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Der Park wurde im 18.Jahrhundert gegründet von Louis-Philippe-Joseph, Herzog von Orléans und Chartres und zugleich Cousin von Louis XVI. Durch die Landkauflust des Gründers wuchs der Park bis ins Jahr 1778 auf eine Fläche von 12 Hektaren an und wurde vom Pariser Volk “Folie de Chartres” auf deutsch “die Verrücktheiten (des Herzogs) von Chartres” genannt. Louis flüchtete vor Streitereien mit Marie-Antoinette nach London und verliebte sich dort in die Gestaltungsweise der englischen Parks.
Neues aus England
Nach Paris zurückgekehrt, beauftragte er einen schottischen Gartenarchitekten mit der Gestaltung des Parc Monceau. Der Garten im englischen Stil war eine Besonderheit in ganz Frankreich, bis anhin waren die Parks traditionell und oft symmetrisch gegliedert. Der Parc Monceau unterschied sich durch seine kurvigen Wegen und der willkürlich angeordneten Statuen. Guy de Maupassant und Frederic Chopin stehen neben einer ägyptischen Minipyramide und korinthischen Säulen.
Nachdem der liberale Louis-Philippe 1793 durch die Guillotine ausgelöscht wurde, ging der Park in öffentliches Eigentum über. Vier Jahre später nutzte André-Jacques Garnerin den Park als Ländefläche für sich und seinen Fallschirm. Er sprang aus einem selbstkonstruierten Wasserballon auf 400 Meter Höhe und landete elegant vor einer grossen Menge Schaulustiger. Der erste Fallschirmsprung Europas war somit gelungen.
Der Park heute
Vor allem am Wochenende ist der Park Anziehpunkt für viele Pariser und Pariserinnen auf der Suche nach ein wenig Natur. Familien veranstalten Picknicks im grossen Stil. Doch vor allem wird gerannt. Ob 65-jähriger Rentner, der gemächlich seine Runden dreht, hippes Teeniegirl in pinkem Plüschtenu oder aber superfitter Mittedreissiger, der alle überholt: Sie sind alle vertreten.
Es rennen alle in die gleichen Richtung, wer wohl diese Regel aufgestellt hat? Egal, ich füge mich. Im Bereich des Spielplatzes bin ich gezwungen, in Schlangenlinien zu rennen. Achtung! Von rechts kommt ein kleiner Knirps mit Trottinett auf mich zu und links will mich ein Hund ins Bein beissen. Schnell weiter gerannt. Auf dem Sandboden lässt sich gut laufen und die zahlreichen Mitjogger sorgen für Abwechslung. Anschliessend geht’s ans Ausdehnen an die extra für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Metallstangen. An dieser Stelle lerne ich auch typische, französische Ausdehnungsformen kennen.
Um 20.30 Uhr schallt ein lauter Pfiff durch den Park und kündigt die Schliessung an. Brav wie Schäfchen, die die Nacht im Stall verbringen müssen, verlassen die Besucher den Park. Auf ein nächstes Mal, Guy de Maupassant!