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Weiss wie Schnee. Rot wie Blut. Schwarz wie Ebenholz. Wie aus dem Märchen kommt der Berger Blanc Suisse, kurz BBS, daher. Sein Fell ist schneeweiss. Seine Lefzen, Augenlider und der Nasenschwamm schwarz. Herzblut schlägt für seine Aufgabe, seinen Menschen.
Der Klassiker
Weiss ist die zeitlose Farbe der Hirten- und Schäferhunde. Schon Columella (altrömischer Ackerbauschriftsteller, etwa 40 n. Chr.) beharrte darauf, dass Hirten- und Schäferhunde weiss sein sollten. «Damit der Hirte den Hund in der Dämmerung nicht mit dem Wolf verwechsle, der in die Herde eingefallen ist». Derselben Meinung ist 110 Jahre später der Römer Marcus Terrentius Varro und auch 1536 Conrad Gessner. Wobei hier argumentiert wird, dass sich Schafe besser an einen weissen Hund gewöhnen.
Die Farbe bleibt im Trend, denn wie Hans Räber ausführt, sind auch die Ahnen des Deutschen Schäferhundes nicht nur grau, sondern auch weiss. Wie Greif, der 1882 und 1887 als erster moderner Deutscher Schäferhund in Hannover ausgestellt wurde. Er war der Grossvater von Horand von Grafrath, der als Erster in das neu eröffnete Zuchtbuch des 1899 gegründeten Vereins für Deutsche Schäferhunde eingetragen wurde. Horand wiederum hatte einen Bruder namens Luchs, der ein viel eingesetzter Zuchtrüde war und viele weisse Nachkommen gehabt haben soll.
Weiss war gefragt. So wollte das Haus Habsburg nur weisse Schäferhunde haben, da diese zu den weissen Lipizzanerpferden und den weissen Roben der adeligen Damen passten. Auch das deutsche Kaiserhaus der Hohenzollern züchtete weiss. Deren Berno von der Seewiese wurde als erster weisser Deutscher Schäferhund ins Zuchtbuch aufgenommen.
Weiss ist out
Ohne es zu ahnen rettete die Amerikanerin Anne Tracy die weissen Schäferhunde. Auf einer Reise in Deutschland lernte sie die Hunde der Hohenzollern kennen und widmete sich der Zucht der Deutschen Schäferhunde. 1913 gründete die Dame den «German Shepherd Dog Club of America» und züchtete weisse und mehrfarbige Hunde mit deutschen Importen. Schäferhunde boomten in den Vereinigten Staaten, auch dank dem berühmten weissen Hund Rintintin. Er war von Lee Duncan, einem Fliegerleutnant im Ersten Weltkrieg, kurz vor Waffenstillstand gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern in einem verlassenen deutschen Unterstand gefunden worden. Rintintin und seine Schwester Nanette begleiteten Duncan in die Staaten.
Während der Weisse Schäferhund in den USA einen Höhenflug erlebte, war sein Stern in Deutschland am Sinken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde gegen die Einfarbigkeit gehetzt, bis alle einfarbigen Hunde an Ausstellungen disqualifiziert wurden. Die Farbe war plötzlich schuld an Krankheiten, Degenerationen und Fehlverhalten. 1968 folgte auch der amerikanische Kennelclub dem deutschen Beispiel. Nur Kanada und ein paar Liebhaber in den USA züchteten weiterhin weisse Schäferhunde.
Die Weissen in der Schweiz
In den USA kam 1966 Lobo zur Welt: weiss. Agatha Burch war nach einer Einbruchsserie auf der Suche nach einem Schäferhund. Sie kaufte Lobo, zog mit ihm in die Schweiz, bildete ihn zum Schutzhund aus, importierte eine weisse Hündin aus England und züchtete mit den beiden, obschon sie wegen der Farbe zur Zucht gesperrt waren. Agatha Burch kehrte mit ihren Hunden wieder in die USA zurück, doch deren Nachkommen blieben.
1984 lief der Familie Epprecht eine weisse Schäferhündin zu. Als die Hündin drei Jahre später starb, holte Jürg Epprecht in Holland, Kanada und den USA Ersatz und begann zu züchten. Er gründete 1989 die «Gesellschaft Weisse Schäferhunde Schweiz», die 1991 als Rasseklub in die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) aufgenommen wurde. 2001 erklärte sich die SKG dazu bereit, den Antrag für die internationale Anerkennung an die Fédération Cynologique Internationale (FCI) zu stellen. Da die Schweiz das erste Land war, das acht voneinander unabhängige Linien nachweisen konnte, wurde sie als Ursprungsland des Weissen Schäferhundes eingetragen und der Name mit Berger Blanc Suisse festgesetzt. Am 4. Juli 2011 wurde der BBS endgültige anerkannt.
Gesundheit. Gesundheit!
Der Schweizer Zuchtverband nimmt seine Verantwortung der Rasse gegenüber ernst. So schreibt der Verband: «Unsere Schweizer Züchter erfüllen mit ihren Zuchthunden höchste Anforderungen und haben strengste Zuchtbestimmungen einzuhalten.» Damit ist ein ausgeklügeltes Zuchtprogramm gemeint, durch dessen Einhaltung sich die Gesellschaft Weisse Schäferhunde (GWS) robuste, gesunde, freundliche Hunde verspricht. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle Hunde, die angekört werden sollen, folgende Untersuchungen erfolgreich absolvieren: (…)
Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 4/18 lesen.