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Wenn im Oktober in Brasilien Kommunalwahlen sind, will eine Gruppe ebenso eine informelle Volksabstimmung durchführen. Die befasst sich damit, ob der Süden des Landes sich vom restlichen Brasilien lossagen soll oder nicht. Folgen wird die Abstimmung keine haben. Setzen wollen die Separatisten damit aber ein Zeichen.
Die Trennungsbestrebungen der drei südlichen Bundesstaaten Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul sind keineswegs neu. Betrieben werden sie von einigen Gruppen, die alle paar Jahre wieder mit eher kleinen Aktionen auf sich aufmerksam machen. Jetzt wollen diese zeigen, wie groß der mutmaßliche Rückhalt in der Bevölkerung ist.
Hinter der Volksbefragung steht die Bewegung “O Sul é meu País“ (Der Süden ist mein Land). Sie will in 1.191 Städten 4.000 Urnen verteilen und die Frage stellen “Wollen Sie, dass Paraná, Santa Catarina und Rio Grande do Sul ein unabhängiges Land bilden?“. Ziel ist es eine Millionen Befürworter zu erreichen. Das würde fünf Prozent der Wählerstimmen des brasilianischen Südens entsprechen.
Eine rechtliche Grundlage hat die Befragung nicht. Laut Gesetz müsste eine solche vom Kongress eingeleitet werden. In der Konstitution heißt es zudem, dass die brasilianische Republik durch die “unauflösliche Union der Staaten“ gebildet wird. Dennoch will die Separationsbewegung die Ergebnisse ihrer Befragung an internationale Gremien herantragen, wie der Unpo, die Minderheiten vertritt.
Von vielen Brasilianern werden die Bestrebungen hingegen belächelt. Geschichtskundler und Experten sprechen von einem “antibrasilianischen“ Verhalten von bestimmten Gruppen, die Schwierigkeiten hätten, sich zu integrieren.
Vorgeworfen wird ihnen ebenso, dass sie die Idee der Pluralität des Landes nicht vertreten würden. Selbst von Rassismus ist die Rede, da die Bevölkerung des Südens, anders als etwa der Norden, von Nachkommen europäischer Einwanderer, wie Deutsche, Italiener, Polen und Ukrainer, geprägt ist.
Innerhalb der Bewegung haben indes über 10.000 Personen Interesse an einer ehrenamtlichen Unterstützung zur Durchführung der Volksbefragung bekundet, wie es heißt. Die drei Bundesstaaten selbst vereinen hingegen knapp 27,4 Millionen Einwohner.