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Das Wichtigste in Kürze:
- Vermutlich aus der jüngeren Eisenzeit stammen Grabhügel und ein Grabensystem im Eggwald.
- Ein schwer zu beurteilender Fund bei der Mariahalden könnte aus der Zeit der Kelten stammen.
Grabhügel im Eggwald
Im 9. Jahrhundert v. Chr., mit Beginn der Eisenzeit, scheint eine Klimaverschlechterung die Menschen aus unserer Gegend vertrieben zu haben. Es gibt in der Deutschschweiz nur sehr wenige Funde aus der frühen Eisenzeit (800 bis 450 v. Chr.), welche auch Hallstattzeit genannt wird.
Aus der jüngeren Eisenzeit (auch Latènezeit genannt) sind im Thurgau etwa zehn Bestattungsort bekannt. Damals, ab dem Jahre 450 v. Chr., wurde neues Land erschlossen, die Siedlungen rückten von den See- und Flusstälern gegen das Hinterland vor. Man glaubt, schon eine umfassendere politische Organisation erkennen zu können: „Adelige residierten in günstig gelegenen, mit Wall und Graben befestigten Siedlungen.“
Es scheint, dass zwei Relikte aus der Urzeit, die man im Eggwald gefunden hat, am wahrscheinlichsten aus dieser Latènezeit stammen. Sie sind wohl nicht zufällig nur einige hundert Meter voneinander entfernt. Man hat dort nämlich an einem Waldsträsschen zehn eigenartig geformte Erdhügel entdeckt. Es steht mit einiger Sicherheit fest, dass es sich dabei um urgeschichtliche Grabhügel handelt.
Urgeschichtliches Refugium
Nahe dabei, im nördlichsten Teil des Eggwaldes, beim Höhenmesspunkt 502.4, befindet sich ein Grabensystem, über das in den „Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft, 1934“ folgendes zu lesen ist:
„Aufmerksam gemacht durch C. Bürgi, besuchten wir eine Stelle im Müllheimer Gemeindewald, die sich südlich von Klingenberg auf der rechten Seite des Gschmelltobels befindet. Es befindet sich dort ein Abschnittsgraben von ansehnlicher Breite und Tiefe, der im Norden gegen ein tief eingeschnittenes Bächlein ausläuft, im Süden aber im schwach geneigten Gelände verschwindet. Die ganze, dadurch eingeschlossene Fläche ist für ein Refugium wenig geeignet.; denn sie ist bei sehr grosser Ausdehnung gegen Süden hin beinahe gar nicht geschützt, da dort das Gelände nur schwach nach der Hochfläche hin ansteigt und trotzdem keinerlei Befestigungsanlagen zeigt. Merkwürdigerweise zeigen sich auch am Abschnittsgraben nur schwache Spuren eines Walles. Da der Graben aber kaum einer mittelalterlichen Anlage zugehören kann, auch für eine Abgrenzung aus neuerer Zeit zu gross ist, muss dennoch an ein urgeschichtliches Refugium gedacht werden.“
Der Hauptgraben, bis zu 2 m tief, ist auch heute noch klar zu erkennen. Er weist eine relativ präzise V-Form auf und verläuft in leichter Krümmung die rund 50 m vom Waldrand zum Waldsträsschen und noch etwas drüber hinaus. T. Specker hat 1993 rund 100 m östlich davon einen zweiten, parallel verlaufenden Graben nachgewiesen. Damit werden die Ausmasse dieser Anlage deutlich. Zwei Seiten waren somit durch menschliche Tätigkeit geschützt, im Norden half ein Seitenarm des Tobelbaches, der sich tief ins Gelände eingeschnitten hat. Rätselhaft erscheint weiterhin die Südseite, auf der sich keine Spuren finden lassen. Auch innerhalb des Vierecks konnten noch keine Überreste festgestellt werden.
Grab an der Mariahalde
Ebenso in die jüngere Eisenzeit, auch „Latènezeit“ genannt, gehört wohl ein Grabfund, über den in der „Urgeschichte des TG“ (1925, Keller/Reinerth) folgendes zu lesen ist:
„Einen schwer zu beurteilenden Fund machte ums Jahr 1910 der Landwirt Keller in der Mariahalde nördlich seines Hauses. Es kamen dort drei gut erhaltene, nebeneinander liegende Skelette zum Vorschein. Dabei lag ein Schwert mit messingenem Knauf, auf dem ein springender Hirsch zu sehen war und ein gelber, gläserner Armring. Auch sei eine Anzahl eiserner Platten, wie Panzerplatten, gefunden worden. Diese Platten seien wieder vergraben worden. Das Schwert hätte jahrelang unter dem Dache des Hauses gelegen und sei dann verschwunden, und den gläsernen Armring hätte ein inzwischen verstorbener Lehrer an sich genommen. Dieser Ring würde auf einen Fund aus der Latène – Zeit deuten.“
Dieser Grabfund ist leider nur aus der Literatur bekannt, alle Spuren sind inzwischen verschwunden.