Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/152255

<h2>SubmittedText<h2><p>Aufgrund der Resultate einer Langzeitstudie (1989-2010) in 54 Kulturen kommen französische Wissenschaftler zum Schluss, dass sich die Intensivierung der Landwirtschaft umso weniger auf die Produktivität der Kulturen auswirkt, je mehr die angebauten Pflanzen von Bestäubern abhängig sind (N. Deguines et al. 2014).</p><p>- Hat der Bundesrat Kenntnis von dieser Studie?</p><p>- Welchen Einfluss haben die Resultate auf die laufenden Arbeiten am Aktionsplan Pestizidreduktion und am Massnahmenplan Bienengesundheit?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>N. Deguines (2014) schliesst aus seiner Studie, dass die Ertragsvorteile einer intensivierten Landwirtschaft abnehmen, je stärker die Kulturen von der Bestäubung durch Insekten abhängig sind. Er plädiert deshalb für unterschiedliche Intensivierungsstrategien, je nachdem ob die Kulturen von Bestäubern abhängig sind.</p><p>In der Schweiz gibt es derzeit keine Hinweise auf Probleme bei der Bestäubung von Kulturen. Oft nehmen Landwirte die Dienste von Imkern in Anspruch, damit diese während der Blüte Bienenstände in der Nähe ihres Feldes aufstellen. Im Gemüsebau ist es gängige Praxis, Hummelvölker in Gewächshäusern freizusetzen. Die Bedeutung der Wildbiene für die Bestäubung von Kulturpflanzen wird derzeit geprüft. Der Bundesrat hat im Aktionsplan für die Bienengesundheit Massnahmen zur Förderung der Bienen beschlossen. Bestäuber müssen besser vor den negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln geschützt und das Nahrungsangebot für diese muss mit Blühstreifen verbessert werden. Die Interpretation der Studienresultate durch die französischen Wissenschaftler unterstützt die im Massnahmenplan Bienengesundheit aufgezeigten Wege und Massnahmen.</p>