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Der A380 unter den Shinkansen
Er ist der A380 unter den Shinkansen. Die Rede ist vom Bautyp E4 mit dem Übernamen MAX, der 1997 in Betrieb genommen wurde, zunächst auf der Tohoku- und vier Jahre später auf der Joetsu-Strecke (siehe Karte unten). Es handelt sich um den letzten doppelstöckigen Shinkansen, nachdem sein Vorgänger, der E1, 2012 ausgemustert wurde. Die Kapazität erreicht mit zwei aneinander gekoppelten Zuggarnituren von je acht Wagen 1634 Plätze (58 Green-Car- und 1526 Normal-Plätze). Kein anderer Hochgeschwindigkeitszug in der Welt kann mehr Passagiere befördern. Entwickelt wurde der E4, um den damals steigenden Pendlerstrom nach Tokio effizient bewältigen zu können.
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Der Nachteil ist, dass der Doppelstöcker der E4-Serie lediglich eine Maximalgeschwindigkeit von 240 km/h erreicht. Im Gegensatz dazu fährt ein moderner einstöckiger Shinkansen zwischen 270 km/h und 320 km/h. Dies führte dazu, dass der Doppelstöcker bereits 2012 auf der Tohoku-Strecke, die Tokio mit dem Nordosten verbindet, mit dem schnellen einstöckigen Hayabusa der Baureihe E5 ausgetauscht wurde.
Das Ende einer Ära
Seither ist die E4-Serie nur noch auf der Joetsu-Strecke zwischen Tokio und Niigata im Einsatz. Doch auch dort sind ihre Tage gezählt. Eigentlich wollte man den E4 schon 2020 ausmustern und vollständig mit dem modernen E7, der bereits auf der Hokuriku-Strecke nach Kanazawa im Einsatz ist, ersetzen. Im Oktober 2019 kam es jedoch zu einer Überflutung eines Bahndepots. Zehn E7-Shinkansen erlitten einen Totalschaden. Dadurch verzögerte sich die Ausmusterung des Doppelstöckers (Asienspiegel berichtete).
Nun aber nähert sich sein Ende. Am 1. Oktober 2021 wird zum letzten Mal ein E4 fahrplanmässig unterwegs sein. Er wird eine feierliche Verabschiedung erhalten. Die letzten Fahrten werden ausverkauft sein, zahlreiche Zug-Fans (jp. toritetsu) werden die letzte Einfahrt fotografisch festhalten. Schon heute hat JR East eine ganze Reihe an Abschiedssouvenirs im Angebot.
Der Wandel
Mit der Ausmusterung des E4 endet die Ära der zweistöckigen Shinkansen. Einen Nachfolger wird es nicht geben. Die Bedürfnisse haben sich seit den 1990er-Jahren verändert. Eine hohe Sitzplatzkapazität für die Pendlerströme ist aufgrund des demografischen und arbeitstechnischen Wandels nicht mehr gefragt. Vielmehr setzt man auf Geschwindigkeit und Effizienz. Das Streckennetz des Shinkansen erstreckt sich heute vom südlichen Kagoshima bis hoch in den Norden nach Hokkaido. Um diese Distanzen effizient bewältigen zu können, zählen möglichst kurze Fahrzeiten.
Die Zukunft gehört daher den aerodynamischen Shinkansen, die dereinst eine Betriebsgeschwindigkeit von bis zu 360 km/h erreichen könnten. Schon heute wird mit dem Versuchszug ALFA-X diese kommende Generation an Hochgeschwindigkeitszügen in der Nacht getestet (Asienspiegel berichtete). Ein im Vergleich dazu schwerfälliger Doppelstöcker hat in diesem Konzept keinen Platz mehr.
Ein Abschiedsvideo von JR East
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