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Die periphere Nervenfeldstimulation (PNFS) ist eine Methode, die bereits in den 60er Jahren aufkam. Vor rund 40 Jahren studierten Wall und Sweet neue Wege neuropathische Schmerzen zu behandeln und implantierten Elektroden unter der Haut im Bereich neuropathischer Schmerzen. Der erste wissenschaftliche Artikel zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen mittels dieser Methode erschien (noch vor dem ersten wissenschaftlichen Artikel für Neurostimulation im Epiduralraum) 1966 und 1967. Zu Beginn der Behandlung mittels dieses Systems waren die Resultate leider mässig ermutigend. So wurde diese Therapieform vernachlässigt. Einzelne Zentren führten die Behandlung mittels PNFS weiter und entwickelten diese weiter. In den letzten Jahren ist es nun zu einem Revival dieser Methode gekommen. Vielversprechende Fallbeispiele in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen, chronischer Leistenschmerzen nach Operationen und postherpetischer Neuralgien (Schmerzen nach Gürtelrose) sind veröffentlicht worden.
Ähnlich wie bei der Rückenmarkstimulation werden Elektroden zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Hier bei der PNFS werden diese nur gerade etwa 1cm unter der Haut (subkutan) platziert und führen über die Abgabe von elektrischen Impulsen zu einer Art Überrauschen der Schmerzen. Die Schmerzwahrnehmung wird also beeinflusst ähnlich dem Reiben der schmerzenden Stelle, wenn wir uns gestossen haben.
Im Gegensatz zur Platzierung der Elektroden im Bereich des Rückenmarkes, sind es Schmerzen im Rücken und nicht Ausstrahlungen in die Beine, die Ziel der Behandlung sind. So wie die PNFS ungeeignet ist ausstrahlende Schmerzen in die Beine zu behandeln, ist der Rückenmarkstimulator eingeschränkt geeignet zur Behandlung von Rückenschmerzen.
Bestehen chronische, therapieresistente Rückenschmerzen, Leistenschmerzen oder neuropathische Schmerzen nach Gürtelrose, die sowohl auf die medikamentöse Behandlung als auch auf gezielte schmerztherapeutische Infiltrationen keinen genügenden Effekt gezeigt haben oder wurde der Patient bereits ein- oder mehrmals erfolglos am Rücken oder der Leiste operiert, dann kann die PNFS eine Alternative in der Behandlung sein. Das schmerzhafte Areal sollte auf einen definierten Bereich eingrenzbar sein, d.h. die Grösse von ca. zwei Handflächen nicht überschreiten.
Die Selektion, d.h. die gezielte und seriöse Auswahl der in Frage kommenden Patienten für diese Behandlung, sind entscheidend für den Erfolg.
Eignet sich ein Patient für dieses Verfahren, muss eine Kostengutsprache an die Krankenkasse durch den behandelnden Arzt eingereicht werden. Wird diese gutgeheissen kann der ambulante Eingriff geplant werden. Vorerst wird eine Testphase von rund 2 Wochen durchlaufen während derer der Patient ein provisorisches System in einem ambulanten Eingriff unter leichter Sedierung (keine Vollnarkose nötig) erhält. Danach kann er nach optimaler Programmierung und regelmässiger Kontrollen auswerten, ob es zu einer genügenden Schmerzreduktion gekommen ist oder nicht. Falls die Schmerzen 50 bis 80% zurückgegangen sind, wird die definitive Implantation geplant und zeitnah durchgeführt (ebenfalls ambulant und unter leichter Sedation).
Zunehmend erscheinen gute wissenschaftliche Arbeiten, die die Wirksamkeit dieser Methode beweisen wie z.B. von Herwig Kloimstein und Alexander E. Yakovlev.