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leiten. Auf diese Weise sollen die Zimmer, durch welche das Rauchrohr geht, hinreichend geheizt werden, um als Schlafzimmer zu dienen. Bei der Verwendung derartiger verlängerter Rauchrohre ist aber zu beachten, daß sich in denselben bei sehr starker Abkühlung der Feuerungsgase Kondensationsprodukte (Teer, ammoniakalisches oder saures Wasser) ansammeln, welche das Eisen [* 2] zerstören, ferner, daß die Entfernung von Ruß aus den langen Rohren sehr lästig ist, und endlich, daß dem Schornstein eine bestimmte Menge Wärme [* 3] zugeführt werden muß, wenn der Zug im Ofen hinreichend stark bleiben soll. Die Abführung des Rauches wird um so eher eine Störung erleiden, als ohnedies zur Überwindung des größern Widerstandes in dem langen, meist gewundenen Rohr der Zug stärker sein muß. Die Heizgase dürfen auf 120° abgekühlt in den Schornstein übertreten. Es gilt aber nicht als rationell, dieselben mit einer höhern Temperatur als 200° abziehen zu lassen.
Die den Heizraum umschließenden Wände sollen die Wärme aufnehmen und an ein wärmetragendes Medium (Luft, Wasser, Dampf) [* 4] abgeben. Diese Wärmeaufnahme und Wärmeabgabe hängt im wesentlichen von der Leitungsfähigkeit des Materials und von der Natur des wärmeabgebenden und des wärmeaufnehmenden Mediums ab. Bei 1° Temperaturdifferenz und 1 qm Fläche überträgt eine 1 cm starke Thonplatte aus Luft oder Rauch in Luft stündlich 5 Wärmeeinheiten, eine Wand von Gußeisen oder Eisenblech 7-10 Wärmeeinheiten, eine gußeiserne oder schmiedeeiserne Wand dagegen aus Luft und Rauch in Wasser (und umgekehrt) 13-20 Wärmeeinheiten und aus Wasserdampf in Luft 11-18 Wärmeeinheiten. Da auch die innere und äußere Oberfläche dieser Umschließungen des Heizraums von Belang ist, so muß jede Auflagerung von Ruß, Asche, Staub, welche die Wärmeeaufnahme ^[richtig: Wärmeaufnahme] und Wärmeabgabe behindert, möglichst vermieden werden.
Zur Erleichterung der Wärmeabgabe seitens der Heizfläche, bez. zum Schutz vor Überhitzung wird der äußern Oberfläche des Heizkörpers entweder eine große Ausbreitung gegeben, wodurch der Heizapparat viel Raum beansprucht, oder man vergrößert dieselbe ohne merkliche Volumvermehrung, indem man sie mit vertikalen Rippen versieht. Eine durch Dampf erhitzte gußeiserne Röhre mit acht Rippen von 4,5 cm Höhe gibt im Vergleich zu einer glatten Röhre von gleicher Länge, lichter Weite und Wandstärke 9,55 Wärmeeinheiten (auf 1° Temperaturunterschied und 1 Stunde) mehr ab.
Bei den Heizanlagen unterscheidet man Lokal- und Zentralheizung. Bei der ersten heizt jedes Zimmer ein besonderer Ofen, welcher in dem Zimmer selbst steht, während bei der Zentralheizung ein mehreren Zimmern gemeinsamer Ofen gewöhnlich im Keller des Hauses aufgestellt ist, von wo die Wärme durch Vermittelung von Luft, Wasser oder Dampf an die einzelnen Zimmer übertragen wird.
Lokalheizung.
Die Lokalheizung geschieht durch zweierlei Heizvorrichtungen: durch den Kamin oder durch den Ofen. Der Kamin bildet den Übergang vom offenen Herdfeuer zum Ofen. Er besteht aus einer halb offenen Feuerstelle, für welche in der Wand eine Nische ausgespart ist, und von der die Verbrennungsgase fast direkt in einen weiten Schornstein gelangen. Die Erwärmung des Zimmers erfolgt also vorwiegend durch Strahlung, und bei Holzfeuerung, bei der das Strahlungsvermögen sehr gering ist, wird nur 1/16 der vom Brennmaterial entwickelten Wärme verwertet.
