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Da hat sich doch der liebe Harrison Ford jüngst darüber beschwert, dass die einzigen Tierarten, die nach ihm benannt werden, so richtig grusige, furchterregende Viecher sind – Schlangen, Spinnen und dergleichen. Ach, eigentlich solltest du dich glücklich schätzen, Harrison, befindest du dich doch in bester, illustrer Gesellschaft!
Denn: Ein richtig-richtiger Weltstar darf sich erst jemand nennen, wenn ein neuentdeckter Organismus nach ihm oder ihr benannt wird. Beispiele gefällig? Bitte sehr!
(Und dies ist nur eine klitzekleine Auswahl, glaubt mir.)
Beginnen wir doch gleich mit Harrison Ford, also. Er kann bereite eine Spinnenart und eine Ameisenart sein Eigen nennen. Tachymenoides harrisonfordi, nun, auch bekannt als «Harrison Ford's slender snake», ist eine Schlangenart, die in Peru endemisch ist und erstmals 2023 beschrieben wurde.
Gagadon (wörtlich: «Gaga-Zahn») – so wurde 2014 wurde eine Gattung von Paarhufern, die im frühen Eozän (vor 56 bis 33 Millionen Jahren) Nordamerikas lebten, benannt. Die Bezeichnung der Unterart minimonstrum verweist einerseits auf die geringe Grösse und das Vorhandensein ungewöhnlicher Höcker an den Zähnen, andererseits auf die Fans von Lady Gaga, die sich gerne Little Monsters nennen.
Eine Plattwurm-Art mit einem Körperteil, der an die Helm-Form des Elektro-Duos erinnert.
Benannt zu Ehren der Schauspielerin und Biologin Isabella Rossellini, deren Kurzfilme über die Fortpflanzung von Tieren Theorien über die Evolution der Genitalien bei einem breiteren Publikum populär gemacht haben. Bei Ptomapahginus isabellarossellini deuten der extrem lange Penisstachel beim Männchen und der ähnlich lange Samenleiter beim Weibchen auf eine lange Geschichte der sexuell antagonistischen Koevolution hin, eine der Arten der Selektion.
Die einzige Spezies der Krabbengattung Harryplax; auf Guam heimisch. Erstmals 1998 gesammelt und 2017 beschrieben, ist die Gattungsbezeichnung nach dem Artensammler Harry T. Conley benannt sowie der literarischen Figur Harry Potter – eine Anspielung auf Conleys «unheimliche Fähigkeit, seltene und interessante Kreaturen wie von Zauberhand zu sammeln». Der Unterartname ist eine Anspielung auf Severus Snape, ebenfalls aus der «Harry Potter»-Reihe.
Das sind beides Laufkäfer-Arten, die in Costa Rica endemisch sind. Aber schaut mal genauer auf jeweiligen mittleren Extremitäten. Die oberen Gliedmassen des Schwarzenegger-Käfers sind um einiges grösser als die des Winslet-Käfers ...
Eine Spezies Kurzschwanzflugsaurier, zu Ehren von Steven Spielberg, Regisseur von «Jurassic Park».
Eine in Nordamerika vorkommende Vogelspinnenart, die erstmals 2015 in der Nähe des kalifornischen Gefängnis Folsom State Prison entdeckt wurde, weshalb man beim Artepitheton beschloss, den Country-Sänger Johnny Cash zu ehren, von dem es das berühmte Live-Album «At Folsom Prison» gibt, sowie den ikonischen Song «Folsom Prison Blues». Ausserdem war der meist in Schwarz gekleidet auftretende Johnny Cash der «Man In Black», was bestens zu den überwiegend schwarz gefärbten Männchen der Tarantelart passt.
Eine Spezies der Gallwespen, nach dem King of Rock 'n' Roll benannt. Also, genauer: Der Gattungsname (Preseucoela) kombiniert Elvis Presleys Nachnamen mit dem Suffix -eucoela (das auch in anderen verwandten Gattungen verwendet wird). Der Speziesname ist jedoch vom Hit «All Shook Up» abgeleitet.[1] Diese spezielle Art ist dafür bekannt, Eichen oder Rosengewächse anzugreifen.
Iago = James, badius = Brown. Und Triplogyniidae sind eine Unterart der Raubmilben, von denen es sechs Spezies Funkotriplogynia gibt. Eine davon ist besonders funky.
Eine Gattung von Fossilien aus dem mittleren Ordovizium (Darriwilium – 460 Millionen Jahre alt) vom French Broad River beim Douglas Dam in Tennessee. Der Gattungsname ehrt Dolly Parton, deren Freizeitpark Dollywood in der Nähe liegt. Das Epitheton ehrt den Paläontologen Art Boucot.
(Okay, okay, diese Dollyphyton-Fossile werden zu den Torfmoosen gezählt und sind somit keine «Viecher», sondern Pflanzen. Ja. Sorry. Aber Lebewesen. Immerhin.)
