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Verenakapelle
Die Römisch-katholische Kirchgemeinde umfasst die Gemeinden Herznach-Ueken und Densbüren. Ein besonderes Highlight ist die Verenakapelle, welche in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erbaut wurde und eine der ältesten Kultstätten der heiligen Verena ausserhalb von Zurzach ist.
Die Geschichte des wahrscheinlich von den Homberger Grafen gegründeten Gotteshauses lässt sich bis ins 12. Jh. zurückverfolgen. Von 1407 bis 1867 war das Chorherrenstift St. Martin zu Rheinfelden Patronatsherr der Kirche. Das heutige Kirchenschiff stammt aus dem Jahre 1691. Als Architekt des 1718/19 erbauten barocken Chors wirkte der Säckinger Stadtbaumeister Johann Pfeiffer. Tessiner Künstler schufen die Stukkaturen des Langhauses sowie die Chorfresken. 1732 fertigte Hans Freitag aus Rheinfelden Hochaltar und Kanzel. Die Rokoko-Seitenaltäre schuf um 1777 Martin Fröwis aus Rheinfelden.
Altehrwürdig und sagenumwoben
Sie sei das älteste Gotteshaus im Fricktal und berge die letzte Ruhestätte des Basler Bischofs Landelous, erzählte einst der Volksmund. Grund für diese Behauptungen war ein 1904 in der Kapelle entdecktes steinernes Kreuzigungsrelief aus dem 10. Jahrhundert. Der vermeintliche Grabstein trägt die Inschrift: „Bischof Landelous gab dieses Werk in Auftrag.“
Heute weiss man: Das Kirchlein am nördlichen Dorfrand von Herznach ist weder das älteste Gotteshaus des Fricktals, noch beherbergt es das Grab des 961 erwähnten Bischofs Landelous. Hingegen wurden bei der Kapelle 1668 elf Pesttote bestattet. Sie waren die letzten Opfer dieser Seuche im Fricktal.
Archäologische Grabungen in und bei der Kapelle lieferten 1990/91 erstaunliche Erkenntnisse. Demnach entstand die erste Kapelle in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts auf dem Areal eines Herrenhofs, der allmählich zu einer Burg erweitert wurde. Folglich besass das Kirchlein, eine der ältesten Kultstätten der hl. Verena ausserhalb von Zurzach, den Status einer Burgkapelle. Der spätgotische Kirchturm wurde wahrscheinlich um 1500 errichtet. Aus jener Epoche stammt auch das ehemalige Beinhaus von 1516 sowie das 1625 und 1690 erweiterte Pfarrhaus.