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Homeward Bound: The Incredible Journey hat eine wahre Odyssee hinter sich. Die erste Version mit Stimmen unter anderem von Donald Sutherland wurde neu überarbeitet. Anstatt im off sollten die beiden Hunde und die Katze nun per Animation direkt sprechen, allerdings stimmen die Bewegungen der Schnauzen nicht mit den Dialogen überein. Mit Michael J. Fox, Don Ameche und Sally Field kamen drei neue, zweifellos zu jener Zeit populärere Schauspieler hinzu um Chance, Shadow und Sassy ihre Stimmen zu leihen. Ausserdem wurde David Shires Musik rausgeschmissen und Bruce Broughton kam an Bord, der zuvor an den Disney Produktionen Honey I Blew Up the Kid und Rescuers Down Under gearbeitet hat. Es wäre toll, wenn wir irgendwann auch Shires verworfenen Score zu hören kriegen würden.
Die 1993 ebenfalls bei Intrada veröffentliche CD dauerte nur gerade 30 Minuten, viel zu kurz und knapp um ein befriedigendes Gefühl zu hinterlassen. Auch wenn Bruce Broughton kein Freund von Veröffentlichungen vollständiger Filmmusiken ist (damit ist er nicht der einzige Komponist, schon Jerry Goldsmith und auch John Williams waren und sind wählerisch im Umgang mit ihren Stücken), mit der neuen Intrada erhalten wir nun 61 Minuten Score (plus ein paar Bonustracks zusätzlich).
Wenn es um Americanaflair geht, ist Bruce Broughton der richtige Mann, das hat er mit vielen seiner Scores, die im Amerika der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielen unter Beweis gestellt. Die Abenteuer der drei Haustiere, die während des Urlaubs ihrer Besitzer vom Pflegeplatz flüchten und durch die amerikanische Landschaft wandern, viele Abenteuer erleben, sich aus den Augen verlieren und schliesslich mit ihrer Familie wieder vereint werden, bilden die passende Vorlage für eine derart gewichtete Komposition. Broughtons Musik ist melodisch, gespickt mit Motiven und Themen für die tierischen Helden. Sein Hauptthema wird in „My Name is Chance“ angeschnitten. Es dauert allerdings bis zu Track 9, „The Journey Begins“, in dem das Thema in voller Schönheit zu hören ist. Natürlich kriegen Chance (verspielt, „My Name is Chance“), Sassy („Sassy’s Shrimp“) und Shadow eigene Themen. Der Puma, vor denen sich die drei in acht nehmen müssen wird mit einem gefahrvollen Motiv bedacht („The Cougar!“) ebenso wie das Mädchen, das beim Wandern von seinen Eltern getrennt wurde und von Shadow aufgespürt und gerettet wird („Who Made These?“). Witzige Momente erinnern durchaus an Broughtons Honey I Blew Up the Kid, während er in „Mission: Impossible“ das bekannte Schifrin unvergleichliches Motiv aus der TV-Show zitiert (wahrscheinlich eher ein Wunsch der Produzenten). Ein emotionales Thema findet Broughton für die Beziehung zwischen den Tieren und ihrer Familie, in „Reunited“ wird es fröhlich und in voller Grösse gezeigt, in Ergänzung mit Broughtons Hauptthema. Abgerundet wird der Score mit dem wundervollen „Homeward Bound“ (von welchem es übrigens auf der CD zwei Versionen gibt).
Homeward Bound: The Incredible Journey ist unverkennbar ein Bruce Broughton Score. Kaum ein Komponist hat die amerikanische Landschaft in den 80ern und 90ern so einfangen und mit seinem ihm eigenen Stil betreuen können wie er, seine Scores aus jener Phase klingen frisch und inspiriert, lebhaft und gekonnt orchestriert (der Hauptteil geht dabei ebenfalls auf Broughtons Konto).
Diese Musik in dieser Form ist eine feine Sache, sie bietet viel Hörspass und Abwechslung und die Verlängerung um das doppelte tut dem Score richtig gut.
HOMEWARD BOUND: THE INCREDIBLE JOURNEY Bruce Broughton Intrada Special Collection ISC 330 70:51 Min. / 31 Tracks