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Kalium, KNO3 , entsteht unter Entweichen von Sauerstoff salpetrigsaures Kalium KNO2 . - NO2 , rothe Dämpfe, giebt, in Salpetersäure gelöst, die rothe rauchende Salpetersäure (Siehe Acid. nitr. fumans). - NO3H siehe Acid. nitricum.
Der Sauerstoff der Salpetersäure ist nur lose gebunden, weshalb die Säure (oder ihre Salze) häufig als Oxydationsmittel benutzt wird, z. B. bei der Fabrikation der Schwefelsäure, Phosphorsäure, Arsensäure. - Reaktionen: Freie Salpetersäure entfärbt Indigolösung und erzeugt mit Eisenoxydulsalzlösungen eine braune Färbung.
Auch wird eine Lösung von Diphenylamin in konz.
Schwefelsäure durch sehr geringe Mengen von Salpetersäure blau gefärbt.
In Verbindung mit Wasserstoff bildet Stickstoff das Ammoniak NH3 . (S. Ammon und Liqu. Amm. caustici).
Schwefel. Siehe Sulfur, Sulfur lotum und Sulfur präcipitatum.
Der Schwefel bildet mit Sauerstoff 8 verschiedene Verbindungen, welche sämmtlich die Eigenschaften von Säure besitzen.
Die wichtigsten sind: H2S2O3 unterschweflige Säure (s. Natrium hyposulfurosum), H2SO3 schweflige Säure (s. Acid. sulfurosum und Calcium sulfurosum) und H2SO4 ^[H2S2O4] Schwefelsäure (s. Acid. sulfuricum crudum, A. s. purum, A. s. dilutum, A. s. fumans, A. a. anhydricum).
Reaktionen: Aus den Salzen der unterschwefligen Säure wird durch stärkere Säuren, z. B. Salzsäure, das Schwefligsäureanhyrid SO2 und freier Schwefel abgeschieden.
Durch schweflige Säure wird Kaliumpermanganat entfärbt. - Die Schwefelsäure giebt mit Baryumchlorid oder -nitrat einen weissen, in Säuren unlöslichen Niederschlag von Baryumsulfat.
Mit Wasserstoff verbindet sich der Schwefel zu Schwefelwasserstoff H2S , einem farblosen, brennbaren, giftigen und sehr übel, nach faulen Eiern riechenden Gase.
Wasser absorbirt es reichlich und diese Auflösung, Schwefelwasserstoffwasser, riecht wie das Gas, röthet Lackmus und zersetzt sich an der Luft unter Ausscheidung von Schwefel.
H2S schwärzt Silber, Gold und andere Metalle, sowie viele Anstrichfarben, z. B. Bleiweiss, unter Bildung von Schwefelmetall. Es findet sich in einigen Quellen und bildet sich namentlich beim Faulen thierischer, eiweissartiger Substanzen. In der analytischen Chemie ist H2S ein unentbehrliches Reagens zur Erkennung und Trennung gewisser Metalle;
er erzeugt z. B. in einer Auflösung von Kupfervitriol einen dunkelbraunen, von Zinkvitriol einen weissen, von arseniger Säure einen gelben Niederschlag und wird dargestellt durch Uebergiessen von Schwefeleisen mit verd.
Schwefelsäure: FeS + H2SO4 ^[H2S2O4] = FeSO4 ^[FeS2O4] + H2S .
Die Verbindungen des Schwefels mit Metallen werden als Sulfüre (Sulfurete), z. B. Zinnsulfür SnS, oder als Sulfide, z. B. Zinnsulfid SnS2 , bezeichnet, wobei die Silbe «ür» einen geringeren, die Silbe «id» einen grösseren Schwefelgehalt andeutet.
Phosphor. S. Phosphorus. - Der Phosphor bildet zwei Oxyde: P2O3 Phosphorigsäureanhydrid und P2O5 Phosphorsäureanhydrid (s. Acid. phosphor. anhydricum) und drei Säuren: PO2H3 unterphosphorige Säure, PO3H3 ¶
phosphorige Säure und PO4H3 Phosphorsäure.
Von der letzteren unterscheidet man drei Modifikationen: a) normale oder Orthophosphorsäure PO4H3 (s. Acid. phosphor. crudum und purum), b) Pyrophosphorsäure P2O7H4 entsteht dadurch, dass zwei Moleküle der Orthophosphorsäure unter Austritt von Wasser sich verbinden (s. Ferrum pyrophosphor. oxydatum und Natrium pyrophosphoricum), c) Metaphosphorsäure PO3H entsteht dadurch, dass aus einem Molekül Orthophosphorsäure Wasser austritt.
Die Orthophosphorsäure ist eine dreibasische Säure, bildet also drei Reihen von Salzen, z. B.
|PO { OH ^[img]||PO { ONa,OH||PO { ONa,OH||PO { ONa|
|Phosporsäure||I. Primäres Natriumphosphat||II. Sekundäres Natriumphosphat||III. Tertiäres Natriumphosphat|
Früher nannte man nach den Reaktionen gegen Lackmus I. saures, II. neutrales, III. basisches Natriumphosphat.
Reaktionen: Die Orthophosphorsäure giebt mit Silbernitrat in neutraler Lösung einen gelben Niederschlag, der in Salpetersäure und in Ammoniak leicht löslich ist.
Sie bringt Eiweiss in der Kälte nicht zum Gerinnen. - Die Pyrophosphorsäure giebt mit Silbernitrat in neutraler Lösung einen weissen Niederschlag, der in Salpetersäure und Ammoniak löslich ist.
Sie bringt Eiweiss in der Kälte nicht zum Gerinnen. - Die Metaphosphorsäure giebt mit Silbernitrat in neutraler Lösung einen weissen, gallertartigen Niederschlag, der in Salpetersäure und Ammoniak löslich ist.
Sie bringt Eiweiss schon in der Kälte zum Gerinnen.
Mit Wasserstoff bildet Phosphor drei Verbindungen, welche sich, sobald Spuren des flüssigen P2H4 vorhanden sind, an der Luft sofort selbst entzünden. - Auch mit den Halogenen vereinigt sich Phosphor z. B. PCl3 . PCl5 etc.
Arsen. S. Arsenium metallicum.
Das Arsen bildet zwei Säureanhydride und von seinen Säurehydraten leiten sich wie bei der Phosphorsäure durch Wasserabspaltung Meta- und Pyrosäuren ab.
Von Wichtigkeit sind: Arsentrioxyd oder Arsenigsäureanhydrid (s. Acid. arsenicosum) und Arsensäure (s. Acid. arsenicum). - Mit Schwefel bildet Arsen Arsendisulfid As2S2 (Realgar), Arsentrisulfid As2S3 (s. Aurum pigmentum) und Arsenpentasulfid As2S5 .
Der Arsenwasserstoff AsH3 , ein farbloses, sehr giftiges Gas von unangenehmem Geruch, ist von Wichtigkeit, weil sein Verhalten zur Entdeckung höchst geringer Mengen von Arsen angewendet wird (Marsh'sche Arsenprobe).
Er bildet sich, wenn man zu einer Flüssigkeit, in welcher sich aus Zink und Schwefelsäure Wasserstoff entwickelt, arsenhaltige Substanzen setzt.
Leitet man das Gas durch ein glühendes Glasrohr oder hält in die Flamme desselben eine kalte Porzellanplatte, so scheidet sich Arsen ¶