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Der Boden ist der belebte oberste Teil der Erdkruste. Die Eigenschaften und der Charakter des Bodens sind abhängig von verschiedenen Faktoren: Ausgangsgestein, Relief, Klima, Lebewesen und Zeit. Auf Grund ihrer unterschiedlichen Entstehungsgeschichte gibt es verschiedene Bodentypen. Die Böden bilden sich unter dem Einfluss der verschiedensten Umweltfaktoren meist im Verlauf von Jahrtausenden. Mineralische und organische Bestandteile (Humus), Lebewesen, Wasser und Luft bilden zusammen den Boden. Ungefähr die Hälfte besteht aus Hohlräumen, die unterschiedlich gross sind und in denen Luft zirkuliert.
Die Vielzahl an Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien, welche in einem gesunden Boden leben, sind neben der Bodenbildung sehr wichtig für den Nährstoffkreislauf. Abgestorbene Pflanzenteile und Lebewesen werden von anderen Lebewesen abgebaut und die darin enthaltenen Nährstoffe werden wieder für neues Wachstum verfügbar gemacht. Der Boden ist normalerweise in drei Teile gegliedert: (1) Zuoberst liegt der relativ dünne Oberboden mit der Humusschicht. Er enthält viele Wurzeln und Bodenlebewesen. (2) Darunter folgt der mächtigere Unterboden. Er ist oft bräunlich gefärbt und enthält weniger Wurzeln. (3) Das Ausgangsgestein besteht aus lockeren Steinen und bildet den Übergang vom Boden zum darunter liegendem Muttergestein.
In den Randgebieten des Tafeljuras und in den Hügelländern ist der Löss weitverbreitet. Dort bildete sich eine Parabraunerde (genauer Pseudogley-Parabraunerde) im Lösslehm. Dieser Boden eignet sich für den Ackerbau mit Schwergewicht auf Getreide- oder Futterbau sehr gut. Er ist typisch für Hochflächen mit teilweise älterem Lösslehm. Der Oberboden ist oft stark sauer und umfasst auch einen Auswaschungshorizont, aus dem die Tonmineralienin den Unterboden vergelagert worden sind.
Im Jura, wo vor allem Kalkschichten die Oberfläche bilden, hat sich im Laufe der Zeit der Bodentyp der Rendzina entwickelt. Da das Wasser im Untergrund wegen des Kalkes schnell versickert und somit Substanzen des Boden schnell abtransportiert werden, konnte sich nie ein richtiger Unterboden entwickeln. Dieser Boden ist somit sehr nährstoffarm. Auf dem Dinkelberg überwiegen solche Rendzina-Böden auf dem Muschelkalk. Sie sind meist waldbestanden, allenfalls werden sie als Wiese- oder Weideland verwendet. Im Tafeljura konnte sich auf Kalk (z.B. Dogger) eine Braunerde bilden. Diese ist typisch für flache, wenig erosionsexponierte Talflächen mit Verwitterungslehm. Dieser Bodentyp eignet sich für den Ackerbau.
Boden als Pflanzenstandort: Die Böden dienen den Landpflanzen als Wuchsort, in dem sie Verankerungsmöglichkeiten, Wasser und Nährstoffe finden. Die Bodenfruchtbarkeit ist deshalb die wohl bedeutendste Eigenschaft eines Bodens. Gegen Versauerung besitzen Böden eine enorme Pufferkapazität. Sie bilden zudem einen wirksamen Filter für unerwünschte Stoffe, die das Grundwasser belasten und dadurch die Trinkwasserqualität gefährden können. Dadurch werden viele Stoffe, wie zum Beispiel Schwermetalle, für eine sehr lange Zeit im Boden gespeichert und können über den Nährstoffkreislauf wieder in die Biosphäre zurückgelangen. Böden sind Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere wie Bakterien, Algen, Pilze, Milben, Asseln, Insekten, Würmer, Maulwürfe und andere.
Der Mensch greift seit langem in die natürlichen Kreisläufe ein. Ab Mitte des letzten Jahrhunderts hat sich der Zustand der Böden verschlechtert. Eine der Hauptursachen sind die immer schwerer werdenden Landwirtschafts- und Forstmaschinen, die den Boden verdichten, destabilisieren oder sogar zerstören. Bei der Bodenverdichtung werden die Luftporen zusammengedrückt, was den Gasaustausch mit der Atmosphäre be- oder verhindert. Ausserdem wird der Oberflächenabfluss des Regenwassers gefördert. Im Zusammenspiel mit der fehlenden Winterbeckung von Äckern und der Bearbeitung in Gefällsrichtung kommt es zu Effekten der Bodenerosion. Dadurch wird vor allem die oberste, fruchtbarste Schicht des Bodens weggeschwemmt.
Neben der Bodenverdichtung beziehungsweise Bodenerosion ist die Belastung des Bodens mit Schadstoffen aus Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, aber auch aus der Luft, erzeugt durch die Industrie oder den Verkehr, besonders problematisch.
HPM