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Selbst der Name scheint nicht von der Stadt Bayonne abzustammen, da er bereits im 16. Jahrh. vorkommt.
Der Form nach unterscheidet man Stich- und Hau- oder Säbelbajonette; erstere bestehen aus der meist drei-, zuweilen vierkantigen
Klinge, welche durch den gebogenen Hals mit der Dille verbunden ist, die auf den Gewehrlauf gesteckt und hier meist durch eine
Sperrfeder gehalten wird. Das Haubajonett, für gewöhnlich als Seitengewehr in einer Scheide getragen,
wird erst vor dem Gefecht »aufgepflanzt«, zu welchem Zweck die Parierstange eine Öffnung für den Lauf und dieser eine Nase,
[* 5] Bajonetthaft, hat, die im Griff durch eine Feder gehalten wird. Das Bajonettfechten (Bajonettieren), die Kunst, mit dem Bajonett zu
fechten, ist zuerst von dem sächsischen Hauptmann Selmnitz (gest. 1838) systematisch ausgebildet, dann
bei der sächsischen Armee und nach und nach auch bei den meisten andern europäischen Armeen unter verschiedenen Modifikationen
als die Kraft
[* 6] und Gewandtheit des Körpers befördernde Übung eingeführt worden.
Die Fechtenden sind zum Schutz der Brust mit einer Art Küraß bekleidet und die alten dazu gebrauchten
Gewehre an der Spitze mit einem Lederball versehen. Die Übungen selbst beruhen auf der Theorie des Stoßfechtens und bestehen
im Ausstoßen geradeaus, rechts und links, in Deckung nach beiden Richtungen und im Parieren der Stöße aus derselben. Zur praktischen
Verwendung kommt es natürlich nur im Einzelkampf.
Vgl. Selmnitz, Die Bajonettfechtkunst (2. Aufl., Dresd.
1832).