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Internettipp: Woher die Langstrasse ihren Namen hat
Warum heisst die Langstrasse so? Woher hat die Wühre ihren Namen? Was hat es mit der Bezeichnung „Im Wingert“ auf sich? Solche Fragen beantwortet die Strassennamendatenbank der Stadt Zürich.
Quelle: Eduard Spelterini, helveticarchives.ch, Public Domain
Plötzlich diese Übersicht: Die Strassennamendatenbank liefert Hintergrundgeschichten zu den Strassennamen der Stadt Zürich. (Bild: Luftaufnahme von Eduard Spelterini, entstanden zwischen 1893 und 1923.)
Die längste Strasse der Stadt Zürich ist die Wehntalerstrasse: Sie zieht sich über 5.66 Kilometer vom Irchelpark bis zum Katzensee. Danach führt sie weiter in Richtung Aargau bis nach Niederweningen. Insgesamt erstreckt sie sich über 21 Kilometer. Insofern müsste sie eigentlich Langstrasse heissen. Doch Zürichs Langstrasse ist vergleichsweise kurz: Sie führt vom Limmatplatz unter dem Gleisfeld des Hauptbahnhofs hindurch bis zum Bezirksgebäude.
Wer wissen möchte, woher die kurze Langstrasse ihren Namen hat, wird in der Strassennamenbank der Stadt Zürich fündig: Hier erfährt man, dass sie einst über die Ortsgegend Langfurren führte, weshalb sie bis 1869 auch Langfurrenstrasse hiess. Langstrasse meine somit nicht nur die Länge der Strasse, sondern sei ursprünglich auch eine verkürzte Form der Langfurrenstrasse. – Mit „Furre“ wird eine Acker- oder Feldfurch bezeichnet, die durch Pflügen entstanden ist oder angelegt wurde, damit das Wasser ablaufen kann.
Die Datenbank wird laufend aktualisiert und umfasst aktuell 2500 Strassennamen. Wie die Stadt mitteilt, ist handelt es sich dabei um eine digitale Neuauflage der zuletzt 1999 vom Stadtarchiv herausgegebenen Publikation „Die Strassennamen der Stadt Zürich“.
Die „Luegete“, wo es etwas zum „luege“ gibt
Wer sich durch die Datenbank klickt, erfährt auch einiges über alte Flurbezeichnungen: So weist die nahe des Irchelparks gelegene Adresse „Im Wingert“ darauf hin, dass es dort einmal einen Weinberg gegeben hat. Und die Strasse namens „In den Rütenen“ im Kreis 9 ist sozusagen ein Überbleibsel des Flurnamens „der Gemeind Rütinen“ (1551). Und „Rütinen“ oder „Rütenen“ wiederum ist die Mehrzahl von Rüti, womit laut Datenbank ein abgeholztes, urbar gemachtes Waldstück gemeint ist. Die „Luegete“, eine Strasse, die auf der Südseite des Adlisbergs in der Nähe der Endstation der Dolderbahn endet, verweist auf einen schön gelegenen Aussichtspunkt.
Des Weiteren vermerkt die Datenbank, dass es sich bei „Werdinsel“ um einen Pleonasmus handelt: Werd wird eine Insel oder eine Halbinsel genannt, die von zwei Flussarmen gebildet wird. Scrollt man die Liste in der Datenbank weiter landet man bei der „Wühre“, der Passage am linken Limmatufer unterhalb des Lindenhofs: „Wühre“ steht hier für „Wuhr“ oder „Wehr“, respektive für eine Uferverbauung. Mit ein Anlass für ihren Bau seien vielleicht Schäden an den dortigen Häusern gewesen, die zuvor unmittelbar an der Limmat gelegen seien, heisst es.
Die Wehntalerstrasse hat ihren Namen übrigens vom Wehntal, durch das sie führt. (mai)
Hier geht’s zur Datenbank (Suchfeld am Fuss der Seite): https://www.stadt-zuerich.ch