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1836 nahm die Spinnerei in der benachbarten Gemeinde Unterägeri den Betrieb auf. Damit begann die Fabrikindustrialisierung im Kanton Zug. Auch Kapital aus Oberägeri war an der neuen Spinnerei beteiligt.
In den folgenden Jahrzehnten wurden im Kanton zahlreiche weitere Fabriken erstellt, nicht aber in Oberägeri. Weiterhin prägten Land- und Waldwirtschaft sowie Kleingewerbe den Charakter der Gemeinde. An Arbeitskräften fehlte es zwar nicht. Diese waren aber in der hausindustriellen Seidenweberei
beschäftigt. Kaum eine Person arbeitete in den Unterägerer Spinnereien. Hauptgründe für die fehlende Industrialisierung waren wohl die mangelnde Wasserkraft und die schlechte Verkehrserschliessung.
Oberägeri blieb eine arme, stagnierende Gemeinde
am Rande. Die Abwanderung
überwog die Zuwanderung bei weitem. Um 1850 zählte Oberägeri etwa 1800 Personen, um 1900 knapp 1900 Personen, also bloss fünf Prozent mehr, während die Bevölkerung des Kantons um mehr als zwei Fünftel gewachsen war. Erst in der Mitte des 20. Jahrhundert wurde die Gemeinde von einem raschen Wandel erfasst, der sich auch in einem markanten Bevölkerungswachstum
zeigte. Bild:
Die erste Unterägerer Spinnerei an der Lorze am Ausgang des Ägeritales, um 1836. Während Unterägeri durch die Industrialisierung rasch wuchs und wohlhabend wurde, stagnierte Oberägeri.