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Diese Graphic Novel des niederländischen Zeichners Peter van Dongen, der in der Tradition des belgischen Schöpfers von «Tim und Struppi», Hergé, im Ligne-claire-Stil zeichnet, spielt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Hauptfigur Johan Knevel, Kind niederländischer Kolonialisten, verlor früh beide Elternteile und kam in die Obhut einer indonesischen Pflegemutter, Ninih, die ihm vom titelgebenden «Rampokan» erzählte. Bei diesem javanischen Schauspiel werden ausgehungerte, gefangene Raubkatzen aus Holzsärgen gelassen, während ein Kreis bewaffneter Krieger auf sie wartet, um sie zu töten. Seitdem ein Tiger diesem Ritual entkam, war die abergläubische Ninih überzeugt, dass nun Krankheiten, Krieg und Naturkatastrophen über das Land hereinbrechen würden.
Als die niederländische Regierung nach der Niederlage Japans Freiwillige sucht, um die Kontrolle über Indonesien wiederzuerlangen, meldet sich Johan – auch um sich auf die Suche nach Ninih machen zu können. Kaum angekommen, wird er in den Schwarzhandel verwickelt und in die regionalen Konflikte hineingezogen: zwischen indonesischen Nationalisten, antikolonialen Kommunisten und niederländischen Soldaten, zwischen christlichen Ambonesen, muslimischen Javanern und Anhängern indigener Religionen. Seine Reise führt ihn tief in den Dschungel auf Sulawesi. Dort erinnert er sich immer wieder an den «Rampokan» und an den entlaufenen Tiger, ohne den Widerspruch zu bemerken, der zwischen der Sehnsucht nach dem kolonialen Indonesien seiner Kindheit und der Gewalt besteht, mit der er nun als Erwachsener konfrontiert ist.
Die Geschichte wurde ursprünglich in zwei separaten Teilen veröffentlicht (1998 und 2004), die in dieser Ausgabe erstmals zusammen erscheinen, wofür sie vierfarbig illustriert worden ist. In «Rampokan» verarbeitete Peter van Dongen die Erzählungen seiner indonesischen Mutter und eigene Recherchen in deren Heimat. Herausgekommen ist eine eindrückliche Darstellung der niederländischen Kolonialgeschichte.