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Die sogenannten Tausendjährigen Eier sind eine Spezialität der chinesischen Küche, wo sie pídàn (皮蛋) heissen, was offenbar «Leder-Eier» bedeutet. Es handelt sich um Eier, die einem speziellen, oft mehrere Monate dauernden Fermentationsprozess unterzogen werden, der sich von Region zu Region stark unterscheidet und von Katrin Schlotter («Culinaria China», S. 361) wie folgt beschrieben wird: «Zunächst werden rohe Hühner- oder Enteneier in einer Salzlake eingelegt, dann – je nach Region und Tradition – mit Kohle, Kalk, Schlamm oder Reisstroh umhüllt und luftdicht gelagert. Durch dieses Verfahren verwandelt sich das Eiklar in eine gelatineartige Masse, während das Eigelb eine quarkähnliche Konsistenz erhält. Nach frühestens 45 Tagen sind die Eier zum Verzehr geeignet.»
Eier, die mitsamt ihrer schlammigen Hülle in den Handel gelangen, sehen tatsächlich ein wenig aus wie archäologische Fundstücke oder Gegenstände irgendeines primitiven Kultes. Heute werden die Tausendjährigen Eier jedoch vor dem Verkauf meist aus diesen erdigen Hüllen gelöst und dann wie gewöhnliche Eier zum Beispiel in einem Sechserkarton verkauft. Ihre Schale ist leicht gräulich und weist Musterungen und Spuren aller Art auf. Billig sind die Eier nicht – im Februar 2012 bezahlten wir für sechs Stück gut 11 €.
Tausendjährige Eier haben einen fast übervollen Eier-Geschmack, der mitunter aber auch an reifen Käse erinnert. Der Eidotter schmeckt etwas anders als das Eiweiss und weist manchmal eine kleine Salmiaknote auf.
First Publication: 10-2-2012
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