Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03533.jsonl.gz/3374

Bequeme Wanderstrecke (mit gutem Seeblick)
Allaman (399m) – Plage (374m) - Perroy (411m) - Rolle – Convers (431m) - Bursinel (429m) - St. Bonnet (429m) - Bourg d'Amont (422m) - Gland (416m) – Pont Farbel (412m) - Bénex (424m) - Prangins (414m) - Nyon (406m) - Crans-près-Céligny (378m) – Céligny (431m)
Allaman - Rolle - 4.5 km – Wanderzeit 1h 30 min
Céligny ist unser nächster Zielort. Wir erreichen es über Rolle, Prangins und Nyon. Wir beginnen unsere Etappe beim Weingut La Pêcherie, welches wir auf der See-Zufahrtsstrasse erreichen. Wir folgen in westlicher Richtung der Uferstrasse am Badestrand (Plage) vorbei bis zur Kantonsstrasse, queren diese und kommen rechts auf die Route vignoble, auf der wir durch die Rebberge (La Grand’Vigne) hinauf nach Perroy gelangen. Am Schloss Perroy (erbaut 16./17. Jahrhundert) vorbei kommen wir zur Kirche Ste-Marie (1481 neu erbaut und 1828 umgebaut). Von hier hinunter nach Rolle gehen wir auf dem Gehsteig der Zufahrtsstrasse.
In Rolle verlassen wir die Kantonsstrasse und gelangen auf der gepflegten Uferpromenade zum Schloss Rolle. Das Schloss Rolle, mit den vier mächtigen Rundtürmen, wurde 1264-69 durch Peter II. von Savoyen erbaut. 1536 setzten die Berner das Schloss in Brand und 1558 wurde es neu aufgebaut. Am Ende der Berner Herrschaft wurde es von der Stadt Rolle gekauft. Es diente als Gefängnis, Gericht, Archiv und Standesamt. Noch heute ist es Amtssitz. Im Südostturm befindet sich die Bibliothek mit 13’000 Bänden.
Rolle – Prangins - 14 km – Wanderzeit 3h 30min
Wir folgen der Uferpromenade und kommen zur katholischen Kirche ohne Turm. Die Glasbilder in der neugotischen Kirche wurden 1929 von Alexander Cingria gemalt. Wenige Meter vom Ufer entfernt liegt die Ile de la Harpe mit einem Denkmal des Emigranten (und Erziehers von Alexander I. von Russland) Frédéric-César de la Harpe (1754-1838). Er war Sympathisant der französischen Revolution und einer der Mitbegründer des neuen Kantons Waadt. Am Ende des Uferweges (beim Hafen) überqueren wir die Kantonsstrasse. Wir folgen rechts der Route de Gilly. Diese führt uns durch Aussenquartiere entlang eines kleinen Waldstückes bis zum Kreisel, wo wir links abzweigen um zur Bahnlinie zu gelangen. Diese unterqueren wir und zweigen beim Gehöft Pierruet (mit Weiher) in südwestliche Richtung ab. Der Fahrweg führt uns am Gehöft La Dolle vorbei in einen bewaldeten Bachgraben (Flon de Vincy). Diesen durchqueren wir und kommen in einem Bogen wieder hinunter zur Bahnlinie, welcher wir bis zur Unterführung beim stillgelegten Bahnhofs Bursinel folgen.
Hier zweigen wir in südlicher Richtung ab, queren die Strasse und die Bahnlinie und kommen auf der Zufahrtsstrasse am Schloss und den Weinbergen vorbei ins Dorf Bursinel. Die Türme des Schlosses stammen noch aus dem Mittelalter, der Wohntrakt aus dem 18.Jahrhundert.
In gemütlichen Dorf-Weinkellern bieten uns die Winzer ihre edlen Tropfen zur Degustation an. Wir durchqueren das Dorf auf der Hauptstrasse und gelangen an der Kirche von Bursinel vorbei durch ein Villenviertel nach Dully.
Das Schloss Dully stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde 1884 umgestaltet. Kurz vor dem Parktor des Schlosses biegt unser Weg nach rechts ab und gelangt, nach kurzer Strecke in südwestlicher Richtung in den bewaldete Bachgraben., wo wir südwärts gehend die Bäche La Dullive und dann Le Lavasson überqueren. Dann folgen wir im Wald dem plätschernden Lavasson in südwestlicher Richtung und gelangen anschliessend oberhalb La Lignière und den Rebbergen in das Wohngebiet und zur Unterführung beim Bahnhof von Gland. Wir queren die Bahnlinie, folgen ihr kurz und kommen rechts haltend ins Industriequartier und zu den Panzersperren am Ortsende. Nach der Kreuzung überqueren wir auf der befahrenen Strasse das Flüsschen Promenthouse und kommen zu den Häusern in Pont-Farbel und zur Strassenkreuzung. Hier zweigen wir in östlicher Richtung ab und kommen entlang des Waldrandes zur Bahnlinie zurück, welche wir überqueren. Ein Feldweg bringt uns dann längs der Bahnline am Flugfeld vorbei zum Ortseingang von Prangins.
Hier verlassen wir nach kurzer Strecke die Bahnlinie und gelangen links haltend zur reformierten Kirche St-Pancrace. Hinter weiträumigen Obst- und Gemüsegärten erblicken wir das imposante Schloss Prangins (erbaut 1730), welches heute ein Landesmuseum der Schweiz beherbergt. Interessante Ausstellungen bringen dem Besucher die Entwicklung der Schweiz im 18. und 19. Jahrhundert vom Agrarland zum urbanen Industriestaat näher. Von der Schlossterrasse sehen wir hinunter zum Genfersee.
Prangins – Céligny - 8km – Wanderzeit 1h 45min
Wir verlassen das Schloss Prangins in südwestlicher Richtung durch eine parkähnliche Grünanlage, biegen rechts zur Bahnlinie ab und kommen entlang der Bahnlinie über das Flüsschen Asse zum Bahnhof von Nyon.
(N.B. die Altstadt, Seepromenade und Schiffländte können von Pragnins auch direkt auf dem Gehsteig der Kantonsstrasse erreicht werden.)
Nyon hat eine sehr interessante Geschichte. Schon die Kelten siedelten hier in Noviodunum. Nach der Unterwerfung der Helvetier gründete Julius Cäsar 45 v. Chr. die erste römische Stadt Colonia Julia Equestris auf Schweizer Boden. Mit dem Zusammenbruch des römischen Imperiums und den Kriegswirren der Völkerwanderung (Burgunder) verfiel das Städtchen im 5. Jahrhundert. Im Mittelalter blühte Nyon unter der Herrschaft von Prangins wieder auf (11./12. Jh.). 1293 kam die Region zu Savoyen und ab 1536 regierte der Berner Landvogt.
Ein kurzer Stadtrundgang ist daher angebracht. Vom Bahnhof wandern wir in wenigen Minuten hinunter zur Altstadt. Das „weisse“ Schloss wurde im 13. Jahrhundert von Ludwig I von Savoyen erbaut. Heute beherbergt es ein Museum für Porzellan und der Geschichte Nyons. Von der Schlossterrasse sehen wir auf die Unterstadt und den See hinunter. Rechts vom Schloss kommen wir zum römischen Forum mit der Cäsarstatue.
Darunter befindet sich das römische Museum. Die Gasse führt in einem Rechtsbogen zur reformierten Kirche Notre Dame (12.-14. Jh.). Im Chor dieser Kirche sind Malereien aus der Zeit um 1300 zu sehen. Durch die Porte Ste-Marie kommen wir zu den drei römischen Säulen. Darunter liegt der Yachthafen, weiter links der Tour de César, die mittelalterlichen Stadtbefestigungen und der Maître-Jacques-Brunnen. Das 1996 entdeckte Amphitheater wird zur Zeit noch ausgegraben. Das nächste Wegstück führt uns am Bahnhof Nyon vorbei und entlang der Bahnlinie zur Seestrasse, auf der wir die Bahnlinie überqueren., Dann biegen wir links auf ein Quartierstrasse ab, durchqueren auf einem Fusswg den Le Boiron-Bachgraben und steigen den gegenüber liegenden Hang hinauf.
Am Weiler Bois Bougy vorbei kommen wir an den Rand des Waldes Bois Bougy, von wo uns ein bequemer Wanderweg zunächst entlang des Waldrandes und dann in südlicher Richtung durch den Wald führt. Nach Verlassen des Waldes werden wir mit einer einmaligen Aussicht auf den Genfersee belohnt. In südlicher Richtung kommen wir an den Rand eines Weinberges, wo wir links zur Bahnlinie abzweigen. Dieser folgen wir in südwestlicher Richtung bis zum Bahnhof von Crans-près-Céligny.
Hier steigen wir rechts am Weinberg und dem Schlosspark vorbei hinauf und kommen in einem Bogen ins Dorf Crans (lat. Cranos). Im Wappen führt Crans vier Jakobsmuscheln. Links kommen wir zur Kirche, die um 1500 erbaut wurde. Die Terrasse vor der Kirche ist eine schöne Aussichtskanzel mit Bänken zum Rasten und Verweilen. Unweit der Kirche zweigen wir auf die Céligny-Zufahrtsstrasse, auf der wir über Felder nach Céligny gelangen.
Hier finden wir im Dorfzentrum die kleine Kirche mit dem etwas besonderen Glockenstuhl im oberen Teil der Fassade. Jede der beiden im Jahr 1858 gegossenen Glocken wiegt 500 kg. Im Kircheninnern erwartet uns eine hübsche Orgel (Schlüssel im Pfarrhaus). Neben der Kirche steht das 1722 erbaute Schloss.
(Text+Bild: Winfried Erbach, Thun)