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22.10.2011 - 26.11.2011
"Mir kommt es vor, als würde mir etwas fehlen, wenn ich mich von einer bestimmten Zeit meines Lebens ab ausserhalb der Malerei nicht auch mit der Gravüre und der Lithographie befasst haben würde. Schon in meiner frühen Jugend, wo ich zu zeichnen begann, suchte ich nach einem Ausdrucksmittel, das grosse Weiten eröffnet, so wie ein breiter Strom, der nach entfernten und lockenden Ufern fliesst. Beugte ich mich über einen lithographischen Stein oder eine Kupferplatte, so war es mir, als ob ich einen Talisman berührte. Es schien mir, darin all meine Betrübnisse und alle meine Freuden bergen zu können ... All das, was sich im Laufe meiner Daseinsjahre zutrug: Geburten, Hingeschiedene, Vermählungen, die Blumen, die Tiere und die Vögel, die leidenden Arbeiter, die Eltern, die Verliebten in der Nacht, die biblischen Propheten, in der Strasse, im Haus, im Tempel und im Himmel. Und mit zunehmendem Alter dann die Tragödie des Lebens in uns und um uns ..."
Marc Chagall