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Was geschieht mit den inländischen Preisen, wenn die inländische Währung an Wert verliert? Die Antwort ist klar: Die Preise steigen. Es braucht jetzt mehr von dieser wertloseren Währung, um ein Gut zu kaufen (Inflation). Umgekehrt hat die Höherbewertung der inländischen Währung logischerweise zur Folge, dass die inländischen Preise fallen (Deflation).
Gehen wir von einer ganz einfachen Modellannahme aus: Eine Volkswirtschaft produziert lediglich ein Gut: Brot. Es gibt nur eine Währung: Goldstücke. Und es gibt nur eine ausländische Wahrung beziehungsweise Devise: US-Dollar. Angenommen ein Brot kostet ein Goldstück und ein Dollar kostet ebenfalls ein Goldstück. Folglich kostet ein Brot ebenfalls ein Dollar.
Steigt nun der Wert des Goldes um beispielsweise 10 Prozent, so kostet ein Brot nur noch 0,9 Goldstücke und ein Dollar ebenfalls nur noch 0,9 Goldstücke. Ein Brot kostet hingegen nach wie vor ein Dollar. Eine Veränderung des Geldwertes (Goldwertes) der inländischen Währung hat somit keine Auswirkung auf den Preis des inländischen Gutes in der ausländischen Währung (Dollar). Das ist auch logisch so.
Daraus folgt konsequenterweise: Eine Höherbewertung des Preises eines inländischen Gutes in einer ausländischen Währung (Devise) kann keineswegs mit einer Höherbewertung des inländischen Geldwertes begründet werden. Warum? Weil eine Veränderung des Geldwertes der inländischen Währung keinen Einfluss auf den Wert des Gutes in der ausländischen Währung besitzt – und umgekehrt.
Unsere Nationalbank behauptet nun schon seit über 2 Jahren, der Franken sei überbewertet. Sie begründet dies mit der sogenannten Kaufkraftparitäten-Theorie. Auf den Punkt gebracht hat diese Theorie die Journalistin Pam Woodall vom „Economist“ mit dem sogenannten „Big Mac Index“.
Gemäss diesem Index ist eine Währung dann überbewertet, wenn ein Big Mac in einem Land in Dollar umgerechnet teurer ist als in einem anderen. Da alle Big Macs überall auf der Welt die gleiche Qualität aufweisen, müssen sie auch gleich teuer sein – so die Theorie.
Da der Big Mac in der Schweiz in Dollar umgerechnet aber fast 60 Prozent teurer ist als in den USA, folgert der Big Mac Index, dass der Franken um fast 60 Prozent überbewertet sei – also fallen muss.
Noch im Oktober kündete die Presse einen „Mega-Gewinn“ der SNB an. Ende Jahr blieb davon aber nur noch wenig übrig, unter anderem weil der Franken in der Zwischenzeit gegenüber dem Dollar nicht fiel, wie das gemäss Big Mac Index der Fall hätte sein müssen, sondern im Gegenteil weiter zulegte.
Ist der Franken also gar nicht überbewertet, wie die SNB behauptet? Macht der Big Mac Index überhaupt Sinn?
Nehmen wir an, der Wert des Frankens steige um 10 Prozent. Dies hat zur Folge, dass der Big Mac in Franken bewertet um 10 Prozent fällt und der Dollar ebenfalls. Für einen US-Amerikaner, der in Dollar rechnet, ergibt sich damit folgende Rechnung:
Für den Schweizerfranken muss er jetzt 10 Prozent mehr bezahlen. Dafür muss er 10 Prozent weniger bezahlen für den Big Mac in Schweizerfranken. Das gleicht sich per Saldo aus.
Mit anderen Worten: Der Big Mac Index und damit die Kaufkraftparitäten-Theorie ergeben keinen Sinn. Wenn der Big Mac in der Schweiz in Dollar umgerechnet teurer ist als in den USA, so liegt die Ursache keineswegs in einer zu hohen Bewertung des Frankens.
Eine solche Überbewertung des Frankens wäre aus dem Preis eines Schweizer Big Macs in US-Dollar gar nicht ersichtlich: Eine allfällige Überbewertung des Frankens führt sowohl zu einem tieferen Preis des Big Macs in Franken und zugleich zu einer Höherbewertung des Frankens gegenüber dem Dollar. Das gleicht sich aus.
