Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03420.jsonl.gz/350

Sie zählen
zusammen mit den Country Pickers und den Country Ramblers zu den Legenden der
Schweizer Bluegrass-Szene. Die Bluegrass Blossoms aus Bern waren eine
Bluegrass-Band, die unzählige Bluegrass-Fans und Musiker in und um ihre
Heimatstadt und in der ganzen Schweiz beeinflusst hat. Die Band war bekannt für
ihre Vielseitigkeit. Während ihres Bestehens (1971-1982) spielten rund 200
Shows, oft an ungewöhnlichen Orten, im nationalen Fernsehen und Radio, und
agierten 1976 als Back-up-Band für Charlie Moore auf seiner kurzen
Schweizer-Tournee. In vielerlei Hinsicht war die Band typisch für europäische
Bluegrass-Bands dieser frühen Zeit. Sie verdienen es, als Pioniere unserer
Musik für ihre bahnbrechenden Beiträge anerkannt zu werden.
Die
ersten Kontakte zwischen Heinz Kempa (*1953, Gitarre), Gérard Theiler (*1952,
Mandoline) und Hans Holzherr (*1949, Banjo) wurden 1970 geknüpft. Heinz und
Gérard waren alte Schulfreunde, und mit Hilfe einiger weniger Ramblin‘ Jack
Elliott-Schallplatten begannen sie, Folk Music auf zwei Gitarren zu spielen.
Der Soundtrack von «Bonnie und Clyde» sowie die durch einen gemeinsamen Freund
vermittelte Begegnung zwischen Heinz und Hans (der eine Dillards-LP besass)
führten zur Gründung der Bernese Three, die 1971 erstmals im Folk Club Bern
öffentlich auftraten. Der aufblühende Folkboom und die Mahogany Hall in Bern
stellten für das Trio und seiner Entfaltung ein wunderbares Setting dar.
Der
Bandname wurde auf Bluegrass Blossoms geändert, bevor 1973 Mathias Baumann
(*1950, Gitarre, lead vocals) zum Trio stiess. Heinz verliess im Mai desselben
Jahres die Band wegen eines Auslandaufenthaltes, und Bänz Hadorn (*1942,
Kontrabass) aus der Dixieland-Szene konnte fürs Mitmachen gewonnen werden.
Damit war im Juni 1973 eine der ersten
Schweizer Bluegrass-Bands instrumental komplett bestückt.
Die Helden
der Bluegrass Blossoms waren zu Beginn die Dillards, aber am nachhaltigsten
liessen sie sich von den famosen Country Gentlemen beeinflussen. Die
entsprechenden gesanglichen Möglichkeiten ergaben sich ab Mitte 1975, als das
geboren wurde, was wir heute als die klassische Version der Bluegrass Blossoms
betrachten: Als Nachfolger von Mathias spielte Tom Lochbrunner (*1952) die
Gitarre und sang lead und tenor, Peter Greisler (*1952) spielte Fiddle und sang
lead im mehrstimmigen Gesang, Hans Holzherr am Banjo sang baritone, Gérard
Theiler spielte Mandoline und Bänz Hadorn Bass. Die Band sang mehrheitlich
traditionellen Bluegrass, komponierte eigene Instrumentals und wurde auch für
ihre Adaptionen von Bluegrass-fremdem Material geschätzt.
Die Besetzung veränderte sich nach fünf Jahren
zum Quartett: zu Gérard und Bänz gesellten sich neu Mike Horowitz (*1947) an
der Gitarre und Martin Stettler (*1959) am Banjo.
Während der Zeit ihres Bestehens gaben die
Bluegrass Blossoms zwei LPs heraus (1977 «A Slice of Bluegrass»;
1980 «Eat
It Up»;
beide Covers zeigten originelle Kunstwerke ihres Fiddlers Peter Greisler, einem
angehenden Zeichnungslehrer). Diese LP’s zählten zu den frühesten Tonträgern im
Schweizer Bluegrass und beeinflussten und prägten stark die aufkommende
Bluegrass-Szene in der Schweiz.
Zu den Höhepunkten in der Karriere der Bluegrass
Blossoms zählte ein ausserprogrammmässiger Auftritt am Folkfestival Osnabrück
1972 sowie Auftritte an den bekanntesten Folk Festivals der 1970er Jahre in der
Schweiz, zum Beispiel am auf der
Lenzburg??, in Liestal, in Epalinges, auf dem Bachtel und dem Gurten. Sie
spielten zahlreiche Konzerte und Hootenannies in der legendären Mahogany Hall,
in welcher auch Top Acts aus den USA wie die Country Gentleman, David Grisman,
Byron Berline, New Grass Revival, Doyle Lawson, Seldom Scene, Lynn Morris,
Laurie Lewis und viele andere auftraten. Dazu kamen Auftritte im Schweizer
Radio und Fernsehen, in renommierten Hotels in den Schweizer Alpen, in vielen
Folk Clubs und an Volksfesten.
Ihre instrumentalen Fähigkeiten sowie ihr
Harmonie-Gesang waren erstklassig. Hans Holzherr war ein grossartiger Interpret
von Bill Keiths Banjo-Stil und war mit dem berühmten Vorbild befreundet. Gérard
Theilers Mandolinen-Virtuosität schloss das famose Crosspicking von Jesse
McReynolds mit ein, und Bänz Hadorn spielte walking bass Passagen zu einer
Zeit, in der die meisten Musikfans noch nie etwas von Tom Gray gehört hatten.
Gérard gewann in den 1980er Jahren dreimal hintereinander den 1. Preis im
Mandolin Contest an der Old Fiddler‘s Convention in Galax, Virginia und lebt seit
den1980er Jahren in den USA.
Nach unzähligen Probestunden in der Mahogany
Hall, rund 200 Auftritten und zwei Langspielplatten löste sich Bluegrass
Blossom als Band im Dezember 1981 auf. Und doch leben sie in der Erinnerung
vieler Schweizer Bluegrass-Fans der ersten Stunde weiter. Im Rahmen des
50jährigen Bestehens der Mahogany Hall veranstaltete der Folk Club Bern zwei
spezielle Abende. Am 4. Dezember 2018 liessen Heinz Kempa, Gérard Theiler, Hans Holzherr, Tom
Lochbrunner, Peter Greisler, Bänz Hadorn und Mike Horowitz die Bluegrass
Blossoms noch einmal aufleben.
Text:
Beat Heri (Ergänzungen von Hans Holzherr und Bänz Hadorn) / Fotos: Archiv
Bluegrass Blossoms
In
den 1980er Jahren gründete er die Bluegrass-Band Intro, mit der er als 16jähriger
in Deutschland tourte. Seine Begeisterung für die Musik von Django Reinhardt
weckte die Neugierde auf Jazz und Swing. Nach seinem Umzug in die Schweiz
erweiterte er sein musikalisches Repertoire mit einer Big Band. Mit einer Zuger
Coverband begleitete er zahlreiche Popcover mit Banjo, Gitarre und Mandoline.
Für seine aktuelle Band Blue Acoustic Flavour komponiert und arrangiert er Musik an der Schnittstelle zwischen Pop, Folk, Latin, Bluegrass und Alternative Country. Diese Kombination hat bei zahlreichen Konzerten viele Fans gefunden. Scheitern, Hoffnung, Geschichte, Alltag, Sehnsucht und Lebensfreude sind in den Liedern und Instrumentalstücken zu einem Klangkunstwerk verwoben.
Siggi, stammst Du aus einer musikalischen Familie?
Jein… meine Eltern waren musikalische Analphabeten. Aber mein Grossvater spielte klassische Geige, Saxophon und leitete eine Bigband. Ihn habe ich allerdings nie kennengelernt. Ob genetisch da etwas rüberkam weiss ich nicht… (lacht)
Seit
wann spielst Du Musik?
Ich begann um 1978 im Selbststudium auf der Gitarre herum zu klimpern. Dann hörte ich oft Jean Marie Peschiutta (Detour, Free Wheelin), weil er in meiner Geburtsstadt Marburg/Lahn in Deutschland lebte. Er spielte unter anderem Banjo und ich war sofort von dem Instrument fasziniert. Das erste Stück, das ich hörte, war John Hartfords Steam Powered Aeroplane. Das wollte ich können! Jean-Marie war mit Truckee und allen Grössen der deutschen Bluegrass Community befreundet und öffnete mir die Ohren für David Grisman, Tony Rice, Tony Trischka, Jean-Marie Redon und vielen anderen. Nur die ursprüngliche Bluegrass- und Old-Time Musik blieb mir damals verwehrt. Mein bester Freund Uwe Fischer und ich gründeten im Alter von fünfzehn Jahren unser Duo und traten mit einem Repertoire von Bill Keith, der Nitty Gritty Dirt Band, den Byrds und von Country Gazette auf. Das Witzige daran war, dass wir einen zehn Jahre älteren Bassspieler fanden, der einen Führerschein besass. Mit ihm und dem Einverständnis unserer Eltern durften wir in frühen Jahren in ganz Deutschland spielen. Dabei lernte ich in München Mark Stoffel, der heute bei Chris Jones & The Night Drivers spielt, kennen und wir waren Anfang 80er zu viert unter dem Namen Intro weitgehend im süddeutschen Raum unterwegs. Nachdem Mark sich nur noch auf München konzentrieren wollte, hat sich Intro als Band aufgelöst und ich zog nach Stuttgart. Dort habe ich aber niemanden kennengelernt, der progressiven Bluegrass machen wollte. Es gab leider noch kein Internet und ich hörte für fünfzehn Jahre lang auf Musik zu spielen.
Was
für Instrumente spielst Du?
Ich war immer fasziniert von Darol Anger und Mike Marshalls «The Duo» Album. Und darauf spielt Mike Mandocello. Ich habe vor fünf Jahren angefangen, dieses Instrument zu lernen. Da die Mandoline von der Orientierung her auf dem Griffbrett gleich ist, habe ich auch gleich angefangen dieses Instrument zu lernen. Hinzu kommt, dass ich in meinen Stücken oft bestimmte Sounds haben will. Deshalb beschäftige ich mich noch mit der E-Gitarre und dem Klavier.
In
welchen Musik Genres hast Du Musik gespielt?
Als ich 1992 in die Schweiz kam, fragte mich eine Big Band für Tanzmusik an. Das war für mich ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber es war nach fünfzehn Jahren Bühnen- und Instrumentenabstinenz wieder der Einstieg in die Musik. Ich lernte dort auch Tessiner Lieder und tolle Menschen kennen. Zwei Jahre später lernte ich die Musiker von Irish Coffee, die damals im Raum Luzern bekannte Irish Folk Rock Band, kennen und konnte dort Banjo spielen.
Bei einer Session traf ich dann Musiker mit Interesse für Rock und Folk. Mit Stefan Behler und einem weiteren Freund gründeten wir die Band Corona Blend.
Seit
wann hast Du Deine eigene Band?
Nach dem Ausstieg aus Irish Coffee realisierte ich, dass meine Musikabstinenz mich musikalisch weitergebracht hatte. Ich hörte aktiv Klassik, Jazz, Klezmer und fand heraus, dass ich selber Instrumentalstücke schreiben konnte. Ich fühlte mich nach der Auszeit nicht verbraucht, sondern hungrig mit meinen Erfahrungen selbst Musik zu schreiben. Am Anfang war die Musik sicherlich stark beeinflusst von Béla Fleck & The Flecktones. Ich experimentierte mit Synthesizer und E-Banjo, realisierte aber schnell, dass für reine Instrumentalmusik der Boden sehr schwer zu bearbeiten ist.
Da ich ein Kunststudium gemacht habe, war es mir immer wichtig mich persönlich ausdrücken zu können. Neue Wege zu denken und zu gehen. Nicht zu reproduzieren, was andere vielleicht viel besser können oder schon -zig Mal gecovert haben. Ich suchte jahrelang – fast schon verzweifelt – nach Musikern, die meine Ideen teilen wollten. Dank Internet und einer Jamsession lernte ich Musiker kennen, die mich seit 2015 bei Blue Acoustic Flavour begleiten.
Du
spielst nicht eigentlich Bluegrass Musik. Wie nennst Du deinen Stil?
Transatlantic Music – Songs & Stories. Der Titel passt sehr gut, da wir Elemente der amerikanischen und europäischen Kultur kombinieren. Ich lebe in Europa und werde nie das amerikanische Lebensgefühl haben. Ich kann mich aber in verschiedene Musikstile einfühlen und Bluegrass, Latin, Irish mit eigenen Geschichten kombinieren.
Mit unserer Musik verstehe ich mich als Bindeglied zwischen Bluegrass-Freunden und Zuhörern, welche Bluegrass nicht kennen. Ich erlebe oft, dass den Bluegrassern unsere modernen Songs gefallen. Gleichzeitig beginnen sich Zuhörer für Bluegrass Musik zu interessieren, welche diese Musik bisher noch nicht kannten.
Du
schreibst viele eurer Songs selbst?
Ja, zusammen mit dem Neuseeländer Robert Jackson. Neben meiner Frau der zweite Lottogewinn in meinem Leben.
Wie
kommst Du auf Deine Ideen, um eigene Stücke zu schreiben?
Als ich anfing mit Robert zu arbeiten, hatte ich eine riesige Sammlung an Instrumentalstücken und er eine Menge Geschichten. Ich erzählte ihm von meinen Stories und bat ihn darüber ein paar Strophen zu schreiben. Es hat sofort gefunkt. Es ist wie Ping-Pong spielen. Wir haben oft innerhalb von ein paar Tagen einen neuen Song. Darüber hinaus korrigiert er meine Aussprache und ersetzt Worte, die ich schlecht aussprechen kann und passt den Text meinen Fähigkeiten an.
Wie
gehst Du beim Komponieren vor?
