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Auf der Welt gibt es rund 7.000 Sprachen.
Auf der Welt gibt es rund 7.000 Sprachen.
Ein schier unglaubliches Inventar an unterschiedlichen Worten für ein und dieselben Dinge. Einige Sprachen sind eng miteinander verwandt, andere haben nur noch gemeinsame Wurzeln und wieder ganz andere, scheinen nichts miteinander gemein zu haben.
Diese Vielzahl an Sprachen fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Aber gibt es eine gemeinsame Ursprache, aus der alle Sprachen der Menschheit entsprangen? Also die wortwörtliche „Mutter aller Sprachen“? Tatsächlich gibt es Theorien, die von einer sogenannten Proto-Weltsprache ausgehen. Doch nicht nur die moderne Sprachwissenschaft versucht, den Verknüpfungen der Sprachen auf den Grund zu gehen und eine mögliche Ur-Sprache auszumachen – bereits vor über 2000 Jahren versuchten Menschen, ihr mit vermeintlich wissenschaftlichen Methoden auf die Schliche zu kommen.
So versuchte laut einer Geschichte des griechischen Geschichtsschreibers Herodot der Pharao Psammetich I. bereits im alten Ägypten, der Mutter aller Sprachen auf den Grund zu gehen. Er beauftragte einen Hirten damit, zwei neugeborene Kinder so aufzuziehen, dass sie mit keinem gesprochenen Wort in Berührung kommen sollten. Zwei Jahre später sollen die beiden Kinder in der Sprache der Phryger nach „Brot“ („bekos“) gebeten haben. Der ägyptische Herrscher nahm daraufhin an, dass die Phryger ein noch älteres Volk waren als die Ägypter und der Mensch in seinem Kern deren Sprache verinnerlicht habe.
Die These, dass alle uns bekannten menschlichen Sprachen einen gemeinsamen Ursprung haben, heißt Monoglottogenese (oder Monogenese). Dabei soll es eine hypothetische Sprachform geben, aus der sich die einzelnen Sprachfamilien entwickelt haben. Es gibt eine Sprachfamilie, die bis heute die meistgesprochenen Sprachen hervorgerufen hat: die indogermanischen oder indoeuropäischen Sprachen. Zu diesen zählen unter anderem die germanischen Sprachen, wie Englisch, Deutsch, Niederländisch und Afrikaans. Von diesen gehen sowohl Englisch als auch Niederländisch auf die Untergruppen der westgermanischen Sprachen zurück und sind eng miteinander verwandt. Die baltischen Sprachen wie Litauisch und Lettisch, die romanischen Sprachen wie Französisch und Spanisch, die slawischen Sprachen und viele weitere zählen ebenfalls zum indogermanischen Sprachstamm.
Alle indogermanischen Sprachen ähneln sich dabei in ihrem Wortschatz, ihren grammatischen Kategorien (Numerus, Genus) und ihrem Ablaut (Vokalwechsel innerhalb der Worte). Insgesamt sprechen weltweit drei Milliarden Menschen eine Sprache, die zu dieser Sprachfamilie zählt. Aufgrund der indogermanischen Sprachen konnte die sogenannte indogermanische Ursprache konstruiert werden, aus der alle diese Sprachen entsprungen sein sollen. Allerdings gibt es mehrere Sprachfamilien, für die mittlerweile eine Ursprache konstruiert wurde. So gibt es mittlerweile Proto-Uralisch, Proto-Turkisch, Proto-Mongolisch und Proto-Afriasiatisch. Doch die wirkliche „Mutter aller Sprachen“, der Ursprung der menschlichen Sprache, konnte bis heute noch nicht rekonstruiert werden.
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