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Der zweitägige Besuch des konservativen Premierministers Tony Abbott vom Montag in Indonesien steht unter keinem guten Stern. Seine Asylpolitik wird vom südostasiatischen Inselstaat scharf kritisiert und dürfte nun erst recht zur Sprache kommen.
Jedes Jahr versuchen Tausende von Flüchtlingen überwiegend per Boot zu erreichen. Die zu Australien gehörende Weihnachtsinsel liegt nur wenige hundert Kilometer südlich der Küste von Java.
Im ersten Halbjahr 2013 landeten rund 13‘000 Bootsflüchtlinge in Australien. Die Zahl ist im internationalen Vergleich relativ niedrig. Und trotzdem ist die Einwanderung ein Reizthema auf dem Fünften Kontinent. Eine von Abbotts zentralen Wahlkampfparolen war «Stoppt die Boote».
Rettungsteams bargen am Montag die Leichen von zwei weiteren Erwachsenen und zwei Kindern aus der unruhigen See, wie die Behörden mitteilten. Unter den Opfern sind viele Kinder. Dutzende von Menschen werden noch vermisst, bisher konnten nur 28 Flüchtlinge gerettet werden.
Überlebende kritisieren Australien
Überlebende haben schwere Vorwürfe gegen die australische Regierung erhoben. Diese sei über das Drama informiert worden, habe die Flüchtlinge aber ihrem Schicksal überlassen, sagte ein Überlebender. Der australische Finanzminister bezeichnete die Reaktion seines Landes dagegen als «angemessen».
Das Boot mit 80 bis 120 Flüchtlingen aus dem Libanon, dem Jemen und Jordanien war von Java aus Richtung Australien aufgebrochen und am Donnerstag bei starkem Wellengang gekentert.