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Ehrenbürger der Stadt Laufenburg
Johann Rudolf Dolder, Politiker und Staatsmann (*17.10.1753 Meilen. †17.02.1803 in Aarau, ref.,von Meilen, Möriken, Stein (AG) und Laufenburg)
Dolder wuchs als Sohn eines armen Bauern auf. 1775 eröffnete er in Wildegg eine kleine Textilfabrik. Diese verkaufte er zwar 1781, blieb jedoch bis 1793 Geschäftsführer. In dieser Funktion war er auch Geschäftspartner von Johann Heinrich Pestalozzi.
Eine Reise nach Frankreich begeisterte ihn für die Ideen der Französischen Revolution und er begann, politisch aktiv zu werden. Als 1798 die Helvetische Republik ausgerufen wurde, zahlten sich seine Bemühungen bei den französischen Machthabern aus. Diese ernannten ihn zum helvetischen Senator, ein Jahr später zum Mitglied des Direktoriums (Regierung) und 1802 zum Landammann (Regierungschef) der Helvetischen Republik.
Dolder galt als Karrierist und Opportunist und stand damit im krassen Gegensatz zu den Intellektuellen in der Regierung. Als 1803 die Helvetische Republik aufgelöst und der neue Kanton Aargau gegründet wurde, ernannte ihn Napoléon Bonaparte zum aargauischen Regierungskommissär. Anschliessend war er gleichzeitig Präsident des Grossen Rates (Legislative) und des Kleinen Rates (Exekutive).
Johann Rudolf Dolder war massgeblich an der Organisation des neuen Kantons Aargau beteiligt und schuf fast im Alleingang die gesetzlichen Grundlagen. Er verstarb im Alter von 53 Jahren am 17. Februar 1807 in der Kantonshauptstadt Aarau.
Als Johann Rudolf Dolder 1802 zum helvetischen Regierungspräsidenten gewählt wurde, erhielt er vom Laufenburger Stadtrat gleich das Bürgerrecht und wurde im gleichen Schritt zum Ehrenbürger der Stadt Laufenburg ernannt.
Hermann Suter sen., Lehrer (*1847- †1920)
Hermann Suter kam von Kaiserstuhl nach Laufenburg und wohnte an der Herrengasse. Er wirkte in Laufenburg als Oberlehrer, Organist und Chordirigent. . Suter verdankt seine Ehrenbürgerschaft seinen immerwährenden Bemühungen das musikalische Leben in und um die Stadt Laufenburg zu fördern. Er leitete den Männerchor und den Gemischten Chor Laufenburg. Hermann Suter sen. ist der Vater des berühmten Komponisten Dr. Hermann Suter jun. .
Hermann Suter jun., Komponist und Musikdirektor (*28.04.1870 in KaiserstuhlAG, † 22.06.1926 in Basel)
Hermann Suter ist in Laufenburg an der Herrengasse aufgewachsen und erlebte eine glückliche Kindheit. Der Vater förderte den musikbegabten Sohn, der 1885 als vielseitig interessierter Schüler ins humanistische Gymnasium Basel eintreten konnte.
Nach seiner Ausbildung in Basel, Stuttgart und Leipzig, trat er bei Konzerten seines Vaters als Sänger auf. Dann wohnte er in Zürich als Musiklehrer, Oganist und Dirigent der Männerchöre Winterthur, Schaffhausen, Zürich-Wiedikon, des Oratorienchores Uster, der Kirchenchöre Zürich Enge und Augustinerkirche und als Nachfolger Hegars des gemischten Chores Zürich.
Dr. Hermann Suter jun. war ein weitum bekannter Schweizer Komponist und Chordirigent. Neben Friedrich Hegar und Hans Huber galt Suter ausserdem als wichtiger Vertreter der Instrumental- und Chormusik im Deutschschweizer Raum an der Wende zum 20. Jahrhundert. 1902 wurde er nach Basel berufen als Direktor der Allgemeinen Musikgesellschaft Basel des Basler Gesangvereins und der Basler Liedertafel. Für drei Jahre war er ausserdem Direktor des Konservatoriums in Basel. 1913 ehrte ihn die Universität Basel für seine grossartigen Verdienste mit der Ehrendoktorwürde.
Stilistisch steht Suter weniger seinem Lehrer Hans Huber, sondern eher Johannes Brahms nahe. Als sein bedeutendstes Werk gilt das 1923 entstandene spätromantische Oratorium Le Laudi di San Francesco d’Assisi nach dem Sonnengesang des Franz von Assisi, das ihn erst international bekannt machte. 1924 wurde das Oratorium zum hundertjährigen Jubiläum des Basler Gesangvereins durch Suter uraufgeführt. 1923 schrieb er die Musik zum Festspiel Wettstein und Riehen von Albert Oeri; aus welcher der bis heute populäre Wettsteinmarsch stammt.. Suter schrieb auch eine neue Schweizer Nationalhymne, die sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Unter den zahlreichen Kompositionen finden wir auch das Lied von Laufenburg.
