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1. September 1939
Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg.
"Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!" Dieser Satz ist einer der bekanntesten der deutschen Geschichte. Gesprochen wurde er von Adolf Hitler im Berliner Reichstag am Vormittag des 1. September 1939. Der Tag gilt heute als Beginn des von Deutschland ausgelösten Zweiten Weltkriegs. Tatsächlich überfiel an diesem Morgen die deutsche Wehrmacht ohne Kriegserklärung Polen. Hitler gab den Angriff als Verteidigungsaktion aus und verwies auf den angeblich polnischen Überfall auf den Sender Gleiwitz am Vorabend, den aber die SS inszeniert hatte. Frankreich und Grossbritannien forderten den Rückzug der deutschen Soldaten innert zwei Tagen. Hitler liess das Ultimatum verstreichen. Es begann ein Krieg, der bald weite Teile der Welt erfasste. Er sollte sechs Jahre lang dauern und fast 60 Millionen Menschen das Leben kosten.
2. September 1945
Kaiser Hirohito: Der Feind hat begonnen, eine neue und äusserst grausame Bombe einzusetzen, die viele unschuldige Menschen tötet und deren Zerstörungskraft unberechenbar ist. Wenn wir weiterkämpfen würden, würde dies nicht nur den Zusammenbruch und Vernichtung der japanischen Nation bedeuten, es würde auch zur vollkommenen Auslöschung der menschlichen Zivilisation führen. Worte aus dem Munde des japanischen Kaisers Hirohito, gesprochen am 15. August 1945, nach Abwurf der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Damit hatten die Alliierten den Zweiten Weltkrieg auch in Asien und im Pazifik gewonnen. Am 2. September 1945 unterzeichnete das kaiserliche Japan die Kapitulationsurkunde auf dem Kriegsschiff USS Missouri.
3. September 1875
Ferdinand Porsche wird im böhmischen Maffersdorf geboren (†30.1.1951). Er entwickelte 1897 in Wien den Lohner-Porsche Elektrowagen mit Radnabenmotor, der auf der Pariser Weltausstellung 1900 vorgestellt wurde. Ab 1906 konstruierte er bei Austro-Daimler Gebrauchsfahrzeuge und Sportwagen, die er als Rennfahrer auch selbst erprobte. 1931 eröffnete er in Stuttgart ein eigenes Konstruktionsbüro und legte damit den Grundstein für die heutige Porsche AG. 1935 erhielt der Ingenieur von der Regierung Adolf Hitlers den Auftrag zur Konzeption eines Volkswagens. Der legendäre VW Käfer ging nach Kriegsende 1946 in Serienproduktion.
4. September 1963
Jean-Baptiste Nicolas Robert Schuman (*29. Juni 1886 in Luxemburg) stirbt am 4. September 1963 in Scy-Chazelles bei Metz. Schuman kann als echter Europäer gelten: Seine Muttersprache war luxemburgisch, im Ersten Weltkrieg war er in der deutschen Verwaltung tätig, nach der Abtrennung Lothringens wurde er Franzose, im Zweiten Weltkrieg schloss er sich der französischen Résistance an und als französischer Aussenminister setzte er sich für die Aussöhnung mit Deutschland ein. Schuman war französischer Ministerpräsident und bereitete als Aussenminister den Weg zur Schaffung der Montanunion vor. Später war Schuman Präsident des Europäischen Parlaments. Er gilt zusammen mit Jean Monnet als Gründervater der Europäischen Union.
5. September 1638
Ludwig XIV. wird geboren (†1.9.1715). Der Sohn von Ludwig XIII. und Anna von Österreich wurde im Alter von vier Jahren zum König gekrönt. Bis zu seiner Volljährigkeit stand er unter der Regentschaft seiner Mutter und des Kardinals Mazarin. Nach dessen Tod wurde der Sonnenkönig alleiniger Herrscher und entwickelte nach dem Leitsatz "L'État c'est moi" den Absolutismus zu höchster Vollendung. Ludwig XIV. ließ das prachtvolle Schloss zu Versailles bauen und förderte durch die Errichtung namhafter Akademien die Kunst und die Wissenschaft. Aussenpolitisch versuchte der König, in drei Kriegen die Hegemonie Frankreichs in Europa zu festigen. Erst im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) wurde diese Vormachtstellung erschüttert. Am Ende der Regierungszeit Ludwigs XIV. stand das Land vor dem finanziellen Ruin.
