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Die Hippie-Bewegung war in den späten 1960ern noch immer der Fashionlook in London, aber dieser war nicht die Inspiration für Vivienne Westwood und Malcolm McLaren; sie interessierten sich mehr für Rebellion und den Mode- und Musikstil sowie Erinnerungsstücke der 1950er. Vivienne schneiderte zunächst Klamotten im Teddy Boy-Style für McLaren, und 1971 eröffneten sie dann Let It Rock in der 430 Kings Road.
Im Jahr 1972 hatte sich das Interesse der Designerin Bikerklamotten, Reißverschlüssen und Leder zugewandt. Der Shop bekam ein neues Image, inklusive Totenkopf und gekreuzten Knochen, verpasst und in “Too Fast to Live, Too Young to Die” umbenannt. Westwood und McLaren begannen T-Shirts mit provokativen Sprüchen zu designen, was letztlich zu ihrer Verurteilung unter dem Obszönitätsgesetz führte. Ihre Reaktion? Eine erneute Umfirmierung des Shops und die Produktion von noch krasseren Bildern. 1974 hieß der Laden dann “Sex”, ein Geschäft “wie kein anderes in England zu dieser Zeit” und mit dem Slogan “Gummikleidung für’s Büro”.
1976 schoss “God Save the Queen” der von McLaren gemanagten Sex Pistols auf Platz 1 der Charts und bekam vom BBC die Sendezeit verweigert. Der Shop eröffnete als “Seditionaires” neu und transformierte die Riemen und Reißverschlüsse des sexuellen Fetischismus in Mode und inspirierte eine Do It Yourself-Ästhetik. Die Medien nannten es Punk Rock.
Die Pirate Collection 1981 war Westwoods und McLarens erste Laufstegschau. Sie bot einen romantischen Look, der in die Londoner Modeszene hineinstürzte und sicherte der Kollektion ihren Platz in der Geschichte.
Während dieser Zeit waren Viviennes Helden nicht mehr Punks und Gassenjungen, sondern ‘Tatergirls’, die Kleider trugen welche die Upper Class parodierten. Eine zufällige Begegnung inspirierte eine ihrer wichtigsten und einflussreichsten Kollektionen: die Harris Tweed Kollektion aus der Saison Herbst/Winter 1987.
Westwood legte den Historismus beiseite, kehrte zu einem wieder mehr asexuellen Schnitt zurück und erforschte die natürliche Dynamik von Stoffen, indem sie sie wie eine lebendige Masse behandelte.