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Ich war immer die Brave, der Sonnenschein der Familie und machte Probleme mit mir selbst aus. Das Musizieren bereitete mir große Freude und ich beschäftigte mich oft stundenlang mit mir selbst. Ich erinnere Kirch, wie ich mit stolzen 7 Jahren einem Juror erzählte, wie ich durch die Musik Zuflucht fände, wenn es zuhause stürmte…
Doch je älter ich wurde, desto weniger Kraft hatte ich, Show zu spielen. Ich bin heute der festen Überzeugung, dass wir uns unter Belastung nahegelegene Ventile zum Spannungsabbau suchen. Das ständig diskutierte Schönheitsideal gepaart mit einem hohen Leistungsdruck innerhalb meiner Familie ließen mich einen neuen Zufluchtsort finden, das Hungern. Mit 14 Jahren entschied ich mich für meine erste Radikaldiät. Sie geriet schnell außer Kontrolle. Ich verlor in kürzester Zeit extrem an Gewicht und begann die wichtigsten Menschen in meinem Umfeld zu belügen. Die Essstörung war wie eine Falle, die anfangs noch positive Effekte mit sich brachte: ich erhielt positives Feedback l, unterzeichnete meinen ersten Model Vertrag und fühlte mich stärker als je zuvor. Wie bei den meisten Betroffenen wurde meine Dauerdiät im Laufe der Zeit von übermäßigem Essen unterbrochen. Zu diesem Zeitpunkt spürte ich, dass ich mich in einer endlosen Abwärtsspirale befand, die mich oft bis an mein Limit brachte. Im Zuge meines Kampfes nahm ich viele Therapien in Anspruch und öffnete mich auch meiner Mutter, die mir bis heute zur Seite steht. Ich erkannte immer deutlicher, wie viel mir meine Essstörung vom Leben nahm. Ich führte quasi eine „Dreier-Beziehung“ mit meinem Partner, konnte in meiner Studienzeit nie an Parties teilnehmen oder mich spontan verabreden. In Phasen, in denen ich mich zu dick fühlte, wollte ich mich für meine Disziplinlosigkeit bestrafen. In Phasen, in denen ich untergewichtig war, war mein Verhalten von der panischen Angst zuzunehmen bestimmte. Meine Gedanken rund ums Essen nahmen so viel Platz ein, dass meine Partnerschaft, sämtliche Freundschaften und Studienabschlüsse spurlos an mir vorbeizogen.
Meine Mutter war es, die Jasmin in ihren besorgten nächtlichen Internetrecherchen für mich ausfindig machte. Anfangs war ich skeptisch: Was sollte ich erfahren, was ich nicht eh schon wusste? Wie konnte ich eine Therapie im Normalgewicht starten, ohne Spielraum nach oben zu haben? Entgegen alles Leitlinien der klassischen Psychotherapie, nach denen der Therapeut abstinent sein muss, durfte ich Jasmin und ihre persönliche Geschichte kennenlernen. Von diesem Zeitpunkt an fühlte ich mich nicht mehr allein. Anstelle der klassischen face-to-face Coachings vereinbarten wir wöchentliche Telefongespräche, durch die ich mich nur noch besser öffnen konnte, ohne mich du schämen. Der Fokus auf dem Hier und Jetzt beendete für mich die endlose Suche nach Ursachen und Auslösern meiner Essstörung. So vielversprechend und motivierend die ersten Sitzungen für mich waren, so sehr stand allerdings meine Motivation zu genesen oft auf der Kippe. Leider war auch ich bei weitem nicht von den klassischen Genesungssymptomen verschont geblieben. Mein Gewicht stieg stetig an, ich fühlte mich wie im 9. Monat schwanger, meine Haut wurde zunehmend unrein. Jasmin ist mir in dieser schweren Zeit tatkräftig zur Seite gestanden und bestärkte mich stets, nicht aufzugeben und das langfristige Ziel vor Augen zu behalten. Sie sendete mir auch außerhalb unserer Gesprächszeiten Anregungen und aufbauende Worte und half mir dabei, nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Ich fühlte mich wie inmitten eines treibenden Ozeans. Jasmin hat mich wie Schwimmflügel über Wasser gehalten, aber ich selbst war und bin dafür verantwortlich, die Richtung der Reise zu bestimmen. Ich würde behaupten, dass ich mittlerweile ein Floß gefunden habe. Ab und an überkommen mich zwar noch Wellen der Vergangenheit, aber sie sind zu bewältigen und ich sehe das Festland in nicht allzu weiter gerne.
Liebe Jasmin,
Danke für den Mut, den du mir geschenkt hast.
Danke für die Ausdauer, die du mit mir bewiesen hast.
Danke für die neu gewonnene Motivation, die du mir gegeben hast.
Du bist großartig!
Ich war immer die Brave, der Sonnenschein der Familie und machte Probleme mit mir selbst aus. Das Musizieren bereitete mir große Freude und ich beschäftigte mich oft stundenlang mit mir selbst. Ich erinnere Kirch, wie ich mit stolzen 7 Jahren einem Juror erzählte, wie ich durch die Musik Zuflucht fände, wenn es zuhause stürmte…