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Reist, Werner
Werner Reist (* 8.11.1895; † 10.2.1976)
Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).
Leben
„Werner Reist stammt aus einer Familie, deren Vorfahren sich bis 1600 im Emmental ansässig nachweisen lassen. Er ist Bürger von Oberburg und wurde am 8. November 1895 in Ammerzwil geboren. Sein Vater war Lehrer, studierte dann an der Universität Bern und übernahm die Direktion des Elektrizitätswerkes Grindelwald. Werner Reist absolvierte eine Lehrzeit als Elektromonteur, studierte dann am Technikum Burgdorf und später an der Ingenieurakademie in Wismar, war danach zehn Jahre in Übersee, in Japan, China, Indien, Amerika als Ingenieur tätig, reiste zweimal rund um die Welt, besuchte dabei Indochina und die Philippinen, um sich 1930 in Grindelwald als Direktor des Elektrizitätswerkes niederzulassen. 1942/3 kam er erneut nach Indien, diesmal als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. 1944 gründete er in Zürich den Verlag 'Mensch und Arbeit' und erwarb eine Buchhandlung, die er nunmehr führt.
Auf seinen Weltreisen hat er reiche und entscheidende Erfahrungen für sein literarisches Wirken gesammelt, hat das grosse Erdbeben in Japan am 1. September 1923 miterlebt, 1927 den Krieg in China, lernte die Armut Indiens kennen und seinen potenziellen technischen Reichtum. Er brachte 180 Tage auf dem Meere zu, sah Länder, in denen die moderne Technik noch kaum Fuss fasste und solche, wo sie aufs Höchste organisiert ist. Dies alles lieferte ihm Stoff zu seinem Haupthema: Mensch und Technik. Er sucht die Einflüsse unserer industrialisierten Zeit auf den Menschen zu ergründen, den Sinn der technischen und industriellen Arbeit, kämpft für die Schönheit technischer Berufe, die Vergeistigung der Arbeit, die ihm alleiniges Fundament scheint, auf dem ein neues Menschheitsgebäude sicher errichtet werden kann.
Seine schriftstellerische Tätigkeit begann damit, dass er Reisebeschreibungen aus Japan und China, technische und wirtschaftliche Betrachtungen im 'Bund', in technischen Zeitschriften, auch in solchen der USA und im Tokyo 'Nichi Nichi' veröffentlichte. (...) Später wandte er sich den speziellen technischen Problemen der schweizerischen Elektrizitätswirtschaft zu, verfasste auch den 'Führer durch die Abteilung Elektrizität' der Schweizerischen Landesausstellung 1939 und in deren Goldenen Buch den Artikel: 'Elektrizität – die weisse Kohle'. Zahlreiche fachtechnische Aufsätze, Studien und Berichte finden sich in Zeitschriften, in der Tagespresse und in Broschüren. In vielen von ihnen, wie in seinen Buchveröffentlichungen wandelt er sein oben erwähntes Hauptthema ab.
Werner Reist ist Mitglied der Internationalen Gesellschaft für kaufmännisches Bildungswesen und des Fachpresse-Verbandes.“ (Quelle: Berner Schrifttum 1925-1950, Francke 1949, S. 125-127)