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Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef wirft der Weltgemeinschaft vor, beim Schutz von Neugeborenen in armen Ländern zu versagen. Gemäss einem Unicef-Bericht sterben jedes Jahr 2,6 Millionen Babys im ersten Monat.
Eine Million dieser Neugeborenen sterben bereits am Tag ihrer Geburt, wie Unicef-Direktorin Henrietta Fore am Dienstag bei der Vorstellung eines neuen Unicef-Berichts erklärte. Die Mehrheit dieser Todesfälle wäre laut Fore vermeidbar. "Ganz offensichtlich versagen wir bei den allerärmsten Babies dieser Welt."
Je ärmer die Umgebung ist, in der Neugeborene zur Welt kommen, desto höher ist das Sterberisiko, resümiert der Bericht. Neugeborene in den "gefährlichsten Geburtsorten" haben demnach ein 50 Mal so grosses Sterberisiko wie Kinder in den "sichersten Orten".
Rettung von 16 Millionen Leben
Wenn die Neugeborenen-Sterblichkeit bis zum Jahr 2030 in allen Ländern auf das Niveau der reichen Industriestaaten gesenkt werde, könnten 16 Millionen Leben gerettet werden, erklärte Unicef.
In Entwicklungsland Pakistan beispielsweise sterbe im Schnitt eines von 22 Babys im ersten Lebensmonat. In reichen Japan stirbt hingegen nur eines von 1111 Neugeborenen, gefolgt von Island mit einem auf 1000 Neugeborene.
In den europäischen Ländern mit den besten Chancen liegt die Schweiz im Mittelfeld. Dort stirbt statistisch gesehen eines von 345 Neugeborenen, in Deutschland eines von 435 und in Österreich eines von 455.
Sub-Sahara-Länder am gefährlichsten
Besonders hart trifft es Babys in Afrika südlich der Sahara. Dort liegen acht von zehn Ländern mit der höchsten Neugeborenensterblichkeit - so etwa die Krisenstaaten Zentralafrikanische Republik, Somalia und Südsudan, heisst es in dem Bericht.
Mehr als 80 Prozent der Todesfälle von Babys innerhalb der ersten 28 Tage sind dem Bericht zufolge eine Folge von Frühgeburt, Komplikationen bei der Geburt oder Infektionen.
"Wenn man bedenkt, dass die Mehrzahl dieser Fälle vermeidbar wäre, ist es ganz klar: Die Welt versagt beim Schutz der ärmsten Babys", erklärte Fore.
Unicef forderte vor diesem Hintergrund eine personelle Aufstockung bei Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen sowie erreichbare Gesundheitsstationen. Zudem müssten Mütter und Kinder mit ausreichend Medikamenten versorgt werden.