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Ziele
Starre Rollenbilder werden aufgeweicht.
Das eigene männliche Rollenbild wird erweitert.
Jungen kennen für sich verschiedene Möglichkeiten, Anerkennung zu finden.
Zusammengefasst: Man sieht Luc, einen Jungen, in zwei völlig verschiedenen und vermeintlich gegensätzlichen Situationen. Zuerst mit seinen Freunden, wo er die Rolle des „starken Mannes“ spielt, der zuschlagen kann und dann als fürsorglicher Enkel, der sich rührend um seine Grossmutter kümmert.
Szene 1: Die erste Szene spielt in einer Spielhalle. Ein paar Jugendliche feuern Luc an, er schlägt mit voller Kraft auf eine Boxbirne (Boxsimulator) ein. Und wirft dann einen selbstbewussten Blick in die Runde, die andern sind begeistert.
Szene 2: Man sieht Luc, dieses Mal sitzt er zu Hause an einem Tisch. Er hat einen Löffel mit Brei in der Hand, er pustet, damit der Brei abkühlt. Die Kamera zoomt weiter heraus und man sieht, dass er nicht allein am Tisch sitzt. Neben ihm ist seine Grossmutter, ihr Blick wirkt leer. Luc füttert sie. Dabei ist er sehr aufmerksam, legt seine Hand sanft auf ihren Arm und sagt ihr, sie solle ihren Mund aufmachen. Die Grossmutter isst, Luc lobt sie auf zärtliche Art. Dann hört man ihn aus dem Off fragen:
„Was ist denn für dich ein richtiger Mann?“
Vorschläge zum Einsatz
Arbeit mit dem Film
Jungen können besser mit Gruppendruck umgehen.
Wie umsetzen? ca. 40 Min
10' Kurzbeschreibung
Film zeigen. Frage an die Jungen:
- Was habt ihr gesehen?
- Was ist passiert?
Der Film kann auch ein zweites Mal gezeigt werden, mit dem Auftrag, genau hinzuschauen und sich zu merken, was im Film passiert.
15' Zuordnen von Stereotypen
Aussagen auf Zetteln verteilen. Auf den Zetteln stehen Aussagen zu:
- Was ein richtiger Mann tut / ist / sagt / weiss / fühlt und zu Was ein richtiger Mann nicht tut / ist / sagt / weiss / fühlt.
Jeder Junge muss seine vier Zettel spontan an der Tafel zuordnen zu stimmt / stimmt nicht.
(siehe Kopiervorlagen)
10' Diskussion
- Womit resp. mit welchen zwei Zuordnungen seid ihr überhaupt nicht einverstanden, mit welchen zwei Zuordnungen sehr einverstanden?
Evtl. zu zweit diskutieren und dann zwei rote (nicht einverstanden) und zwei grüne (einverstanden) Klebepunkte den gewählten Aussagen zuteilen.
Diskussion über die Aussagen, die am meisten Zustimmung und am meisten Ablehnung erhalten haben.
5' Abschluss der Lektion
Würdigung des Gesagten. Zusammenfassung.
Rollenspiel
Ein differenziertes Bild von verschiedenen Männlichkeiten haben.
Bewusstsein schaffen, dass man je nach Situation eine andere Rolle hat
Wie umsetzen? ca. 40 Min
10' Rollenspiel
Die Jungen sollen sich unterschiedliche Situationen aus ihrem Alltag überlegen.
- Situationen, in denen sie verschiedene Rollenbilder erfüllen (z.B. im Ausgang mit Freunden, beim Sport, in der Familie, mit ihren jüngeren Geschwistern, mit ihrer / ihrem Freundin / Freund, allein).
20' Kleingruppen
In Kleingruppen sollen sie zwei „gegensätzliche“ (wie im Film) Situationen auswählen und diese der Klasse vorspielen.
10' Fragen
In welcher Situation sind welche Eigenschaften eines Mannes gefragt?
