Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/3186

Es gibt ein sehr lesenswertes Buch über die Aktienanlage von Susan Levermann aus dem Jahre 2010.
Der Titel lautet "Der entspannte Weg zum Reichtum", und er ist vielleicht ein klein wenig irreführend, weil zum Beschreiten dieses Weges doch etwas Arbeit zu verrichten ist.
Als Taschenbuch für nur € 11,90 erhältlich!
Frau Levermann legt dar, welche zahlenmäßig messbaren Parameter in der Vergangenheit auf überdurchschnittliche Performance in der Zukunft hingewiesen haben.
Recht leicht nachvollziehbar: Aktien mit einem kleinen KGV, einer hohen Eigenkapitalquote, einer hohen EBIT Marge, einer hohen Eigenkapitalrendite (und weitere Faktoren) haben erfahrungsgemäß einen relativ guten Lauf vor sich.
Frau Levermann hat nun im Buch eine Liste entwickelt, die sich von jeder Aktie zwölf verschiedene Aspekte ansieht.
Die Checkliste, die ich verwende, bezieht sich auf kleine bis mittelgroße Unternehmen.
Für Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 5 Milliarden Euro gibt es eine - geringfügig - andere Liste.
Aktien bekommen für jeden Parameter einen Punkt, keinen Punkt oder einen Minuspunkt.
Beispiel KGV: Ist das KGV für das aktuelle Jahr kleiner als zwölf, gibt es einen Punkt. Ist es zwischen zwölf und sechzehn, gibt es keinen Punkt. Ist es über sechzehn, gibt es einen Minuspunkt.
Nahezu alle der nötigen 12 Informationen bekomme ich von der Internetseite von CortalConsors.
Ein Depot, welches ich zur Beobachtung im Januar 2011 angelegt habe, lag Ende Februar 2013 bei etwa +33%. Der Dax machte in dieser Zeit etwa +11%, der S-Dax (der den Depotwerten eher gleicht) machte +16%.
(Die Depotperformance ist inklusive aller Zwischengewinne/verluste, Dividenden, Depotkosten).
Das Depot enthält zwischen zehn bis fünfzehn deutsche (nur von deutschen Aktien kann ich den Punkt "Analystenerwartungen" und "Gewinnrevisionen" abdecken, deshalb diese Beschränktheit) Aktien. Zumeist langweilige, wenig bekannte, unsexy Werte aus der zweiten und dritten Reihe. Oftmals mit relativ hohen Dividendenzahlungen (wenngleich der Punkt "Dividendenrendite" in der Levermannschen Liste nicht auftaucht).
Einmal wöchentlich gehe ich die im Depot befindlichen Werte durch und ersetze etwa einmal im Monat eine Aktie, die unter die Mindestpunktzahl (also 3 Punkte oder weniger) gefallen ist durch eine vom System als kaufenswert eingeschätzte Aktie (7 Punkte und mehr).
Durch diese systematische, regelmäßige Kontrolle und die zu erreichende Mindestpunktzahl gibt es eine hübsche, gnadenlose Verkaufsdisziplin.
Die Risiken dieser Anlagen halte ich für überschaubar. Sie sind vermutlich eher kleiner als bei einer x-beliebigen deutschen Aktienanlage, weil (s.o.) eben langweilige, konservative Punkte zur Bewertung benutzt werden und kein sich selbst vorgegaukeltes Markt- oder Trendgefühl.