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Das ist aus hier erläuterten Gründen keine begriffliche Bestimmung zu Tatsache:
Von "Tatsache" lese ich gemeinhin, wo abgegrenzte Teile der Realität bezeichnet werden, wo also etwas, was beschrieben wird, in einer Art Verdoppelung zusätzlich als Sachverhalt bezeichnet wird, den man glauben müsse, und zwar jenseits der Glaubwürdigkeit des Erzählers.
Tatsache ist ein Wort, das - wie Realität - eine Gesprächs- oder Kommunikationssituation reflektiert, in welcher jemand einer Aussage darüber, was der Fall ist, widerspricht.Mir dem Wort Tatsache soll die Möglichkeit des Widersprechens abgewehrt werden.
Das Wort Tatsache hat eine eigenartige Geschichte - wenn man E. Lessings Aussagen dazu als Tatsache nimmt. Anfänglich wurde das "Wörtlein", wie er es nennt, in kirchlichen Glaubensfragen verwendet, was F. Mauthner dazu führte, dass dieses Wörtlein immer nur ironisch gemeint sein konnte, bis das von der deutschen Philosophie, auch von Hr. Helgel übersehen worden sei. Während E. Lessing sich noch ernsthaft fragte, wie das Wörtlein sich zu einem allgegenwertigen Ausdruck aufschwingen konnte, nutzte es Philosophen um die Kopernische Wende abzuwehren, wie zuvor die Theologen damit eine Wahrheit an sich bezeichneten.
Literatur:
E. Lessing: Über das Wörtlein Tatsache
F. Mauthner: Logik der Tatsachen
Das Wort Tatsache reflektiert auch die Entstehung der Fiktion in Form von Romanen und Wahrscheinlichkeitstheorien im 18. Jahrhundert, die in Bezug auf Fakten handlungsrelevante Kontingenzen aufzeigten. (vgl. dazu E. Esposito: Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität)
Quasi-etymologisch ist im Ausdruck Tat-Sache natürlich auch eine Sache angesprochen, die - wie das unbestreitbare Artefakt - aus einer TätigkeitTat resultiert, die ich als Erkennen bezeichne, die aber auch oft als für wahr nehmen bezeichnet wird.