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Du hast einfach erklärt zwei Teile in deinem geistigen Bewusstsein, den bewussten Teil, den du im Alltag dazu verwendest, um auf Situationen zu reagieren und du hast den Teil, den du als das Unterbewusstsein bezeichnest, der all deine sogenannt bewussten Entscheidungen aus den Verborgenen heraus steuert.
Diese beiden Teile haben sehr unterschiedliche Rollen. Wenn du dir zum Beispiel den Finger schneidest, kannst du dich bewusst dafür entscheiden, die Wunde zu reinigen und ein Pflaster aufzutragen. Aber all die Abläufe, welche die Wunde tatsächlich heilen, werden von deinem Unterbewusstsein gesteuert. Die Schaffung eines entzündeten Bereichs schützt den Rest des Körpers vor Infektionen, die Einbeziehung des Immunsystems tötet die Bakterien ab und der Körper bildet neue Haut.
Dein Unterbewusstsein regelt auch jeden deiner Wachmomente, bestimmt welche Menschen du magst, wie du auf andere reagierst, wie du dich in bestimmten Situationen verhältst, was du nicht ausstehen kannst, welche Art von Unterhaltung du geniesst, welche sexuellen Einstellungen du hast, usw. Alles, was du tust, wird zumindest durch deine unterbewussten Prozesse eingefärbt, in den meisten Fällen jedoch kontrolliert.
Dein Unterbewusstsein kennt keine Ratio und keine Logik. Für dein Unterbewusstsein ist alles entweder schwarz oder weiss, etwas ist oder es ist nicht. Tatsächlich ist dein Unterbewusstsein hauptsächlich ein reaktives emotionales Zentrum, in dem sich deine instinktiven Ressourcen befinden, sowohl die, mit denen du geboren wurdest, als auch die, die du dir im Laufe des Lebens angeeignet hast. Jeder einzelne Input, in jedem Sekundenbruchteil deines Lebens, wird durch dein Unterbewusstsein blitzschnell über deine Sinnesorgane abgewägt und beantwortet.
Dein Unterbewusstsein kommuniziert nur über die Sprache der Gefühle und Emotionen mit deinem Bewusstsein und es nutzt diese Kommunikation, fast hauptsächlich dazu, dich vor Gefahren zu schützen und dich in Sicherheit zu bringen. Es scheint in der Lage zu sein, jeden neuen Input deiner Sinnesorgane mit allem abzugleichen, was du bisher in deinem Leben erlebt hast. Wenn eine neu erhaltene Information mit Gefühlen und Emotionen übereinstimmt, die du bereits erlebt hast, hängt die Reaktion, die darauf als Antwort folgt, von dem damit abgespeicherten emotionalen Inhalt ab, der entweder positiver, neutraler oder negativer Natur ist.
Dein Unterbewusstsein hat keinerlei Interesse am Inhalt der Geschichte, die du gerade erlebst. Alles wofür es sich interessiert, ist, ob es die darin enthaltenen Emotionen schon kennt oder nicht und ob sie für dich eine Gefahr darstellen.
Somit ist es deinem Unterbewusstsein beispielsweise völlig egal, ob es eine Spinne im Denken erfährt, ob es ein Foto von einer Spinne zu Gesicht bekommt oder ob es eine reale Begegnung mit einer Spinne hat. Wenn die mit dem Thema Spinne abgespeicherten Emotionen für dein Unterbewusstsein Gefahr bedeuten, dann wird dein Körper Adrenalin ausschütten, deine Muskeln werden sich verkrampfen, Puls, Atmung und Herzschlag werden sich erhöhen, deine Gedanken werden durchs Gehirn feuern und du wirst instinktiv mit Angriff, Flucht oder Erstarren darauf reagieren, ob du es willst oder nicht.
Dein Unterbewusstsein ist für dein Bewusstsein völlig unsichtbar, wie ein Geheimagent. Du kannst es bei seiner Tätigkeit nicht spüren und beobachten. Daher kannst du auch nicht wissen, womit dein Unterbewusstsein jeden neuen Input tatsächlich vergleicht, was erklärt, warum du plötzlich eine Abneigung gegen eine bestimmte Person entwickeln oder vielleicht einen Anflug von Angst, auf ein relativ harmloses Ereignis haben kannst. Natürlich kann es sich genauso auch umgekehrt verhalten, sodass du etwas oder jemanden plötzlich so sehr magst, dass du darüber total verwirrt bist und dich fragst: "Meine Güte, warum bin ich plötzlich so süchtig nach diesem Essen, dieser Musik oder dieser Person?"
