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© 1990 Markus Kappeler
Sankt Helena
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)
Sankt Helena und Napoleon - die beiden Begriffe sind untrennbar miteinander verbunden. Denn hierher, auf diese abgeschiedene britische Insel im Südatlantik, wurde Napoleon Bonaparte, der einst mächtige und gefürchtete Kaiser der Franzosen, nach seiner entscheidenden Niederlage bei Waterloo im Jahr 1815 verbannt.
Wer Sankt Helena besucht, kann sehr gut verstehen, warum sich die Engländer seinerzeit dafür entschieden hatten, Sankt Helena als Verbannungsort für Napoleon zu wählen: Die winzige Insel mitten im weiten Ozean, 1900 Kilometer von Afrika und 3400 Kilometer von Südamerika entfernt, gleicht einer natürlichen Festung: Kahle, schroffe Klippen umrahmen das ganze Eiland und machen eine sichere Landung vom Meer her nur an einer einzigen Stelle, der James Bay, möglich. Der britische Naturforscher Charles Darwin, der die Insel anlässlich seiner Weltumsegelung auf dem Forschungsschiff «Beagle» im Jahr 1836 besuchte, schrieb treffend: «Diese Insel, deren wenig versprechender Anblick so oft beschrieben worden ist, steigt ganz plötzlich wie ein ungeheures schwarzes Schloss aus dem Meere auf.»
Selbst in unserer modernen Welt, die aufgrund technologisch höchstenwickelter Transportmittel immer kleiner wird und deren entfernteste Regionen bald für jedermann bequem erreichbar sind, widersetzt sich Sankt Helena dem Besucher: Weit entfernt von den regulären Schiffahrtslinien, mangels nennenswerter Exportgüter ohne jeglichen Frachtverkehr und aufgrund des schroffen Terrains auch ohne eigenen Flugplatz, kann Sankt Helena noch heute vom Touristen nur mit sehr grossem Zeitaufwand erreicht werden.
Jamestown - gesellschaftliches Zentrum der Kronkolonie
Sankt Helena weist eine Fläche von 122 Quadratkilometern und einen Durchmesser von maximal 17 Kilometern auf. Das Inselinnere wird von einem im Halbrund verlaufenden Bergrücken beherrscht, dessen höchste Erhebung der Diana's Peak mit 823 Metern Höhe ist. Weitere hohe Punkte sind mit 797 Metern der High Peak und mit 741 Metern der Mount Halley - so benannt nach dem britischen Astronomen Edmund Halley, der auf diesem Gipfel im Jahr 1676 den Durchgang der Planeten Merkur und Venus beobachtete und der als Entdecker des Halley'schen Kometen in die Geschichte einging.
Die Erosion hat kräftig auf das Vulkangestein eingewirkt. In die Berghänge hat sie tiefe, schmale Täler eingenagt, die strahlenförmig in allen Richtungen der Küste zulaufen. In einem dieser Täler, dem im Nordwesten Sankt Helenas gelegenen Chapel Valley, befindet sich Jamestown, das Hauptstädtchen der Insel mit heute rund 1500 Einwohnern. Hier haben nicht nur der Gouverneur der britischen Kronkolonie und das Parlament ihren Sitz, sondern überhaupt alle amtlichen, sozialen und kulturellen Einrichtungen.
Jamestown ist im Grunde genommen die einzige Ortschaft auf Sankt Helena, die diesen Namen verdient. Hier schmiegen sich die Häuser eng aneinander, bilden Strassenzüge, und zwischen den Wohnhäusern befinden sich Läden und Büros aller Art. Die übrigen Ortschaften der Insel, etwa Half Tree Hollow, Blue Hill oder Sandy Bay, sind nicht viel mehr als ein paar scheinbar wahllos verstreut liegende kleine Häuschen und ein Busstopp an der wenig befahrenen Strasse. In vielen dieser Häuschen «auf dem Lande» mit ihren Wellblech- oder Eternitdächern gibt es weder Elektrizität noch fliessendes Wasser. Fast ausnahmslos sind sie aber von gepflegten Gärtchen umgeben, in denen neben Mais, Süsskartoffeln, Tomaten, Jams, Bananen und anderen Nutzpflanzen auch allerlei hübsche Zierpflanzen wie Geranien und Begonien wachsen. Und überall sieht man meckernde Ziegen neben emsig scharrenden Hühnern.
