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Die Bedeutung des CMV-Status bei der HSCT wird neu aufgerollt
Dass das Cytomegalievirus (CMV) eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Morbidität und Mortalität bei der allogenen hämatopoietischen Stammzelltransplantation (HSCT) spielt, ist bereits seit langem bekannt. Trotz der verbesserten Möglichkeiten der Prophylaxe wie auch der Therapie hat der CMV-Serostatus nach wie vor einen Einfluss auf das Outcome.
Es konnte schon früher gezeigt werden, dass die Transplantations-assoziierte Mortalität dadurch verringert werden konnte, dass CMV-seronegative Empfänger einen ebenfalls seronegativen Donor erhielten. Der Einfluss des CMV-Serostatus des Donors beim seropositiven Empfänger wurde bislang kontrovers diskutiert.
Grosse CMV-Studie bei HSCT-Patienten in Europa
Eine kürzlich im CID publizierte retrospektive Studie bringt nun neue Erkenntnisse: Ziel der Studie war es, den Einfluss des CMV-Serostatus vom Donor auf das Outcome nach allogener HSCT zu untersuchen. Dazu wurden die Daten von über 49‘000 Patienten mit HSCT im Zeitraum von 1992 und 2008 gesammelt und ausgewertet.
Resultate bei CMV-seronegativen Empfängern
Bei den 20‘193 seronegativen Empfängern konnte der Benefit auf das Gesamtüberleben durch die Wahl eines ebenfalls seronegativen Donors nur bei nicht verwandten Spendern bestätigt werden. Bei HLA-identischen sowie Familienmitgliedern mit HLA-Mismatch als Spender hingegen spielte der Serostatus des Donors keine relevante Rolle.
Resultate bei CMV-seropositiven Empfängern
Für die 29‘349 seropositiven Empfänger konnte kein relevanter Effekt auf das Gesamtüberleben durch die Wahl eines seronegativen Spenders erzielt werden, wobei sich aber bei nichtverwandten Spendern ein leichter, jedoch nicht signifikanter Vorteil zeigte, wenn der Graft von einem seropositiven Donor stammte. Hingegen fand sich eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens bei myeloablativen Therapien im Vergleich zu Konditionierungstherapien mit reduzierter Intensität (RIC), wenn der Donor seropositiv war.
Die Autoren postulieren, dass dieser Effekt durch eine partielle Erhaltung der CMV-spezifischen T-Zellantwort bei einer HSCT mit RIC bedingt ist. Passend dazu konnte bereits in früheren Studien nachgewiesen werden, dass die Immunrekonstitution bei einer HSCT mit RIC im Vergleich zu myeloablativen Therapien früher erfolgt.
Fazit
Der CMV-Serostatus ist und bleibt ein wichtiger Faktor bei der allogenen HSCT. Der positive Effekt der Wahl eines Donors mit demselben Serostatus wie der Empfänger beschränkt sich aber auf nichtverwandte Spender und ist bei seropositiven Empfängern zusätzlich auf eine myeloablative Therapie limitiert.