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Das Verhältnis der aufstrebenden Grossmacht China zur etablierten Supermacht Amerika wird immer gewagter kommentiert.
Das Verhältnis der aufstrebenden Grossmacht China zur etablierten Supermacht Amerika wird, je länger das 21. Jahrhundert dauert, immer wortgewaltiger von Leitartiklern, Experten, Diplomaten und Politikern beschworen. Mit gewagten geschichtlichen Vergleichen.
Als am Anfang des Jahres die chinesische Mondsonde Chang’e 4 neben dem Aitken-Krater auf der Rückseite des Mondes landete, wurde das in vielen westlichen Medien als «Machtdemonstration» der chinesischen Regierung kommentiert. Auch die Modernisierung der Armee, der Luftwaffe und der Navy wird stets im gleichen Kontext interpretiert, genauso wie die Wirtschaftsinitiative der «Neuen Seidenstrasse». China hat seit Beginn der Wirtschaftsreform und Öffnung nach Aussen vor vierzig Jahren zwar in einer in der Geschichte nie zuvor beobachteten Geschwindigkeit Wirtschaft und Gesellschaft verändert. Doch expandiert über bestehenden Grenzen hinaus hat das Reich der Mitte nicht. Ganz im Gegensatz zu den Europäischen Kolonialmächten vorab im 19. Jahrhundert und zu den USA und Japan in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. China selbst wurde zur Halbkolonie. Chinesinnen und Chinesen sprechen deshalb noch heute vom «Jahrhundert der ….