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HISTORISCHER GERICHTSENTSCHEID: KAMPF GEGEN PALMÖL-KONZERN GEWONNEN
Nach drei Jahren ist es endlich soweit: Der Kampf gegen Palmöl-Gigant PT Kallista Alam ist gewonnen! Ein historisches Urteil mit hoffentlich weitreichender Wirkung im Kampf um den Erhalt der tropischen Regenwälder. Am vergangenen Wochenende hat das oberste Gericht von Jakarta das im Januar 2014 ausgesprochene Urteil bestätigt: Der Palmöl-Konzert wird wegen illegaler Brandrodung wertvollster Sumpfregenwälder in Tripa, Indonesien, zu einer Geldstrafe von 26 Mio. US-Dollar und Gefängnisstrafen verurteilt.
Im August 2011 gingen die Bilder um die Welt: Riesige Flächen brennender Regenwälder und Rauchwolken, die bis Singapur zu sehen waren. Der damalige Gouverneur der Aceh-Provinz in Indonesien hatte dem Palmöl-Konzern Kallista Alam eine Konzession für Palmölplantagen erteilt – mitten im «Leuser Ökosystem», ein Regenwaldgebiet der höchsten Schutzstufe. Die sofort eingesetzten Brandrodungen bedrohten die ausserordentlich dichte Artenvielfalt des dortigen Sumpfwaldes, setzten Unmengen an gespeichertem CO2 frei und verursachte damit einen internationalen Aufschrei: Über 1,5 Millionen Menschen unterschrieben die Petition für den Schutz des betroffenen Regenwaldes.
Die internationale Aufmerksamkeit und die Kampagne verschiedener lokaler Umweltschutz-Organisationen führten im September 2012 zum Widerruf der ein Jahr vorher ausgesprochenen Palmöl-Konzession und zur Anklage des Konzerns wegen illegaler Brandrodungen. Im Januar 2014 befand das nationale Gericht von Aceh, Kallista Alam für schuldig und verurteilte den Konzern zu einer Strafe von rund 8 Mio. US-Dollar und Zahlungen für die Wiederaufforstung des Regenwaldes im Wert von 17 Mio. US-Dollar. Zwei Mal erhob Kallista Alam Einspruch gegen das ausgesprochene Urteil und am 28. August 2015 zog das oberste Gericht von Jakarta nun endlich ein Schlussstrich und bestätigte das 2014 ausgesprochene Urteil.
Die Verurteilung von Kallista Alam ist ein grossartiger Erfolg für lokale und internationale Umweltschutzorganisationen, die sich seit Jahren für den Schutz der für Mensch und Tier überlebenswichtigen Regenwälder einsetzen. Das Urteil setzt ausserdem ein wichtiges Zeichen für die Durchsetzung bestehender Umweltschutzgesetze und ist eine Warnung an alle Palmöl-Konzerne, dass illegale Rodungen nicht toleriert werden. T.M. Zulifikar, Repräsentant unseres Partners YEL und Verantwortlicher für die initiale Anklage von Kallista Alam meint: «Es hat drei lange Jahre gedauert, aber nun sind wir überglücklich, dass PT Kallista Alam für ihre Zerstörung der Sumpf-Regenwälder von Tripa zur Rechenschaft gezogen wird. Keine finanzielle Strafe, ist sie noch so hoch, kann die Zerstörung des Regenwaldes und der damit einhergehende riesige Verlust der Biodiversität wettmachen. Doch wir hoffen, dass das Urteil Schule macht und Abholzungen innerhalb des geschützten Leuser Ökosystems nicht mehr toleriert werden.»
Dr. Ian Singleton, Leiter deren Orang-Utan-Schutzprogramms: «Der Regenwald von Tripa, Teil des Leuser Ökosystems, ist einer von drei verbleibenden Sumpfregenwälder, in denen Sumatra-Orang-Utans leben. Um diese Menschenaffen vor dem Aussterben zu bewahren – es gibt nur noch 6500 freilebende Exemplare – ist der Schutz dieser spezifischen Regenwälder absolut entscheidend. Natürlich freuen wir uns sehr über den Entscheid des Obersten Gerichts im Kallista-Alam-Fall. Das Interesse an diesem Fall und an der Bedrohung des Leuser Ökosystems durch illegale Brandrodungen zeigt vor allem auf, wie besorgt die internationalen Gemeinschaft über das Schicksal der Regenwälder und deren global wichtigen Biodiversität ist.»