Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/2301

Die Zürcher erobern 1415 Mellingen. Das Bild entstammt der „Spiezerchronik“ von Diebold Schilling (ca. 1445-1486), von Bern, Onkel des gleichnamigen Luzerner Chronisten. Die Spiezerchronik wurde um 1480 geschrieben und 1483 abgeschlossen. Original: Burgerbibliothek Bern, Mss. Hist. Helv. I. 1, S. 347.Mehr
Über dem Bild steht der folgende Text: „Das die von Zurich fur Mellingen zugent …." Es folgt der hier nicht mehr wiedergegebene, auf der nächstfolgenden Seite stehende Text: "Uff die selben Zitt [1415] warent die von Zurich us gezogen am nechsten dornstag nach mitten abrellen fur Mellingen und lagent da dryg tage da ergabent si sich [am 21. April 1415] an die von Zurich nach sage der brieffen darumb gemacht.“
Bild-Nr.: 39032
Bild: Diebold Schilling
Text: Diebold Schilling / Rainer Stöckli
Copyright: Burgerbibliothek Bern
Die Zürcher erobern 1415 Mellingen. Das Ganze ist in Zusammenhang mit der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen zu sehen.
Das Bild entstammt der „Spiezerchronik“ von Diebold Schilling (ca. 1445-1486), von Bern, Onkel des gleichnamigen Luzerner Chronisten. Die Spiezerchronik wurde um 1480 geschrieben.
Original: Burgerbibliothek Bern, Mss. Hist. Helv. I. 16, S. 632
Unter dem Bild steht der folgende Text:
„Darnach in dem selbigen zite [1415] warent die von Zurich ouch us gezogen am nechsten dornstag nach mitten abrellen, fur mellingen, und Lagent do dryg tage an ein andern, do ergabent si sich [ am 21. April] an die von Zurich nach Lut der briefen darumb gemacht“.
Bild-Nr.: 39031
Bild: Diebold Schilling
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Burgerbibliothek Bern
Der Schultheiss übergibt den Eidgenossen den Stadtrechtsbrief. Dieses Bild ist in Zusammenhang mit der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen zu sehen.
Links oben das Mellinger Banner: Damals noch rote Kugel in weissem Feld.
Das Bild entstammt aus der „Berner Chronik“ von Benedicht Tschachtlan (ca. 1420-1493).
Die Chronik wurde 1470 bis 1471 geschrieben.
Original: Zentralbibliothek Zürich Ms. A 120 S. 461.
Auf der Rückseite des Bildes findet sich folgender Text:
„Dz sich die von mellingen an die von zurich ergebend. Uff die Selben zit [1415] warent die von zurich uss gezogen an nechsten donstag nachmitten abbrellen fur mellingen und lagent da dry tag do gabent Sie [am 21. April] die stat uf und ergabent Sich an die von zürich als dz Sie brieff wisent so daruber gemacht sint“.
Bild-Nr.: 39030
Bild: „Berner Chronik“ von Benedicht Tschachtlan
Text: „Berner Chronik“ von Benedicht Tschachtlan
Copyright: Zentralbibliothek Zürich Ms. A 120 S. 461
Zug der Eidgenossen nach Mellingen im Mai 1443 [Alter Zürichkrieg]. Gemälde aus der Luzerner Bilderchronik von Diebold Schilling, Neffe von Diebold Schilling von Bern. Aufgrund des Gesamteindrucks muss mit vorliegendem Bild Mellingen gemeint sein, obwohl dies im Chroniktext nicht ausdrücklich erwähnt wird. Doch besteht kein Zweifel, dass Mellingen im Detail nie so ausgesehen hat. Bemerkenswert ist aber, dass es sich hier um die einzige Darstellung handelt, auf der die Ulrichskapelle abgebildet ist.
Original: Luzerner Bilderchronik von Diebold Schilling. Besitzerin: Korporation Luzern, als Depositum in der Zentral- und Universitätsbibliothek Luzern, S 23 fol.
Über dem Bild steht folgender Text: „Wie Baden, Mellingen, Regensperg, Greningen mit Ergow zo handen der Eitgnossen ingenomen wardt. In obgeschribnem jar (1443) namend min heren von Lucern, Zug, Glarus und Underwalden das fryg Ampt in, und zugend für Bremgarten. Da kamend die von Bern und Solothurn zo inen und zugend da all mit einandern, namend Mellingen, Baden, Regensperg, ouch Greningen, und fiengend uff Regensperg xxxxj man. Da ward der vogt erschlagen und das schloss verbrent, uss der ursach hievor des adels halben gehört und vergriffen."
Bild-Nr.: 39038
Bild: Diebold Schilling
Text: Diebold Schilling / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die Zürcher unter Hans von Rechberg ziehen am 18. August 1445 vor Mellingen [Alter Zürichkrieg]. Aus der Chronik von Werner Schodoler (1490-1541), von Bremgarten. Diese Chronik wurde um 1510 bis 1530 geschrieben. Kopie aus dem Faksimiledruck von 1981 mit Genehmigung des Faksimile-Verlags Luzern, Bd. 1, S. 122.
