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Im heutigen Intravinyl widmeten wir uns der Musikszene vom Venezuela der 70er-Jahre. Durch die stabile politische und den steigenden wirtschaftlichen Wohlstand, in dem sich das Land befand, bildete sich damals eine florierende Musikkultur. Während sich die populäre Musik im Venezuela der 60er-Jahre noch recht nachahmend anhörte, fand das Land in den 70ern zu seinem eigenen Sound, unabhängig von Bands der British Invasion. Elemente der herkömmlichen Pop- und Rockmusik wurden mit synkopierten Rhythmen und venezolanischen Perkussionsinstrumenten gespickt.
Doch beschränkte sich diese Musikszene keineswegs nur auf Rock und Pop. Auch neuarrangierte Lieder der venezolanischen Volksmusiktradition fanden damals ihren Platz auf den Charts. Mit dem Gebrauch neuer Studiotechniken und Effekten verlieh der venezolanische Musiker Chelique Sarabia auf seinem Album «Revolución Electrónica en Música Venezolana» traditionellen venezolanischen Volksliedern einen modernen Touch. Dank diesem Album gilt Chelique Sarabia im heutigen Lateinamerika als Pionier der elektronischen Musik.
Mit seinem Übername «Giorgio Moroder von Venezuela» gilt heute auch der venezolanische Musikproduzent Daniel Grau als wichtige Figur in der Entwicklung der elektronischen Musik in Lateinamerika. Ähnlich wie Giorgio Moroder damals in München, experimentierte Daniel Grau auch mit Synthesizern und Drum Machines und produzierte wie Giorgio Moroder auch Discomusik der ansteckendsten Art. Da seine Musik oft auch Elemente von Jazz und vom brasilianischen Bossa Nova enthielt, wird sie heute oft als Jazzanova bezeichnet. Maestro Grau starb leider ziemlich genau vor einem Jahr am 5. Januar 2021.
Leider ist eine solche boomende Musikszene im heutigen Venezuela faktisch unmöglich. Armut und Kriminalität nahmen in den letzten Jahrzehnte überhand im diktatorisch geführten Venezuela unter Präsident Nicolás Maduro.
Die ganze Playlist zur Sendung findest du hier: