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Mittwoch, 12.10.2022
Heute letzter Tag in Madrid….
…. zuerst geht’s nochmal in’s Museo Reina Sofía. Wir haben uns vorgestern das Museum im Altbau, dem Edificio Sabatini (Sabatini-Gebäude) angeschaut. In diesem fünfstöckigen Gebäude mit Innenhof, dem ehemaligen Hospital General, ist der überwiegende Teil der Ausstellung untergebracht. Gebaut hat das nach ihm benannte Gebäude der italienische Architekt Francesco Sabatini.
Im Jahr 2005 wurde der von Jean Nouvel gestaltete und nach ihm benannte Erweiterungsbau Edificio Nouvel eröffnet. Das Gebäude umfasst zwei grosse Ausstellungsräume, eine Bibliothek und ein Dokumentationszentrum, eine Buchhandlung, Büros, ein Café-Restaurant, einen Protokollraum und zwei Auditorien mit einer Kapazität von 200 bzw. 400 Plätzen.
Der Seiteneingang zwischen beiden Gebäuden
Dieses Video und die folgenden Bilder geben einen Eindruck über das Edificio Nouvel. Von Anfang an stand das Gebäude nach den Worten seines Autors im Schatten der Reina Sofía, d. h. im Dienste des Sabatini-Gebäudes, dessen Funktionen es erweiterte und vervollständigte, ohne die Bedeutung des ursprünglichen Sitzes zu vernachlässigen.
Als wir dort sind, finden gerade keine speziellen Ausstellungen dort statt. An einigen Orten im Innenhof und auf Terrassen stehen Kunstwerke. Uns erscheint, dass das Gebäude selbst das Kunstwerk ist!
In der Mitte sieht man das Edificio Sabatini
Der Innenhof mit dem Café
Als wir gerade im oberen Stockwerk sind, fängt die Parade der Ejército del Aire y del Espacio (die Luft- und Weltraumstreitkräfte) zum Nationalfeiertag an. Das ist sehr eindrücklich, aber leider sind keine Fotos möglich, da die Sicht nach oben im Gebäude stark eingeschränkt ist. Man sieht die Flugzeuge durch die Öffnungen im Dach nur für einen kurzen Augenblick….
…. in dem Video sieht man mehr. Es gibt bei YouTube zahlreiche Videos vom 12. Octubre 2022 mit den Militärparaden der Fuerzas Armadas Españolas (Spanische Streitkräfte)
Antoni Miralda…. Wheat & Steak (Weizen & Steak) 1981
Wheat & Steak ist eine Skulptur, die die kitschigen Strategien und die Tendenz zur Monumentalisierung in Miraldas Werk innerhalb des wiederkehrenden Themas des Essens als kulturelles Konstrukt veranschaulicht, das sich durch so viele seiner Arbeiten zieht.
Die Kuh, das Schwein und das Lamm, alle aus Fiberglas, mit Hörnern, die mit Maiskörnern bedeckt sind, ähneln Figuren, die auf halbem Weg zwischen dem mythologischen Einhorn und einem Opfertotem liegen, der für eine kollektive rituelle Zeremonie vorbereitet wird, mit den Namen der verschiedenen essbaren Teile, die bereits auf ihren gehäuteten Muskeln geschrieben sind.
Rogelio López Cuenca…. Décret n.º 1. (Erlass Nr. 1) 1992
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Décret n.º 1.
GOWI / THOUT / ANAIM / Ends are / THE / ONLY / Obstacles //
GEHEOHN / EZIEL / ALLEIN / Das Hinder / NISIST / Der Zweck
(Décret n.º 1. Go without an aim, ends are the obstacles)
Décret n.º 1.
GEHE OHN / EZIEL / ALLEIN / Das Hinder / NISIST / Der Zweck
(Erlass Nr. 1 Gehe ohne Ziel, allein das Hindernis ist der Zweck)
Décret n.º 1.
VERLAẞT / JEDE / Hoffnung / Zuschauer / Das iste / Ine Schau
(Erlass Nr. 1 Verlasst jede Hoffnung, Zuschauer, das ist eine Schau)
Décret n.º 1.
