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Zu spät
Nun haben wirs hinter uns, meine Damen und Herren. Der Sänger Barry Manilow (das ist der, der ein bisschen aussieht wie Ihre Tante Annegret) hat sich geoutet: Er lebe seit 39 Jahren mit einem Mann zusammen, sei schwul (mutmasslich seit immer) und habe dies bisher vor der Welt verheimlicht, weil er seine Fans nicht habe enttäuschen wollen. Beeindruckt uns das? Nö. Wir finden diese jahrzehntelange Heimlichtuerei von Herrn Manilow, 73, der immerhin in einer der tolerantesten Branchen überhaupt sein Geld verdient, eher ein bisschen peinlich. Noch etwas peinlicher ist der Umstand, dass Barry Manilows neues Album in Kürze erscheint, sodass man einen leichten PR-Verdacht nicht loswird.
Übrigens findet sich Herr Manilow überwältigt von den positiven Reaktionen auf seine Bekanntmachung. Eine der ersten kam von einem anderen notorischen Spätkommer, dem Schauspieler George Takei, der seit «Star Trek» (das war im letzten Jahrhundert) jenseits der sogenannten sozialen Medien nicht mehr gross in Erscheinung getreten ist, was nicht an seiner Homosexualität liegen kann, denn die hat Herr Takei ebenfalls jahrzehntelang versteckt. Nun aber gratulierte er Barry Manilow via Twitter und fügte den Hashtag #NeverTooLate an. Nie zu spät? Stimmt nicht ganz. Manchmal ist der Zug einfach abgefahren. Manchmal ist es einfach so spät, dass es völlig egal ist. Und, da wir davon sprechen, hier sind noch ein paar weitere Phänomene mit dem Überraschungswert von Barry Manilows Coming-out:
Der Himmel ist blau (sofern wolkenlos). Zucker ist süss. Eis schmilzt (bei Temperaturen über null). Wenn man einen Apfel in der Hand hält und dieselbe mit den Fingern nach unten öffnet, fällt der Apfel. Nach unten. Liberace war schwul. (Aber nicht alle Schwulen sehen aus wie Liberace. Oder Barry Manilow.)
Der Himmel ist blau (sofern wolkenlos).
Zucker ist süss.
Eis schmilzt (bei Temperaturen über null).
Wenn man einen Apfel in der Hand hält und dieselbe mit den Fingern nach unten öffnet, fällt der Apfel. Nach unten.
Liberace war schwul. (Aber nicht alle Schwulen sehen aus wie Liberace. Oder Barry Manilow.)
4 Kommentare zu «Zu spät»
Sie sprechen mir wirklich immer wieder aus dem Herzen, Herr Tingler. Lächerlich war auch das Coming Out von Limahl in den Achtzigern, dass er „Frauen sowie auch Männer Liebe schenken könne…“ -das mit den Frauen halte ich für ein Gerücht. Liebe Grüsse P.R.
Meine Tante Annegret sieht aber um einiges besser aus als Barry Manilow… Vor allem sieht Tante Annegret immer so aus wie Tante Annegret, nicht so verunstaltet wie dieser Gnom mit den merkwürdigen Apfelbäckchen und dem straff gespannten Gesicht… Tante Annegret würde sich ziemlich echauffieren ob der dieses Vergleich – und recht hätte sie!
Erstaunlich, was Sprache vermag. So einfach und klar.
Manchmal ist es einfach so spät, dass es völlig egal ist.
Wie recht Sie haben.
Ist es nicht völlig nebensächlich ob MSM oder anders. Wen interessiert das eigentlich ausser die MSMs selbst. So interessant wie Vaters blaue Socken. Ein Thema von vorgestern: aufgeblasen, selbstgefällig und mittlerweile ziemlich langweilig.. Fördert weder Information noch Empathie. Freundschaften hängen davon nicht ab. Nur die Charaktereigenschaften sind wichtig, der Rest ist kalter Kaffee. Philipp Tingler ist einfach brillant – und witzig.