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Bill Viola, der 1951 in New York geboren wurde, zählt zu den Pionieren der Videokunst. Nach Abschluss seines Studiums 1973 an der Syracuse University arbeitete er zunächst eng mit dem Komponisten David Tudor in der Gruppe «Rainforest» zusammen, die sich der Arbeit mit elektronischer Musik verschrieben hatte; in diesem Rahmen entstanden Violas erste Klangskulpturen. Das Wechselspiel mit der Musik und der darstellenden Kunst hat sein bildnerisches Schaffen seither wesentlich geprägt: Neben der Visualisierung von Tristan und Isolde, die 2004 an der Gehry Hall in Los Angeles entstand und im Jahr darauf in Paris gezeigt wurde, wäre vor allem der Film Déserts (1994) zu Kompositionen von Edgard Varèse und eine «Video-Suite» für die «Fragility»-Welttournee der Rockgruppe «Nine Inch Nails» (2000) zu nennen. Bill Violas Werke wurden in den bedeutendsten Museen und Galerien der Welt ausgestellt: im Museum of Modern Art New York (Installations and Video Tapes, 1987), in der Kunsthalle Düsseldorf (Unseen Images, 1992), bei der Biennale di Venezia (Buried Secrets, 1995), im J. Paul Getty Museum Los Angeles (The Passions, 2003), im Mori Art Museum Tokio (First Dream, 2006) und im Palazzo delle Esposizioni Rom (Visioni Interiori, 2008). Mit seinen Videos spürt Viola den Geheimnissen der menschlichen Wahrnehmung, der Spiritualität und des Bewusstseins nach; seine Bildwelten wurzeln sowohl in der abendländischen als auch in der fernöstlichen Kunst und sind vom Zen-Buddhismus, vom islamischen Sufismus und vom christlichen Mystizismus inspiriert. Bill Viola ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und «Commandeur dans l’Ordres des Arts et des Lettres»; 2009 wurde ihm der «Premi Internacional Catalunya» verliehen.
Juli 2010