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MobileWorld wurde 2004 von fünf Leuten gegründet. Ursprünglich fokussierte sich das Unternehmen auf die Reparatur und den Vertrieb von Mobiltelefonen. Zwei ihrer Geschäftsketten, Gioi Di Dong und Dien may XANH gehören heute zu Vietnams erstklassigen Elektronik-Detailhändlern. Beide erleben weiterhin ein rasches Wachstum.
MobileWorld hat eine erfolgreiche Transformation durchgemacht: von einer altmodischen Verkaufsstruktur zu einem integrierten Modell, welches die Kundererfahrung und -zufriedenheit in den Mittelpunkt stellt.
Seit Ende der 1980er Jahre befindet sich Vietnam aufgrund der Regierungsreform Doi Moi (offene Tür) im Übergang von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft. Davor gab es keine privaten Unternehmen in Vietnam, die Wirtschaft war geprägt von tiefer Arbeitsproduktivität, Arbeitslosigkeit und einem Mangel an Nahrungsmitteln und Konsumgütern.
Vietnams Wirtschaft hat heute eine der höchsten Wachstumsraten der Welt, allerdings ausgehend von einem sehr tiefen Niveau. Noch immer tragen Staatsbetriebe rund 40% zum BNP bei. Vietnams Wirtschaftswachstum basiert auf der Entwicklung des Privatsektors und speziell der KMU. Um dieses Wachstum fortzusetzen, müssen die vietnamesischen Unternehmen die Wertschöpfungskette hinaufklettern und ihre Produktivität steigern.
Der Privatsektor sieht sich vor allem folgenden Herausforderungen gegenüber: Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskapazität, Technologietransfer, Kompetenzen der Mitarbeitenden, Marktzugang.
Der limitierte Zugang zu Kapital ist eines der Haupthindernisse beim Wachstum des Privatsektors. Das Land befindet sich immer noch in einer Übergangsphase. Es kann Investoren noch keinen Rechtsrahmen und Sicherheiten geben, welche diese erwarten. Während Investoren durch die Marktmöglichkeiten, die zahlreichen Arbeitskräfte und die vielen natürlichen Ressourcen angezogen werden, schreckt sie die mangelhafte Corporate Governance der KMU oft ab.
Die Einkommensschere zwischen Stadt und Land hat sich seit Doi Moi vergrössert, da vor allem Ho Chin Minh Stadt und seine Umgebung von den Investitionen und der Transformation profitiert haben. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung wohnen aber in ländlichen Gebieten und fast 20% leben unter der nationalen Armutsgrenze. Arbeitsmöglichkeiten werden immer dringender ausserhalb der Zentren gebraucht. Es ist deshalb wichtig, Arbeitsplätze zu schaffen, um die Arbeitsbevölkerung, welche jedes Jahr um eine Million zunimmt, zu absorbieren.
Um ihr Potential zu steigern, brauchen vietnamesische Start-ups und KMU Unterstützung und Ausbildung. Geld allein genügt oft nicht, um das Wachstum einer Firma zu fördern. Unterstützung in Form von Beratung und Anleitung ist zwingend für das kontinuierliche Wachstum und die Stabilität dieser aufstrebenden Unternehmen.
Entwicklungseffekte im Überblick
Die Investition von Mekong Capital in MobileWorld führte dazu, dass das Unternehmen, welches als kleines Startup begann, zum grössten Händler von Mobilgeräten in Vietnam wurde. Der Marktanteil des Unternehmens am Verkauf von Mobiltelefonen und Tablets beträgt rund 30%. Die bedeutenden Zusatzleistungen von Mekong Capital waren entscheidend für diesen Erfolg: Sie stellte ihre Netzwerke zur Verfügung, baute Kompetenzen auf, vermittelte Wissen und unterstützte die Firma bei der Corporate Governance und dem Finanzreporting.
MobileWorld verfügte anfangs 2016 landesweit über 593 Gioi Di Dong Filialen sowie über den entsprechenden Online-Laden. Zusätzlich hat MobileWorld zwei zusätzliche Marken lanciert: Im Jahr 2010 Dien may XANH und 2015 Bach hoa XANH. Dien may XANH expandierte in den Bereich Unterhaltungselektronik und Haushaltgeräte, Bach hoa XANH ist eine neue Art von Mini-Supermarkt. Im Januar 2016 verfügten die beiden über 86 respektive 14 Filialen. MobileWorld’s Filialen befinden sich in allen 63 Provinzen von Vietnam und schaffen Arbeitsplätze in Regionen, wo Arbeitsmöglichkeiten und Investitionen dringend benötigt werden. 2015 stellte MobileWorld langfristige Arbeitsplätze für fast 10'000 Vietnamesinnen und Vietnamesen zur Verfügung.
Die effiziente Geschäftsinfrastruktur und das standardisierte Verkaufsmodell haben den Filialen erlaubt, nachhaltig zu wachsen und kompetitive Preise zu offerieren. Auf diese Weise hat MobileWorld dazu beigetragen, dass der Besitz von Mobiltelefonen und der Zugang zu aktuellen Technologien für eine wachsende Zahl von Vietnamesinnen und Vietnamesen möglich wurden.