Ich hocke mich hin, klimpere herum und warte, dass die Muse mich küsst. Nein! Wenn der Text zuerst da ist, versuche ich den Charakter, die Stimmung zu ergründen und fange an Akkorde zu finden und etwas einzubauen, das ich spannend finde. Der andere Weg ist der, dass mir einfach eine Melodie einfällt. Ja, die Muse küsst mich manchmal und dann suche ich darüber Akkorde, die mir gefallen. Rebel Moon ist so ein Song. Ich war letztes Jahr in Irland und mir lief diese Melodie nach, immer wieder. Ich kaufte dort eine Gitarre und habe das Stück als Instrumental in Irland entwickelt. Robert hat dann innerhalb von drei Tagen einen wunderschönen Text dazu gemacht.
Was
inspiriert Dich zu den Texten?
Wenn es um Ideen geht, glaube ich, dass ich angefangen habe mein Leben zu reflektieren. Persönlichkeiten, Menschen, Orte und Ereignisse, die mich in meinem Leben bewegt haben, bekommen einen Platz in meinen Songs. So gibt es Songs über die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo, Theodor Fontanes Brück’ am Tay, oder einen bewegenden Text über die Flüchtlingssituation vor zwei Jahren und das Ankommen in einer fremden Welt und wie wichtig es ist, Freundschaften zu schliessen und zu pflegen. Auch Dankbarkeit für das, was andere für einen getan haben findet Platz in meinen Texten.
Hast
Du Pläne ins Studio zu gehen?
Oh ja. Schon seit drei Jahren. Ich habe mittlerweile Material für fünf CDs. Der Wegzug unserer Geigerin hat mich da etwas ausgebremst, weil ich mit einer intakten Band arbeiten wollte. Nun plane ich dies im Frühjahr/Sommer zu tun.
Du
hast seit neuestem einen neuen Fiddler? Wer ist er?
Ja genau. Nach langer Suche fand ich Gabriel Miranda Martinez ein toller Geiger aus Spanien. Er spielt unter anderem beim 21th Century Orchestra und war für uns die ideale Besetzung. Menschlich und musikalisch passt das einfach und das ist für mich wichtig.
Ich
habe gehört, dass Du letztes Jahr bei Béla Flecks Banjocamp dabei warst.
Oh ja, ich musste mich dafür bewerben und durfte mit weiteren hundert weltweit ausgewählten Banjospielern eine Woche Unterricht bei Tony Trischka, Kristin Scott Benson, Mike Munford, Steve Cooley und natürlich Béla Fleck erleben.
Es war für mich ein absolutes Highlight. Nicht nur der Instruktoren wegen, sondern ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, musikalisch heimgekommen zu sein. Wenn Du mit den Amerikanern spielst, klingt es gleich richtig und sie verstehen was Du machst! Die wissen einfach wie es richtig tönen muss. Es ist ihre musikalische DNA.
In North Carolina wusste jeder sofort was ich meinte, wenn ich anfing über New Acoustic Music zu sprechen. Auch lernte ich zahlreiche neue Musiker kennen, mit denen ich heute immer noch Kontakt habe.
Wie
sah denn das Programm im Banjocamp aus?
Das war sehr strukturiert! Morgens um sieben Uhr Körperwahrnehmung, um acht Frühstück, um neun Bélas Vortrag anschliessend Unterricht, Mittagessen, Unterricht, Abendshow und dann jammen bis morgens gegen zwei Uhr. Wer früher gehen wollte konnte dies natürlich. Jammen konnten wir mit den Steep Canyon Rangers, der Band des Komikers Steve Martin. Das war alles auf hohem Niveau.
…und
was hat Dich dort am meisten beeindruckt?
Die Atmosphäre. Jeder ist offen und tauscht mit Dir Ideen, spielt mit Dir. Mit dem Banjobauer Tom Nechville sass ich tatsächlich bis morgens um zwei Uhr zusammen und wir jammten und hatten riesig Spass miteinander.
Musiker
zu sein nimmt bei Dir offensichtlich einen sehr grossen Platz ein. In welchem
Beruf arbeitest Du eigentlich im «bürgerlichen» Leben?
Ich darf Schülerinnen und Schülern im Fach Bildnerisches Gestalten als Lehrer die Kreativität entlocken.
Vielen
Dank für das Interview! Ich wünsche Dir und Blue Acoustic Flavour in der
Zukunft viel Erfolg!
Matteo Ringressi, einer der beiden Bossmen von Ruben & Matt And The Truffle Valley Boys, ist ein sehr interessanter, vielseitiger Zeitgenosse. Neben seiner Karriere als Musiker in verschiedenen Bands ist er Organisator von Veranstaltungen, vor allem aber auch Forscher im Bereich von frühen Bluegrass-Aufnahmen. Matteo wohnt seit einiger Zeit mit seiner Lebenspartnerin am schönen Zürichsee.
Matteo, du bist in Italien aufgewachsen. Woher kommt deine Liebe zur Bluegrass-Musik?
Das ist eine sehr interessante Frage, mit einer eher ungewöhnlichen Antwort! Als ich 3 Jahre alt war, habe ich zufällig die Muppet Show im Fernsehen gesehen und Kermit the Frog spielte ein Banjo! Aus irgendeinem Grund war ich von diesem Sound begeistert… Obwohl ich keine Ahnung hatte, was das für ein Instrument war. Und meine Eltern auch nicht! Doch dann baute mir mein Grossvater ein Spielzeug-Banjo aus einer Keksdose und dem Hals einer alten Ukulele. Ich war das glücklichste Kind in der Stadt, welches so tat, als ob es dieses Ding wirklich spielen könnte! Natürlich vergingen noch ein paar Jahre, bevor ich etwas über Bluegrass Musik erfuhr.
Im zarten Alter von etwa sieben Jahren hast du das erste Mal Musik von Bill Monroe gehört. Heute spielst du hauptsächlich Mandoline? Wurdest du also von Bill Monroe inspiriert, Mandoline zu spielen?
Damals hatte ich gerade mit dem Gitarre spielen begonnen. Abgesehen von meiner ersten Bill Monroe-Compilation, welche ich an einem Kiosk in Apulien gekauft hatte, konnte ich ein paar andere Bluegrass-CDs finden. Einschliesslich des JSP-Sets «Bluegrass Bonanza». Darauf standen viele von Monroes Nummern vor 1950, sogar ein paar mit seinem Bruder Charlie! Ich denke, dass diese Aufnahmen anfangs mehr als jede andere meine Aufmerksamkeit erregt haben.
Es gab auch einige Songs von Flatt & Scruggs – die meine Faszination für das Banjo befeuert haben -, frühe Tracks von den Stanley Brothers und auch einige von obskuren Bands wie den Armstrong Twins und den Bailey Brothers. Ich denke, dass die Baileys-Version des Carter Family-Songs I Will Never Marry mein Lieblingssong des Sets war! Mit ungefähr zwölf Jahren begann ich Banjo zu spielen. Die Mandoline kam ein paar Jahre später dazu. Ich denke, man kann sagen, dass Bill Monroe, Pee Wee Lambert und Charlie Bailey meine ersten Einflüsse für diese Musik-Stilrichtung waren.
Wenn ich dich heute spielen höre, erinnert mich das an Buzz Busby.
Das ist ein grosses Kompliment! Ich bin mir nicht sicher, ob ich es verdiene! Buzz ist heutzutage definitiv einer meiner drei Mandolinen-Helden. Die beiden anderen sind Everett Lilly und Red Rektor.
