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Inna de Yard
Regie: Peter Webber
Mitw.: Kiddus I, Ken Boothe, Winston McAnuff, Judy Mowatt, Cedric Myton, Jah9, Derajah, Marcia Griffiths, Var, Kush McAnuff, Bo Pee, Steve Newland, Lloyd Parks u.a.
An einem Hang hoch über Kingston steht ein altes Haus, dessen Regale mit Schallplatten gefüllt sind. Vom Garten aus kann man die Berge sehen, wenn Nebelschwaden den Ausblick nicht trüben. Hier wird das Projekt «Inna de Yard» realisiert, eine Zusammenarbeit von legendären Stimmen der Reggae-Bewegung der Siebzigerjahre, welche die Musik aus Jamaika weltweit berühmt machten; unter ihnen Ken Boothe («Everything I Own»), Kiddus I, Winston McAnuff und Cedric Myton von The Congos. In Hinterzimmern sangen sie einst mit Grössen wie Bob Marley, Peter Tosh und Jimmy Cliff. Mit dem Album «The Soul of Jamaica», das in Zusammenarbeit mit jungen jamaikanischen Musikerinnen und Musikern entsteht, wollen sie zu den Wurzeln ihrer Musik zurückkehren. Regisseur Peter Webber, der den Spielfilm «The Girl with the Pearl Earring» realisierte, ist ein Reggae-Fan. «Inna de Yard» ist mehr als eine Dokumentation über die mehrtägigen Aufnahmen und vergleichbar mit «The Buena Vista Social Club» von Wim Wenders über die kubanische Musik. Webber taucht in die Geschichte der jamaikanischen Musik ein und erzählt von den Ursprüngen des Reggae und seiner spirituellen Heimat in den armen ländlichen Gebieten sowie der Rastafari-Religion. Er erwähnt auch die Protestkultur der Maroons, jener Afrikaner, die auf Jamaika der Sklaverei entkamen und Einfluss auf die Musik nahmen. Dabei wird bis in die Gegenwart die Diskrepanz zwischen dem positiven Lebensgefühl der Musik und der harten Lebensrealität deutlich. Das zeigt sich besonders in den individuellen Schicksalen, wenn die ergrauten Musiker aus ihrem oft bedrückenden Leben erzählen, von gescheiterten Karrieren, von Unterdrückung und Gewalt. Auch der Kampf der Frauen um Gleichberechtigung wird angesprochen und bildet musikalisch einen Höhepunkt, wenn Sängerin Judy Mowatt mit der jungen Musikerin Jah9 ihren Hit «Black Woman» singt. Einblicke in das alltägliche, nicht immer einfache Leben auf der Karibikinsel und die atemraubende Schönheit der jamaikanischen Landschaft machen «Inna de Yard» zu einem sehenswerten Film, der auch ein Publikum anspricht, das mit der Reggae-Musik nicht besonders verbunden ist.