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Am Dienstag legte sich eine Kaltfront an die Alpen. Seither liegt die Schweiz zwischen feuchtwarmer Luft im Südosten und kühlerer Luft im Nordwesten. An der Grenze zwischen diesen beiden Luftmassen kam und kommt es immer wieder zu heftigen Gewittern mit Starkregen und Hagelschlag. Erst am frühen Freitagmorgen gingen die Gewitter zu Ende. Danach gibt es vor allem im Osten und den nördlichen Bergen entlang noch etwas Regen.
Vor allem Tessin betroffen
Schon am Mittwochabend setzten Gewitter im nordwestlichen Tessin ein. Betroffen waren zunächst das Maggiatal, das Onsernonetal, das Centovalli und zum Teil auch die Leventina. Bis am Donnerstagabend fielen in diesen Gebieten stellenweise über 80 Millimeter Regen in 24 Stunden, in Faido waren es sogar über 130 Millimeter. Über die letzten drei Tage kamen an dieser Wetterstation 178 Millimeter Regen zusammen. Die Juli-Norm in Faido von 136 Millimeter wurde somit deutlich überschritten. Die ergiebigen Regenfälle führten zu lokalen Überschwemmungen und zu einzelnen Hangrutschen. So musste am Donnerstagnachmittag auch die Autobahn A2 Richtung Süden längere Zeit gesperrt werden. In den Tessiner Seitentälern mussten weitere Strassen gesperrt werden.
Heftige Hagelzellen
Am späteren Vormittag zogen mehrere Hagelzellen vor allem über die Gegend am Ceneri und weiter in die Magadinoebene, Richtung Bleniotal und in das bündnerische Misox. In Bellinzona fielen innerhalb von einer Stunde 65,9 Millimeter Regen. Dieser Wert gehört zu den 10 höchsten Stundenwerten in der Schweiz. Der absolute Rekord liegt immer noch bei 91,2 Millimetern gemessen in Locarno am 29. August 1997. Am Zürichberg wurden am 15. August 1988 71,2 Millimeter Regen gemessen.
Am Abend Sturm
Am Donnerstagabend brachte eine weitere Gewitterzelle auch noch Sturmböen ins Südtessin. Im Raum Morcote stürzten Bäume um. In der Nähe von Chiasso wurde eine Böe mit 83 Kilometern pro Stunde gemessen.
Auch Norden betroffen
Die Luftmassengrenze lag am Donnerstag ziemlich genau von Süden nach Norden über den Alpen. Im Norden waren vor allem die Surselva, die Kantone Schwyz und Zug, das Glarnerland und die Region rund um den Alpstein betroffen. In Trun, in der Surselva, fielen innerhalb von 24 Stunden 117 Millimeter Regen in Vals waren es 99 Millimeter und in Hintersand im Kanton Glarus wurden sogar 119 Millimeter gemessen. Am Pragelpass und Richtung Siebnen/SZ gab es Erdrutsche, im Ägerital wurde stellenweise Hochwasser gemeldet.
Der grosse Regen hat vorerst ein Ende
Am Freitagvormittag trocknet die Luft im Norden allmählich ab, und im Süden setzt sich mit Nordföhn rasch die Sonne durch. Am Wochenende sind zwar einzelne Schauer möglich, vor allem am Samstagnachmittag und in der Nacht zum Sonntag, allgemein gibt es aber eine vorübergehende Entspannung. Bereits in der kommenden Woche muss aber wieder mit Unwettern gerechnet werden.