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a Röhrenblütchen vergrößert, b desgleichen durchschnitten.
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1. Cichorium Intybus (Cichorie); a Blütenköpfchen, b Randblütchen, vergrößert, c Früchtchen, vergrößert.
2. Artemisia Absinthium (Wermut); a Blütenköpfchen durchschnitten, vergrößert, b unfruchtbare Röhrenblüte, c dieselbe
durchschnitten, d fruchtbare weibliche
Randblüte, e Früchtchen.
3. Matricaria Chamomilla (Kamille); a Blüte durchschnitten, b Scheibenblütchen, c Früchtchen, alles vergrößert.
4. Helianthus annuus (Sonnenblume); a Scheibenblütchen, b Früchtchen.
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mehr
Vertrauen politisch verdächtiger Personen einschleichen, sie zur Offenbarung ihrer Gesinnung und zum Begehen von strafbaren
Handlungen aufreizen, nachher aber, wenn dieselben der öffentlichen Gewalt verfallen sind, in das Dunkel zurücktreten und
der Entdeckung und Bestrafung mit Hilfe ihrer Auftraggeber entgehen. Die Verwendung von ist durchaus zu verurteilen.
Stefani (spr. adsch-), ital. Telegraphen- und Nachrichtenbureau in Rom,
[* 5] ist Eigentum der Familie Wilhelm Stefani
und steht unter Oberleitung von Hektor Friedländer. Es wurde 1854 zu Turin
[* 6] von Wilhelm Stefani, einem der 40 Verbannten aus
Venedig
[* 7] nach der Revolution von 1848 bis 1849, gegründet, dann mit der Hauptstadt Italiens
[* 8] nach Florenz,
[* 9] zuletzt Rom verlegt, hat Comptoire und Berichterstatter in ganz Italien,
[* 10] sowie Verbindung mit den großen Bureaus anderer Länder,
und versorgt gegen Abonnement die ital. Presse
[* 11] täglich mit politischen, finanziellen und kommerziellen Nachrichten. Auch unterhält
es einen Dienst für Privatdepeschen mit Ostasien und Südamerika.
[* 12]
linker Zufluß der Traun, eines Nebenflusses der Donau, der die Abflußgewässer des Fuschl-, Zeller-, Mond-
und Atter- oder Kammersees der Traun zuführt und bei Lambach in Oberösterreich in dieselbe mündet.
L., Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen
[* 13] (s. d.) mit gegen 15 Arten im tropischen
und subtropischen Amerika;
[* 14] aufrechte, meist reich verzweigte Kräuter oder Sträucher, die sich durch kleine oder mittelgroße,
in der Regel zu dichten Doldentrauben gruppierte Köpfchen auszeichnen, die durch die aus den blauen, purpurnen oder weißen
Röhrenblüten lang vorragenden Griffel und Narben das Aussehen zierlicher Troddeln erhalten. Unter den
wegen der langen Blütendauer in Gärten kultivierten krautigen Arten verdient Ageratum conyzoidesL. mit himmel- oder graublauen,
fast kugeligen Blütenköpfchen Erwähnung.
oder Egeri (lat. Aquae regiae), schönes Thal
[* 15] im östl. Teile des schweiz. Kantons Zug,
das im SW. vom Kaiserstock und Roßberg,
im SO. von dem Morgarten und im N. von der Kette des hohen Rhonen begrenzt wird. In demThale liegt in 726 m
Höhe der von stillen, einförmigen Bergufern umgebene Ägerisee (5,5 km lang, 1,5 km breit und 7 qkm groß), dessen Wasser
die forellenreiche Lorze in den Zuger See führt. Die Hauptorte des Thals sind: Oberägeri, Dorf im Thale
in 730 m Höhe, am untern Ende des Ägerisees, mit (1888) 1799 meist kath.
E. und alter Pfarrkirche (876 gestiftet, 1492 neu erbaut), Post und Telegraph;
[* 16] Unterägeri, Dorf, westlich von Oberägeri,
am Ausfluß
[* 17] der Lorze aus dem See, mit (1888) 2378 meist kath.
E., Post, Telegraph, neuer got. Pfarrkirche mit Glasmalereien und Gemälden, einer Erholungsstation für Kinder, Heilanstalt
für Skrofulöse (1885 gegründet) und zwei bedeutenden Baumwollspinnereien.
