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Wenn es um Autos geht, stehen nicht immer Autos im Mittelpunkt. Das erlebten wir am Freitag, 15. März 2019, in Modena. Dass sich eine Gruppe Enthusiasten einer Facebook-Gruppe ausgerechnet in Modena trifft, hat natürlich einen Grund und wie man richtig vermuten kann, liegt das am Sport- und Rennwagenhersteller Ferrari, dessen Werk ja unweit von Modena, im etwas südlicher gelegenen Maranello, ansässig ist. Allerdings stand Ferrari nicht im Mittelpunkt, sondern ein Mann, der ab 1960 für Ferrari tätig war. Es ist Ing. Mauro Forghieri, der bereits 1962, mit erst 26 Jahren, Sportdirektor wurde und 8 Jahre später Technischer Direktor. Er entwickelte die Autos und Motoren, mit denen Ferrari in der Formel 1 vier Fahrer-Weltmeisterschaften mit John Surtees (1964), Niki Lauda (1975 und 1977) und Jody Scheckter (1979), sowie sieben Konstrukteurstitel gewann. Forghieri blieb bis 1987 bei Ferrari und wechselte dann zu Lamborghini. Mauro Forghieri studierte an der Universität Bologna Maschinenbau, promovierte und begann eine Lehrtätigkeit, plante aber nach Kalifornien auszuwandern, um dort in der Luftfahrtindustrie zu arbeiten.
1990 entwickelte Forghieri für Lamborghini Engineering ein Formel-1-Chassis, das nach einem glücklosen Start mit einem mexikanischen Unternehmer schließlich 1991 von einem Rennstall namens Modena Team eingesetzt wurde. Forghieri war 1991 technischer Leiter des Teams. Nachdem der Betrieb des Rennstalls Ende 1991 eingestellt worden war, kehrte Forghieri zu Lamborghini Engineering zurück und betreute die Kundenmotoren, die bis 1993 in der Formel 1 eingesetzt wurden. 1992 entwickelte Forghieri für einen Minivan mit Elektro-Antrieb. Ende 92 übernahm er den Posten des Technischen Leiters bei Bugatti, wo er bis 1994 blieb. Im selben Jahr gründete er gemeinsam mit Franco Antoniazzi und Sergio Lugli in Modena die Firma Oral Engineering, ein Unternehmen für Motorenkonstruktion und Entwicklung. Forghieri war auch Teil der Expertenkommission, die für die Gerichtsverhandlung die Umstände von Ayrton Sennas Unfalltod beim Großen Preis von San Marino 1994 beauftragt wurde.
Mauro Forghieri, mittlerweile 84-jährig und noch immer bei bester Gesundheit, kann also auf ein bewegtes Leben zurückblicken und anlässlich ‘seines’ Tages in Modena, erzählte er dann auch einige interessante Erlebnisse, vor allem aus der Formel 1 der damaligen Zeit, machte aber auch interessante Vergleiche zu heute.
Im Gegensatz zu den Fahrern stehen die Konstrukteure eher im Hintergrund, aber sie ermöglichen überhaupt den Erfolg, den ein Fahrer mit seinem Team feiern kann. Besonders schön ist, dass auch eine Persönlichkeit wie Mauro Forghieri auf diese Art gewürdigt wird. Eigentlich feierte man auch seinen Geburtstag, der schon am 13. Januar war. Organisiert hat diesen Tag Giovanna Montorsi, die Mauro Forghieri schon lange kennt. Einige Mitglieder der Gruppe trafen sich bereits am Vorabend zu einem gemeinsamen Nachtessen in einem feinen Lokal in Modena. Am Freitag ging es dann ins einige Kilometer entfernte Autodromo von Modena, wo der eigentliche Anlass stattfand. Die Strecke, auch ‘The Green Circuit’ genannt, wurde 2011 eröffnet und dient vorwiegend für Fahr- und Sicherheitstrainings. Auf der 2,068 km langen Strecke finden aber regelmässig auch Events und Treffen der unterschiedlichsten Art statt. Bis gegen 11 Uhr trafen die rund 100 geladenen Gäste ein, darunter Persönlichkeiten wie Livio Grassi, Giovanna Montorsi, Margherita Bandini (Frau des ehemaligen Formel 1-Piloten Lorenzo Bandini), Renata Nosetto, Gianfranco Palazzoli, Giordano “Dodo” Regazzoni (Bruder von Clay Regazzoni), Gherardo Severi, Rossano Candrini, Giuseppe Nania, Romolo Raimondi, Lello Soncini, Franco Bossi, Sandra Malagoli und Alessandro Rasponi.
Nach den Erzählungen und Ausführungen von Mauro Forghieri nutzten die Anwesenden die Gelegenheit für ein Autogramm und es zeigte sich, wie gross die Beliebtheit dieses Mannes in Italien ist, auch viele Jahre nach seiner aktiven Zeit als Konstrukteur bei Ferrari. Auch für uns und mich natürlich eine besondere Ehre, zu diesem Anlass eingeladen worden zu sein. Beim anschliessenden Mittagessen hatte man viel Zeit für Gespräche und Diskussionen und es gab die Möglichkeit, die Strecke als Beifahrer in einem Ferrari 488 zu erleben. Unser Dank geht an Giovanna Montorsi und wir freuen uns schon jetzt auf ein nächstes Treffen in ‘Bella Italia’. Wer sich für Mauro Forghieri interessiert, kann sich in der Facebook-Gruppe informieren https://www.facebook.com/groups/952678318167172/.
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