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«Du denkst zu literaturwissenschaftlich!» Das sage ich mir in letzter Zeit oft, weil ich mir nur mit grössten Schwierigkeiten die theologische Brille vorstellen kann, die ich für meine bibelwissenschaftliche Seminararbeit bräuchte. Meine Augen verstehen nicht, wie zielführend das ist, über Aussagen des Täufers auf die wahre jesuanische Gestalt zu kommen. Und dann mit dem Historiker Josephus vergleichen, ob der auf ähnliche Schlüsse kommt. Und dann lache ich, wenn der Kommentar literaturwissenschaftlicher wird: «The passage as a whole has a sandwichlike structure.»
Vielleicht müssten sich Literaturwissenschaftler damit abmühen, den Grünen Heinrich oder Henri le Vert wie Keller ihn in Briefen nennt, zu rekonstruieren. Speziell diejenigen, die von sich behaupten, der Grüne Heinrich sei ihre Bibel. Es existieren ja auch verschiedene Fassungen von Heinrich, Gottfried dank!
Wo kauft man sich eine Theologenbrille?