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Raw Frand zu Parschat Ki Teze 5764
Der Altar vergiesst Tränen wegen diejenigen, die kein Opfer bringen können
Dieser Wochenabschnitt beinhaltet auch die Passage über die Scheidung. Die Torah akzeptiert, dass es zwei Menschen geben kann, die zu verschieden und zu unterschiedlich sind, um zusammenzubleiben und führt deshalb das Konzept der Scheidung (Get“) ein, mit dem eine Ehe beendet werden kann.
Die Gemara sagt im Traktat Gittin [90b], dass Scheidung etwas Schreckliches ist. Wenn zwei Menschen sich scheiden „vergiesst sogar der Altar Tränen.“ Es gibt sehr viele Erklärungen, warum gerade der Altar (im Gegensatz beispielsweise zur Menorah oder dem Tisch mit den Schaubroten) so weint.
Einer der Erklärer sagt, dass der Altar der Ort für die Darbringung der Opfer ist. Was ist ein Opfer? Ein Mensch muss sich im Klaren sein, dass wir im Leben manchmal Opfer zu bringen haben. Die Vorschriften in der Torah über die „Korbanot“ lassen es zu, dass Tieropfer statt mir gebracht werden können, weil ich eigentlich selbst das Opfer wäre. Der Altar versinnbildlicht das Konzept von Aufopferung im jüdischen Leben.
Es ist eigentlich so, dass die meisten, wenn nicht sogar alle Scheidungen wegen der fehlenden Opferbereitschaft der Menschen entstehen. Was auch die Gründe sind, die Wurzel liegt zumeist darin, dass die Menschen nur für sich schauen und nicht bereit sind, zu geben. Die äusserlichen Gründe sind nur das Abbild eines tiefer gründenden Problems: die Krankheit der Selbstsucht, das Unvermögen Opfer zu bringen und der fehlende Wille, sich für einen anderen hinzugeben.
Es ist deshalb überaus passend, dass der Altar, der das Konzept des Opferbringens verkörpert, Tränen für diejenigen vergiesst, die nicht imstande waren, zu opfern und die traurige Erfahrung des „Get“ über sich ergehen lassen müssen.
Quellen und Persönlichkeiten:
Rabbi Mordechai Katz: Zeitgenössischer Rabbiner, Erzieher und Buchautor.
Rabbi Avraham Jeschaja Karelitz [„Chason Isch“] (1878 – 1953): Rabbiner und Gelehrter, weltweit führende Autorität in jüdischem Recht und Lebensführung; Wilna, Litauen; Bnej Brak, Israel.
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