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Jordanien dient schon lange Hollywood und anderen westlichen Filmländern als Drehort, dank seiner spektakulären Landschaften und seiner politischen Stabilität; eine einheimische Filmproduktion gab es aber lange kaum. Im Jahre 2003 wurde die Royal Film Commission gegründet, die nicht nur Filmproduktionen finanziell fördert, sondern auch die Ausbildung von Filmschaffenden. 2008 folgte denn auch die Gründung des Red Sea Institute of Cinematic Arts, einer Filmschule, die vor allem Studierenden aus dem arabischen und dem nordafrikanischen Raum offensteht. Darum sind in den letzten zwanzig Jahren deutlich mehr jordanische Filme gedreht worden, die auch internationale Anerkennung erlangten: 2008 gewann Amin Matalqas Captain Abu Raed am Sundance Film Festival den Preis für den besten ausländischen Spielfilm; 2015 wurde Theeb von Naji Abu Nowar für den Oscar nominiert. Jüngst ernteten auch Amira von Mohamed Diab und Daughters of Abdul-Rahman von Zaid Abu Hamdan an internationalen Festivals Erfolg.
Zur Diskussion sind folgende Gäste eingeladen:
Daniele Cantini ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Halle, Deutschland. Er promovierte 2006 in Sozialanthropologie an der Universität Modena. Er hat in Jordanien, Ägypten und im Libanon geforscht und war in Kairo, Modena, Halle, Beirut und Zürich tätig.
Zaid Abu Hamdan qualifizierte sich 2012 mit dem Kurzfilm Bahiya & Mahmoud für eine Oscar-Nominierung. Sein Spielfilm Daughters of Abdul-Rahman gewann Publikumspreise und wird am AFFZ 2022 gezeigt. Die Dreharbeiten zu Zaid Abu Hamdans zweitem Spielfilm Boomah sind für Mitte 2023 geplant.
Moderation: Jasmine Benhaida hat im Februar 2021 ihr Doktorat am Seminar für Nahoststudien der Universität Basel begonnen. Ihr Dissertationsprojekt untersucht die Praktiken von Frauen an den Scharia-Gerichten in Jordanien zwischen den Jahren 1918 und 1928.
Gesamtdauer: 64 Min.
Der Staub des Krieges raubt den Augen den Schlaf. Die Nacht bringt der kaputten Stadt Frieden und Schlaf. Nur die Augen der Mutter eines vermissten Kindes bleiben angstvoll. Die Nacht muss sie mit einem Trick zum Schlafen bringen, um ihre Seele zu retten. Preisgekrönter Animationsfilm.
Regisseur Ahmad Saleh ist ein palästinensisch-deutscher Animationsfilmer. Sein zweiter Film Ayny gewann 2016 den Studenten-Oscar. Er arbeitet an seinem ersten Langfilm.
Drehbuch: Ahmad Saleh
Kamera: Saed Saleh
Schnitt: Ahmad Saleh
Mit: Hiam Abbas (Stimme der Mutter), Rafia Oraidi (Stimme der Nacht), Salma Saleh (Stimme der Tochter)
16 Min., Farbe, DCP, Arab/e
The Feminine E ist ein Dokumentarfilm über Menschenrechte, der das Problem von komplizierten nationalen Identitäten im Allgemeinen anspricht und im Besonderen die Schwierigkeiten jordanischer Frauen, ihre Nationalität an die Kinder weiterzugeben. Jordanische Frauen, sowohl prominente als auch normale Bürgerinnen, äussern sich und fordern ihre Rechte ein.
Regisseur Ebah al Khatib, in Zarka, Jordanien, geboren, studierte in Kairo Film und drehte TV-Serien und Dokumentarfilme. Mitgründer des jordanischen Karama Human Rights Film Festival.
Drehbuch: Ebah Al Khatib, Sawsan Darwaza
Kamera: Firas El Heehi, Ebah Al Khatib, Hassan Abu Hammad
Musik: Hassan Abu Hammad
Schnitt: Hassan Abu Hammad
48 Min., Farbe + sw, DCP, Arab/e