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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Erstes Buch
XVII. Kapitel
81.
1. Allerdings sagt man, es stehe geschrieben: "Alle, die vor der Ankunft des Herrn gekommen sind, sind Diebe und Räuber."1 Nun faßt man zunächst den Ausdruck "alle" für die, von denen hier die Rede ist, nämlich die Menschen vor der Fleischwerdung des Logos, zu sehr als ganz allgemein gesagt auf.
2. Aber die Propheten, die ja von dem Herrn gesandt und mit seinem Geist erfüllt wurden, waren doch keine Diebe, sondern Diener.
3. Die Schrift sagt ja: "Die Weisheit sandte ihre Diener aus und lud mit lautem [S. 75] Heroldsruf ein zu einem Mischkrug Weins."2
4. Die Philosophie wurde aber nicht vom Herrn gesandt, sondern kam, so ist jenes Schriftwort zu verstehen, entweder als ein gestohlenes oder von einem Dieb geschenktes Gut, mag es nun eine Macht oder mag es ein Engel gewesen sein, der von der Wahrheit etwas kennengelernt hatte, aber nicht in ihr geblieben war, und nun die Lehren der Philosophie den Menschen vermittelte und das, was er selbst entwendet hatte, lehrte. Dabei darf man nicht annehmen, daß der Herr dies nicht gewußt hätte, er, der doch das Ende alles Zukünftigen bereits vor Erschaffung der Welt, und bevor jedes einzelne wurde, erkannt hatte; vielmehr verhinderte er es nur nicht.
5. Denn damals gewährte das gestohlene Gut, das zu den Menschen kam, einen gewissen Nutzen, nicht daß der Dieb den Nutzen beabsichtigt hätte, sondern weil die Vorsehung seine kecke Art zu einem nützlichen Ergebnis führte.
1: Vgl. Joh 10,8.
2: Spr 9,3.