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Fachleute schätzen, dass knapp ein Fünftel der Fünfjährigen, rund fünf Prozent der Zehnjährigen und etwa ein Prozent der Erwachsenen ins Bett machen. Doppelt so viele Knaben wie Mädchen sind davon betroffen.
Ein Kind muss die Fähigkeit, die Blase zu kontrollieren, zuerst erlernen. Deshalb ist Bettnässen erst ab fünf Jahren ein ernst zu nehmendes Problem.
Ein möglicher Grund fürs Bettnässen kann ein Mangel des Hormons ADH (antidiuretisches Hormon) sein. Dieses schränkt in der Nacht die Harnproduktion ein. Leidet ein Kind unter ADH-Mangel, kann sie sich verdoppeln. Denkbar ist auch eine Vererbung: War ein Elternteil Bettnässer, beträgt das Risiko für das Kind fast 50 Prozent; waren beide betroffen, sind es rund 75 Prozent.
- Medgate empfiehlt Britta K., mit ihrem Sohn zum Kinderarzt zu gehen, um eine organische Ursache auszuschliessen (zum Beispiel einen Harnweginfekt). Zu diesem Zweck wird der Kinderarzt einen herkömmlichen Check-up machen, dann den Urin untersuchen sowie eine Ultraschalluntersuchung von Nieren und Harnblase vornehmen. Auch wird er die Mutter bitten, während einiger Tage zu protokollieren, wann Julius wie viel trinkt und wann er wie viel uriniert.
- Viele Kinder nehmen zwei Drittel ihrer Trinkmenge oder sogar mehr am Nachmittag und am Abend ein. Deshalb kann es schon helfen, mehr am Vormittag zu trinken. Wichtig ist auch, die Kinder zu motivieren, etwa mit dem Gestalten eines «Sonne-Wolken-Kalenders»: Eine Sonne gibts für trockene Nächte, eine Wolke für nasse. Die Kinder sollen für erfolgreiche Nächte belohnt statt für misslungene bestraft werden.
- Bringt dies keinen Erfolg, besteht die Möglichkeit, ein so genanntes Klingelhöschen anzuwenden: Nimmt der Fühler darin Feuchtigkeit wahr, wird das Kind durch ein Klingelsignal geweckt. Dadurch lernt es, entweder trocken durchzuschlafen oder aber den Füllungsdruck der Blase wahrzunehmen und davon wach zu werden. Rund zwei Drittel der Kinder werden durch diese Therapien trocken.
- Ein weiterer Ansatz ist, den ADH-Mangel auszugleichen. In der Regel erfolgt dies über einen Nasenspray. Die Wirkung setzt meist innert weniger Tage ein, und Nebenwirkungen sind selten. Achtung: Viele Kinder werden nach Absetzen des Medikaments zunächst rückfällig.
Welche Therapie auch immer gewählt wird: Entscheidend ist, über das Bettnässen zu reden, zumal die Zahl der Betroffenen beträchtlich ist. Dies war auch für Britta K. eine hilfreiche Erkenntnis.
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