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Hinter dem zweiten Vorhang aber liegt der Teil des Zeltes, der das Allerheiligste genannt wird, mit dem goldenen Räucheraltar und der ganz mit Gold überzogenen Bundeslade, in welcher sich der goldene Krug mit dem Manna sowie der Stab Aarons, der Blüten getrieben hatte, und die Bundestafeln befinden. Heb 9:3-4
Es war einmal ein Bauer, der hatte 3 Söhne. Alle drei wuchsen mit ihm auf. Sie hatten gute Zeiten mit den Tieren, auf den Feldern, als Familie. Sie spielten, arbeiteten zusammen, aber der Vater lehrte sie auch viel. Neben dem typischen Rüstzeug eines Bauern lehrte er sie lesen und schreiben, rechnen und Fremdsprachen. Nicht dass ein Bauer dies nicht bräuchte oder könnte, aber er ging weiter mit Ihnen, als es der typische Bauer machen würde.
Die drei Söhne fragten sich immer wieder, wofür sie Integralrechnung, Physik und Chemie, aber auch Geographie und Wirtschaftswissenschaften brauchen würden. Oft maulten sie und beschwerten sich beim Vater. Dieser sagte ihnen aber immer wieder das Gleiche: ich möchte, dass Euch alles im Leben offen steht. Doch die Jungs waren eigentlich zufrieden mit dem, was sie hatten, und liebten die Freiheit auf dem Land, den Umgang mit der Natur, aber vor allem die Familie.
Es war der Älteste, der sich als erster nach mehr sehnte. Es kam nicht plötzlich über Nacht. Und doch verspürte er den Drang, die Welt zu sehen. Der Vater stand ihm nicht im Weg, und so zog er los in die Stadt. Er schaffte es auf die Uni und wurde Anwalt. Doch das Leben in der Stadt, die Universität hatten ihn verändert. Er eröffnete eine Kanzlei und ging nur noch selten nach Hause zu seinem Vater. Als Homage an seine Jugend hatte er Land- und Agrarrecht studiert. So konnte er das früher Gelernte verwenden, wenn auch nur in der Theorie. Beim Land ging es nun um Besitzrecht, bei den Pflanzen und Tieren um ethische Probleme der Gentechnologie.
Als er feststellte, dass seine Kinder zu Zeichnen begannen – schöne Bilder des Bauernhofs seines Vaters, allerdings mit lila Kühen – verbot er es ihnen. Er wollte sie noch besser für die Zukunft vorbereiten, als es sein Vater für ihn getan hatte, und nahm ihnen die Farbstifte weg, gab ihnen Bleistifte, und lehrte sie schreiben.
Der Mittlere war anders als sein älterer Bruder. Er war kreativ, wenn dieser logisch war. Doch auch ihm wurde die Welt des Bauernhofs zu eng. Auch er zog in die Stadt und wurde Koch. Sein Wissen über Lebensmittel und seine Kreativität halfen ihm, wunderbare Gerichte zu zaubern, die die Menschen erfreuten und begeisterten und nährten. Die Beziehung zum Vater jedoch beschränkte sich darauf, die Früchte und Gemüse von ihm zu beziehen. Oft ging er selber noch auf den Hof, um einzukaufen.
Er freute sich über die Zeichnungen seiner Kinder. Als sie klein waren, begleiteten sie ihn oft auf den Bauernhof. Später wurde das weniger, und sie vergassen allmählich, wie das Gesicht des Grossvaters aussah. Doch erinnerten sie sich an die Tiere und die Felder.
Der Jüngste blieb zu Hause. Er liebte das Leben auf der Farm. Der Kontakt mit den Tieren, mit dem Land. Und vor kurzem hatte ihm der Vater den Hof übergeben. Der Vater lebte immer noch dort – und würde auch nie weggehen. Und oft war der Jungbauer froh, wenn er um Rat fragen durfte. Zum Beispiel, wenn er unsicher war, was Recht und Unrecht war. So wurde er immer sicherer in seinem Urteilsvermögen, und dadurch freier, sich kreativ auszudrücken.
Von seinem Hof bezogen einige Restaurants in der Stadt ihr Essen – nicht nur das seines Bruders. Auch Lebensmittelläden – auf dem Umweg über die Industrie – verkauften sein Essen. So erstaunte es nicht, dass beide seine Brüder von dem Land lebten, dass sie als Kinder selber bestellt hatten.
Und die Kinder des Jüngsten liebten ihren Grossvater.
Die Reise
Der Tempel, die Stiftshütte ist ein Bild für das Leben eines Christen. Wir entschliessen uns, uns auf Gott einzulassen, und betreten den Vorhof. Von da geht die Reise weiter hinein und höher hinauf. Am Altar vorbei, Sinnbild für das Opfer Jesu am Kreuz, zum Waschbecken, dem Eintritt ins Heiligtum, und schliesslich ins Allerheiligste. Machen wir uns zusammen auf diese Reise. Und wenn wir im Allerheiligsten angekommen sind, entdecken wir drei Symbole in der Bundeslade, welche eigentlich die drei Räume, die wir eben durchschritten haben, sehr gut wiedergeben. Und doch ist etwas anders.
