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Ich bin im Schlafzimmer und halte Kaya in den Armen. Sie ist 8 Wochen alt und ihre Augenfarbe jadegrünlich. Wir schauen uns in die Augen; dabei verwandelt sie sich und ich auch; sie wird kein Mensch, ich kein Hund, aber wir treffen uns, irgendwo in der Mitte - im Sehen. Es ist ein sehr eigenartiges Gefühl.
Dann sagt sie zu mir: Nicht wahr, dir geht es um die Liebe. Ich sage, ja. Sie sagt, nein, nicht diese Liebe, die du meinst, nicht die romantische, dir geht es um die grosse Liebe, um die Liebe des Herzens.
Ich erwache. Es ist der Morgen des 5. August 2012. Ich schlafe bei meiner Partnerin, die zu dieser Zeit bei einer Freundin wohnt, deren Husky-Hündin Enya am 10. Juni 2012 sieben muntere Welpen geworfen hat. Kaya ist die Zweite im Wurf, und ab diesem Morgen soll sie zu uns gehören.
Der Vorname Kaya ist zum einen ein Mädchenname, und zum anderen ein Jungen- beziehungsweise Familienname. In Deutschland ist Kaya eher ein Vorname für Mädchen. In der Türkei hingegen ist der Name eher für Jungen zu finden, dort gibt es ihn aber auch als Familiennamen. Aus dem Türkischen übersetzt bedeutet Kaya „Der Fels“. Den Namen Kaya gibt es in sehr vielen verschiedenen Sprachen, somit hat er auch verschiedene Bedeutungen. In Zulu beispielsweise bedeutet Kaya so viel wie „Zuhause“. In der Sprache der Hopi Indianer hat Kaya auch die Bedeutung „kluges Kind“, „grosse Schwester“ oder „Weide“. In Japan ist Kaya ein Mädchenname und bedeutet so viel wie „Ort der Ruhe“. Im Französischen kommt Kaya auch als Abkürzung von Katharina vor und bedeutet somit „Die Reine“. Möglicherweise hat Kaya seinen Ursprung auch in der griechischen Mythologie und bezieht sich auf die Göttin Gaia, der personifizierten Erde. Auch in afrikanischen Ländern ist Kaya als Vorname gebräuchlich. Der berühmteste Deutsche namens Kaya, ist der Komiker und Fernsehmoderator Kaya Yanar. Seine Durchbruch hatte er mit der Comedy-Sendung „Was guckst du?!“.
Kaya ist grazil, 18 kg schwer, knapp 54 cm hoch. Sie hat helle, bernsteinfarbige Augen - die Augen des Wolfes. Sie ist symmetrisch gezeichnet und bewegt sich anmutig schwebend. Sobald etwas Schnee liegt, wird ihr Gang wie beim Wolf schnürend. Sie hat eine starke Ausstrahlung von Schönheit und Ruhe, eine wilde Ruhe. Menschen, die gewöhnlich Angst vor Hunde haben, verlieren bei ihr diese Angst. Ihre Mischung zwischen Wildheit und Lieblichkeit ist bezaubernd. Sie ist zudem unglaublich wendig und schnell. Den mehr als 10 kg schwereren und viel kräftigeren Mika legt sie spielend auf den Rücken. Sie macht das geschickt, indem sie ihn verfolgt, seine Rute packt und ihn mit der Rute in der Schnauze seitlich überholt. Er verliert unweigerlich sein Gleichgewicht, stürzt und sie ist über ihm.
Kaya ist eine gesellige Hündin mit viel sozialer Intelligenz. Ein A-Typ, doch einiges sensibler als Mika. Sie regelt Hundebegegnungen gerne selber und immer sehr kompetent.
Sie verlangt eine hohe Individualdistanz, was ihr etwas Stolzes und Würdevolles gibt, aber auch Unnahbares; dies ist aber eigentlich typisch für eher ernstere, urtümliche Hunderassen. Sie ist eine Ründin, das heisst sie hebt beim Markieren ein Bein.
Ihre Mutter ist Enya, eine sehr schöne, helle Siberian Husky Hündin, die eigentlich mit einem Husky-Zucht Rüden hätte verpaart werden sollen. Doch der Nachbarshund vom Bauernhof, ein Mischmasch von Border Collie und angeblich auch Husky, entführte sie in einem günstigen Augenblick, und als am 10. Juni 2012 sieben gesunde Welpen zur Welt kamen, fand dieses Romeo und Julia Thema der Hundewelt ein glückliches Finale.
Unter anderem da Kaya eine schöne, selbstsichere und doch sensible Hündin ist, hatten wir im Sinn mit ihr im 2016 einmal zu züchten, dann nämlich, wenn wir endlich ein Haus auf dem Lande gefunden hätten und unsere 2-Zimmerwohnung in der Stadt aufgeben könnten.
Doch die Hunde, die grossen Botschafter des Lebens, wollten es anders. Obwohl wir aufpassten, schafften es die beiden, sich bereits am 7. Februar dieses Jahres zu decken (Mika war erst 8 Monate alt).
Ich war mit ihnen allein im Bluemli, unserem Bauernhäuschen. Der Moment, ab dem sie für einige Monate die Kontrolle über unser Leben übernahmen, wurde - Ironie des Schicksals - von mir zufälligerweise dokumentiert:
Da ich rutschige Hausschuhe an hatte, bin ich ihnen in dem hohen Schnee nicht sofort nachgesprungen, stattdessen in die Hütte hinein, um vom Fenster aus zum Rechten zu sehen - doch da war es schon zu spät! Die nächste Aufnahme, die mir dann, von meinem psychischen Zustand her, zu schiessen wieder möglich war, sah - 15 Minuten später - so aus:
Es macht mich, neben all dem guten Stress und dem vielen organisatorischen Aufwand dieser Zeit, immer wieder glücklich zu sehen, wie instinktsicher Kaya ist. Sie zeigte eine quasi reibungslose Geburt und eine erfolgreiche Aufzucht eines homogenen 7er Wurfes.
Kaya 53 Tage alt: