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Wir verlassen Perth am Morgen, den 17. Februar, schauen
kurz in Beverly bei unseren Freunden Cherry und Robert Williamson
rein und fahren dann weiter in Richtung Hyden.
Das Land ist sehr trocken, alles ist gelb und von der Sonne
ausgebrannt.
Wir fahren bis zum Sonnenuntergang und schlagen unser Lager
am Kreuzungspunkt der Hyden – Norseman Road und
dem Holland Track auf.
Die Aussentemperatur beträgt immer
noch beinahe 30°C.
Ruedi bemerkt, dass die Fahrzeug Batterie nicht voll geladen
ist. Auch sieht es so aus, als ob die Aufbau-Batterien nur über
die Solarzellen, aber nicht über den Alternator geladen
werden.
Es zeigt sich, dass der zusätzliche Laderegler für
die Aufbaubatterien nicht funktioniert und das Problem näher
angesehen werden muss.
Am Morgen fahren wir weiter Richtung Norseman und erreichen
nach dem Mittagessen den Nullarbor.
Es hat sich seit dem
letzten Mal, als wir im August 2006 hier waren, nicht viel
geändert. Nur die Baustelle am Highway ist wesentlich
länger geworden. Die Arbeiter erwarten, dass sie noch
15 Monate in dieser Region bauen werden.
Wieder und wieder sind wir überrascht, was da so alles
per Lastwagen quer durch das Land gefahren wird.
Wir übernachten bei der Baxter Raststätte.
Hinter dem Parkplatz hat es Wege, welche zu einem grossen
Camp-Areal
führen, wo es trotz der Nähe des Highways erstaunlich
ruhig ist.
Ruedi versucht wieder die Batterieladung zu reparieren.
Entweder ist die Fahrbatterie, der Regler, der Lichtmaschine
(Alternator), oder der
zusätzliche Regler für die Aufbau-Batterien nicht
in Ordnung.
Das ganze kann aber erst in Adelaide oder gar
Melbourne repariert werden.
Wir sind überrascht, wie frisch (13,9°C) und feucht
(80%) es über Nacht wird.
Die Pflanzen haben sich an
das hiesige Wetter gewöhnt und es scheint, dass sie
bestens zurechtkommen mit dem wenigen Wasser das sie bekommen.
Wir fahren weiter. Nach dem Madura Pass verschwindet
die Sonne hinter Wolken und die Temperatur sinkt von 28°C
auf 19°C.
Immer öfter sehen wir Wasserpfützen
am Strassenrand.
Nach dem Nullarbor Roadhouse holen wir die Regenfront ein.
Von nun an regnet es den ganzen Tag, bis wir etwa 10 km westlich
des Yatala Roadhouses übernachten.
Es regnet die ganze Nacht hindurch. Die Luftfeuchtigkeit
beträgt mehr als 80%. Neben dem Nieselregen ist es auch
neblig.
Am Morgen geht's weiter in östlicher Richtung.
Das Yatala Roadhouse, das sich in Aborigini Händen befindet,
ist immer noch geschlossen.
Der Dieselpreis beim Nundroo Roadhouse ist
günstig,
ja sogar billiger als in Ceduna!
Sie haben dort auch eine
Aborigini Kunst-Ausstellung mit sehr interessanten Bildern.
Speziell sind diejenigen mit Wahlen und Delphinen.
In Ceduna folgen wir dem Eyre Highway nach Kyacutta, wo wir
Richtung Port Augusta abzweigen.
Nach Kimba sieht es aus,
als ob das Gebiet in den letzten paar Tagen ziemlich viel
Wasser bekommen hat.
Die Dämme in den Feldern sind voll
und am Rand der Strasse liegt vielerorts Wasser. Auch sehen
wir Warnschilder und leichte Überflutungen.
Erstaunlich,
wenn man bedenkt, dass sich Süd-Australien im 7. Dürrejahr
befindet.
