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Was ist die Ursache?
Die Sebadenitis ist eine seltene Hauterkrankung des Hundes, bei der die Talgdrüsen der Haut durch eine Immunreaktion zerstört werden. Dadurch fehlt der Talg, der wichtige Funktionen für gesunde Haut und Haare hat, so dass sich Schuppen bilden und die Haare abbrechen. Die Ursachen, warum das Immunsystem die Talgdrüsen zerstört, sind nicht klar. Folgende Hypothesen werden diskutiert: Genetische Entwicklungsstörung der Talgdrüsen, Autoimmunbedingte Zerstörung der Talgdrüsen, Störung des Stoffwechsels der Hautfette.
Wie sieht das klinische Bild aus?
Die Hautveränderungen beginnen oft auf dem Kopf, Hals und Rücken, aber auch der Schwanz, der seitliche Körper und die Beine können später betroffen sein. Meist ist am Anfang kein oder nur wenig Juckreiz vorhanden. Deutlich zu sehen sind viele Schuppen auf der Haut, aber auch um die Haarbüschel herum, die sich wie Manschetten um die Haare legen (sogenannte Keratinmanschetten). Häufig entwickelt sich auch ein ausgeprägter Haarbruch und Haarlosigkeit. Dadurch wirkt das Haarkleid borstig und die Haut durch die Schuppen und Keratinmanschetten panzerartig verdickt. Bakterien oder Hefepilze können sich dazugesellen, die Entzündung verstärken und Juckreiz und einen unangenehmen Geruch verursachen.
Die Ausprägung der Hautveränderungen kann schwanken, mal besser, mal schlechter sein. Das Allgemeinbefinden ist aber nicht beeinträchtigt.
Welche Hunde können eine Sebadenitis bekommen?
Die Sebadenitis kann in jedem Alter, bei jeder Rasse und auch bei Mischlingen auftreten, wird aber überwiegend bei bestimmten Rassen wie den Akitas, Pudels, Hovawarts , Vizslas und Springer Spaniels beobachtet. Tiere mit Sebadenitis sollten von der Zucht ausgeschlossen werden, da eine erbliche Komponente möglich ist.
Das Institut für Genetik der Vetsuisse-Fakultät an der Universität Bern (Arbeitsgruppe Dr. Elisabeth Dietschi) führt eine Studie zur Aufklärung der genetischen Risikofaktoren und zur Entwicklung eines Gentests für diese Erkrankung beim Hovawart durch und benötigt dafür EDTA-Blutproben von erkrankten und gesunden Hunden.
Wie wird Sebadenitis diagnostiziert?
Die Sebadenitis ist nicht einfach zu diagnostizieren, weil sie einerseits selten vorkommt und andererseits vielen anderen Hauterkrankungen ähneln kann, die vorher ausgeschlossen werden müssen. Die endgültige Diagnose wird durch die Untersuchung von Hautbiopsien gestellt.
Wie wird Sebadenitis behandelt?
Es gibt zwei grundsätzliche Therapieformen, die bei einer Sebadenitis angewendet werden können: die lokale Behandlung mit Sprays und Shampoos und die systemische Behandlung mit Cyclosporin (Kapseln). In einer internationalen Studie wurde gezeigt, dass beide Therapieformen gleich gut wirken, und den Hunden eine deutliche Erleichterung verschaffen. Falls beide Therapien zusammen angewendet werden, wirken sie sogar noch ein klein wenig besser. Wichtig ist aber zu wissen, dass die Sebadenitis durch keine der Therapien definitiv geheilt werden kann und diese Therapien lebenslänglich angewandt werden müssen (eventuell kann aber die Dosierung oder die Häufigkeit reduziert werden).
Zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten
Auch die Gabe von essentiellen Fettsäuren ins Futter kann in einigen Fällen eine positive Wirkung haben.
Alternativ zu den oben beschriebenen Behandlungsformen gibt es weitere, aber weniger wirksame Therapieformen, die nicht als Ersttherapie empfohlen werden.
Eine regelmässige tierärztliche Kontrolle ist empfehlenswert, vor allem in der Anfangsphase, um das Ansprechen auf die Therapie zu kontrollieren und um gegebenenfalls die Therapie anzupassen.