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Antibiotika sind nicht wirksam gegen Grippe und Erkältungen
Antibiotika wirken gegen Bakterien, aber nicht gegen virale Infekte. Das liegt daran, dass Bakterien und Viren biologisch ganz unterschiedlich sind. Die inkorrekte Einnahme von Antibiotika kann sogar die Entwicklung resistenter Bakterienstämme fördern, die später nicht auf die Behandlung ansprechen. Der Arzt bzw. die Ärztin könnte jedoch Antibiotika verschreiben, wenn sich als Folge der Grippe eine bakterielle Sekundärinfektion entwickelt.
Andererseits sind mehr als 200 verschiedene Virustypen für die Erkältung verantwortlich. Diese Erreger finden in den oberen Teilen der Atemwege (Nase und Rachen) ein günstiges Umfeld für ihre Vermehrung und lösen so die typischen Symptome aus. In einigen Fällen von Grippe sind die Lungen auch betroffen, was zu schwereren Verläufen führen kann. Die Behandlung ist meist symptomatisch und die Mehrzahl der Infektionen klingen innerhalb von zwei Wochen von selbst ab.
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Ein Virus ist eine mikroskopisch kleine biologische Einheit, die aus in einer Hülle eingeschlossenem Genmaterial (DNA oder RNA) besteht. Im Gegensatz zu allen anderen Lebewesen ist er jedoch weder in der Lage, selbständig Stoffwechselprozesse durchzuführen, noch sich zu vermehren. Die Körperzellen werden also infiziert und durch die neuen genetischen Anweisungen verwendet, um zahlreiche Kopien des ursprünglichen Virus zu bilden die dann freigesetzt werden und wiederum neue Zellen angreifen. Die virale DNA oder RNA weist aufgrund von Fehlern im Replikationsprozess regelmässig kleine Mutationen auf, die zu einer Veränderung der Infektionsfähigkeit (Virulenz) führen können. Je länger sich ein Virus also replizieren kann, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich neue Varianten entwickeln.
Grippe- und Erkältungsviren verbreiten sich über die Luft durch die bei Husten, Niesen oder Sprechen einer kranken Person entstehenden Tröpfchen. Alltägliche Gegenstände, auf denen sich diese Partikel abgesetzt haben (wie Besteck, Handtücher, Spielzeug und Telefone), können ebenfalls als Vehikel dienen. Zugangspunkte zum Körper sind der Mund, die Nase und die Augen.
In der Regel ist die Grippe bis zu 7 Tage nach Auftreten der ersten Symptome ansteckend, während die Erkältung bis zum Abklingen aller Symptome; eine Übertragung kann jedoch auch erfolgen, wenn man sich noch nicht krank fühlt.
Körperabwehr - Die Haut und die Schleimhäute sind der Kontaktpunkt mit der Umwelt und verfügen über eine Kombination aus physikalischen und chemischen Barrieren, die das Eindringen von Krankheitserregern in den Körper effektiv verhindern. Die trockenere und kältere Luft der Wintermonate führt jedoch zu ihrer Austrocknung und damit zur Beeinträchtigung der Schutzfunktion.
Günstige Bedingungen - Influenzaviren bevorzugen kalte und trockene Bedingungen. Dies ist das Ergebnis einer in den 1960er Jahren durchgeführten Laborstudie, bei der Forscher die physikalische Stabilität der Viren in verschiedenen Umgebungen verglichen.[1]
Lebensstil - Das kalte Wetter und die kurzen Tage führen dazu, dass man mehr Zeit in geschlossenen Räumen und in engem Kontakt mit anderen Menschen verbringt. Das Risiko, mit Viren in Kontakt zu kommen, ist daher viel höher.
Die Symptome beider Erkrankungen sind ähnlich, aber ihr Schweregrad und die Art und Weise, wie sie sich entwickeln, können eher auf die eine als auf die andere Ursache hinweisen.
Grippe - Äussert sich in der Regel abrupt, mit Fieber oft bis zu über 38°C, starken Halsweh mit Schluckbeschwerden, intensiven Schmerzen in den Gelenken und einem meist trockenen Husten. Bei Kindern können auch Magen-Darm-Beschwerden auftreten, während das Fieber bei Älteren ausbleiben kann. Entzündungen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs, Pneumonie oder Myokarditis (Herzmuskelentzündung) sind mögliche Komplikationen, die durch die Viren selbst oder durch eine bakterielle Sekundärinfektion entstehen können.
