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Mönchsgeier
Der Mönchsgeier ist einer der schwersten und größten Greifvögel der Welt mit einer Flügelspannweite von fast 3 Metern. Der Mönchsgeier war in Europa von einem dramatischen Rückgang betroffen, aber dank der Zunahme der spanischen Population erlebt die Art in anderen Teilen Europas, von Portugal bis Frankreich und Bulgarien, ein Comeback. Auch in der Schweiz sind Mönchsgeier immer häufiger zu sichten.
Mönchsgeier haben eine Spannweite von rund 2.90 Metern, die vergleichbar ist mit derjenigen des Bartgeiers. Allerdings sind ihre Flügel viel breiter, denn sie müssen ein Gewicht von rund sechs bis elf Kilogramm tragen können. Damit sind Mönchsgeier deutlich schwerer als Bartgeier, die meist zwischen fünf und sieben Kilogramm wiegen.
Lebensweise
Mönchsgeier ernähren sich hauptsächlich von Kadavern grosser und mittelgrosser Säugetiere. Obwohl er an Fressplätzen in kleinerer Zahl auftritt als der Gänsegeier, ist er dank seiner Grösse die dominante Art. Wegen seines sehr kräftigen Schnabels gelingt es ihm zudem besser als den anderen Geierarten, die zähe Haut von Kadavern zu öffnen und zähe Nahrungsteile wie Muskeln und Sehnen abzutrennen.
Mönchsgeier brüten meist auf Bäumen wie Kork- oder Steineichen oder verschiedenen Kiefernarten. Die Bäume müssen gross, stark, immergrün und oben abgeflacht sein, damit die Vögel genug Platz haben, ihr grosses Nest zu bauen.
Verschiedene Gefahren haben dem Mönchsgeier zugesetzt
Im Laufe des 20. Jahrhunderts haben vor allem die Vergiftung von Wildtieren und Nahrungsknappheit zum Rückgang dieser Art geführt. Zudem reagieren Mönchsgeier sehr empfindlich auf menschliche Störungen, vor allem während der Brutzeit. Auch die Zerstörung und Veränderungen in ihrem Lebensraum hatten erhebliche Auswirkungen auf die Populationen. In vielen Ländern ist die Art heute ausgestorben. Daher gibt es zwischen der westlichen Population auf der Iberischen Halbinsel und im südlichen Frankreich und der kleinen östlichen Population in Griechenland keinen Austausch mehr.
Schutzbemühungen zahlen sich aus
Von einem historischen Tiefpunkt aus hat sich der Bestand der Mönchsgeier seit den 1980er Jahren stetig erholt. Massnahmen, um Wildtiere vor Vergiftungen schützen, haben zu einem deutlichen Anstieg in der westlichen Population geführt. Die meisten Mönchsgeier leben in Spanien, wo im Jahr 2018 über 2'500 Brutpaare registriert wurden. Im Jahr 2020 wurden in Portugal 30 bis 40 weitere Brutpaare gezählt. Frankreich, wo bereits in den 1990er Jahren ein Wiederansiedlungsprojekt startete, weist insgesamt 53 Paare auf. Die östliche Population wird seit 2018 durch Auswilderungen in Bulgarien gestärkt.
Mönchsgeier in der Schweiz
Seit den 2000er Jahren werden während den Sommermonaten auch in der Schweiz wieder Mönchsgeier gesichtet. Bis 2015 waren dies nur Einzelbeobachtungen. Seit 2016 ist eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Im Jahr 2022 sind bei der Meldeplattform ornitho.ch bereits rund 250 Meldungen eingegangen, wobei es sich bei diesen Tieren wie beim Gänsegeier fast ausschliesslich um herumstreifende Jungtiere handelt. Gebrütet haben Mönchsgeier in der Schweiz nie, da die Temperaturen während der Brutsaison im Winter zu tief sind.
|Lateinischer Name||Aegypius monachus|
|andere Sprachen||Englisch: Cinereous Vulture; Französisch: Vautour Moine; Spanisch: Buitre Negro; Portugisisch: Abutre Preto; Italienisch: Avoltoi Monaco|
|IUCN Status Rote Liste||Nicht gefährdet|
|Brutpaare||2739-2749 Brutpaare in Europa (details s. hier>>)|
|Wildbestand||16800-22800 erwachsene Tiere (BirdLife International 2021)|
|Verbreitung||Portugal, Spanien, Frankreich, Griechenland, Bulgarien|
|Grösse||98-120 cm|
|Flügelspannweite||2.5-3.1 Meter|
|Gewicht||6.3-11.5 kg|
|Nahrung||Aas von mittelgrossen oder grossen Säugetierkadavern (Huftiere, Nutztiere). Frisst gerne auch Sehnen, Haut, Knorpel|
|Lebenserwartung||Bis zu 35 Jahren in Gefangenschaft|