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Eine Familiengeschichte
Der Bauernhof und die Tiere sind für die Olivier und Sonja Moret eine Familiengeschichte, und sie teilen diese Leidenschaft mit ihren sechs Kindern Emilie, 15, Julie, 13, Nicolas, 12, Nathalie, 10, Mélanie, 8, und Adèle, 5. Es muss gesagt werden, dass die Eltern ihre Kinder schon von klein an auf das Leben auf dem Bauernhof und die Tiere vorbereitet haben. «Wir haben sie schon in den Stall mitgenommen, als sie noch im Kinderwagen sassen.» Dieses Heranführen hat sie sicher positiv geprägt: Emilie beginnt nächstes Jahr ihre Lehre als Bäuerin, und Nicolas plant, dasselbe zu tun, sobald er alt dafür genug ist. «Wir haben sie nie zu diesem Schritt gedrängt, sie lieben diesen Beruf ganz einfach.» Julie hingegen möchte Tierärztin für Grosstiere werden, genauso wie Sonja, welche als Veterinärin in der Tierarztpraxis «3 Sapins» in Vaulruz arbeitet, und sich zudem stark im Familienbetrieb engagiert.
Vom Flachland auf die Alp
Auf dem Betrieb der Familie Moret leben zahlreiche Tiere: Kühe, Jungvieh, Schweine, Ziegen, Kaninchen und Hühner. Die Holstein-, Red Holstein- und Jersey-Kühe, die im Talgebiet und auf der Alp weiden, geben pro Jahr insgesamt 480'000 Liter Milch. Sich um einen Talbetrieb, eine Alp und sechs Kinder zu kümmern, erfordert eine gute Organisation. Bis im vergangenen Jahr blieb ein Teil der Kühe im Sommer im Tal, der andere Teil ging auf die Alp. Die Familie Moret schlief die meiste Zeit zu Hause und musste die Arbeit an beiden Orten verrichten. Dieses Jahr hat sie beschlossen, sich anders zu organisieren: Sämtliche Kühe stiegen auf die Alp, und die Familie schlief von Mitte Mai bis Mitte August ebenfalls auf der Alp. Diese neue Organisation praktischer für die Arbeit, aber nicht ideal, solange die Kinder Schule hatten: "Wir mussten die Fahrten viermal am Tag machen, um sie zu bringen und abzuholen". Glücklicherweise kann sich das Ehepaar darauf verlassen, dass ihre sechs Kinder ihnen helfen. Diesen Sommer hatte jeder auf der Alp seine Lieblingsaufgaben: Die beiden Ältesten halfen Sonja bei der Käseherstellung. Nicolas war für das Melken der Ziegen zuständig und kümmerte sich um die Schweine, Nathalie um die Hühner und Kälber. Mélanie war für das Dippen zuständig und wurde von der Jüngsten unterstützt.
Die Herstellung des Alpkäses Vacherin Fribourgeois AOP
Obwohl das Tagesprogramm von Olivier und Sonja bereits recht voll ist, haben sie beschlossen, ihren eigenen Alpkäse Vacherin Fribourgeois AOP herzustellen. Nachdem sie vor einigen Jahren bei der Branchenorganisation des Vacherin Fribourgeois (BOVF) Quoten beantragt und in die erforderlichen Räumlichkeiten und das Material investiert hatten, konnte die Familie Moret diesen Sommer von Mitte Juni bis Mitte August erstmals produzieren. Es gibt mehrere Gründe für den Wunsch, in die Käseherstellung einzusteigen: «Ein Teil unserer Produktion wird als Molkereimilch verkauft und generiert kaum Wertschöpfung. Daher hatten wir Lust, die Alpmilch besser zu verwerten und auch die Tradition zu pflegen, wonach Milchproduktion und Käseherstellung am selben Ort erfolgen. Und dann ist natürlich auch die Entwicklung eines neuen Verwertungszweiges motivierend.» Es war Sonja, die die Herstellung des Vacherin Fribourgeois AOP managte. Zur Seite stehen ihr dabei Emilie und Julie. Gelernt hat sie das Handwerk von François Raemy, einem pensionierten Käsereimeister und ehemaligem Mitarbeiter der BOVF. «Es war einfach toll, wie er mir die Grundlagen beigebracht hat. Dann wurden wir dank regelmässiger Analysen gut begleitet. Der Herstellungsprozess verlief gut. Nun warten wir ganz gespannt und mit etwas Respekt auf die Ergebnisse der Taxationen, um die Qualität unseres Produkts zu erfahren.» Die Herstellung hat während zwei Monaten jeweils am Vormittag den Takt vorgegeben: «Unsere letzten Laibe Vacherin Fribourgeois AOP haben wir am Sonntag, den 9. August, geliefert. Es war ganz seltsam, wir hatten den Eindruck, dass etwas fehlte. Deshalb freuen wir uns schon auf nächstes Jahr!»