König von Sparta, Sohn des Königs Archidamus II., geb. 444 v. Chr., kam 399 zur
Regierung. Wiewohl körperlich unansehnlich und an
einem Fuße lahm, wußte er doch durch kluge Politik schnell seine Stellung
zu befestigen. Sparta stand damals im Kampfe mit den Persern. An der Spitze von wenig mehr als 4000 Mann setzte
Agesiläus im Frühjahr 396 nach Kleinasien über, wo er seine Armee rasch vermehrte und Phrygien und Lydien eroberte. Doch wurde er 394 nach
Europa
[* 18] zurückgerufen, wo er fast sämtliche Staaten Nord- und Mittelgriechenlands, Böotien, Korinth
[* 19] und Athen
[* 20] an der Spitze,
sich gegen Sparta verbündet und 395 den Kampf begonnen hatten.
Auf dem Rückmarsche nach dem Peloponnes lieferte er 394 den Verbündeten die blutige Schlacht bei Koronea, in der er zwar das
Feld behauptete, aber keine durchschlagenden Vorteile errang. In den folgenden Jahren war er in dem sog. Korinthischen Kriege
(s. d.) thätig. Nachdem Sparta 388 mit Persien
[* 21] den Antalkidischen Frieden (s. d.) geschlossen,
beutete Agesiläus die auf Griechenland
[* 22] bezüglichen Bestimmungen und die neue Gunst der Umstände rücksichtslos aus und brachte
es dahin, daß Sparta bis Ende 379 wieder über ganz Griechenland herrschte.
Die seit 383 tief gedemütigten Thebaner (s. Theben) griffen jedoch im Dez. 379 siegreich zu den Waffen,
[* 23] und Agesiläus versuchte
378-377 in Böotien vergeblich sie zu vernichten. Auf dem Friedenskongresse zu Sparta im Juni 371 brachte er es dahin, daß
Theben vom Frieden ausgeschlossen ward. Der Kampf Spartas gegen Theben entbrannte so aufs neue und führte zunächst zum Siege
des Epaminondas (s. d.) über die Spartaner bei Leuktra im Juli 371. Jetzt fiel Arkadien von Sparta ab und
Ende 370 rückte ein Heer unter Epaminondas und Pelopidas in Lakonien ein. Agesiläus rettete die Stadt Sparta, konnte aber die Verheerung
Lakoniens und die Wiederherstellung Messeniens als Staat nicht hindern.
In den Kämpfen der folgenden Jahre war er nicht mehr thätig, rettete aber kurz vor derSchlacht bei Mantinea
(362) nochmals Sparta vor dem diesmal in die Stadt dringenden Epaminondas. Obschon Spartas Macht gänzlich gesunken war, trat
es auf Agesiläus' Veranlassung dem Frieden von Mantinea nicht bei, um nicht Messeniens Unabhängigkeit anerkennen zu müssen. Um
neue Hilfsmittel für Sparta zu finden, nahm Agesiläus die Einladung an, den Insurgentenkönig Tachus in Ägypten
[* 24] gegen die Perser zu unterstützen, ging 360-359 mit einem Söldnerheer dahin, entzweite sich aber nachher mit Tachus und trat
nun auf die Seite des Nektanebus II., der sich gegen Tachus empört hatte. Nachdem er letztern auf den Thron
[* 25] erhoben, schiffte
sich Agesiläus, reich belohnt, nach dem Vaterlande ein, starb aber während der Rückkehr im
Alter von 84 Jahren.
oder Ageustie (grch.), Geschmackslähmung, bezeichnet die mehr oder minder vollständige
Beeinträchtigung der Geschmacksempfindung, die bei verschiedenen Erkrankungen der Zungen- und Gaumenschleimhaut, der Geschmacksnerven,
sowie gewisser Gehirnpartien beobachtet wird.
in der Chirurgie die unmittelbare Vereinigung und Verwachsung geschnittener Wunden durch Organisation des in
die Wundspalte ergossenen Exsudats. Dieses sog. Exsudat ist die bei jeder Trennung und Verletzung organischer Teile infolge
der Entzündung aus dem Blute ausschwitzende Flüssigkeit (plastische Lymphe), welche bald gerinnt und sich hierauf durch Neubildung
von Gefäßen zu einem Narbengewebe umbildet (Narbe). Es wird dieser Heilungsprozeß die Heilung per primam intentionem genannt.
