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Was ist der Grüne Star (Glaukom)?
Das Glaukom ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Augenerkrankungen, die mit einer fortschreitenden Schädigung des Sehnerven und daraus resultierenden Gesichtsfeldausfällen einhergehen, welche bis zur Erblindung führen können.
Der Sehnerv beinhaltet die Nervenzellen, welche für die Übertragung der Lichtinformationen in Form von Nervenimpulsen vom Auge zum Hirn verantwortlich sind. Zuerst sterben die Nervenzellen, welche das periphere Sehen (Gesichtsfeld) ermöglichen.
Das Gesichtsfeld wird allmählich zerstört. Der Glaukom-Patient bemerkt davon nichts, da der Prozess langsam fortschreitet, und er das fehlende Gesichtsfeld anders kompensiert (Patient macht mehr Kopf- und Augenbewegungen und "erdenkt" sich die fehlenden Gesichtsfeldanteile).
Erst wenn das zentrale Sehen (allerletzte noch lebende Sehnervenfasern) betroffen wird, merkt es der Patient - doch dann ist es für eine Therapie oft schon zu spät.
Das Glaukom ist in der westlichen Welt eine der häufigsten Erblindungsursachen!
Was sind die Ursachen des Grünen Stars (Glaukoms)?
In den letzten Jahren haben sich die Erkenntnisse über das Glaukom sprunghaft geändert. Früher galt allein ein erhöhter Augendruck als Ursache dafür.
Heute werden verschiedene Ursachen resp. Risikofaktoren für die Entwicklung eines Glaukoms angenommen:
1. Augeninnendruck
Der durchschnittliche Augendruck liegt bei gesunden Menschen zwischen 14 und 21 mm Hg. Er entsteht durch den Regelkreis der Produktion und des Abflusses von ernährender Flüssigkeit im Augeninnern. Wird bei gestörtem Abfluss (beim Glaukom) laufend Flüssigkeit im Auge produziert, so steigt der Augendruck. Dies ist zu vergleichen mit einem Velopneu, der immer mehr mit Luft gefüllt wird. Irgendwann platzt er. Das Auge platzt nicht; es wird aber geschädigt.
2. Durchblutungsstörung des Sehnervs
Eine normale Durchblutung ist für jedes Organ unseres Körpers lebenswichtig. Dadurch wird es mit wichtigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Eine schlechte Durchblutung führt zur Schädigung eines Organs, so z.B. auch beim Auge.
Beim Glaukom konnte gehäuft eine Durchblutungsstörung (Vaskuläre Dysregulation) nachgewiesen werden. Dies vor allem bei Patienten mit normalem Augendruck (Normaldruckglaukom).
Das sind Menschen, deren Blutgefässe auf äussere Reize (z.B. Stress, Kälte) mit Gefässkrämpfen sog. Vasospasmen reagieren. Dadurch kann das Blut zeitweise nicht mehr normal zirkulieren, und es werden krankhafte Reparaturmechanismen ausgelöst, welche den Sehnerven angreifen.
Es finden sich oft Zeichen wie:
3. Sauerstoffversorgung des Sehnerven
Bei mangelnder Sauerstoffversorgung des Sehnerven, wie es zum Beispiel bei der Schlafapnoe vorkommt, kann es zu einer Glaukom typischen Schädigung des Auges kommen. Daneben besteht die Gefahr eines hohen Blutdrucks, Diabetes mellitus Typ 2, Herzinfarkts und Schlaganfalls. Auch bei diesen Patienten ist der Augendruck oft normal (Normaldruckglaukom).
Symptome einer Schlafapnoe sind:
• Schnarchen
• Atemaussetzer beim Schlafen
• unruhiger Schlaf
• Aufschrecken aus dem Schlaf
• Tagesmüdigkeit
• «Sekundenschlaf» beim Autofahren
• evtl. trockener Mund morgens
• Kopfschmerzen morgens
Besteht der Verdacht auf eine Schlafapnoe muss unbedingt eine Abklärung und allenfalls Behandlung erfolgen.
