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Phytoöstrogene
Phytoöstrogene sind chemisch zwar nicht verwandt mit den menschlichen Östrogenen. Ihre Struktur erlaubt den Phytoöstrogenen jedoch, dass sie an die menschlichen Östrogen-Rezeptoren binden können. So können sie körpereigene Östrogene nachahmen oder diese blockieren. Zu den Phytoöstrogenen gehören so genannte Isoflavone und Lignane.
Lignane
Lignane sind in Pflanzen weit verbreitet und die bedeutendste Gruppe der Phytoöstrogene. Sie sind Bestandteil der Zellwandstruktur. Sie finden sie daher in nahrungsfaserreichen Lebensmitteln. Lignanreiche Lebensmittel sind Beeren, (Lein-)Samen, Nüsse, Vollkorngetreide und Früchte.
Isoflavone
Isoflavone sind meist gelbliche Farbstoffe. Sie befinden sich gehäuft in Randschichten, also besonders in der Schale von Pflanzen, Gemüse und Früchten. Hülsenfrüchte, Soja, Beeren, Nüsse, Vollkorngetreide, Gemüse und Wein sind besonders isoflavonhaltig.
Phytoöstrogene und Krebsrisiko
Phytoöstrogene gelten als antikanzerogen. Das bedeutet, sie vermindern das Risiko an gewissen Krebserkrankungen zu erkranken. Bereits mit einer geringen Erhöhung der täglichen Lignanzufuhr (eine halbe Scheibe Vollkornbrot zusätzlich) konnte ein 29 % tieferes Dickdarmkrebsrisiko ermittelt werden. Bei einer hohen Lignanzufuhr konnte zudem ein um 47 % vermindertes Risiko für die Entwicklung eines gutartigen Geschwulstes (Adenom) gezeigt werden. Ähnliche Auswirkungen wurden auch bei einer erhöhten Zufuhr von Isoflavonen festgestellt (Deutscher Ernährungsbericht 2008).
Bei Frauen nach der Menopause konnte bei einer hohen Lignanzufuhr ein geringeres Brustkrebsrisiko gezeigt werden. Die Datenlage ist aktuell aber schwach und teilweise widersprüchlich. Die gilt auch für das möglicherweise verringerte Risiko, an Prostata-Krebs zu erkranken. Weitere Studien sind dafür nötig, insbesondere auch, um die Höhe der Phytoöstrogenzufuhr zu ermitteln.
Weitere Eigenschaften von Phytoöstrogenen
Phytoöstrogene wirken als Antioxidantien. Das heisst, sie fangen freie Radikale im Körper ein und binden diese. Freie Radikale sind sehr reaktionsfreudig und schädigen dadurch körpereigene Strukturen. Durch die Bindung mit Antioxidantien wie Phytoöstrogenen reagieren sie kaum noch und verlieren somit ihre schädigende Wirkung. Phytoöstrogene beeinflussen das Immunsystem positiv und wirken auf den Knochenstoffwechsel, was langfristig möglicherweise in einer erhöhten Knochendichte resultiert. Diese Punkte sind aber noch nicht restlos geklärt, weshalb es auch zu diesen Punkten weitere Studien benötigt.
Übereinstimmend mit experimentellen Daten konnte in einer Studie ein vermindertes Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel) nachgewiesen werden. Bei einem Konsum von 3-5 Portionen Obst und Gemüse täglich wurde ein um 53 % geringeres Thromboserisiko festgestellt (Deutscher Ernährungsbericht 2008).
5 Portionen Gemüse und Früchte täglich sind und bleibt Trumpf.