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«Ich werde alles tun, um das Kind vor diesem Burschen in Sicherheit zu bringen», empörte sich ihr Vater, als seine Frau ihn wegen eines anderen verliess. Damals war das 1926 in München geborene Kind gerade drei Jahre alt. Bald aber zeigte sich, dass der neue Stiefvater alles andere als ein Sicherheitsrisiko darstellte: Der Schauspieler war bei den NS-Oberen so beliebt, dass sie und ihre jüdische Mutter vom Zugriff der Nationalsozialisten verschont blieben.
So konnte sie zur Schule gehen und sich noch im Krieg zur Schauspielerin und Tänzerin ausbilden lassen. Später spielte sie an den grossen Bühnen Europas: In Frankfurt und Berlin war sie ebenso präsent wie in Zürich und Wien. Zu ihrem Repertoire gehörten Shakespeare, Tolstoi und Kleist, sie spielte aber auch Dürrenmatt, Sartre und Brecht – Letzteren mit zunehmender Intensität. Dabei war sie weniger von den literarischen Fähigkeiten Brechts beeindruckt als von dessen politischen Ansichten. Als Mitte der siebziger Jahre ehemalige NSDAP-Grössen wieder zu höchsten Würden kamen, kehrte sie der Bühne den Rücken.
Seither ist sie unermüdlich unterwegs. Sie macht Strassentheater, veranstaltet Brecht-Abende, lässt Deserteure zu Wort kommen, spielt für Asylsuchende, liest in Schulen, um die Erinnerung an Faschismus und Krieg wachzuhalten. Lange Zeit zog sie mit dem «Anachronistischen Zug», der Inszenierung eines Brecht-Gedichtes, durch die Bundesrepublik.
Wie heisst die couragierte Schauspielerin, die im September 2005 für ihr politisches Engagement den Aachener Friedenspreis bekam?
Wir fragten nach Hanne Hiob, Tochter von Bertolt Brecht.