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Eine Maske für die Kuh
Jetzt sind es die Kühe, die Masken tragen sollen. Grund dafür ist kein Virus, sondern das Methan, das die Tiere beim Atmen ausstossen. Wäre die Reduktion des Fleischkonsums nicht die bessere Lösung für den Klimaschutz?
Fleisch essen ist schlecht für die Umwelt, das ist bekannt. Doch der Logik zu folgen und einfach weniger Fleisch zu konsumieren, ist nicht populär. Es wird also nach Alternativen gesucht, um das Klima zu schützen. Und zwar mit einer Maske für die Kuh.
Grund dafür ist das Methan, das Kühe durch Mund und Nase ausstossen. Das britische Start-up ZELP (Zero Emissions Livestock Project) hat nun eine Maske für Kühe entwickelt, die das Gas misst, sammelt, oxidiert und rund 30 Prozent des Methans filtert, mit dem Ziel, 60 Prozent zu erreichen. Doch die Kühe können vorerst aufatmen; das Start-up ist noch in der Prototypphase und die Maske steht derzeit nicht zum Verkauf. Eine Auszeichnung für den Mundschutz für die Kuh gab es allerdings bereits: Der Klimaschutzpreis «Climate Design Award» von Prinz Charles und Designer Sir Jony Ive ging an die britischen Studenten.
Die 100 g schweren Gummimasken funktionieren mit solarbetriebenen Ventilatoren. Der Atem der Kuh wird damit in kleine Kammern geleitet, wo ein chemischer Prozess das klimaschädliche Gas neutralisiert. Kostenpunkt: 45 Dollar pro Tier und Jahr. Künftig sollen Daten mit der Maske gesammelt werden, um etwa Krankheiten beim Vieh zu erkennen, die Verdauung zu analysieren oder die Fütterung zu optimieren.
Doch wäre es nicht die bessere Lösung, den Fleischkonsum zu reduzieren, anstatt Tieren eine Maske aufzusetzen? Ein Team um den Forscher Marco Springmann von der Oxford-University geht davon aus, dass die ernährungsbedingten Treibhausemissionen um drei Viertel zurückgehen würden, wenn unsere Ernährung vollständig aus Pflanzen bestehen würde. Dazu kommt, dass die Fleischproduktion zu viel Ackerland benötigt, das besser dafür genutzt werden könnte, um Feldfrüchte und Getreide für die direkte Ernährung des Menschen anzubauen.
Ferner hat sich ein weiterer Industriezweig aufgetan, der die Nachfrage stillen soll: Das Fleisch aus der Petrischale. Eine wachsende Anzahl Unternehmen forscht an den Fleischprodukten aus dem Labor, dem sogenanntem «Cultured Meat». Fraglich, ob das wirklich eine Alternative ist. Und appetitlich klingt anders. Lieber herzhaft in den Vegi-Burger aus Bohnen beissen.
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