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Kommen Sie mit Ihrem Auto, dem Bus oder der rucklig-charmanten Bahn in Villars an: Das Villars Palace ist nicht zu übersehen. Seit 1913 thront es stattlich und majestätisch einem Grand Hotel würdig über dem Dorf. Vom kleinen Bahnhof aus, ebenfalls eröffnet um 1913, sind es bloss einige Minuten Fussweg zum Palace.
Anfänge der touristischen Erschliessung
Die 1866 fertiggestellt ständige, feste Strasse nach Villars begünstigte, ja ermöglichte, den Tourismus in Villars. Die Initiation dieses Projekts wird François-Philippe Roud-Gaud, dem «Colonel Roud» zugeschrieben, dem damaligen Inhaber eines kleinen Gasthauses in Chesières. Vor gut 150 Jahren veränderte sich Villars also vollkommen: das bisher ländlich-bäuerliche Alpendorf entstand die Tourismusdestination Villars. Im selben Jahr 1866 wird das Hotel «Le Grand Muveran» eröffnet, dessen späterer Inhaber, Charles Genillard (1869 – 1922), auch den Bau des Villars Palace in die Wege leiten wird. Die im selben Jahr wie das Palace eröffnete Bahnstrecke Villars – Bretaye stärkte die Tourismusdestination Villars weiter.
Tourismus-Boom der Vorkriegsjahre
Im Winter ist alles weiss – wie zu früheren Zeiten als die Edelleute der europäischen Oberschicht sich nicht selten über mehrere Monate in den Grand Hotels der Alpen aufhielten, Die Gäste der gehobenen Bildungsschicht suchten die Flucht von ihrem hektischen Stadt- und Arbeitsleben oder begaben sich auf Kuren in der frischen reinen Luft der Alpen. Nicht selten also dienten die Aufenthalte kurativen Zwecken mit sportlicher Ertüchtigung, gesunder ursprünglicher Ernährung, unberührter Natur. Diese das Wohlbefinden fördernde Aktivitäten kombiniert mit einem All-Inclusive-Paket versprachen ein Paradies auf Erden.
Romantisierende Literatur über den wohltuenden Alpenaufenthalt trugen des Weiteren bei, einen regelrechten Tourismus-Boom um die Jahrhundertwende zum 20. Jhd. In den Alpen entstanden somit viele Grand Hotels, die als Sanatorien der wohlhabenden Bevölkerung kurative Aufenthalte anboten. In dem 1924 erschienenen Roman «Der Zauberberg» von Thomas Mann dient ein Grand Hotel (obzwar in Davos) als Hintergrund der – natürlich literarisch überhöhten Darstellung – eines solchen sanatorischen Kuraufenthaltes.
Das Villars Palace
Im Februar des Jahres 1912 begann der Bau des Palace. Die Einweihung fand bereits 15 Monate später statt: an Heiligabend im Jahre 1913.
Zeitgleich eröffnete auch der Bahnhof von Villars, was zweifellos ein glücklicher Zufall war, denn die Bahnstrecke erleichterte sich die Anreise der Gäste um ein vielfaches. Die Baumeister waren der Architekt Edouard Borel und sein Sohn Charles Borel, die beide aus Bex stammen. Das Villars Palace bot seinen Gästen den allerneusten Komfort zu jener Zeit an: Fliessend Warm- und Kaltwasser und Telefone auf den Zimmern. Holzgefasste Balkone erlauben einen einmaligen Blick über das Rhonetal und die gegenüberliegende Berge. Auch bezüglich seiner Ausstattung blieben keine Wünsche seiner Gäste offen: 6 Stockwerke, jedes Zimmer mit Balkon, dazu grosszügige Aufenthaltsräume, Säle für verschiedene Anlässe. Auch das Interieur und die Möbilierung entsprachen der neuesten Mode. Der Bau steht mittlerweile entsprechend unter Denkmalschutz.
Das Villars Palace scheint aus der Zeit gefallen zu sein, doch sein Vintage-Charme lädt heutzutage die Gäste umso mehr in das «Goldene Zeitalter» ein.
Klasse kennt keine Vergangenheit. Lassen Sie sich entführen!