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Fragen rund um den Führerausweisentzug
Weshalb erhalte ich nach einer Busse noch einen Führerausweisentzug bzw. eine Administrativmassnahme?
Sofern es sich nicht um eine geringfügige Verletzung von Verkehrsregeln handelt (z.B. Parkvergehen, geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen usw.), löst eine Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung (SVG und zugehörige Verordnungen) zwei verschiedene Verfahren aus, die grundsätzlich voneinander unabhängig sind: das Strafverfahren (Busse, Geldstrafe usw.), welches von der Strafverfolgungsbehörde des Tatortes durchgeführt wird und das Administrativverfahren (Verwarnung, Entzug des Führerausweises usw.), welches Aufgabe der Administrativbehörde des Wohnsitzkantons ist. Beide Verfahren sind kostenpflichtig.
Mit anderen Worten:
- Die Strafverfolgungsbehörde bzw. das Strafgericht am Ort des Ereignisses hat über die Höhe der Strafe (Busse, Geldstrafe, Freiheitsstrafe usw.) zu entscheiden.
- Die Administrativbehörde des Wohnsitzkantons entscheidet über allfällige Administrativmassnahmen (Verwarnung, Entzug des Führerausweises usw.).
Seit dem 1. Januar 2011 ist im Kanton Glarus die Staats- und Jugendanwaltschaft sowohl für die Strafverfolgung als auch für die Administrativmassnahmen im Strassenverkehr zuständig.
Der Führerausweis wurde mir durch die Polizei abgenommen, was nun?
Es handelt sich um eine Sofortmassnahme zum Schutze des Strassenverkehrs. Die Konfiskation des Führerausweises hat die gleiche rechtliche Wirkung wie ein Entzug. Die betroffene Person wird im zentralen Fahrberechtigungsregister FABER gesperrt. Die wichtigsten Konfiskationsgründe sind:
- Fahren in angetrunkenem Zustand (ab 0,8 ‰)
- Fahren unter Drogeneinfluss
- exzessive Geschwindigkeitsüberschreitungen
- andere krasse Verkehrsregelverletzungen
Zusammen mit dem Polizeirapport wird der abgenommene Führerausweis der Administrativbehörde zugestellt. Diese eröffnet das Verfahren. Als erstes gewährt sie Ihnen rechtliches Gehör, d.h., Sie bekommen die Möglichkeit zum Verfahren Stellung zu nehmen.
Kann ich die Dauer des Entzugs aufteilen, z.B. bei einem zweimonatigen Entzug 1 Monat im Januar und 1 Monat im März?
Nein. Die Strassenverkehrsgesetzgebung lässt dies nicht zu.
Dürfen während des Entzugs rein berufliche Fahrten ausgeführt werden?
Nein. Eine Differenzierung zwischen beruflichen und privaten Fahrten ist nicht möglich. Zudem hat gemäss Art. 33 Abs. 1 der Verkehrszulassungsverordnung (VZV) der Entzug des Lernfahr- oder Führerausweises für eine bestimmte Kategorie (Art. 3 Abs. 1 VZV) oder Unterkategorie (Art. 3 Abs. 2 VZV) den Entzug des Lernfahr- oder Führerausweises für alle Kategorien und Unterkategorien zur Folge.
Darf ich während eines Führerausweisentzugs im Ausland fahren?
Nein. Das Führen eines Motorfahrzeugs setzt den Besitz des Führerausweises der betreffenden Kategorie voraus, gleichgültig, wo es stattfindet. Der Führerausweis wird von dem Staat ausgestellt, in dem der/die Lenker/in seinen/ihren Wohnsitz hat. Die Fahrerlaubnis im Ausland hängt von diesem ab. Wird nun einem/einer Lenker/in der Führerausweis von der ausstellenden Behörde entzogen, entfällt auch die Fahrerlaubnis im Ausland.
Was passiert nach einer Strolchenfahrt?
Als Strolchenfahrt wird eine Vergnügungsfahrt ohne Führerausweis mit einem entwendeten Motorfahrzeug bezeichnet.
Wer ein Motorfahrzeug geführt hat, ohne einen Führerausweis zu besitzen, erhält gemäss Art. 14 Abs. 2bis SVG während mindestens sechs Monaten nach der Widerhandlung weder Lernfahr- noch Führerausweis. Erreicht die Person das Mindestalter erst nach der Widerhandlung, so beginnt die Sperrfrist ab diesem Zeitpunkt.