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Varroatoleranz
Überall, wo von varroatoleranten Bienen berichtet wird, handelt es sich um kleine Bienen bzw. Rassen.
Westeuropäische Ursprungsrassen
Die Bienen der westeuropäischen Ursprungsrassen waren kleiner. Sie hatten zudem noch einen geringeren Wabenabstand von 32 - 33mm, statt 35 mm. Übrigens haben meine Erfahrungen bezüglich Wabenabstand gezeigt dass die Carnica im Naturwabenbau bei 32mm neben die Rahmen baut, die beiden andern Rassen jedoch nicht.
Tracheenmilben
Es liegt nahe, dass erst die grösseren Tracheenöffnungen der vergrösserten Bienen das Eindringen der Tracheenmilbe A. woodii ermöglicht haben.
Andere Krankheiten
In der Bienenliteratur des 19. Jahrhunderts finden sich generell wenig Hinweise auf Bienenkrankheiten. Berichte über katastrophale Seuchen mehren sich seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vieles spricht dafür, dass die Bienen in Westeuropa vor 1900 wesentlich vitaler waren als heute. Ein massgeblicher Grund der Ursache dafür dürfte die natürliche kleinere Zellgrösse sein.
Volksentwicklung
Die meisten Imker, die bisher auf das kleinere Zellenmass umgestellt haben, berichten über
eine bis dahin nicht gekannte Entwicklungsgeschwindigkeit der Völker im Frühjahr.
Durch die grössere Kompaktheit der Brut auf kleineren Zellen wird die Thermoregulation
wesentlich erleichtert.
Die Verkleinerung der Zellen von den heute üblichen 5,4mm zu den ursprünglichen 4,8mm ergibt eine Steigerung der Anzahl Zellen pro Brutwabe von 25 %. Die Brut von vier grosszelligen Waben hat auf gut drei kleinzelligen Waben Platz.
Naturwabenbau und extensive Imkerei
Im Naturwabenbau eignen sich die Ursprungsrassen, welche von sich aus kleinere Zellen bauen, besser. In normalen Jahren (nicht Schwarmjahre) bauen sie die gegebenen Leerrahmen besser zu Arbeiterinnenbau aus als beispielsweise solche mit Carnica vermischte. In den so genannten Schwarmjahren soll der Schwarmtrieb ausgelebt werden, dies ist im Normalfall alle vier Jahre.
Meine Betriebsweise
Weil die Ursprungsrassen in den "nicht Schwarmjahren" eher
schwarmträge sind, lehne ich die reine Vermehrung durch den Schwarmtrieb ab, da es nicht
viel mit naturgemäss zu tun hat, wenn die Völker durch künstliches Einengen
zum schwärmen getrieben werden.
Ich benutze diese Jahre zur Königinnenzucht und Ablegerbildung von möglichst rassetypischen Völkern.
Um eine möglichst grosse Biodiversität in meinen Völkern zu haben finde ich es wichtig, dass alle drei Wesensarten der Königinnen vorhanden sind und gefördert werden :
Königin aus dem Schwarmtrieb = Lebensraum suchende
Königin aus stiller Umweislung = Lebensraum erhaltende
Königin aus Nachschaffungszellen = Leben erhaltende
Zusätzlich zur Förderung der Biodiversität ist es wichtig, dass man mit den Königinnen auf verschiedene Belegstellen der selben Rasse geht, und gerade darin liegt noch die grösste Kapazität unser Landrasse mellifera mellifera.
Glücklicherweise hat sich der Zuchtchef Werner Walker der Belegstation Valcup bei Grabs in der Schweiz bereit erklärt, bei möglichst allen Völker Mittelwände mit einem Zelldurchmesser von 4,8mm zu testen es handelt sich dabei auch um Bienen welche von der Uni Kopenhagen in einer DNS-Untersuchung als Mellifera mellifera anerkannt wurden.
Erfahrungsaustausch
Selbstverständlich würde es mich freuen, wenn Sie mir auch
Ihre Erfahrungen, die Sie eventuel mit kleineren Wabenzellen gemacht haben, mitteilen würden.
Ich suche auch Imker welche noch mit der dunkelgelben, lederbraunen Ligustica imkern denn diese Varietät ist wohl am stärksten gefährdet obwohl sie von Bruder Adam gelobt wurde.
Bezugsquellen für Mittelwände oder Mittelwandgussformen mit kleiner Zellprägung:
http://www.beesource.com/suppliers/smallcell.htm
Kontaktadressen bezüglich Erfahrungen mit kleinerem Zellenmass:
http://www.beesource.com/pov/osterlund/abjaug2001.htm
http://www.beesource.com/pov/lusby/index.htm