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Uefa-Wahl: Aufsteiger gegen Rebell
- Mittwoch, 14. September 2016, 9:44 Uhr
Die 55 Uefa-Mitgliedsverbände wählen am Mittwoch in Athen ihren neuen Präsidenten. Favorit auf die Nachfolge von Michel Platini ist Aleksander Ceferin. Gegen den 48-jährigen Slowenen tritt der 68-jährige Niederländer Michael van Praag an.
Der Favorit
Vor wenigen Monaten war Aleksander Ceferin, Präsident des slowenischen Verbandes, noch weitgehend unbekannt. Seither hat er breite Unterstützung erhalten. Unter anderem kann der Rechtsanwalt auf die Stimmen aus Deutschland, Frankreich, Nordeuropa sowie aus etlichen osteuropäischen Ländern zählen. Nach eigenen Angaben verfügt er über mindestens 30 Stimmen, was ihm die Mehrheit brächte.
Dafür hat sich Ceferin im Wahlkampf ausgesprochen:
- Die EM soll dauerhaft mit 24 Teilnehmern durchgeführt werden.
- Die Endrunde 2024 soll wieder einen einzigen Gastgeber haben (2020 findet die EM in 13 verschiedenen Ländern statt).
- Die Sicherheit in den Stadien soll verbessert werden.
- Ausserdem kritisiert er die geplante Champions-League-Reform, die den grossen Ligen mehr garantierte Plätze gäbe, als unfair gegenüber kleinen Ligen.
Welche Rolle spielt Infantino?
Ceferin wird vorgeworfen, eine «Marionette» von Gianni Infantino zu sein. Der Fifa-Präsident sowie Russlands Sportminister Witali Mutschko hätten bei der Kandidatur im Hintergrund die Strippen gezogen, glauben Kritiker.
Ausserdem ist Tomaz Vesel, ein enger Freund Ceferins, neuer Chefaufseher bei der Fifa. Weil der Uefa-Präsident automatisch im Fifa-Council sitzt, würde Vesel über Ceferins Lohn mitentscheiden. Der ehemalige Fifa-Ethikberater Mark Pieth spricht von «Vetternwirtschaft».
Der Aussenseiter
Ceferins Kontrahent Michael van Praag (Ho), hat bisher die öffentliche Unterstützung von 4 Verbänden (England, Niederlande, Belgien und Island). Der 68-jährige Manager erlangte Bekanntheit als scharfer Kritiker des ehemaligen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter.
Dafür hat sich Van Praag im Wahlkampf ausgesprochen:
- Die geplante CL-Reform soll neuverhandelt werden. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass die Grossklubs eine europäische «Superliga» bilden.
- Die Uefa soll transparenter werden.
- Frauenfussball soll stärker gefördert werden.
- Das Jugendtransferalter soll auf 18 Jahre erhöht werden.
Sendebezug: Radio SRF3, 14.9.16, 08:30 Uhr, Morgenbulletin