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"Wir haben die Wahl gewonnen." Wenig später erklärte sich auch einer seiner grössten Rivalen, Salvador Nasralla, zum Sieger der Präsidentschaftswahl. Offizielle Zahlen lagen noch nicht vor.
Nach den Nachwahlumfragen kam der Amtsinhaber auf knapp 44 Prozent der Stimmen. Für seinen Herausforderer Salvador Nasralla stimmten demnach 34,7 Prozent der Wähler. Für den Wahlsieg reicht in Honduras eine einfache Mehrheit. Das Wahlamt hatte zunächst noch keine Ergebnisse vorgelegt.
Wiederwahl ungültig?
Der seit 2013 amtierende Hernández hatte erneut kandidiert, obwohl die Verfassung eine zweite Amtszeit verbietet. Doch ermöglichte der Oberste Gerichtshof des zentralamerikanischen Landes in einer umstrittenen Entscheidung eine neuerliche Kandidatur. Die Opposition hatte vor Wahlbetrug gewarnt. Nasralla und ein weiterer Oppositionskandidat, Luis Zelaya, hatten angekündigt, eine Wiederwahl von Hernández nicht zu akzeptieren.
Die rund sechs Millionen Wahlberechtigten in Honduras waren auch aufgerufen, das Parlament und die Bürgermeister neu zu wählen. Der Urnengang fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet.
Tot von Bürgerrechtlern
Honduras zählt zu den ärmsten und gefährlichsten Ländern Lateinamerikas. Die Mordrate liegt bei 45 pro 100'000 Einwohnern - und damit weit über dem weltweiten Durchschnitt von 5,3. Seit einem Militärputsch im Jahr 2009 gegen den damaligen Präsidenten Manuel Zelaya wegen seines Versuchs, die Verfassung zugunsten einer zweiten Amtszeit ändern zu lassen, wurden zudem hunderte Bürgerrechtsaktivisten getötet.