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Mutter (20) sagte in der 23. Woche «Ja» zum Kind, auch ohne Unterarm!
… und der Bub ist «einfach immer glücklich» …
Ein Kurzvideo, das die 20-jährige Britin Lucy Rook am 14. Oktober 2022 auf TikTok hochlud, ging «viral»: Sie schildert darin, aus welchen Gründen sie vor gut zwei Jahren ihren Sohn hätte abtreiben sollen – natürlich nur nach Meinung der Ärzte! Mehr als eine Million Menschen sahen den Clip. Bald schon griffen einige Medien die Geschichte auf. Lucy hat nicht abgetrieben … und Koda-James’ fehlender Unterarm hindert Mutter und Sohn heute nicht daran, sich am Leben zu freuen!
Es war eine ungeplante Teenager-Schwangerschaft. Lucy war 17, ihr Freund 16 Jahre alt. Im ersten Ultraschall in der 12. Schwangerschaftswoche war alles noch «normal». Doch im Ultraschall in der 20. Woche schien plötzlich mit dem linken Unterarm des Babys etwas nicht mehr zu stimmen … Schliesslich wurde ein «Amniotisches-Band-Syndrom» diagnostiziert: eine Fehlbildung, die – laut Wikipedia – während der Schwangerschaft auf mechanischem Weg entsteht, wenn fibröse Bänder Körperteile des ungeborenen Kindes abschnüren.
«Wird sein Leben so schlecht sein?»
Wegen mangelnder Durchblutung war also der linke Unterarm des kleinen Jungen in Lucys Bauch abgestorben und abgefallen. Nun brach der Sturm des «ach so gut gemeinten» Angebots zur Abtreibung über die schwangere Lucy herein. Noch in der 23. Woche wollten die Ärzte, dass sie abtreibt. Sie bekam Sprüche zu hören wie: «Ihr Sohn wird nur einen Arm haben. Sind Sie sicher, dass Sie nicht abtreiben wollen?» – «Er wird eine schlechte Lebensqualität haben.» – «Wir glauben nicht, dass er es schaffen wird, er ist so krank.» – «Sie sind so jung, Sie haben Ihre Zukunft, Sie brauchen sich keine Sorgen um ein Baby zu machen.» – «Die Leute werden ihn nicht normal behandeln.»
Was lösen solche düsteren Prophezeiungen bei Schwangeren aus? Lucy berichtet: «Ich sass regelrecht zusammengebrochen da und musste mich fragen: Wird sein Leben derart schlecht sein, wenn mir noch in der 23. Woche eine Abtreibung angeboten wird?»
«Er ist ein Kämpfer»
Trotz der Schreckensszenarios, die an die Wand gemalt wurden, entschied sich Lucy gegen die Abtreibung. «Ich wusste, dass mein Junge es verdiente zu leben und dass ich ihn nicht in der 23. Woche sterben lassen würde weil er seinen Arm verloren hatte.» – Eine starke Aussage einer tapferen jungen Mutter! Und tapfer musste Lucy tatsächlich sein. Vor allem, weil die Geburt ziemlich dramatisch verlief und Koda-James wegen Atemwegsproblemen zunächst auf die Neugeborenen-Intensivstation verlegt werden musste. Mehrmals wäre er fast gestorben.
Aber Lucys Sohn war stark und überstand diesen schwierigen Start ins Erdenleben. «Er ist ein Kämpfer», erklärt die stolze Mutter. Die Ärzte hatten zwar insofern recht, sagt sie, als Koda-James tatsächlich mit nur einem Unterarm auf die Welt kam … Aber er «verblüfft jeden Tag alle damit, wie gut er alles machen kann trotz dieser Herausforderung. Unser Junge ist unglaublich!» Er müsse wohl «das glücklichste Baby aller Zeiten» sein: er sei «einfach immer glücklich» und «freundlich zu jedem», er möge Menschen und liebe es, mit jedem und jeder zu reden. «Mein wunderschöner Junge, ich könnte dich niemals aufgeben! Du wirst nie allein sein, denn deine Mama wird immer an deiner Seite sein.» – Worte der Liebe aus dem Mund der Mutter eines «behinderten» Kindes …
Lebensfähige Babys retten – egal ob gesund oder behindert!
Keine Abtreibungen ab der 22. Woche!
Mit der eidgenössischen Volksinitiative «Lebensfähige Babys retten» wären Abtreibungen zu einem solch späten Zeitpunkt, wie die Ärzte in England der schwangeren Lucy Rook eine empfahlen, in der Schweiz nicht mehr zugelassen. In den letzten 10 Jahren hingegen (2012–2021) wurden in der Schweiz pro Jahr noch bis zu 100 Kinder ab der 22. Schwangerschaftswoche abgetrieben (ca. 1 % aller Abtreibungen). Rund die Hälfte aus «psychosozialen Motiven» der Mutter – wo also das Kind kerngesund ist –, die andere Hälfte wegen Vorliegen einer Erkrankung oder Fehlbildung beim Kind.
Das Thema «Abtreibung im Falle von Behinderungen» führt immer wieder zu Diskussionen. Doch letztlich muss die einzigartige Würde, die allen Mitgliedern der Menschheitsfamilie innewohnt und unantastbar ist, auch bei allen Menschen mit einer Behinderung und bereits bei den ungeborenen Kindern geachtet und geschützt werden. Es kann kein Mensch sagen, ein Leben sei nicht «lebenswert». Die Geschichte aus dem realen Leben von Lucy Rook und ihrem Sohn Koda-James zeigt das Beispiel eines Kindes, das nach den Massstäben unserer Gesellschaft nicht «gesund» ist – aber trotzdem «das glücklichste Baby aller Zeiten», wie es die Mutter formuliert.