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Die Geschichte von Olga Predchyk und Irina Predchuk
Wir trafen Olga Predchyk, Irina Predchuk und ihre drei wundervollen Kinder Ende März 2022.
Olga wurde eine gute Freundin und sie hilft uns immer mit der ganzen Logistik. Wir trinken oft zusammen Kaffee. Die Unterhaltung mit einer Übersetzungsapp war am Anfang gewöhnungs-bedürftig, wurde aber bald zur Normalität.
Dies ist die Geschichte ihrer Flucht
«Vor dem Krieg lebte ich mit meinem Mann und meinem 18 Monate alten Sohn David in Korosten, in der Region Zhytomir. Ich war im Mutterschutzurlaub von meiner Arbeit als Verkaufsleiterin, als Russland in die Ukraine einfiel und uns zwang unser wunderschönes und normales Zuhause zu verlassen.
Wir gingen am 11. März 2022 in Angst, Verzweiflung und schweren Herzens. Raketen flogen und Bomben schlugen in unserer Stadt ein, als meine Schwester Irina und ich beschlossen unsere Ehemänner und Familien zu verlassen und zu flüchten. Irina hat selbst zwei kleine Kinder und wir fünf gingen gemeinsam.
In Warschau angekommen, wurden wir in einer sehr grossen Halle untergebracht, die tausend Menschen Platz bot. Wir waren vielleicht sicher vor den Bomben dort, aber es war schrecklich, weil ständig Menschen kamen und gingen. Die Bedingungen wurden schlechter und schlechter und die Kinder waren wie versteinert.
Eines Morgens wurden Busse angekündigt, die in andere Länder weiterfahren würden und wir sind einfach dahin gegangen, wo es einen leeren Bus gab. Dieser Bus fuhr in die Schweiz und so machten wir uns auf den Weg dem Ganzen zu entkommen.
Als wir losfuhren, hatten wir keine Ahnung, wohin wir fahren würden. Wir wurden zu einem Lager für den Papierkram gebracht, hatten keine Ahnung, was eigentlich grade passierte und mussten dort für acht Stunden über Nacht in einem speziellen Gebäude für Flüchtlinge bleiben.
Am nächsten Morgen hat man uns Frühstück gebracht und gesagt, wir sollen zusammenpacken zur weiteren Registrierung und um eine Unterkunft zugewiesen zu bekommen.
Es wurde für uns eine Wohnung gefunden, wo unser Gastgeber uns sehr freundlich und zuvorkommend begrüsste. Er kam zum Lager und nahm uns zur Wohnung mit, ging mit uns in dem Laden und hat einen ganzen Wochenvorrat an Lebensmitteln für uns und die Kinder gekauft. Er hat uns ausserdem seine bestmögliche Hilfe angeboten, wann immer wir sie brauchen würden. Dafür sind wir sehr dankbar.
Unser Übersetzer versorgte uns mit Informationen, wo es in Basel Hilfezentren gibt. Zu diesen Adressen gingen wir, um Kleider, Hygieneprodukte und Lebensmittel zu erhalten. Mit Hilfe vieler fürsorglicher Menschen wurden dort viele essenzielle Dinge gesammelt.
15 Tage lang hatten wir keinerlei Geld, bis wir am 28.März Unterstützung vom Staat erhielten Wir sind der Schweiz und den lokalen Behörden aufrichtig dankbar für ihre Hilfe und Unterstützung.
Es ist wirklich schwierig so weit entfernt zu sein von der Familie, den Verwandten und Freunden und auf die uns zugewiesenen finanziellen Mitteln angewiesen zu sein, da die Schweiz sehr teuer ist.
Trotz Sozialhilfe und der Hilfe unseres Gastgebers, brauchen wir immer noch so viele grundlegende Haushaltsgegenstände: einen Wäschekorb, Kissen oder zum Beispiel einen Teigschaber.
Wir fühlten uns verloren, mussten lernen, uns in der Stadt zurecht zu finden und akzeptieren, dass wir um Hilfe fragen müssen.
Es war sehr schön, die gemeinsamen Picknicks von "FROM BASEL WITH LOVE" im Schützenmattpark zu besuchen. Das Erste, an dem wir teilnahmen, war am 24. April, um das ukrainische Osterfest zu feiern. 250 ukrainische Flüchtlinge haben daran teilgenommen und es war das erste Mal seit langem, dass wir an etwas anderes als den Krieg denken konnten.
Mein Sohn feierte seinen zweiten Geburtstag etwa um die gleiche Zeit wie die Tochter meiner Schwester Irina. Wir sind verzweifelt, dass unsere Kinder ohne ihre Väter aufwachsen und nur per Videocall mit ihnen sprechen können. Wir haben Angst, dass unsere kleineren Kinder, sich irgendwann nicht mehr an sie erinnern können.
"FROM BASEL WITH LOVE" unterstützt uns weiterhin mit Sanitär- und Reinigungsprodukten, sowie Windeln für die Kinder, die wir uns anders gar nicht leisten könnten. Wir sind so unendlich dankbar.
Unser Land können wir nicht direkt unterstützen, aber wir versuchen, anderen Flüchtlingen hier zu helfen. Ich arbeite eng mit ""FROM BASEL WITH LOVE" zusammen, um sie so gut ich kann zu unterstützen, während Irina auf die Kinder aufpasst.
Wir lernen Deutsch, um eine Arbeit finden zu können, aber wir müssen uns abwechseln, um sicherzustellen, dass immer jemand auf die Kinder aufpasst.
Wir möchten nach Hause, unsere Männer und Eltern umarmen. Wir können kaum erwarten, dass dieser fürchterliche Krieg endlich zu Ende geht.»