Auch bekannt als der Cleese-Wollmaki, ist dies eine Lemuren-Art von der Westküste Madagaskars. Der Name ehrt «Monty Python»-Legende John Cleese, der sich für den Erhalt der Lemuren einsetzt.
Ha! Und zu welcher Tierart gehört wohl eine Spezies, die nach «Playboy Magazine»-Gründer Hugh Hefner benannt ist? Na, zu welcher wohl?
Natürlich – ein Hase! Sylvilagus palustris hefneri, allgemein auch als Lower Keys marsh rabbit bekannt, ist eine Unterart des Marschkaninchens der Florida Keys, aus der Gattung der Baumwollschwanzkaninchen ... Ach, ja, ja, klar, deshalb «Playboy» und so. Heute gilt diese Unterart (genauso wie alternde Playboys vom Schlage Hefners) als gefährdet.
Eine Unterart aus der Familie der Schwammkugelkäfer. Weshalb er nach Darth Vader benannt wurde, ist glaub klar, oder?
Eine Art der Eichelwürmer, in der Tiefsee des Nordatlantiks heimisch. Die Form vieler Eichelwürmer erinnert stark an das menschliche männliche Geschlechtsorgan. Nicht so aber Yoda purpurata. Der sieht aus wie Yoda.
Eine Bremsen-Spezies mit einem auffälligen goldenen Hinterteil: Hmm, nach welchem Promi könnte man sie benennen? Hmm.
Hier war es die Frisur des 45. Präsidenten der USA, der das Artepitheton dieser Schmetterlingsart aus der Familie der Palpenmotten inspirierte. Der kanadische Entomologe Vazrick Nazari wählte das Artepitheton, um die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf die Notwendigkeit des Schutzes gefährdeter Biotope in den USA zu lenken, in denen immer noch viele unbeschriebene und bedrohte Arten leben (Donald Trump hob während seiner Präsidentschaft diverse Umwelt- und Artenschutzgesetze auf).
Übrigens: Palpenmotten sind in Südkalifornien und Nord-Mexiko heimisch – genau dort, wo Donald Trump am populärsten war. Nicht.
Eine Spezies der Zwergsechsaugenspinnen (eine der kleinsten Spinnenarten der Welt; allgemein zwischen 1,25 und 2,25 mm lang), die nach dem Bündner Künstler und «Alien»-Designer H. R. Giger benannt ist.
Auch bekannt als Angelina Jolie trapdoor spider, ist dies eine Art der Euctenizidae, nachtaktive Gliederfüsser, die ihre Beute ergreifen, indem sie aus ihren Bauen springen und sie mit Gift injizieren. Aha.
Dies ist eine in Australien vorkommende Webspinne (Araneae) aus der Familie der Springspinnen (Salticidae). Die grossen schwarzen Augen der Spinne sollen an Karl Lagerfelds Sonnenbrille erinnern und die weisse Behaarung an seinem typischen Kentkragen. Auch die schwarzen Beinglieder der Spinne sollen an die Handschuhe erinnern, die Lagerfeld trug.
Wie zuvor erwähnt, dies ist nur eine klitzekleine Auswahl. Und diverse Persönlichkeiten haben gleiche mehrere Kreaturen, die nach ihnen benannt sind. Mick Jagger, etwa, hat sechs verschiedene Spezies, die nach ihm benannt sind. Und nochmals sechs, die nach seiner Band The Rolling Stones benannt sind. Weitere ehrenvolle Erwähnungen wären etwa Conobregma bradpitti (parasitoide Wespe; nach Brad Pitt, jap), Actinopus osbournei (ein sehr hübscher Doldenblütler, nach Ozzy Osbourne benannt), Dendropsophus ozzyi (brasilianischer Frosch – ebenfalls Ozzy), Norasaphus monroeae (paläozoikische Trilobitenart – da denkt man automatisch an Marilyn Monroe, oder?), Montypythonoides (richtig – das ist eine Python-Art), Kootenichela deppi (ausgestorbene Gliederfüsser-Art, nach Johnny Depp), Constrictoanchoratus lemmyi (Boa-Schlangenart, nach dem Motörhead-Sänger benannt), Acrogonyleptes cheguevarai (brasilianische Urwaldspinne, nach dem argentinischen Revolutionär), Bumba lennoni (eine besonders eklige Tarantelart – danke, John Lennon!) ... und noch viele mehr.
Die «exotischen» Orts- und Flurnamen entstanden grösstenteils in den letzten zwei, drei Jahrhunderten – mit sehr unterschiedlichen Motiven. Auf der Hand liegt das Benennungsmotiv beim Vesuv in Heiligenschwendi BE: Mit seiner annähernd konischen Form gleicht der Hügel dem bekannten Vulkan in Süditalien.