Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/1243

Ab und zu begeben wir uns in den nahegelegenen Schwarzwald, dem Erholungsgebiet par excellence. Weil jedoch das Wetter heute am Titisee nicht so richtig mitspielen wollte, machten wir auf dem Heimweg wieder einmal einen Abstecher nach St. Blasien und besuchten dort den Dom von St. Blasien.
Der Dom hat, wie so manche Kirche, eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Er war ĂĽber acht Jahrhunderte die Mitte einer beneditiktinischen Mönchsgemeinde und unzähliger Mitarbeiter auf den weit verstreuten KlostergĂĽtern. Eine Urkunde aus dem Jahr 858 berichtet von der Ăśbergabe einer Mönchszelle im Albtal an das Kloster Rheinau nach Schaffhausen. Ein Mönch Fintan sorgte sich um die BrĂĽder im benachbarten Waldtal und liess ihnen einen kostbaren Schatz zukommen, die Reliquien des hochverehrten armenischen Märtyrerbischofs Blasius. Nach diesem Heiligen wurde das spätere Kloster benannt. Schenkungen eines Reginbert (von SeldenbĂĽren) liess im 11. Jahrhundert eine Abtei entstehen. Nach dem Anschluss an einen Zweig der grossen Reformbewegung von Cluny in Frankreich fand die Abtei einen solchen Zulauf an Mönchen und BrĂĽdern, dass das erste steinerne Klösterchen mit dem „Alten MĂĽnster“, durch einen grossen Neubau auf dem heutigen Domgelände ersetzt werden musste. Im Laufe von sechshundert Jahren wechselten sich Brandkatastrophen mit immer reicheren Um- und Neubauten des romanischen, gotischen und barocken MĂĽnsters ab, dessen letzte Ausprägung als ein „Schatzkästlein erlesenster Kunstwerke“ galt. Es folgten weitere Brände, und wegen Mittelknappheit ein unansehnlich veränderter Neubau. Ein letztes bedrohliches Feuer im Kolleg im Jahre 1977 drängte zur rechtzeitigen Vollendung der Erneuerung. Eine Verbindung des Baues aus der Jugendstilzeit (1913) mit den klassizistischen Bauplänen des Originals war das Ergebnis: ein Dom, heute viel besucht und bewundert.