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Am Sonntag, den 25. September 2022, ereignete sich um 08:18 Uhr Ortszeit ein Erdbeben bei Vallorcine (F) nahe der Schweizer Grenze mit einer Magnitude 3.7 und einer Tiefe von ca. 6 km.
Das Erdbeben wurde in der Schweiz vor allem in der Region Martigny deutlich verspürt, vereinzelt auch in anderen Ortschaften des Rhonetals und der südlichen Seitentäler. Beim SED gingen in der Stunde nach dem Beben rund 100 Verspürtmeldungen ein. Bei einem Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten.
In der Region von Vallorcine kommt es immer wieder zu Erdbeben, davon fast jedes Jahr auch spürbare. Die grössten Beben der letzten Jahre waren am 8. Sept. 2005 (Magnitude 4.9) und am 23. Juni 2020 (Magnitude 3.8).
19.09.2022
Seismometer erfasst erstmals Meteoriteneinschläge auf dem Mars
Meteoriten schlagen auf dem Mars häufig auf und bilden eine markante Kraterlandschaft. Dies deshalb, weil der rote Planet anders als die Erde nur eine dünne Atmosphäre besitzt und näher am Asteroidengürtel unseres Sonnensystems liegt. Nun gelang es Forschenden unter Beteiligung des Marsbebendienstes und der ETH Zürich im Rahmen der NASA InSight Mission, die Einschläge von vier Meteoriten mit dem Seismometer der Raumsonde zu erfassen. Es handelt sich dabei um die ersten Messungen von Bodenerschütterungen durch solche Einschläge auf den Mars.
Ausschlaggebend für die Entdeckung war ein Meteorit, der die Marsatmosphäre am 5. September 2021 durchdrang. Dabei spaltete er sich in mindestens drei Teile, die beim Einschlag auf die Marsoberfläche Krater hinterliessen. Die Krater liegen im Gebiet des Elysium Planitia, wie ein Erkundungsflug des NASA Mars Reconnaissance Orbiter bestätigte, etwa 100 km von der InSight-Station entfernt. Die drei Einschläge und die davon ausgehenden Druckwellen erzeugten Erschütterungen, die klar in den seismischen Daten zu erkennen sind. Die Forschenden analysierten deshalb erneut frühere seismische Aufzeichnungen und entdeckten dabei drei weitere Meteoriteneinschläge. Sie vermuten, dass sich in der Vergangenheit weitere Einschläge ereignet haben, die allerdings im Hintergrundrauschen der seismischen Signale verborgen bleiben. Auslöser für dieses Rauschen sind starke Winde und saisonale Änderungen der Atmosphäre.
Meteoriteneinschläge auf die Marsoberfläche verraten viel über die Geschichte des roten Planten. Indem man nachvollziehen kann, wie oft Krater von verschiedener Grösse entstehen, lässt sich rückblickend ermitteln, wie und über welchen Zeitraum sich die heutige Marsoberfläche geformt hat. Zusammen mit Satellitenaufnahmen lässt sich zudem die Flugbahn eines Meteoriten und die Grösse der ausgelösten Schockwelle rekonstruieren. Die gewonnen Erkenntnisse sind in einem kürzlich erschienen Artikel in «Nature Geoscience» beschrieben.
10.09.2022
Erdbeben der Magnitude 4.7 im Elsass in weiten Teilen der Schweiz deutlich verspürt
Am späten Samstagnachmittag des 10. September 2022 hat sich um 17:58 Uhr im Elsass, in der Nähe der Ortschaft Sierentz (F) etwa 15 km nördlich von Basel, ein Erdbeben der Magnitude 4.7 ereignet. Das Beben fand in einer Tiefe von ca. 12 km statt. Leichte Schäden sind bei einem Erdbeben dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums möglich. Die Erschütterungen des Bebens waren in der gesamten Nordschweiz deutlich zu spüren. In der ersten Stunde nach dem Beben sind beim Schweizerischen Erdbebendienst an der ETH Zürich tausende Meldungen aus der Bevölkerung eingegangen. Die Webseiten des SED waren zum Teil überlastet. Eingereichte Verspürtmeldungen können wir auswerten, auch wenn beim Absenden eine Fehlermeldung angezeigt wurde, wie von einigen Nutzer und Nutzerinnen berichtet wurde.
