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Es waren keine einfachen Spiele für Bode Miller. Der Amerikaner ging als Favorit in die Abfahrt, hielt dem Druck nicht stand und wurde Achter. Auch fünf Tage später in der Super-Kombination wollte es nicht klappen. Platz 12, eine herbe Enttäuschung.
Doch gestern im Super-G folgte die grosse Erleichterung. Als ältester Medaillengewinner des alpinen Skiwettkampfes geht Miller mit seiner Bronze-Medaille in die Geschichtsbücher ein. Ein emotionaler Moment, der auch dem immer cool wirkenden Amerikaner die Tränen ins Gesicht drückte. Aus Freude und abfallendem Druck, der auf seinen Schultern lastete.
Es folgt der übliche Medienmarathon für Miller. Christin Cooper, Journalistin bei NBC, nützt die Gelegenheit und fragt Miller im Interview am Pistenrand nach der Bedeutung dieser Medaille, in Anbetracht auf das schwierige letzte Jahr. Erst zeigt sich noch der coole Miller, der brav die Antworten liefert, welche die Welt hören will. Doch Christin Cooper hakt nach:
Interviewerin: Bode, du zeigst hier so viele Emotionen. Was geht dir gerade durch deinen Kopf?
Miller: (Lange Pause) Vieles, offensichtlich. Ein harter Kampf endet hier. Und, hm, ein sehr hartes Jahr.
Miller kämpft mit den Tränen. Doch Cooper macht weiter.
Ich weiss, du wolltest hier mit Chilly (Millers Bruder) die Spiele erleben, wie viel bedeutet es für dich, so eine grossartige Performance für ihn abgeliefert zu haben? Und war es für ihn?
Ich denke ... ich weiss nicht, ob es wirklich für ihn war. Aber ich wollte hier her kommen und – ich weiss nicht, ich wollte mich stolz machen.
Miller kann sich nicht mehr zurückhalten, die Tränen fliessen über seine Wangen.
Wenn du am Start in den Himmel schaust, sehen wir dich und es sieht aus, als würdest du mit jemandem sprechen. Was geschieht da genau?
Miller kann keine Antwort auf diese Frage geben und muss das Interview abbrechen. Cooper realisiert sofort, wie nah Miller die Frage geht, legt ihre Hand auf Millers Schulter und flüstert ein «Sorry».
Miller beendet das Interview, zieht sich zurück und braucht einen Augenblick, um sich zu fangen. Zum Glück ist seine Ehefrau zur Stelle und tröstet ihren Lebensgefährten mit einem Lächeln im Gesicht, ohne grosse Worte. Genau das, was Bode Miller in diesem Moment braucht.
Dieses Interview hatte natürlich ein Nachspiel. In den sozialen Medien brach ein regelrechter Shitstorm in Richtung Cooper aus. Keiner hatte Verständnis für das Verhalten der Journalistin, eine Frechheit sei es, einem Bronzemedaillengewinner solche Fragen zu stellen.
Nur einer nahm die Journalistin in Schutz. Bode Miller höchstpersönlich. Er wendet sich an seine Fans und bittet sie, nett mit Cooper zu sein, sie hätte nur ihren Job gemacht, es war ein emotionaler Moment in der Hitze des Gefechts.
My emotions were very raw, she asked the questions that every interviewer would have, pushing is part of it, she wasnt trying to cause pain.— Bode Miller (@MillerBode) 17. Februar 2014