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Kapitel aus OcCC-Bericht: Starkniederschläge
OcCC Bericht: Extremereignisse und Klimaänderung
Starkniederschläge in der Schweiz sind entweder kurz und intensiv in Zusammenhang mit Sommergewittern oder weniger intensiv über mehrere Tage in Zusammenhang mit stationären Wettersystemen. Extreme Starkniederschläge können zu Hochwassern, Uferübertretungen, Murgängen und Hangrutschungen führen. Im 20. Jahrhundert haben intensive Tagesniederschläge in weiten Teilen des Mittellandes und des nördlichen Alpenrandes zugenommen. Aussagen über Veränderungen von extremen Starkniederschlägen sind nicht möglich.
Bei Starkniederschlägen in der Schweiz spielen Effekte der Topographie wie Staulagen und Thermik an Hügel- und Bergzügen eine wesentliche Rolle. Die Topographie bestimmt damit massgeblich, wo Starkniederschläge wie häufig auftreten. Tagesniederschläge von 20 mm pro Tag oder mehr treten entlang dem nördlichen und südlichen Alpenrand sowie im Jura häufiger auf als im Mittelland und in inneralpinen Tälern. Das Tessin ist rund doppelt so häufig betroffen wie das Schweizer Mittelland. Die grosse Zahl an Ereignissen im Tessin ist für den gesamten Alpenraum ausserordentlich. Starkniederschläge im Tessin treten besonders häufig im Herbst auf. Dann erreichen Fronten und Tiefdruckgebiete den Mittelmeerraum wieder auf südlicheren Zugbahnen als im Sommer und bewirken starke Feuchtetransporte gegen die Südalpen. Beim Starkniederschlag vom Oktober 2000 wurde innerhalb von 5 Tagen eine Wassermenge von Süden gegen die Alpen geführt, die schätzungsweise dem Volumen des Genfersees entspricht. Oft werden auch das Wallis und das Puschlav von solchen Südströmungsereignissen betroffen.
Quelle: OcCC (Hrsg.), 2003. Extremereignisse und Klimaänderung. Kapitel 2.5 Starkniederschläge. Bern.