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Bevor ich mit meiner Trainingspause startete , entschied ich mich am Tag nach dem Velodux in Estavayer-le-Lac noch das GurtenClassic zu bestreiten. Das Rennen in Bern wollte ich unbedingt wieder einmal fahren, denn als ich noch in der U19-Kategorie war, stand ich dort schon zwei Mal am Start und konnte das Rennen auch schon gewinnen. Auch hatte ich dieses Rennen auf den Berner Hausberg Gurten als tollen Anlass in Erinnerung.
Leider hat in diesem Jahr das Wetter nicht ganz mitgespielt, aber für mich war klar, dass ich das Rennen in diesem Jahr unbedingt gewinnen wollte. Da ich regnerische und matschige Bedingungen liebe, freute ich mich riesig auf den Start.
Ich wusste jedoch noch nicht genau, wie ich mich von dem gestrigen Rennen erholt hatte und entschied mich daher für die defensive Methode und liess zuerst einmal die anderen Fahrer das Tempo vorgeben. Bald merkte ich, dass sich meine Beine gut anfühlten und ich konnte mich schliesslich mit drei weiteren Fahrern absetzen. Bevor ich nach etwa dreissig Minuten Rennzeit zum ersten Mal den Gurten passierte, konnte ich diese drei Fahrer abschütteln.
Nach der schnellen Abfahrt hinunter ins Gurten-Dörfli nahm ich den letzten fünfminütigen Aufstieg mit einem Vorsprung von ungefähr einer Minute in Angriff und erreichte das Ziel nach fünfundvierzig Minuten als Sieger .
Trotz des Regens hatte ich während dieses Rennens sehr viel Spass und es hat mich sehr gefreut, dass ich endlich wieder einmal am GurtenClassic am Start stehen konnte. Zudem ist es ein gutes Gefühl, mit einem Sieg in die Trainingspause starten zu können.
Das RedBull Velodux in Estavayer-le-Lac ist ein aussergewöhnliches Rennen, denn es ist ein Radquerrennen, bei welchem man in Zweierteams starten muss. Beide Fahrer müssen abwechslungsweise eine Runde auf einer technisch anspruchsvollen Strecke in der Altstadt von Estavayer-le-Lac bestreiten.
Ich startete mit Eric Lüthi, einem zwei Jahre jüngeren Fahrer, welcher am Morgen bereits in der U23-Kategorie am Start war und dort das Rennen mit seinem Partner gewinnen konnte. Nach einer kurzen Erholungsphase stand er um 14.45 Uhr erneut mit mir am Start.
Der Start wurde in Form eines Le Mans-Starts ausgetragen, welchen ich übernahm. Da ich nicht der beste Läufer bin, verlor ich am Start schon wertvolle Zeit und Positionen und in den engen Gassen der Altstadt war das Überholen beinahe unmöglich.
Jede Runde kamen wir besser in Fahrt und konnten langsam unseren Startrückstand aufholen und uns zurück in die Top-10 kämpfen. Obwohl Eric schon ein Rennen in den Beinen hatte, schlug er sich sehr gut und konnte auf der letzten Runde den neunten Schlussrang ins Ziel bringen.
An dieser Stelle einen grossen Dank an Eric, dass er mit mir dieses Rennen bestritten hat. Es war eine super Erfahrung, einmal ein Rennen in einem Zweierteam fahren zu dürfen.
Für mich ist es immer speziell in Hittnau ein Rennen zu bestreiten, denn im Zürcher Oberland startete ich vor vier Jahren zum ersten Mal an einem Radquerrennen und genau dort hat mich die Faszination für diese Sportart gepackt. Auch die technische Strecke mit der „Schlosshügelabfahrt“ gefällt mir sehr gut.
Schon vor vier Jahren hat es geregnet und war matschig und auch in diesem Jahr herrschten richtige Radquerbedingungen, welche ich sehr gerne habe.
Der Start gelang mir sehr gut und nach der ersten Kurve lag ich in den Top-20. Nach einigen Rangeleien mit anderen Fahrern fand ich mich jedoch nach dieser Runde auf der sechsundzwanzigsten Position wieder. Vor mir lag eine sehr grosse Gruppe, aber wie in den vergangenen Rennen konnte ich nur ein hohes Grundtempo fahren und die entscheidende Explosivität, um den Anschluss zu schaffen, fehlte mir. Von Runde zu Runde konnte ich mit einer technisch sauberen Fahrweise den einen oder anderen Fahrer noch einholen, aber der richtige Exploit gelang mir nicht.
Auf den letzten zwei Runden versuchte ich noch gegen Lukas Flückiger, meinen einundzwanzigsten Schlussrang zu verteidigen, aber kurz vor der Ziellinie konnte er mich noch abfangen und den Schlusssprint gewinnen.
Das Resultat ist wieder einmal nicht schlecht, aber für mich hat es sich einfach nicht mehr so richtig nach „Rennen fahren“ angefühlt und ich merke langsam, dass ich eine sehr lange Saison hinter mir habe. Jetzt werde ich am kommenden Samstag noch am RedBull Velodux in Estavayer-le-Lac teilnehmen und als Saisonabschluss das GurtenClassic bestreiten, welches noch ein Mountainbikerennen sein wird.
Nach dem Rennen in Bern reiste ich direkt nach Sardinien, um dort zwei Wochen zu trainieren. Unter sehr guten Bedingungen konnte ich meine Trainingseinheiten durchführen und sogar mit dem Radquerbike einige Techniktrainings im Sand absolvieren.
Von Sardinien aus ging es direkt nach Aigle, wo das dritte Rennen der EKZ Cross Tour stattfand. Rund um den Hauptsitz der UCI (Union Cycling Internationale) wurde eine sehr schnelle Strecke mit fast keinen Höhenmetern angelegt und durch die wohl letzten sehr warmen und trockenen Herbsttage wurde die Strecke extrem schnell und staubig.
Am Start konnte ich meine Position behaupten und bald befand ich mich in einer fünfköpfigen Gruppe. Auf den ersten der zehn zu fahrenden Runden befand ich mich immer in dieser Gruppe, aber bald einmal merkte ich, dass ich auf den meisten Teilen der Strecke schneller war als meine direkten Konkurrenten. Nach einigen Überholversuchen gelang es mir, mich an erster Stelle der Gruppe zu positionieren und diese Fahrer dann auch abzuhängen. Nach dieser Attacke lag ich mit einem sicheren Vorsprung auf dem einundzwanzigsten Zwischenrang.
Auf den letzten sechs Runden des Rennens lag immer derselbe Fahrer auf dem zwanzigsten Rang vor mir und mit dem Ziel einer Top-20 Platzierung vor Augen versuchte ich diesen einzuholen. In den eher technischeren Passagen, wie zum Beispiel den Schräghängen und den Hürden, konnte ich meinen Rückstand jeweils ein wenig verringern, aber auf den flachen Passagen wurde mein Rückstand wieder grösser und pendelte sich danach bei fünfzehn bis zwanzig Sekunden ein. Mit diesem Rückstand und ohne den Fahrer vor mir einholen zu können, erreichte ich am Ende auch das Ziel.
Mit meinem einundzwanzigsten Rang komme ich der angestrebten Top-20 Platzierung immer näher und ich konnte damit das Resultat von Bern noch einmal unterbieten. Trotz allem bin ich nicht ganz zufrieden mit meinem Rennen und hoffe darauf, auf einer technischeren Strecke mit mehr Höhenmetern, die Top-20 endlich knacken zu können.
Obwohl ich mich nach dem gestrigen Leistungstest ein wenig müde fühlte, wollte ich das internationale Radquerrennen in Bern/Weyermannshaus nicht verpassen, denn an diesem Ort fand zum ersten Mal ein Radquerrennen statt und die Strecke ist knapp zwanzig Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Die sehr schnelle Strecke mit vielen Kurven und einigen technischen Hindernissen im Freibad Weyermannshaus, welche mit Hilfe meines ehemaligen Teamkollegen Sepp Freiburghaus gebaut wurde, gefiel mir sehr.
Der Start der Elite-Kategorie fand um 15:15 Uhr statt und ich startete etwa an fünfunddreissigster Position. Der Start gelang mir nicht wunschgemäss und ich konnte auf der langen Startgeraden nur wenige Positionen gutmachen und auch auf den ersten beiden Runden hatte ich Mühe, wirklich explosiv aus den vielen Kurven zu beschleunigen. Von Runde zu Runde ging es besser, aber der Vorsprung der Top-20 Fahrer war schon zu gross und ich konnte mich nur noch auf den Kampf um den zweiundzwanzigsten Schlussrang konzentrieren. In der letzten Runde konnte ich mich dann auch mit der insgesamt elftbesten Rundenzeit entscheidend absetzen und so das Rennen auf dem zweiundzwanzigsten Rang beenden.
Mit diesem Rang konnte ich mein bestes Radquer-Resultat bei der Elite wieder unterbieten und ich bin der Meinung, dass ich das Beste aus dem Rennen gemacht habe. Gerne jedoch hätte ich vor heimischem Publikum eine bessere Leistung abgeliefert, trotz allem hatte ich aber ein super Gefühl, so viele bekannte Gesichter am Streckenrand zu sehen. Vielen Dank an alle Berner-Fans, welche mich während des Rennens lautstark unterstützt haben.
