Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03333.jsonl.gz/1833

Das Linthwerk – eine nationale Aufgabe
Das geistige Umfeld
Die Geschichte des Linthwerks reicht zurück in die Zeit der 13 Alten Orte, vor die Französische Revolution (1789). Am 28. Juli 1804 beschloss die Eidgenössische Tagsatzung die Korrektion der Linth.
Ohne den Geist der Aufklärung wäre dieses Projekt – ein Musterbeispiel und Sinnbild für die Zähmung der Natur durch den Menschen – nicht denkbar gewesen. Nach dem «Sumpf» des «Ancien Régime» verwirklichte man eine neue staatliche Ordnung. Kulturarbeit wie die Melioration (Verbesserung) verstand sich als Akt des Fortschritts und als moralische Pflicht zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen und zur Stärkung des Gemeinsinns. Die schnurgerade Führung der Kanäle war Ausdruck für den Ordnungswillen des späten 18. und des ganzen 19. Jahrhunderts.
Das Linthwerk als «Nationalunternehmung»
Bereits zur Zeit der Helvetischen Republik entstand die Idee, das Linthwerk mit einer öffentlichen Anleihe zu finanzieren. 1807 gab die Schweizerische Eidgenossenschaft «Linthaktien» heraus, die von den Kantonen vertrieben wurden. Damit machte sie das Linthwerk zur «Nationalunternehmung»: Jedermann konnte seinen Solidaritätsbeitrag beisteuern und gleichzeitig seinen Patriotismus unter Beweis stellen. Die Aktion war ein grosser Erfolg.
Das Linthwerk finanzierte sich aber vorwiegend durch Gewinnung von Kulturland und Wertsteigerungen von Landwirtschaftsflächen. Durch die Linthkorrektion wurde viel Boden am Ufer des Walensees gewonnen, insbesondere das Neuland beim Delta des Escher-Kanals, das der Linthunternehmung zufiel.
Engagierte Eidgenossenschaft
1823 wurde das Linthwerk an die Kantone übergeben. 1848 übernahm der neu gegründete Bundesstaat Direktzahlungen an die Bauarbeiten und subventionierte so durch den «eidgenössischen Linthzoll» bis ins frühe 20. Jahrhundert das Linthwerk. Mit der Gründung der Eidgenössischen Linthkommission 1862 stand ein nationales Gremium auch der Vollendung des Kanalsbaus bis zum Zürichsee vor. Seit der Auflösung der Linthkommission im Jahr 2003 ist das Linthwerk einem interkantonalen Konkordat unterstellt.