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Das Wort stehe für alle Massnahmen, die getroffen worden seien, um die vierte Corona-Welle zu brechen, schreibt die Gesellschaft für deutsche Sprache GfdS, welche seit 1977 jährlich die Kür vornimmt. «Es stand unter anderem für ‹Massnahmen gegen Covid-19›, für den ‹Zeitraum, in dem solche Massnahmen gelten sollen›, und auch für eine ‹Person, die sich nach ihnen richtet› (‹Werden Sie zum Wellenbrecher!›)», schreibt die GdfS.
Ob die Wortschöpfungen überleben?
Übertragene Verwendungsweisen wie diese seien aus sprachwissenschaftlicher Sicht jahrestypisch. Ob diese aber langfristig im Wortschatz bleiben würden, hänge davon ab, «ob es uns gelingt, die Pandemie nachhaltig einzudämmen», heisst es weiter.
Die Top Ten:
- Wellenbrecher
- SolidAHRität (Wortkreuzung aus Solidarität und dem Flussnamen Ahr, der im Zuge der Hilfsbereitschaft nach der deutschen Hochwasserkatastrophe im Sommer aufgekommen war)
- Pflexit (nach dem Vorbild von Grexit, Brexit. Der Begriff wurde im Rahmen des Pflegenotstands gepflegt)
- Impfpflicht (da sich die Stimmung von Politik gegenüber dem Thema in letzter Zeit von «grösstenteils ablehnend» zu einer veritablen Möglichkeit entwickle)
- Ampelparteien (nach 16 Jahren Regierungszeit der CDU in verschiedenen Koalitionen übernimmt die Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen die Regierung in Deutschland)
- Lockdown-Kinder (als Stellvertreter für Belastungen und Probleme Jugendlicher, die durch die Pandemie auftreten, zum Beispiel Online-Unterricht oder Beschränkung sozialer Kontakte)
- Booster (die Auffrischungsimpfung ist gerade in aller Munde und darum wohl verdientermassen in der Liste)
- freitesten (ein neues Verb in der deutschen Sprache. Inhaltlich geht es darum, dass Personen, die weder geimpft noch genesen (2G) sind, bestimmten pandemiespezifischen Beschränkungen dadurch entgehen können, dass sie sich einem Corona-Test unterziehen.)
- Triell (für das «Duell zu dritt». Im deutschen Bundestagswahlkampf 2021 nahm das Wort Fahrt auf als Begriff für die Fernsehdebatten einer Spitzenkandidatin und zwei Spitzenkandidaten)
- fünf nach zwölf (ein beliebt gewordener Ausdruck für besonders starken Aktionsbedarf – in der Klimapolitik, bei der Pandemiebekämpfung oder auch in beliebigen anderen Zusammenhängen.)
Traditionell suchen der Hauptvorstand und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GfdS nicht nach den am häufigsten verwendeten Ausdrücken, sondern wählen solche, die das zu Ende gehende Jahr in besonderer Weise prägen. So war es 2005 mit dem Amtsantritt von Angela Merkel als erster Regierungschefin Deutschlands zum Beispiel das Wort «Bundeskanzlerin» oder 2001 nach den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center das zum stehenden Begriff gewordene «Der 11. September».
(lba)