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Bei Entdeckung dieser Nager, Mitte des 18. Jahrhunderts, hielt man sie noch für Hörnchenartige. Die Lebensweise der Degus entspricht tatsächlich der einiger Erdhörnchenarten. Auch wenn Degus manchmal "Trugratten" genannt werden und zur Gattung der Strauchratten gehören, haben sie mit Ratten recht wenig zu tun. Aufgrund der Anatomie der Nager wurden Degus später zu den Meerschweinchenverwandten (Caviomorpha) gezählt. Demnach gehören sowohl die Meerschweinchen als auch unsere Degus zu den Stachelschweinverwandten (Hystricognatha)
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In freier Wildbahn leben Degus in Gruppen. Innerhalb einer Gruppe gibt es normalerweise nur ein adultes Männchen, und zwei bis drei adulte Weibchen die sich mit dem Männchen fortpflanzen. Es gibt aber auch Gruppen mit zwei Männchen und bis zu fünf Weibchen. Jungtiere leben so lange innerhalb ihrer Gruppe, bis sie geschlechtsreif werden und ein eigenes Territorium erobern.
Degus legen unterirdische Erdbauten an. Diese sind meist relativ einfach struckturiert, häufig bestehen sie nur aus einem Nest, mitunter verfügen sie über eine gesonderte Vorratskammer und einen Abort.
Wärend der warmen Sommermonate sind Degus in den sehr frühen Morgen- und Abendstunden aktiv auf Futtersuche und meiden die Mittagssonne. Im kühlen Winter verlassen die Degus ihre Baue später und genießen teilweise die warme Wintersonne. Die Nächte verbringen Degus in einem sicheren Bau, in welchen sie sich auch bei Gefahr schnell zurückziehen. Während der Nahrungssuche stellen die Degus Wachposten auf, diese sichern von einem erhöhtem Standpunkt aus das Revier.
Die flinken Degus ernähren sich in der Natur überwiegend von Kräutern, Gräsern, Wurzeln, Laub und Samen, seltener steht Obst auf dem Speiseplan.
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Degus sind sehr soziale Tiere, die sich nur in einer Gruppe oder zumindest zu zweit wohlfühlen. Im Kontakt zu ihren Artgenossen haben Degus eine Interessante Körpersprache und sind für unsere Ohren auch gesprächiger als manch andere Nager.
Immer wieder liest man, dass Degus tagaktiv sind. Doch als Heimtiere zeigen sie sich auch in der Nacht etwas "geräuschintensiver". Viele Degus passen sich hierbei mit der Zeit etwas dem Halter an. Man kann dies evtl. noch etwas begünstigen, indem man sich am späten Nachmittag viel mit ihnen beschäftigt, frisches Heu, Knabbersachen o.ä. gibt. Dann sind sie abends, wenn wir Menschen auch irgendwann schlafen wollen, meist auch ein wenig erschöpft und ruhiger . Wir raten dennoch davon ab, Degus im Schlafzimmer zu halten.
Degus haben eine höhere Lebenserwartung als beispielsweise Ratten. Durchschnittlich wird ein Degu etwa 4-6 Jahre alt. Es gab aber auch schon Degus, die über 10 Jahre alt wurden!
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Degus sind sehr aktive Tiere die in freier Wildbahn auf Futtersuche täglich mehrere Kilometer zurücklegen. Dabei graben sie sich auf der Suche nach Wurzeln durch den Sand, klettern aber ebenso an kleinen Felsen, Büschen und Bäumen hoch. Sie benötigen deshalb eine sehr großes Gehege um ihren Bewegungsdrang auszuleben. Wir halten die Tiere um ihr Verhalten zu beobachten, sie kennen zu lernen und sie gern zu haben.
Im bekanntesten Deguforum hat sich als Mindestempfehlung inzwischen als Mindestmaß für 2-3 Degus 120 x 50 cm und 100 cm Höhe durchgesetzt.
Die Erfahrung vieler Halter zeigte jedoch, dass diese Maße aufgrund des Bewegungsdranges der Tiere noch immer nicht ausreichen. Bitte beachtet, dass größer dabei natürlich immer besser ist und wer möchte sich schon gerne in einer "kleinstmöglichen Wohnung" aufhalten? Gönnt Euren Tieren also am besten ein Zuhause, welches die eben genannten Maße nochmals übersteigt. Zudem halten viele Leute größere Degugruppen, deren Käfig dann natürlich auch entsprechend großzügiger gestaltet sein muß.
