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Ihr denkt vielleicht, dass ich als langjähriger Geschäftsmann und CEO von Ben & Jerry's - was übrigens der beste Job der Welt ist - gern mit Zahlen arbeite. Ehrlich gesagt ist mir aber der persönliche Kontakt mit einem Mitarbeiter von Ben & Jerry's lieber, als eine Tabellenkalkulation durchzugehen. Es war ein Gespräch mit meinem Sohn, das mich veranlasst hat, über den Klimawandel nachzudenken. Er macht sich Sorgen, dass meine Generation die Welt so zugrunde gerichtet haben wird, dass sie kein lebenswerter Ort mehr für seine Generation ist. Ein schlimmer Gedanke. Seine Sorge, ist der Hauptgrund dafür, warum ich den Job bei Ben & Jerry's mache.
Dann bekam ich eine E-Mail von meinem Kumpel Bill McKibben mit einem Artikel, den er für das Magazin Rolling Stone geschrieben hatte. Wie er meinte, den wichtigsten Artikel in seinem Leben. In "Global Warming's Terrifying New Math" beschreibt McKibben die neuen Klimazahlen, die das Ausmaß der Klimakrise beschreiben. Zahlen, die mich nachdenklich stimmten. 2° Grad, das ist die offizielle Balance für den Planeten. Wir müssen die Erdatmosphäre davor bewahren, dass sie sich um mehr als 2° Grad erwärmt. Sollte uns das nicht gelingen, dann geht es uns an den Kragen.
565 Gigatonnen CO2, sagen Wissenschaftler, dürfen wir noch in die Atmosphäre ausstoßen, damit wir das 2° Grad Ziel halten. Wenn wir so weitermachen wie bisher, haben wir dieses Budget in nur 14 Jahren verbraucht.
2795 Gigatonnen, das ist eine der beängstigendsten Zahlen aus dem Artikel. Denn das ist die Menge an CO2, das in den bekannten Lagerstätten von fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdgas und Erdöl) enthalten ist. Fünfmal mehr, als wir im Rest des Jahrhunderts sicher verbrennen können. Doch es ist klar, dass die Industrie drauf und dran ist, die Gesamtmenge zu verbrennen.
Wir haben als Ben & Jerry’s uns die Zahlen genau angeschaut und erkannt, dass wir im Hinblick auf den Klimawandel unverzüglich tätig werden müssen. Es ist schon sehr belastend für uns, wenn wir beobachten, welche Einflüsse der Klimawandel auf die armen Länder und deren Menschen hat. Sie sind diejenigen, die ihr Zuhause und ihre Felder aufgeben mussten oder noch verlassen werden. Sie werden die Hauptlast steigender Temperaturen tragen müssen. Darum geht es, wenn wir von Klimagerechtigkeit sprechen. Der Klimawandel, mit allen seinen negativen Seiten, zwingt uns dazu, dass wir unser Handeln neu überdenken müssen, wenn wir aus diesem Schlamassel herauskommen wollen. Es ist eine chancenreiche Zeit, lass uns mit der Arbeit zu beginnen.
Was uns betrifft, haben wir eine gerade Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Analysis - LCA) von zwanzig Geschmacksrichtungen abgeschlossen. Es ist eine eingehende Untersuchung der Gesamtauswirkungen unserer Eiscreme auf die Umwelt, von der Kuh über die Verpackung bis hin zu den einzelnen Zutaten.
Wir Nutzen diese Daten, um die bestmöglichen Optionen zur Minimierung unserer Auswirkungen auf die Umwelt zu finden. Wir setzen auf innovative Lösungen, die wir einsetzen, um unsere CO2-Bilanz zu verringern, einschließlich unseres Plans in Zusammenarbeit mit unserer Muttergesellschaft Unilever, bis 2020 100% auf saubere Energie umzustellen. Überall, wo ich hinschaue, sind die Technologien, Prozesse und Innovationen die den Klimawandel vermeiden sollen, für alle Beteiligten ein Gewinn. Außerdem haben sie das Potenzial um wirtschaftliche und soziale Vorteile zu schaffen.
Wir sind entschlossen, unser Geschäftsmodell neu zu definieren und mit unseren Partnern von den Milchbetrieben bis hin zu den Verkaufsstellen zusammenzuarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Aber das alleine reicht nicht aus. Wir wissen, dass ihr - unsere treuen Kunden - unser größtes Kapital seid. Wir brauchen euch für eine globale Bewegung, die Entscheidungsträger aus aller Welt zum sofortigen Handeln aufzufordern. Wie wir im letzten September beim People's Climate March in New York City gesehen haben, können wir tatsächlich etwas bewirken, wenn Menschen sich Einsetzen und Engagieren. Wir müssen uns jetzt auf Paris 2015 konzentrieren. Im Dezember werden alle wichtigen Entscheidungsträger und politischen Führer in Paris zur Weltklimakonferenz zusammenkommen. Wir müssen jetzt unablässigen Druck ausüben, damit sie etwas tun!
Im Jahr 2015 starteten wir die erste globale Aktionskampagne von Ben & Jerry's. Wir ermuntern unsere Kunden auf der ganzen Welt ein Teil dieser Bewegung zu werden, damit die Pariser Gespräche erfolgreich verlaufen: mit dringenden Maßnahmen, die den Klimawandel stoppen. Wir brauchen euch - und noch andere Millionen - die sich dieser Bewegung anschließen. Wenn ihr weitere Informationen über die Strategien haben wollt, dann klickt hier. Ben Cohen, einer unser Gründer, verglich den Klimawandel mit Eiscreme, die erwärmt wird: "Wenn es geschmolzen ist, ist es ruiniert." Lass es nicht so weit kommen, lass uns die Klimazahlen verbessern!
Peace, Love und Eiscreme
Jostein