Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03375.jsonl.gz/2771

Standortgebiete SMA
Die Nagra schlägt Anfang 2015 vor, Zürich Nordost und Jura Ost als mögliche geologische Standortgebiete für ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) in Etappe 3 vertieft zu untersuchen. Das ENSI empfiehlt Ende 2016, zusätzlich auch Nördlich Lägern weiterzuziehen.
Aktueller Stand im Auswahlverfahren
Die Nagra hat Anfang 2015 ihre Vorschläge zu Etappe 2 des Standortwahlverfahrens eingereicht und bekanntgegeben, welche geologischen Standortgebiete sie in Etappe 3 vertieft untersuchen möchte.
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hat die dazugehörige Dokumentation geprüft und im Dezember 2016 seine ersten Schlussfolgerungen vorgestellt. Das ENSI stimmt zu, dass die Standortgebiete Südranden, Jura-Südfuss und Wellenberg zurückgestellt werden, die für ein Tiefenlager für SMA untersucht wurden. Es stimmt ebenfalls zu, dass die Standortgebiete Zürich Nordost und Jura Ost vertieft in Etappe 3 untersucht werden. Allerdings soll auch das Standortgebiet Nördlich Lägern weiter untersucht werden, da dessen Zurückstellung durch die Nagra nicht genügend belastbar sei. Alle drei Standortgebiete eignen sich sowohl für ein Tiefenlager für hochaktive Abfälle (HAA) als auch SMA oder aber für ein Kombilager.
Eine Begründung und das endgültige Gutachten des ENSI folgen im Frühjahr 2017. Der Bundesratsentscheid zu Etappe 2 folgt nach einer öffentlichen Vernehmlassung Ende 2018. Dann beginnt Etappe 3.
Bisherige Arbeiten
Etappe 1 abgeschlossen
In der abgeschlossenen Etappe 1 des Sachplans suchte die Nagra, ausgehend von der ganzen Schweiz, systematisch mögliche Standortgebiete für geologische Tiefenlager. Das Vorgehen (PDF) basierte auf den vorgegebenen Sicherheitskriterien, der technischen Machbarkeit und den festgelegten Schritten zur Wahl der Standortgebiete: Von geologisch geeigneten Grossräumen in der ganzen Schweiz über bevorzugte Wirtgesteine in geeigneter Tiefenlage und von genügender Mächtigkeit hin zur Abgrenzung möglicher geologischer Standortgebiete.
Im Herbst 2008 schlug die Nagra folgende Standortgebiete vor: für ein geologisches HAA- und ein SMA-Lager Zürich Nordost, Nördlich Lägern und Jura Ost; zusätzlich für ein geologisches SMA-Lager Südranden, Jura-Südfuss und Wellenberg. Behörden und andere Fachgremien überprüften die Vorschläge der Nagra. Kantone, betroffene Bundesstellen und Nachbarstaaten sowie interessierte Organisationen und Einzelpersonen nahmen in einer Anhörung Stellung zu den Vorschlägen. 2011 entschied der Bundesrat, alle sechs Standortgebiete in das weitere Verfahren aufzunehmen. Damit wurde die Etappe 2 des Sachplans gestartet.
Vorschläge der Nagra zu Etappe 2
In Etappe 2 hat die Nagra – gestützt auf die Zusammenarbeit mit den Regionen und den Kantonen – in jeder Standortregion mindestens ein Standortareal für die Oberflächenanlage eines allfälligen Tiefenlagers bezeichnet. Der sicherheitstechnische Vergleich der geologischen Standortgebiete in Etappe 2 wurde gemäss den Vorgaben des Bundes durchgeführt. Im Januar 2015 hat die Nagra basierend auf diesem Vergleich ihre Vorschläge für die Standortgebiete eingereicht, die in Etappe 3 des Standortwahlverfahrens weiter für ein SMA-Tiefenlager untersucht werden sollen: Zürich Nordost und Jura Ost. In der Dokumentation wies die Nagra darauf hin, dass in allen sechs im Verfahren befindlichen Standortgebieten sichere SMA-Tiefenlager gebaut werden können. Sie schlug aber vor, die Gebiete Südranden, Nördlich Lägern, Jura-Südfuss und Wellenberg zurückzustellen und begründete dies mit eindeutigen sicherheitstechnischen Nachteilen dieser Gebiete gegenüber Zürich Nordost und Jura Ost. Detaillierte Informationen dazu erhalten Sie im Themenheft «Standortgebiete für geologische Tiefenlager – Sicherheitstechnischer Vergleich: Vorschläge für Etappe 3» (PDF).
Nachdokumentation zu den Vorschlägen
Im November 2015 hat das ENSI von der Nagra eine Nachdokumentation zum Indikator «Tiefenlage im Hinblick auf bautechnische Machbarkeit» gefordert. Diese wurde erarbeitet und im August 2016 eingereicht. Dabei hielt die Nagra daran fest, dass ein SMA-Tiefenlager in Nördlich Lägern sicher gebaut werden könne, dass die Realisierung eines Tiefenlagers im Opalinuston in grosser Tiefe aber sehr anspruchsvoll sei. Sie wertete dies als eindeutigen, sicherheitstechnischen Nachteil.