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Porträtfotografie von Max von Moos, undatiert (Fotograf: Max von Moos)
Brief von Max von Moos an Aldo Walker, 8. November 1968
Skizze Frauenstatuette Elfenbein, 1964
Skizze eines Knochens, undatiert
Skizze, undatiert
Skizze des Profils eines Mannes mit Spitzbart
Skizze einer Figur aus Brassempouy
Max von Moos (1903–1979) beginnt 1919 eine dreijährige Lehrzeit an der Kunstgewerbeschule Luzern. Er wird dort von seinem Vater und Direktor der Kunstgewerbeschule, Joseph von Moos, unterrichtet. 1922 geht von Moos für einen einjährigen Studienaufenthalt nach München. Es entstehen erste anatomische Studien. Nach einem mehrjährigen Unterbruch seiner künstlerischen Tätigkeit und einer Ausbildung zum Buchantiquar in Basel kehrt Max von Moos 1929 nach Luzern ins Elternhaus „Im Heimbach“ zurück. Er erhält eine Anstellung als Hilfslehrer und 1933 eine Festanstellung an der Kunstgewerbeschule Luzern. Max von Moos wohnt bis zu seinem Tod im Elternhaus. 1939 gehört er zum Gründerkreis der „Allianz“. In den 30er- und 40er-Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Marxismus und engagiert sich aktiv in der neu gegründeten „Partei der Arbeit“. Nicht zuletzt wegen seiner politischen Ansichten findet die künstlerische Arbeit von Max von Moos erst 1961 mit einer Retrospektive im Kunstmuseum Luzern wieder öffentliche Beachtung.
Der schriftliche Nachlass wurde SIK-ISEA 1982/84 von der Max von Moos-Stiftung als Depositum übergeben. Der Nachlass beinhaltet eine umfassende persönliche und geschäftliche Korrespondenz, familiengeschichtliche Dokumente sowie zahlreiche Unterlagen zur Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule Luzern. Nebst persönlichen Briefen, die einen sehr intimen Blick auf die Gedankenwelt von Max von Moos zulassen, ist insbesondere die Sammlung von Naturstudien bemerkenswert. Die verschiedenen Studien bezeugen schon früh das Interesse an der Anatomie und der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen. Max von Moos beschränkt sich häufig auf die Darstellung der Extremitäten und der Gelenke. Es äussert sich dabei eine Faszination für gesonderte Körperteile, ein Interesse, das ihn schon während seines Studienaufenthaltes in München zum Besuch eines Sezierkurses veranlasste.
Man kann die Naturstudien als Ausgangspunkt der Formensprache in surrealistischen Bildern von Max von Moos lesen. Gerade der Fokus auf die Gelenke, die Verbindungsstücke der menschlichen Glieder, erhält in der surrealistischen Deformation von Körpern einen besonderen Stellenwert. Tatsächlich zeugen verschiedene Briefe aus dem Nachlass von einer ganz persönlichen Faszination für Deformationen und Verstümmelungen des weiblichen Körpers. Die Rolle der Frau scheint nicht nur in diesen Sehnsüchten eine zentrale Bedeutung zu haben: Der ausführliche Briefverkehr mit der Mutter und das Zusammenleben mit ihr bis zu ihrem Tod weisen auf ein besonderes Verhältnis hin. In tiefenpsychologischen Werkinterpretationen zu Max von Moos wurde auf die Bedeutung des Mutter-Komplexes im von Moos’schen Werk hingewiesen. Der Nachlass eröffnet in der Verbindung der zeichnerischen Studien mit persönlichen Briefen neue Ansätze in der Beurteilung dieses Verhältnisses und gibt Einblick in das ganz eigene Denken des Künstlers.
SIK-ISEA, Schweizerisches Kunstarchiv, HNA 36
Michael Schmid, lic. phil., Projektleitung
Gaudenz Welti, Mitarbeiter Schweizerisches Kunstarchiv, Einführungstext und Auswahl Dokumente
Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
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Publiziert am 20.12.2012