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Zum 75. Geburtstag lässt sich Camilla, die Herzogin von Cornwall, gleich in zwei Magazinen ablichten: In der britischen «Vogue» und im Hochglanzmagazin «Country Life». Auf einem der Porträts ist die Herzogin von Cornwall in einem blauen Abendkleid im Clarence House zu sehen, dem offiziellen Sitz von Charles (73) und Camilla in London.
Die Frau vom Thronfolger Prinz Charles gilt als offen und humorvoll, so begrüsst sie das «Vogue»-Team mit den Worten: «Es tut mir leid, dass Sie heute Morgen eine alte Fledermaus fotografieren müssen.»
Dass die Herzogin gerne freiwillig vor den Kameras steht, war nicht immer so. Denn ihre Erfahrungen mit Medien waren alles andere als gut: In den 1990er-Jahren galt sie als verhasste Affäre von Prinz Charles und wurde von der Presse als «Rottweiler» bezeichnet. 1993 wurde ein intimes Telefongespräch von Charles und Camilla aus dem Jahr 1989 veröffentlicht und sorgte für grosses Aufsehen. Nach dem Tod von Diana im Jahre 1997 machte man Camilla gar für die gescheiterte Ehe der Prinzessin mit Charles verantwortlich.
Die verbotene Liebe
Doch bevor Prinz Charles überhaupt auf Brautschau ging und Diana kennenlernte, war er Camilla schon 1970 bei einem Polospiel verfallen. Sie sprach ihn mit dem Satz an: «Meine Ur-Grossmutter war die Geliebte Ihres Ur-Ur-Grossvaters. Also wie wäre es mit uns beiden?»
Trotzdem war sie für Prinz Charles' Grossmutter, Queen Mum, nie gut genug. Camilla war eine Frau vom Lande, die in Gummistiefeln herumlief und sich für Pferde und die Jagd interessierte. Doch die verbotene Liebe hörte nie wirklich auf. Trotz aller Widerstände wollten sie sich das Ja-Wort geben. Doch die Heirat von zwei geschiedenen Personen wurde zunächst von der anglikanischen Kirche nicht geduldet.
Zuvor war Camilla mit Andrew Parker Bowles verheiratet und hat mit ihm die zwei Kinder Thomas und Laura.
Damals war die Nicht-Jungfräulichkeit ein No-Go für die anglikanische Kirche. Mittels einer geplanten PR-Kampagne von Charles wandelte sich jedoch Camillas Image zum Positiven. Nach der Kirchenreform kam es 2005 zur langersehnten Heirat.
Stark engagiert
Seither ist die Herzogin stets an Charles' Seite und engagiert sich karitativ im Dienst der Krone: Sie begleitet ihn regelmässig auf Auslandreisen und bei Staatsbesuchen. Camilla ist seit 2001 Präsidentin der Nationalen Osteoporose-Gesellschaft. Die Bekämpfung dieser Krankheit liegt ihr besonders am Herzen, da ihre Mutter und ihre Grossmutter an deren Folgen starben.
Ausserdem ist sie Schirmherrin von Emmaus, einem Verein für Obdachlose, und verschiedener Organisationen, die sich um Kriminalitätsopfer und Kinder kümmern. Aufgrund ihres Interesses für Tiere, ist sie ebenfalls Schirmherrin diverser Organisationen, die sich für Tiere engagieren. Zudem setzt sie sich für die Rechte von Frauen ein. Insgesamt steht sie 51 gemeinnützigen Organisationen vor: «Ich kann über Missstände sprechen und sie öffentlich machen. Das können viele andere auch, aber so versuche ich zu helfen.»
Ich kann über Missstände sprechen und sie öffentlich machen.
Leidenschaftliche Leserin
Zudem liebt sie die Natur und beschäftigt sich mit Angeln, Spazierengehen, Gärtnern, der Jagd und der Pferdezucht. Sie besitzt mehrere Pferde und Hunde.
In der Freizeit teilt sich Camilla mit Charles die Liebe zum Lesen. Das Paar setze sich zusammen und trinke eine Tasse Tee, um den Tag zu besprechen. Danach sei es umso schöner, «dass wir tatsächlich in verschiedenen Ecken desselben Raums sitzen und unsere Bücher lesen. Es ist sehr entspannend, weil wir wissen, dass kein Gespräch fehlt. Man sitzt einfach zusammen und ist zusammen.»
Die Herzogin hat während des Lockdowns ihren eigenen Online-Buchclub «The Duchess of Cornwall's Reading Room» gegründet. In diesem empfiehlt sie Bücher und hat sich damit bei Instagram eine beachtliche Community aufgebaut: «Ich habe schon sehr früh mit dem Lesen angefangen, weil mein Vater ein grossartiger Vorleser war. Als ich zwei oder drei Jahre alt war, sass er da und las uns Kindern vor. Er nahm uns so mit auf wunderbare Abenteuer.»
Ich habe schon sehr früh mit dem Lesen angefangen, weil mein Vater ein grossartiger Vorleser war.
Die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit der Öffentlichkeit und dem britischen Königshaus sind Vergangenheit. Anerkennung erhält sie inzwischen auch von Königin Elizabeth – sie teilte vor einigen Monaten ihren Wunsch mit, dass Camilla nach ihrem Tod als Königsgemahlin von Charles den Titel «Queen Consort» tragen solle. Ein Titel, den zuletzt die Mutter Elizabeths, die vor 20 Jahren gestorbene Queen Mum, getragen hatte.
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