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Die Armee marschiert ab 2022 mit neuem Tarnmuster. Die Zusammenstellung der Farben ist für die Einsatzgebiete der Truppe besser angepasst.
Das Tarnmuster der Schweizer Armeeuniformen verändert sich mit der Zeit. Ziel und Zweck der bunten Fleckenkombination ist es, den Träger des Stoffes durch optische Täuschung vor einem bestimmten Hintergrund schwerer erkennbar zu machen. Man kennt das Phänomen auch aus der Tierwelt: Leoparden, Frösche oder Zebras brauchen verschiedene Zeichnungen, um mit ihrer Umgebung zu verschmelzen und Angreifer oder Beute zu verwirren. Auch der Mensch nutzte schon früh Tarnkleidung und besonders dunkle Grüntöne für die Jagd. Das Militär hingegen verwendete Tarnkleidung erst etwas später.
Früher wurde in klar erkennbaren, bunten Uniformen marschiert. Unter gehisster Landesflagge mit dem Gefühl des Patriotismus in der Brust: Von Tarnung konnte nicht die Rede sein. Erst seit dem 19. Jahrhundert sind naturfarbene Töne im Gebrauch. Die Idee der Tarnmuster gewann rasch an Popularität, und verschiedenste Farben und Formen zierten die Uniformen von Armeen in aller Welt. Von Splittertarn über Flecktarn bis zu Sumpf- und Strichtarn: Aus den Mustern entstand eine eigene Wissenschaft.
Camouflages im Laufe der Jahre
Die älteren Versionen der Camouflages der Schweizer Armee erstaunen. Das Tarnmuster, welches von 1940 bis 1955 von den Soldaten getragen wurde, ähnelt kaum dem bekannten, dunkelgrünen Muster, welches sie heute oft tragen. Es handelt sich um einen Fünffarben-Buntdruck, bei dem neben beige, braun und grün, auch blau und rot integriert wurden. Dies liess den Stoff bunt aussehen und nicht zwingend naturfarben. Die blaue Farbe wurde bereits 1955 aus der Komposition gestrichen, während die roten Flecken noch bis ins Jahr 1995 die Kleidung des Militärs zierten. Man nennt jene Version Buntfarbendruck 45.
Bis 2022 wurde dann das in Amerika entworfene Woodlandmuster verwendet, in der Schweizer Armee als Tarnanzug 90 oder einfach nur TAZ bekannt: Verschiedene Brauntöne, Schwarz und Dunkelgrün haben die Soldaten besonders in den Schweizer Mischwälder gut getarnt.
Nun verändert sich der Camouflage-Stoff abermals. Kaj-Gunnar Sievert, Sprecher von Armasuisse sagt:
Die Tarnwirkung soll nicht nur in Wäldern erzeugt werden.
Die Armasuisse ist für die Evaluation und Beschaffung der Uniformen zuständig. Das Einsatzgebiet der Armee verändere sich. So sei es wichtig, dass der Tarneffekt auch in urbanen Räumen gegeben sei. In trockenen Gebieten oder in Städten, auf Feldern oder in Dörfern würden die dunklen und grünen Farben zu stark auffallen.
Als Folge werden Schwarz und Olivgrün von der Uniform gestrichen. Ersetzt wurden diese Farben durch einen helleren und einen dunkleren Ton von Beige. Sievert:
Die Anzahl der Farben und die Form der Flecken hat sich grundsätzlich bewährt.
Deswegen betreffen die Veränderungen im neuen Stoff lediglich die Farbe. Zudem sei durch gleichbleibende Fleckenformen das Tarnmuster immer noch klar als dasjenige der Schweiz zu erkennen. Die neue Camouflage-Version der Schweizer Armee trägt den Namen Multiumfeld Tarnmuster – 16.
Entwicklung von Tarnmustern
Die Wirksamkeit dieser Tarnanzüge ist ausgiebig getestet worden, stellt Sievert klar. Farbkombinationen werden auf dem PC ausgewählt und angeordnet, bevor kleinere Stoffentwürfe damit bedruckt werden. Die effektivsten werden dann auf 20 Meter Laufstoff gedruckt und zu Anzügen verarbeitet. Danach tragen Mitarbeiter die verschiedenen Prototypen und müssen vor unterschiedlichen Hintergründen Tests durchlaufen, so Gunnar Sievert. Der Tarneffekt wird durch das menschliche Auge beurteilt und miteinander verglichen. Beim Modell Multiumfeld-Tarnmuster 16 fanden vor allem Vergleiche mit dem früheren Tarnanzug 90 statt.
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