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Myelodysplastisches Syndrom
Beim myelodysplastischen Syndrom produziert das Knochenmark sehr viele, aber abnorme Blutzellen, die nicht ins Blutgelangen; es wird auch als «Prä-Leukämie», also Vorstufe zu einer Leukämie, gesehen.
Symptome
Die Beschwerden ergeben sich aus einer Verminderung einzelner oder mehrerer normaler Blutzellreihen durch Verdrängung. Meist besteht eine Blutarmut; bei einer Verminderung der Blutplättchen und der weissen Blutkörperchen kommt es zu Blutungen und einer erhöhten Infektionsneigung. Auch der Uebergang in eine akute Leukämie ist möglich.
Diagnose
Der Verdacht auf ein myelodysplastisches Syndrom wird durch das mikroskopische Blutbild gestellt und kann nur durch eine Knochenmarkuntersuchung mit Spezialuntersuchungen erhärtet werden.
Therapiemöglichkeiten
Die Behandlung wird bei jüngeren Personen mit intensiven Chemotherapien durchgeführt. Eine Heilung kann mit einer anschliessenden Stammzelltransplantation mit einem Stammzellspender angestrebt werden, die am Universitätsspital Basel im Zentrum für hämatologische Tumoren, mit dem wir assoziiert sind, durchgeführt wird.
Bei älteren Personen kann eine weniger intensive chemotherapeutische Behandlung ambulant auf dem hämato-onkologischen Ambulatorium angeboten werden. Auch eine Behandlung der Blutarmut mit Transfusionen oder Erythropoietin ist möglich.
MDS Center of Excellence
Die internationale MDS Foundation hat die Hämatologie des Claraspitals als MDS Center of Excellence zertifiziert. In einem MDS Center of Excellence finden Menschen, die unter einem myelodysplastischen Syndrom leiden, eine optimale Betreuung und Behandlung. Schweizweit gibt es erst vier anerkannte MDS Zentren.
MDS ist schwer zu erkennen, da Symptome auch bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen auftreten können. Die internationale MDS Foundation zertifiziert vor diesem Hintergrund MDS Center of Excellence, die auf MDS spezialisiert sind und einen umfangreichen und anspruchsvollen Anforderungskatalog erfüllen. Voraussetzungen sind eine anerkannte (morphologische) Kompetenz bei MDS, die Möglichkeit der Durchführung zytogenetischer und molekulargenetischer Untersuchungen, sich weiterentwickelnde Forschung sowie Durchführung klinischer Prüfungen und die Dokumentation begutachteter Veröffentlichungen. MDS Center of Excellence stellen für Patientinnen und Patienten ein Qualitätsmerkmal dar. Initiiert hat die Zertifizierung der Claraspital Hämatologie durch die MDS Foundation Dr. med. Stefani Parmentier, Leitende Ärztin Hämatologie.
In der hämatologischen Sprechstunde am Claraspital Basel werden Patientinnen und Patienten mit MDS anhand von Untersuchungen des Blutes und des Knochenmarks diagnostiziert, beraten und behandelt. Die Therapieziele für MDS sind abhängig von der MDS Subklassifikation und von der Ausprägung der Symptome. Die Behandlung von MDS gliedert sich in drei Hauptgruppen: Beobachtung, unterstützende Therapien und spezielle krankheitsmodifizierende Behandlungen. Neben den bisher zugelassenen Standardtherapien erhalten Patientinnen und Patienten am Claraspital auch die Möglichkeit, sich im Rahmen verschiedener nationaler und internationaler Studien mit den neuesten Therapieansätzen behandeln zu lassen.