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Giuseppe Tomasi di Lampedusa lässt in seinem Romanklassiker „Der Leopard“ eine der Hauptfiguren einen Satz sagen, der gut und gern als Leitmotiv der US-Außenpolitik dienen könnte: „Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.“ Während auf der innenpolitischen Bühne in den letzten Jahren der politische Radikalismus eine dominierende Rolle spielte, wurden radikale Positionen auf dem Feld der Außenpolitik problemlos integriert, ohne die hergebrachten Normen und Praktiken zu erschüttern.
Von den späten 1990er bis Ende der 2010er Jahre setzte die etablierte Außenpolitik der liberalen Atlantiker vorzugsweise auf politische Projekte, die auf Regimewechsel abzielten. Der neue Konsens setzt offenbar auf ein Konzept, das man als „culture forming“ bezeichnen kann: also im globalen Maßstab „kulturbildend“ im Sinne westlicher Normen und Sitten zu wirken.