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Alpine Unglücksfälle 1914 und 1915.
In Abweichung von dem von Dr. Kürsteiner im Jahrbuch IL für das Jahr 1913 befolgten System, wonach nur die in den Schweizeralpen vorgekommenen Unglücksfälle berücksichtigt wurden, sehe ich mich veranlaßt, gestützt auf meine Bemerkung auf pag. VIII des Jahrbuchs IL, wieder zu der früher von mir und Dr. Kürsteiner befolgten Praxis zurückzukehren und die Besprechung wieder auf das gesamte europäische Alpengebiet auszudehnen, dagegen in demselben nur die tödlich verlaufenen Unfälle, welche Touristen und Führer betrafen, zu berücksichtigen. Und dies nur in der knappesten Form, ohne Diskussion der Ursachen und Lehren, welche doch nicht erschöpfend sein könnte. Ich verzichte auch, wegen der besondern Verhältnisse in der zweiten Hälfte des Jahres 1914 und des ganzen Jahres 1915, in denen die West- und Ostalpen für den touristischen Verkehr und die damit verbundenen Gefahren fast ganz gesperrt waren, darauf, die früher übliche Vergleichung dieser Gebiete mit dem der Zentralalpen in der Unglücksfall Statistik wieder aufzunehmen. Sie ergäbe ein ganz schiefes Bild. Daß alle mit dem Krieg und der Grenzbesetzung in irgendeinem Zusammenhang stehenden Fälle weggelassen wurden, bedarf keiner Begründung.
Mit diesen Einschränkungen ergibt sich für uns folgendes Bild. Im Jahre 1914 stehen für winterliche Touren verzeichnet 6 Fälle mit 11 Toten; im Mittel- und Voralpengebirge 22 Fälle mit 28 Toten, darunter 2 Vermißte; im Hochgebirge 16 Fälle mit 28 Toten, davon 3 Vermißte; zusammen 44 Fälle mit 67 Toten. Für das Jahr 1915 lauten die entsprechenden Zahlen für winterliche Touren 7 Fälle mit 10 Toten, darunter 2 Vermißte; im Mittel- und Voralpengebirge 13 Fälle mit 15 Toten; im Hochgebirge 7 Fälle mit 13 Toten; zusammen 27 Fälle mit 38 Toten. Im Jahre 1914 sind 1 Führer und 1 Hüttenwärter ihrem Berufe zum Opfer gefallen. Die Einzelheiten sind folgende:
1914. A. Winterliche Touren.
14. Februar. Bei einem in der Dunkelheit versuchten Abstieg auf Skiern vom Col de Balme verunglückte Dr. Dohrn aus Dresden, Gründer der Hellerauer „ Dal-croze-Schule ", durch Absturz in ein Couloir, wo er von zwei jungen Leuten aus Trient mit einem Schädelbruch tot aufgehoben wurde, während seine Begleiterin am Fuß des Couloirs heil und gesund angetroffen wurde. Die Leiche konnte noch am gleichen Abend nach Trient verbracht werden. Alp. 1914, pag. 41; Ski 1914, pag. 136.
222. Februar. Am Piz Soi wurde von zwei Touristen aus Baden der eine, Ing. Sonnenschein, von einer Lawine in der Nähe des Wildsees verschüttet. Sein Begleiter, der ihn nicht aufzufinden vermochte, holte Hülfe aus Ragaz, aber erst am 26. Februar konnte der Verunglückte, der von dem nassen schweren Schnee jedenfalls sofort erstickt worden war, aus einer 4 m hohen Schicht gefrornen Schnees als Leiche geborgen werden. Alp. 1914, pag. 62; Ski 1914, pag. 137.
323. Februar. Am Piz Danis wurde Kittmeister a. D. Spitzner aus Frankfurt a. M., der sich im Kurhaus auf der Lenzerheide aufhielt, beim Traversieren eines äußerst steilen Abhangs durch Abrutschen der kurz vorher gefallenen knietiefen Neuschneeschicht auf verharschter Unterlage verschüttet. Der Unfall wurde sofort beobachtet, aber eine Rettungskolonne konnte den Verunglückten erst abends auffinden und alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Alp. 1914, pag. 62; Ski 1914, pag. 137; D. & O.A.V.M. 1914, pag. 56, 105.
423. Februar. Am Col du Joly ( Haute-Savoie ), etwa 200 m südlich der Paßhöhe gegen Haute Luce hinunter, wurden drei Lyoner Skifahrer, Ernest Cambon, Jean Lamouroux und Raymond Lyonnet, von einer Neuschneelawine, die auf altem vereistem Schnee abging, überrascht und in die Tiefe gerissen, wo sie am 27. von einer Suchkolonne von Mitgliedern der Sektion Lyon C.A.F. und Führern von Chamonix und St. Gervais als im Schnee erstickte Leichen, aber ohne Verletzungen, aufgefunden und geborgen wurden.E. A. 1914, pag. 98—107; Mont. 1914, pag. 177, 225—229; Alp. 1914, pag. 131.
