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Doch warum gelten Ring und Stab auch als Zeichen der Königsherrschaft?
Königsherrschaft bedeutet die Legitimation zu regieren» oder anders formuliert in der lebendigem Materie neue Realität anzustossen. Dies kommt in drei unterschiedlichen Bereichen zum Tragen: einerseits im eigenen Leben, andererseits in der Paarbeziehung und nicht zuletzt, als drittes, in der Herrschaft über Volk und Land.
(Dazu Abb. rechts Kodex Hammurabi, 2,25 m, um 1800 v.Chr., Louvre, Paris. Diese über 2 m hohe Stele in Form eines riesigen Phallus enthält eine frühe Sammlung von Rechtssprüchen in Keilschrift. Das Relief zuoberst zeigt Hamurabi, der vom Gott Shamash Ring und Stab als Zeichen der Königsherrschaft erhält. Shamash ist eine Animus-Gestalt, s. Wilder Stier / Fährmann im Gilgamesh-Epos).
1. In der Paarbeziehung: die Göttin und ihr Heldenkönig
Im Hinblick auf die Paarbeziehung stehen Ring und Stab für die Vereinigung zwischen männlich und weiblich, welche zu Ganzheit und zu neuer Realität führt.
[S. Männlich und weiblich, die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung.]
Dabei steht die männliche Seite für das liebende Bewusstsein und die weibliche Seite für die lebendige, empfangende und Realität gebärende Materie. War die Frau als seine Verlobte einst sein «versprochenes» Land, so ist dieses nun (mit dem Geschlechtsverkehr) «erobert» und «eingenommen». Nun ist der Mann als ihr König derjenige, der autorisiert ist, mit seinem Samen und seinem Wort (in ihr) neue Realität (z. B. ein Kind) hervorzubringen.
[S. Die Jungfrau – Wunder wirkende Liebe und Potenzial und Die Frau als Göttin und der Mann als ihr Heldenkönig.]