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Die Gemeinde Pontresina vergibt seit 2001 in loser Folge einen Kulturpreis an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um Kunst und Kultur in Pontresina verdient gemacht haben und ein Lebenswerk von ausgewiesener künstlerischer oder kulturvermittelnder Qualität geschaffen haben. Kunst-und Kulturschaffende, die in Pontresina leben, heimatberechtigt bzw. aufgewachsen sind oder auch Kunstschaffende, deren Arbeit sich mit dem Lebensraum Pontresina auseinandersetzt, können u.a. von der Kommission, Pontresina Cultura, als Preisträger vorgeschlagen werden. Mit der Vergabe des Kulturpreises der Gemeinde Pontresina sollen bedeutende Leistungen anerkannt aber auch neue Impulse vermittelt werden. Für die Gemeinde Pontresina ist die Pflege der traditionellen Kultur, des Brauchtums, der Sprache und die Förderung des zeitgenössischen Kulturangebots von weit reichender Bedeutung. Mit einer kulturfreundlichen Politik strebt sie eine Aufwertung von Pontresina als "Ort der Kultur" an. Bisher wurde der Filmemacher Christian Schocher, die Fotografin Jetti Langhans und der Fotokünstler Guido Baselgia mit dem Kulturpreis der Gemeinde Pontresina ausgezeichnet.
Kulturpreis der Gemeinde Pontresina
Virtuose Filmemacher und Fotokünstler
2002: Christian Schocher
Der Kulturpreis wurde in Anerkennung seines grossen und nachhaltigen Engagements für die Film- und Kinokultur in Pontresina und dem Oberengadin sowie sein eigenes national anerkanntes Schaffen als Filmemacher anlässlich der Engadiner Premiere seines Films GIUVENTETGNA DULTSCH UTSCHI 2002 vergeben. Nach der Fotografenlehre in Chur kehrt Schocher nach Pontresina zurück und übernimmt 1968 das väterliche Kino, das er bis zum Frühling 2013 "mit feu sacré und unglaublicher Ausdauer leitete". An die 10 000 Filme hat Christian Schocher in den 45 Jahren im Cinéma Rex gezeigt, darunter auch solche, die das normale Kinopublikum nie zu sehen bekommt. Darüber hinaus hat der Kinobetreiber auch Künstler eingeladen und Konzerte organisiert. Hauptwerke des Preisträgers, sind der 1973 entstandene schwarzweisse Dokumentarfilm "Die Kinder von Furna" und der mehr als zwanzig Jahre später entstandene Farb-Dreh mit den gleichen Protagonisten. Zu "Kultfilmen" wurden "Reisender Krieger" und "Lüzzas Walkman". Produktionen fürs romanische Fernsehen, darunter "Paun jester ha siat crustas".
2014: Jetti Langhans
Der Kulturpreis wurde in Anerkennung ihrer herausragenden fotografischen Arbeit im Engadin sowie ihres Lebenswerks im Bereich der Vermittlung der Schönheiten und Verletzlichkeit der Natur Pontresinas vergeben. Die medizinische Laborantin, 1937 in Bern geboren, die eigentlich Tänzerin werden wollte, um den ganzen Globus gereist ist und schlussendlich ihre Berufung, zuru?ck in ihrer Heimat dem Engadin, in der Fotografie fand, überzeugt durch ihre ästhetische Bildsprache, welche sie mit dem Mittel der Tonbildschau einem breiteren Publikum im In- und Ausland bekannt machte.
"Mit der Seele schauen", so nennt die Künstlerin es, als sie noch mit ihrer Kamera am Werk war. "Im weitesten Sinn geht es mir immer um die Schönheit und die Verletzlichkeit unseres Planeten. Wenn ich die Botschaft in Märchenform verpackte, konnte ich alles unter die Leute bringen, sei es Atomkrieg oder Genmanipulation", sagt Jetti Langhans. Die Bilder, von denen sie jeweils gegen hundert zu einer Tonbildschau zusammenstellte, entstanden fast ausschliesslich im Engadin, zumeist in der Gegend zwischen Pontresina, Samedan und Celerina und häufig in den ganz frühen Morgenstunden. Unzählige Tonbildschauen gehören zu ihrem Lebenswerk, von denen viele mit internationalen Preisen bedacht wurden. Ihre letzten Meisterwerke sind "Licht wirft keinen Schatten" und "Moor-Poesie", welche sie anlässich der Preisverleihung 2014 mit drei Projektoren und Überblendtechnik, unterlegt mit klassischer Musik und selbstgeschriebenen Texten, die von professionellen SprecherInnen aufgezeichnet werden, vorstellte. Laudatio herunterladen
2016 Guido Baselgia
Der in Pontresina aufgewachsene Fotograf und Künstler Guido Baselgia wurde mit dem Pontresiner Kulturpreis 2016 ausgezeichnet und für sein einzigartiges handwerkliches und künstlerisches Schaffen mit internationaler Ausstrahlung geehrt. In seiner Arbeit (nicht) fern, die 2016 für Pontresina geschaffen wurde, vergleicht der Preisträger seine Jugenderinnerungen mit dem Ist-Zustand, der "Wahrheit". Darum heißt auch ein Teil seiner neuen Arbeit "Bilder der Erinnerung". Baselgia geht konsequent auf seinem Weg weiter, den er in seinen Werkzyklen Hochland, Lungoguardo und Lightfall begonnen hat. Darum war Guido Baselgia im letzten Jahr bis in den November hinein vermehrt in den Bergen und Wäldern und an den Gletschern um Pontresina anzutreffen.
Guido Baselgia ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, unter anderem des Innerschweizer Kulturpreises 2006. Er gehört in der Schweiz zu den wichtigsten Vertretern einer sachlichen, schnörkellosen und unaufgeregten Schwarzweiss-Fotografie. Seine Werke sind Darstellungen der Natur von grosser technischer Meisterschaft und stilsicherer Klarheit. Sie fordern das Auge des Betrachters heraus und lassen ihn über Wahrnehmung und Wirklichkeit nachdenken. Für seine Arbeiten reist Guido Baselgia bis ans Ende der Welt, steigt auf Gipfel oder fotografiert aus der Luft. Dabei fotografiert er ein rätselhaftes, vermeintliches Nichts, dringt tief in die Natur ein und zeigt "was die Welt im Innersten zusammenhält" (Faust). Laudatio herunterladen