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Die sachliche und qualifizierte Darstellung von Andreas Kilb verdient den Hinweis darauf, daß die Akademie der Künste in Berlin auf einen Anlaß wie die Rechtschreibreform angemessen reagiert hat […]. Daß alle diese Initiativen bei den politischen Adressaten weitgehend verhallten und in den Medien nur sehr partiell wahrgenommen wurden, ändert nichts daran, daß es sie in nachdrücklicher öffentlicher Form gegeben hat.
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Dieckmann, Friedrich
Wäre es den Reformern und denen, die ihre Neuerungen mit dem Staatssiegel versahen, um die deutsche Sprache zu tun gewesen, so hätten sie diese Debatte vor ihrer per Ukas durchgepaukten Reform geführt.
War denn das in den hundert jahren vor der neuregelung keine debatte?
Das ganze Vorhaben hatte von Anfang an die Züge einer Verschwörung.
Hinter der intendierten Reform sind zwei Interessenkreise auszumachen. Den einen bilden die Lehrer (und Lehrerinnen! – eine Ergänzung, die noch nicht Duden-Pflicht ist), die ihren Schülern (und Schülerinnen!) das Werk der Regeln und Ausnahmen zu erleichtern streben, um im Fach Deutsch die Fehlerquote zu vermindern. Den anderen bildet eine Schar über die deutschsprachigen Länder verteilter Spezialisten, deren vorwiegende Beschäftigung die Konstruktion orthographischer Reformen ist; ihr berufliches Dasein hängt wesentlich davon ab, daß die Ergebnisse ihrer Arbeit vom Staat beachtet und in Verordnungen übertragen werden. In Gestalt von Reformunternehmungen messen sich so zwei Gruppen mit deutlich selbstbezogenen Interessen Spezialistenmacht über das sprachlich-orthographische Ganze bei.
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