Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03320.jsonl.gz/1146

Jadon Sancho war schon mit 17 Jahren ein Bundesliga-Star, Kylian Mbappé wurde als 19-Jähriger Weltmeister und hat mit nun 21 Jahren den höchsten Marktwert der Welt.
Doch es gibt dann und wann auch immer noch jene Fussballer, die plötzlich einfach da sind. Die nicht in Jugendakademien der Profiklubs ausgebildet wurden. Oder dort früh als untauglich aussortiert wurden – und die es dann auf dem zweiten oder dritten Weg doch noch ganz nach oben geschafft haben.
Diese Fussballer zeigen, dass es sich lohnen kann, nie aufzugeben – eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Mit 15 Jahren bei Sheffield Wednesday ausgemustert. Hörte mit dem Fussball auf, musste nach einer Kneipenschlägerei ein halbes Jahr lang eine Fussfessel tragen. Begann auf Hobbyniveau wieder mit dem Fussball – in der siebthöchsten Liga. Wechselte mit 25 Jahren aus der fünften in die zweite Liga zu Leicester City. Vardy stieg mit den «Foxes» in die Premier League auf, ballerte sie 2016 zum sensationellen Meistertitel. Wurde Englands Fussballer des Jahres und kam mit 28 Jahren zu seinem Länderspieldebüt. Ist mittlerweile 33-jährig, spielt immer noch bei Leicester – und führt die Torschützenliste der besten Liga der Welt an.
War als Jugendlicher nie im Leistungszentrum eines grossen Klubs oder in einer Nachwuchs-Nationalmannschaft – sondern bei der SG Blaubach-Diedelkopf in der Pfalz. Klose spielte dort auch bei den Erwachsenen in der siebten Liga, ehe er mit 20 Jahren zum FC Homburg in die dritte Liga wechselte. Nach dem Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern bestritt er mit knapp 22 Jahren sein erstes Bundesligaspiel. Wurde Torjäger der «Roten Teufel», von Werder Bremen und Bayern München, ist mit 71 Toren in 137 Länderspielen deutscher Rekordtorschütze und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 2014. Niemand erzielte in der Geschichte der Weltmeisterschaften mehr Tore als er (16 bei vier Teilnahmen).
Machte erst seinen Abschluss an der HSG, ehe er mit knapp 25 Jahren vom FC Gossau zum FC St.Gallen wechselte und dort Profi wurde. Als 26-Jähriger das erste von 20 Länderspielen, in fünf Saisons mit drei Klubs vier Mal Meister (2000 St.Gallen, 2001 Innsbruck, 2002 und 2004 Basel).
Wechselte mit 21 Jahren von der zweiten in die dritte französische Liga, weil ihm kein Potenzial attestiert wurde. Kehrte zurück in die Ligue 2, wurde Torschützenkönig und wechselte 24-jährig zum Erstligisten Montpellier. Schoss die Südfranzosen als Torschützenkönig gleich zum Meistertitel. Debütierte mit 25 im Nationalteam, für das er seither 97 Partien bestritt – mit dem Gewinn des WM-Titels 2018 als Höhepunkt. Längst ist Giroud ein etablierter Premier-League-Star, zunächst bei Arsenal, mittlerweile bei Chelsea.
Spielte lange in der Zweit- und Drittklassigkeit, ehe ihn als 25-Jähriger der FC Everton in die Premier League holte. Dort fiel er mit drei Platzverweisen in einer Saison auf, er wechselte zurück nach Perugia in die Serie A. Die Karriere nahm nun richtig Fahrt auf: Materazzi wurde als 28-Jähriger von Inter Mailand verpflichtet und zum Nationalspieler. Im WM-Finale 2006 gegen Frankreich verschuldete er einen Penalty, erzielte per Kopf den Ausgleich, provozierte Zinédine Zidane zum berühmten Kopfstoss, traf im Penaltyschiessen und durfte schliesslich als 33-Jähriger den goldenen WM-Pokal küssen.
Schrieb den Traum von einer Karriere als 20-Jähriger ab, verdiente sich seinen Lohn als Fischer und Kontrolleur von Bustickets. Dann klappte es mit 22 doch noch, der Kolumbianer unterschrieb seinen ersten Profivertrag und wechselte mit 25 Jahren nach Europa. Dank vieler Tore für Brügge holte ihn der FC Sevilla, die Reise führte ihn zur AC Milan und wieder nach Spanien (Villarreal).
Musste den Traum vom Profi als 20-Jähriger wegen Rückenproblemen beerdigen, kickte in der 1. Liga. Als die Schmerzen weg waren, versuchte er es mit 25 Jahren noch einmal. Nach einem halben Jahr beim SC Kriens in der Nationalliga B wurde er für eine halbe Saison an den FC Basel verliehen, ehe im Sommer 2000 der Wechsel zu YB folgte. Bei den Bernern wurde er in einem Jahrzehnt zum Kultstürmer, der 74 Tore in 267 Spielen erzielte. Als 30-Jähriger kam Häberli sogar zu seinem ersten (und zugleich letzten) Länderspiel.
Konnte als Teenager keine Grossklubs überzeugen, arbeitete auf dem Bau und spielte nebenbei zum Plausch Fussball. Wurde dann doch noch entdeckt und unterschrieb bei Crystal Palace kurz vor dem 22. Geburtstag seinen ersten Profivertrag. Der Stürmer wurde später von Fans zum Palace-Spieler des Jahrhunderts gewählt, er wurde mit Arsenal Meister, Cupsieger, Cupsiegercup-Sieger und Torschützenkönig, nur Thierry Henry schoss mehr Tore für die «Gunners» als der 33-fache englische Nationalstürmer.