6. September 1968
Swasiland ist ein kleiner Binnenstaat im südlichen Afrika. Er grenzt an Südafrika und Mosambik. Nationalfeiertag ist der 6. September, der Jahrestag der Unabhängigkeit 1968. Die Staatsform ist eine absolute Monarchie. Ursprünglich sollte Swasiland nach der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich Ngwana heissen. Swasiland gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Ein Grossteil der Bevölkerung lebt von weniger als einem Pfund pro Tag. Etwa 200‘000 Menschen (rund ein Fünftel der Gesamtbevölkerung) sind auf Lebensmittelhilfe internationaler Organisationen angewiesen. 60 Prozent der Bevölkerung betreiben Subsistenzwirtschaft, das heisst, sie produzieren nur für sich und ihre Familien und nicht für den Verkauf auf dem Markt oder den Export. Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnissen gehören Zuckerrohr, Baumwolle, Mais, Tabak, Reis, Zitrusfrüchte, Hirse und Erdnüsse. Außerdem werden Rinder, Schafe und Ziegen gezüchtet. Die Bedeutung des Bergbaus ist zurückgegangen, da seit 1978 die hochwertigen Eisenerzvorkommen erschöpft sind.
7. September 1664
Neu-Amsterdam wird New York: Die niederländischen Siedler der nordamerikanischen Kolonie Neu-Niederlande und des Handelspostens Neu-Amsterdam kapitulierten vor der englischen Flotte. Ihr Gouverneur Peter Stuyvesant unterzeichnete die Kapitulationserklärung. Neu-Amsterdam, an der Südspitze des heutigen Manhattan gelegen, wurde zu Ehren des englischen Herzogs von York in New York umbenannt. Aus Neu-Niederlande wurden die Kolonien New York und New Jersey. Die Übernahme der Gebiete durch die Engländer markierte den Beginn des 2. englisch-niederländischen Seekrieges (1664-1667). Im Frieden von Breda stimmten die Niederlande 1667 der Abtretung der Kolonien im Tausch gegen das bis dahin britische Surinam zu.
8. September 1522
Die Erde ist rund! Indien vom Westen her anzusteuern war das Ziel von Männern wie Columbus. Es zu erreichen, ist einer Expedition unter Führung eines kleinwüchsigen, wortkargen Portugiesen vergönnt. Ferdinand Magellan. Am 10. August 1519 ist es soweit: Fünf Schiffe lichten die Anker für eine Fahrt ins Ungewisse. Am 10. Januar 1520 erreichen sie den Rio de la Plata. Tagelang wird die Flussmündung erforscht. Magellan muss sich seinen Irrtum eingestehen, setzt jedoch unbeirrt die Reise Richtung Süden fort. Im Oktober dann hat man sie gefunden, die später nach ihm benannte Meeresstrasse zwischen Südamerika und Feuerland. Nach einer Strecke von 530 Kilometern erreicht Magellan den Stillen Ozean. Weiter steuern die nunmehr drei Schiffe Richtung Asien. Zum ersten Mal überqueren europäische Menschen den Pazifik. Magellan entdeckt noch die Philippinen, muss dort allerdings bei einem Kampf mit den Einwohnern sein Leben lassen. Sein Werk vollendet der Spanier Elcano: Das einzig verbliebene Schiff der Flotte, die Victoria, wirft am 8. September 1522 fast drei Jahre nach der Ausfahrt Anker in Sevilla. Der Beweis ist erbracht: Die Erde ist rund. Alle Meere sind miteinander verbunden und das von Kolumbus entdeckte Land ist als eigener Kontinent erkannt. Die Neuzeit hat begonnen.
9. September 1919
Gottfried "Godi" Dienst wird am 9. September 1919 in Basel geboren († 1. Juni 1998 in Bern). In den 1950er und 1960er Jahren galt er in Europa als einer der besten Fussball-Schiedsrichter. Er pfiff neben zahlreichen internationalen Begegnungen auch das Endspiel im Europapokal der Landesmeister 1960/61 im Berner Wankdorfstadion zwischen Benfica Lissabon und dem FC Barcelona (3:2). 1965 wurde er mit der Leitung des Messepokalendspieles Juventus Turin - Ferencvaros Budapest (0:1) beauftragt. So verwunderte es wenig, dass er auch mit der Spielleitung des Finales der Weltmeisterschaft zwischen England und Deutschland am 30. Juli 1966 im Londoner Wembley-Stadion betraut wurde, das 4:2 für die englische Mannschaft endete. Assistiert wurde ihm von Karol Galba aus der Tschechoslowakei und von Tofiq Behramov aus der Sowjetunion. Nach der regulären Spielzeit hatte es 2:2 gestanden. In der 10. Minute der Verlängerung schoss Geoff Hurst den Ball an die Unterkante der Latte des von Hans Tilkowski gehüteten deutschen Tores, worauf der Ball zunächst auf die Torlinie und von dort ins Spielfeld zurück sprang. Der Linienrichter Behramov zeigte ein Tor an. Dienst, zunächst unsicher, entschied nach Rücksprache mit Behramov auf Tor zum Stande von 3:2 für England. Dieses umstrittene dritte Tor für die englische Mannschaft ging als Wembley-Tor in die Sportgeschichte ein.
