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Handball Schweiz – Eine erfolgreiche Vereinsgeschichte: Die Kadetten Schaffhausen
Der Schweizer Handball Klub Kadetten wurden 1791 unter dem Namen Kadetten Corps Schaffhausen KCS für die körperliche Ertüchtigung der Knaben mit Blick auf den späteren Schweizer Militärdienst gegründet. Ähnliche Organisationen existierten fast in allen Kantonen, verschwanden aber zunehmend, weil sie den Schritt in die Moderne und die sich wandelnden Bedingungen in der Jugendarbeit nicht schafften.
In Schaffhausen wurde der Fokus schon früh auf sportliche Aktivitäten gerichtet. Unter Martin Keller, der später zum Stadtrat gewählt wurde, begannen die Kadetten Schweizer Handball Klub kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges mit dem Handballspiel auf dem Grossfeld. Sehr früh engagierten sie sich im Kleinfeld-Handball, dem Handballspiel, wie man es heute kennt, das aber mangels geeigneter Hallen im Freien auf meist harten Unterlagen gespielt wurde. Die Kadetten waren als Jugendorganisation schon früh auch in anderen sportlichen Bereichen wie dem Judo aktiv, ebenso mit einer den Pfadfindern ähnlicher Jugendgruppe sowie den noch heute erfolgreichen Verkehrskadetten. Alle diese Aktivitäten sind in Schaffhausen heute unter dem Dach des Kadettencorps Schaffhausen KCS zusammengefasst.
Im Jahre 1966 verpassten die Kadetten nur knapp den Aufstieg in die neu eingeführte Schweizer Kleinfeldmeisterschaft der NLB. Nach einigen Jahren in der 2. und 3. Liga schafften die Kadetten 1974 unter Spielertrainer Giorgio Behr den Aufstieg in die 1. Liga auf dem Kleinfeld und sie blieben dort bis zur Abschaffung dieser Meisterschaft im Freien erfolgreich.
Der sportliche Weg der Kadetten im Hallenhandball nach oben
Der Scheizer Handball Klub Kadetten waren schon früh im Hallenhandball aktiv. Unvergesslich bleiben die Spiele im Zelt der Messe Frauenfeld, mit Spielen auf Asphaltboden und – wegen der oft beissenden Kälte – Einsätzen mit Mütze und Trainingsanzug sowie mehreren „Leibchen-Schichten“.
Anfang der 70 er Jahre spielten die Kadetten noch in der 2. Liga, bevor 1974 mit einem Juniorenteam der erstmalige Aufstieg unter Trainer Giorgio Behr in die Interregionale Klasse gelang. In dieser Phase waren auch Marcel Ruff und Christian Gebhardt, später auch Daniel Bernet erfolgreiche Trainer der Junioren. Nach der Rückkehr von Giorgio Behr, Roland Schibli sowie Jörg Streit vom damaligen Spitzen-Club Gelb-Schwarz Schaffhausen zu den Kadetten spielten sich die Kadetten auch im Hallenhandball langsam nach vorne.
Unter This Fehrlin als Coach und Giorgio Behr als Spielertrainer erreichte man 1978 den Aufstieg in die Interregionale Erstliga und ein Jahr später dann, mit Giorgio Behr als Trainer, den erstmaligen Aufstieg in die Schweizer Nationalliga B. Nach einigen erfolgreichen Jahren in dieser Liga unter dem Trainer Marcel Ruff und dann erneut Giorgio Behr versuchten die Kadetten erstmals, mit einem „fremden“ Trainer ihre Position zu festigen. Doch schon nach kurzer Zeit scheiterte dieses Vorhaben und die Kadetten stiegen wiederum in die 1. Liga ab. Während all dieser Jahre hat Kurt Baader, Ehrenmitglied der Kadetten und später auch Gründer der ersten Sponsorenorganisation Kadetten Futura, den Verein erfolgreich geführt. Der Abstieg in die 1. Liga führte zu einem Neustart. Das Vereinspräsidium übernahm Karl Mordasini, später erfolgreich auch im SHV tätig und Ehrenmitglied des SHV, Trainer wurde nochmals Giorgio Behr.
