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Andere Bezeichnungen
- Wimpernscheuern
Gängige Abkürzungen
- Keine
Klassierung der Krankheit nach ICD-10
Zur Verschlüsselung von Diagnosen wird weltweit die von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebene ICD, die Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, angewendet. Sie werden vor allem in Überweisungsschreiben zwischen Tierärzten/Tierspital verwendet.
|ICD-10 Code||Krankheit|
|H02.0||Entropium und Trichiasis des Augenlides|
Vererbung
Beim Pudel tritt die Krankheit gehäuft auf. Eine Vererbung konnte nicht nachgewiesen werden.
Was ist die Krankheit?
Unter einer Trichiasis versteht man definitionsgemäss Haare, die physiologisch an diese Stelle gehören, die jedoch auf Grund der falschen Ausrichtung ins Auge ragen. Diese Fehlstellung der Haare kann zu Hornhaut- und / oder Bindehautirritationen führen. Dadurch kommt es zu einer Epiphora (permanentes Überlaufen der Tränen) und mukopurulenten Exsudation. Häufig entstehen auch an den Stellen, an denen die Haare die Hornhaut berühren, Hornhautdefekte und durch entstehenden Schmerz wird der Bulbus zurückgezogen. Der entstandene Hornhautdefekt füllt sich zwar meistens mit Granulationsgewebe, kann sich aber auch vertiefen und sogar zur Perforation führen. Letztendlich kommt es aber zu einer Pigmentierung der Hornhaut, wenn nicht, sogar zum Verlust des Auges.
Die Trichiasis kommt hauptsächlich an folgenden Lokalisationen vor:
- am dorsolateralen Oberlied 1 Trichiosis am dorsolateralen Lidrand, 2 Nasenfalten-Trichiasis
- an der Nasenfalte
- Trichiasis der Karunkel (Karunkel nennt man eine kleine Vorwölbung am Übergang von Bindehaut zur normalen Haut im inneren Augenwinkel) und Trichiasis an anderen Stellen.
Gelegentlich kommt eine Trichiasis auch als Komplikation der Aplesia palpebrae oder nach einer nicht ordnungsgemäss versorgten Lidrandwunde oder Blepharoplastik vor. Bei einer Vielzahl von Hunden tritt diese Abweichung (polygener Vererbungsmodus) regelmässig auf, bzw. gehört bei einigen Rassen schon mehr oder weniger zum Rassestandard.
Die Nasenfalten-Trichiasis kommt bei Hunderassen vor, bei denen kurze Nasen, übermässig starke Stops und/oder Hautfalten angezüchtet werden. Sie kommt auch bei fast allen Rassen mit stark hervortretenden Augäpfeln vor.
|Karunkeltrichiasis - von der Tränenkarunkel ausgehende viel zu lange Haare schwimmen auf der Hornhaut|
Symptome
Die häufigsten Symptome sind:
- andauernde Reizung des Auges
- Epiphora (permanentes Überlaufen der Tränen)
- Rötung der Bindehaut
- Entzündungen der Bindehaut
- bei chronischem Verlauf auch zu Geschwüren der Hornhaut
Diagnose
Die Trichiasis ist bezüglich der Symptome gleich wie die Distichiasis. Die beiden Krankheiten unterscheiden sich lediglich dadurch, woher die Härchen stammen, die das Auge reizen.
Auf dem Bild ist ersichtlich, dass die Härchen bei der Trichiasis physiologisch am richtigen Ort wachsen. Die Wuchsrichtung ist jedoch so, dass diese das Auge reizen. Die angeborene Haarwuchsanomalie des Lidrandes präsentiert sich in Gestalt der Distichiasis. Sie ist durch sehr feine und kurze Härchen (Distichien) gekennzeichnet, die am inneren Lidrand aus den Meibomschen Drüsen entspringen und hornhautwärts gerichtet sind. Von der Distichiasis sind Zwerg- und Toypudel betroffen.
Behandlung Schulmedizin
In aller Regel kann eine Trichiasis bzw. Distichasis nur durch operatives Vorgehen behoben werden. Da dieser Eingriff aber viel Erfahrung und ein "gutes Auge" erfordert, sollte eine Operation bei einem Spezialisten gemacht werden (bei vorhandenem Korneadefekt möglichst am gleichen Tag).
Die Härchen lassen sich - allerdings nur mit vorübergehendem Erfolg - mechanisch mit Hilfe einer geeigneten Pinzette epilieren.
Prognose
Die Prognose ist im Allgemeinen gut. Es muss jedoch aufmerksam beobachtet werden, ob auch nach einer Operation Rezidive (Rückfall) auftreten.