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Julius André (1808–1880) wurde in Offenbach geboren. Seine Familie betreibt seit 1784 das Verlagshaus André in Offenbach, dessen Gründer 1799 den gesamten handschriftlichen Nachlass Mozarts kaufte. Julius André studierte Klavier bei Aloys Schmitt, der einige Jahre im Verlagshaus der Familie lebte. Später zog Julius André nach Frankfurt am Main, wo er eine rege Tätigkeit als Musiklehrer und Organist entfaltete. Ab 1864 arbeitete er als Prokurist im Betrieb seines Bruders Carl August André, der 1828 in Frankfurt eine Niederlassung des Verlagshauses André gründete.
Julius André veröffentlichte zahlreiche Klavier- und Orgelwerke und einige Vokalwerke. Sein Werkverzeichnis umfasst 70 Nummern. Für das Verlagshaus erstellte er zudem Bearbeitungen von Werken anderer Komponisten, u. a. Klavierauszüge und Arrangements von Opern, 24 Sinfonien von Joseph Haydn für Klavier vierhändig. Am weitesten verbreitet war seine Orgelschule op. 25. Ausserhalb des familieneigenen Verlagshauses gab es nur wenige Editionen mit seiner Musik. Der englische Organist Charles Steggall veröffentlichte 1860 in London bei Boosey 58 freie Orgelstücke und 2 Choralvariationen in der Sammlung Julius André’s Organ Book. Im Verlag Chanvrelin wurden 1998 die 12 Orgelstücke verschiedenen Characters op. 26 neu aufgelegt.
Orgelwerke von Julius André
Insgesamt veröffentlichte Julius André weit über 200 freie Orgelstücke und Choralbearbeitungen für Orgel. Alle erschienen im Verlagshaus André.
- ca. 150 Morceaux pour Orgue (17 Sammlungen à 8 bis 12 Stücke)
- Diverse Vor- und Nachspiele, Adagios und Trios, Préludes
- 3 Choräle mit Veränderungen und 50 einfache Choräle der evangelischen Kirche
- 24 Tonstücke für Orgel zu 4 Händen
- Kurzgefasste theoretisch-praktische Orgelschule op. 25, daraus wurden 24 vermischte Stücke und 24 vermischte Choräle separat veröffentlicht
- Anleitung zum Selbststudium im Pedalspiel
- Zahlreiche Transkriptionen für Orgel von Werken der Wiener Klassik, u. a. zahlreiche langsame Sätze aus Beethovens Klaviersonaten, Violinsonaten und Klaviertrios
Julius André komponierte vorwiegend in einem frühromantischen Stil, seine Orgelmusik orientiert sich an älteren Komponisten wie Christian Heinrich Rinck oder Théophile Stern aber auch an Zeitgenossen wie Felix Mendelssohn Bartholdy.
Kostenlose Noten von Julius André sind erhältlich bei imslp.org/wiki/Category:André,_Julius