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Weissstorch
Ciconia ciconia
Meister Adebar, wie der Weissstorch in Fabeln genannt wird, hat unsere Phantasie verschiedentlich beflügelt. Neben dem erwähnten Fabelwesen wurde er auch als „Babylieferant“ engagiert oder tritt in Märchen wie „Kalif Storch“ auf. Er ist uns auch sehr vertraut, denn im Gegensatz zu seinem nächsten Verwandten, dem Schwarzstorch, scheut er die Nähe zu Menschen nicht und brütet zum Beispiel auch auf Dächern. Als typischer Vogel der offenen Kulturlandschaft war er ursprünglich fast in ganz Europa verbreitet. Trockenlegungen von Feuchtgebieten und vermehrter Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft haben seine Bestände vor allem in Westeuropa stark dezimiert. Dank Wiederansiedlungsprogrammen nehmen seine Bestände seit kurzem in West- und Mitteleuropa wieder zu.
Der Weissstorch lebt bevorzugt in feuchtem oder trockenem Grasland in der Nähe von Wasserstellen. An diesen Orten findet er auch herumstolzierend seine Beute, die sich aus Fröschen, Eidechsen, Schlangen, Fischen, Schnecken, Würmern und z.T. auch aus Mäusen zusammensetzt. Weissstörche bauen ihre sehr grossen Horste aus Ästen und Erdklumpen bevorzugt hoch über dem Boden, denn von dort können sie leichter los fliegen. In dieses Nest werden 3-5 Eier gelegt. Die Jungen wachsen schnell und können schon im August ihren Eltern auf dem Zug nach Afrika folgen. Während die Altvögel im nächsten Frühling wieder zurückkehren, bleiben die Jungvögel erst einmal 4-5 Jahre in Afrika, bevor sie zur eigenen Brut wieder zurückfliegen.
Im Tierpark Goldau finden Sie die Weissstörche in einem Gehege in der Nähe des Blauweihers. Wir hoffen, dass Nachwuchs dafür sorgt, dass im Tierpark Goldau eine Storchenkolonie mit frei fliegenden Tieren entsteht. Die bisher im Gehege lebenden Vögel sind flugunfähig.
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