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Die DDR erlebte Anfang der 60er-Jahre im Zuge des von Nikita Chruëv in der UdSSR angestossenen Tauwetters eine wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Öffnung. Dabei trugen die Dezentralisierungsmassnahmen in der Wirtschaft zu einer Erhöhung der Effektivität und die Liberalisierung in der Politik zu einer Öffnung in der Gesellschaft, Kunst und Kultur bei. Besonders die Jugend profitierte von diesen Erleichterungen und konnte sich auf Losungen wie "Welchen Takt die Jugend wählt, ist ihr überlassen: Hauptsache sie bleibt taktvoll" berufen.
Diese Phase des Aufschwungs und der Öffnung war allerdings nur kurz, sie fiel bereits Mitte der 60er-Jahre dem Machtwechsel in der UdSSR und dem innerparteilichen Machtkampf zwischen Ulbricht und Honecker in der DDR zum Opfer – und leitete über in den langsamen Niedergang, der mit dem Fall der Berliner Mauer im
November 1989 sein Ende fand.
Die Vorlesungsreihe beleuchtet und kontextualisiert den Werdegang der DDR von 1949 bis1990 und geht dabei der Frage nach, ob die Entwicklungen der 60er-Jahre Optionen für ein anderes, offeneres Land ermöglicht hätten. Dabei sollen die Produkte aus Kunst und Kultur, besonders Film und Literatur, als Anhaltspunkte und Belege dienen.