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Finnland: Grabarbeiten für erste Lagerstollen beginnen
In Finnland werden die ausgedienten Brennelemente in Stahl-Kupfer-Behältern von rund 1 m Durchmesser eingeschlossen und in vertikalen, rund 8 Meter tiefen Bohrlöchern im Boden der Lagerstollen eingelagert. Der Hohlraum zwischen Behälter und Fels wird mit Bentonit verfüllt, einer speziell behandelten natürlichen vulkanischen Asche. Die Lagerstollen befinden sich in einer Tiefe von rund 400 m. Je ungefähr 30 Stahl-Kupfer-Behälter für ausgediente Brennelemente werden in einem Stollen platziert. Die genaue Anzahl hängt davon ab, wie viele Bohrlöchern im Boden der Lagerstollen gebohrt werden können, was wiederum durch das Volumen des geeigneten Gesteins bestimmt wird. 30 Behälter können etwa 65 t ausgediente Brennelemente aufnehmen.
Der Ausbruch der ersten fünf Lagerstollen in den nächsten 18 Monaten sind der Beginn umfangreicher Bauarbeiten. Es wird geschätzt, dass während der 100-jährigen Betriebsdauer des Tiefenlagers 100 Lagerstollen mit einer Gesamtlänge von etwa 35 km ausgehoben werden. Der längste Stollen wird 350 m lang sein. Die Stollen sind etwa 4,5 m hoch und 3,5 m breit.
Die finnischen Entsorgungsgesellschaft Posiva Oy bezeichnete den Beginn der Grabarbeiten für die Lagerstollen als bedeutenden Meilenstein nach Jahren der Forschung und Entwicklung am Standort. Die finnische Radiation and Nuclear Safety Authority (Stuk) hatte die Arbeiten zuvor freigegeben. Die Posiva werde voraussichtlich die erste Betreiberin sein, die mit der geologischen Tiefenlagerung ausgedienter Brennelemente beginnen könne, so das Unternehmen.
Die Posiva ist für die endgültige Entsorgung des ausgedienten Kernbrennstoffs verantwortlich, der aus dem Kernkraftwerk Olkiluoto der Teollisuuden Voima Oyj (TVO) und aus dem Kernkraftwerk Loviisa der Fortum Oy stammt. Die TVO besitzt 60% und die Fortum besitzt 40% der Posiva.
Die Regierung Finnlands hatte am 12. November 2015 dem Bau des weltweit ersten Tiefenlagers für hochaktive Abfälle grünes Licht gegeben. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im Juni 2019. Im September 2019 feierte die Posiva die Grundsteinlegung für die oberirdische Verkapselungseinrichtung. Dort wird der ausgediente Brennstoff in die Stahl-Kupfer-Kanistern verpackt und danach in einen der Lagerstollen verbracht. Der Betrieb dieses voraussichtlich weltweit ersten Tiefenlagers soll Mitte der 2020er-Jahren beginnen.