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Dass das Gelände in Marly, auf dem sich die Firma Ilford befindet, verschmutzt sein könnte, ist nichts Neues. Es befindet sich im Kataster belasteter Standorte, der bereits im Jahr 2008 erstellt wurde. Gemäss einem Artikel der französischsprachigen Tageszeitung Le Temps von gestern hat das Amt für Umwelt jetzt jedoch neue Untersuchungen angeordnet. «Die bisherigen Untersuchungen waren nicht aussagekräftig, da sie nicht zielgerichtet ausgeführt wurden», lässt sich Romano Dalla Piazza, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sektors Abfall und Altlasten, zitieren.
Métrailler nicht beunruhigt
Jean-Marc Métrailler, Finanzdirektor der Firma Ilford, deren Konkursverfahren im Dezember begonnen hat, zeigt sich gegenüber den FN nichtbeunruhigt. «Der Kataster wurde mit einem historischen Ansatz erstellt. Es ging darum, die Standorte hervorzuheben, an denen es industrielle Aktivitäten gegeben hat, die eine Verschmutzung zur Folge haben könnten.» Es sei an den Besitzern zu beweisen, dass keine Verschmutzung bestehe. «Wir haben immer gewusst, dass wir diese Tests machen müssen. Wir waren auch immer transparent, wir haben uns beim Amt für Umwelt informiert und die potenziellen Käufer benachrichtigt.»
Bisher gab es in erster Linie historische Untersuchungen, jetzt sind die technischen im Gang, bei denen das Gelände–zum Beispiel mittels Bohrungen–analysiert wird. «Die ersten Resultate zeigen, dass die Verschmutzung vernachlässigbar ist», sagt Jean-Marc Métrailler. Er ist optimistisch, dass die weiteren Untersuchungen nichts anderes zeigen werden, trotz der Geschichte des Geländes: Bis ins Jahr 1920 befand sich dort eine Papierfabrik. Anfang der 1960er-Jahre installierte sich dann die Ciba-Geigy und entwickelte die Cibachrome, eine Fotopapierherstellerin und Vorgängerin der Ilford. «Klar, es wurden giftige Substanzen verwendet», sagt Métrailler. Am Standort sei jedoch in erster Linie Forschung betrieben worden. Die Produktion habe später begonnen, und da würden die Archive zeigen, dass die Verantwortlichen darauf bedacht waren, alles korrekt und sauber zu machen.
Drei Szenarien
Die Untersuchungen auf dem Gelände sollen im Sommer beendet sein, und Ende Jahr werden die definitiven Resultate da sein. Gemäss Amt für Umwelt gibt es drei mögliche Szenarien: Der Standort ist nur ganz leicht verschmutzt, so dass neue Bauten möglich sind; der Standort ist leicht verschmutzt und eine Überwachung ist notwendig; oder der Boden ist stark verschmutzt und muss saniert werden.
Gelände versprochen
Trifft die letzte Situation ein, könnte es kompliziert werden, denn das neue kantonale Gesetz zu belasteten Stand- orten von 2012 verbietet die Aufteilung von verschmutzten Standorten. Ein Teil des Ilford-Geländes wurde aber bereits an den Promotor und Anwalt Damien Piller verkauft. «Wir haben das zusammen besprochen», sagt Jean-Marc Métrailler. Die Grundstücke seien bisher noch nicht definitiv verkauft, sondern nur versprochen worden. «Unsere Verhandlungen werden aber dadurch nicht beeinflusst.»