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"Es steckt viel mehr als Schönheit in den Dingen, die wir schön finden." Andrea Illy führt das Kaffee-Unternehmen illy gemeinsam mit seinen drei Geschwistern nun schon in dritter Generation. Sein Traum vom Kaffee wurde aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, was natürlich zu einigen sprachlichen Verlusten geführt haben könnte, zuerst erschienen ist es jedenfalls auf Italienisch bei Codice Edizioni Torino 2015. International ist aber nicht nur die Entstehungsgeschichte dieses Buches, sondern auch die des Produktes, um das es geht. "illy" wird gemeinhin mit Kaffee assoziiert und manche sagen sogar, dass es der beste sei, was mit der "Mission-Passion-Obsession"-Ph-illy-sophie seiner Gründerväter zusammenhängen könnte. Andrea Illy hat ein Buch für illy-Fans und potentielle Start-Ups geschrieben, denn seine Tipps sind Gold wert, "schwarzes Gold".
Ph-illy-sophie eines Unternehmens
Francesco Illy, der Großvater von Andrea, wurde 1892 in Timisoara, das heute zu Rumänien, damals aber zu Ungarn gehörte, geboren. In Wien, der Hauptstadt der damaligen k.u.k. Monarchie wollte er sein Glück versuchen und fand es dann schlussendlich im Haupthafen des Kaiserreiches, Triest, damals der Hauptumschlagsplatz für den gesamten europäischen Handel und Konsum der Monarchie. 1933 gründete er dort die Firma Illy-Hausbrandt, die Kaffee und Schokolade herstellte und bald den Kaffeekonsum revolutionieren sollte. Er erfand damals schon das sogleich patentierte "Überdruckverfahren", mit dem der Kaffee mithilfe von Stickstoff in den illy-Dosen sogar eine reifende Wirkung entfaltet. Mit der "Illetta" wurde damals schon eine Kaffeemaschine für den Hausgebrauch erfunden, die später in die berühmte Francis Francis miteinfloss. 1950 italienischer Staatsbürger geworden, übergab er wenig später sein Unternehmen an seinen Sohn Ernesto, der aus illy eine weltweite Marke machte, die man seither in der Wüste Arizonas ebenso findet wie im Basislager des Mount Everest, wie Andrea Illy, der Sohn von Ernesto, begeistert erzählt. Das "schwarze Gold", der italienische Espresso, wird eben auf der ganzen Welt geliebt.
Schwarzes Gold: Live happ-illy!
Die Rollen zwischen den vier Geschwistern wurden nach der Übergabe von Ernesto gut aufgeteilt: Riccardo übernahm die Organisation des Verkaufsteams, Francesco Kunst und Fotografie, Anna die Kontakte mit den Anbauländern und Andrea die Visionen. Und da ein Visionär ohne praktische Umsetzung nur halluziniere, wie er selbst ironisch anmerkt, machte sich Andrea an die Realisierung seines "Traums vom besten Kaffee der Welt", des schwarzen illy-Goldes. Sein Proust’scher "Madelaine-Moment" - wie der gebildete Europäer und studierte Chemiker bekennt - war wohl, als seine Mutter ihr Kaffee-Ritual zelebrierte, was damals noch eine Dreiviertelstunde dauerte: sie mahlte den Kaffee von Hand. Aber das Geruchs- und Geschmackserlebnis war dementsprechend stark und solche autobiographischen Momente tragen eben wesentlich zur Genese eines Menschen - und Unternehmers - bei. Andrea Illy erzählt in seinem Buch nämlich nicht nur vom Kaffee, sondern auch vom Glück. Seine Firma hat es wie keine andere geschafft, auch für Nachhaltigkeit bei der Produktion zu sorgen und wurde dafür schon mehrmals ausgezeichnet. Glück ist nämlich das einzige was mehr wird, wenn man es teilt und so sorgt illy schon seit Jahrzehnten dafür, dass es auch den Produzenten und nicht nur den Konsumenten gut geht. Es wurde sogar eine eigene Università del Caffè gegründet, um dem japanischen Kaizen, der stetigen Verbesserung, zu entsprechen. Schon 200'000 Menschen haben dort in den letzten 18 Jahren studiert.
Kalokagathia (griech.: das Schöne und Gute) wird bei illy groß geschrieben, denn es geht um mehr als nur Gewinne oder das BIP, da es unmöglich sei, in einer unglücklichen Welt glücklich zu sein. Illy fühlt sich deswegen mehr dem BNG verpflichtet: Umweltverträglichkeit, seelisches Wohlbefinden, Gesundheit, Bildung, Zeitverwendung, kulturelle Vielfalt und Resilienz, verantwortungsbewusste Regierungsführung, ökologische Vielfalt und Vitalität des Gemeinwesens. Und wenn es den Kaffee-Produzenten besser geht, schmeckt auch den Konsumenten der Kaffee besser. Dafür bürgen übrigens die vielen Zertifikate, die illy schon erworben hat. Neben dem fünf Jahre hintereinander verliehenen World’s Most Ethical Company Preis, sind dies auch die ISO-Normen und der Responsible Supply Chain Process sowie EMAS und Qualité France. Vielleicht denken Sie beim nächsten Espresso daran. Ein Buch für Gewinner und solche, die es werden wollen.