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Neue Krötenart im Vivarium: Rio-Pescado-Harlekinkröte (Atelopus balios)
Seit Juli lebt im Vivarium des Zoo Basel die Rio-Pescado-Harlekinkröte (Atelopus balios).
Als zweiter Zoo in Europa hat der Zolli, nebst dem Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe (D), mit der Haltung der Krötenart begonnen. Die Rio-Pescado-Harlekinkröte ist weltweit von der Ausrottung bedroht und wird deshalb im Citizen Conservation Projekt berücksichtigt.
Fünf Männchen und fünf Weibchen der drei bis vier Zentimeter grossen Rio-Pescado-Harlekinkröten sind am 13. Juli 2023 aus dem Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe (D) im Zolli angekommen. Geschlüpft sind sie in einem erfolgreichen Erhaltungszuchtprojekt im Centro Jambatu de Investigación y Conservación de Anfibios in Quito, Ecuador. Besucherinnen und Besucher können die Tiere in den für sie eingerichteten Schauterrarien 59 und 61 im Vivarium beobachten. Ziel ist es, die Kröten im Zoo Basel zu züchten und damit zur Erhaltung der Tierart beizutragen. Die Rio-Pescado-Harlekinkröte zählt zu den am stärksten bedrohten Amphibienarten weltweit.
Ein Leben im tropischen Regenwald
Das Verbreitungsgebiet der Rio-Pescado-Harlekinkröte beschränkt sich auf einige wenige Populationen im tropischen Regenwald der Provinzen Azuay, Cañar und Guayas im Südwesten Ecuadors. Die Kröten sind am Rücken hellgelb bis grün und mit braun-schwarzen Tupfen gefärbt. Ihr Bauch ist hell, die Hand- und Fussflächen orange. Die orange Färbung, auch aposematische Färbung genannt, dient der innerartlichen Kommunikation oder als Warnsignal für Angreifer, dass sie ungeniessbar sind. Rio-Pescado-Harlekinkröten sind tagaktiv. Nachts schlafen sie auf Blättern und Ästen. Die Männchen halten sich vorwiegend an kleinen Bächen auf, die etwas grösseren Weibchen tiefer im Wald. Sie wandern während der Trockenzeit zum Laichen an die Gewässer und befestigen Laichschnüre mit weissen Eiern an die Unterseite von Steinen. Die geschlüpften Larven weiden an den Steinen Algenrasen ab.
Bedrohung durch Hautpilz und Lebensraumverlust
Rio-Pescado-Harlekinkröten werden in der Roten Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) als «von der Ausrottung bedroht» geführt. In den 1990-er Jahren wurde sogar befürchtet, dass die Art ausgerottet sei. Die Chytridiomykose, eine von einem Pilz ausgelöste Hauterkrankung bei Amphibien, führte zu einem enormen Bestandeseinbruch. Glücklicherweise wurden nach gezielter Suche noch einige lebende Populationen entdeckt. Da der Chytridpilz sich auch in unberührten Gebieten ausgebreitet, bleibt er für die Amphibien weiterhin eine Bedrohung. Weiter schwindet der natürliche Lebensraum der Kröte. Denn die Tieflandregenwälder am Pazifik werden stark gerodet.
Arterhaltung durch Ex-situ-Zucht
Die Zahl der Wirbeltiere auf der Erde nimmt stetig ab und viele Arten sind von der Ausrottung bedroht. Zoos beschäftigen sich mit den Lebensgewohnheiten von Tierarten und züchten gezielt, um Arten vor diesem Schicksal zu bewahren. Auch viele private Tierhalter und Forschungseinrichtungen engagieren sich für den Erhalt von Arten. Diese Erfahrung und das gewonnene Wissen sind wichtige Ressourcen. Angesichts der Entwicklung des Artensterbens müssen Ex-situ-
Quelle: Zoo Basel
Bildquelle: Zoo Basel