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Stefan Marthaler, wie und wann bist du zum Volkstheater gekommen?
Vor meinem ersten Engagement beim Volkstheater Wädenswil spielte ich bei der Theatergruppe Bühne frei. Für die Produktion «Scapin» im Jahr 2000 suchte das Volkstheater Wädenswil einen jungen Spieler für die Rolle des Leandre. Eine ehemalige Arbeitskollegin meines Vaters, welche zu diesem Zeitpunkt beim Volkstheater Wädenswil mitwirkte, wusste von meiner Theatertätigkeit und fragte mich deshalb an, ob ich diese Rolle übernehmen wolle. Ich war von der Professionalität des Volkstheaters Wädenswil bereits damals sehr beeindruckt, weshalb mich diese Anfrage sehr ehrte. So kam es dazu, dass ich im Jahr 2000 ein erstes Mal für das Volkstheater Wädenswil spielte.
Welches waren deine Tätigkeiten/Aufgaben im VtW?
Nach meiner Bühnenpremiere beim Volkstheater Wädenswil im Jahr 2000 wirkte ich auch in den nachfolgenden Produktionen als Schauspieler mit. 2001 wurde ich angefragt, ob ich in den Vorstand kommen möchte. Nachdem ich als Aktuar und Verantwortlicher für die Werbung arbeitete, übernahm ich 2004 dann die Funktion des Kassiers, welche ich abgesehen von einem kurzen Unterbruch zwischen 2014 bis 2016 bis zum heutigen Tag wahrgenommen habe. Neben dem Führen der Buchhaltung beinhaltet die Aufgabe des Kassiers auch die Organisation des Ticketvorverkaufs/Abendkasse. Neben meiner Vorstandstätigkeit versuchte ich auch noch so oft wie möglich meiner ursprünglichen Leidenschaft, der Schauspielerei, nachzukommen. Letztmals stand ich 2015 für die Produktion «Der nackte Wahnsinn» auf der Bühne.
Welches war deine absolute Traumrolle? Welche Rolle hättest du noch gerne gespielt?
Nachhaltig bleiben wird mir sicherlich meine erste Rolle für das Volkstheater Wädenswil als Leandre im Stück «Scapin». Die Professionalität des Volkstheaters Wädenswil hatte mich damals schwer beeindruckt. Die Kostüme, die Regie, das Bühnenbild, das Licht, die Maske … einfach alles wurde mit einem unglaublichen Engagement betrieben. So konnte ich mich als Schauspieler voll auf die Spieltätigkeit konzentrieren. Während meiner gesamten Spielertätigkeit gab es keine Rolle, mit welcher ich mich nicht identifizieren konnte. Ein Höhepunkt war sicher die Rolle des Romeos in «Romeo und Julia». Die Hauptrolle in einem solchen Klassiker lässt sich schwer toppen.
Was kannst du zum Stichwort «Lampenfieber» sagen?
Lampenfieber gehört für mich dazu. Zu meiner Jugendzeit bin ich damit etwas lockerer umgegangen. In der Zwischenzeit habe ich begonnen vor den Vorstellungen Rituale durchzuführen, welche mir helfen, das Lampenfieber etwas besser zu kontrollieren. Sobald ich aber auf der Bühne bin, bin ich dermassen konzentriert, dass das Lampenfieber wie weggeblasen ist.
Welches war dein lustigstes Erlebnis im Volkstheater Wädenswil?
Während meiner Spielzeit sind immer wieder Pannen passiert, welche einem im Zeitpunkt, in dem sie passieren, für kurze Zeit den Atem stocken lassen, über welche man hinterher aber herzhaft lachen kann. Bei Scapin gab es eine Szene, in welcher Tina und Rosalba auf die Bühne rennen und bei einem Zusammenprall ihre Taschen vertauschen sollten. Rosalba hatte ihren Auftritt verpasst. Als sie ihren Fehler bemerkte und auf die Bühne rannte, betrat sie diese lachend. In der Stresssituation hat sie die falsche Szene angefangen. Wie die beiden die Misere gelöst haben, weiss ich nicht mehr, aber nach der Vorstellung konnten wir über den Vorfall herzlich lachen.
Treffen Sie das Volkstheater Wädenswil
– an der öffentlichen Probe, 20. Juni
– an der Jubiläumspremière am Freitag, 18. September
2020 feiert das Volkstheater Wädenswil sein 75-Jahr-Jubiläum. Der Wädenswiler Anzeiger begleitet das Jubeljahr und porträtiert monatlich ein Vereinsmitglied.
Irene Knabenhand-Lutz
Stefan Marthaler
Martina Hitz
Peter Weber