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Silvio Berlusconis Vertrauter Marcello Dell'Utri wurde im Libanon aufgegriffen. Er war seit einem Urteil wegen Mafia-Beziehungen auf der Flucht.
Der ehemalige italienische Mitte-rechts-Senator und Vertraute von Ex-Premierminister Silvio Berlusconi, Marcello Dell'Utri, ist im Libanon verhaftet worden. Dell'Utri war wenige Tage vor einem letztinstanzlichen Urteil wegen Beziehungen zur Mafia untergetaucht.
Dell'Utri befinde sich in einem Büro der libanesischen Polizei und soll nach Italien ausgeliefert werden, sagte der italienische Innenminister Angelino Alfano am Samstag.
Dell'Utris Zwillingsbruder Alberto, der den Politiker als «Verfolgten» bezeichnete, hatte zuvor bestätigt, dass sich der Ex-Senator im Libanon befindet. «Marcello ist geschäftlich in den Libanon gereist, hat dann Gesundheitsprobleme bekommen und ist dortgeblieben, um sich behandeln zu lassen», sagte er. Seit Dienstag habe er keine Nachricht mehr von seinem Bruder.
Marcello Dell'Utri, der viele Jahre lang als Berlusconis rechte Hand galt, hätte wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen werden sollen, war seit einigen Tagen verschwunden. Am Dienstag soll das Kassationsgericht in Rom in letzter Instanz im Mafia-Prozess gegen ihn entscheiden. Sollte die siebenjährige Haftstrafe bestätigt werden, müsste Dell'Utri ins Gefängnis.
Kontaktmann zu Berlusconi
Laut den Staatsanwälten, die gegen den Ex-Senator ermittelten, habe Dell'Utri «einen beträchtlichen und gezielten Beitrag zur Konsolidierung und Stärkung der Mafia geleistet». Dell'Utri habe es den Mafia-Bossen ermöglicht, mehrere Jahre lang Kontakte zum Medienzaren Berlusconi zu pflegen, der in jenen Jahren sein wirtschaftliches und finanzielles Imperium auf Sizilien aufgebaut hatte.
Laut den Richtern reichen die Verbindungen Dell'Utris mit dem organisierten Verbrechen bis in die 1970er Jahre zurück. Damals avancierte der Verurteilte zum Sekretär Berlusconis bei der Mailänder Baufirma Edilnord.
Seit damals habe der spätere Spitzenmanager in Berlusconis Medienkonzern Fininvest und Senator in Berlusconis Partei «Volk der Freiheit» Umgang mit führenden Mafiosi gehabt, darunter mit den beiden mittlerweile verstorbenen Bossen Stefano Bontade und Mimmo Teresi. Berlusconi habe der Mafia beträchtliche Summen gezahlt, um sich die Expansion seiner TV-Gruppe auf Sizilien zu garantieren.
(sda/chb)