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von Johanna Treblin, IPS
Ikal Angelei aus Äthiopien sowie Ma Jun aus China erhielten den diesjährigen Goldmann-Umweltpreis. Ikal Angelei versucht die Fertigstellung des Mammut-Staudamms Gilgel Gibe III am Oberlauf des Omo zu verhindern, der den natürlichen Überflutungszyklus des Flusses und somit die Lebensgrundlage der indigenen Anrainer des Turkana-Sees bedroht. Gibe III soll als bislang grösstes Einzel-Infrastrukturprojekt Äthiopiens einmal 1800 Megawatt Strom generieren. Ikal Angelei erreichte mit ihrer Organisation FoLT, dass das kenianische Parlament in einer einstimmigen Resolution beschloss, Äthiopien habe eine unabhängige Umweltverträglichkeitsstudie vorzulegen.
Ma Jun, chinesischer Journalist und Leiter des Instituts für öffentliche und ökologische Angelegenheiten, sorgte für mehr Transparenz in der chinesischen Umweltpolitik und ermutigte die Bürger seines Landes, juristisch gegen Industrieverschmutzung vorzugehen. 1999 hatte Ma Jun im Bericht «China’s Water Crisis» die verheerenden Folgen geschildert, die der Bau von Dämmen und Änderungen der natürlichen Flussverläufe verursachen. Der jedes Jahr an sechs Personen verliehene Umweltpreis war 1990 durch den US-Philanthropen Richard N. Goldman und dessen Frau Rhoda gestiftet worden. Indem er dieses Jahr gleich zwei Aktivisten würdigt, die sich um den Schutz natürlicher Wassersysteme verdient gemacht haben, lenkt der «Grüne Nobelpreis» die öffentliche Aufmerksamkeit auf die kostbare und überlebenswichtige Ressource Wasser.