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Ausgehend von der Neugründung der Blechmusik Wimmis im Mai 1876 darf die Gesellschaft 2017 auf 141 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken.
Doch musiziert wird in Wimmis schon viel länger. Denken wir nur an die „Trommler und Pfyffer“ welche jeweils beim Aufritt eines neuen Kastlans voranschritten und dem Volk den Würdenträger bekannt machten. Oder denken wir an die legendären Kirchenposauner, denen nach der Reformation die Kirchenmusik oblag und die in moderner Form seit 1953 jeweils das neue Jahr ankündigen. Eine besondere Stellung nimmt ein Zeitungsartikel im „Thuner Geschäftsblatt“ vom 15. August 1846 ein, der über eine „gutgeübte Blechmusik von Wimmis, 14 Mann stark“, berichtet, die am 9. August 1846 an der Verfassungsfeier in Interlaken teilnahm.
Doch verliert sich die Spur jener Blechmusik bald wieder und so werden heute die Herren Alfred Ast, Fritz Ast, Robert Hiltbrand, Johannes Lehnherr, Jakob Lehnherr, Hans Lehnherr, Fritz Lehnherr, Wilhelm Spring, Rudolf Bühler und Lehrer Hans Itten als eigentliche Gründer der Gesellschaft gefeiert.
Als erster Dirigent amtete Jakob Grüneisen, Musiker aus Diemtigen. Ihm folgte im Winter 1877 Lehrer Hans Itten. Überzeugt von ihrem Können, kam es im Winter 1878 zum ersten öffentlichen Konzert und bereits ein Jahr später besuchte man den oberländischen Blechtag in Steffisburg. Seither wurden zahlreiche kantonale und nationale Musikfeste besucht. 1911 Langenthal, 1914 Bern, 1922 Biel, 1925 Thun.
Gruppenbild vom Musikfest 1925 in Luzern. Man beachte die wunderschönen, alten Uniformen!
Eine besondere Stellung nimmt dabei das internationale Musikfest in Luzern, 1925, ein. Von ihrem Dirigenten B. Körner kurz zuvor im Stich gelassen, sah man sich zur Absage der Teilnahme veranlasst. Doch es kam anders: das Festkomitee schlug der Gesellschaft vor, es mit Kapellmeister E. Schmidtke zu versuchen, der in einem ähnlichen Fall in Thun der Gesellschaft von Langenthal zum Erfolg verhelfen konnte. Als Selbstwahlstück stand „Ascanio in Alba“ von Mozart auf dem Programm, jenes Stück also, das 1922 in Biel nur zum letzten Platz reichte. Ein unerwarteter Erfolg traf ein. Unter Schmidtkes strenger Stabführung und nach nur fünf Proben schaffte Wimmis mit 127 Punkten in der Klasse IV den Goldlorbeerkranz. Die Zeitungen berichteten ausführlich über dieses Ereignis und im Niedersimmental herrschte Feststimmung. Dies war zweifelsohne der grösste Erfolg in der 125jährigen Vereinsgeschichte. Leider verhinderten ständige Dirigentenwechsel und interne Probleme eine weitere Steigerung dieser Leistung. Zwar gelang es, mit der Teilnahme in La Chaux de Fonds 1927 auch noch den ersten eidgenössischen Lorbeerkranz in die Trophäensammlung aufzunehmen, dem 1931 sogar ein zweiter vom Musikfest in Bern folgte, doch die ganz grossen Erfolge blieben der Gesellschaft verwehrt.Mit dem zweiten Weltkrieg kam das Gesellschaftsleben, wie bereits zwischen 1914 – 18, fast vollständig zum Erliegen. Der damalige Sekretär Ernst von Känel schrieb folgende denkwürdige Worte ins Protokollbuch: „„ Heute hätten wir ganz sicher Musikübung gehabt, aber eben, in solchen Fällen kann die willigste Musikgesellschaft nichts machen. Da muss man Hitler die Schuld in die Schuhe schieben, dass wir für einige Zeit die Musikübungen ausfallen lassen müssen.“
1960 erfolgte der Wechsel von der blauen zur grünen Uniform mit Schirmmütze.
St. Gallen 1948
Erst im Juli 1948 konnte wieder ein eidgenössisches Musikfest, diesmal in St. Gallen, besucht werden. Unter Dirigent Kurt Burri gelang es wiederum, einen Goldlorbeerkranz zu erringen. Doch dieser musste hart erkämpft werden, war doch Wimmis fast am Schluss des Alphabetes und bei der fortgeschrittenen Rangverkündigung die Goldlorbeerkränze ausgegangen. Doch die Beharrlichkeit des Fähnrichs Walter Lehnherr machte sich bezahlt und nach einigen turbulenten Stunden erhielt auch Wimmis seinen Goldlorbeer, der zu Hause ausgiebig gefeiert wurde.
Weitere besuchte Musikfeste waren Langenthal 1951, Bern 1955, St. Immer 1963, Burgdorf 1974 und Lyss 1984. Seither wurde dem Gesellschaftsleben grössere Beachtung geschenkt, in dem man jeweils grössere Reisen unternahm, statt weiterhin an den finanziell doch aufwändigen Musikfesten zu konkurrenzieren. Auch hier gibt es besondere Höhepunkte zu verzeichnen. Anlässlich eines Besuches in Langensteinbach im Mai 1975 trat unsere Gesellschaft gar im Stadtpark von Karlsruhe auf. 1980 erfolgte ein weiterer Besuch in Langensteinbach, 1995 und 1997 wurde das internationale Folklore- und Trachtenfest Karlsruhe besucht, 1998, 1999 und 2012 war Zermatt Ziel der Reisen.
Hier ein Bild vom Kreismusiktag Oberwil, im Jahr 1960.
In der langen Reihe von Dirigenten, in der sich auch der Name Arthur Ney findet, sind vorab Karl Burri, Josef Schager und natürlich Hans- Jörg Baur erwähnenswert. Letzterer wurde nach 22 Jahren Amtszeit gar zum Ehrendirigenten ernannt. Unter seiner Stabführung wagte Wimmis erstmals, Showelemente in die Marschmusik einzubringen, was lange Jahre ein Markenzeichen blieb.
Uniform ab 1976 bis 2015
Sommeruniform bis 2015
Seit 2006 obliegt Marco Aebersold die Direktion der Gesellschaft, welche sich nach der blauen Uniform ab 1936, der grünen Uniform ab 1960, dem gognacfarbenen Anzug mit der roten Sommeruniform mit Gilet und Strohhut ab 1976, seit 2015 im Anthrazitfarbigen Galatenü präsentiert.