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Daniel Villard hat den EHC Biel in den Niederungen der NLB übernommen und bis an die Spitze der NLA geführt. Er hat Heinz Ehlers und Kevin Schläpfer den Einstieg ins Trainerbusiness ermöglicht. Biels Manager spricht im Interview unter anderem über den schwierigen Weg nach oben, Geld, die Entlassung seines Freundes Kevin Schläpfer und die Zukunft «seines» EHC Biel.
Daniel Villard, ist der EHC Biel ein Spitzenclub?
Daniel Villard: Nein, Biel ist ein Klub, der sich Schritt für Schritt für Schritt vom Abstiegskandidaten zum regelmässigen Playoffteilnehmer entwickelt hat.
In der Aussenwahrnehmung ist Biel inzwischen ein Spitzenclub geworden.
Die Rangierung in der Tabelle ist nur eine Momentaufnahme. Wir sind wirtschaftlich noch bei weitem kein Spitzenclub.
Das sagt der Manager eines Hockeyunternehmens, das Jonas Hiller, Damien Brunner, Beat Forster und Damien Riat verpflichtet hat.
Wir können uns gezielt verstärken, aber wir haben nicht die Mittel, um ein Meisterteam zu finanzieren wie Bern, Zürich oder Lugano, die sich vor allem auch in der Breite noch bessere Spieler leisten können als wir.
Sind Sie dazu in der Lage, den EHC Biel mit dem Hockeygeschäft zu finanzieren?
Ja.
Das war aber nicht immer so?
Das ist erst möglich, seit wir in der Tissot Arena spielen. Wir haben seither eine Saison mit einem kleinen Verlust und zwei mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Vorher musste der Verwaltungsrat pro Saison eine Million Verlust abdecken. Im Wissen, dass ein neues Stadion eine starke Verbesserung der finanziellen Situation bringt.
Wie finanzieren Sie das Budget?
50 Prozent aus Werbe- und Hospitalityeinnahmen, 25 Prozent durch Donatoren, 20 Prozent aus Zuschauereinnahmen und der Rest aus der Gastronomie und dem Fanartikel-Verkauf.
Ist es möglich, in absehbarer Zeit um den Titel zu spielen?
Das ist eine gute Frage. Wir arbeiten mit einem Budget von 16,5 Millionen. Das ist zu wenig, um jedes Jahr ein Titelkandidat zu sein. Aber es ist möglich, wenn einmal wirklich alles stimmt. Kommen wir in den Final, kann alles passieren. Aber wir dürfen in der Euphorie nicht übermütig werden. Es gibt im Sport immer wieder auch schwierige Zeiten.
Würde das Publikum in Biel unter den neuen Voraussetzungen schwierige Zeiten goutieren?
Eine Saison ja, bei mehreren Saisons hintereinander würde es schwierig.
Sie haben in der Zwischenzeit auch eine exzellente Nachwuchsabteilung aufgebaut.
Wir waren lange Zeit wirtschaftlich einfach nicht dazu in der Lage, in den Nachwuchs zu investieren. Nach dem Aufstieg (2008 – die Red.) standen wir vor der Frage, wie es nun weitergehen soll. Wir entschieden uns, in den Nachwuchs zu investieren und engagierten auch auf diesem Niveau Profitrainer. Wir waren uns bewusst, dass es sechs, sieben Jahre dauern wird, bis wir die Resultate sehen.
Sie haben mit Ihrer Arbeit am 1. Juli 2003 in Biel angefangen. Die Entwicklung seither ist beinahe atemberaubend.
Im Juli 2003 befanden wir uns im Niemandsland der NLB. Wir hatten wenig Zuschauer, kaum Sponsoren und ein veraltetes Stadion. An meinem dritten Arbeitstag kam Eismeister Steinegger (der Vater des heutigen Sportchefs Martin Steinegger – die Red.) zu mir ins Büro und fragte mich nach den Vorlagen für die Eiswerbung. Er müsse mit der Eisaufbereitung beginnen. Aber wir hatten gar keine Eiswerbung mehr. Mit blankem Eis konnten wir nicht spielen und so rief ich Erwin Stalder, den Vater unseres heutigen Präsidenten, an und erklärte ihm mein Problem. Er hat dann grosszügigerweise mit seiner Firma gleich alle vier Bullykreise übernommen.