Erstaunlich ist, dass selbst eine OECD dem Denkfehler der Kaufkraftparitäten-Theorie aufgesessen ist und behauptet, der Schweizerfranken sei aufgrund dieser Theorie überbewertet.
Auch der jüngste Kursrückgang des Frankens gegenüber Dollar und Euro von wenigen Rappen in den vergangenen Wochen und Tagen vermag die Kaufkraftparitäten-Theorie nicht zu verifizieren.
Tatsache ist, dass der Dollar seit Freigabe der Wechselkurs im Jahre 1973 (vor 40 Jahren) um fast 80 Prozent gefallen ist und der Euro seit seiner Emission (vor 13 Jahren) um über 20 Prozent.
All diese Jahre war die SNB überwiegend in Dollar und Euro investiert. Sie schadete damit nicht nur der Schweizer Volkswirtschaft, indem sie hunderte von Milliarden Franken Kaufkraft ins Ausland abführte – sie verspielte auch über 100 Milliarden Franken Volksvermögen mit Devisenverlusten.
Die Entwicklung an den Devisenmärkten belegt eindrücklich, dass der Franken langfristig real an Wert gewinnt. Die Ursache liegt darin, dass unser Land politisch stabil ist und die Währung als „sicherer Hafen“ gilt.
Zudem steigen aufgrund der Knappheit die Bodenpreise und damit die Kosten beispielsweise eines McDonalds Restaurants in Zürich. Auch die höheren Löhne und Sozialausgaben der Angestellten verteuern den Big Mac in Zürich.
Ferner kommen in einer Marktwirtschaft die Preise durch Angebot und Nachfrage zustande – d.h. nicht nur durch die Produktionskosten des Anbieters, sondern ebenso durch den Nutzen der Nachfrager.
Konkret heisst das: In Zürich kann der Konsument eines Big Macs in unmittelbarer Nähe des McDonald’s Restaurant einer produktiven, hochbezahlten Arbeit nachgehen. In Athen oder Warschau ist das schwieriger.
Seine Opportunitätskosten sind somit in Zürich viel höher als in Athen oder Warschau. Deshalb ist er bereit, für einen Big Mac in Zürich mehr zu bezahlen als in Athen oder Warschau.
Der Big Mac Index beziehungsweise die Kaufkraftparitäten-Theorie ergibt somit nicht den geringsten Sinn. Sie ist das Papier nicht wert, auf der sie niedergeschrieben ist.
Tragisch ist nun, dass unsere Nationalbank hingeht und aufgrund einer solch irrigen Theorie hunderte von Milliarden Franken Staatsschulden aufnimmt und diese in sogenannte „unterbewertete“ Währungen investiert.
Die jüngste technische Abschwächung des Frankens ist ein Geschenk des Himmels für unsere Nationalbank. Aber leider ist aufgrund der Unbelehrbarkeit und „Unfehlbarkeit“ unserer Nationalbank davon auszugehen, dass sie ihre Chance nicht packt.
Aufgrund des Big Mac Indexes beziehungsweise aufgrund der Kaufkraftparitäten-Theorie meint die SNB, Dollar und Euro würden gegenüber dem Franken weiter massiv an Wert zulegen – und dann winkten fette Gewinne.
Die Kontrolle über unsere Nationalbank, sprich Bundesrat, SNB-Bankrat und Parlament, hat versagt.
Kommentare
Zitat: „Es gibt nur eine Währung: Goldstücke. Und es gibt nur eine ausländische Wahrung beziehungsweise Devise: US-Dollar. Angenommen ein Brot kostet ein Goldstück und ein Dollar kostet ebenfalls ein Goldstück. Folglich kostet ein Brot ebenfalls ein Dollar.
Steigt nun der Wert des Goldes um beispielsweise 10 Prozent, so kostet ein Brot nur noch 0,9 Goldstücke und ein Dollar ebenfalls nur noch 0,9 Goldstücke.“
Wie wollen Sie eine Wertsteigerung des Goldes so überhaupt feststellen? Gold bleibt Gold. Der Wert kann nur relativ bestimmt werden… Brot und USD als Referenz scheiden aber in ihrem Beispiel von vorne herein aus.
