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Die Brasilianer sind reisefreudig und sie geben im Ausland mehr aus, als dies ausländische Touristen in Brasilien tun. Über 23 Milliarden US-Dollar ließen die Brasilianer im Zeitraum vom Januar bis zum November 2013 im Ausland, über 1.000 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im Jahr 2003.
Vor allem die USA hat es den Südamerikanern angetan. Knapp 1,8 Millionen Brasilianer besuchten im Jahr 2012 die Vereinigten Staaten. Ins Nachbarland Argentinien zog es 1,22 Millionen, nach Frankreich 0,5 Millionen und nach Spanien 0,41 Millionen. Uruguay liegt mit 0,40 Millionen brasilianischen Besuchern an fünfter Stelle und Portugal mit 0,39 Millionen an sechster.
Hoch im Kurs stand Brasilien im Jahr 2012 bei den Argentiniern. 1,59 Millionen Argentinier reisten im Jahr 2012 nach Brasilien. Aus den USA kamen 0,6 Millionen Touristen, aus Uruguay 0,26 Millionen und aus Deutschland 0,24 Millionen. Darüber hinaus besuchten 0,23 Millionen Italiener, 0,22 Millionen Chilenen und 0,5 Millionen Franzosen das Land unter dem Zuckerhut.
Allerdings fällt die Bilanz der Devisenausgaben für Brasilien ungünstig aus. Während mehr Brasilianer ins Ausland reisen und dort mehr Geld ausgeben, ist die Zahl der ausländischen Touristen, die in das südamerikanische Land kommen weniger stark gestiegen. Für 2013 schätzt die Zentralbank deshalb ein Defizit der Devisen im Tourismusbereich von umgerechnet etwa 8,5 Milliarden US-Dollar. Dies wirkt sich ebenso auf die Gesamtbilanz aus. Nach Schätzungen wird diese mit einem Rekorddefizit von 79 Milliarden US-Dollar abschließen.
Warum die Zahl der Touristen, die ins Land der Copacabana reisen, nicht ganz so stark gestiegen ist, hat verschiedene Gründe. Einer dürfte die hohe Gewaltrate sein. Selbst Touristenattraktionen wie Rio de Janeiro erlangten in den vergangenen Jahren eine traurige Berühmtheit angesichts von Gewalttaten und Raubüberfällen.
Von 2003 bis 2012 stieg hingegen die Zahl der brasilianischen Touristen, die ins Ausland reisen und dies gleich um 244 Prozent auf 8,1 Millionen. Wobei die USA das absolute Lieblingsziel der Brasilianer sind. Von den 8,1 Millionen Auslandsreisenden im Jahr 2012 zog es 22 Prozent nach Nordamerika. Die Zahl ist in den vergangenen zehn Jahren stetig gestiegen. Waren es im Jahr 2003 noch 349.000 brasilianische Touristen, die in die USA flogen, sind es im Jahr 2012 bereits 1,79 Millionen gewesen.
Dass die Brasilianer immer reisefreudiger werden, erklären Spezialisten mit der Stärkung der brasilianischen Währung, dem Real. Gestiegen sind in den vergangenen Jahren ebenso die Gehälter. Darüber hinaus spiele auch die hohe Inflation in Brasilien eine wichtige Rolle, wie es heißt. Fest steht, dass viele Brasilianer in die USA und andere Länder reisen, um dort ihren Urlaub zu verbringen und auch, um dort Textilien, Schuhe und Elektrogeräte einzukaufen, die im Inland aufgrund hoher Steuersätze relativ teuer sind.
Ob sich die Situtaion 2014 ändern lässt ist noch offen. Von Seiten der Regierung wird versucht, die Ausgaben der Brasilianer im Ausland zu bremsen. Bereits im Januar wurde deshalb der Steuersatz erhöht, der bei Reiseschecks und Abhebungen über Geld- und Kreditkarten im Ausland anfällt. Gesetzt wird zudem auf die Fußballweltmeisterschaft. Sorgen bereiten dabei allerdings die Demonstrationen des vergangenen Jahres und auch die jüngsten Proteste, die in verschiedenen Städten Brasiliens stattfanden und teilweise von Gewalt begleitet waren. Demonstrationen gab es ebenso bei den Konföderationsspielen 2013. Touristen waren davon zwar nicht direkt betroffen, doch die Bilder von brennenden Autos und zerschlagenen Schaufensterscheiben prägen sich ein. In der Tourismusbranche zeigt man sich dennoch zuversichtlich. Haben in Umfragen doch 90 Prozent der ausländischen Besucher der Konföderationsspiele angegeben, dass sie Brasilien wieder besuchen wollen.