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Klimatologische Veränderungen der letzten Jahre und weitere Entwicklung
Seit jeher ist das Klima auf der Erde ständigen Veränderungen unterworfen. Temperaturen, Niederschlagsmengen, Niederschlagsarten, Winde sowie die Atmosphäre sind in einem dynamischen Prozess. Das Klim
Ursachen-Unsicherheit
Seit jeher ist das Klima auf der Erde ständigen Veränderungen unterworfen. Temperaturen, Niederschlagsmengen, Niederschlagsarten, Winde sowie die Atmosphäre sind in einem dynamischen Prozess. Das Klima ändert sich und die Welt mit ihm. Diese Tatsachen sind weltweit unumstritten. Etwas weniger einig ist man sich, welche Ursachen für die Erwärmung verantwortlich sind. Das Klima ist aus Sicht der Wissenschaft ein hochkomplexes Thema mit einer Vielzahl von Einflussfaktoren.
Temperaturentwicklungen
Die heutige Einschätzung eines Teils der Wissenschaft, wonach der Mensch das Klima über den von ihm verursachten CO2-Ausstoss beeinflusst, beruht auf der Veränderung des Wärmehaushalts der Erde und somit der Temperaturen. Die Entwicklung der mittleren Jahrestemperaturen während des letzten Jahrhunderts erfolgte aber nicht durch einen linearen Anstieg, sondern in verschiedenen Zyklen: Zwischen 1900 und 1910 sanken sie um rund 0.3 Grad. Von 1910 und 1940 folgte ein Anstieg um rund 0.5 Grad, während sie in den Jahren von 1940 bis 1950 wiederum um rund 0.25 Grad sanken. In den nachfolgenden Jahren zwischen 1950 und 1975 gab es wiederum einen kleinen Anstieg um 0.1 Grad, bevor sie sich zwischen 1975 und 1998 um ca. 0.5 °C erhöhten. Seit der Jahrtausendwende ist kein Temperaturanstieg mehr zu verzeichnen. Das wärmste Jahr liegt bereits fast 10 Jahre zurück. Wir sollten deshalb vermeiden, Entwicklungen, die Jahrzehnte respektive Jahrhunderte dauern, auf einzelne (Spitzen-) Jahre zu reduzieren und daraus Perspektiven für kommende Zeiten abzuleiten.
Wissenschaftliche Divergenzen
Es ist ohnehin fragwürdig und wissenschaftlich bedenklich, wenn man sich bei zukünftigen Prognosen auf einige wenige Faktoren stützt und daraus Aussagen über die zukünftige Entwicklung machen will. Insbesondere wenn man bedenkt, welche Vielzahl von Variablen auf klimatische Veränderungen Einfluss haben können: Sonnenaktivitäten, saubere Luft, welche mehr Sonneneinstrahlung auf die Erde durchlässt, CO2-Belastung durch auftauende Permafrostgebiete, Vulkane, Wasserdampf, der Einfluss der Ozeane und der Meeresströmungen, atmosphärische Phänomene etc. Bei dieser Vielzahl an möglichen Einflussfaktoren, welche in die Berechnung einbezogen werden müssen und deren Wirkungsweise noch nicht genau geklärt ist, erstaunt es, mit welcher Gewissheit Fachleute globale ökologische Katastrophen prognostizieren.
Selbst der Bericht des IPCC gibt diesbezüglich keine klare Antwort, sondern zeigt deutliche Unsicherheiten bei den Ursachen und Wirkungen zum Weltklima. Es gibt kaum ein Thema, das unter den Wissenschaftlern ausserhalb des IPCC umstrittener ist, als die Ursachen und die Folgen der globalen Erwärmung. Es ist auch aus Sicht vieler Fachleute deshalb äusserst fraglich, ob menschliche Aktivitäten das Weltklima beeinflussen oder gar ursächlich bestimmen.
Zukunftsperspektiven
Aus heutiger Sicht kann festgestellt werden, dass mit den heutigen Methoden die Klimaentwicklung für die Zukunft nicht berechenbar ist, nicht vorhergesagt werden kann. Die Änderung des Klimas ist eine Tatsache, welche im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer wieder vorgekommen ist. Und es wird auch in Zukunft weitere Änderungen (Abkühlungen und Erwärmungen) geben, die die Menschheit nicht beeinflussen kann.
Politische Einflüsse
Die Politiker respektive ein Teil der Wissenschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die aktuelle globale Erwärmung zu stoppen, ohne alle Einflussfaktoren zu kennen. Als einzig gangbaren Weg hat man die Reduktion der CO2-Belastung auserkoren, weil andere Einflussfaktoren nicht beeinflussbar oder deren Wirkungsweise nicht genügend erforscht bzw. geklärt sind. Weltweite Konferenzen haben sich in gut gemeinten Zielvereinbarungen geeinigt, man hat multilaterale Abkommen geschlossen, worin für alle teilnehmenden Länder Reduktionen der CO2-Emissionen formuliert worden sind.
Unser Land hat in der Stromproduktion einen aus umweltpolitischer Sicht entscheidenden Vorteil: sowohl Wasser- wie Kernkraftwerke sind weitgehend CO2-frei. Dies im krassen Unterschied zu andern mitteleuropäischen Ländern, in welchen Kohle, Erdgas oder Erdöl einen grossen Anteil an der Stromerzeugung haben. Der aus Sicht der Umwelt grosse Vorteil der Schweiz mutiert im Rahmen des Kyoto- Protkolls zu einem nicht zu unterschätzenden Nachteil. Denn anders als die Länder Mitteleuropas können wir unsere Reduktionsziele nicht durch Modernisierung von Gas- oder Kohlekraftwerken erreichen, sondern müssen über viel aufwändigere Massnahmen Emissionen reduzieren. Dies zum Nachteil für die weltweite Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft. Ebenfalls stossend ist die Tatsache, dass die Länder mit einem hohen Anteil von fossilen Brennstoffen auch in Zukunft grosse Produzenten an CO2 und grosse Verbraucher an fossilen Rohstoffen bleiben.
Aus Sicht der SVP ist der einzig sinnvolle und gangbare Weg einer zukünftigen Klimapolitik das gemeinsame Vorgehen aller Staaten in diesem Bereich. Jeder hat seinen Teil dazu beizutragen, jeder hat sich zu Reduktionen zu verpflichten. Dabei wollen wir nicht Musterknaben sein, zumal der Anteil der CO2-Belastung unseres Landes weltweit gesehen im Promillebereich liegt. Wir unterstützen keinen schweizerischen Alleingang, wie er vom Bundesrat auch bei der Partikelfilterpflicht gefahren wird. Solches schadet der Wirtschaft.
Weitergehende Massnahmen müssten von der Wissenschaft beweisbar gemacht werden können und müssten auch wieder von allen massgeblichen Staaten mitgetragen werden. Bevor die Wissenschaft nicht ungeteilte Meinung über die Ursachen und Gründe der Klimaveränderung hat, sollten wir einen pragmatischen Weg gehen und unsere Kräfte sinnvoll nutzen. Schweizerisches Vorpreschen ist nicht zielführend.
Wir sorgen uns um unsere Umwelt und wollen daher dort investieren, wo eine Wirkung nachhaltig ist und nicht nur vermutet wird. Für die Wahl der Massnahmen bedeutet dies letztlich, dass nur solche in Frage kommen dürfen, die auch dann Bestand hätten, wenn es gewissermassen aus Sicht der gesamten Wissenschaft kein Klimaproblem gäbe.