10. September 1898
Auf einer Promenade am Genfer See wurde Kaiserin Elisabeth von Österreich von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni mit einer Feile erstochen. Die Monarchin, seit 1854 Gattin des Kaisers Franz Joseph I., hatte sich nach dem Selbstmord ihres einzigen Sohnes und Thronerben Rudolf 1889 vom Hofleben zurückgezogen. Von ihrem pflichtbewussten Ehemann entfremdet, unternahm die als romantische Exzentrikerin geltende Sisi zahllose Reisen durch Europa. Nach ihrem tragischen Tod avancierte sie zum Mythos. Der schillernde Charakter der Kaiserin war Stoff zahlreicher Romane und die Film-Trilogie Sissi (1957-1959) wurde mit Romy Schneider in der Titelrolle zum Welterfolg.
11. September 2001
Terroranschläge in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Zwei entführte Passagierflugzeuge rasen in das New Yorker World Trade Center, ein weiteres in das US-Verteidigungsministerium Pentagon in Arlington bei Washington, ein viertes stürzt ab. Hinter den Terrorangriffen verbirgt sich die Terrororganisation al-Qaida des islamistischen Extremisten Osama bin Laden. Die USA und ihre Verbündeten reagierten mit dem Krieg in Afghanistan, um al-Qaida zu zerschlagen, deren Anführer Osama bin Laden zu fassen oder zu töten und das Regime der Taliban zu entmachten. Die USA begründeten auch den Irakkrieg 2003 unter anderem mit den Anschlägen.
12. September 1913
James Cleveland „Jesse“ Owens wird am 12. September 1913 in Oakville, Alabama geboren (†31.3.1980). Owens stellte 1935 bei den Studentenwettkämpfen von Ann Arbor in nur 45 Minuten sechs Weltrekorde auf. Elf Monate später folgte mit 10,2 Sekunden eine Weltbestzeit im 100-Meter-Lauf, um deren Unterschreitung sich Sprintergenerationen 20 Jahre lang vergeblich bemühten. An den Olympischen Sommerspielen in Berlin von 1936 errang er im 100- und 200-Meter-Lauf, im Weitsprung und in der 4x100-Meter-Staffel für die USA die Siege.
13. September 1959
Kurz nach 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) am 13. September 1959 schlug die sowjetische Raumsonde Lunik 2 auf dem Mond auf. Vor dem Aufprall schleuderte sie Wimpel und Metallstreifen mit eingravierten Sowjetsternen aus. Der erste Startversuch der Lunik 2 war am 18. Juni 1959 misslungen. Am 12. September 1959 wurde sie zum zweiten Mal gestartet und war der erste Flugkörper, der den Mond erreichte. Die erste sowjetische Raumsonde Lunik 1 hatte bereits am 2. Januar 1959 als erstes Flugobjekt in der Geschichte der Menschheit das Kraftfeld der Erde verlassen und sollte auf dem Mond landen, verfehlte aber den anvisierten Erdtrabanten um 6000 Kilometer.
14. September 1849
Iwan Petrowitsch Pawlow, russischer Physiologe, wird am 14. September (nach julianischem Kalender) / 26. September 1849 (nach gregorianischem Kalender) in Rjasan geboren (†27.2.1936 in Leningrad). Pawlow wies an Hunden die Existenz von bedingten Reflexen, die so genannten Pawlowschen Reflexe, nach. Pawlow erklärte, dass auf die meisten Reize eine Reaktion erfolgt. Ein Hund reagiert mit der Produktion von Magensaft, wenn er das Futter sieht. Verbindet man die Fütterung mit einem bestimmten Signal, reagiert der Hund auch auf das Signal mit der Produktion von Magensaft. Mit seiner Entdeckung legte Pawlow den Grundstein für die Lerntheorie in der Psychologie. Pawlow war Professor für Pharmakologie und Physiologie und erhielt 1904 den Nobelpreis.
