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In der Schweiz sind 2018 zwei Drittel der Bevölkerung für ein generelles Werbeverbot für Tabakprodukte (64,4%). Ebenso befürwortet eine Mehrheit ein Verbot des Sponsorings von kulturellen Anlässen und Sportveranstaltungen durch die Tabakindustrie (63,3%). Am häufigsten wünschen sich die Befragten ein Rauchverbot in Autos, in denen Kinder mitfahren (82,6%), und auf Kinderspielplätzen (78,2%). Damit spricht sich eine Mehrheit der Befragten in der Schweiz für die genannten strukturellen Massnahmen bei Tabak aus.
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG)
Strukturelle präventive Massnahmen im Bereich Tabak streben Veränderungen von Strukturen an, d.h. Veränderungen bei den Lebens-, Arbeits- und Umweltverhältnissen von Raucherinnen und Rauchern und solchen, die dem Passivrauch ausgesetzt sind. Im Gegensatz dazu steht die Verhaltensprävention, die direkt auf das Verhalten einer Person abzielt. Strukturelle Massnahmen können die Reduktion der Verfügbarkeit von Suchtmitteln betreffen, z.B. über die Einführung von Alterslimiten oder die Bekämpfung des Zigarettenschmuggels. Andererseits können strukturelle Massnahmen die Nachfrage nach Suchtmitteln reduzieren, indem sie auf die Preispolitik oder die Einführung von Werbeverboten abzielen. Strukturelle Massnahmen schliessen auch solche zur Schaffung gesundheitsfördernder Lebensbedingungen wie den Schutz vor Passivrauchen ein. Die Einführung von strukturellen Massnahmen über Gesetze und Regeln ist ein politischer Entscheid, bei dem die Meinung der Bevölkerung zu berücksichtigen ist.
Definition
Der Indikator zeigt den Anteil Personen, die die erwähnten Massnahmen im Bereich Tabak befürworten bzw. ablehnen.
Die Daten stammen aus einer online Befragung (Omnibus) des Bundesamtes für Gesundheit (n=rund 5'600). Die Fragen im Detail lauteten (die Reihenfolge entspricht derjenigen in der Grafik).
«Die folgenden Aussagen betreffen die Tabakwerbung. Befürworten Sie…
- Ein generelles Werbeverbot, welches die Tabakwerbung überall verbieten würde (also auch an Verkaufsorten, wie z.B. am Kiosk)?
- Am Verkaufsort, dass Tabakprodukte nicht mehr ersichtlich sind und versteckt aufbewahrt werden müssen (z.B. unter dem Ladentisch oder in einem Schrank)?
- Die Einführung von Einheitspackungen (standardisierte Verpackung mit einer einheitlichen Farbe und nur die Markennamen als Unterscheidungsmerkmal)
- Ein generelles Verbot des Sponsorings von kulturellen Anlässen und Sportveranstaltungen durch die Tabakindustrie?
- Eine Erhöhung der Preise für ein Päckli Zigaretten innerhalb von einem Jahr von rund Fr. 8.40 auf Fr. 10? »
Die möglichen Antworten lauteten: «ich bin dafür/ich bin eher dafür/weder noch/ich bin eher nicht dafür/ich bin nicht dafür
Bei den weiteren Fragen wird in der Grafik der Anteil Personen gezeigt, der den Ort gewählt hat (ja) und der Anteil, der den jeweiligen Ort nicht gewählt hat (nein):
«Gibt es Orte, für die Sie sich ein Rauchverbot wünschen?
- Terrasse von Restaurants
- Bushaltestellen
- Bahnsteige
- Kinderspielplätze
- Autos, in denen Kinder mitfahren
- Andere Orte
- Nein, kein Ort»
Die Befragten wurden aufgefordert, ihre Meinung zu jedem der aufgeführten Ort abzugeben.
Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen
Quellen: Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Statistik (Omnibus Erhebung "Gesundheit und Lifestyle")
Weitere Daten und Informationen zum Thema können unter folgenden Quellen gefunden werden:
- Kuendig H., Notari L., Gmel G. (2016). Publicité, prix et mises en garde: opinions et vécus relatifs à des législations sur les produits du tabac en 2015-2016 – Analyse des données du Monitorage suisse des addictions. Sucht Schweiz, Lausanne (Bericht auf Französisch).
- Notari L. und Kuendig H. (2017). Etat des connaissances de la population sur la dangerosité du tabagisme et du tabagisme passif en 2016. Analyse des données du Monitorage suisse des addictions. Sucht Schweiz, Lausanne (Bericht, nur Französisch).
- Krebs H. et al. (2011). Einstellungen der Schweizer Wohnbevölkerung zu Tabakwerbung und Sponsoring (2010). Tabakmonitoring – Schweizerische Umfrage zum Tabakkonsum. Zürich: Psychologisches Institut der Universität Zürich, Sozial- und Gesundheitspsychologie (Bericht auf Deutsch).
Medienauskünfte
Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
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