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5.1.98
Der europäische Gütertransport auf Schienen soll schneller werden. Sechs Bahngesellschaften nehmen am 1. Februar den «North–South–Freight–Freeway» mit drei Korridoren in Betrieb, wie SBB und BLS mitteilten. Die neuen Güter–Expressrouten verbinden die Häfen der Nordsee und Süditaliens mit den europäischen Wirtschaftsräumen. Sie führen von Rotterdam via Gotthard beziehungsweise Lötschberg nach Gioia Tauro (Italien), von Hamburg/Bremen über den Brenner nach Brindisi und von Rotterdam/Hamburg/Bremen nach Wien. Für jeden der drei Korridore wird ein sogenannter «One–Stop–Shop» eingerichtet, damit es die Kunden für die gesamte Strecke nur mit einem Partner zu tun haben. An dem «North–South–Freight–Freeway» beteiligen sich die Infrastrukturbetreiber der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), der BLS Lötschbergbahn AG, der Deutschen Bahn AG, der Österreichischen Bundesbahnen, von Railned Niederlande sowie der italienischen Ferrovie dello Stato (FS). Mit den neuen Nord–Süd–Routen werden die Transportzeiten deutlich reduziert. Jedes Eisenbahnunternehmen des Güterverkehrs kann sich bis zum 19. Januar um Trassen bewerben. Am 21. Januar werden die One–Stop–Shop–Koordinatoren über die Vergabe für die Zeit bis zum Mai 1998 entscheiden. Anschliessend werden die Trassen auf der Basis «First come, first served» vergeben.
7.1.98
Der Alpenschutzartikel soll trotz schwierigem Vollzug in der Verfassung bleiben. Die Verkehrskommission des Nationalrates sagt Nein zu drei parlamentarischen Initiativen, welche die Abschwächung oder gar die Streichung dieses Artikels verlangen. Mit dem Ja zur Alpeninitiative heissen Volk und Stände am 20. Februar 1994 einen neuen Artikel 36sexies mit entsprechenden Übergangsbestimmungen gut. Seither steht in der Verfassung der Auftrag, bis im Jahr 2004 den Gütertransitverkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Angesichts der Probleme bei der Umsetzung reichten SVP, Liberale und Freiheitspartei 1997 parlamentarische Initiativen zur Änderung oder Streichung des Alpenschutzartikels ein. Die Mehrheit der Verkehrskommission will trotz den Schwierigkeiten beim Vollzug «weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um den Willen des Volkes zu verwirklichen». Instrumente dazu sieht sie namentlich in der vom Parlament angenommenen Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und einer allfälligen Alpentransitabgabe.
12.1.98
Bis zum 13. Juli 1999 hat ein Komitee unter Führung der Freiheitspartei der Schweiz (FPS) Zeit, um die 100 000 Unterschriften für seine vier Anti–Stau–Initiativen beizubringen. Die Texte der Volksbegehren sind im Bundesblatt veröffentlicht worden. Die erste der vier Initiativen «Kampf dem Stau — Strassenbau statt Strassenstau» verlangt sechs Spuren auf der A 1 zwischen Zürich und Bern, die zweite dasselbe für die A 1 zwischen Genf und Lausanne. Das dritte Volksbegehren will den Alpenschutzartikel ändern, damit die Gotthardroute A 2 dank einer zweiten Tunnelröhre auf vier Spuren ausgebaut werden kann. Die letzte Initiative fordert die Streichung des Verbandsbeschwerderechts.
13.1.98
Von einem «epochalen Ausbauschritt» des Euro-Airport Basel–Mülhausen ist die Rede, der ihn zu einer Drehscheibe für den europäischen Regionalflugverkehr aufwerten soll. Geplant sind Investitionen von 375 Millionen Franken, der Bau eines neuen Terminals mit Fingerdock für 23 Maschinen, die Verlängerung einer der beiden Flugpisten sowie die Verdoppelung der Frachtkapazitäten. Das Projekt nimmt insofern konkrete Gestalt an, als vor wenigen Tagen der Präfekt des Departement Haut–Rhin die Baubewilligung für den neuen Passagierterminal erteilt hat. Noch ist aber die Finanzierung nicht vollends gesichert.
18.1.98
Die neuen Grenzwerte für Feinstaub werden in der Stadt Zürich teilweise massiv überschritten. Die Partikel können tief in die Lungen eindringen und Atemwegserkrankungen hervorrufen. Verursacht wird der Feinstaub vor allem durch Dieselfahrzeuge. Die Feinstaubbelastung beträgt zum Teil mehr als das Doppelte des Immissionsgrenzwertes für das Jahresmittel. Der Langzeitgrenzwert wird in der Stadt fast flächendeckend überschritten, teilte das Departement für Gesundheit und Umwelt mit. Dieses hatte die Belastungen seit Anfang 1997 gemessen. Die neuen Grenzwerte sollen am 1. März in Kraft treten. Beim Feinstaub handelt es sich um mikroskopisch kleine Staubpartikel mit einem Druchmesser von weniger als zehn Mikrometer (ein Tausendstel eines Millimeters). Zwischen chronischen Atemwegserkrankungen und der Schwebestaubbelastung besteht gemäss neueren Studien ein eindeutiger Zusammenhang. Die Partikel können zu entzündlichen Reaktionen der Atemwege führen. Selbst kurzfristie Belastungen führen zu messbaren Auswirkungen. Zudem sind die Partikel Träger von krebserzeugenden Schadstoffen wie Dieselruss, was bei chronischer Belastung von Bedeutung ist. Es brauche grosse Anstrengungen von Bund, Kanton und Stadt, um die übermässigen Belastungen zu reduzieren, schreibt die Stadt Zürich. Einige Massnahmen seien schon heute verfügbar und umgesetzt worden. So haben alle städtische Dieselbusse Abgasfilter erhalten.
