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«Popolo di Pekino»
Sofort ist sie da, gleich zu Beginn des ersten Akts: eine Stimmung aus Exotik und Kälte. Forte-Schläge im Orchester, da ein skelettöses Xylofonmotiv, dort eine Tonlinie mit übermässigen Tonschritten. Der chinesische Mandarin gibt seinem Volk den Tarif durch. Das Gesetz, das er verkündet, ist Motor der ganzen Oper.
«In questa reggia»
Prinzessin Turandot erklärt in der Arie «In questa reggia», dass sie sich mit ihrer Ahnfrau, der keuschen Prinzessin Lou-Ling, identifiziert. Diese wurde vor Jahrhunderten geschändet und ermordet. Turandot will deren Schicksal rächen, was es der Männerwelt um sie herum nicht gerade einfach macht. Mit düsterem Paukenschlag untermalt Puccini das Versprechen der grausamen Prinzessin.
«Tu che gel sei ginta»
Die Sklavin Liù, verliebt in den Prinzen Calaf, erklärt unter Folter, dass die kühle Turandot den Prinzen eines Tages lieben wird. Kühl ist wörtlich zu nehmen: «Tu che gel sei ginta» («Du, die du von Eis umgürtet bist») singt Liù zu Turandot. Puccini versteht es, die Eiseskälte mit einer lyrischen Erklärung an die Liebe zum Schmelzen zu bringen.
«So il tuo nome»
Endlich ist es raus. Turandot hat das Namensrätsel gelöst. Prinz Calaf gibt sich geschlagen: Für einen Kuss der Geliebten gibt er sein Leben in ihre Hand. Wenn zum Schluss das Volk zur Melodie von Puccinis Nummer-Eins-Hit «Nessun dorma» deliriert, Sonne und Glück seien nun unendlich, dann darf sich der Vorhang über Puccinis «Turandot» selig schliessen.