Super schnell sogar! Zu dem Zeitpunkt, wo du dir eines Reizes durch die Eingabe von einem deiner Sinne bewusst wirst, einschliesslich deiner dazugehörigen Gedankenprozesse, hat dein Unterbewusstsein diesen Reiz schon tausend Mal getestet, abgeglichen und die beste, darauf basierende Handlung ausgelöst.
Erst Sekunden bis Minuten später, reagiert dein Tagesbewusstsein und kommt mit Ratio und Logik in die Quere und löst einen Konflikt aus. Dein Unterbewusstsein fordert dich unmissverständlich auf, die eine oder andere Handlung auszuführen, die sich aber meist von dem unterscheidet, was du eigentlich bewusst möchtest.
Es ist eine wichtige Tatsache, dass obwohl eines der Hauptziele deines Unterbewusstseins, das Überleben deines Organismus ist, es Fehler darüber macht, was
tatsächlich eine Bedrohung für dein Überleben darstellt und was nicht. Diese Fehler zeigen sich oft als Symptome. Ein Symptom im Kontext der psychologischen Funktionsweise deines
Geistes ist nichts anderes als ein Verhaltensmuster, das für eine Situation, in der du dich befindest, unangemessen ist.
Die phobische Reaktion ist ein gutes Beispiel dafür. Für Phobien gibt es normalerweise keine stichhaltigen Gründe, aber die Angst, die sie hervorrufen kann, ist immens. Meistens sind diese Symptome, was auch immer sie sein mögen, nichts weiter als eine erworbene Gewohnheit, eine bedingte Reaktion, die irgendwie antrainiert wurde. Aber auch das hat seine Wurzeln in unbewussten Prozessen, denn sonst würden die Betroffenen einfach damit aufhören, egal was es ist und stattdessen damit anfangen die Dinge zu tun, von denen sie glauben, dass sie sie nicht können.
Das Problem mit deinem Unterbewusstsein ist, dass es dir nicht die Möglichkeit gibt, über dein Tagesbewusstsein mit ihm darüber zu verhandeln, was es tut, weil es nur über Gefühle und Emotionen mit dir kommuniziert, welche deine Reaktionen steuern.
Wenn du versuchst, diese Gefühle und Reaktionen mit bewusster Willenskraft zu überwinden, verdoppelt dein Unterbewusstsein seine Anstrengungen! So kannst du z. Bsp. nicht eine Angst wegrationalisieren, wenn dein Unterbewusstsein daran glaubt, dass deine Angst berechtigt ist!
Das öffentliche Sprechen ist ein gutes Beispiel dafür. Viele Menschen haben irrationale Ängste vor versammeltem Publikum zu sprechen, denn was kann eigentlich schon grosses passieren? Klar, wir könnten einen Fehler machen und möglicherweise vergessen, was wir sagen wollten, aber der trockene Mund, das Zittern der Beine, die Magenverstimmung, die Schweissausbrüche und das herzzerreissende Gefühl echter Angst, die oft nur schon beim Gedanken daran entstehen können, sind schon ein bisschen übertrieben, wenn man es rational betrachtet!
Trotzdem gehen solche oder ähnliche Ängste nicht weg, nur weil du das weisst. Dein Unterbewusstsein lernte einst diese Reaktionen, prägte daraus instinktive Verhaltensmuster, die dich auf irgendeine Weise schützen sollen und es beabsichtigt nun nicht, dass du Änderungen an diesen Schutzprogrammen vornimmst.
Es ist meist sinnlos zu versuchen, Veränderungen mit deinem Bewusstsein vorzunehmen, wenn der Ursprung für ein Problem im Unterbewusstsein liegt. Hypnose ermöglicht es dir, wohltuende Veränderungen in den Tiefen deines Unterbewusstseins vorzunehmen. Wenn du in den Zustand der Hypnose eintrittst, kannst du den Teil deines Geistes, der Bewusst alle Veränderungen ablehnt sicher umgehen und dein Unterbewusstsein neu programmieren, sodass es neue, bessere Ideen aufnimmt und daraus neue, gesunde Verhaltensweisen kreiert.
Jeder Mensch kann von Hypnose profitieren. Wenn du feststellst, dass du wiederholt etwas tust, was du nicht tun möchtest, oder wiederholt etwas nicht tust, was du brauchst und willst, bist du emotional unwohl. Das heisst mit anderen Worten, du hast ein Symptom. Du solltest klar verstehen, dass ein Symptom nichts anderes, als der Ausdruck einer Idee ist, die von deinem Unterbewusstsein aufgesogen wurde, aber im Widerspruch zu deinen bewussten Wünschen oder Bedürfnissen steht. Hypnosetherapie ermöglicht es dir, diese unbewussten Ideen zu überschreiben oder ans Licht zu bringen und entweder ihre Gültigkeit neu zu bewerten oder Suggestionen zu verwenden, um sie inaktiv zu machen.