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sprint – Förderung der pragmatisch-kommunikativen Kompetenzen bei mehrsprachigen Kindergartenkindern. Entwicklung eines Förderkonzepts.
Ausgangslage und Ziele
Die Frage, wie wirksame Sprachförderung gelingen kann, welche Konzepte und Methoden hierfür geeignet und praxistauglich sind, ist in den Bildungsdirektionen aller Kantone wie in den Schulgemeinden trotz einer Vielzahl von Initiativen zur Sprachförderung immer noch ein hochaktuelles Thema.
Die Mitarbeitenden der HfH setzten sich aktuell mit diesem Anspruch der Praxis aufgrund einer aktuellen Problemlage in einer Züricher Schulgemeinde auseinander. In der Schulgemeinde ist der Anteil der Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und daraus resultierenden Defiziten in der Sprachkompetenz sowie auch von Kindern mit dem Verdacht auf Spracherwerbsstörungen sehr hoch. Gleichzeitig besteht ein Mangel an Fachpersonal mit Kompetenzen im Bereich der Sprachförderung. Die Mitarbeitenden der HfH sind aufgefordert gemeinsam mit den Praktikerinnen ein Konzept zur Förderung der Sprachhandlungskompetenz von mehrsprachigen Kindergartenkindern durch handlungsorientierte Sprachförderung zu entwickeln.
Das Ziel ist die Entwicklung und Veröffentlichung eines theoriegeleiteten Konzepts zur Förderung der Sprachhandlungskompetenz von mehrsprachigen Kindergartenkindern unter besonderer Berücksichtigung der pragmatisch-kommunikativen Kompetenzen.
Methodisches Vorgehen
Das Konzept zur Förderung der Sprachhandlungskompetenz von mehrsprachigen Kindergartenkindern durch Sprachförderung richtet sich an
- Mehrsprachige Kinder im Kindergartenalter (4-7) zur Unterstützung des ungestörten Spracherwerbs in der Zweitsprache Deutsch
- Mehrsprachige Kinder im Kindergartenalter (4-7) mit potentiellen Entwicklungsrisiken beim Zweitspracherwerb: Risiko der Spracherwerbsstörung in der Erst-und Zweitsprache
- Mehrsprachige Kinder im Kindergartenalter (4-7) mit potentiellen allgemeinen Lernschwierigkeiten, die sich auf den Zweitspracherwerb auswirken können.
Das Konzept wird von Karoline Sammann und Anke Sodogé entwickelt, im stetigen Austausch mit dem Praxiskooperationspartner. In der Entwicklungsphase wird es additiv in Kleingruppen von einer Therapeutin im Kindergarten durchgeführt. Alle Sequenzen werden auf Video aufgezeichnet und anschliessend von 2 Fachpersonen Kriterien geleitet reflektiert und überarbeitet.
Der Aufbau des Förderkonzepts ist bestimmt durch die Grundannahmen der pragmatisch-kommunikativen Kompetenzen nach Sallat und Speer (2018) und Achhammer (2015). Auf der Grundlage von Basiskompetenzen (z.B. Sensorik, Motorik, Emotion, Aufmerksamkeit) werden paraverbale und nonverbale Kompetenzen (Mimik, Gestik, Prosodie) und sprachliche Kompetenzen (z.B. Sprachakte, Implikaturen, Ironie, Höflichkeit u.a.) erworben. Diese werden im Förderkonzept im Rahmen der intrapersonellen und der interpersonellen Ebene und in flexiblen Kontexten rezeptiv und produktiv in bedeutungsvollen Spiel- und Bewegungssequenzen abgebildet.
Ergebnisse
Das Konzept unterstützt den Zweitspracherwerb und trägt zur Prävention von Spracherwerbsstörungen bei. Ein grosser Nutzen des Konzeptes liegt darin, Kindern und Lehrpersonen welche sich im Bereich der frühen Sprachbildung (1.Zyklus LP21) bewegen ein alltagskompatibles sprachhandlungsorientieres Lehrmittel zur Verfügung stellen zu können. Lehrpersonen können dadurch einerseits von aufwendigen Vorbereitungsarbeiten entlastet und andererseits gezielt im Bereich der Sprachbildung unterstützt und weitergebildet werden. Langfristig kann so eine Sensibilisierung bei Lehrpersonen stattfinden, welche in Hinsicht auf Sprachförderung und Spracherwerbsstörungen sehr wesentlich sein kann. Das Konzept bietet Kindergartenlehrpersonen und Therapeutinnen Grundlagen und Anregungen zur Gestaltung von bewegungsorientierten Sequenzen zur Förderung der Sprachhandlungskompetenz. Die Fördersequenzen sollen in den Kindergartenalltag integriert werden können.
Erhoffte Resultate sind:
- Entwicklung einer theoriegleiteten Förderkonzeption für den Kooperationspartner und die Praxis
- Fertigstellung und Veröffentlichung des Förderkonzepts „sprint“
- Das Förderkonzept kann im Rahmen eines Folgeprojektes evaluiert werden
Kooperationen
Finanzielle Unterstützung