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Gabor Maté (Im Reich der hungrigen Geister – Auf Tuchfühlung mit der Sucht – Stimmen aus Forschung, Praxis und Gesellschaft) bringt eine tiefgreifende Analyse der Verbindung zwischen Krankheiten, Traumata und dem Kapitalismus heraus.
„Unsere soziale und wirtschaftliche Kultur verursacht chronische Stressfaktoren, die das Wohlbefinden untergraben“, erklärt der kanadische Mediziner und schlägt vor, dass medizinische Behandlungen die Beziehung zwischen Körper und Geist und die Auswirkungen der Umwelt auf die Gesundheit stärker berücksichtigen sollten.
Gabor Maté erinnert daran, dass er in Ungarn während des Zweiten Weltkriegs fast an Hunger und Krankheit gestorben wäre und konzentriert sich vor allem auf die Traumata im täglichen Leben, insbesondere darauf, dass der Stress schwangerer Mütter bezüglich ihrer Arbeit oder Gesundheitsversorgung später Verhaltensprobleme ihrer Kinder verursachen kann, und dass Rassismus und Armut zu einer geringeren Lebenserwartung führen.
Der Autor beschreibt die Rolle, die Emotionen bei körperlichen Erkrankungen spielen können und zitiert Studien, die gezeigt haben, dass bei Patienten, die sich einer Biopsie unterzogen, diejenigen ein höheres Risiko bösartiger Tumore hatten, die ihre Wut immer unterdrückten. Er untersucht auf sensible Art und Weise die Fehler der Gesellschaft und zeigt, dass Sucht oft ein Versuch ist, den Schmerz eines Missbrauchs zu mildern. Maté hat eine beachtliche Menge an Forschungsarbeiten zusammengetragen, um eine originelle und überzeugende Sicht auf die Gesundheit zu skizzieren, bei der die Umwelteinflüsse und die Interaktion zwischen Körper und Geist im Vordergrund stehen.