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FELDPOSTSOLDATEN DER 5. DIVISION VOR EINEM POSTFOURGON B, 1895
ALBUM CH 28, BLATT NR 23 (© MUSEUM FÜR KOMMUNIKATION, BERN)
ALBUM CH 28, BLATT NR 24 (© MUSEUM FÜR KOMMUNIKATION, BERN)
Imhoff entspricht kaum dem geläufigen Bild des hühnenhaften, kräftigen Schmiedes. Er ist mehr. Sein Enkel, Dr. med. Max Settelen, schildert ihn wie folgt: Er «war ein grosser, schöner Mann mit schlanken Händen, sehr imposant und äusserst tüchtig. Er hatte zeitlebens einen sehr starken welschen Accent.» Belege seiner ausgezeichneten konstruktiven und zeichnerischen Fähigkeiten sind zwei Kutschenentwürfe mit dem Prägestempel «Henri Imhoff, Carrossier, Bâle» im Museum für Kommunikation, Bern (Album CH 28, Blätter 23 und 24). Wahrscheinlich gehören diese Zeichnungen zu einer Offerte, die er bei der Generaldirektion der Eidgenössischen Post in Bern eingereicht hat. Unbekannt ist, ob die Fahrzeuge je gebaut worden sind.
Der Museologe Eduard Belser, Konservator des Kutschenmuseums Basel, verfasste zu den beiden Entwürfen einen sechsseitigen Bericht. Zum Blatt Nr. 24 schreibt er u. a.: «Die Mischform des Kastens ist einer eindeutigen Form "Bateau" gewichen, deren Leichtigkeit noch durch den einschliesslich des unteren Teils der Türe, in zwei Stufen zurückgesetzten Fusskasten betont wird.
Der untere Teil des Fusskastens verschwindet optisch durch eine schwarze Lackierung noch zusätzlich unter dem Wagen. Diese Details stellen an das handwerkliche Können des Wagners und des für die Kastenspangen und Türbeschläge verantwortlichen Schmiedes bzw. Schlossers höchste Anforderungen, sollten die Türen auf die Dauer sauber schliessen und ohne zu klemmen zu öffnen sein. Die hintere, obere Kastenpaneele wurde mit einem modisch-verspielten Detail, einem ovalen sogenannten "opera window" ergänzt. Diese waren im europäischen Wagenbau wenig verbreitet. Amerikanische Wagenbauer verwendeten diese zusätzlichen Fenster jedoch gerne.»