51. März. Zwischen Vacheret und der Alp La Chaux ( Val de Bagnes ) verunglückten von einer aus 5 Skifahrern bestehenden Partie die Herren Richard Emil Meylan, Henri Dentan und Samuel Marmillod aus Lausanne dadurch, daß, während sie in etwa 2100 m Meereshöhe einer Bewässerungsrinne folgten, etwa 50 m über ihnen eine 80 cm tiefe Schneeschicht losbrach und die drei nebst dem Führer Bruchez in die Tiefe riß. Bruchez kam nach etwa 100 m Fahrt an der Seite des Abbruchs zum Stehen, während die genannten von der Lawine in eine 600 m tiefer gelegene Schlucht gestürzt und dort verschüttet wurden. Bruchez und der zuletzt gehende Advokat Correvon konnten Meylan und Dentan ausgraben, aber die angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos; die später angestellte Autopsie ergab neben andern Verletzungen sofort tödlichen Schädelbruch. Die Leiche von Marmillod wurde durch eine von Châble heraufgeholte Karawane mit denen der zwei andern geborgen. Alp. 1914, pag. 62/63; E.d.A.. 1914, pag. 261—270; R. A. 1914, pag. 154/55; Ski 1914, pag. 137.
6Anfangs März.B.ei einer Skitour, die anscheinend nicht dienstlich angeordnet war, sind in der Nähe der Festungsanlagen am Tonalepaß zwei Soldaten des 7. K. K. Festungsartilleriebataillons von einer Lawine in die Tiefe gerissen und verschüttet worden. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 89.
B. Im Mittel- und YoralpengeMrge.
112. April ( Ostersonntag ). An der Raxalpe ist der 24jährige Student aus Wien, Richard Schuster, durch Absturz vom „ Alpenvereinssteig " tödlich verunglückt, indem er, zwischen zwei Gefährten gehend, und nach deren Aussage übermüdet, etwa 150 Schritte vor dem Ausstieg auf einer vereisten Stelle plötzlich ausrutschte, über ein steiles Schneefeld hinabkollerte, über ein steiles Felswändchen und dann mehrere 100 m in die Tiefe des Höllentals abstürzte, wo seine Leiche erst 13 Tage später geborgen werden konnte. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 119; Alp. 1914, pag. 101.
212. April. In der Kaiserklamm in Tirol glitt der Münchener Maschinist Michael Schmid auf einer Wanderung von der Erzherzog Johann-Klause zum Kaiserhaus von einer der höchsten Stellen des Klammsteiges aus, als er seine Tochter vor einem Unfall sichern wollte, und stürzte etwa 100 m tief in die Klamm. Andern Tags schwemmte die Ache die Leiche des Verunglückten ans Ufer. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 131.
319./2O. April. Am Untersberg rutschte der ungenügend ausgerüstete 19 Jahre alte Salzburger Handlungsgehülfe Felix Engländer, welcher mit einem nicht viel altern Gefährten den Berg über den Dopplersteig begehen wollte, auf der Schneide einer zu beiden Seiten noch mit Schnee bedeckten Felsnase aus und glitt in den Nebelgraben ab, wo er mit nicht lebensgefährlichen Verletzungen im Latschengestrüpp hangen blieb. Als eine von dem Gefährten aus Grödig herbeigerufene freiwillige Rettungskolonne von 9 Mann am folgenden Morgen den Verunglückten, an einen mitgebrachten Feuerwehrgurt gebunden, aufzuseilen versuchte, riß der Gurt an zwei Stellen, Engländer stürzte über die Wände gegen die Obere Rossitte in die Tiefe und war sogleich tot. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 131; Alp. 1914, pag. 119.
420. April. Von den Tyssaerwänden ( Sächsisch-böhmische Schweiz ) stürzte der Tourist Krahl aus Bodenbach 15 m tief ab und blieb tot liegen. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 131.
527.Mai. Am Untersberg fand der 24jährige Rechnungsassistent beim k. k. Arbeitsministerium in Wien, Lukas Frisch, durch Absturz den Tod. Eine am 4. Juni aufgebotene Suchpartie konstatierte, daß der Vermißte sich am 27. Mai in das Gipfelbuch des Salzburger Hochtrons eingetragen hatte und daß er im Stöhr-haus gewesen war. Erst einige Tage später wurde die Leiche am Fuße des Berchtesgadener Hochtrons aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 198.
613.Juni. Bei dem Vorhaben, von der Kienbergalm aus die Ostwände des Untersberges anzusteigen, ist in unbekannterweise der 17jährige Zuckerbäcker-lehrling Eduard Weinberger aus Salzburg verunglückt. Nach langem Suchen wurde erst am 29. Juni der Leichnam oberhalb der Zementfabrik Laube in Gartenau von einem Jäger aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 184; Alp. 1914, pag. 179, wo irrtümlich die Daten 11. und 29. Juli angegeben sind.
716. Juni. Auf dem Hohen Göll stürzte der Friseurgehülfe Ernst Kraft aus Gießen, der mit einem Lehrling von Berchtesgaden aus die Besteigung unternommen hatte, in der Nähe des Purtschellerhauses ab und wurde als zerschmetterter Leichnam am 17. abends von einer Rettungskolonne in einer tiefen Schlucht aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 184; Alp. 1914, pag. 179, wo irrtümlicherweise der 16. Juli angegeben wird.
821. Juni. In der Sächsischen Schweiz ist der 20jährige Dresdener Tou-matzsch bei einer Erkletterung des Basteifelsens tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 184.
929. Juni. Beim Abstieg von der Bärnkarmauer ( Hexenturm ) gegen den Natterriegel, den er in Begleit eines Herrn und einer Dame ausführte, wollte der Staatsanwalt-Stellvertreter Dr. Gustav Lebzeltern aus Leoben, ein geübter und ruhiger Gänger, über ein etwa 50 m langes und nicht steiles Schneefeld, auf den Pickel gestützt, stehend abfahren, kam dabei aus unaufgeklärter Ursache, plötzliches Unwohlsein oder Versagen eines durch eine alte Knieverrenkung geschwächten Beines, zu Fall, sauste über den Schnee hinab und schlug mit dem Kopf voran so unglücklich an einen seitwärts stehenden Felsblock, daß er an einem Schädelbruch kurz darauf verschied. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 184, 198; Alp. 1914, pag. 179.
