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Von Hans Speck
In der Mitte des 16. Jahrhunderts lebten laut Alprodel aus dem Jahre 1549 in Netstal 27 Geschlechter, von denen die Aebli am meisten vertreten waren, während die Michel und die Gallati noch fehlten. In Glarus finden wir zur selben Zeit fünf Kubli, vier Hösli, zwei Aebli, drei Brunner und zwei Schuler. Dagegen fehlten dort noch die Leuzinger. In den Jahren 1611 und 1629 riss die Pest grosse Lücken in die Reihen der Einwohnerschaft. Dann aber setzte eine stetige und erfreuliche Entwicklung ein, auf evangelischer Seite noch mehr als auf katholischer. Vor allem die Weber, dann die Egger, Brunner, Zweifel, Stauffacher und Siegrist vermehrten sich weit stärker als die katholischen Familien Freuler, Horner und Schmuckli.
Netstal entwickelt sich zu einem Dorf
Mit dem Anwachsen der Bevölkerung entstand allmählich der alte Dorfkern, in dem sich zwischen den Weilern „Löntschen“ und „Netstal“ neue Häuser und Ställe ansiedelten; zuerst auf der westlichen Seite der heutigen Hauptstrasse, da das ostwärts gelegene Allmeindgebiet den reissenden Fluten des Löntsch ausgesetzt war. Der ungeregelte Linthlauf und die Lawinengefahr trugen dazu bei, dass sich das Dorf zuerst in der Längsrichtung entwickelte. Am Ende des 15. Jahrhunderts, sicher aber im 16.Jahrhundert war aller Privatboden zwischen „Löntschen“ und Netstal“ soweit als möglich überbaut, und wer jetzt noch „Eigen Feuer und Rauch“ habe wollte, musste sein Haus auf Allmeindboden errichten. Auch hier erfolgte die Überbauung nach dem Grundsatz der Sicherheit. So schmiegte sich um 1503 bereits eine kleine Gruppe von Gebäuden an den Nordfuss des Kreuzbühls oder Rains, von dessen Höhe herab ein grosses Holzkreuz den Wanderer von weitem grüsste; deshalb auch der Name Kreuzbühl. Der Hügel schützte die Bewohner der „Hütte“ vor den unberechenbaren Launen des Löntsch, der dem hochgelegenen Rain-Haus nichts anhaben konnte. Am Kreuzbühl liessen sich damals die Kubli, Müller und Hösli nieder, im Weiler «Löntschen» die Aebli, Türst (tatsächlich mit T geschrieben) und Walcher. Im Weiler „Netstal“ sassen die Spälti, Leuzinger, Hösli und Aebli, im Weiler“ Leuzingen“ traf man die Hösli und Kubli an, (eigenartigerweise keine Leuzinger); auf „Durschen“ die Aebli und Stähli, während in den Weilern „Au“ und „Bruch“ einige Kolb, Hösli und Stähli lebten.
Quellenangabe: Geschichte der Gemeinde Netstal von P. Thürer/ H. Thürer / Ausgabe 1963