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Blasenrobbe
(Cystophora Nilss.), Säugetiergattung aus der Ordnung der Robben [* 2] und der Familie der Seehunde (Phocidae), Robben mit einer behaarten Nasenspitze, einen kurzen Rüssel oder eine runzelige, bis zur Stirn reichende Klappe darstellend, welche aufgeblasen werden kann. Die Klappmütze (C. cristata Nilss.), bis 2,5 m lang, das Männchen mit einer runzeligen, in der Mitte gekielten Haut [* 3] an der Nase, [* 4] welche, mit Luft gefüllt, einer über den Kopf gezogenen Mütze gleicht, ist in der Gestalt den übrigen Robben ähnlich, auf dem Rücken in der Regel braun oder schwarz, dunkel gefleckt, unterseits grau oder gelblich grau, am Kopf und an den Flossen dunkler als am übrigen Körper; sie findet sich im Nördlichen Eismeer, besonders bei Grönland und Neufundland, ist nirgends gemein, unternimmt weite Wanderungen, ruht häufiger auf Eisfeldern als auf dem Land, ist sehr mutig und kann dem Jäger gefährlich werden.
Die eifersüchtigen Männchen kämpfen mit aufgetriebener Nasenhaut und unter lautem Gebrüll miteinander. Man nutzt sie wie ihre Verwandten, doch werden jährlich nur 2-3000 Stück erlegt. Die Rüsselrobbe (See-Elefant, C. proboscidea Nilss., s. Tafel »Robben«) wird 7 m lang, und das Männchen besitzt einen 40 cm langen Rüssel, welcher in der Erregung fast um das Doppelte verlängert werden kann. Die Färbung ist unmittelbar nach der Härung grau, wird später aber braun und ist auf der Unterseite stets heller.
Das sehr viel kleinere Weibchen ist oberseits dunkel olivenbraun, an den Seiten gelbbraun, unterseits hellgelb. Die Rüsselrobbe findet sich im Stillen Ozean zwischen 35 u. 65° südl. Br., auf den Kerguelen und andern einsamen Inseln, auch an der kalifornischen Küste und bevorzugt hier schlammige und sumpfige Strecken, geht auch in die Flüsse. [* 5] Sie wandert jährlich in großen Gesellschaften, lebt in Familien von 2-5 Gliedern, nährt sich von Sepien und Fischen, erjagt auch Wasservögel und verschlingt Tang und Steine. Zum Schutz und zur Pflege der Jungen bleibt die Familie acht Wochen auf dem Land, ohne zu fressen. Man jagt die Rüsselrobben des Felles, des Fleisches, vor allem des Thrans halber, welcher aus der 2-16 cm dicken Speckschicht gewonnen wird. Durch die abscheulichsten Schlächtereien ist jedoch die Zahl der Tiere seit Anfang dieses Jahrhunderts sehr zusammengeschmolzen.