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Vor fünf Tagen veröffentlichte die britische Band Coldplay auf YouTube das Video zum Song «Hymn For The Weekend». Es ist dies nach «Adventure of a Lifetime» die zweite Single-Auskopplung des Albums «A Head Full Of Dreams». Nach nicht einmal einer Woche haben sich bereits über 20 Millionen Menschen das Video angeschaut, das war angesichts der immensen Popularität des Pop-Ensembles auch zu erwarten.
Womit die Truppe um Frontsänger Chris Martin wohl weniger gerechnet hat, ist die massive Kritik, welche der Clip hervorgerufen hat. Das Video, welches in Indien gedreht wurde, bediene sich Klischees, welche gar nicht zutreffen würden, so der Tenor der Internet-Community. «Warum versteht es der weiße Mann nicht? Indien 2016 sind nicht nur Schlangenbeschwörer, Saris und Bollywood», so ein Twitter-User.
«Kulturelle Aneignung», lautet der Vorwurf. Eine privilegierte Gruppe greift Symbole einer anderen Kultur auf, und stellt sich selber über diese. Im Videoclip wird Mumbai als eine ärmliche Stadt dargestellt, während die Bandmitglieder im Farbenmeer baden. Mittendrin: Beyoncé Knowles im bezaubernden Sari. Angeblich soll alleine ihre Krone 15'000 Dollar gekostet haben.
Die Kritik im Netz orientiert sich am Gedankengut des Schriftstellers Edward Saids, der in seinem Jahrhundertwerk «Orientalism», das Überlegenheitsgefühl der westlichen Welt anprangert.
(cma)