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Mit: Aargauer Kantorei, Collegium Vocale Grossmünster La Chapelle Ancienne
Drei Völker, drei Anführer, ein Schauplatz ... Das ist die Konstellation, aus der sich die Geschichte von der Befreiung der Israeliten aus babylonischer Gefangenschaft entwickelt. Da sind die Babylonier, deren Hemmungslosigkeit nur von ihrem blasphemischen König Belshazzar übertroffen wird. Da sind die Perser mit ihrem Heerführer Cyrus vor den Toren der Stadt, die Babylon erobern sollen. Da sind die Judäer in Babylon, mit ihrem Propheten Daniel, die gottergeben ihrer Erlösung harren. Seine Dynamik erhält das Oratorium durch zwei Figuren, welche die Grenzen der Völker überschreiten: Den Babylonier Gobrias, der zu den Persern übergelaufen ist. Vor allem ist es Belshazzars Mutter Nitocris, die nichts unversucht lässt, ihren Sohn auf den rechten Weg zurückzuführen. Sie vertraut der Weisheit Daniels und erlangt schliesslich vom Sieger Cyrus Freiheit für ihr Volk.
Das Oratorium «Belshazzar» war für eine konzertante Aufführung im März 1745 vorgesehen. Die Massenszenen stellen das Hauptcharakteristikum dieses Oratoriums dar, die Händel in einmaliger Wirkung zu vertonen wusste. Zum Ausserge-
wöhnlichsten, was Händel je komponierte, gehört die Szene der Erscheinung der Flammenschrift, in deren Folge Belshazzar wie tot zu Boden fällt.