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Österreich oder Süddeutschland, 1. Hälfte 17. Jh.
Eisen geschmiedet, genietet, Messing gegossen, vergoldet
H. 110 cm
Inv. 1874.108.
Aus den zahlreichen Harnischteilen, die das Basler Zeughaus im 19. Jahrhundert dem Historischen Museum übergab, lassen sich insgesamt drei Halbharnische zusammensetzen. Diese geringe Anzahl spiegelt nicht nur die manchmal etwas "zufällige" Überlieferung der Zeughausbestände, sondern auch das politische Geschick Basels im 19. Jahrhundert. Als Basel 1833 in die beiden Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft getrennt wurde, erlitt auch die Sammlung des Zeughauses eine Teilung. Ferner ist zu berücksichtigen, dass zahlreiche Harnische bereits ursprünglich aus verschiedenen, nicht einheitlich gefertigten Teilen zusammengesetzt waren, denn der Harnisch musste dem Träger individuell angepasst werden; man kombinierte - nicht zuletzt aus Kostengründen - vorhandene Teile mit neuen.
Das schönste Stück der Sammlung ist der sogenannte Russinger-Harnisch. Er besteht aus Sturmhaube mit Gittervisier und Nackenschirm, Kragen, Armzeug, Handschuhen, Brust, Rücken und Beintaschen. Als besonderes Zierelement halten zwei messingvergoldete Löwenköpfchen mit einem Ring im Rachen die Vorderflüge des Armzeugs fest. Die Initialen T.R. in herzförmiger Umrahmung auf dem Bruststück führten zur Vermutung, der Reiterharnisch habe dem Basler Ratsherrn Theodor Russinger (gestorben 1610) gehört.