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Der Goldpreis – oder auch Spotpreis genannt – basiert auf einer Unze (31 gramm) Gold und wird an den internationalen Warenbörsen wie der COMEX (Commodity Exchange) festgelegt.
Der Spotpreis entspricht dem «Bid»-Preis an den Börsen. Dies ist der aktuelle Goldpreis, den aktuell jemand bereit ist, für eine Unze Gold zu bezahlen. Der «Ask»-Preis entspricht dem Angebot, welches Verkäufer an den Börsen akzeptieren.
Gold ist weltweit in US-Dollar gehandelt. Der offizielle Goldpreis wird daher meist in Dollar beziffert. Natürlich stehen die Goldkurse gleichzeitig auch in jeder anderen Währung zur Verfügung.
Der Goldpreis wird aufgrund von Futures beeinflusst (Futures sind Verträge, bei denen Händler sich verpflichten, die Waren (in diesem Beispiel Gold) zu einem festen Preis und am Ende einer definierten Laufzeit zu kaufen / bzw. zu verkaufen.)
In den USA (also an der COMEX) wird der Goldpreis also vor allem durch Spekulation auf künftige Entwicklungen an den Märkten beeinflusst. Obwohl physisches Gold in den Tresoren der COMEX vorhanden ist, findet dieser Handel zum grössten Teil auf dem Papier statt. Das Gold in diesen Futures-Verträgen wird nicht ausgeliefert, sondern nur virtuell abgewickelt.
Warum ist der Goldpreis so hoch?
Wenn eine einzelne Goldmünze den Gegenwert von mehreren Tausend Schweizer Franken besitzt, erscheint dies für einen Gold-Neuling enorm hoch. Es zeigt jedoch im Grunde nur, wieviel Wert die Menschen dem gelben Metall und vor allem dessen Funktion als monetäre Sicherheit beimessen. Gold muss in aufwendiger Arbeit in Goldminen abgebaut werden und nur ist begrenzter Menge verfügbar. Dieser Umstand allein reicht aus, um Wert von Papiergeld abzuheben, dass jederzeit mit weitern Nullen am Ende gedruckt werden kann.
Goldpreis Weltweit (Around the Clock)
Gold wird weltweit rund um die Uhr gehandelt. Aufgrund der Zeitzone n findet sich immer ein Goldmarkt, der gerade geöffnet hat. Der Goldpreis kann deshalb sowohl in London (LBMA = London Bullion Market Association), als auch in New York oder in Shanghai abgerufen werden. Die Börsen sind von 18:00 Uhr bis 17:15 geöffnet (Eastern Time) und machen während den Wochentagen nur 45 Minuten Pause.
Geschichte: Die LBMA in London definiert zweimal am Tag einen sogenannten «Fixpreis», der vor allem für institutionelle Anleger und produzierende Unternehmen von Bedeutung ist. Private Goldanleger habe jedoch keinen Zugang zu diesem Richtpreis und orientieren sich an den Spotpreisen.
Kann Gold zum Spotpreis Gold gekauft werden?
Der Spotpreis von Gold bezieht sich auf den reinen Materialwert und ist daher nicht ausschlaggebend für den Kauf von Münzen, oder Goldbarren. Diese müssen zuerst von einer Raffinerie transportiert und verarbeitet werden. Anschliessend gehen die Produkte zu einem Händler, der sie dann letztendlich dem privaten Goldanleger verkauft.
Obwohl der Spotpreis die Basis für die Berechnung des Verkaufswertes ist, sind vor allem die Form und Stückelung der Produkte für den finalen Preis verantwortlich.
Ein Goldbarren ist günstiger zu produzieren als Münzen und wird daher einen geringeren Aufschlag (Premium) auf den Spotpreis haben. Selten Münzen in kleiner Auflage mit aufwendigen Motiven verziert kosten entpsrechend mehr.
Ein Aufschlag auf den Spotpreis von Gold ist also normal und wird bei jedem seriösen Händler enthalten sein. Er unterscheidet sich allerdings und kann starken Schwankungen unterliegen, weshalb sich der Vergleich und das Einholen von Offerten lohnen kann. Vor allem beim Kaufe von grösseren Mengen an Gold.
Was lässt den Goldpreis ansteigen und sinken?
Wie jeder Rohstoff, wird auch Gold an einer Warenbörse gehandelt. Die Nachfrage lässt den Goldpreis als Hauptfaktor ansteigen und sinken. Es gibt allerdings nebst der reinen Nachfrage von Käufern und Verkäufern auch makro-ökonomische Faktoren die den Goldpreis beeinflussen können.
