Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/207479

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Metaboliten von Chlorothalonil wurden lange als nicht relevant eingestuft. Nach einer Neuzuordnung unter die relevanten Metaboliten wurden in vielen Trinkwasserfassungen die lebensmittelrechtlichen Höchstwerte überschritten.</p><p>Ist bei der Zulassung hierfür kein "Bremsweg" vorgesehen? Wenn nein, ist der Bundesrat bereit, mit der Aufhebung der Differenzierung zwischen "relevant" und "nicht relevant" einen gemäss Vorsorgeprinzip erforderlichen "Bremsweg" einzuführen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Nach aktuellem Zulassungsverfahren gemäss Pflanzenschutzmittelverordnung (SR 916.161) wird eine Zulassung für einen Pflanzenschutzmittelwirkstoff nur dann erteilt, wenn Einträge des Wirkstoffs und aller seiner relevanten Metaboliten (Abbauprodukt eines Wirkstoffs oder eines anderen Bestandteils) in das Grundwasser von mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter ausgeschlossen werden können. Eine Zulassung wird auch nicht erteilt, wenn nicht relevante Metaboliten des Wirkstoffs in Konzentrationen oberhalb 10 Mikrogramm pro Liter erwartet werden. Der gefragte "Bremsweg" ist also im aktuellen Zulassungsverfahren vorhanden. Eine Unterscheidung zwischen "relevanten" und "nicht relevanten" Metaboliten ist weiterhin notwendig, um bei der Zulassung wie auch beim nachfolgenden Vollzug verhältnismässige Auflagen und risikobasierte Massnahmen festlegen zu können. Diese Unterscheidung wird auch im europäischen Pflanzenschutzmittel-Beurteilungsprozess anerkannt, an dem die Schweiz beteiligt ist. Wirkstoffe wie Chlorthalonil mit Zulassungsentscheiden aus den 70er-Jahren wurden jedoch noch nach weniger strengeren Kriterien beurteilt. Daher werden ältere Wirkstoffe gezielt überprüft, unter anderem die Relevanz der Metaboliten beurteilt und anschliessend die notwendigen Massnahmen - z. B. Widerruf der Bewilligung - ergriffen. </p>