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Als Folge des Klimawandels werden die Fliessgewässer im Mittelland im Sommer weniger und wärmeres Wasser führen. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf in der Landwirtschaft. Im Kanton Basel-Landschaft wurden die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf das Wasserdargebot, die Wassernutzung und die Fischpopulationen abgeschätzt und Empfehlungen für eine angepasste Nutzung erarbeitet.
Pilotprojekt zur Anpassung an den Klimawandel «Nutzung von Fliessgewässern unter veränderten klimatischen Bedingungen»
Ausgangslage
Bereits heute führen die Fliessgewässer im Kanton Basel-Landschaft im Sommer wenig Wasser. Entsprechend steigen die Wassertemperaturen in den Sommermonaten. Bisher fehlten in der Landwirtschaft, Siedlungswasserwirtschaft und Fischerei geeignete Ansätze zum Umgang mit Trockenheit und Wassermangel.
Ziele
Das Projekt verfolgte mehrere Ziele. Erstens sollten das gegenwärtige und das zukünftige Wasserdargebot quantifiziert werden. Zweitens sollten der Bewässerungsbedarf und die Wirtschaftlichkeit der Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen ermittelt werden. Drittens sollten die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen auf die Fischpopulationen in den Fliessgewässern untersucht werden. Gestützt auf die Ergebnisse sollten Empfehlungen für die zukünftige Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen und die Nutzung der Fliessgewässer abgeleitet werden.
Vorgehen
- Berechnen der Abflüsse der Oberflächengewässer mit einem Wasserhaushaltsmodell unter verschiedenen Klimaszenarien
- Ermitteln des Bewässerungsbedarfs für verschiedene landwirtschaftliche Kulturen, Abschätzen der Bewässerungskosten für ausgewählte Kulturen und Beurteilen der Wirtschaftlichkeit der Bewässerung
- Situationsanalyse der Fischpopulationen in den Bächen, Abschätzen der künftigen Entwicklung der Wassertemperaturen
- Synthese, Aufbereiten und Verbreiten der Resultate
Ergebnisse
Der Klimawandel wird erhebliche Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und damit auch auf die Landwirtschaft und die Fischerei im Kanton Basel-Landschaft haben. Es ist damit zu rechnen, dass in Zukunft insbesondere die kleinen und mittleren Fliessgewässer über Zeiträume von mehreren Monaten sehr wenig oder teilweise gar kein Wasser mehr führen werden.
In den trockenheitssensiblen Gebieten wird für die Landwirtschaft kaum Wasser zur Verfügung stehen, ausser aus lokalen künstlichen Speichern. Die Bewässerung muss effizient erfolgen und wird nur für Kulturen mit hoher Wertschöpfung ausreichen. Für eine grossflächigere Bewässerung ist vermutlich nicht genug Wasser vorhanden. Zudem ist die Wirtschaftlichkeit für die meisten Kulturen nicht gegeben.
Die Wassertemperaturen werden sich mit fortschreitendem Klimawandel weiter erhöhen. Für Gewässerökosysteme ist dies ein zusätzlicher Stressfaktor. In den Sommermonaten erreichen die Gewässer immer häufiger Temperaturen, die für einige heimische Arten wie dieForellen kritisch sind. Heutige Leitarten werden sich vermutlich zurückziehen und durch besser angepasste ersetzt werden.
Fazit
Aus den erarbeiteten Empfehlungen sind drei Stossrichtungen für die Anpassung an den Klimawandel besonders hervorzuheben. Erstens gilt es, die Gewässer zu revitalisieren, da Gewässer in naturnahem Zustand widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen und Extremereignissen wie Hitze oder Trockenheit sind. Die nationale Gewässerpolitik sieht bereits vor, Flüsse und Bäche zu revitalisieren und besser miteinander zu vernetzen. Dadurch sollen sich die Wasserlebewesen bei hohen Wassertemperaturen in tiefen Pools oder höher gelegenen Seitenbächen die überlebenswichtige Abkühlung verschaffen können.
Eine zweite wichtige Rolle spielt die dezentrale Versickerung des Niederschlagswassers. Dadurch wird die Wassermenge in den Fliessgewässern und im Grundwasser erhöht und der lokale Wasserhaushalt verbessert.
Drittens ist ein haushälterischer Umgang mit den Wasserressourcen nötig, auch in der Landwirtschaft. Je nach Kultur und Boden variiert der Wasserbedarf enorm. In sensiblen Gebieten sollte die Wahl der Kulturen angepasst werden, damit es zu weniger Knappheitssituationen kommt. Die im Projekt neu entwickelten Methoden zur Abschätzung des Bewässerungsbedarfs wurden vom Bundesamt für Umwelt aufgenommen und weiterentwickelt.
Projektträger: Kanton Basel-Landschaft, Amt für Umweltschutz und Energie
Pilotgebiet: Kanton Basel-Landschaft, v. a. Einzugsgebiete Birs und Ergolz
Laufzeit: 2014 - 2016
Begleitung: Bundesamt für Umwelt
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Letzte Änderung 13.10.2017