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FAQ Nikotinersatzprodukte
I. Frage: Seit 18 Tagen ohne Zigaretten, sondern mit 15 mg Nicorette-Patchs von 7 bis 18 Uhr, habe ich diese gestern morgen vergessen. Keine Probleme den ganzen Tag, ich habe sogar den Abend mit Freunden verbracht, die stark rauchen, ohne Rauchverlangen, im Gegenteil, als ich wieder zu Hause war, hat der Geruch meiner Kleider mich angeekelt. Aber obwohl ich müde war, konnte ich nicht einschlafen. Mein Herz schlug so stark (nicht schnell, aber stark), dass die Matratze mitschwang. Ich war am Einschlafen, als ich plötzlich erneut hellwach war. Heisst das, dass ich nicht ohne das Ersatzprodukt auskomme? Ich hatte vor, mit den Patchs bald aufzuhören. Meiner Meinung nach werde ich Nichtraucherin sein, wenn gar nichts mehr die Zigarette ersetzen wird.
Antwort: Sie hatten eine Rauchüberdosis. Das ist alles. Der Körper schafft es immer, sich seine Nikotindosis zu verschaffen. Keinen Patch, aber massenhaft Rauch: Wieso verzichten? Tief einatmen! Dies hat sich ihr Gehirn an dem Abend gesagt.
Ihre Symptome, Herzklopfen und Schlaflosigkeit, sind die Symptome einer Nikotinüberdosis. Sie hätten mich nicht überrascht, wenn Sie auch Kopfweh und Schwindel erwähnt hätten.
Hören Sie nicht sofort mit dem Patch auf. Senken Sie allmählich die Dosis von 10 auf 5 mg. Wählen Sie die Dauer Ihrer Etappen. Aber zu frühes Aufhören kann zum Rückfall führen. Statistische Studien zeigen, dass die optimale Behandlungsdauer bei 3 Monaten liegt. Aber 2 Monate reichen im Allgemeinen. Das hängt von Ihrer Einstellung und Ihrem Rauchverlangen ab.
Behalten Sie den Patch, wenn Sie abends ausgehen. Ich denke, dass Sie dann weniger Symptome haben, aber Sie werden wahrscheinlich immer noch welche haben. Schlagen Sie im Idealfall Ihren Freunden vor, draussen oder am Fenster zu rauchen.
II. Frage: Ich habe mich zum Rauchstopp entschieden, bin aber nicht sicher, ob ich die Patchs brauchen soll. Sind diese wirklich wirksam? Wäre es nicht schade, mit solchen Produkten anzufangen, wenn mein Körper auf Nikotinentzug ist? Wäre meine Gewichtszunahme geringer?
Antwort: Die Nikotinpatchs verdoppeln Ihre Erfolgschancen, und vermeiden es, am Nikotinmangel zu leiden. Sie geben nur 60% des Zigarettennikotins ab, und das ohne Kohlenmonoxid, reizauslösende Gase, Teer, etc. Die anderen Nikotinersatzprodukte sind ebenfalls wirksam: Inhalator, Nasenspray, etc.
III. Frage: Haben die Patchs Nebenwirkungen? Ich habe diese Behandlung seit drei Tagen angefangen und fühle mich nicht jeden Morgen gut (Unwohlsein, Müdigkeit) und ich kann unmöglich gut während der Nacht schlafen (ich wache oft auf). Ist dies ein Dosierungsproblem des Patchs?
Antwort: Die Patchnebenwirkungen sind in der Packungsbeilage beschrieben. Die Schlaflosigkeit kann durch den Patch verursacht werden, wenn Sie ihn beim Schlafen tragen (24 Stunden Nicotinell-Patch). Aber die Schlaflosigkeit ist auch eine durch den Nikotinmangel hervorgerufene Störung, was andeuten könnte, dass die von Ihnen eingenommene Nikotindosis unzureichend ist. In diesem Fall müsste die Dosis Ihres Patchs erhöht werden, und nicht die Behandlung abgebrochen werden. Wie die anderen durch den Nikotinmangel verursachten Störungen sollte die Schalflosigkeit mit der Zeit vorbeigehen.