Meiner Meinung nach ist der Stil von Busby einzigartig in Sachen Kraft und Wildheit. Ich bin ein grosser Fan von exzessivem Tremolo, selbst bei schnellen Nummern! Nicht nur das, seine harmonischen Ideen wurden weitgehend von Geigenspielern der 1950er Jahre beeinflusst. Besonders von Scotty Stoneman und Benny Martin, die sehr geschickt interessante und manchmal harmonisch kühne Double Stops nutzten. Busby, aber auch Rektor, hatten zum Teil die gleichen Ideen in ihrem Mandolinenspiel. Everett Lilly, den ich kurz nach Monroe entdeckte, hatte den effektivsten «Maschinengewehr»-Stil und immer mit einem erstaunlichen Ton. Auch er steht definitiv ganz oben auf meiner Liste.
Deine Interessen liegen besonders bei der Bluegrass Musik der ersten Stunde. Mit deiner Band Ruben & Matt and The Truffle Valley Boys habt Ihr Euch einen Namen gemacht mit dem Musikstil der 1940er und 1950er Jahre. Wie kommen junge Italiener ausgerechnet auf Vintage Bluegrass?
Ruben Minuto, mein Partner in der Band, und ich arbeiteten seit Jahren zusammen. Zuerst in verschiedenen Formationen und dann als Duo. Wir wollten immer eine Band gründen, die ausschliesslich dem Bluegrass der 1940er und 50er Jahre verpflichtet war, aber wir konnten niemals die geeigneten Musiker dazu finden. Als ich dann erstmals von Germano, Denny und Emanuele hörte, konnte ich es kaum glauben!
Im Herbst 2013 wurde ich von Germano, unserem heutigen Banjospieler, kontaktiert. Er nahm eine fünfstündige Reise auf sich und besuchte mich kurz vor Weihachten. Und es machte sofort klick! Er liebte genau die gleiche Art von Musik wie ich und genoss die gleiche Art von Kultur und Ästhetik! Du kannst dir meine Überraschung vorstellen, als er mir erzählte, dass er zu Hause ein paar Freunde habe, die auch dieselbe Musik und den gleichen Stil spielen! Ruben und ich fuhren nach Isernia, um einen Auftritt in ihrem Dorf zu spielen. Bereits am nächsten Tag hatten wir uns entschieden, dass sie die Richtigen waren.
Ich glaube, dass die frühe Bluegrass Musik die jungen Leute von heute anspricht, weil sie damals auch von jungen Leuten gemacht wurde. Es war eine aufregende, kraftvolle, etwas wilde neue musikalische Form. Gespielt von Musikern im Alter zwischen zwanzig und dreissig Jahren. Die Musik war sehr lebendig und hatte eine «Seele».
Du spielst auch in anderen Bands?
Ich spiele heute in mehreren verschiedenen Projekten. Ich habe immer Country Musik aus der Mitte des letzten Jahrhunderts und verwandte Musik geschätzt, und versuche immer, im Bereich der von mir geschätzten Jahrzehnte, der 1940er und 1950er Jahre, zu bleiben.
Seit 2016 spiele ich Geige mit der Rockin‘ Bonnie Western Bound Combo, einem Hillbilly und Western Swing Projekt, welche aus der Fusion der historischen italienischen Rockabilly Bands The Starliters und Rockin‘ Bonnie and the Rot Gut Shots entstanden ist. Ausserdem singe ich und spiele auch Geige in einer italienischen Hank Williams Tribute Show, die sporadisch auf Festivals in ganz Europa auftritt. Ich bin auch ziemlich aktiv als Sideman, hauptsächlich mit europäischen Hillbilly und Rockabilly Bands, wie den Clipjoint Cut-Ups, Shorty Tom und den Longshots sowie Dr. Feelgood und den Black Billies… Und ich spiele auch mit meiner Freundin Jean!
Nun, ich bewegte mich also immer innerhalb der Grenzen der Country Musik der 40er und 50erJahre, was meine Projekte betrifft. Ich habe aber auch mit Blues-Künstlern, Singer-Songwritern und sogar Pop Gruppen in Italien zusammengearbeitet!
Spielen deine Bandkollegen von den Truffle Valley Boys auch noch andere Stilrichtungen ausser Bluegrass?
Obwohl sie in der Vergangenheit verschiedene Erfahrungen in unterschiedlichen Sparten gemacht haben, widmen sich Germano und Denny nun ausschliesslich der Bluegrass und Hillbilly Musik. Emanuele, unser Bassist, beschäftigt sich sehr mit Jazz vor 1960, von Manouche über Swing bis Bebop.
Schliesslich ist Ruben, sicherlich der erfahrenste und vielseitigste von uns, in vielen verschiedenen Funktionen aktiv. Er hat seine eigene Combo, die sich auf klassische Countrymusik und Americana konzentriert. Er arbeitet auch in mehreren Bluesbands als Bassist und Gitarrist und hat eine Unzahl von Projekten, die von Southern Rock über West Coast bis zu Alternativ Country reichen. Er ist wirklich ein vielseitiger Künstler!
Du und deine Partnerin, aber auch deine Bandmates von den Truffle Valley Boys veröffentlichen immer wieder Fotos mit sehr stylischer 1950er Kleidung. Lebt ihr das im privaten Leben aus?
Absolut. Wir kleiden uns in unserem Alltag genauso, wie man uns auf der Bühne sehen kann. Sogar unsere Wohnung ist mit Möbeln und Accessoires aus der Mitte des letzten Jahrhunderts eingerichtet. Ziemlich extrem könnte man sagen. Aber für uns ist es viel mehr als nur ein Verkleiden. Es ist wirklich ein Lebensstil.
Es ist eine Reminiszenz an eine Zeit, in der die Menschen das Bedürfnis verspürten, sich entsprechend präsentieren zu können. Respektvoll gegenüber anderen zu sein, angefangen von der Art, wie sie sich präsentierten. Das gilt für uns im Alltag und erst recht auf der Bühne. Um so mehr, weil Leute für ein Ticket bezahlen, um uns so auf der Bühne zu sehen. Wir möchten unseren Besuchern, indem wir klassische Kleidung tragen, unsere Aufwartung machen und so das «Retro-Erlebnis» einer musikalischen Reise in die Vergangenheit verstärken.
Du und die Mitglieder deiner Band leben sehr weit auseinander? Ist das nichtschwierig, sich als Band zu organisieren?
Wie Bluegrass-Sänger Red Allen zu sagen pflegte: «Wir proben immer gerne auf der Bühne!». Wir pflegen alle den gleichen Musikstil und haben einen gemeinsamen Hintergrund mit den Songs, welche wir alle kennen. Wir lieben es zu improvisieren, und manchmal versuchen wir einen Song, den wir noch nie zuvor gemacht haben… Das hält das Ganze frisch und ist interessant für die Band. Und hoffentlich auch für das Publikum!
Natürlich, wenn wir an einem neuen Album oder einer neuen Setlist arbeiten, treffen wir uns meistens in Mailand um Material zu erarbeiten. Aber wir möchten dabei gerne spontan bleiben!