1029. Juni. An der Bischofsmütze verunglückte der in größerer Gesellschaft gehende Ingenieur Rudolf Kloß aus Wien, indem ihn ein von andern Touristen abgelöster Stein an den Kopf traf. Mit einer starken Schädelveiietzung aufgehoben, wurde er nach Wien in eine Heilanstalt gebracht, erlag aber dort kurz vor der beabsichtigten Entlassung einer mit dem Unfall anscheinend in keinem ursächlichen Zusammenhang stehenden Erkrankung. D. & O. A. V. M. 1914, pag. 249.
111. Juli. Im Tennengebirge scheinen der 21jährige Schuhmachergehülfe Kaspar Müller und der 20jährige Kaminfegergeselle Rudolf Kappl, beide aus Marktwerfen, verunglückt zu sein. Eine Suchexpedition fand am 1. Juli die Namen der beiden im Buch auf dem Raucheck mit der Bemerkung, daß sie nach Sulzau absteigen wollten. Trotz wiederholtem Suchen in den darauffolgenden Tagen ist keine Spur mehr von ihnen gefunden worden. Die Vermißten waren ganz ohne die entsprechende Ausrüstung. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197.
128. Juli. Im Allgäu fielen zwei Stuttgarter Kaufleute, M. Jacobi und H. Manz, welche über den Heilbronnerweg zum Biberkopf gehen wollten, einem Schneesturm und den noch sehr ungünstigen Schneeverhältnissen zum Opfer. Ihre Leichen wurden am 13. und 15. Juli gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197; Alp. 1914, pag. 179.
1311. Juli. Vom Kopfförlgrat im Wilden Kaiser sind zwei Regensburger, nach andrer Quelle Münchener Schriftsteller, Max Denk und J. Rieger, ungefähr 150 m hoch abgestürzt. Die Bergung der zerschmetterten Leichen gelang unter großer Mühe am 13. Juli. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197, 209; Alp. 1914, pag. 180.
1411. Juli. Am Säntis verunglückten an zwei verschiedenen Punkten zwei Touristen. Ein Herr Fäßler aus Herisau, der nachts auf dem Weg über das Kräzerli den Gipfel erreichen wollte, stürzte beim sogenannten Ellenbogen zu Tode. Dr. Hans Schönau aus Bregenz unternahm allein den Abstieg über den Blauen Schnee. Er gelangte auch bis gegen Altenalp; beim Lauberkopf aber stürzte er ab und erlitt Verletzungen, die den Tod herbeiführten. Alp. 1914, pag. 168; D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197.
1512. Juli. Von der Höfats stürzte der Geschäftsführer Leonhard Wallner aus Oberstdorf, als er mit zwei Gefährten auf der Ostseite des Berges im Abstieg begriffen war und als letzter ging, tödlich ab. Vermutlich blieb er mit den Steigeisen hängen; er fiel zuerst vornüber auf das Gesicht, überschlug sich und stürzte dann noch etwa 80 m tief. Von seinen Begleitern aufgehoben, starb er noch am gleichen Tage. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 209; Alp. 1914, pag. 211.
1612. Juli. In der Tatra ist der Kanzleivorstand Eugen Molnar aus Budapest, als er auf der Suche nach seinem einige Tage vorher bei einer Tour verlorenen Fernrohr war, über eine Wand nächst dem Csorbersee tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 210.
1714. Juli. In den Loferer Steinbergen, an der Waldringer Nieder, ist der Bezirksoberarzt Dr. Alfred Kleinmann aus Zell a. See infolge Ausgleitens auf steilem Schnee, in welchem er seinen Begleitern, einer Dame aus Zell a. See und deren Sohn, Stufen hauen wollte, ungefähr 200 m tief abgestürzt und sofort tot gewesen. Die Bergung der Leiche wurde durch einen Bergführer und zwei Touristen, die Zeugen des Unglücks waren, sofort vorgenommen. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197 und 209; Alp. 1914, pag. 180 und 211.
1819. Juli. Vom Gimpel-Westgrat ( Tannheimergruppe ), der, ohnehin schon schwierig, infolge Regenwetters schlüpfriges Gestein aufwies, stürzte der 28jährige Lehrer Hugo Helmschrott aus München tödlich ab.D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 209; Alp. 1914, pag. 211.
1927. Juli. Bei dem Versuche, trotz Neuschnee vom Stripsenjochhause aus den Predigtstuhl zu überschreiten, erreichten der Münchener Hochtourist Martin Sixt und zwei Damen, Luise Holzinger und Rosa Leinfelder, von denen die eine eine tüchtige Touristin gewesen sein soll, allerdings den Gipfel und stiegen durch den Botzongkamin ab, wurden aber in der Steinernen Rinne von einem Unwetter, das neuerdings Schnee brachte, überfallen und zu einem Biwak genötigt. Hier wurden sie von einer Suchpartie am 28. erfroren aufgefunden.D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 209; Alp. 1914, pag. 211.
2030. August. Im Hagengebirge stürzte der noch jugendliche Georg Gattinger beim Edelweißpflücken etwa 150 m gegen die Brunnalm oberhalb Sulzau ab. Die von dem Absturz verständigte Rettungsstelle Werfen barg am nächsten Tage früh die Leiche. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 249.
216. September. Beim Kamin auf dem Hundstein ( Säntisgebiet ) wurde am 8. September die Leiche eines seit Sonntag vermißten 25jährigen Buchhalters Gondi aus St. Gallen, welcher abgestürzt war, aufgefunden.Bund " vom 9. September 1914; Alp. 1914, pag. 196.
2217. Oktober. Am Monte Cenere stürzte der 37jährige Mechaniker Albert Schalch auf der Rückkehr von einem Besuch seines im Militärdienst befindlichen Bruders 40 m tief ab. Der Tod muß augenblicklich eingetreten sein. Die Leiche konnte geborgen werden.Bund " vom 19. Oktober 1914.
C. Im Hochgebirge.
117. Mai. Von der Höhe der Südwand ( spigolo Dorn ) des Torrione Magnaghi Meridionale ( Grigna ) stürzten aus unbekannter Ursache die drei Mailänder Touristen Ing. Abele Miazza, Armando Venturoli und Attilio Del Vecchio ca. 180 m ab. Sie hatten sich nach Überwindung der größten Schwierigkeiten auf einer kleinen Plattform zur Rast niedergelassen und mit dem Seil versichert, während ein vierter Teilnehmer, E. Fasana, rekognoszierend über einen Überhang hinaufstieg. Durch einen Schrei aufmerksam gemacht, konnte Fasana eben noch den letzten abstürzen sehen. Auf dem gleichen Wege abkletternd, konnte er mit Hülfe herbeigeeilter Touristen die teilweise stark verstümmelten Leichen seiner Gefährten auffinden und bergen. R.M. 1914, pag. 193/94; Alp. 1914, pag. 131.
226. Juni. Am Crast'Agüzza-Sattel erlag ein von zwei Führern begleiteter Dr. Haß aus Speyer, welcher die Berninabesteigung bei schönem Wetter und anscheinend guter Verfassung angetreten hatte, einem Herzschlag. Alp. 1914, pag. 150.
3Juli. In der Dachsteingruppe scheint ein Handlungsgehülfe aus Wien verunglückt zu sein. Er hat am 1. Juli Hallstadt verlassen mit der Absicht, den Dachstein zu ersteigen und wird seitdem vermißt. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197; Ski 1914, pag. 197.
46. Juli. Am Groß Venediger fielen die Touristen Al. Kratochwil, technischer Beamter, Eduard Samek, Bautechniker, und Anna Rosenmayr, alle aus Wien, Franz Melounig aus Graz und Elisabeth Schestak, Erzieherin aus Plonitz in Niederösterreich, welche erst nach Mittag und bei zweifelhaftem Wetter von der Kttrsinger-hütte aufbrechend zur neuen Pragerhütte hinüber wollten, einem Schneesturm zum Opfer. Ihre unverletzten Leichen wurden am 12. Juli unterhalb des Untersalzbach-törls auf dem Weg zur Pragerhütte, also jedenfalls auf dem obersten Viltragenkees ( genauere Angaben fehlen ), in einer Schneegrube aufgefunden, wo sie augenscheinlich ein Notbiwak bezogen hatten und darin divrch Kälte und Erschöpfung zugrunde gegangen waren. D.&Ö.A.V.M ., pag. 197 und 222/23; Alp. 1914, pag. 168 und 179.
513. Juli. Von der Zugspitze ist auf dem Anstieg von Ehrwald der Kaufmann Haunig aus München tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197.
613. Juli. Vom Bauernbrachkopf, nächst dem Hochtenn, ist der Wiener Tourist Heinrich Caka ( oder Praska ?), der an jenem Tage die Gleiwitzerhütte mit der Absicht verließ, den Hochtenn zu ersteigen, abgestürzt. Der zerschmetterte Leichnam wurde am 16. Juli am Fuß der Felswände aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197.
721. Juli. Von der großen Tschierspitze ( Grödner Dolomiten ) sind zwei Chemnitzer Fabrikanten, Hugo Köhler und Georg Peurmann ( nach anderer Zeitungsmeldung Professor Beurmann ), tödlich abgestürzt. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 209; Alp. 1914, pag. 211.
821.? Juli. Auf der Nordseite der Volkarspitze im Wettersteingebirge wurde Mitte September die Leiche des seit 21. Juli vermißten Studenten Walter Boriß aus Stettin gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 249.
923.? Juli. Am Uri-Rotstock verunglückte der amerikanische Student Paul Graves Williams, der sich von seinen Reisegefährten getrennt hatte, indem er wahrscheinlich in einen Lawinenzug geriet und abstürzte. Teile der Leiche wurden am 31. August am Fuße des Gitschen, in der Nähe von Isleten aufgefunden. Alp. 1914, pag. 196.
1026. Juli. In der Adamellogruppe ( nähere Ortsangaben fehlen ) stürzte der 26jährige Hofkaplan Peter Kaiser aus Hollerberg tödlich ab. Gelegentlich der Nachforschungen soll ein an der Expedition teilnehmender Soldat ebenfalls verunglückt sein. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 209.
1127. Juli. Von einer Wiener Touristengesellschaft von 20 Personen, welche eine Tour über alle drei Watzmanngipfel unternommen hatte und von einem Unwetter erreicht wurde, kamen Karl Illarzik und Ludwig Kirch mit noch einem Dritten im Schneesturm von der übrigen Gesellschaft ab. Eine am 28. Juli vom Watzmannhaus ausgeschickte Führerkolonne fand die beiden Genannten erfroren und brachte den Dritten noch lebend ins Schutzhaus. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 209.
12Ende Juli. Am Hochjoch langte ein etwa 30jähriger deutscher Tourist infolge mühsamen Schneewatens so erschöpft an, daß er am folgenden Morgen von Bergführern ins Tal hinuntergebracht werden mußte, wo er kurz nach der Ankunft in Kurzras verschied. D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 197/98; Alp. 1914, pag. 180.
