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Die Jagd auf Nashörner hat in Südafrika in den letzten acht Jahren massiv zugenommen. Fielen 2007 13 Nashörner den Wilderern zum Opfer, waren es 2012 bereits 668 und im letzten Jahr 1215. Diese Zahlen sind alarmierend. Seit 1977 ist der Handel mit Nashorn laut den Richtlinien des Washingtoner Artenschutzabkommens verboten. Der Bestand der Population nimmt massiv ab, da die Zahl der getöteten Tiere die der Geburten deutlich übersteigt.
Für 2016 ist eine einmalige Versteigerung der Hörner im Rahmen der in Südafrika ausgerichteten Cites-Konferenz geplant. Das Ministerium erhofft sich davon einen Erlös von circa elf Milliarden Rand, der dem Naturschutz zu Gute kommen soll. Die Regierung versucht zurzeit eine Genehmigung einzuholen. Vor sieben Jahren konnten afrikanische Länder eine solche Ausnahme für das Elfenbein erwirken. Mit der Massnahme steigt das Angebot und der Preis sinkt. Die Wilderei würde somit, wenigstens kurzfristig, an Attraktivität verlieren. Auch wenn diese Kurzfristigkeit zu berechtigten Zweifeln an der Wirksamkeit der Massnahme Anlass gibt, kann in der momentanen Bedrängnis eine Atempause sich schon stabilisierend auf die Bestände auswirken.
Während 120 Jahren an der Ausrottung vorbeigeschrammt
Auf der ganzen Welt existieren nur noch fünf Rhinozeros-Arten. Südafrika bietet rund 18000 Breitmaulnashörnern und 2000 Spitzmaulnashörnern ein Zuhause. Dies entspricht 92 % der weltweiten Population. Bereits 1895 waren die Breitmaulnashörner vom Aussterben bedroht. Das Vorkommen betrug gerade einmal 20 bis 50 Säugtiere. Durch geschickte Strategien im Naturschutzmanagement wie beispielsweise Zucht und Umsiedlung, konnten die Tiere vom Aussterben bewahrt werden.
„Die Neureichen suchen etwas, dass selten, exotisch und teuer ist, um so ihren Erfolg zu verdeutlichen.“
Doug Henrie von der NOG: Education for Nature-Vietnam
Den Nashörnern wird teilweise bei lebendigem Leib das Horn abgesägt. Diese vermeintliche Schonung verursacht jedoch bei den Säugern derart starke Schmerzen, dass sie vielfach dennoch qualvoll verenden. Die Hörner sind auf dem asiatischen Markt sehr begehrt. „Die Neureichen suchen etwas, dass selten, exotisch und teuer ist, um so ihren Erfolg zu verdeutlichen“, sagt Doug Henrie von der NOG „Education for Nature-Vietnam“. Der wachsende Wohlstand in Vietnam und China erhöht die Nachfrage. Im traditionellen medizinischen Gebrauch (TCM) wird ihnen Fiebersenkung, Krampflinderung, Entgiftung, Hilfe bei Masern, Vorbeugung von Schlag- und epileptischen Anfällen, Schutz vor Krebserkrankungen und, unausweichlich, Potenzsteigerung nachgesagt. All dies ist, wissenschaftlich betrachtet, Nonsens.
Pro Nacht sind bis zu 60 Wilderer unterwegs
Die meisten Nashörner leben im Krüger-Nationalpark an der Grenze zu Mosambik. Der Limpopo-Frontier-Park ist ein Nationalpark in Mosambik und grenzt gleich an den Krüger-Nationalpark. Diese Kombination bietet den Tieren einen grösseren Lebensraum. Die laschen Grenzkontrollen ermöglichen es den Wilderern, problemlos nach Südafrika zu gelangen und wieder nach Mosambik zu flüchten. Die Wilderer sind meist in Gruppen zu vier Personen unterwegs. Ihr Motiv ist der Profit. 25000 Dollar kostet ein Kilogramm Hornpulver; ein durchschnittliches Horn wiegt fünf bis acht Kilogramm. In einer Nacht sichten die Ranger bis zu 15 Gruppen. Obwohl erst neulich ein Wilderer in Südafrika zu 77 Jahren Freiheitsentzug verurteilt wurde, scheinen auch solche Drohungen sie nicht abzuschrecken. Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass viele geschnappte Wilderer eine vietnamesische Jagdlizenz oder Staatsbürgerschaft besitzen. Seit 2008 kam es hingegen im südasiatischen Land im Zusammenhang mit Nashörnern zu keiner Verurteilung mehr. Das Java-Nashorn, das in Südchina beheimatet ist, ist schon ausgerottet. Bessere Importkontrollen wären eine wirksame Massnahme, um der Wildtiermafia das Handwerk zu legen.
https://www.umweltnetz-schweiz.ch/themen/tierschutz/1771-wildtiermafia-nicht-zu-stoppen.html#sigProId33e9486151