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Architekt und Kunst-Mäzen Bruno Giacometti gestorben
Im Alter von 104 Jahren ist am Mittwoch der Architekt und Kunst-Mäzen Bruno Giacometti an seinem Wohnort in Zollikon (Zürich) gestorben. Dies teilten die Zürcher Kunstgesellschaft und die Alberto Giacometti-Stiftung mit.
Stampa. – Der jüngste Bruder des Bildhauers Alberto Giacometti kreierte zahlreiche öffentliche Bauten im In- und Ausland. Zu seinen bekanntesten Werken gehört der Schweizer Pavillon an der Kunstbiennale Venedig. Der Bau in der Nähe des Eingangs zu den Giardini entstand 1952 und beherbergt seither die offiziellen Beiträge der Schweiz an der wichtigen Kunstausstellung.
Mit seinem lichten Aussenraum und den grosszügigen Ausstellungsräumen bietet er den Künstlerinnen und Künstlern vielfältige Möglichkeiten. Geboren wurde Bruno Giacometti am 24. August 1907 in Stampa als Sohn des Malers Giovanni Giacometti und dessen Frau Annetta Giacometti. Er hatte eine Schwester, Ottilia, und zwei berühmte Brüder, den Bildhauer Alberto Giacometti und den Möbeldesigner Diego Giacometti.
Zürcher Hallenstadion mitgebaut
Anders als Alberto Giacometti und Diego Giacometti hatte Bruno Giacometti ein klares Berufsziel: Architekt. 1926 bis 1930 studierte er an der ETH Zürich und suchte schon früh an Wettbewerben den Erfolg. Als Mitarbeiter im Architekturbüro K. Egender in Zürich beteiligte er sich unter anderem am Bau des Hallenstadions in Zürich-Oerlikon und an Bauten der Landesausstellung von 1939.
Nebst Einfamilienhäusern und Wohnsiedlungen in den Kantonen Zürich und Graubünden erstellte Giacometti öffentliche Bauten: die Institute für Hygiene und Pharmakologie der Universität Zürich, die schweizerische Epilepsie-Klinik in Zürich, das Stadthaus Uster, das Bezirksspital Dielsdorf (Zürich), das Bündner Naturmuseum in Chur oder zwischen von 1945 bis 1950 die Schweizer Pavillons der Länder- und Gewerbeausstellungen in Paris und Mailand.
Eng mit Zürcher Kunsthaus verbunden
Eng verbunden war Bruno Giacometti mit dem Zürcher Kunsthaus, wo er zwischen 1953 und 1965 an der Gestaltung mehrerer Ausstellungen mitwirkte, und mit der im Kunsthaus beheimateten Alberto-Giacometti-Stiftung.
Dass das Werk Alberto Giacomettis im Kunsthaus vor einigen Jahren eigene Räume erhielt, ist wesentlich dem Engagement von Bruno Giacometti zu verdanken: Zusammen mit seiner Frau Odette Giacometti hatte er der Alberto-Giacometti-Stiftung im Hinblick auf die neuen Räume zwei grosse Werkgruppen (Skulpturen, Ölbilder, Zeichnungen) seines Bruders geschenkt. Eine weitere Schenkung umfasste 75 Originalgipse und 15 Bronzeplastiken.
1993 hat Bruno Giacometti vom Kanton Zürich die goldene Ehrenmedaille erhalten. 2006 honorierte die Stadt Zürich die Verdienste von Bruno Giacometti und Odette Giacometti. In Form der Heinrich-Wölfflin-Medaille überreichte sie dem Ehepaar einen mit 15 000 Franken dotierten Kunstvermittlerpreis. (sda)