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In Herisau stirbt Gidio Hosestoss immer aufgrund derselben Ursache: Weil er ein Leckerli geklaut hat, erstickt er als Strafe daran. Nicht ohne Grund werden Lausbuben, die Verbotenes treiben, Gidio genannt – was in etwa das gleiche wie «Dummkopf» bedeutet.
Wie der Brauch des Gidio genau entstanden ist, ist bis heute nicht geklärt. Laut Johannes Schläpfer, der 1988 ein Buch zur Ausserrhoder Tradition herausgab, soll eine Begebenheit 1844 in Gossau drei Herisauer dazu inspiriert haben.
Ein Neffe des damaligen Posthalters musste einen vergessenen Brief ins benachbarte Dorf bringen. Begleitet wurde er von zwei Söhnen des Gemeindeläufers. In Gossau sah das Trio Männer, die hinter einem Strohmann heulend durch das Dorf zogen. Von diesem Treiben tief beeindruckt, organisierten sie daraufhin einen ähnlichen Umzug durch Herisau. Belege für diese Schilderung gibt es nicht – die erste schriftliche Nennung stammt aus dem Jahr 1872.