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Alexandre Yersin: von der Schweiz nach Vietnam (zu seiner Zeit Französisch-Indochina) oder mit anderen Worten ein ausserordentliches Leben für einen aussergewöhnlichen Menschen
Wer kennt denn heute Alexandre
Yersin? Diese Web-Seite setzt sich zum Ziel, das Andenken des Menschen zu würdigen, der im Juni 1894 in Hong Kong den Erreger der Pest entdeckt hat. Diese glänzende Entdeckung wurde mit einfachen Mitteln erreicht, zu einer Zeit in der die Mikrobiologie
in voller Entwicklung war. Aber Yersin hatte im Pasteur Institut von Paris und beim nicht weniger berühmten Robert Koch, Leiter des Hygiene-Institutes in Berlin, solide Kenntnisse erworben.
Fast von einem Tag auf den andern wurde Yersin weltberühmt.
Auch wenn er schnell begriffen hatte, welchen Nutzen er aus dieser neuen Berühmtheit ziehen konnte, blieb sein ganzes Leben stets von grosser Einfachheit und Bescheidenheit geprägt, sein Leben dem Wohle der Menschheit opfernd. Das Beispiel seiner
aussergewöhnlichen Laufbahn ist Träger starker Botschaften, weil es uns zeigt, dass ein ausgefülltes Leben das vom Menschen Geschaffene stets überragt.
Yersin war weder ein Freund des öffentlichen Lebens, noch der typische Vertreter
des kolonialen Eroberers. Dazu trug er zu viel Humanität in sich. Er war ein so diskreter Mensch, dass nur die Wenigsten das Glück hatten, ihn wirklich kennen zu lernen. Er fühlte sich vor allem in Gesellschaft armer Leute wohl.
Yersin
wurde in der welschen Schweiz geboren und entschied sich für das Medizinstudium, das er in Lausanne, Marburg a.d.Lahn (Deutschland) und Paris (Frankreich) absolvierte. 1889 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft, und nachdem er im Pasteur
Institut in Paris herausragende wissenschaftliche Arbeiten hervorgebracht hatte, fühlte er sich plötzlich von fernen Ländern angezogen. Auf Empfehlung von Herrn Louis Pasteur wurde er durch die Schifffahrtsgesellschaft « Messageries
maritimes » oder « MM » als Schiffsarzt angestellt und gelangte im Oktober 1890 nach Saigon in Französisch-Indochina (heute Vietnam). Während eines Jahres verkehrte er auf Kurzstrecken, zuerst zwischen Saigon und
Manila (Philippinen), dann zwischen Saigon und Haiphong (damals Tonkin, heute Nordvietnam).
Yersin‘s Lebensgeschichte liest sich wie ein Abenteuerroman, ähnlich derjenigen, die Yersin in seiner spärlichen Freizeit zu lesen pflegte. Er
war nicht nur Arzt und Wissenschafter, sondern auch Matrose, Seefahrer, Abenteurer, Entdecker, Geograph, Pflanzer, Züchter, Experte in drahtloser Telegrafie, Meteorologe, Astronom, Photograph, und alles was wir hier zu erwähnen vergessen haben! Kurz
gesagt: er war ein rastloser Sucher mit unbezähmbarer Neugier, der durch eine ausserordentliche Intelligenz gesegnet worden war und der sein Leben der Wissenschaft und der Menschheit vermacht hatte.
Als 1894 in Hong Kong die Pest wütete, war
er noch nicht 31 Jahre alt, und er benötigte zur Isolierung des Pesterregers aus Bubonen der Leistengegend von Pestkranken (vergrösserte, mit Eiter und Pestbazillen angefüllte Lymphknoten) nur einige Wochen.
Trotzdem ihm diese Entdeckung
die Tore einer glänzenden wissenschaftlichen Karriere weit öffnete, zog er es vor in Französisch-Indochina zu bleiben, und sich an einen ruhigen und verlassenen Ort der Küste von Annam (heute mittlerer Teil von Vietnam) zurückzuziehen,
um seine Arbeiten über Pest und andere Infektionskrankheiten von Mensch und Tier fortzuführen und 1895 in Nha Trang das zweite Pasteur Institut von Französisch-Indochina zu gründen (das erste war in Saigon 1892 durch Albert Calmette gegründet
worden).
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