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Weitere Luftaufnahmen von Avenches
Nach der Zerstörung des alten Aventicums durch die Barbaren flüchtete sich die Bevölkerung auf dem Hügel im Südosten der Stadt. Im Jahr 607 baute der Graf Wilhelm von Burgund ein erstes Schloss auf der Nordspitze dieses Hügels. Kaum beendet wurde dieses Schloss in 616 zerstört. Im 11. Jahrhundert liess der Bischof von Lausanne, Bourcard von Oltingen, das Dorf ummauern, das sich auf dem Hügel erhob. Das Schloss selbst wurde errichtet oder neu-errichtet an einem alten Turm der Ringmauer, um dem Bischof als Wohnsitz zu dienen, wenn er zu Aufenthalt in Avenches war, die Stadt, die noch immer zum Bisttum von Lausanne gehört.
Nachdem die Berner das Waadtland eroberten, liessen sie nur die Schlösser benutzen, die von Savoyen oder dem Bischof von Lausanne aufgegeben wurden, um dort ihre Vögte unterzubringen. Sie erneuerten oder transformierten nur diejenigen, die sie für ungeeignet hielten, um ihre Beamten unterzubringen. Der Wiederaufbau vom Schloss Avenches erfolgte von 1565 bis 1568, wenn man die auf der Fassade skulpturierten Daten glauben kann, und wenn man den romanischen Turm mit einschliesst, der hinten steht. Man kennt sogar den Namen des Architekten: Antoine Balanche von Neuenburg, ein echter Künstler, der die Grazie des neuen Renaissance-Stils einführen konnte, obwohl er einige in der Deutschen Schweiz teuren gotischen Elemente bewahrte, wie die spitzen Dächer und die dreifachen Fenster.
Am oberen Teil dieser Fassade, die während dem Abmauern der breiten unteren Arkade restauriert wurde, erkennt man drei Büsten der Mauren. Der Kopf des Mauren zeigt das Wappen der Stadt. Aber was eine Neuheit in unserem Land zu dieser Zeit war, ist die Eingangstür, die in einer Vertiefung links mit seinem delikat skulpturierten Rahmen steckt. In seiner Ausschmückung findet man eine Mehrzahl der Elemente wieder, die von den Griechen verwendet wurden. Das sind zwanzig bis fünfundzwanzig Jahrhunderte: im Erdgeschoss die geschmückten Säulchen und die korinthische Kapitelle; darüber ein griechischer Tempelgiebel, der durch zwei Kolonnen am ionischen Kapitell unterstützt wird.
Man findet auch auf dieser Fassade die Mouillons (abgerundete Konsolen), schraubenförmig gewundenen Fransen und kleine Zacken; und in der Mitte dieses reichen Dekors ein leeres Viereck mit wenig Verputz, das nicht dazu passt. Dieser Platz wurde früher durch die skulpturierten Wappen des Kantons Bern besetzt. Wie im übrigen Kanton wurden sie während der waadtländischen Revolution in 1798 heraus gehämmert.
Die schöne Wendeltreppe, einer der Letzten, die man in der Schweiz vor dem verallgemeinerten Gebrauch der Treppen "auf italienischer Art" mit geraden Rampen gebaut hat, führt uns in ein altes Salon, dessen Kamin aussergewöhnlich ist. In der gotischen Epoche baute man die Kamine in Pyramidenform; in der Renaissance wurden die Butten gerade. Unter der alt-gotischen Butte des Schlosses von Avenches setzte der Architekt einen Träger, dessen ganze Ausschmückung vom Altertum geprägt wurde. Die Seiten-Konsolen, zeigen Köpfe von griechischen Sphinxen mit Löwenfüssen. Die Umrandung trägt einen Fries von griechischen Laubwerk, dessen Zentrum durch eine ovale Kartusche, umgeben von Zuschnitten aus nachgeahmtem Leder. Es ist nicht erstaunlich, dass die Renaissance durch Avenches ins Waadtland Einzug hielt, da in dieser Stadt ziemlich zahlreiche Überreste des alten Aventicums zu finden sind. Der Architekt des Schlosses musste nur ihre skulpturierten Dekorationen kopieren.
Bibliographie