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Das kleine Mädchen einer Bauernfamilie von Oberhof hatte den Auftrag, Bohnenstangen in der Bergwaldung Saal zu hauen, und war eben beschäftigt, sich an den Stamm einer jungen Föhre zu machen. Das Bäumchen ragte auf drei gleichmässig emporstehenden Wurzeln dreifussartig aus den Boden und liess so unter sich einen kleinen Hohlraum leer.
Da kam nach dem ersten Axthiebe ein junger Stollenwurm drunter hervor und auf das Kind los. Er war graufarbig, nicht ganz armslan, in Leibesmitte von Katzendicke, hatte zwei aufrechtstehende, rundgeschnittene Öhrlein, fleischig und unbehaart, und lief auf zwei kurzen Vorderfüssen mit breiten Tätzchen. So war die ganze Erscheinung eine niedliche, allein vorm in Kopfe sassen ihm befremdlich grosse Augen, rund wie Rädlein und hell wie Neutaler. Dieser überaus glänzende Blick trieb das Kind augenblicklich in die Flucht.
Die Erzählerin, welche dieses in ihrer Kindheit erfahren, ist nun eine siebenzigjährige Wittwe. Sie beharrt nicht nur jetzt noch auf der täuschungslosen Wahrheit des Erlebten, sondern fügt bei, die Erscheiunung jenes Stollenwurms sei zusammengetroffen mit dem damaligen aussergewöhnlichen heissen Sommer.
Quelle: "Sagen aus dem Fricktal", Frick, 1987/88
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