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Als Globuskrawall wird die Auseinandersetzung zwischen jugendlichen Demonstranten und der Polizei bezeichnet, die am 29. Juni 1968 in Zürich stattfand. Diese Unruhen stehen in direktem Zusammenhang mit den europaweiten Jugendunruhen im Sommer 1968 und waren der Auftakt für die 68er-Bewegung in der Schweiz. Anlass für die Auseinandersetzungen war die Forderung nach der Einrichtung eines autonomen Jugendzentrums im als Provisorium errichteten Gebäude des Warenhauses Magazine zum Globus.
Hintergrund
Der Globuskrawall ist nur im Zusammenhang der weltweiten Jugendrevolten der 68er-Jahre zu verstehen. Er reiht sich in eine lange Kette von Studentenunruhen und weiteren politischen Bewegungen in ganz Europa ein wie die Studentenunruhen in Deutschland, der Pariser Mai oder der Prager Frühling.
Den Jugendunruhen in Zürich gingen das Gastspiel der Rolling Stones am 14. April 1967 und das Konzert von Jimi Hendrix am 31. Mai 1968 im Hallenstadion voraus, die beide in Krawallen mit der Stadtpolizei endeten.[1] Die Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Jugendlichen in Oerlikon gelten als Auftakt zum Globuskrawall, weil die Polizei aus der Sicht der Jugendlichen sehr brutal vorging, was sogar von einem am folgenden Tag erscheinenden Artikel in der bürgerlichen Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) bestätigt wurde. Das konsequent harte Durchgreifen der Polizei folgte der damaligen bürgerlichen Überzeugung, dass die «bewegten» Jugendlichen vom kommunistischen Ostblock gesteuert würden und man aus diesem Grund die Bewegung im Keim ersticken müsse.[2]
Direkter Anlass für den Globuskrawall bot jedoch eine Demonstration in Zürich am 29. Juni 1968, die sich gegen den Entscheid des Zürcher Stadtrats richtete, das damals leer stehende provisorische Gebäude des Warenhauses «Globus» beim Zürcher Hauptbahnhof nicht für ein autonomes Jugendzentrum zur Verfügung zu stellen, sondern anderweitig zu vermieten. Mit der Demonstration sollte der Stadtrat auf die Anliegen der Jugendlichen aufmerksam gemacht werden. Auf dem Flugblatt, das einige Tage vor der Demonstration vom Organisationskomitee verteilt und versandt wurde, stand die Aufforderung, «Baumaterial, Holz, Latten, Stangen, Bretter, Nägel, Hämmer usw.» an die Demonstration vor dem Globus-Provisorium mitzunehmen. Das Flugblatt wurde in die ganze Schweiz an hunderte Personen versandt, die an einer Verlosung von Eintritten für das Jimi Hendrix-Konzert durch die Zeitung Blick teilgenommen hatten. Die Adressen gelangten durch die Zusammenarbeit des Konzertveranstalters Hans Ruedi Jaggi mit dem PdA-Mitglied Roland Gretler in die Hände des Organisationskomitees. Verfasst wurde der Aufruf zur Demonstration von Yves Bebié, Redaktor beim Tages-Anzeiger.[3] Das Organisationskomitee verkündete anschliessend zwar, dass diese Aufforderung als Spass gemeint gewesen sei, angesichts der vorausgehenden Vorkommnisse und der angespannten Lage rechnete die Polizei jedoch mit Gewaltausbrüchen und stellte sich schon vor Beginn der Demonstration um das «Globusprovisorium» am Bahnhofsquai auf. Das Polizeikommando beobachtete die Situation vor Ort vom Balkon des Gebäudes «Du Nord».