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Eine Online-Umfrage des “Time Magazine” hat auf diese Frage jetzt eine Antwort gefunden: Amerikaner vertrauen Jon Stewart. Das Aussergewöhnliche daran: Jon Stewart ist nicht etwa Nachrichtensprecher, sondern Komiker und seine “Daily Show With Jon Stewart” ist eine Satiresendung. Und dies ist nicht das erste Mal, dass er einen solchen Vertrauensbeweis erhält. Schon in einer Umfrage des Pew Research Centers im Jahr 2007 wurde Stewart unter die am meisten bewunderten TV-Journalisten gewählt. Für junge Amerikaner ist seine Show, obwohl es eine Comedyshow ist, Nachrichtenquelle Nummer eins. Während den Präsidentschaftswahlen in den USA wurde seine Berichterstattung mehr geschaut als etablierte Sendungen wie “Meet The Press”.
Die auf dem Sender Comedy Central ausgestrahlte und mit mehreren Emmys ausgezeichnete “Daily Show” gibt es seit 1996. Seit 1999 wird sie von Jon Stewart moderiert, welcher gleichzeitig auch als Produzent und Autor fungiert. Auf Plakaten wirbt die Sendung mit dem Untertitel “the most trusted name in fake news”. Und dieses “fake news” wird wörtlich genommen. Das heisst, es werden gerne einmal Fakten verfälscht oder Dinge ganz erfunden.
Die Hauptthemen, die in der Show behandelt werden, sind die Politik und die Medien. Jon Stewart hat sich einen Namen als Medienkritiker gemacht. Opfer ist dabei oft der TV-Kanal “Fox News”, dem vorgeworfen wird, parteiisch für die Republikaner zu berichten. Aber auch andere Fernsehsender werden nicht verschont. Kürzlich kritisierte die “Daily Show” während mehreren Sendungen den Finanzsender CNBC für die schlechte Berichterstattung vor und während der Finanzkrise.
Hochkarätige Gäste
Normalerweise ist die Show aufgeteilt in drei Teile:
Der erste Teil ist der Monolog, in dem Stewart tagesaktuelle Themen der Politik oder Medien auf witzige und satirische Weise behandelt. Oft werden dabei Ausschnitte aus verschiedenen News-Sendungen zusammengeschnitten, um zum Beispiel widersprüchliche Aussagen von Politikern aufzuzeigen. Diese Art der Präsentation hat die “Daily Show” revolutioniert. Im zweiten Teil kommen häufig Korrespondenten zum Einsatz, die Titel wie “Senior British Correspondent” oder “Senior Wilderness Correspondent” tragen. Dies als Anspielung auf die oft extravaganten Titel für Korrespondenten auf seriösen Nachrichtensendern. Es wird dabei jeweils der Anschein erweckt, als würden sie per Live-Schaltung beispielsweise aus Washington, Alaska oder dem Iran berichten. In Wahrheit sind sie aber auch im Studio vor einem Green-Screen, auf dem der passende Hintergrund eingeblendet wird. Im letzten Teil findet ein Interview statt. Zu Gast sind oft Autoren oder Politiker, aber auch Schauspieler. Prominente Gäste waren zum Beispiel Barack Obama, Hillary Clinton, George Clooney, Meryl Streep oder der bolivianische Präsident Evo Morales. Sogar der ehemalige pakistanische Präsident Pervez Musharraf stattete der “Daily Show” schon einmal einen Besuch ab.
Bildende Comedyshow
Woher kommt es also, dass die Amerikaner einem Komiker wie Jon Stewart mehr vertrauen als seriösen Nachrichtenmoderatoren? Ein Grund ist sicher die heutige Medienlandschaft, die geprägt ist von 24/7-Newskanälen, die gerne mal den Grossteil ihrer Zeit mit belanglosen Storys verbringen und zum Teil parteiisch berichten.
Stewart selbst sieht sich aber nur als Komiker, nicht als Journalisten. Trotzdem kann man der Show durch die oft satirische und entlarvende Art einen gewissen bildenden und journalistischen Charakter nicht absprechen. Durch die Angewohnheit, dass oft Dinge verfälscht oder erfunden werden, sollte man dabei aber ein gewisses Vorwissen haben.
Die “Daily Show With Jon Stewart” bietet vor allem eines, nämlich blendende Unterhaltung. Bei uns wird sie auf CNN International ausgestrahlt. Zudem können alle Folgen der Sendung kostenlos auf www.thedailyshow.com geschaut werden.