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Noch ist es zu früh für eine endgültige Beurteilung, doch die aktuelle Rezession wird wohl die schlimmste der gesamten Nachkriegsgeschichte - die längste ist sie bereits.
Laut der Forschungsorganisation National Bureau of Economic Research (NBER), die ermittelt, wann die US-Wirtschaft in eine Rezession abrutscht, begann der Abschwung ab dem Dezember 2007. Das macht sie länger als die 16-monatige Rezession von 1973 bis 1975 und die von 1981 bis 1982. Auch wenn die Rezession, wie viele Ökonomen glauben, dem Ende nahe oder am Ende ist, ist sie in vielen Messwerten heftiger als ihre Vorgängerinnen.
Problem Bevölkerungswachstum
Die Zahl der Menschen, die sich noch an die Grosse Depression erinnern, schwindet. Für die meisten Amerikaner ist deshalb die Rezession von 1981 bis 1982 die Hochwassermarke der wirtschaftlichen Qualen. Um die zügellose Inflation damals zu zähmen, hob die Notenbank den Zinssatz für kurzfristige Kredite auf über 20% an und würgte so die Wirtschaft ab. Millionen von US-Bürgern verloren ihre Jobs. Die Arbeitslosenquote stieg auf 10,8%.Im vergangenen Monat nun lag die Arbeitslosenquote bei 9,5%.
Die meisten Ökonomen glauben, dass die Quote weiter steigen wird, auch wenn es der Wirtschaft besser geht. Unternehmen bleiben noch vorsichtig bei Neueinstellungen. Doch die Wirtschaft muss 100 000 neue Jobs pro Monat schaffen, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten.
Löhne schrumpfen später
Obwohl die Arbeitslosigkeit noch nicht so hoch ist wie in den frühen 80er-Jahren, gibt es dieses Mal mehr Entlassungen, da die Arbeitslosigkeit vor der Rezession geringer war. Vergangenen Monat waren 6,7 Mio Amerikaner mehr arbeitslos als im Dezember 2007, als die Beschäftigungszahl ihren Höchststand erreichte - ein Rückgang von 4,7%, verglichen mit 3,1% 1981/82.
Was die Arbeitslosenzahlen betrifft, nähert sich der aktuelle Abschwung der schlimmsten Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 an.In jenem Jahr war die Nachfrage, die sich während des Zweiten Weltkriegs aufgrund der Rationierungsprogramme aufgestaut hatte, wieder gesättigt. Unternehmen mit vollen Lagern drosselten die Produktion und entliessen Arbeiter. Die in diesem Jahr beginnende Rezession drückte die Löhne um 5,2%.
Sobald der Lagerüberschuss jedoch abgebaut war, wurde schnell wieder eingestellt. Im Gegensatz dazu schrumpften Löhne und Gehälter in den vergangenen beiden Rezessionen von 1990 bis 1991 sowie 2001 auch nach Beginn der Wirtschaftserholung. Diese Verzögerung wird laut Ökonomen voraussichtlich auch diesmal eintreten.
Wohlstand geraubt
Während des 1. Quartals dieses Jahres sackte das BIP, verglichen mit seinem Höchststand vom vergangenen Jahr, um 3,1% ab. Die einzige noch heftigere Nachkriegsrezession war im Jahr 1958, als es um 3,7% nachgab - doch dieser Abschwung war einer der kürzesten.
Ökonomen glauben, dass die Wirtschaft im 2. Quartal 2009 weiter geschrumpft ist - und so die Rezession von 1958 übertrifft. Weniger drastisch haben sich die Einkommen der Haushalte verschlechtert, wohl aufgrund der gestiegenen Arbeitslosenhilfe und des Ausbleibens von Preissteigerungen, die die Kaufkraft schwächen.
Dennoch hat diese Rezession den Amerikanern den Wohlstand geraubt wie keine ihrer Vorgängerinnen jemals zuvor. Die fallenden Hauspreise vernichteten das Kapital, das die Amerikaner in ihre Eigenheime gesteckt hatten, um 5,1 Billionen Dollar - ein Verlust von 41%. Weitere Billionen verloren die US-Bürger auf Wertschriften an der Börse.