Unter dem Bild steht folgender Text: „An einer Mittwuchen frue Nach unnser frouwen tag Jm ougstenn, alles des vorgenannten Jares [1445], da kam der Rechperger houptman, unnd mit Jmm die von Zurich unnd ander heimlich fur Mellingen und wollten das erschlichenn, unnd Jngenommen habenn. Unnd hiellt der huff dahindenn, unnd giengend Jr ettlich alls ob Si der Eydgnossen Soldner unnd frund werent gegen der Statt zuo der Brugg, und hatten aber wisse krutz an Sich gemachett, unnd meinten, damit, das thor, unnd die Statt Jnnzuonämen, Also wurdenn die Torwartenn an Jrenn geberdenn Jnnen, das Si Vyend und verrätter warend, und wolt ouch der allmechtig gott das mord nit vertragenn, unnd ward das Thor zuogethan, unnd schussend Jn die Verrätter alls vindtlich das Si mit schanden abzugen unnd ouch von gotz gnaden Jr mengem sin verdienter lon ward. “
Bild-Nr.: 39040
Bild: Werner Schodoler
Text: Werner Schodoler
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Glasgemälde, gestiftet von Hptm. Hans Hünegg, von Mellingen, und seiner Gattin Regina von Sur. Geschaffen wurde diese Scheibe von Conrad Wirz, von Erlenbach/ZH. Hans Dachselhofer, aber meist aufgrund seines Wohnsitzes, dem Schlösschen Hünegg (heute Restaurant „Chang-Cheng“) Hans Hünegg genannt, betrieb an seinem Domizil Söldnerwerbungen. Dieser trat kurz nach der Schlacht von Marignano 1515 als Sölderhauptmann in Erscheinung. So warb Hünegg 1521 und 1525 Soldaten für den Papst. Oft marschierte er mit den Soldaten in den Süden. Er leistete auch in Neapel Dienst, wo er vor 1530 starb.Mehr
1523 pilgerte er mit Ignatius von Loyola, dem späteren Gründer der Jesuiten, ins Heilige Land. Vermutlich präsentiert sich in der Mitte der Glasscheibe nicht umsonst Jakobus der Ältere, der Apostel der Pilger. Unten links vom Betrachter aus gesehen das Wappen von Hans Hünegg, ein Mühlrad, und rechts das Wappen seiner Gattin Regina von Sur, ein Hundekopf mit den Vorderbeinen. Die gleichen Wappen sind im Ortsmuseum Mellingen auf der Tafel mit den Wappen der Schultheissen von ca. 1790, in der obersten Wappenzeile ganz rechts zu sehen: rechts eine Art silberner Eberkopf in Schwarz mit der Unterschrift „Wappen des Dorfes oder der Vorstadt auf der Breite bei Mellingen“, links ein Mühlrad mit der Unterschrift „Hünegg“. Otto Hunziker hat 1966 für seine Schrift „Mellingen-Dorf“ (heutiges Gemeindegebiet rechts der Reuss) aufgrund der Vorlage auf der Schultheissentafel fälschlicherweise ein Wappen mit Eberkopf geschaffen., denn der Text unter dem linken Wappen auf der Schultheissentafel ist falsch. Bei diesem Wappenbild handelt es sich nicht um jenes von Mellingen-Dorf sondern muss Regina von Sur zugeschrieben werden. Auf der Schultheissentafel wurde ein Tierkopf, der einem Eber, ähnelt, gemalt. Richtig handelt es sich aufgrund der vorliegenden Scheibe beim Wappenbild um den vorderen Teil eines Hundes und somit, wie auch andernorts belegt, um das Wappen der Aarauer Familie von Sur. Es wäre also sinnvoller gewesen, als Wappenbild von Mellingen-Dorf ein Mühlrad, wie es auf der Glasscheibe und der Schultheissentafel zu sehen ist, zu wählen. Es ist das Wappen von Hans Hünegg, Besitzer des gleichnamigen Schlösschens, seit Jahrhunderten das wichtigste Gebäude von Mellingen-Dorf. Bemerkenswert ist zudem, dass Hünegg den Beinamen Melseck (Mehlsack) führte, was darauf hinweisen könnte, Hünegg habe auch mit dem Mühlegewerbe zu tun gehabt. Sinnvoll könnte dieses Mühlrad auch der Umstand sein, dass in Mellingen-Dorf einst vier Mühlen standen.
Bild-Nr.: 39500
Bild: Franz Jaeck
Text: Rainer Stöckli
Copyright: © Aargauische Denkmalpflege
1529 Skizze des Reformators Ulrich Zwingli von Anfang Juni 1529.
Diese strategische Skizze zeichnete Zwingli eigenhändig, als zwischen den beiden Kappeler Kriegen 1529 und 1531 die Lage einmal mehr kritisch war und man die katholischen Orte durch eine Proviantsperre in die Knie zwingen wollte. Sie zeigt die Flüsse Limmat, Reuss und Aare mit den Städten Zürich, Baden, Mellingen, Bremgarten, Luzern und Bern. Im oberen Teil der Skizze sind noch Schwyz, Uri und Unterwalden eingezeichnet.
Der Skizze ist noch folgender Text beigefügt:
„Dise nachuerzeichnete figur gydt anzeigen das den Eydtgnossen von den Funff ordten keyn prouand zuokommen mag. “
Gedruckt in:
Huldreich Zwinglis sämtliche Werke. Bd. VI, II. Teil. Zürich 1968, S. 414.