Selbst der Economist weist auf die Mängel der Kaufkraftparitätstheorie hin. Er publiziert auch einen ums aktuelle BIP korrigierten Index. Die Theorie besagt ja auch nicht, dass die Preise jetzt ander sein müssen, sondern, dass à la longue der Big Mac gemessen an der Kaufkraft überall gleich viel wert sein sollte. Tatsächlich geht der andere Treiber für deflationäre Tendenzen immer wieder vergessen: Produktivität. Eine durchaus wünschenswerte Deflation im Übrigen. Schade, dass Arbeitskraft so oft im Schatten des Kapitals steht bei den Produktionsfaktoren.
Nicht nur der Big Mac Index ist falsch. Auch die zugrunde liegende Kaufkraftparitäten-Theorie. Der zentrale Fehler ist – und darauf hat der Economist noch nicht hingewiesen – dass vom Preis eines inländischen Gutes in einer ausländischen Währung kein Rückschluss auf den Wert der heimischen Währung gezogen werden kann. Dieser Fehler ist so zentral, dass weder die Kaufkraftparitäten-Theorie noch der Big Mac Index in irgend einer Weise zu retten sind. Das Fundament dieser Theorien ist falsch.
Trotzdem behauptet die SNB, der Franken sei überbewertet, und begründet das mit der Kaufkraftparitäten-Theorie. Eine unglaubliche Verirrung unserer Nationalbank und das mit 400 Milliarden Franken Volksvermögen!
Sie unterstellen, dass sich der Wechselkurs genau gleich bewegt, wie die Inflation oder Deflation in einer Währung. Dadurch kann folglich auch weder eine Unter- noch eine Überbewertung entstehen. Theoretisch zwar richtig in der Realität falsch. Denn auf den Wechselkurs haben auch diverse andere Faktoren einfluss – wie bspw. die grundlegende Angebots-/Nachfragekurve. Sollte der Wechselkurs aufgrund einer Deflation von 10% ebenfalls um 10% sinken (aus Sicht Fremdwährung) entsteht keine Überbewertung. Sinkt der Wechselkurs jedoch nur um 5%, da die Währung stark gesucht ist (bspw. da sie als sicher gilt), resultiert automatisch eine Überbewertung. In der Theorie vollkommener Märkte ist dieser Einfluss nicht mitberücksichtigt, weshalb theoretisch keine Überbewertung erfolgen kann, in der Praxis es aber geschieht.
Des Weiteren glaube ich kaum, dass die SNB Devisenbestände nur kauft und hält. Sie weiss es bestimmt, geschickt bei Kurskorrekturen Bestände wieder abzubauen und so zwischenzeitliche „Kursgewinne“ zu realisieren.
Sehr geehrter Herr Koch
Besten Dank für Ihr Votum.
Nein, ich unterstelle nicht, dass sich der Wechselkurs genau gleich bewegt wie Inflation und Deflation. Ich habe geschrieben, dass in der Schweiz ein Big Mac teurer ist als in Athen oder Warschau, weil hier die Bodenpreise, Löhne, Sozialausgaben usw. höher sind und auch der Nutzen eines Big Macs für die Nachfrager höher ist.
Es ist möglich, dass die Preise steigen bzw. dass die Inflation steigt aufgrund einer verschlechterten Produktivität. Umgekehrt können die Preise bei einer verbesserten Produktivität fallen (Deflation). Das sind Preisveränderungen, die nicht auf einer Wertveränderung der Währung basieren.
Nehmen wir wieder unsere einfache Modellannahme: Angenommen, eine Volkswirtschaft produziere nur ein Gut: Brot. Ihre Währung bestehe aus Goldstücken und die einzige Devise (Auslandwährung) sei der Dollar. Ein Brot koste ein Goldstück und ein Goldstück koste ein Dollar. Ergo kostet ein Brot ein Dollar.
Angenommen, die Produktivität des Bäckers verschlechterte sich oder der Weizenpreis steige. Nun koste ein Brot neu 1.1 Goldstücke bzw. 1.1 Dollar. Wir haben also eine Inflation von 10 Prozent. Der Wechselkurs ist aber unverändert geblieben. Ein Goldstück kostet nach wie vor einen Dollar.
Sie sehen also, es kann eine Inflation geben, ohne dass der Wechselkurs sich verändert.
Zu Ihrem zweiten Punkt möchte ich sagen. Ja, man sollte meinen, dass die Notenbank weiss, wann sie die Devisenbestände wieder abbauen sollte. Leider hat uns die Vergangenheit aber anderes gelehrt:
Seit Freigabe der Wechselkurse im Jahre 1973 ist die SNB ununterbrochen massiv in Dollar investiert und seit einigen Jahren nun auch noch in Euro. Gemäss Nationalbankgesetz müsste sie aber in der Schweiz investieren.