Beim Durchfahren des Lake Gill
Conservation Reserve sehen
wir einen Mini-Van am Strassenrand stehen.
Nach dem Problem
gefragt erklärt der Fahrer, dass er nicht mehr schalten
könne. Lediglich der 4. Gang könne noch eingelegt
werden und mit nur diesem Gang könne er nicht anfahren.
Wir schieben den Wagen ein bisschen und mit viel Gefühl
und schleifender Kupplung schafft es der junge Tourist den
Wagen auf touren zu bringen. Er wird so sicher den nächsten
Ort erreichen können. Als wir den OKA wieder wenden,
realisiert Ruedi zu spät, dass der Strassenrand für
unser Gewicht zu weich ist und der Wagen sinkt prompt ein.
Aber wir haben Glück und bekommen den Wagen mit Hilfe
der Differenzial-Sperren wieder frei.
Lektion gelernt: Verlasse den Asphalt in Flutgebieten nicht!
Wir fahren an den Princess Mienen bei Iron
Knob vorbei und
müssen uns erneut eine Notiz machen, dass wir hier ein
andermal, wenn wir mehr Zeit haben, die Mienen ansehen müssen.
Die Übernachtung westlich von Lincoln Gap erweist sich
als sehr laut. Die ganze Nacht hindurch fahren Road Trains
an uns vorbei.
Am Morgen zeigt sich die Sonne wieder am Himmel. Somit werden
unsere Solarbatterien wieder einmal geladen und wir sind
eine Sorge los.
Wir fahren durch Port Augusta, eine “dry zone” (alkoholfreie
Zone), den Flinders Ranges entlang, durch Port
Germein und
Port Pirie nach Lochiel.
An der “Road Train assembly
area” (= "Rangierbahnhof" für Road Trains)
ist heute nicht viel los – vielleicht nächstes
Mal…
Wir sind überrascht über die vielen Caravans und
Road Trains welche diese Strecke befahren.
Direkt vor Port Wakefield sehen wir einen
Road Train, der es mit dem Tempo etwas zu gut gemeint habe
muss… der Fahrer wird noch länger
Zeit haben sich seine Gedanken darüber zu machen, da
die Kräne noch eine Weile
zu tun haben werden, bis der Laster wieder auf seinen Rädern
steht …
Wir treffen bei Peter und Margaret in Adelaide ein.
Ihr OKA 196 ist reisefertig (OKAs werden nach ihrer Seriennummer
benannt).
Am Donnerstag den 23. März fahren wir zusammen ab Richtung
Melbourne. Es ist feucht und die Mücken sind sehr anhänglich
...
Peter führt uns über enge Strassen, welche manchmal
für die OKAs beinahe zu schmal sind, östlich zum
Prinzess Highway (auch South Eastern Freeway genannt).
Das Land ist auch hier sehr trocken. Es ist kein Grün
zu sehen, nur braune Erde. Nach dem Murray River bekommt
das Land einen grünen Schimmer und die Bäume haben
frische Blätter. Es beginnt leicht zu regnen …
Wir folgen dem Princess Highway nach Meningie, Coorong und
zur Küste. Die Sonne ist wieder da und die Temperatur
steigt sofort auf über 30°C.
Während der Fahrt informiert uns Peter laufend über
Funk über Attraktionen und Tracks, welche wir nächstes
Mal, wenn wir mehr Zeit haben, zu berücksichtigen hätten …
Nach Kingston zweigen wir zum Cape
Jaffa ab wo wir zu Mittag
essen. Es ist ein kleiner Fischerhafen. Hier werden “Southern
Lobster” gefangen.
Im Ort wird heftig gebaut. Es werden
Kanäle gegraben um später, von den Grundstücken
her für die Boote direkten Zugang zum Meer zu haben.
Auf dem Weg zurück zum Highway passieren wir viele Wein-Anbau-Gebiete
und Pinien Baumschulen. Das Holz der Pinien wird industriell
bewirtschaftet und zum Bau von Häusern verwendet.
