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Mein Vater entschied, dass ich Pfarrer werden sollte. Meine Familie war sehr religiös, und ich war nicht so kraftvoll gebaut wie mein älterer Bruder. Als ich mit 14 mit der Schule fertig war, schickte mich mein Vater zum Stift Beromünster. Sehr schnell merkte ich, dass das nichts für mich war. Theologie interessierte mich nicht. Im Lateinunterricht hatte ich besonders Mühe. Dazu musste ich auf so vieles verzichten. In der Nacht kamen die Domherren, ohne anzuklopfen, in unsere Zimmer und schauten, dass wir nichts Verbotenes machten. Es war ein Gefängnis für mich.
Mein Vater war Käser. Ich habe immer gerne im Geschäft mitgeholfen, obwohl das Schaffen in einer Käserei damals harte körperliche Arbeit war. Ein Laib Emmentaler wiegt knapp hundert Kilogramm und musste alle zwei Stunden von Hand umgedreht werden. Sogar die Milchzentrifuge war mit manuellem Antrieb. Aus dem Stift Beromünster rief ich meinen Vater an und sagte ihm, dass der Pfarrerberuf nichts für mich sei und dass ich auch Käser werden wollte. Entgegen meiner Erwartung hat er es sofort akzeptiert. Er sagte mir: «Quäle dich nicht. Setze deine Intelligenz anders ein.» Am nächsten Tag holte er mich ab.
In der Käserschule hatten wir Physik, Chemie und Bakteriologie – ich lernte mit grosser Begeisterung. Die Käsermeister-Prüfung habe ich später sogar mit Bestnoten bestanden. Mit meinem Beruf war ich lebenslang glücklich. Ich konnte tun, was ich wollte. Ich war frei.