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an die Chokoladefabrik abgegeben, die jährlich 4000000 Liter Milch verbraucht, täglich 10000 kg Chokolade herstellt und 600 Arbeiter beschäftigt. Châtel Saint Denis und 19 Freiburger u. Waadtländer Dörfer werden von dem 1895-1896 erbauten, 1896-1897 erweiterten und über 225 HP verfügenden Elektrizitätswerk von Châtel Saint Denis mit Licht versorgt; das Werk liefert ferner der elektrischen Bahn Châtel-Palézieux und etwa 12 kleinen Motoren (die sich bald vermehren werden) die nötige Kraft.
Handel.
Der Handel befasst sich hauptsächlich mit den Bodenerzeugnissen, wie Heu, Stroh, Obst, Kartoffeln, Holz, Tabak, Wein; ferner mit Käse, Vieh, Baumaterialien, Geweben, Glas-, Töpfer- und Eisenwaaren etc. Er ist zum grössten Teil in den Städten konzentriert, unter denen Freiburg beträchtlichen Weinhandel, namentlich mit dem Kanton Waadt, treibt. Der Handelstätigkeit etc. dienen eine Reihe von wichtigen Geldinstituten, von denen wir die Staatsbank, Hypothekarkasse, Kantonalbank, Volksbank nennen. Daneben bestehen noch etwa ein Dutzend anderer Banken von untergeordneter Bedeutung. Die 12 Sparkassen des Kantons verfügten am an Einlagen über die Summe von 8487723 Fr. Am Kollegium St. Michael besteht eine eigene Handelsabteilung. Ferner sorgen für kaufmännischen Unterricht besondere Handelskurse.
Landwirtschaft.
Die Bevölkerung des Kantons Freiburg hat zu jeder Zeit mit mehr oder weniger Erfolg der Landwirtschaft ihre besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Früher stellten Edle wie Bauern sich in den Dienst des Bodens, während heute der Landmann eher geneigt ist, sein Feld zu verlassen und in den Städten leichtere und lohnendere Arbeit zu suchen. Namentlich der Getreidebau wurde einst in grossem Massstabe betrieben, was eine 1817 aufgenommene Statistik beweist, nach der damals 13596 ha mit Getreide bepflanzt waren.
Dies ergibt pro Kopf der Bevölkerung einen Anteil von etwa 18 Aren Ackerland. Wenn dieser Betrieb im gleichen Verhältnis fortgedauert hätte, so müssten heute 23100 ha mit Getreide bepflanzt sein, statt dessen finden wir aber jetzt deren kaum 8500. Der allmählige Rückgang des Getreidebaues erklärt sich aus verschiedenen Ursachen, unter denen die Aufhebung des alten Brauches des freien Weidganges und die scharfe Konkurrenz fremden Getreides die hauptsächlichsten sind.
Nachdem die Schweiz sich dem Freihandel geöffnet hatte, fiel der Preis des Meterzentners Weizen plötzlich von 40-45 Franken auf 20-22 Franken, welche Summe die aufgewendete Mühe und Arbeit nicht mehr lohnte. Der Uebergang vom Getreide- zum Wiesenbau, oder allgemein vom einstigen extensiven zum modernen intensiven landwirtschaftlichen Betrieb hat sich nur langsam vollzogen. Heute haben das Greierzerland, die Gebiete um die obere Sense und ein Teil des Bezirkes Vivisbach (Veveyse) den Getreidebau beinahe völlig aufgegeben, und in den anderen Kantonsteilen ist er beträchtlich eingeschränkt worden. In der Ebene baut man meist noch Weizen und Roggen (entweder für sich oder gemischt als sog. Mischkorn), weniger Dinkel und Gerste. Die einst grosse Flächen bedeckenden Gersten- u. Roggenfelder sind jetzt zumeist in Wiesen umgewandelt.
