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Die Todesangst des Sean Connery: 11 Fun Facts zu «Thunderball»
Sean Connery musste für seinen vierten Einsatz als 007 einiges über sich ergehen lassen. Es störten ihn nicht nur die langen Dreharbeiten, sondern auch ein Haifisch, der sich nicht ans Drehbuch hielt.
Mal wieder Streit hinter den Kulissen
Thunderball ist der erste Bond-Film, in der Kevin McClory als Produzent auftaucht, während Harry Saltzman und Albert R. Broccoli nur als ausführende Produzenten genannt werden. Ursprünglich sollte Thunderball auch der erste, der die Reihe eröffende Bond-Film werden. Denn als Ian Fleming den Roman «Thunderball» schrieb, flossen Ideen von Kevin McClory, einem ehemaligen Kollegen vom Autor, in die Story mit ein. Im Jahre 1959 reichte McClory aber Klage ein und stellte einige Forderungen, die für die beiden Produzenten nicht in Frage kamen. Bei der Produktion zu Thunderball konnten sich die beiden Parteien aussergerichtlich einigen: McClory wurde in den Credits erwähnt und konnte auch einige Rechte (z. B. der Name SPECTRE oder die Figur «Blofeld») zurückgewinnen. Doch er durfte seit der Veröffentlichung von Thunderball im Jahre 1965 zehn Jahre lang keinen eigenen Bond-Film machen. McClorys Ergebnis kam 1983 mit Never Say Never Again raus, der als inoffizieller Bond-Film gilt.
Voll breit
Thunderball ist der erste Film der Bond-Reihe, der im Breitbild-Format gedreht wurde (Panavision). Zu diesem Anlass holte man auch endlich Sean Connery, um die Gunbarrel-Sequenz mit ihm zu drehen. Damit setzte man das finale Statement, dass der Bond-Darsteller in dieser Sequenz vorkommen sollte.
Ein Binder für alle Fälle
Maurice Binder, der schon die Titelsequenz bei Dr. No inszeniert hatte, kehrte für Thunderball zurück und kreierte eine Eröffnungssequenz, die ihn berühmt machte. In den Pinewood-Studios liess er die Schwimmerinnen und Schwimmer nackt in ein Wasserbassin springen und filmte sie bei ihren Bewegungen. Er drehte dabei in Schwarzweiss und fügte darauf optional Farbe und zum Schluss die bewegenden Schriftzüge hinzu. Binders Visionen der Eröffnungssequenzen waren ein wichtiger und beständiger Teil der Bond-Filme. Bis zu Licence To Kill war jede Titelsequenz von Maurice Binder.
90'000 für eine Disco-Yacht
Thunderball hatte ein Budget von 5,5 Millionen US-Dollar. Für die Unterwasseraufnahmen war das Equipment teuer: Beispielsweise kostete allein die Taucherausrüstung für zirka 45 Personen schon um die 45'000 Dollar. Auch die Konstruktion der trennbaren Yacht «Disco Volante» verschlang über 90'000 Dollar an Produktionskosten.
Under the sea...
Die Unterwasserszenen wurden in den Bahamas gedreht. Die Szene, in der Taucher von SPECTRE die Atombomben aus dem Flugzeug bergen, wurde in einer Tiefe von ca. 15 Metern gedreht. Ausnahme war die finale Unterwasser-Schlacht, die in der Nähe von Miami gefilmt wurde. Daran waren bis zu 60 Taucher beteiligt. Gedreht wurde hier allerdings nicht so tief; die Aufnahmen entstanden knapp unter der Wasseroberfläche.
Connery passts nicht
Sean Connery war verärgert über die lange Drehzeit von Thunderball. Für diesen Film musste er 19 Wochen zu Verfügung stehen und topfit sein. Diese Präsenzzeit verunmöglichte es ihm, andere Filmrollen anzunehmen. Er beschwerte sich bei den Produzenten und es gelang ihm, für inskünftige Drehpläne seine Präsenzzeit auf maximal zwölf Wochen zu beschränken.
Viel cash, aber ohne Cash
Mit Thunderball wurde ein männlicher Sänger für den Titelsong engagiert. Auch Johnny Cash reichte einen Song mit demselben Namen ein, wurde aber von den Produzenten zurückgewiesen. Ursprünglich als Titelsong vorgesehen war Dionne Warwicks Intepretation von «Mr. Kiss Kiss Bang Bang». Allerdings wurde dies in letzter Minute geändert, da die Produzenten der Ansicht waren, der Titelsong müsse den Namen «Thunderball» enthalten. Am Ende des Songs musste zudem Tom Jones einen langen hohen Ton halten, was an Shirley Basseys «Goldfinger» erinnert.
«Show yourself, you coward!»
Thunderball ist nach From Russia with Love der zweite Film mit der Figur Blofeld, in dem man nicht erkennen kann, wer die Figur spielt. In beiden Filmen wurde Blofeld von Anthony Dawson gespielt. Zur Erinnerung: Wer das Gesicht von Dawson sehen möchte, muss sich Dr. No anschauen. Dawson spielt dort Dr. Nos Handlanger Professor Dent.
«And the Oscar goes to...»
Zum zweiten Mal gewann ein Bond-Film einen Oscar: Thunderball gewann 1966 bei den Academy Awards in der Kategorie «Beste Visuelle Effekte». Das ist eine klare Steigerung gegenüber dem Film Goldfinger, der zuvor einen Oscar für «Beste Soundeffekte» einheimste.
Leider nein
Schauspielerin Faye Dunaway versuchte, die Rolle des Bond-Girls Domino für sich zu ergattern. Jedoch schlug ihr Agent vor, eine Rolle im Film The Happening anzunehmen. Für Diamonds Are Forever und Octopussy war sie auch Kandidatin, bekam aber keine Rolle. Für Thunderball bekam die Französin Claudine Auger die Rolle der Domino; 600 Bewerbungen gingen für die Rolle des Bond-Girls ein.
Hai-ei-ei-ei
Connery hatte nicht nur Angst vor Spinnen, sondern auch vor Haien. Für gewisse Nahaufnahmen sollten Plastikplatten Connery zwar vor den Haien schützen. Für die Szene im Swimmingpool bei Largos Anwesen war aber wohl eine Platte zu kurz geraten, worauf der Hai diese überwand und auf Connery zu raste. In diesem Moment hatte Connery Todesangst und sein Gesichtsausdruck - die Angst in in Connerys Augen ist trotz Taucherbrille deutlich sichtbar - ist im Film zu sehen. Regisseur Terence Young wollte diesen Take aufgrund der Authentizität unbedingt im Film haben.