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Lernstruktur
Die erste Lektion eines neuen Semesters beginnt mit einem Gespräch. Bei Kindern sind die Eltern herzlich Willkommen. Wir sprechen über die Bedürfnisse des Schülers/der Schülerin, machen einen kurzen Rückblick auf das letzte Semester und bestimmen zusammen die persönlichen Ziele. Die Schülerin/der Schüler darf bestimmen, mit welchem Lernprofil (A, B, C oder D) sie/er im neuen Semester arbeiten möchte. Die Wahl des Profils ist verbindlich und die Ziele des Lernprofils sollten angestrebt werden.
Lernprofile
A)
Du spielst sehr gerne und sehr oft an deinem Instrument und gehörst zu den ambitionierten Spielerinnen oder Spieler. Deine Ziele sind z.B. das Mitspielen in einer Band. Oder du hast persönlich hohe Ziele an deiner musikalischen Entwicklung. Du möchtest gefördert werden und bringst eine grosse Eigeninitiative mit. Du bekommst Hausaufgaben und Lektionsnotizen von mir. Dein Trainingsaufwand bzw. das Üben wird 4- bis 5-mal pro Woche à ca. 30 bis 40 Minuten sein. Obligatorisch ist die Teilnahme am Stufentest und einmal im Jahr das Auftreten an den Studio- und Regionalkonzerten. Es ist für dich eine Selbstverständlichkeit, an den Proben für die Konzerte teilzunehmen und dir dafür mehr Freizeit einzuplanen.
B)
Du spielst zu Hause gerne und mit Spass an deinem Instrument. Du möchtest gefördert werden und bringst eine gewisse Eigeninitiative mit. Du bekommst Hausaufgaben und Lektionsnotizen von mir. Dein Trainingsaufwand bzw. das Üben wird 2- bis 3-mal pro Woche à ca. 15 bis 30 Minuten sein. Du hast die Möglichkeit am Stufentest teilzunehmen. Das bestimmen wir jeweils zu Semesterbeginn. Das Auftreten am Studiokonzert wird einmal in zwei Jahren erwartet mit den dazugehörigen Proben. Gerne kannst du dein Können auch an einem Regionalkonzert zeigen.
C)
Du bist ein „Just-For-Fun-Spieler“ und hast Spass an deinem Instrument. Deine Möglichkeiten zuhause zu trainieren bzw. zu üben sind sehr beschränkt oder nicht möglich.
Das ist kein Grund, nicht in den Instrumentalunterricht zu kommen. Wir arbeiten zusammen einmal pro Woche in deiner Lektion und spielen zusammen hauptsächlich das, was dir Freude bereitet. Trotzdem spielen wir auch Übungen, damit du in kleinen Schritten weiterkommst. Du bekommst keine Hausaufgaben. In den Lektionsnotizen kannst du jeweils nachlesen was wir in den Lektionen gemacht und gespielt haben. Das Profil C ist auch geeignet für Jugendliche, die schon lange Schlagzeugspielen und durch die Ausbildung/Studium für eine gewisse Periode wenig Zeit für ihr Spiel aufbringen können.
D)
Hier besteht die Möglichkeit, einen ganz individuellen Lernplan festzulegen. Z.B. für Kleinkinder, Senioren, autistische Kinder, durch Krankheit oder Unfall beeinträchtigte Personen.
Wie trainiere ich?
Das Üben macht nicht immer Spass – jedoch der Erfolg danach immer.
Im Sport wird ebenfalls trainiert um zu gewinnen.
Der Lerneffekt ist grösser, täglich mit kürzeren Einheiten zu üben, statt einmal in der Woche dafür länger.
Wann trainiere ich?
Ich habe zu wenig Zeit!
Zeit haben die wenigsten. Im Gegensatz zum Sporttraining, welches 2- bis 3mal wöchentlich fix stattfindet, muss die/der Lernende eines Instrumentes ihr/sein eigenes Zeitmanagement aufstellen. Die Schülerin/der Schüler muss lernen, eine Eigenmotivation an den Tag zu bringen. Das ist für Kinder und Jugendliche eine sehr grosse Aufgabe. Auch Erwachsene wissen nur zu gut, wie schwierig das ist.
Welche Rolle/Verantwortung haben die Eltern?
Die Rolle der Eltern ist, mit dem Kind zusammen die Verantwortung für einen Zeitplan zu teilen und den Kindern und Jugendlichen mit Motivation zu unterstützen. Die Eltern stehen in den Turnschuhen des Trainers (ausserhalb der Musiklektion) und sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Begleiten Sie Ihre Sprösslinge unbedingt mit Motivation und nicht mit Druck.
