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EKG
Das Elektrokardiogramm (EKG) ist die Aufzeichnung der Summe der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern.
Jeder Kontraktion des Herzmuskels geht eine elektrische Erregung voraus, die im Normalfall vom Sinusknoten ausgeht. Über das herzeigene elektrische Leitungssystem aus spezialisierten Herzmuskelzellen läuft sie zu den übrigen Herzmuskelzellen. Diese elektrischen Spannungsänderungen am Herzen kann man an der Körperoberfläche messen und im Zeitverlauf aufzeichnen. Es ergibt sich ein Bild der elektrischen Herzaktion. Mit dem EKG lassen sich Aussagen zu Eigenschaften und Gesundheit des Herzens treffen. Zu beachten ist, dass das Oberflächen-EKG nur die elektrische Aktivität des Herzmuskels anzeigt, nicht jedoch die tatsächliche Pumpkraft des Herzens widerspiegelt. Es hat seine vornehmlichste Bedeutung in der Diagnose des Herzinfarktes und bei Rhythmusstörungen. Die Untersuchung ist ungefährlich.
Langzeit EKG
Als Langzeit-EKG wird die Aufzeichnung des Elektrokardiogramms über einen längeren Zeitraum von meist 24 Stunden bezeichnet. Nach seinem Erfinder Norman J. Holter (1914-1983) wird die Methode auch Holter-EKG genannt.
Das Langzeit-EKG wird eingesetzt, um das Ausmaß von Herzrhythmusstörungen bewerten und nur zeitweise auftretende Rhythmusstörungen aufspüren zu können.
Am gebräuchlichsten ist die kontinuierliche EKG-Registrierung über 24 Stunden mit Hilfe tragbarer Aufzeichnungsgeräte. Seltener wird eine diskontinuierliche Aufzeichnung mittels sogenannter Event-Recorder oder Loop-Recorder über längere Zeiträume durchgeführt. Implantierbare Event-Recorder erlauben auch mehrmonatige Beobachtungszeiträume.
Belastungstest
Der körperliche Belastungstest – Ergometrie auf dem Velo ist die Methode erster Wahl beim Verdacht auf das Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit. Es ist die Methode zur Beurteilung der Belastbarkeit des Patienten und seines Kreislaufverhaltens, wobei die ermittelten Parameter einen hohen Prognosewert besitzen. Typische EKG-Veränderungen lassen Rückschlüsse auf eine Durchblutungsstörung des Herzens zu.
Die Belastung dauert ca. 10 Minuten, wobei der zu bewältigende Widerstand stetig zunimmt. Während der ganzen Untersuchung wird die Herzstromkurve aufgezeichnet und in regelmässigen Abständen der Blutdruck gemessen. Bequeme Kleidung und gutes Schuhwerk sind von Vorteil. Der Patient fährt so lange Velo, wie es ihm seiner Meinung nach möglich ist. Bei Beschwerden, EKG-Veränderungen oder relevanten Veränderungen von Blutdruck und Puls wird der Untersuch vorzeitig abgebrochen.
Das Risiko von Komplikationen, die zu einer Spitaleinweisung führen, ist – unter Berücksichtigung von Kontraindikationen – sehr klein, es wird auf 1:10 000 geschätzt.
Herzultraschall
Bei der Transthorakalen Echokardiografie, kurz «Echo» wird das Herz durch Ansetzen des Ultraschallkopfes auf den Brustkorb untersucht, und zwar neben dem Brustbein, von der Herzspitze aus sowie von unterhalb des Rippenbogens. Mit dem 2-D-Bild kann man in Echtzeit der Herzaktion zuschauen. Insbesondere die Größe der Herzkammern, die Klappenfunktion und die Pumpfunktion des Herzens sind dabei gut erkennbar. Es sind auch Abschnitte der Hauptschlagader beurteilbar.
Seltener notwendig ist die Untersuchung von der Speiseröhre aus: Transösophageale Echokardiografie. Hierzu muss der Patient den Schlauch der Ultraschallsonde schlucken. Diese Methode liefert eine bessere Darstellung bestimmter Teile des Herzens, der Hauptschlagader und außerdem können Veränderungen wie z.B. kleine Gerinnsel, besser nachgewiesen werden. Auch bei stark übergewichtigen Patienten oder bei Patienten mit einem Lungenemphysem kann diese Form der Echokardiografie notwendig sein, wenn ein normales «Echo» keine befriedigende Bildqualität liefert.
