Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03517.jsonl.gz/1664

Zwei, die sich dem Biolandbau verschrieben haben. Im Ziel einig, im Weg nicht. Bio-Bauer Schneebeli findet die Trinkwasserinitiative scheinheilig wegen den Importen und hat Angst, dass der Bio-Milch-Preis zusammenbricht, Alexandra Maier findet die Initiative dringend nötig und sieht ihre Existenz eher von langfristigen Umweltschäden bedroht als von kurzfristigen Nachfrage-Einbussen. Die Initiative würde ja nicht von einem Tag auf den anderen umgesetzt.
Wie steht es mit der Frage, ob bei sinkenden Tierzahlen in der Schweiz auch mehr Importe nötig wären, und dies von schlechterer Qualität als Schweizer Produkte?
Das vermeintliche Schweizer Fleisch, das wir konsumieren, ist ein Etikettenschwindel: Es wird zu 50% aus importiertem Futter erzeugt. Heute importieren wir 1.2 Millionen Tonnen Futtermittel. Um diese Mengen an Futtergetreide, Futtersoja etc. zu produzieren, braucht die Schweiz heute im Ausland eine Ackerfläche, die ebenso gross ist wie unsere eigenen Ackerflächen im Inland.
Wir müssen nicht mehr importieren, wenn wir weniger Fleisch als heute essen, was eh gesünder und klimafreundlicher ist und wenn wir Foodwaste vermeiden. Aber selbst wenn wir unseren Fleischkonsum nicht reduzieren, ist es sinnvoller das Fleisch dort zu produzieren, wo auch das Futter angebaut wird. Erstens könnten wir dann unsere Ackerflächen ressourceneffizient für die direkte menschliche Ernährung nutzen. Nutzen wir unsere Äcker für die menschliche Ernährung anstatt für Futtermittel, so steigt der Selbstversorgungsgrad an. Zweitens würden wir nicht mit dem Futter Unmengen an Stickstoff importieren. Drittens müsste mengenmässig weniger transportiert werden. Die Exportländer würden die Nährstoffe, die für die Produktion der Futtermittel benötigt werden, vor Ort selber produzieren. Bedingungen an die Importe müssen via Handelsabkommen geregelt werden. Der Bund hat heute schon die Befugnis, zu regeln was importiert wird, wenn Gesundheit, Ökologie und und Tierwohl betroffen sind.