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Anwendungsbereich
Rühlwände (auch Trägerbohlwände genannt) stellen ein kostengünstiges und flexibles Baugrubenverbausystem für mittlere und grössere Baugrubentiefen dar. Da Rühlwände nicht wasserdicht sind, eignen sie sich vor allem bei tiefliegendem Grundwasserspiegel oder geringem Wasseranfall in schlecht durchlässigen Böden.
Verfahren
Die Rühlwandträger – in der Regel Stahlwalzprofile HEA, HEB oder seltener HEM – werden in den Boden gerammt, einvibriert oder in Bohrlöcher versetzt. Rühlwände mit in Bohrlöchern versetzten Trägern können weitgehend erschütterungsfrei und geräuscharm eingebracht werden. Der unterhalb der Aushubkote liegende Teil der Bohrung wird ausbetoniert. Der Teil des Bohrloches, der im Aushubbereich liegt, wird mit Bohrgut oder einem anderen geeigneten Material (Sand, RC-Beton CEM I/II 50 – 100 kg/m³) verfüllt. Für diesen oberen Teil der Bohrlochfüllung verwendet man keinen zu harten Beton, da sonst ein massiver Aufwand für das Abspitzen beim Aushub notwendig würde.
Der horizontale Trägerabstand liegt zwischen 1.5 m und 3 m. Er ergibt sich aus statischen Gründen hinsichtlich der Ausfachung bzw. der Rühlwandträger und aus der Standfestigkeit des Bodens während des Ausfachens. Die maximale Aushubtiefe pro Ausfachetappe liegt normalerweise zwischen 1 m und 2 m.