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Vor knapp zehn Monaten traf die WOZ den US-palästinensischen Geschäftsmann Baschar Masri in seinem Büro im Westjordanland. Vom Fenster aus sah man schon etliche Hochhäuser in die Höhe ragen, andere Gebäude wurden von Tausenden ArbeiterInnen gerade gebaut. Denn hier sollte Rawabi entstehen, eine vollständig durchgeplante Stadt für 40 000 EinwohnerInnen.
Zusammen mit dem Emirat Katar investierte Masris Unternehmen über eine Milliarde US-Dollar in das postmoderne Projekt, das sich über zwei Hügel neun Kilometer nordwestlich von Ramallah erstreckt. «Eine Hochrisikoinvestition» nannte das Masri letztes Jahr – weil letztlich fast alles vom Goodwill Israels abhängt, das das Westjordanland seit 1967 besetzt hält.
Tatsächlich stehen nun selbst die ersten 600 verkauften Wohnungen, die seit April eigentlich bezugsbereit sind, immer noch leer, wie die «New York Times» am Mittwoch berichtete. Denn die israelischen Behörden verhindern noch immer den Anschluss der Stadt an die nahe gelegene Hauptwasserleitung. Auch die Bewilligung für eine permanente Zufahrtsstrasse steht weiterhin aus.
Laut «New York Times» glaubt Masri, dass dies mit den israelischen Sanktionen gegenüber der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zusammenhängt. Die PA kooperiert seit April wieder mit der nationalreligiösen Hamas, hat aber nichts mit Rawabi zu tun.
Noch immer glaubt der enthusiastische Geschäftsmann an sein Projekt. Doch Masris Unternehmen hat nun ein Liquiditätsproblem, da es die siebzig Millionen US-Dollar, die die 600 verkauften Wohnungen bringen würden, vorerst nicht einziehen kann. Die weiteren Bauvorhaben sind unterbrochen worden; bis zu 4000 ArbeiterInnen könnten Ende September ihren Job verlieren.
Nachtrag zum Artikel «Planen kann man hier eh nichts» in WOZ Nr. 47/13.