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Diese italienische Region erstreckt sich vom Apennin bis zum Adriatischen Meer. Ihre Küste ist circa einhundertachtzig Kilometer lang und reicht vom Tavollo bis zur Mündung des Tronto.
Ein Teil der heutigen Marken entspricht der alten römischen Region Picenum. Nach verschiedenen verwaltungsmässigen Teilungen im Laufe des Mittelalters bildete sich nach dem Jahre Tausend eine Provinz mit dem Namen Picenum und zum Ende des 14. Jh. erhielt die Region ihre heutigen Grenzen: zum Landesinneren hin grenzt sie im Westen und Südwesten an Umbrien und Latium, im Norden an die Romagna und im Süden an Latium und die Abruzzen. Die Region wird vom Apennin der Marken durchlaufen, der im Süden in die Monti Sibillini ausläuft.
Mit dem Gipfel des Monte Conero, der das Ende des Apennins anzeigt, bildet die Küstenlinie einen Winkel. In klimatischer Hinsicht und auch in Bezug auf die landwirtschaftliche Produktion kann die Region der Länge nach in drei Zonen eingeteilt werden: das Küstengebiet, das Hügelgebiet und das bergige Gebiet.
Die äusserst ertragreiche Landwirtschaft ist die Haupteinnahmequelle. Man baut hier Weizen, Mais, Wein, Tabak, Zuckerrüben, und verschiedene Gemüsesorten an. Bemerkenswert ist die Viehzucht, besonders die Rinderzucht; sie vereint Quantität mit hochwertiger Qualität, für die insbesondere die razza marchigiana (die Rasse aus den Marken) steht. Es werden auch Schweine, Schafe und Kleinvieh gezüchtet, die zum guten Teil in andere Regionen exportiert werden, insbesondere nach Latium.
Nach der Landwirtschaft steht an 2. Stelle die Fischerei, die eine grosse Rolle an der Küste spielt, auch aufgrund der Schiffswerften (Ancona, San Benedetto del Tronto) und der grossen Fischereiflotte.
Es ist allgemein bekannt, dass Italien über den grössten kunst- und kulturhistorischen Bestand der Welt verfügt. Die Kulturgüter Italiens befinden sich nicht nur in den grossen Kunststädten, sondern breiten sich auf dem ganzen nationalen Gebiet aus, wie dies in keinem anderen Land der Fall ist. Ein Beweis dafür sind die Marken. Diese an Naturschätzen reiche und durch eine verschiedenartige Landschaft geprägte Region (auf der einen Seits das Adriatische Meer mit seiner flachen und sandigen Küste, die an manchen Stellen von steilen Küsten unterbrochen wird, auf der anderen Seite anmutige Felder auf sanften Hügeln, tiefe und geheimnisvolle Grotten, Natur- und Wildparks) wird durch Städte, Dörfer, Stadt- und Kirchenbauten von bedeutendem kunsthistorischem Wert bereichert.
Ein Beispiel dafür ist der Dom von Ancona - Hauptstadt der Region und bedeutender Hafen der Adria - oder die Kathedrale von Pesaro. Ein grossartiges Zeugnis der Renaissancebaukunst ist der Herzogspalast in Urbino. Wer im Sommer einmal nach Macerata kommt, sollte auf keinen Fall versäumen, an einer Theater- oder Musikvorstellung im Sferisterium teilzunehmen. In Ascoli Piceno werden die Architekturen des Mittelalters und der Renaissance (Kirche S.Francesco, Loggia dei Mercanti, Piazza del Popolo usw.) sogar den unaufmerksamsten Besucher beeindrucken.