Original im Staatsarchiv Zürich unter der Signatur StAZ A 229. 1, Nr. 175.
Bild-Nr.: 39020
Bild: Huldreich Zwinglis sämtliche Werke. Bd. VI, II. Teil. Zürich 1968, S. 414.
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Der Holzschnitt stellt die Stadt in vereinfachter Form dar. So wies die Stadt eindeutig mehr Wohnhäuser auf. Trotzdem handelt es sich hiebei um die älteste einigermassen wirklichkeitstreue Darstellung von Mellingen. Einzelne Gebäude sind recht realistisch dargestellt, so der Iberg, die Kirche (die gotische Vorgängerkirche der heutigen Pfarrkirche), das Spital, das Badhaus, das Alte Rathaus, das Brückentor, die Holzbrücke, der Zeitturm sowie die zwei Rundtürme im Nordwesten der Stadt.
Bild-Nr.: 39043
Bild: Johannes Stumpf
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Auf diesem Ausschnitt aus der Stumpfchronik sehen wir das Spitalgebäude. Es ist das zweite Haus rechts der Kirche direkt an der Reuss. Die Treppengiebel, die das Haus zieren, weisen auf die öffentliche Funktion des Gebäudes hin.
s. auch Bild-Nr. 39200
Bild-Nr.: 39043.1
Bild: Johannes Stumpf
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ausschnitt aus dem "Ehrenwerk des Hauses Österreich" von J.J. Fugger. Von diesem Werk gibt es zwei (oder gar drei) Exemplare: Das hier vorliegende aus der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien (Codex. Vindob. 8613), wo das Mellinger Wappen richtig dargestellt ist, das andere (oder zwei?) in der Bayerischen Nationalbibliothek in München (Cmg 895, fol 142r), auf dem das Mellinger Wappen als silberne Kugel in blauem Feld erscheint,
s. Bild-Nr. 39051, wo sich zahlreiche weitere Angaben über die im Grossen und Ganzen fast gleichen Gemälde finden.
Bild-Nr.: 39051.1
Bild: J.J. Fugger
Text: Ehrenwerk des Hauses Österreich / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Aus: Ehrenwerk des Hauses Österreich, Original in der Staatsbibliothek München, Cgm. 895 Blatt 142r. Kolorierte Federzeichnung von ca. 1555 aus: Johann Jakob Fugger. Spiegel der Ehren des Erzhauses Österreich.
Bild-Nr.: 39050
Bild: Ehrenwerk des Hauses Österreich, Original in der Staatsbibliothek München
Text: Fotoarchiv Mellingen
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ostansicht von Mellingen, Aquarell von ca. 1555. Das Orginalbild findet sich in: J.J. Fugger. "Ehrenwerk des Hauses Oesterreich". Dieses Werk dürfte ebenfalls in der Bayrischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt sein. Das Stadtbild ist recht vereinfacht dargestellt. Doch die Wehranlagen sind relativ wirklichkeitsgetreu wiedergeben: Zeitturm, die beiden Rundtürme gegen Nordwesten und das Brückentor. Wir erkennen auch verschiedene weitere markante Bauten, wie den Iberg, die Pfarrkirche, das Spital, das Badhaus, das Rathaus und die Brücke.
Merkwürdig ist, dass das Mellinger Wappen rechts des Zeitturms als silberne Kugel in blauem Schild erscheint. Auch das Wappen am untern Blattrand (silberne gekreuzte Schlüssel in blauem Schild) wird fälschlicherweise als Mellinger Wappen bezeichnet. Tätsächlich handelt es sich um das Wappen von Huttwil, dessen Text auf jenen von Mellingen folgt. Beachte, dass das fast gleiche Aquarell in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird (s. Bild-Nr. 39051.1), wo das Mellinger Wappen in den richtigen Farben erscheint. Es stellt sich daher die Frage, ob in der Staatsbibliothek München zwei verschiedene Abbildungen von Mellingen vorhanden sind.
Text oberhalb des Bildes: "Conterfettung der Statt Mellingen an der Ruiss (1) gelegen"
Text unterhalb des Bilds: "Mellingen ain klaines aber lustiges vnnd wolgelegens Stättlen ligt ann dem enndt / des Ergauss an der Ruiss vnnd hatt ann wol erbaute prukhen vber die Ruiss auff dass Zurichgaw. Dises Stattlen Mellingen ist ie vnnd allwegen jn / der Graven vonn Habspurg gebiett vnnd gehorsam gewesen, vnnd hatt den Fursten vonn Oesterreich vil getreuer diennst Jnn kriegen vnnd sonnst bewi / sen, Jst aber Anno Tausennt Vierhunndert vnnd Funffzehen vonn den Aidgenossen gewonnen vnnd zue dess Reichs Hannden gestelt, aber hernach vom Konig Sigismundo sambt Baden Brembgarten vnnd Sursee vonn wegen dess verganngnen khriegs kosten den Aidgenossen verpfenndt worden."
1) Das in diesen beiden Texten als Esszett vorkommende deutsche Doppel-S wird
hier als ss wiedergegeben.
