Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03378.jsonl.gz/1897

Le Shan, 2014
Bronze schwarz patiniert, teilweise elektrolytisch versilbert, Innenkonstruktion aus Chromstahl, Stein: 503 × 304 × 149 cm; Sockel: Durchmesser 320 cm, Höhe 60 cm
Die Kunst der Steinbetrachtung hat in China seit der Song-Dynastie eine lange Tradition. Die löchrig zerklüfteten Steine, geformt von Erosion, werden vor allem im nordwestchinesischem Ling-Bi-Gebiet oftmals von Bauern aus dem lösshaltigen Boden ausgraben und nach verschiedenen Kriterien im Wert beurteilt. Die bizarren Steine inspirierten schon im Alten China Dichter zu wunderlichen Geschichten, chinesische Gelehrte und Beamte entwarfen für sie eine Gattung mit einer eigenen Ästhetik. Die «Gelehrtensteine» sind heute noch begehrte Sammelobjekte und werden auch in westlichen Museen als Kunstobjekte ausgestellt.
Der Künstler Zeng Fanzhi besitzt ebenfalls eine Sammlung von Gelehrtensteinen. Aus dieser wählte er einen kleinen Stein als Modell, der von der Kunstgiesserei gescannt und mittels Datenbearbeitung mit dem Künstler digital nachmodelliert und vergrössert wurde. Wir frästen ein mehrteiliges Positiv in Styropor, welches nachträglich mehrmals mit der Hand übergeschliffen wurde. Dieses wurde in Sand abgeformt und in Bronze gegossen. Hauptaugenmerk bei dieser Arbeit ist die aufwendige schwarzsilberne Patinierung. Der Stein wurde nach Fertigstellung auf einen ebenfalls gegossenen Sockel montiert und in der Lobby des neu gebauten Nuo-Hotels in Peking aufgestellt.