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Seinen Lebensunterhalt bestreitet er hauptsächlich aus den spärlichen Spenden von Touristen. Das Schloss steht im Nobelviertel Barra da Tijuca im Westen Rios. Freunde und Nachbarn bezeichnen Matolias als «König». Bei 40 Grad bessert er Türme und Tore aus und übergiesst den Sand mit Wasser, damit er stabil bleibt. Vor dem Schloss steht ein Thron, auf den sich der Junggeselle mit einem Zepter setzt.
Nach aussen wirkt der Sandbau gross, doch innen stehen dem «König» nur drei Quadratmeter Platz zur Verfügung. Darin stauen sich Bücher und Golfschläger, neben dem Fischen die Hobbys des Bauherrn. Besucher kommen, um Bücher zu tauschen. Matolias ist unverheiratet, hat keine Kinder.
Aufgewachsen ist er im Armenviertel Duque de Caxias nördlich von Rio. Eines Tages habe ihm ein Freund gezeigt, wie man eine Sandpyramide baut. Das hat ihn seither nicht mehr losgelassen. Er las viel und orientierte sich bei der Konstruktion seines Sandschlosses an grossen Architekten wie Oscar Niemeyer und Antoni Gaudí.
Matolias übernachtet in einem Schlafsack und benutzt gegen ein geringes Entgelt Dusche und Toilette der nahe gelegenen Feuerwache. Die Spenden von Touristen fliessen nur spärlich. Manchmal werde ihm die Kasse gestohlen, erzählt er. Aber das mache ihm nichts aus.
Ab und zu beauftragen ihn Einkaufszentren, zu besonderen Anlässen ein grosses Sandschloss in ihren Hallen zu errichten. Damit verdient er ein wenig Geld. Aber eigentlich hat Matolias nur einen Traum: Dass seine Kreationen nicht so schnell wieder zerbröseln.