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Gresley
(spr. gräleh), Henri François Xavier, franz. Kriegsminister, geb. zu Vassy (Ober-Marne), besuchte 1838-40 die polytechnische Schule und trat sodann als Leutnant in den Generalstab ein, in welchem er schon 1845 zum Hauptmann befördert wurde. 1847 ging er als Adjutant des Generals Herbillon nach Algerien, [* 2] ward bei dem Angriff auf Zaatcha (1849) verwundet und hierauf bei den arabischen Büreaus angestellt, in welcher Stellung er bis 1870 blieb und 1855 zum Kommandanten (Major) und 1865 zum Obersten befördert wurde.
Beim Ausbruch des Kriegs von 1870 wurde er zum General und Generalstabschef der Kavallerie des 1. Korps ernannt und wohnte der Schlacht von Sedan [* 3] bei, nach welcher er in deutsche Kriegsgefangenschaft fiel. Nach dem Frieden erhielt er als Souschef im Generalstab eine Anstellung im Kriegsministerium und arbeitete eifrig an der Reorganisation der Armee. 1874 ward er Chef des Generalstabs, 1875 Divisionsgeneral und vertrat die Regierung in den Kammern bei den die Armee betreffenden Debatten.
Als 1877 das antirepublikanische
Ministerium Rochebouet eingesetzt wurde, nahm er seine Entlassung, da
er sich zur republikanischen
Partei bekannte.
Daher wurde er nach dem definitiven
Sieg der
Republik an
Borels
Stelle
zum Kriegsminister ernannt und 27. Mai auch zum lebenslänglichen
Senator erwählt; er schloß sich dem linken
Zentrum an. Dem
Wunsch der
Republikaner gemäß entfernte er neun Korpskommandanten, führte die
Marseillaise als offizielles Musikstück bei
der
Armee ein und regelte das
Verhältnis der Gendarmerie zur Zivilverwaltung. Als die übrigen Mitglieder des linken
Zentrums
aus dem
Ministerium ausschieden, nahm
Gresley ebenfalls seine Entlassung, ward im März 1880 zum
Kommandeur
des 5.
Armeekorps in
Orléans
[* 4] ernannt und 1883 verabschiedet.