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Die Kernkompetenz des StoffwechselZentrums der Klinik St. Anna liegt in der Behandlung von Adipositas und den daraus resultierenden Stoffwechselproblemen.
Der Begriff Adipositas stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "starkes Übergewicht", Fettleibigkeit oder auch Fettsucht. Bei der Adipositas handelt es sich um eine krankhaft übermässige Ansammlung von Körperfett. Dabei wird das Fett zunehmend nicht nur im Unterhautfettgewebe eingelagert, sondern auch um und in den Organen.
Hier erfahren Sie mehr über Adipositas:
Die Ursachen sind sehr vielfältig und in den seltensten Fällen ist eine einzige Störung wie z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion dafür verantwortlich. Meist ist eine Kombination verschiedener Faktoren dafür verantwortlich wie zum Beispiel:
- Veränderte Lebensumstände (mehr Belastung im Job/in der Familie, weniger Bewegung, weniger Schlaf)
- Umweltfaktoren (Bisphenol A im Plastik, klimatisierte Räume)
- Verhalten (Stressbewältigung mit Essen, Kompensationen)
- Nebenwirkungen von Medikamenten
Dies und vieles mehr kann eine Gewichtszunahme begünstigen.
Die Voraussetzung für eine überdurchschnittliche Gewichtszunahme ist aber eine entsprechende Veranlagung: zwischen 40 - 70% des Gewichtes ist genetisch bestimmt. Über 100 Gene mit über 100'000 übergewichtbegünstigenden Veränderungen sind inzwischen bekannt.
Der Body Mass Index (BMI) - auch Körpermasseindex (KMI) oder Körpermassenzahl (KMZ) - ist eine Masszahl für die Beurteilung des Körpergewichtes. Er wird berechnet aus dem Gewicht (in Kilogramm) dividiert durch die Körpergrösse (in Meter) im Quadrat.
Beispiel: 90 Kilogramm : (1.65 m x 1.65 m) = Body Mass Index 33
Die Formel ist nur ein Richtwert, weil weder Statur und Geschlecht berücksichtigt werden noch der Muskel- oder Fettanteil und der Knochenbau einberechnet sind. Die Bewertung erfolgt nach WHO-Norm und gilt hier nur für erwachsene Personen ab dem 18. Lebensjahr.
Gewichtsnormen
- Normalgewicht: BMI zwischen 18.5 bis 25 kg/m²
- Übergewicht: BMI zwischen 25 und 30 kg/m²
- Fettleibigkeit (Adipositas): BMI von mehr als 30 kg/m²
Da nicht nur das absolute Gewicht mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko einhergeht, sondern auch die Fettverteilung, wird zusätzlich der Bauchumfang gemessen. Von einem erhöhten Risiko ist bei einem Bauchumfang von mehr als 80 cm bei Frauen, respektive mehr als 94 cm bei Männern und von einem starken Risiko bei Frauen mit über 88 cm und Männer über 102 cm Bauchumfang auszugehen.
Die Organe werden durch diese Fettablagerung zunehmend in ihrer Funktion beeinträchtigt, was langfristig zu zusätzlichen Erkrankungen wie hohem Blutzucker (Diabetes mellitus Typ 2), hohen Blutfetten wie Cholesterin und Bluthochdruck führt.
Auch die tragenden Gelenke werden durch das steigende Gewicht stärker belastet und Abnutzungserscheinungen wie Arthrosen entstehen bereits im frühen Erwachsenenalter. Wird das Fett besonders stark im Bauch angelagert, wie es beim typisch apfelförmigen Fettverteilungstyp der Fall ist, begünstigt das dabei entstehende Platzproblem saures Aufstossen, Atemprobleme in Bewegung oder Schnarchen in der Nacht mit Atemaussetzer, wie es beim Schlafapnoesyndrom vorkommt.
Um eine Gewichtsveränderung zu erzielen, sind nicht nur die Fettreserven im Fokus, sondern es betrifft den ganzen Körper und die Persönlichkeit des Betroffenen. Eine Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit mehreren Fachdisziplinen (Ernährungsberatung, Psychologie, Physiotherapie) und kann nachfolgende Bereiche beinhalten:
Abklärung, Diagnose und Nachbetreuung
- Strukturierte Analyse der Faktoren, die zum Übergewicht geführt haben
- Standortbestimmung metabolisches Syndrom (Stoffwechselsyndrom)
- Laborchemische Bestimmung möglicher sekundärer Adipositas-Ursachen
- Bestimmung von Grundumsatz und Body-Composition (je nach Indikation)
- Ausschluss von Fehl-/Mangelernährung nach einseitigen Diäten und Gewichts-Jojo
- Perioperatives (um den OP-Zeitpunkt herum) internistisches Management bei bariatrischen Eingriffen (Adipositaschirurgie)
- Ambulante Nachbetreuung und Verlaufskontrollen nach bariatrischen Eingriffen
- Konsiliarische Behandlung von Patienten mit komplexen Problemen nach bariatrischem Eingriff inklusive Evaluation für bariatische Zweit-Eingriffe
Konservative Adipositas-Behandlung
- Individuelle Evaluation: Gesundheit, Ressourcen, Motivation, Potential, Ziel
- Energiestoffwechsel
- Ernährungsberatung
- Medikamentöse Unterstützung (Pharmakotherapie)
- Überweisung zur begleitenden psychologischen Behandlung bei speziellen Indikationen
- Bewegung allenfalls mit Physiotherapie
- Gruppenprogramme
Operative Behandlung (bariatrische Behandlung)
- Magenbypass
- Magenband
- Schlauchmagen alleine oder als Bestandteil der Biliopankreatischen Diversion
Weitere Informationen zur operativen (bariatrischen) Behandlung finden Sie hier.