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Mit der PRIME Studie - Positive Transitions through Menopause – wurde in England der Einfluss der Wechseljahre auf Gesundheit und Wohlbefinden von Frauen unter HIV-Therapie untersucht.
Dank optimaler HIV-Therapie werden wir alle immer älter, und von uns Frauen kommen immer mehr in die Wechseljahre. Unsere Körper verändern sich, und Wechseljahrbeschwerden beeinträchtigen unsere Lebensqualität. In England wurde deshalb die PRIME Studie entwickelt, um mehr über die Zusammenhänge von HIV-Therapie und Menopause zu erfahren. Mit 869 Teilnehmerinnen ist sie eine der weltweit grössten Studien zu diesem Thema. Mit ihrem partizipativen Ansatz bezog sie die zu untersuchenden Frauen von Anfang an mit ein.
Wechseljahrbeschwerden werden in drei Gruppen aufgeteilt:
- Somatisch: Wallungen, Herzklopfen, Gelenk- und Muskelbeschwerden, Schlafstörungen
- Urogenital: Scheidentrockenheit, Probleme mit Harnwegen oder sexueller Art
- Psychisch: Depression, Ängste und Sorgen, Reizbarkeit, Erschöpfung
Von allen Befragten berichteten 89 % von körperlichen, 78 % von psychischen und 68 % von urogenitalen Beschwerden. Erscheint es da nicht naheliegend, dass Frauen, die unter körperlichen Symptomen leiden, auch stärker zu psychischen Beschwerden neigen als Frauen ohne körperliche Symptome?
Im medizinischen Behandlungsalltag geht das sexuelle Wohlbefinden von uns Frauen in den Wechseljahren leicht vergessen. Die PRIME Studie zeigt auf, dass unklar ist, wer wofür zuständig ist: die Hausärztin, die HIV-Spezialistin oder Gynäkologin? Die Studienteilnehmerinnen fühlten sich zu wenig auf die Wechseljahre vorbereitet und wünschen sich mehr leicht zugängliche und gut verständliche Informationen dazu.
Um sexuelles Wohlbefinden in den Wechseljahren besser auszuleuchten, wurden PRIME-Erkenntnisse mit Ergebnissen einer Nationalen Umfrage zu Sexualität von Frauen ohne HIV in demselben Alter verglichen. Der Anteil der Frauen ohne HIV mit sexuellen Problemen war deutlich geringer als derjenige der Frauen mit HIV. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Frauen unter fortlaufender Therapie ihre Beschwerden eher formulieren und somit behandeln lassen, weil sie mit dem Gesundheitssystem besser vertraut sind. 52 % von ihnen hatten ihr Interesse an Sexualität verloren und 28 % beklagten Scheidentrockenheit.
Viele Frauen sind unsicher, wie sie Wechseljahrbeschwerden von HIV- Symptomen oder den Nebenwirkungen der Therapie unterscheiden können: „Du fragst dich, was mit dir geschieht – ist es HIV oder die Menopause?“ 47 % verlangen deshalb nach mehr und besseren HIV-spezifischen Informationen, um Wechseljahrbeschwerden besser verstehen und damit umgehen zu können.
Die von den Frauen beschriebenen Strategien zum Umgang mit den Beschwerden kommen mir bekannt vor: Yoga, mit dem Rauchen aufhören, Alkoholkonsum reduzieren, sich nach dem Zwiebelprinzip in Schichten kleiden, Ventilatoren oder kühlende Packungen benutzen. Überraschend wenige entscheiden sich für eine Hormontherapie oder vaginale Östrogen-Produkte. Jedoch werden Antidepressiva eingenommen und Feuchtigkeitsgels benutzt.
Romy Mathys / März 2019
#primeucl2018