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17. Februar 1980: Das Rennen über 15 km an den Olympischen Spielen wird zur engsten Entscheidung der Langlauf-Geschichte. Im Ziel trennt den Olympiasieger nur eine Hundertstelsekunde vom Zweitplatzierten. Ein Grund, das Reglement zu ändern.
Im Rennrodeln zählen die Tausendstel. Bei Skirennen wird nach Hundertsteln abgerechnet. Doch im Langlauf wird die Zeit nur auf eine Zehntelsekunde genau gemessen. Wieso eigentlich?
Den Grund finden wir am 17. Februar 1980 und bei den Olympischen Spielen von Lake Placid. Juha Mieto liegt im Ziel des 15-km-Rennens in Führung. Der Finne und alle Zuschauer warten nun gespannt auf Thomas Wassberg. Der Schwede liegt praktisch gleichauf mit seinem Kontrahenten und das bis ins Ziel. Der Hauch einer einzigen Hundertstelsekunde trennt Mieto schliesslich von der Goldmedaille – oder umgerechnet 3,3 Zentimeter.
Wassberg, der seine Karriere später als vierfacher Olympiasieger beenden wird, richtet eine ungewöhnliche Bitte ans IOC: Man möge doch auch Mieto zum Olympiasieger ernennen. Schliesslich sei erstens die Zeitdifferenz minimal und zweitens sei er als später gestarteter Läufer im Vorteil gewesen, weil er die Zeit seines Gegners kannte.
Dieser Antrag wird abgelehnt, weil die Regeln halt sind, wie sie sind. Aber die Funktionäre wollen keine so knappen Entscheidungen mehr sehen. Die Zeitmessung wird deshalb fortan auf Zehntelsekunden beschränkt. So kommt es, dass 2007 im Weltcuprennen über 15 km Skating in Davos der Bündner Toni Livers zeitgleich mit Vincent Vittoz aus Frankreich gewinnt.
In seiner Heimat bleibt «der finnische Riese» Juha Mieto über die Karriere hinaus populär: Als er 2007 für das Parlament kandidiert, erhält Mieto am siebtmeisten Stimmen. Die Wiederwahl vier Jahre später verpasst er jedoch – deutlicher als damals 1980 in den Wäldern von Lake Placid die Goldmedaille.
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