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25. Juni 2020
09:00
Ein historischer Moment war der Auszug der Effingermedien AG aus dem Gebäude Effingerhof auch für Felix Müller. Der Informationsspezialist der Kantonsbibliothek Aargau stieg Ende Juni in die «Katakomben» der ehemaligen Druckerei hinunter, um das im Luftschutzkeller gelagerte Archiv zu sichten. Er staunte nicht schlecht. In den Regalen befanden sich zahlreiche Sammelbände sowie historisch wertvolle Unterlagen aus der Gründerzeit des Brugger Traditionsunternehmens.
Bestand wurde verteilt
Das Archiv umfasste einen fast vollständigen Bestand an Zeitungen, die der Verlag im Laufe seiner Geschichte herausgegeben hatte. Drei Jahre nach der Gründung von Druckerei, Buchhandlung, Papeterie und Verlag Effingerhof im Jahr 1864 erschien die erste Ausgabe des «Aargauischen Hausfreunds». Ihm folgte 1900 das «Brugger Taglatt», das 1907 vom «Brugger Anzeiger» abgelöst wurde. 1940 erschien die erste Ausgabe des «General-Anzeigers». Die Gratiszeitung wird bis heute in Brugg produziert und Woche für Woche in alle Haushaltungen der Region verteilt.
In einem ersten Schritt sah Felix Müller sämtliche Bestände durch und wies in einem zweiten Schritt die einzelnen Bände und Materialien spezialisierten Institutionen zu. Ein Teil des Bestands ging an die Kantonsbibliothek Aargau in Aarau, ein Teil an die Landesbibliothek in Bern. Verschiedene Bücher fanden über das grosse Netzwerk von Müller in weitere Bibliotheken. Der Brugger Historiker, der Mitglied der Kommission für das Stadtmuseum der Ortsbürgergemeinde Brugg ist, nahm zudem einen Bestand an Materialien für das Museum und das Stadtarchiv entgegen, bildet der Effingerhof doch einen wichtigen Pfeiler der Industrialisierungsgeschichte innerhalb der Region.
Bände werden zugänglich gemacht
Auch die Stadtbibliothek Brugg zeigte sich über die Auflösung des Archivs erfreut, durfte sie doch einen fast vollständigen Satz der Brugger Neujahrsblätter entgegennehmen. Diese liegen seit 1890 bis heute in insgesamt 130 Jahrgängen vor. Möglich geworden ist die Verteilung des historisch wertvollen Archivbestands an geeignete Institutionen durch die grosszügige Schenkung von Regula Schellenberg, Geschäftsführerin der Effingermedien AG. Sie war bestrebt, die Bände in kompetente Hände zu geben und so für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Der Restbestand wird im Archiv der Schellenberg-Gruppe in Pfäffikon gelagert. Diese hat die Firma Effingermedien per 1. Januar dieses Jahres übernommen.
Die Zeitungsbände werden nun durch die entsprechenden Bibliotheken restauriert und katalogisiert. Danach sind sie über die Lesesäle der Institutionen öffentlich zugänglich. Die Brugger Neujahrsblätter werden derzeit von der ETH-Bibliothek Zürich digitalisiert. Nach Abschluss werden sie vollständig online einsehbar sein.
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