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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
XI. Kapitel
91.
1. Die Wissenschaften sind also Gehilfinnen der Philosophie, und die Philosophie selbst hilft mit bei der Erfassung der Wahrheit. So war das Gewand zuerst Schafwolle, dann wurde die Wolle gekrempelt und wurde zum Faden für den Einschlag und die Kette und wurde dann zum Tuch gewebt.
2. In ähnlicher Weise muß also die Seele vorbereitet und auf mannigfache Weise bearbeitet werden, wenn sie zur Vollkommenheit geführt werden soll; denn ein Teil der Wahrheit besteht im Erkennen, ein anderer im Tun; ihre Quelle ist die Versenkung in das Schauen; sie hat aber viele Schulung und Übung und Erfahrung nötig.
3. Aber auch das Schauen ist zweierlei Art; es richtet sich teils auf die anderen, teils auf den Beschauer selbst. Deshalb muß auch die Unterweisung so beschaffen sein, daß sie beiden Zielen angepaßt ist.
4. Wenn man nun das vollkommen erlernt hat, was unbedingt zur Erkenntnis hinführt, so kann man in Zukunft ungestört in Ruhe [S. 300] verharren, indem man seine Taten nach dem geistigen Schauen richtet.
5. Wenn aber in der Absicht, die Nächsten zu fördern, die einen sich daran machen zu schreiben und die anderen sich anschicken, die Lehre mündlich weiterzugeben, so ist sowohl die sonstige Bildung nützlich als auch das Lesen der von dem Herrn erzählenden Schriften notwendig, um das Gesagte zu beweisen, und zwar vor allem, wenn die Hörer von der griechischen Bildung herkommen.