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«Dank der Drohnen hat die Ukraine die Sicherheitslage im Schwarzen Meer wirklich verändert», sagte Selenskyj. Durch den Einsatz der sogenannten Seedrohnen - unbemannte Boote mit grosser Sprenglast - ist die russische Schwarzmeerflotte sowohl von der südukrainischen Küste als auch aus der Umgebung der Halbinsel Krim verdrängt worden. Auch in den Kämpfen entlang der Fronten wurden Drohnen vielfach eingesetzt, um den russischen Militärs schwere Verluste zuzufügen.
«Die Liste der Aufgaben ist nun klar: spezielle Stabsstellen für die Arbeit mit Drohnen, spezielle Einheiten, effektive Ausbildung, Systematisierung der Erfahrungen, ständige Skalierung der Produktion und Zusammenfassen der besten Ideen und der besten Spezialisten in diesem Bereich», listete Selenskyj die nächsten Schritte auf. Dies sei nun eine Aufgabe für die Armee, das Verteidigungsministerium und die Regierung als Ganzes.
Sowohl Russland als auch die Ukraine haben im bisherigen Kriegsverlauf Drohnen eingesetzt. Das ukrainische Militär setzt dabei im Landkrieg auf kleine Drohnen sowohl zur Aufklärung als auch für Angriffe auf Punktziele. Diese unbemannten Fluggeräte sind preiswert herzustellen. Künftig sollen auch grössere Drohnen im Land in Serie hergestellt werden. Russland dagegen hat zunächst sogenannte Kamikaze-Drohnen aus iranischer Produktion für Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine genutzt und ist inzwischen auch auf kleinere Fluggeräte zum Einsatz an den Fronten umgestiegen.
Kiew: Russland verliert ein Drittel der Schwarzmeerflotte
Die russische Schwarzmeerflotte hat nach Einschätzung Kiews knapp ein Drittel ihrer Kampfschiffe eingebüsst. «Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte haben unsere Militärs bisher 24 russische Schiffe und ein U-Boot aus dem Verkehr gezogen», teilte das Oberkommando am Dienstag auf Telegram mit. Zu Kriegsbeginn vor zwei Jahren habe die russische Schwarzmeerflotte über 74 Kampfschiffe verfügt. Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums muss Moskau inzwischen seine Marine-Präsenz rund um die Halbinsel Krim überdenken.
Ukraine steigert Exporte auf dem Seeweg
Die Ukraine hat nach der Zurückdrängung der russischen Flotte innerhalb von sechs Monaten fast 20 Millionen Tonnen Fracht über das Schwarze Meer ausgeführt. «70 Prozent dieser Fracht sind Agrarprodukte unserer Landwirte», schrieb Regierungschef Denys Schmyhal am Dienstag bei Telegram. Insgesamt seien in diesem halben Jahr über 660 Frachter mit Zielen in 32 Ländern ausgelaufen. Im Januar sei dabei sogar das monatliche Vorkriegsniveau bei den Exportmengen auf dem Seeweg erreicht worden. Von Exporten im Wert von umgerechnet gut 2,8 Milliarden Euro im Januar seien gut 60 Prozent über das Meer realisiert worden.
Die Ukraine erwehrt sich seit fast zwei Jahren einer russischen Invasion. Lange Zeit versuchte die russische Schwarzmeerflotte, die ukrainischen Exporte auf dem Seeweg zu behindern. Für knapp ein Jahr galt zudem ein durch die UN und die Türkei vermitteltes Abkommen über russische Sicherheitsgarantien für Agrarexporte. Seit dessen Auslaufen im vergangenen Sommer hat Kiew einen als sicher ausgewiesenen Seekorridor eingerichtet. Zuvor hatten die ukrainischen Streitkräfte ein Eiland im Schwarzen Meer - die sogenannte Schlangeninsel - zurückerobert und mehrere russische Schiffe versenkt, darunter das Flaggschiff «Moskwa».
Schwere Kämpfe im Osten der Ukraine
Zuletzt schlugen die ukrainischen Truppen nach eigener Darstellung entlang der Fronten im Osten des Landes erneut zahlreiche russische Angriffe zurück. Die Schwerpunkte der russischen Attacken lagen nach Angaben des Generalstabs in Kiew bei Kupjansk, Bachmut und Awdijiwka. Auch südlich von Bachmut im Mittelabschnitt der Frontlinien wurden mehrere Vorstossversuche der russischen Militärs gemeldet. In der täglich aktualisierten Liste Kiews zu Verlusten des russischen Militärs wurde die Zahl der ausser Gefecht gesetzten russischen Soldaten am Dienstag mit 390 580 beziffert. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden. Eigene Verluste nennt die ukrainische Seite nicht.
Das wird am Mittwoch wichtig
An den diversen Brennpunkten entlang der Frontlinien in der Ukraine sind erneut schwere Kämpfe zu erwarten.