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Keine Gewalt, sondern Wissen
So sehr der Weltenbau und die Vorstellungskraft von Asimov andere Science-Fiction-Geschichten, Autoren, Filme und Spielemacher inspirierte, so sehr lag "Foundation" als Genrekoloss da, der nicht für andere Medien adaptierbar schien. Zu gross schien die Geschichte, zu unkonventionell die Handlung, zu megalomanisch das Universum, zu komplex die Konzepte und Motive. Das "Der Herr der Ringe"-Studio New Line Cinema hat Ende der 1990er eine Millionensumme investiert, um eine Filmadaption zu planen und dann ernüchtert aufzugeben. Zehn Jahre später wurde ein weiterer Anlauf unternommen. Der "2012"- und "Independence Day"-Regisseur Roland Emmerich sollte sich an "Foundation" versuchen. Aber abseits einiger fantastischer Konzeptzeichnungen kam dabei nichts herum. Ein ähnliches Schicksal erlebte der Zyklus beim "Game of Thrones"-Sender HBO.
Nun jedoch hat Apple das unverfilmbare Epos als Serie angegangen - nämlich unter David Goyer, der einst Christopher Nolans "Batman"-Reihe mitverantwortete. Und tatsächlich sehen die ersten Eindrücke episch aus, zeigen ein blühendes Hightech-Imperium und ein zerfallendes Reich, das von verschiedensten Kulturen geprägt ist - aber auch mit Konflikten und Action angefüttert scheint, um die Saga für den Bildschirm interessanter zu machen. Dabei bleibt zu hoffen, dass Asimovs Gedankengänge intakt bleiben. Allen voran sein Paradigma, dass nicht Gewalt und Kraft das Mass der Dinge sind, sondern Wissen, Überlegtheit und Planung. Dass diese Dinge die viel mächtigere Waffe im Angesicht einer Bedrohung sein können. "Gewalt ist die letzte Zuflucht der Inkompetenten", sagte er einst. Und Gewalt ist im "Foundation"-Zyklus tatsächlich nie eine Lösung.