Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/86067

<h2>SubmittedText<h2><p>Die mit grossem finanziellem Aufwand geförderte Bologna-Reform hat u. a. auch eine Verbesserung der Mobilität der Studierenden in allen Phasen des Studiums zum Ziel. Die Durchlässigkeit von Fachhochschulen und Universitäten soll dabei sichergestellt werden. In der Praxis zeigt sich nun, dass diverse Universitäten ein elitäres Verhalten an den Tag legen und Absolventen von Fachhochschulen mit Zusatzauflagen von einem Studium abzuhalten versuchen. </p><p>1. Bis wann gedenkt der Bundesrat die angestrebte Durchlässigkeit und Abstimmung der Studieninhalte zwischen Fachhochschulen und Universitäten sicherzustellen? </p><p>2. Warum duldet er solch elitäres Verhalten und diskriminierende Zulassungsbedingungen einzelner Universitäten? </p><p>3. Warum bezahlt der Bund Beiträge für die Bologna-Reform an Universitäten, obwohl diese nicht wunschgemäss umgesetzt wird? </p><p>4. Warum müssen Nichtuniversitätskantone an Universitäten Beiträge bezahlen, während ausländische Studierende von ihren Heimatländern keine solchen Beiträge zum Betrieb der Universität beisteuern? Wäre es angesichts dieser fehlenden Beiträge nicht logisch, die Studierenden der Schweiz, insbesondere Absolventen von Fachhochschulen, prioritär aufzunehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die schweizerischen Hochschulen bieten je nach Typ, auch innerhalb desselben Faches, Studiengänge und Abschlüsse mit unterschiedlichen Profilen, Ausbildungszielen und -inhalten an - daran hat auch die Bologna-Reform nichts geändert. Allerdings soll die Bologna-Reform dazu beitragen, dass sowohl die räumliche Mobilität als auch die Mobilität zwischen verschiedenen Hochschultypen zunimmt. Bezeichnenderweise haben die Rektorenkonferenzen der Pädagogischen Hochschulen (Cohep), der Fachhochschulen (KFH) und der Universitäten (Crus) in ihrer gemeinsamen Vereinbarung vom 5. November 2007 die Durchlässigkeit zwischen den Hochschulen verbindlich geregelt. Die sogenannte Konkordanzliste hält fest, welches nach Fachbereich die Voraussetzungen für einen in beide Richtungen geltenden Wechsel zwischen zwei Hochschultypen sind. </p><p>Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) und der Schweizerische Fachhochschulrat (FHR) haben dieser Vereinbarung und der Konkordanzliste ihre Zustimmung gegeben. Insofern ist eine erhöhte Durchlässigkeit zwischen Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten heute sichergestellt. Diese differenzierte Mobilität, welche trotz ähnlicher Bezeichnung oftmals unterschiedliche Inhalte berücksichtigt, ist im Übrigen im Interesse der Studierenden und der Hochschulen.</p><p>2. Die von den drei Rektorenkonferenzen gemeinsam erarbeitete Vereinbarung inkl. Konkordanzliste stellt eine erste transparente, für alle Hochschultypen gleichermassen geltende Regelung dar. Das Monitoring sowie die jährlichen Berichte der drei Rektorenkonferenzen zuhanden der SUK bzw. des FHR werden über die Anwendung, über Erfolg und Misserfolg bei Übertritten Auskunft geben und damit einen allfälligen Handlungsbedarf erkennen lassen.</p><p>3. Der Bologna-Prozess hat die schweizerischen Hochschulen nachhaltig geprägt. Bei solch einschneidenden Reformen sind Umsetzungsprobleme kaum zu vermeiden. Aus diesem Grund wird in der laufenden Periode 2008-2011 der Schwerpunkt der Reformarbeiten auf ein umfassendes Monitoring gesetzt. Im Rahmen dieses Monitorings werden ausgewählte Aspekte, darunter auch die Mobilität und somit die Durchlässigkeit, analysiert und darauf basierend allfällige Verbesserungsmassnahmen vorgeschlagen. In diesem Sinne vertritt der Bundesrat die Auffassung, dass die Umsetzung der Bologna-Reform bisher insgesamt erfolgreich verlaufen ist und dank den obgenannten Begleitinstrumenten auch weitergeführt werden kann.</p><p>4. Eines der zentralen Ziele der Bologna-Reform ist die Förderung der internationalen Mobilität. Genauso wie ausländische Studierende in der Schweiz willkommen sind, sind auch Schweizer Studierende im Ausland willkommen. Der Aufbau eines gegenseitigen Abgeltungssystems sowie die Einführung von nach Prioritäten abgestuften Zulassungsbedingungen würden, abgesehen vom administrativen Mehraufwand, der Attraktivität des Bildungsstandorts Schweiz erheblich schaden. Ausserdem fallen die Zulassungsbedingungen in die im Trägergesetz festgehaltene Autonomie der jeweiligen Hochschule.</p>  Antwort des Bundesrates.