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Bereits in den 1940er-Jahren genügte das zwanzig Jahre zuvor eröffnete Spital den Ansprüchen nicht mehr: Es hatte seit seinem Bau keine nennenswerten Renovationen mehr erfahren, war baufällig geworden und nicht mehr in der Lage, den steigenden Patientenzahlen gerecht zu werden. 1941 war die maximale Aufnahmekapazität von 200 Betten erreicht. Neben dem Desinteresse, das sowohl die Ärzte wie die wohlhabende Kundschaft an dieser Einrichtung zeigten, wurden nun auch die finanziellen Schwierigkeiten sowie die Konkurrenz des Bürgerspitals spürbar, das sich nach dem Brand von 1937 zu einer medizinisch gut ausgestatteten Institution entwickelt hatte. Deshalb war eine grundlegende Reorganisation erforderlich. 1946 war es schliesslich soweit: Paul Torche wurde in den Staatsrat gewählt und beauftragte die kantonalen Behörden mit dem Thema.
Anfang der Fünfzigerjahre entschied der Freiburger Staatsrat, ein Kantonsspital zu bauen, das seinem Namen Ehre machen sollte. 1952 bestimmte er zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe innerhalb der Verwaltungskommission. Das Projekt war politisch geprägt, die kantonalen Behörden in Aufbruchsstimmung: Zweiflern entgegneten sie 1954, ein Kanton wie Freiburg könne aus Prestigegründen und nicht zuletzt wegen seiner Universität schlicht und einfach nicht auf das Kantonsspital verzichten. Die Verwirklichung verlief harzig: Rund zwanzig Jahre vergingen, bevor das Spital von Bertigny eröffnet wurde. Die Schwierigkeiten waren verschiedenster Natur: Zunächst ging es darum, die Unterstützung des Grossen Rates zu erlangen, der über die Vergabe der Kredite entschied. Hier stand viel auf dem Spiel, da wegen des Spitalgesetzes von 1955 mehrere Regionalspitäler ebenfalls in der Entwicklungsphase standen. Diese erwarteten nicht, dass ein neues Kantonsspital gebaut würde, sondern vielmehr, dass sie selbst öffentliche Gelder für neue Bauten und Infrastruktur erhalten würden. Insbesondere wurde befürchtet, diese Einrichtung sei nur für die Einwohner des Saanebezirks vorgesehen, die über kein Regionalspital verfügten.