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Die römische Herrschaft beschränkte sich in Seebach auf die Ausübung der Provinzgewalt, auf das Militär- und Zollwesen, auf den Erhalt von Ruhe und Ordnung und auf den Ausbau der Handelswege zur Absicherung der römischen Herrschaft und eines gewissen Wohlstandes. Wer von der Urbevölkerung sich an diese Gegebenheiten anpasste, wurde in Ruhe gelassen. Die Römer brachten viele Neuerungen in die Gegend, wie etwa den Wein, Südfrüchte, Olivenöl, weiterentwickelte Landwirtschaftstechniken uvam.
In Seebach beschränkte sich die römische Anwesenheit wohl auf einen Stallknecht für die «mutatio» sowie einen Gutsverwalter, der die nötigen Anpassungen bei den Bauernhöfen in der Keltensiedlung vornahm, um die Vorgaben der Heeresführer hinsichtlich der Versorgung der Truppen sicherzustellen. Neben viel Arbeit beim Ausbau des alten Keltenweges von Ã?rlikon nach Kloten dürfte man von der römischen Präsenz in Seebach nicht allzuviel bemerkt haben. Es ergab sich einfach, so nebenbei noch etwas lateinisch zu lernen, um sich mit den Römern verständigen zu können. Doch die Bauern und nur aus solchen bestand damals die Seebacher Bevölkerung, sprachen wohl noch bis 100 n. Chr. unter sich weiterhin die angestammte keltische Sprache, ehe sich diese langsam im Lateinischen auflöste, allerdings nicht ohne eine grosse Anzahl Substratwörter keltischer Prägung zu hinterlassen. Die römischen Herren waren auch klug genug, die keltischen Gewohnheiten nicht allzu sehr einzuschränken und konnten mit der Verschmelzung der Kulturen gut leben.
Wie schon erwähnt, ging das Keltische nicht sang- und klanglos unter, sondern es blieb als Substratsprache im Mittellateinischen erhalten. Das belegen zahlreiche schriftliche Hinweise im gesamten Schweizer Mittelland aus der Zeit der römischen Besetzung und weit darüber hinaus (bis etwa 800 n. Chr). Das keltische Substrat im damaligen Latein Helvetiens war so ausgeprägt, dass sich Koryphäen wie ein Prof. Dr. J. Hubschmied täuschen liessen und meinten, dass in der Schweiz noch keltische Sprachinseln bis um das Jahr 800 oder gar 1000 überlebten. In Wirklichkeit waren es keltische Substratwörter innerhalb des Lateinischen, welche überlebten, aber keine reinen keltischen Sprachinseln. Dieser Sachverhalt scheint heute weitgehend anerkannt.
Zu Gunsten der keltischen Substratwörter innerhalb des Lateinischen spricht auch die Logik: In den meisten Orten des Mittellandes standen den Dutzenden vor keltischen Ureinwohnern allenfalls ein paar Römer gegenüber. Einzig für die grösseren Siedlungen dürften die Verhältnisse eher zugunsten der Römer gelautet haben. Es darf daher vermutet werden, dass die Kelten im Laufe der langen Besatzungszeit der Römer ihre Sprache lautlich dem Lateinischen angepasst haben, dass sie gegen den Schluss hin so eine Art Gallorömisch sprachen, wobei das Römische wohl überwog. Diese Vermutung darf heute tel quel auch für Seebach angenommen werden.