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Für Caroline Baudois, Lehrerin am Collège «En Brit» in Yvonand, ist es nicht das erste Mal. Das Projekt ihrer Klasse (9-11) wurde bei der letzten Ausgabe des Westschweizer Wettbewerbs Environnement et Jeunesse (Umwelt und Jugend) zum Thema Wasser erneut preisgekrönt. Das Projekt, das im Rahmen des Projekts «La Grande Cariçaie» der Schule stattfand, war für die Schüler/-innen ein stimulierendes Erlebnis, das die Klasse mit neuer Energie erfüllte. Interview mit der Waadtländer Lehrerin.
Was waren die wichtigsten Etappen des Projekts?
Zunächst führten wir ein Brainstorming durch, um Ideen zu sammeln. Dann sortierten wir sie und teilten die Themen den verschiedenen Gruppen zu. Nachdem sie sich einen Dokumentarfilm über das virtuelle Wasser angeschaut hatten, machten sich die Schüler/-innen an die Arbeit. Während der 6-wöchigen Projektdauer habe ich Material zur Verfügung gestellt (Artikel, Unterlagen,…), habe die Arbeiten begleitet und bei den Nachforschungen geholfen. Einige Themen wurden von der ganzen Klasse behandelt, andere in Gruppen. Das Ziel war dabei, ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen, wobei jeder eine Rolle hat und die Erwartungen kennt.
Welche Aspekte zum Thema Wasser haben Sie mit Ihren Schüler/-innen behandelt?
Ich habe versucht, ihre Anliegen zu berücksichtigen. Eine Gruppe zum Beispiel befasste sich mit dem Wasser, das wir verbrauchen, um unsere Wäsche zu waschen und mit Lösungen, um sparsam mit dem kostbaren Nass und mit der Energie umzugehen. Ein Team untersuchte die Nutzung von Wasser in der Landwirtschaft. Andere versuchten, die Wassermenge zu messen, die benötig wird, um ein Kilo Fleisch und ein Kilo Papier herzustellen oder den Hamburger, den wir zuhause essen. Da wir uns mit den Plastikabfällen im Ozean beschäftigt hatten, fragten wir uns schliesslich, welche Art von Müll im Schulhof herumliegt und wo dieser Müll endet.
Sie haben das Thema der Trockentoiletten angesprochen. Zu welchem Schluss kamen die Schüler/-innen?
Wir sprachen über Hygiene und den Wasserverbrauch in Toiletten. Eine Mutter zeigte uns, wie Trockentoiletten funktionieren, was ihre Vor- und Nachteile sind. Die Schüler/-innen vertieften die Thematik und fragten sich, ob solche Toiletten bei ihnen zuhause eine Alternative sein könnten. Eher zurückhaltend kamen sie zum Schluss, dass es eine Lösung sein könnte, falls es «dringend nötig wäre, Wasser zu sparen».
Engagierten sich die Schüler und hatten sie Freude an der Sache?
Derartige Projekte motivieren sie, obgleich sie zusätzliche Arbeit bedeuten. Die Tatsache, dass man einen Preis gewinnen kann, schafft zusätzlich Motivation. Sie müssen komplexe Probleme lösen und sind nur im Team dazu in der Lage. Die Klasse braucht jeden mit seinen Stärken und Schwächen. Menschlich gesehen ist es ein Gewinn. Gegen Ende des Projekts entsteht in der Gruppe eine positive Energie, wodurch es gelingt, die Sache abzuschliessen und die Arbeiten fristgerecht abzuliefern. Wie einige bemerkten, «arbeiten wir an echten Themen, nicht mit Arbeitsblättern, die man ausfüllt und dann wegwirft, etwas, das noch lange nachwirkt».
Darüber hinaus bietet diese Art von Aktivität die Gelegenheit, andere Kompetenzen zu entfalten, besonders im Bereich der Informatik: Fotos machen, sie bearbeiten und per E-Mail verschicken (nicht selbstverständlich für sie!) Bildunterschriften verfassen, formatieren oder die Quellen angeben. Ausserdem könnte man noch die Präsentation der Ergebnisse mithilfe von Graphiken und Tabellen erwähnen.
Und welches Fazit ziehen sie aus dieser Erfahrung?
Es ist eine Herausforderung, die Kompetenzen der Schüler/-innen im Rahmen eines Projekts zu entwickeln, das vom Programm abweicht und neuen Schwung in die Klasse bringt. Übrigens ist es interessant zu sehen, dass einige sehr gute Schüler/-innen sich mit dieser Art von Projekt schwer tun. Während andere, die in manchen Schulfächern Schwierigkeiten haben, sich dabei hervortun. Ideal wäre es, wie bei den Sprachen, langfristig arbeiten zu können und regelmässig das angeeignete Wissen und die gewonnenen Erfahrungen neu zu aktivieren. Und man sollte es im Rahmen des allgemeinen Lehrplans tun können, um ein globales Konzept des Förderns zu begünstigen.