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Der futurologische Kongress (Ein-Satz-Review)
von Cedric Weidmann
Ein-Satz-Review
Die totale Ausführung der Postmoderne: Lem schickt einen fahrenden Wissenschaftler auf einen futurologischen Kongress der 70er-Jahre, von wo die Wissenschaftler wegen einer Eskalation von Rebellen- und Regierungstruppen, die sich mit „Bemben“ bewerfen, deren Inhaltsstoffe brüderliche und versöhnliche Stimmung unter den Angegriffenen verbreiten, in die Kanalisation flüchten müssen (Die Skurrilität erzeugt übrigens eine 80%-Übereinstimmung mit Pynchons Inherent Vice); dort erwartet ihn die Überlagerung komplexer Halluzinationen, eine Reise in die Zukunft, wo eine „Psyvilisation“ mit „linguistischer Prognostik“ (der Zukunftsforschung anhand von antizipierter Sprachentwicklung) und schlagkräftigen „Interferenten“ (Manifestationen, die aus mehreren Programmen des „Dingsehens“ – einer materialisierten Art von Fernsehen – kombiniert werden und als seltsame Mischgestalten in der Wirklichkeit hängen bleiben), sowie einer Reihe von Neologismen und unendlich vielen psycho-chemischen Substanzen aufwartet: Ebenen von Schichten von Stufen überlagern und verschieben sich, lösen sich auf und fallen übereinander her, ein feuchter Traum oder ein feuchter Albtraum postmoderner Literatur, und es geht um Ratten.