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Jesuitentheater
Didaktik und Fest
Das Abendland. Forschungen zur Geschichte europäischen Geisteslebens. Neue Folge. Ab Band 44 herausgegeben von Dirk Werle unter Mitwirkung von Sibylle Baumbach, Stefanie Buchenau, Simone De Angelis, K
Beschreibung
Das Theater der Jesuiten repräsentiert im 16. und 17. Jahrhundert die wichtigen religiösen, kulturellen und politischen Tendenzen der katholischen Reformbewegung und ihrer Folgen; es ist ein wesentlicher Bestandteil des geistigen Lebens jener Zeit. Diese Studie versucht die verschiedenen Anliegen und Möglichkeiten des Jesuitentheaters vorzustellen. In den Analysen der einzelnen Stoffversionen und in gelegentlichen Ausblicken auf die Gesamtgattung wird sichtbar, dass auf den Jesuitenbühnen recht unterschiedlich Theater gespielt wird. Nicht nur im Verlauf der Zeit wandeln sich Formen und Aussagen, auch gleichzeitig findet sich Heterogenes, ja fast Kontroverses nebeneinander. Die Untersuchung setzt an bei der Frühzeit, die zwischen späthumanistischer Imitatio und neuer propagandistischer Intensität schwankt, und führt über die radikal-theologische Position eines Jakob Bidermann zur konfessionspolitischen Parteinahme während des Dreissigjährigen Krieges - und schliesslich zur schon defensiven, literarisch bemühten Nachahmung der französischen Klassik am Anfang des 18. Jahrhunderts.