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Aerosole sind luftgetragene Partikel und Tröpfchen. In Räumen mit Menschen besteht ein Teil davon aus Lungen- und Rachenflüssigkeit. Ihre Quellen sind Menschen, welche die Aerosole beim Atmen und Sprechen freisetzen. Im Spital entstehen sie auch bei medizinischen Prozeduren. In Zeiten von COVID-19 sind diese flüssigen Aerosole in den Fokus gerückt, weil sie das SARS-CoV-2-Virus transportieren können. Welche Faktoren erhöhen das Risiko und wie kann man sich und andere schützen ?
Bei respiratorischen Viren sind die Virenlast und Infektiosität wichtig für eine schnelle Ausbreitung. Zu Beginn der Pandemie hatten nur wenige Patient:innen eine hohe Virenlast, so dass Viren nur selten in die Luft gelangten. Das persönliche Risiko war auch bei ungenügendem Schutz vor luftgetragenen Keimen gering. Die seltenen Ansteckungen über die Luft wurden oft fälschlich auf ungenügende Hygiene zurückgeführt ohne zu realisieren, dass seltene Super-Emitter dafür verantwortlich waren.
Mit zunehmenden Mutationen haben die Wirte nun meist eine hohe Virenlast und auch die Infektiosität nimmt zu. Bei höherer Infektiosität ist eine geringere Anzahl an Viren erforderlich, um jemanden zu infizieren. Mehr Menschen sind in der Lage, kritische Konzentrationen in einem Raum zu erzeugen, sogar wenn die Virenlast unverändert bliebe. Kombiniert führen diese Faktoren zu einer extremen Ausbreitung, was bei den neuesten Virus-Mutationen gut zu erkennen ist.
Aerosole in Innenräumen können durch Eingriffe in die Übertragungskette folgendermassen reduziert werden:
Diese Eingriffe in die Übertragungskette müssen fachlich begleitet werden. Die Hygiene-Expert:innen eines Spitals sollten sich dabei folgende Fragen stellen:
Für die Abklärung von Szenarien in Räumen hat das Schweizerische Zentrum für Arbeits- und Umweltgesundheit zusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ein Instrument entwickelt, das als Excel-Tabelle gratis zur Verfügung steht (siehe Link unten). Wie sich Aerosole in Räumen ausbreiten und ob es schlecht belüftete Bereiche gibt, kann mit einer Disco-Nebelmaschine leicht geprüft werden. Auch bestehen etablierte Methoden, um den Atemschutz anzupassen und zu prüfen. Diese Arbeiten sollten als Investition in die Gesundheit des Personals gesehen werden. Sie sind durch geringere Absenzen und ein gesteigertes Sicherheitsempfinden nicht nur aus gesundheitlicher, sondern auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll. Es gilt zudem zu bedenken, dass die gleichen Massnahmen auch andere nosokomiale Infektionen reduzieren helfen, also die Qualität verbessern und über die Dauer der Pandemie hinaus einen Mehrwert schaffen.
Beitragsbild: MasterTux auf Pixabay