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Das vorentscheidende Doppel gewannen die schottischen Brüder Andy und Jamie Murray gegen David Goffin/Steve Darcis in zwei Stunden und 49 Minuten 6:4, 4:6, 6:3, 6:2. Die Belgier verspekulierten sich am Samstag. Sie stellten Goffin (ATP 16 im Einzel) auf, obwohl der in den letzten anderthalb Jahren auf der Tour bloss ein Doppel gewonnen hat (mit Dominic Thiem in Schanghai). Auch im Davis Cup verlor Belgiens Team-Leader vor drei Jahren seinen einzigen Doppelversuch ohne grosse Meriten. Ohne Goffin hatte Belgien vor dem Final fünf der letzten sechs Davis-Cup-Doppel gewonnen.
Auch wegen Goffin wurde das Doppel so defensiv gespielt wie nie mehr in den letzten Jahren in einem Davis-Cup-Final. Von den vier Protagonisten befand sich nur Andy Murrays ein Jahr älterer Bruder Jamie permanent im Vorwärtsgang. Der grössere Mut zur Offensive zahlte sich für die schottischen Murray-Brothers schliesslich aus: 100 Minuten lang wogte das Geschehen hin und her, die Belgier führten im dritten Satz sogar mit einem Break (2:1). Danach aber brachten Darcis und Goffin fünf der nächsten sieben Aufschlagspiele nicht mehr durch.
Um doch noch zu gewinnen, müssten die Belgier am Sonntag beide abschliessenden Einzel gewinnen. Realistisch erscheint das nicht mehr. Andy Murray erwies sich bislang als der überragende Akteur des Wochenendes. Auf den souveränen Sieg gegen Ruben Bemelmans folgte auch im Doppel eine solide Darbietung. Der Weltranglistenzweite gab als einziger kein Aufschlagspiel ab. Und er verpuffte bislang weniger Energie als Goffin, der schon im ersten Einzel beim Fünfsatzsieg über Kyle Edmund fast drei Stunden auf dem Sandplatz gerackert hatte. Vor drei Wochen standen sich Andy Murray und Goffin in Paris-Bercy gegenüber. Damals gewann der Schotte 6:1, 6:0.
Resultate:
In Gent. Davis Cup. Final: Belgien – Grossbritannien (Halle, Sand) 1:2 (Zwischenstand). – David Goffin s. Kyle Edmund 3:6, 1:6, 6:2, 6:1, 6:0. Ruben Bemelmans u. Andy Murray 3:6, 2:6, 5:7. Steve Darcis/Goffin – Andy Murray/Jamie Murray 4:6, 6:4, 3:6, 2:6. – Am Sonntag: Goffin – Andy Murray und (wenn noch nicht entschieden) Bemelmans – Edmund.
(SI)