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Älplerfahne der Helvetik
Objekt des Monats April 2013
Aelplerfahne, 176.5x181 cm, NM 3449
Aelplerfahne der Helvetik
Die Nidwaldner Älplerfahne ist die einzige erhaltene helvetische Trikolore mit der Darstellung des Tell mit Walter.
Es handelt sich um eine Fahne, welche horizontal aus drei ca. 1,8m langen Bahnen zusammengenähten Seidenstoffes besteht. Die Farben der Stoffbahnen sind von oben nach unten grün, rot, gelb (gold), wobei das Rot stark ausgebleicht ist. Dies sind die Flaggenfarben der Helvetik. Als Helvetik bezeichnet man die Zeit zwischen 1798 und 1803, in der die Französische Revolution in der Schweiz Einzug hielt und die helvetische Republik als Schwesterrepublik Frankreichs auf dem Boden der alten Eidgenossenschaft gegründet wurde. Die Helvetier waren übrigens ein keltischer Volksstamm aus dem 1. Jh., nach dem sich die neue Republik benannte.
Als Symbolfigur der Helvetischen Republik diente Willhelm Tell, dargestellt, wie er Walter nach dem Apfelschuss empfängt. Tell soll den Kampf der Republik gegen die Aristokratie verkörpern. Die Kleidung des Tells auf der Nidwaldner Älplerfahne greift die Farben grün, rot, gelb erneut auf. Daneben sind in der Darstellungstradition die Grundbegriffe Freiheit und Gleichheit zu lesen, was die Nidwaldner Älplerfahne ebenfalls vorweist. Es sind viele helvetische Trikolore erhalten geblieben, wobei die Nidwaldner Fahne die einzig erhaltene mit Tell und Walter ist.
Die hier besprochene Älplerfahne war ein im September 1799 gemachtes Geschenk des Statthalters Heinrich Zschokke an den Distrikt Stans. Zschokke war ein deutscher Schriftsteller, Volksaufklärer und liberaler Vorkämpfer, der sich in die Schweiz einbürgern liess. Vorerst lebte er in Graubünden, musste dort aber fliehen, da seine Fürsprache eines Anschlusses Graubündens an die Helvetische Republik nicht gebilligt wurde. Er nahm während seines Aufenthaltes in der Schweiz verschiedenste politische Ämter ein. Von Mai bis September 1799 war er Distriktskommissär von Stans. Es wäre also denkbar, dass Zschokke die Älplerfahne zum Anlass seiner Amtsniederlage dem Stanser Distrikt schenkte.