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Italien
Raubtiere
In Umbrien und den Abruzzen waren Wölfe nie ausgerottet, in den Alpen jedoch schon. In Zentralitalien wird die Wolfspopulation auf über 500 Wölfe mit zunehmender Tendenz geschätzt. Im Alpenraum kehren die Wölfe zurück und zählen im Piemont heute ca. 18 Rudel mit 70-100 Tieren. Die Präsenz des Bären in den Alpen beschränkt sich auf 30 Bären hauptsächlich im Trentino und 40-50 Tiere in der Region der Abruzzen. In den südlicheren Gebieten bestehen teilweise grössere Probleme mit wildernden und streunenden Hunden.
Nationale Politik
Die nationale Politik ist geprägt durch das Management von Wolf und Bär in den Gebieten der Nationalpärke Gran Sasso-Laga, Majella und Abruzzo Lazio e Molise. Sowohl Entschädigungssysteme wie auch Präventionsmassnahmen konzentrierten sich lange Zeit auf diese Gebiete.
Grundsätzlich besteht eine grosse Autonomie der Regionen im Umgang mit Managementfragen. Zudem können die Nationalpärke ihre eigenen Regeln im Umgang mit Grossraubtieren umsetzen. Abschüsse werden jedoch von Rom explizit verboten aufgrund des internationalen Schutzstatus des Wolfes. Obwohl gezielte Abschüsse aufgrund von hohen Nutztierschäden möglich sind, wurden noch nie Tiere offiziell abgeschossen.
Erst durch die Ausbreitung des Wolfes im Alpenraum entstand im Piemont eine Region mit einer eigenen Wolfs-und Präventionspolitik, die auf die unterschiedlichen Strukturen des Alpengebietes reagierten. Folgende Ziele werden bis heute im Wolfsmanagement verfolgt:
- Stärkung der Wildtierbestände
- Reduktion der Wilderei
- Besser Kontrolle wildernder und streunender Hunde
- Vermeidung von Hybriden zwischen Wölfen und Hunden
- Verbesserung von Präventionsmethoden
- Verbesserung der Entschädigungspraxis
Allgemein werden Schäden in den Parks und den meisten Gebieten nur entschädigt, wenn die Herden geschützt wurden. Falls Präventionsmassahmen ergriffen wurden, sind auch die Schäden von wildernden Hunden gedeckt. Als Richtwerte gelten die Entschädigungstabellen der Zuchtverbände.
Landwirtschaft
Die Ausbreitung der Wölfe konzentriert sich hauptsächlich auf die Berggebiete, die von einer sehr extensiven Landwirtschaft mit traditioneller Gross-und Kleinviehhaltung geprägt ist. Das meisten Schäden ereignen sich den Berggebieten auf den Sömmerungsweiden. In den Gebieten, wo die Grossraubtiere nie ganz verschwunden sind, haben sich die traditionellen Weide- und Hütesysteme halten können. In den übrigen Gebieten sind Hirten und Herdenschutzhunde verschwunden. Erst durch die Rückkehr der Wölfe im Alpenraum und Ausbreitung von Zentralitalien her, entstand Bedarf, die Herden wieder zu schützen. Die landwirtschaftlichen Randregionen mit der traditionellen Tierhaltung sind abhängig von der finanziellen Unterstützung aus der EU.
Schutzmassnahmen
In den alten Wolfsgebieten der Abruzzen sind die traditionellen, extensiven Schafweiden vorherrschend. Hirten, Herdenschutzhunde und nächtliche Einzäunungen werden grösstenteils noch eingesetzt. In den nördlichen Regionen Ligurien, Piemont und Aosta werden nur im Piemont systematisch Herdenschutzmassnahmen umgesetzt und unterstützt. Zur Zeit sind Bestrebungen im Gange Entschädigungszahlen zu privatisieren und die Prävention nicht mehr zu unterstützen. In Umbrien werden mit Erfolg Alarmsysteme zur Geräuschverbrämung eingesetzt. Auch Schutzzäune (1.50m) werden punktuell erfolgreich verwendet. Landwirte wurden nur im Rahmen von Pilotprojekten punktuell unterstützt. Es gibt keine allgemeine finanzielle Hilfe für Präventionsmassnahmen.
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