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Perseverance: Im Mars-Rover steckt der gleiche Prozessor wie im ersten iMac
Der Mars-Rover «Perseverance» der US-Weltraumagentur NASA ist am 18. Februar 2021 erfolgreich auf der Marsoberfläche gelandet. Die sensationelle Mission sorgte weltweit für Aufsehen. Bereits seit kurz nach seiner herausfordernden Landung konnte der Rover erste Bilder und später auch erste Ton-Aufnahmen vom entfernten Planeten zurück zur Erde schicken. Der Rover wird nun während einem Mars-Jahr Erkundungen auf der Oberfläche des roten Planeten anstellen.
Wie NewScientist meldet, wird dieses Meisterstück der Wissenschaft von einem Prozessor betrieben, der auch in den ersten iMac-Modellen verbaut war. Beim offiziell «PowerPC 750» genannten CPU handelt es sich um den «G3»-Prozessor der ersten iMac-Modelle von 1998. Es ist ein RISC-Prozessor mit einem Core und einer Taktrate von 233 MHz. Verglichen mit den heutigen Intel-CISC- oder den neuen Apple-eigenen ARM-basierten RISC-Prozessoren ist der 23-jährige Prozessor extrem langsam. Der 750 war indes der erste Prozessor, der sogenanntes «Dynamic Branch Prediction» konnte, welches noch heute in modernen Prozessoren gefunden werden kann. Damit die Effizienz des Chips verbessert werden kann, macht die CPU-Architektur eine fundierte Vermutung darüber, welche Anweisung als nächstes verarbeitet werden soll. Je mehr Informationen verarbeitet werden, desto besser kann der Chip vorhersagen, was er am besten als nächstes tun soll um anstehende Aufgaben-Pakete möglichst performant abarbeiten zu können.
Mit höherer Taktrate war der PowerPC 750 auch in den «iMac DV»-Modellen von 1999 und 2000 sowie in den Muster-technisch etwas sehr ausgefallenen Modellen von 2001 zu finden.
Der im Perseverance verbaute Prozessor ist dennoch nicht ganz das gleiche Modell, wie derjenige der iMacs, merkt das Wissenschafts-Magazin an. Der von BAE Systems für den Rover produzierte PowerPC 750 trägt den Namen «RAD750» und ist «strahlungsgehärtet». Er kann 200’000 bis 1’000’000 Rad und Temperaturen zwischen -55 und 125 Grad Celsius standhalten. Das ist notwendig, weil der Mars nicht über eine ebenso vor kosmischer Strahlung schützende Atmosphäre verfügt wie die Erde. Die Komponenten des Rovers müssen entsprechend gegen die extremen Gegebenheiten auf der Mars-Oberfläche geschützt sein. Der so ausgestattete iMac-Prozessor kostet NewScientist zufolge «mehr als 200’000 US-Dollar».
Gemäss einem Interview von 2014 des Magazins «The Space Review» mit einem NASA-Manager setzt die Weltraumagentur deshalb auf so alte Prozessoren, statt auf einen massiv performanteren heutigen Chip, «weil sie zuverlässig sind». Es gehe «nicht so sehr um die Geschwindigkeit, als vielmehr um die Robustheit und die Zuverlässigkeit». Man müsse sicherstellen, «dass es immer funktioniert».
Auch das «Orion»-Raumfahrzeug der NASA sowie rund 100 Satelliten um die Erde nutzen den gleichen RAD750-Prozessor. Unter anderem seien dies Satelliten für GPS, Bildaufnahmen, Wetterdaten und auch das Militär. Nicht einer davon sei bisher ausgefallen.
Quelle: Gizmodo
Von Stefan Rechsteiner
Veröffentlicht am