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Die Beziehungen zwischen Äthiopien und der Schweiz sind ausgezeichnet. Sie werden durch verschiedene bilaterale Abkommen und regelmäßige politische Konsultationen verstärkt. Äthiopien bleibt ein Schwerpunktland in der regionalen Strategie der Internationalen Zusammenarbeit der Schweiz für das Horn von Afrika 2018-2021.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Äthiopien
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Im Jahr 2014 wurde ein Memorandum of Understanding zur Intensivierung des bilateralen Dialogs unterzeichnet, der jedes Jahr stattfindet.
Die Schweiz hat außerdem eine Regionalstrategie 2018-2021 für das Horn von Afrika entwickelt, um alle Aktivitäten in der Region zu koordinieren und zu konsolidieren. Diese Strategie gewährleistet einerseits die Kohärenz und Wirksamkeit der schweizerischen Maßnahmen in den verschiedenen Ländern der Region und andererseits in regionalen und multilateralen Gremien.
Die Umsetzung der Regionalstrategie, zu deren wichtigsten Ländern Äthiopien gehört, wird gemeinsam von der DEZA, der Politischen Direktion des EDA, dem Staatssekretariat für Migration (SEM) und dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sowie den in der Region vertretenen Schweizer Botschaften wahrgenommen.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Äthiopien ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Ostafrika und der elftgrößte in ganz Afrika mit einem Handelsvolumen von CHF 331 Millionen im Jahr 2017. Die Schweizer Exporte nach Äthiopien beliefen sich auf CHF 47.1 Millionen. Sie bestehen hauptsächlich aus Pharmazeutika und Maschinen. Die Schweiz importierte CHF 284 Millionen, hauptsächlich Gold und Kaffee. Zwanzig Schweizer Unternehmen sind in Äthiopien vertreten, darunter mehrere multinationale Unternehmen.
Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Forschende und Kulturschaffende aus Äthiopien können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Spezifische Projekte der DEZA bieten weitere Ansätze für die Zusammenarbeit im Bildungsbereich.
Friedensförderung und Menschliche Sicherheit
Die Strategie für das Horn von Afrika 2018-2021 umfasst auch Maßnahmen zur Förderung von Frieden und menschlicher Sicherheit.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Das Horn von Afrika steht seit Jahrzehnten im internationalen Fokus aufgrund langwieriger bewaffneter Konflikte, schwerer Nahrungsmittelkrisen und massiver Vertreibungen. Dieser schwierige Kontext führt zu erzwungener Migration und zu einer großen Zahl von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen.
Das Horn von Afrika zeichnet sich auch durch positives Potenzial aus: eine sehr junge Bevölkerung, die Präsenz leistungsfähiger Systeme im Bereich der mobilen Telekommunikation und des Geldtransfers, eine große Diaspora und einen weit verbreiteten Unternehmergeist.
Die aktuelle Schweizer Kooperationsstrategie für das Horn von Afrika greift die bereits erzielten Ergebnisse in dieser Region auf und unterstreicht das Engagement der Schweiz in fragilen Kontexten.
Die Schweiz unterstützt den Aufbau von Dienstleistungen und hilft, das Vertrauen in öffentliche Institutionen zu stärken. Sie bearbeitet die Ursachen von Konflikten und Armut, die zur Schwächung der Region beitragen.
Kulturaustausch
Die Botschaft in Addis Abeba unterstützt regelmässig kulturelle Aktivitäten von Schweizer Künstlerinnen und Künstlern in Äthiopien und fördert den kulturellen Austausch zwischen den beiden Ländern.
Schweizerinnen und Schweizer in Äthopien
Ende 2017 lebten 181 Schweizerinnen und Schweizer in Äthiopien.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Schweizer Missionare waren ab dem 19. Jahrhundert in Äthiopien aktiv. Der Thurgauer Ingenieur Alfred Ilg war ab 1878 Berater des äthiopischen Kaisers Menelik II. Ilg hatte beträchtlichen Einfluss auf die Aussenpolitik des Landes. Er trieb den Bau der Eisenbahnlinie zwischen Addis Abeba und Dschibuti voran und förderte damit die Entwicklung der äthiopischen Hauptstadt.
Die Schweiz und Äthiopien unterzeichneten 1933 einen Freundschafts- und Handelsvertrag. Nach dem italienisch-äthiopischen Krieg und dem Zweiten Weltkrieg intensivierten sich die Beziehungen der beiden Länder. 1955 eröffnete die Schweiz eine diplomatische Mission in Addis Abeba, die 1962 in eine Botschaft umgewandelt wurde.
Die Schweiz unterstützte Äthiopien während der Hungerperioden in den 1970er und 1980er Jahren.