20.1.98
Der Bundesrat hat die Bauherrschaft über die neuen Eisenbahn–Alpentransversalen (Neat) je einer Tochtergesellschaft der SBB und der BLS Lötschbergbahn übertragen. Damit können sich die Bahnen auf ihre Hauptaufgabe, den Betrieb des Eisenbahnnetzes, konzentrieren. Das Modell der Aktiengesellschaft lasse Entwicklungsmöglichkeiten wie beispielsweise private Beteiligungen offen. Die BLS hat ihre Tochtergesellschaft, die BLS AlpTransit AG, bereits 1993 gegründet. Die SBB werden ihre Tochtergesellschaft in den nächsten Tagen gründen. Die Aktien der beiden Gesellschaften befinden sich in Händen des Bundes und der SBB beziehungsweise der BLS.
20.1.98
In der Schweiz sind 1997 wieder mehr Personenwagen verkauft worden: Insgesamt konnten die Händler 272 441 Neuwagen verkaufen, 2912 Autos oder 1,1 Prozent mehr als 1996, wie die Vereinigung schweizerischer Automobil-Importeure (VSAI) mitteilt. Die Zunahme nach einem flauen Beginn wird vor allem auf eine erfreuliche Steigerung in der zweiten Jahreshälfte zurückgeführt. Die VSAI sieht diese Entwicklung als Zeichen einer sich erholenden Konjunktur. Im laufenden Jahr erwartet die Branche eine weitere Erholung des Marktes, der aber nach wie vor vom allgemeinen Konjunkturverlauf und von der Arbeitsmarktsituation abhängig sei.
20.1.98
Der Nationalrat hat die Bahnreform zu Ende beraten, mit 128 zu 4 Stimmen das neue SBB-Gesetz gutgeheissen und mit 138 zu 0 den Refinanzierungsbeschluss SBB angenommen. Ausserdem hat er eine Motion zur langfristigen Finanzierung des Nationalstrassenunterhalts überwiesen und Standesinitiativen der Kantone St. Gallen, Zürich und Aargau zu den Nationalstrassen abgelehnt. Der Nationalrat hat in einem wichtigen Entscheid den Bundesrat verpflichtet, die Deckungslücke von fünf Milliarden Franken in der Pensionskasse des Bahnpersonals innert sechs Jahren zu finanzieren. Dadurch sollen die SBB von erheblichen Zinslasten längerfristig befreit und ohne weitere Nachteile gegenüber ausländischen Konkurrenten in den Wettbewerb entlassen werden.
22.1.98
Mit dem Fahrplanwechsel im Frühjahr 1999 führen die SBB zwischen Zürich und Luzern sowie zwischen Lausanne und Fribourg im Fernverkehr den integralen Halbstundentakt ein. Die Fahrplanverdichtung ist ein weiterer Schritt im Konzept Bahn 2000, das bis ins Jahr 2005 landesweit häufigere, direktere, schnellere und bequemere Zugverbindungen schafft. Mit dem integralen Halbstundentakt zwischen 6 und 20 Uhr an allen sieben Wochentagen wächst das Zugsangebot zwischen Zürich und Luzern um 54 Prozent oder rund 460 000 Zugskilometer im Jahr. Die zur halben Stunde verkehrenden Züge Zürich–Luzern–Zürich machen in Thalwil, Zug und Rotkreuz, jene zur vollen Stunde in Zürich Enge und Zug Halt. Der Halbstundentakt verkürzt die Reisezeiten von der Zentralschweiz ins Bündnerland (mit Umsteigen in Thalwil statt Zürich) um rund 30 Minuten. Mit dem Halbstundentakt zwischen Fribourg und Lausanne steigt das Angebot zwischen den beiden Kantonshauptorten ab 1999 um 21 Prozent; die sechs zusätzlichen Züge pro Richtung werden jährlich rund 289 000 Kilometer zurücklegen. In Fribourg sowie Romont und Palézieux als Orte mit Zwischenhalten entstehen neue Anschlussmöglichkeiten im Regionalverkehr.
23.1.98
Wie aus der neusten UIC-Statistik hervorgeht, ist 1996 jeder Einwohner der Schweiz im Durchschnitt 39mal mit der Eisenbahn gefahren. In keinem anderen europäischen Land wird so häufig Eisenbahn gefahren. Dieser europäische Spitzenrang ist auf die noch immer attraktiven Fahrplan-Angebote der öffentlichen Transportunternehmungen sowie die modernen und komfortablen Fahrzeuge und Anlagen zurückzuführen. Weltweit gesehen liegt nur Japan mit 72 Fahrten pro Einwohner und Jahr vor der Schweiz. Die rigorosen Sparmassnahmen des Bundes gefährden indessen die hohe Attraktivität des öffentlichen Verkehrs, weil sie zu einem massiven Leistungs- und Stellenabbau führen, teilt die LITRA in ihrem heutigen Pressedienst mit.