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Da die Tage des aktiven Widerstands für ihn endgültig vorbei waren, versuchte Semmelbrot den Anschein eines politischen Bewusstseins zu wahren, indem er gegen alles war, das über dreissig Franken kostete. Nicht dass er sich jeder höheren Ausgabe konsequent verweigerte, dazu war er zu faul, doch er nutzte jede Gelegenheit, gegen solche Produkte zu wettern, und entwickelte dabei eine Gesellschaftsutopie, in der er nachwies, dass alle für eine funktionierende Gesellschaft notwendigen Konsumgüter für unter dreissig Franken hergestellt werden konnten. Seine Schriften fanden rasende Verbreitung, jedoch nicht unter revolutionären UtopistInnen, sondern unter süddeutschen SchnäppchenjägerInnen, was Semmelbrot verzweifelt zurück auf die Barrikaden jagte.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.