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Metaverse. Ein neuer Marketing-Hype?
Oder eine weitere virtuelle Parallelwelt, die sich in Luft auflösen könnte? Neugierig wie ich bin, wollte ich mir selbst ein Bild vom Metaverse machen und das ganz ohne entsprechendes Equipment.
Vorweg. Der Spaziergang durchs Decentraland ist sicher mit einem schnellen WLAN, einer Virtual-Reality-Brille und mit Mana-Tokens eindrücklicher. Trotzdem. Dank des Besuchs ist das Metaverse für mich keine abstrakte Plattform mehr.
Meine erste Begegnung im Metaverse.
Als Hulda#7d84, so mein Avatar-Name, betrete ich einen Platz in Genesis City. Der Platz ist belebt. Insbesondere der Brunnen zieht viele Avatare an. Einige gehen übers Wasser, andere springen vom Sprungbrett direkt in den Wassersog, wo anscheinend das Wasser abfliesst. Ich treffe Alice, eine schön gekleidete Dame. Hallo Hulda, was machst du hier? Wollte sie von mir wissen. Ich betrete im wahrsten Sinne des Wortes Neuland. Sie gibt mir einige Tipps, wohin ich gehen soll, um einen tieferen Einblick ins Metaverse zu erhalten. Bevor ich gehe, frage ich sie, wo sie das schöne Kleid gekauft habe. Inspiriert von der Fashion Week habe sie es bei Fabricant, der angesagtesten Virtual-Couture-Marke für umgerechnet 9'000 Euro gekauft. Wow! Soviel, denke ich. Ich verabschiede mich von Alice und gehe weiter zum Vegas Plaza.
Zwei Parallelwelten, die sich heute ziemlich gleichen.
Mit dem Mausklick zum Vegas Plaza nehme ich auch wieder die Sicht aus der realen Welt ein. Das Angebot am Vegas Plaza scheint viele Parallelen zu Las Vegas zu haben. Pures, facettenreiches Vergnügen. Da Hulda#7d84 keine Mana-Token gewechselt hat, zieht sie bei den Roulette-Tischen vorbei. Die Frage vom Avatar-Croupier, ob sie mitspielen möchte, verneint sie über den Chat. Denn Avatare kennen keine Gestiken wie Kopfschütteln. Hulda#7d84 geht weiter zum Museum. Draussen werden erste Werke von B. Engelbrecht gezeigt. Auf einem Bild ist ein künstlerisch umgesetzter Totenkopf zu sehen. Das Werk erinnert mich an eine visuelle Umsetzung des mexikanischen Feiertags «Dias de los muertos». Auch im Museumsgarten erkenne ich viele weltliche Objekte.
Der grosse Boom im Metaverse? Experten sind sich uneinig.
Das Metaverse bietet einiges mehr als das beschriebene Erlebnis. Und das Angebot entwickelt sich ständig weiter. Bis heute wurden enorme Summen ins Metaverse investiert, wie das Beispiel des teuersten Landparzellen-Kaufs für 450'000 Dollar zeigt. Gemäss Studie von Bloomberg ist dies nur der Anfang. Bloomberg prognostiziert ein globales Marktvolumen im Jahr 2024 von 800 Milliarden Dollar mit zweistelliger Wachstumsrate.
Unabhängig davon sind sich Experten nicht einig, ob die Parallelwelt zum Fliegen kommt. Skeptiker befürchten ein zweites Second-Life-Desaster. Damals lösten sich die Investitionen der Vorgängerplattform von Metaverse in Luft auf. Hingegen sehen Marketingexperten darin eine weitere Möglichkeit, Marken einprägsam zu inszenieren.
Das Einmaleins des Metaverse.
Einige Plattformen im Metaverse Decentraland und Sandbox sind für Investoren die bekanntesten Parallelwelten. Roblox und Fortnite, vor allem bei Gamern bekannt, weisen monatlich am meisten aktive User auf.
Währung Die Käufe werden je nach Plattform in unterschiedlichen Kryptowährungen bezahlt. Im Decentraland sind es Mana-Token und in der Sandbox Sand. Die bekanntesten Coins sind die Non-Fungible Token (NFT).
Werkzeuge Augmented Reality- oder Virtual-Reality-Brillen bringen den Besucher mitten ins Metaverse-Geschehen.
Player im Metaverse Viele bekannte Unternehmen sicherten sich ihre Landparzelle in bester Lage. Darunter sind neben den Tech-Unternehmen und der Unterhaltungsindustrie auch Banken und bekannte Marken aus der Bekleidungsindustrie zu finden.