Ihre Investitionen in der Schweiz betragen gegenwärtig aber nur noch 3.7 Milliarden. Das sind nur noch 0.7 Prozent ihres gesamten Vermögens. 53 Milliarden investiert die SNB in Gold, das sind weitere 10.6 Prozent ihres Vermögens
Die restlichen beinahe 89 Prozent ihres Vermögens (unseres Vermögens) investiert die SNB im Ausland. Damit hilft sie, ausländische Volkswirtschaften anzukurbeln, anstatt die schweizerische.
Sie schafft im Ausland Arbeitsplätze anstatt in der Schweiz. (Es erstaunt mich immer wieder, dass das beispielsweise eine UNIA oder SP Schweiz akzeptiert.)
Die SNB führt also nicht nur hunderte Milliarden Franken Kaufkraft ins Ausland ab, sondern sie hat über hundert Milliarden Franken Volksvermögen verspielt mit unnötigen Devisenverlusten. Sie verharmloste diese Verluste aber stets als „Buchverluste“.
Nein – unsere Nationalbank hat das Mass bei ihren Auslandinvestitionen vollkommen verloren. Sie verstösst gegen die Bundesverfassung und das Nationalbankgesetz. Und ich kann nur wiederholen: Die Kontrolle über unsere Nationalbank, sprich Bundesrat, SNB-Bankrat und Parlament hat versagt.
Mit freundlichen Grüssen
Marc Meyer
„Steigt nun der Wert des Goldes um beispielsweise 10 Prozent, so kostet ein Brot nur noch 0,9 Goldstücke und ein Dollar ebenfalls nur noch 0,9 Goldstücke. Ein Brot kostet hingegen nach wie vor ein Dollar.
Eine Veränderung des Geldwertes (Goldwertes) der inländischen Währung hat somit keine Auswirkung auf den Preis des inländischen Gutes in der ausländischen Währung (Dollar). Das ist auch logisch so.“
Das ist doch absolut unlogisch. Wenn die Inlandwährung Gold steigt, sinkt doch nicht automatisch der inländische Brotpreis. Die Löhne, Produktionskosten etc. müssen ja weiterhin in Gold bezahlt werden. Weshalb dann der Verkaufspreis in Gold sinken sollte resp. kann, ist mir schleierhaft.
Wenn Ihre Theorie wahr wäre, dann hätten unsere Exporteure auch kein Problem mit dem tiefen Euro, denn es gilt ja: „eine Veränderung des Geldwertes der inländischen Währung keinen Einfluss auf den Wert des Gutes in der ausländischen Währung besitzt“. In Euro wären unsere Schweizer Produkte also immer noch gleich teuer. Dass dem leider nicht so ist, sollte doch wohl jedem klar sein.
Eine Geldentwertung führt zu höheren Preisen. Das bestreiten Sie wohl kaum. Logischerweise führt demzufolge eine Erhöhung des Geldwertes zu tieferen Preisen.
Bitte beachten Sie, dass wir in der Nationalökonomie immer argumentieren unter der Annahme eines vollkommen Marktes, ceteris paribus (d.h. alles andere bleibt gleich).
Der Franken ist nicht schuld an den hohen Preisen der Schweizergüter. Es sind die höheren Lebenshaltungskosten und damit höheren Poduktionskosten in der Schweiz. Eine Höherbewertung des Frankens hat keinen Einfluss auf die Preise inländischer Güter in einer ausländischen Währung.
Bitte beachten Sie auch die Vorteile der günstigeren Importe.
Mit freundlichen Grüssen
Marc Meyer
Eine Geldentwertung führt zu höheren Preisen. Das bestreiten Sie wohl kaum. Logischerweise führt demzufolge eine Erhöhung des Geldwertes zu tieferen Preisen.
Bei Geldentwertung (Inflation) ist der Lohndruck höher. D.h. die Produzenten und Exporteure müssen höhere Löhne bezahlen. Das steigert die Preise. Steigt jedoch der Geldwert, so ist der Lohndruck geringer. Die Produzenten können günstiger produzieren. Davon profitieren sie. Das darf man nicht vergessen.
Bitte beachten Sie, dass wir in der Nationalökonomie immer argumentieren unter der Annahme eines vollkommen Marktes, ceteris paribus (d.h. alles andere bleibt gleich).
