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<h2>SubmittedText<h2><p>Noch bis zum Sommer 1994 vertraten das Bazl wie auch die Swissair die Ansicht, dass durch einen Treibstoffschnellablass kaum Treibstoff auf den Boden gelange. Der Swissair-Untersuchungsbericht "Ökologische Aspekte des 'fuel dumpings'" vom 26. Oktober 1994 zeigt aber auf, dass ein grosser Teil des Kerosins den Boden erreicht. Laut dieser Studie muss davon ausgegangen werden, dass bei einem "fuel dumping" eine bis zu 400 Quadratkilometer grosse Fläche kontaminiert wird. Dies entspricht rund drei Viertel der Oberfläche des Bodensees.</p><p>Letztmals musste ein Jumbo-Jet der Swissair am 14. November 1994 über dem Jura 52 Tonnen Treibstoff ablassen. Die Swissair schreibt in ihrem Bulletin: "Das abgelassene Kerosin wird, da sich der Vorgang über einen Zeitraum von 15 bis 30 Minuten erstreckt, infolge der hohen Fluggeschwindigkeit und Verwirbelung so fein im Luftraum verteilt, dass es unter günstigsten meteorologischen Bedingungen bereits vor Erreichen der Bodenoberfläche verdunstet." Muss Treibstoff in einer Niederschlagszone abgelassen werden, nimmt die Swissair aber an, dass rund 50 Prozent des Treibstoffs den Boden erreichen und damit ein 400 Quadratkilometer grosses Gebiet mit durchschnittlich 60 Milligramm Kerosin pro Quadratmeter belasten.</p><p>Aufgrund dieser neuen Tatsache bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie viele Tonnen Kerosin musste die Swissair gesamthaft:</p><p>a. weltweit;</p><p>b. über Schweizer Gebiet während der letzten zwei Jahre ablassen?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, dafür zu sorgen, dass in Zukunft neue Flugzeugtypen während einer bestimmten Einführungsphase und Langstreckenflugzeuge, die in einer Umrüstungsphase sind, bis zu zwei Jahre nur noch mit dem höchstzulässigen Landegewicht starten dürfen?</p><p>3. Ist der Bundesrat bereit, für den Raum des Bodensees, dem grössten Trinkwasserspeicher Europas, ein generelles Verbot von "fuel dumping" zu erlassen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der von den Interpellanten zitierte Bericht bestätigt im wesentlichen die bisherigen Kenntnisse und Aussagen über den Treibstoffschnellablass. Er zeigt auch auf, dass sogar bei sehr ungünstigen Bedingungen wie Minustemperaturen oder Regen, wenn angenommen die Hälfte des abgelassenen Kerosins den Boden erreichen würde, keine Gefahr bestünde, dass Boden oder Trinkwasser verseucht würden.</p><p>1. Die Swissair musste in den letzten beiden Jahren im Mittel weltweit 286 Tonnen und in den Zuständigkeitsgebieten der schweizerischen Flugsicherung 200 Tonnen Kerosin jährlich ablassen. Zum Vergleich: In der Schweiz werden pro Jahr von allen Emissionsquellen insgesamt 270 000 Tonnen Kohlenwasserstoffe emittiert.</p><p>2. Würde man dem Vorschlag der Interpellanten folgen und Langstreckenflugzeuge nur mit dem höchstzulässigen Landegewicht starten lassen, könnten diese weniger als halb so lange Strecken fliegen wie die, die sie bedienen müssen. Der Bundesrat kann sich für eine solche Massnahme nicht einsetzen.</p><p>3. Es besteht eine interne Weisung der Swisscontrol, wonach bei Treibstoffablass der Bodenseeraum wenn immer möglich gemieden und ein grösserer Raum ausserhalb der Luftstrasse zugewiesen werden soll, da der grösste Teil des Bodensees ohnehin unterhalb der Luftstrasse G4 liegt. Ökologisch hat diese Weisung keine Bedeutung. Der Treibstoffdampf oder auch die allenfalls verbleibenden kleinsten Tröpfchen fallen nicht einfach im Ablassgebiet herunter. Sie verweilen schwebend in der Atmosphäre, verteilen sich weiter und können über grosse Distanzen verfrachtet werden. Deshalb, und weil das Ablassgebiet selbst sehr gross sein kann, müsste zum Beispiel zum Ausschliessen einer hypothetischen Bodenseeverschmutzung und je nach Windlage das Ablassen von Treibstoff auch im schweizerischen Mittelland oder in Südbayern ebenso verboten werden.</p>  Antwort des Bundesrates.