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Diese hebräische Handschrift aus dem 15. Jahrhundert vereint die liturgischen Texte und kommentiert die Riten, welche das Passahfest rhythmisieren. Die mit Miniaturen versehende und reich illustrierte Passah-Haggadah enthält die vollständige liturgische Version der Exodus-Erzählung. Der erste Teil der Handschrift enthält den Text des italienischen Ritus, der zweite Teil jenen der Aschkenasim. Die Handschrift wurde von Joël ben Siméon geschrieben und illuminiert, der sein Werk in einem Kolophon zeichnet (f. 34r): Ich bin Joel ben Simeon, genannt Veibusch Ashkenazi – gesegnet sei sein Andenken – und stamme aus Köln, das am Ufer des Rheins liegt.
Online seit: 23.04.2013
Die handgeschriebene Haggada Comites Latentes 69 wurde 1756 in Wien geschaffen. Sie ist mit schwarzer Tinte verziert und imitiert meisterhaft den Kupferstich. Autor ist der berühmte Schreiber und Illustrator Simmel ben Moses aus Polna (aktiv zwischen 1714 und 1756), der gegen dreissig datierte und heute erhaltene Handschriften produzierte, wovon jedoch nur 17, inklusive CL 69, Autographe sind. Seine Kunstwerke gehören zu den bemerkenswertesten Beispielen der Dekoration hebräischer Handschriften im Zentraleuropa des 18. Jahrhunderts. Das Hohelied Salomons, von späteren Händen kopiert, bildet den Abschluss dieser grossartigen Handschrift.
Online seit: 22.06.2017
Diese Pessach Haggada mit einer jiddischen Übersetzung der Hymne Chad gadja (f. 23r) wurde von Nathan ben Simson von Mezeritsch (heute Velke Mezirici, CZ) kopiert und illustriert. Sie enthält u.a. eine geschmückte Titelseite, ein Zyklus mit Darstellungen der Zeremonien des Sederabends des jüdischen Pessach-Fests, neun Textillustrationen und ein Zyklus für den Schlusshymnus Had Gadya (f. 23r).
Online seit: 18.12.2014
Die Handschrift ist ein Meisterwerk der jüdischen Buchkunst von der Hand Aaron Wolf Herlingens, einem Künstler, der in Gewitsch in Morawien um 1700 geboren wurde und der unter anderem in Pressburg (heute Bratislava) und Wien tätig war. Von ihm sind heute noch etwa 40 von ihm unterzeichneten Handschriften bekannt. Die Handschrift schmücken insgesamt 60 gemalte Illustrationen und drei Zierfelder mit Initialwörtern. Die Titelseite zeigt die Figuren Moses und Aaron zu beiden Seiten des Titeleintrags. Im unteren Feld wird thematisiert, wie beim Zug der Israeliten durch die Wüste Manna vom Himmel fiel, und zwar im Beisein von Moses, Aaron und ihrer Schwester Miriam. Die sehr unübliche Darstellung von Miriam lässt vermuten, dass diese Haggada für eine Frau dieses Namens angefertigt wurde. Am Ende des Textes sind die zwei hebräischen bzw. aramäischen Lieder Echad mi-jodea und Chad gadja, die das Sederfest beenden, in jiddischer Übersetzung beigefügt.
Online seit: 18.12.2014
Die Hijman Binger Haggada ist ein typisches Beispiel der hebräischen Handschriftenkunst Zentral- und Nordeuropas Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Bilderzyklen untermalen die geschriebenen Inhalte. Die Illustrationen weisen Ähnlichkeiten mit späteren Haggadoth von Joseph ben David von Leipnik, wie dieser von 1739 (Braginsky Collection B317) auf und legen die Vermutung nahe, dass eine andere Haggada dieses Künstlers Hijman Binger als Vorbild diente. Eine weitere Rarität dieser Handschrift ist eine Karte des Heiligen Landes, die ganz am Schluss angefügt wurde (f. 52).
Online seit: 19.03.2015
Der Codex wurde von Elieser Sussman Meseritsch kopiert und von Charlotte Rothschild (1807-1859) illustriert und enthält, neben dem hebräischen Text, eine deutsche Übersetzung. Die Haggada wurde von der Künsterin für ihren Onkel Anschel Mayer Rothschild zum 70. Geburtstag erstellt. Es handelt sich um die einzige bekannte hebräische Handschrift, welche von einer Frau illuminiert wurde. Charlotte Rothschild benutzte verschiedene Inspirationen aus christlichen und jüdischen Werken, z.B. mittelalterliche Handschriften, den Bibelzyklus der Raffael-Werkstatt in den Loggien des Vatikans und die Kupferstiche der gedruckten Amsterdamer Haggada von 1695. In einem einzigen Bild, der Sederszene des Pessachfestes, hinterliess Charlotte Rothschild im Vordergrund des Bildes ihre Initialen auf der Rücklehne eines Stuhls (S. 42). Diese Handschrift diente vermutlich als Modell für den berühmten Künstler Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882). So erinnert sich dieser in seinen Memoiren, dass er als Schüler Skizzen für Charlotte Rothschild erstellte.
