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Bis zur Industrialisierung wurden Sorten durch Auslese gezüchtet. Man hat die besten ausgelesen, verglichen, innerhalb der gleichen Familien gekreuzt und selektionniert.
In den 1920-er Jahren haben H.J.Muller (1) und L.J.Stadler (2) entdeckt, dass radioaktive Bestrahlung Mutationen auslöst, doch erst nach dem 2. Weltkrieg, als man „gemeinsamen friedliche Anwendungsmöglichkeiten von Atomenergie suchte“ (3), wurde diese Methode für die Züchtung von neuen Sorten verwendet. Das war der erste Eingriff bei dem die natürliche Entwicklung willentlich gesprengt wurde ohne dass man wusste, was herauskommen würde (siehe 4 und 5).
Natürlich waren längst nicht alle Versuche erfolgreich, aber diejenigen, die‘s waren kamen „schlank“, d.h. ohne Bewilligungsverfahren, auf den Markt.
Diese forcierten Mutationen brachten zwar schnelle, aber zufällige Veränderungen, während bei der modernen Gentechnik gezielt angestrebte Eigenschaften in die Gensubstanz eingebaut werden.
Bereits 1986 fand in Zürich eine Konferenz mit dem Titel „was bringt Gentechnik der Landwirtschaft“ statt. Ernst Frischknecht, der dafür Referenten rekrutierte, erinnert sich an einen Referenten, der untersuchte, wie sich ein Gen verhält, das aus dem Verband von seinen Genen herausgenommen und in einen andern Verband eingeschleust wird. Das sei „ähnlich wie wenn wir einen kanadischen Hockeyspieler in die Schweiz nehmen. Wenn er aufgenommen wird in seinem neuen Klub ist das gut, und wenn er nicht aufgenommen wird ist er eine Niete. Dann kann er gar nie wirken.“ Genau so sei es bei den Genen. Die werden entweder abgelehnt von den Partnergenen, oder angenommen. Ernst Frischknecht weiter: „Er sagte, zwischen den Genen, denen eine bestimmte Funktion zugewiesen werden könne befänden sich andere, von denen man nicht wisse, welchen Auftrag sie hätten. Dieser Mann hatte den Auftrag, herauszufinden, wie die reagieren, wenn ein fremdes Gen dazwischen sitzt.
Genmanipulation ist nicht wie Lego, wo man ein Klötzchen aufs andere drücken kann und es bleibt dort. Genmanipulation ist eher wie wenn ich den Fisch im Aquarium von einer Ecke in die andere bringe: Er ist schnell wieder in einer andern Ecke. Wenn die Umgebung nicht ändert, mutieren die Gene zurück.“
Bildquelle: http://www.lifesciencesfoundation.org/magazine-Atomic_Gardens.html