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Affenexperimente für Grundlagenforschung, Pharmakologie und Toxikologie
Tierversuchsbefürworter betonen ständig, dass Affenversuche für einen humanmedizinischen Fortschritt unerlässlich seien. Andererseits belegen viele Studien, dass Affenversuche entweder überflüssig sind (weil die Erkenntnisse auch auf anderem Wege hätten gewonnen werden können) oder für die humanmedizinische Forschung nicht relevant oder anwendbar sind.1 Immer mehr Forscher entscheiden sich deswegen bewusst gegen die «Goldstandard-Forschungsmethode Tierversuch» und sprechen sich für eine am Menschen orientierte tierversuchsfreie Forschung aus. Trotzdem kommt die tierversuchsfreie Forschung – aus finanziellen, politischen und traditionellen Gründen – in einigen Forschungsbereichen nach wie vor bloss in Ausnahmefällen zum Einsatz.
2007 deckte eine amerikanische Zitationsanalyse* auf, dass über 85% der Tierversuchsstudien mit Schimpansen, die zwischen 1995 und 2004 durchgeführt wurden, anschliessend entweder gar nicht oder lediglich von wissenschaftlichen Arbeiten, welche nichts mit humanmedizinischen Entwicklungen zu tun haben, zitiert wurden. Die übrigen 15% der Studien wurden zwar von humanmedizinisch relevanten Arbeiten zitiert, diese konnten allerdings nicht zu humanmedizinischem Fortschritt beitragen.2
|Wissenschaftler veröffentlichen die Ergebnisse ihrer Forschung in wissenschaftlichen Arbeiten, welche in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, wie z.B. dem englischen «Nature» oder dem amerikanischen «Science», veröffentlicht werden. Auf diese Weise informieren sie die Forscherwelt über neue Erkenntnisse und Resultate ihrer Versuche. Hält ein weiterer Forscher die publizierten Ergebnisse für wichtig und verwendet er diese für seine eigene Forschung, «zitiert» er diese wissenschaftliche Arbeit in seiner Arbeit.

*Durch eine Zitationsanalyse kann ermittelt werden, wie häufig und von wem eine wissenschaftliche Arbeit zitiert worden ist. Das bedeutet: Eine Zitationsanalyse gibt Aufschluss darüber, ob, wie häufig und von wem die Resultate eines Versuches weiterverwendet wurden.
Tierversuche führen zu riskanten Menschenversuchen
Klar können Affenversuche zu neuen Erkenntnissen, z.B. über neurophysiologische Vorgänge bei Affen, führen. Sicher lassen diese Erkenntnisse auch Vermutungen zu, wie es sich dementsprechend bei anderen Arten, wie zum Beispiel dem Menschen, verhalten könnte. Da sich Ergebnisse aus Affenversuchen allerdings bloss selten auf den Menschen übertragen lassen, müssen die jeweiligen Tierversuchsergebnisse auf jeden Fall stets in Versuchen am Menschen, wie in sogenannten klinischen Studien, erneut getestet werden. Aufgrund der schlechten Übertragbarkeit der Tierversuchsergebnisse auf den Menschen ist diese Art der Menschenversuche oft mit einem grossen Risiko verbunden.
