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Brücke.
[* 2] Als Neuerungen im
Brückenbau sind hervorzuheben: bezüglich des
Materials der Umbau von eisernen in steinerne
Brücken
[* 3] in
Nordamerika,
[* 4] bezüglich der
Konstruktion die Anwendung von
Gelenken bei steinernen
Brücken in
Deutschland.
[* 5] Die fortwährende
sorgfältige Untersuchung u. Erneuerung der eisernen
Brücken, welche bei dem riesigen
Verkehr auf einigen
nordamerikanischen Eisenbahnlinien mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, sowie das zur Bewältigung dieses
Verkehrs stets
zunehmende
Gewicht der
Lokomotiven welches an einigen eisernen
Brücken
Nordamerikas zur völligen Erneuerung ihres Überbaues
geführt hat, haben schon mehrfach Veranlassung zum
Wechsel des Baumaterials gegeben.
Bei dem Ersatz des eisernen durch steinernen Überbau werden die vorhandenen End- und Zwischenpfeiler benutzt und zwischen sie Segmentbogengewölbe von etwa 18 m Spannweite und einer Pfeilhöhe von etwa einem Viertel der Spannweite eingeschaltet. Um eine allmähliche Lockerung der Gewölbsteine durch Zerbröckelung ihres Bindemittels zu verhindern, ist die Anwendung eines hinreichend festen, natürlichen oder künstlichen Steins nebst einem guten, dauerharten Bindemittel bei etwas reichlich bemessenen Gewölbstärken geboten, wenn dieser Zweck auf die Dauer erreicht werden soll.
Die Thatsache, daß die Bogen [* 6] gewölbter Brücken bei Temperaturwechsel ihre Längen nicht unerheblich ändern, hat bei dem Bau einiger sächsischer Brücken Veranlassung zur Anwendung je zweier oder je dreier Gelenke an den Anfängen und Scheiteln der Gewölbe [* 7] gegeben, welche eine Hebung [* 8] und eine Senkung der Gewölbe gestatten und die Berührungsflächen der Widerlager und Bogenschenkel sowie der Bogenschenkel unter sich so beschränken, daß die Lage der Drucklinie hierdurch eine bestimmtere wird. Zu diesem Zweck sind die Lagerfugen der beiden ein Gelenk bildenden Steine bez. etwas konkav und etwas konvex gekrümmt, derart, daß zwischen jenen Fugen Zwischenräume entstehen, welche sich von der Berührungsfläche in der Mitte nach außen hin allmählich erweitern. Die nach diesem System bereits im J. 1880 ausgeführte Brücke der Pirna-Berggießhübeler Bahn enthält drei Segmentbogen von 13 m Spannweite und 3 m Pfeilhöhe und hat sich bis jetzt bewährt.