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In Serbien leben Hunderte unbegleitete minderjährige Migranten. Die Kinder und Jugendlichen sind auf sich allein gestellt – obwohl die Zustände international bekannt sind.
Im Haus sind alle Fenster eingeschlagen. Und trotzdem fällt das Atmen schwer. Um sich warmzuhalten, haben die Jungen im
ganzen Haus kleine Feuer angezündet. Direkt auf dem gekachelten Boden brennen Holzstücke und Plastikabfälle, der Rauch
beisst in den Lungen. Überall liegt Müll, in den Ecken Exkremente. Das Haus diente einst als Bürogebäude für Bahnarbeiter. Es steht in Subotica, einem verschlafenen serbischen Nest direkt an der ungarischen Grenze. Rund um das Haus ist es laut, es liegt am Rand eines Gleisfeldes, auf dem Güterzüge rangiert werden.
Seit drei Monaten ist Amin hier zuhause. Er ist 15 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Zumindest sagt er das, einen Pass oder ein offzielles Dokument hat er nicht. Seit drei Monaten lebt er in den Baracken von Subotica. Die letzten eineinhalb Jahre war Amin unterwegs. Schlepper brachten ihn bis nach Serbien. Bevor er nach Subotica kam, hat er in staatlichen Flüchtlingszentren gelebt.
Während sechs Monaten war er in mehreren Camps im ganzen Land, sagt, er sei immer wieder an einen anderen Ort gebracht worden. Er weiss nicht, warum das geschah, er weiss nicht, ob für ihn ein Asylantrag gestellt worden ist oder ob er einen Beistand hatte. Die Begriffe scheint er gar nicht zu kennen.
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