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Der Juli war aus Sicht Schnee und Lawinen wenig ereignisreich. Im Hochgebirge herrschten mehrheitlich sehr gute Verhältnisse fürs Bergsteigen. Die Nullgradgrenze lag meist über 3000 m. Schnee fiel fast ausschliesslich während Gewittern im Hochgebirge. Ende Monat erlebte die Schweiz die erste mehrtägige Hitzewelle des Jahres 2020 mit Temperaturen bis über 36 °C im Flachland.
Der Juli war ein wechselhafter Monat. Langanhaltende Schönwetterphasen und Hitzewellen blieben in den ersten zwei Dritteln des Monats aus. Aber auch die Schlechtwetterphasen waren nie langanhaltend und so war die Sonnenscheindauer über den gesamten Monat vielerorts überdurchschnittlich und die Niederschlagsmenge abgesehen vom zentralen und östlichen Alpennordhang deutlich unterdurchschnittlich (MeteoSchweiz). Die letzten Tage des Monats waren dann von Sonne und Hitze geprägt. Der letzte Tag des Monats war zugleich der bis dahin wärmste des Jahres. Die Nullgradgrenze lag bis auf wenige Stunden während dem ganzen Monat oberhalb von 3000 m (Abb.1).
In der Folge wird die Wetterentwicklung im Juli kurz beschrieben.
Zwischen Mittwoch, 01. Juli und Freitag, 03. Juli fiel während teils kräftigen Gewittern gebietsweise viel Niederschlag. Aufgrund des gewitterhaften Charakters, variierten die Niederschlagsmengen lokal sehr stark. In etwa fielen die in Abb. 2 dargestellten Niederschlagsmengen. Die Schneefallgrenze sank am Donnerstagmorgen kurzzeitig auf etwa 2800 m, sonst lag sie zwischen rund 3000 und 3500 m. Somit fiel der Niederschlag nur im Hochgebirge als Schnee, am meisten mit ca. 30 cm in den höchsten Berner Alpen.
In der Folge war es oft sonnig und sommerlich warm. Am Donnerstag, 09. Juli wurde im Flachland vielerorts erstmals die 30 °C Marke geknackt.
Am Freitag, 10. Juli war es zunächst sonnig, wenn auch mit Saharastaub in der Luft etwas trüb. Gegen Abend zogen dann kräftige Gewitter auf. Anschliessend zog eine aktive Kaltfront über die Alpennordseite. Dadurch fielen am Alpennordhang 30 bis 50 mm Niederschlag. Auf den höchsten Gipfeln im Berner Oberland und am Walliser Alpenhauptkamm fielen 10 bis 20 cm Schnee.
Von Sonntag, 12. Juli bis am Mittwoch, 15. Juli war es teils sonnig, teils bewölkt mit wenig Niederschlag.
Am Donnerstag, 16. Juli stellte sich eine schwache Nordstaulage ein. Diese brachte vor allem am Freitag, 17. Juli im Norden Niederschlag, während es im Süden sonnig war. Etwas Schnee gab es lediglich im Hochgebirge, am meisten vom Aletschgebiet bis zum Tödi: in der 2-Tagessumme rund 20 bis 30 cm.
Ab Samstag, 18.07. bis Ende Monat war es oft sonnig, teils mit Gewittern am Abend, die im Hochgebirge einige Zentimeter Neuschnee brachten. Ab Montag, 27.07. flossen heisse Luftmassen zur Schweiz und es wurden verbreitet Temperaturen über 30 °C erreicht. Der bis dahin wärmste Tag des Jahres wurde am Freitag, 31. Juli erreicht mit Höchsttemperaturen die gebietsweise die 36 °C Marke überschritten.
Die Verhältnisse für Hochtouren waren im Juli allgemein gut. Die Gletscher waren noch relativ gut eingeschneit, was Zustiege, Einstiege und Abstiege vereinfachte. Nichtsdestotrotz schritt die Schneeschmelze im Juli weiter fort. Dies sieht man gut an folgendem Bildvergleich (Abb. 3 und Abb. 4) zwischen Anfang und Ende Monat. Während der Konkordiaplatz (2700 m, Fieschertal, VS) am 1. Juli noch weitgehend schneebedeckt war, war das Gletscherplateau am 29. Juli komplett aper. Auch an den Messfeldern der automatischen Stationen zwischen 2000 und 3000 m schwand der Schnee dahin (Abb. 5). Nachdem bereits Mitte Juni gut die Hälfte der Messfelder ausgeapert waren, waren ab Mitte Juli alle Messfelder schneefrei.
Grössere Lawinenabgänge wurden dem Lawinenwarndienst im Juli nicht gemeldet.
Im Juli erschien kein situationsbezogenes Bulletin. Die Niederschläge waren jeweils zu schwach, zu lokal, oder zu hoch oben um die Kriterien für ein Sommerbulletin zu erfüllen . Auch wenn das SLF kein Lawinenbulletin publiziert, sollte die Lawinensituation auch im Sommer beachtet werden. Sie können sich via Push-Alert, SMS oder RSS-Feed über die Herausgabe eines Bulletins informieren lassen.
Lawinenunfälle wurden dem SLF keine gemeldet.