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der natürliche Sohn des macedon. Königs Perdikkas II., bestieg 413 v. Chr. den Thron,
[* 3] nachdem er die rechtmäßigen
Erben hatte ermorden lassen. Seine Regierung war für die Entwicklung des Macedonischen Reichs von Bedeutung,
da er Städte baute und befestigte, Straßen anlegte, das Heer organisierte und dabei auch hellenische Sitte und Bildung förderte.
An seinem Hofe in Pella lebten zeitweilig berühmte Dichter und Künstler, wie Euripides, Agathon, Chörilus, Thimotheus und
Zeuris. 399 v. Chr. wurde er auf der Jagd von seinem Günstling Kraterus getötet.
Kastell Munychia aber, in das sich Archelaus warf, nicht nehmen konnte. Erst als SullaAthen genommen hatte, wandte Archelaus sich nach Böotien.
Sulla folgte ihm, und bei Chäronea kam es zur Schlacht (86 v. Chr.), in der die Römer siegten; aber aus Mangel an Schiffen konnten
sie Archelaus nicht hindern, Griechenlands Küstenländer nach wie vor zu beunruhigen. Bald sandte Mithridates
ein neues Heer von 80000 Mann nach Hellas, das sich bei Chalcis mit Archelaus vereinigte. So verstärkt zog dieser (85 v. Chr.) bei
Orchomenos den Römern entgegen, ward aber hier in zweitägigem Kampfe völlig geschlagen. Archelaus selbst entkam nach Chalcis.
Mithridates entschloß sich nun, durch Archelaus mit Sulla während des Winters 85-84 zu Delion in Böotien über
den Frieden zu unterhandeln, der dann (84) abgeschlossen wurde. Archelaus fiel wegen dieses Friedens bei Mithridates in Ungnade und
floh, als der zweite Mithridatische Krieg ausbrach (81 v. Chr.), zu den Römern, in deren Interesse er noch 74 v. Chr.
thätig war.
Sohn des Zuletztgenannten und Enkel des Gemahls der Berenice, erhielt 34 v. Chr. von
Antonius das Königreich Kappadocien, das er auch unter Augustus behielt, der ihm selbst noch einen Teil von Cilicien und Kleinarmenien
schenkte. Als aber Tiberius, der den Archelaus haßte, weil er von ihm während seines Aufenthalts in Rhodus geringschätzig
behandelt worden war, zur Regierung gelangte, rief dieser ihn nach Rom und klagte ihn vor dem Senat wegen gesetzwidriger Neuerungen
an. Archelaus starb bald darauf (17 n. Chr.), und Kappadocien wurde nun zur
röm. Provinz gemacht.
Sohn des Königs Herodes des Großen von Judäa, folgte seinem Vater 4 v. Chr. und behauptete
sich trotz eines von den Pharisäern angezettelten Aufruhrs. Er reiste hierauf nach Rom, wo Augustus sich für die Erbansprüche
des Archelaus, die von dessen Brüdern bestritten waren, erklärte und ihm unter dem Titel Ethnarch die größere Hälfte des väterlichen
Reichs, die ProvinzenJudäa, Samaria und Idumäa zuerteilte. Nach neunjähriger Regierung aber wurde er
vor Augustus wegen Grausamkeit und Tyrannei angeklagt, seiner Herrschaft beraubt und nach Vienna in Gallien verbannt, wo er
auch starb. Seine Lande wurden zu der röm. ProvinzSyrien geschlagen (6 n. Chr.) und seine Güter für den kaiserl. Fiskus eingezogen.