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Diabetes, umgangssprachlich als «Zuckerkrankheit» bekannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die sich in einer erhöhten Konzentration von Zucker im Blut äussert. In der Schweiz leiden schätzungsweise rund eine halbe Million Menschen an den verschiedenen Formen von Diabetes.
Was ist Diabetes?
Bei Diabetes mellitus – meist wird die Kurzform «Diabetes» verwendet – ist der natürliche Prozess der Verarbeitung von Zucker reduziert oder verloren gegangen. Als Folge findet sich im Blut ein Überschuss an Zucker. Dieser Zustand verursacht, falls über längere Zeit unbehandelt, Folgeerkrankungen am Blutgefäss- und Nervensystem.
Zucker dient unseren Körperzellen als Brennstoff. Im Darm wird er als Einfachzucker (Glukose) aus der Nahrung aufgenommen und gelangt von dort aus in den Blutkreislauf. Über die Blutbahn wird er im ganzen Körper verteilt und mithilfe von Insulin in die Zellen transportiert, wo Glukose als Energielieferant für die unterschiedlichsten Zellprozesse verwendet wird. Das Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und sorgt im Zusammenspiel mit anderen Hormonen dafür, dass der Blutzuckerspiegel in etwa konstant gehalten wird. Wird die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse gestört, fällt sie ganz aus oder werden die Körperzellen für die Aufnahme von Insulin unempfindlich, führt dies zu überhöhtem Blutzucker.
Zusammenfassend können zwei verschiedene Typen von Diabetes unterschieden werden:
- Diabetes Typ 1
- Diabetes Typ 2
Typ-1-Diabetes
Diabetes mellitus Typ 1 tritt bei ca. 10 % der Betroffenen auf. Früher wurde Diabetes mellitus Typ 1 auch als «juveniler (jugendlicher) Diabetes» bezeichnet, da er häufiger bereits bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt. Er kann aber Menschen in jedem Lebensalter treffen.
Bei dieser Form von Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, welche entsteht, wenn das Immunsystem die β-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulinproduktion zuständig sind, zerstört. Dies führt zum absoluten Insulinmangel. Genetische Faktoren spielen eine prädisponierende Rolle, wobei ca. 20% der Typ-1-Diabetiker eine positive Familienanamnese haben, d.h. dass bei 20 % der Typ-1-Diabetiker weitere Fälle innerhalb der Familie bekannt sind. Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Typ 1 Diabetes bisher unheilbar und die Betroffenen sind ein Leben lang auf eine externe Zufuhr von Insulin angewiesen.
Typ-2-Diabetes
Diabetes mellitus Typ 2 ist die weitaus am häufigsten anzutreffende Form von Diabetes und tritt bei rund 90 % der Betroffenen auf. Früher war auch die Bezeichnung «Altersdiabetes» geläufig, da er meist bei Menschen von über 40 Jahren auftritt, man diagnostiziert ihn aber immer häufiger bei jüngeren Menschen mit Übergewicht. Betroffene dieses Typs produzieren zwar weiterhin Insulin, jedoch entweder in ungenügender Menge oder die Körperzellen können den Zucker nicht mehr wirksam verwenden.
Häufige Ursachen von Typ-2-Diabetes sind jahrelange Überernährung verbunden mit Adipositas, also starkem Übergewicht. Auf der Basis des Wohlstandssyndroms (= metabolischen Syndrom) treffen verschiedene Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Adipositas, Fettstoffwechselstörung und Zuckertoleranzstörung aufeinander. Dies führt zu einer sogenannten Insulinresistenz. Muskel- und Fettzellen nehmen dabei Zucker nur erschwert auf, sodass ein erhöhter Insulinspiegel zur Glukoseverwertung in den Zellen erforderlich wird. Dadurch erhöht sich das Hungergefühl und die Folgen sind Adipositas und Einlagerungen von Plaques in der Gefässwand (Arteriosklerose).
Als weitere Form gilt der sogenannte «Schwangerschaftsdiabetes» oder «Gestationsdiabetes». Hormonveränderungen bei der Schwangerschaft führen zu einer zunehmenden höheren Insulinresistenz. Kann die Bauchspeicheldrüse den erhöhten Bedarf an Insulin nicht abdecken, kommt es zu erhöhten Blutzuckerwerten und ein Gestationsdiabetes entwickelt sich. Schwangerschaftsdiabetes ist dem Diabetes-Typ-2 also ähnlich. Der Stoffwechsel normalisiert sich bei den meisten Frauen nach der Geburt, jedoch besteht für die betroffenen Frauen ein erhöhtes Risiko später an Diabetes-Typ-2 zu erkranken.
Risiko- und Schutzfaktoren von Diabetes
Die Entstehung von Typ-1-Diabetes gilt im Gegensatz zur Entstehung von Typ-2-Diabetes als nicht beeinflussbar. Meist spielen mehrere Faktoren dabei eine Rolle, wobei genetische Veränderungen die wichtigsten sind. Weitere Faktoren sind beispielsweise vorangegangene Erkrankungen mit einem Antigen, der ähnliche Strukturen wie das Insulin aufweist (immunologisch bedingt). Die körpereigenen Abwehrkräfte attackieren in der Folge die Bauchspeicheldrüse.
Bei Diabetes Typ 2 spielen zwar auch erbliche Faktoren eine Rolle, es ist jedoch eindeutig erwiesen, dass Überernährung mit Adipositas eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen. Diesen Risikofaktoren können wir mit ausreichender Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung entgegenwirken. Es ist von entscheidender Bedeutung, eine Balance zwischen Energiezufuhr und -verbrauch zu finden.
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Letzte Änderung 17.09.2018