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ACCOR reagiert auf Kritik des Bruno Manser Fonds
Bild: Am 16. März 2009 besuchte eine ACCOR-Delegation den Bruno Manser Fonds in Basel. Von links nach rechts: BMF-Geschäftsleiter Lukas Straumann, Penanvertreterin Tello Abing, ACCOR-Gesandte Hélène Roques und Gilles Finchelstein (Copyright: BMF)
Drei Wochen nach Start einer Kampagne gegen ein umstrittenes Hotelprojekt im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf Borneo hat der Bruno Manser Fonds einen wichtigen Kampagnenerfolg erzielt. Die französische
ACCOR-Gruppe verlangt von ihrem malaysischen Partner die Einhaltung griffiger Sozialstandards und deutet an, dass sie sich andernfalls aus dem Projekt zurückziehen werde.
In seiner Kampagne griff der Bruno Manser Fonds die ACCOR-Gruppe wegen ihrer Kooperation mit dem malaysischen Tropenholzkonzern Interhill an. ACCOR, mit weltweit 150'000 Mitarbeitern Europas führender Hotelkonzern, realisiert zur Zeit mit Interhill das 4,5-Sterne-Hotel Novotel Interhill (388 Zimmer) in Sarawaks Hauptstadt Kuching.
Die Holzgesellschaft Interhill ist massgeblich für die Zerstörung der Lebensgrundlagen des indigenen Volks der Penan im tropischen Regenwald von Borneo verantwortlich. Wegen der Abholzung durch Interhill kämpfen verschiedene Penandörfer in Sarawaks mittlerer Baram-Region ums Überleben. Interhill bewirtschaftet dort eine Holzkonzession von 55'000 Hektaren Tropenwald. Wie der Bruno Manser Fonds im vergangenen September publik machte, haben Holzarbeiter von Interhill in einer Reihe von Fällen Penan-Frauen und Mädchen sexuell missbraucht.
Der französische Hotelkonzern verlangt jetzt von Interhill die Formulierung und Umsetzung von Sozialstandards innerhalb von sechs Monaten: "Wir haben von Interhill verlangt, sich schriftlich auf Sozialstandards zu verpflichten und diese sukzessive umzusetzen. (...) Die Aufrechterhaltung unserer Geschäftspartnerschaft erfordert die Festsetzung von realistischen, aber bedeutenden Zielen sowie die Festlegung eines Zeitplans, namentlich für die kommenden sechs Monate vor Eröffnung des Hotels", legte ACCOR dem Bruno Manser Fonds in einem Schreiben dar.
ACCOR hät weiter fest, die Hotelgruppe und der Bruno Manser Fonds würden ähnliche Zielsetzungen verfolgen, "besonders auf dem Gebiet der dörflichen Entwicklung und des Kampfs gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern."
Für kommenden Montag, den 16. März 2009, wird eine ACCOR-Delegation unter Leitung von Hélène Roques, Direktorin für nachhaltige Entwicklung, zu Gesprächen beim Bruno Manser Fonds in Basel erwartet.
Link zur Kampagnenseite (englisch)
(13. März 2009)