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Geschichte des Museum Bellerive
Das Museum Bellerive wurde 1968 eingerichtet, um die Objekte-Sammlung des Kunstgewerbemuseums der Stadt Zürich konservatorisch zu erhalten, zu erweitern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Name Bellerive gründet in der beschaulichen Lage an der Promenade des Zürichsees. Aus der 1875 gegründeten Sammlung von Beispielen gewerblicher Produktion wurde bald eine Vorbildersammlung für den Unterricht der Gewerbeschule, der späteren Kunstgewerbeschule, zum Studium von Materialien, Techniken und historischen Stilen. Seit der Wende zum 20. Jahrhundert, einem Zeitabschnitt, in dem sich der Jugendstil zu seiner einzigartigen Blüte entfaltete, berücksichtigte man mit besonderem Nachdruck Neuerwerbungen zeitgenössischer Werke. Da kein eigenes
Sammlungsgebäude zur Verfügung stand, genoss das Gewerbemuseum, wie es damals noch hiess, bis zum Beginn der 30er-Jahre Gastrecht im Schweizerischen Landesmuseum. 1933 erhielten Kunstgewerbeschule und Museum den ausgesprochen modernen Neubau an der Ausstellungsstrasse, dem 2014 der Umzug ins Toni-Areal – eines vormaligen Molkereibetriebs – folgt. Das Übergewicht aktueller Sonderausstellungen im neuen Haus und die stetige Erweiterung der Sammlung hatten zur Folge, dass der Museumsbestand wieder magaziniert wurde.
Das 1931 vom Architekten Erhard Gull entworfene Gebäude hatte sich der Textilfabrikant Julius Bloch als Wohnsitz am See bauen lassen. Mit seinen grosszügigen Räumen im Erdgeschoss, dessen grosse Rundbogenfenster sich zum See hin öffnen, eignet sich das Haus vorzüglich zur Präsentation von kunsthandwerklichen Objekten. Die Sammlung des Kunstgewerbemuseums wurde insofern geteilt, als Grafik und Plakate an der Ausstellungsstrasse verblieben, während alle Objekte aus Glas, Keramik, Holz, Metall und Textil in die zu «Museum Bellerive» umbenannte Villa übersiedelten. In der grössten Sammlung des internationalen Kunsthandwerks in der Schweiz liegt der Schwerpunkt von der Epoche des Jugendstils bis zur Gegenwart.