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|Autor||Guevara, Don Felipe de ;|
|Titel||Comentarios de la Pintura|
|Untertitel|
|Publikationsjahr||1550 - 1557|
|Publikationsort|
|Verlag/Herausgeber|
|Illustrationen||Nein|
|Beschreibung||

Don Felipe Guevara (Brüssel, ca. 1500–1563 ), begleitete als Mundschenk Kaiser Carlos V. auf dessen Reisen nach Tunis und Sizilien. Er war Kunstsammler und kannte persönlich viele italienische und flämische Künstler.
Ein sehr wichtiges Manuskript hauptsächlich über Wandmalerei und ( Holz- ) Konstruktionen von Decken, das als Kommentar und Kritik zu Vitruv gesehen wird, wobei die originalen Angaben aus dem 16. Jahrhundert wahrscheinlich mit Zutaten aus dem 18. Jahrhundert erweitert worden sind. Die Erweiterungen sind leider nicht klar ersichtlich.
Die Kommentare über die Malerei enthalten: Die Geschichte der Malerei, die Anfänge von Wandmalerei und Freskomalerei in Italien, die verwendeten Farbmittel in Freskotechnik; Malerei auf textilem Bildträger, Zuschneiden und Einpassen der « Leinwände » in Marouflage-Technik; Wachsmalerei und Enkaustik im alten Ägypten; Buchillumination und Malerei mit ( verlackten ) pflanzlichen Farbstoffen. Grundierungen der Malerei: Vorbereitung für die Wandmalerei, deren Schichtaufbau ( mit exaharrar und blanqueada als spanische Entsprechung zu Ariccio und Intonaco ). Die Schicht exaharrar ist eine Mischung von Kalk, Sand und Ziegelmehl, mit nachfolgenden drei Schichten Kalkschlämme ( 2 Teile Kalk und 1 Teil Ziegelmehl ), nachfolgend noch drei Schichten Kalkschlämme, gemischt mit Marmormehl ( erste Schicht ziemlich roh, 3. Schicht sehr fein ); weiter eine Besprechung der Sandqualitäten und ihrer Mischungsverhältnisse. Es folgt eine Besprechung der Farbmittel der Freskomalerei bei Vitruv und verschiedene Farbmittelmischungen zur Nachempfindung von in Spanien nicht bestehenden Farbtönen. Bemerkenswert unter der geschichtlichen Entwicklung der Wandmalerei die Erwähnung, dass die gefundenen Groteskenmalereien im Hause des Nero von der Freskenmalerei seiner Zeit unterschiedlich seien, was ein sehr früher Beleg für die Kenntnis der antiken Malerei ist. Wichtig auch die Erwähnung von Milch an Stelle des Wassers in der Kalkverarbeitung und die Kritik an Vitruv für dessen Beurteilung der Wandmalerei der Alten; eine Kritik, die sehr grosse fachliche Kompetenz durchscheinen lässt. Weiter erwähnt: Malerei auf Glas, Arbeit mit Muscheln, Intarsien und Mosaikmalerei, dann die Beiträge zu berühmten Künstlerfrauen und zu Indianern in Neuspanien sowie ein Beitrag über Hieronymus Bosch. Die Comentarios de las Pintura Guevaras gehen weit über den Ruf eines Kommentars zu Vitruv hinaus und wären einer modernen kritischen Ausgabe und Übersetzung würdig.
|Ausgaben||
1. Ausgabe: Guevara, Don Felipe de: Comentarios de la Pintura, que escribio Don Felipe de Guevara gentil-hombre de boca del Senor Emperador Carlos Quinto, Rey de Espana ... se publican por la primera vez con un discurso preliminar y algunas notas de Don Antonio Ponz, quien ofrece su trabajo al Excelentisimo Se Conde de Florida-Blanca, protector da las nobles artes. Por Don Geronimo Ortega, Hijos de Ibarra y Compa, Madrid 1788 | Überarbeitet von Rafael Benet, Barcelona 1948.

Engl. Teilübersetzung und Besprechung des Bereiches Wandmalerei, in: Merrifield, M. P.: The art of Fresco Painting. London 1846, S. 1–16 ( Vitruvius und Guevara ).
|Referenzen||Merrifield 1846, Berger 1901, Eibner 1926, Schlosser 1924, Alexander 1969–70, Koller 1990, Bordini 1991, Raft 1995, Zindel 2010|
|Verfasser||Zindel 2010|