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The Worst Person in the World
Regie: Joachim Trier
Darst.: Renate Reinsve, Anders Danielsen Lie, Mia McGovern Zaini, Maria Grazia Di Meo, Herbert Nordrum, Hans Olav Brenner, Helene Bjørneby, Deniz Kaya u.a.
Die lebenslustige Julie aus Oslo ist Ende Zwanzig und kann sich nicht entscheiden, was sie mit all den Möglichkeiten anfangen soll, die ihr das Leben bietet. Ihr Medizinstudium bricht sie ab, um mit Psychologie zu beginnen, danach versucht sie es mit Fotografie, jobt in einer Buchhandlung und schreibt nebenbei Kolumnen zum Thema Sex. Liiert ist sie mit dem fünfzehn Jahre älteren Aksel, der als Comiczeichner erfolgreich einen Platz in der Gesellschaft gefunden hat und mit Julie gerne eine Familie gründen würde. Obwohl er humorvoll und fürsorglich ist und geduldig ihre Launen und Sprunghaftigkeiten erträgt, findet Julie ihn ein bisschen langweilig. Eines Tages trifft sie auf einer Party den jungen Eivind, verliebt sich Hals über Kopf in ihn und verlässt Aksel. In zwölf Kapiteln und mit einem Prolog und Epilog beobachtet «The Worst Person in the World» über mehrere Jahre die Flatterhaftigkeit der sich scheinbar ständig in Bewegung befindlichen Julie. Die 33-jährige norwegische Schauspielerin Renate Reinsve, die die Julie mit phänomenaler Wandelbarkeit spielt, erhielt am letzten Filmfestival in Cannes zu Recht den Preis als beste Darstellerin. Vor Kurzem wurde der Film zudem von Norwegen für den diesjährigen Ausland-Oscar nominiert. Jordan Mintzer schreibt in The Hollywood Reporter: «Wenn dies Hollywood wäre, hätte Julie irgendwann ihre Lektion gelernt und beschlossen, die richtige Wahl zu treffen. Aber dies ist Norwegen, die Heimat der Dunkelheit, also werden wir keine lebensbejahenden Lektionen bekommen, sondern uns dem Unvermeidlichen stellen müssen: Man soll mit seinen Fehlern und Unentschlossenheiten leben. Das Überzeugende an Triers Filmen ist, dass er keine Angst hat, ganz dunkel zu werden. ‹Oslo, August 31st› war das bisher reinste Beispiel dafür, aber in ‹The Worst Person in the World› untergräbt er all die Verspieltheit und ironischen Beobachtungen norwegischer Hipster mit dem anhaltenden Gefühl von Melancholie, eines Katers oder eines schlechten, nicht abschüttelbaren Trips. Julie ist nicht so schlecht, wie der Titel vermuten lässt, aber sie ist auch nicht perfekt. Und dass sie diese Realität akzeptiert und weitermacht – oder auch nicht –, das ist die Essenz dieses grossartigen Films.»