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Brutpflege bei Wirbeltieren
Bei Fischen und Amphibien gibt es sogenannte Maulbrüter. Beispielsweise bei fast allen Buntbarschen des ostafrikanischen Malawisees nimmt zumindest ein Elternteil die Brut in den Mund. So ist sie vor Feinden geschützt und wird optimal mit Sauerstoff versorgt. Manchmal sind die Eier nur bis zum Schlupf im Maul, manchmal bleiben sie auch noch als Larven in der schützenden Höhle.
Währen der Seepferdchenpaarung schiebt das Weibchen dem Männchen die Eier in den Brutbeutel. Dieses klammert sich daraufhin an eine Wasserpflanze und verhält sich möglichst unauffällig. Es dauert bis zu drei Wochen, bis Jungtiere aus den Eiern schlüpfen und sie das Männchen aus dem Beutel pressen kann. Damit das Männchen in dieser Zeit nicht entdeckt wird, ist es besser getarnt als das Weibchen. Oft paart sich dasselbe Pärchen noch einmal, nachdem die Jungen ‘geboren‘ wurden.
Beim Vogel Strauss teilt sich das Paar das Bebrüten. Das Weibchen, welches braun gefärbt ist, setzt sich tagsüber auf das Nest. Das Männchen, welches sehr dunkel gefärbt ist, übernimmt das Wärmen der Eier nachts. Wobei das Ganze in Tat und Wahrheit noch etwas komplizierter ist. Meist sammelt der Hahn während der Paarungszeit nämlich einen ganzen Harem zusammen. Die Haupthenne, die langjährige Partnerin des Hahns, legt die meisten Eier. Die Nebenhennen legen jedoch auch noch einzelne Eier ins Nest mit dazu. Dann werden die Nebenhennen vertrieben und suchen sich einen anderen Hahn. Die Haupthenne sortiert sodann ihr Nest aus und entfernt allfällige überzählige (fremde) Eier, da sie nur ungefähr 20 Eier gleichzeitig bebrüten kann. Wenn sich nun Fressfeinde zeigen, können sich diese zunächst an den aussortierten Eiern gütlich tun. Sie sind so länger abgelenkt von den auserwählten Eiern des brütenden Paars.
Brutpflege bei Insekten
Die Beispiele der Brutpflege bei Bienen und Hummeln ist hinlänglich bekannt. Eine Königin paart sich mit mehreren Männchen und gründet dann eine ganze Kolonie. Die mittelalterlichen Tiere sind jeweils für die Aufzucht der Larven zuständig. Die ganz alten Tiere für die Nahrungsbeschaffung.
Bei vielen Wildbienen legen die Muttertiere einen Nahrungsvorrat an, legen dann ein Ei darauf und verschliessen die Wohnröhre, damit sich die Larve in Ruhe entwickeln kann. Bei manchen Arten stammt der Nahrungsvorrat aus pflanzlicher Quelle (Pollen etc.) bei anderen Arten wir ein Beutetier wie eine Spinne eingebracht, von der sich die Larve dann ernähren kann.
Schlupfwespen sorgen für ihre Nachkommen vor, indem sie ihnen die erste grosse Mahlzeit besorgen. Genauer gesagt: Die Schlupfwespe legt ein Ei auf oder sogar in ein anderes Tier (Spinne, Schmetterlingsraupe etc.). Aus dem Ei schlüpft eine Larve, welche sich dann an ihrem lebenden Proviant gütlich. Erst wenn die Larve schon relativ gross ist, stirbt der Snack. Manche Larven verpuppen sich dann auch noch gleich in der leeren Hülle des Opfers. Je nach Schlupfwespenart können die Weibchen mit ihrem Legestachel sogar durch Holz hindurchbohren, um dort Käferlarven mit einem Ei zu ‘impfen‘.
Bei Termiten gibt es Königspaare, welche sich immer mal wieder paaren und gemeinsam im Termitenhügel wohnen. Bei ihnen hat jede Arbeitertermite eine bestimmte Aufgabe, die sie das ganze Leben beibehält. Ein Soldat bleibt immer Soldat. Seine Kiefer sind so stark ausgeprägt, dass er sich nicht alleine ernähren kann, sondern gefüttert werden muss. Andere Individuen sind für die Nahrungsbeschaffung oder Pilzzucht zuständig. Die Königin ist so fett, dass sie sich nicht mehr fortbewegen kann, sie ist also darauf angewiesen, dass Arbeiterinnen die gelegten Eier an ihren Bestimmungsort transportieren.
Brutpflege bei Spinnen
Manche Spinnen gehen soweit, ihr Leben ihrem Nachwuchs zu opfern. Weibliche Wespenspinnen investieren ihre ganze Energie in den Bau eines wasserdichten, gut belüfteten Kokons, sodass sie kurz nach dessen Vollendung sterben. Der Inhalt des Kokons kann den Winter problemlos überdauern.
Weibchen anderer Spinnenarten bewachen den Kokon solange, bis die Jungen schlüpfen. Wenn die ersten Jungtiere schlüpfen, stirbt das Muttertier und dient sogleich als erste Mahlzeit für ihre Jungen. So ermöglicht sie ihrem Nachwuchs den bestmöglichen Start ins Leben und hat somit eine grössere Chance, erfolgreich ihre Gene weiterzugeben.
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