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Arthur Rohn (1878–1956)
Ordinarius für Baustatik und Brückenbau an der ETH Zürich und Schulratspräsident
Arthur Rohn wurde am 1. April 1878 in Genf geboren. Dort absolvierte er die Volksschulen und legte an der Technischen Abteilung des Gymnasiums Genf die Maturitätsprüfung ab. 1899 erlangte er das Diplom als Bauingenieur am Eidgenössischen Polytechnikum.
Praktische Erfahrungen
Nach praktischen Jahren als Ingenieur im Brückenbau-Büro der Jura-Simplon-Bahn in Lausanne und als Ingenieur und Bürochef der Brückenbauabteilung der Gute-Hoffnungshütte in Oberhausen-Sterkrade (D) wurde er 1908 durch den Bundesrat zum ordentlichen Professor für Baustatik und Brückenbau der ETH Zürich gewählt. 1923 wurde er deren Rektor, und 1926 wählte ihn der Bundesrat als Nachfolger von Professor Robert Gnehm zum vierten Präsidenten des Schweizerischen Schulrates – mit Wiederwahlen bis 1948.
Verknüpfung von Forschung und Lehre
Der Schwerpunkt während seiner 22-jährigen Amtszeit als Präsident lag im Ausbau und in der Förderung der Forschung, die sowohl der Wissenschaft als auch der Volkswirtschaft zugute kommen sollte. Zahlreiche Forschungsinstitute wurden unter seiner Führung gegründet oder erweitert und der Bundesrat schuf über vierzig neue ordentliche und ausserordentliche Professuren. Neue Forschungsdisziplinen wie die Aerodynamik und der Flugzeugbau gingen auf die Initiative Arthur Rohns zurück. Er verstand es, die Beziehungen der Hochschule zu den interessierten Kreisen der Industrie und der öffentlichen Verwaltung herzustellen, von denen zahlreiche Anregungen – und Subventionen – zur Errichtung neuer Lehrstühle, Laboratorien oder Instituten ausgingen. Hand in Hand mit dem Ausbau der wissenschaftlichen Forschung ging die räumliche Erweiterung der ETH Zürich. Es entstanden unter anderem das neue Maschinenlaboratorium mit dem Fernheizkraftwerk und dessen Wärmepumpenergänzungswerk, die Versuchsanstalt für Wasserbau, das Hochspannungslaboratorium und das Institut für technische Physik.
Internationales Engagement
Arthur Rohn sah die ETH Zürich als internationales Studienzentrum und förderte bei jeder Gelegenheit deren Beziehungen zum Ausland. Auf die Einrichtung und Übernahme der Leitung des Studentenaustausches Schweiz-USA 1926 folgten Abkommen über Professoren-, Forscher- und Studentenaustausch mit vielen europäischen Ländern und Kanada sowie die Aufnahme eines besonderen Kredites für Austauschstipendien in den Voranschlag der Hochschule. Als Arthur Rohn nach beinahe 23 Jahren sein Amt als Präsident des Schweizerischen Schulrates Ende 1948 niederlegte, war er Träger zahlreicher Ehrungen. Er war Ehrendoktor dreier Hochschulen und Ehrenmitglied mehrere angesehener Gesellschaften und Institutionen. Er starb am 3. Oktober 1956 in Zürich.
Handschrift
Brief von Heinrich Rothmund an Arthur Rohn, 16. Juli 1940. Der Leiter der Polizeibehörde begründet auf Wunsch des Empfängers die Ablehnung der Einbürgerung Wolfgang Paulis. Arthur Rohn hatte sich für die Einbürgerung des zukünftigen Nobelpreisträgers eingesetzt. (ETH-Bibliothek, Hochschularchiv, SR3: Schulratsprotokolle 1940/221.0).
Bestand
Das Hochschularchiv der ETH Zürich verfügt über verschiedene Dokumente zum Wirken Arthur Rohns an der ETH Zürich. Neben Unterlagen aus dem Schulratsarchiv sind auch Manuskripte und Briefe in diversen Nachlässen. Die Nachlassverzeichnisse (Link verlässt diese Seite) und die Schulratsprotokolle (Link verlässt diese Seite) können online eingesehen werden. Im biographischen Dossiers werden Informationen zu Leben und Werk gesammelt. Das Bildarchiv verfügt über einige Bilddokumente zu Arthur Rohn. Die ETH-Bibliothek besitzt zahlreiche Publikationen von und über Arthur Rohn, die im Wissensportal bestellt werden können.