131. August. In der Gegend von Saas-Fee wird der etwa 35jährige Landrichter Dr. Diedrich Stöver aus Oldenburg vermißt, der sich unter Zurücklassung seines Gepäcks zu einem Tagesausflug, dessen Ziel er nicht angab, von einem Hotel in Fee entfernt hat. Alle Nachforschungen blieben erfolglos. Zeitungsnachrichten und persönliche Mitteilungen von Herrn Ch. Montandon, Bern.
143. August. Bei einer Besteigung des Torrone de Luzzone stürzten der 20jährige Joseph Werbmenter und der 23jährige Friedrich Schopfer, beide Bayern und Angestellte in Locarno, in eine 200 m tiefe Schlucht, aus welcher sie eine von zwei Gefährten, die an der Besteigung nicht teilgenommen hatten, aus Olivone herbeigeholte Hülfskolonne als Leichen barg. Alp. 1914, pag. 179.
156. August. Bei dem Unternehmen, vom Rifugio Vittorio Emanuele aus den Gran Paradiso auf dem Itinerar Colle del Gran Paradiso, Colle Chamonin, Glacier della Tribolazione nach Valnontey zu überschreiten, glitt von einer aus 6 Personen bestehenden zusammengeseilten Partie die hinter dem Führer Pierre Clément Gérard gehende ungeübte Frau Alice Omodeo aus Turin in der Nähe des Colle Chamonin, als die Gesellschaft eine Traverse über Felsrippen und ein mit Neuschnee gefülltes Couloir vornehmen mußte, aus und riß zuerst den hinter ihr gehenden 48jährigen Advokaten Santino-Moriondo aus Turin und dann auch den vergeblich sich an einen Fels anklammernden Führer mit sich fort. Der hinter Santino gehende sehr bergtüchtige Pfarrer Alessio Bovard von Ehêmes-St. Georges vermochte das ihn mit den beiden letzten verbindende Seil um einen Felsen zu schlingen, aber dieses riß und die vier stürzten 400 m tief auf den Moncorvégletscher hinunter. Die beiden überlebenden, der Träger G. B. Peano und der Pfarrer César Perron von Valsavaranche, stiegen sogleich zu den Abgestürzten hinunter, fanden nur Gérard noch am Leben und trugen ihn noch 3 Stunden weit gegen den Colle del Gran Paradiso hinauf bis auf den obern Teil des Moncorvégletschers, wo er den Geist aufgab. Eine in Valsavaranche geholte Hülfskolonne brachte die vier Leichen am folgenden Tag in langer und mühsamer Arbeit zu Tal. Alp. 1914, pag. 195/96; D.&Ö.A.V.M.. 1914, pag. 223; R.M. 1914, pag. 293/94; A.J. XXVIII, pag. 400.
167. August. Vermißt wird seit dem 4. August, wo ihn eine Partie noch gesund antraf, der Hüttenwart-Stellvertreter der Oberaarjochhütte, Job. Nägeli, 60jährig, der vermutlich in eine Gletscherspalte gestürzt und durch nachfallenden Schnee zugedeckt worden ist. Weitere Anhaltspunkte über die Ursache des Unglücks fehlen; die zurückgelassenen bessern Kleider, Gelder usw. machen es nicht wahrscheinlich, daß der Verunglückte etwa versucht hätte, sich nach der Grimsel zu wenden. Nachdem das Fehlen des Mannes in der Hütte am 16. August konstatiert worden war, wurden wiederholt Suchexpeditionen veranstaltet, die aber ohne Resultat blieben, obwohl die Umgebung der Hütte, der Studerfirn, das Oberaarhorn und die Finsteraarhornhütte abgesucht wurden. Alp. 1914, pag. 211.
1915.
A. Winterliche Touren.
15. Januar. Bei der Rückkehr von der Jürg Jenatsch-Hütte im Beversertal stürzte die Skifahrerin Lydia Affolter aus Zürich, nachdem sie und ihr Begleiter, Herr A. P. Volmar aus Luzern, schon tags zuvor auf der Alp Suvretta von einer Lawine verschüttet worden waren, sich aber unter Verlust der Skis hatten herausarbeiten können, bei dem mühseligen Weitermarsch infolge eines weitern Schneerutsches in die Schlucht des Beverinbaches, wo die Leiche von einer zur Aufsuchung der Vermißten von St. Moritz ausgegangenen Kolonne am 12. Januar gefunden und geborgen wurde, während Herr Volmar in völlig erschöpftem Zustande und mit erfrorenen Füßen am 8- Januar in der zweiten Sennhütte der Samadeneralp gefunden und ins Krankenhaus Samaden geschafft wurde. Alp. 1915, pag. 33, und „ Bund " vom 11. und 14. Januar 1915.
210. Januar. Von 22 Schülern und 2 Lehrern der Anstalt Schiers im Prätigau geriet eine erste Kolonne, bestehend aus 10 Schülern und 2 Lehrern, beim Aufstieg von Davos-Wolfgang zur Parsennfurka an dem steilen Hang unterhalb der Parsennhütte um 10 Uhr vormittags in einen Schneerutsch, der sie mehr oder Weniger tief begrub. Der von den Lehrern der zweiten Kolonne und zahlreichen herbeigeeilten Rettungsmannschaften geleisteten Hülfe gelang es, bis nachmittags 4 Uhr die meisten lebend der Lawine zu entreißen. Der 16jährige Jakob von Grüningen von Zweisimmen wurde erst am 10. als Leiche geborgen. Bei dem annähernd gleich alten Karl Widmer von Kilchberg ( Kanton Zürich ) blieben die Wiederbelebungsversuche erfolglos und der 15jährige Paul Kindschi aus Davos-Dorf starb während des Transportes.Bund " vom 11. Januar 1915; Alp. 1915, pag. 33.
