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Der 27. Juni war kein guter Tag für Veljko Simic und den FC Basel. Es war der Tag, an dem das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass der damals 19-jährige Serbe in der Schweiz keine Arbeitserlaubnis erhält. Dabei hatte die kantonale Migrationsbehörde Simic die Arbeitserlaubnis im Sommer 2013 erteilt. Diesen Entscheid stiess das Staatssekretariat für Migration (SEM) um. Dagegen legte der FC Basel Beschwerde ein. Doch das Bundesverwaltungsgericht stützte den Entscheid des SEM mit der Begründung, dass Simic die nötige Qualifikation fehle.
Kurz, nachdem Simic eine berufliche Zukunft in der Schweiz vorläufig verbaut worden war, verpflichtete der FC Zürich die zwei Nordkoreaner Nam Gwon Kang (20) und Yu Song Kim (21). Später, in der Winterpause, auch noch den Armenier Artem Simonyan (20). Und im März fand der Iraker Sherko Kareem Gubari (18) den Weg zu den Grasshoppers. Obwohl diese vier Fälle ähnlich gelagert sind wie jener von Simic, kommt das SEM zur Erkenntnis, dass die Neuverpflichtungen der Zürcher Super-League-Klubs die Bedingungen erfüllen, um als Bürger eines Drittstaats eine Arbeitserlaubnis zu erhalten.
Nur, wie lauten diese Bedingungen? Berufssportler aus Drittstaaten werden zum Schweizer Arbeitsmarkt zugelassen, «wenn diese den Sport in den letzten drei Jahren nachweislich auf hohem Level ausgeübt und mindestens während eines Jahres an professionellen nationalen Meisterschaften auf höchstem Niveau (erste Mannschaft) mit regelmässigen Einsätzen teilgenommen hätten», schreibt das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil im Fall Simic. Weiter heisst es: «Wie in anderen Bereichen sollen auch im Sport mit den Ausnahmen von den üblichen Rekrutierungsprioritäten primär hoch qualifizierte Personen bzw. eigentliche Spezialisten erfasst werden. Es bedarf dabei keiner besonderen Erwähnung, dass die geforderte Wettkampferfahrung nur durch eine regelmässige Teilnahme an professionellen nationalen Meisterschaften zu erfüllen ist, wobei praxisgemäss Spieleinsätze in der ersten Mannschaft eines Vereins in der ersten oder zweiten Profiliga eines Landes ausreichen.»
Veljko Simic hat zwar schon mit 15 einen Profivertrag bei Roter Stern Belgrad unterschrieben und kam auch zweimal in der ersten Mannschaft zum Einsatz. Als er aber seinen 2013 auslaufenden Vertrag nicht verlängerte, wurde er von Roter Stern Belgrad in den Nachwuchs zwangsversetzt. Kurz: Simic konnte die Bedingungen für eine Arbeitserlaubnis in der Schweiz gar nicht erfüllen. Erstaunlich ist indes, dass die Dossiers von Simonyan, Kang, Kim und Gubari vom Staatssekretariat für Migration durchgewunken wurden.
Insider attestieren Simonyan grosses Talent. Nur hat der Armenier bei seinem Ausbildungsverein, dem russischen Top-Klub Zenit St. Petersburg, nicht eine Minute in der ersten Mannschaft absolviert. Simonyan kam ausschliesslich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz, die weder der ersten noch der zweiten russischen Liga angehört. Der 20-Jährige hat zwar im letzten Jahr in der von Ex-FCZ-Trainer Bernard Challandes trainierten armenischen Nationalmannschaft debütiert. Aber das war in einem belanglosen Testspiel und bis heute auch Simonyans einziger Länderspieleinsatz. Kurz: Simonyan kann weder regelmässige Einsätze in der ersten Mannschaft noch Wettkampfpraxis in der ersten oder zweiten Profiliga vorweisen, dafür aber eine Arbeitserlaubnis für die Schweiz.
Dazu heisst es vom SEM: «Gemäss eingereichten Gesuchsunterlagen des FCZ bringt Artem Simonyan die beruflichen Qualifikationen mit. Simonyan kann regelmässige Einsätze in einer Profiliga sowie einen Einsatz in der armenischen Nationalmannschaft vorweisen. Im Rahmen des Ermessens, zum Beispiel unter Berücksichtigung länderspezifischer Unterschiede, können nebst der höchsten auch andere Spielklassen als ‹höchstes› Niveau» gelten.»
