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«Prozess Neuland» so nennt sich die Entwicklung im Bistum, welche zum Ziel hat, dass Kirche auch in Zukunft nahe bei den Menschen ist. Alle auf Augenhöhe, eine lebensbejahende, inklusive Kirche, wo jede Person mit ihren Fähigkeiten und Talenten gefragt ist, welche autobiografische Entwicklung wertschätzt und fördert und die Gewissheit hat, dass die Zusage Gottes allen Menschen gilt. Das ist Neuland!
Jede Woche schreibt eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger zum kommenden Sonntagsevangelium eine biblische Inspiration, in der der Grundgedanke vom Prozess Neuland aufgenommen ist.
Aus dem Evangelium vom 14. April 2019, Palmsonntag, Lk 22,24-30
Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Grösste sei. Da sagte Jesus: Die Könige herrschen über ihre Völker und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Grösste unter euch soll werden wie der Kleinste und der Führende soll werden wie der Dienende. Welcher von beiden ist grösser: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der, der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient. In allen meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt. Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken, und ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Gedanken zum Evangelium
«Es herrschte ein Streit unter ihnen, wer denn der Grösste sei.» Wenn wir die Passionsgeschichte am Palmsonntag hören, dann wird auch dieser wenig rühmliche Teil aus dem Abendmahlssaal in Jerusalem nicht ausgelassen. Die Jünger diskutierten doch tatsächlich darüber, wer von ihnen wohl der Wichtigste, der Erste, der Bedeutendste, der Grösste sei. Von Jesus werden sie prompt zurechtgewiesen. «Der Grösste unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Führende (…) wie der Dienende.»
Manchmal kommt es mir so vor, als hätten wir in der Kirche diese Zurechtweisung Jesu überhört und wären immer noch in der Rolle der diskutierenden Jünger gefangen – oder zumindest werden wir von aussen manchmal so wahrgenommen. Wenn wir nun wirklich Neuland betreten möchten, dann müssen wir dieser Ansage Jesu Christi (noch) radikal(er) Folge leisten. Wenn wir wirklich Neuland betreten möchten, dann muss das «Dienende» endlich bis in den letzten Winkel unserer Institution sichtbar werden. Wenn wir wirklich Neuland betreten wollen, dann gilt dieser Aufruf zum Dienen (ohne Ausnahme) uns allen.