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Wie entwickelt man Persönlichkeit?
Ich sitze so im Tram, meine Damen und Herren, und fahre gemütlich die Zürcher Bahnhofstrasse runter, und da fällt mein Blick auf diese Reklame. Siehe Bild.
Womöglich bin ich zu doof, aber ich sehe da irgendwie die Entwicklung nicht. Ist jetzt der rechte Fuss die Entwicklung des linken oder umgekehrt? Oder besteht die Entwicklung darinnen, dass man zwei verschiedene Schuhe trägt, und beide auf möglichst schreckliche Art?
Und dann hätte ich noch ein paar weitere Fragen. Erstens: «Wie schaffen das nur die Kardashians?» Das frug ich Richie, den besten Ehemann von allen, als wir letzte Woche unsere neuen iPhones einrichteten, was, wie immer, aufwendiger war als gedacht.
«Die Kardashians lassen das von anderen Leuten machen», erwiderte Richie.
«Aber ich doch auch!», entgegnete ich.
Und die zweite Frage stellte ich abends, vor dem Fernseher, nämlich: Wieso wird zur bildlichen Illustration des Themas «Depression» mit Vorliebe eine Person (variablen Alters und Geschlechts) gezeigt, die ihr Gesicht in den Händen birgt? Als wäre das ein kulturübergreifendes körpersprachliches Synonym für «Depression»?
«Wieso werden da nie Leute gezeigt, die in einer verkramten Wohnung apathisch vor dem Fernseher liegen und nährstoffarme Kalorienbomben aus Polyethylenverpackungen in sich reinstopfen?», fragte ich den besten Ehemann von allen.
«Was», erwiderte Richie, «so wie wir?»