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Das Problem mit der maroden Morandi-Autobahnbrücke war den zuständigen Behörden bekannt. Es gab darum seit Jahren Pläne für ein Entlastungsprojekt. Dieses wurde allerdings von der heutigen Regierungspartei, der Fünf-Sterne-Bewegung, heftig bekämpft. Der Gründer der Bewegung, Beppe Grillo, spottete über das «Märchen der einstürzenden Brücke» und drohte, zur Verhinderung der Bauarbeiten für die Umfahrung das Militär zu holen. Wegen dieser massiven Opposition liegt das 4-Milliarden-Projekt, das Gronda genannt wird, immer noch in den Schubladen.
Die neue geplante Infrastruktur umfasst 72 Kilometer neue Autobahntrasses und verbindet sich mit den Knotenpunkten, die das Stadtgebiet begrenzen (Genua Ost, Genua West, Bolzaneto), mit der A26 bei Voltri und mit der A10 bei Vesima. Aufgrund der Komplexität des durchquerten Gebietes ist das neue Strassennetz fast vollständig unterirdisch angelegt und umfasst 23 Tunnel, die insgesamt etwa 54 Kilometer lang sind. Es bestehen verschiedene Varianten, der Knotenpunkt San Benigno (auf dem Foto) ist aber in allen Teil der neuen Umfahrung. Einige Gronda-Varianten sahen den Abbruch der Morandi-Autobahnbrücke vor, was allerdings angesichts der hohen Kosten unrealistisch war. Fest steht, dass wenn die Gronda realisiert worden wäre, die Morandi-Autobahnbrücke, die täglich von bis zu 25 000 LKWs befahren worden ist, auch ohne Abbruch massiv entlastet worden wäre.