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Steinebemalen im Trend
Vielerorts sind sie zu finden. Bunt bemalte Steine, die dem Finder Freude… Weiterlesen
von
Beni Herzog
21. Dezember 2018
10:15
Rentiere (Rangifer tarandus)…
…leben in der Tundra und den Taigawäldern des hohen Nordens. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordamerika über Grönland, Nord-Skandinavien bis ins östliche Sibirien, also um den ganzen Nordpol. In Nordamerika nennt man sie Karibus (engl. caribou), in Skandinavien und Sibirien heissen sie Rentiere oder Rener. Es handelt sich aber um ein und dieselbe Tierart, die zur Familie der Hirsche gehört. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die Karibus in Nordamerika echte Wildtiere sind, während die Rentiere von der Urbevölkerung in Nordeuropa und Sibirien domestiziert wurden. In Europa existiert nur noch eine kleine Population von wild lebenden Rentieren im Norden Norwegens. In den schottischen Highlands gibt es ca. 130 Rentiere, die in den 50er-Jahren dort ausgesetzt wurden.
Die mit unserem Rothirsch verwandten Tiere erreichen eine Schulterhöhe bis 1.40 Meter und eine Kopf-/Rumpflänge bis 2.20 Meter, sie können bis zu 300 Kilogramm schwer werden. Das Geweih des Reners ist stangenförmig und weit verzweigt, es ist asymmetrisch und bei jedem Tier unterschiedlich. Beim Ren tragen auch Weibchen ein Geweih. Das Geweih der Männchen (siehe folgendes Foto) ist mit einer Länge von bis zu 1.30 Metern deutlich ausladender.
Interessant ist, dass männliche Tiere ihr Geweih im Herbst abwerfen, die Weibchen jedoch erst im Frühjahr. Sie brauchen es, um während der Tragzeit im Winter die kargen Futterstellen gegenüber anderen Weibchen zu verteidigen und genug Nahrung für sich und ihr Kalb zu sichern.
Einige anatomische Besonderheiten…
…der Rentiere, welche ihnen helfen, die harten Bedingungen im hohen Norden zu überstehen, seien hier erwähnt:
Domestizierung der Rentiere
Die indigenen Völker in Sibirien und Nordskandinavien, zu denen die Samen gehören, begannen schon vor ca. 5000 Jahren mit der Domestizierung der Rentiere. Sie nutzten das Fleisch und die Milch der Rentiere als Nahrungsmittel, ihre Häute und Felle für Kleidung sowie die Knochen und Geweihe für Werkzeuge – auch heute noch bilden die Rentiere für einen Teil der Urbevölkerung eine wichtige Lebensgrundlage. Dabei muss man sich die Rentierhaltung nicht so vorstellen, wie bei uns etwa Rinder oder Ziegen gehalten werden, also in umzäunten und relativ kleinen Weiden. Die Rentierherden durchstreifen frei und nicht durch Zäune eingeschränkt grosse Gebiete der Tundra, wo sie sich von Gras und Flechten ernähren. Die Menschen folgen ihnen und treiben die Tiere von Zeit zu Zeit zusammen, um die Kälber zu markieren oder ausgewählte Tiere zu schlachten. In früheren Zeiten setzten die Samen Rentiere als Zugtiere für ihre Schlitten ein, später wurden sie weitgehend durch Motorschlitten ersetzt.
Rentier und Weihnachtsmann
Irgendwann hat sich der Weihnachtsmann (engl. Santa Claus), dessen Heimat sich angeblich irgendwo in Finnland befindet, die Rentiere als Zugtiere für seinen Weihnachtsschlitten «geschnappt». Mehr noch: er hat ihnen sogar das Fliegen beigebracht, sodass er sein Weihnachtsgeschäft noch schneller erledigen und die Geschenke aus der Luft in die Kamine einwerfen kann. Der Santa Claus mit seinem 9-spännigen Rentierschlitten ist eng mit der nordischen und der angelsächsischen Weihnachtskultur verbunden. Alle Rentiere haben einen Namen, das bekannteste ist «Rudolf mit der roten Nase». Im Zuge der multikulturellen Durchmischung sind Rentiere auch bei uns zu einem Weihnachtssymbol geworden. Insbesondere als Weihnachtsdekoration leuchten sie in vielen Gärten oder von Balkonen und Dächern.
Die Rentiere auf den nachfolgenden Bildern sind uns auf einer Reise zum Varanger-Fjord im Norden Norwegens begegnet – mit einer roten Nase war übrigens keiner dabei. Obwohl domestiziert, führen die Rentiere ein sehr freies Leben und durchstreifen grosse Gebiete der norwegischen Tundra.
Natur entdecken…
…seit fast zwei Jahren gibt es diese Rubrik in den Zeitungen des Verlags der Effingermedien AG. In loser Folge wird in Wort und Bild über die lokale Tierwelt berichtet. Interessante Tiere gibt es nicht nur in den afrikanischen Savannen, den Sümpfen des Pantanals oder den eisigen Wüsten der Antarktis. Auch spezielle Habitate in unserer unmittelbaren Umgebung wie Auenwälder, Rebberge oder Feuchtbiotope – ja sogar naturnahe Siedlungsgärten beherbergen Tierarten mit oft erstaunlichen Eigenschaften, Verhaltensmustern und Fähigkeiten. Die Schönheit einheimischer Vogelarten kann mit den «Paradiesvögeln» durchaus mithalten, wenn sie auch etwas bescheidener und zweckmässiger daherkommt (Beispiel: Eisvogel – der fliegende Edelstein, siehe folgendes Foto).
Je mehr Menschen die Naturschätze der eigenen Region kennen und schätzen lernen, umso mehr wächst die Motivation, die noch verbliebenen Lebensräume zu schützen und zu bewahren.
Lokale Tierarten und Rentiere? Eine weihnächtliche Ausnahme sei für einmal erlaubt…