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Der Platz ist die Theaterbühne. Die Schauspieler kommen von irgendwo her und treffen sich zur vom Zufall bestimmten exakten Zeit. Sie laufen längs, sie laufen ihre diagonale Linie, selten quer, aber immer in einer exakten Geraden.
Nur Kinder gehen im Kreis, springen um den Brunnen, hüpfen, stossen mit Erwachsenen zusammen, wirbeln um die eigene Achse – oder setzen sich mitten auf dem Platz einfach hin.
Wer ein Ziel hat, also weiss, was als Nächstes zu tun ist, dessen Schritte sind im Tempo abgestimmt auf andere, die auch etwas zu erledigen haben. Wer knapp an Zeit ist, sputet sich.
Touristen schlendern, enscheiden sich, auch mal die vorgesehene Achse zu verlassen und seitwärts von der Bühne abzugehen. Ein Bettler schlurft in seinen ausgetretenen Schuhen dem Rand des Platzes entlang. Zwei Alte gehen langsam nebeneinander her, bleiben stehen, bereden etwas und setzen dann ihren Weg fort.
Man trifft sich, man küsst sich und geht nach ein paar Worten wieder auseinander.
Das, was in diesem Moment geschieht, wird sich so nicht wiederholen. Nie mehr werden sich die Frau im roten Kleid und das Kind so wie heute Morgen begegnen.
Niemand hier weiss, wer die Frau im braunen Kleid ist, die ihren Auftritt von links hat, dort wo die Frau mit dem roten Kleid eben die Bühne verliess.