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Die Schönheit des nackten Körpers ist seit jeher faszinierend. Man denke nur an das Kunstwerk der berühmten Venus von Willendorf, die wahrscheinlich vor etwa 30 000 Jahren von einem unbekannten Künstler geschaffen wurde. Aber auch in der Fotografie, das älteste der neuen Medien, tritt die Nacktheit regelmässig auf. Besonders der nackte Körper der Frau ist seit den Pioniertagen 1839 ein beliebtes Motiv. Die Kombination von Exhibitionismus und Voyeurismus - mit teils realistischen, teils offensichtlich inszenierten Arbeiten - fasziniert den Betrachtenden genauso wie den Erschaffenden. Die drei Fotografen der Akt-Ausstellung in Berlin gehören zu den sensibelsten, experimentellsten und formendsten Aktfotografen des 20. Jahrhunderts.
Eine ähnliche visuelle Atmosphäre herrscht in den Werken von David Lynch (1946). Obwohl dieser vor allem als Filmregisseur bekannt ist, verschwindet der US-Amerikaner auch regelmässig hinter der Kamera, um Bilder zu schiessen. In seinen abstrakten Arbeiten stehen Details im Zentrum. Erst bei genauerer Betrachtung können diese mit einem Körper in Verbindung gebracht werden. Lynch wählt unerwartete Perspektiven und präsentiert seine Arbeiten im Grossformat, was bedeutet, dass die meisten seiner Werke grösser dargestellt werden, als sie im wirklichen Leben sind. Wie in seinen Filmen ist seine Fotografie oft surreal und durchzogen von gelegentlichen sexuellen Anspielungen.
Manchmal subtil, manchmal explizit, aber immer gleichermassen rätselhaft: Durch die extremen Nahaufnahmen gelingt es dem Regisseur, ein Gefühl und eine Illusion der Intimität zu vermitteln. Sie wecken ein Gefühl von fast greifbarer Körperlichkeit, auch wenn nur ein nackter Oberschenkel oder Arm sichtbar ist. So fremd und bekannt zugleich. Der dritte Fotograf, dessen Arbeit gezeigt wird, ist Helmut Newton (1920-2004). Nach Ansicht vieler ist er der König der erotischen Fotografie. In den 1970er-Jahren begann er, Aktfotos zu schiessen, die in seinen Modestrecken und freien Arbeiten veröffentlicht wurden.