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24.04.2009
Im Verlauf des 4. und 5. Tags der Konferenz stellte sich immer mehr heraus, dass Iran von den meisten Staaten isoliert wurde. In Reaktion darauf protestierte die iranische Delegation gegen eine Vielzahl von NGO-Beiträgen, die am Nachmittag des 23. April angehört wurden. Iran wurde übrigens nicht nur durch die offiziellen Botschaftsvertreter repräsentiert, sondern auch von mehreren Personen aus iranischen «NGOs», die zum einen während der Ansprache des iranischen Präsidenten als Clappeure angestellt waren und zum anderen bei den vielen Parallelveranstaltungen versuchten, die iranische Sicht der Dinge darzustellen.
125 NGOs wollen sprechen
Von den 125 NGOs, die sich auf der Sprecherliste eingetragen hatten, konnten bis Donnerstag Abend nur 20 Vertreter/innen sprechen. Zum einen weil die Sprechzeit für NGOs, die eigentlich den gesamten Tag einnehmen sollte, auf 16.30 Uhr verschoben wurde, zum anderen, weil Iran durch seine häufigen Zwischenrufe den Prozess verlängerte. Die restlichen 100 (5 NGOs hatten sich zu dem Zeitpunkt zurückgezogen) Redebeiträge sollen auf Freitag, den letzten Tag der Konferenz verschoben werden. Wieviele von ihnen tatsächlich die Möglichkeit bekommen, ihren Standpunkt zu vertreten, ist bisher unklar. Als Beschwichtigung liess das Sekretariat verlauten, dass alle Beiträge auf der Konferenzwebseite veröffentlicht werden. Dem Sekretariat wurde ebenfalls bewusst, dass die Informationspolitik gegenüber NGOs im Vorlauf zur Konferenz sehr mangelhaft war. Vielen der anwesenden Vertretern/-innen der Zivilgesellschaft war nicht bewusst, dass ihre Anwesenheit während der Konferenz eher eine Kulisse für die eigentliche Konferenz unter Staatenvertretern/-innen bilden würde, ohne jegliche Möglichkeit, Einfluss auszuüben. Frustrierend war dies insbesondere für Teilnehmer/innen, die von weit her angereist waren und sich grosse Hoffnungen gemacht hatten, dass ihre Anliegen tatsächlich ernst genommen würden.
Nebenveranstaltungen gut besucht
Die über 40 Parallelveranstaltungen, die von UNO-Organisationen und NGOs organisiert wurden, waren die Orte, an denen wahrscheinlich am meisten über die wirklichen Themenkomplexe zu Rassismus und Diskriminierung diskutiert wurde. Sie orientierten sich alle an den Inhalten der Durban Abschlusserklärung. Bis auf wenige Zwischenfälle verliefen sie friedlich und konstruktiv.