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Gotthard Graubner (1913 - 2013)
Biographie
Gotthard Graubner, 1930 in Erlbach, Deutschlang geboren, zählt mit seinen ab den 60er Jahren entstandenen Kissenbildern zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Nachkriegskunst. Auf die Studienjahre an der Hochschule der Künste in Berlin von 1947-48 und der Dresdner Kunstakademie von 1948-52 folgen bis 1959 wichtige Lehrjahre an der Kunstakademie Düsseldorf. Unter ihrem Einfluss löst er sich zwischen 1955- 57 von seiner bisherigen Bildsprache der geometrischen Farbformen und rückt die Farbe in den Fokus seines Schaffens. Zudem erweitert er seine künstlerische Tätigkeit von der Zweidimensionalität auf ein räumliches Gefüge. Nachdem er verschiedene Formen des Farbauftrags, zunächst in Aquarell, dann auch auf der Leinwand erprobt, erweitert er die Dimension indem er eine dicke Schicht synthetischer Watte über den Keilrahmen spannt. Diese Watte überzieht er mit einer Leinwand, die er schliesslich bemalt. Die so entstandenen Kissenbilder werden bereits 1960 erstmals vom Düsseldorfer Galeristen Alfred Schmela ausgestellt. Zehn Jahre später nennt Graubner selbst seine grossformatigen Kissenbilder Farbraumkörper. Graubner, der parallel zu seiner künstlerischen Tätigkeit ab 1965 auch als Kunstvermittler unter anderem an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste und der Kunstakademie Düsseldorf tätig ist, nimmt 1968 ein erstes Mal an der documenta IV teil. Im selben Jahr entstehen bis 1972 die sogenannten Nebelräume. 1973 wird er Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Von 1976 – 1992 hat Graubner erneut eine Professur inne, diesmal an der Akademie der Künste in Düsseldorf. 1987 erhält er den August-Macke-Preis der Stadt Meschede. Eine unvergessliche Werkschau findet 1980 in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden statt. Zwei Jahre darauf bespielt er mit einem fünfteiligen Farbraumkörper-Ensemble an der Biennale von Venedig den Pavillon der Bundesrepublik Deutschland. 1988 wird ihm der Norddeutsche Kunstpreis verliehen. Im selben Jahr schafft er für den Amtssitz des Bundespräsidenten in Berlin zwei große Bilder. 1996 wird er Mitglied der Saxon Akademie der Künste, Düsseldorf. Entscheidend für die Wirkung von Graubners Bilder ist die unterschiedliche Intensität seiner Malweise und die dadurch entstehenden Farblandschaften. Sein Œuvre umfasst vielfarbige Werke, denen aber auch monochrome Bilder mit feinsten Farbnuancen gegenüberstehen. Im Zentrum von Graubners Malerei steht die Entwicklung des Eigenlebens der Farbe und somit die Befreiung vom Anspruch etwas Anderes, Gegenständliches darstellen zu müssen als sich selbst. Gotthard Graubner stirbt 2013 in Düsseldorf.
Ausstellungen (Auswahl)
1960 Einzelausstellung Galerie Schmela, Düsseldorf 1968 Teilnahme an der Documenta IV, Kassel 1971 Vertritt die BRD auf der Biennale in Sao Paolo 1975 Gotthard Graubner, Hamburger Kunsthalle 1980 Einzelausstellung Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 1982 Biennale von Venedig. Graubner ist im deutschen Pavillon mit einem fünfteiligen Farbraumkörper-Ensemble vertreten / 5.Triennale-India, Neu-Delhi 1987 Gotthard Graubner. Zeichnungen, Aquarelle 1946 – 1986, Kunsthaus Zürich 1998 Gotthard Graubner. Malerei, Staatliches Museum Schwerin 2001 Gotthard Graubner. Malerei auf Papier, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 2005 Gotthard Graubner – Farbraumkörper und Arbeiten auf Papier 1984-2004, Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen / Gotthard Graubner, Shanghai Art Museum, Shanghai 2008 Gemeinschaftsausstellung ZERO lebt – europäische Avantgarde der 50er und 60er Jahre, Kunsthalle Weishaupt, Ulm 2009 Gotthard Graubner. Chapeau mon ami, Galerie M, Bochum 2010 Gotthard Graubner. Malerei / Peinture, Galerie Karsten Greve, Paris / Gotthard Graubner. Malerei, Kunstmuseum Liechtenstein 2011 Gotthard Graubner. Malerei – Gespräch mit Josef Albers, Josef Albers Museum, Bottrop / Group show Body and Soul. Lawrence Carroll – Gotthard Graubner - Sean Scully, Hôtel des Arts, Toulon 2013 Hommage à Gotthard Graubner, Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2018 Gotthard Graubner. Mit den Bildern atmen. Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen