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Die Basler Art des Durcheinandersitzens
Als eines von wenigen Kantonsparlamenten richtet sich die Sitzordnung des Grossen Rates nicht primär nach Parteien, sondern – seit 1875 – nach Wahlkreisen. Versuche, dies zu ändern, sind mehrfach gescheitert.
Die Basler Parlamentarierinnen und Parlamentarier erhalten ihre Plätze im Grossratssaal in dieser Abfolge: erstens Wahlkreis, zweitens Parteistärke, drittens persönliches Wahlergebnis. So sind derzeit die ersten 27 Sitze dem Wahlkreis Grossbasel-Ost zugewiesen, und der Sitzplatz Nr. 100 gehört stets Bettingen.
Den Vorrang des Wahlkreises kennen ansonsten nur die Kantonsparlamente der beiden Appenzell sowie von Ob- und Nidwalden. In allen anderen gilt eine mehr oder weniger strikte Links-Rechts-Platzierung nach Parteien beziehungsweise Fraktionen.
Basel-Stadt erhielt seine heutige Sitzordnung nach der grossen Verfassungsänderung von 1875. Zunächst bildeten die damaligen neun Stadtquartiere und drei Kommunen (inkl. Kleinhüningen) die Wahlkreise. Der Umzug in den neuen Saal 1904 ändert daran nichts. Seit 1914 gelten die heutigen fünf Wahlkreise: Sitzordnung.
Fraktionsdisziplin vs. parteiübergreifender Dialog
Vorstösse für eine Sitzordnung nach Fraktionen gibt es wiederholt, erstmals 1924. Bei heiterer Stimmung fragt sich der freisinnige Anzugsteller selbst, wo man eigentlich «die Herren Evangelischen, die doch über den Parteien schweben», unterbringen solle. Ein SP-Grossrat erklärt es für unbaslerisch, wenn Parteichefs alle ihre Leute in der Nähe haben möchten – eine Spitze gegen die damals starken Kommunisten als ausgeprägte Kaderpartei. Nur diese unterstützen den Vorstoss geeint und ärgern sich über den «Versöhnungsrummel» von Sozialdemokraten und Bürgerlichen.Weiterlesen ...