Beispiele und Ideen:
Es kann helfen, einen festen Wochen-/Tagesplan mit den Kindern zu verabreden.
„Immer nach dem Mittagessen, bevor du wieder Schule hast, machst du an deinem Instrument dein Training, danach essen wir zusammen das Dessert.“
„Wenn ich das Abendessen koche, höre ich dir gern bei deinen Übungen zu.“
„Deine Schlagzeugtrainingszeit in Minuten darfst du am selben Tag als doppeltes für Medienzeit einsetzen.“
Seien Sie als Eltern kreativ, wohlwollend und motivierend. Wenn die Methoden nicht fruchten, üben Sie bitte keinen Druck aus, sondern suchen Sie zusammen mit dem Schüler/der Schülerin das Gespräch mit mir.
Lernmethoden
Lektionsnotizen sind auf www.schuelerportal.ch eingetragen. Du bekommst ein persönliches Login und Passwort. Über einen Computer, ein Tablet oder Mobile einfach einloggen und die Hausaufgaben lesen und anschauen. Die Lektionsnotizen sind deine Arbeiten, Übungsvorschläge, neue Stücke, Klangbeispiele, Noten und oft ein persönlich, für dich aufgenommenes Video > abspielen, anhören, selbst probieren, nachspielen, mitspielen.
Das üben nach Noten ist ab einem gewissen Spiel-Niveau wichtig. Wir lernen die Notation in kleinen Schritten. Noten sind die Sprache der Musik. Damit verständigen sich alle Musiker der Welt, ob Bands, Orchester oder Chöre.
Um das Gehör zu schulen ist es sehr wichtig, sich die Stücke immer wieder anzuhören. Ich spreche hier nicht von 2- bis 3-mal sondern von 20- bis 30-mal und mehr.
Spiele frei zu deinen Lieblingssongs. Konzentriere dich nicht nur auf die Hausaufgaben aus der Lektion, das sind deine Trainings.
Jetzt aber spiele auch mal einen Match, der dir so richtig Spass macht! Lass es krachen – egal wie einfach oder schwierig es ist. Probiere aus und geniesse dein Können und wachse über dich hinaus. Vergiss die Angst vor Fehlern und sprenge deine Grenzen.
Die Musik soll dir Freude machen – dann hast du den Match gewonnen!
Üben mit dem Metronom ist das Ausdauertraining in der Musik. Nimm einfache Rhythmen, die du schon kannst und wiederhole sie im Spiel mit dem Metronom (z.B. 5 Minuten). Vielleicht magst du es noch einmal versuchen und beschleunigst das Tempo etwas. Und Los!
Der Effekt ist nicht nur die Ausdauer, sondern auch eine technische Festigung der Abläufe.
Freies Improvisieren und lass die Hausaufgaben beiseite.
Suche neue Klänge auf deinem Instrument. Das kann ganz ruhig und achtsam sein. Nimm deine beiden Ohren und höre ganz gut hin.
Wie klingt eine Stricknadel auf dem Becken? Das Abwaschbürsteli auf der Snare? …. Erfinde Neues. Gibt es etwas in deinem Zimmer, dass du mit ans Schlagzeug bauen kannst? Schaffe dir so deinen ganz eigenen Sound. Entstehen plötzlich neue Rhythmen, ohne sie zwanghaft zu suchen? Lass es fliessen und höre den Klängen gut zu. Sie sind einzigartig. Du hast sie erschaffen.
Mit einem Mobile, Tablet oder gar einem alten Kassettengerät, kannst du dein Spielen auf dem Instrument aufnehmen.
Du wirst merken, sobald das Gerät auf Aufnahme steht, musst du mit einer anderen inneren Spannung an deinem Instrument umgehen.
Für manche ist diese Spannung sehr motivierend und positiv und sie spornt zur perfekteren Leistung an, andere wiederum bekommen Lampenfieber und die Nerven lassen dich nur zaghaft spielen.
Sehe es als Training und Stärkung deines Auftretens an. Es ist nur für dich, du brauchst es niemandem vorzuspielen, aber du darfst.
Gehst du einen Schritt weiter, kannst du mit einem Mobile oder Tablet dein Spielen auf dem Instrument als Film aufnehmen.
Das Video zeigt dir deine Bewegungen und deine Haltung am Instrument. Vielleicht kannst du sogar eine gewisse Ausstrahlung erkennen?
Auch wenn das Video zum x-ten-mal misslingt, solltest du dir bewusst sein, es ist eine hohe Kunst, die vielen Faktoren auf den Punkt zu bringen. Es einfach trotzdem zu machen, darauf kannst du richtig stolz sein.
Das schönste ist:
Die Musik kennt keine Grenzen.
Suche deinen eigenen Weg und sei ein Erfinder. Bravo!