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Geschichte des Baselbietes
Auf dem Gebiet des heutigen Kantons Basel-Landschaft bestanden ab 1400 Teile des Fürstbistums Basel sowie des stückweise erworbenen Untertanengebiets der Stadt Basel, welche 1501 der Eidgenossenschaft beitrat. Die Baselstädter genossen zahlreiche Privilegien, insbesondere konnten nur sie in die Behörden aufgenommen werden. Bis 1790 bestand sogar noch die Leibeigenschaft. Im Bauernkrieg von 1653 hatte sich die Landbevölkerung erfolglos gegen das harte Regime der Städte erhoben. Am grausamsten bestraft wurden von den Städtern die gefangen genommenen Baselbieter, von denen einige enthauptet oder gehenkt, auf Galeeren verschickt oder zu Zwangsarbeit verurteilt wurden. "Diese furchtbare Strenge ... ist vom Baselbieter Volk nie vergessen worden und hat Misstrauen und einen passiven Widerstand erzeugt, der kein herzliches Verhältnis mehr aufkommen liess. Besonders schwer wurde Liestal gebüsst, das seine alten Rechte und Freiheiten verlor (Geschichte der Landschaft Basel und des Kantons Basellandschaft, Bd. 2 S. 3). An die sieben getöteten Anführer erinnert das Bauernkriegsdenkmal in Liestal. Mit der Helvetischen Revolution 1798 wurde die Landschaft der aristokratisch regierten Stadt rechtlich gleichgestellt; nach wenigen Jahren wurde die Gleichberechtigung jedoch wieder rückgängig gemacht.
Mit dem Wiener Kongress 1814/1815 gelangten Teile des Fürstbistums Basel - der Jura und das Laufental - an Bern, das Birseck dagegen an Basel. Die Stadt wollte jedoch das damals arme und katholische Birseck gar nicht, zumal es als Unruheherd galt. 1830 forderte eine Versammlung im Bad Bubendorf erneut vergeblich die Gleichberechtigung von Stadt und Land. Die politische Lage verschärfte sich durch strafrechtliche Verfolgung der politischen Führer der Landschaft. Die Bildung einer provisorischen Regierung der Landschaft im Januar 1831 provozierte ein militärisches Eingreifen der Stadt. Liestal wurde wiederholt besetzt. Als sich einige Gemeinden einer von der Stadt organisierten Abstimmung über den Zusammenhalt des Kantons verweigerten, wurde diesen die kantonale Verwaltung entzogen. Die ausgestossenen und weitere Gemeinden gründeten am 17. März bzw. 4. Mai 1832 den Kanton Basel-Landschaft. Die Tagsatzung stellte fest, dass die Stadt sich des Landfriedensbruchs schuldig gemacht hat. Sie teilte den Kanton am 26. August 1832 in zwei selbständige Halbkantone auf. Die linksrheinischen Gemeinden konstituierten sich als Kanton Basel-Landschaft und gaben sich eine fortschrittliche, liberale, demokratische Verfassung. Nach der siegreichen Schlacht an der Hülftenschanze am 3. August 1833 schlossen sich weitere Gemeinden dem neuen, von der Tagsatzung anerkannten Kanton an. Der im Beschluss von 1832 noch enthaltene Vorbehalt der freiwilligen Wiedervereinigung wurde in der Bundesverfassung von 1848 gestrichen.
Ein erster Versuch zu einer Wiedervereinigung der beiden Kantone scheiterte 1861, als der Landrat einstimmig ein entsprechendes Ersuchen der Stadt ablehnte ("niemals" wird der Kanton zu einer Wiedervereinigung Hand bieten..."). Denkwürdig war die Volksabstimmung von 1969, in der sich die Wiedervereinigungsgegner durchsetzten (dazu gehörte auch der Verfasser dieser Zeilen, der als zehnjähriger Bub Lebkuchen mit dem Aufkleber "Baselland bleibt selbständig" verteilte). In der Verfassung von 1984 wurde die staatliche Eigenständigkeit des Kantons ausdrücklich verankert. 1994 kam das bernische Laufental, das sich zuvor gegen einen Zusammenschluss mit der Stadt ausgesprochen hatte, als fünfter Bezirk zum Baselbiet hinzu. Am 28.09.2014 lehnte Baselland mit einer grossen Mehrheit von über 68 % die Einleitung einer Fusion mit Basel-Stadt ab. Keine einzige Gemeinde war dafür. Als Gründer und Präsident des Vereins Mir Baselbieter war der Verfasser dieser Zeilen wiederum aktiv beteiligt.