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Pseudomonas
Aus Symptome, Ursachen von Krankheiten
Einleitung
Die Pseudomonaden sind eine stäbchenförmige Bakteriengattung, die sich mit Hilfe polarer Geißel(n) aktiv bewegen kann. Sie sind aerob (benötigen Sauerstoff) und gramnegativ. Sporen können sie nicht bilden. Sie haben einen oxidativen Energiestoffwechsel und bauen Zucker ab. Die meisten Pseudomonaden können statt Sauerstoff alternativ auch Nitrat einsetzen ohne dass jedoch Fermentation genutzt wird. Große Bedeutung für den Menschen als Krankheitserreger hat Pseudomonas aeruginosa. Der Name „aeruginosa“ ist von lat. „Grünspan“ abgeleitet, da der Eiter infizierter Wunden eine blau-grüne Färbung aufweist. Das Bakterium ist ein Nasskeim, der auch im Boden und Wasser vorkommt. Der Keim hat büschelartige Geißeln und kann sich auch an Oberflächen anhaften, wo er auch Trockenphasen lange überdauern kann. Der Keim umgibt sich mit einer dicken Schleimschicht. Diese bildet zusätzlich einen schützenden Biofilm. Deshalb sind auch etliche Desinfektions- und Putzmittel unwirksam. Er spielt als „Lebensmittelverderber“ eine ebenso große Rolle wie als Darmkeim oder Krankheitserreger bei Mensch und Tier. Als Krankenhauskeim mit umfangreichen Mehrfachresistenzen und vielen verschiedenen Infektionsmöglichkeiten löst er auch nosokomiale Infekte aus.
der nosokomiale Pseudomonas aeruginosa
Als feuchtigkeitsliebender Nasskeim kommt zB. P. aerugirosa. nicht nur im Boden und Oberflächengewässern sondern auch im Trinkwasser, Bädern, Duschen, Toiletten, Waschbecken, Luftbefeuchter, Seifenschalen, Waschlappen, Handtüchern, Blumenvasen, Spülmaschinen, Inhalatoren, Beatmungsgeräten, Baby-Inkubatoren, Dialysegeräten, Lebensmitteln, stillen Mineralwässern, Kosmetika, Salben, Kontaktlinsenflüssigkeiten, Blutkonserven, Augentropfen, Medikamenten, sogar in Desinfektionsmitteln und destilliertem Wasser vor. Optimal ist für den Keim eine Temperatur bei 36 Grad C. Durch seine schnelle Generationsfolge bei zusagenden Bedingungen konnte sich das Bakterium auf Grund seines Stoffwechsels und der Membranstruktur gegenüber Antibiotika anpassen und Mehrfachresistenzen ausbilden. Etwa 10% aller Krankenhausinfektionen werden durch diesen Keim verursacht. Seine Pathogenität ist hoch und es werden zahlreiche Krankheiten durch ihn verursacht, zumal er auch die Fähigkeit zur Hämolyse besitzt. Häufig löst er Pneunomien (eitrige Lungenentzüdung), Harnwegsinfekte, Ohrentzündungen, Hirnhautentzündungen, Wundinfektionen, Darmentzündungen oder Entzündungen auf Brandwunden bis hin zur Sepsis aus. Die Pseudomonas-Sepsis hat die höchste Letalitätsrate unter allen Sepsis-Formen. Je schwächer das Immunsystem des betroffenen Patienten ist, um so gefährlicher wird ihm der Keim. Besonders Kranke mit Mukoviszidose (CF) und Aids sowie aus dem Intensivpflegebereich sind durch schwere klinische Verläufe stark gefährdet. Ebenfalls wird die nosokomiale Form bei Neutropenie (zu wenig weiße Blutkörper) gefährlich. Bei Gesunden tritt der Keim manchmal bei Gehörgangentzündungen (Otitis externa) nach Schwimmbad- oder Whirlpoolbesuchen oder Haarbalgentzündungen, zystischer Fibrose (CF) und urologischen Infektionen auf. Mit der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus steigt auch die Gefahr einer Infektion.
Übertragungswege
Auf trockenen Flächen haben die Keime die kürzesten Überlebensmöglichkeiten. Sie überdauern dort nur wenige Stunden. Anders sieht es aus, wenn sie sich in einer feucht-warmen Umgebung befinden. Das Nährstoffangebot spielt nur eine untergeordnete Rolle. Selbst in destillierten Wasser bleiben sie lange lebensfähig und pathogen. Beste Bedingungen haben sie jedoch im Sputum. Niest oder hustet ein Infizierter in die Hand, überträgt er so die Keime durch Schmierinfektion auf andere Personen oder Gegenstände, während eine Übertragung durch infizierte Aerosole (Tröpfcheninfektion) vermutlich relativ selten ist. Selbst wenn sich ein infizierter Patient vermeindlich richtig verhält und nach dem Kontakt mit eigenem Sputum die Hände waschen möchte, berührt er wahrscheinlich zuvor die Wasserarmatur, eine Türklinke oder den Lichtschalter...Es gibt demnach eine Menge Dinge, die der Beachtung bedürfen. Trotzdem hat eine Untersuchung in öffentlichen Schwimmbädern überraschend wenig Keime nachweisen können. Nicht nur der Mensch ist gefährdet, sondern auch Nutz- und Wildtiere. Deshalb spielen die resistenten Pseudomonas aeruginosa in der Veterinärmedizin eine ebenso große Rolle wie im Humanbereich.
Vorbeugung
Im Krankenhaus ist die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln von großer Wichtigkeit. Alle Instrumente besonders aber die weiter oben genannten sowie Katheter und Schläuche sind besonders sorgfältig zu desinfizieren. Patientenbezogene Hygienemaßnahmen sind notwendig, besonders auf der Intensivstation. Eine spezielle Meldepflicht gibt es nicht. Patienten, denen ihre Pseudomonas-Infektion bekannt ist, sollten sich der Gefahr bewusst sein, die von ihnen ausgeht! Jeder Kontakt mit Säuglingen, Kleinkindern, Alten und anderweitig immungeschwächten Personen sollte möglichst unterbleiben, enger Kontakt zu Haustieren ist ebenfalls zu meiden.
rechtliche Situation
Obwohl sehr oft der Verdacht eines Hygienemangels bei Pseudomonas-Infektionen im Krankenhaus vorliegen dürfte, ist dieser zumindest bei Einzelfällen sehr schwer im kausalen Zusammenhang so nachweisbar, dass die Einrichtung haftbar gemacht werden kann. Erst langsam ändern sich diese Ansichten und eröffnen bei starken Verdachtsfällen die Möglichkeit einer Beweislastumkehr.
Diagnostik
Um den Keim im Labor anzüchten zu können, wir ein spezieller Nährboden oder eine Nährlösung verwendet, in der die Kolonie auf der Oberfläche eine Kahmhaut bildet. Die Kolonien glänzen meist metallisch oder sind blaugrün gefärbt. Sie riecht süßlich, ähnlich wie Gummibärchen. Als Anzuchtmaterial wird je nach Infektionsort ein Abstrich von Haut, Auge, Ohr, Bronchialauswurf, Urin, Eiter oder Blut verwendet. Aus der Resistenzsituation, die ein Antibiogramm vermittelt kann auf die Behandlungsmöglichkeit geschlossen werden.
Therapie
Bei der Therapie werden oftmals Kombinationen aus einer Initialbehandlung und Langzeittherapie empfohlen. Bei der systemischen Behandlung zeigen sich meist Piperacillin und Tazobactam als Antibiotika geeignet.
Quellen
in Arbeit
Siehe auch
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