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Outperformance Zertifikate
Als Partizipationsprodukt lassen Outperformance Zertifikate Anleger an der Entwicklung eines Basiswerts teilhaben – oberhalb einer festen Kursschwelle sogar überproportional.
Was sind Outperformance Zertifikate?
Mit einem Outperformance Zertifikat können Anleger überproportional an Kursgewinnen eines Basiswerts - beispielsweise einer Aktie, eines Index oder eines Rohstoffs - teilhaben, wenn dieser zur Fälligkeit oberhalb einer bestimmten Kursschwelle notiert. Liegt er darunter, entspricht der Rückzahlungswert des Outperformance Zertifikats dem Kurs des Basiswerts. Um die Chance auf überproportionale Gewinne zu erhalten, müssen Anleger also nicht gleichzeitig ein höheres Verlustrisiko als bei einem Direktinvestment in Kauf nehmen, wie es bei vielen Hebelprodukten der Fall ist.
Wie funktionieren Outperformance Zertifikate?
Outperformance Zertifikate besitzen einen Basiswert, einen Basispreis und eine Partizipationsrate. Liegt der Kurs des Basiswerts unterhalb des Basispreises, bildet das Zertifikat dessen Wertentwicklung eins zu eins ab, auch bei Verlusten. Notiert der Basiswert jedoch über dieser Kursschwelle, verbuchen Anleger mit dem strukturierten Produkt überproportional grosse Gewinne, die darüber hinaus nicht nach oben gedeckelt sind. Die genaue Höhe der Outperformance wird durch die Partizipationsrate bestimmt. Sie ist immer höher als 100 Prozent und liegt meist zwischen 120 und 200 Prozent. Notiert der Basiswert nun zum Laufzeitende über dem Basispreis, werden die Gewinne oberhalb dieser Kursschwelle mit der Partizipationsrate multipliziert und die Anleger erhalten einen entsprechend höheren Barausgleich.
Wenn der Outperformance-Mechanismus nicht greift, der Kurs per Verfall also unter dem Basispreis liegt, wird meist der Basiswert geliefert.
Eine Sonderform ist das Outperformance-Bonus-Zertifikat. Es kombiniert die Eigenschaften von Bonus Zertifikaten und Outperformance Zertifikaten und bietet Schutz durch eine garantierte Mindestrückzahlung, sofern der Basiswert eine bestimmte Kursbarriere nie berührt oder nach unten durchbrochen hat. Im Gegenzug für diese zusätzliche Absicherung fällt die Partizipationsrate meist kleiner aus, als bei normalen Outperformance Zertifikaten.
Wie werden Outperformance Zertifikate gehandelt?
Anleger können Outperformance Zertifikate direkt bei Emission erwerben oder während der Laufzeit an der Börse oder im ausserbörslichen Direkthandel mit dem Emittenten kaufen und verkaufen. Sie sollten dabei beachten, dass der Basispreis des Outperformance Zertifikats beim Kauf nicht mit dem aktuellen Kurs des Basiswertes übereinstimmen muss. Sollte der Basiswert tiefer notieren, muss er erst entsprechend stark steigen, bevor der Mechanismus greift. Riskanter ist es jedoch, ein Outperformance Zertifikat zu kaufen, wenn der Basiswert schon deutlich über dem Basispreis notiert, da sich die Hebelwirkung sonst bei Kursrückgängen deutlich negativ für den Zertifikate-Anleger auswirken kann.
Der Kurs eines Outperformance Zertifikats unterliegt während seiner Laufzeit ausserdem zusätzlichen Faktoren. So kann das Zertifikat etwa auch bei einem überschrittenen Basispreis weniger wert sein als der Rückzahlungswert, der sich durch die Partizipationsrate ergibt. Dies liegt daran, dass an der Börse noch das Risiko eines Kursrückgangs beim Basiswert vor Fälligkeit eingepreist wird. Zum Laufzeitende gleichen sich Börsenwert und theoretischer Wert des Outperformance Zertifikats jedoch immer mehr an.
Vorteile und Nachteile von Outperformance Zertifikaten
Outperformance Zertifikate bieten einen Renditevorteil gegenüber dem Direktinvestment, ohne dass Anleger dafür auch ein überproportionales Verlustrisiko in Kauf nehmen müssen. Dennoch sind überproportionale Verluste möglich, wenn das Outperformance Zertifikat zu einem Zeitpunkt gekauft wird, zu dem der Basiswert über dem Basispreis notiert und dieser anschliessend bis zum Laufzeitende fällt. In diesem Fall gibt der Kurs des Zertifikats stärker nach als der des Basiswerts.
Daneben verzichten Anleger mit einem Outperformance Zertifikate auf laufende Erträge wie etwa Dividenden, die der Basiswert möglicherweise ausschüttet. Notiert der Kurs des Basiswerts zum Laufzeitende unterhalb des Basispreises, können Besitzer des Zertifikats dadurch gegenüber den Haltern des Basiswertes trotz der identischen Performance finanziell im Nachteil sein. Ausserdem besteht – wie bei allen Zertifikaten – ein Emittentenrisiko. Sollte der Herausgeber des Outperformance Zertifikats zahlungsunfähig werden, können Anleger unabhängig vom Kurs des Basiswertes einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals erleiden.
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