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Ein Gebiet wird als Wüste bezeichnet, wenn es gewisse Eigenschaften erfüllt: In einer Wüste sind maximal 5 % der Landoberfläche mit Vegetation bedeckt. Ein zweites gemeinsames Merkmal aller Wüsten ist der geringe Niederschlag. Hier fallen pro Jahr weniger als 250 mm Niederschlag. Dies ist ein Grund, weshalb Wüsten zu den lebensfeindlichsten Gebieten der Erde zählen. Die genannten Eigenschaften treffen auf verschiedene Landschaften zu. Eine häufige und wichtige Einteilung der Wüsten erfolgt anhand der Beschaffenheit ihrer Oberflächen.
Eiswüsten gibt es vor allem in den Polarregionen und in einigen Hochgebirgen, zum Beispiel in den Anden in Südamerika und im Himalaya. Neben den geringen Niederschlägen erschweren hier weitere klimatische Extremwerte das Pflanzenwachstum. Der Boden ist das ganze Jahr gefroren (Permafrostboden), mehr als die Hälfte des Jahres liegt Schnee und die Sonneneinstrahlung ist sehr gering. Auch die Jahresdurchschnittstemperatur, die in Eiswüsten meist weit unter 0 °C liegt, trägt dazu bei, dass die Vegetationsperiode sehr kurz ist.
Salzwüsten
Salzwüsten entstehen in flachen Tälern und in Gegenden mit hoher Verdunstung. Was während der Regenzeit ein seichter Salzsee ist, wird in der trockenen Jahreszeit zu einer sogenannten Salztonebene. Die Salzdecke kann bis zu 30 m dick werden (z. B. im „Salar de Uyuni“ in Bolivien) und der hohe Salzgehalt des Bodens verhindert nahezu jegliches Pflanzenwachstum.
Die Oberfläche von Steinwüsten ist mit kantigem Geröll übersät. Die Gesteinsbrocken sind das Ergebnis der Verwitterung. Temperaturunterschiede, Niederschläge und Wind haben im Laufe von Millionen Jahren grosse Felsen in kleinere Gesteinsbrocken zerlegt. Steinwüsten sind sehr verbreitet. Beispielsweise besteht die Sahara zu 70 % aus dieser Wüstenart. Die Geröllfelder sind selbst mit Motorfahrzeugen und Kamelen nur schwer passierbar.
Kieswüsten entstehen durch die weitere Verwitterung von Stein- oder Felswüsten. Kieswüsten sind jedoch relativ einfach zu durchqueren. Die Oberfläche dieser Wüstenart ist hauptsächlich mit Kieselsteinen bedeckt.
Gibt man der Verwitterung noch mehr Zeit, entsteht aus der Kies- eine Sandwüste. Das vorherrschende Oberflächenmaterial hier ist Sand (siehe Box weiter unten). Ein bekanntes Merkmal von Sandwüsten sind Dünen. In Abwesenheit von Wasser und einer festigenden Pflanzendecke weht der Wind hier den Sand zu oft sehr eindrücklichen Erhebungen.
Neben der Oberflächenbeschaffenheit gibt es weitere Kriterien, anhand derer sich Wüstenarten unterscheiden lassen. Eine Möglichkeit ist die Entstehungsweise, so dass man dann über Trocken-, Kälte- und Windwüsten spricht.
Zudem gibt es Wüstenarten, die die wichtigsten Wüstenmerkmale gar nicht aufweisen, aber trotzdem als solche bezeichnet werden. So nennt man die Übergangszonen am Rand von richtigen Wüsten Halbwüsten, obwohl hier bereits "zu viel" Niederschlag fällt.
Auch in sogenannten edaphischen („bodenbedingten“) Wüsten ist es weniger trocken als in klassischen Wüsten, aber der Boden kann das Wasser nicht speichern, weshalb auch hier die Vegetation nur spärlich ist.
Insgesamt lässt sich also sagen, dass sich hinter dem Begriff "Wüste" eine sehr viel abwechslungsreichere Welt verbirgt, als man im ersten Moment annimmt.
Sand
... ist das Gestein des Jahres 2016.
Sand entsteht durch die Verwitterung anderer Gesteine und gehört zu den Lockergesteinen. Seine Körner sind zwischen 0.063 und 2 mm gross und können von verschiedenen Mineralien stammen. Quarzsand ist sehr häufig, es gibt aber auch Sand, der durch die Verwitterung von Muscheln, Korallen oder Vulkangestein entsteht. Sand wird in vielen verschiedenen Feldern gebraucht: im Baugewerbe bei der Herstellung von Beton, im Hochwasserschutz beim Einsatz von Sandsäcken oder bei der Wasseraufbereitung in Form von Sandfiltern. Und nicht zu vergessen: Der Bau von Sandburgen trägt viel zum Reiz von Strandferien bei!