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- Der Zustand des Belugawals, der sich in der Seine vor Paris verirrt hatte, hat sich während des Transports zur Küste verschlechtert. Tierärzte schläferten ihn deshalb ein.
- Zuvor hatten Einsatzkräfte den Wal geborgen und sich um das geschwächte und abgemagerte Tier gekümmert.
- Der Wal war vor gut einer Woche erstmals in der Seine gesichtet worden.
«Während der Reise zur Küste haben die Tierärzte festgestellt, dass sich sein Zustand verschlechtert – insbesondere die Atmung», sagte Amtstierärztin Florence Ollivet-Courtois gegenüber den Medien.
Man habe den Wal nicht leiden lassen wollen, deshalb habe man ihn eingeschläfert. Auf Twitter verkündete die Präfektur von Calvados den Tod des Tiers.
Der vier Meter lange und etwa 800 Kilogramm schwere Meeressäuger wurde am Mittwochmorgen gegen vier Uhr in einem Netz mithilfe eines Krans aus der Schleuse der nordfranzösischen Gemeinde Saint-Pierre-la-Garenne gehoben, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten. An dem Einsatz waren etwa 80 Menschen beteiligt, darunter rund 20 Taucher.
Eine erste Untersuchung bestätigte den schlechten Zustand des abgemagerten Wals. Veterinäre hielten seine Überlebenschancen deshalb für gering.
Trotzdem verluden die Retter den Wal in einen Kühllaster, wo er mit Tüchern feucht gehalten wurde. Er sollte nach Ouistreham in der Normandie in ein Meerwasserbecken gebracht werden.
In Schleuse festgesteckt
Der Belugawal war am Dienstag vergangener Woche erstmals in der Seine gesichtet worden. Er sass seit Freitag in einer Schleuse in Saint-Pierre-La-Garenne rund 70 Kilometer vor Paris fest – 130 Kilometer von der Seine-Mündung am Ärmelkanal entfernt.
Im warmen Süsswasser kann das Tier nach Angaben von Experten nicht lange überleben. Normalerweise leben Belugawale in arktischen Gewässern vor den Küsten Russlands, Alaskas und Kanadas.
Tierschützer entwickelten daher die Idee, den Meeressäuger aus dem Fluss zu ziehen und in ein Meerwasser-Becken zu transportieren, um ihn aufzupäppeln und dann im Meer freizulassen.
Das Interesse und die Spendenbereitschaft in Frankreich waren riesig. Unter anderem hatte die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd Spenden für die Rettungsaktion gesammelt.
Geschwächtes Tier
In den vergangenen Tagen waren mehrere Versuche, das abgemagerte und geschwächte Tier zu füttern, erfolglos geblieben. Sein Appetitmangel konnte nach Einschätzung von Experten ein Anzeichen für eine Krankheit gewesen sein.
Was nun mit dem Wal geschehen wird, ist noch offen. Weshalb das Tier sich in die Seine verirrt hatte, ist nicht bekannt.
Es ist Experten zufolge erst das zweite Mal, dass sich ein Beluga nach Frankreich verirrt hat. Beim ersten Mal hatte ein Fischer im Jahr 1948 in der Loire-Mündung einen solchen in seinen Netzen entdeckt.
Im Mai hatte sich ein Orca in der Seine verirrt. Nach wochenlanger Odyssee im Fluss verhungerte das Tier schliesslich. Im Juli wurde mutmasslich ein Finnwal in der Flussmündung bei Le Havre gesichtet.