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Phelsuma cf. dorsivittata, ehemals Phelsuma cf parva, und noch früher Phelsuma quadriocellata cf parva, hat mich von Anfang an mit ihrer hübschen Erscheinung fasziniert. Mimikri ist etwas, was im Tierreich immer wieder anzutreffen ist, dennoch jedes mal erneut verblüfft.
Aufgrund der Augenfleckzeichnung wurde cf dorsivittata lange zu Phelsuma parva gestellt, wobei vermutet wurde, dass es sich um zwei Arten oder wenigstens Unterarten handt. Neue Untersuchungen bestätigen, dass Phelsuma cf parva (Westküstenform) doch nicht zur Ostform gestellt werden darf. Gehring et al 2013 stellen sie zu dorsivittata, ohne aber definitive taxonomische Schlüsse zu ziehen.
Als P. parva ist also legilich die Form der Ostküste Madagaskars, wo sie ursprünglich beschrieben wurden, zu bezeichnen. Diese weist wesentlich kleinere Augenflecken auf und erinnert mehr an eine P. lineata ssp. Eine Kreuzung der beiden Arten über mindestens eine Generation scheint leider möglich zu sein, sollte aber unbedingt vermieden werden.
Die als P. parva geltende aus Nosy Be stammende, auf den ersten Blick stark an Phelsuma q. quadriocellata erinnernde P. cf dorsivittata hat die eigentliche Phelsuma parva von der Ostküste fast gänzlich aus der Terrarienlandschaft verdrängt, auch wenn diese wohl aufgrund ihrer derzeitigen Seltenheit wieder etwas mehr in den Fokus der Terraristik gerückt ist.
Ich halte ebenfalls Phelsuma cf dorsivittata (lange als P- parva West gehandelt).
Bilder meiner Tiere sind in der Galerie zu finden.
Ich halte ein Pärchen in einem Terrarium von 40x40x80. Das Terrarium ist bestückt mit Bambusrohren und schlicht bepflanzt mit der nordmadagassischen Euphorbia leucoenura, damit ich die Übersicht habe und sehe, ob beide Tiere in Ordnung sind. Im Biotop waren die Tiere schwierig auszumachen und meist hoch oben auf Ravenala madacascariensis sitzen.
Als Beleuchtung verwende ich eine T-5 Röhren mit Tageslichtspektrum. Aus Temperaturgründen verzichte ich auf das Zuschalten von Wärmespots, dies ist aber in einem einzelnen Terrarium unabdingbar.
Die Art behält unter diesen Bedingungen ihre leuchtenden Farben, wobei das Rot doch recht stark verblassen und im Terrarium eher ins Orange übergehen kann. Helles Licht und gute Luftumwälzung scheinen die Farbenpracht jedoch enorm zu steigern. Ich habe derzeit ein Jungtier in einem Freiluftterrarium draussen, welches ein sehr kräftiges Rot entwickelt.
Ich füttere die Tiere mit Heimchen, Wachsmottenlarven, Stubenfliegen, verschiedenen kleinen Schabenarten, Bohnenkäfern, Getreidekäfern und Wiesenplankton. Ich versuche so viel Abwechslung wie möglich zu bieten. Die Futtertiere bestäube ich bei jeder Fütterung (ich füttere jeweils zwei Mal die Woche) mit einem entsprechenden Vitaminpräparat.
Zudem steht immer ein Schälchen bereit, welches mit einem Gemisch aus zwei Drittel zu Pulver verarbeiteten Blütenpollen und zu einem Drittel aus Vitaminpulver besteht. Während der Eiablage wird dies vermehrt angenommen.
Zusätzlich Wasser biete ich nur im Winter, wo lediglich jeden zweiten Tag gesprüht wird. Es ist wichtig, dass das Wassergefäss regelmässig gereinigt wird, da ansonsten Bakterien überhand nehmen. Den Wasserbedarf decken die Tiere in der Regel via Sprühwasser.
Phelsuma parva scheint bezüglich Feuchtigkeit keine besondere Ansprüche zu stellen, ich halte die Luftfeuchtigkeit jedoch leicht höher, da sie auch in der Natur eher in feuchten Gebieten vorkommen (Hauptverbreitungsgebiet ist die regenreiche Ostküste Madagaskars). Ich sprühe jeweils am Abend, im Frühling zusätzlich am Morgen und im Winter jeden zweiten Abend.
Die Luftfeuchtigkeit halte ich bei Phelsuma parva das ganze Jahr über gleich. Sie beträgt nach dem Sprühen ca. 80% und vorher ca. 50-60%.
Im Sommer halte ich die Art tagsüber bei 27 Grad und in der Nacht fällt die Temperatur auf ca. 22-23 Grad. Im Winter erreicht die Temperatur lediglich 25 Grad am Tag und fällt in der Nacht auf 18-20 Grad ab.
Die Beleuchtungsdauer halte ich wie bei allen Arten bei 14 Stunden im Sommer und bei 8 Stunden im Winter.
Der Jahreszyklus ist bei dieser Art bloss wichtig, um den Weibchen eine Legepause zu gönnen.
Diese Art ist leicht zur Fortpflanzung zu bewegen. Es sind sehr dankbare und nicht sehr anfällige Pfleglinge, welche mit ihrer Farbe bezaubern.
Sie legen sehr kleine Eier, bei mir oftmals Einzelgelege, in möglichst dünne Bambusrohre oder Blattachsen ab. Bei mir haben sie den Bambuseingang nachträglich meist verstopft, was die Eiersuche erschwert. Da es sich um sehr kleine Eier handelt, ist es mir schon oft passiert, dass ich diese gar nicht gefunden habe. Ich treffe manchmal plötzlich Jungtiere im Terrarium an, welche ich jeweils sofort herausfange, da ich vermute, dass die Elterntiere den Kleinen nachstellen würden, auch wenn ich das noch nie beobachten konnte.
Mein Weibchen ist nicht sehr legefreudig. Sie setzt lediglich ca. drei Gelege pro Jahr in unregelmässigen Abständen von März bis Oktober ab. Möglicherweise finde ich einfach einige Gelege nicht.
Die ovalen Eier haben einen durchschnittlichen Durchmesser von 7mm in der Breite und 8.5mm in der Länge, die Schale ist mit 0.17mm relativ dick.
Schlüpflinge sind mit einer Gesamtlänge von 3cm sehr klein und zierlich gebaut. Sie aufzuziehen bereitet jedoch keine grösseren Schwierigkeiten.
Ich erlebe Phelsuma cf dorsivittata zutraulich bis scheu, mit etwas Geduld sind die Tiere an eine Fütterung von Hand oder Pinzette zu gewöhnen, natürlich gibt es auch hier Ausnahmefälle.