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Eine ehemalige Todeskandidatin in den USA dürfte nach 22 Jahren in der Todeszelle bald endgültig in Freiheit sein. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Arizona entschied am Dienstag, dass sich die gebürtige Deutsche Debra Milke keinem neuen Prozess stellen muss.
Milke war 1990 in Arizona zum Tode verurteilt worden, weil sie zwei Männer zum Mord an ihrem vierjährigen Sohn Christopher angestiftet haben soll. Das Urteil stützte sich vor allem auf die Aussage des leitenden Ermittlers Armando Saldate, dem Milke ihre Beteiligung an dem Verbrechen angeblich gestanden hatte.
Ein unterschriebenes Geständnis gibt es aber ebenso wenig wie Tonaufnahmen oder Zeugen. Die damaligen Geschworenen erfuhren auch nicht, dass Saldate bereits wegen Falschaussage unter Eid aufgefallen war.
Milke beteuerte ihre Unschuld. Ein Bundesberufungsgericht kippte im März 2013 schliesslich das umstrittene Todesurteil. Im darauffolgenden September durfte Milke das Gefängnis gegen Kaution verlassen.
Die Staatsanwaltschaft von Arizona klagte die gebürtige Berlinerin aber zum zweiten Mal an und erklärte, erneut die Todesstrafe zu fordern. Allerdings wollte Saldate nicht noch einmal in den Zeugenstand treten, weil er befürchtete, sich mit einer Aussage selbst zu belasten.
Vergangenen Dezember hob ein Berufungsgericht in Arizona die Anklage wieder auf, weil laut US-Recht niemand für dasselbe Verbrechen zwei Mal vor Gericht gestellt werden dürfe. Der Oberste Gerichtshof von Arizona lehnte es nun ab, sich mit einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen den Entscheid zu befassen.
Der Fall werde damit an das Bezirksgericht Maricopa bei Phoenix zur Verfahrenseinstellung zurückgeschickt, erklärten Milkes Anwälte. Die beiden Männer, die Milkes Sohn im Dezember 1989 ermordeten, warten in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung. (feb/sda/afp)