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Umweltrisiken Moxidectin-haltiger Tierarzneimittel nach Anwendung bei Rindern, Schafen und Pferden
05.08.2019
Swissmedic informiert in Absprache mit Zoetis Schweiz GmbH über neue Warnhinweise hinsichtlich Umweltrisiken Moxidectin-haltiger Tierarzneimittel, die bei Rindern, Schafen und Pferden angewendet werden.
Moxidectin erfüllt die Kriterien eines persistenten, bioakkumulierbaren und toxischen (PBT) Stoffs, der möglichst limitiert in die Umwelt gelangen soll. Behandlungen von Rindern, Schafen und Pferden mit Moxidectin sind vor diesem Hintergrund nur nach strenger Indikation durchzuführen. Ein wichtiges Kriterium für die Indikationsstellung ist z.B. die Anzahl und Art der in den Fäkalien festgestellten Parasiteneier und eine darauf basierende Risikobewertung des Parasitenbefalls auf Einzeltier- und/oder Herdenebene.
Die Arzneimittelinformation der Tierarzneimittel, die den Wirkstoff Moxidectin enthalten, wurde entsprechend den Empfehlungen des europäischen Ausschusses für Tierarzneimittel (CVMP) mit Informationen zu Umwelt-Risikominderungsmassnahmen ergänzt (Referral EMEA/V/A/1161). Wie andere makrozyklische Laktone besitzt Moxidectin das Potenzial, Nicht-Zielorganismen negativ zu beeinflussen.
- Um das Risiko persistierender und toxischer Rückstände für Wasser- und Sedimentsorganismen zu mindern, werden in der Arzneimittelinformation neu Präparate-spezifische Ausschlusszeiten für den Zugang behandelter Tiere zu Gewässern angegeben. Zu beachten ist zudem die korrekte Entsorgung der Tierarzneimittel. Studien an Algen, Krebstieren und Fischen zur akuten und chronischen Toxizität von Moxidectin zeigen, dass eine Kontamination von Gewässern mit Moxidectin schwerwiegende und lang anhaltende Auswirkungen auf die Wasserorganismen haben könnte.
- Um das Risiko toxischer Rückstände in Dung mit Blick auf die Dungfauna zu adressieren wurde die Arzneimittelinformation mit Warnhinweisen ergänzt. Diese weisen z.B. darauf hin, dass für behandelte Tiere der Zugang zur Weide einzuschränken ist. Eine wiederholte Behandlung der Tiere auf derselben Weide könnte zudem eine ungenügende Erholung der beeinträchtigen Dungfauna mit sich bringen.
Weitere Informationen können den entsprechenden aktualisierten Arzneimittelinformationen unter www.tierarzneimittel.ch entnommen werden. Weiterführende Angaben zum EU referral sind auf der Internetseite der EMA einsehbar.