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"Ich habe keine Privatsphäre mehr, da der erwachsene Sohn meines Partners sich überall ausbreitet."
"Ich lebe seit einigen Jahren mit meinem zweiten Partner in seinem Haus. Meine Kinder und Enkelkinder leben verstreut in der Schweiz. Mein Partner hat erwachsene Söhne. Nun hat er seinem Sohn die Einliegerwohnung im Haus vermietet. Ich hatte anfangs nichts dagegen. Er ist handwerklich begabt und hilft seinem Vater viel. Ich selber bezahle einen kleinen Mietzins und mache den Haushalt. Seit ein paar Monaten wird die Situation aber immer unerträglicher. Der Sohn raucht stark, will alle Türen offen haben, damit seine Katzen sich frei bewegen können, kommt ständig in unseren Hausteil wegen irgendwelcher Kleinigkeiten. Inzwischen koche ich für ihn mit. Ich halte das kaum mehr aus, denn Privatsphäre für mich und meinen Partner gibt es praktisch nicht mehr. Inzwischen beleidigt der Sohn mich auch. Ich mache kein Auge mehr zu und weiss nicht, wie ich reagieren soll." Hedy, 62
Liebe Hedy Das ist ein unhaltbarer Zustand. Dass alle Türen offen bleiben sollen, begründet er damit, dass die Katzen mehr Raum brauchen. Das ist eine Ausrede! Tatsache ist, dass der Sohn selbst mehr Raum einnehmen will. Da es sein ehemaliges Elternhaus ist, scheint es für ihn normal zu sein, dass er sich im ganzen Haus bewegen kann. Daher liegt es nun an Ihrem Partner, die Grenzen etwas enger zu stecken und klarer zu sagen, was geht und was nicht. Sie und Ihr Partner sind sich ja im Grunde einig. Daher könnte der Vater seinem Sohn folgende Ansage machen: Er darf hier wohnen, aber das geht nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme. Geraucht wird nur noch im Freien, die Türen bleiben zu, Katzen hin oder her. Gemeinsam essen gern, aber nur ein- bis zweimal in der Woche. Sie verlangen doch beide nichts Verrücktes, und der Sohn ist kein Hellseher. Er weiss nicht, wie Sie sich beide fühlen, wenn es ihm niemand sagt. Sagen Sie ihm also, was Sie sich wünschen, und grenzen Sie sich ab. Dem Sohn muss klar werden, dass ein gemeinsames Zusammenleben nur dann geht, wenn er sich an die neuen Abmachung hält.
Mein neuer Freund stellt mir seine Kinder nicht vor." "Der Sohn meines Partners lehnt mich ab." "Meine Stiefmutter ist gemein zu mir." "Die Ex-Frau meines Partners hetzt seine Kinder gegen ihn auf." "Die Tochter meines Partners faulenzt und hilft im Haushalt nicht mit." "Seitdem unser Sohn eine neue Partnerin hat, dürfen wir unseren Enkel nicht mehr sehen." Diese und viele andere Problemstellungen werden von der Psychologin aufgegriffen. Sie gibt lebensnahe Tipps, wie solche Situationen gelöst werden können. Eine neue Familienkonstellation nach einer Trennung stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. In diesem Buch sehen Sie die Sichtweise der verschiedenen Parteien und gewinnen Verständnis für die einzelnen Familienmitglieder. Es ist der Schlüssel, damit ein harmonisches Zusammenleben gelingt!
© Text: Christine Hefti, Foto: Fotolia