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Die Schmetterlings-Eier
Aussehen und Art der Ablage
Das Aussehen der Eier von Schmetterlingen ist in der Form und Farbe sehr verschieden. So gibt es längliche, ovale, runde Eier. Das Farbspektrum reicht von milchigweiss über alle Beigetöne bis braun, orange, rot. Es gibt auch grünliche und gelbe Eier, selbst schwarze sind nichts Aussergewöhnliches. Die Eier können einfarbig oder gemustert sein.
Die Ablage der Eier ist je nach Art wieder anders. So gibt es Schmetterlinge, welche die Eier einzeln an eine Unterlage (Blatt, Stängel, etc.) heften, andere wiederum legen mehr oder weniger grosse Eihäufchen ab. Die Eiablage kann auf die Blattober- oder auf die Blattunterseite der Raupennahrungspflanze erfolgen. Dann gibt es Tiere, welche die Eier in die Spalten von Grasstängel kitten. Andere Ablagearten sind Fallenlassen der Eier von einer Sitzwarte aus oder Fallenlassen der Eier im Fluge in die Bodenvegetation.
Einige Beispiele von Formen verschiedener Eier
Die Eier der Tagfalter-Schmetterlinge, deren Raupen an Brennnesseln leben, sind grün. Je nach Art werden sie auf die Blattober- oder -unterseite abgelegt. Aglais urticae legt seine Eier in mehr oder weniger grossen Häufchen auf die Blattunterseite der Brennnessel ab; Vanessa atalanta bevorzugt für die Eiablage die Blattoberseite, wo man meist nur ein oder zwei Eier findet.
Die Eier vom Schwalbenschwanz werden auf die Blattoberseite von verschiedenen Doldenblütlern abgelegt. Nach einigen Tagen verfärbt sich das Ei braunrot; kurz vor dem Schlupf des Räupchens wird es schwarz. Der Segelfalter legt seine Eier einzeln auf Rosaceae-Pflanzen.
1. Pieris rapae (Kleiner Kohlweissling) / 2. Pieris mannii (Karstweissling) / 3. Gonepteryx rhamni (Zitronenfalter) / 4. Anthocharis cardamines (Aurorafalter) / 5. Colias alfacariensis / 6. Euchloe belemia grancariensis
Die Eier von Weisslingen (Pieridae-Arten) sind schmal und lang. Je nach Art werden sie auf die Blattunterseite, auf die Blattoberseite oder in der Nähe der Blüten- oder Blütenknospen abgelegt. Meist werden die Eier einzeln abgelegt, manchmal auch zwei oder drei nebeneinander. Der Zitronenfalter legt seine Eier in Ausnahmefällen auch in kleineren Grüppchen ab (Bild oben rechts). Beim Aurorafalter findet man manchmal mehrere Eier unterhalb eines Blütenstandes. Die Eier verfärben sich meist nach einigen Tagen. Bei manchen Weisslingen werden die Eier später rötlich.
Die Eier der Bläulinge (Lycaenidae-Arten) sind sehr klein und in der Regel weiss. Die Form der Eier ist meist ziemlich gleich - leicht abgeplattet und stark strukturiert. Eine Ausnahme bildet das Ei von Satyrium w-album, welches relativ flach und ohne Struktur ist. Die Eier der Bläulinge werden je nach Art ganz unterschiedlich abgelegt. Von jenen Arten, deren Raupe an Blütenpflanzen lebt, werden die Eier an die Blattober- oder -unterseite oder an resp. in die Blüten und Früchte platziert. Die Bläulingsarten, deren Raupen an Bäumen oder Sträuchern leben, deponieren ihre Eier meist einzeln oder in kleineren Grüppchen von 2 - 3 Stück in Astgabeln oder in deren Nähe oder an die Knospen der Bäume.
Die Augenfalter, zu denen viele braune Falter mit Augenflecken (Ozellen) auf den Flügeln gehören, legen ihre Eier an oder in der Nähe von Gräsern ab.
Die Eier der Schwärmer (Sphingidae) sind in der Regel grün, grünlich oder gelb. Das Taubenschwänzchen (Bild Mitte) kittet seine Eier auf die Blattunterseite oder an den Fruchtstand der Nahrungspflanze.
Die Eier der Dickkopffalter (Hesperiidae) sind sehr unterschiedlich im Aussehen. Carcharodus alceae legt seine Eier an ganz unterschiedlichen Stellen der Nahrungspflanze ab. So fand ich Eier an den Bodenblättern, an Blättern im oberen Pflanzenbereich, am Stängel und an Samenkapseln. Detaillierte Informationen dazu siehe auf der entsprechenden Seite (vgl. Link oben).
Bärenspinner (Arctiidae) haben kleine, runde Eier, die in mehr oder weniger grossen Häufchen abgelegt werden. Da sich viele Bärenspinnerraupen von Flechten ernähren, kann man ihre Eier oft an Hauswänden finden.
Die Eier der Spanner (Geometridae) sind oft sehr klein bis winzig. Die meisten Geometridae-Eier sind in der Natur nur schwierig zu finden. Sie werden oftmals auch sehr versteckt abgelegt oder einfach von einer Sitzwarte aus in die Vegetation fallen gelassen (siehe oben Bild 3).
Die Eier der Glucken (Lasiocampidae) sind recht gross und im Aussehen sehr verschieden. Auch das Ablageverhalten ist ganz unterschiedlich. Einige Arten legen ihre Eier in Häufchen auf die Blattunterseite oder an Mauern. Andere legen ihr Gelege ringförmig um einen Pflanzenstängel oder um ein Ästchen eines Baumes. Manche Arten bedecken das Gelege leicht mit Afterhaaren. Der Brombeerspinner (Bild 1 und 2) ist bei der Eiablage wenig wählerisch. Man kann seine Eier an allen möglichen Stellen finden. Sie sind schon von weitem gut sichtbar.
1. Autographa gamma (Gammaeule) / 2. Pachetra sagittigera (Trockenrasen-Blättereule) / 3. Phlogophora meticulosa (Achateule) / 4. Allophyes oxyacanthae (Weissdorn-Eule) / 5. unbestimmte Noctuiden-Eier
Noctuiden-Eier findet man zuweilen an Pflanzen, sei es auf der Blattober- oder -unterseite, an Mauern oder an Zweigen von Gebüsch oder Bäumen. Sie sind farblich unterschiedlich, in Gestalt und Form jedoch sehr ähnlich.
Eier und leere Eihüllen von Endromis versicolora (Birkenspinner).
Die Eier von Endromis versicolora sind sehr gross. Sie werden in Reihen an Ästchen abgelegt.
Eigelege von Orgyia antiqua (Schlehen-Bürstenspinner).
Die Eier der Trägspinner (Lymantriinae ) sind völlig verschieden. Viele Arten der Trägspinner umgeben ihre Eier mit einem Gespinst. Das obige Gelege fand ich in Bodennähe an einem jungen Buchenbäumchen (Fagus sylvatica).
Update 16. 12. 2017