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Rahel, Stella, Sayeeda und Mary Afan erzählen von vier vorenthaltene Rechte: Gesundheit, Arbeit, Würde und Landbesitz.
Leider ist es in vielen Ländern der Welt keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen auch Rechte haben. Ganz im Gegenteil: Sie müssen gefordert, verteidigt und geschützt werden.
Genau davon handeln die wahren Geschichten von Rahel, Stella, Sayeeda und Mary Afan, die dank der Unterstützung von ActionAid den Mut fanden, für ihre eigenen Rechte zu kämpfen.
Rahel
Rahel war eine Schneiderin aus Tansania. Und auch eine Frau, die Genitalverstümmelungen bei Frauen durchführte. „Dies war eine Familientradition“, erzählt sie, „meine Mutter gab mir das Werkzeug, legte es auf meinen Kopf und sagte mir, dass ich es sieben Tage behalten müsse.“ Sie hörte mit diesen Behandlungen auf, als ihr bewusst wurde, wie schrecklich die Folgen einer solchen Behandlung für die Gesundheit der jungen Frauen und Mädchen war: Sexuell übertragbare Krankheiten und Infektionen wurden durch dieses Werkzeug von einem Mädchen auf das andere übertragen. Heute setzt sich Rahel persönlich für den Kampf gegen diesen brutalen Brauch ein.
Stella
Stella ist 55 Jahre alt. Sie hat ihr ganzes Leben vor allem ihrer Familie gewidmet: Zuerst der Familie, in welche sie hineingeboren wurde, und dann der Familie, die sie mit ihrem Ehemann gegründet hat. Sie ist nie einem Beruf nachgegangen und konnte auch keine persönlichen Ambitionen entwickeln und pflegen. Als sie Witwe wurde, veränderte sich alles. Sie sah sich plötzlich gezwungen eine Arbeit zu finden, ohne vorher einen einzigen Tag in ihrem Leben beruflich tätig gewesen zu sein. Glücklicherweise erhielt sie Unterstützung von ActionAid. „Dank einer Reihe von Ereignissen konnte ich einen dreimonatigen Kurs besuchen und wenig später eine Lehre machen. […] Ich fühlte mich jetzt viel selbstsicherer und hatte keine Angst mehr, mit Personen zu sprechen, die ich noch nicht kannte.“ Jetzt kann sie stolz und mutig ihre erste Berufserfahrung machen.
Sayeeda
Sayeeda kam in Indien zur Welt. Als ihr Ehemann und ihre Familie herausfanden, dass sie ein Mädchen erwartete und keine weiteren Kinder wollte, haben die Gewalt und Schikanen angefangen. Sie zwangen sie, Geschlechtsverkehr zu haben. Sie wurde wieder schwanger und es war noch einmal ein Mädchen. Die Schikanen verwandelten sich in Schläge. Als Folge davon wurde sie ins Spital eingeliefert. „Während ich im Spital war“, erzählt Sayeeda, „lernte ich Mitarbeiter vom One Stop Center kennen. Ich erhielt rechtliche und psychologische Unterstützung − aber nicht nur. Aufgrund der Heirat hatte ich mein Studium unterbrochen und dank dem Center konnte ich mein Studium fortsetzen, einen Abschluss machen und jetzt mache ich einen Masterstudiengang. Mein Traum ist es, im Center zu arbeiten und vielen anderen Frauen, wie ich eine war, zu helfen.“
Mary Afan
In Nigeria, wie in vielen anderen Ländern dieser Welt, haben Frauen kein Recht auf Landbesitz, obwohl sie 60-80% der Arbeit im Landwirtschaftssektor machen. Ausserdem werden die Frauen bei der Güterverteilung nicht miteinbezogen. Mary Afan hat sich entschieden, sich all dem zu widersetzen. ActionAid hat sie und andere Frauen dazu ermutigt, eine Gruppe zu bilden, um zu besprechen, was getan werden soll. Der Rest hat sich sozusagen von selbst ergeben. Heute ist Mary Afan die Präsidentin von Small Scale Women Farmers Organisation (SWOFON), einer Vereinigung, die für die Rechte der Bäuerinnen kämpft. Und sie hat ihre Geschichte am G7-Treffen in Taormina erzählt.
Wir kämpfen auf der ganzen Welt an der Seite der Frauen, die treibende Kräfte für eine Veränderung sind. Wir wollen, dass keine Frau in ihrem persönlichen Leben Gewalt und Ungerechtigkeit erleben muss.
Ganz praktisch tun wir Folgendes:
1) Wir helfen den Frauen, sich ihrer Rechte bewusst zu werden und beziehen auf dem Weg zu einer kulturellen Veränderung auch ihre Ehemänner mit ein.
2) In den extremsten Fällen stellen wir medizinische, psychologische und rechtliche Unterstützung für die Frauen sicher, die unter Gewalt leiden oder gelitten haben.
3) Wir üben Druck auf Institutionen aus, damit sie die persönliche Sicherheit von Frauen und Kindern gewährleisten.
4) Wir gewährleisten die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen und ihre Teilnahme am Gemeinschaftsleben.