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Kultur
"Your guitar is your machine gun"
Roger Steffens hat eine Biographie geschrieben, die Bob Marley mit den Augen jener zeigt, die ihn am besten kannten, so zumindest schreibt er es in seiner Einleitung. Auch der in England lebende jamaikanische Dub-Poet und Reggae-Musiker Linton Kwesi Johnson sieht in Bob Marley eine Art Genie und definiert diesen Begriff mit der Transformation des Privaten ins Politische und des Politischen ins Öffentliche und das Einzelne ins Universelle (""the personal into the political, the private into the public, the particular into the universal"). Denn Bob Marley war nicht nur ein Musiker. Er war auch ein Politiker. "At the apotheosis of his career he had become a kind of Che Guevara of popular culture", schreibt LKJ im Vorwort zu vorliegender auf Englisch erhältlichen Publikation des Norton Verlages.
Triumph und Tragödie
Als Botschafter der Reggae-Musik und Jamaikas CI sorgte Marley in den Siebzigern bald in der ganzen Welt für Furore. Für Bob Marley war Reggae aber nicht nur Unterhaltungsmusik, sondern "head-ucation, not just jolification". Obwohl der Autor der vorliegenden Biographie alle seine Unterlagen und sein Manuskript 2005 durch widrige Umstände verloren hatte, machte er sich erneut an die Arbeit, um Bob Marley so zu zeigen wie er wirklich war. Sein Buch reicht von Marleys Exil von Kingston 1966/67, den Danny Sims-Johnny Nash Manövern der späten Sechziger und frühen Siebziger, den Beziehungen der Wailers zu Lee Perry, dem Bruch der Gruppe 1973, dem Attentat 1976 bis hin zu den Verwicklungen des CIA und den kontroversiellen Ereignissen des One Love Peace Concert an dessen Abend Jamaica am Rande eines Bürgerkriegs stand, Marleys Aufenthalte in Gabon und Zimbabwe sowie seiner trostlosen Zeheninfektion, die schließlich zu seinem viel zu frühen Tod mit 36 Jahren führte.
Guitar Machine Gun
Die Publikation wird durch Interviews und Illustrationen bestimmt, die ein komplexes Bild der Persönlichkeit eines der größten Musiker des 20. Jahrhunderts gibt und auch die Zeitumstände berücksichtigt, da vor allem jene zu Wort, die damals dabei waren. Beeindruckend ist etwa das Interview mit Jeff Walker und Pablove Black, die nach dem Attentat auf Bob die Aufgabe hatten, ihn mit der Kamera zu begleiten. Marley hatte sich in den Bergen Jamaicas versteckt und wurde von Männern mit Macheten bewacht. Nichtsdestotrotz gelang es Walker, mit ihm ins Gespräch zu kommen und ihn zu überzeugen "runter zu gehen von seinem Berg und zu spielen". Marley meinte: "There is no way I am going on stage without a machine gun und Walker antwortete ihm: "Your guitar is your machine gun". Alle Anwesenden lachten und Bob ging runter und spielte vor 60'000 Menschen eines der besten Konzerte seines Lebens. Eineinhalb Stunden Rastaman Vibration. "Eh! But I'll never forget no way: they crucified Jesus Christ/(...) So don't you forget (no way) your youth", singt Marley im titelgebenden Song dieses Buches, "so much things to say, who you are and where you stand in the struggle".