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Die Kleiderfabrik erwacht zu neuem Leben
1909 gründeten Arthur und Emma Frey eine Fabrik für Herrenhosen. Es war der erste Industriebetrieb in Wangen. Drei Jahre später kauften die beiden das Grundstück direkt neben ihrem Wohnhaus – den heutigen Freyraum – und bauten eine Fabrikanlage mit Platz für 35 Näherinnen. Die Fabrik wuchs schnell und war weitherum unter dem Namen «Kleider Frey» und dem auffällig geschwungenen Logo bekannt. Nach dem ersten Weltkrieg folgte der Ausbau der Fabrik mit einer für damalige Verhältnisse hochmodernen technischen Ausstattung. 1927 wurde eine 1500m2 grosse Nähhalle an das bestehende Gebäude angebaut.
Später expandiert die Kleider Frey an weitere Standorte. Zu den besten Zeiten hatte die Firma bis zu 1400 Angestellte und 37 Verkaufsfilialen. Das Herz der Firma blieb aber stets der heutige Freyraum in Wangen. Er war Hauptsitz und gleichzeitig der grösste und wichtigste Produktionsstandort.
Die Kleider Frey gehörte zu den fortschrittlichsten Unternehmen, insbesondere bei den Arbeitsbedingungen. Früh führte die Fabrik eine 5-Tageswoche, bezahlte Ferien und eine Pensionskasse ein. Lange bevor das zum gesetzlichen Standard wurde.
Mit der zunehmenden Globalisierung wuchs die internationale Konkurrenz. Wie viele andere Industrieunternehmen konnte die Kleider Frey dem Preisdruck nicht standhalten und musste Anfang der 1990er-Jahre den Betrieb einstellen. Die Gebäude wurden verkauft, wechselten mehrmals den Besitzer und verkamen zunehmends.
Die Stiftung Abendrot kaufte im August 2012 das gesamte Grundstück und startete die sorgfältige Entwicklung des Areals. Neu entsteht ein Mix zwischen Wohnen und Arbeiten. Gleichzeitig wird der industrielle Charakter weitergepflegt. Bis Januar 2018 wurde das bestehende Fabrikgebäude schonend erneuert. Ab 2019 wird die ehemalige Nähhalle zu charmanten Ateliers umgebaut und auf der Fabrikwiese entstehen Wohnungen für Familien, Paare und Singles.