Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03198.jsonl.gz/218

In der „Grande Nation“ wurde bereits 600 Jahre v. Chr. Wein angebaut. Die Weintradition hat sich seit damals natürlich verbessert, ausgeweitet und stellt heute die Spitze der Weinkultur dar.
Die Griechen kamen 600 v. Chr. nach Frankreich und brachten den Wein und das Wissen aus ihrem Land mit. Sie begannen die warmen südlichen Provinzen und die Provence zu kultivieren, da dort ähnliche Bedingungen herrschten, wie sie sie aus ihrer Heimat kannten. Um 200 v. Chr. weiteten die Römer den Weinanbau rund um Marseille, wie auch im Elsass, Bordeaux und dem Burgund aus. Seither hat sich die „Grande Nation“ stetig verbessert und bringt heute die besten Qualitätsweine der Welt auf den Markt. Die Weine sind so abwechslungsreich und vielfältig, dass jeder auf seine Kosten kommt. Ein warmer fruchtiger Burgunder weiss ebenso zu überzeugen, wie ein klassischer Verschnitt aus dem Bordeaux. Ein prickelnder Champagner aus der Champagne begleitet Festlichkeiten, während ein Cognac den Abschluss eines genussvollen Essens darstellt. Hinter Spanien liegt Frankreich mit rund 800‘000 Hektaren an 2ter Stelle, bezüglich Rebfläche. Punkto Menge liegt Frankreich mit gut 37.6 Mio. Hektoliter auch an 2ter Stelle, hinter Italien.
Argentinien ist eines der traditionsreichsten Weinbauländer der „Neuen Welt“. Die Wurzeln des Weinbaus gehen zurück bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts. In Europa ist der inzwischen überaus beliebte und bekannte argentinische Malbec jedoch erst seit knapp 30 Jahren ein Thema. Wie in vielen anderen Ländern ist der Ursprung des Weinbaus auch in Argentinien mit der europäischen Geschichte und der Kirche verknüpft. Es waren die spanischen Eroberer, die im Jahr 1556 den Weinbau nach Santiago del Estero brachten. Für die Herstellung von Messwein fing Pater Juan Cedrón an, Reben aus seiner Heimat anzupflanzen. Um 1850 beauftragte der argentinische Präsident den französischen Agrarwissenschaftler Michel Aimé Pouget, neue Rebsorten ausfindig zu machen, die in Argentinien gut gedeihen. So kam die ursprünglich französische Traubensorte Malbec über den grossen Teich und fand in Argentinien ihre neue Heimat. Ebenfalls brachten die vielen europäischen Einwanderer, ab Mitte des 19. Jahrhunderts, ihre Winzererfahrung mit und prägten den argentinischen Weinbau weiter.
Der Rebbau erfolgte seit jeher im Westen des Landes an den Ausläufern der Anden. Mit der Erschliessung des Hochlandes durch die Eisenbahn, erhielt die Weinwirtschaft nochmals einen Aufschwung. Die Weinproduktion erfolgte damals jedoch ausschliesslich für den Eigenbedarf – die Argentinier hatten zeitweise einen Pro-Kopf-Konsum von 90 Litern im Jahr! Aufgrund der grossen Nachfrage erfolgte die Weinherstellung primär zugunsten der Quantität. Erst Anfang der 1990er Jahre fand ein Umdenken hin zur Qualität statt und der Export wurde forciert. Heute erstreckt sich der Weinbau in Argentinien im Hochland auf einer Länge von über 1'500 km, vom Norden bis weit in den Süden des Landes. Die Rebfläche umfasst über 220'000 Hektaren. Argentinien ist mit Italien, Frankreich, Spanien, den USA und Australien mengenmässigssig, mit gegen 13 Mio. Hektolitern, bei den grossen Weinproduzenten der Welt. Die mit Abstand bekannteste Weinregion ist Mendoza, wo sich 70% der Rebflächen befinden. Die Rebberge sind überdurchschnittlich hoch gelegen, einige liegen auf über 2'300 m ü M. Diese Höhenlagen sorgen für grosse Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, was sich positiv auf das Traubenaroma auswirkt. Kühle Nächte sorgen für Frische und Säure, heisse Tage für Reife und Frucht. Argentinien bringt eine grosse Vielzahl an Rebsorten hervor. Die am meisten angebauten Traubensorten sind, die bei uns wenig bekannten Criolla Chica, Criolla Grande und Cereza, woraus mehrheitlich einfache Weine hergestellt werden. Aber auch Pedro Jimènez, Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir sowie Riesling, Semillon, Torrontes und Chardonnay sind verbreitet. Der absolute Star unter den argentinischen Weinen ist und bleibt jedoch der Malbec.
Vor den 1990er Jahren wurde die südafrikanische Weinindustrie von der riesigen Genossenschaft, namens KWV dominiert, die über Regulierungsbefugnisse zur Bestimmung von Produktionsmengen und Preisen verfügte. Die Anpflanzung hochproduktiver Sorten wie Chenin Blanc, Colombard und Cinsaut war erforderlich, da der meiste Wein für die Brandy-Industrie bestimmt war und weniger als ein Drittel der Weintrauben als Wein auf den Markt kamen.
