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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Martin Rickenbacher:
Vom Wachsen und Schrumpfen der Berge – Die Geschichte der Höhenkote des Mönchs
Cartographica Helvetica 16 (1997) 3–12
Zusammenfassung:
Im Herbst 1996 wirbelte eine Pressemeldung etwelchen Staub auf, in der suggeriert wurde, der Mönch im Berner Oberland sei innert sieben Jahren um acht Meter gewachsen. In der Folge wurde die fast 250-jährige Geschichte der Höhenbestimmung dieses Berges minutiös analysiert. 1754 und 1788 erfolgten bereits die ersten Höhenmessungen mit der Triangulationsmethode. Im Laufe der Jahre kam man dann mit den Messinstrumenten dem Berg immer näher. Aber erst mit der modernsten topographischen Messmethode, der Luftbildphotogrammetrie, wurde es möglich, die momentane Höhe zuverlässig zu bestimmen. 1957 führte man in diesem Gebiet wohl die genaueste Vermessung aus, als im Rahmen des Geophysikalischen Jahres der Aletschgletscher und sein Einzugsgebiet im Massstab 1:10 000 kartiert wurde. Zu diesem Zweck warf man mehrere tausend mit Russ gefüllte Säcke als Markierungen ab, um so auf dem Gletscher und den Schneefeldern sicher eruierbare Punkte für die photogrammetrische Auswertung zu erhalten.
Die Höhe des Mönchs wird zur Zeit in der Landeskarte der Schweiz mit 4107 m ü. M. ausgewiesen. Dieser Wert ist 140 Jahre nach der Erstbesteigung des Gipfels, anlässlich einer Bergtour durch Mitarbeiter des Bundesamtes für Landestopographie, mit der neuesten Methode, dem satellitengestützten Global Positioning System (GPS), überprüft worden. Wobei zu berücksichtigen ist, was der bekannte Ingenieur-Geodät Johannes Eschmann bereits 1840 schrieb: schneebedeckte Berggipfel wie derjenige des Tödi oder des Mont-Blanc [und des Mönchs] sind einem durch das Verdunsten und Schmelzen des Schnees erzeugten Schwanken ihrer Höhe unterworfen, das in einem Jahr sieben Meter betragen kann.
Bibliographische Anmerkung