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E-606 / E-607 / E-610

überarbeitet am 14.7.2011

Nachdem bei Ausbruch des zweiten Weltkriegs und der Kriegsmobilmachung in
der Schweiz im Korpsmaterial kaum leistungsfähige Allwellenempfänger zur
Funküberwachung und zum Monitoring von Auslandssendern zur Verfügung standen,
wurden eilig verschiedene zivile kommerzielle Empfänger erworben, so kam
auch der legendäre HRO der amerikanischen National Comp. zum Einsatz.
Für die Bedürfnisse des amerikanischen Flugfunks entwickelte National unter der
Leitung von James Millen 1934 einen Allwellenempfänger, der mit seinen Eigenschaften
den Markt der kommerziellen Funkempfänger völlig unwälzte.
Erstmals findet sich am HRO nicht nur eine separate HF- und NF-Verstärkungsregelung,
eine HF-Verstärkungsautomatik (AGC) sondern auch ein S-Meter zur Beurteilung der
Signalstärke und ein regelbares Quarzfilter.
Das Äussere des Geräts zeugt von der Herkunft aus dem kommerziellen Sektor: das Metallgehäuse ist mit einem Klappdeckel versehen, von oben ist das Chassis zum Röhrenwechsel zugänglich. Neben dem Empfänger gehört in der Regel ein Netzspeisegerät, welches die notwendigen Heiz- und Anodenspannungen zu Verfügung stellt: meist das National 697, das “Doghouse”, welches in der Form an eine Hundehütte erinnert. In einem Holzkästchen werden die nicht benutzten Spulensätze aufbewahrt, neben Kopfhörerbetrieb konnte auch ein externer Lautsprecher betrieben werden.Die Frontplatte ist bei dem frühen Allwellenempfänger noch nicht so klar strukturiert, wie bei moderneren Geräten: in der Mitte der Frontplatte findet sich der grosse Abstimmknopf mit dem “Micrometer Dial”, die angezeigten Zahlen entsprechen Logskala-Werten. Die entsprechende Frequenz wird auf der Frequenzeichkurve auf dem unterhalb des Abstimmknopfes eingeschobenen Spulensatz abgelesen.
Manche Spulensätze verfügen über zwei Eichkurven für den gesamten Bereich und den gespreizten Amateurfunkbereich, die anderen für die kommerziellen Geräte sind nur mit einer Eichkurve und mit einer Tabelle zum Eintragen der fixen Arbeitsfrequenzen versehen.
Zu Rechten dient der oberste Drehregler, der in früheren Versionen nur als schwarzer länglicher Knopf mit einem Pfeil ausgeführt ist, zur Regulation der Bandbreite des Quarzfilters; der Drehregler darunter schaltet das Quarzfilter ein und dient zum Ausblenden von Störsignalen (Phasing). Der Schalter darunter dient zum Abschalten der Anodenspannung (B+), wenn das Gerät mit geheizten Röhren Standby betrieben wird und - vor allem ! - zum Wechsel der Spulensätze. Zuunterst findet sich der Regler für die Hochfrequenzverstärkung, für den RF (radio frequency) gain.
Zur Linken findet sich zuoberst das S-Meter, in frühen HRO-Versionen wird es mit einem Druck- in den späten mit einem Kippschalter links unterhalb aktiviert. Als Audio Gain (AF gain) Regler ist der Lautstärkeregler bezeichnet. Der Schalter gleich darunter schaltet, wenn er rechts steht, die automatische Verstärkungsregelung (AGC) ab. Zuunterst findet sich der Schalter für den BFO, den Überlagerer zum Telegraphieempfang.
Technisch handelt es sich beim HRO um einen Supherhet mit zwei HF-Vorstufen: Das
Antennensignal wird nach einem ersten abgestimmten Kreis der ersten HF-Verstärkerstufe
(6D6, später im HRO-5 6K7) und nach Durchlaufen eines zweiten abgestimmten Kreises der
zweiten HF-Verstärkerstufe (6D6, später 6K7) zugeführt. Nach Mischung mit einem
Oszillatorsignal (6C6, später 6J7) in der Mischstufe (6C6, später 6J7) entsteht die
Zwischenfrequenz von 456 kHz. Dieses Schaltkonzept mit den abgestimmten HF-Vorstufen
konnte im HRO erstmals dank dem Vierfach- Drehkondensator und den Spulensätzen
realisiert werden.
In den Aufstellungen von Empfängern, die in der Schweizer Armee eingesetzt wurden
figurieren verschiedene Varianten, ich gehe davon aus, dass die Bezeichnungen zunächst
an Einzelgeräte vergeben wurden - der HRO wurde meines Wissens nie in grossen Stückzahlen
beschafft. Vielleicht finden sich noch weitere Hinweise zum Einsatz des Empfängers HRO in de Schweizer Armee.
weitere Lektüre:
© Martin Bösch 25.8.2007