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Helsinki, Hauptstadt von Finnland
Eine in goldenes Licht getauchte Stadt auf felsiger Landzunge, von Hunderten Inseln umringt, gekrönt von den grünen Kuppeln des Doms, überwölbt von blauem Himmel - dieses prächtige Bild bietet sich Ihnen, wenn Sie das Glück haben, Sich Helsinki an einem Sommernachmittag von See her zu nähern. Nicht weniger beeindruckend im Winter, wenn Scheinwerfer die Konturen seiner klassizistischen Bauten aus der Nacht herausschälen. Helsinki ist einfach ein magischer Ort der reizvollen Gegensätze: zwischen Land und Meer, Licht und Dunkel, urbaner Dynamik und natürlichem Lebensgenuss und - kulturell gesehen - zwischen Ost und West.
Gegründet wurde die Stadt - unter dem Namen Helsingfors - 1550 von Schwedenkönig Gustav I. Wasa, um dem reichen Tallinn am jenseitigen Ostseeufer eine Handelskonkurrentin vor die Nase setzen. Die schwedischen Ursprünge lassen sich bis heute an den schwedisch- und finnisch-sprachigen Strassenschildern ablesen. Wirklich Karriere machte Helsinki aber erst unter den russischen Zaren. Sie verlegten 1812 die Hauptstadt von Turku in den damals knapp 3.500 Einwohner zählenden Ort, der von St. Petersburg aus schnell zu erreichen war. Nach den Plänen von Johan Albrecht Ehrenström und dem Berliner Architekten Carl Ludwig Engel entstand ein klassizistisches Juwel an der Ostsee, in dem sich bis heute schwedische, russische und finnische Kultur gleichermassen widerspiegeln.
Nach seiner Unabhängigkeit stieg Suomi im 20. Jahrhundert zum Industrieland auf, und seine Hauptstadt erlebte ein rasantes Wachstum. Heute erstreckt sich Helsinki mit einer Fläche von 686 km² weit über die Halbinsel hinaus und wird von mehr als einer halben Million Finnen bewohnt. Im Grossraum Helsinki, zu dem auch die Nachbarstädte Espoo und Vantaa gehören, leben sogar 1,2 Millionen Menschen, fast ein Viertel der Bevölkerung ganz Finnlands.
Für Helsinki spricht Meer und mehr
Trotz seiner Grösse ist Helsinki eine Metropole nach menschlichem Mass geblieben. Fast alle Sehenswürdigkeiten lassen sich bequem erwandern. Und da das Stadtgebiet zu 30 % aus unbebauten Flächen - z.B. Wäldern und Parks - besteht und 98 km Küstenlinie sowie 315 Inseln umfasst, bietet Helsinki eine Naturnähe und einen Freizeitwert, wie Sie ihn in vergleichbar grossen Städten nur selten finden.
Tampere und die Finnische Seenplatte
So vielgliedrig wie die Landschaft der Finnischen Seenplatte, so vielgliedrig wird Ihnen auch die Kultur dieser Region im Herzen Finnlands erscheinen. Ihre Bandbreite reicht von den Kulturfabriken Tamperes und den modernen Bauten Alvar Aaltos in Jyväskylä bis zu den alten Städten und Burgen um den Saimaa-See. Kunst- und Kulturfestivals, von denen einige weltweiten Ruhm geniessen, versüssen Ihnen vor allem den Sommer. Tagsüber eine Kanutour, abends in die Oper - das geht eben nur hier, bei einem Urlaub an Finnlands grossen Seen.
Tampere - das Kulturkraftwerk
Tampere, das westliche Tor zur Seenplatte, ist mit fast 200.000 Einwohnern die drittgrösste Stadt Finnlands und die grösste Skandinaviens, die im Binnenland liegt. Sie bringt das Kunststück fertig, zugleich industrielles Zentrum und eine Stadt in Grün und Blau zu sein. Das rührt daher, dass ihre landschaftliche Schönheit und ihre wirtschaftliche Kraft ein und die selbe Quelle haben.
