Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03144.jsonl.gz/2765

Das stärkste Erdbeben aller Zeiten hat Kalifornien dem Erdboden gleichgemacht. Durch Schutt und Asche kämpfen sich die Eltern Emma (Carla Gugino) und Ray (Dwayne Johnson). Sie wollen ihre Tochter in San Francisco retten. Aber: Der Landweg ist abgeschnitten.
Kein Problem für Feuerwehrmann Ray. Der kann im Katastrophenfilm «San Andreas» alles, wirklich alles: Helikopter fliegen, Flugzeug fliegen, Boot fahren, sehr, sehr lange tauchen und mit seiner Muskelmasse jedes Hindernis aus dem Weg räumen. Dwayne Johnson spielt den perfekten Helden.
Das stärkste Zitat
Dieser Film hat keine starken Zitate. Dafür viele inhaltslose «One-Liner» (Einzeiler). Aber Katastrophenfilme schaut man sich ja nicht wegen rhetorischer Spitzfindigkeiten und philosophischer Argumente an. Wer Geld für einen solchen Film ausgibt, erwartet zerstörte Gebäude, heftige Überschwemmungen, brennende Städte und einen Held, der die Welt zu einem besseren Ort macht. All das findet sich in «San Andreas».
Fakten, die man wissen muss
Ein Erdbeben, das Kalifornien vernichtet? Keine Hollywood-Fantasie! Die San Andreas-Verwerfung gibt es wirklich. Sie reicht von Mexiko bis zum Norden von San Francisco und teilt den Bundesstaat Kalifornien in zwei Hälften: Los Angeles liegt auf der pazifischen Platte und San Francisco auf der nordamerikanischen. Beide Erdkrusten verschieben sich und lösen immer wieder Erdbeben aus. Das letzte starke Beben – auf der Richterskala 8.0 – gab es 1906 in der Region San Francisco. Forscher vermuten, dass die Wiederholungsrate solcher Erdstösse 100 bis 200 Jahre beträgt. Man rechne: Die letzte starke Erschütterung war vor 109 Jahren. Das heisst: Die nächste heftige Naturkatastrophe in Kalifornien könnte jederzeit eintreffen und damit die Filmwelt von «San Andreas» zur düsteren Realität werden lassen.
Der Schauspieler
Bevor Dwayne Johnson Schauspieler wurde, war er Profi-Wrestler – sehr erfolgreich. Seit Ende der 90er-Jahre boxt sich das Muskelpaket durch die TV- und Kinowelt. Einen seiner ersten Auftritte hatte er in der TV-Serie «Die wilden 70er». Den Körperkult, den Wrestler zelebrieren, führt er auf der Leinwand fort. Zum Beispiel als Hercules im gleichnamigen Film. Hier kämpft er, in nichts anderem als einem kurzen Rock, gegen eine Hydra, ein Riesenwildschein und einen Löwen – und das immer in perfekter Pose, die Muskeln eingeölt und angespannt. Posiert hat Dwayne Johnson auch bei der Filmpremiere von «San Andreas» in London. In nur drei Minuten schoss er gleich 105 Mal ein Selfie. Weltrekord! Inklusive Eintrag ins Guinnessbuch. Dwayne Johnson ist jetzt nicht nur «The Rock», sondern auch «The King», «The Selfie-King».
Das Urteil
Bei «San Andreas» bleibt kein Stein auf dem anderen – ausser Dwayne «The Rock» Johnson. Mit seinem aufgepumpten Bodybuilder-Körper glaubt er, ganz Kalifornien retten zu können. Der Hollywood-Blockbuster schlägt dramaturgisch keine hohen Wellen. Er bleibt den klassischen Handlungsabläufen und Strukturen des Katastrophen-Genres treu: Ein 0815-Bürger wächst über sich hinaus, private Probleme lösen sich durch oder während des Desasters, Bösewichte überleben nicht und es gibt mehrere Erzählebenen. «San Andreas» bietet Action-Trash-Begeisterten zwei Stunden Unterhaltung. Alle anderen: besser zu Hause bleiben.
Kinostart: 28.05.2015