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Der Beitrag von Schmelzwasser aus Schnee und Eis zu den Abflüssen nimmt weiter ab. Dadurch verändert sich deren jahreszeitliche Verteilung. Die Gewässer der Schweiz führen in Zukunft mehr Wasser im Winter und weniger im Sommer. Die gesamte Jahresmenge nimmt jedoch nur geringfügig ab.
Der Klimawandel greift zweifach in den Wasserhaushalt ein: Durch die Veränderung der jahreszeitlichen Verteilung des Niederschlags sowie durch den Anstieg der Lufttemperatur. Die Klimaszenarien zeigen, dass die Niederschläge im Winter zukünftig zunehmen und im Sommer abnehmen. Die Verdunstung verstärkt sich in allen Jahreszeiten.
Im Winter führt die Erwärmung dazu, dass Niederschläge öfter bis in höhere Lagen als Regen fallen und schneller abfliessen. Eine kleinere Fläche der Schweiz ist mit Schnee bedeckt. Ausserdem bildet sich die Schneedecke später im Jahr und schmilzt früher ab. Als Folge davon nehmen die Abflüsse und die Grundwasserneubildung in den Wintermonaten zu. Im Frühling und Sommer fehlt hingegen das Schmelzwasser.
Jahresgang des Rheins
Im Sommer bewirken höhere Temperaturen, dass die Gletscher rascher abschmelzen. Gewässer, die von ihnen gespeist werden, führen damit mehr Wasser. Dies ist allerdings ein vorübergehendes Phänomen: Bei den kleinen Gletschern nimmt das Schmelzwasser schon heute wieder ab, bei den grossen voraussichtlich spätestens ab 2050.
Wasser in der Kander
Mehr Wasser im Winter
All diese Entwicklungen haben zur Folge, dass zukünftig nahezu alle Fliessgewässer im Winter mehr Wasser führen. Falls keine Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden, nehmen die Winterabflüsse bis Ende des Jahrhunderts zwischen 10 und 50 Prozent zu. Im Sommer und Herbst dagegen vermindert sich der Abfluss gegenüber heute um 30 bis 50 Prozent.
Die veränderten jahreszeitlichen Zuflüsse werden sich auch auf die Wasserstände in den Seen auswirken. Die gesamte Jahresabflussmenge vermindert sich jedoch voraussichtlich bloss um rund 10 Prozent.
Auch die jahreszeitliche Dynamik von Grundwasserständen und Quellabflüssen verändert sich: Hoch- und Niedrigphasen werden ausgeprägter. Im Winter treten höhere, im Sommer tiefere Wasserstände und Abflüsse auf. Die Wasserwirtschaft muss sich auf diese veränderten Bedingungen einstellen.
Erwartete Abflussänderungen
Erwartete Veränderungen
|Mit Klimaschutz

bis Ende Jahrhundert
|Ohne Klimaschutz

bis Ende Jahrhundert
|Abfluss aus Schneeschmelze||–0 bis –30 %||–30 bis –60 %|
|Winterabflüsse||–0 bis +20 %||+10 bis +50 %|
|Jahresabflüsse||–5 bis +5 %||–0 bis –20 %|
Die Kernaussagen finden Sie auch in der Hydro-CH2018 Broschüre, die in gedruckter Form oder elektronisch als Download erhältlich ist.
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Letzte Änderung 13.03.2021