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Die Aargauer Kantonsverfassung gibt der Reformierten Landeskirche Aargau genauso wie der Römisch-katholischen und der Christkatholischen die rechtliche Selbständigkeit als öffentlich-rechtliche Institutionen. Das besagt die Bezeichnung «Landeskirchen».
Dasselbe gilt für die Kirchgemeinden, die zusätzlich berechtigt sind, zur Erfüllung ihres Auftrages von ihren Mitgliedern Steuern zu erheben. Die Besteuerung juristischer Personen ist im Gegensatz zu den Kantonen Bern und Zürich ausgeschlossen.
Für den öffentlich-rechtlichen Status muss die Landeskirche folgende Bedingungen erfüllen:
- Die Gemeinden und die Landeskirche müssen demokratisch aufgebaut sein,
- ihre Mitglieder können gegen Entscheide der Kirchenbehörden rekurrieren,
- die Gemeinden und die Landeskirche müssen über die Verwendung ihrer finanziellen Mittel öffentlich Rechenschaft (Jahresbericht, mit Rechnung) ablegen.
Der demokratische Aufbau
So wie in den Kirchgemeinden die Kirchgemeindeversammlung das oberste Organ ist, ist es auf der kantonalen Ebene die Synode, die von allen kirchlichen Stimmberechtigten gewählt wird. Jede Kirchgemeinde wählt je nach Grösse zwei bis sieben Vertreterinnen und Vertreter in die Synode.
Der von der Synode gewählte Kirchenrat ist das ausführende Organ der Synode, analog zu den Kirchenpflegen in den Gemeinden.
Die Kirchenpflegen, zusammengesetzt aus einer Mehrheit von ehrenamtlichen Gemeindegliedern und den Pfarrerinnen und Pfarrern, leiten die Gemeinden.
Der Kirchenrat muss mehrheitlich aus nicht ordinierten Mitgliedern bestehen, Theologen und Theologinnen und Diakonischen Mitarbeiter/innen.
Die juristische Organisation beziehungsweise der Rekursweg
Gegen Entscheide der Kirchenpflege kann beim Kirchenrat rekurriert werden.
Für Einsprachen gegen Entscheide des Kirchenrates ist das ebenfalls von der Synode gewählte Rekursgericht zuständig.
Die letzte Instanz ist der Regierungsrat und allenfalls das Bundesgericht.