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Atemtherapie bei Mukoviszidose
Eine gezielte Atemtherapie bei Mukoviszidose hilft den Betroffenen den Schleim (Sekret), der sich in den Atemwegen und in der Lunge ansammelt besser abzuhusten. Die Lungenfunktion kann sich verbessern und die Atmung fällt leichter. Mit der Atemtherapie sollte schon sehr früh begonnen werden. Sie begleitet die Patientinnen und Patienten oft ihr ganzes Leben lang.
Ziele der Atemtherapie
Verbesserung von Lungenfunktion/Atmung
Verbesserung des Gasaustausch in der Lunge
Sekretmobilisation (Schleim lösen & abtransportieren) in der Lunge und in den Atemwegen
Verbesserung oder Erhalten der Beweglichkeit des Brustkorbes (Thorax)
Wie läuft die Atemtherapie ab?
In einem Erstgespräch (Anamnese) zwischen Patient und Therapeut werden wichtige Informationen zusammengetragen. Anschliessend folgt eine körperliche Untersuchung. Aufgrund der so erlangten Fakten, kann die Therapeutin bzw. der Therapeut ein Behandlungskonzept erstellen.
1. Anamnese
Die Patientin bzw. der Patient berichtet über ihre/seine aktuelle Situation, über Beschwerden und den bisherigen Verlauf der Krankheit.
Die behandelnde Fachperson stellt gezielte Fragen.
Die behandelnde Fachperson gibt wichtige Informationen an die Betroffenen weiter.
Die Patientin bzw. der Patient hat Gelegenheit Fragen zu stellen.
Behandlungsziele werden gemeinsam festgelegt.
2. Befundaufnahme (körperliche Untersuchung)
Die Fachperson führt unterschiedliche Untersuchungen durch, um sich ein genaues Bild über alle massgebenden Körperfunktionen zu verschaffen.
Inspektion (Betrachten)
Bei der Inspektion werden folgende Punkte beurteilt:
Wie ist die Körperhaltung?
Form und Beweglichkeit des Brustkorbs (Thorax)
Kommen Atemhilfsmuskeln zum Einsatz?
Wie ist der Atemrhythmus?
Wie ist die Atemrichtung?
Gibt es Einziehungen im Gewebe?
Gibt es Sauerstoff-Mangelzeichen?
Auch kann frisch abgehusteter Schleim (Sekret / Sputum) begutachtet werden.
Palpation (Abtasten)
Die Fachperson beurteilt durch Abtasten wie hoch die Muskelspannung ist. Gibt es verkürzte oder überlastete Muskeln? Insbesondere die Muskeln, welche die Atmung unterstützen, die sogenannten Atemhilfsmuskeln, müssen genau untersucht werden. Zudem wird auch die Spannung des Bindegewebes durch Abtasten (Palpation) beurteilt.
Beurteilung des Hustens
Ist der Husten produktiv oder unproduktiv? Es wird beurteilt, ob beim Husten Schleim aus den Atemwegen in den Mundraum befördert wird. Man spricht von sogenanntem Auswurf (Sputum). Ist dies der Fall, handelt es sich um einen produktiven Husten. Kann kein Sekret bzw. Sputum abgehustet werden, sprich man von einem unproduktiven Husten.
FEV1- Wert (Sekundenkapazität)
Der FEV1-Wert beurteilt, wieviel Luft in einer Sekunde ausgeatmet werden kann. Man spricht auch von der Einsekundenkapazität. Bei der Messung atmet die Patientin bzw. der Patient maximal ein und pustet anschliessend mit aller Kraft in das Mundstück eines Messgerätes (Spirometer).
Anhand des FEV1-Wertes kann die Fachperson beurteilen, wie stark die Atemwege durch den Schleim (Sekret) verstopft bzw. verengt sind. Je kleiner der FEV1-Wert ist, umso grösser ist die Verengung der Atemwege (Bronchien).
3. Behandlung
Bei der Atemtherapie kommen unterschiedliche Behandlungstechniken zum Einsatz. Man unterscheidet zwischen aktiven und passiven Techniken. Bei den passiven Techniken arbeitet die Fachperson mit ihren Händen an der Patientin bzw. am Patienten. Bei den aktiven Technik arbeitet die Patientin bzw. der Patient selbst und führt Übungen und Bewegungen durch, welche durch die Fachperson instruiert werden.
Passive Techniken
Lagerung und Lagewechsel kombiniert mit Kontaktatmung, heisser Rolle und manuellen Vibrationen
Intercostale (zwischen den Rippen) Ausstreichungen
Sekretmobilisation Vibration und Packegriffe
Atemerleichternde Stellungen (mit Ziel der Atemerleichterung, Verringerung der Muskelarbeit, Entspannung, Atemvertiefung und Sekretmobilisation) wie zum Beispiel Kutschersitz, Paschasitz, Torwartstellung, Angelehnter Stand oder Sitz etc. in Kombination mit Lippenbremse, Autogener Drainage, heisser Rolle
Aktive Techniken
Therapeutische Körperstellungen (Dreh-und Dehnstellungen mit Ziel der Mobilisierung der Gelenke, Atemvertiefung, Atemerleichterung, Herabsetzen der Gewebswiderstände) wie z.B. Schraube, Bauchdrehdehnlage, Mondlage, Rutschbahn, Knoten, Babygiraffe, Überschlag in Kombination mit Packegriffe, Kontaktatmung, PNF, Dynamische Übungsfolgen
Sekretmobilisation durch z.B. Autogene Drainage, Lippenbremse