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|Auszüge aus dem Buch

Ahl-Al Bayt (Schiiten)
Das Islamische Zentrum Ahl-Al Bayt wurde 2002 in Zürich von iranisch-schiitischen Muslimen als Verein gegründet und ist das erste offizielle schiitische Zentrum in der Schweiz. Bis zu diesem Zeitpunkt trafen sich schiitische Muslime in der Schweiz nur in privatem Rahmen. Im Unterschied zu den sunnitischen Muslimen, welche die Aussprüche und Taten des Propheten Mohammed (zusammengefasst in der so genannten Sunna-Überlieferung) als verbindlich ansehen, halten die Schiiten zusätzlich die Aussprüche und Ansichten Alis (Mohammeds Cousin und Schwiegersohn) für massgeblich und betrachten diesen als den politischen und geistigen Nachfolger Mohammeds. Ali gilt für die Schiiten als der erste rechtmässige Imam (Nachfolger Mohammeds). Die ersten drei Nachfolger Mohammeds Abu Bakr, Umar und Uthman werden von den Schiiten nicht anerkannt. Der Begriff Schiiten kommt von «Schiat Ali», das bedeutet Partei Alis. Diese begann anfänglich als eine politische Partei, die Ali im Konflikt mit seinen Gegnern helfen wollte.
Der Name Ahl-Al Bayt kommt aus dem Arabischen und heisst «Leute des Hauses», eine übliche Bezeichnung für die Familie des Propheten (Mohammed, Ali, dessen Frau und deren Nachkommen), und wird im Allgemeinen von allen schiitischen Zentren benutzt. Die Ahl-Al-Bayt-Zentren in der Schweiz gehören zu den so genannten Zwölfer-Schiiten. Für die Zwölfer-Schiiten gilt Ali als erster Imam (Nachfolger Mohammeds). Nach ihm folgten elf andere Imame.
Alle zwölf Imame werden als «masooum» (sündenfrei) angesehen und kommen aus der Nachkommenschaft (AhulBayt) des Propheten Mohammed. Im Zwölfer-Schiitentum gelten die zwölf Imame nach Mohammed als die wichtigsten Führer des Islam. Nach ihrem Glauben lebt der zwölfte und letzte Imam seit Jahrhunderten im Verborgenen und wird zum Ende der Welt wieder erscheinen und auf Erden das Reich Gottes errichten. Während seiner Abwesenheit wird die Gemeinde von qualifizierten Theologen, den Ayatollahs (arab. Zeichen Gottes) geführt.
Für die Muslime der Ahl-Al-Beyt-Zentren gilt der Glaube an den Koran und an Ali und seine Nachfolger. Ziel des Zentrums ist es, schiitischen Muslimen die Möglichkeit zu geben, ihren Glauben in einer Gemeinschaft auszuüben, sie über den schiitischen Islam zu informieren und ihre Feste zu feiern. Ein weiteres Ziel ist, in Kontakt zu anderen Religionen zu treten und den Dialog mit anderen religiösen Gruppierungen zu führen. Das Zentrum hat keinerlei politische, sondern nur eine religiöse und kulturelle Funktion.
Bis Ende Oktober 2002 trafen sich die schiitischen Muslime in Zürich an der Hohlstrasse 414. Seither befindet sich das Zentrum nahe der Stadtgrenze in Schlieren. Ausser in Zürich befinden sich in der Schweiz noch ein paar weitere kleinere Ahl-Al-Beyt-Zentren, unter anderem in Genf, Lausanne, Bern und Luzern. Die Gemeinden sind lose miteinander verbunden, in Zürich Schlieren ist der Hauptsitz. Das Zentrum unterhält direkten Kontakt zu den religiösen Führern im Iran und gilt als Ansprechpartner für Behörden und Interessierte. Die Moschee in Schlieren ist während des Ramadan (Fastenmonat) täglich ab 17.00 Uhr geöffnet, in den anderen Monaten jeweils Freitagmittag und Donnerstag- und Freitagabend. Während der zwei Wochen des Moharram (Tod des Prophetenenkels Husain, wichtigster schiitischer Feiertag) findet täglich ein Programm statt, bei welchem die Gläubigen zum Gebet, zu Koran-Lesungen und geselligem Beisammensein zusammenkommen. Zum Gebet am Donnerstagabend wird das Zentrum von etwa 60 bis 80 Personen besucht. Das Zentrum unterhält sich durch freiwillige Spenden.
Literatur:
Eine regelmässig erscheinende Schrift ist in Vorbereitung
Vom schiitischen Zentrum in Hamburg wird vierteljährlich die Zeitschrift Al-Fadschr Die Morgendämmerung herausgegeben
Kontakt: