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Operationen
Reflux
Sodbrennen/Refluxkrankheit
Refluxkrankheit – was ist das eigentlich?
Es handelt sich um eine der häufigsten Erkrankung der Magendarmkrankheiten; mit 75% gar die häufigste Erkrankung an der Speiseröhre (Ösophagus). Reflux (=lat. Rückfluss) weist auf einen krankhaft gesteigerten Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre hin. Dieser Säurerückfluss kann an der empfindlichen Speiseröhrenschleimhaut zu massiven Schädigungen führen und erklärt auch die bestehenden Symptome.
Warum kommt es zu Reflux?
Die Muskelfasern der Speiseröhre haben einen spiralförmigen Verlauf. Beim Hochrutschen des Magens (Zwerchfellhernie) stimmt die Vordehnung nicht mehr. Der Abschluss zwischen Speiseröhre und Magen (= unterer Oesophagos-Sphinkter) schliesst zu wenig.
Bei der Refluxkrankheit ist der Durchgang vom Magen zur Speiseröhre geöffnet und der saure Mageninhalt kann zurück in die Speiseröhre gelangen. Dies wird begünstig durch ein in der Regel Immer begleitend vorliegenden Zwerchfellbruch (=Hiatushernie). Dadurch verkürzt sich die Speiseröhre durch nach oben Gleiten und der Magen rutscht ebenfalls aus dem Bauchraum nach oben.
Andere Druckverhältnisse an neuer und falscher anatomischen Lage, wie die Theorie, dass die Verkürzung der Speiseröhre zu unvollständigem Verschluss/Minderfunktion des unteren Ösophagussphinkters führt, ermöglichen den Reflux.
Typische Symptome
Sodbrennen: häufigstes und typischste Merkmal einer Refluxkrankheit. Charakteristisch ist ein brennender Schmerz hinter dem unteren Brustbeinende und in der Magengrube. Ausstrahlung in Hals und Rücken sind möglich. Es bedeutet aber nicht dass eine Refluxkrankheit vorliegen muss.
Saures Aufstossen: sehr häufig in Verbindung mit Sodbrennen; unangenehmes Gefühl, wenn plötzlich der saure Magensaft bis in die Mundhöhle zurückschiesst.
Schmerzen beim Schlucken (Dysphagie): Schluckbeschwerden können als Ausdruck einer Schluckstörung auftreten und auf eine Passagebehinderung für feste und flüssige Nahrung hinweisen. Ursache kann eine Verengung der Speiseröhre infolge eines entzündlichen Prozesses (Refluxösophagitis).
Mögliche refluxbedingte Begleitsymptome: Brustschmerzen, Heiserkeit, Übelkeit, Atembeschwerden wie Asthma, nächtliches Husten, Keuchen sowie Rachen- und Kehlkopfentzündungen.
Diagnosestellung
Die Symptome geben Hinweise auf das Vorliegen einer Refluxerkrankung. Bei leichten Beschwerden wird zunächst mit Medikamenten (Magensäurebildungshemmer = Protonenpumpenhemmer) behandelt. Kommt es nach Absetzen der Medikamente zu erneuten Beschwerden sollte mittels Magenspiegelung (= Gastroskopie), Ösophagusmanometrie (= Druckmessung des unteren Ösophagussphinkters) und gegebenenfalls 24-h-pH-Metrie (= Säure-Messung) genauer abgeklärt, bzw. die Diagnose gestellt oder ausgeschlossen werden.
Mittels Kontrastmittelröntgen kann eine Magenentleerungsstörung ausgeschlossen werden.
Medikamentöse Therapie
Sie ist zunächst die Therapie der Wahl; muss in der Regel aber lebenslänglich fortgesetzt werden, wenn nach Absetzten der Medikamente nach 8 – 12 Wochen Beschwerden wiederauftreten.
Was sind Indikationen zu einer Operation?
- therapieresistente Symptome bei korrekter medikamentöser Behandlung
- persistierende Symptome nach Absetzen der medikamentösen Therapie
- Komplikationen : Stenose, Aspiration, Barret-Osophagus
- Ablehnung einer langjährigen Tabletteneinnahme
- Volumenreflux
Prinzip der Antireflux-Operation
Der hochgerutschte Magen wird wieder in den Bauchraum herunter gebracht. Speiseröhre und oberer Magen werden so präpariert, dass sie befreit bzw. genügend mobil sind und der obere Magenanteil (Fundus) hinter der Speiseröhre hindurchgeführt werden kann. Je nach Situation wird eine vollständige (360°, nach Nissen) oder eine partielle hintere (270°, nach Toupet) Manschette um die unterste Speiseröhre gebildet (= Fundoplikatio; Fundus = oberer Magenanteil; Plicare = Falten).
Die beiden Zwerchfellschenkel werden zudem mit Nähten gerafft über einen in der Speiseröhre eingelegten kalibrierten Schlauch, sodass der Durchgang nicht zu eng wird (=Hiatusraffung od. Hiatoplastik). Auf diese Weise wird der in der Regel immer vorhandene Zwerchfellbruch verschlossen. Magen und angelegte Manschette verbleiben so in der Bauchhöhle und sollten nicht mehr durch das Zwerchfell hochrutschen.
Komplikationsmöglichkeiten während der Operation
Normalerweise treten bei diesem Eingriff in Vollnarkose kaum Komplikationen auf. Es kann in ganz seltenen Fällen zu Verletzungen an Speiseröhre, Magen, Milz oder am Lungenfell kommen.
Mögliche Beeinträchtigungen/Störungen nach der Operation
Wegen Anschwellens des Gewebes als Reaktion auf die Manipulationen intraoperativ und der daraus folgenden relativen Enge der Manschette verspüren die meisten Patienten leichte Schluckstörungen (Dysphagie). Diese bildet sich aber in den ersten Wochen nach der OP zurück. Sehr gutes Kauen der Nahrung vor dem Schlucken und langsames Essen ist deshalb sehr wichtig. Nach einer Reflux-OP haben die meisten Patienten auch Mühe Aufzustossen, Erbrechen ist insbesondere nach vollständigen 360° Manschetten verunmöglicht. Blähungen und vermehrter Windabgang können auftreten.
Erfolgsquote der Operation?
Diese liegt etwa bei 90 – 95%, d.h. diese Patienten leben ohne Medikamente beschwerdefrei. Bei einigen kann gelegentliches saures Aufstossen nach gewissen Mahlzeiten auftreten, was dann mit einer einmaligen Medikamenteneinnahme gut beherrscht wird.
Nachbehandlung
Nach der OP bleibt man nüchtern bis zur Kontrastmittelpassage am nächsten Tag (Dichtigkeits- und Passage-/Manschettenlagedokumentation). Danach Kostaufbau mit flüssig/breiiger/weicher Kost, feste Nahrung mit gutem Kauen ab 3. – 4. postoperativem Tag. Auf körperliche Schonung, insbesondere axiale Erschütterungen während 4 – 6 Wochen nach der OP ist zu achten um Manschettendislokationen durch Ausreissen von Nähten zu vermeiden. Arbeitsunfähigkeit ist sehr variabel, je nach körperlicher Belastung im Beruf.
Leiden Sie an Reflux oder haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema? Ich gebe Ihnen gerne weitere Auskünfte.
Dr. med. Alexander Zehntner
Facharzt FMH für Chirurgie
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