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Forschung zu Klimaveränderung und Tourismus
Die „eclat community” ist ein Netzwerk von Forschern im Bereich Klimaveränderung und Tourismus. In einer umfangreichen Literaturliste hat Daniel Scott von der University of Waterloo, zusammen mit Brenda Jones und Geoff McBoyle die Beiträge der letzten 50 Jahre zusammengetragen.
Bei der Auswahl der Feriendestination ist für Touristen das Klima ein wichtiges Kriterium. Es ist daher naheliegend anzunehmen, dass die Klimaveränderung einen merklichen Einfluss auf den Tourismussektor haben könnte, sei dies direkt (wie beispielsweise durch die Veränderung der durchschnittlichen Temperatur, Sonnenscheindauer oder Regenmenge) oder indirekt (zum Beispiel durch den Einfluss auf die Schneesicherheit, den Meeresspiegel oder Korallenriffe).
Von vielen Tourismusfachleuten wird jedoch die Klimaveränderung kaum beachtet. Beispielsweise sucht man in einer Übersicht über wichtige Einflüsse auf den Tourismus in der Karibik im 21. Jahrhundert (Poon, 2001) vergeblich nach der Klimaveränderung. Der untergeordnete Stellenwert der Klimaveränderung für den Tourismus wird zum Teil auch von Untersuchungen unterstützt, welche auf die grosse Relevanz vieler anderen Faktoren, wie beispielsweise das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum hinweisen. Während diese Faktoren in manchen Ländern gewiss überwiegen, vertreten viele Forschende die Meinung, dass die Klimaveränderungen in anderen Destinationen einen grossen Einfluss ausüben wird. Es scheint klar, dass die Klimaveränderung beispielsweise für die Malediven von grossem Belang sein wird, da 32% ihres Bruttoinlandproduktes direkt vom Tourismus abhängt und der höchstgelegenste Punkt der Inseln auf rund 2.4 Metern Höhe liegt. Es stellt sich nun die Frage, für welche andere Ländern die Klimaveränderung ein relevanter Faktor sein wird. Mit diesem Forschungsprojekt möchte ich eine erste Antwort auf diese Frage liefern.
Zu diesem Zweck werde ich das Konzept der Anfälligkeit ("vulnerability") - ein in der Klimafolgenforschung weit verbreitetes Konzept - auf den Tourismussektor anwenden. Ziel ist es, einen "Anfälligkeitsindex" zu entwickeln, welcher die relative Anfälligkeit der verschiedenen Ländern grob abschätzen kann. Weltweit berechnet, soll es dieser Index ermöglichen, besonders anfällige Länder zu identifizieren, jeweils die Anteile der verschiedenen Ursachen zu auszumachen und als Leitplanke für nachfolgende Forschung, Sensibilisierung und Anpassung zu dienen.
Literatur
Poon, A. (2001). The Caribbean. In A. Lockwood & S. Medlik (Eds.), Tourism and hospitality in the 21st century (pp. 143-153). Oxford: Butterworth-Heinemann.
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