Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/10569

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird um die Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:</p><p>1. Sieht der Bundesrat in den neu entwickelten, doppelseitig einsetzbaren Photovoltaikmodulen einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Solarenergie und zur Realisierung der vorgeschriebenen Lärmschutzmassnahmen?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, ohne Verzug erste Versuche mit den neuen Modulen in Angriff zu nehmen und diese im Erfolgsfalle systematisch auszuweiten?</p><p>3. Welche Kosteneinsparungen erachtet der Bundesrat als Folge der neuen Technik im Vergleich zu den bisher genannten Zahlen für Lärmschutzmassnahmen entlang Nationalstrassen und SBB-Linien als realistisch?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Für die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) müssen keine zusätzlichen Flächen beansprucht werden. Bestehende Infrastrukturen wie Gebäude und Verkehrsflächen können doppelt genutzt werden. Das Vorhandensein einer tragenden Struktur und von Einspeisemöglichkeiten in das Stromnetz prädestinieren Schallschutzwände als Träger von PV-Anlagen, da Schallschutz praktisch nur in bewohnten Gebieten notwendig ist, welche weitgehend elektrifiziert sind.</p><p>Die PV-Anlagen auf Schallschutzeinrichtungen entlang von Nationalstrassen und Bahnlinien sind bisher als Pilotprojekte im Rahmen von "Energie 2000" gefördert worden. Das weitere Verfolgen der Kombination von Schallschutz- und PV-Anlage ist lohnenswert und wird vom Bundesamt für Energiewirtschaft zusammen mit dem Bundesamt für Strassenbau wahrgenommen. Mittels Pilotanlagen an geeigneten Stellen muss die Wirksamkeit als Schallschutzeinrichtung noch erhärtet werden. Entsprechend den Resultaten aus der Pilotprojekten kann das erschliessbare Potential ermittelt werden.</p><p>Da die Kosten für Zellen, Kapselung und Kontaktierungen (Modulkosten) unabhängig vom Zellentyp (einseitig, doppelseitig, Basismaterialien) in naher Zukunft kaum relevant fallen werden, müssen alle Einsparungsmöglichkeiten auf der Installationsseite ausgeschöpft werden. Die Mitverwendung von geeigneten Trägerbauwerken ist daher eine unbedingte Notwendigkeit, um die der PV-Anlage anzulastenden Kosten zu reduzieren. Auch so liegt der realisierbare Kilowattstundenpreis von PV-Strom immer noch weit entfernt von der Konkurrenzfähigkeit.</p><p>Aufgrund der Erwägungen beantwortet der Bundesrat die gestellten Fragen folgendermassen:</p><p>1. Die doppelseitigen PV-Module sind ein Element in der Weiterentwicklung der PV-Anwendung. Das mögliche Anwendungspotential von PV-Anlagen wird damit vergrössert. Dies verhilft der PV jedoch noch nicht zum Durchbruch.</p><p>2. Pilotprojekte mit doppelseitigen Modulen sind in Vorbereitung und werden durch die zuständigen Ämter geprüft; insbesondere wird abgeklärt, ob und wieweit diese Module schallabsorbierend ausgestaltet werden können.</p><p>3. Schallschutzeinrichtungen mit PV-Anlagen sind, selbst unter Einbezug des erzielbaren Stromertrages, wesentlich teurer als konventionelle Schallschutzeinrichtungen. Die Kombination von Schallschutz und PV-Anlage ist jedoch billiger als die unabhängige Erstellung der beiden flächenintensiven Anlagen. Die Vergünstigung hängt vom realisierbaren Grad der Integration der beiden Funktionen ab.</p>  Antwort des Bundesrates.