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Pickelbremse mit Haue oder Schaufel?
Der « Fall » Wir befanden uns Anfang Februar 1995 im Abstieg vom Vulkan Osorno in Chile in einem oben besonders steilen, aber spaltenfreien und fast spiegelglatten Teilstück der NO-Flanke. Zu zweit, unangeseilt, verzichteten wir wegen der Mitreissgefahr auf eine Seilsicherung.1 Während mein Kamerad auf den Frontzacken mit dem Gesicht zum Hang abstieg, wollte ich vorwärts gerichtet bleiben, was mir vermutlich zum Verhängnis wurde. Im obersten, gegen 50° geneigten Teil des Abhangs glitt ich auf dem harten, von einer dünnen Schneeschicht bedeckten Firn aus und rutschte mit überraschend hoher Anfangsgeschwindigkeit abwärts.
Die Situation war für mich nicht neu, hatten wir doch vor Jahren in einem CC-Sommerkurs den Einsatz der Pickelbremse beim Ausgleiten am Steilhang geübt. Seither halte ich in steiler Lage den Pickel stets einsatzbereit mit der Haue nach hinten in der Hand, eingedenk der Regel: « Auf den Bauch drehen, Beine spreizen und anwinkeln ( Steigeisen ), Pickelhaue einrammen, auf den Pickel liegen. » Mein entsprechendes Verhalten verhinderte in diesem Fall zumindest, dass ich in die Querlage geriet oder gar in Kopflage nach unten schoss, die Bremswirkung blieb allerdings ungenügend. Erst als ich statt der Haue die Schaufel in die Unterlage drückte, kam die insgesamt 300 m lange Fahrt in den letzten 20 m unweit eines Geröllfeldes zum Stehen. Während die Haue beim Rutschen wiederholt flach zur Seite gedrückt wurde, was die Bremswirkung verringerte, konnte die Schaufel gleichmässig senkrecht gehalten werden.
Nach der Schätzung meines Begleiters dauerte meine Rutschpartie ca. 20 bis 30 Sekunden, was einer Durch-schnittsgeschwindigkeit von 40-50 km/h entspricht. Während des Sturzes