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Wirkstoff: [18F]Fluorocholin
Nuklid: [18F]Fluor
Hilfsstoffe: NaCl <9.0 mg/ml
Das Präparat enthält keine Konservierungsmittel.
Spezifikationen:
Radionuklid Reinheit: 18F ≥99.9%
Radiochemische Reinheit: [18F] Fluorocholin ≥95%
Fluorocholin ≤0.05 mg/ml
Dimethylaminoethanol ≤0.1 mg/ml
Verwendungsfertiges Radiodiagnostikum zur intravenösen Injektion mit Aktivitäten von 0.2 – 40 GBq pro 10 ml Fläschchen (zum Zeitpunkt der Abfüllung).
Aktivitätskonzentration: 0.02 – 4 GBq/ml zum Zeitpunkt der Abfüllung.
Wirkstoffmenge ([18F]Fluorocholin): 0.40 pg/MBq.
18F-Fluorocholine ZRP ist ein Radiodiagnostikum zur bildlichen Darstellung von krankhaften Veränderungen mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) welche mit einer vermehrten Synthese von Zellmembranbestandteilen einhergehen. 18F-Fluorocholin kann zur Darstellung von Tumorherden bei Patienten mit Adenokarzinom der Prostata (Prostatakarzinom) angewendet werden. 18F-Fluorocholine ZRP kann nicht zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden.
Onkologische Diagnostik
• Beurteilung der lokalen Tumorausdehnung eines bioptisch bzw. histologisch nachgewiesenen Karzinoms der Prostata.
• Nachweis, Staging, Verlaufskontrolle und Therapieüberwachung von Lymphknoten- und Knochenmetastasen bei Patienten mit Prostatakarzinom.
Die absorbierten Organdosen für erwachsene männliche Patienten nach intravenöser Administration von 18F-Fluorocholin wurden mit OLINDA Software anhand von Organbiodistributionsdaten aus der Literatur berechnet (De Grado et al. J Nucl Med 2002:43(1) 92-96). Eine Abschätzung der Aktivitätsaufnahme in Magen und Dickdarm, die in den Literaturdaten nicht enthalten ist, wurde nachträglich anhand von zusätzlicher Patienten-PET-Bildern gemacht. Die absorbierten Organdosen für weitere, in OLINDA aufgelisteten Zielorgane, welche nicht in der obengenannten Publikation erwähnt sind, wurden von der Software auf der Basis «rest of body» hochgerechnet und deren Beitrag zur Effektive Dosis berücksichtigt. Die Nieren sind die Dosis-kritischen Organe. Zur Berechnung der effektiven Dosis wurden die Gewebe- und Organ-Wichtungsfaktoren nach ICRP 60 sowie nach ICRP 103 berücksichtig, wobei konservativ auf 0.025 mSv/MBq aufgerundet wurde. Die Werte sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt:
Organ
Absorbierte Dosis/verabreichte
Myokard
0.017
Milz
0.046
Dünndarm
0.018
Schilddrüse
0.012
Lunge
0.012
Leber
0.050
Nieren
0.148
Knochen
0.022
Muskulatur
0.010
Rotes Knochenmark
0.018
Hoden
0.008
Harnblasenwand
0.100
Magen
0.014
Dickdarm
0.009
Nebennieren
0.015
Hirn
0.004
Gallenblase
0.016
Pankreas
0.014
Haut
0.004
Thymus
0.006
Effektive Dosis / verabreichte Aktivität (mSv/MBq):
0.025
Die effektive Strahlendosis bei der Verabreichung einer Aktivität von 210 MBq beträgt bei erwachsenen Männern ungefähr 5.2 mSv. Zu den am meisten exponierten Organen gehören die Niere (ungefähr 31 mGy) und die Harnblasenwand (ungefähr 21 mGy) woraus sich die Notwendigkeit häufiger Entleerungen erkennen lässt.
– Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe
– relative Kontraindikationen / Anwendungseinschränkungen
Untersuchungen sind nur dann durchzuführen, wenn der Nutzen der Untersuchung das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko übersteigt. 18F-Fluorocholin ist für die Anwendung an Kindern und Jugendlichen nicht zugelassen (vgl. Indikationen).
– Strahlenschutz
Radioaktive Präparate sind mit besonderer Sorgfalt und unter strengen Strahlenschutzmassnahmen zu handhaben, um die Strahlenbelastung sowohl bei den Patienten als auch beim Personal möglichst niedrig zu halten. Jede Anwendung von Radiopharmazeutika an Patienten liegt ausschliesslich in der Kompetenz und Verantwortung eines behördlich bewilligten Nuklear-mediziners. In jedem Fall hat die Verabreichung unter den Regeln des Strahlenschutzes stattzufinden.
Es sind keine Wechselwirkungen bekannt.
Nicht zu treffen.
Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.
Von der geringen Menge 18F-Fluorocholine ZRP wie sie im Rahmen einer PET-Untersuchung mit der angegebenen Dosierung verabreicht wird können keine Wirkungen auf die normalen Funktionen des menschlichen Organismus erwartet werden.
Da die bei der Untersuchung eingesetzten Mengen der aktiven Substanz sehr gering sind (0.4 pg/MBq, bei 210 MBq entspricht dies 84 pg), resultieren Risiken in der Anwendung im Wesentlichen aus der Strahlenexposition. Ionisierende Strahlung kann Krebs und genetische Schäden verursachen. Die Strahlendosis liegt bei diagnostischen Untersuchungen mit Radiopharmaka unterhalb von 20 mSv, so dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Wirkungen gering ist.
