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Metzina-Wächter-Platz offiziell eingeweiht
Jetzt ist es offiziell: Anfang März hatte der Stadtrat von Olten beschlossen, dem neugestalteten kleinen Platz an der Dünnern unterhalb der Altstadtmauern einen eigenen Namen zu geben. An einer kleinen Feier wurde nun noch der dazugehörige Akt vorgenommen und das Namensschild enthüllt: Bezugnehmend auf den benachbarten Hexenturm in der Stadtmauer wurde der Platz nach dem bürgerlichen Namen der Oltnerin benannt, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts in einem Prozess von der Hexerei freigesprochen wurde: Metzina Wächter.
Als im Jahr 1383 Olten durch Berner und Solothurner Truppen belagert wurde, soll Graf Berchtold von Kyburg, unter dessen Herrschaft die Stadt damals stand, Metzina Wächter zu Hilfe gerufen haben: Ihm sei zugetragen worden, dass sie «etwas tun könne», um die Belagerung abzuwenden. Er bot ihr im Gegenzug an, sie «nicht zu melden», sie also nicht als Hexe zu denunzieren. Danach habe sie auf der Zinne der Ringmauer einige Worte gesprochen, worauf ein grosses Unwetter losbrach, das die Belagerer zum Abzug gezwungen habe. In der Folge wurde Metzina Wächter in Solothurn der Hexerei verdächtigt und angeklagt. Dank der Fürsprache einiger einflussreicher Frauen wurde sie aber nicht verurteilt. Sie musste jedoch «Urfehde» schwören, das heisst versprechen, nie wieder einen Schadenzauber heraufzubeschwören.
Die Belagerung der Stadt Olten geschah im Laufe des sogenannten Burgdorferkriegs (1383-1384), einer Auseinandersetzung des hoch verschuldeten Grafengeschlechts Neu-Kyburg mit den aufstrebenden Städten Bern und Solothurn. Ein kyburgischer Überfall auf die verbündete Stadt Solothurn war für Bern Anlass, gegen Kyburg in den Krieg zu ziehen. Die folgende Belagerung von Burgdorf musste zwar wie die Belagerung von Olten erfolglos abgebrochen werden, aber der durch eidgenössische Vermittlung zustande gekommene Friedensschluss war für die Berner dennoch ein Erfolg: Der Graf von Kyburg musste die Städte und Schlösser Burgdorf und Thun an Bern verkaufen. Mit dem Tod von Graf Berchtold starb das Grafengeschlecht Kyburg 1417 aus.
Der Stadtrat begründete seinen Beschluss vor zwei Monaten damit, dass er mit diesem eng mit dem Ort verbundenen Namen an die zahllosen Frauen erinnern wolle, welche – vielfach aufgrund von damals nicht erklärbaren Fähigkeiten – in den mittelalterlichen Hexenprozessen angeklagt, verurteilt und hingerichtet wurden, aber auch an die furchtlosen Solothurner Frauen, die durch ihre Fürsprache Metzina Wächter zur Freiheit verholfen haben.