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Ein Beziehungsdrama im Umfeld des Textildrucks im Glarnerland
Anfang Juni stellt Autorin Doris Walser in Glarus ihren neuen historischen Roman «Alma und Zina» vor.
Anfang Juni stellt Autorin Doris Walser in Glarus ihren neuen historischen Roman «Alma und Zina» vor.
Vor dem Hintergrund des Textildrucks im Glarnerland und Appenzell des frühen 20. Jahrhunderts spielt sich ein Beziehungsdrama ab. Zwei Frauen, Alma und Zina, scheitern am selben Mann.
Zina war die zweite Frau von Oswald. Man sagt, die erste sei geisteskrank gewesen. Ein Mädchen aus der Nachbarschaft lebt 1970 zeitweilig bei Zina und bringt diese dazu, zu erzählen, was sie von dieser ersten Frau namens Alma weiss. Nach und nach entfaltet sich so die Geschichte von Alma. Sie beginnt im Glarnerland am Ende des 19. Jahrhunderts, wird schliesslich zum Drama und verwebt sich mit der Geschichte von Zina. «Wird das Mädchen das Geschick aufbringen, die ganze Wahrheit über die geheimnisvolle erste Frau herauszufinden?», wird als Frage in einer Mitteilung aufgeworfen.
Vom Glarnerland nach Herisau
In der Mitteilung wird auch die Handlung im neuen Buch «Alma und Zina» von Doris Walser (siehe Box) weiter geschildert. Danach ist es eine wohlbehütete Kindheit, die Alma im Kanton Glarus verbringt. Dank ihren Grossvätern, die beide als Kattundrucker (Drucken auf Baumwollgewebe) tätig waren, erwirbt Alma früh Kenntnisse über den Textildruck und verbindet diesen auch in späteren Jahren mit den glücklichen Erinnerungen an ihre Kindheit.
Buchtipp
Doris Walser: «Alma und Zina – ein historischer Roman», Th. Gut Verlag, 216 Seiten, 29.90 Franken.
Als 1906 eine Heirat auf sich warten lässt, verbringt ihre Mutter zwei Wochen mit ihr im schicken Heinrichsbad in Herisau. Während dem anschliessenden Haushaltskurs lernt Alma den jungen, schüchternen Coiffeur Oswald kennen, heiratet ihn und bezieht mit ihm eine Wohnung im noblen Herisau. Nach der Heirat verändert sich das Verhalten von Oswald nach und nach. Bald hat Alma das Gefühl, seinen Erwartungen nicht gerecht zu werden, obwohl sie sich alle Mühe gibt. Zu den Geldsorgen kommen gescheiterte Freundschaften, junge Elternschaft und immer wieder der Versuch, die bedrückte Ehe zu retten. Immer enger wird es um Alma, bis es schliesslich zum Eklat kommt.
Toxische Beziehungsmuster
«Alma und Zina» ist laut Mitteilung die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Frauen, die am gleichen narzisstischen Mann scheitern. Almas Geschichte sei dabei zentral. Sie wird im historischen Umfeld in Schwanden, Herisau und Trogen von etwa 1887 bis 1915 erzählt. Das Buch eigne sich für die Auseinandersetzung mit toxischen Beziehungsmustern, heisst es weiter.
Die Buchvernissage findet am Samstag, 3. Juni, um 17 Uhr in der Buchhandlung Baeschlin in Glarus statt. Doris Walser liest aus ihrem Buch, erzählt von der Entstehung und ihrer Recherche zum Textildruck im Glarnerland. (red)
Anmeldung: Weil die Platzzahl zur Vernissage mit anschliessendem Apéro begrenzt ist, wird um eine Anmeldung gebeten; unter Telefon 055 640 11 25 oder per E-Mail an <email-pii>.
Die Autorin
Doris Walser ist 1956 im Kanton Appenzell geboren worden und aufgewachsen. Sie ist verheiratet und war bis 2018 Informatikerin. Sie lebt in Rapperswil-Jona. Von Doris Walser sind bereits die historischen Romane «Mein Vater ist Schifflisticker» (Appenzeller Verlag) und «Rosa, die Tochter des Plattstichwebers» (Bookmundo) erschienen. Die Romane drehen sich um Familien und das entbehrungsreiche Leben in der Ostschweizer Textilindustrie. Ihr neues Werk führt den Faden weiter zum Glarner und Appenzeller Textildruck und legt den Fokus auf den Existenzkampf zweier Frauen in einer schwierigen Ehe. (red)