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Zwei seiner Kontrahenten boykottierten die Wettkämpfe gegen ihn. Anschliessend war das Turnier für Tohar Butbul schnell vorbei. Die Olympischen Spiele hatte sich der Israeli ganz anders vorgestellt.
Tohar Butbul war mit grossen Ambitionen zu Olympia in Tokio gereist. Am Ende bleibt der israelische Judoka nicht wegen sportlicher Leistungen, sondern als traurigste Geschichte der Spiele in Erinnerung.
Gleich zwei Kontrahenten verzichteten freiwillig auf den Kampf gegen ihn. Der Algerier Fethi Nourine und sein Trainer hatten ihren Verzicht vergangene Woche in algerischen Medien damit begründet, nicht gegen einen Israeli kämpfen zu wollen.
Nachdem Nourine seine Teilnahme in der Klasse bis 73 kg abgesagt hatte, um nicht zu einem möglichen Zweitrunden-Duell gegen Butbul antreten zu müssen, stieg am Montag nun auch Mohamed Abdalrasool nicht gegen den Israeli auf die Matte.
Der Sudanese erschien nicht zum Duell, obwohl er noch beim offiziellen Wiegen dabei gewesen war. Weder der Judo-Weltverband noch das sudanesische Team äusserten sich zu den Gründen des Rückzugs.
Butbul durfte schliesslich im Achtelfinale gegen Victor Sterpu aus Moldawien seinen ersten Kampf bestreiten und gewann, ehe er kurze Zeit später im Viertelfinal dem späteren Bronzemedaillengewinner An Chang-Rim aus Südkorea unterlag. Die Enttäuschung über das frühe Aus überwog gegenüber der Verwirrung um die zwei Absagen der Gegner. «Auf dieses Ziel war meine ganze Karriere ausgerichtet», sagte Butbul nach dem Verpassen des Halbfinals.
Konkret auf das Verhalten seiner beiden Kontrahenten angesprochen, gab sich Butbal schmallippig. «Das sind Dinge, die im Judo manchmal passieren. Es war nicht so ungewöhnlich für mich. Das passiert uns israelischen Athleten eben. Ich möchte aber nicht zu viel über politische Dinge sprechen.»
Dass Sportler aus gewissen muslimischen Ländern nicht gegen israelische Kontrahenten antreten, ist keine Seltenheit und geschieht vor allem im Kampfsport häufiger. Die Situation wurde durch die jüngsten Spannungen zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern noch verschärft.
Im Judo soll der Iran mehrere Male Druck auf seine Kämpfer ausgeübt haben, damit diese nicht gegen Israelis antreten. Der Weltverband IJF hatte den Iran im April wegen eines besonders offensichtlichen Vorfalls für vier Jahre gesperrt. Bei der WM vor zwei Jahren wurde der damalige Iraner Saeid Mollaei von seinem Verband durch Drohungen gegen ihn und seine Familie dazu gezwungen, absichtlich zu verlieren, um im Finale nicht gegen Sagi Muki aus Israel antreten zu müssen. (t-online)
Verwendete Quellen:
- Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und SID
- «Welt»: «Das passiert uns israelischen Athleten eben»