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Nichtsteroidales Antiphlogistikum für Rinder, Schweine und Pferde
ATCvet-Code: QM01AC06
Zusammensetzung1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff: Meloxicamum 20 mg.
Hilfsstoffe: Megluminum, Macrogolum 400, Poloxamerum 188, Glycinum, Conserv.: Ethanolum 150 mg, Aqua ad inj.
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenInflacam enthält den Wirkstoff Meloxicam, ein nicht-steroidales Antiphlogistikum der Oxicam-Gruppe und wirkt durch Hemmung der Prostaglandin-Synthese. Meloxicam wirkt antiinflammatorisch, antiexsudativ, analgetisch und antipyretisch. Es hemmt die Leukozyteninfiltration ins entzündete Gewebe. Ausserdem besteht eine schwache Hemmung der kollagen-induzierten Thrombozyten-Aggregation. Meloxicam hemmt auch die Endotoxinwirkung. Versuche zeigen, dass Meloxicam die Bildung von Thromboxan B2 nach intravenöser Verabreichung von E. coli-Endotoxin bei Kälbern und Schweinen vermindert.
Pharmakokinetik
Absorption:Eine einmalige subkutan injizierte Dosis von 0,5 mg Meloxicam pro kg Körpergewicht bei Kälbern ergab eine maximale mittlere Plasmakonzentration von 2,1 µg/ml nach 7,7 Stunden.
Bei Schweinen wurden nach intramuskulärer Verabreichung von zwei Dosen von 0,4 mg Meloxicam pro kg Körpergewicht im Abstand von 24 Stunden maximale mittlere Plasmakonzentrationen von 1,9 µg/ml nach 1 Stunde erreicht.
Verteilung:Meloxicam wird zu mehr als 98% an Plasmaproteine gebunden. Die höchsten Meloxicam-Konzentrationen werden in der Leber und Niere gefunden. Vergleichsweise geringe Konzentrationen finden sich in der Skelettmuskulatur und im Fettgewebe.
Metabolismus:Meloxicam wird vorwiegend im Plasma gefunden. Bei Kühen wird Meloxicam hauptsächlich über die Galle und Milch ausgeschieden, während im Urin nur Spuren der Muttersubstanz nachweisbar sind. Bei Schweinen sind in der Galle und im Urin nur Spuren der Muttersubstanz nachweisbar. Meloxicam wird zu einem Alkohol, einem Säurederivat und mehreren polaren Metaboliten verstoffwechselt. Alle Hauptmetabolite haben sich als pharmakologisch inaktiv erwiesen. Der Metabolismus bei Pferden wurde nicht untersucht.
Elimination:Meloxicam wird mit einer Eliminationshalbwertszeit von 26 Stunden respektive von 17,5 Stunden nach einer subkutanen Injektion bei jungen Rindern und laktierenden Kühen eliminiert. Bei Schweinen beträgt die mittlere Plasma-Halbwertszeit nach intramuskulärer Gabe ca. 2,5 Stunden. Bei Pferden wird Meloxicam nach einer intravenösen Injektion mit einer terminalen Halbwertszeit von 8,5 Stunden eliminiert. Etwa 50% der verabreichten Dosis werden über den Urin und der Rest über die Faeces ausgeschieden.
IndikationenInflacam 20 mg/ml ist bei Rindern indiziert zur Reduktion klinischer Symptome bei:
Allgemeine Hinweise:Kontaminationen während des Gebrauchs sind zu vermeiden.
Dosierung:Rinder: Einmalige subkutane oder intravenöse Injektion in einer Dosierung von 0,5 mg Meloxicam/kg Körpergewicht (d.h. 2,5 ml/100 kg KGW) in Kombination mit einer geeigneten Antibiotika-Therapie. Bei der Enthornung von Kälbern muss die Injektion 20 Minuten vor dem Eingriff erfolgen.
Schweine: Einmalige intramuskuläre Injektion in einer Dosierung von 0,4 mg Meloxicam/kg KGW (d.h. 2,0 ml/100 kg KGW) bei MMA. Falls erforderlich kann nach 24 Stunden Meloxicam ein zweites Mal verabreicht werden.
Pferde: Einmalige intravenöse Injektion in einer Dosierung von 0,6 mg Meloxicam/kg KGW (d.h. 3,0 ml/100 kg KGW). Zur Linderung von Entzündungen und Schmerzen bei akuten oder chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates kann Inflacam 15 mg/ml orale Suspension in einer Dosierung von 0,6 mg Meloxicam/kg KGW 24 Stunden nach der Injektion zur Weiterbehandlung eingesetzt werden.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenInflacam 20 mg/ml sollte nicht angewendet werden bei:
Vorsichtsmassnahmen
Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation:Inflacam 20 mg/ml kann bei Rindern und Schweinen während der Trächtigkeit und Laktation angewendet werden, bei Pferden ist es kontraindiziert (vgl. Kontraindikationen).
Überdosierung:Bei Überdosierung soll eine symptomatische Behandlung gestartet werden.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Sowohl die subkutane oder intravenöse Verabreichung beim Rind als auch die intramuskuläre Applikation beim Schwein wird gut vertragen. In klinischen Studien wurde lediglich eine vorübergehende leichte Schwellung an der Injektionsstelle nach subkutaner Verabreichung bei weniger als 10% der behandelten Rinder beobachtet. In Einzelfällen wurde bei Pferden während der klinischen Studien nach oraler Behandlung die für NSAID typischen Nebenwirkungen (leichte Urtikaria, Diarrhoe) beobachtet. Diese Symptome waren reversibel. An der Injektionsstelle kann es zu vorübergehenden Schwellungen kommen, die jedoch in der Regel keiner Behandlung bedürfen. In sehr seltenen Fällen können anaphylaktische Reaktionen auftreten, die symptomatisch behandelt werden sollten.
Rinder: 15 Tage - Schweine, Pferde: 5 Tage
Milch (Rind): 5 Tage
WechselwirkungenNicht zusammen mit anderen nicht steroidalen Antiphlogistika oder Glucocorticoiden oder Antikoagulantien verabreichen.
Sonstige Hinweise
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender:
Haltbarkeit:Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern. Aufbrauchsfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden. Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren. Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel oder Abfallprodukte sind entsprechend den lokalen Regelungen zu entsorgen.
PackungenDurchstechampullen mit 20, 50, 100 und 250 ml
Informationsstand: 07/2015
Dieser Text ist behördlich genehmigt.