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(Meldung durchgehend ergänzt)
Zürich (awp) - Die Bank Sarasin hat im vergangenen Geschäftsjahr dank einem hohen Neugeldzufluss sowie dank der guten Performance der Finanzmärkte die verwalteten Vermögen deutlich steigern können. Das Konzernergebnis sank wegen einer hohen Wertberichtigung auf ihrer Beteiligung an der NZB Holding auf 51,5 (VJ 106,8) Mio CHF, wie das Basler Institut am Dienstag mitteilte. Der bereinigte Konzerngewinn inkl. Minderheitsanteile verbesserte sich dagegen auf 121,7 (114,4) Mio CHF.
Der Neugeldzufluss betrug im vergangenen Jahr 12,5 (14,5) Mrd CHF. In der zweiten Jahreshälfte beschleunigte sich der Zufluss deutlich: Flossen in der ersten Jahreshälfte noch 4,8 Mrd CHF zu, so waren es in der zweiten Jahreshälfte 7,7 Mrd CHF. Damit konnte das Institut auch sein Ziel für 2009 eines Neugeldzuflusses von 7 Mrd CHF deutlich übertreffen. Die verwalteten Vermögen nahmen unter dem Strich um 34% auf 93,7 Mrd CHF zu.
Auch bezüglich der Ertragslage profitierte die Bank von einem deutlich verbesserten zweiten Halbjahr 2009. Der Betriebsertrag erhöhte sich zum Vorjahr um 8% auf 673,9 Mio CHF. Das Kommissionsgeschäft erreichte mit einem Ertrag von 398,5 (VJ 399,0) gerade die Höhe des Vorjahres. Während auch das Zinsengeschäft mit 130,7 (VJ 128,6) Mio CHF etwa auf Vorjahresniveau blieb, stiegen die Erträge im Handelsgeschäft mit 103,5 (87,8) Mio CHF deutlich an.
Die Kosten nahmen insgesamt um 5% auf 486,8 Mio CHF zu. Daraus errechnet sich eine fast unveränderte Cost/Income-Ratio von 77,1% (77,9%).
Den Sarasin-Aktionären soll für 2009 eine Dividende in Höhe von 0,90 CHF ausgeschüttet werden. Im Vorjahr hatten die Aktionäre eine Wahlmöglichkeit zwischen dem Bezug neuer Namenaktien oder dem Bezug der festgelegten Barabgeltung von 0,65 CHF erhalten.
An der NZB Neue Zürcher Bank will die Bank Sarasin nun doch keine Mehrheitsbeteiligung übernehmen. Dagegen soll das Modell mit einem Aktionariatspool von 60% mit neuen Aktionären aus dem Kreis von Mitarbeitenden und Verwaltungsratsmitgliedern weiterverfolgt werden. Sarasin selbst will weiter mit einer Finanzbeteiligung von 40% beteiligt bleiben. Diese Beteiligung hat die Bank zudem neu bewertet und darauf eine Abschreibung um 70,2 Mio CHF vorgenommen. Im November 2009 hatte Sarasin vor dem Hintergrund der FINMA-Entscheidungen in Sachen Sulzer sowie personellen Veränderungen in der NZB noch eine Aufstockung ihrer Beteiligung auf 51% bis 60% angekündigt.
Mit dem vorgelegten Ergebnis hat Sarasin die Prognosen der Marktbeobachter beim Neugeldzufluss und den Kundenvermögen übertroffen. Allerdings hatten die Analysten den Abschreiber auf der NZB nicht erwartet und mit einem unbereinigten Reingewinn von 107,8 Mio CHF gerechnet. Den Betriebsertrag hatten sie mit 651,6 Mio CHF etwas niedriger gesehen.
Für das laufende Jahr erwartet Sarasin eine weitere Verbesserung des operativen Ergebnisses. Die nachhaltige Verbesserung der Ertragslage sei das vordringliche Ziel der Bank im 2010. Die Wachstumsgeschwindigkeit mit einem Neugeldzufluss von 10% soll beibehalten werden. Verwaltete Vermögen von 100 Mrd CHF in 2010 seien erreichbar, so die Einschätzung der Bank.
Ausbauen will die Bank Sarasin in den nächsten 18 Monaten ihre Geschäftsbasis in den Wachstumsmärkten in Asien. Im Hinblick auf die neuen Standards der Amtshilfe in Steuersachen sieht sich Sarasin in einer vorteilhaften Ausgangslage. Sie sei nicht nur international gut diversifiziert, sondern befürchte auch nur "sehr geringe" Abflüsse an Kundenvermögen.
Der Sarasin-Verwaltungsrat hat zudem die Mittelfristziele für das Institut überarbeitet. So sollen die um die Performance bereinigten Kundenvermögen bis 2015 auf 150 Mrd CHF steigen. Trotz zunehmender Wettbewerbsintensität und dem damit zu erwartenden Margendruck will die Bank zudem die Bruttomarge deutlich verbessern.
tp/gab
(Meldung durchgehend ergänzt)