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Bei einer Aortendissektion entsteht ein Einriss im Bereich der inneren Schicht der Hauptschlagader (Aorta), ohne dass die äussere Schicht der Gefässwand betroffen ist. Diese kann innerhalb von Minuten bis Stunden sekundär auftreten, oft in direktem Zusammenhang mit einem erhöhten Blutdruck.
Beim inneren Einriss der Aorta wühlt sich das Blut einen Weg zwischen den inneren zwei Wandschichten und der äusseren Wandschicht der Hauptschlagader und bildet somit innerhalb der Aorta eine zusätzliche (falsche) Lichtung. Der Patient oder die Patientin verspürt in der Regel einen heftigsten Schmerz zwischen den Schulterblättern oder im Bereich des Brustbeines, der entlang der Wirbelsäule nach unten wandert. Die Hauptgefahr bei der Dissektion der Aorta liegt darin, dass es zu einer Mangeldurchblutung von Organen (Hirn, Herz, Leber, Niere) oder der Gliedmassen kommen kann, weil wichtige Seitenäste der Hauptschlagader durch die flottierende innere Membran verlegt oder eingeengt sind. Gelegentlich kann der Druck auf die äussere Schicht so gross sein, dass diese einreisst und eine schwere Blutung entsteht. Dann befindet sich der Patient oder die Patientin innert kürzester Zeit in einer lebensbedrohlichen Situation.
Die akute Dissektion der aufsteigenden Aorta wird praktisch immer notfallmässig behandelt und der erkrankte Aortensegment wird mit einer Gefässprothese ersetzt. Dissektionen, die primär die absteigende Aorta oder viel seltener die Bauchschlagader betreffen, werden zunächst konservativ behandelt, das heisst mittels medikamentöser Senkung des Blutdrucks und mit Schmerzmittel. Eine Mangeldurchblutung der Bauchorgane oder der Beine kann oft mittels Einlage einer gestenteten Gefässprothese via Leistenzugang verbessert werden.
Unabhängig der Behandlungsart müssen Patienten und Patientinnen nach einer Dissektion der Aorta lebenslänglich nachkontrolliert werden, da die Wandschichten der Hauptschlagader nach dem Riss geschwächt bleiben. Der Durchmesser der Hauptschlagader kann in der Folge langsam weiterwachsen.
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