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<h2>SubmittedText<h2><p>Laut ETH-Forschern kann der Klimawandel gebremst werden mit der Aufforstung der Wälder. Wald ist eines der wertvollsten Geschenke der Natur, als Sauerstofflieferant, als CO2-Speicher und als Lieferant des einzigartigen Rohstoffes mit Nachwuchs, des Holzes. Wie gehen wir in Zukunft mit diesem Geschenk um? Es ist leider immer mehr zu beobachten, wie der Wald leidet und sich im Wandel befindet. Mitbetroffen sind Baumarten, die von grosser wirtschaftlicher Bedeutung sind: so der Brotbaum der Holzwirtschaft, die Fichte, aber auch Tanne und Buche. Deshalb interessiert die Haltung des Bundesrates zu unserem Wald der Zukunft. Soll der Wald auch künftig genutzt werden können, braucht es entsprechende Massnahmen. Viele Unternehmen der Holzkette verbunden mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen sind auf den Wald als Rohstofflieferant angewiesen. Es ist von allgemeinem Interesse, dass die Biodiversität dabei auch in Zukunft ihre Berechtigung behalten muss. Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie soll der Wald der Zukunft aussehen bezüglich Wirtschaftswald und damit verbunden die wichtige und sehr wünschenswerte Holznutzung im Einklang mit der Biodiversität?</p><p>2. Welche Entwicklungen bei den Hauptbaumarten, insbesondere den für die Holzwirtschaft wichtigen Hauptbaumarten Fichte, Tanne, Buche, erwartet der Bundesrat konkret in den nächsten 10, 20, 30 Jahren?</p><p>3. Welche Gegenmassnahmen können geplant und welche Baumsorten sollen heute gepflanzt werden, wenn die genannten Baumarten künftig immer mehr wegen Trockenheit und Schädlingen fehlen werden?</p><p>4. Welche konkreten Empfehlungen leitet der Bundesrat daraus ab zuhanden der Waldeigentümer, Forstbetriebe und Holzindustrie?</p><p>5. Mit welchen Massnahmen und in welchem Umfang kann der Bund bei der Schädlingsbekämpfung, insbesondere des Borkenkäfers, und der Aufarbeitung des Schadholzes helfen und wo nicht? Und welche diesbezüglichen Möglichkeiten und Vorgaben gibt der Bund den Kantonen?</p><p>6. Wie sieht für den Bundesrat ein klimafitter Waldbau konkret aus, und welche Unterstützung kann der Bund den Waldeigentümern und Forstbetrieben geben?</p><p>7. Wie schnell können geplante Massnahmen umgesetzt werden in Anbetracht dessen, dass ein Baum 50 bis 70 Jahre lang wachsen muss, bis er wirtschaftlich genutzt werden kann?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Gemäss dem nationalen Waldgesetz ergreifen der Bund und die Kantone Massnahmen, welche den Wald darin unterstützen, alle seine Funktionen auch unter veränderten Klimabedingungen nachhaltig erfüllen zu können (Art. 28a des Bundesgesetzes über den Wald, WaG; SR 921.0). Der Wald der Zukunft muss deshalb resilient gegen Klimawandel sein und weiterhin alle Waldfunktionen erfüllen können. Der Waldwirtschaft kommt hierbei eine besonders wichtige Rolle zu. Die Waldbewirtschaftung soll für gemischte, strukturierte, baumartenreiche Bestände sorgen, weil diese stabiler und resistenter gegenüber Extremereignissen wie Stürme und Schadorganismen sind.</p><p>2. Das langjährige Forschungsprogramm des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und der Eidgenössischen Anstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zu Wald und Klimawandel, aber auch andere Forschungen im In- und Ausland zeigen auf, dass die Fichten in den nächsten Jahrzehnten an vielen Standorten im Mittelland stark gefährdet sind. Die trockenen Sommerperioden 2018 und 2019 lassen weiter vermuten, dass in Zukunft auch die Tanne und die Buche aufgrund des Klimawandels vermehrt unter Druck geraten, geschwächt sind oder stellenweise sogar absterben. Diese Prozesse scheinen schneller fortzuschreiten als bisher angenommen.</p><p>3./4. Der Bund gewährt im Rahmen der Programmvereinbarungen den Kantonen globale Finanzhilfen an Massnahmen, welche die Wirtschaftlichkeit der Waldbewirtschaftung verbessern. Dazu gehören z. B. die Jungwaldpflege und die gezielte Anpassung von standortspezifischen Waldbeständen an sich verändernde Klimabedingungen sowie die Gewinnung von forstlichem Vermehrungsgut für die genetische Vielfalt von wichtigen Baumarten in den Samenerntebeständen. Der Bundesrat gibt keine Empfehlungen direkt an die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer. Dies obliegt den Kantonen. Der Bund fördert und unterstützt jedoch die Aus- und Weiterbildung des Forstpersonals zu diesem Thema.</p><p>5. Um eine Verbreitung der Schäden zu vermeiden, sollen die von Borkenkäfern befallenen Bäume rechtzeitig so wenig wie möglich bzw. so viel wie nötig verarbeitet werden (ernten, entrinden). Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme zur Motion von Siebenthal 18.3925 bereits darauf hingewiesen, dass der Bund mit der letzten Waldgesetzrevision (in Kraft seit 1. Januar 2017) die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen hat, damit gegen Waldschäden (Ursachen und Folgen) auch ausserhalb des Schutzwaldes geeignete Bekämpfungsmassnahmen ergriffen und im Rahmen der Programmvereinbarungen unterstützt werden können (Art. 37a WaG). Der Bund unterstützt weiter die Forschung, das Monitoring und liefert der Öffentlichkeit Daten dazu.</p><p>6./7. Aus der Forschung weiss man, dass ein artenreicher und gut strukturierter Wald mit reduzierter Umtriebszeit oder mit permanenten Verjüngungsprozessen resistenter gegen die Auswirkungen des Klimawandels ist. Deshalb werden die Jungwaldpflege und die Bestandesbegründung von Eichen und seltenen Baumarten vom Bund gefördert. Im Schutzwald können zusätzliche Massnahmen (beispielsweise zur Verbesserung der Schutzwirksamkeit des Waldes oder zur Bekämpfung von Waldschäden) finanziert werden. Die Anpassung des Waldes an den Klimawandel ist ein kontinuierlicher Prozess in den nächsten Jahrzehnten, und viele Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer haben bereits begonnen, klimaresistente Baumarten zu fördern - dies u. a. mit der Unterstützung von Bund und Kantonen.</p>  Antwort des Bundesrates.