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Dieses Bild habe ich meinen Grosseltern gewidmet. Insbesondere meiner Grossmutter Rosa, der Mutter meiner Mutter. Ich nannte Sie liebevoll " Grosi ".
Meine Grosseltern hatten 10 Kinder. Drei Töchter und sieben Söhne. Es waren " einfache Leute " oder sie gehörten eben
zur " Unterschicht ". Grossvater war Sattler - Tapezierer, selbständig erwerbend und Grossmutter war eine Allrounderin.
Einen Beruf hatte Sie nicht. Sie war Mutter und Haus - Frau. Also damit meine ich: Sie war Kinderschwester, Köchin, Kindererzieherin, Näherin, Gärtnerin, Bügel und Putzfrau. Zudem nahm Sie nach dem Krieg deutsche Kinder in Urlaub und päppelte sie wieder auf. Für Grossvater war Sie eine gute und liebevolle Ehefrau und Sie hatte viel Humor und Sie lachte gerne........gibt es solche Frauen überhaupt noch ? ? ?
Der Verdienst von Grossvater reichte nicht aus um die Familie zu ernähren. Die Kinder mussten mithelfen. Entweder mussten sie bei Bauern mithelfen oder Waren von Lebensmittelhändler den Kunden bringen. Und klar, die älteren Kinder mussten sich Zuhause um die Jüngeren kümmern. Es war sicher nicht jedes Kind nur glücklich in dieser Familie. Einer der Söhne wohnte sogar ein paar Jahre in einer Pflege Familie. Aber schaue ich mir alte Fotos an, so sehe ich doch eine Grossfamilie mit lachenden und zufriedenen Gesichter.
Ich war mit einem Cousin zusammen die ersten Enkelkinder für meine Grosseltern. Mein Vater hatte kein Glück als junger, selbständiger Berufsmann. Er scheiterte und meine Mutter musste auch arbeiten. Sie konnte Verkäuferin lernen. So war ich denn schon als Kleinkind viel bei meinen Grosseltern. Eine Zeit lang lebte ich sogar bei ihnen. Ich wurde fast ihr elftes Kind. Sie verwöhnten mich. Nein, nicht mit Spielsachen und allem Möglichen, mit Liebe und Zuwendung. Als ich auf die Welt kam war ihr Zuhause eine grosse Wohnung in einem alten, dreistöckigen Bürohaus. Ihre Wohnung war oben und im Dachgeschoss hatte Grossvater seine Sattler - Tapezierer -
Werkstatt. Er nahm mich oft mit. Es ging eine steile Holztreppe hinauf. Sie knarrte unter jedem Tritt. Die Werkstatt war über die ganze Länge des Hauses. Bei der Eingangstür gleich die lange hölzerne Werkbank mit Schraubstöcken. An der Wand hatte Er alle seine Werkzeuge befestigt. Schön geordnet, in Reih und Glied ! Dann kam ein Regal mit Lederrollen. Hinten war die Ecke wo Er Polstermöbel oder Matratzen neu stopfte. Mit Pferdehaar. Dieses bearbeitete Er über einem riesigen Kamm. Ich werde diesen Leder und Pferdehaar - Geruch von seiner Werkstatt bis an mein Lebensende nicht vergessen. Grossvater setzte mich auf einen Drehstuhl, schraubte mich in die Höhe und Er gab mir altes Werkzeug und Lederresten. Stundenlang kritzelte ich Muster in das Leder. Wir sprachen wenig zusammen. Für was, wir waren auch so
ein Herz und eine Seele. Zudem lief immer sein kleines altes Radio und zu dieser Zeit wurde noch viel Marschmusik gespielt. Die liebte Er. Kam dann mein " Grosi " zur Stärkung noch mit einer Butterstulle mit Zucker bestreut und ganz, ganz hellem Milchkaffee, war ich selig ! Ja, liebe Leute, so wenig braucht ein Kind um glücklich
zu sein.....oder ? ! Schaue ich rückblickend auf meine Kindheit zurück, so kann ich sagen, das es kein Nachteil war, das ich ein Einzelkind war. Es war auch kein Nachteil das meine Eltern berufstätig waren und ich als Schulkind oft " den Schlüssel um den Hals " hatte und auf der Strasse war. In diesen sechs Wohnhäuser an dieser Seitenstrasse, wo wir wohnten, gab es genug Kinder zum Spielen. Versteckspiel, Völkerball, Himmel und Hölle, Gummitwist......und ab und zu führte der Weg beim
" Planspiel " durch die Gemüsegärten.......beim Pfarrhaus hatte es auch leckere Aepfel und Beeren.......wir Kinder waren flink und liessen uns nicht erwischen.
Zudem war immer eine Nachbarin da, die uns mit einem selbstgemachten Kuchen bändigte. In den Schulferien war ich oft bei meinen Tanten und Onkel und da war Aktion mit meinen Cousinen und Cousins. Und Wochenende oder Urlaub bei meinen Grosseltern war sowieso immer gut. Ihnen habe ich wirklich viel zu verdanken.
Sie lebten mir vor, was eine herzliche, humorvolle, Respekt und liebevolle Ehe ist. Sie brachten mir A l l e s bei , was w i r k l i c h wichtig ist für's Leben:
Liebe, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Offenheit gegenüber den Mitmenschen, Respekt gegenüber der Natur und der Tierwelt, sowie Fleiss, Bescheidenheit
und Demut. Im Grunde haben sie nichts anderes gemacht, als es die meisten Tier Eltern mit ihren Jungen machen. Sie zeigen ihnen alles, damit sie " Lebenstüchtig "
werden. Es wäre eigentlich ganz einfach für die Menschheit.........oder ? !
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