Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03181.jsonl.gz/3642

Wir definieren Stress als wahrgenommenes, länger andauerndes Ungleichgewicht zwischen Anforderungen, die an einen Menschen gestellt werden, und den Mitteln/Möglichkeiten (Ressourcen), die ihm zur Bewältigung dieser Anforderungen zur Verfügung stehen. Dieses Ungleichgewicht wird als unangenehm erlebt und führt zu negativen Konsequenzen für den Menschen.
Mit Stress meinen wir den negativen, krankmachenden Stress. Dieser blockiert auf die Dauer die natürlichen Ressourcen des Menschen, vermindert seine Leistungsfähigkeit und beeinträchtigt damit auch das Unternehmen.
Stress entsteht durch das subjektive Erleben,
- Dinge nicht mehr positiv steuern und
- Probleme nicht mehr lösen zu können.
Wenn Spannungen und Ungleichgewichte zwischen Anforderungen und Ressourcen auftreten, können Menschen grundsätzlich auf zwei Arten reagieren:
Der Mensch passt sich den Anforderungen an, indem er z.B.
- länger arbeitet, um einen Auftrag zu erledigen
- Prioritäten anders setzt
- sich das erforderliche Wissen aneignet
Der Mensch versucht, die Anforderungen zu verändern, indem er z.B.
- seinen Chef dazu bewegt, den Auftrag einer anderen Person zu geben oder
- mehr Zeit zur Erledigung erhält.
Das Ziel der Anpassung ist es, Ungleichgewichte abzubauen und eine neue Balance zwischen sich und der Umwelt herzustellen.
Der Mensch reagiert auf das als bedrohlich und unbeeinflussbar erlebte Ungleichgewicht
- körperlich, z.B. durch Ausschüttung von Hormonen, Erhöhung von Blutdruck und Herzfrequenz etc.
- geistig, z.B. durch Fixierung der Wahrnehmung auf das als bedrohlich erlebte Problem
- psychisch, mit Gefühlen von Hilflosigkeit, Unsicherheit und Angst
- verhaltensbezogen, durch Flucht, Erstarren oder Kampf
Die Reaktion des Organismus ist an sich ein sinnvoller Prozess, der den Menschen in die Lage versetzen soll, besser und schneller in Richtung der Wiederherstellung des Gleichgewichts zu reagieren. Der Mensch wird mit der Zeit körperlich, seelisch und geistig krank.