Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03221.jsonl.gz/1058

Gewächshaustausendfüssler im Garten loswerden
Freilandpopulationen des Gewächshaustausendfüsslers (Oxidus gracilis) sind seit einigen Jahren in der Schweiz anzutreffen, wobei die Zentralschweiz besonders davon betroffen zu sein scheint. Die Tierchen sind vor allem nachts aktiv und können in Gärten, auf Terrassen und an Fassaden in Massen auftreten.
Keine Schädlinge
Tausendfüssler sind keine Schädlinge. Sie zersetzen abgestorbenes Pflanzenmaterial und tragen somit zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Lästig werden sie jedoch, wenn sie in Massen an Fassaden auftreten.
Nicht einheimische Art
Der Gewächshaustausendfüssler (Oxidus gracilis) stammt ursprünglich aus Asien und wurde nach Europa eingeschleppt, wo er zunächst ausschliesslich in Gewächshäusern und Botanischen Gärten anzutreffen war. Seit zirka 2017 werden in der Zentralschweiz Freilandpopulationen beobachtet. Da es sich um eine neu eingeschleppte Art handelt, gibt es kaum wissenschaftliche Informationen darüber. Häufig werden die Tierchen durch Gartenarbeiten, hauptsächlich Gartenerde, eingeschleppt.
Erscheinungsbild
Die Tausendfüssler sind vor allem bei Dunkelheit und feuchter Witterung aktiv. Die meisten Meldungen kommen in den Monaten Juli/August und können bis in den Oktober andauern. Betroffene beschreiben eine Invasion (Tausende) an Fassaden und auf Terrassen. Aus unerklärlichen Gründen krabbeln die Tierchen in Massen die Fassaden empor und versuchen über Ritzen oder offene Fenster ins Innere zu dringen. Es gibt Arten, welche zur Verteidigung ein Sekret absondern. Es handelt sich dabei um chemische Stoffe, die unangenehm riechen, für den Menschen aber ungefährlich sind.
Abwehrmassnahmen
- Fenster sollten mit Insektengittern versehen werden, Ritzen und Löcher sollten abgedichtet werden.
- Tausendfüssler haben Schwierigkeiten eine glatte Oberfläche zu überwinden. Daher kann durch das Anbringen eines Kunststoffabsperrbandes um die Hausfassade das Aufsteigen verhindert werden.
- Durch das Anbringen eines umgekehrten Malerbandes (Klebseite nach oben) um die Hausfassade, entsteht eine Barriere, an welcher die Tausendfüssler kleben bleiben. Das Band muss häufig gewechselt werden.
- Falls die Brutstätte der Tausendfüssler bekannt ist (meist ein neu angelegtes Gartenbeet, Hochbeet, etc.), kann mit Hilfe eines Schneckenzauns eine weitere Zuwanderung gestoppt werden. Der Zaun muss eine sehr glatte Oberfläche aufweisen, sonst schaffen es Tiere ihn zu überwinden. Dies kann durch das Anbringen von Kunststoffabsperrbänder erreicht werden.
Brutstätte ausfindig machen
Um die Tausendfüssler erfolgreich zu bekämpfen, ist es wichtig, dass der Ort der Brutstätte bekannt ist. Dies ist häufig ein neu angelegtes Gartenbeet, Hochbeet, Moorbeet oder ähnliches. Denn Tausendfüssler werden durch Gartenerde eingeschleppt. Auch das Informieren des Gärtners, welcher die Umgebungsgestaltung/Gartenarbeiten gemacht hat, ist wichtig. So kann dieser seine Erde überprüfen und eine weitere Verschleppung vermeiden.
Bekämpfungsmöglichkeiten
Zurzeit kommt lediglich eine Bekämpfung mit Silikatstaub (Kieselgur, Diatomeenerde) in Frage. Durch den Kontakt mit Silikatstaub wird die Wachsschicht von Insekten verletzt. In der Folge trocknen die Tiere aus und sterben ab.
Silikatstaub kann auf festem Boden und Steinplatten ausgebracht werden. Achten Sie darauf, dass die Spur regelmässig erneuert wird.
Professionelle Schädlingsbekämpfer arbeiten in solchen Fällen auch mit flüssig formuliertem Silikat.
Auf feuchter Erde verliert Silikatstaub seine Wirksamkeit, weswegen ein Einsatz im Hoch- oder Gartenbeet keinen Sinn macht. Tausendfüssler in Hoch- oder Gartenbeete können zur Zeit lediglich mechanisch bekämpft werden. Da sich die Tiere in feuchter, dunkler Umgebung wohl fühlen, können Sie ein Holzbrett auf dem Beet auslegen und am nächsten Morgen die Tiere unter dem Brett einsammeln, einfrieren oder überbrühen und entsorgen.
Wir helfen gerne weiter
Nebst dem Gewächshaustausendfüssler können auch andere Tausendfüssler-Arten in Massen auftreten. Für eine erfolgreiche Bekämpfung und deren Verlauf sowie das erheben von Daten ist eine genaue Artbestimmung sehr wichtig. Demzufolge sind wir auf gute Bilder angewiesen. Melden Sie sich per Mail oder telefonisch unter der Nummer +41 41 412 32 32.