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Verschiedene Organe des Becken können sich "mehr oder weniger" absenken und durch die Scheide sich vorwölben. Prinzipiell lassen sich je nach betroffenem Bereich/Organ verschiedene Arten des Beckenbodenprolaps unterscheiden. Nach Entfernung der Gebärmutter kann es durch die Absenkung der Scheide und des Dünndarms dennoch zu einem Beckenbodenprolaps kommen.
Häufig kommt es vor, dass eine Frau mehr als eine Art von Prolaps, also mehrer dieser Senkungsbefunde gleichzeitig hat. Nachfolgend einige Beispiele:
Symptome einer Senkung oder eines Vorfalls (Prolaps):
Bei leichter Senkung wird oft ein Fremdkörpergefühl oder ein Missempfinden im Unterleib angegeben. Frauen geben an, dass "etwas nicht stimmt". Bei fortgeschrittener Senkung ist Befund tastbar, «wie eine Kugel oder ein Ping-Pong-Ball» vor dem Scheideneingang.
- Typischerweise sind die Beschwerden nicht immer gleich. Es gibt "bessere" und "schlechtere" Tage.
- Nach längerem Stehen oder körperlicher Arbeit nehmen die Beschwerden eher zu. So sind die Beschwerden am Abend häufiger manifest als am Morgen.
- Beim Liegen während der Nacht kommt es zu einem Zurückrutschen des Senkungsbefundes, so dass die Beschwerden verschwinden.
Diagnostik:
- Die Diagnostik erfolgt mittels einer sorgfältigen gynäkologischen Untersuchung und zusätzlich mittels speziellem (perinealen/vaginalen) Ultraschall .
- In seltenen Fällen kann auch eine Diagnostik mittels Computertomogramm oder MRI erfolgen. Meist ist dies aber zu Forschungszwecken.
- Bei zusätzlichen Blasensymptomen (Inkontinenz, Drangsymptome oder Entleerungsstörungen) werden auch diagnostische Tests wie eine urodynamische Untersuchung zur Beurteilung der Blasenfunktion oder vereinzelt spezielle bildgebende Verfahren zur Darstellung von Blase und Enddarm veranlasst.
Nachfolgend sind typische Prolpasformen und -stadien dargestellt. Bei allen Senkungsbefunden wird beschrieben, welches Organ tiefer getreten ist. Kombinationen sind häufig.
Der Prolaps der Scheidenvorderwand mit der Blase ist der häufigste Senkungsbefund des Beckenbodens.
- Wenn die Blase durch den Scheideneingang nach Aussen vorfällt ist sie wie eine weiche Kugel fassbar.
- Meist tritt die Senkblase in Kombination mit Senkung der Gebärmutter und auch etwas mit einer Senkung des Darmes auf.
- Durch eine Schwächung und Schädigung im Bereich des Halteapparates der Blase und der vorderen Scheidenwand kann sich die Harnblase, welche auf diesem Scheidenbereich aufliegt, absenken und vorstülpen. Dies kann eine unvollständige Entleerung der Blase zur Folge haben, weil die Blase beim Pressen durch Druck auf die Harnröhre die Entleerung behindert (vgl. Pfeile im Bild rechts). Aber auch Inkontinenz, Druck und Drang oder wiederholte Blasenentzündungen sind mögliche Folgen.
Die Senkblase (Zystozele) kann sich auch manifestieren wenn eine Frau keine Gebärmutter hat. Im Bild ist der Vorfall der Blase mit einer Absenkung des Scheidendoms dargestellt.
- Bei der Gebärmuttersenkung oder beim Gebärmutterprolaps geben die unterstützenden Strukturen im Becken nach. Die Gebärmutter senkt sich zuerst in der Scheide ab. In den meisten Fällen senken sich auch die anderen Beckenorgane wie Blase und Darm mehr oder weniger ab.
- Dies kann - muss aber nicht - Beschwerden wie z.B. ein Fremdkörpergefühl oder ein Missempfinden bzw. Druck verursachen.
- Senkt sich die Gebärmutter dann weiter vor den Scheidenausgang ab, ist meist plötzlich ein Befund vor der Scheide fassbar. Man spricht dann von Gebärmutterprolaps oder Vorfall der Gebärmutter.
- Wenn bei einer Frau die Gebärmutter bereits entfernt werden musste, kann sich dennoch eine Senkung oder ein Vorfal manifestieren. Man spricht dann von einer Senkung oder einem Prolaps des Scheidendoms oder Scheidenstumpfes.
- Frauen mit Prolps des Scheidendomes haben oft auch einen Prolaps des Dünndarms, der als Enterozele bezeichnet wird. Es senkt sich dann die Scheide meist mit auch Blase und Dünndarm (sog. Enterozele) bzw. Dickdarm (sog. Rektozele) ab.
- Die Beschwerden sind dann ähnlich wie bei einer Gebärmuttersenkung.
- Wenn die Hinterwand der Scheide nicht unterstützt wird, kann sich der Enddarm in die Scheide absenken. Man spricht dann von einer Rektozele. Die Rektozele diese kann ganz vor den Scheideneingang vorfallen. Betroffene Frauen haben dann Mühe den Darm gut zu entleeren oder sind verstopft.