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Sternbild Cassiopeia
Cassiopeia gehört zu den zirkumpolaren Sternbildern und ist sehr auffällig. Die fünf hellsten Sterne bilden ein krakeliges 'W', das gegen Norden hin offen ist. Mit ihrem Gatten Cepheus auf der westlichen Seite schaut sie auf ihren Schwiegersohn Perseus und ihre Tochter Andromeda im Süden. Das Sternbild steht im Band der Milchstrasse, etwa gegenüber von dessen Zentrum und enthält dadurch eine Menge offener Sternhaufen. Das Sternbild besitzt eine Fläche von 598 Quadratgrad und dessen Zentrum kulminiert jeweils etwa am 9. Oktober um Mitternacht. [9,15]
Sterne mit Eigennamen:
- α Cassiopeiae: Shedir, Schedar, Schedir
- β Cassiopeiae: Caph, Chaph, Kaff, Al Sanam Al Nakah
- δ Cassiopeiae: Ruchbah, Rucba, Rucha, Ksora
- ε Cassiopeiae: Segin, Ruchbah
- η Cassiopeiae: Achird
- θ Cassiopeiae: Marfak
- μ Cassiopeiae: Marfak
Mythologie und Geschichte
In der griechischen Mythologie repräsentierte die schöne, aber auch überhebliche Kassiopeia die Königin von Äthiopien, Teil der königlichen Familie des Himmels. Am Himmel erscheint sie auf einem Stuhle sitzend. Ihr Ehemann war König Kepheus und ihre Tochter Prinzessin Andromeda. Kassiopeia beleidigte die schönen Töchter des alten Meeresgottes Nereus. Sie rühmte sich, schöner als sie zu sein. Die Nymphen beschwerten sich bei Poseidon, dem Gott der Meere, der daraufhin das Seeungeheuer Cetus sandte, um die äthiopische Küste zu zerstören und als Opfer Kassiopeias Tochter verlangte. Andromeda wurde aber von Perseus befreit.
Trotz der Rettung ihrer Tochter gab sie Kassiopeia nur widerwillig her. Als die Feier der Hochzeit durch das Eindringen einer von Kassiopeia heimlich gesandten, bewaffneten Schar unterbrochen wurde und der Anführer dieser Gruppe, Agenor, für sich selbst die Hand der Andromeda in Anspruch nahm, da kam es zum Kampf. Perseus erschlug eine grosse Zahl seiner Gegner, doch die Überzahl seiner Feinde war so mächtig, dass er das Gorgonenhaupt holen musste um dem Spuk ein jähes Ende zu bereiten. Zweihundert seiner Feinde haben sich beim Anblick des abgeschlagenen Kopfes der Medusa vor Grausen in Stein verwandelt. Wie durch Zauberkraft verhallte mit einem Schlag der wüste Lärm des Kampfes. Poseidon hatte in dieser Stille den Kepheus und die Kassiopeia unter die Sterne versetzt. Die Kassiopeia war zur Strafe zuerst in einem Marktkorb gefesselt gesehen worden, der in manchen Jahreszeiten sogar verkehrt am Himmel stand und sie in einer höchst unbequemen Lage zeigte, wo sie noch dazu dem billigen Spott des einfachen Volkes ausgesetzt war. Heute sieht man sie dagegen oft, der Würde ihrer Person entsprechend, auf einem Thronsessel dargestellt, aber auch dieser steht manchmal gefährlich verkippt am Himmel.
Cassiopeia und Cassiepeia, wie dieses Sternbild manchmal geschrieben wird, ist eines der ältesten und bekanntesten. Wegen seiner Gestalt spricht man manchmal vom Himmels-W oder Himmels-M. Die Römer und die Griechen haben das Sternbild als eine Frau gedeutet, die auf einem Sessel, einem Thron sitzt und daher Mulier Sedis oder einfach Sedes genannt. Im 17. Jahrhundert, als die Kirche versuchte, die Sternbildfiguren zu christianisieren, wurde aus dem Sternbild Cassiopeia die Sünderin Maria Magdalena.