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XXXVI. Geschäftsbericht des Zentralkomitees
des
des Zentralkomitees an die Abgeordnetenversammlung des Schweizer Alpenclub in Ölten am 17. Oktober 1904.
Geehrte Herren und Clubgenossen!
Die XXXII. Generalversammlung in Pontresina am 13. September 1903 betraute die Sektion Weißenstein mit der Zentralleitung des Schweizer Alpenclubs für die Amtsperiode 1904 bis und mit 1907.
In einer gemeinsamen Sitzung des abgetretenen und des neuen Zentralkomitees fand unterm 2. Januar 1904 in Solothurn die Übernahme der Geschäfte statt.
Mit jener Klarheit und Sicherheit, welche in der Geschäftsführung des abgetretenen Zentralkomitees Regel war, wurden wir über die unser harrende Arbeit aufgeklärt.
In der Erledigung der Pendenzen erhielten wir orientierende Anleitung, so daß uns das Hineinarbeiten in die Flut der Geschäfte nicht allzu schwer wurde. Dem abtretenden Zentralkomitee haben wir bei diesem Anlaß seine vortreffliche Geschäftsführung noch einmal verdankt.
Da wichtige Beschlüsse jeweilen in der „ Alpina " veröffentlicht wurden, können wir unsere Berichterstattung kurz fassen.
Mitgliederbestand.
Während vom 30. September 1902 bis zum 30. September 1903 die Mitgliederzahl von 6722 Mitgliedern auf 7229 anstieg, sich der Verein somit um 507 Mitglieder vermehrte, vermehrte er sich vom 30. September 1903 bis 30. September 1904 um 549 Mitglieder, indem er von 7229 Mitgliedern auf 7778 Mitglieder angewachsen ist.
Hoffen wir, daß auch in künftigen Jahren die Zunahme gleichen Schritt halten möge.
Im Berichtsjahre ist die Zahl der Sektionen von 46 auf 49 gestiegen; die der Subsektionen hat sich dagegen von 5 auf 4 reduziert, indem zwei Subsektionen sich zu selbständigen Sektionen konstituiert haben, nämlich die Sektionen Hoher Rohn und Leventina.
Als neu hinzugetreten konnten wir begrüßen die Sektion Oberhasle mit Sitz in Meiringen und die Subsektion Hinterrhein mit Sitz in Andeer, Tochter der rührigen Sektion Rhätia.
Stand der Zentralkasse.
Das Total der Einnahmen seit 1. Januar a. c. bis heute beträgt rund Fr. 45,300.
Weitere wesentliche Einnahmen sind im vierten Quartal keine zu gewärtigen, da nach der Delegiertenversammlnng von Neueintretenden keine Jahresbeiträge, sondern nur Eintrittsgelder erhoben werden.
Die bereits gemachten und bis Ende des Jahres voraussichtlich fälligen Ausgaben belaufen sich mutmaßlich auf zirka Fr. 44,300. Es reduziert sich somit das Vermögen um zirka Fr. ( 5800.
Dieses unerfreuliche, aber voraussehbare Eesultat war nicht zu vermeiden. Die Ursachen liegen zum Teil in den außerordentlichen Beiträgen für Clubhüttenneubauten ( zirka Fr. 18,300 ), zum Teil in der Last, welche durch die stets größer werdenden Beiträge an die Fuhrerversicherung und an die „ Alpina " der Zentralkasse erwachsen. Außerdem hilft mit der Ausfall auf dem Gewinn des Jahrbuches, ein Faktor, der in früheren Jahren die Vermögensvermehrung stark beeinflußte. Immerhin kann mit Befriedigung von Bd. 39 wieder ein bescheidener Gewinn von Fr. 822. 90 konstatiert werden.
Das Vermögen wird Ende des Jahres noch zirka Fr. 42,000 betragen, entgegen dem Vermögensbestand pro 1903 mit Fr. 49,000. Die im Revisionsbericht ausgesprochene Erwartung, daß die Defizitperiode mit dem letzten Jahre vorbei sei, tritt somit nicht ein. Auch für das künftige Jahr sind keine bessern Aussichten vorhanden. Der mutmaßliche nächstjährige Rückschlag wird, sofern die heute gestellten Anträge genehm gehalten werden, sich auf zirka Fr. 9000 beziffern, so daß das Vermögen auf Fr. 33,000 zurückginge. Die Sorgen, welche die Delegiertenversammlung und die Herren Rechnungsrevisoren des Jahres 1902 wegen des beträchtlichen Vermögens plagten, plagen uns heute nicht mehr, wohl aber die gegenteiligen.
Seit einigen Jahren haben wir als ständigen und sich stets noch steigernden Ausgabeposten die Führerversicherung, für welche wir in diesem Jahre rund Fr. 10,600 ausgaben.
Sodann ist, wie schon erwähnt, der gewinnbringende Posten auf dem Jahrbuch, der früher Fr. 4000—6000 alljährlich betrug, sozusagen verschwunden, welche beiden Posten der Zentralkasse einen bleibenden Ausfall von zirka Fr. 17,000 ausmachen. Wenn man auch in Finanzfragen dem Pessimismus nicht huldigt, und ein oder einige Defizite für kein Unglück hält, wenn sie durch nützliche Verwendungen im Interesse des Gesamtclubs begründet sind, so ist die vorliegende Verschlimmerung der Finanzlage doch bedenklich, um so bedenklicher, als wir keiner Ära verminderter Ausgaben entgegengehen, sondern neue und große Anforderungen und darunter solche zu gewärtigen haben, die ohne empfindliche Schädigung des Gesamtclubs neuerdings nicht länger verschoben werden können.
