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Die Hoppers hatten in der vorangegangenen Meisterschaft den 4. Platz belegt, hinter Zürich, Servette und Meister Basel. Sie waren aber 1977/78 die Besten und wurden nach einem Unterbruch von sieben Jahren wieder Meister. Roger Berbig im Tor, der frisch gekommene Jonny Hey als Libero, Raimondo Ponte, Roger Wehrli, Claudio Sulser und Ruedi Elsener waren im Team von Trainer Helmuth Johannsen die Leistungsträger erster Güte. Heinz Hermann war in jener Saison noch ein Teenager, aber ebenfalls schon stark. Seine hohe Zeit sowie die des im Sommer 1978 von Amriswil gekommenen gleichaltrigen Andy Egli begann im Herbst 1978.
Im UEFA Cup legten die Grasshoppers einen hervorragenden Parcours hin. Sie eliminierten Frem Kopenhagen, Inter Bratislava und Dinamo Tiflis mit deutlichen Ergebnissen. Das 4:0 im Achtelfinal-Rückspiel gegen die damals renommierte UdSSR-Mannschaft aus Georgien an einem kalten Dezember-Abend beeindruckte die Fachleute auch ausserhalb der Schweiz.
Für die beiden Vergleiche mit Frankfurt waren die Zürcher der Underdog. Aber für das Rückspiel in Zürich brachten sie sich vorzüglich in Stellung, denn in Frankfurt verloren sie nach einer 2:0-Führung nur 2:3.
Pontes Geschick am Penaltypunkt
Für das Rückspiel füllten 30'000 den Hardturm. Eine höhere Zuschauerzahl wurde im damals schon fast 50-jährigen Stadion nie registriert. Der Match wurde ein Kampf. Die Hoppers mussten sich mit allem wehren. Das Cornerverhältnis stieg auf 2:11. Aber in der 33. Minute holte Ruedi Elsener einen Foulpenalty heraus, den Raimondo Ponte mit einem Flachschuss verwertete. Ponte hatte auch im Hinspiel mit einem Penalty getroffen.
Zwischen der 70. und der 75. kamen die Zürcher mit Kontern zu drei erstklassigen Möglichkeiten. Sie verpassten allerdings die Vorentscheidung, sodass zuletzt alles an einem Faden und Roger Berbigs Handschuhen hing. Der Goalie, der sich 1974 in einem kurzen und einseitigen Duell gegen Hans Stemmer um die Nachfolge des zurückgetretenen René Deck zur neuen Nummer 1 im GC-Tor gekürt hatte, wurde zum Matchwinner.
Der Ball war sozusagen schon drin
In der zweiten Halbzeit rissen die Frankfurter zweimal die Arme zum Jubel in die Höhe, aber Berbig entschärfte einen platzierten Schuss und drei Minuten vor Schluss einen Kopfball aus kurzer Distanz mit «unmöglichen» Paraden. Walter Lutz, Chefredaktor und Fussballspezialist der Fachzeitung «Sport», bezeichnete den Kopfball als «unhaltbar» und Berbigs Parade als «unwahrscheinlich». GC kam dank den Auswärtstoren weiter.
So knapp sich die Grasshoppers durchgesetzt hatten, so knapp scheiterten sie einen Monat später in den Halbfinals an Bastia. Nach den Resultaten nahmen sie jetzt Frankfurts Rolle ein: Sie siegten im Hardturm 3:2 (erneut mit einem Penalty-Tor von Ponte), verloren aber auf Korsika 0:1.
Für immer Eintracht
Das Weiterkommen gegen die Eintracht macht GCs Leistung zu einem Highlight im Schweizer Klubfussball - auch in Anbetracht der Qualität des von Trainer Dettmar Cramer angeführten Gegners. Frankfurts Mannschaft gehörten nebst Dragoslav «Stepi» Stepanovic, Norbert Nachtweih, Ronny Borchers und Goalie Jupp Koitka Spieler an, die noch heute als Beispiele für Klubtreue stehen. Verteidiger Charly Körbel sowie die offensiven Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski absolvierten insgesamt 48 Saisons für die Eintracht, also 16 Saisons im Durchschnitt.
In der heutigen Zeit ist Derartiges kaum noch denkbar. Hölzenbein und Grabowski gehörten zu den besten deutschen Stürmern jener Epoche. Im WM-Final von 1974, den Deutschland gegen die Niederlande in München 2:1 gewann, waren sie die Sturmpartner von Gerd Müller. Sie hätten sich jederzeit einem stärkeren Klub im In- oder im Ausland anschliessen können. Aber sie blieben, obwohl Klubs wie Bayern München, der Hamburger SV oder Borussia Mönchengladbach die besseren Adressen waren als Frankfurt. All die Treuen belohnten sich und die Eintracht 1980 mit dem Gewinn des UEFA-Cups.
Vorbild Charly Körbel
Karl-Heinz «Charly» Körbel spielte vom 18. bis 37. Lebensjahr, bis 1991, in Frankfurt. Mit seinen 602 Meisterschaftsspielen ist er noch heute der Rekordspieler der Bundesliga, vor Manfred Kaltz (581) und Oliver Kahn (557). Körbel war für seine exemplarische Fairness bekannt. In einem (sportlich unbedeutenden) Philips-Cup-Spiel in Bern gegen die Young Boys Ende der Achtzigerjahre wurde Körbel wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt. Aber doch nicht der Charly, hiess es im Wankdorf allenthalben. Tatsächlich stellte sich später heraus, dass der Schiedsrichter dem Falschen die Rote Karte gezeigt hatte.