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Unsicherheit ist geradezu Programm in der Pubertät. «Bin ich ok?», wird zur zentralen Frage. Fakten geben Sicherheit und vorab wichtig zu wissen ist: Die Natur hält für jeden Menschen einen individuellen Fahrplan für die pubertäre Entwicklung bereit. Die Zeitspanne für das Einsetzen der einzelnen Pubertätsmerkmale wie Brustentwicklung, Periodenblutung, erster Samenerguss usw. umfasst sechs und mehr Jahre.
Der Körper im Wandel
Die körperliche Entwicklung in der Pubertät betrifft drei Dinge:
das Längenwachstum und Veränderung der Körperproportionen;
das Ausreifen der primären Geschlechtsorgane: bei den Mädchen betrifft dies die Vagina, die Gebärmutter und die Eierstöcke; bei den Knaben den Penis und die Hoden;
die Entwicklung der sekundären Geschlechtsorgane: bei Mädchen erkennbar am Brustwachstum, am Auftreten von Scham- und Achselhaaren; bei den Jungen ersichtlich an der Scham- und Achselbehaarung, am Bartwuchs und am Stimmbruch.
Das Erreichen der Geschlechtsreife ist gekennzeichnet durch:
die erste Regelblutung (in der Fachsprache Menarche) bei den Mädchen;
bei den Jungen durch den ersten Samenerguss (fachsprachlich Ejakularche).
Grosse Unterschiede in der Entwicklung
Doch, wann, in welchem Alter, finden diese körperliche Meilensteine in der Entwicklung «normalerweise» statt? Das fragen sich nicht nur Jugendliche, sondern auch Eltern. Fast alles ist «normal» – und bei der Ausprägung der einzelnen Entwicklungsmerkmale gibt es immense Unterschiede.
Dennoch gibt es statistische Mittelwerte:
Die erste Menstruation findet durchschnittlich im Alter von 12,5 Jahren statt. Frühestens mit 9 bis 10, spätestens mit 16 bis 17 Jahren.
Der erste Samenerguss findet bei 90 Prozent der Knaben im Alter zwischen 11 und 17 Jahren statt.
Die körperliche Entwicklung der Pubertät ist innerhalb von 1 bis 5 (und mehr) Jahren abgeschlossen.
Der Beginn der Pubertät setzt bei Mädchen rund 1,5 Jahre früher ein als bei Knaben, der genaue Zeitpunkt wird durch die biologische Uhr festgelegt. Ausgelöst wird die pubertäre Entwicklung durch Hormone.
Zwischen 1850 und 1970 ist das durchschnittliche Menarchealter von 17 auf 13,5 Jahre gesunken. Gleichzeitig nahm die durchschnittliche Körpergrösse um 12 Zentimeter zu. Beides ist auf verbesserte Lebensumstände zurückzuführen.
Doch nicht nur der Körper verändert sich, auch die Psyche durchläuft einen gewaltigen Wandel. Da ist auf Seiten der Jugendlichen wie der Eltern eine grosse Portion Geduld und Gelassenheit gefragt. Und nicht zu vergessen: Es ist eine faszinierende und einmalige Zeit – mit allen Hochs und Tiefs.