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75 Jahre Molkereigenossenschaft Wädenswil, 1908−1983
Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1983 von Peter Ziegler
1892
Walter Stocker im Himmeri baut eine eigene Molkerei.
1902
Neun Bauern des Dorfkreises Wädenswil schliessen sich in einer lockeren Organisation zusammen, um ihre Interessen gegenüber dem Milchhandel zu wahren. Ohne eigenes Gebäude und ohne Infrastruktur ist nie viel zu erreichen.
1907
Gründung der Molkereigenossensehaft Wädenswil, Übernahme der Molkerei Stocker & Cie.
1908
Erwerb der Liegenschaft Farbhof.
Erstes Lastauto der Molkereigenossenschaft Wädenswil.
1909
Bau eines Lagerhauses. Dampfmaschine, die bisher Kraft und Wärme geliefert hat, wird durch die Elektrizität ersetzt.
1910
Einrichtung einer Tiefkühlanlage, welche nun Milchlieferungen nach Davos ermöglicht.
1920
Der Landwirtschaftliche Verein tritt seinen Futtermittelladen gegen Entschädigung an die Molkerei ab.
1930
Aufgabe der Milchlieferungen nach Davos.
1932
Käsefabrikation wegen Absatz- und Fabrikationsschwierigkeiten aufgegeben. Fortan wird die Überschussmilch zentrifugiert, die Magermilch den Schweinen verfüttert, der Rahm verbuttert.
1933
Milchschwemme. Einführung einer Milchkontingentierung. Richtmenge: 3000 Kilogramm pro Hektare.
1944
Aufgabe der Milchlieferungen in die Stadt Zürich. Altersstiftung für das Personal.
1947
Milcheingang: 2‘900‘000 Kilogramm.
1949
Aufnahme der Mitglieder der Sennte Mühlestalden in die Molkereigenossenschaft.
1949/50
Umbau des Molkereigebäudes, Erweiterung durch Anbau.
1951
Erwerb des Hauses am Rotweg.
1954
Aufnahme der Mitglieder der Sennten Gwad, Au und Unterort in die Genossenschaft. Von der Au liefern 31 Milchproduzenten Milch ab. Gegen eine Entschädigung aus der Gemeindekasse legt die Molkerei den Schweinemastbetrieb still, der die Nachbarschaft oft mit Gerüchen belästigt hat.
1955/56
Bau des neuen «Farbhofes» nach den Plänen von Architekt Heinrich Kübler
; Vermietung an den Konsumverein, nachmals Coop. Gemeinschafts- Tiefkühlanlage in Betrieb.
1959
Die Genossenschaft zählt 160 Mitglieder. Eröffnung des Ladens «Krähbach».
1960
Die Tetra-Packung beginnt die Glasflasche zu verdrängen.
1963
Butterfabrikation eingestellt. Verzicht auf den Hauszustelldienst von Milch an Sonntagen.
1964
Modernisierung des Betriebs. Anschaffung einer kleinen Pastmilch-Abfüllmaschine mit Tetrapackungen.
Abfüllanlage für Pastmilch, 1983.
1966
Die Molkereigenossenschaft übernimmt den Geschäftsbetrieb der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Au.
1967
Installation einer Pastmilch-Abfüllanlage (1000 Liter pro Stunde) und einer Joghurtabfüllmaschine.
1970
Einsatz eines Verkaufswagens. Erweiterung des Fabrikationsprogramms durch die Herstellung von Koscher-Produkten für die Israelische Kultusgemeinde Zürich.
1971
Nachdem die Senntengenossenschaft Burstel die eigene Milchverwertung eingestellt hat, schliessen sich die meisten Milchproduzenten der Molkereigenossenschaft an. Fusionsgespräche mit der Molkereigenossenschaft Horgen scheitern an Steuerproblemen. Die Coop siedelt vom «Farbhof» in ein neues Center über. Die Molkereigenossenschaft führt nun im Farbhof einen Volg-Laden auf eigene Rechnung.
1972
Eröffnung des Ladens in der neuen Überbauung Buck.
1974
Kauf eines Absaugwagens für Milch. Hofkühlung der Milch nach System Etscheid. Beginn der Lieferungen von Pastmilch und Milchdrink an das Regionallager Hinwil die Coop Zürichsee-Oberland. Milcheingang in der Molkerei: 4‘725‘000 Kilogramm.
1977
Sorgen bereitet landesweit die Überproduktion von Milch.
1978
Neue Purepack-Maschine mit Stundenleistung von 2700 Litern. Ausbau der Milchtankanlage, Einbau eines isolierten Aussentanks von 25‘000 Litern Fassungsvermögen.
Heute bedient der Molki-Express Aussenstationen mit frischen Lebensmitteln.
1982
Ein neuer Kühlwagen mit 13 Tonnen Nutzlast wird in Betrieb genommen. Die letzte Milchtour mit Hauszustellung an private Haushalte wird eingestellt.
1983
Aus der Au liefern noch fünf Milchproduzenten Milch ab. Die Molkereigenossenschaft Wädenswil mit einem Jahresumsatz von rund 15 Millionen Franken ist die letzte selbständige Genossenschaftsmolkerei in der Nordostschweiz, die von der Milchmenge und den Einrichtungen her in der Lage ist, einen Grossverteiler mit Pastmilch und pasteurisiertem Milchdrink zu beliefern. Sie verarbeitet täglich 10‘000 bis 15‘000 Liter Rohmilch zu Pastmilch, Milchdrink, Joghurt, Schlagrahm, Quark und Koscher-Produkten. Sie betreibt eine landwirtschaftliche Genossenschaft, sechs eigene Lebensmittelgeschäfte, beliefert mit eigenem Verkaufswagen die Kundschaft im Berg, verwaltet sechs eigene Liegenschaften mit 41 Mietwohnungen und beschäftigt 40 Angestellte.
Peter Ziegler
(Nach der Festschrift »75 Jahre Molkereigenossenschaft Wädenswil 1908–1983, Wädenswil 1983.)
Im Lagerhaus sind Saatgut, Futtermittel, Dünger und Torfmull erhältlich.