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«Ich hatte keine Kindheit»
- Aktualisiert am Mittwoch, 4. Oktober 2017, 9:48 Uhr
Bernhard Schwark ist 1935 in Ostpreussen geboren. Mit neun Jahren mussten er und seine Familie wegen des Zweiten Weltkriegs flüchten. Als Kind besuchte er kaum eine Schule und als Jugendlicher hatte er einen strengen Lehrmeister. Eine Kindheit hatte er nicht.
Lebenserinnerungen von Bernhard Schwark
Bernhard Schwark wurde bis zum sechsten Lebensjahr in Ostpreussen gross. 1945 musste er und seine Familie aber ihre Heimat verlassen. Die Ostsee wurde zum Schiessplatz. Mit insgesamt 35 Wagen und Pferdgespann sind sie zusammen mit anderen Einwohnern mitten in der Nacht geflüchtet. Auf Stroh gebettet und in Decken eingewickelt fuhren sie bei minus 44 Grad Kälte und bis zu zwei Meter Schnee die ganze Nacht durch. Bei einem passenden Versteck im Wald wurde durchgezählt. Wer nicht mehr lebte oder krank war wurde dort gelassen.
Nach neun Wochen kamen nur acht Wagen in Bremen an. Wo die restlichen 27 Wagen geblieben sind, weiss Bernhard Schwark bis heute nicht. In Bremen wurden sie von dem grössten Hof aufgenommen. Seine Mutter arbeitete als Modeschneiderin. Sein Vater war im Krieg. «Ich habe meinen Vater in meiner Kindheit nur auf dem Bild gsehen», erzählt der Rentner. Erst im Jahr 1948 kam sein Vater aus der russischen Gefangenschaft zurück. Er war krank.
«Ich konnte keine Sätze schreiben»
Während den Kriegsjahren hatte Bernhard Schwark kaum die Schule gesehen. Seine Bildung war mager. Immerhin konnte er in Bremen noch ein Jahr Schule nachholen, damit er eine Lehre machen konnte. Sein Vater besorgte ihm eine Lehrstelle in einer Bäckerei/Konditorei mit Restaurant. Sein Lehrmeister war sehr streng.
« Ich war einfach ein Sklave in der ganzen Lehrzeit. Aber ich bereue das heute nicht. »
Der Lehrmeister hatte Bernhard Schwank alles beigebracht und ihn für schlechte Zeiten eingeschult. Die Prüfung als Bäcker bestand er mit Auszeichnung. Danach machte er gleich noch eine Lehre als Konditor und Hilfskoch.
Bernhard Schwarks Lehrmeister besorgte ihm später eine Stelle als Vorarbeiter in einem anderen Betrieb, weil er selber Konkurs ging. Weil der gelernt Bäcker aber noch sehr jung war, akzeptierten ihn die anderen Mitarbeiter nicht. Sie legten ihm Steine in den Weg wo es nur ging. Zum Beispiel steckten sie Zigaretten-Stummel in den Teig. Das ging Bernhard Schwark zu weit und er wollte weg.
Dank Auslandschweizer in die Schweiz
Schwarks Familie hatte schon in der Heimat in Ostpreussen viel Kontakt mit Schweizern. Seine Mutter hatte den Kontakt mit den Auslandschweizern über die Jahre hinweg behalten. Diese luden den damals jungen Bernhard ein, er solle doch zu ihnen in die Ferien kommen.
In der Schweiz bekam der gelernte Bäcker verschiedene Arbeitsstellen. Er legte Geld zur Seite und finanzierte sich einen schweren Töff. Durch die Töfftouren lernte der Rentner die Schweiz besser kennen – und auch seine Frau.
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Bernhard Schwarks Mutter lernte während den Kriegsjahren in Ostpreussen Auslandschweizer kennen. Den Kontakt pflegte sie über Jahre hinweg. Als Bernhard Schwark in den 50er-Jahren in die Schweiz reisen wollte, luden diese ihn in die Ferien ein. Mit einem Trick konnte er länger als 6 Wochen bleiben.
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Bernhard Schwark musste als 9-jähriger Junge aus Ostpreussen flüchten. Weil er in seiner Kindheit kaum zur Schule gehen konnte, bekam er noch ein Schuljahr zusätzlich. So konnte er eine Lehre als Bäcker, Konditor und Hilfskoch absolvieren. Er schloss die Bäckerlehre mit Auszeichnung ab.
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Bernhard Schwark ist im Jahr 1935 in Ostpreussen zur Welt gekommen und auch gross geworden – bis zum neunten Lebensjahr. Er wohnte auf einem Rittergut und ging mit dem kleinsten Fürsten aus dem Schlobittenschloss zur Schule. 1945 musste er und seine Familie die Heimat verlassen.