317. Januar. Morteratschgebiet. Der als tüchtiger Alpinist und Skifahrer bekannte, ca. 30 Jahre alte Ernst Schaufelberger aus Erlenbach ( Kt. Zürich ) und der ebenfalls wohlgeübte 35jährige Bahnhof-Stellvertreter in Stadelhofen-Zürich, Eiegg von Eichberg ( Kt. St. Gallen ), verließen die Bovalhütte, mit Hinterlassung von Proviant, in der schriftlich niedergelegten Absicht, nach der Marco e Rosa-Hütte des C.A.I. auf dem Crastagüzza-Sattel zu gehen. Nach Eintragungen, die von einer Suchkolonne am 21. Januar in dieser Hütte gefunden wurden, hatten die Vermißten am 15. dieses Ziel via Labyrinth und Berninagipfel wirklich erreicht, waren am 16. auf den Piz Zupò gestiegen und wieder in die Hütte zurückgekehrt. Am 17. waren sie noch auf dem Piz Palü und beabsichtigten, bei günstigem Wetter über Sella nach Tschierva oder sonst nach der Bovalhütte abzusteigen. Auf der letzteren Route fand die Suchkolonne frische Spuren im „ mittleren Loch ". Man vermutet daß die beiden in eine Gletscherspalte fielen oder in die große Lawine gerieten, die in diesen Tagen vom Piz Morterasch fiel und die Gegend hinter der Hütte be-deckte.Bund " vom 20. und 22. Januar 1915; Alp. 1915, pag. 34 und 75; A.J. XXIX, pag. 199.
410. Februar. Auf dem Stuhleck-Pretulzuge ist die mit zwei Begleitern auf einer Skitour befindliche 32jährige Frau Stephanie Dienstl aus Wien an Erschöpfung gestorben. Bei der Abfahrt vom Stuhleckgipfel, der vom Steinhaus aus bei verharschtem Schnee mühsam erreicht wurde, gegen den Schwarzriegel brach die Dame im Sattel zusammen, wurde von ihren Begleitern zwar noch zu den Schwarzriegel-hütten geschafft und dort etwas gepflegt, starb aber während des Weitertransportes zum Hochreit-Jagdhause. D. & ö. A. V. M. 1915, pag. 12.
528. Februar. Fünf Schüler des Progymnasiums Bern, welche zum Skilauf in das Gebiet des Ganterist gegangen waren, wurden beim Abstieg, resp. Abfahren, im Schneetreiben und in später Abendstunde von einer durch sie losgebrochenen Lawine verschüttet. Vier konnten sich wieder herausarbeiten und wurden zwei Tage darauf von einer der Rettungskolonnen, die von Bern aus auf die Suche gegangen waren, in einer nahe der Unglücksstelle gelegenen Alphütte in sehr erschöpftem Zustande, der eine mit einem Beinbruch und Frostschäden, gefunden und geborgen. August Müller aber blieb unter der Lawine und konnte trotz wiederholtem Suchen vorderhand nicht gefunden werden. Erst im Mai kam die Leiche etwa 600 m unter der Abbruchstelle der Lawine beim Abschmelzen des Schnees zum Vorschein und wurde geborgen. Alp. 1915, pag. 74, und Zeitungsnachrichten.
63. April. An der Südseite des Roßsteins stürzte der 28jährige Sohn des Obersten a. D., F. Killinger, welcher in Begleitung mehrerer Damen und Herren tags zuvor mit Schneeschuhen zur Tegernseerhütte aufgestiegen war, infolge Ausgleitens auf gefrorenem Schnee ab, trotzdem der Felsabstieg versichert ist und Killinger Steigeisen trug. Er fiel 30—40 m tief, wobei er sich einen Schädelbruch und Rippenbrüche zuzog. Von seinen Begleitern noch lebend zu Tale geschafft, starb er 2 Tage darauf im Krankenhause zu Tegernsee. D.&Ö.A.V.M.. 1915, pag. 80.
712. Dezember. Beim Durchsteigen der Wände des Untersberges von der oberen Rosittenalm gegen den Bierfaßlkopf zu glitt der 15jährige Handelslehrling Späth aus Salzburg mit einem ausbrechenden Graspolster ab und kollerte etwa 100 m hinab, wobei er sich einen Schädelbruch und innere Verletzungen zuzog, denen er 2 Tage später erlag, nachdem seine zwei ebenso jugendlichen Begleiter ihn mit großer Aufopferung in Sicherheit gebracht, aber auch mit Hülfe von aus Grödig geholter Hülfsmannschaft nicht rechtzeitig hatten zu Tale schaffen können. D.&Ö.A.V.M.. 1915, pag. 245, und 1916, pag. 56/57.
B. Im Mittel- und YoralpengeMrge.
12. Mai. Beim Abstieg vom Monte Cavallo ( Apuanische Alpen ), den er mit zwei Kameraden unter winterlichen Verhältnissen unternommen, aber nicht ganz durchgeführt hatte, glitt der zuletztgehende 19jährige Pucini aus unbekannter Ursache auf Schnee aus, stürzte köpf voran etwa 100 m tief über den Hang hinunter und blieb dort regungslos liegen. Herbeigerufene Hülfe konnte den an Schädelbruch Verletzten nicht mehr retten; er verschied bald nachher. Die Leiche wurde tags darauf geborgen. R.M. 1915, pag. 222.
