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Nach 13 Sitzungen sprachen sich die 22 Mitglieder der Kommission für die Variante "Tunnel-Brücke-Tunnel" aus, wie Kommissionspräsident Raymond Loretan am Freitag vor den Medien in Genf bekanntgab. Aus dem See würde sich damit ein Brückenbogen erheben, die Zugänge würden jedoch an beiden Ufern unterirdisch erfolgen.
"Ein solches Werk könnte einen Image-Gewinn bedeuten und ein neues Wahrzeichen von Genf werden", fügte Loretan an. Im Kanton Genf wird seit Jahrzehnten über die Möglichkeit einer Seequerung debattiert, welche den chronischen Verkehrsstaus ein Ende machen soll.
Schon 1988 hiessen die Stimmberechtigten eine Strassenverbindung über den See gut. Acht Jahre später mussten sie entscheiden, ob eine Brücke oder ein Tunnel gebaut werden sollen. Weil beide Varianten verworfen wurde, versank das Projekt in der Schublade.
Vor drei Jahren kam die Frage der Seequerung wieder auf die politische Bühne. Eine Volksinitiative für einen Strassentunnel unter dem Hafenbecken - eine "traversée de la rade" - wurde jedoch deutlich abgelehnt.
Im 2016 feierte eine Strassenverbindung weiter aussen im See - die "traversée du lac" - dann einen Abstimmungserfolg. Die Genfer Stimmberechtigten hiessen die Grundsatzidee einer Seequerung mit knapp 63 Prozent Ja-Anteil gut.
Bei der Abstimmung wurden Fragen zur Finanzierung nicht behandelt. Nach dem Urnengang setzte der Kanton die Beratungskommission ein, welche nun ihren Bericht vorlegte.
Nach den Plänen der Kommission soll sich die Brücke in einem Abstand von 350 bis 600 Metern von den Ufern aus dem See erheben. Das soll auch Lärmprobleme vermeiden, sagte Präsident Loretan. Zudem schätzt die Kommission die Kosten für den Bau und Unterhalt einer Brücke für tiefer als jene eines Tunnels ein.
Die Kommission schätzt die Kosten für eine Brücke auf 900 Millionen bis 1 Milliarde Franken ein, ein Tunnel würde hingegen 1,2 bis 1,3 Milliarden Franken kosten. Nach der Veröffentlichung des Kommissionsberichts ist die Genfer Regierung am Zug.
Der Genfer Verkehrsdirektor Luc Barthassat (CVP) freute sich über den Abschluss der ersten Etappe, auch "wenn der Weg noch lang ist" , wie Barthassat am Freitag sagte. Der Bau soll bis 2030 vollendet werden.
Bezüglich der Finanzierung will Genf auch die Beteiligung von Privaten prüfen und erhofft zudem Bundesgelder, da mit der "traversée du lac" die Umfahrung von Genf abgeschlossen würde. Da bis 2030 kaum mit Bundesgeldern zu rechnen ist, erwägt der Kanton Genf eine Vorfinanzierung.
Neben der Finanzierung dürften auch die Auswirkungen auf die Umwelt noch für heftige Diskussionen sorgen. Während die Genfer Wirtschaft das Projekt unterstützt, haben Umweltschutzverbände wie WWF, Pro Natura und Vogelschützer sowie Verkehrsverbände Widerstand angekündigt.
(SDA)