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Für jede relevante Gefährdung wird ein Faktenblatt mit den wichtigsten Informationen und Annahmen zusammengestellt und laufend aktualisiert. Die Blätter dienen als:
- Referenz zur Prüfung der Verbesserungsmöglichkeiten
- Referenz für Private und Betriebe zur eigenen Vorsorge
- Grundlage für Übungsszenarien
Sturm
Bei Sturm handelt es sich um Wind von grosser Heftigkeit, der erhebliche Schäden und Zerstörung anrichten kann. Übersteigen die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten während mindestens zehn Minuten 118 km/h, wird der Sturm als «Orkan» klassifiziert. Orkanböen können in der Schweiz in jedem Jahr und zu jeder Jahreszeit vorkommen.
Hochwasser & Erdrutsch
Als Hochwasser wird der Zustand in einem Gewässer bezeichnet, bei dem der Wasserstand oder Abfluss einen bestimmten (Schwellen-)Wert erreicht oder überschritten hat.
Hochwasserführende Flüsse transportieren oft grössere Mengen an Schwemmgut (Holz, Zivilisationsgüter) und Geschiebe mit.
Mit Hochwasser gehen oft Erdrutsche einher. Ein Erdrutsch ist ein sich oft schnell bewegendes Gemenge aus Wasser und Feststoffen (Sand, Kies, Steine, Blöcke, Holz). Bei beidem kann es zu Ufer- und Sohlenerosion sowie Ablagerung von Geschiebe kommen.
Erdbeben
Als Erdbeben werden grossräumige Erschütterungen des Erdbodens bezeichnet, die sich von einem Ursprungsort im Erdinneren ausgehend über einen grossen Teil der Erdoberfläche ausbreiten. Die Erdbeben in der Schweiz stehen im Zusammenhang mit den grossräumigen Bewegungen der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatten. Durch diese Bewegungen werden Spannungen in der Erdkruste aufgebaut, die sich in Form von Erdbeben entladen.
Die mit der Plattentektonik zu erklärenden Beben bezeichnet man als tektonische Beben. Sie machen den Grossteil der weltweiten Erdbeben aus. Weitere Ursachen von Erdbeben sind Einsturzbeben durch den Einsturz von Höhlen, meist in Karstgebieten, und durch den Menschen induzierte Beben (Sprengungen, Absenkungen in Bergbaugebieten, Tunnelbau oder Geothermie).
Die Erdbebengefährdung im Kanton Zürich wird als gering eingestuft.
Absturz Grossraumflugzeug
Als «Absturz Grossraumflugzeug» wird ein Flugunfall bezeichnet, bei dem ein Grossraumflugzeug ungewollt auf den Boden aufschlägt und Schäden bewirkt.
Ein Grossraumflugzeug ist definiert als Verkehrsflugzeug mit mehr als fünf Meter Rumpfdurchmesser und mindestens zwei Gängen in der Passagierkabine.
Störfall konventionelle Anlage
Ein Störfall ist ein ausserordentliches Ereignis in einem stationären Betrieb oder in einer stationären Anlage, in der Gefahrengüter hergestellt oder gelagert werden oder in denen mit Gefahrstoffen gearbeitet wird. Ein Störfall in einem konventionellen Betrieb geht meist mit einem Grossbrand oder einer Explosion einher.
Gefahrgutunfall Schiene
Gefährliche Güter (Gefahrgüter) sind Stoffe, die eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt bedeuten können. Gefahrgutunfälle sind Ereignisse, die beim Verladen, Befördern, Rangieren, Entladen oder während eines transportbedingten Aufenthalts von gefährlichen Gütern, Mensch oder Umwelt gefährden.
Ausfall Stromversorgung
Der «Ausfall Stromversorgung» wird als Ausfall der Versorgung mit elektrischer Energie aufgrund unterbrochener oder beschädigter Stromleitungen, Transformatoren oder Verteilknoten definiert. Bei einem vollständigen Stromausfall spricht man von einem «Blackout».
KKW-Unfall Inland
Jeder vom Normalbetrieb abweichende Anlagenzustand in einem Kernkraftwerk gilt als Störfall. Von einem KKW-Unfall wird gemäss internationaler Bewertungsskala für nukleare Ereignisse dann gesprochen, wenn die zusätzliche Strahlenexposition der Bevölkerung etwa der Höhe der natürlichen Strahlenexposition entspricht oder diese übersteigt.
Ein Unfallablauf wird in drei Phasen gegliedert: Vorphase vom Beginn des Unfalls bis zum möglichen Austritt von radioaktiven Stoffen (Minuten bis Tage), Wolkenphase vom Beginn austretender radioaktiver Stoffe bis Ende des Durchzugs der Partikelwolke (Stunden bis Tage) sowie Bodenphase geprägt durch die Strahlung des kontaminierten Bodens (Monate bis Jahrzehnte).
Pandemie
Infektionskrankheiten können durch verschiedene Krankheitserreger oder Pathogene (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, selten Prionen) hervorgerufen werden.
Ein stark gehäuftes Auftreten einer Infektionskrankheit innerhalb eines bestimmten Zeitraums und einer bestimmten Region oder Bevölkerung wird «Epidemie» genannt. Unter «Pandemie» versteht man eine zeitlich begrenzte, weltweite, massive Häufung von Erkrankungen. Solche Pandemien werden vorwiegend durch Viren ausgelöst.
Tierseuche
Eine Tierseuche ist eine durch Krankheitserreger hervorgerufene, übertragbare und sich meist schnell verbreitende Erkrankung von Tieren. Die Grenzen zu einer «normalen» Tierkrankheit sind fliessend. Der Begriff «Tierseuche» ist durch die Tierseuchengesetze der jeweiligen Länder juristisch definiert und ist Ausdruck eines staatlichen Interesses an der Bekämpfung dieser Krankheit.
In der Schweiz sind Tierseuchen im Sinne des Tierseuchengesetzes übertragbare Krankheiten, die
- auf den Menschen übertragen werden können (Zoonosen),
- von einzelnen Tierhaltungen nicht mit Aussicht auf Erfolg abgewehrt werden können,
- einheimische wildlebende Tierarten bedrohen können,
- bedeutsame wirtschaftliche Folgen haben können,
- für den internationalen Handel mit Tieren und tierischen Produkten von Bedeutung sind.
Konventioneller Anschlag
Bei einem Anschlag mit einer konventionellen Bombe wird eine Sprengvorrichtung vorsätzlich zur Explosion gebracht. Ziel des Anschlags können Personen, Tiere, Güter oder die Umwelt sein. Je nach Beweggrund und Zielsetzung der nicht-militärischen Täterschaft kann sich der Anschlag gegen bewusst ausgewählte Ziele oder gegen zufällig anwesende Personen richten.
In erster Linie geht es um die möglichst weitreichende Verbreitung psychologischer Effekte (Unsicherheit, Angst und Schrecken). Die Tat wird durch die zu erwartende mediale Aufmerksamkeit als Terrorakt inszeniert.