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Publiziert: 17 Juni 2018
Die historischen Milizen in ihren Uniformen mit Fahnen und Trommeln einmal im Jahr aufleben zu lassen, hat im Tessin Tradition.
Jedes Jahr beteiligen sich die historischen Milizen von Leontica, Aquila und Ponto Valentino an den Festen zu Ehren von San Giovanni Battista, der Madonna del Rosario und an den Feierlichkeiten zu Ehren der Madonna del Carmelo. Die Mitglieder der Milizen von Leontica und Aquila tragen die den Uniformen der Schweizer Truppen unter Napoleon Bonaparte nachempfundene Kleidung, die Uniformen der Miliz von Ponto Valentino gehen auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück.
Ein Gelöbnis, das die Soldaten aus dem Bleniotal im November 1812 während der verheerenden Schlacht an der Beresina gegen Russland abgelegt hatten, verpflichtete die Tessiner, eine ständige Miliz zu bilden, die über die Jahre Bestand haben würde, falls sie dem Gemetzel entrinnen und heil nach Hause zurückkehren sollten. Die Miliz werde jeweils in den Uniformen die kirchliche Prozession begleiten und am Standbild der heiligen Jungfrau oder des Schutzheiligen Wache halten.
Seit zwei Jahrhunderten umrahmen die Milizen nun also zusammen mit den lokalen Bruderschaften die drei Feste, an denen die Bewohnerinnen und Bewohner der Region zusammenzukommen pflegen. An diesen Tagen kehren jeweils auch viele Menschen, die über den ganzen Kanton verteilt, in der Schweiz oder gar im Ausland leben, ins Bleniotal zurück. Eindrücklich ist dieser Brauch aber auch für Auswärtige.
Kirche von Leontica in Acquarossa, 23. Juni ab 16.00 Uhr und 24. Juni ab 09.00 Uhr. Aquila, 1. Juli, ganzer Tag. Ponto Valentino, 14. Juli ab 18.00 Uhr, 15. Juli ab 07.45 Uhr