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Eine genaue zeitliche Festlegung, seit wann der Mensch das Feuer aktiv nutzte, ist nicht möglich. Die frühesten in der Literatur erwähnten Hinweise auf Feuernutzung durch den Urmenschen in Koobi Fora (Kenia) oder der Wonderwerkhöhle in Südafrika sind umstritten. Im Norden Israels entdeckte man einen Befund, bei dem es sich um eine sehr frühe Feuerstelle (etwa 790 000 Jahre alt) handeln könnte. Spätestens mit der Ausbreitung des Homo erectus nach Ostasien bzw. des Homo heidelbergensis ins nordalpine Europa vor etwa 600 000 Jahren ist indirekt eine aktive Feuernutzung durch diese Menschengruppen anzunehmen.
Feuer konnte auf verschiedene Weise entzündet werden. Bei der Methode des Feuerbohrens wird ein Hartholzstab sehr schnell auf einem Weichholz gedreht. Dadurch entsteht glühendes Holzmehl, mit dem man dann ein Feuer entfachen kann. Archäologisch ist diese Technik in der Schweiz bisher nicht gesichert nachgewiesen. Dagegen sind Belege für das Feuerschlagen sehr häufig. Ein prähistorisches Feuerzeug setzt sich aus einem Feuerstein (SiO2), einem Stück Katzengold (Pyrit, Markasit, FeS2) und einem Lappen des Baumpilzes Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius) zusammen. Schlägt man nun mit dem Feuerstein auf das Katzengoldstück, entsteht ein heisser Funken, der den Zunder zum Glimmen bringt.
Die ältesten gut erhaltenen Feuerstellen aus der Schweiz datieren gegen Ende der letzten Eiszeit (um 13 000 Jahre v.Chr.). Damals durchstreiften Jäger und Sammler regelmässig das Mittelland und den Jura. Sie wohnten im Schutz von Höhleneingängen, überhängenden Felsen und in Lederzelten. In dieser Zeit spendete das Feuer überlebensnotwendige Wärme, bot Licht und diente der Nahrungszubereitung; zudem liessen sich damit gefährliche Tiere auf Distanz halten. Im Alltag der stein- und bronzezeitlichen Seeufer- und Moorsiedlungen (4300?800 v.Chr.) spielte Feuer eine sehr wichtige Rolle unter anderem bei der Brandrodung sowie der Herstellung von Werkzeugen.
Bild: D. Steiner