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Ein FX Forward, oder Devisentermingeschäft, ist ein verbindlicher Vertrag zwischen zwei Parteien, bei dem vereinbart wird, eine bestimmte Währungssumme zu einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt und zu einem im Voraus festgelegten Wechselkurs gegen eine andere Währung zu tauschen. FX Forwards werden oft verwendet, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern, die durch Schwankungen im Wechselkurs entstehen.
Funktionsweise
Bei Abschluss des FX Forward-Vertrags werden folgende Parameter festgelegt:
- Basiswährung und Kurswährung: Die Währungen, die im Vertrag getauscht werden sollen.
- Nominale oder Vertragsgrösse: Die Menge der zu tauschenden Währung.
- Laufzeit: Das zukünftige Datum sowie die Zeit, an dem der Währungstausch stattfinden soll.
- Vereinbarter Wechselkurs (Terminkurs): Der Kurs, zu dem die Währungen am Ende der Laufzeit getauscht werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass beim Abschluss des Vertrags kein Geld fliesst. Der tatsächliche Geldfluss erfolgt erst zum vereinbarten zukünftigen Zeitpunkt.
Beispiel
Ein europäisches Unternehmen hat einen Vertrag mit einem US-Unternehmen und erwartet in 12 Monaten eine Zahlung von 1 Million USD. Um sich gegen das Risiko eines fallenden USD/EUR-Wechselkurses abzusichern, geht das europäische Unternehmen ein FX Forward-Geschäft ein.
Angenommen, der aktuelle EUR/USD Wechselkurs (Spotkurs) beträgt 1.10 und der Terminkurs für einen 12-monatigen Forward-Vertrag beträgt 1,08 EUR/USD. Dies bedeutet, dass das europäische Unternehmen in einem Jahr 1 Million USD gegen Zahlung von 925’925.93 EUR (1 Million / 1.08) erhalten wird, unabhängig von den Marktbewegungen des EUR/USD in diesem Zeitraum.
Der FX Forward erlaubt dem europäischen Unternehmen mit einem festen Euro Ertrag zu kalkulieren. Es ist nicht den Marktschwankungen ausgesetzt und profitiert von der Transaktion wenn sich der Euro aufwertet.
Wenn zum Zeitpunkt der Transaktion der tatsächliche Marktkurs über 1.08 EUR/USD liegt, hat das Unternehmen durch den Abschluss des Forward-Vertrags profitiert. Hat sich der Euro Kurs jedoch abgewertet und liegt in einem Jahr unter 1.08 EUR/USD, hätte das Unternehmen von einem besseren Wechselkurs profitiert, hätte es keinen Forward-Vertrag abgeschlossen. Nehmen wir an in einem Jahr liegt der Spot EUR/USD Kurs bei 1.05 hätte das Unternehmen für 1 Million USD den Gegenwert von 952’380.95 EUR erhalten. (1 Million / 1.05).
Anwendungen und Vorteile
- Absicherung gegen Wechselkursrisiken: Wie im obigen Beispiel können Unternehmen FX Forwards nutzen, um sich gegen ungünstige Wechselkursbewegungen abzusichern.
- Planungssicherheit: Unternehmen können ihre zukünftigen Kosten und Einnahmen in Fremdwährungen besser vorhersagen.
- Keine Anfangsinvestition: Im Gegensatz zu Optionen, bei denen Prämien anfallen, gibt es bei einem FX Forward keine unmittelbare Kostenbelastung.
Berechnung eines FX Forwards
Die Berechnung des Terminkurses eines FX Forwards berücksichtigt den aktuellen Spot-Wechselkurs und die Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen im Paar. Ein wichtiger Grundsatz dabei ist das Prinzip der „Zinsparität“. Dieses Prinzip besagt, dass nach Berücksichtigung von Wechselkursänderungen keine Arbitragemöglichkeit zwischen zwei Währungen bestehen sollte.
Die Formel zur Berechnung des Terminkurses (F) auf Basis des Spotkurses (S), der Zinsen der beiden Währungen und der Laufzeit (T) des Forward-Vertrags ist:
F=S×(1+rKurs×T)(1+rBasis×T)
Dabei ist:
- rBasis der Zinssatz der Basiswährung
- rKurs der Zinssatz der Kurswährung
- T die Laufzeit des Forward-Vertrags, ausgedrückt in einem Bruchteil eines Jahres (z.B. 3 Monate = 0.25)
Beispiel
Nehmen wir an, der Spot-Wechselkurs für EUR/USD ist 1.10. Der jährliche Zinssatz in der Eurozone beträgt 1%, während er in den USA 2% beträgt. Sie möchten den 3-monatigen (0.25 Jahre) Forward-Kurs berechnen.
Setzen Sie die gegebenen Werte in die obige Formel ein:
F=1.10×(1+0.02×0.25)/(1+0.01×0.25)
F=1.10×1.005/1.0025
F≈1.1027
Der 3-monatige Forward-Kurs für EUR/USD basierend auf den gegebenen Zinssätzen und dem Spot-Kurs wäre also etwa 1.1027.
Wichtig zu beachten
Die tatsächlichen Forward-Kurse, die von Banken und anderen Finanzinstituten angeboten werden, könnten geringfügig von den oben berechneten Kursen abweichen, da sie auch andere Faktoren wie Kreditrisiken, Liquidität und Verwaltungskosten berücksichtigen.
In einer Welt ohne Arbitrage sollte jedoch die Zinsdifferenz der beiden Währungen der primäre Faktor für die Bestimmung des Forward-Kurses im Verhältnis zum Spot-Kurs sein.
Fazit
Ein FX Forward ist ein wertvolles Instrument für Unternehmen und Investoren, die Geschäfte in Fremdwährungen tätigen. Durch den Einsatz von FX Forwards können sich diese Akteure gegen das Risiko unvorhersehbarer Wechselkursschwankungen absichern und ihre Finanzplanung verbessern. Es ist jedoch wichtig, die zugrunde liegenden Mechanismen und potenziellen Risiken des Instruments zu verstehen, bevor man sich darauf einlässt.