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Was viele Hundehalter leiden nicht wissen, ist die Tatsache, dass diese herrlichen Früchte für einige Hunde giftig sind und zu akutem Nierenversagen führen können. Vieles ist bis heute unklar.
Warum z.B. so mancher Hund schon jahrelang regelmässig Trauben geniesst und nie ein Problem hatte, während der andere an einer akuten Vergiftungnach Genuss derselben Beere verstirbt oder welche Substanz genau den Nierenschaden verursacht.
Fälle wurden weltweit gemeldet mit den unterschiedlichsten Formen von Trauben weisse, blaue, gespritzte, schimmlige, biologisch angebaute, frische, getrocknete, kernhaltige, kernlose, Rosinen, Sultaninen, Traubentrester.
Auch über die benötige Menge wird diskutiert. Beschrieben sind Hunde mit akutem Nierenversagen schon ab 3g Rosinenpro Kilogramm Körpergewicht des Hundes bzw. 20g frische Trauben pro kg Körpergewicht. Das wäre also z.B. für einen mittelgrossen Hund von 20 kg Körpergewicht 60 g Rosinen oder 400 g Trauben.
Ist ein Hund also empfindlich auf Trauben bzw. Rosinen, reagiert er typischerweise mit akutem Erbrechen einige Stunden oder mindestens innerhalb der ersten 24 Stunden nach Aufnahme der Beeren. Oft findet man aufgequollene Trauben- oder Rosinenreste im Erbrochenen. Da sollte bereits eine Alarmglocke läuten.
Andere Hauptsymptome sind Apathie, Schwäche, Appetitverlust, Durchfall, Bauchschmerzen, reduzierte Urinproduktion, ev. vermehrtes Trinkverhalten, ein schwankender Gangund möglicherweise Bewusstseinsstörungen.
Eine wichtige Differentialdiagnosein diesem Stadium ist übrigens eine Frostschutzmittelvergiftung. Beide bewirken einen akuten Nierenschaden, können mit akutem Nierenversagen enden und gehören umgehend in die Hände eines Tierarztes. Dieser kann die Diagnose anhand einer Blut-/Harnuntersuchung sowie ev. einer Ultraschalluntersuchung des Bauches (Nieren) stellen.
Die Therapie ist abhängig davon, wie stark die Nieren geschädigt sind. Manche Hunde haben noch genügend Nierenfunktion, um mit rein medikamenteller Therapie zu überleben, bis sich die Nieren hoffentlich wieder erholen können. Andere müssen mittels zusätzlicher Unterstützung durch z.B. Hämodialyse am Leben erhalten werden, bis die akute Phase überstanden ist. Rund 55% der betroffenen Hunde überleben diese Vergiftung. Einige erholen sich vollständig, andere behalten einen chronischen Nierenschaden zurück. Eine Verbesserung der Nierenfunktion kann rasch passieren oder sich über mehrere Wochen bis Monate hinstrecken, jeder Patient ist ein wenig anders. Längerfristig ist es auch nach der Genesung sehr wichtig, die Funktion der Nieren anhand von regelmässig durchgeführten Blut-und Harnuntersuchungen nachzuverfolgen, um einen möglichen chronischen Schaden rechtzeitig zu erkennen und therapeutisch eingreifen zu können.
Wichtige Punkte:
Verdacht bei entsprechender Vorgeschichte (Aufnahme von Trauben, Rosinen, Sultaninen – oder «irgend etwas komisches auf dem Spaziergang») und passender Symptomatik:
- Erbrechen (ev. mit Resten von Beeren)
- Apathie
- Schwäche
- Appetitverlust
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- verminderte Harnproduktion
- ev. vermehrt Durst
- schwankender Gang
- Bewusstseinsstörung
Viele Hunde fressen sehr gerne und problemlos Trauben und Rosinen. Für einige kann dieser Genuss jedoch tödlich enden. Diese Beeren gehören nicht auf den Speiseplan Ihres Vierbeiners!
Alle Formen dieser Frucht sind giftig für empfängliche Hunde.
Traubentrester wird manchmal als Dünger auf Felder ausgelegt. Denken Sie auch an Traubenreste auf dem Kompost, im umgestossenen Abfallsack etc.
SOFORT Aufsuchen eines Tierarztes. Je früher die korrekte Notfall-Therapie durchgeführt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung bzw. Ueberleben.
Im Zweifelsfall lieber behandeln als bereuen.
Weiterführende Therapien wie z.B. Hämodialyse können in schwerwiegenden Fällen lebensrettend sein. Wenden Sie sich deswegen bitte an Ihren behandelnden Tierarzt oder fragen Sie in der Dialysestation an.
Die Überlebensprognose beträgt etwas mehr als die Hälfte aller Fälle, chronische Nierenschäden sind möglich, aber bei weitem nicht zwingend. Ein Versuch lohnt sich fast immer.