Zum ersten Mal fand in Carona, oberhalb der Stadt Lugano, ein Mountainbikerennen statt. Das Rennen in der Parkanlage „San Grato“ war zudem das Schlussrennen des Proffix Swiss Bike Cups. Vor diesem letzten wichtigen Rennen lag ich in der Gesamtwertung auf dem sechsten Zwischenrang, wusste aber, dass mit einem super Rennen auch noch ein Podestplatz möglich wäre. Ich fokussierte mich jedoch vor dem Rennen nicht auf das Gesamtklassement, sondern wollte endlich einen Podestplatz bei einem Swiss Cup Rennen erreichen.
Die Strecke in Carona war nicht ganz auf mein Fahrerprofil zugeschnitten, da es nur einen längeren Anstieg gab, bei welchem wir gleich zweihundert Höhenmeter bewältigen mussten, aber ich fühlte mich nichtsdestotrotz bereit für das Rennen.
Am Start konnte ich trotz einigen Tempoverschärfungen meine Position in der Spitzengruppe behaupten und am höchsten Punkt der Strecke ging ich an dritter Stelle in die schnelle Abfahrt. Nach der ersten Zieldurchfahrt bildete sich eine dreiköpfige Spitzengruppe, in welcher ich zugleich das Tempo vorgeben konnte und wir uns von den anderen Fahrern schon entscheidend absetzen konnten. In der dritten Runde konnte zwischenzeitlich ein weiterer Fahrer zu uns aufschliessen. Nach einer Tempoverschärfung eines Fahrers unserer Gruppe wurde aus der kurzzeitigen Vierergruppe wieder eine Dreiergruppe.
Ich spürte während des ganzen Rennens, dass ich sowohl am Anstieg, als auch in der Abfahrt der stärkste Fahrer unserer Gruppe war, deshalb entschied ich mich, dass ich in der letzten Runde einen Angriff wagen wollte, aber plötzlich hatte ich in der zweitletzten Runde eine Lücke zu meinen beiden Gegnern und ich beschloss diese sich mir bietende Chance zu nutzen.
Auch in der Abfahrt konnte ich meinen Vorsprung ausbauen und in der Tech-Zone, welche kurz vor dem Ziel lag, sagte man mir, dass ich mit einem Vorsprung von dreiundzwanzig Sekunden auf die letzte Runde gehen würde. So schnell ich konnte, fuhr ich zum letzten Mal die knapp zweihundert Höhenmeter hinauf und war extrem erleichtert, als ich zum letzten Mal die Abfahrt in Angriff nehmen und hinter mir keinen andern Fahrer mehr sehen konnte.
Das Gefühl von Freude und Erleichterung, als ich auf die Zielgerade einbog, war enorm. Ich gewann endlich wieder ein Swiss Cup Rennen, welches zudem mein erster Sieg in einem internationales Rennen in der U23-Kategorie war.
Ich hätte mir nichts Besseres vorstellen können, als mit einem Sieg die diesjährige Mountainbikesaison abzuschliessen und zudem noch den dritten Rang in der Gesamtwertung des Proffix Swiss Bike Cups zu holen. Ein riesiges Dankeschön an alle Personen, welche mich unterstützt haben, solch einen Erfolg zu erzielen.
Am Dienstagmorgen kam ich von der Weltmeisterschaft in Australien zurück. Trotz der langen Reise fühlte ich mich in den Trainings sehr gut und ich beschloss am ersten Radquerrennen der Saison teilzunehmen. Dieses fand im Rahmen der EKZ Cross Tour in Baden statt.
Da dies eines der ersten internationalen Rennen in Europa war, starteten dementsprechend auch sehr viele gute Fahrer. Wie im letzten Jahr begann es kurz vor meinem Rennen wieder stark zu regnen und uns Fahrer erwartete wieder ein spannendes und anspruchsvolles Schlammrennen. Normalerweise freue ich mich immer riesig auf solche Matschrennen, da ich aber erst ein einziges Training auf dem Radquervelo hinter mir hatte, wurden diese Verhältnisse noch zu einer zusätzlichen Herausforderung.
Ich startete mit der Startnummer zweiundfünfzig ins Rennen und wie erwartet, brauchte ich etwa zwei Runden, bis ich mit dem Bike und den matschigen Bedingungen zurecht kam. Ich liess mich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und kam immer besser in Fahrt und konnte auf den weiteren sechs Runden meine Stärken im Matsch ausspielen. Es machte sehr viel Spass, wieder einmal so ein Rennen zu fahren. Zudem fühlte ich mich sehr stark und konnte mit immer schneller werdenden Runden bis auf den vierundzwanzigsten Schlussrang vorfahren.
Mit diesem Rang erreichte ich zum ersten Mal an einem internationalen Radquerrennen, in der Elite-Kategorie, ein Top-25-Ergebnis und zudem beendete ich das Rennen als zweitbester Schweizer U23-Fahrer. Mit diesem erfolgreichen Start in die Radquersaison freue ich mich auf die nächsten Rennen und bin zuversichtlich, dass ich mich bis zur Europameisterschaft im November noch steigern kann. Bevor ich aber so richtig in die Radquersaison starten werde, werde ich am kommenden Wochenende noch in Lugano das Schlussrennen des Proffix Swiss Bike Cups bestreiten.
Die diesjährige Weltmeisterschaft fand im australischen Cairns statt, weshalb die gesamte Nationalmannschaft inklusive Betreuer bereits eine Woche vor dem ersten Rennen anreiste. Dadurch konnte ich mich optimal von der langen Reise erholen und mich auf meine erste Weltmeisterschaft vorbereiten.
Mit dem Jetlag hatte ich glücklicherweise nicht gross zu kämpfen und konnte deshalb auf der extrem trockenen und staubigen Strecke im australischen Dschungel sehr gut trainieren.
Von Tag zu Tag stiegen die Temperaturen immer weiter an und so war es an meinem Renntag auf dem Renngelände kochend heiss und auch relativ feucht.
Da die Strecke in Cairns wenig Überholmöglichkeiten bietet, nahm ich mir vor, sehr schnell zu starten, um möglichst weit vorne zu sein, um so eine möglichst gute Ausgangslage für den weiteren Rennverlauf zu haben. Mit der Startnummer 43 konnte ich auf der Startgeraden auf der rechten Seite vorbeifahren und mich im vorderen Teil des Feldes positionieren. Durch den sehr staubigen Untergrund und die vielen Fahrer entstand kurz nach dem Start eine regelrechte Wand aus Staub und man konnte gar nichts mehr sehen. Dadurch gab es viele Stürze, welchen ich glücklicherweise allen ausweichen konnte und mit einigen Sprints gelang es mir, mich erneut gut zu positionieren. Trotzdem verlor ich in der Startrunde einige Positionen und fuhr auf der dreissigsten Position über die Start-Ziellinie.
Auf den ersten zwei der sechs Runden büsste ich für meinen Kraftaufwand am Start und hatte grosse Mühe den Rhythmus zu finden und verlor deshalb nochmals einige Positionen. Nachdem ich mich endlich wieder erholt hatte, konnte ich in den letzten Runden noch einige Fahrer überholen und kam schliesslich als 34. Fahrer ins Ziel.
Dies war sicherlich nicht eines meiner besten Rennen. Trotzdem bin ich zufrieden mit diesem Rang an meiner ersten Weltmeisterschaft. Vor allem freut mich, dass ich ein Teil der Schweizer-Delegation in Cairns sein durfte und dort viele neue Erfahrungen sammeln konnte.
Die vielen Medaillen und Weltmeistertitel der Schweizer-Fahrerinnen und -Fahrer geben mir zusätzliche Motivation, noch härter an mir zu arbeiten, um bald auch solche Resultate erzielen zu können.
Das letzte Rennen des UCI-MTB-Weltcups fand in diesem Jahr im italienischen Val di Sole statt. Neben dem Cross Country-Weltcup fanden noch der Downhill-Weltcup und die 4x-Weltmeisterschaften statt.
Die Strecke in Val di Sole bestand aus zwei längeren Aufstiegen, welche immer wieder durch kurze Flachteile und Zwischenabfahrten unterbrochen wurden. Die nicht so technischen Abfahrten befanden sich grösstenteils auf den flowigen Trails und auf der 4x-Strecke im Val di Sole-Bikepark. Trotz der eher einfachen Strecke entschied ich mich, mit meinem WHEELER Falcon Fully zu fahren.
Mit der Startnummer 38 startete ich ins Rennen und erwischte auf der flachen Wiesenpassage eine gute Linie und kam nach der fünfminütigen Startrunde auf dem fünfundzwanzigsten Zwischenrang über die Ziellinie. Ich fühlte mich sehr gut und konnte konstante Rundenzeiten fahren und mit den Attacken der anderen Fahrern mitgehen.
