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Der Staat und seine Aufgaben. Die Bundesregierung der Schweiz befaßt sich mit Schwangeren:
Mit welchem Arzneimittel sollen Schwangere gegen Eisenmangel behandelt werden?
Und: Kann intravenös verabreichtes Eisen schädlich sein für Mutter und Kind? Diese Fragen werden aktuell in der Öffentlichkeit diskutiert. Leider wurden dabei wichtige Antworten bisweilen nicht geliefert.
Eisenmangel ist bei jungen Frauen nicht selten, da sie das Eisen, das im Blutfarbstoff Haemoglobin enthalten ist, bei der Menstruation verlieren. Bei schwererem Eisenmangel kann zuwenig Haemoglobin gebildet werden und es kommt zur Blutarmut. Auch in der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf erhöht. Wenn er mit der Nahrung nicht gedeckt werden kann, muss Eisen mit Medikamenten zugeführt werden.
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Eisen zu verabreichen:
- oral (Präparate zum Schlucken): Diese Variante ist die sicherste. Sie ist wenn immer möglich zu bevorzugen, es kann aber zu Magen-Darmbeschwerden kommen.
- Präparate zur intravenösen Infusion oder Injektion (Venofer® und Ferinject®): Diese Präparate werden dann eingesetzt, wenn Eisenpräparate zum Schlucken ungenügend wirken oder nicht ertragen werden.
Besonderheiten für Schwangere
Für die Anwendung der intravenösen Präparate Venofer und Ferinject bei Schwangeren gelten zusätzliche Einschränkungen und Vorsichtsmassnahmen. Diese sind für beide Präparate gleich:
In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft sollten intravenöse Eisenpräparate aus Vorsicht nicht eingesetzt werden. In diesem Entwicklungsstadium ist das ungeborene Kind besonders empfindlich. Es gibt keine Hinweise, dass es zu Missbildungen beim Menschen kommt, aber die Erfahrungen mit der Anwendung bei Frauen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft sind ungenügend.
Auch ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ist mit der Gabe von intravenösem Eisen Vorsicht geboten, da die Erfahrungen mit den beiden erwähnten Präparaten auch in dieser Zeit begrenzt sind. Experten empfehlen, intravenöses Eisen bei Schwangeren nur bei schwererem Eisenmangel (mit Blutarmut) zu geben und natürlich nur dann, wenn Präparate zum Schlucken nicht angewendet werden können.Der Nutzen muss sorgfältig gegen die Risiken abgewogen werden.
Was den Nutzen betrifft, ist wichtig, dass ein Eisenmangel bei der Mutter, der zur Blutarmut führt, für Mutter und Ungeborenes schädlich ist und behoben werden muss. Was die Risiken betrifft, sind beim intravenösen Eisen vor allem die Überempfindlichkeitsreaktionen wichtig.
Sie können in seltenen Fällen schwerwiegend sein (z.B. Blutdruckabfall, Atembeschwerden) und die Schwangere und das Ungeborene besonders gefährden. Der Arzt muß auf die Behandlung solcher Reaktionen vorbereitet sein und wird bei der Schwangeren vorsichtig dosieren.
Insgesamt ist die Schweiz mit ihren Vorschriften strenger als die EU, welche die Gabe von intravenösem Eisen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht ganz ausschließt.
Bei Fragen empfiehlt die mit den wenig vertrauen erweckende Behörde ausgestattete namens „Swissmedic“ (früher war das mal das Schweizerische Heilmittelinstitut) Betroffenen, ihren Arzt zu konsultieren.