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«Gott» ist das häufigste Nomen der Hymnen der 32 WM-Teilnehmer. 43-mal wird er insgesamt angerufen. Damit steht er noch vor «Vaterland» (38) sowie «Freiheit», «Erde» und «Liebe» (je 32). Achtmal kommt das Wort im kompletten Schweizer Psalm vor (der ja auch von einem Zisterziensermönch komponiert wurde), gleich zehnmal genannt wird es in der Lobes- und Schutzhymne der Engländer, «God save the Queen».
Hier eine Aufnahme vor dem WM-Spiel gegen Italien
Unübersehbar ist die martialische Note vieler Lieder (26-mal «Blut», 8-mal «Schlacht», 7-mal «Waffen»). Nicht wenige Hymnen wurden in einer Zeit geschrieben, als die nationale Souveränität noch keineswegs gesichert war. Bekanntestes Beispiel hierfür ist «Marseillaise», die 1792 unmittelbar vor dem Waffengang gegen das monarchische Österreich getextet und 1795 zur französischen Nationalhymne erhoben wurde.
Hier vor einem Qualifikationsspiel gegen Weissrussland im September 2012
Die Fifa schreibt vor, dass eine Hymne spätestens nach 90 Sekunden zu Ende sein muss. Deshalb müssen viele Länder auf Strophen verzichten. Besonders drastisch fällt da der Verzicht bei den Griechen aus, deren Hymne epische 24 Strophen umfasst.
Die Griechen vor dem Qualifikationsspiel gegen Rumänien im November 2013
Die holländische Hymne (imposante 534 Wörter und 15 Strophen) gilt als älteste aller Hymnen. Gesungen wird «Het Wilhelmus» bereits seit 1568.
Hier vor dem WM-Finale 2010
Deutlich älter ist der Text der japanischen Hymne, der im Jahr 905 (!) veröffentlicht wurde. Die Musik dagegen stammt, wie bei so vielen Nationalhymen, aus dem späten 19. Jahrhundert.
Hier an der WM 2010 vor dem Spiel gegen Kamerun
Für die Japaner ist die Länge kein Problem, umfasst ihre Hymne doch bloss vier Zeilen. Gar keinen Text haben die Spanier, deren um 1760 komponierter «Marcha Real» ganz ohne Text auskommt. Seit Jahrzehnten bleiben die Spanier also während der Hymnen stumm, trotz der wiederkehrenden Bemühungen um einen Text.
Die Spanier vor einem Freundschaftsspiel gegen die Engländer im November 2012. Die Fans singen die Melodie nach
Welche Bedeutung der Hymne noch immer beigemessen wird, zeigte das Eröffnungsspiel der WM, als die Fans sich über die Vorgaben der Fifa hinwegsetzten und die «Hino Nacional Brasileiro» eigenmächtig um eine Strophe erweiterten.
Wer sich für Hymnen en détail interessiert, dem seien die Übertragungen der ARD empfohlen. Hier werden auf der Teletexttafel 150 jeweils die Hymnentexte eingeblendet.