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In langen und dunklen Nächten kommen Lichterfeste besonders gut zur Geltung. Dies gilt auch für das Lucia-Fest, welches jährlich am 13. Dezember in Schweden gefeiert wird. Die Geschichte dieses Lichterfestes nahm seinen Anfang allerdings in Sizilien. Um 286 nach Christus kam Lucia als Tochter eines reichen Kaufmanns in Siracusa auf die Welt. Nach einer Heilserfahrung, ihre kranke Mutter wurde nach einer gemeinsamen Wallfahrt wieder gesund, entschied sie sich für ein Leben mit Jesu. Sie löste sich von allen weltlichen Reichtümern und sagte die geplante Hochzeit mit ihrem Verlobten ab. Dieser verriet sie aus Zorn, damit war ihr Schicksal als Märtyrerin besiegelt.
Lucia wurde wahrscheinlich noch in der Spätantike heiliggesprochen. Beliebt und bekannt als Spenderin der Armen wurde sie als Licht- und Hoffnungsträgerin verehrt. Im Mittelalter zählte sie zu den berühmtesten Heiligen des Abendlandes. In dieser Zeit wurden die Kinder denn auch am Lucia-Tag beschert. Erst ab dem 16. Jahrhundert setzte sich in unseren Breitengraden der 24. Dezember als „Päcklitag“ durch.
Das Lucia-Fest steht in direktem Zusammenhang mit der Sonnenwende. Bis 1752 galt der 13. Dezember in Schweden als der kürzeste Tag. Mit der Reform des Kalenders hat sich die Wintersonnenwende verschoben, nicht jedoch der Brauch, der bis heute an diesem Tag begangen wird.
Am Lucia-Fest ziehen sich die Mädchen lange, weisse Kleider an. Ihren Kerzenkranz tragen sie auf dem Kopf. Der Ursprung dafür liegt ebenfalls in der Überlieferung: Lucia wollte verfolgten Christen, die versteckt in dunklen Gängen unter der Stadt darbten, mit der Verteilung von Essen und Trinken helfen. Dafür brauchte sie beide Hände und das Licht trug sie wie eine leuchtende Krone auf dem Kopf. Armut und Verfolgung haben in der heutigen Zeit nicht mehr die gleiche Ausprägung. In den schwedischen Familien ist es deshalb Brauch, dass die älteste Tochter als „Lucienbraut“ Eltern und Geschwister mit erstem Weihnachtsgebäck weckt.
Bildquelle: Lokalinfo AG
Lussekatter
Ein Rezept für eine schwedische Süssigkeit für das Lucia-Fest:
(für ca. 15 Stück)
500 g Weissmehl
2 dl Milch
1/2 Würfel Frischhefe
90 g Zucker
1 Prise Salz
120 g Butter
0,3 g Safranfäden
1 Ei
1 Eigelb
1 EL Rahm
Rosinen zum Dekorieren
Milch erwärmen, mit dem Safran vermischen und einige Stunden ziehen lassen. Mehl in eine Schüssel sieben. Hefe hineinbröckeln, mit 0.5 dl lauwarmer Milch und 1 EL Zucker anrühren, mit etwas Mehl vermischen. 20 Minuten gehen lassen.
Weiche Butter, Ei, die restliche (Safran-)Milch und den verbliebenen Zucker sowie das Salz zufügen und sorgfältig zu einem weichen, geschmeidigen Teig verrühren. Klebt dieser am Rand der Schüssel, etwas zusätzliches Mehl zugeben. Abdecken und etwa 1 Stunde gehen lassen.
Kurz durchkneten und in 13-15 Teile teilen. In Stangen formen und diese S-förmig zusammenlegen. Auf das mit Backpapier ausgelegte Blech geben. Nochmals 20 Minuten gehen lassen.
Eigelb mit Rahm verquirlen und die Lussekatter damit einpinseln. In die Windungen jeder Katze zwei Rosinen geben.
In den auf 220° C vorheizen Ofen schieben und ca. 8-10 Minuten backen. Die Katter sollen eine goldene Farbe annehmen, aber nicht braun werden; der Teig darf nicht mehr kleben.
Herausnehmen und nur kurz auskühlen lassen.
(aus: NZZ, Blogs Genuss)