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Quelle: CH Media Video Unit / TeleZüri
Was ist die Pride?
«Pride» ist Englisch und bedeutet übersetzt Stolz. Der Begriff soll unterstreichen, dass Menschen stolz auf sich sein können, egal welche sexuelle Identität und sexuelle Orientierung sie haben – und sich nicht zu verstecken brauchen.
Im Pride Month wird im Rahmen zahlreicher Paraden, Protestaktionen und Partys weltweit auf die Rechte von LGBTQIA+-Menschen hingewiesen und ein Zeichen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung gesetzt.
Wieso gibt es den Pride Month?
Der Pride Month geht auf die sogenannten Stonewall Riots im Jahr 1969 zurück. Damals kam es zu einer Reihe gewalttätiger und ungeplanter Demonstrationen zwischen der homosexuellen Gemeinschaft und der New Yorker Polizei. Diese Geschehnisse markierten einen wichtigen Wendepunkt in der modernen LGBTQIA+-Rechtsbewegung. Es waren die ersten Demonstrationen, bei der homo- und transsexuelle Menschen für ihre Rechte demonstrierten.
Eine der Demos artete in der Schwulenbar «Stonewall Inn» in der Christopher Street aus. Sie gilt als Wendepunkt für die LGBTQIA+-Bewegung in den Vereinigten Staaten. In Gedenken an den Stonewall-Aufstand feierte man den letzten Sonntag im Juni als Gay Pride Day, der aber nach und nach zum «Pride Month» ausgeweitet wurde.
Was heisst eigentlich LGBTQIA+?
Für die verschiedenen sexuellen Orientierungen wird oftmals der Begriff LGBTQIA+ verwendet. Das ist eine Abkürzung der englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual/Transgender, Queer, Intersexual und Asexual. Das «+» soll alle anderen Sexualitäten einschliessen.
Was läuft an der Zurich Pride 2023?
Das Pride-Wochenende startet am Freitag, 16. Juni, auf dem Kasernenareal. Ab 16 Uhr heizen euch auf der Bühne diverse Acts ein, darunter die bekannte kanadische Electroclash-Sängerin Peaches. Moderiert wird der Festival-Auftakt von Drag-Queen Milky Diamond. Der Eintritt ist kostenlos.
Ab 14 Uhr am Samstag zieht der friedliche Demonstrationsumzug während ca. drei Stunden durch die Zürcher Innenstadt. Im Regenbogenhaus an der Zollstrasse 117 können die Teilnehmenden den Stylingraum mit Spiegel und Umkleidekabinen von 12 bis 14 Uhr nutzen, um perfekt gestylt auf dem Festivalgelände aufzutauchen. Von 14 bis 19 Uhr verwandelt sich das Haus zu einer Oase der Ruhe für alle, die sich vom Trubel erholen wollen. Gleichzeitig geht es auf dem Kasernenareal und Zeughaushof weiter mit Musik, Reden und Shows. Ab 23 Uhr steigt die offizielle Pride-Party in den Clubs Plaza (House, Pop. Dance) und Hive (Deep-, Tech-House).
Mit dem ökumenischen Pride-Gottesdienst am Sonntag endet der grösste queere Anlass der Schweiz. Das Ziel des Anlasses ist, dass hier jeder und jede gesehen wird. Danach lädt ein Apéro zum gemütlichen Zusammensein ein.
Wo finden die einzelnen Veranstaltungen statt?
An verschiedenen Orten in der Stadt Zürich. Das Festivalgelände befindet sich auf dem Kasernenareal und dem Zeughaushof, nur wenige Minuten zu Fuss vom Hauptbahnhof aus zu erreichen. Die Demonstration beginnt am Helvetiaplatz und führt über Stauffacher, Selnaubrücke und Bahnhofstrasse zur Sihlbrücke. Die offizielle Party steigt in den Clubs Plaza (Badenerstrasse 109) und Hive (Geroldstrasse 5). Der Gottesdienst wird in der Kirche St. Peter und Paul (Werdstrasse 63) gefeiert.
Wie wird das Wetter am Wochenende?
Am kommenden Wochenende soll es so bleiben, wie es schon die ganze Woche über war: sonnig und warm. Ein paar Wölkchen können am Freitag und Samstag über Zürich hinweg ziehen, Niederschlag wird jedoch nicht erwartet. Mit bis zu 29 Grad wird es sogar noch etwas wärmer als aktuell. Für die Besuchenden von Festival und Demo heisst das: Ausreichend Getränke mitnehmen, auch mal den Schatten aufsuchen, Sonnencreme auftragen und sich vielleicht auch mal ein Glacé gönnen.
Was hat es mit dem Motto der Zurich Pride 2023 auf sich?
Mit den letzten Mottos «trans – Vielfalt leben», «Ehe für alle – jetzt» und «Bekenne Farbe gegen Hass» haben die Veranstalter eine Botschaft nach aussen gesendet. Dieses Jahr ruft die Zurich Pride mit dem Motto «Lass uns darüber reden» zum Dialog innerhalb des queeren Spektrums auf. «Es ist Zeit, dass wir mehr zuhören, Missverständnisse abbauen und den Zusammenhalt stärken», schreiben die Veranstaltenden. «Nur wenn wir zur Diskussion bereit sind und Vorurteile zur Seite schieben, können wir wieder aufeinander zugehen und gemeinsam für unsere Zukunft einstehen und Ziele verfolgen.»
Wie wird Barrierefreiheit an der Zurich Pride umgesetzt?
Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität stellen die Veranstaltenden kostenlose e-TukTuks an der Demo zur Verfügung. Bei der Revierbar auf dem Kasernenareal gibt es neu ein erhöhtes Podest für Rollstuhlfahrende, damit sie eine freie Sicht auf die Festivalbühne geniessen können.
Wer organisiert die Zurich Pride?
Das Zurich Pride Festival wird vom gleichnamigen Verein durchgeführt. Dieser will nach eigenen Angaben die Akzeptanz der LGBTQIA+-Lebensweise in der Öffentlichkeit und im Alltag fördern und fordern. Der Verein ist eine Non-Profit-Organisation. Alle Personen arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich.
In letzter Zeit war viel von «Pinkwashing» die Rede. Warum?
Die Zurich Pride wird von namhaften Sponsoren wie der UBS, der Swisscom oder der ZKB unterstützt. Die Unternehmen geben sich LGBTQIA+-freundlich. Es ist für die Firmen ein eleganter Weg, sich ein modernes Image zuzulegen. Das wird zuweilen kritisch als «Pinkwashing» bezeichnet, vor allem dann, wenn man den Eindruck hat, dass es mit der tatsächlichen Diversität nicht so weit her ist.
Die Veranstaltenden entgegnen darauf, dass ein Grossanlass wie die Pride eine Menge Ressourcen benötigt. Vor allem, wenn er kostenlos bleiben soll. Die Kontakte zu Unternehmen fänden vielfach über persönliche Wege statt. Es seien oft Queers innerhalb einer Firma, die den Weg einer Zusammenarbeit ebneten. Bevor die Pride mit einer Firma eine Kooperation eingehe, werde geprüft, was diese intern konkret für queere Menschen macht. «Wir weisen immer wieder auf diese Themen hin und lehnen auch Firmen ab, die ausser einem Regenbogenlogo zum Pride-Monat auf Social Media nichts für die queere Community machen», heisst es auf der Website.
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