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Das Lokal war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ein kleines, gemütliches Drecksloch mit flackerndem Licht und bildhübscher Bedienung. Sie nahm mich sofort in Empfang. Wohlig warme Luft umgab mich, die blonde Schönheit half mir aus dem Mantel, lächelte. Ich fühlte mich sofort zu Hause, nur der Puls donnerte immer noch in meiner Brust. Ich setzte mich auf einen Barhocker. Er quietschte.
„Was wünschen Sie, junger Herr?“, lächelte die Serviertochter hinter dem Tresen. Noch bevor ich etwas sagen konnte, fasste sie ein Glas und zapfte mir ein kühles Bier vom Hahnen, so als ob sie meine Gedanken lesen könnte. Der erste Schluck durchfuhr meinen Körper, das kalte Getränk spülte alle Narben, heilte alle Wunden meiner Flucht. Ich setzte das Plastikglas ab und lehnte mich weit über die Bar, um möglichst nahe bei der blonden Schönheit zu sein. Sie zapfte schon das nächste Bier. Der metallene Hahn sah unpassend wertvoll aus, ihre zierlichen Hände verdeckten den Super Standard Schriftzug. Und sie lächelte, blitzte mit ihren glänzenden weissen Zähnen, warf ihr blondes Haar in den Nacken und lächelte. Lächelte. Das ist Freiheit, dachte ich und rutschte auf der quietschenden Sitzfläche hin und her.
Eine Fliege summte um meinen Kopf, ich wollte sie schon erschlagen, da sah ich einen schwarzen Fleck auf der weissen Wand und musste plötzlich lauthals lachen und die Serviertochter lachte mit mir, wir hielten uns die Bäuche, kugelten wie kleine Kinder auf dem Boden herum und lachten herzhaft in die Stille hinein.
Vor der Tür pfiff eine kalte Winterbise.
Die Hunde bellten.