Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03259.jsonl.gz/549

In der jüngsten Länderspielpause wurde das Schicksal von Livio Bordoli beim FC Aarau besiegelt. Vor zwei Wochen entschlossen sich die Verantwortlichen zu einer vorzeitigen Entlassung des 52-jährigen Tessiners, der den Trainerposten auf dem Brügglifeld erst nach dem Abstieg im Sommer über- nommen hatte. Interimistisch wurde die Mannschaft in der Folge von Sascha Stauch, Technischer Leiter des Teams Aargau, geführt. Unter ihm erreichte Aarau eine Punkte-Teilung in Winterthur, als Carlinhos eine frühe Führung der Hausherren (nach nur 35 Sekunden) im Verlauf der zweiten Halbzeit zum Endstand (1:1) ausglich. Dabei zeigten sich die Aarauer spielerisch wieder mutiger, auch wenn sie die Krönung in Form eines Siegtreffers mehrfach knapp verpassten.
Es war auch der Tag, als die Verpflichtung von Marco Schällibaum als neuer Cheftrainer kommuniziert wurde. Der 53-jährige Zürcher sah sich den jüngsten Aarauer Auftritt auf der Schützenwiese direkt nach Vertragsun- terzeichnung an; sein Kontrakt läuft vorerst bis zum Ende der Saison.
Am letzten Mittwoch leitete er erstmals eine Trainingsein- heit an seiner neuen Wirkungsstätte. Allerdings wird es noch einen Moment dauern, ehe der routinierte Übungsleiter auch an der Seitenlinie zu sehen sein wird, weil er noch zwei Spielsperren aus seiner Zeit in Chiasso absitzen muss. In der Südschweiz hatte er zuletzt hervorragende Arbeit geleistet, indem er die «Rossoblu» innert wenigen Monaten aus der Abstiegszone bis in die Spitzenpositionen der Brack.ch Challenge League führte.
In seiner Aktivkarriere war Schällibaum als Verteidiger für GC, Basel, Servette und Luzern tätig und stand insgesamt 31 Mal für das Schweizer Nationalteam im Einsatz. Er startete seine Trainerlaufbahn vor 20 Jahren beim Erstligisten Stade Nyonnais, gefolgt von einem Assistentenposten in Basel. Als Cheftrainer bei den Berner Young Boys erlangte er Kultstatus, indem er den Verein zurück in die damalige Nationalliga A (2001) und im nachfolgenden Jahr sofort in den UEFA-Cup führte. Es folgten Engagements bei Servette, Concordia Basel, Sion, Schaffhausen, Bellinzona und Lugano, ehe er als erster Schweizer in der nordamerikanischen Major League Soccer bei Montreal Impact anheuerte.
Quelle: Heimspiel Ausgabe 7 Saison 2015/2016 (Patrick Haller).