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Die älteste U-Bahn-Linie in Asien
Seit 2009 schreibe ich diesen Blog. Über 4700 Artikel haben sich angesammelt. In dieser Serie stelle ich einen überarbeiteten und aktualisierten Beitrag aus diesem Archiv vor. Der folgende Artikel erschien am 21. Februar 2018.
AUS DEM ARCHIV – Die Ginza-Linie (jap. Ginza-sen) mit ihrer auffällig gelben Farbe ist der Klassiker unter den Metro-Linien in der japanischen Hauptstadt: Sie ist 14,3 Kilometer lang, verkehrt zwischen Asakusa und Shibuya, umfasst 19 Stationen und befördert täglich durchschnittlich 1,08 Millionen Passagiere. Ihre Geschichte begann 1927. Somit ist sie die älteste U-Bahn-Linie in ganz Asien. Im Folgenden einige interessante Fakten:
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1927: Zwar fuhren in Japan seit den 1870ern Züge, doch erst 1925 begannen die Arbeiten für die erste U-Bahn in Japan. Am 30. Dezember 1927 wurde die unterirdische Strecke zwischen Ueno und Asakusa eröffnet. 5 Minuten dauerte die Fahrt zwischen den beiden Stadtvierteln. 1934 folgte die Erweiterung bis nach Shimbashi. 1939 war die Linie zwischen Asakusa und Shibuya vollendet.
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Unmittelbar unter der Strasse: Weil es sich um die erste U-Bahn-Linie in Tokio handelte, konnte man sie relativ nahe an der Oberfläche bauen. Von der Strasse zum Bahnsteig sind die Wege vergleichsweise kurz. Auf den letzten 300 Metern bis nach Shibuya fährt sie gar oberirdisch in den zweiten Stock des Bahnhofsgebäudes. Bis April 2019 wurde diese Station um 130 Meter in die Nähe des neuen Hikarie-Hochhauses verlegt (Asienspiegel berichtete). Auch anderer Stationen haben ein umfassendes Facelifting erhalten (Asienspiegel berichtete).
- Männer in der Überzahl: Betreiber Tokyo Metro führt akribisch Statistik. Hier einige Beispiele: Eine Fahrt von Asakusa nach Shibuya dauert 32 Minuten. 40 Kompositionen à 6 Wagen sind im Einsatz auf der 14,3 Kilometer langen Linie. 69,1 Prozent der Passagiere der Ginza-Linie sind männlich, 30,9 Prozent weiblich. Die Station Ginza bedient zudem am meisten Passagiere. Durchschnittlich 251’459 sind es pro Tag. Es folgen die Ginza-sen-Bahnhöfe Shimbashi (247’273) und Shibuya (219’936).
- Geisterbahnhöfe: Auf der Ginza-Linie gibt es zwei stillgelegte Bahnhöfe. Die Station Manseibashi war lediglich bis 1931 in Betrieb, als sie durch die neu gebaute Station Kanda ersetzt wurde. Die Station Jingumae wurde 1972 geschlossen und um wenige Meter nach Osten zur Station Omotesando verschoben. Damit schuf man einen gemeinsamen Bahnhof für die Linien Ginza und Chiyoda. Der alte verlassene Bahnsteig der Station Jingumae existiert bis heute.
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Namenstaufe: Der Name Ginza Line wurde erst 1953 eingeführt, zwecks Unterscheidung zur damals neu eröffneten, zweiten U-Bahn-Linie der Stadt: die rote Marunouchi Line (Asienspiegel berichtete). Diese verkehrte zunächst zwischen Ikebukuro und Ochanomizu.
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Ursprung der Warteschlangen: In den Nachkriegsjahren wurde die Ginza-Linie so stark benutzt, dass die Bahnsteige regelmässig überfüllt waren. Um die Lage in den Griff zu bekommen, begannen die Mitarbeiter mit Megafonen, Tafeln und Warteschlangen zu arbeiten. Man sagt, dass die effiziente Ordnung in den japanischen Bahnhöfen hier ihren Anfang nahm, wie die Japan Times in einem Hintergrundartikel schrieb.
- Ein Bahnübergang: Die Ginza-Linie ist die einzige Metro in Japan, die einen Bahnübergang hat. Es handelt sich um einen Zugang zur einer Inspektions- und Reparaturhalle in der Nähe des Bahnhofs Ueno.
- Retro-Züge im Einsatz: Das Markenzeichen der Ginza-Linie war von Anfang die gelbe Farbe. Die Züge wurden in den letzten Jahrzehnten regelmässig modernisiert. Seit 2017 sind sogar zwei Garnituren im Einsatz, deren Ausstattung den Originalwagen von 1927 nachempfunden ist – mit einer warmen Holzverkleidung und grünen Polstersitzen.
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