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Die frommen und wackeren "Schweizer" - ein Name, den die Eidgenossen bis 1500 verschmäht hatten - standen beim Papst dank ihrer wirkungsvollen Brutalität seit Längerem in grossem Ansehen. Bereits 1506 gründete er die bis heute bestehende Schweizergarde.
Das damalige Oberhaupt der katholischen Kirche entsprach ganz einem Renaissancefürsten. Er hatte drei illegitime Töchter, plante den Neubau des Petersdoms und förderte die Künste, indem er unter anderem die Sixtinische Kapelle von Michelangelo ausmalen liess. Ein Friedensfürst war er keinesfalls, sondern er stand gerne an der Spitze eines Heeres, führte auch persönlich Krieg und tötete seine Gegner. Martin Luther bezeichnete ihn als "Blutsäufer".
Er träumte davon, ganz Italien unter seiner Vorherrschaft zu vereinen. Als Frankreich und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sich um Oberitalien stritten, wollte Julius II. seinen Anteil sichern. Deswegen verbündete er sich 1510 mit den wilden Berglern, zu denen seit 1501 überraschenderweise auch die Basler gehörten. In der Folge kam es zu verschiedenen Schlachten - eher Schlächtereien -, die für die Eidgenossen erfolgreich verliefen. Um diese wackeren Mannen zu belohnen, gewährte ihnen der Papst 1512 eine Audienz.