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Teuerstes Holz der Welt
Auf Plantagen künstlich infizierte Bäume sehen bemitleidenswert aus.
Das Holz des Agarbaumes ist an sich nichts Besonderes. Es kann aber ein sehr wertvolles Harz enthalten. Aufwändig daraus gewonnenes Agarholzöl ist aufgrund seiner Seltenheit sehr teuer. Es kostet bis zu 1,5 Millionen pro Kilogramm, das entspricht pro Tropfen etwa vier Franken. Dieses weltweit teuerste ätherische Öl wird seit dem Altertum als kostbares Räucherwerk verwendet und ist in exklusiven Parfüms enthalten.
Der sehr selten gewordene Agarbaum (Aquilaria), wächst unter anderem in Indien, Laos, Kambodscha und Vietnam. Er kann bis zu 40 Meter hoch werden und ist ein dickstämmiger, immergrüner Laubbaum. Sein Holz wird auch Adlerholz genannt. Weitere Namen sind Paradiesholz, Aloeholz oder Oudh. Allerdings hat weit über 90% des Holzes keinen grossen Wert und sieht auch nicht besonders aus.
Nur wenn der Baum verletzt und dadurch mit einer bestimmten Schimmelpilzart infiziert wird, reagiert er als Abwehrmassnahme mit der Bildung eines dunklen Harzes. Dieses duftet stark, entsteht aber nur sehr langsam. Gewinnen kann man es frühestens 20 Jahre nach der Infektion. Die verharzten Holzteile werden von Hand aus den Stämmen geholt und daraus in aufwändigen Verfahren ein ätherisches Öl gewonnen.
Weil die Bäume sehr selten geworden sind, versucht man auf Plantagen die Harzproduktion künstlich anzuregen. Eine gängige Methode besteht darin, die Bäume mit dem Pilz zu impfen. Dieses Vorgehen ist allerdings umstritten. Die so behandelten Bäume sehen bemitleidenswert aus und die Qualität des gewonnenen Öls soll nicht gleich gut sein wie natürlich entstandenes. (hw)