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Tafelobst
Tafelobst ist jenes Obst, das nicht für die Verarbeitung sondern für den Frischverkauf bestimmt ist. Man unterscheidet zwischen lagerfähigen und nicht oder nur kurzzeitig lagerfähigen Obstarten.
Verarbeitungsobst
Verarbeitungsobst ist jenes Obst, das für die Verarbeitung wie z.B. die Konfitüre- oder Saftherstellung bestimmt ist und durch Verarbeitungsprozesse längerfristig haltbar gemacht wird (Tiefkühlen, Erhitzen, Trocknen, Zugabe konservierender Stoffe, usw.)
Verwertungsmassnahmen
Basierend auf Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 29. April 1998 über die Landwirtschaft richtet der Bund Beiträge für verschiedene Massnahmen im Bereich der Verwertung von Kern-, Stein- und Beerenobst aus. Die Verordnung vom 23. Oktober 2013 über Massnahmen zur Verwertung von Obst (Obstverordnung) regelt die Ausführung der beiden aktuell mit Beiträgen unterstützten Massnahmen:
a. Lagerung der betriebsbezogenen Marktreserve für Apfel- und Birnensaftkonzentrat
Die betriebsbezogene Marktreserve der Mostereien dient dem Ausgleich der alternanzbedingten Ernteschwankungen bei Apfel- und Birnbäumen. Das Angebot an Konzentrat und daraus hergestellter Produkte kann so ausgeglichen werden. Die Beiträge stellen eine Entschädigung der Lager- und Kapitalzinskosten dar. Der Bund unterstützt max. 40% der mostereibezogenen Normalversorgung (110% des Ø betrieblichen Ausstosses von Apfel- und Birnenprodukten der letzten 2 Jahre) als Marktreserve. Die Höhe der Beiträge wird jährlich vom BLW überprüft und neu festgelegt. Beitragsberechtigt sind gewerbliche Mostereien. Gesuchsformulare: siehe Verwertungsbeiträge Obst.
b. Herstellung von Beeren-, Kern- und Steinobstprodukten
Die Beiträge zur Herstellung von Obstprodukten dienen der Stützung der Obstproduktion (Verarbeitungsobst). Sie werden ausgerichtet für die Herstellung von Produkten, die als Lebensmittel verwertet werden, die keiner Alkoholsteuer unterliegen und deren Zollansatz höchstens 10 Prozent ihres Preises franko Schweizergrenze, nicht veranlagt, beträgt. Mit Beiträgen unterstützt wird die Verarbeitung von Äpfeln, Birnen, Quitten, Mostäpfeln, Mostbirnen, Aprikosen, Kirschen, Pflaumen (inkl. Zwetschgen), Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren und anderem Beerenobst (z.B. Johannisbeeren). Die Höhe der Beiträge ist in der Obstverordnung festgelegt. Beitragsberechtigt sind Verarbeitungsbetriebe der ersten Verarbeitungsstufe, d.h. Verarbeiter, die frisches, ganzes Obst verarbeiten. Bei der Herstellung von Kernobstessig sind nicht die Hersteller von Konzentraten / Doppelsaft sondern die effektiven Essighersteller beitragsberechtigt. Gesuchsformulare: Verwertungsbeiträge Obst.
Anbauflächen
In obst.ch verwalten und erfassen die Kantone (Fachstellen Obst) alle Obstanlagen mit mindestens 20 Aren Obstkulturen. Seit 2014 werden auch Tafeltraubenbetriebe registriert.
Inlandangebot
Für das Import-bewirtschaftete frische Stein- und Beerenobst nach Agrareinfuhrverordnung vom 26. Oktober 2011 holt das Fachzentrum für Ein- und Ausfuhr Früchte (FZ-EAF), bestehend aus dem Schweizer Obstverband (SOV) und dem Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels (SWISSCOFEL) im Auftrag des Bundes bei den kantonalen Meldestellen das wöchentliche Inlandangebot ein. Diese Erhebung bildet die Datenbasis zur Durchführung der Einfuhrregelung von frischem Obst.
Rechtsgrundlage dieser Datenerhebungen ist Art. 49 der Verordnung vom 26. Oktober 2011 über die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Agrareinfuhrverordnung, AEV; SR 916.01), der folgendes festlegt: „Soweit es für die Durchführung der Einfuhrregelung für landwirtschaftliche Erzeugnisse oder für die Einhaltung internationaler Verpflichtungen notwendig ist, können die Produzenten, Verlader, Lagerhalter, Verarbeiter, Händler, Grossisten, Detaillisten, Importeure, Spediteure und deren jeweilige Organisationen sowie Zentralstellen zur Erhebung und Meldung von Daten über die Marktlage beigezogen werden."
Für Äpfel und Birnen aus Obstanlagen wird gemäss Verordnung vom 30. Juni 1993 über die Durchführung von statistischen Erhebungen des Bundes (Statistikerhebungsverordnung; SR 431.012.1) jährlich eine Ernteschätzung nach Bavendorfer Methode berechnet. Diese wird u.a. für die Analyse obstwirtschaftlicher Fragen benötigt.
Das BLW erfasst die von den Mostereien angenommenen und verarbeiteten Mengen Mostobst.
Ein- und Ausfuhr
Einfuhr von frischem Obst
Einfuhr von Erzeugnissen aus Kernobst und Obst zu Most- und Brennzwecken (Äpfel und Birnen)
Einfuhr von Obstgehölzen
Ausfuhr: Schweizer Obst wird in geringen Mengen exportiert. Die Ausfuhr von Obst nach Anhang 1 der Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die Ein- und Ausfuhr von Gemüse, Obst und Gartenbauerzeugnissen (VEAGOG; SR 916.121.10) muss den Normen gemäss den Verordnungen der Europäischen Union (EU) entsprechen und untersteht der Konformitätskontrolle (Art. 9 VEAGOG). Gemäss Anhang 10 des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der EU und der Schweiz über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen wird diese Konformitätskontrolle der Schweiz anerkannt. Die Qualiservice GmbH ist im Auftrag des Bundes mit der Kontrolle der Konformität beauftragt. Siehe auch allgemeine Anforderungen zu Ausfuhr von Agrarprodukten.