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grösste Menge weiter zu Stärkesirup und Stärkezucker verarbeitet wird. Sie kommt in Brocken oder zu Pulver gemahlen als Pudermehl oder Kartoffelmehl in den Handel. Die Kartoffelstärke zeigt unter dem Mikroskop von allen Stärkesorten die grössten Körner, oval oder birnenförmig, mit 1 oder 2 Kernpunkten und deutlichen konzentrischen Schichtungen. Kleister durchscheinend mit grauem Ton. Das Pulver selbst ist ebenfalls nicht so weiss als das der Weizenstärke. Die Klümpchen sind leichter mit den Fingern zu zerdrücken, als bei der letzteren.
Maisstärke wird hauptsächlich in Nordamerika, vor Allem in und um Cincinnati bereitet, und zwar aus den gequellten und zerquetschten Maiskörnern. Die Stärkekörner sind klein, deutlich eckig, mit querspaltigem, zuweilen auch vertieftem Kernpunkt.
Reisstärke wird in England, Belgien, neuerdings auch in Deutschland bereitet. Die Fabrikation ist insofern eine von den übrigen verschiedene, als sich die Stärke nicht durch einfaches Waschen aus dem gemahlenen oder gequellten Reis gewinnen lässt; man muss hier die Faser- bestandtheile der Reiskörner durch chemische Manipulationen zerstören. Es geschieht dies durch längere Behandlung mit ganz dünner Natronlauge (1-2° Bé. ) und nachheriges anhaltendes Waschen mit reinem Wasser, Schlämmen etc. etc. Die Stärkekörner erscheinen unter dem Mikroskop sehr klein, scharfkantig, vieleckig, häufig noch zu grösseren, kugeligen Körnern zusammenhängend. Reisstärke ist in kaltem Wasser nicht vollständig unlöslich, sondern giebt an dasselbe einen nicht ganz unbedeutenden Theil ab.
Die Stärke zieht, in feuchter Luft aufbewahrt, bedeutende Quantitäten Wasser an. Sie soll, fein zerrieben und längere Zeit auf 60-80° erwärmt, nicht mehr als höchstens 15-20% verlieren. Dies ist etwa das Quantum, welches eine jede Stärke bei gewöhnlicher Temperatur an Wasser zurückhält.
Verwendung findet Stärke, ausser zu Speisezwecken und zur Darstellung des Dextrins und Stärkezuckers, vor Allem zum Appretiren d. h. Steifen von Geweben. Für diesen Zweck haben angestellte Versuche folgende Werthskala festgestellt:
1) Reis- und Weizenstärke, 2) Maisstärke, 3) Kartoffelstärke.
Stärkeglanz. Unter diesem Namen kommen zahllose Präparate in den Handel, deren Zusammensetzung aber stets darauf hinausläuft, dass man zur Erzielung eines grösseren Glanzes und einer grösseren Steifigkeit der Wäsche der Stärke eine variirende Menge von gepulvertem Stearin und meist auch von Borax zugesetzt hat.
Crêmestärke ist nur durch einen Zusatz von Oker gelb gefärbt.
Sago ist weiter nichts als ein durch besondere Manipulationen zusammengeballtes, durch Wärme ein wenig verändertes Stärkemehl. Ursprünglich wurde der Sago nur aus dem Mark verschiedener Sagopalmen, Sagus Rumphii, S. laevis, S. farinifera etc. bereitet. Das Mark dieser ¶
Bäume enthält vor der Blüthezeit eine grosse Menge Stärkemehl. Die Bäume werden zur Gewinnung desselben gefällt, gespalten, das herausgenommene Mark nach gewöhnlicher Methode auf Stärke verarbeitet. Die noch feuchte Stärke wird mittelst Durchreiben durch Drahtsiebe gekörnt, dann in eisernen Gefässen unter beständigem Rühren auf ca. 80° C. erwärmt. Hierbei verkleistert sich die Oberfläche und die Körner erscheinen mehr oder weniger durchsichtig.
Diese Operation geschieht in eigenen Sagofabriken, namentlich in Singapore und Calcutta (wohin die rohe Stärke noch feucht gebracht wird) fast immer durch chinesische Kulis. In neuerer Zeit wird auch in Westindien echter Sago fabrizirt. In Europa benutzt man zur Darstellung eines sehr guten Sago die Kartoffelstärke. Diese wird in ganz ähnlicher Weise behandelt und zwar zuerst durch verschiedenartige Vorrichtung gekörnt, die Körner dann in langsam rotirenden Trommeln gerundet, oberflächlich getrocknet, schliesslich in Cylindern auf 70-80° C. erwärmt, und durch einen kurzen Dampfstrom, der die Körner oberflächlich verkleistert, glasirt. Kartoffelsago ist weiss und durchscheinend; von dem ostindischen Palmsago hat man weisse, gelbe und braune Sorten.
Dextrinum.
Dextrin.
Stärkegummi, Postkleister, Kastanienmehl, Gommeline, Léiogomme.
Das Dextrin, eine Umwandlung des Stärkemehls, mit dem es die gleiche chemische Zusammensetzung hat, findet sich fertig gebildet in vielen Pflanzensäften vor, lässt sich aber auch, wie wir schon in der Einleitung des vorigen Artikels erwähnt haben, auf verschiedene Weise künstlich aus dem Stärkemehl herstellen. Der Name Dextrin, der ungefähr so viel bedeutet als Rechtskörper, ist ihm deshalb gegeben, weil es im Polarisationsapparat rechts dreht. Es wird für die Technik, die es in grossen Massen als Ersatz des arabischen Gummis braucht, auf verschiedene Art und Weise aus ordinärer Stärke, namentlich Kartoffelstärke, hergestellt.
Man hat auch die Stärke der Rosskastanie, die man ihres bitteren Geschmackes wegen nicht anders benutzen kann, dazu verwandt. Daher der Name Kastanienmehl. Es kommt in drei verschiedenen Formen in den Handel, theils als feines, fast weisses bis gelbbraunes, wie Stärkemehl knirschendes Pulver, theils in festen, durchsichtigen, dem Gummi arabicum ähnlichen Stücken (Gommeline), theils in flüssiger Form, als Dextrinsirup, von den Franzosen Léiogomme genannt.
Dextrinpulver wird gewonnen, indem man Stärke gut austrocknet und auf 160-200° C. erhitzt. Man benutzt hierzu meistens schräg stehende, sich langsam drehende eiserne Cylinder, die durch Wärmezuführung auf die oben genannte Temperatur erhitzt werden. Das Stärkemehl wird dem oberen Theil des an beiden Seiten offenen Cylinders allmälig zugeführt, dreht sich mit diesem langsam um und verwandelt sich, während des sehr langsamen Passirens, in mehr oder weniger gelbliches Dextrin, ¶