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«Nach Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ist Davos das Coolste, was man erreichen kann», sagte die 26-jährige Luzernerin, die sich nur der schwedischen Seriensiegerin Maja Dahlqvist beugen musste. Mit dem Podest in Davos und dem Silber im Team-Sprint vergangenen Winter an den WM in Oberstdorf hat Nadine Fähndrich nun bei zwei der für sie prestigeträchtigsten Events bereits zugeschlagen. Und an den Spielen in Peking 2022 winkt der dritte Streich, wenn man im einem Weltklassefeld wie in Davos reüssiert. «Meine Erwartungen an Olympia sind schon länger sehr hoch», betonte die Frau aus Eigenthal. Aber das Resultat in Davos wird ihr speziell Mumm verleihen, da auch in China der Sprint in der Skating-Technik gelaufen wird.
Fähndrich lief in einer Einzeldisziplin zum fünften Mal im Weltcup aufs Podest, erstmals in der Schweiz und zum vierten Mal in einem Sprint. Nach Anzahl Podestplätzen hat sich die Luzernerin an Evi Kratzer vorbeigeschoben und mit Laurien van der Graaff gleichgezogen. Von der inzwischen 60-jährigen Kratzer, WM-Dritte in Oberstdorf 1987, hat Nadine Fähndrich schon viel gehört, getroffen haben sich die beiden aber noch nie. Die Bündnerin hatte ihren Podestplatz in Davos 1984 über 10 km klassisch geschafft. Sie war damals die einzige Läuferin in den Top 12, die nicht aus Norwegen oder der Sowjetunion stammte.
Nadine Fähndrich hatte auch schon Podestplätze durch Sturz vergeben. In Davos nun half ihr ein selbst verschuldeter Sturz der Führenden Rosie Brennan im letzten Aufstieg. Die Schweizerin nahm deshalb die Abfahrt als Erste in Angriff und bog auch als Führende auf die Zielgerade ein. Den Final-Vorstoss hatte die Schweizerin als Lucky Loser über die Zeit erreicht.
Im letzten Jahr war Fähndrich mit dem 4. Platz bitter enttäuscht gewesen, zumal die Norwegerinnen, Schwedinnen und Finninnen gefehlt hatten. Diesmal jubelte sie auf der Ziellinie über den Podestplatz. Die Davoserin Laurien van der Graaff scheiterte bei ihrem Abschied im Heimrennen in den Viertelfinals und fand sich am anderen Ende der Gefühlsskala wieder. Mit einem taktischen Fehler vergab sie das Halbfinalticket. Sie wechselte hinter der führenden Schwedin in der Abfahrt zum Ziel auf die Aussenbahn, kam aber nicht vorbei und wurde durchgereicht. «Taktische Fehler passieren mir eigentlich nie. Ausgerechnet im letzten Rennen in Davos mache ich dann doch einen», sagte sie, die Ende Saison zurücktritt.
Drei Olympia-Normen
Bei den Männern schafften es gleich fünf Schweizer in die K.o.-Runden, nicht aber Dario Cologna, der im Februar 2013 in Davos im Sprint noch Zweiter geworden war. Der vierfache Olympiasieger belegte im Prolog den 66. Platz, auf den geforderten 30. Rang fehlten ihm gut fünf Sekunden. Colognas Fokus liegt aber auf den 15 km mit Einzelstart vom Sonntag, er bestritt den Sprint in erster Linie, um Wettkampfpraxis zu sammeln.
Bester Schweizer war Roman Schaad als Neunter. Der Schwyzer scheiterte wie Valerio Grond, der Finalist des letzten Jahres, im Halbfinal. Die beiden haben aber die Olympia-Norm ebenso erfüllt wie Jovian Hediger. Dieses Trio ist in der Pole-Position, um die Schweiz in Peking im Sprint zu vertreten. Fünf weitere Läufer dürften für die Männerstaffel nominiert werden und auch diverse Distanzrennen laufen.
Auch bei den Männern gab es durch den norwegischen Weltmeister Johannes Hösflot Klaebo einen Favoritensieg.