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In der Sendung DIE SCHWEIZER, welche derzeit im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wird, werden viele bärtige Männer gezeigt. Mittelalterliche Chroniken wie jene von Diepold Schilling und Benedikt Tschachtlan sowie Radierungen von Urs Graf zeigen aber, dass längst nicht alle Schweizer einen Neandertalerbart trugen.
Ab dem 11. Jahrhundert erliess die katholische Kirche Edikte gegen lange Haare bei Männern und gegen das Tragen eines Schleiers bei Frauen. 1073 verbot Papst Gregor VII dem Klerus das Tragen von Bärten und Schurrbärten. Um diese Zeit begann der Klerus Männern zu raten ihre Bärte zu rasieren, um bessere Christen zu werden. Auf diese Weise sollten sie sich von anderen Kulten (z.B. der Ostkirche) unterscheiden. 1096 drohte Erzbischof Rouen Männer mit Bärten aus der Kirche zu werfen. Es ist denkbar, dass dies auch auf die Mode in der Schweiz einen Einfluss hatte.
Ausserdem dürften zu lange Haare und Barthaare auch beim Tragen von Rüstungen nachteilig gewesen sein und es gab natürlich auch hygienische Gründe für kurze Haare und rasierte Gesichter.
Aus der Chronik des Diebold Schilling:
Aus der Chronik von Tschachtlan:
Ebenfalls aus der Chronik von Tschachtlan
Bartloser Reisläufer
Schweizer waren in der Lage hochentwickelte Schwerter wie das Flammenschwert (auch Flamberg) herzustellen. Es ist daher anzunehmen, dass sie sich auch Rasiermesser anfertigen konnten.
Zumindest einige Frauen kleideten sich damals durchaus auch aufreizend, wie eine Radierung des Solothurners Urs Graf (um 1485) zeigt. Mit einem solchen Dekolleté dürfte eine Frau heute in keiner Bank und bei keiner Versicherung arbeiten. VG = Urs Graf
Radierung von Martin Schongauer (er lebte von 1445/50-1491) MS = Martin Schongauer