Spannend dürften auch die Gesuchsunterlagen für die beiden Nordkoreaner Kang und Kim sein. Denn selbst für ausgewiesene Fachleute mit jahrzehntelanger Erfahrung im Scouting ist der nordkoreanische Klubfussball ein unbeschriebenes Blatt. Fragt sich, wie Beamte der Migrations-Behörde den Wahrheitsgehalt der Unterlagen überprüfen als auch den Level des nordkoreanischen Fussballs einschätzen wollen.
Nun, Kim und Kang sind seit letztem Sommer lediglich zu sporadischen Kurzeinsätzen in der U21 des FC Zürich gekommen. Was darauf schliessen lässt, dass sie nicht als hoch qualifiziert eingestuft werden können. Deshalb wäre eine Verlängerung ihrer Arbeitserlaubnis im Sommer eine grosse Überraschung. Das SEM schreibt: «Bewilligungen für Berufssportler aus Drittstaaten werden nur erteilt, wenn der Arbeitgeber einen Spieler für die Mannschaft in einer der beiden obersten Spielklassen rekrutiert. Diese Bedingung war gemäss den vom FC Zürich eingereichten Unterlagen zum Zeitpunkt des Gesuchs erfüllt. Sollte sich erweisen, dass die Spieler langfristig nicht in den beiden obersten Ligen zum Einsatz kommen, hat der Kanton bei einer anstehenden Verlängerung die Bewilligungen zu widerrufen.»
Vom Iraker Sherko Kareem Gubari kursieren spektakuläre Videos auf Youtube. Gubari kam letztes Jahr für Al Shorta zu zwei Einsätzen in der irakischen Liga und zu fünf im AFC-Cup, dem asiatischen Pendant zur Europa League. Nur: Wie professionell ist die irakische Liga? Und entsprechen sieben Spiele pro Jahr regelmässigen Einsätzen, wie es in den Bestimmungen heisst?
Es ist das gute Recht der Zürcher Klubs, für ihre Spieler eine Arbeitserlaubnis zu beantragen. Das Problem ist einzig, dass die Prüfung der Anträge durch das Staatssekretariat für Migration willkürlich erscheint. Deshalb braucht es Änderungen im Verfahren.
Claudius Schäfer, Geschäftsführer der Swiss Football League, hat beim SEM ein Konzept eingereicht, um «den Nachweis der ausreichenden Qualifikation auch auf andere Weise erbringen zu können als durch das in den bisherigen Weisungen enthaltene Kriterium der Spielpraxis in der obersten Liga». Für die Qualifikation böten sich auch regelmässige Einsätze in der Uefa Youth League oder einer Nachwuchs-Nationalmannschaft an. Ausserdem schlägt Schäfer vor, ein Expertengremium zu ernennen, welches periodisch eine Einschätzung der Ligen vornimmt. Diesem Gremium sollen neben Vertretern des Staatssekretariats für Migration auch Vertreter der Fifa, des Schweizerischen Fussballverbandes und der Swiss Football League angehören.
Übrigens: Die Welt von Veljko Simic ist wieder im Lot. Im vergangenen Sommer wechselte er als Leihspieler zum slowenischen Erstdivisionär NK Domzale, der überraschend auf dem dritten Platz liegt. Massgeblichen Anteil daran hat auch Simic, der 20 von 25 möglichen Partien bestritten hat. Als wollte er die Schweizer Behörden eines Besseren belehren. Das Bundesverfassungsgericht schrieb in seinem Urteil: «Mit Ausnahme seines ersten Einsatzes (für Basels U21) ist er nicht durch aussergewöhnliche Qualitäten aufgefallen.»
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Der FC Basel ist mit dem Antrag auf eine Arbeitsbewilligung für das serbische Talent Veljko Simic abgeblitzt. Der FC Zürich und die Grasshoppers haben indes in ähnlichen Fällen grünes Licht vom Staatssekretariat für Migration erhalten.
Der 27. Juni war kein guter Tag für Veljko Simic und den FC Basel. Es war der Tag, an dem das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass der damals 19-jährige Serbe in der Schweiz keine Arbeitserlaubnis erhält. Dabei hatte die kantonale Migrationsbehörde Simic die Arbeitserlaubnis im Sommer 2013 erteilt. Diesen Entscheid stiess das Staatssekretariat für Migration (SEM) um. Dagegen legte der FC Basel Beschwerde ein. Doch das Bundesverwaltungsgericht stützte den Entscheid des SEM mit der Begründung, dass Simic die nötige Qualifikation fehle.