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Ferrari-Designer Sergio Pininfarina ist tot
11.07.2012
Der italienische Star-Autodesigner Sergio Pininfarina (Foto) ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Designer war verantwortlich für die schlanke Ferrari-Silhouette und die Designs einer Reihe anderer Sportwagen.
Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, starb der Designer in der Nacht zum Dienstag nach längerer Krankheit. Sergio Farina wurde am 8. September 1926 in Turin geboren. Später übernahm er die von seinem Vater, dem Karosseriebauer Battista „Pinin“ Farina, gegründete Designfirma. In den sechziger Jahren fügte Pininfarina den Spitznamen seines Vaters, „Pinin“, zu seinem Namen hinzu. Im Jahr 2005 ernannte Italiens Staatspräsident Pininfarina zum Senator auf Lebenszeit.
Sergio Pinifarina.
Die Beziehung zwischen den beiden schillernden Unternehmen Pininfarina und Ferrari hatte Sergios Vater Battista in die Wege gleitet. Der kleinwüchsige Battista Farina hatte das Unternehmen 1930 gegründet und nach dem Krieg schnell zu einem der führenden italienischen Designstudios aufgebaut.
Der junge Sergio Pininfarina (rechts) mit seinem Vater Battista (links) und Enzo Ferrari.
Sergio Pininfarina übernahm das Unternehmen Anfang der 1960er Jahre. Sein kleinwüchsiger Vater hatte es per Staatsdekret durchgesetzt, dem Familiennamen Farina seinen Spitznamen "Pinin" anhängen zu dürfen, was nichts anderes als "Zwerg" heisst. Unter Sergio Pininfarinas Regie schuf sein Atelier die schönsten Formen für Ferrari. Zu den gelungensten Entwürfen darf der Dino von 1965 zählen, der 308 von 1975 oder der extrovertierte Testarossa von 1984.
Der Ferrari 250 LM von 1964 war eines der ersten Ferrari-Modelle, die unter der Ägide von Sergio Pininfarina entstanden.
Doch nicht nur bei Ferrari bestimmte Pininfarina die Linien des Designs. Die Namen der Hersteller, die die Dienste der Turiner in Anspruch nahmen, liest sich wie das "Who is Who" der Autoindustrie. In den Studios entstanden der Alfa Romeo 164 von 1987 ebenso wie Lancia Monte Carlo von 1975, der Peugeot 504 des Jahrgangs 1968 oder der Volvo C70 von 2006. Doch die Entwürfe von Pininfarina zeichnete sich nicht alleine durch ihre gelungenen Formen aus. Der Chef hatte schon in den Sechzigern die Bedeutung der Aerodynamik für den Verbrauch erkannt und richtete einen der ersten professionellen Windkanäle ein.
Mit dem Design des Supersportwagen "Enzo" ehrte Pininfarina 2002 den Gründer des Sportwagenherstellers Ferrari.
Sergio Pinifarina reüssierte jedoch nicht nur als Designer, er baute sein Unternehmen von der Manufaktur zum Fahrzeughersteller aus. In zuletzt drei Werken baute Pinifarina komplette Fahrzeuge in grossen Stückzahlen. 2005 und 2006 verlor Pininfarina einige dieser Grossaufträge.
Zu diesem Zeitpunkt beschäftigten die Italiener mehr als 3500 Mitarbeiter. 2009 hatte das Unternehmen 600 Millionen Euro Schulden angehäuft. Der Unfalltod von Andrea Pininfarina im Jahr 2008 warf die Restrukturierungsbemühungen zurück. Sergios zweiter Sohn, Paolo Pininfarina, führt den Betrieb nun in der dritten Generation.
José Peixoto/pd