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Burma: Nichts gelernt vom Tsunami 2004?
Tausende Tote wegen Shrimps- und Fischproduktion
Die grössten Schäden des Sturms in Burma von Anfang Mai 2008 entstanden in Küstenregionen. Es gab Zehntausende Tote und rund eine Million Obdachlose.
Erst durch die Abholzung der Mangrovenwälder an den Küstengebieten konnte die Katastrophe dieses Ausmass erreichen.
Die dichten Mangrovenwälder bieten einen guten Schutz vor Tsunamis und Stürmen, da sie die Umwelteinflüsse aus dem Meer nur in stark abgeschwächter Form ins Landesinnere lassen.
In einer Studie von 2004 konnte man dies beim damaligen verheerenden Tsunami in Sri Lanka feststellen: Überall wo noch Mangrovenwälder an den Küstengebieten wuchsen, waren die Verwüstungen im Landesinneren wesentlich geringer.
Wissenschaftler der IUCN (International Union for Conservation of Nature) haben z.B. zwei benachbarte Dörfer in Sri Lanka miteinander verglichen. Das eine wurde durch Mangrovenwälder an der Küste geschützt, das andere nicht. Im geschützten Dorf gab es 2 Tote, im ungeschützten 6000.
Weshalb wurden die Mangrovenwälder ungeachtet ihres Nutzens abgeholzt?
Seit 1980 wurden weltweit fast 4 Millionen Hektar Mangrovenwälder vernichtet, um das Land anders zu nutzen.
Die Hauptnutzung der Gebiete, auf denen zuvor die schützenden Wälder standen, sind Shrimps und Fischzucht.
Durch die weltweite Zunahme des Konsums von diesen Meerestieren wurde der Druck auf die Wälder immer grösser.
Pro Jahr werden auch heute noch rund 100000 Hektar Mangrovenwälder vernichtet – grossteils, um Shrimps und Fische zu züchten.
Seit 1975 wurde rund die Hälfte der Mangrovenwälder im Ayeyarwady Delta von Burma vernichtet.
Renato Pichler
Quellen:
Mangrove loss 'put Burma at risk'
Wie «Nargis» ein schutzloses Land verwüsten konnte.
Welternährungsorganisation der UNO: Intact mangroves could have reduced Nargis damage, 15. Mai 08
Weitere Infos:
- Lachs: Mastschwein der Meere (Vegi-Info 2008/1)
- Burma: Wie 'Nargis' ein schutzloses Land verwüsten konnte.
- Tsunami-Leid: Nur eine Laune der Natur? (Vegi-Info 2005/1)