Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03217.jsonl.gz/1454

- Der marokkanische König Mohammed VI. hat zusammen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron die erste Hochgeschwindigkeitslinie Afrikas eingeweiht.
- Die Zugstrecke von Tanger nach Casablanca misst knapp 350 Kilometer. Die Fahrt dauert neu nur noch rund zwei Stunden – statt beinahe fünf, wie bisher.
- Gekostet hat das Projekt rund zwei Milliarden Franken.
Noch immer sind die Arbeiten nicht vollständig abgeschlossen. Bei den TGV-Stationen in Casablanca und Rabat zum Beispiel wird immer noch gebaut. Bereits vor drei Jahren hätte die erste Hochgeschwindigkeitslinie Afrikas eigentlich eingeweiht werden sollen.
Doch der Bau dauerte länger: Einerseits aus technischen Gründen, andererseits, weil die Bevölkerung dagegen protestiert hatte. Sie befürchtete zunehmende Ungleichheit zwischen dem Binnenland und der Küstenregion.
Jetzt wurde eröffnet
Präsident Macron reiste nach Tanger, um zusammen mit dem marokkanischen König Mohammed VI. die Strecke einzuweihen.
Der Bahnhof von Tanger ist fertig gebaut und bereit für die Eröffnung der Hochgeschwindigkeitslinie zwischen Tanger und Casablanca.
Die Rolle Frankreichs
Frankreich ist bei diesem Projekt Marokkos wichtigster Partner. Die französische Staatsbahn SNCF hat Marokko bei Planung und Ausführung beraten. Die Technologie lieferten französische Konzerne. Frankreich hat das über 2 Milliarden Euro teure Projekt zu 51 Prozent mitfinanziert.
Die letzten Tests auf der neuen Strecke der marokkanischen Eisenbahngesellschaft ONCF wurden am Wochenende erfolgreich abgeschlossen.
Tanger-Casablanca ist erst der Anfang
Mittelfristig soll die Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Marrakesch und Agadir verlängert werden. Und sehr langfristig sollen gar die anderen Maghreb-Staaten Algerien, Tunesien und Libyen in dieses TGV-Netz eingebunden werden.
Vorher müsste Marokko aber noch grosse politische Hindernisse überwinden. Zum Beispiel den Konflikt mit Algerien bereinigen und die Landgrenze zu diesem Nachbarland öffnen, die seit den Neunziger-Jahren geschlossen ist.