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(lat.; grch. aule), der offene, von Wohnräumen oder
bei größern
Anlagen von Säulenhallen umgebene Lichthof, welcher, ungefähr dem röm.
Atrium mit dem
Impluvium entsprechend, den Mittelpunkt des griech.
Wohnhauses bildete.
Bei denRömern wurde seit der Kaiserzeit
das Wort Aula für die
Paläste der Fürsten sowie für deren Hofhaltung gebraucht. Im altchristl. Sprachgebrauch fand es Eingang
als Bezeichnung für den
Vorhof der
Kirchen (s. Altchristliche Kunst); später wurde sowohl das Schiff
[* 2] der
Kirche als auch die ganze
Kirche Aula genannt.
Endlich ging der
Name Aula auf die großen, zu öffentlichen Versammlungen, Feierlichkeiten,
Disputationen, Redeakten, Prüfungen
u. dgl. bestimmten Säle in Universitätsgebäuden, Gelehrtenschulen u. s. w.
über.
Fjord an der Westküste Grönlands, dringt 130 km tief in das Land ein, ist in der Mitte stark eingeengt,
während er sich landeinwärts wieder zu einer geräumigen
Bucht
(Tassiuasarsoak) erweitert, in die ein
Arm des Binneneises
ausmündet.
Von hier unternahm Nordenskiöld 1883 seine Expedition auf das grönländ. Binneneis.
Anfang Mai ging er mit seinem
Armeekorps auf das rechte Donauufer hinüber und nahm an der Bestürmung
Ofens Anteil. Im Juli wurde er mit
Csanyi und
Kis nach Komorn zu Görgey geschickt, um diesen zum Gehorsam gegen die ungar.
Regierung zu bewegen, jedoch ohne Erfolg. Als Görgey später das
Portefeuille niederlegte, um den
Befehl über sein
Heer fortführen
zu können, erhielt Aulich das Kriegsministerium, stimmte dann auf Görgeys Zusagen hin in
Arad für die Unterhandlung
mit den
Russen, wurde aber nach der Kapitulation nebst 12 andern
Generalen zu
Arad gehängt.
altgriech. Ortschaft, bekannt durch die Sage von der
Iphigeneia (s. d.), an der Ostküste von
Böotien, auf einer
kleinen felsigen Halbinsel zwischen zwei
Buchten, deren südlichere einen geräumigen
Hafen bildete (von
den Alten
Bathys Limen, der
TiefeHafen, genannt, woraus der heutige
Name von Aulis Bathy entstand).
oder
Aunoy (spr. ohnŏá),MarieCathérine Jumel de Berneville, Gräfin von, franz.
Schriftstellerin, geb. um 1650, aus altnormännischem
Adel, gest. 1705. Ihr litterar. Ruf beruht neben dem von Madame Lafayette
beeinflußten
Roman «Histoire d'Hippolyte, comte de Douglas» (Par.
1690; Neudruck ebd. 1860),
der anonymen «Relation du voyage d'Espagne» (ebd. 1690; Neudruck als «La
cour et la ville de Madrid
[* 9]
à la fin du 17e siècle», 2 Bde., ebd. 1874
u. 1876),
auf den «Contes des fées» (4 Bde.,
ebd. 1698 u. ö.; auch deutsch, z. B. Weim.
1790-96),
die großen Erfolg hatten, seitdem Perraults
Märchen den
Geschmack am Feenwesen wieder in Mode gebracht hatten;
namentlich «L'oiseau bleu» ist bis heute berühmt geblieben.
die altgriech. Flöte (lat.
Tibia); den
Spieler nannte man
Aulet, seine Kunst, die für die Musikübung des
Altertums von der größten Bedeutung war, Auletik, während Aulodie der von Flöten begleitete
Gesang ist. Der Aulos war einfach
oder doppelt (zwei Flöten in einem Mundstück vereinigt, Diaulos genannt). Die antike Flöte war meist eine Schnabelflöte,
selten die Querflöte (s. Flöte). Die
Röhre war gewöhnlich von Holz
[* 10] oder Rohr; Flöten mit Metallröhren
hießen berecynthische. Die Flöten hatten nach Tonlage und
Umfang besondere
Namen, z. B. männliche und weibliche Flöten.
(S.
Pansflöte.)
(spr. omahl), im Mittelalter Albamarla, engl.
