Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03541.jsonl.gz/1562

Dass Disney zur Zeit an einer ganzen Reihe neuer Kurzfilme mit Mickey Mouse und der ganzen Rasselbande arbeitet, hatten wir euch bereits in diesem Artikel ausführlich vorgestellt (wo ihr euch auch den ersten Film komplett anschauen könnt). Wobei genau genommen Disney die Arbeit an diesen Filmen an ein kanadisches Studio auslagerte und Paul Rudish (Powerpuff Girls, Dexters Labor) die Leitung übertrug. Produziert werden die Kurzfilme, die durch ihre Flashanimation-Ästhetik nur noch entfernt an die originalen Mickey Filme erinnern, fürs Fernsehen und werden ab dem 28. Juni auf dem Disney Channel ausgestrahlt. Aber Disney hat auch einen echten, vor Nostalgie sprühenden Mickey Mouse Kurzfilm in der Pipeline, handgezeichnet und von den einzig wahren Disney Animation Studios umgesetzt.: Mickey Mouse in Get a Horse! Seine Premiere feierte der Film in Annecy (wir berichteten) und wird voraussichtlich zusammen mit Frozen (Die Eiskönigin – Völlig unverfroren) in die Kinos kommen.
Über Get a Horse!
Ursprünglich suchte der Disney Konzern nach neuen Mickey Mouse Ideen fürs Fernsehen. TV-Regisseurin Lauren MacMullan (The Simpsons, Avatar) wurde vom Ralph reichts-Regisseur Rich Moore darauf hingewiesen und da sie seit jeher eine Faszination für die alten Mickey Mouse Kurzfilme der 20er- und 30er-Jahre hegte, entwickelte sie ein Konzept auf deren Basis. Sie konnte Disney von ihrer Idee überzeugen und die 18-monatige Produktionszeit nahm ihren Lauf. Der Film wurde ähnlich wie Paperman als handgezeichneter und computeranimierter Hybridfilm entwickelt. Die Animation Supervision der handgezeichneten Animationen übernahm Disney-Legende Eric Goldberg, während die CG-Elemente von Adam Green (der CG-Animator, nicht der Sänger^^) überwacht wurden. Als Stilvorlage stand der originale Steamboat Willie Kurzfilm Pate. Mit Hilfe von speziellen Filtern erreichte die Regisseurin, dass Get a Horse! ebenso charakteristische Alters- und Unschärfespuren aufwies. Um die Illusion komplett zu machen, wurde die echte Stimme von Walt Disney verwendet, der in den frühen Kurzfilmen Mickey seine Stimme lieh. Der Film soll als Classic Mickey Cartoon beginnen, aber im Verlauf seinen Stil komplett verändern, was zu einer Verschmelzung beider Animationstechniken führt. Älteste Disney Traditionen treffen auf modernste Techniken.
Die ersten Reaktionen auf den in Annecy gezeigten Kurzfilm fielen sehr positiv aus. Von einem “cleveren und beeindruckenden Mix aus traditioneller 2D- und CG-Animation” ist die Rede. Andere sprechen davon, dass Disney nach Paperman erneut beweist, dass sie sich ihrer Geschichte und Tradition sehr wohl noch bewusst sind. Technisch auf modernstem Stand, erzähle der Film jedoch auch eine “gute und bewegende Geschichte”. Eric Goldberg und Adam Green waren ebenfalls vor Ort und sprachen einige Worte zum Film. (Quelle)
Es wird gemunkelt, dass Get a Horse! zusammen mit Frozen in die Kinos kommen werde, was aber offiziell noch nicht bestätigt wurde. Wobei alles darauf hindeutet. Es ist eine alte Tradition bei Disney (und Pixar) ihre großen Kinofilme mit einem Kurzfilm zu schmücken und nach Paperman, der Ralph reichts begleitete, wäre nun Mickey an der Reihe, die Eiskönigin an die Hand zu nehmen. Spätesten zum Kinostart am 28.11.2013 wissen wir mehr.
Noch ein abschließendes Wort zu den anderen Mickey Kurzfilmen, die ich anfangs erwähnte: Zugegeben, die flashartigen Kurzfilme, die Disney für das Fernsehen in Auftrag gegeben hat, lassen erst nach einer gewissen Eingewöhnungsphase erkennen, dass sie durchaus im Geiste der alten Walt Disney-Filme produziert wurden. Trotzdem werden einige Animatoren der alten Schule mit ihnen nicht warm, die darin den Untergang der Disney 2D-Animation erkennen. Doch auch wenn Disney in den letzten Monaten mit der Schließung ihrer 2D-Abteilung und manch anderen Entscheidungen (Stichwort Merida oder LucasArts) nicht gerade mit Herz und Verstand glänzte, gehören diese neuen Mickey Filme zumindest meiner Meinung nach zu den wenigen positiven Dingen, die man dem Konzern zuletzt nachsagen konnte.