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Napoléon brauchte 1798 dringend Geld. Einerseits für seine desolate Finanzlage zu Hause, aber auch für seine Expedition nach Ägypten. Der Berner Staatsschatz, seit knapp zweihundert Jahren umsichtig verwaltet und mit Gewinn in Aktien angelegt, war weitherum bekannt. Was lag näher, als sich diesen Schatz unter den Nagel zu reissen?
Ende Januar fielen die Franzosen in der Eidgenossenschaft ein. Am 5. März 1798 kapitulierten die Berner nach erfolglosem Widerstand im Grauholz und in Neuenegg gegenüber den zahlenmässig weit überlegenen Franzosen.
Napoleon persönlich schaltet sich ein
Die Berner versuchten noch, einen Teil des Schatzes zu retten. Gleichzeitig drängte Napoléon höchstpersönlich auf den Abtransport. Der Schatz war verloren.
Die Geschichte des grössten Raubes der Schweizer Geschichte wurde eben von einem Team um den Luzerner Volswirtschaftsprofessor Christoph Schaltegger aufgearbeitet und ein einem Buch und einem Video (siehe unten) veröffentlicht - von der leeren französischen Staatskasse bis zum verheerenden Deal am Wiener Kongress von 1815.
115 Jahre lang keine Steuern zahlen
Insbesondere beleuchtet die Untersuchung, was aus dem Schatz geworden wäre, hätten ihn die Franzosen nicht gestohlen. Konservativ verwaltet, hätte er einen Wert von 623 Milliarden Franken. Die Bernerinnen und Berner könnten 115 Jahre lang auf das Zahlen von Steuern verzichten. Und Anspruch auf rund eine Milliarde Franken aus dem Finanzausgleich, gäbe es auch nicht. Die Berner Finanzdirektion verzichtete auf eine Stellungnahme auf die Frage, was man mit dem Geld machen könnte und ob sie bei Frankreich eine Rückforderung deponieren wolle.
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