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Vaterfiguren. Die Entwicklung der dokumentarischen Filmanalyse für die erziehungs-wissenschaftliche Untersuchung generativer Verhältnisse im Schweizer Spielfilm von 2000–2014.
Autorin: Dr. phil. Susann Täschler
Abstract
Eine differenzierte Betrachtung der Generationenverhältnisse in der Familie steht in den Bildungswissenschaften noch immer aus. Eine Möglichkeit, Einblicke in den Familienalltag zu gewinnen, stellt filmisches Quellenmaterial dar. In diesem Zusammenhang interessierten Generationen- und Geschlechterverhältnisse, und die Frage, inwiefern es der zeitgenössische Spielfilm - als eigenständige Kunstform - vermag, gängige Ordnungsschemata zu durchbrechen. Als Forschungsdesiderat stellte sich dabei der geeignete Zugang zum Spielfilm heraus. Ich entwickelte deshalb, im Anschluss an die Dokumentarische Methode (Bohnsack), ein Analyseinstrumentarium (die ‚Dokumentarische Filmanalyse’) um die filmische Konstruktion pädagogischer Verhältnisse zu analysieren.
Dafür habe ich rund 300 Spielfilmen, die zwischen 2000 und 2015 in einem Kino zur Erstaufführung kamen, 180 Szenen entnommen. Als besonders aufschlussreich stellten sich Tischszenen, in denen das ‚doing-family’ konstituiert wird, heraus. 33 Schlüsselszenen habe ich einer komparativen Analyse zugeführt. Über die serielle Untersuchung dreier formaler Motivkonstituenten (Bewegungsmuster, Interaktionspraxen, Veror-tungsszenarien) ist es so gelungen, Vaterschaftsinszenierungen zu dekonstruieren und die forschungsleitende Frage, wie der zeitgenössische Film das Vater-Kind-Verhältnis konstruiert zu beantworten.