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Inhaltsverzeichnis
Projektübersicht
Das Neeracherried ist ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Gegenwärtig wird es von zwei Staatsstrassen zerschnitten, die sich in einem Grosskreisel kreuzen: Die Wehntalerstrasse, welche Bülach und Höri mit Dielsdorf verbindet und täglich von rund 12'500 Fahrzeugen befahren wird. Und die Glattal-/ Kaiserstuhlstrasse, welche das Ried zwischen Neerach und Niederglatt quert. Sie wird südlich vom Kreisel von rund 10'000 Fahrzeugen am Tag befahren. Zum besseren Schutz des Neeracherrieds sieht der kantonale Verkehrsrichtplan einen Rückbau aller Strassen im Bereich Neeracherried vor.
Die Richtplanvariante wurde in einem mehrjährigen Planungsprozess unter Einbezug der Gemeinden Höri, Neerach und Niederglatt sowie von Umweltverbänden als Bestvariante bestätigt. Die Verbindung zwischen Neerach und Niederglatt, welche heute über die Glattal-/Kaiserstuhlstrasse verläuft, würde neu über die Dielsdorferstrasse geführt, welche dazu ausgebaut werden müsste. Anstelle der Wehntalerstrasse ist südlich eine Riedtangente entlang des Fischbachs vorgesehen, welche mit der Umfahrung Höri kombiniert ist. Bei der ARA Niederglatt ist eine alternative Linienführung denkbar.
Im Vorprojekt ist unter anderem zu klären:
- Ausgestaltung einer neuen Zufahrt zum BirdLife-Naturzentrum
- Bestimmung der geeigneten Knotenform für den Knoten Riedt sowie Anschlussknoten Grafschaftstrasse-Umfahrungsstrasse (Berücksichtigung Verkehrssicherheit und ggfs. ÖV-Priorisierung)
- Definition der Querungsstellen für Fussgänger über die Dielsdorferstrasse in Abstimmung auf das Besucherlenkungskonzept von BirdLife
- Gestaltung Bachdurchlässe mit Zuleitstrukturen, ev. in Kombination mit Wildtierkorridor
- Revitalisierung Fischbach
- Variantenentscheid Linienführung im Bereich der ARA Niederglatt
Hintergrund
Dass die Strassen verlegt werden müssen, geht zurück auf die eidgenössische Volksinitiative zum Schutz der Moore aus dem Jahr 1987, auch bekannt als Rothenthurm-Initiative. In der Bundesverfassung und der zugehörigen Verordnung heisst es seither, dass Moorlandschaften geschützt sind und in ihnen weder gebaut werden, noch Bodenveränderungen vorgenommen werden dürfen. Zudem heisst es darin, dass bestehende Beeinträchtigungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit soweit als möglich rückgängig gemacht werden müssen.
Das Neeracherried ist eines der grössten Flachmoore der Schweiz und in verschiedener Hinsicht geschützt: Grossräumig gilt es über die eigentliche Rietfläche hinaus als Moorlandschaft von nationaler Bedeutung und ist zudem im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler als Glaziallandschaft von nationaler Bedeutung (BLN) eingetragen. Die Rietfläche selbst ist als Flachmoor-Objekt sowie als Wasser- und Zugvogelreservat bundesrechtlich geschützt. Zusätzlich ist das Neeracherried auch auf kantonaler Ebene natur- und landschaftsschutzrechtlich geschützt. Die Strassen im Neeracherried beeinträchtigen den geschützten Raum wegen ihrer Barrierewirkung und auch durch die unmittelbaren Auswirkungen des Verkehrs wie Lärm, künstlichem Licht und Schadstoffemissionen.
Bisher sind an der Wehntalerstrasse und der Glattal-/Kaiserstuhlstrasse jeweils nur die nötigsten Sanierungsarbeiten vorgenommen worden. Jetzt ist aber insbesondere die Wehntalerstrasse langsam aber sicher am Ende ihres Lebenszyklus angekommen. Deshalb ist die Verlegung der beiden Strassen aus dem Neeracherried nun unausweichlich. Der äusserst anspruchsvolle Planungsprozess hat bereits vor einigen Jahren begonnen.
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Weiterführende Informationen
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