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26.06.2020 // Neue Normen und Produkte
Hyperloop – Reisen mit Schallgeschwindigkeit in der Röhre
Mitwirkende bei der internationalen Entwicklung von Normen im Bereich «Hyperloop systems» gesucht
Warum reisen Menschen auf dem Boden so viel langsamer als in der Luft? Kann man die Geschwindigkeit von Flugzeugen auch auf dem Boden erreichen? Fachleute sind sich einig, nicht mit dem üblichen Rad-Schiene-System. Derartig hohe Geschwindigkeiten würden Vibrationen erzeugen, welche das Gleisbett zerstören und den Zug aus den Schienen springen lassen würden. Als Alternative zum Rad-Schiene-System wird weltweit an einem neuartigen Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem gearbeitet, welches das Transportwesen revolutionieren möchte – «Hyperloop». Ein Transportsystem, welches Passagiere und Fracht schnell, leise und umweltfreundlich fortbewegen soll.
Geht es nach dem Unternehmer Elon Musk, könnte sich Reisen in Zukunft in einer Röhre abspielen: «Irgendwann sitzen wir nicht mehr in Abteilen, Waggons und Zügen, sondern in Kabinenkapseln, in denen wir in Schallgeschwindigkeit dahingleiten». 2013 stellte der Unternehmer für jedermann einsehbar sein Konzept «Hyperloop» vor. Er begründete die Veröffentlichung mit dem Hinweis darauf, dass er selbst keine Zeit habe, sich darum zu kümmern.
Technisch gesehen handelt es sich bei «Hyperloop» um eine Röhre, in der magnetisch angetriebene Transportkapseln bewegt werden. Dabei kennen die Kapseln keinen Zwischenstopp und es geht nonstop vom Start zum Ziel. Alle Passagiere teilen eine Endstation. Anders als die Bahn sollen die Kapseln nicht 1000 Personen pro Zug befördern, sondern nur ca. vier bis zwei Dutzend. Im Innenraum der Röhre herrscht ein Vakuum, welches die hohe Transportgeschwindigkeit ermöglichen soll. Ohne den hemmenden Luftwiderstand kann ein «Hyperloop» bis zu 1.200 km/h schnell werden und die Strecke von Berlin nach Paris liesse sich in 60 Minuten zurücklegen. Die Röhren können dabei oberirdisch auf Pfeilern stehen, z.B. entlang bestehender Autobahn-Trassen oder im Boden verlegt werden. Bei einer oberirdischen Verlegung des Fahrwegs könnten Solarzellen auf den Röhren montiert werden, die den «Hyperloop» zum Eigenversorger machen und mit Strom versorgen. Soweit die Vision. In der Praxis arbeiten bereits weltweit Forschungseinrichtungen und Unternehmen an Prototypen und der Bedarf nach Normen wurde erkannt.
Neues europäisches Normenkomitee CEN/CLC JTC 20 «Hyperloop systems»
Im März 2020 wurde von den europäischen Normungsorganisationen CEN und CENELEC das gemeinsame Technische Komitee CEN/CLC JTC 20 «Hyperloop systems» gegründet. Das Ziel des CEN/CLC JTC 20 ist die Entwicklung neuer europäischer Normen im Bereich «Hyperloop systems».
Das Arbeitsprogramm des CEN/CLC JTC 20 umfasst folgende Themen:
- Terminologie
- Fahrzeuge (Kapseln)
- Infrastruktur
- Signalgebung, Zugsteuerung und -sicherung
- Sicherheit
- Betrieb
- Schnittstellen zwischen Fahrzeug, Infrastruktur und Umwelt
- Interoperabilität und Sicherheitsanforderungen
- Testverfahren
Aufgrund des innovativen Charakters der Hyperloop-Technologie gibt es bisher weltweit keine Normen zu diesem Thema. Die Verbindung/Analogie zu anderen bestehenden Technologien wie: Eisenbahn, Raumfahrt, Tunnelbau, Bauwesen und Luftfahrt ist jedoch klar. Diese bestehenden Technologien können bei Teilaspekten der Hyperloop-Systeme helfen, die Kombination zu einem neuen System ist jedoch einzigartig.
Weiterführende Informationen finden Sie hier:
Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Barbara Guder, <email-pii>, Tel: +41 52 224 54 14
Ihr Mitwirken ist gefragt!
Möchten Sie bei der internationalen Entwicklung von Normen im Bereich «Hyperloop systems» mitwirken? Durch die Teilnahme im entsprechenden nationalen Normenkomitee bringen Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen schneller auf den Markt dank Informationsvorsprung gegenüber Mitbewerbern. Als Komitee-Mitglied treffen Sie andere nationale Branchenexperten und können neue Normenentwürfe mit diesen diskutieren. Zudem haben Sie die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen.
Weitere Vorteile einer SNV-Mitgliedschaft: Mehr erfahren!
Ihre Ansprechpartnerin für eine SNV-Mitgliedschaft:
Birgit Kupferschmid, <email-pii>, Tel: +41 52 224 54 18