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Der Märjelensee stellte, als der Grosse Aletschgletscher noch viel mächtiger war als heute, eine ständige Bedrohung für die einheimische Bevölkerung dar.
Um die Seeausbrüche abzuschwächen, wurden 1828 der kleine und 1829 der grosse Kanal gegraben. Der erhoffte Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen. Vielmehr verursachte das durch die Kanäle abfliessende Wasser vermehrt Überschwemmungen im Fieschertal.
Ein erneuter Versuch, den Seespiegel zu senken und den Märjelensee endgültig zu “entschärfen”, wurde zwischen 1889 und 1894, allerdings bei viel tieferem Seespiegel, unternommen. Richtung Fieschertal wurde durch den Fels ein 583 m langer Entlastungsstollen gebaut. Dieser unterirdische Abflusskanal kam aber nur einmal zum Einsatz, nämlich im Jahr 1896. Während sechs Wochen floss Wasser durch den Stollen ab. Seither hat der Seespiegel die Sohle des Tunneleingangs nicht mehr erreicht.
Bei der Märjelenalp (Märjelenwang) am Weg in’s Fieschertal sieht man den Stollen-Ausfluss. Der Stollen-Einfluss ist nicht mehr sichtbar; er liegt unter der Wasseroberfläche des 1988 gestauten Vordersees.