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Der bulgarische Hüne tritt ab
Eigentlich heisst er Kalojan Stefanow Machljanow, doch in Japan kennt man ihn einzig unter dem Namen Kotooshu Katsunori. Der 2,03 Meter grosse und 152 Kilo schwere Hüne aus Bulgarien hat sich in der Welt des Sumos durchgesetzt, als erster Europäer überhaupt. Nach 12 Jahren Profisport, 537 Siegen und 337 Niederlagen hat er nun seinen Rücktritt bekannt gegeben.
Ursprünglich wollte Kotooshu wie sein Vater eine Karriere als Ringer im griechisch-römischen Stil einschlagen. Doch seine rapide Gewichtszunahme führte ihn schliesslich nach Japan, wo er 2002 als Sumo-Profi debütierte. Seine Athletik und ungewöhnliche Technik verhalf ihm schnell zu Erfolgen. Schon nach zwei Jahren stieg er in die höchste Division auf, 2005 war er im zweithöchsten Rang des Ozeki angekommen. Das hatte vor ihm noch kein Europäer geschafft.
Seine exotische Erscheinung und seine freundliche Art machten ihn populär in Japan. Kotooshu wurde zum Werbeträger für den japanischen Milchverarbeiter Meiji Dairies Corporation, der seit den 1970ern eine bulgarische Joghurt-Serie im Sortiment hat.
Historischer Turniersieg
Und auch im Dohyo blieb der Bulgare erfolgreich. Als einer der wenigen Sumo-Ringer brachte er den damaligen Yokozuna Asashoryu wiederholt aus dem Gleichgewicht. 2005 besiegte er gleich zwei Mal den aus der Mongolei stammenden Grossmeister. Im Mai 2008 folgte der Höhepunkt in Kotoshuus Karriere, als er wiederum als erster Europäer überhaupt ein Turnier der höchsten Klasse für sich entschied. Dabei besiegte er die beiden Yokozunas Asashoryu und Hakuho.
Für den Titel des Grossmeisters hat es Kotooshu jedoch nie ganz gereicht. Bis 2014 blieb der 31-Jährige jedoch im Rang des Ozeki. Erst eine Reihe an Verletzungen und Absenzen an grossen Turnieren führten im Januar 2014 zur Herabstufung zum Sekiwake. Nach einer Serie von 9 Niederlagen hintereinander wurde es selbst Kotooshu zu viel. Vor ein paar Tagen hat er an einer Pressekonferenz seine einmalige Karriere für beendet erklärt.
Die Ausländer im Sumo-Sport
Sein Rückzug ändert nichts an der Dominanz ausländischer Sumo-Ringer. So stammen die beiden einzigen aktiven Yokozunas, Hakuho und Harumafuji, aus der Mongolei. Das zentralasiatische Land ist mit 27 Sumo-Profis besonders stark in Japans Traditionssport vertreten.
Die Europäer bleiben derweil Ausnahmeerscheinungen. Der zweite erfolgreiche europäische Sumo-Ringer, der 29-jährige Este Baruto (Asienspiegel berichtete), hat bereits im September 2013 wegen einer hartnäckigen Verletzung am Knie seinen Rücktritt bekannt geben müssen.
Japaner mit neuem Namen
Kotooshu wird dem Sumo-Sport erhalten bleiben. Im Januar dieses Jahres hat er die japanische Staatsbürgerschaft und den Namen Karoyan Ando angenommen. Seit 2010 ist er mit einer Japanerin verheiratet. Als Sumo-Coach für die Jugend möchte er künftig seine Erfahrungen als ehemaliger Ozeki weitergeben.
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