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Die Schweiz ist in Nepal gut positioniert und geniesst hohes Ansehen. Die Beziehungen sind traditionell von Entwicklungsthemen geprägt. Die langfristig angelegte Schweizer Entwicklungszusammenarbeit bietet technische Beratung und Hilfe bei der Umsetzung von Entwicklungsprogrammen an.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Nepal
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz und Nepal schlossen 1972 ein bilaterales Abkommen über die technische Zusammenarbeit ab.
Seit 2005 verfügt die Schweiz über eine integrierte Strategie, die Entwicklung, Menschenrechte, Friedensförderung sowie politische und diplomatische Kontakte vereint. Im Rahmen der Strategie 2013–2016 setzte die Schweiz zwischen 35 und 40 Millionen CHF pro Jahr in Nepal ein.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen der Schweiz mit Nepal sind nicht intensiv, Schweizer Direktinvestitionen in Nepal unbedeutend.
2016 exportierten Schweizer Unternehmen Waren im Wert von 38,3 Millionen USD nach Nepal, hauptsächlich Uhren, Fahrzeuge, pharmazeutische Erzeugnisse und Maschinen. Die Schweizer Importe aus Nepal beliefen sich im Jahr 2016 insgesamt auf 1,63 Millionen USD, vor allem Textilien und Bekleidung.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Die Schweiz engagiert sich in Nepal für den Aufbau funktionierender und inklusiver Staatsstrukturen auf nationaler und lokaler Ebene. Mit einem Schwerpunkt auf menschlicher Sicherheit, Rechtstaatlichkeit und dem Schutz der Menschenrechte trägt die Schweiz zur Bekämpfung von Gewalt, Diskriminierung und Straflosigkeit bei.
Entwicklungszusammenarbeit
Die Schweiz setzt sich für bessere Lebensbedingungen und eine höhere Ernährungssicherheit vor allem der ländlichen Bevölkerung ein. Sie unterstützt dabei den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Land, Wasser und Wälder sowie den Bau von Strassen und Brücken. Damit ermöglicht sie den betroffenen Gruppen den Zugang zu Märkten und Dienstleistungen. Zudem fördert die Schweiz die Berufsbildung junger Männer und Frauen, um ihnen eine Anstellung auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Funktionierende und verlässliche Bewässerungssysteme und Verkehrswege wurden errichtet und haben die Ernährungssicherheit von 353ʼ000 Haushalten, davon 60% aus benachteiligten Gruppen, nachhaltig verbessert. Marginalisierte Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, darunter viele von Frauen geführte Haushalte, erhalten dadurch einen besseren und verlässlicheren Zugang zu Ressourcen und können ihre Produktions- und Absatzmöglichkeiten erhöhen.
Die nepalesische Regierung und die Entwicklungspartner schätzen die bedeutende Unterstützung der Schweiz zur sektoralen Entwicklung in den Bereichen lokale Gouvernanz, ländliche Infrastruktur, Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, Berufsbildung, Migration, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung und soziale Inklusion.
Seit dem verheerenden Erdbeben von 2015 unterstützen die Humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz die nepalesische Regierung aktiv beim Wiederaufbau von Häusern, Kulturdenkmälern und Trekkingpfaden.
Schweizerinnen und Schweizer in Nepal
Im April 2017 lebten 123 Schweizerinnen und Schweizer in Nepal.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Seit den 1950er-Jahren verbindet die beiden Länder eine enge Partnerschaft in der Entwicklungszusammenarbeit. 1956 nahmen die Schweiz und Nepal diplomatische Beziehungen auf.
Zunächst engagierten sich mehrere Schweizer Nichtregierungsorganisationen in Nepal. Nach der Unterzeichnung des bilateralen Abkommens zur technischen Zusammenarbeit begann die offizielle Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Schweiz und Nepal. Seit 1963 ist Nepal ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit.
Nach dem Ausbruch des maoistischen Aufstands 1996 richtete die Schweiz ihr Programm neu aus: Sie unterstützte die Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts. Das Schweizer Engagement konzentriert sich auf die Bereiche Friedensförderung, ländliche Infrastruktur, Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, Berufsbildung, Migration, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung und soziale Inklusion.1999 eröffnete Nepal eine Botschaft in Genf; die Schweiz eröffnete 2009 in Nepal eine Botschaft.