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Überlieferungen zufolge waren die griechischen Götter grosse Fans der oft übersehenen Region des Peloponnes. Auf dieser kleinen, mit Olivenhainen bedeckten Halbinsel hat sich Paris in seiner ersten Nacht für die schöne Helena von Troja entschieden, nachdem sie gemeinsam geflohen waren. Hier gelangte Herkules beim Kampf gegen den Nemeischen Löwen zu Ruhm und Ehre. Auch Nestor, der bekannt war für seine Weisheit und Freundlichkeit, baute hier seinen majestätischen Palast, wie Homer beschreibt. Und dennoch steht diese Region selten auf der Must-see-Liste der Touristen, die es stattdessen auf die zahlreichen Inseln Griechenlands zieht.
Der Peloponnes ist eine Halbinsel in Südgriechenland. Die Region ist ungefähr halb so gross wie die Schweiz und ist durch die Rio-Andirrio-Brücke über dem Golf von Korinth mit dem Festland verbunden. Trotz einer Vielzahl unberührter Strände, azurblauem Wasser, antiken Sehenswürdigkeiten, endlosen Olivenhainen und idyllischen Dörfern erlangte die Region nie die gleiche Beliebtheit wie typische griechische Hotspots wie Athen, Kreta oder Mykonos. Vom 18. Jahrhundert bis weit hinein ins 21. Jahrhundert litt die Region unter extremer Armut – eine trostlose Situation, die durch den Zweiten Weltkrieg nur noch verschlimmert wurde.
Es waren schliesslich der Wille und das Engagement eines einzelnen Mannes, die dafür sorgten, dass die Stärken der Region genutzt wurden und die eines der nachhaltigsten Entwicklungsprojekte des Landes im Bereich des Luxustourismus in Gang setzten. Kapitän Vassilis Konstantakopoulos, der in einem Dorf der Region geboren und aufgewachsen ist, hat mit der Schifffahrt sein Geld verdient. Er hatte einen grossen Traum, und zwar seinem geliebten Messenien mit einem bahnbrechenden Projekt auf die Beine zu helfen. Seine Vision war es, mithilfe des internationalen Luxustourismus die Wirtschaft seiner Heimat zu stärken und gleichzeitig die natürliche Schönheit und die archäologischen Wunder der Region zu bewahren und in Ehren zu halten. Was er und seine Familie dabei erreicht haben, ist durchaus beeindruckend: ein weitläufiges und nachhaltiges Luxusresort, das nicht nur in Griechenland, sondern weltweit neue Massstäbe setzen konnte.
Um Costa Navarino zu bauen, musste er mehr als 6000 Olivenbäume und 2000 Obstbäume sowie 400 000 Sträucher ausgraben und wieder einpflanzen lassen. Flüsse und Strassen wurden umgeleitet, während die Küstenlinie unverändert blieb. Er schuf zwei Stauseen, damit seine neu angelegten Golfplätze nicht zu viel natürliches Wasser verbrauchen. Für den Bau seiner Immobilien, einschliesslich zweier Luxushotels, die sich wunderschön in die natürliche Umgebung eingliedern, wurden ausschliesslich Materialien aus der Region verwendet. Er sorgte dafür, dass Warmwasser mit Solarenergie erzeugt wurde. Ausserdem gründete er das Navarino Environmental Observatory zur Erforschung des Klimawandels und eröffnete die Navarino Natura Hall, ein modernes und interaktives Ausstellungszentrum für Gäste und Einheimische, die mehr über die einzigartige Artenvielfalt der Region erfahren möchten. Die Gäste werden gebeten, gegen sechs Uhr abends den Strand zu verlassen, damit die aus der Region stammenden, nachtaktiven Karettschildkröten weiterhin Nester graben und ihre Eier darin ablegen können. Damit Jungtiere nicht durch desorientierend wirkende Lichter daran gehindert werden, ihren Weg zum Meer zu finden, wird im Resort auf eine helle Beleuchtung verzichtet, um dafür zu sorgen, dass der Strand abends dunkel ist. Costa Navarino kann zu Recht behaupten, den höchsten möglichen Grad an Nachhaltigkeit erreicht zu haben, ohne dass auch nur irgendeine Kreatur Abstriche im persönlichen Wohlbefinden hinnehmen muss.
Costa Navarino empfing die ersten Gäste 2010. Im darauffolgenden Jahr verstarb Kapitän Vassilis und die Leitung des Resorts wurde an die nachfolgende Generation der Familie weitergegeben. Zu seinen Ehren wurde der modernisierte Flughafen von Kalamata nach dem Namen des Kapitäns umbenannt, und die Region wurde mit Direktflügen aus zahlreichen europäischen Städten als neues Reiseziel fest auf der Landkarte verankert.
Zwei Hotels bieten den Gästen von Costa Navarino Speisen und Getränke und eine Auswahl von Luxusvillen, die entweder gemietet oder gekauft werden können. The Romanos – a Luxury Collection Resort ist eine Hommage an das Design der Herrenhäuser von Messenien. Die Zimmer befinden sich in Flachbauten, die durch luftige Gänge voller duftender Kräuter und Pflanzen miteinander verbunden sind. Das Resort liegt in einer üppig grünen Umgebung direkt am Strand mit freiem Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang. Von den Zimmern aus gelangt man zu geräumigen Terrassen und Balkonen mit Loungebereichen und Blick auf das Ionische Meer. Die Unterkünfte im Erdgeschoss verfügen über einen Infinity-Pool. Die Aussen- und Poolbereiche sind wunderschön mit einheimischen Pflanzen verziert, die sich in perfektem Einklang mit der umgebenden Landschaft befinden. Alle Restaurants und Servicebereiche sind sowohl modern als auch authentisch gestaltet. Es fühlt sich an wie ein Resort, wenn auch mit einem ehrlichen Angebot und einer ausgeprägten Ortsverbundenheit.