Der Franken ist nicht schuld an den hohen Preisen der Schweizergüter. Es sind u.a. die hohen Bodenpreise, die höheren Lebenshaltungskosten und damit höheren Poduktionskosten in der Schweiz. Eine Höherbewertung des Frankens hat keinen Einfluss auf die Preise inländischer Güter in einer ausländischen Währung.
Bitte beachten Sie auch die Vorteile der günstigeren Importe.
Mit freundlichen Grüssen
Marc Meyer
Quote 20min 24.10.11: „Auch die Goldverkäufe hatte Markt-Analyst Meyer angeregt.“
Die Geschichte hat uns gelehrt, dass dies nicht vorteilhaft war.
Quote 20min 24.10.11: „Die Nationalbank kann nicht einfach so viel Geld drucken, wie sie will.“
Doch kann sie.
Freundliche Gruesse
Sehr geehrter Herr Müller
Ja es ist richtig, dass ich in den 90er Jahren die Goldverkäufe angeregt hatte. Dazu stehe ich auch noch heute.
Damals in den 90er Jahren verzeichnete die Schweiz einen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit. Jahrzehntelang hatte die Arbeitslosenrate unter 1 Prozent betragen. Dann schoss sie innert kurzer Zeit auf über 5 Prozent. Als junger „Bankler“ schrieb ich deshalb ein Buch mit dem Titel „Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Wirtschaftswissenschaft“. Darin zeigte ich Wege, wie die Arbeitslosigkeit mit fiskal- und geldpolitischen Mitteln bekämpft werden kann.
Bezüglich der Geldpolitik zeigte ich, dass es keinen Sinn macht, wenn unsere Nationalbank ihr ganzes Vermögen in Dollar anlegt und in Gold hortet. Mit ihren immensen Investitionen in Dollar kurbelte sie die US-Wirtschaft an anstatt die schweizerische. Hinzu kam ein beträchtliches Währungsrisiko, welches immer wieder grosse Verluste auf den Devisenbeständen der SNB verursachte.
Der zweite Punkt betraf das Gold. Das gehortete Gold nützte gar nichts bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in unserem Lande. Es lag brach und lagerte irgendwo. Ich propagierte, dass die SNB Gold verkaufe und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Schweiz fördere.
Sie müssen sich einen Familienvater vorstellen: Was nützt ihm mehr? Eine Arbeitsstelle oder irgendwo gehortetes Gold der Notenbank? In einer damaligen Arena-Sendung unterstütze eine alt-Ständerätin mein Anliegen und sagte: Die Nationalbank komme ihr vor wie ein Familienvater, dessen Kinder verhungern und der aber lieber Gold im Keller lagert als es für seine Kinder zu gebrauchen.
Zudem erzielt Gold über die Jahrzehnte keine Rendite. Angenommen ein Bauer hat vor 50 Jahren seinen Hof verkauft und Gold gekauft. So wäre er jetzt nicht reicher. Im Gegenteil: Die Wertsteigerung des Landes in der Schweiz war mindestens gleich hoch wie jene des Goldes – und zudem: Er und seine Familie wären in der Zwischenzeit verhungert.
Gold ist eine Bereicherung bei der Diversifizierung eines Portefeuilles. Niemand legt aber sein ganzes Vermögen ausschliesslich in Gold an. Es hat keine Rendite und das Klumpenrisio ist zu hoch. Das gilt auch für eine Notenbank.
Kommt hinzu, dass die SNB damals lediglich 90 Rappen pro Kopf der Bevölkerung an die Kantone überwies. D.h. die SNB konnte sich praktisch zu null Prozent refinanzieren und gab davon nichts ans Volk ab. Ihre Gewinne investierte sie ausschliesslich in den USA, wo es der Schweiz nichts nützte und die SNB immer wieder grosse Währungsverluste erlitt. Ich setzte mich dafür ein, dass die SNB endlich einmal auch etwas ans Volk abgab, so dass die Not der Arbeitslosigkeit gelindert werden konnte. Dazu stehe ich auch noch heute.
Mit freundlichen Grüssen
Marc Meyer
Sehr geehrter Herr Müller
Sie schreiben, die Notenbank könne soviel Geld drucken, wie sie wolle. Mit dieser Behauptung sind Sie nicht alleine. Selbst unser Notenbankchef Thomas Jordan und der Bundesrat behaupten dies. Trotzdem will ich Ihnen hier darlegen, weshalb das nicht geht.
