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Für Thirtysomethings ist das Stimm- und Wahlrecht eine Selbstverständlichkeit. So selbstverständlich, dass es beängstigend wenig genutzt wird. Hierzulande gelten Stimmbeteiligungen von sechzig Prozent schon als ansehnlich … Wie dieses Wahlrecht von Frauen erkämpft werden musste, davon berichtet der Film «Sufragette». Er spielt im London von 1912 und verdeutlicht, wie erbittert und blutig der Kampf war. Im Mittelpunkt steht exemplarisch Maud Watts (Carey Mulligan), die von Kindsbeinen an in einer Wäscherei schuftet und nebenbei für ihren Ehemann Sonny (Ben Wishaw) und ihr Söhnchen kocht, wäscht, putzt, flickt, näht und und und. Sie gerät zufällig und widerwillig in die Kreise kämpferischer Frauen und verliert alles, was ihr lieb ist.
Neben der grandiosen Carey Mulligan («An Education», «Shame», «The Great Gatsby») wirken an der Frauenfront Helena Bonham Carter, Anne-Marie Duff und Meryl Streep mit. Die Grande Dame des Kino meinte übrigens zum Thema: «Jede Tochter sollte diese Geschichte kennen, jeder Sohn sollte sie in seinem Herzen tragen». Eine Meinung, die wir teilen und darum allen den Film ans Herz legen.
P.S.: Der Kampf von Maud und ihren mutigen Gefährtinnen hatte sich einige Jahre später ausbezahlt, die Engländerinnen durften ab 1918 an die Urnen, wenn auch erst solche ab 30! Wir Schweizerinnen mussten bis 1971 warten, bis es soweit war … Damit war unser Land die letzte Nation der sogenannten ersten und freien Welt, die das Frauenstimmrecht einführten. Nur in einigen dubiosen Zwergstaaten und islamischen Ländern dauerte es noch länger.