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1900 Die "Naturmenschen" auf dem Monte Verità.
Nach dem erfolglosen Versuch, 1889 auf dem Monte Monescia ein theosophisches Kloster zu errichten (Gräfin Constanze Wachtmeister, Franz Hartmann), kamen 1900 die Lebensreformer um Henri Oedenkoven. Sie tauften den Hügel "Monte Verità",
Berg der Wahrheit, bauten und betrieben die "individualistische
vegetabilische Cooperative". Der Monte Verità wirkte in der Folge wie
ein Magnet auf alles, was sich im deutschsprachigen Europa als
"alternativ" betrachtete. Jonny Rieger zur Entstehung der Reformbewegung: "Der Kern der Gemeinschaft, Henri Oedenkoven und Ida Hofmann, die rebellische Bürgermeisterstochter Lotte Hattemacher, sowie Idas schwermütige Schwester Jenny, eine Lehrerin, und der individualanarchistische Offizier Gräser, hatten ein grosses Gebiet des Berges käuflich erworben und mit einem Kreis von Anhängern eine rege Kolonisationsarbeit geleistet. Sie hatten Häuser errichtet und die brauchbaren Gebiete des grösstenteils felsigen Bodens urbar gemacht. Ida Hofmann skizziert in ihren Memoiren Oedenkovens vorläufiges Programm: 'Sein Gedanke ist, mit Zuhilfenahme von Kapitalien als augenblicklich grösstem Machtmittel, dem Kapitalismus mit allen seinen sozialen Folgeübeln entgegenzutreten. Späteren Geschlechtern ist es vorbehalten, denselben gleichzeitig mit Steigerung der allgemeinen Sittlichkeit ganz zu bekämpfen. Henris vorläufiges Unternehmen gipfelt in der Gründung einer Naturheilanstalt für solche Menschen, die in Befolgung einfacher und natürlicher Lebensweise entweder vorübergehend Erholung oder durch dauerhaften Aufenthalt Genesung finden und sich in Wort und Tat seinen Ideen, seinem Wirken anschliessen wollen.'"