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Immer wieder begegnen wir am Strassenrand einem roten Fahnenmeer. Die roten Wimpel und die kleinen Schreine gehören zu Gauchito Gil, dem Robin Hood von Argentinien. Der Gaucho hat im 19. Jahrhundert bei den Reichen gestohlen und das Diebesgut den Armen verteilt. Diese liebten den Gaucho mit dem roten Stirnband, dem blauen Hemd, dem roten Umhang und dem riesigen Schnauz. Als er von Oberst Velázquez geschnappt und hingerichtet werden sollte, soll er der Legende nach zu ihm gesagt haben, dass er seinen Sohn beim Nachhause kommen krank vorfinden werde, wenn er aber Gott mit seinem Namen um Hilfe bitte, würde das Kind gerettet. So war es tatsächlich. Der Oberst flehte Gott im Namen von Gauchito Gil an und der Sohn wurde gesund. Gil wurde begraben und ein grosses Kreuz ihm zu Ehren errichtet.
Wir waren noch nicht in Mercedes (Prov. Corrientes), aber dort soll eine richtige Wallfahrtsstätte zu Ehren des Volksheiligen entstanden sein, denn Gauchito Gil wird noch heute verehrt und die Lastwagenfahrer hupen an seinen vielen roten Gedenk- und Bittstätten. Die kleinen Schreine sind mit Bitt- oder Dankesgaben, wie Zigaretten, Bierdosen und anderem Nützlichen bestückt und oft noch mit einem kleinen Rastplatz versehen.