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Verstehen, um zu verändern
Erklärungsansätze und Prävention sexualisierter Belästigung
Sexualisierte Belästigung ist ein in der Schweiz weit verbreitetes Problem und stellt eine Verletzung der persönlichen Integrität der betroffenen Personen dar. Verschiedene Studien zeigen, dass es sich bei den Tatpersonen sexualisierter Belästigung oftmals um Männer handelt. Die Autorinnen beschäftigen sich in dieser Arbeit deshalb mit der Frage, mit welchen sozialwissenschaftlichen Erklärungsansätzen sich das Phänomen der sexualisierten Belästigung durch Männer erklären lässt und welche Präventionsansätze im Handlungsfeld der Schulsozialarbeit genutzt werden können, um diesem Phänomen entgegenzuwirken. Die Autorinnen erkennen im Patriarchat, dem Sexismus, der hegemonialen und toxischen Männlichkeit, der Machttheorie nach Foucault, den Vergewaltigungsmythen sowie dem Victim Blaming mögliche soziologische Erklärungen für die Entstehung und Aufrechterhaltung von sexualisierter Belästigung durch Männer. Mit der Just-World-Theory, der Defensiven Attributionstheorie, dem Lernen am Modell sowie der Sozialen Identitätstheorie stellen wir psychologische Theorien vor, welche als Erklärungsansätze zum Phänomen der sexualisierten Belästigung durch Männer beigezogen werden können. Die Autorinnen erkennen dabei verschiedenste Wechselwirkungen und Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Theorien. Das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit bietet aufgrund der jungen Zielgruppe und seiner grossen Reichweite einen geeigneten Rahmen, um gegen das Phänomen der sexualisierten Belästigung durch Männer präventiv vorzugehen. Zur Umsetzung geeigneter Präventionsansätze ergeben sich unterschiedliche Anforderungen und Herausforderungen sowohl an die Institutionen als auch an die Schulsozialarbeitenden. Schulsozialarbeitende sollen in der Präventionsarbeit gegen das Phänomen der sexualisierten Belästigung unterschiedliche zielgruppengerechte Handlungsmodalitäten und Materialen nutzen. Die Themen sexualisierte Belästigung, Empowerment, Konsens, gesellschaftliche Strukturen sowie Gender- und Diversity stellen dabei wichtige thematische Schwerpunkte dar, die mit den Heranwachsenden behandelt werden sollen.