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Brasilien
Beatrice Bracher: Antonio
«Beeindruckend gnadenlos.» (Christiane Quandt, CULTurMAG)
INHALT
Der Roman erzählt die Geschichte eines tragischen Familiengeheimnisses: Im Abstand von 20 Jahren haben sich Vater und Sohn, ohne es zu wissen, in dieselbe Frau verliebt und mit ihr jeweils ein Kind gezeugt. Eines der Kinder deckt dieses Geheimnis auf und begibt sich auf die Suche, um herauszufinden, was geschehen ist.
Da die unmittelbar Beteiligten verstorben sind, erzählen drei enge Vertraute und Verwandte abwechselnd ihre Version der Vergangenheit. Diese Erzählstimmen zeichnen in einer geistreichen und eindringlichen Sprache das Porträt einer nonkonformistischen Familie, in der sich die historischen Umbrüche und Krisen Brasiliens im Zeitraum von 1950 bis in die Gegenwart spiegeln.
«Das Leben fügt uns auf unterschiedliche Weise solch tiefe Verletzungen zu, dass wir irgendwann unweigerlich zu Menschen werden, die weniger sind, als die Jugend uns verspricht», sagt eine Figur des Romans und hält doch die Hoffnung hoch, es könnte anders sein.
«Niemand ausser Beatriz Bracher würde im heutigen Brasilien ein Buch wie «Antonio» schreiben können, denn nur ihr gelingt es, so intim und eindringlich, so ironisch und bitter über die bürgerliche Oberschicht zu schreiben.» (Jornal do Brasil)
DIE AUTORIN
Beatriz Bracher wurde 1961 in São Paulo geboren. Sie studierte Literaturwissenschaften und war Mitbegründerin der Zeitschrift «34 Letras» und später des Verlags «Editora 34», in dem sie acht Jahre lang als Lektorin tätig war, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete.
Beatriz Bracher gilt als eine der herausragenden Stimmen der brasilianischen Gegenwartsliteratur. 2008 erhielt sie für Antonio den Prêmio Jabuti, den wichtigsten Literaturpreis Brasiliens. Der Roman wurde zudem mit dem Literaturpreis Portugal Telecom ausgezeichnet, der in jedem Jahr an die drei besten Bücher in portugiesischer Sprache vergeben wird. Brachers Vorlage für den Film Meu Amor erhielt beim Filmfestival in Rio de Janeiro 2009 den Preis für das beste Drehbuch.
DIE ÜBERSETZERIN
Maria Hummitzsch wurde 1982 in Magdeburg geboren. Sie studierte in Leipzig, Lissabon und Florianópolis Übersetzung, Psychologie und Afrikanistik. Sie arbeitet seit 2011 als Literaturübersetzerin aus dem Englischen und Portugiesischen, u. a. von David Foster Wallace, Shani Boianjiu und Beatriz Bracher, ausserdem als Lektorin und Moderatorin. Seit 2013 ist sie Vorstandsmitglied des Verbands deutschsprachiger Übersetzer/innen literarischer und wissenschaftlicher Werke. Maria Hummitzsch lebt mit ihrer Tochter in Leipzig. Sie hat 2015 das Übersetzerzentrum auf der Leipziger Buchmesse mitgegründet.
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