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Anleiheninvestoren sehen sich weiterhin mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert. Die Handlungen der Zentralbank sowie auch die unvorhersehbare geopolitische Situation bedeuten, dass die Märkte in absehbarer Zukunft volatil bleiben werden. Gleichzeitig ist die traditionelle Funktion von Fixed Income als Diversifizierungsinstrument zu Aktien-Positionen herausgefordert worden, da die Korrelationen zwischen Aktien und einigen höher rentierenden Anleihen zugenommen haben. Dies wirft eine interessante Frage auf: Wie ist es möglich, mit einem Anleihenportfolio, das auch wie ein solches agiert, zuverlässige Renditen zu erzielen?
Zunächst ist es notwendig, das gesamte Spektrum des Fixed-Income-Universums in Betracht zu ziehen und von einem Benchmark-fokussierten Ansatz abzukommen. Investoren sollten ausserdem in der Lage sein, schnell auf sich verändernde Umstände zu reagieren, über die Märkte und Wertpapiertypen hinweg zu investieren und sowohl lang- als auch kurzfristige Anlagen einzusetzen. Bei T. Rowe Price glaubt man, dass ein Portfolio – im Idealfall – in drei Hauptteile gegliedert sein sollte.
1. Ein stabiler Kern
Um sich von Aktienvolatilität abzugrenzen, sollte der Hauptteil der Performance ihren Ursprung in traditionellen Fixed-Income-Quellen haben. Diese Kernbeteiligungen kombinieren typischerweise Staatsanleihen mit einigen kurzfristigen High-Quality-Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Weiter fokussieren sie Märkte mit tiefer Volatilität, die mässig steile Renditekurven aufweisen und Zinsraten stabil sind oder gekürzt werden. Dieser Teil des Portfolios zielt darauf ab, moderate Rendite zu erzielen – mit besonderem Augenmerk auf Stabilität.
2. Renditesuchende Positionen
Ausgewählte renditesuchende Positionen können zu den Kernbeteiligungen hinzugefügt werden, um zu versuchen, die Performance voranzutreiben. Typischerweise handelt es sich um vielversprechende Investitionen in Gebieten wie Emerging-Market-Anleihen oder Unternehmensanleihen aus dem High-Yield-Bereich. Im Verhältnis zum Kern, wird dieser Anteil des Portfolios normalerweise relativ klein sein. Fundamentales Research und die Selektion der Wertpapiere sind hier besonders entscheidend.
3. Versicherung
Durch Hinzufügen von höher rentierenden Anlagen zum Fixed-Income-Kern erhöht sich tendenziell die Kredit- und Aktien-Sensitivität des gesamten Portfolios. Dies kann ausgeglichen werden, indem eine defensive Komponente hinzugefügt wird – weitgehend aus Derivaten bestehend. Dies müssen nicht zwingendermassen komplexe Instrumente sein – liquide, handelsübliche Derivate können zum Einsatz kommen.
Sind Kern- und renditesuchende Positionen festgelegt, kann das Risikoprofil des Portfolios analysiert werden, um die Höhe der Exponierung gegenüber Zinssätzen, Bewegungen der Kreditmärkte, Emerging-Markets-Risiken und anderen Faktoren zu beurteilen. Auf dieser Basis können die Positionsgrössen verändert und defensive Hedges hinzugefügt werden. Die Positionierung wird sowohl durch Research-Aussagen, das vorherrschende Pricing als auch Möglichkeiten in den derivativen Märken geleitet. Der Ansatz hängt jedoch nicht vom Versuch ab, den Markt zu timen. In Bullenmärkten sind die Kosten für diesen Schutz eine Versicherungsprämie, die als bescheidener Widerstand für die Performance agiert. In Bärenmärkten hingegen wird erwartet, dass die Versicherung gut performed.
Flexibilität muss weder auf Kosten von Qualität gehen, noch zusätzliche Transaktionskosten verursachen – es ist möglich, ein qualitativ hochstehendes, liquides Profil zu erhalten, während man trotzdem noch genügend agil ist, um die Risiken zu managen. Zu guter Letzt ist das Ziel ein Gleichgewicht: Wie man den richtigen Mix zwischen Duration, Länderallokation, Bottom-up-Wertpapierselektion und Währungsexposure findet, um optimale Renditen zu erzielen, während Risiken effektiv gemanagt und das Portfolio geschützt wird.