Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03361.jsonl.gz/2933

James Schwarzenbach – Initiant der Schwarzenbach-Überfremdungsinitiative
James Schwarzenbach wurde am 5. August 1911 in Rüschlikon geboren. Er entstammte einer Textilindustriellenfamilie aus dem Kanton Zürich. Ab 1930 studierte er Geschichte in Zürich und Freiburg. Gleichzeitig war Schwarzenbach Mitglied der Nationalen Front und konvertierte während seines Studiums zum Katholizismus. 1940 promovierte er in Freiburg. 1947 übernahm James Schwarzenbach den katholisch ausgerichteten Thomas-Verlag in Zürich, der auch revisionistische Schriften vertrieb. Mit den Enthüllungen «Ich wählte die Freiheit» des abgesprungenen Sowjetbeamten Viktor Krawtschenko gelang 1947 ein Bestseller. Der Erfolg veranlasste ihn zu Vortragsreisen, auf denen er seinen Ruf als Antikommunist festigte. Von 1957 bis 1961 arbeitete er als Chefredaktor der Zürcher Woche. Von 1963 bis 1964 leitete er als Chefredakteur den «Republikaner». Gleichzeitig war er als aussenpolitischer Redaktor am «Rhein Merkur» und als Verlagsleiter tätig. Schwarzenbach verfasste die politischen Schriften «Die Stunde des Bürgertums» (1953), «Dolch oder Degen» (1964) und «Die Überfremdung der Schweiz – wie ich sie sehe» (1974) sowie die Heimatromane «Regimentsarzt» (1965) und «Belle Epoque» (1967).
Als bei der überbordenden Hochkonjunktur das Problem der Fremdarbeiter ein bedrohliches Ausmass annahm, stellte sich Schwarzenbach 1967 der Nationalen Aktion (NA, heute SD) als Kandidat für die kommenden Nationalratswahlen zur Verfügung. Mit grossem Erfolg ist ihm dann der Einzug in das Parlament gelungen. Am 4. Dezember 1967 wurde er dann vereidigt. Sein Name wurde über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Er galt als hervorragender Referent und seine politischen wie geschichtlichen Kenntnisse verhalfen ihm dazu, dass er wahrgenommen und respektiert wurde.
James Schwarzenbach übernahm dann später das Präsidium der Nationalen Aktion. Von den Wahlen 1967 bis 1979 gehörte er dem Nationalrat an und war von 1971 bis 1974 Fraktionspräsident. 1971 gründete er, aufgrund interner Streitigkeiten in der Nationalen Aktion, die Republikanische Partei der Schweiz. Diese hatte einige Anfangserfolge zu verbuchen, konnte aber nicht als Konkurrenz gegen die NA auf lange Sicht bestehen.
Mit seiner ersten «Schwarzenbach-Initiative» wollte er die Schweiz vor einer Überfremdung schützen, indem der Anteil der ausländischen Bevölkerung in jedem einzelnen Kanton die 10-Prozent-Hürde nicht überschrittenen werden dürfe. Genf wäre die einzige Ausnahme gewesen, wo ein Anteil von 25 Prozent Ausländern erlaubt gewesen wäre aufgrund der zahlreichen internationalen Organisationen, die ihren Sitz in Genf hatten. Grenzgänger, Saisonarbeiter, Wissenschaftler, Künstler, Altersrentner, Diplomaten und Geistliche sollten von diesen Einschränkungen unbehelligt bleiben.
Der Abstimmungskampf verlief sehr emotional und riss zum Teil tiefe Gräben auf. Wäre die Initiative angenommen worden, hätten etwa 300 000 Menschen ausgewiesen werden müssen. An den meisten Podiumsdiskussionen zu seiner Initiative trat er als einziger Befürworter auf. Bei einer Beteiligung von 74 Prozent lehnten die Stimmbürger am 7. Juni 1970 die Initiative mit 654 844 NEIN-Stimmen gegen 557 517 JA-Stimmen ab. Fünf Kantone und zwei Halbkantone verzeichneten JA-Mehrheiten bis zu 63 Prozent.