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Glossar zum Thema Systemische Aufstellungen
StellvertreterInnen
Beschreibung: Stellvertreterin & Stellvertreter in der Systemischen Aufstellung.
Vorkenntnisse - Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, um als Stellvertreter/in ein Familienmitglied, eine andere involvierte Person oder einen Begriff zu repräsentieren. Die Erfahrung der Stellvertretung kann jedoch auch für die Stellvertreterin eine grosse Bereicherung sein, da sie oft Erkenntnisse zur eigenen Biografie eröffnet und positive Impulse auf das eigene System hat.
Die Person, die als Stellvertreter/in mitwirken soll, wird von der Klientin zu Beginn der jeweiligen Aufstellung aus dem Teilnehmerkreis ausgewählt und angefragt, ob sie sich für eine Stellvertretung zur Verfügung stellen will. Wenn sich eine Teilnehmerin in der ihr zugedachten Stellvertretung unwohl oder befangen fühlt, kann sie für diese Aufstellung in Ausstand treten.
Was haben der/die StellvertreterIn, bei einer Systemischen Aufstellung zu tun:
- Nicht anwesende Personen oder abstrakte Begriffe aus dem System der Klientin zu repräsentieren.
- Sie wirkt als „Resonanzgefäss“ (als Empfänger und Wiedergabemedium) für die repräsentative Fremdwahrnehmung zu der Person / Begriff, die Sie vertritt.
- Sie nimmt eine räumliche Position im aufgestellten System oder der Struktur ein.
Was ist Aufgabe der Stellvertreterin – Über die Stellvertreterin manifestiert das aufgestellte System (z. B. Familiensystem) seine inneren Dynamiken, Verstrickungen und Dissonanzen. Bei der systemischen Aufstellung werden die realen Menschen der Systeme durch sogenannte StellvertreterInnen repräsentiert. Als Stellvertreterin fungieren fremde Personen, die mit dem System der Klientin in keiner Beziehung stehen. Dadurch ist weitgehend gewährleistet, dass ihre Wahrnehmung „neutral“ ist. Sie ist weder mit den typischen Verhaltensmustern der Person im System verbunden, noch hat sie ein Interesse, bequeme, aber leider destruktive Beziehungsmuster aufrechtzuerhalten.
Die Stellvertreterin steht auch vertretend für die verschiedensten „abstrakten“ Begriffe wie z. B. Krankheit, Körpersysteme, Entscheidungsstrukturen, Ziele, Ressourcen, Entscheidungsvarianten, usw. Sie dient als „Resonanzkörper“ für das „Empfangen und Wiedergeben“ der Systeminformationen. Die Stellvertreterin „empfängt“ die Informationen aus dem „Systemgedächtnis“ und gibt sie als „Resonanzkörper“ durch Ihre Befindlichkeit wieder. Der Aufstellungsleiter befragt die Stellvertreterin zu ihrer Befindlichkeit und holt damit für die Aufstellung wichtige Informationen ab. Durch ihre Aussagen und Reaktionen werden die Interna des Systems für die Lösungsfindung zugänglich. Die Informationen bestehen aus Gefühlen, Emotionen und dem „Wissen“ auf der körperlichen und mentalen Ebene. Die Informationen können sich in Form von Anspannung, Beklemmung, Angst, Bedrohung, Schwäche, Machtgefühl, Zuneigung, Liebe, Euphorie, Ablehnung, Anziehung, Abstossung, Gefühl der Ausgrenzung, Ärger, Wut, Verwirrung, usw. äussern. Auch über die Körpersprache, Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Stimme, Gesichtsfarbe, usw. oder durch körperliche Symptome, die sich manifestieren, wie Herzklopfen, Zittern, Engegefühl, usw. werden Informationen und Tendenzen sichtbar.
Mit diesen Informationen wird durch die Aufstellungsleiterin die Beziehungsstruktur (über die räumliche Veränderung der Position und den „Kommunikationsfluss“) über mehrere Schritte hinweg so verändert, dass eine „Harmonisierung“ im betroffenen System eintritt.
Es ist immer wieder verblüffend, wie frappant zutreffend die Stellvertreterin die Geschichte der ihr völlig fremden Person wiedergibt. Sie empfindet und verhält sich in diesem Moment wie die tatsächlich betroffene Person.
Dazu ein Beispiel aus der Aufstellungspraxis zum Thema "Stellvertreter" bei der Systemischen Aufstellung in Gruppe: Im Laufe einer Aufstellung nimmt eine Stellvertreterin innert kurzen Zeit nach Einnahme ihrer Position, einen starken, schmerzhaften Druck in der Herzregion war. Nach der Aufstellung stellte sich heraus, dass die vertretene Person (der Vater der Klientin) mehrere Jahre an einem akuten Herzproblem gelitten hatte und letztendlich auch daran gestorben ist. Der Fakt der Herzerkrankung des Vaters wurde weder vor noch in der Aufstellung thematisiert.
In eigener Sache: Wir arbeiten bei Aufstellungen in der Gruppe mit Personen aus einem Stellvertreter-Pool. Für diesen Pool suchen wir laufend Personen, die sich als StellvertreterInnen zur Verfügung stellen. Es besteht keine Verpflichtung zur Teilnahme, ausser, Sie haben Ihre Teilnahme zu einem Termin zugesagt.
Wir suchen Personen, die sich als Stellvertreterinnen und Stellvertreter für unsere systemischen Aufstellungen zur Verfügung stellen.
Es besteht keine feste Teilnahmepflicht. Verbindlich sind nur zugesagte Termine.
Sie wollen mehr darüber wissen, nachfolgend finden Sie mehr Informationen.
Sie sind älter als 18 Jahre und haben die Bereitschaft, sich dem Geschehen zu öffnen. Sie sind psychisch belastbar und sind zurzeit (in den letzten 6 Monaten) in keiner psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung und nehmen zurzeit keine Psychopharmaka und oder bewusstseinsverändernde Drogen.
Sie sind bereit, eine Verschwiegenheitserklärung betreffen den Inhalten und den Klienten der Aufstellungen zu unterzeichnen.
Kosten keine. Der Zeitaufwand beträgt 1 oder 2 Tage.
Das Einladungsverfahren: Sie erhalten ca. 2- 3 Wochen vor der Aufstellung per E-Mail eine Einladung mit den Daten. Wer teilnehmen will, bestätigt seine Teilnahme. Bei Nichtteilnahme brauchen sie nicht zu reagieren.
Wenn Sie sich angemeldet haben, besteht im Verhinderungsfall eine Abmeldepflicht!
» Zur Anmeldung oder Abmeldung im Stellvertreter-Pool.