Du bist in den entsprechenden Kreisen ein engagierter Sammler von Schallplatten und Forscher von frühen Aufnahmen der Bluegrass Musik.
Ich gebe mein Bestes, um seltene und einzigartige Bluegrass-Aufnahmen zu sammeln, zu dokumentieren und zu bewahren. Ich habe mich in den letzten Jahren sehr intensiv damit beschäftigt. Dabei konzentriere ich mich auf 78er-Schallplatten, die zwischen 1946 und 1956 herausgegeben wurden, insbesondere auf kleine, regionale Labels. Viele von ihnen hatten Auflagen von lediglich 500 oder 1000Exemplaren, manche sogar nur 250 Stück! Ich habe das Gefühl, dass es eine enorme Anzahl historisch bedeutsamer Aufnahmen und verwandter Informationen gibt, die kurz davor sind, für immer verloren zu sein. Das versuche ich zu erhindern.
Wie gehst du konkret beim Erforschen dieser zum Teil schlecht dokumentierten Aufnahmen vor?
Die erste Generation von Bluegrass Musikern ist leider fast komplett verschwunden. Dabei gibt es immer noch viele Unstimmigkeiten in den verfügbaren Diskographien. Die konnten früher jeweils gelöst werden, indem man die Künstler befragte, als sie noch lebten.
Die genauesten Forschungsergebnisse erzielt man, in dem man von den originalen Dokumentationen ausgeht. Zum Beispiel von den Aufzeichnungen der Aufnahme arbeiten, den sogenannten Union Sheets, welche aber für die von mir erforschten Aufnahmen praktisch nicht vorhanden sind. Dann helfen natürlich Zeitungsausschnitte sowie Aufzeichnungen von verschiedenen musikalischen Veröffentlichungen und Aussagen aus erster Hand.
Ich habe in alten Ausgaben des Musikmagazins Billboard eine unschätzbare Quelle von Informationen gefunden. Dann habe ich die noch lebenden Künstler von damals oder ihre Familienmitglieder interviewt, Transkripte gelesen und Bänder von Interviews gehört, die andere Forscher vor mir mit Künstlern gemacht haben, welche in der Zwischenzeit verstorben sind.
Hast du vor, einmal ein Werk darüber herauszugeben?
Ja, in der Tat! Tatsächlich arbeite ich schon fast seit zehn Jahren an einer vollständigen Diskographie von 78er-Schallplatten kleiner Labels.
Das Fehlen eines zuverlässigen Leitfadens für diese faszinierenden Schallplatten hat Fans und Sammler schon lange frustriert, weil man oft nicht weiss, welche Musiker bei bestimmten Stücken mitgewirkt haben. Dazu kommen die fehlenden Angaben zu den Aufnahmeorten, den Aufnahmedaten und so weiter. Diese Angaben sind leider oftmals nicht erhalten.
Natürlich sind einige Referenzen erhalten geblieben, doch habe ich den Eindruck, dass man das nicht als vollwertige Angaben betrachten kann. Viele dieser Angaben basieren bloss auf Vermutungen und hinterlassen in der Dokumentation dieser frühen Bluegrass-Aufnahmen eine grosse Lücke. Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit zumindest einen Teil dieser Lücke schliessen kann.
Seit diesem Jahr erreiche ich mit meiner Diskographie einen Punkt, mit dessen Ergebnissen ich langsam zufrieden sein kann. Ich hoffe, dass ich meine Arbeit im nächsten Jahr veröffentlichen kann.
Ein anderes Projekt, an dem ich aktiv beteiligt bin, wird hoffentlich noch dieses Jahr veröffentlicht. Zusammen mit dem berühmten Produzenten und legendärem Musikexperten Richard Weize und dem ETSU-Professor und Grammy-prämierten Musikhistoriker Ted Olson erarbeiteten wir die Geschichte des kompletten Rich-R-Tone Box Sets des legendären Johnson City TN-Labels. Es werden alle noch bestehenden Seite neu überarbeitet!
Für Bluegrass-Fans sind dies die ersten Aufnahmen der Stanley Brothers, Wilma Lee and Stoney Cooper, der Bailey Brothers, Buster Pack, wie auch seltenes Material von Jim Eanes und den Church Brothers! Alles akribisch dokumentiert und nach dem Stand der Technik wiederhergestellt. Es wird auf Weizes neuem Label RWA erscheinen. Ich bin sicher, dass die SBMA-Freunde über diese und ähnliche Projekte auf dem Laufenden gehalten werden!
Du bist auch der Organisator des 1st Green Valley Round-Up in Ramsei gewesen. Was sind deine Pläne in dieser Beziehung?
Das Green Valley Round-Up war eine Idee, an der meine Freundin Jean und ich seit einiger Zeit gearbeitet haben. Wir überlegten, welche unserer europäischen Lieblingsbands wir an ein Festival einladen könnten und wer dann wirklich auch auftreten würde. Als wir das Line Up zusammen hatten, war es zu verlockend, diese Veranstaltung nicht zu organisieren…
Die erste Auflage des Festivals fand 2017 in Ramsei im Emmental statt. Wir hatten so bekannte Hillbilly- und Rockabilly-Künstler wie Charlie und Raina Thompson (UK/USA), Jan Svensson and his Clipjoint Cut-Ups (SWE), Glenn Doran (ENG) engagiert. Dann spielten natürlich wir selbst und auch die Bands, mit welchen ich regelmässig arbeite. Für uns war es eine sehr lohnende spirituelle Erfahrung. Wir hatten so viel Spass, dass alle, welche am Festival teilnahmen, das ebenfalls so wahrnahmen. Natürlich war das eine Menge Arbeit für uns. Jean und ich kümmerten uns um die gesamte Organisation, von der Buchung der Bands bis hin zu den Kontakten mit dem Veranstaltungsort, dem Sound und der gesamten Durchführung. Um ehrlich zu sein: wir waren alle komplett k.o. nachdem allesvorbei war. Aber wir waren sehr glücklich!
Gerade kürzlich haben wir über eine zweite Ausgabe gesprochen. Es gibt aber noch viele Details, die richtig organisiert werden müssen… Die Ideen sind definitiv da. So viel zum obligatorischen Cliffhanger… Stay tuned to These pages!
Matteo, vielen Dank fürdas Interview. Wir wünschen dir, euch allen, auch in Zukunft viel Erfolg und hoffen, von euch noch recht oft in unserem Land zu hören und zu sehen.
Res Nobs ist vielen in der Schweizer Bluegrass Szene als Banjo Picker bekannt. Er spielte mit seinem Happy Maker, so nennt er sein Banjo, in Bands wie Rosewood Delight, Bluegraze und Rick Noorlander & Bluegrass String Quartet. Heute ist er bei Blue Lizard und seit 2012 bei den Bluegrass Beans aktiv. Er organisiert die erfolgreiche, monatlich stattfindende Jamsession in Steffisburg. Seine Antworten im Interview verraten seinen sympathischen Schalk.
Res, stammst du aus einer Familie, in welcher musiziert wurde?
