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Fliessgewässer im Baselbieter Jura
Die Frenke ist ein Fliessgewässer mit zwei Oberläufen. Die Quellen der Hinteren und der Vorderen Frenke entspringen im Gebiet Belchen-Passwang, das im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet ist. Im Einzugsgebiet der Frenke kommen hauptsächlich Kalksteine mit Mergellagen und etwas Sandstein vor. Diese Sedimentgesteine stammen vom Meeresgrund der Tethys, einem tropischen Flachmeer, das mit der Auffaltung des Juras verschwand. Aufgrund der chemischen Löslichkeit des Kalks sind im Gestein grössere Hohlräume (Karst
) entstanden. Das Niederschlagswasser versickert rasch und die Abflussmengen der Gewässer schwanken stark.
Vordere Frenke
Die Vordere Frenke entspringt als Wiesenbächlein in einer Höhe von 820 m ü.M. am Helfenberg. Sie fliesst anschliessend parallel zum Oberen Hauenstein. Dieser Pass wurde bereits in römischer Zeit als Juraübergang benutzt, worauf alte Wagenspuren hinweisen. In Richtung Norden eilt die Vordere Frenke als schmaler Wald- und Wiesenbach den Ortschaften Waldenburg, Oberdorf, Niederdorf und Hölstein zu. Auf dem Weg durch das Waldenburgertal vereinigt sie sich mit zahlreichen Seitenbächen. Enge Passagen durchs Siedlungsgebiet wechseln sich ab mit Fliessstrecken durchs Landwirtschaftsgebiet. In Bubendorf
vereinigt sie sich mit der Hinteren Frenke.
Hintere Frenke
Die Hintere Frenke entspringt am Passwang. Im Talkessel Wasserfallen auf 910 m ü.M. bildet sie zuerst einen kleinen Weiher, bevor sie als schmaler Waldbach steil in Richtung Norden nach Reigoldswil hinunterstürzt. Weiter das Reigoldswilertal hinunter passiert ihr Wasser die Ortschaft Ziefen, wo wenig später der Fluebach einmündet. Die Siedlungen des Reigoldswilertals liegen eher am Talrand oder auf Anhöhen. Deshalb ist das Gewässer, verglichen mit der Vorderen Frenke, weniger stark verbaut.
Wasserspender Frenke
Auf seinen letzten drei Kilometern heisst der kleine Fluss Frenke, ehe er in Liestal in die Ergolz mündet. In diesem Abschnitt befinden sich vier Grundwasserfassungen zur Förderung von Trinkwasser. In den höher gelegenen Einzugsgebieten der Frenke kommen neun grössere Quellfassungen dazu. Da einzelne dieser Quellen in ihrer Schüttung stark variieren können, haben sich die Wasserversorgungen verschiedener Gemeinden zu einem Verbund
Lebensraum
Die Oberläufe der beiden Frenken sind relativ naturnah. Über weite Strecken fliessen sie durch Wald oder werden von Ufergehölzen begleitet. Aufgrund des hohen Gefälles ist ihr Lauf ziemlich gradlinig. Im Gerinnen wird Geschiebe wie Steine, Kies, Sand, Laub und Holz talabwärts transportiert. Diese Strecken werden von vielen Wasserinsektenarten bewohnt, allen voran den Eintagsfliegen, Steinfliegen und Köcherfliegen. Von den Fischen finden hier nur die und die ein Auskommen. Es handelt sich um die typischen Arten der Oberen Forellenregion.
Verbauungen
Weiter unten im Lauf wurde die biologische Funktion des Gewässers durch Begradigung, Uferbefestigungen und Sohlschwellen stark eingeschränkt: in der Hinteren Frenke weniger stark als in der Vorderen Frenke. Auf den Strecken innerhalb der Siedlung wurde die Sohle der Vorderen Frenke gepflästert und ist deshalb völlig undurchlässig. Um diese Abschnitte etwas aufzuwerten, wurden kleine Sohlschwellen eingebracht. Diese halten den Schotter des Gewässers zurück. So können auch Kleintiere und Kleinfische wie die Groppe wieder im Gewässer wandern.
Lösungen fürs Abwasser
Zusätzlich zu den Verbauungen beeinträchtigen auch gereinigtes Abwasser der Kläranlagen die Gewässer. Besondere starke Belastungsstösse können bei starkem Regen auftreten, wenn die Kanalisation und die Abwasserreinigungsanlagen (ARA) das grosse Wasservolumen nicht mehr aufnehmen können. Das Abwasser fliesst während kurzer Zeit über die sogenannten Regenentlastungen direkt in den Fluss. Zur Verbesserung der Situation wurde die ARA in Reigoldswil 2008 geschlossen und in die ARA in Bubendorf abgeleitet. In Bubendorf soll eine neue grössere ARA entstehen, die das gesamte Abwasser der beiden Täler reinigt. Zusätzlich sind Regenrückhaltebecken in Reigoldswil, Niederdorf und Bubendorf geplant, die bei starkem Regen das Schmutzwasser zurückbehalten.
Passierbarkeit für Fische
Neben der Verbesserung der Wasserqualität, konnten auch die Struktur und damit die Lebensräume verbessert werden. Am Absturz Stollengumpi bei der Mündung in die Ergolz, wurde eine Fischtreppe eingerichtet, womit sich die Chancen verbessert haben, dass auch die Kleinfische Schmerle und Elritze sowie der Alet wieder den Weg in die Frenke finden.
DK / DS