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AMD möchte das durch das "Barcelona"-Debakel zerstörte Vertrauen der Serverhersteller zurückzugewinnen.
AMD verspricht hoch und heilig, dass sich die Verzögerungen, die es beim Launch von "Barcelona", dem ersten Quad-Core Prozessor für Server aus dem Hause des Intel-Herausforderers gab, bei "Shanghai" nicht wiederholen werden. "Shanghai" ist der Nachfolger von Barcelona. Auch der neue Prozessor wird mit vier Prozessorkernen ausgerüstet sein, soll aber rund ein Drittel mehr Leistung bringen. Noch vor Jahresende soll eine 75-Watt-Standard-Version auf den Markt kommen. Im ersten Quartal 2009 sollen dann eine Stromsparversion mit 55 Watt und eine Hochleistungsversion mit 105 Watt folgen.
Das war ein Desaster für AMD selbst, aber auch ein grosses Ärgernis für Serverhersteller, die auf dem urpsrünglichen Zeitplan beruhend Geld in Tests und Produktentwicklung sowie Produkt-Marketing und -Strategien investiert hatten.
Wie viel Geschirr zerschlagen wurde, lässt sich nun aus den Versprechungen und einigen Kommentaren AMDs ablesen. Im Februar konnte AMD erste Testexemplare von "Shanghai" an Serverhesteller liefern. Einige dieser Hersteller, so Pat Patla, General Manager von AMDs "Server and Workstation"-Bereich, hätten diese aber gar nicht erst testen wollen. Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass Hersteller bei einem Hauptprodukt eines der beiden grossen CPU-Hersteller das Risiko eingehen, auf diese Weise bei der Produktentwicklung Zeit auf die Konkurrenz zu verlieren. Anscheinend war es ihnen aber noch wichtiger, kein Geld mit verfrühten Tests zu verschwenden. AMD musste schliesslich komplette, funktionierende Systeme liefern, um alle grossen Hersteller zu Tests zu bewegen.
Gemäss AMD wurde viel in die Verbesserung der internen Testprozeduren und die Qualitätssicherung, auch von Prototyopen, investiert. Nun ist Patla zuversichtlich, dass der Zeitplan für "Shanghai" und auch für "Istanbul", den für die zweite Hälfte 2009 geplanten "Shanghai"-Nachfolger mit sechs Kernen, eingehalten werden kann. (Hans Jörg Maron)