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In Gegenden von Peru, Bolivien und Chile, aber auch in Marokko und im Oman, wo es viel Nebel, aber kaum Quell- oder Regenwasser hat, wird schon heute Wasser aus dem Nebel gewonnen. Dazu stellen die Menschen Netze auf, an denen sich die Nebeltröpfchen ablagern, an den Maschen herunterrinnen und aufgefangen werden. Allerdings ist die Luftverschmutzung oft ein Problem, denn Schadstoffe reichern sich auch in den Nebeltropfen an.
Forscher der ETH haben nun eine Methode entwickelt, die Wasser aus dem Nebel nicht nur sammelt, sondern zugleich reinigt. Sie verwendeten dazu ein engmaschiges Geflecht aus Metalldraht und beschichteten dieses mit einem Gemisch aus Polymeren und Titandioxid. Die Polymere sind so gewählt, dass sich die Wassertropfen optimal am Geflecht ablagern und dann in einen Sammelbehälter abfliessen. Titandioxid wirkt als chemischer Katalysator. Es spaltet viele in den Tropfen enthaltene organische Schadstoffmoleküle und macht sie somit unschädlich.Die Technologie muss kaum gewartet werden und benötigt ausser Sonnenlicht keine weitere Energie. Das Titandioxid braucht regelmässig UV-Licht von der Sonne, um sich zu regenerieren. Allerdings reicht pro 24 Stunden eine halbe Stunde Sonne. Der Nebelfänger wurde in einer kleinen Pilotanlage in Zürich getestet. Dabei konnten acht Prozent des erzeugten Nebels eingesammelt und 94 Prozent der organischen Verbindungen, die dem Nebel beigemischt wurden, abgebaut werden.
Meldung auf factum 06/2023