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Beschlüsse kurz zusammenfaßt, durch den »Reichsanzeiger« zur allgemeinen
Kenntnis gebracht. Der Bundesrat kann aber auch die Geheimhaltung der Behandlung einzelner Gegenstände beschließen.
Die auf solche Angelegenheiten sich beziehenden Drucksachen erhalten die Bezeichnung »geheim«.
Vorbehaltlich nachfolgender Beschlußfassung des Bundesrats kann der
Reichskanzler jene Bezeichnung verfügen. Die mündlichen
Verhandlungen des Bundesrats und der
Ausschüsse sind, auch wenn die Geheimhaltung nicht ausdrücklich
angeordnet ist, geheimzuhalten. Schließlich ist noch bemerkt, daß die zur Ausführung der Beschlüsse des Bundesrats erforderlichen
Verfügungen vom
Reichskanzler zu treffen sind.
Den
StaatenSachsen und
Württemberg ist aber von der preußischen Staatsregierung in den betreffenden
Militärkonventionen
die Zusicherung erteilt, daß jederzeit ein Vertreter dieser
Staaten in den fraglichen
Ausschuß des Bundesrats mit aufgenommen
werden soll. Der
Kaiser erkennt ferner die sämtlichen Mitglieder des
Ausschusses für das Seewesen. Die Mitglieder des 3.,
4., 5., 6., 7., 9., 10. und 11.
Ausschusses, zwei Mitglieder des 8.
Ausschusses und die Stellvertreter
werden dagegen vom Bundesrat bei dem Beginn jeder ordentlichen
Session durch geheime
Abstimmung erwählt.
Die
Bundesstaaten, auf welche die
Wahl gefallen ist, ernennen dann die Mitglieder und die Stellvertreter
des
Ausschusses aus ihren
Bevollmächtigten oder den für die letztern ernannten Stellvertretern. Innerhalb des
Ausschusses
führt jeder
Staat nur eine
Stimme. Der
Ausschuß beschließt, ob im einzelnen
Fall der
Vortrag an den Bundesrat mündlich oder schriftlich
zu erstatten ist, sofern nicht der Bundesrat die Form der Berichterstattung bezeichnet. Die dauernden
Ausschüsse bleiben auch in der Zwischenzeit zwischen den
Sessionen des Bundesrats in Thätigkeit. Die Mitglieder derselben
werden je nach
Bedürfnis entweder ständig am Sitz des Bundesrats anwesend sein, oder sich daselbst zeitweise aus Einladung
des Vorsitzenden zur Erledigung ihrerGeschäfte versammeln.
(Theologia foederalis) heißt das dogmatische
System des
Coccejus (s. d.). Seine
Lehre
[* 10] gründet sich auf
die Unterscheidung des
Bundes der Werke, mit
Adam im
Stande der Unschuld geschlossen (foedus naturae), und
des
Bundes der
Gnade (foedus gratiae s. fidei), der nach dem
Sündenfall eintrat und wieder eine dreifache
Entwickelung (oeconomia)
aufweist.
Coccejus verließ damit die bisherige dogmatische Lehrentwickelung und bahnte eine mehr biblisch-historische Lehrdarstellung
an, welche den geschichtlichen Verlauf der
Offenbarung in dem
Gedanken des Gnadenbundes oder
Reichs Gottes
zusammenzufassen und abzustufen unternahm. Der ursprünglich bloß dogmatische Streit gewann zugleich eine politische Bedeutung,
indem des
Coccejus Gegner, die Voetianer, es mit der
Partei des
Statthalters hielten, die föderalistischen Coccejaner dagegen
die
Partei der
Generalstaaten unterstützten.
Seit 1868 ist er emeritiert. Von Bunges wissenschaftlichen Arbeiten sind außer den genannten besonders noch folgende hervorzuheben:
»Beiträge zur Kenntnis der Flora Rußlands und der SteppenZentralasiens« (Petersb. 1851);
Von Bunium ferulaefoliumDesf. (Bunium creticum
Mill.), mit gabeligen Stengeln, dreizähligen, eingeschnittenen Blättern und weißen Blüten, vornehmlich auf
den griechischen Inseln einheimisch, wird die haselnußähnlich schmeckende Wurzel von den Türken unter dem NamenTopana gegessen.
Bunium bulbocastanum, s. v. w. Carum bulbocastanum.
Die Bunker, möglichst nahe den Kesselräumen placiert, haben besonders große
Abmessungen am Bord von Ozeandampfern, die zuweilen 1000 und mehr TonnenSteinkohlen zum Betrieb ihrer Maschinen
verstauen müssen. Vgl. Schiff.
[* 38]
Für Bunsens weitere Laufbahn wurde der Besuch König FriedrichWilhelms III. in Rom entscheidend, indem jener dadurch Gelegenheit
erhielt, dem König seine Ansichten über Agende und Liturgie darzulegen, die, so verschieden sie auch von
denen des Königs waren, ihm doch dessen Gunst verschafften. 1823 zum Legationsrat ernannt, übernahm er nach NiebuhrsAbgang
im Frühjahr 1824 die Geschäfte der Gesandtschaft und ward 1827 zum preußischen Ministerresidenten beim päpstlichen Stuhl
ernannt. Er erhielt den Auftrag, die Unterhandlungen über die gemischten Ehen zu führen, und erwirkte
von Pius VIII. das Breve vom welches Preußen ein allerdings unklar gefaßtes Zugeständnis machte, von diesem aber
nicht sofort authentisch interpretiert und acceptiert wurde, so daß Gregor XVI. es nachher anders auslegen konnte.
In den damals obschwebenden Verfassungsfragen 1844 vom König von Preußen, dessen Vertrauen auch in dieser Angelegenheit trotz
seiner Hinneigung zu liberalen Prinzipien in hohem Maß besaß, zu Rate gezogen, arbeitete er denEntwurf
zu einer der englischen möglichst treu nachgebildeten preußischen Verfassung aus. 1848 von den Schleswigern in das deutsche
Parlament gewählt, ohne daß er sie vertreten konnte, beteiligte er sich an dem von ihm mit großen Hoffnungen begrüßten
Werk mit zwei Sendschreiben über die künftige deutsche Verfassung.
Besonders thätig bewies er sich in der schleswig-holsteinischen Sache, und bereits überreichte er LordPalmerston
sein »Memoir on the constitutional rights of the duchies of Schleswig
[* 61] and Holstein«. Doch stieß er bei den englischen Staatsmännern
auf unüberwindliches Übelwollen und Unverständnis für deutsche Dinge. Er begab sich zwar 1848 und 1849 auf
längere Zeit nach Deutschland, vermochte aber seinen königlichen Freund nicht zu mutigem Entschluß in der deutschen Frage
zu bewegen.
Von seinen archäologischen Werken ist vornehmlich zu nennen: »ÄgyptensStelle in der Weltgeschichte« (Hamb. u. Gotha 1845-57, 5 Bde.).
Den eigentlichen Mittelpunkt seiner Bestrebungen aber bildeten die biblischen, kirchengeschichtlichen und liturgischen Studien,
in denen er durch die vielseitigsten Kenntnisse und geistvolle Auffassung glänzte, jedoch mitunter seiner kühnen Phantasie
die Zügel schießen ließ. Seine wichtigsten Werke in diesem Fach, welche auch englisch erschienen, sind: »Hippolytus und seine
Zeit« (Leipz. 1853, 2 Bde.;
in der zweiten engl. Ausgabe u. d. T.: »Christianity and mankind.
Their beginnings and prospects« auf 7 Bände erweitert);
»Ignatius von Antiochien und seine Zeit« (Hamb.
1847);
3) Georg von, Mitglied des deutschen Reichstags und des preußischen Abgeordnetenhauses, vierter Sohn von Bunsen 1), geb. zu
Rom, ward in Schulpforta erzogen, studierte Philosophie und Geschichte in Berlin und Bonn und lebte wegen eines hartnäckigen
Augenleidens mehrere Jahre bei seinem Vater, der auf seine Geistes- und Gemütsrichtung bestimmenden Einfluß
übte. Nachdem er dann Frankreich und Italien
[* 77] bereist, sich in England längere Zeit aufgehalten und sich mit den politischen
Zuständen dieses Landes eingehend beschäftigt hatte, widmete er sich auf einem Landgut bei Bonn der Landwirtschaft neben der
Fortsetzung seiner politischen und volkswirtschaftlichen Studien. Im Mai 1862 wurde er in das preußische
Abgeordnetenhaus gewählt und hat bis 1879 ununterbrochen diesem, seit 1867 auch dem norddeutschen und deutschen Reichstag
angehört.
er übersetzte ein anonymes
englisches Werk: »WilliamPenn, oder die Zustände Englands 1644-1718«, ins Deutsche
[* 79]
(Leipz. 1854) und beschäftigte sich in
neuerer Zeit namentlich mit religionsgeschichtlichen Studien;
Baxter, der nach ihm kam, konnte sich noch größerer Erfolge in künstlerischer Hinsicht rühmen,
verband aber den Kupferdruck mit dem Buchdruck bei seinem Verfahren und verteuerte dasselbe hierdurch. In Deutschland ging C.
Naumann in Frankfurt a. M. bahnbrechend vor; diesem folgte Ed. Hänel in Magdeburg.
[* 90] Das Verfahren des Buntdrucks erfordert vor
allem aufmerksame und reinliche Behandlung sowohl der zu verwendenden Farben als der Druckutensilien und
der Formen.
