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2. Ziele des Forschungsprojekts bei Forschungsbeginn und die Resultate nach Abschluss des Projekts:
Über tausend Jahre war die Gänsefeder das in Europa am meisten verwendete Schreibwerkzeug, während in Asien der Pinsel und im Orient die Rohrfeder bevorzugt wurde. Im Mittelalter schrieb man in Klöstern mit Gänsefedern, in der Frühen Neuzeit zeigten Kalligraphen, was die Feder konnte und Schreibmeister entwickelten neue Schriften sowie Vorlagen für Drucktypen. Im 18. Jahrhundert erhöhte sich der Bedarf an Gänsefedern enorm, weil nun breite Bevölkerungsschichten nun schreiben konnten. Gänsefedern in guter Qualität waren deshalb ein gefragter Handelsgegenstand.
Meine Studie kontextualisiert literarische Feder-Texte mit historischen Anleitungen zum Spitzen der Federn, mit der Analyse von Hinweisen, wie die Feder zu führen oder wie die Hand zu positionieren sei. So zeigt sich, wie Schreibfedern als materielle Dinge die Körperhaltung oder den Schulunterricht prägten. In Redewendungen wie „mit spitzer Feder schreiben“ hat das Schreibobjekt Feder zudem ein Nachleben im bildlichen Sprechen. Diese Langlebigkeit und die Vereinigung der beiden Komponenten Materie und Metapher in der Feder werden in dieser Studie deutlich gemacht.
3. Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts
Für Federn interessierten sich bisher vor allem Kalligraphen, ansonsten stellen sie eine Forschungslücke dar. Diesen Umstand ändert meine Studie, indem literaturwissenschaftliche Analysen angereichert werden und mit den Erkenntnissen aus ökonomischer, historischer oder pädagogischer Perspektive auf das Schreiben als eine Kulturtechnik.