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Das Doppelhaus entstand von 2006 bis 2007 als zweites Gebäude auf einem bereits bebauten Grundstück. Das Wohnhaus von 1929 ist zweigeschossig, mit ausgebautem Satteldach und kleinem Vorgarten – ganz der Umgebung und dem zeitgenössischen Bauen entsprechend. Der Neubau hingegen entfernt sich deutlich von diesen Gebäudemerkmalen. Weder in der Gestaltung des Grundrisses, noch in Ansicht und Höhe nimmt das Gebäude Bezug auf den Altbau.
Die Beschränkung auf eine Bausumme von total 1 Mio Fr. – exklusive Grundstück – verlangte nach einer reduzierten, schlichten Architektur, die aber dennoch alle Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer erfüllen sollte. Das zweigeschossige Wohnhaus ist an der Längsachse in zwei symmetrische Wohnungen geteilt. Die Eingänge zu den Wohnungen liegen an den Längsseiten des Gebäudes. Im Inneren des Hauses haben die Nutzer geräumige und hohe Räume, in denen sich Bad und Küche nur als eingestellte Raummöbel befinden. Diese wurden aussen als reine Schreinerarbeit aus hellem, farblos lasiertem Fichtenholz ausgeführt, die Innenseite der Räume ist mehrschichtig mit Gips verputzt und mit einer frischen grünen Farbe lasiert. Farbakzente finden sich auch in der Küche, die zum Wohnraum hin offen ist. Die Wohn- und Schlafräume im Haus sind dezent in grau gehalten. In beiden Geschossen bleiben die glatten, ausgeschalten Betonwände und der dunkelgraue Hartbetonboden sichtbar. An der Gebäudeachse führt pro Wohnung eine lange, schmale Treppe in das Obergeschoss. Hier wünschte sich der Bauherr einen flexibel anpassbaren Grundriss, denn der spätere Nutzer sollte ausreichend Raum haben, um ein weiteres Zimmer einzufügen. Einer der Bewohner nutzte diese Möglichkeit und baute ein weiteres Zimmer ein. Die Nachbarin hingegen schätzte eher die Offenheit des Raumes und verzichtete auf den Einbau, wodurch das Obergeschoss sehr frei und luftig wirkt.
Die leicht abgewinkelte Form im Grundriss orientiert sich an der Baulinie und übernimmt diese. Der entstehende Knick in der Fassade schafft eine zusätzliche Spannung im Wohnraum und lässt den Blick nach aussen dynamischer wirken. Auch in die Dachfläche, die als unbegrüntes Flachdach ausgebildet ist, wird dieser Knick übertragen. Die leichten Schrägen formen das Gebäude zu mehreren Sechsecken, zu einer Art Kristall. Die Gebäudehülle ist verputzt, weiss gestrichen. Farbliche Akzente an der Fassade sind einzelne rot gestrichene Wände, wie zum Beispiel eine Trennwand zwischen den Wohnungen und horizontal auskragende Platten die als Sonnen- und Wetterschutz fungieren. Die Gartensitzplätze der zwei Wohnungen befinden sich an Stirn- bzw. Längsseite des Gebäudes, um die Privatsphäre auch auf engem Raum zu gewährleisten.