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Black Sun
04.10.2015 – 10.01.2016
Fondation Beyeler, Riehen
Von Michiko Kono
Nachdem Kasimir Malewitsch 1915 in der Ausstellung 0.10 zum ersten Mal sein Schwarzes Quadrat präsentiert hatte, schrieb er: «Es war dies kein ‚leeres Quadrat‘, was ich ausgestellt hatte, sondern die Empfindung der Gegenstandslosigkeit». Obwohl er damals mit diesem Werk viel Kritik und Unverständnis hervorrief, wurde das Schwarze Quadrat zur Ikone der Moderne und Malewitsch zu einem wesentlichen Pionier der abstrakten Kunst.
Die Ausstellung Black Sun ist dem bedeutenden Einfluss Malewitschs auf die Kunst bis in unsere Zeit gewidmet. Gezeigt werden Werke von insgesamt 35 Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts in unterschiedlichen Medien wie Malerei, Skulptur, Installation und Film sowie Kunst im öffentlichen Raum. Bezüge und Spannungsverhältnisse zwischen der Kunst der letzten 100 Jahre und Malewitschs Schwarzem Quadrat werden ohne Anspruch auf kunstgeschichtliche Vollständigkeit beleuchtet.
Parallel zu Malewitschs Suprematismus entwickelte sich auch in Westeuropa in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die gegenstandslose Malerei. Die Suche nach Immaterialität führte in den Fünfzigerjahren zur Entwicklung der Monochromie. Gleichzeitig entsprang in Amerika aus dem Abstrakten Expressionismus die Farbfeldmalerei. Der Minimal Art, die Anfang der Sechzigerjahre in Erscheinung trat, lag die Verweigerung jeglicher Bedeutung zugrunde, die Formensprache war simpel und geometrisch. Zur selben Zeit entwickelte sich aus der Minimal Art die Konzeptkunst, in der die Idee des Kunstwerks mehr wiegt als seine Ausführung.
Die Ausstellung wird im öffentlichen Raum mit einem Werk von Santiago Sierra (*1966) fortgesetzt. 4‘000 schwarz bedruckte Poster werden in Basel an typischen und auch weniger konventionellen Orten plakatiert.
Nicht nur Leihgaben, sondern auch zahlreiche Sammlungswerke der Fondation Beyeler sind Teil der Ausstellung. Sie ist nicht als umfassender Überblick über das Erbe Malewitschs zu verstehen. Vielmehr soll sie Denkanstösse liefern und künstlerische Positionen präsentieren, die auf Zusammenhänge und Kontraste mit Malewitsch hinweisen.