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Sobald eine Person in der Schweiz ein Asylgesuch stellt, beginnt das nationale Asylverfahren. Für die Prüfung der Gesuche ist ausschliesslich das Staatssekretariat für Migration (SEM) zuständig. Die asylsuchende Person wird zunächst in ein Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM gebracht. Dort wird sie registriert und eine erste kurze Befragung findet statt. Im Rahmen dieser Befragung wird auch geprüft, ob die Schweiz das Asylgesuch inhaltlich prüfen muss oder ob die Person bereits in einem anderen europäischen Land registriert wurde und deshalb ein anderer Staat gemäss Dublin-Verfahren zuständig ist. Ist dies der Fall, so erhält die Person einen Nichteintretensentscheid (NEE).
Die maximale Aufenthaltsdauer im EVZ beträgt 90 Tage. Asylsuchende, deren Gesuch nicht im EVZ entschieden werden kann, weil das SEM mehr Zeit für Abklärungen benötigt, werden bis zum Abschluss des Asylverfahrens gemäss eines festgelegten Verteilschlüssels einem Kanton zugeteilt und dort untergebracht sowie betreut. Sie erhalten den N-Ausweis als Identitätsnachweis, bis eine Entscheidung zum Asylgesuch gefällt wurde.
Erfüllt eine Person die Flüchtlingseigenschaften nicht und steht einer Rückkehr in den Heimat- oder Herkunftsstaat rechtlich nichts entgegen, wird das Asylgesuch abgelehnt und die betroffene Person muss die Schweiz innerhalb der angesetzten Ausreisefrist verlassen.
Sind die Flüchtlingseigenschaften erfüllt und die Schweiz ist das erste Kontaktland, wird das ordentliche Asylverfahren eingeleitet. Nun finden weitere Befragungen zu den Fluchtgründen statt und das SEM fällt anhand der gesammelten Informationen einen Entscheid darüber, ob die Person Asyl in der Schweiz erhält oder aus der Schweiz weggewiesen wird. Wird das Asylgesuch gutgeheissen, erhält die betroffene Person als anerkannter Flüchtling einen B-Ausweis sowie einen Reiseausweis für Flüchtlinge (Flüchtlingspass). Es kann vorkommen, dass Personen einen negativen Entscheid erhalten haben, die Wegweisung aber nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar ist. Diese Personen erhalten dann eine vorläufige Aufnahme.