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Mit weniger Pracht und Pomp als üblich - aber gewohnt würdevoll - hat Königin Elizabeth II. am Dienstag die nächste Sitzungsperiode des britischen Parlaments eröffnet. Die «Queen's Speech», bei der das Staatsoberhaupt die Regierungserklärung des Premierministers verliest, findet gewöhnlich einmal im Jahr statt.
Dieses Jahr ging sie wegen der Coronavirus-Pandemie in deutlich kleinerem Rahmen über die Bühne. Statt 600 Teilnehmern waren nur etwa 100 zugelassen.
Anders als üblich kam die 95 Jahre alte Monarchin nicht per Kutsche, sondern mit dem Auto. Statt königlichem Mantel und Krone trug die Queen ein fliederfarbenes Kleid mit passendem Hut. Begleitet wurde sie von Thronfolger Prinz Charles (72) und dessen Frau Camilla (73). Für die Queen war es der erste grosse öffentliche Auftritt seit dem Tod ihres Mannes Prinz Philip. Der Prinzgemahl starb am 9. April im Alter von 99 Jahren.
Im Zentrum der Regierungserklärung standen die Pläne von Premierminister Boris Johnson für eine Belebung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie. Dazu soll kräftig in Infrastrukturprojekte investiert werden. Auch in den Nationalen Gesundheitsdienst NHS will Johnson viel Geld stecken. Der konservative Regierungschef will auch Vorhaben wie ein neues Polizeigesetz sowie Reformen des Wahl- und Asylrechts durchsetzen. Besonders das Polizeigesetz wird kritisiert. Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Versammlungsfreiheit.
Auch wenn die Queen die Regierungserklärung verliest, bleibt sie stets unparteiisch. Zwar versuchte die Presse immer wieder zwischen den Zeilen politische Botschaften herauszulesen, doch das gilt als reine Spekulation. Im Jahr 2017 wurde beispielsweise gerätselt, ob die Queen mit einem blauen Hut, der an die EU-Fahne erinnerte, ihre Position im Brexit-Streit zum Ausdruck bringen wollte. (aeg/sda/dpa)