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Der Druck auf den Internetkonzern Google wegen seiner Steuerpraxis in Grossbritannien wächst. Nachdem durch Reuters-Recherchen weitere Unregelmässigkeiten aufgedeckt wurden, musste Googles Nordeuropa-Chef Matt Brittin vor einem Parlamentausschuss Rede und Antwort stehen. Dabei ging es um mögliche Falschaussagen vor dem Parlament im vergangenen Jahr.
«Sei nicht böse»
Reuters hatte aufgedeckt, dass Google in London Verkaufsmitarbeiter anstellte, obwohl der Konzern zuletzt im November bekräftigte, von dort aus keine Akquise bei britischen Kunden zu betreiben. Dadurch wären höhere Abgaben angefallen. Von 2006 bis 2011 setzten die Amerikaner 18 Milliarden Dollar in Grossbritannien um, zahlten jedoch nur 16 Millionen Dollar an Steuern.
Brittin sagte, er sei sich sicher, dass Google gegen keine Gesetze verstossen habe. Zugleich räumte er aber ein, dass doch Mitarbeiter in London im Verkauf gearbeitet hätten. Diese hätten aber keine Abschlüsse vorgenommen. Die Abgeordneten reagierten gereizt. Die Parlamentsausschussvorsitzende Margaret Hodge kritisierte, dass Google sich nicht an sein eigenes Motto «Sei nicht böse» (Don't be evil!) hält. Der Konservative Stephen Barclay sagte, die Argumente Brittins zögen bei ihm nicht.
Diverse IT-Firmen schummeln
Die Steuerpraxis grosser US-Konzerne wie Google, Amazon und Starbucks steht im Vereinigten Königreich seit längerem in der Kritik. Aufgrund bestimmter Verrechnungen müssen die Firmen äusserst geringe Abgaben in Grossbritannien leisten. Dies erzürnte Bevölkerung wie auch Politiker, die teilweise zu Boykott-Aktionen aufriefen.
(chb/rcv/reuters)