Wird nicht in jeder Hinsicht auf das sparsamste gehaushaltet, und wird das Zentralkomitee in diesem Bestreben nicht nach Möglichkeit durch die Sektionen unterstützt, so stehen wir, unterm harten Drucke der Notwendigkeit, bald einmal vor der Erklärung, daß es für die Zentralkasse einfach ein Gebot der Selbsterhaltung ist, keine neue Ausgaben zu machen, bevor ihr die Mittel zur Deckung gewährt werden.
Huberstiftung.
Entgegen unserm übrigen Vermögen wächst dieser Fonds von Jahr zu Jahr, da wenige Unglücksfälle denselben beeinflussen, wohl nicht zum mindesten infolge der Fuhrerversicherung.
Es legte uns dies den Gedanken nahe, zu prüfen, ob das Testament Huber nicht auch dahin interpretiert werden könnte, daß ein Teil des Zinsabflusses für die Ftthrerversicherung verwendet werden dürfte.
Zu unserem Leidwesen aber mußten wir uns überzeugen, daß dem letzten Willen des Testators durch diese Art der Verwendung der Zinse Zwang angetan werden müßte, weshalb wir diesen Ausweg, die Zentralkasse zu entlasten, wieder fallen ließen.
Im Berichtsjahre wurde nur in einem Falle die Unterstützung ausgerichtet. Zwei Gesuche konnten, weil den Vermächtnisbestimmungen zuwiderlaufend, nicht berücksichtigt werden.
Die Kapitalzinse wurden nicht aufgebraucht, so daß der Hubersche Unterstützungsfonds nun auf rund Fr. 28,500 angewachsen ist.
Fuhrerversicherung.
Die Vorteile, welche der am 17. April 1903 zwischen dem Zentralkomitee in Winterthur und der Versicherungsgesellschaft Zürich auf die Dauer von vier Jahren abgeschlossene Versicherungsvertrag den Führern gewährt, finden in Führerkreisen je länger, je mehr die gebührende Beachtung.
Sowohl die Zahl der Versicherten, als die Höhe der auf den einzelnen Kopf entfallenden durchschnittlichen Versicherungssumme weisen eine Zunahme auf, und wir nähern uns Schritt für Schritt dem Ziele einer allgemeinen Führerversicherung.
Mit dieser erfreulichen Entwicklung sind freilich für den S.A.C. ganz bedeutende finanzielle Opfer verbunden, die unser Jahresbudget in steigendem Maße belasten.
Über den Umfang der Führerversicherung im Jahre 1904 lassen wir einige statistische Angaben folgen und setzen zum Vergleich die entsprechenden Ziffern des Jahres 1903 in Klammer bei: Anzahl der versicherten Führer ( 589 ) 641. Davon waren versichert für 6 Monate 536, das ganze Jahr 105, die gesamte Versicherungssumme beträgt ( Fr. 1,988,000 ) Fr. 2,226,000, oder per Kopf ( Fr. 3380 ) zirka Fr. 3470. Es wurden ausgestellt 2 G Einzelpolicen für eine Versicherungssumme von Fr. 1000 = Fr. 26,000, 154 à Fr. 2000 = Fr. 308,000, 39 à Fr. 3000 = Fr. 117,000, 371 à Fr. 4000 = Fr. 1,484,000, 15 à Fr. 5000 = 75,000, 36 à Fr. 6000 = 216,000, 641 Einzelpolicen zusammen Fr. 2,226,000. An Prämien sind bezahlt worden: Von der Zentralkasse ( Fr. 9720 ) Fr. 10,679, von den Führern ( Fr. 4915 ) Fr. 5771, Total ( Fr. 14,635 ) Fr. 16,450. Die Schadenzahlungen bis 21. September betragen ( Fr. 1324 ) Fr. 1210, Reserve für noch pendente Schäden ( Fr. 5144 ) Fr. 11,367, Total ( Fr. 6468 ) Fr. 12,577.
Hierzu bemerkt die Versicherungsgesellschaft „ Zürich ": „ Soweit sich nach vorstehend aufgeführten Schadenziffern überblicken läßt, wird die Führerversicherung im Jahre 1904 ohne Zweifel nicht günstiger abschließen als 1903. Außer den beiden Todesfällen, Hischier und Kubli, sind bis jetzt noch 28 Schäden zur Anmeldung gelangt, und wir werden noch weitere Schäden zu gewärtigen haben, da die Saison noch nicht beendet und eine Anzahl Führer bekanntlich fürs ganze Jahr versichert ist. "
Noch bleibt uns zu erwähnen übrig, daß uns die „ Zürich " auch dieses Jahr wieder den in verdankenswerter Weise zugesagten jährlichen Beitrag von Fr. 1000 an die Führerkurse und an das alpine Rettungswesen geleistet hat.
Unfallversicherung der Mitglieder.
Die Entwicklung dieses Versicherungszweiges entspricht bis jetzt nicht den gehegten Erwartungen und auch nicht dem Aufwand an Zeit und Mühe, welchen es sich das abgetretene Zentralkomitee hat kosten lassen, um den Mitgliedern des S.A.C. die Versicherung für Unfälle bei Hochgebirgstouren zu ermöglichen.
Ob das Bedürfnis für eine derartige Versicherung sich überhaupt nur auf einen verhältnismäßig kleinen Kreis beschränkt oder ob die Höhe der Prämiensätze oder Gründe anderer Art einer größern Beteiligung im Wege stehen, vermögen wir nicht zu beurteilen. Um uns in dieser Beziehung einigermaßen zu orientieren, haben wir in Nr. 2 der „ Alpina " den Wunsch ausgesprochen, es möchten uns allfällige Abänderungsvorschläge eingereicht werden; es sind uns aber daraufhin keinerlei Kundgebungen zugekommen. Wir schließen daraus, daß vorderhand kein Grund vorliegt, mit den beteiligten Versicherungsgesellschaften in Winterthur und Zürich in neue Verhandlungen einzutreten.
