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Sein Leben
und wirken
Die wichtigsten Lebensdaten von Jakob Stutz:
- 1801: Geburt und erste Schulzeit in Isikon bei Hittnau
- 1813: Stutz wird Waise, bleibt auf dem elterlichen Hof bei seinem älteren Bruder
- 1815–1818: Jugendzeit in der Mühle Blachenstahl und im Pfarrhaus von Hittnau
- 1818–1826: Weber und Sticker in Blitterswil, Kontakt mit Pfarrer Schweizer in Wila
- 1827–1835: Lehrer der Blinden- und Taubstummenschule im Brunnenturm Zürich
- 1836–1841: Lehrer an der privaten Taubstummenanstalt in Schwellbrunn
- 1842–1856: Kulturtreffpunkt in Sternenberg, Klause «Jakobszell»
- 1856–1867: Pilgerzeit als Hauslehrer, Tagelöhner und Gelegenheitsdichter
- 1867–1877: letzte abgeschiedene Jahre bei seiner Nichte in Bettswil
- 1877: Tod in Bettswil (Bäretswil)
Kurzfassung Biographie von Jakob Stutz
Jakob Stutz wird am 27. November 1801 in Isikon (Hittnau) geboren in eine wohlhabende Bauern- und Baumwollhändlerfamilie. Mit 12 Jahren sterben seine Eltern. Er und seine Geschwister werden bei Verwandten untergebracht.
Schon früh muss sich Jakob seinen Lebensunterhalt als Hirt, Knecht und Heimweber selber verdienen. In der Freizeit widmet er sich seiner Leidenschaft, dem Dichten. Seine Kontakte zur Kirche und die damit verbundene Förderung ermöglichen ihm eine Anstellung an der Schule. 26-jährig unterrichtet er an der Blinden- und Taubstummenanstalt im Brunnenturm Zürich und rund neun Jahre später in der Taubstummenanstalt im appenzellischen Schwellbrunn. Beide Anstellungen verliert er, weil ihn seine homosexuelle Neigung in Schwierigkeiten bringt.
Mit rund 40 Jahren kann Jakob Stutz seiner Berufung nachgehen und in «Jakobszell» einen Kulturtreffpunkt schaffen. Er ist Schriftsteller für eine Monatszeitschrift, verfasst zahlreiche literarische Werke und empfängt Gäste zu Aufführungen als Geschichtenerzähler, Sänger und Gitarrenspieler. Jakob Stutz gründet einen Bildungsverein, eine Bibliothek sowie eine Spar- und Hilfskasse für Menschen in Not.
Nach diesen 15 intensiven Schaffensjahren folgen nach einer erneuten Verurteilung 10 mühevolle Wanderjahre, wo er sich mehr schlecht als recht durchschlägt. 1867 findet Jakob Stutz eine definitive Bleibe bei seiner Nichte in Bettswil, wo er seine letzten 10 Lebensjahre einsam und abgeschieden verbringt. Jakob Stutz stirbt am 14. Mai 1877.