Die Stadt seiner Jugend ehrte den grossen Musikschöpfer durch die Verleihung des Laufenburger Ehrenbürgerrechts. Zum 50. und 75. Todestag des Künstlers wurde in Laufenburg sein grosses Werk „Le Laudi“ aufgeführt.
Erwin Rehmann, Bildhauer, Bürger von Laufenburg und Kaisten (*27.11.1921 in Laufenburg )
Erwin Rehmann wurde am 27. November 1921 in Laufenburg geboren. Nach dem regulären Schulabschluss und seiner anschliessenden Ausbildung zum Primarschullehrer wandte sich Rehmann dem Künstlerberuf zu, welcher ihm im Laufe der Jahre internationale Beachtung und Anerkennung schenken sollte. Erwin Rehmann steht seit jeher der Stadt auch als Berater in städtebaulicher, künstlerischer und kultureller Hinsicht jederzeit uneigennützig zur Verfügung. Nach vielen diversen Aufenthalten im Ausland liess sich Rehmann mit dem Bau seines eigenen Atelierhauses mit eigener Giesserei 1953 in Laufenburg nieder. Der bekannte Bronze- und Eisenplastiker durfte mit seinen grossartigen Werken viele verschiedene Auszeichnungen entgegennehmen, wie das Diplom und die Silbermedaille des Conseil Européen d'Art et Esthétique an der Ausstellung Les Arts en Europe in Brüssel . Es folgten der Hans Arp-Preis (1966) und der Aargauische Kunstpreis (1976). 2001 wurde mit einer Bauerweiterung das Ateliermuseum und der Skulpturengarten geschaffen.
Auf Grund seines grossen Anteils an der Verschönerung der Stadt, sowie der Erhaltung der historischen Altstadt, wurde Erwin Rehmann 1976 im Rahmen der Preisübergabe des Kuratoriums Aargau die Ehrenbürgerschaft der Stadt Laufenburg erteilt.
Alfred Kuratle, Unternehmer, Grossrat und Stadtammann (*15.01.1924 in St. Gallen † 09.10.2005 in Laufenburg AG)
Alfred Kuratle wurde am 15. Januar 1924 in St. Gallen geboren. Am 03. Juli 1947 zog Kuratle nach Laufenburg, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 2005 bleiben sollte. Als energiebeladener Mann machte sich Kuratle am 01. April 1955 beruflich selbständig. Schon 1973 wurde Kuratle in den Stadtrat gewählt und amtete von 1974 bis 1985 als Stadtammann von Laufenburg. Seine Amtstätigkeit als Mitglied des Grossen Rates des Kantons Aargau von 1969-1989 zeugt auch auf kantonaler Ebene von seiner unermüdlichen Initiative. Hervorgehoben seien besonders das Hotel Roter Löwe mit seinem Festsaal, sowie die Spital- und Altersheimneubauten in Laufenburg.
Die Ortsbürgergemeindeversammlung ernannte Alfred Kuratle am 10. Januar 1994 zum Ehrenbürger der Stadt Laufenburg.
Prof. Dr. med. Charles Probst, Neurochirurg (*30.03.1931 in Laufenburg AG)
Charles Probst wurde am 30. März 1931 in Laufenburg geboren und ist auf dem Bauernhof der Familie (Probsthof) aufgewachsen. In seiner medizinischen Laufbahn entwickelte sich Probst zu einem der bedeutendsten Neurochirurgen der Schweiz. Durch seine Tätigkeit als Professor an der Universität Zürich, sowie dem Verfassen verschiedener wissenschaftlicher Werke und Lehrbücher, erlangte er hohes fachliches Ansehen im In- und Ausland. Ab 1972 hat Prof. Probst am Kantonsspital in Aarau eine Neurochirurgische Klinik mit verschiedenen grenzüberschreitenden Spezialgebieten aufgebaut. Mit seinem umfassenden Wissen und seinen grossen Erfahrungen bei über 20'000 an Hirn und Rückenmark operierten Patienten, ermöglichte er die Entwicklung zahlreicher neuartiger Operationsverfahren. Einige seiner ehemaligen Schüler arbeiten heute als Klinikdirektoren oder Professoren an verschiedenen Universitäten. Prof. Probst war überdies lange Zeit auch Päpstlicher Konsultor für medizinisch-theologische Grenzfragen auf dem Gebiet der Neurochirurgie. Seit seinem Rücktritt als Leiter der Neurochirurgischen Klinik des Kantonspitals Aarau lebt Prof. Probst zusammen mit seiner Ehegattin in Laufenburg. Seit seiner Gymnasialzeit im Kollegium Maria Hilf , Schwyz, befasst er sich engagiert mit philosophischen, regligösen und kirchlichen Fragen.
Charles Probst erhielt im Jahre 1995 durch Beschluss der Ortsbürgergemeindeversammlung das Ehrenbürgerrecht der Stadt Laufenburg.