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Apfel-Gespinstmotte
Hyponomeute du pommier (franz.); Apple ermine moth (engl.)
wissenschaftlicher Name: Yponomeuta malinellus Zell.
Synonyme: Hyponomeuta malinella Zell.
Taxonomie: Animalia, Arthropoda, Insecta, Lepidoptera, Yponomeutidae
Die auffallendsten Symptome der Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus) sind die grossen schleierartigen Gespinste an den Ästen der Apfelbäume. In den Gespinsten fressen zahlreiche schwarz gefleckte Raupen an den Blättern. Meistens erholt sich der Apfelbaum von einem Befall, so dass selten eine Behandlungsmassnahme nötig ist. Zwetschgenbäume werden von einer eng verwandten Art Y. padellus befallen. Diese hat eine ähnliche Lebensweise wie die Apfel-Gespinstmotte.
Abb. 1. Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus)
Schaden
Die ersten Anzeichen eines Befalls durch die Apfel-Gespinstmotte sind braune Flecken und Blattminen am Rand der ersten Blätter der Knospenbüschel. Im Frühling (Mai bis Juni) sind die Blätter der End- und Seitentriebe mit einem dichten schleierartigen Gespinst überzogen, in denen zahlreiche grüne bis gelbe, schwarz gefleckte Raupen an den Blättern fressen (Abb. 1 und 2).
Schädling
Die Falter sind etwa 10 mm lang, die Flügelspannweite beträgt bis zu 20 mm. Sie haben weisse Vorderflügel mit in Längsreihen angeordneten schwarzen Punkten (siehe lepiforum.de). Die Hinterflügel sind hellgrau und haben lange Fransen.
Die Eier wechseln die Farbe von zuerst gelb über dunkelrot zu grau. Die Ei-Gelege an den Ästen sind schwierig zu erkennen.
Die jungen Raupen sind zuerst dunkelgrün, dann grau bis weissgelb und haben zwei Reihen mit schwarzen Punkten. Die Raupen entwickeln sich über 5 Larvenstadien. Sie haben einen schwarzen Kopf mit Nackenschild, 8 Paar Beine und werden bis 20 mm lang.
Die Puppen hängen innerhalb des Gespinstes in weissen, spindelförmigen Kokons.
Lebenszyklus
Während des Sommers legen die befruchteten Weibchen der Apfel-Gespinstmotte die Eier dachziegelartig, in Gruppen von 20 bis 60 Eiern an Fruchtholz ab (Bovey et al. 1979). Die Ei-Gelege werden zum Schutz mit einem bräunlichen Sekret überdeckt, welches schnell erhärtet. Im Herbst schlüpfen die Räupchen und überwintern unter der schildförmigen Sekretschicht (Hibernaculum). Zur Zeit des Knospenaufbruchs (April) verlassen die Raupen die schützende Hülle und wandern zu den sich entwickelnden Blättern. Zuerst minieren sie in den Blättern (Höhn und Stäubli 1989), gegen Ende der Blütezeit beginnen sie grössere Blätter in Gespinsten einzuwickeln und ernähren sich als Gruppe von diesen. Die Gespinste dehnen sich aus und spinnen immer mehr benachbarte Blätter mit ein. Sobald alle Blätter und Knospen in der Umgebung des ersten Gespinsts gefressen sind, verschiebt sich die Kolonie auf einen anderen Ast und beginnt dort ein neues Nest zu spinnen. Die Raupen futtern auf diese Weise bis Juni. Dann verpuppen sie sich einzeln, eng nebeneinander innerhalb der Gespinste in einem weissen, spindelförmigen Kokon. Die Falter fliegen im Juli und August und legen die Eier auf Fruchtholz ab. Jährlich gibt es nur eine Generation.
Wirtsspektrum
Die Apfel-Gespinstmotte (Y. malinellus) besiedelt den Kulturapfel (Malus domestica) und den Holzapfel (Malus sylvestris).
Bekämpfung
- Natürliche Gegenspieler der Apfel-Gespinstmotte fördern: räuberisch lebende Wanzen, Schlupfwespen, Insekten fressende Vögel (aufstellen von Nistkästen).
- Frühzeitiges Entfernen der Gespinste am Baum, inklusive Puppen im Gespinst.
- Bacillus thuringiensis (Bt) Präparate sind wirksam gegen fressende Raupen.
- Die Schadschwelle ist erreicht, wenn vor der Blüte 4-5 Blattminen oder nach der Blüte 3-5 Gespinste pro 100 Blütenbüschel sichtbar sind (Naef et al 2018).
- Im Normalfall erholt sich der Apfelbaum nach einem Befall mit einem Neuaustrieb, so dass selten eine Behandlung nötig ist. Zugelassene Pflanzenschutzmittel zum Schutz gegen die Apfel-Gespinstmotte finden sie für die Schweiz unter Agroscope und BLW Pflanzenschutzmittelverzeichnis; für Deutschland in der online Datenbank des BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und für Österreich im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel
Literatur
Bovey R, Baggiolini M, Bolay A, Bovay E, Corbaz R, Mathys G, Meylan A, Murbach R, Pelet F, Savary A, Trivelli G, 1979. La défense des plantes cultivées. Éditions Payot Lausanne: 864 p.
Höhn H, Stäubli A, 1989. Frostspanner/Gespinnstmotten. Landwirtschaft Schweiz Nr. 1-2 und 4, Herausgeber: Schweiz. Zentrale für Obstbau Oeschberg, Koppigen und AMTRA Nyon
Naef A, Kuske S, Holliger E, Kuster T, Perren S, Zwahlen D, Werthmüller J, Bünter M, Linder C, Kehrli P, Dubuis PH, Bohren C, Christen D, 2018. Pflanzenschutzempfehlungen für den Erwerbsobstbau 2018/2019. Agroscope Transfer, Nr. 210/Januar 2018: 68 S.