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Zwei Neurowissenschaftlerinnen, Silvia Marchesotti und Anne-Lise Giraud, der Universität Genf haben die Hauptursache für die Legasthenie, das phonologische Defizit, untersucht.
Sie haben herausgefunden, dass diese Störung mit einer Veränderung im Oszillationsrhythmus der neuronalen Aktivität in der Hörregion der linken Gehirnhälfte zusammenhängt, welche für die Geräuschverarbeitung zuständig ist. In dieser Studie konnte zum ersten Mal nachgewiesen werden, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen diesen Oszillationen und der Fähigkeit des Gehirns, die als Phoneme bezeichneten Sprachlaute zu verarbeiten, wie Vokale und Konsonanten.
Die Neurowissenschaftlerinnen verwendeten eine transkranielle Wechselstrom-Stimulationstechnik. Eine Methode, welche in der Psychiatrie zur Behandlung von Depressionen angewendet wird. Nach einer 20 minütigen Stimulation der Hörregion der linken Gehirnhälfte zeigte unmittelbar eine bessere phonologische Verarbeitung bei den 15 erwachsenen Legasthenikern. Sie lasen präziser. Bei den Testpersonen einer starken Legasthenie fielen die Effekte der Stimulierung sehr positiv aus. Bei sehr guten Leserinnen und Lesern konnte ein leicht störender Effekt festgestellt werden.
Quelle: psychologie.ch