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Passivrauchen von Kindern
Wer würde tatenlos zusehen, wie ein Dreijähriges sich eine Zigarette anzündet und tief in die Lunge inhaliert?
Nicht eine, sondern bis zu hundertfünfzig Zigaretten pro Jahr inhaliert jedoch ein Kind, das mit stark rauchenden Eltern zusammenlebt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Königlichen Ärztekollegiums in London.
Dies ist mehr als blosse Theorie, wie kanadische Kinderärzte nachwiesen. Sie verglichen eine Gruppe von 97 Kindern, die an Entzündungen der Speiseröhre litten, mit einer etwa gleichgrossen Gruppe gesunder Kinder in ähnlichen Verhältnissen. In achtzig Prozent der Familien mit kranken Kindern rauchte mindestens ein Elternteil; in den Familien mit gesunden Kindern war der Raucher-Anteil nur halb so gross.
Möglicherweise nehmen die Kinder durch passives Einatmen soviel Nikotin auf, dass der Schliessmuskel des Magens erschlafft und scharfe Magensäfte zurückfliessen können. Daneben enthält Zigarettenrauch viele Reizstoffe, die die oberen Schleimhäute angreifen können. (asp)