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Das Inflationsziel der EZB von knapp zwei Prozent dürfe nicht als Punktziel interpretiert werden, sagte Nowotny weiter vor Finanzmanagern. Die EZB habe anders als die US-Notenbank Fed nur die Preisstabilität als Ziel definiert.
Im Bankenbereich würde ein rasches Ansteigen der Zinsen auch Probleme mit sich bringen. Deshalb sei es wichtig, die Dinge mit "Vorsicht und Distanziertheit" zu sehen. "Auch die Notenbanken kennen das Problem des langen Bremsweges", führte Nowotny aus. Deshalb sei es wichtig, mit "Sicherheitsabstand" zu fahren, um auf auftretende Gefahren rasch reagieren zu können.
Grundsätzlich könne die Zinspolitik von den Notenbanken nicht willkürlich bestimmt werden, sondern hänge mit der Inflationsentwicklung zusammen. "Es wäre ökonomisch völlig verfehlt, bei hoher Inflation niedrige Zinsen einzusetzen oder bei niedriger Inflation hohe Zinsen", so Nowotny.
Derzeit gebe es eine Phase sehr niedriger Zinsen und auch niedriger Inflationsraten, sagte Nowotny. Es werde diskutiert, ob es sich dabei möglicherweise um eine langfristige strukturelle Entwicklung handle und man auch auf lange Sicht mit vergleichsweise niedrigen Zinsen zu rechnen habe. Die Gründe dafür lägen in der Öffnung der Weltwirtschaft und massiven zusätzlichen Anbietern von Spareinlagen. Auch könne es sein, dass die Kapitalnachfrage gefallen sei oder es mit der zunehmenden ungleichen Einkommensverteilung oder der Verteilung der demografischen Entwicklung zu tun habe. "Es gibt keine eindeutigen Antworten dafür", so Nowotny./ggr/sp/APA/jkr/tos/jha/
(AWP)