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Eine Region im Spannungsfeld der Grossmachtinteressen
Die Definition welche Länder zu Zentralasien gehören sind unterschiedlich, sogar innerhalb der UN. Gemäss der UN Statistikbehörde sind dies Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan mit insgesamt etwa 70 Mio. Einwohnern. Author: Juhan (Hanno Meissner) (Überarbeitung). Original uploader was Juhan at de.wikipediaZu Zeiten der UdSSR waren diese Länder sowjetische Teilrepubliken (SSR) und wurden unter dem Begriff Sowjetisch-Mittelasien zusammengefasst. Eine extensivere Definition der UNESCO rechnet neben dem zentralasiatischen Steppenland auch die innerkontinentalen Hochgebirgsräume um Hindukusch, Himalaja und Tienshan dazu. Im weiteren Text beziehe ich mich auf die engere Definition der UN.
Früher bezeichnete man Zentralasien auch als Land der Tataren oder Turkestan da es hauptsächlich von Turkvölkern bewohnt wurde. Daneben leben im Südosten das iranische Volk der Tadschiken. Die Region ist kulturell vom Islam beeinflusst. Die Entwicklung der Seidenstrasse prägte zumindest den Südteil der Region massgeblich. Mit dem Ende der Sowjetunion und dem Erstarken Chinas treten die lange am Rande liegenden Gebiete Zentralasiens wieder mehr in die öffentliche Aufmerksamkeit. In der Region ist eine Häufung ungelöster, oft blutiger Konflikte festzustellen. Es überlagern sich ethnische Konflikte und islamistische Tendenzen sowie die Versuche Russlands, verlorenen Einfluss wieder herzustellen und die Versuche Chinas und der USA, Einfluss zu gewinnen und die Bestrebungen aller drei Grossmächte, dem Islamismus entgegenzutreten.
In allen früheren Sowjetrepubliken Zentralasiens leben heute mehrere Millionen Russen und Angehörige anderer Völker der ehemaligen Sowjetunion. Kirgisistan plant der russischen Zollunion beizutreten. Die Luftwaffenbasen der USA in Usbekistan und Kirgisistan, von wo aus die amerikanische Kampfflugzeuge für den Einsatz in Afghanistan aufgetankt und Soldaten zum Hindukusch geflogen wurden, wurden oder werden dieses Jahr geschlossen, nicht zuletzt auf Druck Russlands das keine US Truppen in seinem Hinterhof möchte.
Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan sind Schwerpunktländer des Schweizer Entwicklungshilfe Büros DEZA. Gleichzeitig kooperiert die Schweiz in den Bretton-Woods-Institutionen (Weltbank und IMF) mit diesen Ländern. Sie tut dies zusammen mit Aserbaidschan und Polen, oft unter dem Begriff “Helvetistan”, in einer von der Schweiz angeführten Stimmrechtsgruppe.
Zentralasien hat keinen Zugang zum Ozean und deren Flüsse entwässern auch nicht in einen Ozean.Seit dem Zerfall der Sowjetunion befindet sich die Region in einem schwierigen Phase des Uebergang von der Plan- zur Marktwirtschaft. Die Infrastruktur, das Bildungs- und das Gesundheitssystem sind unterentwickelt. Korruption ist allgegenwärtig. Deshalb wandern zahlreiche Arbeitskräfte nach Russland ab. Die Überweisungen von Migranten sind oft das einzige Einkommen vieler Familien.