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Auch die Freibergerzucht ist von den liberalisierten Produktionsbedingungen betroffen. Der Präsident der Pferdezuchtgenossenschaft des Sensebezirks, Paul Siffert, erläuterte in seinem Jahresbericht die Veränderungen. Nach der Gründung der drei Rassenverbände CH-Warmblut, Freiberger und Haflinger mit einer gemeinsamen Geschäftsstelle in Avenches übernahm seit dem ersten Januar 2000 der Schweizerische Freibergerzuchtverband die Geschäfte in eigener Regie. Das Herdebuch wird weiterhin für alle drei Rassen gemeinsam geführt. Unbefriedigend ist für die Freibergerzüchter die obligatorische Beteiligung an dem offiziellen Mitteilungsorgan des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport, «Bulletin». Für ihre Rasse ist das «Bulletin» kein Schaufenster, weil die Freibergerzucht oft nur auf einer Seite erwähnt wird und den Löwenanteil Berichte über Pferdesportveranstaltungen von Warmblütern ausmachen. An der Generalversammlung in Schwarzsee gaben einige Votanten ihrem Unmut Ausdruck und forderten eine eigene Zeitschrift für die Freibergerzüchter. Präsident Paul Siffert versicherte, dass eine Lösung in Sicht sei, weil die Delegierten des Schweizerischen Freibergerzuchtverbandes im April in Wangen an der Aare mit grossem Mehr die Schaffung eines eigenen Blattes beschlossen haben.
Ebenfalls zu Diskussionen Anlass gab der Mitgliederbeitrag von zwanzig Franken. Er hatte achtzehn Austritte von Genossenschaftern, die meist keine Pferde mehr halten, zur Folge. Es stellte sich damit die Frage der Rückzahlung der Anteilscheine. Während einige Versammlungsmitglieder die Auszahlung der einhundert Franken befürworteten, waren andere aus Sorge um die finanzielle Situation der Zuchtgenossenschaft vehement dagegen. Die Kasse weist nach Abzug des Pferdebestandes ein Vermögen von 56000 Franken aus. Dieses Geld stamme aus den «goldenen Jahren», als das Pferd noch einen hohen Stellenwert hatte, gibt ein Votant zu bedenken, und fordert aus Gründen der Korrektheit die Rückzahlung.
In den Statuten ist festgehalten, dass mit der Rückzahlung der Anteilscheine bis zu drei Jahre zugewartet werden kann und sich die Höhe nach der finanziellen Situation der Genossenschaft richtet. Die GV beschloss einstimmig, vom Recht der Rückstellung Gebrauch zu machen und an der nächsten Generalversammlung 2001 über die Höhe der Rückzahlungen zu befinden.
Die Rechnung 1999 belastete vor allem der Kauf des neuen Genossenschaftshengstes Lascar für 17000 Franken, erklärte der Geschäftsführer Hans Bielmann. Er steht jetzt beim Präsidenten Paul Siffert in Überstorf. Einen schönen Erfolg erzielte die Genossenschaft mit dem ersten Platz von «Pia» (Népal) von Markus Riedener an der Elite-Jungstutenschau in Avenches. Sie belegte eine Woche später in der Promotion noch einmal den ersten Rang.
Bruno Schwaller, Geschäftsführer der Pferdeversicherungsgenossenschaft, orientierte über den Verlauf des vergangenen Jahres. 32 Pferde zwischen sechs Monaten und 28 Jahren mussten vergütet werden. Es sind dies rund ein Viertel weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Entschädigung lag bei den Pferden bei 2758 Franken, trotz des tiefen Schlachterlöses von 958 Franken. Sieben Pferde waren ungeniessbar.
Die Neuregelung der Fohlenversicherung, die seit dem 1.1.1999 in Kraft ist, hatte sich bestens bewährt. Die Fohlen wurden erst im Herbst geschätzt, bis dahin galt die Bewertung nach einem Schlüssel. Der Präsident Josef Riedo, alle Vorstandsmitglieder sowie die Kontrollstelle wurden wiedergewählt.