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| Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)

I. Erster Hauptteil. Die geistige Harmonie der christlichen Glaubenslehre.
Zweiter Abschnitt. Vorbereitung der Erlösung. Sünde und Menschenbosheit. Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.
26.
In der Wüste empfing Moses von Gott das Gesetz, die zehn Gebotsworte, vom Finger Gottes auf steinerne Tafeln geschrieben. Unter Finger Gottes1 ist hier der Hervorgang [bzw, das, welches ausgestreckt ist] vom Vater zum Heiligen Geist verstanden; und als Gebote und Rechte das, was er den Kindern Israels zu halten auferlegt hat. Auf Gottes Befehl baute auch Moses das Zelt des Zeugnisses zum sichtbaren Gebild auf Erden von den Dingen, welche im Himmel geistiger Weise und unsichtbar enthalten sind, und zum Urbild der Kirche, zur Verheißung des Zukünftigen. Solcher Versinnbildung gemäß machte er auch die Gefäße und die Altäre und die Lade, in welche er die Tafeln legte. Als Priester stellte er Aaron und seine Söhne auf und verlieh dieser ganzen Familie das Priestertum. Dieselbe stammte aus dem Geschlechte des Levi. Auch dieses berief er nach Gotteswort ganz zur Dienstleistung im Tempel Gottes. Im levitischen Gesetze gab er ihnen die Norm, wie sie hiebei auch passend und würdig sich verhalten mußten, berufen immerdar, die Leistung des Dienstes im Tempel zu vollziehen.
1: So wörtlich, übersetzt. Finger Gottes hieß nach Bonwetsch [a. a. O.] und Runze [Th. L.-Bl. 1907] soviel als Sohn Gottes, was nicht richtig ist, vgl. Kirakos, Venedig 1865 S. 195, wo es heißt: der Vater Substanz, der Sohn Wesenheit, der Geist der Arm und vom Arm der Finger. P. Vardanian wies mich auf diese Stelle.