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Portraitierte Karnivore Pflanzen
Einführung
Im Botanischen Garten Zürich werden karnivore Pflanzen während des Sommers draussen in einer Vitrine den Besuchern gezeigt. Wer karnivore Pflanzen im Winter sehen will, muss die kleine Anpflanzung im Savannenhaus besuchen. Nach der Renovation der Schauhäuser wird ausreichend Platz für Karnivoren eingeplant, da es für diese seltsamen Pflanzen viele Liebhaber gibt.
Karnivore Pflanzen, auch fleischfressende Pflanzen genannt, sind in der Lage, Fleisch zu verdauen. Dabei handelt es sich um kleine Insekten, wie Fliegen oder Ameisen, aber manchmal können auch kleine Nagetiere von grösseren Pflanzen gefangen und gefressen werden. Dies erlaubt den Pflanzen, eine andere Nährstoffquelle zu benutzen, ausser den Nährstoffen aus dem Boden. Die Fähigkeit, Fleisch zu verdauen, ist aber auch mit Nachteilen verbunden, da es einige morphologische Anpassungen braucht, welche die Konkurrenzfähigkeit mit „normalen“ Pflanzen erschweren könnte. Die Laubblätter, die normalerweise für die Photosynthese verantwortlich sind, wurden bei karnivoren Pflanzen in Fallenblätter umgewandelt. Diese Blätter sind z.B. eingerollt; die Aufnahme von Sonnenlicht ist deshalb oft nicht optimal. Aus diesem Grund ist die Entwicklung von karnivoren Pflanzen vor allem von Vorteil auf nährstoffarmen Böden, wo andere Pflanzen es schwer haben, zu wachsen.
Die Tiere werden durch fünf verschiedene Fallentypen gefangen:
- Die Gleitfallen (z.B Nepenthes - Kannenpflanzen) sind so gestaltet, dass die Tiere durch Duft oder Nektar angelockt werden und bei der Futtersuche in die schlauchförmigen Blätter rutschen. Diese Fallen sind ca. bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Dabei handelt es sich aber nicht um Regenwasser, sondern um Wasser, welches von der Pflanze selbst ins Falleninnere geleitet wurde. Die Insekten ertrinken dann im Wasserbad.
- Die Klebfallen (z.B Drosera - Sonnentau) sind Blätter, auf denen sich Schleimdrüsen befinden. Diese Drüsen geben eine klebrige Substanz ab. Die glitzernden Schleimtropfen locken Insekten an, die daran kleben bleiben und verdaut werden.
- Die Klappfallen (z.B Dionaea – Venusfliegenfalle) sind Blätter, die auf der Innenseite Tasthaare gebildet haben. Bewegt ein Insekt beim Herumlaufen auf den Blättern diese Haare, schliessen sich die Blatthälften blitzartig und klemmen das Insekt ein. Die einzigen Pflanzen mit diesem Fangprinzip sind die beiden Arten Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) und Wasserfalle (Aldrovanda vesiculosa).
- Die Saugfallen (z.B Utricularia – Wasserschlauch) funktionieren nur in wässriger Umgebung (unter Wasser oder unter der Erde). Das ist nötig, damit die Pflanze in den blasenförmigen Saugfallen einen Unterdruck aufbauen kann. Schwimmt ein Tier an den Saugfallen vorbei, werden die an der Öffnung befindlichen Tasthaare bewegt. Die Falle öffnet sich schlagartig und saugt durch den Unterdruck das Tier hinein. Die einzige Gattung, die dieses Prinzip anwendet, ist die der Wasserschläuche (z.B Utricularia sandersonii).
- Die Reusenfallen kommen namengebend in der Gattung der Reusenfallen (Genlisea) und bei der Papageien-Schlauchpflanze (Sarracenia psittacina) vor. Die Opfer gelangen in die schlauchförmigen Reusenfallen und können sich darin nur in eine Richtung weiter bewegen, bis sie in einem Teil mit Verdauungsdrüsen ankommen, in dem sie verdaut werden.