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Wenn sich eine Elefantenherde in Bewegung setzt, dann geschieht das nicht spontan, wie Verhaltensforscher nun herausgefunden haben. Die dominanten Elefanten aus der Herde bilden ein Komitee – und beraten die Entscheidung.
Ein entsprechendes Tondokument haben nun Wissenschaftler um Caitlin O’Connell-Rodwell präsentiert. Wie die Forscher im Fachblatt „Bioacoustics“ berichten, produzieren Afrikanische Elefanten im Debattenmodus tiefe, gurgelnde Töne, die in anderen Situationen nicht vorkommen.
Den Auftakt macht das dominante Tier, dann stimmen die nächsten ein bis zwei Ranghöchsten in die minutenlange Konversation ein.
Auf der Website von „Science Now“ können Sie nun einen Ausschnitt aus einer solchen Debatte hören. Sie kreise um die Frage, ob nun die Wasserstelle verlassen werden soll oder nicht – und ende mit dem einstimmigen Beschluss: Wir gehen!
Quelle:
http://science.orf.at/stories/1706097/
„Antiphonal vocal bouts associated with departures in free-ranging African elephant family groups“, Bioacoustics (DOI:10.1080/09524622.2012.686166).
Kommentar & Ergänzung:
Naja, so einfach wird die Übersetzung aus der Elefantensprache in die Menschensprache wohl nicht sein.
Ob es wohl bei den Elefanten auch – nach Friedemann Schulz von Thun – in jeder Kommunikation eine Beziehungsebene, eine Sachebene, eine Appellebene und eine Selbstoffenbarungsebene gibt?
Und entsprechend ein Sachohr, Beziehungsohr, Appellohr und Selbstoffenbarungsohr?
Gewiss ist allerdings auch aus anderen Studien, dass Elefanten eine differenzierte Kommunikation und ein faszinierendes Sozialleben haben.
Hier noch ein paar interessante Informationen über Elefanten:
Die Bedeutung der Elefanten in Mythologie und Symbolik
„Der Elefant gilt als weise, stark und keusch, aber auch als nachtragend. Er ist das Wappentier mehrerer asiatischer und afrikanischer Staaten sowie das politische Wappentier der Republikaner in den USA. Der höchste dänische Orden heißt Elefantenorden. Die Seekriegsflagge Thailands ziert ein weißer Elefant, der dort als Zeichen von Macht verehrt wird.
In der indischen Mythologie ist Airavata der erste Elefant. Gott Ganesha erscheint mit dem Kopf eines Elefanten. Er ist eine der beliebtesten Gottheiten des Hinduismus und gilt als Verkörperung von Weisheit und Wohlstand und als Helfer in schwierigen Lebenssituationen. Die buddhistische Überlieferung kennt eine Legende, nach der Mahamaya, der Mutter Siddhartha Gautamas, vor dessen Geburt ein weißer Elefant erschien.
Im Gleichnis ‚Die blinden Männer und der Elefant‘, das im Sufismus, Jainismus, Buddhismus und Hinduismus erzählt wird, geht es um die begrenzte Fähigkeit des Menschen, die Realität – symbolisch durch den Elefanten dargestellt – so zu erkennen und zu verstehen, wie sie wirklich ist.
In China erscheint ein weißer elefantenköpfiger Gott, der eine jungfräuliche Göttin, Moye, schwängert. Moye gebiert den Helden Fu-Hi. In China gelten Elefanten noch heute als Symbol für männliche Potenz. Im Judentum bzw. Christentum taucht der elefantenköpfige Dämon Behemoth auf, und auch er symbolisiert die „Fleischlichkeit“, d. h. die sexuelle Energie. Die Verbindung zwischen Elefanten und sexueller Energie existierte auch in Heldenepen des europäischen Mittelalters, in denen „Hörner aus Elfenbein“ eine wichtige Rolle spielten (z. B. das Horn Olifant im Rolandslied). Gemahlenes Elfenbein gilt noch heute bei einigen asiatischen Völkern als Potenzmittel. In eine andere Richtung deutet dagegen die Legende vom Elefantenfriedhof.
Seit dem indischen Chaturanga bestand in vielen historischen Schachformen eine Elefantenfigur.
Schließlich ist der Begriff des Elefanten teilweise auch negativ besetzt. So knüpft die Redensart „wie ein Elefant im Porzellanladen“ an die Vorstellung an, Elefanten seien ungeschickt.“
(Quelle: Wikipedia)
Zum Amboseli Elephant Research Project
„Das Amboseli Elephant Research Project ist ein Projekt der Non-Profit-Organisation Amboseli Trust for Elephants. Es ist das detaillierteste und langfristigste Projekt zur Erforschung der Afrikanischen Elefanten. Ziel des Forschungsprojekts ist das Studium des Sozialverhaltens, der Altersstruktur und der Populationsdynamik Afrikanischer Elefanten.
Das Forschungsprojekt wurde 1972 von Cynthia Moss und Harvey Croze in dem im Süden Kenias liegenden Amboseli-Nationalpark initiiert. Der Amboseli-Park zeichnet sich dadurch aus, dass in dem rund 390 Quadratkilometer großen Park nur wenig Wilderer aktiv waren. Das ist insbesondere dem Volk der Massai, den Besitzern des umliegenden Landes, sowie der ständigen Anwesenheit von Touristen und Forschern zu verdanken. Damit gehört Amboseli zu den wenigen Regionen in Afrika, in denen die Altersstruktur der Elefanten unverzerrt geblieben ist. In dem Areal, das von Wildhütern und Wissenschaftern ganzjährig überwacht wird, werden vor allem die Interaktionen der Elefanten und ihr Netzwerk von Familien, Familiengruppen, Sippen und Populationen beobachtet.
Zwischen September 2007 und Mai 2008 wurde von Animal Planet eine 13-teilige Dokumentation über die Elefanten im Amboseli-Nationalpark und die Arbeit des Amboseli Trust for Elephants gefilmt.“
(Quelle: Wikipedia)
Website (englisch): http://www.elephanttrust.org/node/268
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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