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Der Wein
Im Süden Frankreichs – vor allem in der Languerdoc (westlich der Provence) – liegt das grösste Weingebiet Frankreichs. Einerseits ist es das mediterrane Klima, welches den Weinbau begünstigt, andererseits die Geschichte der Besiedlung: mit den Menschen kam auch der Wein – über das Mittelmeer – in die Gegend. „Der französische Wein gilt weltweit als etwas ganz Aussergewöhnliches und als Ausdruck kultureller Vollkommenheit“ (Ernesto Pauli). Die ersten Reben kamen schon 500 Jahre vor Christi durch die Griechen nach Frankreich. Die Römer sorgten dann für ihre systematische Verbreitung ab Beginn der christlichen Zeitrechnung - zuerst durchs Rhonetal bis hinauf ins Burgund und dann westlich zur Loire.Das Weingebiet der Provence ist – im Vergleich zu Languedoc-Roussillon – verhältnismässig klein (400‘000 zu 25‘000 Hektaren), doch historisch von grösster Bedeutung. An der Côte d´Azur wurden schon im 6. Jahrhundert v. Chr. Reben kultiviert. Der Name Provence stammt von den Römern, die 154 v. Chr. die Provincia Romana gründeten und von hier Wein nach Rom lieferten. Aus dem Dienst entlassene Legionäre erhielten hier als Belohnung ein kleines Landgut, das sie unter anderem für den Weinbau nutzten. Die Einheimischen erzählen gerne die hübsche Geschichte einer vom lieben Gott eingerichteten Himmelsleiter, um die Lieferung seines Lieblingsweines zu erleichtern.
Weinberg, Winzer, Weinkeller, Wirte etc. gehören zur Santonskrippe. Ohne sie wären Leben und Alltag, Tradition und Gegenwart schlecht vertreten. Die gösste provenzalische Appellationen ist die Côtes der Provence 19'000 ha (die anderen: Bandol 1‘400 ha, Les Beaux de Provence 320 ha, Bellet 32 ha, Cassis 160 ha, Coteaux d’Aix-en-Provence 3‘400 ha, Coteaux Varois 1‘800 ha, Palette 36 ha). Das riesige Weinbaugebiet zieht sich entlang der Küste von Marseille bis Nizza und reich hinauf bis zu den Flussläufen von Arc und Argens. Die Rebsorten sind vielfältig, alle drei Weinfarben werden bereitet, doch im Grunde gehört das Terrain den Rosés. Es sind sehr fruchtige Weine, die hier entstehen, meist werden sie auch früh getrunken. Zählt man die südliche Rhone dazu (z.B. Châteauneuf-du-Pape, Gigondas etc.), dann liegt hier eines der berühmtesten und hochangesehensten Weingebiete Frankreichs.