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Nicht auf Windows Vista zu migrieren, kann grössere Organisationen auf lange Sicht in Schwierigkeiten bringen, findet Gartner.
"Ich lasse Windows Vista grad ganz aus," erzählte uns jüngst der CIO eines mittelgrossen, in der ganzen Schweiz tätigen Industriebetriebs. Er sieht, wie viele andere auch
, den Business-Case in der Migration von Windows XP auf das neue PC-Betriebssystem von Microsoft schlicht nicht.
Doch möglicherweise wird unser CIO früher oder später seinen Entscheid überdenken müssen. Denn - wie der US Marktforscher Gartner in einem jüngst erschienen Bericht warnt - zeigt die Erfahrung, dass es für grosse Organisationen gar nicht so einfach ist, eine Windows-Generation vollständig zu ignorieren. Organisationen, die Windows 98, 2000 oder XP ausliessen, bekamen oft Probleme mit den Software-Produkten von Drittherstellern, sagte Gartner-Berater Michael Silver zur Onlinezeitschrift silicon.com. Microsoft wird zwar Windows XP noch bis 2014 mit Sicherheits-Updates unterstützen, doch ist dies für die Produkte von Drittherstellern überhaupt nicht garantiert. Dies bedeutet, dass Vista in einem ersten Schritt nur auf einem Teil aller PCs eingeführt werden kann. Stimmt die Überlegung, so werden die IT-Abteilungen grosser Organisationen so oder so mit mehreren Windows-Generationen leben müssen.
Dazu kommt, dass sich die nächste OS-Generation aus Redmond ("Windows 7") ebenso verspäten könnte, wie dies bereits bei Vista der Fall war. Wer Vista auslässt, kann damit in die unangenehme Lage kommen, sehr viele PCs sehr früh auf "Windows 7" migrieren zu müssen. Dann aber werden wiederum Dritthersteller ihre Produkte noch nicht für "Windows 7" angepasst haben.
Andere Kommentatoren relativieren die Aussage von Gartner allerdings. Sie glauben, dass unabhängige Software-Anbieter - etwa lokale Hersteller von Business-Software - Windows XP so lange unterstützen werden, wie das Betriebssystem bei ihren Kunden verbreitet ist.
Gartner selbst findet das Auslassen einer Betriebssystem-Generation übrigens eine überlegenswerte Strategie für kleinere und mittelgrosse Firmen, die nicht genug Ressourcen haben, um mehrere Windows-Varianten gleichzeitig zu unterstützen. Die Vista-Frage ist und bleibt verzwickt. (Christoph Hugenschmidt)