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Liebenfels
(Kt. Thurgau, Bez. Steckborn, Gem. Herdern). 565 m. Sehr interessantes altes Schloss mit 7-8 grossen, dem landwirtschaftlichen Betrieb dienenden Nebenbauten; über einem kleinen Bachtobel am N.-Hang des Seerückens, an der Strasse Pfin-Mammern und 2 km sö. der Station Mammern der Linie Schaffhausen-Etzwilen-Konstanz. 6 reform. und kathol. Ew. Kirchgemeinden Pfin. Wiesen-, Obst- und etwas Weinbau, schöne Waldungen. Das Schlossgut umfasst 160 ha, wovon 130 auf Wald entfallen.
Das
Schloss besitzt einen sehr bemerkenswerten festen
Turm und einen in mehrere Stockwerke eingeteilten
Keller. Heimat der Ritter von
Liebenfels, Ministerialen des
Bischofs von Konstanz. 1250 wird ein Hermann von
Liebenfels und 1300 ein
Konrad von
Liebenfels erwähnt. Der letzte Spross des Geschlechtes verkaufte die Burg ums Jahr 1400 an Hermann Grämlich
aus Konstanz, der sie sofort wieder an Heinrich von Tettigkofen veräusserte. Anna von Tettigkofen brachte
sie um die Mitte des 15. Jahrhunderts dem Hans Lanz, einem Beamten des
Bischofes von Konstanz, als Mitgift in die Ehe mit.
Als Ludwig Lanz von
Liebenfels in der Bischofswahl für Ludwig von
Freiberg und gegen den von den Schwyzern unterstützten
Otto von
Sonnenberg Partei nahm, besetzten diese 1480 die Burg, zogen aber bald wieder ab. Hans von
Liebenfels
unterhandelte 1494 und 1496 im Auftrag des Kaisers Maximilian I. mit den
Eidgenossen. 1578 ging die
Herrschaft an die Edeln
von Gemmingen über, die sie 1653 dem Kloster
St. Urban verkauften. 1847 ward das
Schlossgut Privateigentum.
Vergl.
Rahn, J.
Rud. Die mittelalterlichen Architektur- und Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau.
Frauenfeld 1899.