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Enitan ist elf, als sie zum ersten Mal auf Sheri trifft. Sheri, frech und ziemlich frühreif, gefällt ihr auf Anhieb. Obwohl beide Mädchen der oberen Mittelschicht in Lagos angehören,könnten ihre Familien kaum unterschiedlicher sein. Enitans Vater ist ein angesehener Rechtsanwalt, der für Meinungsfreiheit kämpft und seine Tochter zu einer emanzipierten Frau erzieht. Sheris Vater, ein wohlhabender Muslim, hat zwei Ehefrauen und frönt den angenehmen Seiten des Lebens. Die Mädchen schlagen sehr verschiedene Wege ein. Enitan wird Rechtsanwältin und kämpft für ihre Unabhängigkeit, die attraktive Sheri lebt als Mätresse eines alten Generals im Luxus, bis sie ihn eines Tages mit einem Kochtopf zu Boden schlägt ...
hallobuch, Silke Schröder aus Hannover am 15.04.2011
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Die in den USA lebende Nigerianerin Sefi Atta erzählt in ihrem ersten Roman Sag allen, es wird gut die Geschichte zweier unterschiedlicher Frauen, denen es trotz widriger Umstände gelingt, gute Freundinnen zu bleiben. Die eine, Enitan, wird Rechtsanwältin und setzt sich für die Rechte der Frauen ein, die andere, Sheri, geht einen völlig anderen Weg, bis auch sie es schafft, auf eigenen Beinen zu stehen. Die Freundschaft und die Lebensumstände der beiden unterschiedlichen Frauen sind aber nur ein Thema der Autorin. Ebenso setzt sie sich mit der generellen Rolle der Frau und insbesondere mit ihrer kaum gesicherten rechtlichen Lage im Land des ungebremsten Chauvinismus auseinander. Nigeria, Besitzer der reichsten Erdölvorkommen Afrikas, ist gleichzeitig auch eines der korruptesten und durch die ethnische und religiöse Polarisierung auch eines der gewalttätigsten Länder des Kontinents. Bis 1999 löste ein Putsch den anderen ab; erst seit zehn Jahren gibt es so etwas wie den Ansatz von demokratischer Stabilität obwohl auch die Präsidentschaftswahlen 2011 wieder verschoben werden mussten, weil die extra im korruptionsarmen Europa gedruckten Wahlzettel nicht rechtzeitig zur Hand waren. So ist Sag allen, es wird gut nicht nur ein spannender Roman über zwei sehr unterschiedliche Frauen, sondern auch ein direkter Blick auf die Alltagswelt Nigerias, der so manches Vorurteil bestätigt, aber auch viele interessante und aufschlussreiche Neuigkeiten über eines der (eigentlich) reichsten Länder der Erde bietet.