Bronzebrosche mit grünem Stein
Wer sich mit dem Schiff Sankt Helena nähert, erhält vorerst den Eindruck einer überaus öden Insel. Steil, trocken und nur spärlich bewachsen ragen die graubraunen Felsen aus den dunkelblauen Fluten auf. Mächtige Agaven mit ihren mehrere Meter hohen Blütenständen, bizzare Opuntien mit ihren stacheligen Früchten, Wandelröschen, jene in den Tropen der ganzen Welt verbreiteten, äusserst zähen Büschchen, und ein paar widerstandsfähige Gräser und Kräuter sind praktisch die einzigen Pflanzen, die hier zu gedeihen vermögen.
Begibt man sich auf einer der beiden Strassen, die steil aus Jamestown herausführen, ins Inselinnere, so bietet sich oberhalb der 400 Meter-Höhenlinie aber plötzlich ein ganz anderes Bild: Hier findet sich eine geschlossene grüne Pflanzendecke mit kleinen Wäldchen, dichten Grasflächen und blühenden Dickichten. Ein Schriftsteller des letzten Jahrhunderts verglich einmal Sankt Helena mit einer Brosche, bei der ein grüner Edelstein in einem Bronzering gefasst ist. Ein Blick aus der Luft würde zeigen, dass dieses poetische Bild die Insel recht treffend beschreibt.
Die krasse Zonierung der Pflanzendecke auf Sankt Helena ist darauf zurückzuführen, dass die Niederschläge an der Küste markant geringer sind als in den Bergen: Unterhalb der 300 Meter Höhenlinie fallen jährlich nur etwa 400 Millimeter Regen, oberhalb 600 Meter hingegen rund 1000 Millimeter. Zudem können im Hochland an ungefähr 130 Tagen im Jahr Nebelschwaden beobachtet werden - ein Wetterphänomen, das in den tiefen Lagen kaum bekannt ist.
Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Sankt Helana, obschon es praktisch auf demselben südlichen Breitengrad liegt wie etwa die brasilianische Hauptstadt Brasilia, kein tropisches, sondern ein mildes ozeanisches Klima aufweist. Verantwortlich hierfür ist vor allem der kühle Benguela-Strom, eine von der Antarktis der Südwestküste Afrikas entlang nach Norden ziehende und nördlich von Sankt Helana nach Westen abbiegende Meeresströmung. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken auf Sankt Helena zwischen etwa 13°C im September und rund 18°C im März.
Über die Tierwelt Sankt Helenas gibt es nicht allzuviel zu berichten. Schon Darwin hielt in seinem Tagebuch 1836 kurz und bündig fest: «Säuger, Vögel und Insekten sind, wie sich hätte erwarten lassen, sehr gering an Zahl.»
Ein tierlicher Inselbewohner ist immerhin erwähnenswert: Im Nordosten der Insel, auf der weiten Hochfläche von Longwood, kann man mit etwas Glück einem kleinen Vogel begegnen, der auf seinen dünnen schwarzen Beinen wieselflink davonrennt, vielleicht kurz auffliegt, aber schon wenig später wieder landet und rennend zwischen Büschen Zuflucht sucht. Es handelt sich um den Sankt Helena-Regenpfeifer, eine Vogelart, die weltweit einzig auf Sankt Helena zu Hause ist.
Einst «Zankapfel» der Portugiesen, Engländer und Holländer
Sankt Helena wurde am 18. August 1502, dem Namenstag der Heiligen Helena, vom portugiesischen Seefahrer Joao da Nova Castella auf dem Rückweg von Indien entdeckt. Als er in die heutige James Bay einfuhr, hiessen ihn keine lachenden Gesichter willkommen, und keine kleine Siedlung lag friedlich in der Sonne, wie das heute der Fall ist; Sankt Helena war zur Zeit seiner Entdeckung noch unbewohnt.
Die Portugiesen waren trotzdem glücklich, das kleine Eiland mitten im Südatlantik entdeckt zu haben: Hier konnten sie sich auf ihren langen Fahrten nach Südasien mit frischem Trinkwasser und Früchten versorgen und im windgeschützten Hafen etwaige Reparaturen an ihren Segelschiffen vornehmen.
