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Aus der Geschichte der MG Albligen
Die Chronik besagt:
„Die Ende der Achtzigerjahre des 19. Jahrhunderts ins Leben gerufene Musikgesellschaft, welche bis ums Jahr 1896/97 jeweils 12 bis 15 Mitglieder aufwies, verringerte sich von diesem Zeitpunkt an auf nur noch 5 Mann. Diese 5 Mann spielten dann eigentlich nur noch zum Tanz auf und waren oft 8 bis 10 Tage an Jahrmärkten, Chilben und Anlässen unterwegs. Am Schulfest aber beteiligten sie sich Jahr für Jahr am jeweiligen Umzug ins Kurried. Für die Marschmusik zogen sie ein bis 2 Mann, meist aus der Stadt Freiburg, zur Hilfe herbei.“
Im Herbst 1905 wurde diese Musikgesellschaft schliesslich endgültig aufgelöst. Im Frühling 1906 musste das traditionelle Schulfest zum ersten Mal seit Gedenken ohne Musikgesellschaft durchgeführt werden. Das lastete wie ein Unbehagen auf der Bevölkerung. Etwas Vertrautes fehlte im heimeligen und sonnig gelegenen Dörfli. Da musste Abhilfe geschaffen werden!
In den ersten Novembertagen 1906 war es soweit: 5 junge Männer taten sich zusammen und gründeten eine neue Musik, die zum Ursprung unserer heutigen Albligen-Musik wurde. Sie nannten sie „Jägermusik“. Diesen Namen behielt sie bis ins Jahr 1927. Schon am Neujahrsmorgen 1907 wurde auf dem Dorfplatz Tagwache gespielt und ein Ständchen gegeben.
Einige ehemalige Musikanten konnten dazu bewogen werden, wieder mitzuspielen. Trotz einfachsten Mitteln, kaum Geld in der Vereinskasse und einer einfachen, zügigen Baracke als Probelokal entstand aus diesen bescheidenen Anfängen mit den Jahren eine stattliche Musikgesellschaft mit rund 25 Mitgliedern, die viel Beachtung und Komplimente erhielt, Hochs und natürlich auch Tiefs erlebte.
Einige Meilensteine aus den ersten 50 Jahren
- 1921 Anschaffung der ersten Pauke
- 1927 Umbenennung der Jägermusik in Musikgesellschaft
- 1935 1. Freundschaftstreffen in Albligen mit den Musikgesellschaften Heitenried, Schwarzenburg und Ueberstorf
- 1938 Einweihung unserer noch heute prachtvollen Fahne mit der Inschrift „In Freud und Leid zum Spiel bereit“, im Beisein der Musikgesellschaften Schwarzenburg, Heitenried, Ueberstorf und Neuenegg sowie einer ungeahnt grossen Zahl von Besuchern, die vorher und seither an Anlässen nie erreicht wurde…“ wie die Chronik besagt
- 1949 Einweihung der ersten Uniform
- 1952 Anschaffung der ersten eigenen Bestuhlung. Bis dahin fanden die Übungen immer stehend statt.
- 1956 50jähriges Jubiläum
Auf dieser Grundlage entwickelte sich ein solides Fortbestehen unserer Musikgesellschaft mit Höhepunkten und Schwierigkeiten, wie sie zum Vereinsleben gehören.
Meilensteine aus den Jahren 1970 – 2006:
- 1970 die erstmalige Durchführung des Mittelländischen Musiktages mit 23 teilnehmenden Gesellschaften. Das war eine grosse Herausforderung. Das ganze Dorf war engagiert. Der Erfolg belohnte den Einsatz und noch über Jahre kamen Musikanten und Musikantinnen aus dem Berner Mittelland auf das gelungene Fest im schönen Dörfli Albligen zu reden.
- 1973 Neuinstrumentierung, Kosten 25’000 Franken. Die Finanzierung war nur dank grosser Unterstützung aus der Bevölkerung möglich. Einweihung 1./2. September im Beisein der MG aus dem Freundschaftsbund sowie der befreundeten MG Ferden aus dem Lötschental.
