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Die Grand Pont in Lausanne ist nicht irgendeine Brücke. Sie ist die Hauptverkehrsader, die den Osten der Olympiastadt mit dem Westen verbindet. Der Platz und die Straßen unter der Brücke liegen in einem 1874 aufgeschütteten Tal, dem ehemaligen Valée du Flon. Die zweite Reihe der Brückenbögen ist unter den Aufschüttungen verborgen. Es handelte sich also einst um ein grosses Viadukt, nicht nur in der Länge, sondern auch in der Höhe.
Die Grand Pont ist sowohl Wahrzeichen als auch die wichtigste Ost-West-Verbindung der Stadt. Sie wurde 1891 mit einem Stahlgerüst verbreitert, das 1933 durch Erker aus Beton ersetzt wurde. Letztere wurden immer schlechter und erfüllten nicht mehr die Anforderungen der Normen. Die Instandsetzung der Großen Brücke war dringend erforderlich und wurde im Jahr 2022 durchgeführt. Da das Bauwerk im Inventar der historischen Denkmäler eingetragen ist, wurde das Sanierungsprojekt von den Denkmalschutzämtern der Stadt Lausanne und des Kantons Waadt begleitet.
Es handelt sich um eine Brücke mit mehreren gemauerten Gewölben auf zwei Ebenen - mit sechs Gewölben auf der unteren Ebene und 19 Gewölben auf der oberen Ebene. Das Bauwerk hat eine Gesamtlänge von 172 m und eine maximale Höhe von 25 m über dem Fluss Flon. Das Projekt zur Instandsetzung der Großen Brücke besteht darin, die Betonerker aus dem Jahr 1933 und die Fahrbahnplatte abzureißen und durch eine neue Platte aus Spannbeton zu ersetzen, die über alle 19 Gewölbe gelegt wird. Die neue Fahrbahn besteht aus einer durchgehenden, glatten Platte, die sich auf den bestehenden Mauerwerksgewölben abstützt und mit dünnen Randsteinen aus einem ultrahochleistungsfähigen Faserzementverbundstoff (CFUP) endet. Die dünnen CFUP-Bordsteine, die die Fahrbahnplatte abschließen, gewährleisten eine hohe Dauerhaftigkeit: ein wichtiger Aspekt dieser besonders empfindlichen, weil Tausalz ausgesetzten Teile des Bauwerks. Durch die Verwendung von Edelstahlfasern und Edelstahlbewehrung kann die Lebensdauer des Bauwerks noch weiter erhöht werden. Im Rahmen der Arbeiten von 2022 umfasste die Instandsetzung des Mauerwerks der Gewölbe die Restaurierung der Laibungen der Gewölbe und der Sockel und die Reparatur der Fugen.
Für die Durchführung der Instandsetzungsarbeiten musste die Große Brücke fast ein Jahr lang gesperrt werden, um die Arbeiten schnell und kostengünstig durchführen zu können. Zu diesem Zweck wurden Umleitungsstrecken für Autos sowie ein spezielles Busnetz für die Busse der Lausanner Verkehrsbetriebe (TL) eingerichtet. Für Fußgänger wurde eine provisorische Fußgängerbrücke über die Rue Centrale montiert, damit täglich fast 13.000 Personen zwischen den beiden Hügeln hindurchgehen können.
Die Modernisierung der Grand-Pont ist ein gutes Beispiel für eine Baustelle, die gleichzeitig städtebauliche, strukturelle, denkmalpflegerische und logistische Aspekte umfasst; eine Teamarbeit, die vielfältige Kompetenzen erfordert.
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