Nikotinkaugummis
Frage: Ich kaue Nikotinkaugummis, habe aber Angst, abhängig zu werden. Kann ich davon abhängig werden?
Antwort: Man muss das Risiko der Abhängigkeit von Nikotinkaugummis nicht überschätzen. Bei Personen, die mit Nikotinkaugummis zu rauchen aufgehört haben, gebrauchen nur 16% sie noch nach einem Jahr, verglichen mit 6% im Fall von Plazebo-Kaugummis (ohne Nikotin). Folglich haben nur 10% (16% - 6%) weiterhin Nikotin nötig. Das heisst, dass sie abhängig sind. Es kann auch sein, dass diese Personen Nikotin brauchen, um zu vermeiden, dass sie wieder mit Rauchen anfangen. Das Risiko, dass Sie in Betracht ziehen müssen, ist das Rückfallsrisiko. Sogar bei den Personen, die seit einem Monat nicht mehr rauchen, wird ungefähr die Hälfte nach einem Jahr wieder rauchen. Mein Rat ist, dass Sie während drei Monaten nach dem Rauchstopp die Nikotinkaugummis weiterhin nehmen.
Allgemeine Informationen über die Nikotinersatzprodukte
I. Frage: Riskiere ich, von den Nikotinersatzprodukten abhängig zu werden?
Antwort: Nikotin macht nicht immer abhängig. Das im Zigarettenrauch enthaltene Nikotin macht abhängig, weil es sehr schnell das Gehirn erreicht (in 7 Sekunden). Im Gegensatz dazu gelangt das Nikotin eines Patchs langsam in die Haut. Es verursacht nicht die Zufriedenheit, die die Raucher nach einer Zigarette fühlen können. Das durch die Patchs abgegebene Nikotin verursacht also nicht eine Abhängigkeit, im Gegensatz zum Zigarettennikotin. Das durch die Kaugummis und den Inhalator abgegebene Nikotin verbreitet sich langsam im Mund. Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise, dass die Kaugummis und der Inhalator abhängig machen. Das durch den Nasenspray abgegebene Nikotin gelangt schneller ins Hirn als das durch Kaugummis oder den Inhalator abgegebene, aber viel langsamer als das Zigarettennikotin. Das Risiko, vom Nikotinnasenspray abhängig zu werden, ist gering.
II. Frage: Ich habe seit 11.5 Monaten mit Rauchen aufgehört. Ich rauchte seit Ewigkeiten zwischen 50 und 80 Zigaretten pro Tag. Ich kaue 2 bis 5 Kaugummis mit je 4 mg Nikotin pro Tag, nur während der Arbeit. Während meinen drei freien Tagen (ich arbeite 80%) nehme ich selten Kaugummis.
1. Bin ich abhängig?
2. Ist es wünschenswert, dass ich mich bemühe, die Kaugummis abzusetzen?
3. Welche Effekte hat reines Nikotin?
Antwort:
1. Man redet nicht von einer Nikotinabhängigkeit bei einem Gebrauch von weniger als 1 Jahr (aber es ist schon fast ein Jahr!) und der Begriff der Abhängigkeit wird über 3 Kriterien von 7, über die ich bei Ihnen nicht genügend Informationen habe, definiert. Die Tatsache, dass Sie in 3 von 7 Tagen ohne Kaugummis auskommen, spricht allerdings dafür, dass, falls eine Abhängigkeit vorhanden ist, diese vor allem psychologisch und nicht physisch ist.
2. Im Idealfall lohnt es sich, zu versuchen, stufenweise von den Kaugummis loszukommen, d.h. eine Stufe pro Woche, um die möglichen Nebenwirkungen und Kosten zu reduzieren (Kieferschmerzen, Brennen, Schwindel). Es gibt keine schweren Nebenwirkungen beim Langzeit-Gebrauch der Kaugummis. Am Wichtigsten ist es, den Rauchstopp aufrecht zu erhalten.
