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Anwesend war ein Dolmetscher. Fotografen waren nur zu Beginn des Gesprächs zugelassen.
Der Besuch wurde mit Spannung erwartet, weil sich die Haltung der Beiden vor allem bei Themen wie Migration und Umweltschutz wesentlich unterscheidet. Der Immobilienmilliardär und der "Papst der Armen" liegen bei vielen Themen über Kreuz.
Beim Klimaschutz, in der Flüchtlingskrise und zu Fragen der Einwanderung vertreten sie gegensätzliche Positionen. Wegen des geplanten Baus einer Mauer an der Grenze zu Mexiko lieferten sich Trump und Franziskus während des US-Wahlkampfs bereits einen verbalen Schlagabtausch.
Nach dem Treffen tauschten Franziskus und Trump Geschenke aus. Der Papst schenkte Trump eine Medaille, auf der ein Olivenzweig zu sehen ist. "Ein Symbol des Friedens", sagte der Argentinier. Trump antwortete: "Frieden können wir gebrauchen."
Mit auf den Weg gab der Papst Trump auch seine 2017 veröffentlichte Friedensbotschaft sowie drei seiner Schreiben - darunter seine zweite Enzyklika "Laudato si'", die sich mit dem Umwelt- und Klimaschutz befasst, ein Thema, bei dem Trumps und Franziskus' Positionen weit auseinander gehen. "Ich werde sie lesen", sagte Trump.
Der US-Präsident schenkte dem Pontifex eine Box mit Büchern von Martin Luther King. "Dies ist ein Geschenk für Sie", sagte Trump. "Es sind Bücher von Martin Luther King. Ich hoffe, sie werden Ihnen gefallen."
Während ihres Gesprächs wartete die zwölfköpfige Delegation mit der First Lady Melania, der Präsidenten-Tochter Ivanka Trump, ihrem Ehemann Jared Kushner und US-Aussenminister Rex Tillerson in einem Raum unweit der Bibliothek auf das Ende des Gesprächs.
Melania und Ivanka Trump unterhielten sich mit einigen Prälaten, darunter mit dem Präfekten des päpstlichen Hauses, Bischof Georg Gänswein.
Papst Franziskus war bei der Audienz mit der Familie Trump offenbar auch zu Scherzen aufgelegt. Nach dem Privatgespräch mit Donald Trump witzelte der 80-jährige Pontifex am Mittwoch mit First Lady Melania über die Essgewohnheit deren Mannes: "Was geben sie ihm zu essen?", übersetzte der Dolmetscher die Frage des Papstes.
Unklar war, ob der Argentinier im spanischen Original Pizza oder Potica, eine Art slowenischer Nusskuchen, genannt hatte. Im offiziellen Reporterpool des Weissen Hauses wurde Melanias Antwort zunächst mit "Pizza" übersetzt. Danach hiess es jedoch, dass sie wohl "Potica" gesagt habe. Die First Lady stammt aus Slowenien. Und der Papst gilt als Liebhaber des Kuchens - aber auch als Pizza-Fan hatte er sich schon geoutet.
Nach dem Gespräch mit dem Papst traf Trump Vertreter des vatikanischen Staatssekretariats. Melania Trump verliess den Vatikan, um das vatikanische Kinderspital "Bambin Gesú" zu besuchen.
Aus Protest gegen den US-Präsidenten entrollten Aktivisten einer kommunistischen Organisation in der Nähe des Kolosseums ein Spruchband mit dem Slogan "Trump not welcome".
Am Dienstagabend hatte die Umweltorganisation Greenpeace eine besondere Botschaft an den US-Präsident gerichtet. Den Aktivisten gelang es trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen rund um den Vatikan, die Kuppel des Petersdoms mit der Aufschrift "Planet Earth First" anzustrahlen.
Dies sei eine Anspielung auf Trumps Motto "America First", hiess es in einer Mitteilung von Greenpeace Italien. Der Klimaschutz müsse oberste Priorität haben.
Nach seinem Besuch im Vatikan trifft Trump in Rom den italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni und Staatschef Sergio Mattarella. Anschliessend reist Trump weiter nach Brüssel, wo am Nachmittag tausende Menschen gegen seinen Besuch demonstrieren wollen.
(SDA)