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Meilensteine der Fotografie
Von der Camera Obscura zur digitalen Spiegelreflex- bzw. Systemkamera - die Geschichte der Fotografie beginnt bereits im 19. Jahrhundert mit der ersten Lochbildkamera. Die wichtigsten Meilensteine der Fotografie von den Anfängen bis heute haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Die Grundsteine der Fotografie: die erste Lochbildkamera und die Entwicklung des Positiv-Negativ-Verfahrens
1826 Camera Obscura
Im Jahr 1826 gelang es dem Franzosen Nicéphore Niépce erstmalig, mit einer selbstgebauten Kamera - einer Camera Obscura – eine Fotografie anzufertigen. Das Bild mit dem Namen "Blick aus dem Arbeitszimmer" ist die älteste noch erhaltene Fotografie. Die Kamera belichtete auf eine mit in Lavendelöl gelöstem Naturasphalt bestrichene Zinnplatte. Die Asphaltmischung härtete, je nach Belichtungsgrad, heller oder dunkler aus. Nach acht Stunden Belichtungszeit konnte das Foto fixiert werden.
1839 Daguerreotypie
1839 wurde die Daguerreotypie, welche von Louis Daguerre entwickelt wurde, an der Pariser Akademie der Wissenschaften vorgestellt. Bereits bei ihrer Veröffentlichung war die Daguerreotypie ein sehr praxistaugliches System.
Das Verfahren, bei dem man zunächst versilberte Kupferplatten poliert hat, wurde auf Grundlage der Lichtempfindlichkeit von Silberhalogeniden entwickelt. Die Lichtempfindlichkeit wurde durch die Einwirkung von Joddampf erzielt. Anschliessend hat man die Platten Brom- und Chlordämpfen ausgesetzt, welche für eine weitere Erhöhung der Lichtempfindlichkeit sorgten.
Die Daguerreotypie ermöglichte von Beginn an fein nuancierte Bilder, die sogar winzige Details zeigten, wenn man sie mit der Lupe betrachtete. An diesem Standard wurden auch spätere Verfahren gemessen.
1840 Erstes Positiv-Negativ-Verfahren
Im Jahr 1840 perfektionierte und patentierte der Brite William Henry Fox Talbot sein Positiv-Negativ-Verfahren, an welchem er bereits seit sechs Jahren gearbeitet hatte. Die sogenannte Kalotypie oder Talbotypie ermöglichte erstmalig das Erstellen beliebig vieler Kopien durch ein Negativ.
Die Erstfotografie wurde gewachst, woraus ein transparentes Negativ entstand. Anschliessend wurde dieses auf ein lichtempfindliches Papier übertragen, und man erhielt das Positiv-Bild.
1840 Erstes Objektiv auf Grundlage mathematischer Berechnungen
Im gleichen Jahr konstruierte der Slowake Joseph Maximilian Petzval in Wien das erste Objektiv auf Grundlage mathematischer Berechnungen mit einer für diese Zeit ausserordentlich hohen Lichtstärke von 1: 3,4.
1840 - 1890 Plattenkameras
Zwischen 1840 und ca. 1890 dominierten sogenannte Plattenkameras. Die damit entstandenen Glasplatten-Negative brachten gestochen scharfe Bilder, waren jedoch immer genau so gross wie der gewünschte Abzug. Für zBsp. Gebirgsaufnahmen wurden riesige Kameras gebaut, welche von mehreren Männern getragen werden mussten.
Die Entwicklung ging voran - kürzere Belichtungszeiten, Serienaufnahmen, der Rollfilm und die erste Rollfilmkamera entstanden.
1871 Gelatine-Trockenplatte löst Kollodium-Nassplatten ab
1871 erfand Richard Leach Maddox die Gelantine-Trockenplatte, die durch eine deutlich höhere Empfindlichkeit überzeugte als die bisher verwendeten Kollodium-Nassplatten (Entwickelt von Frederick Scott Archer und Gustave Le Gray 1850/1851).
Zudem waren Gelantine-Platten im Vergleich zu nassen Kollodium-Platten viel haltbarer und konnten bequem auf Reisen mitgeführt werden. Darüber hinaus waren sie bis zu zehnmal empfindlicher als Platten aus Kollodium. So waren nun auch Aufnahmen mit viel kürzeren Belichtungszeiten möglich.