Wir bleiben auf dem Southern Ports Highway und kommen nach
Robe an vielen kleinen Seen vorbei.
Wir halten bei Nora
Creina an, einem privaten Grundstück,
auf welchem sich eine kleine Ferienkolonie befindet.
Ein
Spaziergang entlang des schönen Strandes mit den interessanten
Felsformationen gibt uns Zeit uns etwas abzukühlen.
Die Aussentemperatur beträgt 34.5 °C, was bedeutet,
dass es im Wagen noch einiges wärmer ist.
Wir schauen uns auch Woakwine Cutting an,
ein von zwei Leuten gegrabener Einschnitt durch einen Hügel,
der zur Entwässerung des dahinterliegenden Sumpfes erstellt
wurde.
Der Einschnitt ist 1 km lang, an der tiefsten Stelle 28
- 34 m tief und 276'000 m3 Material mussten entfernt
werden.
Ein Caterpillar
D7 Traktor, ein 7-Tonnen Bagger, ein Letourneau 8 - 11 Yard Kratzer und Sprengmittel
wurden verwendet.
Wahnsinn!!
Bei Mount Gambier besuchen wir den Blue
Lake und
staunen über dessen Schönheit und die blauen Farbe
des Wassers.
Vor nicht allzu langer Zeit waren in der Gegend um Mount
Gambier noch Vulkane aktiv.
Der Blue Lake ist ein vulkanischer See, das Resultat einer
Explosion, Maar genannt,
und hat einen Rand aus ausgeworfenem Material (Vasalt und Asche).
Der Krater entstand während zwei kurz aufeinander folgenden
Ausbruchs-Perioden vor ca. 4'800 Jahren (extrem jung in Geologischer
Zeitmessung) und ist einer der jüngste Vulkan Australiens.
Wegen seiner durchschnittliche Tiefe ist 80 m, die tiefste
Stelle ist 204 m, ist sein Wasser das ganze Jahr kalt.
Das Grundwasser, welches in den Blue Lake fliesst, kommt
aus den regionalen Kalksteinschichten (Gamboer Limestone).
Dieses Wasser kommt vom Norden von Mount Gambier und während
es
durch diese
Kalksteinschichten fliesst, wird es durch von der Oberfläche
zufliessendes Regenwasser aufgefüllt.
In Mount Gambier gibt es ca. 350 Bohrungen und Sinklöcher,
wo Regenwasser in den Boden geleitet wird. Da dieses
Wasser einen geringen Salzgehalt hat, ist der Salzgehalt
des Blue Lakes seit 1970 ständig gesunken.
Die Farbe des Sees ändert sich im November während
4 Tagen dramatisch von Grau zu
einem lebendigen Blau. Nach dem Sommer, normalerweise im
März, wechselt die Farbe dann langsam wieder zu einem
Grau, seiner Winterfärbung.
Wir fahren
zum Little Blue Lake. Es ist ein
weiterer vulkanischer See, recht tief und mit kaltem Wasser.
Nach diesem heissen Tag sind wir mutig genug und gehen trotz
des kalten Wassers schwimmen.
Wir bleiben über Nacht
und ruinieren dadurch die Pläne mindestens 2 anderer
Fahrer, welche hier auf ein paar romantische Stunden in der
Einsamkeit hofften ....
Nach einer warmen Nacht (24.5°C) mit etwas Regen, erwartet
uns ein schöner Sonnenaufgang. Starker Wind setzt ein.
Wir fahren los und passieren Piccanini Ponds, Nelson und
fahren durch den Cobboboonee State Forest nach Portland.
Wir bleiben auf dem Princess Highway fahren durch Port
Fairy,
einer netten, kleinen Stadt.
Zu dieser Jahreszeit bekommen die Angus Kühe ihren Nachwuchs.
Viele Kälber rennen auf den Waiden herum.
Die Temperatur steigt auf 32.5°C und der Wind bläst
Staubwolken durch die Gegend.
