Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03512.jsonl.gz/3045

736 Spieler fahren an die Fussball-WM nach Brasilien. Wir haben die Kader der verschiedenen Nationen genauer unter die Lupe genommen.
Am Montag, 2. Juni mussten sämtliche Landesverbände ihre definitiven 23-Mann-Kader für die Fussball-Weltmeisterschaft der Fifa bekanntgeben. Auf Wikipedia sind die Kader der 32 WM-Teilnehmer bereits publiziert, wir haben uns durch die Daten gewühlt und einige Schlüsse daraus gezogen.
Die 736 Spieler, die bei der WM dabei sind, sind im Durchschnitt 26,9 Jahre alt (Median 27 Jahre). Die beiden ältesten Spieler sind im Kader der Kolumbianer zu finden: Verteidiger und Captain Mario Yepes ist 38 Jahre alt, Ersatzgoalie Faryd Mondragón ist 42 Jahre alt (und wird während der WM gar 43). Jüngster Spieler des Turniers ist Fabrice Olinga aus Kamerun. Er wurde erst am 12. Mai 18 Jahre alt.
Das jüngste Kader für die WM nominiert hat Ghana. Im Schnitt sind seine Spieler 24,9 Jahre alt. Das älteste Team bringt Argentinien nach Brasilien: 28,5 Jahre im Durchschnitt. In der Schweizer Gruppe stellen die Eidgenossen das jüngste Team, das viertjüngste der 32 WM-Teilnehmer.
Im April hatten wir anhand einer grossen Datenauswertung von über 240’000 Fussballern über den Effekt geschrieben, dass spät im Jahr geborene Fussballer schlechtere Karrierechancen haben. Und dass diese Geburtsmonate entsprechend unter Profifussballern untervertreten sind. Auch bei den 736 Fussballern, die für die WM nach Brasilien nominiert sind, zeigt sich dieser Effekt: Knapp 30 Prozent sind in den ersten drei Monaten des Jahres geboren, weniger als 20 Prozent in den letzten drei Monaten des Jahres.
Deutschland schickt das grösste aller Teams an die WM. Die 23 Deutschen kommen auf eine Durchschnittsgrösse von 185.2cm. Das kleinste Team der WM stellt Ghana. Dessen Spieler sind im Schnitt gerade mal 173.6cm gross. In Schweizer Gruppe (blau hervorgehoben in der Grafik) sind die Schweizer im Durchschnitt die grössten.
Die routinierteste Mannschaft stellt Spanien, das die letzten drei grossen Turniere gewonnen hat (Euro 2008, WM 2010, Euro 2012). Die Hälfte der spanischen Spieler hat bereits über 60 Länderspiele absolviert, Torwartlegende Iker Casillas kommt auf 153 und damit mehr als jeder andere Spieler an dieser WM. Von den Schweizer Gegnern stellt lediglich Honduras das erfahrenere Team. Frankreich hingegen geht mit einem Team an der Start, bei dem die Hälfte der Spieler weniger als 18 Länderspiele in den Schuhen hat.
Spieler von fast 300 verschiedenen Clubs sind an der WM in Brasilien dabei. Die meisten Spieler stellen Bayern München (15), Manchester United (14) und der FC Barcelona (13). Der FC Basel liegt mit sechs nominierten Spielern (Sommer, Schär und Stocker bei der Schweiz, Sio und Die bei der Elfenbeinküste und Diaz bei Chile) auf einem geteilten Rang 22.
Die zehn wertvollsten Spieler (gemäss Marktwert-Schätzungen von Transfermarkt.de) kommen aus sechs verschiedenen Ländern. Jeweils zweimal in den Top 10 vertreten: Brasilien, Spanien, Deutschland und Uruguay. Gleich vier der wertvollsten Spieler sind aktuell beim FC Barcelona unter Vertrag.
Die gemäss Marktwert wertvollsten Spieler im Schweizer Kader sind Rodriguez, Shaqiri und Lichtsteiner.
Vergleicht man den Gesamtmarktwert aller Spieler der verschiedenen Teams, so schwingt Spanien obenaus. Die 23 nominierten Spanier werden zusammen auf 622 Millionen Euro geschätzt, über 750 Millionen Schweizer Franken. Mit 55 Millionen den höchsten Marktwert hat Mittelfeldspieler Iniesta, es fällt aber auf, dass niemand im Kader auf weniger als 10 Millionen Euro geschätzt wird.
Mit bereits etwas Abstand folgen die Kader von Deutschland und Brasilien, auf dem vierten Rang steht der auf dem (Wert-)Papier stärkste Gruppengegner der Schweiz, Frankreich. Die Schweiz wiederum liegt mit einem Gesamtmarktwert von 178 Millionen im Mittelfeld. Den geringsten Gesamtwert aller Teams weist ein Gruppengegner der Schweiz auf: Honduras.