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Titel
Bernhard
(altdeutsch Perinhart, »der Bären- oder Heldenkühne«),
1) Graf von Anhalt [* 3] und Herzog von Sachsen, [* 4] ein jüngerer Sohn Albrechts des Bären, geboren um 1140, zunächst Erbe eines Teils des heutigen Herzogtums Anhalt, erhielt vom Kaiser Friedrich Barbarossa für die im Kampf gegen Heinrich den Löwen [* 5] geleisteten Dienste [* 6] einen Teil des Herzogtums Sachsen, konnte sich aber in dessen Besitz nur schwer behaupten, bis er durch die Aussöhnung Heinrichs mit Kaiser Heinrich VI. Ruhe bekam (1194). Nach Heinrichs VI. Tod lehnte er für sich die Bewerbung um die deutsche Krone ab, gab Philipp von Schwaben seine Stimme und erkannte erst nach dessen Ermordung 1208 Otto IV. als König an. Er starb 1212 in Bernburg. [* 7] Von seiner Gemahlin Jutta, Tochter des Herzogs Miecislaw von Polen, hatte er zwei Söhne: Heinrich, welcher das Stammland Anhalt, und Albrecht, welcher das Herzogtum Sachsen erhielt.
Vgl. Hahn, [* 8] Die Söhne Albrechts des Bären (Berl. 1869).
2)
Bernhard II.,
Edler
Herr zur
Lippe,
[* 9] Sohn
Hermanns I., geboren um 1140, wurde
Domherr zu
Hildesheim,
[* 10] schied aber nach dem
Tod seines
ältern
Bruders aus dem geistlichen
Stand aus und folgte seinem
Vater 1167. Er beteiligte sich an mehreren
Feldzügen
Heinrichs des Löwen und hing an ihm mit unwandelbarer
Treue
bis zu seinem
Sturz. Ihm verdanken
Lippstadt,
[* 11]
Lemgo und
das
Kloster Marienfeld ihre Entstehung.
Sein
Eifer, für die Ausbreitung des
Christentums im
Osten zu wirken, veranlaßte ihn,
der schon mehrere Jahre in stiller Beschaulichkeit gelebt, 1211 zu einem Zug
nach
Livland,
[* 12] wo er
Abt des Cistercienserklosters
in
Dünamünde wurde und 1217 ein neues
Bistum zu Selburg
(Semgallen) begründete. Hier starb er Aus seiner
Ehe mit
Heilwig, Gräfin von
Are, entsprossen fünf
Söhne, deren einer
Erzbischof von
Bremen,
[* 13] zwei
Bischöfe von
Utrecht
[* 14] und
Paderborn
[* 15] wurden, und sechs Töchter.
Vgl.
Scheffer-Boichorst,
Herr
Bernhard zur
Lippe
(Detmold
[* 16] 1872).
3) Herzog von Sachsen-Meiningen, Stifter der meining. Linie des herzoglich sachsen-gothaischen Fürstenhauses, der dritte Sohn Herzog Ernsts des Frommen von Gotha, [* 17] geb. erhielt in den 1670 und 1681 mit seinen sechs Brüdern geschlossenen Vergleichen den größten Teil derjenigen Landschaften, welche jetzt das Herzogtum Meiningen [* 18] bilden. Er verlegte 1680 seine Residenz von Ichtershausen nach Meiningen, bestätigte die ernestinische Landesordnung, führte einerlei Kirchengebräuche ein und ordnete das Kirchen-, Schul-, Justiz- und Rechnungswesen betreffende Generalvisitationen an. Er war ein sehr kirchlich gesinnter Fürst; sein Wahlspruch »In vulneribus Christi triumpho« bezeichnet seine religiöse Richtung. Zu seinen Schwächen gehörte sein Hang zur Alchimie, welcher ihm ansehnliche Summen kostete, sowie seine Liebhaberei am Soldatenwesen, welche ihn veranlaßte, in den damaligen Franzosen- und Türkenkriegen außer dem schuldigen Reichskontingent noch besondere Kompanien zu stellen und sogar 1694 ein ganzes Kavallerieregiment in den Dienst der Generalstaaten zu geben. Die zu den Kräften des Landes in keinem Verhältnis stehenden Ausgaben für das Militärwesen veranlaßten vielfache Beschwerden der Stände. Er starb
4)
Bernhard II.
