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Gibt es vielleicht einen versteckten Sinn hinter Halloween?
Ich persönlich habe mit Halloween nichts am Hut, weil ich damit keine Verbindung habe und von meiner Kindheit her auch keine Tradition damit verbinde.
Um es aber nicht einfach zu verurteilen, wie das oft getan wird, habe ich mich mal mit den Ursprüngen von Halloween befasst:
Halloween wurde früher nur in katholisch gebliebenen Gebieten der britischen Inseln gefeiert, vor allem in Irland. Irische Auswanderer brachten den Brauch im 19. Jahrhundert in die USA und Kanada, wo es sich zu einem wichtigen Volksfest entwickelte. Aus Nordamerika kam der Brauch des Halloweenfestes dann nach dem Zweiten Weltkrieg zurück nach Europa.
Den ausgehöhlten Kürbis, den wir alle mit Halloween verbinden, nennt man auf Englisch auch „Jack O’Lantern“, was so viel wie „Jack mit seiner Laterne“ heißt. Dieser Begriff geht auf eine alte irische Legende zurück:
«Der Gauner Jack O’Lantern traf eines Tages den Teufel, der seine Seele holen wollte. Doch Jack dachte sich einen Trick aus, wie er den Teufel überlisten kann: Er bat um eine letzte Henkersmahlzeit, einen Apfel. Diesen sollte der Teufel ihm persönlich von einem Apfelbaum pflücken.
Der Teufel erfüllte ihm seinen letzten Wunsch und stieg persönlich auf einen Apfelbaum, um den Apfel zu pflücken. Da zog Jack schnell sein Messer und ritzte ein Kreuz in die Rinde des Baumstammes. Da sich der Teufel vor dem Kreuz fürchtete, war der Teufel auf dem Baum gefangen.
Um wieder von dem Baum zu kommen, handelte der Teufel mit Jack ein Geschäft aus. So kam es, dass der Teufel Jacks Seele bis auf alle Ewigkeiten in Ruhe ließ.
Als Jack später starb, stand er vor den Himmelstoren. Weil er in seinem Leben aber viel Schlechtes getan hatte, wollte man ihn dort nicht aufnehmen. Da er aber auch mit dem Teufel eine Abmachung hatte, dass dieser für immer seine Seele in Ruhe ließ, wurde er ins Niemandsland zwischen Himmel und Hölle geschickt.
Dort war es sehr kalt und finster. Deshalb gab man ihm aus der Hölle ein glühendes Stück Kohle mit. Diese steckte sich Jack in einen ausgehöhlten Kürbis, den er zur Wegzehrung mitgenommen hatte. Seitdem streift Jack mit seiner Kürbislaterne über die dunklen Pfade des Niemandslandes!»
Lasst mich mal diese Geschichte aus einer spirituellen Perspektive aus deuten:
Der Gauner hat schlechte Dinge getan, er hat also negatives Karma erzeugt. Er will diesem aber nun entweichen, in dem er dem Karma (=dem Teufel) ein Schnippchen schlägt. Er glaubt wohl, ganz schlau zu sein. Man kann jedoch dem Karma nicht entweichen, deshalb wird er auch nicht in den Himmel gelassen. Er müsste dazu erst sein negatives Karma abbauen bzw. in der Dunkelheit (= in der Hölle) schauen, was er getan hat, es bereuen und sich anders bzw. gut verhalten, gute Taten vollbringen. Solange er dies jedoch nicht tut, wird er im Niemandsland bleiben müssen.
Wenn uns diese Geschichte und damit Halloween einfach daran erinnern soll, dass man seinem Karma nicht ausweichen kann und dass es besser ist, Gutes zu tun, dann ergibt für mich Halloween einen tieferen Sinn.
Es gibt auch Stimmen, die sagen, dass Halloween kommerzialisiert ist bzw. wird. Ja, das stimmt - genauso wie Weihnachten, Ostern und andere Feiertage. Wir leben in einer Konsumgesellschaft und solange konsumiert wird, kann kommerzialisiert werden. Sollen wir deswegen Weihnachten und Ostern nicht mehr feiern? Weihnachten, Ostern und andere Feiertage haben immer noch ihren ursprünglichen Gedanken in sich. Wenn wir uns mit diesem Ursprung verbinden, dann lohnt es sich doch, dies auch zu feiern – bei diesem ganzen Kommerz mitzumachen ist ja freiwillig.
Es gibt auch Stimmen, die sagen, dass Halloween satanisch sei. Halloween wurde jedoch gefeiert, lange bevor Satanisten etwas damit zu tun hatten. Daher ist Halloween historisch gesehen nicht satanisch. Auch wenn die Satanisten Halloween zu einem ihrer Feiertage erkoren haben, hat Halloween von seinem Ursprung her nichts mit Satanismus zu tun, da die formale Religion des Satanismus erst 1966 erfunden wurde.
Schlussendlich kannst Du Halloween die Bedeutung geben, die Du willst, es bleibt Deine Entscheidung. Wenn Du Schulkinder hast, weisst Du, dass Du dem Thema nicht ausweichen kannst.