Da mussten Sie ihm wohl ein bisschen Rabatt gewähren?
Er hat gute Werbung zu einem günstigen Preis bekommen.
Wie haben Sie die Wende geschafft?
Unser Ziel war es, Vertrauen zurückzugewinnen. Ich machte die Runde bei unseren Partnern und als ich das Carunternehmen besuchte, das uns zu den Auswärtsspielen fuhr, sagte man mir, es sei schön, dass einmal einer vorbeikomme. Aber noch schöner wäre es, wenn die ausstehenden Rechnungen bezahlt würden. Die Skepsis war gross und mein Ziel war es von diesem Zeitpunkt an, jede Rechnung pünktlich zu bezahlen. Das war eine Voraussetzung, um Schritt für Schritt das Vertrauen zurückzugewinnen.
Da hatten Sie ja nicht gerade einen glamourösen Traumjob übernommen. Haben Sie zugesagt, weil Sie als Präsident eines Fanclubs dem EHC Biel nahestanden?
Ich hatte einen gut bezahlten Marketing-Job in Bern und sagte bei der ersten Anfrage ab. Aber dann überlegte ich mir die Sache noch einmal und kam zum Schluss, dass Eishockey in Biel eigentlich ein grosses Potenzial hat und sagte zu. Ich war 30 und auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.
Da dürften Sie jetzt froh sein, dass Sie diese neue Herausforderung angenommen haben. Ihren damaligen Arbeitgeber in Bern gibt es nicht mehr und Sie führen eines der besten Hockeyunternehmen im Land.
Ja, jetzt bin ich froh. Aber damals war es ein gewagter Schritt. Ich erinnere mich noch gut, wie meine Mutter sorgenvoll fragte, ob ich mir bewusst sei, was ich vorhabe.
Gab es damals schon die Vision eines Spitzenklubs in einem neuen Stadion?
Nein. Unser grosses Ziel war der Wiederaufstieg in die NLA. Mit allem Respekt, Thurgau und die GCK Lions interessierten nach all den Jahren einfach niemanden mehr und viele unserer einstigen Sponsoren waren nach Bern gezogen, wo die Musik im Eishockey spielte. Die Stadt Biel war sich bewusst, dass in der Stadionfrage etwas gehen muss. Stadtpräsident Hans Stöckli hatte die clevere Idee, einem Generalunternehmer das Land zu überlassen und dafür im Gegenzug den Bau eines neuen Stadions einzuhandeln. Das war die Wende und die hohe Zustimmung bei den entsprechenden Volksabstimmungen haben uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Es ist auffallend, dass Sie bei der Besetzung der Schlüsselpositionen fast immer goldrichtig liegen.
Ich habe mich meistens auf mein Bauchgefühl verlassen und da ist natürlich viel Glück dabei. Als wir einen Trainer suchten, rief mich Andy Rufener (ein Spieleragent – die Red.) an und sagte mir, ich solle doch mal mit Heinz Ehlers reden. Der Name sagte mir zwar nicht viel, aber ich wusste, dass er mal für Biel gespielt hatte, und dachte mir: Warum nicht? Als ich ihn traf, war ich sofort von seiner Art, von seinem Auftreten überzeugt und wusste: Das ist unser Mann.
Aber Sie mussten ihn nach dem Wiederaufstieg doch entlassen.
Ja. Die Mannschaft war einfach nicht gut genug und er wusste nicht mehr weiter, als wir in die Liga-Qualifikation kamen.
Und so hat die «Ära Schläpfer» begonnen. Wie kam das?
Kevin Schläpfer hatte früher für uns gespielt, seine Karriere in Langenthal beendet und suchte einen Job. Wir suchten einen Sportchef, hatten aber nicht das Geld, um jemanden nur als Sportchef zu beschäftigen. Ich sagte Kevin, dass er bei uns zusätzlich auch noch als Nachwuchstrainer und Ausbildungschef arbeiten müsste. Und so war er bei uns fast Tag und Nacht im Eisstadion beschäftigt. Ich habe gesehen, wie er mit den jungen Spielern und überhaupt mit allen im Klub umgegangen ist, und spürte, dass er auch als Trainer funktionieren könnte.
