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„Another crazy dog“ – Mittwoch, 9. Juli 2014
Unseren letzten Tag in Vancouver liessen wir ruhig angehen: wir bestellten ein Taxi zum Campground und liessen uns direkt zur English Bay fahren. Dort statteten wir den „Laughing Men“ einen Besuch ab: es handelt sich hierbei um Skulpturen eines chinesischen Künstlers, welche die übergrossen lachenden Männer aus Anlass der Openair Biennale im Jahre 2009 (?) gestaltet hatte. Alle Touristen lassen sich mit dem einen oder anderen dieser lachenden Wesen fotografieren, nur wir nehmen Bilder ohne unserem Konterfei mit nach Hause.
Bevor wir wieder mit Hop on – Hop off-Bus weiterfuhren liessen wir die Atmosphäre der English Bay und der vor ihr liegenden Supertanker nochmals auf uns wirken.
Dieses Mal machten wir die Bustour bis zum Look out-Tower, d.h. so nahe wie möglich, denn Gastown war bereits abgeperrt und wurde für das am Abend stattfindende Velorennen vorbereitet.
Eine Erfahrung die wir in den letzten paar Tagen gemacht hatten ist, dass Vancouver sehr teuer ist. Dies wurde beim Kauf der Lifttickets für den Look out-Tower bestätigt: 40 Dollars für 3 Personen. Marco zog es vor, unten zu bleiben und die Nachbarschaft auszukundschaften. Da die Plattform des Look out-Towers sich nur noch auf dem zweithöchsten Gebäude (knapp 180 m hoch) der Stadt befindet und rundherum laufend Wolkenkratzer in die Höhe gezogen werden, sollte vielleicht der Umzug dieses Aussichtspunktes in Erwägung gezogen werden. Mr Donald Trump sei im Begriff, das höchste Gebäude der Stadt zu planen (etwas über 200 m hoch), vielleicht könnte mit ihm ein Deal ausgehandelt werden. Dafür gab es eine Führung mit den wichtigsten Informationen, so z. Bsp. dass 70% der Wolkenkratzer als Wohnraum dienen und nur der kleinere Rest für Büro- und Geschäftsräumlichkeiten genutzt werden.
Omnipräsent waren auch in dieser luftigen Höhe die Fussballweltmeisterschaften. Die Niederlande und Argentinien kämpften gerade um den Ball und um den Einzug ins Finale gegen Deutschland. Argentinien sollte nach einem 0:0 nach Verlängerung das Penaltyschiessen für sich entscheiden.
Wieder auf Meereshöhe angekommen, suchten wir einen bedienten Busstopp damit der Hop on – Hop off-Bus uns bis zum Prospect Point im Stanley Park bringen konnte. Dort genossen wir ein – sündhaft teures – Glacé und machten uns dann zu Fuss auf den Weg zu unserem RV. Dazu mussten wir die Lions Gate Bridge überqueren. Ein abenteuerliches Unternehmen v.a. zur Rush Hour denn viele Einwohner Vancouvers gehen mit dem Rad zur Arbeit und Platz für Radfahrer und Fussgänger ist auf der Brücke eher beschränkt vorhanden. Bei einem Zwischenhalt zum Geniessen der Aussicht und Skyline bemerkten wir eine starke schwarze Rauchwolke aus der Region English Bay aufsteigen. Aus den Zeitungen des darauffolgenden Tages erfuhren wir lediglich, dass es auf dem Eisenbahntrassee auf der Oak Street Bridge gebrannt hatte. Was und wieso genau geschehen war entzieht sich unserer Kenntnis.
Pünktlich um kurz nach halb sieben, abgemacht hatten wir um sechs Uhr, fuhr Greg in seinem Ford Pick-up vor und chauffierte uns zu seinem Haus in Nord-Vancouver. Er und seine Frau hatten festgestellt, dass sie für die Girls nichts Trinkbares im Kühlschrank hatten und mussten diesen Einkauf erst noch tätigen.
Begrüsst wurden wir nicht nur von Carmel und Greg herzlich, auch ihr Boxerhund Whiskey, zarte 15 Monate alt, hatte Freude uns zu sehen und bekundete dies durch intensives Ablecken. Wollte Carmel eine Sekunde Ruhe vor diesem Ungeheuer fragte sie nur „Where’s Gregor?“ und Whiskey trottete davon um Herrchen zu suchen. Komisch nach 10 Tagen Nordamerika-Akzent zweien gegenüber zu sitzen die Schottisch (Greg) und Britisch sprechen. Es wurde ein sehr unterhaltsamer Abend, hatte sich über mehrere Jahre Funkstille (ausser Facebook Posts) einiges an Austauschmaterial angesammelt. Viel erfuhren wir so auch über das Leben von Einwanderern in jüngerer Zeit und den damit verbundenen Schwierigkeiten.
Greg, nicht der berühmteste Koch der nördlichen Hemisphäre, legte sich am Weber-Grill bei der Zubereitung des BBQs ins Zeug und zauberte ein köstliches Nachtessen. Sogar Carmel staunte ob der Fähigkeiten ihres Ehemannes. Er wird in diesem Bereich des Haushaltes künftig wohl vermehrt eingesetzt werden.
Leider verging auch dieser Abend viel zu schnell und es hiess Abschied nehmen. Ein herbeigerufenes Taxi sollte uns zum Campground zurückbringen. Das Problem war nur, dass der indische Fahrer nicht wirklich verstand wohin genau es gehen sollte. Unseres Erachtens schafften wir die relativ kurze Strecke aber ohne grosse Umwege.