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und debütierte erfolgreich mit dem Bilde:Thomas von Bologna besucht Albrecht Dürer, dem dann zunächst eine heil. Cäcilia,
die Meistersinger und Gastmahl bei einem Nürnberger Patricier folgten. Eine Studienreise im bayrischen Gebirge führte ihn
mehr dem Genrebild und insbesondere der Darstellung des Bauernlebens zu, z. B.: Ankunft einer
Glocke in einem Dorf des bayrischen Hochlands und der vom Schützenfest in Tirol heimkehrende Sieger.
Nach wiederholtem längern Aufenthalt in Rußland, namentlich im Gouvernement Ssmolensk, dessen Gegenden und Volksleben ihn
ungemein anzogen, brachte er von dort eine Reihe trefflicher Genrebilder, die großen Beifall fanden. Dahin gehören: die
ersten gefangenen Türken in einer russischen Kreisstadt, Bauernbelustigung auf dem Kirchenfest des heil.
Nikolaus, russisches Zigeunerlager, am Flußufer einer kleinen russischen Stadt, die ersten gefangenen Türken in Dorogobush
u. a. Von jenen Ausflügen nach Rußland kehrte er 1870 zurück und ließ sich in seiner Vaterstadt
nieder.
vier in der Kunst unsrer Zeit bedeutende
Söhne des um die Begründung der jetzigen Berliner
Malerschule hochverdienten Karl B. (gest. 1854). Der älteste,
1) Oskar B., geb. zu Berlin, widmete sich der Malerei unter der Leitung seines
Vaters und der Akademie und ging, als er während eines einjährigen Aufenthalts (1849-50) in Dresden das Reisestipendium
für Italien erhielt, nach Rom, wo er bis 1854 blieb und außer einem kleinen Genrebild: Plauderstunde
(1853, Nationalgallerie), für die Michaeliskirche in Berlin das Altarbild der Kreuzabnahme malte, welches indessen mehr
das Resultat eines geschickten Eklekticismus als der innern Begeisterung war.
Nach seiner Rückkehr begann er die Porträtmalerei und war hierin eine Zeitlang einer der gefeiertsten
Meister. Unter seinen Historienbildern und den meist nach dem Aufschwung der Berliner Bauthätigkeit 1866 entstandenen monumentalen
Malereien nennen wir: die Farbenskizze der Hermannsschlacht im Teutoburger
Walde, den weniger gelungenen Empfang der Salzburger
Protestanten in Potsdam, den
meisterhaften
Friedrich d. Gr. nach Beendigung des Siebenjährigen Kriegs in der Schloßkapelle
zu Charlottenburg, die Kompositionen aus dem Mythus von Amor und Psyche (1866), die in den Gegenständen nicht sehr glücklichen
Malereien im Festsaal des Berliner Rathauses und die im Kaisersaal der Passage. Nach 1870 machte er auch einige gelungene
Versuche in der Landschaftsmalerei, z. B.: Waldschnepfenjagd auf Rügen (1872)
und auf der Treibjagd im
Wald (1876).
2) Der zweite Bruder, Reinhold B., geb. zu Berlin, hat sich durch die realistische,
fast ans Malerische grenzende Auffassungsweise seiner plastischen Werke einen bedeutenden Namen gemacht. Er erlernte seine
Kunst 1846-51 auf der Akademie in Berlin, trat dann in das Atelier von Ludw.
Wilh. Wichmann und später von
Rauch, unter dessen Leitung er bereits mit einer Gruppe: Hagar und Ismael, auftrat, die wegen
ihres Naturgefühls als Erstlingsarbeit Aufmerksamkeit erregte. 1856 ging er, um das
Modell einer Gruppe der Psyche mit der
Lampe über dem schlafenden Amor in Marmor auszuführen, nach Rom (bis 1859), wo das Studium der gewaltigen,
stark bewegten Werke Michelangelos und der Verkehr mit dem genialen
Böcklin einen großen Einfluß auf seine spätere naturalistische
Richtung ausübten.