In Warrnambool hat man das
Gefühl ein Sandsturm fege durch die Stadt.
Der Sturm wird immer heftiger und die Temperatur steigt au
35°C. Obwohl es mitten am Tag ist, hat man das Gefühl,
es sei kurz vor der Dämmerung.
Wir messen aber nur Böenspitzen
von 60 kmh.
Wir biegen in die Great Ocean Road ein
und besuchen einige der vielen Aussichtspunkte (… Grotto … London
Bridge … The Arch …)
Die "London Bridge" ist eine Landbrücke,
welche vor ein paar Jahren ohne Warnung zusammenbrach.
Es befanden sich Leute
auf der Brücke und konnten gerade noch auf die sich bildende
Insel zurück springen.
Zusammen mit andern Leuten, welche
noch auf der "Insel" gestanden hatten, mussten
alle per Helikopter gerettet werden.
Es grenzt an ein Wunder, dass bei diesem
Vorfall niemand verletzt wurde.
Beim "Arch" wird der Sandsteinfels durch Wasser ausgewaschen
und "Vorhänge" entstanden.
Da diese Strasse hauptsächlich von Touristen befahren
wird (viele von Ländern, wo auf der "richtigen" Strassenseite
gefahren wird), befinden sich an allen Ausfahrten von den
Aussichtspunkten Warntafeln und Strassenmarkierungen, die
auf das Linksfahren hinweisen.
Wir passieren Port Campbell, ein Touristen-Dorf wo emsiges
Treiben herrscht und fahren weiter auf unserer Touristenstrecke …
die zwölf Apostel …
Am Wattle Hill, auf
etwa 550 m Höhe, entscheidet sich
der Motor des OKA zu einem “Auto shut off”, gottlob
direkt bei einer Passierstelle.
Ausser einer leicht
erhöhten Kühlwassertemperatur kann Ruedi aber nichts
Ungewöhnliches finden. Der Motor springt auch ohne Murren
gleich wieder an.
Hmmm!?
Wir fahren bis Wangerrip, wo wir auf einen kleinen Track
in den Bush abzweigen. Hier übernachten wir auf dem
Grundstück eines OKA Eigentümers.
Die Oster-Lilien (Easter Lillies) sind immer noch am Blühen.
Es
regnet die ganze Nacht hindurch und die Temperatur fällt
auf 10.5°C.
Trotz schlechtem Wetter machen wir am Morgen
die geplante Wanderung im Oatway National park
hinunter zum Strand des Ozeans und begegnen einer freundlichen
Gruppe von Kängurus.
Es gibt in dieser Area aber auch weniger freundliche Kreaturen.
Dieser Blutegel hat trotz langen Ärmeln und Jacken den
Weg in Susis Armbeuge gefunden und fühlt sich dort offensichtlich
wohl.
Beim Bestreuen mit Salz passt es ihm aber dann nicht mehr
so ganz und er lässt sich fallen.
Weiter auf unserer Route machen wir einen Abstecher zum
Cape Otway, um die Gegend des Leuchtturms zu besichtigen.
Der überrissene
Eintrittspreis von 12.50 $ pro Person ist uns aber zu hoch.
Da es wieder zu regnen beginnt, kehren wir wieder um.
Auf
dem Rückweg sehen wir mindestens 8 Koalas in den Bäumen
vor sich hin träumen.
Später am Tag wird das Wetter zwar etwas besser, wir
sehen aber nie mehr als 16.5°C auf dem Thermometer.
Da
der Wind stark bläst,
fühlt es sich eher kälter an. Trotzdem laufen viele
Leute tapfer in Shorts herum und wir sehen sogar Surfer
auf ihren Brettern.
Auf dem weiteren Weg der Küste entlang sehen die Strände
im Sonnenschein prächtig aus.
Südlich von Melbourne nehmen wir die Fähre von
Queenscliff nach Sorrento.
