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Schriften
Dieser Teil enthält alle Schriften Johann Peter Hebels, sofern sie nicht schon in den frühen Schriften von Band 2 der Werkausgabe enthalten sind. Darunter sind Gebete und Formulare für die eine oder andere kirchliche Situation; Exegesen einiger Bibelstellen; Gedanken zur Einrichtung der Schule, an der Hebel eine Zeitlang unterrichtete; ein Tagebuch einer Reise in die Schweiz, die er mit zwei deutschen Baronen als deren Hofmeister durchführte, und das wohl als Rechenschaftsbericht für deren Mutter gedacht war; ein Unabgefordertes Gutachten über eine vortheilhaftere Einrichtung des Calenders von 1806, das die Veranlassung war für (das nun abgeforderte) Meine weitern Gedanken über eine vorteilhaftere Einrichtung des Calenders, und letzten Endes natürlich der Anlass dafür, dass Hebel die Redaktion des Badischen Landkalenders übernahm – der wir wiederum seine Kalendergeschichten verdanken. In diesen Gedanken macht Hebel sehr präzise Vorschläge zu Änderungen an der bisherigen Kalender-Einrichtung. So soll der eigentliche Kalender zweifarbig schwarz und rot gedruckt werden, u.a. mit rotem Vollmond, wie es auch bei der Konkurrenz der Fall war. Ein griffigerer Titel als Badischer Landkalender wäre auch vonnöten, findet Hebel. Last but not least müsste man seiner Meinung nach wieder darauf zurück kommen, die dem Landvolk bekannte Kalender-Struktur auch im Badischen Landkalender einzuhalten, da das Zielpublikum diese von andern Kalendern gewohnt sei und erwarte, deshalb nun in diesem Kalender seine gewohnte Rubriken nicht an ungewohntem Ort (oder gar nicht!) finden wolle. Ein paar Kalendergeschichten, die es nach 1819 nicht mehr in den Hausfreund schafften, sind in diesem Band ebenfalls noch nachgetragen. Im letzten Text dieser Rubrik macht sich Hebel Gedanken zu einem einzuführenden neuen Kirchengesangbuch. Auffällig allenfalls der Umstand, dass Hebel hier in einem Aufsatz sogar eine eventuelle Existenz von vernünftigen Wesen auf dem Planeten Jupiter für praktisch gegeben hält. Solche Gedanken kenne ich vom vorkritischen Kant; sie waren also in der Aufklärung durchaus angelegt; in der lutheranischen Theologie der Goethe-Zeit allerdings keineswegs.
Alles in allem haben wir haben in diesem Teil die ganze Palette Hebelschen Wirkens vor uns.
Biblische Geschichten
Diese Geschichten haben, ähnlich wie die Kalendergeschichten, ihren Ursprung in einem (im ersten Teil dieses Bands ebenfalls abgedruckten) offiziellen Gutachten, das Hebel abgab zum Thema der Einführung einer für Kinder geeigneten Sammlung biblischer Geschichten. Die vorgeschlagene Sammlung war ihm sprachlich ein Gräuel; er hatte vorgeschlagen, eine einfachere Syntax zu wählen einerseits, den Klang der Luther-Übersetzung aber wo immer möglich beizubehalten. Wie beim Kalender endete es damit, dass der Gutachter das Werk gleich selber vollbringen musste.
In ihrem Nachwort zitieren die Herausgeber den Altphilologen Walter Jens dahingehend, dass wir hier ein vergessenes Stück deutscher Literatur vor uns hätten. Nun, das kommt meiner Meinung nach darauf an, worauf man das Gewicht bei seiner Einschätzung legt. Sprachlich sind die biblischen Geschichten sicher auf der Höhe der Kalendergeschichten. Inhaltlich aber waren Hebel in den Original-Geschichten engere Grenzen gesetzt. Die biblischen Geschichten waren vorgegeben; Änderungen nur in geringem Masse möglich: Hier etwas abkürzen, dort ein Wunder rationalistisch erklären, wo ein Hinweis darauf unumgänglich war, sexuelle Anspielungen mit Euphemismen vor den Kindern verbergen – damit hatte es sich auch schon. Ansonsten sind diese biblischen Geschichten einfach nur eine Zusammenfassung des Alten Testaments in seinen mehr oder weniger geschichtlichen Teilen von der Schöpfung der Welt bis hin zu Daniel und Nehemia, des Neuen Testaments von Maria bis zur Verbreitung des Evangeliums in Rom. Ich tendiere dazu, Walter Jens in seiner Einschätzung Unrecht zu geben.
Hebels Bibliothek
Nicht im Titel des Bands erwähnt ist eine Auflistung der in der Bibliothek Hebels nach seinem Tod 1826 gefundenen Bücher. Sie bietet allerdings keine Überraschungen; es ist die Bibliothek eines pfarrherrlich tätigen Bildungsbürgers jener Zeit: Sehr viel Theologie, ein paar antike Klassiker und Werke der Gegenwartsliteratur wie Goethe, Klopstock und ähnliche.

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