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Was beschreibt Human Factors?
Human Factors ist das Wissen über menschliche Leistungsfähigkeit und ihre Begrenzungen, die für die Gestaltung von Produkten und Prozessen von Bedeutung sind.
Für die Gestaltung von Werkzeugen, Maschinen, Systemen, Aufgaben und Arbeitzsplätzen
um effektives, effizientes und sicheres Zusammenwirken von Mensch und Technik zu erreichen.
Human Factors werden interdisziplinär bearbeitet und sind nicht grundsätzlich negativ!
Welche Entwicklungsphasen der Sicherheitswissenschaft gibt es? (Reason, 1990)
Zuerst es gab sehr viele Unfälle wegen der Technik, da sie noch nicht so weit ausgearbeitet war. Danach wurde Technik immer mehr zur Unterstützung dadurch wird Technik immer zuverlässiger, aber auch komplexer. Es kommt zum sozio-technischen System. Heute entstehen Fehler und Schaden durch das Zusammenwirken von verschiedenen Organisationen.
Heute sind Piloten bspw. eher Überwachungspersonen Person ist immer vielen visuellen Reizen ausgesetzt, was gefährlich, da dies sehr viel Aufmerksamkeit braucht!
Für was steht Security?
Security (Sicherung)
Zielt auf eine Sicherung zum Schutz vor meist externen Gefahren durch böswillige Angriffe, Spionage und Sabotage ab.
Kann als Bestandteil von Sicherheit (safety) verstanden werden, da Angriffe in der Regel darauf abzielen, einen Produktionsprozess für bestimmungsfremde Zwecke zu missbrauchen. Daraus resultiert entweder direkte Prozessgefahr, beispielsweise bei einer Flugzeugentführung im Falle einer terroristischen Bedrohung oder es wird „Know-how“ entwendet, wodurch zum einen die Organisation in wirtschaftliche Gefahr gerät oder zum anderen durch die unsachgemässe Reproduktion und Verwendung eines entwendeten „Know-hows“ neue technologische Risiken entstehen.
Für was steht Safety?
Zielt auf den sicheren Betrieb von komplexen soziotechnischen Systemen, die auch als Systemsicherheit („systemsafety“) bezeichnet wird, ab.
Definitionen von Sicherheit sind abhängig vom jeweils zugrundeliegenden Verständnis: Statisches vs. dynamisches Verständnis.
Statisches Sicherheitsverständnis wuzelt in Ingenieurwissenschaften, z. B.: „Zustand, dass für eine Sachlage (Produkt, Verfahren, Arbeitssystem etc.) innerhalb eines bestimmten Zeitraumes keine Schädigung von Personen, der Umwelt und von Sachwerten eintritt, das heisst Sicherheit ist ein Zustand, bei dem das Risiko einer Gefährdung kleiner ist als das Grenzrisiko (= allgemein akzeptiertes Risiko)“ (Lehder & Skiba, 2005).
Was verstehen wir unter Sicherheit als Prozess?
= dynamisches Nicht-Ereignis (Weick, 1987)
Fortwirkendes Zusammenwirken von Strukturen, Prozeduren, Regeln und operativen Handlungen in Organisationen <- dynamisch: Viele Aufwände um Sicherheit aufrecht zu erhalten. Sicherheit ist nur in der unmittelbaren Gegenwart greifbar.
-> geprägt von Ungewissheit
= Differenz zwischen der Menge an Informationen, die zur Durchführung einer Aufgabe erforderlich ist und der Menge an Informationen, die eine Organisation bereits besitzt (Galbraith, 1973; Grote, 2009) /
= Widersprüchlichkeit von Informationen (z. B. Weick, 1979)
Gefahr
Fixierung auf planungsbasierte Gefahrenprävention, bei gleichzeitiger Vernachlässigung von Massnahmen zur Gefahrenbewältigung. In kritische Situationen braucht es Plan B -> dafür ist der Mensch notwendig
Was verstehen wir unter Systemsicherheit?
Definition
Als prozesshafte, organisationale Qualität: „…Qualität, die es dem System gestattet, ohne grössere Zusammenbrüche unter vorgegebenen Bedingungen und mit einem Minimum unbeabsichtigten Kontrollverlusts oder Schadens für die Organisation und die Umwelt zu funktionieren“
Was umfasst die Systemsicherheit?
Prozesssicherheit als Bestandteil der Primäraufgabe -> Schutz vor Risiken / Gefahren, die von hochtechnologisierten Produktionsprozessen ausgehen, bspw. dem Fliegen eines Verkehrsflugzeugs oder der Stromproduktion durch ein Kernkraftwerk (Zielgruppe: Bevölkerung) – durch z. B. Redundanzen (z. B. 2 Autopilote) und Diversitäten (Mensch hat bessere Anpassungsleistung) gegen Ausfälle technischer Komponenten
Arbeitssicherheit als Sekundäraufgabe (Unternehmen verdient damit kein Geld)
-> Zustand der Arbeitsbedingungen, bei denen keine oder nur vertretbare arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen und Belastungen auftreten (Lehder & Skiba, 2005). Belastungen sind hierbei zu verstehen als physische und psychische Faktoren, die während einer Arbeitstätigkeit auf eine Person einwirken (Massnahmen gegen kurz- und langfristige Gefahren (Zielgruppe: Mitarbeitende)
-> Statisches, prozesshaftes und dynamisches Verständnis von Sicherheit
Was gibt es für Abgrenzungen von Safety?
Risiko I
= Kombination der Wahrscheinlichkeit und des Schweregrades (Schadensausmass) einer Schädigung (Gesundheitsschädigung) in einer Gefährdungssituation (Lehder & Skiba, 2005) -> in Relation zu Schadensausmass.
Grenzrisiko
Grösstes noch vertretbares Risiko, das einem bestimmten technischen Vorgang oder Zustand innewohnt und als Zustand mit einem vertretbaren, akzeptablen Restrisiko, für das Massnahmen festgelegt werden müssen zum Abbau des Restrisikos.
Restrisiko:
Beschreibt die Gesamtgefahr, die mit einem Arbeitsprozess verbunden ist. Die Gesamtgefahr besteht aus einem bekannten und einem unbekannten Anteil“.
Bekannte Risiken können als Auftretenswahrscheinlichkeiten quantifiziert werden (z. B. PRA, HRA) -> politischer Entscheid, ob das Restrisiko akzeptabel ist (z. B. Schädigung bei einer Operation).