Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03431.jsonl.gz/171

Die Bachofen-Stiftung im Kunstmuseum Basel
Die Stiftung besitzt eine der bedeutendsten Schweizer Sammlungen von Gemälden des frühen 15. bis ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Kollektion umfasst 305 Bilder von so bekannten Künstlern wie Nicolaes Berchem, Louis Léopold Boilly, Lucas Cranach d. Ä., Jean-Etienne Liotard, Hans Memling, Jacob van Ruisdael, Harmen Steenwyck. Seit 1937 befinden sich diese Werke als Dauerleihgabe im Kunstmuseum Basel.
Die einzigartige Familiengalerie entstand innerhalb von etwa 200 Jahren und war in einigen der schönsten Häuser Basels untergebracht. Fünf aufeinander folgende Generationen der Familie Bachofen waren an ihrer Entstehung beteiligt und erwarben die einzelnen Bilder nicht selten unter Mithilfe von anerkannten Kunstexperten. Ihre Bekanntheit war bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts so gross, dass sich selbst der K. K. Staatskanzler Fürst Metternich dafür interessierte.
Die Anfänge der Bachofenschen Privatsammlung reichen bis in das frühe 18. Jahrhundert zurück. Damals führte die Blüte von Handel und Industrie zu wachsendem Wohlstand und einer regen Bautätigkeit in Basel, das sein Erscheinungsbild so nach und nach dem französischen «Goût» und «Bel Esprit» anpasste. Aber auch das Innere verlangte nach einer neuen Ausstattung. Die modisch-eleganten Räume der prächtigen neuen Stadtpalais und Landhäuser machten eine künstlerische Ausschmückung unabdingbar. So ist es kein Zufall, dass sich nahezu sämtliche Bauherren dieser Epoche auch als Kunstsammler betätigten. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern des 16. und 17. Jahrhunderts, die mit ihren Kuriositätenkabinetten und Wunderkammern dem Ideal des «uomo universale» nacheiferten, orientierten sich die Basler Kunstsammler des 18. Jahrhunderts hauptsächlich am verfeinerten Pariser Kunstverständnis.
Schliesslich gilt es noch hervorzuheben, dass die Bachofens zwischen 1791 und 1806 keine Kunstankäufe tätigten und darauf verzichteten von der Bedrängnis vieler adliger Familien durch das französische Revolutionsgeschehen zu profitieren, die damals insbesondere in Basel zu einem Boom des Kunsthandels führte.