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Der Kanton Freiburg ist in den letzten Monaten froh gewesen um Räumlichkeiten in den wabenförmigen Gebäuden an der Route d’Englisberg. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat er dort Räume für eine temporäre Nutzung gemietet. So befinden sich jetzt das Callcenter für das Contact-Tracing dort, Lokale für die Taskforce, ein Gerichtssaal für Anhörungen mit mehreren Teilnehmern sowie der Verwaltungsstab für die Kurzarbeitsentschädigungen für Unternehmer und Massnahmen für Selbstständigerwerbende.
Bereits jetzt ist der Kanton dort Mieter für das kantonale Sozialamt, das Amt für Bevölkerung und Migration sowie für das Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik der Universität Freiburg.
Zusätzlich soll ab Januar 2021 das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär dort einziehen, da das Gebäude an der Zeughausstrasse, wo das Amt bisher untergebracht ist, nächstes Jahr abgerissen wird.
Kaufpreis 14 Millionen Franken
Nun bietet sich dem Kanton die Gelegenheit, dieses Areal zu kaufen. Zu einem Kaufpreis von 14 Millionen Franken kann er zwei Parzellen mit den Gebäuden an der Route d’Englisberg 5, 7, 9,11 und 13 sowie eine dritte Parzelle mit Parkplätzen erwerben.
Für Nebenkosten, die Nettomiete 2020, eine Strassensanierung, Renovierungsarbeiten und eine technische Gebäudeanalyse beantragt der Staatsrat dem Grossen Rat einen Verpflichtungskredit von 15,5 Millionen Franken. Der Verkauf soll per 1. Januar 2021 vollzogen sein. Gemäss Grundbucheintrag gehören die Parzellen und Gebäude derzeit der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich.
Wie der Staatsrat in seiner Botschaft schreibt, entspricht der Erwerb der Immobilienpolitik des Kantons, mit zielgerichteten Investitionen die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen und Mietausgaben zu senken. Für das laufende Jahr zahlt der Kanton dort eine Miete von 583 000 Franken. Derzeit mietet der Kanton am besagten Standort 43 Prozent der Flächen, Dritte 24 Prozent, und 33 Prozent der Flächen stehen leer. Mit dem Umzug des Amts für Bevölkerungsschutz und Militär erhöht sich der Anteil des Kantons noch. Der Erwerb sei unabhängig von einem ausgewiesenen Platzbedarf des Kantons.
Der Staatsrat hält fest, dass es derzeit schwierig sei, Bauland für Immobilienprojekte zu erwerben. Mit den Parzellen in Granges-Paccot werde der Kanton aber nicht nur Eigentümer von bereits durch ihn genutzten Flächen, er erhalte auch Reserven für zukünftige Projekte oder Rochaden.
Drei Mal mehr Fläche?
Beim Bau der Gebäude sah der Detailbebauungsplan eine Überbauungsziffer von 0,45 vor, aktuell beträgt sie aber 0,65. Somit besteht gemäss Staatsrat ein bedeutendes Aufwertungspotenzial. Dazu kommt die bisher als Parkplatz genutzte Parzelle. Somit könnte die derzeitige Mietfläche von 10 000 Quadratmeter auf über 30 000 Quadratmeter erhöht werden, schreibt der Staatsrat. Es sei vorgesehen, eine Studie für eine detaillierte Bestimmung des Potenzials zu machen. Ein Umbau oder Abriss der Gebäude werde sicher in Etappen erfolgen und ein Kreditantrag zu gegebener Zeit unterbreitet.
Gemäss der Botschaft gilt der Zustand der Gebäude als gut. Die Fassaden seien gut erhalten und wurden 2019 teilweise renoviert. Die Gasheizung stammt von 2017. Hingegen müsse die Innenausstattung einiger Räume aufgefrischt werden.
Je nach Resultat der vorgesehenen Analyse könne auch eine Optimierung des Verbrauchs der bestehenden Gebäude ins Auge gefasst werden, um der Strategie Nachhaltige Entwicklung Rechnung zu tragen. Langfristig würden die aktuellen Standards des Kantons angewendet.
Zahlen und Fakten
Fünf Gebäude und 250 Parkplätze
Das Gelände, das der Kanton von der Zürcher Pensionskasse kaufen möchte, umfasst drei Parzellen: eine mit den miteinander verbundenen Gebäuden Route d’Englisberg Nr. 5,7,9,11 und eine mit dem Gebäude Nr. 13. Dazu kommt ein Parkplatz, der die anderen Parzellen verbindet. Ohne Strassenfläche handelt es sich um eine Grundstückfläche von 15 679 Quadratmetern, 10 039 Quadratmeter Mietflächen für Büros und Geschäfte, 1641 Quadratmeter Lagerfläche sowie 118 Innen- und 132 Aussenparkplätze. Das Hauptgebäude stammt aus dem Jahr 1990, das Nebengebäude von 1996. Der Kaufpreis beträgt 14 Millionen Franken. Mit den bis 2023 auslaufenden Verträgen zahlen Dritte noch 300 000 Franken Miete.