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Forum Schlossplatz Aarau | Paul Nizon
Publiziert am 17. September 2019
Publiziert am 17. September 2019
Arm in Arm mit der bildenden Kunst
1968 stellt sich Nizon im Schweizer Fernsehen als Schriftsteller vor, der «Arm in Arm mit der bildenden Kunst» geht. Nizon hat damals ein Studium der Kunstgeschichte hinter sich, lebt zusammen mit einer Malerin in Zürich und verdient sein Geld als Kunstkritiker. Kurz darauf legt er die Streitschrift «Diskurs in der Enge» vor und macht mit seiner Polemik gegen die helvetische Kunstfeindlichkeit ernst, indem er nach Paris übersiedelt. Dort entstehen seither die Romane, die ihn zu einem der grossen europäischen Autoren der Gegenwart machen. Mit seiner Schweiz-Kritik gerät Nizon unweigerlich in die Tradition von Max Frisch. Die Ausstellung bietet einen exklusiven Einblick in ihre Korrespondenz und erzählt damit die Geschichte einer Entzweiung: Dank Frisch zum renommierten Suhrkamp-Verlag gekommen, entfremdet sich Nizon später in einem Masse von seinem Mentor, das ihn selbstkritisch von «Vatermord» sprechen lässt.
Arbeit als Kunstkritiker
Den Anfang der Ausstellung bilden Dokumente aus dem Schweizerischen Literaturarchiv, die das Milieu des Berner Länggassquartiers aufleben lassen, in dem Nizon als «Kriegskind» aufwächst. Ein Schulheft mit handschriftlichen Gedichten zeugt von seinen ersten literarischen Versuchen. Fotos zeigen ihn mit seinen Professoren und Studienkollegen von der Universität Bern, wo er über Vincent van Gogh promoviert. Nizon beginnt als Kunstkritiker zu arbeiten, als abstrakte Strömungen wie das Action-Painting vorherrschen. In diese Zeit fallen auch die künstlerischen Anfänge des gebürtigen Glarners Karl Jakob Wegmann, der mit Werken in der Ausstellung vertreten ist. Vor den Originalen lässt sich nachvollziehen, wie Nizon die abstrakte Malerei seines Künstlerfreunds mittels gegenständlicher Assoziationen in eine bildhafte Sprache überträgt. Die Kunstkritik sei schliesslich, wird Nizon später sagen, seine literarische Schule gewesen.
Nizons Künstlerfreunde
Im Zürich der 1960er-Jahre macht sich neben der dominanten «Schule der Konkreten» um Max Bill eine Reihe von figurativ-phantastischen Malern bemerkbar, die Nizon zur «Zürcher Schule der ‹Kleinen Wahnwelt›» zusammenfasst. In deren Zentrum steht Nizons vielleicht wichtigster Künstlerfreund, Friedrich Kuhn. Neben einer seiner berühmten Palmen ist in der Ausstellung das «Afrikanische Denkmal» zu sehen, ein Gemälde aus jener Schaffensphase, die Nizon die Periode der «verwildernden Möbel» nennt. Die Zürcher Malerin Marianne Wydler, Nizons zweite Frau, gestaltet den Umschlag von «Diskurs in der Enge» und führt in jenen Jahren ihren eigenen «Diskurs in der Enge»: Im ausgestellten Gemälde verbindet sie amerikanische Pop-Art mit CH-Folklore, zu der bei ihr neben Kühen auch Panzer gehören.
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