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1942-1971
Erste Gruppierungen
Sektionen des KREIS
Mit dem Inkrafttreten des StGB am 1. Januar 1942 und der schrittweisen Umwandlung der "Liga für Menschenrechte" und ihrer Zeitschrift Menschenrecht (MR) in die Abonnentenvereinigung "Lesezirkel DER KREIS" begannen sich in der Romandie Sektionen des KREIS zu bilden. Dabei spielten natürlich die Beiträge auf Französisch zunächst im MR und ab 1943 in der neuen Zeitschrift Der Kreis / Le Cercle eine wesentliche Rolle.
So entstand im Januar 1942 die Gruppe Le Cercle de Bienne, die sich bald Section de Bienne nannte. Sie existierte bis 1948 und veranstaltete am 5. März 1944 den ersten Maskenball für ausschliesslich homosexuelle Männer, den es je in der Schweiz gab.1
Im Juli 1944 kam es zur Gründung des Cercle de Lausanne, der allerdings nur bis Ende des Jahres bestand. In dieser kurzen Zeit machte er sich einen Namen mit seiner Chanson- und Tanztruppe "Les sourires du Léman", die sich am Bieler Maskenball gebildet hatte, beim KREIS-Sommerfest in Zürich mit Erfolg auftrat und fulminant gefeiert wurde.2 Diese Sourires du Léman waren durchaus eine Frühform der erst 50 Jahre später entstandenen Schwulen Männerchöre wie beispielsweise Schmaz (Zürich) und Choeur Homogène (Genf).
Mit dem Ende ihrer Section de Bienne (1948) integrierten sich auch diese Kameraden völlig in den KREIS und besuchten wie fast alle anderen aus der Romandie regelmässig die grossen Zürcher Festanlässe, an denen sie zusammen mit den Abonnenten und Gästen aus Frankreich stets in ihrer Sprache begrüsst und eingeführt wurden. Viele von ihnen beteiligten sich aktiv an den legendären Maskenbällen und Herbstfesten mit diversen Cabaret-, Chanson- und Tanzproduktionen oder erschienen in kunstvoller Maskerade.
Nach dem Ende des KREIS und seiner Zeitschrift 1967 brachte das neue Heft club68 mit seiner Nummer 11/1969 wieder eine "page française", die aber erst ab April 1971 unter diversen Titeln regelmässige Rubrik wurde und ein Jahr später in der neuen Zeitschrift hey bis Ende 1977 meist mehrere Seiten umfasste.
Als am 3. April 1971 der Verein Club 68 seinen Namen in SOH (Schweizerische Organisation der Homophilen / OHS, Organisation Homophile Suisse) änderte, war dies eigentlich nur möglich, weil nebst der Isola Basel und dem Ursus Club Bern auch die beiden Genfer Clubs beitraten, l’Olivier und La Calèche (letzterer im grenznahen Frankreich, aber mit Kundschaft aus Genf).
Ernst Ostertag und Jean-Pierre Sigrist Mai 2008
Weiterführende Links intern
Quellenverweise
- 1
Der Kreis, Nr. 3/1944, Seite 16
- 2
Der Kreis, Nr. 6/1944, Seite 23