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Ist Ihr geliebtes Haustier - sagen wir - etwas aus dem Leim gegangen? Mit diesem Problem sind Sie nicht alleine. In der Schweiz sind gemäss einer Recherche von «Pro Tier» 15 Prozent der Haustiere betroffen. Eine Studie aus dem Üppigland Amerika aber hat ermittelt, dass die erschreckend hohe Zahl von 53 Prozent der Katzen und 55 Prozent der Hunde zu dick oder adipös ist. Die Gesellschaft zur Verhinderung dicker Haustiere (Association for Pet Obesity Prevention, kurz APOP) hat für ihre vierte Studie zu diesem Thema Tierkliniken im ganzen Land befragt. Die Resultate zeigen einen eindeutigen Trend in die falsche Richtung.
«Die Daten von 2012 lassen vermuten, dass unsere Haustiere immer fetter werden», schreibt APOP-Gründer Dr. Ernie Ward in einer Medienmitteilung. «Wir haben eine grössere Anzahl dicker Hunde und Katzen gezählt als je zuvor.»
Seit 2007 werden in den USA die Zahlen ermittelt. Sie zeigen stetig nach oben. Als adipös gilt ein Haustier, wenn sein Gewicht 30 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Bei den Katzen lag die Zunahme zwischen 2007 und 2010 bei drei Prozent. Bei den Hunden zeigt sich eine viel dramatischere Zunahme. Innerhalb derselben drei Jahre verdoppelte sich die Anzahl übergewichtiger Hunde von zehn auf 20 Prozent.
Etwas entspannter präsentiert sich die Lage in Kanada. Aber die schliessen im Gegensatz zu den Amerikanern auch ihre Haustüren nicht ab, wie wir seit dem Dok-Film von Michael Moore wissen. Gemäss der Canadian Veterinary Medical Association waren 2005 35 Prozent der Haustiere zu dick. Interessanterweise stimmt diese Zahl exakt mit der Zahl der übergewichtigen Menschen in Kanada überein. Ein erstes Fazit lässt sich ziehen: Ist der Tierbesitzer faul und träge, ist das Haustier mitgefangen.
Wie Menschen haben auch dicke Haustiere ein höheres Risiko, herzkrank zu werden, an Diabetes, Osteoporose, Niereninsuffizienz zu erkranken oder an Magenproblemen, hohem Blutdruck oder Atemnot zu leiden. Eine durchdachte Ernährung kann das Leben der Haustiere verlängern. Gemäss einer Studie, die 2002 im Journal of the American Veterinary Medical Association veröffentlicht wurde, lebten jene Hunde länger und erlitten später chronische Krankheiten, denen 25 Prozent weniger verfuttert wurde als die Hunde der Vergleichsgruppe, die die überliche (überdimensionierte) Ration erhielten.
Möchten Sie, dass Ihre fette Katze oder ihr mopliger Hund einige Kilos verliert? Meistens liege die Gewichtszunahme an der unheiligen Allianz von zu viel Essen und zu wenig Bewegung. Das tönt auch für uns Menschen vertraut. Strategien, um abzunehmen, sind für Mensch und Tier eigentlich die gleichen.
Regelmässiges Training halten nicht nur Sie und Ihr Haustier fit, sondern schweisst Sie auch zusammen und macht im besten Fall auch noch Spass. Wieviel Training ist nötig? Gemäss der Canadian Veterinary Association sind zwei tägliche zügige Spaziergänge von 15 bis 20 Minuten das Minimum. Mit Katzen muss man sollte man mindestens zweimal täglich 15 Minuten spielen. 30 Minuten vor und nach der Anstrengung dürfen auch Hund und Katz nichts essen.
Diese Tips und Tricks können Sie anwenden:
Beginnen Sie langsam. Auch Tier müssen zuerst ihre Kondition aufbauen. Wenn sie übergewichtig sind, sowieso. Extrakilos belasten Gelenke, Muskeln, Kreislauf und Atemwege. Wenn Sie ganz sicher sein wollen, lassen Sie Ihr Haustier vom Tierarzt untersuchen und lassen sich von ihm ein Fitnessprogramm für Hund und Mensch verschreiben.
Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Ihren Hund mit dem Velo begleiten. Man geht immer davon aus, dass Hunde zum Rennen geboren sind. Das stimmt aber nur, wenn die Physis des Hundes in Ordnung ist. Viele Menschen können im Flachen ohne grosse Anstrengung kilometerweit Velo fahren, rennen könnten sie dieselbe Strecke aber nicht. Beobachten Sie deshalb auch Ihren Hund auf Zeichen von Erschöpfung und keuchenden Atem. Halten Sie wenn nötig an. Im Sommer ist auch die Gefahr eines Hitzeschlags gross. Schauen Sie, dass Ihr Hund nicht zu lange auf sehr hartem Untergrund oder heissem Teer rennen muss.
Spielen Sie mit Ihrem Hund im Wasser. Stöcklein werfen und apportieren lassen ist für Mensch und Tier ein grosser Spass. Es gibt allerdings auch Hunde, die Angst vor Wasser haben und gar ertrinken könnten. Ziehen Sie ihm eine Schwimmweste an, vor allem, wenn Sie mit dem Boot rausfahren.
Spielen Sie mit Ihrem Hund zuhause, im Garten oder in einem Park. Halten Sie Ihren Hund auf trag. Sorgen Sie für Aktivität. Ihrer Katze kaufen Sie am besten einen Baum oder jagen sie auf einen Baum. Hauptsache sie bleibt in Bewegung.- Ändern Sie Ihr Belohnungssystem. Er soll nicht ein Frolic bekommen, weil er Ihnen die Schnauze aufs Knie legt und besonders treuherzig schaut. Das schadet nur. Geben Sie eine Belohnung, wenn er das Stöcklein zurückbringt. Leistung gegen Belohnung.
Setzen Sie Ihr Haustier auf Diät. Wenn Sie sehen, dass es zunimmt, dürfen Sie nicht mehr gleichviel füttern. Auch wenn es hart ist. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt darüber, falls er Ihren Hund oder Ihre Katze schon kennt.
Geben Sie nichts von Ihrem Essen. Das macht Haustiere dick und verleitet sie zum Betteln. Ausserdem lassen sie ihren eigenen Futternapf stehen, weil es spannender ist, Häppchen zugeworfen zu bekommen.- Geben Sie viel kleinere Portionen, dafür häufiger. Der Metabolismus wird dadurch angeregt und mehr Kalorien verbrannt.