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Durch die Kombination historischer, kunsthistorischer sowie bild- und medienanalytischer Methoden wird versucht, das Paradigma der Rezeptionsgeschichte am Beispiel mittelalterlicher Sammlungsbestände, eines Personalmythologems und ihrer Rolle im ausgehenden 18. sowie des 19. Jahrhunderts weiterzuentwickeln und durch eine Projektionsgeschichte zu ergänzen. Im Zentrum der Untersuchung stehen die Sammlung helvetischer mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Glasmalerei des Dessau-Anhaltinischen Fürsten Franz (1740–1817), die Privatisierungsgeschichte des Basler Münsterschatzes sowie ein in die Frühzeit der Eidgenossenschaft projizierter, mythisierter Nationalheros, Arnold Winkelried. Anhand dieser Themenfelder sollen widersprüchliche Projektionsinteressen gegenüber dem Mittelalter bzw. einem als Mittelalter apostrophierten Segment der Vor- und Frühmoderne herausgearbeitet werden.Es wird gefragt, ob sich insbesondere an der Imagination eines „helvetischen Mittelalters“ sowohl Anziehungs- wie Abstossungsmotive rekonstruieren lassen. Gibt es also ein willentliches „Vergessen“ (Verdrängen) von „helvetischen Altertümern“ durch die Schweizer des 18. und 19. Jahrhunderts? Und suchten diese damit den Weg in die nationale Moderne? Oder sind es umgekehrt regionale Sonderinteressen und Konflikte, die Möglichkeiten der Trennung von solchen Kulturgütern und der mit ihnen verbundenen Traditionssymboliken eröffneten?