Die Steintafeln mit dem Gesetz
Im Vorhof haben wir die Gnade Jesu erfahren. Aber wir sind immer noch im natürlichen Licht. Unsere Sicht auf die Dinge ist natürlich, rational, menschlich. So auch auf das Gesetz. Wir neigen dazu, Dinge als richtig und falsch zu klassieren. Das macht man nicht mehr als Christ, aber das andere musst Du jetzt machen.
Doch Jeremia sagt uns folgendes:
Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; … Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr:Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Jer 31:31.33
Und dieser neuen Bund ist besiegelt:
Desgleichen [nahm er] auch den Kelch nach dem Mahl und sprach:Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Luk 22:20
Wir erkennen dies aber erst im nächsten Raum: Der Heilige Geist – in der Geistestaufe – schliesst uns mehr und mehr die Tatsache auf, dass das Gesetz nun in uns lebt. Gott gibt uns die Wünsche unseres Herzens. Aus der Beziehung zu ihm wird das Gesetz von einer Last zu einer Freude. Wir möchten es einhalten.
Das Manna – der zweite Gegenstand in der Bundeslade.
Durch die Geistestaufe sind wir im Heiligtum angekommen. Hier erhellt der Leuchter den Raum – Sinnbild für den Heiligen Geist. Der Mittelschaft, in dem das Öl eingefüllt wird, symbolisiert Jesus, die drei Arme auf der einen Seite mit je drei Verzierungen die neun Gaben des Geistes (1Ko 12:1-11), die anderen die Frucht des Geistes – die sich auch in neun Formen zeigt (Gal 5:22-23). Die 18 Verzierungen mit den 4 auf dem Mittelmast zeigen auf das Wort hin, da das hebräische Alphabet 22 Buchstaben hat. Der Tisch mit den Schaubroten zeigt uns, dass Gott unser Versorger ist, und das wir Jesus, dem Brot der Welt, ähnlich sind – zwei identische Stapel von Brot.
Doch schauen wir aus uns heraus auf die Versorgung und die Geschenke, die wir von Gott erhalten. Und weniger auf ihn. Darum das Manna – die Israeliten haben diese Gabe Gottes sogar verachtet und Fleisch verlangt.
Doch in der Bundeslade haben wir die Gaben und die Versorgung Gottes verinnerlicht – es geht nicht mehr darum, was wir von Gott erhalten können, sondern wie wir zur Frucht für andere werden können.
Zum dritten Stück – der Stab des Aaron
Es symbolisiert das Allerheiligste. Der Stab Aarons wurde während einer Rebellion des Volkes mit 11 anderen Stäben für die 12 Stämme in das Zelt gelegt (Num 17:17ff). Aarons Stab blühte als einziger. An dem Stab waren Blätter, Blüten, und reife Mandeln.
Der Stab steht also für Autorität und Auftrag. Aaron war berufen als Hohepriester, Levi als Stamm von Leviten und Priestern. Wir sind berufen als ein Volk von königlichen Priestern. Aber wir müssen nicht perfekt sein: neben reifen Früchten sind auch Blüten und Knospen vorhanden. Kind – Jugendlicher – Vater. 30 – 60 – 100-fach. um nur zwei Beispiele zu nennen.
Die Mandel steht dafür, dass Gott über seinen Wort wacht.
Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen:Was siehst du, Jeremia? Da sprach ich:Ich sehe den Zweig eines Mandelbaumes. Da sprach der Herr zu mir:Du hast recht gesehen; denn ich werde über meinem Wort wachen, um es auszuführen. Jer 1:11-12
Ein Wortspiel. Was siehst Du. Shoqet. Und ich werde shaqat.
Gott wacht über allen seinen Versprechen, seinen Geboten, seinen Träumen. Kein Wort kehrt leer zu ihm zurück. Besonders Träume – gehen wir doch schwanger mit unseren Träumen. Und Mandeln sind reich an Folsäure, welche besonders wichtig ist für Schwangere. Es braucht also Autorität, Auftrag und Reife, damit Träume ausgetragen werden können. Aber Gott wacht darüber.
Diese drei Gegenstände sind in der Bundeslade. Die wahre Bundeslade ist im Himmel – Jesus. In ihm, und nur in ihm, haben wir Zugang zum Allerheiligsten, denn nur der Hohepriester darf ins Allerheiligste. Jesus, unser Hohepriester nach der Ordnung von Melchisedek. Er der Kopf, und wir der Leib. In Christus.
Als dies wurde wahr am Kreuz – dort, zu Beginn unserer Reise. Alles ist vollbracht. Nur habe ich es noch nicht begriffen. Geprägt von meiner Umwelt, meinen natürlichen Sinnen, meiner Bildung sehe ich die Wahrheit noch nicht. Es ist ein Prozess, eine Reise, diese Wahrheit zu erkennen und herauszuschälen.
Die Mandelblüte ist fünfblättrig. Die Zahl fünf steht für die Gnade. Die Gnade Gottes ist notwendig für die ganze Reise. Und auch das Gnadengeschenk, welches uns Jesus gemacht hat: er hat uns andere Menschen gegeben. Apostel, Propheten, Evangelisten, Pastoren und Lehrer, ausgerüstet, uns auf dieser Reise zu führen, anzuleiten, uns in die Reife zu bringen und in unseren Dienst (Eph 4:11-16).
Insofern ist es nicht wichtig, wo Du auf dieser Reise bist. Wichtig ist, das Du weitergehst. Tiefer hinein und höher hinauf.
Kommst Du mit?