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Es ist offensichtlich, dass ein Arbeitsausfall von einigen Tagen aufgrund einer Erkältung nicht mit einem Fernbleiben von mehreren Monaten aufgrund eines Verkehrsunfalles vergleichbar ist. Doch die Frage nach der Schwere des Vorfalles ist im Vergleich zur Frage der Lohnauszahlung zweitrangig: Nach einer gewissen Zeit der Arbeitsunfähigkeit erhält der Arbeitgeber von der Unternehmensversicherung eine Entschädigung, welche den Lohn des Angestellten deckt (normalerweise zu 80% ab dem 31. Tag des Ausfalles). Der Angestellte erhält dadurch einen reduzierten Lohn und seine Lohnbescheinigung verzeichnet, dass er nicht seinen normalen Lohn, sondern eine Entschädigung erhält.
Wenn eine Privatperson ein Darlehen beantragt, ist sie dazu verpflichtet, mindestens Kopien ihrer 3 letzten Lohnbescheinigungen zu hinterlegen (manchmal auch der letzten 6 Monate). Dieser Punkt dient dazu, das Budget zu berechnen, doch er ist für die Banken auch ein Hinweis darauf, dass der Antragssteller sich zurzeit nicht in Arbeitsunfähigkeit befindet.
Im Fall eines kurzzeitigen Arbeitsausfalles aufgrund eines Unfalles oder Krankheit und vorausgesetzt, dass der Vorfall auf der Lohnbescheinigung nicht erwähnt wird, kann ein Kredit zu den üblichen Konditionen aufgenommen werden.
Wenn auf der letzten Lohnbescheinigung eine Krankheits – bzw. Unfallentschädigung erwähnt wird, ist es unmöglich, einen Kredit zu erhalten. Es ist sogar notwendig, zu seinem normalen Anstellungspensum zu arbeiten, damit die Kreditanfrage überhaupt beachtet wird. Eine Arbeitsunfähigkeit, selbst teilweise, macht die Anfrage unmöglich. Die kranke bzw. verunfallte Person muss warten, bis sie ihre normale Arbeitstätigkeit wieder aufnehmen kann, bevor sie eine neue Anfrage stellen kann.
Beispiel: Herr Fischer ist zu 80% in einem Unternehmen angestellt. Infolge eines Unfalles ist er zu 100% während 40 Tagen arbeitsunfähig. Sobald dieser Punkt auf der letzten Lohnbescheinigung erwähnt wird, kann er keinen Kredit mehr verlangen. Nach 40 Tagen erlaubt ihm sein Arzt, die Arbeit wieder aufzunehmen, jedoch nur zu 50%. Herr Fischer wird also immer noch Teilentschädigungen erhalten und kann deshalb weiterhin keine Anfrage stellen. Erst wenn er seine Beschäftigung zu 100% wieder aufnimmt (also zu einem Pensum von 80%), kann er ein Darlehen erhalten.
Es kann sein, dass eine Person ihre Arbeit wieder zu 100% aufgenommen hat, jedoch noch kein Lohnblatt hat, um dies zu beweisen: Ihre letzte Bescheinigung weist immer noch Entschädigungen aufgrund der Arbeitsunfähigkeit auf. Es ist in diesem Fall möglich, einen Kredit zu beantragen, doch der Arbeitgeber muss ein Dokument liefern, welches die 100%-ige Wiederaufnahme des Arbeitsverhältnisses bestätigt.
Artikel verfasst von Multicrédit – Kredit in der Schweiz