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Die IEA hat noch zwei weitere weniger ambitiöse Szenarien erstellt:
Im Announced Pledges Scenario (APS) wird angenommen, dass all jene Staaten, die Netto-Null-Ziele bei Treibhausgas-Emissionen angekündigt haben, diese auch seriös umsetzen und in diesem Jahrzehnt konsequent damit beginnen. Unter diesen Prämissen sind Investitionen in saubere Umwelttechnologien bis 2030 von USD 3,2 Billionen gefordert. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von rund neun Prozent. Die Investitionen in fossile Energieträger können bis 2030 um rund 30 Prozent sinken.
Eine planmässige Umsetzung des APS-Szenarios würden laut IEA die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 um rund 70 Prozent auf 12 Gigatonnen reduzieren (siehe Abbildung 2). Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Jahr 2100 würde auf etwa 1,7°C ansteigen.
Das Stated Policies Scenario (Steps) geht davon aus, dass die jetzigen weltweit beschlossenen Klimaschutzrichtlinien beibehalten werden. Die Investitionen in saubere Umwelttechnologien würden dann auf USD 2,15 Billionen veranschlagt, was einem jährlichen Wachstum von drei Prozent und damit zirka dem globalen Wirtschaftswachstum gleichkäme. Die Investitionen in fossile Energieträger bleiben in diesem Szenario unverändert bei rund einer Billion USD.
Im STEPS-Szenario würden die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 bloss um 13 Prozent schwinden. Dies hätte eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperaturen um rund 2,5 °C bis 2100 zur Folge.
Umwelttechnologien auf dem Wachstumspfad
Die Investitionen in saubere Umwelttechnologien (Windenergie, Solarenergie, Wärmepumpen, Elektrische Mobilität, etc.) wachsen bis 2030 unabhängig von den beschriebenen drei Szenarien.
Wenn das 1,5°C Klimaschutzziel konsequent verfolgt wird (NZE-Szenario), dann führt das sogar zu einem Wachstum von über 15 Prozent bis im Jahr 2030 über sämtliche sauberen Umwelttechnologien hinweg gemittelt oder zu zusätzlichen Investitionen von USD 2,7 Billionen. Selbst das STEPS Szenario führt zu einem Wachstum, allerdings im Vergleich zur Weltwirtschaft zu keinem überdurchschnittlichen Wachstum.
Die Spreu vom Weizen trennen
Fest steht: Die Bereitstellung und Weiterentwicklung von «Green Energy» ist ein Megatrend. Angeschoben wird dieser auch, weil die Stromgestehungskosten etwa auf Basis von Wind und Sonne heute oft kostengünstiger gegenüber der traditionellen Stromerzeugung aus Kohle, Gas oder Atomkraft sind. Diese Kostenvorteile gegenüber fossil generierter Elektrizität dürften weiter zunehmen, da die erneuerbaren Energien immer günstiger werden und CO2 in vielen Staaten bepreist wird.
Anlegerinnen und Anleger müssen sich folgende Frage stellen: Wie stark drückt die Weltgemeinschaft beim Klimaschutz in den kommenden Jahren aufs Tempo? Je nach eintretendem Szenario ändert sich das Wachstumspotential für die verschiedenen Umwelttechnologien.
Zudem sollten Investmententscheide unter Konsultation fundierter firmenspezifischer Fundamentalanalysen getroffen werden. Denn nicht jedes im Umwelttechnologiebereich tätiges Unternehmen beschreitet einen profitablen Wachstumsweg. Entscheidend ist, ob die Kapitalrenditen mittelfristig höher sind als die Kapitalkosten.