Der Chirurg sucht diesen Heilungsprozeß dadurch zu erzielen, daß er die Wundränder bald nach geschehener Verletzung
in engste Verbindung miteinander bringt und in derselben mittels eines Verbandes, mittels Klebemittel (Heftpflaster, Kollodium
u. s. w.) oder auch mittels Nähten erhält. (S. Naht.) Geschieht eine unmittelbare Verwachsung
oder Agglutination nicht, so erfolgt die Vereinigung mittelbar, indem vorerst unter Eiterbildung die sog. Granulationen entstehen, welche
die Lücke ausfüllen, und nachher die wirkliche Heilung und Vernarbung eintritt. (S. Wunde.)
(lat., d. i. Anhäufung), eine Masse, die durch Verwachsung einer großen Anzahl ursprünglich getrennter Teile
zu einem zusammenhängenden Ganzen entstanden ist. Im Mineralreich spielen solche Aggregat, Zusammenhäufungen von Mineralindividuen,
eine große Rolle, und sämtliche Felsarten oder Gesteine
[* 29] sind in mineralog.
Pflanzenordnung aus der Gruppe der Dikotyledonen, Abteilung der Sympetalen, charakterisiert durch eine meist
regelmäßige und zwitterige fünfzählige Blüte, deren Kelch rudimentär als schwacher Rand oder in Form
eines Haarkranzes entwickelt ist und dem unbeständigen, einfächerigen, nur eine Samenknospe enthaltenden Fruchtknoten aufsitzt.
Die meisten Aggregaten haben köpfchenartige Blütenstände, in denen die Einzelblüten dicht gedrängt stehen, so
daß das Köpfchen als eine Blüte erscheint. Die Ordnung umfaßt die Familien der Valerianaceen (s. d.), Dipsaceen (s. d.)
und Kompositen (s. d.). Hierzu die Tafeln: Aggregaten I, II; zur Erklärung vgl. Dipsacus, Carthamus, Valeriana, Arnica, Cichorium,
Absinth, Matricaria, Helianthus.
oder Aggregationsform, der durch die verschiedene Art des Zusammenhangs der kleinsten Teilchen (Moleküle
oder Atome) bedingte Zustand des Körpers. Man unterscheidet drei Hauptaggregatzustände, den festen, tropfbar-flüssigen
und ausdehnsam-flüssigen Aggregatzustand. Im festen Aggregatzustand besitzen die Körper
selbständige Gestalt und Volumen, ihre Teilchen haben einen gewissen Zusammenhang, Kohäsion (s. d.).
Im tropfbar-flüssigen Aggregatzustand haben die Körper nur in kleinen Mengen die selbständige Tropfengestalt, in
größern jedoch keine selbständige Gestalt, sondern nehmen dann die Gestalt ihrer Aufbewahrungsgefäße an. Die Kohäsion
der Teilchen der tropfbaren Flüssigkeiten ist sehr gering,
ihre Teilchen sind sehr leicht verschiebbar,
jedoch höchst schwierig einander zu nähern, weshalb der Raumgehalt wesentlich unverändert bleibt und man die tropfbaren
Flüssigkeiten für theoretische Betrachtungen als unzusammendrückbar gelten lassen darf. Im ausdehnsam-flüssigen oder
gasförmigen (luftförmigen) Aggregatzustand haben die Körper weder selbständige Gestalt, noch selbständiges
Volumen, indem die Gase
[* 30] jeden ihnen gebotenen Raum ausfüllen.
Die kleinsten Teilchen der Gase besitzen keine Kohäsionskräfte gegeneinander, sie stieben im Gegenteil, sobald der Widerstand
der Gefäßwände weicht, auseinander, so daß sie nur in geschlossenen Gefäßen sich aufbewahren lassen. Viele Körper können
bei verschiedenen Temperaturen in mehrern Aggregatzustand auftreten, z. B. das
Wasser, das fest als Eis,
[* 31] flüssig als Wasser und gasförmig als Wasserdampf erscheint. Auch durch Veränderung des äußern
mechan. Drucks kann eine Veränderung des Aggregatzustand bewirkt werden. So verwandeln sich alle Gase durch genügend starken Druck und
hinreichende Abkühlung in tropfbare Flüssigkeiten. Boutigny nahm (1842) einen vierten den sphäroidalen,
an; er begriff darunter alle Erscheinungen, in denen die Flüssigkeiten eine sphäroidale Gestalt gewinnen (s.
Leidenfrostscher Versuch). Über den von Crookes angenommenen vierten s. Strahlende Materie.