Als ich auf die letzte von sechs zu fahrenden Runden ging, lag ich mit zwei weiteren Fahrern auf dem vierundzwanzigsten Rang, aber die Fahrer, welche um eine Top-20 Platzierung kämpften, lagen für mich in Sichtweite. Ich mobilisierte also noch einmal meine letzten Kraftreserven und mit einer sehr schnellen letzten Runde konnte ich die Fahrer, welche mit mir fuhren, abschütteln und so sogar noch drei Fahrer einholen. Nach 1h 28min 39sec erreichte ich das Ziel auf dem einundzwanzigsten Schlussrang und dies vier Minuten hinter dem Sieger Nadir Colledani.
Den diesjährigen Weltcup mit einem einundzwanzigsten Rang und noch einigen UCI- und Weltcup-Punkten abschliessen zu können, macht mich stolz und es ist ein gutes Gefühl, so am kommenden Dienstag an die Weltmeisterschaften nach Cairns (Australien) reisen zu dürfen. Ich bin auch sehr stolz drauf, dass ich eine sehr konstante Weltcup-Saison bestreiten konnte und nie schlechter als auf dem sechsunddreissigsten Rang platziert war.
Obwohl die flache und schnelle Strecke in Muttenz nicht eine typische Mountainbikestrecke ist, freue ich mich jedes Jahr auf dieses Rennen, denn die Taktik, die man wählt, ist dort enorm wichtig und die Strecke besitzt einige schöne Teile mitten auf der Pferderennbahn, im nahegelegenen Wald und am Uferweg an der Birs.
Wie ich oben schon erwähnt habe, ist die Taktik sehr wichtig und aus diesem Grund startete ich mit einem genauen Plan ins Rennen. Schon beim Start auf den eineinhalb Bahnrunden auf der Pferderennbahn konnte ich mich optimal platzieren, damit ich ohne Probleme durch die enge Ausfahrt kam und beim ersten und auch einzigen Anstieg auf der Runde eine optimale Position hatte.
Die erste Runde gelang mir wie geplant und ich konnte mich in der Spitzengruppe positionieren. Diese Spitzengruppe umfasste fast bis zur letzten Runde fünfzehn Fahrer. Obwohl ich mich am Aufstieg einige Male mit drei bis vier weiteren Fahrern absetzen konnte, wurden wir immer wieder eingeholt.
Ich versuchte bis zur letzten Runde aufmerksam zu fahren und mich von dem hektischen Renngeschehen und den Positionskämpfen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
In der letzten Runde war ich vor dem entscheidenden Aufstieg optimal platziert, aber ich war mir nicht mehr sicher, ob wir wirklich schon in der letzten Runde waren und somit wollte ich nicht meine ganze Energie verbrauchen. Drei Fahrer konnten sich daraufhin absetzen und ich erreichte den höchsten Punkt an fünfter Stelle. Mit zwei weiteren Fahrern nahm ich das Flachstück zurück ins Ziel in Angriff und nachdem ich von meinem Vater erfahren hatte, dass wir auf der letzten Runde sind, bereitete ich mich auf einen Sprint vor.
Leider verlor ich diesen Sprint und kam auf dem sechsten Rang ins Ziel und dies nur vierzehn Sekunden hinter dem Sieger.
Ein wenig ärgert mich das Resultat schon, denn es ist schon das vierte Swiss Cup Rennen in diesem Jahr, bei welchem ich sehr stark gefahren bin, aber trotz allem schon wieder ganz knapp die Top-5 verpasst habe.
XCE:
Am Samstag vor dem Cross-Country-Rennen in Langendorf (Solothurn) findet immer noch ein Eliminator-Rennen statt. Dies ist ein Sprintrennen, bei welchem immer vier Fahrer, auf einer ca. ein Kilometer langen Runde gegeneinander antreten. Nach jedem Lauf kommen die besten zwei Fahrer weiter und die anderen zwei Fahrer scheiden aus. Ich hatte einen guten Qualifikationslauf und auch in den weiteren Läufen konnte ich taktisch intelligent fahren und mich bis in den Finallauf vorarbeiten.
Beim Finallauf fehlte mir die nötige Überzeugung und der Mut, um mich gegen die anderen Fahrer durchzusetzen, denn ich hatte immer noch die kommenden wichtigen Rennen im Kopf und wollte mich keinesfalls vor der Weltmeisterschaft verletzen. Somit reichte es im Finallauf nur für den vierten Rang. Trotzdem bin ich zufrieden mit meiner Leistung und es war auch ein super Sprinttraining.
XCO:
Am Sonntag fand an meinem Heimrennen endlich das Cross-Country-Rennen statt, welches den internationalen Status C2 besass und somit für die ersten zehn Fahrer Weltranglistenpunkte zu holen gab. Am Start waren mit Lars Forster, Matthias Stirnemann, Lukas Flückiger und Martin Fanger auch vier Top-Athleten dabei.
Am Start kam ich sehr schlecht weg, denn ich fühlte die vergangenen Trainingswochen in meinen Beinen und brauchte etwa eine Runde bis ich einen guten Rhythmus fand. Nach dieser ersten Runde konnte ich mich in der Gruppe um den fünften Rang positionieren. Ich merkte sofort, dass es fast aussichtslos war, die vier Elite-Fahrer an der Spitze einzuholen. Somit versuchte ich auf der sehr schnellen Strecke intelligent und kraftsparend zu fahren, um den fünften Rang zu erreichen.
Bis zur letzten Runde konnte ich mich in meiner Gruppe behaupten und am Ende war nur noch ein Fahrer an meinem Hinterrad. Wie ich es mir vorgenommen hatte, konnte ich den letzten entscheidenden Anstieg als erster in Angriff nehmen, dort machte ich leider einen dummen Fehler und der andere Fahrer konnte mich überholen. Bis ich wieder meinen Rhythmus gefunden hatte, entstand schon eine kleine Lücke, welche ich auf dem letzten Kilometer nicht mehr schliessen konnte.
Am Ende beendete ich das Rennen auf dem 6. Rang, nur zehn Sekunden hinter dem viertplatzierten Martin Fanger.
Das Rennen stimmt mich sehr zuversichtlich für das kommende Swiss Cup Rennen in Muttenz, welches am nächsten Wochenende auch auf einer schnellen Strecke stattfinden wird.
Zum ersten Mal in meiner Karriere habe ich mich für eine MTB-Europameisterschaft qualifiziert und ich freute mich riesig auf das Rennen im italienischen Darfo Boario Terme.
Nachdem ich am Mittwochnachmittag angereist war, erkundete ich sogleich die Strecke. Sie bestand aus einem längeren und sehr steilen Aufstieg und vielen technischen Passagen mit Drops und Sprüngen über Steine. In der Nacht vor meinem Rennen hatte es noch ausgiebig geregnet, die Strecke wurde dadurch noch technischer und so konnte einem guten Rennen nichts mehr im Wege stehen. Auch die schon zahlreich erkämpften Medaillen, welche die Schweizer-Delegation in den vorherigen Tagen geholt hatten, gaben mir noch zusätzliche Motivation.
Obwohl der Startschuss schon am Sonntagmorgen um 09:30 Uhr fiel, waren die Temperaturen schon deutlich über dreissig Grad hoch. Ich fühlte mich sehr gut und schon auf den ersten Metern konnte ich mich nach vorne kämpfen und ich befand mich erstaunlicherweise nach dem ersten Anstieg in den Top-15. Doch noch am ersten Anstieg fuhr mir im Gedränge ein Konkurrent in meinen Wechsler, was zur Folge hatte, dass mein Di2-Kabel aussteckte. Glücklicherweise erkannte ich das Problem sofort und nach einem kurzen Stopp und einigen Griffen meinerseits funktionierte meine Schaltung bald wieder einwandfrei.
Durch diesen kurzen Stopp verlor ich meine gute Ausgangslage und ich überquerte die Ziellinie nach der Startrunde auf der zweiunddreissigsten Position. Auf den kommenden fünf Runden fühlte ich mich trotz der Hitze sehr gut und mit einem konstanten Rennrhythmus und keinen Fehlern in den technischen Passagen konnte ich mich noch auf den 22. Schlussrang vorkämpfen.
Mit meinen ersten Europameisterschaften bin ich sehr zufrieden und für mich war es eine super Erfahrung an einem Grossanlass mit der Nationalmannschaft dabei sein zu können.
An dieser Stelle geht auch ein grosses Dankeschön an alle Betreuer der Schweizer-Nationalmannschaft und ebenfalls herzliche Gratulation an alle Schweizer-Athleten, welche an der Europameisterschaft eine Medaille geholt hatten.
Ich persönlich werde alles dafür geben, damit auch ich irgendwann einmal eine Medaille für die Schweizer-Nationalmannschaft holen kann.
Die Mountainbike XCO Schweizermeisterschaft in Montsevelier war das letzte von sechs aufeinanderfolgenden Rennen und somit das Ende eines intensiven Rennblockes. Trotzdem fühlte ich mich immer noch sehr frisch und nach dem erfolgreichen Rennen am UCI-MTB-Weltcup auf der Lenzerheide war ich noch zusätzlich motiviert, um einen Podestplatz mitzufahren.