Wie im Falle anderer Injektionspräparate können allergische Reaktionen und anaphylaktische Erscheinungen nicht ausge¬schlossen werden.
Die Aktivität muss vor jeder intravenösen Anwendung zur Bestimmung der Dosierung gemessen werden. Eine Überdosierung im pharmakologischen Sinn ist bei den zur Diagnose eingesetzten Dosierungen nicht zu erwarten. Bei Überdosierungen der Radioaktivität sollte die Strahlenexposition durch den Harnfluss fördernde Massnahmen (forcierte Diurese) und häufige Blasen¬entleerung reduziert werden.
–ATC-Code V09IX07
-Physikalische Eigenschaften
[18F]Fluor hat eine Halbwertszeit von 110 Minuten und zerfällt unter Positronenemission mit einer maximalen Energie von 0.634 MeV, gefolgt von Gammastrahlen durch Positron/Elektron-Paarvernichtung mit einer Energie von 0.511 MeV.
-Chemische Eigenschaften
18F-Fluorocholine ZRP enthält geringe Konzentrationen von Dimethylaminoethanol (synthetische Ausgangsubstanz). Spuren der chemisch identischen Substanz Fluorocholin, mit dem nicht radioaktiven, natürlich vorkommenden Isotop 19F-Fluor, könnten im Präparat auch enthalten sein.
Pharmakologische Eigenschaften
Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Radiodiagnostika (ATC-Code: V09).
18F-Fluorocholin ist ein Cholin-Analogon und ein Präkursor für die Biosynthese von Phospholipiden bei dem ein Wasserstoffatom im Molekül durch ein Fluoratom (18F) ersetzt wurde. 18F-Fluorocholin gelant über einen Transporter in der Zellmembran in den Intrazellulärraum wo es durch das Enzym Cholinkinase (CK) phosphoryliert wird. Das entstandene Phosphorylcholin wird an-schliessend in Cytidin-Diphosphocholin (CDP-Cholin) umgewandelt welches einen essentiellen Baustein für die Synthese von Zell-membran-Phospholipiden (Phosphatidylcholin) darstellt. Die erhöhte Aktivität der CK in malignen Zellen erklärt die Anreicherung von 18F-Fluorocholin in Tumorherden. In der ersten Stunde nach intravenöser Verabreichung beziehungsweise in der, für die PET-Bildgebung relevanten Zeitspanne überwiegt der phosphorylierte Metabolit von 18F-Fluorocholin. Es wird angenommen, dass dieser aufgrund der praktisch fehlenden Auswaschung aus dem Gewebe den Intrazellulär-raum nicht verlassen kann.
Die Pharmakokinetik setzt sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen: Zwei rasch verlaufenden, exponentiellen Komponenten welche 3 Minuten nach Applikation weitgehend abgeschlossen sind und über 93% der maximalen Radioaktivitätskonzentration repräsentieren. Auf diese folgt eine konstante Komponente. Nach intra-venöser Injektion von 18F-Fluorocholin verschwindet der grösste Teil des verabreichten Radiopharmakons innerhalb der ersten fünf Minuten aus dem Blutstrom. Die Radioaktivitätskonzentration von 18F in der Leber steigt in den ersten 10 Minuten nach Injektion rasch an, danach nur noch langsam. Die Organe mit der stärksten Anreicherung sind die Nieren gefolgt von der Leber und der Milz.
Es existieren keine Karzinogenitätsstudien.
– Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf nur mit 0.9% parenteraler Kochsalzlösung gemischt werden.
– Haltbarkeit
18F-Fluorocholine ZRP erhält kein Konservierungsmittel. Die Zubereitung sollte innerhalb von 12 Stunden nach dem Ende der Synthese verwendet werden (Zeitpunkt der Kalibrierung), die auf dem Behältnisetikett angegeben wird.
– Besondere Lagerungshinweise
Bis zur ersten Anwendung kann das radioaktive Arzneimittel aufrecht bei Raumtemperatur im Originalbehältnis und Bleitopf aufbewahrt werden, da das Präparat nicht konserviert ist.
– Hinweise für die Handhabung
Zur Reduzierung der Aktivität kann die Lösung mit 0.9% parenteraler Kochsalzlösung verdünnt werden. Bei allen Manipulationen soll eine aseptische Arbeitstechnik eingehalten werden.
Gesetzliche Bestimmungen
Die Anwendung radioaktiver Stoffe an Menschen ist durch die Strahlenschutzverordnung gesetzlich geregelt. Für den Umgang mit den radioaktiven Stoffen ist eine Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheitswesen erforderlich. Beim Umgang mit radioaktiven Stoffen sowie der Beseitigung aller anfallenden radioaktiven Abfälle sind die Schutzvorkehrungen der oben erwähnten Verordnung zu beachten, um jede unnötige Strahlenbelastung von Patienten und Personal zu vermeiden. Die nicht verbrauchten radioaktiven Lösungen und die mit diesen kontaminierten Gegenstände müssen, bis zum Abklingen der Aktivität auf die Freigrenze des Radionuklids, in einem für diese Zwecke eingerichteten Abklingraum aufbewahrt werden. Die Strahlen-schutzverordnung (StSV, SR 814.501) ist zu beachten.
September 2013
|Menge||Abgabekat.|
|18F-FLUOROCHOLINE ZRP Inj Lös||A|
62553 (Swissmedic)
Zentrum für Radiopharmazie, Universitätsspital Zürich
V09IX07