SHAPE / ISADYNA / MITECHAR / Geplacedun / DERDAYLY / Triviality
(Decree No 1 Shape is a dynamite charge placed under daily triviality)
(Erlass Nr. 1 Form ist eine Sprengladung, die unter der alltäglichen Trivialität platziert wird)
Ich weiss nicht, ob bei DAYLY ein Fehler vorliegt, es heisst ja richtig daily oder ob das ein verstecktes Wortspiel ist, das ich nicht verstehe…. ich tippe mal auf einen Fehler!
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Décret n.º 1 (Erlass Nr. 1) wurde ursprünglich für die Expo’92 in Sevilla konzipiert. Die Idee des Künstlers war es, die Vereinheitlichung der städtischen Landschaft durch die Beschilderung zu untersuchen, ganz im Sinne seiner üblichen Arbeit, die darin besteht, die Botschaften und Ikonen der Gesellschaft aufzubrechen.
Rogelio López Cuenca entwarf einen Satz von 24 Schildern, die im Inneren des Ausstellungsraums aufgestellt werden sollten. Sie waren in Format, Schrift und Farben identisch mit den institutionellen Informationsschildern, hatten aber ganz andere Texte und Symbole, die mit Ironie und Verwirrung geladen waren. Während die offiziellen Schilder informieren, desinformieren die Schilder von López Cuenca, indem sie ein Sprachengemisch und eine bewusste Distanzierung von der Umgebung präsentieren. Der Titel der Arbeit stammt aus dem Text Décreto n.º 1 sobre la democratización de las artes (Erlass Nr. 1 über die Demokratisierung der Künste), der 1918 in der Moskauer Futuristenzeitung veröffentlicht wurde und die Idee der Auflösung der künstlerischen Tätigkeit im Alltag propagierte.
Das Décret n.º 1 sollte während der Weltausstellung überall auf der Isla de la Cartuja in Sevilla aufgestellt werden. Am Tag vor der Eröffnung wurden die Werke jedoch abtransportiert und eingelagert, wodurch der Diskurs der Institutionskritik, der Veränderung der Sprache und der Aneignung des öffentlichen Raums, den sie darstellen sollten, zunichte gemacht wurde.
Roy Lichtenstein…. Brushstroke (Bürstenstrich, Pinselstrich) 1996
1962 stellte Roy Lichtenstein in der Castelli Gallery in New York eine Reihe von Werken aus, die den Beginn seiner reifen Skulpturenphase markierten, in der er wie in der Malerei seine charakteristischen Comic-Farbgrafiken beibehielt.
Brushstroke ist eine riesige Skulptur, deren Thema der Beruf des Malers ist, wie der Titel verrät, der an das Gemälde anknüpft, das Lichtenstein 1965 schuf und das sich auf das Action Painting bezog, indem es den gestischen Pinselstrich zitierte, der den Abstrakten Expressionismus charakterisiert.
Ab den 1980er Jahren adaptiert Lichtenstein das Thema des Pinselstrichs auf dreidimensionale Arbeiten in Form von Modellen, mittelgrossen Skulpturen und monumentalen Formaten. Mit dieser Arbeit stellt er ein riesiges plastisches Zeichen auf, das eine ironische Parodie auf einen malerischen Stil darstellt, der normalerweise durch Introspektion, Subjektivismus und die persönliche, spontane Geste des Malers gekennzeichnet ist.
In diesem skulpturalen Monument wird diese Geste entblösst, mechanisiert und auf ihren minimalen Ausdruck als Zeichen reduziert. Andererseits dokumentiert das Werk die Tendenz zur Monochromie, im Gegensatz zu den lebhaften Farben der Pop Art, in der letzten Schaffensperiode des Künstlers.
Das war’s aus dem Museo Reina Sofía…. fast…. eine Skulptur von vorgestern fehlt noch….
