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Foto: Archiv Diogenes Verlag
Georg Christoph Lichtenberg
1764, mit 22 Jahren, begann der Physik- und Mathematikstudent, »alles, so wie ich es sehe oder wie es mir meine Gedanken eingeben«, zu notieren. Von diesen ›Sudelbüchern‹ wußten seine Zeitgenossen nichts, nach seinem Tod blieben sie ein Jahrhundert lang unbeachtet, heute aber ist Lichtenberg für sie berühmt. Der Göttinger Physikprofessor, Zeitschriftenherausgeber und wissenschaftliche Autor war auch ein Satiriker, der seine Liebe zu England gerne und lustvoll gegen Deutschland ausspielte. Ein weiteres Steckenpferd von ihm war seine Abneigung gegen die Physiognomik Lavaters, gegen die er in Pamphleten und Satiren wetterte, etwa in einem ›Fragment von Schwänzen‹. Wahrscheinlich fühlte Lichtenberg sich persönlich von Lavaters Theorie angegriffen, denn er war kleinwüchsig und bucklig: schlechte Voraussetzungen für einen edlen Charakter.