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Der FC Gossau, im Jahre 1906 gegründet, hat im Schweizer Fussball eigentlich erst in den letzten 30 Jahren auf sich aufmerksam gemacht, als er 1971 mit einem 3:0-Sieg gegen Widnau erstmals in der Vereinsgeschichte in die 1. Liga aufstieg und zwischen 1975 und 1978 während dreier Jahre gar in der damals 14 Vereine umfassenden Nationalliga B spielte. Seither folgten wechselvolle Jahre, in denen das Team aus der Fürstenländer Metropole mehrheitlich zwischen der 1. und 2. Liga pendelte. Nach dem letzten Abstieg aus der 1. Liga im Jahre 1987 baute der langjährige NLA-Spieler Roger Hegi (später bei St. Gallen und den Grasshoppers) ab 1990 eine neue Mannschaft zusammen und leitete damit die „zweite Blütezeit“ des FC Gossau in den Neunzigerjahren ein. 1992 stieg Gossau in die 1. Liga, 1993 nach Siegen in den Aufstiegsspielen über Solothurn und Monthey in die NLB auf. Nach 15 Jahren zurückgekehrt in die zweithöchste Spielklasse unseres Landes, schaffte das Team unter Roger Hegi trotz massiver Reduktion der Liga um 7 Vereine via Entscheidungsspiele gegen Chiasso den Ligaerhalt. Der Abstieg in die 1. Liga war aber in der darauffolgenden Saison nicht mehr abzuwenden, als die NLB nochmals um sechs Mannschaften verkleinert wurde: Nur um einen Rang verpasste man den Ligaerhalt. Nach dem Abstieg in die 1. Liga entstand unter Trainer Heinz Bigler sofort wieder eine starke Mannschaft, die sich in den Aufstiegsspielen gegen die starken Tessiner Clubs Ascona und Bellinzona durchsetzte und den sofortigen Wiederaufstieg schaffte und gar Schweizermeister der 1. Liga wurde.
Allerdings dauerte die bisher letzte NLB-Zugehörigkeit des FC Gossau in der Saison 1996/97 nur ein Jahr. Nachdem die Mannschaft nach fünf Runden noch die Tabellenspitze der NLB geziert hatte (beste Platzierung in der Vereinsgeschichte!), fiel sie in der Folge, nicht zuletzt bedingt durch die fehlende Sommerpause, bis zur Winterpause auf den zweitletzten Tabellenplatz zurück. Auch ein Trainerwechsel und mehrere Verstärkungen führten nicht mehr zum ersehnten Ligaerhalt. Der sofortige Wiederabstieg in die 1. Liga wurde Tatsache. Die Erstligasaison 1997/98 unter Trainer Axel Glässer fiel insgesamt befriedigend aus: Man erreichte mit einem starken Endspurt noch den zweiten Platz, konnte aber wegen einer Niederlage im Entscheidungsspiel gegen das mit gleich viel Punkten dastehende Zug 94 nicht an den Aufstiegsspielen teilnehmen. Die Saison 1998/99 unter dem neuverpflichteten Trainer Erwin Fritz verlief nach gutem Start nicht wunschgemäss: Sukzessive fiel die vielleicht zu Beginn der Saison allzu stark verjüngte Mannschaft bis in die Abstiegsränge zurück. Erst ein Trainerwechsel kurz vor Saisonende - Erwin Fritz machte Valentino Osta Platz - liess die Mannschaft noch via einen 3:1-Sieg im Entscheidungsspiel der Drittletzten gegen Küssnacht am Rigi in der 1. Liga bleiben.
Die vergangene Saison 1999/2000 beendete der auf zahlreichen Positionen veränderte FC Gossau auf dem guten 5. Platz, nur fünf Punkte hinter einem Platz zur Aufstiegsrunde zur NLB. Dass es dazu nicht ganz reichte, hatte seine Gründe primär in der notorischen Heimschwäche im Herbst (nur 18 Punkte in 13 Spielen), vor allem gegen vermeintlich schwächere Konkurrenten. Die Bilanz auf fremden Plätzen und auch in den Spielen des Frühlings war hingegen erstklassig: Gossau holte auswärts von allen Teams am meisten Punkte und verlor dort nur einmal, und auch seit Wiederaufnahme der Meisterschaft im Frühling 2000 bis zum Saisonende sammelte kein Team der Erstligagruppe 4 mehr Punkte als die Mannschaft von Trainer Tino Osta.
Für die Saison 2000/2001 in der um acht Mannschaften und auf drei Gruppen reduzierten 1. Liga betritt der FC Gossau zu einem grossen Teil Neuland. Die Gruppenzuteilung, mit der man aus reisetechnischen Gründen nicht sehr zufrieden ist, bringt den Fürstenländern verschiedene neue Gegner, über deren Spielstärke man nichts weiss. So hat der FC Gossau erstmals wieder seit rund 20 Jahren zu Erstligapartien ins Tessin zu fahren, und auch Mannschaften wie Schötz oder Buochs machen erstmals im Fürstenland ihre Aufwartung. Leicht dürfte die Aufgabe für die weiterhin von Tino Osta betreute, und nur auf wenigen Positionen veränderte Mannschaft auf alle Fälle nicht werden: Man kennt die Kampfkraft der Innerschweizer Mannschaften und die Heimstärke der Tessiner Vereine zur Genüge.
Bekanntester Spieler, der je aus den Reihen des FC Gossau hervorging, ist der lange beim FC Zürich, bei St. Gallen und Lausanne in der NLA wirkende Fredy Scheiwiler. Als 18jähriger 1974 vom legendären FCZ-Präsident Edy Nägeli entdeckt, war Scheiwiler im Oktober 1975 bereits Schweizer Nationalspieler. Weitere Ex-Internationale, die beim FC Gossau spielten, sind Beat Rietmann (1990-1993), der Österreicher Rupert Marko (1994) sowie Andreas Wagenhaus (DDR; Frühling 1997). Der jüngste Nationalspieler aus den Reihen des FC Gossau ist Marco Zwyssig, von 1992 bis 1996 Abwehrchef des FC Gossau, der den Sprung in die NLA zum FC St. Gallen souverän geschafft, unter Rolf Fringer und Gilbert Gress einige Länderspiele für die Schweiz absolviert hat und zuletzt - gemeinsam mit unserem ehemaligen Junior und Stammgoalie der Saisons 1992/93 und 1993/94, dem weiterhin in unserer Gemeinde wohnhaften Thomas Alder - mit dem FC St. Gallen Schweizer Fussballmeister geworden ist.
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