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Der Film «Ist das Leben nicht schön?» bezieht sich auf die Kurzgeschichte The Greatest Gift von Philip Van Doren Stern von 1939. Diese Geschichte lehnt sich wiederum an eine Erzählung von Charles Dickens an: «Eine Weihnachtsgeschichte». Charles Dickens erzählt dort die Persönlichkeitsveränderung eines hartherzigen Geldverleihers, der als Kind schon keine Freunde hatte, der später die Liebe seines Lebens gegen Geld eintauscht und den die Armut anderer Menschen zuerst nicht berührt.
Der Film zeigt George Bailey, Sohn eines gutherzigen Vaters, der mit seiner Darlehensbank in der Stadt vielen Menschen dazu verhilft, dass sie nicht in Armut ersticken und nicht unter die Kontrolle des gefühllosen Geldeintreibers Potter fallen. Schon als Kind entwickelt auch George Bailey ein gutes Gefühl, wenn er bei anderen mitdenken und ihnen helfen konnte. Andere grossen Ziele des jungen George Baileys – Universitätsbesuch und grossartige berufliche Erfolge, bald Millionär zu werden und weltweite Reisen – fallen aus, weil sein Vater stirbt und er die Firma übernehmen muss: Denn sonst würde er viele Armen im Stich lassen. Eine lebenstüchtige, menschenfreundliche und herzliche Kindheitsfreundin überzeugt den linkischen Bailey von der Liebe und von einer Familie, die sie gemeinsam beglückt pflegen.
Doch Bailey stürzt in grösste Selbstzweifel und eine Lebenskrise, als seine Firma droht, am Heiligen Abend Konkurs zu gehen und versucht sich deshalb – feige- sich umzubringen. Er setzte also sein Leben für andere ein, aber sein einseitiges Lebenskonzept verhindert, dass er auf die Idee kommt, Hilfe zu erbitten. Wie die meisten Menschen ist er sich nicht bewusst, welche grosse Bedeutung er für so viele andere hat. Das erkennt er erst, als ihm – in Form eines Engels – vor Augen geführt wird, welche Menschen durch sein genaues Denken, durch seine zupackende, ehrliche, aufrechte und mitfühlende Art besser leben.
In diesem Moment seines Lebens sah George nur, was ihm nicht gelungen ist. Er blendete vollkommen aus, welche grosse Zuneigung andere ihm entgegenbringen. Seine Frau ist den Menschen innerlich näher und sucht Hilfe. Zum Schluss des Films erfährt er deshalb überrascht und hocherfreut und berührt, dass er befreundeter ist als er selbst empfunden hat. Allen, denen er geholfen hatte, kommen zusammen und geben einen kleinen Teil des notwendigen Geldes aus ihrem kleinen Lohn, damit die Darlehensbank und dadurch die Wohltätigkeit in der Stadt weiter bestehen kann. Denn ein kaltherziger und erbarmungsloser Geizhals, der den Stadt grossen Einfluss hat, versuchte, die Menschen der täglichen Not auszuliefern
Der gebürtige Sizilianer Frank Capra will mit dem Film also folgendes aufzeigen: „Kein Mensch ist ein Versager“. Das Leben eines jeden Menschen beeinflusst das seines Nächsten und wenn er fehlt, so entsteht ein „abscheuliches Loch“. Der Sinn des Films ist, diese schöne Seite und den Sinn des Lebens zu betonen. Und gleichzeitig stellt er die sozialen Nöte vieler Menschen dar und zeigt auf, dass und wie es einen Ausweg gibt. Der Film war damit auch eine Unterstützung der Politik des New Deal vom damaligen demokratischen Präsidenten Roosevelt, der nach dem grossen Börsencrash 1929 in den USA eine Sozialversicherung und einen Mindestlohn einführte und vorschrieb, dass die Bankgeschäfte der Realwirtschaft von Investmentbanken für Wertpapiergeschäfte getrennt werden. Dieses Verbot hob der Demokrat Bill Clinton 1999 wieder auf, was zur grossen Finanzkrise 2008 führte. Der Demokrat Barak Obama lehnte 2010 eine Wiedereinführung ab. Der Republikaner Trump gewann die Wahl unter anderem bei den Arbeitern damit, dass er versprach, dieses Gesetz wieder einzuführen, was nicht geschah.