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Hier sollte ein erhellender Text stehen, der naturgemäss mit bedeutenden Worten eine theoretische Grundlage liefert, mit welcher Sie den Künstler und sein Werk besser verstehen könnten. Angereichert um einige lateinische Floskeln und schwer greifbare Metaphern würde die Wichtigkeit dieses Textes hervorgehoben und mit Hilfe eines tabellarischen Lebenslaufes der Künstler biografisch vorgestellt. Tut es aber nicht. Stattdessen steht hier ein Aufruf, sich auf die Bilder einzulassen, zu schmökern und den Linien bis zur Unkenntlichkeit zu folgen. Denn würde es die Bilder verändern, wenn Sie wüssten, wann Michael Zellweger geboren wurde? Würden Sie die Zeichnungen genauer betrachten, wenn Sie wüssten, dass ein Rheintaler Künstler sie geschaffen hat? Würden Sie diese Seite entsetzt schliessen, wenn Sie hier lesen würden, dass er sich das Zeichnen selbst erarbeitet hat? Oder wären die Bilder interessanter, wenn er einen Preis dafür erhalten hätte? Wohl kaum. Wenn Sie sich jetzt auf die Werke einlassen werden Fragen aufkommen. Was sehen Sie? Was berührt Sie und warum? Wo fühlen Sie sich von der reinen Zeichnung im Stich gelassen und suchen nach Handreichungen? Verstehen Sie diesen Text bitte als aufrichtige Einladung zu einem Austausch. Denn nur in der Auseinandersetzung kann sich ein Bild ändern. Als Einladung, mit dem Künstler in Kontakt zu treten: durch eine Email, eine Postkarte, einen Ausstellungsbesuch, eine Visite im Atelier… Sie werden sehen: zwischen Ihren Beobachtung und Gedanken und Michaels Schaffensfreude liegen unentdeckte Welten, die erst im Gespräch sichtbar werden. Wann und wo er geboren wurde, kann er Ihnen dann immer noch verraten.
Texte: Heidrun Lange
Werke: Michael Zellweger
Gestaltung: Alisa Kuratli
Digitale Umsetzung: Katharina Mauch