Die Versicherungen bei beiden Gesellschaften zusammen weisen folgende Ziffern auf:
Versicherung für Touren mit Führern:
19041903 Anzahl der versicherten Personen 3833 Gesamtprämie817628 Versicherung für Touren ohne Führer:
Anzahl der versicherten Personen 2424 Gesamtprämie643559 Publikationen.
In den Vertragsverhältnissen des S.A.C. zur „ Alpina " hat sich nichts geändert. Die Redaktion wird, wie bisanhin, von Herrn Dr. Walder besorgt. Druck und Verlag liegen der Firma Steiger & Tschopp ob. Der Anregung, zuweilen in der „ Alpina " auch passende Illustrationen zu bringen, konnte das Zentralkomitee beim gegenwärtigen Stand der Finanzen noch nicht nachkommen. Die Frage wird jedoch nicht aus dem Auge gelassen.
Das Jahrbuch wird nach wie vor mit lebhaftem Interesse und mit Beifall aufgenommen. Die artistischen Beilagen, die prächtig ausgeführten Panoramen vom Weißenstein, vom Piz Lucendro und vom Mont Buet bildeten ein willkommenes passendes Angebinde der letzten Auflage.
Die Beobachtung dessen, was in den letzten Jahren im Jahrbuche an ernster wissenschaftlicher Arbeit und in formvollendeter meisterhafter Darstellung alpiner Bestrebungen geleistet wurde, gibt uns die Zuversicht, daß dieses Werk für das alpine Volk nicht nur einen dauernden Gewinn bedeutet, sondern auch bestimmt ist, in der Literatur ein Faktor von bleibendem Werte zu werden.
Man sollte annehmen, daß die literarischen Vorzüge des Jahrbuches demselben bei den welschen Clubgenossen etwas mehr Sympathien erwecken, als dies der Fall ist. Das Zentralkomitee wird bestrebt sein, durch vermehrte Publikationen von Aufsätzen und Beschreibungen in französischer Sprache dafür zu sorgen, daß das Jahrbuch auch in der Westschweiz einen vermehrten Absatz findet.
Der Neudruck eines Führerverzeichnisses darf, da sich das amtliche Verzeichnis des Kantons Bern als ziemlich ungenau erwies, nur als ein Provisorium bezeichnet werden. Eine gründliche Durcharbeitung und Korrektur der bisherigen Führerverzeichnisse wird das Zentralkomitee im kommenden Winter vornehmen.
Nicht minder notwendig als die Herausgabe eines neuen Führerverzeichnisses ist die Korrektur und erneute Drucklegung des Führertarif es.
Zahlreiche Abänderungen und Ergänzungen, die zum Teil ohne Mitwirkung des Zentralkomitees durch die Kantonsregierungen vorgenommen wurden, machen eine vollständige Umarbeitung des Generaltarifes für Führer und Träger zu einem dringenden Bedürfnisse, und das Zentralkomitee betrachtet es als ein Gebot der Pflicht, den immer stärker sich geltend machenden Gelüsten der Führerschaft, die Taxen noch mehr zu erhöhen, im Sinne der Erniedrigung der bestehenden Taxen entgegenzuarbeiten, und glaubt sich auch mit Rücksicht auf die großen finanziellen Opfer, welche die Zentralkasse der Führerschaft gegenüber bringt, zu der Hoffnung berechtigt, bei den Kantonsregierungen ein billiges Entgegenkommen zu finden.
Den Gedanken, uns bei der Herausgabe des alpinen Taschenkalenders einen dauernden Einfluß zu sichern, haben wir noch nicht zur Tat umsetzen können; teils aus pekuniären Gründen, teils aus Gründen mangelnder Erfahrung. Immerhin konnten wir bewirken, daß der Taschenkalender im nächsten Jahre zum erstenmal auch in französischer Ausgabe erscheint. Das Zentralkomitee hat das Bestreben, denselben zu einer Art Vademekum eines jeden Alpenclubisten umzugestalten, in der Meinung, daß dadurch die separierte Ausgabe von Fuhrerverzeichnissen, General-tarifen und andern Publikationen des Verwaltungswesens erspart werden.
Tschudis „ Tourist in der Schweiz " haben wir endgültig aus Abschied und Traktandum gesetzt. Auch uns wurde, wie dem abgetretenen Zentralkomitee, der Vorschlag gemacht, die Neuherausgabe des Tschudischen Reisehandbuches gemeinsam mit der bisherigen Verlagsfirma und der Generaldirektion der Bundesbahnen unter finanzieller Beihülfe der letztern herauszugeben.
Obschon für den Fall der Mitwirkung des S.A.C. keine finanzielle Beteiligung von uns verlangt wurde, glaubten wir doch das Anerbieten dankend ablehnen zu müssen, indem unter dem Protektorat des S.A.C. eine Kombination von so divergierenden Interessen beabsichtigt wurde, daß deren Zusammenhalten, insbesondere auch mit Rücksicht auf die Menge von materiellen Interessen Dritter an dem Reisehandbuch, uns gerade unmöglich erschien. Während den Unterhandlungen mit der Verlagsfirma Orell Füßli vernahmen wir durch Herrn Dr. Dübi von dem Plane der Herausgabe seines Hochgebirgsführers.