Einverständniserklärung
Beim «Stressecho» handelt es sich um eine Echokardiografie, welche unter Belastung durchgeführt wird. Die häufigste Veranlasssung für ein Stressecho ist der Verdacht auf eine Durchblutungsstörung des Herzens. Bei einem medikamentösen Stressecho bekommt der Patient das Medikament Dobutamin intravenös verabreicht.
Einverständniserklärung
Blutdruckmessung
Der Blutdruck variiert im Verlauf des Tages und kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Ein erhöhter Blutdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für Herkreislauferkrankungen wie z.B. Herzinfarkt und Hirnschlag und sollte somit engmaschig kontrolliert und auch behandelt werden. Die 24-h Blutdruckmessung gibt die Möglichkeit, den Blutdruck über einen ganzen Tag zu beobachten. Der Patient trägt dabei eine Blutdruckmanschette am Oberarm, welche mit einem kleinen Gerät verbunden ist, welches um den Hals oder am Gurt getragen werden kann. Das Gerät wird vor der Untersuchung am Computer programmiert und löst in bestimmten Intervallen eine Blutdruckmessung aus, welche dann auf dem Gerät aufgezeichnet wird. Die Auswertung der Aufzeichnung erfolgt am Computer.
Herzschrittmacher /ICD
Die Funktion des Herzschrittmachers wird mit einem herstellerspezifischen Schrittmacherprogrammiergerät kontrolliert. Die Kommunikation erfolgt über einen Telemetriekopf, welcher auf die Haut direkt über dem Schrittmachergehäuse aufgelegt wird. Es wird die minimal notwendige Stromabgabe (Reizschwellentest) für eine sichere Funktion des Schrittmachers ermittelt. Der Ladungszustand der Batterie und die Funktion der Schrittmacherelektroden werden bestimmt. Schliesslich wird die Programmierung des Schrittmachers den individuellen Bedürfnissen des Patienten so angepasst, dass der Alltag optimal bewältigt werden kann, der Schrittmacher sicher und störungsfrei funktioniert und die Stromabgabe so optimiert ist, dass eine möglichst lange Lebensdauer der Schrittmacherbatterie erreicht werden kann.
Die erhobenen Messdaten und die aktuelle Programmierung des Schrittmachers wird im Schrittmacherpass festgehalten, welcher der Patient immer auf sich tragen sollte.
Ein ICD (implantable cardioverter defibrillator) ist ein Gerät, das neben einer Schrittmacherfunktion bei lebendbedrohlichen Rhythmusstörungen auch eine Rhythmuskorrektur bis hin zur lebensrettenden Schockabgabe ermöglicht.
Dieses Gerät muss, wie auch die «normalen» Schrittmacher, in regelmässigen Abständen (3- bis 6-monatlich) auf Funktion und Batteriestatus kontrolliert werden, um eine optimale Funktionsweise zu garantieren.
Diese Untersuchung geschieht, wie bei einer Schrittmacherkontrolle mit einem herstellerspezifischen Programmiergerät. Die Kommunikation erfolgt über einen Telemetriekopf, welcher auf die Haut direkt über dem ICD-Gehäuse aufgelegt wird und ist absolut schmerzlos.
Elektrokonversion
Die Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) nennt man Elektrokonversion. Dies kann durch Medikamente und/oder mittels Verabreichung eines Stromstosses über zwei Defibrillatorelektroden erreicht werden. Voraussetzung einer Elektrokonversion ist eine bereits eingeleitete Blutverdünnung. Die Blutsalze müssen vorgängig kontrolliert werden. Gelegentlich ist eine transoesophageale Echokardiographie nötig, um Gerinnsel im Herz auszuschliessen.
Bei der Konversion mittels Stromstoss ist eine kontinuierliche Monitorüberwachung der Blutsauerstoffkonzentration, des Blutdrucks und des Pulses nötig. Ueber einen Venenzugang wird eine Kurznarkose eingeleitet, unter der der Stromstoss verabreicht werden kann. Dies kann ambulant durchgeführt werden, anschliessend darf man jedoch nicht Autofahren.