Erich
Freund,
Herzog von
Sachsen-Meiningen, geb. zu
Meiningen, folgte wegen des frühen
Todes seines
Vaters,
Herzog
Georgs, bereits 1803 unter der
Vormundschaft seiner
Mutter in der
Regierung und übernahm dieselbe 1821.
Drei
Jahre darauf ließ er die unter die
Garantie des
Deutschen
Bundes gestellte verbesserte landständische
Verfassung ins
Leben treten,
vereinigte durch den nach dem Aussterben der sachsen-gothaischen
Linie geschlossenen Teilungsvertrag das Herzogtum
Hildburghausen,
[* 19] das
Fürstentum
Saalfeld,
[* 20] das
Amt
Themar, die
Grafschaft
Kamburg und die Herrschaft
Kranichfeld mit seinem
Erbland
und gab den vereinigten
Ländern ein neues
Grundgesetz. Im März 1848 bewilligte er die
Forderungen des
Volkes, ehe
sich dieselben in unmittelbar drängender
Weise laut machten, nahm die
Reichsverfassung bereitwillig an,
trat später der
Union bei und gab auch nach deren Aufgeben von seiten
Preußens
[* 21] seine
Sympathien für die deutschen Einheitsbestrebungen
kund.
Später wandte er sich der großdeutschen Partei zu, protestierte gegen die von Koburg-Gotha mit Preußen [* 22] abgeschlossene Militärkonvention und stand 1866 aus seiten der Gegner Preußens. Auch bei den Friedensverhandlungen zeigte er sich dem Beitritt zum Norddeutschen Bund so abgeneigt, daß 19. Sept. die preußischen Truppen abermals in Meiningen einrückten. Nunmehr legte er 20. Sept. zu gunsten des Erbprinzen Georg die Regierung nieder und starb
5) Herzog von Sachsen-Weimar, einer der ¶
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berühmtesten Helden des Dreißigjährigen Kriegs, geb. zu Weimar, [* 24] der jüngste Sohn des Herzogs Johann III. von Sachsen-Weimar. Nachdem er bereits in seinem ersten Lebensjahr seinen Vater und, noch nicht volle 13 Jahre alt, auch seine Mutter Sophie Dorothea, die im Verein mit dem als Staatsmann und Geschichtschreiber geschätzten Hortleder seine Erziehung trefflich geleitet hatte, verloren, vertauschte er die Universität Jena [* 25] bald mit dem ritterlichen Leben am Hof [* 26] seines Vetters, des Herzogs Johann Kasimir von Koburg. [* 27]
Seine kriegerische Laufbahn begann er nach Ausbruch des böhmischen Kriegs unter Ernst von Mansfeld, focht 1622 bei Wiesloch,
dann bei Wimpfen unter Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach und 1623 mit seinem Bruder Wilhelm unter Christian
von Braunschweig
[* 28] bei Stadtlohn. Als die Sache Friedrichs von der Pfalz unterlegen war, trat
Bernhard 1625 als Oberst in das Heer des
Königs Christian IV. von Dänemark,
[* 29] suchte aber nach einer Niederlage, die er 1627 in Holstein erlitten,
die Verzeihung des Kaisers und nahm dann am Krieg in Holland teil.
Als 1630 Gustav Adolf in Deutschland
[* 30] erschien, war
Bernhard einer der wenigen deutschen Fürsten, die sogleich entschieden auf des
Schwedenkönigs Seite traten. Nachdem er sich in dem Treffen bei Werben ausgezeichnet, ward er vom
König zum Obersten seines Leibregiments zu Pferde
[* 31] ernannt, kämpfte bei Landgraf Wilhelms Heer in Hessen
[* 32] und begleitete darauf
den König auf seinem Siegeszug durch Franken, wo er die Feste Marienberg bei Würzburg
[* 33] einnahm, an den Rhein, wo er sich Mannheims
bemächtigte, und nach Bayern.
