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"Barrieren für den Einsatz von alternativer Office-Software senken"
Ein Dreijahres-Vertrag der britischen Schulbehören mit Microsoft läuft in einem Jahr aus. Dieser Vertrag, der auch die Lizenzrechte für neue Microsoft-Software umfasste, brachte den britischen Schulen nach eigenen Angaben Einsparungen von 20 bis 37 Prozent ein. Nun beginnt die Becta (British Educational Communications and Technology Agency) mit einer genauen Untersuchung der Auswirkungen des Vertrags und mit Neuverhandlungen mit Microsoft.
Dabei setzen die Briten ganz schön Druck auf: So schreibt die Becta in einer Mitteilung diese Woche, man wolle Risiken, wie etwa und unlösbare Bindung an einen Software-Hersteller (Microsoft) vermeiden. Und Becta-Chef Owen Lynch sagt: "Ich bin besonders darauf erpicht, dass Schulen leichten Zugang zu Alternativen zu den Produkteneines dominanten Lieferanten haben." Lynch spricht davon, routinemässig Nicht-Microsoft-Produkte auf Schul-PCs zu installieren.
Bereits letzten Mai publizierte Becta einen Bericht, in dem von Einsparungen von 44 Prozent pro PC (!) in der Primarschule und 24 % bei höheren Schulen beim Einsatz von Open Source Software die Rede ist. Im Oktober folgte dann eine Studie, in der Becta den britischen Schulbehörden empfahl, nicht-proprietäre (sprich: Nicht-Microsoft-eigene) Dokumentenformate zu verwenden. Becta empfahl ODF (OpenDocument Format - das Format wird von StarOffice, OpenOffice und IBM unterstützt), Text, RDF, CSV (für Tabellenkalkulationen) und HTML/SMIL für Präsentationen.
Die Untersuchung von Becta wird im Juni 2006 veröffentlicht. Ob die Studie vor allem dazu dient, Microsoft weich zu klopfen und bessere Vertragbedingungen für alle britischen Schulen herauszuholen oder ob es tatsächlich darum geht, Alternativ-Produkte zu Microsoft-Office breitflächig einzusetzen, wissen wir nicht. Sicher ist, dass der Markt für Schul-Software für Microsoft ein entscheidendes Schlachtfeld ist. Denn die Ausbildungskosten sind das grösste Hindernis beim Wechsel von Microsoft Office auf andere Produkte. (Christoph Hugenschmidt)
Die Original-Mitteilung der Becta gibt es hier.