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Neue Touren im Dauphiné
Pic d' Olan. Südostweg. Variante. Der gewöhnliche Weg, um vom höchsten Gipfel, der Pointe Coolidge 3578 m, nach La Chapelle en Val Gaudemar im Südosten abzusteigen, führt zunächst in die Lücke ( zirka 3500 m ) zwischen dem höchsten und dem nächsten, südwestlichen, zweithöchsten Gipfel, der Pointe Pendlebury ( zirka 3574 m ), und von dort abwärts, längs des großen Couloirs, das sich in südöstlicher Richtung zum Glacier d' Olan hinabzieht. Dieses große Couloir wird an geeigneter Stelle nach links ( östlich ) verlassen, und nun werden ohne jede Schwierigkeit in langem, wenig abfallendem Quergang alle die Schluchten traversiert, die vom Ostgrat des Pic d' Olan gegen Süden abfallen. Deutliche Wegspuren lassen die Richtung nicht verfehlen. Ganz im Osten, wo der Gletscher am höchsten hinaufreicht, wird dann endlich zu ihm abgestiegen und ein Übergang über den nicht immer ganz harmlosen Bergschrund gesucht.
Es ist dies überhaupt der beste und leichteste Weg auf den Pic d' Olan, aber es ist von La Chapelle aus eine Höhendifferenz von zirka 2400 m zu überwinden.
Dr. Gh. Simon, Dr. Mené Kœnig und Paul Montandon mit dem jungen Führer Christophe Turc, fils, von Les Etages und dem Träger Pellaud wählten, nachdem sie am 1. August 1911 den Pic d' Olan von Norden erstiegen hatten, zum Abstieg ein kleineres steiles Felscouloir, das auf dem Gipfel selbst beginnt und in gewundener Linie zuerst östlich, dann südöstlich und südlich und endlich südwestlich abfällt und in die Nähe des großen Couloirs führt, das von der Brèche zwischen Pointe Coolidge und Pointe Pendlebury herabkommt. Es wurde sodann in jenes große Couloir hinübergeklettert und der Rest des Abstiegs durch letzteres und über den oben beschriebenen Weg fortgesetzt. Mit Ausnahme von zwei Stellen bietet dieser neue Wegteil keine besonderen Schwierigkeiten und bildet eine interessante Variante, die in beiden Richtungen ( Abstieg vorzuziehen ) begangen werden kann. Die obere, nahe beim Gipfel befindliche Stelle ist eine glatte, abfallende, ziemlich schwierige Ecke. Die untere Stelle ist senkrecht, zirka 6 m hoch und durch einen Block gesperrt. Man seilt sich hier am besten ab, die Stelle kann aber auch im Aufstieg gemacht werden, da Griffe vorhanden sind.
Sirac, 3438 m. Neuer Aufstieg, über den Westgrat und die Südflanke.
3. August. Dieselbe Gesellschaft stieg nach einem kalten Nachtquartier in der unbewohnten Alphütte von Vallonpierre, ohne den Col de Vallonpierre zu betreten, direkt in der Richtung gegen den Glacier de Garroux ( den vom Massiv du Sirac umschlossenen, am Südwestfuß des Gipfels beginnenden Gletscher ) hinan, erkletterte die guten Felsen, welche zum linken Ufer des Gletschers führen, und gelangte stufenhauend über den kleinen Gletscherbruch auf das obere Plateau, ein Firnbecken am Südwestfuß des Gipfels. Die Gesellschaft stieg nun links, nördlich, über den Bergschrund hinan und erkletterte ein sehr gutes breites Felscouloir, das sie ohne bemerkenswerte Schwierigkeit in 20 Minuten auf den Westgrat oder Westhang des Sirac gelangen ließ. ( Dieses Couloir darf nicht mit dem Couloir Coolidge verwechselt werden, das von der nordöstlichen Ecke des Gletscherzirkus auf den Südwestgrat führt und zuzeiten große Schwierigkeiten bietet. ) Über den plattigen Westgrat ein Stück emporsteigend, wendete sich die Partie sodann rechts gegen die Felshänge, welche vom Gipfel südlich gegen den Glacier de Garroux abfallen. Über diese steilen Platten und Felsen wurde der Gipfel ansteigend umgangen und hoch oben um eine exponierte Ecke in den obersten Teil eines kleinen Geröllcouloirs traversiert. Einige Minuten Anstieg in diesem Couloir führten auf den Gipfelgrat, etwa 50 nahezu horizontale Schritte vom Gipfel entfernt. Die Kletterei ist in den oberen Teilen ziemlich schwierig und immer höchst interessant. Eine steile Wand hat nur minimale Griffe. Erforderliche Zeit vom Gletscher ( Fuß des Couloirs ) zum Gipfel zirka l ½ Stunde.
Dieser anziehende Weg wird ohne Zweifel mit der Zeit der gewöhnliche werden und bietet als einzige Gefahr das viele morsche Gestein, das es manchmal außerordentlich schwierig macht, „ sauber " zu klettern. Steinfall von oben wurde keiner beobachtet.Paul Montandon ( Sektionen Bern und Blümlisalp ).