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In einer Stellungnahme an der heutigen Generalversammlung von LafargeHolcim fordert Ethos-Direktor Vincent Kaufmann den Verwaltungsrat auf, zusätzliche Massnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance sowie der Umwelt- und Sozialverantwortung zu ergreifen. Drei Jahre nach der Fusion zwischen Lafarge und Holcim lässt die versprochene zusätzliche Wertschöpfung noch immer auf sich warten.
Bereits seit Ankündigung der Fusion mit Lafarge steht Ethos der versprochenen Schaffung von Mehrwert durch diese Transaktion – insbesondere für die Aktionäre und andere Anspruchsgruppen von Holcim – kritisch gegenüber. Drei Jahre nach der Transaktion ist es noch immer nicht gelungen, den versprochenen Mehrwert zu realisieren. Die erhebliche Mühe des Managements bei der Integration der beiden Gefüge, die Affäre um das Lafarge-Zementwerk in Syrien oder der 2017 verzeichnete Goodwill-Abschreiber auf den Aktivitäten in Algerien von fast CHF 1 Milliarde bestätigen leider mehrere der von Ethos in anlässlich der Fusion zum Ausdruck gebrachten Befürchtungen.
Ethos anerkennt die Dialogbereitschaft des Unternehmens und stellt gewisse Fortschritte fest, insbesondere die verschiedenen Veränderungen im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung. Jedoch ist Ethos der Ansicht, dass das Unternehmen nach wie vor mit vielen Herausforderungen in Bezug auf Umwelt- und Sozialverantwortung sowie Corporate Governance konfrontiert ist und fordert den Verwaltungsrat insbesondere zu folgenden Massnahmen auf:
- Erhöhung der Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung, um die negativen Umweltauswirkungen der Unternehmenstätigkeiten zu reduzieren. Eines der Fusions-Versprechen war die Nutzung von Skaleneffekten durch den neuen Konzern zur Verbesserung der durch seine Aktivitäten verursachten Umweltauswirkungen. Ethos bedauert deshalb, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2017 um 32% sanken.
- Einführung einer Nachfolgeplanung für den Verwaltungsrat. Obwohl nur eine Frau im Verwaltungsrat einsitzt und einige Aktionäre überrepräsentiert sind, werden in diesem Jahr keine neuen unabhängigen Mitglieder zur Wahl vorgeschlagen. Verwaltungsräte mit nur einem weiblichen Mitglied entsprechen nicht den Good-Governance- und Diversitäts-Standards, denen der Verwaltungsrat eines börsenkotierten Unternehmens genügen sollte.
- Verbesserung der Transparenz des Vergütungsberichts und Rückkehr zu einem angemesseneren Vergütungssystem in Bezug auf mögliche variable Vergütungsniveaus für die Mitglieder der Geschäftsleitung.