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Die Nase: ein Fisch mit Charakter
Art: Nase (Chondrostoma nasus)
Familie: Weissfische (Leuciscidae)
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Unter den karpfenartigen Fischen in unseren Schweizer Fliessgewässern ist die Nase wohl eine der herausragendsten Vertreter. Durch die verhornte, unterständige Schnauze ist sie unverwechselbar. Diese ist aber nicht einfach nur markant, sondern erfüllt auch einen Zweck. Die Nase ernährt sich nämlich hauptsächlich von Kieselalgen, welche sie mit ihrem Mund von Steinen raspelt.
Früher ein Brotfisch, heute vom Aussterben bedroht
Der bevorzugte Lebensraum dieses Fisches sind schnell fliessende Gewässer mit kiesiger bis sandiger Sohle, typischerweise vorzufinden in der Äschen- und Barbenregion. Die Nase ist ein typischer Schwarmfisch, welcher in der Schweiz leider nur noch selten anzutreffen ist. Mittlerweile findet man sie auf der Roten Liste sogar unter der Kategorie «vom Aussterben bedroht».
Früher kamen die Nasen in der Schweiz in Massen vor – man erzählt sich sogar, dass die Landwirte ihre Felder mit den Fischen gedüngt haben, weil sie so massenhaft gefangen werden konnten. Insbesondere während der Laichzeit zwischen März und Mai färbten sich unsere Fliessgewässer regelrecht schwarz vor lauter Nasen. Während des Laichspiels tummeln sich hunderte von Individuen auf seicht überströmten Kiesbänken, auf der Suche nach einem passenden Partner. Beide Geschlechter entwickeln zu dieser Zeit einen Laichausschlag in Form von steinigen Punkten. Die Weibchen, auch Rogner genannt, bekommen zusätzlich noch einen rötlich schimmernden Bauch. Die Rogner kleben dann 20'000 bis 100'000 Eier an Steine, wo sie durch die Männchen (Milchner) befruchtet werden. Aus den Eiern schlüpfen nach einigen Tagen die Larven, welche die erste Zeit ihres Lebens im Kies verbringen. Später verschieben sich die kleinen Fischchen in ruhigere Flachgewässer um dort nach Plankton zu jagen.
Ein Wanderfisch, der nicht mehr wandern kann
Die Nase kann bis zu 20 Jahre alt und über 50 Zentimeter gross werden. Sie ist eine gute Schwimmerin und legt als Mitteldistanzwanderfisch bis zu 100 Kilometer zurück, um in geeignete Lebensräume zu gelangen. Dies ist denn auch einer der Gründe, weshalb die Nase heute so gefährdet ist. Zahlreiche Wasserkraftwerke verwehren heutzutage die freie Fischwanderung. Ausserdem trugen die zahlreichen Verbauungen von Fliessgewässern zudem dazu bei, dass geeigneter Lebensraum nach und nach rar wurde.