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Wir wollen hier in Dingo weder nach Saphiren suchen, noch auf Pferden reiten. Ein Didgeridoo
Workshop ist angesagt. In einem Tag soll ein solches Instrument erbaut werden können -
ich bin gespannt.

Bereits um 7.30h geht es los mit dem 4WD in den Bush. Sechs Didgeridoo-Bauer nehmen daran teil. Bryan und seine Frau leiten den Kurs. Bryan, ein Australier, wie er im Buche steht, fährt mit 120 km/h über den Schotter. Über die Weiden und anschliessend im Wald fährt er etwas langsamer.
Bei einem geeigneten Arbeitsplatz parkt er den Landcruiser. Er schultert sein Beil und lässt uns hinterher laufen. "be careful!", mahnt er uns. Es gibt hier giftige Spinnen. Silver Tail Spider heissen die, und es geht auch nicht lange, bis wir die erste sehen.
Bryan schlägt den ersten Baum mit seinem Beil an. Pech gehabt, der Stamm ist nicht ausgehöhlt. Nach ein paar Anläufen finden wir einen ersten Baum, der von Termiten ausgehölt ist. Bryan arbeitet das erst Roh-Didgeridoo aus. Es dauert fast 2 Stunden, bis jeder einen Stamm in Händen hält. (Mein Didgeridoo wurde an der Position S:24° 19' 48.6" / E:149° 37' 15.7" (GPS) geschlagen).
Für ein Didgeridoo wird ausschliesslich der yellow-eucalyptus verwendet. Ideal sind die Stämme eines ca. 12 Jahre alten Baumes, der innert vier bis fünf Jahren von Termiten ausgehölt wurde.
Als nächstes muss die Rinde entfernt werden. Mit dem Beil wird die Seite des Stamms angeschlagen, bis die Rinde bricht und abgenommen werden kann. Die zum Vorschein gekommene weisse Rinde wird mit einem scharfen Messer weggekratzt, bis die gelbliche Rinde übrig bleibt.
Die Überreste im Innern des Stamms werden mit Stangen herausgetrennt, bis man hindurchsehen kann. Mit einer geübten Handbewegung prüft Bryan, ob der Ton stimmt, oder ob sich noch Löcher im Stamm befinden. Wenn nötig, werden diese geschlossen.
Die Oberfläche wird nun mit einem Schleifpapier fein geschliffen. Am Mittag sind wir mit den Arbeiten bis hierhin fertig. Nun geht es mit den Rohlingen auf das Homestead der Familie Sanders, wo die Veredelung stattfindet.
Ich lasse mein Didgeridoo - in der Sprache der Aboriginie YIPARRA genannt - in der Rohfassung und lackiere es mit einem klaren Lack. Während die andern ihre Blasinstrumente bemalen, habe ich Zeit, mir davon ein paar Aufnahmen zu machen. Ich bin erstaunt, wie gut die Dinger aussehen. Auf unserer Reise haben wir in mehreren Shops die Dinger genau angeschaut, aber es waren nicht sehr viele so schöne zu sehen.
Als Farben werden nur schwarz, weiss, rot und gelb verwendet. Der obere Teil wird meist mit einem Signet des Himmels oder der Luft bemalt, der untere Teil mit einem der Erde naheliegenden Objekt. In der Mitte des Didgeridoos wird das Totem hingezeichnet. Jeder Aboriginie hat sein eigenes Totem. Dies ist ein ihm naheliegendes Tier, welches er in seinem Leben nie essen wird. Meist werden Emus, Krokodile, Goannas oder Schlangen gezeichnet. Kreise, dargestellt mit mehreren Punkten, bedeuten einen Billabong. Diese werden auf dem verbleibenden Platz dargestellt.
Bevor mit dem Didgeridoo gespielt werden kann, muss noch am oberen Ende Bienenwachs aufgetragen werden. Dieser umschliesst beim Spielen den Mund und hilft mit, dass möglichst wenig Luft neben das Rohr entweicht. Die Instrumente werden nun zum Trocknen aufgestellt und danach zum ersten Mal benutzt. Ein spannender Augenblick. Nun hört man zum ersten Mal, ob das Instrument einen tiefen oder eher etwas höheren Ton hergibt. Mein Didgeridoo hat einen ziemlich tiefen Ton - so gefällts mir!
Für mich war dies ein absolut gelungener Workshop und es hat mir sehr gefallen. Am liebsten würde ich gleich nochmal eines machen.
Nun heisst es aber zuerst über, üben, üben...

