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Hochgeachteter Herr Präsident!
Von Hrn. Oberingenieur Bekh habe ich nunmehr die Hauptergebniße des technischen Gutachtens in der beifolgenden Uebersicht erhalten. Der Inhalt derselben ließe sich vielleicht in den Bericht des Ausschußes in derjenigen Form aufnehmen, welche ich in dem beiliegenden Entwurfe gewählt habe.
Es will nun übrigens scheinen, daß der Gotthardt ausschuß eine etwas ausgedehntere Darstellung der Ergebniße des technischen Gutachtens im Auge gehabt habe. Sollten Sie ebenfalls dieser Ansicht sein, & eine weitere Mittheilung der Hauptpunkte des Gutachtens für wünschbar erachten, so wäre es mir sehr lieb, bald davon in Kenntniß gesetzt zu werden, indem ich bejahenden Falls sodann noch mit Hrn. Bekh mich verständigen würde. –
Das von dem Ausschuß genehmigte Budget nebst einem Verzeichniße der von den Kantonen & Gesellschaften bisher geleisteten Beiträge an die Kosten | der Voruntersuchungen werde ich Ihnen nächster Tage nach Zürich senden. Behufs Liquidation der Caße des alten Comite komme ich nächsten Samstag mit Hrn. Dir. Schmidlin in Olten zusammen & werde Ihnen sodann auch das definitive Ergebniß betr. den Saldo der dem alten Comite zugefloßenen Beiträge mittheilen können.
Den vollständigen Voranschlag von Hrn. Wurster & Randegger für die Lithographien kann ich Ihnen beider noch nicht mittheilen, indem ich bis dato nur die Offerte für die großen Plane erhalten habe, die ich beischließe. Aus dem Protokoll des frühern Comite v. 26. März 1863 entnehme ich, daß eine von Hrn Direktor Schmidlin mit Wurster & Cie in Winterthur getroffene Vereinbarung über Lithographirung der Gotthardteisenbahnpläne im Maßstab v. 1/100,000 für die Summe von fs. 1500 bestätigt wurde. Ob dabei nur der Stich der Pläne & Profile, oder nur der Situationspläne verstanden war, ist aus dem Protokoll nicht ersichtlich. Wenn ich mich recht erinnere, hat sich Hr. Wurster später | anheischig gemacht, Situationspläne & Profile im Maßstab v. 1/100,000 in einer Auflage v. ca 500 Ex. für 2500 fs. zu druken. Ganz sicher bin ich aber diesfalls nicht.
Sei diesem Anlaße erlaube ich mir, mich mit Ihnen noch darüber zu berathen, ob es nicht angemeßen wäre den Hrn. Bürgermeister Stehlin zu ersuchen, je nach Umständen dem schriftlichen Berichte des Ausschußes einige mündliche Bemerkungen beizufügen. Da Sie die Güte gehabt haben, die Erläuterung des Antrages betreffend weitere Beiträge zu übernehmen, darf ich Sie diesfalls nicht wohl nochmals in Anspruch nehmen. –
Indem ich schließlich noch einen Brief beifüge, der mir gestern von Seite des Hrn. Großrath Forni in Airolo zu Ihren Handen übermacht werden ist, benutze ich diesen Anlaß, Sie neuerdings meiner ausgezeichnetsten Hochachtung zu versichern.
Ihr freundschaftlich ergebener:
J. Zingg.
Luzern d. 24 Nov. 1864.