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Ohne die Einigung in dem seit Jahrzehnten heftigsten Grenzstreit zwischen China und Indien um das Doklam-Plateau im Himalaya wäre die Teilnahme von Indiens Ministerpräsident Narendra Modi fraglich gewesen. "Wenn Modi nicht gekommen wäre, hätten sich die Beziehungen noch weiter verschlechtert", sagte Professor Cheng Xiaohe von der Volksuniversität in Peking. "Für den Erfolg des Gipfels sind sowohl China als auch Indien bereit gewesen, Kompromisse zu machen." Beide vereinbarten diese Woche einen Rückzug ihrer Truppen.
Bei den bilateralen Treffen am Rande des Gipfels will Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping nicht nur mit Modi, sondern auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammenkommen. Es wurde erwartet, dass beide Nordkorea zur Zurückhaltung auffordern dürften. China und Russland werben auch für ihren Vorschlag, dass die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen und Nordkorea im Gegenzug sein Atom- und Raketenprogramm einstellt, um neue Verhandlungen aufzunehmen.
Das erste Brics-Treffen in China mit Xi Jinping als Gastgeber beginnt am Sonntag mit einem Wirtschaftsforum, auf dem der chinesische Präsident eine Rede halten wird. Am Montag ist der Haupttag der Beratungen. Der Gipfel endet am Dienstag nach einem Treffen mit den ebenfalls eingeladenen Führern Ägyptens, Mexikos, Thailands, Tadschikistans und Guineas im Rahmen des "Brics-Plus"-Prozesses.
Die Gruppe wurde 2009 noch ohne Südafrika gegründet, das 2010 dazu eingeladen wurde. Die aufstrebenden Wirtschaftsnationen wollen ein Gegengewicht in der von den USA bestimmten alten Weltordnung schaffen. Doch gibt es sehr unterschiedliche Interessen und auch Rivalitäten zwischen den Mitgliedern, wie der Grenzstreit zwischen China und Indien deutlich machte. Als zweitgrösste Wirtschaftsnation der Welt ist China wirtschaftlich der mächtigste Brics-Staat./lw/DP/edh
(AWP)