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Die Brass Band Treize Etoiles hat den Europäischen Brass Band Wettbewerb (EBBC) 2023 gewonnen. Mit Jonas Florin Elmiger und Simon Gabriel sicherten sich zwei Schweizer einen Podestplatz am Europäischen Solistenwettbewerb. Und die Liberty Brass Band erreichte den vierten Rang am Europäischen Jugendwettbewerb.
Der 44. EBBC fand Anfang Mai im schwedischen Malmö statt. Das Schweizer Märchen begann mit dem Solistenwettbewerb: Nicht weniger als sieben der sechzehn Solisten, die sich für die zweite Runde qualifiziert hatten, kamen aus der Schweiz.
Band- und Publikumspreis
Am Ende dieser Runde qualifizierten sich zwei Schweizer für das Finale der besten Drei: Jonas Florin Elmiger (Marimba), der mit dem Stück «Concerto for Marimba» von Paul Creston schliesslich den zweiten Rang belegte, und Simon Gabriel (Cornet), der sich mit seiner Interpretation des «Cornet Concerto» von Philip Sparke den dritten Platz erspielte.
Der junge Bündner Kornettist gewann zudem den Publikumspreis und den Preis der besten Band mit der dänischen Concord Brass Band, die ihn begleitete. Sieger des Solistenwettbewerbs wurde der Belgier Thibaut De Bondt (Bariton) mit seinem Vortrag «Baritone Concerto» von Matin Ellerby. Bei den Final-Kompositionen handelte es sich um Teststücke.
Bereits bei der Pflichtaufgabe an der Spitze
Am Freitag, 5. Mai traten vierzehn Höchstklasse-Formationen aus dreizehn Ländern an, um sich mit dem Pflichtstück «Aurora» des schwedischen Komponisten Joel Thoor Engström, zu messen. Das fast 20-minütige Stück hob die Fähigkeiten der verschiedenen Formationen hervor, aus dem Werk das Wesentliche an Effekten, Dynamik und Farben herauszuholen, um ihm ein Höchstmass an Ausdruck zu verleihen.
Nach Meinung der drei Experten – Philippe Bach (CH), Ivan Meylemans (B) und Allan Withington (GB/N) – gelang dies der Brass Band Treize Etoiles unter der Leitung von Frédéric Théodoloz am besten. Nach der ersten Runde lag die Schweizer Formation mit 98 Punkten bereits an der Spitze, dicht gefolgt von der walisischen Cory Band (Philip Harper). Die englische Black Dyke Band (Nicholas Childs) komplettierte mit 96 Punkten das Zwischenpodest.
Oliver Waespi «gewinnt» beim Selbstwahlstück
Nach dem Wettbewerb der «Challenge Section» am Samstagvormittag, der zugunsten der italienischen Brass Band Uberetsch (Johann Finatzer) vor der spanischen Malaga Brass Band (Victor Eloy Lopez Cerezo) und der nordirischen Laganvale Metal Technology Band (Keith Anderson) endete, folgte die Fortsetzung des Wettbewerbs der Höchstklasse mit den Selbstwahlstücken.
Die Jury des Nachmittags mit Michael Bach (CH), Bert van Thienen (B) und Sheona Wade (GB) hatte es nicht leicht, zwischen so vielen hochkarätigen Darbietungen zu entscheiden. Die Black Dyke Band interpretierte das unveröffentlichte Werk «Antiphonies on Themes by William Byrd» von Oliver Waespi und klassierte sich mit 98 Punkten auf dem ersten Rang. Nur einen Punkt vor der norwegischen Eikanger-Bjorsvik Musikklag (Florent Didier), die den Auftakt mit «Horror Show for Brass Band and Percussion» von Simon Dobson gemacht hatte. Eikanger-Bjorsvik Musikklag komplettierte das Podium, während der Europameister von 2022, die Cory Band, sich mit dem vierten Platz begnügen musste.
Dritter Europameistertitel für die Schweiz
Und die Brass Band Treize Etoiles? Die Schweizer Brass Band hatte sich für «Sand and Stars» von Thierry Deleruyelle entschieden, dem Stück, mit dem sie im vergangenen November den Schweizer Meistertitel gewonnen hatte. Dieses meisterhafte Stück des französischen Komponisten, das im September bei den British Open gespielt wird, verschaffte ihnen auch den Europameistertitel. Mit 96 Punkten lag sie am Ende gleichauf mit Black Dyke (194 Punkte). Aber bei Punktegleichheit entscheidet das bessere Pflichtstück.
Die Brass Band Treize Etoiles ist somit die dritte Schweizer Band, die den EBBC gewinnt. Sie steht nach der Brass Band Bürgermusik Luzern (Michael Bach) 2014 und der Valaisia Brass Band (Arsène Duc) 2018 ganz oben auf dem Podium. Dieser Titelgewinn ermöglicht der Schweiz, zwei Vertreter an den EBBC 2024 in Palanga (Litauen) zu schicken.
Der letzte Schweizer Auftritt in Malmö endete am Sonntag, 7. Mai mit einem sehr guten vierten Rang der Liberty Brass Band Junior (Matthias Keller) in der ersten Klasse des Europäischen Jugendwettbewerbs.
Drei Fragen an Frédéric Théodoloz
Haben Sie nach den hervorragenden Vorträgen – die Hoffnung war berechtigt – mit einem solchen Ergebnis gerechnet?
In erster Linie waren wir sehr zufrieden mit unseren Auftritten. Wir hatten also unser Ziel bereits erreicht. Den Ausgang eines Wettbewerbs kann niemand vorhersagen, wahr ist, dass wir bei der Rangverkündigung sehr unruhig und nervös waren.
Die Arbeit im Vorfeld war sicherlich sehr intensiv. Wie haben Sie sich vorbereitet?
Wir sind diesen europäischen Wettbewerb angegangen wie jeden anderen Wettbewerb. Fleiss, Disziplin, aber vor allem Spass und Leidenschaft waren die Schlüsselwörter unserer Vorbereitung.
Was ändert dieser sensationelle Sieg für Sie und für die Band?
Dieser Sieg ist ein grossartiger Lohn für die Arbeit, welche die Brass Band Treize Etoiles in den letzten Jahren geleistet hat. Er bestätigt unsere Marschrichtung und motiviert uns, so weiterzumachen.