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Wie bitte? Jemand anders als Michael J. Fox hätte Marty McFly in «Back to the Future» spielen sollen? Undenkbar!
Ja, aber es wäre um ein Haar anders gekommen. Okay, eigentlich nicht um ein Haar, denn der designierte Schauspieler für die Rolle, Eric Stoltz, wurde erst nach vier Wochen Drehzeit entlassen. Wie Ryan Gosling bei «The Lovely Bones». Oder Harvey Keitel bei «Eyes Wide Shut».
Aber seht her und staunt, wer alles ursprünglich für welche Rollen vorgesehen war. Und überlegt mal, was wäre wenn diese Stars nicht geschasst worden wären!
Michael J. Fox war in der Tat Regisseur Robert Zemeckis' erste Wahl für den unfreiwilligen Zeitreisenden Marty McFly in «Back To the Future». Doch leider war Fox vertraglich wegen der TV-Serie «Family Ties» gebunden. Also wurde der junge Schauspieler Eric Stoltz gecastet.
Geschlagene vier Wochen lang drehte das Team mit Stoltz, bis Zemeckis zum Schluss kam, dass dieser der Falsche für die Rolle sei. Stoltz sei «zu humorlos» für den Streifen, so Zemeckis' Meinung. Er spiele «extrem dramatisch», was nicht zum Film passe.
Das erneute neue Casting erhöhte das Filmbudget um 3 Millionen auf insgesamt 14 Millionen Dollar. Michael J. Fox wurde erneut angegangen und siehe da: Der Schauspieler konnte seinen Stundenplan so hinbiegen, dass er die Rolle seines Lebens doch noch spielte.
Um die Rolle des Jack Salmon zu spielen, des trauernden Vater in Peter Jacksons «The Lovely Bones», frass sich Gosling 30 Kilo Übergewicht an. Als er beim Dreh erschien, war Jackson aber alles andere als begeistert: «Was soll denn das sein?», entfuhr es dem Regisseur. «Das ist toll, nicht?», antwortete Gosling. «Nein, ist es nicht. Rauf aufs Laufband!», so die barsche Antwort.
«Ich dachte wirklich, die Filmfigur sollte um die 100 Kilo sein», so Gosling, «doch Peter Jackson war anderer Meinung. [...] Ich tauchte einfach am Set auf und lag nun mal daneben. Und dann war ich arbeitslos und fett.»
Christian Bale bekam dann schlussendlich die Rolle des Psychokillers Patrick Bateman, doch erst nach heftigem Kampf: Der Filmvertrieb «Lion's Gate» wollte einen grösseren Star in der Hauptrolle, namentlich Leonardo DiCaprio. Dieser sagte jedoch ab, weil sein Management der Meinung war, die Rolle sei mit «den Erwartungen der jungen weiblichen Fans» von DiCaprio nicht kompatibel .
Danach wurde die Rolle Ewan McGregor angeboten – worauf Bale diesen persönlich anrief, um ihn davor zu warnen, den Job anzunehmen. O-Ton Bale: «Ich rief einige Leute an, um ihnen mitzuteilen, wie sehr ich diese Arbeit wollte. Ich sagte klar und unmissverständlich: Das ist meine Rolle. Nicht anfassen. Geh weg. Und wenn du nicht weggehst, dann musst du dir bewusst sein, mit wem es du hier aufnimmst.» Letzteres war dann spätestens nach Veröffentlichung des Films allen bewusst.
Hugh Jackman wäre heute wohl nicht so berühmt, wäre da nicht Dougray Scott (rechts im Bild) gewesen. Ursprünglich hätte Russell Crowe im ersten «X-Men»-Film anno 2000 die Rolle des Wolverine übernehmen sollen, doch dessen Gagenforderungen waren zu hoch. So setzte man auf einen jungen schottischen Schauspieler names Dougray Scott, aber dessen bereits terminierter Drehplan für «Mission: Impossible II» machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Das leicht verzweifelte Casting-Team von X-Men verpflichtete drei Wochen nach Drehbeginn den eher unbekannten Aussie Hugh Jackman.
Und was danach geschah, wisst Ihr ja.
Ta-daa!
Ha! Jean-Claude Van Damme himself, «The Muscles from Brussels», wurde verpflichtet, den Menschen jagenden Alien zu spielen, der mit Arnold Schwarzenegger und Konsorten übel umgeht. Nachdem er seine ersten paar Szenen abgedreht hatte – gekleidet in einem Ganzkörperanzug aus rotem Lycra, um den Tarnkappen-Effekt des Predator für die Post-Produktion vorzubereiten – quittierte er seinen Dienst: Er habe kein Interesse daran, einen Spezialeffekt darzustellen, so Van Damme.
