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Die Geschichte der Galerie Fischer in Luzern als ältestes Schweizer Kunstauktionshaus und eines der führenden Häuser in Europa spiegelt weitgehend die Entwicklung des Kunsthandels und der Kunstauktionen in Europa wider. Mit ihrem Engagement prägte die Galerie Fischer insbesondere die Entwicklung des Schweizer Kunstmarktes sowie den Auf- und Ausbau zahlreicher privater wie öffentlicher Kunstsammlungen im In- und Ausland. Bedeutende Kunstwerke aus den verschiedensten Sammlungen wurden in den Räumen der Galerie Fischer versteigert und fanden den Weg zu neuen Besitzern an anderen Orten, erweckten wiederum Freude und Begeisterung und befruchteten das sinnliche und geistige Leben.
Gegründet wurde das Unternehmen 1907 von Theodor Fischer (1878 –1957), ehemals Geschäftsführer bei Bosshard in Luzern, einem der grössten Antiquare seiner Zeit. Mit grossem Schwung führte Theodor Fischer die Geschäfte der neu gegründeten Galerie Fischer. So eröffnete er auch eine Filiale in Berlin, die bis zu den Inflationswirren nach dem ersten Weltkrieg bestand. Die geschichtlichen Ereignisse während und nach dem ersten Weltkrieg brachten einige bedeutende Sammlungen aus hochadeligen Häusern zur Versteigerung in die Schweiz. Auch in Folge der Emigration zwischen den beiden Weltkriegen sowie des Kapitalbedarfes zum Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Galerie Fischer eine Fülle auserlesener Gemälde und Kunstobjekte zum Verkauf anvertraut. Von 1921 bis 1939 führte Theodor Fischer seine Auktionen abwechselnd in den Räumen des Grand-Hotel National in Luzern oder im Zunfthaus «Zur Meisen» in Zürich durch. Im Jahre 1939 wurde die Galerie Fischer weiter ausgebaut. Man konnte nun in eigenen grosszügigen und stilvoll gestalteten, musealen Räumen an der Haldenstrasse in Luzern, Auktionen von internationaler Bedeutung durchführen. Fischer erreichte bereits in dieser Zeit die Position als einer der wichtigsten Auktionatoren auf dem europäischen Kontinent. Die beiden Söhne Arthur (1905 –1981) und Dr. Paul Fischer (1911–1976) standen dem Firmengründer bald tatkräftig zur Seite und führten nach dessen Tod im Jahre 1957 die Geschäfte weiter.
Seit ihrem Bestehen wurden der Galerie Fischer immer wieder bedeutende Sammlungen zur Versteigerung anvertraut. Aus der grossen Zahl namhafter Auktionen seien die nachfolgenden besonders erwähnt: Die Sammlung Graf Harrach, die Collection Chillingworth und Wessner (1922), die Grossherzoglich Sächsische Gewehrsammlung (1927), die Sammlung Prinz Friedrich Leopold von Preussen (1928), die Sammlung Rütschi (1931), der Nachlass Dr. Burgers, die Gräflich Erbachsche Waffensammlung (1931), die Sammlung Freiherr von Kleist, Waffensammlung Herzog Viktor von Ratibor, Gewehrkammer des Fürsten Thun (1933), kunstgewerbliche Sammlung Dr. Kodella (1934), Jagdkammer des Reichsgrafen von Kaunitz,Sammlung Bühler (1935), Waffensammlung Randolph Hearst (1939), Nachlass Gräfin Tiele-Winkler (1951), Impressionisten-Sammlung Schübeler (1964), Sammlung Kurt Sponagel (1965), Schlossbibliothek Erbach (1967), Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken aus der Fürstlich Liechtensteinischen Sammlung in Wien (1969), Sammlung Habart (1971), Sammlung Mayring (1976) sowie Jagd- und Kunstkammern verschiedener aristokratischer Häuser Deutschlands und Österreichs. In der Aufsehen erregenden Auktion «Moderne Gemälde aus Deutschen Museen» wurde 1939 ein Teil der als «entartete Kunst» apostrophierten Werke versteigert, welche heute vornehmlich in den bedeutendsten Museen weltweit zu finden sind. Am Auf- und Ausbau nationaler und internationaler Sammlungen war und ist die Galerie Fischer immer noch regelmässig massgeblich beteiligt.
