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Nach Google, Apple und Oracle soll nun auch Palantir mit der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Österreich im Gespräch sein, um den Regierungen dabei zu helfen, den Verlauf der Corona-Pandemie zu analysieren und neue Epizentren vorauszusagen. Das berichtet 'Bloomberg
' unter Berufung auf anonyme Quellen. Demnach bestehen bereits Verträge mit dem britischen National Health Service oder auch dem deutschen Bundesland Nordrhein Westfalen.
Auch der Schweizer Regierung habe man seine Dienste angeboten, heisst es in dem Bericht weiter. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) habe nur mitgeteilt, viele solcher Offerten zu erhalte, wollte aber Gespräche mit Palantir nicht kommentieren. Das Unternehmen selbst lehnt eine Stellungnahme ebenfalls ab.
Palantir gehört zu den umstrittenen Big-Data-Analysten, da das Unternehmen seine Gründung 2004 unter anderem der Durchführung von Projekten für die CIA verdankt. Jetzt soll mit seiner Technologie die Verfolgung und Analyse der Verbreitung des Coronavirus unterstützt werden und Krankenhäusern bei der Vorhersage von Personal- und Versorgungsengpässen und der Suche nach Engpässen in der medizinischen Versorgungskette geholfen werden. Ausserdem will die anonyme Quelle von 'Bloomberg' wissen, dass Palantir helfen kann, Pläne zur Beendigung von Quarantänemassnahmen umzusetzen.
In der 'NZZ' und zahlreichen weiteren Medien wird darauf verwiesen, dass die Firma imstande ist, grosse Mengen unstrukturierter Daten aus unterschiedlichen Quellen zu ordnen und aufzubereiten, damit auch herkömmliche Computer sie auswerten können. Das geschehe zum einen mit der Software Gotham, die auf die Bedürfnisse von Nachrichtendiensten zugeschnitten ist, und mit dem Produkt Foundry, das den Privatsektor adressiere.
Palantir war in den letzten Jahren so attraktiv geworden, dass 2018 von einem Börsengang
die Rede war. Damals hatte das 'Wall Street Journal' eine Bewertung des Unternehmens von 36 bis 41 Milliarden Dollar angegeben, das 55-fache des Jahresumsatzes 2018 von rund 750 Millionen Dollar.
Allerdings ist Palantir wegen seiner Nähe zu diversen Geheimdiensten umstritten. Neben dem Auslandgeheimdienst CIA wurden unter anderem die Bundespolizei FBI und die Immigrationspolizei ICE bedient. Weiter bestehe eine Kooperation von Palantir mit dem Pentagon, nachdem eine solche von Google auf öffentlichen Druck hin 2018 unter Verweis auf moralische Bedenken eingestellt worden war, berichtet die 'NZZ'. Für Kritik sorgte zudem, dass einer der Mitgründer ein bekennender Anhänger und Berater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sei.
Palantir soll in Europa etwa 800 Mitarbeiter haben und Aufträge von Regierungen in rund 30 Ländern erhalten, zu denen auch die Schweiz gehört.