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Die drei Kapitel Körperliche Gesundheit und Entwicklung, Psychische Gesundheit und Chronische Krankheiten und Behinderungen widmen sich der Frage des Gesundheitszustands der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz. Hier bestehen viele Datenlücken: Zum Beispiel werden in der Schweiz nicht alle empfohlenen Indikatoren der europäischen Geburtsstatistik erhoben, oder Daten zu vielen Entwicklungsschritten sind lückenhaft beziehungsweise nicht auf nationaler Ebene vorhanden.
Folgende Aussagen können indes gemacht werden: Motorische Fähigkeiten der Primarschulkinder sind gemäss Untersuchungen in Zürich und Winterthur über die letzten Jahre stabil geblieben. Übergewicht (mittels Body-Mass-Index gemessen) ist bei jüngeren Kindern leicht zurückgegangen. Deutlich zurückgegangen sind Verkehrsunfälle, dennoch sterben schweizweit jährlich circa 100 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene pro Million Einwohnerinnen und Einwohner an einem Unfall.
Bei der Beurteilung einer Zunahme der Kurzsichtigkeit muss sich die Schweiz auf internationale Untersuchungen verlassen. Auch chronische Schmerzen werden als relevantes Public-Health-Problem beschrieben, bei dem im Inland die Daten eher lückenhaft sind. Jedoch zeigen Befragungsresultate (Studie Health Behaviour in School-aged Children HBSC, Schweizerische Gesundheitsbefragung SGB) hohe Prävalenzen.
Die subjektive Einschätzung der Kinder und Jugendlichen ihres Gesundheitszustandes ist erfreulich positiv, jedoch mit relevanten Unterschieden nach Alter, Geschlecht und nach Sozialstatus der Eltern. Die überwiegende Mehrheit der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt auch ein hohes Mass an Wohlbefinden und Lebensqualität an.
Die Suizidrate bei den 11- bis 25-Jährigen hat sich über die letzten 30 Jahre mehr als halbiert. Andererseits hat seit 2002 der Anteil der 11- bis 15-Jährigen mit multiplen psychoaffektiven Beschwerden (Traurigkeit, schlechte Laune, Nervosität, Müdigkeit, Ängstlichkeit, Verärgerung und Einschlafschwierigkeiten) zugenommen, vor allem stiegen Müdigkeit und Einschlafschwierigkeiten an. In den letzten 15 Jahren haben ausserdem Depressionssymptome bei jungen Erwachsenen zugenommen. Ausgewiesen wurden auch positive Faktoren in Bezug auf die Gesundheit: So ist eine hohe Kontrollüberzeugung bei rund einem Drittel, eine hohe bis sehr hohe Selbstwirksamkeit (Gefühle, selber das Leben zu bestimmen und bewältigen zu können) bei zwei Dritteln der jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren vorhanden.
Schätzungsweise ein Fünftel der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weist entweder ein chronisches Gesundheitsrisiko wie Übergewicht auf oder lebt mit einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung. Die Datenlage zu chronischen Erkrankungen und Behinderungen ist sehr heterogen hinsichtlich der Güte, der Repräsentativität und dem Auflösungsgrad. Relativ häufige chronische Erkrankungen (> 5%) sind atopische Rhinitis (Heuschnupfen), Asthma oder Neurodermitis. Auch kardiovaskuläre Risiken, z. B. Hypertonie oder Adipositas, finden sich schon bei Kindern und Jugendlichen (1–5%).
Dank Registerdaten können einige Erkrankungen oder Behinderungen genau beziffert werden: Zum Beispiel kommen 800 von 100 000 Kindern mit angeborenen Herzfehlern auf die Welt.