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Der dritte Mann ist einer der bekanntesten Spionage-Thriller der Weltliteratur. Statt Wien ist im Fall Credit Suisse die Stadt an der Limmat der Schauplatz. Aber auch da fragt sich: Wer ist der Dritte, der beschuldigt wird?
Die Rede ist von den drei Finma-Gewährsverfahren rund um die Beschattung von Iqbal Khan und weiteren Ex-CS-Bankern. Zwei der drei sind bekannt: Pierre-Olivier Bouée sowie der Ex-Sicherheitschef der Grossbank.
Bouée war 2015 zusammen mit Tidjane Thiam von London an den CS-Sitz am Zürcher Paradeplatz gekommen. Dort übernahm der Franzose die Leitung des Gruppen-Backoffices. Sein Titel: Chief Operating Officer.
Als COO kümmerte sich Bouée auch um die „Drecksarbeit“. Er beauftragte mittels geheimer Text-Nachrichten seinen Sicherheitschef mit der Beschattung von Iqbal Khan. Weitere Verfolgungen von CS-Leuten liefen ebenfalls über Bouée.
Der engste Vertraute von Konzernchef Thiam muss sich dafür vor den Finma-Häschern verteidigen. Wenn er verliert, dann bietet er nicht mehr Gewähr für einwandfreies Banking. Heute arbeitet Bouée weit oben bei Gapgemini, einem französischen IT-Konzern.
Bei seinen Spy-Aufträgen hatte der Thiam-Mann seinen Direktunterstellten, der unter anderem den Bereich Sicherheit verantwortete, absichtlich übersprungen. Der Plan war, möglichst wenige Mitwisser zu haben.
Die Beschattungs-Befehle landeten bei dem für die Sicherheit der CS Zuständigen. Der befand sich zwei Hierarchiestufen unterhalb von Bouée, welcher seinerseits eine Stufe unter Thiam war.
Der Sicherheitsmann agierte somit als Befehlsempfänger für die Observationen, Bouée war sein Auftraggeber. Dass Thiam Bouée solche Befehle ins Ohr geflüstert hätte, wurde zwar immer wieder vermutet.
Beweise dafür liegen jedoch keine vor.
Thiam erhielt denn auch bei seinem erzwungenen Abgang als CEO der CS im Februar 2020 seine aufgelaufenen Boni. Diese hatten den Spitzenmanager in vier Jahren zum reichen Mann gemacht.
Anders Bouée, ihm nahm die CS die noch nicht ausbezahlten Leistungsvergütungen weg. Bouée ging deshalb auf seine Ex-Firma los, wie die Handelszeitung vor einiger Zeit berichtete.
Neben Bouée und dem früheren Sicherheits-Chef konnte man vermuten, dass jemand aus dem Bereich Legal oder Controlling von der Finma ein Gewährs-Verfahren „kriegen“ würde.
Ob dem so ist, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Niemand von der heutigen CS-Toptruppe hat Post von der Banken-Aufsicht erhalten.
Somit wird klar, dass kein aktueller Manager der Nummer 2 von den Berner Fahndern ein Gewährsverfahren am Hals und keiner eine Rüge kassiert hat. Das zeigen Recherchen.
Wer also ist The Third Man? Oder ist es eine Frau?