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Ein Beitrag zum Orwelljahr, der einzige längere Schweizer Film, der direkt Bezug nimmt zu den Visionen von „1984“: Einem jungen Angestellten einer amerikanischen Fernsehstation gelangen getürkte Nachrichtenaufnahmen in die Hände. Berichte über revolutionäre Unruhen in „Südhorrendien“ werden in hauseigenen Kellerstudios inszeniert. Der über seine Entdeckung bestürzte Mann will sein Wissen weitervermitteln, aber niemand zeigt sich an seiner Geschichte interessiert. Den einen ist die Story zu haarsträubend für ihr Programm, den anderen zuwenig aufregend. Und einer fragt, warum denn eigentlich auf dem freien Markt der Medieninformationen nicht auch Falschmeldungen gehandelt werden dürften.
Franz Walsers Film liegt nahe bei schwärzestem Zynismus: Der in englischer Sprache in New York realisierte Film provoziert fortwährend Assoziationen zu jenen „Südhorrendiens“ Amerikas, die alles andere als Filmstudiowirklichkeit sind: El Salvador, Costa Rica, Honduras usw. Gleichzeitig variiert der im Stil eines schwarzen Krimis inszenierte Film intelligent den Orwell’schen Mythos vom Televisor. White Noise beginnt als melodramatische Geschichte, die ausgeweitet wird zu einer ebenso witzigen wie bitteren Parodie auf die Freiheit der Medienschaffenden, deren Arbeitsinstrument Fernsehen die Menschen nicht überwachen soll, sie auf eine vertrackte Weise aber doch in totale Abhängigkeit stürzen und zu freiwilligen Gefangenen machen kann.