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Nasha Afrika
Das von der UdSSR lange unbeachtete Afrika südlich der Sahara wurde mit den Unabhängigkeitsbewegungen der 1960er-Jahre zu einem festen Bestandteil des Alltags der Sowjetbürger, die zu Tausenden nach Bamako, Accra oder Conakry aufbrachen, um den Afrikanern beim «Aufbau des Sozialismus» zu helfen. Alexander Markov hat Schwarzweiss-Fragmente dieser Zeit aus gut hundert Filmen entnommen, die von sowjetischen Kameraleuten gedreht worden waren, um die Grosszügigkeit der Hilfsprogramme für den Schwarzen Kontinent auf Film zu bannen. Das in Kapitel unterteilte «Our Africa» erzählt von diesem Epos, das sich zwischen 1960 und dem Ende der UdSSR (1991) abspielte. Auf der Leinwand ziehen Grossaufnahmen von einfachen Soldaten der Kooperation und Bilder von illustreren Persönlichkeiten vorüber: Nkrumah, Lumumba, Nasser, Chruschtschow, Breschnew … Markov setzt dieses Material neu zusammen, um die propagandistischen Triebfedern zu Tage zu fördern. Die Wiederholung bestimmter Szenen ruft Ironie, Tochter von Zeit und Abstand, auf den Plan: die kollektive «Grosse Utopie» war das Werk einer Handvoll Mächtiger, und ihrer Leitfigur stand, ebenso wie den Standbildern der verhassten Kolonisatoren, der Sturz von ihrem Sockel bevor.
Emmanuel Chicon