Natürlich kann die SNB Geld drucken und direkt im Keller deponieren – aber sie kann es nicht verbuchen – nicht in den Wirtschaftskreislauf integrieren. Warum?
Die SNB behauptet nun schon bald seit zwei Jahren, sie könne „unbeschränkt“ Euros kaufen und damit finanzieren, indem Sie „unbeschränkt“ Banknoten drucke. (Lesen Sie dazu u.a. auch das Interview von Prof. Ernst Baltensperger, dem spiritus rector und wissenschaftlichen Übervater der SNB, sowie Ziehvater von Prof. Thomas Jordan in der NZZ).
Nun schauen Sie sich aber einmal die Bilanz der SNB genau an. Seit den immensen Euro- und Dollar-Käufen der Notenbank ist die von der SNB gedruckte Menge an Banknoten nur unwesentlich gestiegen. Im Jahre 2010 betrug der Notenumlauf 52 Milliarden und Ende 2012 betrug dieser 58 Milliarden Franken. Demgegenüber kletterten die Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB in derselben Zeitspanne massiv von 38 Milliarden um über 250 Milliarden auf 289 Milliarden Franken an.
Das ist der Beweis, dass die SNB ihre masslosen Devisenkäufe nicht mit dem Druck von Banknoten finanziert hat, wie sie behauptet, sondern durch Kreditaufnahme bei den Geschäftsbanken. Wohlgemerkt: Die SNB hat bei den Geschäftsbanken durch Aufnahme von Schulden ihre Euros finanziert. Und die Schulden der SNB sind Staatsschulden, für die wir Steuerzahler einmal werden geradestehen müssen.
Die Frage stellt sich: Weshalb hat die SNB nicht einfach Banknoten gedruckt, wie sie es gemäss Ihrer Behauptung hätte machen können? Die Erklärung dafür ist einfach:
Statistisch gesehen benötigt jeder Schweizer / jede Schweizerin täglich einen gewissen Betrag an Bargeld, um die täglichen Zahlungen erledigen zu können. Dann wird noch ein gewisser Betrag in Tresoren gelagert. Alles in allem benötigt jeder Schweizer / jede Schweizerin bei einer Bevölkerungszahl von 8 Millionen Einwohnern im Schnitt rund 7’000 Franken Bargeld. Das ist seit Jahrzehnten so.
Die Bevölkerung hält genau so viel Bargeld, wie sie benötigt. Es ist deshalb eine Illusion, zu meinen, dass die Schweizer Bevölkerung plötzlich das Fünffache oder X-fache an Bargeld zu halten wünscht, nur um der Notenbank ihre Euro-Käufe zu finanzieren. Oder wären Sie und Ihre Familie bereit, plötzlich einen ansehnlichen Teil Ihres Vermögens in Bargeld anzulegen, nur damit die Notenbank ihre Euros kaufen kann? Wohl kaum!
Auch ist es eine Illusion, zu meinen, die ausländischen Investoren (Pensionskassen, Versicherungen usw.) wünschten plötzlich, Ihre Euros in Schweizer Banknoten zu investieren. Wollten sie das, so hätten sie es getan.
Nein, sie wollen in Schweizer Geldmarktpapiere bei Schweizer Banken investieren – auch wenn sie da sogar einen negativen Zins zu entrichten haben, was bei Banknoten nicht der Fall wäre.
Warum tun sie das? Die ausländischen Investoren sind nicht so unbedarft, dass sie in Papiergeld der SNB investieren, wo sie genau wissen, dass die SNB sonst einfach Banknoten druckt. Nein – sie besitzen als Schuldner lieber die Schweizer Geschäftsbanken. Deren Eigenkapital haftet für die Bonität ihrer Investitionen in Schweizerfranken.
Es ist auch nicht anzunehmen, dass in den Cafés von Frankfurt oder Athen nun plötzlich mit Schweizerfranken Banknoten bezahlt wird. Mit anderen Worten: Ihre Behauptung und die der SNB, diese könne so viele Banknoten drucken, wie sie wolle, um damit unbeschränkt Euros kaufen, entspricht nicht der wirtschaftlichen Realität.
Sie und die Nationalbank sollten die Wirtschaft etwas realistischer betrachten. Sie sollten nicht alles glauben, was uns die Nationalbank sagt – da stimmt vieles nicht!
