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2.1 ÜbersichtIn den meisten erdbebenverdächtigen Gebieten der Welt sind die Gefahren mit blossem Auge weitgehend unsichtbar. Die grossen Verwerfungslinien und Bruchzonen liegen entweder tief in den Gesteinsmassen oder unter dem Meeresspiegel. Die San-Andreas-Verwerfung aber, ist durch die von ihr verursachten Landschaftsveränderungen über viele hundert Kilometer hin sichtbar, am besten in den öden Prärielandschaften von Zentralkalifornien.
Sie erstreckt sich über 1'300 km vom Saltonsee aus durch Kalifornien bis Cape Mendocino, nördlich von San Francisco, wo sie schliesslich in den Pazifischen Ozean abtaucht. Die San-Andreas-Verwerfung zieht sich über Wüsten und Felder hin, läuft unter Dämmen und Staubecken hindurch und führt durch kleine Ortschaften und grosse Städte eines der dichtbesiedeltsten Gebiete der Vereinigten Staaten. Über 18 Millionen Menschen leben im Bereich der San-Andreas-Verwerfung.
Die Verwerfung reicht etwa 30 bis 45 Kilometer tief in die Erdkruste und ist in verschiedenen Tiefen etwa einen halben Meter bis anderthalb Kilometer breit.
2.2 Begleitende GräbenDie San-Andreas-Verwerfung gehört eigentlich zu einem komplexen System von Verwerfungen, welches Kalifornien, besonders den Süden, wie ein Netz überzieht. In den wissenschaftlichen Kreisen wird deshalb auch manchmal vom San-Andreas-Verwerfungs-System gesprochen.
Dieses System besteht primär aus der San-Andreas-Verwerfung und mehreren begleitenden Verwerfungen und sekundär aus vielen kleinen Verwerfungen. Die begleitenden Verwerfungen sind in Zentralkalifornien die Hayward- und die Calaveras-Verwerfung und in Südkalifornien die Garlock-, die San-Jacinto-, die Elsinore- und die Imperial-Verwerfung.
Das ganze System hat eine Breite von ca. 150 km im Norden und ca. 300 km im Süden.
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