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In der Zeit, als man die Wälder der Schweiz zu lichten und zu reinigen anfing, ist eine gräuliche Schlange und erschrecklicher Drache, so die Schweizerischen Jahrbücher Lindwurm nennen, in dem Unterwaldner Lande gefunden worden. Dieser würgte sowohl Menschen als Vieh, so dass ein Dorf davon den Namen Ödweiler bekam, welches so viel ist, als ein verlassener Ort.
Da war es, dass einer aus diesem Lande aus dem Geschlecht der Winkelriede, dessen Vorname Struth war, sich wegen begangenem Totschlage außer Landes aufhalten musste. Als dieser von der Not seiner Landsleute hörte, erbot er sich, das Ungetüm zu töten, wenn ihm die Rückkehr in das Vaterland gestattet werde.
Das wurde ihn gerne zugelassen. Freudig seine Heimat wieder zu sehen, macht sich Struth von Winkelried sofort auf nach dem Orte, wo sich der Lindwurm aufzuhalten pflegte. Bald traf er auf ihn und der Kampf begann, aus dem Struth von Winkelried, nachdem er seine Lanze, an deren Spitze ein Büschel spitziger Dörner befestigt war, in den Rachen und dann sein Schwert durch den Leib gestoßen hatte, als Sieger hervorging.
Als er aber vor Freude über den Sieg das blutige Schwert in der Lust schwang, fiel ein Tropfen Blut auf seinen Leib und plötzlich fiel er tot hin.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.