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In Schwedisch Lappland hast du die Möglichkeit, drei Welterbestätten zu entdecken. Dazu gehört das Gebiet Laponia, das sich über vier Nationalparks und zwei Naturschutzgebiete erstreckt. Ausserdem der Struve-Bogen im Jupukka Naturreservat in Tornedalen und das Kirchendorf Gammelstad ausserhalb von Luleå.
Viele wissen gar nicht, dass sich die Stadt Luleå nicht immer dort befand, wo sie heute steht. Gammelstad, ausserhalb von Luleå an der Strasse nach Boden, war früher das Stadtzentrum, bis es im 17. Jahrhundert näher ans Meer und den Hafen versetzt wurde, wo es sich jetzt befindet. Als die Stadt umzog, wurde sie Luleå Neustadt genannt (Luleå Nya Stad) und aus dem alten Teil wurde die Luleå Altstadt (Luleå Gamla Stad). Die Namen kürzte man bald zu Luleå beziehungsweise Gammelstad ab.
Die Kirchstadt von Gammelstad wurde am 7. Dezember 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Sie ist ein gut erhaltenes Beispiel für traditionelle nordskandinavische Kirchstädte. Davon gab es einmal 71 Stück. Gammelstads Kirchstadt ist mit 408 Häusern die grösste der 16 noch vorhandenen Kirchstädten Schwedens.
Gammelstad ist das “alte Luleå”. Als das Land sich mehr und mehr aus dem Meer hob, musste ein neuer Hafen, näher am Wasser, gegründet werden. Daraus ist das heutige Luleå entstanden.
Heute ist Gammelstads-Kyrkstad nicht mehr nur eine Kirchstadt, in der an den Feiertagen gewohnt wird. Es gibt auch festansässige Einwohner. Ausserdem ist das Städtchen eine beliebte Besucherregion. Viele alte Gebäude sind erhalten geblieben. So können zum Beispiel der Bürgermeisterhof, der Hauptmannshof und das Gasthaus besichtigt werden.
Ein guter Ausgangspunkt für den Kirchstadtbesuch ist die Touristeninformation an der Nordseite der Kirche. Neben vielen Infos und Kartenmaterial (auch für andere Regionen), gibt es eine Ausstellung mit Fotoshow im oberen Stockwerk. Direkt nebenan ist ein kleines Café. Natürlich gibt es auch Restaurants und traditionelle Shops, fürs Verweilen und den Souvenireinkauf.
Eine Kirchstadt, was ist das denn?
Eine Kirchstadt besteht aus kleinen Hütten, sehr nahe der Kirche gelegen. Diese dienten den Kirchgängern als Schlafplatz.
Die Gemeinde der Nederluleå Kyrka war sehr gross, und die Menschen kamen von weither, um den Gottesdiensten zu lauschen. Die Wege waren zu weit, um sich wieder auf den Heimweg zu machen, und so wurden die Häuschen zum Übernachten errichtet. Wahrscheinlich schon im 16. Jahrhundert.
Als erstes wurden die Einfallstrassen zur Kirche mit den kleinen Kirchstuben gesäumt. Als all diese bebaut waren, wurden weitere Häuschen in die Zwischenräume gesetzt. Daraus entstanden dann die vielen kleinen Gassen.
Im Sommer (Juni bis August) finden täglich Führungen statt und die Stube mit der Nummer 253 steht Besuchern innerhalb dieser Führungen, aber auch unabhängig davon, zum Besichtigen offen.
Die Kirchengemeindebewohner strömten zusammen, um an den kirchlichen Bräuchen teilzunehmen. Aber auch um die Märkte zu besuchen und Gerichtsverhandlungen beizuwohnen. Das ganze war ein großes soziales Event: Man traf seine Freunde und machte neue Bekanntschaften. Nicht wenige dieser Bekanntschaften führten später zu einer Ehe.
Nederluleå Kirche
Das Herzstück des kleinen Örtchens ist, wer hätte es gedacht, die Kirche. Ihr Bau wurde Anfang des 15. Jahrhunderts begonnen und sie ist die grösste mittelalterliche Kirche Norrlands. Sie wurde 1492 vom Erzbischof Jacob Ulfsson geweiht. Der jetzige Kirchturm wurde 1851 gebaut, um einen hölzernen zu ersetzen. Aussichtsluken und zugemauerte Schiessscharten weisen auf die Nutzung zu Verteidigungszwecken in unruhigen Zeiten hin.
Innen ist die Kirche mit spätmittelalterlichen Kalkmalereien und geschnitzten Holzfiguren geschmückt. Die Orgel wurde in Gammelstad gefertigt und 1971 eingeweiht.
Da die Kirche geschlossen war, hatten wir leider nicht die Möglichkeit die Kirche von innen anzuschauen. Aber auch von aussen ist sie ein stattliches Gebäude, welches vom damaligen Reichtum der Region zeugt.
Noch immer sind Kirchstadtbräuche in Gammelstad lebendig. Die Gemeindemitglieder werden mehrmals im Jahr zu grossen Kirchenfeiertagen eingeladen und die jugendlichen Konfirmanden wohnen während des traditionellen Unterrrichts im Sommer in den Kirchstuben.