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Der Hund
Kein Hund wird als aggressive, bösartige Bestie geboren...es ist der Mensch, der den Hund dazu macht!
Kampfhunde sind keine neuzeitliche Erfindung oder Erscheinung!
Die historischen Aufzeichnungen über Kampfhunde, oder auch Kriegshunde, gehen zurück in den Kulturen, bis in die Frühzeit der Menschheit. Damals wurden sehr grosse Hunde, Mastiff-Schläge, als Kriegshunde eingesetzt
Griechische und Assyrische Armeen sandten ihren Kriegern Kriegshunde voraus, die die Aufgabe hatten, das gegnerische Feuer auf sich zu ziehen oder den Feind aufzuspüren. Auch Alexander der Grosse umgab sich mit solchen Hunden.
Im Rom der Antike wurden solche Hunde eingesetzt, um gegen Bären, Löwen und Gladiatoren zu kämpfen.
Im Mittelalter, mit der Einführung von neuen Methoden der Kriegsführung, verloren diese Hunde mehr und mehr an Bedeutung, und wurden von da an zu Wächtern von Höfen und Anwesen oder zu Viehtreibern.
Die Hunde wurden oft eingesetzt, um Bullen zum Markt zu treiben, woraus sich wiederum der blutige Sport des sogenannten Bullenbeissens entwickelte, und über Jahrhunderte fortsetzte.
Alle möglichen Hunderassen kämpften gegen Artgenossen, aber auch gegen andere Tiere. Wegen ihrer grossen Kraft standen die jeweils beteiligten Bulldoggenschläge sehr schnell als Gewinner fest, und für die Zuschauer waren solche "Spiele" dadurch viel zu schnell entschieden. Um solche Kämpfe länger und spannender zu halten, hat man angefangen, die Bulldoggen mit Terrier zu kreuzen.
Das Ergebnis daraus waren die "Bull-and-Terrier". Es waren körper- und beisskräftige Hunde, mit Temperament und Schnelligkeit. Im Kampf schmerzunempfindlich, mit grosser Ausdauer und einem Kampfwillen, der sie nicht selten verbissen bis zum eigenen Tod kämpfen liess. Diese "Bull-and-Terrier" kämpften meist in einer Arena, zu Englisch auch "pit". Von daher der Name: "Pitbull-Terrier".
In der Arena zu kämpfen bedeutete, dass sich zeitgleich mit den Hunden stets auch Menschen auf dem Kampfplatz befanden. Die Hunde mussten sich jederzeit anfassen und hochheben lassen. Aggressionen gegen Menschen waren weder erwünscht noch Vorgesehen, denn ein solcher Hund wurde disqualifiziert und war somit völlig wertlos. Ein erfolgreicher "Kampfhund" konnte seinem Besitzer mit einem einzigen Kampf sehr viel Geld und Ansehen einbringen.
Aber nun zurück in unsere Zeit, und zur Wesensbeschreibung von "Kampfhunden":
Bullterrier, American Pitbull Terrier, Staffordshire Bullterrier oder auch American Staffordshire Terrier; allesamt gelten sie als sensibel, liebevoll, anhänglich, geduldig und überaus freundlich im Umgang mit Menschen, speziell mit Kindern!
Die Reizschwelle dieser Hunde liegt, entgegen der allgemeinen Meinung, im mittleren bis hohen Bereich. Diese Rassen vertragen es auch problemlos, von einem Kind mal an den Lefzen oder am Schwanz gerissen zu werden. Unglaublich? Aber wahr!
Denken sie nur an die Kinderserie "die kleinen Strolche". Erinnern sie sich an den grossen, gefleckten Hund, der die Kinder stets begleitet hat? Jawohl...ein Kampfhund!
In Grossbritannien, der Heimat einiger dieser Rassen, ist es so, dass diese Hunde wegen ihres durchwegs positiven Wesens, sehr gerne als Familienhunde gehalten werden. Ebenso werden solche Hunde dort auch erfolgreich als Therapiehunde ausgebildet und eingesetzt!
Ein grosser Unterschied zu all den Dingen, die sie bis heute gehört haben...nicht wahr?
Die Rassebezeichnungen sind verwirrend, sehen für Laien doch fast alle diese Hunde gleich aus. Unterscheiden kann wohl nur der wirkliche Kenner, und selbst dieser dürfte manchmal so seine Schwierigkeiten damit haben. Das kommt nicht von Ungefähr, denn einige dieser Rassen entsprechen zwar dem gleichen Typ Hund, tragen jedoch eine eigene Rassenbezeichnung.
Das, oft quadratisch anmutende, kraftvolle und bullige Aussehen dieser Hunde reicht aus, dass viele Menschen bei Begegnungen die Strassenseite wechseln.
Dies, obwohl der grösste Teil dieser Menschen noch niemals direkten Kontakt zu einem Verteter dieser Rassen, geschweige denn ein negatives Erlebnis hatten. Hauptsächlich das "Hörensagen" und die unzähligen Hetzkampagnen der Medien veranlassen diesen (leider verständlichen) Wechsel der Strassenseite
Persönlich hatte ich schon viele Begegnungen mit Vertretern dieser Rassen. Ich habe dabei aber niemals einen Killerhund gesehen...sondern stets das "Ergebnis", das durch Menschenhand auf brutalste und grausamste Art und Weise dazu gemacht wurde!
Ich empfand niemals Wut für einen solchen Hund...aber umso mehr Abscheu und Unverständnis für Menschen, die diese Tiere zu dem machen, was sie im Grunde nicht sind...und wohl auch nicht sein wollen!
Sämtliche meiner Begegnungen mit solchen Hunden (auf privater Ebene) waren überaus positiv und schön.
Ich erlebe diese Rassen, normal geprägt und sozialisiert, mit Artgenossen, mit anderen Tieren, mit Erwachsenen, mit Kindern und Kleinkindern.
Wer einmal das einfühlsame und offene Wesen dieser Hunde, ihre Freundlichkeit zu allem und jedem erlebt hat, wird viele Vorurteile gegen diese Tiere fallen lassen.
Ich meine damit nicht, gehen sie ab sofort zu jedem "Kampfhund" den sie sehen, und umarmen sie ihn. Das wäre wahrlich kein guter Rat. Aber das ist niemals ein guter Rat, weder bei einem sogenannten "Kampfhund", noch bei einem anderen Hund, und sei er noch so klein.
Vorurteile fallen lassen...das ist das Ziel, welches ich erreichen möchte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Uns Menschen, und diesen Hunden zuliebe, wünsche ich ihnen von Herzen solch schöne Begegnungen, wie ich selbst sie schon vielfach erleben durfte!
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