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Adventskonzert - Haydn, Puccini, Tschaikowsky
Zuweilen heizt Konkurrenz die künstlerische Produktion fruchtbar an. Haydn war in London ein gefeierter Publikumsliebling; seine Sinfonien erzielten Rekordumsätze. Als nun ein anderer Londoner Konzertveranstalter eine Sinfonia concertante von Ignaz Pleyel aufs Programm setzte, reagierte Haydns Impresario blitzschnell und bat Haydn ebenfalls um eine Concertante. Zwar konnte Haydn mit konzertanten Gattungen nicht viel anfangen, aber er musste sich fügen. Nicht, ohne sich dabei einen Scherz zu erlauben, denn im letzten Satz lässt er die Solovioline (die im Konzert von Haydns Impresario gespielt wurde) wie eine italienische Operndiva auftreten, die zwar höchst Effektvolles, aber melodisch Belangloses zum Besten gibt. Sicher hatte Haydn damit die Lacher auf seiner Seite, und man darf annehmen, dass er damit siegreich aus der Konkurrenz hervorgegangen ist. Eine schöne Idee hatte Tschaikowsky 1887 im Hinblick auf den 100. Jahrestag der Uraufführung von Mozarts «Don Giovanni»: «Eine grosse Anzahl der höchst bewundernswerten kleinen Werke Mozarts sind, unverständlicherweise, sehr wenig bekannt … Ich wollte einen neuen Anstoss zur Aufführung dieser kleinen Meisterwerke geben, deren kurze und bündige Form solche unvergleichliche Schönheiten enthält.» Das war die Geburtsstunde seiner «Mozartiana», wobei zumindest eines der vier «wenig bekannten» Werke Mozarts, die hier verarbeitet werden, durchaus jedermann bekannt sein dürfte: das «Ave verum corpus».