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Am 12. Februar 2010 verstarb in Flüh (SO) Konradin Kreuzer. Konradin Kreuzer (1921-2010) wurde in Zürich geboren und besuchte die Schulen in Zürich und Flawil (SG). Nach der Matura studierte er an der ETH Zürich und erwarb 1947 einen Studienabschluss als Ingenieur-Chemiker. Danach arbeitete er bis 1961 in Finnland, zunächst in der Zellulose- und Papierindustrie, ab 1951 für die finnische Sandoz-Pharma (heute Novartis). Zurück in der Schweiz fiel ihm der Einstieg ins Arbeitsleben nicht leicht. Wie er selbst sagte, hatte er einen Sinn für kritische Fragen entwickelt. In einer Zeit des rasanten technischen Fortschritts hinterfragte er manche auch politisch umstrittene Neuerungen, u.a. die Atomkraft.
Konradin Kreuzer gehört zu den wichtigsten Pionieren der schweizerischen Anti-AKW-Bewegung. Er beschäftigte sich intensiv mit Sicherheits- und Standortfragen. Auch am Zivilschutz beziehungsweise an den Störfallszenarien und an der Katastrophenvorsorge bei Nuklearunfällen übte er Kritik. 1973 gründete Konradin Kreuzer das "Forum für verantwortbare Anwendung der Wissenschaft" und mit seiner Zeitschrift "nux" wandte er sich an ein kritisches, wissenschaftlich interessiertes Publikum.
Mitte März 2011 konnte das Schweizerische Sozialarchiv den Nachlass von Konradin Kreuzer übernehmen. Der Bestand enthält zum einen Unterlagen zur Person, die Publikationen von Konradin Kreuzer, eine umfangreiche Korrespondenz sowie unzählige maschinenschriftliche Gesprächsnotizen. Zum anderen sind Dossiers zu den von Konradin Kreuzer behandelten Schwerpunktthemen vorhanden: Atomkraftwerke und radioaktive Strahlung, Zivilschutz, Kariesprophylaxe und Trinkwasserfluoridierung, Blei im Benzin, Uranabbau. Zum Nachlassbestand gehören auch die Akten der "Freie(n) Wähler Hofstetten-Flüh", die Konradin Kreuzer zwischen 1977 und 1981 im Gemeinderat vertrat, sowie Unterlagen zur Zeitschrift "nux" und zum Projekt "Zukunftsrat".
Der Nachlass von Konradin Kreuzer ist erschlossen und verzeichnet. Er steht unter der Signatur Ar 166 allen Interessierten im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen zur Einsicht offen.