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Nach dem Hochwasser 2005 erkannte die wasserbaupflichtige Schwellenkorporation Bödeli Süd, dass umfassende Bau- und Sicherungsmassnahmen an den Vereinigten Lütschinen unumgänglich wurden. Bereits nach dem Hochwasser vom Oktober 2000 wurden örtlich bauliche Massnahmen verwirklicht. Darüber gibt die Homepage der Schwellenkorporation Bödeli Süd Auskunft.Nach der Besichtigung der entstandenen Schäden mit dem Wasserbauingenieur des OIK I musste festgestellt werden, dass der Perimeter eines neuen Hochwasserschutzprojektes gross wurde und vom «Dangelstutz» bis zum Brienzersee reichte. Im Wissen um das grosse Schadenpotential auf dem „Bödeli“, mit Matten, Bönigen, Interlaken und all deren Infrastrukturanlagen durften keine neuen Schäden in Kauf genommen werden.Die zu verbauende Strecke wurde in vier Teilabschnitte unterteilt, für welche je ein Ingenieurbüro mit der Detailprojektierung beauftragt wurde. Für die notwendige Koordination aller Arbeiten setzte man einen Projektleiter ein.Mit dem Beginn der Planungsarbeiten im Sommer 2010 wurden auch sofort erste Abklärungen für den erforderlichen Landerwerb in Angriff genommen, galt es doch, den betroffenen Grundeigentümern, vor allem den aktiven Landwirten (hauptberufliche Landwirte), Realersatz anbieten zu können. Obschon es gelang, einzelne Grundstücke zu erwerben, erwies sich das Unterfangen als ausserordentlich schwierig. Grundsätzlich standen die Landwirte dem Projekt sehr skeptisch gegenüber und sperrten sich gegen eine Landabtretung und gegen die geplante neue Uferausgestaltung. Die Gemeinde Wilderswil versuchte mittels eines Landumle-gungsverfahrens das Problem zu lösen, musste dieses aber aufgeben, da offen-sichtlich dessen Perimeter zu gross gewählt wurde.Aus dem Mitwirkungsverfahren ergaben sich wenige Vorschläge die zur Um-setzung entgegengenommen werden konnten. Nach der Planauflage wurden fünf Einsprachen aufrechterhalten, welche aber abgewiesen wurden. Der Kanton erteilte, im Einvernehmen mit dem Bund, im Dezember 2015 dem geplanten Bauvorhaben die Genehmigung.Im Spätherbst 2016 wurde anschliessend mit den Bauarbeiten im Abschnitt «Untere Bönigbrücke» bis Brienzersee begonnen. Im Abschnitt unterhalb des «Dangelstutz» ist auf dem Land der Schwellenkorporation ein Geschiebeablagerungsplatz mit einem Rechen für Schwemmholz geplant. Eine Knacknuss gibt es noch im Abschnitt Wilderswil zu bewältigen, ist doch geplant, bei einem Hochwasserereignis das überschüssige Wasser durch den Tunnel der ebenfalls geplanten Umfahrungsstrasse abzuleiten. Allerdings ist der Baubeginn dieser vom Kanton Bern geplanten Umfahrungsstrasse noch nicht bekannt.
Hochwasser Oktober 2000 / August 2005 / 2007 / 2010/11
10'829 m²
Neubau Umfahrungsstrasse (Tunnel als Hochwasserentlastung)
Verfügbarkeit von gleichwertigem Realersatz vs. Realersatzforderungen, Landbedarf Umfahrungsstrasse vs. Landbedarf Wasserbau, Naherholung vs. Natur
Schwellenkorporation Bödeli Süd
Schwellenkorporation Bödeli Süd, Gemeinden, Bund, Kantonales Tiefbauamt, Ingenieurbüros. Kantonale Fachstellen, Akteure aus der Mitwirkung
Wasserbauplanverfahren, Landerwerb, Landumlegung scheiterte an zu grossem Einzugsgebiet
Mit der Wasserbaubewilligung hat die Schwellenkorporation das Enteignungsrecht.
Das Mitwirkungsverfahren selbst hat keine wesentlichen Verbesserungsvorschläge hervorgebracht. Die Akteure der Mitwirkung wurden in die Projektierung mit einbezogen.
Von einem Projektleiter wurden alle Massnahmen koordiniert. Der Koordinator hat die wichtige Aufgabe, alle notwendigen Arbeiten zu überwachen, zu koordinieren und das ganze Projekt erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
Landerwerb wird das grösste Hindernis sein.
Möglicherweise werden die Einsprachen bis zum Bundesgericht weiter gezogen und es müssten evtl. schlussendlich Enteignungen gemacht werden.
Benachbarte Nutzungen schränken Möglichkeiten ein.
Konkurrenzsituation Landbedarf Strasenprojekt und Wasserbau.
Hochwasser, grosses Schadenpotenzial, Wasserbauplan, Strassenprojekt, Tunnel, Landerwerb, Geschiebeablagerungsplatz, Hochwasserschutzdamm, Bestockung, Oberprojektleitungsteam, Projektgruppe aus Akteuren der Mitwirkung