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Lange war die Geschichtswissenschaft davon ausgegangen, dass bezahlte Hausarbeit in westlichen Haushalten spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden sei, da zunehmend Haushaltsgeräte die Arbeit im Haushalt unterstützt und Hausfrauen diese dadurch erleichterte Arbeit alleine verrichtet hätten. Erst in den 1980er Jahren sei es aufgrund der zunehmenden Erwerbsintegration von Frauen wieder zu einer Zunahme von Haushaltshilfen – vorwiegend Migrantinnen – gekommen. Neuere Quellenbefunde stellen dieses Narrativ in Frage. Indem ich nicht nach der Figur des klassischen Dienstmädchens frage, sondern Hinweisen auf Putzhilfen, Au-Pairs oder Hauspflegerinnen nachgehe, versuche ich neue, aber auch weiter bestehende Formen der bezahlten Hausarbeit sichtbar zu machen. Wichtige Ausgangspunkte meiner Forschung sind die Grenzstadt Basel und die Migration: Migrantinnen stellten schon seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert einen grossen Teil der Angestellten im Haushalt dar.
Mein Projekt trägt zur Schliessung einer bedeutenden Forschungslücke in der Geschichte der weiblichen Arbeit im 20. Jahrhundert bei. Aus einer sozialhistorischen und geschlechtergeschichtlichen Perspektive kann dazu beitragen, gegenwartspolitisch hochrelevante Fragen durch den Blick in die Geschichte zu schärfen und zu vertiefen.