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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

XI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „den eingeborenen Sohn Gottes, der aus dem Vater geboren wurde als wahrer Gott vor aller Zeit, durch den alles erschaffen wurde".
7.
Christus ist also der Sohn Gottes von Natur und nicht durch Adoption. Er ist geboren aus dem Vater. „Wer den Erzeuger liebt, liebt auch den, der aus ihm erzeugt ist“1. Wer aber den Erzeugten verachtet, schmäht den Erzeuger. Wenn du aber hörst, daß Gott erzeugt, dann darfst du nicht in sinnliche Vorstellung fallen! Nicht darfst du an eine vergängliche Geburt denken! Das wäre gottlos. Gott ist ein Geist; geistig [S. 165] ist die Geburt. Denn Leiber gebären Leiber, auch braucht leibliche Geburt ihre Zeit. Die Geburt des Sohnes aus dem Vater braucht aber keine Zeit. Was auf Erden geboren wird, ist unvollkommen; der Sohn Gottes aber wurde geboren als etwas Vollkommenes. Denn das, was er jetzt ist, als das gleiche ist er von Anfang an geboren worden vor der Zeit. Unsere Geburt ist schuld daran, daß wir von kindlicher Unwissenheit (allmählich) zu geistiger Reife vorrücken. Unvollkommen, o Mensch, ist deine Geburt! Denn, was du wirst, wirst du allmählich. Mit dem Gedanken an Christus aber darfst du nicht derartige Vorstellungen verbinden, nicht darfst du seinen Erzeuger der Schwachheit beschuldigen. Würde er nämlich etwas Unvollkommenes geboren haben, das erst mit der Zeit die Vollkommenheit erlangt hätte, dann würdest du dem Erzeuger Schwachheit vorwerfen. Den Vorwurf würdest du ihm machen, wenn du annimmst, der Erzeuger habe Christus die Vollkommenheit nicht von Anfang an geschenkt, sondern erst später.
1: 1 Joh. 5. 1.