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1.
Welches sind die Realfaktoren bei der Betrachtung des Rechts als Tatsache bzw. Phänomen der gesellschaftlichen Wirklichkeit?
- Gesellschaft (soziologische Betrachtungsweise)
- Ökonomie (wirtschaftliche Betrachtungsweise)
- Geschichte (historische Betrachtungsweise bzw. Entwicklung)
2.
Womit beschäftigt sich die Rechtssoziologie?
Die Rechtssoziologie befasst sich mit der Erforschung der sozialen Wirklichkeit des Rechts. Ihr Gegenstand ist die wechselseitige Abhängigkeit (Interdependenz) von Recht und Sozialleben. Es geht also nicht darum die Rechtsnormen, sondern die Rechtswirklichkeit, das Recht so wie es tatsächlich gelebt und befolgt wird (law of action), zu betrachten.
3.
Wie ist das Recht als soziales Erscheinungsbild der Rechtsordnung gestaltet?
Recht ist ein Ordnungssystem für soziales Zusammenleben. Es kommt ihm zum einen Steuerungsfunktion in der Gesellschaft zu und zum anderen ist es von den Wertvorstellungen des sozialen Umfelds abhängig. Einerseits entfaltet es für die Rechtsnormen, die in vielen Bereichen ein Abbild der herrschenden Überzeugungen einer Epoche sind seine Wirkung. Andererseits gilt es für die Rechtswirklichkeit, indem Recht, das den gängigen Vorstellungen widerspricht, auf Akzeptanzprobleme stösst und auf die Dauer nicht durchsetzbar ist.
4.
Wovon hängt das Recht in sozialer Hinsicht ab?
Recht hängt von der Umwelt, in der es seine Wirkung entfalten soll, ab. Weiterhin hängt das Recht von der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, welche zu einer Veränderung der Rechtsordnung, sowohl betreffend der Gesetze, als auch der Gerichtspraxis führt, ab.
5.
Worauf ist die soziale Steuerungsfunktion des Rechts gerichtet?
Recht kann von seinem sozialen Umfeld geprägt sein und kann somit selbst auf die gesellschaftliche Ordnung einwirken, sowie das Verhalten der Menschen bestimmen (Sitte oder herrschende Moralvorstellung durchzusetzen). Es kann dabei auch eine Vorreiterrolle einnehmen und der Wirklichkeit vorausgehen.
6.
Wie ist die Rechtswirklichkeit mit Blick auf das Begriffspaar normiertes Recht - gelebtes Recht gestaltet?
Im Idealfall würden das normierte und das gelebte Recht übereinstimmen (identisch sein). Allerdings ist es häufig so, dass Rechtsnormen entweder zu weit von den allgemein anerkannten Vorstellungen entfernt sind und deshalb nicht mehr befolgt werden oder bestimmte Normen trotz ihrer Übereinstimmung mit diesen allgemeinen Überzeugungen nie angewendet werden. Weiterhin ist es so, dass bestimmte Normen zwar konsequent angewandt werden, ihre Durchsetzung aber aufgrund praktischer Probleme (z.B. Beweisführung) schwierig ist.
7.
Wozu dient Rechtstatsachenforschung?
Rechtstatsachenforschung ist erforderlich, um feststellen zu können, ob ein Gesetz in der Praxis ausschliesslich jene Auswirkungen hat, die man sich von ihm bei seinem Erlass erhofft hat und um nötigenfalls korrigierende Massnahmen treffen zu können (Evaluation staatlichen Handelns).
8.
Durch die Evaluation welcher Begriffe soll das geltende Recht verwesentlicht, vereinfacht und flexibilisiert werden?
- Notwendigkeit
- Relevanz
- Dichte
- Qualität
- Wirksamkeit
- Wirtschaftlichkeit
- Wiederholungen
- Widersprüche