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Stroop-Effekt
Der Stroop-Effekt (auch Stroop-Paradigma genannt) beschreibt die asymmetrische Interferenz beim Benennen der Farbe eines bunt gedruckten Farbwortes, wenn die Wortinformation mit der Farbe nicht übereinstimmt. Dieses Phänomen aus der experimentellen Psychologie ist ein gutes Beispiel um automatisierte Prozesse zu zeigen.
Die Entdeckung
John Ridley Stroop beschrieb 1935 als Erster im englischsprachigen Raum diesen Versuchsaufbau zur Messung der individuellen Interferenzneigung. In Deutschland wurde der Effekt zwar bereits 1929 publiziert, jedoch ist die Dissertation von Stroop die bekannteste und am häufigsten zitierte Arbeit zu diesem Thema.
Der nach seinem Entdecker benannte Stroop-Effekt hat in der psychologischen Forschung den Konflikt zwischen Intention und automatischen Reaktionstendenzen bewiesen. Der Versuchsaufbau sieht dabei wie folgt aus: Einem Probanden werden verschiedene Worte gezeigt, die eine Farbe beschreiben. Also ROT, BLAU, GRÜN usw. Das einfache Vorlesen dieser Worte ist unproblematisch und geschieht schnell.
Kommt nun als zweite Bedingung eine andere Schriftfarbe hinzu, benötigen Versuchspersonen mehr Zeit um die richtige Antwort zu geben. Es wird dabei zwischen zwei Fragestellungen unterschieden: „Lies das Wort vor“ bzw. „Welche Schriftfarbe hat das Wort?“. Stimmen Farbe und Inhalt eines Wortes nicht überein, kommt es zu einem Reaktionskonflikt. Damit gehen verlängerte Reaktionszeiten einher, da man scheinbar das „automatische“ Lesen der Worte nicht willentlich unterdrücken kann.
Erklärung und Theorie
Bis heute gibt es verschiedene Theorien, die den Stroop-Effekt erklären. Diese Wettbewerbsmodelle basieren auf der Annahme, dass relevante und irrelevante Informationen zwar gleichzeitig verarbeitet werden, sich aber in einem ständigen Wettrennen um die zentrale Verarbeitung zur Auswahl der passenden Reaktion befinden.
Die Verarbeitungsgeschwindigkeits-Theorie geht beispielsweise davon aus, dass Wortverarbeitung im Gehirn schneller passiert als das Erkennen von Farben. Wenn die Aufgabenstellung lautet, die Schriftfarbe richtig zu benennen, wird zuerst die Wortinformation erkannt, welche dann in Konflikt mit der Farbinformation gerät.
Die Theorie der Selektiven Wahrnehmung besagt, dass das Erkennen von Farben mehr Aufmerksamkeit erfordert als das Lesen, daher braucht das Gehirn etwas länger, um den Farbreiz zu verarbeiten.
Anwendung des Stroop-Effektes
Mittlerweile wurde der Stroop-Effekt von zahlreichen Forschern bestätigt und das Verfahren sogar weiterentwickelt. Anwendung findet das Stroop-Paradigma in der psychologischen Grundlagenforschung sowie in der angewandten Forschung (z.B. neuropsychologische Diagnostik, pädagogischen Forschung). Mit Hilfe der Stroop-Aufgabe kann u.a. die selektive Wahrnehmung und die Verarbeitungsgeschwindigkeit eines Menschen gemessen werden. Der sogenannte emotionale Stroop-Test stellt eine Weiterentwicklung der Methode dar.
Die von Lensspirit entwickelte Spiele-App Super Strooper zeigt, wie man den Effekt spielerisch darstellen kann.