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Die Gründung der Aktiengesellschaft Grande Dixence erfolgte im August 1950 als Auftakt des Arbeitsbeginns. Die Grand Dixence ist das unangefochtene Wahrzeichen der schweizerischen Wasserkraft, der Eckpfeiler der von uns erzeugten erneuerbaren Energie. Für die sichere Stromversorgung unseres Landes ist sie entscheidend. Sie ist eine Pionierleistung und war für die rund 3'000 Personen, die unter oft schwierigsten Bedingungen an diesem avantgardistischen Bau beteiligt waren, ein grosses Abenteuer. Es war kalt, stürmte, und auch die Höhe machte ihnen zu schaffen.
In den Fünfzigerjahren übertraf das Projekt für den Bau dieser unglaublichen Anlage mitten im Wallis im Val des Dix hinsichtlich Grösse, des visionären Konzepts und der veranschlagten Summen alles je Dagewesene.Die Grande Dixence verkörperte die beinahe übermenschliche Anstrengung, mit der das Wasser von 35 Gletschern und zahllosen Wasserläufen gesammelt werden konnte.
Voraussetzung für den Bau der mit 285 Metern höchsten Gewichtsstaumauer der Welt, die 400 Millionen Kubikmeter Wasser staut, ist technisches Know-how.
Es gibt 80 Wasserfassungen und Stollen in einer Länge von rund 100 Kilometern. Nur so können Bergbäche einen grossen Stausee füllen!
1965 waren sämtliche Bauwerke des Grande-Dixence-Komplexes fertiggestellt. Die Kraftwerke Fionnay, Nendaz und Chandoline lösen sich seither untereinander ab, um aus diesen enormen Wassermassen Strom für 400'000 Haushalte zu erzeugen.
Weitere Bauten zwischen 1993 und 1998 dienten der Erhöhung der Produktionskapazität des Komplexes. Dies gilt für das unterirdische Kraftwerk Bieudron, integrierter Bestandteil der Anlage von Cleuson-Dixence. Mit dem Cleuson-Dixence-Komplex lässt sich das unglaubliche Potential der hinter der Staumauer der Grande Dixence gespeicherten Energie optimieren. Die Leistung und damit die Flexibilität sind heute zweieinhalb Mal höher als zuvor.
Am 12 Dezember 2000 ereignete sich in der Anlage von Cleuson-Dixence ein tragischer Unfall. Die Druckleitung, in der das Wasser der Grande Dixence ins Kraftwerk Bieudron gelangte, barst. Grosse Wassermengen schossen aus der Erde. Eine Schlamm-und Felslawine wälzte sich die Hänge hinunter und kostete drei Menschen das Leben. Ein schwerer Schicksalsschlag, den wir zutiefst bedauern.
Die Anlage von Cleuson-Dixence ging nach zehnjähriger Stilllegung, während dieser die 1200 Megawatt ungenutzt blieben, wieder ans Netz. Die dazu nötigen Arbeiten dauerten viereinhalb Jahre.
Es folgten Funktionstests während sechs Monaten.Der Druckschacht musste ausgekleidet werden. Konkret galt es, eine zweite Druckleitung in die bestehende einzufügen, um die Unfallzone mit einem tiefen Bypass zu umgehen, und das ganze Werk optimal abzusichern.
An der Wiederinstandsetzung waren rund um die Uhr 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt.
Die Cleuson-Dixence Constructions SA wurde 2003 gegründet und mit der Durchführung dieser Arbeiten beauftragt.Sie hat Alpiq Suisse AG und der Grande Dixence SA die Anlage zu Jahresbeginn pünktlich übergeben, unter Einhaltung des Budgets von 365 Millionen CHF.
Die Inbetriebnahme von Cleuson-Dixence auf kommerzieller und politischer Ebene von zentraler Bedeutung.Dank der Verstärkung des Produktionsparks können wir in Spitzenzeiten umgehend auf die Stromnachfrage reagieren. Wie wir alle wissen, steigt der Bedarf an Regelenergie, die rund um die Uhr das Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Produktion sicherstellt, stetig an. Grund ist der laufende und geplante Ausbau der neuen erneuerbaren Energien in der Schweiz und in Europa.
Die Fertigstellung der Anlage von Cleuson-Dixence kommt also wie gerufen. Die zusätzlichen 1200 Megawatt Spitzenenergie tragen ganz entscheidend zur Netzstabilität und sicheren Stromversorgung bei. In der Schweiz entfallen 56 Prozent der Stromproduktion auf die Wasserkraft. Sie spielt eine prioritäre Rolle und ist ein historischer Eckpfeiler unserer Elektrizitätsversorgung.
