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„Wenn ich in einer Stadt bin, möchte ich am liebsten den Norden, Süden, Osten und Westen dieser Stadt erkunden- und am besten geht das auf dem Fahrrad.“ - Hollywood Star Russel Crowe in unserem speziellen Interview.
Obwohl der berüchtigte A-List-Bad Boy Russel Crowe seit seinen Handy-werfenden Tobsuchtsanfalls-Zeiten etwas reifer geworden ist, zeigt der Neuseeländer, Oscargewinner und fürsorgliche Vater immer noch ab und zu seine rebellische Seite.
In der neusten Komödie „The Nice Guys“, die in den 70er Jahren spielt, verbündet sich Russel Crowe mit People’s Sexiest Man Alive Ryan Gosling (2006 nominiert für einen Oscar in „Half Nelson“).
In dem Film, unter der Regie von Shane Black („Iron Man 3“) spielt Crowe einen Auftragsschläger, der gemeinsam mit einem vom Pech verfolgten Privatdetektiv (Gosling) auf die Spuren eines vermissten Mädchens kommen will. Während ihren Untersuchungen entdeckt das Duo einen schockierenden Verschwörungsfall, dessen Spur bis zu den höchsten Ebenen des Justizwesens reicht. Teils Komödie, teils Noir-Thriller- „The Nice Guys“ erinnert an Filme wie „Get Shorty“ und Black’s vorherigem Film „Kiss Kiss, Bang, Bang“, mit Robert Downey Jr. In der Hauptrolle.
Wir haben gehört, dass Sie während den Dreharbeiten der 70er Jahre- Komödie „The Nice Guys“ in Los Angeles viel mit dem Motorrad herumgefahren sind.
Crowe: Nein, das war mit meinem Fahrrad. Ich hab’s gern, wenn ich am ersten Drehtag die Gegend erkunde, das stärkt mich. Wenn ich in einer Stadt bin, wo auch immer diese auf der Welt sein mag, möchte ich am liebsten den Norden, Süden, Osten und Westen dieser Stadt erkunden- und am besten macht man das auf dem Fahrrad.
Wie viele Kilometer haben Sie auf dem Fahrrad pro Tag zurückgelegt?
Crowe: Ungefähr 100 km pro Woche. Das sind 60-70 Meilen pro Woche. Manchmal waren es auch mehr, da wir oft außerhalb der Stadt gedreht haben. Eine Woche waren wir in Stone Mountain (Ga.), eine sehr lange Strecke.
Was für ein Fahrrad besitzen Sie?
Crowe: Ich habe ein Scott Mountainbike. Ich mag Mountainbikes, da es egal ist, welche Gegend man damit befährt. Ich kann damit sowohl auf der Straße, als auch im Gelände fahren. Zu meiner Erscheinung passt kein Rennfahrrad. Ich mag die nach vorn gebeugte Haltung dabei nicht. Das mag jetzt vielleicht ein bisschen seltsam klingen, aber ich schätze den Sicherheitsaspekt von breiteren Reifen, speziell wenn man in einer Stadt wie New York fährt, wo es viele Baustellen gibt. Da fährt man nämlich nichtsahnend um die Ecke, und plötzlich fällt man in ein Straßenloch.
Nehmen Sie Ihr Fahrrad eigentlich immer mit?
Ja.
Sie haben sich zur Ihrem Filmcharakter viele Gedanken gemacht, oder?
Crowe: Wir können jetzt stundenlang darüber sprechen, was die Hintergrundstory meines Charakters Jackson Healy ist, aber um es einfacher auszudrücken, ich wollte ihn als „Aussätzigen“ darstellen. Ich wollte nicht, dass er aus Kalifornien kommt, da er ganz offensichtlich von der Ostküste sein könnte. Ich denke, er hat fast sein ganzes Leben beim Militär gearbeitet. Wenn Sie beispielsweise an sein Alter denken - die Zeit, in der das Ganze spielt, befindet sich ungefähr während des Koreakrieges, und er ging wahrscheinlich zur Navy und diente im Vietnam-Krieg. Er ist, glaube ich, erst seit vier oder fünf Jahren da raus. Hinweise für diesen Hintergrund findet man zum Beispiel in der Art wie er wohnt, seine Wohnung ist ordentlich und minimalistisch eingerichtet.
Andere Menschen besitzen zehn verschiedene Versionen von manchen Dingen, er nur eine. Wir haben uns nicht lange mit dieser Hintergrundgeschichte beschäftigt, da dies nicht notwendig war. Für meine eigene Vorbereitung der Rolle war es wichtig, denn - wie kommt man in so ein Alter und ist immer noch so ein Widerling und wünscht sich, irgendwann so cool zu sein wie Ryan Gosling’s Charakter. Ich denke, er weiß, dass ihm was fehlt im Leben, aber ich denke, dass er diese fehlenden Dinge nicht beim Namen nennen kann.
Eigentlich trägt er eine gewisse Traurigkeit mit sich herum. Mit den Fähigkeiten, die er besitzt, will er lediglich von Nutzen sein.
Was für eine Art Vater sind Sie?
Crowe: Naja, wenn Sie meine Exfrau (Danielle Spencer- mit ihr hat er zwei Söhne) fragen, dann schneide ich vielleicht nicht so gut ab (Er lacht.) Nein, wenn ich mit meinen Kindern zusammen bin, dann höre ich die Leute reden, wie verbunden wir sind. Wir reden so frei wie wir können und ich versuche so oft wie möglich Zeit mit ihnen zu verbringen. Zur gleichen Zeit ist es mir wichtig, dass sie verstehen, dass es gewisse Privilegien im Leben gibt und ich definiere für sie, was diese Privilegien sind. Zum Beispiel: Wir unternehmen eine spezielle Sache. Dafür müssen sie lernen, dankbar zu sein, weil das etwas ganz Wichtiges ist. Charles, 12 Jahre und Tennyson, 9 Jahre, sind beide sehr bodenständige Kinder. Sie haben aufgrund meines Berufes schon viele tolle Dinge erlebt, aber Sie sehen das nicht als Selbstverständlichkeit an und sind bescheiden und dankbar für Ihren Platz auf der Erde und die Dinge, die sie sehen dürfen. Wenn das auch weiterhin so bleibt, dann sind wir froh. (Er lacht.)
Sie haben eine tolle Karriere aufgebaut, einen Oscar gewonnen und bereits Regie geführt- was sind Ihre Ziele für die Zukunft?
Crowe: Ich habe mir das noch nicht genau überlegt, was ich als nächstes tun werde. Es gibt definitiv Menschen, die eine Wunschliste führen, eine Wunschliste mit Regisseuren, mit denen Sie zusammenarbeiten möchten, aber ich war nie der Schauspieler, der eine eigene „Hamlet“ Version wollte. So war ich einfach nie. Ich entscheide über Material, das ich zugesendet bekomme. Entweder mag ich es oder ich mag es nicht. Der Stammbaum, oder wer in dem Film mitspielt, ist erstmals egal. Diese Dinge betrachte ich später. Wenn ich ein Drehbuch lese und mir gefällt die Erzählung von Anfang an, dann ist das der Film, den ich drehen möchte.