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| Tertullian († um 220) - Über die Schauspiele (De spectaculis)

13. Ergebnisse aus dem bisher Gesagten.
Wir haben, wie ich annehmen darf, erschöpfend der Reihe nach darüber gehandelt, wie vielfach und in welcher Weise bei den Spielen Idololatrie begangen wird, vom Gesichtspunkte ihres Ursprunges sowohl als der Titel, der Zurüstungen, der Örtlichkeiten wie der Künste, und haben dadurch die Gewissheit erlangt, dass sie sich für uns, die den Idolen zweimal widersagt haben, nicht schicken. Nicht zwar, weil das Idol, wie der Apostel sagt, etwas wäre, sondern weil das, was man tut, den Dämonen gilt, welche bei den Einweihungsakten der Idole, seien sie nun Tote, seien sie die vermeintlichen Götter, da sind. Deswegen also, weil beide Arten des Götzendienstes den gleichen Ursprung haben, indem die Verstorbenen und die Götter gleichen Wesens sind, so enthalten wir uns beider Arten des Götzendienstes. Wir verabscheuen die Grabmonumente ebenso sehr wie die Tempel, wir haben mit keiner von beiden Arten von Altären etwas zu tun, wir beten keine von beiden Arten [S. 120] der Bilder an, wir opfern nicht, wir halten keine Totenfeier, wir essen auch nicht einmal etwas von den Totenmahlzeiten, weil wir nicht die Mahlzeit Gottes und die Mahlzeit der Dämonen genießen können. Mithin, wenn wir schon unsern Mund und Bauch von Besudelungen frei erhalten, um wieviel mehr halten wir dann noch die bessern Teile unseres Ich, die Augen und Ohren, von Ergötzlichkeiten fern, die auch ein Opfer für die Götzen und die Abgestorbenen sind, und welche nicht durch die Eingeweide durchpassieren, sondern vom Geiste und von der Seele selbst aufgenommen werden, an deren Reinheit Gott viel mehr gelegen ist, als an der Reinheit der Eingeweide.