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Dieses Jahr nahm ich wieder beim Ironman 70.3 in Rapperswil-Jona vom 10.06.2018 teil (1.9km bin ich geschwommen, 90km Rad gefahren und 21km gelaufen).Wie letztes Jahr begann ich mit dem Trainingsplan kurz nach der Anmeldung im Oktober 2017.
Die Trainingseinheiten fanden jedoch nicht mit der gleichen Häufigkeit und Intensität statt. Vor Weihnachten gab es verschiedene Mittag- und Abendessen mit Freunden, mit der Familie und Kollegen. Dann folgte die Reise nach Ecuador(1), dann die Fastnacht, anschliessend begann das allergische Asthma, gefolgt von weiteren Abendessen und der Arbeit (2). Dann, zwei Wochen vor dem Wettbewerb, während eines introspektiven Kurses verletzte ich mein rechtes Knie(3). Deshalb musste ich mich auf das „statische“ Training konzentrieren.
Dieses „statische“ Training war eine Kombination von Bewegung und Denken.Während dieser Zeit hatte ich folgenden Erfahrungen gemacht und gespürt:
– wie der urteilende und analytische Geist meine verfügbare Energie aufsaugte;
– wie ich diesen urteilenden und analytischen Geist aufhalten kann;
– wie ich die verbleibende Energie umlenken und liebevoll meine Sinne öffnenkann. In dieser Lage meinen Körper beobachten, ohne zu urteilen oder zu analysieren.
Deshalb kanalisierte ich die Energie neu, um meine Sinne besser zu öffnen und meinen Körper genauer zu beobachten, ohne ihn zu beurteilen oder zu bewerten.Meinen Körper zu fühlen und ihm und seiner Intelligenz besser Vertrauen zu schenken, den Herzschlag und die Bewegung meiner Lungen zu spüren, ohne die Schmerzgrenze zu überschreiten oder verstehen zu wollen, wie dies alles wirklich funktioniert(4). Die Zeichen zu deuten, die zwischen den Linien meiner Haut, meines Fettes, der Muskeln, Knochen und Zellen entstehen. Dies, ohne mich von dem beeinflussen zu lassen, was andere über mich denken und sagen. Denn wer kennt meinen Körper besser als ich? Wir sind seit mehr als 45 Jahren zusammen, nicht wahr?
Dieses „statische“ Training half mir dabei, auf die Botschaften meiner inneren Stimme zu fokussieren, anstatt auf die anderen Athleten zu hören, die feststellten, dass ich keinen Neoprenanzug trug. Meine eigenen Kommentare könnte ich nicht ignorieren. Und auch später als ich mein schweres Rennrad fuhr oder meine alten Laufschuhe trug ebenfalls nicht. In diesen Momenten stand mir das „statische“ Training zur Hilfe und machte mir drei Dinge bewusst:
– der Teil meines Geistes, der beurteilt und kritisiert, ist ein Energie-Sauger;
– wie schwer dieser Umstand für den Teil des Geistes ist, der sich amüsiert und sich frei fühlt;
– wie befriedigend es ist, im Fluss der Bewegung zu bleiben, indem ich alle Bestandteile meines Körpers fühle und geniesse.
Diese letzte Lehre war die Grundlage des diesjährigen „statischen“ Trainings: meine Energien auf das ursprüngliche Bedürfnis umzulenken, sich frei von Blockaden zu fühlen und Spass zu haben.
Meine Grenzen bewusst spüren, wobei mein Körper respektiert und umsorgt wurde. Dieses Bewusstsein muss geübt werden. Während dem „statischen“ Training bin ich durch diesen urteilenden und kritischen Geist hindurch.
Der Einzige, der den Neoprenanzug nicht zum Schwimmen trug.
