Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/3226

Meinrad Schade, Wolgograd, ehemals Stalingrad, Russische Föderation, 9. Mai 2009 © Meinrad Schade
Meinrad Schade – Krieg ohne Krieg
7. März bis 17. Mai 2015
Seit über zehn Jahren arbeitet Meinrad Schade (geboren 1968) an seinem Langzeitprojekt «Vor, neben und nach dem Krieg». Er bereiste Regionen im heutigen Russland und in Staaten der ehemaligen Sowjetunion wie die russischen Teilrepubliken Tschetschenien und Inguschetien, Kasachstan, Berg-Karabach und die Ukraine, um sich in ausführlichen Reportagen mit ehemaligen, noch schwelenden und vielleicht wieder ausbrechenden Konflikten zu befassen. Anteil nehmend und trotzdem unbestechlich und präzise zeigt Schade die Spuren des Krieges in Städten, Dörfern und der Natur, weist auf seelische und körperliche Schäden betroffener Menschen hin und beobachtet jene, die heil davon gekommen sind und stolz ihre früheren Siege feiern. Meinrad Schade entwirft ein beunruhigendes Bild eines labilen existenziellen Zustands zwischen Katastrophe und Normalität, zwischen Krieg und Frieden, wobei es ihm nicht nur um die ehemalige Sowjetunion geht. Er versucht vielmehr, Zusammenhänge zu ergründen und menschliche Schicksale dazustellen, die überall ähnlich sind, sei es in Osteuropa oder in Israel und Palästina, wo Meinrad Schade gegenwärtig sein Projekt weiterführt.
Parallel zur Ausstellung erscheint eine Monografie im Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich.