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- Der Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien weist «deutliche Ähnlichkeiten» mit dem Absturz einer Maschine desselben Flugzeugtyps in Indonesien auf.
- Ein vollständiger Bericht zur Unfallursache soll bis Ende Monat vorliegen, wie das äthiopische Verkehrsministerium mitteilte.
- Boeing kündigte an, dass das Update der Software bald abgeschlossen sei.
Die Flugschreiber seien in gutem Zustand und hätten die Auswertung «von fast allen erfassten Daten» ermöglicht, teilte die äthiopische Verkehrsministerin Dagmawit Moges am Sonntag mit. Die Regierung werde in einem Monat einen detaillierten Bericht dazu veröffentlichen, so die Ministerin weiter.
Die sogenannten Blackboxes der abgestürzten äthiopischen Maschine waren seit Freitag von der französischen Luftsicherheitsbehörde BEA ausgewertet worden. Die Behörde übergab die Daten nun an Äthiopien.
Insgesamt fast 350 Tote
Die Flugschreiber zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache entscheidend sein dürften.
Beim Absturz der Maschine der Ethiopian Airlines nahe der Hauptstadt Addis Abeba waren alle 157 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Im Oktober war in Indonesien eine ebenfalls relativ neue Boeing 737 Max 8 der Fluggesellschaft Lion Air abgestürzt; dabei kamen 189 Menschen ums Leben.
Software in der Kritik
Ermittler vermuten, dass eine von Boeing eigens für die neue Flugzeugreihe entwickelte Steuerungssoftware ein wichtiger Auslöser des Absturzes gewesen sein könnte. Sollte die Software auch nach dem jüngsten Unglück im Mittelpunkt stehen, würde der Druck auf den US-Flugzeugbauer Boeing weiter steigen.
Boeing teilte am Sonntag mit, das Unternehmen befinde sich in der Schlussphase bei der Modernisierung der möglicherweise fehlerhaften Software. Das Software-Update und das Piloten-Handbuch zur Bedienung des sogenannten Trimmsystems MCAS seien fast abgeschlossen.
MCAS soll verhindern, dass der Schub der Triebwerke im Steigflug derart stark wird, dass sich die Maschine nicht mehr gerade ausrichten lässt. Beide Unglücksmaschinen waren nach dem Start mit äusserst unregelmässiger Flugkurve und -geschwindigkeit aufgestiegen, sanken anschliessend unkontrolliert ab und schlugen steil auf dem Boden auf.
US-Ermittler prüfen Zulassungsprozess für Boeing 737 Max
Nach dem Absturz zweier Boeing-Passagierflugzeuge nehmen US-Ermittler die Entwicklung und den Zulassungsprozess für den Flieger unter die Lupe. Eine Grand Jury in Washington habe dazu von mindestens einer Person Dokumente eingefordert, berichtete das "Wall Street Journal" am Sonntag.
Das US-Verkehrsministerium habe zudem die Zulassung der Modellreihe Boeing 737 Max durch die US-Luftfahrtbehörde FAA ins Auge gefasst. Das Verkehrsministerium untersuche dabei die Frage, ob die FAA geeignete Standards und Analysen bei der Zulassung des neuen Kontrollsystems MCAS genutzt habe, schreibt die Zeitung.
Zahlreiche Flugverbote
Nach dem Flugunglück in Äthiopien erliessen Luftfahrtbehörden rund um die Welt ein vorläufiges Flugverbot für die Boeing 737-Max-Reihe. Die rund 370 Flugzeuge, die seit 2017 ausgeliefert wurden, müssen daher vorerst am Boden bleiben.
Für Boeing bedeutet der Absturz einen schweren Imageschaden, der den Konzern teuer zu stehen kommen könnte. 78 Prozent der Bestellungen in den Auftragsbüchern von Boeing betreffen die MAX-Reihe. Nun drohen Entschädigungsforderungen. Der Aktienkurs des US-Luft- und Raumfahrtkonzerns fiel vergangene Woche drastisch.