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Die Avenue des Champs-Elysées ist eine weltberühmte Prachtstrasse in Paris, 70 Meter breit und fast zwei Kilometer lang, zwischen der Place de la Concorde und dem Arc de Triomphe im Herzen der französischen Hauptstadt. Nur: Der Begriff «Prachtstrasse» trifft inzwischen nicht mehr so sehr zu. Die Bäume am Strassenrand leiden, die Pflastersteine sind in desolatem Zustand, die Luft ist verschmutzt und die Pariser selber bleiben der touristisch stark frequentierten Strasse mit ihren Läden bekannter Marken weitgehend fern.
Doch nun handeln die Pariser Behörden und wollen der weltberühmten Strasse etwas von ihrem alten Glanz zurückgeben. Dafür soll jetzt ein Budget von 250 Millionen Euro gesprochen werden. Dafür setzt sich eine Vereinigung der Anwohner ein, welche einen Vorschlag ausgearbeitet hat, welche im Januar den entsprechenden Stellen vorgelegt werden soll. Für die Kosten wären sowohl private wie auch öffentliche Aufwendungen nötig, heisst es in dem Papier. Der Initiant Jean-Noël Reinhardt erklärte gegenüber dem «Guardian», dass die letzte grössere Renovierung der Champs-Elysées bereits 25 Jahre zurückliegt und es nun Zeit sei, die Strasse endlich «ins 21. Jahrhundert zu bringen».
Die Champs-Elysées sind im französischen Bewusstsein weiterhin eine wichtige, historisch reich beladene Verkehrsarterie, auf welcher Paraden am Unabhängigkeitstag oder nach Weltmeistertiteln und dergleichen stattfinden. Aber eben, die Pariser selber meiden die Strasse. Laut dem Architekturbüro PCA Stream von Philippe Chiambaretta, welches die Renovierungspläne ausgearbeitet hat, seien aktuell von 100'000 Fussgängern auf den Champs-Elysées 72% Touristen und 22% dort arbeitende Personen. Die achtspurige Strasse wird zudem stündlich von 3000 Fahrzeugen genutzt - die Luft ist entsprechend schlecht. Die Strasse, ein Hort des Luxusläden, soll aber wieder zu einem lebhaften Platz fürs Volk (und natürlich auch für Touristen) werden und nicht mehr nur ein verpesteter Ort des Konsums sein.
Zum ambitiösen Plan gehört, den Platz für den Verkehr zu halbieren (und somit den Verkehr deutlich einzuschränken), «Baumtunnels» zu kreieren und mehr Platz für ästhetische Terrassen und Installationen. Insgesamt soll es auch wieder fussgängerfreundlicher werden. Chancen hat dieses Projekt insbesondere vor dem Hintergrund, dass Paris die Olympischen Spiele 2024 austragen wird - und dann natürlich wieder eine echte Prachtstrasse präsentieren will.