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Der Dreierbund muss sich bei der Wahl am FIFA-Kongress gegen Marokko behaupten. Wer 104 der 206 Abstimmenden überzeugt, hat die erste WM-Endrunde mit 48 Teilnehmern auf sicher. Zum Wahlsieg reicht am Ende die einfache Mehrheit der abgegebenen und gültigen Stimmen. Marokko werden dabei nur Aussenseiterchancen eingeräumt. Wegen Bedenken vor allem in den Bereichen Stadionbau, Transport und Hotels wurde Dossier der Nordafrikaner vom FIFA-Council nur mit Vorbehalten durchgewunken. Neun Stadien müssten komplett neu gebaut werden, Zehntausende Hotelzimmer fehlen.
Am liebsten hätte die FIFA Marokkos Bewerbung gar nicht zugelassen, hiess es in einem ARD-Bericht - womöglich, weil Marokkos gewichtiger Konkurrent mit Mehreinnahmen und dem grossen Potenzial auf dem US-Markt lockt. Auf seiner aktuellen Last-Minute-Werbetour verspricht das Amerika-Trio Einnahmen in Höhe von 14,3 Milliarden Dollar, wovon elf Millionen der FIFA und den Verbänden zukämen. Das ist im Vergleich mit Marokko knapp die Hälfte mehr und angesichts des finanziellen Sinkflugs der FIFA unter Gianni Infantino ein durchschlagendes Argument. In den zwei Jahren unter dem Nachfolger von Sepp Blatter machte der Weltverband über 500 Millionen Euro Verlust, ein Drittel der Reserven wurde aufgebraucht.
Ein Problem hat die amerikanische Bewerbung aber: Donald Trump. Wegen der umstrittenen Politik des US-Präsidenten ist die Bewerbung mit den USA nicht nur für die arabischen Länder keine Option. Hinzu kommt, dass sich Trump unerlaubterweise in die Bewerbung eingeschaltet und Nicht-Wählern gedroht hat. Dank dem streitbaren US-Präsidenten hat Marokko überhaupt eine Chance, glauben Experten. Um diese zu wahren, benötigen die Nordafrikaner die Unterstützung von ihrem Kontinent. Darauf kann sich das Königreich indes nicht verlassen. Namibia und Simbabwe haben bereits angedeutet, die USA, Mexiko und Kanada zu bevorzugen.
Sollte der Dreierbund um die USA den Zuschlag erhalten, wäre es die erste WM, die von drei Ländern ausgetragen wird. 60 der 80 Partien würden in den USA stattfinden, je zehn in Mexiko und in Kanada. Für die USA wäre es die zweite WM nach 1994, für Mexiko die dritte nach 1970 und 1986 und für Kanada eine Premiere. Auf dem afrikanischen Kontinent fand bislang eine WM statt, jene vor acht Jahren in Südafrika.
Nach der skandalumwitterten Vergabe der WM 2018 und 2022 an Russland beziehungsweise Katar werden erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder die Mitgliedsverbände der FIFA auf dem Kongress über den Ausrichter bestimmen anstelle des Exekutivkomitees. Insgesamt wären 207 Verbände stimmberechtigt, der Kosovo kündigte aber nach dem Tod seines Präsidenten an, nicht am Kongress teilzunehmen.
(sda / Central Redaktion)