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Feuerwehrveteran in Mexiko
Louis Krähenbühl
Alle Jahre organisiert der hiesige Jaguarclub für 2 Tage eine Oldtimerausstellung über Samstag und Sonntag, diesmal am 17 und 18.April, hier in der Naehe, auf einem Landgasthof. Daneben werden aber auch die neuesten Modelle aller gaengigen Automarken gezeigt.
Ein Freund und Kunde von mir, hat vor Jahren aus den USA zwei alte Feuerwehrautos gekauft und importiert, und sie stehen in seiner Fabrik, fuer den Fall, dass ein Feuer ausbricht, ich ermunterte ihn, doch diese diesmal auch auszustellen. Er willigte ein, und so übernahm ich am Freitag, dem 16. April, zusammen mit zwei seiner Lastwagenchauffeuren, die beiden Camions, aus der Fabrik in Toluca, im State Mexico, und fuhr mit ihnen nach Huixqulican, wo die Ausstellung war.
Einer ist ein Benziner mit einem 12 Zylinder Packardmotor und 2 Vergasern, der andere hat einen neueren Detroit Diesel, 6 Zylinder in V Form. Beide rauchten, aber die Polizei sagte nichts, weil Oldtimer rauchen duerfen, wobei bei dem Wagen mit dem Packardmotor nur die Vergaser richtig eingestellt sein sollten. Ich versprach meinem Freund, dies durch meinen Mechaniker später ausführen zu lassen.
Das war ein Gaudi! Alle Leute, die kamen, erinnerten sich, dass manche in ihrer Jugend Feuerwehrmann werden wollten, ich liess dann die Motoren und die Sirenen an, und alles hatte Freude, niemand liess sich die Gelegenheit nehmen, diese Autos zu fotographieren. Ich hatte natuerlich auch meinen Spass daran.
...Hier in Mexico ist der Führerschein wie in der Schweiz geregelt: er lautet auf leichte Motorwagen bis 3500 kg, nachher gibt es einen Lastwagen-Führerschein usw. Mein Freunde stellte seine beiden Lastwagenchauffeure zur Verfuegung, ich fuhr mit meinem Wagen hintendrein mit eingeschaltetem Blinker. Die Leute fragten: "Sind die Feuerwehrautos Ihnen", worauf ich verneinte, und die Fotti meiner Borgward Isabella TS hervorzog..
An dieser Ausstellung waren auch zwei alte Ford T aus dem Jahre 1910 ... Dann war auch ein Eigenbau eines Rennwagens aus dem Jahre 54 ausgestellt, schon mit Glasfasermatte-Carrosserie , über ein Holzmodell gearbeitet, Speichenrädern mit Flugzeug-Scheibenbremsen. Ich habe leider keine Fotti mehr, der Wagen sah den Ferraris ähnlich, die damals die berühmte Carrera Panamericana fuhren..
Ja, ein Oldtimer bringt immer Arbeit, aber das macht einem doch Spass, und man lernt seinen Wagen immer besser kennen und kann bei technischen Problemen vielmals vorbeugen, indem man sie sofort erkennt und weiss, wie man vorgehen soll. Die Leute von heute mit den "Plastikautos" gehen zum Konzessionär, und der hat Leute, die einach die Teile ausbauen und ersetzen, von Flicken ist nicht die Rede...
Beste Gruesse
Louis Kraehenbühl