Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03335.jsonl.gz/1975

Sonntag 21. Juli 2019
José Paronella hörte als Kind gerne Geschichten mit Schlössern. Sein Kindheitstraum war es ein eigenes Schloss zu besitzen.
Als er hörte, dass in Australien schnell viel Geld gemacht werden kann, entschied er 1913 seine Verlobte und Katalonien zu verlassen. Er wollte seine Verlobte nachholen, sobald er genügend Geld hatte. Als Arbeiter bei der Zuckerrohrernte hat er angefangen, schlussendlich hat er Zuckerrohrfarmen gehandelt. Es vergingen 13 Jahre bis er zurück nach Katalonien ging. Da er sich in der Zwischenzeit aber nicht mehr bei seiner Verlobten meldete, hatte diese inzwischen geheiratet. Aber sie hatte noch eine jüngere Schwester, die dann geheiratet wurde. Zuerst reisten sie zusammen durch ganz Europa und liessen sich dann in Australien nieder.
Hier verliebte er sich in ein Stück Regenwald mit einem lauschigen Wasserfall. Er kaufte das Stück Land und baute in den 30ern innerhalb von sechs Jahren mehr oder weniger selber einen schlossähnlichen Unterhaltungspark auf. Das Prunkstück war der Ballsaal, der für rauschende Feste, aber auch als Kino gebraucht wurde. Er wohnte mit seiner Frau und zwei Kindern in einem normalen Haus daneben. Mit einem eigenen Wasserkraftwerk hatte er als erster Strom im Norden von Queensland. Die Gegend wurde erst 30 Jahre später elektrifiziert.
Damals gehörte der Park zu den Top 5 der Touristenattraktionen von Australien. Im Zweiten Weltkrieg war er auch beliebt bei australischen und amerikanischen Soldaten die im Norden Australiens stationiert waren. Ein Schloss mitten im Urwald!
Danach ging es abwärts. Zuerst einmal gibt es manchmal heftige Überschwemmungen die jeweils viel Schaden anrichteten. Schlussendlich gab es auch anderswo Strom und Unterhaltung und man musste nicht deswegen so weit zu einem abgelegenen Ort reisen. Sein Sohn starb früh und seine Tochter verkaufte das Anwesen. Und als dann 1979 der Ballsaal abbrannte, war der Untergang perfekt.
Nach 14 Jahre Zerfall fand sich dann jemand, der vom verwunschenen Park verzaubert wurde und ihn wieder zugänglich machte. Man kann ihn wieder anschauen und die Ruinen und den Park von einem Guide erklären lassen.
Mit Sicht auf den Wasserfall feierten wir dann am Nachmittag Kiaras Geburtstag.
Nach dem Besuch des Parkes ging unsere Reise weiter nach South Mission Beach, hier werden wir für die drei nächsten Nächte bleiben.