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Auch weltweit gehörte Beckenbauer zu den Allergrössten im Fussball, er wurde Weltmeister als Spieler und Trainer, holte die WM 2006 nach Deutschland. Er war die viel gerühmte Lichtgestalt.
«In tiefer Trauer teilen wir mit, dass mein Mann und unser Vater Franz Beckenbauer am gestrigen Sonntag im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen ist», teilte die Familie mit. «Wir bitten, in Stille trauern zu können und von allen Fragen abzusehen.»
München, New York, Hamburg
Beckenbauer gewann als eleganter Libero mit Bayern München vier Meistertitel und dreimal den Meistercup, den Vorgänger der Champions League. Die Krönung seiner Karriere folgte 1974 mit dem WM-Titel. Zwei Jahre zuvor führte er bereits die deutsche EM-Siegermannschaft an.
Nach einigen Jahren in den USA bei Cosmos New York, wo er mit Pelé in einem legendären Team spielte, kehrte Beckenbauer nach Deutschland zurück und gewann mit dem Hamburger SV 1982 noch einen Meistertitel.
Regisseur des Sommermärchens
1984 wurde Beckenbauer auch ohne Trainerlizenz Teamchef der deutschen Nationalmannschaft und führte das Team gleich in den WM-Final 1986 gegen Argentinien (2:3). Vier Jahre später gelang mit dem WM-Triumph die Revanche gegen Diego Maradona und Co. Als Trainer kehrte Beckenbauer noch zum FC Bayern zurück, als seine Münchner Mitte der 1990er-Jahre in der Krise stecken.
Sein Charisma und seinen polyglotten Glanz nutzte der deutsche Fussball-Verband bei der WM-Bewerbung für 2006. Das Sommermärchen wurde Beckenbauers Glanzstück als Funktionär - und zugleich für ihn persönlich schwierig. Es gab Vorwürfe, als dubiose Zahlungen publik wurden. Bei Beckenbauers imposantem Lebenswerk sorgen die Anschuldigungen um die WM-Vergabe mit dubiosen Millionenzahlungen für einen späten Beigeschmack.
Schwierige letzte Jahre
Das Leben des leichtfüssigen Lebemannes, der einst gerne in jedes Mikrofon plauderte, war die letzten Jahre schwerer geworden. Aus gesundheitlichen Gründen reiste Beckenbauer nicht zur WM nach Katar. «Ich hatte auf einem Auge einen sogenannten Augeninfarkt. Rechts sehe ich leider nichts mehr. Damit komme ich klar. Und mit dem Herzen muss ich aufpassen», sagte Beckenbauer damals.
An der Trauerfeier seines Freundes Pelé Anfang 2023 in Brasilien nahm er genauso wenig teil wie am Treffen der einstigen WM-Mannschaft von 1990 wenige Monate später.
Die Eckdaten zu Franz Beckenbauer:
Er wurde am 11. September 1945 in München geboren.
1958 wurde er Spieler beim FC Bayern München.
Deutscher Meister mit dem Verein 1969, 1972, 1973 und 1974.
Mit ihm als Captain gewann Deutschland zwei Jahre nach dem Europameistertitel auch die Weltmeisterschaft 1974.
1977 wechselte er zu Cosmos New York.
Vor dem Ende seiner aktiven Spielerkarriere errang er 1982 den fünften deutschen Meistertitel mit dem Hamburger SV.
Als Teamchef führte er die deutsche Nationalmannschaft 1986 in den WM-Final und 1990 zur Weltmeisterschaft.
1994 bis 2009 war er Präsident des FC Bayern München sowie nach der Umwandlung des Vereins in eine Aktiengesellschaft 2002 auch Aufsichtsratsvorsitzender.
Als Chef des Bewerbungskomitees war er massgeblich daran beteiligt, die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland zu holen und leitete dann das Organisationskomitee.
Von 2007 bis 2011 war er Mitglied des Exekutivkomitees des Fussball-Weltverbandes FIFA.
Von 2011 bis 2012 war er Vorsitzender der FIFA Taskforce Football 2014, die sich mit der Entwicklung und Zukunft des Fussballs beschäftigte.