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Ebenfalls erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde der Albock (Coregonus acrinasus). Die umgangssprachliche Bezeichnung Albock ist zwar seit dem Mittelalter dokumentiert. Alte Urkunden, Rechnungen und Fischereigesetze verwenden sie für die grösseren Felchen aus dem Thunersee, von denen viele regelmässig in die Aare wanderten und dort in Massen gefangen wurden. «Was aus dieser Art wurde, ist nicht abschliessend geklärt», sagt Erstautor Oliver Selz. Präparate von solchen Wanderalböcken aus dem 19. Jahrhundert ähneln morphologisch am ehesten dem heutigen Felchen (C.fatioi).
Die heutigen spitznasigen 'Alböcke', die erst seit dem späten 20. Jahrhundert vermehrt in den Fängen der Oberländer Fischer auftauchen, haben eine junge Hybridisierungs-Vergangenheit: Sie weisen eine nahe genetische Verwandtschaft sowohl mit Felchen des Bodensees auf, die im 20. Jahrhundert in den Oberländer Seen eingesetzt wurden, als auch mit den anderen Thunerseefelchen. Warum der Besatz nur im Thuner-, nicht aber im Brienzersee Spuren hinterliess, und zu welcher Art der frühere Albock gezählt werden sollte, sind offene Fragen für künftige Forschungsprojekte. Weitere Überraschungen aus den Tiefen der Oberländer Seen schliessen die Biologen nicht aus.