Und er hat funktioniert. Im wohl heikelsten Moment Ihrer Amtszeit.
Das kann man so sagen. Wir haben uns mit ihm in der ersten Liga-Qualifikation gerettet. Aber noch heikler wurde es im Jahr darauf, wieder gegen Lausanne. Wir lagen mit 2:3 zurück und mussten nach Lausanne reisen. Bei einer weiteren Niederlage wären wir abgestiegen. Diesen Druck kann man sich nicht vorstellen, wenn man so etwas nicht selber erlebt hat. Es ging ja nicht nur um den Ligaerhalt. Es ging auch um die Jobs auf der Geschäftsstelle. Wir haben das zweimal hintereinander durchgestanden und das hat Kevin Schläpfer und mich zusammengeschweisst.
Hätte Biel einen Abstieg verkraftet?
Diese Frage haben wir uns oft gestellt. Langnau und die Lakers haben die Rückkehr geschafft. Aber ich glaube nicht, dass wir die gleiche Unterstützung der Zuschauer gehabt hätten wie Langnau. Es wäre sehr schwierig geworden.
Und trotzdem mussten Sie Kevin Schläpfer später entlassen.
So ist das im Sport. Der Erfolg von gestern zählt nicht. Dieser Entscheid ist uns sehr schwergefallen und wir haben lange zugewartet.
Warum ist Kevin Schläpfer letztlich doch gescheitert?
Es hat mit dieser «Hollywood-Story», der Auseinandersetzung mit Marc Crawford während der Playoff-Viertelfinals gegen die ZSC Lions im Frühjahr 2014, begonnen. Von da an hat sich Kevin verändert, ich spürte, dass es in eine andere Richtung geht.
Wie hatte sich Kevin Schläpfer verändert?
Homestory in der «Schweizer Illustrierten», Auftritte im «Sportpanorama», der Erfolg verändert Menschen. Er hat in gewissen Themen etwas die Bodenhaftung verloren, die Spieler merkten das und als es nicht mehr wunschgemäss lief, verlor er den Rückhalt. Dabei spielte auch seine Knieverletzung eine Rolle. Er musste auf Krücken in die Kabine humpeln, konnte nicht mehr auf dem Eis arbeiten und hatte ganz einfach nicht mehr die gleiche Wirkung.
Sie haben einen Trainer verloren. Haben Sie auch einen Freund verloren?
Nein. Die Freundschaft, die uns verbindet, ist geblieben und darüber bin ich sehr froh.
Ist seine Rückkehr nach Biel denkbar?
Nicht für eine Arbeit im Umfeld der ersten Mannschaft. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass er einmal wieder bei uns im Nachwuchs arbeiten könnte.
Der Entscheid, Martin Steinegger vom Spieler zum Sportchef zu befördern, war auch richtig.
Kevin Schläpfer kam damals zu uns und sagte, er wäre froh, wenn er sein Amt als Sportchef abgeben und sich ganz auf die Arbeit als Trainer konzentrieren könnte. Wir haben lange einen Sportchef gesucht. Aber wir wurden nicht fündig und so kamen wir auf die Idee, Martin Steinegger zu fragen. Sportchef ist nicht ein Job, den man lernen kann. Es war wichtig, dass wir ihm Zeit geben konnten, um in diese Arbeit hineinzuwachsen, und diese Geduld hat sich gelohnt. Er ist heute einer der besten, wenn nicht der beste Sportchef.
Sie hatten auch Geduld beim Aufbau einer NLA-Mannschaft, Sie hatten Geduld mit Kevin Schläpfer. Geduld ist nicht gerade eine Tugend der Sportmanager. Woher kommt diese Geduld in Biel?
