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Nach dem Besuch der Primarschule und Sekundarschule in Tafers wechselt Arnold Waeber an die Handelsschule des Kollegiums St. Michael, die er mit der Matura abschliesst, um Politikwissenschaften zu studieren. In seiner Doktorarbeit (1947) befasst er sich mit der deutschen Handelspolitik von 1929 bis 1939. 1947 wird er Steuerinspektor, dann Sekretär der kantonalen Steuerrekurskommission und 1956 Vorsteher der kantonalen Steuerverwaltung. Von 1957 bis 1966 ist er Oberamtmann des Sensebezirks. 1966 wird er in den Staatsrat gewählt. Als Staatsrat leitet er bis 1981 die Finanzdirektion. Er präsentiert dem Parlament die grossen Linien der Regierungspolitik und den Finanzplan (1967, 1972, 1978).
1972 legt er eine Totalrevision des Gesetzes über die Kantonssteuern vor, das in der Folge noch mehrmals, insbesondere 1980, revidiert wird. Dieses Gesetz enthält Neuerungen zur Besteuerung der verheirateten Frauen, senkt die Steuern auf kleine Einkommen und erhöht die Sozialabzüge.
Waeber führt eine Minimalsteuer ein und erneuert die Besteuerung der Beteiligungs- und Sitzgesellschaften. Wie Arnold Waeber betont, «muss ein Steuergesetz dem Staat und den Gemeinden die Mittel zur Verfügung stellen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben und zur Deckung ihrer Ausgaben benötigen» (13. Juni 1972). Am 20. Mai 1980 erklärt er mit einem Zitat des römischen Kaisers Tiberius über die Steuerzahler, dass «ein guter Hirte seine Schafe schert, ihnen jedoch nicht die Haut abzieht». Er legt ein Gesetz über den amtlichen Wert der Grundstücke vor, das 1975 vom Volk abgelehnt wird. Im gleichen Jahr werden das Gesetz über den Status des Staatspersonals und das Gesetz über die Pensionskasse des Staatspersonals verabschiedet. Zudem bringt er 1979 ein Gesetz betreffend die Einregistrierungsgebühren durch. Mehrmals rechtfertigt er die Erhöhung des Dotationskapitals der Freiburger Staatsbank.
Arnold Waeber muss mit einem schwierigen Umfeld zurechtkommen, das von einer starken Verschuldung geprägt ist: Die Staatsschuld steigt von 400 Millionen in den 1960er Jahren auf 730 Millionen im Jahr 1981. Die Ausgaben, die bei seinem Amtsantritt etwa 200 Millionen betragen, erhöhen sich bis zum Ende seines Mandats auf rund 700 Millionen. 1972 und 1978 ist er Staatsratspräsident.
Arnold Waeber wird 1971 mit der Steueramtsaffäre konfrontiert und diesbezüglich von der SP und der UCSP heftig angegriffen. Obwohl eine Expertenkommission den Dienstchef Hubert Seydoux entlastet, nimmt Arnold Waeber eine Reorganisation dieses Diensts vor. Auf seine Initiative hin wird ein Budgetkontrollsystem eingeführt. Unter seiner Direktion findet 1969 eine Steueramnestie statt. In der Finanzdirektorenkonferenz hört man gern auf seine Stimme.
Arnold Waeber präsidiert die Freiburger Staatsbank (heute Freiburger Kantonalbank) und gehört dem Verwaltungsrat der Schweizerischen Nationalbank an. Seine Kandidatur für die Ständeratswahlen 1979 endet mit einer Niederlage, da Otto Piller (SP) und Pierre Dreyer (CVP) die beiden Sitze erobern. Sportlich beglückwünscht er den Parteikollegen und wünscht ihm viel Glück in der Ausübung seines Mandats. Als er die Regierung verlässt, erklärt Grossratspräsident Edouard Gremaud in seiner Laudatio, dass Arnold Waeber «einen Augenblick lang niedergeschlagen war, doch stets aufrecht blieb». In seiner Antwort zitiert der Scheidende Friedrich Rückert : «Füge dich der Zeit, erfülle deinen Platz und räum ihn auch getrost, es fehlt nicht an Ersatz.»
Nach seinem Rücktritt gehört er einer Reihe von Verwaltungsräten an: Ateliers de construction mécaniques in Vevey, Liebherr in Bulle, Freiburger Nachrichten, Régie de Fribourg und Freiburgische Elektrizitätswerke.
Sein Ende ist tragisch :Er stirbt an einem Herzanfall bei einem Autounfall zwischen Tafers und Mariahilf, als er sich offenbar zu seinem Arzt begeben will. Sein Begräbnis findet in Tafers in Gegenwart von Monseigneur Pierre Mamie, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, statt.
Arnold Waeber war ein ausgezeichneter Jäger und von eher stämmiger Natur. Er hielt sich gerne in der Natur auf. Er liebte die deutsche Literatur und bewunderte den preussischen Staat. Voller Humor, wusste er zahllose Witze zu erzählen. Er war die vollkommene Verkörperung des Sensler Geists. Er verstand es, das Niveau einer Diskussion anzuheben, und verbat sich Ausfälligkeiten gegen die Regierung. So protestierte er gegen die Verwendung des Ausdrucks «machin» durch einen ehemaligen Grossratspräsidenten, der mit diesem Wort den Staatsrat bezeichnet hatte (Sitzung vom 3. November 1981).
Aus dem Französischen übersetzt, aus: «LE CONSEIL D'ETAT FRIBOURGEOIS – 1848 – 2011 – Son histoire, son organisation, ses membres» ¦ ISBN: 978-288355-153-4 ¦ Editions La Sarine