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Night in Gales sind alles andere als Neulinge. Ihre Discographie weist schon etliche Einträge auf: "Sylphlike" (6-Track-Demo-CD), "Razor" (7"), "Towards the Twilight" (1997), "Thunderbeast" (1998), "Nailworks" (2000) und nun das vorliegende Album "Necrodynamic". Auf ihren 2 Europatouren spielten sie u.a. mit Hypocrisy, Dismember und In Flames - v.a. mit den letzteren wurden sie auf ihren ersten zwei Nuclear Blast Melodic-Death Veröffentlichungen konstant verglichen. Spätestens mit der hier zu besprechenden Scheibe dürften sie dem nun endgültig entrinnen. Wenn das Label sie aber als "deutsche Death / Thrash-Pioniere" bezeichnet, dann geht diese Metamorphose vom Saulus zum Paulus doch gerade etwas gar zügig.
Bereits mit den ersten Tönen fällt etwas ganz speziell auf: die ziemlich hohe Stimme (oder aus der Normalsterblichen-Perspektive: die in der mittleren Tonhöhe angesiedelte Stimme). Ziemlich rasch ertönen dann jedoch "zur Beruhigung" auch tiefere und aggressivere, kehlige Vocals, welche man als Kreuzung zwischen Schweden und Testament qualifizieren könnte. Der für die von ihnen angeschlagenen musikalischen Härtegrade eher untypisch cleane Gesang stellt sicherlich ein gewöhnungsbedürftiges Element dar. Zwischendurch (um nicht zu sagen regelmässig) preschen sie nämlich auch in alter todesmetallener Manier los, inklusive genreüblichen Vocals - die Wechsel in die zahmeren Parts mit den bestens verständlichen Refrains klappen übrigens gut.
Die beiden Gitarristen dürfen sich immer mal wieder spielerisch selbstverwirklichen, schliesslich kommt das Album ja im Frühling heraus, und da erfreuen sie sich der ersten Sonnenstrahlen (aufgenommen wurde zwar in den kälteren Monaten). Bei "Death Mouth Daisies" erinnert mich die cleane Stimme gar an die ebenfalls deutschen Pyogenesis (anfangs 90er auf ihrem 30 minütigen Debut auf Osmose waren die noch dem finsteren Gothic-Doom-Death verschrieben) in ihrer Mitte-90er-Phase (aus denen gingen ja inzwischen die kommerziell erfolgreichen Liquido hervor). Von dieser Massenkompatibilität sind Night in Gales (noch) meilenweit entfernt.
Es ist vorauszusehen, dass die nächste CD wieder etwas straffer komponiert wird, d.h. die Gitarristen haben nun ihren Frühling gehabt und werden das nächste Mal mit etwas weniger Eskapaden auskommen müssen (es sei denn, man orientiere sich plötzlich an Meshuggah).
Das ständige Wechselspiel zwischen den aggro-tiefen Deaththrash-Vocals (gefallen mir gut, sind aber nicht sonderlich originell) und den cleanen, höheren Vocals (eher umgekehrt) verleihen Night in Gales eine sehr eigenständige Note, genauso wie das übermütige Gitarrenspiel. Beides macht "Necrodynamic" zu einem ereignisreichen Werk, wird aber nicht rundherum goutiert werden. Für die druckvolle, klare Produktion ist wiederum, wie auch schon auf Nailworks, Harris Johns (Sodom, Kreator, Tankard und Coroner) verantwortlich.
|Gates of Ishtar||Burden of Grief||The Crown||Evocation||The Duskfall|
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