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von Corinne Druey //
Sie werden alle da sein! Die Nummern eins im Springen, der Dressur, Fahren und CC, Olympiasieger, Welt- und Europameister sowie Sieger der Weltcupfinals und der Top-Ten-Finals. Die Auszeichnung als bestes Reitturnier der Welt, die Anfang des Monats an Genf verliehen wurde, erhöht selbstverständlich die Attraktivität der Veranstaltung. Die Auswahl an Reitern und Fahrern verspricht höchste Spannung bei allen Wettbewerben.
Vom 7. bis 10. Dezember werden alle an den Start gehen. Allein im Springsport treten nicht weniger als neun Olympiasieger an, davon drei Einzelgoldmedaillengewinner, nämlich der Niederländer Jeroen Dubbeldam, der Kanadier Eric Lamaze und Steve Guerdat. Insgesamt 16 Olympiamedaillengewinner werden in der grössten Hallenarena der Welt starten, darunter der Schwede Peder Fredricson, der Silber bei den Olympischen Spielen in Rio gewann und in diesem Jahr Europameister wurde. Der Niederländer Harrie Smolders, Zweiter bei den Europameisterschaften, und der Ire Cian O'Connor, der Bronze gewann, werden ebenfalls in Genf dabei sein. Von den deutschen Reitern wird Christian Ahlmann, der bereits einen Weltcupfinal und einen Top-Ten-Final für sich entscheiden konnte, mit grossem Siegeswillen an den Start gehen.
Beim Top-Ten-Final treten zehn Reiter aus neun Nationen gegeneinander an. Die aktuelle Nummer eins der Welt, der Amerikaner Kent Farrington, wird unter anderem auf die Kontrahenten Kevin Staut (FRA), Lorenzo de Luca (ITA) und Gregory Wathelet (BEL) treffen. Als Höhepunkt findet am Sonntag der Grand Prix statt, der für den «Grand Slam of Showjumping» zählt. Bei diesem prestigeträchtigen Springen können einige Topreiter erneut ihre Klasse beweisen, wie zum Beispiel der Brite Scott Brash, der als einziger Reiter diesen Grand Slam schon einmal gewonnen hat, der Brasilianer Pedro Veniss, der im vergangenen Jahr in Genf siegte, und Steve Guerdat, der diese hochkarätige Prüfung dreimal gewann und der in dieser Saison mit zehn fehlerfreien Ritten bei Nationenpreisen und zehn GP-Siegen höchst erfolgreich war.
Für zwei Reiter geht es aber um noch viel mehr, und zwar für den Deutschen Philipp Weishaupt, der den Grand Prix in Spruce Meadows, Calgary (CAN), gewann und somit erster Kandidat auf den Grand-Slam-Bonus ist. Gewinnt er ebenfalls in Genf, bekommt er zusätzlich 500'000 Euro und kann sich bei der nächsten Station im niederländischen 's-Hertogenbosch den Grand Slam (eine Million Euro) sichern. Gewinnt er danach auch noch die vierte Station in Folge, gäbe es nochmals eine Million Euro zusätzlich. Für den Aachen-Sieger Gregory Wathelet wären bei einem Genf-Sieg zusätzlich 250'000 Euro (zwei Siege nicht in direkter Reihenfolge) reserviert.
Weitere Hochkaräter im Teilnehmerfeld sind unter anderem der Belgier Niels Bruynseels, Sieger im Grossen Preis von Basel 2017, aus Frankreich Pénélope Leprevost und Roger-Yves Bost (Sieger im Weltcup von Madrid), der britische Altmeister Michael Whitaker, der irische Jungstar Bertram Allen, die starken Italiener Piergiorgio Bucci, Lorenzo de Luca und Alberto Zorzi, die Portugiesin Luciana Diniz und die US-Amazonen Lauren Hough und Laura Kraut.
Schlagkräftige Schweizer Delegation
Das Schweizer Aufgebot umfasst neben Guerdat auch den Weltcupzweiten Romain Duguet, Paul Estermann, Martin Fuchs, Werner Muff, Niklaus Rutschi, Pius Schwizer, Edwin Smits und Janika Sprunger. Am Freitagabend können die Zuschauer bei der Nachwuchschallenge den Stars von morgen applaudieren, insbesondere dem Team M21, angeführt vom amtierenden Europameister der Jungen Reiter Bryan Balsiger aus Corcelles.
