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|Kreationismus und Wissenschaft|
Am Freitag, den 9. November 2007 berichteten Patrick Imhasly und This Wachter in der Zeitung "Der Bund" auf Seite 33 unter dem Titel "Ewiger Schulstreit um Darwin" folgendes über ProGenesis: "In den USA, in Europa und in der Schweiz fahren sie die Strategie, im Schulunterricht die Schöpfungslehre als Alternative zur EvoIutionstheorie darzustellen. Die Reaktion des Vereins ProGenesis spricht für sich: "Selbstverständlich begrüssen wir, dass ein Lehrmittel-Verlag in der Schweiz den Mut aufbringt, die Evolutionslehre nicht als Tatsache, sondern als eine Möglichkeit darzustellen." Die Mitglieder von ProGenesis sind überzeugt, dass Gott keine Märchenfigur ist und dass das, was in der Bibel steht, auch so stattgefunden hat."
Und weiter unten: "Vereine wie ProGenesis mögen zwar breite Resonanz in freikirchlichen Kreisen und gar Einfluss bis ins Bundesparlament haben (der Berner EVP-Nationalrat Walter Donzé sitzt im Patronatskomitee von ProGenesis), doch die Lobby wäre zu schwach, fielen ihre Forderungen nicht auf den fruchtbaren Boden das Zeitgeistes. In falsch verstandener Toleranz spriessen darauf alle Weltanschauungen nebeneinander." Bemerkenswerte Stichworte aus dem Artikel sind ausserdem: Gehört in den Religionsunterricht / Rückfall ins Mittelalter / Wissenschaft wird als Religion ewig gestriger - wissenschaftsgläubiger - Rationalisten diskreditiert / Europaparlament usw. Imhasly und Wachter haben offenbar die Leserbriefe noch nicht gelesen, denn dort wird auch im Bund mehrheitlich die Schöpfungstheorie als Alternative zur Evolution begrüsst. Offensichtlich haben sie auch die repräsentative Umfrage von ProGenesis (factum 6/2007, Seiten 38/39) zum Thema Schöpfung im Biologieunterricht nicht zur Kenntnis genommen.
Im Weiteren behaupten sie folgendes: "Die Kreationisten - und insbesondere die Anhänger des intelligenten Designs - haben noch nie ein Forschungsprogramm auf die Beine gestellt oder Prognosen gemacht, die sich wissenschaftlich überprüfen liessen." Das stimmt nicht. Im Jahr 2000 erschien ein Buch von der RATE-Gruppe in den USA, das den Titel trägt: "Radioisotopes and the Age of the Earth, A Young-Earth Creationist Research Initiative". In diesem Buch wird unter anderem die Voraussage gemacht, dass der radioaktive Zerfall eine oder zwei beschleunigte Phasen durchlaufen habe und dass dies der Grund für die hohen Alterswerte sei, die bei der Radiometrie herauskommen. Man hat damals mit Spenden 7 Forschungsprogramme durchgeführt. Im Jahr 2005 ist ein weiteres Buch mit demselben Titel vom "Institute for Creation Research" herausgegeben worden, das die Resultate der 7 Programme enthält. Unter anderem wurde der 14C-Gehalt von Diamanten gemessen und daraus ein Alter von 50'000 bis 70'000 Jahren berechnet. Diese Messungen wurden von einem Evolutions-Team überprüft und bestätigt. Nur in Bezug auf die Interpretation der Messungen besteht keine Einigkeit.
Mit etwas Recherche im Internet hätten Imhasly und Wachter dies gefunden und müssten sich nicht eine schludrige Recherche vorwerfen lassen. Wir empfehlen ihnen: http://www.icr.org/articles/view/3400/. Zu den wissenschaftlichen Forschungsprogrammen ist übrigens zu sagen, dass die Kreationisten keinerlei staatliche Gelder bekommen, im Gegensatz zu den Evolutionisten. Und wenn in einer Fachzeitschrift die Arbeit eines ID-Vertreters zum Abdruck angeboten wird, so wird das von der Fachzeitschrift strikte abgelehnt. Wenn man nun dem ID-Vertreter zum Vorwurf macht, er veröffentliche nicht, dann ist das äusserst unfair, denn man verlangt von ihm die Veröffentlichung, aber zugleich macht man ihm dies unmöglich.
"Rückfall ins Mittelalter" ist ein Terminus, den wir besonders gern hören. Imhasly und Wachter haben immer noch nicht gemerkt, dass die Kurzzeitkreationisten ausschliesslich mit naturwissenschaftlichen Fakten argumentieren. Das ist auch der Grund, warum Intelligent Design nicht in den Religionsunterricht gehört, sondern in den Biologie/Geologie/Chemie/Physik-Unterricht. Ein Blick in die kreationistischen Webseiten zeigt dies klar auf. Wie gross ist das Verhältnis von naturwissenschaftlichen Fakten / religiösen Argumenten in diesen Seiten? (Beispiele: www.intelligente-schoepfung.ch oder www.progenesis.ch oder www.wort-und-wissen.de. Der Verfasser dieser Pressemitteilung ist nur auf Grund von naturwissenschaftlichen Beobachtungen vor 25 Jahren zum Kreationisten geworden!
Wir erwarten von den Herren Imhasly und Wachter eine Richtigstellung der Behauptung, die Anhänger des intelligenten Designs hätten noch nie ein Forschungsprogramm auf die Beine gestellt. Und von den Medien erwarten wir in der Berichterstattung über den Kreationismus und Intelligent Design etwas mehr Fairness und etwas seriösere Recherchen als im erwähnten Beispiel im "Bund".
ProGenesis, Hansruedi Stutz, 18. November 2007
Referenz: www.progenesis.ch