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Es gibt sechs grosse Speicheldrüsen, nämlich die beiden Ohrspeicheldrüsen (Glandula parotis), die beiden Unterkieferspeicheldrüsen (Glandula submandibularis) unter/neben dem Unterkieferknochen und die beiden Unterzungenspeicheldrüsen (Glandula sublingualis) unter/neben der Zunge gelegen. Daneben liegen in der Wangen-, Gaumen- und Lippenschleimhaut viele sogenannte kleine Speicheldrüsen. Operationen an den Speicheldrüsen können bei Tumoren oder hartnäckigen Entzündungen notwendig sein. In der überwiegenden Anzahl der Fälle werden die grossen Speicheldrüsen von solchen Erkrankungen befallen. Ist die Ohrspeicheldrüse betroffen, muss je nach Krankheit, ein Teil oder die ganze Drüse entfernt werden. Die Operation erfolgt über einen Hautschnitt im Bereich der Ohrmuschel und des Kieferwinkels. Als erstes wird der Gesichtsnerv aufgesucht. Dieser läuft direkt durch die Drüse und teilt sich hier seine einzelnen Äste auf. Das Risiko einer Nervenverletzung kann durch das frühe Sichtbarmachen des Nerven vermindert werden. Die Nervenfunktion wird während der Operation zusätzlich mit einem speziellen Gerät überwacht. Bei bösartigen Tumoren kann es notwendig sein den Gesichtsnerven ganz oder teilweise zu entfernen. In diesen Fällen wird versucht den Nerven durch eine Transplantation wiederherzustellen.
Bei Erkrankungen der Glandula submandibularis wird meist die ganze Drüse entfernt. Die Operation erfolgt auch hier von Aussen über einen Hautschnitt, der etwas unterhalb des Unterkieferknochens liegt. Bei beiden Operationen wird am Schluss der Operation für ca. zwei Tage ein sogenanntes Drain eingelegt, damit im Operationsgebiet kein Bluterguss entsteht. Die Operationen erfolgen in Narkose.
Spitalaufenthalt 2-4 Tage je nach Eingriff.
Arbeitsunfähigkeit während ca. 2 Wochen nach Spitalaustritt.
Gelegentlich kann ein Bluterguss oder eine Infektion im Operationsgebiet entstehen. Bei einer Infektion kann die Einnahme eines Antibiotikums notwendig sein.
Bei Patienten mit entsprechender Veranlagung, kann sich eine verstärkte Narbenbildung (Keloidbildung) im Bereich des Hautschnittes entwickeln. Diese lässt sich durch eine zweite Operation oder durch Medikamenteninjektionen behandeln.
Nach Entfernung der Glandula submandibularis kann die Muskelfunktion im Bereich der Unterlippe gestört sein. Nach Ohrspeicheldrüsenoperationen tritt häufig eine Verminderung der Hautsensibilität im Operationsgebiet und der Ohrmuschel auf, die während einigen Wochen bis Monaten anhalten kann. Gelegentlich kommt es bei teilweiser Entfernung der Ohrspeicheldrüse zu einer Verzögerung der Wundheilung wegen Speichelaustritt durch die Operationswunde.
Nach einigen Wochen bis Monaten kann sich beim Essen eine unterschiedlich starke Schweissekretion im Hautgebiet über der Ohrspeicheldrüse einstellen.
Sofern eine gutartige Erkrankung vorliegt, kann selten eine meist vorübergehende Funktionsstörung des Gesichtsnerven (Fazialisparese) auftreten. Bei Operationen von bösartigen Speicheldrüsentumoren besteht das Risiko eines dauernden und vollständigen Funktionsverlustes des Nerven, da dieser eventuell ganz oder teilweise entfernt werden muss.
Nach der Operation im Spital und auch nach der Spitalentlassung ist es besser die Schmerzmittel in regelmässigen Zeitabständen und nicht nur bei stärkeren Schmerzen einzunehmen. Die Medikamente wirken bei regelmässiger Einnahme besser. Die Gesamtmenge der Medikamente lässt sich dadurch reduzieren.
Um Komplikationen (Blutungen, Infektionen) zu vermeiden ist folgendes zu beachten: