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Solidaritätskundgebung vor dem UNO Sitz in Genf am internationalen Menschenrechtstag
Der internationale Fackellauf „Flame of Thruth“ (Flamme der Wahrheit), welcher am 6. Juli 2012 in Dharamsala begann, endete nach einer sechsmonatigen Reise durch mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten hier. Ehrwürdiger Kushok Wangchen la und Frau Chungdak Koren la, Abgeordnete des Tibetischen Exilparlamentes in Europa, übergaben die während diesen sechs Monaten gesammelten 351.000 Unterschriften sowie die Petition an Madame Navi Pillay, der UNO-Menschenrechtskommissarin, mit der dringenden Aufforderung zum sofortigen Eingreifen der UNO in der anhaltenden Krise in Tibet und zur Entsendung einer unabhängigen Untersuchungskommission nach Tibet, um die Situation vor Ort zu untersuchen.
Die Kundgebungsteilnehmer versammelten sich am Seeufer vor dem Palais Wilson, dem Sitz des UNO Hochkommissariats für Menschenrechte, wo die ersten Ansprachen stattfanden.
Herr René Longet, Mitglied des Stadtrates Onex und langjähriger Unterstützer der tibetischen Sache teilte seine persönliche Sympathie und Solidarität mit dem tibetischen Volk mit. Er wies darauf hin, dass Tibet eine virtuelle Kolonie des chinesischen kommunistischen Regimes sei und derzeit unter der wirtschaftlichen, kulturellen und demographischen Kolonisation leidet.
Die Vertreterin des Vereins Tibeter Jugend in Europa (VTJE) forderte die Anwesenden auf, die betroffenen Behörden in Tibet anzurufen und sie zur Freilassung von Golok Jigme, politischer Gefangener, aufzufordern. Er war im November letzten Jahres auf seltsame Weise verschwunden. Sie sagte, dass jeder Aufruf für ihn eine zusätzliche Chance zum Überleben und zum Entkommen vor der Exekution der chinesischen Behörden bedeute.
Die Präsidentin der Tibeter Frauenorganisation in der Schweiz (TFOS) verlas ein schriftliches Dokument, worin die internationale Gemeinschaft aufgefordert wird, ihre Bemühungen für die tibetische Sache zu verstärken.
Herr Tenzin Samphel Kayta la, Vertreter des Tibet Bureaus in Genf, dankte in seiner Ansprache Madame Pillay des UNHRC für ihre jüngste Erklärung zu Tibet an China. Er betonte, dass mit kontinuierlicher und standhafter Entschlossenheit und Handlung, die Ergebnisse zu gegebener Zeit zum Vorschein kommen.
Madame Marcell Roux, die speziell aus Frankreich angereist war, richtete ebenfalls eine kurze Ansprache an die Menge. Sie ist eine Unterstützerin der tibetischen Sache seit langer Zeit und informierte über die Bewegung "Parrainage de ville" (Partnerstadt), in der eine Stadt eine andere Stadt annehmen würde. Ihre Bewegung hatte 60 "parrainage", in dem 60 Städte aus Frankreich, Belgien und der Schweiz eine Stadt oder Gemeinde in Tibet als Partnerstadt aufgenommen hatten. Sie forderte die Menge auf, ihre jeweiligen Bürgermeister und Behörden aufzufordern, das gleiche für eine Stadt in Tibet zu tun
Mit Aufforderungen und Parolen, wie unter anderem „unmittelbare UNO-Intervention in Tibet“ und „die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet“ marschierten die Kundgebungsteilnehmer von Palais Wilson zu Palais des Nations, dem UNO Sitz in Europa. Vor dem UNO Sitz folgten weitere Ansprachen.
Frau Marguerite Contat Hickel, ehemalige Co-Präsidentin des Genfer Verfassungsrates und amtierende Präsidenten des Genfer Swissaid „Amie du Tibet“ sagte, dass mit den über 90 bald 100 Selbstverbrennungsfällen nicht mehr von weinigen Einzelfällen gesprochen werden könne, sondern ganz klar ein Zeichen für Ruf nach Freiheit zum Ausdruck komme. Sie persönlich begrüsse den friedlichen Charakter unseres Kampfes. Der gewaltfreie Weg sei lang, qualvoll und werde oftmals missverstanden. Trotzdem sei dies der einzige mit den Menschenrechten vereinbare Weg. Sie leitete auch die Solidaritäts- und Unterstützungsgrüsse der Grünen Parte Schweiz, vor allem von Frau Maya Graf, der Präsidentin des schweizerischen Nationalrates, weiter.
Frau Chungdak Koren la, Mitglied des tibetischen Parlaments im Exil aus Europa, forderte in ihrer Ansprache Exiltibeter in der freien Welt auf, mit gebündelter Kraft eine größere Verantwortung für die Sache Tibets zu übernehmen. Sie teilte der Menge mit, dass Kushok Wangchen la eine Audienz beim Amt des UNHCR im Palais Wilson erteilt wurde, um das Tibetanliegen zu diskutieren.
Mr. Wang Longmong, ein chinesischer Dissident und Präsident des Vereins "Initiatives for China Association“, nahm ebenfalls an der Kundgebung teil. In einer emotionalen Ansprache an die Menge drückte er seine persönliche Verbundenheit mit der tibetischen Sache aus. Er teilte mit, dass er nach jahrelanger unvoreingenommenen persönlichen Recherchen in einem freiem Land, realisierte habe, dass Tibet vor der gewaltsamen militärischen Besetzung von China ein freies Land war. Er sagte, wie Tibet, möchte auch China sich von dem anhaltenden repressiven Regime befreien.
Herr Joseph Maldonado, Parlamentarier aus Spanien, partizipierte auch an dieser Kundgebung, um seine Sympathie für die tibetische Sache auszudrücken. Er sieht hier gewisse Ähnlichkeit mit der Freiheitsbewegung von Katalonien in Spanien. In seiner Ansprache sagte er weiterhin Unterstützung für die tibetische Sache zu.
Eine Gruppe von Demonstranten, welche auf Eigeninitiative einen einwöchigen Friedenmarsch von Bern am 4. Dezember 2012 begonnen hatte, ist ebenfalls zeitgleich mit den Kundgebungsteilnehmern vor dem UNO Hauptsitz in Genf angekommen. Sie wurden durch den Vizepräsidenten des TGSL, Herrn Sampa Dhondup la mit einer Glückschleife geehrt.
Es folgte das Dentsik Mönlam-Gebet, angeführt durch die Mönchsgemeinschaft des Tibetinstituts Rikon sowie die tibetische Nationalhymne, angeführt durch das Folklore Ensemble der TGSL.
Die Solidaritätskundgebung endete um 16:00 Uhr mit der Schlussdankesrede durch den Präsident des TGSL, Herrn Lobsang Gangshontsang.
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