Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03418.jsonl.gz/2515

Bei NESSUN DORMA betritt die Sparte der Oper Neuland: Die Regisseurin Elsa-Sophie Jach hat einen musikalischen Liebesdiskurs für zwei Roboter erschaffen. Die Protagonisten der Oper sind der Industrie-Roboter ARKA, und der Putzroboter PUTZINI, die in der Nacht (Nessun Dorma: niemand schlafe!) in einer Galerie aufeinandertreffen. Es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden, sie lieben und leiden, wie es sich für eine dramatische Oper gehört, diskutieren dabei über Imitation und Authentizität in der Kunst, über Liebe und Verrat. Als die Beziehung der beiden scheitert, komponiert PUTZINI auf Basis komplexer Algorithmen und neuronaler Netzwerke schließlich eine eigene Todesarie. Aber kann ein Roboter denn Todessehnsucht haben?
Das Theater stellt ein Experimentierfeld zur Verfügung, wie der Mensch zukünftig mit Künstlicher Intelligenz und Robotern koexistieren wird. Dabei verbindet die Interaktion der beiden Roboter emotionsphilosophisches Nachdenken und digitale Wissenschaft mit der auf menschlichen Gefühlen basierenden Operngattung. Diese Neuinterpretation hinterfragt die Auffassung, dass Roboter keine Gefühle haben können und stellt damit unser bisheriges Verständnis von Kunst in Frage.
Aktuell ist Nessun Dorma im Programm des Theater Magdeburg zu sehen.
Autor: Valentina Ablondi