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Der Halbfinal gegen Milos Raonic, den Achtelfinal-Bezwinger von Stan Wawrinka, geriet für Andy Murray zur Geduldsprobe. Murray gab gleich sein erstes Aufschlagspiel ab, liess sich in den folgenden 25 Servicegames aber nicht mehr breaken.
Dennoch dauerte es vier Stunden und drei Minuten, bis der 4:6, 7:5, 6:7, 6:4, 6:2-Sieg des 28-jährigen Schotten feststand. Begünstigt wurde Murrays Sieg dadurch, dass Milos Raonic ab dem vierten Satz an Adduktorenproblemen litt. Raonic führte mit 2:1 Sätzen und 3:2 im vierten Satz. Danach verlor er acht der nächsten neun Games.
Fünf erwies sich für Murray als die Schlüsselzahl. Er gewann in fünf Sätzen, erreichte seinen fünften Final und trifft dort auf den Mann, der in Melbourne schon fünfmal gewonnen hat.
Die ersten vier Finals am Australian Open verlor Murray gegen Roger Federer (2010) und Novak Djokovic (2011, 2013 und 2015). Aber der Halbfinalerfolg über den bärenstarken Milos Raonic wird Murray Mut machen: Als Murray vor vier Jahren am US Open den ersten seiner bislang zwei Grand-Slam-Titel holte, besiegte er auf dem Weg in den Final Raonic ebenfalls.
Ins Endspiel startet hingegen der Weltranglistenerste Novak Djokovic als haushoher Favorit. In den Direktbegegnungen gegen Murray führt Djokovic mit 21:9 Siegen. Die letzten vier Duelle an Grand-Slam-Turnieren gewann alle der 28-jährige Serbe. Seit dem Vorjahresfinal am Australian Open, den Djokovic mit 7:6, 6:7, 6:3, 6:0 gewann, trafen die beiden nicht mehr aufeinander.
Murray: “Gegen Novak (Djokovic) werden viele Faktoren wichtig sein. Ich darf mir keine Tiefs erlauben. Ich muss mein allerbestes Tennis spielen.”
Murray komplettierte mit seinem Halbfinalerfolg auch eine Premiere. Zum ersten Mal in der weit über 100-jährigen Geschichte aller Grand-Slam-Turniere stehen zwei Brüder am gleichen Turnier im Final. Andy Murrays Bruder Jamie Murray bestreitet am Samstag den Final im Doppel.
(SDA)