Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/178134

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, auf Bundesebene ein Pilotprojekt zu lancieren, mit dem die River-Lehrmethode getestet wird. Die Integration von Migrantinnen und Migranten, die Schwierigkeiten mit der Sprache oder Lese- oder Schreibprobleme haben, soll dadurch wirksam gefördert werden. Diese kostengünstige Ausbildung könnte ohne zusätzliche Ausgaben eingeführt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Motion bezieht sich auf das vom Rishi Valley Institute for Educational Resources (River) entwickelte pädagogische Modell, das im Rahmen einer Landschulreform in Indien für die Grundschule eingeführt wurde. Der Ansatz von River setzt vorwiegend auf selbstgesteuertes Lernen.</p><p>Der Erwerb einer Landessprache ist eines der wichtigsten Ziele der Integrationsförderung. Gemäss Artikel 62 Absatz 1 der Bundesverfassung sind die Kantone für das Schulwesen zuständig. Ihnen obliegt es auch, Massnahmen zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit mangelnden Sprachkenntnissen zu treffen. Gestützt auf Artikel 55 des Ausländergesetzes (SR 142.20) kann der Bund im Rahmen von kantonalen Integrationsprogrammen Beiträge zur sprachlichen Förderung von Erwachsenen leisten. Um die sprachliche Integration von Migrantinnen und Migranten zu fördern, hat der Bund 2011 das Sprachförderungskonzept "Fide - Französisch, Italienisch, Deutsch in der Schweiz lernen, lehren und beurteilen" lanciert.</p><p>Fide stützt sich auf wissenschaftlich fundierte, didaktische Konzepte sowie auf die langjährigen Erfahrungen zahlreicher Sprachschulen in der Schweiz. An der Entwicklung von Fide hat unter anderem das Institut für Mehrsprachigkeit der Universität Freiburg mitgewirkt. Wichtige didaktische Grundsätze, die bei Fide Beachtung finden, sind die Orientierung am sprachlichen Alltag in der Schweiz und an individuellen Lernvoraussetzungen von Sprachkursteilnehmenden. Damit entspricht der Ansatz von Fide weitgehend den im River-Ansatz angestrebten Zielen.</p><p>Selbstständigkeit und Eigenverantwortung haben beim Erlernen von Sprachkompetenzen einen hohen Stellenwert. In Sprachkursen, namentlich solchen, die im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme unterstützt werden, wird bereits heute diesen Aspekten Beachtung geschenkt. Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat der Auffassung, dass die Einführung und Erprobung des in Indien im Rahmen der Grundschule entwickelten pädagogischen Modells des River aufwendig wäre und keinen zusätzlichen Mehrwert in der Sprachförderung bringen würde.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.