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Hunger und Unterernährung seien fundamentale Verletzungen von Menschenrechten, sagte Künast. Weltweit müssten über 800 Millionen Menschen Hunger leiden. In den industrialisierten Ländern würden Lebensmittel im Überfluss produziert, trotzdem würden Nahrungsmittel aus Ländern importiert, deren Bevölkerung hungere.
«Es ist notwendig, zu erkennen, dass die Menschen auf der ganzen Welt ein Recht auf ausreichende und gesunde Nahrung haben», sagte die Ministerin. Die Aktion «Mahlzeit» setze ein Gegengewicht zur Konzentration und den Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft. Die Verbraucher hätten die Möglichkeit, "Politik mit dem Einkaufskorb" zu betreiben. Sie sollten ihre Marktmacht nutzen, um Veränderungen zu erreichen.
Zudem sollten die Verbraucher ein neues Qualitätsbewusstsein entwickeln, verlangte sie. "Global denken, lokal handeln", gehöre zu den Kernforderungen. Es mache keinen Sinn, Lebensmittel über weite Strecken zu transportieren. Klaus Rieth vom Hilfswerk "Brot für die Welt" unterstrich, die Kleinbauern in aller Welt hätten ein Recht darauf, sich und ihre Familien zu ernähren. Es bestehe ein Zusammenhang zwischen dem Fleischkonsum in den industrialisierten Staaten und dem Hunger von Kleinbauern in den Entwicklungsländern. Beispielsweise stamme die Hälfte des in Deutschland in der Tierproduktion verwendeten Sojaschrots aus Lateinamerika. Dort sei deshalb die Erzeugung von Grundnahrungsmitteln für Menschen zurückgedrängt worden.
Mit der Aktion "Mahlzeit" will "Brot für die Welt" für soziale und ökologische Mindeststandards beim Anbau und der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln sowie beim Handel mit ihnen werben. Die Kampagne soll bis 2004 laufen. (AP, 16. November 2001)