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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
XII. Kapitel
100.
1. Deshalb schränkt der Gnostiker die Begierden hinsichtlich des Besitzes und des Gebrauches ein und geht nicht über die Grenze des Notwendigen hinaus.
2. Da er also das Leben hier auf der Erde für notwendig hält, um das Wissen zu mehren und die Erkenntnis zu gewinnen, wird er nicht das Leben, sondern das rechte Leben am höchsten schätzen,1 wobei er also weder Kinder noch die Ehe oder die Eltern höher achten wird als die Liebe zu Gott und die Gerechtigkeit im Leben.
3. Von ihm wird die Gattin nach der Erzeugung von Kindern als eine Schwester angesehen, wie sie ja auch denselben Vater hat, und sie selbst erinnert sich nur dann ihres Mannes, wenn sie auf ihre Kinder blickt, da sie in der Tat auch nur Schwester sein wird, nachdem sie das Fleisch abgelegt hat, das durch [S. 306] die Eigenart der Körperformen die Kenntnis des Geistlichen abtrennt und abschneidet. Denn an und für sich sind die Seelen selbst in gleicher Weise Seelen und keines von beidem, weder männlich noch weiblich,2 zu der Zeit da sie "weder heiraten noch sich heiraten lassen".3 Und vielleicht wird so das Weib zum Mann verwandelt, wenn sie in gleicher Weise ihr weibisches Wesen abgelegt hat und männlich und vollkommen geworden ist.
1: Vgl. Platon, Kriton p. 48 Bach.
2: Vgl. Gal 3,28.
3: Vgl. Mt 22,30; Mk 12,25; Lk 20,35.