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-19.04.2023-
Kampagne 1986
Vor allem ging es darum, die Wirksamkeit und die Treffsicherheit der Luft-Luft-Lenkwaffen FALCON und SIWA AIM-9P-3 zu überprüfen. Dies sollte unter möglichst herausfordernden Bedingungen für unsere Waffensysteme und damit, soweit möglich den Gegebenheiten eines modernen Luftkrieges angepasst, erfolgen.
Die Einsatzmöglichkeiten der SIWA-Lenkwaffen und der Bordkanonen, in der durch die CANARD-Konfiguration (Entenflügel) des MIRAGE IIIS C-70 erweiterten Flugenveloppe mit sehr niedrigen Geschwindigkeiten und sehr hohen Anstellwinkeln zu bestätigen.
Neue taktische Einsatzmöglichkeiten mit den Bordkanonen des MIRAGE und des TIGER im Luftkampf zu erproben und deren Wirksamkeit zu überprüfen. Es handelte sich insbesondere um Schiessen im Überschallbereich, um Sperrfeuer “snap-shooting” und Rundumeinsätzen im Kurvenkampf.
Das Schwergewicht des Programmes lag auf der Verifikation der neubeschafften, über eine Fernsehkamera gesteuerten Luft-Boden-Lenkwaffe MAVERICK AGM-65B. Dabei sollten die Systemleistungen und die Systemszuverlässigkeit im schweizerischen Einsatzspektrum an schweizerischen Flugzeugen erprobt werden. Die Kampagne wurde vom 18. März bis zum 24. Juni 1986 durchgeführt.
Personelles
Um diese Leistungen sicherzustellen und dem Programm der Gruppe für Rüstungsdienste die logistische Unterstützung zu gewähren, wurden 49 Personen des Kommandos der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen in Vidsel eingesetzt:
- 10 Piloten (davon 3 nur zeitweise)
- 1 Interzeption-Kontrolleur
- 6 Ingenieure und Techniker
- 1 Administrator
- 31 Mechaniker, Waffenwarte und andere Spezialisten
Pilotenequippe 1986
Flugzeuge:
2 MIRAGE III S mit CANARD-Konfiguration C70
2 TIGER F-5E
2 Hunter mit provisorischen ad hoc-Messinstallationen ausgerüstet
AGM-65B Maverick
Die Luft-Bodenlenkwaffe wurde mit der Rüstungsbotschaft 1982 beschafft und 1986 an die Truppe abgegeben. Der wichtigste Teil im Truppen-Programm, nämlich die Abklärung der Wirksamkeit des Kriegskopfes gegen einen Beton-Brückenpfeiler (Abklärung der Einsatzmöglichkeit der «MAVERICK» im Bereich Achsunterbrechung) und gegen schwimmende Elemente einer Kriegsbrücke konnte erfolgreich überprüft werden. Einsatzpiloten waren die Majore Gindrat und Wehrle; für die GRD Jean Brunner.
Die vier eingesetzten Lenkwaffen trafen alle ihr Ziel. Zwei davon waren fix, eines mobil als fahrbare Panzerattrappe und ein schwimmendes (Ponton). Zur Bestätigung der Wirksamkeit für alle potenziellen Ziele brauchte es noch mehr praktische, scharfe Einsätze mit der entsprechenden Auswertung.
Zwei Mitwirkende bei den Maverick-Einsätzen berichteten ihre Beobachtungen:
- Unvergesslich blieb mir der Einsatz mit Kriegskopf gegen Pontons auf einem See. Dank der mitgeführten Trainingslenkwaffe am zweiten Reck war es möglich, die scharfe Lenkwaffe bis zum Einschlag zu verfolgen und auf Video aufzunehmen.
- Ich konnte im Telemetrie-Raum die Schüsse am Bildschirm verfolgen «als ob ich als Beobachter auf der Lenkwaffe sitzen würde».