15. September 1830
Mit Eröffnung der Strecke Liverpool-Manchester beginnt das Zeitalter der Dampfeisenbahn. 50‘000 Zuschauern verfolgten begeistert die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Liverpool-Manchester. Angeführt wurde die Parade der acht Lokomotiven von der Northumbrian, der neuesten und stärksten Entwicklung von George Stephenson, welcher den Zug selbst steuerte. Gleichzeitig kommt es zum ersten tödlichen Passagierunfall der Eisenbahngeschichte, als William Huskisson von der Lokomotive The Rocket erfasst und tödlich verletzt wird.
16. September 1911
Edward Whymper, (* 27. April 1840 in London) stirbt am 16. September 1911 in Chamonix, Frankreich. Bekanntheit erlangte er insbesondere durch die Erstbesteigung des Matterhorns. Die erste Besteigung dieses 4478 m hohen Berges gelang ihm am 14. Juli 1865. Die von ihm gewählte Route führte von Zermatt aus über den Hörnligrat zum Gipfel und ist mit dem heutigen Normalweg weitgehend deckungsgleich. Neben Whymper gehörten der erfolgreichen Seilschaft auch seine Landsleute Lord Francis Douglas, Reverend Charles Hudson und Robert Hadow sowie die Bergführer Michel Croz aus Chamonix, Peter Taugwalder und dessen gleichnamigen Sohn aus Zermatt an. Sie setzten sich dabei in einem Zweikampf gegen Jean-Antoine Carrel durch, der zur selben Zeit den Anstieg über den Lion-Grat vom italienischen Breuil versuchte.
17. September 1871
Der Eisenbahntunnel Mont-Cenis wurde ab 1857 gebaut und am 17. September 1871 mit einer Länge von 12,2 km eröffnet und ist damit der älteste grosse Alpentunnel. Die ursprüngliche Bauzeit sollte 25 Jahre betragen, durch den Vortrieb mit pneumatischen Bohrhämmern ab 1861 sowie der elektrischen Zündung der Sprengladungen konnte sie auf 14 Jahre verkürzt werden. So erfolgte der Durchbruch am 25. Dezember 1870. Der Tunnel ermöglichte erstmalig eine schnelle Verbindung der europäischen Hauptstädte Rom und Paris über Turin und Grenoble, und liegt auch heute noch an einer Eisenbahnstrecke mit europäischer Bedeutung. Bis zur Eröffnung des Gotthardtunnels 1882 war er der längste Tunnel der Erde.
18. September 1905
Greta Garbo wird am 18. September 1905 in Stockholm als Greta Lovisa Gustafsson geboren († 15. April 1990 in New York).Greta Garbo übernahm vor allem Ende der 20er und in den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in zahlreichen US-amerikanischen Filmen tragische Frauenrollen. Sie gilt als eine der größten Filmlegenden, die Hollywood je hervorgebracht hat. Ihre Präsenz wurde von den Kritikern mit Beinamen wie die Göttliche, schwedische Sphinx oder Traumprinzessin der Ewigkeit beschrieben.
19. September 1983
St. Kitts and Nevis ist ein föderaler Inselstaat auf den Kleinen Antillen. Er ist Mitglied im Commonwealth of Nations und Mitglied der Vereinten Nationen. Die beiden Inseln wurden 1493 auf der zweiten Reise von Christoph Kolumbus entdeckt, aber erst am Anfang des 17. Jahrhunderts von britischen Kolonisten besiedelt. Seit der Kolonialisierung waren die Inseln ein ständiger Streitpunkt zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich. 1783 sicherten sich die Briten die Inseln und gliederten sie in das Britische Empire ein. 99 Jahre später schloss man die beiden Inseln mit dem nahegelegenen Anguilla zu einem Bund mit dem Namen St. Christopher-Nevis-Anguilla zusammen. Ab 1967 erhielten die Inseln einen Autonomiestatus vom Vereinigten Königreich. Am 19. September 1983 entließ die britische Krone Saint Kitts and Nevis in die Unabhängigkeit.
