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AKW Mühleberg Die Behörde blockt
Die Öffentlichkeit darf nicht erfahren, wie es um den Reaktordruckbehälter des AKWs Mühleberg genau steht.
Die Mühleberg-Betreiberin BKW hatte während der Jahresrevision im August ausserplanmässig den Reaktordruckbehälter (RDB) untersucht. Dieser stammt aus derselben Fabrik wie die RDBs in den belgischen AKWs Doel 3 und Tihange 2. Die belgische Atomaufsicht hatte im August Alarm geschlagen, weil in den beiden Anlagen zahlreiche Risse an den Behältern entdeckt worden waren.
Die Untersuchungen in Belgien dauern voraussichtlich bis Ende Jahr oder länger, während in Mühleberg die BKW die Inspektion schon nach wenigen Tagen für beendet erklärte. Das Unternehmen meldete, «dass der RDB intakt und nicht von gleichartigen Herstellungsfehlern, wie sie in Doel 3 vermutet werden, betroffen ist». Im Gegensatz zum belgischen AKW wurde in Mühleberg jedoch nicht der ganze Druckbehälter untersucht, sondern lediglich ein «repräsentativer Teil» von einem halben Meter Breite über die ganze Höhe.
Diese Untersuchungen wie auch eine visuelle Überprüfung von einzelnen im RDB eingebauten Komponenten hätten «keine sicherheitsrelevanten Befunde ergeben», erklärt ein BKW-Sprecher.
Risse wurden nicht geprüft
Nicht kontrolliert wurden dabei sogenannte Inhomogenitäten – so ein 4,06 Zentimeter langer und 3,2 Millimeter breiter Riss, der 2009 entdeckt worden war. Die Inhomogenitäten würden nur alle zehn Jahre inspiziert. Überprüfen lassen sich diese Angaben der BKW nicht: Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) verweigert die Herausgabe des Prüfberichts mit dem Hinweis auf darin enthaltene «Geschäftsgeheimnisse».
Der Beobachter zieht das Gesuch um Einsicht weiter und hat beim eidgenössischen Datenschutzbeauftragten ein Schlichtungsverfahren beantragt. Dieser hatte diesen Sommer in einem ähnlichen Fall erklärt, in einem Dokument vorhandene Geschäftsgeheimnisse seien kein Grund, das ganze Dokument unter Verschluss zu halten.