Hunter mit zwei Maverick AGM-65B
Maverick im Endanflug
MAVERICK Volltreffer auf Panzerattrappe
TV-gesteuerte Luft-Boden-Lenkwaffe LB 82 “MAVERICK”
Modifikation der Mirages mit Canards
Während eines Pilotenaustausches überzeugten israelische Kampfpiloten unser «Mirage-Community» von der Wirksamkeit eines «Entenflügels» im Kurven- und Langsamflug. Alle Mirages wurden mit diesen «Canards» genannten Auftriebshilfen im F+W modifiziert. Der GRD-Testpilot Walter «Spywa» Spychiger berichtete aus dieser Zeit:
«Der ganze fliegerische Teil lag in meinen Händen. Da diverse “Flatter” Testflüge im Überschall-Bereich in der Schweiz unter 10’000m/M nicht durchgeführt werden konnten, machten wir diese in Vidsel. So flog ich zum Beispiel nach 19 Jahren Mirage-Flugdienst zum ersten Mal mit Va1400 km (+), obwohl ich vorher mehrere Male mit Mach 2,0 + geflogen bin. Der rote Strich war bei Mach 2.0 resp. Va 1’400 km. Es ergab sich, dass ich am 8. April mit dem J-2302 von 1707-1734 mit Va 1400km/h + geflogen bin und gleichentags mit dem J-3097 einen SIWA-Kriegskopf verschossen habe (Volltreffer).»
Einer der erster Mirages mit Canards
Luft-Luft-Lenkwaffe FALCON (Radar) und SIDEWINDER (Infrarot)
Bei den 18 verschossenen, scharfen Waffen ging es um die Überprüfung des ganzen Einsatzspektrums in Bezug auf Angriffswinkel im Azimut, verschiedenen Geschwindigkeiten, Abwehrmanövern und Störungen durch die Zieldarstellung. Das Feintuning an den beiden Raketen-Typen im Nachgang zur Kampagne 1981 hatte sich bewährt, und die erzielten Resultate waren durchwegs gut.
Fazit des verantwortlichen Delegationschefs, Oberstleutnant i Gst Fernand Carrel:
“Es hat sich einmal mehr eindeutig gezeigt, dass die einzig gültige Art, eine Waffe auf taktischer und technischer Stufe zu überprüfen, darin besteht, das gesamte System (Pilot, Flugzeug, Feuerleitgerät, Waffe) in seiner wirklichen, dynamischen Umwelt einzusetzen, da die entsprechenden Bedingungen niemals gesamthaft und realistisch in Laborversuchen oder durch Simulation erreicht werden können.”
Kampagne 1991
Vom 17.3. bis zum 7.6.1991, mit Unterbruch vom 28.4. bis 11.5.1991, fand in Zusammenarbeit der GRD, mit der Flugwaffenbrigade 31 und dem BAMF die vierte schweizerische Lenkwaffen-Schiessversuchskampagne im schwedischen Versuchszentrum RFN Vidsel statt. Wie bereits in den vorhergehenden Kampagnen wurden durch die GRD und Flugwaffe nebeneinander zwei koordinierte Lenkwaffen-Schiessprogramme durchgeführt. Es war das erste Mal, dass eine grössere Anzahl Staffelpiloten die Gelegenheit zum Luft-Luft-Lenkwaffen-Schiessen (FALCON ab Mirage IIIS) erhielten. Neu war ebenfalls, dass uns zum ersten Mal ein neues Testzentrum, mit einem zentralen Gebäude für Briefing/Debriefing, Leitung und Auswertung der Schiessversuche zur Verfügung stand.
Im Flugwaffen-Programm wurden in 117 Einsätzen mit den beteiligten fünf Flugzeugen (je zwei Mirage IIIS C70 / F-5E sowie ein F-5F) durch 20 Piloten folgende Lenkwaffen verschossen:
- 11 AIM-9P-4 «SIDEWINDER» (6 ab F-5E / 5 ab Mirage C-70)
- 31 HM-55S «FALCON» (ab Mirage C-70, sogenanntes «squadron firing»)
- 5 AGM-65B «MAVERICK» (ab F-5F)
Während der ganzen Kampagne waren total 75 Personen (inkl. Ablösungen) im Einsatz. Es wurden 47 Lenkwaffen verschossen.
SIDEWINDER SIWA
Das Hauptziel der Truppenerprobung war die Überprüfung der Wirksamkeit der seit 1986 vorgenommenen Modifikationen.
