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Vor genau einem Jahrhundert, am 10. August 1918, wurde aufgrund des neuen Bundesgesetzes betreffend die Bekämpfung der Tierseuchen der erste Kantonstierarzt, Gaston Maillard, vereidigt und das kantonale Veterinäramt gegründet. Bereits im Jahr darauf war der Kantonstierarzt mit der ersten grossen Krise konfrontiert: die Maul- und Klauenseuche, von der die europäischen Rinder 1919 bis 1920 heimgesucht wurden.
In der stark ländlich geprägten Region des 19. Jahrhunderts war die Viehhaltung eine Stütze der Freiburger Wirtschaft und die Tiergesundheit wurde rasch zu einer Priorität für den Kanton. Die Veterinärmedizin machte damals grosse Fortschritte und die ersten eidgenössischen Prüfungen in Veterinärmedizin fanden 1875 statt.
Pionier und Vorläufer der Tierärzte des 20. Jahrhunderts war Martin Strebel aus La Tour-de-Trême. Nach seinen Studienjahren in Bern und dem Staatsexamen im Jahr 1850 praktizierte er in Courtepin und wurde ab 1874 verantwortlicher Tierarzt für den Sensebezirk. Zudem war er Berater für Fragen der Tiergesundheit bei der Polizeidirektion. Er führte die Schutzimpfung gegen Rauschbrand ein.
Heute hat der Kantonstierarzt den Auftrag, mit seinen Analysen und Inspektionen die Einhaltung der Lebensmittelsicherheit durch die Tierhalter und die Schlachthofbetreiber in den Schlachthäusern und angrenzenden Gebäuden sicherzustellen. Zudem sorgt er für die Tiergesundheit, das Tierwohl und die Umsetzung der Tierarzneimittelgesetzgebung. Im Rahmen des globalen Konzepts "vom Stall auf den Tisch" ist es zudem seine Aufgabe, ein höchstmögliches Sicherheitsniveau der Lebensmittel zu gewährleisten, was ihre Ausfuhr in über 163 Länder ermöglicht.
Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (LSVW) feierte dieses Jubiläum am Montag, 20. August 2018, mit einer kleinen Zeremonie in Anwesenheit von Staatsrat Didier Castella.
Letzte Änderung : 20/08/2018 - 13h45