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Die Prostata ist eine recht unscheinbare Drüse, die unterhalb der Harnblase die obere Harnröhre umschliesst. Im Normalzustand ist sie etwa so gross wie eine Rosskastanie und wiegt gerade einmal 25 Gramm. Sie besteht aus etwa 40 Drüsen und Muskelfasern, die von einer Kapsel aus Bindegewebe umschlossen werden.
Die Prostata: Power-Zentrum der Fruchtbarkeit
In den Drüsenzellen der Prostata wird das sogenannte prostataspezifische Antigen (PSA) produziert: ein Eiweiss, das die Fruchtbarkeit des Mannes gewährleistet. Bei der Ejakulation spannen sich die Muskeln der Prostata an, das PSA strömt aus den Drüsen und wird dem in den Hoden produzierten Samen beigemischt.
Das PSA erhöht die Fliessgeschwindigkeit des Ejakulats und ermöglicht die Befruchtung der Eizelle. Dass das Sperma überhaupt bis dorthin gelangt, gewährleistet ebenfalls die Prostata, deren Muskeln das Ejakulat entsprechend beschleunigt durch die Harnröhre jagen.
Natürliches Wachstum im Alter
Die Prostata entwickelt sich erst während der Pubertät: Das Sexualhormon Testosteron regt das Wachstum von Drüsen, Muskulatur und Bindegewebe an. Dieser Prozess hält auch in späteren Jahren an und führt bei den meisten Männern in der zweiten Lebenshälfte zu einer Prostatavergrösserung.
Diese wird zum Problem, wenn durch sie die Harnröhre zusammengedrückt wird: Häufiger Harndrang, Beschwerden beim Wasserlassen und intensives Nachtröpfeln können als unangenehme Folgen einer Prostatavergrösserung auftreten. Diese Symptome sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden, denn sie könnten auch von einer Krebserkrankung ausgelöst werden.
Prostatakrebs durch Alter und Gene
Beim Prostatakrebs wachsen ausschliesslich die Drüsen der Prostata – vollkommen unkontrolliert. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Zum einen handelt es sich bei Prostatakrebs um eine typische Begleiterscheinung des Alters: Mit den Jahren unterlaufen bei der Zellteilung immer mehr Fehler, wodurch krankhafte Mutationen wahrscheinlicher werden. Entsprechend sind rund 99 Prozent aller betroffenen Männer zum Zeitpunkt der Prostatakrebs-Diagnose älter als 50 Jahre, fast jeder Zweite ist sogar älter als 70 Jahre.
Zum anderen kann Prostatakrebs erblich bedingt sein; das Risiko einer Erkrankung steigt mit jedem Krankheitsfall in der näheren Verwandtschaft. Dass auch äussere Einflüsse wie Chemikalien oder bestimmte Nährstoffe das Risiko von Prostatakrebs erhöhen können, wurde bislang nicht nachgewiesen.
Nach der Prostata-OP impotent?
Der Krebs entwickelt sich meist relativ langsam und unauffällig. Umso wichtiger ist eine möglichst frühzeitige Diagnose und Therapie. Denn unbehandelt kann der Krebs nicht nur die gesamte Prostata befallen, sondern auch das umliegende Lymphgewebe, die Beckenknochen und die Wirbelsäule, wodurch die Heilungschancen rapide sinken und die Lebensgefahr steigt.
Auch die Lebensqualität wird durch eine späte Diagnose gefährdet: Je weiter der Tumor fortgeschritten ist, umso schwerwiegender wird die Therapie – bis hin zur operativen Entfernung der gesamten Prostata. Ohne die Vorsteherdüse ist die Fruchtbarkeit nicht mehr gegeben: Dem Samen fehlt es schlichtweg an Fliessmittel und Beschleuniger.
Nur selten inkontinent
Das allein wäre sicherlich für viele Betroffene noch einigermassen leicht zu verschmerzen, immerhin tritt Prostatakrebs grösstenteils in einem Alter auf, in dem die Familienplanung kein Thema mehr ist. Doch durch eine Operation kann auch das umliegende Nervensystem verletzt werden, das für die Erektion des Penis verantwortlich ist: Immerhin jeder fünfte Mann bleibt nach der operativen Entfernung der Vorsteherdrüse impotent.
Das Risiko, aufgrund eines operativen Eingriffs an der Prostata dauerhaft unter Inkontinenz zu leiden, ist hingegen vergleichsweise gering: Zwar können viele Männer, denen die Vorsteherdrüse entfernt wurde, unmittelbar nach der Operation den Harnfluss nicht vollständig kontrollieren. Doch haben lediglich fünf Prozent der an der Prostata operierten Männer dauerhafte Probleme, den Urin zu halten oder die Blase vollständig zu entleeren. Doch auch hier kann schnell ein Leidensdruck entstehen, der jedoch durch eine urologische Nachbehandlung leicht gesenkt werden kann.