Beim Überqueren der Port Philipp
Bay erwachen Erinnerungen an unsere Reise
nach Australien im 2005 mit der Matisse
(für Details hier klicken).
Als dann ein grosser Containerfrachter erscheint packt uns das "Heimweh" und
wir wären bereit gleich wieder an Bord zu gehen.
Wir fahren nach Mornington, wo
wir auf dem Gründstück von Claudia und Jürgen,
Mitglieder der OKA-Owner Group, unsere Wagen abstellen. Hier
findet morgen ein OKA-Treffen statt.
Immer mehr OKAs treffen ein, einige Ex-Armee-Fahrzeuge,
andere umgebaut als Camper.
Die Camper werden von allen Seiten inspiziert und die "grossen
Jungs" können wieder einmal so richtig fachsimpeln
.... auch OKAing genannt (= diskutieren über
OKAs)
Ein zukünftiger OKA-Fahrer
....?
Nach einer frischen Nacht mit lediglich 8.6°C kommt
die Sonne wieder hervor.
Wir machen Bekanntschaft mit all
den anderen OKA-Eigentümern und schauen uns deren Camper
an.
Auch heute kommen noch immer mehr OKAs.
Um 14 Uhr befinden
sich 26 OKAs auf dem Gelände.
Das ist ein Rekord!
Beim Mittagessen gibt es viel zu erzählen und besprechen.
Dann wagen sich ein paar OKAs auf Jürgens 4WD-Track.
Es ist schon erstaunlich, was diese kleinen Lastwagen
so können ... selbst wenn ab und zu mal ne Achse
zu Bruch geht ... (das trifft aber nur auf die alten
OKAs zu, unser NT hat viel die stärkeren Achsen)
Natürlich
muss da ein Gruppenphoto gemacht werden.
Fahrer und Fotografen gehen in Stellung.
Was für ein Bild!
26 OKAs auf einem Fleck .... da muss das Herz jedes OKA-Liebhabers
höher schlagen .....
Dann gehen wir auf
eine Fahrt durch Mornington – ein riesen Spass.
Späteren am Nachmittag verlassen dann die meisten
das Treffen.
Für den Rest gibt's
ein weiteres Barbecue und noch mehr OKAing …
Am Montagmorgen, 26. März 2007, verlassen die letzten
OKAs das Grundstück.
Vielen Dank an Jürgen, Claudia und die Junioren für
Eure Gastfreundschaft.
Es war ganz toll bei Euch!
Ruft einfach und die OKAs werden wieder kommen ....
Wir fahren in die Stadt um unser Ladesystem und die Batterie
prüfen zu lassen.
Da sowohl Batterie, als auch Laderegler
und Alternator in Ordnung sind, muss der Fehler bei den
Verbindungskabeln liegen.
Ruedi findet dann auch nach kurzem
Suchen den losen und korrodierten Kontakt am Sammelpunkt
beim Startermotor
Wir verlassen Mornington und fahren nach Morwell, wo wir
bei Whitehorse Trucks zum 20'000 km Service angemeldet
sind.
Obwohl die Bordspannung nun wieder hoch genug ist und die
Fahrbatterie wieder voll geladen wird, lädt der zusätzliche
Laderegler die Batterien im Aufbau immer noch nicht.
Sie
werden immer noch nur von den Solarzellen geladen.
Mit dem
Regler scheint also auch was nicht zu stimmen.
In Morwell sehen wir diesen interessanten Laster.
Der hintere Teil kann zusammengelegt und hochgeklappt werden.
Auseinandergeklappt transportiert
dieser Laster Baumstämme.
Am Mittwoch werden beim 20'000 km Service keine neuen
Probleme entdeckt.
Also
fahren wir sofort wieder ab nach Melbourne, da wir Morgen
um 8:00 wieder in Melbourne sein müssen.
Während
der Fahrt dorthin quittiert der Motor ein weiteres Mal seinen
Dienst durch einen „Auto shut off“.