An einem bestimmten Punkt, wurde mir bewusst, wie der kritische Geist mir die Energie aufsaugte. Diese bewusste Haltung habe ich auch durch Shiatsu, durch das Schwimmen und die Meditation gestärkt. So fand ich bewusster einen Weg, wie ich meinem Körper mehr Achtung und Liebe geben konnte. So könnte ich den beurteilenden und kritischen Geist aufhalten und meine Energie anders benutzen. Ich habe nach dem „Flow“ und nach der Freude während der Bewegung gesucht.
Mit einem offenen und liebevollen Blick nach innen und mit dem Ur-Vertrauen und die Liebe, dass meine Zellen das Wohlbefinden fördern und selbst bei längerer körperlicher Anstrengung steigern können. Es gehört ein bisschen zu unserem „Zeitgeist“(5), von Reizen überflutet zu werden, die unsere innereund liebevolle Stimme überdecken. Wenn es keinen Unterschied zwischen Bewegung und Gedanken gibt, wenn das Herz im Gleichschritt mit Raum und Zeit schlägt, gibt es keinen Raum mehr für Urteile und Kritik, sondern nur für Gefühle, die von deinen Sinnen entspringen.
Prost! Finisher in 7 Stunden und 4 Minuten.
Offensichtlich ist es einfacher, in diesem Zustand zu gelangen, wenn wir alle gleich sind, einheitlich in Handlung und Aussehen, somit wenn wir denken, wir seinen „NORMAL“. Wann ich mich anders fühle, ist es bedeutend einfacher, vom beurteilenden und kritischen Geist ergriffen zu werden. Dank diesem „statischen“ Training könnte ich besser spüren, in der Gegenwart zu sein und gleichzeitig im Sein zu verweilen. Ich könnte mich ohne Neoprenanzug vorstellen und meine Wahrnehmung so umlenken, nach was ich an meinem Körper liebe. Auf diese Weise kann ich meine Energie und meinem Körper auf die nährenden Kräfte im Jetzt lenken(6).
Ich bin mir sicher, dass Du auch den urteilenden und kritischen Geist erlebt hast, oder nicht? Also schenke bitte deinem Körper Raum und Vertrauen (7) ohne urteilen und kritisieren zu wollen. Erkenne, dass dein Körper Bewegung braucht, die frei von Gedanken ist, wie: „Ich muss es besser machen“ oder „ich habe es schlechter als er/sie gemacht“. Mit der notwendigen Achtsamkeit auf die Atembewegung, auf das eigene Emotionszentrum, auf die Gefühle der Freude und der Liebe für alle Zellen.
Bemerkungen:
(2) Ab Mai 2018 im See SPA in Zürich-Enge als Aushilfe.
(4) La favola dei suoni – Galileo Galilei in Italian extract from „Il Saggiatore“ – „Io potrei con altri molti essempi spiegar la ricchezza della natura nel produr suoi effetti con maniere inescogitabili da noi, quando il senso e l’esperienza non lo ci mostrasse, la quale anco talvolta non basta a supplire alla nostra incapacità”;
Leider konnte ich diese Geschichte nicht auf Deutsch finden. Meldet euch bitte, falls ihr die Übersetzung findet.
(5) Zeitgeist
(6) Während ich mich selbst kritisiere und urteile, finde ich die Bestätigung für dieseEnergie-aufsaugende Einstellung. Die Achtsamkeit ermöglicht mir, mich dabei zu beobachten. So kann ich auch meine Energie umlenken, in was ich liebe. Auf dieser Weisekann ich mein Wohlbefinden nähren/pflegen/steigern,anstatt zu urteilen und zu kritisieren.
(7) Gehirn, Herz, Bauch, Beine, Fingernägel, Geruchssinn, Sehsinn, Tastsinn, Flüssigkeiten, Haut, Haare… und alle Zellen, die sind viel im Körper und die das Körper Eins tun.
Shiatsu schenkt einen Raum für Selbstwahrnehmung. Ohne Beurteilungen, Annahmen und Erwartungen