[* 34] An dem Sturm auf Wallensteins Stellung bei Nürnberg
[* 35] nahm Bernhard rühmlichen
Anteil, blieb dann zur Deckung Frankens zurück, stieß aber bei Arnstadt
[* 36] wieder zum König, als dieser im Oktober nach Sachsen
gegen Wallenstein zog.
In der Schlacht bei Lützen [* 37] befehligte er den linken Flügel, übernahm nach Gustav Adolfs Tode den Oberbefehl und errang den Sieg. Noch in demselben Jahr vertrieb er die Kaiserlichen ganz aus Sachsen. Anfang 1633 über trug ihm Oxenstierna den Oberbefehl in Franken. Er drang siegreich in Bayern ein, schlug Johann von Werth, eroberte, nachdem er eine wegen mangelnder Soldzahlung entstandene Meuterei gestillt hatte, Eichstätt, [* 38] begab sich aber Ende Mai 1633 nach Frankfurt [* 39] a. M. zum Reichskanzler, um sich von diesem mit dem ihm von Gustav Adolf zugesicherten Herzogtum Franken belehnen zu lassen.
Oxenstierna mußte mit Widerstreben einwilligen, da er Bernhard nicht entbehren konnte, und so erhielt dieser die förmliche Belehnung mit dem besonders aus den eroberten bambergischen und würzburgischen Gebieten bestehenden Herzogtum, mit dessen Verwaltung er zunächst seinen Bruder Ernst betraute. Nachdem er sodann wieder zum Heer nach Bayern gegangen war und sich der Treue seiner zu Meutereien geneigten Soldaten durch reiche Spenden, besonders an die Offiziere, versichert hatte, eroberte er das von den Kaiserlichen unter Aldringer nicht geschützte Regensburg, [* 40] stand in der Oberpfalz eine Zeitlang Wallenstein gegenüber, nach dessen Ermordung er vergeblich die Truppen desselben an sich zu ziehen suchte, vereinigte sich sodann mit dem schwedischen General Horn, wurde aber in der Schlacht bei Nördlingen, [* 41] welche er trotz Horns Widerspruch wagte, von dem überlegenen kaiserlichen Heer unter Gallas völlig geschlagen Diese Niederlage kostete den Schweden [* 42] den Ruhm der Unbesiegbarkeit und ihre Stellung in Oberdeutschland, Bernhard selbst sein Herzogtum.
Nachdem er 1635 mit Mühe sich gegen den vorrückenden Feind gehalten hatte und zuletzt über den Rhein zurückgedrängt worden war, sah er sich durch den steten Argwohn Oxenstiernas und durch das Ausbleiben von Unterstützung veranlaßt, eine nähere Verbindung mit Frankreich einzugehen. Nach längern Verhandlungen kam zu St.-Germain en Laye ein Vertrag zu stande, wonach Richelieu dem Herzog auf die Dauer des Kriegs 4 Mill. Livres jährliche Subsidiengelder zur Unterhaltung eines Heers von 12,000 Mann zu Fuß und 6000 Reitern mit der nötigen Artillerie zusagte. In einem geheimen Artikel wurde ihm das Elsaß unter der Bedingung, die katholische Religion dort nicht zu verdrängen, und für den Fall, daß jenes Land ihm beim Abschluß des Friedens nicht erhalten werden könne, eine angemessene Vergütung zugesichert.
Damit wurde Bernhard, obgleich er dem Namen nach noch als schwedischer General gelten wollte, doch gänzlich von Frankreich abhängig, mit welchem er aber wegen der Ausbezahlung der Subsidien bald in Streit geriet, zu dessen Beseitigung er im März 1636 selbst nach Paris [* 43] ging. In demselben Jahr operierte Bernhard im Elsaß und in Lothringen, wo er mehrere Plätze eroberte, sah sich aber einerseits durch die Mahnungen des mißtrauischen Oxenstierna, anderseits durch die ihm allzu große Schranken setzende Politik Richelieus genötigt, mehr Freiheit und Selbständigkeit für sich in Anspruch zu nehmen, zu welchem Zweck er 1637 zu Paris einen neuen Vergleich schloß.