224. Mai. Beim Abstieg vom Sigriswilgrat gegen Schwanden stürzte die 29jährige Klavierlehrerin Hanny Lindenmeyer, die mit dem 26jährigen Turnlehrer Simon Hermann ( beide aus Bern ) ging, infolge Ausgleitens auf dem noch mit Schnee bedeckten Hang etwa 300 m weit ab und erlag sofort einem Schädelbruch, während ihr Begleiter mit leichtern Verletzungen davonkam.Bund " vom 27. V. 1915.
319. Juli. Beim Übergang über den Mallnitzer Tauern verunglückte der Fortadjunkt Franz Rainer, der als Kriegsverwundeter zu Gastein in Nachkur verweilte und seine Mutter in Mallnitz besuchen wollte. Er dürfte in schlechtes Wetter geraten sein, den Weg verfehlt haben und dann über die Hintereckwand, an deren Fuß man am 13. August den stark verwesten Leichnam fand, abgestürzt oder ermattet liegen geblieben und erfroren sein. D.&Ö.A.V.M.. 1915, pag. 167.
431. Juli. Bei der sogenannten „ Stega " am Oberen Öschinen-Bergli verunglückte der 1838 geborene Kaufmann Hirzel-Sulzer aus Zürich, der von einem Ausflug zur Blümlisalphütte zurückkehrte, indem er wohl infolge eines Schlaganfalles ausglitt und über einen Felskopf hinausfiel, wobei er einen schweren Schädelbruch erlitt, an dem er bald darauf starb.Bund " vom 4. August 1915.
51. August. Am Gantrist geriet das 19jährige Fräulein Maria Stucki aus Bern, welches mit einer andern Dame und drei Herren von der Gurnigelseite her den Gipfel bestiegen hatte, an einer Geröllhalde ins Rutschen und stürzte etwa 50 m weit ab, wo sie bewußtlos liegen blieb. Die von ihren Begleitern herbeigeholte ärztliche Hülfe richtete nichts mehr aus, indem die Verunglückte 4 Stunden später ihren Verletzungen erlag.Bund " vom 2. und 3. August 1915: Alp. 1915, pag. 175.
61. August. Am Bäreggweg stürzte der ledige Spengler Christian Teutsch-mann aus Grindelwald ab. Die Leiche konnte geborgen werden.Bund " vom 3. August 1915.
710. August. Auf dem Lofer bei Aussee verunglückte der Wiener Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Albert Weishut, der die ganz leichte Bergfahrt mit seiner 12jährigen Nichte unternommen hatte und beim Abstieg allein eine Wegabkürzung benutzen wollte, durch Absturz. Leute, die am andern Tage auf Nachforschung nach dem Ausgebliebenen geschickt wurden, fanden und bargen den Leichnam. D.&Ö.A.V.M.. 1915, pag. 167.
818. August. Im Stoißengraben bei Saalfelden stürzte der 19jährige Münchner Buchhalter Heinrich Neumayr mehrere hundert Meter ab und zu Tode. Die Leiche wurde geborgen. D. & Ó. A. V. M. 1915, pag. 167.
925. August. Bei einem Spaziergang zur Grafenbergeralm verunglückte die im Horstig-Alpenheim auf dem Stockerzinken ( im obern Ennstal ) als Sommergast weilende Fräulein Dora Wiener aus Wien, indem sie über eine etwa 100 m hohe Felswand abstürzte. Der Leichnam wurde nach langem Suchen am 10. September am Ufer des Ahornsees gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1915, pag. 210.
1029. August. Am Salève stürzte bei der Les Etournelles genannten Stelle der 24jährige Emil Burkhard, in Genf wohnhaft, 80 m tief ab und blieb sofort tot.Bund " vom 31. August 1915.
1112. September. Im Wilden Kaiser stürzte die 50jährige Gutsbesitzerin Frau Lotte Ziegltrum aus München beim Aufstieg vom Hinterbärnbad durch den Hohen Winkel zum Kopftörl ab. Ihre Leiche wurde am 13. September durch einen Bergführer aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1915, pag. 210.
1219. September. In der Sächsischen Schweiz stürzten vom „ Vexierturm " drei junge Dresdener Kletterer tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1915, pag. 211.
138. November. In den Felsen des Salève stürzte der junge Fritz Gerster aus Bern, da das an einem Felsblock befestigte Seil riß, 100 m tief ab und blieb auf der Stelle tot. n Bund " vom 8. November 1915.
C. Im Hochgebirge.
13. August. Auf dem Hochfirn der Jungfrau stürzten der 24jährige stud, jur. Emil Frick und sein 2Ojähriger Bruder Paul, stud, ehem., aus Zürich, welche vom Kottal aus die Besteigung unternommen hatten und durch ungünstiges Wetter zu einem Biwak, zusammen mit einer andern Partie, unter dem Gipfel genötigt worden waren, beim Fortsetzen der Tour, nachdem sie sich von der andern Partie getrennt hatten, etwa 60 m tief ab. Sie waren zwar nur unerheblich verletzt, konnten aber, weil sie beim Sturz ihre Eispickel verloren hatten, nicht mehr weiter und unterlagen in dem nun einsetzenden Schneesturm der Kälte und der Erschöpfung. Ihre Leichen wurden am 8. August von einer Suchpartie aufgefunden und geborgen.Bund " vom 9. August 1915; Alp. 1915, pag. 175/76; 1916, pag. 26; D.&Ö.A.V.M.. 1915, pag. 167.
