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'Landlust' kannte auch schon die Antike, und Rom war Grossstadt genug, um gerade auch bei seinen kultivierten Bewohnern die Sehnsucht nach einer einfachen und naturnahen Daseinsform zu wecken. Vergil hat das Landleben in zwei ganz unterschiedlichen Werken zu seinem Thema gemacht, die in dieser Ausgabe zusammengefasst sind. In seinen zehn Hirtengedichten ('Bucolica') besingt er die rustikalen Reize einer arkadischen Welt oder behandelt grundsätzliche Fragen in pastoralem Kontext. Mit den 'Georgica' dagegen legt er ein durch und durch poetisch gestaltetes Lehrbuch vor, das in wohlklingenden Versen detailreiche Anweisungen für Ackerbau und Viehzucht liefert. Den 'Bucolica' ist ein interpretierender Kommentar beigegeben, der das tiefere Verständnis dieser Dichtung auch über die Projektionsfläche des ländlichen Idylls hinaus ermöglicht.
Portrait
Michael von Albrecht, geb. 1933, studierte in Stuttgart, Tübingen und Paris Musik, Klassische Philologie und Indologie. Nach der Promotion 1959 und der Habilitation 1963 lehrte er in Heidelberg als Ordinarius für Klassische Philologie (1964-98) und als Gastprofessor in Amsterdam und USA. Ehrendoktor der Aristoteles-Universität in Thessaloniki (1998), Russlanddeutscher Kulturpreis (1991), Praemium Classicum Clavarense 2000. Mitglied mehrer Akademien und Fachzeitschriftenredaktionen. Otto Schönberger, geboren 1926, leitete ein Würzburger Gymnasium und beeinflusste als Fachdidaktiker die Lehre des Lateinischen massgeblich. Er ist bekannt als Übersetzer zahlreicher antiker Werke der Weltliteratur.