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Die OECD dient ihren Mitgliedstaaten als Plattform zur Diskussion, Evaluation und Verbesserung ihrer Politiken. Von zentraler Bedeutung in der Entwicklungszusammenarbeit ist die Zusammenarbeit mit dem «Development Assistance Committee», einer Untergruppe der OECD.
Die Hauptaufgaben der OECD
Die OECD will die Wirtschaftlichkeit ihrer Mitgliedstaaten stärken, die Marktwirtschaft und den Freihandel unterstützen sowie die Entwicklung in Industrie- und Entwicklungsländern fördern. Ihre Mitglieder sind die 34 reichsten Länder der Welt. Diese repräsentieren mehr als die Hälfte der weltweiten Wirtschaftskraft. Die Regierungen verfügen mit der OECD über einen Rahmen, um ihre Politiken in den Bereichen Wirtschaft, Finanzen, Bildung, Entwicklung, Wissenschaft und Umwelt zu diskutieren und weiterzuentwickeln.
Die OECD gliedert sich in verschiedene Untergruppen. Im Bereich Entwicklungszusammenarbeit ist das Development Assistance Committee (DAC) für die DEZA das wichtigste Gremium. Weitere Einrichtungen der OECD in der Themengruppe Entwicklung sind:
- Das «Development Centre»
Das «Development Centre» hat einen Forschungsauftrag in wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung. Es dient als Forum für den informellen Politikdialog zwischen Akademikern, Politikern und Vertretern des Privatsektors. Diese stammen sowohl aus OECD-Ländern als auch aus aufstrebenden Staaten wie Brasilien, Indien und China, die nicht OECD Mitglieder sind.
- Der Sahel- und Westafrikaclub (SWAC)
Der SWAC fördert Verbindungen zwischen den OECD-Staaten und Westafrika. Ziel ist es, durch den Austausch von Erfahrungen und Know-how Politikvorschläge vorzulegen, welche die Entwicklung und die regionale Integration unterstützen. Wichtige Themen des SWAC sind Klimawandel und Ernährungssicherheit.
- Die Abteilung Global Relations
Die Abteilung Global Relations fördert und koordiniert den Dialog der OECD-Staaten mit Schwellen-, Transformations- und Entwicklungsländern und ist die Hauptanlaufstelle für Nichtmitgliedstaaten der OECD.
Aufgaben und Ziele des Development Assistance Committee (DAC)
Dem DAC gehören 29 OECD-Mitglieder an, darunter die wichtigsten bilateralen Geber der OECD. Es verfolgt das Ziel, dass sich die finanzielle Hilfe an die Entwicklungsländer erhöht und dass die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) bessere Resultate erbringt. Das Komitee selber ist nicht operationell tätig, sondern setzt sich mit den politischen, methodischen und technischen Aspekten der EZA auseinander. Daraus resultieren wegweisende Grundlagendokumente und Richtlinien für die EZA. Dabei wird besonders auf folgende Themen fokussiert:
- Statistik und Entwicklungsfinanzierung
- Entwicklungseffektivität
- Konflikt und Fragilität
- Gouvernanz
- Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit
- Gleichstellung der Geschlechter
- Evaluation der Entwicklungszusammenarbeit
- Armutsreduktion
Das DAC wird seit 2013 von Erik Solheim präsidiert. Das Komitee wurde 1961 gegründet.
Im November 2011 führte das DAC das vierte hochrangige Treffen zum Thema «Aid Effectiveness» in Busan (Südkorea) durch. Dabei wurde hauptsächlich die Fragen diskutiert, inwiefern die Verpflichtungen und Ziele der Paris Deklaration (PD) und der «Accra Agenda for Action» (AAA) erreicht wurden, und ob deren Umsetzung zu besseren Entwicklungsresultaten beigetragen hat. In Busan wurde zudem der Grundstein für eine neue Globale Partnerschaft für Entwicklung gelegt. Neben den neuen aufstrebenden Geberländern wie beispielsweise Brasilien, China und Indien wurden auch der Privatsektor und private Stiftungen erstmals erfolgreich eingebunden. Das erste Treffen der neuen Globalen Partnerschaft findet am 15./16.4. 2014 in Mexiko statt.
Das DAC und die Schweiz
Die Schweiz ist Gründungsmitglied der OECD und seit 1968 Mitglied des DAC. Die aktive Mitarbeit in der OECD ist für die Schweiz sehr bedeutsam, da sie ihre Sichtweisen und Fachkompetenz direkt einbringen kann. Dies im Gegensatz zu anderen Gremien wie der G20 und der EU, in denen sie nicht vertreten ist.
Die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem DAC erfolgt einerseits über die ständige OECD-Delegation der Schweiz in Paris, andererseits über Vertreter der DEZA und des SECO, die an Sitzungen und Konferenzen zu verschiedenen Themen teilnehmen. Zur Ausarbeitung von Richtlinien und Empfehlungen werden jeweils Spezialisten in die DAC-Netzwerke entsandt.
Eine Spezialität des DAC ist die Evaluation der Entwicklungshilfe-Systeme ihrer Mitgliedstaaten, welche rund alle vier Jahre durchgeführt wird. Dies geschieht in sogenannten Peer Reviews. Die Mitglieder lassen ihre Arbeit einer eingehenden Prüfung unterziehen, vergleichen ihre Tätigkeiten mit den Prinzipien und Ansätzen des DAC und erkennen somit die eigenen Stärken und Schwächen. Die letzte Überprüfung der Schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit fand 2019 statt.