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B für bisexuell
Bezeichnet eine Person, die sich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt. «Bi» steht für zwei. Manche kritisieren, dass der Begriff das Dogma von bloss zwei Geschlechtern zementiert und andere Geschlechtsidentitäten nicht einschliesst. Gebräuchlich ist auch pansexuell für jemanden, der romantische oder sexuelle Gefühle für alle Menschen verspüren kann, unabhängig davon, ob sie etwa transgender oder nicht-binär sind (siehe T und Q).
Eine eingetragene Partnerschaft sichert homosexuelle Paare gesetzlich ab. Dennoch gibt es im Vergleich zu heterosexuellen Ehepartnern ein paar Abweichungen. Beobachter-Abonnenten sehen, welche Rechte und Pflichten eingetragene Partner in Bezug auf Punkte wie Vermögen, Unterhalt, Altersvorsorge oder Wohnung haben.
T für trans*
Das Sternchen soll anzeigen, dass «trans» nur ein Teilwort ist. Transgender sind alle, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren können, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Ein Transmann wurde als weiblich registriert, empfindet sich aber als Mann. Umgekehrt ist eine Transfrau biologisch als Knabe geboren, versteht sich aber als Frau. Mit Homosexualität hat das selten etwas zu tun. Eine Frau, die sich als Mann fühlt, geht mit einer Frau nicht als Lesbe eine Beziehung ein, sondern als Mann.
Auch Transsexuelle fühlen sich dem anderen Geschlecht zugehörig. Ihnen ist es wichtig, ihr biologisches Geschlecht mit Hilfe von hormonellen und operativen Behandlungen anzugleichen. Der Begriff «sexuell» bezieht sich hier auf das körperliche Geschlecht (vom lateinischen sexus).
Transvestiten sind dagegen Personen, die die Kleidung des anderen Geschlechts tragen – wenn auch bloss vorübergehend. Ein vielleicht etwas modernerer Begriff dafür ist Cross-Dressing. Cross-Dresser sind weder zwangsläufig homosexuell noch transgender. Dragqueens sind Männer, die weibliche Kleidung tragen. Sie kleiden und schminken sich kunstvoll und etwas überspitzt als Frau, oft im Rahmen eines Auftritts. Wenn sich eine Frau als Mann verkleidet und männliche Stereotype nachmacht, ist sie ein Dragking. Dragqueens und Dragkings müssen nicht transgender oder homosexuell sein.
Übrigens: Wer sich mit dem Geschlecht identifizieren kann, das sie oder er bei der Geburt zugewiesen bekommen hat, ist cisgender.
Diese Rechte haben Transmenschen!
Wie gehen Transmenschen vor, um das registrierte Geschlecht zu ändern? Welche Rechte haben Transgender in der Arbeitswelt? Beobachter-Abonnenten erhalten bei Guider Antworten zu diesen und weiteren Rechtsfragen.
Q für queer
Das englische Wort bedeutet «seltsam». Gemeint sind alle sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, die von der Norm abweichen.
Das Q kann aber auch für questioning («in Frage stellen») stehen – und damit für alle, die sich über ihre sexuelle Orientierung oder ihr Geschlecht (noch) nicht gewiss sind.
Wer sich als genderqueer bezeichnet, sieht sich nicht oder nicht ausschliesslich als Frau oder Mann – und kann sich je nachdem mal als weiblich, mal als männlich identifizieren (genderfluid).
Andere identifizieren sich weder als Mann noch als Frau, sondern sehen sich ausserhalb des Zwei-Geschlechter-Systems (nicht-binär). In Deutschland und vielen anderen Ländern können sie als Geschlechtsangabe ein X im Pass erhalten oder auf einen Eintrag verzichten. In der Schweiz ist das bisher nicht möglich.
