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Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft SGG, die eine grosse Geschichte, heute aber nur noch wenig Bedeutung hat, lancierte mit dem Wettbewerb für eine neue Nationalhymne einen bemerkenswerten PR-Coup. Seit Wochen wird über Sinn und Unsinn einer neuen Hymne diskutiert und geschrieben. Die Rechnung der SGG geht also voll auf, auch wenn bezweifelt werden darf, ob denn eine neue Nationalhymne überhaupt das Ziel dieser Aktion ist.
Ist die Nationalhymne überhaupt so wichtig, dass man sich so heftig darüber unterhalten sollte? Ich meine, eigentlich nicht. Mir gefällt am Schweizerpsalm, dass er als Komposition eines katholischen Urner Mönchs mit dem Text eines protestantischen Züricher Dichters gewissermassen eine Versöhnung mit dem konfessionell aufgeladenen Kulturkampf des 19. Jahrhunderts ist.
Für viele ist es nicht einfach den Schweizerpsalm zu singen (und damit den Text mit der Melodie zu versöhnen). Wer es nicht schafft oder will, soll doch einfach nur zuhören. Das tut dem Patriotismus keinen Abbruch. Er klingt instrumental ohnehin schöner. Es kann symbolisch gedeutet werden, dass die meisten, die sich Mühe geben den Schweizerpsalm zu singen, in der letzten Zeile „Gott, den Herrn“ vergessen und musikalisch dann nur schwer zu einem Ende des Liedes finden.