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Man sagt, ein guter Mensch habe ein Herz aus Gold, ein schlechter aus Stein. Wieso?
Schon die alten Ägypter glaubten, jeder werde nach seinem Tod von Gott gerichtet, sein Leben nach guten und schlechten Taten bewertet. Das stellte man sich bildhaft vor: Das Herz, das als Sitz der Seele galt, werde auf eine himmlische Waage gelegt – je schwerer, desto besser.
Um die Chancen im Jenseits zu verbessern, wurde deshalb bei vielen Verstorbenen das Herz entnommen, durch eine Nachbildung aus einem schweren Material ersetzt (das echte Herz wurde separat bestattet). Hohe Stände erhielten ein Herz aus Gold, niedere aus Stein. Der Brauch endete im Mittelalter, die Redewendung blieb – ebenso wie «gewogen und zu leicht befunden», das sich auch auf diese Prüfung bezog und in der Bibel steht (Daniel 5, 27).
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