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Düsseldorf Tonbild-Theater
Heutiger Zustand
Das Arabische Café wurde bereits 1911 wieder abgerissen, um für das Europahaus Platz zu schaffen, in dem die UFA später mit dem Europa-Palast ein großes Erstaufführungskino einrichtete. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg aber größtenteils zerstört. Nach dem Krieg wurde an der Stelle des Cafés mit der Berliner Allee eine große Schneise durch die Innenstadt geschlagen und ein Horten-Kaufhaus (heute Galeria Kaufhof) eröffnet. (Wikipedia)
Geschichte
- Die Angaben sind zum Teil widersprüchlich. Die Hausnummer 4 wird nur 1920 genannt, danach immer die 44. 1920 gibt es daher auch zwei Einträge, die Kammerspiele mit der Hausnummer 4 sowie das Palast-Theater mit der 44.
- Für Dieter Schäfer gilt der "Welt-Kinematograph" auf der Graf-Adolf-Straße 4, der am 18. 8. 1906 eröffnet wurde, als erstes Düsseldorfer Kino. Nach seinen Recherchen eröffnete Christian Winter nach dem Umbau der "Wunderhalle" in der Graf-Adolf-Straße 44 am 1.September 1906 sein "Kinematographisches Welt-Theater". Dies wird aber von Wiltrud Henningsen angezweifelt.
- Unter dein Namen "Kinephon-Theater" eröffnet die Wunderhalle in ihren Räumen, Graf Adolf-Strasse 44, ein Theater für sprechende, singende und musizierende lebende Photographien. Ein ähnliches Theater wircd noch in den nächsten Tagen eröffnet. Der Kinematograph 30/1907
- Programm: Wunderhalle Kinematogaphisches Welt-Theater, Rückkehr von der Kaiserparade (der deutsche Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnie); Beobachtungen englischer Detektivs mit der Blendlaterne; Der Taugenichts im Pensionat; Das wunderbare Bienenhaus, grosses phantastisches Ballet: Hundedressur im Variété; Ein Unglückstag; Der Sohn des Teufels, grosse französische Phantasie in 16 Abteilungen, Der Kinematograph 6/1907
- Neues Kino-Theater: Tonbild-Theater Graf Adolfstrasse 44. Der Kinematograph 65/1908
- Programm Tonbild-Theater, Das süsse Mädel, Tonbild; Abdullah-Troupe; Auf Sizilien; Ein Stierkampf in Sevilla; Ein Stelldichein, Tonbild; Grossvater verzeihe; Das Lotterielos; Dornröschen; Nehm'se Eier, humoristisches Tonbild; Ein hübsches Geschenk. Der Kinematograph 67/1908
- Das in maurischem Stil erbaute und eher in eine Ausstellung als in eine Strasse passende Arabische Cafe hat als solches seine besten Tage hinter sich. Diese besten Tage werden wohl die Eröffnungstage gewesen sein AIs Kapitalanlage wird es sich erst durch die Wunderhalle und das Tonbildtheater grösseres Vertrauen erweckt haben. Das Tonbildtheater im Arabischen Cafe dürfte das besuchteste der Stadt sein. Also auch hier ist es wieder das Kinotheater, das einen bisher trotz der guten Lage nur sehr schwer verwendbaren Geschäftsraum auszunutzen versteht. Der Inhaber des Theaters, Chr. Winter, dürfte durch die "Filmleiher-Vereinigung" in der kinematographischen Branche genügend bekannt sein. Das Theater wird kaufmännisch gut geleitet. Auch hinsichtlich der Zusammenstellung des Programms dürfte es dem Geschmack eines grösseren Publikums entsprechen. Jedoch ist alles etwas auf Massen betrieb zugeschnitten. Wenn es der Masse auch nicht weiter auffällt, wenn die — wie soll ich sagen — etwas kompakte Musik zweier Orchestrion einen flotten Marsch und einen süssen Walzer zu gleicher Zeit zu Gehör bringt, es gibt doch Vereinzelte, die sich dadurch beleidigt fühlen. Im allgemeinen sorgt Geige und Klavier für den musikalischen Teil. Dass die Tonbilder in diesem Tonbildtheater gut zu Gesicht und Gehör gebracht werden, braucht nicht erst gesagt zu werden. Das reichlich 2 stündige Programm wechselt zweimal wöchentlich. Das Filmmaterial in den Kindervorstellungen könnte besser ausgewählt sein. Die Preise sind 85 Loge. 55 I, 35 Pfg. II Platz. Als geschäftliches Unternehmen lässt sieh von dieses Theater nur Rühmliches berichten. Dem Charakter eine Kunst- Garten- und rheinisch-westfälischen Vergnügung Stadt wird es nicht gerecht. Der Kinematograph 134/1909
- Das Tonbild-Theater. Graf Adolfstr. 44, überraschte nach dem Busstage seine Besucher m der angenehmsten Weise durch wesentliche Verbesserungen, die das Bestreben der in den Händen des Herrn Chr. Winter liegenden Theaterleitung, ihrem Publikum wirklich genussreiche Stunden zu bieten, deutlich kennzeichnen. In den Pausen verdeckt ein Vorhang das beleidigende Weiss der Projektionsfläche. Die Innendekoration ist um mehrere Töne tiefer gestimmt worden und erhöht in der wirksamsten Weise die durch Bild und Ton erzeugte Stimmung. Der dreimalige Programmwechsel in der Woche wurde von dem sehr anhänglichen Publikum des Tonbild-Theaters gewiss nicht zur Bedingung der Treue gemacht. Aber nun ist er da und das Publikum findet viele Freude daran. Ein neues, sehr gutes Orchester sorgt in geschmackvoller Weise für den musikalischen Teil und für eine meisterhafte Begleitung der Bilder. Das Tonbild-Theater steht daher mit Recht in dem Rufe, den Düsseldorfern stets mit dem Neuesten und Besten aufwarten zu können.Der Kinematograph 153/1909