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"Wert" verwende ich homonym in mindestens drei verschiedenen Redeweisen:
Im einen Fall bestimme ich den Wert durch eine Bewertung, im anderen durch Messen, was in der Unterscheidung Qualität/Quantität erscheint, und im dritten Fall durch Errechnen der Warenverhältnisse. So verschieden die beiden letzten Fälle auch sind, steht Wert doch für eine Grösse, die in den Wertvorstellungen aufgehoben ist.
Differenztheoretisch bezeichne ich Wert als die Differenz zwischen Vergleichswert und Bewertung, wobei auf der Seite der Wertes die Bewertung insofern ein re-entry hat, als ich nichtsvergleiche, was ich nicht auch bewerte. Und auf der anderen Seite der Unterscheidung impliziert jede Bewertung eine Art des Vergleichens.
Ich "bewerte" die Ware auf dem Markt durch kaufen oder nicht kaufen, ich kaufe aber ganz viele Waren nicht, die ich kaufen würde, wenn ich genug Geld hätte. In diesem Sinne bewerte ich nicht nur aktuell, sondern auch potentiell. Die potentielle Bewertung liefert die Grundlage der Wert-Metaphern. Sachen, für die ich sehr viel Geld ausgeben würde, etwa die Gesundheit und andere -Heiten, sind für mich grosse Werte und in der Inversion Grundwerte von Kulturen oder gar Grundwerte der Mensch-Heit.
Siehe auch: Tauschwert, Wertpapier, Wertform
Interessant finde ich, dass im Englischen der Ausdruck Wert (wie in vielen andere Worte) zweimal vorkommt und als abgeleitetes Verb gar nicht. Für Wert gibt es die Ausdrücke value und worth. Die Verben grade, classify, rate haben eine andere Orientierung, die mehr das klassierende Vergleichen focusiert. Neben evaluate gibt es aber schon Wendungen wie "An expert has valued my coin collection", wo es sehr spzifisch um value geht. Da steht dann aber auch appraise und price mit Bezug zum Preis statt zum Wert.