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Die Kirche Brittnau verfügt heute über zwei alte Glasgemälde aus der Zeit um 1520 und von 1702, eine Wappenscheibe der Gemeinde aus dem Jahr 1905 sowie drei moderne Chorfenster und mehrere mit Glasmalereien versehene Fenstermasswerke. Die älteren Scheiben wurden im Lauf der Zeit mehrfach neu positioniert und gelangten erst während der letzten Renovation von 1968 an ihre heutigen Standorte.
Die vom Kirchenschiff her gesehen linksseitig angebrachte Kanzel stammt aus dem Jahr 1641. Sie ist aus Eichenholz gefertigt und besteht aus dem freitragenden Polygonkorpus und einem darüber angebrachten Schalldeckel mit dem Spruch «Selig sind die das Wort Gottes hören und behalten» sowie dem Namen das damals amtierenden und aus Brugg stammenden Prädikanten Jakob Frey (im Amt 1627–1644). Auch der vor dem Kanzelaufgang angebrachte Chorstuhl stammt aus dieser Zeit. Zusammen mit dem ehemals (bis 1968) gegenüber liegenden zweiten Chorstuhl waren so zwei Ehrenplätze für den Aarburger Landvogt und den Brittnauer Untervogt vorhanden.
Kanzel von 1641 und der «Ehrensitz» (Chorstuhl) des Untervogtes vor dem Chorbogen
Der Taufstein ist zentral im Chor
aufgestellt. Es handelt sich um einen achteckigen Kelch aus grauem Sandstein mit
vielfachen waagrechten Profilen ungleicher Höhe. Er stammt aus dem Jahr 1576
und trägt das Meisterzeichen des Lenzburger Steinmetzen Antoni Frymund. Auf den
trapezförmigen Kelchseiten sind zu verschiedenen Zeiten zusätzliche Gravuren
aufgebracht worden, so etwa das Monogramm des Zofinger Baumeisters Antoni Stab.
Am Kopfrand des Taufsteins findet sich die Inschrift «Von Gottes Gnaden ist der Stein, darin das Christenkind die Toufe sol
empfon. Anno Domini MDLXXVI [1576]».
Der Taufstein von 1576
Die heutige Orgel der Kirche Brittnau stammt aus
dem Jahr 1956. Damals befand sich das Instrument mit 16 Registern noch im
hinteren Teil des Chores, bevor es dann 1968 auf die Empore verlegt wurde. Die
Orgel war 1955 bei der Firma R. Ziegler im zürcherischen Uetikon bestellt
worden und kostete 41’500 Franken.
Die Orgel von 1956 ist seit 1968 auf der Empore platziert.Bereits 1645 scheint in Brittnau eine kleine Orgel in Gebrauch gestanden zu sein. Sie wurde aber spätestens gegen Ende des 17. Jahrhunderts wieder durch die damals üblichen Posaunen- und Zinkenbläser abgelöst. Erst Ende des 18. Jahrhundert erwarb die Kirchgemeinde in Lenzburg für vergleichsweise wenig Geld eine gebrauchte Orgel, die 1732 vom Orgelbauer Speisegger in Schaffhausen hergestellt worden war. Schreiner, Maler und Schmied mussten vor Ort das Instrument wieder instand setzen. Bereits 1824 wurde erneut eine gebrauchte Orgel erworben, die zuvor in Zürich und in Lenzburg ihren Dienst versehen hatte. 1886 wurde schliesslich bei der Firma Speich in Rapperswil eine neue Kirchenorgel mit 12 Registern gekauft. Bis 1925 besoldete die Kirchgemeinde noch einen «Orgeltreter», der das Gebläse mit Muskelkraft betrieb, danach wurde ein elektrischer Antrieb eingerichtet. In den 1950er-Jahren musste dann auch diese durch ein neues Instrument ersetzt werden.