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Das Buch befasst sich hauptsächlich mit dem Berner Regiment von Erlach, das unter Louis 14 diente.
Die schweizerischen Aristokraten vermieteten ihre Untertanen, das ist der Kern der Militärunternehmertums. Wie das genau funktionierte, das las ich in zwei Büchern nach. Eine Wirtschaft mit peniblem Ende.
Es fehlte an Rekruten. Die nämlich waren der Triebstoff, der die Maschinerie der Solddienste in Gang hielt. So um 1700 brauchte jede Kompanie 20 bis 25 neue Rekruten im Jahr, damit der Mindestbestand von 180 Mann erreicht wurde. Der war entscheidend für das Einkommen des Hauptmanns, denn bei Sollbestand wurde ihm eine besondere Prämie ausbezahlt. Man muss sich bewusst sein, dass die Kompanie – nicht das Regiment – die entscheidende Rechnungs- und Verwaltungseinheit war. Der Hauptmann war ein Militärunternehmer. Er stellte die Mannschaft, bestimmte die Offiziere und Unteroffiziere, kaufte die Waffen und die Ausrüstung erhielt dafür vom König, sei es der französische, spanische, englische oder der von Neapel-Sizilien, einen festen Betrag. Er sorgte dafür, dass seine Ausgaben geringer waren als der königliche Beitrag. Die Rendite lag so bei 10 Prozent. Sein Risiko war gross, denn die Soldaten, die fielen, an Krankheiten starben oder desertierten, fehlten bei der Musterung und das Soll wurde nicht erreicht. Zwei Möglichkeiten gab’s, die Prämie doch zu erhalten: Der eine Hauptmann lieh dem andern die notwendigen Soldaten kurz aus oder man suchte für die Schweizerregimenter Elsässser, Italiener, Böhmen, Süddeutsche die man als Schweizer dazuzählte. Die Klagen über die fehlenden Rekruten ist das Grundrauschen doch die Werbung ist teuer und verlangt den Einsatz der aristokratischen Sippe in der Heimat.
Wer als Rekrut die Kapitulation unterschrieb, kriegte ein Handgeld, das ihm den Marsch in die Garnison ermöglichen sollte. Dort fing er als Schuldenmacher an. Denn seiner Ausrüstung und Bewaffnung setzte der Hauptmann ihm auf die Rechnung. Der Soldat hatte so lange zu dienen, bis seine Anfangsschulden durch den Sold ausgeglichen waren, erst dann war ein ehrlicher Abschied möglich. Wäre er mittellos stattdessen nach Amerika ausgewandert, so wär’s ihm ähnlich gegang...
Treue und Ehre oder Geld und Blut
Die schweizerischen Aristokraten vermieteten ihre Untertanen, das ist der Kern der Militärunternehmertums. Wie das genau funktionierte, das las ich in zwei Büchern nach. Eine Wirtschaft mit peniblem Ende.