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Mit Wi-Fi können wir unsere Geräte drahtlos mit dem Internet verbinden. Die dafür in der Vergangenheit zugewiesenen Frequenzbänder sind jedoch nicht ausreichend, um den aktuellen und zukünftigen Bandbreitenbedarf abzudecken. Deshalb arbeiten die Regulierungsbehörden in Europa und dem Rest der Welt daran, zusätzliche Frequenzen im 6-GHz-Band für Wi-Fi freizugeben.
Dr. Ivica Stevanovic, Abteilung Konzessionen und Frequenzmanagement
Drahtlose Internetverbindungen werden immer häufiger für Arbeit, Studium und Unterhaltung verwendet. Neben Computern und Tablets nutzen auch Smartphones, Smartwatches und Smart-TVs, Spielkonsolen und andere vernetzte Gegenstände Wi-Fi für den Zugang zum Internet. Die Anzahl der verbundenen Geräte, die Datenmenge und der Bedarf an höheren Übertragungsgeschwindigkeiten nehmen sowohl in Privathaushalten als auch in Unternehmen stetig zu. Demzufolge werden höhere Bandbreiten benötigt, um den heutigen Anforderungen (z. B. Videostreaming), aber auch den künftigen Bedürfnissen (z. B. Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen und Mensch-Computer-Interaktionen im Allgemeinen) gerecht zu werden.
Europa: Ein neues Frequenzband für Wi-Fi im Frequenzbereich 6 GHz
Derzeit nutzen unsere Wi-Fi-Geräte eine Bandbreite, die auf 83 MHz im 2,4-GHz-Band und auf 200 MHz/255 MHz im 5-GHz-Band beschränkt ist. Letzteres unterliegt verschiedenen Einschränkungen, um den Schutz von Wetter- und Militärradaren zu gewährleisten.
Um der wachsenden Nachfrage zu entsprechen, hat die Europäische Kommission die Europäische Konferenz der Verwaltungen für Post und Fernmeldewesen (CEPT) und ihren Ausschuss für elektronische Kommunikation (ECC), die technischen Voraussetzungen zu prüfen, unter denen zusätzliche 500 MHz im 6-GHz-Band (5,925–6,425 GHz) für Highspeed-Wi-Fi freigegeben werden könnten. Da dieses Band gegenwärtig für Satelliten- und Richtfunkverbindungen (Punkt-zu-Punkt) genutzt wird, bestand das Ziel der Studien darin abzuklären, unter welchen technischen Bedingungen Wi-Fi-Geräte in diesem Bereich betrieben werden können, ohne die bestehenden Dienste zu stören.
Die vom zuständigen Projektteam des ECC (unter dem Vorsitz des BAKOM) durchgeführten Studien mündeten in der Veröffentlichung von zwei technischen Berichten (ECC Report 302 und ECC Report 316). Darin gelangte das Team zum Schluss, dass mobile Wi-Fi-Geräte mit sehr geringen Leistungen (bis zu 25 mW) sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich eingesetzt werden könnten, während die Nutzung von Wi-Fi-Routern oder Wi-Fi-Zugangspunkten mit etwas höheren Leistungen (bis zu 200 mW) auf das Gebäudeinnere beschränkt werden sollte. Die beiden Berichte dienen dem ECC als Grundlage für die Ausarbeitung harmonisierter regulatorischer Bedingungen. Eine endgültige Entscheidung über die Öffnung dieses Bandes für Wi-Fi in Europa wird für 2021 erwartet.
Improving spectrum access for Wi-Fi (in Englisch)
Une nouvelle bande pour le WiFi à 6 GHz ? (in Französisch)
Und in den anderen Teilen der Welt?
Im April 2020 gab das Federal Communications Committee (FCC) in den Vereinigten Staaten 1200 MHz des 6-GHz-Bandes (5,925–7,125 GHz) für die Wi-Fi-Nutzung frei. Länder in anderen Regionen folgen diesem Beispiel. So hat Brasilien ebenfalls Schritte unternommen, um das 6-GHz-Spektrum für Wi-Fi verfügbar zu machen. Damit wäre Brasilien nach den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich das dritte Land der Welt. Laut Ofcom UK, der nationalen Regulierungsbehörde für Telekommunikation, ist das Vereinigte Königreich das erste Land in Europa, das diesen Teil des Spektrums für Wi-Fi zur Verfügung stellt.
Südkorea könnte die erste Nation in Asien werden, die das 6-GHz-Band für Wi-Fi öffnet.
FCC Opens 6 GHz Band to Wi-Fi and Other Unlicensed Uses (in Englisch)
Erste Wi-Fi-6E-Geräte könnten bis Ende Jahr verfügbar sein
Wie von Broadcom, Qualcomm und Apple angekündigt, werden noch in diesem Jahr neue Wi-Fi-Chipsätze und -Geräte auf den Markt kommen, die im neu verfügbaren Frequenzband betrieben werden können. Diese werden gemäss dem Standard IEEE 802.11ax (bekannt als Wi-Fi 6E) für den US-Markt hergestellt. Das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) arbeitet derzeit an einer harmonisierten europäischen Norm EN 303 687, in der die technischen Merkmale und Messmethoden für den europäischen Markt festlegt sind.
Von diesen Geräten werden Datenraten in Gbit/s sowie geringere Latenzzeiten erwartet. Da sie im Burst-Modus arbeiten, erfolgt der Datentransfer über den Luftweg sehr schnell, was eine effizientere Nutzung des Spektrums ermöglicht.
Immer mehr Internetnutzende
Die kürzlich erschienene Publikation des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass im Jahr 2019 mehr als 90% aller Personen in der Schweiz das Internet nutzten. Der Anteil der Internetnutzerinnen und ‑nutzer steigt laufend an (2017: 90%; 2019: 93%) und die Nutzungsdauer verlängert sich (zwei Drittel der Bevölkerung sind mehr als fünf Stunden pro Woche online).
Nach den letzten Prognosen von Cisco werden bis 2023 fast zwei Drittel der Weltbevölkerung Zugang zum Internet haben. Im Jahr 2023 wird es insgesamt 5,3 Milliarden Internetnutzende geben (66% der Weltbevölkerung), gegenüber 3,9 Milliarden (51% der Weltbevölkerung) im Jahr 2018.
Letzte Änderung 24.09.2020