Nach der Startrunde konnte sich sofort eine Spitzengruppe mit mir und den vier weiteren Favoriten absetzen. Ich fühlte mich nach wie vor sehr gut und versuchte in dieser Gruppe möglichst kräftesparend zu fahren. In der zweiten von fünf Runden konnte sich der spätere Sieger Filippo Colombo entscheidend absetzen und genau zu diesem Zeitpunkt fehlte mir die nötige Entschlossenheit, um mich an der entscheidenden Stelle zuvorderst zu positionieren. Dadurch hatte ich am Ende der Runde eine kleine Lücke auf die Gruppe, welche um den zweiten Schlussrang kämpfte. Mir gelang es zwar, diese Lücke auf der flachen Teerpassage nach dem Ziel noch einmal zu schliessen, brauchte dafür aber sehr viel Energie und am darauffolgenden Anstieg musste ich die drei Fahrer wieder ziehen lassen.
So fuhr ich die letzten zwei Runden alleine und in der Hoffnung, dass ich vielleicht doch noch einen der vier Fahrer einholen könnte. Dies gelang mir leider nicht, aber ich konnte konstante Rundenzeiten fahren und meinen 5. Rang ohne Probleme ins Ziel bringen.
Mit dem 5. Rang an der Schweizermeisterschaft habe ich mein Minimalziel erreicht, bin aber der Meinung, dass mit der nötigen Entschlossenheit in den ersten zwei Runden noch mehr drin gelegen wäre.
Jetzt freue ich mich auf die Mountainbike-XCO-Europameisterschaft, welche in zwei Wochen in Darfo Boario Terme (ITA) stattfindet. Dies wird mein erster Grossanlass mit der Nationalmannschaft sein.
Noch im letzten Jahr gehörte die Weltcup-Strecke auf der Lenzerheide, mit eher wenigen Höhenmetern und sehr vielen flachen Passagen, nicht zu meinen Lieblingsstrecken, aber auf das Rennen in diesem Jahr und im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr habe ich gezielt an meinen Schwächen gearbeitet und deswegen fühlte ich mich auf der Strecke sehr gut und ich konnte kraftvoll über die flachen Wurzelpassagen fahren. Nicht nur auf der Strecke fühlte ich mich wohl, sondern hatte mit der Startnummer 39 auch eine gute Ausgangslage am Start.
Nach dem Start konnte ich ganz knapp einem Massensturz ausweichen, musste jedoch kurz abstehen und dadurch verlor ich den Anschluss zu den ersten 25 Fahrern. Dies war im Nachhinein gesehen aber kein grosser Nachteil, denn ich konnte am Startaufstieg mein eigenes Tempo fahren und in der ersten Abfahrt, wo es Stau gab, die Lücke zu den Fahrern wieder schliessen. So überquerte ich nach der ersten Runde die Startlinie auf der 31. Position. Ich fand einen super Rhythmus und beflügelt von den vielen Schweizer-Fans am Streckenrand, welche das ganze Rennen über für eine imposante Stimmung sorgten, konnte ich mich immer weiter nach vorne arbeiten.
Als ich auf die letzten zwei von sieben zu fahrenden Runden ging, lag ich bereits auf der 20. Position und unmittelbar vor mir lag noch ein Schweizer-Fahrer. Eigentlich wollte ich dieses Resultat nur verteidigen, aber mit der neunt- und siebtschnellsten Rundenzeit konnte ich mich erneut nach vorne arbeiten und sogar noch fünf weitere Fahrer überholen.
Ich konnte es nach Überqueren der Ziellinie selbst fast nicht glauben, was ich soeben erreicht hatte, denn vor dem Rennen wollte ich endlich ein Top-30-Ergebnis erzielen und jetzt reichte es mir gar für den unglaublichen 15. Rang und zudem erreichte ich das Ziel als bester Schweizer-Fahrer.
Heute hat wirklich alles zusammen gepasst und ich konnte meine ganze Leistung abrufen. Das Resultat zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg für die Heimweltmeisterschaft im kommenden Jahr bin und ich hoffe auch, bei einer möglichen WM-Qualifikation, wieder auf die tolle Unterstützung der zahlreichen Zuschauer/Innen zählen zu dürfen.
Ich möchte mich hiermit auch bei allen bedanken, die auf die Lenzerheide gereist sind und mich so tatkräftig angefeuert haben und ein grosser Dank geht natürlich auch an alle anderen Personen, welche mich am Streckenrand und in der Tech-Zone unterstützt haben. Diese Unterstützung war wirklich unglaublich eindrücklich und hat bei mir teilweise für Hühnerhaut gesorgt und es war ein super Gefühl so ein Rennen fahren zu können.
Nachdem im letzten Jahr das Weltcup-Finale in Vallnord (Andorra) stattgefunden hatte, fand in diesem Jahr dort das dritte Weltcup-Rennen der Saison statt. Nach einer langen Anreise mit unserem Wohnmobil kamen wir am Mittwochmittag in Vallnord an. Die mehrheitlich aus natürlichen Hindernissen bestehende Strecke hatte sich gegenüber des letzten Jahres nicht gross verändert und nach zwei Trainings hatte ich mit meinem WHEELER Falcon LTD Fully das richtige Material für die anspruchsvolle Strecke gefunden.
Nicht nur die rutschigen Rockgardens und steilen Aufstiege auf den Skipisten in Vallnord waren für die Fahrer eine Herausforderung, sondern auch, dass das Rennen auf 2000 m.ü.M. stattfand.
Der Start gelang mir in diesem Jahr nicht gut und ich hatte grosse Mühe an mein Limit zu gehen und einen guten Rhythmus zu finden. Dadurch ging ich etwa an fünfundfünfzigster Stelle in die erste technische Abfahrt und diese musste ich mehrheitlich zu Fuss bewältigen. Nach der ersten Runde fand ich endlich meinen Rhythmus und meine Rundenzeiten wurden auf den kommenden 5 Runden immer schneller und dadurch konnte ich mich vom 48. Rang noch auf den 36. Schlussrang vorarbeiten. Auf der letzten Runde konnte ich mich in einem engen Kampf noch von vier Fahrern absetzen und dem Fahrer auf der 35. Position kam ich noch bedrohlich nahe.
Ich habe leider die Top-30 wieder verpasst, aber abgesehen von meiner ersten Runde bin ich der Meinung, dass dies eines meiner stärksten Weltcup-Rennen war und bin dementsprechend sehr zufrieden. Zudem erreichte ich das Ziel als drittbester Schweizer.
Noch nie fand ein Rennen in Andermatt statt und für das Rennen baute der Veranstalter eine komplett neue Strecke auf dem Militärgelände. Die Strecke gefiel mir sehr gut, denn es hatte knackige Anstiege und auch einige technische Teile. Da die Runde mit knapp zehn Minuten Fahrzeit relativ kurz war, mussten wir am Renntag acht Runden absolvieren.
Meine Vorbereitungen für das Rennen liefen optimal und ich spürte, dass meine Form sehr gut war. Dies zeigte sich auch am Start, denn mit der Startnummer drei gelang mir der schnellste Start und ich befand mich nach einer Runde komfortabel in der fünfköpfigen Spitzengruppe.
Dann passierte es! In der zweiten Runde merkte ich plötzlich, dass meine elektronische Schaltung nicht mehr richtig funktionierte. Am Anfang funktionierten noch einige Gangwechsel, aber gegen Ende der zweiten Runde funktioniert gar nichts mehr. Zuerst versuchte ich während des Fahrens selber alle Stecker zu kontrollieren, aber als die Schaltung immer noch nicht funktionierte, legte ich in der zweiten und dritten Runde einen Stopp in der Tech-Zone ein, in der Hoffnung, dass das Problem schnell behoben werden könne. Nach fast fünf –mir endlos erscheinenden- Minuten in der Tech-Zone funktionierte meine Schaltung immer noch nicht und ich entschied mich wohl oder übel, die restlichen fünf Runden mit nur einem Gang zurückzulegen. Auf der Fläche war mein Gang meist zu klein und einen kurzen Anstieg musste ich immer hoch rennen.
Nach meinem super Start war für mich Aufgeben aber keine Option und ich konnte trotz meines Handicaps Rundenzeiten in den Top-15 fahren und mich so –im wahrsten Sinne des Wortes- noch vom 35. Zwischenrang auf den 24. Schlussrang vorkämpfen.
Im Nachhinein wäre es für mich sinnvoller gewesen, wenn ich gar nie in der Tech-Zone angehalten hätte, denn dort habe ich sehr viel Zeit verloren und ohne diese verlorene Zeit wäre mit nur einem Gang sogar ein Top-15-Ergebnis drin gelegen. Auf der anderen Seite hätte es auch sein können, dass das Schaltproblem sofort hätte behoben werden können und ich hätte wieder mit einer funktionierenden Schaltung weiterfahren können. Was die bessere Entscheidung gewesen wäre, lässt sich in solchen Situationen leider nie ganz beantworten!