Die Aufhebung des aus alten Zeiten überkommenen Rechtes des freien Weidganges hat die bunte Mischung von Aeckern u. Wiesen zum Verschwinden gebracht; diese veraltete Art der Bodenkultur besteht heute nur noch auf einem Teil der Gemeindegebiete von Saint Aubin und Les Friques (Bezirk Broye). Der Kanton umfasst 84561 ha bebauten Bodens, wovon etwa 26800 ha mit Getreide, Kartoffeln, Reben und Gemüsen bepflanzt sind, während die übrigen 57761 ha, d. h. 68%, auf natürliche und künstliche Wiesen entfallen. Im Gebirge herrschen natürliche Wiesen vor, in der Ebene Kunstwiesen. Das Futter wird mit der Sense geschnitten; mechanische Mähmaschinen sind im Kanton erst seit einigen Jahren in Gebrauch gekommen, mehren sich jetzt aber rasch. Besondere Vorrichtungen zum Trocknen des Heues gibt es keine. Im Allgemeinen eignet sich der freiburgische Bauernhof zur Aufbewahrung des getrockneten Futters ganz vorzüglich, da der Heuboden den gesamten Raum unter dem Dach u. über der Tenne und den Stallungen einnimmt. In der ¶
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Ebene wird das Futter zweimal geschnitten, als Heu und als Emd. Das Vieh treibt man erst im Herbst zur Weide auf die Wiesen; seit einigen Jahren hat man für das Jungvieh eigene Weideplätze geschaffen. Im gebirgigen Landesteil wird Heu nur in den Thalsohlen bis hinauf zur untern Grenze der Alpweiden geschnitten. Ende Mai findet der Alpaufzug statt, bei dem das Vieh von den Sennen (armaillis) in ihrer überlieferten alten Tracht begleitet wird. Diese jährlichen Alpauftriebe sind von grossem Reiz: die langen Züge von Vieh auf fast allen bergwärts leitenden Strassen und Wegen, die hellen Zurufe der Sennen, das harmonische Geläute der zahllosen Kuhglocken - Alles vereinigt sich zu einem ganz eigenartigen Bilde.
Während voller vier Monate leben nun die Sennen, fern dem Getriebe der übrigen Menschen, auf den Höhen, beschäftigt mit der Sorge um die ihrer Obhut anvertrauten Heerden und mit der Herstellung von Käse. Dieses abwechselnd ruhige und auch wieder stark bewegte Leben ist von der Volkssage vielfach aufgegriffen worden und hat eine ganze Anzahl von Ueberlieferungen und Geschichten gezeitigt, die man sich an den langen Winterabenden gegenseitig erzählt. Da die Futterwirtschaft heute in der Landwirtschaft des Kantons an erster Stelle steht, macht sich eine eintretende Futternot aufs empfindlichste fühlbar. Im trockenen Jahr 1893 z. B. sah sich der Staat genötigt, durch Lieferung von billigem Kunstfutter auf Abschlagszahlungen der leidenden Bauernschaft zu Hilfe zu kommen.
Menge und Güte des Futters sind grossenteils von der topographischen Beschaffenheit und Höhenlage des Bodens abhängig, wie auch von der Lage der Wiesen zur Sonne. Im s. Kantonsteil (Greierz, oberer Sense- und Vivisbachbezirk) ist das Gras zarter, saftiger und nahrhafter, während es in der Ebene, wo der Wuchs ein schnellerer ist, länger aufschiesst, holziger und weniger kräftig ist, dafür aber auch in grösserer Menge gedeiht. Die Alpweiden des Kantons umfassen etwa 34102 ha Fläche, d. h. 22% des gesamten produktiven Bodens, und beschränken sich beinahe ausschliesslich auf die Bezirke Greierz, Sense und Veveyse (Vivisbach).
Sie werden von dem mit der Jahreszeit immer höher steigenden Vieh abwechslungsweise bezogen (Mai, Mitte Juni, Anfangs August) und beim Abtrieb in umgekehrter Reihenfolge befahren, bis die Heerden Anfangs Oktober wieder im Thal angelangt sind. Die in der Thalsohle liegenden Bauerngüter sind meist nur klein, dafür aber um so ergibiger; schönere Wiesen und besseres Futter als um Bulle und La Tour im untern Greierzerland, um Galmis und Jaun und im Saanethal bis Montbovon findet man kaum irgendwo.
Die Alpweiden sind voneinander gewöhnlich durch einen Holzhag geschieden. Die Hütte steht zumeist an dem für die Versorgung mit Wasser und Holz günstigsten Platz; sie besteht aus Holz und hat ein Schindelndach, das mit schweren Steinblöcken belegt ist, und umfasst den Stall, die Milchkammer, Käseküche, das Zimmer der Sennen und den Heuboden, auf dem einige für schlechtes Wetter berechnete Futtervorräte liegen. Eine Anzahl solcher Sennhütten steht an hervorragend schönen landschaftlichen Punkten, von denen aus man sich einer sehr ausgedehnten Aussicht auf die umliegende Alpenwelt erfreut.
