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Die als Hersteller des populären Internet-Browsers Firefox bekannte Mozilla Foundation arbeitet an einem frei zugänglichen System zur Spracherkennung, das sich Deep Speech nennt. Für die Daten, um die Sprache-zu-Text-Engine zu trainieren, sorgt die gemeinnützige Organisation mit dem flankierenden Crowdsourcing-Projekt Common Voice, zu dem jeder Internetnutzer mit seiner Stimme beitragen kann.
Die so gesammelten Audiodaten hat Mozilla nun vollständig öffentlich gemacht. Nach Angaben der Stiftung umfasst die Datenbank fast 1400 Stunden aufgezeichneter Sprachdaten von mehr als 42 000 Mitwirkenden. 18 verschiedene Sprachen sind bereits vertreten. Der Datensatz ist laut Mozilla nun «der grösste seiner Art».
Grösster Datensatz menschlicher Stimmen
Den riesigen Satz an transkribierten Sprachdaten sollen Forscher, Startups und «alle anderen, die sich für sprachgestützte Technologien interessieren» nutzen können. Common Voice enthält Sprachbeiträge in Englisch, Französisch, Deutsch und Mandarin, aber beispielsweise auch in Walisisch und Kabylisch. Mozilla strebt dabei die grösstmögliche Vielfalt an Stimmen an, damit in Zukunft jeder mit Computern sprechen könne und auch verstanden werde.
Laut eigenen Angaben wurden die Sprachdaten bereits tausendfach heruntergeladen und für kommerzielle Spracherkennungsprodukte genauso wie von Open-Source-Software genutzt. Mittlerweile kann der Datensatz auch mit Sprach-Samples in Niederländisch, Hakha Chin, Esperanto, Farsi, Baskisch und Spanisch gefüttert werden. Ausserdem arbeitet Mozilla am Launch von 70 weiteren Sprachversionen.
Beispielsweise kooperiert die Organisation seit kurzem auch mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), um einen Sprachkorpus für Kinyarwanda zu erstellen. So soll es Entwicklern in Rwanda ermöglicht werden, Open-Source-Sprachtechnologien in ihrer eigenen Sprache zu entwickeln.
Freies System zur Spracherkennung
Die Mozilla Foundation ist eine amerikanische Nonprofitorganisation, die zur Unterstützung kostenloser Software im Jahr 2003 ins Leben gerufen wurde. Das Deep-Speech-System wurde in einer ersten Version Ende 2017 veröffentlicht und soll eine frei zugängliche Alternative zu Voice-Recognition-Systemen wie Siri oder Alexa bieten, mit denen die grossen Tech-Konzerne den Markt beherrschen.
Die Engine der freien Spracherkennung wird laut Mozilla bereits auch von anderen Organisationen eingesetzt – etwa im Projekt Mycroft, einem sprachbasierten Open-Source-Assistenten.
Quelle: www.nzz.ch