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So unterschiedlich kann man Bilanzzahlen interpretieren: Während das 'Wall Street Journal' titelt, Adobes Profit sei um 15 Prozent gefallen, schreibt 'heise', Adobe erfreue die Anleger. Beides ist wahr. Adobe Systems, das Unternehmen, das hinter Produkten wie Photoshop, Acrobat Reader und dem Flash Player steht, hat in dem zurückliegenden dritten Fiskalquartal bis 2. September 2011 mit 195,1 Millionen Dollar rund 15 Prozent des Nettogewinns eingebüsst. Der Softwarekonzern erklärt dies unter anderem mit erhöhten Marketingausgaben und Aktienvergütungen.
Der Umsatz ist nur leicht einstellig von 990 auf 1,01 Milliarden Dollar gestiegen. Finanzchef Mark Garrett betonte, dass man die vorgegebene Messlatte ziemlich weit oben getroffen habe. Adobe sei somit guter Dinge, die Jahresziele von 10 Prozent mehr Umsatz und einer Gewinnsteigerung von 20 Prozent erreichen zu können.
Nachbörslich legte das Adobe-Papier gestern um beinahe 8 Prozent zu. Dabei gab es laut 'heise' schon Befürchtungen, dass von Apple und mittlerweile auch von anderen Unternehmen laut gewordene Kritik oder Skepsis an der Multimediatechnik Flash das Geschäft belasten könnte. Adobe habe aber darauf reagiert und unter anderem den Flash Media Server so erweitert, dass die Wiedergabe von Video- und Audiodaten nicht nur über Geräte mit Flash Player möglich ist, sondern auch über HTML5-taugliche Geräte.
Wie Adobe-CEO Shantanu Narayen der Nachrichtenagentur 'Bloomberg' gegenüber äusserte, sei geplant, dass Tools zur Entwicklung von HTML5-Code in die Creative Suite aufgenommen werden. Dabei sprach er auch davon, dass sich das Unternehmen in einem Wandlungsprozess befinde, in dem die beiden Bereiche "Content Authoring" und "Digital Marketing" künftig eine grössere Rolle spielen werden. (kh)