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Bei auf dem Bau gebräuchlichen künstlichen Steinen unterscheidet man zwischen gebrannten und ungebrannten Steinen. Zu den gebrannten Steinen gehören Mauerziegel, Leichtziegel, Vormauerziegel und Klinker, die sich durch unterschiedliche Brenntemperaturen bei der Herstellung unterscheiden. Hochlochziegel (auch HLZ genannt) gehören zu den Mauerziegeln, können jedoch auch als Leichtziegel gefertigt werden.
Hochlochziegel aus Lehm und Ton
Mauerziegel werden aus einem Gemisch aus Lehm und Ton hergestellt, das beim Kneten unter Zuführen von Wasserdampf geschmeidig gemacht und durch eine Strangpresse gedrückt wird, wobei durch Kerneinsätze unterschiedliche Lochungen entstehen. Ein Draht schneidet den Strang entsprechend dem gewünschten Format der Ziegel ab. Bei Temperaturen bis 100º Celsius wird den Ziegel-Rohlinge das vorher zugefügte Wasser wieder entzogen, um Schwindrisse zu verhindern. Anschließend werden sie bei Temperaturen von 900 bis 1.200º Celsius gebrannt.
Durch chemische Umbildung von Silikaten entsteht dabei aus den Rohstoffteilchen ein festes Gefüge. In den Ausgangsstoffen enthaltene Metallverbindungen entscheiden über die Farbgebung der fertigen Ziegel, so entsteht die typische rotbraune Färbung durch Eisenoxide. Je nach Zusammensetzung der Eisenoxide und der Brenntemperatur sind Farben von Gelb über Rot bis hin zu Dunkelbraun möglich. Die fertigen Ziegel werden sortiert, auf Paletten gestapelt und für den Versand verpackt.
Mauerziegel mit genormten Eigenschaften und Abmessungen
Die Eigenschaften von Mauerziegeln sind in DIN 105 genormt. Die Norm differenziert verschiedene Druckfestigkeitsklassen, Maße, Formate und Lochungen. Vollziegel im Dünnformat, Normalformat und im Format 2 DF (Abmessungen jeweils: Länge x Breite = 240 x 115 Millimeter und Höhe 52, 71 bzw. 113 Millimeter) dürfen einen Lochanteil von bis zu 15 Prozent der Lagerfläche aufweisen. Hochlochziegel besitzen einen größeren Lochanteil, der jedoch höchstens 50 Prozent der Lagerfläche ausmachen darf. Je nach Form und Größe der Lochung der HLZ wird diese mit den Buchstaben A, B oder C gekennzeichnet. Hochlochziegel werden in den Formaten 2 DF (L x B x H = 240 x 115 x 113 mm) bis zu 20 DF (L x B x H = 490 x 300 x 238 mm) ausgeliefert.
Leichtziegel – Beim Brennvorgang entstehen Luftporen
Leichtziegel zeichnen sich dadurch aus, dass bei ihrer Herstellung leicht ausbrennbare Bestandteile mit eingemischt werden, so dass beim Brennvorgang Luftporen entstehen. Daher werden sie auch Porenziegel genannt. Leichtziegel weisen eine geringere Rohdichte und eine höhere Wärmedämmfähigkeit auf als Mauerziegel; was jedoch ihre Formate und Lochungen betrifft, entsprechen diese den von Mauerziegeln. Daneben gibt es Leichtlanglochziegel und Leichtlangloch-Ziegelplatten, die mit parallel zur Lagerfläche ausgerichteten Löchern versehen sind, während die Löcher von Hochlochziegeln und Leichthochlochziegeln im rechten Winkel zur Lagerfläche angeordnet sind. Leichtziegel sind in DIN 105-2 genormt. Als besonders wärmedämmend gelten Leichthochlochziegel W. Sie sind mit der Lochung B ausgestattet und werden in den Formaten ab 2 DF hergestellt. Besonders häufig werden Blocksteine ab dem Format 8 DF verwendet (L x B x H = 240 x 240 x 238 mm). Diese Steine sind nicht frostbeständig, im Gegensatz zu Vormauer – Leichthochlochziegeln.
Ein traditioneller Baustoff für Massivhäuser
Bei Ziegeln handelt es sich um einen traditionellen Baustoff, der auch heute noch gerne für die Errichtung von Massivhäusern verwendet wird. Ziegelsteine sind zudem ein werthaltiger und aufgrund der modernen Entwicklungen in der Herstellung immer noch zeitgemäßer Baustoff. Bei der Verwendung von Hochlochziegeln ist zu berücksichtigen, dass diese zwar gute Wärmedämmeigenschaften aufweisen, die Schallschutzwerte der HLZ jedoch aufgrund des vergleichsweise geringen Gewichts unter Umständen nicht optimal sind.