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Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten.
Aus dem Brief des Jakobus 5,13-15.
Krankensalbung
Ein Sakrament, das vielerorts etwas in Vergessenheit geraten ist, ist die Krankensalbung. Bekannt ist in erster Linie die „letzte Ölung“. Allerdings wird die Krankensalbung allein zur Stärkung für die betroffene Person verstanden und nicht als Sterbesakrament. Die „letzte Ölung“ ist nichts anderes als die Krankensalbung, die jemandem in den letzten Stunden seines Lebens auf dem Weg des Abschiednehmens Kraft und Trost spenden soll. Als solche ist sie also die seltenste Form der Krankensalbung. Die Krankensalbung gehört zu den Sakramenten, die immer wieder gespendet werden können, vergleichbar mit der Eucharistie und im Gegensatz zur Taufe, die einmalig ist.
Wann kann eine Krankensalbung in Anspruch genommen werden?
Ob eine Krankensalbung angezeigt ist oder nicht, hat nichts mit der äusseren Beurteilung der Schwere der Krankheit zu tun. Jeder und jede, die durch Krankheit geschwächt ist und froh um eine sakramentale Stärkung in dieser Situation wäre, soll die Salbung empfangen. Wenn Sie also an einer chronischen oder vorübergehenden Krankheit leiden oder eine Operation hatten, scheuen Sie sich nicht, die Pfarrerin darauf anzusprechen.
Die Krankensalbung als Medikament?
Es gibt durchaus Untersuchungen zur Wirkung der Krankensalbung. Dabei hat man feststellen können, dass es eine Tendenz gibt, dass Personen mit gleichen Leiden nach Empfang einer Salbung schneller genesen. Dies hat aber sicher nichts mit einer Wirkung vergleichbar zu einem Medikament zu tun. Das Sakrament der Krankensalbung ist wie alle anderen Sakramente kein magischer Vorgang. Der Körper ist ein sehr komplexes und damit äusserst sensibles System. Man weiss, dass er viele Möglichkeiten besitzt, selbst Heilungsprozesse in Gang zu setzen oder eben zu unterstützen. Eine Krankensalbung kann helfen, Ängste oder Beklemmungen durch das Vertrauen in die Kraft Gottes zu lösen und damit die körperliche wie seelische Verfassung zu stärken. Eine Salbung „heilt“ aber nicht im engeren Sinne. Das ist auch nicht ihr Ansinnen. Vielmehr soll sie „Heil“ im Sinne einer Ganzwerdung vermitteln.