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DIE LEBER
Die Leber ist ein Organ im rechten Oberbauch und erinnert an ein rechtwinkliges Dreieck. Sie wiegt etwa 1,5 Kilo und ist von einer Bindegewebskapsel umschlossen. Diese Kapsel ist wiederum vom Bauchfell (Peritoneum) bedeckt.
Die Leber besteht aus dem linken und dem rechten Leberlappen. Jeder Lappen setzt sich aus 50.000 bis 100.000 Leberläppchen zusammen, welche wiederum aus drei Millionen Leberzellen (Hepatozyten) bestehen. Diese Zellen übernehmen wichtige Stoffwechselvorgänge.
Leber und Nachbarorgane
(1) Leber (2) Gallenblase (3) Gallengang (4) Dünndarm (Zwölffingerdarm) (5) Bauchspeicheldrüse (6) Magen (7) Milz
Zusammen mit der Niere reinigt die Leber den Körper von Schadstoffen. Dazu zählen zum Beispiel Alkohol oder chemische Substanzen aus Medikamenten. Ausserdem spielt die Leber eine wichtige Rolle bei der Verdauung, indem sie Gallenflüssigkeit herstellt, sowie bei der Verwertung von Nahrungsbestandteilen und Nährstoffen. In der Leber erfolgt der Abbau von rotem Blutfarbstoff zu Bilirubin und die Produktion wichtiger Eiweissstoffe, zum Beispiel von Albumin, dem Haupteiweissstoff des Blutes. Damit ist die Leber das wichtigste Organ für den Stoffwechsel.
WAS IST LEBERKREBS?
Bei Menschen mit Leberkrebs hat sich ein Tumor, auch Karzinom genannt, in der Leber gebildet. Deswegen spricht man auch von einem Leberkarzinom. Bei einem Tumor handelt es sich um eine unkontrollierte Wucherung von Zellen. Ärzte unterscheiden zwischen primärem und sekundärem Leberkrebs. Dies richtet sich nach der Herkunft des Tumors: entsteht er aus lebereigenen Zellen (primär) oder handelt es sich um Lebermetastasen (Tochtergeschwulste), die von einem Tumor an einer anderen Körperstelle stammen – beispielsweise der Lunge oder dem Magen-Darm-Trakt –, und in die Leber gewandert sind (sekundär).
Zu den primären Formen von Leberkrebs zählen auch Tumoren, die ihren Ursprung in der Nähe der Leber haben: zum Beispiel in den Gallengängen wie das Gallengangskarzinom (Cholangiokarzinom). Auch das Angiosarkom, das in den Blutgefässen der Leber entsteht, fällt darunter.
Etwa 90 Prozent der bösartigen Lebertumoren sind hepatozelluläre Karzinome (HCC), etwas weniger als zehn Prozent cholangiozelluläre Karzinome (CCC):
Hepatozelluläre Karzinome (HCC)
Ursache ist das unkontrollierte Wachstum von Leberzellen (Hepatozyten). Je weiter der Krebs fortschreitet, desto mehr funktionstüchtiges Lebergewebe verdrängt er. Häufig leiden die Betroffenen zusätzlich unter einer Leberzirrhose.
Cholangiozelluläre Karzinome (CCC)
Diese Tumoren befinden sich in den Gallengängen in und ausserhalb der Leber. Im Gegensatz zu HCC spricht diese Tumorform schlechter auf Therapien an.
Leberkrebs tritt meist erst im höheren Lebensalter auf. Deshalb sind die meisten Leberkrebspatienten in der Schweiz zwischen 65 und 80 Jahre alt. Diese Altersgruppe sieht sich bei der Krankheitsbewältigung mit ganz besonderen Themen konfrontiert.
820
Neuerkrankungen gibt es pro Jahr in der Schweiz
Über 70 Jahre alt sind
der Leberkrebspatienten bei der Diagnose
3-mal
mehr Männer als Frauen sind von Leberkrebs betroffen
2 %
ist der Anteil von Leberkrebs an allen Krebs-Neuerkrankungen pro Jahr
WAS SIND DIE URSACHEN VON LEBERKREBS?
Für die Entstehung von Leberkrebs sind verschiedene Ursachen und Risikofaktoren verantwortlich. Die häufigsten sind:
- Leberzirrhose – Vernarbung der Leber als Folge langjähriger Entzündung
- Zu hoher Alkoholkonsum
- Chronische Hepatitis-B- und -C-Infektion
- Fettleber – verursacht durch Überernährung, Bewegungsmangel und Diabetes
- Stoffwechselerkrankungen z. B. die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)
- Gifte des Schimmelpilzes, sogenannte Aflatoxine
75 Prozent der Leberkrebspatienten haben eine Leberzirrhose. Diese wird nicht nur durch übermässigen Alkoholkonsum, sondern auch durch chronisch entzündliche Lebererkrankungen verursacht.
Wer ein höheres Risiko für Leberkrebs hat, weil zum Beispiel mehrere der Risikofaktoren bestehen, sollte sich alle sechs Monate untersuchen lassen.
WIE ERFOLGT DIE DIAGNOSE?
Für die Diagnose von Leberkrebs wendet der Arzt verschiedene Untersuchungen an. Zuerst wird er nach den Beschwerden fragen und ob Risikofaktoren für Leberkrebs vorliegen – dies nennt man Anamnese. Dann führt er eine körperliche Untersuchung durch. Darüber hinaus kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
Bildgebende Untersuchungen
Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung lassen sich die Leber sowie die Bauchorgane betrachten. Liegt ein Tumor vor, ermöglichen Computertomografie (CT) und/oder eine Magnetresonanztomografie (MRI) genauere Bilder, um die Ausbreitung des Tumors und eventuelle Metastasen zu erkennen.
Gewebeproben (Biopsie)
Zur weiteren Abklärung können Gewebeproben des Tumors beitragen: Ist der Tumor bösartig? Handelt es sich um einen Primärtumor oder Metastasen (Sekundärtumor)?
Laboruntersuchungen
Eine Blutuntersuchung kann Hinweise darauf geben, ob Tumormarker erhöht sind. Dabei handelt es sich um bestimmte Stoffe, die Tumoren ins Blut abgeben. Bei Leberkrebs ist es der Marker Alpha-Fetoprotein (AFP). Bei Zirrhose-Patienten zeigt das Blut auch, inwieweit die Leber in ihrer Funktion beeinträchtigt ist.
Zusätzlich zu den bildgebenden Untersuchungen können eine Magen-, Darm- oder Bauchspiegelung sowie eine Katheteruntersuchung der Bauchgefässe zum Einsatz kommen. Bei Verdacht auf Knochenmetastasen kann eine Skelett-Szintigrafie erforderlich sein. Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das die Veränderungen in den Knochen sichtbar macht.
Gehen Sie bei Beschwerden gleich zum Arzt und lassen Sie diese abklären. Je früher Leberkrebs diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungschancen.
LEBERKREBSSYMPTOME ERKENNEN
Leberkrebs geht mit einigen Symptomen einher, die nicht sofort auf die Krankheit hindeuten: Nehmen Sie diese nicht auf die leichte Schulter, sondern suchen Sie Ihren Hausarzt zur Abklärung auf. Er kann Sie an weitere Fachärzte überweisen.
Wenn das Entgiftungsorgan Leber an Krebs erkrankt, gibt es verschiedene Diagnosemöglichkeiten. Besonders Risikopatienten sollten Symptome nicht ignorieren.