Dieser Erfolg in der Vergangenheit basiert nicht zuletzt auf unserem Engagement für die Kunst und den Kunstmarkt, unserer Expertise, dem über die Jahre gepflegten Kontakt zu den wichtigsten Sammlern, Museumsvertretern und Händlern sowie auf unseren Aktivitäten zur Begegnung des steigenden Interesses von Kunstinteressierten aus Asien und Russland. Hinzu kommt, dass die Anzahl Mitarbeiter trotz Expansion stets überblickbar blieb, was eine persönliche Beziehung zu unseren Kunden erlaubt. Letztlich engagiert sich die Galerie Fischer auch nicht-kommerziell für die Kunstwissenschaft, diverse Kunstausstellungen und Publikationen, für private Kunstsammlungen und für gute rechtliche Rahmenbedingungen zu Gunsten des privaten Sammelns.
Zweimal jährlich – im Mai/Juni und November – finden im Hause Fischer grosse Kunstauktionen, einmal im Jahr – im September – eine Auktion antiker Waffen und Militaria statt. Die jeweiligen Auktionskataloge für Gemälde alter Meister, moderne und zeitgenössische Kunst, Arbeiten auf Papier, Möbel, Kunstgewerbe, Asiatica und aussereuropäische Kunst, Porzellan, Silber, Schmuck, Taschen- und Armbanduhren sowie für antike Waffen und Militaria sind wissenschaftlich bearbeitet und seit jeher geschätzte Nachschlagewerke. Sie werden in einer hohen Auflage an Interessenten in der ganzen Welt versandt. Überdies wird das Auktionsangebot auf dem Internet unter www.fischerauktionen.ch publiziert. Regelmässig besprechen führende Kunstmarktjournalisten im In- und Ausland das Auktionsangebot sowie die Auktionsresultate in Zeitungen und Zeitschriften, insbesondere in den einschlägigen Kunstmagazinen.
Die heutige Bedeutung der Galerie Fischer als Auktionshaus liegt im qualitätsvollen Angebot, insbesondere bei den Gemälden alter Meister, moderner und zeitgenössischer Kunst, Möbel, Silber, Schmuck sowie antiken Waffen und Militaria. Dabei stützt sie sich auf jahrzehntelange Beziehungen zu den wichtigsten Sammlern, Museen, Händlern, Kunstexperten usw. in der Schweiz und im Ausland. So kann die Galerie Fischer nicht nur ihre Stellung als erfolg- und traditionsreiches erstes Auktionshaus der Schweiz bewahren, sondern diese in jüngster Zeit gar weiter ausbauen. Dies belegen vor allem die an den Auktionen erzielten Hammerpreise und die entsprechende Kunstmarktberichterstattung. Um vor allem dem gestiegenen Interesse der internationalen Kundschaft an den Dienstleistungen der Galerie Fischer zu entsprechen, verstärkt die Galerie Fischer ihr internationales Engagement; dies etwa damit, dass sie auf Einladung führender asiatischer Händler an der «Asia International Arts & Antiques Fair (AIAA)» in Hong Kong teilnimmt.
Die Galerie Fischer ist stolz auf ihren ständigen und renommierten Kundenkreis, den sie in jüngster Zeit mit Interessenten aus Asien und Osteuropa erweitern konnte. So haben im Laufe der Jahrzehnte nebst Privatsammlern auch weltweit bedeutende Museen immer wieder ihre Sammlungen mit Erwerbungen aus dem Hause Fischer ergänzt. In diesem Lichte gesehen freuen sich Trude und Dr. Kuno Fischer mit den Experten und weiteren Mitarbeitern auch nach dem 100-Jahr Jubiläum für Kunden weiterhin mit ihren Auktionsdienstleistungen zur Verfügung zu stehen.
Für die Broschüre betreffend die Dienstleistungen der Galerie Fischer clicken Sie bitte hier.