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Ahornsirup – das Gold Kanada3. November 2014
Mehr als 80% des Ahornsirups für den weltweiten Verkauf wird in der Provinz Québec produziert.
Die durchschnittliche Jahresproduktion beläuft sich heute auf gut 10’000 Tonnen Ahornsirup. Genug für alle Pancakes, Waffeln, Desserts, Glasuren, Süssigkeiten und Vieles mehr.
Ahornsirup produzieren – ein Frühlingsritual
40 Liter Ahornsaft = 1 Liter purer Ahornsirup
Sobald in den Wäldern Québecs der Schnee im März zu schmelzen beginnt, die Nächte zwar noch frostig, die Tage aber bereits warm sind, herrschen ideale Bedingungen um den begehrten Saft von den Zucker-Ahornbäumen zu zapfen.
Der Ahornsaft ist anfangs ganz durchsichtig und dünnflüssig wie Wasser – den Zucker schmeckt man kaum. Es braucht ca. 40 Liter Ahornsaft, um nach dem einkochen einen Liter Ahornsirup zu erhalten. Ein gesunder ca. 50 Jähriger Ahornbaum gibt in 14 Tagen etwa diese Menge ab.
Ernte früher und heute:
Nordamerikanische Indianerstämme wie die Irokesen oder die Algonquin wussten schon früh wie sie den Ahornsaft nutzen konnten, sie brachten es auch den ersten Kolonisten bei. Sie ritzten im Frühling die Rinde der Zucker-Ahornbäume v-förmig an und sammelten den Saft.
Durch heisse Steine dickten sie den Saft zum Sirup ein, liessen ihn sogar ganz auskristallisieren. Diese Zuckerbrocken liessen sich dann gut transportieren und verdarben nicht so rasch. Ahornsirup wird darum auch «Zucker der Indianer» genannt.
Die Sugaring-Methode in Ostkanada hat schon lange Tradition. Die Bauern befestigen an den Ahornbäumen kleine Metallventile und lassen den Saft in Eimer tropfen. Dieser wird mit dem Schlitten zu den Sugar Shacks transportiert und dort in grossen Kesseln zu Sirup eingedickt.
Für die Massenproduktion führen ganze Systeme von Plastik-Röhren durch den Wald die in einem riesigen Sammelbehälter enden. Mittels Tankwagen wird der Saft anschliessend direkt zu den Fabriken gefahren.
Produktionsstätten:
Im Umkreis der großen Städte Montreal und Quebec City gibt es etwa 400 Ahornsirup-Produktionen. Zu den berühmtesten Produktionsstätten zählt die «Sucrerie de la Montagne» von Pierre Faucher westlich von Montréal. Seine Farm steht Besuchern das ganze Jahr hindurch offen.
Frühling in den Wäldern Québecs:
Heute fährt man zu den Sugar Shacks, um dort ein deftiges Mittagessen – bestehend aus dicker Erbsensuppe, Bohnen, gebratenem Schweinefleisch, Schinken und als Dessert Pfannkuchen mit Sirup – einzunehmen.
Zum Schluss gehen alle nach draussen, um den heissen Ahornsirup in den Schnee zu giessen, daraus entstehen seltsame Figuren. Diese werden dann mit einem Holzspiess aufgerollt und fertig ist der Ahornsirup-Lolli.
Glossar:
- Grands-pères: in Ahornsirup pochierte Knödel
- Oreilles de crisse: gebratene Schweinefleischstreifen
- Sugaring Off: Zapfen und Einkochen
- Sugar Maple: Zuckerahorn
- Sugar Shacks, érablières, cabanes à sucre: Zuckerhütten
- Tire à l’érable: Ahornsirup-Lolli
Blueberry Pancake mit Ahornsirup:
berechnet für 4 – 6 Personen
|Menge||Zutaten|
|2||Eier|
|1/4 Tasse||pflanzliches Öl|
|1/4 Tasse||Honig|
|2/3 Tasse||Naturjoghurt|
|1/2 Tasse||Milch|
|1/2 Tasse||Apfelsaft|
|1 2/3 Tasse||Mehl|
|1/2 Teelöffel||Salz|
|1 1/2 Teelöffel||Backpulver|
|1/2 Teelöffel||Zimt|
|Frische oder gefrorene Blueberries (Heidelbeeren) Ahornsirup|
Zubereitung:
Eier in einer grossen Schüssel gut verquirlen. Öl, Honig, Milch, Joghurt und Apfelsaft dazugeben und gut verrühren. Mehl, Backpulver, Salz und Zimt gut vermischen und der Joghurtmasse beigeben.
Alles gut verrühren, bis ein glatter Teig entsteht.
Bratpfanne einfetten und stark erhitzen. Eine kleine Teigportion in die Pfanne geben und mit Heidelbeeren belegen. Wenn sich auf der Oberseite des Teigs Blasen bilden, die Teigportion wenden und nochmals so lange backen. Pancakes mit Butter und Ahornsirup servieren.