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Rund 40'000 US-Bürgerinnen und -Bürger leben in der Schweiz (inklusive Doppelbürger), und auch sie dürfen sich an den Wahlen am 6. November beteiligen. Sie wählen schriftlich in demjenigen Bundesstaat, in dem sie zuletzt gewohnt haben, müssen sich jedoch vor jeder Wahl neu registrieren. Zwei Organisationen in der Schweiz, die Republicans Abroad Switzerland (RAS) und die Democrats Abroad Switzerland (DAS) versuchen, ihre Landsleute zur Wahl zu motivieren und helfen ihnen, mit den bürokratischen Hürden klarzukommen.
Die RAS haben etwa 250 Mitglieder, die DAS rund zehnmal mehr. Ende Juni haben sie gemeinsam in Genf ein Softballturnier zwischen den Parteianhängern ausgetragen. Was Republikaner und Demokraten in der Schweiz zu den Wahlen und ihren Kandidaten sagen und wer die Softball-Begegnung gewann, lesen Sie hier:
Bevor es losgeht, erst mal die Nationalhymne: «O-oh say can you seehh, by the dawn’s early light…» Gemeinsam stehen sie da, Demokraten und Republikaner, auf der grünen Wiese, und intonieren feierlich jenes Lied vom «Star-Spangled Banner», das sie bei allem Trennenden doch immer wieder in glühendem Patriotismus zusammenschweisst. Über sie hinweg donnern die Flugzeuge im Landeanflug auf Genf-Cointrin.
Kaum jemand käme auf die Idee, dass nahe der Stadt Genf eine kleine amerikanische Enklave existiert. In der Nähe des Flughafens befindet sich ein mit hohem Zaun und Stacheldraht eingefasstes Areal mit einer alten Villa und einem parkähnlichen Gelände. Dort versammeln sich an jenem heissen Junisamstag die politischen Gegner zu einem freundschaftlichen Softballturnier. Softball, übrigens, funktioniert wie der amerikanische Nationalsport Baseball, wird aber häufiger von Frauen oder gemischten Teams gespielt. Demokraten sind einige mehr gekommen als Republikaner, und sie haben auch reichlich Propagandamaterial dabei für «Obama 2012». Aber Politik spielt an jenem Nachmittag eine untergeordnete Rolle. Ganze Familien mit Kind, Kegel und Hunden sind gekommen, es gibt Burger und Hotdogs, amerikanisches Samuel-Adams-Bier und Schweizer Mineralwasser. Man isst, trinkt, plaudert und fühlt sich ein bisschen wie zu Hause.
Schliesslich versammeln sich die Mannschaften, Republikaner in Shirts mit roten Schultern, Demokraten mit blauen. Nach der Hymne geht es los: Jugendliche, Frauen, Männer mit teils stattlichen Bäuchen, alles ist auf dem Feld, wirft, schlägt und rennt, angefeuert von der Seitenlinie. Beim Zwischenstand von 6:1 für die Republikaner witzelt ein demokratischer Spieler: «Wir können immer noch gewinnen – die Wahl im November.» Aber Amerikaner sind immer für eine Überraschung gut: Das Spiel endet 10:9 für die Anhänger von Barack Obama. Ähnlich knapp dürfte es wohl auch bei der Wahl am 6. November werden.
Die sechs Porträts
Das Migros-Magazin hat mit Amerikanerinnen und Amerikanern in der Schweiz über ihren politischen Vorlieben gesprochen, darunter ein Ehepaar, bei dem er die Republikaner unterstützt und sie die Demokraten.
«Manchmal sind unsere Diskussionen so heftig, dass unsere Kinder fragen, ob wir uns jetzt scheiden lassen.»
Edward und Margaret Flaherty
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Es gab enorme Fortschritte unter Obama.
Elizabeth Clark-Polner
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«Ich wähle aus Prinzip die Republikaner.»
Stephen Beekman
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«Mir war vor allem die Gesundheitsreform wichtig.»
David Miller
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Letztlich sind die Unterschiede gar nicht so gross.
David Imbert
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Obama hat die Menschen im Land enttäuscht
Julia Sonderlund
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Autor: Ralf Kaminski
Fotograf: Nicolas Righetti / Rezo