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Sepp und Joe, Senior und Skater, treffen sich mehrmals wöchentlich auf einer Parkbank. Die Hintergründe ihrer Bekanntschaft sind verschleiert. Man munkelt, sie hätten sich im Bus angefreundet. Beide verhöhnten sie die Finanzkrise. Joe sah das Ganze nicht so dramatisch, denn man müsste ja lediglich die Boni etwas kürzen. Für Sepp war das Debakel alter Kaffee, nichts im Vergleich zum schwarzen Freitag, anno 1929.
So trifft sich das ungleiche Duo und tauscht sich über Alltägliches aus. Sepp liebt mittlerweile den Big Mac, und Joe weiss dank Sepps Insidertipps haargenau auf welchem Fussballfeld er in Krisenzeiten seine Kartoffeln anbauen wird. Dank den Ratschlägen von einem gewissen Doktor Sommer, zu dem Joe irgendwelche Kontakte zu haben scheint, konnte Sepp seine jahrelang unterdrückten Männlichkeitsdefizite endlich aufarbeiten. Im Gegenzug schöpfte Joe, damals unfreiwillig Single, Mut aus Sepps Erzählungen über zahlreiche unerfüllte Lieben, bevor er die Richtige traf.
Gemeinsam erfinden sie die Welt immer wieder neu. Zum Beispiel wie es wäre, wenn der Fernseher nie erfunden worden wäre. Unmöglich, meint Joe. Viel besser, kontert Sepp. In ihrem Parkbank-Mikrokosmos verschwören sie sich gegen eine Gesellschaft, die sie bevormundet, kontrolliert und manipuliert. Sie streiten, lachen, diskutieren und schmieden Weltverbesserungspläne, bevor jeder wieder seinen Weg geht, um eine Einsicht reicher, in freudiger Erwartung auf das nächste Parkbankintermezzo.