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Im Jahr 2010 haben eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser, und 2,6 Milliarden Menschen verfügen über keine sanitäre Grundversorgung. Diese Situation führt täglich zum Tod von 5000 Kindern. Sie hat auch eine Reihe von Nebenwirkungen auf die Gesellschaft, die den Teufelskreis der Armut weiter verstärken. Die Verbesserung des Zugangs zu Wasser wirkt sich positiv aus auf das Lebensniveau, die Gesundheit, die Ernährungssicherheit, die Einkommenslage und die verfügbare Zeit. Sie trägt dazu bei, Konfliktrisiken einzudämmen und den Zugang von Frauen zur Schulbildung zu erleichtern.
«Wasser spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Armut», unterstrich DEZA-Direktor Martin Dahinden am öffentlichen Forum der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, an dem Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen und des privaten Sektors, der Forschung und der schweizerischen NGO sowie zwei Expertinnen der Weltbank teilnahmen.
Wirksame Partnerschaften mit multilateralen Organisationen
Martin Dahinden erinnerte daran, dass die Schweiz als «Oberanlieger vieler Gewässer» über ein grosses Know-how im Wassermanagement verfügt und auf mehr als dreissig Jahre Entwicklungszusammenarbeit im Wassersektor zurückblicken kann. Er unterstrich auch, dass das Engagement der Schweiz nicht nur eine Frage der Solidarität, sondern auch eine Frage der Verantwortung sei. Obwohl die Schweiz als Wasserschloss Europas gilt, ist ihre Abhängigkeit vom Wasser anderer Länder enorm: Ihr Wasserfussabdruck entsteht zu 80 % im Ausland, namentlich in Ländern, die bereits unter Wassermangel leiden. Ein Grossteil unserer Verbrauchsgüter und Nahrungsmittel wird in Ländern mit geringen Wasservorkommen hergestellt. Um die Wirksamkeit der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern, setzt die Schweiz auf verschiedene Partnerschaften.
Zwischen 2003 und 2008 brachten die gemeinsamen Anstrengungen von DEZA und SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) folgende Ergebnisse: Über zwei Millionen Menschen erhielten Zugang zu Trinkwasser und verfügen heute über eine sanitäre Grundversorgung. Rund 150 000 Kleinbauern besitzen effiziente Bewässerungsanlagen. Mit der Weltbank hat die Schweiz eine solide Partnerschaft aufgebaut. Sie hat einen ständigen Sitz im Verwaltungsrat dieser bedeutenden Institution. Über 100 Millionen Menschen in den armen Ländern profitierten von Projekten der Weltbank, die den Zugang zu Trinkwasser ermöglichten oder verbesserten. Dank den gemeinsamen Bemühungen der Weltbank und der Schweiz wurde die sanitäre Grundversorgung ganz oben auf die internationale Agenda gesetzt.
Investitionen und Wege für zusätzliche Anstrengungen
Angesichts der zunehmenden Komplexität der Wasserproblematik und der Gefahr einer Wasserkrise betonte Julia Bucknall von der Wasserabteilung der Weltbank, dass die Investitionen in den Wassersektor verstärkt werden müssen: « Hier spielen bilaterale Geber wie die Schweiz und multilaterale Organisationen wie die Weltbank eine zentrale Rolle». Auch Martin Dahinden unterstrich diese Aussage: «Wir müssen unsere Bemühungen verdoppeln, um die Krise zu verhindern».
Verschiedene Experten präsentierten am DEZA-Forum ihren Standpunkt zur Wasserproblematik: Wolfgang Kinzelbach, Professor an der ETH Zürich, Melchior Lengsfeld, Geschäftsleiter von Helvetas, John Dupraz, Vizepräsident des Schweizerischen Bauernverbandes, Sébastien Humbert, wissenschaftlicher Berater von Switcher, und Christian Frutiger, Leiter öffentliche Angelegenheiten von Nestlé. An einer Diskussion zur Frage «Welche Investitionen sind erfolgsversprechend?» skizzierten verschiedene Fachleute Wege für eine Verstärkung des Engagements der Schweiz und der multilateralen Organisationen zur Bewältigung der Herausforderungen im Wassersektor. Dazu gehören unter anderem eine breite Umsetzung von bewährten und wirksamen Innovationen, eine verstärkte Korruptionsbekämpfung und die Bildung neuer bilateraler und multilateraler Partnerschaften.
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