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Nun, nach dem letzten langen Blogeintrag (Journalismus ist ein Existentialismus) wurde ich gefragt, ob ich mich gelegentlich auch kürzer fassen könnte. Ihr Wunsch, mein Befehl. Statt noch einmal eine Predigt darüber zu schreiben, dass Fakten auch im Journalismus nur Rohstoff – also Dreck – sind und es darauf ankommt, was für eine Story man daraus macht, hier meine Lieblingsanekdote zum Thema. Sie sagt dasselbe, nur schöner.
Es ist Sir Alfred Hitchcocks Erzählung über die beste Story-Idee der Welt:
Ein Drehbuchschreiber hat nachts immer die besten Ideen. Doch am Morgen sind sie alle vergessen. Eines Abends legt der Drehbuchschreiber einen kleinen Notizblock auf den Nachttisch. In dieser Nacht wacht er auf – und er weiss, dass er die beste Filmidee der Welt hat. Eine, die alle anderen Filmideen um Längen schlägt. Er notiert sie und schläft wieder ein.
Am nächsten Morgen wacht er wieder auf, geht unter die Dusche, erinnert sich: «Die beste Idee... Mist, vergessen ... Nein! Habe sie aufgeschrieben!» Er springt aus der Dusche, rennt ins Schlafzimmer, packt den Notizblock und liest: «Junge trifft Mädchen.»
Und die Moral? Beim Schreiben ist der offizielle Anlass fast nichts. Aber was man daraus macht, fast alles.