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Als Adliger reiste er zudem in jungen Jahren durch Europa und schloss viele Freundschaften. Das bestärkte ihn in seinem ökumenischen Engagement, das die christliche Gemeinschaft über die Konfessionsgrenzen hinweg zu leben versucht. Um sich gemeinsam täglich unter die Obhut des Herrn zu begeben, versammelte sich die Herrnhuter Brüdergemeinde jeden Morgen und hielt eine Singstunde ab. Und heute vor 291 Jahren hat Zinzendorf zum ersten Mal eine Losung, eine Parole ausgegeben, einen Spruch, der die Gemeinschaft durch den Tag begleiten sollte. Sie sollte helfen, das Ziel des Glaubens nicht aus den Augen zu verlieren.
Diese Losung bewährte sich, sodass drei Jahre später das erste «Losungsbuch» herausgegeben wurde mit biblischen Texten für das ganze Jahr.
Dabei werden noch heute zuerst die alttestamentlichen Texte aus einer Sammlung von 1824 Versen ausgelost und danach von Mitarbeitenden passende neutestamentliche Verse dazu gesucht. So können nun seit bald dreihundert Jahren in der ganzen Welt biblische Verse in 61 Sprachen von Menschen aller Konfessionen gelesen werden. Daraus entsteht eine weltweite Gemeinschaft, die sich nicht versammeln muss, sich aber täglich unter die Obhut derselben biblischen Texte stellt.
Unabhängig davon, wie man zu biblischen Texten steht, ist doch der Gedanke, sich täglich unter ein aufbauendes Wort zu stellen eine überzeugende Idee.