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GNOMONICITY
März 2012 - GNOMONICITY ist eine digitale interaktive Installation, aufgebaut auf Webstreams von Überwachungskameras und der Anwesenheit des Zuschauers.
[media design] michel weber
[jahr] 2012
GNOMONICITY ist eine digitale interaktive Installation
aufgebaut auf Webstreams von Überwachungskameras und der Anwesenheit des Zuschauers.
Die Installation erfasst den Körper des Zuschauers und projiziert dessen Silhouette auf eine weisse Leinwand. Dann holt das System sich Livebilder von Sicherheitskameras aus dem Internet die eigentlich für den privaten Gebraucht gedacht sind, aber durch die Ahnungslosigkeit der Besitzer für alle frei zugänglich sind. Diese beiden Live-Feeds – die Zuschauer in der Galerie und die öffentlichen Web-Streams – werden gesammelt und auf dem Bildschirm zusammengefügt. Die Gegenwart des Zuschauer wird sichtbar durch einen Ausschnitt von nicht für die Öffentlichkeit gedachte live Bilder. Während die Zuschauer sich im Raum bewegen, bewegt sich auch ihre Silhouette über die Leinwand und gibt so mehr und mehr von den Web-Stream frei. Im Moment benutzt die Installation 9 Live-Kameras aus 5 verschiedenen Ländern.
Das Visuelle wird durch Auszüge aus dem Roman „Unsichtbare Städte“ von Italo Calvino akkustisch begleitet. Das Buch untersucht die Wiedergabe von Beschreibungen der Städte durch den Forscher Marco Polo. Kurze Prosagedichte beschreiben 55 Städte, ein Spiel zwischen Übersetzung und Fantasie, worin die Darsteller die Sprache des anderen nicht verstehen. Die Worte sind unterlegt mit einem Shepard Ton, die Illusion einer unendlich ansteigenden oder abfallenden Tonleiter, die in Wahrheit aber nie höher oder tiefer sinkt, ein Beispiel des Phänomens der Selbstähnlichkeit. Das Wort Gnomonicity ist aus einem Buch von Midhat J. Gazalé, das die Erfahrung der Selbstähnlichkeit zwischen Standorten, Karten und Wirklichkeiten beschreibt.
Als Teil von „Episode Two, SARAI 09“; Die Ausstellung bei Devi Art Foundation, Gurgaon, Indien
Idee von Amitesh Grover, in zusammenarbeit mit Michel Weber.