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Adam, Eva und Darwin
Ein Besuchsbericht vom 24. Oktober 2007 der Ausstellung im Museum BL, Liestal , die vom 14. September 2007 bis 29. Juni 2008 dauert.
Diese Ausstellung ist sehr begrüssenswert, trotzdem sie viele Mängel zeigt. Es ist Zeit, dass sich die Vertreter der Evolutionstheorie nicht länger der Diskussion Evolution/Schöpfung entziehen, welche von ihrer Seite vor allem mit weltanschaulichen Argumenten geführt wird. Ich möchte den Initianten der Ausstellung „Adam, Eva und Darwin“ zu ihrem gratulieren, das heisse Eisen des Kontroverse Evolutionismus vs. Kreationismus aufzugreifen. Das Museum in Liestal hat hier Pionierarbeit geleistet und verdient grosse Anerkennung. Die wissenschaftliche Arbeit besteht bekanntlich nicht in der Ausgrenzung unbequemer Wahrheiten, sondern in der offenen Diskussion der Probleme auf breitest möglicher Basis.
Neben viel Positivem habe ich in der Ausstellung keine Antworten auf die wichtigsten Fragen der Kreationisten gefunden. Zum Beispiel: Woher kam das erste Lebewesen? Wie ist die intelligente Information in den Genen entstanden? Wie sind die nicht reduzierbar komplexen Systeme in den Lebewesen entstanden (Behe, Darwins Black Box, Resch-Verlag, 2007)?
Beim Eingang zur Ausstellung steht unter anderem: „Die Vielfalt des Lebens entstand ohne Gottes Hilfe durch natürliche Ursachen in einer langen Entwicklung der Evolution“. Das ist eine Behauptung ohne jeden wissenschaftlichen Beweis, denn wie sind jeweils neue Organe entstanden oder neue Baupläne? Wenn neue Organe und neue Baupläne zufällig durch Mutationen und Selektion entstanden sind, müsste man das auch in geraffter Zeit im Labor vorführen können. Wo sind die Experimente, die uns das glaubhaft machen? Nur mit dem Erzählen von möglichen Szenarien werden diese Probleme nicht gelöst.
Zur Ausstellung gibt es weitere Fragen zu stellen, von denen ich nur eine erwähnen will: Zur Entstehung von Vogelfedern wird folgender Text präsentiert: „Durch winzige Änderungen bei der Bildung der Haut entstanden statt Schuppen Fäden aus Horn, die ein wärmendes Luftpolster bewirkten. Vermutlich trugen einzelne Dinosauriergruppen als erste so ein Fadenkleid.“ Dafür gibt es keinerlei Nachweise in den Fossilien trotzdem man an mehreren Orten fossile Dinosaurierhaut gefunden hat. Die Entstehung der Vogelfeder bedingt einen wesentlichen Zuwachs von sinnvollen Informationen im Genom. Dafür haben die Evolutionisten weder einen Mechanismus noch eine andere Erklärung gefunden, es sei denn man begnüge sich mit dem oben präsentierten schönen Geschichtlein.
Der wichtigste Teil der Ausstellung ist die ARENA. Es werden verschiedene Erklärungsmodelle audiovisuell gezeigt. Die Teilnehmer an der ARENA zu den Themen „Schöpfung und Evolution“ bzw. „Glauben und Wissen“ sind:
Kurt Aeschbacher, Moderator
5 Theologen:
Dr. Hans Küng, Theologe
Erich Häring, Bischofsvikar
Xaver Pfister, röm. kath. Theologe
Christine Aus der Au, Theologin
Nadja Müller, Theologin
3 Evolutionsbiologen:
Prof. Dr. Dieter Ebert, Evolutionsbiologe
Dr. Lukas Schärer, Evolutionsbiologe
Dr. Mathias Kölliker, Evolutionsbiologe
3 Vertreter der Schöpfungstheorie:
Max Wörnhard, Zeuge Jehovas, klassischer Philologe
Suzanne Glesser, Zeugin Jehovas, Graphikerin
Gian Luca Carigiet, ProGenesis
Ausgerechnet 5 evolutionsgläubige Theologen liess man an prominenter Stelle zu Wort kommen, und zwar zu einem Thema, in dem sie nicht Fachleute sind und in dem sie meines Erachtens ungenügend orientiert sind. Dann hat man drei akademisch ausgebildete Evolutionsbiologen drei „Laien“ gegenüber gestellt, von denen zwei den Langzeitkreationismus (Schöpfung in Milliarden Jahren) vertreten haben. Zur Diskussion steht aber viel mehr der Kurzzeitkreationsmus (Schöpfung in 6 Arbeitstagen).
Der Evolutionsbiologe Dr. Kölliker verstieg sich zu einer Aussage, die nicht unwidersprochen sein kann. Er sagte sinngemäss folgendes: „Der Glaube an eine göttliche Schöpfung darf jeder für sich beanspruchen, aber er darf ihn nicht als einzige Wahrheit verbreiten, insbesondere nicht in den Schulen.“ Genau das aber machen heute die Evolutionisten. Sie bezeichnen die Evolutionstheorie als Tatsache und verkünden das auch als einzige Wahrheit in den Schulen. Die Haltung von Dr. Kölliker widerspricht der Redefreiheit und Lehrfreiheit, die uns verfassungsmässig zugesprochen sind.
Im Hintergrund der ARENA sind verschiedene Bücher in einem einheitlichen Deckel ausgelegt, die pro und kontra Schöpfung/Evolution zum Thema haben. Leider ist auch da die Einseitigkeit offensichtlich. Insbesondere kommt der Schöpfungsgegner Dawkins mit zwei Büchern vor, während von den zahlreichen Büchern der deutschen Forschungsgemeinschaft „Wort und Wissen“ kein einziges vorhanden ist. Ebenso fehlen die Schriften von ProGenesis, der schweizerischen kreationistischen Organisation.
Verein ProGenesis, Hansruedi Stutz, 16. Dezember 2007