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Nordkorea hat am Sonntag nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet. Der Test sei ein «absoluter Erfolg» gewesen, meldete das nordkoreanische Staatsfernsehen.
Mit dieser Bombe könne das Land auch eine Langstreckenrakete bestücken, hiess es in dem Bericht. Wasserstoffbomben sind potenziell besonders verheerende Nuklearwaffen, mit denen sich weit stärkere Explosionen erzeugen lassen als mit herkömmlichen Atombomben.
Nach südkoreanischen Angaben entfaltete der Test eine besonders grosse Sprengkraft: Die Explosion vom Sonntag sei fünf bis sechs Mal stärker gewesen als beim vorangegangenen Atomwaffentest im September 2016, sagte der Direktor der für Erdbebenmessungen zuständigen Meteorologischen Behörde, Lee Mi Sun. Damit handle es sich um den stärksten bislang gemessenen Test.
Damit korrigierte Lee erste Angaben seiner Behörde, die von der Nachrichtenagentur Yonhap zitiert worden waren, nach unten. Die ersten Berechnungen hatten noch von einer Explosion gesprochen, deren Sprengkraft 9.8 Mal stärker gewesen sei als beim letzten Atomwaffentest vor einem Jahr. Der fünfte Atomwaffentest im September 2016 war bereits der stärkste bis dahin gemessene.
Heftige Stosswellen gemessen
Der neue Test wurde nach Angaben des südkoreanischen Militärs in der Provinz Nord-Hamgyong im Nordosten Nordkoreas durchgeführt, wo das Land bereits die früheren Nuklearversuche unternommen hatte. Die für Erdbebenmessungen zuständigen Behörden mehrerer Länder hatten zuvor Stosswellen der Stärke 6.3 gemessen. Diese Erschütterungen seien künstlich herbeigeführt worden, meldete das südkoreanische Militär.
Die japanische Regierung legte nach Angaben von Aussenminister Taro Kono scharfen Protest bei der nordkoreanischen Botschaft in Peking ein. Der Führung Nordkoreas sei übermittelt worden, dass jeglicher Atomwaffentest «extrem unverzeihlich» sei. Bereits vor der Bestätigung hatte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe erklärt, ein neuerlicher Atomwaffentest Nordkoreas wäre «absolut inakzeptabel».
Nordkorea hatte seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Im Januar 2016 hatte Pjöngjang erklärt, erstmals eine Wasserstoffbombe erfolgreich getestet zu haben. Damals bezweifelten Experten, dass es sich bei dem Atomtest tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte.
Provokation Richtung USA
Bereits wenige Stunden vor der Explosion am Sonntag erklärte Nordkorea, eine Wasserstoffbombe entwickelt zu haben, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden könnten. Machthaber Kim Jong Un habe im Institut für Atomwaffen eine solche Bombe inspiziert, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.
Es handle sich um eine «thermonukleare Waffe mit einer ausserordentlichen Explosionskraft, geschaffen durch unsere eigenen Anstrengungen und eigene Technologie», zitierte die Agentur den Machthaber. Alle Komponenten der Wasserstoffbombe seien «zu 100 Prozent im eigenen Land hergestellt».
Der neue Test ist eine massive Provokation Kim Jong Uns in den stark gewachsenen Spannungen mit den USA und den Ländern in der Region. US-Präsident Donald Trump hat «militärische Optionen» nicht ausgeschlossen, um Nordkorea daran zu hindern, sein Atom- und Raketenprogramm weiter zu entwickeln. Auch hatte der US-Präsident mit «Feuer und Wut» gedroht, was Sorgen vor einem verheerenden bewaffneten Konflikt anfachte. (sda/afp/dpa)
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