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41_Hexensalben
Hexensalben bestehen vorwiegend aus
zerriebenen Pflanzenteilen von Giftpflanzen. Häufig handelt es
sich hierbei und deren Samen.
In der Renaissance machten Gelehrte, wie Giambattista della Porta kühne Selbstversuche. Von ihm ist uns bekannt, dass Bilsenkraut, Tollkirsche und der gefleckte Schierling in jede Hexensalbe gehören. Bei abnehmendem Mond pflückte man aber zudem Taumellolch, Klatschmohn, Eisenhut und schwarzen Nachtschatten.
Eigenartigerweise mischte man oft harmlose Kräuter, wie schleimhaltige Malvenblätter, das adstringierende Fünffingerkraut und Portulak (Burzelkraut) bei. Welche Rolle diese in der Mischung spielten, ist mir unbekannt.
Unerfahrene Laien sollten auf jeden Fall
die Finger von solchen Salben lassen. Volkskundler, die sie
erforscht haben, berichten zwar von magischen Flügen, Reigentänzen
und Ausschweifungen - viele aber überlebten die Selbstversuche
nicht!
Man muss um die genauen Tages- und Jahreszeiten wissen, in denen die Pflanzen ihre Wirkungen entfalten und um das synergistische Zusammenwirken der verschiedenen Gifte. Zudem sind seelisch - geistige Vorbereitungsrituale sowie Fasten und Schwitzbäder unumgängliche Bestandteile solcher Praktiken.
"Fliegen" Sie nach Ute York!
Eine Salbe besteht nach A. Schläpfer,
Wolfhalden, immer aus 1 dl Olivenölauszug (warm) und 10 g
Bienenwachs.
In den Olivenölauszug geben Sie nach Ute York als "ungiftige Flugsalbe" folgende Pflanzen:
Beifuss, Petersilie, Katzenminze (je die Blätter) Knabenkraut (knollenartige Wurzeln - in der Drogerie erhältlich), Jasminöl und Baldrianwurzel.
Die Prozentanteile gilt es allerdings selbst zu erforschen. Man filtert das Öl vor dem Beifügen des Bienenwachses durch einen Damenstrumpf und füllt anschliessend die Salbe in kleine Gefässe ab.
P.s.: Lesen Sie diese Zeitungsbeilage und fragen Sie sich selbst oder Ihren Apotheker!
Literatur: Ute York - Mondmagie und Liebeszauber: Wunderkräuter, Hexensalben und magisches Wissen für Frauen, Knaur, München, 1997
|Rolf Zingg

www.factorey.ch
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