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Mit Snus werden nikotinhaltige Beutel bezeichnet, die beim Konsum unter die Oberlippe platziert werden. In Schweden, dem Ursprungsland von Snus, ist es beliebter und weiter verbreitet als Zigaretten. In vielen anderen Ländern der EU bleibt der Verkauf von Snus jedoch weiterhin illegal. Die Schweiz entschied sich dafür, den Verkauf von Snus zu legalisieren und hofft somit den Zigarettenkonsum im eigenen Land zu reduzieren.
In diesem Artikel wollen wir einen genauen Blick auf die Gesetzeslage und Legalität von Snus in der Schweiz werfen und klären, warum der Verkauf und Konsum von Snus hier mittlerweile als legal gilt.
Warum galt der kommerzielle Verkauf von Snus bis 2019 als illegal in der Schweiz?
Seit 1992 gilt in Europa laut Artikel 2.4 der Direktive 92/41/EEC ein Verbot gegen den Verkauf von Snus (nicht aber gegen den Konsum). Dieses Gesetz wurde nach einer Studie der WHO erhoben, die gewisse orale Tabakprodukte als krebserregend eingestuft hat und nachdem amerikanische Tabakkonzerne dieses neue, in der EU weitestgehend unbekannte Tabakprodukt aggressiv vermarktet haben. Ironischerweise waren hauptsächlich die sogenannten Nitrosaminen in dieser nordamerikanischen Art von Snus Schuld an diesem Urteil. In Schweden wird die Snusproduktion schon lange von der Lebensmittelbehörde reguliert, weshalb keine schädlichen Nitrosamine in schwedischem Snus vorkommen. Glücklicherweise konnte sich Schweden trotzdem eine Ausnahmeregelung für ihre Tradition erkämpfen, weshalb Snus in Schweden legal bleibt, währenddem die EU den Verkauf von Snus verbietet und andere, schädlichere Tabakprodukte wie zum Beispiel Zigaretten, E-Zigaretten, Kau- oder Schnupftabak weiterhin erlaubt.
Das Verbot der EU hat die Schweiz teilweise übernommen und damit nur noch den Privatimport von Snus zum Privatgebrauch erlaubt. Das Verbot gegen orale Tabakprodukte gilt demnach für “alle zum oralen Gebrauch bestimmten Erzeugnisse, die ganz oder teilweise aus Tabak bestehen, sei es in Form eines Pulvers oder eines feinkörnigen Granulats (...) mit Ausnahme von Erzeugnissen, die zum Rauchen oder Kauen bestimmt sind.” Solange orale Tabakbeutel keine feinkörnige oder pulverförmige Konsistenz haben, gelten diese Produkte als Kautabak und waren deshalb zeitweise trotz Snus-Verbot schon weit vor der Legalisierung im Vertrieb erhältlich.
Wie sieht es aus mit dem Eigengebrauch in der Schweiz?
Der kommerzielle Vertrieb von Snus war bis 2019 verboten und es durfte nur Snus für den eigenen Konsum in die Schweiz eingeführt werden. Für die Einführung von Snus mussten Bürger und Bürgerinnen der Schweiz jedoch hohe Zollgebühren zahlen, lange Wartezeiten aus Schweden ertragen und waren auf eine Lieferung von maximal 1.2kg alle 60 Tage limitiert. Die Importe von Snus stiegen trotz der hohen Kosten rasant nach oben und das Bundesgericht entschied sich dafür, die fehlende gesetzliche Grundlage für das Snusverbot zu bestätigen. Es war also ab sofort erlaubt, Snus auch aus der Schweiz zu vertreiben. Danach folgten Direkt-Importeure wie snushus.ch, welche die Kosten sowie die Versanddauer erheblich reduzierten und das Kundenerlebnis für Snuskonsumenten massiv verbessert haben.
Warum entschied sich die Schweiz dafür, Snus zu legalisieren?
Die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Konsum von Snus in Verbindung gebracht werden, sind deutlich geringer als bei Zigaretten. Dies wird deutlich am Beispiel von Schweden, wo die Rate der Patienten mit Lungenkrebs erheblich niedriger ist als in anderen Ländern, wo der Verkauf von Snus noch nicht legalisiert wurde. Trotzdem geschah der Entscheid nicht aus diesem Entscheid, sondern er wurde gerichtlich erzwungen.
Ausgelöst wurde die erneute Debatte, als ein Importeur fast 250 kg Kautabak in die Schweiz einführen wollte und von den Zollbehörden aufgehalten wurde, da die Ladung als Snus eingestuft wurde und damit gegen die Lebensmittelverordnung verstösst. Dass Snus die Gesundheit “in unerwarteter Art und Weise gefährden” soll wurde angefochten und erfolgreich widerlegt.
Wann wurde der Verkauf von Snus in der Schweiz legalisiert?
Seit Mai 2019 gilt der Verkauf und Konsum von Snus als legal in der Schweiz. Das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass es für das Verbot von Snus keine gesetzliche Grundlage gibt und der Konsum von Snus nicht mit einer unmittelbaren Gesundheitsgefährdung einhergeht, vergleichbar mit anderen Genussmitteln wie Zigaretten und Alkohol.
Zunächst galt in der Schweiz die Dry Portion, also die trockene Variante von Snus, als illegal, da sie zu den starken Snus Sorten zählt und vergleichsweise mehr Nikotin enthält. Mit der Legalisierung von Snus wurde mittlerweile auch dieses Gesetz aufgehoben, das heisst, Snus ist als Original, Dry und White Dry Portion in der Schweiz legal erhältlich und kann nach Belieben gekauft und konsumiert werden.
Wird Snus in Zukunft auch in anderen Ländern legalisiert?
Studien aus verschiedenen Ländern beweisen, dass Erkrankungen wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Konsum von Snus weniger häufig auftreten als beim Rauchen von Zigaretten. Beim Rauchen geraten viele der in der Zigarette enthaltenen Giftstoffe durch die Verbrennung in die Umwelt und werden vom Raucher direkt aufgenommen. Snus ist jedoch ein rauchfreies Produkt und dadurch weniger gesundheitsschädigend.
Die Neue Nikotin Allianz (NNA) kämpft deshalb auch weiterhin für eine Legalisierung von Snus in der EU, um Snus zu einem weniger gesundheitsschädigenden Zigarettenersatz zu machen.
Übrigens ist nicht nur der Verkauf von Snus in Ländern der EU problematisch, denn auch in anderen Ländern wie Amerika und Australien ist er mit bestimmten Einschränkungen verbunden. Mit der steigenden Beliebtheit von Snus ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis die EU dem Beispiel der Schweiz folgt und es auch in anderen Teilen der Welt legalisiert wird. Es gibt jedoch auch Stimmen, welche eine Legalisierung von Tabaksnus in der EU für unmöglich halten, wobei sich der Markt immer mehr zu den nikotinfreien Nicotine Pouches bewegt und dieses Verbot von Tabaksnus damit in Zukunft vielleicht weniger grossen Einfluss auf die Snuskonsumenten in Europa haben wird.