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Vorwürfe und gar Boykott-Aufrufe, weil Triumph in Burma Zwangsarbeiter einsetze, zeigten Wirkung: Der Wäschehersteller gibt nach.
Grund für die Produktionseinstellung in Burma (Myanmar) seien "die Diskussionen in Europa zur politischen Situation in Burma", teilte Triumph International am Montag mit. Dies habe zu "nicht mehr akzeptablen Planungsunsicherheiten für Triumph geführt", heisst es. Die Stilllegung soll in nächster Zeit erfolgen.
Um eine Entlassung der rund 1000 Beschäftigten zu vermeiden, habe Triumph während Monaten mit verschiedenen Interessengruppen verhandelt. Weil kein Käufer gefunden werden konnte, habe Triumph beschlossen, die Produktion schrittweise stillzulegen. Für die von der Produktionsaufgabe betroffenen Mitarbeitenden habe Triumph einen Sozialplan vorgesehen.
Stilllegung begrüsst
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB)und die Clean Clothes Campaign begrüssten die Verlagerung. Er hätte sich aber als Begründung das Geständnis gewünscht, dass die Firma die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Burma einsehe, sagte SGB-Sekretär Pietro Cavadini.
Der SGB hatte die Präsenz von Triumph und Firmen aus der Schweizer Reisebranche in Burma im Frühling letzten Jahres angeprangert. Damit würden sie das Militärregime in Burma unterstützen und seien mitverantwortlich für die Zwangsarbeit im südostasiatischen Land. Triumph hatte zuvor einen Rückzug aus Burma kategorisch abgelehnt.
Die von Brot für alle, der Erklärung von Bern und Fastenopfer getragene Kampagne für gerecht produzierte Kleider (CCC) bezeichnete den Rückzug von Triumph aus Burma als Erfolg für die unzähligen Konsumentinnen und Konsumenten, die sich an den internationalen Protesten beteiligt hatten. Die Verlagerung der Unterwäscheproduktion in Länder, welche sich bemühten, sorgfältiger mit den Arbeitsrechten umzugehen, werde begrüsst. Die CCC erwarte von Triumph, dass diese ihre Verantwortung nun auch gegenüber den burmesischen Angestellten durch einen grosszügigen Sozialplan wahrnehme.
Zwangsarbeiter und Kinder
Triumph produziert seit 1997 in einem Industriegebiet in Burma Damenunterwäsche. Gemäss der britischen Burma-Solidaritätsbewegung Burma Campaign UK waren beim Ausbau der Fabriken Zwangsarbeiter eingesetzt worden. Eine Reportage des britischen Senders BBC von 1997 belege, dass auch Kinder daran beteiligt gewesen seien, argumentierte die Solidaritätsbewegung.
swissinfo und Agenturen