Beitrag von Hans E. SchweickardtPräsident der Grande Dixence SA
Nachdem die Druckleitung im Dezember 2000 geborsten war, erfolgte die Sanierung der Einrichtungen von Cleuson-Dixence in drei Etappen:
1. Die erste Etappe von 2002 bis 2005 diente den Machbarkeitsstudien und den Konzepten zur Instandsetzung des Druckschachts. Während dieser Phase gründeten die an der Anlage beteiligten Eigentümer im Hinblick auf die Sanierungsarbeiten die Cleuson-Dixence Construction SA. Gleichzeitig beauftragten sie eine internationale Expertengruppe mit der Beratung von Cleuson-Dixence Construction für dieses Projekt. 2003 erhielt die internationale Expertengruppe Verstärkung von Schweizer Spezialisten.
2. Die zweite Phase, also die Projektumsetzung, dauerte von 2006 bis 2009.
3. Die letzte Etappe diente dem Einstau der Druckleitung und der Inbetriebnahme der Einrichtungen (2. Halbjahr 2009).
In der ersten Phase entschied sich die Bauleitung für folgende Lösungen:
Die Vorarbeiten von 2005 bis 2006 umfassten:
- die Einführung eines Lichtraumprofils ins Schachtinnere, um sicherzustellen, dass sich 12 Meter lange Röhren in den Schacht einbringen lassen;
- die Errichtung einer Seilbahn zwischen Plan-Désert und Tracouet, um jederzeit zum oberen Ende des Schachtes gelangen zu können;
- Injektionen über die ganze Länge des Druckschachtes, um die bestehende Leitung mit dem umgebenden Fels zu konsolidieren.
- Die Materialprüfungsanstalt (MPA) führte in Stuttgart und in der Folge auch 1:1 in Chandoline Versuche zur Bewertung der Schweissverfahren durch.
- Schliesslich brachen wir oberhalb und unterhalb des Bypasses zwei Zugangsstollen aus und bauten die bestehenden Fensterstollen für den Transport und die Einbringung der Röhren in den vorhandenen Schacht aus.
- Schliesslich führten wir auch Testmontagen des Ringbetons durch.
Die eigentlichen Stahlbauarbeiten dauerten von 2007 bis 2009. Am oberen Abschnitt zwischen Tracouet und Péroua kam für die Verkleidung S500 ML Stahl zum Einsatz, am unteren Abschnitt zwischen Péroua und Bieudron S690 QL Stahl. Grund für die Wahl dieser Stahlsorten war ihre gute Schweissbarkeit und die nachgewiesene Verwendung in ähnlichen Anlagen. Die Panzerung ist zwischen 20 und 70 Millimeter dick.
Sämtliche Schweissnähte wurden zweimal komplett überprüft, zunächst durch das Stahlbauunternehmen selbst und dann durch eine von Cleuson Dixence Construction direkt beauftragte unabhängige Firma.
Die Lackierung im Inneren der Verschalung besteht aus 2-Komponenten-Epoxy (SIKA SW500 mit hoher Antikorrosionswirkung und Abrasionsschutz).
In den ersten zwei Augustwochen 2009 begann der Einstau der Druckleitung. Seither steht sie unter ständiger Überwachung.
Die Einrichtungen des seit 2000 stillgelegten Kraftwerks Bieudron wurden seit 2008 einer präventiven Wartung und einer detaillierten Kontrolle unterzogen. Die Funktionstests dauerten acht Monate und bestätigten, dass die Anlage sämtliche Anforderungen für eine Inbetriebnahme erfüllte.
Die Cleuson-Dixence Construction SA übergaben am 27. Januar 2010 die funktionstüchtigen und sicheren Einrichtungen ihren Eigentümern, Grande Dixence SA und Alpiq Suisse AG.
Beitrag von Jean-François Nicod, Direktor der Cleuson-Dixence Construction SA
Die 60-jährige Geschichte der Grande Dixence SADie im August 1950 für den Bau der modernen Anlage gegründete Grande Dixence SA gehört Alpiq Suisse AG, IWB Industrielle Werke Basel, BKW FMB Beteiligungen AG und Axpo AG.
