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Hochbreitbandstrategie des Bundesrats kostet Milliarden
Plädoyer für eine durchgehende Leitung
Werden diese langsameren Anschlüsse nur mit einer durchgehenden Faser (anstatt vier) erschlossen, fallen schätzungsweise Investitionen in der Höhe von rund 4 Milliarden Franken an. Dabei steige die Profitabilität deutlich: Noch bei knapp der Hälfte der Anschlüsse wäre der Ausbau mit einer Faser unprofitabel, womit der Bedarf an Fördergeldern auf schätzungsweise 1,4 Milliarden Franken massiv reduziert werden könnte, schrieb der Bundesrat.
Noch etwas billiger wäre ein Ausbau mit einer zentralen Glasfaserzuleitung von der Telefonzentrale bis zum Verteilknoten im Strassenschacht, von wo aus dann mehrere Häuser angeschlossen würden. Das würde 3,7 Milliarden Franken an Investitionen brauchen, womit Fördergelder von 1 Milliarde Franken nötig wären.
Diese Multipunktarchitektur hatte allerdings die Eidgenössische Wettbewerbskommission Weko der Swisscom vorläufig untersagt, sodass der «Blaue Riese» nun eine halbe Million Anschlüsse umbaut. Die Weko pocht auf einen Ausbau mit einer Zuleitung für jeden Haushalt.
Nur so können Konkurrenten der Swisscom den Kunden eigene Internet-Angebote machen, die sich von jenen der Swisscom unterscheiden, und beispielsweise höhere Surfgeschwindigkeiten anbieten als der Branchenprimus. Zudem erhält so jeder Haushalt eine Direktleitung in die Telefonzentrale und muss sich nicht die Zuleitung mit den Nachbarn teilen.
Angesichts der wettbewerbsrechtlichen Nachteile und der relativ geringen Minderkosten gegenüber einer Direktleitung sei diese Multipunktbauweise nicht zu rechtfertigen, hiess es im Bericht: «In begründeten Fällen kann auch die Unterstützung alternativer Technologien wie Mobilfunk in Frage kommen.»
Investitionen auf mehrere Jahre verteilt
Die benötigten staatlichen Mittel für diesen geförderten Ausbau von rund 1,4 Milliarden Franken würden auf mehrere Jahre verteilt, also beispielsweise rund 280 Millionen Franken pro Jahr bei einer fünfjährigen Programmdauer. Hinzu kämen zeitlich befristete administrative Aufwendungen zur Entwicklung und Umsetzung eines Förderprogramms in Höhe von schätzungsweise 42 Millionen Franken, die sich ebenfalls auf mehrere Jahr verteilen würden.
Von Johannes Brinkmann, AWP