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Autor: Barbara Egger
Der Dudelsack – oder auch Sackpfeife – ein altes Volksmusikinstrument, das aus einem ledernen Luftsack mit einer Spielpfeife und zwei bis drei unveränderlich klingenden Bordunpfeifen besteht, hat auf der ganzen Welt Anhänger. Er gilt als DAS Instrument des Mittelalters. Besonders in den Schottischen Highlands ist der Dudelsack heute noch sehr beliebt. Aber auch in England wird in der Militärmusik Sackpfeife gespielt. Nicht zuletzt wegen seines einzigartigen Klanges bauen auch einige moderne Bands wie Schandmaul Dudelsack-Elemente in ihre Musik ein. Es gibt unzählige Arten von Sackpfeifen, so gibt es beispielsweise in Schweden die so genannte «Säckpipa», in Italien wird der «Zampogna» gespielt. Da fragt man sich doch, wer den ersten Dudelsack gespielt hat, wer ihn erfunden hat. Hat das Instrument seinen Ursprung in Schottland oder stimmt das Gerücht, dass er in der Schweiz erfunden wurde?
Nun, weder noch. Man höre und staune: Die Sackpfeife entstand nicht, wie zu vermuten wäre, in Schottland, sondern im heutigen Irak. Dort wurden bei Ausgrabungen in der Stadt Ur Pfeifen aus Silber gefunden, die über eine Windkapsel, Rohrblätter, eine Melodiepfeife und eine Bordunpfeife verfügen – ganz wie der uns bekannte Dudelsack, nur ohne Ledersack als Luftreservoir. Diese Pfeifen werden auf ca. 2500 vor Christus datiert.
Vermutungen zufolge sind die Römer darauf gekommen, einen Luftsack als Luftreservoir zu verwenden, so musste man nicht mehr die bis dahin erforderliche Zirkularatmung erlernen. Die römischen Legionäre haben dann das Instrument auf der ganzen Welt bekannt gemacht. Auf einer römischen Münze ist sogar Kaiser Nero zu sehen, wie er Dudelsack spielt.
In den Schottischen Highlands hat die Sackpfeife jedoch eine ganz andere Entwicklung durchgemacht. Dort hatte jeder Clanchief einen eigenen Dudelsackspieler. Es wurden Schulen eingerichtet, wo das Spielen dieses Instruments zu erlernen war, daraus entstand eine besondere Musikform: «Piobaireachd» – ein gälisches Wort für «Sackpfeife spielen». Dabei handelt es sich um anspruchsvolle Musikstücke, bei denen ein Grundthema immer mehr variiert wird, ähnlich wie in der klassischen Musik.
Nachdem die Engländer im Jahre 1745 einen Aufstand der Jakobiten blutig niedergeschlagen hatten, wurden viele keltische Traditionen verboten, so auch das Dudelsackspielen. Doch bevor das Instrument in Vergessenheit geriet, wurde das Spielen glücklicherweise wieder erlaubt.