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Die Fruchtblase schützt das Kind vor Stössen und Lärm
In der Fruchtblase (Amnionhöhle) reift das ungeborene Kind heran. Sie ist mit Fruchtwasser (Amnionflüssigkeit) gefüllt und bildet die ideale Umgebung für den heranwachsenden Fetus. Das Fruchtwasser dient zudem als Dämpfer und Schutz vor Verletzungen.
In der Fruchtblase ist Ihr Baby gut geschützt. Foto: bluemonia, iStock, Thinkstock
Der Aufbau der Fruchtblase
Die aus zwei Eihäuten bestehende, mit Fruchtwasser gefüllte Blase, in der der Fetus heranwächst, nennt man Fruchtblase. Sie kleidet die Gebärmutter aus. Die Eihäute sind etwa so dick wie die Hülle eines Luftballons und ebenso elastisch. Ihre korrekte Bezeichnung lautet Chorion, Amnion und Dezidua. Die vollständige Entwicklung der Fruchtblase dauert rund acht Wochen.
Die Funktion der Fruchtblase
Die Fruchtblase erfüllt mehrere Funktionen. Sie ist komplett mit Fruchtwasser gefüllt und dient dem heranwachsenden Fetus als idealer Lebensraum, in dem er sich bewegen kann. Während zwischen der 30. und 34. Schwangerschaftswoche ein Volumen von rund einem Liter normal ist, geht dieses vor der Geburt auf etwa 0,8 Liter zurück. Gegen Ende der Schwangerschaft trinkt der Fetus rund die Hälfte des Fruchtwassers täglich und resorbiert dieses zum Grossteil wieder.
Das Fruchtwasser bildet jedoch nicht nur die optimale Umgebung für die Entwicklung des Fetus, sondern schützt diesen auch vor äusserlichen Einwirkungen. So übernimmt es zum Beispiel die Funktion eines Stossdämpfers, der den Fetus vor Stössen und Erschütterungen schützt. Darüber hinaus fungiert das Fruchtwasser auch als Schalldämpfer und schirmt den Fetus vor lauten Umweltgeräuschen ab.
Die Fruchtwasseruntersuchung
Amniozentese ist der Fachbegriff für eine Fruchtwasseruntersuchung. Hierbei handelt es sich um einen invasiven Eingriff, der dazu dient, bestimmte Krankheiten und Anomalien frühzeitig zu erkennen. Mit einer Nadel wird Fruchtwasser durch die Bauchdecke entnommen. «Die Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie ist eine freiwillige Untersuchung, die angeboten wird, wenn ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomenanomalie oder eine schwerwiegende Stoffwechselstörung des Kindes besteht», heisst es bei der Klinik für Geburtshilfe am Uni-Spital Zürich.
Wenn zu viel oder zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist
Ist zu wenig Fruchtwasser vorhanden, spricht man von einem Oligohydramnion. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und können von einer Wachstumsverzögerung des Fetus über Funktionsstörungen der Plazenta bis hin zu verminderter Urinproduktion des Fetus reichen. Ein Oligohydramnion gilt als Hinweis auf Fehlbildungen des Fetus wie etwa eine Unterentwicklung der Nieren oder Harnwegserkrankungen. Es kann jedoch gut therapiert werden.
Polyhydramnion ist die korrekte Bezeichnung für zu viel Fruchtwasser. Die Ursache hierfür liegt in der Regel darin, dass der Fetus zu wenig oder gar kein Fruchtwasser trinkt. Ein Polyhydramnion weist auf zahlreiche Entwicklungsstörungen wie Down-Syndrom, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Trisomie 14 und Mukoviszidose hin. Als Therapie kommt unter anderem eine Fruchtwasserentlastungspunktion infrage.
Wenn die Fruchtblase platzt
Der Blasensprung findet in der Regel mit dem Einsetzen der Geburtswehen statt und geht mit dem Austreten des Fruchtwassers aus der Scheide einher. Der vorzeitige Blasensprung geschieht vor dem Einsetzen der Wehen, der frühzeitige hingegen nach dem Einsetzen der Wehen, jedoch vor Beginn der Austreibungsphase. Bei einem verspäteten Sprung ist die Fruchtblase auch bei der eigentlichen Geburt noch intakt. Die Hebamme hat jedoch die Möglichkeit, diese zu durchstechen.