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Geschichtlicher Abriss
Überblick über die Geschichte
In der Römerzeit ist Baden unter dem Namen «Aquae Helveticae» bekannt. Wegen der heissen Quellen wird der Ort schon damals vor allem aus dem nahen Vindonissa (Windisch) gerne besucht. Die römische Unterstadt, die Thermalbäder und die Oberstadt mit den Wohnungen, dem Handel und Handwerk werden auf dem Haselfeld durch zahlreiche Ausgrabungen lokalisiert. Vermutlich beginnt der Aufbau etwa um 17 n. Chr.
9. Jahrhundert
Um 850 Bau der karolingischen Saalkirche auf dem Areal der heutigen katholischen Kirche.
11./12. Jahrhundert
Entstehung der Burg- und Wehranlage Stein, die im Besitze namhafter Geschlechter
wie der Nellenburger, Lenzburger und im 13. Jahrhundert der Habsburger war.
13. Jahrhundert
Durch den Bau der Holzbrücke entwickelt sich Baden zum Verkehrsknotenpunkt. Unter der Herrschaft der Habsburger erhält Baden das Stadtrecht. Die Entstehung des Städtchen Badens entsteht auf dem Gebiet der oberen Altstadt.
14. Jahrhundert
Auch die untere Halde wird ausgebaut. Die meisten Wohnhäuser sind noch Holzhäuser, die nach und nach Steinhäusern weichen. Mit den Steinhäusern entsteht der Brauch, den Häusern Namen zu geben. Diese Orientierungshilfe hält sich für die nächsten Jahrhunderte.
15. Jahrhundert
1415 gelangt Baden als Untertanengebiet an die Eidgenossenschaft und das Schloss Stein wird zerstört. Der Übergang Badens von den Habsburgern an die Eidgenossen ändert nur den politischen Status, nicht aber die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnisse. Die Blüte, die Baden schon zwischen 1200 und 1400 entwickelt hatte, entfaltet sich weiter.
Neu hinzu kommen die Tagsatzungen, das heisst die jährlichen mehrwöchigen Zusammenkünfte der 8, später der 13 eidgenössischen Stände. Die Tagsatzungen sind etwa vergleichbar mit unserem heutigen Ständerat, die zudem die Anwesenheit ausländischer Gesandter nach sich zogen.
16./17. Jahrhundert
Diese beiden Jahrhunderte gehören immer noch zum «Goldenen Zeitalter» Badens (1415—1712). 1526 ist die erste öffentliche Glaubensdisputation zwischen Katholiken und Reformierten. Die Bürger von Baden entscheiden sich für den alten Glauben. Zum Entsetzen der Reformierten Orte wird die Burg Stein neu aufgebaut. In dieser Zeit, bis ungefähr 1700, werden in ausführlichen Berichten die Badenfahrten von Zürcher Bürgermeistern geschildert. In diesen beiden Jahrhunderten müssen auch Schattenseiten überwunden werden. 1546 und 1626 gibt es zwei grosse Pestepidemien, in denen viele Todesfälle zu beklagen sind.
18. Jahrhundert
1712 ist Badens Katastrophenjahr. Im 2. Villmergerkrieg unterliegen die Katholiken den Reformierten. Baden wird von Bern und Zürich belagert und Schloss wie Stadtbefestigung werden geschleift. Baden dient nicht mehr oder nur noch sporadisch als Tagsatzungsort und muss schliesslich auch noch die Kriegswirren der Französischen Revolution und Napoleons über sich ergehen lassen. Die Stadt erholt sich das ganze 18. Jahrhundert nicht mehr davon.
Ein anderer Krieg verhalf Baden indes zu seinem grössten Auftritt auf der internationalen Bühne: Hier fand 1714 der dritte und letzte Friedenskongress zum Spanischen Erbfolgekrieg statt. Der Friede von Baden klärte zahlreiche Streitpunkte kleinerer Fürsten- und Herrscherhäuser. Während der fünfmonatigen Verhandlungszeit logierten über 60 Delegationen aus ganz Europa in Baden und brachten viel Geld und Glanz in die Stadt an der Limmat.
19. Jahrhundert
Nach der Gründung des eidgenössischen Staatenbundes 1815 geht es auch mit Baden wieder aufwärts. Das ganze Kurgebiet wird erneuert und Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt die aufstrebende Industrialisierung insbesondere mit der 1891 erfolgten Gründung der Firma Brown Boveri & Cie.
1847 ist Baden Endpunkt der ersten schweizerischen Eisenbahnlinie Zürich—Baden (Spanischbrödlibahn).
20. Jahrhundert
Baden entwickelt sich als das Wirtschafts- und Handelszentrum einer Region, in der zahlreiche nationale und internationale Unternehmen zu Hause sind. Menschen aus über 80 Nationen leben hier, was der Stadt ein internationales Flair verleiht.
Bildung, Forschung und Entwicklung werden gross geschrieben.
21. Jahrhundert
Die Basler Architekten Diener & Diener entwerfen den golden schimmernden Power Tower, ein weiteres Stück Elektroindustrie im aufstrebenden Quartier Baden Nord. Das Engineering-Gebäude ist ein Musterbeispiel kontextuellen Bauens und beheimatet Geschäftseinheiten der internationalen Konzerne ABB und Alstom (ABB Areal, Bruggerstrasse 66—72). Einen Steinwurf vom Power Tower entfernt wandelten die Architekten Burkard Meyer, Baden, die Transformatorenhalle von Architekt Ronald Rohn ins Trafofzentrum um. Das Trafozentrum ist ein architektonisch faszinierendes Beispiel für die zukunftsgerichtete Umnutzung brachliegenden Industrieareals. Heute befinden sich hier fünf moderne Kinosäle, die mit den aktuellsten Streifen ein breites Publikum anziehen, und die Trafohalle mit dem vielseitig nutzbaren Saal und herausragender Akustik, die jeden Anlass zum Erlebnis werden lässt.