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Der «PGB 35» ist ein dunkelblonder Teddybär aus dem Hause Steiff mit einer weichen, gestickten Nase. Seine Bezeichnung steht für P wie Plüsch, G wie Gestänge, B wie beweglich – und er misst im Sitzen 35 cm.
Er ist eine kleine Sensation: Die Steiff-Archivare trauten ihren Augen kaum, als er im Jahr 2009 plötzlich auftauchte. Sein Design und die Befestigung seiner Glieder deuteten nämlich darauf hin, dass er aus dem Jahr 1904 stammte und das bisher fehlende Glied zwischen zwei Teddybär-Macharten darstellte.
Aber beginnen wir von vorne: 1902 präsentierte die Firma Steiff mit dem Modell «PB 55» den weltweit ersten Teddybären mit beweglichen Gliedern. Dieser 55 cm grosse Bär hatte eine Siegellacknase, wurde in seinem Innern durch eine Bindfadenaufhängung zusammengehalten und war mit Holzwolle gestopft. Ausserdem war er hart und schwer und kam bei den Kunden deshalb nicht so gut an.
Richard Steiff, der Neffe von Firmengründerin Margarete Steiff, nahm sich dieser Problematik an und präsentierte zwei Jahre später den «PB 28» und den «PB 35». Diese Bären hatten noch immer eine Siegellacknase, waren aber kleiner (nämlich 28 und 35 cm gross) und verfügten über ein System aus Metallstangen in ihrem Innern. Damit die Stangen nicht verrutschen konnten, wurden die Bären weiterhin mit Holzwolle gestopft und blieben darum, obwohl sie nun kleiner waren, relativ schwer.
Bis zur Entdeckung des «PGB 35» wurde angenommen, dass die im Jahr 1905 herausgebrachten «PAB»-Modelle die direkten Nachfolger dieser schweren Bären mit Siegellacknase waren. Das aber irritierte die Fachwelt, denn die «PAB-Modelle» wichen erheblich von ihren Vorgängern ab. Sie hatten weiche, handgestickte Nasen und waren mit einer revolutionären, neuen Gliederbefestigung ausgestattet: Arme, Beine und Kopf waren nun angescheibt, also durch ein System von Pappe- und Metallscheiben sowie Splinten miteinander verbunden. Die Machart ohne Metallstangen hatte den Vorteil, dass diese Bären nun lockerer gefüllt werden konnten und deshalb rund 40 Prozent ihres Gewichts verloren. Sie sahen freundlich aus, waren weich und gefielen den Kunden hervorragend!
Durch die Wiederentdeckung des «PGB 35», fast 100 Jahre nach seiner Erstanfertigung, wurde der Schritt von den «PB-Modellen» zu den «PAB-Bären» endlich nachvollziehbar – und die Geschichte der Teddys um einen sympathischen, dunkelblonden Exponenten reicher.