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Chronik des AOB
Als Ende des 19.Jahrhunderts durch die Gründung der Musikakademie in Basel das musikalische Leben unter Laien und «Dilettanten» aufblühte, entstand das Akademische Orchester Basel wortwörtlich aus einer Bierlaune heraus: Fünf Studenten der Universität Basel spielten im Kurort Schweigmatt so erfolgreich den Gästen auf, dass man sie als Kurorchester engagieren wollte. Das Angebot wurde dankend abgelehnt, die Idee eines Orchesters aber blieb. So konnte am 14.11.1899 das Akademische Orchester Basel gegründet und der Berufsmusiker Ernst Thomas Markees als Dirigent gewonnen werden.
Anfänge
Zunächst rekrutierten sich die aktiven Mitglieder nur aus Studierenden der Universität Basel, schon bald aber konnten auch Nichtakademiker, besonders in den Bläserstimmen, mitspielen. Finanziell unterstützt wurde das aob von der Universität. Von Beginn an fusste der Orchesterverein auf ordentlichen Statuten und wurde durch eine 5-köpfige «Commission» geleitet.
Der erste musikalische Auftritt folgte bereits am 8. Dezember 1899 mit einem kammermusikalischen Programm in der Zunft zu den Rebleuten. Am 17. Januar 1900 debütierte das aob als Symphonieorchester mit bereits 60 Mitwirkenden im Stadtcasino. In den folgenden Jahren konzertierte das Orchester regelmässig im Stadtcasino, im Stadttheater oder in der Martinskirche. Dabei spielten sie nicht nur die Klassiker, sondern wagten sich auch an Werke, die bei Laienorchestern nicht unbedingt üblich waren, wie bsp. Mendelsohn, Grieg, Bizet.
Bis in die 20er Jahre schuf sich das aob unter der starken Hand von Ernst Markees einen guten Ruf als Laienorchester. Dann brachen jedoch schwierige Zeiten an: die Leistung liess nach, die Proben wurden schlechter besucht. 1925 verlor das aob das musikalische Engagement zum Dies Academicus und somit auch die jährliche Subvention der Universität. Einige Jahre machten die finanzielle Situation und Mitgliedermangel Auftritte unmöglich, Konzerte konnten nur in Verbindung mit anderen Orchestern stattfinden. In den frühen 30er Jahren konnte das aob dann manchmal im Radio in Erscheinung treten. Ernst Markees steuerte das schwankende Schiff aob auch durch die schwierigen Jahre und gab den Dirigentenstab 1936 an Karl Schwaller ab. Damit begann eine neue Aera.
Der Tradition verpflichtet
Karl Schwaller legte in der ersten Phase seines Schaffens den Fokus insbesondere auf die Streicher. Intonation und Genauigkeit wurden verbessert und die arg geschrumpften Register wieder aufgefüllt. Bis 1939 konnte er das akademische Orchester wieder aufbauen. Während der Kriegsjahre übernahm Eduard Henneberger die musikalische Leitung, Lukas Wieser von 1948 bis 1952, dann Albert E. Kaiser bis 1957.
In dieser Zeit machten die veralteten Statuten des Vereins dem Vorstand Probleme. Da der Präsident ein Akademiker sein musste, hatte das aob von 1938 bis 1950 nur einen geschäftsführenden Vizepräsidenten, bis der Passus 1954 gestrichen wurde.
Diese Jahre waren für das Orchester nicht einfach, da es bei der musikalischen Leitung an Disziplin und Zuverlässigkeit mangelte. Wieder einmal stand das Orchester kurz vor der Auflösung.
Neustart
1957 konnte ein junger Gastdirigent, Bruno Goetze, auf Probe verpflichtet werden. Das erste Konzert verlief so erfolgreich, dass aus der Probezeit 42 Jahre wurden. Bruno Goetze nahm dabei die alte aob-Tradition wieder auf, sich auch an «schwierige» Werke, weniger bekannte Kompositionen oder auch neue Literatur zu wagen. Neben dem musikalischen Aufblühen erwachte auch die Geselligkeit im Orchester zu neuem Leben, ganz wie in den Anfängen des aob. In den 42 Jahren seines Schaffens im aob konnte Bruno Goetze das Orchester wieder in der Basler Musiklandschaft etablieren. Auch über Basel hinaus wurde konzertiert, zum Teil sinfonisch, zum Teil als Chorbegleitung. 1999 konnte Goetze ein tüchtiges und gut eingespieltes Orchester seinem Nachfolger Raphael Immoos übergeben. Dieser führte die aob-Tradition weiter, auch eher unbekannte Werke sowie zeitgenössische Kompositionen aufzuführen. In den Jahren 2000 bis 2013 kam es so zu manch einer Uraufführung in der Martinskirche. Das Orchester begleitete auch junge Solist*innen am Beginn ihrer Karrieren und unterstützte Chöre in der Region bei der Aufführung grösserer Chorwerke und Messen.
Als Raphael Immoos 2013 die Leitung der Basler Madrigalisten übernahm, dirigierte die junge Lena Lisa Wüstendörfer als erste Frau das Akademische Orchester für zwei Jahre.
Seit 2016 hat das aob mit Iwan Wassilevski einen neuen musikalischen Leiter, der mit einem Repertoire von Barock bis aktueller Filmmusik das aob in Schwung hält.