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Die Archive des Kurzwellendienstes
Während des II. Weltkriegs war das Kurzwellenradio für die Schweiz ein ideales Mittel, um mit den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern zu kommunizieren und ihre Positionen dem Rest der Welt mitzuteilen. swissinfo.ch, das dem eingestellten Schweizer Radio International (SRI) folgte, verfügt heute über Manuskripte der Sendungen, die zwischen 1939 und 1945 über den Schweizer Kurzwellendienst (KWD) verbreitet worden sind.
Diese Archive wurden digitalisiert. Über diese Datenbank sind sie heute Forschern und der breiten Öffentlichkeit online zugänglich.
Der KWD
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) begann 1935, über den Schweizer Kurzwellendienst (KWD) spezielle Programme für das Ausland zu produzieren.
Der Sender, 1978 in Schweizer Radio International (SRI) umbenannt, erlebte seine Blütezeit während des Kalten Krieges. Mit Programmen in acht Sprachen erreichte er zwischen 5 und 10 Millionen Hörerinnen und Hörer.
Ende der 1980er-Jahre begann der Niedergang der Kurzwelle, aufgrund von politischen (Ende des Kalten Krieges) und technologischen Veränderungen (Aufstieg des Internets). 2004 stellte SRI die Radiosendungen ein. Seither wurde aus SRI das neunsprachige Online-Portal swissinfo.ch.
75 Jahre: Stimme der Schweiz im Ausland
Einige Beispiele
2 SEP 1940:
«Fremde Flugzeuge haben im Laufe der vergangenen Nacht erneut unser Land überflogen. In verschiedenen Ortschaften der Westschweiz wie auch der Ostschweiz, vor allem auch in Bern, wurde Fliegeralarm gegeben. Die Bodenabwehr trat erneut in Aktion. In der Nähe von Au im Kanton St.Gallen wurden einige Bomben abgeworfen. Sie fielen auf offenes Gelände und richteten nur wenig Schaden an. Die sofort angestellte Untersuchung wird die Nationalität der Flugzeuge abzuklären.»
18 MAI 1943:
«Der schweizerische Bundesrat hat heute einen Beschluss gefasst über die Ausbürgerung unwürdiger Schweizer. Darnach kann das Schweizerbürgerrecht einem im Auslande sich aufhaltenden Schweizer entzogen werden sofern er sich im Inland oder im Ausland schwer gegen die Sicherheit oder die politische Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft vergangen und sich dadurch des Schweizerbürgerrechtes als unwürdig erwiesen hat. Von diesem Entzug werden im Prinzip die Ehefrau und die Kinder des Ausgebürgerten nicht betroffen.»
Die Chroniken
Während des II. Weltkriegs verbreitete der KWD Informationsbulletins, die so genannten "Chroniken". Die "Tageschroniken" fassten die wichtigsten Ereignisse der schweizerischen und internationalen Nachrichten zusammen. Diese Bulletins waren sehr sachlich, ohne Kommentar.
Die Journalisten des KWD verbreiteten auch "Politische Chroniken", welche mehrmals die Woche die Schweizer Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft beleuchteten.
In der Tat waren die "Tageschroniken" des KWD die ersten von einer eigenen Radio-Redaktion produzierten Informationsbulletins in der Schweiz. Damals wurden die Nachrichten von Journalisten der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA), ein Privatunternehmen, das sich vollständig in Hand der Zeitungs-Herausgeber befindet.

Extra
Kriegsbeginn in Frankreich - Ein Schweizer Zeuge berichtet: Paul's Tagebuch.
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Die Datenbank umfasst alle Manuskripte der Sendungen des KWD während des II. Weltkriegs. Zwei Suchmethoden stehen zur Verfügung.
Im oberen Teil der Seite befindet sich ein blauer Eingabebalken für die Schlagwortsuche. Diese Suche kann mit der Funktion "Zeitraum" zeitlich ausgeweitet oder eingegrenzt werden.
Es ist auch möglich, alle Dokumente innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu suchen. In diesem Fall reicht es, direkt im grauen Zeitbalken zu navigieren.
Mit den Filtern "Sendung" und "Sprache" ist es mit beiden Suchmethoden möglich, die Anzahl der gefundenen Dokumente einzuschränken.
Anfragen zur kommerziellen Nutzung (Reproduktion) der Original-Vorlagen sind an das Archiv von swissinfo zu richten.
Links
Historisches Lexikon der Schweiz:
dhs.ch
Diplomatische Dokumente der Schweiz:
dodis.ch