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Thai-Dörfer "nicht im Chalet-Stil"
Einen Monat nach dem Seebeben beruhigt sich die humanitäre Lage in Indien, Sri Lanka und Thailand. Die Schweiz baut drei Fischer-Dörfer im Süden wieder auf.
SKH-Architekt Rolf Grossenbacher hat im Rahmen des 27-Millionen-Franken-Hilfsprogramms drei Ortschaften ausfindig gemacht.
Das Schweizer Wiederaufbau-Projekt zielt auf die Normalisierung des Lebens von Fischer-Gemeinden, die sich fern von touristisch genutzten Regionen befinden.
Rolf Grossenbacher, Architekt des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), war beauftragt, in Thailand Dörfer zu finden, die für einen Wiederaufbau geeignet sind.
Grossenbacher betont gegenüber swissinfo, dass ein Wiederaufbau im traditionellen Thai-Stil vorgesehen ist: "Wir werden sicher keine Chalets bauen dort unten."
Die Vorbereitungen seien bereits im Gange. Die Arbeiten dürften eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Die drei Dörfer liegen auf den Inseln Koh Koh Khao und Koh Phra Thong, rund 150 km nördlich der Touristenzentren von Phuket.
In einer ersten Phase geht man die Basis-Infrastruktur an: Schulen, Ambulatorien, Häfen und Strassen werden wieder aufgebaut.
swissinfo: Erzählen Sie uns etwas über die Dörfer, die Sie ausgewählt haben.
Rolf Grossenbacher: Zwei der Ortschaften waren komplett zerstört. Und bei der Dritten blieben zwei Drittel erhalten.
Unsere Notübung umfasst drei Teile. Das Organisieren und Kaufen neuer Fischerboote, das Unterstützen einer Nichtregierungs-Organisation beim Reinigen der Brunnen und das unverzügliche Wiederöffnen einer Schule.
Die Siedlungen existieren zwar schon seit über 300 Jahren. Nach dem Tsunami benötigen sie aber Hilfe von aussen, um ihre Fischerei wieder in Gang zu bringen. Ohne diese Hilfe dürfte die Tradition völlig verloren gehen.
swissinfo: Wenn die Dörfer schon derart zerstört sind, haben wahrscheinlich auch zahlreiche Menschen dort ihr Leben verloren.
R. G.: Mehr als 10 Prozent der Bewohner sind umgekommen. Im Fall der beiden total zerstörten Dörfer leben die Leute vorläufig auf dem Festland in Zelten. Im Fall des dritten Dorfs sind sie bei Verwandten und Freunden untergebracht.
swissinfo: Wie stellen Sie sicher, dass die Dörfer bei einem künftigen Seebeben besser gesichert sind?
R. G.: Bei zwei der drei Ortschaften könnte man den Orts-Standort wechseln. Eine könnte höher am Hügel neu gebaut werden, die zweite könnte an einen Platz verschoben werden, der nicht von der Flutwelle erfasst wurde.
Im zu zwei Dritteln intakt gebliebenen Dorf wäre es denkbar, die Häuser auf zwei Stockwerken zu bauen, wobei die untere Hälfte aus Beton bestünde.
swissinfo: Dem Projekt wurde vorgeworfen, es wolle Schweizer Modellhäuser mitten in Thailand aufstellen. Wie reagieren Sie auf diese Kritik?
R. G.: Diese Kritik dürfte auf einem Missverständnis beruhen. Es war nie davon die Rede, Modelldörfer aufzustellen. Auch müssen die Leute ihre Häuser selber bauen. Wir werden sie mit Material oder Geld unterstützen.
Die Dorfbewohner sollen ihre Häuser im traditionellen Stil wieder aufbauen. Wir machen kein Haus-Design.
Wir werden einen Generalunternehmer beauftragen, die Leute bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Er besorgt die Spezial-Ausrüstung, Werkzeuge und dergleichen. Als Generalunternehmer wird er ebenfalls Leute aus den Dörfern anstellen, um die Infrastruktur wieder aufzubauen.
swissinfo-Interview: Morven McLean
(Übertragung aus dem Englischen: Alexander Künzle)
In Kürze
Der Architekt Rolf Grossenbacher hat in Thailand drei Ortschaften für von der Schweiz finanzierte Wiederaufbau-Projekte ausfindig gemacht.
Die Fischerdörfer liegen auf den Inseln Koh Koh Khao und Koh Phra Thong, etwa 150 km nördlich von Phuket.
Das Projekt dürfte 18 Monate dauern.
In erster Priorität werden die Bedingungen zur Subsistenz und die Grund-Infrastruktur wieder aufgebaut.
Häuser und Wohnungen werden später dazu gebaut.
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