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Es ist wieder so weit: Alle vier Jahre wählen wir unser Parlament, die Bundesversammlung, die aus National- und Ständerat besteht. Wenn du zum ersten Mal wählen gehst oder einfach wissen möchtest, welche Möglichkeiten du bei der Wahl eigentlich hast, bist du hier richtig. Kumulieren, Panaschieren – das alles ist gar nicht schwierig, wenn man weiss wie.
Nationalrat und Ständerat bilden zusammen die gesetzgebende Gewalt (Legislative). Der Nationalrat, auch «grosse Kammer» genannt, umfasst 200 Mitglieder, die das wahlberechtigte Volk vertreten. In der «kleinen Kammer», dem Ständerat, sitzen 46 Mitglieder. Sie vertreten die 26 Kantone und Halbkantone.
Die 200 Mitglieder der grossen Kammer werden in den meisten Kantonen mittels Proporzwahl (Verhältniswahl) gewählt. Jeder Kanton und Halbkanton bildet einen Wahlkreis. Die Anzahl der Sitze, die jedem Kanton zustehen, hängt von der ständigen Wohnbevölkerung ab, wobei jeder Kanton Anspruch auf mindestens einen Sitz hat.
Für den Nationalrat gilt seit 1919 das Proporzsystem (Verhältniswahl). Nur in jenen kleinen Kantonen, die lediglich einen Sitz im Nationalrat haben, wird dieser nach dem Majorzverfahren (Mehrheitswahlrecht) vergeben, das heisst, er geht an die stärkste Partei und die Minderheit geht leer aus.
Bei der Proporzwahl werden die dem Kanton zustehenden Nationalratssitze zuerst auf die Parteien verteilt, die an der Wahl teilnehmen, und zwar proportional zur Anzahl der Stimmen (Kandidaten- und Zusatzstimmen), die sie erhalten haben. Danach werden diese Mandate innerhalb der Partei bzw. Listenverbindung auf jene Kandidaten verteilt, die am meisten Stimmen erzielt haben.
Für die Nationalratswahlen stellen die Parteien in den Kantonen Listen mit ihren Kandidaten auf. Deren Zahl darf die Anzahl der Sitze, die dem jeweiligen Kanton zustehen, nicht überschreiten. In den Wahlunterlagen, die jedem Wahlberechtigten per Post zugestellt werden, findest du die vorgedruckten Listen der Parteien und eine Blankoliste, die keine vorgedruckten Angaben enthält. Wichtig: Du darfst nur diese amtlichen Wahlzettel verwenden. Und du solltest nur einen davon einreichen – mehr als ein Wahlzettel im amtlichen Wahlcouvert macht deine Wahl nämlich ungültig.
Für jede Partei, die zu den Wahlen antritt, ist ein Wahlzettel in den Unterlagen vorhanden. Diese vorgedruckten Wahlzettel enthalten die Listenbezeichnung und die Namen der Kandidaten. Auch allfällige Listenverbindungen sind angegeben.
Falls du keinen vorgedruckten Wahlzettel einer bestimmten Partei verwenden willst, kannst du die Blankoliste benutzen, die im Wahlcouvert liegt. Du hast dann zwei Möglichkeiten:
Auf der leeren Liste kannst du oben die Bezeichnung und/oder die Nummer deiner bevorzugten Partei hinschreiben. Diese findest du auf den vorgedruckten Wahlzetteln. Unten kannst du beliebige Kandidaten aufführen, aber immer mit der Nummer (auch die findest du auf den vorgedruckten Listen). Du musst mindestens einen Kandidaten auf den Wahlzettel schreiben, sonst ist er ungültig! Leere Listenplätze werden der Partei angerechnet, die du oben vermerkt hast.
Wenn du oben keine Parteibezeichnung oder -nummer hinschreibst, gehen nicht ausgefüllte Listenplätze verloren; sie werden keiner Partei angerechnet und verfallen. Jede Partei erhält so viele Parteistimmen, wie du Kandidaten von ihr auf die Liste setzt. Wenn du keine Kandidaten aufführst, sondern den Wahlzettel leer einlegst, beeinflusst er das Wahlergebnis nicht, wird aber bei der Berechnung der Wahlbeteiligung berücksichtigt.
Parteien und politische Gruppierungen können in jenen Kantonen, in denen nach dem Proporzverfahren gewählt wird, sogenannte Listenverbindungen eingehen. Diese werden auf dem Wahlzettel angegeben. Mittels dieser Listenverbindungen verbessern die Parteien ihre Wahlchancen, denn die Stimmen für die Partner in solchen Verbindungen werden zuerst addiert. So steigt die Chance, dass ihnen ein Restmandat zufällt, denn die grösseren Parteien sind bei deren Verteilung im Vorteil. Die erhaltenen Sitze werden danach gemäss Proporz auf die verschiedenen Partner der Listenverbindung verteilt.
Es wird zwar nur ein kleiner Teil der Wahlzettel für ungültig erklärt, aber wenn du schon wählst, lohnt es sich, die folgenden Fehler zu vermeiden – damit deine Stimme auch wirklich zählt:
Seit 1994 ist die voraussetzungslose briefliche Stimmabgabe gesetzlich zugelassen. Bei dieser bequemen Art der Stimmabgabe gilt es, folgende Punkte zu beachten:
Wenn du lieber an die Urne gehst, hast du an mindestens zweien der letzten vier Tage vor dem Wahlsonntag Gelegenheit, deine Stimme im Wahllokal deiner Gemeinde abzugeben. In deinen Wahlunterlagen findest du Adressen und Öffnungszeiten. Du benötigst folgende Unterlagen:
Online: Für die Wahlen am 20. Oktober 2019 gibt es keine elektronische Stimmabgabe.
Die Ständeratswahlen werden von den Kantonen organisiert – die Bestimmungen können sich deshalb je nach Kanton unterscheiden.
Wichtig: Bei den Wahlen in die kleine Kammer darf kein Name mehr als einmal auf dem Wahlzettel stehen. Kumulieren ist daher nicht möglich. Bei vorgedruckten Wahlzetteln darf man aber Kandidatennamen streichen und durch die Namen von anderen wählbaren Kandidaten ersetzen. In den meisten Kantonen liegen jedoch nur leere Wahlzettel in den Wahlunterlagen; hier müssen die Namen handschriftlich eingetragen werden. In einigen Kantonen dürfen nur Kandidaten gewählt werden, die in den amtlichen Unterlagen aufgeführt sind; in den übrigen ist grundsätzlich jeder dort Stimmberechtigte wählbar.
45 der 46 Mitglieder des Ständerats werden gleichzeitig mit dem Nationalrat gewählt. Die Ausnahme ist Appenzell Innerrhoden, wo die die Landsgemeinde den einzigen Ständerat jeweils im April vor den Nationalratswahlen wählt. Die Ständeräte von Ob- und Nidwalden sind bereits in stiller Wahl bestätigt worden – das heisst, sie müssen sich keiner Wahl stellen, weil keine Gegenkandidaten antraten.
Liebe Schweizer, bevor ihr euch über kulinarische Merkwürdigkeiten aus fernen Gefilden mokiert – Chicken and Waffles oder Chicharrones oder Lammfleisch mit Pfefferminzsauce, irgendwer? –, haltet doch schnell inne und bedenkt: Die Schweiz ist sehr, sehr klein und die eigenen Geschmacksvorlieben als Norm auf ausländische Esstraditionen anzuwenden, wäre einerseits arrogant und andererseits ein Eigentor. Letzteres weil gewisse Schweizer Gerichte ausserhalb helvetischer Gefilde schnell …