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Margaret Thatcher, eine der weltweit führenden politischen Persönlichkeiten der 1980er Jahre, ist tot. Die ehemalige britische Premierministerin starb im Alter von 87 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls.
Die Konservative galt als charismatisch und humorvoll. Der Nachwelt dürfte sie jedoch vor allem als «Eiserne Lady» in Erinnerung bleiben, die ihr Land in fast zwölf Jahren einem der schmerzvollsten Reformprozesse seiner Geschichte unterzog.
«Thatcher war in der Lage, das Wetter zu ändern»
Dieser wirkt bis heute nach. «Sie ist immer noch der politische Bezugspunkt in Grossbritannien», so SRF-Korrespondent Martin Alioth. Die heutige Politik spiele sich in dem von ihr gesteckten Rahmen ab. «Sie war eine Politikerin, die in der Lage war, das Wetter zu ändern», so Alioth.
Als Thatcher den Regierungssitz in Downing Street No. 10 im November 1990 unter Tränen verliess, hatte sie ihr Land komplett umgekrempelt: Die einst so mächtigen britischen Gewerkschaften waren gebrochen, wichtige staatliche Unternehmen wie Bahn und Telekom privatisiert, zahlreiche Sozialleistungen gekürzt. Die Steuern waren tief, die Ausgaben des Staates ebenfalls.
Doch was die Wirtschaft des Königreiches jubeln liess, sahen und sehen ihre Gegner kritisch. So blieben durch den «Thatcherismus» mit seiner Betonung der Eigenverantwortung und der Propagierung der freien Marktwirtschaft viele auf der Strecke. Die Zahl der Arbeitslosen stieg auf über drei Millionen.
Umstrittene aussenpolitische Entscheide
Auch aussenpolitisch polarisierte Thatcher – vor allem durch den Falkland-Krieg gegen Argentinien und ihre Rolle innerhalb der damaligen Europäischen Gemeinschaft. Das – verkürzte – Zitat «Ich will mein Geld zurück», mit dem sie den sogenannten «Britenrabatt« durchsetzte, wurde legendär.
Für viele aussenpolitische Entscheide musste die Tochter eines Gemischwarenhändlers und studierte Chemikerin massive Kritik einstecken. Dazu gehörte ihr Wankelmut im Umgang mit dem Apartheid-Regime in Südafrika.
Mit US-Präsident Ronald Reagan wurde ihr eine innige politische Freundschaft nachgesagt, das Verhältnis zum damaligen deutschen Bundeskanzler Kohl galt hingegen als gespalten. So stand Thatcher einer Vereinigung der beiden deutschen Staaten nach 1989 zunächst skeptisch gegenüber.
Steile Karriere bei den Tories
Die 1925 geborene Margareth Thatcher war nach einem Chemiestudium in Oxford, einigen Jahren Forschungsarbeit und der Geburt ihrer beiden Kinder Anfang der fünfziger Jahre in die Politik eingestiegen. Bald machte sie sich dort einen Namen als fleissige und hartnäckige Arbeiterin. 1959 wurde sie als Abgeordnete ins britische Parlament gewählt, wo sie innerhalb ihrer Konservativen Partei schnell die Karriereleiter emporkletterte.
Dass sie es auch an die Spitze der britischen Politik schaffen könnte, glaubte Thatcher selbst allerdings lange nicht. Noch 1974 sagte sie, sie werde es wohl nicht erleben, dass eine Frau Partei- oder gar Regierungschefin wird. Gerade ein Jahr später übernahm Thatcher dann die Führung der Konservativen von Edward Heath,
im Mai 1979 wurde sie die erste Premierministerin des Landes.
Nach ihrem Abgang aus der Downing Street wurde Thatcher in den Adelsstand erhoben und trat in das britische Oberhaus («House of Lords») ein. In den vergangenen Jahren zeigte sich die «Eiserne Lady» nur noch selten in der Öffentlichkeit. Nach Angaben ihrer Familie erlitt sie mehrere Schlaganfälle und war seit Jahren dement.
Nach Informationen der BBC starb Thatcher in einer Suite im Londoner Hotel Ritz. Dort hatte sie zuletzt gewohnt, weil die Betreuungsmöglichkeiten besser waren als in ihrer eigentlichen Wohnung.
Trauerfeier mit militärischen Ehren
Thatchers Tod löste in Grossbritannien grosse Trauer aus. Über dem britischen Regierungssitz weht die Flagge auf Halbmast. Thatcher soll mit militärischen Ehren in der Londoner St.Paul's Kathedrale beigesetzt werden. Bei der Feier, deren Datum noch nicht bekannt ist, soll ihr Leichnam ihren eigenen Wünschen zufolge nicht öffentlich aufgebahrt werden.
Der Britenrabatt
Die Vereinbarung gewährt dem Vereinigten Königreich auf seine Beitragszahlungen an die EU einen Rabatt. Ein Sonderstatus, den andere Mitgliedsländer nicht haben. Der Rabatt beträgt 66 Prozent des Nettobeitrags an die EU. Es wird berechnet, wie viel die Briten in die EU einzahlen und wie viel davon wieder ins Land zurückfliesst.