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Im Gegensatz zum Vorjahr, als er das Leadertrikot nach einem Tag bereits wieder abgeben musste, kam Stefan Küng am Sonntag in seiner engeren Heimat vor allem wegen des prächtigen Sommerwetters ins Schwitzen. Ansonsten hatte der 24-jährige Ostschweizer das Geschehen auf den 155 km auch dank der Unterstützung seiner Teamkollegen von BMC gut im Griff. Küng hielt sich im hektischen Etappen-Finale stets in den vordersten Positionen auf. Unterwegs gewann er bei einem Zwischensprint noch drei Sekunden Bonifikation, "damit sicherte ich das Gelbe Trikot ab. Danach war der Plan, dass Greg van Avermaet für uns die Etappe gewinnen soll", so Küng.
Während sich die Hoffnungen auf den Tagessieg klar zerschlugen - Olympiasieger Van Avermaet wurde nur Achter -, ist Küng zuversichtlich, das Leadertrikot auch am Montagabend noch zu haben: "Ich fühle mich wirklich gut und geriet heute nie in Schwierigkeiten." Der BMC-Profi hat sich die 3. Etappe, die im aargauischen Gansingen endet, im Training schon einmal angeschaut, was sicher kein Nachteil sein wird. Die Anstiege seien etwas länger, aber auch etwas weniger steil als in Frauenfeld, so der Gesamtführende. "Ich erwarte ein ähnliches Rennen wie heute, das heisst, dass es über die Hügel schnell gemacht wird, um eine Selektion herbeiführen."
Peter Sagan nutzte in der 82. Tour de Suisse gleich die erstbeste Gelegenheit, um seinen Rekord an Tagessiegen in der Schweiz weiter auszubauen. Bei 16 gewonnenen Etappen ist er nach dem Triumph in Frauenfeld angelangt. Seit 2011 hat der 28-jährige Slowake im Rahmen der Landesrundfahrt jedes Jahr mindestens einen Sieg herausgefahren. Sein Schweizer "Verfolger"-Trio - Ferdy Kübler, Hugo Koblet und Fabian Cancellara - steht bei jeweils elf Erfolgen.
Auf dem "schönen Circuit" (Sagan) in Frauenfeld, der viermal zu befahren war, setzte sich der dreifache Weltmeister souverän durch, indem er auf den letzten 100 Metern an Fernando Gaviria vorbeizog. Der Kolumbianer hatte den Sprint etwas zu früh begonnen. "Ich konzentrierte mich im Finale auf Gaviria und Michael Matthews. Gaviria lancierte den Sprint wohl fast 400 Meter vor der Ziellinie. Ich fand das weit weg, aber gleichzeitig hatte ich auch Mühe, ihm zu folgen. Zum Glück herrschte leichter Gegenwind."
(sda)