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News / 08. August 2022
«eReadiness»-Studie 2022: Die Nachfrage nach E-Autos ist ungebrochen
Für die aktuelle «eReadiness»-Studie von «Strategy&» (PwC) wurden 4600 Endverbraucher aus sieben europäischen Ländern befragt.
Trotz aktueller Produktionsschwierigkeiten in der Automobilindustrie durch den anhaltenden Chipmangel, globale Lieferkettenprobleme und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, können Hersteller mit wachsenden Absatzzahlen bei E-Autos rechnen, prognostiziert die Studie. Danach möchten mehr als die Hälfte der europäischen Befragten (55 Prozent) in den nächsten beiden Jahren ein E-Auto kaufen.
Für die Studie wurden rund 4600 Endverbraucher aus sieben europäischen Ländern – Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Norwegen, die Schweiz und Spanien – befragt, gesondert nach den Kategorien E-Auto-Besitzer, E-Auto-Interessierte und E-Auto-Skeptiker. Zusätzlich wurden die Länder hinsichtlich ihres Reifegrads bei der Elektromobilität in einem «eReadiness Index» klassifiziert, der sich aus der Bewertung von vier Dimensionen zusammensetzt: staatliche Anreize, Infrastruktur, Angebot und Nachfrage.
Mittlerweile besitzen sechs Prozent der Befragten ein E-Auto (2021: 4 Prozent). Sie sind im Durchschnitt männlich (52 Prozent), 41 Jahre alt und leben zu 79 Prozent in der Stadt, wobei sie mehrheitlich über einen eigenen Parkplatz verfügen (88 Prozent)
Knapp unter zwei Drittel (63 Prozent) der europäischen Befragten zählen zur Gruppe der E-Auto-Interessierten, die angeben, in den nächsten fünf Jahren ein E-Auto kaufen zu wollen. Sie haben ein ähnliches Durchschnittsalter (44 Jahre) wie die E-Auto-Besitzer und leben ebenfalls im urbanen Umfeld (78 Prozent). Sie unterscheiden sich allerdings durch ein deutlich geringeres Einkommen (E-Auto-Besitzer 74’000 Euro; E-Auto-Interessierte: 48’000 Euro) und besitzen nur zu 79 Prozent einen privaten Parkplatz. Die Vorteile eines E-Autos liegen für die Gruppe der Interessierten vor allem in den geringeren Kilometerkosten (18 Prozent), der Umweltfreundlichkeit (17 Prozent) sowie der Möglichkeit, das Fahrzeug zu Hause zu laden (11 Prozent) anstatt zur Tankstelle fahren zu müssen.
Bei rund einem Drittel der Befragten (31 Prozent) herrscht immer noch Skepsis gegenüber der E-Mobilität. Sie leben weniger häufig in Städten (67 Prozent) als E-Auto-Besitzer und -Interessierte, und geben die eingeschränkte Reichweite als einen der wesentlichen Gründe gegen den Kauf eines E-Autos an (17 Prozent). Auch sind für sie hohe Anschaffungskosten (17 Prozent) und lange Ladezeiten (14 Prozent) nicht attraktiv. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich zudem die Bedenken zur Lebensdauer der Batterie erhöht (11 Prozent; 2021: 8 Prozent).
Die E-Auto-Skeptiker sind im Vergleich zu den E-Auto-Interessierten tendenziell älter (53 Jahre) und haben ein geringeres Jahreseinkommen als E-Auto-Interessierte und E-Auto-Besitzer (E-Auto-Skeptiker 40’000 Euro).
Gebrauchte E-Autos sind eine Möglichkeit, die hohen Anschaffungskosten zu umgehen. Mittlerweile machen Gebrauchte einen Anteil von 20 Prozent aller E-Auto-Käufe aus (2021: 15 Prozent). Die Gebrauchtwagenkäufer unterscheiden sich im Vergleich zu Neuwagenkunden vor allem durch ein geringeres Einkommen (65’000 Euro). Der voraussichtliche Restwert ihres Fahrzeugs spielt für 55 Prozent der E-Auto-Käufer eine wichtige Rolle.
Im vergleichenden «eReadiness Index» unter den sieben europäischen Ländern liegt Norwegen hinsichtlich des Reifegrads im Bereich der Elektromobilität mit deutlichem Abstand auf dem Spitzenplatz. Bei der Bewertung der vier Dimensionen aus staatlicher Förderung für E-Autos, Stand der Infrastruktur, Angebotsvielfalt und Nachfragepotenzial erreicht das Land einen Indexwert von 4,5 (auf einer Skala von 1-5). Vor allem infrastrukturelle Aspekte wie die Anzahl an Ladepunkten oder der Anteil von erneuerbaren Energien sind in Norwegen besonders gut ausgeprägt. Auch auf der Nachfrageseite bietet das Land den besten Wert mit einer besonders hohen Kaufbereitschaft.
Auf dem zweiten Platz nach Norwegen folgt die Schweiz (Indexwert: 3,0) mit einer ebenfalls hohen Nachfrage, flankiert von einer gut ausgebauten Infrastruktur. Platz drei belegt England mit einer hohen Nachfrage, die allerdings aufgrund geringer staatlicher Förderungen noch nicht ausgeschöpft wird.
Deutschland schneidet mit einem Indexwert von 2,6 aufgrund der unzureichenden Infrastruktur und ausbaufähigen Nachfrage im Ranking mittelmässig ab und belegt Platz vier von sieben. Dahinter liegen Frankreich auf Platz fünf, mit deutlichen Abstrichen bei der staatlichen Förderung, sowie Italien und Spanien auf den Plätzen sechs und sieben, die beide insbesondere eine wenig ausgebaute Infrastruktur für E-Mobilität aufweisen. (pd/mb)