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Die Schweinemäster sind bestrebt, sich ständig weiterzuentwickeln und bessere wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen. Mit einer Berechnungstabelle von Anicom, mit den wichtigsten Kennzahlen zur Schweinemast, kann diese Entwicklung unterstützt werden. Die Excel-Tabelle zeigt die Rentabilität in Abhängigkeit des Schlachtgewichts und führt vor Augen, welches Schlachtgewicht als Optimum anzustreben ist.
Entwicklung der Körpergewebe
Mit zunehmendem Alter respektive Lebendgewicht (LG) verändert sich die Entwicklung. So wachsen die Gewebeanteile in der Reihenfolge Hirn, Knochen, Muskulatur, Fett. Das Wachstum eines Mastschweins gliedert sich dementsprechend in folgende Phasen:
- Der Proteinansatz nimmt bis zu einem Lebendgewicht von 60 bis 80 kg leicht zu, danach wieder ab. Die täglichen Zunahmen sind bei 60 bis 80 kg am höchsten.
- Der Fettansatz nimmt mit steigendem Gewicht linear zu.
- Der Zuwachs wird fettreicher, damit verschlechtert sich die Futterverwertung.
Während der Zuwachs in den ersten zwei Dritteln der Mast (bis ca. 70 bis 80 kg LG) hauptsächlich aus Muskelmasse besteht, wird im letzten Drittel vermehrt Fettgewebe angesetzt.
Deckungsbeitrag pro Schwein
Für die Berechnung des Deckungsbeitrags 1 (DB1) in der Schweinemast werden vom Ertrag aus dem Schlachtschweineverkauf lediglich die Produktionskosten (Mastjagerzukauf + Futterkosten) abgezogen. Der Fünfjahresschnitt für einen Mastjager à 25 kg liegt bei 152 Franken. Die Futterkosten berechnen sich durch den Futterpreis von durchschnittlich 3,75 Rappen pro MJ VES multipliziert mit dem Tagesbedarf an Energie. Der Erlös aus dem Schlachtschweineverkauf ist das Ergebnis des durchschnittlichen Schlachtschweinepreises der letzten fünf Jahre minus die Gewichtsabzüge. Im Schlachthof ist die Gewichtstaxierung im Gewichtsband 78 bis 98 kg SG (Micarna) neutral. Unter und über dieser Bandbreite kommt es zu gestuften Abzügen. Gemäss Tabelle 1 ist der DB pro Schwein bei 93 kg SG mit 79.84 Franken am höchsten. Durch die Mastdauer von 15 Wochen ergeben sich 3,38 Umtriebe pro Jahr und der Deckungsbeitrag pro Mastplatz beträgt 269.81 Franken. Auffällig ist, dass bei einem Schlachtgewicht von 87,7 kg und 98,1 kg der DB pro Schwein praktisch identisch ist. Durch die geringere Mastdauer erhöht sich jedoch die Anzahl Umtriebe, was sich positiv auf den DB pro Mastplatz auswirkt und dieser bei 87,7 kg SG rund 32 Franken höher ausfällt.
Ganze Schlachtschweineposten
Die Modellrechnung stimmt für Einzeltiere gut überein. Innerhalb ganzer Posten kommt es jedoch zu natürlichen Gewichtsschwankungen, welche die Modellrechnung nicht abzudecken vermag. Die Auswertung der Anicom Schlachtschweinedaten illustrieren die Verteilung in den verschiedenen Gewichtsklassen (siehe Grafik). Das Schlachtgewicht der Anicom-Schweine liegt durchschnittlich bei 88,7 kg. Dabei befinden sich 90 Prozent der Schweine im optimalen Gewichtsbereich. 3,6 Prozent der Tiere sind untergewichtig und 6,4 Prozent übergewichtig. Somit sind zehn Prozent des Postens für einen Gewichtsabzug von total 3.60 Franken verantwortlich (siehe Tabelle 2).
Die Modellrechnung für Einzeltiere besagt, dass der DB pro Schwein sowie Mastplatz bei einem Schlachtgewicht von 93 kg am höchsten ist (siehe Tabelle 1). Die Anicom-Auswertungen zeigen in der Praxis bei einem Posten mit einem fünf Kilogramm höheren Durchschnittsgewicht von 93,7 kg SG, dass sich lediglich 76,6 Prozent der Tiere im optimalen Gewichtsband befinden. Wenige sind untergewichtig (0,6 %) und 22,8 Prozent der Schweine sind übergewichtig. Unter Berücksichtigung der Streuung in den verschiedenen Gewichtsklassen kommt es zu einem Gewichtsabzug von 9.65 Franken. Im Vergleich zum Posten mit durchschnittlich 88,7 kg SG, ergibt sich ein Gewichtsabzug von 6.05 Franken und somit ein 20.45 Franken tieferer DB pro Mastplatz. Die Auswertungen zeigen, dass im Gegensatz zur Einzeltierberechnung der DB pro Mastplatz eines Postens in der Praxis am höchsten ist bei einem durchschnittlichen Schlachtgewicht von rund 88 kg.
Optimales Schlachtgewicht
Schweinemäster liefern ihre Schlachtschweine im Schnitt alle zwei Wochen mit einem Schlachtgewicht von rund 88 kg. Werden die Schweine aufgrund einer Verzögerung eine Woche später geschlachtet, sind die meisten Tiere immer noch im neutralen Gewichtsband von 78 bis 98 kg SG, in welchem keine Gewichtsabzüge erfolgen. Es lohnt sich aber nicht, die Schlachtschweine per se mit 93 kg SG zu liefern, da beim üblichen zweiwöchigen Lieferrhythmus der Anteil an übergewichtigen Tieren (>98 kg SG) zunimmt. Dies führt zu Gewichtsabzügen, mindert den Erlös und lässt den DB pro Mastplatz sinken. Bei wöchentlichen Lieferungen ist es eher möglich, ans Limit zu gehen. Bei diesem Lieferrhythmus fallen jedoch zusätzliche Stallarbeiten sowie Transportabzüge (Kleinpostenzuschläge) an.