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In Burkina Faso eröffnen Berufsausbildungen Jugendlichen aus armen Familien Perspektiven.
«Dank des Lehrgangs konnte ich die Goldmine verlassen. Ich war nach einem Erdrutsch fast ums Leben gekommen», erzählt ein ehemaliger Teilnehmer des Projekts in Burkina Faso. «Da realisierte ich, dass ich diese Arbeit aufhören und die angebotene Berufsausbildung absolvieren sollte.» Wie er arbeiten in Burkina Faso viele Minderjährige in den Minen, weil sie ohne Schulabschluss und Ausbildung keine andere Möglichkeit sehen.
Ein eigenes Geschäft So hat auch Yvette Tapsoba mit 18 die Primarschule nachgeholt, bevor sie die Ausbildung zur Elektrikerin beginnen konnte. «Ich wollte wissen, wie man elektrische Anschlüsse macht, damit Häuser Licht haben», erzählt sie. Sie erhielt zudem eine Weiterbildung in Unternehmensführung und lernte Remi Sawadogo kennen, der den gleichen Beruf gewählt hat. «Weil es in meinem Dorf zu wenig Elektriker gibt, dachte ich, so würde ich schnell eine Arbeit finden», sagt er. Doch es kam anders: Als die beiden 2016 ihre Ausbildung abschlossen, entschieden sie, in Ouagadougou zusammen ein kleines Unternehmen für Elektroinstallationen zu gründen. Dafür fehlte ihnen nur noch das Startkapital. Sie erstellten mit Unterstützung von Solidar einen Businessplan und beantragten beim staatlichen Fonds für Initiativen von Jugendlichen einen finanziellen Beitrag. Doch dieser hatte kein Geld. Schliesslich konnten sie ihren Traum dank eines Bruders von Remi Sawadogo, der ihnen einen Teil seines Ladens und 100 000 Francs (knapp 170 Franken) zur Verfügung stellte, doch noch verwirklichen.
Soziale Kompetenzen als Schlüsselfaktor Inzwischen läuft das Geschäft. Remi Sawadogo kann von seinen 250 Franken Monatsverdienst leben. Die 27-jährige Yvette Tapsoba verdient nur etwa 60 Franken, wovon sie nicht alle ihre Kosten decken kann: «Ich arbeite nicht jeden Tag, weil ich zusammen mit meinem Partner unseren knapp zweijährigen Sohn betreue», erzählt sie. Für Remi Sawadogo hat ihr Erfolg auch damit zu tun, dass er dank der technischen und unternehmerischen Ausbildung seine Schüchternheit überwinden konnte: «Das hilft mir enorm bei meinen Beziehungen mit den Kundinnen und Kunden», meint er. Ähnliches erzählt die Sanitärinstallateurin Koanda Saré: «Das Projekt hat mir wirklich Türen geöffnet. Ich baue Beziehungen auf und schaffe es, Aufträge zu bekommen. Ich habe nun zwei Arbeiter angestellt und kann von meinem Geschäft leben und sogar meine Mutter unterstützen.»
Transformative Wirkung Nicht immer ist eine dreijährige Ausbildung, wie sie Remi und Yvette absolviert haben, die beste Strategie, um in Burkina Faso Perspektiven für benachteiligte Jugendliche zu schaffen. Manchmal werden sie auch einfacher mit dreimonatigen Kursen erreicht. Verbunden mit einem Startpaket, können sie sich eine Existenz aufbauen – und geben ihre Erfahrung manchmal auch an andere weiter. So zum Beispiel der ehemalige Minenarbeiter, der nach Beginn seiner Ausbildung in die Schule kam, um den anderen Kindern zu erzählen, was sie in den Minen erwartet.
«Ich wollte wissen, wie man elektrische Anschlüsse macht, damit Häuser Licht haben.»