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Für eine Welt ohne Minen innerhalb von zehn Jahren
Medienmitteilung: Staaten müssen ihr Versprechen halten
Handicap International Am 26. November 2015 erscheint der 17. jährliche „Landmine Monitor“ über die Anwendung der Ottawa-Konvention. Handicap International erinnert die Unterzeichnerstaaten der Konvention aus diesem Anlass an ihr Versprechen, dass sie während der Konferenz in Maputo im Juni 2014 gaben, die Welt bis 2025 von Minen zu befreien. Der Bericht belegt ausserdem eine steigende Zahl von Minenopfern und Einsätzen von Minen im Jahr 2014. Die Organisation ruft die Unterzeichnerstaaten deshalb dazu auf, ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um diese Bedrohung aus der Welt zu schaffen.
„2014 haben sich die Unterzeichnerstaaten des Ottawa-Abkommens selbst dazu verpflichtet, die Welt bis 2025 von Minen zu befreien“, erläutert Petra Schroeter, Geschäftsführerin von Handicap International Schweiz. „Sie haben zehn Jahre Zeit, um ihre Entminungsprogramme abzuschliessen, existierende Vorräte zu zerstören und Opfer zu unterstützen. Wir rufen insbesondere Unterzeichnerstaaten, deren Gebiete kontaminiert sind, dazu auf, in ihren Bemühungen unermüdlich zu bleiben. Wir ersuchen ausserdem unsere Geldgeber, sich weiterhin in vollem Umfang zu engagieren, damit die Finanzierung von Antiminenaktionen wieder neuen Schwung bekommt.“
Das langsame Fortschreiten von Minenräumaktionen in etlichen Ländern hat Zweifel am politischen Willen bestimmter Staaten aufkommen lassen, ihren Verpflichtungen nachkommen zu wollen. 27 von 33 Unterzeichnerstaaten mit verseuchten Gebieten wurden Aufschübe bezüglich der Fristen zur Minenräumung gewährt.
Mehr als 3,600 Opfer im Jahr 2014
Laut „Landmine Monitor 2015“ wurden im Jahr 2014 3,678 Menschen durch Minen oder explosive Überreste getötet oder verletzt; dies stellt einen Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Der Bericht unterstreicht ebenso die kontinuierlich steigenden Einsätze von selbstgebauten Sprengsätzen durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppen.
„Das nichtstaatliche bewaffnete Gruppen (3) nun wieder vermehrt selbstgebaute Sprengsätze verwenden, ist besonders besorgniserregend“, fügt Petra Schroeter hinzu. „Wir müssen in Zukunft wahrscheinlich mit mehr Kontamination und Opfern rechnen. Bei einigen Konflikten ist kein Ende absehbar oder sie verschlechtern sich. Diese Waffen müssen von daher konsequent stigmatisiert werden. Der beste Weg, um das Erreichte nicht zu verlieren, ist die konsequente Anwendung des Abkommens.“
Antipersonenminen und selbstgebaute Sprengsäte, die wie Minen eingesetzt werden, töten, verstümmeln und verursachen ernsthafte Folgeschäden für die Opfer, von denen 80 Prozent aus der Zivilbevölkerung stammen. In der Nähe von Wasserstellen oder öffentlicher Infrastruktur stellen Minen eine permanente Bedrohung dar und verlangsamen die Entwicklung der betroffenen Länder. Ganze Bevölkerungsgruppen sind unentwegt in Gefahr, wenn sie ihren alltäglichen Beschäftigungen nachgehen, zum Beispiel beim Wasserholen oder bei der Arbeit auf den Feldern.
Die wichtige Rolle von Handicap International
Das aktuelle Beispiel Mosambiks, das sich am 17. September offiziell für minenfrei erklärt hat, zeigt, dass der Kampf gegen Minen gewonnen werden kann. Handicap International spielte in diesem Land eine wesentliche Rolle, indem die Organisation zwischen 1998 und 2015 16 Millionen Quadratmeter Land entminte. Im Libanon hat Handicap International dieses Jahr 92‘000 Quadratmeter geräumt; Die entminten Gebiete wurden kürzlich an die Bevölkerung zurückgegeben. Ähnliche Aktionen beginnen Ende dieses Jahres in der Casamance im Senegal.
Rund um den Globus sind 57 Staaten und vier Gebiete weiterhin mit Minen verseucht. Handicap International führt Minenräumaktionen und Risikoaufklärung durch, betreut Opfer oder organisiert Advocacy-Aktionen in 43 Ländern, darunter Syrien, Irak und die Ukraine. (Foto © Handicap International)
Finden Sie auf diesem Link den Bericht „Landmine Monitor 2015“: http://bit.ly/1Hmhvno
www.handicap-international.ch