Dieses Unternehmen schien uns dem S.A.C. besser zu dienen und bestärkte uns in der Ansicht, mit der Verlagsfirma von Tschudis Tourist die Unterhandlungen abzubrechen.
Einem anläßlich der Delegiertenversammlung in Pontresina geäußerten Wunsche, daß die Jahresrechnungen künftig gedruckt in die Hände der Delegierten gelegt werden, ist das Zentralkomitee nachgekommen.
Die Säntiskarte gab dem Zentralkomitee noch viel zu schaffen, indem infolge des Umstandes, daß diese Karte zunächst als Jahrbuchbeilage ausgegeben wurde, von welchem Beschlüsse man infolge verspäteter Lieferung der Karte wieder abging, mancherlei Komplikationen entstanden.
Führerkurse und Führerwesen.
Im Berichtsjahre wurden zwei Fuhrerkurse abgehalten, der erste vom 13./23. Juni in Saas-Fee und Zermatt, der andere vom 26. September bis 5. Oktober in Engelberg.
Am Kurse in Zermatt nahmen 47 Aspiranten teil, von welchen 41 patentiert wurden.
In Engelberg haben den Kurs 17 ältere, bisher schon patentierte Führer mitgemacht und 9 Aspiranten, worunter ein Amateur.
Einer Konvention mit dem Regierungsrat des Kantons Obwalden gemäß haben nun sämtliche früher schon patentierten älteren Führer in Engelberg das Patent erster Klasse erhalten, währenddem die diesjährigen Aspiranten wie auch die übrigen sich behufs Erlangung des Patentes erster Klasse an die Bestimmungen des Art. 11, lit. c, d und e, unseres Réglementes über Fuhrerkurse zu halten haben.
Es erübrigt uns, bei diesem Anlasse der Regierung des Kantons Obwalden, speziell Herrn Polizeidirektor Küchler, für das Entgegenkommen zu danken, womit uns die Regelung der etwas verfahrenen Verhältnisse in Engelberg so sehr erleichtert worden ist.
Wir wünschen nur noch, daß uns in der Folge die Sektion Titlis in der Veranstaltung der nötigen Führerkurse ablösen möge, da dadurch das Zentralkomitee zu sehr in Anspruch genommen würde und dies laut Reglement auch Sache der Sektionen ist.
Die stramm geleitete tatkräftige Sektion Tödi hielt auch dieses Jahr einen eintägigen Wiederholungskurs für ihre Führer ab, dessen Kosten aus der Sektionskasse bestritten wurden.
In der Meinung, daß, wenn immer es die Finanzverhältnisse des S.A.C. erlauben, man den Skisport als einen verwandten Zweig unterstützen müsse, haben wir für die Skiwettrennen in Adelboden und Glarus bescheidene Preise gestiftet. Wir begrüßten es deshalb auch, daß die Sektion Rhätia vom 10. bis 17. Januar einen Skikurs veranstaltete, der von zirka 80 Teilnehmern besucht war.
Die Forderung des S.A.C. nach obligatorischer Patentierung der Führer des Kantons Graubünden konnte immer noch nicht realisiert werden.
Das Zentralkomitee wird es nicht unterlassen, den Versuch zu machen, auch in diesem Kanton ein maßgebendes Wort bei der Führer-patentierung mitzusprechen, davon ausgehend, daß im Hinblick auf die Leistungen der Zentralkasse an die Führerversichcrung diese Forderung keine unbescheidene genannt werden dürfe.
Alpines Rettungswesen.
Für das laufende Jahr war die Errichtung zweier neuen Rettungsstationen, und zwar in Grindelwald und Kandersteg, geplant.
Chronik.
Die Ausführung dieses Projektes erlitt aber dadurch eine Verzögerung, daß der Zentralsekretär des freiwilligen Sanitätsdienstes in der Schweiz, Herr Dr. Sahli in Bern, den Wunsch ausgesprochen hatte, es möchten vor der Errichtung neuer Rettungsstellen von kompetenter Seite eingehende Proben über die zweckmäßigste Ausrüstung derselben angestellt und namentlich darüber Klarheit geschaffen werden, welche Art von Tragbahren sich am besten eignet. Herr Dr. Biehly in Kandersteg unterzog sich in verdankenswerter und uneigennütziger Weise dieser Aufgabe.
Bis jedoch die mannigfaltigen Versuche ganz abgeschlossen waren, war auch die Hochgebirgssaison so ziemlich vorüber, und wir hielten es daher für angezeigt, die definitive Errichtung dieser Stationen auf nächstes Frühjahr zu verschieben. Die Station Glarus hat in diesem Jahre eine Anzahl neuer Bahren angeschafft, und die Organisation derselben hat sich bei dem Unglücksfalle am Selbsanft aufs beste bewährt.
Wir hoffen, nachdem nun die Versuche abgeschlossen, und die Vertreter des Roten Kreuzes und des S.A.C. über das Ausrüstungsmaterial dieser Stationen einig sind, in absehbarer Zeit in allen größeren Touristenzentren alpine Rettungsstationen errichten zu können, und gestatten uns bei dieser Gelegenheit, allen Herren, welche zur Förderung dieses verdienstvollen Werkes beigetragen haben, unseren besten Dank auszusprechen.
Zentralbibüothek.
Unsere Bibliothek erfreut sich eines steten Wachstums und hat jetzt eine ganz respektable Größe erreicht.
Es hat sich deshalb auch die Herausgabe eines kompletten Gesamtkataloges als wünschenswert und notwendig erwiesen, und das Zentralkomitee hat infolgedessen außer den üblichen Fr. 800 für Neuanschaffungen die gleiche Summe für ein neues Bücherverzeichnis bewilligt.
