Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03587.jsonl.gz/3406

Digg – Die Anfänge
Einer der Pioniere der sozialen Netzwerke ist der auf Nachrichten, Videos und Podcasts spezialisierte Internetdienst Digg. Er wurde 2004, im gleichen Jahr wie Facebook, gegründet. Die Gründer Kevin Rose, Owen Byrne, Ron Gorodetzky und Jay Adelson begannen das Projekt zunächst als Experiment. Schon nach kurzer Zeit wurde es jedoch zu einer der erfolgreichsten Plattformen des Web 2.0 mit seinen benutzergesteuerten Inhalten.
Das Prinzip von Digg
Die Plattform basiert auf dem Prinzip der Social Bookmarks. Das heisst, dass jeder Benutzer Links zu Pressemitteilungen, Nachrichten oder Blogbeiträgen empfehlen kann. Ein solcher Verweis ist mit einem Titel und einer Beschreibung versehen. Überdies sind die Social Bookmarks in Kategorien unterteilt. Jeder Nutzer kann seinerseits die Verweise mit einem Klick auf einen Button bewerten, sie beispielsweise mit einem Klick auf den Digg-Button positiv, mit einem Klick auf den Bury-Button negativ beurteilen. Die Anordnung der Social Bookmarks erfolgt nach ihrer Popularität.
Viele Site-Betreiber integrierten ausserdem Digg-Buttons auf ihren eigenen Seiten, damit die die Nutzer die Seiten als Social Bookmarks an den Bookmark-Dienst absenden konnten. Das Ergebnis war eine breit gefächerte und stets aktuelle Liste populärer Inhalte aus allen Bereichen des Internet.
Probleme, Verkauf und Relaunch
Im August 2010 ging Digg v4 online. Es kam von Anfang an zu Problemen, weil der Relaunch eine Reihe von Fehlern enthielt. Der Ärger der Nutzer entlud sich in einer Vielzahl von Beitragsempfehlungen des Konkurrenten Reddit. Zeitgleich wurde Facebook immer populärer, sodass die Besucherzahlen von Digg drastisch sanken und viele Mitarbeiter kündigten.
Im Jahr 2012 wurde die Institution in drei Einzelteilen verkauft: Die Marke Digg, ihre Website und die zugrunde liegende Technologie wurden für einen geringen Teil ihres früheren Werts, nämlich 500.000 US-Dollar, an Betaworks verkauft. Die Mitarbeiter wechselten für 12 Millionen US-Dollar zum SocialCode-Projekt der Washington Post. Die Digg-Patente wurden für etwa 4 Millionen US-Dollar von LinkedIn übernommen. Dies führte zu einer kompletten Neuorientierung: Digg v1 wurde am 21. Juli 2012 veröffentlicht. Der Relaunch sollte die Plattform wieder zu einem Internet-Startup machen. Er beinhaltete eine völlig neu gestaltete Startseite mit den besten Social Bookmarks, mehr Bildern und ein vollständig überarbeitetes Bewertungssystem.
Andere soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter wurden stärker eingebunden. Der Digg-Nutzer kann beispielsweise einen Beitrag direkt auf seiner Facebook-Seite teilen. Umgekehrt können sich Facebook-Nutzer mit ihrem Account über Facebook Connect auf der Plattform anmelden, sodass sie keinen eigenen Digg-Account erstellen müssen.
Die Digg-App für iPhone
Seit Anfang 2010 steht iPhone-Nutzern eine kostenlose App zur Verfügung, mit der sie die Inhalte von Digg durchsuchen und Beiträge vorschlagen können. Auch hier ist eine Verbindung über Facebook oder Twitter möglich.
Der Video-Podcast Diggnation
Der wöchentliche Video-Podcast Diggnation (www.diggnation.com) stellt die besten Digg-Beiträge vor und ermöglicht Diskussionen dazu. Er wird von den Digg Gründern Kevin Rose und Alex Albrecht moderiert. – Digg mal wieder! 😉