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Somalia - Das Land am Horn von Afrika
Anfangs 2016 herrschte in weiten Teilen Somalias mit Ausnahme der autonomen Regionen Somaliland und Puntland weiterhin Gesetzlosigkeit und Anarchie. Die Wirtschaft in Somalia hängt vom Handel mit den Ländern auf der Arabischen Halbinsel ab.
Die Piraten, welche von den Küsten von Puntland aus operieren und den Handelsverkehr im Golf von Aden verunsichern, und der Krieg im Jemen haben der Wirtschaft Somalias beträchtlichen Schaden zugefügt.
Die meisten Menschenn im Norden Somalias sind Bauern oder Nomaden. Sie besitzen Kamele, Schafe, Ziegen, Kühe und Pferde. Die Nomaden ziehen mit ihren transportablen Hütten, den «Buuls», von Weidegebiet zu Weidegebiet und pflegen so die Transhumanz. Die Haushaltsgeräte und das Material für die Hütten werden dabei auf ihren Kamelen mitgetragen.
Die Viehzucht ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Somalia. Nomadentum und Weidewirtschaft sind die wichtigste Erwerbsquelle und die überlebenswichtige Grundlage für die Existenz der Menschen. Rund die Hälfte der Bevölkerung hängt von den beiden Wirtschaftszweigen ab. Vor allem der Kamelmilchertrag liefert etwas Geld in die Clankassen. Die Clans sind Familiengemeinschaften, welche je von einem Clanoberhaupt gelenkt und betreut werden. Das Familienoberhaupt ist verantwortlich für das Wohlergehen der Clanmitglieder.
In den Familien herrscht in der Regel eine klare Arbeitsaufteilung. Die Männer sind für das Wohlbefinden der Kamel verantwortlich. Die Frauen versorgen um das Kleinvieh. Da die Nomaden über keinen elektrischen Strom verfügen, kümmern sich die Frauen auch um das Brennholz zum Kochen.
Die meisten Familienmitglieder verbringen die Sommermonate am einem gemeinsamen Ort, welcher meistens in der Nähe einer Stadt mit einem Markt ausgewählt wird. Die Nomaden verkaufen ihre Milchprodukte auf den lokalen Märkten. Aus dem Erlös kaufen die Nomaden Lebensmittel und Güter für den täglichen Gebrauch. Der Verkauf der Kamelmilch ergibt zu wenig Geld um zu überleben. Die Menschen sind auf Geldüberweisungen von geflüchteten Clanmitgliedern aus dem Ausland angewiesen.
Sowohl Nomaden, wie auch sesshafte Viehhalter und die Ackerbauern sind von den saisonalen Regenfällen abhängig. Häufig bleiben die Regenfällen am Horn von Afrika aus. 2015 hat das Wetterphänomen El Niño zu einer langanhaltenden Trockenheit geführt. Im Nachbarland Äthiopien führte die Dürre, welche sich bis ins Jahr 2016 hineinzog, zu einer Hungerkrise.
Die Nomaden wechseln mehrmals im Jahr ihre Weideplätze. Seit 2006 verbreiten die islamisitschen Al-Shabaab Milizen, welche einen islamischen Gottesstaat mit Scharia-Gesetzen errichten wollen,Angst und Schrecken im Land. Die Afrikanische Union hat rund 20'000 Soldaten (AMISOM Friedensmission) für dem Kampf gegen die Terrormiliz in Somalia stationiert. Die Nachbarländer Kenia und Äthiopien haben ihre Grenzen auch für die auf der Suche nach neuen Weidegründen umherstreifenden Nomaden geschlossen.
Regenzeiten und Trockenzeiten
Somalia liegt innerhalb des Verschiebungsbereichs der Innertropischen Konvergenzzone ITKZ. In den meisten Gebieten in Somalia gibt es daher zwei Regenzeiten.
Somalia liegt in einer Klimazone, in welcher das Zusammenspiel von Regenzeit und Trockenzeit grosse Auswirkungen auf die Grundversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln hat. Zu viel oder zu wenig Regen stört den Rhythmus von Aussaat, Wachstum und Ernte von Mais und Sorghum. Das labile Gleichgewicht der Natur wird zusätzlich noch durch die grosse Armut und Unruhen negativ beeinflusst. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt schon bei gutem Klimabedingungen am Limit ihrer Möglichkeiten.
2013 blieben die Ernteerträge in Zentral und Südsomalia infolge von ungünstigen Witterungsbedigungen, dem Ausbruch der Pest-Seuche und der kleiner Anbaufläche unter den Erwartungen. Die Bauern lassen grosse Teile ihrer Landflächen in Zeiten von schwelenden Konflikten aus Sicherheitsgründen unbearbeitet. Schädlinge und Überschwemmungen nach ergiebigen Niederschlägen reduzieren zusätzlich noch die Ernteerträge.
Die Preisentwicklung der Grundnahrungsmittel ist ebenfalls von den wetterabhängigen Anbauzyklen abhängig. Von grosser Bedeutung die Höhe der Getreidemenge, welche am Ende der Gu-Regenzeit eingebracht werden kann. Nach einer guten Ernte sinken die Preise auf den Märkten im August und September.
Wie die Ackerbauern sind auch die Viehhalter auf ausreichende Regenfälle angewiesen. Eine längere Jilal-Saison oder ein frühzeitiger Beginn der Hagaa-Saison bringt die Viehhalter in Schwierigkeiten. Während Trockenphasen verfügen die Weideflächen über zu wenig Gras. Während einer Trockenzeit verkleinert sich die Milchmenge markant.
Sorghum ist eine alte Kulturpflanzenart, die in vielen Regionen der Erde als Nahrungsgrundlage und Rohstoffquelle dient. Sorghum gehört wie Mais zur Gruppe der C4 - Pflanzen, die sich durch eine besonders gute Wasser- und Nährstoffeffizienz auszeichnen. Sorghum benötigt für das Wachstum viel Wärme.
Sorghum gedeiht als Nahrungsmittelpflanze besonbders im tropischen und subtropischen Raum. Neuzüchtungen werden heute auch in Europa als Rohstoff für die Gewinnung von Bio-Treibstoffen angepflanzt.Sorghum ist eine einjährige, schnell wachsende Pflanze, welche grosse Ähnlichkeit mit Mais aufweist. Die Rispen sind 10 - 25 cm lang und tragen Ästchen mit je zwei kleinen Ähren. Das obere Ästchen bildet eine zwittrige, das untere zwei männliche Blüten.
Sorghum besitzt ein deutlich stärker verzweigtes und feineres Wurzelsystem als Mais, was die schnelle Wasseraufnahme erleichtert.