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Das in den Prevor-Laboratorien entwickelte Hexafluorine® dient der aktiven Spülung von Flusssäurespritzern und verfügt über eine polyvalente Wirkungsweise.
Hexafluorine®
- Hexafluorine® ist flüssig und spült im Zuge der Anwendung die auf der Oberfläche verbliebenen, aggressiven Chemikalienrückstände weg
- Die spezifischen Eigenschaften von Hexafluorine® ermöglichen eine rasche und simultane Absorption der sauren Ionen (H+) und der Fluorionen (F-). Seine Chelatwirkung auf diese Ionen ist 100 Mal höher als die von Kalziumgluconat (das als klassisches Gegenmittel für Verätzungen durch Flusssäure zum Einsatz kommt)
- Wie auch Diphotérine® ist Hexafluorine® hypertonisch. Es unterbindet das weitere Eindringen der Fluorionen und trägt auf diesem Wege zu einer gänzlichen Dekontaminierung der Kontaktfläche bei
Die Kombination dieser unterschiedlichen Eigenschaften macht es bei sofortiger Anwendung von Hexafluorine® nach Eintreten des Unfalls möglich, die durch Flusssäurespritzer verunreinigte Zone optimal zu dekontaminieren und auf diese Weise die oftmals erschreckenden Folgen derartiger Spritzer zu vermeiden (Amputation, schwere chirurgische Eingriffe und sogar Tod durch Herzstillstand).
Sie haben einen Spritzer Flusssäure ins Auge oder auf die Haut bekommen: Wie reagieren Sie richtig?
Eine wirksame Spülung ist aufgrund der doppelten Gefahr der Flusssäure unabhängig von ihrer Konzentration unerlässlich:
- Die Wasserstoff-Ionen (H+) erzeugen eine Verätzung an der Körperoberfläche, die das Eindringen der Chemikalien in den Körper ermöglicht
- Die Fluor-Ionen (F-) dringen ein und können durch ihre systemische toxische Wirkung lebensbedrohliche Folgen haben
Überblick über die historische Entwicklung bei der Behandlung von Flusssäure-Verätzungen
Traditionell wurde nach Verätzungen früher stets mit Wasser gespült. Allerdings zeigte sich vor allem bei hohen Konzentrationen von Flusssäure - hier gab es einige Todesfälle - die begrenzte Wirkung von Wasser. Wasser hat nur eine passive Wirkung auf HF, es verdünnt und spült von der Oberfläche ab.
Das Applizieren und die lokale Injektion von Kalziumglukonat nach der Spülung stellten einen Fortschritt dar, weil es der Säure entgegenwirkt und bis zu einem gewissen Grad die Fluor-Ionen chelatiert bzw. anbindet. Die Überlebenschance erhöhte sich dadurch und die Folgeschäden verringern sich, aber in der internationalen Literatur finden sich immer noch Fälle, bei denen chirurgische Eingriffe erforderlich wurden und auch Todesfälle sind noch dokumentiert. Unabhängig von der Schwierigkeit der Standardisierung der Umstände von Unfällen und klinischen Studien trug der Wunsch nach der Aussagekraft und der Reproduzierbarkeit von Resultaten dazu bei, konkret über Möglichkeiten, die vorhandenen Studien zu verbessern, nachzudenken.
Dies führte auch zu Verbesserungen der Ersten Hilfe am Arbeitsplatz und der Behandlung im Krankenhaus. Dazu gehören:
- Information und Schulung des Personals
- Präventionsmassnahmen
- Bereitstellen von Spülstationen in unmittelbarer Nähe der Gefahrenzone
- Anwendung von Lösungen des Typs DMSO zur Zufuhr von Kalzium im Bereich der Fingernägel
- Präventives Auftragen von Kalziumglukonatgel vor dem Auftreten von Schmerzen
- Was zur Verbesserung der Gesamtsituation des Verletzten beiträgt, frühes Abtragen von abgestorbenem Gewebe usw.
Diese Überlegungen zielten auf die Entwicklung einer verbesserten Spüllösung, damit den beiden Gefahren der Flusssäure, nämlich ihrer Ätzwirkung und ihrer Giftigkeit besser entgegengewirkt werden kann.
Hexafluorine®
Das Prevor Labor hat daraufhin die spezielle Spüllösung Hexafluorine® zur Behandlung von Augen- und Hautspritzern mit Flusssäure entwickelt, die hyperton und chelatbildend ist.
Diese Spüllösung wirkt der doppelten Gefahr der Flusssäure und ihrer Derivate (BF3 Essigsäure, Ammoniumbifluorid…) entgegen.