(vollständiger: Kitâb al-aghânî, d. h. Buch derGesänge), eine der reichhaltigsten litterar- und kulturhistor.
Quellen für die ersten drei Jahrhunderte des Islams, verfaßt von Abû l-Faradsch al-Isfahâni (geb. 897,
gest. 967) aus Irak, der seine Abstammung auf die Omajjaden zurückführte. Das Werk enthält hundert ausgewählte Gesänge,
nebst Angabe der musikalischen Begleitungsart. Daran knüpfen sich Berichte über die Lebensumstände der Sänger und Dichter,
ihre Genealogie, die Gesellschaft, in deren Mitte sie lebten, ihre Gedichte und Schicksale, wodurch uns
tiefe Einblicke in die Verhältnisse der vorislamischen Araber und in die des Chalifates ermöglicht werden. Von der Ausgabe
von J. G. Kosegarten («Liber cantilenarum magnus») mit lat. Übersetzung erschienen nur sechs Hefte (Greifsw. 1840-44). Die erste
vollständige Ausgabe erschien in 20 Bdn. in Bulak (beendigt 1285 der Hidschra) und wurde von Rudolph Brünnow
durch einen 21. Supplementband (Leid. 1888) ergänzt. Auszüge aus dem Aghânî giebt Salhani «Choix de narrations tirées
du K. e. Aghânî (2 Bde., Beirut 1888).
ist der Name einer Dynastie von Statthaltern der abbasidischen Chalifen in Nordafrika, die sich bald zu einer
unter der formellen Oberhoheit des Chalifates selbständig herrschenden Dynastie gestaltete. Das wichtigste
histor. Ereignis in der Herrschaft der Aghlabiden ist die Eroberung Siciliens. Während der Regierung des Zijádet Allâh I. (817-838)
gelang eine Landung in Sicilien (827) und die Besetzung von Mazara; 831 wurde auch Palermo
[* 32] bezwungen. Unter den folgenden Fürsten
schritt die Eroberung immer weiter vorwärts, 843 wurde
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Professur der Rechte in Erlangen,
[* 41] die er bis 1859 innehatte. Während des ital. Krieges von dem preuß. Ministerium Hohenzollern-Auenwald
zu Rechtsgutachten und polit. Denkschriften verwandt, veröffentlichte er unter anderm anonym die scharf
gegen die österr. Politik gerichtete Schrift«Preußen
[* 42] und der Friede von Villafranca» (Berl. 1859); ferner: «Suum cuique,
Denkschrift über Preußen» (Lpz. 1859),
«Der deutsche Kern der ital. Frage» (ebd. 1859). Er förderte auch die Gründung des
Nationalvereins und die Wiederherstellung der kurhess. Verfassung. 1859 übernahm er die Professur der Geschichte
und Staatswissenschaften am akademischen Gymnasium zu Hamburg
[* 43] und im Juni 1868 eine ord. Professur der Rechte an der UniversitätBonn.
[* 44] Dem Norddeutschen Reichstage gehörte Aegidi 1867-70, dem preuß. Abgeordnetenhaus 1867-68 und wieder
seit 1873 an; er ist Mitglied der freikonservativen Partei. Am wurde in das Auswärtige Amt
des DeutschenReichs berufen und am 24. Dez. zum Wirkl.
der erste urkundliche Nachweis, daß der Zollverein das Werk der preuß.
Politik ist. Im Verein mit Klauhold gab Aegidi (Hamb.) 1861-71 «Das Staatsarchiv, Sammlung
der offiziellen Aktenstücke zur Geschichte der Gegenwart» heraus (zur Zeit von HansDelbrück fortgeführt).
Konstitutionen, benannt nach ihrem Urheber Kardinal ÄgidiusAlbornoz (s. d.), ein unter Innocenz VI. 1354 verfaßter
Civil- und Kriminalcodex, der bis Ende des 18. Jahrh. das Gesetzbuch des Kirchenstaates
blieb.
L., Pflanzengattung aus der Familie der Gramineen
[* 49] (s. d.), von Triticum nur durch die zwei- bis vierzähnigen
Blütenspelzen unterschieden. Aegilops ovata.L., Gerstenwalch, ist ein in ganz Südeuropa gemeines
Unkraut. Durch Kreuzung mit dem Weizen entstand der dem letztern ähnliche Aegilops triticoides Link.,
der viele zur falschen Ansicht veranlaßte, daß der Gerstenwalch durch Züchten in Weizen umgewandelt werden könne. Der
Bastard ist durch fortgesetzte Kreuzungen mit Triticum zu dem als Getreide
[* 50] brauchbaren Aegilops speltaeformis
Jord. gezüchtet worden.
