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Schmidu
[Schmieden]
Schmieden ist das spanlose Druckumformen von Metallen zwischen zwei Werkzeugen durch Querschnittsveränderung oberhalb der Rekristallisationstemperatur (Warmumformen) oder unterhalb der Rekristallisationstemperatur (Kaltumformen). Vorteile sind geringer Materialverlust im Gegensatz zur spanenden Bearbeitung, nachteilig die geringere Genauigkeit. Das heutzutage fast ausgestorbene Handwerk des Schmiedens wird von einem Schmied betrieben. Früher arbeitete der Schmied mit Hammer, Amboss und Steinkohlen-Esse. (vgl. Wikipedia)
Schmiedetechniken;
Quelle: Hans Schmidt: Bsinnscht di nu?
Schmidu
Die Schmiede
In der Schmiede und insbesondere in der Dorfschmiede wurde Eisen zum Glühen gebracht und in glühend-weichem Zustand in die gewünschte Form gehämmert. Zum Erhitzen des Eisens diente die Esse, die im Prinzip nur eine Feuerstelle mit Kamin war. Auf einer Art Rost brannte Holzkohle oder später Steinkohle. Und um die Kohlenglut anzufachen und starke Hitze zu erzeugen, wurde dem Rost von unten Luft zugeführt. Dazu benutzte der Schmied einen großen Blasebalg, den er entweder mit den Händen oder über Fußpedale betätigte. In die glühenden Kohlen schob er dann die zu schmiedenden Eisen.
Es dauerte natürlich eine ganze Weile, bis ein Eisen hellrot glühte und geschmiedet werden konnte. Dagegen kühlte das Eisen beim Schmieden relativ rasch ab und musste erneut erhitzt werden. Ein umsichtiger Schmied, der keinen Leerlauf in seiner Werkstatt haben wollte, hatte "mehrere Eisen im Feuer", sodass er an irgendeinem Werkstück immer arbeiten konnte.
Das Schmieden selbst erfolgte auf dem Amboss, einem massiven und sehr schweren Eisenblock. Der Amboss hatte je nach Bedürfnis des Schmieds Ausbuchtungen, Aufsätze und runde oder eckige "Hörner". Sie dienten als Formwerkzeuge. So wurde zum Beispiel ein Hufeisen über einem runden Horn in seine typische Form geschmiedet.
Um ein "heißes Eisen anzupacken" und beim Schmieden zu halten, benutzte der Schmied die Zangen, die immer wieder in den Zunftzeichen auftauchten.
Ein Werkzeug, das der zünftige Schmied überhaupt nicht wollte, war die Eisensäge. Es war Ehrensache, dass man Eisen nicht mit der Säge, sondern mit Hammer und Meißel trennte. (Quelle: Dr. Peter Albrecht/Horst Wolniak: Die Geschichte des Handwerks. Edition XXL, Fränkisch-Crumbach, 2004)
Die wichtisten Elemente des Schmiedens beschreibt uns Hans Schmidt in seinem Erinnerungsbuch "Bsinnscht di nu?"
VS, 10. 2. 2011
Schmiedetechniken
Von den vielen Schmiedetechniken
Fügen: schweißen; schrumpfen
Trennen: abschroten; spalten; lochen
Umformen: spitzen; breiten;absetzen; stauchen; strecken; schlichten; biegen; tordieren
weitere Fertigkeiten sind: Treiben; Dengeln; Falten
geht Hans Schmidt auf die folgenden vier ein und erklärt sie mit Hilfe von Zeichnungen:
Stauchen: bedeutet eine Längenänderung mit Hilfe des Schmiedehammers, wobei sich an der Stauchstelle eine Verdickung des Materials ergibt.
Spitzen: zum Spitzen wird mit dem Schmiedehammer eine Ende zur Spitze ausgetrieben, z.B. für die Spitze eines Spitzeisens Spitziisu oder eines Pickel Piggil
Strecken: bedeutet eine positive Längenänderung, wobei das Werkstück gleichmässig dünner und dadurch länger wird.
Absetzen: mit dem Absetzen werden Zwischenräume eingefügt (Rillen, Nuten etc.) oder Werkstücke getrennt; zunächst wird mit dem Schrothammer eine Kehle geschlagen, dann mit dem Setzhammer geglättet.