bienenzucht, kurz alle Arten von Herdenhaltung und Tierzucht zwar voneinander dadurch verschieden, daß die einen mehr, die anderen weniger nützlich sind, jedoch nützlich fürs Leben sind alle.
6. Wenn ich aber von Philosophie rede, so meine ich damit nicht die stoische oder die platonische oder die epikureische und aristotelische, sondern alle die guten Gedanken, die bei jeder einzelnen von diesen Richtungen ausgesprochen wurden und Gerechtigkeit, verbunden mit frommem Wissen, lehren, diese ganze Auswahl2 nenne ich Philosophie. Was sie aber aus menschlichen Gedankengänge hergenommen und gleich gefälschten Münzen ausgegeben haben, das werde ich nie göttlich nennen.
1: Vgl. Mt 13,3-8; Mk 4,2-8; Lk 8,5-8.
2: Ich lese (xxx) eklekton.