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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Raubtierpopulation wird in unserem dichtbesiedelten Land für Mensch und Tier eine zunehmende Gefahr. Immer wieder werden in bewohnten Gebieten kleine Tiere gerissen. Es ist eine Frage der Zeit, bis Menschen direkt zu Schaden kommen. Als Tourismusland dürfen wir dieses Risiko nicht eingehen.</p><p>1. Wie schätzt der Bundesrat die Gefahr für den Menschen ein?</p><p>2. Teilt er die Meinung, dass Steuergelder für solche Projekte Fehlinvestitionen sind und keine Nachhaltigkeit beinhalten?</p><p>3. Gedenkt er, diese Projekte zu stoppen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. In der Schweiz leben die grossen Raubtiere Luchs, Wolf und Bär. Nur der Bär ist potenziell eine Gefahr für den Menschen.</p><p>Bären sind sehr lernfähig. In der Kulturlandschaft können die Allesfresser rasch lernen, die vielfältigen Nahrungsquellen in der Nähe der Menschen zu nutzen. Hat sich ein Bär einmal auf Abfall, Kompost und Ähnliches spezialisiert, so begegnet er auf der Nahrungssuche immer häufiger Menschen, und er lernt, dass von diesen keine Gefahr ausgeht. In der Folge steigt das Risiko, dass es für Menschen zu gefährlichen Situationen kommt. Diesem Umstand trägt das "Konzept Bär Schweiz" Rechnung: Solche Situationen sollen vermieden werden, und die Sicherheit der Menschen hat in jedem Fall Priorität. Dies kann bedeuten, dass auch mal ein Bär geschossen werden muss, wie der Fall JJ3 gezeigt hat.</p><p>Von unauffällig im Wald lebenden Bären geht kaum eine Gefahr aus. Zufällige Zusammentreffen von Bären und Menschen sind äusserst selten, weil die Bären frühzeitig ausweichen. In den letzten Jahrzehnten sind auch in den Bärenregionen Westeuropas (Abruzzen, Trentino, Österreich, Pyrenäen) keine Unfälle mit wilden Bären beobachtet worden. In den Staaten des Balkans und der Karpaten gibt es ab und zu Fälle von Bärenangriffen auf Menschen. Beim näheren Hinschauen handelt es sich aber allermeist um von Menschen gefütterte Bären.</p><p>2. Bund und Kantone haben die gesetzliche Aufgabe, die einheimische Artenvielfalt zu erhalten. Da gehören die grossen Raubtiere auch dazu. Damit das Zusammenleben in der Kulturlandschaft der Schweiz möglich ist, müssen einerseits die wachsenden Populationen von Luchs, Wolf und Bär gut überwacht werden; andererseits müssen Wege gefunden werden, die Auswirkungen der Raubtiere, insbesondere im Bereich der Landwirtschaft, zu minimieren. Deshalb hat das zuständige Bundesamt für Umwelt Monitoring- und Schadenverhütungsprojekte lanciert.</p><p>Die Ausgaben für die Grossraubtiere belaufen sich im Moment jährlich auf etwa 800 000 Franken für die Überwachung und 800 000 Franken für die Schadenprävention. Die meisten Gelder gehen an die Kantone und an die Landwirte. Der Bundesrat betrachtet diese Ausgaben als sinnvolle Investitionen in ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben mit Luchs, Wolf und Bär.</p><p>3. Die Projekte für Beobachtung und Prävention im Bereich der Grossraubtiere sind über die letzten Jahre auf das Wesentliche reduziert worden. Diese Projekte können nicht gestoppt werden, ausser man nehme in Kauf, dass der Bund die von Grossraubtieren besiedelten Kantone und die betroffenen Bauern mit ihren Problemen alleinlässt. Rasch wachsende politische Konflikte wären die Folge.</p>