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Der Kampf für Zugang zu Medikamenten am Beispiel AIDS
Der ungleiche Zugang der Länder des Südens zu Medikamenten wurde mit der AIDS-Problematik und der Gründung der WTO vor mehr als 20 Jahren offenkundig. Um die Verbreitung der Krankheit zu bremsen, waren Länder wie Südafrika gezwungen, Notmassnahmen zu ergreifen. Sie wurden aber mit Klagen oder politischem Druck multinationaler Arzneimittelhersteller konfrontiert, welche einen Rückgang ihrer Gewinne befürchteten.
Dass die Unternehmen ihren Profit um jeden Preis maximieren wollten, rief in der Öffentlichkeit Empörung hervor und brachte eine politische Diskussion über den Zugang zu Medikamenten ins Rollen. Zentral war dabei vor allem die Frage des Preises antiretroviraler Medikamente. Die Mehrheit der AIDS-Patientinnen und -Patienten lebt in Ländern des Südens und hatte während langer Zeit keinen Zugang zu diesen neuen Behandlungen. Der Grund dafür: horrende Preise aufgrund von Patenten.
Dank Generika ist der Preis einer Behandlung von 10.000 US-Dollar auf weniger als 100 US-Dollar pro Jahr gesunken.
Durch diesen drastischen Preisrückgang ist es heute möglich, weltweit deutlich mehr Menschen mit antiretroviralen Medikamenten zu behandeln (von 2 Millionen im Jahr 2005 zu über 20 Millionen 2017). Trotzdem bleibt noch viel zu tun, bis alle 36 Millionen Menschen, die laut der UNO 2016 mit HIV lebten (UNAIDS 2016), behandelt werden können.