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|Natur & Kultur:|

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen, und nur wer die Gegenwart versteht, kann die Zukunft gestalten.
Die Natur, wie wir sie heute erleben, hat eine Geschichte, die sehr eng mit unserer eigenen kulturellen Entwicklung verbunden ist.
Nach Caesars Angaben lebten vor 2000 Jahren etwa 150'000 Menschen im Gebiet der heutigen Schweizer. Der Einfluss dieser Menschen auf ihre Umwelt dürfte noch relativ gering gewesen sein, denn die Römer bezeichneten das Land als undurchdringbaren Urwald.
Spätestens seit dem Mittelalter, als die Bevölkerung nach der ersten Jahrtausendwende in nur 300 Jahren von knapp 500'000 auf 700'000 - 850'000 anstieg, ist der Einfluss des Menschen auf die Natur, nachweisbar: Aus einer Urwald-Wildnis schuf der Mensch eine reich strukturierte "Kulturlandschaft". Dieser Einfluss wirkte sich fast durchwegs positiv auf die Artenvielfalt aus. Viele Tier- und Pflanzenarten konnten sich erst auf den offenen Landwirtschaftsflächen, in den bewirtschafteten "Lichten Wäldern" oder in den felsartigen, menschlichen Siedlungen über das Mittelland ausbreiten.
Mit der Vor-Industrialisierung und der eigentlichen Industriellen Revolution begann vor 200 - 300 Jahren, je nach Region, die Einwohnerzahl in der Schweiz wieder zu steigen, von etwa 1,2 Mio. im Jahr 1700 auf rund 7,2 Mio. im Jahr 2000. Die Siedlungen mussten dem entsprechend wachsen und es fand eine allgemeine Verstädterung statt. Gleichzeitig veränderten sich aber auch die Landwirtschaft und die Waldnutzung.
Alles zusammen führte in den letzten 200 - 300 Jahren dazu, dass für viele Tier- und Pflanzenarten der Lebensraum, den ihnen der Mensch geschaffen hatte, knapp wurde. In der Natur- und Kulturlandschaft Wehrenbach ist er für viele Arten noch vorhanden.