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Art Brut-Sammlung
Seit 1976 ist Lausanne die Hauptstadt der Art Brut. Bis in Europa und in den USA ähnliche Einrichtungen geschaffen wurden, war die Collection de l'Art Brut während langer Zeit weltweit die einzige Institution dieser Art. Nun ist sie weiterhin das «Stammhaus» und DIE Referenzeinrichtung der Art Brut.
Ihr Kern stammt vom «Erfinder» der Art Brut, d. h. vom französischen Künstler Jean Dubuffet. Er war der Erste, der den künstlerischen Status von spontanen und autodidaktischen Kreationen anerkannte, die er in Heimen und Gefängnissen oder bei Spiritisten, Aussenseitern und anderen gesellschaftlich Unangepassten entdeckte.
Auf die inneren Weiten ausgerichtet
Da sich Jean Dubuffet daran erinnerte, dass er in der Schweiz, insbesondere in der Westschweiz, ab 1945 sowohl aussergewöhnliche Kunstschaffende als auch fortschrittlich denkende Psychiater kennengelernt hatte, beschloss er, der Stadt Lausanne die 5000 Werke seiner Sammlung anzubieten: Wölfli, Aloïse, Chaissac, Madge Gill, Carlo, Augustin Lesage…
Diese sind nun im Château de Beaulieu untergebracht, einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Die Innenwände sind komplett schwarz gestrichen, damit die Besucherinnen und Besucher in die «vertraute Fremdartigkeit» der inneren Weiten eintauchen können, in denen sich diese unkonventionelle Kunstform frei bewegt.
Michel Thévoz, der erste Konservator dieser Sammlung und Erbe von Dubuffet, verlieh der Collection de l'Art Brut innert kürzester Zeit internationales Renommee. Im Jahr 2001 übernahm Lucienne Peiry die Leitung, die eine Dissertation über die Collection de l’Art Brut verfasst hat. Sie verfolgt eine aktive und engagierte Politik mit thematischen Ausstellungen, Einzelausstellungen, Publikationen und Filmproduktionen.
Das Doppelleben der Art Brut
Die Art Brut führt heute eine Art Doppelleben: Sie ist offiziell auf dem Kunstmarkt eingeführt, das Angebot an Werken ist knapp geworden, und sie wird nicht mehr in erster Linie in Kliniken und Heimen geschaffen. Gleichzeitig lebt sie jedoch am Rand unserer Leistungs- und Wettbewerbsgesellschaft neu auf, da diese neue Ausgegrenzte schafft, die als Reaktion darauf neue innovative Werke kreieren.
Collection de l'Art Brut
Avenue des Bergières
11
1004 Lausanne
Tel +41 21 315 25 70
Fax +41 21 315 25 71
Du mardi au dimanche de 11h00 à 18h00, y compris les jours fériés, ainsi que les lundis de Pâques et de Pentecôte.
Ouvert le lundi en juillet et août
Premier samedi du mois, entrée gratuite.
tl 2, 3, 21: Beaulieu-Jomini