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Die sibirischen Permafrostregionen gehören zu jenen Gebieten der Erde, die sich im Zuge des Klimawandels besonders schnell erwärmen. Dennoch beobachten Biologen derzeit nur ein minimales Anpassungsverhalten der Baumvegetation. Dort, wo gemessen an der Lufttemperatur längst Kiefern- und Fichtenwälder wachsen müssten, gedeihen noch immer sibirische Lärchen. Ein Paradox, dessen Ursache Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, der Universität Köln und internationaler Partnerinstitute nun mithilfe Millionen Jahre alter Blütenpollen auf die Spur gekommen sind. Den Ergebnissen zufolge gab in der Vergangenheit stets der Kältegrad einer Eiszeit den Ausschlag dafür, wie schnell sich im Anschluss die Vegetation an das Warmzeitenklima anpasste. In unserem Fall heißt das: Weil die letzte Eiszeit ausgesprochen kalt war, hinkt die Vegetation der Taiga dem Klima viele Jahrtausende hinterher. Ein überraschend langer Zeitraum, wie die Forscher im Open Access-Fachmagazin Nature Communications berichten.
Die warmen Winter der zurückliegenden Jahre haben in der Arktis dazu geführt, dass neben dem Meer-Eis auch das Eis auf Seen dünner wird und viele flache Seen nicht mehr komplett zufrieren. Infolgedessen hat im letzten Jahrzehnt der bisher vorhandene Permafrost unter den vielen flachen arktischen Seen begonnen aufzutauen. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam in einer neuen Studie, die heute im Fachjournal Geophysical Research Letters erschienen ist.
Eine neue Studie über die wirtschaftlichen Möglichkeiten und Herausforderungen der arktischen Schifffahrt, die von Forschern des Copenhagen Business School Maritime Division veröffentlich wurde, besagt, dass die Durchfahrtsaison immer noch zu kurz sein wird, um die Investitionen in eisverstärkte Schiffe in den nächsten Jahrzehnten wirtschaftlich zu rechtfertigen. Erst ab 2035 könnte die Arktisroute entlang der russischen Nordküste für einige Schiffe mit einer entsprechenden Grösse wettbewerbsfähig sein.
In den letzten Jahren sind vermehrt Makrelen in den Gewässern Grönlands aufgetaucht und im Zuge davon entstand ein neuer und wichtiger Fischereizweig. Die ersten Makrelen wurden in Grönland 2011 gefangen und nur gerade drei Jahre später ist die Makrelenefischerei mit ihren 23 Prozent Exportanteil zu einem der wichtigsten Fischereindustrien geworden und exportierte 78‘000 Tonnen in die Welt.
Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) starteten am 13. Juni 2016 mit dem Forschungsschiff Polarstern Richtung Spitzbergen, um neu entwickelte Geräte im Arktischen Ozean einzusetzen. Autonome Messgeräte am Meeresboden, in der Wassersäule und in der Luft sollen die Langzeitmessungen der Tiefseegruppe ergänzen. So können die Forscher zukünftig mit höherer zeitlicher und räumlicher Auflösung die klimatischen Veränderungen in der Arktis und deren Auswirkungen auf die Lebewelt analysieren.
Der deutsche Alfred Wegener gehört zu bekanntesten europäischen Polarforscher. Vor allem seine Grönlandexpeditionen haben ihn weltbekannt gemacht. Nun sind die Tagebücher der Grönlandexpedition 1906 – 08 veröffentlicht worden. Eine Besonderheit sind die 70 handgezeichneten Skizzen aus Wegeners Tagebüchern, die mit großem Aufwand digital aufbereitet wurden. Dr. Reinhard Krause hat die Tagebücher um erläuternde Anmerkungen ergänzt.
Spricht man von Treibhausgase, wird das Augenmerk häufig auf Kohlendioxid gelegt. Doch Methan gilt als viel stärkeres Treibhausgas trotz seiner niedrigeren Konzentration in der Luft. Die Diskussion um den Ursprung der steigenden Methanmengen in der Atmosphäre hat zu erhöhter Forschungstätigkeit geführt. Nun hat das norwegische Zentrum für Gashydrate, Umwelt und Klima (CAGE) Beweise gefunden, dass nur sehr kleine Mengen des potenten Gases den Weg vom Meeresboden des Arktischen Ozeans in die Atmosphäre schaffen.
Vor einigen Wochen war in Arviat, Nunavut, Kanada, ein lokaler Inuit auf der Jagd nach Eisbären. Doch was er gejagt hatte, war kein gewöhnlicher Eisbär, sondern ein Hybrid zwischen Eis- und Grizzlybär. Dies bedeutet die dritte bestätigte Sichtung dieses Mischwesens und jetzt debattieren Wissenschaftler über die Zukunft von Eisbären im Angesicht des Klimawandels.
Wie ein Schiff durch das Packeis fährt, ist die Aufgabe, Geld für einen neuen US-Eisbrecher zu beschaffen, eine mühsame, einsame und manchmal verrücktmachende Sache. Hin und wieder kann nur durch den Blick zurück ein Fortschritt erkannt werden, die Hürden gesehen werden. Nun hat der Abgeordnetenteil Alaskas im US-Kongress ein riesiges Stück Eis zerbrechen und zur Seite fegen gesehen, als Senatorin Lisa Murkowski einen Zusatz im Sicherheits- und Verteidigungsbudget durchgebracht hat, welches US$ 1 Milliarde für den Bau eines neuen schweren Eisbrechers vorsieht. Dadurch soll die magere US-amerikanische Eisbrecherflotte verstärkt werden.
Knuttstrandläufer sind eine bemerkenswerte Vogelart, die jedes Jahr mehr als 5‘000 Kilometer weit fliegen. Von ihren Brutgebieten auf der Taimyr-Halbinsel im russischen Sibirien fliegen die Watvögel bis nach Mauretanien oder sogar bis Australien oder Neuseeland, je nach Unterart. Aufgrund der sich erwärmenden Arktis werden die Tiere immer kleiner und einer neuen Studie zufolge bezahlen die Vögel den Preis für diese Verkleinerung erst, wenn sie in ihrem Winterquartier im Süden ankommen.
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