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Bei Ankunft
vermisst

Von Karen Harbert, Aelwyd Cardigans, San Diego CA
Anlässlich der 1985 CWCCA Klubschau in einem Vorort von Philadelphia nahm ich meinen neuen Cardigan Welpen in Empfang: Finnshavn's Helen McLeod, Rufname Nellie, aus der Zucht von Charlie MacInnes in Kanada. Sie war von Am. Ch. Tessaract's Pete Of Santana aus Can/Am/Bda. Ch. Bawyni's Sweet Molly McGee.
Ich nahm zwei Welpen mit nach Hause: Nellie und ihren Wurfbruder, der für Freunde im ländlichen San Diego bestimmt war. Am Flughafen setzte ich die beiden in einen fabrikneuen Sky Kennel, schaute nach, dass die Box sicher verschlossen war, und gab sie auf. Bei meiner Ankunft in San Diego anerbot sich ein Gepäckträger, die Welpen für mich zu holen. Mit den Worten "Es dauert nur 5 Minuten" machte er sich davon. Nach 45 Minuten begann ich mir Sorgen zu machen und bat einen anderen Gepäckträger nachzusehen, was los war. Inzwischen war ich sicher, dass die Welpen den Anschlussflug in St. Louis verpasst hatten.
Sky kennel
Es war aber schlimmer, als ich dachte. Als die Box aus dem Flugzeug kam und vom Gepäckdienst am Griff gepackt wurde, ging die Tür auf, weil während des Flugs zwei Schrauben an der Vorderseite der Box herausgefallen waren, und die beiden Welpen verschwanden im Dunkeln. Der eine konnte rasch eingefangen werden, während der andere über die Landebahn entfloh. Ich musste warten, bis sie mir die Box brachten, um herauszufinden, wer von den beiden fehlte. Es war meine Nellie!
Das Flugpersonal versicherte mir, dass sie alles unternehmen würden, um meinen Welpen zu finden, aber es brauchte einige Überzeugung bevor sie begriffen, dass die einzige Person, die der Welpe erkennen würde, logischerweise an der Suche teilnehmen musste. Der Sicherheitschef nahm mich in seinem Auto mit, um das rund 200 ha grosse Flughafenareal abzusuchen. Zwei Flüge wurden aufgehalten, als er dem Kontrollturm Bescheid gab, dass er die Start- und Landebahnen befahren würde.
Wir durchsuchten die hintersten Ecken des Flughafens mit einem Scheinwerferlicht. Ab und zu hielten wir an, damit ich Gräben, Abzugskanäle und Aussengebäude untersuchen konnte. Unsere Lampen brachten Augen zum Leuchten, aber es waren Katzen und einmal ein verängstigtes Kaninchen. Die Bemerkung, dass diese von Kojoten gejagt wurden, verhalf mir auch nicht zu einem ruhigen Schlaf.
Am nächsten Morgen kehrte ich zurück zum Flughafen, um mit der Suche von vorne zu beginnen, allerdings mit wenig Hoffnung. Nellie war während der Nacht nicht gesichtet worden und der Aufseher des Tages meinte, dass sie sich wohl kaum mehr auf dem Gelände befand.
Wenn sie in gerade Linie weiter gerannt wäre, nachdem sie die Landebahn überquert hatte, wäre sie auf einen Zaun gestossen, der den Flughafen vom US Marinestützpunkt trennte. Ich setzte mich in Verbindung mit dem Kommandeur der Militärpolizei, der mir die Erlaubnis erteilte, meine Suche auf dem Gelände des Stützpunkts fortzusetzen. Es sprach sich herum und ich erfuhr bald, dass Marinesoldaten, die auf Patrouille und andere, die beim Joggen waren, nach meinem vermissten Welpen Ausschau halten sollten.
Irgendwann im Lauf des Nachmittags war ich todmüde; ich hatte ich mich verirrt und fuhr im Kreis herum. Ich war überzeugt, dass ich meinen Welpen nie mehr sehen würde. Ich stellte mir einen Reifenabdruck mit "BOEING" auf ihrem kleinen Körper vor. Schliesslich ging ich nach Hause.
Auf meinem Anrufbeantworter war eine Nachricht: man hatte sie gefunden, lebendig und unversehrt und sie wartete auf mich im Flughafen!! Das war eine Freude als der kleine Hund mich sah! Sie vergass aber nicht, dem netten jungen Mann zu danken, der ihr Hühnchen in einer rot/weiss gestreiften Schachtel brachte.
Ich erfuhr nie, wie und wo Nellie gefunden wurde. "Joe" hatte Dienstschluss und obwohl ich mehrmals anrief, gelang es mir nie, ihn zu erreichen. Wir rechneten später aus, dass zwischen dem Personal des Flughafens und dem Marineinfanteriekorps rund 5000 Personen an der Suche nach meinem verschwundenen und verängstigen Welpen beteiligt waren.
Nellie zeigte die Folgen ihres Ungemachs während sehr langer Zeit. Eine ihrer ersten Ausstellungen gab uns eine Ahnung von ihrer Angst, als ein freundlicher aber sehr grosser Richter sich über sie beugte und sie vom Tisch sprang und eine kleine Pfütze hinterliess. Ich ging mit ihr so früh zum Obedience-Training, dass ich mit ihrem Alter schummeln musste, aber es bewirkte Wunder und machte sie selbstsicher.
Beste Hündin auf ihrer ersten Ausstellung im Alter von 6 Monaten
Der knappe Ausgang dieses Abenteuers war mir eine Lehre. Jedes Mal, wenn ich einen Hund befördern muss, gebe ich ein paar Tropfen "Loctite" (Klebestoff) auf die Verschlüsse der Box, so dass sich die Schrauben unter keinen Umständen lösen können. Wenn ich Welpen auf die Reise schicke, lege ich ein Spitalarmband um ihren Hals. Diese Bänder sind wasserfest, Erkennungsangaben können auf der Innenseite angebracht werden, und die Grösse ist genau richtig.
Es war ein Glück, dass Nellie überlebte. Sie war sehr erfolgreich im Ausstellungsring und wurde amerikanischer und kanadischer Schönheits-Champion. Sie wurde auch eine bedeutende Zuchthündin.
Nellie, Beste Hündin mit Richterin Dolly Ward und Besitzerin Karen Harbert
Nellie hatte sich auch dreimal an den Prüfungen der Obedience Beginners Klasse qualifiziert, da aber nicht alle Prüfungen im gleichen Land stattfanden, schaffte sie es nie zum Begleithund.
Übersetzung: ANo mit freundlicher Genehmigung.
Karen Harbert ist die Autorin von "Murder at the Dog Show". Bisher sind 12 Bücher erschienen. Nur erhältlich auf Englisch als e-book bei www.amazon.de