Der Wiederaufstieg gelang bereits in der ersten Saison. Nach dem Wiederaufstieg wurde erstmals ein ausländischer Spieler engagiert: mit Pál Kocsis war es gleich ein Crack aus dem ungarischen Nationalteam (149-facher internationaler Meister). Bereits nach einem Jahr übernahm er zuerst als Spielertrainer und dann als Trainer die Verantwortung. 1988 führte er die Kadetten erstmals in die Nationalliga A. Grosses Verletzungspech und eine gewisse Unerfahrenheit waren die Gründe für den sofortigen Wiederabstieg. Zwei Jahre später schafften die Kadetten dann mit Matjaz Tominec den Wiederaufstieg und in der Saison 1991/92 erstmals den Ligaerhalt.
Die Entwicklung der Vereinsführung
Im Jahr 1992 erfolgte nochmals ein Neubeginn. Nach dem frühen Rücktritt von Karl Mordasini als Präsident übernahm der damalige Vizepräsident Hannes Pfund die Vereinsführung. Er musste aber leider aus beruflichen Gründen nach kurzer Zeit zurücktreten. Erneut sprang der Vizepräsident – nun war es Walter Hotz – in die Bresche. Nachdem Walter Hotz mit dem Trainer Matjaz Tominec den Wiederaufstieg und den Ligaerhalt geschafft hatte, erfolgte 1992 eine weitgehende Erneuerung des Vorstandes. Bereits im Vorjahr hatte sich innerhalb des Vereins ein Marketingteam gebildet, dem unter anderen Kurt Bühlmann, Renato Chiozza und Jörg Ruff angehörten.
Die neue Vereinsführung bildete sich in erster Linie aus Spielern der Kadetten, so dem leider frühzeitig verstorbenen Peter Vogelsanger als Finanzchef, Daniel Bernet als Vizepräsident, Mark Amstutz als Verantwortlicher für den Jugend- und Breitensport sowie Giorgio Behr als Präsident. Schritt für Schritt wurde die Nachwuchsförderung ausgebaut und die finanzielle Basis für den Spitzensport gestärkt.
Brigitte Brühlmann übernahm die finanzielle Verantwortung im Verein und der leider ebenfalls früh verstorbene Stefan Huber, jene im Leistungssport. Später stiess mit Bernhard Meister ein ausgewiesener Fachmann für den Bereich Finanzen zum Team. Seit einigen Jahren hat sich die Führung mit Giorgio Behr als Präsident, Peter Leutwyler als Manager Leistungssport, Peter Hässig als Verantwortlicher für den Breitensport und Mark Amstutz als Vizepräsident sowie Verantwortlicher für den Jugendsport, konsolidiert. Mit Alex Wegener löste erneut ein Finanzfachmann seinen Vorgänger in der finanziellen Führung des Leistungssports ab.
2013 übergab Giorgio Behr nach 22 Jahren das Vereinspräsidium und damit die Verantwortung für den Jugend- und Breitensport an Urs Krebser, ebenfalls ein früherer Spieler der ersten Mannschaft der Kadetten. Neu zum Team stiess mit Ivo Ruff ein ehemaliger Kadetten-Junior, der die finanzielle Führung für den Jugend- und Breitensport übernahm.
Der Leistungssport bleibt unter der Leitung von Giorgio Behr. Mark Amstutz stellt als Vizepräsident die Verbindung zum Verein sicher. Neuer Manager Leistungssport ist seit kurzem der frühere Spitzenhandballer Gabor Vass. Alex Wegener führt den Bereich Finanz- und Rechnungswesen, Kurt Bühlmann das Marketing und Jörg Ruff sowie Peter Leutwyler und der Vereinspräsident Urs Krebser sind ebenfalls im Verwaltungsrat der Kadetten Handball bzw. Kadetten Schaffhausen Handball Schweiz. Eine enge Bindung besteht zur gemeinnützigen Stiftung Nationales Handball Trainings- und Leistungszentrum NHTLZ, welche die BBC Arena und den Campus gebaut hat und auch erfolgreich betreibt. Die Vereinsgeschichte der Kadetten Schaffhausen unterstreicht, dass man von diesem Schweizer Handball-Club in Zukunft noch einiges erwarten darf.
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