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Der Congrès Coopératif Anational fand vom 15. bis 25. August 1917 auf dem Monte Verità bei Ascona statt.
Eine Einladung dazu erfolgte am 22. Januar 1917 in einem Manifest von Theodor Reuss im Namen der Hermetic Brotherhood of Light bzw. des Ordo Templis Orientis (O.T.O.) sowie von “Anational Grandlodge & Mystic Temple: Verità Mistica”. Sie richtete sich an “alle Organisationen in allen Ländern (?), die sich für den Fortschritt der Rasse basierend auf kooperativer Lebensführung einsetzen und für die Heilung der Wunden, die dieser teuflische Krieg der Menschheit zugefügt hat.” (“All those organisations in every country of this glove who stand for the advancement of the race on cooperative lines, and for the healing of the wounds which this fiendish war has inflicted on mankind are invited to send delegates to this congress.”) Ziel war die “Organisation des Wiederaufbaus der Gesellschaft basierend auf praktizierter kooperativer Lebensführung” (“organising the reconstruction of Society on practical cooperative lines”).
Die Einladung sah vor, dass alle Freimaurer die Möglichkeit haben würden, an Logen-Treffen teilzunehmen, Theosophen an Vorträgen über Thesophie und verwandte Themen und Mystiker an einer Darbietung von Aleister Crowleys Mysterienspiel The Ship.
Während dem Kongress fanden verschiedene Freilichtaufführen der Labanschule statt, darunter am 18./19. August ein , zu dem ein Weihespiel nach Otto Borngräbers Sang an die sinkende Sonne gehörte.
Robert Landmann wertet den Kongress als Werbeveranstaltung. Er schreibt dazu:
Ende Juni 1917 fand ein vierzehntägiger Kongress auf dem Monte Verità statt, bei dem durch eine geschickte Gedankenvolte Vegetarier und Freimaurer auf gemeinsamer Basis zusammengezogen wurden. Die Kombination bezweckte, einerseits die Mitgliederschaft des Ordens zu erweitern, andererseits den Monte Verità wieder flottzumachen. Mary Wigman und Rudolf von Laban waren mit ihren Schülern Glanzpunkte der nächtlichen Feste. Aus reiner Freude am Abenteuerlichen und mit unbekümmerter Ausgelassenheit beteiligten sie sich an Aufführungen und Fackeltänzen im Freien und schließlich auch an den dunklen Zeremonien der Loge. (Robert Landmann: Ascona – Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies. Von Ursula Wiese überarbeitete und ergänzte Ausgabe, unter Mitarbeit von Doris Hasenfratz. Neu herausgegeben mit einem Nachwort versehen von Martin Dreyfuss. Frauenfeld, Stuttgart, Wien 2000. S. 172.)
Ob etwa Anna Fischer-Dückelmann an einer der Veranstaltungen teilgenommen hat, ist nicht bekannt. (“Whether Anna Fischer-Dückelmann was witness to these occult and theatrical performances is uncertain.” Paulette Meyer: Physiatrie and German Maternal Feminism: Dr. Anna Fischer-Dückelmann Critiques Academic Medicine. Canadian Bulletin of Medical History / Bulletin canadien d’histoire de la médecine, 23, 2006, 1, S. 177.) Paulette Meyer gibt aber zu bedenken:
What the physician thought of the secret OTO lodges of Reuss and Laban is unrecorded; however, the books published after her death by Arnold Fischer and their daughter Else von Golfieri hint that the Fischer-Dückelmann family was contemplating spiritual mysteries in these years along with fellow residents of Ascona. (ebda.)
Zu Crowleys The Ship The Ship. A Mystery Play. In: The Equinox, An IX, No. X, Sun in Libra. – Crowley’s “The Ship”: A Grand Premiere. A Mystery Play Revealed, Beitrag von Sr. Lutea, erschienen in: The Scarlet Letter, Volume VI, Number 2, September 2001.