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Die im Auftrag der kantonalen Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern erstellte statistische Analyse zeigt auf, wie sich die Wahlchancen von Frauen und Männern seit 1974 entwickelt haben, wie Frauen und wie Männer in den einzelnen Wahlkreisen und Parteien abgeschnitten haben und wo der Frauenanteil im Berner Parlament im interkantonalen Vergleich steht. Auf die Frage, weshalb die Frauen bei den letzten Wahlen so viel schlechter gewählt wurden, gibt die Analyse allerdings keine Antwort.
Die Fachstelle für die Gleichstelllung von Frau und Mann gibt auf ihrer Homepage verschiedene Gründe an: „Frauen sind stärker in der Familie und der Freiwilligenarbeit engagiert als Männer. Zusammen mit einer beruflichen Tätigkeit bleibt ihnen oft wenig Zeit für eine politische Karriere. Männer verfügen häufiger über Vernetzungen mit einflussreichen Interessenorganisationen.“
Meine Einschätzung: Die berufliche Tätigkeit ist auch für die meisten Männer ein sehr grosses Hindernis, so findet man im Grossen Rat nämlich kaum in der Privatwirtschaft angestellte Männer, sondern vor allem Selbständigerwerbende, Unternehmer und Angestellte von Verbänden und der öffentlichen Hand. Was sicher stimmt ist, dass auch das Engagement in Vereinen und Verbänden die Wahlchancen stärkt. Da ich nicht den Eindruck habe, dass die Frauen weniger ehrenamtlich tätig sind als Männer, liegt das Problem möglicherweise darin, dass diese Organisationen zu wenig politisch sind und keine Wahlempfehlungen ausgeben. Generell musste bei den letzten Grossratswahlen festgestellt werden, dass es schwierig ist, genügend Kandidatinnen für die Wahlen zu finden. 17 Jahre nach der Nichtwahl von Christiane Brunner hat aber auch der Frauenbonus (Brunner-Effekt) zumindest auf den SP-Listen offensichtlich an Zugkraft verloren.