Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/1857

Abstract
Die Stickoxid-Emissionen liegen in der Schweiz nach wie vor weit über den Zielvorgaben und sind die unmittelbare Ursache für die Bildung von bodennahem Ozon. Ein grosser Teil dieser Stickoxide stammt aus dieselbetriebenen Fahrzeugen. Bisher werden Stickoxide emissionsseitig summarisch erfasst, nämlich als "NOx". Hierbei werden die Konzentrationen der beiden abgasrelevanten Stickoxide NO und NO2 einfach aufsummiert. Dieser Summenparameter berücksichtigt allerdings nur ungenügend den Umstand, dass NO2 etwa 10-mal gefährlicher ist als NO. Mit dem zunehmenden Einsatz der katalytischen Abgasnachbehandlung bei Dieselfahrzeugen und dem damit verbundenen Mehrausstoss von NO2 gewinnt dessen zuverlässige Messung grosse Bedeutung.
Die „On-Board“ Messung von NO2 im Abgas von Dieselfahrzeugen im Realbetrieb erfordert eine hochmobile Messtechnik. Handelsübliche mobile Messgeräte weisen allerdings bei NO2-Messungen aus heissem Abgas einen systematischen Fehler in Richtung zu niedriger Messwerte auf. Bei solchen Geräten wird das Abgas nämlich vor der Messung abgekühlt, wobei wasserlösliches NO2 in undefinierter Menge im Kondensat „verschwindet“. Ziel des Projektes war daher die Entwicklung eines NO2-Messgerätes für den „On Board"-Einsatz auf Dieselfahrzeugen, welches hochmobil ist und gleichwohl korrekte Messergebnisse liefert.
Was ist das Besondere an diesem Projekt?
Im Rahmen des am "Institut für angewandte Umwelttechnik" (umtec) der Fachhochschule Rapperswil durchgeführten Projektes wurde ein neuartiges mobiles Gerät zur Messung von NO2 in heissen Abgasen entwickelt. Mit dieser Entwicklung wurde die Grundlage dafür geschaffen, die NO2-Emissionen von Dieselfahrzeugen im Realbetrieb korrekt zu messen. Damit wiederum ist die Voraussetzung für die Ausgliederung des für die Ozonbildung relevanten NO2 aus dem Summenparameter „NOx“ geschaffen.
Stand/Resultate
In dem neu entwickelten Messgerät wird das Abgas mit trockener Luft vermischt. So wird das Abgas abgekühlt, ohne dass sich Kondensat bildet. Das erhaltene Messsignal wird anschliessend um den Verdünnungsfaktor korrigiert. Durch vergleichende Messungen auf einem Prüfstand sowie auf Fahrzeugen im Realbetrieb wurde verifiziert, dass konventionelle Messgeräte gegenüber der Neuentwicklung einen systematischen Messfehler von 20-30% in Richtung zu tiefer Messwerte aufweisen - zum Teil auch wesentlich mehr. Der Messgasverdünner ist so dimensioniert, dass handelsübliche Abgasmessgeräte hiermit nachgerüstet werden können und damit ebenfalls in der Lage sind NO2 korrekt zu messen. Der Messgasverdünner ist bei verschiedenen Messgeräteherstellern und Anwendern auf Interesse gestossen. Mit Geräteherstellern sind konkrete Pläne zur wirtschaftlichen Verwertung in Entwicklung.
Medienecho
keine
Links
Am Projekt beteiligte Personen
Dipl. Ing. Markus Zürcher, Institut für angewandte Umwelttechnik, Hochschule für Technik Rapperswil, markus.
zuercher@hsr. ch
Letzte Aktualisierung dieser Projektdarstellung 21.11.2018