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Das Atelierhaus Stoecklin wurde 1928 von den Architekten Emil Bercher und Eugen Tamm für den Basler Maler und Grafiker Niklaus Stoecklin erbaut. Es vereinigt sowohl traditionelle als auch progressive Architekturideen, ist jedoch eher der repräsentativen Künstlervilla des 19. Jahrhunderts als der funktionalen ‹Künstlerbaracke› des Neuen Bauens zuzurechnen.
1928 liessen der Basler Künstler Niklaus Stoecklin-Schnetzler (1896–1982) und seine Ehefrau Elisabeth vom Basler Architekturbüro Bercher und Tamm ein mehrgeschossiges Atelierhaus errichten. Mit seiner breiten Gartenfassade und einem heruntergezogenen Satteldach weist es stilistische Verwandtschaft zu den Häusern der Genossenschaftssiedlung Gartenfreund auf, die die beiden Architekten 1922 in der Nähe gebaut hatten. Geometrische Grundsätze und ästhetische Proportionen bestimmen die Grundrissanordnung des Atelierhauses. Im Erdgeschoss befinden sich grosszügige Räume mit klaren Dimensionen. Der zentrale Raum ist das Künstleratelier, das gegen aussen durch die an der Nordwestseite angebrachten Dachflächenfenster in Erscheinung tritt. Von der seitlich mit Glaswänden geschützten Veranda aus öffnet sich der Blick über die Rheinebene. Der Garten mit einem zentralen Wasserbecken erweitert den Wohnraum. Typologisch ist das Atelierhaus eher der traditionellen, repräsentativen Künstlervilla des 19. Jahrhunderts zuzuordnen, wie sie die Villa Mohrhalde verkörpert, als dem ‹funktionalen Schuppen› des Neuen Bauens, wie ihn Paul Artaria (1892–1959) und Hans Schmidt (1893–1972) 1926 im Atelierhaus Wenk verwirklichten. Emil Bercher (1883–1964) und Eugen Tamm (1880–1938) gehörten zu den Architekten einer mittleren Generation, die die Forderungen der Vertreter des Neuen Bauens nach einer radikalen Erneuerung der Architektur pragmatisch und unspektakulär umsetzten und mit der klassizistisch-biedermeierlichen Tradition verbanden.
Autorin / Autor: Felix Steininger | Zuletzt aktualisiert am 5.1.2023
Schiess, Robert: Neues Bauen in Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 2005. S. 91–97, hier S. 96.
Spechtenhauser, Klaus: Orte des kreativen Schaffens. In: Jahrbuch z’Rieche 2022. S. 48–59, hier 51f.
Brunner, Mirjam: 8. Atelierhaus Stoecklin. In: Heimatschutz Basel und Gemeinde Riehen (Hg.): Baukultur entdecken. Neues Bauen in Riehen. Riehen / Basel 2005.
Trier, Dankmar: Bercher, Eugen. In: Saur Allgemeines Künstlerlexikon. Bd. 9. München/Leipzig 1994. S. 239.