Bild-Nr.: 39051
Bild: J.J. Fugger
Text: Ehrenwerk des Hauses Österreich / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ostansicht von Mellingen. Aus: Ehrenwerk des Hauses Österreich, ca. 1555. Original vermutlich in der Bayrischen Staatsbibliothek in Müncgen. Gleicher Text wie bei Bild-Nr. 39051. Interessant ist, dass auch hier das Lenzburger Wappen abgebildet ist, aber im Gegensatz zu 39051 links des Zeitturms.
Gleich ist auch der Text oberhalb des Bildes, allerdings in grafisch abgeänderter Form.
Bild-Nr.: 39051.3
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ein Werk des Glasmalers Heinrich Leu von Zürich. Es ist unklar, ob die Glasscheibe aus dem Jahr 1562 von Fuchsberger selbst oder von dessen Witwe Margaretha Krieg von Bellikon gestiftet wurde. Es handelt sich wohl um eine realistische Darstellung des Hauptmanns. Rolf Hasler beschreibt die Scheibe folgendermassen: „Der im vorgerückten Alter dargestellte … Jakob Fuchsberger hat seine Hände mit dem Rosenkranz zum Gebet erhoben. Er trägt einen Harnisch und zu seiner Ausstattung gehören Ehrenkette, Anderthalbhänder, Schweizerdolch sowie, vor ihm niedergelegt, Helm und Kommandostab.Mehr
Vor ihm erhebt sich ein sprechendes Vollwappen“: auf einem Dreiberg ein Fuchs, in dessen Mund ein Hahn. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Fuchsberger im Dienste Frankreichs stand. Bekanntlich ist der Hahn ein Symbol für Frankreich.
1502 wurde Jakob Fuchsberger in der mit der Eidgenossenschaft verbündeten Stadt Rottweil in Süddeutschland geboren. Als junger Mann trat er zur Reformation über und siedelte nach Zürich über. 1531 focht er mit Ulrich Zwingli in der Schlacht von Kappel. Da in der reformierten Kirche die Fremden Dienste verpönt waren und Dachselhofer sich als Söldnerhauptmann für den französischen König zur Verfügung stellen wollte, wechselte er wieder zum katholischen Glauben.
1536 erwarb er das Schlösschen Hünegg in Mellingen und wenig später nahm ihn die Stadt als Bürger auf. In der Hünegg richtete er wie Hptm. Hans Hünegg ein Werbebüro ein. Fuchsberger führte seine Soldaten in über 20 Schlachten hauptsächlich nach Frankreich, wo er 1562 in den Hugenottenkriegen in der Schlacht von Dreux starb.
Wohl brachte der „Capitaine aventurier des Suisse (abenteuerlicher Schweizer Hauptmann)“ – so nannten ihn seine Zeitgenossen – etwas vom Duft der grossen, weiten Welt ins kleinstädtische Leben, verursachte aber auch manche Aufregung. Wegen Übertretung einer Reisslaufverordnung wurde Fuchsberger auf Geheiss der regierenden Orte mit zwei seiner Gesellen eine Zeitlang in Mellingen gefangen gesetzt. Vergeblich versuchte ihn Heini Hermann, ein ehemaliger Mellinger Schuster, der zur Reformation übergetreten war, zu befreien. Nach wilder Verfolgungsjagd wurde Hermann ebenfalls eingekerkert. Ein langwieriger Streit entspann sich in den Fünfzigerjahren, als Hirschenwirt Heinrich Engelhart klagte, ein paar Kriegsknechte Fuchsbergers hätten einige Tage in seinem Gasthof geweilt und hätten beim Abmarsch die Zeche nicht entrichten wollen. Darauf liess der Wirt die Harnische und Gewehre der Krieger in Arrest legen. Ob diesen Massnahmen erzürnt, herrschte der Söldnerführer den Wirt an: „Ich sollt dir den Grind zerspalten“, liess die Landsknechte ihre Waffen ergreifen und zog weg. Engelhart wurden die Zechen offenbar nie vollständig vergütet.
Literatur:
Rolf Hasler. Glasmalerei im Kanton Aargau, Band 3, 164-165. Herausgegeben vom Kanton Aargau (Aargauer Denkmalpflege) 2003.
Rainer Stöckli. Geschichte der Stadt Mellingen von 1500 bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, Fribourg 1979, S. 109f.
Bild-Nr.: 39510
Bild: Franz Jaeck
Text: Rolf Hasler, Rainer Stöckli
Copyright: © Aargauische Denkmalpflege
Diese Abbildung (Holzschnitt) stammt aus dem Jahre 1566 und ist ein Ausschnitt aus der Karte von Josua Murer von Zürich. Es ist nur eine stilisierte Abbildung des Städtchens und übrigens das einzige Bild vor 1900, welches das Städtchen von Westen her zeigt. Alle andern alten Stiche zeigen Mellingen von Osten, also von der Reussseite her. Wenn dieses Bildchen auch stilisiert ist, so ist der Zeitturm doch recht realistisch - mit Zinnenkranz und einem spitzen Türmchen auf einem Flachdach - gleich wie bei Stumpf und im Ehrenwerk Österreichs abgebildet.
