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Der frühere Weltranglisten-Erste Andy Murray wird die Karriere wegen anhaltender Hüftprobleme möglicherweise nach dem Australian Open in Melbourne beenden, spätestens aber im Sommer in Wimbledon.
Dies kündigte der 31-jährige Schotte auf einer emotionalen Pressekonferenz am Freitag in Melbourne an. Am kommenden Montag beginnt in der australischen Metropole das erste Grand-Slam-Turnier der neuen Saison. Dort trifft der ungesetzte Murray in der 1. Runde auf den Spanier Roberto Bautista Agut, der vor einer Woche das ATP-Turnier in Doha gewann. Ins Hauptfeld war Murray durch das «Protected Ranking» für lange verletzte Profis gerückt.
Kurz nach dem Beginn seiner Pressekonferenz musste Murray kurzzeitig den Raum verlassen, ehe er sich mit feuchten Augen wieder den Fragen der Medienvertreter stellen konnte. Der nur noch auf Platz 230 der Weltrangliste geführte Brite sieht sich auf Dauer nicht mehr in der Lage, auf dem höchsten Niveau zu spielen. «Ich bin nicht sicher, ob ich noch vier oder fünf Monate unter Schmerzen spielen kann. Ich möchte es bis Wimbledon schaffen und dann aufhören, aber ich bin nicht sicher, ob ich das machen werde», sagte er.
Operation vor einem Jahr
Murray leidet seit 20 Monaten unter Hüftproblemen und liess sich deswegen vor einem Jahr operieren. Wegen der fortwährenden Schmerzen erwägt er nun sogar einen weiteren Eingriff. Seine bislang letzte Partie bestritt Murray im September in Shenzhen.
Der Defensivspezialist Murray gewann zweimal in Wimbledon – als erster Brite seit Fred Perry in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts – und siegte 2012 am US Open in New York. 2012 und 2016 gewann er Gold im Einzel an den Olympischen Spielen in London (gegen Roger Federer) und in Rio de Janeiro, zudem holte er mit Grossbritannien 2015 den Davis Cup.
Murray wäre der erste der «Big Four», der zurücktritt. Angeführt von Roger Federer hatte das Quartett mit Rafael Nadal, Novak Djokovic und Murray das Männer-Tennis in den letzten 10 bis 15 Jahren geprägt.