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|Vor allem für Fortners zweite Oper, In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa, ist diese Freundschaft [zwischen Fortner und Beck] von Bedeutung: Fortner konnte die Koboldchenszene, wie sie von Beck originalgetreu übersetzt worden war, nicht vertonen. Ihm schwebte klanglich ein naiver Kinderton in der Art von Reimliedern vor, der mit dem vorliegenden, locker gefügten Dialog unvereinbar war. Ausserdem sollten Duette ermöglicht werden.
Fortner konnte Beck für die Textumarbeitung gewinnen; in einem Brief vom 26. April 1961 schreibt Beck: Die Stellen der Kobolde werden bearbeitet", und drei Monate später informiert seine Frau, Ines Leuwen, Fortner:
Mein armer enriquetin plagt sich seit Wochen mit Verseschmieden und ächzt und stöhnt, weil er von Lorca kein Gramm hinwegtun zu können meint, und kein Gramm fremder Art hinzutun zu dürfen meint. [..,] Gerade heute habe ich den freien Tag benützt, und mich nun auch einmal mit meinen Gedanken hinter die Koboldchen begeben, um zu sehen, ob ich nicht mit irgendeiner Bemerkung eine geburtshelferische Aktion entfalten kann, und so Euer beider Kümmernisse etwas lindern könnte, (unveröffentlichter Brief vom 16. Juli 1961, im Nachlass des Komponisten).
Etwas später schreibt Beck dann:
Hier ist auch die Koboldchenszene. Mir war nach Selbstmord. Ich kann das zweitausendmal mikroskopisch bearbeitete Textbild nicht mehr sehn und ausstehn. Andererseits versagte sich mir jede Änderung aus Angst, dem Toten weh zu tun. Schliesslich hat Nucky die chirurgische Initiative 'ergriffen', und so entstand denn dieses, kurz, naiv, kindlich und nett. Denke ich. Drei Kreuze (unveröffentlichter, undatierter Brief im Nachlass des Komponisten).
Obwohl Becks Übersetzungen immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt waren - zum Beispiel durch Horst Rogmann (13 f.) und Rolf Michaelis (7)-, würdigte Fortner sie in der für Beck verfassten Trauerrede:
Ich lernte Beck als den kennen, der Lorcas Werk in kongenialen Nachdichtungen uns, die in der deutschen Sprache denken, erschloss. Das Beck'sche Wortgesamt liess mich zum Komponisten von Lorcas 'Bluthochzeit' und 'Perlimplin' werden. Ich hätte eine philologisch noch so korrekte Übersetzung des grossen Spaniers wahrscheinlich nie komponieren können; durch Beck wurde Lorcas Werk für mich originale deutsche Dichtung, die ich in den inneren Rhythmus meiner Musik übersetzen konnte (unveröffentlicht, im Nachlass des Komponisten). (46-47)
Zusammenfassung des Artikels von Brigitta Ritter: Die Opern Bluthochzeit und In seinem Garten liebt don Perlimplín Belisa von Wolfgang Fortner. Übersetzung und Rezeption García Lorcas im deutschen Sprachraum. Hrsg. Ernst Rudin. Kassel: Reichenberger, 1997. 39-54.