Die trocknen Farben werden mit Wasser, Spiritus
[* 91] oder Äther und dann erst mit Firnis zusammengerieben. Die Verwendung des Buntdrucks
zu industriellen Zwecken hat einen neuen Aufschwung erhalten durch die 1879 von Bacon gemachte Erfindung des teil- und zusammensetzbaren
Farbtisches, bei welchem er denjenigen Teil der Buchdruckschnellpresse, welcher zur Verreibung oder Verteilung
der Druckfarbe dient, aus einzelnen beweglichen Scheiben verschiedener Breite
[* 92] herstellte, wodurch es möglich wird, entsprechende
Einrichtung des Druckfarbenbehälters vorausgesetzt, eine Anzahl Farben in geraden Linien dicht nebeneinander zu drucken, ohne
daß
¶
entweder in der Masse natürlich (durch
farbige Hadern) oder künstlich gefärbtes oder weißes Papier, dem
ein farbiger Überzug gegeben ist. Nach allgemeinem Sprachgebrauch versteht man unter Buntpapier nur die letzte Gattung: das auf einer
oder beiden Seiten gefärbte, bedruckte, gepreßte etc. Papier. Die Herstellung geschieht entweder durch
Handarbeit oder mittels Maschinen. Die Farben werden mit der Bürste (Schwamm, Pinsel) auf kleine Bogen aufgetragen oder die Bogen
durch Auflegen auf eine Farbenmischung gefärbt; danach werden die Bogen auf dem Hängekreuz getrocknet und geglättet, resp.
weiter verarbeitet (bedruckt, gepreßt, gefirnißt etc.). Man unterscheidet einfarbige oder
schlichte Buntpapiere, die entweder auf einer oder auf beiden (Blumenpapiere) Seiten bedruckt sind, und
mehrfarbige. Zu den einfarbigen Papieren gehören: Taft- (Glanz-), Atlas-, Gold- und Silber-, Perlmutter-, Samtpapiere, zu den mehrfarbigen:
Iris- (mit ineinander laufenden Streifen), Marmor-, Granit-, Holz-, Kristallisationspapiere.
Das Bedrucken der Buntpapiere geschieht vermittelst Modeln wie beim Kattundruck; das Muster ist in Holz
geschnitten, feinere Linien oder sich wiederholende Figuren sind aus gebogenem Messingdraht eingesetzt. Bei mehrfarbigem Druck
sind so viele Modeln wie Farben nötig; die Genauigkeit des Rapports wird durch Paßspitzen (auf den Modeln angebrachte Metallstifte,
welche auf dem Bogen immer an gleicher Stelle leicht eingedrückt werden) reguliert. Das Pressen der Buntpapiere
geschieht durch eine gravierte Messingwalze (Patrize) und eine Bleiplatte oder Papierwalze, auch wohl Matrize und Gegenmatrize
auf warmem oder kaltem Weg.
Im 17. und 18. Jahrh. war das Verfahren zur Herstellung der Buntpapiere im großen und ganzen dasselbe wie heute; auch damals
wurde es vielfach von Frauen betrieben. Nur die Buntpapiere vom Anfang des 17. Jahrh. scheinen zum Teil
mit einzelnen Metallstempeln (wahrscheinlich Buchbinderstempeln) bedruckt zu sein. Um Stempel zu sparen, sind die Rankenmuster
mit derselben sich wiederholenden Platte gedruckt, die eingestreuten Figuren, Tiere, Embleme etc., um möglichste Mannigfaltigkeit
zu erzeugen, mit besondern Stempeln.
Auch Schablonen scheint man verwendet zu haben. Die »türkischen« Papiere, eine besonders beliebte, zum
Auskleben von Schränken, Schubladen etc. vielgebrauchte Art, wurden durch Auflegen der Papiere auf einen zähen Farbenbrei
hergestellt; beim Abnehmen der Bogen zog sich die Farbe und bildete so geflammte Muster. Die Herstellung der Buntpapiere galt
als eine freie Kunst; sie war nicht zünftig, jedermann konnte sie ausüben. Daher finden wir, daß namentlich
die Kattundrucker, zum Teil mit den beim Kattundruck abgenutzten Holzmodeln, Buntpapiere anfertigten (Kattunpapiere), aber
auch die Buchbinder, da die Herstellung nicht schwierig war, sich ihren Bedarf teilweise selbst hergestellt haben.
Verbreitet war im 18. Jahrh. die Herstellung der Buntpapiere auf den Jahrmärkten durch Frauen, welche
den ganzen Apparat zur Stelle brachten und unter lautem Geschrei farbige Papiere herstellten und verkauften. Die ältesten bedruckten
Buntpapiere stammen aus dem Anfang des 17. Jahrh. Die Musterung besteht aus streng symmetrischem Rankenwerk, in welchem gelegentlich
Figuren oder Embleme angebracht sind. Das Muster ist meist für den ganzen Bogen so komponiert, daß nur
eine große Platte zum Druck erforderlich war. Daneben kommen die oben erwähnten Rankenmuster in Wiederholung mit besonders
eingedickten Stempeln vor,
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