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Weltweit sind 23 Prozent der Parlamentsmitglieder Frauen.
Frauenquote soll Stagnation beenden
Die Frauenanteile in Parlamenten stagnieren oder sind rückläufig. Jetzt empfiehlt sogar die konservative «Neue Zürcher Zeitung» eine Frauenquote.
Anlass sind die Parlamentswahlen, die kürzlich in Liechtenstein stattgefunden haben. Unter den 25 Gewählten sind nur noch 3 Frauen. Damit beträgt der Frauenanteil im Landtag noch 12 Prozent. Unter den 71 Kandidierenden waren 19 Frauen, was einem Anteil von fast 27 Prozent entspricht. Die Wahlchancen der Frauen waren also deutlich schlechter als diejenigen der Männer.
NZZ empfiehlt Frauenquote
Das schlechte Abschneiden der Frauen hat in Liechtenstein Diskussionen ausgelöst. Die Grüne Freie Liste fordert schon seit längerem eine gesetzliche Frauenquote. Ein neuer Verein «hoiquote» hat einzig dieses Ziel. Konservative lehnen eine gesetzliche Frauenquote als «Zwängerei» und «kontraproduktiv» ab. Doch sogar die konservative «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ), die sonst jede gesetzliche Frauenquote als unliberal ablehnt, schreibt, eine «Quote könnte sich als die einzige erfolgversprechende Massnahme erweisen, den Frauenanteil zu erhöhen». Sie macht auch zwei konkrete Vorschläge: Eine Frauenquote als zeitlich begrenzte «Sondermassnahme» oder der Staat soll die Parteienfinanzierung in Liechtenstein vom Frauenanteil auf den Wahllisten abhängig machen.
Konservatismus bremst Frauen
In der Schweiz stagnieren oder sinken die Frauenanteile in den Parlamenten auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene. Dies geht aus Zahlen des Bundesamtes für Statistik hervor. Einzige Ausnahme ist der Nationalrat, wo der Frauenanteil nach den letzten Wahlen gestiegen ist.
Fachleute führen die Stagnation auf den zunehmenden Konservatismus zurück. Werner Seitz vom Bundesamt für Statistik sagt, grundsätzlich sinke der Frauenanteil, wenn die Rechte zulege, und der Frauenanteil steige, wenn die Linke zulege. Aktuelles Beispiel sind die Wahlen im Kanton Wallis von Anfang März. Die Grünen gewannen sechs Sitze. Der Frauenanteil im Kantonsparlament stieg von 15 auf 19 Prozent.
Frauenquote soll Chancengleichheit ermöglichen
In Deutschland fordert der Deutsche Frauenring mit der Petition «#50 Prozent Frauen in den Parlamenten» den Bundestag auf, ein Paritätswahlgesetz zu beschliessen. «#50Prozent Frauen in den Parlamenten ermöglicht endlich Chancengleichheit», heisst es in der Petition.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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