Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/2089

(Boheman, 1846)
- DE: Nordische Gebirgsschrecke
- EN: High Mountain Grasshopper
- FR: La Miramelle des frimas
- IT: Melanoplo
- Syn.: Pezotettix frigidus alpicola Fischer, 1852 | Podisma baicalensis Uvarov, 1914 | Melanoplus frigidus dimovskii Karaman, 1959 | Monopterus gracilis Fischer von Waldheim, 1846 | Podisma prosenii Puschnig, 1910 | Podisma frigida strandi Fruhstorfer, 1921 | Bohemanella frigida (Boheman, 1846)
Morphologie
Melanoplus frigidus ist farblich sehr variabel. Es herrschen Gelb-, Braun-, Grau- und Grüntöne vor. Dazu überziehen den Körper unterschiedlich grosse dunkle Fleckenzeichnungen, die teilweise auch nur schwach ausgeprägt sein können. Die Flügel beider Geschlechter sind etwa so lang wie Kopf und Halsschild zusammen und gegen das Ende stark verschmälert. Sie überlappen sich nicht auf dem Rücken. Langflügelige Individuen sind selten, treten in manchen Jahren jedoch häufiger auf. Die Unterseite der Hinterschenkel sowie die Hinterschienen sind blass orange bis leuchtend rot gefärbt.
Gesang
Wie alle anderen Vertreter der Knarrschrecken, hat auch Melanoplus frigidus keine Stridulationsorgane. Ob sie Mandibellaute erzeugt, wissen wir nicht.
Verbreitung
Melanoplus frigidus ist im Alpenraum weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von Südfrankreich über den Norden Italiens bis Griechenland. Die Verbreitung auf dem Balkan ist unklar. Im Norden wird Skandinavien besiedelt. Über den Norden Russlands reicht das Vorkommen bis nach Nordamerika. Melanoplus frigidus kommt in der Schweiz im Wallis, im Tessin und in Graubünden vor.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Melanoplus frigidus sind von Juli bis Oktober anzutreffen.
Die Art zählt zu den wenigen Heuschrecken, die sich an ein kaltes und raues Klima angepasst haben. Sie überstehen Kälteeinbrüche problemlos. Die Eier überdauern ein bis zwei Winter bevor die Larven schlüpfen. Sie durchlaufen 5 Stadien.
Lebensraum
Melanoplus frigidus besiedelt Wiesen und Weiden oberhalb von 2000 m. Oft sind es kurzgrasige Wiesen mit Zwergsträuchern, dichten Gräserhorsten und Flechten. Die Krautschicht ist mit Schotterflächen oder einem grossen Anteil offenen Bodenstellen durchzogen, die zum Sonnen genutzt werden. In Skandinavien wird mit der Tundra ein ähnlicher Lebensraum bewohnt.
Gefährdung & Schutz
Melanoplus frigidus gilt als nicht gefährdet. Eine Bedrohung durch menschliche Aktivitäten ist gering. Ungewiss ist die Entwicklung der Populationen bei einer klimatischen Erwärmung.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: Abwesend
- AT: DD (Ungenügende Datengrundlage)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Melanoplus frigidus ist Podisma pedestris ähnlich, mit der sie oft gemeinsam vorkommt. Die kürzeren Flügel und die bläulichen Hinterschienen unterscheiden Podisma pedestris eindeutig. Aeropedellus variegatus hat leicht verdickte Fühlerenden, geknickte Halsschild-Seitenkiele und längere Flügel.