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Sie haben Blasmusikgeschichte geschrieben, jene 14 Musiker, welche die Schwyz-Brunnen-Musik gegründet und die ersten Jahre des Eidgenössischen Verbandes dominiert haben.
Die Schwyz-Brunnen-Musik ist 1861 ins Leben gerufen worden. Die Initialzündung fiel an der alten Fasnacht, am 17. Februar 1861, als die bereits bestehende «Brunner Musik» im Saale des Hotels zum Goldenen Adler (heute Elite) einen Unterhaltungsabend veranstaltete. Dies war für etliche Mitglieder der ebenfalls schon bestehenden «Blechmusik-Gesellschaft Schwyz» der Anlass, die Aufführung in Brunnen zu besuchen, «um den Tönen zu lauschen und anderseits den Genuss der Fröhlichkeit zu teilen», wie blumig berichtet wurde. Im Laufe des Abends fiel der Vorschlag, die beiden Gesellschaften sollten sich auflösen und sich zu einer Musik verschmelzen, damit man «etwas Grossartiges leisten könnte».
Gönner unterstützten die Musiker
Der Vorschlag hatte sofortige Wirkung und geniale Folgen. Schon am darauffolgenden Sonntag hat sich die Schwyz- Brunnen-Musik konstituiert. Am 17. März fand die eigentliche Gründung statt, nachdem man Musiknoten bestellt, mit Üben und Proben begonnen und sich die finanzielle Unterstützung von Gönnern gesichert hatte.
Geniale Tschümperlin-Brüder
Neben diesen materiellen Voraussetzungen war sehr zentral, dass mit der Wahl des Schwyzers Dominik Tschümperlin (1834–1919) als Kapellmeister ein absolut begnadeter Musiker und guter Organisator die Leitung übernommen hatte. Er und sein ebenfalls hochbegabter Bruder Franz waren die Seele der Formation, Dominik virtuos auf der Trompete, Franz ebenso als Klarinettist. Sie brachten es zusammen mit den anderen zwölf Musikern zustande, dass aus der Bauernmusik eine Spitzenformation wurde. Zuerst wurde bei Gönner und Landammann Xaver auf der Maur im «Adler» in Brunnen geprobt. Als die beiden Tschümperlin-Brüder, beides Bauern, im Sommer ihren Wohnsitz auf die Alpweiden im Mostel verlegt haben, wurde das Probelokal zu Kirchenvogt und Gemeinderat Joseph Martin Trütsch im Ingenbohler Feld gezügelt. So hatten die beiden Tschümperlins und die anderen Schwyzer wenigstens eine Wegstunde kürzer zur Probe. Zudem waren die Musikanten bei den Trütschs gut aufgehoben. Im Keller stand Most bereit und lag Käse. Wer ein Glas erhielt, machte einen Knopf der Jacke auf: So war die Rechnung bald beglichen, hiess es.
Teils verbeulte Instrumente
Den ersten Auftritt hatte die Schwyz-Brunnen-Musik schon am 2. Juni 1861. ImTheater Schwyz wurde ein Wohltätigkeitskonzert gegeben. Der grosse Auftritt folgte aber im Mai 1862. Die Schwyz- Brunnen-Musik hatte sich zum ersten «schweizerischen Blech- und Harmoniemusiktreffen » in Zofingen angemeldet. Einen eidgenössischen Verband gab es noch gar nicht. Dreizehn Vereine warenmit dabei, darunter die Schwyzer und Brunner in ihren bäuerlichen Kleidern und mit älteren, teils sogar verbeulten Instrumenten. Der Brunner «Drossel»-Wirt Caspar Auf der Maur, der immer eine halbeWerkstatt mit sich führte, musste auf der Fahrt nach Zofingen unterwegs sogar noch defekte Instrumente flicken. Die Musiker aus Innerschwyz mussten hämische Bemerkungen in Kauf nehmen, dass offenbar «auch die Bauern aus ihren Bergen herauskämen, hier etwas lernen zu können».
Sogar vor Richard Wagner gespielt
Die Schwyz-Brunnen-Musik eröffnete die Vorträge und spielte die Ouvertüre zur Oper «Es ist ein Uhr» von Hensel. Das muss überwältigend gewesen sein. «Wie ein Orkan brauste der Beifall durch die geheiligten Hallen der schönen Stadtpfarrkirche», hiess es. Die Schwyzer spielten zudem die Ouvertüre zur Oper «Wilhelm Tell» von Gioacchino Rossini. Für den damaligen Stand der Blasmusik und der Instrumententechnik eine Bravourleistung. Der Sieger dieses ersten Blasmusiktreffens war klar, der Empfang in Brunnen dementsprechend grossartig. Die Schwyz-Brunnen-Musik ist in der Folge landesweit herumgereicht worden. 1866 folgte sogar ein Auftritt vor Richard Wagner, dem man bei seinem Aufenthalt in Brunnen ein abendliches Ständchen spielte, für das man vom grossen Komponisten explizit gelobt wurde und auch eine Komposition erhielt. 1868 kam das hartnäckige Gerücht auf, dass sich die so erfolgreiche
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/PbuQb7