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ARGENTINIEN 07/2017
Existenzhilfe für 38 Ordensschwestern in der ärmsten Diözese des Landes
Für Pater Werenfried van Straaten, den Gründer von „Aid to the Church in Need“ (ACN), war die Not nie ein abstraktes Problem. Er sah immer eine Person mit einem Gesicht und einem Namen, ein Kind Gottes. Denn eine Statistik kann man sich vom Leib halten, eine Zahl bedeutet einem kaum etwas. Aber das Schicksal eines einzelnen Menschen mit Gesicht und Namen kann man nicht mit Distanz betrachten: Es berührt unser Inneres, es ist ein Anruf an uns. Auf seinen vielen Reisen durch die Welt begegnete Pater Werenfried unzähligen Menschen, die unter elenden Bedingungen lebten und in denen er letztlich Gott selbst weinen sah. Sie hießen Anna, Pablo oder John, Maria oder Miguel. Sie hatten ihn angeschaut, und was er gesehen hatte, wurde in ihm zu einem Schrei. Er fragte sich und uns alle: „Warum haben wir es eigentlich so gut? Diese Menschen leben unter derselben Sonne und unter denselben Sternen wie wir. Am sechsten Tag hat Gott auch sie geschaffen, um König der Schöpfung zu sein. Wo ist ihr Königtum? Diese Herabsetzung der Menschenwürde ist eine Todsünde gegen die Natur, ein schreiendes Unrecht. Und an diesem Unrecht werden wir persönlich mitschuldig, wenn wir nicht alles tun, was wir können, um es aus der Welt zu schaffen. Alles, was wir können! “
Nicht viele Menschen wissen, dass es in Argentinien Regionen gibt, in denen die Menschen in tiefstem Elend leben. Eine solche Region ist die Diözese mit dem langen Namen „San Roque de Presidencia Roque Sáenz Peña“. Sie gehört zu den ärmsten Diözesen des Landes, und was sich auf dem Papier wie eine trockene Tatsache liest, ist in Wirklichkeit ein Drama. Es sind Menschen, die in ungesunden, schmutzigen, feuchten Behausungen oder unter Planen leben, Kranke, die kaum versorgt werden können, dürre Kinder, wie man sie eher in Afrika vermuten würde und die nur von etwas in Wasser aufgeweichten Mehl leben, ausgemergelte Mütter...
Die Diözese erstreckt sich über ein riesiges Gebiet von über 70.000 Quadratkilometern im Norden des Landes. Es ist geprägt von Savannen und Trockenwäldern. Hier leben die Nachkommen verschiedener Indianerstämme. In der Vergangenheit lebten diese indigenen Stämme nomadisch. Heute ernähren sie sich weiterhin als Jäger und Sammler. Agrarkonzerne, die sich immer weiter ausbreiten, schränken ihre Lebensweise jedoch mehr und mehr ein, da sie den Wald roden, um im großen Stil Soja anzubauen. Zudem fressen die Rinder und Ziegen der Kleinbauern den Wald kahl.
Nur die Katholische Kirche steht den Menschen zur Seite. Aber die Entfernungen sind groß, und es gibt nur wenige Priester. So ist die Hilfe von Ordensfrauen unverzichtbar. 38 Ordensschwestern verschiedener Kongregation sind zur Zeit in der Diözese tätig, um den Menschen tatkräftig zu helfen und es für sie erfahrbar zu machen, dass sie Kinder Gottes sind. Sie besuchen die Familien in den Dörfern, besuchen die alten Menschen, kümmern sich um Kranke, beten mit den Gläubigen und bringen außer der dringend benötigten Hilfe auch ein Lächeln in die erbärmlichen Hütten.
Wir möchten diese Schwestern auch in diesem Jahr wieder unterstützen, damit sie für ihren bescheidenen Lebensunterhalt aufkommen können, denn sie arbeiten für Gottes Lohn. 17.100 Euro haben wir insgesamt versprochen – 450 Euro pro Schwester für ein ganzes Jahr.
Code: 209-05-39