Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03642.jsonl.gz/1826

Bis es soweit ist, und Sie "Ihren" Welpen so wie Yvonne Lilly das Erste mal in den Händen halten können, ist schon einiges passiert.
Die Welpen kommen Blind und Taub zur Welt. In den ersten zwei Wochen, der vegetativen Phase haben sie nichts anderes zu tun als fressen und schlafen. Es ist ihre Aufgabe an Gewicht zuzunehmen und zu wachsen. Sie liegen oft eng aneinander (Kontaktliegen) und verhindern so einen Wärmeverlust.
Man kann sich diese zwei Wochen auch wie die Fortführung der embrionalen Phase der Schwangerschaft, nur ausserhalb der Mutter vorstellen.
Die dritte Woche, die Sinne erwachen in der Übergangsphase. Die Augen und Ohren öffenen sich und mit ihnen das Tor zur Bewusstheit. Es werden erste Gehversuche unternommen, die Milchzähne wachsen und die Geschwister werden nicht mehr nur als "Wärmequelle" wahrgenommen.
Die vierte bis siebte Woche wird als Prägungsphase bezeichnet. Sie ist für den Welpen und sein zukünftiges Leben von grösster Bedeutung. In dieser Phase beginnen die Welpen ihre Umgebung zu erkunden , die Lagerbindung löst sich und der Folgetrieb wird sichtbar.
Der Welpe folgt seiner Mutter, spielt mit seinen Geschwistern, entdeckt die Umwelt, Gegenstände, die Beute. Die Mutter beginnt in dieser Zeit die Welpen zu erziehen, fordert sie zum Spiel auf. In dieser Phase werden die Begabungen und Fähigkeiten des Welpens geweckt, und er erhält ein Verhaltensrepertoire das ihn sein ganzes Leben begleiten wird.
In dieser Phase nimmt auch der Mensch eine wesentliche Rolle ein. Durch täglichen Kontakt wird hier der Grundstein zum echten "Familienhund" gelegt.
In dieser Phase ist es auch wichtig das Sie "Ihren Welpen" besuchen und so die Basis für eine gute Bindung legen.
Ab der achten Woche beginnt die Sozialisierungsphase. In der Natur übernimmt zu diesem Zeitpunkt der Rüde die Erziehungsaufgabe und die Mutterhündin zieht sich zurück.
Das Verhalten der Alttiere gegenüber der Welpen im Rudel ändert sich. Bis zur achten Lebenswoche wird Fehlverhalten der Welpen wie folgt korrigiert:
58,14% durch Ignorieren, 24,56 % durch Schnauzengriff und 17,30 % durch: Auf den Boden Drücken. Ab der neunten Lebenswoche sieht das anders aus: 11,21 % durch Ignorieren, 49,53% durch Schnauzengriff und 39,72 % durch: Auf den Boden Drücken. (Quelle: Bloch: Der Wolf im Hundepelz, 2004 und Norma Zvolsky: Retrieverschule für Welpen, 2007). Die Sitten werden also deutlich direkter.
In der zehnten Lebenswoche werden die Welpen ihren Besitzern übergeben. Mitten in der Sozialisierungsphase liegt es dann an Ihnen das Begonnene fort zu führen. Die grösste Herausforderung ist sicherlich das richtige Mass zwischen Unternehmungen und Pausen zu finden.
Ein Kennel eignet sich gut als Ruhe - und Rückzugsmöglichkeit für den Welpen.
Max mit 8 Wochen, da ihn seine Pfoten noch nicht so weit tragen eignet sich ein Rucksack als Transportmittel.
Ruhepausen
Lilly 10 Wochen Max 9 Wochen
Kommunikation !!