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Bei den 2019 durchgeführten Erhebungen der Flora des Val Porta wurden rund 200 Arten erfasst, von denen vier auf nationaler Ebene geschützt sind. An der Felswand südöstlich der Bocchetta di Cazzane ist das Vandell-Mannsschild (Androsace vandellii) zu finden, während der potenziell gefährdete, insektenfressende Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) an sumpfigen Stellen zwischen der Capanna Borgna und der Alpe Lòcia wächst. Zudem gibt es zwei geschützte Orchideenarten, die als Bioindikatoren für den Zustand verschiedener Ökosysteme gelten: das Fuchs’ Knabenkraut (Dactylorhiza maculata subsp. fuchsii), das im Gebiet Rienza, Mosciöi und Colletta beobachtet wurde, und die Weisse Höswurz (Pesudoorchis albida), die auf den Weiden oberhalb der Capanna Borgna und im offenen Lärchenwald zwischen der Capanna und dem Corte di Fondo wächst.
Androsace vandellii
Drosera rotundifolia
Allium schoenoprasum
Pilze sind in vielerlei Hinsicht aussergewöhnliche Organismen. In der Schweiz sind heute fast 9000 Arten bekannt, im Tessin fast 4000. Im Val Porta wurden 2019 ganze 190 Pilzarten beobachtet, Schätzungen zufolge könnten es in Wirklichkeit doppelt so viele sein. Die pilzreichste Waldformation ist der Buchenwald mit 111 Arten. Besonders erwähnenswert der Rosa Ritterling (Tricholoma roseoacerbum) in der Umgebung von Ticc Lovald, eine bedrohte Pilzart, deren Erhaltung südlich der Alpen prioritär ist.
Amanita citrina
Tricholoma roseoacerbum
Grosse Säugetiere wie Gämsen, Hirsche, Steinböcke und Murmeltiere sind im Val Porta relativ einfach zu beobachten, da rund um den Pizzo Vogorno Jagdbanngebiete geschaffen wurden. Die kleineren Säugetiere sind schwieriger zu erheben, es sind aber mehr Arten vertreten. Dank geeigneter Methoden konnten im Val Porta fast die Hälfte der aktuell 47 im Tessin bekannten Säugetierarten nachgewiesen werden. Interessant ist, dass das Tal die südliche Verbreitungsgrenze mehrerer typischer Alpentiere wie Schneehase, Hermelin oder Alpenspitzmaus bildet. Im Tal sind auch mindestens 10 Arten von Fledermäusen anzutreffen, fast die Hälfte aller im Tessin vorkommenden Arten – von der kleinsten einheimischen Spezies, der Mückenfledermaus, bis zur grössten, der Europäischen Bulldoggfledermaus. Mehrere Spezies finden Unterschlupf in Baumhöhlen, so etwa der Kleine Abendsegler.
Eichhörnchen
Murmeltier
Wildleder
Von den 13 im Tessin vorkommenden Reptilienarten wurden im Val Porta deren 6 beobachtet, darunter eine einzige giftige: die Aspisviper. Zu den harmlosen Arten zählt die Schlingnatter, die in der Regel nicht länger als 70 cm wird und damit die kleinste einheimische Schlange ist. Von den Amphibien sind der Grasfrosch und der Feuersalamander vertreten.
Grasfrosch
Feuersalamander
Ingesamt wurden bei Bestandsaufnahmen 69 Arten von Vögeln identifiziert. Davon können 58 als nistend betrachtet werden, was ungefähr 40% aller regelmässig im Tessin nistenden Vögel entspricht. Auf die grösste Vielfalt stösst man auf dem Weg nach Mosciöi und Rienza, wo Laubmischwälder und offenere, buschreiche Gebiete aufeinander folgen. Zu den gewöhnlicheren Arten zählen zahlreiche Meisen, am auffälligsten sind der Zilpzalp und die Zippammer mit ihrem wiederkehrenden Gesang und dem hohen Zwitschern. Vom Weg aus sind an einigen Stellen Spuren des Schwarzspechts zu sehen, der mit seinem starken Schnabel Löcher in die Stämme pickt, um Nahrung in Form von Larven zu finden. Er und der Buntspecht gelten als Waldarchitekten, weil sie jedes Jahr eine neue Nisthöhle bauen, sodass die alte anderen Tierarten zum Nisten zur Verfügung steht. In den Lärchenwäldern wurden ausserdem der Raufusskauz und der kleinste europäische Nachtraubvogel, der Sperlingskauz, gesichtet.
Zippammer
Im Rahmen der Bestandsaufnahmen konnten im Val Porta 25 Orthoptera-Arten (Grillen, Heuschrecken und Kurzfühlerschrecken) beobachtet werden, was fast einem Drittel aller in der Schweiz vorkommenden Arten entspricht, ausserdem 60 Arten von Tagfaltern, darunter das Männchen des Dukatenfalters (Lycaena virgaurea) mit seinen prächtigen, leuchtend orange glänzenden Flügeln, sowie 30 Arten von Ameisen, unter anderem die Formica exsecta (Grosse Kerbameise), die zu den auf extensiv genutzten Wiesen am häufigsten beobachteten Arten gehört.
Callophris rubi
Lycaena virgaurea