Da wir im
Moment nur noch 6% Diesel im aktiven Tank haben, könnte
es sein, dass der Motor in der Steigung keinen Sprit mehr
bekam.
Also schalten wir auf den 2. Tank um und versuchen
den Motor zu starten.
Wieder einmal brauchen wir die Hilfe
von OKA, da der Motor auch nach 8 x 30 Sekunden laufenlassen
des Starters, nicht anspringt.
Er startet dann beim neunten
Versuch und einem ununterbrochenen Starten von 40 Sekunden.
Das kann's ja wohl nicht sein! Lindon, OKAs Entwickler, verspricht
für das Entlüften des Motors eine bessere Lösung
zu suchen.
Das Fahren durch Melbourne am frühen Abend, bei Nacht,
im Regen, bei viel Verkehr, holperigen und engen, mehrspurigen
Strasse ist für Ruedi ein Riesenstress.
Gottlob dirigiert
ihn Susi dank ihrer, auf dem GPS gut vorbereiteten Route,
sicher und ohne Fehler ans Ziel.
Erstaunlicherweise befinden
wir uns nun in einem besseren Wohnviertel. Um sicher zu stellen,
dass dies auch der Ort ist, an dem wir Morgen sein müssen,
rufen wir Roger Smith, den Entwickler von Beadlock Australia,
an.
Der Ort
ist richtig und er erlaubt uns auf seinem Grundstück
neben der Werkstatt zu übernachten.
SecondAir Bead Locks sind flache Kevlarschläuche,
welche in die Schlauchlosreifen eingesetzt werden und verhindern,
dass sich die Reifen bei niedrigem Luftdruck von den Felgen
lösen.
Bei unseren Bead Locks müssen die Ventile ersetzt werden,
weil sie mit unseren zusammen geschraubten Felgen nicht richtig
funktionieren.
Für
das Ersetzen der Ventile durch modifizierte Versionen braucht
Roger
den ganzen Donnerstag.
Susi beantwortet unterdessen
die vielen anstehenden Mails.
Ein Mail ist von einem Schweizer Ehepaar,
welches unsere
Webpage gefunden hat und uns einlädt sie doch zu besuchen.
Da sie in Melbourne wohnen (Zufälle gibt's!) rufen
wir sie umgehend an. Sie wohnen in Heidelberg West, einem
Vorort von Melbourne, etwa 12 km vom Zentrum entfernt.
Wir
werden in ihrem Garten übernachten können.
Auch an diesem Abend fahren wir wieder durch die Vororte
von Melbourne, da wir am nächsten Morgen bereits um
8 Uhr bei ABS (Auto Break Service) in Frankstone sein müssen,
um einen anderen Bremskraftverteiler einzubauen.
Und wieder
regnet es… der OKA ist definitive nicht das richtige
Fahrzeug, um im Dunkeln während Berufsverkehrs und bei
Regen durch eine Stadt zu fahren.
Da der Eigentümer von ABS ein Mitglied der OKA Owners
Group ist, campieren wir kurz entschlossen auf dem Parkplatz
vor der Firma.
ABS wird einen manuell einstellbarer
Bremskraftverteiler montieren, welcher die Funktionalität
der Bremsen verbessert.
Wegen unseres Gewichtes ist das
Originalteil überfordert und die Kraftverteilung so,
dass die Hinterräder viel zu schnell blockieren, was
den Bremsweg verlängert und den Wagen beim Bremsen unstabil
macht.
Heute
Freitag ist auch Waschtag.
Susi findet eine sehr gute Wäscherei
mit Waschmaschinen, welche von vorn geladen werden können.
Das heisst, die Wäsche wird richtig gewaschen und nicht
nur, wie in normalen Australischen Waschmaschinenmodellen üblich,
ein bisschen hin und her geschwenkt.
Freude herrscht!
Da es den ganzen Tag hindurch regnet, wird der Teil der Wäsche,
welcher nicht im Tumbler getrocknet werden soll, an der speziellen
Wäscheleine in der Wohnkabine aufgehängt, die Bodenheizung
angedreht und der Camper während der Fahrt gut durchlüftet.
