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Ein Forschungsteam der Cambridge Universität hat die Besucherzahlen der Naturschutzgebiete weltweit erforscht. Die Schätzung kommt auf eine grosse Zahl von Besucher pro Jahr und daraus auf einen grossen touristischer Wert. Der riesige Wert dieser Gebiete schreit nach vermehrten Investitionen in ihren Schutz und Erhalt.
Der Wert als Erholungs- und Erlebnisraum der Naturschutzgebiete weltweit wird als wichtigster Aspekt dieser Ökosysteme betrachtet. Der ökonomische Beitrag, der durch den Tourismus verursacht wird, blieb bisher aber weitgehend unbekannt. Auch die Anzahl der Personen, die diese Gebiete nutzen ist im Allgemeinen unbekannt. Diese Fragen ging nun das Forscherteam um Andrew Balmford und Andrea Manica von der britischen Universität Cambridge nach.
In ihrer Untersuchung legten sie sich ausschliesslich auf terrestrische Naturschutzgebiete fest und nur solche die für Besucher zugänglich sind. Die Fläche dieser Gebiete schliesst trotzdem etwa ein Achtel der gesamten Landmasse der Erde ein. Daten von 556 Schutzgebieten von 51 Ländern wurden gesammelt und diese nach Eigenschaften der Gebiete und den lokalen Sozialökonomischen Faktoren geordnet. Die Grösse des Naturschutzgebietes oder die Entfernung zur Zivilisation wurde zum Beispiel als Eigenschaften des Gebietes angeschaut. Als Sozialökonomische Faktoren wurden Anzahl der Einwohner naher Städte und das Volkseinkommen angenommen. So konnte ein Model erstellt werden, dass die Besucherzahlen mit diesen Faktoren verknüpft.
Die Auswertung zeigt viele spannende Zusammenhänge auf. In Europa, zum Beispiel, steigen die Besucherzahl mit steigender Anzahl lokaler Bevölkerung. Und überall auf der Welt, ausser in Asien und Australien, sinkt mit steigender Entfernung des Gebietes von der Zivilisation die Anzahl Besucher.
Mit dem berechneten Model wurden dann Einschätzungen für über 94 Tausend andere geschützte Gebiete gemacht. Auch nur terrestrische Naturschutzgebiete wurden ausgewählt und ganz kleine Naturschutzgebiete ausgeschlossen. Damit konnte die jährliche Besucherzahl pro Naturpark und pro Kontinentes geschätzt werden, wobei Afrika und Latein Amerika die tiefsten Besucherzahlen und Nordamerika die höchsten Besucherzahl pro Jahr und Park haben. Die zusammengezählten Besuche aller Naturparks eines Kontinents verstärkt diese Tendenz – mit circa 3.3 Milliarden Besucher pro Jahr in Nordamerika und weniger als 100 Tausend Besucher pro Jahr in Afrika. Europa übertrifft die USA mit 3.8 Milliarden Besucher pro Jahr, was sehr wahrscheinlich mit der hohen Anzahl an Schutzgebieten in Europa zusammenhängt.
Geschätzte 8 Milliarden Besucher besuchen jährlich in die Schutzgebiete auf der ganzen Welt. Und diese Besucher geben zusammen für ihr Naturerlebnis rund 6000 Milliarden Dollar pro Jahr aus. Eine nicht zu verachtende Summe, die weltwirtschaftlich ins Gewicht falle, schliessen die Autoren. Und hierbei sind andere Effekte der Schutzgebiete wie zum Beispiel der Lawinen- und Grundwasserschutz gar nicht eingerechnet. Die Naturschutzgebiete sind also riesige Dienstleister – von ihren Schutzmechanismen bis zu den Erholungsangeboten für den Mensch.
Die Ausgaben zu Schutz und Erhalt dieser Regionen hingegen werden momentan unter 10 Milliarden pro Jahr geschätzt. Der hohe Wert solcher Gebiete lässt diese tiefen Beträge für ihre Erhaltung als doch sehr risikoreich erscheinen. Einen Verlust dieser Gebiete hätte einschneidende Konsequenzen. Höhere Einsätze für Naturschutzgebiete sind deshalb sicher angebracht und versprechen auch einen grösseren Mehrwert abzuwerfen.