Mit einer Höhe von 285 Metern ist die Staumauer im Val des Dix die höchste Gewichtsstaumauer der Welt und das Herz der Anlage.
Mit einem Einzugsgebiet von 420 Quadratkilometern, 35 umliegenden Gletschern, 80 Wasserfassungen und einem Stausee mit 400 Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen ist die hydroelektrische Anlage im Wallis eine der bedeutendsten in der Schweiz und in Europa. Sie umfasst die vier Kraftwerke von Bieudron, Nendaz, Fionnay und Chandoline.
Ihre Gesamtleistung von 2'069 Megawatt erneuerbarer Energie entspricht der Leistung von zwei Kernkraftwerken.
Für Hans E. Schweickardt, Präsident der Grande Dixence SA, waren die Erbauer der Grande Dixence nicht nur Pioniere der Wasserkraft, sondern auch Visionäre in Bezug auf die energiepolitische Zukunft unseres Landes.
Die Instandsetzungsarbeiten nach dem Unfall vom Dezember 2000 begannen 2005. Die Auskleidung des gesamten bestehenden Druckschachts und die Umgehung der Unfallzone mit einem Bypass erwiesen sich als geeignete Lösung.
Die insgesamt 1360 Rohrabschnitte aus 12'500 Tonnen Stahl wurden im Österreichischen Linz vorgefertigt und mit der Bahn nach Sion transportiert. Lastwagen und eine Seilbahn brachten die Stahlzylinder dann zu den verschiedenen Fensterstollen, über die die Stahlzylinder in den bestehenden Schacht gelangten.
Auf der Baustelle waren rund um die Uhr 600 Mitarbeiter im Einsatz, und die Gesamtkosten beliefen sich auf 365 Millionen Schweizer Franken. Dem Abschluss der Arbeiten im August 2009 folgten Funktionstests während sechs Monaten. Gleichzeitig wurde das Kraftwerk Bieudron komplett überholt.
Am 27. Januar 2010 übergab die Cleuson-Dixence Construction SA die Anlagen von Cleuson-Dixence den beiden Eigentümern, Grande Dixence SA und Alpiq Suisse AG. Mit seiner einer installierten Leistung von 1269 Megawatt verdoppelt das Kraftwerk Bieudron die Flexibilität der Anlage von Grande Dixence. Die Eigentümer dieser Einrichtungen können schneller auf die Nachfrage nach Spitzenenergie reagieren. Damit verbesserten sie die Stabilität im schweizerischen Elektrizitätsnetz ganz erheblich. Im Hinblick auf die sichere Stromversorgung des Landes bleibt nach der schnelle Bau der 380-kV-Leitung von Chamoson nach Chippis unerlässlich.
Grande Dixence SA in Kürze
Die 1950 gegründete Grande Dixence S.A. ist der in der Schweiz und in Europa führende Stromlieferant. Das in Sion ansässige Unternehmen ist Eigentümer der Wasserkraftanlage von Grande Dixence, die das Wasser von 35 Walliser Gletschern, von den Randgebieten des Mattertals (rund um Zermatt) bis zum Val d'Hérens fasst. Die höchste Gewichtsstaumauer der Welt ist das Wahrzeichen der Anlage und speichert das Wasser im Stausee. Ein Fünftel der Speicherenergie unseres Landes stammt aus der Produktion der Grande DixenceS.A. Sie liefert die gesamte erzeugte Energie an ihre vier Aktionäre, die am Kapital des Unternehmens (300 Millionen Schweizer Franken) beteiligt sind und die Verbraucher von 17 Kantonen versorgen. Die vier Aktionäre sind Alpiq Suisse AG (60 %), IWB Industrielle Werke Basel (13 1/3 %), BKW FMB Beteiligungen AG (13 1/3 %) und Axpo AG (13 1/3 %).
Cleuson-Dixence Construction SA in Kürze
Nach dem Unfall vom Dezember 2000 gründeten Alpiq Suisse AG (damals Energie Ouest Suisse) und Grande Dixence SA im Jahr 2003 für die Wiederinstandsetzung der hydroelektrischen Anlage von Cleuson-Dixence das Unternehmen Cleuson-Dixence Construction SA (CDC). CDC war mit der Planung und Durchführung von Studien und Arbeiten im Hinblick auf die Inbetriebnahme des Komplexes beauftragt. Dazu gehörten die Wasserfassung am Staudamm, der Stollen, der gepanzerte Druckschacht und das Kraftwerk Bieudron.