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Die Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke und Briefe von Jeremias Gotthelf und weitere Projekte
In ungewisser Zeit erinnern wir mit einem Zitat des 22jährigen Albert Bitzius an die Freuden des Lebens und begrüssen zugleich die Studierenden der Universität Bern im Herbstsemester 2020. Vor 200 Jahren, im Juni 1820, begab sich eine kleine Gruppe von Freundinnen und Freuden auf den Berner Hausberg Gurten. Zwei Stunden brauchte die Gruppe für einen sicher sehr unterhaltsamen und jedenfalls gemütlichen Aufstieg. Man belohnte sich mit Kaffee, Brot, Butter und einem Kuchen, »der sich ebensowenig beschreiben läßt, als er sich damals zerreißen ließ«. Der fröhlich feixende Bericht ist ein frühes Zeugnis für die Schreibfertigkeiten des später bekannten Schriftstellers.
Das Gesamtwerk von Albert Bitzius, der sich als Volksschriftsteller auch Jeremias Gotthelf nannte, wird an der Forschungsstelle Jeremias Gotthelf erstmals in grösstmöglicher Vollständigkeit kritisch ediert. Die Edition stellt das zentrale Projekt der Forschungsstelle dar. Zugleich nutzen wir Synergien zu weiteren Forschungsthemen zur Schweizer Literatur, Kultur und Geschichte des 19. Jahrhunderts.
Die Forschungsstelle versteht sich als Institution der Erforschung der politischen, kultur-, literatur- und mediengeschichtlichen Kontexte, in denen das Werk von Jeremias Gotthelf entstand und auf welche es in vielfacher Weise bezogen ist und kommentierend wieder bezogen werden muss. So unterstützt die Forschungsstelle weitere Editionsvorhaben (etwa zum literarischen und publizistischen Werk von Alfred Hartmann) und sie ist am IFK Religious Conflicts And Coping Strategies der Universität Bern beteiligt.