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Bauhaus
Vor 100 Jahren, im April 1919, gründete der deutsche Architekt Walter Gropius das Staatliche Bauhaus in Weimar. Das Novum dieser Kunstschule war die Zusammenführung von bildender Kunst, Architektur, Kunsthandwerk und Design im Sinne von Gesamtkunstwerken. Zwischen Handwerker und Künstler sollte nicht mehr unterschieden und eine Formensprache konzipiert werden, die auch dem industriellen Produktionsprozess gerecht werden konnte. Johannes Itten, der den Vorkurs konzipierte, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Laszlo Moholy-Nagy und Josef Albers gehören zu den bedeutendsten Lehrerpersönlichkeiten am Bauhaus Weimar.
Aus politischen Gründen und damit einhergehenden finanziellen Kürzungen sah sich der Bauhaus Meisterrat gezwungen, 1925 einen neuen Standort zu suchen. Schon im Dezember 1926 konnte das von Gropius in weiten Teilen in Glas entworfene Bauhausgebäude in Dessau eingeweiht werden. Seit 1928 unter der Ägide des Schweizer Architekten Hannes Meyer waren die Dessauer Jahre u.a. geprägt durch eine vermehrte Zusammenarbeit mit der Industrie, aber auch durch den Architekten und Designer Marcel Breuer und den Architekten Mies van der Rohe, die neuartige Möbel aus Stahlrohr entwickelten. In den Bauhausbüchern und einer eigenen Zeitschrift sind die avantgardistischen Leistungen der Bauhäusler vollumfänglich dokumentiert worden.
Van der Rohe, der seit 1930 die Leitung des Bauhauses inne hatte, verlegte dessen Sitz 1932 wiederum aus politischen Gründen nach Berlin, wo die Bildungs- und Produktionsstätte bis 1933 als private Einrichtung noch kurz weiterbestand.