Auf Anregung und unter Aufsicht der Freiburger Sektion des schweizerischen alpwirtschaftlichen Vereins sind mit finanzieller Hilfe des Staates beträchtliche Alpverbesserungen unternommen worden, besonders in Bezug auf Bau, Einrichtung und Sauberkeit der Sennhütten, auf Urbarmachung, Entwässerung, Säuberung von Steinen, Versorgung mit Wasser, Behandlung des Düngers, Wegebau etc. Der intensive Futterbau hat, besonders in der Ebene, die Einführung neuer Futterpflanzen, wie Runkelrüben, Rüben, Mais, Buchweizen etc. zur Folge gehabt. Alle diese Gewächse werden in ziemlich grossem Massstab angebaut, um den verderblichen Folgen von Futternot einigermassen zu begegnen und den Bauern zu gestatten, ihren Viehbestand in bemerkenswertem Umfange zu vergrössern.
Dem landwirtschaftlichen Unterricht dienen die landwirtschaftliche Schule (heute landwirtschaftliches Institut) zu Pérolles, das Lehrerseminar, die Sekundar- und Bezirksschulen, ferner eine Reihe von in den bedeutendsten Ortschaften abgehaltenen landwirtschaftlichen Wanderkursen und Vorträgen. Der Staat verausgabt zur Zeit eine jährliche Summe von ca. 140000 Franken zu Gunsten der Landwirtschaft, wobei die Kosten für Strassen- u. Dammbauten, Flusskorrektionen etc. nicht mitinbegriffen sind.
Auch der kantonale landwirtschaftliche Verein gibt sich grosse Mühe, den landwirtschaftlichen Fortschritt zu fördern; er zählt heute in 25 Sektionen 4300 Mitglieder. Daneben bestehen noch eine Reihe von weitern Vereinen, die den gleichen Zweck verfolgen, so der Freiburger alpwirtschaftliche Verein, die Alpgenossenschaften, die Viehzuchtgenossenschaften, die Genossenschaften zum Ankauf von vervollkommneten landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen, Konsumgenossenschaften etc.
Industrie- und Handelspflanzen.
Tabak wird in den beiden Bezirken Broye und See gebaut, wo im Jahr 1900 869 Grundbesitzer auf einer Fläche von 181 ha einen Ertrag von 3870 Meterzentnern und, bei einem Durchschnittspreis von 70 Franken für den Meterzentner, eine Gesamteinnahme von 271154 Franken erzielt haben. Nach einer Reihe von Jahren geringen Ertrages und kleinen Absatzes hat der Tabakbau jetzt wieder begonnen, die auf ihn verwendete Sorgfalt in vermehrtem Masse zu lohnen. In der Ebene, besonders in den Bezirken Broye und See, wird jetzt in grossem Umfange der Bau der Zuckerrübe betrieben, die nach der Zuckerfabrik von Aarberg verkauft werden kann.
In den Bezirken Broye und See, namentlich im Wistenlach (Vuilly), lohnt sich auch der Gemüsebau gut, während der früher noch betriebene Hanf- und Flachsbau heute fast ganz verschwunden ist. Von grosser Wichtigkeit ist auch der Anbau der Kartoffeln, besonders seit der Einrichtung der landwirtschaftlichen Brennereien zu Rosé, Domdidier, Payerne und Avenches. In den Bezirken Broye, Saane, Sense und See finden wir prachtvolle Baumgärten voller Obstbäume. Obstbäume in Menge, namentlich Apfel-, Birn- u. Kirschbäume, weisen aber auch die ebenen Landesteile der übrigen Bezirke auf.
Nussbäume gedeihen hauptsächlich in den Bezirken Broye und See, Pflaumen- und Zwetschgenbäume im untern Teile des Bezirkes Broye. Der Kanton Freiburg erzeugt eine grosse Menge von Obst, dessen Qualität aber trotz der stets wachsenden Nachfrage nach Edelobstsorten doch im Allgemeinen eine nur mittelmässige ist. Weinbau treiben die Gemeinden am Neuenburger- und Murtensee, so namentlich Cheyres, Font, Châbles, Châtillon, Delley, Les Friques (Broye), Haut Vuilly, Bas Vuilly, Kerzers und Galmiz (See). Die gesamte mit Reben bepflanzte Fläche des Kantons umfasst 215 ha und erzeugt 19335 hl Wein im Wert von 385650 Franken. Die leichten Weissweine dieser Gebiete sind unter den Namen der Weine von Cheyres und Vuilly (Wistenlacher) weit bekannt und geschätzt.
Viehzucht.
Die eidgenössische Viehzählung vom Jahre ¶