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Unsere Übernachtungsplätze in Paraguay
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Die Jesuiten hatten nicht nur in Argentinien, sondern zur selben Zeit auch im heutigen Paraguay einige Missionen errichtet, drei davon wollten wir besuchen. Die gut erhaltenen Ruinen von La Santisima Trinidad de Parana verfügte über die grösste Kirche sämtlicher Jesuitenmissionen. Ein grosser Teil der Mauern ist bis heute erhalten geblieben, so dass wir einen guten Eindruck über die einstige Grösse des Gebäudes erhielten. Sehr beeindruckend waren auch hier die vielen Reliefs in den verbauten Sandsteinblöcken, ein Zeichen der Kunstfertigkeit der Erbauer.
Nur 12 Kilometer entfernt befanden sich die Ruinen von Jesus de Tavarangüe. Auch diese Anlage war mit demselben Grundriss erbaut worden wie die zuvor besuchten, das heisst, sämtliche Gebäude wurden rund um den grossen Zentralplatz angeordnet. Mehrere Reihen von Wohngebäuden für die Indios auf der einen Seite, in der Mitte die Hauptkirche und daran angrenzend die Gebäude der Jesuiten. Sowohl die Ruinen von Jesus de Tavarangüe als auch die Santisima Trinidad de Parana wurden zu UNSCO Weltkulturerbe ernannt.
Etwas weiter im Westen, abseits von der Ruta 1, lag ein weiteres Relikt aus der Zeit der Jesuiten, die Mission von San Cosme y Damián. Im Gegensatz zu anderen Ruinen wurden diese Gebäude zum Teil wiederaufgebaut und dienen der Bevölkerung auch heute noch als Kirche. Wir besuchten die Anlage an einem Sonntagmorgen und wunderten uns erst über die vielen parkierten Autos und Motorräder, bis wir feststellten, dass ein Gottesdienst im Gange war und sich offenbar die Gläubigen aus der ganzen Umgebung dazu versammelt hatten.
In der recht eintönigen Landschaft im Süden Paraguays bot der nicht sehr grosse Nationalpark etwas Abwechslung. Ein kleiner Rest der ursprünglichen Wälder war hier unter Schutz gestellt und für Besucher zugänglich gemacht worden. Einige kurze Wanderungen durch die üppige Vegetation zu versteckten Wasserfällen waren ausgeschildert. Wir waren vor allem fasziniert von den vielen unterschiedlichen Schmetterlingen in allen Farben, die sich auf Blüten und Blättern niederliessen. Die grössten und schönsten Falter, die es zu bewundern gab, setzten sich kaum einmal nieder, was das Fotografieren leider unmöglich machte.
Da zu erwarten war, dass auf argentinischer Seite, vor allem bei den Iguaçu Wasserfällen, über das Osterwochenende eine Menge Leute unterwegs sein würden, hatten wir beschlossen, nach Paraguay zu fahren. Dort verbrachten wir das lange Wochenende „im Schutze“ des Campingplatzes Hasta la Pasta. Marion und René, ein deutsch-schweizerisches Paar betreiben diese Oase der Ruhe, die unter Reisenden einen sehr guten Ruf hat, seit vielen Jahren. Der Platz liegt in der Nähe von Altos, einem kleinen Städtchen, welches vor allem berühmt wurde, weil es die Musikgruppe Los Paraguayos hervorgebracht hatte, die in den 70er Jahren auch in Europa eine bekannte Grösse waren. In der ganzen Region um Altos haben sich viele deutschsprachige Einwanderer niedergelassen, was sich vor allem am wöchentlichen Samstagsmarkt in San Bernardino bemerkbar machte. Das Angebot bestand hauptsächlich aus Wurst und Käse, produziert nach ursprünglichen Rezepten, zudem sahen wir viele Verkäufer, die alte Bücher und Schallplatten in deutscher Sprache feilboten. Wir nutzten die Gelegenheit natürlich gerne, um uns wieder einmal mit Lebensmitteln nach europäischer Art einzudecken.
Am Montag war für unseren Landcruiser ein Service fällig. Bevor wir zur Werkstatt fahren konnten, mussten wir in der nahe gelegenen Stadt Itaugua die benötigten Teile besorgen. In Paraguay kein Problem, denn unser Toyota Modell war hier bestens bekannt. Für knapp 100 CHF kauften wir 2 Ölfilter, je einen Diesel Haupt- und -Vorfilter, einen Luftfilter, 11 Liter Motorenöl und zwei neue Scheibenwischblätter. René hatte uns empfohlen, die Arbeiten von Erich ausführen zu lassen, einem ebenfalls deutschen Auswanderer, der seit vielen Jahren in seinem schönen Anwesen in der Nähe des Hasta la Pasta lebt. Obwohl er mittlerweile pensioniert ist, werkelt der ehemalige Trucker noch heute gerne an Autos rum und führte mit Freude unsere Servicearbeiten aus. Nebst den üblichen Routinearbeiten lötete er auch gleich die gebrochene Halterung des Expansionsgefässes.
Nachdem die Ostertage vorbei waren, hiess es einmal mehr Abschied zu nehmen, einerseits von Marion und René, die sich wirklich hervorragend um das Wohl der Overlander kümmern, andererseits aber auch von den neu gewonnenen Freunden aus Deutschland und der Schweiz, welche wie wir das lange Wochenende hier verbracht hatten.