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Willis will zurück – «Gebt mir eine Wildcard, dann gebe ich euch die Schlagzeilen»
Erinnern Sie sich an Marcus Willis? Der inzwischen 26-jährige Brite sorgte in Wimbledon 2016 für Furore, als er sich durch sämtliche Qualifikationen spielte, insgesamt sechs Partien gewann und auch die erste Hauptrunde überstand. Dann kam es zum grossen Treffen mit Roger Federer auf dem Centre Court. Folgt 2017 die Fortsetzung dieser «Cinderella Story»?
Willis wollte eigentlich den Tennisschläger schon an den Nagel hängen, seine Karriere beenden und in die USA übersiedeln, um dort als Coach zu arbeiten. Seine Freundin (inzwischen Frau und Mutter eines gemeinsamen Kindes), Jennifer Bate, motivierte ihren Partner, es noch einmal zu versuchen. Willis spielte sich förmlich in einen Rausch, getragen von den britischen Fans, die ihn umgehend in ihr Herz schlossen.
Mit einem Turnier 354 Plätze in der Weltrangliste gutgemacht
Seit der Dreisatz-Niederlage gegen Federer (0:6, 3:6 und 4:6) ist es ruhig geworden um den auf Platz 386 der Weltrangliste klassierten Linkshänder. Zur Erinnerung: Willis lag vor Wimbledon 2016 auf Rang 772, er verbesserte sich danach um 354 (!) Plätze auf Rang 418. Willis sagt heute, er glaube, er habe das Zeug, um sich in die Top 100 zu spielen. Um diesem Ziel näher zu kommen, möchte er auch dieses Jahr wieder in Wimbledon ran. Er fordert die Organisatoren gar: «Gebt mir eine Wildcard, ich gebe euch die Schlagzeilen.»
Damit hat er sicher recht, denn gerade in den ersten Tagen sind solche Geschichten Gold wert für die Publizität des Turniers. Gegenüber dem britischen «Telegraph» erklärt Willis: «Ich bin nicht zuversichtlich, aber voller Hoffnung, dass ich eine Wildcard bekomme. Ich würde das schätzen. Denn es war eine grosse Geschichte im letzten Jahr, die Medien berichteten ausführlich darüber. Vielleicht denken die Organisatoren daran zurück.» Und weiter: «Ich glaube, dass ich ein paar Spiele gewinnen könnte. Wenn ich keine Wildcard erhalte, versuche ich es wieder über die Qualifikation.»
«Willis ist keine Lachnummer. Er hat mich getestet, spielte variantenreich und ich musste viel arbeiten, um in Führung zu bleiben. Das war keine Exhibition, sondern immerhin die zweite Runde an einem Grand-Slam-Turnier.»
Das Duell gegen Federer in der zweiten Runde kriegt er indessen nicht mehr aus dem Kopf. «Es fühlte sich so an, als sei ich fünf Minuten auf dem Court gestanden. Die Zeit fliegt, wenn du Spass hast – oder wenn du vermöbelt wirst. Es ist immer noch verrückt, je öfter man darüber nachdenkt.»
Auch Federer hatte seinen Spass, blieb aber stets professionell. Er analysierte damals: «Willis ist keine Lachnummer. Er hat mich getestet, spielte variantenreich und ich musste viel arbeiten, um in Führung zu bleiben. Das war keine Exhibition, sondern immerhin die zweite Runde an einem Grand-Slam-Turnier. In dieser Phase kann es auch gefährlich werden, wenn man den Gegner unterschätzt.»
Die Organisatoren vergeben die Wildcards am 20. Juni. Das Turnier an der Church Road startet am 3. Juli. Ob mit oder ohne Willis werden wir in den nächsten zwei Wochen wissen.