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Hallo ExLukas,
wenn Du Kremer nicht spontan verstehst, kann ich Dich beruhigen. Das ist normal!
Nochmal langsam und völlig vereinfacht: Binnie hat die klassische Interpretation der Isoenzyme zitiert. Die geben u.a. Hinweise darauf, in welchen Organen Zellen kaputtgehen. Wenn bei Dir die Ges-LDH normal ist, gibt es keinen Hinweis darauf das vermeht Zellen kaputt gehen!
Die Interpretation von Kremer geht viel weiter: Er hat vor ca. 10 Jahren ein doppeltes Genom postuliert, d.h. unser Erbgut bestehe aus den Anteilen von 2 Bakterien, die vor ca. 2. Mrd. Jahren fusioniert seien („Zwitternatur“). Das Genom ist jedoch nicht miteinander verschmolzen, sondern man kann weiterhin eine funktionelle Arbeitsteilung der Gene beobachten:
Das A-Genom (Archea-Genom) ist das Genom der Wirtszelle (Funktion: Zellteilung. Stoffwechselweg: Glykolyse)
Das B (Bacteria)-Genom kommt von der eingewanderten Bakterienart, (deswegen auch Zellsymbiose!) die sich zu Mitochondrien (M.) entwickelt haben. Dieses Genom ist für die differenzierte Arbeitsleistung der Zelle zuständig ( ATP-Produktion im M.)
Wenn das A-Genom besonders aktiv ist, heißt das (nach Kremer) im Rückschluss, dass das M. evtl. nicht funktionierten. M.-pathien sind nach Kremer funktionelle Störungen, d.h. prinzipiell bis zu einem gewissen Grad reversibel! Die A-Genom-Aktivierung sieht man an einer Erhöhung der LDH 4 und 5.
Das M. kann wegen funktionellen oder bereits fortgeschrittenen strukturellen Problemen nicht arbeiten. Dies spiegelt eine Senkung der LDH 1,2,3 wieder. LDH 3 ist dabei meiner Erfahrung nach das Isoenzym, welches am langsamsten und spätesten reagiert.
Kremer spricht in diesem Zusammenhang von einer Schutzschaltung. Eine Aktivierung des M. würde weitere freie Radikale entstehen lassen (oder wie Kuklinski sagt, die Mitochondrien werden zu freien Radikalen Kanonen). Deshalb schaltet die Zelle zum eigenen Schutz das M. erstmal ab und betreibt aerobe Glykolsye (in Anwesenheit von Sauerstoff). Das Endprodukt der Glykolyse ist das Laktat, das Dir wahrscheinlich bekannt ist.
Wenn die Gesamt-LDH nicht erhöht ist, ist das ein gutes Zeichen hinsichtlich des Fortschritts der M. Die Höhe und Menge der abweichenden Isoenzyme beurteilt weiterhin die Schwere der M. Wie hoch ist Deine Ges-LDH und wie hoch die Isoenzyme?
Die LDH-Isoenzyme, frisch zentrifugiert, sind im Serum sehr stabil und nicht so „zickig“ wie Pyruvat/Laktat und eignen sich daher hervorragend für Aussagen bezüglich der Schwere der M.
Ich hoffe, davon kommt mehr bei Dir.
Gute Besserung.
A.
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