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Die Imperatriz spricht von Pará, zeigt der “Círio de Nazaré“ und rührt Fafá de Belém
Der Bundesstaat Pará war diesmal das Thema der “Imperatriz Leopoldinense“ in ihrer Parade in der Nacht zum Dienstag (12), auf der Marquês de Sapucaí. Die Schule präsentierte diverse Persönlichkeiten des Bundesstaates, unter ihnen auch Fafá de Belem, Gaby Amarantos und Dira Paes. Die Parade, die um 04:31 Uhr endete – nach 1 Stunde und 19 Minuten – erinnerte auch an die Pilger des religiösen Festes “Círio de Nazaré“ im letzten Teil der Parade.
Die Sängerin Fafá de Belém war eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Präsentation – sie erschien zweimal auf der Avenida. Zuerst war sie die paraensische Heldin in der Front-Kommission, wo sie die Fahne ihres Bundesstaates Pará hielt. Danach schloss sie die Parade ab in einer Ala, die die Pilger des “Círio de Nazaré“ darstellte. Die Schule präsentierte ausserdem die Schauspielerinnen Dira Paes und Rosamaria Murtinho, die Sängerinnen Gaby Amarantos und Leila Pinheiro, sowie die Sänger Elymar Santos und Beto Barbosa – allesamt aus dem Bundesstaat Pará.
Die Schule präsentierte sich im Sambadromo mit 3.200 Mitwirkenden in 31 Alas, sieben allegorische Wagen und einem Stativ. Der Karnevalist Cahê Rodrigues, an der Seite der Szenographen Mário Monteiro und Kaká Monteiro, war verantwortlich für die Parade der “Imperatriz“ unter dem Thema: Pará, O Muiraquitã do Brasil – Sob a nudez forte da verdade, um manto diáfano da fantasia (Pará, das Amulet von Brasilien – über der nackten Wahrheit eine transparente Hülle der Phantasie).
Nach Cahê bereicherten die kunsthandwerklichen Details in den Allegorien die Präsentation. “Wir haben einen Wagen mit Keramik-Vasen aus Marajó – eine wie die andere handbemalt. Das war einer der aufwendigsten Wagen“, sagte er vor der Parade.
Gegründet 1959, war die “Imperatriz Leopoldinense“ schon achtmal Champion der Spitzengruppe beim Karneval von Rio. Im Karneval 2012 belegte sie den zehnten Platz.
Die Perkussions-Gruppe wurde angetrieben von Márcio de Souza Cesário, der Mestre Noca, an ihrer Spitze marschierte die Königin Cris Vianna. Die Rhythmiker waren bekleidet mit an der Keramik Parás inspirierten Kostümen, zu Ehren der zahlreichen Volkskünstler, die einen Batzen Lehm in Kunst verwandeln – in einer harmonischen Relation zwischen Mensch und Natur.
Der Themen-Samba wurde interpretiert von Dominguinhos do Estácio, einem der Autoren jenes Songs, der 1980 der “Imperatriz“ ihren ersten Titel einbrachte, und Wander Pires, der 1996 die Goldene Standarte mit dem Titelsamba der “Mocidade“ überreicht bekam.
Die Front-Kommission, unter Mitwirkung von Fafá de Belém, wurde geschaffen von Alex Neoral. In ihr kündigen indigene Vorfahren aus Pará die Parade der grün-weissen Schule an. Die eigentlichen Herren des Landes präsentierten sich mit einem Kopfschmuck aus Blüten und dem “Muraquitã“, einem Glücksbringer für die Indios.
Das erste Paar “Mestre-sala e Porta-bandeira“ wurde dargestellt von Phelipe Lemos, 23 Jahre alt, und Rafaela Theodoro, 20 Jahre, die nun schon zum dritten Mal hintereinander die Schule repräsentieren. Als sie vor drei Jahren zum ersten Mal auftraten, waren sie das jüngste Paar, das je als “Mestre-sala e Porta-bandeira“ über die Avenida getanzt war.
Der Wagen “Abre-alas“ promovierte die Krone, das Symbol der “Imperatriz“, die sich drehte und wie ein Schmuckstück inmitten des Regenwaldes leuchtete und blitzte. Die Schule präsentierte Indianer-Stämme, die dazu beigetragen hatten, die Geschichte des Bundesstaates zu formen und hob die Verbindung dieser indigenen Völker mit den Elementen der Natur hervor.
Ausserdem behandelten sie das Erscheinen des Weissen Mannes im Gebiet der Indios mit dem Wagen “O caraíba encontra o místico solo sagrado“ (Der Caraíba findet den heiligen Boden), in dem die Schauspielerin Dira Paes die legendäre Iara, die Mutter des Wassers, verkörperte, um die “Invasion des Weissen Mannes, durch ihre Furcht vor den Legenden“ aufzuhalten – so der Karnevalist Cahê Rodrigues.
Die Parade bewegte sich weiter mit der Botschaft, die der Gold- und der Gummi-Boom dem Bundesstaat Pará hinterliessen – mit einer Replica des Teatro da Paz (in Belém). Ein spezieller Lichteffekt im Innern des allegorischen Wagens enthüllte im Theater einen internen Wald. In Folge präsentierte ein allegorischer Wagen den berühmten Markt “Ver-o-Peso“ in Belém – mit vielen Farben und Naturprodukten. Dieser Wagen hatte ein kleines Problem, als ein Stück der Dekoration Feuer fing – er wurde von Feuerwehrleuten begleitet.
Die Rhythmen und Tänze von Pará wurden im Wagen “Pará Techno-Show“ präsentiert. Die “Imperatriz“ demonstrierte, wie die Musik aus Pará ganz Brasilien vereinnahmt hat, mit einer besonderen Akzentuierung der Sängerin Gaby Amarantos. Auch der von Gaby verbreitete neue Tanz, genannt “Treme“ (Zitterer), wurde bei dieser Gelegenheit vorgestellt – ausserdem das Paar Beto Barbosa und Pinduca, bekannt als Könige des “Carimbó“ (Volkstanz aus Pará).
Die Schule beendete die Parade mit einem Pilgerzug der Gläubigen, die hinter dem letzte Wagen hermarschierten, zu Ehren des grössten religiösen Festes in Brasilien, dem “Cirio de Nazaré“. Die Sängerin Fafá de Belém weinte vor Emotion.