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Karte des Bodensees und Teile des Thurgaus von Hans Conrad Gyger
Die Manuskriptkarte zum Bodensee von Hans Conrad Gyger um 1630, von der hier ein Ausschnitt gezeigt wird, umfasst die Südseite des Untersees und des Bodensees von Diessenhofen, Stein am Rhein bis zur Mündung des Rheins bei Altenrhein. Der Thurgau war eine gemeine Herrschaft, in der reformierte und katholische Landvögte in einem festen Turnus die hohe Gerichtsbarkeit ausübten. Die niedrige Gerichtsbarkeit lag bei sehr vielen kleinen Gerichtsherrschaften, die oft nur ein einzelnes Dorf umfassten und geistlichen oder weltlichen Herren gehörten. Die Besitzer wechselten durch Erbgang oder Verkauf. In diesem Gewirr von Herrschaftsrechten hatte Zürich drei feste Besitzungen mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit, in Pfyn, Wellenberg und Weinfelden. Die heute in der Kartensammlung der Zentralbibliothek Zürich aufbewahrte Karte stammt aus dem Schloss Granhammer in Schweden, wo sie bis 1960 zum Bestand der Bibliothek der Familie Råland gehörte. Claes Råland, der spätere Staatsmann, begleitete im 30jährigen Krieg als junger Offizier den schwedischen König. Mit einem schwedischen Heer verletzte General Gustav Karlsson Horn 1633 die schweizerische Neutralität. Er erzwang sich den Durchmarsch durch das damals zürcherische Städtchen Stein am Rhein, überquerte am 5. September den Rhein, zog mit seinem Heer durch die gemeine Herrschaft Thurgau und belagerte, von Schweizergebiet aus, die Stadt Konstanz. Am 12. September plünderten seine Truppen das Schloss Romanshorn. Es bestanden Verbindungen von einzelnen Bürgern und auch von Räten der Stadt Zürich zu den protestantischen Schweden. Das Gebiet von Schaffhausen bis Diessenhofen und die südlichen Gebiete des Thurgaus fehlen, weil sie für die schwedische Kriegsführung nicht wichtig waren.
Die Karte hat die Signatur MK 801</a> - das Original ist in der Kartensammlung der Zentralbibliothek Zürich.