Zusätzlich möchten wir betonen, dass Degus in freier Wildbahn Bodenbewohner sind, die zwar vergleichtsweise geschickt klettern und entsprechende Möglichkeiten auch gerne nutzen, doch gewisse Laufflächen sehr wichtig sind und sie zudem auch gerne buddeln. Ideal sind daher möglichst große Grundflächen.
Der Handel bietet Unterbringungen für Nagetiere in den verschiedensten Variationen. Doch für Degus scheiden einige davon aus, da sie überaus talentierte Ausbrecher sind. Ihre Zähne machen vor einer normalen Plastikbodenwanne, mit der viele der Käfige ausgestattet sind, keinen Halt. Dennoch bleiben einige Möglichkeiten, die jeweils Vor- und Nachteile mit sich bringen.
Eine Möglichkeit, ist ein Aquarien mit selbstgemachten Aufbau. Aquarien sind überall im Handel erhältlich und oft findet man auch recht günstig ein gebrauchtes Aquarium in Zeitschriften oder gratis Inseraten. Aus dem Aquarium unten kann eine tolle Budddel-Landschaft gezaubert werden.
Die Einstreu sollte aufgrund des natürlichen Bedürfnisses, unterirdische Gänge anzulegen mind. 25-30 cm tief sein. Eine geeignet Einstreu, indem die Gänge auch halten, besteht aus möglichst grossen und staubarmen Holzspähnen. Von Liebhaber geprüfte und bevorzugte Einstreumarken sind z.Bsp. das Allspan oder Pfeifer, was in den meisten Landi-Filialen erhältlich ist.
Damit die Gänge nocheinmal besser halten, sollte die Einstreu beim befüllen Schicht für Schicht angedrückt werden. Wenn man keines der oben genannten Einstreu benutzt, kann man zwischen den Schichten auch Heu hinzugeben, damit die Gänge besser halten.
Wieviel Einstreu brauche ich, das fragen sich bestimmt alle jetzt. Das lässt sich aber ganz einfach ausrechnen:
( Gehegelänge x Gehegebreite x Streuhöhe ) x 2 = benötigtes Streuvolumen für die Einstreu (Achtung, Streuvolumen und nicht Pressvolumen!) Ein 120 x 50 cm Gehege mit mind. 30 cm Einstreu wird also so berechnet: 12 dm x 5 dm x 3 dm = 180 dm x 2 = 360 Liter.
Der Aufbau kann mit diversen Etagen super gestaltet werden.
Die Etagen im Degukäfig sollten immer so angebracht werden, dass größere Abstürze vermieden werden. Grundsätzlich sollten möglichst großzügige Etagen angebracht werden, die die Grundfläche so wiederholen und für viel Lauffläche sorgen.
Wer dauerhaft etwas von seinen Etagen haben möchte, verwendet am besten entweder beschichtete Holzplatten oder fließt die einzelnen Etagen. Zwar funktioniert es auch, die Etagen z.B. mit Baby- bzw. Spielzeuglack (dieser ist ungiftig) zu streichen, doch haben viele Halter festgestellt, dass der Lack nach und nach doch von Urin angegriffen wird und dieser dann in das Holz einzieht. Um die Ränder der Etagen zu schützen, sind Aluschienen aus dem Baumarkt sehr gut geeignet, manche verwenden auch günstigeres Lochband. Die Kanten sollten immer dann geschützt werden, wenn das Holz nicht vollkommen unbedenklich ist oder man einfach lange etwas von der Käfigeinrichtung haben möchte.
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Das aller wichtigste ist, dass Gegenstände nie lose auf der Einstreu stehen, sondern immer durch Ebenen, Stelzen oder andere Dinge gestützt werden. Wenn die Degus sich unten durch graben (und das machen sie ganz sicher) besteht so keine Gefahr des Einsturzes.
Wurzeln, Äste, größere Steine, Tontöpfe oder Tonröhren sowie Bambusrohre und auch Korkröhren können den Käfig abwechslungsreich gestalten. Degus lieben es, sich an einem erhöhten Aussichtspunkt aufzuhalten, einige kuscheln sich auch gerne an solchen Plätzen auf einem Haufen zusammen und schlafen dort.
Manche Halter bieten ihren Degus einen Heizstein an. Jedoch sind diese mit Vorsicht zu genießen, das Kabel muss unbedingt sehr gut geschützt werden, so dass es keinesfalls angenagt werden kann. Natürlich ist auch zu beachten, dass manche "Heizsteine" aus Materialien sind, die von den Degus angenagt werden können. Man kann daher auch auf andere Dinge ausweichen, die den Degus Wärme bieten (ist nicht zwingend notwendig, jedoch genießen es die Degus manchmal sehr).