Es funktioniert perfekt, die Wäsche trocknet.
Damit hat sich eine weitere Spezialeinrichtung
in der Praxis bewährt.
Ruedi bemerkt, dass einer der Reifen seit dem montieren der
neuen Bead Locks Luft verliert.
Wir werden morgen Samstag
zu Beadlock Australia zurückgehen müssen um den
Fehler zu beheben.
Heute Abend sind wir aber bei Barbara und Roger, den zwei
Schweizern, in Heidelberg West eingeladen.
Den Ort finden
wir ohne Probleme und ohne Regen.
Nach der Vorführung
des OKAs sind wir schon bald im Haus und diskutieren heftig über
die Vor- und Nachteil der verschiedenen Konzepte von Campern
und Caravans, da Barbara und Roger daran sind den Kauf eines
eigenen Fahrzeugs oder Caravans zu planen.
Einmal mehr machen
wir die Erfahrung, dass man sich mit Leuten welche man noch
nie gesehen hat, die aber selber schon viel gereist sind,
sofort sehr gut versteht und über viel verschiedenes
diskutieren kann. Und wieder wird viel gelacht.
Dann werden
die Laptops ausgepackt und somit wird es spät …
Als wir zu Bett gehen ist das Wetter ist immer noch recht
unfreundlich und es fühlt sich kälter an, als die
12°C die der Thermometer anzeigt.
Also stellen wir die
Bodenheizung an und geniessen das warme, heimelige Häuschen.
Bei Beadlock Australia sehen wir, dass 3 Reifen Luft verlieren.
Wir brauchen den halben Tag, um die Dinger dicht zu bekommen,
was schade ist, da Barbara und Roger im Sinn hatten uns etwas
mehr von Melbourne und seiner Umgebung zu zeigen.
Well, dann
halt eben das nächste Mal …...
Am Sonntagmorgen sind die Strassen nass, aber die Sonne
scheint bereits.
Nach einem langen Brunch verlassen wir Barbara und Roger
und fahren auf dem Hume Highway Richtung Norden.
Danke, dass wir bei Euch sein durften.
Wir sehen uns sicher
einmal unterwegs!
Wir fahren durch Wangaratta, Albury, Gundagai und
wieder einmal mehr haben wir keine zeit um die Attraktionen
anzuschauen.
Je weiter wir in die hügelige Landschaft
vorstossen, je mehr muss es in den letzten Tagen geregnet
haben.
Die
Hügel sind mit einem grünen Flaum überzogen
und teilweise hat es auch Wasser in den Flüssen.
Ausserhalb von Yass übernachten wir.
Es ist einer kalten Nacht mit nur 8.9°C.
Am Morgen scheint die Sonne.
Wir verlassen den Hume Highway bei Moss Vale und nehmen die
Route durch das Kangaroo Valley.
Es ist ein enges Tal und
wir müssen über 2 Pässe mit steil aufsteigenden
und abfallenden Strassen.
Der OKA ist an seiner Limite. Wegen
des Gewichtes geht es aufwärts teilweise nur im 2. Gang
und abwärts vermag der Motor den Wagen nicht zu bremsen.
Eine Motorbremse wäre hier sicher von Vorteil.
Wir kennen dieses Gefühl von unserem Landrover
Defender "Millimeter" her (für Details hier
klicken).
Das Tal aber ist sehr schön, die Aussichten herrlich.
Wir werden sicher nochmals
vorbei kommen und uns das alles in Ruhe anschauen ....
Wir erreichen Yatte Yattah und werden
dort von Lyn und Ron Quigley
von der OKA Owners Group herzlich in Empfang genommen.
Wir verbringen einen interessanten Abend und diskutieren
viel über Fahrzeuge, Reisen und Leute. Wir lernen viel über
die Eigenheiten und Reaktionen der Landbevölkerung (Farmer),
sowie was wir tun und was wir unterlassen sollen.