- Am 19. Mai 1974 erstmals Teilnahme an einem kantonalen Musikfest. Das war ein voller Erfolg. Wir kehrten mit Goldlorbeer heim. Behörden, Dorfvereine und Bevölkerung bereiteten uns einen grossartigen Empfang. (Spätere Teilnahmen waren dann leider weniger erfolgreich.)
- An der HV vom 6. März 1976 wurde beschlossen, nach 30 Jahren eine neue Uniform anzuschaffen. Am 9. Mai 1977 wurde sie bestimmt (grüne Jacke, schwarze Hose).
- Einweihung der Uniform bei strahlendem Wetter am Wochenende vom 26. – 28. August 1977, wiederum im Beisein der MG aus dem Freundschaftsbund und aus Ferden. Vor einer grossen Besucherschar verabschiedeten wir uns in der alten Uniform auf dem Dorfplatz und marschierten Richtung Schulhaus zum Umkleiden. Dort musste mit Schrecken festgestellt werden, dass der Lieferant nicht alle Uniformen mitgebracht hatte. Nach kurzer Beratung entschied man sich, trotzdem am geplanten Ablauf festzuhalten. Stolz aber halt leider unvollzählig präsentierten wir der Bevölkerung die neue Uniform mit einem Marsch vom Schulhaus zum Dorfplatz und wurden mit grossem Applaus und vielen Komplimenten empfangen.
Meilensteine ab 1981
- Vom 26.-28. Juni 1981 feierten wir unser 75jähriges Jubiläum mit einem farbenfrohen Umzug in 19 Bildern, welche die Vergangenheit und Zukunft der Musikgesellschaft darstellten. Natürlich wurden auch die MG des Freundschaftsbundes in dieses Fest einbezogen.
- Am 8./9./10. Mai 1992 waren wir nach 1970 zum zweiten Mal verantwortlich für die Durchführung des Mittelländischen Kreismusiktages A mit 13 Musikgesellschaften und den beiden Gesellschaften aus dem Freundschaftsbund, Heitenried und Ueberstorf. Albligen mit seinen 460 Einwohnern beherbergte an diesem Sonntag über 600 Musikantinnen und Musikanten und eine überaus grosse Anzahl Besucherinnen und Besucher. Es war eine Pracht, wie die 15 Gesellschaften am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein mit rassigen Märschen durch das fahnengeschmückte Dorf marschierten.
- 1995 ernannten wir unseren langjährigen Dirigent und Kamerad Kanis Lehmann aus Ueberstorf zum ersten Ehrendirigenten.
- 2001 ging eine fast hundertjährige Tradition zu Ende. Es fand der letzte Schulfestli-Umzug ins Kurried statt, ein Anlass, dem manche Albliger und Heimwehalbliger noch heute nachtrauern.
Meilensteine ab 2006
- Im Jahr 2006 fand der vorläufig letzte Höhepunkt statt, nämlich das 100jährige Bestehen. Die Feierlichkeiten erfolgten vom 1.- 3. September. Aus diesem Anlass schafften wir uns wieder eine neue Uniform an, diesmal in Blau. Musikalisch wurde das Jubiläumsjahr bereits am 31. März in der Mehrzweckhalle Ueberstorf und am 7. April in der Pöschenhalle Schwarzenburg mit dem Musical „Fröid ha“ begangen. Zusammen mit den Schulkindern von Albligen, 2 Solosängern und dem bekannten Erzähler Ruedi Stalder wurde dieses Projekt unter der Leitung des Dirigenten Martin Fahrni für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis. An beiden Abenden konnten 400 Besucher/innen begrüsst werden. Hier stellvertretend für alle eine Schülerstimme: „…es hatte 400 Leute. Es war sehr lustig! Ich war aufgeregt, aber es war „cool“. Mein Vater und meine Mutter und mein Grosi, meine Tante, mein Gotti und meine Cousine und mein Bruder kamen alle. Die Leute haben fest geklatscht.“ (Albliger Schülerzeitung Oha Lätz vom Juni 2006)
Hier endet der geschichtliche Teil vorläufig – Fortsetzung folgt!