Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03273.jsonl.gz/579

Jügge Schaub, ein Ur-Seibianer und ein allseits beliebter Fasnächtler ist nicht mehr. Er hat die Welt am zweiten Bummelsonntag verlassen.
Jügge hinterlässt in der Seibi eine riesige Lücke. Oli Meyer, ein Weggefährte von Jügge erzählt: «Jügge war ein liebenswerter und verständnisvoller Seibianer. Er wurde von Jung und Alt geschätzt weil er stets ein offenes Ohr hatte und sich sehr aktiv in der Clique betätigt hat. Man hatte das Gefühl, dass er das Cliquenleben vor sein privates stellte. Zudem war er ein Künstler. Er hat auch diverse Ladäärne von der Jungen Seibi gemalt und sich auch dort immer eingebracht».
Jügge Schaub war auch Tambourmajor der Seibi und Mitglied der DSP (Drummle statt Pfyffe). Trommeln war seine Leidenschaft, die er auch als Instruktor weiter gegeben hat und mit welcher er auch beim Prysdrummle das eine oder andere Mal alleine und in Gruppen brilliert hat.
Seine Leidenschaft für die Trommelkunst hat Jügge auch zum Top Secret Drum Corps geführt. Als «Color Guard» (Faaneschwinger) hat er begonnen und hat sich danach als Bass Drummer profiliert. In den Proben von Top Secret, die oft in grossen Hallen stattfinden mussten, ist auch seine legendäre Bemerkung: «Inere Halle halts halt!» entstanden. Ein ehemaliges TSDC-Mitglied erinnert sich wehmütig an die guten Zeiten im Corps, vorallem bei dem ersten Auftritt der TSDC in Edinburgh: «Er war damals schon über 40 und galt als Alter Herr. Er war aber beim Feiern nach den Auftritten oder Proben immer einer der letzten…».
Marc Hermann, sein Bass-Drummer-Partner bei den RRR (Rhine River Rebels, die übrigens so heissen, weil der Name unbedingt ein «R» beinhalten musste, da Jügge noch ein «R» für die «Regimentals» auf seinem Arm eintätowiert hatte…), erinnert sich gut an die Zeit mit seinem Freund Jügge bei den RRR: «Wir waren ein eingespieltes Bass-Drum-Dream-Team und hatten ein grossartiges Verhältnis» Marc war eine der wenigen Personen, die Jügge zum Abschied noch besuchen durften: «Wir haben festgestellt, dass wir eine Freundschaft über 47 Jahre pflegten. Unser erstes Zusammentreffen war auf dem 2. Rang im Drummeli.»
Die Fasnachtsszene verliert erneut einen grossartigen Mitmenschen. Seine liebevolle Persönlichkeit und seinen aussergewöhnlichen Humor werden fehlen. Dieser hat er im Übrigen bis zuletzt gepflegt: Auf seinem obenerwähnten Abschiedspost findet man links unten die verschlüsselte Nachricht: «i.d.g.f». Sie wird allen, die ihn kannten und diese Botschaft verstehen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Die Familie verzichtet auf Wunsch des Verstorbenen auf eine öffentliche Trauerfeier. Wer seiner Gedenken will, suche sich ein Platz aus, wo sich Jügge gerne aufgehalten hat und lege eine Blume nieder oder trinke ein Bier mit oder besser auf ihn.
Ebenso kann man seine Trauer bei folgender, von der Familie eingerichtete E-Mail-Adresse angeben: <email-pii>