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Bereits nach 105 Sekunden lag Liston auf dem Boden. Den bis dato schnellsten K.o. der Geschichte hatte Ali mit dem sogenannten «Phantom Punch» herbeigeführt. Weder das Publikum noch Liston hatten den schnellen Schlag gegen Schläfe und Kiefer gesehen.
Weil der überforderte Ringrichter vergass, Liston sofort anzuzählen, wurde der Kampf zunächst kurz fortgeführt, aber dann wieder unterbrochen. Liston hatte bereits deutlich mehr als zehn Sekunden am Boden gelegen.
Buhmann Ali beendet Listons Ära
Der Kampf ging unter besonderen Vorzeichen über die Bühne. Liston, dem Verbindungen in die Unterwelt nachgesagt wurden, wurde wider Erwarten nicht ausgebuht. Der Unmut des Publikums richtete sich stattdessen auf Ali. Dieser hatte seinen ursprünglichen Namen Cassius Clay abgelegt und war mittlerweile zum Islam konvertiert.
Zudem hatten sich Ali und Liston vor dem Kampf gegenseitig beleidigt. Beim Wiegen konnte eine Prügelei nur durch die Manager und Trainer der beiden Boxer verhindert werden.
Obwohl Liston den ersten Kampf gegen Ali am 25. Februar 1964 in 7 Runden nach Aufgabe verloren hatte, galt er als unbesiegbar und war Favorit. Laut vielen Kritikern habe Liston das erste Duell nur verloren, da er nicht durchtrainiert gewesen sei und seinen Gegner unterschätzt habe.
Die Kämpfe gegen Ali waren Listons zweite und dritte Niederlage in seiner Karriere. Der Phantomschlag war gleichbedeutend mit dem Ende von Listons Box-Laufbahn. Er erhielt keinen Titelkampf mehr, da er den Vorwurf, er habe den zweiten Kampf geschoben, nicht entkräften konnte. Ali hingegen befand sich schon bald danach auf dem Höhepunkt seiner Karriere.