Erkältung - Entwickelt sich hingegen allmählich, mit einer verstopften oder laufenden Nase, einem zunächst trockenen und dann produktiven Husten, leichtem oder gar keinem Fieber und milderen Hals- und Gelenkschmerzen.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen dem Kontakt mit dem Erreger und dem Auftreten der ersten Symptome) beträgt in beiden Fällen 1-4 Tage, und während einer Grippe bis zu 2 Wochen mit starken Symptomen anhalten kann, klingen die meisten Erkältungen innerhalb von 10 Tagen vollständig ab.
Bei einer Person mit gutem Allgemeinzustand klingen die Episoden tendenziell spontan und ohne Folgen ab. Bestimmte Massnahmen können jedoch den Heilungsprozess unterstützen und die Symptome lindern.
Ruhe und Schlaf - Man sollte die Arbeit oder die Schule vermeiden, ebenso wie intensive körperliche Aktivitäten und unnötig engen Kontakt mit anderen Personen. Schlaf hilft dem Immunsystem, die Infektion besser zu bekämpfen.
Ausreichend trinken - Der Körper benötigt mehr Wasser, um die Verluste durch Fieber und Schleimproduktion auszugleichen. Um einer Dehydrierung vorzubeugen, sind täglich mindestens 1,5-2 Liter zu trinken. Die Flüssigkeitszufuhr hilft auch, den Schleim zu verflüssigen, so dass er leichter ausgeschieden werden kann. Dampfinhalation und regelmässiges Schnäuzen sind ebenfalls nützlich.
Raumklima - Die Räume regelmässig lüften, um Viren zu entfernen und einen Luftbefeuchter verwenden, um die Schutzfunktion der Nasenschleimhäute wiederherzustellen. Diese Massnahmen verbessern das Wohlbefinden und haben einen positiven Einfluss auf die Schlafqualität.
Hausapotheke - Paracetamol lindert Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Andere so genannte sympathomimetische Wirkstoffe haben eine ergänzende Wirkung, indem sie die Schwellung der Schleimhäute und die damit verbundene Schleimproduktion reduzieren. Schliesslich gibt es verschiedene Präparate zur Linderung des trockenen Hustens. Diese sollten nicht bei produktivem Husten verwendet werden, da sie den Auswurf von Schleim erschweren.
Antibiotika wirken gegen Bakterien, aber nicht gegen virale Infekte. Das liegt daran, dass Bakterien und Viren biologisch ganz unterschiedlich sind. Die inkorrekte Einnahme von Antibiotika kann sogar die Entwicklung resistenter Bakterienstämme fördern, die später nicht auf die Behandlung ansprechen. Der Arzt bzw. die Ärztin könnte jedoch Antibiotika verschreiben, wenn sich als Folge der Grippe eine bakterielle Sekundärinfektion entwickelt.
Komplikationen können grundsätzlich bei jeder an Grippe erkrankten Person auftreten. In einigen Gruppen ist das Risiko jedoch höher und bei Symptomen kann eine medizinische Abklärung angezeigt sein. Dazu gehören:
Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn sich die Symptome weiter verschlimmern oder wenn sie sich innerhalb von 2 Wochen nicht verbessert haben.
Das Immunsystem kann sich an bereits vorhandene Infektionserreger "erinnern" und bei einer erneuten Infektion schneller reagieren. Dieses Gedächtnis kann auch ohne Ansteckung durch die Verabreichung eines Impfstoffs entwickelt werden.
Mehrere Grippeimpfstoffe sind in der Schweiz zugelassen, die eine Immunabwehr gegen die häufigsten vorkommenden Stämme in einer bestimmten Grippesaison aufbauen. Aufgrund der grossen Anzahl verschiedener Influenzaviren, ist es jedoch möglich, dass der Impfstoff nicht immer einen vollständigen Schutz bietet. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Impfung für alle oben genannten Risikogruppen ab einem Alter von 6 Monaten.[2]
[1] Harper, G. (1961). Airborne micro-organisms: Survival tests with four viruses. Epidemiology and Infection, 59(4), 479-486. doi:10.1017/S0022172400039176
[2] https://impfengegengrippe.ch/de-ch/impfung/impfempfehlungen.html (08.04.2022)
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