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Die Plastikverschmutzung der Ozeane ist beunruhigend, allgegenwärtig, irreversibel und vielschichtig in ihren Auswirkungen.
Unter den zahlreichen tiefgreifenden Veränderungen, die der Mensch bei den Ozeanen verursacht, nimmt die Thematik der Ansammlung von Kunststoffabfällen in den Meeren beunruhigende Dimensionen an, da sich diese sehr rasch weiterentwickelt (Zunahme des weltweiten Plastikverbrauchs von 9% pro Jahr). Obwohl der grösste Teil dieser Abfälle den Meeresboden bedeckt (60% des Kunststoffs versinkt), bereitet die Verschmutzung der Oberflächengewässer grosse Sorgen, insbesondere, weil sich dort besonders viele Lebewesen aufhalten.
60% der Kunststoffe versinken und bedecken den Meeresgrund, wo sie Sauerstoffmangel verursachen (eingeschränkter Gasaustausch zwischen Wasser und Boden).
40% des Kunststoffs treibt an der Oberfläche und nimmt Partikelform an: Mikroplastikteilchen. Foto: Arnaud Conne
Plankton, am Anfang der Nahrungskette, interagiert mit dem Mikroplastik.
Die Meeresströme bilden Gebiete, in denen sich die Abfälle ansammeln. Diese werden fälschlicherweise „Plastikkontinente“ genannt.
Es wird geschätzt, dass 8 Millionen Tonnen Kunststoffabfall jedes Jahr in den Ozeanen landen. Dieser Müll zersetzt sich zu Partikeln, deren Grösse vom Millimeter zum Mikrometer reicht, ähnlich der Grösse eines Planktons. Wenn dieser Zustand erreicht ist, werden die Teilchen von Organismen aufgenommen und absorbiert. Diese werden dadurch vergiftet oder ersticken, weil sie die Teilchen mit Plankton verwechseln. Die Konsequenzen lassen sich nicht quantifizieren, sind aber in mehrfacher Hinsicht dramatisch:
- Umwelt: Der Kunststoff verursacht einen Sauerstoffmangel am Meeresgrund (eingeschränkter Gasaustausch zwischen Boden und Wasser), das Absterben der maritimen Fauna durch Strangulierung, Ersticken oder die irreversible Ansammlung von Plastik im Magen; die Verbreitung invasiver Arten, die sich auf dem Müll im Meer ansetzen; die Konzentration von PBTs (persistente, bioakkumulierbare und toxische Substanzen), hydrophob und im Wasser zersetzt. Durch die Absorption von PBTs oder von Plastikteilchen durch Tiere kann das Phänomen der Fragmentierung und der Nahrungsaufnahme von Planktonfressern die ganze Nahrungskette vergiften.
- Menschliche Aktivitäten: Die Abfälle stellen eine grosse Gefahr für die Schifffahrt und die Sicherheit dar, sie schaden dem Tourismus, verschmutzen die Strände nachhaltig und erschweren die Arbeit der Fischer.
- Menschliche Gesundheit: Man fürchtet heute die Folgen für die menschliche Gesundheit aufgrund der langfristigen Auswirkungen der Bioakkumulation.
Obschon von den Medien oft thematisiert, bleibt das Phänomen der Verschmutzung der Oberflächenwasser durch die Plastikabfälle sowie die Bildung von Waste Patches ein Mysterium. Man weiss immer noch nicht, was aus dem überwiegenden Teil des treibenden Plastiks wird.