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1. Was ist herausfordernd?
- Lassen Sie sich konkrete Situationen durch den Kopf gehen.
- Beschreiben Sie das Verhalten der Schülerin/des Schülers sowie die Interaktionen.
- Was tut die Schülerin/der Schüler und wie zeigt es sich?
Um den eigenen Beobachtungstendenzen auf die Spur zu kommen, ist es sinnvoll, zwischen Beobachtbarem und den eigenen Gedanken und Deutungen zu unterscheiden.
In Verben formulierte Tätigkeiten und konkrete Dinge lassen sich beobachten. Zuschreibungen des Kindes wie «zufrieden», «aggressiv» oder «unkonzentriert» (Adjektive) sowie «Angst», «Freude» oder «Unsicherheit» (abstrakte Nomen) sind keine Beobachtungen, sondern Deutungen. Sie beschreiben zusammenfassend das eigene Empfinden.
Beobachtbares und Nicht-Beobachtbares unterscheiden:
- Halten Sie Ihre Gedanken und Notizen in zwei Spalten fest.
- Notieren Sie möglichst genau, was vorgefallen ist. Nutzen Sie dazu Verben und konkrete Nomen.
- Setzen Sie ihre Deutungen und Gedanken in die zweite Spalte. Oft werden dazu Adjektive und abstrakte Nomen verwendet.
- Trennen Sie Deutungen von Beobachtungen, schreiben Sie Beobachtungen in die erste Spalte, Deutungen in die zweite.
|Das beobachte ich
|Das denke ich
|Sandra steht auf und geht nach hinten. Sie holt die Schreibsachen aus ihrem Schulsack. Sie setzt sich wieder und kramt in den Schreibsachen. Nun fällt das Ganze zu Boden – sie sucht ihre Stifte zusammen.
|Sandra ist heute sehr unruhig, sie kann sich nicht konzentrieren. Was macht sie eigentlich? Ich schaue erst genauer hin, nachdem mir Sandra aufgrund meiner Erfahrung wieder einmal als störend aufgefallen ist.
|Die Schülerin/der Schüler, die/der neben ihr sitzt und arbeitet, sagt: «Hör auf mich zu stören!»
|Mitschülerin/Mitschüler reagiert genervt.
|Jetzt beginnt Sandra mit der Aufgabe, doch nach zwei Rechnungen steht sie wieder auf, geht nach vorne und spitzt ihren Bleistift.
|Ist unkonzentriert. Kann sie nicht durchhalten oder hat sie ihre Sachen einfach nicht bereit?
|…
|…
Eine klare Beschreibung von Situationen ermöglicht:
- Sich auf das Beobachtbare auszurichten und dabei Deutungen zu vermeiden.
- Beobachtungen für andere nachvollziehbar schildern, sich nicht in Meinungen zu verstricken.
Eigene Deutungen als solche erkennen ermöglicht:
- Sich der eigenen Sichtweisen bewusst zu werden.
- Zu erkennen, wie hilfreich es ist, zuerst das beobachtbare Verhalten zu schildern, bevor es gedeutet wird.
- Die eigene Sichtweise für andere verständlich und nachvollziehbar zu machen.
Beides ist wichtig!
Beobachtungen und Deutungen sind erforderlich, um Lösungen zu finden:
- Über Deutungen wird klar, dass Veränderungsbedarf besteht.
- Deutungen an konkrete Situationen und Beispiele veranschaulichen, um darüber zu sprechen.
- Ausgehend von möglichst objektiven Beobachtungen und subjektiven Deutungen wird deutlich, in welche Richtung Veränderungen angestrebt werden.
Es hilft stets zu überprüfen, ob sich die eigenen Sichtweisen und Aussagen als Deutung von Verhalten zeigen. Dieser Anstoss hilft, die eigenen Deutungen mit beobachtbaren Verhalten abzugleichen.
Herausforderndes Verhalten kann auch von seiner Deutung her analysiert werden:
Was denken Sie über eine spezifische Schülerin/einen spezifischen Schüler, deren/dessen Verhalten Sie herausfordert?
- Beschreiben Sie die Schülerin/den Schüler und sein Verhalten in Adjektiven.
- Durchleuchten Sie Ihre Beschreibungen nach Beobachtbarem. Was haben Sie wirklich gesehen, das heisst genau beobachtet?
- Pragmatische Regel: Nutzen Sie in Beschreibungen nur Verben und konkrete Nomen. Adjektive und abstrakte Nomen verweisen auf Deutungen.
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