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Archiv für den Monat Mai 2012
Kunde: „Ich habe Mühe zu schlafen. Haben sie mir da etwas, ausser den Tabletten?“
(Aha, mein Stichwort ein bisschen Hintergrundforschung zu betreiben und vielleicht ein paar Tipps anzubringen!)
Pharmama: „Wie sieht das denn bei ihnen aus? Haben Sie so etwas wie ein Schlafritual?“
Kunde: „Ja, ich trinke Tee vor dem Schlafen.“
Pharmama: „Oh, gut. Was denn für Tee?“
Kunde: „Schwarztee.“
Pharmama: „Okee, vielleicht sollten sie die Teesorte wechseln, der hat nämlich Coffein drin.“
Kunde: „Oh, wirklich?“
Pharmama: „Ja. Und wie sieht das bei ihnen aus mit Kaffee?“
Kunde: „Ja, ich trinke auch Kaffe.“
Pharmama: „Entcoffeiniert?“
Kunde: „Wieso?“
Pharmam: „Der hat auch Coffein drin, das wirkt anregend. Wieviel Kaffe trinken sie denn?“
Kunde: „Morgens eine grosse Tasse.“
Pharmama: „Ja?“
Kunde: „Dann etwa 3 am Nachmittag und vielleicht noch einen Abends nach dem Essen.“
Pharmama: „Das könnte mit ihren Schlafproblemen zusammenhängen.“
Kunde: „Ich dachte es wäre der Tee?“
Pharmama: „Der vielleicht auch. Es wäre sicher besser, wenn sie auf Wasser wechseln würden.“
Kunde: „Ich mag Wasser nicht. Das Hahnenwasser bei mir ist nicht so gut, ich weiss nicht, wie sicher es ist.“
Pharmama: „Aber sie brauchen es für ihren Kaffee und ihren Tee.“
Kunde: „Oh, daran habe ich noch nicht gedacht. … Ich mag die Idee nicht, dass ich einer von „diesen“ Typen werde.“
Pharmama: „Was für Typen?“
Kunde: „Na diese Tee und Wasser trinkenden Grünen, diese Ökis…“
Pharmama: „Aber sie mögen die Idee vom Schlafen?“
Kunde: „Ja.“
Pharmama: „Dann sollten sie vielleicht doch lieber auf Wasser oder Früchtetee umstellen.“
…
Patientin mit Rezept für
1 OP Stilnox
(ein starkes Schlafmittel)
Ich führe ihr Rezept aus und sie bekommt ihre Packung.
Frau (schrill): „Was Eine? Da steht aber 10 Packungen!“
Pharmama: „Nein, das heisst 1 (eine) OP also Originalpackung. Also eine Packung zu 10 Stück. 10, da der Arzt auch nicht geschrieben hat, es solle eine grosse Packung sein, dann ist es automatisch die kleinere.“
Frau: „Los, geben Sie mir sofort das Rezept wieder! Ich gehe in eine andere Apotheke da bekomme ich die 10 Packungen!“
Glaube ich nicht, aber bitte sehr.
Sie reisst mir praktisch das Rezept aus der Hand und verlässt die Apotheke.
Tja.
Und noch einmal Danke an Julia:
Grasse: Die Apotheke habe ich im Vorbeifahren gesehen. Mussten extra noch eine Runde im Kreisverkehr drehen damit ich die Bilder machen konnte. Grasse liegt in der Nähe von Cannes und ist berühmt für seine Parfum-Manufakturen
Die hat eine cool bemalte Fassade!
Grasse Frankreich: Wunderschöne Apotheke und Optiker in der Altstadt von Grasse
Der Optimist:
„Ach wissen sie, abgesehen von meinem Krebs und dem Aids hatte ich nie etwas ernsthaftes!“
…
Der Pessimist:
„Ich fühle mich nicht so wohl, so ein Druck auf dem Bauch gelegentlich nach dem Essen – könnte es sein, dass ich Krebs habe?“
Besten Dank an Andrea aus dem Allgäu für die erste Apotheke aus Amerika, die wirklich speziell ist… (Wallfahrt und CVS haben wir ja schon)
Letzte Woche schickte mich die Firma nach Las Vegas, wo ich ausnehmend vornehm im ‚The Ventian Hotel‘ logieren durfte.
Wenn man aus dem Ventian Tower (wo die Guest Suites liegen) kommt, um ins Casino oder hinaus auf den Strip zu gehen, läuft man direkt auf die Hotel-eigene Apotheke zu.
Am Ende habe ich die Apotheke dann doch fotografiert, damit sie vielleicht in Deinem Blog erscheint 🙂
Direkt neben der Apotheke sieht es dann so aus wie auf dem dritten Bild.
Letzte Woche waren wir alle Nachmittags auf dem Spielplatz. Während Junior herumraste und neue Freunde suchte, unterhielten sich mein Kuschelbär und ich auf einer Sitzbank. Einer hölzernen Sitzbank. Bis zu dem Moment, wo mein Kuschelbär sich seitlich verschob – und sich einen Sprießen holte. Direkt in den Oberschenkel.
