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Dies ist der dritte Teil des jeweils freitags erscheinenden Fandom ABC. Heute geht es um folgende Wörter, die ich dir gerne erklären möchte:
J – Jossed
Benannt nach dem Drehbuchautor und Produzent Joss Whedon verbreitete sich der Begriff „Jossed“ in der Fandomwelt. Doch was bedeutet es, wenn ein Fanfictionautor oder die Fanfiction selbst „Jossed“ wurde?
Ganz einfach. Während Whedons Serie „Buffy: Im Bann der Dämonen“ lief, waren die Fans fleissig am Fanfiction schreiben. Wer das während einer noch laufenden Serie tut kann entweder mit den Ereignissen, die er oder sie voraussagt recht haben, oder eben nicht. Und im letzteren Fall würde eine Geschichte dann „Jossed“ werden. Also wenn die Geschehnisse, die vom Fanfictionautor vorausgesagt werden, falsifiziert werden. So wie bei den meisten Fanfictionautoren von Joss Whedons „Buffy“.
Um gleich im Buffyfandom zu bleiben werde ich von dort ausgehend ein Beispiel machen:
Bevor die Vorgeschichte des Vampirs Spike in der Serie erzählt wurde, kursierten verschiedene Theorien und Ideen, die sein früheres Leben betrafen. Womöglich war er ein Pirat oder sowas? Doch nein, die Fanfictionautoren, die davon ausgingen wurden jossed, als herauskam, dass er das Leben eines sensiblen Poeten gelebt hatte.
K – Kripked
Nochmal so ein komischer Begriff, der etwas mit einem Autor und Produzent zu tun hat? Richtig! „Kripked“, benannt nach Eric Kripke, dem Schöpfer der Serie „Supernatural“ ist sozusagen das Antonym zu „Jossed“. Wessen Geschichte „Kripked“ wurde, der hat sozusagen die Zukunft einer Serie vorausgesagt.
Der Begriff stammt, wie du wohl schon erwartet hast, aus dem Supernaturalfandom. Da die Serie mittlerweile schon sehr lange läuft und viele Folgen umfasst, war es hier wahrscheinlich, dass einige Fantheorien einmal wahr werden würden. So wurden und werden in Zukunft wahrscheinlich auch noch einige Fanfictionautoren kripked.
L – LGBT
Das Akronym (also die Abkürzung aus Anfangsbuchstaben) LGBT scheint momentan omnipräsent zu sein, wieso muss es also in Bezug auf Fanfiction erklärt werden? Diese Frage werde ich dir nun beantworten.
Um das wichtigste zu klären, LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender und beschreibt somit diese Menschengruppen.
Jeder, der sich mit Fandoms beschäftigt, wird immer wieder darüber stolpern. Denn überall, in Fanfiction, Fanart und anderen Fanerzeugnissen lassen sich oftmals Paare mit homosexueller Orientierung finden. Meistens sind diese sogar beliebter als die Heteropaare.
Warum dies so ist, kann ich dir nicht genau sagen. Ich würde allerdings nicht unbedingt von einem Trend ausgehen, schliesslich gehen die Fanfictions die von Homosexuellen handeln bis in die 1960er zurück und sind seitdem nicht mehr verschwunden. Ich erkläre es mir mehr so, dass die ganze Bewegung immer mehr Unterstützung und Anerkennung erhält und durch das auch mittlerweile ohne Angst oder Scham ausgelebt werden kann.
Dazu kommt, dass nicht in jedem Fandom Geschichten bloss zum Zweck der Homosexualität selbst geschrieben werden. Es gibt etliche Beispiele für Fandoms, wo tatsächlich Zeichen und Andeutungen existieren, die auf mögliche homosexuelle Beziehungen hinweisen, die dann aber nicht ausgeschöpft wurden.
Ein Beispiel dafür ist die sogenannte „TJLC explained“ Bewegung. Dort geht es in etlichen stündigen Videos auf Youtube um die Anzeichen in der BBC Serie Sherlock, die Beweise dafür sein könnten, dass Sherlock und John ein Paar werden könnten. Schlussendlich wurden diese Theorien dann aber jossed, als letztes Jahr die vierte Staffel einen anderen Weg einschlug, als erwartet.
M – Mary Sue
Eine Frau oder auch ein Mann mit perfektem Aussehen, überlegenen Fähigkeiten und immer vom Autor bevorzugt, das ist es, was einen Mary Sue Charakter ausmacht. Meistens ist sie oder er die Hauptperson einer Fanfiction. Diese soll oftmals aber den Autor selbst, nur eben in jeder Weise im perfektesten Sinne, wiederspiegeln. Man fügt sich also selbst in die Geschichte ein und beschreibt sich vielleicht etwas zu allmächtig.
Meistens wird das von Lesern als nervig und zu perfekt gesehen, da sofort klar wird, dass der Mary Sue Charakter alles bekommt, alles schafft und jeden um den Finger wickeln kann. Charaktere brauchen Ecken und Kanten, das sollte auch in Fanfictions berücksichtigt werden.
Mary Sue (oder Marty Stu für männliche Charaktere) hat ihren Ursprung im Star Trek Fandom, wo in einer Kurzgeschichte eines Fans ein Charakter mit diesem Namen auftauchte, der scheinbar alles konnte und jedem Überlegen war.
N – NOtp/Otp
Zum Schluss erkläre ich heute nochmal zwei sich ergänzende Begriffe oder besser gesagt, Abkürzungen. Nämlich Otp (One True Pairing) und NOtp, das Antonym dafür. Ein Otp ist das Paar in einer Serie, einem Film oder einem Buch, welches dir am perfektesten vorkommt. Allerdings nicht perfekt im Mary Sue Sinne, sondern viel mehr, dass du dir die beiden wirklich ein Leben lang miteinander vorstellen kannst und emotional mitfühlst, wenn sie eine Beziehungskriese haben.
Und da man ja scheinbar von allem immer ein gewisses „lieblings-“ hat, ist das Otp eben das Lieblingspaar.
Auf der anderen Seite gibt es dann das NOtp, das mit dem „No“ schon symbolisiert, dass es eben das Gegenteil des Otps ist. Wem eine Beziehung in einer fiktionalen Welt gar nicht gefällt und darauf hofft, dass die beiden sich trennen, der hat ein NOtp.
Ein Beispiel dazu aus der Serie Riverdale:
Person A: „Betty und Jughead sind wie füreinander geschaffen, sie sind ganz klar mein Otp!“Person B: „Da stimme ich dir zu. Ich dachte immer, dass Betty viel mehr zu Jughead passt als zu Archie. Betty und Archie sind mein absolutes NOtp!“
Das wars auch schon wieder für heute. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und hoffentlich bis nächste Woche beim Fandom ABC!
Bildquellen
- photo-1505073033382-af5d8c3cdb7b: unsplash.com