Am Abend helfen wir mit, die Schafe in die Umzäunungen
zu treiben.
Es wird wieder einmal spät heute Abend.
Herzlichen Dank, dass wir bei Euch sein durften.
Wir haben bereits Donnerstag, den 3. April und somit nur
noch 3 Tage bis zum Oster-Wochenende. Wir werden uns sputen
müssen, da wir am Karfreitag nicht mehr auf der Strasse
sein wollen.
Wir passieren Sydney durch die Aussenbezirke über den
Cumberland Highway, eine 4-spurige geteilte Strasse mit vielen
Ampeln und Einfahrten direkt in den Highway.
Wir fragen uns,
wie schlimm wohl eine Durchfahrt durch das Zentrum wäre ….
Darauf geniessen wir das einfache Fahren auf dem Highway
nach Newcastle.
Der OKA läuft gut und wir erreichen
Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 122 kmh (wänn's
abe goht). Auf gerader Strecke erreichen wir trotz des hohen
Gewichts 110 kmh.
Der Highway ist bis nahe an Taree fertig
gestellt.
Je weiter wir nach Norden kommen, je höher werden am
Tage sowohl Temperatur wie Feuchtigkeit. Nachts ist es nun
wieder bis 17°C warm.
Wir fahren weiter der Küste entlang, was bei Susi viele
Erinnerungen wachruft.
Sie war vor 20 Jahren schon einmal
in dieser Gegend. Zu dieser Zeit war noch nicht viel los
zwischen Kempsey, Coffs Harbour und der Grenze zwischen New
South Wales und Queensland.
Heute fährt man von einer
Stadt zur anderen, es hat viel Verkehr und viele Leute.
Wir erreichen Wardell und
verlassen den Highway um Corinne und Gerry auf ihrem Landsitz
in Queensland
zu besuchen,
wo wir über Nacht bleiben werden.
Wir haben uns letztes
Jahr am Chambers Pillar nahe Alice Springs, als wir noch
mit dem Toyota unterwegs waren, kennengelernt.
Corinne und Gerry veranstalten Gruppenreisen ab Alice Springs.
Wir hatten letztes Jahr technische Diskussionen mit ihnen
bezüglich
ihrem Globalstar Satelliten-Telefon.
Obschon das Globalstar Satelliten-Telefon vom Australischen
Staat finanziell unterstütz wird und als Outback-Telefon
empfohlen wird hat es grosse Flächen, wo man keinen
Empfang hat.
Wir hatten in Chambers Pillar guten Empfang und auf dem
Globalstar Satelliten-Telefon kam gar nichts rein.
Da diese Situation für Leute wie Corinne und Gerry unbrauchbar
ist, ja sogar gefährlich sein kann, sind sie sich am überlegen,
ob sie nicht auch auf ein Iridium Satelliten-Telefon wechseln
sollen.
Am Donnerstag werden noch viele Ideen ausgetauscht, da Gerry
zu Zeit seinen Toyota 4x4 Coaster zum Camper umbaut.
Es gibt
viel zu diskutieren, die Zeit vergeht im Nu.
Danke für die kurze, aber schöne Zeit mit Euch,
wir werden uns hoffentlich in Alice wieder treffen!
Darauf wenden wir uns wieder Richtung Norden, wo sich die
Strasse zum 4-spurigen Highway mausert.
Beim Mittagessen
wäre Susi beinahe in das Netzt dieser herrlichen Spinne
gelaufen.
Kurz nach dem Mittag
erreichen wir die Gold Coast und kommen
so noch vor dem Osterverkehr bei Susis Brüdern Hans Peter und Bruno sowie seiner
Frau Silvia in Merrimac an.
Da werden wir für die nächsten
paar Wochen bleiben, uns um Susis Vater, welcher im Nachbardorf
Nerang wohnt, kümmern und unsere nächste Reise
vorbereiten.