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Im Bereich F&E Diagnostik wurden mehrere Forschungsprojekte zum Thema Hepatitis E initiiert. Mit einer grossen Studie, bei der die Daten von mehr als 3’000 Patientinnen und Patienten analysiert werden, möchte man herausfinden, welche Rolle das Hepatitis-E-Virus (HEV) bei Personen nach einer Organtransplantation spielt und über welche Wege sich diese mit HEV anstecken. Eine Studie zum Cytomegalie-Virus (CMV) wurde im Jahr 2019 abgeschlossen. Der Umgang mit CMV-infizierten Blutspenden ist im Schweizer Blutspendewesen sehr heterogen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Risiko für eine transfusionsbedingte CMV-Infektion in der Schweiz sehr klein ist. Wir haben einen möglichst sicheren, aber dennoch kosteneffizienten Vorschlag gemacht, wie in Zukunft die Blutprodukte auf CMV getestet werden könnten.
Die Entwicklung der Testung auf die fetalen Blutgruppenallele für KEL und RHCE haben wir im Jahr 2019 fertiggestellt. Die Testung wird routinemässig im Labor durchgeführt (nicht akkreditierter Bereich). Neben vielen bekannten Allelen wurden auch einige neue Allele in verschiedenen Blutgruppensystemen wie z.B. KEL und JR detektiert. Neue Sequenziersysteme für diverse Blutgruppensysteme wie I, JMH, LW, CR und einzelnen Exone im KN-System wurden entwickelt und bestehende Systeme optimiert.
Im Bereich F&E Produkte haben wir mit einer Studie untersucht, wie sich die Lagerungstemperatur auf Thrombozytenkonzentrate (TK) auswirkt. Werden die TK bei 4° C statt bei Raumtemperatur aufbewahrt, verlängert sich die Lagerungszeit von 7 bis auf 21 Tage – ohne dass dadurch die Qualität der TK wesentlich sinkt. In den nächsten Jahren erforschen wir, ob und wie wir diese Erkenntnisse in die Praxis überführen können. In einer anderen Studie ging es darum, ob bestrahlte Erythrozytenkonzentrate (EK) in Ab- oder Anwesenheit von Sauerstoff gelagert werden sollen. Eine solche Bestrahlung ist notwendig, um die Leukozyten, die sich noch im EK befinden, zu zerstören. Die Studie zeigt, dass bestrahlte EK ohne Sauerstoff besser konserviert werden können.
Zudem entwickelten wir ein schnelleres und kostengünstigeres Verfahren, um Erythrozyten vor der Gabe an den Empfänger zu «waschen». Manche Patientinnen und Patienten sind auf gewaschene Erythrozyten angewiesen, da bei ihnen sonst nach der Gabe von EK allergische Reaktionen auftreten könnten.