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Washington (awp/sda/dpa/afd) - Nach der provisorischen Abdichtung des Bohrlochs im Golf von Mexiko treibt BP ein neues Manöver zur endgültigen Versiegelung voran. Bei der "Static Kill" genannten Aktion soll schwerer Schlamm durch die Ventile des Abdeckzylinders gepumpt werden.
Die Operation werde bereits vorbereitet, sagte BP-Manager Kent Wells am Dienstagabend (Ortszeit). Ob tatsächlich ein Anlauf unternommen werde, müsse aber die Einsatzleitung der Regierung entscheiden. Er rechne bis Donnerstag mit einem Entscheid.
Mit einer solchen Operation könnte die Quelle schon eher dauerhaft geschlossen werden als geplant. Bisher sieht der Zeitplan vor, dass sie zwischen Ende Juli und Mitte August über Bohrungen zum Ursprung der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresboden entlastet wird.
Durch diese Bohrlöcher soll dann ebenfalls Schlamm und Zement in die Quelle geleitet werden - allerdings von unten. Wells äusserte sich am Dienstag zuversichtlich über die Fortschritte. Die Bohrung sei "genau dort, wo wir sie haben wollen".
Der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, hatte angeordnet, dass die provisorische Kappe noch bis mindestens Mittwoch die Quelle verschliessen solle. Alle 24 Stunden wird neu entschieden, ob der Auffangzylinder auf dem Bohrloch bleibt.
Hintergrund sind Bedenken, dass die kilometerlange Steigleitung im Meeresboden den Druck der gestauten Ölmassen nicht aushält und sich das Öl einen anderen Weg an die Oberfläche bahnt.
Nach den Worten Allens wurden bislang im direkten Umfeld des Bohrlochs fünf kleinere Lecks entdeckt. "Wir glauben nicht, dass dadurch Konsequenzen zu befürchten sind", sagte er. Das Öl tröpfle "vergleichbar mit einem Leck am Auto" aus dem ramponierten Sicherheitsventil und dem Auffangzylinder.
Überdies seien einige "Anomalien" in der Umgebung entdeckt worden. Bei der auffälligsten - drei Kilometer von der Problem-Quelle entfernt - handle es sich um ein nicht mehr benutztes Bohrloch.
Mit dem Verkauf von Firmenteilen versucht BP, die Kosten der Katastrophe zu stemmen. Wie der britische Ölkonzern am Dienstag mitteilte, übernimmt der Konkurrent Apache die Bereiche zur Öl- und Gasförderung in zwei US-Bundesstaaten sowie in Kanada und Ägypten.
Mit dem Verkauf der Firmenteile sollen sieben Milliarden US-Dollar erlöst werden. Für die Bewältigung der grössten Ölpest in der US-Geschichte hat BP bislang fast vier Milliarden Dollar ausgegeben. Gemäss Experten könnte die Ölpest in den kommenden Monaten 100'000 Jobs in den betroffenen US-Bundesstaaten kosten.
Zu allem Übel unterlief BP auch noch eine peinliche PR-Panne: Der Konzern veröffentlichte gemäss US-Medienberichten ein verändertes Foto seines Kontrollraums - möglicherweise um ihn geschäftiger wirken zu lassen.
In drei von zehn Videoschirmen auf dem publizierten Foto wurden Bilder von Unterwasser-Robotern kopiert, die auf dem Original nicht zu sehen seien, berichtete John Aravosis auf "Americablog.com". Per E-Mail teilte BP-Sprecher Scott Dean der "Washington Post" mit, hinter den Änderungen stünden keine dunklen Machenschaften.
Inzwischen sei auf der Unternehmens-Webseite wieder das Originalfoto zu sehen. Das Team für die Fotobearbeitung sei angewiesen worden, solche Änderungen künftig zu unterlassen.
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