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Neben der Beschäftigung stellt die Bruttowertschöpfung als Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt das zweite wichtige Mass für die Einordnung der Bedeutung einer Branche dar. Die Wertschöpfung ist der Gradmesser für die volkswirtschaftliche Leistung und stellt den volkswirtschaftlichen Mehrwert dar, den ein Unternehmen bzw. eine Branche bei der Erstellung eines Produkts oder Erbringung einer Dienstleistung schafft. Rechnerisch ergibt sich die Bruttowertschöpfung als Differenz zwischen der Gesamtproduktion einer Wirtschaftseinheit und der zur Leistungserstellung notwendigen Vorleistungen. Die Vorleistungen umfassen sämtliche externen Produktionsfaktoren, welche von dritten Unternehmen bezogen werden und als Inputfaktoren in die Produktion einfliessen (z.B.: Grundstoffe, Energie, Mieten, ICT-Leistungen etc.).
Mit dem Aufstieg der Schweiz zu einem bedeutenden globalen Pharmaund Biotechnologiestandort kam es in der Pharmaindustrie ab 1996 zu einem starken Anstieg von Produktion und Wertschöpfung. Nach Ende der Umstrukturierungsphase 1996 verdoppelte sich die reale Wirtschaftsleistung der Pharmaindustrie in wenig mehr als 5 Jahren. Zwischen 2001 und 2017 folgten zwei weitere Verdopplungen im Abstand von 8.8 und 6.7 Jahren. 2018 lag die Wertschöpfung real 774 Prozent höher als 1996. Seit 1996 hat sich die reale Bruttowertschöpfung damit insgesamt mehr als dreimal verdoppelt und beträgt fast das Neunfache des Wertes aus dem Jahr 1996.
Die reale Wirtschaftsleistung der gesamten Wirtschaft (das reale BIP) stieg in diesem Zeitraum um insgesamt 53 Prozent. Die Schweizer Wirtschaft ist also heute knapp 1.5 Mal so hoch wie 1996, während die reale Wertschöpfung der Pharmaindustrie fast das Neunfache des Wertes aus dem Jahr 1996 beträgt.
Wachstumsbeitrag der Pharmaindustrie
Die pharmazeutische Industrie hat in den vergangenen zehn Jahren massgeblich zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beigetragen. Zwischen 2008 und 2018 gingen jährlich 0.52 Prozentpunkte (PP) –ein Drittel des realen BIP-Wachstums - auf das Konto der Schweizer Pharmaindustrie. Die Pharmabranche ist nicht nur für die Gesamtwirtschaft von grosser Bedeutung, sondern sie ist auch der wichtigste Wachstumsmotor der Schweizer Industrie. Der restliche Industriesektor konnte mit wenigen Ausnahmen (bspw. die chemische Industrie) nicht zum realen BIP-Wachstum beitragen (bzw. minderte gar das gesamtwirtschaftliche Durchschnittswachstum). Einige Industriebranchen haben die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise noch immer nicht vollständig überwunden und lagen 2018 mit der realen Wertschöpfung weiterhin unterhalb des Wertes vor Ausbruch der Finanzkrise.
Den zweitgrössten Beitrag zum BIP-Wachstum weist der Handel (Grossund Detailhandel, Garagengewerbe) mit +0.31 PP auf. Hier schlug sich insbesondere die ausserordentliche Dynamik des Transithandels positiv nieder. An dritter Stelle folgt das Gesundheits- und Sozialwesen (+0.23 PP), an vierter Stelle die unternehmensbezogenen Dienstleistungen (Business Services, +0.18 PP). Als weiterer Wachstumstreiber ist zudem der Bau zu nennen, der aufgrund der hohen Einwanderung und der tiefen Zinsen im Beobachtungszeitraum (2008-2018) eine Art Superzyklus erlebte und dadurch 0.12 Prozentpunkte zum BIP-Wachstum beitrug. Die restlichen Wachstumsbeiträge kamen ausnahmslos aus dem Dienstleistungsbereich (Finanzsektor, ICT-Services, Öffentliche Verwaltung).