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Am 26. Mai 1927 wurden Marie und Eduard Pürro-Philipona von Heimberg bei Alterswil zum zweiten Mal Eltern: Gertrud Raemy-Pürro wurde geboren. Mit ihren 16 Geschwistern erlebte sie eine glückliche, aber entbehrungsreiche und arbeitsintensive Jugendzeit, die von den Krisenjahren geprägt war. Existenzangst, viel Arbeit und haushälterischer Umgang mit den Ressourcen haben sie ihr ganzes Leben lang stark beschäftigt und mitgeprägt.
Einige Jahre arbeitete Gertrud Raemy-Pürro in Plaffeien in der Bäckerei Thalmann im Haushalt, in der Bäckerei und im Laden. Mit dem Velo fuhr sie von Heimberg nach Plaffeien und abends oder nachts müde von den körperlichen Anstrengungen wieder zurück. Sie nutzte jede freie Zeit, um ihre Mutter beim Kochen, Umsorgen der Geschwister, Flicken von Kleidern und bei der vielen Wäsche am Sodbrunnen zu unterstützen.
Im Jahre 1952 heiratete sie Leopold Raemy aus Plaffeien. Im Laufe der Jahre wurden vier Kinder geboren. Mit ihrem Gatten hatte sie eine beruflich, sportlich und musikalisch stark engagierte Persönlichkeit an ihrer Seite. Gertrud Raemy-Pürro führte den Haushalt, betreute die Kinder und arbeitete halbtags im Betreibungsamt. Berufsbedingt waren auch einige Wohnortswechsel unvermeidbar: von Galtern ins Schulhaus Oberschrot über das Telmoos und schliesslich ins Amthaus nach Tafers.
Ihr grosses Hobby war die Pflege eines grossen Gemüse- und Blumengartens. Diese Arbeiten bescherten ihr viele glückliche und befriedigende Stunden. Zeitlebens pflegte sie einen regen Kontakt zu ihren Geschwistern, insbesondere zu ihren Schwestern.
Bis ins hohe Alter von 90 Jahren erfreute sie sich einer relativ guten Gesundheit. Nach mehreren Stürzen musste sie sich schweren Herzens zunächst ins Spital, dann ins Pflegeheim Tafers begeben, wo sie am 20. Oktober 2019 starb. Ihre Angehörigen denken mit grossem Respekt, voller Dankbarkeit und mit vielen schönen Erinnerungen an Gertrud. Sie möge in Frieden ruhen.