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Quelle: imago/United Archives
Mit „Rock Me Amadeus“ wurde er zum Superstar. Mit dem Ruhm kamen für Falco aber auch die Probleme. Vor 25 Jahren starb der österreichische Ausnahmemusiker.
25 Jahre ist es her, dass Falco (1957-1998) kurz vor seinem 41. Geburtstag (19. Februar) bei einem Autounfall ums Leben kam. Verschwörungstheorien und Gerüchte machten nach dem 6. Februar 1998 schnell die Runde. In der Dominikanischen Republik war das Auto des österreichischen Musikers mit einem Bus kollidiert. Der Sänger war sofort tot. Im Wagen soll eine Aufnahme seines posthum veröffentlichten Werks „Out of the Dark (Into the Light)“ gefunden worden sein. Darin singt er: „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ Mit den Gerüchten war aber schnell aufgeräumt: Das Lied entstand weit vor seinem Tod, zudem hatte es Falco nicht selbst geschrieben.
In den letzten Jahren seines Lebens machte Falco mit seinem chaotischen Lebensstil Schlagzeilen. Der Musiker aus Wien war Mitte der 1980er Jahre zum internationalen Superstar aufgestiegen. Mit dem Erfolg einher gingen bald Probleme mit Alkohol und Kokain.
Sein Talent fiel früh auf
Dabei scheint Falco schon mit seiner Geburt eine grosse Last mitbekommen zu haben. Johann „Hans“ Hölzel war das einzig überlebende Kind einer Drillingsschwangerschaft. Später erklärte er, dass er seine toten Geschwister manchmal „spüre“. Der Sänger wuchs in einfachen Verhältnissen in Wien auf, sein Vater verliess die Familie, als er noch ein Kind war.
Schon früh soll den Erwachsenen um ihn herum Falcos aussergewöhnliches musikalisches Talent aufgefallen sein. Mit 17 schloss er sich einer Band als Bassist an. Eine Lehre als Kaufmann bei einer Versicherung brach er ab, genau wie ein Studium am Wiener Musikkonservatorium. 1977 ging er für eine kurze Zeit nach West-Berlin, angeblich in der Hoffnung, auf David Bowie (1947-2016) zu treffen, der damals dort lebte. Zurück in Österreich verdingte sich Hölzel als Strassenmusiker, bevor er schliesslich entdeckt wurde und als Berufsmusiker Fuss fasste.
Hölzel liess sich für seinen Künstlernamen von Falko Weisspflog (69) inspirieren, einem deutschen Skispringer. Als Falco fing der Musiker an, seine eigenen Songs zu schreiben und auf die Bühne zu bringen. Ein Platten-Deal folgte. Die Single „Der Kommissar“ aus dem Album „Einzelhaft“ landete schliesslich 1982 in Österreich auf Platz eins, und eroberte von da aus ganz Europa. Der Überraschungs-Hit bescherte Falco zahllose Auftritte und Interviews – und den Druck, auf den Erfolg aufzubauen. Mit seinem zweiten Album „Junge Roemer“ (1984) konnte er diesem Hype zumindest aus kommerzieller Sicht nicht gerecht werden.
„Rock Me Amadeus“ macht ihn zum internationalen Superstar
Veränderungen mussten her: Falco tauschte Lederjacke gegen Designeranzüge. Mit den Bolland-Brüdern aus den Niederlanden als Produzenten schuf er schliesslich 1985 das Album „Falco 3 „, auf dem sich der Song „Rock Me Amadeus“ befand. Mit ihm gelang Falco der weltweite Durchbruch. Die Single erreichte Platz eins in Grossbritannien und wurde der erste deutschsprachige Song, der die Charts in den USA anführte.
Das dritte Album des Österreichers hatte aber mehr zu bieten als „Rock Me Amadeus“. „Vienna Calling“, die zweite Single, die veröffentlicht wurde, lief ebenfalls sehr erfolgreich. Und dann gab es da noch den Song „Jeanny“, der vor allem in Deutschland einen grossen Skandal auslöste. Vorwürfe kamen auf, das Lied verharmlose Vergewaltigung. Einige Radiosender boykottierten es.
Warten auf das grosse Comeback
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere galt Falco als Frauenheld, zudem machten ihm wohl Alkohol- und Drogenprobleme zu schaffen. Mit „Emotional“, „Wiener Blut“ und „Data de Groove“ veröffentlichte der Musiker 1986, 1988 und 1990 weitere Alben. Letzteres wurde zur kommerziellen Enttäuschung, mit den anderen konnte er international nicht für Furore sorgen. Auch mit seinem Privatleben sorgte Falco weiter für Schlagzeilen, besonders die Schwangerschaft seiner späteren Ehefrau Isabella Vitkovic. Im Juni 1988 heirateten die beiden in Las Vegas. Die Ehe hielt allerdings nur ein knappes Jahr. 1993 ergab ein Vaterschaftstest, dass Falco nicht der leibliche Vater von Vitkovics Tochter ist.
Seit Anfang der 1990er Jahre lebte Falco in der Dominikanischen Republik, weiter kritisch beobachtet von der Presse in seinem Heimatland. Sein nächstes Album „Nachtflug“ erschien 1992. Daraufhin zog er sich zurück, um sein internationales musikalisches Comeback einzuläuten. 1996 sorgte er schliesslich mit dem Lied „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“ aus dem Album „Out of the Dark (Into the Light)“, das kurz nach seinem Tod erschien, wieder für Aufsehen. Der erhoffte erneute weltweite Erfolg stellte sich mit dem neuen Album aber auch nach Falcos Tod nicht ein. Während es in Österreich und Deutschland zum kommerziellen Erfolg wurde, lief es in den USA und Grossbritannien unter dem Radar.
Beerdigt wurde Falco am 14. Februar 1998 auf dem Wiener Zentralfriedhof. 4.000 Menschen erwiesen dem berühmten Österreicher die letzte Ehre.