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Die Sasso San Gottardo ist eine Festung aus der neueren Zeit. Einst streng geheim und heute offen für die Öffentlichkeit. Die Festung wurde während des zweiten Weltkrieges gebaut um das Land von Süden her zu verteidigen und zu schützen. Die Bedrohung der Schweiz hat sich geändert und somit wird diese Anlage seit 2001 nicht mehr genutzt und der Bevölkerung zur Besichtigung zur verfügung gestellt. Der Eingang liegt auf der Passhöhe auf 2096 m.ü.M. Von dort aus gehen Stollen durch den Berg zu verschieden Schiessscharten wo zuerst 10.5 cm Kanonen und später dann 15 cm Bunkerkanonen standen. Der Höchste Punkt des Stollen geht bis auf 2217 m.ü.M. mit weitem Blick über das ganze gebiet. Die Festung war so gebaut, dass sie problemlos für ganze 6 Monate durchhalten konnte. Dies war glücklicherweisse nie der Fall, denn die Schweiz war von Beginne des zweiten Weltkrieges über den kalten Krieg bis heute nie in einen Krieg verwickelt. Wie kam es überhaupt zur dieser Festung. Der zweite Weltkrieg brach aus und die Schweiz stand militärisch ganz schlecht da. Im Norden waren die Deutschen mit den Österreichern im Osten und im Süden die Italiener mit Musolini. Somit wurden dann General Henri Guisan am 30. August 1939 von der Vereinigten Bundesversammlung zum General der Schweizer Armee gewählt. Einer der wenigen Trümpfe die er hatte, war die Simplon und Gotthard Bahnlinie. Rund 65 Züge pro Tag fuhren über diese Strecke um Italien und Deutschland zu verbinden. Die
Drohung, bei einem Angriff, diese beiden Strecken zu sprengen, wurde von Mussolini mit den Eisenbahnwagen auf dem San Giacomo Pass erwidert. Somit blieb Guisan nicht mehr viel übrig, als die Alpen zur einer Festung auszubauen. Viele Festungen entstanden zur dieser Zeit und wurden in kürzester Zeit aufgebaut. Der Bau der Sasso Gottardo kostete damals rund 62 Mio CHF. Das entspricht dem heutigen Geldwert etwa 9 Mrd CHF. Man darf aber nicht vergessen, damals gingen ca 50% der Bundesfinanzen in die Landesverteidigung, heute sind es noch ca 2 %
Nach dem zweiten Weltkrieg ging es weiter mit dem kalten Krieg. Somit wurde diese Festung erhalten und weiter genutzt. Die WK’s waren immer im November bei kühlen Temperaturen. Auch bei meinem Rundgang waren es kühle 6°C im inneren der Festung. Die zwei Stauseen links und rechts neben dem Gotthardpass lieferten nicht nur der Bahn und dem Strassentunnel den Strom, sondern auch der Festung. Bei einem Ausfall stehen zwei grosse Generatoren bereit die heute noch besichtig werden können. Die Abgasen wurden Wassergekühlt nach draussen abgeführt um eine Rauchfahne zu verhindern und die Festung zu verraten.
Die Festung Sasso San Gottardo kann von Frühling bis Herbst besichtigt werden. Eine Führung kann ich nur empfehlen, denn die Geschichte aus der nahen Vergangenheit ist sehr interessant. Aber auch selbst hindurch zu gehen und per App zu den Infos zu kommen ist sicherlich auch eine gute Wahl.
Für eine angenehme Besichtigung empfehle ich gute Schuhe mit warmer Kleidung und einen Blick auf die Webseite der Festung!!