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Differenztheoretisch kann Weltanschauung als Differenz zwischen Weltanschauung und der Art des in die Weltschauens gesehen werden. Die Art des Schauens (theoria) reflektiere ich als Theorie und was durch das Schauen wahrgenommen wird, bezeichne ich als Welt.
Anschauung focusiert eine "geschaute" Sache. Das Präfix "Welt-" negiert die Sache, weil es nicht für eine Sache, sondern für Alles oder das Ganze - noch vor jeder Beobachtung steht.
Im radikalen Konstruktivismus ist die subjektbestimmende Beliebigkeit der Weltanschauung als Kontigenz deklariert. Jeder Beobachter beobachtet, was er beobachtet.
Das deutsche Wort „Weltanschauung“ ist in anderen Sprachen, z. B. im Englischen und Französischen, Lehnwort.
Quasi homonym wird „Weltanschauung“ im Plural als Weltanschauungen diskriminierend verwendet für jeweils auch eine Moral umfassende (Welt)Lehren. Weltanschauungen, die von der je eigenen abweichen, erscheinen (negativ bewertet) als Ideologien (als falschen "Ideen" oder "Theorien" folgend), weshalb der Ausdruck Weltanschauung immer auch etwas zwiespältig oder ideologisch ist.
Als Weltanschauungen gelten in diesem mehr umgangssprachlichen Sinn insbesondere Lehren, die Religionen, Wissenschaft, Recht und Politik universell statt kontingent darstellen.
Beispiele:
die drei Religionen, die drei (chinesischen ) Lehren, Marxismus und Evolutionstheorie (als Kreationismus)
„Von allen diesen Worten ist gegenwärtig keines so im Schwange wie: Weltanschauung. Der müsste schon ein ganz armseliger Tropf sein, wer heutzutage nicht seine eigene Weltanschauung hätte. Ich glaube aber schon (Kr. d. Spr. I S. 538 und III 235) gezeigt zu haben, daß nicht nur die Weltanschauung des schlichtesten Mannes aus dem Volke, sondern auch die Weltanschauung des Dichters und Denkers identisch sei mit seinem Sprachvorrat und seinem Sprachgebrauch, daß wir diese Sprachbereitschaft oder Weltanschauung nicht immer ganz beisammen haben, daß die Weltanschauung eines Menschen von seiner allgemeinen und von seiner augenblicklichen Seelensituation abhänge. In diesem Sinne darf man freilich sagen, daß jeder Tropf seine eigene Weltanschauung habe, in seiner Individualsprache nämlich.“ (F. Mauthner: Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache. München 1910. Leipzig 1923. Bd.III, S.430)