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Martha Schmutz-Mösch wurde am 3. Dezember 1925 in Frick geboren. 1927 zog die Familie Elise und Ernst Mösch-Eggimann mit ihren drei Töchtern nach Wildegg, wo der Vater ein Uhrmachergeschäft eröffnete. Martha verbrachte zusammen mit ihren Schwestern Elise und Margrit eine unbeschwerte Jugendzeit. Schon von Kindesbeinen an erkannte sie die Schönheiten der Natur. Mit ihren Eltern und den Schwestern unternahm sie manche Spaziergänge in Wald und Flur. So lernte sie Vögel, Pflanzen und auch Pilze kennen.
Nach der Primarschule in Möriken und der Bezirksschule in Lenzburg hiess es Französisch lernen und zwar in Morges am Genfersee. Am 29. März 1942 wurde Martha in der Kapelle in Morges konfirmiert. Martha gefiel es im Welschland so gut, dass sie erst nach 2½ Jahren nach Hause zurückkehrte, um eine Lehre als Damenschneiderin zu absolvieren. Ihren Beruf übte sie später zu Hause aus und gab Lehrtöchtern vieles mit auf den Weg.
Am 29. Mai 1950 heiratete sie Hans Schmutz. Die Freude war gross, als im Dezember Markus die Welt erblickte und zwei Jahre später ebenfalls im Dezember seine Schwester Elisabeth.
1958 trat Martha dem Pilzverein Aarau bei, da sie sich mit Leidenschaft für Pilze interessierte, nicht nur für essbare! 1966 bestand sie mit Bravour die Pilzkontrolleurenprüfung und amtete danach etliche Jahre als Pilzkontrolleurin in Möriken-Wildegg.
Zusammen mit ihrem Mann Hans schloss sie sich 1968 noch dem Pilzverein Mellingen an. In Wohlen war sie ein gern gesehener Gast im Pilzverein und bereicherte die Bestimmungsabende mit ihrem grossen Fachwissen. Martha fühlte sich äusserst wohl unter den «Pilzlern», und es entstanden schöne und langjährige Freundschaften. Beim Verband Schweizerischer Vereine für Pilzkunde war sie Trägerin der Ehrennadel, Mitglied der WK (Wissenschaftliche Kommission) und Ehrenmitglied bei der VAPKO (Schweizerische Vereinigung Amtlicher Pilzkontrollorgane), wo sie viele Jahre als Instruktorin tätig war. An unzähligen Kursen konnte sie ihre Kenntnisse über Pilze vertiefen. Pilze mikroskopieren, bestimmen und die interessantesten Pilze noch malen war für sie Erfüllung. Gerne gab sie ihr umfangreiches Wissen auch weiter.
In früheren Jahren unterstützte sie mit ihrem Gesang den Töchterchor bei Operetten in Möriken, was ihr viel Freude machte.
Im April 1975 starb ihr Mann Hans. Das war ein herber Schlag für Martha. Durch ihr positives Denken meisterte sie diese schwere Zeit und konnte ihr fröhliches Wesen zurückgewinnen.
Viele Jahre zog es Martha in die Ferien nach Santa Maria im schönen Münstertal. Im Hotel Schweizerhof durfte sie sogar für die Hotelgäste botanische Wanderungen in der Bergwelt leiten. Dies erfüllte sie mit grosser Genugtuung. Martha war in Sachen Botanik und Pilze eine wunderbare Lehrmeisterin. Fast keine Frage bezüglich der einheimischen Mykologie oder Botanik blieb unbeantwortet. Sie war wie ein wandelndes Lexikon. Im April 2001 zügelte Martha nach Wohlen auf den Bollhof zu ihrer Tochter Elisabeth, Ruedi und ihrem Enkel Dominik. Sie half im Haushalt mit und besorgte den Garten mit den vielen Blumen. Amanda, der Appenzellerhund, und die drei Katzen waren ihr ans Herz gewachsen. Oft strickte sie auf dem Bänkli hinter dem Haus und schaute den weidenden Kühen zu. Martha erfreute sich an den Klängen der Kuhglocken und genoss es, hier zu sein. Sie war immer bescheiden und jammerte nie. Nichts war ihr zu viel. Ihre grosse Hilfe schätzten wir über alles. Auf einem Ausflug mit der reformierten Kirchgemeinde fragte Martha die damalige Pfarrerin Elisabeth Weber, ob sie beim «Basar-Chränzli» mitstricken könnte. Mehr als zehn Jahre strickte sie unermüdlich für den Basar. Keine Wolle war vor ihr sicher. Als ehemalige Pilzkontrolleurin brachte Martha Pilzpulver von selbst gesuchten Pilzen mit, abgefüllt in ganz kleine Gläsli, versehen mit einem handgeschriebenen Rezeptkärtli und einer Zeichnung von einem Pilz. Gerne half sie auch mit, die gefertigten Sachen für den Basar auszustellen. Sie war immer voller Freude und mit viel Herzblut dabei.
In Brasilien verbrachte Martha einige Male Ferien bei ihrem Sohn Markus und der Schwiegertochter Iraide. Ihre zwei Enkel Markus und João Carlos besuchten sie dort gerne. So war sie noch von Mitte letztem Dezember bis Mitte April dieses Jahres im warmen Brasilien, wo sie am liebsten auf der Chácara weilte. Bis in ihr hohes Alter hatte sie einen sehr wachen Geist. Lesen, Kreuzworträtsel, Sudokus, jeden Donnerstag mit Kolleginnen jassen sowie stricken – das waren ihre erholsamen Abwechslungen.
Am 9. Juni machte sich ein Herzproblem bemerkbar; eine Operation war unumgänglich. Ganz alleine entschied Martha, ob sie diesen Eingriff noch wagen wollte. Sie war voller Zuversicht. Am 14. Juli nach erfolgter Herzoperation erlitt sie einen Herzinfarkt und schloss die Augen für immer.
Wir sind sehr traurig und danken dir für deine Liebe, Fürsorge und Fröhlichkeit. Die schöne Zeit mit dir und deine liebenswerte Art werden wir vermissen.
Deine Familie