Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03556.jsonl.gz/2316

"Hey, wir werden hier ziemlich überziehen.
Wärs möglich, dass du heute Abend für mich
mit Wilbur rausgehst ?"
E-Mail ( Prolog )
Obwohl Ellie ahnt, das diese E-Mail nicht für sie bestimmt ist, sondern dem Absender irgendwo ein Fehler unterlaufen sein muss, antwortet sie.
Was mit dieser einen E-Mail beginnt entwickelt sich schon bald zu dauerhaftem Kontakt und einer aufkeimenden Freundschaft und Verliebtheit zwischen Ellie und Graham. Die beiden diskutieren und philosophieren über Dies und Jenes, wissen allerdings nicht wie der jeweils andere heißt und so staunt Ellie nicht schlecht als Graham Larkin, der gefeierte Filmstar, wegen dem das Dörfchen Henley in dem Ellie mit ihrer Mutter lebt, schon seit einer Weile Kopf steht, plötzlich vor ihr steht und sich als ihr E-Mail-Freund entpuppt. Das Chaos in Ellie ist perfekt, denn Graham wird auf Schritt und Tritt von lästigen Paparazzi verfolgt und Ellie selbst ist aufgrund ihrer Vergangenheit absolut kamerascheu. Da sind Komplikationen natürlich vorprogrammiert....
Die Protagonisten wirken natürlich und glaubwürdig.
Graham ist ein aufstrebender Stern am Filmhimmel, er ist erfolgreich und kann sich alles leisten. Das zumindest ist der erste Eindruck, den man von ihm bekommt, doch in Wirklichkeit ist er ein sehr verletzlicher junger Mann, dem der Starrummel auf die Nerven geht, der sich isoliert und auch manchmal sehr einsam fühlt.
Ellie dagegen ist ein normales, schlaues, liebenswertes Mädchen, das versucht, sich mit gleich zwei Ferienjobs, das Geld für einen Harvard-Kurs zusammenzusparen an dem sie unbedingt teilnehmen will, den sie sich aber eigentlich gar nicht leisten kann. Sie ist zielstrebig, in Gefühlsdingen aber recht wankelmütig.
Mit jedem Kapitel, die alle mit einer kurzen Mail beginnen, wechselt die Sichtweise zwischen Graham und Ellie, die in der dritten Person erzählt wird. Das hat mir sehr gut gefallen, da man einen guten Einblick in beider Gefühlswelten bekommt und sich prima in sie hineinversetzen kann.
Die Handlung ist zwar nichts Neues, aber sie ist absolut süß. Jennifer E.Smith erschafft hier nicht nur eine rührende Liebesgeschichte, sie bindet auch Themen wie Familie, Freundschaft und die allgemeinen Schwierigkeiten die das Erwachsenwerden so mit sich bringt, gekonnt in die Handlung ein.
Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich leicht gehalten und passt perfekt zu dieser schönen Sommerlektüre. Ein, leider, negativer Punkt sind die kleinen Strecken im Mittelteil die sich unnötig in die Länge ziehen, das nimmt der Geschichte für einen Moment etwas an Leichtigkeit.
Dafür gibts aber Pluspunkte für Jennifer E. Smiths anschauliche Beschreibungen.
Die Kulisse ist atemberaubend schön, zumindest das was in meinem Kopf beim Lesen entstanden ist. Was mir die Autorin hier geschenkt hat, war eine wundervoll heimelige Gegend am Meer, ein Dörfchen mit pastellfarbenen windschiefen, charakteristischen Häuschen, endlosen, kaum bevölkerten Stränden, kleinen Wäldchen und einen liebenswerten Ort in dem man zwangsläufig immer wieder über "Hummer" stolpert.
Fazit:
"Der Geschmack von Glück" ist eine sommerlich leichte Lektüre für junge Leser, die auf der Zunge zergeht, wie Orangensorbet !
Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?