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Geschichten aus Gletsch
Passverkehr Furka und Grimsel
Die Alpen waren, seit es Menschen gibt, ein Hindernis für Reisen und Handel. Die Römer brauchten Alpübergänge, haben aber weder den Gotthard (da galt die Schöllenenschlucht als unüberwindbar) noch den Weg über Gletsch befestigt. Im Mittelalter gab es jedoch bereits 300 Passübergänge und wenn man die Karte anschaut, ist die Verbindung über Brig nach Bern oder Luzern am schnellsten über Gletsch zu bewerkstelligen. Mit Furka und Grimsel konnten von Gletsch aus gleich zwei Pässe überquert werden – dies natürlich nur im Sommer. Im Winter musste der Umweg durch das Rhonetal und von Leuk über den Gemmipass oder noch weiter über Aigle gewählt werden.
Die Gebirgswege wurden zum Handel aber auch zum Beispiel für die Wanderungen der Walser in andere Landesteile, für militärische Zwecke oder zur Jagd genutzt.
Zu Fuss auf Saumpfaden mit einem Lasttier konnten maximal 120 kg transportiert werden. Die Reise war langsam und beschwerlich und es brauchte Orte für Übernachtungen, Lasttierwechsel und manchmal auch Warendepots.
Die Simplonroute von Brig nach Domodossola war die erste, die bereits in napoleonischer Zeit aus strategischen Gründen als «Chaussee» ausgebaut wurde. Die Furka-Passstrasse (Passhöhe auf 2429 m über Meer) wurde 1864-66 ausgebaut, die Grimselroute (Passhöhe auf 2163m über Meer) erst 1894. Durch den Ausbau verkürzte sich die Fahrzeit, und mit grösseren mehrspännigen Fuhrwerken konnten auch grössere Lasten aufs Mal transportiert werden.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen in der ganzen Schweiz unzählige, oft privat finanzierte, Bahnstrecken dazu. Von den heute dank dem Einsatz vieler Freiwilliger wieder mit Dampf betriebenen Strecken gibt es ausser der Dampfbahn Furka-Bergstrecke in der Gegend auch noch die gelegentlich zwischen Luzern, Meiringen und Interlaken verkehrende Brünig-Dampfbahn.
Heute sind Passfahrten per Bahn, Motorrad, Auto, dem Fahrrad oder mit Wanderschuhen vor allem ein Freizeitvergnügen. So haben sich die Zeiten geändert.