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Das Wohnquartier Gütsch in Luzern liegt im äussersten Westen der Stadt, angrenzend an den Gütschwald. Der nach Osten orientierte Hang des Sonnenbergs und Gütschs blieb, von ein paar Landsitzen und Pensionen abgesehen, bis ins 20. Jahrhundert unverbaut. Heute ist er bis an die Waldränder hinauf überbaut. Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser, durchwegs in Gärten stehend und aus allen Abschnitten des 20. Jahrhunderts stammend, bilden einen heterogenen, durchgrünten Bebauungsteppich. Eine Ausnahme macht die Liegenschaft der Baugenossenschaft Untergütsch. In der Zwischenkriegszeit hat sie auf dem ansteigenden Terrain zwischen Bruchmatt und Gütsch 80 Ein- und Zweifamilienhäuser erstellt. Für die spezielle Situation mit starker Hanglage und Waldbestand wurden vier verschiedene Haustypen entwickelt.
Das kleine Einfamilienhaus an der Untergütschstrasse 8 wurde 1927 gebaut. Es ist, als Haustyp Nummer 3 klassifiziert, der kleinste Haustyp der Genossenschaft mit Kellerräumen im Gartengeschoss, zwei Zimmern mit Küche im Erdgeschoss und zwei Zimmern mit Bad im Obergeschoss. Im Laufe der Jahre wurde das Haus immer wieder saniert, wobei die Grundsubstanz unverändert blieb. Das Haus ist im heutigen Zustand sehr gut erhalten, die massive Aussenwand mit dem groben Kellenwurfputz intakt. Doch die kleinen Zimmer und engen Korridore entsprachen nicht mehr den gegenwärtigen Bedürfnissen und ein Eigentümerwechsel ermöglichte die Sanierung und den Umbau des Hauses.
Das Herausschneiden eines grossen Treppenauges in der bestehenden Betontreppe im Gartengeschoss und das Freilegen der eingehausten Treppenanlage bis unter das Dach schaffen die innenräumliche Dramaturgie und verbessern die Lichtführung.
Mit einigen gezielten Wandausbrüchen im Wohnbereich wird die enge und kleinteilige innenräumliche Struktur des bescheidenen Einfamilienhauses aufgebrochen und lässt einen grosszügigen Wohnraum entstehen. Der neue Boden im Wohnraum aus breitem, massivem Tannenholz bindet die ehemals kleinen Räume zu einem konglomeratischen Raumgefüge zusammen. Die vielen bestehenden kleinen Öffnungen der Zimmer setzen Wohnraum und Küche axial miteinander in Beziehung und erlauben neue Raumdiagonalen durch das gesamte Geschoss. Der Anbau einer ebenerdigen Terrasse an die Küche verbindet den Wohnraum mit den differenzierten Aussenräumen.
Im neuen Eingang im Gartengeschoss wirkt eine geräumige Diele als Drehscheibe, von wo aus die frei gespielte Treppenanlage sämtliche Räume in den Obergeschossen zugänglich macht und einen überhöhten Treppenraum bis unter das bestehende Dach schafft. Die Nasszellen und Küchen werden neu ausgerichtet und komplett erneuert. Das Raumprogramm wird mit Einbauschränken, Reduits und Gäste-WC in der Diele ergänzt, was die Funktionalität und Lebensqualität der Bewohner steigert.
Die Sanierung der Fassade folgt der „originalen“ Farbstimmung und Materialisierung. Als offensichtlichste Teile des Eingriffs treten die neuen Öffnungen im Garten- und Erdgeschoss in Erscheinung, welche den Vorbildern im Bestand und den Proportionen sowie der Materialisierung der ausgewechselten Fenster folgen.