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Grünenberg zwischen Bern und Habsburg
Die Familie von Grünenberg – die Hochblüte der Grünenberg 1340 bis 1375
Für die nun kommende Periode der Hochblüte wollen wir für einmal den Blick in die Geschichte ein wenig anders werfen. Betrachten wir für einmal in einem Überblick, wohin es unsere Adligen in der weitverzweigten Familie verschlägt.
Walter IV. von Grünenberg zum Beispiel erhält in der Mitte des 14. Jahrhunderts als Pfand Unterseen, Unspunnen und Oberhofen. Bei der Begleichung der Schuld nennt er sich «Kirchherr von Deitingen» und «Canonicus von Zofingen». Er verkauft seinem grossen Vetter Petermann I. einen Viertel des Kirchensatzes Burgrain – dort steht heute noch die mit dem Verein Burgruine Grünenberg befreundete Ruine Kastelen (Burgrain) – und verleiht den Sagenacker in Langenthal. Nachdem er die Herrschaft Wolhusen in einem Vergleich von 1370 wieder an Habsburg abtreten muss, erhält er die Feste Gutenburg.
Berchtold I. und Petermann I. von Grünenberg erhalten als Belohnung für Kriegsdienste im Gümmenenkrieg Twing und Bann von Gondiswil und das Gericht Madiswil verpfändet. Berchtold I. nimmt den Zehnten von Kriegstetten zu Lehen. Neben dem Stellvertreteramt im Landgericht Buchsgau hält er den habsburgischen Zoll zu Brugg. 1371 erwirbt er Rohrbach als Bindeglied zwischen Madiswil und dem Städtchen Huttwil, das sieben Jahre darauf wieder an Grünenberg kommt.
Markwart VII. lernen wir als Probst des Frauenklosters Fahr an der Limmat nahe von Zürich kennen, eine Stelle für Ordensbrüder der Abtei Einsiedeln. Im Jahr 1364 wählt ihn der Konvent des Benediktinerklosters Einsiedeln zum Abt – Markwart VII. steigt damit in den Reichsfürstenstand auf. In den Annalen des Klosters gerühmt sowohl seiner edlen Abstammung als auch seiner Tugenden wegen, stirbt er 1376.
Margaretha, aus dem Familienzweig von Binzen, bekleidet in derselben Zeit eine ebensolche Stelle: Sie leitet als Fürstäbtissin von 1355 bis zu ihrem Tode 13802 das noble Damenstift Säckingen (im Bild: die heutige Stiftskirche des Fridolinsmünsters).
Petermann I. von Grünenberg kommt über seine Gemahlin Margaretha von Kien zur Herrschaft Aarwangen. Dies, nachdem ihr Oheim Ritter Johann von Aarwangen plötzlich ins Kloster St. Urban eintritt. Mit diesem Erbe verbunden sind weitreichende Geschäfte, denn Johann vermacht dem Grünenberger Pfandschaften im Schwarzwald, im Aargau und in Rothenburg sowie Lehen des Königs von Böhmen. Zudem wird er zum Gläubiger des Deutschen Kaisers und des Französischen Königs. 1351 wird er habsburgischer Vogt zu Unspunnen und damit zugleich auch Herr von Unterseen, wohl weil er sowohl Bern als auch Habsburg genehm ist.
In den kommenden Jahren erwirbt er einen Teil der Rechte in Burgrain, verkauft er Güter in Geristein und Steffisburg. Von Österreich erhält er das Lehen Tschingelberg in Grindelwald, ein Gut in Hilterfingen und den Hof von Kirchen im Breisgau. Schon vorher ist durch das Erbe von Johann von Aarwangen das Amt Spitzenberg bei Langnau im Emmental an ihn gekommen.
1363 ernennt man ihn zum Pfandherrn des «Inneren Amtes Wolhusen», dies entspricht der Landschaft Entlebuch. Um 1366 gelangt das habsburgische Amt Rothenburg mit Stadt und Feste an Petermann I. von Grünenberg.
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In dieser Zeit in der Mitte und gegen Ende des 14. Jahrhunderts sehen wir also Grünenberger verstreut vom Berner Oberland über die Regionen Bern, Solothurn und Basel ins Luzerner Hinterland bis vor die Tore Luzerns, dazu haben sie Besitz und Rechte im Aargau, im Breisgau bis hinein in den Schwarzwald und nach Böhmen. Dazu kommen Beziehungen zu den Dynastenhöfen von Kyburg, Savoyen und Habsburg, ja sogar an die Königsresidenzen von Prag, Budapest und Paris. Geistliche Grünenberger werden als Abt und Äbtissin Reichsfürsten in Einsiedeln und Säckingen. Die weitverzweigte Familie lebt und wohnt in Burgen nicht nur hier – Grünenberg und Langenstein –, sondern in Aarwangen, Binzen und Rothenburg.