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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat hat in verschiedenen Strategien (z.B. Klimastrategie, Bodenstrategie und Biodiversität-Strategie Schweiz) und Aktionsplänen (z.B. Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz, Umweltziele Landwirtschaft) die Bedeutung der Ausbildung von Landwirtinnen und Landwirten als Handlungsfeld in der Umsetzung betont. In der landwirtschaftlichen Ausbildung ist nicht das für die Landwirtschaft federführende Departement BLW die Aufsichts- und Vollzugsbehörde, sondern das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI. Deshalb ist die Sicherstellung der Politikkohärenz bei der landwirtschaftlichen Berufsbildung besonders wichtig. </p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie wird sichergestellt, dass die Ziele in den genannten Handlungsfeldern der Landwirtschaft mit der Ausbildung unterstützt und auch im Kompetenzaufbau eines neuen Berufsbildes wie dem Landwirtin/Landwirt 2023 abgebildet werden? </p><p>2. Wie stellt der Bundesrat sicher, dass das SBFI in der Berufsentwicklung über eine ausreichende Steuerung und Aufsicht verfügt, um die Kohärenz zwischen der Berufsentwicklung der Landwirtinnen und Landwirte und den genannten Strategien und Aktionsplänen in der Landwirtschaft zu gewährleisten? </p><p>3. Wie kann das SBFI bei der Subventionierung der Berufsentwicklung sicherstellen, dass allfällige biodiversitätsschädigende Wirkungen von beruflichen Tätigkeiten vermieden (oder zumindest stark reduziert werden) bzw. Biodiversität gefördert wird?</p><p>4. Ist der Bundesrat bereit, die Cleantech-Faktenblätter von 2013 für Berufe wie die der Landwirtin/des Landwirtes, die sich in einem stark wandelnden regulatorischen Umfeld bewegen und hohen gesellschaftlichen Ansprüchen ausgesetzt sind, periodisch zu aktualisieren? </p><p>5. Wie kann die strategische Steuerung des SBFI bei der Ticketvergabe oder in Workshops dazu beitragen, dass die Verbundpartnerschaft der Branchenverbände und Berufsorganisationen breiter, kooperativer und nachhaltiger abgestützt wird (im Berufsfeld Landwirtschaft die Kleinbauern-Vereinigung, Demeter Landwirte, ProSpecieRara, Regenerative Landwirtschaft, Imker, Permakultur Schweiz etc.) als nur aus Vertretern der jeweils federführenden Organisation der Arbeitswelt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1.-3. Für jede berufliche Grundbildung besteht eine verbundpartnerschaftlich zusammengestellte Kommission für Berufsentwicklung und Qualität. Diese sorgt als beratendes Organ der Trägerschaft unter anderem für die Qualitätssicherung sowie für die Weiterentwicklung der Berufsprofile. Gemäss dem Handbuch "Prozess der Berufsentwicklung in der beruflichen Grundbildung" sollen der Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen berücksichtigt und mit konkreten Handlungsanweisungen vermittelt werden.</p><p>Der Bund hilft den Trägerschaften und empfiehlt bei einer Revision, auf das Berufsfeld bezogene Kompetenzen zu formulieren. So unterstützen das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Bundesamt für Energie (BFE) die Trägerschaften dabei, die relevanten Aspekte der nachhaltigen Ressourcen- und Energienutzung in den Bildungsgrundlagen und Umsetzungsdokumenten zu integrieren. Bei der Revision des Berufs Landwirt/Landwirtin EFZ wurden das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) sowie das BAFU frühzeitig in den Prozess einbezogen. Beide Bundesämter trugen ihre Anliegen, die sich an den Strategien und Aktionsplänen des Bundes orientieren, an die Trägerschaft heran. In der Berufsentwicklung bleibt es jedoch stets in der Verantwortung der Berufsverbände und Branchenorganisationen, die entsprechenden Bildungsinhalte zu definieren.</p><p>4. Der Bundesrat erklärte 2019 die Thematik Cleantech zum festen Bestandteil seiner Strategien im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Seit 2021 stellt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) den Trägerschaften der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung die "Orientierungshilfe Nachhaltige Entwicklung in der Berufsbildung" zur Verfügung. Diese schlägt unter anderem eine berufsspezifische Nachhaltigkeitsanalyse vor. Trägerschaften können damit eruieren, wie ihr Beruf - mit unterschiedlicher Ausprägung je nach Bildungsstufe und Art der Tätigkeit - zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann. Diese Analyse deckt das ganze Spektrum der nachhaltigen Entwicklung ab, inklusive Einsatz sauberer Technologien. Somit erübrigt sich eine periodische Aktualisierung der Faktenblätter zu Cleantech. Zur besseren Einbindung der Orientierungshilfe in den Berufsentwicklungsprozess plant das SBFI zudem verschiedene Informations- und Schulungsmassnahmen, unter anderem eine Veranstaltung mit Workshops im Herbst 2021.</p><p>5. Im Rahmen der Kommissionen für Berufsentwicklung und Qualität arbeitet das SBFI mit den Trägerschaften zusammen, die für das Berufsfeld und gesamtschweizerisch repräsentativ sind. Solche Trägerschaften können durchaus aus verschiedenen Mitgliederverbänden bestehen. Sie vertreten dabei jedoch stets gemeinsam die Wirtschaft und sind für die Koordination innerhalb der Branche verantwortlich.</p><p>Im Prozess der Berufsentwicklung ist das SBFI verantwortlich für die systemische Kohärenz. Dabei sorgt es für die Koordination zwischen den Trägerschaften und den weiteren Bundesämtern. Die Ticketvergabe ist im gesamten Prozess ein Meilenstein zur Qualitätskontrolle der Entwürfe der Bildungserlasse. Diese wurden von den Trägerschaften in breit abgestützten Workshops erarbeitet.</p>  Antwort des Bundesrates.