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Die Schweiz sucht nach allfälligen Vermögenswerten der Tochter von Ex-Diktator Ferdinand Marcos. Ein entsprechendes Rechtshilfegesuch wurde geprüft und an die Bezirksanwaltschaft Zürich zur Ausführung übergeben.Dieser Inhalt wurde am 14. Mai 2001 - 17:49 publiziert
Dies teilte Folco Galli vom Bundesamt für Justiz (BJ) am Montag (14.05.) mit. Manila ersuchte die Schweiz am 21.März um Mithilfe bei Untersuchungen, woher Vermögenswerte von Irene Marcos Araneta nach Deutschland hätten überwiesen werden können.
Kein Konto gefunden
Gemäss einem philippinischen Zeitungsartikel soll die Marcos-Tochter versucht haben, 13,4 Mrd. Dollar (22,6 Mrd. Franken) aus der Schweiz nach Deutschland zu transferieren.
Abklärungen der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) zu einem angeblichen UBS-Konto hätten im letzten Jahr ergeben, dass die Tochter von Ferdinand und Imelda Marcos über kein solches Konto verfügt.
Sollten die Schweizer Behörden nun doch auf Vermögenswerte von Irene Marcos Araneta stossen, möchte Manila eine Sperre der betreffenden Konten, die Überweisung der Bankunterlagen sowie der Vermögenswerte auf ein philippinisches Sperrkonto.
In Düsseldorf hätten Ermittlungen ergeben, dass die Marcos-Tochter Anfang Februar mehrere Konten eröffnet hatte. Vier Wochen später seien diese aber von der Bank gekündigt worden. Es hätten zu keinem Zeitpunkt Geldbewegungen stattgefunden, resümierte Galli.
Eine Milliarde nach Manila
Der Marcos-Clan wird seit langem verdächtigt, während der Regierungszeit des Diktators ein Milliardenvermögen beiseite geschafft zu haben. Die Familie bestreitet dies. Eine Untersuchungskommission der philippinischen Regierung forscht seit Jahren nach dem Geld.
Die Schweiz hat 1998 nach einem Bundesgerichtsentscheid über 600 Mio. Dollar (rund eine Milliarde Franken) auf die Philippinen transferiert. Marcos war 1986 nach 20-jähriger Herrschaft durch einen Volksaufstand gestürzt worden. Er starb später im Exil auf Hawaii.
swissinfo und Agenturen