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Belinda Bencic setzte in New York ihren Aufwärtstrend fort
Belinda Bencic verpasst am US Open in New York in den Viertelfinals eine goldene Chance. Dennoch darf die 24-jährige Ostschweizerin den Big Apple zufrieden verlassen. Ihre Karriere ist neu lanciert.
Belinda Bencic verpasst am US Open in New York in den Viertelfinals eine goldene Chance. Dennoch darf die 24-jährige Ostschweizerin den Big Apple zufrieden verlassen. Ihre Karriere ist neu lanciert.
Die geröteten Augen und die nasale Stimme verrieten es: Auch in New York flossen bei Belinda Bencic nach der Niederlage gegen die Newcomerin Emma Raducanu die Tränen - wie so oft in diesem ereignisreichen Sommer. Diesmal nicht aus Freude wie in Tokio, als Bencic olympisches Gold und Silber gewann, sondern aus Wut und Ärger über eine verpasste Chance und eine für einmal ungenügende Leistung.
Als der erste Frust sich gelegt hatte, fiel Bencics Bilanz ihres Trips nach New York aber durchaus positiv aus. «Ich habe ein paar sehr gute Matches gezeigt und mein Spiel verbessert.» Sie habe eine positive Haltung auf dem Platz, die sie auch in die nächsten Turniere mitnehmen wolle. Der grosse Wurf wie in Tokio schaffte Bencic zwar nicht, in Flushing Meadows gelang ihr nach dem olympischen Sommermärchen aber die Bestätigung, dass ihre Karriere wieder Fahrt aufgenommen hat.
Diese war nach 2019 - mit der Halbfinal-Qualifikation am US Open und der Teilnahme an den WTA-Finals Bencics erfolgreichstes Jahr - vorübergehend ins Stocken geraten. Nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie bestritt die Ostschweizerin im letzten Jahr nur noch eine Partie auf der Tour, und auch der Start in diese Saison verlief harzig. Die 14-tägige harte Quarantäne im Hotelzimmer vor dem Australian Open in Melbourne aufgrund positiv ausgefallener Corona-Tests bei Passagieren auf ihrem Flug machten die Arbeit in der Vorbereitung praktisch zunichte.
Nach einigen passablen Resultaten wie den beiden Final-Teilnahmen in Adelaide und Berlin erreichte sie den sportlichen Tiefpunkt in Wimbledon, ihrem Lieblingsturnier, als sie in der 1. Runde an Kaja Juvan sang- und klanglos scheiterte. Nur dank ihrer Erfolge von 2019, die aufgrund der Zwangspause der Tour noch immer in die Wertung einfliessen, hielt sie ihre Position in den Top 15 des WTA-Rankings.
Eine vielversprechende Zusammenarbeit
Ihre Weichen für die Zukunft hatte Bencic im All England Club allerdings bereits gestellt. Seit April und dem Turnier in Stuttgart wird sie von Sebastian Sachs gecoacht, der in dieser Rolle Bencics Vater Ivan ablöste. Der 29-jährige Deutsche, einst im ATP-Ranking auf Position 1052 geführt, hatte zuvor schon mit Viktoria Asarenka und Julia Görges zusammengearbeitet.
«Es hat von Anfang an Klick gemacht», sagte Bencic. Dies sei wichtig, denn wenn man sich zuerst annähern müsse, werde es schwierig. Diese Erfahrung hatte Bencic in ihrer Karriere bereits mehrmals gemacht, dementsprechend kurz verliefen die jeweiligen Engagements, so dass sie letztlich wieder Vater Ivan begleitete.
Sachs habe vieles reingebracht. «Er verstand mein Spiel von Beginn an», sagte Bencic. «Und er verändert mich nicht, sondern verbessert mich.» Denn nicht jede Veränderung sei gut. Vor allem taktisch und in der Spielvorbereitung auf die jeweilige Gegnerin sei er top. Zudem taugt der ehemalige College-Spieler nicht nur als Coach, sondern auch als Trainingspartner.
Auch mit Martin Hromkovic, Bencics Freund und Fitnesstrainer, versteht sich Sachs sehr gut. «Die Chemie im Team stimmt. Ich bin mega zufrieden», so Bencic. Die ersten Erfolge stellten sich mit dem Olympiasieg in Tokio und der Viertelfinal-Qualifikation in New York, ihrer erst dritten an einem Grand Slam, schnell ein. Die Karriere der einstigen Juniorinnen-Siegerin von Paris und Wimbledon ist neu lanciert.