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Montag, 23. September 2019
Adolf Muschg liest aus «Heimkehr nach Fukushima»
Adolf Muschg, geb. 1934, ist einer der bedeutendsten Schweizer Autoren der Generation nach Frisch und Dürrenmatt. Wir freuen uns daher besonders, dass wir ihn nach Fällanden einladen konnten. Muschg war nach Lehrtätigkeit in Deutschland, Japan und USA Professor für Sprache und Literatur an der ETH Zürich. Für sein umfangreiches literarisches Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Internationalen Hermann-Hesse-Preis und den Gottfried-Keller-Preis. Wie Max Frisch nahm Muschg
häufig pointiert zu politischen und gesellschaftlichen Fragen öffentlich Stellung.
Seit seinem Aufenthalt in Japan und seinem ersten Roman Der Sommer des Hasen (1965) beschäftigte sich Muschg immer wieder mit der japanischen Kultur und Gesellschaft. In seinem neuesten Roman Heimkehr nach Fukushima erhält der Architekt Paul Neuhaus die Einladung, eine Künstlerkolonie in Fukushima mit aufzubauen. Diese soll dazu beitragen, die radioaktiv verseuchte, nun teilweise dekontaminierte Gegend wieder zu bevölkern und den Menschen die Angst zu nehmen. Aus der Recherche im verseuchten Gebiet entsteht eine Liebesgeschichte mit Mitsuko, seiner Begleiterin. Sie stellt die Frage, was es bedeutet, wenn Menschen ihre Grenzen überschreiten. Könnte es sein, dass wir in Zeiten der Gefahr der Wahrheit über uns selbst näherkommen, als sich mit unserem Sicherheitsbedürfnis verträgt?