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Die Generalversammlung der Société Suisse des Auteurs (SSA) fand am 17. Juni im Théâtre Kléber-Méleau TKM in Lausanne statt.
Die Generalversammlung hat den Jahresbericht und die Jahresrechnung 2015 verabschiedet sowie dem Verwaltungsrat Entlastung erteilt. Erfreuliche Zahlen sind in der Jahresrechnung zu vermelden:
- Die Einnahmen stiegen um 6,57% und erreichten damit den Rekordwert von Fr. 22’734’527.-. Der durchschnittliche Kommissionensatz zum vierten Mal in Folge gesenkt werden. 2015 beträgt er 13,06%, das sind 1,23 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
- Die SSA zahlt ihren Mitgliedern und Schwestergesellschaften monatlich Entschädigungen aus. Die ausbezahlte Summe stieg insgesamt um 12%.
Die Berichte des Präsidenten und des Direktors stellten die Revision des Urheberrechts in den Vordergrund:
Die Vernehmlassung zur Revision des Bundesgesetzes über das Gesamtheit der gesetzlichen Bestimmungen, die dem Urheber/der Urheberin eines Werkes persönlichkeitsrechtliche oder vermögensrechtliche Vorrechte zuschreiben... (Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz) ...) hat begonnen. Der Vorentwurf sieht endlich Massnahmen gegen die Internetpiraterie vor. Doch aus absolut unerfindlichen Gründen ist auch vorgesehen, die Verwertungsgesellschaften sozusagen zu verstaatlichen. Zudem wird eine ausgezeichnete Gelegenheit verpasst, das Kräfteverhältnis zwischen den Urhebern einerseits und den Giganten des e-Commerce andererseits wieder auszugleichen. Die SSA setzt zusammen mit zahlreichen Gleichgesinnten alle Hebel in Bewegung, um diese Revision in eine vernünftige Richtung zu lenken.
Einlagen in die Fonds
Die SSA ist berechtigt, 10% der wahrgenommenen Rechte in Sozial- und Kulturfonds einzulegen. Die GV beschloss eine leichte Änderung der Einlagensätze in die verschiedenen Fonds: neu werden 3,45% an die Vorsorge gehen, 0.05% an den Solidaritätsfonds, 6,5% an die Kulturförderung. Überdies erstattete der Präsident der Vorsorgestiftung «Fonds de secours SSA» seinen Bericht.
Verwaltungsrat: Wahlen
Die Mandate von Fabienne Berger (Choreografie), Christophe Bugnon (Humor) und Louis Crelier (Musik, welche im Rahmen einer Bühnenaufführung verwendet wird. Es ist zu unterscheiden zwischen Musik, die zu einem wort-dramatischen Werk hinzugefügt wird, und der für spezifisch musikdramatische Werke wie Oper, Operette, Ballet, Musical etc. geschaffenen Musik....) für eine statutarische Periode erneuert.
Der Verwaltungsrat möchte in seinem Gremium die Bühne, den Raum Genf und die Frauen stärker vertreten sehen und schlug daher Manon Pulver vor. Frau Pulver wurde gewählt und nimmt diesen Herbst ihr Mandat im somit neu 15 Mitglieder zählenden Verwaltungsrat auf.
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Gesprächsrunde mit Frédéric Martel
Nach der Versammlung hatten die Mitglieder Gelegenheit, Frédéric Martel kennenzulernen, der als Journalist und Radiomoderator bei France Culture arbeitet und die Sendung Soft Power betreut, ein Magazin der digitalen Künste. Er ist zudem Autor der Bestseller Mainstream und Smart, die sich mit den Veränderungen im Konsumverhalten und bei den kulturellen Praktiken auseinandersetzen. Der Journalist Michel Audétat moderierte das Gespräch und die Fragen aus dem Publikum.
Martel ist in zahlreichen Ländern unterwegs, um die Veränderungen und Entwicklungen der digitalen Welt zu beobachten. Seiner Einschätzung nach würde die Kulturwelt in einer Sackgasse landen, wenn sie sich nicht der laufenden digitalen Revolution öffnete.
Zur Frage, wie neue Werke über Internetnutzung zu finanzieren seien, meint er: «Die Debatte dreht sich um die Frage, wie wir es schaffen können, die unglaublichen Möglichkeiten und die grössere Freiheit auf Internet in Geschäftsmodelle zu übersetzen, die den Kulturschaffenden nützen und ihnen zum Vorteil geraten.»
Was die Entschädigung der Urheberinnen und Urheber für Internetnutzungen betrifft, zeigt er sich optimistisch: «Lasst uns neue Modelle erfinden, und wir werden diese Herausforderung meistern. Und warum werden wir sie meistern? Weil weder Google, noch Apple, noch Facebook, noch Amazon existieren können ohne Kulturschaffende, die kulturelle Inhalte produzieren. Wir werden dieses Kräftemessen gewinnen, ich zweifle nicht daran. Aber nun geht es darum, die Auseinandersetzung zu führen.»