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Margaret Boemer erhielt die Hiobsbotschaft bei einer Routineuntersuchung in der 16. Schwangerschaftswoche. Ihr Baby hatte einen Tumor, der aus dem Steissbein herausragt. Die Geschwulst sog so viel Blut ab, dass der Fötus nicht überlebt hätte - eine Operation war die letzte Chance.
Kurz vor einem Herzversagen
Viele Ärzte rieten der werdenden Mutter, ihre Schwangerschaft zu beenden. Nur Dr. Darrell Cass, Co-Direktor des «Texas Children's Fetal Center», und sein Team schlugen ihr die Operation vor. Boemer entschied sich für das riskante Verfahren, da der Fötus bereits kurz vor einem Herzversagen stand.
Knapp zwei Monate später öffneten die Ärzte die Gebärmutter und entnahmen das Baby. «Der Fötus ist dabei komplett draussen, das ganze Fruchtwasser läuft heraus», erklärt Dr. Cass gegenüber CNN.
Das Herz des kleinen Mädchens versagte während der Operation, ein Herzspezialist rettete sie und die Ärzte konnten den Grossteil des Tumors entfernen. Das Fruchtwasser wurde dabei gesammelt und nach der Operation wieder in die Gebärmutter geleitet.
Nach der Geburt auf die Intensivstation
Nach dem Eingriff musste Boemer den Rest der Schwangerschaft im Bett verbringen. In der 36. Schwangerschaftswoche kam die kleine Lynlee Hope dann per Kaiserschnitt zur Welt - sozusagen zum zweiten Mal. Das Mädchen musste sofort auf die Intensivstation, wo man acht Tage später den Rest des Tumors entfernte.
Boemer war nach der Geburt überglücklich. «Es war jeden Schmerz wert», sagte sie gegenüber CNN. Lynlee Hope, die die Namen ihrer beider Omas träg, sollte eigentlich ein Zwilling sein. Das zweite Kind verlor die Mutter jedoch während der Schwangerschaft, vor dem zweiten Trimester.
Der Tumor am Steissbein ist die häufigste Tumorart bei Neugeborenen. Er tritt bei einem von 35'000 Babys auf. «Einige dieser Tumore sind während der Schwangerschaft tolerierbar», sagte Dr. Cass gegenüber CNN. Andere verursachen demnach allerdings erhebliche Probleme, indem sie den Blutkreislauf des Babys für ihr eigenes Wachstum anzapfen. (gru)