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Glarus den 16. Mai 1864.
Mein theurer Freund!
Mit Vergnügen habe ich durch meinen Neffen vernommen, daß es Deiner l. Frau gegenwärtig recht ordentlich geht. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß die Genesung nun in stetiger Weise fortschreiten möge!
Am heutigen Tage erinnere ich mich dankbar des Besuches, den Ihr mir am letztjährigen Pfingstmontage an meinem Krankenlager abgestattet habt. Es würde mich sehr freuen, wenn Du Dich entschließen könntest, dieses Jahr nun einmal mein wiederhergestelltes Heimwesen zu besichtigen, wozu ich Dir gerade den nächsten Sonntag vorschlagen möchte; wir haben nämlich an diesem Tage unsre Landsgemeinde, die wegen Verfassungsrevision u. Fabrikpolizeigesetz | nicht uninteressant seyn wird. Sollte Dich die Landsgemeinde nicht besonders anziehen, so hoffe ich, Du werdest später einmal zu mir kommen; nur muß ich Dir bemerken, daß ich die folgende Woche in Bern seyn werde, in der ständeräthlichen Kommission betreffend den Geschäftsbericht.
Es würde meine l. Frau u. mich natürlich am meisten freuen, wenn die Gesundheitsumstände Deiner l. Frau sich bereits in der Weise gebessert hätten, daß sie Dich zu dem verhofften Besuche bei uns begleiten könnte. Sollte dieß nicht möglich seyn, so wäre es uns ein etwelcher lieber Ersatz dafür, wenn Du die l. Lydie mitbrächtest.
Deiner gefälligen Antwort entgegensehend, grüßt Dich, mit vielen Empfehlungen an die verehrten Deinigen, herzlich
Dein treuer
J J Blumer.