Unser Inselabenteuer starten wir von Hervey Bay. Die Fähre bringt uns und das ganze Gepäck
zum Moon Point. Dieser liegt etwa in der
Mitte der Insel auf der Westseite. Hier heisst
es nun "4WD only". Es gibt nur Sandtracks oder Beach, und der ist ja bekanntlich auch aus Sand.
Das erste Hindernis steht uns bereits nach dem Verlassen der Fähre bevor. Vom Beach führt eine
Spur in den Wald. Für diese Steigung brauchen wir zwei Anläufe. Doch dann geht es mit 20 km/h
auf zwei Sandrinnen weiter durch waldiges Gelände. Zwischendurch liegt soviel weicher Sand,
dass wir nur im Schritttempo weiterkommen. Nach eineinhalb Stunden sind wir am Eastern Beach
angekommen - wir haben die ca. 25 km Breite Insel durchquert.

Hier geht es nun auf dem Highway, oder besser gesagt dem Beach entlang, in Richtung Norden. Uns fällt auf, dass es hier sehr viele Fischer hat. Des Rätsels Lösung ist bald gefunden: zur Zeit findet eine "Fishing Expo" mit einem Wettbewerb statt. Zu gewinnen gibt es ein Auto!
Auf der Fahrt in den Norden liegt das Wrack "Maheno" im Sand. Es ist bei einem Zyklon im Jahre 1935 hier auf Grund gelaufen. Nun dient es als Touristenattraktion. Vom Landesinnern fliesst das Wasser in Creeks bis zum Ozean. Dies ist ja normal, aber auf dem Beach (Highway) führt dies zu mehr oder weniger tiefen Senkungen. Diese sind besonders zu beachten. Fährt man da zu schnell rein, kanns einem schon mal die Achse des Fahrzeugs wegreissen.
Eine weitere Gefahr ist die "Tide". Während der "low tide" (Ebbe) hat man sehr viel Platz, am Beach entlang zu fahren. Bei "high tide" (Flut) muss man dann schon mal in den oberen Teil des Beachs fahren. Da liegt aber beträchtlich mehr Sand, und manchmal kommt man da gar nicht durch.
Wir erreichen den "Waddy Point". Hier ist mächtig viel los. Neben einer Ausstellung - am Beach! - sind hier viele Fischer untergebracht. Jeden, den ich nach den Fangerfolgen frage, antwortet mit "...gefangen habe ich noch nicht viel, aber dafür viel Bier getrunken!". Fragt sich also nun, was es wirklich für ein Wettbewerb ist. Für mich: typisch Aussie's.
Hier einen Platz zum Zelten zu finden, ist fast unmöglich. Am Ende des Beaches werden wir dann endlich fündig. Nun heisst es, vom Beach wieder auf die Sanddüne zu fahren. Dies gelingt auch nach dem vierten Anlauf nicht. Das Problem ist bald gefunden. Wir haben noch viel zuviel Luft in den Reifen. Also lassen wir die Hälfte raus. Siehe da, es klappt im ersten Anlauf.

Da wir nun bereits etliche Kilometer auf dem Beach gefahren sind, kehren wir am Waddy Point
wieder um und fahren in den Süden. Den Beach verlassen wir südlich vom Happy Valley und fahren
wieder durch dichte Wälder. Unser erster Stop ist beim "Lake Wabby". Vom Lookout sieht man
sehr schön auf den Inlandsee. Er ist wunderschön in Sand und Bäume eingebettet.

