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CÔTE D’AZUR – OLYMP DER DÜFTE – GRASSE
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Fotografie: Christine Zenz
Text: Marion Michels
Die Stadt, am Beginn der Route Napoléon gelegen, hat eine lange Geschichte, in der schon früh die Duftindustrie Bedeutung erlangte. Im 11. Jahrhundert entstand die erste befestigte Ansiedlung. Zwei Jahrhunderte später wurde Grasse an die Provence angegliedert und kurz darauf zum Bischofssitz ernannt. Zu dieser Zeit dominierte das Gerbergewerbe die Erwerbsquellen der Stadt. Im Jahr 1747 gründete ein Freund von Johann Wolfgang von Goethe, Jean de Galimard, die gleichnamige Parfümerie in Grasse. Als Gründer der Vereinigung der Handschuhmacher und Parfümeure belieferte der Graf den französischen Königshof mit Olivenöl, Pomaden und Parfums. Zu jener Zeit, als die feine Gesellschaft Europas Waschen für ungesund hielt und sich stattdessen lieber parfümierte, entwickelte sich Grasse zum Zentrum der Düfte. Um den Gestank aus ihren Gerbereien zu vertreiben, gewannen die Ledermacher wohlriechende Essenzen aus Jasmin, Rosen, Lavendel und anderen Blüten, die von den Bauern im milden Klima der östlichen Provence angebaut wurden. Nach und nach entstanden immer mehr Parfümerien, die ihre Düfte in die ganze Welt exportierten. Die Altstadt von Grasse ist eng, zusammengepfercht von der Stadtmauer wuchsen die Häuser vor allem in die Höhe. «Die Häuser standen in manchen Vierteln so dicht, dass für die Durchlässe und Treppchen nur noch eine Elle weit Platz blieb. Und selbst auf den Plätzen und den wenigen breiteren Strassen konnten die Fuhrwerke einander kaum ausweichen» – so schildert Jean-Baptiste Grenouille, der gleichermassen geniale wie abartige Parfümeur aus Patrick Süskinds Bestseller «Das Parfüm», das «Rom der Düfte». Tatsächlich sind die Gassen der Altstadt nur wenige Meter breit, Sonnenstrahlen schaffen es kaum bis auf den Gehweg. Viele der Häuser stammen aus dem Mittelalter, der gelbbraune Putz bröckelt an etlichen Fassaden. Nach und nach wird jetzt die Altstadt saniert. Wo das bereits geschehen ist, strahlen die Häuser in Gelb, Orange und Rot, und Blumen zieren die schmiedeeisernen Laternen.
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