Was zudem für viele Menschen überraschend sein mag: Es ist nicht so, dass Affenversuche die Forschung erst auf «die richtigen Ideen» bringen; tatsächlich werden Affenversuche häufig erst nach oder gleichzeitig mit den entsprechenden Studien oder Tests an Menschen durchgeführt. Der Amerikaner Dr. Jarrod Bailey formuliert sehr treffend: «Viele (Anm. d. Red.: Affen-)Studien liefern bloss eine zufällige „experimentelle Bestätigung“ bereits bekannter menschlicher klinischer Daten oder werden verteidigt, wenn sie im Nachhinein mit menschlichen Studien übereinstimmen.» Solche Studien veranlassen die Tierversuchsforschung dann dazu, noch mehr Forschung (natürlich in der Form von Tierversuchen) in dieser Richtung zu betreiben. Etwa gleich verhält es sich auch, wenn eine Studie Unterschiede (Anm. d. Red.: zwischen Mensch und Affe) nachweist – dies verleitet die Forschung ebenfalls dazu, zusätzliche Affenversuche durchzuführen; anhand dieser weiteren Versuche soll überprüft werden, wieso dem so ist und auf welche Weise ein Affenversuch (z.B. durch die Gabe bestimmter Medikamente) manipuliert werden muss, damit der Tierversuch die gewünschten Ergebnisse liefert. Viele Affenversuche werden aus reiner Neugier und aus Wissensdurst betrieben. Natürlich beteuert die Tierversuchsforschung in diesen Fällen, dass solche Versuche vielleicht Ergebnisse liefern könnten, die später einmal einen Nutzen für den Menschen haben könnten. Die Chance, dass sich in der Zukunft herausstellen könnte, dass ein Affenversuch wirklich zwingend notwendig gewesen ist, ist jedoch äusserst gering – zu klein ist die Ähnlichkeit zwischen den Arten und zu gross das Potential der modernen tierversuchsfreien Forschungsmethoden.3
Grundlagenforschung
Um herauszufinden, wie das menschliche Gehirn funktioniert – wie zum Beispiel beim Menschen Nervenstränge miteinander verschaltet sind und Sinnesreize verarbeitet werden –, wird seit Jahrzehnten Hirnforschung an Affen durchgeführt. Meist beginnen diese Experimente damit, dass die Affen in einer Trainingsphase lernen müssen, bestimmte kognitive oder motorische Aufgaben zu lösen. Danach müssen sich die Affen Eingriffen unterziehen, wobei ihnen, je nach Fragestellung, zum Beispiel durch chirurgische Eingriffe oder Medikamente bestimmte Schäden zugefügt werden. Auf diese Weise werden, je nach Bedarf, zum Beispiel bestimmte Hirnareale ausgeschaltet oder andere künstliche Störungen ausgelöst. Zudem werden den Affen während einer Operation Vorrichtungen zum Einführen von Elektroden ins Gehirn und Kopfhalterungen implantiert. Nach diesem Eingriff beginnt der eigentliche Versuch, wozu die Affen am Körper und Kopf im sogenannten Primatenstuhl fixiert werden. Den Affen werden die Aufgaben, welche zuvor in der Trainingsphase trainiert wurden, erneut gestellt, und die Experimentatoren untersuchen, welchen Einfluss die chirurgischen Eingriffe oder Medikamente auf die Leistung der Affen haben. Damit die Affen kooperieren, wird ihnen an den Tagen, an denen die Versuche stattfinden, der freie Zugang zum Wasser verwehrt – bloss während des Versuches, und zwar als Belohnung für korrekte Antworten, erhalten die Affen einige Tropfen Flüssigkeit.
Tierversuchsforscher rechtfertigen diese Versuche meist mit der Aussage, dass wir heutzutage noch viel zu wenig über das menschliche Gehirn wüssten und deshalb solche Affenexperimente zwingend notwendig seien. Paradox, wenn man bedenkt, dass Affenversuche ja gerade zum Zweck, mehr über menschliche Gehirne herauszufinden, seit vielen Jahrzehnten durchgeführt werden. Tatsächlich aber wissen wir heute, trotz der vielen Affenversuche (oder eben gerade deshalb; weil die menschenorientierte tierversuchsfreie Forschung zugunsten der Tierversuchsforschung vernachlässigt wird), noch viel zu wenig über das menschliche Gehirn. Dabei wäre dieses Wissen für die Behandlung neurologischer Erkrankungen von grösster Wichtigkeit.
Sinnvolle Hirnforschung direkt am Menschen
Durch die Anwendung und Kombination der verschiedenen völlig schmerzfreien und unschädlichen bildgebenden Verfahren, wie zum Beispiel Magnetenzephalographie (MEG) oder Magnetresonanztomographie (MRI), direkt am Menschen, können Forscher das menschliche Gehirn direkt studieren. Dank der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) ist es beispielsweise möglich, ganz gezielt bestimmte Gehirnareale des Menschen, einzeln, gleichzeitig oder nacheinander, zeitweise lahmzulegen. Dabei wird mit Hilfe einer Magnetspule ein Magnetfeld in einem oder mehreren winzigen Hirnbereichen erzeugt, was dazu führt, dass die Nervenzellen in den ausgewählten Bereichen aufhören zu feuern. Anschliessend muss der Proband einige Aufgaben lösen. Die Art der Defizite, die der Proband beim Aufgabenlösen zeigt, gibt Aufschluss darüber, inwieweit welche Hirnareale an welchen Funktionen beteiligt sind.4
Obwohl der Wissenschaft viele bildgebende Methoden, die eine schmerzfreie und unschädliche Forschung direkt am Menschen ermöglichen, zur Verfügung stehen, verlassen sich die meisten Forscher noch immer auf die ihnen vertraute Methode «Tierversuch». Wie unsinnig dies ist, zeigt sich beispielsweise bei der Parkinsonforschung.
