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Um bis 2050 eine Bevölkerung von fast 10 Milliarden Menschen nachhaltig ernähren zu können, muss das Ernährungssystem revolutioniert werden1. Ein möglicher Ansatz ist die regenerative Landwirtschaft, welche eine ganzheitliche, naturnahe und ökologisch nachhaltige Lebensmittelproduktion zum Ziel hat. Doch kann mit diesem Ansatz gleich viel oder sogar mehr produziert werden als mit konventioneller Landwirtschaft und so eine zunehmende Bevölkerung ernährt werden?
Die Landwirtschaft in Berggebieten und dessen Einfluss und Folgen werden kontrovers diskutiert. Hierbei stellt sich die zentrale Frage: Soll in Berggebieten weiterhin Landwirtschaft betrieben werden, oder sollen diese Gebiete der Natur überlassen werden?
Dass Bakterienkulturen für die Käseherstellung industriell, standardisiert und unter sterilen Laborbedingungen gezüchtet werden, scheint auf den ersten Blick beruhigend und sicher. Beim genaueren Hinschauen ergibt sich aber ein differenzierteres Bild.
Heute werden in der Schweiz jährlich rund 100 Tonnen Kastanien geerntet. Weitere 2’500 Tonnen werden aus der ganzen Welt importiert (Balzarini, 2018). Der Bedarf nach Kastanien ist vorhanden, jedoch fehlt das inländische Angebot. Dies, obwohl seit mehreren Jahrzehnten alte Kastanienselve insbesondere im südlichen Alpenraum renaturiert werden. Wieso kam es also überhaupt dazu, dass die für die Biodiversität bedeutenden hochstämmigen Bäume aus dem Schweizer Landschaftsbild verschwanden?