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im land der dinos
Nach dem Frühstück in einem Café im Ort erkundeten wir Galleta Meadows. Das ist ein in Privatbesitz befindliches Wüstengrundstück, das aus vielen einzelnen Grundstücken besteht und über 130 grosse Metallskulpturen aufweist. Die Skulpturen wurden von dem südkalifornischen Künstler Ricardo Breceda im Auftrag von dem inzwischen verstorbenen Dennis Avery, dem Eigentümer von Galleta Meadows, geschaffen.
Er bezeichnete die Kunstwerke als "Sky Art". Diese überlebensgrossen Kreationen erstrecken sich über mehr als sechs Quadratkilometer unbebautes Wüstenland und laden die Öffentlichkeit ein, Kunst im Freien zu entdecken und zu geniessen, umgeben von der reichen und vielfältigen Wüstenumgebung von Borrego Springs.
Einige dieser riesigen Metallskulpturen befanden sich in der Nähe der Borrego Springs Road angeordnet und waren sehr gut erreichbar. Für andere mussten wir die Strasse verlassen und den Weg über holprige Pisten suchen.
Die Figuren haben verschiedene Themen. Das grösste Thema scheint prähistorische Tiere zu sein. Es gibt viele Dinosaurier zu bewundern. Andere Themen haben eine Verbindung zur Wüste, in der sie sich befinden, darunter Skorpione und Dickhornschafe. Eine besondere Augenweide war ein über hundert Meter langer Drache, der die Illusion vermittelte, er würde sich in und über den Wüstensand schlängeln. Reiner postete auf Facebook einen Jeep, der scheinbar auf einen Haufen Steine aufgefahren war, und tat so, als wären die beiden Insassen wir zwei.
Der Ort Borrego Springs mit Galleta Meadows war eine Insel mitten im Anza-Borrego State Park, die nicht zum Parksystem dazugehört. Für Erkundungen ausserhalb des Orts und fernab der Durchgangsstrassen holten wir einen Tagespass.
Auf der gestern im Visitor Center erhaltenen Broschüre waren nördlich des Dorfs Blumenfelder eingezeichnet. Leider fanden wir aber auch hier nur Ödland vor, keine einzige Blüte weit und breit. Die Strasse noch etwas weiter in den Norden konnten wir entgegen der Aussage des Rangers nicht befahren. Der tiefe Sand war uns ein zu grosses Risiko. Wir fuhren zu "The Slot", dem zweiten Tipp des Rangers. Die Landschaft war sehr schön, ein paar Ocotillos blühten aber der Abstieg in den Slotcanyon war uns zu steil. Schade, denn auf Bildern sah die Schlucht spektakulär aus.
Für die Rückfahrt wählten wir den Weg über den Yaqui Pass mit einer Höhe von 1750 Fuss (533 Meter) durch die Santa Rosa Mountains. Die Strasse gehört zum Anza-Borrego Desert State Park. Sie wand sich mit einer Steigung von vier bis zehn Prozent den Felswänden entlang und bot traumhafte Aussichten.
Statt uns an den Pool zu legen, der sich in der prallen Sonne befand, setzten wir uns gemütlich auf unseren schattigen Balkon und genossen den warmen Nachmittag. Zum Abendessen gab es mexikanisch. Die Margaritas waren gross und sehr gut, das Essen in Ordnung, aber nichts, worüber man in Freudentänze ausbrechen würde.
Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns in der Hotelbar einen Schlummertrunk. Ein seltsames Paar betrat die Bar. Sie setzten sich mit ihren Getränken an einen der Tische in unserer Nähe. Er hatte lange Haare bis unter den Po und war sehr bullig. Ihre Haare waren gekraust. Sie trug kurze Hosen und schwarze Socken oder Stiefel bis zu den Knien. Beide trugen eine Maske. Er stand auf und kam mit zwei Burgern und einer Tüte Pommes frites zurück. Bevor sie zu essen begannen, desinfizierten sie sich gründlich die Hände, dann zogen sie die Maske herunter und mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. Sie hatte einen Bart und war offensichtlich ein Er. Nach dem Essen setzten sie sich sofort wieder die Masken auf und desinfizierten sich nochmals die Hände. Obwohl sie in ihren Handlungen sehr vertraut miteinander wirkten, redeten sie kein Wort zusammen. Der langhaarige Typ schaute die ganze Zeit über in den Fernseher, der andere in sein Handy.
In der Nacht schlief ich schlecht und kam zum Schluss: Alkohol ist schlecht.