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Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK)
Internationale Namen: World Council of Churches (WCC), Conseil oecuménique des Eglises (COE), Consejo Mundial de Iglesias (CMI)
«Ökumenisch» bedeutet im ursprünglichen Wortsinn «auf die ganze bewohnte Erde bezogen». In unserer Zeit verbindet sich mit diesem Wort die Einsicht, dass die Kirchen der ganzen Erde, soweit sie Kirchen Jesu Christi sind, zusammengehören und sich auf diese Zusammengehörigkeit einstellen sollen. Aus diesem Wissen heraus bildeten sich im Laufe der Zeit verschiedene und verschiedenartige ökumenische Bewegungen. In neuester Zeit werden mit dem Ausdruck «ökumenisch» besonders der 1948 gegründete Ökumenische Rat der Kirchen und die dessen Bestrebungen tragende Bewegung bezeichnet.
Wichtige Etappen auf dem Weg zur Bildung des ÖRK waren die erste Weltmissionskonferenz von 1910 in Edinburgh, die Weltkonferenzen für Glaube und Kirchenverfassung (Faith and Order Movement) 1927 in Lausanne und 1937 in Edinburg sowie die Weltkonferenz für Praktisches Christentum (Life and Work Movement) 1925 in Stockholm und 1937 in Oxford.
Die erste Vollversammlung des neugebildeten Ökumenischen Rates der Kirchen war für das Jahr 1941 vorgesehen. Infolge des Krieges konnte sie jedoch erst 1948 in Amsterdam durchgeführt werden. Die nächsten Vollversammlungen traten zusammen 1954 in Evanston, 1961 in New Delhi, wo auch der Internationale Missionsrat dem ÖRK angeschlossen worden ist und die orthodoxen Kirchen aus Osteuropa dem Rat beigetreten sind, sowie 1968 in Uppsala, 1975 in Nairobi, 1983 in Vancouver, 1991 in Canberra, 1998 in Harare, 2006 in Porto Alegre und 2013 in Busan. Die nächste Generalversammlung ist für 2021 in Karlsruhe geplant.
Wichtige Organe des ÖRK sind der Zentralausschuss (laut Satzungen max. 150 Mitglieder plus Präsidenten des ÖRK) und der Exekutivausschuss (max. 18 Mitglieder sowie Präsidenten des ÖRK und Generalsekretär). Der Sitz des Generalsekretariats mit den verschiedenen Abteilungen ist in Genf, Generalsekretär ist zur Zeit der norwegische lutherische Pastor Olav Fykse Tveit.
Der Ökumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von Kirchen, «die den Herrn Jesus Christus gemäss der Heiligen Schrift als Gott und Heiland bekennen und darum gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes». Mitglieder sind nicht Einzelpersonen, sondern Kirchen. Die Mitgliedschaft beeinträchtigt jedoch das Eigenleben der Kirchen nicht.
Der Ökumenische Rat der Kirchen zählt heute 350 selbständige, vor allem evangelische, anglikanische und orthodoxe Mitgliedskirchen aus allen Erdteilen. Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz ist ebenfalls Mitglied.
Die zum Ökumenischen Rat der Kirchen zählenden Gemeinschaften repräsentieren über eine halbe Milliarde Menschen.