Nach einer langen Trainingswoche entschied ich mich, das C1-Rennen in Lostorf zu fahren. Die Bezeichnung C1 bedeutet, dass beim Elite-Rennen die ersten fünfzehn Fahrer Weltcup-Punkte erhalten. Nur noch bei den HC-Rennen, im Weltcup und bei Weltmeisterschaften erhalten die Fahrer mehr Weltcup-Punkte. Ich setzte mir für das Rennen kein konkretes Ziel, denn ich war mir nicht ganz sicher, wie meine Beine nach dem intensiven Training mitmachen würden.
Am ersten Aufstieg konnte ich mit der Spitzengruppe noch mithalten, aber wie erwartet, fehlte mir während des gesamten Rennens die Explosivität und die Aggressivität, um auf die diversen Tempowechsel der Fahrer reagieren zu können. Trotz allem konnte ich einen guten Rhythmus aufrecht erhalten und mit konstanten Rundenzeiten auf dem 11. Rang in der Elite-Kategorie die Ziellinie überqueren.
Ein grosses Kompliment auch an meine drei Team-Kollegen, welche alle ein sehr starkes Rennen zeigten.
Bei sehr heissen Bedingungen fand in der Kiesgrube von Gränichen das vierte Rennen des Proffix Swiss Bike Cup’s statt. Ich freue mich jedes Jahr auf dieses tolle Rennen, denn die Organisation ist super und auch die sternförmig angelegte Strecke bietet sowohl für uns Fahrer, als auch für die zahlreichen Zuschauer eine grosse Abwechslung.
Auf der ersten Runde verpasste ich leider die vierköpfige Spitzengruppe und fand den Anschluss in der etwa siebenköpfigen Verfolgergruppe. In der dritten von sechs Runden holten wir einen Fahrer ein, welcher aus der Spitzengruppe zurückgefallen war und auch der Rückstand zum Fahrer auf der aktuell dritten Position wurde immer kleiner. Da ich mich sehr stark fühlte und auch mit der aufkommenden Hitze gut zurechtkam , machte ich mir immer mehr Hoffnungen auf eine Top-5 Platzierung oder lag vielleicht sogar eine Wiederholung meines dritten Ranges vom vergangenen Jahr drin?
Auf der vierten Runde wollte ich einen Fahrer, welcher an den Aufstiegen nicht so einen starken Eindruck machte, überholen, aber als ich direkt neben diesem Fahrer fuhr, drängte er mich absichtlich in die Absperrungen. Bis ich mich endlich aus den Absperrungen befreit hatte, d.h. das Absperrband aus meinem Hinterrad gelöst hatte und wieder auf meinem Bike sass, vergingen wertvolle Sekunden und ich verlor den Anschluss zu der Gruppe.
So verbrachte ich die restlichen zwei Runden damit, die Lücke zu den Fahrern, welche um eine Top-5 Platzierung kämpften, zu schliessen. Mir gelang es zwar, die Lücke zu verkleinern und noch zwei Fahrer einzuholen, aber den Anschluss an die vor mir liegende Gruppe schaffte ich bis zum Ziel leider nicht mehr. Entsprechend enttäuscht überquerte ich nach 1h und 25min die Ziellinie auf dem 9. Rang.
Hätte mir vor dem Rennen jemand gesagt, dass ich das heutige Rennen auf dem 9. Rang beenden würde, hätte ich dieses Resultat sofort angenommen, da das Fahrerfeld in Gränichen sehr stark war. Doch nach dem super Verlauf der ersten beiden Runden rechnete ich mir grosse Chancen auf eine Top-5 Platzierung aus. Aus diesem Grund darf ich mit meinem erzielten Resultat nicht ganz zufrieden sein. Gut zu wissen aber ist, dass ich ein starkes Rennen fahren konnte und die Form für die kommenden wichtigen Rennen stimmt.
Obwohl die Strecke in Albstadt, mit den wenigen technischen Elementen und vielen Höhenmeter komplett anders ist als diejenige in Nové Město, wollte ich nach meinem erfolgreichen Weltcup-Auftakt dort die Top-30 knacken. Ich fühlte mich super, hatte ein klares Ziel vor Augen, das Material passte, meine Startnummer war gut und ich wusste, dass ich mich optimal auf das Rennen vorbereitet hatte.
Mit dem klaren Ziel „Top-30“ startete ich zuversichtlich ins Rennen und kam nach der hektischen Startrunde auf der dreissigstens Position zum ersten Mal durch den Start-Zielbogen. Auf der ersten von sechs grossen Runden konnte ich mich mit einer 13min00sec Rundenzeit auf den zwischenzeitlichen 25. Rang vorarbeiten.
Leider gelang es mir aber nicht auf den kommenden Runden diesen Rhythmus beizubehalten und meine Rundenzeiten pendelten sich um 13min30sec ein. Bis zur letzten Runde verlor ich nur vier Plätze und fuhr mit einer Vierergruppe auf die letzte Runde.
Bis zum letzten zweiminütigen Anstieg hatte ich das Gefühl, dass ich die Fahrer in meiner Gruppe im Griff hätte und ich mein erstes Top-30 Resultat ins Ziel bringen könnte. An erster Position ging ich in den letzten Anstieg und versuchte das Tempo hochzuhalten. Am steilsten Teil des Anstieges überholten mich plötzlich die drei Fahrer hinter mir und ich hatte Mühe auf den Rhythmuswechsel zu reagieren. Zugleich entstand eine kleine Lücke und auf der wenig technischen Abfahrt ins Ziel gelang es mir nicht mehr, diese entstandene Lücke zu schliessen.
Im Ziel ärgerte ich mich, dass ich am letzten Aufstieg noch meine Top-30-Platzierung verloren hatte, aber ich konnte mit dem 32. Rang trotzdem das Resultat von Nové Město übertreffen und ein starkes Rennen fahren.
Für mich ist es ein gutes Zeichen, dass ich sowohl auf der eher schnellen und technischen Strecke in Nové Město, als auch auf der Strecke mit vielen Höhenmetern in Albstadt gut zurecht gekommen bin und zwei konstante Weltcup-Ergebnisse erzielen konnte.
Meine Mountainbike-Saison hat schon seit einigen Monaten begonnen und endlich stand der erste Weltcup auf dem Rennplan. Ich freute mich sowohl auf das erste Weltcup-Rennen in dieser Saison, als auch auf die technisch anspruchsvolle Strecke im tschechischen Nové Město.
Nach zwei sehr guten Trainings fühlte ich mich auf der Strecke, welche mit zahlreichen Rockgardens , Wurzeln und kurzen Anstiegen gespickt war, sehr wohl und fand die besten Linien über die vielen Hindernisse.
Der Startschuss fiel am Samstagmorgen um 10.00 Uhr und ich konnte mit der sehr guten Startnummer 44 ins Rennen starten. Zu Rennbeginn konnte ich knapp einem Sturz ausweichen und auf der Startrunde konnte ich mich auch in den Top-40 halten.
Angefeuert von den zahlreichen Zuschauern fand ich auf den kommenden fünf Runden einen guten Rhythmus. In der letzten Runde konnte ich eine Gruppe mit Fahrern, welche um eine Top-30 Plazierung kämpften, vor mir sehen und ich versuchte den Anschluss herzustellen. Diesen Anschluss zur Spitze dieser Gruppe erreichte ich leider nicht mehr, aber mit einer sehr schnellen Runde konnte ich noch zwei Fahrer einholen und auf dem 34. Schlussrang ins Stadion einfahren.
Dies ist mein bisher bestes Weltcup-Ergebnis und ich bin sehr zufrieden mit meinem Resultat. Mit dem 34. Rang erreichte ich das Ziel auch als fünftbester Schweizer und es fehlten nur wenige Sekunden für eine Top-30 Rangierung.
Meine Form stimmt und für die kommenden Weltcup-Rennen wird es sicherlich mein Ziel sein, endlich die angestrebte Top-30 zu knacken.
Die Strecke in Solothurn ist eher speziell, da der Start im ehemaligen Schanzengraben erfolgt. Die Kulisse mit den vielen Besucher/Innen des zeitgleich stattfindenden Bike Days Solothurn-Events ist doch sehr aussergewöhnlich.
Nach dem Start führt eine Teerstrasse mit mehreren Richtungsänderungen in den etwa ein Kilometer entfernten Wald. Dort müssen die Fahrer einen etwa fünfminütigen Anstieg bewältigen, bevor es in die schnelle Abfahrt und über eine weitere Teerstrasse zurück ins Zielgelände geht. Da ein grosser Teil der Strecke auf der Teerstrasse stattfindet und die Strecke nicht besonders technisch ausgelegt ist, wird das Rennen von taktischen Fahrweisen geprägt.
Zum Glück hatte es in diesem Jahr vor und während des Rennens sehr stark und ausgiebig geregnet und somit kamen mir die Bedingungen sehr entgegen. Aus diesem Grund stand ich auch sehr motiviert am Start und freute mich riesig auf das vor mir liegende Schlammrennen.
