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«Nöd chützle», sagt eine Frau lachend. Der Mann, der sie zu umarmen versucht, versteht die Worte nicht. Das Paar spricht darüber, wie dies in die bosnische Sprache zu übersetzen wäre. - Gezeigt werden Dialog und Berührungen eines Liebespaares, das sich, vom Krieg in Bosnien aus Sarajewo vertrieben und durch Flucht und Emigration getrennt, in einem Hotel in Belgrad trifft. Etwas wird in Erinnerung bleiben, und es ist wahrscheinlich, dass es Worte wie diese sind. Körperliche Berührungen mögen unmittelbarer sein, sie sind aber auch flüchtiger. (Ähnliches Hesse sich wohl von der Erinnerung an Mime sagen.)
Liehe muss wohl immer zwischen Nähe und Distanz, Vertrautheit und Befremden stattfinden, erst recht in einer Erzählung, in der «Alltag» durch die geschichtlichen Ereignisse nicht mehr möglich ist. Das Paar bleibt, solange es eben geht, in einem Raum zusammen - die Geschichte findet ausschliesslich in einem Hotelzimmer statt. Der Mann verlässt einmal den Raum, um etwas zu essen zu holen; die Frau verlässt am Ende das Hotelzimmer, um in die Schweiz zurückzureisen. Es gibt keine Rückkehr aus der Emigration.
Die Autorin erzählt in ihrem Diplomfilm eine Geschichte, die ihrem Herzen entwachsen zu sein scheint, und es ist ihr gelungen, Drehteam und Besetzung so zusammenzubringen, dass alle Überzeugendes leisten konnten. Insbesondere seien Präsenz und Timing der beiden Darsteller, Luzidität und Feinheit von Lichtgestaltung und Kadragc sowie Präzision und Leichtigkeit der Montage erwähnt.