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Korallen aus Rotem Meer bestehen Hitze-Test
Galinka/Shutterstock.com
Korallenriffe befinden sich weltweit in einem katastrophalen Zustand. Dies ist zum Teil auf die steigenden Wassertemperaturen zurückzuführen, die massive Korallenbleichen und -sterben verursachen. So werden wohl viele der bizarren Unterwasserwunder bis zum Ende dieses Jahrhunderts verschwinden.
Forschende der ETH Lausanne (EPFL) berichten nun jedoch im Fachmagazin «PNAS» von einer guten Nachricht für die Korallen im Roten Meer, im Golf von Aqaba: Die Korallen und ihre winzigen Verbündeten widerstehen Temperaturen, die durchschnittlich fünf Grad höher sind als die 27 Grad, an die sie sich angepasst haben. Bis zum Ende des Jahrhunderts dürfte das Rote Meer diese Schwelle nicht überschreiten, wie die EPFL am Montag in einer Mitteilung schrieb.
Die Forschenden um den Erstautor Romain Savary führten einen Hitzetest mit den Korallen durch: Sie setzten sie Wassertemperaturen von 29,5 Grad, 32 Grad und 34,5 Grad für Stunden und Tage aus. «Wir konnten beobachten, dass sich die Korallen und ihre Symbiosepartner sowohl von kurzen als auch von langen Hitzeperioden bis zu 32 Grad ohne Folgeschäden erholen konnten», erläutert Savary.
Allerdings deuteten die Ergebnisse darauf hin, dass bei 34,5 Grad eine tödliche Temperaturschwelle überschritten wurde.
Künstliche Wiederbesiedlung kaum umsetzbar
Auf der Grundlage von Erbgutanalysen nach den Hitzetests gelang es den Forschenden, das genetische Geheimnis der resistenten Korallen zu entschlüsseln. Allerdings liegt den «Superkorallen» demnach eine komplexe und breitgefächerte Genexpression zugrunde. Das dämpft die Hoffnung, weniger resistente Korallen genetisch zu manipulieren und gezielt hitzebeständiger zu machen.
Auch dass etwa das Great Barrier Reef mit Korallen aus dem Roten Meer zu retten wäre, ist gemäss den Forschenden kaum denkbar. Denn das Korallenriff ist riesig, sodass eine künstliche Besiedlung nicht realistisch ist. Und: «Korallen sind extrem abhängig von ihrer Umgebung und können sich in der Regel nur nach einer langen Zeit der natürlichen Besiedlung an anderer Stelle anpassen», sagt Anders Meibom, ebenfalls von der EPFL.