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«hörende Stille»
5. Sep 2019
19. Juni 2019
Die Schweizer Assoziation des Malteserordens hält vom 20. bis 22. Juni ihre jährliche Versammlung in Luzern und feiert eine Vesper in der Peterskapelle. Wir haben beim Präsidenten, dem Luzerner Martin von Walterskirchen, nachgefagt, was die aktuelle Bedeutung dieser uralten Bewegung ist.
Die Malteser wurden in der Zeit der Kreuzzüge gegründet. Wie steht der Orden heute zu dieser Geschichte von Gewalt und Feindschaft zwischen den Religionen?
Die «Bruderschaft des Hospitals des Heiligen Johannes von Jerusalem» wurde bereits 50 Jahre vor dem ersten Kreuzzug gegründet und betreute im Hospiz gegenüber der 1046 neu errichteten Grabeskirche Kranken, Arme und Pilger. Nach dem grossen Gemetzel, das ein europäisches Ritterheer 1099 bei der Eroberung Jerusalems anrichtete, waren viele Ritter von den Gräueln traumatisiert und wurden Mitglied der Hospitalbrunderschaft, um dort Heilung zu finden. So sehen die Malteser heute ihre Aufgabe weltweit im Dienst an Kranken und Armen, ohne Ansehen der Person und des religiösen Hintergrunds. In unserem «Holy Family Hospital» in Betlehem – einer modernen Geburtsklinik – kamen letztes Jahr 4500 Kinder zur Welt - die meisten davon Muslime.
Was verbindet die Malteser mit der Schweiz?
Nach der Anerkennung durch den Papst gründete der Orden in ganz Europa so genannte Kommenden, die bis heute unter dem damaligen Ordensnnamen «Johanniter» bekannt sind. Im Kanton Luzern wurde 1183 die Kommende Hohenrain aufgebaut, 1280 übernahm der Orden die Burganlage Reiden.
Wie kam es zum Namenswechsel Johanniter – Malteser?
1530 wurde der Ordensstaat von Rhodos, wo er vorher über 200 Jahre ansässig war, vertrieben und siedelte sich in Malta an. Ausserdem entstand in der Reformation ein evangelischer Zweig, der (bis heute) den Namen «Johanniter» trägt. Mit diesem verbinden uns übrigens seit Jahrhunderten gute ökumenische Beziehungen.
Sie sprachen vom Ordensstaat - gibt es den nach wie vor?
Nicht mehr als Gebiet, aber im Sinne einer völkerrechtlichen Körperschaft, die von 108 Staaten weltweit anerkennat wird. So können wir auch auf dem Gebiet der Diplomatie unser Engagement für die Armen verwirklichen. Unsere Vertretungen bei der UNO und anderen internationalen Organisationen setzen sich für die universale Achtung der Menschenwürde ein und bekämpfen Menschenhandel, Diskrimierung und Ausgrenzung von Minderheiten.
«Ritterorden»: Das klingt so, als sei er Adelsfamilien vorbehalten.
Heute können Frauen und Männer unabhängig von ihrer Herkunft Mitglied des Ordens werden. Aufgrund der langen Geschichte gehören aber auch viele Menschen aus Adelsfamilien dazu – wie ich selbst. Die Spiritualität wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Dazu gehört auch unsere Eigenständigkeit und unser Selbstbewusstsein als Laien in der Kirche.
Wer bei uns Mitglied werden will, muss sich vor allem das uneigennützige Engagement für die heutigen Armen zu eigen machen – als zentrale Form des Gottesdienstes und moderner Ritterlichkeit.
Der Malteserorden hat weltweit über 13 000 Mitglieder (hauptsächlich Laien), die sich eine eigene Verfassung geben. Über 100 000 Freiwillige arbeiten in den Werken des Ordens mit. In der Schweiz wirken rund 1000 Ehrenamtliche des «Malteser Hospitaldiensts» in 14 Städten in Spitälern bei der Betreuung von Demenzkranken und Multiple-Sklerose-Patienten mit.
Auf dem Programm des Jahrestreffens der Schweizer Malteser steht auch eine Vesper in der Peterskapelle. Sie beginnt am Samstag, dem 22. Juni 2019, um 17h00.
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