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Der Hebräer-Brief deutet den Weg Jesu von der Verkündigung über seinen Tod bis zur Auferweckung im Rahmen der Heilsgeschichte Israels und des Jerusalemer Tempelkults. Das ist gleichermassen kreativ wie überraschend: Was wohl Jesus, der den Tempel pilgernd besuchte, aber auch Kritik an manchen Aspekten des Kultes übte, dazu gesagt hätte, dass ihn seine Anhänger später als „Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks“ (4,14-10,18) verkündeten? Da der Hebräer-Brief zwar tief im Glauben Israels wurzelt, die nichtjüdischen Völker aber weitestgehend ignoriert, stammt er sicher nicht von Paulus, wie das früher vermutet wurde.