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Es war bereits spät, das Ende einer anstrengenden Reise rund um die Welt. Und Joe Biden war müde, nach zahlreichen Sitzungen in Indien und Vietnam. Also wirkte der amerikanische Präsident, 80 Jahre alt, während einer Pressekonferenz in Hanoi am Sonntag noch fahriger als sonst.
Er verwechselte den Film «Good Morning, Vietnam» mit einem Lied und verhaspelte sich oft. Und gegen Ende der 26 Minuten dauernden Veranstaltung sagte Biden: «Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich gehe jetzt ins Bett.» Dann entschied seine Sprecherin Karine Jean-Pierre, die Pressekonferenz zu beenden, obwohl der Präsident sich eigentlich mitten in der Antwort zu einer ungeplanten Frage befand.
Es sind solche Darbietungen Bidens, der im kommenden Jahr wiedergewählt werden möchte, die selbst Demokraten nervös machen - obwohl die amerikanische Bevölkerung doch gemeinhin nachsichtig ist mit alten Politikern. So gab die Abgeordnete Nancy Pelosi, 83 Jahre alt, kürzlich ihre Kandidatur für eine weitere, zwei Jahre dauernde Amtszeit bekannt.
In einer Umfrage des Nachrichtensenders CNN, die vorige Woche grosse Publizität erhielt, sagt mehr als die Hälfte seiner potenziellen Wählerinnen und Wähler: Der Präsident ist zu alt für eine weitere Amtszeit. Und seine Zustimmungswerte sind ähnlich schlecht wie die für seinen Vorgänger Donald Trump, der ihn nach der Wahl 2024 im Weissen Haus ablösen möchte.
Biden selbst, schreibt sein Biograf Franklin Foer im soeben publizierten Buch «The Last Politician», fühle sich bisweilen müde. Foer schreibt allerdings auch, dass die Karikatur, die der politische Gegner von Biden zeichnet – ein alter, gebrechlicher Mann, der absurde Dinge sagt – nicht der Wahrheit entspreche.
Der Präsident habe einen Minderwertigkeitskomplex, weil er während seiner langen Karriere in Washington oft als Plappermaul verhöhnt worden sei. Deshalb bereite er sich auf öffentliche Auftritte minutiös vor, schreibt Foer. Dies könne dazu führen, dass er den Fokus verliere.
Dennoch gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Demokraten auf den Rücktritt Bidens nach nur einer Amtszeit drängen werden. Das hat erstens mit den Besonderheiten der amerikanischen Politik zu tun. So gibt es auch innerhalb der Demokraten keine Autorität, die den Präsidenten zu diesem Schritt zwingen könnte. Biden ist formal bereits zum Spitzenkandidaten seiner Partei erkoren worden; die Vorwahlen im kommenden Jahr sind deshalb nur ein Schein-Wettbewerb.
Und zweitens gibt es nur wenige Demokratinnen und Demokraten, die mit Bidens Nummer zwei in den nächsten Wahlkampf ziehen wollen. Vizepräsidentin Kamala Harris, nach einem Rückzug Bidens automatisch die Spitzenkandidatin der Partei, ist noch weniger beliebt als ihr Chef.
WATCH: Gov. Gavin Newsom (D-Calif.) says Democrats “need to move past” their worries about whether President Biden is really running for re-election.@chucktodd: What do you tell donors who are handwringing over this?@GavinNewsom: “Time to move on. Let’s go.” pic.twitter.com/r1hGzOpm6d— Meet the Press (@MeetThePress) September 10, 2023
Selbst der machtbewusste kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, dem Ambitionen für das Weisse Haus nachgesagt werden, bekräftigte deshalb am Sonntag in der NBC-Sendung «Meet the Press»: «Ich denke, wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass er nicht kandidieren wird. Joe Biden wird kandidieren.» (aargauerzeitung.ch)
Im vergangenen September besuchte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Danach lieferte Nordkorea Raketen an Russland. Putin setzt sie in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Nach Medienberichten feuerte Russland seit Dezember mindestens 20 nordkoreanische Raketen ab.