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"Tiere essen auch Tiere!"
Der obige Satz ist sehr beliebt bei Fleischessern und soll als Argument dienen, warum der Mensch eben auch Tiere isst...
Gerne wird dabei der Vergleich mit dem Löwen aufgestellt, dass auch wir Fangzähne hätten und durchaus in der Lage seien, Fleisch zu essen und zu verdauen. (Man vergleiche dazu mal seine eigenen «Fangzähne» mit jenen auf dem Foto.)
Ist das so?
Sind unsere physischen Voraussetzungen dahingehend vergleichbar, dass wir
problemlos - nur mit Hilfe unserer körperlichen Ausstattung - ein Tier reissen
und verzehren könnten?
Man kann es mal versuchen, jedoch werden wir kläglich daran scheitern, denn der erste Biss durch Fell und Haut unseres Opfers, wird uns schnell von diesem Vorhaben abhalten - vom Töten mit blossen Händen, mal ganz zu schweigen!
Unser ganzes
Gebiss eignet sich zum Mahlen von Körner und Pflanzen. Der menschliche Kauvorgang
hat eine mahlende Bewegung. Beobachtet man nun einen Löwen, dann stellt man
fest, dass dieser nur mit dem Ober- und Unterkiefer zusammen schnappt und nicht
mahlend kaut, wie wir dies tun.
Auch unser Verdauungssystem unterscheidet sich enorm von dem eines Löwen. Der Magen eines Fleischessers, produziert 10 Mal mehr Säure, um das tierische Eiweiss aufzuspalten. Auch hat er einen kurzen Darm, der sicher stellt, dass das Fleisch nicht zu lange im Körper bleibt, da Fäulnisgifte ein Problem für die Gesundheit darstellt. Der Darm von reinen Fleischessern ist
etwa 3 Mal so lang wie seine Kopfrumpflänge, während der menschliche Darm etwa 8 bis 10 Mal so lang ist wie seine Kopfrumpflänge.
Das ist deshalb so, weil unsere Nahrung möglichst lange im Organismus bleiben soll, damit diese optimal verwertet werden kann. Wenn aber Fleisch solange im Verdauungstrakt bleibt, besteht die Gefahr von Schädigung durch Fäulnisgifte.
Ich empfehle sehr, sich zum Thema Gesundheit, die Dokumentation "What the Health" auf Youtoube anzuschauen!
Aber mal
abgesehen von den «technischen Daten», nur weil wir etwas können, heisst das
noch lange nicht, dass es gesund ist oder moralisch in Ordnung geht. Ich bin durchaus in der Lage, ein
Kind zu schlagen, tu es aber nicht, weil es moralisch nicht vertretbar ist - und ebenso wenig gesund.
Wenn wir Vergleiche mit Löwen anstellen wollen, dann müsste man aber auch erwähnen, dass Löwenmütter in Stresssituation ihre Kinder töten. Würde eine menschliche Mutter, die gerade ihre beiden Kinder erstickt hat, vor Gericht sagen: «Ja aber die Löwen machen das doch auch!» denke ich nicht, dass sie mit diesem Argument durchkäme, aus dem einfachen Grund, weil wir voraussetzen, dass der Mensch eine Moral hat.
Fleischessende
Tiere haben keine Moral, wenn es um das Jagen und Erlegen ihrer Beute geht.
Empathie mit ihren Opfern zu haben, würde bedeuten, dass sie verhungern
müssten. Ausserdem ist es ihre Bestimmung, für das ökologische Gleichgewicht auf dem Planeten zu sorgen.
Ganz anders sieht das mit uns Menschen aus: Wir brauchen keine tierischen Produkte, um zu überleben. Eine Fülle von schmackhaften Alternativen werden uns angeboten, ohne Tierleid und erst noch viel gesünder!
Warum sollte ich also Produkte konsumieren, von denen ich weiss, dass sie krankmachend sind und erst noch ein fühlendes Wesen dafür hat leiden und sterben müssen?
Die Art wie wir es uns eingerichtet haben, Tiere zu versklaven und zu töten, hat mit der Lebensbestimmung eines Löwen überhaupt nichts zu tun. Wir müssen uns nicht einmal anstrengen, um an unsere fleischige Beute zu kommen - wir spazieren einfach in den Supermarkt und bekommen feinsäuberlich abgepackt den Tierkadaver. Kadaver deshalb, weil ein Löwe tatsächlich frisches Fleisch isst - so frisch, dass es noch blutig und warm ist.
Zum Schluss
möchte ich noch betonen, dass wir in anderen Zusammenhängen ganz und gar nicht gerne mit
Tieren verglichen werden - nur beim Fleischkonsum, da scheint dieser Vergleich
absolut richtig und wichtig zu sein; eine Legitimation sozusagen, für ein menschliches
Verhalten, welches den Löwen geradezu beleidigt!
Siehe auch: "Wir haben schon immer Fleisch gegessen." und auch den Artikel "Moral"
Text by: Bea Kälin