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Wie erkennt man eine ungenügende Vitamin D Versorgung?
Vitamin D wurde ursprünglich immer mit der Gesundheit von Knochen in Zusammenhang gebracht, weil es primär die Kalziumaufnahme und Mineralisation der Knochen fördert. Deshalb werden krankhafte Zustände mit ungenügender Verknöcherung als Leitsymptome einer Vitamin D Unterversorgung erkannt. Mit den neuen Leitlinien und der Anhebung der Sollwerte für Vitamin D auf über 30 ng/ml ist der Stellenwert dieser Symptome am Bewegungsapparat gesunken, da in der Regel, mit den angestrebten höheren Werten im Blut, kaum Probleme am Bewegungsapparat mehr auftreten.
Erst das Messen der Blutwerte von Vitamin D wird heute somit eine sichere Auskunft über die Vitamin D Reserven geben. Andere Symptome, wie eine höhere Infektanfälligkeit oder Müdigkeit, geben keinen sicheren Anhaltspunkt für eine Vitamin D Unterversorgung. Ein Vitamin D Mangel gehört in die Hände eines Arztes und wird durch ein Arzneimittel behoben.
Risikogruppen für eine Vitamin D Unterversorgung
Gross angelegte epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass ein grosser Teil der Bevölkerung in allen Alterskategorien von einer Vitamin-Unterversorgung betroffen ist. Im letztmals publizierten Bericht zur Vitamin D Versorgung der Schweizer Bevölkerung, kommen die Autoren zum Schluss, dass rund 50 % der Jungen und Erwachsenen von einer Unterversorgung mit Vitamin D betroffen sind, während der Anteil bei den älteren Bevölkerungsgruppen (über 65-Jährige) noch höher ist.
Ältere sind besonders häufig von einer Vitamin D Unterversorgung betroffen
Ältere sind besonders von einer Vitamin D-Unterversorgung betroffen, weil die Eigensynthese von Vitamin D in der Haut aufgrund der Hautatrophie abnimmt und weil sie erfahrungsgemäss auch weniger an die Sonne gehen. Die typische Schweizer Ernährung kompensiert diesen alimentären Mehrbedarf häufig nicht.
Schwangere müssen auf eine ausreichende Vitamin D Versorgung achten
Schwangere sollten besonders um eine ausreichende Vitamin D Versorgung besorgt sein, denn bei einer Schwangerschaft steigt der Bedarf an Vitamin D an, denn Vitamin D hat eine Funktion bei der Zellteilung, die während der Schwangerschaft vermehrt stattfindet.
Neugeborene müssen im Bedarfsfall mit Vitamin D versorgt werden
Neugeborene und Säuglinge, vor allem wenn die Mutter bereits während der Schwangerschaft eine Vitamin D-Unterversorgung hatte, können eine schwere Vitamin D-Defizienz entwickeln. Die Muttermilch selbst enthält wenig Vitamin D und gewährleistet somit keine adäquate Versorgung des Kleinkindes. Ein schwerer Vitamin D Mangel beim Kind und beim Jugendlichen äussert sich mit dem klinischen Bild der Rachitis. Symptome dieser Krankheit sind neben den Knochenwachstumsstörungen, Zahnschmelzdefekte, Schreckhaftigkeit, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, übermässiges Schwitzen, Verstopfung und erhöhte Infektanfälligkeit. Deshalb wird in der Schweiz jedem Neugeborenen standardmässig ein Vitamin D Präparat (Arzneimittel) zur Vorbeugung eines Vitamin D Mangelzustandes verschrieben.
Übergewichtige brauchen besonders viel Vitamin D
Übergewichtige mit einem Body Mass Index (BMI) über 30 kg/m2 stellen auch eine Gruppe von Menschen dar, die vermehrt von einer Vitamin D Unterversorgung betroffen sind, obwohl sie kalorienmässig sehr gut versorgt sind. Bei Übergewichtigen wird das Vitamin D (fettlösliches Vitamin) in den Zellen des Fettgewebes gespeichert, so dass insgesamt für andere Zellen zu wenig Vitamin D zu Verfügung steht. Übergewichtige sollten deshalb auf eine adäquate Zufuhr von Vitamin D achten.
Magen-Darm-Trakt Störungen vermindern Vitamin D Aufnahme
Vitamin D wird vor allem im Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Leiden Patienten unter Störungen in diesem Bereich, kann es unter anderem auch zu einer Vitamin D-Unterversorgung kommen. Patienten mit einem Magenbypass oder, die an einem Malabsorptionssyndrom leiden (Nahrungsmittelallergien unterschiedlicher Genese, entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn), sollten deshalb auch auf eine ausreichende Vitamin D Versorgung achten. Bei der Dosierung von Vitamin D bei diesen Patienten ist zudem die beschränkte Aufnahmekapazität des Darmes zu berücksichtigen. Solche Situationen müssen von einem Arzt beurteilt und adäquat mit einem Arzneimittel unter ärztlicher Aufsicht therapiert werden.