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Liebe Leser
Mein Stein für den Frühlingsmonat März ist der Granat. Es gibt sicherlich 16 verschiedene Arten innerhalb der Granatgruppe, und da die roten Varietäten am bekanntesten sind, habe ich mich für diese entschieden. Der rote Granat gehört der Mineralklasse der Silikate und Germanate an. Im mittelalterlichen Volksmund wurde er wie alle roten Edelsteine, darunter auch Rubine und Spinellen, «Karfunkel» bzw. «Karfunkelstein» genannt und als Mutter aller Edelsteine angesehen. Die aktuellen Hauptfundorte liegen in Südafrika, Sri Lanka und den USA, aber auch in Indien, Brasilien, Madagaskar und weiteren afrikanischen Staaten.
Der Granat ist allgemein durchsichtig bis durchscheinend. Für die Schmuckanfertigung eignen sich am besten der Almandin, der Pyrop sowie der Spessartin, hauptsächlich wegen ihres lebhaft funkelnden Rots. Der Farbfächer des roten Granats reicht von Grell- über Blut- und Dunkelrot bis Rotbraun.
Mit seiner Mohshärte von 6,5 bis 7,5 auf der Richterskala von eins bis zehn gehört er zu den unempfindlicheren Steinen, weshalb er beim Sandstrahlen gerne als Schleifmittel verwendet wird. Trotz seiner relativen Unempfindlichkeit sollte man ihn jedoch nicht extremen Temperaturschwankungen aussetzen, da diese Beschädigungen am Stein hervorrufen können. Auch Dampf- und Ultraschallreinigung sind nicht empfehlenswert.
Über die Namensgebung habe ich folgendes herausgefunden: Schon der römische Universalgelehrte Plinius (25 bis 79 n. Chr.) erwähnte in seinen Manuskripten den Granat, damals jedoch noch unter dem Begriff «carbunculus alabandicus», was übersetzt «die kleine Kohle aus Alabanda» heisst. Er assoziierte die rotschwarze Farbe des Steins mit brennender bzw. glühender Kohle und fügte diesem metaphorischen Namen den Fundort des Minerals an: Alabanda. Alabanda war eine antike Stadt im heutigen Doğanyurt in der türkischen Provinz Aydin. Diese Gegend ist übrigens für ihren dunklen Marmor sehr bekannt.
Den heutigen Namen Granat verlieh man ihm erst im Mittelalter. Vermutlich liegt sein Ursprung im lateinischen Wort «granum» bzw. «granatus», was Kern, kernreich, Korn oder Samen bedeutet und auf die körnige Form des rohen Edelsteins hinweist. Ebenfalls ist eine Analogie zum lateinischen Artnamen «granatum» für Granatapfel denkbar, da die Frucht zahlreiche orange- bis purpurrote Kerne in ihrem Inneren enthält. Daneben sind sowohl Blüten als auch Fruchthülle ebenfalls rot.
Viele Überlieferungen belegen, dass der Granat zu denjenigen Steinen gehört, der seit seiner Entdeckung von den verschiedensten Völkern gleichermassen verehrt wurde. So wird beispielsweise erzählt, dass das Licht eines roten Granates Noah erleuchtet haben soll, damit er eine Arche baue. Zugleich zierten Granate die Rüstungen von Kreuzfahrern und Kreuzrittern, die sich durch seinen Schutz sicher oder gar unverwundbar fühlten. So wurde der Granat in der späteren Sagen- und Märchenwelt des Mittelalters wohl nicht nur wegen seiner blutroten Farbe der «Blutstropfen Christi» genannt. In der griechischen Mythologie findet er in der Legende um die Entführung Persephones durch Hades in die Unterwelt Erwähnung. Die Wikinger wiederum legten den Gräbern Granatschmuck bei, um den Verstorbenen den Weg ins Jenseits zu erhellen. Im Judentum sowie Islam schliesslich stand der Granat hauptsächlich wegen seines strahlenden Leuchtens im Mittelpunkt. Und noch heute stehen Granate sinnbildlich für Licht, Wahrheit sowie Treue und Liebe.
Was seine energetische Wirkung angeht, soll er den Blutkreislauf regeln, das Herz schützen sowie Blutungen stillen und nebenbei auch Niere, Milz, Bauchspeicheldrüse und Leber stärken. Darüber hinaus soll er die Tätigkeit der Schilddrüse sowohl bei Unter- als auch Überfunktion regulieren und gleichfalls bei Gicht und Fieber helfen. Ausserdem sollen rote Granate eine besonders aphrodisierende Wirkung haben und daher die Geschlechtsorgane aktivieren sowie das Feuer in der Partnerschaft beleben. Nebenbei gelten sie auch als Hüter inniger Freundschaften, die die Lebens- und Willenskraft des Trägers festigen, ihm Selbstvertrauen schenken und in Krisenzeiten die Widerstandskraft unterstützen. Von nordamerikanischen Ureinwohnern wurde der Granat in Traumfängern eingearbeitet, welche, über die Schlafplätze baumelnd, Alpträume verhindern und einen ruhigen Schlaf fördern sollen. Er soll ferner erhellend auf die Seele einwirken und die positiven Wesensmerkmale stärken. Aus diesem Grund wird er im Buddhismus als Heilstein betrachtet.
Der rote Granat wirkt sowohl auf die Wurzel- als auch Sakral- und Herz-Chakren und wird in der Astrologie dem Sternzeichen Widder zugeordnet, welcher vom 21. März bis 20. April in Kraft tritt.
Hier eine Auswahl von passenden Schmuckstücken: