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Der Sicherheitsrayon um das AKW Fessenheim müsse von zehn auf 80 Kilometer erweitert werden, fordert die französische Überwachungskommission. Frankreich sei auf einen schweren Atomunfall nicht vorbereitet.
In Frankreich gibt es zu jedem AKW eine unabhängige Überwachungskommission und davon einen nationalen Zusammenschluss namens l’Association nationale des comités et commissions locales d’information (Anccli). In einer neuen Studie hat diese Kommission nun nachgewiesen, dass der Sicherheitsrayon um ein AKW angesichts der Ereignisse von Fukushima von zehn Kilometern, wie sie in Frankreich üblich ist, auf 80 Kilometer erhöht werden muss. Darüber berichtete die Zeitung «L’Alsace» in ihrer Ausgabe vom Samstag.
Dies betrifft auch das AKW Fessenheim, das 50 Kilometer nördlich von Basel liegt. In diesem Rayon tritt der sogenannte Plan particulier d’intervention (PPI) in Kraft. Wenn dies der Fall ist, müssen die Behörden definieren, in welchem Umkreis des AKW die Bevölkerung evakuiert werden muss, sie Jodtabletten erhält und sie nicht mehr ins Freie darf. Die bestehenden Pläne seien allerdings wenig konkret, kritisiert die nationale Überwachungskommission. Frankreich sei auf einen schweren Atomunfall nicht vorbereitet.
Von dem neuen Sicherheitsrayon wären in der Schweiz auch Basel, ja auch Baden und Porrentruy betroffen. Die Anccli geht davon aus, das im Umkreis von 80 Kilometern von Fessenheim 4,9 Millionen Personen wohnen. Die Kommission weist ausserdem darauf hin, dass schon 2014 die Atomaufsichtsbehörden von 14 Staaten verlangt hätten, den Sicherheitsrayon bei einem Zwischenfall zu erweitern. Damals war von einer Evakuierung und Jodverteilung 20 Kilometer um das betroffene AKW die Rede. 100 Kilometer um das AKW sollte die Bevölkerung in Sicherheit gebracht werden.
Die «L’Alsace» verwies auch auf einen Beitrag der Zeitung «Libération». Darin hatte der Präsident der französischen Atomaufsicht Autorité de Sûreté nucléaire (ASN) darauf verwiesen, dass ein Unfall wie Fukushima in Europa möglich sei. Zudem würde die Überalterung des französischen Nuklearparks und die schlechte finanzielle Situation der Betreiber dazu führen, dass die Sicherheitssituation der französischen AKW kurz- und mittelfristig beunruhigend sei.
Geplant ist, das AKW Fessenheim 2018 zu schliessen. Es ist aber denkbar, dass ein neuer bürgerlicher Staatspräsident nach den Präsidentschaftswahlen von 2017 die Entscheidung von François Hollande revidiert. (bzbasel.ch)