Es könnte allerdings auch noch manches Ersprießliche für die Vermehrung unserer Bibliothek geleistet werden, wenn die tit. Sektionsvorstände die jeweiligen Zirkulare der Verwaltung, welche um Einsendung von Publikationen, Dubletten, Zirkularen etc. ersucht, etwas mehr berücksichtigen wollten.
Die Mitglieder des S.A.C. benutzen die Bibliothek ziemlich fleißig, immerhin noch nicht in dem Maße, wie es bei dem reichhaltigen Inhalte derselben wünschenswert wäre.
Die Neuanschaffungen erfolgen durch die Bibliothekkommission in sachkundiger Weise durch richtige Verteilung zwischen den hervorragenden Werken der Neuzeit und den interessanteren Erscheinungen der älteren Literatur.
Wir sind der Verwaltung der Stadtbibliothek Zürich für die tadellose unentgeltliche Besorgung unserer Bibliothek zu großem Danke verpflichtet.
Alpines Museum.
Für das Alpine Museum in Bern hat sich nach langen mühseligen Unterhandlungen endlich ein passendes Lokal gefunden, so daß im April nächsten Jahres die Räumlichkeiten im ersten Stock des alten Standesrathauses zum Bezüge bereit sind, und das Museum voraussichtlich auf 1. Mai eröffnet werden kann.
Wir wünschen dem Unternehmen, trotzdem es uns nicht möglich ist, zu seiner Unterstützung für dieses Jahr einen Beitrag zu beantragen, bestes Gelingen.
Clubhütten.
Der bauliche Zustand einzelner Clubhütten läßt immer noch zu wünschen übrig. Bei anderen Hütten genügen die Dimensionen bei der stets wachsenden Frequenz nicht mehr.
Das Zentralkomitee ist deshalb der Ansicht, daß von Erstellung-von Clubhütten an neuen Standorten Umgang genommen werden sollte, solange nicht durch Neubauten und Vergrößerung bestehender oder Ersatz solcher durch neue Hütten überall Verhältnisse geschaffen sind, die allen billigen Anforderungen entsprechen.
Im Berichtsjahre sind folgende Neubauten ausgeführt worden: a ) die hauptsächlich dem Skisport dienende Hütte am Spitzmeilen: b ) die Bergli-Mltte an der Baustelle der alten, baulich und räumlich ungenügend gewordenen Hütte am Mönchjoch; c ) die Hütte am Südgrat des Oberaar -horns, als Ersatz für die zu kleine und baufällige Oberaarjochhiüte. Die drei Neubauten sind sämtlich wohl gelungen und gereichen den Sektionen, welche sie erbauten, zur Ehre.
Für die neue Spitzmeilenhütte hatte die letztjährige Delegiertenversammlung einen Beitrag von 50 % der zu Fr. 7000 devisierten Kosten, im Maximum Fr. 3500, bewilligt. Sie werden sich heute noch mit der Frage der Bewilligung einer Nachsubvention an die zirka Fr. 2000 betragenden Mehrkosten des Hüttenbaues, inklusive Mobiliarbeschaffung, zu befassen haben.
Die Berglihütte war auf Fr. 12,000 veranschlagt. Die faktischen Kosten betragen Fr. 12,910. 15, der Beitrag der Zentralkasse beträgt gemäß Beschluß der letztjährigen Delegiertenversammlung Fr. 6000.
An die auf zirka Fr. 13,500 veranschlagte neue Oberaarjochhütte bewilligten Sie in Pontresina eine Subvention von Fr. 8000. Der Bau samt Mobiliar kostete Fr. 13,277. 55.
Da behufs Verhütung allzu großer Schneeablagerungen hinter der Hütte östlich und westlich noch Felssprengungen nötig sind, ist von der Delegiertenversammlung auch hier die Frage einer Nachsubvention zu erledigen.
Die im letztjährigen Bericht erwähnte nochmalige Vergrößerung der SaleinahüUe ist im Vorsommer ausgeführt worden, so daß die Hütte nunmehr für 45 Personen Lagerstellen bietet, welche Zahl auf zirka 60 erhöht werden kann, wenn der zentrale Teil der Hütte als Schlafplatz hergerichtet wird.
In sehr anzuerkennender Weise hat die ausführende Sektion Neuenburg sich mit einem Beitrag von nur Fr. 1500 an die auf Fr. 4000 veranschlagten Vergrößerungskosten begnügt, welcher in zwei Raten pro 1904 und 1905 zur Auszahlung gelangt.
Die Cabane de Barberine ist ebenfalls erheblich vergrößert worden. An die auf Fr. 2000 veranschlagten Kosten bewilligte das Zentralkomitee einen Beitrag von 50 °/o, im Maximum Fr. 1000.
Für größere Reparaturen an der Eröntenhütte, worunter insbesondere Heben des zu tief im Boden stehenden Baues um zirka 1 m ., bewilligten wir einen Beitrag von */a, im Maximum Fr. 650, an die auf Fr. 950 veranschlagten Kosten.
Ein erst Ende 1903 von dem frühern Zentralkomitee eingereichtes Gesuch der Sektion Diablerets um Subventionierung ausgeführter umfangreicher Reparaturen an der Mountethütte im Kostenbetrage von Fr. 731.95 ist von uns durch Gewährung eines Beitrages von Fr. 500 erledigt worden.
Die Sektion Basel erhielt einen Beitrag von % der Fr. 852 betragenden Kosten für Erhöhung der Lawinenschutzmauer oberhalb der Weißhornhütte.
