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Froome stürzte im Rahmen des Critériums du Dauphiné, bei der Streckenbesichtigung des Zeitfahrens in einer Abfahrt. Der 34-Jährige war zum Zeitpunkt des Unfalls - begleitet von seinem niederländischen Teamkollegen Wout Poels - mit rund 60 Stundenkilometern unterwegs, als er offensichtlich von einer Windböe erfasst wurde und anschliessend in eine Mauer prallte.
"Es war ein schwerer Unfall, und es ist klar, er wird nicht bei der Tour starten", sagte Ineos-Teammanager Dave Brailsford dem TV-Sender France 3, "er konnte kaum sprechen." Neben dem Oberschenkel brach sich Froome auch noch einen Ellbogen und mehrere Rippen. Nach der Erstversorgung in Roanne wurde Froome mit einem Helikopter in eine Klinik nach Saint-Etienne gebracht.
Der in Kenias Hauptstadt Nairobi geborene Froome war in dieser Saison nur schwer in die Gänge gekommen. Er errang keinen einzigen Sieg. Bei der Tour of the Alps im April schaffte er es zweimal wenigstens in die Top 10 einer Etappe. Doch dies will bei einem wie ihm nichts heissen, im Juli war er bis anhin praktisch immer bereit. Am Dauphiné hätte ein aussagekräftiger Formtest Aufschluss darüber geben sollen, ob der inzwischen 34-Jährige die Tour de France ein fünftes Mal gewinnen kann.
Vor seinen ersten drei Tour-Siegen 2013, 2015 und 2016 hatte Froome den Dauphiné jeweils gewonnen. Im Vorjahr hatte er als Titelverteidiger nach dem Sieg im Giro d'Italia beim Tour-Triumph seines Teamkollegen Geraint Thomas den 3. Platz belegt. Sein Erfolg im Giro 2018 war bis heute sein bisher letzter überhaupt.
Damit trägt der Brite Thomas, der ab Samstag die Tour de Suisse bestreitet, heuer die Hoffnungen von Ineos, wie das ehemalige Sky-Team nach dem Sponsor-Wechsel inzwischen heisst. Unterstützt wird Thomas vom starken Kolumbianer Egan Bernal.
Auch Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme reagierte geschockt auf die Nachricht vom schweren Unfall von Froome. "Wir wünschen ihm die beste Genesung", sagte der Franzose. Froome sei seit über sechs Jahren "die zentrale Figur bei der Tour de France gewesen".
Froome ist in der Vergangenheit schon einige Male gestürzt, doch immer kam er mit vergleichsweise harmlosen Verletzungen davon. Letztes Jahr war der Brite in Jerusalem - ebenfalls bei einer Streckenbesichtigung - vor dem Auftakt-Zeitfahren zum Giro gestürzt. Letztlich beendete er die Rundfahrt als Sieger.
(sda)