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Küsnacht erhält eine Poststelle
1837 wurde in Küsnacht ein «Postbureau» eröffnet und Witwe Weber als Postbesorgerin bestimmt. Die Gemeinde zählte zu jener Zeit rund 2000 Einwohner. Die Poststelle war im neuerbauten Wirtshaus «Zur Post» zwischen dem Rennweg und der damals kurz vor der Vollendung stehenden Seestrasse untergebracht und lag daher sowohl für den Schiffsdienst wie für die Postkutsche günstig. Das Postbüro war von der Seestrasse und der Wirtsstube aus zugänglich. Posthalter war von 1845 bis 1863 Rudolf Bachmann, Wirt «Zur Post», und von 1863 bis 1888, der einem alten Küsnachter Geschlecht entstammende Heinrich Hofmann (Vater). 1866 finden wir ihn auch unter den Gemeinderäten. Den Posten übernahm 1888 als Nachfolger sein Sohn Heinrich Hofmann-Trümpler.
Ab 1847 brachte ein Dampfschiff die Post nach Küsnacht und in die übrigen rechtsufrigen Seegemeinden. In verschlossenen Säcken und Körben wurden Briefe und Pakete mitgeführt, und oft fuhr auch ein Angestellter der Postverwaltung als Begleitperson mit. Im Sommer wurden die Gemeinden täglich dreimal pro Richtung bedient, im Winter zweimal. Da ein Landungssteg auch in Küsnacht vorläufig noch fehlte, mussten die Passagiere und die Postgüter mit einem Kahn vom Dampfschiff abgeholt werden. Diesen Fährmanndienst besorgte während Jahren der Schiffsmann Konrad Reichling, der dann die angekommenen Postsäcke mit einer Stossbähre zum Postlokal brachte. Bei stürmischem Wetter sollen die Postsachen gelegentlich etwas feucht geworden sein.
1863 ließ der Sonnenwirt Conrad Guggenhühl-Abegg auf eigene Kosten den ersten Schiffssteg in Küsnacht errichten. Gleichzeitig wurde der dem Personenverkehr dienende private Pferde-Omnibusbetrieb von der «Krone» an der Schifflände in Zürich zur «Sonne» eingestellt. Die Einführung von drei täglichen Schiffspostkursen pro Richtung während des ganzen Jahres brachte vom 1. Januar 1868 an auch für Küsnacht eine bedeutend verbesserte Postbedienung. Die Abstempelung der Postsachen erfolgte sowohl auf dem Postbüro in Küsnacht wie auch auf dem Schiff durch den mitfahrenden Postbeamten mit dem Stempel «Schiffsbureau R. Ufer Z.S.». Mit dem Übergang des Schiffsparks an die Nordostbahn auf den 30. Oktober 1874 erhielten alle Schiffsstationen einen eigenen Stempel.