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In den vergangenen Tagen habe ich am eigenen Leib erfahren, wie schnell sich das Wetter hier in der Arktis verändern kann. Wenn die MV San Gottardo in der Nacht in einer Bucht vor Anker liegt müssen wir deshalb sicherstellen, dass sich das Schiff nicht in eine Untiefe bewegt und die Winde nicht zu stark werden.
Wenn wir in der Nähe von einem Gletscher ankern, müssen wir zudem gewährleisten, dass keine Eisberge das Schiff rammen. Deshalb werden wir Teilnehmer während der gesamten Expedition mehrmals die Ankerwache übernehmen. In der vergangenen Nacht hatte ich diese zum ersten Mal mit Antoine zusammen übernommen. Alle 2 Stunden haben wir uns abgewechselt, damit wir dennoch einige Stunden schlafen konnten. Von der Brücke aus hatte ich die ganze Bucht im Blick und konnte mit Hilfe von Messgeräten und der Navigationskarte sehen, wie stark der Wind ist, in welche Richtung sich das Schiff bewegt und wie Tief der Grund unter dem Schiff ist. Sollten sich die Werte zu stark ändern, hätten ich Charles, unseren Kapitän wecken müssen. Glücklicherweise war dies heute Nacht nicht nötig. Der Wind erreichte bis zu 6 Bft., das sind ca. 39-50 km/h und der Meeresgrund befand sich ca. 12 Meter unter dem Schiff. Um nicht einzuschlafen habe ich Musik gehört und versucht, die Windstärke anhand der Wellen zu schätzen. Am Ende meiner Schicht tauchte am Strand ganz plötzlich ein Polarfuchs auf und lief der Küste entlang, bis ich ihn in der steinigen Landschaft nicht mehr erkennen konnte. Obwohl ich diese Nacht nur wenig geschlafen habe, fühle ich mich heute nicht besonders müde. Dies mag vielleicht an der Mitternachtssonne liegen, die uns hier im Norden 24 Stunden Helligkeit schenkt.