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Pro Juventute fordert Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare
Stellungnahme zur ausstehenden Entscheidung im Nationalrat vom Mittwoch, 13.12.20212
Morgen Mittwoch befindet der Nationalrat darüber, ob der Bundesrat die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen soll, dass gleichgeschlechtlich orientierte Frauen und Männer, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, das Kind ihrer Partnerin oder ihres Partners adoptieren können. Eine zweite Motion will auch die gemeinschaftliche Adoption ermöglichen. Pro Juventute fordert den Nationalrat auf, beide Motionen anzunehmen.
Ja zur Adoption von Stiefkindern für gleichgeschlechtliche Paare
Die Motion ‚Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare‘ sichert die Rechte von Kindern, die in Familienkonstellationen mit gleichgeschlechtlichen Partnern aufwachsen. Heute sind Kinder in Regenbogen- wie auch Patchwork- oder Einelternfamilien rechtlich deutlich schlechter gestellt als jene eines heterosexuellen Paares. Ein Kind, das mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwächst, muss aber über die gleichen Rechte verfügen wie ein Kind mit heterosexuellen Eltern. Dies auch im Falle einer Trennung der Eltern oder bei einem Todesfall. Darum muss die Adoption von Stiefkindern für gleichgeschlechtliche Paare möglich sein.
Ja zur Adoption in eingetragenen Partnerschaften
Die Motion ‚Aufhebung des Adoptionsverbotes für Personen in eingetragener Partnerschaft‘ stellt das Kindeswohl ins Zentrum bei der Entscheidung einer Adoption. Und weil gleichgeschlechtliche Paare ganz genauso wie heterosexuelle Paare in der Lage sind, Kinder zu betreuen, Elternrechte und -pflichten wahrzunehmen und das Wohl der Kinder zu wahren, soll die Adoption in eingetragenen Partnerschaften möglich sein.
Das Recht des Kindes im Zentrum
Die Stiftung Pro Juventute setzt sich seit über hundert Jahren für die Kinder in der Schweiz ein. Die gesellschaftlichen Wertvorstellungen und politischen Meinungen zum Thema ‚Familie‘ haben sich in dieser Zeit stark gewandelt und werden sich weiterhin verändern: Für die Stiftung Pro Juventute ist klar, dass bei allen familienpolitischen Debatten das Kind und seine Rechte im Zentrum stehen müssen. Staatliche Institutionen und die betroffenen Erwachsenen (Eltern und Erziehungsverantwortliche) haben die Pflicht, herauszufinden welche Lebens- und Familienform für das Wohl und die Entwicklung des Kindes die beste ist. Dabei sind die Kinder soweit irgendwie möglich direkt anzuhören und bei der Entscheidung zu beteiligen, wie es Artikel 12 der UNO-Kinderrechtskonvention verlangt. Vor diesem Hintergrund ist es für die Stiftung Pro Juventute eine Selbstverständlichkeit, dass alle Familienformen gleichbehandelt werden müssen. Politik und Gesellschaft sind hier gefordert, adäquate Instrumente zur Definition, Interpretation und Durchsetzung von Kindeswohl und Kinderrechten zu entwickeln. Mit dem kürzlich lancierten Eltern Club Schweiz setzt sich Pro Juventute ausdrücklich dafür ein, alle Familienmodelle zu stärken.
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