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Frei-/Kirchen
Charles III. will „Beschützer aller Religionen“ sein
09.09.2022
London (IDEA) – Der neue britische König Charles III. will „Beschützer aller Religionen“ sein. Das geht aus einer Erklärung hervor, die er 2015 als Thronfolger auf seiner Internetseite veröffentlichte.
Hintergrund: Als britischer König ist Charles auch das weltliche Oberhaupt der anglikanischen „Kirche von England“ und trägt den Titel „Verteidiger des Glaubens“. In seiner Stellungnahme erklärte Charles damals, er werde sich nach der Thronbesteigung nicht nur für die Verteidigung seines eigenen christlichen Glaubens einsetzen. Er sehe seine Aufgabe darüber hinaus auch darin, die freie Ausübung aller in Großbritannien vertretenen Religionen zu schützen.
Für den Schutz verfolgter Christen engagierte Charles sich unter anderem 2015 mit Erklärungen zur Lage der Christen im Nahen Osten. So forderte er ein Eingreifen der Staatengemeinschaft, um eine Vertreibung des Christentums aus dem Irak zu verhindern.
Die Kirche von England entstand im 16. Jahrhundert nach dem Bruch von König Heinrich VIII. und dem Papst. Heute halten sich rund 25 Millionen Gläubige zu ihr. Sie ist Teil der weltweiten Gemeinschaft anglikanischer Kirchen mit rund 80 Millionen Anhängern. Sie hat den Status einer Staatskirche. Die Bischöfe werden auf Vorschlag des Premierministers vom Monarchen ernannt. Neben dem britischen Monarchen als weltlichem Oberhaupt fungiert der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, als geistliches Oberhaupt.
Charles war als Thronfolger wegen seiner Aussagen zu religiösen Fragen wiederholt in die Kritik geraten. So äußerte er sich positiv über verschiedene Religionen wie Islam, Sikhismus und Buddhismus. 2018 erklärte der Rektor der Kirche St. Anne, Limehouse in London, Reverend Gordon Warren, in einer TV-Dokumentation, die religiösen Ansichten des Thronfolgers würden mit der jahrhundertealten Tradition der britischen Monarchie brechen. Wenn er sich nicht als Verteidiger des anglikanischen Glaubens sehe, müsse er auf den Thron verzichten.
Charles ist der erste britische König, der nach einer Scheidung wiederverheiratet ist. Nach seiner Scheidung von Lady Diana Spencer 1996 heiratete er 2005 Camilla Parker Bowles. Konservative Anglikaner hatten die Eheschließung kritisiert und die Sorge geäußert, sie werde seine künftige Rolle als Kirchenführer beeinträchtigen.
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