Mit freundlichen Grüssen
Marc Meyer
Sehr geehrter Herr Meyer
Es scheint als hat sich in Ihre PPP-Betrachtung einen Fehler eingeschlichen.
In folgendem Satz machen Sie dabei die implizite Annahme, dass PPP gilt:
„Für den Schweizerfranken muss er jetzt 10 Prozent mehr bezahlen. Dafür muss er 10 Prozent weniger bezahlen für den Big Mac in Schweizerfranken. Das gleicht sich per Saldo aus.“
Daraus kann man schlecht folgern, dass PPP nicht gilt.
Sie sagen in etwa, da PPP gilt, gilt PPP nicht.
Ganz allgemein, ist Ihr Bericht relativ unverstaendlich geschrieben und duerfte fuer mehr Verwirrung denn Aufklaerung sorgen.
Freundliche Gruesse
Sehr geehrter Herr Müller
Meine Aussage ist klar: Eine Geldentwertung führt zu höheren Preisen. Deshalb können hohe Preise nicht die Begründung für eine Überbewertung der Wàhrung sein.
Der Big Mac Index und die Kaufkraftparitäten-Theorie ergeben somit keinen Sinn.
Mit freundlichen Grüssen
Marc Meyer
„Auf den Punkt gebracht hat diese Theorie die Journalistin Pam Woodall vom “Economist” mit dem sogenannten “Big Mac Index”. Gemäss diesem Index ist eine Währung dann überbewertet, wenn ein Big Mac in einem Land in Dollar umgerechnet teurer ist als in einem anderen. Da alle Big Macs überall auf der Welt die gleiche Qualität aufweisen, müssen sie auch gleich teuer sein – so die Theorie. Da der Big Mac in der Schweiz in Dollar umgerechnet aber fast 60 Prozent teurer ist als in den USA, folgert der Big Mac Index, dass der Franken um fast 60 Prozent überbewertet sei – also fallen muss.“
Sie haben wohl das Prinzip des Indexes nicht verstanden. Logisch ist der Big Mac überall auf der Welt unterschiedlich teuer, gerade wegen Lohnunterschiede etc. Der Index bringt aber alles auf einen Nenner, indem er die aufgewendeten Arbeitsstunden pro Big Mac berechnet. Dann erübrigen sich alle Ihre Erklärungen zur produktiven hochbezahlten Arbeit in Zürich. Und die Bodenpreise an der Bahnhofstrasse wirken sich wohl kaum auf den Big Mac in Affoltern am Albis aus. Trotzdem kostet er dort gleich viel.
Sehr geehrter Herr El Nadeim
Ihre Ausführungen ändern nichts an der Tatsache, dass der Wert eines inländischen Gutes in einer ausländischen Währung ausgedrückt keine Anhaltspunkte über die Bewertung der inländischen Währung ergibt.
Der Big Mac Index und damit die Kaufkraftparitäten Theorie ergeben somit keinen Sinn.
Mit freundlichen Grüssen
Marc Meyer
Wer einen solchen Artikel schreibt sollte zuerst einmal das 1 Mal 1 der Volkswirtschaftslehre lernen. Wie kann man nur den Big Mac Index für die Kaufkraftparität heranziehen, sowas würde ich nicht mal meiner 4-jährigen Tochter erzählen. Ich bitte die Redaktion solche Artikel vor der Veröffentlichung vorab zu überprüfen, ansonsten macht ihr euch absolut lächerlich.
Das bei weitem meistbeachtete Lexikon zum Big Mac Index ist Wikipedia. Daraus zitiere ich:
„The Economist entwickelte den Index als Preisvergleich und Kaufkraftvergleich der Länder untereinander. Die Grundlage dafür bietet eine der ältesten Betrachtungen der internationalen Makroökonomie: die Kaufkraftparität (KKP, engl.: Purchasing power parity, PPP), welche unter anderem von David Ricardo und weiteren britischen Ökonomen des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde.[3]
Marc Meyer
Die PPP-Theorie ist veraltet. Auch die SNB ist nicht am schlafen und verfolgt. einen pragmatischen Ansatz. Dieser beinhaltet neben den Zinsparitäten auch die Inflationsunterschiede sowie realwirtschaftliche Indikatoren.
Dr. Marc Meyer möge die diesbezügliche theoretische Untermauerung ebenfalls im Wikipedia durchlesen und reflektieren, damit der auf den neuesten Stand von Lehre und Forschung kommt.
