Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03563.jsonl.gz/2440

Kirchgasse 13 "Oberes Haus"
Hier wohnte zu Anfang des 19. Jahrhunderts der Kaufmann Joh. Jak. Wüger mit seiner Ehefrau, eine geborene Haffter von Weinfelden. Er führte im Erdgeschoss seines Hauses einen gut besuchten Laden mit Tuchwaren und besuchte mit seinen Artikeln auch auswärtige Märkte. Ausserdem betrieb er den Weinhandel, denn zur damaligen Zeit war noch beinahe die ganze anbaufähige Fläche um Steckborn mit Reben bepflanzt. Dieser J.J. Wüger zum Obern Haus war aber auch ein Mann von tadellosem Charakter. Er gehörte dem Rate der Stadt an. Am 2. Dezember wurde dem Ehepaar Wüger als zweites Kind ein Knabe geboren und nach dem Vater benannt. Ihm sollte im Leben Grosses beschieden sein.
Haus links ist das Geburtshaus Wügers
Mit fünf anderen Geschwistern, einem Bruder und vier Schwestern verlebte er eine sorglose Jugendzeit. Schon im zarten Kindesalter war sein liebstes Spielzeug Bleistift und Papier. Er wollte später Maler werden. Vater und Mutter waren damit aber nicht einverstanden und nannten das brotlose Kunst. Er sollte später einmal die Geschäfte seines Vaters weiterführen und Kaufmann werden. Er musste das Progymnasium in Neuenstadt bei Biel besuchen , damit er sich die französische Sprache aneigne. Aber auch in der neuen Heimat beschäftigte er sich mit Zeichnen und lernte einen Maler kennen, der ihn unterrichtete. Auf dem Heimweg von der französischen Schweiz verweilte Wüger noch einige Zeit in Zürich. Es scheint, dass das Elternhaus nun mit seiner Berufswahl einverstanden war. Im Herbst 1847 mit 18 Jahren zog es ihn in die Kunststadt München.