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Medienmitteilung zur Aktion in Les Pâquis (GE) am 22. Juni
umverkehR und Survap organisierten am Mittwoch, den 22. Juni 2022, eine partizipative Gartenaktion auf fünf Parkplätzen in der Rue des Pâquis. Mit dieser symbolischen und unkonventionellen Aktion wollten wir an die Dringlichkeit der Anpassung unserer Städte an den Klimawandel erinnern. Die Bewohner*innen und Passant*nnen bekamen die Möglichkeit, ein von Beton und Teer dominiertes Quartier zu begrünen und zu entsiegeln.
Unsere Verbände entfernten einen 70 cm breiten und 12,7 m langen Asphaltstreifen - weniger als die Gesamtfläche eines Parkplatzes -, der 5 bis 7 cm tief war. Es wurden alle Vorsichtsmasnahmen eingehalten, um die Arbeiten sicher durchzuführen, sowohl im Vorfeld als auch während der Durchführung. Bei dieser geringen Tiefe und mit professionellen Werkzeugen und Ratschlägen ausgeführt, bestand absolut kein Risiko, irgendeine Leitung zu beschädigen.
Die Aktion verlief friedlich, es kam zu keiner Störung der öffentlichen Ordnung oder gar des Verkehrs und zu keinen Zwischenfällen. Leider konnte die Bepflanzung nicht abgeschlossen werden, weil die Polizei sie stoppte. Kurze Zeit darauf wurde die Pflanzrille wieder zugeteert.
Zum Hintergrund der Aktion:
Genf ist eine der am stärksten vom Temperaturanstieg gefährdeten Städte der Welt. Erwartet wird eine Erhitzung um +2,5°C bins in den 2030er Jahren und einer Verdreifachung der Tropentage in einigen Jahrzehnten. In dem Masse, wie sich die Hitzewellen verschärfen, wird der durch Asphalt und fehlende Vegetation verursachte Wärmeinsel-Effekt unsere Stadtquartiere im Sommer unbewohnbar machen.
Soziale und geografische Ungleichheit sind eng miteinander verbunden und verstärken sich gegenseitig. Es ist kein Zufall, dass das Pâquis-Quartier mit nur 5% Baumkronen eines der am schlechtesten mit Grünflächen ausgestatteten Quartier des Kantons ist, während Champel mit fast 30% den Löwenanteil ausmacht. Während die reichsten Bewohner*innen des Kantons von der relativen Kühle der begrünten Flächen profitieren können, werden die Bewohner*innen der Arbeiterqurtiere buchstäblich in einer erstickenden Hitze schmoren. Ein paar "Oasen der Frische" für die Älteren werden daran nicht viel ändern.
Unsere Verbände kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Belastungen, die der Autoverkehr in unseren Quartieren verursacht. Die Bewohner*innen leiden täglich unter diesen Belastungen unter dem Lärm und der Luftbelastung. Wir sind es leid, auf Massnahmen zu warten, die nicht oder nur in geringem Umfang kommen. Das Projekt Croix-Verte, das sichere und begrünte Wege durchs Quartier bringen soll, das seit zehn Jahren versprochen ist, lässt auf sich warten. Seine Umsetzung muss beschleunigt werden.Wir haben keine Zeit mehr, Zeit zu verschwenden.