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Künstlerisches Werk und die Impulse zur Bildenden Kunst
Wandtafeln Rudolf Steiners
Wenn Rudolf Steiner Vorträge hielt, fertigte zur Veranschaulichung der Gedanken Zeichnungen auf einer Tafel an. Einen Teil dieser Schaubilder wurde im Zeitraum von 1919 bis1924 auf großen, schwarzen Papierbögen, die auf die Tafel gespannt waren, gezeichnet. Sie ließen sich später abnehmen und wurden verwahrt. Als diese 1999 einer Wanderausstellung. der Öffentlichkeit präsentiert wurden, wurde der Bezug zur bildenden Kunst auf breiter Ebene deutlich.
Architektur Rudolf Steiners
Als Architekt ist Rudolf Steiner beim Bau des Geotheanums tätig geworden.
Dieser von ihm entworfene Bau sollte mit allem, was dort gesprochen und künstlerisch dargeboten wurde, als Gesamtkunstwerk im Einklang stehen.
Die Architektur, und die bildnerischen Gestaltung des Geotheanums können in diesem Sinne als Abbild des Geistigen Lebens, das in erfüllen sollte, verstanden werden.
Der Neubau der nach dem Brand des ersten Gebäudes entstanden ist, zeichnet sich durch die plastische gestalteten Flächen aus. Es ist eines der ersten Stahlbetongebäude der Geschichte, das maßgeblich für die organische Architektur geworden ist.
Um das Goetheanum herum entstanden bald noch andere Gebäude.
Skulptur
Die bedeutendste Skulptur an der Rudolf Steiner eigenhändig gearbeitet hat, ist der "Menschheitsrepräsentant" der den geistigen Mittelpunkt unter der kleinen Kuppel des Goetheanums bilden sollte. Zahlreiche Entwürfe z.B. die gegenstandslosen Formen der Kapitäle und Architrave sind als Entwürfe entstanden. In seinen Vorträgen erläuterte Steiner wie lebendige Formen durch eine elementare organischen Flächengestaltung entstehen können.
Malerei
Anregungen zur Malerei Rudolf Steiners
Steiners Skizzen und Entwürfe zur Malerei dienten hauptsächlich als Anregung für die Deckenmalerei und der Glasgravur der Fenster im Geotheanum. Es entstanden auch aufwändigere Schulungsskizzen für die Künstler. Einige Werke sind soweit ausgearbeitet, dass sie weit über die Phase eines Entwurfes hinausgehen und als stilbildende Malereien begriffen werden können. Hauptgesichtspunkt war, die Imagination durch eine elementare Farbgebung geistig im Bild erscheinen zu lassen.
Goetheanismus
Bindeglied zwischen Naturwissenschaft und Kunst
Steiner fordert die Naturwissenschaftler immer wieder dazu auf, sich Naturprozesse beweglich vorzustellen. Sie sollten regelrecht in die Phänomene hineinschlüpfen. Durch solche Vorstellungsweise sind die Sockelmotive im großen Saal des Goetheanums zu Goethes "Metamorphose der Pflanze" entstanden. Dort werden keine Einzelteile der Pflanze abgebildet, sondern die Lebensgeste in einer plastischen Form zur Erscheinung gebracht. Was in der inneren Anschauung entstehen kann, ist ein bewegliches Bild der Kraft, die die äußeren Formen der Erscheinung gestaltet. Durch solche Betrachtungsweise kann sich der Mensch in der Natur wiederfinden und begegnet ihrem Wesen auf eine seelisch geistige Art. Die Methode lässt sich in viele Gebiete ausweiten.
Anregungen zur sozialen Plastik Rudolf Steiners
Der Begriff soziale Plastik in seiner heutigen Form ist vorwiegend durch Joseph Beuys geprägt und mit Rauminstallationen und Happenings verbunden worden. In seinen Vorträgen die Bewusstsein für das künstlerische, das in jedem Menschen lebt wecken wollte, ließ er zahlreiche Zitate Steiners zu diesem Themenkreis einfließen.
Steiner wies darauf hin, dass es zu einer heilsamen Gestaltung des Soziale eines des künstlerischen Denkens bedarf. Er fasste diese Idee als den Gedanken der Dreigliederung des sozialen Organismus.