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Stephen Dodd, 56-jähriger Waliser, erlebte als Profi auf dem grossen europäischen Circuit eine kurze, aber sehr intensive Zeit mit schönen Erfolgen. Auch für das Swiss Seniors Open 2023 ist ihm etwas zuzutrauen – obwohl er zuletzt noch ein wenig nach seiner Form suchte.
Angelsächsische Sportfans, von denen es Abermillionen gibt, werden, sobald sie den Familiennamen Dodd oder Dott hören, möglicherweise nicht automatisch an den Golfprofi Stephen Dodd denken, sondern vermutlich zuerst an den schottischen Snooker-Star Graeme Dott. Die Billard-Variante Snooker ist in ganz Grossbritannien äusserst populär.
Champions auf dem Niveau des ehemaligen Weltmeisters Graeme Dott sind dünn gesät, während Stephen Dodd in seiner Profikarriere unter den vielen Topgolfern, die Grossbritannien über die Jahrzehnte hervorgebracht hat, eine gute, aber keine herausragende Stellung innehatte. Auch innerhalb des Golfsports in Wales musste sich der aus der Hauptstadt Cardiff stammende Stephen Dodd hintanstellen. An Ian «Woosie» Woosnam vorbeizukommen war ohnehin fast nicht möglich, aber auch Mark Mouland oder der ehemalige Ryder-Cup-Spieler Phillip Price standen in der Hierarchie über Dodd.
Trotzdem lohnt es sich, über Stephen Dodd ein paar Zeilen zu verlieren, bevor er ab dem 7. Juli wie auch Mark Mouland am Swiss Seniors Open in Bad Ragaz zu sehen sein wird. Umso mehr, als Dodd die Legends Tour in der verkürzten Saison 2021 dominiert und deren Order of Merit gewonnen hatte. Bemerkenswert, wie bescheiden und höflich sein Auftreten auch als #1 der Tour geblieben ist – «seine» Amateure beim Donnerstags-ProAm beeindruckte der Waliser mit langen, präzisen Schlägen und einem zurückhaltend-charmanten Auftreten.
Der heute fast 57-Jährige hatte seine beste Zeit – eine sehr gute Zeit « in den Jahren 2005 und 2006 mit drei Turniersiegen auf dem grossen europäischen Circuit. Innerhalb von zwölf Monaten triumphierte er am seinerzeit erstmals zur European PGA Tour zählenden China Open in Shenzhen, am Irish Open in Kildare und am European Open im «K Club» im irischen Straffan, wo die Europäer im gleichen Jahr 2006 die US-Profis im Ryder Cup demoralisierten. Trotz seiner erstklassigen Ergebnisse brachte es Stephen Dodd damals nicht ganz in die europäische 12-Mann-Auswahl. Den World Cup für Zweierteams, der seinerzeit als Team-Weltmeisterschaft noch eine grosse Bedeutung hatte, gewann Stephen Dodd 2005 zusammen mit Bradley Dredge. Es war der vielbeachtete zweite und bis heute letzte Sieg eines walisischen Duos nach jenem von Ian Woosnam und David Llewellyn 1987.
Weitere Einzelerfolge auf der PGA European Tour, der heutigen DP World Tour, blieben Stephen Dodd versagt. Er schlug allerdings sogleich wieder zu, nachdem er 2016 der Champions Tour beigetreten war: Bei den Ü50-Professionals gewann er vier Turniere in vier verschiedenen Saisons – unter anderem die Senior Open Championship 2021, was ihm im vergangenen Jahr einen Startplatz bei der 150. British Open in St. Andrews verschaffte, wo er aber den Cut verpasste.
Vielleicht wird es Stephen Dodd gelingen, in der Schweiz einen Kreis zu schliessen. Seinen ersten Sieg als Profi errang er nämlich 1991 am Mémorial Olivier Barras in Crans-Montana. Es wäre vermessen zu sagen, es sein in Bad Ragaz alles für diesen Moment angerichtet, aber machbar ist es für den Waliser definitiv. Denn Dodd freut sich auf die Rückkehr in die Schweiz: «Ich freue mich schon sehr auf den schönen Golfplatz und die Herausforderungen, die er bietet. Wir Tour Professionals werden in Bad Ragaz die ganze Woche lang immer besonders verwöhnt und das Resort ist erstklassig», sagte er letzte Woche. «Beim Swiss Seniors Open will ich versuchen, eine anständige Form zu finden – im Moment spiele ich nicht so, wie ich es gerne hätte.» Eine Aussage, die beim bescheidenen Stephen Dodd auch Tiefstapeln sein könnte.