An der Konkordiahütte wurden verschiedene Reparaturen am Dach, Außenverputz etc. ausgeführt. Die Kosten betragen Fr. 337. 45, welche ganz die Zentralkasse belasten. Weitere Reparaturen im Sinne besserer Ausnutzung des Raumes durch Tieferlegung der bestehenden und Anbringung neuer Pritschen stehen in Aussicht.
Die Spannorthütte hat einen Abtritt erhalten. An die Kosten von Fr. 276.05 leistete die Zentralkasse einen Beitrag von Fr. 140.
Verschiedene kleinere Reparaturen auf Kosten bezw. mit Beiträgen der Zentralkasse gelangten zur Ausführung an der Dom-, Gleckstein-, Kesch-, Silvretta- und Grünhornhütte.
Für nächstes Jahr sind folgende Hüttenneubauten vorbereitet worden: Erstellung einer neuen Bovalhütte.Vergrößerung der Claridahütte am Altenorenstock. Vergrößerung der Blümlisalpclubhütte am Hohtürligrat. Über diese Hüttenprojekte wird Ihnen heute noch speziell Bericht erstattet und Ihnen Gelegenheit gegeben werden, sich über die vom Zentralkomitee beantragten Subventionen auszusprechen.
Ein ferneres Projekt, die Erstellung einer neuen Sciorahütte im Bondascatal betreffend, mußte bei den dermaligen Verhältnissen der Zentralkasse einstweilen zurückgelegt werden.
In zuvorkommender Weise hat uns die Sektion Bern Gelegenheit gegeben, unsere Wünsche über den für die neu zu erstellende Egon von Steiger-Hütte zu wählenden Standort zu äußern. Wir haben uns dahin ausgesprochen, daß für eine Hütte auf der Anstiegsroute zur Dent Blanche von Zermatt aus uns das größte Bedürfnis vorhanden zu sein scheine.Vor kurzem meldete uns die Sektion Bern, daß sich die Sektion unter Aufstellung einzelner Bedingungen ebenfalls für diesen Standort entschieden habe; eventuell ist die Lötschenlücke vorgesehen. Durch die Erstellung der neuen Hütte am Südgrat des Oberaarhorns ist die alte Oberaarjochhütte überflüssig geworden; da sie jedoch noch in gutem Zustande sich befindet, so wäre es bedauerlich, wenn dieselbe ihrem Verfall überlassen oder etwa als Brennmaterial in der neuen Hütte verwendet würde. Deshalb sind Verhandlungen eingeleitet worden, um die neue Sektion Oberhasle zu veranlassen, mit finanzieller Unterstützung des Zentralkomitees die alte Oberaarjochhütte an den Walliser Fiescherfirn am Westfuß des Finsteraarhorns zu versetzen. Über eine Subvention an dieses Projekt werden Sie heute ebenfalls zu entscheiden haben.
Seit Erstellung der neuen Wildhornhütte wird die alte nicht mehr benutzt. Eine Instandstellung derselben würde viel Kosten verursachen und wenig oder gar nichts nützen. Wir haben deshalb das Holz der alten Hütte auf Abbruch verkauft und gedenken, sie alsdann ihrem Schicksale zu überlassen.
Im Frühjahr hat es sich darum gehandelt, daß das Zentralkomitee die vor einigen Jahren auf Kosten von Herrn W. Hildebrand in Dresden erstellte und möblierte Wildstrubelhütte übernehmen sollte. Wir konnten uns mit diesem Gedanken nicht recht befreunden, da das Zentralkomitee schon zwei Hütten ( Bétemps und Konkordia ) direkt zu überwachen hat, welcher Aufgabe es schon nicht in genügendem Maße nachkommen kann. Zu unserer Freude hat sich dann der Kurverein Lenk bereit erklärt, die Wildstrubelhütte zu übernehmen.
Unsere Bemühungen, Sektionen des S.A.C. zur Übernahme der Bétemps- und Konkordiahütte zu veranlassen, waren erfolglos.
Der Unterhalt des Hüttenmobiliars wird in weitaus den meisten Fällen von den betreffenden Sektionen zu ihren Lasten besorgt; einzelnen Gesuchen um daherige Beiträge haben wir nach Mitgabe eines frühern Beschlusses der Delegiertenversammlung entsprochen, während andere Gesuche, bei denen ein Bedürfnis der Unterstützung nicht nachgewiesen werden konnte, abgelehnt werden mußten.
In den Schwyzeralpen wurden die Obergroß- und die Laubergsenn-hütte durch die Subsektion Einsiedeln mit einigem Mobiliar versehen. An die Kosten hat die Zentralkasse zirka die Hälfte rückvergütet.
Erfreulicherweise macht die Brennholzversorgung der Clubhütten stets Fortschritte. Zu den bereits mit Holz versorgten sind unseres Wissens pro 1904 hinzugekommen: die Weißhorn-, die Schwarzegg- und die Mutthornhütte.
An die durch Bewirtschaftung von Hütten entstandenen Defizite mußten nach Art. 20 der Hüttenstatuten Beiträge zur Bewirtschaftung der Scesaplanahütte, der Sardona- und der Keschhütte geleistet werden.
Weganlagen und WegmarMerungen.
Der Sektion Rhätia wurde letztes Jahr zur Erstellung eines Fußsteiges von Glas auf den Piz Beverin ein Beitrag von 50 °/o, im Maximum Fr. 600, an die auf Fr. 12,000 veranschlagten Kosten zugesichert.
Die Weganlage wurde Ende Juli abhin kollaudiert. Die bisher mit dem Übergang vom Säntis zum Altmann verbundenen Schwierigkeiten haben die Sektion Säntis veranlaßt, einen Verbindungsweg zwischen den beiden Gipfeln zu erstellen. Die Kosten sind auf Fr. 10,540 veranschlagt. Die Zentralkasse leistet daran pro 1904 und 1905 einen Beitrag von je Fr. 500. Die Arbeiten sind nahezu vollendet, so daß der „ Lysengratweg " getaufte Steg mit Beginn der nächstjährigen Sommersaison dem Verkehr übergeben werden kann.
