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Grosses Konfliktpotenzial um schmutziges Öl
- Ressourcenbesitz bedeutet Macht.
- 90% aller verfügbaren Ölreserven befinden sich in den Händen grosser nationaler Ölfirmen.
- Der Raubbau geht gegen Mensch und Natur.
Rohstoffe sind Macht: Je aktueller der Peak Oil, desto härter wird um die Ressource Öl gekämpft. Der Zugang zu einer knapper werdenden und wichtigen Ressource gibt Macht. Rohstoffe werden zunehmend zu geostrategischen Instrumenten in einem Umfeld, in dem sich die Spielregeln ändern. Die fünf grossen Geostrategen – China, Russland, Indien, die EU und die USA – werden sich um die verbleibenden Erdöl- und Erdgas-Ressourcen streiten, wenn nötig mit Gewalt. So entstehen Ressourcenkriege, denn wer die Ressourcen kontrolliert, kann indirekt die Rivalen in Schacht halten. Und mit dem Erreichen des Peak Oil wird die Situation noch konfliktreicher.
Ölmultis vs. staatliche Erdölfördergesellschaften: Wesentlich ist die Frage des Eigentums. Oft ist die Rede von den grossen Ölgiganten Exxon Mobile, Shell und BP. Dabei geht aber vergessen, dass 90% aller verfügbaren Ölreserven sich in den Händen grosser nationaler Ölfirmen befinden. Allen voran die staatliche saudische Gesellschaft Aramco oder China National Petroleum Corporation. Darüber hinaus befinden sich zwei Drittel der Ölreserven in der politisch instabilen Golfregion. Nur noch in der Nordsee gehen Erdölförderung, Demokratie und Menschenrechte Hand in Hand. Die Ölförderung in der Nordsee geht aber markant zurück, der Peak ist überschritten.
Öl bedeutet vielerorts Elend und Verschmutzung: Ölkonzerne missachten Menschenrechte, beuten arme Länder aus, zerstören die Natur und treten die Kultur der indigenen Völker mit Füssen. Der Raubbau führt zu einer Zunahme von Konflikten und zu katastrophalen Eingriffen in sensible Ökosysteme. Die Liste der Öl-Opfer ist lang: Kamerun (Zerstörung von Regenwald, Bedrohung der Wasserversorgung), Nigeria (Trinkwasserverschmutzungen, kriegerische Konflikte), Alaska (Bedrohung eines hoch sensiblen Naturreservats), Süd- und Mittelamerika (Zerstörung von Regenwald, Vertreibung indigener Völker), Arktis (drohende Plünderung wegen vermuteter fossiler Ressourcen).