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PRP (plättchenreiches Plasma) wird in verschiedenen medizinischen Fachgebieten immer häufiger verwendet, beispielsweise in der ästhetischen Chirurgie zur Behandlung unschöner Haut und zur Erzeugung einer entzündungshemmenden Wirkung auf die Haut.
Zur Gewinnung von PRP wird nach einer einfachen Blutentnahme eine Zentrifugation durchgeführt und derjenige Teil des Plasmas entnommen, der am meisten Wachstumsfaktoren enthält. Es handelt sich um eine autologe Technik, d. h., das Material stammt vom Patienten selber, ohne Beigabe von Fremdsubstanzen oder synthetischen Stoffen. Zielprodukt ist ein Plasma, das reich an Wachstumsfaktoren ist und je nach Injektionszone (Haut oder Kopfhaut) die Zellregeneration fördert und die Wundheilung oder das Haarwachstum günstig beeinflusst.
Androgenetische Alopezie: ein weit verbreitetes Problem
Haarausfall ist ein sehr häufiges Problem, insbesondere die sogenannte androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall durch Einfluss männlicher Hormone). Von den Männern sind fast 70 % betroffen, von den Frauen 40 % (feineres und weniger dichtes Haar). Behandelt wird heute medikamentös mit der Anwendung von Minoxidil oder der Einnahme von Finasterid (beim Mann) und chirurgisch mit der Transplantation von Haarfollikeln. Diese Behandlungen sind relativ aufwendig und manchmal mit Nebenwirkungen verbunden. Deshalb hat die Anwendung von PRP-Injektionen an Bedeutung gewonnen. Die Wirksamkeit scheint zu Beginn einer Alopezie grösser. Das Prinzip besteht darin, Wachstumsfaktoren (PDGF, TGF, VEGF) in die Kopfhaut einzubringen, die bei der Gefässbildung und beim Gewebewachstum eine Rolle spielen. Wissenschaftliche Studien* zeigen in vitro eine Stimulierung und Verlängerung der anagenen Phase des Haares (d. h. der Wachstumsphase) sowie eine Wirkung gegen die Apoptose (programmiertes Absterben) der Haarzellen. Die Behandlung besteht in einer venösen Blutentnahme (10 ml) mit anschliessender Zentrifugation des Bluts. Das mit Plättchen angereicherte Plasma wird nach der Desinfektion und allenfalls nach Anwendung einer anästhetisierenden Creme in die Kopfhaut injiziert.
Die Nachsorge besteht darin, die Kopfhaut sauber zu halten, bereits am Tag nach der Behandlung darf wieder Shampoo verwendet werden.
Die Injektionen müssen in monatlichen Abständen dreimal wiederholt werden. Erste Ergebnisse sind nach drei Monaten sichtbar, die volle Wirkung entfaltet sich sechs Monate nach den Injektionen. Das Haar wird dichter und widerstandsfähiger.
Vor den Injektionen wird besprochen, ob Kontraindikationen bestehen (fortschreitende chronische Erkrankungen, Infektionen, Medikamente usw.), wie die Behandlung durchgeführt wird, welche Nebenwirkungen möglich sind (Schmerzen, Entzündung usw.) und wie hoch die Kosten sind.
* EM, Beauvais D, Castiglione C, Ferneini MV, Plateletrich plasma in androgenic alopecia: Indications, technique, and potential benefits, Journal of Oral and Maxillofacial Surgery (2016), doi: 10.1016/j. joms.2016.10.040.
Dr. Bertrand Mercadier, FMH plastische und rekonstruktive Schönheitschirurgie