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Vorgestern half ich einem Freund den Umzug seiner Mutter vorzubereiten.
In einer Woche wird sie in eine Wohnung, welche mit einem Lift erreichbar ist, umziehen.
Nach dem Räumen von 2 Estrichzimmern und 2 Estrichabteilen sind 2 riesige Abfallmulden und 2 kleinere Container gefüllt mit Erinnerungsstücken, gesammelt in 47 Jahren Wohnen am gleichen Ort.
Die Wohnung und die Terrasse werden in den nächsten Tagen erleichtert.
Es schmerzte mich zu sehen, mit welcher Wehmut die Mutter meines Freundes unserer unsentimentalen Räumaktion zuschaute.
Für sie war und ist es sichtbar schwer sich von Gegenständen zu trennen.
Kurz musste unser Entsorgungskommando innehalten. Ein älterer Mann war in die Abfallmulde geklettert und wühlte darin auf der Suche nach Verwertbarem.
Die vorgestrige Erfahrung kontrastiert mit der Lebensweise einer Gruppe von australischen Ureinwohnern, welche Marlo Morgan im Buch „Traumfänger“ beschreibt.
Diese Frauen und Männer sind nicht sesshaft, leben in und mit der Natur, vertrauen total deren Gesetze und der Schöpfungskraft.
Materieller Besitz würde ihren Lebensstil behindern und einengen.
Ich entnehme diesem Werk anregende und bedenkenswerte Botschaften.
Kann das Leben so einfach sein?
Ein anderes Buch, welches mich berührt, ist „Homer & Langley“ von E.L. Doctorow.
Sein Werk beruht auf tatsächlichen Ereignissen.
Homer und Langley Collyer lebten in ihrem Elternhaus an der Fifth Avenue in Harlem, New York.
Weil es sich von der Aussenwelt und von Einbrechern bedroht fühlte, verschanzte sich das Brüderpaar in seinem Haus und vernagelte die Fenster.
Langley sammelte viele Tonnen Müll und Papier. Damit baute er Geheimgänge und Fallen im Innern des Hauses. Sein blinder Bruder konnte ihm dabei nicht helfen.
1947 fand die Polizei den verdursteten Homer auf einem Sofa liegend, 10 Tage später die Leiche von Longley, welcher unabsichtlich eine seiner Fallen ausgelöst hatte und von einem Müllberg verschüttet wurde, als er im Begriff war, seinem Bruder das Essen zu bringen.
Im wunderbaren canzone „cosa sarà?“ fragt sich der italienische cantautore Lucio Dalla , was es ist, das die Bäume und das Glück wachsen lässt und was uns zu der Person macht, die wir sind.
Eine Antwort singt er nicht.
24. Mai 2021
Wir werden am 16. Juni von unserem Haus in eine Wohnung ziehen. Es erstaunt, was da alles ist, und ja, manchmal schmerzt es, etwas loszulassen. Aber es befreit auch…….was brauche ich wirklich zum Leben?
Lieber Markus, dieE Zeilen geben mir zu denken. Oft halten wir an Dingen fest, Psychische oder Materielle, die uns nicht wirklich weiter bringen. Ist es da nicht viel wertvoller wenn wir danach suchen warum die Bäume glücklich sind!
Vielleicht weil sie ganz in der Gesetzmässigkeit stehen……….
Vielen Dank für fünf Minuten innehalten und nachdenken.
Ich entsorge gerade – mit vielen Erinnerungen bestückte – alte Ordner vom Hausbau 2001.
Lieben Gruss
Beat