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Im Rahmen des Forschungsprojekts „Kontinuität oder Koinzidenz? Gesangspraxis und Gesangsästhetik 'italienischer' Prägung im Spiegel schriftlicher und akustischer Quellen (1600–1950)“ stellt die Dissertation die Frage nach den wesentlichen inhaltlichen Aspekten der Lehre des italienisch inspirierten Kunstgesangs in ihrer durch schriftliche Quellen dokumentierten Form. Den Brennpunkt der Aufmerksamkeit bildet die Suche nach den konkreten 'technischen' Wegen der Mitteilung, über die es möglich war, entscheidende, im Unterricht üblicherweise nonverbal vermittelte Informationen in Traktatform festzuhalten: von sachlichen Schilderungen über zweckdienliche Neologismen und Begriffsbesetzungen, anschauliche Symbole, musikalische Beispiele, abstrakte Metaphern, bis hin zu aggressiver Polemik und Kontroverse als Hilfsmittel der Darstellung technischer und insbesondere ästhetischer Inhalte. Zentraler Vergleichsgegenstand sind dabei die 'Manieren' des Gesangsvortrags, jene Vor- und Nachschläge, Vorwegnahmen, kurzen Tongruppen, längeren Diminutionen etc., die bei der sängerischen Ausführung den vom Komponisten notierten Melodieverlauf subtil, doch oft signifikant verändern.
Im Verlauf der Untersuchung werden, parallel zu italienischen Schriften des breiten Beobachtungszeitraums (1600-1950), vor allem französische, englische und deutsche Traktate analysiert und vergleichend miteinander konfrontiert, insbesondere solche, die sich, vom Ideal italienischen Gesangsvortrags ausgehend, an ein breites Publikum anderer Musikkulturen richten. Mit Hilfe dieser systematischen Auswertung wird es möglich sein, inhaltliche Ähnlichkeiten und Differenzen des Zugangs zu verwandten technischen und ästhetischen Phänomenen herauszuarbeiten und ihren Wandel über Epochengrenzen hinweg nachzuzeichnen – mit dem Ziel einer praktischen Nutzbarkeit für Sänger und Gesangslehrer heute.
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Die Dissertation ist Teil des SNF-Forschungsprojektes Gesangspraxis und Gesangsästhetik.