Parkinsonforschung
Bei Parkinson handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, bei der dopaminausschüttende (Dopamin ist ein Neurotransmitter, d.h. ein Botenstoff im Gehirn) Nervenzellen im Gehirn zerstört werden. Als Folge leiden die Patienten an einem Dopamin-Mangel im Gehirn. Zu den Symptomen dieser Krankheit gehören unter anderem Muskelzittern, zunehmende Bewegungsunfähigkeit und Verlangsamung der Denkabläufe.
Affen werden besonders gerne für die Parkinson-Forschung verwendet, da sich anfangs der achtziger Jahre herausgestellt hat, dass Affen, welchen ein bestimmtes Nervengift injiziert wird, motorische Störungen entwickeln. Das Nervengift MPTP zerstört nämlich die Zellen, die für die Herstellung des Neurotransmitters Dopamin zuständig sind. Dies macht die mit MPTP behandelten Affen in den Augen der Tierversuchsforschung zu idealen Parkinson-Modellen.5 Da sich die Parkinson-Krankheit des Menschen jedoch sehr von den künstlich hervorgerufenen Parkinson-ähnlichen Symptomen des Affen unterscheidet, ist es der Tierversuchsforschung – trotz ihrer Versprechen – nicht gelungen, Parkinson zu heilen. Die bislang grössten Durchbrüche für das Verständnis von Parkinson haben wir der Epidemiologie, klinischen Studien, Studien an menschlichem Gewebe und Autopsien zu verdanken. Unter anderem konnte auf diese Weise herausgefunden werden, dass der Medikamentenwirkstoff L-Dopa, nachdem er die Blut-Hirn-Schranke passiert hat, in Dopamin umgewandelt wird.6
Obwohl in den letzten Jahrzehnten sehr viel Geld und «Versuchs»tiere in die Parkinsonforschung investiert wurden, gilt L-Dopa, ein Medikamentenwirkstoff, welcher 1961 (!) eingeführt wurde, noch heute, 54 Jahre nach seiner Einführung, als nebenwirkungsärmstes und wirksamstes Parkinson-Medikament.7, 8, 9 Zwar bewirkt L-Dopa bei vielen Parkinson-Patienten, dass sie zeitweise wieder beweglicher werden, der Wirkstoff hat allerdings keinen Einfluss auf die anderen Parkinson-Symptome (Demenz, Schluck- und Sprachstörungen, Zittern) und ist nicht in der Lage zu verhindern, dass Parkinson weiter fortschreitet. Damit Parkinson-Patienten, die mit L-Dopa behandelt werden, nicht unter den zahlreichen Nebenwirkungen leiden müssen, muss L-Dopa durch weitere Medikamente ergänzt werden.10 Dazu kommt, dass L-Dopa seine volle Wirksamkeit nur eine begrenzte Zeit beibehalten kann und es nach 2 bis 5 Jahren zu so starken Wirkungsschwankungen kommt, dass die Patienten zeitweise unter absoluter Bewegungslosigkeit leiden. 11 Das Beispiel L-Dopa zeigt einmal mehr, wie ineffektiv die Forschungsmethode «Tierversuch» ist: Trotz fast hundert Jahren Forschung hat die Tierversuchsforschung kein wirksameres Parkinson-Medikament als L-Dopa, einen Wirkstoff mit zahlreichen Nebenwirkungen und einer sehr beschränkten Wirksamkeit, hervorgebracht.
