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‘POLAR POD’ ist ein riesiger Turm der mit einem Tiefgang von 80 Meter zwei Mal um die Antarktis driften soll. Jean-Louis Étienne, Initiator dieses Projektes, kündigt den offiziellen Start seiner nächsten Expedition an. Stabilisiert wird ‘POLAR POD’ mit 150 Tonnen Ballast, der für die vertikale Position sorgen wird. Angetrieben wird der Turm alleine durch den Wind und die Strömung des Zirkumpolarstromes. Oben wird eine Wohnzelle auf 4 Etagen eine Crew von 8 Personen beherbergen. Alle 2 Monate wird die Besatzung ausgetauscht. So jedenfalls ist es geplant.
Das Ziel dieser wissenschaftlichen Mission ist die Erforschung des Südlichen Ozeans. ‘POLAR POD’ soll den Südlichen Ozean innert drei Jahren zweimal umrunden.
Die Plattform hat keinen Motor und wird vom antarktischen Zirkumpolarstrom angetrieben, der mit etwa 1 Knoten pro Stunde driftet. Die Spitze der Struktur – 20 Meter über dem Wasser – ist der Ort, an dem die Besatzung wohnen, schlafen und arbeiten wird. ‘POLAR POD’ wird die Erfassung von Langzeitdaten und Beobachtungen ermöglichen, die an Forscher, Ozeanographen, Klimatologen und Biologen übermittelt werden. An dem Projekt sind 43 wissenschaftliche Einrichtungen aus 12 Ländern beteiligt.
Da die Struktur geräuschlos ist, kann sie Unterwassermikrofone verwenden, um die „akustische Signatur“ verschiedener Meeresbewohner, vom Krill bis zum Wal, aufzuzeichnen und eine Zählung des Meereslebens durchführen. Es auch geplant, dass das Schiff bei der Kalibrierung von Satelliten für die NASA und die Europäische Weltraumorganisation hilft.
Konstruktion des ‘POLAR POD’
Die Frage war: Welcher Schiffstyp ermöglicht es, in den „Heulenden Fünfzigern“ das ganze Jahr über Arbeitskomfort und Sicherheit zu bieten? Um dem Trubel der Wellen zu entfliehen, benötigt man ein Schiff mit grossem Tiefgang um dem Wellengang an der Wasseroberfläche zu entfliehen. ‘POLAR POD’ ist inspiriert von FLIP (Floating Instrument Platform), der amerikanischen ozeanischen Plattform, die nach 60 Jahren im Dienst der Forschung immer noch in Betrieb ist.
Nach dem gleichen Prinzip wird der ‘POLAR POD’ horizontal zum Untersuchungsgebiet geschleppt und durch Befüllen der Ballaste mit Meerwasser in eine vertikale Position gekippt.
Null Emissionen
‘POLAR POD’ ist eine umweltfreundliche Plattform. Angetrieben vom antarktischen Zirkumpolarstrom wird ‘POLAR POD’ nur sehr begrenzte Auswirkungen auf die Umwelt haben. Die 4-stöckige Gondel befindet sich 15 m über der Oberfläche und bietet Platz für 8 Personen mit 6 Monaten Autonomie. Um wissenschaftliche Geräte, Beleuchtung, Telekommunikation, IT, Meerwasserentsalzung, Warmwasser und Kochen mit Strom zu versorgen, wird die Energie von vier 3,2 kW Windturbinen und Photovoltaikzellen erzeugt. Gespeichert wird es in zwei Lithium-Ionen-Akkupacks zu je 50 kWh. Der ‘POLAR POD’ ist ein „Null-Emissions-Schiff“.
Sehr stabil auf See
‘POLAR POD’ ist viel stabiler und komfortabler als ein herkömmliches Schiff. Mit einem Tiefgang von 75 Metern ist dieses „vertikale Schiff“ sehr stabil. Dabei sollen 5° der Schlagseite im mittleren Wetter des Südpolarmeers und eine vertikale Bewegung von 10% nicht überschritten werden.
Die Architektur ist so konzipiert, dass sie nicht mit dem Wellengang mitschwingt. Seine Hubzeit, die Bewegung von unten nach oben, beträgt 60 Sekunden, während die Dünung des großen Südens fast 20 Sekunden beträgt.
Wissenschaftliches Programm
‘POLAR POD’ wird während seiner Drift der Strömung und den Winden des antarktischen Zirkumpolarstroms folgen. Ohne Motorisierung ist es ein lautloses Schiff. Dank seiner Stabilität stört es weder die Meeresoberfläche noch die umgebende Luft. Aus all diesen Gründen ist diese Plattform speziell angepasst für:
- Luft-Meeres-Austauschmessungen, insbesondere CO2 zur Bewertung seiner Rolle für das Klima,
- Wellendynamik,
- Überwachung und Studien von Stromwirbeln,
- Planktonsammlungen und Bewertung der Auswirkungen der Versauerung,
- Akustisches Inventar der Meeresfauna: Meeressäuger, Krill und Meeresgeräusche,
- Validierung von Satellitenmessungen auf See: Farbe des Ozeans, Wellenhöhe, Wind und Strömungsgeschwindigkeit usw.
- Aerosolmessungen und ihre Quellen,
- Luftbeobachtung von Meeresfauna, Walen, Seevögeln.
Wenn alles gut läuft erfolgt der Start im Jahr 2024
Der Bau von ‘POLAR POD’ hat noch nicht begonnen, wird aber von der französischen Regierung finanziert. Das französische ozeanographische Institut ‘Ifremer’ wird den Auftrag zum Bau des Schiffes ausschreiben.
Etienne ist dabei, Gelder für eine dreijährige Expedition zu sammeln, von der er hofft, dass sie 2024 beginnen wird. Er kann weder die Kosten noch die bisher gesammelten Gelder nennen.
Heiner Kubny, PolarJournal