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Die frühere Gouverneurin des US-Bundesstaates Alaska und
Aktivistin in der Tea-Party-Bewegung, Sarah Palin, unterstützt
Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten. Knapp zwei Wochen
vor den ersten Vorwahlen im Bundesstaat Iowa kann der republikanische
Präsidentschaftsanwärter Trump damit einen wichtigen Erfolg
verbuchen.
"Ich fühle mich geehrt, Sarahs Unterstützung zu bekommen",
sagte Trump in einer Erklärung: "Sie ist eine Freundin und
eine hochkarätige Person, die ich sehr respektiere." In
der Mitteilung wird wiederholt darauf hingewiesen, wie "begehrt"
und "wirkmächtig" die Unterstützung Palins sei. Trumps
schärfster innerparteilicher Widersacher Ted Cruz wird in dem
Schreiben mit den Worten zitiert: "Ohne Sarah Palin wäre ich heute
nicht im US-Senat... Sie hat einen Blick für Gewinner."
Die Zusammenarbeit Trumps mit Palin wird als Versuch des New Yorkers
gewertet, Cruz zu übertrumpfen. Der Texaner ist politisch ebenfalls
am rechten Rand der Republikaner angesiedelt und hat bisher viele
Anhänger in der Tea Party, die sich über die Reformen von
Amtsinhaber Barack Obama ärgern.
In Iowa findet am 1. Februar die erste Vorwahl statt, Cruz und Trump
liefern sich dort in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Landesweit sehen
die Meinungsforscher Trump dagegen deutlich vorne. Der Milliardär
macht im Wahlkampf Stimmung gegen illegale Einwanderer und Muslime. Sein
zentrales Versprechen ist, "Amerika wieder grossartig" zu machen.
Palin gilt - wie Trump - als Medienprofi. Sie ist im Umgang mit
Reportern und Fernsehkameras vertraut und wird - ebenfalls wie Trump
- oft dafür kritisiert, mehr Schlagwörter als Substanz zu
liefern. Ihr Einfluss unter den Republikanern hat in den vergangenen
Monaten zwar nachgelassen. Dennoch dürfte ihre öffentliche
Unterstützung Trump Auftrieb geben. Mehrere republikanische
Präsidentschaftsbewerber hatten sich um ihre Unterstützung
bemüht, darunter auch Cruz.
Palin war 2008 selbst als Kandidatin der Republikaner im
Gespräch. Doch sie blamierte sich vor allem mit peinlichen Aussagen
zur Aussenpolitik und wurde zu einer der am häufigsten parodierten
Politfiguren in den USA. Schliesslich kandidierte sie an der Seite des
Republikaners John McCain für das Amt der Vizepräsidentin -
erfolglos.
In den vergangenen Jahren wurde es ruhiger um Palin. Sie
veröffentlichte zwar noch ein Buch und liess sich auch bei
Parteiveranstaltungen sehen - fiel ansonsten aber nicht mehr in vorderster
Front der US-Politszene auf. Palin lehnt die Evolutionstheorie, Homo-Ehen
und Abtreibungen strikt ab. Sie gilt als begeisterte Jägerin und ist
Teil der Waffenlobby. Ihre Anhänger feiern sie als bodenständige
und patriotische Anwältin erzkonservativer Werte.
Im vergangenen September hatte die Politikerin in einem
CNN-Interview erklärt, sie wäre gerne Energieministerin
unter Trump. Allerdings würde sie vielleicht gar nicht lange im Amt
bleiben, sollte er sie wirklich ins Kabinett holen, sagte Palin. Falls sie
an der Spitze des Ministeriums stünde, würde sie es abschaffen.
Palin war früher Gouverneurin des US-Staates Alaska und 2008
Vizepräsidentschaftskandidatin. Für Trump ist sie "eine
Freundin, und eine hochqualifizierte Person, vor der ich grossen
Respekt habe", wie es in einer Erklärung hiess. "Ich bin stolz,
ihre Unterstützung zu haben."
Palin sollte am Dienstagabend bei einer Kundgebung Trumps in einem
Landwirtschaftszentrum der Staatsuniversität von Iowa auftreten. Auch
am Mittwoch wird sie voraussichtlich bei zwei Veranstaltungen dabei sein.
Das Eintreten von Palin für Trump kommt nur weniger als zwei Wochen
vor dem Beginn der Vorwahlen in Iowa. Trump und Cruz liegen dort Kopf
an Kopf.
In Trumps Erklärung hiess es weiter, Palin sei eine Konservative,
die dabei geholfen habe, die Karrieren von verschiedenen republikanischen
Spitzenpolitikern auf den Weg zu bringen. Cruz wurde darin zitiert,
einmal gesagt zu haben, er sässe nicht im US-Senat, wäre es
nicht für Sarah Palin. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in New
Hampshire sagte Cruz am Dienstag: "Unabhängig davon, was Sarah 2016
machen will, werde ich ein grosser, grosser Fan von Sarah Palin bleiben."