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Zwischen den verschiedenen Faltungsachsen des Kettenjuras liegt das Tertiärbecken von Laufen.Es gleicht in mancher Hinsicht dem Becken von Delémont. Das Becken ist ein Gebiet, das im Hinblick auf die landwirtschaftliche Nutzung, die industrielle Entwicklung und auch als Verkehrsschleuse beachtliche Vorteile gegenüber den umliegenden höheren Landschaften bietet.
Struktur und Entstehung
Das Laufenbecken ist durch geologische Wechselwirkungen zwischen der Faltung des Juras und dem Einbruch des Rheingrabens entstanden. Durch Druck von Süden wurde der Kettenjura aufgefaltet. Die südlichen Bruchsysteme des Rheingrabens setzten für die Faltung die Grenzen gegen Norden (Überschiebungszone
, Tafeljura).Das Relief des Laufenbeckens wird durch West-Ost verlaufende Bergketten geprägt. Das Becken selbst sowie die Talmulde der Lützel sind zwischen zwei Falten eingebettet: der Blauenfalte
im Norden und der Buebergfalte
im Süden.
Markantere Erhebungen sind Lindenberg, Chienberg und Stürmenchopf. Sie kennzeichnen die südliche Beckenrandzone, die Überschiebungszone des Nordschenkels der Vorburg-Fringeli-Kette. Zwischen der Buebergfalte und der Blauenfalte ist die Mulde von Kleinlützel eingebettet.
Die Entstehung der Klusen ist so zu erklären: Die Birs entwässerte die Gegend schon vor der Jurafaltung Richtung Rhein. Während der Faltungsphasen schnitt sich der Fluss laufend in die sich hebenden Falten ein. So bildete er beim Durchbruch durch die Falten enge Taleinschnitte. Vor der Faltung des Juras war das Becken von Laufen zeitweise von Meer bedeckt. Deshalb bilden tertiäre Ablagerungen den Boden des Beckens.
Das Birstal selbst ist hauptsächlich mit Niederterrassenschottern
aufgefüllt, die von der Birs in ihr eigenes, tiefstes Bett geschüttet wurden. In geologisch jüngster Zeit hat sich die Birs erneut in ihre eigenen Schotter eingetieft und die heutigen Talauen gebildet.
Das Becken ist weithin gerodet und besteht aus sanften Hügelrücken und Talmulden. Die Talsohle von Laufen–Zwingen ist durch 30 bis 100 Meter hohe Steilhänge von den höheren Teilen des Laufenbeckens (z.B. Nenzlinger- und Blauen-Weide) getrennt. Halbkreisförmig schliessen sich die waldreichen Beckenrandgebiete an; so tauchen im Osten die Kleinfalten beim Homberg gegen die Beckenrandzone Fehren–Littstel ab.
Klima und Landwirtschaft
Dank tiefer Lage des Beckenbodens ist das Klima hier günstiger als im Bereich der Falten: Die Temperatur ist höher, der Niederschlag geringer.
Seit dem 19. Jh. hat sich im Zuge der allgemeinen Vergrünlandung – der Zunahme von Grünland auf Kosten von Ackerland – der Ackerbau auch im Laufenbecken auf naturräumlich besonders geeignete Standorte, wie trockene Erhebungen, zurückgezogen. In den feuchteren Niederungen dehnt sich das Wiesland aus. Das Abfliessen kalter Hangluft verbindet sich in den Talsohlen häufig mit einer Kondensation zu Nebel.
Nicht zuletzt infolge Temperaturinversion konzentriert sich der Obstbau im leicht erhöhten Beckenrandgebiet – wie einst die Reben. Steinwälle und schwache Terrassierung verraten das einstige Rebberggelände. Flurnamen wie «Räbe»
beim Bergheim oder «Rebacker»
bei der Nenzlinger Weide weisen ebenfalls auf den ehemaligen Rebbau hin. Dieser wurde durch das Relief, die Exposition und kalkhaltige Böden begünstigt und bestand während Jahrhunderten vor allem am südexponierten Blauenhang. Im Zuge der landesweiten Rebbaukrise verschwand auch hier der Rebbau vor 1900.
Bahn und Industrie
Mit dem Bau der Jurabahn 1874/75 nahm die Industrialisierung Aufschwung. Es entstanden insbesondere gesteinsverarbeitende Betriebe wie die Tonwarenwerke Laufen und Zementfabriken.
HPM