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Lupfig
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung von Lupfanch erfolgte im Jahr 1273, als Graf Rudolf I. von Habsburg das Dorf zur Bezahlung von Schulden dem Kloster Wettingen überliess. Der Ortsname stammt vom mittelhochdeutschen lupfenden wange und bedeutet beim ansteigenden Abhang. Lupfig gehörte im Mittelalter zum Eigenamt, dem ältesten Besitz der Habsburger, deren Stammsitz nur wenige Kilometer entfernt ist. 1397 übertrugen sie die Grund- und Gerichtsherrschaft an das Kloster Königsfelden in Windisch. Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen im Jahr 1415 übernahm die Stadt Bern die Herrschaft, das Eigenamt war nun Teil der Untertanengebiete im Berner Aargau. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Lupfig gehört seither zum Kanton Aargau. Der Anschluss ans Eisenbahnnetz erfolgte am 1. Juni 1882 durch die Eröffnung der Linie Brugg–Hendschiken der Aargauischen Südbahn. Bis 1950 war Lupfig ein stark von der Landwirtschaft geprägtes Dorf mit stagnierender Bevölkerungszahl. Bis etwa 1980 konzentrierte sich das Wachstum auf die Nachbargemeinde Birr. Doch seither haben sich auch in Lupfig grosse Unternehmen niedergelassen und die Bevölkerungszahl hat sich innerhalb von 25 Jahren mehr als verdoppelt. Vor allem die 1996 eröffnete Bözbergautobahn hat dieses Wachstum begünstigt.
Das Brötliexamen
Dieser Brauch beruht auf einer Begebenheit aus dem 14. Jahrhundert, als die Bewohner des Eigenamtes ihren „Zehnten“ noch nach Königsfelden ablieferten: Da die Leute damals sehr arm waren, erbarmte sich Königin Agnes ihrer und verteilte jedes Jahr einmal Brot im Eigenamt. Königin Agnes war die Witwe des im Jahre 1308 ermordeten Königs Albrecht. Brötliexamen 1946 Für das Brötliexamen, das ursprünglich an Mariä Verkündigung (25. März) angesetzt war, besass die Verwaltung in Königsfelden einen gewaltigen Ofen und Getreide aller Art genug auf Lager. Das Brötliexamen ist jedes Jahr ein besonderes Ereignis und wird, nebst den Kindern, auch von vielen Heimweh-Lupfigern sehr geschätzt. Es bietet immer wieder Gelegenheit, seinem Heimatdorf einen Besuch abzustatten.
Maitannli-Setzen
Ein weiterer Brauch ist das „Maitannli-Setzen“ am letzten Samstag im April auf die Hausdächer der heiratsfähigen Dorfschönen, doch nur der „Braven“. Nach dem Löschen der Strassenbeleuchtung um 24 Uhr beginnt die harte Arbeit der 16- bis 25jährigen „Maibuebe“ und dauert bis in den Morgen. Inbegriffen ist die von den Mädchen gespendete Stärkung. Zum nächtlichen Treiben gehört auch die „Dorf-Kosmetik“: Was im Dorf nicht niet- und nagelfest und gut versorgt an seinem Platz ist, wird entführt und auf dem Dorfplatz zur Schau gestellt. Einen dritten Akt dieser „Nachtübung“ zeigen die an Hauswände gehängten „Stichproben“ der Dichtkunst mit Themen aus der „Dorf-Jahreschronik“.