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Siedlung Bethlehemacker I
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Siedlung Bethlehemacker I
Adresse
3027 Bern
BE
Architektur
Die Wohnsiedlung Bethlehemacker I gehört zu den grössten Reihenhaussiedlungen der Stadt Bern. Ähnliche Siedlungen finden sich auch in Basel (z. B. Jakobsberg) und Zürich (z. B. In der Au). Gleichmässig angeordnete Gebäudezeilen und Gärten in der typischen Architektur der 1940er Jahre bestimmen das Erscheinungsbild, das aber durch Fassadensanierungen mit Faserzementschiefern stark verändert wurde. Nicht die einfach konstruierten und schlicht gestalteten Häuser machen die Qualität dieser Überbauung aus, sondern die grosszügigen Aussenräume mit ihren vielseitigen Aus- und Durchblicken.
Chronologie
Die Siedlung Bethlehemacker I wurde während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg realisiert, um der grossen Wohnungsnot entgegenzuwirken. Dabei wurden die Gebäude in sehr kurzer Bauzeit und mit beschränkten finanziellen und bautechnischen Mitteln errichtet. Die erste Etappe gab die Stadt Bern in Auftrag: Anfang 1943 durch die Architekten Walter von Gunten und Hans Reinhard sowie dem lokalen Holzbauunternehmen Parquet- und Holzbau AG projektiert, wurden noch im selben Jahr 24 Häuser fertiggestellt. In vier weiteren Bauphasen in den folgenden vier Jahren entstanden – initiiert durch zwei Baugenossenschaften – nochmals 178 Wohneinheiten. Die Entwürfe lieferten Hans und Gret Reinhard sowie Hans Bracher und Willy Frey. Die angrenzende Schule, wurde schliesslich zwischen 1952 und 1959 von Oskar und Claire Rufer geplant und gebaut. 1968 wurden wegen der Grossüberbauung Bethlehemacker II fünf der sechs Gebäudezeilen aus der ersten Bauetappe abgebrochen. So besteht die heutige Siedlung aus 134 Wohneinheiten, die in 27 unterschiedlich langen Gebäudezeilen und in sechs verschiedenen Bautypen untergebracht sind. Im Lauf der Zeit erfolgten mehrere Sanierungen, allerdings ohne denkmalpflegerische Begleitung. Besonders einschneidend war die Fassadenerneuerung in den Jahren 2006 und 2007: Bei den Häusern der zweiten bis fünften Bauetappe wurde anstelle der vertikalen Holzverschalung eine hinterlüftete Fassade mit Faserzementschiefern realisiert, zudem wurden die ursprünglichen Holzfenster durch Holz-Aluminium-Fenster ersetzt. Inzwischen ist die Siedlung im Bauinventar der Denkmalpflege Stadt Bern als schützenswert eingestuft.
Lage
Die Siedlung Bethlehemacker I liegt im Norden von Bern-Bümpliz. Nördlich der Überbauung befindet sich der Bremgartenwald, ausserdem führt dort die Autobahn vorbei. Das Areal wird im Westen von der Eichholzstrasse, im Süden von der Waldmann- respektive Murtenstrasse und im Osten von der Eymattstrasse umgeben. Die Erschliessung erfolgt von Osten her über den Kornweg und mehrere davon abzweigende Strässchen. Zusätzlich wurden mehrere Fussgängerwege angelegt, die Verbindungen durch die Gartenlandschaft schaffen. Bus- und Tramhaltestellen werden unmittelbar im Süden der Siedlung erreicht.
Beschreibung
Die in einer leichten Kurve angeordneten Gebäudezeilen unter Satteldächern weisen ungefähr eine Nord-Süd-Ausrichtung auf, womit die beiden Längsseiten nach Westen und Osten orientiert sind. Ein Zentrum existiert nicht, vielmehr verteilen sich die Schule, Kirche und Einkaufsläden um die Siedlung herum. Im Norden liegt der älteste Teil: Die Gebäudezeile am Knospenweg 37–43 mit dazugehörendem Waschhaus (ursprünglich gab es sechs dieser Bauten) ist ein eingeschossiger Holzbau in Ständerbauweise. Nur die Brandwände der vier Dreizimmereinfamilienhäuser sind gemauert. Durch den ostseitigen Eingang mit Windfang gelangt man in den zentralen Vorraum, von wo aus alle weiteren Räume erschlossen sind. Das Wohnzimmer mit gedeckter Veranda ist zum Garten hin ausgerichtet. Zwischen 1944 und 1946 entstanden in drei Etappen 16 weitere Häuserreihen mit 96 Drei- und Vierzimmerhäusern. Neu wurde zweigeschossig gebaut. Durch die Unterkellerung sind die Erdgeschosse leicht erhöht. Der Kamin in jeder Einheit ist mittig am First angeordnet und die Fenster mit Klappläden, die sich farblich von der neueren Fassadenverkleidung abheben, weisen ein quadratisches Format auf. Die traufseitig hervorstehenden Brand- und Giebelmauern wurden massiv ausgeführt, die ursprünglich bretterverschalten und heute mit Faserzementschiefern verkleideten Traufwände sind hingegen Holzständerkonstruktionen. Mit der letzten Bauphase kamen im Süden und Westen nochmals 62 Häuser hinzu. Die vier Doppelhäuser auf dem westlichen Teil des Terrains wurden bereits 1952 abgerissen, um die Schule zu errichten.
Literatur
Themen