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Washington - Aus Zeit- und Geldgründen getroffene riskante Entscheidungen waren nach Erkenntnissen einer US-Regierungskommission die Ursache für die verheerende Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Ohne wesentliche Reformen könne sich ein solcher Zwischenfall wiederholen.
Die Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April 2009 sei "das Ergebnis verschiedener individueller Fehltritte und Versehen durch BP, Halliburton und Transocean", heisst es im Abschlussbericht der von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Kommission, der am Donnerstag in Auszügen veröffentlicht wurde.
Viele der von den beteiligten Unternehmen getroffenen Entscheidungen hätten, "ob beabsichtigt oder nicht", den Firmen bedeutende Zeit- und Kostenvorteile verschafft, heisst es darin. Die drei Unternehmen hätten es versäumt, sicherzustellen, dass ihre Handlungen keine Gefahr darstellten.
Sicherheitsdenken fehlteIm Bericht werden neun einzelne Aktionen aufgelistet, die den Firmen halfen, Geld und Zeit zu sparen - ungeachtet dessen, dass weniger riskante Alternativen zur Verfügung standen. So seien etwa nicht genügend Vorrichtungen zur Stabilisierung des Bohrlochs installiert worden.
Auch hätten Verantwortliche nicht auf die Ergebnisse von Tests des Materials zur Verschliessung des Bohrlochs gewartet und Resultate von Drucktests kurz vor der Katastrophe ignoriert.
Vermeidbare KatastropheDie Behörden wiederum seien aufgrund fehlender Autorität sowie wegen des Fehlens der nötigen Mittel und der technischen Expertise nicht in der Lage gewesen, die Katastrophe zu verhindern. Der Ko-Vorsitzende der Kommission, Floridas Ex-Senator Bob Graham sagte, die Untersuchung habe gezeigt, dass die Katastrophe vermeidbar gewesen wäre.
"Diese Katastrophe wäre wahrscheinlich nicht passiert, wenn die verantwortlichen Unternehmen vom eindeutigen Bekenntnis zu 'Sicherheit geht vor' geleitet worden wären", sagte Graham. "Und es wäre wahrscheinlich nicht passiert, wenn die zuständigen Regierungsstellen die Fähigkeit und den Willen gehabt hätten, Weltklasse-Sicherheitsstandars einzufordern."
"Doch die meisten der Fehler und Versehen sind auf eines zurückzuführen: einen Fehler im Management", schlussfolgert die siebenköpfige Kommission.
SDA-ATS