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Nachdem im vergangenen Jahr die Olympischen Spiele verschoben worden waren, machte sich Spirig intensive Gedanken darüber, ob sie die Karriere verlängern soll. Schliesslich feierte die Zürcherin am 7. Februar ihren 39. Geburtstag, ist sie Mutter dreier Kinder und keine, die einfach nur dabei sein will. Dafür hat sie zu viele Erfolge gefeiert. Den Höhepunkt bildete der Olympiasieg 2012 in London, vier Jahre später in Rio de Janeiro gewann sie Silber.
Von einer weiteren Medaille redet Spirig allerdings nicht explizit, das sie sich bewusst ist, wie schwierig es wird, eine solche zu erreichen. Sie rechnet damit, dass sie nicht mit der ersten Gruppe aus dem Wasser kommen wird und deshalb viel Führungsarbeit auf dem Velo leisten muss, um die Lücke zur Spitze zu schliessen oder zumindest zu verkleinern. Ein solcher Rennverlauf würde selbstredend viel Energie kosten. Insofern will sie einfach alles geben und dann schauen, was dabei herauskommt.
Spirig hätte sich gerne während zwei Wochen in Südkorea an die herausfordernden klimatischen Bedingungen in Tokio gewöhnt, aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen war dies nicht möglich. Stattdessen trainierte sie in St. Moritz mehrmals in der Woche in einem Hitzezelt bei einer Temperatur von 32 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent.
Mit ihrer Vorbereitung ist Spirig zufrieden. Sie konnte in den letzten paar Monaten so trainieren, wie sie sich das vorgestellt hat. Beim letzten Test vor Tokio am vergangenen Sonntag am Trans-Vorarlberg-Triathlon unterstrich sie mit einem deutlichen Sieg, dass die Form stimmt. Die vielen Einschränkungen während der Sommerspiele nimmt sie gelassen, sie konzentriert sich auf das, was sie beeinflussen kann. Und dass sie in ihrer Karriere schon viel erlebt hat, kann durchaus ein Vorteil sein. Spirig reist erst am 22. Juli nach Tokio, der Einzel-Wettkampf steht fünf Tage später auf dem Programm, die Mixed-Staffel am 31. Juli.
Viel weiter als gedacht
Bei den Männern ruhen die Schweizer Hoffnungen auf Studer, der sich prächtig entwickelt hat, seit er sich Ende 2017 Brett Sutton, dem Trainer von Spirig, angeschlossen hat. «Er ist viel weiter als gedacht», sagt Sutton. Am 19. Juni gewann der 25-jährige Solothurner den EM-Titel in der Super-Sprint-Distanz, nachdem er an der WM im vergangenen September in Hamburg den beachtlichen 10. Platz erreicht hatte.
Die Planung ist auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris ausgerichtet, dann soll er gemäss Sutton der beste Triathlet der Welt sein. Allerdings ist Studer auch in Tokio nicht chancenlos, wenn die Konstellation stimmt, gehört er doch zu den besten Läufern im Feld. So oder sammelt er in der japanischen Hauptstadt wichtige Erfahrungen für die Zukunft. Neben Spirig und Studer sind auch Jolanda Annen sowie Andrea Salvisberg im Triathlon selektioniert. Somit stellen die Schweizer in der Mixed-Staffel eine schlagkräftige Equipe.