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Die Penan
Die Penan
Bruno Manser lebte während seiner Zeit im Regenwald von Sarawak bei den Penan. Die Penan befinden sich seit über 30 Jahren in einem kontinuierlichen Kampf um das Überleben ihres Waldes und ihrer Lebensweise. Dabei setzen sie sich für ihr Recht an ihrem Land, die Akzeptanz ihrer Kultur sowie den Erhalt des Regenwalds ein.
Nomaden im Regenwald
Der malaysische Bundesstaat Sarawak auf der Insel Borneo ist eine der Regionen der Erde mit dem grössten biologischen Artenreichtum. Seine Regenwälder beheimaten eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren und eine reiche indigene Kultur, die über Jahrhunderte geprägt wurde. Rund die Hälfte der Bevölkerung sind nicht-muslimische Indigene, wobei die Iban die grösste Gruppe ausmachen. Die Penan und andere Völker aus dem Landesinnern wie die Kelabit, Kenyah oder Kayan bezeichnen sich auch kollektiv als Orang Ulu (Hochlandbewohnerinnen und -bewohner).
Die rund 10'000 Penan teilen sich in zwei Völker, die östlichen und die westlichen Penan. Der Bruno Manser Fonds arbeitet mehrheitlich mit den östlichen Penan (Penan Selungo), bei welchen Bruno Manser lebte. Sie sind in den Flussgebieten des Baram und des Limbang ganz im Norden von Sarawak zu finden.
Ursprünglich lebten die Penan als Nomadinnen und Nomaden im und vom Regenwald. Sie ernährten sich von der Jagd, dem Fischen und dem Sammeln von Früchten und Pflanzen. Das Grundnahrungsmittel der Penan ist Sago, ein stärkehaltiges Mehl aus dem Mark der Sagopalme, das zu Brei verarbeitet wird. Gejagt wird bis heute mit den typischen Blasrohren und Giftpfeilen, aber auch mit Gewehren. Als nomadisches Volk zogen die Penan weiter, sobald die Sagovorkommen an einem Standort erschöpft waren. Die Penan nutzen Rattan, Fasern einer wilden Palme, zum Flechten von Matten und Körben.
Die Lebensweise der Penan hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts durch äussere Einflüsse stark verändert. Die ursprünglich animistischen Penan wurden von Missionarinnen und Missionaren der australischen Borneo Evangelical Mission christianisiert und liessen sich taufen. In den letzten 50 Jahren haben sich sämtliche Penan-Gruppen sesshaft niedergelassen, wobei einige von ihnen teilnomadische Elemente ihrer traditionellen Kultur beibehalten haben.
Abholzung und Widerstand
Die beginnende Abholzung ihrer Regenwälder in den 1980er Jahren war ein grosser Einschnitt in die Lebensweise der Penan. Die Abholzung zerstört nicht nur die Natur, ihre Lebensgrundlage, sondern bedroht auch das Fortbestehen ihrer einzigartigen Regenwaldkultur. Die Geschichte und Identität des einst nomadischen Volks ist an sein Land und seine Wälder gebunden.
Mit Hilfe von Bruno Manser organisierten sich die Penan in den späten 1980er Jahren. Mittels Blockaden von Holzfällerstrassen versuchten sie das Vordringen der Holzkonzerne aufzuhalten. Mit ihrem Widerstand erhielten die Penan besonders in den 1990er Jahren viel internationale Aufmerksamkeit. Einige Primärregenwaldgebiet konnten so vor der Zerstörung bewahrt werden.
Heute kämpfen die Penan weiterhin gegen die Abholzung ihres Lebensraums. Neuerdings müssen sie sich auch gegen die Bedrohung durch Plantagen und Staudämme wehren. Der Bruno Manser Fonds unterstützt die Penan in ihren Bemühungen zur Bewahrung des Regenwaldes und ihrer Kultur. Die Projekte und Kampagnen geben Ihnen einen Eindruck von unserer Arbeit.