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Verbesserungsvorschläge
Kritik soll nie nur der Nörgelei oder der Missbilligung dienen, sondern immer auch Vorschläge enthalten, wie Bestehendes verbessert werden kann. Hier
sind Chilijohny's Vorschläge um die Schweizer Armee besser zu machen:
- Strengere Auswahl der Kader: Ob Offizier oder Unteroffizier, die Selektion der Kader in der Schweizer Armee
muss gründlich durchdacht werden! Wenn das Kader keine Motivation aufbringt oder schlicht unfähig ist, ist es nicht überraschend,
dass Soldaten auch nicht motiviert sind. Entscheidende Kriterien zur Auswahl der Truppenvorgesetzten müssen sein: Motivation, Eigeninitiative,
Führungsqualität aber auch moralische Grundsätze und Intelligenz. Die Armee darf für Kader keine "Not-" oder "Zwischenlösung" darstellen. Selbstverständlich
verstehe ich, dass die Privatwirtschaft heute für fahige Leute sehr attraktiv ist und dass es schwierig ist, genügend fähige Kader zu gewinnen. Dann sollte sich
die Armee-Führung sich die Frage stellen, warum die Armee kein attraktiver Arbeitgeber ist. Möglicherweise muss in diesem Zusammenhang auch
über die Truppenzahl diskutiert werden: Denn was ist effizienter? Ein einzelner hochmotivierter Soldat oder eine handvoll unmotivierter, schlecht geführter Chilijohnys?.
- Neuorientierung der Schwerpunkte: Die Armee soll die Schweiz verteidigen können. Dafür sind Kampftruppen notwendig.
Es sollen aber effiziente Kampftruppen mit moderner Ausrüstung sein, keine schlecht ausgebildeten Soldaten mit veralteten Maschinen. Welche Bedrohungen sind in den
nächsten Jahrzehnten zu erwarten? Sind das tatsächlich Panzerschlachten (wie sie heute häufig noch beübt werden) oder spielen Terroranschläge, Informationsbeschaffung
und Wirtschaftskriege nicht eine wesentlich grössere Rolle? Ist die Armee dafür mit über 2000 Panzern (
Quelle) gut genug vorbereitet? Werden
subsidiäre Einsätze, Katastrophenschutz und erste Hilfe in den nächsten Jahrzehnten nicht eine deutlich grösse Rolle spielen als reine Feuerkraft?
- Einführung einer direkteren Feedback-Struktur: Nach jedem Einsatz und nach jeder Übung muss auch im kleinen Rahmen ein De-Briefing stattfinden (Insbesondere auf Stufe Patroullie und Zug, siehe z.B. After Action Review der amerikanischen Armee).
Nur dort können Soldaten konstruktive Kritik erwarten. Wenn der Batallionskommandant Zeit hat, Soldaten zu beobachten und zu beurteilen, läuft etwas
gewaltig schief: Dessen Aufmerksamkeit sollte sich nicht über mehr
als eine bis zwei Hierarchiestufen erstrecken. Soldaten werden sich nie motivieren lassen, wenn sie von Leuten beurteilt werden deren Gesicht
sie nicht einmal kennen! Eine Diskussion auf Stufe der Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere
bringt alle Anwesenden dazu, Teil der Lösung, und nicht nur Teil des Problems zu sein.
- Reduktion der Wartezeiten in Logistikzentren: An Fahrerrepetitorium, Einrückungs- und WEMA Tagen sind die Wartezeiten, und
damit die Frustration, eindeutig auf höchstem Niveau. Das gilt nicht nur für Soldaten, auch Kader scheinen an diesen Tagen besonders dünnhäutig.
Die einzig sinnvolle Erklärung für diese Tatsache ist das die Abläufe der Logistikzentren nicht ausreichend optimiert sind! An diesen Tagen werden nicht nur
unzählige Arbeitsstunden vergeudet, sondern auch die ersten und letzten Eindrücke eines jeden WKs geschaffen. Die Ursachen für die ewige Warterei in Logistikzentren muss
identifiziert und signifikant reduziert werden!
-
Bessere Vorbereitung: Die Qualität der Ausbildungsblöcke sowie die grundsätzliche Organisation haben enormes Verbesserungspotential. Bessere Abstimmung
der einzelnen Ausbildungsblöcke würde die Warteizeiten enorm reduzieren ohne die Menge des Lehrstoffs zu reduzieren. Dadruch können Leerläufe vermieden werden und
vermehrt Freiräume für Freizeit und Sport geschaffen werden. Geschätzte Herren Offiziere, unterschätzen Sie den Motivationsschub eines Fussballspiels unter Soldaten nicht!