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Bereits seit 1859 baut die Familie Gaja in Barbaresco Wein an. Der aktuelle Besitzer Angelo Gaja übernahm das Gut 1961 von seinem Vater. Sofort begann er, seine Vorstellungen in die Tat umzusetzen und bepflanzte die Südlage unterhalb des Wohnhauses komplett mit Cabernet Sauvignon.
Sein Vater kommentierte dies damals mit "Darmagi", was soviel wie "Wie schade" heißt, da er dafür den kompletten Berg, der dem Barbaresco gewidmet war, umpflanzen lies. Die Zeit aber gab Angelo recht und in Reminseszenz an diese Begebenheit nannte er den entstandenen Rotwein Darmagi.
Weingut Angelo Gaja - Traditionsbrechende Weine
Die Benennung der Weine nach Begebenheiten oder Örtlichkeiten hat bei Gaja Tradition, so gibt es die Sperrs-Reihe, piemontesisch für "Sehnsucht". Diese Weine entstammen einer 12 Hektar großen Lage in Serralunga, welche die Sehnsucht der Familie nach einer eigenen Barolo-Lage erfüllte.
Barbaresco für immer
Der Barbaresco ist immern noch das Flagschiff der Gajas, so besitzt die Familie 14 Weingärten, die ausschließlich für diesen Wein das Traubenmaterial liefern. Die hohe Beständigkeit und Qualität dieser Weine zeigen, dass die Familie hier die richtige Nase bewiesen hat und damit den Grundstein für ihren heutigen Erfolg legte. 1964 wurden die ersten Einzellagen für Barolo angelegt:
- Sorì San Lorenzo - benannt nach dem Dompatron von San Lorenzo
- Sorì Tildìn - benannt nach der Großmutter, deren Spitzname Tildìn lautete
- Costa Russi - der Name ehrt den früheren Besitzer Russi
Des Weiteren kann man aus den Namen die Eigenschaften des Rebgartens ableiten. Sorì steht für eine südliche Ausrichtung, während Costa einen steilen Hang bezeichnet. Während er schon 1967 den ersten San Lorenzo abfüllen konnte, dauerte es bis 1970, als der erste Tildìn folgte, sowie 8 Jahre (1970-78) für den Costa Russi.
Zeit für etwas neues bei Angelo Gaja
Sollten Sie denken, hier endet die Geschichte Gajas, so irren Sie sich. 1983 brach Angelo erneut mit Konventionen und pflanzte als erster Winzer in Barbaresco und Serralunga Sauvignon Blanc an. Das Dasein als Mauerblümchen unter den vielen wuchtigen Rotweinen aus Piemont, welches 54800 Hektar Rebfläche umfasst, so spiegelt sich das auch hier im Namen wieder. Der Alteni di Brassica Sauvignon Blanc bekommt seinen Namen von alteni - den alten Steinmauern um die Rebgärten, sowie brassica, einer kleinen, gelben Blume aus der Familie des Kohls.
Nach all den Innovationen legte er 2010 im Alter von 70 Jahren das Tagesgeschäft in die Hände seiner Töchter Gaia und Rossana, welche nun das Weingut führen. Auch wenn er nicht mehr Geschäftsführer ist, legt er Wert darauf festzustellen, dass er sich nicht im Ruhestand befindet. Seine Töchter schufen bereits ihren eigenen Sauvignon Blanc namens Gaia & Rey Rossj-Blanc, welcher der "kleine Bruder" des Alteni di Brassica ist.