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Er hat für den Protestantismus gekämpft: in der gottlosen Fremdenlegion in Algerien und im erzkatholischen Wallis: Pastor Eduard Blocher. Als Bewunderer Grossdeutschlands und des Kaisers hat er jahrzehntelang für die deutsche Sprache und Kultur und gegen die „Verwelschung“ der Schweiz angeschrieben. An der Machtergreifung der Nationalsozialisten jedoch ist sein stabiles Deutschlandbild zerbrochen.
Dass Pastor Blocher der Grossvater des Industriellen und virulenten Politikers Christoph Blocher war, ist zweitrangig: Eduard selber, der von 1870 bis 1942 lebte, ist ein typischer Vertreter seiner Zeit, der für sich allein die volle Aufmerksamkeit der Autoren Artur Kilian Vogel (Bern) und Bernard Reist (Sitten) geweckt hat. Der Volksmund sagt, der Apfel falle nicht weit vom Stamm. Die Leserinnen und Leser dieses historischen Romans sollen selber entscheiden, ob der Volksmund in diesem Fall Recht hat oder nicht.
In Die drei Leben des Pastors Blocher schildern die Autoren an Hand der Biographie Eduard Blochers und seiner Lebensstationen in Algerien, im Wallis und in Zürich das geistige Klima der Zeit zwischen dem ausgehenden 19. Jahrhundert und 1942, das damals in der Schweiz und Europa herrschte: In den kleinbürgerlichen Milieus war man antisemitisch ohne Komplex und verfocht eine strenge soziale und rassische Gesellschaftsordnung.
Die Autoren haben Archive und Bibliotheken im Wallis, in Zürich, Bern und Basel sowie in Marburg (Hessen) durchforstet, wo Blocher studierte und seine Frau kennen lernte. Vogel und Reist schrieben die deutsche und die französische Fassungen gleichzeitig und vierhändig während einer einmonatigen Klausur in einem Chalet im Wallis.