Diese sogenannten Katalysatoren (oder «Auslöser») können den Goldpreis noch stärker ansteigen oder fallen lassen. Es sind Faktoren die den Goldpreis historisch gesehen auf ganz bestimmte Art und Weise beeinflusst haben und von Investoren genau beobachtet werden.
1. Inflation
Wenn Anleger die Entwertung ihrer Währung befürchten, ist Gold ein klassisches Save-Haven-Asset. Während Papiergeld von Staaten gedruckt werden kann, ist Gold ein «store of value» und sorgt für den Erhalt von Vermögen und Kaufkraft seiner Besitzer. Gold ist der ultimative «Hedge» gegen Regierungen, die ihre Druckerpressen etwas zu sorglos laufen lassen.
2. Zinsen und Zinspolitik der Zentralbanken
Der Goldpreis wird historisch gesehen auch von Zinsen beeinflusst. Die Korrelation ist negativ – die bedeutet bei steigenden Zinsen sinkt der Preis von Gold. Sparer erhalten mehr Zinsen auf Ihre Bargeldeinlagen bei Banken und neigen daher weniger zum Besitz von Gold, dass keine realen Zinsen abwirft.
WICHTIG: Wer diese Überlegung in den Besitz von Gold mit einbezieht, sollte unbedingt die realen Zinsen berechnen. Diese setzte sich aus Zinssatz der Bank und Inflationsrate zusammen. Wer 2% Zinsen von der Bank bekommt, während die Inflation aber 3% beträgt, verliert immer noch 1% seiner Währung jedes Jahr.
3. Zentralbanken – «Money Printer go brrrr»
Wenn Zentralbanken die Druckerpressen laufen lassen, erstrahlt Gold in ganz neuem Licht. Gold kann nicht gedruckt werden und wird immer eine begrenzte Ressource sein. Dieser Fakt allein genügt seit Jahrhunderten, um Gold attraktiv zu machen. Besonders wenn Zentralbanken ihre Druckerpressen auf Hochtouren laufen lassen um das Finanzsystem zu retten, oder bankrotte Firmen zu retten. (sieh auch Punkt 1 – Inflation)
4. Die Aktienmärkte
Die Korrelation zwischen dem Goldpreis und den Börsenmärkten ist ebenfalls negativ – und durch Psychologie der Anleger zu erklären. Wenn die Wirtschaft boomt und und Aktienpreise steigen, ist die Wirkung von Gold deutlich weniger attraktiv auf Investoren. Erst bei wirtschaftlichen Abschwüngen, Unsicherheiten und Börsencrashs wird Gold zum ultimativen «Hedge» und sicheren Hafen für Anleger.
5. Rohstoffmärkte
Obwohl Gold eine monetäre Bedeutung und Funktion hat, wird es wie ein Rohstoff gehandelt. Gold und Silber haben Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie und im Bereich Mode & Schmuck. Die Rohstoffbörsen und deren Trends können deshalb auch den Goldpreis beeinflussen.
6. Krisen, politische Spannungen und Kriege
Wenn Unsicherheit die Menschen bewegt, wird Gold als Anlageklasse besonders attraktiv. Dies ist ebenfalls historisch bedingt und tief im Bewusstsein der Menschheit verankert. Gold ist «fassbar» und bietet dem Besitzer eine finanzielle Sicherheit. Grundsätzlich steigt der Goldpreis an, sobald lokale oder globale Spannungen und Unsicherheiten in der Luft liegen.
7. Währungen (US-Dollar und der Goldpreis)
Durch die Kopplung des US-Dollars an den Goldpreis, hat die Leitwährung den grössten Einfluss auf Preisentwicklung. Dies führt zu Verzerrungen des realen Goldpreises, da Gold per Definition in einer Einheit gemessen wird, die selbst keinen intrinsischen Wert besitzt und in unbegrenzter Zahl vermehrt werden kann.
Wenn die Federal Reserve Bank in den USA ihre Geldmengen verdoppelt, wäre Gold in US-Dollar gemessen das doppelte wert. Viele Experten sind der Meinung, dass diese Korrelation früher oder später zu einem Preis-Schock in Gold führen wird.
Wie hoch ist der aktuelle Goldpreis in Schweizer Franken?
Goldpreise können auf jeder Handelsplattform weltweit in Echtzeit verfolgt werden. Als Anhaltspunkt für Goldeinkäufe ist dies ein erster Indikator, doch müssen die oben erwähnten Faktoren wie Verarbeitung, Verfügbarkeit und lokale Gegebenheiten erst einbezogen werden. Erst dann kann der genaue Goldpreis an der Ladentheke (oder im Online-Handel) ermittelt werden.