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Die Brasilianer haben das Wort “corrupção” (Korruption) zum Wort des Jahres 2017 gewählt. Es definiert das Jahr 2017, heißt es in einer Studie, die am Donnerstag (9.) veröffentlicht worden ist. 37 Prozent der vom Instituto Ideia Big Data Befragten befanden, dass sich das Jahr auf ein einziges Wort resümiert: Korruption.
Beinahe täglich wird in den brasilianischen Medien über neue Skandale berichtet. Längst ist es nicht mehr nur die “Operation Lava Jato“ oder “Zelotes“. “Carne Fraca“ (Schwaches Fleisch) war ein weiterer 2017 aufgedeckter Skandal, bei dem Fleischverarbeitende Unternehmen Mitarbeiter von Kontrollbehörden bestochen haben sollen.
Aufgedeckt wurden Schmiergeld- und Hinterziehungsaffären auf allen Ebenen, von der Gemeinde über das Bundesland bis hin zum Kongress. Ermittelt wird gegen Politiker fast aller Parteien. Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist in erster Instanz zu neun Jahren Haft verurteilt worden.
Verfahren laufen gegen etliche Abgeordnete, Senatoren und neun Minister der Regierung Michel Temers. Er selbst ist zweimal der Eröffnung eines Verfahrens entgangen, weil die Mehrheit der Abgeordneten ein solches für derzeit nicht angebracht hielten.
Dass “corrupção” zum Wort des Jahres gewählt worden ist, verwundert deshalb nicht. Ausgewählt wurde es in einem dreistufigen Verfahren. Zunächst haben 9.000 Bürger über tausend verschiedene Wörter vorgeschlagen.
Von denen sind die 40 meistgenannten von Kommunikationsexperten, Anthropologen, Politwissenschaftlern und Marketingspezialisten analysiert und von ihnen letztlich fünf ausgewählt worden. Über die haben wiederum 2.000 Brasilianer abgestimmt.
Neben “Korruption“ mit 37 Prozent hat “Schande“ 26 Prozent der Stimmen erhalten, “Krise“ 18 Prozent, “Spannung“ zehn Prozent und “Veränderung“ neun Prozent.