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Personen unter 65 Jahren, die in einem Paarhaushalt ohne Kinder leben, haben ein wesentlich höheres verfügbares Äquivalenzeinkommen als andere Haushaltstypen.
In Bezug auf das Einkommen am stärksten benachteiligt sind Personen, die in einem Einelternhaushalt oder in einem Paarhaushalt mit drei oder mehr Kindern leben.
Konsumausgaben
Den grössten Posten im Haushaltsbudget bilden obligatorische Ausgaben wie Steuern und Krankenkassenbeiträge. Die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke machen bei allen drei Haushaltstypen nur einen kleinen Anteil des Budgets aus (5-7%).
Paarhaushalte ohne Kinder können fast ein Fünftel ihres Einkommens auf die Seite legen, bei Paaren mit Kindern sind es 16%. Deutlich geringer ist die Sparquote bei den Einelternhaushalten, wo sie unter 10% liegt.
Finanzielle Schwierigkeiten
Die subjektive Bewertung der finanziellen Situation bestätigt die Ergebnisse der Einkommensverteilung nach Haushaltstyp: Fast jede dritte Person, die in einem Einelternhaushalt lebt, bekundet Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen. Bei Personen, die in einem Paarhaushalt mit drei oder mehr Kindern leben sind es 18%.
Die Armutsgefährdungsquoten zeigen, dass bei einem beträchtlichen Teil der Haushalte mit Kindern die finanzielle Situation angespannt ist: Ein Viertel der Personen in Einelternhaushalten und 13% der Personen in Paarhaushalten mit Kindern sind armutsgefährdet und verfügen somit über ein Haushaltseinkommen, das unter oder nur wenig oberhalb der Armutsgrenze liegt. Sie haben ein hohes Risiko, bei einer geringfügigen Verschlechterung ihrer Einkommenssituation oder einer Veränderung der familiären Situation (zum Beispiel Trennung oder Geburt eines weiteren Kindes) in die absolute Armut abzurutschen. Dies ist umso eher der Fall, je mehr Kinder im Haushalt leben und je jünger das jüngste Kind im Haushalt ist.
In der Schweiz gibt es verschiedene Leistungen, welche die finanzielle Belastung von Haushalten mit Kindern teilweise kompensieren und dazu beitragen sollen, Familienarmut zu verhindern
Ohne Sozialtransfers wäre die Armutsquote für alle Haushaltstypen deutlich höher. Allerdings spielen die Transfereinkommen bei Alleinlebenden, Einelternhaushalten und Paarhaushalten mit Kindern eine erheblich grössere Rolle als bei Paarhaushalten ohne Kinder. So wird die Armutsquote bei den alleinlebenden Eltern durch die Sozialtransfers von 38% auf 13% um fast zwei Drittel reduziert.
Die Gesamtkosten für die Funktion Familie und Kinder beliefen sich 2016 auf 10 Milliarden Franken. Auf diese Funktion entfallen 5,9% der Gesamtausgaben für die soziale Sicherheit.
Die Familienzulagen bilden den grössten Teil der Sozialausgaben für Familien und Kinder in der Schweiz. An zweiter Stelle stehen die Leistungen von Bund, Kantonen und Gemeinden für den Jugendschutz und die Unterstützung von Familien. Hierzu gehören unter anderem die Geburtszulagen, aber auch die Sachleistungen wie Finanzhilfen für Krippen oder andere Massnahmen zugunsten von Kindern.
Von 2003 bis 2016 sind die Ausgaben für die Funktion Familie und Kinder deutlich angestiegen. Sie haben sich in einem ähnlichen Ausmass erhöht wie die Gesamtausgaben für die Sozialleistungen. Die Leistungen für Familien und Kinder haben nicht linear zugenommen. Bis 2008 war ein eher geringer Anstieg zu verzeichnen. Anschliessend legten die Ausgaben dann kräftig zu.