3. Der Haupteffekt des gerauchten Nikotins ist die Abhängigkeit aufgrund der positiven Wirkungen auf die Psyche: Freude, Stimulierung besserer Laune, der Konzentration und der Aufmerksamkeit sowie weniger Angst. Es spielt keine direkte Rolle bei durch den Tabak verursachten Krankheiten, die von vielen der über 4000 im gerauchten Tabak enthaltenen Substanzen verursacht werden.
III. Frage: Ich hatte vor einigen Monaten einen Infarkt, ich muss ungedingt ganz mit Rauchen aufhören. Darf ich Nikotinersatzprodukte gebrauchen?
Antwort: Da sie schon einen Infarkt gehabt haben, ist es klar, dass es für Sie und Ihre Gesundheit nur von Vorteil ist, mit Rauchen aufzuhören. Mein erster Rat ist, eine Gesundheitsfachperson aufzusuchen, wenn möglich einen Arzt, der Ihnen hilft und Sie bei Ihrem Schritt begleitet. Es kann Ihr Arzt oder eine spezialisierte Beratung sein, die normalerweise in grossen Spitälern durchgeführt wird (HUG in Genf). Danach werden Sie einen vollständigen Rauchstopp-Plan erstellen, der gut vorbereitet sein muss, da stufenweises Absetzen selten gelingt.
Zusätzlich empfehle ich Ihnen eine medikamentöse Behandlung entweder mit einem Nikotinersatzprodukt oder mit Zyban, vielleicht mit beiden. Diese Behandlungen verdoppeln Ihre Erfolgschancen.
Es ist durchaus möglich, sogar nach einem Infarkt, Nikotinersatzprodukte einzunehmen. Die Zurückhaltung beim Verschreiben von Nikotinersatzprodukten an Herzpatienten ist veraltet. Jetzt weiss mann, dass diese Produkte nicht gefährlich sind, weil Nikotin abhängig macht, aber keine Krankheiten, und vor allem Herzkrankheiten verursacht. Ausserdem sind die Dosen schwächer als mit der Zigarette, die zusätzlich 4000 Toxine enthält, wovon einige Krankheiten verursachen. Somit können Sie Nikotinersatzprodukte benutzen, vielleicht indem Sie diese kombinieren, aber diese müssen von einer Fachperson gewählt werden. Dann müssen Präventionsstrategien gegen den Rückfall erstellt werden, damit Sie langfristig Exraucher bleiben.
IV.Frage: Um ganz mit Rauchen aufzuhören, kann man einen Inhalator mehrmals täglich (ungefähr drei Mal) benutzen? Ist das gefährlich?
Antwort: Die Gefahr geht wie bereits erwähnt nicht vom Nikotin und den Nikotinersatzprodukten aus, sondern vom Zigarettenrauch, der mehr als 4000 Substanzen enthält, wovon viele schädlich sind! Die beste Methode, mit Rauchen aufzuhören, ist nicht ein schrittweises Aufhören, sondern ein komplettes Aufhören. Dennoch ziehen es einige vor, den Zigarettenkonsum bis zu einer Stufe zu reduzieren, wo ein weiteres Reduzieren schwierig und ein kompletter Rauchstopp nötig wird. Bei 3 Zigaretten pro Tag sind Sie reif für den Rauchstopp und das definitive Begraben der Zigarette. Der Rauchstopp wird nicht durch Zauber geschehen, sondern nur, wenn Sie sich dazu entscheiden. Was gefährlich ist, ist, weiterhin, aber weniger zu rauchen, weil wenn keine Entscheidung getroffen wird, werden Sie stufenweise zu Ihrem vorherigen Konsum zurückkommen. Tatsächlich schafft es eine überwältigende Mehrheit der Raucher nicht, eine Reduktion langfristig aufrechtzuerhalten. Um diese Reduktion zu unterstützen, ist es möglich, ein Nikotinersatzprodukt wie den Inhalator zu gebrauchen, der die Anzahl Zigaretten gefahrlos vermindert, weil er nur Nikotin abgibt. Ebenso ist der Inhalator sehr nützlich, um die Entzugserscheinungen beim Rauchstopp zu lindern. Man muss ihn über 2-3 Monate gebrauchen, indem ab dem 2. Monat die Anzahl der Kartuschen herabgesetzt wird.