Joan Miró…. Oiseau lunaire (Pájaro lunar) (Mondvogel) 1966
In den 1940er Jahren nähert sich Joan Miró der Bildhauerei von einem ähnlichen Standpunkt aus, wie er ihn in der Mitte der surrealistischen Periode in Paris zum ersten Mal für diese Disziplin eingenommen hatte. Sein Ziel hatte sich jedoch geändert: Er liess sich stärker vom Oneirismus inspirieren, und sein Thema war mit der kosmischen Welt verbunden.
In Oiseau lunaire (Mondvogel), dessen erste Version aus den Jahren 1946-1949 stammt, kann man das Erbe der organischen Naturformen erkennen, die so eng mit einem Teil der frühen surrealistischen Skulptur, insbesondere der von Jean Arp, verbunden sind, aber mit einem für den katalanischen Maler typischen Themenbereich, der sich sowohl auf die während des Zweiten Weltkriegs entstandene Serie der Sternbilder als auch auf die Welt der Vögel bezieht, die Miró als Verbindung zwischen der irdischen und der himmlischen Welt ansah.
Miró verband metaphorische mineralische Formen und Ideen aus der natürlichen und kosmischen Welt, um eine seltsame, hybride Figur zu schaffen, eine Art Monster mit glänzender, polierter Oberfläche, die eindeutig etwas von den Skulpturen Pablo Picassos (insbesondere den grossen Figuren, die er in Boisgeloup schuf) und anderen grossen hybriden Schöpfungen, wie sie in der Ikonographie von Max Ernst zu finden sind, hat. Oiseau lunaire ist eine Kombination aus einer Reihe von Themen, die dem Surrealismus und der von Miró geschaffenen Sprache gemeinsam sind.
Jetzt aber…. fertig Museum! 😀
Nochmal zwei Fotos vom Museum und der Plaza de Juan Goytisolo…. an anderen Stellen heisst der Platz Plaza del (Museo) Reina Sofía…. bei Google Maps steht der Name des Platzes Plaza de Juan Goytisolo auch nur ganz klein in der Ecke!
Bedingt durch den Nationalfeiertag ist offenbar ganz Madrid auf den Beinen…. die Aussensitzplätze in den Restaurants sind voll, nur mit Glück kann man freie Sitzplätze ergattern.
Wir gehen, wie vorgestern, in’s Pinocchio Sánchez Bustillo. Heute am Feiertag gibt’s kein Menú del día (Tagesmenü), aber auch A la carta finden wir etwas Passendes für uns.
Nach dem Essen geht’s weiter durch die Calle de Atocha, die grössere Parallelstrasse der Calle de Santa Isabel, die wir uns am 2. Tag in Madrid angeschaut hatten.
El abrazo (die Umarmung) oder Monumento a los Abogados de Atocha (Denkmal für die Anwälte von Atocha)
Mit Massaker von Atocha (span. Matanza de Atocha) wird ein Attentat am 24. Januar 1977 in der Calle de Atocha bezeichnet. Das Kommando der faschistischen Terrorgrupp Alianza Apostólica Anticomunista, auch Triple A genannt, stürmte die Arbeitsräume einer Gruppe von Anwälten, die der Gewerkschaft Comisiones Obreras (CC.OO.) angehörten, und eröffnete auf die dort Anwesenden das Feuer. Fünf Menschen starben, und weitere vier wurden angeschossen. Die Täter von Atocha vertrauten darauf, dass die Sicherheitskräfte mit ihnen sympathisierten, aber die Regierung forderte, um die Situation zu beruhigen, eine entschlossene Suche nach den Attentätern. Mehrere Personen wurden verhaftet und zu insgesamt über 450 Jahren Haft verurteilt.
Es ist unter diesem Namen bekannt, weil hier einige der bedeutendsten Literaten des Goldenen Zeitalters der spanischen Literatur (17. Jh.) während ihrer Jahre in Madrid lebten. Cervantes, Lope de Vega, Quevedo, Tirso de Molina und Góngora, um nur einige zu nennen, wählten dieses Viertel, um sich in der Hauptstadt niederzulassen. Sie haben vielen der Strassen, die durch das Gebiet führen, ihre Namen gegeben, als Tribut der Stadt an eine der glanzvollsten Seiten ihrer Kultur und Geschichte.
