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||Nichts lässt die zeitgenössische Bewertung der Berge und im besonderen der Alpen erahnen, die für James Howell, einen um 1622 reisenden Diplomaten, "schreckliche Warzen" und gänzlich überflüssig waren. John Evelyn sah in seinem berühmten Tagebuch 1646 die Alpen als eine große, von der Natur aus den schönen Tälern der Lombardei verbannte Schutthalde und für Thomas Burnet waren sie in seiner 1681 erschienenen "Telluris Theoria Sacra" das Resultat der Sintflut und Gottes Warnzeichen: Als Strafe hatte er die Erdoberfläche mit ihnen verhässlicht. Inbegriff aller Scheußlichkeiten waren für ihn die Alpen. Das Unbehagen hohen Bergen gegenüber sollte in der Folge noch zunehmen und verfestigte sich bei vielen Autoren bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Joseph Spencer, ein Freund von Alexander Pope und James Thomson, schrieb 1730: "Ich würde die Alpen sehr lieben, wären da nur keine Berge". Mit Abscheu werden von den Reisenden oft gerade jene Aussichten erwähnt, die später den größten Enthusiasmus hervorriefen, und noch Johann Gottfried von Herder soll die Vorhänge zugezogen haben, als er durch die Alpen reiste. In den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts schwoll jedoch bei den Gessner'schen, Rousseau'schen und Ossianischen Dichtern und Reisenden die Welle der Alpenbegeisterung an. Das Bedürfnis nach dem Erleben der übermächtigen Natur, wie es in Edmund Burkes Theorie des Erhabenen 1757 formuliert worden war, spiegelt sich dann in vielen Landschaftsbildern der Zeit wider, die im Panorama der Schweizer Berge ein geeignetes Motiv zum Ausdruck dieser Empfindung sahen. So waren sie für den Ästheten Johann Georg Sulzer 1776 zwar noch wild und unfruchtbar, doch ließen sie ihn an die Macht der Natur denken.

Dr. Annette Frese
Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg