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Was passiert, wenn ein Comedian Musik macht und zwei absolute Anfängerinnen sein Musikvideo produzieren? Challenge accepted.
Im Herbst 2021 durften wir ein Musikvideo für den Comedian und Musiker «Moreeats» produzieren. Vorgaben hatten wir keine – er vertraute uns voll und ganz. Dabei ging es nicht darum, ein hochprofessionelles Musikvideo zu produzieren, sondern die Ästhetik des Künstlers zu treffen. Es war schwierig, den Grat zwischen guten Aufnahmen und «trashigen» Aufnahmen abzuschätzen.
Hier könnt ihr das Endergebnis von «Breaking the Law» anschauen:
(mou)
Idee
Von Anfang an war klar, dass wir ein Musikvideo mit einer Story machen wollen, die zum Songtitel “Breaking the Law” passt. Wir entschieden uns, mit zwei Ebenen zu arbeiten. Die erste Ebene ist der Musiker (in dem Fall Moritz) und die zweite Ebene ist die Verbrecherin (Joyce Munoz). Sie ist in der Stadt unterwegs und macht illegale Dinge wie zum Beispiel klauen und sprayen.
Vorbereitung
Um unsere Idee zu konkretisieren, hatten wir einige Videocalls mit Moritz. Wir besprachen unsere Ideen und wie wir diese am besten umsetzen. Dazu mussten wir noch eine passende Schauspielerin finden. Für den Dreh planten wir zwei ganze Tage ein, dass wir sicher genug Zeit hatten. Im Vorfeld erstellten wir ein Storyboard, dass wir uns die Aufnahmen besser vorstellen konnten.
Technik
Für den Dreh brauchten wir die passende Technik. Eine Ebene sollte mit dem Camcorder gefilmt werden, da wir die Ästhetik als sehr passend empfanden. Um noch einige saubere, gute Aufnahmen zu haben, entschieden wir uns, eine Sony Alpha A7 S Mark III / 24-105 auszuleihen. Dazu liehen wir noch ein Stativ und ein Lichtkoffer aus.
Postproduction
Wir entschieden uns, mit Adobe Premiere Pro zu schneiden, da wir das schon vom Model „Audiovisuelles Erzählen“ kannten. Da wir beide bei den letzten Filmprojekten noch nicht so oft zum Schneiden kamen, waren wir auch hier ein bisschen gefordert.
Learnings und Probleme
Fehlende Szene
Am Drehtag war eigentlich noch eine Szene mehr geplant. Die Verbrecherin sollte noch einen Ladendiebstahl in einem Kiosk begehen. Diese Aufnahme ist leider ins Wasser gefallen, da wir keinen Kiosk finden konnten, der uns drehen liess. Dies hätten wir im Vorfeld absprechen müssen.
Eine Kameraperspektive mehr
Am Set entschieden wir spontan, Moritz auch noch mit dem Camcorder zu filmen. Dies war richtig, da wir sonst kein Bewegtbild von Moritz gehabt hätten. Dies hätte sehr langweilig gewirkt.
Kamerabedienung
Eine grosse Herausforderung war, die Videokamera korrekt einzustellen. Wir filmten mit 50 Frames und verwendeten den automatischen Weissabgleich, da die Lichtsituation relativ gut war.
Datei-Import
Beim Importieren der Dateien konnten wir diese zu erst nicht in Premiere Pro abspielen. Wir verloren einige Stunden, bis wir merkten, dass wir alle Dateien zu erst durch den Media Encoder lassen mussten.
Unnötiges Licht
Den Lichtkoffer auszuleihen war unnötig, da wir sehr gutes Wetter hatten und dadurch problemlos das Tageslicht nutzen konnten. Da wir in Zürich drehten, war der Materialtransport sehr mühsam. Dies hätten wir im Vorfeld besser planen können.
Zu gute Bildauflösung
Beim Schneiden merkten wir, dass die Qualität des alten Camcorders zu gut war. Wir brauchten diesen „trashigen“ Camcorder-Vibe, um den Kontrast zwischen beiden Ebenen zu verstärken. Wir fingen an zu recherchieren, wie wir eine solche Ästhetik erlangen konnten. Mit verschiedenen Layer und Effekten ist es uns schlussendlich gut gelungen. Eine Probeaufnahme hätte dies zwar nicht verhindern können, jedoch hätten wir das besser einplanen können oder einen anderen Camcorder organisieren können.
Fehlender Kameraton
Beim Camcorder wurde kein Kameraton aufgenommen. Wir mussten alles von Hand synchronisieren, was teilweise mühsam war.
Colorgrading
Beim Colorgrading waren wir anfangs etwas ratlos. Wir realisierten, dass wir vor allem die Sättigung und die Bildtemperatur anpassen müssen. Im Laufe der Bearbeitung merkten wir, dass es wichtig ist, gleiche Kameraeinstellungen miteinander zu vergleichen und wir uns nicht unbedingt auf die guten Lichtverhältnisse verlassen können.
Zeitmanagement
Obwohl wir die Videoaufnahmen schon im Oktober abgeschlossen hatten, haben wir mit dem Schnitt erst im Dezember begonnen. Dies verursachte nicht nur Stress, sondern auch, dass wir dass Material nicht mehr präsent hatten und der Schnitt so einiges länger dauerte.
Dies war unser erster Musikvideodreh und war eine grössere Herausforderung, als wir dachten. Auch der Schnitt ging einiges länger als erwartet. Wir haben sehr viel aus diesem Projekt mitgenommen und gelernt und freuen uns schon auf das nächste Mal! 🙂