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Brooks Koepka wählte im Frühling 2012, als er ins Lager der Profis übergetreten war, einen ungewöhnlichen Weg. Die allermeisten jungen US-Golfer streben den schwer zu realisierenden Aufstieg in die lukrative US PGA Tour über untergeordnete Circuits in den Staaten an. Koepka aber reiste nach Europa und schloss sich der Challenge Tour an. Auf diesem zweitklassigen Circuit konnte er anfänglich nur mit Wildcards und Goodwill der Veranstalter spielen.
Mitte Juli 2012 war Koepka auch an der Swiss Challenge am Sempachersee im luzernischen Hildisrieden zu sehen. Aber wohl kaum jemand sah ihn wirklich, denn im Feld der 150 Profis war er einer der zahllosen Namenlosen. Auch sein Abschneiden wurde kaum zur Kenntnis genommen. Er belegte den unauffälligen 27. Platz, schlaggleich mit dem Engadiner Martin Rominger und einen Schlag hinter dem Zuger Damian Ulrich.
Im darauffolgenden Frühling ging alles schnell. Koepka gewann in kurzer Folge drei Turniere der Challenge Tour. Drei Siege in einer Saison bringen dem Spieler den automatischen Aufstieg in die grosse Europa-Tour ein. Mit dem höheren Spielerstatus ging er für die Saison 2014 zurück in die USA. Auch auf der US PGA Tour setzte er sich mit einer Reihe ausgezeichneter Ergebnisse in kurzer Zeit fest. Er gewann danach – im Februar 2015 – nur ein Turnier. Er spielte jedoch mit einer für einen jungen Golfer verblüffenden Konstanz, sodass er schier Woche für Woche gutes Preisgeld gewann. Schon 2014 brachte er mehr als eine Million Dollar aufs Konto. 2015 wurden es 3,5 Millionen, 2016 3,3 Millionen. Nach der Hälfte der laufenden Saison hat er schon fast 4,5 Millionen auf sicher und – viel wichtiger – den ewigen Ruhm als Sieger des US Open.
Brooks Koepkas Eltern werden sich etwas gedacht haben, als sie Brooks’ dreieinhalb Jahre jüngerem Bruder den Namen Chase gaben. Chase steht für Jagd, Verfolgungsjagd. Tatsächlich eifert Chase Koepka als Jungprofi seinem Bruder, dem Multimillionär, nach. Auch er strebt den Aufstieg über die Challenge Tour in Europa an. Erst vor zwei Wochen erspielte er sich mit dem 3. Platz sein bislang bestes Ergebnis. Starten konnte er nur, weil der weitsichtige Turnierdirektor Daniel Weber ihn mit einer Wildcard eingeladen hatte. Das Turnier war die Swiss Challenge in Hildisrieden.
(SDA)