Aegilops cylindrica
Host. (Triticum Aegilops Hack.) aus Südosteuropa und einige andere Arten werden zuweilen als Ziergräser in Gärten gehalten, und
ihre getrockneten Ähren werden zu Gräserbouquets und zu den sog. Makartsträußen gern verwendet.
1) Insel nahe der Ostküste der peloponnes. Landschaft Argolis, im Saronischen Meerbusen oder Golf von A.
gelegen, 86 qkm groß und durchaus gebirgig, besteht zum größten Teil aus vulkanischen Gesteinen (Trachyt), soll ursprünglich
Oinone oder Oinopia (nach dem Weine, der neben Öl, Mandeln und Feigen das Haupterzeugnis des steinigen und magern Bodens bildet)
geheißen haben, von Aiakos (Äacus) aber, dem Sohne des Zeus,
[* 51] für den dieser die bis dahin menschenleere
Insel mit dem aus Ameisen geschaffenen Volke der Myrmidonen bevölkerte, zu Ehren seiner Mutter, einer Tochter des Flußgottes
Asopos, Ägina genannt worden sein. In ältester Zeit scheinen Phönizier dort gewohnt zu haben.
Auch Münzen
[* 54] sollen in Griechenland zuerst auf Ägina geprägt worden sein. Die Macht und Blüte der Insel wurde durch die seit
dem Beginn des 5. Jahrh. v. Chr. mit steigender Erbitterung von beiden Seiten geführten, nur durch die
Perserkriege unterbrochenen Kämpfe gegen Athen gebrochen, die mit dem völligen Verlust der Selbständigkeit für die Insel
endigten (455 v. Chr.). 431 v. Chr. wurden sogar die einheimischen Bewohner der Insel durch die Athener¶
mehr
vertrieben und die Insel mit athenischen Kolonisten (Kleruchen) besetzt. Nach dem Ende des PeloponnesischenKrieges führte
der spartan. Feldherr Lysander die Überreste der alten Bevölkerung in ihre Heimat zurück, und die Insel war nun wieder ein
selbständiger, freilich machtloser Staat. Eine Zeit lang war sie im Besitz der Macedonier, wurde dann
von den Ätolern 210 v. Chr. erobert und an König Attalus verhandelt, mit dessen Erbschaft sie an die Römer
[* 56] kam. Unter den
byzant.
Kaisern gehörte sie zu dem «Thema» (Statthalterschaft) von Hellas, war im 12. Jahrh. ein Seeräubernest und
kam nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer in den Besitz der Beherrscher von Athen, später
an Venedig und wurde 1537 durch die von Khaireddin Barbarossa geführte türk. Flotte erobert und seiner Einwohner beraubt.
Sie bevölkerte sich erst allmählich wieder mit albanes. Kolonisten, wurde 1687 von dem venet. AdmiralFrancescoMorosini den
Türken abgenommen, fiel aber bald wieder in die Hände derselben und blieb in deren Besitz bis zum griech.
Freiheitskampfe. Jetzt ist sie eine Eparchie des griech. Nomos Attika-Böotien und hat (1889) 7137 E., Ackerbau, Töpferei und
Schwammfischerei.
2) Hauptstadt der Insel Ägina an der Westküste derselben, im Altertum teilweise an derselben Stelle wie das jetzige kleine Städtchen
Ägina mit (1889) 4232 E., besaß zwei Häfen und eine Anzahl stattlicher
Heiligtümer. Unter der türk. Herrschaft hatten sich die Bewohner auf die obere Fläche eines 4 km östlich von der Stadt
gelegenen Felshügels zurückgezogen, der noch jetzt die verfallenen und verlassenen Häuser der sog.
