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Der grösste Musik-Newcomer-Wettbewerb der Schweiz geht in die nächste Runde. Bis am 16. September kannst du für deine:n Lieblings-Finalist:in voten, um sie oder ihn ins Finale zu bringen! Vier von ihnen schaffen es in die letzte Runde, wo sie noch einmal am 8. Oktober live im Kraftwerk in Zürich gegeneinander antreten werden. Der Siegerin oder dem Sieger winken 20'000 CHF in bar und ein ganzes Jahr kostenlose Beratung und projektive Unterstützung einer renommierten Management-Agentur. Wir haben die Urban Music Acts im Kurzinterview über ihre Musik und ihre Träume befragt.
Wie kamst du zu deinem Künstlernamen?
In meiner Gegend war ich immer der, der seine «Patienten» mit der «richtigen Medizin» versorgt hat, darum nannten mich die Leute «Doc». Wie sie das gemeint haben, dafür steht der Interpretationsspielraum offen. Auf Apple Music und Spotify gehe ich noch unter dem Namen «THE DOC», performe aber mittlerweile unter dem Stagename «xthedoc», da dies einfach viel uniquer ist.
Wie würdest du deine Musik beschreiben?
Ich würde meine Musik als provokante Strassenmusik mit einem Touch von Turn-Up und Realness bezeichnen.
Warum hast du dich dazu entschieden, auf Englisch zu rappen?
Ich fing schon sehr früh an, ungefähr mit 10 oder 11 Jahren, die Texte meiner damaligen Lieblingsrapper wie Ice Cube, Snoop Dogg oder 50 Cent zu studieren. Ich lernte die Texte auswendig und fing an Wörter zu übersetzen, die ich nicht verstand. Mit der Zeit entwickelte ich so ein praktisch fliessendes Englisch. Zu dieser Zeit gab es auch noch keine Schweizer Rapper, die mir wirklich gefallen haben. Da ich nur amerikanischen HipHop hörte und ein akzentfreies Englisch habe, dachte ich mir: Warum sollte ich auf Schweizerdeutsch Musik machen?
Wer aus der Schweiz wäre dein Traum-Feature?
Ich weiss nicht, ob ich das als Feature bezeichnen könnte, aber eine Zusammenarbeit mit OZ ist und bleibt ein grosser Traum. Wenn ich mir einen Rapper aussuchen müsste, dann wäre es definitiv EAZ oder Jordan Parat.
Welchen Murphy-Song muss man unbedingt kennen?
Alle Songs, jedoch würde ich «African Mammy» besonders empfehlen. Das war der erste Vibe von meiner ersten EP «Sucero». Wenn man mein Album „Drinhooo“ hört, findet man völlig verschiedene Songs wie «Chocolat», den ich meiner Babymama gewidmet habe, oder auch den Song «Fam», da Familie die grösste Priorität für mich hat.
Du hattest bereits Features mit Rapgrössen wie Nativ und Stress. Mit welchen Artists würdest du in Zukunft gerne noch zusammenarbeiten?
Mein Traum ist es, mit Rihanna ein Feature zu haben. Sehr gerne würde ich auch mit einem Musiker aus der demokratischen Republik Kongo, The Legend Koffi Olomide zusammenarbeiten. Aus Deutschland Manuellsen, mit ihm und seiner Attitude kann ich mich gut identifizieren, wenn ich seine Musik höre. Aus der Schweiz würde ich gerne mit Lo & Leduc oder Lexi zusammenarbeiten.
Schon als Kind warst du in einem Chor. Hat das deine aktuelle Musik beeinflusst?
Es hat mich stark beeinflusst in meiner Karriere als Musiker. Deswegen habe ich überhaupt schon so früh mit dem Komponieren von Melodien begonnen. In meinem Herkunftsland sagt man, dass die besten Musiker aus dem Chor und der Gospel-Musik kommen.
Warum sollte man am CokeSTUDIO Soundcheck für dich voten?
Es würde mir sehr viel bedeuten, zu gewinnen. Ich fühle mich sehr inspiriert und habe noch viel in Petto, dass ich endlich der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Mit meinem multikulturellen Sound und meiner Vielsprachigkeit kann ich viele Menschen bewegen. Zurzeit arbeite ich auch aktiv daran, eine Band zu gründen. Ich habe ein sehr kreatives und motiviertes Team hinter mir. Bald erscheinen von mir auch drei tolle Hits.
Du machst Musik auf Mundart, Englisch, Französisch und Lingala. Woher dieser aussergewöhnliche Mix?
In mir stecken verschiedene Wurzeln und ich bin mehrsprachig aufgewachsen. Mein Vater und meine Schwestern wohnen in Genf und sprechen mit mir Französisch und Lingala. Meine Mutter wohnt in Zürich und spricht mit mir Deutsch. Mit meinem Sohn spreche ich Französisch und Deutsch. Da ich halb Kongolesin und halb Schweizerin bin, begleiten mich diese drei Sprechen schon mein ganzes Leben lang. Ich hatte mich irgendwann dazu entschieden, mich nicht mehr zu entscheiden sondern die Sprachen zu mischen. Ich finde genau das macht mich und meine Musik aus. Zudem finde ich Lingala eine wunderschöne Singsprache und habe gemerkt, dass man die Emotionen in verschiedenen Sprachen verschieden ausdrücken kann. Es bereichert mein Herz dass ich mit einem Song, durch mehrere Sprachen mehrere Menschen gleichzeitig ansprechen und erreichen kann. Die Englische Sprache hat mich seit der Schulzeit begleitet. Englisch wird für mich immer speziell bleiben, da dies die erste Sprache ist, mit der ich anfing Musik zu machen.
Was bedeutet dein Künstlername?
