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Der Volksmund nennt sie auch: Airi; Brejaúba
Wissenschaftlicher Name: Astrocaryum aculeatissimum (Schott) Burret
Deutscher Name: –
Aus der botanischen Familie der: Palmae
Herkunft: Brasilien – Atlantischer Regenwald
Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Palme, deren bis zu 10 Meter hoher Stamm in zahlreiche Segmente unterteilt ist, welche dicht von starken, schwarzen Stacheln zwischen 6 und 8 Zentimetern Länge bedeckt sind. Zwei bis drei Meter lange, an der Oberseite dunkelgrüne, an der Unterseite hellgrüne, Blattrispen. Kleine, in Trauben angeordnete Blüten, ebenfalls geschützt durch einen ovalen, von Stacheln bedeckten Schild.
Frucht
Eiförmig und bedeckt von resistenten Haaren, mit einem rot gefärbten Kern.
Vorkommen
Wächst spontan im Atlantischen Regenwald und kann durch Teilung der Segmente oder mittels der Samen kultiviert werden. Reife zwischen Juli und Dezember. Unter den ungefähr 3.000 Palmenarten, die es gibt, produzieren weniger als 100 essbare Früchte. Und nicht alle werden ihrer Früchte wegen geschätzt, obwohl einige davon auch eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung erlangt haben.
Trotzdem kommt den Früchten dieser Palmen – oder vielmehr ihren Kernen – eine Bedeutung als Teil der Ernährung nativer Völker der Gegenden zu, in denen sie auftreten. Die Brejaúva ist eine davon. Als Palme der Spezies Astrocaryum, von denen der grösste Teil aus Brasilien stammt, gibt es sie in fast allen Territorien des Landes – von Rio Grande do Sul bis zum extremen Nordosten. Eine ihrer hervorstechendsten Eigenschaften ist die grosse Anzahl von Stacheln, die sie an ihrem Stamm besitzt. Deshalb auch der Zusatz “Aculeatissimum” in ihrem wissenschaftlichen Namen. Diese Stacheln bilden ein schönes Design und bestätigen die Brejaúva–Palme als ornamentale und gleichzeitig aggressive Pflanze.
Wie bei nahezu allen Palmen – ausser bei der Kokospalme, deren Frucht zur Ernährung der Menschen im Mittelpunkt des Interesses steht – liegt der eigentliche Nutzwert bei der Brejaúva, ausser in ihren Früchten und ihrer dekorativen Schönheit, in der Qualität und der Anwendbarkeit ihrer Blattfasern. Zusammen mit den Früchten der Butiá, der Mucajá und der Jerivá, hat auch die Brejaúva nur kleine Früchte, die, wenn sie roh gegessen werden, unter den Kindern der lokalen Bewohner als nutritives und wohlschmeckendes Spiel bekannt sind. Ausserdem kennt man hier allenthalben das Spiel mit dem Kreisel und der Schnur, mit der er geschlagen wird, damit er sich dreht – diese Kreisel werden vorzugsweise aus den Früchten der Brejaúva gefertigt – ein beliebter Zeitvertreib!
Und sprechen Sie nur mal mit den Kindern, besonders jenen, die in Städten und Dörfern der Gegend im Paraíba–Tal (Bundesstaat São Paulo) wohnen! Noch heute findet man in dieser Gegend ganze Rispen voller “Coco–Brejaúva” (Früchte) auf den Marktständen – in Guaratinguetá, Taubaté, Pindamonhangaba, Cunha, und anderen Orten.
Sogar unser Dichter Monteiro Lobato hat sich den Vorzügen jenes Palmenfrüchtchens und der Passion aller Kinder gewidmet und es unsterblich gemacht in seinem “Sítio do Pica Pau Amarelo“ – der Schriftsteller wurde nämlich selbst im Paraíba–Tal geboren und wuchs auch dort auf, und er genoss im Kindesalter sämtliche Vorzüge und Köstlichkeiten der Brejaúva–Frucht. Ein Auszug aus seinem Buch:
“Eine Überraschung . . . “
“Was ist es, sag schon, was ist es, Nariszinho? Was für eine Überraschung?
Anstatt zu antworten, schob die Kleine einen Haufen trockener Blätter auseinander, die hier am Flussufer den Boden bedeckten, dann sie ihr Bündel Bananenblätter auseinander und enthüllte der Bande ihre darin verborgene Überraschung, eine hübsche Rispe mit Brejaúva–Früchten.
“Viva! Viva!“ jubelte Pedrinho, der Brejaúvas über alles schätzte.
“Hat uns Antonio Carapina gestern zum Geschenk gemacht“. Sie setzten sich rund um die Rispe nieder und begannen die Früchte auf einem grossen Bananenblatt zu zerteilen.
“Sehr gut!“ rief der Junge schmatzend vor Behagen, als er gierig das delikate weisse Fruchtfleisch der überreifen Früchte hinunter schlang.
“Der Antonio Carapina hat die besten Einfälle der Welt…!“