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Flächenbedeckung und -nutzung
Thurgau landwirtschaftlich geprägt
Über die Hälfte der gesamten Kantonsfläche (52 %) wird von der Landwirtschaft genutzt, hauptsächlich für den Acker- und Futterbau. Etwa ein Fünftel (21 %) des Thurgaus ist bewaldet oder mit Büschen bedeckt und gut ein Achtel (14 %) der Kantonsfläche gilt als unproduktive Fläche, worin der Bodensee* den grössten Teil ausmacht (Grafik 1). Die Siedlungsfläche beansprucht im Thurgau einen Anteil von 12 %, dies ist deutlich mehr als im gesamtschweizerischen Schnitt (7.5 %).
Siedlungsflächen auf dem Vormarsch
Jährlich hat sich die Siedlungsfläche im Thurgau zwischen den Jahren 1996 und 2008 um durchschnittlich 101 Hektaren ausgedehnt. Damit hat sich das Siedlungsflächenwachstum leicht abgeschwächt (Grafik 2). In den Jahren 1984 bis 1996 hatte die Zunahme noch rund 111 Hektaren pro Jahr betragen. Die grösste prozentuale Siedlungsflächenausdehnung von 1996 bis 2008 wies die Gemeinde Wäldi (+71 %) auf, gefolgt von Sommeri (+30 %) und Eschlikon (+24 %). Dies sind Gemeinden mit eher kleineren Siedlungsflächen, so dass sich zusätzliche Siedlungsflächen ziemlich schnell in hohen Relativwerten ausdrücken. Zudem gehören zu den Siedlungsflächen unter anderen auch die Strassen sowie Erholungs- und Grünanlagen. In Wäldi beispielsweise führte der Bau einer Golfanlage zum starken Anstieg der Siedlungsfläche.
In absoluten Zahlen ausgedrückt wiesen die Gemeinden Wäldi (+70 Hektaren (ha)), Frauenfeld (+60 ha) und Kreuzlingen (+59 ha) die höchsten Zunahmen an Siedlungsflächen auf. Bei den Gebäudearealen sind die Ein- und Zweifamilienhausareale die grössten Bodenverbraucher im Kanton. Zwischen 1996 und 2008 hat sich deren Ausbreitung (+511 ha) im Vergleich zur Periode 1984 bis 1996 (+450 ha) weiter beschleunigt. Der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser an der gesamten Wohnfläche im Kanton Thurgau blieb aber in etwa konstant (74 %), da entsprechend auch grosse Flächen mit Mehrfamilien-, Reihen- und Terrassenhäusern überbaut wurden.
Viel Siedlungsfläche pro Einwohner auf dem Seerücken
Bei räumlicher Betrachtung der Siedlungsfläche pro Einwohner zeigen sich grosse Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Gebieten (Grafik 3). Während in den Städten Arbon und Kreuzlingen auf einen Einwohner knapp 300 m2 Siedlungsfläche entfallen, sind es in den Gemeinden auf dem Seerücken durchschnittlich über drei mal mehr. Praktisch als zusammenhängendes Band erstrecken sich die Gemeinden mit einem hohen Siedlungsflächenanteil pro Einwohner über den gesamten Seerücken von Hüttwilen bis Langrickenbach. Gründe für den hohen Anteil pro Einwohner in den ländlichen Gebieten sind zum einen die Verkehrsanlagen, die sich verhältnismässig auf wenige Personen aufteilen. Aber auch die flächenintensiven landwirtschaftlichen Gebäudeareale und die Flächen mit Einfamilienhäusern haben einen Einfluss auf die Grösse der Siedlungsfläche pro Einwohner.
Im nationalen Vergleich weist der Thurgau mit 506 m2 Siedlungsfläche pro Einwohner einen überdurchschnittlich hohen Wert auf. Landesweit liegt die Siedlungsfläche pro Einwohner bei 407 m2**.
Struktureller Wandel in der Wirtschaft zeigt sich in Bodennutzung
Der wirtschaftliche Strukturwandel im ersten und zweiten Wirtschaftssektor widerspiegelt sich in der Bodennutzung. Jährlich nimmt die Landwirtschaftsfläche im Thurgau um rund 100 Hektaren ab (Durchschnitt 1996 bis 2008). Auf den Strukturwandel im zweiten Sektor (Industrie und Gewerbe) deuten zum einen der enorme Anstieg von Bau- und Siedlungsbrachen (Bauerwartungsland, Industriebrachen und Ruinen) nach 1996 hin. Im Jahr 1984 verteilten sich 20 Hektaren Bau- und Siedlungsbrachen über das Kantonsgebiet. Im Jahr 1996 waren es 35 Hektaren und 2008 schliesslich rund 120 Hektaren. Zum anderen hat sich die Zunahme der Industrie- und Gewerbefläche zwischen 1996 und 2008 gegenüber der davor liegenden Beobachtungsperiode beinahe halbiert.
* In der Arealstatistik wird dem Kanton Thurgau ein Flächenanteil des Bodensees von rund 12'850 ha zugeschlagen.
** Arealstatistik Datenstand August 2013, Bevölkerungszahlen des jeweiligen Erhebungsjahres.
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Ebene Kanton Thurgau
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Die Ausführungen auf dieser Website basieren auf der Arealstatistik des Bundesamtes für Statistik.
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Bis die Daten der Arealstatistik zur Verfügung stehen, durchlaufen die als Grundlage dienenden Luftbildaufnahmen einen längeren Prozess (Georeferenzierung, Bildinterpretation). Seit Ende 2013 sind die Daten der Arealstatistik 2004/09 flächendeckend für die gesamte Schweiz verfügbar.