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Wenige Tage später wurde im Kirchgemeindehaus Aarau eine Fireside mit ihnen durchgeführt. Sie berichteten von ihrem Wunsch, eine Mission zu erfüllen, ohne eigene Angabe des Ortes und Art ihrer Mission (ausgenommen Afrika und Missionsbürodienst).
Beim Eintreffen des Berufungschreibens der ersten Präsidentschaft versammelten sie ihre Angehörigen um sich, damit diese beim Öffnen dabei sind.
Die Spannung, ja, Freude war groß, die Ernüchterung aber auch: 'Einsatzgebiet: Demokratische Republik Kongo, Kinshasa-Mission“ (Mitten in Afrika gelegen, mit über 82 Millionen Einwohner).
Erwin Huber erzählte, wie die zuständigen Projektleiter, die in den vergangenen Jahren die humanitären Projekte begleitet haben, ihnen etliche davon zeigten, um sie auf ihre bevorstehende Arbeit vorzubereiten. Sie besichtigten verschiedene Brunnen, Schulen, Latrinen und Gesundheitszentren.
Nun änderte die Kirche die Regeln der humanitären Hilfe. Die Gebietspräsidentschaft teilte ihnen mit, dass die Kirche nicht mehr 90% der Projektkosten finanziert. Die Empfänger sollten 60-70% der Kosten selbst übernehmen, Sponsoren engagieren und entsprechende Arbeitsleistungen hinzufügen.
'Wir wollen den Menschen keine Fische verteilen, sondern sie lehren zu angeln!'
Diese Umänderung in der Abwicklung der Projekte stelle einen Nachhaltswert dar. Mit diesem Vorgehen werde die Eigenverantwortung und Sorgfalt der Benutzer gefördert. Aus dieser Perspektive stellte Erwin Huber auch den Nutzen der allgemeinen Entwicklungshilfe der europäischen Länder in Frage. Bloß Geschenke verteilen bringe langfristig nichts.
Eine weitere Aufgabe von ihm bestand auch darin, Baumaterialien für Projekte einzukaufen, was sich manchmal sehr abenteuerlich gestaltete. Für Sand, Steine, Holz usw. wurde am Straßenrand eifrig mit den Händlern gefeilscht. Danach musste der Transport der Ware auf die Baustellen organisiert und der Preis dafür ebenfalls ausgehandelt werden.
Eines der Master-Projekte, die das Ehepaar Huber begleitete, hatte zum Ziel, in einer Woche 100 Augenoperationen an Kindern durchzuführen und darin einheimische Augenärzte weiterzubilden. Ein anderes Projekt war, das St. Joseph-Spital mit einem modernen Ultraschallgerät auszustatten und Ärzte damit zu schulen. Schon am nächsten Tag konnte das Gerät bei einer Frau eingesetzt werden und dadurch die Amputation ihres Fußes erspart werden.
Der Tempelbau in Kinshasa schreitet voran und im Frühling 2019 sollte dieser eingeweiht werden. Die Bauarbeiter sind fleißig. Den meisten mangelt es jedoch an einer soliden Ausbildung/Erfahrung. Somit müssen oft nachträglich Korrekturen an den abgeschlossenen Arbeiten vorgenommen werden.
Eines der Schlüsselerlebnisse für das Missions-Ehepaar Huber war ein Straßenkind, das sich mit Glasscherben eine Hand zerschnitt. Nach wenigen Tagen infizierte sich die Wunde so, dass der Junge wahrscheinlich in Kürze an einer Blutvergiftung gestorben wäre. Niemand kümmert sich um solche Kinder. Sie setzten sich für den Knaben ein und übergaben ihn dem Spital zur Behandlung. Zum ersten Mal schlief er dort in einem Bett und erhielt regelmäßige Mahlzeiten.
Als Summe ihrer Erfahrungen betonten sie, etliche Freunde gefunden zu haben. Freunde für die Ewigkeit! Es gab Tränen beim Abschied nach Kongo! Sowie Tränen beim Abschied nach Hause!
Oft wurden sie während ihrem Missionsdienst von den Einheimischen angefragt, warum die Menschen im Kongo so arm seien? Erwin Huber antwortete stets darauf: „Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass ihr wegen eurer Armut Gott braucht und dass ihr ein sehr gläubiges Volk seid! Deshalb wächst die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Kongo derart rasant. In Europa hingegen geht es den Menschen so gut, dass sie glauben, keinen Gott zu brauchen.“ Gerlinde Huber gab zum Schluss den Zuhörern ein beachtenswertes Zitat mit:
'Keiner ist so reich, dass er nicht die Hilfe eines anderen benötigt. Keiner ist so arm, dass er nicht auf irgendeine Weise für seinen Nächsten hilfreich sein kann.'
Mit einem Aufruf an die Anwesenden selber etwas Gutes für den Nächsten zu tun endete die emotionsreiche Fireside mit tosendem Applaus. Sämtliche Besucher/Innen waren dankbar, so viele Details über den intensiven Missionsdienst in einem der ärmsten Länder der Erde gehört zu haben.