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Karies
Karies ist eine der häufigsten Erkrankungen der Welt. Wie entsteht es, was sind die verschiedenen Entwicklungsstufen und wie kann man es verhindern?
Der Mund ist eine faszinierende und komplexe Welt voller Leben.
In unserem Mund tummeln sich mehr als 10 Milliarden Bakterien: Er beherbergt damit mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt!
Karies ist eine der häufigsten multifaktoriellen Oralerkrankungen. Sie betrifft Kinder, Jugendliche und Erwachsene: Alle ohne Ausnahme können von einer oder mehreren Formen von Karies betroffen sein und dadurch unter einer schlechteren Lebensqualität leiden.
An der Entstehung von Karies sind Zähne, Speichel, Ernährung und die Mikrobiota (Bakterienhaushalt) beteiligt. Genetische und biologische Faktoren sowie das Verhalten können die Entstehung von Karies ebenfalls beeinflussen.
Wie entsteht Karies?
Zähne und Zahnfleisch sind ständig von einem feinen, unsichtbaren Film aus Speichel überzogen. Dieser Film, auch Plaque genannt, wird sehr rasch von Bakterien bevölkert, die natürlicherweise im Mund vorkommen. Diese Bakterien entwickeln ein weitläufiges Netz, indem sie sich miteinander verbinden.
Sie leben, mutieren und entwickeln sich dank des Zuckers, den Sie ihnen zuführen und überlassen. Man könnte sagen: Der Zucker ist ihre Lebensenergie. Mundbakterien haben die Fähigkeit, Zucker für ihren Energiehaushalt einzulagern und diesen zu Milchsäure abzubauen (dieser Prozess wird Glykolyse genannt). Durch die Glykolyse sinkt der pH-Wert des im Mund vorhandenen Speichels und greift den Zahnschmelz an.
Die Säure greift den Zahnschmelz an und er büsst aufgrund der Angriffe durch die Glykolyse an Widerstandskraft ein. Dieser Prozess wird Demineralisierung genannt. Sie markiert den Beginn einer Karies.
Wenn nichts unternommen wird, um das Fortschreiten der Karies zu stoppen, führen die Bakterien ihren Lebenszyklus in Ihrem Mund fort und schaffen, unterstützt von der Plaque, durch den Abbau von Zucker weiterhin eine saure Umgebung. Zu Beginn ist die Karies nur auf der Oberfläche Ihrer Zähne aktiv, mit der Zeit geht sie aber tiefer.
Die Bakterien, die hauptsächlich für die Karies verantwortlich sind, heissen Streptokokken. Wenn sich die Karies weiter ausbreitet und in den Zahn eindringt, werden Actinomyzeten und Laktobazillen aktiv. Je tiefer die Karies reicht, desto mehr Bakterien sind aktiv und breiten sich geschützt vor den «Angriffen» der Zahnbürste und des Fluors langsam weiter aus.
Die fünf Stadien der Karies:
- Initialkaries: Betrifft nur die Oberfläche des Zahnschmelzes. Es sind kalkartige oder weissliche Flecken zu sehen. Dieses Stadium ist reversibel. Voraussetzung ist eine Verbesserung der Mundhygiene.
- Schmelzkaries: Betrifft den Zahnschmelz. Es ist ein kleines Loch zu sehen, in dem das Handinstrument des Zahnarzts hängen bleibt. Es sind noch keine Schmerzen zu spüren.
- Dentinkaries: Greift das Dentin an (Schicht unter dem Zahnschmelz). Es können Schmerzen auftreten.
- Durchdringende Karies: Zahnschmelz und Dentin sind zerstört, die Karies schreitet rasch voran in Richtung Zahnmark. Der Schmerz ist durchdringend und kann spontan auftreten.
- Perforierende Karies: Sämtliche Zahnschichten sind zerstört (Zahnschmelz, Dentin, Zahnmark). Es kann eine Infektion auftreten.
Wie kann Karies vorgebeugt werden?
Damit Karies sich gar nicht erst entwickelt, empfehlen wir, die Zähne nach jedem Essen mit fluorhaltiger Zahnpasta zu reinigen. Das Fluor remineralisiert und stärkt Ihren Zahnschmelz. Die regelmässige Reinigung verhindert, dass Ihre Zähne angegriffen werden und sich Bakterien verbreiten.
Vermeiden Sie zudem den regelmässigen Konsum von raffiniertem Zucker, denn das ist die bevorzugte Energiequelle der Bakterien!
Und Vorsicht vor verstecktem Zucker, den man in einer Vielzahl von Gerichten – selbst salzigen (Industriesuppen, Fastfood-Menüs oder auch Sushi) – findet.
Für weiterführende Informationen, zur Beantwortung Ihrer Fragen und auch für die nächste Zahnsteinentfernung stehen Ihnen unsere Dentalhygieniker/Dentalhygienikerinnen, die auf die Prävention von Mund- und Zahnerkrankungen spezialisiert sind, gerne zur Verfügung.