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Das dramatische Ereignis – mit dem er paradoxerweise aber auch durchaus angenehme Gefühle verbindet (“ich fühlte mich so leicht”) – hat sein Leben und sein Werk bis heute geprägt. Das Erlebnis des Ertrinkens, aber auch die Rückkehr ins Leben, sind Themen für Viola. Deshalb sind auch immer wieder Kirchen der Ort für seine Installationen.
Etwa 2007, als er auf der Biennale in Venedig ausstellte. Nicht etwa in einem Pavillon war “Ocean without Shore” zu sehen, sondern auf drei grossen Bildschirmen, die auf drei Altären aufgestellt waren. “Altäre sind ein Ort, an dem die Toten mit den Lebenden kommunizieren”, erklärte Viola.
Vor zwei Jahren stellte Viola in der Londoner St. Paul’s-Kathedrale aus. In einem Seitenschiff kämpften vier Darsteller auf grossen Bildschirmen mit den Naturkräften Luft, Feuer, Wasser und Erde. “Martyrs” hiess die Installation, und die Märtyrer werden von den vier Elementen gepeinigt und fast zerbrochen, bevor sie “durch den Tod in das Licht gleiten”, wie Viola es selbst beschrieb.
Videos macht Viola nun seit mehr als 40 Jahren. In der fünften Klasse war er Leiter des Videozirkels und damit verantwortlich für die Technik in der New Yorker Schule. Auf die Frage, wir er auf die Idee gekommen sei, mit Videos Kunst zu machen, hat er einmal gesagt: “Ich bin im elektronischen Zeitalter aufgewachsen. Als ich das erste Mal mit Video arbeitete, war es wie ein alter Freund.”
Für seine Zeitgenossen, die schnelle Schnitte gewohnt sind, werden Violas Arbeiten manchmal zum Geduldsspiel. Oft gibt es nur eine Einstellung, aber was so simpel erscheint, sind komplexe, durchdachte Arrangements.
Vor fünf Jahren bekam Viola den Praemium Imperiale des japanischen Kaiserhauses, die weltweit höchste Auszeichnung für die bildende Kunst. Damit sollte seine “bewegte Malerei” gewürdigt werden. Sein grösstes Verdienst mag aber sein, dass es heute keine Diskussion mehr darüber gibt, ob Video auch Kunst sein kann.
(SDA)