Der Start aus der ersten Reihe gelang mir perfekt und ich konnte gleich die Führung übernehmen und auf der Teerstrasse konnte ich meine Position gut verteidigen. Nach der ersten Runde lag ich in der siebenköpfigen Spitzengruppe und fühlte mich nach wie vor sehr gut.
In der darauffolgenden Runde merkte ich, dass mein Hinterrad Luft verliert und ich musste dieses in der Tech-Zone auswechseln lassen. Nach einem schnellen Radwechsel machte ich mich wieder auf die Verfolgung der Spitzengruppe, aber auf der Teerstrasse und mit viel Gegenwind war es mir nicht möglich, sechs Fahrer einzuholen.
Mit einer sehr schnellen dritten und vierten Runde konnte ich mich aber wieder in die Top-5 kämpfen und die Fahrer, welche um den zweiten und dritten Rang kämpften, sah ich bald einmal vor mir. In der schnellen Abfahrt, welche durch den starken Regen sehr ausgewaschen und ruppig war, versuchte ich das Loch zu schliessen. Noch bevor ich den Anschluss zu diesen Fahrern herstellen konnte, erwischte ich mit meinem Hinterrad einen losen Stein und die Luft entwich schlagartig aus meinem Hinterrad. Zum Glück war es nicht so weit bis in die Tech-Zone und dort wechselte ich erneut mein Hinterrad aus.
Trotz meines zweiten Defektes liess ich mich nicht aus dem Konzept bringen und startete zum zweiten Mal meine Aufholjagd. An achter Stelle überquerte ich zwei Runden vor Schluss die Ziellinie. Mit der siebtschnellsten und dann gar schnellsten Rundenzeit konnte ich noch zwei Fahrer einholen und mein Rückstand auf den vierten Rang massiv verkleinern.
Schlussendlich reichte es für den enttäuschenden 6. Rang, mit nur zehn Sekunden Rückstand auf Rang vier. Mit diesem Resultat bin ich natürlich nicht zufrieden, denn ich habe mich sehr stark gefühlt und bin der Meinung, dass ohne meine zwei platten Reifen oder zumindest den zweiten platten Reifen, sehr viel mehr möglich gewesen wäre. Wichtig für mich ist aber, dass die Form für das bald stattfindende Weltcup-Rennen in Nove Mesto stimmt und ich sehr viel Spass auf der matschigen Strecke hatte.
Auf der technisch schwierigen Strecke in Haiming gastierte der Proffix Swiss Bike Cup zum ersten Mal im Ausland. Die Strecke im österreichischen Haiming ähnelte der Strecke des vergangenen Rennens in Rivera sehr und ich hatte auch das Gefühl, dass meine aktuelle Form stimmte. Obwohl das Fahrerfeld deutlich stärker war als in Rivera, rechnete ich mir für das Rennen viel aus.
Die Vorbereitungen am Renntag gelangen mir nicht ganz wunschgemäss, aber trotzdem legte ich einen guten Start hin und heftete mich auf der ein Kilometer langen Asphaltstrasse ans Hinterrad des ehemaligen Junioren Europa- und Weltmeisters.
Etwa an fünfzehnter Stelle konnte ich in den ersten Trail einbiegen, aber dort stürzte ein Fahrer vor mir und ich verlor dadurch wertvolle Plätze. Durch die verlorenen Plätze musste ich bei der ersten richtigen Engstelle von meinem Bike absteigen und diese zu Fuss bewältigen. Nachdem ich wieder zurück auf meinem Bike war, versuchte ich mich konstant nach vorne zu arbeiten. Obwohl ich mich stark fühlte, gelang es mir nicht, einen Rhythmus zu finden und ein konstant hohes Tempo zu fahren.
Zwischenzeitlich konnte ich mich vom 26. Rang in eine Gruppe in den Top-20 zurückkämpfen, aber am Ende verlor ich diese Fahrer wieder und beendete das Rennen nach 6 Runden auf dem enttäuschenden 25. Rang.
Das erste internationale XCO-Rennen in der Schweiz fand in diesem Jahr in Rivera (Tessin) statt. Wie schon in den vorherigen Jahren gefiel mir die Strecke sehr gut und ich fühlte mich mit meinem WHEELER Falcon Fully auf der Strecke extrem wohl.
Bei warmen Temperaturen startete ich um 10.45 Uhr zum U23-Rennen. Wir mussten 5 Runden auf der technisch und physisch anspruchsvollen Strecke auf dem Monte Ceneri fahren.
Der Start, aus der ersten Startreihe, gelang mir sehr gut und ich konnte mich nach dem Startaufstieg in den Top-5 einreihen. Nach der ersten Runde überquerte ich die Ziellinie auf dem 5. Rang mit vier weiteren Fahrern. Zwei davon konnte ich schon auf den kommenden drei Runden abhängen. Von Runde zu Runde konnte ich mit dem Fahrer Hertling die Distanz auf die Fahrer, welche um einen Podestplatz kämpften, verkleinern. Als ich mit Hertling auf die letzte Runde ging, versuchte ich am langen Teeranstieg anzugreifen, aber dieser konterte meinen Angriff und konnte sogleich einen Vorsprung von einigen Sekunden herausfahren. Diese Lücke konnte ich auf dem letzten Teil der Runde nicht mehr schliessen und beendete somit das Rennen auf dem 6.Rang.
Das Rennen hat sehr viel Spass gemacht und ich hatte ein sehr gutes Gefühl auf dem Bike. Auch mein grosser Vorsprung von fast zwei Minuten auf Rang 7 und den Rückstand von weniger als dreissig Sekunden auf den 4. Platz zeigte mir, dass ich mit den besten U23-Fahrern der Schweiz mithalten kann. Ein weiteres Highlight war auch, dass ich wieder einmal bei einem Rennen aus der ersten Startreihe starten konnte und ich somit auf der ersten Runde nicht von Stürzen und engen Passagen ausgebremst wurde.
Ich freue mich schon jetzt auf das kommende Proffix Swiss Bike Cup-Rennen im österreichischen Haiming, denn diese Strecke besitzt auch einige Gemeinsamkeiten mit der Strecke in Rivera.
Nach dem vergangenen Rennen in Milano fand auch an diesem Wochenende ein Rennen in Italien statt. Ich reiste schon am Dienstag vor dem Rennen an den Gardasee, wo ich mit der U23-Nationalmannschaft ein Trainingslager verbringen durfte.
Nach einigen guten Trainingseinheiten am Gardasee und der Streckenbesichtigung auf der kurvenreichen und technischen Strecke fühlte ich mich bereit für das HC-Rennen (höchste internationale Stufe vor dem Weltcup) in Montichiari. Das Teilnehmerfeld versprach ein sehr hartes Rennen, denn es waren mehr als 150 Fahrer am Start und mit dabei waren auch fast alle Fahrer aus der Top-20 der Weltrangliste. Nur die beiden Dominatoren der vergangenen XCO-Saison, Nino Schurter und Jaroslav Kulhavy, fehlten auf der Startliste.
Um 15.00 Uhr fiel der Startschuss auf der Piazza unterhalb des Castello Bonatos. Der Start gelang mir absolut nicht wunschgemäss, denn in den verwinkelten Gassen des Städtchens gab es viele Stürze, welche auch mich ausbremsten. Als ich endlich in den ersten Singletrail einbiegen konnte und aus einer Kurve heraussprinten wollte, um einige Fahrer zu überholen, kam ich mit meinem Vorderrad in ein Schlagloch und rutschte unglücklich mit meiner Hand vom Lenker. Durch diesen Fehler stürzte ich und verlor wieder wertvolle Plätze. Nachdem ich meinen Lenker endlich wieder gerichtet hatte, musste ich zu allem Übel noch bei mehreren Engpässen anstehen.
Endlich war die erste Runde geschafft und ich konnte nun meinen Rhythmus fahren, um mich auf den bleibenden fünf Runden nach vorne zu arbeiten. Ich habe mir vor dem Rennen auch vorgenommen, angriffig zu fahren und bei jeder Möglichkeit, Fahrer zu überholen. Obwohl das Überholen auf der Strecke sehr schwierig war, gelang mir dies doch sehr gut.
An einem der letzten Anstiege kurz vor dem Ziel musste ich jedoch für meine angriffige Fahrweise noch büssen und ein Fahrer konnte mich dort leider noch abhängen Das Ziel erreichte ich als 68. Fahrer mit einem Rückstand von 12 Minuten auf den Sieger Lars Forster. Das Resultat -nach meinem verpatzten Start- ist für mich zweitrangig. Das Wichtigste aber war für mich, dass ich nach der ersten Runde angriffig fahren konnte und ich mich auf dem Bike sehr gut gefühlt habe.
Das Rennen in Milano ist sehr speziell, denn es findet in einem Park mitten in Milano statt. Wie im letzten Jahr hatte die Strecke wieder viele kurze, aber extrem steile Aufstiege und die Streckenbauer haben die Strecke mit vielen Sprüngen, Wellen, Steilwandkurven und einem Rockgarden ergänzt.
