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Das gegenwärtige Bewusstsein der Menschheit ist das Ergebnis eines historischen Prozesses, dessen Stufen und zukünftige Formen unterschiedlich dargestellt werden.
Eine der bekanntesten Theorien auf dem Gebiet der Bewusstseinsentwicklung (Ursprung und Gegenwart, 1949) stammt von dem Kulturphilosophen Jean Gebser (geb. 1905), der die Bewusstseinsentwicklung nicht als eine Höherentwicklung, sondern als ein Weggehen vom Ursprung auffasst, wofür er den Begriff „Bewusstseinsmutation“ prägte.
Die Entwicklung sei nicht gleichmässig, sondern unterbrochen im Sinne der Mutation.
Die früheren Bewusstseins-Stufen seien nicht überwunden, sondern lebten als verborgener Besitz im Menschen weiter.
Gebser unterscheidet folgende Bewusstseinsebenen:
archaische Bewusstseins-Stufe: der Urzustand, in dem die menschliche Seele noch „bewusstseinsfern“ war. Es gab noch keine Trennung von Innen und Aussen.
magische Bewusstseinsentwicklungs-Stufe: der Beginn der Bewusstwerdung. Der Mensch empfindet die Welt als fremde Kraft, die er jedoch nicht als Ganzes erfassen kann. Durch Beschwörungen und Zauberei versucht er dieses „Gegenüber“ in den Griff zu bekommen.
mythische Bewusstseinsentwicklungs-Stufe: Kennzeichnend für diese Stufe ist die Polarität, die ihren Ausdruck im Mythos findet. Die Mythen sind das in Worte gefasste Innere des Menschen; in ihnen drückt sich die Bewusstwerdung der Seele aus.
mentale oder geistige Bewusstseinsentwicklungs-Stufe: die Fähigkeit, bewusst zwischen Traum und Wachheit oder mythischer Welt der Seele und Wirklichkeit zu unterscheiden; die Bewusstseinsentwicklungs-Ebene des Verstandes, die alles zergliedert und perspektivisch betrachtet.
integrale und ganzheitliche Bewusstseinsentwicklungs-Stufe. Kennzeichen sind eine ganzheitliche Welterfassung und Erweiterung der Perspektive. Dazu gehört auch die vierte Dimension, die eine höhere Wirklichkeit als die gesehene dreidimensionale Körperwelt darstellt.
Ein anderes Modell, das eine Verbindung von westlicher und indischer Philosophie ist, stammt von dem New-Age-Denker Ken Wilber. Es zeigt in acht Stufen („Grosse Kette des Seins“) die Entwicklung und Rückkehr des Seins in den Urgrund (Höchster Geist) auf.
Auf jeder Stufe habe der Mensch den Drang, zur kosmischen Ureinheit zurückzukehren.
Dies führt Wilber zu der Annahme einer rückläufigen Evolution (Involution), die den Weg des Höchsten Geistes in die Materie bis zum Unbewussten beschreibt. Auf diesem rückläufigen Weg verliert er auf jeder Stufe etwas von seinem Bewusstsein.