Dem Wunsch des französischen Hofs gemäß wandte er sich dann gegen Hochburgund, wo jetzt der kaiserliche General Savelli kommandierte, nahm mehrere Plätze ein und brachte (24. Juni) zwischen Gray und Besançon [* 44] dem Herzog von Lothringen eine nicht unbedeutende Schlappe bei. Darauf zog er über Mömpelgard durch den Sundgau, setzte (27. Juli) bei Rheinau über den Rhein und verschanzte sich auf der dortigen Rheininsel bei dem Dorf Wittenweier, zog sich aber, von Johann von Werth heftig angegriffen, wieder zurück und nahm im Mömpelgardschen seine Winterquartiere. Durch gute Verpflegung stärkte er seine Truppen so, daß er den Feldzug von 1638, den glänzendsten seiner ganzen kriegerischen Laufbahn, sehr frühzeitig eröffnen konnte. Schon 18. Jan. brach er auf, setzte am 20. über den Rhein, bemächtigte sich Säckingens und Laufenburgs und belagerte Rheinfelden, die wichtigste unter den Waldstädten. Hier wurde er von den Kaiserlichen unter Savelli und Johann von Werth mit überlegener Macht angegriffen, doch brachte ihnen Bernhard 21. Febr. eine gänzliche Niederlage bei; Savelli, Johann von Werth und andre Generale gerieten selbst in Gefangenschaft. Nachdem er darauf Rheinfelden, Röteln und Freiburg [* 45] eingenommen (März), rüstete er sich, Breisach zu belagern, das wichtige, für unüberwindlich gehaltene Bollwerk des südwestlichen Deutschland.
Umsonst bot der Wiener Hof alles auf, den wichtigen Platz zu retten. Die von dem kaiserlichen General Göz versuchte Entsetzung wurde durch Bernhards Sieg bei Wittenweier vereitelt 4. Okt. der Herzog von Lothringen bei Thann zurückgeworfen, ein zweiter Angriff der Kaiserlichen unter Göz fiel ebenfalls unglücklich aus, obgleich Bernhard damals durch Krankheit beschwert war, und so mußte das von Reinach bis aufs äußerste verteidigte Breisach kapitulieren. Aber während Richelieu die Absicht hatte, den äußerst wichtigen Platz für Frankreich zu gewinnen, war Bernhard willens, Breisach für sich zu behalten und zum Mittel- und Stützpunkt einer selbständigen Herrschaft zu machen, weshalb er auch die Kapitulation nur auf seinen ¶
mehr
eignen Namen abgeschlossen hatte. Umsonst erinnerte Richelieu, Breisach sei mit französischem Geld und Blut erobert und gehöre nicht zum Elsaß, umsonst trug er dem Herzog die Hand [* 47] seiner Nichte an: Bernhard schob seine Feldherrnpflichten vor und lehnte die Heirat als eine nicht ebenbürtige ab. Selbst das Versprechen, Breisach nach seinem Tod an Frankreich zu überlassen, wollte er nicht leisten. Aber auch die Anerbietungen, die man ihm von seiten des Wiener Hofs machte, wies er zurück. Er hatte, wie es scheint, die Absicht, mit der verwitweten Landgräfin Amalie von Hessen sich zu vermählen und zwischen dem Kaiser und dessen Gegnern eine dritte vermittelnde Macht zu bilden.
Nachdem Bernhard den Winter hindurch in Hochburgund verweilt hatte, begab er sich (Anfang April 1639) nach Breisach zurück. Allein unter den Vorbereitungen zu dem neuen Feldzug gegen die Kaiserlichen starb er in Neuburg [* 48] am Rhein. Der Verdacht, daß er an Gift, das ihm vielleicht auf Richelieus Betrieb beigebracht worden, gestorben sei, ist nicht erwiesen. Über Bernhards Erbe stritten alle im Krieg begriffenen Mächte. Sein kurzes Testament bestimmte nur im allgemeinen, daß die eroberten Lande ihrer Wichtigkeit wegen bei dem Deutschen Reich verbleiben sollten; er wünschte, seine Brüder möchten sie unter schwedischem Schutz übernehmen.