2Bei einer Besteigung des Allalinhorns über dessen Südwestgrat glitten der 54jährige Bankprokurist Heinrich Edward Thomann-Brunner und sein Sohn, der 27jährige Dr. phil. und Seminarlehrer Heinrich Richard Thomann aus Zürich, etwa 3/i Stunden unter dem Gipfel mit dem unter ihren Füßen weichenden Schnee ab und rissen den an der Spitze marschierenden und Stufen hackenden Führer Alfred Supersaxo zurück. Alle drei stürzten ein Couloir hinunter, das sich 50 m tiefer in zwei Äste teilt. Hier wurde der Führer dadurch gerettet, daß das verbindende Seil sich quer über die Kante eines vorspringenden Felsens legte, zu dessen beiden Seiten nun der Führer einerseits, die beiden Touristen anderseits herabhingen. Das Seil riß durch die Wucht des Falles, und während der Führer sich festklammern konnte und von einer nachfolgenden Partie aus seiner mißlichen Lage errettet wurde, stürzten die beiden Thomann noch etwa 300 m tiefer. Eine Rettungskolonne fand die verstümmelte Leiche des Vaters im Bergschrund, die des Sohnes etwas weiter oben in den Felsen. Beide wurden nach Saas-Fee gebracht.Bund " vom 10. und 11. August 1915; Alp. 1915, pag. 176; A.J. XXX, pag. 80.
325. August. Beim Abstieg vom Weißhorn stürzten die führerlos gehenden Fritz Klein, Klaviermacher, 38jährig, aus Bern und Werner Kunz, Techniker, 23jährig, aus Zollikofen, am Ende des Felsgrates angelangt, 200 m tief auf den Schalliberggletscher hinunter. Nach den einen Angaben wurde der Absturz dadurch herbeigeführt, daß dem einen der Pickel entfiel und die beiden Touristen beim Nachsuchen ausglitten; nach anderer Meinung hätten sie im großen Couloir abfahren wollen und seien dabei ins Rollen gekommen. Die von einer in der Nähe be- findlichen andern Partie herbeigeholte Hülfe konnte nur zwei verstümmelte Leichen bergen.Bund " vom 27. August 1915; Alp. 1915, pag. 177; A.J. XXX, pag. 80.
427. August. Auf unaufgeklärte Weise verunglückten auf einer Tour, welche sie von der Festihütte am Dom über diesen Gipfel und die Südlenzspitze und das Nadelhorn zur Mischabelhütte und nach Saas-Fee bringen sollte, die Herren Louis A. Meier aus Zürich und Paul Köchli von Kilchberg bei Zürich. Eine Eintragung im Hüttenbuch der Festihütte bezeugt diese Absicht; zwei Touristen wurden vom Nadelhorn aus am 27. August, morgens 8l/% Uhr, auf dem Dom gesehen; eine Partie von vier Touristen, welche am 28. August von der Festihütte aus die nämliche Tour durchführen wollte, entdeckte, daß „ vom Dom gegen das Nadeljoch eine Spur ging, welche in der Nähe des ersten Gratturms vom Joch gegen die Südlenzspitze zu verschwand, an einer Stelle, wo die auf der Ostseite überhängende Gwächte abgebrochen war ". Dies wurde auch von den Suchpartien ( ein Bruder und zwei Freunde der Vermißten mit acht Führern von Saas-Fee ) konstatiert, welche am 1. und 2. September von der Mischabelhütte aus die ganze Gegend, so auch die Kandspalten des Feegletschers und des Hohberggletschers östlich und westlich des Nadeljochs aufs sorgfältigste, aber ohne jeden Erfolg absuchten. Der am 2. und 3. September eintretende schwere Schneefall zwang dazu, die Nachforschungen für dieses Jahr einzu-stellen.Bund " vom 8. September 1915; A.J. XXX, pag. 80.
529. August. Beim Abstieg vom Aroser Rothorn stürzte der Knecht Buschaller, der trotz Warnung eine Abkürzung machen wollte, ab und verletzte sich so schwer, daß er einige Zeit darauf starb.Bund " vom 1. September 1915.
629. August. Nach einer glücklich durchgeführten Traversierung sämtlicher 7 Spitzen der Tschingelhörner stürzten der 43jährige Dr. med. Armin Müller aus Zürich und der 24jährige Spinnereidirektor J. Wyß aus Wetzikon bei dem durch Abseilen vollzogenen Abstieg, vom höchsten Gipfel zum Segnespaß, 50 m tief ab und wurden von einer durch einen Augenzeugen des Unfalls aus Flims herbeigeholten Hülfskolonne als Leichen ( Schädelbruch und andere tödliche Verletzungen ) aufgehoben und geborgen.Bund " vom 31. August und 3. September; „ Neue Zürcher-Zeitung " vom 30. August und 3. September 1915; Alp. 1915, pag. 194/95; A.J. XXX, pag. 80.
729. August. Ebenfalls in der Gegend des Großen Tschingelhorns geschah am nämlichen Tage wie der vorhergehende ein zweiter Unglücksfall, dem Otto und Emil Meier aus Zürich, Brüder des unter 4 ) genannten Louis Meier, zum Opfer fielen. Die Einzelheiten sind unbekannt; die Leichen wurden nach wiederholtem Suchen erst am 18. September, noch durch das Seil verbunden und in Eis und Schnee halb vergraben, in dem sogenannten Kniekamin etwa 350 m über dem Talboden aufgefunden. Nach den Verletzungen zu schließen, wäre der Tod durch Absturz erfolgt und sofort eingetreten.Neue Zürcher-Zeitung " vom 2. und 3. September 1915; Alp. 1915, pag. 198/99; A.J. XXX, pag. 80.Beäaktion.