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Vom Kursaal zum Grand Casino Baden von Peter Blöchlinger mit
Zitaten aus historischen Dokumenten und Stimmungsbildern aus der vorletzten Jahrhundertwende.
Das Grand Casino Baden kann auf eine grosse Tradition im kultivierten Tischspiel zurückblicken. 1891 hat alles mit dem „Rösslispiel“ begonnen, einer Wette, wie sie heute noch vereinzelt und in moderner Form gespielt wird. Seither gehört das Spielen als fester Bestandteil zur touristischen Kultur Badens. Eng verknüpft mit der Badener Spieltradition ist die Geschichte des Kursaales, nahe dem Bäderquartier. Bereits zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich konnte 1875 das damalige „Konversationshaus“ eingeweiht werden. Der Kursaal war für Badegäste und Einheimische bestimmt und diente als gesellschaftlicher Mittelpunkt. Ein Kurorchester sowie das Kurtheater gehörten ebenso zum festen Programm wie Tanzveranstaltungen, das Restaurant und ein Lesezimmer.
Reden ist Silber, Spielen ist Gold
Bald zeigte sich, dass die Konversation allein für das Wohl der Gäste nicht mehr genügte. Es wurde nach dem Nervenkitzel des Jeux au hasard verlangt, der sich rasch als willkommener Zeitvertreib etablierte. Schlugen nach der Einführung des Rösslispieles jährliche Einnahmen von 6’000 Franken zu Buche, wies der Kursaal 1897 bereits über 16’000 Franken und 1919 mehr als 30’000 Franken an Spieleinnahmen aus. Der Gewinn aus dem Glücksspiel ging ausschliesslich an die Betreiber des Kursaals, die auf diese Weise den nicht ganz billigen Kurbetrieb finanzierten.