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Weg-Wort vom 12. Juli 2021
Ein altes Ehepaar aus meinem Bekanntenkreis hat seinen Sohn besucht, der in den USA lebt und arbeitet. Der Sohn hat den beiden an seinen freien Tagen New York gezeigt. An einem Tag hatte er keine Zeit und die beiden Senioren hatten den Eindruck, dass sie sich nun ausreichend auskennen um alleine losziehen zu können. Bei diesem Abenteuer haben sie sich in der grossen und fremden Stadt gründlich verlaufen. Sie konnten nicht einmal um Hilfe fragen, da sie kein Englisch sprachen.
Sie sahen wohl hilflos aus, als sie mit einem Stadtplan in der Hand und sich umsehend dastanden. Jedenfalls hat ein anderes älteres Ehepaar den beiden Hilfe angeboten, zuerst auf Englisch und dann, als sie merkten, dass die beiden Deutsch sprechen, auf Deutsch. Über die gemeinsame Sprache kamen sie auf ihre Herkunft. Sie haben weiter und weiter gefragt und am Ende hat sich herausgestellt, dass die beiden Männer Grosscousins sind, dass sie also einen gemeinsamen Grossvater haben. Durch einen Akt der Freundlichkeit haben sie im fremden Land Familie gefunden.
Durch eine fremde Frau, die mir beim Reisen mit einem schweren Koffer in den Zug geholfen hat, bin auch ich auf Familienbande getroffen. Wir sassen im gleichen Abteil und auch wir haben uns über unsere Herkunft unterhalten und ebenfalls eine Gemeinsamkeit gefunden. Wir haben festgestellt, dass wir beide der grossen christlichen Familie angehören.
Sie, eine Mexikanerin, hat zu mir gesagt: «Ich bin viel gereist. Meine Erfahrung ist, dass Christen sich immer erkennen. Wir erkennen uns an dem, was wir tun».