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Die USA bauen Druck auf, um die Volksrepublik China von einer weitergehenden Integration und Unterwerfung Hongkongs abzuhalten. Nun antwortet die Regierung in Beijing: Sie hat unterrichteten Kreisen zufolge grosse staatliche Agrarunternehmen aufgefordert, den Ankauf einiger amerikanischer Agrargüter wie Soja auszusetzen.
Diese Anweisung erhielten die Agrarhändler Cofco und Sinograin, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte. Chinesische Käufer haben demnach auch Bestellungen an Schweinefleisch aus den USA storniert. Private Unternehmen seien allerdings nicht angewiesen worden, die Einfuhr einzustellen, so eine andere Person.
Phase-1-Abkommen in Gefahr
Der Importstopp ist das jüngste Zeichen dafür, dass das hart erkämpfte Phase-1-Handelsabkommen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt in Gefahr ist. Chinas Ministerpräsident Li Keqiang versicherte zwar im vergangenen Monat, das im Januar unterzeichnete Abkommen umzusetzen. Doch seither haben sich die Beziehungen zwischen Washington und Peking wegen des Corona-Ausbruchs und wegen Hongkong weiter verschlechtert.
US-Präsident Donald Trump hatte Beijing am Freitag wegen der geplanten nationalen Sicherheitsgesetze für Hongkong getadelt und seinerseits Sanktionen in Aussicht gestellt. Kritiker der neuen Gesetze sagen, damit werde das Prinzip «Ein Land, zwei Systeme» untergraben, das Hongkong seit der Rückgabe von den Briten an China 1997 autonom gemacht hat.
Das chinesische Handelsministerium reagierte am Montag nicht auf ein Fax mit der Bitte um Stellungnahme. Vertreter von Sinograin und Cofco waren telefonisch nicht zu erreichen.
China hatte sich im Rahmen des Phase-1-Handelsabkommens mit den USA dazu bereiterklärt, im Jahr 2020 US-Agrarerzeugnisse im Wert von rund 36,5 Milliarden Dollar zu kaufen. Cofco und Sinograin sind Chinas wichtigste Importeure von landwirtschaftlichen Erzeugnissen.