Paläochora trägt; im Altertum lag hier eine Ortschaft Oie. Der Berg Oros trug im Altertum auf seinem Gipfel
einen Altar
[* 57] des Zeus Panhellenios, jetzt steht dort eine Kapelle des heil. Elias. Auf einem Hügel
oberhalb der jetzt nach der heil. Marina benannten Bucht der Ostküste stand 8 km entfernt von der jetzigen Hauptstadt ein
in dor. Stil aus Kalkstein erbauter, mit Skulpturen geschmückter Tempel
[* 58] der Athene,
[* 59] von dem noch stattliche
Überreste erhalten sind (s. Äginetische Kunst). -
(spr. aschängkuhr),JeanBaptiste Louis George Serour d', franz. Kunsthistoriker und Altertumsforscher, geb.
zu Beauvais war erst Kavallerieoffizier, wurde unter Ludwig XV. Generalpächter, erlangte als solcher ein beträchtliches
Vermögen und widmete sich nun vorzugsweise den Kunststudien. Zu diesem Zwecke durchwanderte er 1777 England, die Niederlande
[* 60] und Deutschland und wandte sich im Okt. 1778 für immer nach Italien, wo er den Plan zur Darstellung der
Kunstgeschichte vom 4. bis 16. Jahrh. faßte. Er starb zu Rom Sein Werk erschien erst nach seinem Tode u. d. T.
«Historie de l'art par les monuments depuis sa décadence au 4e siècle jusqu'à son renouvellement au 16e» (6 Bde.,
Par. 1810-23, mit 325 Kupfern in Fol.; deutsch von Quast u. d. T. «Sammlung
der vorzüglichsten Denkmäler der Architektur, Skulptur und Malerei u. s. w.», 2 Bde.
Tafeln, 1 Bd. Text, Berl. 1840) und gehört zu den besten Arbeiten über die Kunst des Mittelalters.
Kunst. Die InselÄgina ist schon in den Anfängen der griech. Bildkunst durch einen
Bildschnitzer (Verfertiger von Xoana, d. h.
hölzernen Götterbildern) Namens Smilis vertreten. Seit dem Ende des 6. Jahrh.
v. Chr. bis zum Untergange der Selbständigkeit Äginas (s. d.) blühte dann hier eine Künstlerschule, die besonders den
Erzguß pflegte. Die bekanntesten Vertreter derselben sind Kallon und Onatas. Von ihrer Kunstart kann
man sich eine Vorstellung machen nach den erhaltenen Giebelgruppen (Ägineten genannt) des Athenetempels von Ägina, die 1811 aufgefunden, 1812 vom
damaligen Kronprinzen Ludwig von Bayern erworben, nach Thorwaldsens Modellen stilgetreu ergänzt und jetzt in der Glyptothek
zu München
[* 61] aufgestellt sind.
Sie gehören zu dem Bedeutendsten, was aus der ältern griech. Kunst erhalten
ist. Es sind zehn fast lebensgroße
[* 55]
Figuren aus dem Westgiebel und fünf aus dem Ostgiebel, außerdem
zahlreiche Fragmente der
[* 55]
Figuren, welche nicht hergestellt werden konnten, und zwei kleinere weibliche
Gestalten (Akroterien,
[* 62] s. d.), sämtlich aus parischem Marmor mit Spuren von Bemalung und von ehemals angefügten Ornamenten,
Waffen u. dgl. in Bronze.
[* 63] Die beiden Gruppen zeigen in der Komposition eine strenge Symmetrie: den Mittelpunkt
beider bildete die in steifer Haltung stehende Gestalt der Göttin Athene;
vor ihr befand sich ein verwundet niedergesunkener
Krieger, rechts und links je ein vorwärts gebückter Freund und Feind, nach dem Gefallenen und seinen Waffen greifend,
sodann folgten auf jeder Seite entsprechend ein stehender (nach Lange zwei) und ein kniender Lanzenkämpfer, dann ein Bogenschütz,
endlich in jeder Ecke ein Verwundeter am Boden liegend.
In der stilistischen Durchbildung sind die
[* 55]
Figuren des West- und Ostgiebels
verschieden. Jene sind deutlich in einem altertümlichern strengern Stil ausgeführt, die Körper sind
mager und knapp, die Bewegungen noch gebunden, die Gesichter haben eine stereotype Freundlichkeit des Ausdrucks, während in
den
[* 55]
Figuren des Ostgiebels schon ein freieres Leben sich entfaltet. (S. Tafel: Griechische Kunst II,
[* 55]
Fig. 1.) Die Entstehung
dieser beiden Gruppen fällt wahrscheinlich noch vor die Zeit der Perserkriege.