@beobachter
Auf der aktuellen wissenschaftlichen homepage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) „iconomix“ steht wörtlich:
„Kaufkraftparitäten kommen beispielsweise oft zum Einsatz, wenn das Bruttoinlandprodukt (BIP) von verschiedenen Ländern verglichen werden soll.“
Kein Wort auf der homepage der SNB davon, dass diese Theorie angeblich veraltet sein soll und von der SNB nicht mehr beachtet wird.
Auch in den Medien spielt die Kaufkraftparitäten Theorie eine bedeutende Rolle. Warum? Weil die SNB das so kommuniziert.
Es gibt unzählige Beispiele von Artikeln und Beiträgen in der Presse (FinancialTimes, NZZ, TagesAnzeiger, SonntagsZeitung, Blick usw.) wie auch im Schweizer Fernsehen, in denen die angebliche Überbewertung des Frankens mit der Kaufkraftparität begründet wird.
Im Schweizer Fernsehen wurde jüngst ein Beitrag ausgestrahlt, in dem die Kaufkraftparität explizit erläutert wurde.
Wörtlich wurde folgendes gesagt:
„Was ist Kaufkraftparität?
Ein «fairer Wechselkurs», respektive «fair value», liegt dann vor, wenn man den gleichen Warenkorb in unterschiedlichen Währungsräumen zum gleichen Betrag kaufen kann. Es herrscht dann so genannte Kaufkraftparität; ich kann den gleichen Warenkorb in Deutschland und in der Schweiz zum gleichen Preis kaufen.“
Auch die Wirtschaftsverbände SWISSMEM und economiesuisse argumentieren aufgrund der Kaufkraftparität.
Dasselbe gilt für viele Analysen von Schweizer Banken wie beispielsweise UBS, CS, Bank Sarasin usw. Sie alle argumentieren mit der Kaufkraftparitäten-Theorie.
In zahlreichen Fernsehsendungen hat auch der SNB-Bankrat und SGB Chefökonom Daniel Lampart den Franken aufgrund der Kaufkraftparität als überbewertet bezeichnet.
Ferner argumentiert auch die Gewerkschaft UNIA mit der Kaufkraftparität und behauptet, der Franken sei überbewertet. Die Untergrenze müsste angehoben werden.
Nicht zuletzt fordert die SP Schweiz mit einer parlamentarischen Initiative eine Änderung des Nationalbankengesetzes. Demnach soll die Nationalbank künftig explizit auch die Aufgabe haben, eine an der Kaufkraftparität orientierte Wechselkurspolitik zu verfolgen.
Wenn Sie als „beobachter“ nun behaupten, diese Theorie sei veraltet, so entspricht das nicht den Tatsachen. Das wissen Sie genau. Diese Theorie ist hauptverantwortlich für die masslosen Käufe von angeblich „unterbewerteten“ Währungen durch unsere Nationalbank.
Und erneut muss ich feststellen: Das grösste Problem ist, dass sich unsere Nationalbank als „unfehlbar“ betrachtet und deshalb unbelehrbar ist. Die Schweiz wird dafür bluten müssen, wenn unserer Nationalbank nicht endlich vernünftig wird.
@beobachter
Sie schreiben, die SNB schlafe nicht. Weshalb verkauft sie dann ihre Euros nicht sofort, da sie nun weiss, dass die Kaufkraft-Paritäten-Theorie falsch ist?
Sie schreiben, die SNB achte auf die Inflationsunterschiede. Die gegenwärtige und erwartete Inflation im Euro ist aber höher als in Franken. D.h. der Euro muss fallen und der Franken steigen, bzw. der Franken ist unterbewertet. Die SNB liegt also um 180 Grad falsch und schläft!
Weiter schreiben Sie, die SNB achte auf Zinsunterschiede. Daraus würde folgen, dass der Franken fallen müsse, weil die Zinsen in der Schweiz tiefer sind als in Euro. Das ist ein ganz klarer Widerspruch zur Bewertung des Frankens gemäss Inflationsunterschied. Das aber haben sie und die SNB nicht einmal bemerkt.
Sie und die Nationalbank verwechseln einmal mehr Kurs und Rendite. Sie und die Nationalbank schlafen nicht nur – sie verstehen nicht, wovon Sie sprechen. Sie behaupten einfach etwas aus dem Zwang heraus, dass die Nationalbank unfehlbar sei und immer Recht haben muss.