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Betritt man vom Aarequai her den Göttibachsteg lässt sich auf der gegenüberliegenden Mauer ein Betonrelief des Künstlers Fritz Bruno Gottardi entdecken. Inmitten des lebendigen Treibens der Menschen und schwimmenden Enten, schmiegt es sich farblich und formal an seine Umgebung an, als wäre es organisch daraus erwachsen. Es ist eine einfache Grundform, die der Künstler aufgreift und welche er zu einer Fläche, bestehend aus mehreren Reihen verschiedener Länge, zusammenfügt. Das Motiv referiert auf die Wellenbewegung des Wassers und spielt mit der Idee, dass das kühle Nass auf Stein mit der Zeit tatsächlich Spuren hinterlässt. Gleichzeitig verweist es auf die Welle unterhalb der Oberen Schleuse, auf der fast zu jeder Jahreszeit Surferinnen und Surfen reiten. Der Bildhauer und Plastiker wird im Rahmen der Neuerstellung des Göttibachstegs um 1975 beauftragt und schlägt mit «Wellengang» wortwörtlich die Brücke zwischen den zwei Flussübergängen. In seiner eigenen Formsprache kreiert Gottardi mehrere grossformatige Werke im öffentlichen Raum, unter anderem erschuf er 1979 für das Spital Interlaken eine Holzplastik.
Katrin Sperry
Wellen aus Stein spiegeln sich in den Wellen der Aare.
Der Künstler setzt viele kleine Wellen zusammen.
Daraus entsteht eine grosse Welle,
wie die grosse Welle in der Schleuse.
Wellen-reiter lieben sie.
Bei Hoch-wasser verschwinden die Wellen im Wasser.
Spuren bleiben auf dem Stein.
Sara Smidt