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Indianapolis 500 – eines der ältesten Autorennen der Welt
Seit Mai 1911 wird das Autorennen Indianapolis 500 – auch Indy 500 genannt – ausgetragen. Es gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Autorennen, die auf einer Rundstrecke ausgetragen werden. Indianapolis gilt seit 1996 als Highlight im jährlichen Rennkalender der IndyCar Series, die bis zum Jahr davor als Indy Car World Series bezeichnet wurde. Mit 400’000 Zuschauern ist das Grand-Slam-Rennen die grösste eintägige Sportveranstaltung der Welt.
Der Indianapolis Motor Speedway im US-Staat Indiana wurde 1909 als überhaupt erste Strecke speziell für Autorennen erbaut. Das weite Oval hat vier Steilkurven, die vom Ein- bis zum Ausgang 400 Fuss messen, die Gesamtlänge der Strecke beträgt 2,5 Meilen. Ursprünglich bestand der Belag des Speedway aus Schotter und Teer. Dieser wurde bei den ersten Rennen allerdings so stark beschädigt, dass man sich für einen neuen Belag aus Ziegelsteinen entschied. Drei Millionen Stück wurden verlegt, was der Strecke den Namen „Brickyard“ einbrachte.
1936 wurden erste Teile asphaltiert, bis 1941 war fast das ganze Oval neu gedeckt. Es fehlte noch der grösste Teil der Start- und Zielgeraden, die im Herbst 1961 fertiggestellt wurde. Die meisten Ziegelsteine liess man einfach unter dem Asphalt liegen. Davon zeugt heute noch die Start-Ziel-Linie mit einer Breite von einem Yard (91,44 cm), die den alten Zustand zeigt.
Die Indy 500 gehen über 200 Runden, so dass die Renndistanz exakt 500 Meilen bzw. 804,5 Kilometer beträgt. Da mit den heutigen Rennmaschinen Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h erreicht werden, kann man sich leicht vorstellen, was für eine Belastung die Renndauer von durchschnittlich drei Stunden für Fahrer und Fahrzeuge darstellt. Die Vorbereitung und das Feintuning an den Rennwagen müssen absolut präzise erfolgen. Schon ein nur minimal zu niedriger Luftdruck auf den Reifen kann zur Überhitzung der Pneus führen und die Geschwindigkeit entscheidend verringern. Der bekannte Rennfahrer Emerson Fittipaldi musste dies vor Jahren erleben und verschenkte damit den sicher geglaubten Sieg.
Die Indy 500 verfügen allerdings über einzigartige Details, die es woanders nicht gibt. Der Sieger etwa nimmt seit 1936 einen Schluck aus einer Milchflasche, und sein Gesicht wird in den BorgWarner-Pokal eingraviert. Viele Gewinner küssen als symbolische Geste auch die Ziellinie, den sogenannten „Yard of Bricks“. Weitere Besonderheiten sind der fliegende Start in Formation von drei Fahrzeugen sowie die vielen Überholmanöver. In der Formel 1 geht es in dieser Beziehung durchaus gemächlicher vonstatten – ein Grund, warum die Amerikaner von dieser Motorsportklasse nicht übermässig begeistert sind. Auch eine Nationalhymne wird vor dem Start nicht gespielt, stattdessen ertönt die inoffizielle Hymne des Bundestaates „Back home again in Indiana“. Dazu lassen die Veranstalter Tausende von Luftballons in die Luft steigen.
Drei Fahrer konnten bis heute vier Siege bei den Indy 500 verbuchen: A.J. Foyt, Al Unser und Rick Mears. Weitere, auch in Europa und aus der Formel 1 sehr bekannte Gewinner waren Jim Clark, Graham Hill, Emerson Fittipaldi, Jacques Villeneuve und Juan Pablo Montoya. Das rasanteste Rennen bisher entschied 2013 Tony Kanaan für sich. Er erreichte eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 301,6 km/h.
Extrem kompliziert und ungewöhnlich gestaltet sich die Qualifikation für die Indy 500. Ursache ist die geringe Zahl an Startplätzen. Jeder Fahrer darf vier zusammenhängende Runden, also zehn Meilen, zurücklegen. Die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit entscheidet über den Startplatz.
Das Qualifying dauert insgesamt vier Tage. Am ersten Tag werden die Plätze 1 bs 11 ermittelt. Jeder Fahrer hat drei Versuche, der jeweils letzte geht in die Wertung. An den nächsten beiden Tagen werden die Plätze 12 bis 22 sowie 23 bis 33 ausgefahren. Eine schnellere Zeit am zweiten oder dritten Tag bringt die Fahrer in der Startreihe also nicht weiter nach vorne. Der vierte Tag wird „Bump Day“ genannt. Hier können sich Teilnehmer noch qualifizieren, wenn sie schneller fahren als die Fahrer der drei Vortage. Diese müssen dann weichen.
Begleitet werden die Indy 500 von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm, das in der Regel auch immer mit Autos zu tun hat. So verbesserte der Amerikaner Tanner Foust in 2011 beispielsweise den Weltrekord im Autoweitsprung auf 101 Meter. Dazu fuhr er einen Pickup-Prototypen und nutzte eine 30 Meter hohe eine Rampe für die Beschleunigung sowie eine Schanze für den Absprung.
Oberstes Bild: © Rdsmith4 – wikimedia.org