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Die ITU als Bindeglied der Informationsgesellschaft
Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) ist eine Sonderorganisation der UNO und ein wichtiger Akteur bei der weltweiten Entwicklung der Telekommunikation und der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Sie fördert den Fortschritt im Fernmeldewesen und sucht Lösungen zur Überwindung der digitalen Kluft zwischen Industriestaaten und weniger entwickelten Ländern. Darüber hinaus ist die ITU auch ein Angelpunkt im Bereich der Verwaltung des Funkfrequenzspektrums und der Satelliten-Orbitalpositionen sowie ein weltweites Forum, in dem technische Normen zur Gewährleistung der Interkonnektion von Kommunikationssystemen erarbeitet werden.
Die ITU wurde 1865 gegründet und ist die älteste zwischenstaatliche Organisation im Bereich der technischen Zusammenarbeit. Sie zählt heute 193 Mitgliedstaaten und mehr als 700 nichtstaatliche Mitglieder (NGOs, Gerätehersteller, Universitäten usw.). Die Schweiz bzw. das BAKOM engagiert sich stark innerhalb der ITU, deren Sitz in Genf ist.
Das BAKOM vertritt die Schweiz in der ITU und arbeitet dabei eng mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie den Akteuren auf dem Schweizer Fernmelde- und IKT-Markt zusammen. Das BAKOM vertritt die Standpunkte und Interessen der Schweiz sowie des internationalen Genfs.
Oberstes Organ der ITU ist die Konferenz der Regierungsbevollmächtigten (PP), die alle vier Jahre stattfindet. An der letzten PP vom 20. Oktober bis 7. November 2014 in Busan (PP-14) führte das BAKOM die Schweizer Delegation an.
Der Rat ist das leitende Organ der ITU und tagt zwischen den PP jeweils jährlich in Genf. An der letzten PP wurde der Sitz der Schweiz im ITU-Rat, in dem 48 Mitgliedstaaten Einsitz nehmen, bestätigt. Als Gaststaat und wegen ihres konstruktiven Beitrags an den Arbeiten der ITU wird die Schweiz als Ratsmitglied geschätzt.
Am 17. Mai 2015 führte die Schweiz anlässlich des 150-jährigen Bestehens der ITU einen Empfang durch. An den Feierlichkeiten in Genf nahmen rund 1000 Gäste teil. Der Anlass wurde vom BAKOM und der ständigen Mission der Schweiz bei der UNO sowie anderen internationalen Organisationen in Genf gemeinsam organisiert.
Die ITU ist in drei grosse Tätigkeitsbereiche gegliedert, in denen auch das BAKOM aktiv ist:
- Der Sektor für Funk (ITU-R) sorgt für die rationelle, gerechte, wirksame und wirtschaftliche Nutzung des Funkfrequenzspektrums durch alle Funkdienste, einschliesslich derer, welche die Umlaufbahn der geostationären Satelliten nutzen. Weiter gehört es zu seiner Aufgabe, zu Fragen des Funkwesens Untersuchungen durchzuführen und Empfehlungen abzugeben.
- Der Sektor für Telekommunikationsnormung (ITU-T) besteht aus Studienkommissionen für die Standardisierung im Fernmeldewesen, in denen Fachleute aus der ganzen Welt internationale Normen erarbeiten. Diese Empfehlungen werden ITU-T-Standards genannt und sind ein zentrales Element der weltweiten Infrastruktur für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).
- Der Sektor für Telekommunikationsentwicklung (ITU-D) fördert die internationale Zusammenarbeit und Solidarität, um in den Entwicklungsländern technische Hilfe zu leisten und dort Fernmeldeeinrichtungen und -netze bzw. IKT zu schaffen und weiterzuentwickeln.
Die ITU verfügt über ein jährliches Budget von rund 160 Millionen Franken.