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Augenentzündung,
Ophthalmie. Gemeinhin unterscheidet man die innern
Augenentzündung, die in den innern
Häuten und Geweben des
Auges
ablaufen, von den äußern (speciell
Ophthalmien genannt), welche die äußerlich sichtbaren
Teile des
Auges (Lider,
Bindehaut,
Hornhaut) betreffen. Von allgemeinerm Interesse sind besonders die
Krankheiten der
Bindehaut. An derselben
unterscheidet man eine phlyktänöse
Entzündung (Auftreten kleiner Pusteln auf der Augapfelbindehaut), die katarrhalische
(Vermehrung der Schleimsekretion), die blennorrhoische (starke Schwellung der Lider, Wucherung der Lidbindehaut, massenhafte
Eitersekretion),
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zu der auch die der Neugeborenen (Ophthalmia neonatorum) gehört, die kruppöse (Auflagerung kruppösen Exsudats auf die Oberfläche der Bindehaut), die diphtheritische (Einlagerung diphtheritischen Exsudats in das Gewebe [* 3] der Bindehaut), die granulöse (Entwicklung fleischwärzchenähnlicher Granulationen), die follikuläre (Trachoma, Auftreten von froschlaichartigen Körnern). Mit Ausnahme der phlyktänösen sind alle Entzündungsarten der Bindehaut ansteckend, und zwar haftet das Kontagium zunächst an den von dem Entzündungsprozeß gelieferten Sekreten, und zwar wahrscheinlich an den in den Sekreten enthaltenen Entzündungserregern (Kokken).
Der Grad der Kontagiosität ist bei akuten Entzündungsformen, außerdem bei denen, die mit stark eiteriger Sekretion oder mit Follikel- und Granulationsbildung einhergehen, ein besonders hoher. Von sämtlichen Augenerkrankungen kommen daher vorzugsweise die Entzündungen der Bindehaut endemisch (z. B. in Ägypten) [* 4] und epidemisch vor. Die Geschichte solcher Epidemien lehrt, daß bei Verbreitung der Erkrankung außer der direkten Übertragung des Krankheitsstoffs von Individuum zu Individuum auch noch eine allgemeine, zu gleichen oder ähnlichen Erkrankungsformen führende Disposition, vielleicht auch ein Luftkontagium thätig ist. (S. ägyptische Augenentzündung.) Die Epidemien konstituieren sich nicht immer aus derselben Entzündungsform, sondern zeigen innerhalb ihrer Ausbreitung die verschiedensten Entzündungsformen und Grade und können bald ziemlich spurlos, bald sehr verheerend verlaufen, je nachdem vorwaltend die leichtern (katarrhalischen) oder schwerern (trachomatösen, granulösen, blennorrhoischen, kruppösen, diphtheritischen) Entzündungsformen in ihnen vertreten sind.
Auch die Übertragung krankhafter Sekrete von andern Schleimhäuten des Körpers (am häufigsten von der Harnröhren- und Scheidenschleimhaut bei Tripper und Weißem Fluß) auf die des Auges kann die schwersten Entzündungen der Bindehaut (sog. Augentripper oder gonorrhoische Bindehautentzündung) hervorrufen. So wird auch die unter dem Namen der Blennorrhöe der Neugeborenen bekannte, oft sehr zerstörend wirkende Augenerkrankung lediglich durch die Berührung des kindlichen Auges mit den Sekreten der mütterlichen Geburtswege hervorgerufen.
Die sehr große Bedeutung der Bindehautentzündungen liegt zunächst in der durch dieselben bedingten Bedrohung (Verschwärung) der Hornhaut. Keine Erkrankungsform des Auges zieht so häufig Schwachsichtigkeit (durch zurückbleibende Hornhautnarben) und Erblindung (durch totale Zerstörung der Hornhaut) nach sich als die schwerern Formen der Bindehautentzündungen, so daß gerade bei ihnen die möglichst frühzeitige Einholung ärztlichen Rates dringend geboten ist.
Völlig unheilbare Erkrankungszustände entstehen nicht selten auch durch die infolge derselben entstandenen Schrumpfungsprozesse der Bindehaut (so namentlich nach Trachoma). Prophylaktischen Schutz gegen die Bindehautentzündungen gewähren im allgemeinen: Sorge für reine Luft, daher gute Ventilation in stark gefüllten Räumen, Vermeidung solcher Orte, deren Atmosphäre mit reizenden Stoffen verunreinigt ist, sorgfältige Fernhaltung aller ansteckend einwirkenden Materien, besonders der Sekrete der Bindehaut anderer Augenkranker oder kranker Schleimhäute überhaupt, die durch Schwämme, [* 5] Waschwasser, Handtücher u. s. w. leicht übertragen werden können.
Die Behandlung der
Augenentzündung besteht in frischen Fällen in andauernden eiskalten Umschlägen mit antiseptischen Augenwassern, Bespülen
oder Bestreichen der Lidinnenfläche mit denselben, in vollständiger Ruhe des kranken Auges wie des ganzen Körpers bei mäßiger
Diät und gelinden Abführmitteln. Von den äußerlich sichtbaren Teilen des Auges können ferner die Hornhaut,
die Lederhaut und die Regenbogenhaut entzündlich erkranken. (S. Hornhautentzündung, Lidentzündung, Regenbogenhautentzündung.)
Über die periodische der Pferde [* 6] s. Mondblindheit.