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Ignazio Cassis ist im Monat seiner Wahl in den Bundesrat Mitglied der Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht «Pro Tell» geworden. Diese kämpft gegen jede Verschärfung des Waffenrechts in der Schweiz und geht damit auf Konfliktkurs mit der EU.
Der designierte Aussenminister Cassis habe sich «Anfang September» von sich aus an «Pro Tell» gewandt und um eine Mitgliedschaft ersucht, sagte der Generalsekretär von «Pro Tell», Robin Udry, am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er bestätigte zugleich einen Artikel von «Tages-Anzeiger», «Bund» und «Luzerner Zeitung» vom gleichen Tag.
Der am 20. September in den Bundesrat gewählte Cassis habe seine Mitgliedschaft in der Zwischenzeit auch nicht aufgekündigt, so Udry. Cassis selbst war am Samstag auf Anfrage nicht zu erreichen.
Der neue Bundesrat tritt sein Amt am 1. November sein Amt an. Er gehört bereits der Tessiner Organisation «Libertà e Valori» an. Nach eigenen Angaben formierte sich dieses Komitee, um sich gegen die eidgenössische Volksinitiative «Für den Schutz von Waffengewalt» einzusetzen. Sie kämpft ausserdem für einen «legalen und liberalen» Waffenbesitz.
«Pro Tell» hatte zuletzt auf sich aufmerksam gemacht, weil die Organisation gegen die drohende Verschärfung des Waffenrechts mobilisierte und dagegen auch das Referendum ergreifen will. Der Bundesrat will die EU-Bestimmungen dagegen ins Schweizer Recht übernehmen – er hat dafür zwei Jahre Zeit.
Zur Übernahme ist die Schweiz als Schengen-Staat verpflichtet. Bei einem Nein drohte dem Land der Ausschluss aus dem Schengen-Raum. (wst/sda)