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Herstellungsort unbekannt, 16. Jh.
Inv. 1889.87.1.-3.
Brennbare Baumaterialien, enge Wohnverhältnisse und der Umgang mit offenem Feuer in Haushalt und Gewerbe bildeten stets grosse Gefahren für Brandkatastrophen. Feuersnöte konnten auch durch
Brandstiftung oder durch Belagerung ausgelöst werden. Stadtbrände zählten zu den verheerendsten Katastrophen städtischer Gemein-schaften. Brandschutz und Brandbekämpfung gehören deshalb zu den ältesten kommunalen Aufgaben.
Die einfachste Form des Feuerwehrgeräts war während Jahrhunderten der Eimer. Leicht aufzutreiben und leicht zu bedienen, konnte der Eimer von Hand zu Hand über lange Menschenketten vom Brunnen bis zum Brandherd gereicht werden. Feuereimer sind die ältesten Zeugnisse organisierter Feuerwehr. Sie lassen sich bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen. Sie waren meistens aus Leder gefertigt, innen oft mit Pech ausgestrichen, manchmal mit Holzstäben aus-gelegt. Der Henkel war aus einem Ochsenschwanz oder aus einem Lederstreifen gebildet. Es gab auch Feuereimer aus Stroh, Hanf, Filz, Holz und in späteren Jahrhunderten aus Eisenblech. Immer versuchte man das Eigengewicht gering zu halten. Die Basler Feuerordnung von 1422 schrieb allen Zünften vor, vier Feuereimer mit dem aufgemalten Zunftwappen bereitzuhalten. Vier Zunftbrüder hatten im Brandfall die Eimer an die Brandstätte zu bringen, die übrigen Zunftbrüder hatten sich beim Rathaus einzufinden. Damals kaufte der Rat 60 lederne Eimer, die im Rathaus aufbewahrt werden mussten. Auch hier waren es die Zünfte, die die Eimer im Rathaus abzuholen und an die Brandstätte zu bringen hatten. Die Zunftbrüder standen unter dem Befehl der Zübermeister. Sie übten allesamt den Beruf des Küfers aus und gehörten der Spinnwetternzunft an. Im Jahre 1715 schrieb der Rat jeder Zunft einen Vorrat von 36 Eimern vor. Auf Anregung des Basler Pompierkorps, das 1845 gegründet worden war, wurden die Ledereimer wegen ihrer Reparaturanfälligkeit durch Eisenblecheimer ersetzt. Noch immer waren die Zünfte und Gesellschaften zum Halten von Löschmaterial verpflichtet.
Das Feuerlöschwesen, jahrhundertelang von den Zünften und Gesellschaften getragen, ist ein Beispiel für die Erfüllung wichtiger kommunaler Aufgaben durch die Zünfte. Der Staat, der sich in einem langen Prozess erst formte, führte nur die Oberaufsicht, die Ausführung lag bei den Zünften. So ersparte sich der Staat eine aufwendige Verwaltung und hohe Auslagen.
Basel, hauptsächlich 1930er und 1940er Jahre Künstler: R. Münger, R. Trübner, W. Koch, Alexander Zschokke (1894-1981), Ed. Niethammer, Urech, E. Waldheuer, Aldo Patocchi (1907-1986), Emil Beurmann (1862-1951), Niklaus Stöcklin (1896-1982) Fotografin: Claire Roessiger Papier, Halbkarton, Lithographie, Buchdruck H. 35 cm, L. 50,3 cm Inv. 2007.4.