Es sind viele Inschriften von Schriftstellern in den Strassen eingelassen!
Ach, ist es nicht wahr, Engel der Liebe, dass an diesem abgeschiedenen Ufer
je reiner der Mond scheint und je besser atmet man?
Heute muss man nicht bei Google Maps nach den Bewertungen eines Restaurants schauen….
…. wenn eine Schlange wartender Leute davor steht, ist es sicherlich gut! 😀
Da kommt bei meinen Übersetzung Apps leider nur wirres Zeug raus! 😀
Das Geschäft España Cañí (dt. Malerisches Spanien), das Aushängeschild der Plaza del Ángel, mit reicher Dekoration aus Talavera-Kacheln, die (rechts von der Tür) ein Gemälde von Julio Romero de Torres reproduziert: Cante jondo. Das gesamte Ensemble ist das Werk des Keramikers José Soto aus dem Jahr 1945.
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Julio Romero de Torres….
Cante jondo (1929)
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License CC0 1.0 Public Domain
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Gleich neben der Plaza del Ángel befindet sich die Plaza de Jacinto Benavente, auch bekannt als Plaza de Benavente. Der Name des Platzes steht in Erinnerung an den Dramatiker und Nobelpreisträger (1922) Jacinto Benavente y Martínez.
Plaza de la Provincia…. je näher wir an’s Zentrum kommen, umso voller wird’s…. die Restaurants, Cafés und Bars sind alle voll…. die Brunnen auch! 😀
Heute Abend ist noch das Spiel der Champions League zwischen Atlético Madrid und FC Brügge (Ergebnis 0:0) und tausende Fussballfans sind in der Stadt. Auf der anderen Seite der Plaza Mayor, hier im Bild nicht sichtbar, ist eine grosse Menge grölender Fans…. wir gehen gleich weiter.
Die Plaza de Puerta Cerrada (Platz mit geschlossener Tür) befindet sich im Stadtteil Palacio im historischen Zentrum von Madrid. Der Platz erhielt den Namen Puerta Cerrada, durch die hier in der Muralla cristiana de Madrid (Christliche Mauer von Madrid, im Gegensatz zur Muralla musulmana de Madrid, der muslimischen Mauer von Madrid) während des Mittelalters und der Renaissance eine Tür geöffnet wurde und die 1569 anlässlich des Einzugs in die Stadt durch Isabel de Valois, der Frau von Felipe II de España, abgerissen wurde.
Plaza de la Paja und dahinter der Jardín del Príncipe de Anglona (Garten des Prinzen von Anglona)
Wir nähern uns dem Barrio de La Latina
Das geschäftige Viertel La Latina besteht aus einem Gewirr schmaler Gassen mit zahllosen Tapasbars und Wirtshäusern. Berühmte Sehenswürdigkeiten sind die Real Basílica de San Francisco el Grande, in der sich Gemälde von Francisco de Goya befinden, und die hoch aufragende, im maurischen Stil errichtete Kirche San Pedro el Real. An Sonntagen strömen die Besucher zum Flohmarkt El Rastro und essen in den Cafés und an den Imbissständen der Gegend zu Mittag.
Electric Art! 😀
Der Mercado de la Cebada und die Real Basílica de San Francisco el Grande
Gleich um die Ecke in der Calle de Toledo ist die Metrostation La Latina der grünen Linie 5…. in einer knappen halben Stunde sind wir an der Station Canillejas. Auf dem Weg zum Campingplatz sehen wir dieses Grossaufgebot der Polizei für das Fussballspiel, was in etwa einer Stunde anfangen soll. Unser Campingplatz liegt etwa 2 km vom Estadio Metropolitano entfernt.
Das war’s aus Madrid…. eine supertolle, sehr beeindruckende und sympathische Stadt…. heute war es für uns feiertagsbedingt etwas voll. Aber für uns ist auch klar…. wir kommen wieder…. vielleicht schon auf der nächsten Reise im Frühjahr 2023…. es gibt noch soooo viel zu sehen hier! Wir gehen jetzt noch etwas essen auf dem Campingplatz…. morgen verlassen wir Madrid und fahren nach Segovia.
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