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«Armes-Réunies», u. zu gleicher Zeit bildet sich der Musikverein der «Carabiniers», der bald mit dem Schützenverein in Verbindung tritt und sich zur Musik des Armes-Réunies umwandelt.
1831 eröffnet Ami Lesquereux in La Chaux de Fonds die erste Druckerei und beginnt die Ausgabe der ersten hier erscheinenden Zeitung, des Echo du Jura, dessen erste Nummer das Datum vom trägt.
Obwohl es nicht unsere Aufgabe sein kann, an dieser Stelle eine ausführliche Darstellung der Ereignisse zu bieten, die zur Lostrennung Neuenburgs von der preussischen Oberhoheit führten, dürfen wir die Kämpfe dieser Zeit doch nicht ganz übergehen.
Die beiden Volkserhebungen von 1831 gingen der Hauptsache nach von den Bezirken Boudry und Val de Travers aus, doch nahm auch Fritz Courvoisier mit 200 Patrioten aus La Chaux de Fonds an der Einnahme des Schlosses in Neuenburg im September 1831 teil. Die Folge davon war (Dezember 1831) die Besetzung von La Chaux de Fonds durch den General von Pfuel mit einer Truppe von 2500 «Getreuen», die Proklamierung des Belagerungszustandes und die tatsächliche Inaugurierung eines Schreckensregiments im grossen Dorfe.
Damit hat der preussische General, ohne es zu wollen, selbst den Grund zur künftigen Leitung der republikanischen Partei im Fürstentum gelegt, denn von diesem Augenblicke an nehmen die Republikaner von La Chaux de Fonds die Sache der Unabhängigkeit kräftig in die Hand; sie geben sich eine feste Organisation und gestalteten für diese ganze Periode erbitterten Ringens (1831, 1848, 1856) den Ort La Chaux de Fonds zum unbestrittenen Mittelpunkt der Tätigkeit der Neuenburger Patrioten um.
In der ersten Linie der Vorkämpfer für die Unabhängigkeit ihres Landes stehen der edle Märtyrer Auguste Bille (geboren in La Chaux de Fonds am gestorben in Bern am und Fritz Courvoisier (geboren in La Chaux de Fonds am gestorben in Neuenburg am Den Mittelpunkt der Patrioten des ganzen Landes bildet das Café Pierre Henri Sandoz, und im Rathaus von La Chaux de Fonds versammeln sich am da die Stunde des tatkräftigen Vorgehens geschlagen hat, die Abgeordneten der patriotischen Komites aus dem ganzen Kanton zur Wahl der provisorischen Regierung der Republik Neuenburg. Auf dem Rathausplatz von La Chaux de Fonds findet sich auch am Morgen des nämlichen Tages die Schaar von Republikanern zusammen, die unter der Führung von Fritz Courvoisier und Ami Girard zum Sturze der monarchischen Regierung des Fürstentums nach Neuenburg hinuntersteigt.
Acht Jahre später, am stellt sich wiederum auf demselben Platze Ami Girard (1819-1900), diesmal als oberster Führer, an die Spitze der Republikaner, um, wie er selbst dem schweizerischen Bundesrate telegraphisch mitteilt, in Le Locle und Neuenburg die Fahne der Republik wieder aufzurichten.
Die in dieser aufgeregten Zeit von 1831-48 mit unnachsichtiger Strenge amtende monarchische Regierung hat viel zum Aufschwung der Uhrenindustrie im Thal von St. Immer und in Biel beigetragen, wo sich zahlreiche ausgewiesene oder verdächtige Neuenburger Patrioten ansiedelten.
Sehr bedeutende Opfer haben La Chaux de Fonds die Anstrengungen zum Anschluss an das schweizerische Eisenbahnnetz gekostet, und es hat die Stadt zur Sicherung der Linie des Jura-Industriel Anleihen im Betrage ¶
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von nahe 3 Millionen Franken aufnehmen müssen. Die einzelnen Strecken sind wie folgt dem Betrieb übergeben worden: Le Locle-La
Chaux de Fonds am La Chaux de Fonds-Les Convers am Les Hauts Geneveys-Neuenburg am und endlich
als letzte Les Convers-Les Hauts Geneveys am Nicht der geringste Vorteil dieser Bahnverbindungen
war die dadurch gebotene Möglichkeit, auf bequemere und weit billigere Weise, als dies bisher der Fall sein konnte, die
zum Häuserbau notwendigen Materialien zu beziehen.
