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“Weibliche und männliche Hormone”, 1975
70 x 100 cm Foto, Litografie
Was sehe ich?
Auf zwei Bildern sind unterschiedliche, abstrakte Formen vor einem undefinierbaren Hintergund zu erkennen. Das eine besteht aus kleinteiligen, „blumigen“ Mustern, das andere zeigt grosse, strahlenförmige Gebilde. Die zwei Litografien sind fotografische Abbildungen von menschlichen Hormonen: Testosteron (blumig) und Östrogen (spitzig).
Kunstwerk im Kontext
Der schwedische Fotograf Lennart Nilsson war ein absoluter Pionier in der Kunst der wissenschaftlichen Fotografie. Als erster publizierte er in dem amerikanischen „Life“ Magazin 1965 Aufnahmen des menschlichen Fötus. Über 16 Seiten lang konnten Leser zum ersten Mal sehen, wie ein ungeborenes Kind im Laib der Mutter aussieht und wie es langsam heranwächst. Nilsson hatte dafür eine Reihe von speziellen Techniken entwicklt, welche das Fotografieren im Köper mit Licht überhaupt erst möglich machten: Vorgänge, die damals nicht ganz ungefährlich waren. Ausserdem gelang es ihm, als erster den HIV und SARS Virus zu fotografieren. Auch das Einfangen der weiblichen und männlichen Hormone galt als grosser Durchbruch innerhalb der wissenschaftlichen Fotografie.