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Ein schöner Frühlingstag in Liestal. Es ist nicht mehr so nasskalt wie in den Tagen zuvor, die Männer legen lässig ihre Jacken über die Schultern und grüßen galant mit gezogenem Hut die Damen, die in Korsette geschnürt oder in locker fallenden Baumwollblusen an ihnen vorbeiflanieren.
Das Gras des Gitterli zertrampelt von Hunderten Lack- und Lederschuhen und Dutzenden Stiefeln, hart und endlich trocken der Boden.
Der junge Alfred Aebi schämt sich. In seinen kurzen Hosen und seinem Wollpullover kommt er sich vor wie ein Schnuddergoof, aber in Wirklichkeit ist er doch ein Entdecker, ein Held. Er muss nicht mehr hochschauen zu den Männern, seit Anfang des Jahres kann er den meisten auf gleicher Höhe in die Augen blicken. Und doch unterscheidet er sich noch von ihnen. Sie tragen Schnäuze und schwarze Krawatten, die blauen Uniformen der Kapelle, die grauen der Offiziere, rassige Westen, sie wedeln mit Hüten, wenn eine Frau vorbeistolziert. Alfred Aebi würde auch gerne imponieren, doch er hat keine Kopfbedeckung, die er zum Gruß lüften könnte. Auch fallen ihm die Worte nicht ein, die eine junge Dame zum Kichern bringen.