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Motion Fournier Jean-René: Leistungsvertrag mit dem Nationalen Pferdezentrum Bern
Der Bundesrat wollte den neuen Leistungsvertrag mit dem Nationalen Pferdezentrum Bern so anpassen, dass neu nicht mehr ein Mindestbestand von 65 Pferden gehalten wird. Der Bundesrat wollte einen Kahlschlag realisieren und den Mindestbestand auf 38 Pferde senken. Dies ist der Ausgangspunkt der Motion Fournier. Sie verlangt, dass der Mindestbestand 65 Reitpferde umfasst. Die Senkung des Bestandes ist seit Längerem im Gange. So umfasste der Bestand im Jahre 2000 noch 91 Reitpferde. Seit dieser Zeit wurde der Bestand kontinuierlich gesenkt und umfasst aktuell 65 Pferde.
Die erhöhte Auslastung der Pferde führte zu einem Anstieg der Zahl untauglicher Pferde, dies vor allem wegen der temporären Übernutzung. Durchschnittlich fallen jährlich 10 Pferde wegen Unfall oder Krankheit aus. Bei den Pferden handelt es sich um Tiere, die für die Ausbildung der Train-Truppen und der Veterinäre, aber auch für die Ausbildung in Pferdeberufen benötigt werden. Wenn die Pferde nicht militärisch benötigt werden, sind sie ebenfalls im Einsatz für repräsentative Zwecke verschiedener Offiziersgesellschaften. Die Pferde werden aber auch für «Jugend und Sport» benötigt. Sie werden somit breit eingesetzt, was durchaus Sinn macht.
Die Mehrheit der Kommission ist klar der Meinung, dass dies auch in Zukunft so geregelt sein soll. Das heisst, in erster Linie sollen die Pferde für die Armee zur Verfügung stehen. Zwischendurch, wenn sie nicht militärisch benötigt werden, sollen sie aber auch für repräsentative Zwecke zur Verfügung stehen. Es ist dem Image der Armee dienlich, wenn die Pferde auch für solche Zwecke eingesetzt werden, anstatt sie im Stall zu lassen, wo sie niemand sieht. Die Kommission ist klar der Meinung, dass ein Ja zur Armee mit Pferden einen gewissen Minimalbestand bedingt. Bei weniger als 40 Tieren kann man wirklich nicht mehr von einem Bestand sprechen, es ist eher ein Tod auf Raten.
Die Mehrheit der Kommission ist mit dem radikalen Vorgehen des Bundesrates nicht einverstanden. Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat im Jahr 2015 Empfehlungen abgegeben und ist zum Schluss gekommen, dass der Bestand bei einer optimierten Einsatzplanung um 10 Prozent gesenkt werden kann. Die Mehrheit der Kommission unterstützt dies. Konkret heisst das, dass ein Minimalbestand von 55 Pferden nötig ist. 45 Pferde werden benötigt, um einen Bestand von 30 einsatzfähigen Tieren garantieren zu können. Weiter sind 10 Jungpferde nötig, um den Nachwuchs sicherstellen zu können. Pferde sind nicht Maschinen, die man einfach so auslasten kann. Es handelt sich um Tiere, die krank werden können, Unfälle machen und zwischendurch halt auch einmal «uf de Stümpe» sind – so wie wir Menschen manchmal auch. Die Radikalkur des Bundesrates erachtet die Kommission deshalb als unverantwortlich. Die Senkung auf 55 Pferde ist das Maximum.
Die Minderheit der Kommission lehnt auch dies ab und unterstützt die ursprüngliche Version des Bundesrates: eine Senkung auf 38 Pferde.
Namens der Mehrheit der Kommission bitte ich Sie, die modifizierte Motion, die eine Senkung auf 55 Pferde vorsieht, anzunehmen. Eine starke Armee braucht auch einen gewissen Bestand an Pferden.