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Das Neue Testament wurde ursprünglich auf Altgriechisch verfasst. Damit steht das Altgriechische gemeinsam mit dem Latein an der Wiege der europäischen Kultur. Das sogenannte vorklassische und klassische Griechisch (ca. 800 bis 300 v. Chr.), innerhalb dessen diverse Dialekte existieren, ist die Sprache Homers und Platons, die Sprache der drei grossen Tragiker Aischylos, Sophokles und Euripides. Das Neue Testament wiederum bedient sich der sogenannten κοινὴ διάλεκτος [koiné diàlektos], einer «gemeinsamen Sprache», die von ca. 300 v. bis 550 n. Chr. vorherrschend war und die sich zu einer allgemeinen Verkehrs- und Umgangssprache entwickelte, während die verschiedenen Dialekte schwanden.
Der Fokus des Griechischen, das an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich gelehrt wird, liegt auf ebendiesem spezifischen Griechisch des Neuen Testamentes – mit all seinen sprachlich-kulturellen Verbindungen zum sogenannten klassischen Griechisch und seinen Eigenheiten, wie beispielsweise den Semitismen (sprachliche Phänomene, die sich auf den Einfluss des Hebräischen und Aramäischen zurückführen lassen). Der Jahreskurs Griechisch bietet somit Zutritt zur Textwelt des Neuen Testamentes, er ermöglicht aber beispielsweise auch die Lektüre der «Septuaginta» (der frühen jüdischen Übersetzung der Texte des Alten Testamentes), die für das Christentum von grosser Bedeutung war.
Unsere Einführung in die Griechische Sprache dauert zwei Semester und besteht aus zwei Modulen; der Einstieg ist in jedem Semester möglich, da die beiden aufeinander aufbauenden Kursteile, «Griechische Sprache I» und «Griechische Sprache II», in jedem Semester angeboten werden. Von Beginn des ersten Kurses an werden leichtere bis mittelschwere Originalpassagen aus dem Neuen Testament gelesen und übersetzt. Der Jahreskurs wird nach den zwei Kursteilen mit dem theologischen Graecum abgeschlossen.
In jedem Semester wird zusätzlich ein Lektürekurs angeboten, in welchem längere, zusammenhängende Passagen (wie zum Beispiel «die Pastoralbriefe» oder «ausgewählte Wundergeschichten in der Apostelgeschichte») aus dem Neuen Testament philologisch und theologisch gelesen und kontextualisiert werden. Dieses Modul «NT Lektüre» wird von der Dozentin der Sprachkurse zusammen mit einer/m Dozierenden der Theologie unterrichtet und dient der Vertiefung und Festigung der im Jahreskurs «Griechische Sprache» erworbenen Kenntnisse. Der Lektürekurs bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich intensiver mit dem Novum Testamentum Graece, der wissenschaftlichen Textausgabe des Neuen Testaments, auseinanderzusetzen, und ermöglicht es, die für das Studium der Theologie notwendige Routine im Übersetzen altgriechischer Texte zu erwerben.