1878 Erste Serienaufnahme
Neun Jahre später, im Jahr 1878, erstellte der Brite Eadweard Muybridge die erste Serienaufnahme eines bewegten Motivs - eines galoppierenden Pferdes.
1887 Planfilme lösten Glas- sowie Gelatine-Trockenplatten ab
1887 wurden die Glasplatten sowie die später entwickelten Gelatine-Trockenplatten durch Planfilme ersetzt, welche von Hannibal Goodwin erfunden und zum Patent angemeldet hat. Planfilme sind nicht rollbar, jedoch biegsam, bruchfest und leicht.
Sie bestehen aus Zelluloid und werden auch heute noch gebraucht (zBsp. Instant-Fime). Goodwin führte elf Jahre lang einen Rechtsstreit mit der George Eastman Company, die heutige Kodak, welche behauptete, den Rollfilm von Grund auf erfunden zu haben, darauf Patente anmeldete und sehr erfolgreich mit der Vermarktung „ihres“ Rollfilms waren.
1888 Boxkamera auf Rollfilmbasis
Im Jahr 1888 wurde die Fotografie durch die Boxkamera auf Rollfilmbasis des amerikanischen Unternehmens Kodak populär. Es entstanden die Original Kodak und die Kodak Nr. 1. Zudem bot das Unternehmen auch einen Entwicklungsservice an. Das damalige Motto von Kodak lautete "You press the button, we do the rest".
Die Konstruktion der Kamera war einfach, damit Kodak auch technisch nicht versierte Kunden ansprechen konnte. Die Kamera musste weder auseinander geklappt werden noch waren viele Einstellungen erforderlich. Sie diente in erster Linie zur Vermarktung des Rollfilms von Kodak.
Boxkameras gab es von 1900 bis 1970 zu kaufen, populär waren Sie vor allem bis Mitte der 1950er Jahre.
1895 Erste "Spiegel-Reflex-Klappkamera"
1895 Entwickelte der Berliner Fritz Kricheldorff die erste „Spiegel-Reflex-Klappkamera“ und meldete 1910 das Patent an. Die Problematik war, noch über 30 Jahre lang, dass das Bild seitenverkehrt entstand.
Die Entwicklung der Fotografie im 20. Jahrhundert: die ersten Kleinbildkameras
1914 Erster Kamera-Prototyp auf Kleinbildbasis
1914 stellte der Leiter der Entwicklungsabteilung des Unternehmens Leitz in Wetzlar, Oskar Barnack, den Kamera-Prototypen auf Kleinbildbasis (24x36mm) fertig. Die barnacksche Kleinbildkamera wurde aber, aufgrund des Ersten Weltkriegs, erst 1924 in Serie gefertigt. Auf diesem Konzept beruht später die Fertigung der Ur-Leica.
1932 - 1934 Entwicklung der japanischen Fotoindustrie, Kinofilme, erste Farbfilme
Von 1932 bis 1934 entwickelte sich auch die japanische Fotoindustrie. Nikon stellte 1932 zunächst Kameraobjektive her, während Fujifilm 1934 Kinofilme produzierte. 1935 und 1936 brachten Kodak und Agfa erste Kleinbild-Dreifarbenfilme heraus. 1935 kam der Kodachrome, ein Jahr später der Agfacolor, beides Farbfilme, auf den Markt.
1936 Erste Kleinbild-Spiegelreflex Kamera "Kine Exakta"
Die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera war die Kine Exakta der Firma Ihagee aus Dresden, welche ab 1936 erhältlich war. Sie besass ein trapezförmiges Gussgehäuse, eine verschraubte Filmbahn sowie eine abnehmbare Rückwand.
Der Verschluss der Kamera wurde als Tuchschlitzverschluss inklusive zweier Gewebetücher angebracht und ermöglichte Belichtungszeiten von 1/1000 bis zu 12 Sekunden. Ein Selbstauslöser zählte ebenfalls zur Ausstattung der Kine Exakta.