Das hängt wohl mit unserer Mentalität zusammen. Wir sind uns bewusst, dass wir in einem emotionalen Geschäft tätig sind. Gerade deshalb gehört Kontinuität zu unseren Prinzipien. Wir waren uns von allem Anfang an schon in der NLB bewusst, dass wir einen langen Weg vor uns haben. Diese Kontinuität ist möglich, weil wir die auch im Verwaltungsrat haben. Bei einem ständigen Kommen und Gehen geht jedes Mal viel Wissen verloren und die Neuen meinen, sie müssten partout die Fehler ihrer Vorgänger wiederholen. Der Verwaltungsrat hat ein grosses Vertrauen in die Leute, die den Klub führen, und hat sich noch nie zu einer Panikreaktion verleiten lassen.
Standen Sie nie kurz davor, die Nerven zu verlieren?
In den zweiten Liga-Qualifikationen gegen Lausanne hatten wir die Segel fast gestrichen. Viele hatten schon aufgegeben. Aber Verwaltungsrat Sandro Wyssbrod behielt die Nerven und war nicht bereit zu kapitulieren. Er hat uns aufgerichtet und in dieser kritischen Situation auch mit ein paar Spielern Gespräche geführt – und wir haben es geschafft.
Sandro Wyssbrod sitzt heute noch im Verwaltungsrat.
Das ist ein Beispiel für die Kontinuität, über die wir gesprochen haben. Ich werde bei meinen Entscheidungen nie allein gelassen. Mit ihm kann ich mich in kritischen Situationen täglich austauschen. Nach so vielen Jahren kennt er das Geschäft und hat die Geduld und die Gelassenheit, die uns schon oft geholfen haben.
Kehren wir in die Gegenwart zurück. Können Sie heute um jeden Star mitbieten?
Nein. Um aktuelle Nationalspieler können wir nicht mitbieten. Wir bekommen teilweise nicht einmal eine Antwort, wenn wir eine Offerte einreichen, und da merken wir, dass wir eben noch kein Spitzenklub sind. Und vielleicht auch nie ein Spitzenklub werden. Das Geld ist nicht das einzige Problem. Es spielt auch eine Rolle, dass wir noch nicht um den Titel spielen.
Das ist tatsächlich so wichtig wie Geld? Können Sie uns ein Beispiel nennen?
Gaëtan Haas wäre bei uns geblieben, wenn wir ein Meisterkandidat gewesen wären.
Dann heisst das, dass er beim SCB nicht mehr verdient, als Sie geboten haben?
Ja, so ist es. Soweit ich mich erinnere, haben wir sogar etwas mehr geboten als der SCB. Aber er wollte unbedingt um den Titel spielen und sich sportlich weiterentwickeln. Das ist ja auch richtig so. Die Ironie der Geschichte ist, dass er beim SCB letzte Saison auch nicht weitergekommen ist, als wenn er bei uns geblieben wäre.
Wie viel verdient denn Gaëtan Haas in Bern?
Sie sollten wissen, dass wir nicht über Zahlen reden.
Lassen Sie mich schätzen. Wenn Sie sagen, dass Sie sogar etwas mehr geboten haben, dann dürfte Gaëtan Haas in Bern weniger als 600'000 Franken verdienen.
Sie haben nicht schlecht geschätzt.
Ist Jonas Hiller der bestbezahlte Spieler in Biel?
Ja, das ist so.
Waren die Verhandlungen schwierig?
Nein, überhaupt nicht. Wir haben Jaro Tuma (der Agent von Jonas Hiller – die Red.) einfach gesagt: Wir brauchen einen Torhüter. Uns ist Jonas Hiller so viel wert. Wenn er das akzeptiert, sind wir glücklich. Wenn nicht, dann haben wir halt Pech.
So einfach war es?
Ja, so einfach war es. Ich verabscheue nichts mehr als dieses Feilschen wie auf einem Bazar. Wenn wir einen Spieler wollen, dann entscheiden wir, wie viel er uns wert ist. Entweder wird dieser Preis akzeptiert oder nicht. Aber ein Nachbessern, ein Hin und Her machen wir nicht mit. Diskutieren können wir allenfalls einzelne Details. Aber nicht mehr das Grundsalär.
War das auch bei Damien Brunner so?
