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Selina Büchel gewinnt an den Hallen-EM in Prag über 800 m überraschend die Goldmedaille. Die 23-jährige Toggenburgerin setzt sich in einem Photofinish gegen die Russin Jekaterina Poistogowa durch.
Im vergangenen Jahr hatte Büchel an den Hallen-Weltmeisterschaften in Sopot als Vierte eine Medaille noch knapp verpasst, in Prag holte sie am Sonntag Verpasstes nach. Im Gegensatz zum Halbfinal zeigte Büchel in der ausverkauften O2-Arena im Final ein taktisch hervorragendes Rennen. Nach 500 m griff sie an und setzte in der letzten Runde von der Spitze aus zum Schlussspurt an.
Auch im dritten Rennen innerhalb von drei Tagen zog Büchel bis zum Schluss durch, auf der Zielgeraden wehrte sie die Angriffe der Russin Jekaterina Poistogowa und der Ukrainerin Natalja Lupu ab und siegte am Ende in 2:01,95 Minuten vier Hundertstelsekunden vor der Russin. Die europäische Jahresbeste Jenny Meadows (Gb), die nur aufgrund der Disqualifikation einer Konkurrentin einen Platz im Final zugesprochen erhalten hatte, verzichtete auf einen Start.
Büchel ist die erste Medaillengewinnerin für die Schweiz an Hallen-Titelkämpfen seit 13 Jahren. 2002 gewann André Bucher in Wien über 800 m die Silbermedaille. Büchel ist die erste Schweizerin seit Sandra Gasser 1987, die einen EM-Titel in der Halle gewinnen konnte. Gasser war 1990 in Glasgow über 1500 m als Zweitklassierte auch die zuvor letzte Athletin von Swiss Athletics, die an Hallen-Titelkämpfen auf dem Podest gestanden hatte.
SDA-ATS