Spielte noch als 21-Jähriger bei Iperzola in der vierten Liga. Stieg mit 25 Jahren mit dem FC Empoli in die Serie A auf, etablierte sich dort nach Jahren in den Niederungen auf Anhieb. Wurde 42-facher Nationalspieler, Vize-Europameister 2012 und als «Bomber» von Udinese eine Klublegende: Di Natale erzielte in 385 Spielen 191 Tore für das Team aus dem Friaul.
Lehnte als 18-Jähriger ein Angebot des VfL Bochum ab, weil er nicht an eine Profikarriere glaubte. Blieb deshalb bei seinem Jugendklub SV Auersmacher in der Oberliga, ehe er mit 20 in die zweite Mannschaft des 1. FC Köln wechselte. Gab mit 22 sein Debüt bei den Profis, stieg mit den «Geissböcken» als 24-Jähriger in die Bundesliga auf. Wurde wenig später Nationalspieler, ist seither unbestritten – und Köln blieb der Kapitän trotz zwischenzeitlichem Abstieg treu.
Aus einem anderen Grund als die anderen in dieser Liste, schliesslich spielte Briegel bereits als 20-Jähriger für Kaiserslautern in der Bundesliga. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass er erst als 17-Jähriger erstmals im Klub Fussball gespielt hat. Zuvor setzte die «Walz aus der Pfalz» auf die Leichtathletik, wurde deutscher Jugendmeister im Weitsprung und Dreisprung. Später Europameister 1980, Meister mit Hellas Verona, Cupsieger mit Sampdoria Genua – und zum Karriere-Ausklang Spielertrainer des FC Glarus in der Nationalliga B.
Machte eine Ausbildung bei der Polizei und spielte nebenbei beim drittklassigen VfB Oldenburg. Wurde als 26-Jähriger Profi, lief für Kaiserslautern, Borussia Dortmund und Werder Bremen auf. Alles Spitzenteams, doch Schulz war immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Während seiner Bundesliga-Karriere holten die drei Klubs zusammen zwölf Titel – Schulz war jeweils nicht mehr oder noch nicht da. «Der Lange» wurde zwei Mal Vizemeister, verlor den Final des UEFA-Cups und wurde Vize-Europameister 1992.
Verbrachte seine Karriere lange Zeit in der Serie B und in der Serie C, war bei No-Name-Klubs wie Pievigina, Pergocrema oder Fano. Als Cesena trotz seiner Tore in die Serie C abstieg, wechselte «der Bison» zu Brescia – und damit mit zarten 30 Jahren erstmals in die Serie A. Den Karrierehöhepunkt erlebte er mit 35 Jahren, als er 2001/02 als Piacenza-Stürmer gemeinsam mit David Trezeguet von Juventus Torschützenkönig wurde.
Kannte Nachwuchszentren der Profiklubs nur vom Hörensagen, stieg als Amateur aber Stufe um Stufe nach oben. Wechselte als 23-Jähriger zu Hannover 96, wo er für die zweite Mannschaft eingeplant war. Machte seine Sache dann so gut, dass er gleich für das Bundesligateam aufgeboten wurde und seinen ersten Profivertrag erhielt.
Bestritt kurz vor dem 24. Geburtstag sein erstes Ligue-1-Spiel für Guingamp, nachdem er als 21-Jähriger seinen ersten Profivertrag beim Zweitligisten Le Mans unterschrieben hatte. Als Olympique Marseille den 25-Jährigen engagierte, begann eine Weltkarriere. Drogba wurde mit Chelsea vier Mal Meister und er holte mit den «Blues» die Champions League. Für die Elfenbeinküste schoss er 65 Tore in 105 Länderspielen.
Tingelte durch die italienische Provinz, ehe er mit 23 Jahren erstmals in der Serie A spielte. Der endgültige Durchbruch gelang ihm aber erst nach einer Rückkehr in die zweite Liga, wo er Palermo zum Aufstieg schoss. 27-jährig war der «Ohrenschrauber» auf der grossen Bühne angekommen – und mit etwas Verspätung wurde aus dem Stürmer ein Star von Bayern München und 2006 ein Weltmeister.
Eine der ungewöhnlichsten Geschichten von Fussball-Sternschnuppen, die rasch auftauchten und rasch wieder verschwanden, nachzulesen ist sie im Buch «Der Traumhüter». Die Kurzfassung: Leese spielte in der Viertklassigkeit, als Bayer Leverkusen ihn mit 27 Jahren als dritten Torwart verpflichtete. Nach einer Saison ohne Einsatz holte ihn 1997 überraschend das in die Premier League aufgestiegene Barnsley. Leese hexte den Underdog zu einem 1:0-Sieg beim FC Liverpool und verschwand nach zwei Jahren in England wieder in den Niederungen des deutschen Fussballs, weil ihn kein Profiklub mehr wollte. Eine Geschichte, die märchenhaft und zugleich wie ein Fehler in der Fussballmatrix wirkt.
Wurde mit 15 Jahren beim FC Aarau ausgemustert, ging zum SC Schöftland in die 2. Liga Inter und danach in die 1. Liga zum FC Solothurn. Erhielt mit knapp 21 Jahren beim FC Thun doch noch eine Chance im Profifussball und die nutzte er. Via YB und Basel führte Steffens Weg in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg und ins Schweizer Nationalteam.