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Wenn der Trainer aufgrund Trade-Gerüchten brutal ehrlich sein muss
Artemi Panarin ist einer der heiss begehrtesten «unrestricted free agent» des kommenden Sommers. In der vergangenen Nacht wurde er krank gemeldet, so dass alle einen Trade erwartet hatten.
Es vergeht praktisch kein Tag, ohne das der Name Artemi Panarin in der Gerüchteküche auftaucht. Denn der Vertrag des 27-jährigen Russen läuft Ende Saison aus. Ab dann wird er ein «unrestricted free agent» sein, was soviel heisst, wie er könnte zu jedem beliebigen Team wechseln. Die Columbus Blue Jackets, sein momentaner Arbeitgeber, versuchen natürlich, den Vertrag mit Panarin zu verlängern. Doch dieser lässt sich Zeit, da er im Sommer andere Optionen prüfen kann und möglicherweise finanziell noch lukrativere Angebote erhält.
Am 25. Februar ist in der NHL die «Trade Deadline». Ab dann dürfen zwischen den Organisationen keine Spieler mehr getradet werden. Spieler mit auslaufenden Verträgen werden öfters noch am Tag zuvor getradet, da es noch die einzige Möglichkeit ist, einen Gegenwert zu erhalten. Am Beispiel Panarin angewendet heisst dies: Wenn er in den kommenden Tagen zu einem anderen Team getradet wird, dann erhalten die Columbus Blue Jackets einen Gegenwert im Sinne eines (oder mehreren) Spielers oder eines Draft-Picks. Falls Panarin bis Saisonende bleibt und sich schliesslich einer anderen Organisation anschliesst, erhalten die Blue Jackets gar nichts.
Die Verantwortlichen der Blue Jackets sind ziemlich zwiegespalten. Einerseits wollen sie mit dem aktuellen Team die Chance auf den Stanley Cup wahrhaben, andererseits ist das Risiko sehr hoch, Panarin (und auch Spitzentorhüter Sergei Bobrovsky) ohne Gegenwert zu verlieren. Deshalb wird in den amerikanischen News fast täglich über die Zukunft von den beiden gesprochen.
Panarin ist plötzlich «krank»
In der vergangenen Nacht trafen die Blue Jackets auf die Montréal Canadiens. Überraschenderweise war Artemi Panarin nicht im Lineup und als «Healthy Scratch» bzw. überzählig angegeben. Die Fragen kamen natürlich sofort auf. Wird Panarin für einen möglichen Trade geschont? Ist er bereits auf dem Absprung?
So muss sich John Tortorella, Trainer der Blue Jackets, den Fragen stellen. Ohne dass der Journalist die Frage beenden konnte, sagte Tortorella kopfschüttelnd: «Er ist krank. Er ist krank wie ein Hund. Er ist sehr krank, darum fehlt er heute.» Doch die Journalisten gaben natürlich nicht auf. Ziemlich genervt setzte Tortorella an: «Ihr wollt wirklich, dass ich soweit gehe und erzähle, was mit ihm passiert ist, dass wir endlich diese Spekulationen über einen Weggang beenden?» Dann musste Tortorella brutal ehrlich werden: «Er sch**ss sich in die Hose, er hat erbrochen, er macht alles durch, also genug!»
Viele Journalisten hätten sich wohl eine andere Antwort gewünscht, doch immerhin war Tortorella ehrlich, zumindest für dieses eine Spiel. Wie es mit Panarin weitergeht, wenn er dann wieder gesund ist, weiss natürlich noch niemand. Doch es wird noch viele weitere Gerüchte über ihn geben.