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Manchmal frage ich mich schon, ob ich der Letzte in diesem Lande bin, der sich mit den Kollateralschäden mobiler Kommunikationsmittel nicht abfinden will. Ich mag es morgens nicht, wenn der Senior Consultant das halbe Tram mit dem Zusammenschiss seines Junior Consultants zu beeindrucken versucht. Mir vergeht mittags der Appetit, wenn sich die Mädels vom Tisch nebenan ihre neuen Klingeltöne vorspielen müssen. Ich brauche am Abend keinen Rentner vis à vis im Zug, der seiner Schwester vom Einkaufswochenende in London vorschwärmt. Weiterhin hätte ich letzten Sonntagmorgen gern drei picklige Jungs gewürgt, die sich auf der Parkbank die neusten Arschwackeleien von Shakira reinzogen. Und von dem Russen, der mir mein Frühstück versaute, weil er unbedingt für Oma in Moskau ein Video von den am Büffet marodierenden Enkeln drehen musste, von dem will ich schon lieber gar nicht anfangen.
Kurz: Ich deklariere hier und jetzt jeden, der ohne schwere Not öffentlich laut telefoniert, als Ignoranten und jede, die ihrem Handy fahrlässig Tönen entlockt, für unreif. Des Weiteren erkläre ich die Schweiz, was Anstand und Stil im Umgang mit Handys angeht, zum Notstandsgebiet. Jedem, der mir jetzt widersprechen will, dem Empfehle ich dringend eine Bildungsreise, vorzugsweise nach Frankreich, am besten im TGV. Dort wird man schon kurz nach der Grenze vom Chef de Train höflich angehalten, 1. sein Handy lautlos zu stellen und 2., wenn man schon telefonieren zu müssen meint, sich bitte in die Zwischenabteile zu begeben, um die anderen Fahrgäste nicht zu stören. Das funktioniert ganz prima und jetzt fragt ich mich natürlich, warum es die SBB seit Jahren nicht schaffen, dieses kulturlose Treiben wenigstens in ihren Ruhewagen zu unterbinden.