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Der Panther – Jardin des Plantes (1903)

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
Gedichtinterpretation
Inhalt
Das Auge des Panthers ist müde und leer. Er sieht nur unendlich viele, immer wiederkehrende Eisenstäbe seines Käfigs. Hinter dem Käfiggitter gibt es zwar eine Welt, aber sie existiert nicht mehr für den Panther. Er kennt seine aussichtslose Situation.
Der Panther geht dauernd im Kreis. Der Kreis ist klein, weil der Käfig so klein ist. Sein Gang ist geschmeidig katzenhaft, sein Raubtierkörper strotzt vor Kraft. Aber diese Kraft kann nur sinnlos und endlos im Kreise gehen. Was ihm möglich wäre, lauern, jagen, seine Beute anspringen, alle diese mächtigen Manifestationen sind beschnitten, betäubt.
Hin und wieder öffnet er seine Augen. Er sieht ein Stück der Aussenwelt. Vielleicht ein paar Besucher, die er in der Natur gewaltig anspringen würde. Ein Zittern geht durch seinen Körper. Noch weiss er, wie stark er sein könnte. Aber dann fühlt er wieder die Aussichtslosigkeit und das Bild erstirbt in ihm.
Aufbau des Gedichts
Die drei Strophen haben je vier Verse mit einem Kreuzreim: Das Schlusswort jeder übernächsten Zeile reimt sich. Wir finden abwechselnd eine weibliche und eine männliche Kadenz. Die weibliche Kadenz endet auf eine unbetonte Silbe (Stäbe – gäbe). Die männliche Kadenz endet auf eine betonte Silbe (hält … Welt). Dieser Wechsel unterstützt die gespaltene, verwirrende Situation dieses kräftigen, majestätischen Tieres im Käfig.
Das Metrum dieses Gedichtes ist ein Jambus, wie wir unten sehen, ein fünfhebiger Jambus.
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
Nur die letzte Zeile ist vierhebig:
und hört im Herzen auf zu sein.
Dies betont das Abschliessende der Gefangenschaft, das Ersticken der Hoffnung noch mehr.
Sprache
Die Sprache des Gedichts ist sehr einfach. Kurze, klare Sätze, welche die unendliche Armut dieses Königs beschreiben.