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Fasnacht
Die Bassersdorfer Fasnacht ist für viele BassersdorferInnen die schönste Jahreszeit. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass unsere Fasnacht bis weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt ist und der Fasnachtsumzug jedes Jahr Tausende von Schaulustigen anlockt.
Fasnachtskalender
Die Bassersdorfer Fasnacht beginnt in den nächsten Jahren an folgenden Daten:
28. Februar 2019
20. Februar 2020
24. Februar 2021
Geschichtliches zur Fasnacht
Die Herkunft der Fasnacht
Über die Herkunft der Namen Fasnacht oder Fastnacht sind sich zwar die Volkskundler nicht ganz einig: Ist Fasnacht Mundart, eine moderne Form und Schreibweise von Fastnacht oder bedeutet Fastnacht wohl die letzte Nacht vor der Fastenzeit? Das Wort «fastnacht» kommt im Mittelhochdeutschen schon um 1206 vor. Die Silbe «vast» wird von «fastan» (nicht essen) hergeleitet. «Vastnaht» bedeutet somit der Abend vor der Fastenzeit. Seit dem 13. Jahrhundert übertrug sich der Begriff «Fastnacht» auch auf die Tage vor dem Aschermittwoch, den Schmutzigen Donnerstag, Samstag und den Sonntag.
Bassersdorfer Fasnacht seit 1883
Neben den landläufigen Erscheinungen wie Fasnachtsfeuer und Maskenlaufen wurde in Zürich 1838 der erste Theatermaskenball organisiert und 1883 ist bereits die Bassersdorfer Fasnacht in den Analen des Dorfes erwähnt worden. Aber erst 1955 wurde das heutige FAKOBA gegründet und seit 1956 wird der Fasnachts-Umzug in der heutigen Form durchgeführt. Der schwarze Schüblig und die grün-rote "Schnudernase" ist das "Emblem" der FaKoBaner.
Guggenmusik seit 1914
Unter Guggenmusik versteht man eine aus verbeulten und bemalten Instrumenten wie grossen Trommeln und Lärminstrumenten besetzte Fasnachtsmusik. Auch wenn das Spiel einer Guggenmusik als Kakophonie empfunden wird, ist es nicht zufällig. Was nach Improvisation tönt, ist in monatelanger Probenarbeit einstudiert worden und hat zum Teil den Grad der Professionalität erreicht. Seit 1914 hatten die Guggenmusiken auch am Basler Morgenstraich teilgenommen, was in der Presse als unbaslerisch kritisiert wurde. Der ursprüngliche Basler Joseph Ebinger führte 1947 die Guggenmusik in Luzern ein. Ein Jahr später marschierten sie bereits im «Fritschi-Umzug», und danach entfachte sich das Guggenfieber explosionsartig in der ganzen Schweiz und auch ins benachbarte Ausland. Heute sind die Guggenmusiken kaum mehr wegzudenken. Sie bilden das Rückgrat der Fasnacht und sind gesamtschweizerisch zu dominierenden Brauchtumsträgern geworden.
Die Maske
Als Symbol des Lebens benutzte sie bereits der Urmensch. Damit konnte er aus sich hinaus in ein anderes ich gehen. Masken haben Ausstrahlung und vermitteln ein besonderes Gefühl und verleiten dem Träger besondere Kräfte. Die Maskierung hilft heutzutage, die alltägliche Rolle abzustreifen um damit in eine andere Welt zu gelangen. Früher gab es ganz einfache Kostüme. Man nähte «Blätzli» an einen Anzug und schon war die Maskerade fertig. Deshalb auch der «Blätz» als Fasnachtsfigur. Nach der Fasnacht wurde alles abgebrennt und das Gewand war wieder für den Alltag bestimmt. Heute werden besonders farbenprächtige und aufwendige Kostüme für Guggen in vielen Arbeitsstunden angefertigt.
Der Gigelizyschtig
In Bassersdorf heisst der Tag vor Aschermittwoch «Gigelizyschtig». Um diese Namensgebung ranken sich einige Gerüchte und viele Unklarheiten. Leider konnte auch im Rahmen der Recherche zum Buch «Der erbrachte Beweis von Narrengeist - Geschichte und Geschichten aus über 100 Jahren Bassersdorfer Dorffasnacht» von Urs Wegmann nur wenig Licht ins Dunkel gebracht werden. Eine Verbindung zwischen dem «Gigelizyschtig» und Bassersdorf ist unbekannt. Hier ein Überblick über Bekanntes und Unbekanntes:
- In den 80er Jahren erwähnt das FaKoBa den Begriff «Gigelizyschtig» erstmals in einem Protokoll, verwendet wurde er allerdings schon länger.
- Es geht das Gerücht um, der Name stamme vom zürichdeutschen Ausdruck «gigele», also lachen, weil man an besagtem Tag vor lauter Übermüdung nur noch lachen könne.
- Andere erzählen, es habe einst einen Bassersdorfer namens Gugeli oder Gageli oder ähnlich gegeben, der sich in der Nacht auf Dienstag jeweils gefragt habe, wo «denn der Gageli jetzt noch hingehen kann». Damals schlossen die Wirtschaften alle um vier Uhr in der Früh.
- Im Wallis wird in einzelnen Orten ebenfalls von «Gigeli-Mentag» und «Gigeli-Zischtag» gesprochen. Das Wort soll von Geige stammen, weil diese zur Tanzmusik verwendet worden war.
Nach der 5-tägigen Narrenfreiheit findet am «Gigelizyschtig» die symbolische Schlüsselrückgabe zwischen dem Obernarr der Dorfherrschaft und der/dem Gemeindepräsidentin/en statt. Zusammen mit der Schlüsselrückgabe erhält die Gemeinde jeweils einige Aufträge vom FaKoBa zur Erledigung.