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Kreisrunder Haarausfall
Synonym: Alopecia areata, Alopecia circumscripta, Areata celsis, Pelade
Bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich runde kahle Flecken am Kopf und an anderen Stellen, an denen Haare wachsen. Meist kommen die Haare nach einiger Zeit von selbst zurück. Allerdings kann der kreisrunde Haarausfall immer wieder in Schüben auftreten.
Eine Alopecia areata ist meist harmlos, doch leiden die Betroffenen oft sehr unter den sichtbaren kahlen Stellen. Auftreten kann die Erkrankung in jedem Alter, meist sind Kinder und junge Erwachsene betroffen. Verantwortlich für den kreisrunden Haarausfall ist nach heutigem Stand der Wissenschaft eine Autoimmunerkrankung.
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Symptome
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Fallen Ihnen an einer Stelle die Haare aus, bis sich ein runder kahler Fleck bildet?Stehen am Rand der haarlosen Stelle kurze, abgebrochene Haare?
Typisch für den kreisrunden Haarausfall sind runde oder ovale Stellen, an denen innerhalb kürzester Zeit die Haare ausfallen. Die Bereiche liegen meist im Kopfhaar, in seltenen Fällen im Bart oder in den Augenbrauen, manchmal auch in der übrigen Körperbehaarung. Sie sind oft münzgross, können aber auch grösser werden. Die Ränder sind klar begrenzt.
Die Symptome im Einzelnen:
- Runde oder ovale, völlig kahle, haarlose Stellen
- An den Rändern: kurze, abgebrochene Haare, die zur Kopfhaut hin dünner werden und sich leicht ausreissen lassen («Ausrufungszeichenhaare» oder «Kommahaare»)
- Betrifft meist das Kopfhaar, seltener Augenbrauen, Wimpern, Achsel- und Schambehaarung und bei Männern auch die Bartbehaarung
- Die kahlen Stellen sind elfenbeinfarben, glatt mit winzigen Poren der Haarausführungsgänge
- Nägel werden brüchig oder verdicken, bilden Aufrauungen, Querrillen, Eindellungen oder Grübchen (Tüpfel- und Ringelnägel)
- Manchmal fallen nur die Haare aus, die noch Farbpigmente besitzen und die grauen Haare bleiben übrig
- Betrifft hauptsächlich Kinder und junge Erwachsene
- Schubweises Auftreten
Oft gibt es nur eine münzgrosse Stelle (Alopecia areata unilocularis). Der kreisrunde Haarausfall kann aber auch mehrere Stellen betreffen (Alopecia areata multilocularis), die zusammenfliessen können bis zur Kahlheit des gesamten Kopfs (Alopecia areata totalis) oder auch des Körpers (Alopecia areata universalis).
Im Allgemeinen wachsen die Haare von selbst wieder innerhalb eines halben oder ganzen Jahres nach. Dabei kann es passieren, dass den nachwachsenden Haaren die Farbpigmente fehlen und sie weiss sind. Rückfälle kommen bei etwa der Hälfte der Betroffenen vor.
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Behandlung
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Ein kreisrunder Haarausfall braucht nicht unbedingt eine Behandlung, denn bei der überwiegenden Zahl der Betroffenen wachsen die Haare an den kahlen Stellen nach einer gewissen Zeit von selbst wieder nach. Ob ein Arzt zu einer Therapie rät, hängt also eher von der Geduld der Betroffenen ab und davon, wie sehr sie unter den kahlen Stellen leiden.
Vor allem wenn die Alopecia areata deutlich sichtbar ist, stellt sie für viele Menschen eine starke seelische Belastung dar. In diesen Fällen ist eine Diagnose für den Hautarzt einfach. Ist der Haarausfall nicht so genau zu diagnostizieren, wird der Arzt nach einem ausführlichen Gespräch über Krankengeschichte und anderen Erkrankungen die Kopfhaut und Haare genauer untersuchen. Dazu kann er in einem Zupftest (Pull-Test) prüfen, wie fest die Haare in der Haut verankert sind. Mittels eines Trichogramms lässt sich unter dem Mikroskop feststellen, wie die Haare beschaffen sind. Anhand von Laborbefunden lassen sich andere Krankheiten wie Schilddrüsenfunktionsstörungen ausschliessen.