Im Hinblick auf die intensiven Bestrebungen, den Zugang zur Rhätikonkette von der Vorarlberger Seite aus immer mehr zu erleichtern, mußten wir die Bestrebungen der Sektion Prättigau, den südlichen Zugang zur Scesaplana und zum Lünersee zu verbessern, unterstützen. An die Erstellungskosten eines diesem Zwecke dienenden Weges von der Schluderser Maiensäß nach Calrosa hat deshalb das Zentralkomitee einen Beitrag von 50%, im Maximum Fr. 150, bewilligt.
Weitere Subventionen von zirka 50 % der Kosten wurden bewilligt für einen Steg über den Randaierbach am Wege zur Domhütte und für Wegarbeiten zur Erleichterung des Überganges über den großen Schrund am Doldenhorn.
Dagegen konnten wir uns angesichts des letztjährigen Vermögens-rückganges der Zentralkasse und des auch pro 1904 bevorstehenden Defizites dermalen nicht entschließen, zur Erstellung von Weganlagen auf den großen Faulfirst und Gamsberg im St. Galler Oberland Hand zu bieten.
Die Subsektion Einsiedeln hat den Aufstieg auf verschiedene Gipfel ( Kleiner Mythen, Tritt, Neusellstock, Bilt, Groß Auberg, Roggenstock ) durch Wegmarkierungen erleichtert. An die entstandenen Kosten von Fr. 194.50 hat die Zentralkasse Fr. 100 beigetragen.
Die Sektion Tödi teilt uns mit, daß sie beabsichtige, an der sogenannten „ Leiter " in der Schneerunse am Tödi die durch Steinschlag demolierten Tritte und das zerrissene Drahtseil nicht mehr herzustellen, sondern den Weg ganz ungangbar zu machen, indem die Anlage ihrem Zweck, bei Besteigung des Tödi die Eis- und Steinstürze der Schneerunse zu vermeiden, nicht erfüllt. Die Sektion Tödi beschäftigt sich auf unser Ansuchen hin mit Studien zum Aufsuchen einer neuen, bessern Anstiegsroute.
Taxermäßigungen auf den FÄsenbahnen.
Außer den in der Mitgliedskarte pro 1904 aufgeführten Ermäßigungen gewährte die Jungfraubahn in verdankenswerter Weise eine solche von 30 % Die Beatenbergbahn und die Gornergratbahn gaben ablehnenden Bescheid.
Die Wengernalpbahn gewährte eine Taxermäßigung von 50%, jedoch nur für die ganze Strecke, sofern letztere in der Richtung Grindel-wald-Lauterbrunnen befahren wird, für die Zeit vor dem 10. Juli und nach dem 9. September; später redressierte diese Gesellschaft ihre Zusage dahin, daß die Taxermäßigung sowohl in der Richtung Grindel-wald-Lauterbrunnen, als Lauterbrunnen-Grindelwald gewährt werde.
Verzollung der Velos am der sclnveiserisch-österreichiscken Grenze.
Angeregt durch das mit Frankreich getroffene Abkommen betreffend die Zollsiclierstellung der Velos traten wir auch mit der österreichischen Zollverwaltung in Verbindung, damit uns die zollfreie Ein- und Ausfuhr auf allen Zollämtern an der schweizerisch-österreichischen Grenze, ferner auf allen Zollämtern an der deutsch-österreichischen Grenze von Bregenz bis inkl. Bodenbach-Teschen gewährt werde.
Gleichzeitig suchten wir die Vergünstigung auszuwirken, daß auf den wichtigsten Inlandszollstationen die Fahrräder ohne Zollhinterlage eingeführt werden können, was namentlich für diejenigen von Wert ist, welche die Grenze per Eisenbahn passieren.
Die Verhandlungen sind, dank dem Entgegenkommen der internationalen Transportfirma der Gebrüder Weiß, welche für den S.A.C. unentgeltlich in liebenswürdigster Weise die der Zollverwaltung zu leistende Fahrradbürgschaft übernahm, und ihre Dienste im Falle von Anständen mit den Zollbehörden, sowie allgemein zur Verfügung stellte, dem Abschluß nahe.
Auf ein vor Monaten in der nämlichen Angelegenheit an das italienische Zollministerium gerichtetes Gesuch sind wir bis zur Stunde ohne Antwort geblieben.
Skitransport als colis postaux.
Einem auf Anregung der Sektion Genf gestellten Gesuch bei der schweizerischen Oberpostdirektion, die genferischen Postbureaux und deren Filialen anzuweisen, Skitransporte auf der Post zu übernehmen, auch wenn diese die für die Poststücke vorgeschriebene Länge überschreiten, kam die Oberpostdirektion bereitwilligst nach.
Beziehungen su andern Vereinen und su den Sektionen des S.A.C.
Einer Einladung zu der fünfjährigen Gründungsfeier des Vereins Deutscher Touristen in Brunn konnten wir nicht Folge leisten.
Dagegen ließ sich das Zentralkomitee bei der Generalversammlung des D. u. Ö.A.V. in Bozen durch seinen Vizepräsidenten, Herrn W. Forster, vertreten.
Den versammelten italienischen Alpenclubisten, welche Ende August zur 40jährigen Gründungsfeier in Turin tagten, sandten wir ein Sym-pathietelegramm.
Mit dem Beskidenverein traten wir in Tauschverkehr für die Publikationen ( „ Alpina " ).
