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Die menschliche Entwicklung unserer Spezies vor 7 Millionen Jahren lässt vermuten, dass unsere ursprüngliche Hautfarbe nach dem Verlust der Körperbehaarung sehr wahrscheinlich schwarz war. Denn es wäre in der Tat unmöglich gewesen: ein Hellhäutiger ohne Bekleidung als Jäger und Sammler im sonnenreichen Afrika.
Dr. med. Carlo Mainetti
Facharzt FMH für Dermatologie und Venerologie, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie
Vor ungefähr 1,8 Millionen Jahren breiteten sich die Menschen von Afrika zunächst nach Asien, Europa und später nach Ozeanien und Amerika aus. Während dieser Zeit lernte der Mensch andere Klimata und Umgebungen kennen. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Anpassung der Hautfarbe zu dieser Zeit stattfand.
Wir wissen jedoch noch nicht mit Sicherheit, welche Mechanismen für diesen Prozess eine Rolle gespielt haben. Verschiedene Studien postulierten, dass die menschliche Evolution der Hautfarbe auf der gesamten Welt auf die Intensität der UV-Strahlen zurückzuführen ist. Vor ungefähr zehn Jahren haben Nina Jablonski und George Chaplin, zwei Anthropologen aus Pennsylvanien, eine Hypothese über die verschiedenen Hauffarben des Menschen entwickelt, die auf dem Gleichgewicht zwischen zwei Vitaminen – Vitamin D und Folsäure – basiert.
Entwicklung in den Norden
Im Laufe der Jahrtausende hatten sich Menschen, die in den Norden auswanderten, angepasst, um genügend Vitamin D, welches z.T. durch die UV-Strahlung auf der Haut aufgebaut wird und ein wichtiges Element für den Stoffwechsel der Knochen ist, zu bekommen. Diese Menschen haben einen hellen Hauttyp entwickelt. Diejenigen, die in Afrika oder in anderen Ländern neben dem Äquator lebten, behielten hingegen ihre dunklere Haut. Dies diente dazu, dem Abbau der körpereigenen Reserven an Folsäure durch die UV-Strahlung entgegenzuwirken, um die Gefahr von embryonalen neurologischen Störungen während der Schwangerschaft zu verhindern.
Vor allem in den letzten Jahrhunderten haben sich Menschen mit verschiedensten Hauttypen auf der gesamten Welt bewegt und vermischt.
Entstehung der Hautkrebse
Für die Entstehung der Hautkrebse spielte die individuelle Hautfarbe sicherlich eine wesentliche Rolle. Der entscheidende Faktor für die Hautkrebs-Entwicklung ist jedoch die UV-Strahlung der Sonne und/oder der Solarien. Als wichtiger Mitfaktor ist auch die Alterung der Bevölkerung, die in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen ist, mit einzubeziehen. Insbesondere der häufigere helle Hautkrebs kommt nach einer vermehrten UV-Strahlung über Jahrzehnte vor. Der Hautkrebs ist mittlerweile die häufigste Krebsart geworden. In Europa entwickelt jeder Dritte im Laufe seines Lebens Hautkrebs. Die Schweiz gilt hier als „Hochrisikoland“ für Hautkrebs, da die UV-Belastung der Schweizer Bevölkerung einerseits durch Freizeit in den Bergen und andererseits durch häufiges Reisen in sonnige Länder relativ hoch ist.
Auf Sonnenexposition achten
Hautkrebs ist jedoch nicht nur die häufigste Krebsart, sondern er nimmt im Verhältnis zu anderen Arten auch weiterhin am stärksten zu. Rund 25000 Personen erkranken in der Schweiz jährlich an aggressiveren Formen von Hautkrebs, davon 2400 am Melanom. Während die Sterblichkeit am Melanom mit rund 300 Todesfällen pro Jahr in den letzten Jahren unverändert blieb, nehmen besonders schwere Verläufe einer Form des hellen Hautkrebses (Stachelzellarzinom oder Spinaliom) langsam zu. Dieser Tumor tritt praktisch nur an sonnenexponierten Haut-Arealen auf und die Häufigkeit ist abhängig von der Gesamtsonneneinstrahlung über ein Leben hinweg. Personen, die hauptsächlich im Freien arbeiten und ihre Tätigkeit über viele Jahre ausüben wie beispielsweise Dachdecker, Gartenarbeiter, Landwirte etc. sind durch die UV-Belastung drei bis fünf Mal stärker gefährdet.
Doch wir können uns vor übermässiger
UV-Strahlung schützen. Sie ist die hauptsächlich verantwortliche Ursache
bei der Entstehung des Hautkrebses. Als primäre Prävention gilt das
Vermeiden unnötiger Sonnenexpositionen, das Tragen schützender Kleidung
und der vorsorgliche Schutz durch Sonnencreme. Dies sind die wichtigsten
Massnahmen zur Vermeidung eines erhöhten Hautkrebsrisikos.