Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03199.jsonl.gz/2610

Die Organisation
Die Region von Huánuco im peruanischen Amazonasgebiet gehörte bis Mitte der 1990er Jahre nicht nur zu den Hochburgen der Guerilla-Bewegung des Sendero Luminoso („Leuchtender Pfad“), sondern auch zu den wichtigsten Anbaugebieten für Koka. Dank Eigenanstrengungen und Unterstützung, u.a. durch das UNDCP (United Nations Drug Control Programme), gelang es den Mitgliedern der Landwirtschaftsgenossenschaft Naranjillo, die seit ihrer Gründung 1964 vielfach im Kreuzfeuer der verschiedenen Konflikte stand, ihre Struk-turen zu stärken, sich in 36 Basisgenossenschaften zu organisieren und den Anbau von Kakao, Kaffee und anderer Agrarprodukten auszubauen. Mit dem Ziel, zusätzliche Verdienstquellen zu schaffen und damit die Abhängigkeit vom Koka-Anbau zu verringern, wurde 1985 in Tingo María ein eigener Verarbeitungsbetrieb für Kakaobutter, Kakaopulver und Schokolade eingeweiht – was nicht nur landesweit eine Pionierleistung dar-stellt. In der Hochsaison sorgen in einem achtstündigen Turnus 36 ArbeiterInnen für die Herstellung und Verpackung der Fertigprodukte. Zur weiteren Mehrwertschöpfung wurden zudem schrittweise die Richtlinien des Fairen Handels und der BIO-Landwirtschaft eingeführt. Die Prämie, die Naranjillo (der Name einer tropi-schen Frucht, die einer kleinen Orange ähnelt) seit der Fair Trade-Zertifizierung des Kaffees (2004) bzw. des Kakaos (2006) zusteht, kommt Weiterbildungsprogrammen, Gemeinschaftsprojekten sowie dem Ausbau der Infrastruktur der Zentrale und der Mitgliedsgenossenschaften zugute; die bisher schwache Beteiligung der Frauen wird im Rahmen eines spezifischen Komitees gefördert. Ein zusätzlicher Förderfonds, in den 40 Euro-Cents pro Kilo Schokolade fliessen, hat in einem ersten Schritt den Bau einer Schule ermöglicht.
Das Produkt
Die Bergkette Mecsa Osha (in der einheimischen Quechua-Sprache: „die schlafende Schönheit“) stand der ersten BIO- und Fair Trade zertifizierten Schokolade, die im Weltsüden hergestellt wird, zur Patin. Mecsa Osha besteht aus Criollo-Kakao von Naranjillo, für dessen Zertifizierung die niederländische Kontrollstelle Control Unión einsteht, sowie BIO-Zucker des langjährigen claro-Lieferanten Otisa (code 631).
Die Auswirkungen des fairen Handels
- Garantierter Mindestpreis und zusätzliche BIO- und Fair Trade-Prämien
- Förderung der lokalen Erzeugung und Verpackung von BIO-Schokolade
- Zusätzlicher Aufschlag für BIO-Schokolade zugunsten eines Förderfonds
- Unterstützung einer nachhaltigen Alternative zum Koka-Anbau