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Dr. Jennifer König, Universität Braunschweig, untersuchte in ihrer Dissertation die Einflussgrössen für die Leistungsfähigkeit von Schülern. Beispiel: Wird die Luftqualität in CO2 von häufig gemessenen 2'000 ppm reduziert, steigt die Leistung (gemessen bei 5 Klassen mit 100 Schülern):
- bei 1'000 ppm um 7 %
- bei 700 ppm um 20 % >> weiter zur umfangreichen Dissertation oder weitere Auszüge:
- Die freie Belüftung über die Fenster wird trotz umfangreicher Studien und dem mehrfach nachgewiesenen Einfluss der Raumluftqualität auf die Schülerleistung in Klassenräumen nicht ausreichend umgesetzt.
- Eine Nutzerschulung und Sensibilisierung zur natürlichen Lüftung mittels des Einsatzes einer Lüftungsampel oder eines Workshops führt in Schulen zu einer langfristigen Verbesserung des Lüftungsverhaltens.
- Die Installation von dezentralen Lüftungsgeräten oder zentralen Lüftungsanlagen führt zu einer Verbesserung der Raumluftqualität und der Schülerleistung, sofern ein 3,5-facher Luftwechsel umgesetzt und eine akzeptable thermische Behaglichkeit sichergestellt werden kann. Regelmäßige Kontrollen zur Laufzeit und ein Monitoring zur Raumluftqualität, zur thermischen Behaglichkeit und zur Akustik sind in diesem Zusammenhang sowohl für dezentrale Lüftungsgeräte als auch für zentrale Lüftungsanlagen notwendig.
- Eine nutzerabhängige Steuerung ist in Schulen nicht geeignet. Nur eine zeitliche Steuerung und eine CO2-Regelung der Geräte kann langfristig zu einer Verbesserung der Raumluftqualität führen.
Fazit: Es besteht Handlungsbedarf darin die Luftqualität in Bildungseinrichtungen entscheidend und konsequent zu verbessern. Die Klassenraumlüftung mit der Umsetzung von Lüftungskonzepten muss ein zentrales Thema der Planung werden. Abgeschlossene Studien und die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass eine nicht nutzermotivierte Fensterlüftung zu einer unzureichenden Raumluftqualität führt. Insbesondere die CO2-Konzentration erreicht zu hohe Werte. Aufgrund der nachgewiesenen Leistungssteigerung der Schüler von im Mittel 7 %, ist in Unterrichtsräumen eine Einhaltung des Grenzwertes von 1.000 ppm in mindestens 50 % der Unterrichtszeit anzustreben. Mit der Umsetzung eines 3,5-fachen Luftwechsels wird diese Forderung eingehalten.
Als Antwort auf die Frage nach der Messbarkeit von Raumluftqualität, wird die Idee eines „Luftgütepasses“ für Gebäude formuliert. So wie der Energieausweis als Standard für öffentliche Gebäude etabliert wurde, um deren energetische Qualität dokumentieren zu können, sollte zukünftig auch für die Einhaltung der Raumluftqualität ein Gütesiegel erarbeitet werden. Dieser „Luftgütepass“ informiert, und zeigt die geplante Qualität der Raumluft und der thermischen Behaglichkeit in einem öffentlichen Gebäude auf und klassifiziert sie.