Bis 2017 hatte sich diese Situation geändert, da rund 85% der Keltertrauben als Wein auf den Markt kamen. Chenin Blanc ist nach wie vor die grösste, einzeln gepflanzte Sorte, aber insgesamt hat sich der Anteil der schwarzen Sorten, die seit Anfang der 1990er Jahre gepflanzt wurden, mehr als verdoppelt und machen jetzt 45% aller Anpflanzungen aus. Mit rund 130‘000 Hektaren unter Reben, weist Südafrika eine ansprechende Fläche aus und produziert gegen 12 Mio. Hektorliter.
China ist in letzter Zeit zu einem wichtigen Produzenten von Rotwein geworden, hauptsächlich für Cabernet Sauvignon (bei weitem die am häufigsten angebaute Rebsorte für Wein), Merlot und Carmenère (lokal bekannt als Cabernet Gernischt). Da die meisten Chinesen Wein von Natur gegeben als „ROT“ betrachten, haben die meisten chinesischen Weine auf allen Preisniveaus eine rote Farbe. Diese Rotweine sind in der Regel trocken, mit oder ohne neuen Holzeinfluss (abhängig vom Preis), obwohl einige halbtrockene und süsse Rotweine existieren. Es werden kleine Qualitätsweine von Rosé- und Weisswein hergestellt. Natürlich ist China ein grosses Land, dennoch erstaunt, dass bereits über 780‘000 Hektaren unter Reben stehen und sie damit rein flächenmässig nur knapp hinter Frankreich liegen und den dritten Platz einnehmen, jedoch entsteht auf der Fläche nur gut 8 Mio. Hektoliter Wein.
Der Wein, der in der Antike produziert wurde, war nicht so, wie wir ihn heute kennen. Eine Vielzahl von Substanzen, darunter Kräuter, Gewürze, Blumen, Honig und Öle, wurden hinzugefügt, um den Wein vor Oxidation zu schützen und Fehlaromen zu überdecken. Ein gängiger Zusatzstoff war Kiefernharz. Obwohl die Verwendung anderer Substanzen längst verschwunden ist, wird Kieferharz bis heute bei der Herstellung von Retsina verwendet. Während des grössten Teils des 20. Jahrhunderts galt Griechenland als Quelle für billigen, oft schlecht hergestellten Wein, insbesondere Retsina, der hauptsächlich von Genossenschaften und einer Handvoll grosser Unternehmen hergestellt wurde.
In den 1970er Jahren füllten einige kleinere Produzenten ihre Weine in Flaschen ab und verkauften sie sogar ausserhalb ihres lokalen Gebiets. In den 1980er Jahren stieg die Zahl kleiner, qualitätsbewusster Produzenten jedoch rapide an: Einige hatten zuvor für die grösseren Unternehmen gearbeitet, aber viele waren Personen, die vom Wachstum der griechischen Wirtschaft profitiert hatten und nun Wein herstellen wollten. Dies führte zur Schaffung einer modernen griechischen Weinkultur mit gut produzierten, hochwertigeren Weinen. Auf den Exportmärkten hatten diese Weine zunächst nur wenig Erfolg, aber das Ansehen nahm stetig zu. Die meisten griechischen Weine werden immer noch im Inland konsumiert.
Total stehen rund 110‘000 Hektaren unter Reben, wobei nur ein kleiner Teil für die Herstellung von Wein genutzt wird. Rund 50% der Rebfläche wird für die Produktion von Tafeltrauben und Rosinen genutzt. Aus ca. 10% der Rebfläche entstehen Qualitätsweine.
Die einheimischen Sorten sind dominant. Eine der ältesten Sorten der Welt, die Agiorgitiko, gilt gleichzeitig als eine der edelsten roten Rebsorten Griechenlands. Wichtig auf den griechischen Inseln, v.a. auf Kreta und Zypern ist die Rotweinrebe Mavro, aus der sortenreine, sehr kräftige Rotweine entstehen aber auch für Süssweine genutzt wird. Nur langsam fassen die internationalen roten Rebsorten wie Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah Fuss. Bei den weissen Reben dominieren auch die lokalen Grössen wie Aidani, Aspro, Assyrtiko, Athiri, Roditis und Savatiano. Daneben gewinnen die internationalen Sorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc und Ugni Blanc an Bedeutung. Total sind je rund 40 verschiedene rote und weisse Sorten für den Qualitätsweinanbau in Griechenland zugelassen. Qualitätsbezeichnungen in Griechenland sind:
Epitrapezios Inos: entspricht dem Tafelwein / vin de table
Kava / Cava: Tafelweine, die länger gelagert wurden (Weissweine mind. 2 Jahre, davon mind. 6
Monate im Fass und in der Flasche; Rotweine mind. 3 Jahre, mind. 6 Monate im Holzfass aus neuer Eiche oder 1 Jahr im gebrauchten Holzfass, sowie 2 Jahre in der Flasche
Topikos Inos Landwein / vin de pays
OPAP Onomasia Proelefseos Anoteras Piotitos; entspricht dem französischen AOP bezw.
dem italienischen DOC
OPE Onomasia Proelefseos Eleghomeni; die höchste Klassifizierung, die Weine haben eine blaue Banderole, die über Korken und Kapsel geklebt ist.
Epilegmenos Reserve, für OPAP und OPE Weine, wenn sie mind. 2 Jahre (Weisswein) resp. 3 Jahre (Rotweine) gelagert wurden, bevor sie auf den Markt kommen
Idika Epilegmenos Grande Reserve – analog jedoch 3 Jahre für Weisswein und 4 Jahre für Rotwein