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Bern - Die Schweizer Post soll nach den Vorstellungen von Verwaltungsrats- präsident Claude Beglé im Ausland mit neuen Geschäften Geld verdienen und damit den Service Public in der Schweiz finanzieren. "Die Schweizer Post muss werden wie Nestlé", sagte Beglé der Zeitung "Sonntag".
"Sie wird in Zukunft einen grossen Hauptsitz haben in der Schweiz, wird hier Produkte entwicklen, wird hier Steuern auf den Gewinn zahlen, den sie aber zu einem rechten Teil auch im Ausland erwirtschaften wird", sagte Beglé im Interview. "Es geht letztlich darum, mit dem im Ausland verdienten Cashflow die Infrastruktur in der Schweiz zu finanzieren."
Zum Vergleich: Die Post erwirtschaftete mit seinen rund 33'000 Angestellten 2008 einen Umsatz von knapp 9 Milliarden und einen Konzerngewinn von 825 Millionen Franken. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé erreichte einen Umsatz von knapp 110 Milliarden Franken und einen Gewinn von 18 Milliarden Franken. Nestlé beschäftigte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr weltweit 283'000 Menschen.
Post-Präsident Beglé setzt auf Wachstum. Dabei soll unter anderem die "Swiss Post Solutions" (SPS) neue Märkte erschliessen: Es habe bereits "Vorgespräche mit verschiedenen europäischen und nahöstlichen Unternehmen" gegeben. Diese hätten "grosses Interesse gezeigt".
Beglé setzt auf die SPS, obwohl diese im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von 10 Millionen Franken eingefahren hatte. Bevor man "ernte" müsse man investieren, sagte er. Der Post-Präsident will mit SPS teilweise den Rückgang des Briefgeschäfts wett machen. Gegenüber der "NZZ am Sonntag" sagte der Post-Präsident: "Die Briefpost wird bis 2015 um einen Drittel abnehmen."
Weiter soll die elektronische Post ausgebaut werden. Auch bei der Postfinance hofft Beglé auf sprudelnde Geldquellen.
Wegen des Einbruchs beim Briefverkehr rechnet Beglé mit einem weiteren Stellenabbau bei der Post. Die Post habe in diesem Jahr bis Ende September 1200 Vollzeitstellen abgebaut, sagte er "Sonntag". Betroffen seien rund 1700 Mitarbeiter gewesen: natürliche Abgänge seien nicht mehr ersetzt, befristete Anstellungen nicht verlängert worden.
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