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Es wird behauptet man sehe auf dem Bild (oben) von Joshua Nowicki über den Michigansee hinweg (fast 100km) Chicago, so wie es auf einer Kugelerde nicht sein dürfte, man sagt sogar, dass in dem Fall die Spitze des Willis Towers 200m unter dem Horizont und unmöglich zu sehen sein sollte. Letztere Aussage beruht wohl auf einer Fehlinterpretation des Wikipedia-Eintrages zur Erdkrümmung. Es werden sehr gerne diese Rechenbeispiele aus der Mitte des Wiki-Beitrags genommen, z.B.:
1,96 m bei 5 km
7,85 m bei 10 km
31 m bei 20 km
196 m bei 50 km
784 m bei 100 km
Daraus wird abgeleitet, dass z.B. ein 784m hoher Turm grad schön am Horizont verschwinden muss. Es wird dabei vollkommen ausser Acht gelassen, dass oberhalb dieser Tabelle klar definiert wird, wann dies zutrifft; nämlich dann, wenn die Sichthöhe des Betrachters genau auf dem Boden liegt. Ist dieser aber auf 1.96m über der Erdoberfläche, reicht die Höhe des Objekts von 1.96 Höhe auf 10km Entfernung aus. Geht die Sichthöhe um 1.96m nach unten, muss das Objekt entsprechend der Sichtweite exponenziell höher sein, in diesem Fall also 7.85m. Sobald beide Seiten eine höhere Position einehmen, kann dies nicht mehr von diesen Rechenbeispielen abgeleitet werden (entsprechend dem Bsp. von je 1.96m).
Also, ein paar Männer starten auf diesem Video die Fahrt über den See und machen immer wieder "Beweis-Bilder", dass es keine "Spiegelung" ist.
Nun hab ich mal ein Ausschnitt mit dem Willis Tower aus dem Video mit einem Bild (etwas bessere Qualität als oben) von Joshua Nowicki (vom Warren Dunes State Park aus ca. 85.5km) verglichen.
Hier habe ich eine grüne Linie auf der geschätzten Wasserhöhe mitten durch den Dunst gezogen, dass die nicht allzu falsch liegen kann, sieht man auf der rechten Seite bei den niedrigeren Hochhäusern gut (das Bild ist ganz leicht schräg). Die Wasserlinie beim Eingefügten Ausschnitt vom Nowicki-Bild ist rot markiert.
Anhand der Höhenangaben auf Wikipedia habe ich die Höhe der oberen 18 Stockwerken berechnet (schmaler Bereich unterhalb der Antennen, Stockwerk 91-108), so konnte ich die Pixelgrösse der Aufnahme bestimmen und die Distanz von der roten bis zur grünen Wasserlinie messen, welche ca. 142 Meter ergibt.
Es heisst gegen Ende des Videos, dass das Foto noch ca. 8 Seemeilen (ca. 14.8km) von der Küsten entfernt aufgenommen wurde, diese Distanz muss natürlich bei einer Berechnung miteinbezogen werden.
Das Foto wurde also aus 85.5km Entfernung gemacht, wovon wir 14.8km+1.6km bis zum Tower abziehen müssen, das ergibt 69.1km. Wie man auf dem Nowicki-Bild sieht, ist der Aufnahmeort doch schon recht hoch, die Dünen dort sind gut über 60 Meter über dem See.
Nicht zu vernachlässigen ist die Refraktion, welche auf Walter Bislins Blog hervorragend beschrieben ist. Wenn ich die Daten auf dem Curvature App von Walter Bislin mit einem Refraktions-Koeffizienten von 0.13 eingebe, erhalte ich einen Aufnahmestandort von 37.76m über dem Michigansee, was hervorragend zum Bild passt
Fazit: Das Bild passt also weder zu einem Flache Erde Modell, noch zu der Behauptung, dass Chicago gar nicht gesehen werden kann. Es zeigt wunderbar, dass all die Berechnungen für eine Erde in Kugelform passen - und wie!
Hier noch die beiden Bilder ohne Bearbeitung:
Quellen:
https://joshuanowicki.smugmug.com/Looking-toward-Chicago-from-Mi/i-wfvtQbK/A
https://odysee.com/@out_of_the_blue:c/not-a-mirage:5
https://de.wikipedia.org/wiki/Willis_Tower
http://walter.bislins.ch/blog