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Svetitlan erblickte das Licht unserer Welt als zweites Kind der Elfen Verannah und Belleron al Kergovyn anno 993.
Er war ein ruhiges Kind, ganz im Gegensatz zu seiner Schwester Sverowyn, welche immer schon alles wissen und bewegen wollte. Schon früh lernte er lesen und schreiben und zeigte grosses Verständnis für Magie und Geschichte. In jeder freien Minute seines jungen Lebens vergrub er sich in Büchern um zu Lesen. Seine Eltern - vor allem sein Vater, der sein Ruhiges Gemüt, das Svetitlan von seiner Mutter Seite geerbt hatte, nicht verstehen konnte - machten sich so manche Gedanken, wie sie ihn dazu bewegen könnten, etwas aktiver am Leben teilzunehmen. Sie schickten ihn in den Unterricht mit dem Bogen, lernten ihn das Reiten, worin Svetitlan ein guter Schüler war, doch keine Minute, in der er nicht musste, hätte er mit Bogenschiessübungen oder Ähnlichem verbracht.
Schliesslich sprach sein Vater ein Machtwort; da Sverowyns Begabungen mehr in den Bereichen der Kriegskunst lagen, sollte Svetitlan zu einem Magier in die Schule gehen, wie das in ihrer Familie so üblich war.
Als er älter wurde, begann Svetitlan immer mehr, sich für die Schicksale der Menschen zu interessieren. - Jeder Elf seiner Umgebung und jeder Reisende, welcher in seine Nähe kam, musste ihm seine Geschichte erzählen, Svetitlan sog jedes Wort in sich auf. Gleichzeitig begann er zu schreiben, schrieb die Geschichten, die er hörte nieder und spann auch seine eigenen, meist eher traurigen Episoden fiktiver Gestalten. - Zu wenig Zeit widmete er seinen magischen Studien, was ihm einige Rügen seines Lehrmeisters, dem weisen Landran Perdovan und seines Vaters einbrachte, doch die Lyrik schien es Svetitlan angetan zu haben.
Als Svetitlan so um die 80 Jahre alt war, kam ein Barde in seiner Heimatstadt ................ zu Besuch. - Natürlich kam Svetitlan, sobald er seiner ansichtig wurde, mit ihm ins Gespräch. Der Barde war halb menschlicher, halb elfischer Abstammung und nannte sich schlicht Lyr, der Barde.
Seit Lyr in der Stadt weilte, versäumte Svetitlan seinen Unterricht, man traf ihn nur noch in Begleitung des Barden, worauf sich sein Lehrmeister mit ihm besprach und von seinen Träumen der Kunst der Poesie und der weiten Welt erfuhr. Nach langem Gespräch kam Landran zum Schluss, dass er gemeinsam mit Svetitlans Mutter dessen Vater überzeugen könne.
Landran Perdovan setzte sich mit Verannah zusammen und sprach mit ihr über ihres Sohnes Zukunft - es sei nicht Svetitlans Berufung, Magus zu werden, viel eher sähe er in seinen Interessen einen Poeten. So könne es auf alle Fälle nicht weitergehen, er wolle keinen Schüler mehr, der seine Aufmerksamkeit allem, bloss nicht seinen Studien widme.
Verannah hatte sich diese Gedanken schon des längeren gemacht, sie hatte auch bemerkt, dass Svetitlans Gedanken immer mehr in die Ferne schweiften - andere Länder und Völker harrten da draussen ihres Sohnes, doch wenn sie mit ihrem Mann darüber gesprochen hatte, zeigte sich dieser unnachsichtig.
Schliesslich gingen Landran und Verannah gemeinsam zu Belleron. Dieser zeigte sich nicht gerade begeistert, doch als er hörte, was Landran über die Ereignisse der letzten Monate zu berichten wusste, konnte selbst er nicht mehr seine Augen vor den Tatsachen verschliessen.
So liessen sie Svetitlan zu sich rufen.
Als sein Vater seiner Ansichtig wurde, übermannte ihn jedoch die Wut über seinen Spross, der sich standhaft weigerte, seinem Willen zu folgen; Svetitlan liess diese Tirade widerspruchslos über sich ergehen - der Blick in den Augen seiner Mutter sagte ihm genug. Schliesslich beruhigte sich Belleron; die Frage wurde gestellt, was Svetitlan denn nun zu tun gedenke. Svetitlan’s Augen leuchteten auf, die Idee, mit Lyr davonzuziehen war ihm schon lange gekommen, er hatte Lyr auch schon gefragt, ob er denn mit ihm mitziehen könne, um die Kunst der Barden zu erlernen worauf dieser freudig eingewilligt hatte - doch wie sollte er es seinem Vater schmackhaft machen?
Er schaute Belleron in die Augen, sagte ihm, dass er etwas von der Welt sehen wolle - Erfahrungen und Wissen seien schliesslich ein hohes Gut - nur einige Jahre Reisen, dann zurückkehren und eine Familie gründen, so dass sie seiner stolz sein könnten.
Die Mutter bemerkte wohl, dass ihres Sohnes Sinn nicht danach stand, so bald zurückzukehren, doch hielt sie mit ihrer Meinung zurück, schliesslich wollte sie, dass er sein Leben nach seinem Gutdünken gestalten könne - nur die Angst, ihn zu verlieren, trübte ihre Augen ein wenig.
Belleron hingegen sah sich einem willensstarken jungen Mann gegenüber, der Erfahrungen sammeln wollte und fragte ihn, wie er sich das denn vorstelle - ob er sich schon Gedanken gemacht habe wohin und mit wem er reisen wolle?
Svetitlan liess Lyr rufen, welcher schliesslich mit einem Lied auf den Lippen eintrat und galant die versammelte Runde begrüsste. Bellerons Vorbehalt gegen einen Barden halbmenschlicher Abstammung verflüchtigte sich rasch ob dem Charme des Neuankömmlings - schliesslich willigte er ein.
Bald liefen die Vorbereitungen für die Reise von Svetitlan, an nichts durfte es ihm mangeln, zwei edle Pferde wurden ausgesucht; die Garderobe ausgewählt, Waffen bereitgestellt. Zum Abschied gab ihm sein Vater einen Beutel mit Gold, seine Mutter ein Medallion, welches ihm Glück bringen solle - ein Familienerbstück - und seine Schwester Sverowyn schenkte ihm einen Bogen der Meisterklasse, auf dass er sich seiner Haut erwehren könne und nicht zu Hungern brauche.
So zog Svetitlan, der junge angehende Barde elfischen Blutes mit Lyr dem Barden von dannen.
Gleich zu Beginn gab Lyr seinem Gefährten den Namen Liam - schliesslich bräuchte nicht ein Jeder seine Abstammung zu wissen, abgesehen davon falle es den Leuten einfacher, sich diesen Namen zu merken. Svetitlan, nun Liam genannt, war zum ersten mal in seinem Leben voller Freude dabei, zu lernen - Gesang, Harfe, Versmass, selbst der Umgang mit dem Lang- und Kurzschwert erlernte er schnell, da der Unterricht Lyr’s niemals langweilig wurde.
Im Umgang mit dem Bogen seiner Schwester, einem Kompositlangbogen, wurde er bald so gut, dass Lyr an sein Können nicht mehr heranreichen konnte.
Viele Jahre zogen sie durch die Lande, sahen einiges und erlebten Abenteuer, manchmal zu zwein’, meist aber gemeinsam mit anderen Gruppen abenteuerlustiger Gesellen.