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Ein Trinker und ein Architekt: Zwei Antihelden - zwei Romane
- Sonntag, 5. Mai 2013, 14:06 Uhr
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Erste Ausstrahlung:
- Sonntag, 5. Mai 2013, 14:06 Uhr, Radio SRF 1
Beiträge
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Ein Trinker und ein Architekt: Zwei Antihelden - zwei Romane
New York, drei Jahre nach dem Anschlag auf das World Trade Center, und eine heruntergekommene Bar in Brazzaville in der Republik Kongo. Dies sind die Schauplätze der beiden Romane «Der amerikanische Architekt» von Amy Waldman und «Zerbrochenes Glas» von Alain Mabanckou.
Das eine ist ein Politroman zum Thema Toleranz und sagt viel aus über den Zustand der US-amerikanischen Gesellschaft. Das andere ist eine Politsatire über das Leben am Rande der Gesellschaft.
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Alain Mabanckou: Zerbrochenes Glas
Eine heruntergekommene Bar in Brazzaville, Kongo, ist das Zuhause von «Zerbrochenes Glas». Der Mann mit dem seltsamen Namen ist dort Stammkunde. Er sitzt Tag und Nacht da, trinkt Palmwein und hört den Gästen zu. Die Bar ist Bühne für die skurrilsten Leute mit unglaublichen Geschichten.
«Zerbrochenes Glas» schreibt diese Geschichten auf und gibt diesen Menschen und sich selber ein Stück Würde zurück. Alain Mabanckou, der Autor des Romans, gehört zu den originellesten Stimmen Afrikas. Er wirft einen gnadenlosen Blick auf die Zustände in Afrika, tut dies aber mit Wärme und Humor.
Alain Mabanckou: Zerbrochenes Glas. Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. Liebeskind, 2013.
Esther Schneider
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Amy Waldman: Der amerikanische Architekt
Wie tolerant ist die US-amerikanische Gesellschaft - vor allem wenn es um 9/11 geht?
Diese Frage beschäftigt die amerikanische Autorin Amy Waldman. Sie greift in ihrem Politroman «Der amerikanische Architekt» ein brisantes Thema auf. Auf Ground Zero soll eine Gedenkstätte für die Opfer des Anschlages vom 11. September enstehen. Als die Jury das Couvert mit dem Siegerprojekt öffnet, erlebt sie eine Überraschung. Der Architekt ist ein Muslim. Der Roman schildert auf fesselnde Weise, wie die amerikanische Gesellschaft damit umgeht.
Amy Waldman: Der amerikanische Architekt. Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek. Schöffling, 2013.
Esther Schneider
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Alexis Jenni: Die französische Kunst des Krieges
Niemand kannte den 49jährigen Lyoner Lehrer Alexis Jenni, als 2011 sein umfangreicher Romanerstling «Die französische Kunst des Krieges» erschien. Das hat sich gründlich geändert: das Buch wurde zum Ereignis und mit dem bedeutendsten Literaturpreis, dem Prix Goncourt ausgezeichnet.
Jetzt liegt der fulminant geschriebene Ideenroman, welcher das heutige Frankreich aus seinen Kolonialkriegen in Indochina und Algerien erklärt, auf deutsch vor und der Autor wird an den Solothurner Literaturtagen kommendes Wochenende lesen. Eine Buchkritik.
Alexis Jenni: Die französische Kunst des Krieges. Aus dem Französischen von Uli Wittmann. Luchterhand, 2013.
Hans Ulrich Probst