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Wenkenhof
Der Name Wenkenhof erscheint erstmals im frühen Mittelalter und bezeichnet einen bäuerlichen Gutsbetrieb am Hang des Hügels über dem Wiesental. Anno 1714 kaufte Christoph Burckhardt-Merian das Anwesen und vergrösserte es. 1735 konnte der wohlhabende Handelsherr Johannes Zaeslin das Gelände vor dem Wenkenhof erwerben und sich dort einen repräsentativen Sommersitz nach französischen Vorbildern erbauen lassen. Als Architekt des ursprünglich nur einstöckigen Lusthauses mit prachtvoller Gartenanlage wird Johann Carl Hemeling von Karlsruhe vermutet. Dieser weilte seit 1728 in Basel, wo er für den Markgrafen von Baden-Durlach einen Archivraum an der Hebelstrasse planen sollte. Ebenfalls von Hemeling stammen die Pläne zum Ramsteinerhof an der Rittergasse und als wohl letztes Werk vor dessen Tod, im Jahr 1737, der barocke Gartensaal des Bäumlihofes.
Als ruheloser Geist, so wird erzählt, soll der kinderlose Junggeselle Zaeslin nach seinem Tod 1752 den späteren Besitzern des Wenkenhofes erschienen sein. (Ein zeitgenössisches Portrait von ihm hängt heute im Fumoir, dem westlichen Saal). Über Jahrzehnte diente der Wenkenhof nur gesellschaftlichen Anlässen, Küche und Schlafstuben fehlten, die Speisen wurden aus dem Alten Wenken über den Hof getragen, zum Wohnen und Schlafen richteten sich Generationen von Besitzern in den Altbauten ein.
Erst 1860 erfolgte der Umbau in ein zweigeschossiges, selbständiges Wohnhaus. Architekt war Johann Jakob Stehlin d. J. (1826-1894), der in Basel zahlreiche Privathäuser aber auch öffentliche Bauten, wie das Casino am Steinenberg schuf.
Durch Erbteilung kam es dazu, dass Martin Burckhardt-Burckhardt 1870 den umgebauten Neuen Wenken mit Garten übernahm. 1917 kaufte der Industrielle Alexander Clavel-Respinger und seine Frau Fanny den Neuen Wenken von Eduard Burckhardts Witwe. 1931 konnte Clavel auch das alte Hofgut dazu erwerben und dadurch den Park nach Osten erweitern und den wertvollen Baukomplex vor Überbauung sicherstellen. Der Neue Wenken wurde zwischen den Jahren 1917-1954 sorgfältig ausgebaut. Die wenig subtilen Veränderungen durch Stehlin wurden in barockem Sinn und Geist „korrigiert“ und angepasst. Wo sich noch bis dahin Obstkulturen ausdehnten, legte Clavel einen prächtigen Landschaftspark an und der französische Gartenanteil vor dem Haus wurde liebevoll rekonstruiert. 1925 liess sich der leidenschaftliche Reiter Clavel eine Reithalle errichten, eine prominente Wegachse verbindet sie mit der begradigten Bettingerstrasse. Die Einfahrt zum Ehrenhof liess er von einem monumentalen, von zwei Blei gegossenen Hirschen flankierten Gittertor abschliessen. Eine Prachtsterrasse mit Ausblick weit über die Stadt entstand gegenüber auf der anderen Strassenseite als letzte Bauetappe und wurde im Jahr 1957 eingeweiht. Den Alten Wenkenhof schenkte das Ehepaar Clavel 1932 der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, welche die Gebäudegruppe unter Denkmalschutz stellte. Der Landschaftspark, heute im Besitz der Gemeinde Riehen, ist öffentlich zugänglich. Der Neue Wenkenhof mit dem französischen Garten wurde der 1954 errichteten, unter Aufsicht des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt stehenden Alexander Clavel-Stiftung überlassen. Der Garten steht sonntags dem Publikum offen, die repräsentativen Erdgeschossräume, Schauplatz manch rauschender Festlichkeiten der beiden Stifter, können für gesellschaftliche Anlässe gemietet werden.