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Keine Suchmaschine decke die gesamte im weltweiten Netz (www) verfügbare Information ab, stellt Günther Neher von der Fachhochschule Potsdam in einem Referat über die Informationsbeschaffung im Internet fest. Je nachdem, wie die Suchmaschine arbeite, bekomme der User andere Ergebnisse: mehr oder weniger Treffer, eine andere Wertung und damit Struktur der Suchresultate.
Bei marktführenden Suchmaschinen wie Google werden die vorderen Plätze nicht etwa dadurch erlangt, dass sich hinter dieser Quelle der verlässlichste Inhalt befindet. Bei Google steigen Inhalte in der Rangliste nach oben, wenn Webseiten häufig auf diese Inhalte verweisen. So werden sie schliesslich von mehr Nutzern abgerufen, was wiederum dazu führt, dass ihnen eine höhere Relevanz beigemessen wird. Es entsteht ein Teufelskreis, und den Nutzern entgehen so Informationen, die ebenfalls interessant für sie wären, die aber weit hinten rangieren. Auch das Herkunftsland spielt eine Rolle bei der Suchanfrage.
Neben den oft genutzten Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Bing gibt es auch Metasuchmaschinen. Sie heissen zum Beispiel metager.de oder metacrawler.com. Diese zapfen mehrere Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Bing an. Das bietet den Vorteil umfangreicherer Suchresultate. Metasuchmaschinen suchen in der Regel allgemeiner, da die Suchanfrage in das Raster mehrerer unterschiedlicher Suchmaschinen passen muss. Das hat allerdings den Nachteil, dass man die Suche oft weniger eingrenzen kann.
Um der gesteuerten Suche und Registrierung von Nutzerdaten entgegenzuwirken – also dem Anlegen von Suchprofilen der Nutzer zu Werbezwecken –, wurde in Hannover der Verein Suma EV (steht für «Suchmaschine») gegründet. Dieser engagiert sich seit 2004 «für einen freien Wissenszugang», wie Vorstandsmitglied Wolfgang Sander-Beuermann es ausdrückt. Zu diesem Zweck betreibt Suma EV eine eigene Metasuchmaschine: metager.de. Diese, so der Verein, anonymisiere die Daten der Nutzer und suche anonym über Google, Yahoo und andere, Nutzerinnen und Nutzer können gewisse Suchmaschinen individuell festlegen.
Eine weitere interessante Suchmaschine ist Wolfram Alpha, eine Art Wissenssuchmaschine. Sie gibt Antworten auf Suchanfragen. Benannt ist sie nach dem Gründer Stephen Wolfram, britischer Physiker und Mathematiker. Sie enthält kuratierte wissenschaftliche Erkenntnisse. Das sind Inhalte, die durch ein grosses Team von Fachleuten verifiziert, eingefügt und gepflegt werden. Und dennoch ist die Suche nicht einfach, da Wolfram Alpha auf der von Wolfram entwickelten Software Mathematica basiert, die mit Algorithmen arbeitet. Suchanfragen in unserer alltäglichen Sprache werden vom System manchmal anders interpretiert, als wir das gemeint haben. Fachleute weltweit arbeiten deshalb an der Verbesserung der Plattform, die als Langzeitprojekt angelegt ist.
Ergänzung: Schweizer Metasuchmaschine
Zwei Leser wiesen uns dankenswerterweise auf die Schweizer Metasuchmaschine etools.ch hin. Sie durchsucht sowohl Schweizer als auch internationale Suchmaschinen: Bing, Blekko, Blippex, DuckDuckGo, Exalead, Faroo, Google, Google Scholar, search.ch, Webliste, Wikipedia und Yahoo. Man kann die Suchoptionen individuell einstellen. Etools.ch wurde von der Schweizer Firma comcepta AG entwickelt.