Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03604.jsonl.gz/1940

Das Forschungsteam um Sacha Rothschild vom Universitätsspital Basel hat den Krankheitsverlauf von 462 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom untersucht. Wenn eine erste Chemotherapie das Fortschreiten der Krankheit nicht aufhält, kann eine Umstellung auf ein anderes Medikament dennoch das Leben von Patienten verlängern, berichten die Mediziner beim Welt-Lungenkrebs-Kongress in Wien.
In fortgeschrittenem Stadium bilden nicht-kleinzellige Lungenkarzinome Tochtergeschwüre in anderen Organen. Dann ist eine Operation und damit auch eine Heilung nicht mehr möglich.
In solchen Fällen setzen Krebsmedizinerinnen auf eine Chemotherapie, meist mit Platin-haltigen Chemotherapeutika, um das Wachstum der Tumore zu verlangsamen und das Leben der Patienten bei möglichst guter Lebensqualität zu verlängern.
Nicht bei allen wirksam
So auch in der nun vorgestellten Studie: 62 Prozent der Patienten erhielt eine solche medikamentöse Therapie, vor allem mit dem Wirkstoff Cisplatin. Das brachte die Erkrankung durchschnittlich drei Monate lang zum Stillstand, berichten die Basler Forscher.
Nicht immer zeigt die Behandlung jedoch einen Effekt: "Mehr als 40 Prozent dieser Lungenkrebspatienten sprechen auf die zunächst ausgewählte medikamentöse Therapie nicht an. Ihnen sollten aber aktiv wirksame Alternativen angeboten werden", erklärte Rothschild.
Immerhin lässt sich dadurch im Vergleich zu einer nur noch unterstützenden und nicht mehr onkologisch wirksamen Therapie die durchschnittliche Überlebensdauer von 5,5 Monaten auf 23,6 Monate anheben, so das Ergebnis der Studie.
Die in der wissenschaftlichen Arbeit festgestellten Behandlungsresultate für die Erst- und Zweitlinientherapie würden den Massstab bilden, an dem der Erfolg der neuen Immuntherapien bei Lungenkrebs zu messen sei, sagte Rothschild.