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Bei der Berlinale 2015 gab es Jubel für Rampling in dem Ehedrama von Regisseur Andrew Haigh – sie erhielt den Silbernen Bären als beste Schauspielerin. Ein bedrückender Streifen: Kurz vor dem 45. Hochzeitstag gibt ein Gletscher die Leiche der Jugendfreundin des Ehemannes frei. Die Ehefrau fragt sich: Hätte er mich geheiratet, wenn die Andere nicht ums Leben gekommen wäre? Das Gift der Eifersucht droht ein Eheleben zu zerstören.
Mit seelischen Krisen kennt sich das Ex-Model Rampling aus. Es ist kein Geheimnis, dass sie zeitweise unter Depressionen litt: Ihre ältere Schwester hatte sich 1966 das Leben genommen – der Tod wurde der kranken Mutter verheimlicht und der Tochter damit die Chance zur echten Trauer genommen.
Zunächst hatte Rampling als Model gearbeitet, in den 60er Jahren wechselte sie zur Schauspielerei. Einen ersten grossen Erfolg feierte sie 1969 in Luchino Viscontis “La caduta degli dei”, ein dunkles Familien- und Politdrama über die Verstrickungen einer deutschen Industriellenfamilie mit dem Faschismus.
Nächster Coup war “Il portiere di notte”, ein Skandalfilm, der eine sadomasochistische Beziehung einer KZ-Überlebenden mit ihrem ehemaligen Peiniger schilderte. Die Sinnlichkeit, mit der Rampling die bizarre Rolle spielt, ist atemberaubend – das Image des undurchschaubaren Vamps sollte sie viele Jahre belasten.
Eine weitere grosse Rolle hatte sie in “Stardust Memories” (1980) von Woody Allen. In den 90er Jahren wurde es etwas stiller um sie. 2001 kam dann “Sous le sable” (François Ozon), kurz darauf “Swimming Pool” desselben Regisseurs. Darin spielte sie eine verhärmte britische Krimiautorin – und erhielt dafür den Europäischen Filmpreis.
(SDA)