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Vertauschte Couverts
Die Freude bei den Machern vom Musicalfilm «La La Land» über die Prämierung zum «Besten Film» bei der letztjährigen Preisverleihung war gross, aber nur von kurzer Dauer. Als bereits alle Beteiligten auf der Bühne standen und zu Dankesreden anhoben, stellte sich heraus: Das Drama «Moonlight» war der rechtmässige Gewinner in der Königskategorie. Grund für den Schlamassel: Den Laudatoren Faye Dunaway und Warren Beatty war hinter der Bühne der falsche Umschlag überreicht worden. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits 1964. Der Entertainer Sammy Davis Jr. verlas damals fälschlicherweise den Sieger einer anderen Sparte.
Zwei Siegerinnen
Auch die schwedische Schauspielerin Ingrid Bergman kam leicht ins Stocken, als sie 1969 die «Beste Hauptdarstellerin» bekanntgeben wollte. Auf dem Siegerkärtchen waren nämlich zwei Namen abgedruckt: Katharine Hepburn und Barbra Streisand. Die beiden ungleichen Schauspielerinnen hatten von der Jury gleich viele Stimmen erhalten. Dieses Unentschieden ist bis heute einmalig.
Politische Bühne
Nicht nur einmal nutzten Laudatoren und Gewinner hingegen den Auftritt vor einem Millionenpublikum, um politische Botschaften zu platzieren. Marlon Brando schlug seine Auszeichnung zum «Besten Hauptdarsteller» 1973 aus und überliess das Scheinwerferlicht der indianischen Aktivistin Sacheen Littlefeather, die auf die verfälschende Darstellung von amerikanischen Ureinwohnern in Hollywood-Filmen aufmerksam machte. Dokumentarfilmer Michael Moore erntete 2003 Buh-Rufe, als er in seiner Dankesrede gegen den US-Präsidenten George W. Bush und den von ihm angezettelten Irak-Krieg protestierte: «Wir sind gegen diesen Krieg, Mr. Bush. Schämen Sie sich, Mr. Bush. Schande über Sie!»
Flitz und weg!
Für offene Kinnladen und schallendes Gelächter sorgte 1974 der amerikanische Fotograf und Künstler Robert Opel. Er rannte, wie Gott ihn schuf, über die Bühne. Ob die Oscars auch dieses Jahr wieder für einen Skandal gut sind, erfahren Sie in der Nacht auf Montag live auf SRF 2.