Bei Erfindung der ganzen Komposition wurde der Künstler jedenfalls von dem Gedanken geleitet, durch Darstellung
mythischer Heldenthaten, bei welchen äginetische Helden eine hervorragende Rolle spielen, den Kriegsruhm seiner Heimat zu
verherrlichen; er stellte daher (nach allerdings nicht unbestrittener Deutung) im Westgiebel den Kampf der Griechen unter
Aias, dem Sohne des Telamon, gegen die Troer um den Leichnam des Patroklos oder des Achilleus, im Ostgiebel
den Kampf des Telamon und Herakles
[* 64] gegen den troischen Herrscher Laomedon um den Körper eines schwerverwundeten Griechen
dar. -
Vgl. J. M. Wagner, Bericht über die äginetischen Bildwerke, hg. von Schelling (Tüb. 1817);
(spr. áschio, aus dem ital. aggio) oder Aufgeld bezeichnet den Betrag, um den eine Geldsorte oder ein Wertpapier
in dem vorherrschenden Umlaufsmittel höher bezahlt wird als ihr Nennwert. Das Agio wird in der Regel prozentmäßig
ausgedrückt. Das Umgekehrte des Agio ist das Disagio, nämlich der
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mehr
Verlust, den die im Verkehr weniger geschätzte Sorte gegenüber der höher angesetzten erleidet. Zur Zeit der staatlichen
Ausnutzung des Münzregals (s. d.) und der allgemeinen Verbreitung sonstiger Münzverschlechterungen entstand naturgemäß
ein Agio auf die groben vollwichtigen Münzen gegenüber dem im gewöhnlichen Verkehr üblichen Zahlungsmittel, das
aus Scheidemünze oder stark abgenutzten größern Stücken bestand. Eine andere, noch für die Gegenwart
wichtige Ursache des Agio aber ist die wechselnde Bevorzugung des einen oder des andern Edelmetalls von seiten des Verkehrs
in solchen Ländern, welche Gold- und Silbermünzen nach einem gesetzlichen Wertverhältnisse geprägt haben.
Weicht das auf dem Weltmarkt geltende Wertverhältnis von dem gesetzlichen einigermaßen erheblich ab,
so werden die Münzen aus dem begünstigten Metall ein Agio erlangen. Denn es wird dann lohnend sein, diese Münzen
zu sammeln, einzuschmelzen und auf dem Weltmarkt gegen das billigere Metall zu verkaufen und das letztere im Inlande prägen
zu lassen. Jeder wird also seine Zahlungen in dem letztern Metall leisten - wozu er ja berechtigt ist
-, das erstere dagegen zurückhalten und nur gegen eine besondere Vergütung hergeben.
Namentlich werden auch die Banken bei der Einlösung ihrer Noten in dieser Art verfahren. So erzielten in Frankreich vor 1848 die
20-Frankenstücke gegen die als Hauptgeld dienenden 5-Frankenstücke in der Regel ein größeres oder
geringeres Agio, meistens zwischen 7 und 15 Promille. In den fünfziger Jahren und Anfang der sechziger dagegen wurden die Silberstücke
mit einem Agio gegen Gold
[* 67] zur Ausfuhr nach Asien
[* 68] gesucht. Aber auch ohne daß das Wertverhältnis der Edelmetalle auf dem Weltmarkte
sich merklich ändert, können z. B. die Goldmünzen in einem Lande, in dem auch noch Courantsilbergeld
umläuft, ein Agio über ihren Nennwert erhalten. In Kriegs- und Revolutionszeiten kann dies eine Folge der besondern Vorliebe
sein, deren sich dann die leicht zu verbergenden und zu transportierenden Goldmünzen erfreuen. So erhielten in Paris
[* 69] im Jan. 1814 die
20-Frankenstücke ein von 6½ und am sogar ein solches von 12 Proz.,
obwohl der Wechselkurs auf London
[* 70] an dem letztgenannten Tage nur auf 26, also nur 3 Proz. über Pari stand.
