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L’Enlèvement de Michel Houellebecq
Regie: Guillaume Nicloux
Darst.: Michel Houellebecq, Mathieu Nicourt, Maxime Lefrançois, Françoise Lebrun, Luc Schwarz, Veran Mauberret, Ginette Suchotzky, André Suchotzky, Marie Bourjala u.a.
Die witzige Burleske, die Regisseur Guillaume Nicloux hier erzählt, nährt sich von den wilden Gerüchten, die 2011 kursierten, als der so berühmte wie umstrittene französische Schriftsteller Michel Houellebecq für einige Zeit spurlos verschwand. Nicloux macht daraus mit viel Lust eine Entführungsgeschichte, die zwischen Fiktion und Realität oszilliert und damit auftrumpft, dass Michel Houellebecq sich selbst spielt. Houellebecq, der gerade plant, seine Wohnung in einem Hochhaus zu renovieren, wird von drei Männern überrascht, die ihn knebeln und in einer grünen Kiste in ein Haus auf dem Land verfrachten. Mit köstlicher Selbstironie gibt Houellebecq die Parodie des verschlurften, koboldhaften Schriftstellers Houellebecq, der ständig am Rauchen ist. Seine Entführung akzeptiert er zwar stoisch, jedoch nörgelt er, wenn es an Nikotin und Alkohol mangelt. Zudem kann er sich nicht vorstellen, wer bereit sein sollte, Lösegeld für ihn zu zahlen. Mit seinen wohlmeinenden Kidnappern diskutiert er bei ausgedehnten Tischrunden lebhaft über Literatur und Politik oder die unmögliche Existenz von Polen. Besonders witzig sind die Szenen, in denen sich der schmächtige Autor in die Techniken des Kampfsports einweihen lässt oder einer der Entführer ihm beizubringen versucht, wie man die Marseillaise pfeift. Guillaume Nicloux und Michel Houellebecq hat dieser Film offensichtlich so viel Vergnügen bereitet, dass sie einen Nachfolger gedreht haben: «Thalasso», ebenfalls eine herrlich schräge Komödie, die wir im Juli zeigen, knüpft direkt an «L’Enlèvement de Michel Houellebecq» an und spielt in einem Wellness-Hotel, wo der Autor bei Diät und Therapien gesunden soll. Dort trifft er nicht nur auf Hotelgast Gérard Depardieu, es kommt auch zur unerwarteten Wiederbegegnung mit seinen Entführern.