Sehr beliebt bei Degus ist ein Sandbad, welches vorher auf der Heizung oder auch im Ofen etwas aufgewärmt wurde. Aber auch eine Glasflasche oder z.B. ein altes Marmeladenglas mit warmen Wasser lädt Degus zum Kuscheln daran ein. Natürlich sollte weder das Wasser noch der Sand so heiß sein, dass sich die Degus daran "verbrennen" können. Im Sommer, bei sehr warmen Temperaturen, lässt man alles was zusätzlich Wärme spendet, lieber weg. Auch das Snuggle Safe kann nagesicher im Degu Gehege angebracht werden.
Genau wie für Chinchillas oder Rennmäuse ist auch für Degus ein Sandbad für die Fellpflege wichtig. Hier eignet sich der handelsübliche Chinchillasand sehr gut.
Da schnell normale Einstreu in eine Sandschale getragen wird (evtl. wird es auch zur Toilette umfunktioniert...), stellt man es am besten etwas erhöht auf. Verschmutzten Sand, der nicht feucht ist, kann man auch einfach immer wieder durchsieben und so länger verwenden. Manche verwenden auch ein kleines Aquarium im als Sandbad, was sich sehr gut bewährt hat und auch eine höhere Schicht Sand ermöglicht.
Degus laufen in der Natur mehrer zweistellige Kilometer in der Nacht, weshalb auch unsere Heimtiere genau so gerne laufen wie sie gerne buddeln.
Wenn immer möglich, sollte ein geeignetes Laufrad auf einer Etage über der Einstreuhöhe angeboten werden.
Das Laufrad muss folgende Kriterien erfüllen:
Wasser ist Wichtig, darum muss immer Frischwasser in einem Wassernapf zur Verfügung stehen. Da Wassernäpfe meist schnell eingebuddelt werden, sollten sie immer sehr hoch auf Etagen angebracht werden. Die Näpfe müssen natürlich vor dem Herunterfallen gesichert werden. Grundsätzlich ist das Trinken aus dem Napf natürlicher und da die Näpfe leicht zu reinigen sind ist das Wasser in einem Napf sauberer, als das Wasser in Flaschen.
Über ein paar Hirse- oder Flachsstengel in der Streu freuen sich die Degus immer, wenn zwischendurch der Hunger anklopft.
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Zur Ernährung von Degus gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Sicher ist, dass Degus sich in ihrer natürlichen Umgebung auf wenig gehaltvolles Futter wie Gräser und Rinden oder auch Wurzeln eingestellt haben. Früchte nehmen sie dort fast nie auf, auch tierisches Eiweiß steht nicht auf dem regelmäßigen Speiseplan.
Doch dem Menschen kommt diese auf den ersten Blick einseitig wirkende Ernährung meist zu ungesund vor.
Eine Hauptfuttermischung, wie sie es für Rennmäuse, Hamster etc. gibt, ist für Degus nicht möglich anzubieten. Degus sollten sich nicht in erster Linie von Saaten ernähren, sondern ihre Hauptnahrung besteht aus verschiedenem Grünfutter.
Ein sehr gesundes und natürliches Nahrungsmittel für Degus wäre eine Wildwiese mit verschiedenen Gräsern und Kräutern. Gras und Wiesenkräuter enthalten sehr viele Nährstoffe, die Degus benötigen. Die in Gras und Kräutern enthaltene Rohfaser hält den Darm in Schwung und beim Zermahlen der Nahrung werden die Zähne durch die Rohfaser und Kieselsäure optimal abgenutzt. Nach langsamer Gewöhnung dürfen und sollten Gras und Wiesenkräuter zur freien Aufnahme unbegrenzt angeboten werden. Im Frühjahr müssen die Tiere aber langsam an die frische Wiese gewöhnt werden.
Hilfreiche Infos und Tipps zum Gras- und Kräuterpflücken und -trocknen finden Sie hier: Kleine Graserei.
Heu ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Deguernährung. Es enthält, obwohl es getrocknet ist, viele Mineralien und Vitamine und sorgt für ein ausgeglichenes Darmmiliö und einen ausreichenden Abrieb der ständig nachwachsenden Backenzähne. Heu muss immer zur freien Verfügung im Degugehege vorhanden sein.
Eine Heuraufe ist für Degus nicht nötig. Meist tragen die Degus einen Teil des Heus in ihr Nest und verbauen ihn. Beim Kauf des Heus sollte darauf geachtet werden, daß es nicht muffig sondern recht würzig riecht und nicht staubt. Es muß stets trocken gelagert werden.
