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...mit Bernhard Luginbühl
167. die Lektion
die praktische Lektion über den Zusammenhang von Abbildung und abgebildeter Wirklichkeit, die ich erhielt, als ich am Schneidetisch Bernhard Luginbühls Film "ritsche - ratsche", der den systematischen Abbruch der schönsten Emmentaler Bauernhäuser anprangert, als ich diesen Film am Schneidetisch rückwärts laufen liess,
167a.
und der Anblick aus staubigen Ruinen hochgezappelter Gehöfte, der mich auch gelehrt hat, um wieviel leichter sich das Abbild der Realität korrigieren lässt als diese Realität selber,
167b.
und die dabei gewonnene Überzeugung, dass die meisten Abbildungen seit eh und je deshalb vorgenommen werden, weil sie die reale Vorlage korrigieren müssen.
1107. die Intimiät
Michael Bibersteins Weigerung, im Atelier von Sintra vor unserer laufenden Kamera an einem Bild zu malen (und die Unlauterkeit der Intimität, die ich als Begründung für seinen Entscheid erwartete), diese Weigerung, die mich - während ich diese Katalognummer schreibe - zur Frage veranlasst, wie es wohl wäre, wenn ich gefilmt würde, während ich diese Katalognummer schreibe, die zur unweigerlichen Antwort führt, dass das Schreiben nur dann lauter wäre, wenn ich gefilmt würde, während ich schreibe, dass ich jetzt während des Schreibens gefilmt werde,
1107a.
und das Unbehagen an der eigenen Unglaubwürdigkeit, das auch Bernhard Luginbühl dazu geführt haben muss, auf meine Bitte, vor der - über seine Schulter gerichteten - Kamera einige Gedichtzeilen zu schreiben, mit schwerer Handschrift hinzustricheln: "Und sie filmen über meine Schulter".