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- Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro ist offiziell zum Kandidaten seiner Partei für die Präsidentenwahl ernannt worden.
- Damit gibt es Anfang Oktober ein Duell zwischen dem rechtspopulistischen Bolsonaro und dem linken Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.
- Bereits vergangene Woche hatte die Arbeiterpartei PT den ehemaligen Staatschef Lula da Silva (76) nominiert.
2018 wurde Lula wegen Korruption und Geldwäsche zu einer gut zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt. Er lag damals in Umfragen in Führung, konnte dann aber nicht an der Wahl teilnehmen, die Bolsonaro gewann. Im vergangenen Jahr hob der oberste Gerichtshof das Urteil auf. Lula erhielt seine politischen Rechte zurück und ging wieder in die Politik.
Aktuellen Umfragen zufolge liegt Bolsonaro erneut deutlich hinter Lula. Bolsonaro hofft auf Rückenwind, nachdem der Kongress der Regierung im Wahljahr mehr Sozialausgaben gestattet hat. Zudem sät Bolsonaro Zweifel am brasilianischen Wahlsystem.
Als Vize-Präsidentschaftskandidaten von Bolsonaro nominierte die Liberale Partei am Sonntag in Rio de Janeiro den General und ehemaligen Verteidigungsminister Walter Souza Braga Netto. Der Kandidat der PT für das Amt des Vizepräsidenten ist der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates São Paulo und frühere Lula-Rivale Geraldo Alckmin.
Wahlkampf startet am 16. August
Ein Kandidat für das Präsidentenamt darf im grössten Land Lateinamerikas nicht ohne Partei antreten. Bolsonaro wurde 2018 als Mitglied des rechtsgerichteten Partido Social Liberal gewählt. Die Gründung einer eigenen Partei nach seinem Austritt 2019 kam nicht über die Phase des Unterschriftsammelns hinaus. Daher schloss sich Bolsonaro Ende 2021 der Liberalen Partei an, um überhaupt an der Wahl teilnehmen zu können. Es ist die neunte Partei in seiner Karriere als Politiker seit 1988.
Parteien und Bündnisse haben nun bis zum 15. August Zeit, ihre Kandidaten beim Obersten Wahlgerichtshof zu registrieren. Ab dem 16. August ist der Wahlkampf in Brasilien offiziell erlaubt. Gewählt wird am 2. Oktober. Nachdem ein mutmasslicher Anhänger Bolsonaros kürzlich einen Funktionär der Arbeiterpartei erschossen hatte, ist die Sorge vor zunehmender Gewalt im Wahlkampf gewachsen.