Den Gästen stehen alle Annehmlichkeiten des Schwesterhotels Westin zur Verfügung. Insgesamt bietet das Hotel 19 Restaurants und Bars sowie Wellnessbereiche, Fitnessstudios und Kinderclubs. Das Strandrestaurant Barbourni ist besonders bekannt für seine Gerichte mit frischen Meeresfrüchten. Im gesamten Resort werden, sofern möglich, Produkte aus der Region verwendet, und die Speisekarten sind von lokalen Bräuchen inspiriert. Die von den Restaurants angebotenen Kochkurse bieten den Gästen die Möglichkeit, regionale Gerichte kennen zu lernen, Gemüse und Früchte im hauseigenen Garten zu ernten und ein Abendessen im Freien zu geniessen. Ausserdem bietet das Hotel Kochkurse an, bei denen die Gäste zusammen mit einer Gruppe einheimischer Frauen in ihrem Haus in Pylos traditionelle Delikatessen zubereiten, während die Frauen, gemäss einer langjährigen messenischen Tradition, regionale Volkslieder a cappella singen. Gäste können sich mit Olivenöl-Verkostungen und lokalen Weinproben verwöhnen lassen und die Philosophie des Essens in wahrhaft authentischer Atmosphäre geniessen. Die gastronomischen Möglichkeiten sind endlos und beschäftigen die Gäste weit über die Dauer ihres Aufenthaltes hinaus. Natürlich bietet das Resort auch alle üblichen Aktivitäten an, ob in oder auf dem Wasser oder an Land, angefangen beim Segeln, Angeln und Tauchen bis hin zum Radfahren und Wandern. Golfspieler kommen auf einem der beiden preisgekrönten Golfplätze voll auf ihre Kosten.
Mit einer grossen Anzahl archäologischer Stätten ist die Region perfekt für Liebhaber regionaler Geschichte. Einer der grössten Naturhäfen der Welt, die Bucht von Navarino, war Schauplatz einer der entscheidenden Wendepunkte des griechischen Unabhängigkeitskriegs. Bei der letzten Seeschlacht, die ausschliesslich mit Segelschiffen geführt wurde, wurde die ägyptisch-osmanische Armada 1827 von verbündeten britischen, französischen und russischen Flotten besiegt. Die wahrscheinlich bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Palast des Nestor, der zwischen Olivenhainen, unweit des funkelnden Meeres, versteckt liegt. Der aufwendige zweistöckige Komplex aus dem 13.–12. Jahrhundert v. Chr. beherbergt königliche Wohnungen und Werkstätten. Die Ausgrabungen fanden 1939 statt und der Palast ist aufgrund des Fehlens jeglicher Schutzmauern einzigartig unter den mykenischen Palästen. Nicht weit entfernt liegt die antike Stätte Olympia, die Wiege der Olympischen Spiele, die erstmals im Jahr 776 v. Chr. ausgetragen wurden und die für immer Sinnbild der für die Ideale der Tugend und Ehre, des Friedens und edlen Wettbewerbs gelten. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist berühmt für sein prächtiges Stadion sowie die Reste zweier klassischer Tempel. Sehenswert sind auch die Überreste des antiken Messene, das 369 v. Chr. erbaut wurde und dessen Stadtmauern zu den am besten erhaltenen Mauern Griechenlands gehören. Wer sich für Archäologie interessiert, wird es bei so vielen Burgen, Ruinen und archäologischen Stätten sehr schwer haben, zu entscheiden, wo er mit seiner Entdeckungstour am besten anfangen sollte …
Naturliebhaber dürfen bei ihrer Erkundungstour des zerklüfteten Küstenstreifens den ikonischen Omega-Strand nicht verpassen, der sich auf der Mittelmeerseite Messeniens befindet. Der eigentliche Name des Strandes lautet Voidokilia, und er ist für seine unverwechselbare kreisrunde Form bekannt und ist zugleich das beliebteste Fotomotiv der Region. Laufen Sie den Hügel hoch und Sie werden mit einer unglaublichen Aussicht auf diese atemberaubende Bucht mit Nestors Höhle auf der einen und dem alten Navarino-Schloss auf der gegenüberliegenden Seite belohnt. Costa Navarino stellt seinen Gästen Velos zur Verfügung, mit denen sie zum lediglich 20 Minuten entfernten Strand fahren und dort den Tag verbringen können.
Die ehrenhaften und ehrgeizigen Absichten des Gründers von Costa Navarino – ein nachhaltiges Paradies zu schaffen, das sowohl der Gegend und ihren Einheimischen als auch den Gästen zugutekommt – wurden wahrhaftig verwirklicht, und es gibt keinen Grund mehr, dass dieser wunderbar abgelegene Teil Griechenlands länger unbekannt bleibt.
Anreise
Costa Navarino ist 45 Autominuten vom Flughafen Kalamata entfernt. Transfers können vom Hotel arrangiert werden. Alternativ dauert der direkte Transfer von Athen ca. 3 Stunden. Zwischen Juni und September gibt es aus der Schweiz wöchentliche Direktflüge nach Kalamata, die jeweils am Sonntag von Genf abfliegen.
swiss.com
Image Credits:
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Costa Navarino