Das Baden im See lassen wir aus, weil wir bald beim nächsten See sein sollten. Normalerweis sind die Campingsites beim Lake Mc Kennzie schon um die Mittagszeit belegt, und wir haben jetzt schon zwei Uhr. Also nichts wie weiter. Es sind zwar nur 20 km bis da hin, doch die Fahrt auf diesen Strassen dauert ganze eineinhalb Stunden.
Wir haben ein Riesenglück und ergattern noch den letzten Platz. Ein kurzer Rundgang zum See zeigt einen Süsswassersee wie auch schon beim "Lake Waddy". Nur liegt er dierkt am Campground. Die Sonne steht schon sehr tief und es beginnt bald zu dunkeln. Was gibt es da besseres zu tun, als ein warmes Feuer zu machen und zu kochen?
Am Morgen heisst es wieder alles zusammenpacken und zum nächsten See zu fahren. Doch zuvor gehen wir nochmals runter zum Lake Mc Kennzie. Was wir gestern nicht gesehen haben, sind die Farben und das glasklare Wasser. Da der See auch noch warm ist, entschliessen wir uns kurzerhand, noch einen Tag hier am "Strand" zu verbringen. Hier sieht es nun wirklich wie auf den Malediven aus! Ausser dass das Wasser ohne Salz ist. Das Riff ist natürlich auch nicht vorhanden. Aber es sieht trotzdem super aus.
Hier bekommen wir auch den ersten Dingo auf der Insel zu sehen. Wir wurden bereits des öftern vor diesen wilden Tieren gewarnt - besonders wegen Pascal. Auch erklären die Ranger auf den Campgrounds immer wieder, dass man die Nahrungsmittel nie wegwerfen soll. Dies zieht die Hunde immer wieder an. Dieser ist aber nur zum Wassertrinken ans Wasser gekommen und zieht bald wieder von dannen. Im See soll es auch Turtles (Schildkröten) und Snakes haben. Diese bekommen wir aber heute nicht zu Gesicht.
Bevor wir wieder an die Ostkueste zurückkehren, passieren wir einen weiteren See - den Lake Boomanjin. In Anbetracht der bereits gesehenen Seen lässt dieser nicht mehr viel übrig. Am Beach fahren wir nun zum südlichsten Punkt der Insel - zum "Hook Point". Hier gibt es auch eine Fähre. Diese führt uns wieder aufs Festland, direkt zum Rainbow Beach.

Der grösste Ferienort in der Nähe von Brisbane hat sich in den letzten 10 Jahren gewaltig
verändert. Wir erkennen es fast nicht wieder. Viele neue Häuser, viele Autos, einfach viel
Rummel.

Auf dem Caravanpark ist es zum Glück etwas ruhiger. So lässt es sich auch ein wenig gemütlich Didgeridoo spielen. Irgendwie hat dies ein Japaner gehört und dieser sitzt kurze Zeit später mit seinem Holzknebel neben mir und fragt mich, ob ich die Technik mit dem Atmen behersche. "Natürlich nicht!" antworte ich ihm. Dies wird wahrscheinlich noch ein Weilchen dauern. Beim Betrachten kann ich nun endlich sehen, was den Preisunterschied von Didgeridoos ausmacht. Seines ist mit Sicherheit ein billiges. Es wurde maschinell hergestellt. Das kann man sehr gut am Innern des Rohres erkennen. Die Spuren der Termiten sind nicht oder nicht mehr sichtbar. Auch äusserlich sieht es nicht gerade schön aus, wenn man dies mit den gemalten Bildern des Workshops vergleicht.
Im Park kann ich endlich mal einen Rainbow Lorrikit aus der Nähe photographieren. Den will ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Die vielen verschiedenen Farben sehen in der Sonne besonders gut aus.

Leider hat alles einmal ein Ende...auch diese Reise.

Unser Abflughafen heisst Brisbane. Von hier geht es quer über den Kontinent in Richtung Singapore und dann direkt nach Zürich. Turbulenzen gibt es praktisch keine. Ausser einer kleinen Verspätung beim Abflug in Asien geht alles reibungslos.

Das war nun der letzte Downunderletter.

Wir hoffen, Dir haben die Texte und Bilder aus Australien gefallen und es war unterhaltsam. Falls Du selber Lust hast, hierhin zu fahren und noch Tipps benötigst, lass es mich wissen.
Auch in diesem Jahr wird eine Diaschau diese Reise abschliessen. Geplant sind folgende Daten (provisorisch):
Bye, bye. We hope to see you soon in Switzerland.
Pascal, Regi & Reto

Technische DatenStandort: Brisbane (Qld)
Tage: 87/87
Flugstrecke: Zürich - Singapore - Sydney
Flugdistanz: ca. 16'000km
Flugstrecke (zurück): Brisbane - Singapore - Zürich
Flugdistanz: ca. 15'000km
Flugzeit: 20h 30'
Fähren Anzahl: 7
Melbourne-Gorgetown: ca. 250 km
Pieman River ca. 250m
Bruny Island ca. 3km (2mal)
Devonport-Melbourne ca. 250 km
Hervey Bay - Moon Point (Fraser Island) ca. 25 km
Hook Point (Fraser Island) - Inskip Point (Mainland) ca. 2 km
Strassenkilometer: ca. 16'000km
davon ca. 3'000km unsealed road
Verbrauch Diesel: ca. 2000 Liter
Gas (Kochen/Licht): 2 Flasche à 3 Liter
Reiseroute