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Jean-Frédéric Jauslin wurde 1954 in Le Locle (NE) geboren. Er studierte Mathematik und Informatik an der Universität Neuchâtel. Nach dem Doktorat an der ETH Zürich arbeitete er in der Privatwirtschaft als Leiter der Informatikabteilung einer Versicherungsgesellschaft.
1990 wurde er Direktor der Schweizerischen Nationalbibliothek und leitete in dieser Funktion die Reorganisation der Bibliothek in den Bereichen Betriebsabläufe, Informatik, Bestandserhaltung und Bestandssicherung. Er optimierte die Koordination mit anderen Bibliotheken und Fachinstitutionen auf nationaler und internationaler Ebene. 2002 wurde er Präsident der Conference of European National Librarians CENL der Direktorinnen und Direktoren von über vierzig europäischen Nationalbibliotheken. Zwischen 1995 und 2005 präsidierte er MEMORIAV, den Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturerbes.
Seit April 2005 ist Jean-Frédéric Jauslin Direktor des Bundesamtes für Kultur.
Unter seiner Leitung wurde das Kulturförderungsgesetz des Bundes vorbereitet, das die koordinierte Unterstützung der Kultur auf nationaler Ebene sicherstellt. Für die Museen des Bundes wurde eine neue Verwaltungsstruktur eingeführt, wobei das Schweizerische Nationalmuseum einen unabhängigen Rechtsstatus erhielt. Das Bundesamt verfolgt eine Politik zur Förderung der kulturellen Vielfalt und der Unterstützung von Minderheiten. In diesem Sinne setzt es sich ein für die Erhaltung der Landessprachen, ein Anliegen, das durch die Verabschiedung des Sprachengesetzes durch das Parlament bestätigt wurde. In den Bereichen Film und visuelle Kunst entwickelte das Amt unter Jean-Frédéric Jauslin eine aktive Förderungspolitik, die insbesondere auf der Verleihung eidgenössischer Preise beruht, die den Kunstschaffenden auf nationaler Ebene zu vermehrter Anerkennung und Beachtung verhelfen. In die Amtszeit von Jean-Frédéric Jauslin fallen auch vier neue Einträge in das Welterbe der UNESCO: das Weinbaugebiet des Lavaux, die Rhätische Bahn, La Chaux-de-Fonds - Le Locle und die Pfahlbaustätten, eine transnationale serielle Kandidatur unter der Leitung der Schweiz in Zusammenarbeit mit fünf zentraleuropäischen Ländern.
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