Überdies verursacht der Kamin eine ungemein kräftige Ventilation, die warme Luft strömt lebhaft ab, und die durch alle Fugen als Ersatz eintretende kalte Luft wird oft als Zug empfunden. Außerdem ist der Kamin gegen Witterungseinflüsse sehr empfindlich und raucht leicht. Die ursprüngliche Form des Kamins ist aber vielfach vervollkommt worden. Bei Einfügung eines Rostes kann man mit Steinkohlen und Koks heizen, die mehr strahlende Wärme geben; man heizt aber auch mit Gas und verdeckt die Brennermündungen durch Ziegelstücke, welche glühend werden und viel Wärme ausstrahlen.
Ferner wurde der Feuerherd aus der Wand hervorgerückt, um die strahlende Wärme besser auszunutzen. Die Kaminöffnung und die Abzugsöffnungen für die Verbrennungsgase erhielten kleinere Querschnitte, um vollkommnere Verbrennung und langsameres Abströmen der Gase [* 5] zu erreichen. Der Feuerherd ist stabil oder auf Rollen [* 6] beweglich, als Rost nimmt man einen Feuerkorb (Korbrost), welcher durch eine Vergitterung das Herausfallen von Brennmaterial verhindert. Der Kamin erhält eine Rückwand aus Schamottesteinen oder aus einer eisernen Platte; die Schamottewand steht frei und ist durchlöchert, damit
[* 1] ^[Abb.: Fig. 1. Querschnitt.
Fig. 2. Vorderansicht.
Fig. 1 u. 2. Kaminofen von Wille.] ¶
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die Luft auch von hinten zur Feuerung strömen kann. Ein Vorhang oder Schild [* 8] regelt an der Kaminöffnung den Luftzutritt, verdeckt gleichzeitig die rußigen Kaminwände und kommt als Heizfläche in Betracht. Die Abzugsöffnung des Heizraums versieht man bisweilen mit einer Regulierklappe. Douglas Galton läßt die Verbrennungsgase in ein senkrecht aufsteigendes Rohr treten, und dies steht konzentrisch in einem weitern Rohr, in welches am Boden des Zimmers hinter dem Kamin frische kalte Luft einströmt, die sich hier erwärmt, aufsteigt und unter der Zimmerdecke, wo das weitere Rohr abgeschlossen ist, in das Zimmer tritt. Diese Kamine sollen 35 Proz. der vom Brennstoff entwickelten Wärme an das Zimmer abgeben. Alle Verbesserungen haben indes nicht hingereicht, den Kamin für Gegenden mit rauherm Klima [* 9] genügend leistungsfähig zu machen; man benutzt ihn im Norden [* 10] nur als Dekorationsstück und stellt zur Nachhilfe noch einen Ofen ins Zimmer, oder man vereinigt Kamin und Ofen in Einem Heizapparat als Kaminofen oder Halbofen. Ein solcher Apparat von Wille [* 7] (Fig. 1 u. 2) besitzt einen gußeisernen Einsatz mit Korbrost a, die Feuergase gehen in einen kastenartigen Raum q, von hier in die Röhren [* 11] g1 g2 und endlich in das gemeinschaftliche Rauchrohr e. Der Kasten q verhindert die Kommunikation von g1 und g2 von unten und bewirkt durch die Erwärmung der Wand q q die Aspiration der Gase nach dem Rauchrohr.
Die Luftzuführung zum Kamin wird durch Schieber lm, durch mit Schlitzen versehene Drehschieber h und endlich durch Stellung des eisernen Kaminvorhanges n reguliert. Der Kamin bedingt weiterhin dadurch, daß man frische Luft zwischen die Ummantelung der Heizröhre und in den Raum zwischen Kaminwand und Feuerkasten einführen kann, welche erwärmt nach oben in das Zimmer dringt, wesentlich ventilatorischen Effekt. Bei geeigneter Handhabung des Vorhanges und der Schiebervorrichtung kann auch die strahlende Wärme gemäßigt werden. Sehr häufig und vorteilhaft wird der Kamin mit einem Kachelofen verbunden und zwar so, daß man zwei getrennte Feuerungen, die am besten in zwei Schornsteine münden, herstellt. - Über die Öfen, [* 12] welche für unser Klima sehr viel wichtiger sind als die Kamine, s. Zimmeröfen. [* 13]
Sehr wesentliche Annehmlichkeiten bietet die Gasheizung, und man hat seit längerer Zeit versucht, sie wenigstens im kleinen zu verwenden. In Kaffeehäusern, Konditoreien, Restaurationen, Privatwohnungen, chemischen und technischen Laboratorien ist die Gasheizung vielfach eingeführt worden. Die leuchtende Gasflamme beschlägt alle kalten Körper, auf welche sie trifft, mit Ruß; wenn man aber das Gas, ehe es zum Brennen kommt, mit einer hinreichenden Menge von Luft vollständig mischt, so daß jedes einzelne durch die Hitze aus den Kohlenwasserstoffen ausgeschiedene Kohlenstoffteilchen alsbald die zur vollständigen Verbrennung zu Kohlensäure nötige Quantität Sauerstoff vorfindet, so erscheint die Flamme [* 14] schwach blau gefärbt, und ein kalter Körper, welchen man in die Flamme hineinbringt, beschlägt sich nicht mit Ruß.
Den Bunsenschen Brenner, wie derselbe in verschiedener Form angefertigt wird, zeigt [* 7] Fig. 3. Bei a wird das Gas vermittelst einer vulkanisierten Gummiröhre eingeleitet. Bei d erhebt sich die blaue Flamme. Bei b befindet sich eine Öffnung, durch welche atmosphärische Luft von außen in den Brenner einströmen kann. [* 7] Fig. 4 zeigt die Anordnung im Durchschnitt; das in a einströmende Gas tritt bei c in einen weitern Cylinder aus, in welchem es rasch emporsteigt. Dabei zieht es aber durch die Öffnungen bei b lebhaft Luft von außen an, und mit derselben mischt es sich vollständig in der Röhre cd, so daß das bei d ausströmende Gas von der äußern Luft zu seiner Verbrennung überhaupt nichts mehr bedarf.
Die Weite der Öffnungen bei b muß in angemessenem Verhältnis stehen zu der Menge von Gas, welche verbrannt werden soll, damit die zureichende Menge Luft einströmen kann. Will man viel Gas verbrennen und eine starke Hitze entwickeln, so verbindet man mehrere, z. B. drei, solcher Brenner miteinander, wie [* 7] Fig. 5 zeigt; eine Vorrichtung wie [* 7] Fig. 6 wird über den Brenner gestellt, um als Träger [* 15] für das zu erwärmende Gefäß [* 16] zu dienen. Insbesondere findet aber die Gasheizung Anwendung zu technischen Zwecken. Weiteres darüber s. unter Feuerungsanlagen, [* 17] S. 215 ff.
[* 7] ^[Abb.: Fig. 3.,
Fig. 4.,
Fig. 5.,
Fig. 6. Bunsenscher Brenner.]
Bei den Zentralheizungen unterscheidet man je nach dem Medium, welches die erzeugte Wärme von dem Heizapparat nach dem zu beheizenden Raum transportiert, Luft-, Wasser- und Dampfheizung. Wenn die Wasser- und die Dampfheizung in gleicher Weise wie die Luftheizung darauf eingerichtet sind, daß die einströmende frische Luft in einer Heizkammer an Wasser- oder Dampfröhren erhitzt und zur und Lüftung nach den zu beheizenden Räumlichkeiten durch Auftrieb [* 18] gesandt wird, entsteht eine Wasser- oder Dampfluftheizung. Zum Unterschied von dieser nennt man die Luftheizung, bei der die Wärme nur durch das Material einer Wand von den Heizgasen auf Luft übertragen wird, Feuerluftheizung oder Zentralofenluftheizung.
Luftheizung.
Wenn die aus einem eisernen Mantelofen aufsteigende heiße Luft das Zimmer, in welchem der Ofen steht, zu stark heizt und man die Vorkehrungen trifft, diese heiße Luft in ein zweites, vielleicht auch noch in ein drittes Zimmer zu leiten, so hat man für die beiden letztern Luftheizung, und mithin besteht kein prinzipieller Unterschied zwischen Lokal- und Zentralofenheizung. Auch bei letzterer benutzt man eiserne Öfen, oder man erbaut den Heizapparat aus feuerfesten Materialien und Backsteinen. In diesem Fall wird zwar eine Überhitzung der Heizflächen vermieden und hält auch die Wärmeabgabe des Ofens etwas länger an, aber die Luftheizung verliert dadurch einerseits den Vorzug, daß sich ein Raum durch sie schnell erwärmen läßt, anderseits vermag sie damit dem hohen Wärmebedarf eines kalten Klimas oder außergewöhnlich kalten Winters nicht zu genügen. Man wird daher vorteilhaft einen eisernen Apparat bevorzugen und durch Auskleidung mit Schamotte das Glühendwerden der Flächen vermeiden, ¶