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(Hagenbach, 1822)
- DE: Lauchschrecke
- EN: Leek Grasshopper
- FR: Le Criquet des roseaux
- IT: Locusta dei canneti
- Syn.: Gryllus alliaceus Germar, 1825 | Parapleurus fastigiatus Rehn, 1902 | Parapleurus typus Fischer, 1853
Morphologie
Aufgrund der schlanken Gestalt und der charakteristischen Färbung lässt sich Mecostethus parapleurus gut erkennen. Die Grundfarbe ist hellgrün oder gelblich bis bräunlich. Vom Auge ausgehend, verläuft eine scharf abgegrenzte, schwarze Binde über den Halsschild bis in die erste Flügelhälfte. Dieses Merkmal ist auch bei älteren Larven und frisch gehäuteten Imagines oft noch nicht ausgebildet. Die langen Flügel überragen die mehr oder weniger dunklen Hinterknie. Am unteren Rand der Flügel verläuft ein grüner Saum, oberhalb und gegen das Ende sind die Flügel bräunlich angehaucht. Auf dem Halsschild ist ein feiner Mittelkiel vorhanden, die Seitenkiele fehlen. Die Subgenitalplatte des Männchens ist kegelförmig zugespitzt.
Gesang
Gesänge, wie sie bei den Kurzfühlerschrecken üblich sind, äussert Mecostethus parapleurus keine. Zwar führen die Männchen hin und wieder Stridulationsbewegungen durch, dabei entsteht jedoch kein hörbares Geräusch. Bei der Balz können leise Geräusche erzeugt werden, die an den Gesang von Chrysochraon dispar erinnern.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Mecostethus parapleurus reicht im Westen von Nordspanien bis in den Norden Frankreichs, wo die nördliche Arealgrenze erreicht wird. Im Osten kommt die Art bis nach Japan vor. Auf der Balkanhalbinsel gibt es südwärts Vorkommen bis in die Grenzregion zwischen Bulgarien und Griechenland. In der Schweiz ist Mecostethus parapleurus in Lagen unterhalb von 1000 m über das Mittelland und die Tallagen des Tessins und Wallis verbreitet. In Deutschland reichen die Hauptvorkommen vom Bodensee entlang des Rheintals bis in die Region um Mainz. Östlich davon kommt die Art nur lokal vor.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Mecostethus parapleurus können von Juli bis Oktober beobachtet werden.
Die Eier werden in den Boden abgelegt. Die Larven dieser späten Art schlüpfen im Juni und durchlaufen anschliessend 5 Stadien. Die ausgewachsenen Tiere sind gute Flieger und legen bei Fluchtsprüngen mehrere Meter zurück. Häufig bildet die Art in geeigneten Habitaten sehr hohe Individuendichten.
Lebensraum
Mecostethus parapleurus ist wärmebedürftig und besiedelt Feuchtwiesen, Uferbereiche von Seen und Fliessgewässern sowie Flachmoore. Neben den natürlichen Feuchtwiesen werden auch Kunstwiesen und intensiv bewirtschaftete Flächen besiedelt. Immer wieder werden auch Trockenwiesen angenommen, wobei sich Mecostethus parapleurus an mikroklimatisch feuchtere Bereiche mit dichter Krautschicht hält. Die Art bevorzugt dichte Grasblattbestände. In gedüngten Kunstwiesen im Mittelland ist die Art häufiger als in natürlichen Lebensräumen.
Gefährdung & Schutz
Da Mecostethus parapleurus weit verbreitet ist und teilweise grosse Bestände bildet, gilt sie in der Schweiz als ungefährdet und in anderen Gebieten als geringfügig gefährdet. Die Ursachen für eine Gefährdung sind in erster Linie die Nutzungsaufgabe und Intensivierung feuchter Wiesen. Zur Erhaltung und Förderung sollten Mähwiesen nicht häufiger als zweischürig bewirtschaftet werden. Die gute Flugfähigkeit erlaubt es der Art, sich in ungemähte Bereiche zurückzuziehen und von dort die gemähten Flächen wieder zu besiedeln. Daher sind ungemähte Rückzugsinseln für die Art besonders förderlich. Die grossen Bestände in mehrfach pro Jahr gemähten Kunstwiesen lassen jedoch darauf schliessen, dass sich Mecostethus parapleurus als eine der wenigen Arten sehr gut an die moderne Landwirtschaft anpassen kann.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: 3 (Gefährdet)
- AT: NT (Potenziell gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Aufgrund der Farbe und Zeichnung ist Mecostethus parapleurus einfach erkennbar. Verwechslungen sind mit den Aiolopus-Arten möglich, die allerdings, besonders auf den Flügeln, eine deutlich dunkle Fleckenzeichnung und Querbinden aufweisen. Eine Verwechslungsmöglichkeit mit den beiden Pseudochorthippus-Arten, mit denen Mecostethus parapleurus oft den Lebensraum teilt, ist auch möglich. Beide Pseudochorthippus-Arten sind deutlich kleiner und die Flügel überragen die Hinterknie nicht. Ähnlich ist auch Stethophyma grossum. Sie ist etwas kräftiger gebaut sowie bunter und kontrastreicher gezeichnet. Auffällig sind die roten Unterseiten der Hinterschenkel von Stethophyma grossum.