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|Kategorie||Preis|
|Nummerierte Plätze||
Jugendliche bis 16 Jahre CHF 28.00

Student mit Legi CHF 28.00
Erwachsen CHF 42.00
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Ein Stück Weltliteratur
Die Gotthelf Novelle gilt als eines der Meisterwerke des deutschen Biedermeier
Eingebettet in eine idyllisch angelegte Rahmenerzählung werden alte Sagen zu einer gleichnishaften Erzählung über christlich-humanistische Vorstellungen von Gut und Böse verarbeitet. Die Novelle ist unterteilt in die am Anfang auftretende Rahmenhandlung, die jedoch später zur Binnenhandlung übertritt. Die Erzählung wird von christlich-konservativen Motiven getragen und besitzt eine komplexe Erzählstruktur, die geschickt darauf hinweist, wie der verständige Christ die Sagen der Vergangenheit lebendig erhalten soll. Die Symbolik der Erzählung ist über den christlichen Sinn hinaus jedoch auch unter einer allgemeinen moralischen Fragestellung von Gut und Böse verständlich. Die soziale Dynamik des Dorfes wird von Gotthelf präzise geschildert: gegenseitige Schuldzuschreibung, schnell vergessene Kollektivschuld und das Schicksal von Aussenseitern, die von der Gemeinschaft leichtfertig zu Sündenböcken gemacht werden, machen das Buch zu einer nach wie vor aktuellen Lektüre. Jeremias Gotthelf sah die Lösung für die Gefährdungen der Gemeinschaft in der Rückbesinnung auf Sitte, Anstand und gottesfürchtige Religion im Sinne Luthers. Gerade wenn uns diese Ansätze aus der Epoche des Biedermeier nicht mehr zeitgemäß erscheinen, so können wir die Novelle «Die schwarze Spinne» doch zum Anlass nehmen, nach anderen Antworten auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu suchen.
Zuerst kaum beachtet, gilt diese Erzählung bei vielen Literaturkritikern als eines der Meisterwerke des deutschen Biedermeier. Thomas Mann schrieb darüber in «Die Entstehung des Doktor Faustus», dass Gotthelf oft das Homerische berühre und dass er seine Schwarze Spinne – wie kaum ein zweites Stück Weltliteratur bewundere. Der Schweizer Komponist Heinrich Sutermeister schrieb 1936 eine einaktige Oper über «Die schwarze Spinne». Sie kam zunächst als Funkoper heraus; 1949 entstand dann eine szenische Fassung. 1983 drehte der Regisseur Mark M. Rissi den Film «Die schwarze Spinne» nach der Novelle.