Bild-Nr.: 39044
Bild: Josua Murer
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die Reuss bildete auf den letzten Kilometern zwischen 1415 und 1798 die rot eingezeichnete Staatsgrenze zwischen dem Berner Aargau und der zu den Gemeinen Herrschaften der Eidgenossenschaft zählenden Grafschaft Baden. Die nach Süden ausgerichtete Berner Landkarte von Thomas Schoepf aus dem Jahre 1578 vermerkte symbolhaft für die Dörfer und Städte die wichtigsten Gebäude. In «Königsfelden» das 1528 aufgehobene Doppelkloster, in «Birmisdorf» und in «Gebisdorf» die ehemalige paritätische Kirche und ein paar Höfe. Stattlicher fallen die umliegenden Burgen aus, am stattlichsten die Städte «Bruck» und «Moellingen» - und allen voran der Tagsatzungsort Baden.
Bild-Nr.: 39055
Bild: Staatsarchiv Bern
Text: Staatsarchiv Bern
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Dieses Glasgemälde ist ein Werk des Zugers Christoph Brandenberg. In einer Säulenarchitektur stehen vom Betrachter aus gesehen links Johannes der Täufer mit Buch und Lamm und rechts Johannes der Evangelist mit dem Giftbecher. Daraus ersehen wir, dass noch im 17. Jahrhundert sowohl der Täufer als der Evangelist Patrone der Stadtkirche waren. Bekanntlich war im Mittelalter Johannes der Evangelist Kirchenpatron, später beide Heiligen und heute ist es nur noch Johannes der Täufer. In der Mitte Doppelwappen Mellingens und darüber das Reichswappen. Unten die Inschrift „Die Statt Mellingen 1623".
Mellingen hatte zum Kloster Wettingen enge Beziehungen. An die zwei Dutzend Bürger traten als Mönche ins Kloster ein. Zu erwähnen sind u.a. Johann Heinrich Schneider, der zur Zeit der Scheibenstiftung Prior der Abtei war, und Ulrich Meyer, Abt des Klosters von 1686 bis 1694.
Bild-Nr.: 39520
Bild: Franz Jaeck
Text: Peter Hoegger
Copyright: © Aargauische Denkmalpflege
Als Vorlage diente der Stich von Matthäus Merian, 1642. Abgebildet in: Beschreibung der Herzogthümer Lothringen Savoi und Schweiz …
und in: Johann Hieronymus Lochner, Geographische Bilderlust von der Schweiz, 1752.
Bild-Nr.: 39060
Bild: Johann Hieronymus Lochner u.a.
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Mellingen von Nordosten, nachträglich kolorierter Kupferstich von Matthäus Merian: übernommen aus: M. Zeiller, Topographiae Helvetiae ..., Frankfurt 1642. Es ist dies die älteste Abbildung Mellingens, welche das damalige Aussehen des Städtchens am realistischsten darstellt. Hier sehen wir auch eindrücklich, wie das Schlösschen Hünegg (heute Restaurant Chang Cheng) dereinst ausgesehen hat.Mehr
Matthäus Merian wurde am 22. September 1593 in Basel als Sohn des Sägmüllers und Ratsherrn Walther Merian geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums erlernte er beim Zürcher Kupferstecher Friedrich Meyer das Zeichnen, Kupferstechen und Radieren. Von 1610 bis 1615 studierte und arbeitete er in Straßburg (bei Dietrich Brentel), Nancy und Paris (bei Jacques Callot). 1615 entstand in Basel sein großer Basler Stadtplan. Nach seinen Reisen über Augsburg, Stuttgart und die Niederlande kam Merian 1616 nach Frankfurt am Main und Oppenheim, wo er für den Verleger und Kupferstecher Johann Theodor de Bry arbeitete; de Bry besaß in Oppenheim eine Kupferstecherei und in Frankfurt ein Verlagshaus, in dem damals große Reisebücher zu den fernöstlichen Ländern vorbereitet wurden. 1617 heiratete er die Tochter Maria Magdalena de Bry. Er arbeitete in dieser Zeit auch für den Kupferstecher und Verleger Eberhard Kieser. Er zog 1620 nach Basel, wo er das Zunftrecht erwarb und sich selbständig machte. Nach dem Tod seines Schwiegervaters (1623) führte er dessen Verlagshaus in Frankfurt fort und erwarb 1626 das Bürgerrecht. 1627 nahm er Wenzel Hollar als Schüler in seine Werkstatt auf. Nach dem Tode seiner Frau (1645) heiratete Merian 1646 Johanna Sibylla Heim. Aus seiner ersten Ehe stammen zwei Töchter und drei Söhne, darunter die auch in seiner Werkstatt tätigen Söhne Matthäus Merian der Jüngere und Caspar Merian; aus der zweiten Ehe ging die Tochter Maria Sibylla Merian hervor, die begabte Blumen- und Insektenmalerin. Matthäus Merian starb nach langer Krankheit am 19. Juni 1650 in Langenschwalbach bei Wiesbaden. Er wurde auf dem Peterskirchhof in Frankfurt bestattet. Nach seinem Tod übernahmen seine beiden Söhne Matthäus und Caspar den Verlag und gaben unter dem Namen Merian Erben seine Werke weiter heraus. Weniger bekannt als seine Verlegertätigkeit ist, dass Matthäus Merian sich intensiv mit religiösen Fragen befasst und Kraft geschöpft hat aus seinem persönlichen Verhältnis zu Gott. Ihm kam es vor allem auf die Ergriffenheit des einzelnen durch den Geist Gottes an, weniger auf Kirche, Bibel und Sakramente. Im Jahr 1637 schrieb er im Anklang an einen Bibelvers (1 Kor 2, 14 LUT): „Der natürliche Mensch versteht nicht den Geist Gottes, es ist ihm eine Thorheit und große Kezerey, unnd obschon er der grösste Doctor were, unnd auf allen Schulen der Welt gelehret hette unnd alle Bücher sambt der Bibel ausswendig könnte, so hielffe und diene es doch alles zur Seligkeit nichts, wo nicht der Heilige Geist selbsten inwendigk in der Seelen lehret. “In diesem Sinn gestaltete Merian auch sein Wappen und Verlagssignet, in das er den Leitsatz „Pietas contenta lucratur“ (etwa: „Frömmigkeit zahlt sich aus“) mit einem Storch als Wappentier aufnahm.
