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Manche Kinder weinen innerlich, wenn sie frustriert sind oder ihnen etwas nicht gelingt. Die «Krieger» schreien, stossen oder werfen es weg. Sie werden Dinge auch bis zum Erwachsenenalter so angehen, und es wäre keine gute Idee, sie zu verändern. Wir wissen nicht viel darüber, warum sie sich so fühlen. Was wir aber wissen, ist, dass sie meist ein persönliches Ringen durchleben. Zeit mit ihnen zu verbringen, kostet eine Menge Energie, und ihre Beziehungen sind meistens kompliziert.
Unser Bedürfnis, von denen, die wir lieben, als wertvoll empfunden zu werden, ist ein tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis. Die Erfahrung, sich wertvoll zu fühlen, ist das Herzstück unseres Selbst. Von Zeit zu Zeit jedoch liegt es brach, und die Kommunikation innerhalb der Familienmitglieder stellt eine Herausforderung dar.
Unzählige Dinge stehen der Kommunikation im Weg
Unsere erste natürliche Reaktion darauf ist Aggressivität. Zuerst fühlen wir uns etwas unruhig, sind irritiert, verärgert oder gar wütend. Diese Gefühle finden ihre verschiedensten Ausdrucksformen. Früher war es für Frauen nicht angebracht, in der gleichen ausdrucksstarken Weise verärgert zu sein wie ihre männlichen Artgenossen. Stattdessen weinten sie oft. Sie entwickelten psychosomatische Symptome wie Kopfweh, Bauchweh, Fieber oder chronische Beschwerden. Männer sind hingegen leise und ziehen sich hinter der Zeitung, dem Fernsehgerät oder im Werkzeugschuppen zurück.
Es gibt kulturell bedingt unterschiedliche Auffassungen von «aggressiv sein». Das Gleiche gilt für jene Menschen, die ihre Aggression konsequent nach innen richten. Es mag sich dabei vielleicht um Selbstvorwürfe, Depression, Schuld oder Ähnliches handeln.
Wenn ein Familienmitglied plötzlich aggressiv wird, dann heisst das übersetzt: «Ich fühle mich von dir nicht so wertgeschätzt, wie ich es gerne möchte. Ich habe das Gefühl, dass du glaubst, ich sei nicht richtig, oder dass ich dir auf die Nerven gehe!» Genau das ist der Grund, warum es in einer Familie notwendig ist, die Aggression willkommen zu heissen.
Aggressiv statt traurig
Erwachsene werden oft vorsichtig und sind im Stillen irritiert. Wenn das der Fall ist, dann stellen sie meist fest, dass sie über «nichts» streiten. Sie finden keine Zeit, um sich auszusprechen und einen Blick auf die Beziehung zu werfen – zu sich selbst und zu den anderen.
Ein typisches Beispiel ist folgendes: Viele Jahrhunderte lang war es der wichtigste Wert eines Mannes, der Ernährer und damit «Familienerhalter » zu sein. Die Berufstätigkeit war kaum mit Freude oder Interesse verbunden. Generationen vor uns haben langsam versucht, dies zu ändern. Trotzdem werden viele Männer immer noch dieses alte Gefühl in sich tragen, dass es ihre Pflicht ist, die Familie zu erhalten.
Obwohl es mittlerweile einen wachsenden Anteil von Frauen in der Arbeitswelt gibt, bevorzugen noch viele Frauen die Nähe zur Familie und die Zeit zu Hause. Beide Entscheidungen bringen Konflikte mit sich.