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Vom 10. bis 13. August 2006 fand in Rapperswil ein ausgedehntes Seenachtfest statt, das weitgehend unter ungünstigen Wetterbedingungen litt. Es fiel relativ häufig Regen und die Temperaturen waren für die Jahreszeit sehr tief. An den Abenden vom 10, 11. und 12.8. wurde je ein Feuerwerk von halbstündiger Dauer gezündet.
Anlass zu den vorliegenden Zählungen der Wasservogelbestände im Raum zwischen Giessi (Kempratnerbucht) und Lido (Obersee) bot die Anfrage eines Journalisten der Linth Zeitung betr. Auswirkungen von Feuerwerken auf die Vogelwelt, die sich nicht schlüssig beantworten liess. Das Thema wurde auch in einem Leserbrief in der erwähnten Tageszeitung angeschnit-ten, bei dessen Veröffentlichung die Untersuchung bereits angelaufen war.
Die Mobilität der Wasservögel würde es eigentlich nötig machen, weitere Seeabschnitte einzubeziehen, mit denen ein Austausch besteht, d.h. mindestens die ganze Kempratnerbucht und das Gebiet des Frauenwinkels. Dies würde aber den Einsatz mehrerer Zählpersonen erfordern.
Nach dem dritten Feuerwerk war die Zahl der Schwäne im besonders tangierten Bereich deutlich kleiner. Sie wichen in die Kempratnerbucht aus.
Merkwürdigerweise waren die Zahlen nach den Feuerwerkstagen höher als zuvor und danach. Suchten die Stockenten vermehrt die ufernahen Bereiche auf?
Diese Arten blieben in ihren angestammten Bereichen, soweit es heimsche Vögel waren. Die unterschiedlichen Zahlen im Bereich Seedamm - Holzsteg können damit erklärt werden, dass die Einsicht erschwert ist und die Vögel ebenfalls die Schilfberei-che nutzen.
Die meisten Haubentaucher fanden sich stets entlang des südlichen Schilfufers bei den Inseln, wo sie teils auch im Pflanzengürtel versteckt sein können. Dass die Zahlen insgesamt anstiegen, könnte mit jahreszeitlichen Verschiebungen zusammen hängen.
Diese Art zeigt als einzige eine deutliche zwischenzeitliche Abwanderung, sehr wahrscheinlich aber nur in die Kempratnerbucht. Blässhühner ziehen nachts und fliehen denn auch am ehesten bei einem nächtlichen Feuerwerk.
Es ist stets damit zu rechnen, das sich Lachmöwentrupps an Land in einiger Entfernung vom See aufhalten. Die Bestandesunterschiede sind deshalb erstaunlich gering.
Ein Feuerwerk auch dieser Grösse - Vergleich der Zahlen vom 8.8. und 11.8. - beeinflusst den Wasservogelbestand offenbar nur geringfügig. Die beiden folgenden Feuerwerke wirkten sich zudem eher bescheiden aus. Die zahlenmässigen Veränderungen übertrafen die üblichen täglichen Austauschbewegungen zwischen den einzelnen Gebieten kaum.
Die Wasservögel sind zum Teil sehr ortstreu - was bei Schwänen, Enten und Möwen auch mit der zu allen Jahreszeiten erfolgenden Fütterung zusammen hängt - und offenbar auch mit Blitz und Donner nicht zu vertreiben. Dass sie während des Feuerwerks Angst und Schrecken erleiden, ist nicht auszuschliessen. Jedenfalls scheinen sie sich aber meist zu ducken und still zu verharren - sie sind wohl in dieser Situation (das Blässhuhn ausgenommen) nicht zu einer spontanen Flucht in der Lage.
Im August scheinen Feuerwerke am See für die Wasservögel nur geringe Auswirkungen zu haben. Während der Brutzeit wäre die Situation eine andere, dann bestünde eine wesentliche Gefahr des Verlassens bebrüteter Gelege, vielleicht auch der Versprengung von Familienverbänden.
16.08.2006, Kurt Anderegg