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Macht
Es gibt wohl keine Staatsform, die Korruption, Machtmissbrauch, Manipulationen, Ideologisierungen etc. ausschliessen würde. Denn jede Staatsform ist lediglich eine Annäherung an ein Ideal. Gleichwohl muss die geschichtliche Entwicklung der Machtausübung und -verteilung als Abstieg gesehen werden. Der Weg von der Theokratie über die Monarchie hin zur Demokratie wird zwar allgemein als Aufstieg verstanden, in Wirklichkeit ist es jedoch wie mit den Sprachen: Sie sind am Anfang komplex und reichhaltig, schleifen sich mit der Zeit jedoch ab. Am »Schluss« sind sie zwar allen zugänglich, gleichzeitig aber nichtssagend und in ihrer Form banal - sie dienen nur noch der Information.
Saul, der erste König Israels, hat schmerzhaft erfahren, was es bedeutet, wenn man die Macht, die zuvor bei Gott war, dem Menschen überträgt.
Veröffentlicht am 07.05.2022 10:06 Uhr.