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Die halluzinogenen Erfahrungen mit LSD haben zu erstaunlichen Kunstwerken geführt, die auch als psychedelische Kunst oder Hippie-Kunst bezeichnet werden. Farbenprächtige Bilder mit kreisenden Formen, ein Kaleidoskop von Gebilden und Spiralen wurden sogar im Rahmen von klinischen Tests erstellt und analysiert. Die Künstler malten das gleiche Objekt einmal im nüchternen Zustand und ein zweites Mal nach der Einnahme von LSD. Dass Drogen die Kreativität steigern, davon wussten bereits frühere Künstler und Schriftsteller wie Edgar Allan Poe.
LSD und die Hippies
Unter dem Einfluss von LSD entstand in den 1960er Jahren eine künstlerische Bewegung, die von Kalifornien ausging und bald weltweit bekannt war. Die Hippies trafen sich, um in einem Rausch ausdrucksstarke und wilde Bilder zu schaffen. Teilweise schlossen sie sich mit Musikern zusammen, die in der Folge auf die psychedelische Kunst zurückgriffen, um einzigartige Plattencover zu erhalten. Florale Elemente zeugen noch heute von der Flower Power der damaligen Zeit, in der Künstler wie Rick Griffin und Victor Moscoso sich einen Namen machten.
In Europa entwickelte sich die LSD-Kunst daraufhin ebenfalls relativ zügig. Unter anderem arbeitete Pink Floyd mit einer Gruppe von Designern zusammen, die unter dem Namen Hipgnosis ein individuelles Design für die Musiker entwarf. Auch die Beatles spielten auf bewusstseinserweiternde Drogen an, nicht nur in ihren Songs, sondern auch mit der leuchten Farbgestaltung ihres aktuellen Albums „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ und des Films „Yellow Submarine“.
In Österreich war der Maler Arnuf Rainer in den 1960ern als psychedelischer Künstler bekannt; in Deutschland befasste sich Richert P. Hartmann, gleichzeitig Kunstverleger und Arzt, mit LSD-Experimenten, die er mit Künstlern durchführte und genau dokumentierte. Der ebenfalls aus Deutschland stammende Mati Klarwein, der das Plattencover für Carlos Santanas „Abraxas“ schuf, galt ebenfalls als psychedelischer Maler, doch er bestritt, dass er jemals nach der Einnahme von Drogen gemalt hatte.
Die psychedelische Kunst bezeichnet keine eindeutige Stilrichtung, sondern künstlerische Experimente mit Drogen wie LSD oder Meskalin, bzw. die Auswirkung der Psychedelika auf die Kreativität. Die Wiedergabe der Sinneseindrücke unter Drogeneinfluss auf die Leinwand zu bringen, stellt sowohl die Künstler als auch die Betrachter vor eine besonders Herausforderung. Durch die Reizüberflutung werden Emotionen stimuliert, die quasi die Drogenerfahrung selbst nachspielen. Die reine Kunstform entsteht durch einen Trance-ähnlichen Zustand und kann in verstärkter Form sogar zu epileptischen Krämpfen führen.
Die künstlerischen Werke, die unter Drogeneinfluss geschaffen wurden, stammen grösstenteils aus den USA und Grossbritannien. Die Künstler berufen sich auf ihre Ursprünge aus den 1960er Jahren und erinnern an die Hippiebewegung, die Beat-Generation bzw. auf die Umwandlung der damaligen Stimmung in künstlerische Produkte sowie in die heutige Zeit. Ihre psychedelischen Erfahrungen stellen für sie die Inkarnation der Kreativität dar, sei es als Bild, Ton oder Wort.
Mittlerweile werden auch die digitalen Möglichkeiten für die psychedelischen Kunstwerke genutzt. Videorückkopplungen, fraktale Animationen und farbgewaltige Grafiken sind die Basis für die Erschaffung von surrealen Bildern und Welten. Die moderne psychedelische Kunst, die nicht notwendigerweise von LSD angeregt wird sondern in den technischen Möglichkeiten ihre Basis findet, zeigt sich in Avataren und ermöglicht ein neues Bewusstsein, das im digitalen Bereich eine direkte Erweiterung findet.