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und Bauernwelt, und hierin hat er sich wenigstens beim Publikum durch gesunden Humor und hübsche Kompositionen beliebt gemacht,
wenn auch Zeichnung und Kolorit nicht sehr vollkommen sind. Sein bekanntestes Bild ist der durch den Stich der Brüder
Varin
verbreitete Tag vor der Hochzeit (1865), welcher oft als Pendant zuKnaus' goldner Hochzeit gilt. Unter
seinen übrigen Bildern, die ziemlich unbeachtet vorübergingen, erwähnen wir nur: den sehr gelungenen gefehlten
Fuchs, Jägerlatein,
der Weihnachtsabend, der Besuch bei der Amme, der erste Ausgang, die vier Jahreszeiten, Leckerbissen (Nationalgallerie in
Berlin), Nur Courage! u. a., bis er 1877 wieder ein recht humoristisches, auch in Zeichnung
und Farbe sehr gelungenes Bild brachte: Brüderchen hier lassen! das ihm seine Popularität wieder erwarb.
Konrad,Genre- und Porträtmaler, geb. zu Berlin, Sohn des durch seine Jugendschriften
bekannten Theodor D., studierte anfangs Philologie auf der dortigen Universität, malte aber daneben in den Ateliers der
LandschaftsmalerEschke und
Biermann, bis er ganz zur Malerei überging. Dann machte er 1871-73 Studienreisen
in den Bayrischen Alpen, um das dortige Volksleben kennen zu lernen. Die Ergebnisse dieser Wanderungen waren mehrere Genrebilder
von lebenswahrer Charakteristik und kräftiger, harmonischer Färbung, z. B.: Rast auf der
Höhe, der
Raucher (1874) und namentlich das in seinen Figuren
(Wilddieb und
Förster) und in der Wiedergabe des spannenden Moments treffliche Bild: Erwischt! Unter seinen Bildnissen: Fürst
Bismarck, Graf Renard,
Kaiser Wilhelm und der in landschaftlicher Umgebung erscheinende deutsche Kronprinz ist letzteres das
gelungenste.
Johann, Bildhauer, geb. 1819 zu Frankfurt a. M., trat
seine Laufbahn als Bildhauer bei Zwerger an und wandte sich später nach München, wo er sich unter Schwanthaler
weiter bildete. Seine meisten Arbeiten sind dekorativer Art und bestehen in Ausschmückung von Sälen, Plafonds u.
dgl. mit
Reliefs. Sein einziges größeres Werk ist bis jetzt die für
das Schillerfest 1859 angefertigte Statue, die, später
neu modelliert und von
Miller in München gegossen, 1864 in Frankfurt auf dem Schillerplatz als ein sehr
wohl gelungenes Denkmal aufgestellt wurde.
Rudolf, Bildhauer, geb. zu Stuttgart, war Schüler der dortigen
Kunstschule unter Th. v.
Wagner und bildete sich nachher durch Reisen in Deutschland und Frankreich aus.
Sein
Hauptfach, das er mit Geschick und mit Erfolg ausübt, ist die Porträtbüste und das Porträtmedaillon, worin er bis jetzt
eine große Anzahl namhafter Persönlichkeiten namentlich aus Württemberg geliefert hat.
Alfred, Historienmaler, geb. zu Dresden, besuchte die dortige Akademie
und war Schüler von Jul.
Hübner. Zu seinen Hauptwerken gehören die im Museum zu Dresden befindlichen
Jünger in Emmaus (1860), Maria bei Elisabeth und die im Anfang der 70er Jahre ausgeführten Wandmalereien in der Aula der
dortigen Annen-Realschule (Wachsmalerei auf Leinwand), wo er in vier größern farbigen
Friesen von frischem, harmonischem
Kolorit die Landung des Columbus auf San Salvador, Luther die Thesen anschlagend, Lorenzo von Medicis,
den Beschützer der Künste und Wissenschaften, und den sächsischen Kurfürsten August und die Kurfürstin Anna als Beschützer
der Industrie und des Landbaus darstellte; dazu in vier kleinern Medaillonbildern, grau in grau, die allegorischen Figuren:
Mathematik, Naturwissenschaft, Geschichte und Geographie.
1)Adelheid, Blumen- und Früchtemalerin, geb. 1827 zu
Wittenberg, lernte die Malerei unter ihrem Vater Eduard D., bildete sich noch mehr auf ihren Reisen in Deutschland und Italien
durch das Studium der Pflanzen und durch das Studium der alten Niederländer. Ihre sehr geschätzten Bilder von
Wald-, Feld-
und Gartenblumen sowie von mancherlei Früchten finden sich meistens in Privatbesitz. Sie lebt in Erfurt.
2) Anton, Historienmaler, geb. 1833 zu Meißen, besuchte die Akademie in Dresden, widmete
sich unter Julius Schnorr der
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mehr
Historienmalerei und erlangte durch eine Kartonzeichnung: Rudolf von Habsburg an der Leiche Ottokars von Böhmen, das sächsische
Reisestipendium. 1859 ging er nach Düsseldorf und malte dort Faust bei Gretchen im Kerker, das weniger günstig aufgenommen
wurde. Nachdem er 1861 Italien besucht und Skizzen zu einem Cyklus von Darstellungen aus dem Leben Ottos
d. Gr. entworfen hatte, wurde er mit dem Freskenschmuck in der Aula der Kreuzschule zu
Dresden beauftragt, wo er in trefflicher, wirkungsvoller Weise die Tugenden der Liebe zu Gott durch das Opfer Abrahams, zum
Vaterland durch den Tod des Marcus Curtius, zur Wahrheit durch den Tod des Sokrates und den geistigen
Mut durch Luther auf dem Reichstag zu Worms sowie in acht Friesbildern die Hauptvertreter der Kulturgeschichte und die allegorische
Figur der Schule als Lehrerin ausführte (1868-72). Später malte er noch im Johanneum zu Zittau das
sowohl in der Hauptgestalt wie in der Charakteristik der übrigen Figuren ebenfalls sehr
gerühmte Freskobild: Paulus predigt auf dem Areopag in Athen.