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Geschichte der Weinkiste
Im 17. Jahrhundert kam die Glasflasche auf. Glas ist chemisch neutral, was es ideal geeignet für einen Flüssigkeitsbehälter macht. Durch die Erfindung des Korkens wurde Wein länger haltbar gemacht und eine Nachreifung in der Flasche wurde ermöglicht. Der Wein oxidierte nicht und nahm den Geschmack seines Behälters dadurch nicht auf. Ebenfalls wurden schon sehr früh in der Geschichte des Weinbaus Holzkisten für den Transport von Flaschen eingesetzt . Die Weinkisten schützen die empfindlichen Glasflaschen und das Holz reguliert die Feuchtigkeit.
Heutzutage transportieren nur noch 5% der Weingüter ihre Flaschen in Holzkisten. Meistens werden die Weinflaschen in Karton- oder Papp-Kisten transportiert, da diese leichter und kostengünstiger sind.
Heutzutage transportieren nur noch 5% der Weingüter ihre Flaschen in Holzkisten. Meistens werden die Weinflaschen in Karton- oder Papp-Kisten transportiert, da diese leichter und kostengünstiger sind.
Funktion
Holzweinkisten werden in der Fachsprache auch als OWC (Original Wooden Crate) bezeichnet. Wenn die Flaschen in OWC’S gelagert und versandt werden, haben sie im Inneren Holz- oder Pappverstärkungen, damit die Flaschen vor starken Transportbewegungen geschützt sind. Weinkisten ermöglichen eine waagrechte Lagerung der Flaschen, welche den Korken feucht hält und dieser so nicht austrocknen kann. Sollte es passieren, dass eine gefüllte Holzweinkiste zu Boden fällt, zerbrechen die darin enthaltenen Flaschen glücklicherweise nur selten. Bei einem Karton sieht es in einem solchen Fall anders aus.
Kein renommiertes Weingut, würde seine edelsten Tropfen in Pappkartons versenden. Dies scheint einem Luxusprodukt nicht angemessen. Ist eine Weinkiste mit einem Château gebrandet, stellt dies auch ein gewisses Statussymbol dar. Eine Flasche Wein ohne Weinkiste, hat weniger Wert als eine Flasche in einer Holzkiste. So, erzielen die teuersten Weinflaschen der Welt bei Versteigerungen zwischen 10% – 15% höhere Preise, wenn sie sich noch in einer „OWC“ befinden.
Die Kisten
Weinkisten werden von den einzelnen Weingütern hergestellt, um ihre hochwertigen Weine zu lagern und zu schützen. Eine Weinkisten hat einen Deckel und Einsätze die aus Holz oder Karton bestehen. Diese sorgen für einen gute Stabilität der Flaschen.
Weinkisten werden normalerweise aus massivem Fichten- oder Kiefernholz hergestellt, da dieses einigermaßen preisgünstig und robust genug für verschiedene Lasten ist. Die Holzkisten bleiben meistens naturbelassen.
Das Mass der Kiste richtet sich nach der Form und Anzahl der Flaschen, die sie beinhalten soll.
Die meisten Weingüter haben ihre eigene Weinkisten-Tradition, welche oftmals so alt ist, wie das Weingut selbst. Die Weingut Embleme wurden vielfach von historischen Ereignissen und tausend Jahre alten Burgen und Weinbergen inspiriert und ganz nach alter Handwerkskunst mit einem Brandstempel eingebrannt.
Französische Weinkisten
Da alle Winzer frei sind in der Herstellung ihrer Weinkisten haben sie alle sehr unterschiedliche Masse. Mit Ausnahme der Cru Familien aus Bordeaux. Diese müssen sich an strenge Regeln halten. Oft sind sie mit einem aufwendigem Brand Signet versehen. Französische Weinkisten Deckel werden nur selten mit einer Gravur versehen, meistens bleiben sie naturbelassen. Die meisten französischen Weinkisten kommen aus Bordeaux und dem Burgund.
Gravur
Die Gravur ist bei allen 6er Kisten immer auf der längeren Seite angebracht.
12er Weinkisten haben das Logo immer auf der Frontseite graviert (Breite). Auf der Seite (Länge) haben die Kisten keine Gravur. Bis auf zwei Ausnahmen, Château Clarke und Haut Smith.
Bordeaux
Viele Weingüter in Bordeaux gibt es schon seit mehr als einem Jahrtausend und fast alle haben die Bezeichnung Grand Cru oder Cru Bourgeois. Das Weingut beginnt oft mit Château, was in diesem Fall aber nicht immer ein Schloss sein muss. Die meisten Winzer Embleme sind seit Hunderten von Jahren unverändert geblieben. Die meisten Kisten, die in Bordeaux hergestellt werden, sind 12er Weinkisten.
Burgund
Das Burgund verdankt den Klöstern und Mönchen seinen ausgezeichneten Ruf als Weingegend. Sie verfügten über entsprechende Ländereien, ausreichenden Platz in den Klösterkellern sowie über die organisatorischen Fähigkeiten zur stetigen Verbesserung der Anbaumethoden. Erleichtert wurde dies durch die Aufzeichnungen der Mönche.
