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Kolumbien befindet sich aktuell in einem entscheidenden Moment des Wandels, da sich die Regierung deutlich zur Umsetzung des Friedensabkommens bekannt hat. Um in der Region Magdalena Medio einen Beitrag zu einem stabilen und dauerhaften Frieden zu leisten, begleitet HEKS die Partnerorganisation «Organización Femenina Popular» in dieser letzten Projektphase einerseits bei der Konsolidierung der erreichten Fortschritte und setzt anderseits die Arbeit zur Stärkung von gefährdeten Gruppen fort. Hierzu werden Frauen und Jugendliche, die sich für ein friedliches Zusammenleben engagieren und die Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Aspekten in der lokalen Umsetzung der Friedenspolitik einfordern, unterstützt. Weibliche Führungskräfte verbessern im Rahmen des Projektes zudem ihre Fähigkeiten, sich selbst zu schützen.
Projektteilnehmende:
Bei den Teilnehmenden des Projekts handelt es sich um 4060 vulnerable Personen, mehrheitlich Frauen, die geschlechtsspezifischer Gewalt und drohendem Femizid ausgesetzt waren und denen der Zugang zur Justiz und die Wiederherstellung ihrer Rechte erschwert wird. Sie zeichnen sich durch ihre Führungsqualitäten sowie ihr Wissen über den Kontext und die kollektiven Risiken aus. Dies befähigt sie, wirksame Sicherheitsmassnahmen und Unterstützungsnetze für die Frauen und Jugendlichen zu schaffen, die von diesem Projekt ebenfalls begleitet werden.
Ziele:
Das Projekt setzt sich zum Ziel, einen Beitrag zur Konsolidierung eines vollständigen, stabilen und dauerhaften Friedens und zur Verbesserung der Lebensbedingungen zu leisten. Insbesondere die prekäre Sicherheitslage für gefährdete Frauen und Jugendliche soll sich durch die implementierten Massnahmen verbessern.
Aktivitäten:
Frauen und Jugendliche aus gefährdeten Gemeinschaften beschäftigten sich in Workshops und demokratischen Debatten mit den Empfehlungen des Schlussberichts der Wahrheitskommission, welche die Verbrechen des bewaffneten Konfliktes aufgearbeitet hat, und setzen sich so verstärkt mit den Themen einer friedlichen Koexistenz und Konfliktbewältigung auseinander. In Zusammenarbeit mit einer Universität aus der Region werden Trainings erarbeitet, damit sich die Teilnehmenden verstärkt für friedenspolitische Massnahmen und die Gewaltprävention engagieren können. Sie übernehmen danach innerhalb ihrer Gemeinschaft das Monitoring über die Umsetzung des Friedensabkommens und halten ihre Erkenntnisse in einem an staatliche, akademische und zivilgesellschaftliche Kreise adressierten Bericht fest. Über die Erkenntnisse aus dem Schlussbericht wird zudem eine Podcast-Reihe produziert und verbreitet. Weitere Sensibilisierungsmassnahmen umfassen die gemeinsam mit Bauern und Bäuerinnen, Jugendlichen, Führungspersönlichkeiten und Studierenden durchgeführten Wahrheitsrouten, die das historische Gedächtnis an den Konflikt am Leben erhalten sollen sowie die Erarbeitung einer Broschüre für Entscheidungsträger:innen, in der humanitäre Mindestanforderungen zum Schutz der Zivilbevölkerung zusammengestellt werden.
Um die Kapazitäten von weiblichen Führungspersonen und Jugendlichen zum Selbstschutz und der Betreuung anderer zu verbessern, werden Risikosituationen für Gemeinden zusammen mit deren Vorsteher:innen begleitet und den Behörden gemeldet. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf geschlechtsspezifischen Risiken und sozio-ökonomischen Konflikten. Ein Radiosender informiert zudem auch die Öffentlichkeit über Risikofaktoren und Schutzmassnahmen. Gewaltbetroffene Frauen und Führungspersonen werden umfassend beraten und ihnen wird schnelle Hilfe angeboten.