Zuhause holte ich mit der Pinzette erst mal einen kleineren Sprießen aus der Haut (2mm) dann suchte ich dort, wo es ihm am meisten weh tat. Dort war kaum etwas zu sehen, aber mein Kuschelbär beharrte darauf, dass da etwas sein musste. Also machte ich, was ich in der Apotheke niemandem empfehlen würde … ich schnitt (mangels Skalpell) mit dem Vorderteil einer dicken Kanüle die Haut auf und ein. Dort fand ich nach viel Mühe, nachdesinfizieren und Blut wegwischen ziemlich tief in der Haut noch 2 weitere Sprießen, beide etwa 3mm lang. Aber mein Kuschelbär war überzeugt, da wäre immer noch etwas drin – es steche, wenn er drauf fasse. Noch tiefer getraute ich mich nicht zu schneiden, also pappten wir Zugsalbe drauf und banden es ein. Täglich wechselte ich den Verband und beobachtete die Stelle – wenn da wirklich noch etwas drin ist (speziell Holz), besteht nämlich eine gute Chance auf eine dicke Entzündung und Infektion.
Die Wunde sah immer ziemlich gut aus, aber fühlte sich … fest an, fast hart. Heraus kam nichts. Ich fürchtete es war zu tief unten und wir würden doch noch zum Arzt müssen, das Ganze aufschneiden.
Dann heute kommt aus dem Schnitt etwas Eiter. Ich drückte vorsichtig und sah auf einmal etwas dunkles – der Sprießen? Mit der Pinzette bekam ich ihn zu fassen und zog. Und zog … und zog ein über 2cm langes Holzstück heraus.
Ich hoffe sehr, das war es jetzt. Kuschelbär meint „Ja“, jetzt sei es viel besser.
.. und damit ist er fast eine ganze Woche lang herumgelaufen! Brrr.
Hier die Fotos vom Towel day. Besten Dank an Jana (praktisch ausgerüstet für eine Wasserschlacht), Thomas (aus Zürich), Daniel (von Biel nach Zürich und weiter nach Pfäffikon), Natalie (aus der Uni in Basel), kopfchaos (zuhause?), Marion, Sasha (aus Bern mit passendem T-Shirt), nicoretta (auf dem Rückflug von Japan) und mir in der Apotheke … zugegebenermassen habe ich das Towel danach aber auf die Seite gelegt, aber unterwegs hatte ich es immer an.
Wer noch Bilder anzufügen hat, darf sie immer noch schicken!!
Ok, ich verstehe gut, dass ein Ausflug in die Apotheke nicht zum Wunschprogramm des Tages gehört. Zudem kommt man oft noch von einer wohl stundenlangen Warterei im Vorzimmer des Arztes oder aus dem Spital und ist entsprechend gestresst.
Hier ein paar (nicht ganz ernst gemeinte) Anregungen, wie Du den Besuch in der Apotheke etwas lustiger gestalten kannst.
- Stell Fragen, die nichts mit dem Thema zu tun haben. … Wenn der Apotheker fragt: „Haben sie noch Fragen?“, frag etwas total abstruses wie: „Wie heissen die 7 Bundesräte noch mal?“
- Frag ob die aktuelle Aktion der Drogerie für Vitamine auch für das Medikament auf Rezept gilt, oder ob „man da etwas am Preis machen könne“…
- Verlange eine direkte Beratung nur durch den Apotheker und erzähle ihm dann (mit ernstem Gesicht) eine völlig abwegige Geschichte über deine traumatische Kindheit „Als ich 5 war, sind alle meine Eltern väterlicherseits in einem Autounfall ums Leben gekommen“ oder „Ich habe Alpträume von Sockentragenden Hühnern, könnte das ein Zeichen von unterdrückten Kindheitserinnerungen sein?“ Der Blick auf dem Gesicht des Apothekers dürfte unbezahlbar sein.
- Tanze. Wenn Du Tabletten in Dosen oder Granulat gekauft hast, benutze sie auf dem Weg nach draussen als Rhythmusinstrument. Das funktioniert am besten, wenn man dazu noch singt. Ich empfehle „Jump the line“ von Harry Belafonte. Du weißt schon, der Song am Ende des Films Beetlejuice? „Shake, shake, shake Senora“ … oder vielleicht auch „La Cucaracha“
Douglas Adams hat ein paar (viel zu wenige!) wunderbare Bücher geschrieben und seine Art Humor … spricht zu mir, als würde jemand mir ins Ohr flüstern.
A common mistake that people make when trying to design something completely foolproof is to underestimate the ingenuity of complete fools.
― Douglas Adams, Mostly Harmless
Auf seine Art war Douglas Adams gleichzeitig Tourist und Reiseführer, was sich in seinem Buch „Last Chance to see“ fast noch besser zeigt als im Hitchhikers Guide. Er hatte einfach eine andere Art, die Dinge zu sehen. Frisch und unverfälscht, gelegentlich fast naiv.
And then, just when you think that you have experienced all the wonders that this world has to offer, you round a peak and suddenly think you’re doing the whole thing over again, but this time on drugs.
― Douglas Adams, Last Chance to See
In dem Fall: Happy towel day! Möge die Welt für Euch auch so überraschendes und schönes bereit halten! Wir sind ja auch nur Besucher hier.
… und wenn ich mitmacht am Towel day (und vielleicht ein Foto habt?) Melden!
Julia war wieder sehr fleissig für mich und hat gleich ein paar Apothekenbilder geschickt.
Die erste Portion kommt aus dem Elsass, genauer gesagt dem Örtchen Colmar.
Und das zeigt mir einmal mehr, welch hübsche Orte (und Apotheken) Frankreich hat. Da freue ich mich um so mehr auf die Herbstferien, die wir in Frankreich verbringen wollen. Am Kanal Nivernaise hoffe ich auf ganz viele so idyllische Orte.