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| Dionysius Areopagita, ps. (geschrieben vor 476) - Kirchliche Hierarchie (De ecclesiastica hierarchia)

5. Kapitel: Über die priesterlichen [Rangstufen, Gewalten und Tätigkeiten und die entsprechenden] Konsekrationen
I. Einleitende Bemerkungen
§ 3.
Übersichtliches Schema nach dem triadischen Einteilungsprinzip:
1) Die drei Sakramente (Taufe, Eucha- [S. 166] ristie, Firmung) wirken Reinigung, Erleuchtung, Vollendung.
2) Die drei Stände der Kleriker (Diakone, Priester, Bischöfe) reinigen, erleuchten, vollenden.
3) Die drei Klassen der hörenden Kirche (Unvollkommene, Gemeindeglieder, Mönche) werden gereinigt, erleuchtet, vollendet. — Über die Sakramente ist bereits gehandelt worden, mithin geht der Verfasser zu den Ständen der Kleriker über.
Die erste gottgleiche Gewalt, welche der heiligsten Spendung der Sakramente innewohnt, besteht in der heiligen Reinigung der Ungetauften, die mittlere in der lichtvollen mystischen Einweihung der Gereinigten, die letzte, welche die früheren Gewalten in sich ein- und abschließt, in der Vollendung der Eingeweihten durch das Erkennen ihrer Weihungen. Die Körperschaft der Kleriker (Hierurgen) reinigt auf Grund der ersten Gewalt vermittels der Sakramente die Ungetauften, erleuchtet auf Grund der zweiten Gewalt die Gereinigten, vollendet auf Grund der letzten und höchsten der priesterlichen Gewalten diejenigen, welche die Gemeinschaft mit dem göttlichen Lichte erlangt haben, vermittels des erkenntnisreichen Verstehens der geschauten Erleuchtungen. In bezug auf die Weiheempfänger besteht das erste Vermögen darin, daß sie gereinigt werden, das mittlere darin, daß sie nach der Reinigung erleuchtet werden und die mystische Erfassung einiger Heilsgeheimnisse gewinnen, das letzte und die andern an Göttlichkeit überragende darin, daß man mit der vollendenden Kenntnis der heiligen Erleuchtungen, deren Beschauung man gewürdigt ist, durchstrahlt wird.
Die dreifache Kraft, die in der Vollziehung der Sakramente liegt, ist nun schon geschildert worden, denn in bezug auf die heilige Geburt aus Gott haben wir aus den heiligen Schriften die Reinigung und die lichtvolle Erleuchtung nachgewiesen, in bezug auf die Eucharistie und die Myronweihe die vollendende Erkenntnis und Wissenschaft der sakramentalen Akte, durch welche (Erkenntnis) auf heiligem Wege der einigende Aufstieg zur Urgottheit und die seligste Gemeinschaft mit ihr schließlich erreicht wird. Jetzt aber müssen wir der [S. 167] Reihe nach die Gliederung der Priesterschaft durchgehen, welche in eine reinigende, erleuchtende und vollendende Ordnung schön abgestuft ist.