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In den Nachrufen auf den afroamerikanischen Musiker und «Conductor» Lawrence D. «Butch» Morris, der am 29. Januar im Alter von 65 Jahren in New York verstarb (siehe WOZ Nr. 6/13 ), konzentrierte sich die US-amerikanische Presse weitgehend auf sein musikalisches Werk – das ist auch richtig. Als Todesursache vermeldeten die «New York Times», der «New Yorker», der britische «Guardian» wie auch die Jazzpresse jeweils Krebs oder Lungenkrebs.
In der deutschen «Jungle World» vom 7. Februar schreibt Sabine Küper-Busch über den Musiker, der im Veterans Affairs Medical Center in Fort Hamilton, Brooklyn, starb: «Seine Krankheit hat eine Geschichte, und der Titel dieser Geschichte könnte ‹Agent Orange› lauten, ein Begriff, der für das im Vietnamkrieg eingesetzte Entlaubungsmittel steht und zum Synonym für das Leiden der Zivilbevölkerung wie der Soldaten geworden ist.»
Sie berichtet auch von einem Telefon, das sie Anfang Januar mit Butch Morris geführt hat. Dabei hat er Agent Orange erwähnt. «Ich bin nicht traurig oder wütend. Ich war Teil eines Kriegs, in dem viele Menschen gestorben sind», sagte er ihr – und bezeichnet diese Zeit als «das Dümmste und Lehrreichste» in seinem Leben.
Butch Morris hat freiwillig als Sanitäter in Deutschland, Vietnam und Laos gedient. In den USA wird bei Vietnamveteranen häufig die «Agent Orange Disease» diagnostiziert. Eine ihrer aggressivsten Formen ist Lungenkrebs. Diese Diagnose erhielt auch Butch Morris im vergangenen August. Doch dieser Zusammenhang scheint für die US-amerikanische Presse vorläufig noch ein Tabu zu sein.