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Historisches
Bei der Entwicklung von Bikesharing-Angeboten können vier System-Generationen ausgemacht werden. Benoit Beroud (Mobiped) definiert diese anhand des Aufwands, der betrieben werden muss, um ein Velo in einem guten Zustand weitervermieten zu können.
Die erste Generation: freie Verfügbarkeit
"White bikes" in Amsterdam (1965); "Les vélos jaunes" in La Rochelle (1974); "100 rote Coiffeur-Velos" in Basel (1988).
Die Velos werden einfach im öffentlichen Raum hin- und zur Verfügung gestellt. Schnell werden sie gestohlen, ausgeschlachtet, umgespritzt oder demoliert. Nach kurzer Zeit sind sie nicht mehr brauchbar.
Die zweite Generation: Kaution
"Fonden Bycyklen" in Kopenhagen (1995).
Ein "Einkaufswagen"-System motiviert den Benutzer dazu, das Velo zurückzubringen, um die Kaution von 2 € zurückzuerhalten. (Bild 2) Ist die Kaution zu klein, behalten die Benutzer das Velo zum eigenen Gebrauch.
Die dritte Generatoin: Identifikation des Benutzers
"Vélo à la carte" in Rennes (1998), Vélo’v in Lyon (2005).
Um dieses Angebot nutzen zu können, muss sich der Benutzer fallweise identifizieren lassen, eine Kaution hinterlegen oder ein Abonnement lösen. Ist er einmal registriert, erhält er ein Identifikationsmittel, z.B. eine Karte, das er an einer Schnittstelle vorweist, um wiedererkannt zu werden. Solche Systeme der dritten Generationen haben mit dem Aufkommen neuer Technologien wie GSM und GPRS rasch entwickelt und verbreitet. Die Erfolge von Vélo'v und Vélib' haben viele Städte davon überzeugt, ihrer Bevölkerung selber ein Bikesharing-System anzubieten. Trotz Registrierungspflichts sind viele Velos vandalisiert oder gestohlen worden. Zusätzliche Massnahmen mussten daher ergriffen werden, um die Velos im betriebsfähigen Zustand zu halten. Darunter ein regelmässiger Unterhalt der Velos, die "Zivilisierung" der Benutzer, die Verbesserung der Infrastruktur und anderes.
Die vierte Generation: Sensibilisierung der Nicht-Nutzer
Bicimia in Brescia (2008) Das Prinzip des Angebotes der vierten Generation entspricht demjenigen der dritten Generation. Der wichtigste Unterschied basiert auf der Erkenntnis, dass auch die Nicht-Nutzer zur Nachhaltigkeit des Angebotes beitragen müssen. In Brescia verfügt die Station über eine eigene Beleuchtung und eine Videoüberwachung, um Vandalen abzuschrecken.
Als Folge des Vandalismus' beim System Vélib' hat die Stadt Paris eine Kommunikationskampagne lanciert, um die Nicht-Nutzer für ein gesittetes und mitverantwortliches Verhalten zu sensibilisieren.
Die in der Schweiz betriebenen Systeme liegen zwischen den beiden Generationen. Das Problem des Vandalismus und des Unterhalts ist erkannt. Die Erfahrung wird zeigen, ob auch in der Schweiz Sensibilisierungsmassnahmen und Überwachung nötig sein werden.