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Auf dem Weltmarkt hat sich Getreide schon in der vergangenen Woche verteuert, weil befürchtet wurde, der drittgrösste Getreideexporteur könne wie zuletzt im Jahr 2010 die Ausfuhr verbieten.
Damals war eine miserable Ernte der Grund. Diesmal ist die Ernte besonders üppig ausgefallen. Aber weil der Rubel in diesem Jahr schon 40 Prozent gegenüber dem Dollar an Wert verloren hat, verdienen russische Getreideproduzenten inzwischen 65 Euro pro Tonne mehr, wenn sie ihr Getreide im Ausland statt im Inland verkaufen, wie Vizeministerpräsident Arkadi Dworkowitsch erklärte.
Die Abgabe beträgt 15 Prozent des Tonnenpreises plus 7,50 Euro, mindestens allerdings 35 Euro. Der Sonderzoll wird die Kluft nicht schliessen. Allerdings hat die Regierung offenbar schon andere Massnahmen ergriffen, um den Export zu erschweren: So berichteten Händler, es sei viel schwieriger geworden, Güterzüge zu buchen oder Zertifikate zu erhalten, die die Lebensmittelsicherheit behördlich bestätigen.
Der Verband der russischen Getreideproduzenten bevorzugt den Zoll gegenüber einem Exportverbot. Allerdings warnte der Verband, alle Massnahmen, die den Gewinn der Hersteller schmälern, würden sich auf die Ernte für das nächste Jahr auswirken. Überdies könne der Zoll das Vertrauen der Hauptabnehmer wie Türkei, Iran und Ägypten erschüttern.