Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03240.jsonl.gz/2649

Die Ursache der Multiplen Sklerose (MS) ist noch immer unbekannt. Epidemiologische Studien (Datenanalysen vieler MS-Betroffener in Bezug auf mögliche Einflussfaktoren) zeigen jedoch, dass genetische und umweltbezogene Faktoren sowohl das Risiko, an MS zu erkranken als auch den Krankheitsverlauf bei MS-Patienten massgeblich beeinflussen.
Erhöhtes MS-Risiko für Raucher nachgewiesen
Rauchen ist ein bekannter und unabhängiger Risikofaktor bei MS. Studien haben belegt, dass das Risiko, an MS zu erkranken, bei Rauchern durchschnittlich circa 50% höher ist als bei Nichtrauchern. Das Risiko hängt hierbei von der Dauer des Zigarettenkonsums und der Anzahl an gerauchten Zigaretten ab. So ist das Risiko, an MS zu erkranken, bei einem Zigarettenkonsum von 10 bis 20 Zigaretten pro Tag um circa 40% erhöht, während es bei einem Zigarettenkonsum von 20 bis 40 Zigaretten pro Tag im Vergleich zu Nichtrauchern bereits um 90% erhöht ist. Auch Passivrauchen scheint das Risiko, an MS zu erkranken, um bis zu 30% zu erhöhen.
Rauchen und MS – ein äusserst ungünstiges Paar
Rauchen hat einen negativen Einfluss auf den Verlauf einer schon bestehenden MS. Rauchende MS-Betroffene haben eine aktivere Erkrankung als nichtrauchende MS-Betroffene. Dies zeigt sich sowohl in einer höheren Anzahl an Schüben als auch in einer grösseren Zunahme der in der Magnetresonanztomographie (MRT) zu sehenden MS-Läsionen im Gehirn und Rückenmark. So zeigten Studien, dass das Volumen von Läsionen im Gehirn bei rauchenden MS-Betroffenen im Mittel bis zu 20% höher war als bei nichtrauchenden.
Des Weiteren erleiden Raucher früher einen zweiten Schub und konvertieren somit früher vom sogenannten klinisch isolierten Syndrom (CIS) zur definitiven Multiplen Sklerose. Ferner geht bei rauchenden MS-Betroffenen die durch Schübe gekennzeichnete schubförmig-remittierende MS früher in die sekundär-progrediente MS über, die durch eine fortschreitende Verschlechterung gekennzeichnet ist. Dies ist von Nachteil, da für die Behandlung der sekundär-progredienten MS im Vergleich zur schubförmig-remittierenden MS weniger MS-Therapeutika zur Verfügung stehen und die Therapeutika in diesem Krankheitsstadium generell weniger wirksam sind. Schliesslich zeigen rauchende MS-Betroffene eine raschere Behinderungszunahme als nichtrauchende Betroffene.
Aufgrund des geschilderten negativen Einflusses des Rauchens auf die MS sowie der anderweitigen bekannten Risiken, die durch das Rauchen entstehen, empfiehlt es sich für Menschen mit MS, mit dem Rauchen aufzuhören. Der Rauchstopp nach Ausbruch der Erkrankung wirkt sich erwiesenermassen positiv auf den zukünftigen Verlauf der MS aus.