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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Drittes Buch
25.
Wollte ich aber auch zugeben, dass ein Heildämon Asklepios mit Namen,1 körperliche Krankheiten zu heilen, so möchte ich doch zu denjenigen, die solche Heilungen oder "das Orakel des Apollo" bewundern, die Bemerkung machen, dass diese Kraft der Krankenheilungen an sich weder gut noch böse und eine Sache ist, die nicht nur den Rechtschaffenen, sondern auch den Schlechten zuteil wird; ferner dass für " das Vorauswissen der Zukunft dasselbe gilt; denn wer die Zukunft vorausweiß, legt deshalb durchaus keine Rechtschaffenheit an den Tag. Beweist uns also, dass an denen, "die Kranke heilen oder Zukünftiges voraussagen", gar keine solchen Mängel haften, sondern dass sie im Gegenteil offenbar in jeder Hinsicht rechtschaffen und nicht weit davon entfernt sind, für Götter zu gelten. Aber sie werden nicht imstande sein, die Tugendhaftigkeit bei denen nachzuweisen, "die Kranke heilen oder Künftiges vorherwissen"; denn es wird auch von vielen berichtet, die geheilt wurden, obgleich sie nicht verdienten zu leben, Leute, die einen so pflichtvergessenen Wandel führten, dass ein verständiger Arzt Bedenken getragen hätte, sie zu heilen
Und ebenso kann man finden, dass Apollo in seinen Orakeln manchmal unsinnige Dinge fordert. Nur zwei Fälle will ich hier anführen. Dem Kleomedes, dem Faustkämpfer, wenn ich nicht irre, gebot er göttergleiche Ehren zu erweisen. Was er an dessen Fechterkunst Wunderbares fand, das weiß ich nicht: er hielt aber weder den Pythagoras noch den Sokrates derselben Ehren für würdig, die er dem Faustkämpfer zuerkannte. Wenn er dann den Archilochos "einen Diener der Musen" nannte, obgleich dieser seiner Dichtkunst die schlechteste und unsittlichste Grundlage gegeben und seinen unsittlichen und unreinen Charakter im Leben erwiesen hatte, so erklärte er ihn als ganz frommen Mann, insofern er "ein Diener der Musen" sein sollte, die für Göttinnen gehalten werden. Ich weiß nun nicht, ob auch ein Mann aus dem Volke denjenigen als fromm bezeichnen würde, der nicht mit aller Ehrbarkeit und Tugend geschmückt ist, und ob ein rechtschaffener Mann Dinge sagen möchte wie die, von welchen die anstößigen Verse des Archilochos voll sind. Wenn aber an "der Heilkunst des Asklepios" und "der Weissagekunst des Apollo" an sich nichts Göttliches wahrzunehmen ist, mit welchem Rechte könnte man da die beiden als reine und lautere Götter verehren - selbst wenn ich zugeben wollte, dass sie die fragliche Macht besitzen -,ganz besonders wenn jener weissagende Geist, nämlich Apollo, der doch nichts von irdischer Leiblichkeit an sich hat, aus der pythischen Mündung in die darüber sitzende sogenannte Prophetin durch deren Scham von unten her eindringt? In unserer Lehre von Jesus und seiner Macht finden sich dagegen solche Dinge nicht. Denn sein von der Jungfrau geborener Leib hatte dieselben Bestandteile wie jeder menschliche Leib und war verwundbar und sterblich wie dieser.
1: die Macht habe,