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Die Handelsstadt an der nordägäischen Küste war bis 1912 osmanisch, dann kurz griechisch und von 1916-1918 bulgarisch und seit 1918 wiederum griechisch. In ihrer modernen Geschichte spiegelt sich der Machtkampf zwischen Griechenland, der Türkei und Bulgarien um den Zugang zum Mittelmeer und um die Kontrolle der weiten fruchtbaren Ebenen Ostmakedoniens und Thrakiens. Menschen flüchteten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hierher, aber Menschen mussten ebenso von hier flüchten. Die Stadt liegt anmutig an einem Hügel, die Burg und das Imaret aus der Zeit des ägyptischen Vizekönigs Mehmet Ali Pascha dominieren das Bild der Hafenrundung. Im Landesinnern ist Thrakien geprägt von Gebirgen, aber auch von endlosen fruchtbaren Ebenen. Eigentlich wäre es eine „Kornkammer“, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass sich alle umliegenden Staaten historisch um das Gebiet streiten. So gehört die historische und geographische Region Thrakien zu drei Ländern, mit dem Resultat, dass sie von den jeweiligen Zentren jedes dieser Länder als weit abliegende Peripherie wahrgenommen wird. Diese periphere Lage ist im griechischen Thrakien eine der Hauptursachen für die überdurchschnittlich hohe Auswanderung in den 1970er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen.