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Das Thomas-Bornhauser-Schulhaus trägt seinen Namen zu Ehren und im Gedenken an einen der berühmtesten Weinfelder, eben Thomas Bornhauser.
Er hatte die neue liberale Thurgauer Kantonsverfassung von 1831, die im Grund heute noch gilt, massgeblich ausgearbeitet.
Markus Schär fasst sein Leben und Wirken im historischen Lexikon so zusammen:
Geboren am 19.5.1799 in Weinfelden, gestorben am 9.3.1856 in Müllheim. Sohn des Hans Thomas, Müllers, später Taglöhners, und der Ursula geborene Widmer, von Bürglen (TG). 1825 heiratete er Magdalena Roth, Tochter eines vermögenden Fabrikanten aus Teufen (AR).
Aus einer alteingesessenen, aber verarmten Famile stammend, konnte Bornhauser dank Stipendien von Weinfelder Bürgern am Carolinum Zürich Theologie studieren. Nach dem Examen unterrichtete er als Provisor in Weinfelden, bis er 1824 die Berufung als Pfarrer nach Matzingen bekam.
Er dichtete, so v.a. das als Volksstück beliebte Trauerspiel "Gemma von Arth" (1828), schrieb viel beachtete politische Artikel in der angriffigen "Appenzeller Zeitung" und löste 1830 nach der französischen Julirevolution mit seiner Schrift "Über die Verbesserung der thurgauischen Staatsverfassung" eine Volksbewegung aus, die auch auf andere Kantone übergriff.
Um seinen Forderungen nach Öffentlichkeit, Gewaltentrennung, direkten Wahlen, Handels- und Gewerbefreiheit sowie Petitionsrecht Nachdruck zu verleihen, berief der begabte Rhetoriker mit Gleichgesinnten am 22.10. und am 18.11.1830 Volksversammlungen in Weinfelden ein. Am 25.11.1830 wählten mehrere Kreise Bornhauser, den unbestrittenen Anführer der thurgauischen Regenerationsbewegung, zum Ehrenmitglied des Grossen Rats, obwohl darin nur Vertreter weltlichen Standes sitzen durften.
Nach einem Volksauflauf, entstanden aufgrund von Gerüchten über ein Attentat auf Bornhauser, übernahm er 1831 das Präsidium der Verfassungskommission. Nach der Annahme der Verfassung zog er sich vorübergehend aus dem Grossen Rat zurück.
Als Pfarrer in Arbon (ab 1831) und Müllheim (ab 1851) widmete er sich vorwiegend der Dichtung, schaltete sich aber zeitweise wieder in die Politik ein, so 1836 mit einer Rede für die Aufhebung der Klöster und 1849 als Präsident des Verfassungsrats.
Von seinen Freunden als „thurgauischer Tell“ bejubelt, fand er bei den Konservativen und Aristokraten mit seinen Forderungen nach Rechtsgleichheit und Freiheit kein Gehör. Seine Feinde trachteten ihm angeblich sogar nach dem Leben.
Bornhauser wurde Mitglied des kantonalen Erziehungsrates und Präsident des evangelischen Kirchenrates. Er starb in Müllheim; sein Grabstein ist zu ehrendem Andenken an der Südmauer des Kirchenschiffs angebracht.