Lange Zeit gelang es den Portugiesen, ihre «Erfrischungsstation» im Südatlantik vor den anderen seefahrenden Nationen geheimzuhalten. Doch gegen Ende des 16. Jahrhunderts entdeckten auch die Engländer und Holländer Sankt Helena, und schon bald wurde das Inselchen zum «Zankapfel» der drei Mächte. Noch fand aber weder eine militärische Besetzung noch eine planmässige Besiedlung der Insel statt.
Das geschah erst 1659, als die Englische Ostindien-Gesellschaft Sankt Helena «offiziell» in ihren Besitz nahm: Eine 400köpfige Siedlergruppe liess sich auf Sankt Helena nieder, errichtete ein Fort, baute Wohn- und Lagerhäuser im Chapel Valley und legte im Hochland die ersten Pflanzungen an. Den Kolonisten folgten schwarze Sklaven, und schon bald sah Sankt Helena aus wie alle Besitzungen der Gesellschaft: Eine Handvoll weisser «Beamter» herrschte über eine grosse Zahl farbiger Sklaven. Während rund 170 Jahren blühte die Kolonie, denn es wurde eifrig Handel mit den vielen vorbeiziehenden Seefahrern getrieben. Früchte, Gemüse und Kräuter, Hühner und Ziegen, Kaffee und Zucker, Tabak und Kleider fanden im Hafen von Jamestown reissenden Absatz. Militärisch gesichert wurde der wertvolle Stützpunkt im Südatlantik durch eine britische Garnison, die zeitweise über hundert Soldaten umfasste.
1832 begann sich dann das Ende der für die Weissen recht angenehmen Kolonialzeit abzuzeichnen: Damals entliess die Ostindische Gesellschaft - unter dem Druck der Öffentlichkeit - sämtliche Sklaven auf Sankt Helena in die Freiheit. Manche weissen Grundbesitzer kehrten daraufhin der Insel den Rücken und überliessen ihre vormals gepflegten Häuser, Gärten und Pflanzungen dem Zerfall. Dasselbe geschah ein Jahr später, 1833, als die Insel von der Ostindien-Gesellschaft in den Besitz der britischen Krone überging und sich etliche weisse Siedler mit der neuen Regierung nicht anfreunden konnten.
Das definitive Ende brachte schliesslich 1869 die Eröffnung des Suez-Kanals, denn nun fuhren mit einem Schlag kaum mehr Schiffe auf der Kaproute von Europa nach Südasien. Damit fielen die Handels- und Verdienstmöglichkeiten auf Sankt Helena weitgehend dahin. Wiederum erfolgten viele Auswanderungen. Zurück blieben fast nur die Ärmsten - Selbstversorger, die mit ihren Mischkulturen, ein paar Ziegen, Hühnern und Schweinen und etwas Fischfang mehr schlecht als recht zu überleben vermochten.
Einen gewissen Aufschwung erlebte Sankt Helena dann wieder nach 1907, als ein Unternehmen begann, im grossen Stil Neuseeland-Flachs anzupflanzen. Die mannshohen Blätter dieser Pflanze enthalten Bastfasern, die sich ihrer Länge und Festigkeit wegen besonders gut zur Herstellung von Schnüren, Seilen und Tauen eignen. Während der nächsten sechzig Jahre verhalf dies vielen Bewohnern Sankt Helenas zu einem geregelten Einkommen und der kleinen Kronkolonie zu einem bescheidenen Wohlstand.
Als dann aber die petrochemische Industrie in den fünfziger Jahren begann, ausserordentlich reissfeste und zudem sehr billige synthetische Fasern zu produzieren, trocknete der Markt für Flachsfasern rasch aus. 1966 kam das endgültige Aus für die Flachs-Industrie auf Sankt Helena, als schliesslich auch die britische Post, welche bis zu diesem Zeitpunkt nur Schnüre aus Sankt Helena-Flachs verwendet hatte, zu synthetischem Material überging.
Seither besitzt Sankt Helena wiederum keine nennenswerten Einnahmequellen mehr und muss darum vom europäischen Mutterland massiv finanziell unterstützt werden. Die schwierige wirtschaftliche Situation der kleinen Kronkolonie spiegelt sich deutlich in der Altersstruktur der vorwiegend dunkelhäutigen Bevölkerung wider: Der Anteil der unter 16 Jahre alten und derjenige der über 50 Jahre alten Inselbewohner sind unnatürlich gross, während die erwerbsfähige Alterklasse deutlich unterrepräsentiert ist. Tatsächlich veranlasst die geringe Zahl von Verdienstmöglichkeiten auf Sankt Helena viele jüngere Leute dazu, ihr Glück in Grossbritannien oder sonstwo im Ausland zu suchen, wobei ihre Kinder häufig in der Obhut der Grosseltern oder anderer Verwandter zurückgelassen werden.