Immer fehlte es dem Ort zu seiner freien und ungehinderten Entwicklung noch an einem ganz wesentlichen Lebenselement, dem Wasser, das sich in diesem 1000 m über Meer gelegenen Hochthale leider nur sehr spärlich findet. Eine Stadt aber, die sich so rasch vergrössert, wie es hier der Fall ist, konnte sich nicht auf die Dauer mit der Versorgung durch Regenwasser begnügen. Nach ca. 50 jährigen erfolglosen Anstrengungen und Untersuchungen ist auch diese Frage auf Grund eines kühnen Projektes von Guillaume Ritter durch den Ingenieur Hans Mathys aufs Glänzendste gelöst worden.
Nach dem Vorschlage Ritters werden jetzt die Wasser von einer Reihe von im Areusethale sprudelnden Quellen gefasst, vermittels eines Systemes von Turbinen und Pumpen mehr als 500 m hoch gehoben und in einem Aquaeduct durch das Thal von La Sagne zum Reservoir auf dem Crêt des Olives, s. von La Chaux de Fonds, geleitet. Die feierliche Einweihung der neuen Wasserversorgung erfolgte am bei welcher Gelegenheit die Stadt Guillaume Ritter und Hans Mathys ihr Ehrenbürgerrecht verlieh.
Seit 1857 besteht in La Chaux de Fonds eine Leuchtgasversorgung, die zusammen mit allen bereits existierenden ähnlichen Einrichtungen 1886 von der Stadt zurückgekauft und zu einem besonderen Verwaltungszweige umgestaltet worden ist. Seither sind alle diese Einrichtungen wesentlich verbessert und vergrössert worden, und es ist zur Zeit das Gaswerk von La Chaux de Fonds eines der schönsten der Schweiz. Mehr und mehr wird heute das Gas als Heizmittel, zu industriellen Zwecken und für die Küchenbedürfnisse verwendet. Endlich besitzt die Stadt in der Combe Garot an den Ufern der Areuse auch ein eigenes Elektrizitätswerk und in La Chaux de Fonds selbst eine grosse Kraftstation, von der aus ein vollständiges Leitungsnetz durch die ganze Stadt gezogen ist. Die Elektrizität dient zum Fabrikbetrieb mehr noch als zur Beleuchtung.
Die Entwicklung von La Chaux de Fonds war im Laufe des 19. Jahrhunderts eine derart rasche, dass der Ort heute unter den schweizerischen Städten der Bevölkerung nach den siebenten Rang beansprucht. Er ist kein Dorf mehr wie früher, sondern, wie dies schon sein sprechendes Wappen anzeigt, ein summender und rege tätiger Bienenschwarm, das eigentliche Zentrum der Uhrenmacherei und die grosse Metropole des Jura, wie er oft genannt wird.
Bibliographie.
La Chaux de Fonds, son passé et son présent; notes et souvenirs historiques, publiés à l'occasion du centième anniversaire de l'incendie du 5 Mai 1794. La Chaux de Fonds 1894. Ein schöner Band von 500 Seiten mit einer Reihe von Einzelabhandlungen und einer vollständigen, aus den zuverlässigsten Quellen geschöpften Geschichte des Ortes. Numa Droz, der einstige Bundespräsident (geboren in La Chaux de Fonds am gestorben in Bern am hat zu dem Werk einen seiner hauptsächlichsten Abschnitte betitelt: Les luttes pour l'émancipation beigesteuert. - Eine bedeutende Arbeit zur Geschichte von La Chaux de Fonds hat Célestin Nicolet aus Anlass der hier stattfindenden Jahresversammlung der neuenburgischen Geschichtsforschenden Gesellschaft verfasst und im Musée Neuchâtelois, Band VI (1869), veröffentlicht. - Endlich ist soeben mit Unterstützung des Stadtrates u. des Verschönerungsvereins aus der Feder des Rechtsanwaltes und Stadtrates A. Monnier als ein Glied der «Guides Monod» die Monographie La Chaux de Fonds et le Haut Jura Neuchâtelois erschienen.
[Arnold Robert.]