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Astroinfos - Berichte für Fans der Astronomie
Astro-Infos Februar 2007
Saturn in Opposition zur Sonne
Erst langsam gewinnt die Sonne in diesem Monat etwas an Mittagshöhe. Die Abende werden trotzdem spürbar länger und so zeigt sich der Sternenhimmel dem Beobachter erst gegen 19.00 Uhr. Der abendliche Dämmerungshimmel beschert uns in südwestlicher Richtung die beiden sonnennächsten Planeten Merkur und Venus. Während Merkur nur zwischen dem 2. und 10. des Monats in der Zeit von 18.00 Uhr bis 18.45 Uhr rechts unterhalb der hellweißen Venus leicht aufzufinden sein wird, verspäten sich die Venusuntergänge täglich und bescheren uns eine immer längere Beobachtungszeit des Abendsterns.
Im Fernrohr zeigt sich das weiße Venusscheibchen noch klein, aber nicht mehr ganz rund. Wir sehen den Planeten zunehmend von der Seite beleuchtet. Da wir auf eine dichte Wolkenoberseite blicken, sind Details auf dem Scheibchen nicht auszumachen. Der Planet des Monats ist der Ringplanet Saturn. Man findet ihn im Sternbild des Löwen und er bewegt sich vom Hauptstern des Sternbildes, dem Regulus, weg. Dadurch bilden beide Objekte nicht mehr ein so schön enges Pärchen wie noch in den letzten Monaten. Er ist jetzt die ganze Nacht lang sichtbar.
Da Saturn am 10. des Monats in den Gegenschein zur Sonne tritt, ist er damit der Erde am nächsten und sein Scheibchen erreicht im Teleskop seine größte Ausdehnung. Ab etwa 30facher Vergrößerung ist der freischwebende Ring deutlich zu erkennen. Seine Neigung gegen die Sichtlinie beträgt noch 14 Grad, wird aber in den nächsten Jahren weiter schrumpfen. Bei höherer Vergrößerung und ruhiger Luft lässt sich eine dunkle Ringlücke ausmachen. Nach ihrem Entdecker wird sie "Cassini-Teilung" genannt. Dem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgehen, dass der Planetenkörper eine starke Abplattung aufweist. Da der Planet fast ganz aus Gas besteht, bewirkt die sehr rasche Rotation eine solch starke Abplattung. Sie übertrifft die des Jupiters und ist die größte aller Planeten des Sonnensystems.
Ab 4.00 Uhr in der Frühe erscheint als "Morgenstern" der weiße Jupiter über dem südöstlichen Horizont. Er steht im südlichen Teil des Tierkreises und erreicht keine große Höhe über dem Horizont. Seine Beobachtung mit dem Teleskop leidet deshalb unter der großen Luftunruhe der horizontnahen Luftschichten. Die Bewegung seiner vier großen Monde ist aber immer wieder eine Beobachtung wert.
Unser Erdtrabant beschert uns in diesem Monat noch ein schönes Ereignis: In der Nacht vom 23. auf den 24. des Monats wird er duch den oberen Teil des offenen Sternhaufens der Plejaden laufen und dabei einige hellere Sterne bedecken. Da der Eintritt jeweils an der unbeleuchteten linken Mondseite geschieht, ist das "Ausknipsen" der Sterne mit bloßem Auge gut zu verfolgen.
Die Bedeckungen der drei hellsten Sterne ereignen sich innerhalb einer halben Stunde um Mitternacht herum. Die Austritte liegen jeweils zwischen 0.30 Uhr und 1.00 Uhr am hellen Mondrand und sind deshalb nur schwierig zu verfolgen. Der Abendhimmel präsentiert in südlicher Richtung die Wintersternbilder. Deren auffällige Hauptsterne bilden am Himmel ein großes Sechseck. Wenn der Saturn um Mitternacht im Süden steht, künden die Frühjahrssternbilder Bootes, Löwe und Jungfrau in der östlichen Himmelshälfte von der kommenden Jahreszeit.