Quelle: Wikipedia
Bild-Nr.: 39065
Bild: Matthäus Merian
Text: Madlen Zimmermann / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Stich aus „Neujahr Kupfer ab der Bibliothec Zu W[interthur]", wohl aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Das Bild symbolisiert den Bauernkrieg von 1653, als die Bauern bei Mellingen von den Regierungstruppen besiegt wurden. In der Mitte sehen wir die Stadt Mellingen. Oben der Spruch: „Catulus Leonem allatrat“, d. h. das kleine Tier fällt den Löwen an. Im Vordergrund ein Löwe, der einen Hirsch bekämpft. Darunter der Spruch:„Der schwache den starken begeret zu trutzen Da besser ihm were die Felder zu nutzen. “
Gafische Sammlung der Zentralbibliothek Zürich, Mellingen I, 5.
Bild-Nr.: 39071
Bild: Zentralbibliothek Zürich
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Zentralbibliothek Zürich
Grundlage dieser Abbildung bildete der Stich von Matthäus Merian, 1642. Vorliegender Stich dürfte im 18. Jahrhundert entstanden sein.
Text über der Abbildung: "Prospect von der Statt Mellingen."
Standort: Graphische Sammlung, Zentralbibliothek Zürich
Bild-Nr.: 39062
Bild: Unbekannt
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Als Vorlage für diese Skizze diente wohl der Stich von Matthäus Merian von 1642. Die Skizze selbst dürfte aus dem 18. Jh. stammen.
Unter dem Bild steht: "Die Stadt Mellingen an der Reüss."
Bild-Nr.: 39061
Bild: Graphische Sammlung, Zentralbibliothek Zürich
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Am 22. Mai 1712 marschierten 5000 Zürcher in Mellingen ein. Gleichzeitig drangen 8000 Berner von Westen her gegen das Städtchen. Mellingen ergab sich darauf kampflos. Nachdem die Katholiken am 25. Mai bei Villmergen vernichtend geschlagen wurden, war Mellingen von 1712 bis 1798 nurmehr eine Untertanenstadt von Bern, Zürich und Glarus.
Kupferstich von Johannes Meyer
Literatur: Rainer Stöckli. Geschichte der Stadt Mellingen von 1500 bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Fribourg 1979, S. 467-496.
Auf diesem Stich ist die Uhr am Zeitturm erstmals auf einer Abbildung eindeutig sichtbar. Doch ist anzunehmen, dass sicher seit 1544 eine Uhr angebracht war.
Interessant ist, dass schon hier der zweite Rundturm gegenüber dem Hexenturm fehlt. Es ist daher anzunehmen, dass dieser um 1712 abgetragen wurde.
Text über dem Stich: "Eigentlicher Aspect Der Statt Mellingen, Welche an beide Hochlobl: Ständ Zürich und Bern sich ergeben, und gehüldiget, den 22. te Mey 1712. Auss grossen Gnaden Beider Hochlobl: Ständen, wird die Statt bey ihrer Freiheit und Religion gelassen, und ist mit einer Garnison Von 400 Mann Besetzet worden."
Text unter dem Stich: "A. Der Berneren Lager auff Meyengrün. B. der Scharmutz da die Lucerner 2. stück den Berneren uberlassen müssen. C. Der ein Zug der Berneren in Mellingen. D. Der ein Zug der Züricheren hinunder über den Berg in Mellingen. E. Pfarrkirchen F. Comenthers Haus G. das Oberthor. H. Das Rathhaus. Johannes Meyerus delineavit et Fecit."
Bild-Nr.: 39085
Bild: Johannes Meyer
Text: Madlen Zimmermann / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Am 22. Mai 1712 marschierten 5000 Zürcher in Mellingen ein. Gleichzeitig drangen 8000 Berner von Westen her gegen das Städtchen. Mellingen ergab sich darauf kampflos. Nachdem die Katholiken am 25. Mai bei Villmergen vernichtend geschlagen wurden, war Mellingen von 1712 bis 1798 nurmehr eine Untertenenstadt von Bern, Zürich und Glarus.
Kupferstich von Johannes Meyer
Literatur: Rainer Stöckli. Geschichte der Stadt Mellingen von 1500 bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Fribourg 1979, S. 467-496.
