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«varappe» – ein neues Wort entsteht. Ein Schweizer Begriff
ein Schweizer Begriff
« varappe » – ein neues Wort entsteht
Klettern heisst im Französischen « grimpe », « escalade » oder auch « varappe ». Dieser letzte Begriff tauchte erstmals 1883 im französischen Wortschatz des Alpinismus auf. Er geht auf eine Handvoll brillanter Genfer Kletterer zurück, die von den Felsen der « Gorge de la Varappe » am Salève begeistert waren.
Wie « escalade » oder « grimpe » bezeichnet heute auch das Wort « varappe » das Klettern im Felsen – sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich. Das war nicht immer so. Denn « varappe » trug eigentlich gar nicht die Bedeutung von « klettern ». Der Ursprung des Begriffes geht auf eine Schlucht am Salève zurück, die von den Einheimischen Gorge de la Varappe genannt wurde. Die Schlucht wurde zwar bereits in den 1860er-Jahren erforscht, und die erste Durchquerung der Petite-Gorge erfolgte 1864. Die Aktivitäten blieben aber auf einen kleinen Kreis von Personen beschränkt. Erst 1876 wurde die Gorge de la Varappe ganz durchstiegen. Die Erstbegeher gehörten zu einer eingeschworenen Gruppe von 15 Felsfans, die daraufhin logischerweise « La Varappe » benannt wurde. Die Gruppe gehörte zu den allerersten Bergklubs in Genf nach der Gründung der Genfer Sektion des SAC im Jahr 1865. Die Kletterer nannte man zuerst ironisch « varappeux » oder « varappois », dann respektvoller « varappeurs ».
Unkonventionelle Alpinisten
Sehr schnell diente « La Varappe » als Modell für zahlreiche kleine, ähnliche Clubs; 1914 gab es in Genf bereits 42 Bergklubs! Verglichen mit dem elitären, akademischen Genfer Alpenclub jener Zeit zeich- Pilier de la Cathédrale, Felsbastion über der Gorge de la Grande Varappe. Diese wurde früher Les Tours genannt.
Die Nordflanke des Salève, wie er sich vom Genfer Becken aus präsentiert. Aufnahme aus der Umgebung von Bossey Anfang des 2O. Jh. mit ( v.l. ): Grande-Gorge, Gorge du Sarrot, Gorge de la Grande Varappe et du Pala-vet, Gorge de l' Evorse Zwei Kletterer ohne Seil im Pas de Riche-Nature ( IV+ ) Bild: aus René-L ouis Piachaud, Le Salèv e, Ed. Alber t Ciana, 1924 Bild: Sammlung E. Le Comte nete sich « La Varappe » dadurch aus, dass die Mitglieder jung waren, nur eine kleine Gruppe bildeten und ihre Aktivitäten in-formell abliefen. Die anderen Kletterer machten sich lustig über die vielen Pausen und die üppigen Mahlzeiten, welche die Ausflüge dieses Genfer Bergclubs charakterisierten. Es waren jedoch diese jungen Draufgänger, die das Felsfieber unter den Clubisten verbreiteten, ja sich sogar in der Sektion einbrachten. Ab 1870 wurden zahlreiche Klettereien am Salève eröffnet, vor allem im Sektor « Petites Varappes »: Pas Güttinger, Cheminée de Lugardon, Cheminée Margot, Pas de Sacha; viele Bezeichnungen gehen auf die Namen ihrer Entdecker und Erstbegeher zurück und dokumentieren so die Klettergeschichte am Salève.
Eine goldene Zeit für « La Varappe »
Das Jahr 1883 markiert den offiziellen Auftritt des Begriffs « varappe » in der Welt des Alpinismus und der alpinen Literatur. Drei Mitglieder von « La Varappe », Güttinger, Thury und Wanner, vollendeten in Begleitung des Führers Salvan G. Coquoz die Erstbesteigung des höchsten Gipfels der Aiguilles Dorées ( 3519 m ) und nannten ihn Aiguille de la Varappe. Der Erfolg dieser Kletterei, an der sich schon viele Alpinisten versucht hatten, bestätigte die technischen Qualitäten der Kletterer vom Salève. Den jungen Leuten aus allen gesellschaftlichen Schichten stand in der Tat ein tolles Trainingsgelände für die Voralpen und Alpen zur Verfügung. Es reicht, die Namen Tricouni, Marullaz, Dittert, Roch, Lambert, Boulaz und Vaucher zu nennen, um sich davon zu überzeugen, dass « La Varappe » Schule gemacht hat. a Elodie Le Comte, Genf/ü Kletterer ohne Seil und in Nagelschuhen im Pas de Catacliso, « Sektor Petites Varappes ». Diese Stelle, gegenwärtig mit IV+ bewertet, wurde 1898 erstmals abseilend überwunden. Emile Thury ( 1845–1936 ), Pionier der Kletterei am Salève Bild: aus « Bulletin de la Section genevoise », September 1936 Luftige Kletterei im Tricouni Supérieur: Der athletische Riss, mit V+ bewertet, wurde von Tricouni um 1905 in normalen Schuhengeklettert.
Foto: aus René-L ouis Piachaud, Le Salèv e, Ed. Alber t Ciana, 1924 Foto: Sammlung E. Le Comte Foto: Sammlung E. Le Comte Foto: Archiv Familie Genecand Félix Valentin Genecand ( 1879–1957 ), genannt Tricouni: Er ist der Erfinder der berühmten Tricouni-Beschläge für Berg- und Militärschuhe.
T E X T / F o T o sAndré Girard, Boveresse ( ü )
eben dem bekannten Griechenland mit seinen mediterranen Zügen gibt es ein verborgenes und geheimnisvolles: die Zagoria. Ihre 46 Dörfer, Kleinode inmitten der wilden Szenerie der Pinde-Berge und der Vikos-Schlucht, sind Zeugnisse einer aussergewöhnlich reichen Kultur. Diese alte Kulturlandschaft zwischen Bergen und Schluchten kann man am besten zu Fuss über die gepflasterten Wege, die Steinbrücken und die Ziegenpfade erforschen.
Etwa Monodendri, das Museumsdorf. Kunstvoll angelegte Plattenwege, Steinhäuser mit Schieferdächern im
N
reinsten Stil des Landes – solide und prachtvoll. Wer das architektonische Delirium der griechischen Städte kennt, ist über die schöne Anlage überrascht: Man befindet sich hier ja auch schon im Nationalpark Vikos-Aoos, wo die Vorschriften für Monumente und Stätten strikt eingehalten werden. Die Strasse, die von Ioannina kommt, endet hier – oder zumindest fast, denn sie geht in den Weg in die Vikos-Schlucht über: 900 m tief, 1000 m breit und 12 000 m lang. Ein Schild weist darauf hin, dass diese Schlucht im Guinnessbuch der Rekorde steht. Bevor man hinabsteigt, sollte man unbedingt der Abtei von Aghia ParaskeviHeiliger Freitag –, die seit mehr als 600 Jahren an den Felsen klebt, einen Besuch abstatten. Man stösst die Tür auf und durchquert den kleinen Innenhof, in dem Man-del- und Olivenbäume wachsen. Dann grüsst man den