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Wer die im Kuchen versteckte Figur findet, ist für einen Tag König. Er muss nicht abwaschen, darf länger aufbleiben oder geniesst sonstige Vorzüge zum Leidwesen eifersüchtiger Familienmitglieder oder Mitbewohner. Doch was hat es mit dem König im Kuchen auf sich?
In der Schweiz wurde das Dreikönigsfest in den Zünften nachweislich schon seit 1311 gefeiert. Es wurde dabei eine Bohne im Dreikönigskuchen versteckt und wer sie fand, war dann König für einen Tag. Andere Quellen zeigen, das dieser Brauch in ähnlicher Form auch in England üblich war. Im Mittelalter ging dieser Brauch dann mehr und mehr verloren.
In der Schweiz werden jedes Jahr etwa 1 Millionen Kuchen abgesetzt. Der Brauch wurde erst vor etwa einem halben Jahrhundert wiederbelebt, als Max Währen aufgrund seiner Recherchen nach dem Krieg auf diese alte Tradition stiess und von der Fachschule für Bäcker schliesslich einen modernen Königskuchen entwerfen liess. Die Bäcker nahmen den alten Brauch dann aber erst 1952 wieder auf.
Die Vermischung mit der christlichen Tradition und den Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland führte dann zusehends zur heutigen Form des Dreikönigstages. Einen ganz besonderen Anteil daran hatte auch die Überbringung der Reliquien der Heiligen Drei Könige durch Friedrich Barbarossa respektive durch seinen Kanzler Reinald von Dassel von Mailand in den Kölner Dom (1165). Dort ruhen sie denn noch heute noch im grössten erhaltenen Reliquienschrein aus dem Mittelalter (Dreikönigsschrein).
Der Dreikönigskult erfuhr durch Wahlfahrten, Prozessionen und Umzüge der Sternsinger einem starken Aufschwung. Die wenig morgenländischen Namen Kaspar, Melchior und Balthasar erhielten die Heiligen Drei Könige übrigens erst im 9. Jahrhundert. Dass unter ihnen gar ein Mohr gewesen sein soll, wird dann erst ab dem 12. Jahrhundert behauptet. Anfänglich war eigentlich auch nur die Rede von "Magier" oder von den sternkundigen "Weisen aus dem Morgenland". Im 3. Jahrhundert schloss dann der scharfsinnige Theologe Origines aufgrund der in der Bibel genannten drei Gaben (Gold, Weihrauch und Myrrhe) auf deren Dreizahl. Papst Leo I. (440-461; später der Grosse genannt) erklärte sie schliesslich als heilig. Zu eigentlichen Königen wurden sie dann erst im 6. Jahrhundert.
Die Drei Könige waren keine Könige, sondern Magoi (Astrologen/Astronomen). Sie gehörten einer noblen Gesellschaftsschicht des babylonischen Hofes an. Ihre Funktion umfasste gleichzeitig die eines Priesters, eines Astrologen und eines Astronomen. Damals war das mesopotamische Babylon (im heutigen Irak) die astrologische und astronomische Hochburg des Nahen Ostens.
Magoi wird im Griechischen allgemein für Magier verwendet, aber auch konkret für die persisch-medische Priesterkaste aus dem medischen Priesterstamm der Mager. Im Gegensatz dazu werden babylonische Astrologen sowohl beim Propheten Daniel als auch bei Kirchenvätern als Chaldäer bezeichnet. Mehrere Kirchenväter (Clemens von Alexandrien, Basilius der Grosse, Johannes Chrysostomus und andere) machen einen klaren Unterschied zwischen Magoi und Chaldäern.
Auf Wandgemälden in den Katakomben und einem Mosaik aus dem 4. Jahrhundert in der Geburtsbasilika in Bethlehem sind sie mit persischen Kopfbedeckungen dargestellt. Diese Basilika wurde, im Gegensatz zu andern Kirchen, von den Persern 604 nicht zerstört, vermutlich weil sie auf dem Mosaik Landsleute erkannten. Die Zahl der Magoi auf diesen Gemälden variiert zwischen zwei und acht.
Mit dem Besuch der Weisen wird Jesus das erste mal als König gewürdigt und bestätigt. Von "Ausländern" aus der Ferne. Weit weg von dem gelobten Land, von der Unmittelbarkeit Gottes. Weit weg von der Gegenwart Gottes grübelt auch der heutige Mensch in seinen ausufernden Wissenschaften und nie enden wollenden Weisheiten. Würde man vermehrt auf alte, von einigen Leuten als ungültig erklärte Schriften achten (Bibel), so könnten man vielleicht auch für sich persönlich ein Licht sehen.
Der Stern ist das Licht in unserem Herzen, das unseren Weg leiten soll (Psalm 119,105). Wo ein Stern in der Dunkelheit hell leuchtet, ist Hoffnung. Wir können noch so weise sein oder noch so "heilig", unsere Sehnsucht nach Erlösung soll sich in kindlichem Vertrauen auf einen Säugling richten, dessen Macht man noch nicht sieht. Glauben ist gefragt.
Auf die Frage, was er einem jungen Menschen ans Herz legen würde für sein Leben, antwortete ein bekannter amerikanischer Schriftsteller: "Mach dich auf die Reise!"
Zubereitung:
Die Hefe zerbröckeln und mit einem Esslöffel Milch flüssig rühren. Die Margarine in einer Pfanne schmelzen, die Milch dazu giessen und die Mischung etwas erwärmen. Das Mehl und das Salz in einer Schüssel mischen und dann die Margarine-Milch-Mischung, die angerührte Hefe den Zucker und das verquirlte Ei dazugeben. Die Masse während ca. 10 min zu einem Teig verkneten. Die Rosinen unter den Teig kneten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort auf das Doppelte aufgehen lassen. Aus einem Viertel des Teigs eine Kugel formen und in die Mitte einer eingefetteten Springform mit 22 cm Durchmesser legen. Aus dem restlichen Teig kleinere und mittlere Kugeln formen. In einer der Kugeln die Schokolade verstecken. Die grösseren Kugeln rund um die zentrale Kugel in der Springform anordnen und die kleineren dann jeweils in die entstehenden Vertiefungen legen. Den Teig mit einer Mischung aus verquirltem Ei und Rahm bestreichen und für 20 min gehen lassen. In der Zwischenzeit den Ofen auf 200 °C vorheizen. Den Dreikönigskuchen während 40 Minuten bei 200 °C backen. Wer die Schokolade findet wird König für einen Tag.
Datum: 06.01.2010
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet.ch