Online seit: 19.03.2015
Prächtige Handschrift mit dem Text der Haggada bei der jede einzelne Seite mit reichen Bordüren mit Blumenwerk geschmückt ist und Federzeichnungen in Gold und Lapislazli das Textfeld umrahmen. Stilistisch orientiert sich der Buchschmuck stark an den persischen Miniaturen, vor allem an Werken der Schule von Schiras aus der Zeit zwischen 1560 und 1580. Die Ausführung dieses Werks wird Victor Bouton, geboren 1819 in Lothringen und tätig als Zeichner, Wappenmaler und Graveur in Paris, zugeschrieben. Die Zuschreibung stützt sich auf eine ebenfalls kostbar ausgestattete Handschrift dieses Künstlers, die Edmund James de Rothschild als Geschenk für seine Mutter in Auftrag gegeben hatte und in der eine biographische Anmerkung festhält, dass dieser Künstler von einem reichen Juden für eine Haggada die enorme Summe von 32‘000 Franken Gold erhalten habe. Die einzige figürliche Darstellung (f. 1v) stellt die Feier am ersten Abend des Pessachfests dar, bei der eine Gruppe von fünf Männern und zwei Frauen, alle orientalisch gekleidet, um den Sedertisch sitzen, während der Hausherr den Segen über den Wein spricht.
Online seit: 19.03.2015
Bevor die Braginsky Leipnik Haggada 2007 in die Braginsky Collection gelangte, hatte die Forschung keine Kenntnis von dieser Haggada. Sie wurde 1739 von Joseph ben David aus Leipnik illustriert. Wie die meisten damaligen Haggadot lehnt sich dieses Exemplar stark an die Kupferstiche der gedruckten Haggadot aus Amsterdam von 1695 und 1712 an. Die Merkmale der Illustrationen Joseph ben Davids, dessen Werke wohlbekannt sind, werden in dieser Handschrift beispielhaft wiedergegeben. In der Farbpalette dominieren feine Farbabstufungen und Pastelltöne. Häufig wiederkehrende Motive in seinen Haggadot sind die auf ältere Vorbilder zurückgehenden Darstellungen des Pessachlamms, des Matzebrots und der Bitterkräuter. Ihr Verzehr ist ein Bestandteil des Pessachfests, bei dem die Haggada traditionell gemeinsam gelesen wird.
Online seit: 19.03.2015
Der Schreiber dieser Haggada war kein geringerer als Elieser Sussman Meseritsch, benannt nach seinem Herkunftsort in Mähren, der später auch den Text der Charlotte Rotschild Haggada kopierte (Katalog Nr. 16). Durch die Verwendung unterschiedlicher Schrifttypen setzte er drei verschiedene Textsorten deutlich voneinander ab: den hebräischen Text der Haggada, den klassischen hebräischen Kommentar von Simeon ben Zemach Duran (1361-1444) und eine deutsche Übersetzung in hebräischen Buchstaben nach Wolf Heidenheim (1757-1832). Das ikonografische Programm der Elieser Sussmann Meseritsch Haggada ist sehr ungewöhnlich. Auf der Titelseite sind in einer Triumphbogenarchitektur verschiedene ornamentale Motive im klassizistischen Stil auf kreative Weise zusammengefügt. Die ersten vier (5v-7r) der sieben szenischen Illustrationen zeigen die in der Haggada erwähnten Vier Söhne, denen jedem eine Abbildung gewidmet wird; auf besonders originelle Weise der Sohn, der die Persönlichkeit von demjenigen darstellt, der noch nicht zu fragen versteht. Die nächsten beiden Illustrationen – der Durchzug durch das Rote Meer (12r) und König David mit der Harfe (15v) – sind eher auf herkömmliche Weise gestaltet. Die letzte Szene mit dem wiedererrichteten Tempel in Jerusalem begleitet wie gewöhnlich den Text des Adir hu („Allmächtiger Gott, nun baue deinen Tempel bald!“).
Online seit: 20.12.2016