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Sommerkonzert 2016Sonntag, 28. August 2016, 17 Uhr, Kirche Blumenstein
Programm
- La fontaine d'Aréthuse
- Narcisse
- Dryades et Pan
- Allegro
- Andante
- Presto
- Allegro ma non troppo
- Andante
- Allegro
Karol Szymanowski Mythes Op.30
Nach Frédéric Chopin gilt Karol Szymanowski als einer der wichtisten polnischen Komponisten. Er orientierte sich zunächst an Chopin und Skrjabin, studierte dann Strauss, Wagner und Stravinsky und fand schliesslich zu einem Stil, in dem sich impressionistische und expressionistische, teils atonale Momente miteinander verbanden.
Seine 1915 geschriebenen Mythen für Violine und Klavier markieren eine stilistische Wende im Schaffen des polnischen Komponisten: eine Loslösung vom Einfluss der deutschen Musiktradition und eine Hinwendung zum französischen Impressionismus. In einem Brief an seinen Verleger erwähnte Szymanowski die Mythen Op.30: „Es sind drei „Stücke für Violine und Klavier. Meine Lieblingsstücke. Klanglich und technisch sehr originell und gute Musik dabei“. Alle Stücke des Zyklus entspringen dem Interesse für die Welt der Antike. Es sind ausdrucksstarke Miniaturen, voller Klangraffinesse und impressionistischem Zauber.
Die drei Mythen wurden 1951 von Benjamin Britten in seiner „Metamorphoses after Ovid“ vertont, ein Werk welches im Winterkonzert präsentiert wird.
Josef Haydn Klaviertrio in C-Dur Hob.XV.27
Mit der zunehmenden Beliebtheit des Klaviers im späten 18. Jahrhundert entwickelte sich ein grosses Interesse an „begleiteten Sonaten“, Werke für Pianisten, in denen sie auf der Geige und dem Cello begleitet wurden. Von den zahlreichen Komponisten die sich dieser Gattung widmeten, war Haydn bei weitem der Bedeutendste und seine Klaviertrios gehören zu seinen reizvollsten und einfallsreichsten Werken überhaupt. Sie waren als Hausmusik konzipiert.
Eine der wichtigsten Pianistinnen, die Haydn während seiner Aufenthalte in London in den 1790er Jahren kennenlernte, war Therese Jansen. Anders als die meisten Mäzene Haydns war sie keine schlichte Musikliebhaberin, sondern eine von Clementis besten Schülerinnen. Haydn widmete ihr u.a. drei seiner letzten Klaviertrios (Hob.XV.27-29). Das Trio Hob. XV.27 mit dem virtuosen Klaviersatz lässt vermuten, dass sie eine ausgezeichnete Spielerin war.
Johann Sebastian Bach Zweistimmige Inventionen
Bach schrieb die zwei und dreistimmigen Inventionen, als er seine eigenen Söhne in die Lehre nahm. Auf dem Titel den er 1723 seinen zwei- und dreistimmigen Übungsstücken voran stellte, schrieb er: „Aufrichtige Anleitung, womit […] den Lehrbegierigen eine deutliche Art gezeigt wird, nicht alleine mit zwei Stimmen reine spielen zu lernen, sondern […] auch mit dreyen obligaten Partien richtig und wohl zu verfahren, anbey auch zugleich gute Inventionen nicht alleine hin zu bekommen, sondern auch selbige wohl durchzuführen, am aller meisten aber eine cantabile Art im Spielen zu erlangen“. Obwohl die Inventionen und Sinfonien einem klaren pädagogischen Zweck dienen, sind sie alles andere als einfache Stücke für Anfänger, sie sind eine künstlerische Herausforderung an sich. Die klare Führung der Mehrstimmigkeit des im Sinne Bachs „Manierlichen“ kantablen Vortrags kommt besonders mit Streichinstrumenten gut zur Geltung.
Alexander Zemlinsky Klaviertrio in d-Moll Op.3
1894 nach der Premiere seines Streichquintetts beim Wiener Tonkünstlerverein wurde Zemlinsky Brahms vorgestellt und hatte von dieser Zeit an näheren Kontakt zu ihm. In der Tat hatte Brahms einiges an dem Werk auszusetzen. Zemlinsky berichtete über die Besprechung seiner Komposition mit Brahms in eindrucksvoller Weise: „Am Klavier nahm er mit mir mein Quintett durch. Anfangs schonungsvoll korrigierend, die eine oder andere Stelle sorgfältiger betrachtend, niemals eigentlich lobend oder nur aufmunternd, schliesslich immer heftiger werdend“. Im Licht der Umstände unter denen das Klaviertrio in d-Moll komponiert wurde, dürfte das Werk als Zemlinskys wohlbedachte Reaktion auf Brahms‘ Kritik verstanden werden. Überschwang und Elan des früheren Werks sind jetzt durch Disziplin und Umsicht gemässigt. Auf jeder Seite gibt Zemlinsky zu, geistig und stilistisch in Brahms‘ Schuld zu stehen. Aber dies ist keine Bankrotterklärung: die Schönheit und die Ausdruckskraft der Musik sprechen für sich selbst. „Technisch gesprochen ist das Werk ein Wunder, eine Speisung der Fünftausend, denn jeder melodische Einfall hat seinen Ursprung in dem Urmotiv aus drei Noten, d-e-f- mit dem das Werk beginnt“ (Antony Beaumont). Alma Mahler schreibt in ihren Memoiren über ihren Lehrer: „Er nahm ein kleines Thema gleichsam in seine geistigen Hände, knetete es, formte es in unzählige Varianten“.