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Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Die Volksbühne Zürich war ein Theaterkollektiv von Amateuren. Sie entstand im Frühling 1931 durch den Zusammenschluss von Mitgliedern der aufgelösten Proletarischen Bühne Zürich mit weiteren Theaterinteressierten. Die Volksbühne verfolgte das Ziel, das Laienspiel zu kultivieren und der Arbeiterbewegung kulturelle Dienste zu leisten. In den dreissiger Jahren war sie die wichtigste Bühne des Arbeitertheaters in der Schweiz. Hauptinitiator war der Schauspieler Fritz Pfister, der die künstlerische Leitung übernahm. Auf dem Programm standen zunächst Lustspiele und Schwänke, was die Kritik der sozialdemokratischen Presse hervorrief. 1932 übernahm Michael-Eduard Flürscheim die Leitung. Er inszenierte Bearbeitungen von Werken Alfred Döblins, Adolf Stemmles und Jakob Bührers. Nach 1933 entwickelte sich die Volksbühne, zusammen mit dem Cabaret Cornichon und dem Schauspielhaus Zürich, zu einem der profiliertesten antifaschistischen Theaterensembles der Schweiz. Obwohl die meisten Mitglieder der Kommunistischen Partei nahe standen, trat die Volksbühne bei festlichen Anlässen beider Arbeiterparteien, der Gewerkschaften und bei Bildungsanlässen auf. Die Politisierung der Bühne wurde nach dem Ausscheiden Flürscheims 1934 von Kurt Früh fortgesetzt. Er verfasste für dieV olksbühne zahlreiche Dramen, politische und kabarettistische Szenen und Sprechchöre im Stile von Bertolt Brechts. Neben eigenen, meist zeitbezogenen Stücken, Szenen, Revuen und Kabarettnummern realisierte die Volksbühne vor dem Krieg die Schweizer Erstaufführungen von Friedrich Wolfs "Floridsdorf" (1935) und Brechts "Die Gewehre der Frau Carrar" (1938).
Die Aufführungen fanden meist im Theatersaal des Restaurants "Sonne" an der Zürcher Hohlstrasse und im Volkshaus am Helvetiaplatz statt. Die Volksbühne suchte die Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen, beispielsweise mit der "Singgruppe Zürich" und der "Arbeitermusik Union Zürich", mit den Spielgruppen "Der Scheinwerfer" Basel, "Die rote Spielgruppe Luzern", der "Neue Chor Biel", "Abakal Langenthal" und mit der "Fédération Romande". 1935 gründete die Volksbühne zusammen mit dem "Neuen Chor Zürich" den "Block der Arbeiterbühnentruppen der Schweiz". Um die Öffentlichkeit über die politischen und künstlerischen Absichten zu informieren, erschien in den Jahren 1934 und 1935 die Zeitschrift "Die Volksbühne". Mit der Kriegsmobilmachung 1939 und der politischen Repression gegen kommunistische Gruppen wurde die engagierte Theaterarbeit zunehmend erschwert. Von 1939 bis 1944 konnten die wenigen Aufführungen nur mehr als Veranstaltungen der Sozialdemokratischen Partei gezeigt werden: 1939 anlässlich der Tage der Arbeit an der Landesausstellung das von Albert Ehrismann und Kurt Früh verfasste Festspiel "Der neue Kolumbus"; 1941 zur 1.-Mai-Feier als Schweizer Erstaufführung Brechts "Die Mutter".