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Die häufigste Rhythmusstörung beim Menschen ist das Vorhofflimmern. Dabei kommt es zu unkoordinierten und unzureichenden Bewegungen in den Vorhöfen.
Was ist Vorhofflimmern?
Normalerweise wird jede Herzaktion vom sogenannten Sinusknoten, dem natürlichen Schrittmacher des Herzens, ausgelöst. Beim Vorhofflimmern entstehen jedoch unkoordinierte hochfrequente (200-400/min) elektrische Impulse in den Lungenvenen, welche unregelmässig auf die Vorhöfe und dann auf die Herzkammern übergeleitet werden.
Wieso entsteht Vorhofflimmern und was sind die Ursachen?
Die genauen Ursachen, warum bei manchen Menschen Vorhofflimmern entsteht, sind noch nicht genau bekannt. Es gibt jedoch eine Reihe von Erkrankungen oder auslösenden Triggern, welche die Entstehung von Vorhofflimmern begünstigen: a) Bluthochdruck b) Mitralinsuffizienz c) Hochleistungssport d) schwere Infektionen oder e) Operationen können die Entstehung von Vorhofflimmern begünstigen.
Ist Vorhofflimmern gefährlich?
Durch die unkoordinierten Kontraktionsabläufe in den Vorhöfen kann es in einer Region des linken Vorhofs, dem sogenannten Vorhofsohr zu einer verlangsamten Blutzirkulation kommen, das Blut „steht“ dort quasi. Dies führt dazu, dass sich unter Umständen kleine Blutgerinnsel im Vorhofsohr bilden können. Lösen sich diese Blutgerinnsel, dann werden sie mit dem Blut in den Körper geschwemmt, möglicherweise auch ins Gehirn wo sie einen Schlaganfall auslösen. Vorhofflimmern ist in der Tat die bedeutendste Ursache für Schlaganfälle bei Patienten > 60 Jahre.
Beim Vorhofflimmern kann es auch zu einer schnelleren Herzfrequenz als bei normalen Sinusrhythmus kommen. Bei manchen Patienten ist die Herzfrequenz dann anstatt 60-80/min bei über 100/min, manchmal sogar 140-160/min, der Kardiologe nennt dies „Tachyarrhythmia absoluta“. Das Herz wird hier wie bei einem Marathon belastet. Hält sich diese Herzfrequenz über Stunden oder sogar Tage auf einem so hohen Niveau, so kann das Herz erschöpfen. Es bildet sich Wasser auf der Lunge (=Lungenödem), der Patient verspürt Luftnot und ist sehr schlecht belastbar. Hält eine so hohe Herzfrequenz über Wochen oder Monate an, verschlechtert sich auch die Pumpleistung des Herzens zusehends und führt ebenso zu einer schlechteren Leistungsfähigkeit.
Da die normale Kontraktion der Vorhöfe ca. 20% der Füllung der linken Herzkammer ausmacht, spüren viele Patienten einen Leistungsabfall, wenn Vorhofflimmern auftritt. Wenn man dies mit einem Automotor vergleicht, fällt hier quasi der „Turbo“ – die Einspritzpumpe – aus.
Wie äussert sich Vorhofflimmern?
Vorhofflimmern tritt anfangs häufig nur für wenige Sekunden, nach Monaten bis Jahren dann immer länger für Stunden oder Tage auf (man nennt dies „paroxysmales Vorhofflimmern“) bis schliesslich Vorhofflimmern durchgehend besteht („persistierendes Vorhofflimmern“).
Manche Patienten spüren das Vorhofflimmern gar nicht; möglicherweise fällt bei den Selbstmessungen des Blutdrucks zu Hause nur ein unregelmässiger Puls auf. Manche automatischen Blutdruckmessgerät zeigen hier sogar eine Rhythmusstörung an. Andere Patienten leiden stark unter Vorhofflimmern. Dies wird als Herzstolpern wahrgenommen (bitte verlinken). Im weiteren besteht bei manchen Patienten eine Leistungseinschränkung oder eine Atemnot, wie oben beschrieben.
Bei Vorhofflimmern kann es auch zu sehr langsamem Puls kommen oder sogar Pausen von mehreren Sekunden auftreten. Die Patienten spüren dies als Schwindel oder kollabieren im schlimmsten Fall. Dann muss manchmal ein Herzschrittmacher implantiert werden.
Die bedeutendste und gefährlichste Komplikation des Vorhofflimmerns ist der Schlaganfall, wie oben beschrieben. Dabei ist das Risiko bei paroxysmalem Vorhofflimmern ähnlich hoch wie bei persistierendem Vorhofflimmern!