Da es bei den internationalen Rennen in Italien keine separate U23-Kategorie gibt, startete ich in der Elite-Kategorie. Dank dem, dass ich in Zypern weitere UCI-Punkte geholt hatte und ich jetzt den 326. Rang auf der Weltrangliste belege, konnte ich in Milano mit der guten Startnummer 28 ins Rennen gehen.
Der Start gelang mir gut und ich konnte mich auf der ersten Runde in den Top-30 halten, verlor jedoch auf den kommenden Runden immer wieder einige Plätze an den steilen Aufstiegen. Obwohl ich auf Strecken mit vielen Höhenmetern sehr stark fahre, kam ich mit den steilen Anstiegen in Milano nicht zurecht. Damit man genügend Traktion hatte, musste man diese nämlich im Sattel sitzend hoch fahren. Ich persönlich fahre aber bei Anstiegen lieber im Wiegetritt (fahren aus dem Sattel) und dies war in Milano grösstenteils unmöglich.
Trotzdem konnte ich alle sieben Runden fahren und das Rennen auf dem 45. Rang beenden. Zudem beendete ich das Rennen als sechzehnter aller teilnehmenden U23-Fahrer. Obwohl ich mir eine bessere Platzierung erhofft hatte, konnte ich konstante Rundenzeiten fahren und ich bin froh, dass ich mich gut von meinen Magenproblemen erholt habe.
Der Rennbericht über das Rennen in Amathus ist schnell geschrieben. Nach dem erfolgreichen Cross-Contry Rennen in Lythrodontas und der guten Trainingswoche hier in Zypern, habe ich mir für das C1-Rennen in Amathus sehr viel erhofft. Leider aber bekam ich am Samstag Morgen plötzliche Bauchschmerzen, welche bis zum Rennen am Sonntag Nachmittag nur leicht besser wurden. Durch diese Schmerzen konnte ich mich auch nicht wie üblich ernähren und auf das Rennen vorbereiten.
Trotz des schlechten Gefühls wollte ich beim Rennen aber unbedingt starten, denn ich hoffte, dass ich die Bauchschmerzen während des Rennens vergessen und irgendwie ins Rennen finden könnte.
Schon beim Start aus der zweiten Reihe merkte ich, dass ich überhaupt keine Kraft und auch keine Spannung in meinen Beinen und meinem Körper hatte. Mit einem beherzten Angriff versuchte ich auf einer Teerpassage noch einmal in den vorderen Teil des Feldes zu fahren, was mir auch gelang, aber schon auf den nächsten Metern wurde ich wieder von sehr vielen Fahrern überholt und stehen gelassen. Es gelang mir nicht einmal mehr, in deren Windschatten zu fahren.
Auf den kommenden zwei Runden kämpfte ich gegen meine Beine und vor allem auch gegen meine überzeugte Einstellung, dass ich niemals ein Rennen aufgeben möchte. Nach den endlos scheinenden drei ersten Runden entschied ich mich jedoch schweren Herzens und im Hinblick auf das kommende Rennen in Milano, das Rennen aufzugeben.
Obwohl ich in meiner bisherigen MTB-Karriere noch nie ein Rennen aufgegeben habe und ich es selber nicht wirklich gut finde, wenn Fahrer ein Rennen aufgeben, bin ich der Meinung, dass meine Entscheidung im Nachhinein die Richtige war. Das Leiden in Amathus hat sich für mich schlussendlich also nur für die tollen Fotos von EGO-Promotion gelohnt.
Jetzt ist es für mich wichtig, dass ich mich für das Rennen nächste Woche erholen kann und ich bin zuversichtlich, dass ich in Milano wieder mit vollen Kräften am Start stehen kann.
Zum ersten Mal stand ich am Etappenrennen des Cyprus Sunshine Cups am Start. Von anderen Fahrern habe ich schon viele gute Dinge über dieses Rennen gehört und freute mich dementsprechend, dieses Rennen mit einem Prolog und drei Etappen zu bestreiten.
Auch in diesem Jahr waren wieder starke Fahrer am Start, wie zum Beispiel der Vize-Olympiasieger Jaroslav Kulhavy und der Sieger des letztjährigen Rennens Fabian Giger.
Prolog
Am ersten Tag fand ein Downhill-Zeitfahren mit Start oberhalb von Lefkara statt. Der erste Teil der 14.6km langen Strecke führte durch die engen Gassen von Lefkara, danach fuhren wir den Rest der 700 Tiefenmeter über verblockte Schotterstrassen hinunter, nach Skarinou. Auf dem Weg ins Tal hatte es noch zwei kurze Anstiege, welche im Renntempo nur ungefähr drei Minuten dauerten.
Obwohl die Downhills zu meinen Stärken gehören, entschied ich mich auf den groben Schotterstrassen mit vielen spitzigen Steinen, auf sicher zu fahren, damit ich keinen Defekt oder platten Reifen riskierte. An den Anstiegen versuchte ich jedoch voll zu fahren. Diese Taktik wendete ich auch bei den kommenden Etappen an.
Den Prolog beendete ich mit einer Endzeit von 26min 57sec auf dem 25. Rang. Mit diesem Resultat konnte ich mir eine gute Ausgangslage für das Marathon-Rennen am nächsten Tag schaffen.
Stage 1
Vor der ersten Etappe war ich recht nervös, denn ich bin noch nie ein Marathon-Rennen gefahren. Bis zur ersten kürzeren Abfahrt konnte ich in der Spitzengruppe mitfahren, aber am ersten langen Aufstieg entschied ich mich, meinen eigenen Rhythmus zu fahren, denn in dem hohen Tempo, welches die Spitzengruppe anschlug, wäre ich nie bis zum 7km entfernten Bergpreis gekommen. Oben angekommen, nahm ich in der Feedzone eine volle Trinkflasche und fuhr in die Abfahrt. Die Abfahrt war das komplette Gegenteil vom gestrigen Prolog. Sie war nicht so ruppig, beinhaltete jedoch viele Kurven und sogar einige Sprünge.
In der Abfahrt konnte ich die Fahrer in meiner Gruppe gar abhängen und ich fuhr den letzten Teil der Etappe alleine. Dies stellte kein grosses Problem dar, da dieser Teil mehrheitlich über kurvenreiche Kiesstrassen mit kürzeren Aufstiegen und Abfahrten führte.
Ich kam sehr gut voran und kurz vor dem steilen Aufstieg, zurück zum Startpunkt in Lefkara, hatte ich den 20. Rang in Sichtweite. Diese drei Fahrer wollte ich unbedingt noch einholen, doch ganz unerwartet begannen sich meine Muskeln zu verkrampfen und ich musste noch darum kämpfen, dass ich nicht noch von den Fahrern hinter mir eingeholt wurde. Irgendwie konnte ich mich die 400 Höhenmeter ins Ziel retten und mein erstes Marathonrennen nach 2h 22min auf dem 23. Rang beenden.
Stage 2
Die zweite Etappe des diesjährigen Cyprus Sunshine Cups fand in Lythrodontas statt und diese war mit 66.2km auch die längste Etappe. Diese Etappe war auch dadurch geprägt, dass die meisten der knapp 2000 Höhenmeter in einem Stück und teilweise auch auf einem Uphill-Singletrail bewältigt werden mussten.
Nach gut 25km begann der Aufstieg und ich befand mich in einer Gruppe mit drei weiteren Fahrern. Trotz den gestrigen Krämpfen fühlten sich meine Beine sehr gut an und ich machte am Anstieg viel Tempo. Dadurch konnte ich einige Fahrer wieder einholen. Den Sprint in meiner Gruppe, am Bergpreis auf 1164m.ü.M., gewann ich und somit konnte ich als erster in die Abfahrt einbiegen. In der Abfahrt konnte ich so meine eigene Linie fahren und auch das Tempo bestimmen.
Gegen Ende der Abfahrt verkrampften sich meine Beine wieder, aber ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen, damit meine Gegner keinen Angriff starteten. Mir gelang es, trotz den verkrampften Beinen, die letzten 18km bis ins Ziel in dieser Gruppe mitzufahren.
Mit den vier Fahrern bog ich auf die Zielgerade ein, aber ich entschied mich, auf der Zielgeraden nicht mitzusprinten, denn ich wollte keinen weiteren Krampf riskieren.
Die Königsetappe des diesjährigen Cyprus Sushine Cups konnte ich auf dem 22. Rang beenden und somit in der Gesamtwertung auf den 22. Rang vorrücken.
Stage 3
Als letzte Etappe fand endlich ein Cross-Country-Rennen statt und ich freute mich riesig darauf, endlich in meiner Spezialdisziplin starten zu können. Die Runde war technisch und hatte viele Höhenmeter. Wir mussten insgesamt eine Startrunde und vier Runden zurücklegen.
Die Startrunde war sehr hektisch und ich platzierte mich in den Top-25. Schon auf der ersten normalen Runde merkte ich, dass ich sehr viel Druck auf dem Pedal hatte und auch einen guten Rhythmus fahren konnte.
Nach und nach konnte ich Positionen gut machen und kurz vor der letzten Runde gelang es mir, den Anschluss an eine Vierergruppe herzustellen, welche um einen Platz in den Top-15 kämpften.