Anläßlich der Ernennung des Herrn Dr. Dübi zum Ehrenmitglied des Alpine Club in London teilte letzterer mit, daß die Ernennung insbesondere auch mit Rücksicht auf den Umstand, daß Herr Dübi Mitglied des S.A.C. sei, erfolgte. Die in dem Schreiben an Herrn Dr. Dttbi dem S.A.C. erwiesene Ehrung verdankte das Zentralkomitee.
Der Verkehr mit den Sektionen war im Berichtsjahr ein sehr reger. Anläßlich von Gründungsfesten und Schlußbanketten ließ sich das Zentralkomitee vertreten bei den Sektionen Rhätia, Basel, Burgdorf, Uto, Neuenburg und Genf.
Desgleichen nahmen wir teil an den Versammlungen der mittelschweizerischen und der westschweizerischen Alpenclubisten.
Wir wollen auch nicht verhehlen, daß mit einigen wenigen Sektionen der Verkehr des Zentralkomitees ein außerordentlich mühsamer ist.
Wiederholte Anfragen bleiben ohne Antwort, und selbst auf eingeschriebene Briefe hin schweigen sich die Saumseligsten aus.
Eine Sektion trieb die Saumseligkeit so weit, daß sie zur Erfüllung ihrer Pflicht nur dadurch veranlaßt werden konnte, daß man ihr mitteilte, das Zentralkomitee werde der Delegiertenversammlung beantragen, sie aus der Liste der Sektionen des S.A.C. zu streichen.
Diesem Zustand sollte ein Ende gemacht werden, und das Zentralkomitee behält sich vor, auf seinen Antrag betreffend Streichung der betreffenden Sektion aus der Liste der Sektionen des S.A.C. zurückzukommen, wenn sich die Verhältnisse in Zukunft nicht bessern. Dermalen schon ist das Zentralkomitee so sehr mit Arbeiten überhäuft, daß die Frage einer organisatorischen Änderung in der Clubleitung über kurz oder lang akut werden muß. Deshalb ist die prompte Geschäfts-erledigung der Sektionen ein Gebot der Notwendigkeit und eine unbedingte, unerläßliche Voraussetzung einer ordentlichen und sichern Verwaltung des Gesamtclubs.
Damit haben wir unsere Berichterstattung zu Ende geführt und schließen den Jahresbericht mit den Worten:
Vivat, crescat, floreat S.A.C.
Solothum, den 17. Oktober 1904.
Der Zentralpräsident: Dr. B, Schöpfer.
Sektionen.
I. Aargau. Sektion Aarau. Mitgliederbestand. Per 31. Dezember 1903 zählte die Sektion 94 Mann; eingetreten im Laufe des Jahres 1904 28, ausgetreten und gestorben 4, Zunahme 24; total auf Ende 1904: 118 Mann. Als Ehrenmitglied figuriert nur noch unser Gründer veteran, Herr Emil Frey-Geßner in Genf, nachdem sein Kollege, Herr A. Neuburger, letztes Frühjahr verstorben ist.
Clubtouren. Wegen Ungunst der Witterung konnten die Touren, welche für September und Dezember vorgesehen waren ( Hohgant und Geißfluh ), nicht ausgeführt werden. Die übrigen Exkursionen fanden programmgemäß statt, und zwar beteiligten sich an den 6 Touren im Jura und in den Voralpen durchschnittlich 16, an den 4 Touren in den Hochalpen durchschnittlich 6 Mann, und zwar im einzelnen wie folgt: 10 Januar: Belchenfluh: 15 Mann; 13. März: Sternenberg: 15 Mann; 1. Mai: Albishorn: 14 Mann; 21./23. Mai: Spitzmeilen: 7 Mann; 11.112. Juni: Niederbauen: 20 Mann; 9.110. Juli: Gwächtenhorn: 5 Mann; 16./18. Juli: Gwächtenhorn: 7 Mann; 6./7. August: Piz Buin: 5 Mann; 1.2. Oktober: Saut du Doubs: 16 Mann; 23. Oktober: Roggenfluh: 14 Personen ( wovon 1 Dame ). Die Touren auf den Spitzmeilen, den Niederbauen und die Roggenfluh wurden leider durch regnerische Witterung beeinträchtigt, während alle übrigen Touren bei durchaus tadellosem Wetter ausgeführt werden konnten und den Teilnehmern hohen Genuß boten.
Einzeltouren oder freie Fahrten wurden daneben von vielen Mitgliedern ausgeführt; soweit dieselben dem Vorstand zur Kenntnis gebracht wurden, sind sie in dem bezüglichen, in der „ Alpina " erscheinenden Verzeichnis enthalten.
Sitzungen wurden im Berichtsjahr 12 abgehalten, eine davon als Generalversammlung. Die mittlere Teilnehmerzahl ist 19 Mann.
Außer den auf interne Angelegenheiten, auf die Clubhütte u. s. w. bezüglichen Verhandlungsgegenständen wurden folgende Vorträge gehalten: P. Jucker: Reiseerinnerungen aus Tirol, Kärnten und Steiermark; P. Schirmer: Besteigung des Schreckhorns und des Gwächtenhorns; ferner über Touren in den Medelser Alpen; J. C. Rothpletz: über das schweizerische Skirennen in Glarus ( Januar 1904 ).
Sodann wurden außer den Sitzungen zu gunsten der Hüttenkasse veranstaltet: a ) Vortrag von Prof. Dr. Tuchschmid über: Drahtlose Télégraphie ( mit Demonstrationen ), in zwei Serien je zwei Abende; b ) Projektionsabend von Dr. K. Jäger.