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1913, am Vorabend des Ersten Weltkrieges, rief die Offiziersgesellschaft dazu auf, Geld zu spenden, um dem Militär Flugzeuge zu kaufen. Mit Erfolg: Die Armee besorgte 1916 ihre ersten eigenen Maschinen. Zuvor war die Luftwaffe mit konfiszierten ausländischen Maschinen und solchen von Schweizer Flugpionieren betrieben worden. Ihr Nutzen war aber vorerst umstritten: Die ersten Einsätze waren nicht bewaffnet, sondern dienten vor allem der Aufklärung.
Die Schweizer Flugwaffe geht auf das Jahr 1900 zurück, als die Armee einen Fesselballon kaufte und in Bern Freiwillige zur ersten Luftschiff-Rekrutenschule einrückten. Der nächste wichtige Schritt war der Appell der Schweizerischen Offiziersgesellschaft an die „werten Eidgenossen", den auch der Bundesrat und viele Parlamentarier unterstützten: „Heute ist das Flugwesen zu einer unentbehrlichen Waffe geworden; es ist nicht zu bestreiten, dass das Heer ohne Flugzeuge sich in ausgesprochenem Nachtheile befinden würde", argumentierten die Protagonisten. Sie orientierten sich an Nachbarstaaten, wo „allgemeine Volksbewegungen" die Mittel für eine „militärische Luftflotte" zusammen gebracht hatten. Sie zählten auf die Begeisterung, welche die Anfänge der Fliegerei auch in der Schweiz hervorrief. Die „tollkühne Aufopferung und der wahre Heldenmut der Flieger", wie es im Aufruf hiess, stiess auf Bewunderung.
Eine Spende für die Miltäraviatik
Der Aufruf „Nationalspende zur Schaffung einer schweizerischen Militäraviatik" war ein Erfolg: Mit Flugtagen, Veranstaltungen, Kollekten und Sonderverkäufen konnten über 1,7 Millionen Schweizer Franken gesammelt werden (entspricht heute ungefähr 52 Millionen Schweizer Franken). Das Eidgenössische Militärdepartement (EMD) kaufte mit dem Geld 1916 17 Flugzeuge und 14 Reservemotoren. In Dübendorf bei Zürich liess es einen Flugzeug-Hangar bauen. Zum Vergleich: Die Beschaffung der 22 Gripen kosten die Steuerzahlenden heute rund 3,1 Milliarden Schweizer Franken.
Die Fliegertruppe
Der Aufbau der Fliegertruppe war aber schon 1914, kurz nach Kriegsausbruch, an die Hand genommen worden. Weil ihr Nutzen jedoch umstritten war, erfolgte dies höchst pragmatisch: Hauptmann Theodor Real, Instruktor der Kavallerie und Pilot, berief im Auftrag des Bundesrates zehn Piloten und stationierte auf der Berner Allmend acht Flugzeuge. Unter den Piloten befanden sich bekannte Flugpioniere, die ihre Maschinen und Mechaniker selber mitbrachten. So stellte Oskar Bider, der 1913 als erster nonstop die Alpen überflog, seine zwei Blériot XI Eindecker zur Verfügung, während andere zum Beispiel einen Farman-Doppeldecker mitbrachten. Und an der Landesausstellung in Bern konfiszierte Hauptmann Real kurzerhand drei ausländische Maschinen für die Schweizer Fliegertruppe.
Bis weit in die 1930er-Jahre wurden Flieger in erster Linie zur Unterstützung der Bodentruppen eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg waren sie nicht kriegsentscheidend. Die Schweizer Maschinen waren nicht bewaffnet und führten in erster Linie Aufklärungsflüge durch. Daneben kümmerten sich die Piloten um den Ausbau der Flugwaffe und die Schulung neuer Piloten in Dübendorf.
Quelle Film: E5361-01#1960/138#1* (https://www.swiss-archives.ch/detail.aspx?ID=3450828), Die Schweizer Armee Aktivdienst 1914-1918, Auszug
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Letzte Änderung 10.09.2013