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«The King’s Speech» kam vor fünf Jahren in die Kinos und war einer der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre. Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahre 1925: Herzog Albert, der zweite Sohn des britischen Königs, steht vor einem Mikrofon und soll im Wembley-Stadion in London die Abschlussrede der British Empire Exhibition halten. Per Radio wird diese live rund um den Globus übertragen. Alberts Kopf wird puterrot, die Worte bringen ihn fast zum Platzen, aber er bringt nichts heraus. Er stottert, schweigt. Jeder Redeversuch scheitert. Die Peinlichkeit ist unerträglich. Herzog Albert ist Stotterer.
Und doch wird er vierzehn Jahre später «The King’s Speech» halten: 1939 tritt er vor das Mikrofon, um den Bürgern mitzuteilen, dass Grossbritannien Deutschland den Krieg erklärt. Zu diesem Zeitpunkt ist aus Bertie, wie er im Kreise seiner Familie gerufen wird, König George VI. geworden, nachdem sein Vater verstorben ist und sein älterer Bruder David abgedankt hat, um die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten.
Prinz Albert wird genau zu der Zeit König, als das Radio aufkommt und den Monarchen live in jedes Haus bringt. In den Zwanzigerjahren hatte es die Technik noch nicht erlaubt, die Reden zeitversetzt und geschnitten zu senden. Kein britischer König vorher oder nachher war gezwungen, alle seine Ansprachen live übertragen zu lassen: eine bittere Ironie des Schicksals für einen Stotterer.
Unkonventionelle Therapie
Bis er für «The King’s Speech» bereit ist, muss der König allerdings durch das Fegefeuer einer ganz besonderen Sprachtherapie gehen: Da bisherige Versuche der Sprachkorrektur fehlgeschlagen sind, engagiert seine Gattin Elizabeth, die spätere Queen Mum, den unkonventionellen australischen Sprechtrainer Lionel Logue. Durch seine provozierende Art lockt er den König systematisch aus der Reserve. Der Therapeut bringt seinen Patienten zum Fluchen, um dessen Blockaden zu lösen und seine Stimme zu befreien.
Die Kempf Theatergastspiele München haben aus dem Stoff ein Bühnenstück gemacht, das am Mittwoch bei «Theater in Freiburg» zu sehen ist: Es ist die Geschichte eines Mannes, der durch eine Freundschaft erkennt, dass er nicht in seinem Schicksal gefangen ist, sondern sich selbst verändern kann.
Equilibre, Freiburg. Mi., 17. Februar, 19.30 Uhr. Vorverkauf bei Freiburg Tourismus (026 350 11 00) oder via www.theaterinfreiburg.ch.