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Lernziele
Die Studierenden sind in der Lage:
- Die verschiedenen Anteile, welche zur Gesichtsbildung beitragen, zu bezeichnen.
- Die Zahnentwicklung herleiten zu können.
- Die Innervation der Zunge aus embryologischer Sicht zu erklären.
- Die Derivate der einzelnen Pharyngealbögen aufzuzählen.
- Den Zusammenhang zwischen Aortenbögen und Pharyngealbögen herzustellen.
- Die einzelnen Darmabschnitte zu bezeichnen und ihre definitive Lage im Bauchraum zu kennen.
- Die mesenterialen Verhältnisse mit den dazugehörigen Darmabschnitten und Blutgefässen zu bezeichnen.
- zu beschreiben, für welche Darmabschnitte welche Blutgefässe verantwortlich sind.
- Den Verlauf der Vena portae zu beschreiben und ihn aus embryologischer Sicht zu erklären.
- Einzelne Teile des Pankreas zu kennen und zu erklären, woher sie stammen.
- Die Verhältnisse in der Duodenalschleife eines Feten zu zeichnen.
- Die Entwicklung des Sinus urogenitale zu erörtern.
Vorausgesetzter Stoff
- Embryogenese
Einführung
Die Entwicklung des Verdauungstraktes beginnt mit der Bildung des definitiven Endoderms. Indem sich der Embryo nach laterale abfaltet und sich das kraniale und kaudale Ende nach ventral beugt, entsteht aus dem Endoderm ein intraembryonales Rohr, das sich von der Vesicula umbilicalis abgrenzt. Allerdings ist diese Abgrenzung mehr auf das enorme Wachstum des Embryos, besonders des Neuralrohrs, als auf eine eigentliche Einschnürung zurückzuführen.
Man unterscheidet nun drei Abschnitte:
- Vorderdarm
- oberer Abschnitt (embryonaler Pharynx)
- unterer Abschnitt (Oesophagus, Magen und oberer Teil des Duodenums)
- Mitteldarm
- Hinterdarm
Der Vorderdarm ist mit dem Mitteldarm über die vordere Darmpforte und der Mitteldarm zum Hinterdarm über die hintere Darmpforte verbunden. Im Bereich des Mitteldarmes bleibt das Darmrohr mit der Vesicula umbilicalis über den Ductus omphalomesentericus verbunden. Der Vorderdarm wird am kranialen Ende von der Prächordalplatte begrenzt und endet vorerst noch blind an einer Stelle, die nur von Ektoderm überzogen ist und als Membrana oropharyngealis bezeichnet wird.
Mit zunehmender Rohrbildung durch die Flexion des Embryos bilden sich im Bereich des Vorderdarmes wichtige neue Strukturen durch den induktiven Einfluss des Mesenchyms um das Darmrohr. Sie entstehen durch Aussprossung aus dem Endoderm. Dies sind u.a.die Thyroidea, der Thymus (lateral aus Schlundtasche 3 und 4) und die Lungen im oberen Abschnitt des Vorderdarmes (Pharynx) und jenseits, im unteren Teil des Vorderdarmes (Oesophagus, Magen und der kraniale Teil des Duodenums), die Leber (Abb. 3) und das Pankreas (Abb. 3).
Auch der Hinterdarm endet blind in der Schwanzknospe und grenzt dort direkt an das Ektoderm, ohne dass Mesoderm dazwischen liegt. Diese Stelle wird als Membrana cloacalis bezeichnet. Mit der Flexion gelangt auch die Allantois nach ventral und wird in den Körper des Embryos einbezogen. Das kaudale Ende des Hinterdarms erweitert sich zur Kloake, in welche auch die Allantois einmündet.
Problemkreise
- Wie können sich im Bereich des Gesichtes teilweise wieder Epithelbrücken bilden, die einzelne Gesichtsspalten zum Verschwinden bringen?
- Wie kommt es zur Medialisation der Augenanlagen bzw. der Nasenplakoden?
- Warum wandern einzelne Anlagen aus den Schlundtaschen nach kaudal und andere bleiben im Bereich des Halses?
- Was führt dazu, dass sich der Magen bilde?
- Wie kommt es zur Darmdrehung nach rechts?
- Durch welche Einflüsse entwickeln sich im Darm einzelne Abschnitte unterschiedlich?