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Zum Auftakt der Kür des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten haben sich Mitt Romney und Rick Santorum in Iowa ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Als Sieger ging nun Romney mit einem hauchdün
Der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, hat die ersten Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner im Bundesstaat Iowa hauchdünn gewonnen.
Nach Parteiangaben lag Romney mit 30'015 Stimmen vor dem christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum, der auf 30'007 Stimmen kam. Auf dem dritten Platz landete der texanische Abgeordnete Ron Paul.
Damit bleibt die Suche nach einem Herausforderer von Präsident Barack Obama bei der Präsidentenwahl im November völlig offen. Der 64-jährige Romney gilt Umfragen zufolge landesweit als Favorit. Experten halten den langjährigen Manager einer Finanzfirma wegen seiner Wirtschaftskompetenz für den schwierigsten der möglichen Gegner für Obama.
Die parteiinterne Vorwahl in dem kleinen Agrarstaat im Mittleren Westen ist zwar der vielbeachtete Auftakt zum Wahljahr 2012 - aber sie hat für das tatsächliche Ergebnis des Rennens eher symbolische Bedeutung.
Perry, Gingrich und Bachman abgeschlagen
Als Faustregel gilt: Wer in Iowa gewinnt, hat die Kandidatur noch längst nicht in der Tasche. Wer aber schlecht abschneidet, dem droht die finanzielle Unterstützung abzubröckeln. Endgültig entscheiden die Republikaner erst bei ihrem Parteitag Ende August, wer am 6. November gegen Obama ins Rennen geht.
Abgeschlagen waren bei den Wählerversammlungen (Caucus) der Republikaner in Iowa die Kandidaten Rick Perry, Newt Gingrich und Michelle Bachmann. Ihnen hatten bereits Umfragen wenig Chancen eingeräumt, sich in dem ländlichen Mittelweststaat als Herausforderer für den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama zu profilieren.
Der siebte Bewerber der Partei, John Huntsman, trat in Iowa nicht an. Perry kündigte an, dass er sein Festhalten an der Kandidatur überprüfen wolle.
Symbolische Bedeutung
Romney repräsentiert die eher moderaten Republikaner und ist derjenige Kandidat, der am ehesten die Wähler aus der politischen Mitte anspricht. Vor vier Jahren war er bei seinem ersten Versuch, die Republikaner in einen Präsidentschaftswahlkampf zu führen, in Iowa hinter seinem Gegner Mike Huckabee zurückgeblieben.
Santorum steht mit seiner klaren Ablehnung des Rechts auf Abtreibung für die christlichen Konservativen. Paul dagegen versucht mit seinem Versprechen zu punkten, dem Staat mehr und mehr Befugnisse wegzunehmen und die Geschicke des Landes überwiegend den Kräften des Marktes zu überlassen.
Bei den Caucuses waren Republikaner überall in Iowa zu etwa zweistündigen Wahlversammlungen zusammengekommen, um über die Bewerber zu diskutieren und abzustimmen.
Die Stimmen aus dem kleinen Bundesstaat fallen bei der landesweiten Kandidatenkür zwar kaum ins Gewicht. Allerdings kann der Sieger hoffen, die riesige Schar Unentschlossener auf seine Seite zu ziehen. Für die Verlierer wird es schwer, den Schwung im Wahlkampf zu halten. Einige Bewerber könnten daher nach dieser Abstimmung oder nach der zweiten Vorwahl aufgeben. Diese findet in einer Woche in New Hampshire statt.
Vorentscheid im März
Mit einem Vorentscheid wird erst am «Super Tuesday» Anfang März gerechnet, wenn auf einen Schlag in mehreren Bundesstaaten abgestimmt wird. Formell gekürt wird der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, der bei der Wahl im November gegen Obama antreten soll, dann Ende August beim Parteitag in Florida.
Obama kann sich in Iowa auf eine breite Wählerbasis stützen und stellt sich der Parteiversammlung der Demokraten ohne Gegenkandidaten. Er stimmte seine Anhänger in Iowa am Dienstagabend mit kämpferischen Worten auf das Wahljahr ein.
«Wir haben viel getan und wir haben noch viel mehr zu tun. Darum brauchen wir vier weitere Jahre», sagte Obama in einer Videokonferenz, die bei den Caucuses der Demokraten in Iowa übertragen wurde.
Obama pries in seiner Ansprache den Abzug der US-Truppen aus dem Irak und die Gesundheitsreform als Höhepunkte seiner bisherigen Amtszeit. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage muss er jedoch um seine Wiederwahl bangen. Seine Zustimmungswerte liegen in Umfragen derzeit deutlich unter 50 Prozent.
(rcv/tno/sda/awp)