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(Val) (Kt. Graubünden,
Bez. Maloja).
2400-2080 m. Kleines Thal, das sich etwa 1,8 km oberhalb der Berninahäuser von
rechts zum Berninapassthal öffnet. Das in einem nach N. geschwungenen Bogen sich hinziehende Thälchen ist parallel mit dem
längeren Heuthal (Val del Fain) und von ihm durch die Kette PizAlv-PizMinor-Piz dels Lejs getrennt. Im S. ragt der Piz Lagalb
(2962 m) auf. Der ziemlich genau gegen W. gerichtete unterste Thalabschnitt trägt guten Weideboden,
während das Thal weiter oben, namentlich am linksseitigen Gehänge, eine wahre Steinwüste bildet.
Val Minor gehört zur Alpe di Bregaglia (2113 m) am Berninapass, die Eigentum der Gemeinde Bondo ist. Hinten liegt in 2366 m
ein über 200 m langer und nahezu ebenso breiter See, um den herum die Gneisfelsen zu Rundhöckern gestaltet
und geglättet sind. Die Thallänge beträgt etwas über 4 km, das Gefälle (vom Quellsee an gerechnet) etwa 67‰. Der Thalausgang
gehört noch dem Kalkgebirge des Piz Alv (Triaskalke, Kössenerschichten mit Terebratula gregaria und Steinsbergerkalke des
Rät oder Lias) an, während der Hauptteil in Gneis und Glimmerschiefer eingesenkt ist.
Der Piz Alv ist eine Mulde, deren N.-Schenkel durch einen Querbruch in das Streichen des S.-Schenkels gebracht worden ist.
Eine Transgression bringt hier ferner Hauptdolomit und Buntsandstein in direkten Kontakt. Das N.-Gehänge des Val Minor ist
terrassiert und von tiefen Runsen zerrissen. In der Nähe des Quellsees liegen alte Gruben auf silber
haltigen Bleiglanz (angeblich auch auf Fahlerz), die aus der Zeit stammen, da Pontresina noch zum Gebiet der Bischöfe von
Chur gehörte. Hochöfen sollen im Hasenbödeli beim Berninafall und hinter Giarsun-Pontresina gestanden haben.