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Die Proteinverwertung beim Milchvieh
Wenn man eine Kuh füttert, füttert man zunächst die Mikroorganismen des Pansens.
Das Protein wird von den Mikroorganismen im Pansen grösstenteils zu Ammoniak (NH3) abgebaut. Ein Teil des Ammoniaks wird für die Synthese von Mikrobenprotein benötigt, das im Dünndarm in Form von Aminosäuren absorbiert wird. Überschüssiges Ammoniak passiert die Pansenwand und wird in der Leber zu Harnstoff umgewandelt, damit die Kuh keine Vergiftung erleidet. Ein grosser Teil des Harnstoffs wird via Speichel wiederverwendet. Der überschüssige Harnstoff wird mit dem Harn und teilweise auch mit der Milch ausgeschieden. Der Harnstoffgehalt in der Milch ermöglicht eine Beurteilung der Proteinaufnahme über die Ration. In der Regel sollte der Harnstoffgehalt in der Milch zwischen 20 und 30 mg/dl liegen.
Ein Teil der mit dem Futter aufgenommenen Proteine wird im Pansen jedoch nicht abgebaut, sondern erst später im Dünndarm absorbiert. Dieses Futterprotein wird „bypass-Protein“ genannt. Grundsätzlich sind Proteine aus Grundfuttermitteln, wie beispielsweise Heu, leichter abbaubar als solche aus Kraftfuttermitteln oder Nebenprodukten der Nahrungsmittelindustrie, wie Soja oder Maiskleber.
Um eine gute Verwertung des Rohproteins zu gewährleisten, brauchen die Mikroorganismen auch Energie. Deshalb ist es wichtig, dass die Ration ausgeglichen ist. Wenn es in der Ration zu viel Eiweiss im Verhältnis zur Energie hat, erhöht sich die Produktion von Ammoniak. Wenn den Mikroorganismen hingegen zu wenig Stickstoff zur Verfügung steht, verringert sich ihre Effizienz. Ein Beispiel ist die Verfütterung von Rationen mit viel Grünmais im Spätsommer und im Herbst. Im Allgemeinen sind ein Anstieg der Milchmenge und des Eiweissgehalts in der Milch sowie ein mittlerer Harnstoffgehalt festzustellen. Die Energiezufuhr durch das Mais ermöglicht es den Mikroorganismen, das proteinreiche Herbstgras besser zu verwerten. Leistungsstarke Maschinen mit Kornquetschern steigern zudem die Verdaulichkeit der Energie aus dem Mais.
Um die Eiweissversorgung beim Wiederkäuer besser zu verstehen und zu optimieren, findet am 20. November 2019 in Grangeneuve die Milchviehtagung zum Thema „Wie bringe ich das Eiweiss in die Ration? (D03)“ mit national anerkannten Referenten statt. Das Anmeldeformular kann direkt auf der Internetseite der landwirtschaftlichen Beratung (www.beratung-fr.ch) ausgefüllt werden. Sie können sich ebenfalls per Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder telefonisch (Tel.: 026 305 58 00) für den Kurs einschreiben. Die Anmeldefrist endet am 8. November 2019.
Elena Julier