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Kaffee scheint die Wirksamkeit der Hepatitis-C-Behandlung zu verbessern. Der Konsum von drei oder mehr Tassen Kaffee pro Tag verdoppelte die Chance auf ein virologisches Ansprechen unter der Standardtherapie aus Peginterferon plus Ribavirin. Dies ergab eine Studie, die in der Fachzeitschrift Gastroenterology (2011; 140: 1961-1969) publiziert wurde.
Kaffee scheint jedenfalls der Leber zumindest nicht zu schaden. Frühere epidemiologische Studien kamen zum Schluss, dass Kaffeetrinker seltener erhöhte Leberwerte haben.
Und bei einer Hepatitis (Leberentzündung) kam es seltener zum Fortschreiten der Erkrankung und zum Leberkarzinom (Leberkrebs). Nach den jetzt von Neal Freedman vom National Cancer Institute in Bethesda/Maryland mitgeteilten Resultaten könnte Kaffee sogar die Wirkung einer antiviralen Behandlung verstärken. Diese Beobachtung basiert auch auf den Erfahrungen in der Lead-In-Phase des “Hepatitis C Antiviral Long-Term Treatment Against Cirrhosis Trial” (HALT-C). Diese Studie hatte untersucht, ob bei Patienten mit fortgeschrittener Hepatitis C eine Fortsetzung der Behandlung noch sinnvoll ist, wenn eine frühere Peginterferon-Therapie versagt hatte.
Vor dem Start der Lead-In-Phase, in der noch einmal eine Kombination aus Peginterferon plus Ribavirin probiert wurde, waren die Patienten unter anderem nach ihrem Kaffeekonsum befragt worden. Etwa jeder siebte Studienteilnehmer gab an, mehr als 3 Becher Kaffee am Tag zu trinken. Unter diesen Patienten kam es unter der Behandlung schneller zu einem Abfall der Viruslast als bei den Studienteilnehmern, die keinen Kaffee tranken.
Kaffeetrinker erreichten doppelt so oft eine Virusfreiheit nach 20 und 48 Wochen. Auch die Chance, 24 Wochen nach dem Ende der Behandlung noch virusfrei zu sein, stieg um 80 Prozent. Diese “sustained virologic response” (SVR) kann bedeuten, dass die Virusinfektion endgültig überwunden wurde.
Dennoch wäre es sicherlich übertrieben, dem Kaffee einen “heilenden” Effekt bei der Hepatitis C zuzuschreiben. Es ist umgekehrt durchaus denkbar, dass das Ansprechen der Behandlung bei den Patienten den Appetit auf Kaffee gesteigert hat.
Um eine medikamentöse Wirkung von Kaffee auf die Hepatitis C zu beweisen, wäre eigentlich eine randomisierte Studie nötig. Das Los würde dabei entscheiden, ob die Patienten begleitend zur medikamentösen Behandlung Kaffee trinken dürfen oder nicht. Eine derartige Studie ist schwer vorstellbar.
Quelle:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46177/Hepatitis_C_Kaffee_verbessert_Ansprechen_der_Therapie.htm
http://download.journals.elsevierhealth.com/pdfs/journals/0016-5085/PIIS0016508511002733.pdf
Kommentar & Ergänzung:
Solche Studien können einen Einfluss nie zweifelsfrei belegen. Wie im Beitrag des Ärzteblattes erwähnt, könnte auch eine Besserung der Hepatitis zu einem erhöhten Kaffeekonsum geführt haben. Der erhöhte Kaffeekonsum könnte also Folge der Besserung sein – nicht wie vermutet die Ursache.
Es ist bei der Beurteilung der Aussagekraft von Studien sehr wichtig, solche heiklen Punkte zu kennen.
In der Phytotherapie wird zur unterstützenden Behandlung einer Hepatitis die Mariendistel angewendet und intensiv erforscht. Konkret geht es dabei um den Inhaltsstoff Silymarin / Silibinin.
Es braucht dazu Reinpräparate mit Silymarin / Silibinin oder allenfalls Mariendistel-Extrakte mit einem standardisierten Gehalt an Silymarin / Silybinin.
Ungeeignet ist Mariendisteltee, weil das Flavonoid-Gemisch Silymarin schlecht wasserlöslich ist. Auch mit Mariendisteltinktur ist die nötige Wirkstoffmenge kaum zuführbar, auch wenn die Hersteller von Pflanzentinkturen anderes versprechen.
Siehe auch:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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