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Du bist gut so, wie Du bist!
Etwa jede vierte Person leidet mindestens einmal in ihrem Leben eine Depression.
Eine Depression erfasst den ganzen Menschen:
Wir sind nicht immer gleich guter Stimmung. Wer kennt die Momente nicht, in denen wir uns traurig, einsam oder niedergeschlagen fühlen?
Oft gibt es gute und verständliche Gründe für solche Tiefs, wie Trauer, persönliche Enttäuschungen, Stresssituationen, usw.
Ist ein solches Tief bereits das Anzeichen einer Depression?
Normalerweise erholt man sich innert Stunden oder Tagen wieder von Stimmungstiefs und kann sich weiterhin an schönen Dingen wie an einem guten Essen, an einem guten Film, an Treffen mit Freunden oder einem schönen Wochenende erfreuen.
Manifestiert sich die schlechte Stimmung aber über Tage und Wochen und beginnt zunehmend, unsere Tagesaktivitäten, sozialen Beziehungen oder die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder Freizeit zu beeinflussen, könnte sich eine Depression entwickeln.
Welches wären die Anzeichen einer Depression?
Die Welt Gesundheitsorganisation WHO hat Kriterien zusammengestellt, mit deren Hilfe eine Depression festgestellt (diagnostiziert) werden kann. Dafür müssen die depressiven Symptome für mindestens zwei Wochen vorherrschend sein.
Wenn mindestens zwei Hauptsymptome und zwei weitere Symptome vorherrschen, liegt eine leichte Depression vor.
Je mehr Symptome vorliegen und je stärker die täglichen Aktivitäten beeinflusst werden, desto ausgeprägter ist die Depression. Eine Depression ist aber immer individuell, wie der Mensch, der unter ihr leidet. Je nachdem, welche Symptome bestehen, zeigt sich auch die Depression verschieden.
Was ist eine manisch-depressive Krankheit?
Bei der manisch-depressiven Krankheit (auch bipolare Störung genannt) wechseln sich depressive Phasen wie oben beschrieben, mit Phasen des Hochgefühls und übermässiger Aktivität ab (manische Phasen). Während der manischen Phasen trauen sich Betroffene viel mehr zu, als dies normalerweise der Fall ist. Sie handeln oft unüberlegt und sind rastlos. Solche Phasen der Selbstüberschätzung können schwerwiegende soziale und/oder materielle Probleme zur Folge haben.
Die Symptome, die auf eine manische Phase hinweisen, sind:
Die Ursachen einer Depression sind nicht vollumfänglich geklärt. Mögliche Auslöser können anhaltender negativer Stress, beispielsweise durch belastende Lebenssituationen, traumatische Kindheitserlebnisse oder Überarbeitung (Burn-Out) sein. Dazu deutet vieles darauf hin, dass es Personen mit einer höheren, familiär-genetischen „Verletzlichkeit“ gibt, die eher in eine Depression rutschen als Personen, die mit einer robusteren psychischen Konstitution ausgestattet sind und stressresistenter bleiben.
Es gibt zudem Depressionsarten, bei denen die Lichtintensität eine Rolle spielen dürfte (Winterdepression) oder wechselnde Hormonsituation wie nach der Geburt eines Kindes (postnatale Depression).
Was passiert im Kopf?
Vieles deutet darauf hin, dass während einer depressiven Episode einige Neuro-Hormone (Neurotransmitter, wie Noradrenalin, Dopamin oder Serotonin) im Gehirn erschöpft sind. Oft ist dazu das Stresshormon Cortisol fehlgesteuert (erhöht), sodass sich der Körper «sozusagen» in einer permanenten Stresssituation befindet. Cortisol, wenn es ungewöhnlich lange erhöht ist, hat die negative Eigenschaft, bestimmte Hirnstrukturen anzugreifen, die Stimmung und Lern- und Gedächtnisfunktionen regulieren. Studien zeigen, dass lange, unbehandelte Depressionen diese Hirnstrukturen schrumpfen lassen. Daher ist es wichtig, Depressionen nach allen Regeln der psychiatrischen Kunst konsequent zu behandeln.
Wie viele Menschen leiden darunter?
In der Schweiz leiden rund 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Wie oben erwähnt, sind die Krankheitssymptome individuell und eine Depression wird oft nur schwer und spät erkannt. So klagen Menschen gelegentlich über körperliche Probleme, die keine medizinische Ursache zu haben scheinen.
Für Aussenstehende ist die Krankheit Depression oft nur schwer zu verstehen. Betroffene verhalten sich anders als gewohnt: Sie können sich nicht mehr „zusammenreissen“, sich nicht mehr entscheiden, kommen morgens oft nicht mehr aus dem Bett, obwohl sie nicht schlafen können etc. Verständnis, Geduld und Wissen sind gefragt.
Eine Aufklärung über Depressionen und psychische Krankheiten ist daher dringend notwendig. EQUILIBRIUM engagiert sich dafür.
Hilf auch Du uns durch Deine Unterstützung und Deine eigene Offenheit mit, das Tabu und das Stigma abzubauen!
Sobald die Menschen im Umfeld des Betroffenen akzeptiert haben, dass die Depression eine vielfältige und reale Krankheit ist, öffnet sich der Weg zu Befreiung von Schuld und Scham. Erkrankte haben dadurch eine viel grössere Chance, gesund zu werden.