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26. September 2018
GORAN GALIĆ UND GIAN-RETO GREDIG
„Ma Biće Bolje“ und „Put Mira“ – Dokumentarismen zwischen Kunst und Wissenschaft
Das Künstlerduo Goran Galić und Gian-Reto Gredig wird in seinem Vortrag die Arbeiten „Ma Biće Bolje“ und „Put Mira – Die Erinnerungslandschaft Bosnien und Herzegowinas“ vorstellen und miteinander vergleichen.
Diese beiden Arbeiten entstanden auf Reisen, die Galić und Gredig zwischen 2001 und 2005 in Bosnien-Herzegowina unternahmen. Das Duo traf sich 2002 in Zürich; Galić studierte damals Fotografie an der ZHdK und Gredig Ethnologie an der Universität Zürich. Ihre Zusammenarbeit bestand anfänglich aus zwei unabhängigen Projekten: Galić erkundete fotografisch die Spuren des Konflikts in Bosnien-Herzegowina, Gredig dokumentierte diese Erkundung mit ethnographischem Blick. Ihre Arbeiten verschmolzen schliesslich zu einer Kollaboration.
Ein erstes Resultat dieser Kollaboration ist „Ma Biće Bolje“ (2005, Dt.: „Wird schon wieder“), eine intermediale Kunstinstallation, welche über das Spezifische des Dargestellten hinausweist und eine Untersuchung über die Konstruktion des Dokumentarischen ist. Sie ist eine komplexe Ansammlung von Fotografie, Video und Text, von Erzählung und Kritik. 2013 wurde „Ma Biće Bolje“ in die Form einer Publikation überführt.
„Put Mira – Die Erinnerungslandschaft Bosnien und Herzegowinas“ (2008) ist das zweite Resultat, bestehend aus einem 90minütigen Dokumentarfilm und einer 60seitigen schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit. Der Film thematisiert verschiedene Formen der Erinnerungsarbeit mit der bosnischen Kriegsvergangenheit in Form eines dokumentarischen Roadmovies. Der schriftliche Teil beschäftigt sich vertieft mit der Erinnerungskultur in Bosnien im Allgemeinen und in „Put mira“ im Speziellen.
Diskutiert werden soll, inwiefern sich die Ansätze der beiden dokumentarisch angelegten Arbeiten verschränken, wie sich in ihnen das „Wissenschaftliche“ resp. „Künstlerische“ manifestiert und wie sie sich der Zuordnung in diese Genres bedienen resp. entziehen.