Ich bin in Baggwil im Berner Seeland aufgewachsen. Meine beiden Schwestern spielten Klavier, der ältere Bruder Fussball. Meine Eltern hatten nichts am Hut mit Musik, ausgenommen, der 8 Spur Kassette von Heino im Auto meines Vaters, welche wir rauf und runter hörten. Nach dem gescheiterten Versuch, ebenfalls Fussballer zu werden, durfte ich den Gitarrenunterricht be-suchen. Da gab es bei uns an Weihnachten immer die bekannte «Oh du fröhliche-Jam» mit Klavier, Gitarre, Blockflöte und eben, fröhlichem Gesang… Aber mir fiel auf, dass niemand so schön singen konnte wie Heino!!
Du gingst in eine Gitarrenschule. Heute spielst du meisterlich Banjo. Wie bist du zu diesem Instrument gekommen?
Ja, wie kommt man nur auf das Banjo? Nach der Heino Überdosis im Auto meines Vaters gings über Gunter Gabriel zu Johnny Cash. Und immer, wenn in einem Song ein Banjo erklang, war es jeweils um mich geschehen. Das blieb der damaligen Partnerin, meiner heutigen Frau, nicht verborgen. Sie schenkte mir zum Geburtstag ein 5-String-Banjo. So geht das…!
Von der Gitarre zum Banjo… Da machte ich zuerst wohl alles falsch, bis ich Ernest Neier von Deliverance auf einer Tour in Bern kennenlernte. Mehrmals trafen wir uns und er brachte mir die Kunst des 5-String Pickens bei. Nach ein paar Jahren dann, spielte ich schon mit meiner ersten Band Blue Lizard, ich genoss Unterricht bei Hans Holzherr, René Stalder und Jens Krüger. Ich spielte so oft Banjo, dass meine Frau sich fast hintersann, mir ein solches geschenkt zu haben.
Wann und wo hast Du die Bluegrass-Musik kennengelernt?
Es war, glaube ich, Ende der achtziger Jahre, als die Deliverance in Bern auftraten und ich an ihre Gigs pilgerte. Da wurde mir klar, dass ich diese Musik auch spielen wollte. In den neunziger Jahren traten in der Mahogany Hall in Bern Bluegrass-Grössen wie John Hickman, Bill Keith, Béla Fleck oder die Nashville Bluegrass Band auf. Das war natürlich ein riesiges Erlebnis sie alle live mitzuerleben. Am Thuner Grunderinseli Festival, in dieser Zeit völlig dem Bluegrass verschrieben, war ich auch immer anzutreffen. Selbstverständlich besuchte ich auch das Bluegrass Family Festival in Stetten, das Festival auf dem Pantli in Schaffhausen und natürlich die Bluegrass Night in Bern.
Res, welche Vorbilder hast Du in Deinem Banjospiel
An Vorbildern mangelt es mir nicht, da brauche ich nicht einmal in die Ferne zu schweifen. Wenn ich an der Jam in Steffisburg Housi Holzherr zuhöre, wie er mit seinem Banjospiel jeden Song zum Erblühen bringt, bin ich einfach fasziniert. Sammy Shelor von der Lonesome River Band durfte ich am Grey Fox Bluegrass Festival 2013 in New York kennenlernen und das ganze Set an vorderster Front miterleben. Das war echt cool! Sein dynamisches Banjospiel liebe ich einfach.
Du organisierst seit langem die inzwischen legendäre Jam in der Schmitte in Steffisburg. Wie kam es dazu?
In den neunziger Jahren organisierte Silvio Beltrametti die Jams auf dem Gurnigel in der Selibühl Hütte. Um diese Tradition im Berner Oberland weiterzuführen, suchte ich nach einem Ort, welcher dafür geeignet war. Ich fand in Steffisburg ein Lokal, das Bistro von Eva und Edi Geissler. Seit nunmehr über zehn Jahren sind sie jeden ersten Freitag im Monat Gastgeber dieses tollen Anlasses. Im Verlauf dieser Abende treffen sich Musikerinnen und Musiker von nah und fern und es wird den ganzen Abend gespielt und gesungen. Die Gäste vom Bistro freut es! Und nicht selten klingen zu später Stunde noch die schönsten Balladen aus dem Bistro, bis dann gegen Mitternacht sich die letzten auf den Heimweg machen. Ich danke allen, die schon mal da waren und vielleicht wieder mal kommen, um der Schmitte-Jam diesen unvergleichlichen Charme zu verleihen, welcher mir immer wieder von Besuchern bestätigt wird.
Du hast schon einige Erfahrungen in verschiedenen Bands gesammelt.
Ja, das waren einige. Zehn Jahre mit Rosewood Delight. Das war echt cool und eine tolle Zeit. Dann über drei Jahre bei Bluegraze mit Doris Ackermann, Matthias Linke sowie Arlette und Peter Keiser. Später dann vier Jahre mit Rick Noorlander & Bluegrass String Quartet, da ging richtig die Post ab! Während zweier Jahre durfte ich noch mit meinen Kollegen des String Quartets als Begleitband der Enderlin Chicks auf richtig grossen Bühnen spielen. Nun bin ich auch in der Musik etwas ruhiger geworden, habe ab und zu Gastauftritte und picke mein Banjo nach wie vor bei den Blue Lizards. Seit 2012 bin ich mit den Bluegrass Beans unterwegs.
Die Bluegrass Beans feiern grosse Erfolge. Wie viele Auftritte pro Jahr hast du mit dieser Band?
Ja, ich glaube mit den Beans haben wir im Moment tolle Gigs. Es hat wohl nichts mit der Anzahl an Auftritten, sondern mit der Wertschätzung der Band gegenüber dem Publikum zu tun. Diese Haltung ist uns wichtig. Eine gesunde Selbstein-schätzung ist da sehr hilfreich. Wir wissen, dass unsere musikalischen Fertigkeiten nicht zum Him-mel wachsen und ich denke die Songauswahl, das Timing und die Dynamik sollten zusammen mit einer klaren Bühnenpräsenz einhergehen. Das versuchen wir umzusetzen. Seit August 2017 sind wir mit unserem neuen Bassisten Hanspeter Adam unterwegs. Und es fühlt sich gut an.
Im Frühjahr geht Ihr wieder auf grosse Fahrt. Ihr seid wieder von der Partie auf der Country Music Cruise.
Richtig, im April stechen wir zum zweiten Mal in See Richtung Süditalien. Wir waren auf unserer ersten Country Music Cruise 2016 alle sehr skeptisch, ob eine Bluegrass Band zwischen all den Countrybands überhaupt ein Publikum findet. Wir freuten uns festzustellen, dass unsere Musik beim Publikum gut ankam. Wir haben mit Jeff Turner Gigs abgetauscht, mit den Country Sisters getanzt und im Hafen von Rhodos gejammt. Eines Abends sagte mir der Gitarrist von Two Tons of Steel; «Hey, ihr macht genau die Musik, welche bei mir Zuhause gespielt wird! Und zwar genau so… Ich liebe euch!». Das war dann zuviel für mich und ich musste noch ein Bierchen bestellen.
Res, Du hast vorhin Deine Frau erwähnt. Du bist verheiratet?
