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Weiter Luftaufnahmen von Nyon
Mit seiner Fassade, der symmetrischen Ruhe, seinem Terrassen-Balkon mit Gittern aus geschmiedeten Eisen im Stil Ludwig XV, seiner Kolonnensäulenhalle im Hof, seiner langen "Allee der Ritter", die einlädt, die architektonische Gesamtheit zu betrachten, ist das Schloss Changins eine weise Verwirklichung, klassisch aus dem 18. Jahrhundert, die einen diskreten Eindruck des Überflusses und des guten Geschmackes vermittelt.
Beim Betrachten des Schlosses, entdeckt der Besucher links einen merkwürdigen Pavillon, mit einem glasigen Zwiebeldach, der wahrscheinlich aus dem Ende des vergangenen Jahrhunderts datiert, und der vom derzeitigen Personal von Changins (pompös) "Kristall-Luxushotel" genannt wird. Man weiss weder das Konstruktionsdatum, noch den Grund oder die Bedeutung. Was den halbrunden Turm betrifft, der die Nordostfassade flankiert, kann man nur mit einer Anekdote, seine Geschichte erklären. In der Tat steht er in der Gemeinde Duillier, während der ganze Rest des Schlosses geographisch zu Nyon gehört. So hat früher ein Graf von Sankt George Probleme mit der Stadt von Nyon. Daher liess er sein Bett im Turm verlagern, um die Zahlung der Steuern an Duillier zu rechtfertigen!
Das Herrenhaus wurde vermutlich im 18. Jahrhundert auf ein altes römisches Gebäude errichtet: man fand hier die Überreste einer dicken Bruchstein-Mauer wieder, die zu dieser Zeit zurückdatiert, sowie die Venus mit Reben aus Bronze.
Das Eigentum wechselte mehrmals die Eigentümer, von der Familie de Changins, zu den Grafen aus Savoyen, dann gegen Ende des 17. Jahrhunderts zu vierundzwanzig Bürger von Nyon. Danach gelangten die Territorien von Changins in die Hände von Pierre Noël, Beisitzer der Vögte aus Nyon, dem die erste Konstruktion des Schlosses zugesprochen wird. In 1712 verkaufte seine Witwe das Gebiet (6,8 Hektar) an Jean Crespin, ein aus Gévaudan stammender Händler (Lozère), der in 1728 starb. 1730 wurde Changins für 79.800 Gulden von Armand-Louis de Sankt George, Graf de Marsay, ursprünglich aus Limousin, und Minister für Ihre britische Majestät in Genf. Nur dank der Mitgift seiner liebenswerten Ehefrau Henriette-Catherine de Mestral, de Pampigny, konnte Armand-Louis Changins kaufen, und dann auch den Wohnsitz und das Gebiet vergrössern. Und die reizende Molassenorangerie bauen, die westlich vom Schloss liegt.
Hier noch eine kleine Anekdote, die über die religiösen Überzeugungen des Grafen von Sankt George berichtet... Eines Tages, als Voltaire ihn bei Changins besuchte, fand er ihn in der Bibel lesend. "Dass Sie noch an diese Dummheiten glauben?" fragte dieser. Ohne ihn zu antworten, liess der Graf von seinen Angestellten das Auto des grossen Philosophen holen, damit dieser gehen konnte.
Nach dem Tod von Armand-Louis de Sankt George in 1762 ging das Gebiet von Changins, das auch seit 1780 die Herrschaft von Duillier umfasste, als Miteigentum der beiden Söhne, Gabriel-Louis und Henri-Auguste. Anschliessend war es im Besitz des Sohnes des letzteren, Gabriel-Henry de Sankt George, der drei Gebiete in 1809 besass: Changins, Duillier und Chardonney. Sein Sohn Alexandre folgte ihm und stellte als Partisseur den Stadtschriftsteller, Urbain Olivier, ein.
In 1905 liess der letzte der Sankt Georges von Changins, William-Henry, die Fassade des Schlosses mit einem gerundeten Erker mit Balkon verzieren, dessen Erbauung das Leben von vier Arbeitern durch den Fall einer Platte von sechs Tonnen kostete.
Bis 1933 gehörte Changins Sophie Cérésole-de Mestral, und nach und nach gelangte es in die Hände von Dr. Francois-Placide Nicod, von Lausanne, der die Zimmer in den Dachstühlen schaffen liess, um die Schüler eines Pensionates zu beherbergen dann Edgar Glauser, ein Unternehmer aus Locle.
In 1953 schliesslich nahm der Bund Fuss in diesem historischen Gebiet, um dort ein neues Zentrum agronomischer Forschungen einzurichten.
Obwohl das Gebiet von Changins sich äusserlich seit dem Kauf durch den Bund nicht änderte - die 108 Hektar wurden von einem Einzigen verwaltet - so kann man doch feststellen, dass die föderale Station der agronomischen Forschung von Changins (SFRA oder genauer RAC), mit dem Schloss als zentrale Verwaltungsstelle die wichtigste in der Schweiz geworden ist.
In Goumoëns la Ville
Tatsächlich leitet man hier etwa 230 Mitarbeiter und Forscher, darunter 56 Wissenschaftler und 136 Techniker, die mehr als 200 Hektar Versuchskulturen im Waadtland, Wallis und im Tessin überwachen. Changins befasst sich besonders mit dem Getreide, gejäteten Pflanzen, Futter-, Obst-, Gartenbaukulturen, und Weinbau-, mit dem Schutz und Verbesserung der Pflanzen, der Kontrolle des Saatguts, und der Chemie und der Physiologie. Andere Gebiete des RAC sind spezialisiert auf Weideland, Wald und Vieh, Mais und Kartoffel, kleine Früchte, Blumen- und Baumzucht.
Bibliographie