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|NEWS - Meldungen|
17.08.2002 USA
Effizientere Klontechnik mit halbierten Eizellen?
Die Online Ausgabe der Zeitschrift New Scientist berichtete am 14. August, Forscher in Wisconsin (USA) hätten eine wesentlich vereinfachte Klontechnik entwickelt. Sie hat sich gegenüber der herkömmlichen Nukleustransfermethode nicht nur als billiger erweisen, sondern scheint auch noch effizienter zu sein.

Quelle: New Scientist
|Bei der neuen Technik, die bei Rindern angewandt wurde, werden unter dem Mikroskop die Eizellen halbiert. Danach wird mit Hilfe eines Farbstoffes jene Hälfte, die die Erbinformation der Eizelle enthält, identifiziert und verworfen. Der eigentliche Klonvorgang erfolgt nun in zwei Stufen. Zunächst wird eine (leere) Eizellhälfte mit einer Somazelle fusioniert. Danach folgt eine weitere Fusion mit einer zweiten (leeren) Eizellhälfte.

Die resultierenden rekonstruierten Embryonen erreichten zu 50% das Blastozyststadium. In diesem Stadium werden geklonte Embryonen transferiert. Das ist im Vergleich mit herkömmlichen Techniken (bei Rindern ca. 26%; vgl. Tabelle) in der Tat ein ausserordentlich hoher Wert.
In Australien ist gemäss New Scientist bereits ein auf diese Weise geklontes Kalb geboren worden. Allerdings ist es noch zu früh, um relevante Aussagen machen zu könnten, ob mit der neuen Technik gezeugte Rinder gesünder sind als die bisher geklonten Tiere. Bei Rindern beträgt die "Erfolgsquote" von den Zellfusionen bis zur Geburt ca. 1.6 %; rund 50% der geborenen Tiere sterben innerhalb kurzer Zeit.
Gemäss den Forschern ist die neue Klonmethode so einfach und schnell, dass sie automatisiert werden könnte. Sie stellt verhältnismässig bescheidene Ansprüche an Ausrüstung und Personal, so dass auch mobile Labors zum Einsatz kommenkönnten. Damit könnte das Klonen in der Rinderzucht eine weit grössere Verbreitung finden als bisher.
Anwendung beim Menschen?
Im Artikel des New Scientist wird die Sorge, wonach das Klonen von Menschen für Ärzte wie S. Antinori und P. Zavos durch die neue Methode wesentlich vereinfach würde, mit dem Hinweis abgetan, dass menschliche Eizellen sehr rar seien und die doppelte Menge davon benötigt werde. Damit lassen sich Klonärzte sicher nicht abschrecken, denn die Rechnung ist schnell gemacht. Wenn die höhere Effizienz der Methode veranschlagt wird, dann ist die berechnete Menge an Eizellen nicht wesentlich grösser, als bei der herkömmlichen Nukleustransfertechnik.
* auf bisherige Erfahrungswerte bezogen
Vorsicht mit neuen Begriffen!
Manche Wissenschaftler möchten unbedingt den negativ besetzten Begriff Klonen vermeiden und durch Nukleustransfertechnik ersetzen (Vgl. Gensuisse). Die neue Technik wird aber mit dieser Begrifflichkeit und den bestehenden Patenten nicht erfasst. Gerade was gesetzliche Regelungen betrifft (z.B. Schweizer Bundesverfassung, Entwurf des Embryonenforschungsgesetzes) muss unbedingt der Begriff KIonen beibehalten werden, um keine neuen für verantwortungslose Forscher nutzbare Gesetzeslücken zu schaffen.
Westphal Sylvia Pagán, 'Handmade' Cloning Cheap and Easy: New Sci 14. Aug. (2002) Online Ausgabe.