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Die New Glarner helfen Wisconsin blau zu färben
Die Resultate der Midterms sind da. Auch New Glarus hat gewählt und geholfen, den Kongress für die Demokraten zurückzuerobern.
von Natasha Lanz
In allen Staaten der USA stehen Menschen Schlange, um abzustimmen, – so auch im beschaulichen New Glarus in Wisconsin. Es sind die Midterms, eine Abstimmung, die die nächsten zwei Jahre und den Rest von Präsident Donald Trumps erster Amtszeit beeinflussen wird. In Wisconsin wurden drei Positionen per Abstimmung verteilt: Gouverneur des Staates, einen der beiden Sitze im Senat und je einen Repräsentanten für die acht Distrikte des Staates. Wer sich nicht mit amerikanischer Politik auseinandersetzt, kann mit diesen Bezeichnungen nur wenig anfangen.
System ähnelt der Schweiz
Das Parlament der USA besteht aus verschiedenen Organen. Eines davon ist der Kongress, bestehend aus dem Senat und dem Repräsentantenhaus. Diese sind mit dem National- und Ständerat vergleichbar:
Der Senat besteht aus zwei Senatoren für jeden Staat. Der Senat hat eine kontrollierende Funktion über den Präsidenten und ist vor allem für Gesetzeserlassung zuständig. In Wisconsin kämpften zwei Frauen um einen Senatssitz: Die bereits amtierende demokratische Senatorin Tammy Baldwin wurde von der republikanischen Leah Vukmir herausgefordert, jedoch ohne Erfolg. Baldwin behielt ihren Platz mit einer 55-prozentigen Mehrheit in ganz Wisconsin. Green County, der Bezirk in dem New Glarus ist, wählte sie sogar mit einer 60-prozentigen Mehrheit. Das bedeutet aber nicht, dass Wisconsin ein stark demokratischer Staat ist, denn:
Beim Repräsentantenhaus werden Repräsentanten für die verschiedenen Wahldistrikte eines Staates gewählt. Im Falle von Wisconsin sind das acht Repräsentanten. Dort sieht das Resultat anders aus, fünf der acht Distrikte wählten einen republikanischen Repräsentanten, drei einen remokratischen. Aber auch hier ist New Glarus demokratisch. Der Kandidat Mark Pocan hatte keinen Wahlgegner.
Wie knapp die politische Lage in den gesamten USA eigentlich ist, zeigt sich bei der Wahl des Gouverneurs, der Regierungschefs eines Bundesstaates. Mit nur 1,2 Prozent mehr gewinnt der Demokrat Tony Evers gegen den republikanischen Amtsinhaber Scott Walker.
Schwerere Zukunft für Trump
Bis zu den Midterms war der Kongress in den Händen der Republikaner, dank einer Mehrheit in beiden Kammern. Diese vereinfachte es Präsident Trump viele seiner kritisierten Vorlagen durchzusetzen. Das wird sich nun ändern: Während der Senat weiter rot bleibt, übernehmen die blauen Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Das gibt ihnen die Macht, Entscheidungen des Senats und Trump zu blockieren.
Über das freuen sich viele Amerikaner, da Trumps starke Rechtspolitik das Land noch mehr gespalten hat. Dazu gehören auch die Bewohner von New Glarus, die in 2016 mit einer grossen Mehrheit die demokratische Kandidatin Hillary Clinton gewählt haben, die gegen Trump verlor.