|Therapieansatz Tiefenhirnstimulation (THS)

Einen anderen Therapieansatz stellt die Tiefenhirnstimulation (THS) dar. Die THS haben wir nicht etwa, wie häufig behauptet wird, Tierversuchen zu verdanken; sie wurde, Jahrzehnte bevor überhaupt die ersten Parkinson-Primatenmodelle «hergestellt» wurden, in neurochirurgischen Operationen an menschlichen Patienten entwickelt.12 Die THS wird manchmal als «Hirnschrittmacher» bezeichnet, da sie ähnlich wie ein Herzschrittmacher funktioniert: Der Generator, welcher unter die Haut am Oberkörper eingesetzt wird, sendet elektrische Impulse an die Elektroden, die ins Gehirn implantiert werden. Die THS wird vor allem bei Patienten mit Tremor (Zittern) oder fortgeschrittenem Parkinson angewendet.13
Wir wissen noch sehr wenig über Parkinson. Besonders wenig war bislang darüber bekannt, wie es zu den typischen Bewegungsstörungen kommt. Dies hat nun ein Forscherteam aus Deutschland geändert. Die deutschen Forscher konnten anhand eines computergestützten Modells, welches ein menschliches Gehirn simuliert, zeigen, wie die Symptome von Parkinson entstehen. Bisher konnte bloss nachgewiesen werden, dass im Gehirn von Parkinsonpatienten bestimmte Nervenzellengruppen in einem Gehirnbereich, den Basalganglien, eine periodisch schwankende Aktivität aufweisen. Dank dem deutschen Forscherteam wissen wir nun, dass eine erhöhte Aktivität in einem anderen Hirnbereich, und zwar im Striatum, die Ursache dafür ist.14
Pharmakologie und Toxikologie
Auch in der Arzneimittelentwicklung und Toxikologie werden häufig Affen verwendet. Tierversuchsbefürworter vertreten die Meinung, dass der Affe, aufgrund seiner nahen genetischen Verwandtschaft zum Menschen, das ideale Modell darstellt. Dass dem jedoch keineswegs so ist, konnte bereits in Studien nachgewiesen werden. Eine Studie der amerikanischen Arzneimittelzulassungsstelle FDA deckte 2004 auf, dass 92% aller Medikamente, welche sich im Tierversuch als sicher und unbedenklich für den Menschen herausstellen, beim Menschen keine Wirkung zeigen oder sogar gefährlich sind und daher gar nicht erst zugelassen werden.15, 16 Von den übrigbleibenden 8% der Medikamente, die nach dem Bestehen der klinischen Studien auf den Markt kommen, müssen 50% aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen oder deren Beipackzettel ergänzt werden.17 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen gelten als die vierthäufigste Todesursache in der westlichen Welt.18
Weitere Informationen über Studien über den Nutzen von Affen- und Tierversuchen finden Sie weiter unten in diesem Artikel sowie im letzten «Albatros» (Link siehe unten).
Die Gefahr der Affenexperimente
Es gibt viele Beispiele, die das Versagen der Affenexperimente demonstrieren:
- Der Arzneimittelwirkstoff TGN1412 zur Behandlung von multipler Sklerose oder Arthritis: Obwohl sich dieser Wirkstoff im Affenversuch als wirksam und sicher herausgestellt hatte, erlitten alle Teilnehmer der darauffolgenden klinischen Studie schwere Nebenwirkungen und überlebten den Test nur knapp.19
- In den 80er Jahren wurden in Frankreich Tausende von Menschen durch Bluttransfusionen mit HIV infiziert. Das Risiko einer Infektion konnte in den vorausgehenden Affenexperimenten nicht ausgemacht werden.20
- Der Impfstoff AIDSVAX ist einer von mehr als 80 Aids-Impfstoffen, die sich in Versuchen mit Affen als wirksam herausstellten, beim Menschen allerdings nicht die gewünschte Wirkung zeigten.21
- Das Arthritismedikament Vioxx wurde im Affenversuch getestet und erwies sich dabei als sicher. Nach seiner Markteinführung tötete es bis zu 140 000 Menschen und musste deshalb 2004 wieder vom Markt genommen werden.22
- Hormonersatztherapie: Obwohl man aufgrund von Affenexperimenten annahm, dass die Hormonersatztherapie den Menschen vor Herzerkrankungen und Hirnschlag schützt, hat sich unterdessen herausgestellt, dass die Hormonersatztherapie nicht nur diese Krankheiten begünstigt, sondern auch das Risiko für verschiedene Krebsarten erhöht.23
- Teratologie (welche Stoffe etc. führen zu Fehlbildungen des Ungeborenen): Die Chance, durch Affenversuche herauszufinden, ob ein bestimmter Stoff beim ungeborenen menschlichen Kind zu Schäden führt, liegt lediglich bei 50%. Das bedeutet: Man kann genauso gut eine Münze werfen, um «herauszufinden» ob ein bestimmter Stoff auf das ungeborene menschliche Kind schädlich wirkt! Zum Beispiel wirkt Aspirin beim Affen teratogen (schädigt das Ungeborene), beim Menschen jedoch nicht.24, 25
Tierversuchsfreie Pharmakologie und Toxikologie
Es gibt viel zuverlässigere, genauere und schnellere Methoden, um zu testen, wie ein bestimmter Stoff auf den Menschen wirkt. Durch die kombinierte Anwendung der verschiedensten tierversuchsfreien Forschungsmethoden, wie unter anderem Microdosing, Mikrochips und weitere In-vitro- und In-silico-Methoden, können für den Menschen sichere Ergebnisse erzielt werden.
