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1945
Es war ein Sonntagmorgen, als amerikanische Bomber den Sitz von Rapp zerstörten. Die Air Force hatte Basel mit einem feindlichen Ziel verwechselt, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Süden der Stadt beschossen: Etwa hundert Menschen verletzten sich, ein Knabe verlor ein Auge, keine Toten. «Unsere Liegenschaften waren von Brandbomben übersät», hat Joachim Rapp festgehalten. Im Wohnhaus hatte er einige Flammen eigenhändig gelöscht und sich dabei versengt. In den benachbarten Bureaus züngelte das Feuer derweil unaufhaltsam. Ausgerückte Rettungskräfte holten, was noch zu retten war: einige Akten, etwas Mobiliar, die Kundenkartei. Hunderte Baupläne mussten sie der vernichtenden Hitze überlassen. «Die Lage war für uns niederschmetternd», resümierte der Ingenieur nach dem «furchtbaren 4. März 1945». Im Rückblick war das Bombardement ein Wendepunkt. Darauf folgte nicht die befürchtete Krise, sondern ein Aufbruch. Im folgenden Jahr eröffnete Rapp ein neues Büro an der Hochstrasse und wandelte das Geschäft zu einer Aktiengesellschaft um. Die Verantwortung trug nun die nächste Generation: Hans Joachim Rapp wurde Präsident, sein Cousin Willi Rapp Sekretär des Verwaltungsrates. Die neue Doppelspitze wollte das Unternehmen weniger patriarchal führen, als es die Väter getan hatten: 1955 bildeten sie eine Geschäftsleitung, in der Ingenieure wie Ernst Wylemann oder Ernst Roy wichtige Funktionen übernahmen. 1967 wurde David Linder, Advokat und Syndikus des Baumeisterverbandes, Präsident, womit erstmals jemand in den Verwaltungsrat gewählt wurde, der nicht der Familie Rapp angehört. Der Ableger in Muttenz, bis dahin wenig mehr als ein Briefkasten im Kanton Basel-Land, wuchs nun stark und förderte die Expansion des kommunalen Gemeindebaus. Kleinere Filialen entstanden auch im Kanton Aargau (zunächst Sisseln, später Möhlin) und Solothurn (Hägendorf) sowie im französischen Mulhouse. In Münchenstein baute Rapp Ende der 1950er einen grosszügig angelegten Werkhof und etablierte die Abteilung für Verkehrsplanung. Auch der Ersatz des 1945 zerstörten Bürogebäudes hielt dem Wachstum der Firma nicht stand. Ende der 1960er-Jahre erwog Rapp bereits einen Neubau. Der neue Geschäftssitz sollte ein Unternehmen repräsentieren, das mittlerweile gut 400 Mitarbeitende beschäftigte.