Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/1700

Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland in der Schweiz im Jahr 2005
Im Jahr 2005 wurden für den Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland etwas weniger Bewilligungen erteilt als im Vorjahr. Die Zahl der tatsächlich erfolgten Erwerbe durch Ausländer liegt jedoch etwas über derjenigen des Vorjahres, weshalb die bewilligte Fläche entsprechend höher ist. Im Grundbuch wurden 1653 Handänderungen eingetragen. Nach Abzug der von Schweizern zurückgekauften und unter Ausländern übertragenen Grundstücke ergibt sich ein Nettozuwachs von 891 Ferienwohnungen. Eine vergleichbare Entwicklung scheint sich für das Jahr 2006 abzuzeichnen.
Kontingente
Seit 2002 muss der Bundesrat nicht mehr alle zwei Jahre bei der Festsetzung der jährlichen kantonalen Bewilligungskontingente die gesamtschweizerische Zahl dieser Kontingente herabsetzen, sondern kann sie im Rahmen einer obersten Grenze von 1500 Einheiten unter Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen und staatspolitischen Interessen des Landes nach seinem Ermessen bestimmen. Er hat sie auf 1400 Einheiten festgelegt. Mit den genannten Lockerungen und der im Jahre 1996 eingeführten sog. Pool-Lösung konnte der konstante Kontingentsmangel in den Kantonen Tessin, Waadt und Wallis wesentlich gemildert werden. Wie bis anhin kann ein Kanton die im laufenden Jahr nicht gebrauchten Kontingentseinheiten auf das darauf folgende Jahr übertragen. Ende Oktober des zweiten Jahres fallen diese an den Bund zurück und können auf Gesuch einem Kanton zugeteilt werden, wenn dieser sein Kontingent des laufenden Jahres bereits aufgebraucht hat. Es darf ihm aber höchstens die Hälfte seines ordentlichen Kontingents zusätzlich zugesprochen werden. Zusätzliche Einheiten aus dem Kontingent 2005 beanspruchten die Kantone Tessin, St. Gallen, Wallis und Waadt. Vom gesamtschweizerischen Kontingent von 1400 Einheiten wurden alle 1400 bewilligt (2004: 1362). Die Ausschöpfung der Kontingente stimmt in einem bestimmten Jahr mit den erteilten Bewilligungen nicht unbedingt überein. Die Zahl der erteilten Bewilligungen kann insgesamt oder auch nur in einzelnen Kantonen etwas höher als das Jahreskontingent liegen, dies aus zwei Gründen: – Erstens sind die Kontingentseinheiten, die in einem Jahr nicht gebraucht werden, auf das folgende Jahr übertragbar; – zweitens können in früheren Jahren erteilte Grundsatzbewilligungen (Zusicherungen von Bewilligungen an Verkäufer) auch später noch über einen bestimmten Zeitraum ausgeschöpft werden. Zur Entwicklung der Kontingentsausschöpfung siehe Grafik 1, welcher auch entnommen werden kann, dass im langjährigen Durchschnitt die Kontingente nur etwa zu 70% ausgeschöpft wurden.
Bewilligungen
Im Jahr 2005 wurden in der Schweiz 1845 Bewilligungen für den Erwerb von Ferienwohnungen erteilt (im Vorjahr 1874). Der Grossteil der Bewilligungen wurde in den Kantonen Wallis (759), Waadt (339), Graubünden (295), Tessin (204) und Bern (161) erteilt (vgl. Grafik 2).
Handänderungen
Die Handänderungsstatistik gibt – im Unterschied zur Bewilligungsstatistik – Aufschluss über die tatsächlich ausgeübten Erwerbsgeschäfte. Im langjährigen Durchschnitt führen etwa 85% aller Bewilligungen zu einem Grundbucheintrag. Die Differenz zwischen der Handänderungs- und der Bewilligungsstatistik ergibt sich, weil zwischen der Erteilung einer Bewilligung und dem Eintrag im Grundbuch in der Regel mehrere Monate verstreichen und die Statistik auf die Handänderungen des erhobenen Jahres abstellen muss. Weiter kann es vorkommen, dass die Ausländer auf den Erwerb verzichten. Im Jahr 2005 war die Zahl der Handänderungen für Ferienwohnungen mit 1653 höher als im Vorjahr (1397). Am meisten Eintragungen in das Grundbuch wurden in den klassischen Fremdenverkehrskantonen verzeichnet: Wallis 743, Graubünden 404, Tessin 182, Waadt 150 und Bern 110 (vgl. Grafik 2). Die Aufteilung der Handänderungen nach der Nationalität der Erwerberinnen und Erwerber hat sich kaum geändert (vgl. Grafik 3).
Nettozuwachs
Um den Nettozuwachs von ausländischem Ferienwohnungseigentum in der Schweiz zu berechnen, sind vom Total der Handänderungen einerseits die Rückerwerbe durch Schweizerinnen und Schweizer und zusätzlich die Veräusserungen von Ausländern an Ausländer in Abzug zu bringen. Für das Jahr 2005 ergibt sich – nach Abzug von 416 Übertragungen zwischen Ausländern und 346 Rückübertragungen an Schweizerinnen und Schweizer – ein Nettozuwachs von 891 Ferienwohnungen. Flächenmässig macht dies rund 15 (Vorjahr 27) Hektaren aus. Detaillierte Angaben mit der Verteilung auf die Kantone können der Tabelle 1 entnommen werden.
Grafik 1 «Entwicklung der Kontingentsausschöpfung, 1985-2005»
Grafik 2 «Handänderungen nach Nationalität der Erwerber, 2005 (Total Handänderungen: 1653)»
Grafik 3 «Bewilligungen und Handänderungen von Ferienwohnungen, 2005 (CH Total Bewilligungen: 1845; Handänderungen: 1653)»
Tabelle 1 «Nettozuwachs an ausländischem Grundeigentum, 2005»
Kasten 1: Statistik über den Erwerb von Ferienwohnungen
Ferienwohnungen können nur in Kantonen erworben werden, welche dazu eine entsprechende Rechtsgrundlage eingeführt haben. Zurzeit sind das 16 Kantone, wobei nur in etwa der Hälfte davon auch tatsächlich eine Nachfrage besteht. Erhoben werden folgende Daten: die Anzahl der erteilten Bewilligungen, die tatsächlich ausgeführten Handänderungen, die Fläche der Grundstücke, die Staatsangehörigkeit der Erwerberinnen und Erwerber sowie die Anzahl der Veräusserungsgeschäfte zwischen Ausländern und der Rückerwerbe durch Schweizer. Dadurch lässt sich der jährliche Nettozuwachs gesamtschweizerisch und aufgeteilt auf die Kantone ausweisen. Zusätzlich ausgewiesen wird die Ausschöpfung der Kontingente.
Zitiervorschlag: Zinniker, Gertrud (2006). Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im Ausland in der Schweiz im Jahr 2005. Die Volkswirtschaft, 01. Dezember.