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Wenn mit dem Start von "Vanguard", dem neuesten Teil der "Call of Duty"-Reihe, wurden unweigerlich wieder "Killerspiel"-Rufe laut. Doch dafür gibt es keinen guten Grund, wie eine Studie der Mikroökonomin Agne Suziedelyte an der City University London zeigt. Denn gewalttätige Games machen Kinder demnach gar nicht im realen Leben gewaltbereit. "Regeln, die den Verkauf von Videospielen an Minderjährige einschränken, werden die Gewalt wahrscheinlich nicht reduzieren", urteilt die Studienautorin.
Ob nach Schulmassakern in den USA oder mit hoher Regelmässigkeit in Deutschland: In der Öffentlichkeit werden gewalttätige Games wie Shooter oft als "Killerspiele" hingestellt, die für Gewalt durch Jugendliche verantwortlich sind. Um zu sehen, ob da wirklich etwas dran ist, hat sich sich Suziedelyte in ihrer Studie auf US-Buben im Alter von acht bis 18 konzentriert - eine Gruppe, bei der sehr gern ein Zusammenhang zwischen Games und realweltlicher Gewaltbereitschaft in den Raum gestellt wird. Dabei nutzte die Ökonomin wirtschaftliche Methoden, um zu klären, ob es einen plausiblen kausalen Zusammenhang gibt.
Suziedelyte hat eigenen Angaben nach keine Belege dafür gefunden, dass es nach Erscheinen eines neuen gewalttätigen Games - wie eben heute "CoD: Vanguard" - zu mehr realweltlicher Gewalt gegen Menschen durch Minderjährige kommt. Allerdings berichteten Eltern, dass ihre Kinder nach dem Daddeln eher irgendetwas kaputt gemacht haben. "Insgesamt legt das nahe, dass gewalttätige Videospiele Kinder aufregen können, diese Erregung sich aber nicht in Gewalt gegen andere Menschen äussert", meint daher Suziedelyte.
Das dürfte der Ökonomin zufolge damit zusammenhängen, dass normalerweise daheim gespielt wird, wo es kaum Potential für gewalttätige Auseinandersetzungen gibt. "Dieser Effekt ist besonders wichtig bei gewaltbereiten Jungen, die sich besonders von gewalttätigen Videospielen angezogen fühlen", sagt Suziedelyte. Also kommt sie in der im "Journal of Economic Behavior & Organization" veröffentlichten Studie zum Schluss, dass eine strengere Reglementierung von gewalttätigen Spielen nicht gegen realweltliche Gewalt helfen würde.