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An der Pressekonferenz vor der EM-Qualifikationspartie gegen die Schweiz erschienen Trainer Alon Hazan und Captain Eli Dasa am Dienstag mit jeweils nur einem Schuh an den Füssen. Damit erinnerten sie an den achtjährigen Nave Shoham, erklärte Dasa mit erstickter Stimme. Der Junge wurde beim Angriff der Hamas in Gaza verschleppt, in den Haustrümmern sei einzig ein Sportschuh gefunden worden.
Auch zuletzt beim Spiel in Pristina war der Krieg allgegenwärtig. Die Busfahrt an den Flughafen musste wegen eines Raketenalarms unterbrochen werden, bei der Hymne symbolisierten die Spieler mit ihren Händen ein gebrochenes Herz, einige hielten die Tränen nicht zurück. Sich bei so viel Leid auf Fussball zu konzentrieren, ist eine unglaublich schwierige Aufgabe. Israel verlor gegen Kosovo 0:1.
Trotz der schwierigen Umstände will die Mannschaft, die aufgrund der verschobenen Spiele im Oktober vier Partien innert zehn Tagen bestreitet, weiter auf dem Platz stehen. «Wir spielen nicht nur für die EM-Qualifikation, sondern für das ganze Land», sagte Hazan. «Wir wollen den Leuten wenigstens ein bisschen Freude bereiten.»
Jeder kenne jemanden, der vom Krieg betroffen sei, erklärte Hazan weiter. Das setzt so einiges in Perspektive. So stand am Sonntag auch Eran Zahavi auf dem Feld, der Anfang des Jahres aus dem Nationalteam zurückgetreten war. Er hatte sich beklagt, auf den Reisen kein Einzelzimmer belegen zu können. Nun schauen beide Seiten über den Zwist hinweg.
Sportlich gesehen sind Israels Chancen auf die erstmalige Qualifikation für eine EM-Endrunde nach der Niederlage in Kosovo gesunken. Doch selbst, wenn das Team keinen der ersten beiden Plätze in der Gruppe I ergattern sollte, wäre der Traum noch nicht ausgeträumt. Da Israel in der Nations League 2022/23 seine Gruppe in der zweithöchsten Liga gewonnen hat, steht das Team schon mindestens im Playoff-Turnier, das im März ausgetragen wird.