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Simon Grim, ein schüchterner Müllmann, unterhält seine promiskuitive Schwester Fay und seine depressive Mutter. Als bei den Grims der schmuddelige, obdachlose Henry Fool einzieht, der behauptet, eine welterschütternde Lebensbeichte zu verfassen, wird Simon zu eigener schriftstellerischer Tätigkeit animiert.
Der erste Teil von Hartleys grosser Trilogie, die er mit Fay Grim und Ned Rifle fortsetzte.
«Henry Fool ist mit Abstand der beste Film des Autors/Regisseurs Hal Hartley. Es ist womöglich sein einziger, der gelungen ist. In den fünf Filmen davor schien Hartley ein Gefangener seines affektlosen Filmemachens zu sein – gefangen im Trott von kühlem Sarkasmus und Distanziertheit, der seine Filme nach einem amüsanten Anfang stets torpedierte. Bis jetzt. In Henry Fool weicht Hartley von seinem typischen Ansatz nicht ab. Er stellt ihn zum ersten Mal in den Dienst einer Geschichte, die er ernst nimmt. Er verwendet seine schalkhaften, ausdruckslosen Dialoge, um Figuren zu enthüllen, nicht um sie zu verspotten. Seine bisherigen Filme wirkten wie schräge Anekdoten, die auf Spielfilmlänge ausgewalzt wurden; hier hat er ein weitläufiges, episches Werk geschaffen, das seine 137-minütige Laufzeit vollauf verdient. (...) Henry Fool wirkt irgendwie grösser als die Geschichte, die er erzählt. Es ist ein Film über die Macht der Worte, über das Schicksal, über die Mythenbildung der Medien und die dünne, schwer fassbare Linie zwischen Akzeptanz und Ablehnung, Erfolg und Misserfolg. In einem kühnen Schachzug lässt Hartley den Film 20 Minuten über das vermeintliche Ende hinauslaufen und wirft einen strengen Blick auf seine Figuren im Laufe der Zeit. (...) Kurz gesagt, es gibt hier Ebenen von Wahrheit und Beobachtung, an die sich Hartley nie zuvor gewagt hat – und die nur wenige Filmemacher je erreichen.» (Mick LaSalle, San Francisco Chronicle, 1.7.1998)
Drehbuch: Hal Hartley
Kamera: Michael Spiller
Musik: Hal Hartley
Schnitt: Steve Hamilton
Mit: Thomas Jay Ryan (Henry Fool), James Urbaniak (Simon Grim), Parker Posey (Fay Grim), Maria Porter (Mary), James Saito (Mr. Deng), Kevin Corrigan (Warren), Liam Aiken (Ned), Miho Nikaido (Gnoc Deng), Gene Ruffini (Wachtmeister Buñuel), Nicholas Hope (Pater Hawkes)
137 Min., Farbe, Digital HD, E/d