Auf diesem Stich ist die Uhr am Zeitturm erstmals auf einer Abbildung eindeutig sichtbar. Doch ist anzunehmen, dass sicher seit 1544 ein Uhr angebracht war.
Interessant ist, dass schon hier der zweite Rundturm gegenüber dem Hexenturm fehlt. Es ist daher anzunehmen, dass dieser um 1712 abgetragen wurde.
Text über dem Stich: "Eigentlicher Aspect Der Statt Mellingen, Welche an beide Hochlobl: Ständ Zürich und Bern sich ergeben, und gehüldiget, den 22. te Mey 1712. Auss grossen Gnaden Beider Hochlobl: Ständen, wird die Statt bey ihrer Freiheit und Religion gelassen, und ist mit einer Garnison Von 400 Mann Besetzet worden."
Text unter dem Stich: "A. Der Berneren Lager auff Meyengrün. B. der Scharmutz da die Lucerner 2. stück den Berneren uberlassen müssen. C. Der ein Zug der Berneren in Mellingen. D. Der ein Zug der Züricheren hinunder über den Berg in Mellingen. E. Pfarrkirchen F. Comenthers Haus G. das Oberthor. H. Das Rathhaus. Johannes Meyerus delineavit et Fecit."
Bild-Nr.: 39085
Bild: Johannes Meyer
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Federzeichnung von Kirchmeier Johann Baptist Wassmer (1741-1818), später Stadtrat. Älteste nachweisbar von einem Mellinger Bürger angefertigte Ansicht von Mellingen. Original: In der Handschrift „Statt und Amptische Recht [von Mellingen]“, in Privatbesitz.
Bild-Nr.: 39100
Bild: Johann Baptist Wassmer
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ältester Plan von Mellingen-Dorf nordwestlich der heutigen Trottenstrasse. Dieser Plan lag wohl ursprünglich im Archiv der Grafschaft Baden in Baden. Heute wird er im Aargauer Staatsarchiv aufbewahrt.
Auf dem Plan sehen wir - breit eingezeichnet - die Badener Landstrasse. Diese verlief bis 1779 über die heutige Trottenstrasse, den Höhenweg und weiter gegen die Birchstrasse hin. 1779-1781 wurde die Badener Landstrasse neu gebaut, und zwar wie die heutige Bahnhofstrasse verläuft. Unterhalb des Buechbergs führte sie wie von alters her gegen die Birchstrasse und die Sommerhalde. Die Strasse gegen Fislisbach und weiter über Dättwil nach Baden entstand erst im 19. Jahrhundert.
Bemerkenswert sind unter- und oberhalb des heutigen Höhenwegs die Rebberge. An Gebäuden sind bei der Reussbrücke die "Jnnere Mühle (=Bruggmühle)" etwa an der Stelle des heutigen Gebäudes Zentralplatz 2a; das "Höhe Haus (=Hünegg, heute Restaurant "Chang-Cheng"; die "Weidenmühle (=Widenmühle)" auf dem heutigen Frigemo-Areal; die "Aussere Mühle (obere und untere Buggenmühle)", heute Meliareal und Werkhof sowie an der heutigen Trottenstrasse die "Ziegelhütten", die im 19. Jahrhunder abgerissen wurden (heute Kindergarten)..
Text oberhalb des Plans: Bild-Nr 39182
Plan unten links s. Bild-Nr 39181
Bild-Nr.: 39180
Bild: Aargauer Staatsarchiv
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ältester Plan von Mellingen-Dorf 1779
Ganzer Plan s. Bild-Nr. 39182.
Hier der Text links unten:
"Trucken N.o 2
Grund Risse N.o XXII.
Betrifft die Neu gemachte Landstraass von Mellingen auf Baden samt Zwey Generall-Rapporter darüber; Jtem auch Eine Entschädigungs Liste Was in dem Mellinger Bezirk einem Jeden Particular weg genommen worden samt der Schatzung und dem Betrag darüber 1779. bis. 1781 - 1782
No. 22."
Bild-Nr.: 39181
Bild: Aargauer Staatsarchiv
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ältester Plan von Mellingen-Dorf, 1779.
Ganzer Plan: s. Bild-Nr. 39180.
Hier der Text über der Skizze:
"Plan
Dess der Statt Melingen Zugehörenden Districts Landstrass Von der Brugg Zu Melingen an, gegen Baden oder von Lit A Bis Lit B
Auf die Erste Sommer Halden an das Ende Des Melinger Bezirks, Sammt der New Ausgesteckten Strassen Linien von Lit C Bis D dem Fusweg nach".
Bild-Nr.: 39182
Bild: Aargauer Staatsarchiv
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Es handelt sich eindeutig um eine Abbildung, bei welcher der Merian-Stich als Vorlage diente. Die Zeichnung wurde zwischen 1770 und 1790 von Jakob Kuhn geschaffen.