Das «B» steht für Butterfly, da ich als Kind oft wegen meinen Vorderzähnen, die die Form eines Schmetterlings haben, gehänselt wurde. Das «Fly» steht für «First Love Yourself», zu gleich «B Fly» für «Sei cool».
Was können wir musikalisch als Nächstes von dir erwarten?
Ich plane eine EP mit ähnlichen Songs wie «Compliqué». Ich liebe es, live zu performen und lege in Zukunft den Fokus auf Konzerte mit meinen Tänzerinnen, DJ und Band, wie auch auf neue Videoclips.
Warum sollte man am CokeSTUDIO Soundcheck für dich voten?
Indem man für mich votet, ermöglicht man mir, noch mehr Menschen mit meiner Musik zu erreichen. Ich möchte mit meiner Musik und mit meiner Art so viel in die Welt heraustragen, mit den Menschen teilen und den Menschen Kraft und Liebe schenken. Wer für mich votet, hilft auch meinem Traum, Vollzeitmusikerin zu werden, ein grosses Stück näher zu kommen.
Wie würdest du deinen Sound beschreiben?
Ich fing an zu rappen, als ich Grünt (einen französischen YouTube-Kanal, auf dem Leute eine halbe Stunde lang auf Instrumentals rappen) und die neue Pariser Welle sah, die diesen Boombap-Vibe wirklich zurückbrachte. Mein Musikstil hat sich weiterentwickelt, aber ich weiß, dass man diesen Einfluss immer noch hören kann, wenn ich rappe. Komplexe mehrsilbige Reime zu haben ist wichtig für mich, aber mein Sound hat sich weiterentwickelt, weil ich so viele verschiedene Musikstile liebe und viel davon höre. Die meisten meiner Hooks haben Melodien und ich singe immer mehr.
Du warst vor deiner Solomusik in mehreren Bands. Was hast du aus dieser Zeit gelernt?
Ich habe alles in diesen Bands gelernt! Ich hatte die Chance, an die hundert Gigs zu spielen und viele Alben und EPs zu veröffentlichen. Ich habe etwas über das Studio gelernt, wie man während einer Live-Show mit einer Menschenmenge umgeht, wie man auf einer Bühne steht, wie man seine Stimme einsetzt und wie die Branche, in der wir tätig sind, funktioniert.
Wer sind deine musikalischen Vorbilder?
Ich glaube nicht, dass ich richtige Vorbilder beziehungsweise Idole habe. Idol beinhaltet Verehrung und kommt meiner Meinung nach dem Göttlichen zu nahe. Aber ich habe viele Menschen, die mich sehr inspirieren. Nekfeu zum Beispiel für seine Texte, Ed Sheeran für das Songwriting und die Karriere, Russ für seine Anfänge und die unabhängige Inspiration.
Was erhoffst du dir vom CokeSTUDIO Soundcheck?
Ich hoffe, ich gewinne und kann mir endlich eine Pause genehmigen, ich habe immer davon geträumt, nach Hawaii zu gehen! Spaß beiseite, ich hoffe natürlich zu gewinnen, um meine musikalische Karriere einen Schritt weiter vorantreiben zu können. Mein Soloprojekt ist mein Baby und bedeutet mir unendlich viel. Ich möchte erleben wie es wächst, will weiterhin unglaubliche Momente erleben dürfen und dank der Musik ganz viele grossartige Menschen treffen!
Wie würdest du deine Musik beschreiben?
Ich würde meine Musik als eine Reihe von erlebten und beobachteten Momenten beschreiben, die verschiedene Emotionen in mir ausgelöst haben. Und wenn es überläuft, wie Adrien Pisler sagen würde, versuche ich so gut ich kann, sie authentisch in meine Musik zu übertragen.
Du warst vor deiner Musikkarriere ein Choreograph. Wie hat Tanz deine aktuelle Musik beeinflusst?
Der Tanz hat es mir ermöglicht, einen bestimmten Rhythmus in mein musikalisches Universum zu bringen. Ich schreibe, als würde ich einen Teil einer Choreografie vorbereiten. Meine 16 Bars sind vergleichbar mit choreografischen Sequenzen. Ich verwende den gleichen Aufbau. Ein Schritt nach dem anderen, ein Wort nach dem anderen und dabei einen bestimmten Rhythmus vorgeben, damit der Klang etwas Einzigartiges übermitteln kann. Ein bisschen, wie wenn der Körper mit der Umgebung verschmilzt. Ich liebe es!
Welche Artists inspirieren dich?
Ich mag Youssoupha, Fally Ipupa und viele andere. Ich versuche mich nicht zu sehr inspirieren zu lassen und meine Kunst so originell wie möglich zu halten. Ich möchte wirklich von Emotionen ausgehen. Freude, Traurigkeit, Verrat und Selbstüberwindung sind Dinge, die mich inspirieren. Manchmal nehme ich auch Teile eines erlebten Augenblicks, um sie in der Musik auf meine eigene Weise zu gestalten, wenn ich so sagen darf.
Was erhoffst du dir vom CokeSTUDIO Soundcheck?
Der Soundcheck kam genau zur richtigen Zeit. Ich versuche, diese tolle Gelegenheit zu nutzen, um meine Kunst und meine Werte voranzubringen. Es ist für mich eine Gelegenheit für Verwurzelung und mich ein bisschen mehr ins Licht zu bewegen um ein breiteres Publikum zu erreichen. Ich hoffe besonders, dass ich es ins Finale schaffe und den Grand Prix zu gewinne. Dieses Geld kann ich in ein Albumprojekt investieren, an dem ich schon länger arbeite. Es wird keinen Tag dauern, wenn ich dir alles sagen muss, was in meinem Kopf vorgeht.