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"Drei Jahre lang hielten mich immer wiederkehrende Wadenschmerzen vom Fussballspielen ab. Mal gings gut, dann waren die stechenden Schmerzen plötzlich wieder da.
Ich dachte schon daran, die Fussballschuhe an den Nagel zu hängen, als ich endlich eine Lösung fand. "
Seit meiner Kindheit spiele ich regelmässig Fussball in einem Verein. Als ich jünger war stand ich bis zu 5x in der Woche auf dem Fussballplatz.
Heute spiele ich bei den Senioren (40+) und lasse es etwas ruhiger angehen.
Meine Mannschaft trainiert 1x pro Woche und am Wochenende haben wir während der Meisterschaft ein Spiel. Wir trainieren das ganze Jahr durch. Im Sommer auf Rasen im Winter auf Kunstrasen.
"Das Fussballspielen macht mir immer noch grossen Spass und bedeutet mir viel."
Während einem Training verspürte ich eine leichte Anspannung der rechten Wadenmuskulatur. Sie war nicht im Bereich der Achillessehne, sondern in der oberen Hälfte des Unterschenkels lokalisiert.
Diese wurde im Verlauf des Trainings immer wie stärker und plötzlich machte der Muskel ganz zu.
Ein starker, stechender Schmerz entwickelte sich. Ich konnte nicht mehr weiterspielen. Beim Gehen konnte ich nicht mehr richtig abrollen.
Der Schmerz hielt etwa einen Tag an, dann war er verschwunden. Ich konnte wieder normal gehen.
Nach ein paar Tagen fühlte sich die Muskulatur wieder normal an. Also startete ich einen Versuch und ging erneut ins Fussballtraining.
Doch ich wurde bald enttäuscht: schon beim Aufwärmen kam der Schmerz wieder zurück und das Training war für mich beendet.
Ich beschloss eine längere Trainings-Pause einzulegen. Nach zwei Wochen war scheinbar wieder alles gut und ich versuchte vorsichtig zu Joggen.
Leider war das keine gute Idee: schon war der stechende Schmerz wieder da.
Jetzt hatte ich genug und suchte einen Sportarzt auf. Dieser machte unter anderem eine Ultraschall-Untersuchung der Wade.
Er konnte nichts finden und bestätigte, dass es sich wohl um ein muskuläres Problem handle. Er verordnete Physiotherapie.
In der Physio wurden Triggerpunkte in der Wadenmuskulatur behandelt.
Zusätzlich erhielt ich Dehnübungen für die Waden- und Oberschenkelmuskulatur gezeigt.
Auch meine Füsse wurden kontrolliert. Ich erhielt ein Übungsprogramm für zu Hause mit dem Ziel der Kräftigung der Muskeln und der Verbesserung der Stabilität der Gelenke.
Ich führte die Übungen fleissig und gewissenhaft aus – ich wollte ja möglichst bald wieder zurück zum Sport. Massierte meine Fusssohlen regelmässig mit einem Tennisball. Zusätzlich ging ich noch einige Male zur Sportmassage.
Nach 4-6 Wochen war ich so weit, dass ich wieder problemlos Fussballspielen konnte. Die Freude hielt leider nicht lange an.
Einige Monate später traten dieselben Probleme an der linken (vorher wars die rechte) Wade auf. Alles begann wieder von vorn.
So verhielt es sich während etwa drei Jahren. Es war immer für eine längere Zeit gut und plötzlich kamen die Schmerzen wieder zurück. Einmal an der rechten Wade, einmal an der linken Wade.
Jedes Mal war ich gezwungen eine längere Pause einzulegen, was für mich extrem frustrierend war.
Das fragte ich mich oft! Ich testete unterschiedliche Fussballschuhe, was auch nicht die Lösung brachte. Probierte verschiedene Salben und Massagelotionen aus. Machte Selbstbehandlungen mit der Faszienrolle.
Ich recherchierte viel im Internet. Nahm Magnesium und andere Präparate zu mir. Probierte alles Mögliche aus. Nichts brachte die Lösung. Ich sprach auch mit vielen Leuten über meine Wadenprobleme.
Irgendwann hat mir ein Mannschaftskollege «Dry Needling» empfohlen. Er war auch in der Physiotherapie mit hartnäckigen Nackenschmerzen und diese Technik hat ihm scheinbar sehr geholfen.
Ich kannte diese Behandlungstechnik nicht, war aber offen für alles.
Also suchte ich mir eine Physiotherapie in meiner Nähe, welche Dry Needling praktiziert.
Nach einem kurzen Gespräch untersuchte der Physiotherapeut die Muskulatur meiner Unterschenkel. Er fand sehr viele schmerzhafte und druckempfindliche Stellen.
Diese kannte ich bereits aus der vorherigen Physio, wo diese sogenannten Triggerpunkte auch schon behandelt wurden.
Mir wurde erklärt, dass beim Dry Needling Triggerpunkte, also verhärtete Stellen in der Wadenmuskulatur, behandelt werden.
Es wird eine sehr dünne Nadel direkt in den Schmerzpunkt gestochen. Es sind scheinbar dieselben Nadeln, wie sie in der Akupunktur verwendet werden.
Die Einstiche spürte ich kaum. Als die Triggerpunkte getroffen wurden, zuckte der ganze Muskel zusammen. Das war schon etwas unangenehm und ich kam ganz schön ins Schwitzen.
In den ersten Behandlungen waren die Zuckungen sehr intensiv und es traten viele hintereinander auf.
In den späteren Behandlungen nahm die Intensität der Zuckungen ab und sie traten deutlich weniger oft auf.
Ich liess mich etwa 6x behandeln im Zeitraum von etwa 5 Wochen.
Während dieser Zeit spielte ich nicht Fussball und ging auch nicht Joggen. Ich führte mein Dehnprogramm weiter, machte gleichzeitig Stabilitäts- und Kräftigungstraining.
"Das Schöne ist, die Wadenschmerzen sind bis heute nicht zurückgekommen und ich kann seit fast 2 Jahren wieder schmerzfrei Sport betreiben. (Zumindest was die Waden anbelangt 😊). Dafür bin ich sehr dankbar! "
Dieser Erfahrungsbericht schildert den langen Leidensweg eines meiner Patienten. Für ihn mit seiner Wadenproblematik brachte Dry Needling die Lösung.
Ich möchte jedoch betonen, dass es sehr viele unterschiedliche Ursachen für Wadenschmerzen gibt. Daher ist bei länger andauernden Problemen eine gründliche ärztliche Untersuchung zu empfehlen..
Sollten muskuläre Verhärtungen und Triggerpunkte diagnostiziert werden, kann Dry Needling eine gute Behandlungsmöglichkeit sein.
Diplomierter Physiotherapeut FH seit 2000. Inhaber der Physiotherapie Praxis Moser & Klumpp in Binningen (Basel) seit 2004. Diplome: Triggerpunkt-Therapeut, Dry Needling-Therapeut, Sportphysiotherapeut, Manualtherapeut.