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Ganz im reformatorischen Sinne wurde 1786 bei der Erstellung unserer Kirche keine Orgel eingebaut.
1866 begannen Pfarrer Näf und die Kirchenpflege die Gemeinde für den Einbau einer Orgel zu gewinnen, dazu war viel Überzeugungsarbeit nötig. Die Gelegenheit war günstig, bot doch die Gemeinde Wädenswil ihre Orgel für Fr. 2600.- an, wobei zusätzlich noch mit Fr. 2400.- Renovationskosten zu rechnen war. Ein neues Instrument hätte gut dreimal so viel gekostet. 1868 wurde die erste Orgel eingeweiht.
Nach der Renovation der Orgel im Jahr 1924, richtete die Kirchenpflege einen Fonds ein, der regelmässig durch eine Kollekte geäufnet wurde. Die Basis für eine neue Orgel war gelegt. Trotzdem musste 1942 viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, bis der Wunsch zur Tatsache wurde. In einem Zeitungsbericht beschrieb ein Journalist die bestehende Orgel als: «überdimensionierter Leierkasten, der über den Häuptern der Gemeinde wuchtet».
1943 erhielt die Firma Metzler aus Dietikon/ZH den Auftrag, eine Orgel mit elektrischer Traktur einzubauen.
Vom neuen Instrument wurde geschwärmt: «Sie belebt in wundervollem Schwung die dominierende Wand, durch das Gestänge (Pfeifen) schimmert das Grau des Mauerwerkes...... Wie viel mehr Charakter erhält das Kircheninnere.»
1970, bei der umfassenden Kirchenrenovation war keine Neuanschaffung einer Orgel eingeplant. Beim Ausbau der Orgel zeigte sich aber, dass die Abnützung der elektrischen Traktur so gross war, dass mit grösseren Reparaturen und sogar teilweisem Ersatz gerechnet werden musste. Im Nachhinein erwies sich das Bestreben, 1943 nicht nur die schönste und vom finanziellen Standpunkt her grösste, sondern auch die technisch modernste Orgel anzuschaffen, als nachteilig. Die elektrische Traktur hatte sich bei kaum einer Orgel bewährt und wurde deshalb nicht mehr gebaut. Eine neue Orgel drängte sich also über kurz oder lang auf.
Die zweite Orgel fand einen neuen Platz und steht heute im Kanton Fribourg in der Gemeinde Plaffeien.
Heftige Kontroversen und Debatten lösten sich innerhalb der Kirchgemeinde ab. Nach reiflicher Prüfung stimmte die Kirchgemeindeversammlung mit 162 zu 75 Stimmen einer neuen Orgel zu. Die Orgelbaufirma Mathis in Näfels erhielt den Auftrag, eine Orgel mit mechanischer Traktur, drei Manualen und Pedal, 32 Registern und über 2000 Pfeifen einzubauen. Am 17. Juni 1973 konnte sie dann festlich eingeweiht werden.
Die erste Renovation seither mit verschiedenen Einregulierungen ist nun abgeschlossen.
Sämtliche Pfeifen der Manual- und Pedalregister wurden ausgebaut, vom Staub befreit, poliert und neu gestimmt. Dem regelmässigen Zuhörer fällt sicher der neue Klang auf. Waren beim Einbau der Barock-Orgel scharfe Töne gefragt, erklingen die Principale jetzt runder, wärmer.
Wärmer hat es jetzt auch unser Organist. Nachdem ihm im Winter der Mantel durch die provisorisch hingestellte Heizung angesengt wurde, hat der Elektriker unter der Pedalklaviatur eine „Wärmeplatte“ installiert. Zum neuen Notenpult gehört eine Leuchtstoffröhre mit blendfreiem Licht, das das ganze Notenblatt gut ausleuchtet. Unsichtbar, aber für den Organisten und die Konzertbesucher in der Empore wahrnehmbar, wurde die Schalldämpfung, die Schikane beim Windmotor erweitert. Das Motorengeräusch ist nicht mehr hörbar. Mit der Mathis-Orgel besitzt unsere Kirche eine ausgezeichnete Barock-Orgel. Jedes Register hat seinen eigenen Charakter. So spielen auch namenhafte Organisten gerne auf unserer Orgel.
Die kleine Orgel vorne neben der Kanzel wurde 1970 aufgestellt, gebaut von Orgelbau Metzler, ausgestattet mit 7 Registern auf je einem Manual und Pedal. Gedacht war sie ursprünglich als Interimsintrument während der Bauzeit der neuen, aktuellen Orgel. Sie wurde jedoch beibehalten und dient seither als Nebenorgel, im Gottesdienst und auch immer wieder für Konzerte.
Anlässlich einer Revision wurde das Instrument mit einem Umschalter ausgerüstet, der es erlaubt, einen Halbton tiefer zu spielen, eine Konzession an historische Spielpraxis.
2015 konnte mit dem Geld von grosszügigen Spenderinnen und Spendern ein Steinway-Konzertflügel für die Kirche angeschafft werden, der seither den Gottesdienst musikalisch bereichert und auch an Konzerten Verwendung findet.