«Ship Day», der Tag, an dem das reguläre zweimonatliche Fährschiff in der James Bay anlegt, zeigt, dass die Familienbande hierunter keineswegs zu leiden brauchen: Ganz Jamestown ist an diesem Tag jeweils von Leben erfüllt. Aus allen Inselteilen kommen die Menschen herbei, und praktisch alle 800 auf der Insel registrierten Motorfahrzeuge sind dann zu sehen. Man trifft Verwandte und Bekannte aus anderen Inselteilen. Überall wird geschwatzt und gelacht, und besonders vor dem Postbüro herrscht grosses Gedränge. Denn jedes Mal bringt das Fährschiff Tausende von Briefen und Päckchen von den Lieben in der Ferne, und da man auf Sankt Helena den Zustelldienst nicht kennt, holt eben jeder seine Post möglichst rasch selber ab.
Kasten: Napoleons letzte Station
Am 15. Oktober 1815 traf das britische Kriegsschiff «Northumberland» mit Napoleon Bonaparte an Bord in Sankt Helena ein - und damit war das kleine Inselterritorium für rund sechs Jahre in aller Munde. Ganz Europa war begierig zu wissen, wie es dem gescheiterten Kaiser der Franzosen im Exil erging.
Untergebracht wurde Napoleon in Longwood House, dem grosszügigen Sommersitz eines vermögenden englischen Offiziers, welches auf der rund 500 Meter ü.M. liegenden Longwood-Ebene im Nordosten der Insel gelegen war. Gegen 30 Personen umfasste der «Hofstaat» Napoleons (Gesellschafter, Leibarzt, Kämmerer, Hausmeier, Diener, Koch, Barbier, Schneider usw.), und das Leben in Longwood House wurde sehr stilvoll geführt. Zum Abendessen bei Kerzenlicht erschienen Napoleon, seine Gesellschafter und etwaige Besucher mit ihren Damen in Galauniform bzw. Abendkleidung, die Dienerschaft servierte in Livree, und alle Regeln des Protokolls wurden strikt eingehalten.
Das militärische Aufgebot auf Sankt Helena wurde des prominenten Kriegsgefangenen wegen massiv erhöht, denn die Briten wollten kein Risiko eingehen, dass Napoleon fliehen oder von aussen befreit werden könnte. Die Garnison wurde auf 2800 Mann aufgestockt. Fünf Fregatten lagen ständig einsatzbereit in der James Bay; sechs mittelgrosse Briggs waren ununterbrochen auf Beobachtungsfahrt in den umliegenden Gewässern. 500 Kanonen sicherten jede mögliche Anlegestelle an der Küste von Sankt Helena. Und Wachen patrouillierten ununterbrochen um den Garten von Longwood House herum.
Napoleon war über dieses enorme Ausmass militärischer Vorkehrungen, das ihm keinerlei Hoffnung auf eine Flucht liess, betrübt. Noch mehr aber machten ihm die vielen Bestimmungen der britischen Regierung zu schaffen, die seine Bewegungsfreiheit einschränkten und ihn in seinem Status herabwürdigten. So war es strikt verboten, Napoleon als «Kaiser» anzusprechen; die korrekte Anrede lautete «General Bonaparte». Seine Post wurde durch den Gouverneur persönlich kontrolliert. Ausflüge waren nur in einem eng begrenzten Gebiet erlaubt. Und um neun Uhr abends war strikte Sperrstunde für alle Bewohner von Longwood House. Diese und viele weitere kleinliche Regelungen schienen nur dazu bestimmt zu sein, unnötigen Verdruss in Longwood House zu verursachen.
Kein Wunder war die Atmosphäre innerhalb der kleinen Gemeinschaft oft wenig erfreulich. Die kleinsten Meinungsverschiedenheiten arteten in böse Dispute aus. Unbedeutende Unregelmässigkeiten bei Tisch gaben Anlass zu heftigem Streit. Und bittere Langeweile lastete wie Blei auf Longwood House.
