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Darm
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Unter einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung versteht man immer wiederkehrende Entzündungsschübe des Magendarmtraktes. Dabei unterscheiden wir den Morbus Crohn von der Colitis ulcerosa.
Morbus Crohn
Beim Morbus Crohn kann der ganze Magendarmtrakt vom Mund bis zum Anus betroffen sein. Das Ausmass der betroffenen Darmabschnitte ist unterschiedlich. Am häufigsten ist das terminale Ileum betroffen (Ileitis terminalis), d. h. das letzte Stück des Dickdarmes bevor es im rechten Unterbauch in den Dickdarm mündet.
Colitis ulcerosa
Bei der Colitis ulcerosa ist nur der Dickdarm betroffen. Bei einer chronischen Dickdarmentzündung kann die Abgrenzung zwischen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn manchmal nicht möglich sein. Man spricht dann von einer indeterminanten Colitis.
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Ursache
Die Ursache für chronisch entzündliche Darmerkrankungen ist nicht vollständig geklärt. Einerseits scheinen Umwelteinflüsse aber teils auch eine genetische Veranlagung eine Rolle für die Entstehung aber auch für den Verlauf einer chronische entzündlichen Darmerkrankung zu spielen. Fest steht, dass sich Rauchen für den Verlauf eines Morbus Crohn sehr ungünstig auswirkt.
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Symptome und Beschwerden
Bauchschmerzen und Durchfälle sind die Hauptsymptome. Ist beim Morbus Crohn auch der Analbereich befallen können sogenannte Analfistel auftreten. Darunter versteht man entzündliche Gangsysteme des Analkanals zur Haut um den Anus herum. Dies verursacht neben Schmerzen auch Eiter oder Flüssigkeitsabgang im Analbereich. In ca. 10% der Patienten kommt es zusätzlich zu Entzündungen ausserhalb des Darmes (extraintestinale Manifestation). Davon betroffen können unter anderem Gelenke, Augen, Haut und die Gallenwege sein. Durch die langjährige chronische Entzündung besteht ein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebsentwicklung, weshalb die enge ärztliche Betreuung wichtig ist.
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Behandlung
Primär wird versucht, die Entzündung mit verschiedenen antientzündlichen Medikamenten zur Abheilung zu bringen.
Operation
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In welchen Fällen müssen wir an eine Operation denken?
Sowohl beim Morbus Crohn wie auch bei der Colitis ulcerosa unterscheiden wir planbare Operationen von notfallmässigen Operation. In beiden Fällen sind die meisten Operationen geplant möglich.
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Operation bei Morbus Crohn
Beim Morbus Crohn muss eine Operation überlegt werden im Falle von fehlendem oder ungenügendem Ansprechen der Entzündung trotz medikamentöser Therapie, bei sogenannten Fibrostenosen und bei Fisteln (Entzündlichen Gangsystemen). Selten muss notfallmässig operiert werden bei Darmdurchbrüchen, bei akuten Darmverschlüssen oder bei Abszessen. Da der M. Crohn an neuen Darmabschnitten wieder auftreten kann, wird bei einer notwenigen Operation ein entzündeter Abschnitt möglichst sparsam entfernt. Im Falle von fixierten, nicht mehr entzündlichen Vernarbungen (Fibrostenosen), wird durch sogenannte Strikturoplastiken das verengte Darmstück wieder erweitert.
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Operation bei Colitis ulcerosa
Bei der Colitis ulcerosa sind Gründe für eine geplante Operation ebenfalls nicht wirksame Medikamente, erhöhtes Risiko für Darmkrebs oder bereits ein Darmkrebs. Selten müssen wir auch hier notfallmässig operieren bei massiven Blutungen, Darmdurchbrüchen oder beim toxischen Megakolon. Unter dem toxischen Megakolon versteht man eine akute medikamentös nicht beherrschbare Entzündung mit zunehmendem Aufblähen des betroffenen Dickdarmes. Die meisten Operationen bei der Colitis ulcerosa erfordern die komplette Entfernung des Dick- und Enddarmes (Proktokolektomie). Der Schliessmuskel kann aber erhalten werden und durch Dünndarm kann ein neues Reservoir als Enddarmersatz gebildet werden (Ileumpouch-Anale-Anastomose). In der Regel ist dafür ein vorübergehender künstlicher Darmausgang notwendig um die Darmnähte während der Heilung zu schützen. Nach Abheilung kann das Stoma jedoch wieder zurückverlegt werden. Selten, z. B. bei vorbestehender Inkontinenz ist ein definitives Stoma notwendig.