Angaben der Zentralbibliothek Zürich: [Prospect von der Statt Mellingen] Kuhn, Jakob [Schweiz], [zwischen 1770 und 1790] Zentralbibliothek Zürich Signatur: STF Kuhn, Jakob XVIII, 106
Persistenter Link: http://dx. doi. org/10. 7891/e-manuscripta-35359
Bild-Nr.: 39070
Bild: Jakob Kuhn
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Zentralbibliothek Zürich
Text von Walter Linder:
"Was ein Strassenplan von 1787 aus unserer Gegend festhält:
Vor Jahrhunderten schon wurden in den Tagsatzungsberatungen der Eidgenossen immer wieder die misslichen Verhältnisse auf den wichtigen Hauptverbindungsachsen in unserem Land bemängelt. Stets wurde versucht, etwas Rechtes zu bewerkstelligen, aber viel fruchteten die Schnellschüsse nicht. Vor allem die beiden mächtigsten Stände Bern und Zürich drängten öfters auf Verbesserungen.
Die Gründe dafür lagen nicht in erster Linie im wirtschaftspolitischen, sondern vielmehr im militärischen Bereich, weil zur gegenseitigen Hilfe aufgebotene Truppen rasch vorwärts kommen mussten. In den 1760er-Jahren wurden ernsthafte Pläne entworfen. Für sie zeichnete teils Antoni Renner, der Jüngere, aus Nidau, verantwortlich. Er bearbeitete vor allem die Abschnitte im heutigen Kanton Aargau zwischen Murgenthal und Zürich. Die zu Beginn der 1770er-Jahre schliesslich gebaute bessere Strasse wurde 1787 von Ingenieur P. Bel mit 'bernisch privilegierter Bewilligung' in einem15 Blätter umfassenden PIan festgehalten.
Dem Strassentrassee entlang sind auf diesem farbigen Plan sehr viele Details eingezeichnet, nämlich die Dörfer, Weiler, wichtige Einzelgehöfte, Kirchen, Kapellen, Schlösser, Wälder, FlussIäufe und Bäche.
Stundensteine als wichtiges Moment.
Auf dem Blatt 9, welches den Strassenverlauf zwischen Othmarsingen und Dättwil festhält, sind mit den Bezeichnungen „16 L“, „17 L“ und„18 L“ drei sogenannte Stundensteine eingetragen. Jener mit der 16 ist heute noch zu sehen; er steht von Othmarsingen in Richtung Lenzburg kurz nach der grossen Bahnunterführung beim AMP. Jener mit der 17 müsste ungefähr beim steinernen Kreuz ausgangs Wohlenschwil in der Nähe der 'Liegenschaft Blank' stehen, der mit der 18 in der Nähe des Dättwiler Restaurants 'Pinte', nachdem die Strasse den leichten Anstieg nach dem 'Hüehnerstäg' überwunden hatte. Weitere wichtige Details zeigen die Mägenwiler Kapelle, das Dorf Eckwil, damals als 'Nekweler Hoof' eingetragen, den Mellinger Galgen (als 'Gibet' in französischer Sprache), die St. Antonius-Kapelle und die beiden Mühlen im ,Mellinger Dorf' am Mühlebach. Wichtig ist auch, dass nach der Reussbrücke in Mellingen die 'Route de Ia Poste à Zurich' [d.h. für die Postboten zu Fuss und zu Pferd] abzweigte, also über den Heitersberg nach Spreitenbach führt, wo die Einzweigung der wichtigen Route als 'Route de Ia Poste à Mellingen' eingezeichnet ist. Ein weiteres interessantes Detail: Die Strasse von Mellingen nach Baden führte nicht über Fislisbach, sondern durchs heutige Mellinger Bahnhofquartier (Obere Bahnhofstrasse) am 'Reservoir' vorbei und beim heutigen Restaurant 'Sommerhalde' - vielen als 'Hüehnerstäg' bekannt - vorbei nach Dättwil. Von diesem Strassenstück aus sah man wie heute noch hinüber zum 'Fislisbacher -Boll', wo schon zu jener Zeit zuoberst ein Kreuz stand."
Unter Stundensteinen verstand man Steine, auf denen angegeben war, wieviele Stunden es noch dauerte, bis man Bern erreichte. Meist galten diese Angaben für Fussgänger.
Bild-Nr.: 39150
Bild: Privatbesitz
Text: Walter Linder
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Plan von Mellingen möglicherweise aus der Zeit vor 1811. Begründung dieses Datums: Um die Kirche sind noch Gräber eingezeichnet. 1811 wurde aber der Friedhof bei der Kirche endgültig aufgehoben. Möglicherweise aber standen einzelne Grabsteine auch noch nach 1811 bei der Kirche. Auf jeden Fall handelt es sich um den ältesten, wenn auch nicht sehr genauen Plan von Mellingen. Wie es scheint, ist das 1835 abgebrochene Bruggertor noch eingezeichnet. Da der Plan französisch beschriftet ist, könnte dieser auch aus der Zeit der Helvetik (1798-1803) stammen, als sich mehrmals französische Truppen in und um Mellingen aufhielten.
Bild-Nr.: 39105
Bild: Unbekannt
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Das Hauptgefecht im Bauernkrieg fand am 3. Juni im Raum Mellingen/Wohlenschil statt. Am 4. Juni schlossen die regierenden Orte mit den Bauern den sogenannten "Mellinger Frieden".
Stich von Martin Disteli (1802-1844), erschienen im Distelikalender 1839.
Literatur: Rainer Stöckli. Geschichte der Stadt Mellingen von 1500 bis 1650. Fribourg 1979, S. 422-443.
Bild-Nr.: 39067
Bild: Martin Disteli
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen