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Durch Verwitterungsprozesse gelangen grosse Mengen von Gestein in das Flussbett der Sitter, das durch den steten Weitertransport immer weiter abgeschliffen wird. Die Korngrösse der transportierten Geschiebefracht wird zur Mündung hin dadurch immer feiner. Je nach Gefälle, Korngrösse und Stabilität ist das Geschiebe ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Lebewesen. Die Bachforelle beispielsweise legt ihre Eier in gut überströmte Kiesflächen.
Wird der Weitertransport von Geschiebe durch menschliche Einflüsse wie beispielsweise Querbauwerke oder Kiesentnahmen unterbunden, so hat dies oft jahrzehntelang währende Folgen für das Gewässer. Ist die Geschiebeweiterleitung – wie dies in der Sitter lange Jahre der Fall war – erheblich eingeschränkt, so gräbt sich der Fluss in den Untergrund ein und das Gestein im Flussbett wird immer gröber. Durch diese Tiefenerosionen können Ufer und Brückenfundamente unterspült, aber auch Hänge angerissen werden. Die grossflächigen Kiesentnahmen im Oberlauf der Sitter wurden inzwischen gestoppt und das Geschiebe wird wieder ohne Unterbruch in die Thur weitergeleitet. Bis die Defizite der Erosionsprozesse im Unterlauf der Sitter aber wieder komplett behoben sind und wieder vielfältige Flusslebens-räume für die Tier- und Pflanzenwelt entstehen können, werden noch viele Jahre vergehen.