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WARSCHAU (awp international) - Polen will sein Atomprogramm zügig umsetzen. Der erste Strom aus eigenem Atommeiler solle 2020 fliessen, sagte Polens Regierungschef Donald Tusk am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Warschau. Alle rechtlichen Grundlagen sollten bis Ende Juni fertig sein, die Wahl des Standortes solle bis Ende 2013 erfolgen, versprach Tusk. Der Baubeginn ist für 2016 vorgesehen. Bis 2030 soll ein zweites Atomkraftwerk entstehen. Beide Akw sollen eine Leistung von insgesamt 6.000 Megawatt erreichen. Die Kosten der Investition werden auf 100 Milliarden Zloty (25,6 Mrd Euro) geschätzt.
Tusk rechnet mit einer breiten Zustimmung der Bevölkerung zu seinen Atomplänen. Anders als vor mehr als zwei Jahrzehnten gebe es diesmal weder Ablehnung noch Proteste. Regionen und Gemeinden rivalisierten sogar um den Zuschlag. Als bevorzugter Standort galt bisher Zarnowiec in Pommern nordwestlich von Danzig. Ein erster Versuch, dort einen Atommeiler zu bauen, war in den 1980er Jahren am Widerstand in der Gesellschaft gescheitert.
Von der Atomkraft verspricht sich das mitteleuropäische Land mehr Energiesicherheit. Vor allem soll die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland verringert werden. Atomenergie soll zudem helfen, den hohen C02-Ausstoss zu reduzieren. Zur Zeit gewinnt Polen mehr als 90 Prozent seines Stroms aus Kohle./lep/DP/dc
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