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Die Pressingformen im Fussball
In den letzten Jahren, vor allem aber seit der erfolgreichen spanischen Ära (Barcelona und Spanische Nationalmannschaft) ist das Pressing ein weit verbreiteter und bestbekannter Begriff, der in jedem Fussballtalk zur Anwendung kommt.
Analysieren wir europäische Topklubs, fallen zwangsläufig die Begriffe "Angriffspressing, Gegenpressing, Mitelfeldpressing, Zustellen, Mann- oder Raumorientierung".
Dabei definiert zum Beispiel Wikipedia das Pressing so:
Pressing nennt man das (kurzzeitige, längere oder ständige) Anrennen auf den oder die ballführenden gegnerischen Spieler, woran sich außer dem Torhüter alle Mannschaftsteile wechselseitig beteiligen, dieses Anlaufen kann in Gleichzahl oder Überzahl erfolgen.
Mich persönlich stört in dieser Definition das Wort "Anrennen". Unter Pressing verstehen wir grundsätzlich eine Mannschaftsorganisation die ohne Ball als Kollektiv, ballorientiert verschiebt mit dem Ziel, dem Gegner den Raum für Zuspiele zu verengen und die Zeit für Wahrnehmung und Entscheidungsfindung zu verkürzen. Kurz beim Gegner eine "Stresssituation" auszulösen.
In den letzten Jahren hat sich das hohe Zustellen mittels aggressivem Pressing oder der ultra defensiven Blockbildung am eigenen Strafraum durchgesetzt. Doch welche Formen gibt es noch? Was sind die Vor- und Nachteile?
Die verschiedenen Pressingformen:
1.) Zustellen (Zone 3)
Der Gegner (weiss) wird dazu gezwungen das Spiel mittels eines langen Balles zu eröffnen, da sämtliche Spieler "zugestellt" werden. Das heisst der Gegner wird sehr früh unter Druck gesetzt und es entstehen fast nur 1v1 Duelle. Sollte er dennoch versuchen hinten raus zu spielen, tut er dies mit Risiken. Nachteilig kann sein, dass man auf der Abwehrlinie auch ziemlich konsequent in 1v1 Duelle verwickelt wird.
Zur Zeit praktiziert Inter Mailand (hier im Bild blau), aber auch Atalanta Bergamo das Zustellen sehr gut mit einer flexiblen defensiven Grundordnung (meist mit einer 3-er Kette als Basis).
2.) Angriffspressing (Zone 3)
Manche Teams pressen bereits den Torwart des Gegners, andere beschränken sich auf die Abwehrkette. Unabhängig von detaillierten Variationen steht eine Mannschaft im Angriffspressing aber sehr hoch. Besonders vorteilhaft ist der Druck, den man damit auf Mannschaften ausüben kann. Nachteilig kann die eigene Konterabsicherung sein, wenn der Gegner die erste Pressinglinie überspielt hat. Manchester City und Bayern München praktizieren diese Form des Pressing sehr gut.
Wie oben im Bild ersichtlich, auch Atalanta Bergamo (Dunkelblau) praktiziert ein mannorientiertes Pressing.