Sie neutralisiert die Azidität der H+ Ionen (ohne Wärmeentwicklung) und chelatiert bzw. bindet die F- Ionen. Wird sie innerhalb einer Minute nach dem Flusssäurespritzer angewendet, stoppt sie aufgrund ihrer Hypertonizität das tiefere Eindringen der Flusssäure ins Gewebe und schützt die Zellen vor der Zerstörung.
Sogar bei hohen Konzentrationen (70%) konnte die Verätzung vermieden oder auf ein simples Erythem ohne Schmerzentwicklung reduziert werden. Es wurden keine systemischen Folgen festgestellt. Diese positiven Wirkungen wurden bei 32 veröffentlichten Unfällen aus der Industrie beobachtet, darunter 5 Fälle mit lebensbedrohlichem Risiko aufgrund der hohen Konzentration und der Grösse der betroffenen Körperoberfläche.
Diese Fälle sprechen für die Anwendung von Hexafluorine® als Erste Hilfe-Massnahme
Hexafluorine® reduziert die Verätzung, so dass anschliessend unter günstigeren Umständen notwendige therapeutische Massnahmen einsetzen können, die dem Grad der Verätzung entsprechen.
Bei verzögerter Spülung, das heisst wenn bereits mehr als eine Minute seit dem Kontakt mit der Chemikalie vergangen ist, hat sich die Verätzung bereits entwickelt und das Risiko der systemischen Schädigung ist gestiegen. Genauso verhält es sich bei unzureichender Spülung mit Hexafluorine® (es wurde nicht der gesamte Inhalt eingesetzt) oder wenn zur ersten Spülung Wasser eingesetzt wurde.
Dann sollte die Spülung mit Hexafluorine® wieder aufgenommen werden, damit die Folgeschäden reduziert werden können: Mit einer zweiten Flasche von 500 ml Hexafluorine® sollte idealerweise weitere 5 Minuten lang weitergespült werden.
Nach der Dekontaminierung sollte eine Behandlung zur Erhöhung des Kalziumgehalts erfolgen, damit die weitere Schädigung gestoppt wird. Dazu wird normalerweise Kalziumglukonatgel (2.5%) auf die Haut aufgetragen oder lokal injiziert. Schädigungen der Augen sollten entsprechend der medizinischen Vorgaben zur Behandlung von Augenverätzungen (entsprechend des Verätzungsgrades) behandelt werden, mit dem Ziel einerseits Entzündungen einzuschränken und andererseits die Wundheilung zu beschleunigen.
Wann und wie sollte Hexafluorine® eingesetzt werden? In Verbindung mit welcher Behandlung?
Anwenderprotokoll im Unternehmen: Spülung innerhalb der ersten Minute zur Ersten Hilfe. Dabei den gesamten Inhalt der Flasche/des Spülbeutels einsetzen.
- Bei einer Augenkontamination spülen Sie mit einer Flasche à 500 ml Hexafluorine® als Erste Hilfe-Massnahme
- Bei einer Hautkontamination verwenden Sie eine TADF à 5 l Hexafluorine®
- Bei kleineren Hautkontakten (bsp. ein Finger) kann auch anstelle der TADF eine Flasche für die Augen eingesetzt werden
Hexafluorine®: eine effiziente Lösung für das doppelte Risiko von Verätzung und Vergiftung durch Flusssäure und ihre Derivate.
Bei verschütteter oder ausgelaufener Flusssäure sollten ebenfalls Erste-Hilfe-Massnahmen vorgesehen sein, die das Risiko der Kontaminierung der Mitarbeiter einschränken: hier sollte Trivorex® eingesetzt werden.
Das Risiko der Vergiftung durch Dämpfe ist nicht zu vernachlässigen, da das Einatmen der Dämpfe schnell erfolgt und sehr gefährlich sein kann.
Anwenderprotokoll Notfallstationen im Krankenhaus
Bei einem Augenkontakt Spülung mit 500 ml Hexafluorine®, anschliessend medizinische Behandlung.
Bei einem Hautkontakt Spülung mit einer TADF à 5 l. Nach Möglichkeit sollte in Abhängigkeit von den Umständen Kalziumglukonatgel oder ein anderes Antidot unterspritzt bzw. intravasal gespritzt werden.
Falls die verätzte Körperoberfläche 1% übersteigt, sollte auf folgende Symtome untersucht werden: Kalzämie, Kaliämie, Magnesiumämie, Phosphorämie.
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