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Anlässlich einer Sitzung des Gouverneursrats am 28. Februar 2005 in Wien erklärte lAEO-Generaldirektor Mohammed EIBaradei, dass die weltweit verfügbare Kernkraftwerksleistung bei einer konservativen Schätzung bis ins Jahr 2020 von heute 367 GW auf rund 430 GW ansteigen dürfte. Gegenüber der Prognose der IAEO und der Internationalen Energie-Agentur (IEA) der OECD aus dem Jahr 2000 entspreche dies umgerechnet rund 127 zusätzlichen 1000-MW-Kernkraftwerken. EIBaradei verwies dazu auf den IAEO-Bericht «Nuclear Technology Review - Update 2005», der anfangs März 2005 dem Gouverneursrat vorgelegt worden ist.
EIBaradei begründete die Korrektur nach oben mit dem kürzlich in Kraft getretenen Kyoto-Klimaschutzprotokoll und dem Umstand, dass eine Reihe von Ländern ihr Kernenergieprogramm ausbauen. Bis 2020 dürften über 500 Kernkraftwerke in Betrieb stehen. Dies bedeute eine leichte Zunahme des Kernenergieanteils an der weltweiten Stromproduktion von 16 auf 17% und kehre den Trend aus früheren Schätzungen um, die von einer deutlichen Abnahme ausgegangen waren.
Schnellstes Wachstum in Asien
Das schnellste Wachstum erwartet die IEAO in Asien. So plane China bis 2020 die Versechsfachung der installierten Leistung von heute 6,5 GW auf 32-40 GW und Russland eine Verdopplung von heute 22 GW auf 40-45 GW. EIBaradei erwähnte auch Indien, das bis 2022 seine Kernkraftwerksleistung verzehnfachen möchte, sowie Frankreich und Finnland mit ihren «bescheideneren Ausbauplänen».
In den weniger reichen Ländern wird der Ausbau der Kernenergie oft von der geringen Kapazität der Verteilnetze behindert, die für grosse Kernkraftwerke ungeeignet sind. Deshalb rechnet die IAEO weiterhin mit dem Potenzial, das in den innovativen kleinen und mittelgrossen Reaktortypen steckt. Als Beispiel nannte EIBaradei den in Südkorea geplanten 330-MW-Druckwas-serreaktor «Smart» und die Weiterentwicklung des gasgekühlten modularen Kugel häufen reaktors (PBMR) in Südafrika. In diesem Zusammenhang verwies EIBaradei auf die internationale Ministerkonferenz der IEAO und der Atomenergie-Agentur (NEA) der OECD über die Zukunft der Kernenergie, die am kommenden 21. und 22. März in Paris stattfindet.
Quelle
M.S. nach IAEO, Medienmitteilung, 28. Februar 2005