Ja. Da hat uns sein Agent angefragt, ob wir interessiert seien. Wir haben uns die Sache überlegt und gesagt: Ja, zu diesem Preis sind wir interessiert. Und er hat akzeptiert.
Verdient er am zweitmeisten?
Er verdient gut.
Ist er also die Nummer zwei in der Salärhierarchie?
Ja.
Kommen wir noch einmal auf Ihr Glück bei den Personalentscheiden. Es ist Ihnen auch gelungen, die richtigen Nachfolger für Kevin Schläpfer zu finden.
Martin Steinegger hatte die Idee, als Nachfolger von Kevin es erst mal mit Mike McNamara zu versuchen, um etwas Zeit zu gewinnen. Dann ging es über Erwarten gut.
Warum eigentlich?
Wahrscheinlich, weil er mit seinem klar strukturieren, ja militärisch exakten Tagesablauf das Gegenstück zu Kevin Schläpfer war. Die Spieler zogen mit. So bekamen wir Zeit für die Suche eines neuen Trainers. Wir führten viele Gespräche, unter anderem auch mit dem heutigen ZSC-Trainer Serge Aubin. Inzwischen war Mike in den Playoffs angekommen, die Spieler waren begeistert und so konnten wir fast nicht anders als seinen Vertrag zu verlängern. Wir waren uns bewusst, dass es schwierig werden könnte und als wir den Trainer dann doch wechseln mussten, hatten wir Glück, dass Antti Törmänen frei war.
Warum Antti Törmänen?
Wir hatten nach mehreren Gesprächen den Eindruck, dass er sehr gut zu uns passt. Wir sind wie eine kleine Familie.
Ein Hockeyunternehmen wie eine Familie. Das tönt fast zu schön, um wahr zu sein. Ist Biel tatsächlich familiärer als andere Klubs?
Das sagen jedenfalls Spieler, die von anderen Klubs kommen. Sie sagen, dass der Umgang bei uns familiärer, herzlicher ist als dort, wo dafür der Druck viel grösser und alles eine Spur professioneller ist.
Kann Biel auch als Spitzenklub familiär bleiben?
Es ist unser Ziel, so zu bleiben, wie wir sind. Dabei hilft uns auch die ganz besondere Medienszene in Biel. Wir werden zwar auch kritisiert. Aber nur dann, wenn es wirklich notwendig ist und von billiger Polemik bleiben wir verschont. Aber wir spüren schon, dass die Erwartungshaltung grösser geworden ist. Und je höher wir steigen, desto grösser die Fallhöhe.
Können Sie diesen Fall vermeiden?
Ich denke, dass wir das schaffen. Dabei hilft uns die Kontinuität. Wir wissen, wie wir alle ticken, und wir sind im Verwaltungsrat und auf operativer Ebene ein eingespieltes Team. Ich gehe schon davon aus, dass sich bei uns niemand dazu verleiten lässt, wegen eines Herbstes, der uns bis an die Tabellenspitze gebracht hat, abzuheben und die Bodenhaftung zu verlieren. Wir sollten dazu in der Lage sein, in aller Ruhe weiterzuarbeiten und aus der guten Situation möglichst viel herauszuholen.
Ist es möglich, noch mehr herauszuholen?
Eine weitere Erhöhung des Budgets von jetzt 16 auf 20 Millionen ist kaum machbar. Es gibt noch Reserven, beispielsweise in der Gastronomie und Werbung. Aber die Zitrone ist ausgepresst.
Gilt das nur für Biel oder unseren gesamten Hockey-Markt?
Ich denke, das gilt für die ganze Liga. Der Markt ist ausgereizt. Viel mehr Zuschauer sind nicht möglich und die Eintrittspreise zu erhöhen wird schwierig. Wir kennen zwar die zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten im digitalen Bereich noch nicht abschliessend, aber in diesem Bereich sehe ich kurz- und mittelfristig wenig Potenzial. Alles in allem sind die Aussichten aber trotzdem gut. Wenn wir vernünftig wirtschaften, weiterhin das machen, was wir können, wenn wir nicht zu viel auf einmal wollen und in kleinen Schritten vorwärtsgehen, dann bin ich zuversichtlich.