Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03588.jsonl.gz/1244

Musiker
Wen-Sinn Yang, Violoncello
Wen-Sinn Yang gehört als Kammermusiker und international gefragter Solist im Cellofach zu den vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten. „Technisch auf allerhöchstem Niveau spielt er mit wunderbarem, großem Ton und einwandfreier Intonation. Seine Phrasierungen sind einfühlsam, und er erfasst in außerordentlicher Weise die philosophische Dimension der Werke, die er spielt“, äußerte sich kein Geringerer als Lorin Maazel über ihn.
Seit er 1991 in Genf den 1. Preis beim internationalen Musikwettbewerb gewann, tritt er in den bedeutendsten Konzertsälen Europa, Amerikas und Asiens auf und ist Gast bei namhaften Musikfestivals v. a. in Deutschland und der Schweiz. Als Solist bei Klangkörpern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, NHK Tokio, Shanghai Symphony Orchestra, Radio Suisse Romande, St. Pauls Chamber Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra musizierte er mit den renommiertesten Dirigenten unserer Zeit wie Sir Colin Davis, Lorin Maazel und Mariss Jansons. Darüber hinaus ist Wen-Sinn Yang ein gefragter Interpret auch zeitgenössischer Kompositionen. So spielte er anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der „Musica Viva“-Konzerte des Bayerischen Rundfunks 1996 das Cellokonzert Music for Cello and Orchestra von Lorin Maazel (europäische Erstaufführung) und übernahm 1997 in Taipeh die Uraufführung des Cellokonzerts von Huang-Long Pan. Beim Gala-Abschlusskonzert des ersten Internationalen Rostropowitsch-Festivals in Moskau 2010 wurde Wen-Sinn Yang als Solist eingeladen und spielte mit dem Russischen Nationalorchester unter José Serebrier Werke von Tschaikowsky und Glasunow.
Yangs äußerst breit gefächertes Repertoire ist auf über 20 CD-Einspielungen dokumentiert. Darin finden sich Standardwerke wie die Konzerte von Boccherini, Haydn, Schumann und Dvořák sowie Tschaikowskys Rokoko-Variationen. Als Anwalt für wenig bekannte, hochvirtuose Cellomusik hat Yang aber auch die vier Cellokonzerte von Carl Yulevitch Davidoff und die Capricen für Cello solo von Alfredo Piatti und Heiner Reitz aufgenommen. 2005 hat er außerdem das gesamte Kammermusikwerk für Violoncello von Aribert Reimann eingespielt. Mit Aufführungen von Werken wie Pierre Boulez‘ Messagesquisses, Martinůs zweitem Cellokonzert oder Henri Dutilleux‘ Cellokonzert Tout un Monde lointain stellt sich Yang immer wieder gerne der Herausforderung, zeitgenössische Musik dem Publikum näher zu bringen. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fernsehen sind die Sechs Suiten für Violoncello solo BWV 1007-1012 von J. S. Bach als DVD bei Arthaus Musik erschienen.
Der in Bern geborene Musiker taiwanesischer Abstammung studierte bei Claude Starck (Zürich) und bei Wolfgang Boettcher (Berlin). Mit nur 24 Jahren wurde er 1989 Erster Solocellist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, mit dem er vielfach solistisch auftrat. 2004 wurde er als Professor an die Hochschule für Musik und Theater München berufen und übernahm dort im Mai 2009 das Amt des Vizepräsidenten.
Die Lust am Unbekannten und sein unaufhörliches Forschen zeichnen Wen-Sinn Yang als einen der vielseitigsten Cellisten der Gegenwart aus. In originell moderierten Konzerten bringt er nicht nur die Musik der Cellovirtuosen des 19. Jahrhunderts, etwa Adrien François Servais oder Carl Yulyevich Davidow, zurück auf die Bühne, sondern eröffnet seinem Publikum auch einen Zugang zu modernen Komponisten wie Aribert Reimann und Isang Yun.
Neben seinem Wirken als international geschätzter Solist unter Dirigenten wie Sir Colin Davis, Lorin Maazel, Mariss Jansons, Shiao-Chia Lü, Grzegorz Nowak, Daniel Klajner, Yukata Sado oder Michael Hofstetter und mit Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Shanghai Symphony, dem NHK Tokyo, dem Royal Philharmonic Orchestra und dem Russischen Staatsorchester Moskau, ist Wen-Sinn Yang auch ein begehrter Kammermusikpartner. Sein besonders einfühlsames, hochvirtuoses und ausdrucksstarkes Spiel auf technisch allerhöchstem Niveau eröffnet immer wieder neue Hörperspektiven.
Seit 2004 lehrt Yang als Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater München und gibt darüber hinaus regelmäßig internationale Meisterkurse. In der Saison 2016/17 wird er als Artist In Residence beim Taiwan Philharmonic, the National Symphony Orchestra in Taipeh gastieren.
Wen-Sinn Yangs breitgefächertes Repertoire ist auf über 30 CDs dokumentiert. Darunter befinden sich sowohl die Hauptwerke für Violoncello von Boccherini, Haydn, Beethoven, Schubert, Saint-Saëns, Lalo, Tschaikovsky und Dvorak als auch Kompositionen von Henri Vieuxtemps, Frank Martin, Leonid Sabaneev und Sofia Gubaidulina. Viele dieser Aufnahmen sind Ersteinspielungen.
In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fernsehen hat Yang 2005 die sechs Solosuiten von J. S. Bach für Violoncello solo aufgenommen. Die bei Arthaus veröffentlichte DVD wurde von den Kritikern als eine gültige Interpretation gefeiert, wie man diese Werke auf modernen Instrumenten und dennoch historisch informiert neu zum Klingen bringen kann.
Die CD „Alma Brasileira“ mit Kammermusikwerken des brasilianischen Komponisten Radames Gnattali wurde 2015 als bestes Klassik-Album mit dem Latin Grammy Award ausgezeichnet.« Zurück