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Die beiden ehemaligen Spitzenfunktionäre Blatter und Valcke wurden von der Rechtskammer der Ethik-Kommission der FIFA mit einer Busse von einer Million Franken belegt. Zudem dürfen beide nach Ablauf der derzeit gegen sie laufenden Sperren für weitere sechs Jahre und acht Monate keine Tätigkeit im Fussball ausüben.
Blatter und Valcke haben laut der Ethikkommission gegen diverse Punkte im Ethik-Reglement der FIFA verstossen. Beiden wird die Verletzung der Loyalität, Interessenkonflikte sowie das Angebot und die Annahme von Geschenken oder sonstigen Vorteilen vorgeworfen. Valcke soll zudem seine Stellung missbraucht haben.
In dem von der FIFA veröffentlichten Communiqué ist von «Bonuszahlungen im Zusammenhang mit FIFA-Bewerben, die an hochrangige FIFA-Funktionäre bezahlt wurden, verschiedenen Zugeständnissen bei und Verlängerungen von Arbeitsverträgen sowie die Rückerstattung privater Rechtskosten durch die FIFA im Fall von Herrn Valcke» die Rede.
Allein im Zuge der beiden Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien sollen Blatter und Valcke Bonuszahlungen von 23 bzw. 19 Millionen Franken erhalten haben, die teilweise nicht in den finanziellen Jahresberichten der FIFA auftauchten. Laut dem Bericht stieg Blatters regulärer Jahreslohn nach seiner Wiederwahl 2007 auf zwei Millionen Franken netto pro Jahr - Auto, Wohnung und ein von der Finanzkommission der FIFA gesprochener Bonus exklusive.
Blatter präsidierte den Weltverband von 1998 bis 2015. Zuvor war der Walliser seit 1975 in diversen Funktionen bei der FIFA tätig, von 1981 bis zu seiner Wahl als Präsident als Generalsekretär. Diese Funktion übte von 2007 bis 2016 der heute 60-jährige Franzose Valcke aus.
Blatter spricht von «Schein-Justiz»
Dies sei «ein schmerzhafter und nicht nachvollziehbarer Nackenschlag», liess Blatter via seinem Kommunikationsberater aus einer Reha-Klinik in den Walliser Alpen ausrichten. Dem 85-Jährigen geht es gesundheitlich wieder besser, nachdem er Ende des letzten Jahres als Folge einer Herzoperation rund vier Wochen auf der Intensivstation und phasenweise im künstlichen Koma gelegen hat.
Er sei vom Entscheid total überrumpelt, so Blatter. «Die Ethikkommission in ihrer jetzigen Form hat mit einer unabhängigen Instanz nichts mehr zu tun - sie ist viel mehr der verlängerte Arm des FIFA-Präsidenten und nicht viel mehr als eine Schein-Justiz.»
Blatter wie Valcke sind von der FIFA wegen anderer Vergehen noch bis Oktober 2021 bzw. Oktober 2025 suspendiert, die nun verhängten Sperren treten erst danach in Kraft. Blatter war 2015 wegen einer Zahlung von zwei Millionen Franken an den damaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini zunächst für acht Jahre gesperrt worden. Die Sperre wurde später auf sechs Jahre reduziert. Valcke wurde unter anderem wegen des Weiterverkaufs von WM-Tickets für zehn Jahre suspendiert. Der Einspruch des Franzosen gegen die Sperre am Schweizer Bundesgericht wurde 2019 abgelehnt.