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- US-Präsident Donald Trump hat nunmehr selbst betont, dass die kommenden Tage entscheidend für den Verlauf seiner Coronavirus-Infektion sein dürften.
- Da Trump nach seiner Corona-Infektion vorerst als Wahlkämpfer ausfällt, sollen seine Kinder und Vizepräsident Mike Pence für ihn einspringen.
- Auch der Leibarzt des US-Präsidenten gibt noch keine Entwarnung für den Gesundheitszustand von Trump trotz «erheblicher» Fortschritte seit der Corona-Diagnose.
«Ich fange an, mich wieder gut zu fühlen», sagte Trump in einer neuen Videobotschaft aus dem Spital vom Samstag. In den nächsten Tagen komme aber «die wahre Prüfung» – «wir werden sehen, was passiert», erklärte er weiter.
Das Weisse Haus hatte am Freitag noch betont, dass Trump nur leichte Erkrankungssymptome habe und nur als Vorsichtsmassnahme in die Klinik gebracht worden sei.
Wann lag Trumps Testergebnis vor?
Trumps Leibarzt Sean Conley sagte am Samstagmittag (Ortszeit), die Coronavirus-Diagnose liege «72 Stunden» zurück. Das wäre verheerend für Trump: Dann hätte er gewusst, dass er hochansteckend ist, bevor er am Mittwochabend und Donnerstagnachmittag in Minnesota und New Jersey Spender traf. Schon so steht der Präsident in der Kritik, weil das Weisse Haus vor seinem Treffen am Donnerstag Kenntnis davon hatte, dass eine seiner engsten Beraterinnen mit dem Virus infiziert war. Conley verfasst wenig später eine vom Weissen Haus verbreitete «Klarstellung», in der es heisst, er habe sich falsch ausgedrückt. Tatsächlich habe Trumps positives Testergebnis erst am Donnerstagabend vorgelegen.
«Als ich hierher kam, fühlte ich mich nicht so gut. Jetzt fühle ich mich viel besser», sagte Trump in dem am Samstagabend veröffentlichten Video. Seine Stimme klang etwas belegt und er wirkte leicht kurzatmig.
«Ich denke, ich werde bald zurück sein»
«Ich muss zurückkommen, weil wir immer noch Amerika wieder gross machen müssen», erklärte er in Anspielung auf sein Wahlkampf-Motto. «Ich denke, ich werde bald zurück sein.»
Zugleich verteidigte Trump seine Vorgehensweise in den vergangenen Monaten, in denen er viele öffentliche Auftritte und Wahlkampfreisen absolvierte – und dabei oft auf Vorsichtsmassnahmen wie das Tragen einer Maske verzichtete. «Ich hatte keine Wahl, ich konnte nicht einfach nur im Weissen Haus bleiben», sagte er. «Als Anführer muss man Probleme angehen.»
Mit Blick auf die US-Präsidentenwahl am 3. November sagte Trump, er wolle «den Wahlkampf so abschliessen, wie er begonnen hat».
Neue Wahlkampf-Agenda: «Operation MAGA»
Da Trump nach seiner Corona-Infektion vorerst als Wahlkämpfer ausfällt, sollen seine Kinder und Vizepräsident Mike Pence für ihn einspringen. Trumps Wahlkampfteam rief dafür am Wochenende die «Operation MAGA» aus – in Anlehnung an das Motto «Make America Great Again», mit dem es Trump vor vier Jahren ins Weisse Haus geschafft hatte.
Pence soll nun am 8. Oktober einen ersten Wahlkampfauftritt für Trump in Peoria im Bundesstaat Arizona absolvieren. Für den Tag davor ist seine TV-Debatte mit der demokratischen Vize-Kandidatin Kamala Harris in Salt Lake City angesetzt. Neben Pence sollen unter anderem auch Trumps Kinder Donald Trump Jr. und Eric Trump zu Wahlkampfevents reisen.
Keine Entwarnung durch den Leibarzt
Der Leibarzt von Trump gibt unterdessen keine Entwarnung für den Gesundheitszustand des US-Präsidenten trotz «erheblicher» Fortschritte seit der Corona-Diagnose. «Während er noch nicht über den Berg ist, bleibt das Team vorsichtig optimistisch», erklärte der Arzt Sean Conley in einem in der Nacht veröffentlichten Update.
Trump habe weiterhin kein Fieber und brauche keinen zusätzlichen Sauerstoff. Er habe am Samstag gearbeitet und sich ohne Schwierigkeiten in seinem Quartier im Krankenhaus bewegt. Die Sauerstoffsättigung von Trumps Blut habe bei 96 bis 98 Prozent gelegen, teilte Conley mit. Das ist ein wichtiger Wert: Wenn Covid-19 die Lunge angreift, wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt.
Trump habe auch ohne Komplikationen eine zweite Dosis des Medikaments Remdesivir erhalten. Es hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung nötig ist. Die Arzt hatte zuvor eine fünftägige Behandlung Trumps mit Remdesivir in Aussicht gestellt. Am Sonntag werde man seinen Zustand beobachten, erklärte Conley.
EU-Behörde prüft mögliche Remdesivir-Risiken
- Der zur Behandlung schwerer Covid-19-Verläufe eingesetzte Wirkstoff Remdesivir wird in Europa wegen möglicher Nierenkomplikationen genauer unter die Lupe genommen.
- Man habe nach entsprechenden Berichten ein Sicherheits-Prüfverfahren für das Medikament Veklury gestartet, teilte die Arzneimittelagentur der EU (EMA) mit. Das Präparat basiert auf Remdesivir.
- Bei einigen Patienten sollen demnach akute Nierenprobleme aufgetreten sein, erklärte die Behörde.
- Die Arznei hat in der EU seit Juli eine bedingte Zulassung für die Therapie von Erwachsenen und Jugendlichen, die an einer Lungenentzündung infolge einer Corona-Infektion leiden.
- Bei schwer kranken Patienten wurden die Risiken im Vergleich zum möglichen Nutzen von Remdesivir vorerst als vertretbar angesehen.
- Die EMA hatte eine mögliche Giftigkeit von Veklury in Bezug auf die Nieren schon als «wichtiges potenzielles Risiko» eingestuft. Nun läuft eine verstärkte Überwachung zur Sicherheit des Medikaments.
- Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den gemeldeten Nierenschäden und der Einnahme von Veklury gebe, sei bisher jedoch nicht geklärt, betonte die Behörde.
- Bis genaue Ergebnisse vorliegen, habe die Empfehlung, das Remdesivir-Präparat bei Covid-Therapieversuchen einzusetzen, Bestand.