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Gastkurator: Alexander van Grevenstein
"Tentoonstelling" ist niederländisch für Ausstellung". Im Gegensatz zum deutschen Wort enthält "tentoonstelling" das Verb "tonen", was "zeigen" bedeutet: etwas wortlos sehen lassen.
Tentoonstelling dauert vom 3. Juni bis 19. Juli 1987 und bringt fünfzehn Zeichnungen, Bilder und Skulpturen von fünf, meist jungen Künstlern in den Räumen der Zürcher Kunsthalle zusammen. Die Künstler: Frank van den Broeck, Frank Mandersloot, Marien Schouten, Toon Verhoef und Roy Villevoye, bilden keineswegs eine Gruppe, Strömung oder was auch immer. In ihrem Zusammenhang geben sie keine Richtung oder Tendenz an. Höchstens teilen sie eine ähnliche Einstellung gegenüber der bildenden Kunst und der Verantwortlichkeit des Künstlers. Bei dieser ihrer Einstellung ist der Künstler als Individuum auf der Suche nach einer eigenen, nicht auf voreingenommenen Standpunkten oder Theorien beruhenden Bildsprache, wobei er die Komplexität des Endergebnisses nicht scheut.
Roy Villevoye und Frank Mandersloot (beide Jahrgang 1960) arbeiteten in den letzten Jahren in der Absonderung des eigenen Ateliers an Bildern, die vor der Selbstkritik bestehen konnten. Erst seit kurzem treten sie mit ihren Arbeiten hervor. Bei Mandersloot gibt es immer eine Art Abstraktion, die aber nie auf einer einfachen Reduktion, sondern auf der Verwertung traditioneller Symbole, Zeichen und Bildkonventionen beruht. Seine Zeichnungen sind Ortsbestimmungen, sie geben den Zeichen immer wieder Kontext und Plazierung, sowohl auf der Papieroberfläche wie innerhalb des suggerierten imaginären Raumes. Die aus den Zeichnungen resultierenden Konstellationen formt er zu Skulpturen aus geleimtem, blinkend gelacktem Holz um. Er setzt sie immer in einer bedeutungsvollen Beziehung zum Raum, worin sie gezeigt werden. Das auf und in das Kunstwerk fallende Licht spielt ebenso eine wichtige Rolle in der Arbeit Roy Villevoyes, aber diesmal eher aus einer festen malerischen Tradition hervorgehend. Seine Bilder zeigen Form und Gegenform in bald organischen, bald konstruktiven Farbmustern. Das Gewicht der Farben verbündet sich mit der Zentralität der Ordnung auf der Oberfläche: Villevoys weiss, dass die Malerei in Byzanz als Projektion spiritueller Entitäten aufgefasst wurde.