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Nul homme n'est une Île
Dominique Marchais
Frankreich, 96 min
Première Internationale
«Kein Mensch ist eine selbstgenügsame Insel, [er] ist (…) ein Teil des Ganzen» schrieb der englische Dichter John Donne, der den neuen Film von Dominique Marchais inspirierte, mit dem eine in Time for Graces (2009) als dokumentarische Ermittlungsarbeit über die Zukunft der ländlichen Bereiche Frankreichs begonnene Überlegung fortgesetzt und vertieft wird. Der Filmemacher sieht sich an, wie auf beiden Seiten der Alpen (Sizilien, Graubünden, Österreich) Männer und Frauen in ihrem Rahmen in den Vakuolen der postindustriellen Gesellschaft Modalitäten der horizontalen und kollektiven Regierung neu erfinden. In einer im Palazzo Publico von Siena gefilmten Szene erläutert eine Historikerin ein Triptychon aus dem 14. Jh., auf dem erstmals «Bürger abgebildet sind». Der visionäre Maler wollte seine Zeitgenossen mit einer allegorischen Darstellung auf die für das «Gemeinwohl» nötige Solidarität der Klassen hinweisen. Jeder – sei es der Gründer einer landwirtschaftlichen Genossenschaft in Sizilien oder ein Deutschschweizer Architekt – ist auf seine Weise ein moderner Erbe dieser Idee. Pioniere, die diskret eine wünschenswerte Zukunft aufbauen.
Emmanuel Chicon