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Das Wichtigste in Kürze
- Ruth Dreifuss war die erste Frau der Sozialdemokratischen Partei im Bundesrat.
- Aktuelle Vertreter im Bundesrat sind Simonetta Sommaruga und Alain Berset.
- Die Partei wird momentan von einem Co-Präsidium geleitet: Mattea Meyer und Cédric Wermuth.
In den letzten 25 Jahren waren insgesamt fünf Bundesräte der SP im Bundeshaus tätig. Darunter war auch die erste weibliche SP-Bundesrätin.
Ruth Dreifuss
Ruth Dreifuss wurde 1993 als Vertreterin der SP in den Bundesrat gewählt. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften und war vor ihrer Amtszeit für die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe tätig. Auch war sie Zentralsekretärin beim schweizerischen Gewerkschaftsverbund.
Als Bundesrätin stand sie dem Eidgenössischen Departement des Innern vor. Eine der wichtigen Aufgaben während ihrer Amtszeit war die Erarbeitung und Umsetzung des Krankenversicherungsgesetzes. Auch setzte sie sich stark für die Gleichberechtigung der Frauen ein.
Dreifuss war erst die zweite Frau im Bundesrat. 1999 wurde sie jedoch die erste weibliche wie auch jüdische Bundespräsidentin der Schweiz. Ihre Amtszeit dauerte bis 2002.
Moritz Leuenberger
1995 schaffte es auch Moritz Leuenberger in den Bundesrat. Leuenberger studierte Rechtswissenschaft und erwarb daraufhin das Anwaltpatent. Er eröffnete ein eigenes Anwaltsbüro in Zürich, welches er bis 1991 betrieb. Schon 1969 trat er der Sozialdemokratischen Partei bei und präsidierte die SP der Stadt Zürich von 1972 bis 1980.
Als Bundesrat war Leuenberger Vorsteher des eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Sein Engagement zeigte sich unter anderem in der Verkehrs- und Klimapolitik. Er setzte sich für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schienen ein und bemühte sich um eine Reduktion von CO2.
Leuenberger galt als ausgezeichneter Redner, wurde jedoch auch häufig stark kritisiert.
Micheline Calmy-Rey
Als Nachfolgerin von Ruth Dreifuss wurde Micheline Calmy-Rey in den Bundesrat gewählt. Als Leiterin des Departements für auswärtige Angelegenheiten unterstützte sie die Erweiterung der Beziehungen zur Europäischen Union. Sie engagierte sich ebenso für mehr Solidarität und kulturelle Vielfalt.
Weiter stand Calmy-Rey für die Menschenrechte sowie die Rechte der Frauen ein. In ihrer Amtszeit von 2003 bis 2011 wurde sie einmal zur Bundespräsidentin gewählt.
Simonetta Sommaruga
Seit 2010 ist Simonetta Sommaruga als SP-Vertreterin im Bundesrat. Begonnen hat sie ihre politische Tätigkeit mit dem Amt als Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz von 1993 bis 1999. Nach weiteren Ämtern, auch im Nationalrat und Ständerat, wurde sie 2010 als Nachfolger für Moritz Leuenberger gewählt.
In ihrer Zeit als Bundesrätin war Sommaruga bis 2018 Vorsteherin des Justiz- und Polizeidepartements. Seit 2019 leitet sie das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Sie war zudem 2015 und 2020 Bundespräsidentin.
Alain Berset
Alain Berset ist seit 2012 im Bundesrat und steht dem eidgenössischen Departement des Innern vor. Er stammt aus einer SP-Familie, in der bereits sein Grossvater auf Kantonsebene amtierte. Er schloss 2005 ein Doktorat in Wirtschaftswissenschaften ab und war in Folge als selbstständiger Strategie- und Kommunikationsberater tätig.
Politisch aktiv war Berset bereits von 2000 bis 2004 als Mitglied des Verfassungsrats des Kantons Freiburg. Weiter hatte er im Ständerat Erfolg, bis er 2011 in den Bundesrat gewählt wurde. 2018 war Berset Bundespräsident.
Weitere wichtige Persönlichkeiten der SP
Auch das Amt des Präsidenten hat sich mehrmals verändert. Von 1975 bis 1990 war Helmut Hubacher Präsident der SP. Er prägte die Schweizer Politik mit seiner Schlagfertigkeit und guten Sprache mit.
Nach ihm führte Peter Bodenmann sieben Jahre die Partei erfolgreich. Nach seinem Ausstieg aus der Politik führte er einen eigenen Hotelkomplex und schrieb verschiedene Kolumnen. In der Öffentlichkeit bekam er dadurch Freunde wie auch Feinde.
Vor 23 Jahren wurde dann die erste Frau in das Amt gewählt: Ursula Koch. Zusätzlich vertrat sie die Partei ab 1999 im Nationalrat. Jedoch verblieb sie nicht lange in diesen Positionen und gab diese aufgrund des parteiinternen Drucks und gesundheitlichen Gründen 2000 ab.
Als Nachfolgerin wurde wiederum Christiane Brunner gewählt. Sie war 1969 Gründungsmitglied der Frauenbefreiungsbewegung. Ausserdem besass Brunner viele weitere Ämter – auch im Nationalrat.
1993 wurde sie sogar gemeinsam mit Ruth Dreifuss als Kandidatin für den Bundesrat präsentiert. Brunner führte die Partei bis 2004.
Dann wurde der damalige Vizepräsident, Hans-Jürg Fehr, zum Parteipräsident. Er war bereits seit 1977 in der SP aktiv. Als Präsident gelang es ihm, die letzten verbliebenen parteiinternen Konflikte dieser Zeit zu beruhigen. Infolge der schweren Niederlage der Partei bei den Parlamentswahlen 2007 kündigte er seinen Rücktritt an.
2008 schaffte es dann Christian Levrat ins Präsidium, welcher seine Karriere bei den Jungfreisinnigen begann. Seit 2003 vertrat er die Partei im Nationalrat und wurde 2012 als Nachfolger von Alain Berset in den Ständerat gewählt. Levrat war einziger Anwärter auf das Amt des Parteipräsidenten, welches er bis 2020 ausübte.
Aktuelles Co-Präsidium
Aktuell wird die SP von einem Co-Präsidium geleitet. Mattea Meyer und Cédric Wermuth wurden 2020 gewählt und sind das erste Co-Präsidium in der Geschichte der SP. Die beiden Ex-Juso-Mitglieder haben eindeutig gegen ihren Konkurrenten Martin Schwab gewonnen.
Beide vertreten ausserdem die Partei im Nationalrat. Wermuth wurde bereits bei den Parlamentswahlen 2011 in den Nationalrat gewählt. Meyer, damals im Studium, arbeitete nebenbei als persönliche Mitarbeiterin von Nationalrat Cédric Wermuth und Nationalrätin Marina Carobbio. 2015 wurde sie dann selbst in den Nationalrat gewählt.