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Kaliforniens Einwohner hören heute den Beach Boys Song "Santa Ana Winds" (The Beach Boys - Santa Ana Winds) vermutlich nicht mehr so gerne. Denn die trockenen und heissen „Teufelswinde“, die aus dem Hochdruckgebiet über Idaho, Utah und Nevada entstehen, wehen Richtung Kalifornien. Dort verursachen sie Waldbrände, verbrannte Häuser und hohe Stromrechnungen der Klimaanlagen!
Unsere Diagramme (siehe unten) beweisen es: An zwölf Tagen zwischen Ende KW 25 bis Anfang KW 28 stieg die Lufttemperatur an der Alten Freiburgstrasse diesen Sommer in Murten auf über 31°C. An den Tagen vom 24. bis 26. Juli wurden sogar 40°C geknackt! Dabei wäre die hohe Temperatur alleine kein Problem und leicht zu ertragen gewesen. Die Kombination von hoher Luftfeuchte (> 65%) und Temperaturen von 31°C im Büro machte das Arbeiten drinnen jedoch unerträglich. Tatsache ist also, dass der Klimawandel auch in unserer Region angekommen ist, mit zum Teil verheerenden Auswirkungen!
Was läuft schief? Warum ist die Lufttemperatur in den Städten höher als auf dem Land:
- Viele Büro- und Wohngebäude sind für hohe Temperaturen ungünstig ausgelegt. Die Fassaden reflektieren die Wärmestrahlung der Sonne ungenügend, absorbieren diese sogar: Aluminium matt eloxiert, dunkle Fassadenfarben und grosse Fensterflächen mit Gummidichtungen speichern Wärme zu lange;
- Grossflächige Fenster bei modernen Gebäuden lassen die Infrarotstrahlung mit wenig Dämpfung passieren, auch wegen technologisch veralteten Jalousien (dünnes Aluminium);
- Grünflächen werden meistens aus Kostengründen nicht gewässert. Der Rasen wird daher schnell braun und absorbiert erst recht die Wärmestrahlung der Sonne. Möchte man am späteren Abend lüften, ist man dann erstaunt, wenn zu warme Luft ins Gebäude dringt.
Grossflächige Abholzungen wie an der Nordseite des Mont Vully, entlang der Sense in Laupen und in Flamatt (siehe Fotos unten) wirken sich kontraproduktiv auf die CO2-Entlastung aus. Laut einer ETH-Studie (Wie Bäume das Klima retten könnten) müssten nämlich Bäume von der Fläche der USA angepflanzt werden, damit der Klimawandel gebremst werden kann.
Was also machen, falls im heissen Sommer trotzdem im Büro gearbeitet werden muss? Soll eine teure Klimaanlage angeschafft werden? Reicht gar ein einfacher PC-Ventilator mit einer elektrischen Leistung von 1,5 - 4 Watt?
Ein Ventilator - jedoch wirkungsgradoptimiert - kann eine gewisse Erleichterung in geschlossenen Räumen geben. Um die Bürogebäude, auch zu Hause, sollten klimaresistente Pflanzen gesetzt werden. Den Rasen sparsam zu sprengen ist ausserdem weniger kontraproduktiv, als ihn verdorren zu lassen. Grünflächen reflektieren die Strahlung der Sonne ca. sechs Mal besser als Asphalt und betonierte Flächen.
Es müssten Materialuntersuchungen und Experimente gestartet werden, um Gebäude mit einer Art „Stevenson Screen“ an den Fassaden auszustatten. Eventuell würde es aber bei älteren Jalousien und Fassaden ausreichen, diese in einem witterungsgbeständigen „Titanweiss“ (soll infraroten Anteil des Strahlungssprektrums der Sonne reflektieren) streichen zu lassen. Ich hatte vor einigen Monaten Experimente mit einem Stevenson Screen (Schirm für Temperatursensor) gemacht: Dunkle Farben sind definitiv ein „no-go“. Die Griechen wissen es schon lange, deren Häuserfassaden sind nämlich allesamt weiss!