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Postulat über die Verringerung von Lebensmittelverlusten im Kanton Luzern
Archiv: 9. Dezember 2013
Monique Frey bittet den Regierungsrat namens der Grünen-Fraktion in einem Postulat vom 9. Dezember 2013, zusammen mit den Akteurinnen und Akteuren der Lebensmittelkette mit geeigneten Mitteln die Lebensmittelverluste im Kanton Luzern zu verringern.
Der Regierungsrat wird gebeten, zusammen mit den Akteurinnen und Akteuren der Lebensmittelkette mit geeigneten Mitteln die Lebensmittelverluste im Kanton Luzern zu verringern:
- Zusammen mit allen Beteiligten der Lebensmittelkette, unter anderem mit den Grossverbrauchern, der Gastronomie, der Lebensmittelverarbeitung, dem Handel und den landwirtschaftlichen Produzentinnen und Produzenten usw., Massnahmen zu ergreifen, die im Kanton Luzern die Lebensmittelverluste reduzieren,
- Haushalte im Kanton Luzern mit Sensibilisierungskampagnen zur Verringerung von Lebensmittelverlusten zu motivieren (z.B. Information, Broschüren usw.),
- die Zusammenarbeit mit Fachorganisationen und Organisationen wie «Tischlein deck dich» zu suchen (z.B. existierender Ratgeber von «Tischlein deck dich»).
Begründung:
Es wird geschätzt, dass in der Schweiz ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen wird. Dies betrifft die vermeidbaren Verluste und misst sich an der gesamten landwirtschaftlichen Produktion. Lebensmittelverluste bezeichnen alle Lebensmittel, die für die menschliche Ernährung produziert werden, aber irgendwo zwischen Feld und Konsum verlorengehen und folglich nicht verzehrt werden. Ungeniessbare Teile, wie Rüstabfälle, Knochen oder Kaffeesatz, sind dabei nicht inbegriffen.
Die Verluste entstehen in allen Gliedern der Lebensmittelkette. Fast die Hälfte der Verluste fallen in den Haushalten und in der Gastronomie an: Pro Person landen hier täglich 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall. Dies entspricht fast einer ganzen Mahlzeit.
Neben Haushalten, Grossverbrauchern und Gastronomie (50% der Verluste) sind in der Lebensmittelkette auch Verarbeitung und Handel (30%) und die landwirtschaftliche Produktion (20%) betroffen. Die unabhängige Informations- und Dialogplattform www.foodwaste.ch und der WWF Schweiz haben den aktuellen Stand des Wissens über Lebensmittelverluste in der Schweiz in einem umfassenden Bericht (Lebensmittelverluste in der Schweiz ‐ Ausmass und Handlungsoptionen, Oktober 2012, unter: www.foodwaste.ch) zusammengefasst. Der Bericht zählt konkrete Handlungsoptionen für die verschiedenen Akteurinnen und Akteure der Lebensmittelkette auf. Die hohen Lebensmittelverluste haben weitreichende Auswirkungen auf Natur und Mensch. Die Produktion von Lebensmitteln verursacht 30 Prozent aller Umweltbelastungen. Werfen wir Lebensmittel in den Abfall, werden knappe Ressourcen, wie Wasser, Böden und fossile Energieträger, unnötig belastet. Weggeworfene Lebensmittel verursachen in der Schweiz Mehrkosten in Milliardenhöhe und belasten das Haushaltsbudget und die Staatsausgaben unnötig. Gleichzeitig verknappt eine durch Verluste erhöhte Nachfrage das weltweite Angebot an Lebensmitteln, während die Ernährungssicherheit vieler Menschen nicht garantiert ist. Der Kanton Luzern würde nicht isoliert in diesem Bereich aktiv, sondern ergänzend zur bereits bestehenden Fachgruppe auf Bundesebene. Denn auch für diesen Bereich gilt, was national/global angedacht ist, muss regional umgesetzt werden, damit es erfolgreich wird. In dieser Umsetzung auf kantonaler Ebene soll auch der Kanton Luzern eine aktive Rolle übernehmen.