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Die als verschollen gegoltene chinesische Tennisspielerin Peng Shuai hat in einem Gespräch mit einer Reporterin der britischen Tageszeitung «The Guardian» die von ihr beim Onlinedienst Weibo erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe gegen den ranghohen kommunistischen Parteifunktionär Zhang Gaoli widerrufen.
«Ich habe nie behauptet oder geschrieben, dass mich jemand sexuell missbraucht hat», sagte die frühere Wimbledonsiegerin in einem kurzen Video, das der «Guardian» veröffentlichte. Peng reagierte zudem verblüfft auf die Frage der Reporterin, ob sie sich frei bewegen könne oder von jemandem beobachtet werde. «Warum sollte mich irgendjemand beobachten? Ich bin sehr frei», so die Chinesin.
Peng, die Doppel-Siegerin in Wimbledon und bei den French Open , war mehr als zwei Wochen lang nicht in der Öffentlichkeit gesehen worden, nachdem Anfang November ihre Vorwürfe gegen Zhang publik wurden. Peng und Zhang hatten über Jahre eine heimliche Beziehung mit vielen Unterbrechungen geführt.
Pengs Verschwinden sorgte international für Aufsehen. Nach wachsendem internationalem Druck veröffentlichten staatliche Medien Aufnahmen, die Peng unter anderem bei einem Tennisturnier in Peking zeigten. Ende November führte Peng zudem ein halbstündiges Videotelefonat mit dem Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach.
Der Damentennis-Verband WTA fordert aber weitere Aufklärung in dem Fall. Die WTA sagte der Nachrichtenagentur AFP als Reaktion auf das Video, sie fordere weiterhin eine «lückenlose, faire und transparente» Untersuchung des Falls. Die Aufnahme habe «die erheblichen Bedenken der WTA hinsichtlich ihres Wohlbefindens und ihrer Möglichkeiten, frei von Zensur oder Zwang zu kommunizieren, weder verringert noch ausgeräumt.»
Vor der Veröffentlichung des knappen «Guardian»-Interview hatte eine Journalistin einer chinesischen Staatszeitung neue Aufnahmen der zeitweise verschwundenen Tennisspielerin Peng Shuai veröffentlicht. Qingqing Chen von der «Global Times» veröffentlichte am Sonntag auf Twitter ein nicht verifiziertes Video, in dem Peng mit der chinesischen Basketball-Ikone Yao Ming zu sprechen scheint. Chen erklärte, das Video sei ihr von einem Freund zugeschickt worden und bei einer Skilanglauf-Veranstaltung in Shanghai aufgenommen worden.
A friend sent me this video showing Chinese tennis star player Peng Shuai talked with Yao Ming, one of the most beloved players in @NBA history, this morning at an event “FIS Cross-Country Skiing China City Tour’ in Shanghai. pic.twitter.com/Ebduv5rean— Qingqing_Chen (@qingqingparis) December 19, 2021
Neben dem sieben Sekunden langen Video twitterte Chen noch ein Foto, auf dem Peng zusammen mit Yao und zwei anderen chinesischen Sportlern, der Seglerin Xu Lijia und dem Tischtennisspieler Wang Liqin, vor der Yangpu-Brücke in Shanghai steht. Die Skilanglauf-Veranstaltung in Shanghai hat laut staatlichen Medienberichten am Samstag stattgefunden.
Verwendete Quellen:
((t-online,dsl,AFP ))
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