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In den USA wurde die Sammelklage gegen den sich in staatlich-chinesischer Hand befindenden Olivenölabfüller Salov (Società per Azioni Lucchese Olii e Vini) stattgegeben, wie Olive Oil Times kürzlich berichtete. Für Salov und insbesondere für die weltbekannte Olivenölmarke Filippo Berio wird dies wohl weitreichende Konsequenzen haben.
Sich and der Sammelklage beteiligen darf, wer zwischen Mai 2010 und Juni 2015 Olivenöl der Marke Filippo Berio gekauft hat
Demnach muss sich der grosse Abfüller Salov darauf gefasst machen, dass viele seiner ehemals treuen Konsumenten seiner Marke Filippo Berio nun den Rücken kehren und sich an der Sammelklage gegen ihn beteiligen. Die zuständige Richterin Yvonne Gonzalez Rogers hat nämlich bestätigt, dass sich alle jene Konsumenten an der Sammelklage beteiligen dürfen, welche zwischen Mai 2010 und Juni 2015 Olivenöle der Marke Filippo Berio - mit Ausnahme des Bio-Produktes - gekauft haben.
Salov hat sich mit allen Mitteln zu wehren versucht
Bis zum letztmöglichen Zeitpunkt hat sich Salov gegen die Zulassung der Sammelklage gewehrt und führte ins Feld, dass die Hauptklägerin Rohini Kumar nicht glaubwürdig sei, weil sie in der Vergangenheit unter anderem schuldig gesprochen wurde, in angetrunkenem Zustand Auto gefahren zu sein und dabei einen Unfall gebaut zu haben. Ebenfalls sei es nicht zulässig, dass der Anwalt, der die Hauptklägerin Kumar in diesem Fall vertritt, ihr persönlicher Freund sei.
Richterin Gonzalez Rogers liess Salov allerdings abermals abblitzen und gab zu verstehen, dass der persönliche Freund der Hauptklägerin lediglich ein Anwalt einer Kanzlei sei, welche neben vielen weiteren Kanzleien die Sammelklage gegen Salov vorbereiten und die mutmasslich geschädigten Konsumenten vertreten.
Der Abfüller von Filippo Berio gab aber nicht auf und versuchte, weiter Zeit zu schinden, in dem er die Erinnerungsfähigkeit der Filippo Berio Konsumenten in Frage stellte. Es sei fraglich, ob sich die Konsumenten überhaupt daran erinnern könnten, zu welchem Zeitpunkt sie welche Produkte zu welchem Preis erstanden hätten. Die Richterin zeigte Salov aber auch hier die kalte Schulter und bestätigte, dass Kläger allfällige Kaufbelege bei der Anmeldung der Ersatzansprüche angeben können.
Ist dies das Ende Filippo Berios?
Im Sinne von Recht und Ordnung ist zu hoffen, dass die Marke Filippo Berio sich aufgrund dieser US-Sammelklage umfassend reformieren wird. Viel wahrscheinlicher allerdings ist die Option, dass der grosse Abfüller oder zumindest seine US-amerikanische Filiale an der Sammelklage zu Grunde gehen wird. Ein Verlust wäre das nicht, im Gegenteil, es wäre ein historischer Sieg im Kampf gegen den Olivenölbetrug und hätte wohl grosse Signalwirkung für weitere aus meiner Sicht fragwürdige Abfüller wie Deoleo (Carapelli, Bertolli, Sasso), Pietro Coricelli, Clemente und wie sie noch alle heissen.
Die USA machen vor, wie man den Olivenölmarkt langsam aber sicher von ungenügenden Produkten säubert. Da könnten sich die Schweizer Behörden ein Stück abschneiden.