1957 Das Sofortbild kommt auf
Entwicklungen ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Automatisierung und Digitalisierung der Fotografie
1963 Erste Autofokus-Kamera
Das japanische Unternehmen Canon präsentierte im Rahmen der Photokina 1963 die erste Autofokus-Kamera, die sich automatisch auf Motive einstellte.
1975 Erste funktionstüchtige Digitalkamera mit akzeptablem Gewicht und 10'000 Pixel
1975 entwickelte Steven Sasson von Kodak die erste funktionstüchtige Digitalkamera mit einem Gewicht von 3,6 Kilogramm, welche Bilder mit 10.000 Pixeln in Schwarz-Weiss schoss.
1978 Erste Autofokus-Sucherkamera
1978 kam die Konica C35 AF als erste Autofokus-Sucherkamera auf den Markt. Der Autofokus setzte sich jedoch erst 1985 mit der Minolta 7000 bei den Spiegelreflexkameras durch. Diese Kamera besass ein Autofokus-System, das komplett im Gehäuse integriert war.
1981 Spiegelreflexkamera Mavica - Speicherung auf Diskette
1981 brachte Sony die Spiegelreflexkamera Mavica heraus, welche mit einem CCD-Sensor arbeitete und Videostandbilder auf Diskette speicherte. Später waren auch Still-Video-Kameras anderer Hersteller verfügbar, die bewegungslose Bilder machten und als Einzelbilder in verschiedenen Videoformaten auf rotierenden Magnetscheiben speicherten.
1986 Erste komerzielle Kamera mit magnetischer Speicherung
Die Canon RC-701 war 1986 die erste kommerziell erhältliche Kamera, welche Bilddaten magnetisch aufzeichnete.
1991 Erste Digitalkamera für den breiten Markt
Der Logitech Fotoman war 1991 die erste für den breiten Markt erhältliche Digitalkamera. Sie lieferte jedoch nur Bilder in Schwarz-Weiss und besass kein Display. In den folgenden Jahren kamen dann die ersten Farbdigitalkameras mit Monitor von Apple, Casio, Fujifilm und Kodak auf den Markt.
1991 Erste volldigitale Spiegelreflexkamera
Ebenfalls 1991 stellte Kodak die DSC-100 vor, bei der es sich um die erste volldigitale Spiegelreflexkamera handelte. Das Modell basierte auf der Nikon F3, einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera für professionelle Anwendungen, und arbeitete mit einem Sensor inklusive 1,3 Megapixeln.
1999 Erste digitale Spiegelreflexkamera mit CCD-Sensor und erstes Fotohandy
1999 präsentierte Nikon die erste digitale Spiegelreflexkamera D1 mit einem CCD-Sensor inklusive 2,6 Megapixeln für professionelle Fotografien, die Aufnahmen mit bis zu 2000 x 1312 Pixeln erlaubte und vom Unternehmen selbst entwickelt wurde.
Im gleichen Jahr erschienen in Japan erstmalig Fotohandys, in Deutschland 2002.
Entwicklung im 21. Jahrhundert
2000 - heute Kontinuierliche Erhöhung der Bildauflösung
2003 - heute Digitalkameras vs. Analogkameras
Seit 2003 erzielen Digitalkameras höhere Verkaufszahlen als die analogen Geräte.
2008 Spiegellose Systemkamera mit elektronischem Sucher
2008 stellte Panasonic die spiegellose Systemkamera Lumix G1 vor, die im Vergleich zu digitalen Spiegelreflexkameras keinen optischen, sondern einen elektronischen Sucher und ein 3-Zoll-Display besass.
Auch die X-Serie Kameras von FUJIFILM sind spiegellos und haben elektronische, teilweise sogar hybride Sucher.
Heute und Zukunft
In den letzten Jahren arbeiteten alle Hersteller vor allem an Feinheiten bei Sensoren, Linsen, Fokus-Systemen, etc...
Kameras wie die Lichtfeldkamera (Lytro), welche durchgehend scharf stellt oder die 360° Kameras, welche rundum Fotos aufnehmen können sind nur einige Weiterentwicklungen in der Fotografie.
Was uns in Zukunft erwarten wird? Lassen wir uns überraschen...