Ursächlich lässt sich der kreisrunde Haarausfall nicht behandeln; das heisst, einem erneuten Schub kann nicht vorgebeugt werden, er lässt sich allenfalls symptomatisch heilen. Dazu kommen zwei Möglichkeiten infrage: eine örtliche oder äusserliche, sogenannte topische Behandlung und eine Therapie mit Tabletten, eine sogenannte systemische Therapie. Zu welcher Art der Hautarzt rät, hängt davon ab, wie gross der kahle Fleck ist und wie viele Stellen betroffen sind.
- Zink: Bei schwachem kreisrundem Haarausfall können Betroffene Zink einnehmen; eine Wirkung ist wissenschaftlich nicht hinreichend belegt.
- Glukokortikoide (z.B. Kortison): Kortison unterdrückt Immunreaktionen. Seine verwandten Wirkstoffe (z.B. Mometason, Betamethason, Amcinonid, Clobetasolpropionat) werden als Creme, Lösung oder Schaum direkt auf betroffene Stellen aufgetragen. Die Wirkstoffe können auch unter die Haut der kahlen Stellen gespritzt werden. Ausserdem finden sie systemisch als Tabletten (Prednisolon) Anwendung, als Stosstherapie mit anschliessendem Ausschleichen. Ein grosser Nachteil der systemischen Therapie sind zahlreiche Nebenwirkungen, ebenso können nach Absetzen der Therapie die Haare wieder ausfallen.
- Topische Immunreaktion mit Kontaktallergenen (z.B. Diphenylcyclopropenon, Quadratsäuredibutylester): Diphenylcyclopropenon (DCP) löst auf der haarlosen Stelle eine Allergie aus. Dadurch wird das Immunsystem, das die Haare zum Ausfallen bringt, abgelenkt, da es mit der Abwehrreaktion beschäftigt ist. Die Haare können wieder nachwachsen. Nebenwirkungen sind Rötungen, Juckreiz, möglicherweise geschwollene Lymphknoten und Ekzeme. DCP gilt als die erfolgreichste Therapie bei kreisrundem Haarausfall. Für Kinder, Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch ist die Therapie nicht geeignet.
- Calcineurinhemmer (z.B. Tacrolimus, Pimecrolimus): Obwohl diese Präparate bei anderen Autoimmunerkrankungen gute Heilungserfolge zeigen, haben sie sich bis jetzt beim kreisrunden Haarausfall als wirkungslos erwiesen.
- Biologicals (z.B. Alefacept, Etanercept): Biologicals sind gentechnisch hergestellte Proteine. Bisher konnten noch keine Erfolge bei kreisrundem Haarausfall erzielt werden.
- PUVA-Therapie: Hier werden ultraviolette Strahlen mit dem Wirkstoff Psoralen kombiniert, der die Haut lichtempfindlicher macht. Die Wirkung ist umstritten, ausserdem besteht die Gefahr von Hautkrebs.
- Thymuspeptide: Aus dem Thymus gewonnene Peptide sind in Shampoos und Lotionen, aber auch in Tablettenform erhältlich und sollen das Immunsystem regulieren. Die Wirkung ist unter Fachleuten umstritten.
- Calcipotriol: Der entzündungshemmende Wirkstoff aus der Vitamin-D3-Familie wird als Creme aufgetragen.
