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Genau heute, am 17. Februar vor 142 Jahren, kam Hans Bernoulli in Basel zur Welt. Dass aus ihm einmal ein Professor an der ETH Zürich und Ehrendoktor der Universität Basel werden wird, ahnte noch niemand. Wir wollen in diesem Artikel auf sein architektonisches und politisches Werk zurückblicken und ihn in der Geschichte der Schweizer Architektur verorten. Wir wollen ausserdem der Frage nachgehen, ob noch heute etwas aus seinen prägnanten Ideen und Überzeugungen gelernt werden kann.
Bauen bedeutete für Bernoulli mehr als nur ein rein ästhetischer Prozess. Er sah die Aufgabe der Architektur im Wesentlichen in ihrer sozialen Verpflichtung gegenüber denjenigen Menschen, denen es weniger gut ging, und damit wurde er auch zum Soziologen und Politiker. Sein Aufenthalt in Berlin prägte seine Auffassung der Architektur nachhaltig: Die Stadt erlebte durch die Industrialisierung bis zum Ersten Weltkrieg ein grosses Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende grosse Wohnungsnot, die noch grösser wurde, als die Bauproduktion aufgrund des Materialmangel eingestellt wurde. Das rief die Spekulanten auf den Plan, die durch die Verknappung hohe Renditen erzielen konnten.
Bernoullis Hauptwerk „Die Stadt und ihr Boden“ beschäftigt sich mit der Kommunalisierung des Bodens. Er zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, mit denen der Wohnraum auch für die einfachen Arbeiter wieder erschwinglich werden sollte. Der Hauptpunkt ist die Entspekulation des Bodens und die Abgabe des Grundstückes mit einem Baurecht, mit der Dauer eines Lebenszyklus eines Hauses, an eine Genossenschaft. Dadurch behält die Stadt die Planungssicherheit ihres Bodens und die Leute konnten nach der Kostenmiete ihr Haus beziehen.
Gebaut werden sollten seine Siedlung nach dem Prinzip der Gartentadt. Auch diese Idee ist eine Reaktion auf die damaligen Missstände: Nach dem 1. Weltkrieg herrschte auch in Basel eine grosse Wohnungs- und Hungersnot, sowie unhygienische Verhältnisse. Die Gartenstadt sollte genau diese Probleme beheben.
Die Entspekulation der Grundstücke und die Idee der Gartenstadt haben schliesslich auch zu einem seiner Hauptwerkte geführt: Die Siedlung im Hirzbrunnen, die unter anderem aus der Genossenschaft im Vogelsang und im Heimatland besteht, sind nach diesen Ideen ausgeführt. Das Reiheneinfamilienhaus nimmt dabei einen wichtigen Punkt ein. Das Wohnen nebeneinander war ihm wichtiger als das Wohnen übereinander. Damit das Haus auch erschwinglich wurde, spielte die Idee der Rationalisierung der Bauproduktion und das Abstimmen der Räume auf den Menschen eine grosse Rolle.
Sein Gesamtwerk findet sich also in einem relativ unspektakulären Bereich der Architektur wieder, der nicht auf Prunkbauten ausgerichtet war, sondern einem grundsätzlichen Bedürfnis, den Menschen wieder eine Wohnung zu ermöglichen. Die ungebrochene Aktualität des Problems der Spekulation, macht sein Werk auch für zukünftige Generationen noch besonders wertvoll. Die Spekulation mit Grund und Boden ist eine Herausforderungen für eine sinnvolle Gesamtplanung. Die Folgen sind offensichtlich. Sie reichen von Landschaftszerstörung über die renditeträchtigen Umwandlung günstigen Wohnraums in teure Quartiere mit den entsprechenden sozialen bis hin zu akuter Wohnungsnot. Nicht zuletzt deshalb ist die von Bernoulli städtebaulich-architektonisch wie theoretisch problematisierte Frage nach dem Allgemeinwohl von grosser Aktualität.
Doch zuletzt soll das Wort noch Hans Bernoulli gegeben werden. Ziel seiner Überlegungen war, den Menschen eine Grundlage für ein glückliches Leben herzustellen. „Wohl dem, den ein gesunder Sinn leitet, ein fast unbewusster Geschmack und ein tiefes Gefühl für das Echte, Ehrliche, Dauernde – er stellt sich heute um wenig Geld eine Wohnung her, die ihm und seiner Familie wahrhaft verwandt ist, die ihn und die Seinen besammelt und umfasst in unwaldelbarer Treue, ein Gefäss des Glücks.“