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Bei der Verwendung unterschiedlicher elektronischer Geräte kommen verschiedene Übertragungstechnologien zum Einsatz: Mobilfunk, Bluetooth oder WLAN. Je nach Gerät und Verwendung sind verschiedene Körperteile hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt. Beim Telefonieren mit dem Mobiltelefon sind zum Beispiel der Kopf, das Ohr und die Hand besonders exponiert. Zudem führen die elektrischen Ströme der eingebauten Elektronik und der Batterie oder Stromquelle zu niederfrequenten elektromagnetischen Feldern, die ebenfalls in den Kopf beziehungsweise die Hand eindringen (Bundesamt für Gesundheit [BAG], 2019). Die Strahlung von nieder- und hochfrequenten elektromagnetischen Feldern steht in Verdacht, für Menschen krebserregend zu sein. Die Internationale Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation (IARC) stufte sowohl nieder- als auch hochfrequente elektromagnetische Strahlung als möglicherweise krebserregend (Gruppe 2b) ein (IARC Working Group, 2013).
Beginnt der Gebrauch von Mobiltelefonen, Tablets und Computern bereits in der Kindheit, ergibt sich eine längere lebenszeitliche Nutzungsdauer und somit eine grössere kumulierte Strahlenexposition im Vergleich zu einer später einsetzenden Verwendung. Weil sich ihr Nervensystem noch in der Entwicklung befindet, gelten Kinder zudem als besonders vulnerabel für potenzielle Gesundheitsbelastungen durch elektromagnetische Strahlung. Während das anatomische Nervensystem mit circa zwei Jahren vollständig ausgebildet ist, ist die funktionelle Entwicklung bis ins Erwachsenenalter fortschreitend und könnte durch elektromagnetische Strahlung gestört werden (European Commission, 2009).
Bei Kindern und Jugendlichen wurde insbesondere das Auftreten von Blutkrebsarten wie Leukämie und Hirntumore in Zusammenhang mit der Strahlung von elektromagnetischen Feldern untersucht. Bei Leukämie haben verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen ein erhöhtes Risiko für Kinder und Jugendliche, die niederfrequenten elektromagnetischen Strahlen ausgesetzt sind, ermittelt (European Commission & Directorate General for Health & Consumers, 2015; Kheifets et al., 2010; Schüz, 2011). Je grösser die Exposition, je grösser ist tendenziell das Risiko für eine Leukämieerkrankung (Kheifets et al., 2010). Die Resultate der Studien zeigen jedoch einen schwachen Zusammenhang.
Bezüglich Hirntumore kommen verschiedene Studien zum Schluss, dass Kinder und Jugendliche, die Mobiltelefone in normalem Ausmass nutzen, kein erhöhtes Risiko haben, einen Hirntumor zu entwickeln (Aydin et al., 2011; Kheifets et al., 2010; Schüz, 2011). Kinder und Jugendliche, welche mindestens fünf Jahre vor dem Befragungszeitpunkt mit regelmässiger Mobiltelefonnutzung begonnen haben, haben im Vergleich zu jenen ohne regelmässige Nutzung ebenfalls kein erhöhtes Risiko für einen Tumor. Auch wurden keine Zusammenhänge zwischen dem Ort des Tumors und dem Ort der grössten Strahlenbelastung gefunden (Aydin et al., 2011). Ein Zusammenhang jedoch wurde gefunden zwischen der Dauer seit Abschluss eines Mobiltelefonabonnements und dem Auftreten eines Hirntumors, jedoch nicht für die Intensität der Nutzung. Die Autoren weisen demnach darauf hin, dass elektromagnetische Strahlung bei Kindern und Jugendlichen ein höheres Risiko für Hirntumore nach sich zieht als bei Erwachsenen. Dies aufgrund des noch nicht abgeschlossenen Gehirnwachstums, der dünneren Schädelknochen und einer anderen Gewebedichte (Gandhi et al., 2012; Hardell, 2017).
Insgesamt lassen sich aufgrund der bisherigen Studien keine sicheren Aussagen machen über den Zusammenhang von Krebserkrankungen und digitaler Mediennutzung. Die Resultate sind widersprüchlich, es gibt methodologische Probleme (unter anderem die beschränkte Übertragbarkeit von Tierversuchen auf den Menschen und die Komplexität der verschiedenen möglichen Strahlenquellen) und die Studien lassen sich schlecht vergleichen. Es fehlen vor allem Studien bezüglich der Langzeitwirkung der Mobiltelefonie. Derzeit gibt es Evidenz für einen eher schwachen Zusammenhang zwischen der Strahlung von elektromagnetischen Feldern und Hirntumoren, bei Leukämie einen etwas stärkeren, aber dennoch minimalen Zusammenhang.
Die Strahlung von elektromagnetischen Feldern steht in Verdacht, für Menschen krebserregend zu sein. Aufgrund von widersprüchlichen Resultaten der Studien, ihren methodologischen Problemen, der schlechten Vergleichbarkeit, sowie fehlenden Langzeitstudien kann keine klare Aussage gemacht werden.