Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/2366

Die Geschichte von Tokaido und der Eisenbahn
Die fortgeschrittene Technologie verbindet die 500 km Strecke zwischen Tokio und Osaka.
Der Tokaido (östlicher Seeweg) war eine der wichtigsten Post- und Handelsstrassen des alten Japan. In der Edo Zeit (1603 - 1868) war sie Bindeglied zwischen dem Regierungssitz des Tokugawa Shogunats Edo (heutiges Tokyo) und der kaiserlichen Hauptstadt Kyoto.
Die erste Eisenbahn in Japan war eine 29,0 km lange Strecke welche die Strecke Shimbashi (alte Shimbashi Station ) nach Yokohama (derzeit Sakuragi-cho Station) miteinander verband. Sie wurde im Jahre 1872 ( Beiji 5 ) unter Verwendung von Technologien, die aus dem Vereinigten Königreich stammten, eröffnet. Die Fahrt dauerte 53 Minuten und die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug ca. 33 km / h. Nun war es möglich eine Strecke, welche früher zu Fuss einen ganzen Tag in Anspruch nahm in weniger als einer Fahrstunde zurückzulegen. Die Tokaido Hauptline wurde auf der ganzen Länge im Jahre 1889 ( Beiji 22) eröffnet. Eine Reise von einem Ende der Strecke zum anderen nahm ungefähr 20 Stunden in Anspruch. Die Fahrt von Nagoya nach Shimbashi dauerte damals 12 Stunden 30 Minuten und für die Reise nach Osaka mussten 7 Stunden und 30 Minuten geplant werden. Die Einführung der Dampflokomotive war die treibende Kraft in der Eisenbahnentwicklung von der Meiji-Ära bis zum Beginn der Showa-Ära. Die damalige, maximale Geschwindigkeit einer solchen Bahn war noch unter 100 km/h. Die Geschichte wurde jedoch 1954 (Showa 29) umgeschrieben, als die Dampflok der Klasse C62-17 den Geschwindigkeits-Weltrekord auf 129 km/h pulverisierte und damit eine neue Geschwindigkeits-Marke für eine Schmalspur-Dampfloks setzte.
Das Ende der 1950er Jahre läutete gleichzeitig den Beginn des elektrifizierten Eisenbahnbetriebes in Japan ein. Der limited Express "Kodama" Serie 151 , der zwischen Tokio und Kobe im Jahr 1958 (Showa 33) pendelte, erreichte eine maximale Geschwindigkeit von 110 km/h . Er verknüpfte Tokyo und Osaka in 6 Stunden und 50 Minuten. Es war nun möglich Tagesausflüge von der einen zur anderen Stadt zu unternehmen. Im Juli 1959 (Showa 34) setzte die "Kodama" Serie 151 während eines Testlaufs die Latte des Geschwindigkeits-Weltrekord für Schmalspurbahnen auf 163 km/h .
Es war im Jahre 1964 (Showa 39), als die Geschichte der Eisenbahn in Japan neu geschrieben wurde – denn der Tokaido Shinkansen hatte seinen Betrieb aufgenommen. Die Reihe 0 markierte den ersten Zug weltweit, welcher im kommerziellen Betrieb eine Geschwindigkeit von 210 km/h aufwies. Das Shinkansen Rollmaterial wurde weiter entwickelt und endete mit der Geburt der Serie 100 im Jahr 1992 (Heisei 4). Die Serie 300 raste nun bereits mit 270 km/h durch die Landschaft und markierte damit ein neues Zeitalter des Shinkansen.
Im Juli 1994 (Heisei 6) erreichte ein Test Fahrzeug der Klasse 955 Shinkansen ( 300X, das X steht für experimental), welches von JR Central entwickelt worden war, einen Geschwindigkeits-Weltrekord für Züge von 443 km/h!
Im Dezember 2003 (Heisei 15) leuchteten die Erwartungen an die Zukunft wesentlich heller, als die supraleitende Magnetschwebebahn Maglev MLX01, welche von JR Central und dem Railway Technical Research Institute entwickelt wurde, die unglaubliche Geschwindigkeit von 581 km/h erreichte, was natürlich auch gleich einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord bedeutete.