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F.J. Miller, Information Research, Vol. 8 No. 1, October 2002
Wissensmanagement unterstellt, dass Wissen mit technischen Mitteln und unabhängig von Individuen erfasst, gespeichert, verarbeitet, weitergegeben usw. (eben: ge-managed) werden kann. Aus dem folgenden wird klar, dass dies eine Illusion ist. Übrig bleibt als Unternehmens-Aufgabe praktisch nur die Unterstützung der Fähigkeit zur Interpretation von Information durch die beteiligten Menschen und die Förderung des Teilens von Wissen zwischen den Stakeholders als Menschen.
Miller ist selbstkritisch genug, festzustellen, dass sein elektronisch publizierter Artikel nur bedeutungslose Information darstellt. Bedeutung erhält er erst durch die Interpretation und Kommentierung durch die Lesenden.
Deshalb enthält mein Blog-Artikel auch keine treffende Zusammenfassung des ausführlichen Artikels von Miller, den jeder ja selber im Internet nachlesen kann. Vielmehr liest Du meine Hervorhebung und persönliche Interpretation der mir wichtig erscheinenden Informationen.
Wissen ist die Fähigkeit, Information eine Bedeutung zu geben. Miller unterscheidet zwischen „Message“: eine Botschaft, Übermittlung von Information, und „Meaning“: der Bedeutungsinhalt, Sinngehalt der Information.
Information ist statisch und „leblos“, wartet darauf mit Bedeutung verbunden zu werden (Miller bezieht sich mehrfach auf ein Buch von Karl-Erik Sveiby). Information beliefert uns mit Input und fordert uns auf (provoziert uns), der Information eine Bedeutung zu geben. Information wird zu Wissen erst in dem Moment, wo Menschen die Information interpretieren.
Wissen kann nicht technisch erfasst (engl.: captured) werden, so wenig wie menschliche Gedanken technisch erfasst werden können. Im Moment, wo wir versuchen Wissen für die technische Erfassung explizit zu machen, verwandelt es sich in Information, welche dann bei der Wiederverwendung auch wieder die Interpretation von menschlichen Individuen erfordert. Wissen so weitergeben ist also ein unablässiger Umwandlungsprozess
subjektives Wissen Þ objektivierte Information Þ subjektives Wissen.
Das Substantiv „Wissen“ suggeriert uns, das Wissen eine Sache ist, die man „berühren“ kann. „Berühren“ meint natürlich hier Erfassen, Speichern, technisch Übermitteln usw.
Die meisten Kommunikationskonzepte befassen sich mit dem Weitergeben von Information. Erst der Empfänger gibt der Information eine inhaltliche Bedeutung.