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Forschungsnews
Abendliche Lichtexposition, Reaktionszeit und Maximalkraft
Licht hat zwar einen positiven Einfluss auf die Ausdauerleistungsfähigkeit bei gut trainierten Athleten, aber gilt das auch für die Reaktionszeit und Maximalkraft? Diese Fragen wurden in einer umfangreichen Studie von der Sport- und Bewegungsmedizin des DSBG in Kooperation mit dem Center for Chronobiology der Universität Basel untersucht.
Frühere Studien zeigen, dass eine Exposition mit blauem Licht die Fähigkeit verbessert, die Reaktion in komplexen Handlungssituationen wie im Handball zu verbessern. Die Effekte sind dabei vergleichbar mit denen von hohen Mengen Koffein. Der Einfluss von blauem oder hellem, weissen Licht (sogenanntes „bright light“) auf die Geschwindigkeit einfacher Reaktionen wie der Reaktion auf einen Startschuss, wurde bisher jedoch nicht untersucht. Im Rahmen der EX-Light Studie wurden daher 74 Athleten aufgeteilt in drei Gruppen Raumlicht (230 Lux), blauem Licht (40 Lux) oder hellem Licht (~4400 Lux) vergleichend untersucht. Gegenüber der Kontrollgruppe verbesserte sich die Reaktionszeit aber weder nach der Exposition mit monochromatischem, blauem Licht noch nach hellem Licht mit hoher Lichtintensität. Dies war umso verwunderlicher, da es durch die Lichtexposition, insbesondere mit dem monochromatischen blauen Licht zu einer deutlichen Reduktion des «Schlafhormones» Melatonin kam, was die Wirksamkeit des blauem bzw. hellem Lichts mit hohem Blaulichtanteil auf den Organismus klar signalisierte. Eine Erklärung für die fehlende Wirksamkeit könnte sein, dass die Kürze der Reaktionszeit bei akustischen Reizen um 250ms bzw. die „einfache“ Verschaltung im Gehirn nicht mehr zusätzlich durch eine geringere Schläfrigkeit verkürzt werden kann. Gleiches fand der PhD Studierende Raphael Knaier für die maximale Handkraft, die sich wie die Reaktionszeit unmittelbar nach der 60-minütigen Lichtexposition ebenfalls nicht verbesserte. Die detaillierten Ergebnisse der Studie, die in enger Kooperation zwischen der Sport- und Bewegungsmedizin (Prof. Arno Schmidt-Trucksäss) und der Chronobiologie der Universität Basel (Prof. Christian Cajochen) entstanden ist, sind im anerkannten European Journal of Applied Physiology nachzulesen (abstract).