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Der Langstrecken-Klassiker an der Sarthe schien entschieden, als Kazuki Nakajima im Toyota plötzlich in langsamer Fahrt verzweifelt an die Box funkte. Neel Jani machte innert zwei Minuten die gute Minute Rückstand wett und überholte drei Minuten vor Rennende den bei der Ziellinie stehen gebliebenen Toyota TS050.
Toyota war Porsche etwas überraschend während des ganzen Rennens leicht überlegen gewesen. Nicht zuletzt, weil die Japaner pro Stint eine Runde länger auf der Strecke bleiben konnten und damit weniger Zeit an der Box verbringen mussten. Allerdings lag lange Zeit Buemis Schwesternauto um den ehemaligen japanischen Sauber-Fahrer Kamui Kobayashi in Front. Buemi hingegen hatte wie Jani zu Beginn des Rennens kleine Schwierigkeiten und geriet am Samstagnachmittag leicht ins Hintertreffen.
Am Sonntagmorgen kurz nach 08.00 Uhr übernahm Buemi erstmals die Spitze. Das Toyota-Trio wurde zwar stets hart von Porsche mit Jani, dem Deutschen Marc Lieb und dem Franzosen Romain Dumas bedrängt, konnte die knappe Führung aber souverän verwalten. In den letzten drei Rennstunden versuchte Jani lange erfolglos, Nakajima unter Druck zu setzen. Der Seeländer, der für Porsche die Pole-Position herausgefahren hatte, kam nie näher als auf 25 Sekunden heran. Zehn Minuten vor Schluss schien das Rennen endgültig zu Gunsten von Toyota entschieden zu sein, weil Jani wegen eines schleichenden Plattfusses einen zusätzlichen Stopp einlegen musste. Erst dann folgte die dramatische Wende mit Jani als zweitem Schweizer Sieger in Le Mans nach Marcel Fässler.
Für Jani war es der zweite Sieg im Rahmen der diesjährigen Langstrecken-WM nach jenem in Silverstone Mitte April. Der 32-Jährige baute damit mit seinen Teamkollegen Dumas und Lieb die WM-Führung weiter aus. In Le Mans wird jeweils die doppelte Anzahl Punkte vergeben.
Glücklos kämpften die übrigen Schweizer Fahrer in der höchsten Klasse (LMP1): Der Audi des dreifachen Le-Mans-Siegers Marcel Fässler musste gleich für mehrere Reparaturstopps in die Garage. Das Rennen war für das Trio mit Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer bereits in der zweiten Rennstunde gelaufen, als am Audi während 20 Minuten der Turbolader ausgewechselt werden musste.
(SDA)