Mit der Botschaft über die Beschaffung von Rüstungsmaterial (Rüstungsprogramm 1988) vom 24. Februar 1988 wurde zur Kampfwertsteigerung der Luft-Luft Lenkwaffen Sidewinder für 140 Mio. CHF beantragt. Die Bezeichnung lautete nun AIM-9P 4.
AIM-9P-4 – Verwendung eines All-Aspect-Suchkopfs ähnlich dem der AIM-9L.
Die Lenkwaffe verfügte gegenüber der AIM-9P/3 über folgende Verbesserungen:
- gesteigerte Suchkopfempfindlichkeit
- verbesserte Diskriminierung
- verbesserte Manövrierfähigkeit
Schon ein Jahr später erfolgte ein «Update» auf AIM-9P-5 (Verbesserung der Störfestigkeit und des Annäherungszünders).
Mit Ausnahme der beiden AIM-9P-5 (GRD-Programm) stammten alle in Vidsel eingesetzten SIWA aus der CH-Produktion. Die Umrüstung der AIM-9P-3 Lenkwaffe auf -9P-4 hatte sich bewährt.
Alle mit der Änderung auf AIM-9P4 vorgenommenen Verbesserungen der Systemleistungen bestätigten sich, insbesondere die grössere Suchkopf-Empfindlichkeit und Manövrierfähigkeit, ersichtlich in den Schiessfällen aus dem vorderen Sektor des Ziels und nahe an der minimalen Schussdistanz. Es ergaben sich durchweg kleine Fehldistanzen. Im Einsatz war die AIM-9P4 deutlich pilotenfreundlicher als die AIM-9P-3.
Gesamthaft zeigten die Schiessversuche mit AIM-9P-4 resp. -9P-5, dass die Flugwaffe mit dieser Lenkwaffe, bestückt mit dem IRCCM-Modul in der -9P-5 und dem modifizierten Annäherungszünder über ein sehr gutes System verfügte. Alle vorgenommenen Änderungen erwiesen sich als positiv. Die hohe Erfolgsquote von 100% schlug sich im Rüstungsprogramm 1993 mit 14 Mio. CHF für die Modifikation der Annäherungszünder nieder.
Die beiden Jürg (Witschi und Studer) feierten ihre erfolgreichen SIWA – Schüsse
AIM-9P-5 – Modifizierter Annäherungszünder und Elektronik mit erhöhter Unempfindlichkeit gegenüber IR-Störmassnahmen.
FALCON
HM-55S und AIM-26B
Die erreichten Resultate (25 Lenkwaffen positiv / 6 Lwf negativ) zeigten, dass der technische Zustand der Lwf sehr gut war und immer noch im Bereich der Angaben des Herstellers lag (85%).
«Squadron firing»
Mirages IIIS mit Zielschlepp-Lansen
Die Zielsetzung war, möglichst vielen Mirage-Staffelpiloten die Gelegenheit zur Feuertaufe mit Luft-Luft-Lenkwaffen zu geben. Total 16 Piloten der Fl St 16/17 kamen zum «scharfen Schuss» (obwohl die Waffen nur mit inerten Kriegsköpfen ausgerüstet waren).
Die erzielten Resultate gegen ein geradeaus fliegendes Ziel ohne EKF konnten mit 81% erfolgreichen Lwf als gut bezeichnet werden. Der FALCON-Hersteller Hughes garantierte seinerzeit eine technische Zuverlässigkeit von 85%. Die Waffen waren Ende der 60-er Jahre abgeliefert worden und damit älter als einige Piloten. Für die Staffelpiloten brachte eine solche Kampagne wertvolle Erfahrungen, welche unbedingt zur Ausbildung gehörten.
Luft-Boden-Lenkwaffe AGM-65B «MAVERICK» ab F-5F
Für die Schiessversuche Vidsel 1991 wurde der TIGER F-5E J-3211 mit einer im hinteren Sitz aus bedienbare MAVERICK-Anlage ausgerüstet. Anstelle des Radarscopes verfügte der WSO über ein Multi Function Display (MFD). Im vorderen Cockpit stand dem Piloten ein VID mit dem MAVERICK-Video zur Verfügung. Diese Konfiguration war für diesen Versuchsbetrieb gut geeignet.
