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Nach drei Wochen mit Fragen, Verhandlungen und Plädoyers ging am Donnerstag der Prozess im südfranzösischen Perpignan um die Korruptionsaffäre im Badeort Saint-Cyprien zu Ende. Fünfzehn Personen, hauptsächlich Politiker und Geschäftsführer von Unternehmen, standen wegen Bestechungsvorwürfen vor Gericht, darunter auch der Freiburger Anwalt und Promotor Damien Piller. Sie sollen den ehemaligen Bürgermeister von Saint-Cyprien, Jacques Bouille, geschmiert haben, um etwa Vorteile beim Landkauf oder bei der Vergabe von Baubewilligungen zu erhalten. Der Bürgermeister hatte sich 2009 im Gefängnis erhängt (die FN berichteten).
«Weisheit des Gerichts»
Der Staatsanwalt hatte für die Beschuldigten Strafen von zwei Jahren bedingten Freiheitsentzugs bis hin zu vier Jahren Gefängnis gefordert. Bei Damien Piller war er jedoch der Ansicht, er habe «nicht genügend Elemente, um das Vergehen der Korruption zu beweisen». Deshalb überlasse er die Beurteilung dieses Falls «der Weisheit des Gerichts».
Piller hatte zehn Gemälde im Wert von insgesamt 400 000 Euro gekauft. Er sowie seine Anwälte hatten jedoch stets betont, dass diese Gemälde einem geplanten Museum hätten zugutekommen sollen und Piller lediglich als Mäzen fungiert habe. Auch hatten Pillers Anwälte unterstrichen, dass Piller bei seinem Handeln dem Bürgermeister vertraut habe. Dieses Vertrauen habe sich ab Frühling 2007 jedoch vermindert, hatte Piller vor Gericht erklärt: «Er hatte teilweise den Kopf verloren.»
Viele der Beschuldigten hatten den verstorbenen Bürgermeister ins Zentrum des Prozesses gestellt. Die meisten beschrieben ihn jedoch eher als «krank» denn als straffällig. Damit knüpften sie an einen Bericht von Experten an, der dem Bürgermeister eine zwanghafte Störung attestierte. Das Urteil in der «Affäre Bouille» wird für den 11. Juni erwartet. sda/rb