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Plättchenhemmer nach Stentimplantation
|a -- Albiero R, Hall P, Itoh A et al. Results of a consecutive series of patients receiving only antiplatelet therapy after optimized stent implantation. Circulation 1997 (4. März); 95: 1145-56|
|Kommentator(in): Ferenc Follath|
|infomed screen Jahrgang 1 (1997)
, Nummer 5

Datum der Ausgabe: Mai 1997
Studienziele
Plättchenhemmer wie Acetylsalicylsäure und/oder Ticlopidin (Ticlid®) verhindern Thrombosen von intrakoronaren Stents. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob dabei die Kombination von Acetylsalicylsäure mit Ticlopidin wirksamer ist als Acetylsalicylsäure allein.
Methoden
Daten aus einer kleineren randomisierten Studie wurden mit denjenigen einer offenen Studie kombiniert. Zusammen umfassen die Studien 801 Patienten, denen zwischen März 1993 und Juli 1995 wegen Stenosen von Hauptstammkoronararterien Stents implantiert worden waren. Während des Eingriffs wurde Heparin verabreicht. Alle Patienten erhielten langfristig Acetylsalicylsäure (325 mg/Tag). 537 Personen wurde (teilweise randomisiert) zusätzlich während eines Monats Ticlopidin (2mal 250 mg/Tag) gegeben. Erfasst wurden alle wichtigen klinischen Ereignisse innerhalb eines Monats nach dem Eingriff.
Ergebnisse
Insgesamt traten bei 15 Personen Thrombosen eines Koronarstents auf (in beiden Gruppen je 1,9%). Auch in bezug auf andere klinische Ereignisse (Infarkte, erneute Interventionen, Tod) ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Personen, die nur mit Acetylsalicylsäure und solchen, die mit der Kombination behandelt wurden. Nebenwirkungen waren jedoch signifikant häufiger bei Patienten, die auch mit Ticlopidin behandelt wurden. Dieses Medikament musste bei 10 Patienten wegen Leukopenie (3), allergischer Hautreaktion (5) oder Gastritis (2) abgesetzt werden.
Schlussfolgerungen
Unter der Behandlung mit Acetylsalicylsäure allein traten während eines Monats nach koronarer Stent-Implantation nicht mehr Thrombosen auf als unter einer Kombinationstherapie mit Acetylsalicylsäure und Ticlopidin. Im Gegensatz zur Monotherapie mit Acetylsalicylsäure, die ohne wesentliche Probleme vertragen wurde, führte die Kombination vereinzelt zu Nebenwirkungen.
Die vorliegende Arbeit zeigt, dass die Inzidenz der frühen Stentthrombose durch eine alleinige Prophylaxe mit Plättchenhemmern geringer als 2% ist, womit die Resultate einer kürzlich publizierten Arbeit bestätigt werden.1
Die Frage, ob Acetylsalicylsäure die gleiche protektive Wirkung wie eine Kombination von Acetylsalicylsäure und Ticlopidin aufweist, kann jedoch auf Grund dieser Daten nicht endgültig beantwortet werden. Die Zahl der thrombotischen Ereignisse mit insgesamt 5 Fällen in der Acetylsalicylsäure- und 10 Fällen in der Gruppe mit kombinierter Therapie war zu niedrig, um eine verlässliche statistische Aussage treffen zu können. Zudem erfolgte die Patientenzuteilung in der Mehrzahl der Fälle nicht randomisiert.
Man muss deshalb die Resultate der laufenden vergleichenden Studien abwarten, bevor eine generalisierbare Empfehlung über die Benützung von Plättchenhemmern nach Stent-Implantation gemacht werden kann.
Ferenc Follath
1 Schömig A, Neumann FJ, Kastrati A et al. A randomized comparison of antiplatelet
and anticoagulant therapy after the placement of coronary-artery stents. N Engl J
Med 1996; 334: 1084-9
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Plättchenhemmer nach Stentimplantation (Mai 1997)
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