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Kolumbien will mit Farc über Frieden verhandeln
Soldaten suchen nach Farc-Rebellen im Süden Kolumbiens. Seit fast 50 Jahren kämpft Kolumbiens Regierung gegen die linksgerichtete Farc-Guerilla. (Keystone Archiv)
Kolumbiens Regierung hat mit der linksgerichteten Farc-Guerilla die Aufnahme von Friedensgesprächen vereinbart.
Staatschef Juan Manuel Santos bestätigte, es seien «Sondierungsgespräche» mit den «Revolutionären Streitkräften Kolumbiens» (Farc) geführt worden, um den seit fast fünf Jahrzehnten andauernden Konflikt mit den Rebellen zu beenden. Die Ergebnisse dieser Kontakte würden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.
Der Konflikt zwischen den Rebellen der Farc und dem kolumbianischen Staat hat seit 1964 mehr als 200'000 Menschen das Leben gekostet. Santos unterstrich, dass die Militäraktionen während der Friedensgespräche nicht eingestellt werden sollen.
Der Präsident lud auch die prokubanische Guerilla der «Nationalen Befreiungsarmee» (ELN) ein, sich der Friedensinitiative anzuschliessen.
Bald formelle Treffen
Die formellen Verhandlungen mit den Farc sollen am 5. Oktober in Oslo beginnen, berichtete der Nachrichtenchef des Rundfunksenders RCN Radio, der ehemalige Vizepräsident Francisco Santos, ein Vetter des jetzigen Staatschefs.
Als Vermittler wurde der ehemalige kolumbianische Präsident César Gaviria genannt, der jedoch nach RCN ein entsprechendes Angebot von Santos abgelehnt habe.
Die Kontakte zur Einleitung der Friedensverhandlungen hätten in Kuba stattgefunden, berichtete RCN. Auch die Regierungen von Venezuela und Chile hätten zur Gesprächsaufnahme beigetragen. Der Fernsehsender Telesur mit Sitz in Caracas verbreitete dieselbe Information aus eigenen Quellen.
Strategie für Chávez' Wiederwahl?
Santos' Vorgänger Alvaro Uribe hatte bereits vergangene Woche von Kontakten der Regierung mit den Rebellen in Kuba gesprochen, die er als «unbegreiflich» bezeichnete. Der Zeitung «El Heraldo» sagte Uribe am Montag, die Friedensverhandlungen mit den Farc dienten der Wiederwahl des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez am 7. Oktober.
Der Generalstaatsanwalt Eduardo Montealegre begrüsste dagegen die Friedensinitiative als eine «ausgezeichnete» Nachricht. Eine Umfrage in Kolumbien ergab, dass 74,2 Prozent der Befragten den Dialog mit den Rebellen befürworteten.
Landfrage zentral
Die Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der linksgerichteten Guerillaorganisation Farc seien vielversprechender als in der Vergangenheit, findet der ehemalige Schweizer Vermittler in Kolumbien, Jean-Pierre Gontard. Eine zentrale Rolle spiele dabei die Landfrage.
Präsident Juan Manuel Santos habe es sich zu einem persönlichen Ziel gesetzt, die Friedensverhandlungen erfolgreich abzuschliessen, erklärte Gontard. Der Schweizer hatte selber von 2001 und 2008 im innerkolumbianischen Konflikt vermittelt. (basn, dpa/sda)
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