- Lassen sich alle vereinbaren?
- Sind alle Situationen authentisch / echt?
- Fühlen sie sich in allen Situationen wohl?
Arbeit mit dem Film
Die Mädchen setzen sich mit den
im Film gezeigten Herausforderungen und Bewältigungsstrategien auseinander.
Die Mädchen reflektieren ihr eigenes Verhalten in ähnlichen Situationen.
Wie umsetzen? ca. 25 Min
10' Einzelarbeit
Frage an die Mädchen:
- Was ist für mich ein richtiger Mann?
Notiere auf fünf Post-it, was für dich typisch für einen Jungen oder einen Mann ist.
10' Diskussion
Alle kleben ihre Post-it an die Wandtafel oder eine Wand.
- Vorlesen der Aussagen und abstimmen, ob den Aussagen zugestimmt wird oder nicht.
- Die kontroversen Aussagen zusammen diskutieren.
5' Abschluss
- Zusammenfassen, was man unter Stereotypen (siehe Glossar) versteht.
- Aufzeigen, dass Stereotypen verbreitet, aber nicht in Stein gemeisselt sind. Man kann sich auch anders verhalten.
Faktenblatt
Das Zahlen- und Faktenblatt ergänzt den Film und die anderen Vorschläge zum Einsatz.
Die Vorderseite kann als Arbeitsblatt eingesetzt werden. Auf der Rückseite finden sich weiterführende Informationen für Lehr- und Leitungspersonen.Download Pädagogisches Begleitheft
Themen, die der Film anspricht
Identitätsbildung/
Geschlechterrolle
Jungen sind im Laufe ihrer Identitätsentwicklung mit stereotypen Männlichkeitsbildern konfrontiert. Typisch männliche Merkmale sind bspw. Risikofreude, Aggressivität oder Alles-im-Griff-haben. Zu den „traditionellen“ Männlichkeitsbildern kommen heute neue, welche mit den alten konkurrieren, wie Fürsorge, Sanftheit, Emotionalität. Die Anforderungen an moderne Männlichkeiten ist komplizierter und ambivalenter geworden.
- Erinnern Sie sich: es geht nicht darum, den Jungen die sogenannt männlichen Eigenschaften abzutrainieren, sondern sie zu unterstützen, die männliche Rolle zu erweitern.
- Fördern Sie das Bewusstsein der Jungen für ihre Vorbilder, damit sich die Jungen mit Rollenmodellen identifizieren oder sich von ihnen abgrenzen können.
- Fragen Sie nach, ob die Jungen männliche Bezugspersonen im Alltag haben. Wenn der Vater auch im Alltag präsent ist, umso besser, aber es kann auch ein Pate, ein Grossvater oder ein Trainer sein.
- Achten Sie darauf, Jungen nicht nur für „klassische“ Leistungen zu loben, sondern z.B. auch, wenn sie sich gut entspannen können oder wenn es ihnen gelingt, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken.
Männlichkeit und Konsum
(siehe auch Film „Ich…und die anderen“)
Der Konsum von psychoaktiven Substanzen (z.B. Alkohol oder illegale Drogen) und das Eingehen von Risiken können dazu dienen, sich als männlich darzustellen und eine Funktion für die Erfüllung dieses Rollenbildes übernehmen.
- Bringen Sie unausgesprochene Erwartungen und Regeln von Gruppen zur Sprache: Als Mitglied einer Gruppe hat man oft das Gefühl, dass die Gruppe etwas von einem erwartet/ dass ein bestimmtes Verhalten zulässig oder unzulässig ist/ dass von der Gruppe Druck auf das eigene Verhalten ausgeübt wird.
- Helfen Sie ihnen, sich in verschiedenen Rollen wahrzunehmen bspw. in der Rolle des Täters, des Mitläufers, des Opfers oder in der Rolle als Unterstützender für den Schwächeren.