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Kurzer geschichtlicher Abriss
Der Festungsgürtel Kreuzlingen
Der Festungsgürtel Kreuzlingen wurde ab 1935 geplant und ab 1937 gebaut. In einem Schreiben an das eidgenössische Militärdepartement ( EMD ) vom 11. Februar 1937 begründet der damalige Generalstabschef, Korpskommandant Labhart, die Notwendigkeit für den Bau des Festungsgürtels Kreuzlingen wie folgt: “ Besondere Bedeutung hat der Unterabschnitt Kreuzlingen. Die Deutschen sind schon im Besitz der Rheinbrücken und können vor Kriegsausbruch einen Teil ihrer Truppen links des Rheins bereitstellen. Mit einer Unternehmung von Konstanz aus im Moment der Eröffnung der Feindseligkeiten ist also mit Bestimmtheit zu rechnen und wir setzen diesen Abschnitt nach Koblenz an die zweite Stelle. Die Bausumme für Kreuzlingen ist bei allen drei Programmen gleich geblieben; es ist eine sorgfältig erkundete, zusammenhängende Feuersperre, aus welcher kein Element weggelassen werden kann ohne das Ganze zu gefährden.“
Ziel dieses Verteidigungsgürtels war es, einen Durchbruch feindlicher Truppen über die bewaldeten Anhöhen des Seerückens ins Thurtal zu verhindern.
Der Festungsgürtel Kreuzlingen erstreckt sich über eine Distanz von 11.5 km von Triboltingen über die bewaldeten Höhen des Seerückens nach Lengwil und schliesslich bis Bottighofen. Er umfasste ursprünglich über 80 Bunker, die mit Maschinengewehren und Panzerabwehrkanonen ausgerüstet waren.
Ergänzt wurden diese Bunker durch Infanterie- und Panzerhindernisse, sowie eine grosse Zahl von Kommandoposten, Beobachtungsposten, Unterständen sowie Depots für Munition und Material.
In den 60er Jahren wurde der Kampfwert des Festungsgürtels durch die Panzerabwehrkanone 57 verbessert. Später wurde für diese Waffe eine neue 9 cm-Munition mit grösserer Durchschlagswirkung entwickelt.
In den 70er Jahren wurden zusätzlich eine grosse Zahl von ASU (Atomsichere Unterstände), und in den 80er und 90er Jahren die Festungsminenwerfer und weitere Geländeverstärkungen im südlichen Brigaderaum erstellt. (z.B. Sprengobjekt Autobahnbrücke Lippoldswiler Tobel, Autobahnböschungen beidseits der A7 im Raum Oberstöcken durch Felsblöcke für Panzer unpassierbar gemacht, Panzerbarrikaden im Ortskern Weinfelden)
Mit der Armeereform 95 wurden die Grenzbrigaden aufgelöst und die Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr weiter militärisch genutzt.
Die Grenzbrigade 7 ( Gz Br 7 )
Die bundesrätliche "Verordnung über die Organisation der Grenztruppen" vom 23. Juli 1937 war die Grundlage für die Schaffung der Grenzbrigaden. Die Thurgauer Grenz-Brigade 7 wurde auf den 1. Januar 1938 gebildet. Von den 4 Grenz-Infanterie-Bataillonen waren zwei im eigentlichen Festungsgürtel eingesetzt: Im Ostabschnitt das Bat 274 mit dem Korpssammelplatz Oberhofen, und im Westabschnitt das Bat 275 mit dem Korpssammelplatz Neuwilen.
Während des Kalten Kriegs war die Gz Br 7 in die Kampfführung der Grenzdivision 7 (Gz Div 7 integriert und konnte auf die Unterstützung durch ein Panzer Bataillon sowie durch eine Panzer Haubitzen Abteilung zählen. Die Gz Br 7 verfügte während des Kalten Krieges im Wesentlichen über die folgenden Hauptkampfmittel:
Maschinengewehr 51, Panzerabwehrkanone 57, Raketenrohr (Einsatzdistanz 200 m), Panzerabwehrlenkwaffe „Dragon“ (Einsatzdistanz 1000 m), Festungsminenwerfer 12 cm, Haubitzen Kaliber 10.5 der 1988 neu aufgestellten Festungsabteilung 7.