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Aktuell werden die Luchse in Europa in 11 Populationen unterteilt, von denen sechs nach deren Ausrottung in Westeuropa wieder angesiedelt wurden. Sie beinhalten auch die beiden Populationen in der Schweiz: die Alpen- und Jurapopulation, welche durch das Mittelland getrennt sind. Die Verbindung zwischen den beiden ist momentan durch das dichte Strassennetz und dem damit erhöhten Kollisionsrisiko unterbrochen.
Der territoriale Überraschungsjäger bevorzugt Rehe und Gämsen, wobei auch Füchse oder, bei tiefem Rehbestand, Nutztiere wie Schafe oder Ziegen auf seinem Speiseplan stehen können. Als Waldbewohner durchstreift er das deckungsreiche Gelände, jagt jedoch auch auf extensiven Landwirtschaftsflächen wie Weideland. Die Luchse kehren mehrere Nächte zu ihrem Riss zurück, bis nur noch grobe Knochen, der Kopf, das Fell sowie der Verdauungstrakt übrig sind. Die Reviere der einzelgängerischen Luchse können sehr unterschiedlich gross sein und hängen vom Nahrungsangebot und dem Zustand der Population ab. Die Ausbreitung der Luchse geht langsam voran. Zum einen liegt es an der stark fragmentierten Landschaft, welche die Sozialstruktur unterbricht. Zum anderen ist das Abwanderungsverhalten der Weibchen sehr konservativ und die Distanzen sind somit eher gering.
Die wichtigsten Gefährdungen für den Luchs sind illegale Tötungen, Fahrzeugkollisionen, Lebensraumfragmentierung und die genetische Verarmung. Eine Verbindung mit weiteren Populationen ist für unsere Luchse unbedingt notwendig. Zudem ist das Monitoring der jetzigen Luchse und deren Aktivitäten extrem wichtig. Nicht nur, um den Zustand der Population zu untersuchen, sondern auch für die Entschädigung der Reviere wie im Kanton Solothurn.