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Das Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist eine Fachstelle innerhalb der Dienstabteilung Städtebau, die sich mit der Erhaltung der bedeutenden historischen Bausubstanz befasst. Es ist ein Kompetenzzentrum für Fragen der Denkmalpflege, des Ortsbildschutzes und des Kulturgüterschutzes.
Baukultur entdecken
Hier stellen wir Ihnen Aktuelles aus der Tätigkeit des Teams Denkmalpflege und Kulturgüterschutz vor.
Pförtnerhaus, Kreuzbuchstrasse 31, Sanierung und Restaurierung 2020
Das wohlproportionierte Pförtnerhaus liegt bei der Auffahrt zur Villa Kreuzbuch direkt am Bahngleis mit Blick zum See. Schon im Erstellungsjahr 1916 waren die Insignien der neubarocken französischen Schlossarchitektur offensichtlich; der zweijochige Portikus, die abgerundeten Gebäudeecken mit Okulis, die hohen Rundbogenfenster und das schiefergedeckte Mansarddach waren schon damals in gewisser Weise anachronistisch. Das neubarocke Pförtnerhaus war Teil der von Möri & Krebs gestalteten Gartenanlage der Villa Kreuzbuch mit Tennisplatz, Geräteschuppen, Liebeslaube und Orangerie mit Wintergarten. Von 1991 bis 2009 stand die im Baurecht von der Stadt Luzern gehaltene Villa Kreuzbuch und die gesamte Gartenanlage mit Orangerie und allen Nebengebäuden leer. Einzig das Pförtnerhaus war zwischenzeitlich vermietet. Zwischen 2009 und 2012 realisierten die Gebr. Amberg Bauunternehmung AG und die Gebr. Amberg Generalunternehmung AG die Seniorenresidenz «Tertianum». Das Pförtnerhaus gilt als das letzte erhaltene Nebengebäude zur Villa Kreuzbuch, die zwischen 1894–1904 durch einen Aus- und Umbau des aus dem 18. Jh. stammenden Landsitzes Hochhüsli entstand. Der Landsitz soll von Jakob Singer erbaut worden sein, die Pläne des Um- und Ausbaus stammen von den Architekten Pfleghard & Häfeli.
Aussen galt das Motto: «Instandsetzung»
Der Tuffstein ist gereinigt worden. Bei den Sandsteingewänden mussten die Stahlgitter entfernt werden, um die vollends von Rost befreiten geschmiedeten Gitter wieder in Position mörteln zu können. Die Fensterläden konnten erhalten bleiben und repariert werden. Der Zustand vor der Sanierung zeigte im Inneren beinahe einen Rohbau: Das Geländer der Holztreppe war nicht mehr da, die Dachrinnen undicht. Es war höchste Zeit das Haus instand zu setzen. Es zeigt sich immer wieder, dass Gebäude ohne Bewohner und ohne Nutzung gefährdet sind. Die Restaurierung ist aus denkmalpflegerischer Sicht gelungen und erfreulich. Es konnten einige Bauteile repariert werden. So wurde zum Beispiel der originale Parkett im Erdgeschoss wieder in Stand gesetzt. Bauteile wie zum Beispiel die Treppe konnten erhalten bleiben, das Geländer wurde handwerklich rekonstruiert und defekte Teilstücke der Treppenwangen neu eingepasst. Da im Inneren der Verputz bereits vor einigen Jahren entfernt worden war konnte man in diesem Fall das Gebäude massvoll mit einem Dämmputz von innen dämmen. Das historische Tuffsteinmauerwerk ist darauf angewiesen, dass sich die Innendämmung möglichst offen verhält in Bezug auf die Dampfdiffusion.
Alle neuen Bauteile sind systemgerecht und gestalterisch geschickt gewählt worden. So passt zum Beispiel der ausgewählte Terrazzo sehr gut in die typische Materialwahl des frühen 20. Jahrhunderts und setzt Bezüge zum steinigen Äusseren. Die Innentüren waren nicht mehr vorhanden und wurden sinngemäss rekonstruiert und farblich austariert mit dem Grünblau der Sockelleisten und Türfutter. Die Farben im Innern tragen entscheidend zu einer authentischen Raumstimmung bei. Es handelt sich um fein abgestimmte Kalkfarben in den Haupträumen in warmen Grautönen mit hellen Stuckarbeiten und in geheimnisvollen dunkelgrüngrauen Farbtönen im Bad - kultiviert, dem Umfeld und der Geschichte der Anlage gebührend.
Denkmalpflege und Kulturgüterschutz der Stadt Luzern
Roman Brunner
Bauherrschaft: Gebr. Amberg Bauunternehmung AG, Luzern
Bruno Amberg, Bauherrenvertreter
Projekt- und Bauleitung: Gebr. Amberg Generalunternehmung AG, Luzern
Immanuel Handel
Architektonische Begleitung: Frank Lüdi, dipl. Architekt ETH SIA, Luzern
Frank Lüdi
Fotos vor Sanierung: Immanuel Handel
Fotos nach Sanierung: Daniela Burkart
Denkmalpflege
Die Denkmalpflege berät Bauwillige, Eigentümer/-innen, Architekten/Architektinnen, Handwerker/-innen sowie Dienstabteilungen der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit Umbauten und Renovationen. Die Tätigkeit der Denkmalpflege richtet sich nach den Leitsätzen zur Denkmalpflege in der Schweiz herausgegeben von der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege EKD und deren Grundsatzdokumente. Als eine der Vernehmlassungsstellen im Baubewilligungsverfahren wird die städtische Denkmalpflege bei Bauvorhaben in den Ortsbildschutzzonen, bei Baugruppen und erhaltenswerten Bauten konsultiert. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Team Denkmalpflege ist zu empfehlen. Die kantonale Denkmalpflege ist für Unterschutzstellungen bzw. Eintragung von Objekten ins kantonale Denkmalverzeichnis und für finanzielle Beiträge zuständig.
