Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03661.jsonl.gz/3100

Dieses 70 Jahre altes Werk wurde zwei Mal aufgeführt. Erst in 2014 hat Bastiaan Blomhert diese Musik verlegt und zugleich auf CD festgelegt. Als Mitproduzentin habe ich für dieses Projekt Märsche komponiert und fehlende Trommelstimmen ergänzt. Als Musikerin war ich bei den Aufnahmen dabei.
Die CD ist im Fachhandel erhältlich, oder kann man via email bei mir bestellen: <email-pii>
- Künstler: Geoffrey Douglas Madge, Sacramentskoor, Hineni String Orchestra, ARMAB Orchestra, Bastiaan Blomhert
- Label: CPO, DDD, 2011/2012
- Bestellnummer: 8455671
- Erscheinungstermin: 28.6.2016
Frank Martins Totentanz zu Basel
Frank Martin war einer der eminentesten Schweizer Komponisten aller Zeiten, und zusammen mit Arthur Honegger der wohl bedeutendste Vertreter seiner Zunft in der französischen Schweiz. Insbesondere auf dem Gebiet der großformatigen Vokalkomposition zählt er zu den bemerkenswertesten Tonschöpfern des 20. Jahrhunderts. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden viele Texte, die Totentänze beschreiben. Auch haben Maler und Kupferstecher wie Hans Holbein und Albrecht Dürer das Sujet dargestellt. Die vielleicht berühmteste bildliche Darstellung der Totentänze gab es in Basel. Sie bestand aus siebenunddreißig Bildern, die man um die Mitte des 15. Jahrhunderts auf die Friedhofsmauern des Dominikanerklosters gemalt hatte, heute sind davon nur neunzehn Fragmente dieser Gemälde erhalten geblieben. 1943 bat die Pantomimin Mariette von Meyenburg ihren Onkel Frank Martin um die Musik zu einer Theateraufführung, die die traditionelle, empathisch-verständnisvolle Figur des Todes in den Mittelpunkt des Geschehens stellen und sich so bewusst von den furchtbaren Schrecken und der Massenvernichtung des Zweiten Weltkrieges abheben sollte. Frank Martin entwarf ein Szenario für einen professionellen Tänzer, der den Tod verkörperte, sowie für ein Dutzend Pantomimen. Die »Aktion« besteht aus acht Szenen, in denen der Tod mit Menschen zusammentrifft, deren Zeit abgelaufen ist. Sie werden von einem Knabenchor gesungen und von einem kleinen Orchester begleitet. Die Musik der Totentänze – die sogenannte musique profane – lässt Martin von einer großen Jazzband spielen. Basler Trommeln begleiten den Tod. Das Werk hat nur zwei, allerdings sehr erfolgreiche Aufführungen erlebt, die 1943 und 1992 in Basel stattfanden. Die Musik wurde nicht veröffentlicht. Maria Martin, die Witwe des Komponisten, machte den Vorschlag, aus dem Totentanz zu Basel im Jahre 1943 eine Konzertsuite zu gestalten, um so die Musik vor der Vergessenheit zu bewahren. Auf diese Weise hätte jedoch die vollständige Fassung – ein echtes Meisterwerk – dasselbe Schicksal erlitten. Deshalb entschlossen wir uns, die vollständige Originalfassung zu produzieren.