20. September 1894
Heinrich Hoffmann (* 13. Juni 1809 in Frankfurt am Main) stirbt am 20. September 1894 ebenda. Er war ein deutscher Psychiater, Lyriker und Kinderbuchautor und ist der Verfasser des Struwwelpeter. Seit 1842 veröffentlichte er Gedichte und Theaterstücke unter verschiedenen Pseudonymen. Er bezeichnete sich selbst als Gelegenheitsversemacher. Weltweit bekannt wurde er durch sein von ihm selbst mit Bildern ausgestatteten Kinderbuchs Der Struwwelpeter, das er zu Weihnachten 1844 für seinen ältesten Sohn schrieb. Vermutlich 1858 erstellte Hoffmann eine neue Fassung mit veränderten Bildern. Auf dieser basieren alle folgenden Ausgaben des Struwwelpeter.
21. September 1957
Die Pamir war eine 1905 für die Hamburger Reederei F. Laeisz gebaute Viermastbark. Sie gehörte wegen ihrer Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit zu den berühmten Flying-P-Linern. 1932 gewann sie die sogenannte Weizenregatta, eine Wettfahrt von Grossseglern auf Frachtfahrt von Australien nach Europa. 1949 umrundete die Pamir als letzter Windjammer ohne Hilfsmotor Kap Hoorn auf Frachtfahrt. In den 1950er Jahren wurde sie, ebenso wie die Passat, als frachtfahrendes Segelschulschiff für die deutsche Handelsschifffahrt eingesetzt. Am 21. September 1957 geriet die Pamir im Atlantik in einen schweren Hurrikan und sank. Nur sechs der 86 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.
22. September 1499
Der Friede von Basel zwischen dem Heiligen Römischen Reich und der Eidgenossenschaft befreite die Schweiz nach dem Schwabenkrieg von der Reichsgerichtsbarkeit und den Steuerlasten zur Finanzierung der 1495 beschlossenen Reichsregierung. Die volle Unabhängigkeit erhielt die Schweiz aber erst 1648. Der Schwabenkrieg fand 1499 als kriegerische Auseinandersetzung zwischen der Schweizer Eidgenossenschaft auf der einen, dem Schwäbischen Bund und dem Hause Habsburg auf der anderen Seite statt und endete 1499 mit dem Sieg der Eidgenossen in der Schlacht bei Dornach. Auslöser waren neben der habsburgischen Territorialpolitik in Graubünden vor allem die Reichsreformen, die unter Maximilian I. auf dem Wormser Reichstag von 1495 beschlossen worden waren.
23.September 1846
Mit Hilfe eines Fernrohrs entdeckte der deutsche Astronom Gottfried Galle den bläulich leuchtenden Gasplaneten Neptun. Der Franzose Urbain Leverrier hatte kurz zuvor in Paris aus Bahnstörungen des Uranus den wahrscheinlichen Ort eines weiteren Planeten berechnet. Galle bewies durch seine Entdeckung diese Vermutung. Der Neptun braucht etwa 17 Stunden und 50 Minuten, um sich um sich selbst zu drehen. Seine dichte Atmosphäre enthält Methan, Wasserstoff und Helium, die Temperatur der reflektierenden Schichten liegt bei minus 200 °C. Der Neptun wird von mindestens acht Satelliten begleitet, den Neptunmonden. Nur zwei davon waren vor Beginn der Raumfahrt bekannt. 1989 wurden durch die Raumsonde Voyager II ein Ring-System und die Kleinmonde entdeckt.
24. September 1978
Mit 82,3 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen sich die Schweizer Stimmbürger für die Gründung des Kantons Jura aus. Der französischsprachige Teil des Kantons Bern wurde von ihm abgetrennt. 1815 war das Gebiet vom Kanton Bern einverleibt worden. In der Folge gab es seit 1830 sprachlich, sozial und konfessionell bedingte Konflikte. 1959 sollte ein Volksentscheid die Trennung vom Kanton Bern klären. Doch die Bevölkerung im Jura sprach sich dagegen aus. 1974 entschied sie sich dann doch für die Trennung von Bern. Durch die Abstimmung von 1978 wurde der Jura zum jüngsten Kanton der Schweiz. Er wurde aus den Bezirken Delémont, Franches-Montagnes und Porrentruy gebildet. Sein Hauptort ist Delémont.
25. September 1944
Adolf Hitler beauftragte die Gauleiter der NSDAP zur Bildung des so genannten Volkssturms. Alle bisher noch nicht kämpfenden waffenfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren wurden zur Wehrmacht eingezogen. Sie sollten die Wehrmacht bei der örtlichen Verteidigung und bei Bau- und Sicherungsmassnahmen unterstützen. Verantwortlich für Ausbildung und Kampfeinsatz war der Reichsführer SS Heinrich Himmler als Befehlshaber des Ersatzheeres. Für die politischen und organisatorischen Fragen war Martin Bormann, einer von Hitlers einflussreichsten Mitarbeitern, zuständig. Der Volkssturm war Hitlers verzweifelter Versuch, doch noch den Endsieg zu erringen.
