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Entstehung
«. . . werde ich jemals Journalistin und Schriftstellerin werden? Ich hoffe es, ich hoffe es so sehr! Mit Schreiben kann ich alles ausdrücken, meine Gedanken, meine Ideale und meine Phantasien.»
(Anne Frank, 5. April 1944)
Zu ihrem 13. Geburtstag, am 12. Juni 1942, bekam Anne Frank das rot-weiss-karierte Tagebuch geschenkt. Bis zum Frühling 1944 schrieb sie nur für sich. Dann hörte sie im Radio die Rede des holländischen Erziehungsministers. Er sagte, dass man nach dem Krieg alles über die Leiden des niederländischen Volkes während der deutschen Besatzung veröffentlichen müsse. So beschloss Anne Frank, nach Kriegsende ein Buch zu veröffentlichen. Ihr Tagebuch sollte als Grundlage dienen. Ihr letzter Eintrag war am 1. August 1944, drei Tage vor dem Verrat der Familie.
Miep Gies und Bep Voskuij fanden nach der Deportation der Familie am 4. August, Anne Franks Tagebücher. Die beiden waren Sekretärinnen der Opekta-Werke gewesen, für die Anne Franks Vater auch gearbeitet hatte, und gehörten zu der Helfergruppe, welche die Familie versteckt hatte.
Miep bewahrte die Tagebücher auf, in der Hoffnung, diese eines Tages wieder Anne Frank überreichen zu können. Als sie nach dem Krieger erfuhr, dass Anne Frank im Konzentrationslager umgekommen war, überreicht sie die Hefte und losen Blätter dem einzigen Überlebenden der Familie, Anne Franks Vater, Otto Frank.
Otto Frank beschloss den Wunsch seiner Tochter zu erfüllen, ihre Aufzeichnungen als Buch zu veröffentlichen. Den Titel für ihr Buch hatte Anne Frank selbst notiert: «Het Achterhuis» (auf Deutsch: Das Hinterhaus).
Im Juni 1947 wurde «Het Achterhuis» in den Niederlanden herausgegeben. 1950 folgte die deutsche Fassung «Das Tagebuch», und die französische Fassung «Le Journal». 1952 wurde die englische Fassung «The Diary» veröffentlicht.
Als Otto Frank 1980 starb, vermachte er die Originalaufzeichnungen testamentarisch dem Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie in Amsterdam.
Die verschiedenen Fassungen
Angesichts der chaotischen Umstände an jenem fatalen 4. August sowie der Unordnung, die anschliessend im Hinterhaus herrschte, ist es ein Wunder, das überhaupt Papiere erhalten geblieben sind. Erstaunlich Vieles konnte gerettet werden.
Aus der ursprünglichen Fassung A des Tagebuchs und der von Anne Frank selbst umgeschriebenen Fassung B, stellte Otto Frank eine gekürzte dritte Fassung C zusammen. Er musste kürzen, da der Verlag nur eine bestimmte Anzahl Seiten drucken wollte. Auch wurden ganze Passagen oder bestimmte Formulierungen von ihm gestrichen, da Otto Frank das Andenken an seine Frau und die anderen Schicksalsgenossen des Hinterhauses schützen wollte.
In «Die Tagebücher der Anne Frank», einer wissenschaftlichen Untersuchung des «Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie» (Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation), wurden 1986 sämtliche Texte von Anne Frank veröffentlicht.
Echtheit
Das Niederländische Staatliche Institut für Kriegsdokumentation (NIOD) in Amsterdam hat 1986 eine wissenschaftliche Untersuchung (Kritische Ausgabe) über die Echtheit des Tagebuchs von Anne Frank publiziert. Dafür wurden vom Gerichtslaboratorium des niederländischen Justizministeriums in Rijswijk Handschriften, Papier, Leim, Tinten u. ä. untersucht. Das Ergebnis belegt die Echtheit des Tagebuchs.
Die Echtheit des Tagebuchs wurde ausserdem durch das Urteil des Landesgerichts Hamburg vom 23. März 1990 bestätigt. Der ANNE FRANK FONDS behält sich strafrechtliche Schritte gegen Angriffe auf die Echtheit des Tagebuchs von Anne Frank vor.