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Englisch Lektionen
Hier in Hua-Hin treibe ich nicht nur Radsport und geniesse das wunderbare Leben, ich lerne im Kontakt mit Engländern, Australiern, Kanadiern, Amerikanern und Holländern Englisch in jeder Nuance und Feinheit.
Ich lerne anständiges und unanständiges. Ich werde korrigiert, weil meine Freunde nicht wegen meines Swiss-English ihre Muttersprache anpassen wollen.
- So musste ich lernen, dass ich nach dem Radfahren nicht „under the douche“ (unter die Dusche) gehen kann, sondern „under the shower„. Denn das englische Wort „douche“ ist der Intim-Dusche für Damen vorbehalten!!!
- Als wir ein neues Renndress für unseren Radrennclub der „Hua-Hin Roadies“ bestellten, gab ich als meinen Bedarf an „I need 2 bike dresses„. Mit schmunzeln musste ich erfahren, dass ein Engländer mit einem „dress“ ein Damenkleid bezeichnet. Ich wollte aber kein Damenkleid, so bestellte ich eben „1 shorts and 1 shirt“, oder „1 bike kit“.
- „Please make a photo“ sagte ich nur einmal, als ich fotografiert werden wollte. Denn dazu sagte Paul Graham aus Kanada: daran erkennt man die Europäer. Es muss heissen „take a photo“ „take a shower“ aber „make a baby„
- Als ich von Bangkok zurückkam und erzählte, dass mein „money bag“ gestohlen wurde, musste ich hören, dass der Engländer dem Geldbeutel „wallet“ sagt, und weniger „money bag“.
- Wusstet ihr, dass das Wort „Showmaster“ im englischen Sprachraum unbekannt ist. Es handelt sich um ein in Europa erfundenes Fremdwort.
Mein Nachbar Dennis zur rechten Seite kommt aus dem Londoner East-End-Hafen-Viertel. Er gehört nicht zu meinen Lieblings-Kontakten, aber ich amüsiere mich ob seinem blumigen Englisch. „Fucking“ ist sein Lieblingswort. Mit „Fucking“ kann er alles aussagen und bekräftigen, oder es als Füller benützen. „Fucking“ ist ein allround-Wort.
|Via-à-vis wohnt ein anderer Engländer, der fucking („liebenswerter“) Neil geboren aus dem fucking („fernen“) Mexico. Seine Zeit als fucking („einfacher und gelangweilter“) Flugzeug-Mechaniker aus Heathrow ist vorbei. Er ist pensioniert. Mit Kate lebt er das ganze Jahr vis-à-vis vom fucking („netten“) Max. Während meiner Abwesenheit ist er mein fucking gardener (Gärtner).|
Ich lache mich kaputt. So in etwa tönt es von meiner Nachbarn Dennis, wenn er in Fahrt ist und mit seiner Freundin streitet … und dies passiert weiss Gott oft. In Klammer versuche ich zu beschreiben, was er mit „fucking“ ausdrucken will!
Buy 2, Get 3
Aber eigentlich wollte ich von Neil und Kate Walia schreiben. Sie sind meine Nachbarn via-à-vis. Ich mag beide. Sie sind sehr liebenswerte Leute. Während meiner 7-monatigen Abwesenheit gibt er meinen Pflanzen Wasser. Er hat mexikanisches Blut in sich, während Kate aus Irland kommt. Beide haben auf dem Londoner Flughafen Heathrow gearbeitet und sind nun pensioniert.
Jeden Tag zwischen 13:25 und 13:35 verlassen sie ihr Haus, nehmen den Abfallsack, den sie am Tor aufgehängt haben, und spazieren zum Biergarten neben dem 7eleven. Ab 13 Uhr gibt es dort nämlich 1 Bier gratis, wenn man 2 trinkt. „Buy 2, get 3“ nennt man diese übliche Preisgestaltung in Thailand. Manchmal hänge ich mich an oder treffe sie, wenn ich im 7eleven einkaufe. Im Gegensatz zu ihnen trinke ich aber nur kleine Flaschen „Chang“. Es bleibt auch bei mir nicht bei einer oder zwei. Ich gebe es zu, meistens weiss ich nicht mehr, wieviele es waren.
Pool-Billard in der Sasha Bar ⇒ Swiss-Champion
Gegen 16 Uhr wird Neil immer unruhiger und schielt über die Strasse zur Sasha-Bar. Ob sie wohl bereits geöffnet hat? Neil ist ein starker Pool-Billard-Spieler und spielt in der hiesigen Meisterschaft. Ich kam zum Pool-Billard wie die Jungfrau zum Kinde. Letztes Jahr nämlich hat mich der Karli Holzhauser, als er mit seiner Heidy bei mir in Hua-Hin weilte, zum Billard verführt. Wir spielten jeden Abend in der Donkey-Bar. Und weil Billard durstig machte, gab es immer etwas oder auch mehr zu trinken.
Kurzum, ich spiele etwa 1x die Woche mit dem Neil in der Sasha-Bar. Ich habe auf dieses Jahr meine Hand- und Fingerstellung geändert und führe nun die Queue über meinen angewinkelten Daumen. Dieser Wechsel meiner Spielweise war mühsam. Ich musste mich oft pudern, damit die Queue leicht rutscht. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Der Neil muss nun alle seine Tricks einsetzen, um gegen mich zu gewinnen. Meine Erfolg-Chancen steigen langsam und liegen bereits bei etwa 10-15%. Ich bin nun bereits Swiss-Champion in meiner Strasse! (d.h. es hat keine anderen Schweizer) Das wichtigste ist aber: Wir haben Freude daran und lachen viel.
Der Heimweg ist oft etwas schwierig, obwohl wir diesen Weg bei Nüchternheit in 5 Minuten schaffen. Es wird schwierig, wenn wir auf der Strasse über einen fucking Stein stolpern. Aber wie ihr an diesem Bericht erkennen könnt, habe ich bisher mein fucking Home immer gefunden.
Nachtrag vom 8. Feb. 2015:
Heute habe ich gespielt wie ein König und gegen Neil 3 Spiele gewonnen……. er musste sich mit einem mageren 3:5 begnügen.