Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03543.jsonl.gz/1941

«What do people want to hear next?» Diese Frage beschäftigte früher Labelchefs, A&R-Leute. Sie trafen Entscheidungen aus dem Bauch. Heute verlassen sich diese Firmen mehr auf verfügbare Daten und ersetzen den Instinkt der Experten durch die Weisheit der Masse («replacing experts’ instincts with the wisdom of the crowd»). Eine Datenquelle ist Shazam. Die Audio-Fingerprint-App zeigt, wo in der Welt ein Song nachgefragt wird. Man kann zeigen, wie sich
Lorde von Neuseeland über Nashville in den USA ausgebreitet hat. Mit den heutigen Erhebungsmethoden des musikalischen Erfolgs bestimmen die Massen mehr den je, was erfolgreich ist und was nicht. Die Logik des Massengeschmacks verlangt aber die selbe bereits bekannte Musik immer und immer wieder. Die populärsten Songs bleiben heute für Monate in den Charts und damit ist der Wert eines Hitparaden Spitzenplatzes noch mehr wert als früher. Das eine Prozent der Künstler, die am meisten mit ihrer Musik verdienen, verdienen 77% des gesamten Verdienstes auf dem Markt. Es ist zu befürchten, dass mit den gegenwärtigen Erhebungsmethoden, die auf Daten beruhen, zu einem clustering der Stile führt und dass die Musik immer gleicher klingt.
Widget Embed Code
Kopieren Sie diesen Code, um ihn auf einer Webseite oder in einem Blogpost einzubetten:
Zitierhilfe
Formel: Autor: «Titel». Nachweis Ort, Verlag.