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Medikamente bei rheumatoider Arthritis
Die Basistherapeutika (sogenannte «disease modifying anti-rheumatic drugs», DMARDs) sind der Grundpfeiler in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Man unterscheidet dabei zwischen konventionellen Basistherapeutika, Biologika und zielgerichteten synthetischen Basistherapeutika.
Basistherapeutika können den Entzündungsprozess bei der rheumatoiden Arthritis reduzieren und dadurch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder sogar aufhalten. Diese Medikamente müssen aber über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und brauchen meist mehrere Wochen (in einzelnen Fällen auch länger), bis sie vollständig wirken. Einige Patienten sind durch den Einsatz der Basistherapeutika über einen sehr langen Zeitraum nahezu beschwerdefrei und haben trotz der Erkrankung eine hohe Lebensqualität.
Die Substanz der ersten Wahl ist Methotrexat, aber auch Sulfasalazin oder Leflunomid werden bei Unverträglichkeit, Kontraindikation oder fehlender Wirkung von Methotrexat verordnet. Synthetische DMARDs werden meist in Form von Tabletten eingesetzt, Methotrexat kann auch als Spritze verabreicht werden.
Manchmal werden konventionelle Basistherapeutika auch miteinander kombiniert. Die meisten Patienten vertragen Basistherapeutika sehr gut. Dennoch sind regelmässige Kontrollen notwendig, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erfassen.
Diese biotechnisch hergestellten Arzneimittel (daher der Name «Biologika») blockieren bestimmte Botenstoffe oder Zellen des lmmunsystems. Mehrere Präparate sind zur Blockade des entzündungsfördernden Botenstoffs TNF-alpha verfügbar. Andere Biologika hemmen die Wirkung von Interleukin 6, blockieren die Funktion bestimmter lmmunzellen (sogenannter T-Zellen), vermindern die Anzahl bestimmter Zellen des lmmunsystems oder richten sich gegen andere entzündungsfördernde Botenstoffe.
Biologika werden bei der rheumatoiden Arthritis nur nach Versagen von (einem oder mehreren) konventionellen Basistherapeutika eingesetzt. Üblicherweise werden Biologika mit konventionellen Basistherapeutika kombiniert, da die Kombinationstherapie in der Regel wirksamer ist als die alleinige Gabe des Biologikums.
Biologika werden in regelmässigen Abständen gespritzt oder als Infusion verabreicht - das Intervall ist dabei von Medikament zu Medikament verschieden. Auch Biologika werden von den meisten Patienten gut vertragen, chronische lnfektionen (insbesondere eine Tuberkulose) und aktive Krebserkrankungen sollten vor Beginn der Behandlung aber ausgeschlossen werden.
«Small molecules» werden nach Versagen von (einem oder mehreren) konventionellen Basistherapeutika eingesetzt. Diese Basistherapeutika werden auch als «Kinaseinhibitoren» bezeichnet, und sind «small molecule» Medikamente, welche innerhalb der Zelle in die Weiterleitung von Signalen eingreifen. Dadurch werden lmmunzellen gezielt gehemmt, wodurch es schlussendlich zu einer Reduktion der Entzündung kommt. Diese Medikamente werden in der Regel ähnlich wie Biologika mit konventionellen Basistherapeutika kombiniert. Kinaseinhibitoren werden oral als Tabletten eingenommen.
Die meisten Patienten vertragen diese Medikamente gut, es sollten aber chronische lnfektionen und aktive Krebserkrankungen vor Einleitung der Therapie ausgeschlossen werden. Im Therapieverlauf sind regelmässige Blutkontrollen notwendig.
Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) sind entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente, die bei der rheumatoiden Arthritis zusätzlich zur Basistherapie verordnet werden, beispielsweise während eines Erkrankungsschubes.
Kortisonpräparate wirken rasch und sind stark entzündungshemmend. Auch Kortison wird üblicherweise zusätzlich zur Basistherapie verordnet, beispielsweise zur Behandlung eines Krankheitsschubes. Der Rheumatologe versucht dabei, die niedrigste wirksame Dosis einzusetzen, um Nebenwirkungen zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten. Das Ziel muss es aber sein, die Entzündung so rasch wie möglich in den Griff zu bekommen, da auch kurz andauernde Entzündungsschube bereits zu irreparablen Schäden führen können.