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Klima: Zustand
Die globale Jahresmitteltemperatur ist seit 1864 um gut 1°C gestiegen, in der Schweiz sind es hingegen rund 2°C [1,2]. In der Schweiz ist somit ein stärkerer Temperaturanstieg zu verzeichnen, sowohl im Vergleich zum globalen Mittel als auch im Vergleich zur Landoberfläche der Nordhalbkugel. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Strömungen in der Atmosphäre und in den Ozeanen nicht in allen Regionen der Erde gleich sind.
Die Basler Klimareihe dokumentiert die Entwicklung der Temperatur in der Region Basel seit 1755. Sie ist damit eine der ältesten ununterbrochenen Messreihen Europas. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Jahresmitteltemperatur von 9°C auf heute 12.2°C zugenommen [3].
In der Stadt verstärkt sich der Temperaturanstieg besonders in den Sommermonaten zusätzlich durch den Wärmeinseleffekt. Die Temperatur in einer Stadt kann bis 6 Kelvin höher liegen als im Umland [4]. Die Zunahme der Hitzetage, an der Station Basel-Binningen widerspiegeln den Wärmeinseleffekt jedoch nicht, da diese Station auf ländlichem Gebiet im Bruderholz liegt und somit vor den Toren der Stadt. Trotzdem zeigt auch diese Messstation eine deutliche Zunahme der Hitzetage. Einzig im Jahr 2021 lagen die Werte ausgesprochen tief und sind auf den eher regnerischen und weniger heissen Sommer zurückzuführen.
Die Anzahl jährlicher Tropennächte ist ein Indikator für die Klimaveränderung (Anzahl Nächte pro Jahr, in denen die Lufttemperatur nicht unter 20 °C sinkt). Infolge des Klimawandels ist vor allem in Städten mit einem häufigeren Auftreten von Tropennächten zu rechnen. Im Stadtzentrum im Kanton Basel-Stadt wurden zwischen 2015 und 2020 jedes Jahr mehr als 20 Tropennächte verzeichnet. Auch an vorstädtischen Standorten kam es teils zu mehreren Tropennächten pro Jahr.
Im Gegenzug haben sich die Heizgradtage, als Mass für die Notwendigkeit im Winter zu heizen, seit 1962 von 3730 auf 3058 verringert (Stand 2020). Die Tage, an welchen die mittlere Tagestemperatur unter 12°C bleibt und an denen entsprechend geheizt wird (Heiztage), nehmen seit den 90er Jahren tendenziell ab.