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Das Wichtigste in Kürze
- Blaxploitation-Filme behandeln brisante Themen der afroamerikanischen Gesellschaft.
- «Disco Godfather» ist ein später, schräger Vertreter dieses Genres.
- Am Freitag, 14. Dezember 2018, führt die Kultmoviegang den Film im CineClub in Bern auf.
Explosiver als Dynamit war nur «Dolemite». Die Kunstfigur von Rudy Ray Moore machte 1975 den bösen Buben Feuer unter dem Hintern. Moore betätigte sich ursprünglich als Musiker und Komiker bevor er zur Schauspielerei kam. In seiner ersten Rolle als Zuhälter «Dolemite» schuf er dank trashigem Charme gepaart mit unfreiwilliger Komik eine parodistisch angehauchte Figur des Blaxploitation-Films.
Das Genre zeichnete sich durch starke, afroamerikanische Hauptfiguren aus. In Zeiten der Bürgerrechtsbewegung wurden brisante Themen der Gemeinden thematisiert. Man wollte den harten Strassen-Alltag porträtieren. Aufgrund reisserischer Sex- und Gewaltdarstellung liefen viele dieser Streifen in sogenannten Grindhouse-Kinos.
Einige Darsteller wie die knallharte Pam Grier («Foxy Brown») oder der abgebrühte Richard Roundtree («Shaft») avancierten zu Blaxploitation-Aushängeschildern.
Inspiration für die Rap-Szene
Moore erlangte durch unorthodoxe Schauspielkunst, deftige Sprüche plus eigenwilliger Mimik Kultstatus, besonders unter Hip-Hoppern. Der Rapper Snoop Dogg zählt ihn zu seinen wichtigsten Einflüssen. Ice-T und diverse N.W.A-Mitglieder wie Eazy-E oder Dr. Dre haben sich von seinen Werken ebenfalls inspirieren lassen.
Moore starb 2008 im Alter von 81 Jahren. Seine Geschichte dient nun als Grundlage für einen Spielfilm. Eddie Murphy schlüpft für Netflix in die Rolle von Moore. «Dolemite Is My Name» soll nächstes Jahr starten. Mit dabei sind unter anderem Wesley Snipes und Chris Rock.
Disco und PCP
Den letzten grossen Auftritt im Kino hatte Moore im Jahr 1979 in «Disco Godfather». Als DJ William Tucker führt er einen Kreuzzug gegen die Dealer von PCP (auch «Angel Dust» genannt). Der Film besticht durch schrilles Schauspiel, einem treibenden Soundtrack sowie seltsamen Dialogen.
Damals wollte Moore auf den Disco-Trend aufspringen. Dumm nur, dass zu diesem Zeitpunkt viele Tanzflächen bereits leer waren. Der von J. Robert Wagoner inszenierte «Disco Godfather» schmierte deshalb kommerziell ab. Auf Videokassetten und Blu-ray hat der Streifen aber ein Liebhaber-Publikum gefunden.
Ab ins Kino
Hier steppt der Bär – Lust auf mehr? Dann hereinspaziert zur Kinovorführung von «Disco Godfather». Am Freitag, 14. Dezember 2018, führt die Kultmoviegang dieses skurrile Kleinod im CineClub auf. Um 20:45 Uhr geht es los. Es läuft die englischsprachige Originalfassung. Das Rahmenprogramm umfasst einen Wettbewerb im Basketball sowie einen süffigen Shot namens «Liquid Angel Dust».