Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03381.jsonl.gz/2130

Die Menschen in Guadeloupe sollten sich von 12.00 Uhr an (18.00 Uhr MESZ) entweder zu Hause oder in einer sicheren Unterkunft aufhalten, vom Mittag an werden auch Verwaltungen und Unternehmen geschlossen. Der Linienflugverkehr wird vom Nachmittag an unterbrochen. Auf Martinique rief die örtliche Präfektur dazu auf, das Wirtschaftsleben zu stoppen und alle öffentlichen Verkehrsverbindungen zu unterbrechen.
«Maria» steuert auf mehrere Karibikinseln zu. Für Guadeloupe werden starke Niederschläge und Winde erwartet, die in Böen Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern erreichen könnten. «Maria» befand sich am Montagnachmittag 135 Kilometer östlich von Martinique. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA (NHC) stufte ihn auf die Kategorie 2 der fünfstufigen Skala hoch. Er dürfte demnach noch im Laufe des Tages weiter an Stärke zunehmen.
Der französische Innenminister Gérard Collomb rechnete mit «grossen Schwierigkeiten» für die französischen Überseegebiete, sollte «Maria» Guadeloupe schwer treffen. Guadeloupe sei bislang die Logistikzentrale für die Hilfslieferungen an die von Hurrikan "Irma" betroffenen Inseln gewesen, sagte Collomb in Paris.
Er kündigte die sofortige Entsendung von 110 zusätzlichen Soldaten des Zivilschutzes und hunderter weiterer Einsatzkräfte an, um für Sicherheit zu sorgen und bei der Versorgung der Menschen zu helfen.
Kurs Richtung Leeward-Inseln
Laut NHC bewegte sich der Hurrikan mit einer Windgeschwindigkeit von 175 Stundenkilometern auf die Leeward-Inseln zu. «Maria» könne eine «gefährliche Sturmflut mit grossen und zerstörerischen Wellen» verursachen, warnte das NHC. Für die Leeward-Inseln, die Jungferninseln und Puerto Rico sagte das Hurrikan-Zentrum heftige Regenfälle und schwere Überschwemmungen voraus.
Hurrikanwarnungen wurden auch für den Commonwealth-Inselstaat St. Kitts und Nevis, das britische Überseegebiet Montserrat und die Dominikanische Republik ausgegeben. Auf den Britischen und Amerikanischen Jungferninseln, den niederländischen Antilleninseln Sint Eustatius und Saba und den Inselstaaten St. Lucia sowie Antigua und Barbuda wurden ebenfalls Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Quelle: Jean-Pierre Carène
Vor eineinhalb Wochen waren die französischen Karibikinseln Saint-Martin und Saint-Barthélemy vom Hurrikan «Irma» heimgesucht worden. Die Insel Saint-Martin teilt sich in einen französischen und einen niederländischen Teil, genannt Sint Maarten. Laut Staatspräsident Emmanuel Macron waren auf französischer Seite elf Menschen ums Leben gekommen. Die niederländischen Behörden zählten mindestens vier Todesopfer.