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Freunde im Ausland
Berichte und Besuche
Das Kleine Blatt erschien nun ab April 1970 illustriert (zum Teil mit Aktbildern), vierseitig, mit Club 68-Hinweisen für die Mitglieder und Berichten über Veranstaltungen in den drei Clubs. Ab Oktober war es fest in der Mitte jedes Heftes eingebunden. Annoncen galten nicht mehr als Kuppelei wie 1934/35, sie mussten und sollten demnach vor dem Staatsanwalt nicht verborgen werden. Ab März 1971 wechselte es auch seinen traditionellen Namen und nannte sich fortan Die Gazette.
Zum Inhalt dieses Jahrgangs gehörten regelmässig reich illustrierte Modeseiten und diverse Inserate im Textteil, etwa jene des Beratungsdienstes oder der Tom Men's Shops.1
Nebst Berichten über das niederländische COC in fast jeder Nummer erschien im April ein längerer Artikel zu Schweden, verfasst vom Chefredaktor der Zeitschrift VIKING, Michael Holm.2
Im August meldete sich die am 6. Juli 1970 neu gegründete IHWO Hamburg und stellte diese Organisation vor.3
Im Gegensatz zur 1954 in Dänemark gegründeten IHWO (International Homosexual World Organisation) standen keine kommerziellen Interessen im Vordergrund; es sollten Arbeitsgruppen diverse Themen wie homophiles Selbstverständnis, Öffentlichkeitsarbeit, Presse, Treffen zur gegenseitigen Aussprache im Mittelpunkt stehen.
Die IHWO Hamburg bestand vier Jahre lang. Bis September 1971 erschienen ihre Tagungsberichte ziemlich regelmässig in fast jedem Heft. Die IHWO-Rubrik vom Februar 1971 enthielt die Schilderung eines Treffens mit dem Club 68 in Zürich, verfasst von Erhard Richter, einem der Gründungsmitglieder der IHWO Hamburg:4
"Wir wurden wie gute alte Freunde aufgenommen. Der Club 68 veranstaltete in den Räumen des Conti-Club einen sehr gelungenen Abend mit der 'club 68 show 1970', einem von fünf Freunden dargebotenen zweistündigen Programm im Rahmen eines fröhlichen Tanzabends. Vorausgegangen war ein offizieller Empfang in einem Hotel, am folgenden Tag schlossen sich noch sehr gute Gespräche mit verschiedenen Vorstandsmitgliedern des Club 68 an.
Leider war Karl Meier / Rolf vom KREIS plötzlich schwer erkrankt, so dass wir ihm nur einen Gruss schicken konnten. Wir lernten in Zürich auch einen Vertreter der mit dem COC zusammenarbeitenden holländischen Studentenvereinigung FSWH und die österreichische Vorkämpferin unserer Sache, Frau Charlotte Ilona Steurer aus Wien kennen."
Ernst Ostertag, März 2006