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Wettbewerb, Februar 2009
Pergament
Der Neubau an der Stampfenbachstrasse soll, ganz im Sinne von Deleuze/Guattari's Einleitung in «Tausend Plateaus» «… da jeder von uns mehrere war, ergab das schon eine ganze Menge …» nicht nur eine Eigenschaft, sondern viele Eigenschaften gleichzeitig aufnehmen.
Bereits die städtebauliche Ausgangslage ist nicht eindeutig. Das Gebäude der kantonalen Verwaltung auf der einen Seite folgt dynamisch der Strassenkrümmung und auf der gegenüberliegenden Seite stehen Solitärbauten mit engen Zwischenräumen nebeneinander. Sie stehen stellvertretend für eine damals typische, bürgerliche Antwort von Stadthäusern, welche nicht in das enge Korsett klassischer Blockrandbebauungen eingebunden wurden. Das Haus im Süden ist Solitär und Doppelhaus zugleich, wobei eine Hälfte aus dem Fundus pragmatischer Zweckbauten der Neuzeit stammt.
Die Lücke zwischen Neubau und Doppelhaus ist Distanzraum und Erschliessungsraum zugleich. Alle Häuser sind an die mehr als zweigeschossig hohe Stützmauer angebaut und besitzen ausserdem die Eigenart, dass sie einerseits architektonisch als Rückseite ausgebildet wurden, und andererseits, städtebaulich gesehen, stadtraumbildende Eigenschaften zur Leonhardstrasse hin vorweisen sollten. In diesem, mit «einer ganzen Menge» an Eigenschaften ausgestattetem Umfeld, steht der Neubau.
Die Anwendung des Gestaltungsprinzips eines «all-overs» verleiht dem Gebäude seinen bestimmten Ausdruck, eine prägnante Neutralität. Die systematische Anordnung immer gleicher Fensterformate ist Programm für alle vier Fassaden. Dieses Vorgehen wird zusätzlich durch den Einsatz von Vorfabrikation, sowohl für die Fassade wie auch für den Rohbau, unterstützt.