In jedem noch so kleinen Ort dieser Region sind unzählige Kunstschätze verborgen. Es ist daher sehr schwer, den einen Ort zu nennen, ohne dem anderen ungerecht zu werden. Dennoch möchten wir zumindest auf Recanati, Geburtsstadt des bedeutenden itlaienischen Dichters Giacomo Leopardi (1798-1837), hinweisen. Dem Besucher, der das Haus, in dem der Dichter seine Kindheit und Jugend verbrachte, betritt, wird es schwerfallen gleichgültig zu bleiben.Ein ähnliches Gefühl wird auch der Pilger beim Betreten des Heiligen Hauses von Loreto empfinden. Quelle: emmeti.it
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Ein kurzer Blick in die Geschichte
Die heutige Region der Marken wurde in der Antike von den Picentes bewohnt, während der Küstenstreifen von Pesaro bis Esino den äussersten Punkt des Vordringens der Gallier in Italien darstellte (Ager Gallicus). Zu Beginn des 4. Jh. v. Chr. gründeten syrakusische Verbannte die Stadt Ancona. Im 3. Jh. v. Chr. fiel die Region unter die Römer. Unter Augustus bildete Picenum die V. Region. Im Jahre 292 n. Chr. wurden Picenum und der Ager Gallicus in der Provinz Aemilia et Picenum vereint. Diokletian führte dann eine erneute Unterteilung durch und in der Folgezeit erfuhr dieser Landstrich noch viele weitere verwaltungsmässige Umgestaltungen. Die Langobarden besetzten die gesamte Region südlich von Ancona, während sich die maritime Pentapolis (Rimini, Pesaro, Fano, Senigallia, Ancona) bildete, die Pippin und Karl der Grosse später an die Päpste gaben: in ihr blühten verschiedene Abteien, die jedoch das Land rodeten. Erst unter den Ottonen, im 10. Jh., erschien der Name Mark, um das Grenzgebiet des päpstlichen Einflusses anzugeben: so bildete sich die Mark Camerino, die losgelöst war vom Herzogtum Spoleto. Später wurde auch die Mark Fermo geschaffen, mit der dann die Mark Ancona verschmolz.
Die Kommunen führten ein kraftvolles Leben. Die bedeutendste war Ancona, welche mit Venedig im adriatischen Handel wetteiferte und siegreich Widerstand leistete gegen Barbarossa. Ebenfalls zu erwähnen sind die Kommunen Fabriano, Matelica und Osimo. In der Zeit der Signoria war die bekannteste Familie zunächst die der Montefeltro, die ihren Herrschaftsbereich auf Gubbio, Urbino, Cagli usw. ausdehnte; in Camerino dominierte die Familie Varano; später dann setzte sich die Familie Malatesta weitläufig durch, von Pesaro bis Osimo. Doch auch der Heilige Stuhl wollte nicht im Geringsten auf seine alten Rechte verzichten und versuchte, diese durch seine Gesandten auszuüben, bzw. indem er den lokalen Gutsbesitzern das apostolische Vikariat zugestand. Mitte des 14. Jh. gelang es dem Kardinal Egidio de Albornoz, viele Städte und Schlösser wieder unter die Kirche zu bringen und er einigte sich dauerhaft mit den Signori. Francesco Sforza schaffte sich 1433-44 seinen persönlichen Herrschaftsbereich in jenem Landstrich, und ein halbes Jahrhundert später beherrschte Cesare Borgia die gesamte Mark; doch Borgias Versuch diente letztlich nur der Begünstigung der Zentralisierung der Verwaltung, die die Kirche seit langem verfolgte. Sie vervollständigte sich 1532 mit der Besetzung der Kommune Ancona und 1631 mit dem Erwerb des Herzogtums Urbino, nachdem die Familie Della Rovere ausgestorben war.
Unter dem Schutz der Truppen der Französischen Revolution entstand die Republik Ancona (1797); danach vereinten sich die Städte der Marken mit der Römischen Republik (1798-99), um von 1808 bis 1813 zum Reich Italien zu gehören. Als sie nach der napoleonischen Katastrophe wieder an die Kirche gegangen waren, wurden die Marken 1860 von den piemontesischen Truppen besetzt; dadurch gehörten sie endgültig zum Königreich Italien.
Quelle: emmeti.it
Marken wurde von Italien.ch mit Punkten bewertet