Psychologische Hilfe
Viele Betroffene – egal, ob Mann oder Frau – leiden stark unter ihrem kreisrunden Haarausfall, vor allem wenn er sich nicht vom restlichen Haar überdecken lässt und für andere Menschen sichtbar ist. Dann erscheint oft ein völliger Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben als einzige Möglichkeit, damit zurechtzukommen. Wenn jemand spürt, dass die kahlen runden Flecken sich immer negativer auf die eigene Selbstakzeptanz auswirken, und wenn Situationen gemieden werden, die früher Teil eines positiven Lebensgefühls waren, ist es sinnvoll, sich einer Selbsthilfegruppe (www.alopecia.ch) anzuschliessen oder psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Der Verlauf ist von Person zu Person unterschiedlich. Bei einem Drittel der Betroffenen, die zum ersten Mal unter dem kreisrunden Haarausfall leiden, heilt die kahle Stelle von allein innerhalb eines halben Jahres ab, bei der Hälfte sind die Haare nach einem Jahr nachgewachsen. Allerdings kann die Alopecia areata in neuen Schüben wiederkehren.
Komplikationen
Es gibt Fälle, bei denen das nachwachsende Haar keine Farbpigmente enthält und am Anfang weiss ist.
Besonderheiten
- Ophiasis-Typ: Der kreisrunde Haarausfall findet hauptsächlich an den Haarrändern wie Nacken und Schläfen statt.
- Alopecia areata diffusa: Die diffuse Form der Alopecia areata ist eine Sonderform, bei der es ohne Bildung einzelner kahler Stellen zu einem plötzlichen und starken Haarausfall kommt (auch Alopecia areata incognita).
- Pseudopelade Brocq: Dieser Haarausfalltyp zeigt sich in kleinen, runden, ovalen oder unregelmässigen haarlosen Stellen, die im Gegensatz zum kreisrunden Haarausfall narbig sind. Er ist ein Begleitsymptom einer Reihe von Erkrankungen wie beispielsweise Lupus.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Warum es bei manchen Menschen zu einem kreisrunden Haarausfall kommt, ist nicht genau geklärt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt. Dabei bekämpft das Immunsystem nicht nur Viren und Bakterien, sondern auch Teile des eigenen Körpers. Im Fall des kreisrunden Haarausfalls greift es die Haarwurzeln (Follikel) an, die daraufhin ihre Arbeit erst einmal einstellen und in eine Art Schlafzustand verfallen. Die Folge ist, dass die Haare ausfallen.
Andere Ursachen wie Stress oder Hormonstörungen, Umweltgifte und die Nähe zu Mobilfunkmasten scheiden nach derzeitigem Kenntnisstand der Wissenschaft aus.
Risikofaktoren
- Genetische Veranlagung: Beim kreisrunden Haarausfall findet sich eine familiäre Häufung (10 bis 25% der Fälle).
- Downsyndrom: Bei Kindern mit Downsyndrom tritt der kreisrunde Haarausfall verstärkt auf.
- Andere Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise die Weissfleckenkrankheit (Vitiligo) gehen oft mit kreisrundem Haarausfall einher.
- Von kreisrundem Haarausfall Betroffene haben oft gleichzeitig Neurodermitis, Heuschnupfen und andere atopische Krankheiten.
Häufigkeit
Der kreisrunde Haarausfall ist selten. Nur rund 1 bis 2 von 100 Menschen sind einmal im Leben von ihm betroffen. Meist erkranken Kinder und junge Erwachsene, auch wenn eine Alopecia areata in jedem Alter auftreten kann. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
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Vorbeugung
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Bis jetzt sind keine Mittel und Massnahmen bekannt, um dem kreisrunden Haarausfall vorzubeugen.
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TopPharm hilft!
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Ihr persönlicher Gesundheits-Coach kann Ihnen Tipps geben, welche Tabletten und Tinkturen Ihnen bei Ihrem Haarausfall helfen können. Er kann Sie beraten, wie Sie die Mittel am besten anwenden, und weiss auch, wann ein Arztbesuch sinnvoll erscheint.
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Wirkstoffe
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