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Wieviel Geld die USA in den Wettlauf zum Mond tatsächlich investierten, weiss niemand so genau. Fakt ist: Es war viel. Sehr viel. 28 Milliarden Dollar sollen es gewesen sein, die zwischen 1960 und 1973 in die Apollo-Missionen geflossen sind, umgemünzt auf heute sind das etwa 288 Milliarden Dollar. Die Zahl ist riesig, die gesamten Staatsausgaben der USA 2017 waren rund 4 Billionen US-Dollar. Doch damals herrschte der Kalte Krieg – und die Vorherrschaft über den Weltraum war nun einmal Teil davon. Auch die AR liess sich seinerzeit vom Enthusiasmus anstecken und porträtierte die Entwicklung des Mondfahrzeuges in der Katalog-Nummer 1971. «Für das interessanteste Auto des Modelljahres 1971 zahlt die amerikanische Regierung den Herstellern nur 19 Millionen Dollar. Die Lancierung eines neuen Automodells ist oft teurer», schrieb die AR damals. Heute wären das etwa 122 Millionen Dollar. Und weiter: «Dafür haben sie aber eine einzigartige Genugtuung. Mitte Juli werden sie auf den Mond zeigen können und sagen: ‹Eines unserer neuen Modelle fährt jetzt auch da oben.›»
Als US-Präsident John F. Kennedy 1961 an der Rice University seine historische «Not because they are easy, but because they are hard»-Rede hielt, wusste noch niemand, ob es jemals ein Mondfahrzeug geben würde. In den folgenden Jahren reichten Dutzende Firmen ihre Vorschläge und Entwürfe ein: Das Weltall war die Zukunft. Aber erst am 11. Juli 1969, wenige Tage, bevor Neil Armstrong als erster Mensch einen Fuss auf den Mond setzte, schrieb die Nasa den Auftrag für ein Mondfahrzeug offiziell aus – «mit wissenschaftlichem Elan und bürokratischer Langsamkeit», wie die AR kommentierte.
Unter den vier Firmen, die sich bewarben, war bloss ein Autohersteller: Chrysler. Der Zuschlag ging schliesslich an Boeing, das im November 1970 den 1-G Trainer präsentierte, ein Übungsfahrzeug, angepasst an die Schwerkraft auf der Erde und deshalb aus robusten Metallteilen, mit Gummireifen statt der leichten Drahtgeflechte und mit Nickel-Cadmium- statt Silber-Zink-Batterie. Das tatsächliche Lunar Roving Vehicle (LRV) konnte auf der Erde gar nicht getestet werden.
Vier Radnabenmotoren beschleunigten das LRV auf maximal 15 km/h, gespiesen wurden sie aus zwei 36-Volt-Silber-Zink-Batterien, eine teure Zellchemie mit hoher Leistungsdichte und geringer Selbstentladung – aber schlechter Lebensdauer. Um auf der stark gekrümmten Mondoberfläche wieder zurück zur Mondlandefähre zu finden, war sogar ein Navi mit an Bord – mit Gyroskop «und Computer», der aus den Raddrehzahlen und dem Gyroskopsignal den Weg zurück zur Landefähre errechnete.
«Noch ist das erste LRV nicht auf dem Mond, schon arbeiten Ingenieure am Entwurf des Mars Roving Vehicle. Ob man es je bauen wird, weiss niemand», schrieb die AR damals. Im Katalog 2024 werden wir – vielleicht – über den Mars Rover von Space X berichten können. λ
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