Das Preisgeld für die Springreiter beträgt insgesamt über 2,2 Millionen Franken. Davon sind alleine über die Hälfte für den Grand Slam Grand Prix am Sonntagnachmittag reserviert – der Sieger erhält einen Scheck über 400'000 Franken. Der Top-Ten-Final, der neu am Samstagabend stattfindet, ist mit knapp einer halben Million Franken dotiert. In den weiteren CSI5*-Hauptprüfungen – «Geneva Classic» (112'500 Franken), Grand Prix (187'500 Franken) und «Coupe de Genève» (112'500 Franken) – werden die Springreiter ebenfalls grosszügig für grandiose Leistungen belohnt.
Dressurstars in den Palexpohallen
Bei den Dressurwettbewerben, welche erstmals auf Fünfsternniveau ausgetragen werden, können die Zuschauer Isabell Werth (GER), der Königin dieser Disziplin, Beifall zollen. Sie hat bereits alle Titel bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gewonnen und beherrscht zurzeit die internationale Dressurszene mit ihren beiden Vierbeinern Emilio und Weihegold. Auch die Spanierin Beatriz Ferrer-Salat, die schon eine Olympiamedaille holte, und der Schwede Patrik Kittel, der den vierten Platz beim Weltcupfinal 2016 belegte, werden in Genf antreten. Bei den Schweizern werden alle Blicke auf Marcela Krinke Susmelj und Antonella Joannou aus Genf gerichtet sein. Joannou belegte 2016 einen hervorragenden vierten Platz in Genf. Weiter für die Schweiz an den Start gehen auch EM-Teilnehmerin Anna-Mengia Aerne sowie Christian Pläge.
Weltcup Fahren
Beim Weltcup der Vierspännerfahrer werden am Sonntagvormittag sieben Fahrer die Möglichkeit haben, wertvolle Weltcuppunkte zu ergattern. Dies gilt besonders für den Australier Boyd Exell, der in Genf, der einzigen Station des Weltcups in der Schweiz, jedes Mal seit seiner ersten Teilnahme im Jahr 2008 gewann. Aber es könnte sein, dass ihm der Belgier Edouard Simonet, Bronzemedaillengewinner bei den diesjährigen Europameisterschaften, oder der Amerikaner Chester Weber, der Silber bei den Weltreiterspielen 2014 holte, dieses Mal den Sieg streitig machen. Jérôme Voutaz, der im Final des Weltcups in Göteborg im Februar den zweiten Platz belegte, wird auch vollen Einsatz zeigen, um vor einheimischem Publikum zu gewinnen. Weiter am Start sind der Deutsche Georg von Stein, der Franzose Benjamin Aillaud und der Niederländer Bram Chardon, Sohn des hocherfolgreichen IJsbrand Chardon.
Einziges Indoorcross der Schweiz
Das Indoorcross, die Hallenvielseitigkeit, ist der einzige Wettbewerb dieser Art, der in der Schweiz ausgetragen wird. Beim diesjährigen Indoorcross wird auch wieder die Nummer eins der Welt und der amtierende Olympiasieger Michael Jung aus Deutschland an den Start gehen. Die Franzosen Karim Laghouag und Mathieu Lemoine, die beide Teamgold in Rio gewannen, werden von Sidney Dufresne, der zweimal in Genf gewann, und Thomas Carlile, der vor einem Monat bei den Weltmeisterschaften der jungen Pferde die Bronzemedaille holte, unterstützt. Vom Team der Niederlande, das bei den Weltreiterspielen 2014 Bronze gewann, kommen Merel Blom, Tim Lips und Elaine Pen. Auch der Schwede Ludwig Svennerstal, der Mannschaftssilber bei der letzten EM gewann, wird mit von der Partie sein. Die Belgierin Lara de Liedekerke-Meier, zweimalige Bronzegewinnerin mit der Mannschaft bei der EM und Dritte im vergangenen Jahr in Genf, sowie die Schweizerin Evelyne Bodenmüller werden ebenfalls zu den Teilnehmern gehören. Besonders bemerkenswert ist, dass das Schweizer Nachwuchstalent Robin Godel bei dieser Prüfung die Chance hat, Indoorerfahrung zu sammeln. Neben den sportlichen Highlights bietet auch das Showprogramm mit Dressur, Para-Dressur, Voltigieren und Horseball zahlreiche Höhepunkte. Es ist alles vorbereitet, um die 57. Ausgabe des CHI Genf in festlicher Atmosphäre stattfinden zu lassen.
Weitere Infos: www.chi-geneve.ch