Die Teratogenität eines Stoffes zum Beispiel kann dank dem Embryonale-Stammzellen-Test (EST) mit einer Genauigkeit von 78% (der entsprechende Affenversuch hat eine Trefferquote von nur 50%) vorausgesagt werden.26
Die embryonalen Stammzellen, welche für diese Technik benötigt werden, stammen nicht etwa von Eiern, die im Körper einer Frau befruchtet wurden, sondern werden im Labor in einer Petrischale gezüchtet.27
Diverse Chemikalien können in vitro, an menschlichen Zellen im Labor, auf ihre Wirkung auf den Menschen überprüft werden.28
Besonders vielversprechend für das Testen und die Entwicklung von Medikamenten sind die modernen Biochips, die sogenannten Organ-on-a-chip oder Human-on-a-chip. Diese winzigen Systeme bestehen aus kleinen Kammern und Gängen und sind mit den verschiedenen menschlichen Zellen ausgekleidet. Eine Nährflüssigkeit versorgt die Zellen. Dank des Biochips kann überprüft werden, welche Wirkung ein bestimmter Stoff auf die verschiedenen Organe hat und wie der Stoff verstoffwechselt wird. Zudem kann überprüft werden, ob und welche giftigen Abbauprodukte entstehen. Mit dem Biochip können sogar menschliche Krankheiten nachgeahmt werden. Die Ergebnisse, die durch Biochips gewonnen werden können, sind dank des Einsatzes menschlicher Zellen viel besser auf den Menschen übertragbar als Tierversuchsergebnisse. Die tierversuchsfreie Forschung ist um ein Vielfaches sicherer, zuverlässiger, schneller und günstiger als Tierversuche.29
Zeit für ein Umdenken
Obwohl immer mehr Forscher erkennen, dass Tierversuche eine schlechte Forschung darstellen – die Mehrheit der Wissenschaftler setzt nach wie vor auf Tierversuche. Laut Prof. Paul Furlong gibt es dafür die folgenden vier Gründe:
1. Die Ressourcen, die für eine menschenorientierte Forschung nötig wären, sind nicht verfügbar oder zugänglich
2. Die benötigten Ausbildungsmöglichkeiten fehlen
3. Anreize, insbesondere finanzielle Mittel, fehlen
4. Die tierversuchsfreundliche Gesetzgebung steht der menschenorientierten Forschung im Weg30
|Es ist höchste Zeit für ein Umdenken – nur wenn die Forschung endlich vom Tierversuch wegkommt und alle ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen in die tierversuchsfreie Forschung investiert, können künftig tatsächliche humanmedizinische Fortschritte erwartet werden.

Marietta Haller Biologiestudentin, wissenschaftliche Mitarbeiterin der AG STG
Zu den aktuell geplanten Affenversuchen an ETH und Universität Zürich lesen Sie auch den Artikel «Tierversuche in der Hirnforschung – Neue Affenversuche an Uni und ETH Zürich» unter: http://www.agstg.ch/magazin/77-/albatros-43/421-neue-affenversuche-an-der-uni-und-der-eth-zuerich.html
Das Quellenverzeichnis finden Sie unter: www.agstg.ch/quellen.html
Erstellungsdatum: 01.06.2015
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