Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03185.jsonl.gz/494

Offizielle Vertreter in Jerusalem sind besorgt, dass die Palästinenser einen formalen Antrag an die UNESCO stellen werden, um die „Rückgabe“ der historischen Schriftrollen vom Toten Meer zu fordern. Diese zählen zu den bedeutendsten archäologischen Besitztümern Israels.
Im Rahmen eines Treffens der UN-Kulturinstitution im letzten Monat teilten UNESCO-Vertreter dem stellvertretenden Direktor der Israelischen Altertumsbehörde Eitan Klein mit, dass die Palästinenser dieses Thema informell angesprochen haben und dass sie vermutlich auch einen offiziellen Antrag stellen würden.
„Dies stellt eine erneute Provokation und einen weiteren Beweis für die Chuzpe der Palästinenser dar, die versuchen die Geschichte umzuschreiben und unsere Verbindung zu unserem Land auszulöschen“, sagte der israelische Abgesandte des UN-Kulturgremiums, Carmel Shama-Hacohen.
Israel ringt schon seit Wochen mit der UNESCO, nachdem diese eine Reihe von Resolutionen verabschiedete, in denen die heiligen Stätten auf und um den Jerusalemer Tempelberg als ausschliesslich muslimisch bezeichnet werden.
Letzten Monat berief Premierminister Benjamin Netanyahu den Abgesandten zurück, aus Protest gegen die UNESCO-Resolutionen.
Angeblich haben die Palästinenser das Thema der Schriftrollen vom Toten Meer beim „Intergovernmental Committee for Promoting the Return of Cultural Property to its Countries of Origin or its Restitution in case of Illicit Appropriation“ (ICPRCP) zur Sprache gebracht. Israel ist nicht in diesem Ausschuss vertreten und geniesst lediglich einen Beobachterstatus.
Die historischen Schriftrollen wurden 1947 von einem palästinensischen Schafhirten in einer Reihe von Höhlen in der Nähe von Qumran in der judäischen Wüste oberhalb des Toten Meers entdeckt. Diese Region des Westjordanlands wird von den Palästinensern als Gebiet für einen künftigen Staat gefordert.
Israel betrachtet die Schriftrollen allerdings als nationales Eigentum und bewahrt seinen Teil der historischen Dokumente in einem sicheren, klimatisierten Lagerraum auf, der die Bedingungen der dunklen, trockenen Gebirgshöhlen nachahmt, in denen sie zweitausend Jahre lang überdauerten.
Man geht davon aus, dass die hauptsächlich auf Pergamenten aus Tierhaut verfassten Schriften von Juden aufgeschrieben oder aufbewahrt wurden, die in der Zeit des Zweiten Tempels, also in den Jahrhunderten vor der Geburt Christi, von Jerusalem in die Wüste gezogen waren. Die Handschriften sind die ältesten je entdeckten Kopien von Texten aus der hebräischen Bibel und gleichzeitig auch die ältesten schriftlichen Beweise für die Wurzeln des Judentums und Christentums im Heiligen Land.
„Die Schriftrollen-Fragmente sind Beweisstücke und bedeutende Belege für die historische Verbindung des jüdischen Volks zum Land Israel“, erklärte Shama-Hacohen am Sonntag.
Quellen: The Times of Israel, Israelische Altertumsbehörde, Agenturen