Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/259022

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Entwurf für ein Bundesgesetz (Rahmengesetz) auszuarbeiten und vorzulegen, das den normativen Rahmen im Schweizer Recht (ausreichende normative Dichte, Spitze der Normenpyramide) für einen nachhaltigen Finanzsektor festlegt, insbesondere in Bezug auf die Klassifizierung von Finanzdienstleistungen und -produkten (z.B. grün-braun) und die Bekämpfung von <i>Greenwashing</i>. Ziel eines solchen Gesetzes ist es, sicherzustellen, dass der Schweizer Finanzplatz wettbewerbsfähig bleibt. Die Initiative entspringt somit der Absicht, die Wirtschaftstätigkeit, die Arbeitsplätze und das Knowhow in der Schweiz zu unterstützen. Dazu muss der Rückstand der Schweiz in diesen Bereichen aufgeholt werden, insbesondere im Vergleich zum EU-Recht (Taxonomie, SFDR [Sustainable Finance Disclosure Regulation]) und in Übereinstimmung mit den entsprechenden Berichten und Stellungnahmen des Bundesrates der letzten Jahre. Wir sind uns bewusst, dass die ursprünglichen Definitionen verfeinert werden müssen, und zwar in Zusammenarbeit mit den Akteuren des Finanzsektors.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Am 18. Juni 2023 haben die Schweizer Stimmberechtigten das Klimagesetz angenommen (tritt voraussichtlich am 1. Januar 2025 in Kraft), das festhält, dass der Bund dafür sorgt, dass der Schweizer Finanzplatz einen effektiven Beitrag zur emissionsarmen und gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähigen Entwicklung leistet (Art. 9). Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass dem Finanzsektor beim Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft eine wichtige Rolle zukommt. Dies hat er unter anderem am 16. Dezember 2022 im Bericht Sustainable-Finance Schweiz sowie in seiner Strategie Nachhaltige Entwicklung SNE 2030 zur Umsetzung der Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der UNO so festgehalten. Ein nachhaltiger Finanzsektor ist auch ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor im Rahmen des nachhaltigen Wachstums. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat hat am 16. Dezember 2022 zudem seinen Standpunkt bezüglich der Prävention von Greenwashing im Finanzsektor veröffentlicht und </span><span style="font-family:Arial; background-color:#ffffff">eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des </span><span style="font-family:Arial">Eidgenössischen Finanzdepartements (</span><span style="font-family:Arial; background-color:#ffffff">EFD) beauftragt zu prüfen, wie der Standpunkt am besten umzusetzen ist. </span><span style="font-family:Arial">In seinem Standpunkt hat der Bundesrat die Grundsätze festgelegt, die er für die Vermeidung von Greenwashing als notwendig erachtet. So sollten Finanzprodukte oder Finanzdienstleistungen, die als nachhaltig dargestellt werden, über ihre finanziellen Ziele hinaus entweder mit einem oder mehreren spezifischen Nachhaltigkeitszielen verträglich sein oder zur Umsetzung eines oder mehrerer spezifischer Nachhaltigkeitsziele beitragen. Bei der Ausarbeitung der neuen Vorschriften wird die Problematik der Kohärenz unterschiedlicher Nachhaltigkeitsziele zu thematisieren sein. Dies weil eine Investition in einem Bereich unter Umständen nachhaltig sein kann, in einem anderen Bereich jedoch nicht . Der Bundesrat erkennt die Bedeutung eines glaubwürdigen Active-Ownership-Ansatzes in diesem Rahmen ausdrücklich an. Vor allem im Klimabereich hält er eine statische Klassifizierung «grüner» Finanzprodukte und Finanzdienstleistungen jedoch nicht für opportun, insbesondere aufgrund der Wichtigkeit, die Transition hin zu einer grüneren Wirtschaft zu finanzieren.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Am 25.</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">Oktober 2023 hat das EFD den Bundesrat informiert, dass es für die Umsetzung des Standpunktes des Bundesrates eine Regulierungsvorlage erarbeiten wird, und eine Medienmitteilung zu diesem Thema veröffentlicht. Die Regulierungsvorlage wird Änderungsvorschläge für die relevanten Verordnungen enthalten, prinzipienbasiert sein und eine Umsetzung zu überschaubaren Kosten ermöglichen. Ihr Geltungsbereich wird Schweizer Finanzprodukte und Finanzdienstleistungen abdecken. Eine solche Regulierung soll mit ausländischen Vorschriften, insbesondere diejenigen der Europäischen Union, kompatibel und interoperabel sein und durch Selbstregulierungen der Branchen ergänzt werden können. Die Vorlage wird die Entwicklungen im Inland (z. B. Swiss Climate Scores) sowie im Ausland berücksichtigen. </span><span style="font-family:Arial; background-color:#ffffff">Falls die Finanzbranche doch eine Selbstregulierung präsentiert, die den Standpunkt effektiv umsetzt, wird das EFD auf weitere Regulierungsarbeiten verzichten.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat sieht keine Notwendigkeit, aufgrund der zunehmenden Bedeutung nicht finanzieller Aspekte bei Anlageentscheiden ein entsprechendes neues Gesetz zu erarbeiten. Der schweizerische Rechtsrahmen bietet bereits heute eine hohe Flexibilität und erlaubt es, die jeweils erforderlichen Änderungen an den relevanten Verordnungen vorzunehmen.</span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.