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Die Stadt Amagasaki zählt über 450‘000 Einwohner. Touristen legen hier aber kaum einen Halt ein. Das hat wohl damit zu tun, dass Amagasaki geografisch genau zwischen den viel bekannteren Grossstädten Kobe und Osaka liegt und nicht wirklich viele Sehenswürdigkeiten bietet. In der Edo-Zeit (1603 bis 1868) hatte der Ort noch eine wichtigere Bedeutung. Amagasaki war damals die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Amagasaki. Die Stadt hatte sogar eine eigene Burg. 1617 wurde sie erbaut und stand dort bis zum Ende der Edo-Zeit. Unter der neuen Regierung in Tokio, die die Modernisierung des Landes einläutete, wurden die Burgen schliesslich endgültig aufgegeben. Wie in so vielen Orten des Landes wurde auch die Burg von Amagasaki als Relikt vergangener Zeiten abgerissen. Das war 1873. Heute ist der ehemalige Burgpark ein Teil eines grossen Schulgeländes.
145 Jahre später kommt es nun zur Wiedergeburt dieses historischen Bauwerks, wie die Kobe Shimbun berichtet. Der Wiederaufbau des ehemaligen Hauptturms der Burg ist seit 2017 in vollem Gange. Im Entstehen ist ein 24 Meter hoher Hauptturm mit 5 Stöcken (siehe Tweets unten). Weil es am ursprünglichen Ort keinen Platz hatte, wird die neue Burg rund 300 Meter nordwestlich der Originalstätte wieder aufgebaut. Schon heute ist ein grosser Teil sichtbar. Finanziert wird dieses Projekt, das 1 Milliarde Yen kostet, von Akira Abo. Mit dem Verkauf von Haushaltselektrogeräten hat er ein Vermögen verdient. Seine ehemalige Firma ist heute Teil der Kette Edion. Die Eröffnung ist für den 29. März 2019 geplant.
Japans 12 Original-Burgen
Amagasaki erschafft sich damit eine attraktive Sehenswürdigkeit. In Japan ist der Wiederaufbau einer Burg aus touristischen Gründen nichts Neues. Am Ende der Edo-Zeit gab es noch über 2000 Burgen, die zum Grossteil abgerissen wurden. Erst im 20. Jahrhundert und speziell nach dem Zweiten Weltkrieg begannen viele Städte und Dörfer, diese historischen Orte wieder zu errichten. Und so kommt es, dass von den heute über 300 bestehenden Burgen lediglich ein Dutzend in ihrem historischen Originalzustand erhalten geblieben sind (Asienspiegel berichtete).