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Die besondere – und gefährdete – Belugawal-Population Alaskas ist zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt, die ihre Erholung gefährden. Ein Mangel an öffentlicher Unterstützung gehört nicht dazu
Die Belugawale von Cook Inlet, die in den Gewässern vor Anchorage schwimmen, sind bei Einheimischen und Besuchern der größten Stadt Alaskas sehr beliebt. Aber lohnt sich der Erhalt der gefährdeten städtischen Walpopulation auch wirtschaftlich? Eine kürzlich veröffentlichte Wirtschaftsstudie besagt, dass dem so ist.
Die Arbeit eines Fischereiökonomen der National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA, einer amerikanischen Bundesbehörde für Wissenschaft, stützte sich auf eine Umfrage unter zufällig ausgewählten Haushalten in Alaska, in der nach der „Zahlungsbereitschaft“ für die Erholung der Belugas im Cook Inlet gefragt wurde. Die Zahlungsbereitschaft ist ein wirtschaftliches Konzept, das Wert misst; sie beschreibt den maximalen Preis, den ein Verbraucher für eine Ware oder Dienstleistung zahlen würde, oder den Preis, den ein Steuerzahler für eine öffentliche Dienstleistung für angemessen hält.
Die Umfrage unter 1.747 Haushalten in Alaska ergab für die Cook-Inlet-Belugas eine kumulierte Zahlungsbereitschaft in Höhe von 99 Mio. USD (90 Mio. EUR) im Jahr 2013, wie aus dem in der Studie verwendeten hochmodernen Modell hervorgeht. Zum Vergleich: Der 2016 veröffentlichte 50-Jahres-Plan zur Bestandserholung der Belugas in der Cook-Inlet-Region beziffert die Gesamtkosten auf 73 Mio. USD (in Dollar 2013).
In der Studie wurden keine Haushalte außerhalb Alaskas angefragt. Wäre dies der Fall gewesen, hätte sich ein höherer Gesamtwert ergeben, so Dan Lew, Mitarbeiter des Alaska Fisheries Science Centre der Noaa und Autor der Studie.
In einer von der Noaa Fisheries herausgegebenen Erklärung sagte Lew, die Ergebnisse zeigten, dass die Bewohner Alaskas diese einzigartige Population schätzen.
„Der Cook-Inlet-Beluga ist eine isolierte Population, die nur im Cook Inlet vorkommt. Sie befindet sich in einem Zustand, in dem die Menschen nahe an der natürlichen Umgebung und von Wildtieren umgeben sind. Und es gibt noch weitere Beluga-Populationen anderswo. Trotz alledem hat die Öffentlichkeit den Wunsch geäußert, den Beluga zu schützen und für seine Erhaltung zu sorgen“, sagte Dan Lew. „Ich denke, es ist wichtig, das zu verstehen. Es zeigt den Wunsch der Öffentlichkeit, andere Arten zu schützen, die in ihrem Verbreitungsgebiet nicht häufig sind.“
Die Belugas im Cook-Inlet wurden 2008 als gefährdet eingestuft. Man geht davon aus, dass die Population Ende 1979 etwa 1.300 Tiere umfasst hat, wobei es in den 1990er Jahren zu einem drastischen Rückgang kam, der auf die übermäßige Bejagung in jenem Jahrzehnt zurückgeführt wurde. Laut Wissenschaftlern sind die Meeressäuger zahlreichen und kombinierten Bedrohungen ausgesetzt, darunter Industrielärm aus Anchorage und anderen Orten im Meeresarm, Lebensraumverlust, Verschmutzung und Schadstoffe, Krankheiten, mögliche Massenstrandungen und der Verlust von Beutetieren. Der Klimawandel spielt ebenfalls eine Rolle und verschärft nach Ansicht der Wissenschaftler einige der einzelnen Bedrohungen.
Mehrere Jahre lang sah es für die Belugas düster aus. Laut der Fischereibehörde Noaa wurde der Bestand 2018 auf unter 300 Tiere geschätzt. Die jüngste Bestandserhebung zeigt jedoch Anzeichen für eine mögliche Erholung, mit einer mittleren Schätzung von 331.
Yereth Rosen, Alaska Beacon
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