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Nach langen politischen Querelen hat das Parlament vorgestern überraschend doch noch einen neuen Präsidenten gewählt.
Vor fünf Jahren konnten sich die regierenden Sozialisten und die Opposition mit internationaler Vermittlung auf einen Kandidaten für das Präsidentschaftsamt einigen. Dieses Jahr fiel die Einigung schwieriger aus. Die Demokraten schlugen ihren Vizepräsidenten Bamir Topi als Kandidaten vor, ohne die Opposition anzuhören. Diese boykottierten in der Folge die Wahlen, so dass die erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht zustande kam und Neuwahlen fürs Parlament drohten. Die Opposition warf den Demokraten vor, eine Vereinbarung zu missachten, dass der Präsident ein Mehrheitskandidat sein soll. Wochenlange Versuche, den Konflikt zu lösen, blieben erfolglos.
Diese Woche – im dritten von maximal fünf Wahlgängen – stimmten jedoch sechs Mitglieder der Opposition zusammen mit den Demokraten, so dass Bamir Topi mit der erforderlichen Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt werden konnte.
Topi, 1957 in Tirana geboren, wird sein Amt nächsten Dienstag antreten, wenn die fünf Jahre Amtsdauer seines Vorgänger zu Ende geht. Der Biologie-Professor wurde drei Mal ins Parlament gewählt. 1996/97 war er kurz Landwirtschaftsminister. Als Präsident wird er Staatsoberhaupt sein, aber primär repräsentative Funktionen ausüben.
(div)