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Durch Einnahme von Folsäure können Risiken in der Schwangerschaft, wie angeborenen Herzfehlern oder Frühgeburten deutlich reduziert werden.
In der fünften Schwangerschaftswoche ist das Embryo gross wie ein Sesamsamen, sein Herz schlägt zum ersten Mal. Auf der Rückseite des kleinen Körpers entwickelt sich das zentrale Nervensystem: Die Neuralplatte formt sich zu einem Neuralrohr und schützt das empfindliche Körperteil, aus dem sich wenige Tage später Rückenmark und Gehirn bilden. Diese Tage sind entscheidend für das gesunde entwickeln des Babys.
In der Schweiz verschließt sich bei knapp einem von tausend Babys das Neuralrohr nicht richtig. Dieses wissenschaftliche Phänomen bezeichnet der Arzt als Neuralrohrdefekt. Am häufigsten vorkommend sind die folgenden zwei Defekte: Anenzephalie und die Spina bifida. Neugeborene mit Anenzephalie kommen mit einer offenen Schädeldecke zur Welt, ihre Lebenserwartung beträgt lediglich wenige Stunden. Bei der Spina bifida – offener Rücken genannt – liegt das Rückenmark ungeschützt frei. Weder Haut noch Knochen verschließen sich an dieser Stelle. Die Überlebenschancen sind hoch, jedoch haben Kinder mit offenem Rücken in der Regel kein Gefühl in den Beinen. Sie sind gelähmt. In der Schweiz kommen jährlich rund 50 bis 60 Kinder mit Spina bifida zur Welt. Die Ursache dieser Neuralrohrdefekte ist erst teilweise wissenschaftlich geklärt. Was bekannt ist, dass Folsäuremangel vor und während der Schwangerschaft, das Risiko erheblich erhöht.
Die USA und Kanada sind zwei von 86 Ländern weltweit, die Getreideprodukte mit Folsäure anreichern, um Fehlbildungen vorzubeugen. In Nordamerika sind Brot, Mehl und Teigwaren lediglich in geringen Mengen mit Folsäure angereichert. Die entsprechende Prophylaxe ist erfolgreich: In den USA ist die Zahl der Neugeborenen mit Spina bifida seit 1998 um 23 Prozent zurückgegangen, in Kanada um rund 50 Prozent. Die Statistiken zeigen: Durch den Zusatz von Folsäure in Grundnahrungsmitteln ist es möglich den Mangel mit vergleichsweise geringem Aufwand einzudämmen. Mehl ist ein Grundnahrungsmittel, das sich für das anreichern besonders eignet. Herr und Frau Schweizer essen davon täglich rund 140 Gramm: Pizza, Brot, Suppen, Gebäck und Kuchen.
In der Schweiz ist die freie Wahl der Konsumenten höher gewichtet als das Bekämpfen des Folsäuremangels. Es ist zwar erlaubt, Lebensmittel mit Folsäure anzureichern. Eine gesetzlich verordnetes anreichern des Backmehls fand bis zum jetzigen Zeitpunkt leider nur ablehnende Worte und keine Taten. Anders beim Speisesalz: Seit 1920 ist es in der Schweiz Gang und gebe dem Salz Jod zuzusetzen. Früher stark verbreitete Mangelerkrankungen wie Kropf oder geistige Entwicklungsstörungen sind beinahe verschwunden. Die Anreicherung von Mehl mit Folsäure würde pro Kopf und Jahr zwei Rappen kosten – rund 170.000 Franken für aktuell 8,42 Millionen Schweizer. Der Vorteil gegenüber heute: Diese Maßnahme wäre ein entscheidender Vorteil für folgende Zielgruppe. Die sich nicht ausreichend ausgewogen ernähren, ungeplant schwanger sind oder nicht genügend über die Folgen des Folsäuremangels aufgeklärt sind.
Dem Risiko vorbeugen - mit Folsäure
Der Bedarf an Folat steigt bei einer Schwangerschaft um circa 50 Prozent. Der Kalorienbedarf ist während der Schwangerschaft im Gegensatz dazu um circa 15 Prozent erhöht. Allein über die Nahrung ist die Versorgung mit den richtigen Mikronährstoffen also gar nicht so einfach. Das unzureichende versorgen mit Folaten in der Schwangerschaft erhöht das Risiko von Neuralrohrdefekten, angeborenen Herzfehlern, Früh- und Fehlgeburten sowie das vorzeitigen ablösen der Plazenta. Die Einnahme von Folsäure wirkt sich positiv auf die Senkung diese Risiken aus. Diese zusätzliche Einnahme von Folsäure ist über Nahrungsergänzungsmittel erreichbar (Beispiel: Femibion). Eine weitere Chance den Mangel zu entschärfen bestünde darin, Nahrungsmittel direkt mit Folsäure anzureichern. Ein Beispiel ist das Anreichern von Getreideprodukten, was der Blog Artikel genauer erläutert.
Femibion© in Kooperation mit der Stiftung Folsäure Schweiz