Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03196.jsonl.gz/747

Einer der alles um sich herum aufsaugt und erst langsam, endlich!, hier auf Hiddensee anfängt loszulassen, den Schwamm auszudrücken und Eigenes zu entwickeln. Dazwischen immer wieder die Sucht, Trakl und all die Anderen zu zitieren.
Besonders Trakl, dieser drogensüchtige, weltfremde, verlorene Mann. Er wirkt auf den Bildern wie einer, der es verlernt hat, Hoffnung zu haben. Vielleicht auch als jemand, der nie Hoffnung hatte. Einer, dem die Sprache ein zu schwacher Trost war. Eine Sprache, die zu Lebzeiten kaum ein angemessenes Gegenüber fand. An seiner Beerdigung gab es neben dem Priester und den Friedhofsangestellten nur einen einzigen Gast. Trakl als einer, der nicht nur im Tode verlassen war.
Diesen Trakl, der möglicherweise eine erotische Beziehung zu seiner Schwester hatte, zitiert Ed und findet sein (Trakls) Gegenstück in Kruso. Kruso, dessen Mutter früh verstarb und dessen Schwester ihm fortan Halt im Leben war. Ich lese von dieser zart wachsenden Männerfreundschaft zwischen Ungleichen und frage mich, ob Trakl jemals einen Freund hatte.