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Textrevision vom König Kyanzittha im Jahre 1086-1112
"Das Studium der heiligen Texte ist in Birma durch die Jahrhunderte besonders intensiv gepflegt worden. So ist es kein Zufall, daß wir Birma die beste Überlieferung dieser Texte verdanken. Schon König Kyanzittha (1086-1112) von Pagan ließ eine gründliche Revision der Pãli-Texte durchführen.
Zur Genauigkeit der Überlieferung trug auch bei, daß viele Mönche große Teile der heiligen Schriften auswendig lernen. Bis heute besteht ein jahrhundertealtes Sytem des klösterlichen Prüfungswesens, nach dem den Kennern bestimmte Teile oder auch des gesamten Kanons geistliche Titel verliehen werden. In Ceylon wird besonders das Studium des Vinaya, in Thailand das der Suttas, und in Birma aber wird das Studium des Abhidhamma geflegt.
Der Sangha Birmas war Träger der literarischen Kultur. So wurden nicht nur die heiligen Texte überliefert, sondern als Hilfsmittel für ihr Studium auch die philologischen Wissenschaften wie Grammatik, Lexikographie, Metrik und Rhetorik gepflegt. Viele Mönche entwickelten diese ursprünglich aus indischer Tradition stammenden Disziplinen selbständig und schöpferisch weiter. Zahlreiche Pãli-Werke wurden mit birmanischen Erklärungen versehen oder ins Birmanische übersetzt, und Hunderte von Werken der buddhistische Literatur in birmanischer Sprache geschrieben. Es waren vor allem die Mönche, die Zeit und Muße zur Erhaltung dieser Bildungstradition hatten. Ihre Tätigkeit verdankt Birma Millionen von Handschriften auf Palmblättern; erst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts begann man damit, birmanische buddhistische Literatur auf Papier zu drucken, das in dem feuchtheißen Klima längst nicht so lange Bestand hat wie die präparierten Blätter der Fächerpalme, auf die man früher schrieb." (von Bechert, Heinz in Bechert, Heinz & Gombrich, Richard: Der Buddhismus. Geschichte und Gegenwart. München 1984, Vlg Beck, C. H., S. 183 + 187)