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Tramvie elettriche Lugano
|Kürzel||TEL|
|Bahntyp||Trambahn|
|Betriebseröffnung||1896-06-01|
|Mutiert||Ab 1918-07-01 Tramvie elettriche comunali di Lugano|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1896 eröffneten, von Beginn an elektrifizierten TEL waren ursprünglich Eigentum einer reinen Aktiengesellschaft und hatten keine Anleihen. Sie führten zunächst von Cassarate zur zentralen Piazza Giardino und entlang des Luganersees bis nach Paradiso. 1905 respektive 1910 kamen ausgehend von der Piazza Giardino die Zweiglinien zum Friedhof und zum SBB-Bahnhof hinzu. 1910 beschafften die TEL ausserdem neues Rollmaterial. Die Aufstockungen des Kapitals in Form von Aktien (1908) und Anleihen (1910) sowie die in diesem Zeitraum plötzlich hochschnellenden schwebenden Schulden standen im Zusammenhang mit den genannten Erweiterungen.
Finanziell operierten die TEL in den ersten Betriebsjahren am Limit, doch die Situation stabilisierte sich zusehends. Ab 1901 konnten sie alljährlich eine Dividende ausrichten, die kurzfristig beachtliche 5 Prozent des Aktienkapitalwerts erreichte. Mit der Vermehrung des Fremdkapitals 1910 entstanden indes neue Zinslasten. 1912 wurden die stark angewachsenen schwebenden Schulden in feste Anleihen umgewandelt. Die Anlagegelder übertrafen zu diesem Zeitpunkt – vermutlich im Hinblick auf prospektive Vorhaben – die Baukosten deutlich. Mit der Netzerweiterung von 1910 stiegen die Betriebskosten sprunghaft an, was die Geschäftsergebnisse empfindlich schmälerte. Mit dem Kriegsausbruch 1914, der die TEL hart traf, wurde die finanzielle Lage rasch prekär. 1916 musste der Wert des Aktienkapitals um die Hälfte reduziert werden. Doch es half nichts. Das Transportgeschäft der TEL wurde schwer defizitär, weil der Betriebsaufwand weit kräftiger zunahm als die Einnahmen.
Auf den 1. Juli 1918 gingen die TEL durch Verkauf an die Gemeinde Lugano über, welche fortan die Defizite ausglich (in der Datenbank als «Betriebssubvention» dokumentiert). Die ursprünglichen Anlagekosten von 826'525 Franken wurden auf 552'958 Franken oder um 34 Prozent reduziert. Dabei fanden offensichtlich auch Abschreibungen auf dem Rollmaterial statt. Die Wertverminderung ist in der Datenbank als Handänderungsverlust erfasst. Gemäss der Statistik von 1920 (S. 217) bekamen die Aktionäre «als Ersatz ihrer Titel 1000 Genussscheine zugeteilt, die nach 12 Jahren zum kapitalisierten Durchschnittsertrag rückzahlbar sind». Gleichzeitig wurden die TEL in Tramvie elettriche comunali di Lugano (TCL) umbenannt.
Die Bruttobaukosten der TEL waren mit knapp 123'000 Franken pro Bahnkilometer (Stand 1920) tief. Wichtigster Ausgabenposten war der Oberbau, auf welchen ein Drittel des Gesamtaufwands entfiel. Dahinter folgten mit einigem Abstand die elektrischen Einrichtungen und das Rollmaterial mit je 17 Prozent der Totalkosten.
Ab den 1950er-Jahren wurde das Netz der TCL schrittweise verkürzt, 1959 der Betrieb schliesslich ganz eingestellt, um Raum für den motorisierten Strassenverkehr zu schaffen. Wie in anderen Städten, die ihre Trambahnen aufgehoben hatten, flammten jedoch auch in Lugano in jüngerer Zeit Diskussionen auf, ein neues städtisches Schienennetz aufzubauen, um dem zunehmend überbordenden Strassenverkehr entgegenzuwirken. Eine erste Linie soll das nahe beim Flughafen gelegene Bioggio mit dem Zentrum von Lugano verbinden. Die Kosten werden auf weit über 200 Mio. Franken geschätzt. Der Bau könnte frühestens 2015 beginnen.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: