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Selvarajan Yesudian wurde als Sohn eines Arztes in Indien geboren. Als Schuljunge lebte er in Indien. Nebst vielen Krankheiten litt er an unheilbarem Muskelschwund. Nicht einmal sein Vater konnte ihm helfen.
Nach langem suchen fand er einen wirklich erleuchteten Meister, der ihm den Weg zur vollkommenen Gesundheit wies. Noch mit fast 80 Jahren strahlte Yesudian nebst seinem bescheidenen, edlen, wohlwollenden Wesen unglaubliche Kraft und Harmonie aus. Sein Körper war bis ins hohe Alter wunderschön geformt, wie der eines etwa 30-jährigen Mannes. Immer wieder musste ich auch seine jugendfrische Haut bewundern.
Sein Weg führte ihn nach Ungarn, wo er Medizin studierte. In Budapest lernte er Frau Elisabeth Haich kennen. Gemeinsam hielten sie Vorträge und unterrichteten Hatha-Yoga.
Bald erschien ihr erstes Buch „Sport und Yoga“, welches ein Bestseller wurde. Es wurden über 4 Millionen Exemplare weltweit verkauft und in etwa 20 Sprachen übersetzt. In diesem Buch schildert Yesudian seine Geschichte, wie er zu seinem Meister fand und mit dessen Hilfe er vollkommene Gesundheit erlangte. Die Hauptlehre war: Jede wahre Hilfe kommt immer aus unserer eigenen, innewohnenden Kraft. (Yoga ist der direkte Weg in diese Kraft).
Ein wahrer Lehrer lehrt die Schüler frei zu sein von einem Meister und weist den Schüler immer nach innen, damit er seinen eigenen Meister in sich selbst erkenne. (Yoga ist der direkte Weg in die Freiheit, in die Selbständigkeit und führt uns aus jeder Dunkelheit wieder ins Licht).
Die Fotos im Buch zeigen Selvarajan Yesudian wenige Jahre nach seiner ersten Begegnung mit seinem Meister. Kaum zu glauben, dass er in dieser kurzen Zeit einen solch perfekten, gesunden Körper entwickelte, war er doch kurz davor ein schwächlicher, kranker Junge zu Haut und Knochen abgemagert.
Während des zweiten Weltkrieges musste Yesudian, in russischer Gefangenschaft, tagelang durch Schnee und eisige Kälte wandern und erlitt zahlreiche Torturen, die er aber später als grosse Lebenshilfe bezeichnete. Gleichzeitig gab er seinen mitgefangenen Kameraden Kraft und Mut.
Nach seiner Befreiung musste er und Frau Haich aus Ungarn flüchten und eine schicksalhafte Hand führte sie in die Schweiz, wo sie für kurze Zeit bleiben wollten.
Auf eine Anfrage von Bekannten, ob sie nicht für ein paar Tage in der Schweiz bleiben und Yoga unterrichten wollten, willigten sie ein.
Aus diesen paar Tagen wurden 50 Jahre. Selvarajan Yesudian und Elisabeth Haich gründeten die später international bekannte Yogaschule Yesudian/Haich, später kamen weitere dazu in Bern, St. Gallen und die Sommerschule in Ponte Tresa im Tessin. Selvarajan Yesudian verstarb im November 1998 – er ist während seiner allabendlichen Meditation still in die Quelle zurückgekehrt. Im Gruppenraum hängen Fotos dieses liebevollen Menschen. Während 15 Jahren war er mein Yoga- und Lebensleher und ich verdanke ihm unendlich viel. Die Yogaübungen, welche Yesudian damals von seinem Meister lernte, gebe ich unverfälscht an meine Kursteilnehmer/Innen weiter, gepaart mit meinen eigenen, persönlichen Erfahrungen.
Viele seiner einmaligen, wunderschön und lebendig geschriebenen Bücher waren bis vor kurzem vergriffen. Doch kommen neuerdings deutsche Bücher von Yesudian heraus. Die Bücher können über mich bezogen werden.