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Die Fahrbahn, die Trottoirs und die unterirdischen Leitungen auf der Rheinbrücke und an der Greifengasse seien schon lange in einem schlechten Zustand. Sie müssten, so das Bau- und Verkehrsdepartement, dringend saniert werden. Ab dem 4. April wird das Projekt angepackt und es wird bis im Herbst dauern. Auf dem Höhepunkt der Arbeiten werden die Brücke und die Greifengasse acht Wochen lang für den Verkehr gesperrt. Die Greifengasse wird danach aber breitere Trottoirs haben.
Zwischen 1903 und 1905 gebaut
Brücken sind ganz generell heikle Bauwerke, sie müssen dem Wasser standhalten. Diese Problematik hat man heutzutage gut im Griffe, moderne Techniken, Materialien, Arbeitsweisen machen es möglich. Die aktuelle Version der Mittleren Brücke ist ja noch relativ jung. Sie wurde zwischen 1903 und 1905 gebaut und zwar komplett aus Stein. Alle früheren Modelle bestanden teilweise aus Holz.
Ab 1244 nachgewiesen
Doch ihre erste Vorgängerin war einst eine der ersten Brücken über den Rhein in der Schweiz, sie wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Vor ihr ist gab es in Rheinfelden bereits eine Rheinbrücke, die nachweislich im 12. Jahrhundert erstellt worden war. Die Existenz der ersten Basler Brücke kann erst ab dem Jahr 1244 nachgewiesen werden.
Heinrich von Thun
Es ist zwar bekannt, dass die Klöster St. Blasien und Bürgeln 1225 finanzielle Beiträge zum Bau der Basler Rheinbrücke haben und dafür vom Brückenzoll befreit wurden. Man weiss aber nicht, ob die Brücke damals schon gebaut war. Der Mann, der den Brückenbau zu Basel mit grossem Elan gefördert hatte, war Heinrich von Thun, seines Zeichens Fürstbischof unserer Stadt. Wahrscheinlich wollte er durch den Bau seinen Machtbereich Richtung Norden ausdehnen.
Holz und Stein
Der Standort bei der Mündung des Birsig bot sich an, weil dort das Rheinufer besonders niedrig ist. Der Erzbischof finanzierte einen Teil des Baus durch die Verpfändung des Kirchenschatzes an jüdische Pfandleiher. Auf der Kleinbasler Seite ruhte die Brücke von Anfang an auf Steinpfeilern, auf der Grossbasler Seite waren es Holzpfeiler. Die Tiefe des Flussbetts und die starke Strömung machen es unmöglich, dort Steinpfeiler zu setzen. Diese Holzpfeiler mussten immer wieder ersetzt werden. Sie faulten, wurden unterspült und unterlagen generell einer starken Abnutzung
Tor und Zugbrücke
Auf der Grossbasler Seite stand das Rheintor: Die Wächter musterten dort alle Fremden, die über die Brücke kamen, trieben den Brückenzoll ein und schlossen das Tor am Abend ab. Bis ins 14. Jahrhundert hinein war der Brückenteil vor dem Tor eine Zugbrücke, die hinaufgezogen werden konnte, wenn Gefahr drohte.
Käppelijoch und Richtstätte
1392 wurde das Käppelijoch gebaut. Mitte des 15. Jahrhundert wurde der steinerne Teil der Brücke verlängert. Es kam ein sechstes Joch dazu, das Bärenfelser-Joch, benannt nach dem Bürgermeister Hans von Bärenfels. Im Mittelalter diente die Mittlere Rheinbrücke auch als Richtstätte: Hier wurden Verurteile in die Fluten des Rheins gestossen, teilweise in Säcke eingenäht. Wer diese Prozedur überlebte, wurde begnadigt.
Adieu Rheintor, hallo Drämmli
Bis in die Mitte des 19 Jahrhunderts blieb die Brücke in Wesentlichen gleich, sie musste einfach regelmässig gewartet und ausgebessert werden. 1839 erfolgte dann der Abbruch des Rheintors, weil es als Verkehrshindernis wahrgenommen wurde. 1858 wurde eines der hölzernen Brückenjoche entfernt und das Käppelijoch wurde auf das Bärenfelser-Joch versetzt. Ab 1895 fuhren dann die ersten Drämmli über die Brücke – und es war klar, dass nun bald eine neue gebaut werden musste. Denn die Belastungen, denen der Bau ausgesetzt war, wurden immer massiver.
Granit aus dem Gotthardmassiv
Die heutige Rheinbrücke besteht aus massivem Granit, der aus der Nordseite des Gotthardmassivs stammt. Sie ist 192 Meter lang und fast 19 Meter breit. Die Firmen Philipp Holzmann und Cie. aus Frankfurt am Main und die Pratteler Firma Buess und Cie. führten den Baus aus. Auf dem mittleren der sieben Brückenpfeiler wurde eine Kopie des alten Käppelijoch installiert.
Verwegene Pläne
In den letzten Jahren wurden immer wieder verwegene Pläne für einen Umbau der Mittleren Brücke gewälzt, zum Beispiel eine massive Verbreiterung des Baus. Schon im 19. Jahrhundert geisterte die Idee herum, die Brücke mit einer Arkade zu versehen, die Geschäfte beherbergt hätte. Ebenfalls wurde lauthals überlegt, an dieser Stelle den Rhein abzusenken, damit grössere Schiffe Platz hätten. Nun wird die Brücke erstmal saniert. Im Gegensatz zu den anderen Projekten werden die neuen Schienen und Trottoirs nun wenigstens Realität.