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Dienstag, 6. Mai, La Laguna
Da wir heute von Puerto de la Cruz nach Punta del Hidalgo dislozieren, nehmen wir unser Gepäck mit. Marion hat schon avisiert, dass wir ev. eine andere Tour machen werden, weil das Wetter in der vorgesehenen Region ziemlich unbeständig sei. So beschloss sie, dass wir zum Mirador Pico del Ingles fahren und dort entscheiden, was machbar ist. Bald schon kamen wir in die Nebelzone und es blies ein stürmischer Wind. Die Tour, die dann anstand, war ein Abstieg von 980 m, was 10 von uns aus diversen Gründen (Hüfte, Knie, Fuss, Zeh und sonstiges) nicht lockte. Marion wollte uns mit dem Bus nach Santa Cruz fahren lassen, um dort zu spazieren. Ich schlug vor, dass wir uns La Laguna, die alte Hauptstadt und seit 1999 Weltkulturerbe der UNESCO, ansehen und später zum Treffpunkt mit den Wanderern fahren.
Um 10.30 h erreichten wir San Cristobal de la Laguna und vereinbarten mit dem Chauffeur Weiterfahrt um 14.00 h. Wir begaben uns sofort zum Tourist Office, welches im Haus des Generalkapitäns Diego de Alvarado-Bracamonte aus dem 17. Jh. untergebracht ist. Da die nächste Führung auf Deutsch erst um 12.00 h stattfand, meldeten wir uns für die französische um 11.30 h an. Man empfahl uns, vorher noch die Kathedrale zu besuchen, da diese nicht gezeigt wird. Sie befindet sich in der Mitte des historischen Zentrums und stammt von 1511, wurde allerdings mehrmals zerstört und ist heute eine eher moderne Stilmischung.
Um 11.30 h nahm uns Noemi, unser Guide, in Empfang und erklärte uns den Ursprung der Stadt im Jahr 1500, als der Gouverneur Fernandez de Lugo den Plan für die mittels einer Schnur angelegten parallelen Strassen, die zusammen mit engen Querstrassen ein kariertes Brett bilden sollten. Dazwischen befinden sich offene Flächen für Plätze, Parks und Kirchen. La Laguna ist in eine Unter- und Oberstadt geteilt, die Unterstadt war damals den Nobeln vorbehalten, gewöhliche Leute hatten höchstens als Dienstpersonal Zugang und mussten in der Oberstadt wohnen! Der Standort der Stadt ergab sich aus einem grossen See (genügend Wasser) und in einigem Abstand vom Meer, wegen der damals häufigen Piratenüberfälle. Wir besuchen mit Noemi während einer guten Stunde mehrere der einzigartigen Paläste, die immer über wunderbare Patios verfügen und in denen heute Behörden, oder wie im Lercaro Palast ein Museum für Geschichte und Archiv von Teneriffa untergebracht sind.
Noemi hat uns nicht nur auf die verwendeten Materialien wie Lavagestein verschiedener Regionen, wertvolle Hölzer und Kacheln tw. aus Portugal importiert, hingewiesen, sondern auch auf Kuriositäten, wie z.B. in der Casa Montana ein Urinal aus Lavagestein direkt hinter der Eingangstüre. Der Salazar-Palast, früher Sitz des Bischofs, brannte 2006 fast vollständig aus. Um den Status “Weltkulturerbe” zu behalten, musste die Fassade wieder originalgetreu aufgebaut werden.
Die Zeit verging wie im Fluge und leider verabschiedete sich Noemi von uns beim Kloster San Augustin, in dem sich einige Zeit die Universität und später die einzige Sekundarschule der Kanaren befand.
Es stand uns noch ca. 1 Std. bis zur Abfahrt zur Verfügung, die wir individuell nutzten, um noch andere Paläste dieser faszinierenden Stadt anzusehen. Man könnte gut einen ganzen Tag dort verbringen. Zum Schluss sei noch das Kloster Sta Catalina erwähnt, in welchem heute 7 Nonnen leben.
Knappe 10 Minuten blieben zum Kaffeetrinken vor Abfahrt des Buses. Nach einer knappen halben Stunde Fahrt erreichten wir den Treffpunkt mit den Wanderern, welche etwa 20 Min. später auch eintrafen. Gemeinsam setzten wir die Fahrt nach Punta del Hidalgo fort zu dem wunderschönen Hotel Spa Oceano, wo wir uns in den Pool oder ins Meerwasserbecken stürzen konnten, bevor uns ein opulentes Büffet serviert wurde.
Mit unseren Erzählungen über die Sehenswürdigkeiten animierten wir einige andere Teilnehmer, sich in den nächsten Tagen La Laguna auf eigene Faust anzusehen – und alle waren begeistert! Nicht nur Wandern, auch Kultur kann zwischendurch Spass machen!
Verena Ceresoli