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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Neuntes Buch
56. Der Vater ist größer, der Sohn nicht geringer.
Was nutzest du räuberisch die Heilsfügung zum Falschglauben? Was brichst du in das Geheimnis [S. 134] unseres Heiles zum Tode ein? Der Vater, der den Sohn verherrlichen wird, ist größer; der im Vater verherrlichte Sohn ist nicht geringer. Oder wie ist geringer, wer in der Herrlichkeit des Vaters ist? Oder ist der Vater nicht etwa größer? Der Vater ist also größer, sofern er Vater ist; aber der Sohn ist wegen seines Sohn-seins nicht geringer. Die Geburt des Sohnes hat den Vater als den höheren begründet; daß der Sohn aber geringer sei, das läßt das Wesen der Geburt nicht zu. Der Vater ist größer, sofern er gebeten wird, dem angenommenen Menschen die Verherrlichung zuteil werden zu lassen; der Sohn ist nicht geringer, sofern er die Herrlichkeit bei dem Vater wieder in Besitz nimmt.
So also wird das Geheimnis der Geburt ebenso erfüllt wie die Fügung der Menschwerdung. Denn sofern der Vater eben Vater ist und jetzt den Menschensohn verherrlicht, ist er größer. Der Vater und der Sohn sind (aber) auch eins, da der aus dem Vater geborene Sohn nach der Annahme des irdischen Leibes zum Vater hin verherrlicht wird.