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Release «Metal Rendez-vous» von Krokus.
Fakten
Veröffentlichungsdaten: 1980 06 30
Label: Ariola 201 199
Produktion: Tommy Kiefer & Jürg Naegeli & Martin Pearson & Freddy Steady & Marc Storace & Fernando Von Arb & Chris Von Rohr
Genre: Rock - Hardrock
Annotationen
Schweizer Rockbands hatten in der Regel ein Problem, das sie nicht lösten und daran sie zerbrachen: In der Heimat gab es nur wenige Auftrittsmöglichkeiten; ein Konzert in jeder grösseren Stadt. Also tourte man auch im nahe gelegenen Ausland. Doch hatten alle Länder, in denen man zu Gast war, ihre eigenen Formationen. Da musste eine Band schon sehr gut sein, um aufzufallen und um konstant über Jahre Konzerte und Platten verkaufen zu können. Aber wie konnte man gut werden, wenn man nur eine Hand voll Konzerte pro Jahr spielen kann? Zur Qualität einer Rock Band gehörte eben nicht nur, geübt zu haben und technisch gut zu spielen, sondern das Publikum mit Bühnenpräsenz und Show begeistern zu können. Das Problem jeder Rockband auf dem europäischen Kontinent war: Wie und wo kann sie regelmässig spielen, um die Qualitäten von Professionals entwickeln zu können? Die kleinen Clubs, die es in den 60er Jahren in allen grösseren Städten zuhauf gab und die der Nährboden der Beat-Explosion waren, existierten zwar noch, wurden aber mittlerweile zu Diskotheken umfunktioniert, in denen Platten abgespielt wurden. Die Eintritts-Hürde in den professionellen Rockzirkus war hoch.
Krokus aus Solothurn war die erste Schweizer Band, die dieses Problem gelöst hat. Als die Schweizer Bühnen abgegrast waren, spielten sie für Urlauber/-innen an der Costa Brava in Diskotheken, Bars und Clubs. Zwischen 1976 und 78 brachte die Band um Chris Von Rohr (Bass) und Fernando Von Arb (Gitarre) drei Alben heraus, in denen sie sukzessive ihren Sound entwickelten. Für ihr viertes Album rekrutierten sie den Ex-Sänger der Zürcher Hardrock-Formation Tea, Marc Storace. In der Besetzung mit Marc Storace feierte Krokus weltweite Erfolge. Die Band schaffte es in Nordengland, einem europäischen Mekka des Hardrocks, wo Black Sabbath, die Erfinder von Heavy Metal herkamen. Dann schaffte sie es auch in Amerika wahrgenommen zu werden, wo die Band ein paar Jahre lang hintere Hitparadenplätze belegen konnte. Von den vielen kontinentalen Hardrock Bands wurden sie nur von den deutschen Scorpions geschlagen. Wegen ihrer Wirkung auf dem internationalen Markt kann man Krokus als die Ambassadoren der Schweizer Rock Musik bezeichnen.
Welch grossartiger Sänger Marc Storace war, hört man in der langsamen Nummer
Steamer: Auch und gerade in den Nuancen bleibt die Stimme präsent und vermag viel Emotionalität zu transportieren.
Das Plattencover von
Metal Rendez-vous ist das Beispiel eines in den 70er Jahren geläufigen Bildgebungsverfahrens: Mit dem Cover gibt man dem Albumtitel einen surrealen Dreh. Das Rendez-vous mit dem Metal Sound von Krokus wird zum Frontalzusammenstoss zweier Sportcoupés. Knall und Rauch, die dabei entstehen, repräsentieren symbolhaft die Bühnenshow von Hardrock- und Metal-Bands der Zeit, die die standardmässige Lichtshow mit pompösem Mitteln (Feuer, Rauch und Trockennebel-Einsatz) ergänzten. Das Moto: «Fire, fire is what you need» (Track B3).
In der Schweiz wurde
Metal Rendez-vous 150'000 Mal verkauft, d.h. dreifach mit Platin zertifiziert.
Personen und Querverweise
Trackliste
Seite A 1. Heatstrokes - 4:00 2. Bedside Radio (Jürg Naegeli, Fernando von Arb, Chris von Rohr) - 3:18 3. Come On - 4:23 4. Streamer - 6:38 5. Shy Kid - 2:30 *Seite B 1. Tokyo Nights - 5:51 2. Lady Double Dealer - 3:12 3. Fire - 6:02 4. No Way - 4:00 5. Back-Seat Rock 'N' Roll (Jürg Naegeli, Fernando von Arb, Chris von Rohr) - 3:12 *Alle Tracks: Chris Von Rohr und Fernando Von Arb, ausser wo anders vermerkt.