4. Alter
Je höher das Alter, desto grösser ist das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken. Deshalb sollte eine erste Kontrolle beim Augenarzt ab ca. 40 Jahren erfolgen.
5. Familiäre Belastung
Wenn es Glaukompatienten unter den Blutsverwandten gibt, insbesondere bei Verwandten 1. Grades (Eltern, Geschwister), so ist das Risiko, ebenfalls an einem Glaukom zu erkranken, stark erhöht.
6. Rassenzugehörigkeit
Menschen dunkler Hautfarbe haben ein deutlich höheres Risiko, an Glaukom zu erkranken, als Weisse. Ebenso entwickeln Japaner gehäuft ein "Normaldruckglaukom".
7. Kurzsichtigkeit (Myopie) und hohe Weitsichtigkeit (Hyperopie)
Durch die spezielle Augenform und -grösse haben kurzsichtige Menschen ein erhöhtes Risiko für ein Pigmentdispersionsglaukom, weitsichtige Menschen für ein Engwinkelglaukom (wenig Platz im Auge).
8. Zuckerkrankheit (Diabetes) und Gefässverschlüsse der Netzhaut
9. Langzeitbehandlung mit Kortison oder anderen Medikamenten
10. Schwere Augenentzündungen
Wie häufig ist der Grüne Star (Glaukom)?
Man nimmt an, dass 2,5% aller über 40-jährigen Schweizer an einem Glaukom leiden. Weltweit sind es um die 70 Millionen Menschen, von denen nur etwa die Hälfte von ihrer Krankheit weiss.
Wie merkt man, dass man Grünen Star (Glaukom) hat?
Leider verursacht das Glaukom meist keine Beschwerden!
Der Patient merkt sehr lange nicht, dass sein Auge mehr und mehr irreversibel geschädigt wird. Er hat keine Schmerzen, kein rotes Auge, und das Sehen ist normal! Der Sehnerv wird allmählich zerstört und somit das periphere Sehen (das Gesichtsfeld) von aussen gegen innen immer kleiner bis nur noch "Tunnelsehen" übrig bleibt.
Der Glaukom-Patient bemerkt davon nichts, da der Prozess langsam fortschreitet, und er das fehlende Gesichtsfeld anders kompensiert (Patient macht mehr Kopf- und Augenbewegungen und "erdenkt" sich die fehlenden Gesichtsfeldanteile). Erst wenn das zentrale Sehen (allerletzte noch lebende Sehnervenfasern) betroffen wird, merkt es der Patient - doch dann ist es für eine Therapie oft schon zu spät! Es kann zur totalen Erblindung kommen.
Nur durch die Kontrolle beim Augenarzt wissen Sie, ob Sie an einem Glaukom leiden. Eine alleinige Augendruck-Kontrolle beim Optiker genügt nicht, da ein normal gemessener Augendruck ein Glaukom nicht ausschliesst (siehe oben unter Normaldruckglaukom).
Der Augenarzt kann durch eine einfache und schmerzlose Untersuchung schnell ein Glaukom erkennen oder ausschliessen. Dazu gehören:
1. Augendruckmessung
2. Betrachtung des Sehnervs
3. Messung der Hornhautdicke
Bei Verdacht auf ein Glaukom gibt es weitere spezifische Untersuchungen:
1. Gesichtsfelduntersuchung
2. Kammerwinkeluntersuchung
3. Abklärung der Durchblutung des Sehnervs (24-Stunden Blutdruckmessung, Nagelfalzkapillarbiomikroskopie, Carotis-Doppler, Schlaflabor etc.)
4. Fotodokumentation des Sehnervs
5. Messung der Sehnervenfaserschicht (Optische Kohärenztomographie)
Welche Glaukom-Formen gibt es?
