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Die ersten Ergebnisse der exitpolls zu den amerikanischen Präsidentschaftswahlen lassen einen Schluss zu: Die Frauen wählten gestern mehrheitlich Barack Obama, und sie gaben bei dieser Wahl den Ausschlag.
Zwar liegen die definitiven Endergebnisse der Präsidentschaftswahl einen halben Tage nach Wahl noch nicht vor. Doch rechnet man mit eine Stimmenverhältnis von 52 oder 53 Prozent für Obama und 46 oder 47 Prozent für McCain. Wie sich diese zusammensetzen, lässt sich aus den exit polls ableiten. Gut 17000 Interviews, die bei einer repräsentativen Auswahl Wählender gemacht wurden, geben hierzu Auskunft.
56 Prozent der wählenden US-Frauen gaben demnach ihre Stimme dem demokratischen Duo Obama/Biden. Bloss 43 Prozent von ihnen wählten McCain/Palin. Bei den Männern wäre die Mehrheit unklar geblieben: Die Wahllokal-Befragung ergibt hierein Verhältnis von 49 zu 48 zugunsten der Demokraten.
Da sich auch etwas mehr Frauen als Männer an der Wahl beteiligten, gaben sie nicht nur den Ausschlag bei Sieg und Niederlage. Dank ihnen können sich die Demokraten nicht nur in den beiden Parlamentskammern, sondern auch im Präsidentenamt auf eine Mehrheit stützen.
Ueberwältigend ist die Mehrheit für Obama bei der schwarzen Bevölkerung. Eine Mehrheit aller nicht-weissen Gruppen unter den Wählenden votierte für ihn. Die Geschlechterunterschiede treten dabei in den Hintergrund. Wenn schliesslich mehr Frauen als Männer für die Demokraten stimmten, ist das ein Effekt, der trotz allem bei der weissen Bevölkerung entstand. Hätten nur die weissen Männer wählen dürfen, hätte McCain mit 57 zu 41 die Präsidentschaft gewonnen.
Weiters zeigen die exitpoll Befragungen der grossen Fernsehanstalten und AP, dass das Alter einen Einfluss auf die Stimmabgabe hatte. Vor allem bei den Unter-30jährigen siegte Obama mit zwei Drittel der Stimmen. Beschränkt signifikant sie die Zusammenhänge mit der Schichte. Zwar votierten tiefere Bildungs- und Einkommensklassen für die Demokraten als für die Republikaner; bei den oberen Schichten gibt es aber keinen einheitlichen Trend.
Der Sieg der Demokraten entstand im Verlaufe der Kampagne, weil es ihnen gelang, die unabhängigen Wählerschichten mehrheitlich für sich zu gewinnen. Die beiden Parteilager waren dagegen weitgehend geschlossen. Die letzte Woche ging übrigens an die Republikaner, die so ihren Rückstand in allen Umfrageserien noch leicht verringern konnten.
Claude Longchamp