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Als der beliebte Star Stand-Up Komiker George Simmons (Adam Sandlers) erfährt, dass er noch höchstens ein Jahr zu leben hat, realisiert er, was aus ihm geworden ist: Ein einsamer und depressiver Clown, dessen beste Zeiten vorbei sind und dem sich die Leute nur wegen seiner Berühmtheit nähern. Das hilft Simmons auch, jede Nacht eine andere Frau ins Bett zu kriegen. Doch eigentlich trauert er seiner verflossenen Liebe Laura (Leslie Mann) nach, die nun mit einem Australier (Eric Bana) zusammen zwei kleine Töchter hat.
Inzwischen versucht der erfolglose Ira Wright (Seth Rogen) seine ersten Schritte als Stand-Up-Comedian. Obwohl seine Mitbewohner, der junge Komiker Leo (Jonah Hill) und der Star einer schwachen TV-Serie, Mark (Jason Schwartzman), ihm kein komödiantisches Talent zutrauen, erregt Ira bei einem Auftritt das Interesse seines Idols George Simmons. Als dieser Ira engagiert, um Nummern für ihn zu schreiben, geht für ihn ein Traum in Erfüllung. Da auch er keine echten Freunde hat, geniesst er die Gesellschaft des - wie er als einziger erfährt - todkranken Star-Comedians. Als aber Laura plötzlich wieder in Georges Leben auftaucht, wird es kompliziert...
Nach der Jungfräulichkeit (The 40-Year-Old Virgin) und einer ungewollten Schwangerschaft (Knocked Up), hat sich der Mann, der in den letzten drei Jahren zahlreiche Komödien-Volltreffer produzierte, nun einem ganz persönlichen Thema gewidmet: Der Stand-Up-Comedy. Die Rede ist von Judd Apatow, dem jüdischen New Yorker, der Seth Rogen berühmt machte und mit Adam Sandler einst ein Zimmer geteilt hatte.
In genau diesem Zimmer beginnt jetzt sein neuster Film Funny People mit einer Originalaufnahme, in der ein deutlich jüngerer Sandler mit Freunden seinen Spass mit Telefonstreichen treibt. In Wirklichkeit ist es die Zeit, als Apatow und Sandler beide mit Stand-Up begannen. Apatow schrieb zwar gute Nummern, konnte aber zugestandenermassen Sandler auf der Bühne nie das Wasser reichen.
Funny People ist nun seine lang geplante, persönliche Auseinandersetzung mit dieser Zeit. So war es auch eine kluge Entscheidung, die Rolle des exzentrischen Stars George Simmons mit dem inzwischen ebenso berühmten Adam Sandler zu besetzen. Und siehe da: Nicht blosses Herumalbern à la Zohan, sondern eine tiefgängigere und facettenreiche Performance wird uns von Sandler geboten, die zwar nicht verblüfft - die Rolle wurde ihm auf den Leib geschrieben - aber in seiner Ehrlichkeit Lob verdient. Seth Rogen gibt daneben die beste Figur ab (und damit sind nicht die Kilos gemeint, die er verloren hat) und erweist sich ebenfalls als Glückstreffer. Er hat den deutlich schwierigeren Part und zeigt sich von einer neuen, verletzlichen Seite. Die Dialoge der beiden (beispielsweise, wenn Ira an Simmons' Bett über seinen wirklichen Nachnamen redet) sind die Höhepunkte des Filmes.
Langweilig wird es, wenn sich der Film in seinen Nebenfiguren verliert, dann beginnt nämlich Jonah Hill einmal mehr zu nerven und die Story schleppt sich mühsam voran. Dafür entschädigt später im Film ein Eric Bana in Hochform mit seinem köstlichen Aussie-Dialekt. Eher bremsend wiederum sind die Stand-Up-Einlagen. Zwar bringen sie den einen oder anderen guten Lacher, aber mehr wäre kaum erträglich gewesen - Stand-Up-Comedy im Kino funktioniert nur begrenzt. Und irgendwann reicht es für den Europäer auch einmal mit Witzen über Penisgrössen.
Fazit: Funny People ist Apatows persönlicher Blick hinter die lustige Fassade des Grimassenschneiders und glänzt vor allem durch das Duo Sandler/Rogen. Leider wiederholt sich der Film allzu oft, will viel zu viel erzählen und so ist die Überlänge von 146 Minuten nicht zu übersehen. Wer aber eine unterhaltsame Komödie mit einem schlauen Konzept und einem Funken Tiefgang sucht (und explizite Witze unter der Gürtellinie verkraften kann) ist hier genau richtig.
Der Film hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er schlussendlich 30-40 Minuten zu lang war. Am Schluss mag er nicht mehr aufhören und die einzelnen Szenen verlaufen sich im Sand, respektive verlieren an Intensität und Interesse.
Doch über den grossen Teil des Films mag die Geschichte überzeugen, die Darsteller sind klasse und die kleinen Insiderwitze, Sprüche und Hinweise sind granatenstark. Die Fake-Filmposter sind cool, Ray Romanos Cameo genial und wenn Eric Bana seinen Australischen Dialekt rausholt, dann wackeln die Wände.
Ausserdem mag ich Standup und kam somit toll auf meine Kosten. Da sind mir Witze über Schwänze und Eier sowas von egal...
Wer allerdings einen Schenkelklopferfilm erwartet, der dürfte überrascht werden. Der Witz ist eher Grinsmaterial (mit ein paar herrlichen Ausnahmen) und die Story hat ernste Momente. Aber daraus basteln die Filmemacher einen schönen Film, der (wie erwähnt) zwar zu lang geraten ist, aber trotzdem passt.
"Carolina on my mind" von James Taylor ist ausserdem wunderschön.
Es ist ja auch ohne Zweifel erträglich (teilweise sogar sehr amüsant), für mich einfach an der oberen Grenze. Wenn ich guten Stand-Up sehen will, kann ich das auch auf youtube oder eben live kriegen. Wenn ich ins Kino gehe, dann lege ich doch mehr wert auf eine gut geschriebene Geschichte, als auf eine gut geschriebene Stand-Up Nummer. Und ausserdem - da wirst du mir wahrscheinlich zustimmen, sobald du den Film gesehen hast -Funny People hat "backstage" bei weitem die lustigeren Szenen zu bieten.