Wir unterscheiden zunächst das Offenwinkelglaukom gegenüber dem Engwinkelglaukom.
Beim Offenwinkelglaukom ist der Zugang zum Abflussort (Trabekelwerk) offen, beim Engwinkelglaukom ist er eng resp. verlegt, z.B. durch Iris, dicke Linse, kleines Auge. Nun unterscheiden wir beim Offenwinkelglaukom noch eine primäre von einer sekundären Form. Bei der primären Form liegt die Ursache der Abfluss-Störung des Kammerwassers im Trabekelwerk selber, während bei der sekundären Form eine andere Augenerkrankung zu einer Behinderung des Kammerwasserabflusses durch das Trabekelwerk führt.
1. Offenwinkelglaukom
1.1 Primäres Offenwinkelglaukom (POWG)
2. Engwinkelglaukom
2.1 Akuter Glaukomanfall
Wann und in welchen Abständen muss ich meine Augen beim Augenarzt kontrollieren lassen?
Bei Erwachsenen empfiehlt sich eine erste Untersuchung beim Augenarzt mit etwa 40 Jahren.
Danach empfiehlt sich eine vorsorgliche Kontrolle ca. alle 2-4 Jahre. Ab 60 Jahren alle 1 - 2 Jahre.
Ist in der "blutsverwandten" Familie jemand an Glaukom erkrankt, empfehlen sich schon früher und häufiger Augenkontrollen, da das Glaukom vererbt werden kann.
Wie ist die Therapie des Grünen Stars (Glaukoms)?
Das Glaukom ist heute eine Erkrankung, die sich behandeln lässt, aber nicht geheilt werden kann. Da Glaukom bedarf daher der lebenslangen Kontrolle und Behandlung!
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung muss es nicht zu einer fortgeschrittenen Sehschädigung oder Erblindung kommen.
1. Medikamentöse Behandlung:
Es gibt verschiedenste Medikamente in Form von Augentropfen oder Tabletten, um den Augendruck zu senken. Dies geschieht entweder in der Verringerung der Flüssigkeitsproduktion oder in der Erhöhung des Flüssigkeitsabflusses aus dem Auge.
Besteht ein Normaldruckglaukom mit vaskulärer Dysregulation, so kann mit Medikamenten wie Kalziumantagonisten, Magnesium oder Ginkopräparaten eine Verbesserung der Durchblutung erzielt werden.
Eine allenfalls bestehende Schlafapnoe kann gut mit einer nächtlichen Überdruckbeatmung mit Nasenmaske behandelt werden.
2. Lasertherapie
Wieso heisst es "Grüner Star" und "Glaukom"?
"Glaukom" kommt vom griechischen Wort "glaukòs" und bedeutet hell wie das Meer (blau-grün wie das Meer, da beim entzündeten Auge mit hohem Druck das Auge "bläulich" ist).
"Star" kommt vom deutschen Wort "starr". Menschen mit weit fortgeschrittenem Grünen Star können erblinden und haben daher einen starren Blick ins Leere.
"Grün" von "grün-blau wie das Meer".
Links
Schweizerische ophthalmologische Gesellschaft
www.sog-sso.ch
Glaukomgruppe der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft SOG/SSO
www.schweizglaukom.ch
European Glaucoma Society
www.eugs.org
BVA Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V.
www.augeninfo.de/patinfo/glaukom.pdf
tgf The Glaucoma Foundation
www.glaucomafoundation.org
Zusammenfassung Grüner Star (PDF, 2.1 MB)
Notfall:
Rufen Sie uns unter der Telefonnummer
041 761 14 14 an.
Wenn Sie uns nicht erreichen, ist für dringende Augen-Notfälle im Kanton Zug
ein Notfalldienst organisiert und unter der Nummer von Medphone erreichbar: 0900 008 008 (kostenpflichtig)
In sehr dringenden Fällen wählen Sie die Telefonnummer 144.
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