Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/66074

<h2>SubmittedText<h2><p>Ulrich Kohli, Chefökonom der Schweizerischen Nationalbank (SNB), hat anlässlich einer Tagung von "Avenir Suisse" Zweifel an der Wachstumsrate der Schweiz geäussert; diese Rate wird von den zuständigen Stellen auf 1,5 Prozent jährlich seit 1980 geschätzt. Gemäss Kohli war das jährliche Wachstum in Wirklichkeit um 1 bis 1,5 Prozentpunkte höher. Dieser Unterschied ist beträchtlich!</p><p>Kohli bestreitet insbesondere, dass Irland die Schweiz im Pro-Kopf-Einkommen überholt habe, wie es aus den Zahlen der OECD seit 2002 hervorgeht. Das Seco hingegen betont weiterhin, man könne die Kriterien der Statistik zwar ändern, die Schweiz bleibe aber trotzdem auf dem letzten oder vorletzten Rang des OECD-Vergleiches.</p><p>Die Wachstumsrate ist für die Beurteilung unserer Wirtschaftslage und der Geld-, Währungs- und Budgetpolitik von äusserster Wichtigkeit. Schliesslich stützt sich die Berechnungsgrundlage der Schuldenbremse auf die vom Seco herausgegebenen Wachstumszahlen.</p><p>Wem soll nun Glauben geschenkt werden, der OECD, dem Seco oder der SNB?</p><p>Wie beurteilt der Bundesrat diese Kontroverse?</p><p>Ist er der Ansicht, dass die Berechnungsgrundlage der Schuldenbremse immer noch verlässlich ist?</p>