Aber nunmehr suchten sich Frankreich, Österreich [* 49] und Schweden des eroberten Terrains zu bemächtigen. Österreichs Anerbietungen wurden von den Soldaten mit Widerwillen zurückgewiesen. Wilhelm von Weimar, der die Ansprüche der Brüder geltend machte, fand weder bei Schweden noch bei Frankreich Beistand; selbst seine Ansprüche auf Bernhards Privatvermögen wurden beim Abschluß des Westfälischen Friedens nicht beachtet. Der Kommandant von Breisach, Erlach, überließ Bernhards Eroberungen und Kriegsvölker an Frankreich gegen Verwilligung eines Jahrgeldes und des französischen Bürgerrechts.
Der französische Hof berief sich den von seiten Schwedens erhobenen Beschwerden gegenüber auf den 1635 mit Bernhard geschlossenen geheimen Vertrag. Bernhards Regimenter gingen indes später größtenteils zu den Schweden über und nahmen an der letzten Entscheidung teil. Bernhards Leichnam, der vorläufig zu Breisach beigesetzt worden war, wurde nach Weimar gebracht. Mosen, Genast und Gottschall haben Bernhards tragisches Schicksal dramatisch behandelt.
Vgl. Bernhard Rose, Herzog Bernhard d. Gr. von Sachsen-Weimar, mit Urkunden (Weim. 1829, 2 Bde.).
6) Karl Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar, zweiter Sohn des Großherzogs Karl August, geb. zu Weimar, genoß eine treffliche Erziehung und machte dann im Heer des Fürsten Hohenlohe als Freiwilliger den unglücklichen Feldzug von 1806 mit. Hernach trat er in königlich sächsische Dienste, wohnte 1809 als Major beim Generalstab Bernadottes dem Feldzug gegen Österreich bei, hielt sich aber dann vom Kampfe fern, trat erst nach der Schlacht bei Leipzig [* 50] wieder in aktiven Dienst und wohnte unter seinem Vater, der ein Armeekorps der Verbündeten befehligte, als Oberst dem Winterfeldzug von 1814 in den Niederlanden und in Flandern bei. 1815 vertauschte er den sächsischen Dienst mit dem niederländischen, nahm an den Schlachten [* 51] bei Quatrebras und Waterloo [* 52] rühmlichen Anteil und avancierte 1816 zum Generalmajor, 1829 zum Divisionär.
Als solcher hatte er seinen Sitz in Gent, [* 53] sah sich aber beim Ausbruch der belgischen Revolution im September 1830 durch die Übermacht der Insurgenten gezwungen, Stadt und Festung [* 54] den Belgiern zu überlassen und sich nach Antwerpen [* 55] zurückzuziehen. Als Generalleutnant mit der Führung des linken Flügels der holländischen Truppen betraut, schlug er 1831 die Insurgenten bei Löwen. 1848-53 war er Oberbefehlshaber der holländischen Kolonialtruppen in Niederländisch-Indien.
Seitdem lebte er abwechselnd im Haag [* 56] und in Weimar. Er starb in Bad [* 57] Liebenstein. Die umsichtigen Beobachtungen, die er während einer 1825-26 unternommenen Reise durch Nordamerika [* 58] in ein Tagebuch verzeichnet hatte, sind 1828 von H. Luden (Weim. 1828, 2 Bde.) veröffentlicht worden. Der Herzog selbst hat außerdem eine wertvolle Monographie: »Précis de la campagne de Java en 1811« (Haag 1834), herausgegeben.
Vgl. Starklof, Das Leben des Herzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach (Gotha 1865-66, 2 Bde.).
7) König von Italien, [* 59] Sohn Pippins, des 810 gestorbenen Sohns Karls d. Gr., ward von diesem zum König von Italien ernannt und 813 gekrönt. Durch die von Ludwig dem Frommen 817 vorgenommene Teilung des Reichs unter seine Söhne und die Übertragung des Kaisertums auf Lothar sich für benachteiligt haltend, griff Bernhard zu den Waffen, [* 60] wurde aber unter dem Schein von Unterhandlungen nach Châlon an der Saône gelockt und 818 geblendet, infolgedessen er 17. April starb. Ludwig der Fromme bereute diese grausame That aufrichtig und nahm 822 eine öffentliche Kirchenbuße dafür auf sich.