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"Nobody ever charmed me with a play-pretty", meint Lucas Doolin, der Protagonist dieses Film Noir und Road-Movie-Kult-Klassikers. Doolin ist ein Alkoholschmuggler zur Zeit der Prohibition (1920-1933) oder wie man sie damals auch nannte, ein Moonshiner und Bootlegger.
"Now when brothers meet, do they quarrel with each other?" Robert Mitchum hat den Film nicht nur produziert, sondern auch das Drehbuch dazu geschrieben und in den Extras singt er den Titelsong, den ebenfalls er geschrieben hat. In einer Nebenrolle lässt er seinen Sohn James den Bruder von Lucas, Robin Doolin, spielen. Der Plot seines Prohibitionfilms handelt von der Einflussnahme eines Syndikats auf das Treiben einiger unabhängiger Moonshiner in Tennessee. Der Chicagoer Gangster Carl Kogan will ihn zwar zur Mitarbeit überreden, aber Doolin will sich und den Seinen die Unabhängigkeit bewahren. Als auch noch der Steuerfahnder Troy Barrett auf den Plan tritt, wird Doolin zwischen den Fronten bald selbst zum Verfolgten. Einzig seinen kleinen Bruder Robin will er aus den dunklen Geschäften raushalten und als Kogan sich an Robin heranmacht, gibt es für Lucas Doolin natürlich kein Halten mehr. "I reckon you can do all the things you’ve said. But first you have to catch me." Catch me, if you can!
"The law has never got him, 'cause the devil got`em first", singt jemand im Intro. Der Einsatz von bezaubernden Femmes fatales, die singen, gehört im Film Noir quasi zu einem Stilmittel. Auch in Thunder Road gibt es eine solche Sängerin, die den Protagonisten betört und ihn aus seinen Machenschaften befreien möchte. Sandra Knight übernimmt in Thunder Road die Rolle der Nachtclubsingerin Francie Wymore, die sie auch im tatsächlichen Leben spielte. Dorothy Jacqueline Keely, auch: Keely Smith, war eine Jazz-Sängerin, die in den 50ern und 60ern große Erfolge feierte. Aber nur eine Fahrt muss er noch machen, nur diese eine... Natürlich weiß man alsbald, dass es bei diesem Film kein Happy End geben wird. Auch das gehört zum Film Noir: existentielles Ausgeliefertsein. Als Lucas Doolin vor seiner letzten Fahrt über sein Leben und über seine Vision resümiert, kommt er selbst ins Schlittern. Er würde nämlich gerne die Zeit wieder zurückdrehen. Er sehnt sich danach, wie es früher im Valley war, aber eigentlich weiß er gar nicht mehr genau, wie das war. Er erinnert sich nicht mehr. Er hat es vergessen. Die Nostalgie, der Blick zurück, zeigt auch nur etwas, das längst verloren wurde: Die Idylle. Die Welt der Kindheit.
Robert Mitchum geht in seiner Rolle sichtlich auf, zeigt wie man eine Zigarette bei einer rasanten Verfolgungsjagd richtig einsetzen kann und rettet vielleicht seinen kleinen Bruder. Zu seiner Geliebten meint er nur: "That’s the centre of the problem. You are someone and I am a whiskey man."