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Als Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet man Kopfverletzungen mit Beteiligung des Gehirns. Bewusstseinsverlust (Ohnmacht) ist ein Hinweis, aber nicht ein obligates Zeichen. Betroffene sind aufgrund ihrer Mobilität und der Risiken bei Sport und Arbeit oft jung.
Verletzungen des menschlichen Kopfs von aussen nach innen:
Im Folgenden werden Frakturen des Schädeldachs und Verletzungen am Gehirn dargestellt, nicht jedoch die vielgestaltigen Knochenbrüche des Gesichtsschädels und deren Folgen.
Ursachen sind stumpfe Gewalteinwirkung, wie ein grober Aufprall des Kopfs, oder ein örtlich umschriebenes (lokalisiertes) Geschehen, etwa ein Stein- oder Hammerschlag oder eine Schussverletzung.
Die nachstehend beschriebenen Symptome lassen eine Schädelhirnverletzung vermuten. Äusserlich erkennbare Verletzungen ermöglichen indessen oft keinen Rückschluss auf den Schweregrad des Schädel-Hirn-Traumas.
Bei einer Impressionsfraktur sind knöcherne Bruchstücke ins Schädelinnere verlagert. Reicht die Wunde tief, können auch die Hirnhäute zerrissen sein. Das Gehirn liegt dann frei; es besteht eine offene Hirnwunde, ein penetrierendes Schädel-Hirn-Trauma. Die Schwere der Situation ist sofort erkennbar. Dennoch tritt bei einer umschriebenen, penetrierenden Hirnverletzung nicht unbedingt Bewusstlosigkeit auf, wenn der Schaden lokalisiert bleibt und keine oder nur eine geringe Drucksteigerung im Schädelinnern zustande kommt.
Schwere Hirnverletzungen sind mit einer Reihe möglicher Spätfolgen belastet. Dazu gehören:
Bewusstlose sind völlig auf fremde Hilfe angewiesen, und es ist Aufgabe der Helfenden, sofort den Transport in ein geeignetes Spital zu organisieren. In der Zwischenzeit ist darauf zu achten, dass der Verunfallte nicht an Erbrochenem oder Blut erstickt.
Bewusstlosigkeit unterscheidet sich vom normalen Schlaf dadurch, dass der Verunfallte nicht weckbar und dass der Hustenreflex erloschen ist. Erbricht ein Bewusstloser, kann er an Mageninhalt ersticken, der unausgehustet in die Atemwege fliesst.
Stabile Seitenlagerung des Verletzten soll das Ersticken verhindern, indem sie das Ausfliessen von Blut oder Mageninhalt aus dem Mund ermöglicht (Abbildung).
Sowohl stumpfe wie scharfe Schädelhirnverletzungen erfordern eine ärztliche Abklärung. Neben Überprüfung der neurologischen Funktionen gehören dazu Röntgenaufnahmen des Schädels und bei Bewusstseinstrübung ein Computertomogramm (CT). Bewusstlose werden auf einer Intensivstation betreut, damit die lebenswichtigen Funktionen lückenlos überwacht und unterstützt und sekundäre Komplikationen rechtzeitig erkannt werden können.
Aufwändig, aber nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma unerlässlich ist die Neurorehabilitation, die unter anderem berufliche und gegebenenfalls schulische Massnahmen umfasst. Ziel ist es, so viel Selbstständigkeit als möglich zurück zu gewinnen, sowohl in körperlichen als auch in geistigen Belangen.
Dazu ist eine multidisziplinäre Betreuung erforderlich; sie reicht von Neuropsychologie über Logopädie (Sprachschulung), Ergo- und Physiotherapie bis zur Sozialarbeit.
Durch intensive Therapie ist bis zwei Jahre nach dem Unfall noch eine Besserung zu erwarten, später wird sie unwahrscheinlicher.