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Bitcoin im Höhenflug: Wie lange noch?
ALTERNATIVWÄHRUNG – In weniger als einem Jahr stieg der Wert von Bitcoins um mehr als das Fünffache. Die Frage ist nur, ob die digitale Währung diese Höhe halten kann.
ALTERNATIVWÄHRUNG – In weniger als einem Jahr stieg der Wert von Bitcoins um mehr als das Fünffache. Die Frage ist nur, ob die digitale Währung diese Höhe halten kann.
Am 2. August 2016 kostete eine Einheit der digitalen Währung Bitcoin um die 500 Franken. Am 7. Juni 2017 war ein Bitcoin circa 2700 Franken wert. Das ist mehr als das Fünffache. Wie ist ein solcher Kursanstieg möglich? Und was ist Bitcoin überhaupt?
Seit Januar 2009
Bitcoin ist eine Währung, die weder Scheine noch Münzen kennt. Sie besteht aus berechneten, verschlüsselten Datenblöcken. Der Name ist ein Kunstwort aus «Bit» (kleinste Speichereinheit im Computer) und «Coin» («Münze»). Das Konzept dazu wurde 2008 von einem Internetnutzer unter dem Pseudonym «Satoshi Nakamoto» in einem Internetnachrichtenbrett vorgestellt. Das Bitcoin-Netzwerk entstand am 3. Januar 2009 mit der Berechnung der ersten 50 Bitcoin-Blöcke.
Beschränkte Geldmenge
Diese Berechnungen sind nämlich das Kernstück des Bitcoins. Dezentrale und nur lose miteinander verhängte Computer berechnen die Blöcke über komplizierte Formeln mit starker Verschlüsselung – dies wird «Mining» oder «Schürfen» genannt. In diesen Blöcken finden sie Einheiten von Bitcoins. Diese sind im Code versteckt. Das Ganze kann man mit dem Goldschürfen vergleichen: Genauso wie Goldgräber nach den Stücken in der Erde suchen müssen, berechnen die Computer ihre Blöcke und finden Bitcoin-Einheiten darin. Und: Genauso wie beim Gold, ist die Menge an Bitcoins beschränkt. Das Bitcoin-Protokoll wurde für maximal 21 Millionen Bitcoins entwickelt. Wegen der eingeschränkten Menge ist Bitcoin eine deflationäre Währung. D.h., ihr Wert nimmt mit der Zeit zu. Keine Institution kontrolliert das Bitcoin-Netzwerk. Das bedeutet, keine Zentralbank und kein Staat kann die Geldmenge verwässern und die Rahmenbedingungen festlegen – das Netzwerk steuert sich selbst.
Mit Bitcoin kann man Sachen kaufen, Dienstleistungen bezahlen und sogar Finanzmarktgeschäfte durchführen. Bitcoin erfüllt dabei die gleichen Funktionen wie auch die konventionellen Währungen (Fiat-Währungen wie z.B. der Franken oder US-Dollar). Doch heute ist es nur eine kleine Szene, welche Bitcoin für Transaktionen des Alltags einsetzt.
Beschränkt einsetzbar
Klar: Auch in der Schweiz kann man seine Pizza mit Bitcoins bezahlen und sogar Kreditkarten auf Bitcoins lösen. Aber eine Breitenwirkung hat die Währung nicht. Nur wenige begeistern sich hierzulande für das digitale Konzept, und die Transaktionskosten sind zu hoch – noch, wendet die Bitcoin-Gemeinde ein. Denn die Akzeptanz wird immer grösser. Sogar Amtsstellen akzeptieren inzwischen Bitcoin für Zahlungen. Zum Beispiel in Japan oder im Kanton Zug.
Dass Bitcoin derzeit einen Höhenflug erlebt, ist unbestritten. Es ist auch gewagt, eine Rendite von über 500 Prozent als beschränkt zu bezeichnen. Die Frage ist nur, ob die digitale Währung diese Höhe halten kann. Optimisten sagen: Da sie ja deflationär ist und gleichzeitig breitere Verwendung findet, ist es nichts als logisch, dass sich ihr Preis erhöhen wird. Knappes Angebot und höhere Nachfrage führt traditionell zu höherem Wert.
Pessimisten sehen das anders. Sie orten im Bitcoin-Kurs eine Blase. Zentralbanken aller Staaten haben so viel billiges Geld produziert; es fliesst massenweise in abenteuerliche, aber attraktive Märkte. Dazu gehört Bitcoin. Sobald sich die von der Zentralbank gesteuerte Geldmenge reduziert und die Zinsen raufgehen, verlieren Bitcoins an Wert. Wer Recht hat, wird sich zeigen. Interessant ist Bitcoin allemal.
Sc
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