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Eine neue Erfahrung
Studierende aus der ganzen Schweiz haben am ersten interdisziplinären Studierendenkongress auf dem Campus Irchel Ihre Arbeiten präsentiert. Einblick ine ein geglücktes Experiment, das viel Potenzial für die Zukunft bringt.
" Routiniert trat Stefan Abt auf. Anhand weniger Powerpoint-Slides stellte der Soziologiestudent sein Thema vor: die Diskriminierung von homosexuellen Paaren in der Schweiz in Bezug auf Partnerschaft und Familie. Er erklärte, dass die soziale Elternschaft im Vergleich zur biologischen als nicht gleichwertig betrachtet werde. Zuerst zeigte er die rechtliche Situation in der Schweiz auf; in einem zweiten Schritt veranschaulichte er exemplarisch, wie ein lesbisches Paar wiederholt benachteiligt wurde – etwa bei der Adoptionder Stiefkinder. Seine qualitativ sozialwissenschaftliche Methode umriss er knapp: Anhand von narrativen Interviews erfasste er die Situation von vier gleichgeschlechtlichen Paaren. «Der vorgegebene Zeitrahmen von 30 Minuten war etwas eng, um eine ideale Balance zu finden zwischen der Vermittlung meines soziologischen Zugangs und der Konklusion aus meinen Interviews», bilanzierte Stefan Abt. Die soziologische Theorie habe er aus Rücksicht auf das fachfremde Publikum ausgelassen. «Mit meinem Vortrag wollte ich ein Bewusstsein für die Diskriminierung von LGTBIQ-Elternpaaren schaffen und bei anderen Studierenden Interesse wecken, das Thema weiter zu erforschen», sagte er. Positiv fand er, dass der Studierendenkongress die Präsentation von Arbeiten erlaubte, die normalerweise – abgesehen von der Betreuungsperson – von niemandem zur Kenntnis genommen werde."