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Und welche sind am gefährdetsten?
Die Icasa, eine internationale Vereinigung von IT-Professionals, hat sich in den USA umgehört, welche Gründe Unternehmen dazu geführt haben, bereits laufende IT-Projekte vor ihrer Vollendung abzubrechen. Dies ist nicht selten der Fall: Fast die Hälfte (43 Prozent) der 369 Teilnehmer an der Umfrage erklärten, dass in ihrem Unternehmen erst kürzlich mindestens ein laufendes Projekt "gekillt" wurde.
Interessant: An erster Stelle der genannten Gründe, die dazu führten, dass ein Projekt gekippt wurde, standen nicht technologische Schwierigkeiten. In knapp 30 Prozent der Fälle hatten sich im Laufe des Projekts die Business-Bedürfnisse des Unternehmens geändert, sprich, das Projekt wurde obsolet. Dass ein Projekt nicht funktionierte beziehungsweise nicht das hielt, was es versprach, führte vergleichsweise etwas weniger häufig zu einem Abbruch, nämlich in 23,4 Prozent der Fälle.
14,4 Prozent der abgebrochenen Projekte rutschten in der Priorität nach unten, so dass man die Ressourcen lieber anderweitig verwendete. 13,2 Prozent der Projekte überstiegen ihre Budgets so weit, dass sie abgeblasen wurden und bei 6,6 Prozent wurde im Laufe des Projekts festgestellt, dass sie die Business-Strategie nicht unterstützt hätten.
Unternehmen ändern sich dauernd, und für den früheren Icasa-Präsidenten Marios Damianides sind Abbrüche von IT-Projekten aus Business-bezogenen Gründen an sich nichts Negatives. Aber: "Unglücklicherweise laufen aber viele IT-Projekte länger weiter, als sie sollten, weil das Management sie nicht konstant beurteilt und kontrolliert, ob sie die gewünschten Erfolge bringen. Es ist 'gutes Management'...wenn man IT-Projekte evaluiert und die Konsequenzen zieht, wenn sie zu wenig bringen."
Schubladenhocker: Dokumentenmanagement, E-Learning...
Steria Mummert beschäftigte sich in einer Umfrage unter deutschen IT-Verantwortlichen mit dem "Tod" von IT-Projekten in einer etwas früheren Phase des Projektzyklus.
Hier ging es darum, welche Art von Projekten für letztes Jahr zwar konkret geplant waren, aber dann doch gestrichen oder zumindest auf die lange Bank geschoben wurden. Am häufigsten, in rund 35 Prozent der Fälle, verzichteten die IT-Verantwortlichen auf geplante Projekte aus dem Bereich Dokumenten-Management. Dahinter folgten E-Learning- und CRM-Projekte mit einer Streichquote von je 21 Prozent.
Die Gründe für den Verzicht auf ein geplantes IT-Projekt sind gemäss Steria Mummert vielfältig: In jedem dritten Fall wurde fehlende Lösungsreife, Fehlplanungen oder Bedarfsänderungen angegeben. Im Vergleich zum Vorjahr hat zudem der Anteil der Fälle, bei denen Budgetkürzungen verantwortlich waren, von 22 auf 30 Prozent zugenommen. Und stark zugenommen, von 7 auf 16 Prozent, hat auch die Zahl der Projekte, bei denen die Verantwortlichen vor der Komplexität der Implementierung zurückschreckten. (Hans Jörg Maron)