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In der Schweiz fehle ein allgemeiner Rahmen für mutmassliche Dschihad-Rückkehrer. Solche Menschen könnten «nicht alleine und sich selbst überlassen werden», sagte der Delegierte des Sicherheitsverbunds Schweiz, André Duvillard.
«Eine Betreuung oder die Verpflichtung auf spezifische Verhaltensregeln ist unabdingbar», sagte Duvillard in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» vom Montag. Man müsse das Risiko eines Anschlags auf ein Minimum reduzieren.
Duvillard räumt ein, dass die Schweiz diesbezüglich im Verzug sei. Doch «wir arbeiten daran im Rahmen der Erstellung eines nationalen Aktionsplans gegen die Radikalisierung». Er rät zu einem multidisziplinären Ansatz, welcher Sicherheitsmassnahmen wie Überwachung mit ausbildnerischen Mitteln vereine. Letztere sollten einer Perspektive von «Rehabilitation und Prävention» folgen.
«Der Ansatz 'hard security' kann nicht alleine stehen», sagte Duvillard weiter. Er bringe Kosten mit sich und binde finanzielle Mittel, «die wir nicht unbedingt haben».
77 Personen registriert
Laut Zahlen des Nachrichtendienst des Bundes (NDB) haben seit 2001 rund 77 Personen die Schweiz aus dschihadistischen Motiven verlassen. Ende Juli kehrten 13 Personen in die Schweiz zurück, zehn der Fälle sind bestätigt.
Mehrere mutmassliche Dschihadisten sind in jüngster Zeit bei ihrer Rückkehr in die Schweiz festgenommen worden. Sie werden verdächtigt, Verbindungen zu Terrororganisationen zu haben. Einige von ihnen sind derzeit in Untersuchungshaft. (sda)