Natürlich habe ich die Frau geheiratet, welche mir das Banjo geschenkt hat! Wir sind glücklich verheiratet und haben zwei erwachsene Kinder.
Was hast du für einen Beruf erlernt?
Um meinen Berufswunsch zu erfüllen, verliess ich das Berner Seeland in Richtung Thun und erlernte dort das Handwerk des Steinbildhauers, welches zu meiner Leidenschaft wurde. Ich gründete mein eigenes Geschäft, bildete Lehrlinge aus, beteiligte mich an Skulpturenausstellungen und nahm an Bildhauersymposien teil, das sind gemeinsame Werkarbeiten von Bildhauern. Das ging knapp 20 Jahre so. Nun bin ich auch da etwas ruhiger geworden, und arbeite seit bald 10 Jahren als Geschäftsführer in einer Bildhauer-Firma in Thun.
Was für Pläne hast du für die Zukunft?
Gesund bleiben, da ist eine gute Verdauung sehr wichtig! Und viel trinken! Auch, dass meine Frau, welche mir das Banjo geschenkt hat, es mir nicht wieder wegnimmt… Irgendwann möchte ich dann noch gerne den Clawhammer Style lernen. Nun, alles zu seiner Zeit. Aber mein Wunsch in Sachen Musik ist immer der gleiche geblieben. Sei es bei den Jams oder bei Auftritten mit der Band: Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Es funktioniert, ich habe das schon oft erlebt.
Res, ich wünsche Dir, Deiner Familie und Deinen Mitmusikern für die Zukunft alles Gute. Vielen Dank für das Gespräch!
Am Samstag, 17. März 2018 ging die 11. Auflage des FanFestes der Swiss Bluegrass Music Association über die Bühne. Der Wechsel vom November in den Frühlingsmonat März sowie der Lokalitätenwechsel haben sich ausgezahlt.
Im Verlauf des Nachmittages fanden sich die ersten Besucher im Restaurant Meal & More ein. Sie wurden vom Veranstalter mit einem Apéro willkommen geheissen. Es bildeten sich nur wenige Jamgrüppchen, da sich die Mitglieder und Gäste offensichtlich lieber ein bisschen länger bei einem Glas unterhielten. Kein Wunder, kamen doch die Besucher aus allen Richtungen, aus dem Rheintal, dem Berner Oberland, dem Luzernischen und Basel… Lieber nutzte man die Gelegenheit zu einem Schwatz, da man sich eben nicht gerade alle Tage begegnet.
Am frühen Abend, gegen halb sechs, nahmen die Bluegrass-Freunde in rekordverdächtiger Anzahl an den schön gedeckten Tischen platz und hörten sich die Vorträge an, welche im Rahmen des Open Mic geboten wurden. Da war von Solisten, Duos, Trios bis hin zu sechsköpfigen Bands alles vertreten. Als Showcase-Band trat die relativ neue Formation Pickheads auf, welche das Publikum begeisterte. Man darf annehmen, dass die Juroren, mit Bänz Hadorn und Franz Elsener, zwei «alte» Hasen der Bluegrass-Szene, der Band gute Noten verteilen konnten. Überhaupt fiel in diesem Jahr auf, dass die Qualität der Vorträge im Durchschnitt gegenüber früheren Jahren hörbare Fortschritte gemacht hat. Man sah den Musikern die Spielfreude an und das Publikum sparte nicht mit Applaus. Das Open Mic dauerte infolge der vielen Anmeldungen von Musikgruppen bis 20 Uhr. Die ursprünglich vorgesehene halbstündige Pause musste ausgelassen werden.
Der Saal, in Grösse und Einrichtung ideal für diesen Anlass geeignet, ist mit einer Bühne und einer professionellen Beleuchtung eingerichtet, was die Durchführung des Anlasses wesentlich erleichterte. Das Team von Meal & More war gut gerüstet, die hungrigen Gäste wurden schnell und umsichtig bedient.
Nach einem kurzen Umbau der Bühne begrüsste das Publikum mit grossem Applaus die Mannen von Sunny Mountain Grass. Die Band aus der Ostschweiz, welche in diesem Jahr das 30 Jahr-Jubiläum feiert, eroberte die Zuhörer im Handumdrehen. Die Gruppe brillierte mit temporeichen, dann wieder mit fein gespielten, oftmals auch selbstgeschriebenen Songs und Instrumentals. Das Konzert von Sunny Mountain Grass endete nach zwei Sets. Der erfolgreiche Anlass klang nach viel guter Musik gegen 22.30 Uhr aus.
Am Samstag, den 17. März 2018, führt die Swiss Bluegrass Music Association (SBMA) sein 11. FanFest durch. Der Anlass findet erstmals im Frühjahr statt und neu auch im Restaurant Meal & More in Regensdorf/ZH.
Ab 16 Uhr offeriert die SBMA ihren Mitgliedern einen kleinen Apéro. Die Besucher haben die Gelegenheit sich mit Freunden zu treffen und an der einen oder anderen Jamsession teilzunehmen.
Christine Rüegger, Caspar Noetzli, Elizabeth Lamberti
Von 17 bis ca. 20 Uhr können im Rahmen des Open Mics Scratch-Bands, aber auch reguläre Formationen in Kurzauftritten mit jeweils drei bis vier Songs vor Publikum spielen und maximal zwei Bands können sich in einer Showcase je 25 Minuten präsentieren – und wenn von ihnen gewünscht, von zwei Fachleuten beurteilen lassen. Teilnehmer für Open Mic und Showcase können sich bei Beat Heri anmelden (<email-pii> oder 079 218 05 86).
Sunny Mountain Grass
Gegen 20.30 Uhr geben Sunny Mountain Grass ein Konzert. Die Bluegrasser aus der Ostschweiz, bekannt für ihre guten Shows und witzigen Ansagen, verfügen über ein abwechslungsreiches Repertoire. Die Gruppe brilliert mit tempoeichen, dann wieder mit fein gespielten, oftmals auch selbstgeschriebenen Instrumentals. Das Konzert endet gegen 22.30 Uhr, so dass für die Teilnehmer und Zuschauer die Möglichkeit besteht, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen.
Die neue Lokalität bietet für diesen Anlass alles, was es braucht und ist sowohl mit Auto (genügend Parkplätze vorhanden) wie auch mit ÖV (liegt direkt beim Bahnhof Regensdorf) gut erreichbar. Das Restaurant verfügt über einen Saal mit Bühne und fürs leibliche Wohl sorgt das freundliche Team von Regula Sulser (selber seit Beginn SBMA-Mitglied und Inhaberin des Restaurants Meal & More).
SBMA-Mitglieder haben freien Eintritt. Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen und bezahlen einen Eintritt von CHF 30.- (inkl. Apéro). Sollten sich Gäste vor Ort für eine Mitgliedschaft entscheiden, bezahlen sie für 2018 lediglich einen Mitgliederbeitrag von CHF 45.- (regulärer Jahresbeitrag CHF 60.-) und profitieren an diesem Anlass gleich vom Gratiseintritt mit Apéro.
