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von Jost Rodolphe Poffet
Im Laufe des Jahres 1380 lehnten sich die Herrschaftsleute gegen den Freiherrn Petermann von Ringgenberg auf. Dieser Aufruhr hatte sowohl politische als auch wirtschaftliche Gründe. Auslöser war offenbar die Herrschaftsausübung Petermanns. Unterwalden, welches schon seit Ende des 13. Jh. territoriale Interessen südlich des Brünigs und im Raum des Brienzersees verfolgte, griff ein und unterstützte die Aufrührer, der Freiherr wurde gefangen und nach Unterwalden geführt. Hintergrund des gewaltsamen Vorgehens der Unterwaldner gegen die Herrschaft Ringgenberg war eine politisch-wirtschaftliche Umwälzung in Ob- und Nidwalden. Die Aktion führte zum Konflikt mit der Stadt Bern, welche das Oberland als seine Einflusssphäre betrachtete. Die Eidgenossen, deren Bund Bern 1353 beigetreten war, schützten die Berner Ansprüche. Unterwalden musste wieder aus dem Gebiet südlich des Brünigpasses abziehen. Dieser sogenannte Ringgenberger Handel von 1381 markiert für Obwalden und für Bern eine wichtige Etappe bei der Territorialbildung und Verfassungsentwicklung.
, Jost Rodolphe : Der Ringgenberger Handel von 1381
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 13. Jahrgang 2008, Heft 1, 20 - 23.