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Das Wichtigste in Kürze
- Sieben Kandidaten gehen in Chile ins Rennen um den Posten des Präsidenten.
- Als Favoriten galten die Vertreter der extremen Ränder des Parteienspektrums.
In Chile hat die erste Runde der Präsidentenwahl begonnen. Bei der Abstimmung am Sonntag gingen sieben Kandidaten ins Rennen. Als Favoriten galten die Vertreter der extremen Ränder des Parteienspektrums: Der erst 35-jährige Linkspolitiker Gabriel Boric und der deutschstämmige Rechtsaussen-Kandidat José Antonio Kast hatten Umfragen zufolge die besten Chancen auf den Einzug in die Stichwahl im Dezember. Neben dem Präsidenten wurden am Sonntag auch alle Abgeordneten und die Hälfte der Senatoren neu gewählt.
Das einstige Musterland Südamerikas befindet sich im Umbruch: Obwohl Chile eines der wirtschaftsstärksten Länder Südamerikas ist, gibt es grosse soziale Ungleichheit. Weite Teile der öffentlichen Daseinsvorsorge ist privatisiert, viele Menschen fühlen sich abgehängt. Vor zwei Jahren begannen heftige Proteste gegen das neoliberale Wirtschaftssystem, die seitdem immer wieder aufflammen.
Eine ihrer wichtigsten Forderungen konnten die Demonstranten bereits durchsetzen: Derzeit arbeitet ein Verfassungskonvent eine neue Verfassung aus. Der aktuelle Text stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990).