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Dampflokomotive Antracita
Die Gesellschaft Minas y Ferrocarril de Utrillas, Besitzerin der Eisenbahnstrecke von Utrillas nach Zaragoza, wurde am 30. März 1900 gegründet. Die Hauptstrecke wurde als Meterspurbahn gebaut. Hauptziel war es, die Abfuhr der Braunkohlen von den Revieren um Utrillas zu erleichtern. Die offizielle Eröffnung fand am 30. September 1904 statt. Gleichzeitig mit dem Bau der Hauptlinie wurde zwischen Martín del Río und Utrillas auch eine 7 Kilometer lange Zubringerstrecke mit 600mm Spurweite gebaut.
Der ursprüngliche Lokbestand dieses kleinen Netzes bestand aus vier B-Kupplern. Orenstein & Koppel baute im Jahr 1903 zwei Loks mit den Fabriknummern 1166 und 1167. Eine der Loks bekam die Nummer 1 sowie den Namen Hulla (Kohle) und die zweite Lok, Nr. 3, bekam den Namen Turba (Torf). Im darauf folgenden Jahr lieferte Arthur Koppel eine weitere Lok, diesmal ein Jung Fabrikat. Die neue Lok war den ersten beiden Loks ähnlich und hatte die Jung Fabriknummer 681. Sie bekam die Nr. 2 sowie den Namen Lignito (Braunkohle). 1906 wurde wiederum über Arthur Koppel die vierte und vorerst letzte Lok beschafft, ebenfalls eine Jung-Lok, Fabriknummer 1032. Diese bekam die Nr. 4 sowie den Namen Antracita (Anthrazit).
Zu einem späteren Zeitpunkt kam die Lok 11 Eschcha dazu, diese wurde 1884 von Black, Hawthorn gebaut und für den Einsatz auf der 600mm Strecke erworben. 1907 und 1913 wurden zwei weitere Loks von Orenstein & Koppel für die Bahn gebaut, diese erhielten die Nummern 21 Utrillas und 22 Montalbán. Als letzte Lokbeschaffung für die Minenbahn kamen Anfang der 20er Jahre zwei ehemalige Heeresfeldbahnloks zur Bahn. Diese beiden Loks, gebaut 1918 von Henschel, erhielten die Nummern 31 und 32. Namen wurden hier keine mehr vergeben.
Die Stilllegung der Bahn 1966 haben alle Loks überlebt, sie sind als Denkmäler oder in Sammlungen erhalten. Ab den frühen 80er Jahren wurden diverse Loks von der Minengesellschaft verkauft. Die Lok Nummer 4, Antracita wurde als eine der letzten Loks verkauft. Sie ging in den Besitz von zwei Privatleuten, die in der Nähe von Barcelona eine Sammlung von Autos, Motorrädern, Lastwagen, Schiffen und Eisenbahnfahrzeugen zusammengetragen hatten.
Im Jahr 2000 wurde die Lok zu einem grossen Teil zerlegt, um sie betriebsfähig zu revidieren. Leider ging die Leidenschaft etwas verloren und so stand die Lok jahrelang in ihre grossen Einzelteile zerlegt unter einem Wellblechdach. Ab 2010 wurde diese Sammlung schrittweise reduziert. Als eine der letzten 600mm Dampfloks stand die Antracita 2012 inmitten eines Haufens alter Automotoren, ausgeschlachteten Karosserien, Tanksäulen etc. Viele der potentiellen Käufer haben sie nicht beachtet, da sie unter all den Teilen einen sehr schlechten Eindruck hinterliess und mit der Lok 1 der MFU, der Hulla, eine betriebsfähige Lok mit denselben Proportionen zum Verkauf stand.
Der Verein SchBB besichtigte die Lok im Frühling 2012 und erkannte das Potential. Auch die bereits neu angefertigten Blechteile für das Führerhaus und die Wasserkästen waren, unter vielen Schraubenkisten begraben, komplett vorhanden. Nach einer längeren Verhandlungsdauer konnte der Verein die Lok für einen angemessenen Preis übernehmen.
Seither wartet die Dampflok darauf, dass in der Werkstatt genügend Kapazitäten zu ihrer Aufarbeitung frei werden.
Geschichte1906 gebaut von Arnold Jung, Jungenthal. 1032/1906
1906 Lieferung an Arthur Koppel für Verkauf an MFU in Spanien
1906 bis 1966 im Einsatz bei der MFU
1966 Einstellung des Bahnbetriebes, Abstellung der Lok
Ab 1966 Abgestellt am Rundlokschuppen in Utrillas
In den 1980er Jahren Verkauf an J. Comella und P. Chadwick, Transport nach Barcelona
2000 Beginn Aufarbeitung, Lok auseinandergebaut
2012 Verkauf an den Verein Schinznacher Baumschulbahn
14.11.2012 Ankunft in der Baumschule
Daten
|Achsfolge||B n2t|
|Baujahr||1906|
|Hersteller||Jung|
|Fabriknummer||1032|
|Zustand||Abgestellt|
|In Schinznach seit||2012|
|Eigentümer||Verein Schinznacher Baumschulbahn|