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Synoden der Methodisten in Mittel- und Südeuropa: Mit Hoffnung verschoben – von der Realität eingeholt
25. September 2020
Im Frühling 2020 hätten im Gebiet von Mittel- und Südeuropa verschiedene Jährliche Konferenzen (Synoden) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) stattfinden sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden alle diese Tagungen auf den Herbst verschoben. Die damaligen Hoffnungen scheinen sich nun in den meisten Ländern aber nicht zu erfüllen.
Eine «Jährliche Konferenz» der EMK ist einerseits eine organisatorische Einheit, die aus Gemeinden eines Landes oder mehrerer Länder gebildet wird. Andererseits beschreibt der Ausdruck auch eine jährlich stattfindende Tagung, an der über wichtige gemeinsame Anliegen beraten wird. Dass ein Jahr vergeht, ohne dass eine solche Tagung stattgefunden hätte, kommt nur selten vor. Der Krieg auf dem Balkan zum Beispiel war seinerzeit ein solches Ereignis. Ein Treffen von Methodistinnen und Methodisten aus dem südlichen und dem nördlichen Teil des ehemaligen Jugoslawiens war damals unmöglich.
Keine Tagung kann wie geplant durchgeführt werden
Im Frühling 2020 waren aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen keine Präsenzveranstaltungen mehr möglich. Alle sieben Tagungen der Jährlichen Konferenzen in Mittel- und Südeuropa wurden verschoben. Die damalige Hoffnung war, bis Herbst wären die Einschränkungen im Blick auf Reisen und Veranstaltungen wieder aufgehoben. Die Realität scheint sich nun aber wenig um diese Hoffnungen zu scheren. Teilweise stark zunehmende Fallzahlen und damit verbundene Reisewarnungen und Quarantäne-Bestimmungen sorgen vielmehr dafür, dass nicht eine einzige Tagung wie geplant durchgeführt werden kann.
Bulgarien, Rumänien, Tschechien, Slowakei und Österreich
Die Tagung in Bulgarien findet zwar am 25./26. September 2020 statt; die rumänischen Methodistinnen und Methodisten werden aber nicht ins südliche Nachbarland reisen können und deshalb online an der Tagung teilnehmen müssen. Bischof Patrick Streiff wird die Reise nutzen, um auch Gemeinden in Bulgarien zu besuchen.
Die Jährliche Konferenz in Tschechien, die mit einer Feier zum 100-Jahr-Jubiläum der EMK in diesem Land verbunden gewesen wäre, wurde zuerst in einer verkürzten Form geplant, schliesslich aber ganz abgesagt. Auch hier wäre die Teilnahme der Mitglieder aus der Slowakei nicht möglich gewesen. Es wird nun lediglich online eine geschlossene Sitzung der pastoralen Mitglieder stattfinden – die Jubiläumsfeierlichkeiten sind auf 2021 verschoben worden.
Nachdem in Österreich einige Beschlüsse schon schriftlich gefasst worden waren, findet nun am 10. Oktober 2020 eine halbtägige Online-Konferenzsitzung statt. Ergänzt wird diese durch einen Austausch über die kirchlichen Erfahrungen während des Lockdowns und nach der Öffnung – und der Frage, welche Erkenntnisse daraus im Blick auf die Zukunft gewonnen werden können und müssen.
Polen, Serbien, Nord-Mazedonien, Albanien und Ungarn
Die Jährliche Konferenz der EMK in Polen musste ganz abgesagt werden. Es ist aber geplant, dass Mitte Oktober 2020 eine geschlossene Sitzung der pastoralen Mitglieder sowie ein direkt übertragener Gottesdienst mit Ordination stattfinden wird – letzteres allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Bischof Patrick Streiff dann noch ins Land reisen darf.
Auch die gemeinsame Tagung der EMK in Serbien, Nord-Mazedonien und Albanien kann nicht stattfinden. An ihrer Stelle soll am 24. Oktober 2020 online eine geschlossene Sitzung der pastoralen Mitglieder durchgeführt werden. Darüber hinaus sind Distriktskonferenzen geplant, wo sich die Konferenzmitglieder im kleineren Rahmen austauschen können und Entscheide für ihr jeweiliges Land treffen werden.
Im Blick auf die Jährliche Konferenz in Ungarn, die für Ende Oktober 2020 geplant ist, steht die Entscheidung über die definitive Form der Durchführung noch aus. Vorgängig wird aber sicher eine geschlossene Sitzung der pastoralen Mitglieder stattfinden – für die meisten Teilnehmenden online.
Es wird für alle Jährlichen Konferenzen wichtig sein, hilfreiche Wege zu finden, um trotz der aktuellen Einschränkungen die gegenseitige Verbundenheit zu stärken – und um einander zu ermutigen, in dieser herausfordernden Zeit Botschafterinnen und Botschafter der Hoffnung und der Liebe zu sein.
Text: Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Patrick Streiff
Beitragsbild: zVg, (Jährliche Konferenz Ungarn 2019)