Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03342.jsonl.gz/1182

Man trägt ihn in der Freizeit und im Büro, zur Anzughose oder auch zu Jeans, zu Leder- oder zu Turnschuhen: den sportlich-eleganten «Sakko» – auf Englisch heisst er denn auch sports jacket, in den USA sack coat. Der Sakko ist mit dem figurbetonten «Jackett» verwandt, das aus dem Gehrock entstand, bei dem man die antiquierten Schösse wegliess. Doch im Gegensatz zum vornehmen Jackett war der schlichtere, gerade geschnittene Sakko anfangs eher für die Arbeiterklasse gedacht. Von einem Sack, vom italienischen «sacco», hat er auch seinen Namen. Heute sind die Grenzen fliessend – ein Sakko oder ein Jackett sind heute in der Regel ein und dasselbe.
Der Sakko ist eine ein- oder zweireihige Jacke traditionell aus Schurwolle, manchmal auch aus Baumwolle oder Leinen, Cord oder Tweed, und mit einem Fasson – so heisst sein markantes, umgeschlagenes Revers. Aussen trägt der Sakko zwei aufgesetzte Taschen und zwei, seltener drei oder sogar noch mehr Knöpfe. Er wird entweder offen getragen oder aber mit einem, und nur einem, geschlossenen Knopf.
Der Grund dafür liegt im ausgehenden 19. Jahrhundert, genauer, beim englischen Kronprinzen Albert Edward und späteren König Edward VII. Edward war modebewusst, aber sehr beleibt, und er schaffte es beim besten Willen nicht, seinen Sakko vollständig zuzuknöpfen. Weil also der untere Knopf des königlichen Sakkos stets offenstand, gingen Adel und Hofstaat dazu über, aus Respekt vor Edward den unteren Knopf ebenfalls offen zu lassen. Das war praktisch, und es liess sich auch besser reiten. Und so wird der Sakko bis heute, wenn überhaupt, nur oben zugeknöpft.