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Das bombensichere Pumphaus weicht einer Studentenwohnsiedlung
30. März 2016 von Eingesandter Artikel
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30. März 2016
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Auf dem Areal des stillgelegten Wasserreservoirs an der Rosengartenstrasse sollen eine Wohnsiedlung für Studierende mit zwei Kinderbetreuungseinrichtungen und kleine Gewerbeflächen sowie ein grüner, öffentlicher Freiraum für die Quartierbevölkerung entstehen. Voraussichtlich im Juni wird mit dem Rückbau des Reservoirs begonnen.
Das rund 5000 m2 grosse, brachliegende Grundstück befindet sich unterhalb der Kirche Wipkingen. Seine städtebauliche Bedeutung liegt heute vor allem im Bestand an Nadel- und Laubbäumen und in der Wiese. Diese begrünte Fläche bildet eine optische Fortführung der Parkanlage um die Kirche Wipkingen und gewährleistet die freie Aussicht vor dem Eingangsbereich der Kirche. Diese parkartige Gestaltung wurde bewusst angestrebt.
Nach einer Teilrevision der Nutzungsplanung wurde das Areal aus der Freihaltezone in eine Wohnzone W3 umgezont. Die neue Zuordnung entspricht der Zonierung in der unmittelbaren Umgebung. Das Grundstück wird grösstenteils von einem nicht mehr genutzten unterirdischen Reservoir beansprucht, welches bereits 1984 ausser Betrieb genommen worden ist.
Wasserreservoir aus dem Jahr 1929
Die Stadt Zürich plante die Anlage 1929 im Landwirtschaftsland zwischen den Weilern «Rosengarten» und «Unter-Weier». Ausschlaggebend war, wegen der anzustrebenden Druckzone, die Höhe des Geländes über der Stadt. Heute befindet sich das Areal innerhalb des Verstädterungsgürtels der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Die Anlage besteht aus zwei typologisch unterschiedlichen Reservoirbauten. Eine der beiden entstand 1929 als konventionelle Betonskelettkonstruktion mit Pfeilern, Vouten und Unterzügen; die andere, gebaut 1951, ist eine Konstruktion mit Flachdecke und Pilzstützen nach dem System von Robert Maillart. Das vom Bureau Maillart geplante Reservoir Käferberg I von 1931 entspricht dem Idealtypus dieser Bauweise. Das 20 Jahre später von der Stadt Zürich ausgeführte Reservoir Rosengarten II musste in unregelmässiger Form dem Gelände angepasst werden, es ist architekturhistorisch und baukünstlerisch wesentlich weniger wertvoll als das Reservoir Käferberg I.
Bombensicher gebaut
Ein Kuriosum ist das Pumphaus Rosengarten II in seiner während des Zweiten Weltkrieges 1941 ausgeführten «bombensicheren» Bauweise mit 140 bis 170 Zentimeter dicken, armierten Wänden, Decken und Böden. Entsprechend jener Planung mussten die über das Terrain ragenden Bauteile «möglichst unauffällig» sein; sie wurden grün gestrichen und erhielten ein flach geneigtes Satteldach. Auch das 1929 erstellte Wärterhaus weist mit den nicht nutzungsfreundlichen Wohnungsgrundrissen und dem Satteldach keine hervorragenden architekturhistorischen und baukünstlerischen Werte aus.
Da eine tragbare Umnutzung der Anlage nicht gefunden werden konnte, wird die Gesamtanlage nun zurückgebaut, um das Gelände für das neue Vorhaben vorzubereiten. Die Rückbauarbeiten auf dem Gelände werden voraussichtlich im Frühsommer 2016 beginnen und bis Herbst 2016 dauern.
Die Autorin Rebecca Taraborrelli ist Geschäftsführerin der Stiftung für Studentisches Wohnen Zürich.
Der QVW berichtet in loser Folge über den Stand der Arbeiten für das Studierendenwohnheim Rosengartenstrasse.