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Baker-Zyste
Die Baker-Zyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung der Gelenkkapsel in der Kniekehle. Der Körper bildet vermehrt Gelenkflüssigkeit, wodurch sich der Gelenkinnendruck stetig erhöht und darauf die Gelenkkapsel zur Baker-Zyste aussackt. Die Baker-Zyste wölbt sich meist im Bereich zwischen dem oberen mittigen Ende des Wadenmuskels und dem Sehnenansatz der Beugemuskulatur aus. Pathologische Anzeichen in der Umgebung fehlen zu Anfang. Eine Baker-Zyste kann von aussen betrachtet einem Tumor der hinteren Kniekehle ähneln.
Symptome
Diagnose
Es gibt zwei Wege:
1. die klinisch-manuelle Untersuchung; Die Kniekehle ist dicker geworden, was man ganz gut vergleichen kann mit dem eigenen, anderen Bein. Beugt man das Knie, erhöht sich das Druckgefühl in der Kniekehle. Was jeder auch sofort nach kurzer Zeit bemerkt, bei Belastung nimmt die Schwellung zu, schont man das Knie, wird die Wölbungen wieder flacher.
2. Bildgebende Verfahren mit Ultraschall (Sonographie) und evtl. eine Kernspintomographie; dabei werden auch Differentialdiagnosen, wie Aneurysmen der Popliteal-Arterie oder -vene, ausgeschlossen. Ist eine Baker-Zyste langgezogen und schlauchförmig, ist es häufig schwierig, die Diagnose zu stellen.
Ursachen
Oberschenkelmuskeln und Beckenmuskeln greifen nach den Unterschenkeln, Muskeln vom Fuss reichen bis zum Oberschenkel. Wenn Muskel, Sehnen und Bindegewebe die richtige Spannung haben werden die Knochen und Knorpel nur wenig belastet. Der Druck wird auf- oder abgeleitet durch die weiter aussen liegenden Spannseile der bindegewebigen Verknüpfung. Sollten allerdings die myofaszialen Verbindungen angespannt und damit verkürzt werden (durch Inaktivität oder einseitige Belastung eines Muskels), so muss sich notwendigerweise auch der Druck auf das Gelenk erhöhen. Eine Zugbelastung nach einer Seite kann der Körper im Prinzip nicht tolerieren, weil damit die beteiligten Knochen zu einer Seite hinüber gezogen würden. Um das Gleichgewicht aufrecht zu halten, müssen die Muskeln, die die Gegenbewegung ausführen (Antagonisten) sich ebenfalls verkürzen. Sonst würde sich das Gelenk in unbrauchbarer Stellung und in grotesk verrenkter Lage befinden. Der Preis für die Gegenreaktion ist aber, dass das Gelenk von mehreren Seiten zusammen gezogen wird. Die Gewebe in dem Gelenkspalt werden zunehmend mehr zusammengepresst. Damit ist die Versorgung des empfindlichen Knorpels nicht mehr hinreichend garantiert. Da Gefässe diesen wichtigen Teil des Körpers nicht versorgen, ist er auf die Diffusion (Einfliessen) aus der umliegenden Gelenkflüssigkeit angewiesen. Durch die Spannung von allen Seiten wird der Knorpel komprimiert und damit seine Struktur wie ein ausgedrückter Schwamm verdichtet. Je mehr sich die eine Seite zusammenzieht, umso mehr wird auch die andere sich bemühen, mit zu halten. Der Spalt wird enger (Röntgenbild), der Druck erhöht sich und es kommt zur Bewegungseinschränkung. Die Unausgeglichenheit im Muskel und Sehnensapparat mit unterschiedlichem Druck oder Zug auf die Gelenkoberfläche führt zu einer Fehlstellung des Gelenks. Dessen Reaktion (wegen der Belastung) ist entweder Verschleiss (dünner, rissiger Knorpel) oder Umbau und Gegenwehr (arthrotische Zacken). Gleichzeitig, aber auch schon vor diesen Veränderungen kann sich einer Baker-Zyste bilden. Durch chronische Entzündungsvorgänge kommt es zu einer vermehrten Produktion von Gelenkflüssigkeit, wodurch ein Überdruck im Kniegelenk entsteht. Die Gelenkkapsel gibt dann am Ort des geringsten Widerstandes nach und bildet eine Zyste aus.
Weitere mögliche Ursachen sind Gelenkverschleiss (Arthrose, Gonarthrose) als Folge der oben beschriebennen Zusammenhänge. Oder eine Entzündung (Arthritis, Rheuma, Infektion).
Schaden innerhalb des Kniegelenkes, beispielsweise bei einer Verletzung oder nach Unfall des medialen Meniskus.
Häufigkeit
Eine Baker-Zyste ist in keinem bestimmten Lebensalter mit grösserer Häufigkeit zu finden. Im Kindesalter kommt es bei Jungen doppelt so häufig wie bei Mädchen zu einer Baker-Zyste. Allerdings bilden sich bei Kindern seltener Zysten in der Kniekehle. Überwiegend tritt eine Baker-Zyste im mittleren und fortgeschrittenen Lebensalter auf.
Konventionelle Therapie
Eine Punktion oder ein operatives Verkleinern der Zyste bringt nicht viel. Die operative Korrektur eines Schadens (Abschleifen von Meniskusrissen) ist selten ein Gewinn und das Spülen vom Kniegelenk verbessert objektiv nichts. Lediglich das Risiko einer Infektion steigt. Ein Rezidiv ist vorprogrammiert.
Die operative Beseitigung von Schäden kann ergänzend sinnvoll sein wie z.B. ein Meniskusschaden.
Wenn ein Chirurg die Baker-Zyste operativ entfernt, besteht trotzdem die Möglichkeit, dass die Baker-Zyste immer wieder kommt, wenn z.b. die myofasziale oder Statik Ursache unbehandelt bleiben.
Manuelle Therapie
Druck entlasten. Die Verteilung von Zug und Druck erfolgt über die „weichen“ Elemente des Beins, über die Sehnen und Faszienverbindungen der verschiedenen Muskelsysteme. Die grossen Faszien laufen vom Unterschenkel direkt zum Becken hinauf, umgehen also den Oberschenkel und die ziemlich mächtigen Oberschenkelmuskeln verbinden sich breitflächig rund mit den Oberschenkelknochen (Femur) an dessen Längsseite. So wird das Kniegelenk kaum belastet, wenn die myofaszialen Ketten nicht verkürzt sind und damit eine unnötige Spannung aufbauen. Ein grosser Teil der Kraft wird je nachdem nach oben zu Rumpf und Schultern weitergeleitet oder nach unten zu Unterschenkel und Fuss. Es sind also nicht die paar Quadratmillimeter mit denen sich die Gelenksflächen berühren, die den gesamten Druck aushalten müssen. Die gesamte Oberfläche der Knochen ist dafür zuständig im lokalen Bereich (um das Knie herum). Aber ein Teil wird auch über Myofasziale Ketten in andere Bereiche des Körpers abgeleitet. Die Konsequenz daraus ist folgende. Es wird lange dauern bis ein lokaler Schaden sichtbar wird, da eben nur ein kleiner Teil des Drucks das Knie betrifft. Auf der anderen Seite werden die weiter entfernt gelegenen Bereiche einer Dauerspannung unterzogen, die zu generellen Verschiebungen und Veränderung der Haltung führt. Das Resultat ist, der ganze Körper ist mehr oder minder betroffen.
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Hans Peter Exer
Dipl. Naturheilpraktiker