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Mit dem Schweizerischen Lohnindex (SLI) wird seit 1942 die Entwicklung der vertraglich festgelegten Bruttolöhne gemessen.
Definitionen und Komponenten
Der standardisierte vertragliche Bruttolohn entspricht der Vergütung, die im Arbeitsvertrag einer arbeitnehmenden Person für eine Vollzeitstelle festgelegt ist.
Er umfasst den Grundlohn einschliesslich 13. Monatslohn (inkl. 14. und weitere Monatslöhne), den Teuerungsausgleich sowie die Ferien- und Feiertagsentschädigungen, vor Abzug der Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV, EO, ALV, NBUV), der Beiträge an die berufliche Vorsorge BVG (2. Säule; ordentliche Beiträge und Einkäufe) und der Steuern. Familienzulagen und Naturalleistungen sind darin nicht inbegriffen. Ebenfalls nicht enthalten sind unregelmässige Lohnkomponenten (z.B. Gratifikationen und unregelmässig ausbezahlte Prämien und Kommissionen), vom Arbeitgeber entrichtete Kapitalleistungen oder Beiträge zur beruflichen Vorsorge sowie die Vergütung von Überstunden.
Nutzen
Der SLI ergänzt die Informationen aus den Lohnvereinbarungen der Gesamtarbeitsverträge, die rund 2 Millionen Arbeitnehmende betreffen und lediglich einen Teil der Wirtschaftszweige umfassen, und kann so die Entwicklung der vertraglichen Löhne von rund 5 Millionen Arbeitnehmenden aus allen Industrie- und Dienstleistungsbranchen abbilden.
Mithilfe des SLI lässt sich das Tempo der Lohnentwicklung (Nominal- und Reallöhne) bei den Frauen und Männern für einen bestimmten Zeitraum berechnen. Der SLI ergänzt die Angaben zur Höhe und Verteilung der Löhne aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (SLE), sodass ein dynamisches und konjunkturabhängiges Bild der Lohnentwicklung in der Schweiz entsteht.
Der SLI liefert breit anerkannte Lohnindikatoren, die sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft Anwendung finden.
Der SLI wird verwendet:
- zur Beobachtung der Lohnentwicklung nach Sektor, Branche und Geschlecht
- zur Messung der Kaufkraftentwicklung
- als Referenzwert bei Lohnverhandlungen zwischen Sozialpartnern zur Anpassung der neuen Verträge oder der Langzeitverträge (siehe Indexierung)
- als Basis für weitere Indizes des Bundes (z.B. Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren KBOB; Preisüberwachung PUE)
- zur Berechnung der Neubewertung der Alters- und Invalidenrente (AHV/IV)
- zur Entscheidfindung in wirtschaftspolitischen und konjunkturellen Fragen
- für den Vergleich der Löhne in der Schweiz mit anderen Ländern
Grundlagen und Erhebungen
Wie der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) wird der SLI mit einem Laspeyres-Preisindex bei unveränderter Struktur berechnet. Eine Beschreibung der im Jahr 2021 verwendeten Methodik ist auf Anfrage erhältlich.
Das aktuelle Gewichtungsmodell bezieht folgende Faktoren ein: Wirtschaftszweige kombiniert mit dem Geschlecht, vier Altersklassen, Staatsangehörigkeit sowie Hierarchiestufe kombiniert mit dem Geschlecht und dem Beschäftigungsgrad. Während der Covid-19-Pandemie wurde die Gewichtung insbesondere in den beiden Branchen «Gesundheits- und Sozialwesen» sowie «Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen» stark angepasst.
Der SLI wird regelmässig überarbeitet, um der Entwicklung der Arbeitsmarkt-, Berufs-, und Unternehmensstrukturen und der Konjunktur Rechnung zu tragen.
Bei jeder Revision wird der LSI mit einer neuen Basis (= 100 Punkte) berechnet. Bisher wurde die Basis der Jahre 1939 (Total und nach Geschlecht), 1993 (Total und nach Branche), 2010 und 2020 aktualisiert.
Bis 1993 wurde der SLI auf der Grundlage der Lohn- und Gehaltserhebung vom Oktober des damaligen BIGA (heute SECO) erstellt. Seit 1994 stammen die Daten von der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV).