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Das kommunistische Reich der Mitte ist für die globale ITK- und CE-Industrie nicht nur als verlängerte Werkbank interessant (zumal längst nicht mehr die günstigste) sondern vor allem auch als Absatzmarkt. Bei Monitoren hat China im ersten Halbjahr 2009 bereits erstmals die USA als grössten Einzelmarkt hinter sich gelassen, bei PC-Systemen war es im zweiten Quartal 2011 soweit. Wie Strategy Analytics jetzt berichtet, hat die Volksrepublik im dritten Quartal 2011 das Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch bei Smartphones überholt.
Analystin Linda Sui zufolge ist der chinesische Smartphone-Markt in den zurückliegenden drei Monaten im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten rasant um 57,5 Prozent auf 23,9 Millionen verkaufte Geräte gewachsen. Der US-Markt sei dagegen sequentiell um 7,4 Prozent geschrumpft und mit 23,3 Millionen Smartphone-Verkäufen erstmals auf Platz 2 verwiesen worden.
"China ist zu einem grossen und wachsenden Smartphone-Markt geworden, den zu ignorieren es sich kein Hardware-Anbieter, Komponentenhersteller oder Content-Entwickler mehr leisten kann", wird
Neil Mawston, leitender Direktor von Strategy Analytics, von 'cellular-news.com‘ zitiert.
Ob oder inwiefern der unerwartete Smartphone-Boom in China damit zusammenhängt, dass ein 2007 eingeführtes ländliches Konjunkturprogramm mit Subventionierung privater Elektronikkäufe im November ausläuft, darüber geben die meisten Marktstudien keine Auskunft, so auch die von Strategy Analytics nicht. Dessen Chefanalyst Tom Kang erklärt das rapide Wachstum in China mit einer Reihe anderer Faktoren, so mit einer zunehmenden Verfügbarkeit von Smartphones in den Retailmärkten, grosszügigen Subventionen für High-End-Modelle wie Apples iPhone von Betreiberseite und mit dem stark wachsenden Markt für günstige Android-Modelle wie die von ZTE oder Huawei.
Dennoch ist Nokia in China mit 28,5 Prozent noch immer die top-Smartphone-Marke in China, während Taiwans Google-Partner HTC mit 24 Prozent den US-Markt anführt. Nach Umsätzen sind die USA aber immer noch auf Platz 1.
Nokia kam in China im dritten Quartal laut Strategy Analytics auf 6,8 Millionen Smartphone-Verkäufe, gefolgt von Samsung mit 4,2 Millionen Stück und einem Marktanteil von 17,6 Prozent, womit sie zusammen 54 Prozent des Gesamtmarktes bestritten haben. In den USA war in den drei Monaten HTC mit 5,6 Millionen Smartphone-Verkäufen an der Spitze, gefolgt von Apple mit 4,8 Millionen Stück oder einem Anteil von 20,6 Prozent. (kh)