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Psychosen.
Psychose ist ein Überbegriff für zahlreiche verschiedene Krankheitsbilder. Allen gemeinsam ist eine Störung des Denkens und der Wahrnehmung, d.h. es treten Störungen des Denkablaufs, Wahnvorstellungen und Halluzinationen auf. Typische Wahnvorstellungen sind Verfolgungswahn und Beziehungswahn, d.h. die Betroffenen beziehen Wahrnehmungen fälschlicherweise auf sich. Halluzinationen sind häufig akustisch, es können aber auch Geruchs-, Geschmacks-, Tast- und optische Halluzinationen vorkommen. Weiter können Ich-Störungen auftreten, d.h. die Betroffenen haben den Eindruck, dass die Umwelt oder sie selber nicht real sind oder auch, dass die eigenen Gedanken von anderen Menschen oder Mächten wahrgenommen oder beeinflusst werden. Begleitet werden Psychosen häufig von Leistungseinbussen und führen zu einer erheblichen Einschränkung der Alltagsbewältigung.
Was sind die Ursachen einer Psychose?
Man unterscheidet zwischen primären (nicht-organischen) und sekundären (organischen) Psychosen. Wie auch bei den Depressionen ist die Ursache einer primären Psychose multifaktoriell, d.h. es lässt sich nicht eine einzige Ursache finden. Das ungünstige Zusammenspiel verschiedener Faktoren führt zu einer psychotischen Entwicklung: genetische Prädisposition, Störung der Hirnentwicklung während der Schwangerschaft oder auch nach der Geburt und psychosoziale Belastungen.
Die primären Psychosen lassen sich in diese Gruppen unterteilen:
Schizophrene Psychosen mit schwerpunktmässig formalen und inhaltlichen Denkstörungen sowie Wahrnehmungsstörungen
Anhaltende wahnhafte Störungen mit typischerweise kulturell nicht inadäquatem Wahn und kaum oder nur wenig Wahrnehmungsstörungen
Akute vorübergehende psychotische Störungen, sich rasch entwickelnde und maximal 3 Monate dauernde Episoden mit wechselnder Symptomatik, wobei neben den schizophrenen Symptomen auch eine schwere Störung des normalen Verhaltens auftritt
Affektive Psychosen, d.h. Psychosen im Zusammenhang affektiver Erkrankungen wie Depression oder Manie
Gerade die schizophrenen Psychosen zeigen sich bereits Monate und Jahre vor einem ersten Schub Prodromalsymptome, die jedoch unspezifisch sind und meist von den Betroffenen oder Angehörigen nicht mit einer psychotischen Entwicklungen in Verbindung gebracht werden: Antriebsmangel, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, gedrückte Stimmung und sozialer Rückzug mit in der Folge Problemen in Schule und Ausbildung.
Sekundäre (organische) Psychosen werden auch als symptomatische Psychose bezeichnet, weil sie das Symptom einer körperlichen Krankheit (internistisch oder neurologisch) oder auch einer Intoxikation sind. Häufig kommt es neben der Denk- und Wahrnehmungsstörung zusätzlich zu Bewusstseinsstörungen und kognitiven Defiziten. Zudem ist der Verlauf häufig fluktuierend. Das Delir (akuter Verwirrtheitszustand) stellt dabei die schwerste Form dar und ist ein medizinischer Notfall. Aus neurologischer Sicht muss wie bei den Depressionen an zahlreiche Hirnerkrankungen gedacht werden:
Epilepsien
Durchblutungsstörungen wie Hirnschläge
Entzündungen wie Multiple Sklerose
Infektionen wie eine Herpes-Enzephalitis
Stoffwechselkrankheiten
Schädel-Hirn-Traumata
Intoxikationen
Beginnende neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson oder auch Alzheimer
Wie behandeln wir Psychosen?
Psychoedukation (Aufklärung und Beratung bzgl. Umgang mit den Symptomen) und Medikamente sind die Grundpfeiler der Behandlung. Chronische und therapieresistente akustische Halluzinationen bei Schizophrenie können erfolgreich mit rTMS behandelt werden.