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Die Fahreignung und die Fahrkompetenz sind zwei verschiedene Voraussetzungen zum Motorfahrzeuglenken. Gegen deren Fehlen sind auch unterschiedliche Folgen und Massnahmen gegeben.
Motorfahrzeugführer müssen über Fahreignung und Fahrkompetenzen verfügen (Art. 14 Abs. 1 SVG).
Über Fahreignung verfügt (Art. 14 Abs. 2 SVG), wer:
- das Mindestalter erreicht hat (beim Autofahren 18 Jahre);
- die erforderliche körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen hat;
- frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträchtigt; und
- nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen.
Über Fahrkompetenz verfügt (Art. 14 Abs. 3 SVG), wer:
- die Verkehrsregeln kennt; und
- Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt, sicher führen kann.
Bei Zweifel an der Fahreignung erfolgt eine Fahreignungsuntersuchung (Art. 15d Abs. 1 SVG). Bei Zweifel an der Fahrkompetenz kann eine Person einer Kontrollfahrt, einer Theorieprüfung, einer praktischen Führerprüfung oder einer anderen geeigneten Massnahme wie einer Aus- oder Weiterbildung oder einer Nachschulung unterzogen werden (Art. 15d Abs. 5 SVG).
Eine unsichere (langsame) Fahrt kann – wie oben aufgeführt – auf fehlende körperliche und/oder psychische Leistungsfähigkeit (Fahreignung), auf eine Sucht (Fahreignung) oder auf die fehlende Fahrkompetenz zurückzuführen sein.
Gerade bei älteren Autolenkern wird eine langsame Fahrt rasch als unsicher infolge fehlender körperlicher und/oder psychischer Leistungsfähigkeit beurteilt und so festgestellt. Die älteren Autolenker werden zur Abklärung geschickt. Gemäss SVG besteht die Abklärung der Fahreignung (bei Zweifel an der körperlichen und/oder psychischen Leistungsfähigkeit wegen dem Alter) in einer Fahreignungsuntersuchung. Das bedeutet, eine medizinische Untersuchung der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit bei einem Arzt der MFK. Ist der Bericht des Arztes in Ordnung, ist der Zweifel an der Fahreignung beseitigt.
Anders verhält es sich, wenn die unsichere Fahrt wegen Fahrkompetenz bezweifelt wird. In diesem Fall kann eine Kontrollfahrt oder andere Massnahmen angeordnet werden. Die Kontrollfahrt kann also nur dann angeordnet werden, wenn die Fahrkompetenz bezweifelt wird. Steht die Fahreignung in Frage, darf mangels gesetzlicher Grundlage keine Kontrollfahrt angeordnet werden.
Dieser kleine Unterschied kann entscheidend sein. Wenden Sie sich bei Fragen an einen Spezialisten.
Gabriela Mathys, Rechtsanwältin und Notarin