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Balázs Simonyi
Ungarn, 81 min
Première Internationale
Der seit 1983 ausgetragene Spartathlon ist ein Ultramarathon über 246 km. Er führt über die Strecke, die ein Bote während des ersten Persischen Kriegs im Jahr – 490 zwischen Athen und Sparta kurz vor der Schlacht von Marathon, bei der Athener und Perser aufeinandertrafen, zurücklegen musste. In Herodots Überlieferung soll er im Morgengrauen aufgebrochen und am nächsten Tag bei Anbruch der Nacht angekommen sein – allerdings vergebens, denn die Spartaner verweigerten ihre Hilfe. Ihrem historischen Vorbild folgend, versuchen auch die ‚Marathonläufer‘, die jedes Jahr am Ende des Sommers am Fuss der Akropolis aufbrechen, Sparta mit einer mittleren Geschwindigkeit von 7 km/h innerhalb von 36 Stunden zu erreichen. Balazs Simonyi beobachtete bei diesem Lauf zwei Frauen und zwei Männer – einer davon war er selbst. Ultra hält sich an die Chronologie des Wettkampfs, lässt die Kamera aber abschweifen und die Angehörigen der Athleten filmen, die ihn nicht minder intensiv miterleben. Von da an trägt der Spartathlon die Züge ein Einzel – und/oder Familiendramas, bei dem das «Über-sich-selbst-Hinauswachsen» darauf hinausläuft, die Absurdität unseres Menschseins körperlich auf den Prüfstand zu stellen.
Emmanuel Chicon