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Kapitel 1
… Bertil stieß einen tiefen Seufzer aus, doch Kommissar Lars Dahlström lachte nur. »Der Täter sitzt hinter Gittern, meine Arbeit ist getan.« Mit einer knappen Verbeugung wandte er sich um und ging aus dem Zimmer.
Eva tat es Bertil gleich und stieß einen tiefen Seufzer aus. Dann schloss sie die Augen und wartete darauf, dass die Spannung in ihrem Körper wenigstens ein bisschen nachließ.
Es war vollbracht. Mit exakt einem Monat Verspätung hatte sie ihren Kommissar Dahlström zusammen mit seinem trotteligen Assistenten Bertil den Mordfall lösen lassen. Ihr Manuskript war vollendet und sie war nicht mehr der erfolgreiche Schriftsteller Mikael Käkelä, sondern ausschließlich die Hotelbesitzerin Eva Berglund aus Torsby. Aus der Nähe von Torsby, um genau zu sein. Ihr kleines Familienhotel befand sich direkt am Ufer des Sees Övre Brocken.
Erleichterung über die Fertigstellung ihres Manuskripts empfand Eva noch nicht. Im Gegenteil, es tat wie immer weh, sich von den vertrauten Figuren zu trennen. Sie hinaus in die Welt zu schicken und sie dort nicht nur ihrem Schicksal, sondern vor allem der Gunst ihrer Leser zu überlassen.
Nun ja, noch hatte sie es nicht in die Welt geschickt. Eva öffnete die Augen und schrieb das letzte Wort unter exakt dreihundertzwanzig Seiten ihres neuen Kriminalromans:
Ende!
Sie verfasste eine Mail an ihre Lektorin, fügte das Manuskript als Anhang bei und schickte sie zu ihrem Verlag nach Stockholm. Es würde sie nicht wundern, wenn Linn sich gleich noch meldete – sie wusste, dass sie oft lange im Büro war, manchmal auch an Wochenenden und Feiertagen. Linn hatte keine Familie. Die Lektorin lebte für ihre Arbeit und die Autoren, die sie betreute. Und richtig: Keine fünf Minuten später klingelte das Telefon.
»Es ist also verbracht«, sagte sie.
»Gott sei Dank!« Eva gähnte laut.
»Ich mache mich gleich morgen an den Text, dann bekommst du die korrigierte Fassung so schnell wie möglich zurück.«
»Lass dir ruhig Zeit«, erwiderte Eva. Im Moment hatte sie von Lars Dahlström und dessen Ermittlungen die Nase gestrichen voll.
»So viel Zeit haben wir nicht mehr.« Ein leichter Vorwurf schwang in Linns Stimme mit.
»Ich weiß!« Eva versuchte schuldbewusst zu klingen, obwohl sie sich nicht so fühlte.
»Was ist jetzt eigentlich mit deiner Aktivität als Autor Mikael Käkelä in den sozialen Medien? Wir haben doch neulich darüber gesprochen.«
»Als ich mitten im Manuskript steckte«, erwiderte Eva unwillig. »Da hatte ich andere Dinge im Kopf als Facebook und Co.«
»Facebook ist ein gutes Stichwort.« Linn lachte leise. »Die Anfragen nach Mikael Käkelä häufen sich. Er ist inz