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Oscars 2019: Diese Regisseure haben die besten Chancen
Christoph Schelb
18.2.2019
Sie sind Dirigenten hinter der Kamera und lösen mit ihren Werken Emotionen aus, die ihresgleichen suchen. «Bluewin» stellt Ihnen die Nominierten in der Kategorie «Beste Regie» vor.
Spike Lee
Der Ankläger.
Der am 20. März 1957 geborene Spike Lee klagt in seinen Filmen oft den Rassismus gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung an. Als sein bekanntestes Werk gilt «Do the Right Thing», für den Lee eine Oscar-Nomination für das beste Originaldrehbuch erhielt. 2019 ist er nun für «BlackKklansman» gleich drei Mal für das Goldmännchen nominiert: als Produzent für den besten Film, für die beste Regie und für seine Mitarbeit am Drehbuch. Erzählt wird die wahre Geschichte eines afroamerikanischen Polizisten, der sich beim Ku-Klux-Klan einschleust. Schon seit der Weltpremiere am Filmfestival von Cannes wurde Lee als heisser Oscar-Kandidat gehandelt. Eine Prognose, die sich bewahrheitet hat.
Pawel Pawlikowski
Der polnische Meister.
Der Pole Pawlikowski studierte Literatur und Philosophie in Oxford. Er schuf in den Achzigern und Neunziger vielbeachtete Dokumentarfilme, die mehrere Preise erhielten. 2006 arbeitete Pawlikowski an der Romanadaption «The Restraint of Beasts». Als seine Frau an Krebs erkrankte, brach der Pole die Dreharbeiten ab, um sich um sie zu kümmern. Nach ihrem Tod kümmerte sich Pawlikowski um seine beiden Kinder, lehrte in Oxford und schrieb Drehbücher. Im Frühjahr 2010 kehrte er wieder hinter die Kamera zurück. Vier Jahre später gewann er mit «Ida» den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Es war die erste solche Auszeichnung für einen polnischen Film. In seinem gefeierten Schwarz-Weiss-Film «Cold War» erzählt er die Geschichte über ein polnisches Paar, dessen Leben durch das kommunistische Regime bedroht wird. Der gerade einmal 90-minütige Film begeisterte die Kritiker in Cannes. Die Welle der Begeisterung trug Pawlikowski schliesslich zu seiner ersten Regie-Nominationen bei den Oscars.
«Cold War» läuft derzeit in unseren Kinos.
Giorgos Lanthimos
Der Grieche mit den schrägen Filmen.
Der griechische Regisseur machte sich mit makabren Geschichten einen Namen. In «The Lobster» wurden zum Beispiel Langzeitsingles zur Bestrafung in Tiere verwandelt. Auch sein Kostümfilm «The Favourite» ist alles andere als konventionell. Rachel Weisz und Emma Stone kämpfen mit harten Bandagen um die Zuneigung einer weinerlichen Königin. Dank viel absurder Situationskomik ist auch «The Favourite» ein unverkennbarer Lanthimos-Film. Am Filmfestival von Venedig gab es dafür den Grossen Preis der Jury. Für gleich zehn Nominationen hat es dann bei den Oscars gereicht. Lanthimos ist jedoch alles andere als ein Oscar-Neuling. So wurde sein Skript zu «The Lobster» für das beste Originaldrehbuch nominiert. Für sein verstörendes Familiendrama «Dogtooth» gab es zudem eine Nomination für den besten fremdsprachigen Film.
«The Favourite» läuft derzeit in unseren Kinos.
Alfonso Cuarón
Der Mann, der alles kann.
Der mexikanische Regisseur Cuarón ist ein Alleskönner. Er inszenierte schon Fantasy («Harry Potter and the Prisoner of Azkaban»), Science-Fiction («Gravity»), Bestseller («Great Expectations» mit Ethan Hawke und Gwyneth Paltrow) sowie auch kleinere Dramen («Y tu mama tambien»). Mit «Roma» drehte er nach Jahren wieder einmal in seiner Heimat. Er realisierte dabei ein Projekt, welches er laut eigenen Worten lange mit sich herum trug. Der Film ist eine Liebeserklärung an den Ort, an dem der Regisseur aufgewachsen ist. Neben der Regie und dem Schreiben des Drehbuchs war Cuarón auch für die Kameraarbeit zuständig. Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat. Von den zehn Oscar-Nominationen, die «Roma» erhielt, gingen vier an Cuarón.
«Roma» läuft derzeit in unseren Kinos und ist auf Netflix abrufbar.
Adam McKay
Ein Schutzengel namens Christian Bale.
Zu Beginn seiner Karriere wollte Adam McKay vor der Kamera bei der Comedy-Show «Saturday Night Live» mitwirken. Dafür hat es leider nicht gereicht. Stattdessen bekam er bei der Show eine Autorenstelle, die er von 1995 bis 2007 innehatte. Während dieser Zeit gelang ihm mit der Hilfe von Schauspieler und Kumpel Will Ferrell mit «Anchorman» der Durchbruch als Regisseur. Es folgten weitere Komödien. 2015 überraschte er viele mit dem cleveren Skript zu «The Big Short». Darin wurde die Finanzkrise mit einem Augenzwinkern erklärt. Das brachte McKay einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch ein. Den wahren Begebenheiten ist er danach treu geblieben: «Vice» erzählt vom Ex-Vizepräsidenten Dick Cheney. Der Film wurde für acht Oscars nominiert, drei davon (bestes Drehbuch, bester Film, beste Regie) entfallen dabei auf McKay selbst. Beinahe hätte er das nicht mehr erlebt: Während der Postproduktion zu «Vice» erlitt McKay eine Herzattacke. Sein Hauptdarsteller Christian Bale konnte ihm jedoch sofort erste Hilfe leisten und so das Leben retten.
«Vice» läuft derzeit in unseren Kinos.