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Maedi-Visna
Die Maedi/Visna (M/V) der Schafe gehört zu den Virusinfektionen (Lentiviren aus der Gruppe der Retroviridae) und ist nahe verwandt mit dem CAE-Virus (Virus der Caprinen Arthritis Enzephalitis)
der Ziegen. Sie ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, die bei allen Schafrassen auftreten kann. Als Lämmer infizierte Tiere können jahrelang klinisch unauffällig bleiben und erst im Alter
von 2 bis 5 Jahren Krankheitssymptome entwickeln. Einmal infizierte Tiere sind lebenslang Virusträger. Eine Heilung oder eine Schutzimpfung ist derzeit nicht möglich.
Das Virus ruft bei Schafen die Krankheitsformen Maedi und Visna hervor. Dabei treten typische klinische Erscheinungen auf, wie
- die chronische Erkrankung der Lunge (Maedi)
- die chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems (Visna)
- Entzündungen der Gelenke (Arthritiden), vorrangig an den Karpalgelenken
- Euterentzündungen
Auswirkungen der Krankheit wie
- Abmagerung bis hin zum Verenden der Tiere
- Rückgang der Milchleistung
- Fruchtbarkeitsstörungen
- erhöhte Anfälligkeit gegenüber Sekundärinfektionen
ziehen vor allem wirtschaftliche Verluste nach sich.
Symptome: Anfänglich sind die Symptome undeutlich und wechselhaft. Bei Anstrengungen leiden die Tiere unter Atemnot und die Milchleistung geht deutlich zurück. Im Laufe von Monaten werden die Symptome jedoch allmählich deutlicher, bis die Schafe schliesslich, völlig abgemagert und geschwächt, sterben.
Maediviren verursachen vor allem eine Infektion der Lunge. Die betroffenen Tiere leiden unter starker Atemnot, das Euter kann sich diffus verhärten, der Gang wird unkoordiniert, Husten kann auftreten und die Tiere magern stark ab.
Visnaviren führen zu einer Infektion des Gehirns. Sie führt zu Bewegungsstörungen wie Lähmungen und Abmagerung der Tiere. Die Visna-Variante tritt bei uns selten auf.
Die klinischen Anzeichen gestatten nur eine Verdachtsdiagnose. Diese Diagnose ist durch eine labordiagnostische Untersuchung (Blutuntersuchung) abzuklären.
Übertragung: Das M/V-Virus wird hauptsächlich von der Mutter auf ihr Lamm über die Milch, einschließlich Kolostrum übertragen. Bei erwachsenen Tieren erfolgt die Übertragung auch als Kontaktinfektion über virushaltiges Nasensekret. Die Einschleppung des Erregers erfolgt hauptsächlich durch das Einstellen infizierter, klinisch unauffälliger Tiere.
Behandlung: Es gibt keine Behandlung und keine Heilung für an Maedi-Visna erkrankte Schafe. Einmal ausgebrochen, führen beide Krankheiten zu starken Leistungseinbussen und schliesslich zum Tod der Tiere.
Sanierungs-Programm: Der BGK bietet eine Maedi-Visna-Sanierungsprogramm an - leider aber nur für Milchschafe.
Das Ziel des Sanierungsprogrammes sind Maedi-Visna-freie Milchschafbetriebe. Von allen Schafen, die älter sind als 6 Monate, wird jährlich Blut untersucht, bis nach der dritten negativen Untersuchung der Status „Maedi-Visna-freier Betrieb" zugeteilt werden kann. Anerkannt freie Betriebe müssen ihre Betriebe nur alle drei Jahre serologisch untersuchen lassen. In den Zwischenjahren erfolgt die Überwachung mit einem Fragebogen, welcher Tiermutationen erfasst und den Tierverkehr kontrolliert.
Betriebe, welche am Maedi-Visna-Sanierungsprogramm teilnehmen, dürfen keinen Kontakt zu nicht sanierten Schafherden haben. Es dürfen nur Tiere aus sanierten Betrieben mit dem Status „Maedi-Visna-frei" zugekauft werden.
Maedi-Visna ist eine zu überwachende Tierseuche. Es besteht eine Meldepflicht für den, der Tiere hält, betreut oder behandelt. Verdachtsfälle müssen dem Bestandestierarzt/der Bestandestierärztin gemeldet werden.
Quellen: BGK, BLV, www.ofm.ch, www.schafzucht-mv.de