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Geschichte der Craniosacral Therapie
Die Craniosacrale Osteopathie wurde von William G. Sutherland Ende des 19. Jahrhunderts begründet. Er war zunächst als Journalist tätig und kam mit 25 Jahren zum Studium an die Osteopathieschule von Andrew T. Still. Als Student entdeckte Sutherland, dass der menschliche Schädel in regelmässigen Abständen seinen Umfang verändert, und zwar unabhängig vom Herz- und Atemrhythmus. Das Gehirn, das Rückenmark, die Hirn- und Rückenmarkshäute, das Kreuzbein und der Liquor (Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit) sind an diesen Eigenbewegungen, dem sogenannten Cranialen Rhythmus beteiligt.
Sutherland stellte fest, dass die eigentümlich geformten Verbindungsflächen der Schädelknochen „wie die Kiemen eines Fisches gekantet“ waren, was ihm den Hinweis für die gelenkige Beweglichkeit eines Atemmechanismus gab.
Durch Selbstversuche am eigenen Kopf, wo er an bestimmten Stellen Druck ausübte, konnte er Kopfschmerzen, Seh- und Hörstörungen und Veränderungen der Persönlichkeit auslösen. Zusammen mit seiner Frau dokumentierte Sutherland die Ergebnisse seiner Versuche und entwickelte daraus ein Behandlungskonzept.
Mit Hilfe von sanftem Palpieren (Abtasten und Fühlen) am Schädel und am ganzen Körper gewann Sutherland Erkenntnisse über den Zustand des körpereigenen Regulationssystems, das für das Gleichgewicht im Organismus verantwortlich ist. Den Craniosacralen Rhythmus nutzte er nun für Diagnose und Therapie: Mit minimalen Impulsen auf die Hirnflüssigkeit und andere Körperflüssigkeiten konnte er das Gesamtbefinden eines Menschen oder ganz gezielt ein Gelenk oder Gewebe behandeln.
Zu einem späteren Zeitpunkt nahm Sutherland in der Flüssigkeit einen Antrieb für die wellenartigen Bewegungen wahr, wie eine Art Potenz, die ihre Kraft auf die Flüssigkeit überträgt. Und noch etwas später erkannte er die dynamische Stille als Quelle dieser Kraft. Er nannte dieses Phänomen Lebensatem.