Rund zehn Minuten nach dem Hauptstoss, um 18:07 (Lokalzeit), ereignete sich bereits ein erstes Nachbeben mit einer Magnitude von 2.8, das in der Nähe des Epizentrums ebenfalls verspürt werden konnte. Die Beben stehen in tektonischem Zusammenhang mit dem seismisch aktiven Rheingraben, der sich zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald in nord-südlicher Richtung erstreckt. Erdbeben sind in dieser Region nichts Aussergewöhnliches, wobei ein Beben dieser Magnitude in dieser Region nur etwa alle zehn bis zwanzig Jahre auftritt. In der Region Sierentz (F) hat es im Jahr 1980 eine Sequenz von Erdbeben gegeben, das Stärkste hatte eine Magnitude von 4.4.
Es ist wahrscheinlich, dass sich in den nächsten Stunden und Tagen weitere, möglicherweise auch spürbare Nachbeben ereignen werden. Nach jedem Erdbeben besteht zudem eine kleine Wahrscheinlichkeit von 3 bis 5 Prozent, dass sich ein Beben mit einer ähnlich grossen oder gar grösseren Magnitude ereignet. Zwischen den beiden Erdbeben, die sich am Samstagmorgen im Wallis ereignet haben und vereinzelt auch verspürt wurden, und den Beben im Elsass besteht unserer Einschätzung nach keine Verbindung.
07.09.2022
Verspürtes Nachbeben bei Triesenberg (FL)
Am Mittwoch, 7. September 2022, hat sich um 12:23 Uhr (Lokalzeit) bei Triesenberg (FL) südöstlich von Vaduz in einer relativ geringen Tiefe von ungefähr 2 km ein Erdbeben der Magnitude 2.4 ereignet. Bei diesem Erdbeben handelt es sich um ein weiteres verspürtes Nachbeben des Hauptbebens mit einer Magnitude von 3.9, das sich am 1. September 2022 am gleichen Ort ereignet hat (siehe Aktuellbeitrag vom 01.09.2022). Beim Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich gingen zum bisher stärksten Nachbeben vom 7. September mehr als 100 Verspürtmeldungen aus der nahen Umgebung ein, mehrheitlich aus den Orten Vaduz, Triesenberg und Triesen. Bei einem Erdbeben dieser Stärke sind in der Regel keine Schäden zu erwarten.
Solche Nachbeben sind keine Seltenheit. Aufgrund dessen werden vom Schweizerischen Erdbebendienst nach einem breit verspürten Beben oft mobile Nachbebenstationen in der Nähe des Hauptbebens installiert. Diese Messinstrumente erlauben es, aktuelle Erdbebensequenzen besser zu erfassen und wissenschaftlich zu untersuchen. Im Bild oben sieht man die Nachbebenstation beim Berggasthaus Sücka sowie die registrierte Bodengeschwindigkeit, welche dieses Nachbeben verursacht hat.
Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zu erwartenden Schäden mit relativ einfachen Mitteln zu verringern. Informieren Sie sich über das empfohlene Verhalten vor, während und nach einem starken Erdbeben.
In der Schweiz ereignen sich zwischen 1'000 und 1'500 Erdbeben pro Jahr. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden etwa 10 bis 20 Beben jährlich. Diese weisen in der Regel Magnituden von 2.5 oder mehr auf. Im langjährigen Durchschnitt ereignen sich 23 Beben pro Jahr mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser. Erfahren Sie mehr über die Naturgefahren mit dem grössten Schadenspotential in der Schweiz.
Erdbeben sind die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotential der Schweiz. Sie lassen sich bisher weder verlässlich vorhersagen noch verhindern. Dank intensiver Forschung ist aber mittlerweile viel darüber bekannt, wie oft und wie stark die Erde an bestimmten Orten in Zukunft beben könnte. Erkunden Sie in unserem interaktiven Webtool anhand unterschiedlicher Karten, wie wahrscheinlich bestimmte Erdbeben in der Schweiz sind.
Wir werden oft gefragt, was die Mitarbeitenden des SED machen, wenn es nicht gerade bebt. Die Antwort lautet: Sie forschen. Woran, beleuchten verschiedene Forschungsfelder, die zentrale wissenschaftliche Aktivitäten des SED kurz und bündig beschreiben.
Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens informiert der SED die Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind in das eidgenössische Massnahmenprogramm Erdbebenvorsorge eingebunden.
10 bis 20-mal pro Jahr spürt, hört oder liest man, dass sich in der Schweiz Erdbeben ereignen. Die meisten Beben, die der Erdbebendienst jährlich aufzeichnet, bleiben aber von der Bevölkerung unbemerkt. Sie liegen unter der Spürbarkeitsgrenze und können nur mit sensiblen Messgeräten erfasst werden. Der Schweizerische Erdbebendienst betreibt ein Messnetz mit über 200 seismischen Stationen über die ganze Schweiz verteilt.