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Leopard – Lautlose Jäger
Ringflecken sind sein Erkennungszeichen
Wie Sie Leopard und Jaguar unterscheiden können? Ganz einfach: Der Leopard hat schwarze Ringflecken. Beim Jaguar sind die Flecken komplett schwarz oder haben Punkte in den Ringen. Die Individuen beider Arten mit komplett schwarzem Fell nennt man Panther.
Meist bekommt ein Leopardenweibchen zwei Jungtiere. Nach 12 bis 18 Monaten sind die Jungen selbständig, doch bleiben sie teilweise bis drei Jahre bei der Mutter. Abgesehen von ein bis zwei Tagen während der Paarungszeit und der Aufzucht der Jungen durch die Leopardenweibchen sind die eleganten Grosskatzen Einzelgänger.
Leoparden jagen hauptsächlich in der Dämmerung oder nachts, gut getarnt in der Dunkelheit. Ihr Beutespektrum ist je nach Lebensraum sehr unterschiedlich. Oftmals schleichen sich Leoparden über Stunden an ihre Beute heran. Nach erfolgreicher Jagd schleppen die Grosskatzen ihre Beute meist auf einen Baum – so können sie ungestört vor Konkurrenten ihre Beute verzehren.
Der Verlust von Lebensraum, die Überjagung ihrer Beutetiere und die Verdrängung der Beutetiere durch Viehwirtschaft bedrohen die eleganten Raubtiere. Der WWF arbeitet im Kaukasus, in Kambodscha und im südlichen Afrika daran, Lebensräume des Leoparden als Schutzgebiete auszuweisen und sie zu vernetzen.
Überblick verschaffen
Leoparden sind gewandte Kletterer. Oft suchen sie sich einen erhöhten Aussichtspunkt für die Jagd.
Nicht wählerisch
Leoparden erlegen meist kleine bis mittlere Säugetiere (5 bis 45 kg), aber auch Huftiere, die zwei- bis dreimal ihr Gewicht haben, oder ganz kleine Tiere wie Käfer, Reptilien oder Vögel. Selbst Aas steht auf ihrem Speiseplan.
Lernen im Spiel
Die Jungtiere lernen im Spiel wichtige Fähigkeiten für ihr späteres Überleben.
Trauriger Rekordhalter
Der Amurleopard ist eine Unterart des Leoparden. Er lebt in Russland, China und Nordkorea – und gilt als die bedrohteste aller Leopardenarten.
Angepasst, aber in Konkurrenz
Begehrtes Fell, Lebensraumverlust und Konflikte mit Menschen – die Probleme sind bei vielen Tieren, die vom Aussterben bedroht sind, ähnlich.
Leopardenfell auf den eigenen Schultern
Leopardenfell war in den vergangenen Jahrhunderten ein begehrtes Kleidungs- und Schmuckstück. Die Jagd auf die Grosskatze war damit sehr rentabel. Der Weltnaturschutzunion IUCN zufolge wurden von 1976 bis 1990 jährlich etwa 86'000 Leopardenfelle gehandelt. Dank Schutzmassnahmen und Aufklärung konnte das Kaufverhalten verändert – und die Nachfrage eingedämmt werden.
Kein Platz
Der Leopard ist an so viele Lebensräume angepasst wie keine andere Grosskatze. Trotzdem macht der Lebensraumverlust allen Populationen stark zu schaffen.
Leopard versus Mensch
Siedlungen kommen den Leoparden immer näher. Tiere, die in der Nähe von Menschen leben, jagen Nutztiere wie Ziegen und Schafe, aber auch Hunde und Hauskatzen. Dies führt zu Konflikten mit den Menschen, die ihrerseits versuchen, die Raubkatzen abzuschiessen.
Platz zum Leben
Ob in Afrika, Asien oder im Kaukasus: Der Leopard braucht Raum zum Überleben.
Der WWF Schweiz arbeitet beispielsweise im Kaukasus mit vielen Akteuren am Überleben des Persischen Leoparden: Erste Schutzgebiete konnten in den letzten Jahren in Südarmenien errichtet werden. Unser Ziel sind weitere Schutzgebiete und Wildkorridore, mit denen bestehende Schutzgebiete verbunden werden. So beschränkt sich der Lebensraum von bedrohten Arten wie dem Leoparden nicht auf ein einziges Schutzgebiet.
Die Korridore werden teilweise durch Aufforstung geschaffen. Der WWF stellt Setzlinge von einheimischen Baumarten für die Aufforstung zur Verfügung und bezieht die Bevölkerung in Bepflanzungsaktionen mit ein.
Zudem setzen wir uns dafür ein, dass die lokale Bevölkerung die Abholzung stoppt und die Wälder nachhaltig bewirtschaftet. Es wird nur noch so viel Holz entnommen, wie nachwächst.
Fokus auf den Persischen Leoparden
Unser Ziel im Kaukasus: Die Anzahl Leoparden und die Bestände der Beutetiere nehmen zu.