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Spur der Steine
Regie: Frank Beyer
Darst.: Manfred Krug, Krystyna Stypulkowska, Eberhard Esche, Johannes Wieke, Walter Richter-Reinick, Hans-Peter Minetti, Walter Jupé u.a.
DDR, 1965. Hannes Balla, Leiter der Baubrigade einer Grossbaustelle, ist ein Mann der unkonventionellen Methoden, doch bei seinen Untergebenen sehr beliebt. Das muss auch Werner Horrath, der SED-Parteisekretär aus Rostock, anerkennen – auch wenn er vieles von dem, was Balla tut, als mit seiner sozialistischen Ethik unvereinbar hält. Dann ist da auch noch Kati, die junge Technikerin, hinter der die zwei so unterschiedlichen Männer gleichermassen her sind … Basierend auf dem 1964 erschienenen, gleichnamigen Bestseller von Erik Neutsch, der mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet wurde, erschien Regisseur Frank Beyer den Machthabern im SED-Staat als geeigneter Mann zur Verfilmung von Neutschs kontroversem Roman – hatte er doch 1963 mit dem KZ-Drama «Nackt unter Wölfen» einen den Gründungsmythos der DDR zelebrierenden Film geschaffen. Dennoch wurde Beyer zu Beginn der Dreharbeiten von «Spur der Steine» zum Kulturminister zitiert; man sorgte sich um eine «korrekte» Darstellung der SED-Funktionäre, obwohl das Drehbuch schon abgesegnet war. Zwar konnte Beyer den Film in den staatlichen DEFA-Studios realisieren, musste ihn aber mehrmals umschneiden, bevor er im Juni 1966 an den «Arbeiterfestspielen Potsdam» seine triumphale Premiere erlebte. Doch als er im Juli 1966 in die Kinos kam, schrieb «Neues Deutschland», das SED-Organ: «Der Film erfasst nicht das Ethos der Partei der Arbeiterklasse und der Idee des Sozialismus, bringt dafür aber Szenen auf die Leinwand, die bei den Zuschauern mit Recht Empörung auslösen.» Damit war das Schicksal dieser Komödie besiegelt; «Spur der Steine» verschwand im Giftschrank und konnte erst nach der Wende wieder gezeigt werden. «So kritisch hat bisher noch kein DEFA-Film das Wirken der Partei mit ihren Widersprüchlichkeiten gezeigt. Nicht nur Heuchelei, Doppelmoral und Dogmatismus in der sozialistischen Gesellschaft werden offenbar, sondern auch die Schwierigkeiten des ökonomischen Systems stehen zur Debatte – und es findet Satire statt.» Hans H. Prinzler, Die Zeit