Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03445.jsonl.gz/750

Anfänge und Entwicklung in der Zentralschweiz
Der damals fortschrittlichen Idee der Kremation stellte sich um die Jahrhundertwende von 1900 eine geschlossene Abwehrfront von Kirche und Staat entgegen. Nur die Stadtregierung von Luzern zeigte nach einiger Zeit Interesse für die Feuerbestattung. 1902 gründete Franz Xaver Burri, der als Forstinspektor bei den SBB tätig war, eine „Freie Vereinigung Gleichgesinnter“. 1905 entstand auf die Initiative Burris die spätere Genossenschaft Luzerner Feuerbestattung (GLF), die noch heute das Krematorium in Luzern betreibt.
Mit der „Verordnung über die Feuerbestattung in Luzern“ vom 12. Juli 1917 wurde in der Stadt die rechtliche Grundlage für die Kremation geschaffen. Der Regierungsrat musste diese Verordnung nach Einsprachen der Gegner und dem erfolgreichen Rekurs der Befürworter beim Bundesgericht im Februar 1924 genehmigen. Am 10. März 1924 erteilte die Stadt Luzern die Baubewilligung für das Krematorium. Im Frühling des gleichen Jahres, nach über 20 Jahren Einsatz, wurden die Bauarbeiten unter der Leitung von Architekt Albert Froelich aufgenommen. Bereits Ende Dezember 1924 wurde als Erster der Dichter und Nobelpreisträger Carl Spitteler eingeäschert. Besonders erwähnenswert ist das prächtige Mosaik im Atrium, das der Kunstmaler und Bildhauer Hans Erni in den späten Siebziger-Jahren geschaffen hat und vom Kremationsverein mitfinanziert wurde.
Am 28. Juli 1996 konnte das zweite Krematorium der Zentralschweiz im Wintersried in Seewen Schwyz nach einer bewegten Geschichte eingeweiht werden. Damit verkürzen sich die Transportwege für unsere Mitglieder im Einzugsgebiet der Kantone Schwyz, Uri und Zug.
Am 10. Januar 2005 übergab die GLF ein neues, modernes Krematorium dem Betrieb. Zwei gasbeheizte Ofenlinien, ausgestattet mit einer hochmodernen Rauchgasreinigung, garantieren die umweltfreundlichste Bestattung.