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Chuck Schumer weiss, dass er im Ruf steht, von Fernsehkameras und Mikrofonen geradezu magisch angezogen zu werden: Man dürfe sich in Washington nie zwischen ihn und eine Fernsehkamera stellen, sonst könne es gefährlich werden, sagte er vor zwei Jahren. Da sei wohl etwas dran, so Chuck Schumer selbstironisch.
In der Tat liess er während seiner langen politischen Karriere selten eine Gelegenheit aus, die Öffentlichkeit von seinen politischen Taten zu unterrichten und sich dabei selbst zu loben.
Die Liste von Gesetzen und Vorstössen, die der 70-Jährige in seiner langen politischen Karriere initiiert oder mitunterstützt hat, ist schier endlos. Ganz grosse Würfe sind jedoch keine darunter.
Nach dem Rechtsstudium mit 24 in die Politik
Der Politiker gilt als rastlos, aber auch als hart arbeitender, effizienter Macher: Chuck Schumers Tag habe 26 und nicht 24 Stunden, meinte ein früherer Wahlkampagnenleiter Schumers jüngst in einem Interview.
Angefangen hat die politische Karriere von Charles Ellis «Chuck» Schumer aus Brooklyn unmittelbar nach seinem Rechtsstudium: Als erst 24-Jähriger wurde er ins Abgeordnetenhaus des Bundesstaats New York gewählt. Sechs Jahre später sass er bereits im US-Repräsentantenhaus, und 1998 gelang ihm die Wahl in den Senat.
Dort übernahm er vor vier Jahren der Fraktionsvorsitz der Demokraten und stritt sich in dieser Funktion auch öffentlich mit Präsident Trump. So warf Chuck Schumer dem damaligen Präsidenten unter anderem vor, er drohe andauernd mit der Stilllegung der Bundesverwaltung, wenn er seinen Willen nicht bekomme.
Abreibungskampf gegen Mitch McConnell
Als Anführer der damaligen Minderheit im Senat kritisierte er immer wieder lautstark den republikanischen Mehrheitsführer Mitch McConnell. Unter anderem, weil dieser fast sämtliche Gesetzesvorschläge des demokratisch dominierten Repräsentantenhauses beerdigte, indem er sie schubladisierte, statt sie im Senat zur Debatte zu stellen.
Doch trotz all der markigen Worte blieb Schumer meist machtlos gegenüber dem gewieften Taktiker McConnell. Dieser spielte in den letzten vier Jahren stets die Rolle des bedingungslosen Erfüllungsgehilfen Präsident Trumps.
Corona-Hilfspaket als erste Bewährungsprobe
Nun tauschen die beiden Widersacher ihre Rollen: Neu kann Chuck Schumer bestimmen, worüber im Senat debattiert und abgestimmt wird. Bei seiner ersten Rede als Mehrheitsführer verschlug es dem sonst wortgewaltigen Schumer zunächst die Sprache: Er müsse Luft holen, es passiere so viel, stellte er gegenüber dem neuen Präsidenten Joe Biden fest.
Eine erste Bewährungsprobe für Chuck Schumer folgt schon bald: Dann nämlich, wenn er eine Mehrheit für das neue Corona-Hilfspaket von Präsident Biden finden muss. Denn dafür braucht es Verhandlungsgeschick und nicht nur markige Worte.