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Wie das Unternehmen am vergangene Woche mitteilte, können die Milchbauern in der laufenden Saison 2015/16 nur noch mit einem Basispreis von 3,85 NZ-Dollar (2,46 Fr.) pro Kilogramm Milchfeststoff rechnen; Ende Mai waren den Bauern noch 5,25 NZD (3,35 Fr.) in Aussicht gestellt worden. Hinzu kommt für Mitglieder allerdings noch die Vergütung von Genossenschaftsanteilen, die zwischen 0,40 NZD/kg (0,26 Frr.) und 0,50 NZD/kg (0,32 Fr.) liegen soll.
Angebotsüebrhang und tiefe Notierungen
Der Fonterra-Vorsitzende John Wilson begründete die drastische Kürzung des Milchgeldes mit dem Angebotsüberhang und abgesackten Notierungen am globalen Markt: „Das Ungleichgewicht am Weltmarkt und die niedrigen Preisen halten länger an als gedacht und sind ein globales Problem für die Milcherzeuger“. Es gebe aber erste Anzeichen, dass es zu Produktionseinschränkungen komme und auch die Hoffnung, dass sich die Preise im Laufe der Saison noch befestigen könnten.
Die Prognose für die Milchproduktion seiner Mitglieder in Neuseeland hat Fonterra für die Saison 2015/16 inzwischen nach unten korrigiert und erwartet nun 1,589 Mio. t Milchfeststoff; das wären 2% weniger als im Vorjahr.
Liquiditätshilfen für Farmer
Ohne Zweifel werde 2015/16 für die Milchbauern von Fonterra ein sehr schwieriges Jahr, räumte Wilson ein. Die Genossenschaft tue jedoch alles, um ihren Mitgliedern zu helfen. Der Vorsitzende gab bekannt, dass die Molkerei ihren Erzeugern zweijährige zinsfreie Kredite als Liquiditätshilfen anbieten werde. Jedes mit entsprechenden Anteilen ausgestatte Mitglied könne in dieser Saison für ein Kilogramm Milchfeststoff 0,50 NZD (0,32 Fr.) in Anspruch nehmen.
Die erste Zahlung solle im Oktober 2015 stattfinden und die Rückzahlung frühestens dann erfolgen, wenn der Milchpreis wieder die Marke von 6 NZD/kg (3,83 Fr.) überschritten habe. Fonterra rechnet für den Zeitraum von Juni bis Dezember 2015 mit einem Finanzvolumen von etwa 430 Mio. NZD (274 Mio. Fr.) für diese Hilfsmaßnahme.
Milliardenverluste erwartet
Laut Schätzungen des Branchenverbandes DairyNZ wird der jetzt angekündigte Milchpreisrückgang auf Erzeugerseite zu einem Einkommensverlust von 2,5 Mrd. NZD (1,6 Mrd. Fr.) führen, und insgesamt die Wirtschaft im ländlichen Raum schwächen. DairyNZ-Geschäftsführer Tim Mackle geht davon aus, dass 90% der neuseeländischen Milcherzeuger zusätzliche Kredite aufnehmen müssen, um die Einnahmeausfälle zu überbrücken.
Ein durchschnittlicher Milchfarmer dürfte in der laufenden Saison zwischen 260'000 NZD (166'000 Fr.) und 280'000 NZD (179'000 Fr.) Verlust machen, berichtete Mackle. Analysten der neuseeländischen Bank Westpac bezifferten den voraussichtlichen Einnahmeausfall der Milchbauern 2015/16 im Vergleich zu einem Durchschnittsjahr mit einem Milchpreis von 5,80 NZD/kg (3,7 Fr.) auf 3,3 Mrd. NZD (2,11 Mrd. Fr.).