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In Island hat der langjährige Staatschef Olafur Ragnar Grimsson zum fünften Mal in Folge die Präsidentenwahl gewonnen. Der Sozialist errang laut dem am Sonntag veröffentlichten offiziellen Endergebnis 52,8 Prozent der Stimmen, seine wichtigste Herausforderin Thora Arnorsdottir kam auf 33,2 Prozent.
Der 69-jährige frühere Professor, der das weitgehend repräsentative Amt seit 1996 inne hat, steht damit vor einer fünften Amtszeit. Die 37-jährige Fernsehreporterin Arnorsdottir gestand bereits am Samstagabend ihre Niederlage ein. Sie wolle nun in die Ferien gehen und sich auf die Erziehung ihres im Mai geborenen dritten Kindes konzentrieren, erklärte sie.
Sie sei "überwältigt", ein Drittel der Stimmen bekommen zu haben, wolle aber in vier Jahren nicht erneut antreten. Arnorsdottir waren nach ihrer Kandidatur zunächst gute Chancen zugerechnet worden, da viele Isländer nach der Finanzkrise nach neuen Gesichtern dürsten. Insgesamt war die Wahlbeteiligung am Samstag mit 69 Prozent für das Land im Atlantik aber ungewöhnlich niedrig.
Eigentlich wollte Grimsson zurücktreten
Ursprünglich hatte der als Präsident bestätigte Grimsson nach vier Amtsperioden ausscheiden wollen, doch wurde er im Frühjahr durch eine Online-Petition auf dem sozialen Netzwerk Facebook von mehr als 30'000 Wählern umgestimmt. Dies kam immerhin mehr als zehn Prozent der 235'000 Stimmberechtigten Inselbewohner gleich.
Seine erneute Kandidatur begründete der Sozialist damit, dass in den anstehenden schwierigen Verhandlungen über einen EU-Beitritt und bei der Abstimmung über die neue Verfassung im Oktober seine politische Erfahrung benötigt werde. Noch in der Wahlnacht kündigte Grimsson an, dass er nach Ablauf der fünften vierjährigen Amtszeit nicht erneut antreten werde.
EU-Beitritt in der Schwebe
Wie eine Mehrheit der Isländer lehnt Grimsson einen EU-Beitritt ab, für den seit 2009 Gespräche laufen. Nach der Finanzkrise, bei denen die drei grössten Banken des Landes zusammengebrochen waren, war der ehemalige Finanzminister wegen seiner Nähe zum Finanzsektor zunächst in die Kritik geraten.
Seine Weigerung, einer Entschädigung niederländischer und britischer Anleger zu Lasten der isländischen Steuerzahler zuzustimmen, sicherte ihm aber später breite Unterstützung. Medienberichten zufolge hatte Grimsson zudem auf dem Höhepunkt der Krise angesichts der "Probleme der Nation" auf 15 Prozent seiner Bezüge verzichtet, was ihm viele Sympathien einbrachte.