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Autor: Mireille Rotzetter
Der Verkauf einer Liegenschaft in der Bruchmatte und das Reglement über die Erhebung von Beiträgen der Grundeigentümer an die Strassenbaukosten standen am Montagabend nicht zum ersten Mal auf der Traktandenliste der Gemeindeversammlung Tafers. Beim Reglement stellte sich die Gemeindeversammlung gegen den Gemeinderat und unterstützte den Antrag eines Bürgers, das Reglement abzuschaffen.
Freiwilliges Reglement
Bisher ist es in Tafers so geregelt gewesen, dass bei Strassenprojekten die Anstösser zur Kasse gebeten wurden, sofern diese einen Mehrwert aus den Bauten zogen. An einer Gemeindeversammlung im März 2010 beantragte ein Bürger, dieses Reglement einer Prüfung zu unterziehen. Sowohl die Gemeinde als auch der Kanton kamen dieser Forderung in der Folge nach. «Der Kanton unterstützt das Reglement», betonte Ammann Josef Cattilaz am Montagabend gegenüber den 116 Anwesenden.
Er wies auf den solidarischen Gedanken des Reglementes hin: Wer einen Mehrwert aus einem Strassenbau ziehe, solle sich finanziell beteiligen. Der Gemeinderat beantragte die Beibehaltung des Reglementes. Der Bürger, der 2010 die Prüfung verlangt hatte, meldete sich wieder zu Wort und wies darauf hin, dass das Reglement vage sei und zu Streitereien führe. Zudem werde es neuen Formen, wie beispielsweise Tempo-30-Zonen, nicht gerecht. Es sei ein freiwilliges Reglement, andere Gemeinden würden ohne dieses gut auskommen. Er beantragte deshalb die Abschaffung des Reglementes.
Ein weiterer Bürger setzte sich für das Anliegen des Gemeinderates ein, wiederum mit dem Hinweis, dass momentan jene, die profitieren, sich an den Kosten beteiligen müssen. Die Gemeindeversammlung schaffte das Reglement mit 61 zu 24 Stimmen ab.
Wie vom Gemeinderat beantragt, bewilligte die Versammlung den Verkauf einer Liegenschaft im Quartier Bruchmatte für 1,1 Millionen Franken an eine bereits seit einigen Jahren in Tafers ansässige Familie.
Neuer Kreisel bei der Landi
Ebenfalls genehmigte die Gemeindeversammlung einen Kredit von 690000 Franken für den Neubau des Verkehrskreisels auf der Mariahilfstrasse. Dieser soll auf der Höhe der Horner AG und des Landi-Ladens entstehen und in erster Linie der Verkehrsberuhigung dienen. Der Kanton hat ein entsprechendes Vorprojekt bereits genehmigt. Gemeinderat Markus Stöckli führte aus, dass momentan rund 11000 Fahrzeuge pro Tag diese Kantonalstrasse passieren. Der Aussendurchmesser von 36 Meter ist das absolute Mindestmass, gewährleistet aber den verschiedenen Lastwagentypen immer noch das Befahren des Kreisels.
Zum Schluss ehrte der Ammann die beiden abtretenden Gemeinderätinnen Sandra Okolic und Astrid Abrecht (beide CSP) für ihr Engagement im Gemeinderat. José Balmer (CSP), der Nachfolger von Okolic, hatte gestern seine erste Gemeindeversammlung als Gemeinderat. Alfons Baeriswyl (CSP), Nachfolger von Abrecht, tritt sein Amt am 2. Juli an.
Der Kreisel, der hier gebaut wird, soll im Sommer 2013 fertiggestellt sein.Bild Charles Ellena/a
Bauboom: Tafers will Platz für 350 Einwohner schaffen
Im Kleinschönberg soll eine Fläche von rund 70000 Quadratmetern in die Wohnzone aufgenommen werden. Dies ist dem aktuellen Amtsblatt zu entnehmen. Im Anschluss an die gestrige Gemeindeversammlung erklärte Ammann Josef Cattilaz gegenüber den FN, dass auf diesem Gebiet Wohnungen für 350 Personen gebaut werden sollen. Geplant ist eine Wohnzone mittlerer Dichte. Laut Ammann sollen unter anderem Einfamilienhäuser entstehen, an der Kantonsstrasse entlang wird voraussichtlich verdichtet gebaut. 350 neue Einwohner, das entspricht einem Bevölkerungszuwachs von zehn Prozent. «Momentan haben wir die Infrastruktur, um dies aufzufangen», sagte Josef Cattilaz. «Ich hoffe aber, dass das Ganze nicht zu schnell geht, es ist insgesamt ein sehr grosses Projekt.»
Er betont, dass es momentan aber erst um die Einzonung des Landes, das drei Grundeigentümern gehört und vom Kleinschönberg bis zur Kantonsstrasse reicht, geht. Bis am 15. Juli liegt die Änderung des Zonennutzungsplans, also die Aufnahme des Richtplangebietes in die Wohnzone, öffentlich auf. mir