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Am 9. August 1945 explodierte die Plutoniumbombe «Fat Man» über Nagasaki. Zehntausende starben in dem nuklearen Inferno. Träfe eine Atombombe von diesem Kaliber Zürich, würde dies über 67'000 Todesopfer fordern. Von den zehn grössten Schweizer Städten wären die Opferzahlen in St.Gallen am niedrigsten.
Der Abwurf der beiden Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki war das monströse Finale des Zweiten Weltkriegs. Seither wurden diese verheerenden Waffen zum grossen Glück nie mehr militärisch eingesetzt. Die Gefahr aber blieb, und wenn sie heute auch nicht mehr so präsent ist wie in den düstersten Tagen des Kalten Krieges, so ist sie doch im Hintergrund stets vorhanden.
Das nukleare Vernichtungspotenzial der Atommächte ist nach wie vor gewaltig. Welche Zerstörungskraft in diesen Waffen steckt, zeigt der Wissenschaftshistoriker und Programmierer Alex Wellerstein mit seinem interaktiven Tool «Nukemap». Die Simulation visualisiert mithilfe von Google Maps den Grad der Zerstörung, den die Detonation einer Atombombe über einem beliebigen Ort anrichten würde.
Mehrere Parameter sind dabei wählbar, so die Sprengkraft der Bombe oder in welcher Höhe sie detoniert. Die Visualisierung zeigt in verschiedenfarbigen konzentrischen Ringen um den jeweiligen Ground Zero herum, welche Gebiete von radioaktiver Strahlung, Luftdruck und Hitzestrahlung betroffen wären. Auch die Grösse des nuklearen Feuerballs zeigt sie an.
Wählt man aus den voreingestellten Beispielen die Nagasaki-Bombe und lässt sie virtuell über den zehn grössten Schweizer Städten detonieren, zeigt sich, wie enorm die Vernichtungskraft von «Fat Man» war.
Auch die Opferzahlen, die das Tool den gewählten Parametern entsprechend berechnet, sind schwindelerregend. Naturgemäss gäbe es in den grösseren Städten tendenziell mehr Opfer – doch die unterschiedlich dichte Bebauung im Zentrum und weitere Faktoren sorgen für erstaunliche Unterschiede. Zum Beispiel würde «Fat Man» die meisten Opfer in Genf fordern und die wenigsten in St.Gallen. Aber auch dort würden noch über 20'000 Menschen dem atomaren Feuer zum Opfer fallen.
Zum Vergleich: Nagasaki hatte damals 240'000 bis 260'000 Einwohner. Im Innenstadtbereich starben laut Schätzungen unmittelbar etwa 22'000 Menschen, weitere 39'000 starben innerhalb der nächsten vier Monate. Andere Schätzungen sprechen von bis zu 80'000 Toten. In Nagasaki und Hiroshima starben bis Ende 1945 weitere 130'000 Menschen an Folgeschäden. In den weiteren Jahrzehnten gab es viele zusätzliche Langzeitopfer. (dhr)