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Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz – Monitoring der Biotope von nationaler Bedeutung
Suivi des effets de la protection des biotopes en Suisse - Monitoring des biotopes d’importance nationale
Boch et al.
Um die grosse biologische Vielfalt der Hoch- und Flachmoore, Trockenwiesen und –weiden (TWW), Auen und Amphibienlaichgebiete zu schützen, hat die Schweiz seit Beginn der 1990er-Jahre rund 6000 «Objekte von nationaler Bedeutung» ausgewiesen. Zum Monitoring dieser Lebensräume wurde das langfristig angelegte Programm «Wirkungskontrolle Biotopschutz» geschaffen. Luftbildanalysen und Felderhebungen bilden die Datengrundlage, um Veränderungen in den Biotopen von nationaler Bedeutung aufzuzeigen und die Wirksamkeit der Schutzmassnahmen zu kontrollieren. Erste Analysen zeigen, dass Moore und TWW zunehmend verbuschen, Moore trockener und nährstoffreicher werden und die lokale Anzahl der Amphibienarten abnimmt.
Pour protéger la grande diversité biologique des hauts et bas-marais, des prairies et pâturages secs (PPS), des zones alluviales et des sites de reproduction des amphibiens, la Suisse a identifié environ 6000 «objets d’importance nationale» depuis le début des années 1990. Le programme à long terme «Suivi des effets de la protection des biotopes» a été créé pour le monitoring de ces habitats. Les photos aériennes et les relevés floristiques constituent la base de données pour détecter des changements dans les biotopes d’importance nationale et pour contrôler l’efficacité des mesures de protection. Les premières analyses montrent que les marais et PPS s’embroussaillent de plus en plus, que les marais deviennent plus secs et plus riches en nutriments, et que le nombre d’espèces d’amphibiens diminue localement.
Während die Gefährdung vieler Taxa bekannt ist, existieren kaum verlässliche Angaben zur Entwicklung seltener oder gefährdeter Lebensräume und ihrer Biodiversität. Es bedarf deshalb langfristig angelegter, spezifischer Monitoringprogramme. Um diese Lücke zu schliessen, wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Monitoringprogramme in der Schweiz etabliert. Eines davon ist die Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz (WBS), ein 2011 vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) gestartetes Projekt.
Mittels Luftbildanalysen und Felderhebungen werden die Veränderungen und die Wirksamkeit der Schutzmassnahmen in den Biotopen von nationaler Bedeutung kontrolliert. Bei den Felderhebungen werden detaillierte Daten zu Vegetation und Amphibienvorkommen erhoben. Ein Erhebungszyklus dauert sechs Jahre. Der erste Erhebungszyklus endete 2017. Anhand des Vergleichs von historischen und aktuellen Luftbildern werden Veränderungen quantifiziert. Ein Online-Früherkennungssystem, bei dem alle Objekte aufgrund ihrer Veränderungen anhand eines Ampelsystems bewertet werden, ermöglicht zudem dem BAFU und den Kantonen, das Ausmass der Veränderung zu erkennen und Gegenmassnahmen zu ergreifen.
Neben einer leichten, aber stetigen Zunahme der Verbuschung von Flachmooren und TWW, zeigt der Vergleich älterer Vegetationsaufnahmen mit den Daten der Ersterhebung der WBS, dass Moore weiterhin trockener und nährstoffreicher werden. In den letzten 20 Jahren hat zudem jedes Amphibienlaichgebiet im Durchschnitt fast eine Art verloren. Meist sind es stark gefährdete Arten, deren Populationen erloschen sind.
Quelle: WSL
Keywords:
Biotope von nationaler Bedeutung, Monitoring, Wirkungskontrolle, Lebensräume, Fernerkundung