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Was geschieht bei der Geburt?
Woran erkennt die Frau die Eröffnungswehen?
Jede Frau muss sich bewusst sein, dass es ab der ersten Senkwehe unausweichlich und absehbar in Richtung Geburt geht. Sie hat ab der 36. Schwangerschaftswoche rund vier Wochen Zeit, ein Verständnis für die kommenden Schmerzmeldungen der regelmäßigen Eröffnungswehen aufzubauen. Die Frau soll die Zeit der unregelmäßigen Senkwehen konsequent dazu nutzen, die Gebärmutter bei ihrer Vorarbeit zu beobachten, und sich darauf einstellen, dass die Schwangerschaft zu Ende geht. Die Frau kann alle Veränderungen in ihrem Körper feststellen und verstehen, woraus diese entstehen. Mit dieser Vorbereitung wird die Frau bei den ersten regelmäßigen Eröffnungswehen weder körperlich noch seelisch überfordert sein. Sie versteht die Schmerzmeldungen der Gebärmutter und ihre eigene Reaktion darauf. Der Partner unterstützt sie, indem er sie ermutigt, sich in seiner Geborgenheit der Geburt auszuliefern und sich für das Kind zu öffnen.
Übung: Eröffnungswehen
Schauen Sie in die Gebärmutter hinein und stellen Sie sich vor, wie sich der Gebärmutterhals während vier Wochen langsam verkürzt und um das Kindsköpfchen legt. Hierfür sorgen die Senkwehen. Das Kindsköpfchen folgt dem inneren Muttermund immer mehr in den Beckeneingang hinein. Stellen Sie sich vor, wie der innere Muttermund mit dem äußeren verschmilzt (Pfropfen weg, Muttermund verstrichen).
Der Muttermund gibt nach, die Eröffnungswehen beginnen. Stellen Sie sich vor, wie der Muttermund jetzt von unten nach oben um das Köpfchen hochgezogen wird. Es braucht so viele Eröffnungswehen, bis der Muttermund das Köpfchen vollständig umschließt (total eröffneter Muttermund).
Tritt das Kind mit seinem Köpfchen durch den Muttermund aus der Gebärmutter hinaus, gelangt es in die Scheide. Diese ist mit dem Muttermund fest verbunden und weitet sich nun ebenfalls aus. All dies wird vom Körper als schmerzvoll empfunden.
Über die Ausatmung hat die Frau jetzt das Recht, hören zu lassen, wie »weh« diese Wehen tun.
Übung: Eröffnung nachahmen
Spielen Sie den Vorgang selbst nach. Legen Sie die rechte Faust (Köpfchen) in die linke Hand und bilden Sie mit dem linken Daumen und Zeigefinger einen Kreis (Muttermund). Stoßen Sie mit der rechten Faust diesen Ring auseinander und ziehen Sie den Ring um die Faust herum. So tritt das Köpfchen durch den Gebärmuttermund. Ahmen Sie diesen Vorgang immer wieder nach.
Quelle: «Was geschieht bei der Geburt?» von Antoinette El Agamy Etman