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Es war eine berührende und spannende Geschichte, die Frau Josephine Niyjkiza den Teilnehmer*innen des 60 plus Anlasses zu erzählen wusste. Sie war 14 Jahre alt, als Rebellen ihr Dorf überfielen. Ihr gelang die Flucht. Vater, Mutter und Geschwister wurden beim Überfall von der feindlichen Horde ermordet. In einem Flüchtlingslager in Kongo-Kinshasa lernte sie ihren späteren Ehemann Désiré kennen. Die prekären Zustände im Lager zwangen sie zum Weiterziehen. In Kongo-Brazzaville fanden sie Unterschlupf bei Nonnen. In der sicheren Umgebung des Klosters kam das Paar zu neuen Kräften und es gelang ihnen, eine Existenz aufzubauen. In dieser Zeit gebar Frau Josephine 2 Söhne. Die Sehnsucht nach der alten Heimat blieb wach. So kam es, dass sich die Frau mit ihren Söhnen an der Grenze zu Ruanda niederliess. Dort wollte sie warten, bis ihr Mann im Heimatland eine sichere Existenz aufgebaut hatte, was sich aber als sehr schwierig erwies. Es kam zu kurzen Besuchen bei der Familie, ein weiterer Sohn wurde geboren. Eines Nachts drang eine fremde Bande in ihr Haus ein. Frau Josephine und das Baby entkamen durchs Fenster, fanden Unterschlupf bei den Jesuiten. Die Suche nach dem Verbleib der Söhne und ihres Mannes blieb ergebnislos. So nahm sie das Angebot in die Schweiz zu reisen an, ohne eine Ahnung zu haben, wo sich die Schweiz befindet. In unserm Land fand sie Hilfe, eine Wohnung, kämpfte sich mit Hilfe guter Menschen durch die Bürokratie der Einwanderungsbehörde. Sie lernte Deutsch, machte eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. Mit Unterstützung des Roten Kreuzes wurden erst die Söhne, dann der Ehemann ausfindig gemacht. Der bürokratische Aufwand hatte sich gelohnt, Söhne und Mann erhielten die Einreisebewilligung. Kraft, das schwere Schicksal zu ertragen, schöpfte sie aus dem christlichen Glauben. Dieser Glaube verlieh ihr auch die Gabe zu verzeihen. Nach 28 Jahren besuchte sie ihr Dorf, fragte nicht nach Freund oder Feind, unterstützte mit Spendengeldern aus der Schweiz den Aufbau einer Schule.
Die Kollekte am Anlass ergab einen Betrag von Fr. 322. Dieses Geld reicht aus, um 80 Personen aus ihrem Heimatdorf ein Jahr lang die Krankenkasse zu bezahlen.
Frau Sylvia Hinder wünschte der Referentin viel Glück für die Zukunft, dankte den Helferinnen fürs Verwöhnen der Gäste mit Kaffee und Kuchen und das geschmackvolle Dekorieren der Tische.
Anita Strasser