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Eine Reportage von Jürgen Grünwidl Text und Fotos
Schweizer Damen bleiben enttäuschend ohne Medaille; Marcel Guerrini holt erfreulicherweise Bronze bei den U23 Herren. Der Neuseeländer Sam Gaze wird neuer U23-Weltmeister
Der vorletzte Tag fing für die Schweiz bei toller Zuschauerkulisse gut an. Das U23 Herren Rennen war das Erste von den 2 Rennen am heutigen Samstag. Bei kraftraubender Strecke, sollte jeder Fahrer seine Taktik festlegen. Zu schnell angegangen fällt man oft im Laufe des Rennens zurück.
m Laufe des Rennens bildete sich ein Führungsquartett. Marcel Guerrini fuhr ein gleichmäßiges Rennen. Er ließ sich von Attacken nicht beirren. Die ging er nie mit, fuhr mit seinem Rhythmus aber immer wieder zu dem Quartett in der Spitzengruppe auf.
Der Däne Simon Andreassen fiel zurück, als der Neuseeländer Sam Gaze in der vorletzten Runde angriff. U23-Weltcupsieger von 2015 Titouan Carod versuchte zu folgen, doch das zahlte sich nicht aus. Er wurde von Victor Koretzky (F) passiert und landete bei Marcel Guerrini. Der war wie immer ruhig geblieben und konnte Carod hinter sich lassen. Guerrini erreichte das Ziel mit 1:04 Minuten Rückstand auf Sam Gaze (1:17:57) und 14 Sekunden hinter Victor Koretzky. Victor Koretzky (F) war sichtlich enttäuscht von seinem 2. Platz, wollte er doch Gold holen, während Guerrine sich über Bronze freute.
Die Schweizer Elite Damen bleiben ohne Medaille - Neff nach Anfangseffort gescheitert!
Die erhoffte Medaille oder gar der erhofften Titel blieb aus. Jolanda Neff fing stark an und führte in der Startrunde. Die schon vorher befürchteten Rückenschmerzen traten dann auch prompt ein, und Neff landete als beste Schweizerin auf Platz 8. Dass die Rückenschmerzen durch die Belastung letzte Woche bei der Marathon WM verursacht wurden, verneinte Neff in einem Interview.
Das Rennen selber verlief spanend und kurios. Dachte man schon, die Plätze stehen fest, so irrten diejenigen. Zwar wurde die lange Führende Annika Langvad auch Weltmeisterin, aber die Plätze 2 und 3 entschieden sich durch Defekte in der letzten Runde.
Es traf Maja Wloszczowska (Polen) und Sabine Spitz (D), die an zweiter und dritter Position lagen. Mit rund 30 Sekunden voneinander getrennt und Spitz mit 30 Sekunden Vorsprung auf Platz vier.
Spitz, bei ihrem wohl letzten Weltmeisterschaften, erleidet in der Abfahrt einen Hinterraddefekt.
Maja Wloszczowska musste ebenfalls ihre sicher geglaubte Medaille hergeben. Sie fuhr einen Kilometer später wie Spitz auch einen Plattfuß. Nach dem Radwechsel kommt sie noch in einen Sprint mit Emily Batty (Canada), doch die Batty hat die bessere Übersetzung und kann den Angriff aus dem Windschatten parieren. Nur Zentimeter entschieden über Platz 3 und 4.