Ferner konnte ein Goldagio, z. B. in Deutschland, dadurch entstehen, daß zur Ausgleichung einer ungünstigen Zahlungsbilanz
(s. d.) Gold zur Ausfuhr namentlich nach England oder Amerika gesucht wird, wenigstens wenn die Reichsbank von ihrem Rechte,
ihre Noten in Thalern einzulösen, Gebrauch machte oder abgenutzte Goldmünzen ausgäbe. Von besonderer Wichtigkeit ist das
Agio auf vollwertiges Metallgeld, das in den Ländern zu entstehen pflegt, in welchen uneinlösliches Papiergeld mit
Zwangskurs in großer Menge in Umlauf gesetzt ist. So machte in den Vereinigten Staaten
[* 71] der Golddollar 1864 bis 185 Prozent Agio (also 100 Golddollars
= 285 Dollars in Papier); trotzdem ist es der Union gelungen, noch vor dem die Gleichwertigkeit von Gold und Papier
herzustellen und von diesem Tage an die Barzahlung wiederaufzunehmen. In Frankreich entstand während der
Geltung des Zwangskurses der Banknoten (vom 11. Aug. 1870-78) nur zeitweise ein mäßiges Goldagio, das im Höchstbetrag (Nov.
1871) nur 3 Proz. erreichte und schon 1875 völlig verschwunden war.
Das nach 1879 erscheinende Goldagio von 2-6 Promille ist anderer Natur, da es durch den
Goldbedarf für
die Ausfuhr bei einem sehr großen Bestände an franz. Silbercourantgeld bedingt war. Sehr interessant ist das Verschwinden
des Silberagio in Österreich-Ungarn,
[* 72] das mit der Wertverminderung des Silbers und der fast gänzlichen Einstellung der Ausprägung
von Silbermünzen zusammenhängt. In den Wechselkursen auf das Ausland ist in Österreich
[* 73] wie in Rußland
das Goldagio an die Stelle des Silberagio getreten, obwohl man in Ländern mit monometallischer Währung nur in einem uneigentlichen
Sinne von Goldagio sprechen kann, da ein festes Wertverhältnis zwischen Gold und Silber gesetzlich nicht eingeführt ist. Überhaupt
wird bei längerer Dauer des Zwangskurses das Metallgeld mehr und mehr verdrängt, und Gold und Silber, gleichviel
ob geprägt oder ungeprägt, erscheinen als Waren wie alle andern, die in dem von seiner ursprünglichen Grundlage ganz abgelösten,
zu einem selbständigen Gelde gewordenen Papier bezahlt werden. Es ist dann eigentlich richtiger, von einem Metallpreise,
als von einem Metallagio zu sprechen. - Man bezeichnet auch als den Überschuß des Preises eines Edelmetalls
über einen vertragsmäßig festgesetzten Satz.
Zweckmäßiger spricht man jedoch in Bezug auf das Barrenmetall von Prämie und Verlust (im Franz. prime und perte). So wurde
an der PariserBörse früher der Goldpreis auf den Grundwert von 3434,44 Frs. für das Kilo Feingold bezogen
und regelmäßig mit einigen Promille Prämie notiert. Es ist dieser Satz nämlich der alte Münzpreis des Goldes und dadurch
entstanden, daß ursprünglich für die Prägung eines Kilo Feingold, das 3444,44 Frs. liefert, 10 Frs. als Prägungskosten
zurückgehalten wurden.
Später aber wurde die Prägevergütung herabgesetzt und sie beträgt gegenwärtig nur 7,44 Frs. für das
Kilo fein, was einen Münzpreis von 3437 Frs. für das Kilo Feingold ergiebt. Trotzdem richtete sich die Börsennotiz noch lange
Zeit nach dem alten Preise, so daß das Gold, auch wenn es genau auf dem Münzpreise stand, noch mit 1 Promille Prämie
aufgeführt wurde. Erst seit 1877 ist 3437 Frs. als Grundwert angenommen worden. Das Silber wird noch immer nach dem alten
Tarif von 1803 notiert, mit dem Grundwert von 218,89 Frs. für das Kilo fein, entsprechend einer Prägungsgebühr von 3 ⅓
Proz., während in Wirklichkeit gegenwärtig nur die Hälfte dieser Taxe erhoben wird. - Auch der Überschuß
des Kurses der Wechsel und Effekten über das Pari oder den Nennwert wird wohl Agio genannt, jedoch ist auch in diesen
Fällen die Bezeichnung Prämie mehr zu empfehlen, wie in den Ländern des lat. Münzsystems namentlich in Bezug auf die Frankenwechsel
(im Gegensatz zur perte) üblich ist. (S. Währung und Papiergeld.)
(frz., spr. aschiotahsch) nennt man die Betreibung
solcher kaufmännischen Geschäfte, die in der Absicht unternommen werden, aus den Preisschwankungen von zunächst nicht lieferbaren
Waren oder Effekten innerhalb einer gewissen Frist Gewinne zu
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