I für intersexuell
Der Begriff umschreibt eine zwischengeschlechtliche Person , die mit weiblichen wie auch männlichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, sodass sie sich nicht ohne weiteres als Frau oder Mann einordnen lässt. Das Wort Zwitter wird meist abwertend verwendet und ist nicht mehr zeitgemäss.
A für asexuell
Bezeichnet Personen, die wenig bis keine sexuelle Anziehung erleben. Sie sind nicht mit aromantischen Personen zu verwechseln, die keine romantische Anziehung empfinden. Demisexuell sind Personen, die normalerweise keine sexuelle Anziehung verspüren – es sei denn, sie haben eine starke emotionale, nicht zwingend romantische Bindung zu jemandem aufgebaut.
+ für alles andere
Das Pluszeichen meint alles auf dem Spektrum von Sexualität und Geschlecht, was sich (noch) nicht durch Buchstaben und Worte erklären lässt.
Der Gender*-Stern
Sprache beeinflusst unser Denken. Wenn zum Beispiel in Texten die weibliche Form sprachlich genauso sichtbar ist wie die männliche, rücken Frauen stärker ins Bewusstsein. Das haben verschiedene Untersuchungen gezeigt.
Das sogenannte Gender-Sternchen, wie etwa in «Liebe Leser*innen», soll jedoch noch mehr sichtbar machen. Der Stern steht als Platzhalter für alle weiteren möglichen Geschlechter, etwa für nicht-binäre Menschen. Gesprochen wird er als kleine Pause, sodass beim «innen» neu angesetzt wird. Wer sich trans*-inklusiv ausdrücken will, verwendet neutrale Anreden wie etwa «Verehrtes Publikum».
*Gender (ausgesprochen «tschender») weist auf das soziale Geschlecht hin – also auf nicht an biologische Merkmale gebundene Geschlechtsaspekte.
Neues Diskriminierungsverbot ab 1. Juli
Seit 1995 ist es in der Schweiz strafbar, jemanden wegen seiner «Rasse, Ethnie oder Religion» zu diskriminieren. Am 9. Februar 2020 haben die Stimmberechtigten diesen Schutz erweitert
: Es ist in Zukunft verboten, jemanden wegen seiner sexuellen Orientierung herabzuwürdigen. Das neue Diskriminierungsverbot tritt am 1. Juli 2020 in Kraft.
Wer ist neu geschützt?
Alle Personen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem oder mehreren Geschlechtern ist hingegen keine sexuelle Orientierung, deshalb sind etwa Transmenschen nicht explizit geschützt. Die Bundesverfassung verbietet jedoch Diskriminierungen allgemein, insbesondere wegen Geschlecht oder Lebensform. Zudem sind Ehrverletzungen nach wie vor verboten.
Was ist verboten?
Alle öffentlichen Äusserungen und Handlungen, die Betroffene in ihrer Menschenwürde verletzen und Hass schüren. So wäre es nicht erlaubt, «die Homosexuellen» als Gruppe zu beschimpfen, etwa über die sozialen Medien . Bisher konnten sich nur betroffene Einzelpersonen wehren, zum Beispiel wegen einer Ehrverletzung.
Ebenfalls ist es neu verboten, einer Person wegen ihrer sexuellen Orientierung eine Dienstleistung zu verweigern, sie zum Beispiel nicht in ein Restaurant oder Kino zu lassen. Es droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.
Was ist mit der Meinungsäusserungsfreiheit?
Sie ist nach wie vor gewährleistet. Das heisst: Man darf weiterhin sachlich seine Meinung kundtun – auch wenn man sie etwas übertrieben oder provokativ formuliert. Nicht verboten sind Aussagen im privaten Kreis von Familie und Freunden. Die Meinungsäusserungsfreiheit darf allerdings nicht dazu missbraucht werden, gegen bestimmte Personen zu hetzen.
Eingetragene Partnerschaft
Als gleichgeschlechtliches Paar die Partnerschaft eintragen? Wir haben 3 Tipps dafür.
Quelle: Brightcove