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Gegründet wurde die Mediterranean Shipping Company (MSC), die ihren Sitz in Genf hat, 1970 von dem im Golf von Neapel geborenen Ex-Schiffskapitän Gianluigi Aponte (82). Die Flotte des Seetransportriesen, der mit einem Occasionsschiff begann, umfasst heute 730 Schiffe, darunter 23 Kreuzfahrtdampfer. MSC beschäftigt 150'000 Mitarbeitende in 155 Ländern und 675 Büros. Das Management bleibt in Familienhand: Sohn Diego (47) ist Vorsitzender, Tochter Alexa Aponte Vago (50) leitet die Finanzen, Schwiegersohn Pierfrancesco Vago (61) führt das Kreuzfahrtgeschäft, Gattin Rafaela Aponte (77) dekoriert die Passagierschiffe.
Beim Frachttransport liefert sich die Genfer Reederei ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem dänischen Riesen Mærsk. Hinter Carnival und Royal Caribbean ist MSC zudem der drittgrösste Kreuzfahrtbetreiber der Welt. Das Geschäft mit den Lustfahrten zur See erlitt zwar infolge der Pandemie einen heftigen Dämpfer, und derzeit bremst der Ukraine-Krieg die Reisefreude. Doch die Prognosen stimmen schon beinahe euphorisch: Die Branche rechnet mit einer Rückkehr auf den langfristigen Wachstumspfad mit jährlichen Umsatzzunahmen von über zehn Prozent.
MSC erzielt einen Umsatz von 25 Milliarden, hat jedoch seit 1970 noch nie Dividenden ausgeschüttet. Alles werde reinvestiert, versichert das Unternehmen, das sich über die Ausgabe von Anleihen finanziert. Zwecks Diversifizierung erwarb MSC zusammen mit dem südafrikanischen Milliardär Johann Rupert (Richemont) Mediclinic International, die Eigentümerin der Hirslanden-Gruppe, für 4,2 Milliarden Franken. Nach der gescheiterten Übernahme von ITA (ehemals Alitalia) an der Seite von Lufthansa stieg MSC mittels einer Partnerschaft mit der amerikanischen Atlas Air und deren vier Boeing 777-200 Cargo ins Luftfrachtgeschäft ein.
(Stand: November 2022)