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Ein Bild als Fenster in die Vergangenheit – 8. Mai 1961
Links im Bild steht John F. Kennedy, der 35. Präsident der USA, im Amt von 1961 bis zu seinem gewaltsamen Tod am 22. November 1963 in Dallas. Gerade eben verlieh er Alan B. Shepard, dem ersten US-Astronauten im Weltraum (und später dem fünften Menschen auf dem Mond), die NASA Distinguished Service Medal, die höchste Auszeichnung der NASA, der National Aeronautics and Space Administration. Die Auszeichnung erhielt Shepard drei Tage nach seinem (kurzen) Flug ins Weltall. Er war der zweite Mensch ausserhalb der Erdatmosphäre. Diese Reise gelang rund einen Monat zuvor dem Sowjetrussen Juri Gagarin, am 12. April 1961.
Wettstreit der Systeme
Die USA stand zu dieser Zeit in einem erbitterten Wettbewerb mit der Sowjetunion um die Raumfahrt. Wer dort die Nase vorne hätte, so die Interpretation der Zeit, würde gleichzeitig auch die Überlegenheit des politischen und wirtschaftlichen Systems beweisen. Weil die Sowjets bereits 1957 mit dem ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik 1 ihren Vorsprung demonstrieren konnten, mussten die Amerikaner nachziehen, wenn sie nicht als Verlierer dastehen wollten.
Vor diesem Hintergrund ist auch die Ankündigung von Präsident Kennedy zu sehen, dass die USA noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond und zurück bringen würden. Kennedy versprach dies knapp drei Wochen nach Shepards Flug, am 25. Mai 1961.
James Edwin Webb (*1906 †1992)
Zwischen den beiden Männern, gleich hinter dem rechten Mikrofon, steht James Edwin Webb, der Leiter der NASA (Administrator of NASA). Diesen Posten erlangte er am 14. Februar 1961 nur wenige Monate also vor der grossen Erklärung Kennedys. Darauf wurde das Apollo-Programm dahingehend angepasst, dass es nun bemannte Mondlandungen als Ziel hatte. In dieses Programm wurden während der nächsten Jahre riesige Summen Geld investiert, hundertausende von Menschen arbeiteten mit.
James Webb begleitete bis zu seinem Rücktritt als NASA-Leiter zahlreiche Apollo-Missionen vernachlässigte aber die restliche Weltraumforschung nicht. Auch die Mariner- und Pioneer-Programme mit Sondenflügen zu Planeten und der Sonne liefen (meist) erfolgreich weiter. Webb trat am 7. Oktober 1968 zurück.
Apollo 8, die erste bemannte Umrundung des Mondes im Dezember desselben Jahres fiel also nicht mehr in seine Amtszeit, ebenso wenig die Mondlandung mit dem erstem Menschen auf dem Erdtrabanten vom 20. Juli 1969 und Shepards Ankunft auf dem Mond am 5. Februar 1971 (zusammen mit Edgar Mitchell im Rahmen der Apollo 14-Mission).
Nach Webb ist das James-Webb-Weltraumteleskop benannt, das seit einigen Monaten Bilder von nie gekannter Qualität zur Erde sendet. Die Benennung nach Webb war nicht unumstritten. Dies nachdem bekannt wurde, dass Webb und die NASA in den 1960er Jahren Homosexuelle diskriminiert hatten.