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Ossip Kalenter (eigentl. Johannes Burkhardt, 1900-1976) trat als Lyriker und Feuilletonist zu Beginn der 1920er Jahre erstmals in Erscheinung. Rasch dehnte er seinen Abnehmerkreis auf alle bedeutenden Zeitungen der Weimarer Republik aus, darunter das Berliner Tageblatt, die Frankfurter Zeitung und andere. Als überzeugter Antifaschist ging er ins Exil nach Prag, wo er Redakteur des Prager Tagblatts wurde. Beim Einmarsch der Deutschen floh Kalenter 1939 in die Schweiz. Ab 1945 wurde er der Sekretär des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller im Ausland, später Präsident des Exil-Pen.
In dieser Funktion war er in ähnlicher Weise wie Carl Seelig für die Belange der exilierten und über viele Länder versprengten Autoren aktiv. Sein Nachlass umfasst die gesamten Akten dieser Tätigkeit und stellt ein hoch bedeutsames Dokument deutscher Literaturgeschichte im Ausland dar. Es finden sich darin Korrespondenzen so unterschiedlicher Persönlichkeiten wie Wilhelm Sternfeld, Oskar Maria Graf, Hermann Broch, Alfred Kerr, Claire Goll, Paul Celan, Ferdinand Hardekopf, Hans Purrmann und vielen anderen mehr. Auch die literarischen Manuskripte Kalenters selber, seine Tagebücher und Unterlagen zur Edition von Rilke-Briefen sind in dem Bestand enthalten.
Der Bestand wurde ins SLA überführt und ist über die Findmittel erschlossen.