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Lobsang Sangay als Chef der Exilregierung der Tibeter wiedergewählt
Lobsang Sangay bleibt Chef der Exilregierung der Tibeter. Der US-Völkerrechtsexperte wurde in der zweiten Wahlrunde mit 57 Prozent der Stimmen von den Exil-Tibetern wiedergewählt, wie die Wahlkommission am Mittwoch im indischen Dharamsala mitteilte. Sangay kündigte nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses an, den "Freiheitskampf" der Tibeter so lange fortzusetzen, bis in Tibet "echte Autonomie" und grundlegende Freiheiten herrschten.
Die Wiederwahl des 48-jährigen Sangay, der die politische Führung 2011 vom Dalai Lama übernommen hatte, war erwartet worden. Er war in der zweiten Wahlrunde gegen den 49-jährigen Penpa Tsering angetreten, der wie Sangay und der Dalai Lama für eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts und mehr Autonomie für die Region eintritt.
China kontrolliert Tibet seit den 50er Jahren. Die Tibeter klagen über religiöse Unterdrückung und angesichts des zunehmenden Zuzugs von Han-Chinesen über soziale Verdrängung in ihrer Heimat. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt seit einem gescheiterten Volksaufstand in Tibet 1959 im indischen Exil.
Früher war der 80-Jährige nicht nur das geistliche Oberhaupt der Tibeter, sondern auch der Chef der Exilregierung in Dharamsala. Seit 2001 stand ihm dabei ein gewählter Ministerpräsident zur Seite. Nach der Wahl von Sangay 2011 zog sich der Dalai Lama vollständig aus der aktiven Politik zurück.
Die Macht der tibetischen Exilregierung ist weitgehend auf die Verwaltung der tibetischen Gemeinde in Indien beschränkt. Trotz weltweiter Sympathien für den Dalai Lama hat bisher kein Staat die Exilregierung als legitime Vertretung der Tibeter anerkannt. Für die Wahl des neuen Regierungschefs hatten sich rund 90.000 Exil-Tibeter in 13 Ländern registriert.
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