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Sun stülpt der schon länger angekündigten Linux-Distribution für den Desktop zur Lancierung ein Java-Kleid über. Das Projekt Mad Hatter wird damit als Java Desktop System in die Sun Java Systems gezwängt, einer Marketingverpackung für die gesamte Middleware und Applikationssoftware von Sun. Zudem versucht Sun mit Tiefpreisangeboten die Umsätze anzukurbeln. Wegen dem nach wie vor unbefriedigenden Geschäftsgang entlässt der Serverspezialist aber vorerst weitere 1000 der zur Zeit noch 36'000 Angestellten.
Das Desktop-System beruht auf Red Hat Linux und umfasst Star Office, die Groupware Evolution, den Mozilla-Browser, den Multiprotokoll-Instant-Messaging-Client Gaim und die Desktop-Umgebung Gnome. Dazu kommt, sozusagen als Namensgeber, die J2SE (Java 2 Standard Edition). Gedacht ist das Paket weniger für den Privatanwender als für Businesskunden. Es kostet entweder 100 Dollar pro Desktop oder 50 Dollar pro Angestellter.
Neben dem Java Desktop System werden unter dem Sun-Java-Systems-Brand das Enterprise Java System mit den Sun One System Services, das Java Mobility System, das Java Card System für Smartcard-Anwendungen sowie die Entwicklungsumgebung Java Studio zusammengefasst. Sun hofft so, seine Rolle als Java-Entwickler besser vermarkten zu können.
Der tiefe Preis ist nicht nur für die Linux-Desktop-Software das Hauptargument. Auch der mit zwei 64-Bit-Sparc-IIIi-Prozessoren bestückte Allround-Arbeitsgruppenserver Sun Fire V250 soll mit minimal knapp unter 3000 Dollar deutlich billiger sein als die Intel-basierte 32-Bit-Konkurrenz. Den Preisvergleich sollen auch der stapelbare 2-bis 4-Wege-Server Sun Fire V440, der in der einfachsten Version die 10'000-Dollar-Marke kratzt, und die Workstation Sun Blade 1500, die ab 2995 Dollar erhältlich ist, nicht scheuen müssen.