Albemarl, Hauptstadt des Kantons Aumale (150,75 qkm, 13 Gemeinden, 7182 E.)
im Arrondisscment Neuschâ tel des franz. Depart. Seine-Inférieure,
in 118 m Höhe, an der Bresle und an der Nordbahn, hat (1891) 1891, als Gemeinde 2219 E., eine 1508-1610
neu aufgebaute
Kirche St.
Pierre und St.
Paul an der
Stelle einer von
Karl dem Kühnen 1472 zerstörten;
berühmte Stahlbäder
(Les Molières);
Fabrikation von Fayence,
[* 16]
Blonden, groben Tüchern und Serge.
(spr. omahl),Henri Eugène Philippe Louis d'Orléans, Herzog von, vierter Sohn des Königs Ludwig Philipp, geb. zu
Paris, empfing seine Schulbildung im Collège Henri IV und trat 1839 mit Hauptmannsrang in die Armee. In den beiden folgenden
Jahren nahm er in Algerien
[* 21] an der Expedition gegen Medeah und an den Zügen Bugeauds und Baraguay d'Hilliers
teil und stieg bis zum Obersten auf. Im Okt. 1842 zum Brigadegeneral befördert und mit dem Oberkommando im Distrikt Medeah
in Algerien betraut, zeigte er auf diesem Posten große Thätigkeit, Umsicht und Unerschrockenheit.
Eine seiner glänzenden Waffenthaten war die Überrumpelung der SmalaAbd el-Kaders wofür er zum Generallieutenant
ernannt wurde. Aumale übernahm den Befehl in der Provinz Constantine, leitete die Expedition nach Biskara und Ziban und nahm 1847 den
Emir Abd el-Kader gefangen. Er war seit Generalgouverneur von Algerien. Als 1848 die Februarrevolution
ausbrach, übergab Aumale sein Amt an den GeneralCavaignac (s. d.) und schiffte sich 3. März nach England ein, wo er sich seitdem
hauptsächlich mit litterar. und histor.
In der «ÉtoileBelge» sind von Aumale 1865 und 1866 einige kritische Briefe
über die Politik des Kaiserreichs unter dem Namen «Verax» erschienen. Nach dem Ausbruch des Deutsch-FranzösischenKrieges machte
der Herzog sowohl der kaiserl. als der Provisorischen Regierung mehrfach das Anerbieten, ins
Heer einzutreten, wurde jedoch von beiden Seiten abgewiesen. Obschon ein ministerielles Rundschreiben die Orleans am Eintritt
in die Versailler Nationalversammlung hindern sollte, wurde Aumale doch im Depart.
Oise gewählt und trat nebst dem Prinzen von Joinville ein. Am wurde Aumale als Mitglied der
Französischen Akademie aufgenommen und im Juli 1873 zum Präsidenten des über den Marschall Bazaine eingesetzten Kriegsgerichts
ernannt. Nach Beendigung des Prozesses übernahm er das Generalkommando des 7. Armeekorps
(Besancon); 1878 wurde er Armeeinspecteur; seit 1880 ist er ohne aktives Kommando. Er wurde durch das sog.
Prinzendekret vom seiner Stelle als Divisionsgeneral entsetzt, durch das Gesetz vom aus den Armeelisten
gestrichen und 13. Juli aus Frankreich ausgewiesen. In einem 1886 kundgegebenen Testamente
machte Aumale das Schloß
Chantilly dem Institut de France zum Geschenk, mit der Bestimmung, daß das Schloß mit seinen Kunstschätzen nach dem TodeA.s in den Besitz des Instituts übergeben solle.
Nachdem Aumale 1888 den Grafen von Paris wegen seiner Unterstützung Boulangers heftig getadelt und den Anschluß
der Royalisten an die Republik in Aussicht gestellt hatte, wurde ihm Anfang März 1889 die Rückkehr nach Frankreich gestattet.
Aus seiner geschlossenen Ehe mit einer Tochter des Prinzen Leopold von Salerno, Marie Karoline Auguste de Bourbon
(geb. gest. gingen zwei
Söhne hervor: der Prinz von Condé, geb. 1845 zu Paris, gest. 1866 auf einer Reise zu Sydney,
[* 23] und der Herzog von Guise, geb. 1854 zu
Twickenham, gest. 1872 in Paris.