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Die «Totale Bauerneuerung mit Brutverwertung» ist ein relativ arbeitsintensiver Vorgang aus insgesamt 6 Schritten, die an 3 verschiedenen Tagen durchzuführen sind.
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Vorgehen im Detail
Um eine Totale Bauerneuerung mit Brutverwertung durchzuführen muss am Standort folgendes Material zur Verfügung stehen:
- Entsprechend viele Rähmchen mit eingelöteten Mittelwänden.
- Genügend Beutenmaterial (Böden, Deckel und Zargen) zur Bildung der Brutscheune(n), auch Sammelbrutableger genannt.
- Bienendichte Behältnisse für die Aufnahme der aussortierten Brut- und Futterwaben. Ansonsten Gefahr der Räuberei!
Nachfolgen eine Erläuterung der einzelnen Schritte.
Tag 0:
Schritt 1:
Die erste Zarge der Brutscheune wird bereit gestellt und die erste Beute geöfnet.
Schritt 2:
Die Waben werden entnommen und in die Brutscheune überführt. Dabei werden die Bienen zurück in die Beute abgeschlagen oder abgewischt. Nur auf den Brutwaben werden etwas aufsitzende Bienen belassen. Die beiden Seitenwaben der Brutscheunenzarge bestehen aus gut gefüllten Futterwaben. Der Rest wird mit Brutwaben aufgefüllt.
Die Beute wird mit entsprechend vielen Mittelwänden aufgefüllt. Überzählige Futterwaben und wenig besetzte, oder leere Brutwaben werden komplett von Bienen befreit, ausgesondert und später eingeschmolzen.
Schritt 3:
Ist eine Zarge der Brutscheune gefüllt, wird eine weitere aufgesetzt und die Brut- und Futterwaben der anderen Beuten überführt. Alle Seitenwaben der Brutscheune bestehen aus gut gefüllten Futterwaben.
Schritt 4:
Die komplett auf Neubau gesetzten Bienenvölker erhalten je 5 Liter dünnes Zuckerwasser (600 g Zucker / 1 Liter Wasser), was sie zum bauen anregt. Sie werden die Mittelwände in 2 bis 3 Tagen weitgehendst ausgebaut haben.
Die brutlosen Bienenvölker können in ca. 2 Tagen mit Oxalsäure gegen Varoose behandelt werden.
Die Brutscheune wird an einen etwa 3 km entfernen Standort gestellt. Die schlüpfenden Jungbienen besitzen eine sehr hohe Varroa-Belastung. Daher sollten am entfernen Standort ausschliesslich Brutscheunen gesammelt werden (Quarantäne!), die am selben Tag ausgelöst werden können.
Tag 12:
Schritt 5:
Ungefähr am 12 Tag wird die Brutscheune auf Nachschaffungszellen (Weiselzellen) kontrolliert. Vorhandene Nachschaffungszellen werden gebrochen.
Tag 22:
Schritt 6:
Nach 22 Tagen sollte alle Brut geschlüpft sein. Die Bienen werden in neue Beuten eingeschlagen, die mit Mittelwänden versehen sind. Sobald sich die Bienen etwas beruhigt haben (evtl. erst einen Tag später), kann der Ableger mit einer gekäfigten Königin eingeweiselt werden. Ein Ableger sollte um diese Jahreszeit mindestend 2,5 kg Bienenmasse besitzen.
Jeder Ableger erhält 5 Liter dünnes Zuckerwasser (600 g Zucker / 1 Liter Wasser) um den Bautrieb anzuregen.
Da in diesen Ablegern die Varroadichte sehr hoch sein wird, sollten die brutlosen Völker in 1 bis 2 Tagen mit Oxalsäure behandelt und der Behandlungserfolg kontrolliert werden.
Um eine Reinvasion mit Varroamilben zu vermeiden, sollten alle Brutscheunen an gleichen Standort jeweils am selben Tag aufgelöst und die daraus resultierenden Brutableger am selben Tag behandelt werden.
Haben die Bienen die Mittelwände ausgebaut und die 5 Liter Zuckerwasser verbraucht oder eingelagert, kann je nach Witterung ein paar Tage später mit der Einfütterung für den Winter begonnen werden.