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Jährlich am 11. Februar findet der „Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft“ statt. Doch geht es bei einem solchen Tag um das volle Ausschöpfen des eigenen Potenzials ohne unnötige Grenzen oder um das Durchsetzen und Erreichen von Quoten? Ersteres erfüllt, macht zufrieden und lässt Frauen all das werden, was sie sein können. Letzteres führt zu eifersüchtigem Abzählen von Quotenplätzen, zu Neid, Unzufriedenheit und Wut.
Mit einem solchen Gedenktag, wie er 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen wurde, möchte man die Leistung von Frauen in Wissenschaft und Forschung zu würdigen und weitere Frauen und Mädchen zu ermutigen, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. So weit, so gut. Doch zeigen einige Aussagen zu diesem Tag, dass es damit nicht getan ist. Glaubt man nämlich z.B. manch einer Universität, so liessen sich so ziemlich alle Probleme, die die Welt belasten, durch einen höheren Anteil an Frauen in der Wissenschaft lösen.
Die Universität Stuttgart versteigt sich zu folgender Hoffnung: „Mehr Frauen an der Universität sind ein Potential, um die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie die Covid19-Pandemie, den Klimawandel und den Umstieg auf erneuerbare Energien zu bewältigen.“ Es sei die Frage gestellt: Ist das so? Oder, man verzeihe die Süffisanz, wollte da jemand möglichst viele Reizthemen in einem einzigen Satz unterbringen?
Natürlich ist auch das Gegenteil nicht wahr. Weniger Frauen an der Universität lösen diese Probleme auch nicht.