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Zum Tod von Dorothé Schubarth
11.09.1944 in Basel – 06.09.2023 in Basel
20.09.2023
Dorothé Schubarth unterrichtete an der Hochschule für Musik Basel ab 1. Oktober 1987 Musiktheorie, Tonsatz und Analyse sowie Generalbass- und Partiturspiel. Ihre langjährige Lehrtätigkeit gab sie Ende Sommersemester 2005 auf. Wir werden sie als authentische und eigenständige Musikerin und Musikwissenschaftlerin in bester Erinnerung behalten und ihr Andenken wahren.
Nach dem Musikstudium an der Musik-Akademie Basel erweiterte sie ihre Studien in Köln und München, wo auch ihre Karriere als Chorleiterin und Musikwissenschaftlerin begann. Seit den 1970er Jahren widmete sie sich intensiv der Erforschung der europäischen Volksmusik. Als Ergebnis ihrer Feldforschung veröffentlichte sie 1978 «Das Volkslied in Europa. Vielfalt seiner Erscheinungsformen» (Luzern 1978).
Im Jahr 1978 kam sie während eines Urlaubs nach Galicien, um die dortige Volksmusik kennen zu lernen. Aus einem Ferienaufenthalt wurden dank eines Stipendiums der Barrié-Stiftung Jahre des Forschens in Galicien. Es entstanden zahlreiche Interviews und Hunderte von Tonaufnahmen. Nach intensiver Sammeltätigkeit und der Analyse, Klassifizierung und Untersuchung dieses Materials wurde 1984 der «Cancioneiro popular galego» veröffentlicht. Dieses Werk gilt heute als das zentrale Kompendium der galicischen Lyrik und Volksmusik.
Im Jahr 2014 schenkte Dorothé Schubarth ihre Tonaufnahmen, 248 CDs (digitalisierte Kopien der Originalaufnahmen) mit den entsprechenden Transkriptionen von ihr und Antón Santamarina dem Museo do Pobo Galego in Santiago de Compostela, wo sie in sein digitales Archiv aufgenommen wurden. Im selben Jahr widmete ihr die feministische Literaturkritikplattform A Sega den "Día das Galegas nas Letras" (Tag der galicischen Frauen in der Literatur). 2017 erhielt sie den "Premio Honorífico Martín Códax de Música galega".2020 wurde der Dokumentarfilm «Dorothé na Vila» gedreht, der Dorothé Schubarths Feldforschungen in Galicien zum Thema hat.