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Ich mag nicht, wenn jemand wie ein Berg blockiert vor mir steht.
Wenn ein Brückenbau nicht funktioniert, wenn den Kern nicht berührt werden kann, dann verlasse ich. Wenn man mit Blockade nicht umgehen kann, warte ich selten, ich versetze es.
Über meine innere Blockade geht es am meisten mit einem inneren Gespräch. Manchmal spricht sie zu mir und verlangt mehr Geduld.
Reden nützen oft nicht. Wir reden ganzer Zeit, ohne zu wissen, wozu. Das ist ähnlich wie viele Menschen Tee trinken und wissen nicht, was sie trinken oder wie der Tee zu Ihnen spricht.
Manche trinken Tee, um wach zu bleiben. Manche trinken um etwas zu kompensieren. Teefreunde J. warnte mir vor Abhängigkeit von Pu Er ( er schrieb über diese Warnung in einer Diskussion) weil ich ohne ihn nicht arbeiten könne. Abhängig von Etwas ist wirklich kein Verbrechen. Unabhängigkeit ist oft eine Einbildung. Die Diskussion um Achtsamkeit und Teegenuss ist eine Reflexion über den Anfängergeist, weshalb man sich von diesem Getränk angezogen fühlt. Dies sollte man immer wieder machen, am besten jeden Tag. Dass Tee als Aufputschmittel umfunktioniert wird, ist es allgemeines Phänomen, es ist nicht so wichtig zu fragen, ob wir es besser nicht tun, sondern wichtig und zu fragen, weshalb tun wir es.
Weshalb tun wir es?
Die alten Chinesen hatten ihr Aufputschmittel von Taoisten und betrachteten es als eine Abgrenzungsmitteln zu anderen Schichten. Warum?
Warum will man sich besser fühlen, als etwas Besseres fühlen und als der Richtige fühlen?
Tee ist ein Suchtmittel. Tee macht nicht nur einen abhängig, sondern bereichert ihn. Ein Medaillon hat zwei Seiten. Warum wollen wir nur eine Seite für sich beanspruchen?
Und weshalb trinke ich Pu Er? Ich trinke nicht nur Pu Er. Ich trinke gerne Wasser. Gerne Bier, gerne Kaffee und gerne Sake. Ich trinke Pu Er gerne in Shui Tang, weil mir dieser Tee in solchen Moment in Zusammensein mit Menschen Distanz und Raum vermitteln. Ich liebe diesen erdigen Geschmack und klare Struktur im Aufguss. Der Körper kann sie gut integrieren und nimmt eine Zufriedenheit war. Das ist aber keine Abhängigkeit, sondern ein zufriedener Zustand, der die Funken aus der Zukunft riechen kann anstatt im Geruch der Vergangenheit zu versinken.
Auch der Tag – als ich aufwachte – in Zürich ist grau, aber ich blicke in die Zukunft. In meiner Tasse von Dianhong rieche ich Blumen aus Süden und Ruf aus der fernen nahen Zukunft.
Auch wenn Deine nahe Vergangenheit ist grau, ist Blitz, ist Tragödie, kannst Du immer noch in die Richtung Deines Herzen laufen. Dort ist die Zukunft. Und wenn der Tee Dich begleiten kann, egal wie Du ihn missbrauchst, ist er treu und gültig – bei Dir.