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von 15°, in 25-30 Th. von 100°, in 65 Th. Alkohol von 90%, wenig in Aether, gar nicht in Chloroform. Die Lösung in Wasser ist neutral und schillert nicht blau, diese Erscheinung tritt aber sofort ein, wenn einige Tropfen Schwefelsäure hinzugefügt werden. An der Luft verliert das Chininsulfat allmälig bis zu 11 % von seinem Krystallwasser, bei 120° verliert es dasselbe ganz (16,5 %); bei weiterem Erhitzen verbrennt es zuletzt ohne Rückstand.
Prüfung siehe Deutsches Arzneibuch.
Es hat sich übrigens nach den neuesten Untersuchungen herausgestellt, dass das bisher als rein betrachtete Chininsulfat des Handels bedeutende Mengen, selbst bis zu 20% Cinchonidin enthält.
Anwendung. Das Chinin ist ein völlig unentbehrliches Mittel bei allen fieberartigen Krankheiten, namentlich bei Wechselfiebern, Malarien etc. geworden. Der Aufenthalt in den Tropen, vor Allem in sumpfigen Gegenden, wird für den Europäer durch den Gebrauch des Chinins weit weniger gefährlich, als dies früher der Fall war. Es werden dort weit grössere Dosen genommen und vertragen, als in der gemäßigten Zone. Während bei uns schon 1, 0 eine starke Gabe ist, geht man dort bis 3,0 und 4,0. Ausser gegen Fieber dient das Chinin als eins der wichtigsten nervenstärkenden Mittel bei nervösem Kopfschmerz, Migräne etc.; da es hierbei anhaltender gebraucht wird, so kommen weit kleinere Dosen in Anwendung (0,1-0,2). Das Chinin ruft bei vielen Leuten unangenehme Nebenwirkungen hervor, wie Ohrensausen und Uebelkeiten, doch sollen in solchen Fällen saure Lösungen weit leichter und besser vertragen werden. Das Chininsulfat muss, um Gewichtsverluste zu vermeiden, in gut schliessenden Gefässen aufbewahrt werden.
Ausser den hier aufgeführten Chininsalzen kommen noch eine ganze Reihe anderer in den Handel, so mit Essigsäure, Arseniksäure, Gerbsäure, Salpetersäure, Salicylsäure, doch sind dieselben ohne jede Bedeutung. Für die Prüfung des Chinins auf einen etwaigen Cinchonidingehalt werden im Pharm. Kalender für 1890 die folgenden Methoden empfohlen.
a. Die modifizirte Kerner'sche Probe.
Man lasse das zu untersuchende Chininsulfat an einem warmen Orte (bei 40-50° C.) völlig verwittern, bringe 2 g davon zusammen mit 20 g destillirtem Wasser in ein passendes Probirglas, stelle das Ganze in ein auf 60-65° C. erwärmtes Wasserbad und belasse es bei dieser Temparatur unter öfterem kräftigen Umschütteln während ½ Stunde. Dann setze man das Glas in ein Wasserbad von 15° C. und lasse es ebenfalls unter häufigem Schütteln zwei Stunden darin erkalten. Man beachte, dass vor dem darauf folgenden Filtriren das Wasserbad die Temperatur von 15° C. möglichst genau zeige. Von dem Filtrat bringe man 5 ccm in ein Probeglas und füge soviel Salmiakgeist von 0,96 spez. Gew. hinzu, dass das ¶
abgeschiedene Chinin gerade wieder klar gelöst ist. Das hierzu erforderliche Ammoniak darf nicht mehr als X ccm betragen. *)
b. Die (von Schlickum) modifizirte de Vrij'sche Chromatprobe. 0,5 g Chininsulfat wird mit 10 g Wasser zum Sieden erhitzt und alsdann 0,15 g zerriebenes Kaliumchromat zugegeben. Die wohlumgeschüttelte Mischung wird zum Erkalten bei Seite gesetzt und bisweilen umgerührt. Nach wenigstens 4 Stunden wird sie auf ein Filter gebracht und das Filtrat mit 1 Tropfen Natronlauge versetzt. Es darf weder sofort noch nach 1 Stunde eine Ausscheidung erfolgen. - Bei einem Gehalte von 1,5% Cinchonidinsulfat soll sofortige, bei einem solchen bis 1% Trübung nach einer Stunde erfolgen.
c. Die Schäfer'sche Oxalatprobe.
1 g Chininsulfat krystall. (resp. 0,85 g völlig ausgetrocknetes Sulfat) wird in ein kleines tarirtes Kochkölbchen gebracht und in 35 ccm destillirtem Wasser in der Siedehitze aufgelöst. Hierauf wird eine Lösung von 0,3 g neutralem, krystallisirtem oxalsaurem Kalium in 5 ccm destillirtem Wasser hinzugefügt und der Kolbeninhalt durch Zusatz von destillirtem Wasser auf 41,3 g gebracht. Man stellt das Kölbchen unter bisweiligem Umschütteln in ein Wasserbad von 20° C., filtrirt nach Verlauf ½ Stunde durch Glaswolle ab und fügt zu 10 ccm des Filtrates einen Tropfen Natronlauge. Es darf im Verlauf von einigen Minuten keine Trübung entstehen.
Chínioidínum. **
Chinioidin.
Braune oder schwarzbraune, harzartige Massen, leicht zerbrechlich, mit muschligem, glänzendem Bruche, von schwachem Geruch und bitterem Geschmack. In Wasser ist es wenig, in angesäuertem Wasser, Alkohol und Chloroform leicht löslich.
Prüfung siehe Deutsches Arzneibuch.
Gewonnen wird das Chinioidin als Nebenprodukt bei der Chininfabrikation. Als seine wirksamen Bestandtheile gelten Umsetzungsprodukte der Chinaalkaloide, namentlich Chinidin und Chinicin, ferner Cinchonidin und Cinchonicin.
Anwendung findet es gleich dem Chinin als fieberwidriges Mittel.
Strychnínum et ejus salia. **+
Strychnin und seine Salze.
Das Strychnin, eines der giftigsten aller bekannten Alkaloide, findet sich in der Familie der Strychnéae, stets begleitet von zwei weiteren Alkaloiden, dem Brucin und dem Igasurin. Dargestellt wird es entweder
*) Bei reinem Chininsulfat werden 3,5 ccm, bei einem Gehalt von ca. 3% Cinchonidin werden 4 ccm, bei 7% 6 ccm Ammoniak verbraucht. ¶