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Aus Brüssel stammt der 1981 geborene Pianist Lucas Blondeel, der als Vierjähriger im Antiquitätengeschäft seiner Eltern einen Hammerflügel aus dem 19. Jahrhundert entdeckte – und damit seine Leidenschaft für das Spiel historischer Tasteninstrumente. Zwar absolvierte er später ein herkömmliches Klavierstudium bei Levente Kende und Heidi Hendrickx am Königlichen Musikkonservatorium Antwerpen sowie bei Klaus Hellwig an der Berliner Universität der Künste, doch spezialisierte er sich zugleich auf das Forte-piano und nahm in dieser Disziplin Unterricht bei Jos van Immerseel, Bart van Oort und Malcolm Bilson. Lucas Blondeel wurde in Belgien mit dem «Prijs Emmanuel Durlet voor Piano» ausgezeichnet; ausserdem war er Preisträger beim Artur-Schnabel-Wettbewerb in Berlin, beim Kurt-Leimer-Klavierwettbewerb in Zürich und beim «Concours de Genève», wo er für die beste Interpretation eines Schweizer Werks geehrt wurde. Auftritte führten Blondeel durch ganz Europa, in die Vereinigten Staaten und nach Japan; er konzertierte in der Suntory Hall in Tokio, war beim Ravinia Festival in Chicago zu Gast und wirkte beim Gedenkkonzert für Dietrich Fischer-Dieskau in der Deutschen Oper Berlin mit. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Kammermusik; seine Leidenschaft für das Kunstlied trug ihm 2008 beim Liedwettbewerb des Bayerischen Rundfunks einen Sonderpreis als bester Liedbegleiter ein. Als Gastgeber eines Musiksalons, den er in seiner Privatwohnung durchführt, sucht Lucas Blondeel den direkten Kontakt mit seinem Publikum. Auf CD hat er Franz Schuberts Impromptus und Klavierwerke von Joseph Haydn veröffentlicht. Seit November 2012 leitet Lucas Blondeel eine Klavierklasse an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.
August 2014