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Bernhard von Gudden
Bernhard von Gudden ist in wissenschaftlicher Hinsicht Hirnanatom. Als Kliniker setzt er sich stark für die Verbesserung der Lebensbedingungen psychisch Kranker in den damals noch «Anstalten» genannten Kliniken ein. Bekanntheit erlangt er auch als ärztlicher Betreuer und Gutachter des bayerischen Königs Ludwigs II., mit dem zusammen er im Juni 1886 im Starnberger See ertrinkt.
Bernhard von Gudden legt seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt – dem Zeitgeist entsprechend – auf die neuroanatomische Grundlagenforschung. Er gilt als Erfinder des Mikrotoms, eines Geräts zur Herstellung sehr dünner Gewebeschnitte des Gehirns. Für die damalige Forschung ist dies ein herausragender methodischer Fortschritt. Im klinischen Bereich setzt sich von Gudden für die Verbesserung der Lebensbedingungen von psychisch Kranken in den Kliniken ein. In den Münchner Jahren versucht er, Reformen anzustossen, vor allem mit Blick auf die Ausbildung von Pflegepersonen und einen professionellen Verhaltenskodex, der sich nicht einem blossen Kontrollbedürfnis, sondern dem Respekt vor den betreuten Personen verpflichtet sieht.
Bernhard von Gudden wird weit über die Psychiatrie hinaus bekannt als einer der Psychiater, die das psychiatrische Gutachten über König Ludwig II. von Bayern (1845 – 1886) erstellt und dabei zum Schluss kommen, der König sei aufgrund einer gravierenden psychotischen Erkrankung nicht regierungsfähig. Am 13. Juni 1886 ertrinkt Bernhard von Gudden gemeinsam mit dem König auf einem Spaziergang im Starnberger See, vermutlich nach einem Handgemenge. Wissenschaftliche und öffentliche Äusserungen dazu, was seinerzeit tatsächlich geschah und ob die genannte psychiatrische Diagnose bei Ludwig II. als gesichert anzusehen ist, gehen bis heute weit auseinander.