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Die Entstehungsgeschichte des Bullies reicht in England bis ins 17.Jahrhundert zurück.
Damals wurden Hunde mit kurzen Schnauzen und kräftigen Kiefern gezüchtet, welche sich in der Kampfarena Stieren oder auch Artgenossen stellen mussten. Diese waren die Urahnen unseres heutigen Englischen und Französischen Bulldoggen. Nachdem dieser grausame Zeitvertreib verboten wurde, legte man in der Zucht vermehrt Wert auf kleinere, friedlichere Tiere – daraus entstand eine kleine Rasse, die Toy-Bulldogge, die überall auf grosse Begeisterung stiess. Sie wurden vor allem von Webern und Spitzenklöpplern in Nottingham gezüchtet.
In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhundert übersiedelten viele Weber mit ihren Hunden nach Frankreich. Hier entstand durch Weiterzucht bald eine eigene Rasse. Was da nun wirklich alles in der Französischen Bulldogge drinsteckt, ist heute nicht mehr vollständig nachvollziehbar. Sicher ist, dass Terrier und Möpse eingekreuzt wurden. 1898 wurde die Französische Bulldogge offiziell als Rasse anerkannt. Zur etwa gleichen Zeit gelangte der Bully auch in die USA, wo er schnell grosse Beliebtheit erlangte.
Bei Königen, Zaren und Grossherzogen war der Bully sehr beliebt. Der vierbeinige Begleiter von anfänglich einfachen Arbeitern und armen Leuten war salonfähig geworden. Vom Kennel Club wurde die Französische Bulldogge 1912 anerkannt. 1987 wurde die Rasse schliesslich auch durch die FCI (Fédération cynologique internationale) anerkannt.
Der Bully in der Schweiz (Mit freundlicher Erlaubnis des Autors Max Regli )
Sehr früh schon begann in der Schweiz die Zucht der Französischen Bulldogge. Als 1912 der internationale Standard der Rasse diskutiert wurde, konnte die Schweiz bereits mitreden. Durch die Isolierung des Landes im Ersten Weltkrieg, ging die Zucht zurück. Die Züchter hatten mit grossen Problemen zu kämpfen, schon nur um ihre Zuchtlinien am Leben zu erhalten, aber nach dem Krieg gelang es ihnen dank ihrer starken Währung, diesen Rückschlag wettzumachen. Während andere Länder unter der Inflation litten, konnten die Schweizer Züchter die besten Zuchthunde im Ausland erwerben.
Der Schweizer Bulldog-Klub kümmert sich seit 1909 um die Französischen Bulldoggen. 1924 wurde der Schweizerische Klub für Französische Bulldoggen gegründet. Bis 1924 wurden nur 79 Hunde dieser Rasse im Schweizerischen Hundestammbuch registriert, aber dank der Aktivitäten dieses speziellen Klubs erhöhte sich die Zahl der Welpen. Nur während den Kriegszeiten gab es von 1940 bis 1945 einen bedeutenden Rückgang. Der grosse Futtermangel erschwerte die Hundezucht beträchtlich, und in diesen Jahren waren keine Französischen Bulldoggen aus dem Ausland zu beziehen. Von 1924 bis 2001 wurden 3573 Französische Bulldoggen im Schweizerischen Hundestammbuch eingetragen. Die typische Schweizer Zucht hat immer die deutschen, österreichischen, französischen, englischen und holländischen Blutlinien vereint. Durch den Import und den Kontakt mit den ausländischen Züchtern spielte die Schweizer Zucht von Französischen Bulldoggen eine oft übersehene, aber wichtige Rolle in der europäischen Zuchtgeschichte. Die ausgezeichneten Zuchtresultate wurden nicht nur in der Schweiz bewundert: das Einsetzen von schweizerischen Zuchthunden im Ausland brachte grosse Erfolge für viele Züchter ausserhalb der Schweiz.