Eigentlich war der irische Schauspieler Stuart Townsend gesetzt, um die Rolle des Aragorn in der «Lord of the Rings»-Trilogie zu spielen, ... bis man einen Tag vor Drehbeginn beschloss, dass der Filmcharakter von jemandem «mit einem älteren Aussehen» übernommen werden sollte. Jemand wie Viggo Mortensen zum Beispiel ...
«Ich war in Neuseeland, probte und trainierte zweieinhalb Monate lang für die Rolle», so Townsend zu «Entertainment Weekly», «und dann wurde ich einen Tag vor Drehbeginn entlassen. Danach sagte man mir, dass ich keinen Anspruch auf Bezahlung hätte, weil ich nicht lange genug angestellt gewesen war. [...] Ich bin bis heute unendlich enttäuscht von den Leuten, die dafür verantwortlich sind. Der Regisseur wollte mich – bis ihm einfiel, dass er eigentlich nach jemanden sucht, der 20 Jahre älter war und komplett anders als ich.»
Anne Hathaway war ursprünglich als Alison Scott gecastet, als Reporterin, die nach einem One-Night-Stand vom Hänger-Typen Ben Stone (gespielt von Seth Rogen) schwanger ist. Doch Hathaway stieg wegen «kreativen Differenzen» aus. Genauer: wegen eines Geschlechtsteils.
«Ich stieg aus dem einen Film aus, weil es die eine Szene gab, in der man eine Vagina zu sehen bekam», so Hathaway später zu «Marie Claire», «und ich der Meinung war, dies wäre unnötig für den Erzählstrang der Geschichte». Und so übernahm Katherine Heigl die Hauptrolle in «Knocked Up» und wurde damit zum Megastar.
Nein, das war nur ein Gerücht, dass Harvey Keitel in Stanley Kubriks psychosexuellem Drama «Eyes Wide Shut» eine Masturbationsszene drehte und Nicole Kidman in der Folge etwas Ejakulat in ihre Haare bekam, weshalb sie insistierte, Keitel müsse auf der Stelle geschasst werden.
Die Wahrheit ist viel banaler: Keitel hatte bereits etliche Szenen abgedreht, als er schliesslich aussteigen musste, weil sich die Dreharbeiten dermassen in die Länge gezogen hatten, dass sie mit denen seiner nächsten Filmrolle («Finding Graceland») überlappten. Keitels Rolle in «Eyes Wide Shut» wurde mit Sydney Pollack neu besetzt.
Zusätzlich zu den ohnehin unvorstellbaren Problemen und Verzögerungen, die den Dreh von Francis Ford Coppolas «Apocalypse Now» plagten, kam hinzu, dass der Regisseur kein Gefallen an seinem designierten Hauptdarsteller fand. Harvey Keitel habe Probleme gehabt, die Rolle des U.S. Army Captain Benjamin J. Willard «als passiver Betrachter zu spielen», so Coppola. Keitel raus, Martin Sheen rein, und irgendwann einmal wurde selbst «Apocalypse Now» fertiggestellt.
Anno 1990 war «Bladerunner»-Star Sean Young berühmt-berüchtigt für «schwieriges Verhalten» (wie es so schön im Fachjargon heisst). Und prompt wurde sie 1990 aus ihrer Rolle als Freundin Dick Tracys in der gleichnamigen Comic-Verfilmung entlassen. Offiziell, weil Young «zu wenig mütterlich» für die Rolle gewesen sei – inoffiziell, weil sie Warren Beattys sexuellen Avancen widerstand.
«Es war einfach zu viel sexuelle Politik und crazy Zeugs», sagte Young der Los Angeles Times, «aber entlassen zu werden entpuppte sich schlussendlich als Segen, denn ich denke nicht, dass ich's ausgehalten hätte, mit Warren Beatty zu arbeiten». Beatty bestritt stets jegliche sexuelle Belästigung.
Komiker-Legende John Candy hätte ursprünglich Louis Tully, Sigourney Weavers Nachbar in «Ghostbusters», spielen sollen. Candy wollte seine Filmfigur mit einem deutschen Akzent spielen und wäre das Herrchen zweier Schnauzer gewesen. Doch niemand mochte den Akzent, und Hunde hatte es mit den «Terrorhunden» bereits genug im Film. Candy wurde mit Rick Moranis ersetzt.
... der «Beverly Hills Cop» wäre beinahe von Sylvester Stallone gespielt worden!
Nun, eigentlich hätte Mickey Rourke die Rolle bekommen, ... doch der schied aus, als sich die Vorproduktion verzögerte. Also wurde Stallone unter Vertrag genommen. Doch Letzterer wollte einen «härteren Film mit einer togheren Hauptfigur» und verliess das Projekt. Dann erst hatte jemand die Idee, die Hauptrolle des Axel Foley weitgehend auf Comedy umzuschreiben, dass er zu Eddie Murphy passte.