Jubiläum der Bluegrass Night in der Mahogany Hall in Bern
Ein Jubiläum feiern Bänz und Margrit Hadorn mit der 20. Bluegrass Night in der Mahogany Hall in Bern. Am 20. Januar 2018 erhalten drei Schweizer Bands die Gelegenheit, sich vor einem sachverständigen Publikum zu präsentieren. Trotz des Namens der Veranstaltung spielen nicht nur reine Bluegrass Formationen. Neben den bekannten Formationen Hot Destination und Bluegrass Beans spielt auch Siggi Strack & Blue Acoustic Flavour mit jazziger Kost, basierend auf Bluegrass-Wurzeln. Diese drei Gruppen werden mit Sicherheit das Publikum begeistern.
Ein vielversprechendes Programm! Mitglieder der SBMA erhalten reduzierten Eintritt.
Mit Tannenzweigen, Kerzen, Weihnachtsgebäck, Nüssen und Mandarinen wurden die über vierzig Besucher auf die Adventszeit eingestimmt. Astrid und Silvio Bühler sowie Lilo und Markus Schildknecht – sie richteten den letzten Bluegrass-Treff in diesem Jahr im Cholerahaus in Lenzburg aus – zauberten Weihnachtsstimmung in unser Lokal
Zur Einstimmung auf den musikalischen Teil der Veranstaltung führten sie die von der IBMA herausgegebene DVD «Discover Bluegrass, Exploring American Roots Music» vor. Dieser Film zeigt die Entstehung dieses einzigartigen amerikanischen Musik Genre. Beginnend mit ihren alten Musikwurzeln, vor allem aus Irland und Schottland, bis hin zu zeitgenössischen Stilen, über die Rolle der einzigartigen Vokalharmonik-Struktur und der verschiedenen Instrumente in der Bluegrass-Musik. Und natürlich mit viel Musik und Interviews mit bekannten Musikern wie Sam Bush, Jerry Douglas, Ricky Skaggs und viele andere. Der Film hat so gut gefallen, dass bei mir noch an diesem Nachmittag über zehn Exemplare dieser DVD in Auftrag gegeben wurden, welche ich nun in den USA besorgen werde.
In der darauffolgenden Pause langten die Gäste herzhaft zu, verspeisten genüsslich die herrlichen Weihnachtsgebäcke, Nüsse und Mandarinen, tranken dazu Kaffee oder auch ein Gläschen Wein.
Die Organisatoren trugen vor der Jam einige Bluegrass-Weihnachtslieder vor. Anschliessend vergnügten sich die vielen Musiker mit gemeinsamem Musizieren und unterhielten die anwesenden Zuhörer bestens.
Um sich zwischendurch nochmals zu stärken, wurde nach über einer Stunde eine Pause eingelegt. Anschliessend musizierte die Gruppe bis gegen halb sechs Uhr weiter.
Die vier Organisatoren/innen und die Gastgeber Birgit und Markus Hunkeler haben an dieser Weihnachts-Jam grossartige Werbung für den monatlichen SBMA-Treff gemacht. Die vielen Musiker und Zuhörer erlebten einen festlichen und gelungenen letzten Treff in diesem Jahr. Alle Termine für das nächste Jahr finden sich auf der Webseite www.bluegrass.ch.
Am 30. April 2017 findet im Cholerahaus, Schützenmatte 7, 5600 Lenzburg von 13.30-17.30 Uhr, unser nächster Bluegrass-Treff statt.
In diesem Monat wird am Bluegrass-Treff etwas ganz Besonderes geboten! Kent Miller, welcher jede Woche die SBMA Bluegrass Show für Country Radio Switzerland produziert, die jeweils Sonntagabends von 19.00 -20.00 Uhr gesendet wird, gestaltet diesen Event! „Country Radio Switzerland On Location!“. Er wird zusammen mit den Besuchern des Bluegrass-Treffs neue Werbespots und Station IDs für die neue SBMA Bluegrass Show aufnehmen. Ihr könnt auch an der Show mitarbeiten. Was also müsst ihr genau machen? Bringt CDs oder hochwertige MP3-Formate von euren Lieblingsbands respektive eure Lieblings-songs mit. Das darf übrigens auch eure eigene Band sein! Kent wird die entsprechen Titel in seinen Laptop einlesen. Ausserdem werden auch Station IDs aufge-nommen. Zum Beispiel: „Ich bin … von der … Band und Sie hören die SBMA Bluegrass Show auf Country Radio Switzerland!“ usw. Die so produzierte Sendung wird an einem der nächsten Sonntage auf Country Radio Switzerland gesendet und ist kurz darauf auf der Webseite www.bluegrass.ch/radio als Podcast zu hören. Für die meisten von uns dürfte es das erste Mal sein, persönlich einer Produktion einer Radiosendung beizuwohnen respektive mitzuarbeiten.
Anschliessend an die Radioaufzeichnung wird Kent und Rosi Miller die monatliche Jamsession leiten.
Den guten Geistern, namentlich Birgit und Markus Hunkeler, welche unsere Gäste mit Kaffee und Kuchen, Wein, Bier und Mineralwasser verwöhnen, möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich danken. Ebenfalls bedanke ich mich bei Rosi und Kent Miller für die Gestaltung des Bluegrass-Treffs vom 30. April!
Gäste zahlen einen Unkostenbeitrag von CHF 5.00. Wir bitten für diese Massnahme um Verständnis. Mitglieder der SBMA sind selbstverständlich zu diesem Anlass eingeladen.
Hinter dem Erfolg der Band liegt ein langer, steiniger Weg. Jahrelang tingelten Jens und Uwe Krüger, seit 1995 auch mit ihrem «Adoptiv-Bruder» Joel Landsberg aus New York City, durch die Schweiz. Für die Schweiz waren sie zu gross respektive die Schweiz für sie zu klein. Eine Freundin von ihnen sagte dazu, dass ihr die Krüger Brothers wie zu grosse Puppen in einer zu kleinen Puppenstube vorkamen. 2003 wanderte die ganze Band in die USA aus und gehören seitdem zu den ganz Grossen in der amerikanischen Folkszene. Sie nahmen Wohnsitz in Wilkesboro in North Carolina, ganz in der Nähe des von ihnen verehrten Vorbildes Doc Watson und dem Veranstaltungsort des berühmten «MerleFest». Ein weiterer Höhepunkt in ihrer grossartigen Karriere war der Auftritt, zusammen mit ihrem Freund und Hollywoodstar und Musiker Steve Martin, in der David Letterman Show.
Die Krüger Brothers interessierten sich immer dafür, was sich in der Schweizer Bluegrass Szene abspielte. Auch in der Zeit nachdem sie ihren Wohnsitz in die USA verlegten. Uwe Krüger war denn auch seit einiger Zeit Mitglied in der Swiss Bluegrass Music Association (SBMA).
Der Vorstand der SBMA beschloss einstimmig, die Krüger Brothers als Band zu Ehrenmitgliedern der Asscociation zu ernennen. Anlässlich ihres grossartigen Auftrittes am 1. März 2017 am Country Festival im Zürcher Albisgüetli überreichte Beat Heri, Präsident der SBMA, den Krüger Brothers im Auftrag des Vorstandes die Urkunde als Ehrenmitglieder der Association.