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Wer erfand die Punkmode? Vivienne Westwood!
Ihre Mode ist so wild wie ihr Leben: Vivienne Westwood. Die Britin wurde 1941 in Glossop im englischen Derbyshire geboren, sie hat zwei Geschwister.
Ihre Ader für Kunst, Kreativität und Design entdeckte sie früh, studierte an der Harrow Art School Mode und Silberschmiedekunst. Als waschechtes britisches Arbeiterkind traute sie es sich jedoch nicht zu, mit der Kunst ihren Lebensunterhalt verdienen zu können, sie wechselte den Studiengang, wollte Grundschullehrerin werden.
Mit 20 Jahren trat Vivienne Westwood ihre erste Stelle als Lehrerin an der Grundschule in Willesden, einem Stadtteil von London an. Im darauffolgenden Jahr heiratete sie ihren ersten Mann Derek Westwood, mit dem sie einen Sohn (Benjamin Arthur) bekam. Die Beziehung der beiden dauerte drei Jahre, bevor Vivienne Westwood vor ihrem Mann flüchtete und sich anschliessend wieder scheiden liess. Ihren zweiten Sohn Joseph Ferdinand Corre brachte Westwood 1967 zur Welt.
Wegen finanzieller Schwierigkeiten war sie gezwungen, die Kleidung für ihre zwei Söhne selbst zu fertigen und erlernte als Autodidaktin das Schneiderhandwerk. Dabei zerlegte sie die Kleider in ihre Einzelteile, um so die Schnitte nachzuvollziehen. Mit ihrem zweiten Lebenspartner Malcolm McLaren, von dem sie ihren zweiten Sohn bekam, eröffnete sie 1971 unter dem Namen „Let it rock at Paradise Garage“ ihre erste Modeboutique.
Anfänglich kreierte sie Mode für die sogenannten Teddyboys im Stil der 50er Jahre. Nach dem Tod der Stilikone James Dean 1955 benannte Vivienne Westwood ihre Boutique in „Too fast to live to young to die“ um. Es folgten kurze Ausflüge in die Welt der Biker- und Fetischmode sowie der Reizwäsche, weshalb sie ihrem Laden 1974 den Namen „Sex“ gab. Als sie die britische Band Sex Pistols mit ihren aussergewöhnlichen Entwürfen ausstattete, schaffte sie es nicht nur zur Stilikone, sondern wurde auch zur Queen of Punk ernannt.
Weg vom Punkimage und entschlossen ihre Mode nun der Öffentlichkeit zu präsentieren, nannte sie ihren kleinen Laden 1980 schliesslich „World´End. 1981 gründete sie ihr Label Vivienne Westwood. Von McLaren trennte sie sich 1983. Danach folgten zahlreiche Kollektionen wie Witches, Cut and Slash, eine erste Herrenkollektion 1990, Five Century ago 1995 (Selbstinszenierung als Elizabeth I.) uvm.
Während ihrer Professur an der Hochschule für Angewandte Künste in Wien lernte Vivienne Westwood den 25 Jahre jüngeren Tiroler Andreas Kronthaler kennen und lieben. 1992 heirateten die beiden und leben seither im Südwesten Londons zusammen. Kronthaler erweiterte die Linie Westwood zusätzlich mit einer Herrenkollektion. Ihr Duft „Boudoir“ und ihre erste Haute Couture Kollektion brachte sie ebenfalls in den 90er Jahren auf den Markt. An der Universität der Künste in Berlin war Westwood von 1993-2005 als Dozentin beschäftigt.
Vivienne Westwood ist neben Yves Saint Laurent, Emanuel Ungaro, Giorgio Armani, Karl Lagerfeld und Christian Lacroix eine der sechs wichtigsten und einflussreichsten Modemacher unserer Zeit.
Längst weg vom rebellischen Punkstyle steht die Mode Westwoods heute für eine renommierte und exzellente Art der britischen Bekleidung. Für aussagekräftige Schnitte mit Betonung auf Hüften und Busen verwendet die Designerin bevorzugt Woll-, Karo- und Tweedstoffe. Sie holte das legendäre Korsett zurück und lässt die Models mit Piratenstiefel oder in 30 cm hohen Hacken über den Laufsteg stolzieren. Vivienne Westwood macht Frauen Mut zur Originalität in der Kleiderwahl.
Modezitat:
„Wer keinen Wert auf sein Äusseres legt, kann auch innerlich kein schöner Mensch sein.“
Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © John Gomez – Shutterstock.com