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John F. Kennedy ist ein Berliner, Martin Luther King hat einen Traum, Surfen ist Trend und die Musik dazu reicht von Jazz über Country zu Rock und Pop.
Konstanz (laut) – Wir schreiben das Jahr der ikonischen Reden. John F. Kennedy erklärt, als er wenige Monate vor seinem gewaltsamen Tod die geteilte Stadt besucht: „Ick bin ein Berliner.“ „I have a dream!„, lässt in Washington Dr. Martin Luther King an seiner Vision teilhaben. Was der äthiopische Kaiser Haile Selassie den Vereinten Nationen zum Thema Frieden in Afrika zu sagen hat, findet sich etwas später in Auszügen in Bob Marleys Song „War“ wieder. „Rastaman Vibration“, das Album, das diesen Tune birgt, erscheint allerdings erst 1976. Dreizehn Jahre zuvor sind noch ganz andere Werke in aller Munde und Ohren, etwa diese:
60 Jahre, 60 Alben
Die Auswahl zeigt: Trendsportart Nummer eins muss Surfen gewesen sein, im Jahr, in dem unter anderem Tori Amos, Coolio, Phillip Boa, Seal und Guildo Horn das Licht der Welt erblickten. Eine Menge Dinge, die einem heute das Gefühl vermitteln, es habe sie immer schon gegeben, traten tatsächlich ebenfalls erst anno ’63 auf den Plan.
Die BBC strahlte die allererste Folge der noch immer laufenden Sci-Fi-Kultserie „Doctor Who“ aus, in Deutschland nahm mit dem ZDF ein zweiter Fernsehsender den Sende- und die Fußball-Bundesliga den Spielbetrieb auf. Im Kino sorgte unterdessen Alfred Hitchcock mit angriffslustigen Vogelschwärmen für Gänsehaut, während in Hamburg vor laufenden Kameras ein trotteliger Butler wieder und wieder über ein Tiegerfell stolperte. Zu welch langlebigem Silvester-Dauerbrenner sich der hier aufgezeichnete Sketch „Dinner for One“ entwickeln sollte, war 1963 noch nicht abzusehen.
Die Erschütterungen dagegen, die Kasettenrekorder und „Compact Cassette“ für die Musikindustrie bedeuten sollten, hätte man sich mit einem Fitzelchen Weitblick durchaus ausmalen können, als Philips 1963 seine neueste Erfindung vorstellte. Noch viel zu teuer und avantgardistisch für den normalen Fan, zwar … aber die Zeit der unter der Hand kopierten Alben, vorm Radio mitgeschnittenen Sendungen und liebevoll handkompilierten Mixtapes, hier dämmert sie herauf.
So klingt 1963
Sechzig Jahre später können wir uns halbwegs beruhigt zurücklehnen: Allen Unkenrufen zum Trotz, hat Hometaping die Music nicht gekillt, und auch Streaming wird das nicht so schnell schaffen. Apropos: Allen, die sich vom Sound von 1963 einen noch breiteren Eindruck verschaffen möchten, als ihn unsere Alben-Auswahl vermittelt, sei wärmstens laut.fm/bestof1963 ans Herz gelegt. Dort laufen rund um die Uhr die großen und vielen kleineren Hits des Jahres: