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| Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe

LXXXVIII. (Mauriner-Ausgabe Nr. 336)
2.
Wie aber jener Firmus allenthalben standhaft durchgehalten hat, das weiß ich wohl. Daher auch seine Beredsamkeit. Er hat viel Lob geerntet; ich weiß aber [S. 331] nicht, ob er je ein solches bekommen, wie ich es jetzt aus Deinem Schreiben entnommen habe. Denn da D u von ihm sagst, niemand hätte ihn an Ruhm übertroffen, wie hoch muß man ihm das anrechnen!
Du scheinst mir aber diese1 abgeschickt zu haben, ehe Du Firminus sahest; sonst würde doch das Schreiben auch von ihm etwas enthalten. Was treibt jetzt Firmin, oder was hat er denn vor? Hat er noch Lust zu heiraten? Oder ist er längst davon abgekommen? Macht ihm das Rathaus zu schaffen, und muß er auf alle Fälle bleiben? Oder ist noch Hoffnung vorhanden, daß er wieder unser Studiengenosse wird? Er soll uns eine Antwort geben und hoffentlich eine gute! Wenn ihm aber das zu viel ist, so wird er doch die Mühe nicht scheuen, uns wenigstens bei den Toren zu sehen. Wenn jetzt Firmin gerade in Athen wäre, was würden dann Eure Ratsherren machen? Würden sie wohl die Salaminia2 zu ihm schicken? Du siehst, wie ich von Deinen Mitbürgern nur gekränkt werde. Gleichwohl werde ich nicht aufhören, die Kappadozier zu lieben und zu loben. Nur wünschte ich, sie möchten rücksichtsvoller gegen mich sein; bleiben sie aber die gleichen, so will ich es eben ertragen. Firmin hat sich vier Monate bei uns aufgehalten, aber keinen Tag sich gelangweilt. Wieviel er gewonnen hat, wirst Du selber sehen und Dich wohl nicht darob beklagen. Daß er aber wieder hierher kommen kann, an wen muß man sich da wenden? Denn wenn die Ratsherren Vernunft haben - und das sollte man doch bei gebildeten Männern annehmen dürfen -, dann werden sie meinen letztern Wunsch respektieren, nachdem sie mich zuvor gekränkt haben.
1: nämlich die Überbringer des Briefes.
2: Name eines berühmten athenischen Staatsschiffes