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Gründung und politische Geschichte
An der Strasse von Strasbourg nach Huningue wurde im 13. Jh. von Zisterzienser-Nonnen ein Kloster gegründet. Die erste Nennung von Michelfelden datiert auf das Jahr 1261. Der Gutshof wechselte im Mittelalter mehrmals die Hände unter verschiedenen Frauenklöstern (Beginen, Clarissinnen) und wurde 1516 an die Stadt Basel verkauft.
Nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges um 1648 wurde der Gutshof zu einem territorialen Konfliktgrund zwischen dem französischen Staat und Basler Besitzern. Frankreich, das sich das Elsass im Westfälischen Frieden gesichert hatte, pochte auf die territoriale Hoheit über den Hof Michelfelden und erhob Zölle auf Agrarprodukte und Steuern auf das Wirtshaus. Das Ringen um den territorialen Status führte unter anderem dazu, das Basel 1695 seinen Anspruch mittels dreiunddreissig Grenzsteinen markierte, von denen einige noch heute stehen sollen. Während des 18. Jh. kam es mehrmals zu Verhandlungen um die territoriale Zugehörigkeit Michelfeldens, bei welchen Basel seinen Anspruch bis zum Ende des Ancien Regimes behaupten konnte. Im Verlaufe der französischen Revolution ging das Gut Michelfelden 1793 rechtlich an Frankreich über und wurde 1798 an einen französischen Staatsbürger verkauft. Damit verlor Basel nach fast einem halben Jahrtausend den Einfluss auf Michelfelden.
Das Hofgut und das Umland (250 Hektaren) wurden wenige Jahre später an ein Konsortium von Bürgern der jungen Gemeinden Saint-Louis (während der Revolutionsjahre Bourglibre), Village-Neuf und Huningue verkauft, die es aufteilten und Teile davon weiterverkauften. Es wurde bis Ende des 20. Jh. als Landwirtschaftsgut weiter bewirtschaftet.
Die westlich gelegenen Hauptgebäude, die den Wechsel der Zeiten im Dreissigjährigen Krieg und zwei Weltkriege überstanden hatten, fielen schliesslich anfangs des 21. Jh. einem Projekt für Eigentumswohnungen zum Opfer. Ein altes Scheunengebäude östlich der Strasse steht noch (Stand 2014).
Geografie und Nutzungen
Michelfelden liegt wie das alte St-Louis an der Niederterrasse zur Rheinaue. Bis zur Rheinkorrektion von 1817–1876 war die Rheinaue periodisch Überschwemmungsgebiet. Der Rückgang des Hochwassers hinterliess in der Nachbarschaft des Klosters stehende Gewässer und Sumpfgebiete – ideale Lebensbedingungen für Stechmücken und andere unfreundliche Insekten. Der Ort galt als ungesund und die Nonnen, die im 13. Jh. den Frieden in der Natur gesucht hatten, zogen nach Blotzheim weiter, betrieben aber den Dinghof weiter. Das Kloster wurde danach nicht mehr weiter geführt.
Nach dem Verkauf an Basel diente das Gut unter anderem als Jagdschlösschen – die Rheinauen waren reich an Wild und auch der Fischfang bot sich an. Michelfelden wechselte danach mehrmals den Besitzer. Es wurde auf dem Gutshof auch lange ein Wirtshaus betrieben, das von der Basler Bürgern und Reisenden auf dem Weg von Basel nach Strasbourg rege besucht wurde.
Aus dem Inspektionsbericht des Ingenieurs Jean-Jacques Fechter, den die Stadt 1754 in Auftrag gegeben hatte, lässt sich herauslesen, wie das Gut Mitte des 18. Jh. genutzt wurde. Von den 250 Hektaren war ein Drittel Sumpfgebiet der Rheinaue und blieb ungenutzt, der Rest teilte sich auf in Weideland, Wiesen und Reben. Die Viehhaltung umfasste 150 Schafe, 20 Kühe und 15 Stiere. Allerdings war das Gut zu dieser Zeit heruntergewirtschaftet und nicht mehr profitabel.
Pläne von 1759 lassen darauf schliessen, dass nach Mitte des 18. Jh. in Michelfelden mit dem Abbau von Torf begonnen wurde und dass zuvor im Sumpfgebiet ein Hochmoor entstanden sein musste.
Heute ist Michelfelden ein Ortsteil von St-Louis.
EZ