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In den 1880er Jahren war die High Society von New York in zwei strikte getrennte Parteien geteilt: Einerseits die Vertreter des „alten Geldes“, die ihr Vermögen spätestens im Unabhängigkeitskrieg begründet hatten (angeführt von der Familie Astor); Andererseits die (relativ) neureichen Parvenüs, die ihren Wohlstand dem jüngsten Wirtschaftsboom zu verdanken hatten (zum Beispiel die Familie Vanderbilt). Da die Altreichen den Neureichen kategorisch den Zugang zu den Logen in der Academy of Music verwehrten, beschlossen letztere kurzerhand, ein eigenes Opernhaus zu bauen.
Am 22. Oktober 1883 wurde das neue Opernhaus, das die Neureichen ohne Rücksicht auf die Kosten in Manhattan aufgestellt hatten, pompös eröffnet: Die Metropolitan Opera. In den ersten Jahren war die Konkurrenz zwischen den beiden Opernhäusern, der Academy der Altreichen und der Metropolitan der Neureichen, ein reiner Jahrmarkt der Eitelkeiten – Wo ging „man“ hin? Wo hatte „man“ seine Loge? Mit wem wollte „man“ gesehen werden? – , die Oper an sich war hingegen zweitrangig. Entsprechend waren die Anfänge der Met künstlerisch mittelmässig und finanziell ein Fiasko. Erst als Leopold Damrosch die Leitung des Hauses übernahm, begann (und zwar mit Wagner) der Aufstieg der Metropolitan Opera zu einem der bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Unter Managern wie Maurice Grau, Giulio Gatti-Casazza oder Rudolf Bing kamen die besten Künstler der Opernwelt nach New York: Enrico Caruso, Nellie Melba, Placido Domingo, Lilli Lehmann, Arturo Toscanini, Maria Callas, Beniamino Gigli, Renata Tebaldi, Fjodor Schaljapin, Leonard Bernstein, Lisa della Casa, Joan Sutherland und noch viele andere.
Jetzt bei buchplanet.ch: 100 Jahre MET – Oper in der Neuen Welt von Carl H. Hiller.