Nördliches Seengebiet: Baukunst, Bischöfe und Bauern
Wenn Sie sich für Glas in finnischem Design interessieren, sollten Sie von Tampere aus einen Abstecher nach Süden machen. Etwa auf halbem Weg nach Hämeenlinna kommen Sie nach Iittala mit der gleichnamigen Glasfabrik, dem Glasmuseum und dem Design Center, wo Sie preisgünstig einkaufen können.
Ein Pilgerort für Architekturliebhaber liegt 150 km nordöstlich von Tampere, am Nordende des Päijänne-Sees. In Jyväskylä Ende des 19. Jahrhunderts Alvar Aalto geboren, der 1923 hier sein erstes Büro eröffnete und das moderne Erscheinungsbild der Stadt wesentlich prägte. Er entwarf für Jyväskylä nicht weniger als 30 Bauten, darunter das Stadttheater, das Kulturzentrum, die Universität, das Zentralfinnische Museum und das heute nach ihm benannte Architektur-Museum. Überhaupt kann man kulturell fest auf diese Stadt bauen: Der Jyväskylä-Sommer ist Finnlands ältestes sommerliches Kulturfestival - mit Dutzenden von Theateraufführungen, Konzerten, Kunst- und Kunsthandwerkausstellungen sowie Literatur-Matineen. Ein reizvolles Ausflugsziel bei Jyväskylä ist die traditionelle Bauernsiedlung Savutuvan Apaja auf der Halbinsel Haapaniemi. In den 30 historischen Holzhäusern können Sie ländliche Atmosphäre atmen, Saunaabende und traditionelle finnische Speisen geniessen.
Kuopio am Kallavesi-See hat einen eher rustikalen Ruf als Zentrum für Outdoor-Fans. Seine kulturelle Hauptattraktion, das Orthodoxe Kirchenmuseum, hütet eine in Westeuropa einzigartige Sammlung von Ikonen und sakralen Gegenständen. Der Kultur- und Naturgeschichte der Region Nord-Savo ist das Kuopio Museum gewidmet. Nicht zu verwechseln mit dem Alt-Kuopio Museum das aus 11 Holzhäusern mit Wohnungen und Werkstätten des 19. und 20. Jahrhunderts besteht. Für den Besuch dieser und weiterer Museen empfiehlt sich der Kuopio Museumspass. Entspannen dürfen Sie sich dann wieder beim Kuopio-Tanzfestival im Juni. Und man höre und staune: Auch Weinkenner kommen so hoch im Norden allsommerlich auf ihre Kosten: beim Internationalen Weinfestival.
Rund um den Saimaa-See
Im südlichen Seengebiet bietet sich eine Kulturreise rund um den Saimaa an. Wir starten in Mikkeli, so etwas wie das kleine, gallische Dorf der Finnen. Immer wenn der argböse Feind nahte, war die Stadt im Herzen des Seengebiets - weil leicht zu verteidigen - ihre letzte Zuflucht. Für historisch Interessierte dürfte denn auch das Hauptquartier-Museum besonders sehenswert sein. Wer es ziviler mag, ist dagegen in Finnlands grösstem Holz-Pfarrhaus Kenkävero besser aufgehoben: Dort ist heute ein beliebtes Kunst und Kunsthandwerkszentrum untergebracht. Dass Finnen und Russen sehr viel Vernünftigeres miteinander anzufangen wissen als sich zu prügeln, beweisen sie jeden Sommer beim Mikkeli Musikfestival. Unter Leitung von Valery Gergiev und mit Dauerstargast Vladimir Malahkov entfaltet das Mikkeli Balett dann internationales Flair.
Auch in Lappeenranta trieb es die Geschichte ziemlich bunt. Ob ihr schwedischer Name Vilmansstrand damit etwas zu tun hat? Zeuge dieser wilden Vergangenheit ist das russische Festungsviertel Linnoitus, in dem sich mittlerweile Ateliers, Kunsthandwerksläden, Cafés und ein Kavallerie-Museum einquartiert haben. Sehenswert auch die Orthodoxe Kirche, das Saimaa-Kanal-Museum oder der Saimaa-Kanal selbst, der von hier aus den Saimaa mit dem Finnischen Meerbusen verbindet. Klassische Musik und Kirchengesang erklingt im Juli und August beim Lemi-Lappeenranta-Musikfestival in der barocken Kreuzkirche von Lemi.