MobileWorld hat von einem SIFEM-Darlehen für technische Assistenz profitiert, um seine Corporate Governance zu verbessern und Best Practice Standards bei all seinen Geschäftsaktivitäten einzuführen. Dies war möglich dank des Engagements eines international anerkannten Spezialisten auf dem Gebiet des Verkaufs von Unterhaltungselektronik, der sein Wissen vermittelte und MobileWorld unterstützte.
Zusammenarbeit mit Mekong Capital
SIFEM war ein aktiver Investor in Mekong Equity Funds I und II und ein langfristiger Partner des Teams von Mekong Capital seit deren Etablierung 2001. SIFEM will nicht nur Geld zur Verfügung stellen sondern auch Hilfe und Unterstützung gewähren, indem sie in den Aufsichttsgremien des Fonds mitarbeitet.
Das Ziel von Mekong ist es, einen zusätzlichen Nutzen für seine Beteiligungsfirmen zu generieren, indem es in der Industrie bewährte Verfahren für jeden Geschäftsaspekt einführt. Es unterstützt jede Beteiligungsfirma darin, seine Geschäftsstrategie nachhaltig zu realisieren.
Im Fall von MobileWorld arbeitete Mekong speziell daran, Geschäftsabläufe einzuführen, die sich anderweitig bewährt hatten, und die Corporate Governance zu verbessern. Vor der Investition wurde beispielsweise die Vorausberechnung des Inventars intuitiv gemacht und gemäss subjektiver Einschätzung und nicht systematisch. Mekongs Aufgabe zu Beginn war es, die Geschäftsprozesse zu systematisieren, indem beispielsweise ein detailliertes Management Reporting System eingeführt wurde. Mekong führte jährliche und monatliche Ziele ein, welche jetzt durch den Managementreport überprüft werden. Mekong half so den Unternehmensgründern, einen praktikablen Arbeitsplan auszuarbeiten, der messbare Meilensteine beinhaltete. Zusätzlich half Mekong MobileWorld, die benötigten erfahrenen Mitarbeitenden zu rekrutieren, damit die Firma nachhaltig wuchs und seine Vision und Ziele erreichte. Mekong trug dazu bei, dass der Produktemix und das Servicemodell erfolgreich verbessert werden konnten, was in diesem Markt speziell wichtig ist. Aufgrund von Empfehlungen von Kundenbefragungen verbesserte MobileWorld seine Dienstleistungen nach dem Verkauf. Beides ist nicht üblich in Vietnam. Dank der Unterstützung von Mekong gelang es MobileWorld, die altmodische Verkaufsstruktur in ein integriertes Verkaufsmodell umzubauen, was sofort zu einem Anstieg beim Verkauf und der Kundenzufriedenheit führte.
2013 erhielt Mekong Capital den „Private Equity International’s Operational Excellence Award” in der Kategorie “Asian small market Capitalization” aufgrund des Erfolgs von MobileWorld.
Technische Assistenz durch SIFEM
MobileWorld litt 2010-2012 an erheblichen Wachstumsproblemen, wobei sich die Corporate Governance als besonders reformbedürftig herausstellte. Mekong erkannte diese Schwachstelle und erarbeitete ein gezieltes Programm, um die Corporate Governance von MobileWorld zu stärken. Es engagierte Bob Willett, den ehemaligen CEO von BestBuy’s internationalem Geschäft (inkl. Carphone Warehouse) als Berater des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung. Dies wurde ermöglicht durch ein technisches Assistenz-Darlehen, welches vom SECO zugewiesen und verwaltet und von Obviam arrangiert wurde. Das SECO ermöglicht es mit der technischen Assistenz, SIFEM Investitionen zu unterstützen, die externes Expertenwissen und –ausbildung in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Einführung von Best Practice Standards, Arbeitsbedingungen sowie der Einführung von umweltfreundlichen Prozessen und Standards brauchen.
MobileWorld erarbeitete in Zusammenarbeit mit dem Berater kurz- und langfristige Geschäftsinitiativen mit einem Fokus auf Positionierungsstrategie, Lösungen bei der Lieferkette, Gestaltung der Filialen, Partner, Onlineverkäufe, Kundenfinanzierungen. Dies sind alles Bereiche, die vital waren für die Nachhaltigkeit des Unternehmens. Im Bereich der Corporate Governance waren die Verbesserung bei der Zusammensetzung und den Prozeduren des Verwaltungsrates wichtige Fortschritte. Die Überprüfung der Verwaltungskontrolle, die Einführung eines disziplinierten Reportingprozesses und ein professionelles Management der Arbeitskräfte waren weitere wichtige Meilensteine. Diese Interventionen haben die operationelle Effizienz signifikant verbessert. Dies zeigen auch die substanzielle Steigerung bei den Rückflüssen und beim Nettoprofit sowie der erleichterte Zugang zu Bankdarlehen und tieferen Zinsen. Diese Zusammenhänge wurden bei einer unabhängigen Evaluation der Corporate Governance Interventionen klar ersichtlich.
Daten per Januar 2016
Obviam hat sich um die Richtigkeit sämtlicher Angaben bemüht. Eine Fallstudie wird ermöglicht durch einen Besuch vor Ort durch ein Obviam-Team und/oder die Informationen, welche Obviam durch seine lokalen Partner zur Verfügung gestellt werden. Die Daten sind gültig per den veröffentlichten Zeitangaben.