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Schon am Samstag entwickelten sich auf deutscher Seeseite Gewitter. Heute wiederholte sich das Ganze in einem etwas grösseren Stil.
Wahrscheinlich wurden die Gewitter durch eine Konvergenz zwischen Föhn und Bise verursacht. Bei gemässigter Labilität passierte meines Wissens nichts Aussergewöhnliches.
Kurz vor 15 Uhr waren erste Radarechos zu sehen. Die erste Zelle zog nach Nordwesten wo sich rasch weitere Zellen entwickelten. So kam es immer zu neuen Zellen, die sich zu einem Multizellengewitter mehr oder weniger zusammenschlossen. Um 17:45 entschied ich mich, an den See zu Fahren, um das Ganze zu beobachten.
Dieses Panoramabild entstand um 17:52 im Bereich der Gemeindegrenze Mörschwil-Tübach. Der Bodensee befindet sich einige Kilometer geradeaus. Zu sehen ist das Multizellengewitter, am rechten Rand entstanden wohl die neuen Zellen jeweils. Dies ist durch die etwas niedrigeren Quellwolken zu erkennen, die sich im Entwicklungsstadium befinden. Etwas näher an meinem Standort sieht man rechts eine kleine Wolke mit Fallstreifen „Virga“ genannt. Das ist fallender Niederschlag, der noch vor Erreichen des Bodens verdunstet.
Ich überlegte mir, wo ich hinfahren sollte. Zuerst entschied ich mich für Rorschach-Altenrhein, doch in Goldach änderte ich den Plan und verlegte meinen Standort nach Horn, da ich mir dort optimale Sichtverhältnisse auf den Gewitterkomplex versprach. Zudem war der Ort gut, da die Gewitterwolke eine Südost-Nordwestausdehnung hatte, also parallel zum Bodensee war.
So bekam ich die ganze Wolke auf ein Bild, wofür aber durch die nicht unerhebliche Ausdehnung aber der Panoramamodus nötig war. Dies wohlgemerkt noch in einer Entfernung von etwa 30 bis 40 Kilometern. Kurz vor 18 Uhr wies eine Zelle am rechten Rand die maximale Radarreflektivität auf. Hier wurde ganz lokal und kurzzeitig eine Niederschlagsintensität von >100 mm/h erreicht. Dabei hagelt es nicht selten, gerade in den Nachmittagsstunden.
Ein wenig links der Bildmitte sieht man vor der Gewitterwolke eine kleine Quellwolke. Ich überlegte mir kurz, ob sich daraus eine neue Zelle bilden könnte. Aber der Aufwind war schwach, was die rasch etwas ausfransenden Ränder der Wolke zeigten. Sie konnte keinen Niederschlag erzeugen.
Nun wollte ich zumindest ein wenig näher ans Geschehen heran kommen. In die Nähe der Niederschläge beziehungsweise der Abwinde zu kommen erachtete ich als unmöglich, da ich mit dem Fahrrad unterwegs war und da wäre ich gut 2 Stunden unterwegs gewesen. Dafür war erstens keine Zeit und zweitens hätten sich die Zellen bis dann schon massiv abgeschwächt.
Um immerhin ein wenig näher zu kommen, fuhr ich nach Altenrhein. In der Nähe des Flughafens machte ich folgendes Bild:
Es zeigt, dass sich die Quellwolke auf der linken Seite (aus meiner Perspektive) tatsächlich langsam auflöste. Sie war gar nicht mehr eindeutig zu erkennen.
Ich suchte mir einen guten Platz und fuhr dafür hinaus zum Segelhafen Rohrspitz. Leider war die Sicht durch die Segelboote und den an den See angrenzenden Wald nicht perfekt, aber immerhin der wichtigste Teil der Gewitterwolke war zu sehen. Dabei fielen mir in Altenrhein an der Wolkenunterseite sackartige Gebilde auf, in der Meteorologie mammati genannt. Leider sind sie auf den Bildern meiner Handykamera kaum zu sehen. Auf dem Folgenden Bild, aufgenommen im Hafen Rohrspitz, sieht man sie beim genauem betrachten in der Bildmitte.
Diese Wolkenform entsteht durch das Absinken der Luft aus der Wolke. Sie ist eigentliche eine Quellung nach unten.
Nun trat ich den Heimweg an. In Rorschach gab es nochmals kurz einen Zwischenstopp, um das ganze Gebilde noch einmals abzulichten. Dies war wiederum nur durch ein Panoramabild möglich.
Danach ging es wieder zurück nach Mörschwil.
Das Gewitter war eine hübsche Überraschung am Sonntagabend, aber nichts wirklich Spektakuläres.