Dort entstand zunächst die berühmte, preisgekrönte Gruppe: Amor tröstet die verlassene Psyche, auf die bald nachher die
von manchen ebenso sehr bewunderte Faunfamilie folgte. Nachdem er 1860-62 als Professor an der Kunstschule
zu Weimar gewirkt hatte, ging er abermals nach Rom, kehrte aber, veranlaßt durch die Konkurrenz für das Schillerdenkmal
in Berlin, bald zurück, um sein viel besprochenes
Modell, das den ersten Preis erlangt hatte, auszuführen. Am enthüllt,
zeigt es die aus einem Brunnenbassin hervorgehende Gestalt des Dichters in einer fast saloppen Haltung,
an den Ecken des Unterbaus die allegorischen Figuren der Lyrik, der Tragödie, der Geschichte und der
Philosophie. Wie in diesem Werk, so sprachen sich auch in seiner preisgekrönten
Skizze zum
Friedrich-Wilhelms-Denkmal¶
mehr
für Köln ein entschiedener Naturalismus und eine dramatische Energie der Komposition aus. Großenteils nach diesen Arbeiten
entstanden als seine bedeutendem Schöpfungen: eine Venus, die den Amor tröstet, eine sehr ans Malerische streifende Susanna
im Bad, ein meisterhafter Pan, der einen jungen Faun im Flötenspiel unterrichtet, ein Merkur, der die Psyche
entführt (1878, Nationalgallerie), mehrere Tiergruppen für das Schlachthaus in Pest, die Kolossalgruppe des Raubes der
Sabinerinnen, die Statue des Reichtums für den Festsaal der Reichsbank, der berühmte Moltke-Kopf (Berliner Ausstellung 1879)
und andre Porträtbüsten. Die Denkmäler Wilh. und Alexander v. Humboldts für den Vorgarten
der Berliner Universität wurden ihm und seinem Schüler Otto übertragen. Seine neueste, noch im Entstehen
begriffene Arbeit ist eine Statue der Bellona für die Ruhmeshalle des Zeughauses in Berlin. Mit Ehrenbezeigungen und Auszeichnungen
überhäuft, übernahm er 1876 die Leitung der Bildhauerschule der Akademie.
3) Der dritte Bruder, Adalbert Franz Eugen B., geb. zu Berlin, widmete sich, wie Oskar, der
Historie und dem Porträt. Nachdem er einen Zeichenkursus auf der Akademie absolviert hatte, begann er mit der Kupferstecherkunst
und ging deshalb 1860 nach Paris, wo er aber dieser Kunst entsagte und seiner Neigung zur Malerei folgte. Um sich darin auszubilden,
ging er 1862 nach Weimar und arbeitete in Böcklins Atelier, aber ohne von dessen genial-zerfahrener Weise
etwas anzunehmen.
Von dort kehrte er nach Berlin zurück und eröffnete seine Thätigkeit mit einigen Porträten und einer wohlgelungenen Kopie
des heil. Antonius von Murillo. Die letztere verschaffte ihm Aufträge ähnlicher Art, die ihn
veranlaßten, nach Rom zu gehen, wo er 1863 Tizians himmlische und irdische Liebe und Pordenones Tochter
der Herodias, ebenso nach Bologna 1866, wo er Raffaels heil. Cäcilia kopierte. In Rom entstanden
damals auch mehrere mythologische Gegenstände und das in die Nationalgallerie zu Berlin gekommene Genrebild: Mutter
mit
ihrem Kinde, das stilistisch fast den Eindruck eines ältern Bildes der venetianischen Schule macht (1864).
Nachdem er 1867 noch eine seiner künstlerischen Richtung weniger entsprechende Auferstehung Christi für die Kirche zu Nimptsch
i. Schl. gemalt hatte, erzielte er im Anfang der 70er Jahre seine Haupterfolge mit dem Bild:
Amor findet die Psyche und noch mehr mit einer Gallerie weiblicher Halbfiguren allegorischen Inhalts,
die ihn sehr populär machten, aber, wie es scheint, seine produktive Kraft, hoffentlich nur für eine Zeitlang, erschöpften.
Seit mehreren Jahren ist sein Hauptfach das Porträt, namentlich das weibliche, das freilich häufig an einer gewissen Koketterie
und an einer unwahren Behandlung des Fleisches leidet. Ebensowenig sind seine neuesten Genrebilder, z. B.:
der letzte Freund, der kleine Anfang, von großer Bedeutung. Seit 1877 ist B. mit der Architekturmalerin Luise Parmentier (s.
unten) verheiratet.
4) Der jüngste Bruder, Karl B., geb. widmete sich, wie sein Bruder Reinhold,
der Bildhauerei, lebte mehrere Jahre in Rom und erregte dort durch Porträtbüsten die schönsten Hoffnungen,
die er nach seiner Rückkehr durch seine reizende Gruppe der Geschwister (1878) und durch das
Modell einer Victoria für die Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses rechtfertigte.