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Zimmermann/Zimmerin
Nach einer vierjährigen Ausbildung sind Zimmerleute für die Erstellung und Sanierung von Holzbauwerken im Innen- und Aussenbereich zuständig, wie z.B. Holzhäusern, Scheunen, Sporthallen, Brücken, Fassaden, Treppen, Türen, Wände, Decken, Böden. Von Hand oder mit der Hilfe von Maschinen (z.B. Sägen, Fräsen, Balkenhobler, Hobel, Stemm- und Bohrmaschinen sowie CAD) übernehmen sie dabei sowohl die Herstellung der Einzelzeile als auch deren Montage vor Ort. Dazu sind neben ausreichender Körperkraft und Beweglichkeit auch handwerkliches und technisches Geschick sowie eine hohe Teamfähigkeit von Nöten, denn beispielsweise bei der Befestigung eines Dachstuhls muss jeder Handgriff sitzen.
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Bis ins 19. Jahrhundert zählten die Zimmerleute zu den wichtigsten Handwerkern beim Hausbau. Insbesondere die Errichtung von Fachwerkbauten, die im Hochmittelalter und zum Teil auch im Spätmittelalter[1] insbesondere auf dem Lande von der Bevölkerung selbst in nachbarschaftlicher Zusammenarbeit vorgenommen wurde, bot den Zimmerleuten fortan ein weites Beschäftigungsfeld. Wesentliche Arbeiten führten sie auch beim Bau von Mühlen, Brücken und Gerüsten sowie Schiffen aus. Das Holz bezogen sie zumeist aus nahe gelegenen Wäldern und bearbeitete es daraufhin, denn die Lagerung von Bauholz war vielerorts verboten. Die Hölzer wurden zumeist mit Axt, Beil und später auch mit der Säge von den Zimmerleuten entsprechend bearbeitet. Im 18. Jahrhundert fand in diesem Zusammenhang insofern eine Spezialisierung statt, sodass das Zuschneiden von Stämmen und Kanthölzern nunmehr von den Sägern bzw. Brettschneidern durchgeführt wurden. Die Zimmerleute richteten die so entstandenen Balken und Bretter entsprechend zu und zimmerten mit Beil, Dechsel sowie Kreuzaxt und mit der Hilfe von Messwerkzeugen (z.B. Schnüre, Winkeleisen, Zirkel, Messstab, später auch Zollstock) Fachwerkewände, Balkanlagen sowie Dachbindern ab. Zum Aufrichten eines Fachwerkgebäudes oder Dachwerks bediente man sich bis ins 20. Jahrhundert Stangen, Hebebäumen, Seilen und Rollen sowie Flaschenzügen.
Heute durch den vermehrten Einsatz weiterer Baustoffe wie Glas, Beton und Stahlt sind die Zimmerleute zwar nicht mehr die wichtigsten Handwerker beim Hausbau, dennoch ist der handwerkliche Charakter der Zimmerei weitgehend erhalten. So sind die traditionellen Werkzeuge der Zimmerleute, trotz zunehmender Maschinisierung des Baugewerbes, weitgehend unverändert im Einsatz. Die Zimmerleute konnten zudem ihr Aufgabenbereich erweitern. Zur ihren Aufgaben gehören heute auch die Isolation von Gebäuden und die Befestigung von Photovoltaik- und Solarsystemen.
[1] Ebenfalls im Hoch- und Spätmittelalter, mit der Welle der Städtegründungen, beginnen sich in der Schweiz die Zimmerleute und andere Bauhandwerker, wie z.B. die Mauerer, Steinmetze, Dachdecker, sowie die Glaser und Maler in Zünften und Bruderschaften zu organisieren.
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Literatur
Griessinger Andreas: Mauer, Dachdecker und Zimmerleute, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 146-153.
Stiewe Heinrich: Zimmerleute, Steinmetze, Mauer und Co., in: Sauer Christine (Hg.): Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012, S. 159-172.
Lüthi Christian: Baugewerbe, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 30.07.2018.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Zimmermann/Zimmerin, abgerufen am 31.07.2018.
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