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Microsoft verschickt Briefe an US-Konzerne mit Namen und Telefonnummern von Mitgliedern der US-Regierung. Das Weisse Haus soll Microsoft im EU-Kartellrechtsstreit unterstützen.
Die 'Financial Times' hat eine Kopie eines Briefes von Microsoft erhalten, der an mehrere US-amerikanische Konzerne verschickt wurde. In dem Brief fordert der Softwareriese die Unternehmen (darunter mindestens ein Pharma-Konzern) auf, sich im Kartellrechtsstreit von Microsoft mit der EU auf die Seite von Microsoft zu stellen. Um Microsoft (und demzufolge auch die US-Wirtschaft) zu unterstützten, sollen sich die Empfänger des Briefes direkt an das Weisse Haus in Washington wenden.
Hierfür stehen im Brief die Namen und Telefonnummern eines Mitglieds des US-Justizministeriums und eines Sonderberaters des Weissen Hauses. Gemäss der 'Financial Times' hat Microsoft in besagtem Brief auch gleich vorgegeben, welcher Wortlaut benutzt werden soll: "Soviel ich weiss, hat Microsoft die US-Regierung gebeten, direkt in den Kartellrechtsstreit einzugreifen, und ich wollte, dass Sie wissen, dass unser Unternehmen dieses Ersuchen unterstützt."
Gemäss 'FT' stimmt es auch, dass sich Microsoft-Lobbyisten mit Mitgliedern der Bush-Regierung getroffen haben, um diese Angelegenheit zu diskutieren. Ein Microsoft-Sprecher sagte gegenüber dem Blatt, es sei "sinnvoll", dass die US-Regierung Stellung zu diesen Fragen nehmen würde, da sich die EU in den vergangenen Jahren in mehreren Kartellfragen, die US-amerikanische Unternehmen betreffen, eingeschaltet habe.
Im März 2004 wurde Microsoft von der EU-Kommission zur Zahlung von 497 Millionen Euro aufgefordert. Microsoft hat das Urteil vor dem europäischen Gerichtshof angefochten. Ein Entscheid der Angelegenheit wird frühestens 2006 erwartet. (mim)