26. September 1898
George Gershwin wird am 26. September 1898 in Brooklyn, New York City, geboren. Der US-amerikanische Komponist und Pianist begann bereits mit 16 Jahren mit der Komposition von Schlagern, Songs, Musical Comedies und Revuen. 1919 feierte er mit La La Lucile seinen ersten grossen Erfolg. 1924 schrieb er die erfolgreiche Rhapsody in Blue, ein Klavierkonzert mit Jazzorchester. Er schrieb auch weiterhin populäre Bühnenstücke, Songs und Filmmusiken, meist zu Texten seines Bruders Ira. Von Zweifeln an seinem Können geplagt, fuhr er 1928 nach Europa, um seine Ausbildung bei Ravel und Strawinsky zu vervollkommnen. Die Reise wurde zu einem Triumphzug, von dem er seine Fantasie 'Ein Amerikaner in Paris' mitbrachte. Sein grösstes Werk wurde die Oper Porgy and Bess. Mit 38 Jahren starb er am 11. September 1937 an einem Gehirntumor.
27. September 1938
Am 27. September 1938 lief im britischen Liverpool das grösste Passagierschiff aller Zeiten vom Stapel. Das Schiff, getauft nach der Gattin des regierenden Königs des Vereinigten Königreichs, also nach Queen Elizabeth, der Ehefrau Königs Georg VI. verfügte über 83‘673 Bruttoregistertonnen und konnte 2285 Passagiere befördern. Das Schiff stand auch im Dienst der königlichen Post und führte deshalb die Bezeichnung RMS (Royal Mail Ship) Queen Elizabeth. Bis 1968 war der Luxusdampfer im Dienst und wurde zusammen mit der Queen Mary durch ein einziges, kleineres Schiff, die Queen Elizabeth 2 ersetzt. Vier Jahre später fiel die Queen Elizabeth im Hafen von Hongkong einem Grossfeuer zum Opfer.
28. September 1928
Alexander Fleming wurde 1881 in Lochfield bei Darvel geboren. Er studierte ab 1901 Medizin an der St. Mary's Hospital Medical School in London. 1906 schloss er sein Studium ab, blieb aber weiterhin am Institut. Ab 1921 war er stellvertretender Leiter und ab 1946 Direktor des Instituts. Von 1928 bis 1948 hatte er an der Londoner Universität den Lehrstuhl für Bakteriologie inne. 1921 isolierte er das Enzym Lysozym, das im Eiweiss des Hühnereis sowie in zahlreichen menschlichen Körpersekreten vorkommt und in der Lage ist, Bakterien zu zerstören. Er bemerkte zufällig am 28. September 1928 im Labor in eine seiner Staphylokokken-Kulturen hineingeratene Schimmelpilze der Gattung Penicillium, die eine keimtötende Wirkung hatten. Weitere Untersuchungen führten später zum Antibiotikum Penicillin.
29. September 1758
Horatio Nelson, britischer Admiral, wird am 29. September 1758 in Burnham Thorpe, Norfolk, England, geboren. Nelson wurde 1777 Seeoffizier und bereits mit 20 Jahren Kapitän. In den folgenden Jahren führte er verschiedene Kommandos in der Nordsee, in Westindien und im US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. 1793 kam er nach Neapel, wo er mit Emma Hamilton, der Frau eines britischen Diplomaten, eine Liebesbeziehung begann. In den Schlachten gegen Frankreich und Spanien (1794-1797) verlor er ein Auge und den rechten Arm. 1798 besiegte er die französische Flotte vor Abukir. Von 1801 bis 1803 war er wegen Befehlsverweigerung suspendiert und lebte mit Lady Hamilton in England. 1805 wurde er nach dem Sieg in der Seeschlacht bei Trafalgar von einer Kugel getroffen und starb am 21. Oktober 1805.
30. September 1955
James Dean verunglückt am 30. September 1955 tödlich. Der junge US-amerikanische Filmschauspieler James Dean fuhr mit seinem Porsche gegen einen Baum und war auf der Stelle tot. Der Tod Deans löste grosse Bestürzung aus, weil der Verunglückte innerhalb kürzester Zeit zum Idol und zur Symbolfigur einer ganzen Generation geworden war.