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Eingelagert in eine ausgeprägte westliche bis südwestliche Höhenströmung wurde der Alpenraum zwischen Ende April und Anfang Mai immer wieder von starken Regenfällen erfasst, welche an der Luftmassengrenze zwischen subtropischer Luft über dem Mittelmeerraum und weniger warmer Luft über Nordeuropa entstanden. Auf dem Zürichberg ergossen sich zwischen dem 25. April und dem 6. Mai rund 140 mm Regen. In nur 12 Tagen fiel fast so viel Regen wie sonst im März und April zusammen. Zuvor herrschte im April eigentlich Trockenheit mit lediglich zwei Regentagen zwischen dem 5. und 25. April.
Muster wiederholt sich
Dieses Muster mit einer mehrwöchigen Trockenperiode und anschliessender Regenphase konnte in diesem Jahr nun bereits zum dritten Mal in Folge beobachtet werden. So fiel vom 3.-20. Februar kein Niederschlag bevor es bis zum 4. März regnerisch war mit nur drei Tagen, die trocken über die Bühne gingen. Die Niederschlagsmengen in dieser 12-tägigen Regenperiode waren mit knapp 30 mm in Zürich jedoch bescheiden. Es folgte eine neue zweiwöchige Trockenperiode mit viel Sonnenschein vom 5.-20. März, die dann abermals von einer zweiwöchigen Regenphase mit nur drei Tagen ohne Regen abgelöst wurde. Vom 21. März bis Ostern fielen in Zürich rund 100 mm, deutlich mehr als sonst im ganzen April. Die dritte Trockenperiode verlief, wie eingangs erwähnt, zwar länger (fast drei Wochen) aber mit einem kurzen regnerischen Intermezzo in der Mitte (17. April). Die anschliessenden Regenfälle bis zum 6. Mai dauerten erneut 12 Tage und waren nur von drei regenfreien Tagen durchzogen. Die Wetterlage war immer die gleiche. Ein Hochdruckgebiet verlagerte sich über den Alpenraum. Kaum jemand ahnte, dass eine mehrwöchige Trockenperiode folgen würde, doch das Hoch wich kaum von der Stelle. Immer mehr Tiefdruckgebiete versuchten das Hochdrucksystem zu durchbrechen. Dies gelang dann jeweils und änderte die Grosswetterlage grundlegend und nachhaltig für die nächsten rund zwei Wochen. In der Meteorologie kennt man solche Wiederholungsmuster, jedoch dauern diese in der Regel fünf bis sieben Tage, aber nicht 12-20 Tage wie in diesem Jahr. Ob sich das bewährte Muster auch im weiteren Verlauf durchsetzt, werden die kommenden Wochen zeigen, in den Wettermodellen ist zumindest nichts zu erkennen. Das bedeutet jedoch nichts, denn das beobachtete Muster wurde bisher ebenfalls nicht richtig prognostiziert.
Frühsommer-Monsun
Mit dem Frühling steigen erfahrungsgemäss in der Schweiz auch die Temperaturen und es gibt wieder deutlich mehr Sonnenschein als im Winterhalbjahr, aber es beginnt in der Schweiz dann auch die eigentliche Regenzeit. Im Sommerhalbjahr von April bis September kann im langjährigen Mittel 60 % der jährlichen Niederschlagssumme gemessen werden. Die Monate Mai bis August sind die niederschlagsreichsten im ganzen Jahr. Das war in der Schweiz schon immer so und trotzdem hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Starke Regenfälle im Frühsommer wurden seit 1991 häufiger verzeichnet als in der Periode 1961-1990. Zwischen Mai und anfangs Juli ist in den letzten Jahren ein richtiger Frühsommer-Monsun entstanden. Die Auswertung von historischen Wetterdaten der MeteoSchweiz an der Wetterstation in Zürich zeigt, dass die 7-Tages-Niederschlagssumme in den letzten 25 Jahren (seit 1991) Anfang Mai und Anfang Juli deutlich zugenommen hat gegenüber dem langjährigen Mittel der Jahre 1961-1990. Gab es früher Anfang Mai über sieben Tage hinweg Regenmengen von 25 mm, sind es heutzutage mehr als 40 mm. Noch deutlicher ist der Niederschlagszuwachs in Zürich Anfang Juli. Während früher durchschnittliche 7-Tages-Niederschlagssummen von 25 mm erfasst wurden, waren es in den letzten 25 Jahren 45 mm. Die Niederschläge haben sich gegenüber früher aber nicht zeitlich verschoben, sondern kamen zusätzlich zur anhin schon nassen Jahreszeit noch obendrauf. Es zeigt sich, dass der Frühsommer-Monsun in Zürich in drei Schüben kommt. Ein erster Schub Anfang Mai, ein zweiter Ende Mai und Anfang Juni und ein dritter Anfang Juli. Danach wird die Witterung in der Regel etwas trockener. Diese Veränderung in den Niederschlägen passt nicht ganz in die prognostizierte Veränderung im Zuge der globalen Erwärmung. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass die Niederschläge im Sommer in Zukunft abnehmen werden. Eine Trendwende ist nach den starken Regenfällen und Mai-Überschwemmungen auch in diesem Jahr aber noch nicht absehbar. Hoffnung für einen nicht zu nassen Frühsommer bestehen aber noch. So besagt eine Bauernregel: „Auf einen nassen Mai folgt ein trockener Juni.“ Die Trefferquote dieser Regel liegt im Alpenvorland allerdings nur bei 60 %.