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1999 hat Tansania ein ehrgeiziges Programm zur Reform des Gesundheitssystems lanciert, mit dem Ziel, effizientere Leistungen bereitzustellen. Zu diesem Zweck wurden die Verwaltung und die Finanzierung des Gesundheitssystems neu überdacht, einschliesslich der Aufteilung der Kosten zwischen öffentlichen Institutionen, Gebern und Klienten. Die Finanzierung des Gesundheitswesens ist eine der grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung.
Um das Gesundheitssystem zu verbessern, sind Massnahmen erforderlich, die zum einen auf die Nachfrage und zum anderen auf das Angebot von Gesundheitsleistungen ausgerichtet sind. Daher konzentriert sich das «Programm zur Förderung und Stärkung des Gesundheitssystems» der DEZA sowohl auf das gemeinschaftliche Krankenvorsorgesystem und auf die Gesundheitsförderung in den Dörfern (Nachfrage) als auch auf die Medikamentenabgabe und den Unterhalt der Infrastruktur (Angebot).
Die zentrale Rolle der Krankenversicherungen
Die DEZA unterstützt die Umstrukturierung der gemeinschaftlichen Gesundheitsfonds, mit dem Ziel, diese in eigentliche Vorsorgesysteme für den Krankheitsfall umzuwandeln. Alle Mitglieder der registrierten Haushalte erhalten eine elektronische Karte, mit der sie sich in allen öffentlichen Gesundheitszentren der Region kostenlos behandeln lassen können. Früher hatten die Patientinnen und Patienten nur Zugang zu den Diensten im Gesundheitszentrum, in dem sie registriert waren. Zwischen Juli 2012 und Dezember 2013 haben sich 33 000 Haushalte für das neue Vorsorgesystem angemeldet, und die eingenommenen Prämien belaufen sich auf fast CHF 230 000. Die Verbesserung dieser Krankenversicherungen ist zentral für die Stärkung des tansanischen Gesundheitssystems.
Das neue Programm, das auf Anfrage der tansanischen Behörden lanciert wurde und von den lokalen politischen und administrativen Behörden mitgetragen wird, ist ein Pilotprojekt, mit dem die Funktionsfähigkeit des Systems der gemeinschaftlichen Gesundheitsfonds getestet werden soll. Erweist sich dieses Modell als erfolgreich, so wird es auf andere Regionen des Landes ausgeweitet.
Medikamentenvorräte und Unterhalt der Infrastruktur
Um die Zahl der Klientinnen und Klienten zu erhöhen und die Vorsorge langfristig zu sichern, braucht es eine qualitativ gute Gesundheitsversorgung. Diese ist abhängig von verschiedenen Faktoren, die im Rahmen des Programms berücksichtigt wurden. Dazu gehören namentlich eine gut unterhaltene Infrastruktur, intaktes Pflegematerial oder auch ein erleichterter Zugang zu Medikamenten. Die DEZA hat in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor ein dezentralisiertes System für die Medikamentenabgabe eingeführt. Es wurde ein Lieferant ausgewählt, die im Fall von Versorgungsengpässen des öffentlichen Dienstes die Nachfrage decken. Ausserdem wurden in jedem Distrikt zwei Techniker mit dem Unterhalt der Infrastruktur betraut. Die DEZA stellt ihnen technische Unterstützung und Ausbildungsmodule zur Verfügung.
Eine auf die realen Bedürfnisse ausgerichtete Gesundheitsversorgung
Die Gesundheit lässt sich nur verbessern, wenn in die Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Thema investiert wird. Das Einstehen für eine Gesundheitsversorgung für alle bewirkt bedeutende Verhaltensänderungen. Die DEZA hat in einem ersten Schritt in 110 Dörfern der Region Dodoma die Dorfbewohner gefragt, welches ihre vorrangigen Gesundheitsprobleme sind und wie sie diese lösen würden. In einem zweiten Schritt werden die Dörfer von der DEZA und den Gesundheitsbehörden bei der Umsetzung der von ihnen erarbeiteten Aktionspläne unterstützt. Um die Gesundheitsleistungen auf die realen Bedürfnisse der Bevölkerung auszurichten, ist der Einbezug von Vertreterinnen und Vertretern der Dorfgemeinschaften unumgänglich. Durch ihre aktive Beteiligung an der Führung der Einrichtungen und den Tätigkeiten zur Krankheitsprävention werden sie zu wichtigen Akteuren des Wandels. Dies wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der tansanischen Bevölkerung aus.
50 Jahre Engagement
Die Schweiz engagiert sich seit den 1960er-Jahren in Tansania. Sie spielt insbesondere im Gesundheitsbereich eine zentrale Rolle, indem sie den Zugang zu medizinischer Versorgung fördert und gegen die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria kämpft. Besonders gefährdete Personen wie Kinder, Frauen und Ältere erhalten spezielle Aufmerksamkeit. Die Förderung und die Finanzierung der Gesundheitsversorgung gehören ebenfalls zu den Prioritäten der Schweiz.