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Wenig Fleisch, viel Brot und ab und zu eine gekochte Heuschrecke: Die Menschen, die vor 2000 Jahren im Nahen Osten lebten, ernährten sich zumeist frugal.
«Das Nötigste im Leben des Menschen sind: Wasser, Feuer, Eisen und Salz, kräftiger Weizen, Milch und Honig, Blut der Trauben, Öl und Kleidung.» So steht es im Alten Testament geschrieben. Und der Satz zeigt unter anderem, dass die Nahrung der Menschen im Nahen Osten vor mehr als 2000 Jahren eher frugal war. Tatsächlich ernährten sich die meisten Menschen – besonders die Masse der Ärmeren – hauptsächlich von Getreide: Brot stand dabei im Zentrum des Speiseplans. Es wurde aus Weizen oder Gerste hergestellt, wobei letztere wiederum den Wohlhabenden vorbehalten war. Kein Zufall, dass das hebräische Wort für Brot generell für Nahrung steht.
Zum «täglichen Brot», das meist in Form runder Fladenbrote gebacken wurde, kamen Oliven, Käse, Datteln, Feigen, Melonen, Granatäpfel, Bohnen, Linsen, Schafs- und Ziegenkäse oder auch Nüsse (Baumnüsse, Mandeln oder Pistazien) hinzu – ganz nach saisonaler Verfügbarkeit. Kichererbsen wurden zu Falafel und Hummus verarbeitet und zu besonderen Anlässen gereicht. Gemüse (vor allem Zwiebeln und Gurken) oder auch Eier waren hingegen eher selten verfügbar.
Noch seltener gab es im Alltag Fleisch. Nur wenn ein Fest anstand, wurde ein gemästetes Lamm oder ein Hammel geschlachtet und über dem offenen Feuer gebraten - allein die Oberschicht konsumierte Fleisch regelmässig. Eine Alternative für die ganze Bevölkerung war Fisch, der damals oft mit Salz konserviert wurde, da er schnell verdarb. Nur folgerichtig, dass Jesus für seine Anhänger ausgerechnet Fische auf wundersame Weise vermehrt haben soll.
Gewürzt wurden die Speisen in erster Linie mit Salz, aber auch mit Senf, Kümmel, Safran, Koriander, Raute, Minze, Rosmarin, Knoblauch oder Dill. Honig, verdickter Traubensaft, Sirupe und Dattelmasse versüssten den Menschen das Leben. Aus heutiger Sicht waren die damaligen Bewohner des Nahen Ostens übrigens fast schon Trendsetter, knabberten sie doch bereits häufig an Insekten wie Heuschrecken, die meist gekocht wurden, nachdem Beine und Kopf entfernt worden waren. Oder man zermahlte sie zu Mehl und verarbeitete sie zum Beispiel zu bitter schmeckenden Guetzli.
Vielleicht gab es zu den Apéro-Insekten ein Glas Wein? Dieser war bereits vor 2000 Jahren äusserst beliebt. Gekeltert wurde nur Rotwein, Weisswein kannte man nicht. Im Alltag wurde er manchmal mit Wasser versetzt, um die Wirkung des Alkohols zu vermindern. Rebberge zierten in Palästina und den Nachbarregionen entsprechend häufig die Landschaft, und Wein ist in der Bibel ein häufiges Thema. Neben Wasser und Wein stand damals nur Fruchtsaft aus Granatäpfeln oder Datteln zur Verfügung – Milch hingegen kam selten auf den Tisch und wurde eher rasch zu Käse weiterverarbeitet.
Kredenzt wurden die Speisen in Schalen, aus denen sich die Menschen mit ihren Händen bedienten. Das gemeinsame Essen in der Familie oder Sippe war ein wichtiger sozialer Faktor. Gleichzeitig gab es unzählige Regeln, wenn es ums Verarbeiten der Lebensmittel, ums Kochen und auch um den Genuss generell ging. Nicht umsonst kennt beispielsweise die jüdische Religion über 600 Speisevorschriften, die Kaschrut-Gesetze, von denen sich einige Dutzend mit Tischsitten befassen.
Text:
Roberto Zimmermann
Fotos: iStockphoto, Stockfood
Orientalischer Genuss: zitronig-nussiger Hummus mit Topping aus Feta, Sellerie und frischer Petersilie. Als Hauptgericht oder als Dip ein Traum.
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