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Auf Initiative des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und unter dem Patronat von General Guillaume Henri Dufour und von Bundesrat Jakob Dubs wurde am 17. Juli 1866 in Bern das Schweizerische Rote Kreuz mit folgendem Zweck gegründet: «Zweck des Vereins ist sowohl Mitwirkung zum Sanitätsdienste des schweizerischen Heeres, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, als Fürsorge für die Familien der einberufenen Wehrmänner im Kriegsfalle.»
17. Juli 1866: Gründung
17. Juli 1866: Gründung des Schweizerischen Roten Kreuzes in Bern
Gründer: General Guillaume Henri Dufour und Bundesrat Jakob Dubs
Zweck: Mitwirkung im Sanitätsdienst des schweizerischen Heeres und Fürsorge für die Familien der einberufenen Wehrmänner
Bei seinem ersten Hilfseinsatz im Winter 1871 kümmerte sich das SRK um die Versorgung und Pflege von 85 000 Soldaten der französischen Bourbaki-Armee, die in der Schweiz interniert wurden (Deutsch-Französischer Krieg). Mit der Gründung regionaler und kantonaler Sektionen Ende des 19. Jahrhunderts, der Schaffung des Zentralsekretariats in Bern und der Gründung der Krankenpflegeschule und des Spitals Lindenhof in Bern festigte das SRK seine Strukturen. Erste Hilfe und Rettungswesen wurden von Organisationen übernommen, die sich dem SRK als Korporativmitglieder anschlossen (SMSV, SSB, SLRG, usf.).
Durch die beiden Weltkriege wurde das SRK in seiner nationalen und internationalen Bedeutung gestärkt.
Im Lauf der Jahre gewann das zivile Element gegenüber dem militärisch-medizinischen Element immer mehr an Bedeutung. Schon bald nach der Gründung bildete das SRK nicht nur Laien zu Sanitätshelfern und -helferinnen für die Armee aus, sondern auch Berufsleute für die Pflege von Kranken und Verletzten in Friedenszeiten. Es kamen bis heute laufend weitere Aufgaben dazu: Hilfe für sozial Benachteiligte mit und ohne Migrationshintergrund (Flüchtlinge, Sans-Papiers), Kranken- und Gesundheitspflege in der Familie, Blutspendedienst, Ausbildung in der Krankenpflege, Nothilfe im Ausland, Entwicklungszusammenarbeit.
1866 – 1914: Wachstum und Festigung
In den Anfangsjahren erfolgte der Auf- und Ausbau des SRK langsam und war mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden.
Die erste Bewährungsprobe im Rahmen eines Hilfseinsatzes meisterte das SRK im Februar und März 1871. Es versorgte und pflegte 85 000 in der Schweiz internierte Soldaten der französischen Armee unter General Bourbaki.
Zur Beschleunigung der Entwicklung des SRK in den 1880er Jahren trugen schliesslich die Gründung des Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verbandes (1881) und des Schweizerischen Samariterbundes (1888) bei.
Entscheidend für die Festigung der Strukturen des SRK um die Jahrhundertwende waren die Gründung regionaler und kantonaler SRK-Sektionen und die Gründung des Zentral-Sekretariats für das Rote Kreuz. Es war Koordinationsstelle zwischen dem Schweizerischen Roten Kreuz, dem Schweizerischen Samariterbund und dem Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verband.
Ein weiterer Meilenstein war 1899 die Gründung der Rotkreuz-Krankenpflegeschule Lindenhof in Bern. Bis dahin war eine Ausbildung in der Krankenpflege konfessionell geprägt. Jetzt stand die Ausbildung jedermann unabhängig von der Glaubenszugehörigkeit offen.
Die ersten Auslandaktionen fanden Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Das SRK entsandte eine Ärztemission in den Burenkrieg nach Südafrika, leistete den Erdbebenopfern in der sizilianischen Stadt Messina Soforthilfe und half beim Wiederaufbau.
Mit dem Bundesbeschluss von 1903 wurde die offizielle Rolle des SRK im Dienst der Armee sowie als Förderer der Krankenpflege festgelegt. Damit wurde die Rolle des SRK in der Schweiz gesetzlich weiter gefestigt.
1914 – 1945: Das SRK etabliert sich
Der Einsatz des SRK während der beiden Weltkriege führte zu einer Verstärkung der Position des SRK, zu einer Erweiterung seiner Aufgabenpalette und verhalf ihm zu höherem Ansehen auf nationaler und internationaler Ebene.
Erster Weltkrieg 1914-1918
Das SRK gewährleistete für die mobilisierten Soldaten die erforderliche soziale und materielle Unterstützung. Ausserdem kümmerte es sich um die Repatriierung von 80 000 verwundeten Soldaten der Krieg führenden Staaten in speziell ausgestatteten Sanitätszügen. Zu erwähnen sind auch der Kampf gegen die Spanische Grippe und die Organisation von Erholungsaufenthalten für Tausende von ausländischen Soldaten. Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs: Lebensmittelhilfe an Wien im Jahre 1919 und an das unter einer Hungersnot leidende Russland im Jahre 1922 sowie eine Spitalexpedition des SRK nach Zarizyn (Stalingrad) in Zusammenarbeit mit der «Nansen-Mission».
Zweiter Weltkrieg 1939-1945
Im Inland nahm das SRK die folgenden Aufgaben wahr: Unterstützung von Armee und Zivilbevölkerung mit Personal und Material, Organisation eines Blutspendedienstes und Förderung der Krankenpflegeausbildung. Auf internationaler Ebene: Kinderhilfe (bis Mitte der 50-er Jahre Aufnahme von 180 000 Kindern aus Kriegsgebieten), Hilfsprogramme in beinahe allen Ländern Europas zu Gunsten von Kindern, Hilfe an in der Schweiz internierte Zivil- und Militärpersonen.
Ab 1945: Phase des Aufschwungs
Nach dem 2. Weltkrieg erlebte das SRK eine Phase des Aufschwungs. Die Palette der Aktivitäten wurde ausgebaut und die internen Strukturen umgebaut. Das Augenmerk verlagerte sich dabei immer mehr von der militärischen zur zivilen Hilfe. Das SRK leistete im Inland beim Aufbau des schweizerischen Gesundheits- und Sozialwesens einen grossen Beitrag. So sorgte es für die Einrichtung und den Betrieb eines Blutspendedienstes und setzte sich für die Förderung der spitalexternen Pflege sowie der Ergotherapie ein. Mit einem Fahrdienst, Hausbesuchen, der Ausbildung von Pflegehelferinnen und Pflegehelfern engagierte sich das SRK vermehrt auch im sozialmedizinischen Bereich.
Auch für die zunehmende Professionalisierung der Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Weiterentwicklung und Stärkung des Rettungswesens (SMSV, SSB, SLRG, Rega, REDOG) zeichnete das Schweizerische Rote Kreuz wesentlich mitverantwortlich.
Zusätzlich unterstützt das SRK Asyl Suchende sowie Migrantinnen und Migranten und leistet Katastrophen- und Wiederaufbauhilfe im Ausland.
In der Entwicklungszusammenarbeit ist es Partner der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. Es zählt innerhalb der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zu den aktivsten nationalen Gesellschaften auf internationaler Ebene.