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Die desillusionierende Schilderung des Weges einer jungen spanischen Novizin, die nach dem Selbstmord ihres Onkels auf das Kloster verzichtet und dadurch karitativ wirkt, dass sie das Landgut ihres Onkels zu einem Asyl für Notleidende macht. Eine kurze Abwesenheit der jungen Frau nutzen die Armen zu orgienhafter Zerstörung. Nur knapp kann die Zurückgekehrte einer Vergewaltigung entgehen.
«Das Scheitern christlicher Nächstenliebe hat Buñuel in diesem Meisterwerk mit der gleichen Ernstnahme und ungerührten Distanz dargestellt wie in Nazarín. Die Personen beider Filme achte er, weil sie leben, was sie bewege. Viridiana ist eine Komödie ohne Humor, eine Tragödie von souveräner Gelassenheit, ein realistischer Film von glasklarer Härte, zugleich ein surrealistischer Film über die condition humaine.» (Harry Tomicek, Österreich. Filmmuseum)
Nach seinem langen mexikanischen Exil war dies Luis Buñuels zweiter in Spanien gedrehter Film. Prompt wurde er zum Skandal: Die Linke warf Buñuel Kollaboration mit dem Franco-Regime vor, das nach aussen Toleranz zeigen wollte und ihm weitgehend freie Hand liess, kirchliche Kreise bezichtigten den Film der Blasphemie, sodass er in Spanien mit einem Aufführungsverbot belegt wurde.
Drehbuch: Luis Buñuel, Julio Alejandro
Kamera: José F. Aguayo
Musik: G. F. Händel, W. A. Mozart
Schnitt: Pedro del Rey
Mit: Francisco Rabal (Jorge), Silvia Pinal (Viridiana), Fernando Rey (Don Jaime), Margarita Lozano (Ramona), Victoria Zinny (Lucía), Teresa Rabal (Rita)
90 Min., sw, DCP, Sp/e