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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Dreiundvierzigstes Hauptstück.
Diejenigen, welche behaupten wollen, der Sohn Gottes, den wir alle als Gott verehren, sey, ehe er dem Körper nach geboren wurde, nicht gewesen, sagen jedoch, er sey dem Vorwissen und der Vorherbestimmung nach, aber nicht nach der Wesenheit der bestehenden Natur gewesen; das heißt so, daß er nach dem Vorherwissen des Vaters, weil er vorherbestimmt hat, daß er einmal seyn sollte, das ist, daß er aus der Jungfrau geboren werden sollte, uns vielmehr verkündet worden, als vor den Zeiten, in der Wesenheit der göttlichen Natur geboren, gewesen wäre, und daß alles, was er in den Propheten von den Geheimnissen seiner Körperannahme und seines Leidens gesagt hat, eben auch nach dem Vorherwissen in Hinsicht auf ihn von dem Vater gesagt worden wäre. Diese verkehrte Lehre wird also verworfen; so daß der von uns anerkannte eingeborne Sohn Gottes vielmehr aus dem Vater vor den Zeiten geboren ist, [S. 394] und die Zeiten selbst sammt allen Geschöpfen geschaffen hat, als vorherbestimmt worden seyn sollte, gezeugt zu werden.
VI. „Wenn Jemand sagt, die Wesenheit Gottes werde ausgedehnt und zusammengezogen; so sey er verflucht.“