Besonders protein-, vitamin- aber auch mineralreich sind getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter.
Die meisten getrockneten Kräuter enthalten sehr viele Mineralien, vor allem Kalzium (im Schnitt ca. 8 x so viel wie frische Kräuter). Werden zu viele trockene Kräuter gereicht, kann es zu einer Überversorgung mit Mineralien (Kalziumüberversorgung) kommen.
Getrocknete Blüten und getrocknete Blätter von Bäumen und Sträuchern dürfen gern in größeren Mengen gegeben werden.
Ein wichtiger Bestandteil des Deguspeiseplans sind frische (im Winter auch getrocknete) Zweige/Äste von verschiedenen Bäumen und Büschen. Blätter sollten ebenfalls verfüttert werden. Zweige sorgen für einen guten Schneidezahnabrieb. Die Blätter entsprechen dem natürlichem Futterspektrum der Tiere. Besonders geeignet sind z. B. Zweige von Apfelbäumen, Haselnussbäumen, Birnenbäumen, Birken, Erle, sowie Johannisbeerbüsche, Heidelbeerbüsche.
Eine Liste mit geeigneten Zweigen finden Sie hier: Futterliste Zweige
Um Ihrem Degu noch mehr Abwechslung in den Futterplan zu bringen, sollten Sie frisches Gemüse anbieten. Füttern Sie nach langsamer Gewöhnung täglich eine kleine Portion gemischtes Gemüse, in solchen Mengen, dass es bis zur nächsten Fütterung verzehrt wird. Schneiden Sie das Gemüse in kleine Stückchen, um Futterstreitigkeiten bei den Degus zu vermeiden, bei großen Gruppen ist es sinnvoll, das Gemüse in zwei Schalen anzubieten. Übrig gebliebene Frischfutterreste unbedingt entfernen um Schimmelbildung im Gehege vorzubeugen. Waschen oder schälen Sie das Frischfutter vor dem Verfüttern gründlich. Stark wasserhaltige Gemüsesorten wie Salat, Gurke und Paprika sollten nicht in großen Mengen verfüttert werden, da empfindliche Degus davon leicht weichen Kot bekommen.
Eine Liste mit geeignetem Gemsüse finden Sie hier: Futterliste Gemüse
Degus neigen zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel deshalb stehen Früchte nicht auf dem Speiseplan.
Degus ernähren sich in freie Wildbahn ebenfalls mit einem kleinen Anteil Sämmereien. Als Beifutter kann eine Samenmischung oder einzelne Saaten angeboten werden.
Eine geeignete Samenmischung finden Sie im Samtpfötli Shop.
Die im Handel üblichen stark getreidehaltigen Futtermischungen können wir für Degus nicht empfehlen. Mäusefutter, Hamsterfutter, Rattenfutter und leider auch die für Degus angebotenen Futtermischungen sind zu reichhaltig, sie enthalten zu viel Stärke und Fett und sind für Degus ungeeignet.
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Nicht zu einer tiergerechten Ernährung gehören viele Leckerlis, die Sie im Fachhandel angeboten bekommen. Joghurtdrops, Nagergebäck, Knabberstangen und ähnliche Knabbereien enthalten zu viel Zucker, Honig, Melasse und Fett und sind von daher nicht empfehlenswert. Auch getrocknetes Obst gehört nicht auf den Deguspeiseplan, Degus können keine großen Mengen Zucker abbauen und neigen zur Diabetis, deshalb sind auch Rosinen oder anderes Trockeobst tabu. Fett und Zuckerhaltige Nahrungsmittel bereiten Degus nicht die gleiche Freude wie einem Menschen die Tafel Schokolade - sie machen die Tiere nur krank und fett.
Geeignete Leckerlies, die ab und von Hand verfüttert werden dürfen finden Sie im Samtpfötli Shop.
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Die Nagerhilfe / Nager Info ist eine kleine Organisation mit Hauptsitz in Osnabrück. Die Nagerinfo ist seit dem Jahr 2000 beständig und hat einen sehr grossen Teil zur heuten, artgerechten Haltung und Ernährung von Kleinnager in Deutschland und der Schweiz beigetragen.
Nager Info
Deguhilfe Süd e.V.
Forum für stets aktuelle Fragen und Infos
Die Bilder wurden von lieben Kunden und Usern der Facebook-Gruppe Degu-Freunde Schweiz und Umgebung mit Einverständnis zur Verfügung gestellt.
Degu-Freunde Schweiz und Umgebung