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Hans Dominiks Lötschbergtunnel
Kampf der Giganten, Technik gegen Natur in einem damals tagesaktuellen Roman: Mit Begeisterung schildert Hans Dominik die Technologie des Tunnelbaus im Lötschberggebiet. Doch die «Geister der Finsternis» beginnen zu murren, sich zu wehren gegen das unerhörte «Menschenwerk», gegen Bohrmaschinen, Dynamit und Sprengkapseln. Als Schlemmsand in die Baustelle eindringt, laufen die Arbeiter um ihr Leben. Erst druckfeste Eisentore stoppen den Einbruch, werden damit aber auch zu einem endgültigen «Sargdeckel» für die Opfer, Tote und Verletzte, der Bohrkolonne.
Hans Dominik (1875-1945) ist einer der bekanntesten Vertreter deutscher Science-Fiction- und Zukunftsromane. Der Lötschbergtunnelroman stammt noch aus einer früheren Phase. Wie es zu Dominiks Technikeuphorie kam? Dominik studierte an der Technischen Hochschule Berlin Maschinenbau unter besonderer Berücksichtigung der Eisenbahntechnik. Eine Amerikareise rundete seine Ausbildung ab. Wegen der in Übersee erworbenen Kenntnisse machte ihm die aufkommende deutsche Elektroindustrie nach seiner Rückkehr verlockende Angebote. Er arbeitete bei verschiedenen Firmen als Projektleiter, wurde aber, aufgrund seines schriftstellerischen Talents, mehrfach in die die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, ins sogenannte «literarische Büro», versetzt, wo er Werbebroschüren textete. (BP)
Hans Dominik: Der eiserne Weg (1913)
Der Lötschbergtunnel ist ein 14'612 m langer Eisenbahntunnel von Kandersteg im Berner Oberland nach Goppenstein im Wallis. Er wurde von 1906 bis 1912 in Ergänzung des eben eröffneten Simplontunnels gebaut und 1913 in Betrieb genommen. Der Grossteil der rund 1700 Arbeiter waren Italiener, die Ingenieure hauptsächlich Schweizer und Franzosen. Bei Lawinen, Unfällen und einem Stolleneinbruch kamen über 60 Arbeiter ums Leben. 2007 wurde der 34,6 km lange Lötschberg-Basistunnel zwischen Frutigen und Raron eröffnet. Er ist Teil der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT), welche den europäischen Schienengüterverkehr zwischen Genua und Rotterdam erleichtern wird und Personenzüge mit bis zu 250 km/h verkehren lässt.