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Schulhaus Passerelle
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Schulhaus Passerelle
Adresse
6285 Hitzkirch
LU
Architektur
Weitere Bauphasen
Die Laubengangerschliessung setzt als Kommunikationsweg und als Begegnungszone im Wohnungsbau der Nachkriegszeit neue Massstäbe – die Anwendung im Schulhausbau ist eine Pionierleistung von Anton Glanzmann: Das Schulhaus Passerelle gilt als erstes Laubengang-Schulhaus der Schweiz.
Chronologie
Das Schulhaus Passerelle wurde in den Jahren 1968 bis 1970 nach den Plänen von Anton Glanzmann errichtet. In Verbindung mit Renovationsarbeiten wurde das Schulhaus von 1993 bis 1994 um zwei Schulzimmertürme und einen eingeschossigen Vorbau erweitert.
Lage
Das Schulhaus Passerelle befindet sich inmitten des Schulareals von Hitzkirch am nördlichen Rand des Dorfkerns. Es grenzt im Osten an die viel befahrene Aargauerstrasse. Östlich der «Passerelle», parallel dazu ausgerichtet, liegt das ältere Schulhaus «Emil Achermann», westlich das Schulhaus «Trottenmatt», das von Adolf und Lis Amman-Stebler in den Jahren 1977 bis 1979 errichtet wurde. Zwischen den Schulhäusern sind asphaltierte Pausenplätze angeordnet.
Beschreibung
Der namensgebende Kernbau des Schulhauses Passerelle umfasst einen dreigeschossigen Schulzimmertrakt und einen durch zwei schmale Höfe abgesetzten Erschliessungs- und Nebenzonentrakt. Die Verbindung zwischen den beiden flach gedeckten Riegeln schaffen offene Laubengänge. Die drei Raumschichten sind leicht versetzt zueinander angeordnet. Der Kernbau beinhaltet pro Geschoss drei Schulzimmer, die nach Süden orientiert sind. Der gelb gefasste Putzbau ist von einem stringenten Fensterraster überzogen. Die grossen Öffnungen erfahren eine schlanke, vertikale Unterteilung. Die Nordfassade des Schulhauses zeichnet sich hingegen durch schmale Bandfenster aus. Die beiden nachträglich ergänzten Schulzimmertürme im Norden gründen jeweils auf einem länglichen, oktogonalen Grundriss. Sie sind – ähnlich wie der Kernbau – über eine offene Galerie erschlossen. Die beiden türkis verputzten Türme übernehmen die Geschossigkeit, die Materialisierung und die Fensterformate des Kernbaus und bilden somit trotz der unterschiedlichen Grundrissdisposition und dem Festungscharakter der Turmform eine Einheit.
Die Schulzimmer des Kernbaus sind mit Brücken an die Laubengangerschliessung angebunden, auch die oktogonalen Schulzimmer werden ohne Vorbereich unmittelbar von den Verbindungsbrücken aus betreten. Die Laubengänge und Brücken sind mit schlichten Metallgittergeländern gefasst und waren ursprünglich mit Kletterpflanzen überrankt. Der begrünte, offene Innenhof ersetzt die etablierten Korridore und erweitert das Raumangebot um eine naturnahe Zone.
Literatur
Gmür, Otti. Häuser, Dörfer, Städte. Architekturführer Kanton Luzern. Luzern 2006, S. 169. – Gmür, Otti. Erweiterungsbau der Primarschule in Hitzkirch LU – eine Rückblende. Architekt Anton Glanzmann, Luzern, in: Archithese 5/1982, S. 55–58. – Niederberger, Claus. Neue Architektur im Kanton Luzern seit 1930, in: Unsere Kunstdenkmäler. Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte 2/1978, S. 257. – Denkmalpflege und Archäologie (Hg.). Kantonales Bauinventar Luzern.