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Regelmässige Schimpansen-Zählungen sind wichtig, wenn man das Ziel hat, diese Tiere langfristig zu schützen. Einerseits kann man so auf plötzliche Veränderungen der Populationsgrösse reagieren, aber man kann mit Zählungen eben auch überprüfen, ob die Schutzmassnahmen und Projekte mit der Bevölkerung und der Regierung ihre Ziele erreichen. Es kann auch vorkommen, dass eine Schimpansenpopulation trotz Schutzmassnahmen abnimmt, der Rückgang aber dank der Schutzprojekte zumindest verlangsamt wird.
Seit 2016 führen wir deshalb in den Wäldern Bugoma, Budongo und Wambabya wieder Schimpansen-Populationszählungen durch. Seit die letzten Zählungen zwischen 2009 und 2011 stattfanden, sind einige Jahre vergangen, und die Gebiete, in denen sich diese Wälder befinden, haben sich in den letzten Jahren sehr stark verändert.
Durch den Ölfund im Albertsee ist zum Beispiel die Kleinstadt Hoima in den Fokus vieler Menschen in der Region gekommen. Viele Leute erhoffen sich Arbeitsplätze bei der Ölfirma, viele Menschen haben Land erworben in der Hoffnung, dieses dann mit Gewinn an die Ölindustrie zu verkaufen. Die Regierung hat eine neue Strasse von Hoima zum Albertsee hinunter gebaut. Entlang dieser Strasse haben sich viele neue Siedler niedergelassen und neue Geschäfte, Restaurants und Bars sind entstanden. Die Region wird auch elektrifiziert. Bis 2015 gab es in der Region um den Wambabya Wald und auch in unserem Ausbildungszentrum in Kigaaga noch keine Stromleitungen. Bis Ende 2016 sollten die Leitungen gezogen sein und der Strom fliessen. Dies hat natürlich zu einer „Aufwertung“ der Region für die Bevölkerung geführt. Gleichzeitig kann man aber davon ausgehen, dass der Druck auf die Wälder sicher nicht abnehmen wird. Umso wichtiger war es daher, in diesem Gebiet mit der Schimpansen-Populationsanalyse zu beginnen.
Begonnen haben wir mit dem Zensus im Wambabya-Wald. Dieser liegt unserem Ausbildungszentrum in Kigaaga am nächsten und ist mit einer Fläche von 14.6 km2 auch der kleinste der drei zu untersuchenden Wälder. Bei der letzten Zählung im Jahre 2010/2011 lebten noch rund 45 Individuen in diesem kleinen Wald. Da der Bevölkerungsdruck um diesen Wald herum seither sehr gestiegen ist, mussten wir nun befürchten, kaum noch Schimpansen in diesem Wald zu finden. Doch zu unserer Freude konnten wir auf den gleichen Routen wie bei der letzten Zählung auch diesmal wieder Schimpansen-Schlafnester entdecken.
Der Zensus in Wambabya ist noch nicht abgeschlossen und wird bis ins Jahr 2017 fortgeführt. Daher können wir noch keine Schätzwerte für die Grösse der Schimpansenpopulation geben. Aber immerhin wissen wir jetzt, dass es tatsächlich noch eine Schimpansen-Gemeinschaft in diesem Wald gibt. Nach der Zählung im Wambabya-Wald wird der Zensus dann in den Waldgebieten von Bugoma und Budongo durchgeführt.