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Im Gewebe von Pankreaskarzinomen sind häufig Bakterien nachweisbar, die eine Resistenz des Karzinoms gegen Chemotherapie unterstützen. Noch steht allerdings nicht fest, ob Antibiotika die Wirksamkeit einer Chemotherapie steigern können.
Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Bakterien die Wirksamkeit von Krebstherapien beeinflussen können. So metabolisieren beispielsweise Bakterien das Chemotherapeutikum Gemcitabin in eine inaktive Form. Der Metabolismus wurde hauptsächlich bei Gammaproteobakterien beobachtet, die zur normalen Darmflora gehören. In einem Kolonkarzinom-Mausmodell liess sich eine Gemcitabin-Resistenz durch intratumorale Gammaproteobakterien induzieren und durch eine Therapie mit dem Antibiotikum Ciprofloxacin wieder aufheben.
Gemcitabin wird häufig zur Behandlung des Pankreaskarzinoms verwendet. Es besteht nun die Hypothese, dass intratumorale Bakterien zur Arzneimittelresistenz dieser Tumoren beitragen könnten. US-amerikanische Forscher fanden in 86 von 113 getesteten Pankreaskarzinom-Geweben (76%) Bakterien, hauptsächlich Gammaproteobakterien. Die Forscher wollen nun untersuchen, ob die Effizienz der Chemotherapie bei Pankreaskarzinom gesteigert werden kann, wenn die Patienten mit einem Antibiotikum behandelt werden.
Quelle:
Geller LT, et al.: Potential role of intratumor bacteria in mediating tumor resistance to the chemotherapeutic drug gemcitabine. Science 2017; 357(6356): 1156-1160.