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Teilprojekt: Codices Fuldenses Helvetiae
Dezember 2013 - Juni 2020
Status: Abgeschlossen
Finanziert durch: Institut Bibliotheca Fuldensis und swissuniversities
Projektleitung: Dr. Johannes Staub, Theologische Fakultät Fulda
Beschreibung des Teilprojekts: Die bis in die Zeit des Humanismus berühmte frühmittelalterliche Bibliothek Fuldas wurde im 30-jährigen Krieg fast vollständig zerstört. Noch im 16. Jh. gelangte eine Anzahl Fuldaer Codices in die Schweiz, um dort in Basel als Vorlagen für Druckausgaben zu dienen. Indem einige von ihnen nicht zurückkehrten, findet sich in der Schweiz, insbesondere in Basel, eine der größten Gruppen erhaltener Fuldaer Handschriften und Fragmente. Darüber hinaus bewahren mehrere Schweizer Sammlungen Erzeugnisse des Fuldaer Skriptoriums auf, deren Überlieferungsweg sich nicht immer nachvollziehen lässt. Das Projekt, ein Kooperationsprojekt von e-codices mit dem Institut Bibliotheca Fuldensis, wird die Fuldaer Handschriften der Schweiz digital verfügbar machen, um so der Erforschung von Skriptorium und Bibliothek neue Impulse zu geben.
Alle Bibliotheken und Sammlungen
Innerstes Doppelbl. einer Lage, deren zweitinnerstes Doppelbl. in Chicago, Newberry Library Case MS Fragment 7 erhalten ist. Es handelt sich um den Rest einer Fuldaer Handschrift aus dem 2. Drittel des 9. Jh. mit der sogenannten Collectio Veronensis der Akten des dritten Ökumenischen Konzils von Ephesos 431. Der Codex wurde offenkundig in der Neuzeit in der Schweiz makuliert. Wann und auf welchem Weg er von Fulda in die Schweiz gelangte, lässt sich nicht feststellen; vielleicht kam er jedoch wie eine Anzahl weiterer Fuldaer Handschriften in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts als potentielle Textvorlage für Drucke Basler Offizinen dorthin. Zur virtuellen Zusammenführung der beiden Fragmente siehe [sine loco], codices restituti, Cod. 6, Concilium Ephesinum.
Online seit: 18.06.2020
Blatt aus dem 4. Band (Juli-August) eines ehemals sechsbändigen Fuldaer Legendars, das 1156 Rugger, Mönch des Klosters Frauenberg in Fulda (1176-1177 als Rugger II. Abt von Fulda), in Auftrag gegeben hatte. Das Fragment enthält Teile der Vita s. Amalbergae und stammt vermutlich von der Hand Eberhards von Fulda. Das Legendar wurde noch in der Mitte des 16. Jhs. von Georg Witzel (1501-1573) in Fulda benutzt und für sein Hagiologium seu de sanctis ecclesiae (Mainz 1541) sowie für seinen Chorus sanctorum omnium. Zwelff Bücher Historien Aller Heiligen Gottes (Köln 1554) ausgewertet. Es handelt sich um das einzige nachweisbare Fragment des 4. Bandes. Die übrigen erhaltenen Fragmente des Legendars befinden sich in Basel, Solothurn und Nürnberg. Sie stammen aus dem 3. (Mai-Juni) und 6. Band (November-Dezember) und zeigen, dass zumindest diese Bände schon wenig später nach Basel kamen, wo sie offenbar um 1580 makuliert wurden.
Online seit: 13.06.2019