Die AOC der burgundischen Weinberge ist nicht so streng in Bezug auf die Übereinstimmung des Branding. Es gibt nicht annähernd so viele Weingüter, welche Weinkisten machen in Burgund, wie in Bordeaux.
Viele Weingüter aus dem Burgund beginnen mit «Clos» oder «Domaine», da ihr Ursprung bei den Mönchen liegt, nur selten liest man auch die Bezeichnung «Château». Oft wird der Vor- und Nachnamen des Produzenten mit eingebrannt .
Italienische Weinkisten
Das Weinbaugebiet in Italien ist sehr komplex. In den letzten Jahren gab es immer mehr Winzer, die ihre Weine in Holzkisten verpackten.
Gravur
Viele italienische Weinberge stellen nur 6er Kisten her und oft ohne Jahrgang. Alle Weinkisten aus Italien sind auf der Seite graviert (Länge), egal welches Format die Kisten haben. Auf die Frontseite (Breite) wird oft nur die IPPC Nummer und der Name des Weingutes eingebrannt. Dafür sind oft die Weinkisten Deckel bedruckt.
Spanische Weinkisten
In den letzten Jahren gab es immer mehr Weingüter in Spanien, welche sehr guten Wein produzieren und diesen auch entsprechend in Holzkisten verpacken.
Gravur
Die Gravur ist meistens ein einfaches Logo des Weingutes. Auch hier sind alle Weinkisten, egal welches Format die Kisten haben, auf der Seite graviert (Länge). Auf der Frontseite (Breite) wird meistens nur die IPPC Nummer und der Name des Weingutes eingebrannt. Dafür sind oft die Weinkisten Deckel bedruckt.
Portugal
Portugal ist das Land des Portweins. Der wohl bekannteste Portwein stammt aus dem Hause Taylor Port.
Amerikanische Weinkisten
Die meisten US-amerikanischen Weingüter geben viele Details zu ihren Weinkisten an. Das bekannteste Weinbaugebiet Amerikas, welches Weinkisten hat, ist das Napa Valley. Da es in den USA keine Regeln für die Konformität gibt, können die Napa-Weinberge ihre Weinkisten frei gestalten.
Südamerika
Es gibt zwei südamerikanischen Weinländer die ihre Flaschen in Holzkisten transportieren Chile und Argentinien.
Australien
Die Weinkisten Australiens können leicht mit US-amerikanischen Napa-Valley-Weingütern verwechselt werden. Beide haben ähnliche Stile, welche sich durch dicke Holzseiten und Schriftzüge in englischer Sprache auszeichnen. Die australischen Weinberge konzentrieren sich bei der Gestaltung der Weinkisten, jedoch eher auf die Region Australiens, aus welcher sie kommen oder auf den Namen des Weinbergs. Die Weingüter machen so gut wie nie größere Kisten als 12er Weinkisten . Die meisten sind entweder «normale» 6er oder flache 6er Weinkisten.
Pflege
Weinkisten, die innen eingesetzt werden sind leicht zu pflegen. Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Weinkiste nicht zu feucht wird. Reinigen lässt sich die Kiste mit einem feuchten Tuch, welches Staub und kleinere Verschmutzungen entfernen kann. Grober Schmutz kann mit einer Bürste entfernt werden. Weinkisten, die draußen benutzt werden, sollten keiner dauerhaften Feuchtigkeit ausgesetzt sein und nicht direkt auf dem Boden stehen, um ein Faulen des Holzes zu vermeiden. Um das Holz zu schützen, sollten Sie es mit einer Holzglasur oder einer wasserfesten Farbe streichen.
Erstaunliche Tatsachen…
Weinkisten Boot
Ein extravaganter italienischer Designer hatte die glorreiche Idee, aus alten Sassicaia-Kisten hölzerne Luxusjachten zu bauen, die auf die klingenden Namen „100 Points“ und „Gambero Rosso“ hören.
Teuerste Weinkiste der Welt
Mittlerweile werden schon leere Kisten mit den bekannten Namen Latour, Lafite oder Mouton Rothschild verkauft und versteigert. Das Holz wurde sozusagen von seinem Inhalt veredelt – auch wenn dieser gar nicht mehr da ist. So wurde beispielsweise bei Christie’s in London eine leere Original Holzkiste von Châteaux Mouton Rothschild aus dem legendären Jahrgang 1945 für 12.000 britische Pfund versteigert.
Diebstahl im Lagerhaus
Holzkisten lagern oft in klimatisierten Lagerhäusern oder sind während des Transports vom Weingut zum Käufer unbeobachtet. Während dieser Zeit ist es einfach, für Verbrecher die Kisten zu öffnen und mit anderen Weinflaschen wieder zu auf zu füllen. Dieser Schwindel wird oft erst nach ein paar Jahren, wenn die Kisten geöffnet werden, entdeckt.