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Die ersten Briefmarken wurden noch vor der Gründung des argentinischen Bundes in den späteren Provinzen herausgegeben. Diese Ausgaben erfolgten auch noch nach dem Zusammenschluss.
1853 wurde die Federación Argentina, der Argentinische Bund, gegründet. Buenos Aires spaltete sich als eigenständige Republik ab und trat erst 1859 dem Bundesstaat bei.
Die ersten Marken sind die Gauchitos von 1856, von denen 1200 Marken (25 Bögen) von jeder Wertstufe gedruckt, allerdings nicht verausgabt wurden. Die Gründe dafür sind heute nicht mehr klar. Die Originale sind nicht sehr teuer, trotzdem sind heute viele Fälschungen der Gauchitos auf dem Markt. Alle Stempel sind gefälscht.
Dann folgten die 8 Werte der Barquitos ab dem 29. April 1858 bis Juni 1859. Die „Schiffchen“ sind die erste postalisch verwendete Markenausgabe. Sie gelten philatelistisch als klassische Ausgabe. Die Marken von Pablo Cataldi graviert und bei der Banco y Casa de Moneda de Buenos Aires im Buchdruck in Bogen von 6x8 Marken gedruckt und nur geschnitten verkauft. Die Marken sind teuer und wurden sehr häufig gefälscht. Sie sollten nur geprüft gekauft werden.
Die letzte Ausgabe der Republik Buenos Aires sind die Cabecitas, die „Köpfchen“. Von den am 3. September 1859 und am 4. Oktober 1862 (Farbänderungen) herausgegebenen Marken gibt es jeweils einen scharfen und einen unscharfen Druck.
Ab 1863 wurden die Marken von Argentinien verwendet.
In der Provinz Córdoba bestand seit 1853 ein eigenständiger Postdienst für den Verkehr zwischen der gleichnamigen Hauptstadt und den Departamentos. Córdoba gab nur zwei Briefmarken heraus.
Am 28. Oktober 1858 erschienen die beiden bei der Casa Larsch in Buenos Aires im Steindruck hergestellten Marken zu 5 und 10 Centavos. Die Marken wurden in unterschiedlichen Bogenanordnungen gedruckt. Der Bogen der 5 Centavos Marke enthielt 30 Marken (3x10) und der Bogen der 10 Centavos Marke enthielt 20 Marken (4x5).
Marken mit den Wertstufen 15, 20 und 50 Centavos und 1 Peso, die teilweise noch in alten Katalogen zu finden sind, sind reine Mache. Was als Neudruck angeboten wird, sind meistens um 1880 in Buenos Aires hergestellten Fälschungen.
Die Provinz Corrientes brachte die ersten Marken am 21. August 1856 heraus. Die Marken sind zum grössten Teil ohne Werteindruck verausgabt worden. Es gibt nur ein Motiv. Die Zeichnung des Markenbildes ist ein Plagiat der französischen Ausgabe der Ceres und sieht eher aus wie eine Karikatur derselben.
Da in der Provinz Corrientes das Kleingeld fehlte, waren im Alltag kleinwertige Briefmarken für den Postdienst ebenso geeignet wie als Kleingeld.
Es wurde nicht ein Urstempel hergestellt, sondern man entschloss sich stattdessen, die für einen Druckstock erforderliche Anzahl von Vorlagen individuell gravieren zu lassen. Es wurden acht Exemplare der Ceres-Kopie angefertigt. Die vorgesehene Wertstufe von 1 Real ergab im Achterblock genau den Gegenwert von 1 Dollar. Der Markendruck erfolgte ausschliesslich in Schwarz. Die verschiedenen Werte wurden auf verschiedenfarbige Papiere gedruckt.
Entwertet wurden die Marken vielfach mit Federzug, der nicht auf den Brief übergeht. Das einfach gezeichnete Markenbild, die verschiedenen Druckanordnungen und die Entwertungen bilden ein Tummelfeld für Fälschungen und für den Sammler höchste Herausforderungen.
Bis 1880 wurden in der Provinz Corrientes eigene Marken herausgegeben.
1858 erschien die erste Marke des Bundesstaates Argentinien. Es war eine einfache Lithographie mit dem Siegel der Konföderation.
1862-64 folgte das kleine Wappenschild der Republik Argentinien. Bis 1892 folgen 24 Ausgaben mit den Portraits von Persönlichkeiten, die sich vor allem für die Unabhängigkeit von Argentinien verdient gemacht hatten.
Zum 400. Jahrestag der Entdeckung von Amerika am 12. Oktober 1492 durch Christoph Columbus erschien 1892 die erste Gedenkmarke in Argentinien.
1899 bis 1908 erschien die allegorische Darstellung der Freiheit, die an die sitzende Helvetia mit Schild der Schweiz erinnert. Das hat die Ursache darin, dass der Entwerfer und Stecher dieser Marke der von Biel nach Argentinien ausgewanderte Schweizer Guillermo Godofredo (Wilhelm Gottfried) Nuesch war, der für die argentinische Post weitere Briefmarken entwarf.