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Vestibularisschwannom bekämpfen: Therapien bei Akustikusneurinomen
Vestibularisschwannome (Synonym: Akustikusneurinome) sind gutartige Tumore, die von den so genannten Schwann-Zellen des Hörnervs (Nervus vestibulocochlearis) ausgehen. Dieser Nerv vermittelt sowohl das Hören als auch das Gleichgewicht. Er verläuft vom Innenohr zum Hirnstamm; seine weiteren Verbindungen reichen bis in das Großhirn hinein.
Vestibularisschwannomen entstehen, wenn die Schwann-Zellen, die normalerweise die Nervenfasern umhüllen und schützen, abnorm wachsen und einen Tumor bilden. Diese Tumore wachsen langsam und sind gutartig, was bedeutet, dass sie sich nicht aggressiv ausbreiten oder in entfernte Organe streuen. Trotz ihrer Gutartigkeit können Vestibularisschwannome jedoch Probleme verursachen, wenn sie auf benachbarte Strukturen wie den Hörnerv selbst, den Gesichtsnerv, das Innenohr oder den Hirnstamm drücken.
Welche Symptome verursacht ein Vestibularisschwannom?
Die Symptome eines Vestibularisschwannoms hängen von der Größe und dem Wachstumsverhalten des Tumors ab. Häufige Symptome sind:
- Einseitiger Hörverlust: Da der Vestibularisnerv für das Hören verantwortlich ist, führt ein Vestibularisschwannom in der Regel zu einem einseitigen Hörverlust, der sich schleichend entwickeln kann.
- Tinnitus (Ohrgeräusche): Bei den Betroffenen kann es zu Ohrgeräuschen oder Klingeln im erkrankten Ohr kommen.
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen: Da der betroffene Nerv auch für das Gleichgewicht verantwortlich ist, kann ein Akustikusneurinom Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen verursachen.
- Kopfschmerzen: Bei besonders großen Vestibularisschwannomen, insbesondere solchen, die einen Hydrozephalus (Wasserkopf) verursachen, können auch Kopfschmerzen auftreten.
So wird die Diagnose Vestibularisschwannom gestellt
Die Diagnose eines Vestibularisschwannoms wird in der Regel durch ein bildgebendes Verfahren (MRT) gestellt. Klinische Untersuchungen des Hör- und Gleichgewichtssinns (Audiometrie, spezielle vestibuläre Tests) dienen der Abklärung der Auswirkungen des Tumors auf die Funktion der betroffenen Strukturen.
Mögliche Ursachen von Vestibularisschwannom
Die genaue Ursache der Vestibularisschwannome ist nicht bekannt. Sie treten in der Regel sporadisch auf und sind in den meisten Fällen nicht erblich. In seltenen Fällen können sie jedoch mit einer genetischen Erkrankung namens Neurofibromatose Typ 2 (NF2) in Verbindung gebracht werden, bei der Tumoren an verschiedenen Nerven im Körper auftreten.
Behandlungsmöglichkeiten bei Vestibularisschwannom
Die Behandlung von Vestibularisschwannomen hängt von der Größe und dem Wachstumsverhalten des Tumors ab. Auch das Alter und der Gesundheitszustand des Patienten sowie die individuellen Symptome spielen eine Rolle. Zu den Haupttherapien gehören:
- Beobachtung (engl. «watchful waiting»): Bei kleinen Vestibularisschwannomen, die keine Symptome verursachen und in der Bildgebung nicht nachweisbar wachsen, kann eine weitere engmaschige Überwachung ohne sofortige Behandlung empfohlen werden.
- Radiochirurgie: Die Radiochirurgie ist eine präzise Form der Strahlentherapie, bei der eine hohe Strahlendosis auf den Tumor gerichtet wird, während das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Sie wird häufig bei Vestibularisschwannomen eingesetzt, um eine gezielte Hochdosisbestrahlung unter Schonung des umliegenden Gewebes zu ermöglichen.
- Chirurgische Entfernung (Resektion): Die operative Entfernung des Tumors eignet sich besonders für Vestibularisschwannome, die aufgrund ihrer Größe nicht radiochirurgisch behandelt werden können. Bei kleineren Vestibularisschwannomen sind beide Methoden (Radiochirurgie und Resektion) mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen möglich. Die Wahl der Behandlung sollte in solchen Fällen nach eingehender Aufklärung des Patienten erfolgen.
Insbesondere bei kleineren Tumoren stellt die radiochirurgische Behandlung eine wirksame und schonende Behandlungsalternative dar. Größere Tumore (ab ca. 3 cm), die durch lokalen Druck auf den Hirnstamm Probleme verursachen, müssen nach wie vor operativ behandelt werden. Nur dann ist eine Entlastung der umliegenden Strukturen möglich.
Im Gegensatz zur operativen Tumorentfernung ist das Behandlungsziel der radiochirurgischen Therapie der Wachstumsstillstand. Dieses Ziel wird in über 90% der Fälle erreicht. Bei ca. 50% der Patienten kommt es nach 2-3 Jahren zu einer Schrumpfung des Tumorgewebes. Die Nebenwirkungsrate ist im Vergleich zur Operation sehr gering. Die Nebenwirkungsrate für den Gesichtsnerv (N. facialis) liegt bei < 3%. Für den Hörnerv kann bei 20-30% der Patienten eine weitere Verschlechterung nachgewiesen werden. Bei operativer Entfernung besteht ein Risiko von 70-100 % auf weitere Hörminderung.
Die Wahl der geeigneten Behandlungsmethode ist immer individuell und erfordert eine enge Zusammenarbeit eines Teams aus Neurochirurgen, Hals-Nasen-Ohrenärzten, Strahlentherapeuten und anderen Fachärzten, um für jeden Patienten die bestmögliche Behandlungsstrategie zu entwickeln. Jeder Behandlungsansatz hat seine Vor- und Nachteile; Ziel ist es, das Vestibularisschwannom effektiv zu behandeln und Nebenwirkungen der Therapie zu vermeiden oder zu minimieren.
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