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Basildon, 24 Meilen bis zur Londoner City, eine düstere Satellitenstadt. Hier gründeten drei Teenager eine Popband namens Composition of Sound. Andy Fletcher, Vince Clark und Martin Gore gingen in dieselbe Klasse bzw. in Parallelklassen der Nicholas Comprehensive School. Vince Clark, der ein Gespür hatte für eingängige Melodien spielte Gitarre, Andrew Fletcher, der schüchterner Junge an der Bassgitarre und Martin Gore, ein Paradiesvogel mit Vorliebe zu elektronischen Tricks, spielte Synthesizer. Die drei Freunde interpretierten Coverversionen ihrer Lieblingssongs und Vince schrieb einige eigene Songs.
Was noch fehlte war ein Frontmann und Sänger. Der war in Dave Gahan und seiner sanften Stimme bald gefunden. Fortan nannten Sie sich nach einer französischer Modezeitschrift: Depeche Mode war geboren.
Die vier Jungs drehten ihren Gitarren den Rücken zu und widmeten sich künftig nur noch den Synthesizern. Sie wollten eine Mischung von poppigen Melodien und dem Elektrosong, wie man ihn bislang von „Kraftwerk“ kannte, vereinen. Sie nahmen Demobänder auf und Dave verbrachte die Tage damit diese den Platten Produzenten schmackhaft zu machen. Doch vorerst hatten sie keine Chance bei den Londoner Plattenfirmen. Martin arbeitete in einer Bank, Andy bei einer Versicherung und Vince jobbte als Fahrer.
So begnügten sich die die Teenager mit kleinen Gigs an Schulen und in Jugendclubs.
Dann kam der junge Labelinhaber Daniel Miller ins Spiel. Nachdem sich dieser in der Schweiz als DJ betätigt hatte, kehrte er nach London zurück und gründete das Label Mute Records, um vorerst seine eigene Band zu vermarkten. Dann wollte es der Zufall, das Depeche Mode im Vorprogramm von Fad Gadget im Bridgehous in Canning Town auftraten. Miller sass im Publikum um Fad Gadget, um den ersten Act, welchen Miller promotete, zu sehen und war von Depeche Mode äusserst begeistert. Bald darauf wurde Depeche Mode unter Vertrag genommen. Die erste Single wurde aufgenommen: Dreaming of me und gleich darauf schwärmten Londoner Insider vom „New Romantic“ Sound von Depeche Mode, wie ihre Musikrichtung damals genannt wurde.
Es folgte die zweite Single New Life mit der Depeche Mode damals rund 100£ verdienten. Das „grosse Geld“ kam noch Tröpfchenweise und langsam wurde die Band hungrig nach neuen Erfolgen. Das erste Album wurde aufgenommen. Speak & Spell war ein sehr vielversprechenedes Debüt-Album mit einer grossen stilistischen Vielfalt. Nachdem sie mit ihrem Debüt-Album schon in der Szene-Hitparade Spitzenplätze erreichten, schafften Depeche Mode mit Just Can’t Get Enouth dann auch den Sprung in die Britischen Top Ten.
Depeche Mode setzte sich in dem Jahr durch, indem der Computer seinen Siegeszug durch die Musikwelt antrat. Schnell war um Depeche Mode ein grosser Rummel entstanden. Bevor sie es richtig realisierten waren sie als neue Teenie-Band abgestempelt worden. Vince Clarke wurde das alles zuviel und er verliess die Band.
Nun sagten beinahe alle Kritiker Depeche Mode das Ende voraus. Martin, der neben Vince schon bei Speak & Spell die Songs TORA! TORA! TORA! und Big Muff geschrieben hatte, war fortan verantwortlich für die Musik der Band. Das im September 1982 veröffentliche Album A Broken Frame erreichte in der britischen Album Charts den 8. Platz.
„Bekannte Band sucht Synthesizer-Spieler unter 21 Jahren“ Auf diese Anzeige im MELODY MAKER bewarb sich Alan Wilder (er war eigentlich 22 Jahre, gab aber an 20 zu sein), und wurde nach zwei Castings zunächst für sechs Monate unter Vertrag genommen. Depeche Mode wurde allmählich weltweit „on Mode“.
Im Frühjahr traten Depeche Mode eine weitere Tournee an durch die USA und Kanada an und gaben einige Auftritte in Japan. Danach nistete sich die Band in einem Berliner Tonstudio ein und tüftelte an einem neuen Album. Construction Time Again erschien im September 1983 und war das erste Album in dem Alan mitwirkte und sein Einfluss war merklich hörbar. Depeche Mode experimentierte mit ungewöhnlichem Sound. Alles was vor das Mikrophon kam wurde gesampelt: von zersplittertem Glas über die Feuerwerksrakete bis zum Duftspray aus der Herrentoilette. Dave Gahans Stimme, umwogen von den simplen Melodien und den aufwendigen, detailreichen Klangbildern begeisterte Hi-Fi Magazine und Fans gleichermassen. Alan Wilder war inzwischen zu einem festen Bandmitglied geworden und steuerte auf Construction Time Again zwei Songs bei: The Landscape Is Changing und Two Minute Warning. Aus diesem Album wurden Everything Counts (CH-Chart: 8) und Love In Itself ausgekoppelt.