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Jüngere Menschen in der Schweiz nutzen am häufigsten mehrere Sprachen, nicht zuletzt dank den neuen Medien und bei der Musik. (Symbolbild
KEYSTONE/CHRISTOF SCHUERPF(sda-ats)
Der gute Ruf der Schweiz in Sachen Sprachkenntnisse kommt nicht von ungefähr: Fast zwei Drittel der Bevölkerung benutzen regelmässig mehr als eine Sprache. Sehr verbreitet ist das Englische.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat den "Sprachenreichtum" der Schweiz 2014 untersucht. Nach den am Mittwoch publizierten Ergebnissen verwenden fast vier von zehn Erwachsenen in der Schweiz mindestens einmal pro Woche zwei Sprachen, sei es mit Angehörigen, bei der Arbeit, beim Fernsehen oder im Internet.
Jede vierte Person ab 15 Jahren benutzt sogar drei oder mehr Sprachen. Am versiertesten punkto Fremdsprachenkenntnisse zeigten sich von den 16'500 Befragten Angehörige der jüngsten Altersgruppe, ebenso die Secondos. Ein gutes Drittel der Bevölkerung begnügt sich mit einer einzige Sprache.
Die drei Amtssprachen werden von fast allen Einwohnern der jeweiligen Sprachregionen regelmässig verwendet, in der Deutschschweiz Deutsch mit 97 Prozent etwas häufiger als Schweizerdeutsch (87 Prozent). Englisch ist in diesem Gebiet mit 43 Prozent die dritthäufigste Sprache vor Französisch mit 20 und Italienisch mit 12 Prozent.
In der Romandie zeigen sich entsprechend ähnliche Anteile: 38 Prozent für Englisch, 19 Prozent für Deutsch und 11 Prozent für Italienisch. Schweizerdeutsch nutzen dort allerdings nur 6 Prozent der Einwohner mindestens einmal pro Woche. In der italienischen Schweiz sind es doppelt so viele.
Als sprachliche Minderheit verwenden Bewohner der italienischen Schweiz auch die anderen Landessprachen vergleichsweise häufiger. In der rätoromanischen Sprachregion wird Rätoromanisch von 77 Prozent der Bevölkerung benutzt. Eine grosse Mehrheit davon verwendet auch Deutsch und Schweizerdeutsch (88 Prozent).
Verbreitung von Englisch relativiert
Insgesamt geben landesweit vier von zehn Personen an, mindestens einmal pro Woche Englisch zu verwenden. Bei den 15- bis 24-Jährigen und bei den Personen mit Uni-Abschluss sind es sogar knapp zwei Drittel. Die Sprache Shakespeares wird mit einem Anteil von 35 Prozent auch weitaus häufiger gelernt als Französisch oder Deutsch.
Drohen also die Landessprachen ins Abseits zu geraten? Das BFS gibt Entwarnung: Die Beliebtheit des Englischen heisst nach seinen Angaben nicht, dass die Sprache auch tatsächlich gesprochen wird. Seine Verwendung könne sich darauf beschränken, einmal pro Woche Englisch zu lesen oder zu hören, beispielsweise im Internet oder in der Musik.
Nach Englisch und Italienisch, das sowohl Landes- wie Migrationssprache ist, sind die häufigsten ausländischen Sprachen Spanisch und Portugiesisch (je 5 Prozent,). Darauf folgen die Sprachen der Balkanländer, das heisst Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch, Serbisch und Albanisch (3 Prozent).
Insgesamt gab 2014 in der Stukturerhebung des BFS gut jede fünfte Person eine Fremdsprache als Hauptsprache an. Das sind fünf Mal mehr als im Jahr 1970. Die Zunahme geht gemäss BFS grösstenteils darauf zurück, dass seit 2010 die Möglichkeit besteht, mehrere Hauptsprachen zu nennen.
Die Studie des BFS zu Sprache, Religion und Kultur (ESRK) gehört zum Erhebungsprogramm der eidgenössischen Volkszählung. Sie wird alle fünf Jahre wiederholt.
sda-ats