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Der Sturm Lothar zog am 26. Dezember 1999 in verschiedenen Etappen über die Schweiz hinweg. Er kam vom Jura her und überquerte das Mittelland, die Zentralschweiz sowie die Nordostschweiz. Die Südschweiz und die Südostschweiz wurden verschont. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden gemessen auf dem Jungfraujoch mit 249 km/h und auf dem Uetliberg mit 241 km/h.
Während des Sturms Lothar kamen 14 Menschen ums Leben. Zudem starben 15 Personen bei Holzerntearbeiten allein im Jahr 2000. Auch die materiellen Schäden waren immens: 600 Millionen Franken Schäden an Gebäuden und 750 Millionen Franken Schäden und Folgekosten am Wald. 10 Millionen Bäume – rund 13 Millionen Kubikmeter Holz – wurden umgeworfen.
Weil wegen des Sturms in kurzer Zeit sehr viel Holz auf den Markt kam, brachen die Preise massiv ein. Der Holzmarkt war trotz grosser Exporten nach Österreich und Italien über längere Zeit aus dem Lot. Erst ab 2005 begannen sich die Holzpreise wieder zu erholen. Zudem fielen erhebliche Folgekosten an: Weil die Schutzwälder ihre Schutzfunktion teilweise verloren, mussten Verbauungen erstellt werden.
Profitiert von Lothar hat dagegen die Natur: Studien zeigen, dass sich auf Waldflächen, wo die Bäume vom Sturm gefällt wurden, eine höhere Artenvielfalt entwickelte. Hauptgrund dafür ist, dass mehr Licht den Waldboden erreicht. Die grösste Vielfalt von Lebensräumen und damit von Tieren und Pflanzen hat sich dort eingestellt, wo die Schadflächen nur teilweise geräumt und wiederhergestellt wurden. An mehreren Orten wurde die Gelegenheit genutzt, um Waldreservate mit viel Totholz einzurichten. Dass sich die Natur generell schnell erholt, ist auch an den rasch wieder eingewachsenen Lücken im Schweizer Mittelland zu erkennen.
Wegen des Klimawandels muss künftig häufiger mit grossen Stürmen gerechnet werden. Deshalb ist gemäss dem Bundesamt für Umwelt eine langfristige Strategie wichtig, um vielfältige, vitale und stabile Wälder zu erhalten, denn naturnahe Mischwälder halten Stürmen in der Regel deutlich besser stand.