Der wichtigste Teil im Schiess-Programm, die Abklärung der Wirksamkeit des Kriegskopfes gegen einen Beton-Brückenpfeiler (Abklärung der Einsatzmöglichkeit der “MAVERICK” im Bereich Achsunterbrechung) und gegen schwimmende Elemente (Pontons) einer Kriegsbrücke, konnte erfolgreich überprüft werden.
Die Sofortauswertung zeigte, dass eine Brücke nach einem derartigen Treffer in einem Pfeiler stark beschädigt, aber noch benutzbar wäre. Zudem benötigte das Aufschalten des Maverick-Suchkopfes auf ein derartiges Ziel absolut ideale Verhältnisse bezüglich Kontrast und Form, um einen Treffer erzielen zu können. Auf Grund dieser Feststellungen musste diese Waffe im taktischen Einsatz für diese Art Ziele, als nicht geeignet bezeichnet werden.
Die Zerstörungskraft gegen schwimmende Elemente einer Kriegsbrücke hingegen wurde eindeutig nachgewiesen, wobei die Dauer der Wirkung einer solchen Zerstörung von der Möglichkeit des Auswechselns einzelner Elemente abhängig war und je nach dem mehr oder weniger entscheidend.
Der F-5F Doppelsitzer war dank der engen Zusammenarbeit Pilot-Waffen-Systemoperator (WSO) sehr geeignet. Die Arbeitsaufteilung schaffte im taktischen Einsatz wesentlich bessere Voraussetzungen für einen erfolgreichen Waffeneinsatz.
Die Gruppe für Rüstungsdienste (GRD) setzte für ihre Schüsse Res Schmid als Pilot (der spätere Berater von Bundesrat Maurer, sowie Regierungsrat des Kantons Nidwalden) und Flugwaffen-Pilot Major Jimmy Gindrat im hinteren Cockpit ein.
Für die Flugwaffe hatten die Majore Gindrat und Feller je zweimal Gelegenheit, Mavericks mit Kriegsköpfen gegen reale Ziele zu verschiessen.
Start in Vidsel mit zwei Maverick AGM-65B am F-5F Doppelsitzer
Land und Leute am Polarkreis
Das Dorf Vidsel nennt sich auch “Robotbyn” (Raketendorf). Foto vom Dorfplatz
Storforsen – die grössten Stromschnellen Nordeuropas – 5km lang und 80 m Fallhöhe
Das ist der Name der riesigen Stromschnellen am «Piteälven» (Flussname). Das sehr imposante Naturschauspiel befindet sich etwa fünf Kilometer nordwestlich der Air Base Vidsel. Bei einer Fallhöhe von 60 Metern wälzen sich durchschnittlich 250 m³ Wasser pro Sekunde talwärts. Die Gesamtlänge der Stromschnellen von Anfang bis Ende beträgt fünf km, wobei sie dabei eine Höhendifferenz von 82 m überwinden. Während der Mittsommerwochen ist das Wasserniveau am höchsten. Dann «donnern» ca. 870 m³ Wasser pro Sekunde über den Wasserfall. Das ganze umliegende Gebiet ist ein Naturreservat, das durch Wege und Holzstege gut erschlossen ist. Während den Schiesskampagnen verbrachten wir oft die spärliche Freizeit dort.
Baumstämme Flössen
Der Grossteil der weiteren Umgebung von Vidsel besteht eigentlich aus Wald. Das (Fichten)-Holz wird aber kontrolliert genutzt (Papier). Bei unserer Ankunft 1981 war der Fluss resp. Pseudo-Stausee ab dem Camp bis zum Dorf Vidsel noch meterdick gefroren und die riesigen Holzlaster mit Anhängern entluden das Holz direkt auf dem See mit dem Kran. Die Holzbeigen waren mehrere hundert Meter lang und etwa 4-5m hoch. Nach dem Auftauen halfen die Flösser dann nach, dass die Stämme die Küste erreichten. Dies war jedoch nur noch 1981 so. Danach wurde das Holz mit den Lastwagen bis ans Ziel gebracht.
