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Low carbon – Bluefactory Fribourg-Freiburg AG hat Indikatoren eingesetzt, um die Treibhausgasemissionen auf ihrem Gelände quantifizieren und Verbesserungspotenziale ausfindig machen zu können. Arbeitsgrundlage bildete dabei die «Blaue Halle». Die von einer Arbeitsgruppe durchgeführte Studie hat aufgezeigt, dass die Emissionen, die aufgrund der Umnutzung und des Betriebes des Gebäudes entstehen, sehr niedrig sind. Ein positives und ermutigendes Ergebnis!
Bluefactory Fribourg-Freiburg (BFF) AG hat Indikatoren eingesetzt, um die CO2-Emissionen auf ihrem Gelände quantifizieren zu können. Die Umbauarbeiten und die betriebliche Nutzung der Infrastrukturen produzieren CO2. Gründe dafür sind der Energieverbrauch (Heizung, Strom), die Abfallproduktion, die Personenmobilität und der Warentransport. Die Ergebnisse werden es ermöglichen, Verbesserungspotenziale ausfindig zu machen und geeignete Massnahmen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen (TGE) zu ergreifen.
Erste, sehr positive CO2-Bilanz
Anfangs Jahr hat die BFF AG eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die als Berechnungsmodell die Umnutzung der «Blauen Halle» (vgl. Situationsplan) wählte. Diese Halle bildet die erste Etappe der Transformation des blueFACTORY-Standortes. Im Verlauf des Jahres 2016 wird sie, nachdem die Belegung abgeschlossen ist, ca. 200 Arbeitsplätze bieten und Labors sowie eine Werkstatt beherbergen. Sie beinhaltet isolierte Holzboxen, die je nach Bedarf geheizt oder gekühlt werden. Ihre halbtransparente Hülle wird es ermöglichen, den Wärmebedarf der Boxen zu begrenzen. Die Hülle wird gleichzeitig als (ungeheizter) Unterstand für den Personenverkehr zwischen den einzelnen Modulen dienen. Die «Blaue Halle» diente als Objekt für präzise Berechnungen, mittels derer ihre CO2-Emissionen bei der Umnutzung und im Betrieb ermittelt wurden, und zwar anhand von Indikatoren, die sich auf ihren Energieverbrauch, ihre Abfallproduktion, die Mobilität der Mieter und den Warentransport bezogen. Aus den Berechnungen ging eine sehr positive CO2-Bilanz hervor, mit 1’030 tCO2, d. i. 45 tCO2 pro Jahr (aufgeteilt auf die Lebensdauer der Komponenten) für die Umnutzung. Der Energieverbrauch seinerseits wird für die 200 Arbeitsplätze 12 tCO2 pro Jahr generieren (die graue Energie der Solarzellen mit einberechnet), das entspricht in etwa dem Heizölverbrauch von zwei Einfamilienhäusern. Die ca. 1’800 m2 Solarzellen werden fast das Doppelte an Energie produzieren, als für den Betrieb der «Blauen Halle» nötig ist. Die so produzierte Energie wird prioritär vor Ort verbraucht; liegt die Produktion höher als die Nachfrage, wird die überschüssige Energie wieder in das Netz eingespeist.
Das positive Ergebnis ist in erster Linie auf die Materialwahl – aus lokaler Produktion und rezyklierbar – und auf die erneuerbaren Energien zurückzuführen. Vergleicht man das Ergebnis mit den im Rahmen des Projekts «2000W-Gesellschaft» für das Jahr 2050 formulierten Zielen, so sind die Ziele für Bau und Betrieb praktisch schon erreicht. Nichtsdestotrotz wird das Erreichen des angestrebten Ziels, eine neutrale CO2-Bilanz aufzuweisen, stark von der Involvierung der Mieter abhängen. Die Arbeitswege der Pendler (56,9%), die beruflich bedingten Reisen (11,3%), der Papierverbrauch (4,4%) und das Abfallmanagement (4%) weisen ein hohes Optimierungspotenzial auf, auf das die BFF AG nur bei sich selbst direkt Einfluss nehmen kann.
Anwendung auf den gesamten Standort
Nachdem nun die Indikatoren definiert sind, wird jedes Jahr eine Bilanz erstellt. Diese wird es nicht nur erlauben, die TGE des gesamten Standortes zu messen, sondern auch aufzuzeigen, welche Anstrengungen unternommen wurden, um das CO2 zu reduzieren. Diese Quantifizierung wird auf dem gesamten Areal zum Einsatz kommen, resp. bei jedem Bau und jeder Renovation.
Zur Erinnerung: Es ist das erklärte Ziel von blueFACTORY, zum ersten Innovationsquartier der Schweiz mit einer neutralen CO2- Bilanz zu werden. Um das zu erreichen, muss ein Ausgleich gefunden werden zwischen CO2-Emissionen und CO2-Reduktionen, ist doch CO2 hauptverantwortlich für die Entstehung von Treibhausgasen. Dieser Ausgleich soll in einem Rahmen stattfinden, der optimal ist für die Innovation und das Entwickeln von wirtschaftlichen, geschäftlichen und kulturellen Aktivitäten.