Ortsbild
Luzern ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS eingetragen und als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft. Durch diese Aufnahme ins Bundesinventar wird dargetan, dass Luzerns Ortsbild in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung verdient. Im Zonenplan sind die überlagernden Ortsbildschutzzonen A (Altstadt) und B ausgewiesen. Die entsprechenden Bestimmungen sind im Bau- und Zonenreglement nachzulesen.
Bauinventar
Die Stadt Luzern verfügt über einen reichen Schatz an erhaltens- und schützenswerten Bauten. Diese Objekte werden in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege in einem Hinweisinventar erfasst. Im kantonalen Bauinventar BILU sind unbewegliche Objekte gemäss dem Gesetz über den Schutz der Kulturdenkmäler und der zugehörigen Verordnung aufgeführt (DSchG, SRL Nr. 595; DSchV, SRL Nr. 595a). Die erhaltens- und schützenswerten Bauten sowie die Baugruppen sind für das Ortsbild der Stadt Luzern bestimmend und sollen in ihren Qualitäten erhalten werden. Weitere Informationen zum Bauinventar enthält das Stadtmagazin Nr. 2/2017.
Europäische Tage des Denkmals
„Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Bevölkerung das Interesse an unseren Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. In der ganzen Schweiz sind jeweils am 2. Wochenende im September Interessierte zu Führungen, Atelier- und Ausgrabungsbesichtigungen, Exkursionen sowie vielen weiteren Veranstaltungen eingeladen.“(hereinspaziert.ch)
Die 27. Europäischen Tage des Denkmals 2020 stehen unter dem Motto "Weiterbauen" und werden in der Schweiz am Wochenende vom 12. & 13. September 2020 durchgeführt.
Industriestrassen-Areal im Aufbruch
Bald wird im Industriestrassen-Areal weitergebaut. In diesem städtischen Schwemmgebiet bildete sich seit der neuen Linienführung der Eisenbahn Ende des 19. Jh. ein durch gewerbliche Nutzung geprägtes Areal. Seit den 1970er Jahren fanden bereits Umnutzungen statt, wodurch ein wertvoll durchmischtes Areal mit eigener Identität entstand. Einige wichtige Bauten wie zum Beispiel das ehemalige Käselager, der ehemalige Pferdestall und der Unterstand der Eisenhandlung werden uns erhalten bleiben und auch künftig an längst vergangene Nutzungen erinnern.
Die Denkmalpflege der Stadt befasst sich am Tag des Denkmals mit dem Industriestrassen-Areal. Wir treffen uns vor Ort am Samstag 12. September 2020 um 10:30 Uhr zum Gespräch mit Vertretern und Vertreterinnen der Genossenschaften GWI und Wohnwerk und des Architekturbüros Rolf Mühlethaler. Die These steht im Raum: Um weiterzubauen muss ein Dialog mit dem Bestand stattfinden.
Kulturgüterschutz
Das Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist Anlaufstelle in Fragen des Kulturgüterschutzes von Immobilien und Mobilien. Es erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der ZSOpilatus Einsatzpläne im Bereich des Kulturgüterschutzes. Diese Arbeit wird fachlich von der Kulturgüterschutz-Kommission begleitet.
Die Stadt Luzern verfügt über einen Kulturgüterschutzraum wo Kunst- und Kulturgegenstände der Stadt wie beispielsweise die Hofbrückenbilder eingelagert werden. Zu den Aufgaben im Bereich des Kulturgüterschutzes gehört die Betreuung der Bildtafeln der Luzerner Holzbrücken Kapellbrücke, Spreuerbrücke, Hofbrücke.
Quartierrundgänge zum Bauinventar
Im Dezember 2017 wurde das Bauinventar für die Stadt Luzern in Kraft gesetzt. Die Erkenntnisse aus dem Inventar stellt die kantonale Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit dem städtischen Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz regelmässig an Quartierrundgängen vor. Im Jahr 2020 führen die Rundgänge durch die Quartiere Bramberg und Maihof.
Quartierrundgang Maihof
Dienstag, 25. August 2020, 17.30 Uhr
Treffpunkt: Maihofschulhaus, Haupteingang
Führung: Jasmin Riedener, Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz Stadt Luzern und Mathias Steinmann, kantonale Denkmalpflege
Quartierrundgang Bramberg
Dienstag, 1. September 2020, 17.30 Uhr
Treffpunkt: VBL Haltestelle "Brüggligasse"
Führung: Adeline Zumstein und Mathias Steinmann, kantonale Denkmalpflege
Informationen zur Durchführung unter www.da.lu.ch