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Freikirchen täuferischer (mennonitischer) Herkunft
Die neueste Forschung rechnet mit verschiedenen Entstehungsbereichen der frühen Täufer. Die ersten Gemeinden in der Schweiz sind in Zürich entstanden. Dort waren neben anderen Konrad Grebel, Felix Manz und Georg Blaurock der Meinung, Zwinglis Reformation vernachlässige die Bildung wirklich freier Gemeinden, die Selbständigkeit gegenüber der Obrigkeit und die Einführung der wahren Taufe. Sie begannen 1525 selber mit der Taufe Erwachsener und danach mit der Bildung freier Gemeinden. Bedrängnis und Verfolgung konnten in den damaligen Verhältnissen nicht ausbleiben. Dadurch wurden zahlreiche Täufer über weite Gebiete Europas zerstreut.
Auf andere Art bewegt verlief die Geschichte der chiliastischen, endzeitbewegten Täufer. Melchior Hofmann (1495–1543) aus Strassburg verband täuferische Gedanken mit der Erwartung, dass der Anfang des göttlichen Reiches nahe bevorstehe. Der missglückte Versuch, 1534/35 in Münster das Tausendjährige Reich aufzurichten, entstammte mehr chiliastisch revolutionären als täuferischen Gedanken.
Erfolgreicher und auch besonnener waren die in Norddeutschland und den Niederlanden entstandenen Täufergemeinden. Sie fanden im ehemaligen katholischen Priester Menno Simons (1496–1561) ihren Führer. Nach ihm werden die Täufer Mennoniten genannt.
Die verschiedenen Entstehungsbereiche der Täufer und Mennoniten, die in ihren Anfängen wahrscheinlich nie gesamthaft organisiert waren, spiegeln sich in den heutigen Verbindungen von Täufergemeinden wider. Die Gemeinden in der Schweiz, im Emmental, im Jura, in Basel, Liestal, Biel und Bern haben sich zur Konferenz der Mennoniten der Schweiz (Alttäufer), zusammengeschlossen (früher: Konferenz der Altevangelisch Taufgesinnten-Gemeinden). In ihrem Gebiet liegt das europäische Ausbildungs- und Tagungszentrum Bienenberg, 4410 Liestal. Die Täufer bzw. Mennoniten in der Schweiz und in Süddeutschland haben sich pietistischen Einflüssen geöffnet.
In Süddeutschland ist der Verband deutscher Mennoniten-Gemeinden entstanden.
Die Gemeinden im Norden Deutschlands gehören zur Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden. Obwohl die Ansichten dieser Zusammenschlüsse hinsichtlich Taufe, Abendmahl und Gemeindezucht auseinandergehen, suchen sie in Konferenzen miteinander Kontakt. Als ein historischer Schritt in die Zukunft wird die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland in den Jahren 1990/91 bezeichnet. Träger sind der «Verband», die «Vereinigung» und die «Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden».
Durch vertriebene Täufer und Auswanderer sowie auf Grund missionarischer Tätigkeit entstanden im Laufe der Zeit in zahlreichen Ländern eine Reihe von Mennoniten- oder Täuferkirchen. Die meistend er bedeutenderen Mennonitenkirchen sind Mitglieder der 1925 gegründeten Mennonitischen Weltkonferenz.