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Gebirgsthal im
Berner Oberland, wird von der
SchwarzenLütschine durchflossen, welche durch eine Thalenge
in die Unterstufe, das Lutschenthal, gelangt und sich bei Zweilütschinen mit der aus
Lauterbrunnen kommenden
WeißenLütschine vereinigt.
Eins der schönsten Alpenthäler, erstreckt sich Grindelwald 20 km lang in unmittelbarer
Nähe der Finsteraarhorngruppe.
Von ihren weiten Firnmulden senken sich, zu beiden Seiten des Mettenbergs, zwei Eisströme in das
Thal:
[* 3] der vielbesuchte Obere
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Grindelwaldgletscher, aus dessen prachtvollem Eisthor die durch den Schieferschlamm des Bergelbaches dunkel gefärbte SchwarzeLütschine hervorbricht, und der Untere Grindelwaldgletscher, dessen Mittelstück den NamenEismeer führt. Beide sind zugänglich
vom Hauptort Gydisdorf (1057 m ü. M.) aus. Das Thal zählt (1880) 3089 Einw. deutscher Zunge und protestantischer Konfession;
es wird neuerdings wegen seiner geschützten Lage und des verhältnismäßig milden Klimas sogar als Winterkurort
empfohlen.
Grindelwald eignet sich wegen seines gemässigten Klimas, sowie seiner windgeschützten, sonnigen und
nebelfreien Lage zum Sommer- wie auch zum Winterkurort. Zahlreiche Gasthöfe, die zusammen mehr als 1000 Fremde beherbergen
können und von denen ein Teil auch im Winter im Betrieb bleibt. Seit einigen Jahren hat sich Grindelwald zum stark besuchten
Winteraufenthalt entwickelt, zu welcher Zeit sich hier ganze Fremdenkolonien ansiedeln und allerlei Sport
(Schlitten-, Ski- und Schlittschuhfahren) obliegen. Daneben ist Grindelwald ein Exkursionszentrum ersten Ranges, sowohl für
eigentliche Hochtouren (Wetterhorn, Schreckhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau etc.), wie auch für eine ganze Reihe von interessanten
und leichten Ausflügen (Kleine und Grosse Scheidegg, Wengernalp, Männlichen, Faulhorn, Ober und Unter Grindelwaldgletscher etc.).
Urkundlich erscheint Grindelwald zum erstenmal 1146 als Schenkung des Kaisers Konrad an das Kloster Interlaken. Schon 1180 hatte
der Ort seine eigene Kirche. 1319 erhoben sich die Bewohner des Grindelwaldthales gegen das Kloster und 1528 widersetzten sie
sich energisch aber erfolglos gegen die Einführung der Reformation. 1577 wird als Filiale der Kirche
Grindelwald eine auf der Nellenbalm über dem
linken Ufer des Untern Grindelwaldgletschers stehende St. Petronellakapelle erwähnt,
die dann vom vorrückenden Gletscher zerstört worden ist. Ebenfalls 1892 wurde nahezu die Hälfte des Dorfes durch eine Feuersbrunst
in Asche gelegt. Grindelwalds grossartige landschaftliche Lage wurde schon zu Ende des 18. Jahrhunderts
gewürdigt, kam aber erst mit dem seit 1870 mächtig anschwellenden Fremdenstrom zur vollen Geltung.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Interlaken).
Die Glocke der Kapelle von Sankt Petronilla erschien nach dem Zurückweichen des Gletschers
wieder; sie wurde in die Kirche von Grindelwald verbracht, wo sie beim Brande von 1892 einschmolz.