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Die Materialien Kies, Aushub und Rückbaumaterial scheinen auf den ersten Blick wenig gemeinsam zu haben. Das ändert aber bereits, wenn wir das System 'Kiesgrube' betrachten: Kies wird abgebaut, ein 'Loch' wird gegraben. Um dieses zu füllen, wird sauberer Aushub, der beim Neubau von Gebäuden und Strassen anfällt, dort abgelagert. Wenn nun für den Bau von Gebäuden Recycling-Beton eingesetzt wird, muss entsprechend weniger Primärkies abgebaut werden. Das hat zur Folge, dass kein 'Loch' zur Ablagerung von Aushub entsteht. Und damit stehen wir vor dem Problem: Wohin mit dem Aushub?
Damit ist bereits gezeigt, dass wir die mineralischen Materialflüsse integral betrachten müssen, um die gegenseitigen Abhängigkeiten zu verstehen und um Auswirkungen von Änderungen im System abschätzen zu können.
Die integrale Modellierung hat einen weiteren Vorteil: Wir können Daten aus unterschiedlichen Quellen für die Kalibration des Modells verwenden. Das sind z.B. Statistiken zum Abbau von Kies, Ablagerung von Aushub, Aufbereitung von Rückbaumaterial, Neubau von Gebäuden und Strassen etc.
Alle diese Daten – zusammen mit Expertenwissen – in ein gemeinsames Modell zu integrieren, ist das Ziel der KAR-Modelle.
Die Vorteile der KAR-Modelle liegen damit auf der Hand:
Um unterschiedliche Fragestellungen zu beantworten, besteht das KAR-Modell aus drei unterschiedlichen Modellen.
Statisches Modell:
Das statische Modell beschreibt die Materialflüsse in einem Kanton für ein gegebenes Bezugsjahr.
Überregionales Modell: Das überregionale Modell berechnet den Import und Export der einzelnen Kantonsmodelle zu einem Bezugsjahr so, dass die Gesamtbilanz von Input und Output aller Kantone korrekt ist.
Dynamisches Modell: Das dynamische Modell rechnet für einen Kanton auf der Basis von BfS-Bevölkerungsprognosen Szenarien bis ins Jahr 2035.
Die Resultate der drei KAR-Modelle sind modellierte Werte und keine Messdaten. Das gilt es bei der Interpretation zu beachten.
Die folgende Figur zeigt, wie die drei KAR-Modelle zusammenhängen. Für jedes Bezugsjahr (2010, 2013, ...) wird für jeden beteiligten Kanton ein statisches Modell erstellt. Dieses statische Modell wird gleichzeitig mit dem überregionalen Modell (Input-Output-Analyse) abgeglichen. Wenn also bei einem Kanton die Importe und Exporte ändern, weil das statische Modell dieses Kantons angepasst wurde, dann hat das Einfluss auf alle anderen Kantonsmodelle.
Ausgehend vom statischen Modell 2010 wird für jeden Kanton ein dynamisches Modell 2010–2035 erstellt. Die Resultate der statischen Modelle 2013, 2014, ... werden in der Darstellung mit dem dynamischen Modell verglichen.