In Imatra, wenige Kilometer nordöstlich von Lappeenranta, können Sie Urlaub machen wie zur vorletzten Jahrhundertwende. An den Imatrankoski-Stromschnellen, der ältesten Touristenattraktionen Suomis, genossen schon Uropa und Uroma die Sommerfrische. Vielleicht wollen Sie es ihnen gleich tun, z. B. in der pittoresken Jugendstil-Herberge Imatran Valtionhotelli direkt am Wildwasser. Der Vuoksi-Fluss in Imatra ist zwar durch das grösste Wasserkraftwerk Finnlands gestaut, aber ein Naturschauspiel gibt es trotzdem. Ab ca. 20. Juni bis Mitte August werden allabendlich um 19 Uhr die Schleusen für 20 Minuten geöffnet. Dazu wird das Stück "Es kocht der Strom" im Takt der von Sibelius komponierten Finlandia-Sinfonie gespielt. Unbedingt sehens- und hörenswert!
Auf dem Weg nach Savonlinna, sollten Sie unbedingt an zwei Orten Station machen. In Punkaharju lädt das Finnische Forstmuseum Lusto dazu ein, den Wald als ökologisches und ökonomisches System verstehen zu lernen. Das riesige Erlebnismuseum ist auch für Kinder sehr gut aufbereitet. Hier befindet sich übrigens auch der "Raum der Stille", den Sie vielleicht vom Finnland Pavillon auf der Expo 2000 kennen. Eine weitere Attraktion ist das Kunstzentrum Retretti, dessen Ausstellungs- und Konzerthallen bis zu 30 m tief in den unterirdischen Fels gehauen sind. In Kerimäki steht die grösste Holzkirche der Welt mit 3000 Plätzen.
Inmitten eines Labyrinths von Seen liegt Savonlinna. Diesen strategisch wichtigen Ort sicherten die Schweden 1475 mit der Burg Olavinlinna gegen Russland. Der Burghof bildet im Juni die imposante Kulisse für das Savonlinna Ballet Festival und im Juli (1.7. - 7.8.04) für das Savonlinna Opernfestival. Eine wirklich einmalige Kulisse! In 2004 auf dem Programm stehen Opern wie "Der fliegende Holländer", "Turandot", "Hoffmanns Erzählungen" u.a. Beide Ereignisse warten mit Orchestern, Tänzern und Sänger von Weltrang auf. Mehrere Veranstalter bieten Reisen zu den Opernfestspielen an. Von Savonlinna aus können Sie auch zu Seekreuzfahrten auf den Gewässern rund um die Stadt aufbrechen.
Lappland, das Land der Samen
"Wir sind Samen und wollen Samen sein, ohne deshalb mehr oder weniger zu gelten als andere Völker. Wir haben eine eigenen Kultur, die wir entfalten und weiterleben wollen." So einfach, so selbstbewusst definiert das kulturpolitische Manifest der Samen von 1971 das Selbstverständnis eines Volkes, das am Polarkreis auf dem Gebiet von vier Staaten lebt: Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Die Samen gehören zu den Ureinwohnern Nord-Europas. Sie waren die ersten, die sich - etwa um 100 v. Chr. - dauerhaft auf dem Gebiet des heutigen Finnland niederliessen. Von bäuerlichen Siedlern nach Norden abgedrängt, gingen sie im 17. Jahrhundert von der Rentierjagd zur Rentierzucht und zum Nomadenleben über. Heute leben von den ca. 6500 Samen in Finnland noch immer viele vom Rentier. Ihre Kultur ist reich und lebendig wie eh und je. Diese einzigartige Kultur können Sie in Finnisch-Lappland erleben - und noch einiges mehr!
(Quelle: visitfinland.com)