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OKUPACIJA U SLIKA, Lordan Zafranović, YU 1978
Filmvorführung mit anschliessendem Regiegespräch
Der preisgekrönte jugoslawische Kultfilm aus dem Jahre 1978 erzählt in 26 Szenen die Geschichte der faschistischen Besetzung von Dubrovnik im Zweiten Weltkrieg als Parabel, entlang historischer Begebenheiten.
Wo: Alte Universität, Rheinsprung 9, Hörsaal 101 | Wann: Freitag, 14. Oktober 2016, 20.30 Uhr
in Anwesenheit des Regisseurs
Die sorgfältig inszenierte Geschichte dreht sich um drei jugendliche Freunde und deren Familien und zeigt, wie ihre Welt durch die Ankunft der italienischen und deutschen Besatzer und durch unterschiedliche Lebensentscheidungen in kurzer Zeit auseinanderfällt. Der aristokratische Niko und sein Vater schliessen sich dem Widerstand an, der italienischstämmige Bürgersohn Toni begeistert sich für die Faschisten, der jüdische Kaufmannssohn Miho sieht sich zunächst sozial ausgegrenzt und kurz darauf verfolgt. Nikos Schwester Ana besteht dennoch auf ihrer Verlobung mit Toni.
Der Film war ein Box Office Hit in Jugoslawien und in der Tschechoslowakei, räumte mehrere Preise am Filmfestival Pula ab, war für die Goldene Palme von Cannes nominiert und Jugoslawiens Kandidat für den fremdsprachigen Oscar 1979. Die Weigerung der beiden Drehbuchautoren, neben Lordan Zafranović der kürzlich verstorbene Schriftsteller Mirko Kovač (Stadt im Spiegel/Grad u zrcalu, Gubilište), die explizite Gewaltszene im Bus zu kürzen, führte zu diversen Kontroversen und kostete vermutlich auch die Anerkennung der grossen internationalen Preise. Die Kamera führte Karpo Godina, in den Hauptrollen spielen u.a. Boris Kralj, Franjo Lasić und Stevo Žigon.
Lordan Zafranović (*1944) stammt aus Split, wo er bereits als Teenager mit Experimentalfilmen auf sich aufmerksam machte und einen Studienplatz an der Prager Filmschule FAMU gewann. Gemeinsam mit seinen Studienkollegen Rajko Grlić, Goran Marković, Goran Paskaljević und Srdjan Karanović, später auch Emir Kusturica, gehört er zur Prager Schule, die in den späten 1970er und 1980er Jahren das jugoslawische Kino dominierte. Anfangs der 1990er Jahre musste er Kroatien aus politischen Gründen verlassen und lebt seither im Prager Exil.
organisiert von: Seminar für Nahoststudien und Basler Arbeitskreis für Südosteuropa BASO