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Inhaltsverzeichnis
Ziele der RSD-Messungen
Die RSD-Messungen bringen Erkenntnisse über die Emissionen der Fahrzeuge in realen Verkehrssituationen – beispielsweise über den Anteil hochemittierender Fahrzeuge am gesamten Fahrzeugbestand, dem Alterungsverhalten von Abgasreinigungssystemen sowie der Abhängigkeiten der Schadstoffwerte von einzelnen Abgasstufen (EURO-Normen).
Ein weiteres Ziel der RSD-Messungen ist es, den Einfluss von verkehrsbedingten Faktoren wie beispielsweise der Fahrdynamik (Beschleunigung, Geschwindigkeit) auf den Abgasausstoss zu analysieren.
Messungen an Einzelfahrzeugen haben nur indikativen Charakter und sind rechtlich nicht verbindlich. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen primär als Grundlage für die Planung und den Vollzug von Luftreinhalte-Massnahmen.
Messresultate
Seit Messbeginn im April 1997 wurden mit dem RSD-Messverfahren rund eine Million Fahrzeuge gemessen. Die wichtigsten bisherigen Erkenntnisse aus den RSD-Messungen sind die folgenden Punkte:
- Der Verlauf der gemessenen realen NOx-Emissionen war bis etwa 2015 gegenläufig zum Verlauf der Abgasnorm-Verschärfungen.
- Die Emissionen haben seit Anfang der 90er Jahre (Abgasnorm Euro 1) bis 2000 (Abgasnorm Euro 3) stark zugenommen.
- Danach stagnierten sie auf hohem Niveau bis 2015 (Abgasnorm Euro 5).
- Dies bedeutet, dass neuere Fahrzeuge mit Abgasnorm Euro 4 und 5* mehr NOx ausstossen als alte Fahrzeuge mit Abgasnorm Euro 1.
* das heisst mehr als die Hälfte der aktuellen Diesel-PW Fahrzeugflotte, Stand 2019
Diesel-Personenwagen der Abgasnorm Euro 6b (Inbetriebnahme 1. September 2015) sind im Durchschnitt sauberer als Euro 5 Fahrzeuge. Sie stossen zwar halb so viel NOx aus wie Euro 5 Fahrzeuge, aber weiterhin fünfmal so viel, wie aufgrund der Abgasnorm zu erwarten wäre und weisen somit im Mittel nur leicht niedrigere NOx-Emissionen auf als die Diesel-Personenwagen zu Beginn der 90er-Jahre.
Bei den PW-Fahrzeugen der Abgasnorm-Kategorie Euro 6b vergrössert sich die Spannbreite zwischen den realen NOx-Emissionen einzelner Diesel-Fahrzeuggruppen. Rund die Hälfte der gemessenen Fahrzeuge stösst auch unter realen Fahrbedingungen ähnlich viel NOx aus, wie bei der Typenzulassung vorgegeben. Allerdings prägen «High-Emitters» verstärkt die durchschnittliche Emission aller Euro 6b Dieselfahrzeuge, die im Mittel somit um Faktoren höher ist als angestrebt.
Neueste Diesel-PW
Die Messungen der neuesten Diesel-Personenwagen der Abgasnormen Euro 6c, 6d-temp und Euro 6d zeigen erstmals eine substanzielle Verminderung der realen NOx-Emissionen auf. Die NOx-Emissionen bewegen sich im realen Fahrbetrieb für diese Abgasnormen im Bereich des vorgegebenen Grenzwertes der Typenprüfung. Die Stichprobe ist allerdings noch klein und die Resultate sollten durch weitere Messungen validiert werden.
Lieferwagen
Bei den dieselbetriebenen Lieferwagen nehmen die gemessenen NOx-Emissionen seit 25 Jahren stetig zu und sind somit gegenläufig zum Verlauf der Abgasnorm-Verschärfungen. Erst mit der neusten Abgasnorm kommt es auch bei den Diesel-Lieferwagen zu einer deutlichen Verbesserung.