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Opal
(Schillerstein), eine Gruppe von Schmucksteinen aus dem Kieselgeschlecht, verschieden in Färbung und Aussehen, von denen die Hauptart, der ungefärbte, aber farbenschillernde edle O., allein zu den eigentlichen Edelsteinen gerechnet wird, wenn auch nicht ersten, doch zweiten Ranges. Die Bestandteile dieses Steines sind lediglich amorphe, d. h. unkristallinische Kieselsäure nebst etwas Wasser, demnach Kieselsäurehydrat; er gleicht genau einer erstarrten Gallerte, ist gelblich- oder bläulichweiß, halb durchsichtig oder nur durchscheinend. Seine Masse ist weicher als die des Quarzes, häufig rissig und zwar so, daß er dem Zerfallen leicht unterliegt. Trotzdem ist er in guten Stücken ein sehr teuer bezahlter Edelstein. Sein Wert liegt in dem ihm eigenen schönen Farbenspiel, das je nach der Richtung, in welcher er ¶
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betrachtet wird, in grünen, roten, blauen, gelben Lichtern wechselt. Je nachdem die Farben in Streifen oder Flecken auftreten,
unterscheidet man Flammen- und Flimmer
opal. Am meisten schätzt man die Steine, bei welchen das Rot und Grün vorherrscht.
Man kennt für den edeln O. nur einen Fundort, wo er in schleifwürdiger Weise vorkommt, nämlich in
Ungarn an dem südlichen Abhange der Karpathen bei Czernowitza, zwischen Kaschau und Eperies, in zwei aus Trachyt bestehenden
Bergen, in deren Masse er in kleinen Stücken, meist in Gesellschaft von gemeinem O. eingewachsen ist. Dort ist der Bau auf
O. ein sehr alter Betrieb, wie zahlreiche alte Schächte beweisen.
Früher gingen die Steine viel nach Konstantinopel und kamen mit andern Steinen des Orients wieder ins Abendland nach Amsterdam und London, woher es gekommen ist, daß der Stein oft als orientalischer O. bezeichnet wird. Das Vorkommen größerer Stücke ohne alle Risse ist sehr selten und wird dadurch die Kostbarkeit des Steins mit bedingt. Außerdem steigt sein Wert natürlich mit der Größe der Stücke und der Schönheit des Farbenspiels. Das größte bekannte Stück findet sich nebst vielen andern ausgezeichneten Exemplaren im kaiserlichen Mineralienkabinet zu Wien. Es ist 4¾ Wiener Zoll lang, 2½ Zoll dick und wiegt 34 Lot.
Man benutzt den edeln O. zu Ringsteinen, Ohrgehängen und andern Schmucksachen. Bei ersterer Verwendung wird er stets halbkugelförmig (en cabochon), ohne Facetten geschliffen. Am schönsten nimmt er sich auf schwarzer Unterlage aus. Sehr gewöhnlich umgibt man den Stein mit kleinen Diamanten, um seinen Mangel an Glanz weniger bemerkbar zu machen. Er entwickelt sein prächtiges Farbenspiel im höchsten Grade an warmen Tagen. Steinhändler halten daher, wie gesagt wird, den Stein ohne Ausnahme erst eine Weile in der Hand, um ihm Wärme mitzuteilen, ehe sie ihn vorzeigen.
Gleichzeitig mit dem Stein bricht man auch
Opalmutter, graugelben Trachyt, in welchem sehr kleine Opalmassen punkt-
oder aderförmig eingesprengt sind, und fertigt daraus Dosen und ähnliche Gegenstände. Andre
Opalsorten sind: Feueropal,
von feurig gelber oder hyacinthroter Farbe, bisweilen auch mit schönem Schiller. Kommt wenig zur Verarbeitung wegen seiner
Seltenheit, ist aber ein geschätzter Stein. Er findet sich in schmalen Schnüren und Nestern im Trachyt in einer
Gegend von Mexiko und auf den Faröern. -
Gemeiner O. ist wie der edle milchweiß, glas- bis wachsglänzend, ermangelt aber des Farbenspiels. Er kommt in Ungarn, Sachsen (Schneeberg, Eibenstock), Schlesien, Island u. a. O. vor. -
Hydrophan, Weltauge, ist gemeiner oder edler O., der seinen Wassergehalt verloren hat und daher glanzlos und undurchscheinend ist. In Wasser gelegt, saugt er dasselbe begierig ein, wird dadurch auf kurze Zeit durchsichtiger und zeigt dann zuweilen auch schönes Farbenspiel. Mit dem Trockenwerden tritt der vorige Zustand wieder ein. Solche Steine kommen an verschiednen Örtlichkeiten vor, hauptsächlich aber bei Hubertusburg in Sachsen. Sie sind als Schmucksteine gering geschätzt, haben aber ihren Preis, besonders weil sie nach Ostindien Absatz haben, wo sie vom Volke als Amulete getragen werden. -
Halb
opale haben braune, gelbe, grüne oder graue, meist unreine Färbung, sind nur an den Kanten durchscheinend, wolkig oder
fleckig, auch gebändert. Hierher gehören auch die braunen Holz
opale; dieselben sind durch Kieselsäurehydrat
versteinerte Hölzer, die besonders in Ungarn sehr schön gefunden und zu Dosen u. dgl.
verarbeitet werden, wie denn reiner gefärbte überhaupt als Material zu Schmucksachen dienen und besonders in Wien zur Verarbeitung
gelangen. Sie nehmen eine sehr schöne Politur an. Es gibt ferner hellgraue Halb
opale, die von scharf
begrenzten, braunroten Schichten durchzogen sind, sich demnach zu Kameen eignen und hierzu vielfach benutzt werden. -
Kascholong ist ein
Opal mit Perlmutterglanz, undurchsichtig oder durchscheinend, gelblich oder rötlichweiß, von mattem
Bruch, aber sehr politurfähig. Er heißt auch Perlmutter
opal oder Kalmuckenachat, nach dem Lande seines hauptsächlichen
Vorkommens, der Bucharei. Von einem dortigen Flusse Kasch soll sich sein Hauptname ableiten; er findet
sich aber auch in Kärnthen, auf Island, den Faröern u. a. O. Er dient zu Ringsteinen
und kleinen Schmucksachen und wird kappenförmig geschliffen. Er ist ziemlich teuer, weil in guten großen Stücken selten.
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Opaljaspis (Jaspis
opal) endlich ist ein Mittelding zwischen O. und Jaspis, heißt auch Eisen
opal und
verdankt seine Färbungen einem starken Gehalt an Eisenoxyd. Die Färbung geht von blutrot durch rotbraun und braun bis ochergelb.
Durchsichtigkeit ist nicht vorhanden. Sachsen, Ungarn, Sibirien, die Türkei liefern den Stein in schleifwürdiger Qualität.
Seine Verwendung findet er zu kleinen Schmucksachen und größeren Artikeln, im Orient namentlich zu
Säbel- und Dolchgriffen. - Zoll: s. Edelsteine.