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Die extremste Hitzewelle, die jemals aufgezeichnet wurde, ereignete sich im März des vergangenen Jahres. In diesem Monat lag die Temperatur in der betroffenen Region knapp 40 Grad über dem Durchschnitt – ein Extremwert, der auch Experten zum Staunen brachte. Und die bisherigen Rekordwerte wurden um fast 20 Grad übertroffen.
Eine Hitzewelle dieses Ausmasses ging nicht unbemerkt vorbei, wie zahlreiche Artikel in den Medien belegen – auch watson berichtete darüber. Dass sie dennoch die Schlagzeilen keineswegs nur annähernd so stark dominierte wie etwa die Hitzewelle dieses Sommers, liegt daran, dass sie in einem unbewohnten Gebiet stattfand: in der Ostantarktis.
Laut einer Studie eines Teams um den Klimaforscher Edward Blanchard-Wrigglesworth von der University of Washington lag die Temperatur in der östlichen Antarktis auf dem Höhepunkt der Hitzewelle bei –15 Grad Celsius, obwohl sie eigentlich bei –54 Grad Celsius hätte liegen müssen. Gemäss den Ergebnissen der Studie, die in der Fachzeitschrift «Geophysical Research Letters» veröffentlicht wurde, führte ein anomales Luftzirkulationsmuster in der Nähe von Australien zu diesem beispiellosen Temperaturanstieg.
Dieser Befund war im Kern bereits im vergangenen Jahr bekannt: Die Hitzewelle war demnach das Ergebnis einer höchst ungewöhnlichen Wetterlage, die starke Nordwinde erzeugte und warme und feuchte Luftmassen aus Australien einführte. Normalerweise wehen die Winde um die Antarktis von Westen nach Osten und tragen dazu bei, den Kontinent von den wärmeren Regionen weiter nördlich zu isolieren. Obwohl die Hitzewelle kurz nach dem Rekordminimum des Meereises im Februar stattfand, hatten die Anomalien der Meeresoberflächen-Temperatur des Südlichen Ozeans nur einen minimalen Einfluss auf ihr Ausmass.
Die aktuelle Studie kommt nun aufgrund von Modellsimulationen zu einem weiteren Ergebnis: Die Klimaerwärmung hat die Hitzewelle um etwa 2 Grad Celsius verschlimmert. Zudem werden künftige Hitzewellen nach Ansicht des Forschungsteams unter vergangenem und künftigem anthropogenem Einfluss am Ende des Jahrhunderts um 5–6 Grad Celsius wärmer sein. Dies deute darauf hin, dass die Temperaturen über der ostantarktischen Eiskappe während extremer Hitzewellen den Schmelzpunkt von Eis erreichen könnten.
Die Studie bestätigt ferner, was letztes Jahr noch vermutet wurde: Es handelte sich bei der Temperaturanomalie im vergangenen März in der Tat um die stärkste Hitzewelle, die jemals lokal registriert wurde.
Der Meteorologe Jonathan Wille von der ETH Zürich, der selber nicht an der Studie beteiligt war, erklärte gegenüber der «Washington Post», es sei möglich, dass der Klimawandel die atmosphärische Dynamik beeinflusst habe, etwa diese tropischen Konvektionsanomalien, die zu der Hitzewelle geführt hätten. Es sei indes sehr schwierig, diese Dinge zu quantifizieren. (dhr)
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