Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03443.jsonl.gz/759

Tipp 1:
Du kannst den Melk-Ablauf anpassen, zum Beispiel die Kuh VOR dem Saugen melken statt nachher. Nicht jede Kuh verhält sich gleich. Es gibt Kühe, die geben die Milch besser, wenn sie zuerst gemolken werden und das Kalb anschliessend saugt. Es gibt auch Kühe, die die Milch besser geben, wenn das Kalb zuerst saugt und sie anschliessend gemolken werden. Es hilft, wenn die Kuh weiss, dass sie ihr Kalb immer wieder säugen kann. Auch in der Natur verlässt die Kuh das frischgeborene Kalb, um zu fressen und kehrt anschliessend wieder zurück, um das Kalb zu säugen und abzulecken. Dieses „Kommen und Gehen“ sollte von Anfang an ganz normal sein. Eine Routine im Ablauf ist für Kühe wichtig, da sie ausgeprägte Gewohnheitstiere sind.
Eine Bäuerin berichtet: Wir lassen die Kuh bereits einen Tag nach dem Kalben wieder mit der Herde auf die Weide. Sie kehrt nach dem Weiden zu ihrem Kalb zurück. Die Kühe werden so daran gewöhnt, dass sie das Kalb allein lassen können und es danach wieder da ist zum säugen. Diese Gewöhnung geht auf unserem Hof nach einem Tag am einfachsten. Es gleicht auch dem Verhalten in der Natur, wo die Kuh das Kalb in den ersten Tagen ähnlich wie ein Reh ihr Kitz versorgt.
Tipp 2:
Es gibt homöopathische Kügelchen, welche den Milchfluss unterstützen. Du kannst beispielsweise 10-15 Minuten vor dem Melken Iso Syntocinon D12 in Kombination mit Pulsatilla geben. Iso Syntocinon entspricht dem Hormon Oxytocin, welches bei brünstigen Kühen gespritzt wird, wenn sie die Milch nicht geben können. Wichtig bei der Verwendung von Iso Syntocinon: Die richtige Potenz verwenden (D12, nicht K200) und zum richtigen Zeitpunkt geben (10-15 Minuten vor dem Melken, nicht 5 Minuten vor dem Melken).
Betreffend Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung mit Naturheilmitteln verweisen wir auf diese Kurse.
Tipp 3:
Wenn es in deinem Stall möglich ist, das Kalb während dem Melken im Bereich des Kopfes der Kuh zu haben, kann dies helfen, dass die Milch fliesst. Es kann auch funktionieren, die Kuh an 3 Zitzen zu melken und das Kalb gleichzeitig an der freien Zitze saugen zu lassen.
Tipp 4:
Ein Landwirt hat auf seinem Hof beobachtet, dass milchbetontere Tiere oder Rassen weniger Probleme beim Milchfluss zeigten als fleischbetontere Rassen. In diesem Fall kann über die Zucht in diesen Richtung optimiert werden.
Tipp 5:
Du kannst der Kuh Luft in die Scheide blasen, um so eine bessere Oxytocinausschüttung zu erreichen. Diese Methode wurde bereits in Urzeiten angewendet, heute werden Hilfsmittel dafür angeboten, es funktioniert aber auch mit einem simplen Schlauch – wobei unbedingt die Hygiene beachtet werden muss (Reinigung und Desinfektion nach jedem Gebrauch).
Tipp 6:
Es besteht die Möglichkeit, vor dem Melken Oxytocin zu spritzen. Meist gelingt es, die Menge des Oxytocins von Tag zu Tag leicht zu reduzieren („ausschleichen“). Von konstantem Oxytocin-Spritzen in gleicher oder sogar steigender Dosis wird abgeraten, da sich die Kuh dann an das Oxytocin gewöhnt und der gewünschte Effekt des besseren Milcheinschusses mit der Zeit ausbleibt.
Eine Bäuerin berichtet: Wir spitzten zu Beginn 3ml Oxytocin und reduzierten dies innert weniger Tage auf 0.5ml. Am Schluss reichte ein Klopfen ans Bein, wie wir dies jeweils vor dem Spritzen gemacht hatten, damit die Kuh Oxytocin ausschüttete.