Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03354.jsonl.gz/3297

Aus einem Kamin des russischen Generalkonsulats in San Francisco ist einen Tag vor der von Washington angeordneten Schliessung schwarzer Rauch aufgestiegen. Mitarbeiter verbrannten offenbar in dem Haus unbekannte Gegenstände.
Die Feuerwehr teilte am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, dass es sich nicht um einen Brand handele. Sie sei alarmiert worden und ausgerückt, es sei aber «alles in Ordnung».
Eine Feuerwehrsprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Angestellten und Diplomaten im Konsulat seien offenbar dabei, Dinge im Kamin zu verbrennen. Feuerwehrleute vor Ort hätten bestätigt, dass Rauch aus dem Schornstein aufgestiegen sei, das Gebäude aber nicht in Gefahr sei. Ob die Feuerwehrleute das Konsulat betraten, konnte sie nicht sagen.
In den Lokalmedien wurde darüber spekuliert, was wohl in dem Kamin verbrannt wurde. «Nicht nur Papier», schrieb ein KCBS-Reporter auf Twitter. Der Rauch sei schwarz und beissend gewesen. Freitag war zudem ein extrem heisser Tag in San Francisco mit Temperaturen von bis zu 35 Grad. Die Luftaufsichtsbehörde teilte auf Twitter mit, der Vorfall werde geprüft. Starke Luftverschmutzer können sich an heissen Tagen eine Strafe einhandeln.
Russlands Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa betonte, dass das Konsulatsgebäude am Samstag (Ortszeit) geschlossen werden müsse. Daher arbeiteten die Mitarbeiter daran, das Gebäude «zu konservieren».
Personal verriegelt Haus
Fenster müssten geschlossen und verriegelt, der Strom abgeschaltet und die Wasserversorgung unterbrochen werden, wurde sie in der Nacht zum Samstag von russischen Agenturen zitiert. Die extremen Rauchwolken aus dem Kamin wollte sie nicht kommentieren. Die Konsulats-Mitarbeiter seien lediglich bemüht, mit dem Verriegeln des Gebäudes «die russisch-amerikanischen Beziehungen zu erhalten - für bessere Zeiten».
Die US-Regierung hatte am Donnerstag die Schliessung des russischen Generalkonsulats in San Francisco sowie zweier Aussenstellen in Washington und New York angeordnet. Das US-Aussenministerium setzte Moskau eine Frist bis Samstag.
Zuvor hatte der Kreml - nachdem der US-Kongress im Juli neue Sanktionen gegen Russland beschlossen hatte - eine Reduzierung des US-Botschaftspersonals in Russland um 755 Mitarbeiter angeordnet. Auslöser des Schlagabtauschs sind die Vorwürfe, dass Moskau sich gezielt zugunsten von US-Präsident Donald Trump in den US-Wahlkampf eingemischt habe. (sda/afp/dpa)