Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03590.jsonl.gz/471

Der Wert von Michael Jacksons Nachlass sei von der Steuerbehörde massiv überbewertet worden, entscheidet der Richter Mark V. Holmes.
Die Marke „Michael Jackson“ und seine Vermögenswerte seien zum Zeitpunkt von Michael Jacksons Tod etwa 111 Millionen wert gewesen, wird im 271-seitigen Stellungnahme vom zuständigen Steuergericht erläutert.
Dieser Richterspruch kommt der Nachlassverwaltung entgegen. Der nun ermittelte Wert entspricht weniger als einem Viertel von dem, was die Steuerbehörde (IRS) ursprünglich berechnet hat.
Rückblick
Den Markenwert respektive „name and likeness“ von Michael Jacksons Nachlass zum Zeitpunkt seines Todes geben die Nachlassverwalter in ihrer Steuererklärung mit 2’105 Dollar an. Der „Internal Revenue Service“ (IRS) ist anderer Meinung und befindet, der Markenwert läge bei 434,3 Millionen Dollar.
Im Jahr 2013 wehrt sich die Nachlassverwaltung vor Gericht gegen den Entscheid. Hätten sie die Einschätzung vom IRS akzeptiert, so hätten sie über 500 Millionen Steuern nachbezahlen und zusätzlich 200 Millionen Strafe überweisen müssen.
Als der Prozess viele Jahre später verhandelt wird, haben beide Seiten ihre Summen korrigiert. Der IRS macht jetzt 161 Millionen Dollar für „name and likeness“ geltend. Das MJ Estate deklariert Michaels Marke mit 3 Millionen. Michaels Nettovermögen zum Zeitpunkt seines Todes wird vom IRS auf 1.125 Milliarden Dollar geschätzt, von der Nachlassverwaltung gemäss Gerichtspapieren von 2014 auf über 7 Millionen Dollar.
Wir hatten im Februar 2017 wie folgt von den Verhandlungen berichtet:
(leider unvollständig, da keine regelmässige Artikel publiziert wurden.)
(mit Aussagen von John Branca)
(mit Aussagen von Matt Forger betreffend unveröffentlichter Musik.)
(mit Aussagen vom ominösen Thome Thome)
John Branca und John McClain vom MJ Estate, bezeichnen den Entscheid vom Montag, 3. Mai 2021, als „grossen, eindeutigen Sieg für Michael Jacksons Kinder.“
„Seit fast 12 Jahren hat Michaels Estate verfechtet, dass die Einschätzung der Behörde von Michaels Vermögen am Tag seines Todes unerhört und unfair war, eine, die seine Erben mit einer erdrückenden Steuerschuld von mehr als 700 Millionen Dollar belastet hätte. Obwohl wir mit einigen Teilen der Entscheidung nicht einverstanden sind, glauben wir, dass sie klar aufzeigt, wie unvernünftig die Bewertung des IRS war und einen Weg nach vorne aufzeigt, um diesen Fall endlich in einer fairen und gerechten Weise zu klären.“
Der Richter Mark V. Holmes entschied weiter, dass die Nachlassverwaltung zu keiner Strafzahlung verpflichtet werden dürfe. In seinem Bericht ist nachzulesen, wie der vom Finanzgericht ermittelte Wert von 111 Millionen Dollar begründet ist.
Die Experten vom Gericht haben Michael Jacksons „likeness and image“ auf 4.15 Millionen festgelegt, den Anteil an Sony/ATV nach Berücksichtigung seiner Schulden mit Null, und den Wert von Michaels Songkatalog Mijac auf 107 Millionen US-Dollar.
Das 271-seitige Urteil hier als PDF:
„Wir müssen nach dem Wert von jedem von Jacksons Vermögenswerten suchen,“ erklärt Richter Mark V. Holmes. „Der Wert, den wir ihnen an dem Tag beimessen, an dem er starb, ist wie wir anerkennen, viel geringer als ihr Wert viel später unter der Verwaltung des Nachlasses.“
„Er hat sich tief verschuldet, um sein Leben so zu erhalten, wie es war. Diese Schulden wuchsen; die Zinsen darauf stiegen; der Bankrott war ein absehbares Ergebnis. Diese Schwierigkeiten beeinflussen unsere Tatsachenfeststellung,“ schreibt Holmes. Ebenso wurden „vorhersehbare Möglichkeiten“, Michael Jacksons geistige Eigentum und Nachlass zu vermarkten, mit einbezogen.
Richter Holmes erwähnt auch die schwerwiegenden Auswirkungen der Missbrauchsvorwürfe 1993 und trotz Freispruch im Prozess 2005. So war es für Michael Jackson nicht mehr möglich, lukrative Sponsorverträge oder Merchandisingdeals abzuschliessen, obwohl sich seine Konzerte und Alben weiterhin gut verkauft haben.
„Der Fakt, dass er keinen Penny von seinem Bild und Name im 2006, 2007, oder 2008, verdiente, zeigt die Auswirkung, die diese Anschuldigungen hatten, und weiterhin hatten bis zu seinem Tod.“
Was die Zukunft anbelangt, verweist Holmes darauf, dass die Erben – Michaels Mutter, seine Kinder und Charity-Organisationen – nicht auf ewig Millionen verdienen werden:
„So wie das Grab Jacksons Ruhm verschlingen wird, wird die Zeit das Einkommen des Nachlasses auffressen. [Die Nachlassverwaltung] hat das, was sein wertvollster Vermögenswert wurde, vor dem Prozess wiederbelebt und dann an Sony verkauft. Der Wert dessen, was übrig geblieben ist, egal wie gut es verwaltet wird, wird nun schwinden, wenn Jacksons Urheberrechte auslaufen und sein Abbild zuerst in die Bedeutungslosigkeit und dann in den öffentlichen Besitz schlurfen.“
Quelle: jackson.ch, news.bloomberglaw.com, latimes.com, wallstreetjournal.com, latimes.com