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Nach einer Corona- bedingten Pause konnten wir vom SGEG am 12. November 2022 wieder einmal zu einer eisenbahntechnischen Exkursion einladen. Knapp 30 interessierte Personen bestiegen im Hauptbahnhof Zürich den Dampftriebwagen CZm ½ 31. Während Halten in Wollishofen und Horgen Oberdorf wurden wir von schnelleren Fahrplanzügen überholt. In Zug gab es einen längeren Stopp zum Wasserfassen. Überall erregte das ungewohnte Fahrzeug Aufsehen, lockte viele Schaulustige an und man sah immer wieder offene Kindermäuler und hochgerissene Handys…
Pünktlich um 11:20 Uhr erreichten wir Gisikon Root, wo das vermutlich älteste Anschlussgleis der Ostschweiz hinunter zur Papierfabrik nach Perlen führt. Dort stieg Armin Ulrich in stilgerechter Rangiererkleidung ein. Als Mitarbeiter von Perlen und sachkundiger Eisenbahnfan konnte er durch die umfangreichen Werkgeleise pilotieren und viele wissenswerte Informationen über die Papierfabrik in Perlen und deren Werksbahn liefern.
1873 gab es eine erste Anfrage von Th. Bell, Verwaltungsrat der Papierfabrik Perlen, an die NOB betreffend eines Anschlussgleises Gisikon – Perlen. Ein Jahr später, 1874, wurde ein Bundesgesetz erlassen über private Anschlussgleise an Schweizerische Eisenbahnen. Am 2. Mai 1882 wurde ein Vertrag zwischen der Papierfabrik Perlen und der NOB unterzeichnet. Ungefähr im August 1883 (da gibt es unterschiedliche Angaben) erfolgte die Inbetriebnahme des Anschlussgleises als Pferdebahn und kurz danach erfolgte die Anschaffung eines Ochsenpaares. Offenbar war die grösste Steigung von 14%o zwischen der Station Gisikon und dem Strassenübergang in Perlen aber für die Tiere etwas viel. Daher wurde bereits im Dezember 1883 eine Baulok der Emmentalbahn angeschafft.
Die Werksbahn ist immer noch täglich in Betrieb und weist eine Streckenlänge von rund 14 km auf mit etwa 40 Weichen. Die letzte Erweiterung wurde im Jahr 2010 realisiert im Zusammenhang mit der Beschaffung der neuesten Papiermaschine PM 7 für Zeitungspapier. Diese ist über 200 Meter lang und erzeugt eine Papierbahn von 10 Meter Breite mit einer Geschwindigkeit von 1900 m/min. Für die Fläche eines Fussballfeldes braucht sie also weniger als 25 Sekunden!
Vier verschiedene Generationen von Werklok wurden extra ans Tageslicht befördert, darunter die gepflegte E 3/3 8492, die optisch zu den schönsten ihrer Gattung gehört. Unterbrochen wurde die Besichtigung von einem feinen Mittagessen im Restaurant Bahnhof.
Pünktlich um 15:26 waren wir mit einer neuen Lokmannschaft wieder abfahrbereit in Gisikon Root und verabschiedeten mit bestem Dank unseren Führer Armin Ulrich. In flotter Fahrt ging‘s ohne Halt bis Zug, wo nochmals Wasser gefasst wurde. Bei aufkommender Dämmerung fuhren wir durchs Säuliamt Richtung Zürich und erreichten den Hauptbahnhof sogar 4 Minuten vorzeitig. Eine gelungene Exkursion fand dort ihren Abschluss.

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