Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03216.jsonl.gz/1757

Der Produktionswert der Landwirtschaft betrug im Jahr 2016 gemäss Schätzung des Bundesamts für Statistik 10,176 Milliarden Franken, 0,9 % mehr als im Vorjahr. Davon stammten 49,1 % aus der tierischen und 39,4 % aus der pflanzlichen Produktion. Die restlichen 11,5 % erbrachten die landwirtschaftlichen Dienstleistungen und die nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten.
Die Bilanz des Pflanzenbaujahres 2016 fällt durchzogen aus. Die Ackerkulturen haben unter den ungünstigen Wetterbedingungen gelitten. Besser abgeschnitten haben die Spezialkulturen, so lag der Produktionswert der pflanzlichen Kulturen um 0,2 % über dem Vorjahr. Die Schlachtviehmärkte haben sich positiv entwickelt, während der Milchsektor weiterhin die internationale Milchkrise spürt. Insgesamt nahm der Produktionswert der tierischen Erzeugung gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % zu.
Die Einnahmen aus den landwirtschaftlichen Dienstleistungen wie Lohnarbeiten für Dritte (z. B. Saat und Ernte) stiegen in den letzten Jahren nur leicht. Der Wert der nicht trennbaren nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten wie die Verarbeitung von Mostobst, Fleisch oder Milch auf dem Hof oder Dienstleistungen wie Strassenrand- und Landschaftspflege, die Haltung von Pensionstieren (z. B. Pferde) sowie die Übernachtungen von Touristen (z. B. Schlafen im Stroh) fielen wegen der zunehmenden Bedeutung der Dienstleistungen und des besseren Landwirtschaftsjahres höher aus als 2015.
Die Versorgung mit hofeigenen Futtermitteln dürfte dieses Jahr besser als im Vorjahr ausfallen. Der Heupreis blieb auf tiefem Niveau. Die innerbetrieblich erzeugten Futtermittel sind eine Gegenbuchung aus dem Produktionswert und einkommensneutral. Der Mischfutterbedarf wird höher als im Vorjahr geschätzt. Einerseits wurde die Produktion in der Grossviehmast und der Geflügelhaltung gesteigert und andererseits war die Qualität des Raufutters nicht immer optimal. Die Mischfutter waren günstiger als im Vorjahr. Die Versorgung mit Nebenprodukten aus dem Ackerbau wird kleiner als im Vorjahr erwartet.
Die Ausgaben für die meisten Vorleistungen gingen 2016 zurück. Diese Entwicklung ist preisbedingt. Der starke Franken und der tiefe Erdölpreis haben die Inflationsrate sehr niedrig bis negativ gehalten. Diese Tendenz sollte langsam zu Ende gehen, weil der Erdölpreis steigt und der Effekt der Aufhebung des Mindestkurses fast ausgeschöpft ist.
Da der Produktionswert stieg (+0,9 %) und die Ausgaben für die Vorleistungen sanken (-0,4 %), nahm die Bruttowertschöpfung um 2,9 % auf 3,958 Milliarden Franken zu. Die Abschreibungen wurden zu Anschaffungspreisen (Wiederbeschaffungspreise) bewertet und so spielte die Preisentwicklung der Investitionsgüter eine wichtige Rolle. Die Preise für Bauten stiegen im Berichtsjahr leicht und diejenigen für Ausrüstungen (Fahrzeuge und Maschinen) sanken spürbar.
Da die Bruttowertschöpfung zunahm und die Abschreibungen sanken, lag die Nettowertschöpfung mit 1,975 Milliarden Franken 8,5 % höher als im Vorjahr. Werden von diesem Wert weitere Produktionskosten wie Löhne und Aufwendungen für die Pacht- und Bankzinsen abgezogen, sowie die Transferzahlungen an die Landwirtschaft dazugezählt, gelangt man zum Nettounternehmenseinkommen. Dieses belief sich auf 3,062 Milliarden Franken und lag 6,2 % höher als das schlechte Vorjahresergebnis. Teuerungsbereinigt stieg das Nettounternehmenseinkommen zwischen 2006 und 2016 um 0,9 % pro Jahr.