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Was sagt Nestlé zum Dokfilm «Bottled Life»?
Der Film wurde 2012 erstmals ausgestrahlt. Wir sind der Auffassung, dass der Film ein stark verzerrtes Bild unserer Aktivitäten vermittelt. Zudem basiert er auf Angaben und Sachverhalten, die zum Teil schon damals veraltet waren. So verwendet der Film einen damals bereits acht Jahre alten Videoausschnitt aus einem Interview, um damit eine Kernaussage des Films zu unterstützen.
Die Behauptung, Nestlé sei gegen ein Menschenrecht auf Wasser, ist zudem ebenso falsch wie die Unterstellung, Nestlé sei für sinkende Grundwasserspiegel in Pakistan verantwortlich.
Der Film wird heute stark über soziale Netzwerke verbreitet, häufig in Verbindung mit der Behauptung, Nestlé wolle sich «an der Wasserprivatisierung bereichern». Auch diese Behauptung ist nicht zutreffend.
1. Der Film behauptet, eine Nestlé Abfüllanlage in Pakistan sei für die Austrocknung einer Region verantwortlich. Stimmt das?
Das stimmt nicht. Das Nestlé Werk Sheikhupura in Pakistan fördert Wasser aus zwei Tiefbrunnen. In der Region Lahore existieren aber geschätzt rund 680’000 Brunnen, die in erster Linie für die Bewässerung in der Landwirtschaft (> 95%), aber auch für industrielle Zwecke und die kommunale Wasserversorgung genutzt werden.
Nicht alle diese Brunnen werden so streng kontrolliert wie die Nestlé Brunnen. Beide sind mit den notwendigen technischen Geräten für eine kontinuierliche Überwachung wichtiger Parameter wie Durchflussmenge und Wasserspiegel ausgestattet. Anhand dieser lückenlosen Überwachung können wir jedes Risiko erkennen und sofort reagieren, um bei möglichen Problemen dagegen zu steuern und negative Auswirkungen auf das lokale Grundwasserleiter-System zu verhindern.
2. Was hat Nestlé unternommen, um die Situation der Bevölkerung zu verbessern?
Durch acht Brunnenanlagen, die Nestlé in den umliegenden Dörfern installiert hat, haben rund 50’000 Menschen in Pakistan Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ein Programm der Lokalregierung für eine bessere Trinkwasserversorgung in der Punjab-Region unterstützen wir mit technischer Expertise.
Ein Programm der staatlichen Umweltagentur EPA für Umwelt- und Ressourcenschutz in der Grossregion Islamabad unterstützen wir mit einem grösseren Geldbetrag. Mit unserem Programm zur Sensibilisierung im Umgang mit Wasser haben wir rund 5000 Schulkinder und 100 Lehrkräfte erreicht.
Und schliesslich arbeitet das Werk in Sheikhupura bereits nach dem Standard der Alliance for Water Stewardship, der neben vorbildlichem Management der Wasserquelle auch die enge Einbeziehung von lokalen Interessen beim Betrieb des Werkes umfasst.
3. Ist Nestlé für die Senkung des Grundwasserspiegels in Pakistan verantwortlich?
Aktuelle Studien zur hydrologischen Situation um den Abfüllbetrieb in Sheikhupura bestätigen, dass das Werk keinen erkennbaren Einfluss auf die Grundwasserstände im Wassereinzugsbereich hat.
4. Der Film beschreibt, wie Nestlé sich in einem Naturschutzgebiet in Maine in den USA auf Druck der Bevölkerung zurückgezogen hat. Stimmt das?
Nestlé hat hier mit behördlicher Genehmigung Probebohrungen vorgenommen. Bei jeder Erschliessung einer möglichen Quelle gehört die genaue Untersuchung dazu, welche Risiken eine mögliche Wasserentnahme mit sich bringen könnte. In diesem Fall hat sich Nestlé gegen eine Wasserentnahme entschieden, weil die verfügbare Menge zur Förderung von Quellwasser nicht ausreichend war.
5. Warum hatte Nestlé damals im Dokfilm keine Stellungnahmen abgegeben?
Wir hatten bei ersten Gesprächen mit dem Autor den Eindruck, dass der Film einseitig ausfallen und die Aktivitäten von Nestlé und das Engagement der Mitarbeitenden nicht fair darstellen würde. Deshalb hatten wir eine Mitwirkung abgelehnt