Bereits 1818 erlitt Napoleon erste Krankheitsanfälle, die von Fieber, Erbrechen und starken Leibschmerzen geprägt waren. Sie wiederholten sich von da an schubweise alle paar Wochen und fesselten Napoleon oft tagelang ans Bett. Im Herbst 1820 wurden die Anfälle dann häufiger und heftiger, und bald konnte Napoleon das Haus kaum mehr verlassen. Schliesslich, in der Abenddämmerung des 5. Mai 1821, verstarb der gedemütigte Herrscher im Kreise seiner Vertrauten.
Napoleons Leibärzte hatten ursprünglich eine chronische Leberentzündung diagnostiziert. Die Obduktion zeigte dann aber, dass mit grösster Wahrscheinlichkeit ein riesiges Magengeschwür für die Beschwerden und den Tod Napoleons verantwortlich gewesen war. Später kam zwar auch das Gerücht auf, Napoleon sei an einer Arsenvergiftung gestorben, doch konnten dafür keine konkreten Beweise erbracht werden.
Napoleon wurde auf Sankt Helena oberhalb des Sane-Tals in einem schlichten Grab zwischen zwei Trauerweiden beerdigt, und es hiess, Napoleon habe selbst gewünscht, an diesem ruhigen Ort seine letzte Ruhestätte zu finden. Dessen ungeachtet wurden Napoleons sterbliche Überreste 1840 nach Frankreich verbracht und dort feierlich unter der mächtigen Barockkuppel im Invalidendom bestattet. Noch immer existiert aber das Grab auf Sankt Helena. Es ist ein Denkmal für den Mann, der die kleine, abgelegene Insel im Südatlantik der ganzen zivilisierten Welt bekannt machte.
Kastenlegende:
Hier, in Longwood House, verbrachte Napoleon Bonaparte seine schwere Zeit der Verbannung. Nebelschwaden legten sich schon damals häufig auf das Haus und trugen zur bedrückten Stimmung des Gefangenen bei. Longwood House ist so erhalten, wie es sich zur Zeit Napoleons darbot, und ist heute ein öffentliches Museum.
Bildlegenden
Jamestown, an der Nordwestküste Sankt Helenas im engen Chapel Valley gelegen, ist der Hauptort der kleinen britischen Kronkolonie im Südatlantik. Rund ein Viertel der 6000 Menschen zählenden Inselbevölkerung lebt und arbeitet hier. Im Hintergrund ist die James Bay, der einzige sichere Hafen Sankt Helenas, erkennbar.
Von der Terrasse des Hotels «Consulate» fällt der Blick auf die einzige Geschäftsstrasse Sankt Helenas: die «Main Street» in Jamestown mit ihren vielen gut erhaltenen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Bei lediglich 800 Motorfahrzeugen auf der ganzen Insel sind Verkehrsprobleme vorerst noch unbekannt.
Wie hier bei Sandy Bay an der Südküste macht Sankt Helena vom Meer aus überall einen abweisenden, unwirtlichen Eindruck. Die im Mittelgrund aufragende Basaltsäule heisst «Lot's Wife». Im Hintergrund rechts ist «Diana's Peak», mit 823 Metern der höchste Berg der Insel, sichtbar.
Im Gegensatz zur öden Küstenregion ist das Innere Sankt Helenas sehr fruchtbar. In jüngerer Zeit sind hier mit Hilfe britischer Entwicklungshilfsgelder forst- und landwirtschaftliche Mustergüter entstanden, welche die ökonomische Situation der Kronkolonie verbessern sollen und gleichzeitig als Schulen dienen.
Die Lebensbedingungen auf Sankt Helena sind aufgrund sehr beschränkter Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten ziemlich schlecht. Besonders jüngere Inselbewohner wandern daher vielfach aus. Diese junge Familie will im Rahmen eines von der Regierung geförderten Projekts auf die Falklandinseln übersiedeln.
Der Schulbesuch ist auf Sankt Helena für alle Kinder zwischen 5 und 15 Jahren obligatorisch und kostenlos. Da die unter 16 Jahren alten Inselbewohner rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung ausmachen, belasten die Kosten des Schulsystems das ohnehin magere Budget der kleinen Kolonie sehr stark.
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