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Georg Friedrich Kauffmann (1679–1735) wurde im thüringischen Ostermondra geboren. Er erhielt ersten Orgelunterricht bei Johann Heinrich Buttstedt in Erfurt und Johann Friedrich Alberti in Merseburg. Er wurde Albertis Nachfolger als sächsisch-merseburgischen Hof- und Domorganist und später Kirchenmusikdirektor und Hofkapellmeister.
Kauffmann war weit über den Merseburger Raum hinaus als Komponist und Orgelsachverständiger bekannt. Seine Musik wurde auch in Halle und Leipzig gespielt.
Im Herbst des Jahres 1722 bewarb sich Kauffmann zusammen mit Christoph Graupner und Johann Sebastian Bach und vier weiteren Bewerbern um die Stelle des Leipziger Thomaskantors. Kauffmann zog seine Bewerbung zu Gunsten Graupners zurück, dieser musste aber die Berufung seinerseits ablehnen, schliesslich wurde Bach im Jahre 1723 zum neuen Thomaskantor gewählt.
Orgelwerke von Georg Friedrich Kauffmann
Die Harmonische Seelenlust (1733) ist Kauffmanns einzige Veröffentlichung mit Orgelmusik. Die Sammlung erschien 1733 und enthält 98 zwei- bis vierstimmige Orgelchoräle sowie 66 bezifferte Begleitsätze. Es ist die grösste in Deutschland erschienene Sammlung mit Orgelmusik aus dieser Zeit. Kauffmann bediente sich aller damals gebräuchlichen Formen der Choralbearbeitungen, z. B. fugierte Choralzeilen, imitierende Gegenstimmen zum Cantus firmus, vierstimmige Bearbeitungen mit obligater Oboenstimme. Viele Stücke enthalten detaillierte Registrieranweisungen, was eine wichtige Quelle zur Registrierkunst zur Bachzeit darstellt. Auch finden sich Tempoangaben und Verzierungsvorschläge von Kauffmanns Hand.
Georg Friedrich Kauffmann schrieb auch geistliche Chorwerke. Eine Werkliste und eine Biografie in englischer Sprache sind auf www.bach-cantatas.com zu finden.
Beitragsbild: Ladegast-Orgel im Merseburger Dom, der barocke Prospekt ist erhalten geblieben (um 1700)