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Marcel Hirscher ist zum ersten Mal Kombinations-Weltmeister. Der Österreicher gewinnt in Beaver Creek den von einem schweren Sturz des Tschechen Ondrej Bank überschatteten Wettkampf dank klarer Laufbestzeit im Slalom. Carlo Janka belegt als bester Schweizer Platz 6.
Nach der Abfahrt hatte primär Beat Feuz die Schweizer Hoffnungen auf sich vereinigt. Der Emmentaler nahm Zwischenrang 2 ein und lag derart zweieinhalb Sekunden und mehr vor den besten Slalom-Fahrern. Die Chance, einen Tag nach Abfahrts-Bronze eine zweite Medaille zu gewinnen, liess Feuz aber ungenutzt. Am Ende musste er sich mit Platz 14 zufriedengeben.
Janka, nach seinem überragenden Erfolg in Wengen selbstredend als einer der Medaillen-Kandidaten gehandelt, gehörte nach eigener Einschätzung schon nach der Abfahrt zu den Geschlagenen. "Ich war eine Sekunde zu langsam. Das war nicht gut genug. Der Zug ist abgefahren", sagte der Obersaxer selbstkritisch. Viel fehlte gleichwohl nicht für einen Podestplatz, den dritten an einer Weltmeisterschaft nach Riesenslalom-Gold und Abfahrts-Bronze 2009 in Val d'Isère. Exakt waren es vier Zehntelsekunden.
Ihrer Ambitionen sahen sich nach dem ersten Wettkampfteil auch Mauro Caviezel und Silvan Zurbriggen beraubt. Der Bündner und der Walliser figurieren im Schlussklassement auf den Plätzen 13 und 15.
Hirschers Nachrücken in der Startliste
Hirscher ist der erste österreichische Weltmeister in der Super-Kombination, seit das Format auf die WM 2007 in Are hin geändert worden ist. Seither hatten lediglich Benjamin Raich als Zweiter in der schwedischen Station und Romed Baumann als Dritter 2013 in Schladming Medaillen gewonnen. Raich hatte sich den Titel 2005 in Bormio gesichert, als der Slalom noch in zwei Läufen ausgetragen wurde.
Hirscher hatte sich in der Abfahrt auf die Bestzeit von Kjetil Jansrud einen Rückstand von über drei Sekunden eingehandelt - ein Handicap, das ihm nach eigenem Gutdünken lediglich eine minime Chance auf einen Medaillengewinn liess, zumal er in der inoffiziellen Rangliste auf Platz 31 geführt wurde und sich darauf einzustellen hatte, auf einer bereits ramponierten Piste den Slalom bestreiten zu müssen.
Doch in der Mittagspause verbesserte sich die Ausgangslage für den dreifachen Gesamt-Weltcupsieger schlagartig. Der beim Zielsprung auf schlimmste Weise gestürzte, danach über die Ziellinie geschlitterte Ondrej Bank wurde vorerst im Klassement belassen, nachträglich wegen eines Einfädlers beim letzten Tor aber disqualifiziert. Der Tscheche, der bis zu jenem fatalen Moment mit hervorragenden Zwischenzeiten unterwegs war, wäre einer der Kandidaten auf einen Spitzenplatz gewesen. Bank, in der Hahnenkamm-Kombination in Kitzbühel Dritter, erlitt nach ersten Diagnosen eine Hirnerschütterung, eine Schnittwunde und Abschürfungen im Gesicht und eine Prellung am einen Bein.
In der bereinigten Ergebnisliste rückte Hirscher nach Banks Pech auf Position 30 vor, was gleichbedeutend war mit der Startnummer 1 für den Slalom. Und Hirscher nutzte den Vorteil eines perfekten Parcours weidlich. Er, der im Weltcup nach Kombinationen schon viermal auf dem Podest stand, aber noch ohne Sieg ist, fuhr Bestzeit und sicherte sich so seinen dritten WM-Titel. In Schladming hatte er im Slalom und mit dem Team Gold geholt.
Jansruds erste WM-Medaille
In den Speed-Disziplinen war Kjetil Jansrud als Kronfavorit angetreten - und hatte nicht reüssiert. Im Super-G schrammte er als Vierter um drei Hundertstel am Gewinn der Bronzemedaille vorbei, in der Abfahrt fand er sich auf Platz 15 wieder. Die Rolle des Aussenseiters in der Super-Kombination behagte dem Norweger offenbar besser. Weder von angeknacktem Selbstvertrauen war etwas zu spüren, noch liess er sich die Schmerzen an der linken Schulter, herrührend von einer heftigen Kollision mit einem Kontrolltor im Super-G, anmerken.
Das mit der Bestzeit in der Abfahrt erarbeitete dicke Polster verkleinerte sich im Slalom zwar bedrohlich, doch in der Summe der beiden Laufzeiten war lediglich Hirscher um die Kleinigkeit von 19 Hundertsteln schneller. Der Nordländer, der einen kompletten Satz an Olympia-Medaillen sein Eigen nennt, sicherte sich damit das erste Edelmetall an Weltmeisterschaften. Dritter wurde Ted Ligety. Der Amerikaner lag lediglich drei Zehntel hinter Hirscher zurück. Wäre dem Amerikaner im Slalom nicht ein Zeit raubender Fehler unterlaufen, hätte er seinen vor zwei Jahren gewonnenen Titel erfolgreich verteidigen können. (SDA)
Bildquelle: gmx.at