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Die Jazzsängerin Sarah Vaughan, auch „Sassy“ oder „the divine one“ genannt, begann wie viele Sänger ihrer Art in der Kirche zu singen. Im Laufe ihres Lebens war sie bei den Labels Musickraft, Columbia, Mercury Records, Roulette, Mainstream Records und Pablo Records unter Vertrag und brachte im Ganzen 42 Platten heraus. Dazu verdiente sie sich einen Stern auf dem „ Hollywood Walk of Fame“, einen „ Emmy Award“ für „ Individual Achievement- Special Class“ und einen Grammy Award für „Best jazz vocal performance, female“.
Geboren wurde Sarah Vaughan 1924 in Newark, New Jersey. Sie wuchs in einer sehr religiösen Familie auf, begann so schon mit sieben Jahren in der Kirche Klavier zu spielen und gelegentlich im Chor zu singen. Schon früh besuchte sie die Jazz-Clubs ihrer Stadt und trat in ihren Teenagerjahren auch (illegal) dort auf.
Mit 18 Jahren nahm ihre Karriere im Jahre 1943 den Anfang, als sie im Harlem’s Apollo Theatre einen Preis gewann. Das Geld betrug nur 10 amerikanische Dollar, doch der Preis beinhaltete auch einen Auftritt als Opening für Ella Fitzgerald, welche schon damals sehr bekannt war.
Noch im gleichen Jahr wurde sie im selben Club von dem Pianisten Earls Hines entdeckt, der damals eine Band mit dem Sänger Billy Eckstine hatte. Sie begann in dieser Band auf Tourneen Klavier zu spielen, später sang sie hauptsächlich. Nur ein Jahr später verliess sie die Band um eine Solo-Karriere zu starten.
In den Jahren 1945-48 begann sie ihre ersten Lieder aufzunehmen und lernte George Treadwell kennen. Dieser wurde ihr Manager und Liebhaber gleichzeitig, wie es noch viele nach ihm tun würden.
Später wechselte sie zu Columbia Records, mit denen sie ihre ersten grossen Tourneen, mitunter auch nach Europa unternahm. Doch Columbia Records wollte von ihr kommerziell viel abgewinnen, was der Sängerin nicht passte.
In den 50ern, nun bei Mercury Records, tourte Sarah Vaughan einmal mehr um die ganze Welt herum und bekam so die Chance, mit Musikern wie Billie Holiday, Charlie Parker und Count Basie aufzutreten. Während ihre Kariere einen starken Aufschwung erfuhr, lief es im Privaten weniger gut: 1958 liess sie sich von Ehemann und Manager Treadwell scheiden. Doch noch im gleichen Jahr lernte sie Clyde Atkins kennen und machte nun diesen zu ihrem Manager, sie zogen in New Jersey zusammen.
Da Sarah Vaughan gesundheitsbedingt keine biologischen Kinder haben konnte, adoptierte sie im Jahr das Mädchen Debra Lois. Doch die Ehe lief nicht besonders gut und so liess sie sich nur zwei Jahre nach der Adoption einer gemeinsamen Tochter auch von Atkins scheiden.
Für den Rest der 60er wurde Clyde Golden ihr Lover und Manager. Die Dekade entwickelte sich als schwierig für die Sängerin, da viele neue Musikstile entstanden und Jazz im klassischen Sinne an Popularität verlor. Zuerst wurde ihr der Vertrag bei Roulette gekündigt, da die Plattenfirma in grossen finanziellen Schwierigkeiten steckte. So wechselte sie zurück zu Mercury Records, doch auch dort wurde ihr der Vertrag 1967 gekündigt. 1969 beendete sie ihre professionelle und persönliche Beziehung zu Golden und zog nach L.A.
In den 70er erlebte Sarah Vaughans Karriere dann einen erneuten Aufschwung, als sie bei Mainstream Records und Pablo Records begann mit Symphonieorchestern zu singen. Ihren dritten Ehemann, Waymond Reed heiratete sie 1978, liess sich aber auch von diesem nur drei Jahre später scheiden.
Erst nachdem noch mal eine Dekade vergangen war, begann sie für ihre Musik Auszeichnungen zu bekommen. In den 80ern konzentrierte sich die Sängerin hauptsächlich auf die Tourneen und machte nicht mehr so viele Aufnahmen. 1989 begann sich ihr gesundheitlicher Zustand zu verschlechtern. Sarah Vaughan hatte ihr Leben lang geraucht und so wurde sie mit Lungenkrebs diagnostiziert. Sie starb am 03.04.1990, als sie sich gerade einen Film anschaute, in dem ihre Tochter mitspielte.
Sarah Vaughan sah sich selbst nicht als eine Jazz Sängerin, sondern einfach als eine, welche alles sang, was ihr gefiel. Ihr Charakter zeigte zwei Seiten: Einerseits eine scheue Frau, die an unglaublicher Bühnenangst litt, andererseits aber auch als eine, welche das Nachtleben und den Alkohol in vollen Zügen genoss und wusste, wie man feierte.
Ihre aussergewöhnliche Stimme und die geradezu perfekte Phrasierung der Balladen machen ihre Musik auf jeden Fall hörenswert, dazu kommt, dass Sarah Vaughan fast immer eine sehr gute Band hinter sich hatte, wodurch auch das Instrumentale stimmt.
Eleanor Hasler