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Der kompetenz-basierte Ansatz des Studienganges Data Science erfordert Prüfungen, die nicht auf die reine Wissensabfrage abzielen, sondern einen Transfer des Erlernten in eine neue Situation ermöglichen. Der Wissenerwerb wird stets durch entsprechende Projektarbeiten ausgelöst und muss daher auch so überprüft werden. Der vorliegende Beitrag ist eine erste Skizze, wie solche Assessments aussehen könnten.
Zur Bewertung der erreichten Lernziele werden Kompetenzraster mit verschiedenen Niveaustufen benutzt. Welche Ziele auf welchem Niveau pro Semester erreicht werden sollten, wird vom Studierenden gemeinsam mit seinem LernCoach festgelegt. Formative Prüfungsformate stellen sicher, dass sich der Studierende auf dem richtigen Weg befindet. Eine summative Prüfung erlaubt schliesslich, die erworbenen Kompetenzen abschliessend zu beurteilen.
Die Begleitung und Bewertung erfolgt durch fachliche Experten, Personen mit Schwerpunkt überfachliche Kompetenzen, den LernCoach und den Mit-Studierenden (peer review) als Diskussion oder anhand von vorgegebenen Rastern. Die übergreifende Auswertung der Bewertung wird bei formativen Prüfungen durch den Lerncoach, bei summativen Prüfungen durch Experten vorgenommen.
Formative Prüfungen
Regelmässige Einschätzungen des Projektverlaufes und damit des Kompetenzerwerbes der Studierenden können auf mehreren Ebenen erfolgen.
Projekt-Reviews: In regelmässigen Abständen präsentiert das Projektteam seine Fortschritte, Probleme und Lösungsansätze einem Komitee und/oder anderen Projektteams. Dabei wird nicht nur der reine Projektfortschritt, sondern auch der Umgang mit fachlichen Problemen, die Teamarbeit und Kreativität und Engagement diskutiert und Impulse für das weitere Vorgehen gegeben.
Projekt-Dokumentation: Das Vorgehen des Projektteams muss von diesem kontinuierlich dokumentiert werden. Das Format ist dabei frei wählbar und sollte verschiedene Werkzeuge beinhalten wie MindMaps, Projektmanagement-Tools, Lerntagebücher, und so weiter. Die Präsentation der Projekt-Dokumentation kann mit den Reviews verbunden oder alternativ von den Experten einzeln beurteilt werden.
Portfolio: Ein kontinuierlicher Aufbau eines e-Portfolios für jeden Studierenden ist Teil der Lernziele des Studienganges. Dies wird vom ersten Semester an insoweit gefördert, als ein Teil des formativen Assessments in eine Portfolio-Arbeit mündet. Beispiele dafür sind das Kuratieren von Lernressourcen (öffentliches Sammeln), die Aufarbeitung oder Veröffentlichung von Projektdokumentationen, oder die Präsentation der Projektergebnisse in Form einer Webdokumentation.
Projekt-Präsentation: Zum Abschluss des Projektes werden das Vorgehen und die Resultate in Form eines Referates oder einer Posterpräsentation vorgestellt. Bei diesen Präsentationen sind insbesondere auch die Mitstudierenden eingeladen, eine Bewertung abzugeben.
Lessons Learned: Wichtige Erkenntnisse aus dem Lernweg sollten in «lessons learned» reflektiert und dokumentiert werden. Lessons Learned stammen aus dem Wissensmanagement und dienen dem internen Wissentransfer. Analog könnten lessons learned auch im Studiengang intern veröffentlicht werden. In erster Linie dienen sie aber einer Einschätzung des Reflexionsvermögens des Projekt-Teams.
Die Auswertung der erfolgten Bewertungen, deren Kommunikation an den Studierenden und die Besprechung des weiteren Vorgehens bei Problemen obliegt dem LernCoach.
Summative Prüfung
Am Ende des Semesters wird mit Hilfe einer 2-wöchigen Projektarbeit überprüft, ob das während des Semesters erarbeitete auf eine neue Fragestellung transferiert werden kann. In Einzel- oder Gruppenarbeiten wird ein neues Projekt erarbeitet, wobei eventuelle Gruppen anders zusammengesetzt werden müssen als die während des Semesters. Dabei fliessen viele der oben genannten Elemente (Review, Dokumentation, Präsentation) ein. Das Projektergebnis, die Projekt-Dokumentation und die Präsentation bilden die Grundlage für die Beurteilung der Studierenden. Um eine möglichst neutrale Bewertung zu gewährleisten, wird diese von einem Prüfungskomitee vorgenommen, welches nicht in die vorhergehenden Projektarbeiten involviert war. Die Kommunikation der Ergebnisse und die Besprechung des weiteren Vorgehens mit den Studierenden obliegt aber wiederum dem LernCoach.
Traditionelle Prüfungen
Auch ein kompetenz-orientierter Studiengang schliesst nicht aus, dass es Themengebiete gibt, die zwecks Qualitätssicherung weiterhin traditionell geprüft werden müssen (zB Lineare Algebra). Es wäre denkbar, solche Prüfungstermine 2 mal pro Semester anzubieten, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, das Thema bei Selbstbearbeitung oder Vorkenntnissen vor Semesterende abzuschliessen. Weiter sollen andere Abschlüsse, wie zum Beispiel bei Absolvierung eines MOOCs oder aus einer früheren Lernveranstaltung, nach einer Äquivalenzprüfung anerkannt werden, um der Selbstbestimmtheit des Studiums gerecht zu werden.