Bei der Storforsen-Mündung sieht man einige Holz-Flösse
Wetter – Sicht – Nordlicht
So nahe am Polarkreis sind die Jahreszeiten sehr ausgeprägt. Im März lag die Tagestemperatur ständig bei minus 20°. Gelegentlich waren in der Nacht Nordlichter zu sehen. Wegen der oft tiefen Luftfeuchtigkeit war die Flug-Sicht meistens sehr gut. An einem Morgenbriefing sagte der Meteorologe: «Heute ist die Sicht schlechter – nur 150 km». Die Temperaturen ändern im Frühling sehr rasch. Anfangs April «explodiert» die Natur förmlich. Ab 15° Celsius fuhren viele Frauen im Bikini auf dem Velo zur Arbeit.
Offene Häuser
Ernst Looser, Martin Müller und der Schreibende waren bei der jungen Familie Steenberg als WG in einem weissen Einfamilienhaus untergebracht. Wir hatten eine eigene Küche und alles war sehr angenehm. Als wir fragten, wie sie die Hausschliessung wünschten, antworteten sie: «Hier im hohen Norden sind die Häuser nie abgeschlossen. Ein verirrter Mensch darf nicht vor verschlossener Türe erfrieren».
Die 61-köpfige Schweizer-Delegation konnte verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten wählen – im einfachen Hotel «Renkronan», in «Styga» – Campinghäuschen beim grossen Wasserfall «Storforsen» oder in Privat- und Mietwohnungen.
In Nordschweden werden die Häuser nicht abgeschlossen
Surströmming
Dieses kulinarische Highlight des Nordens ist hier weit verbreitet, die typisch aufgequollenen Fisch-Konservendosen verlieren erst südlich der Landeshauptstadt Stockholm ihre Verbreitungs- und Strahlkraft. Ohne dass man jemals einen SURSTRÖMMING gegessen hat, war man nicht in Lappland.
Hier die Erläuterung der Konservierungsmethode. Der Fisch – hauptsächlich – Hering, wird ganz, zwar ohne Kopf, aber mit all seinen Eingeweiden in einer Salzlake in die Dose eingelegt. Darin findet nun ein Gärungsprozess statt, den man auch äusserlich beidseitig am gewölbten Dosenboden bzw. -Deckel, leicht erkennen kann. Durch diese Art der Konservierung soll angeblich der Fisch sehr mürbe werden.
Wenn man auf der Dorfstrasse an einem Haus mit Surströmming-Zubereitung vorbeigeht, ist der sehr penetrante Fischgeruch (-Gestank) unverkennbar. Als höfliche Gäste haben wir auch davon gekostet. Einmal im Mund, ist es erträglich und schmeckt wie normaler Fisch. Jeder Bissen muss aber mit einem tüchtigen Schluck Aquavit hinuntergespült werden. Salzkartoffeln runden das Gericht ab.
Egli-Fischen
Die Arbeitszeit-Vorschriften der schwedischen Luftwaffe sind sehr strikt. Das gab uns gelegentlich die Möglichkeit, im «Manjärv» (Name des Sees) unter der 60 cm dicken Eisschicht zu fischen. Dazu brauchte man vier Dinge: Patent der Gemeinde, einen 12 cm-Eisbohrer, eine Handfischrute (Fiskepimpel) und Würmer. Die Fische hatten derart Hunger, dass man in 10 Minuten sicher 20 Fische an der Angel hatte.
Systembolaget
Alkohol gibt es, abgesehen von Bars und Restaurants, nur in den staatlichen Geschäften des Systembolaget zu kaufen. An Sonn- und Feiertagen ist das Systembolaget geschlossen und an Samstagen kann man dort nur bis ca. 14 Uhr einkaufen. Um Alkohol im Systembolaget kaufen zu können, muss man 20 Jahre alt sein. Alkohol kostet in Schweden fast das Doppelte wie in der Schweiz.
Rentiere bewegen sich zu Hunderten frei in der Gegend
Strasse in der Nähe von Vidsel. Es gibt keinen Winterdienst.
Text: Rudolf Wicki, Oberst a D
Quellen:
– Wikipedia
– Bundesarchiv
– ©VBS/DDPS
– Walter Spychiger, ehemaliger Testpilot KTA/GRD
– Rudolf Wicki, Oberst a D
Bilder:
– Fotodienst KTA/GRD
– Fotoalbum Dienststelle Erdkampf LW
– Privatarchiv Jürg Studer, Oberstlt a D
– Dienststelle Erdkampf LW, Oberst a D Max Wehrle
– Rudolf Wicki, Oberst a D