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In meiner künstlerischen Praxis arbeite ich mit klangbasierten Praktiken und gemeinsamem Zuhören. In verschiedenen Kontexten, Kollaborationen und Räumen untersuche ich die politischen und ethischen Möglichkeiten des aktiven Zuhörens und wie dieses als feministisches, dekoloniales und achtsames Werkzeug eingesetzt werden kann. Meine performativen und installativen Arbeiten kreisen um Fragen des Gemeinsamen, der Kollaboration, der Auflösung von Autor:innenschaft, der Herausforderung der Selbstprekarisierung sowie die der Beziehung zwischen individueller Wahrnehmung und kollektiver Dynamik. Dabei interessieren mich die verschiedenen Modi des (Zu-)Hörens und inwiefern sich diese in gesellschaftspolitische Kontexte verorten.
Meine häufig immersiven, raumgreifenden Klanginstallationen versuchen meist einen Ort zu schaffen, wo ein gemeinsames Zuhören und Verhandeln möglich wird und an dem verschiedene Ökonomien des Hörbaren erprobt werden. Nebst den Interessen an kollaborativen Prozessen oder Formen des kollektiven Kreierens, geht es mir v.a. darum, Aspekte des Wahrnehmbaren nach ihren Grenzen zu befragen und diese mittels psychoakustischer Phänomene neu zu verorten. Diese Praxis folgt einem Anliegen ein polyphoneres Zuhören zu etablieren, das Beziehungen und Ko-Existenzen ermöglicht, die nicht durch die Klassifizierung, Bedeutung und Repräsentation des «Anderen» definiert sind. In der Polyphonie verflechten sich mehrere Melodien unabhängig voneinander. Sie ist der Ort, an dem mehrere Stimmen nebeneinander existieren und in Beziehung treten. Manchmal chaotisch und dissonant, hinterfragt sie die Harmonie und zwingt nicht nur mich, sondern auch das Publikum genauer hinzuhören.