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Das schwedische Life & Peace Institute widmete seine Juli/August 2016 Ausgabe der Frage nach der Rohstoffindustrie am Horn von Afrika und welche soziopolitischen Auswirkungen dieser grosse Wirtschaftszweig auf die Region hat. Die Rohstoffförderung hat bereits in Botswana bewiesen, dass sie durchaus zu einem stabilen wirtschaftlichen Wachstum beitragen kann. Am Horn wurde dieser Sektor aber erst kürzlich entdeckt. In Eritrea wurden grosse Gold, Kupfer und Silbervorkommen entdeckt, was dem Land zu globaler Beachtung verhalf. In Kenia und Uganda hat man Öl gefunden und Äthiopien beherbergt grosse Goldminen und man glaubt an das Potential der Gasförderung. Sogar im strukturell schwachen Somalia kann man der Ölförderung ein paar positive Resultate abgewinnen.
Abgesehen von den üblichen Problemen von Regierungen mit diesem Geschäft hat das Horn von Afrika aber auch ein paar wichtige Eigenheiten. Die Ressourcen befinden sich fast ausschliesslich in peripheren Gebieten und Grenzregionen, wo die Bevölkerung politisch marginalisiert und strukturell abgeschnitten von den Metropolen ist. Durch das Rohstoffvorkommen haben die Regierungen ihr Interesse für diese Regionen wieder gefunden und üben wieder verstärkt Kontrolle über die vernachlässigten Gebiete aus. Diese Regionen gehören in allen Ländern zu den ärmeren und zu jenen mit den höchsten Analphabetenraten. Diese Spannung zwischen der Bereicherung des Staates und des Nichterfüllens der Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung führt in den ohnehin schon fragilen Regionen zu neuen Konflikten. Die Mitwirkenden dieses Bulletins sind der Ansicht, dass der Rohstoffreichtum zu einem Segen in der Region werden kann, wenn institutionelle Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine Verteilung des gewonnenen Reichtums ermöglicht. Eine zu kurz greifende Ausbeutung hingegen könnte die Regionen zu noch mehr Instabilität führen.