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[* 4] (Dienstleistungen) sind menschliche Arbeitsleistungen, durch welche direkt eine Befriedigung der Bedürfnisse
andrer erzielt wird. Je nachdem die Dienstleistungen höhere
Ausbildung des
Menschen erfordern oder nicht,
unterscheidet man höhere und gemeine.
Letztere ermöglichen, zumal wenn ihre Verrichtung auch wenig
Kapital erfordert, leicht
einen größern Mitbewerb; dagegen gestatten die höhern Dienste, wie die der Beamten,
Ärzte etc., welche meistens einer lang
andauernden Vorbildung bedürfen, einen Berufswechsel nur selten.
Vorzüglich bei den höhern Diensten lassen sich
Kosten und
Wert der einzelnen Leistung schwer oder überhaupt
nicht schätzen.
Schon deswegen ist, von andern
Gründen abgesehen, die Kollektivbelohnung am Platz, d. h. es wird nicht speziell
für die einzelnen Leistungen, sondern für die Gesamtheit derselben für längere Zeit (Jahr,
Lebensdauer)
Zahlung geleistet.
Der alte, von
Garnier und F.List sarkastisch beleuchtete Streit, ob die Dienste produktiv oder unproduktiv
seien, ist ein durchaus müßiger, weil hier nur die schwankende Auffassung des
Begriffs produktiv (s. d. und
Produktion) entscheidend
ist.
Weit wichtiger als diese Wortspielerei ist die
Frage,
ob eine Dienstleistung und in welchem
Maße sie zur
Förderung des Einzel-
und des Gesamtwohls beiträgt. Bei vielen Dienstleistungen ist ein beschränkendes oder regulierendes
Eingreifen durch den
Staat erforderlich, weil bei ihnen wegen der durch ihre Ausübung bedingten nähern persönlichen Beziehungen
leicht
Leben,
Gesundheit,
Sittlichkeit etc. gefährdet werden.
Daher denn auch die
Forderung des Fähigkeitsnachweises bei
Arzt,
Hebamme,
Advokat etc., das Konzessionswesen und besondere polizeiliche
Ordnungen bei künstlerischen Schaustellungen,
für Droschkenkutscher, Dienstmänner etc.
[* 4] in der gotischen
Architektur die zur Unterstützung der Gewölberippen dienenden, aus den
Pfeilern mehr oder
minder hervordringenden Säulchen, welche unter den Quer- und Längsgurten der
Gewölbe
[* 5] stärker (alte
a, s.
Figur), unter den
Diagonalrippen schwächer (junge Dienste, b, s.
Figur) angeordnet wurden.
Springen diese Säulchen wenig vor,
so werden sie eingebundene Dienste, bilden sie volle Säulchen, welche nur wenig Zusammenhang mit den
Pfeilern haben, so werden
sie gelöste Dienste genannt.
Zum Dienstgehalt werden nicht gerechnet:
Tagegelder,
Gebühren, Remunerationen, Reisekosten u. dgl.,
auch kommen diese Nebeneinnahmen bei Feststellung des pensionsfähigen Diensteinkommens nicht mit in Betracht. In
Bayern
[* 6] wird
bei den Staatsbeamten zwischen Dienstgehalt undStandesgehalt unterschieden.
Einrichtungen zu dem
Zweck, dem
Publikum ständig Leute für Botengänge,
Transport kleiner
Lasten und für sonstige Arbeitsverrichtungen innerhalb und außerhalb des
Hauses gegen eine nach einem bestimmten
Tarif zu bemessende
Entschädigung zur
Verfügung zu stellen. Dieselben sind meist derart organisiert, daß ein Kapitalist Leute
anwirbt, in bestimmter
Weise auslohnt, den erzielten Überschuß behält und die Verantwortlichkeit dem
Publikum gegenüber trägt.
Um den Dienstmann äußerlich kenntlich zu machen, wird er uniformiert. Auch erhält er, teils um den Auftraggeber sicherzustellen,
teils im
Interesse einer geregelten Erledigung der
Geschäfte, eine Nummer. Für jede Ausführung von
Bestellungen hat er dem
Auftraggeber eine diese Nummer tragendeMarke zu verabfolgen, auf welcher der Betrag des
Lohns, auch wohl
die
Höhe der
Garantie verzeichnet ist, die das
Institut übernimmt. Diese
Marke dient gleichzeitig zur
Kontrolle für das
Institut
und als Garantieschein für den Auftraggeber.
Der Dienstmann erhält entweder einen festgesetzten
Lohn, während die gesamte
Einnahme in die Institutskasse fließt,
oder er liefert abends nur eine bestimmte
Summe ab und behält das übrige für sich. Da der
Inhaber des
Instituts dem
Publikum
gegenüber die Verantwortlichkeit trägt, so liegt es in seinem
Interesse, nur zuverlässige Leute in seinem
Dienst anzustellen.
An
Stelle der kapitalistischen
Organisation kann auch eine genossenschaftliche Vereinigung einer größern
Zahl von Dienstmännern treten, wie auch neben der erstern vielfach selbständige Dienstmänner thätig sind. In
Deutschland
[* 8] unterliegt auf
Grund der
Gewerbeordnung (§ 37) das
Gewerbe der Dienstmänner der ortspolizeilichen Regelung. Auch ist die Ortspolizeibehörde
befugt (§ 76), für dieselben
Taxen festzusetzen. Die Dienstmannsinstitute wurden zuerst in
Bromberg
[* 9] im J. 1858 durch
Ed.
Berger eingeführt.