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Bruno Vogt wurde am 4. August 1927 in Zürich geboren und studierte Medizin an den Universitäten Fribourg, Paris und Zürich, wo er 1952 das Staatsexamen absolvierte und ein Jahr später promovierte. Von 1954 bis 1957 war Bruno Vogt Assistenzarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik Zürich und am Bürgerspital Solothurn, wo er im Jahre 1958 zum Oberarzt befördert wurde. Von seinem dort tägigen, hochgeschätzten Chef und Lehrer Prof. Buff, erhielt er eine ausserordentlich breite und fundierte Ausbildung in der Allgemeinchirurgie.
Ab 1961 nahm er seine Tätigkeit als Oberarzt an der Chirurgischen Klinik des Universitätsspitals Zürich auf. In dieser Zeit hat der sich mit der Gefässchirurgie befasst und eine gefässchirurgische Abteilung aufgebaut. Anschliessend war er Oberarzt unter dem bekannten Herzchirurgen Prof. Ake Senning. Im Frühjahr 1964 wurde Bruno Vogt mit der Arbeit «Rekonstruktive Gefässchirurgie» an der Universität Zürich habilitiert und erhielt die Venia legendi. Die weitere Ausbildung führte ihn in die Vereinigten Staaten, wo er in bekannten Zentren wie der Mayo Klinik, Harvard Klinik und dem Massachusetts General Hospital hospitierte. Prof. DeBakey, der Vorsteher er damals grössten Gefässchirurgie der USA in Houston, Texas, war hierbei prägend für seine weitere Tätigkeit in der Gefässchirurgie.
Im September 1966 debütierte Bruno Vogt als Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Luzerner Kantonsspitals. Bereits im ersten Amtsjahr replantierte er einen vollständig abgetrennten Arm eines 16-jährigen Mannes, womit er grosses, europaweites Aufsehen erregte. 1971 wurde Bruno Vogt von der Universität Zürich zum Titularprofessor ernannt.
Für viele seiner Schüler war Bruno Vogt chirurgischer Ziehvater, Mentor und Ratgeber in fachlichen wie privaten Fragen. Seine Chirurgenschule war hart und unerbittlich. Für viele seiner Schüler ein beinahe 7/24-Job. Dank chirurgischer Brillanz und Charisma strahlte Bruno Vogt ein hohes Mass an Respekt aus, sodass wir alle stolz waren seine Schule durchzustehen und für ihn arbeiten zu dürfen. Die Vogt-Schule war ein Begriff in der Schweiz. Bruno Vogt liess sich nicht von Trends, die nicht überzeugten, umbiegen. Er verfolgte stets das Bewährte, dem er vertraute und hatte Erfolg damit. Das heisst nicht, dass er Innovation verhinderte. Wenn ihn eine Technik überzeugte, war diese in kürzester Zeit etabliert. So war er einer der Ersten, der in Luzern die laparoskopische Chirurgie einführen liess. Sein Credo verlangte nach maximalen medizinischen Leistungen und diesem Credo lebten seine Schüler nach. Wichtig war ihm vor allem die Erhaltung der Allgemeinchirurgie. Bruno Vogt operierte im Bauch ebenso gut wie in seiner Spezialität der Gefässchirurgie. Diesem Vorbild hatten seine Schüler nachzuleben mit dem Resultat, das viele später Chefärzte von grossen Allgemeinchirurgischen Kliniken in der Schweiz wurden und Erfolg hatten.
Bruno Vogt war bei seinen Patienten sehr beliebt. Die Art und Weise, wie er mit ihnen umging war eindrücklich. Er vermittelte Sicherheit, Vertrauen und Kompetenz.
Bruno Vogt war nicht nur ein hervorragender Chirurg, er hatte ein ebenso grosses Wissen über Pferde und die Fliegerei. Er war ein interessanter Gesprächspartner und wurde allseits bewundert. Er konnte schnell die Menschen für sich einnehmen und war auch nach seiner Pensionierung bis ins hohe Alter ein gern gesehener Gast.
Mit grosser Resistenz hat er alle Höhen und Tiefen seines Lebens gemeistert, so auch die schweren letzten drei Jahre seiner Krankheit, wo er sich zunehmend zurückziehen musste. Wir alle werden Bruno Vogt in Erinnerung behalten. Er war einer der Grossen seiner Zeit.
Text: Prof. Dr. Markus von Flüe