Die entscheidende Einfahrt in den letzten Trail gelang mir nicht optimal und somit musste ich als letzter Fahrer in meiner Gruppe in diesen Trail. Bis zum Ziel gab es keine Chance, noch einen Fahrer zu überholen und ich beendete das Rennen auf dem 16. Rang.
Mit diesem tollen Cross-Country-Rennen konnte ich sogar noch einen Platz im Gesamtklassement gut machen und den Cyprus Sunshine Cup auf dem 21. Schlussrang beenden.
Fazit
Mit dem gesamten Rennverlauf bin ich sehr zufrieden und es ist mir auch sehr gut gelungen, mich zwischen den einzelnen Etappen zu erholen. Auch meine Taktik, dass ich in den Abfahrten nicht alles riskiert habe, stellte sich als richtig heraus, denn ich war einer der wenigen Fahrer, die während des ganzen Rennens keinen platten Reifen oder anderen Defekt hatten.
Mit meinem 21. Rang konnte ich mir weitere 28 Weltranglisten-Punkte erkämpfen und dadurch in der Weltrangliste wieder einen wichtigen Schritt nach vorne machen.
Die kommende Woche in Zypern werde ich zum Trainieren nutzen und als Abschluss noch das Cross-Country-Rennen in Amathus (ZYP) fahren.
Das Snow Bike Festival in Gstaad ist das erste Mountainbike-Etappenrennen, welches auf Schnee stattfindet und UCI-Status besitzt. Alle Fahrer müssen einen kurzen Prolog und drei weitere Etappen bestreiten, welche über Skipisten, Winterwanderwege und Loipen rund um Gstaad führen.
Prolog
Der Prolog war ein kurzes Zeitfahren, welches über drei Runden à 2.5km führte. Die Runde war nicht wirklich spektakulär, aber da die Elite-Fahrer ganz am Schluss starteten und vor uns schon circa hundert Hobbyfahrerinnen- und fahrer den Prolog gefahren waren, war der Schnee bereits extrem zerfahren. Aus diesem Grund war der grösste Teil der Strecke dann trotzdem sehr schwierig zu fahren.
Auf der ersten Runde merkte ich aber, dass ich viel schneller unterwegs war als meine Gegner und ich sehr gut in den tiefen Schneerillen fahren konnte. Für mich war das Fahren im Schnee, wie das Fahren im Matsch bei einem Radquer-Rennen und dank meiner Radquer-Erfahrung kam ich mit den Verhältnissen sehr gut zurecht.
Als ich nach 18min und 41sec im Ziel ankam, erreichte ich die klare Bestzeit und musste nur noch 9 Fahrer abwarten, bis endlich klar war, ob ich diesen Prolog wirklich gewonnen hatte. Auch diese Fahrer konnten meine Zeit nicht schlagen und ich gewann den Prolog mit einem sagenhaften Vorsprung von 90 Sekunden auf den zweiten Rang.
Über diesen Sieg war ich selbst sehr erstaunt, denn ich hätte nie damit gerechnet, dass ich einige der besten Mountainbiker schlagen und so den Prolog für mich entscheiden könnte. Mit meinem Sieg konnte ich mich als erster Fahrer ins Leader-Trikot einkleiden lassen und morgen werde ich alles versuchen, um dieses Trikot zu verteidigen und dies, obwohl ich noch einige Jahre jünger bin als die klaren Favoriten.
Stage 1
Nach dem gestrigen Prolog hatte ich heute die Ehre im Leader-Trikot zu starten. Die Etappe führte nach Rougemont, zurück nach Saanen und zum Schluss mussten wir den ca. 7 Kilometer langen Aufstieg hoch zur Eggli-Bergstation bewältigen, bevor wir auf dem Schlittelweg zurück nach Gstaad fuhren.
Der Start erfolgte in der Promenade von Gstaad und die ersten Kilometer waren neutralisiert. Nach dem richtigen Start gab es schon die ersten Angriffe und ich versuchte mit den beiden Spitzenfahrern mitzufahren, aber das Tempo war für mich zu hoch und ich schloss mich der Verfolgergruppe an. Als der lange Aufstieg hoch zur Eggli-Bergstation begann, war mir auch dieses Tempo zu hoch und ich liess diese beiden Fahrer auch ziehen.
In einem konstanten Tempo bewältigte ich den Anstieg und kam an sechster Stelle beim Bergpreis an. Ich wusste nicht, wie viel Vorsprung die Fahrer vor mir hatten, entschied mich aber in der Abfahrt auf dem Schlittelweg einiges zu riskieren, damit ich eventuell mein Leader-Trikot noch verteidigen könnte.
Bis zum Ziel holte ich noch einen Fahrer ein und beendete das Rennen auf dem 5. Rang. Leider war der Rückstand auf die vorderen Fahrer zu gross und ich musste das Leader-Trikot an den Etappensieger Nicolas Rohrbach abtreten. Im Gesamtklassement rutschte ich auf den 4. Rang zurück, mit einem Rückstand von nur 42 Sekunden auf Platz 3.
Stage 2
Die zweite Etappe hatte 945 Höhenmeter und dadurch war dies die härteste Etappe.
Gleich nach dem Start und der Durchfahrt durch das Land Rover Finish Village begann der erste Aufstieg auf dem Schlittelweg hoch zur Eggli-Bergstation. Die Strecke war mir gut bekannt, denn bei der gestrigen Etappe sind wir diese Strecke hinuntergefahren.
Ich kam mit der Spitzengruppe bei der Eggli-Bergstation an und freute mich riesig auf die technische Abfahrt die Skipiste hinunter nach Gstaad. Leider aber sank mein Vorderrad gleich zu Beginn der Abfahrt im weichen Schnee ein und ich machte einen unfreiwilligen Abflug über den Lenker. Trotz dieses Sturzes kam ich mit den schnellsten Fahrern unten bei der Abfahrt an, denn auch diese stürzten auf der Skipiste mindestens einmal.
Als ich nach der Abfahrt in einen grösseren Gang schalten wollte, merkte ich, dass ich nicht mehr schalten konnte und mein Schalthebel abgebrochen war. Ich konnte den besten Fahrern also nicht mehr folgen, da mein Gang auf der Fläche viel zu klein war. Den ganzen zweiten Teil der Etappe musste ich mit nur einem Gang zurücklegen.
Glücklicherweise konnte ich den Schaden im Gesamtklassement in Grenzen halten und beendete die Etappe sogar auf dem guten 7. Rang. Zudem verlor ich nur einen Rang im Gesamtklassement, aber der Vorsprung der vordersten vier Fahrer beträgt jetzt mehr als drei Minuten und so ist mein Traum von einem Top-3 Ergebnis im Gesamtklassement in weite Ferne gerückt.
Nach der Etappe war ich sehr enttäuscht, denn ich hatte mich sehr gut gefühlt und sicher wäre sehr viel mehr drin gelegen.
Stage 3:
Gleich nach dem Start der dritten Etappe attackierte der aktuelle Leader und das Tempo war schon von Beginn an sehr hoch, da wir versuchten das entstandene Loch zu schliessen. Ich musste einige Male um den Anschluss in der Verfolgergruppe kämpfen, aber nach den ersten Kilometern konnte ich mich gut in der fünfköpfigen Gruppe einreihen. Obwohl wir wie die Verrückten über die Winterwanderwege und Loipen rund um Gstaad und den Lauenensee fuhren, schafften wir es nicht mehr, den Spitzenfahrer einzuholen.
Meine Beine fühlten sich super an und ich versuchte mehrere Male das Tempo zu erhöhen. Auf dem letzten Drittel der Etappe konnten wir zwei Fahrer aus unserer Gruppe abhängen und es war klar, dass am Ende jemand von uns den undankbaren 4. Rang belegen würde.
Ich versuchte, meine beiden direkten Gegner abzuhängen. Leider passierte mir beim letzten kurzen Zwischenanstieg ein kleiner Fehler, wodurch eine kleine Lücke zu meinen beiden Konkurrenten entstand und ich diese auf dem letzten Kilometer nicht mehr ganz schliessen konnte.
Obwohl es heute knapp nicht für einen Podestplatz gereicht hat, bin ich sehr glücklich mit meinem Rennen, denn ich konnte mit den besten Fahrern mithalten und diese sogar unter Druck setzen.
Im Gesamtklassement konnte ich meinen 5. Rang behalten und ich bin sehr zufrieden mit diesem Resultat. Ein wenig verärgert bin ich über meinen gebrochenen Schalthebel auf der zweiten Etappe, denn ohne die verlorene Zeit wäre eventuell sogar der dritte Gesamtrang möglich gewesen.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Firma DT Swiss bedanken, welche mir die 40mm breiten XR 1501 Spline ONE Laufräder zur Verfügung gestellt hat. Diese Laufräder und mein WHEELER Falcon Bike waren auch ein Teil des Erfolgrezeptes für meine Leistung. Ein grosses Dankeschön auch an das Hotel Park Gstaad für die Unterstützung und an die Veranstalter des Snow Bike Festivals. Dieser spezielle Event hat extrem viel Spass gemacht.