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Knochenbrüche am oberen Ende des Oberschenkels sind besonders bei älteren Menschen häufig (Übersicht, Abb. a). Man unterscheidet Schenkelhalsbrüche im engeren Sinn (Abb. b, c) von den weiter seitlich und unten gelegenen Trochanterbrüchen (pertrochantäre Femurfrakturen) (Abb. d). Bei allen Lokalisationen gibt es verschiedene Unterformen des Frakturverlaufs. Vom Ort und Typ des Bruchs hängt die Therapie ab.
Ältere Frauen erleiden besonders oft Schenkelhalsfrakturen, doch aufgrund der höheren Lebenserwartung nimmt die Häufigkeit dieser Knochenbrüche allgemein zu.
Sturz oder Aufprall führt zu einer traumatischen Fraktur. Wegen der oft reduzierten Beweglichkeit und Reaktion, wegen Sehstörungen, bereits bestehenden Krankheiten (Herz-Kreislauf) oder wegen Nebenwirkungen von Medikamenten stürzen ältere Menschen häufiger als junge. Bei Jüngeren stehen Verkehrs- und Sportunfälle im Vordergrund.
Eine Schwächung der Knochenstruktur begünstigt das Entstehen von Frakturen:
Eine Fraktur kann unter diesen Gegebenheiten schon bei einem geringfügigen Unfall oder ohne jede Gewalteinwirkung zustande kommen; man spricht dann von pathologischer Fraktur oder von Spontanfraktur.
Schenkelhalsfrakturen jeden Typs bergen Gefahren. Durch Bettlägerigkeit besteht bei älteren Menschen die Gefahr von Wundliegen, Thrombose, Lungenembolie, Lungenentzündung, Urininfekt sowie psychischem Verfall. Bereits zuvor bestehende Krankheiten (Herz-Kreislauf, Stoffwechsel) erhöhen diese Risiken, so dass die Schenkelhalsfraktur eine mit steigendem Alter zunehmende Sterblichkeit aufweist.
Die seltenen Schenkelhalsfrakturen bei Kindern und Jugendlichen sind ihrerseits mit einem Invaliditätsrisiko durch Wachstumsstörung und Absterben (Nekrose) des Schenkelkopfs belastet.
Der Verdacht auf Schenkelhalsfraktur erfordert immer eine ärztliche Abklärung. Röntgenbilder sind für die exakte Diagnose unerlässlich; die Behandlung erfolgt im Spital.
Entsprechender Verdacht bei Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen (unter 60 Jahren) muss notfallmässig abgeklärt werden. In bestimmten Fällen – abhängig vom Frakturtyp – ist eine sofortige Operation erforderlich, um die Vitalität des Schenkelkopfs erhalten zu können.
Behandlungsziel ist es, so rasch als möglich wieder Gehfähigkeit zu erreichen. Das korrekte Einstellen und Stabilisieren der Bruchstücke erfolgt durch eine Operation. Je nach Alter des Verletzten, Lokalisation und Form der Fraktur kommen Schrauben, Hüftprothesen, Winkelplatten, Marknägel zum Einsatz.
Die Antikoagulation (medikamentöse „Blutverdünnung“) reduziert das Thromboserisiko, das erhöht ist, solange das verletzte Bein nicht belastungsstabil und der Patient nicht ausreichend mobil ist.