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Bauchspeicheldrüse
Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine eher seltene Krebsform und macht etwa 3 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Pro Jahr erkranken ca. 1‘300 Personen in der Schweiz an diesem Krebs. Die Betroffenen sind meist über 60 Jahre alt und etwa gleich häufig weiblich wie männlich
Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch und produziert die Verdauungssäfte für den Darm und das Insulin für die Regulation des Zuckerstoffwechsels. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist als Krebs mit sehr aggressivem Wachstum bekannt. Je nach anatomischer Lage wird der Krebs als Tumor des Bauchspeicheldrüsenkopfes,- körpers oder -schwanzes eingeteilt.
Ein Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht lange Zeit wenig oder nur unspezifische Beschwerden. Die Erkrankung wird daher oft erst erkannt, wenn sie bereits fortgeschritten ist. Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Übelkeit, Durchfall und Müdigkeit können Anzeichen für einen Bauchspeicheldrüsenkrebs sein.
Wenn der Krebs Schmerzen verursacht, sind es meist diffuse, gürtelförmige Oberbauchschmerzen. Häufig liefert eine schmerzlose Gelbsucht mit Gelbverfärbung der Haut und der Augen den ersten Hinweis für einen Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Die genauen Ursachen der Entstehung sind unbekannt. Neben dem höheren Alter werden Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Übergewicht und familiäre Veranlagung als Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs genannt.
Oftmals wird Bauchspeicheldrüsenkrebs zufällig bei einer Untersuchung (z.B. Ultraschall des Bauches) entdeckt. Besteht der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs, leitet der Arzt die notwendigen Diagnoseschritte ein.
Es muss dann geklärt werden, ob es sich wirklich um einen Tumor handelt und wenn ja, an welcher Stelle der Bauchspeicheldrüse sich der Tumor befindet und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Wichtige Untersuchungen zum Nachweis eines Pankreaskarzinoms sind:
- körperliche Untersuchung
- Laboruntersuchungen
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
- endoskopische Ultraschalluntersuchung (Endosonographie) über den Magen und eventuelle Gewebeentnahme
Wird tatsächlich Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um die Tumorausbreitung zu bestimmen. Zu diesen Untersuchungsmethoden können gehören:
- Computertomographie
- Röntgen der Lunge
- Endoskopie von Magen und Zwölffingerdarm
- endoskopische Darstellung von Pankreasgang und Gallenwegen durch Röntgenaufnahmen (ERCP)
- Magnetresonanztomographie
- Biopsie
Mitunter werden auch eine Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie) und eine Skelettszintigraphie durchgeführt. Neuere Untersuchungsmethoden sind die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und – im Falle endokriner Tumoren – die Oktreotid-Szintigraphie.
Wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, entscheidet der Facharzt gemeinsam mit dem Patienten, welche Behandlungsmassnahmen durchgeführt werden.
Wie Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelt wird, hängt davon ab, um welche Form des Bauchspeicheldrüsenkrebses es sich handelt und wie weit die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Aber auch das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand werden bei der Wahl der Behandlungsmethode berücksichtigt.
Mögliche Behandlungsmethoden für Bauchspeicheldrüsenkrebs sind:
- Tumor im Kopf der Bauchspeicheldrüse: Entfernung von Teilen oder der ganzen Bauchspeicheldrüse sowie meistens Teile der Gallenblase, des Gallengangs, des Zwölffingerdarms sowie des Magens
- Tumor im Schwanz der Bauchspeicheldrüse: Entfernung der Milz und des tumortragenden Teils
- Chemotherapie
- Zielgerichtete Therapie (Medikamentöse Therapie, die an bestimmter Stelle der Krebszelle wirkt)
- Strahlentherapie
Die Zerstörung der Bauchspeicheldrüse durch den Tumor oder infolge einer Operation kann dazu führen, dass Verdauungsenzyme und Hormone nicht mehr in ausreichendem Masse gebildet werden. Schwere Verdauungsstörungen (Verdauungsinsuffizienz) und/oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) können die Folge sein. Dem Körper können die fehlenden Enzyme oder Hormone (Insulin) dauerhaft in Form von Medikamenten zugeführt werden. Die Einnahme von Enzympräparaten ermöglicht die Verwertung der Nährstoffe, insbesondere des Fettes.
Die Nachsorgeuntersuchungen finden in der Regel im Abstand von ein bis mehreren Monaten statt. Wie häufig der Arzt seinen Patienten letztlich sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf ab. Im Mittelpunkt der einzelnen Nachsorgeuntersuchungen stehen das Gespräch mit dem Patienten, Fragen nach dem bisherigen Verlauf der Erkrankung, nach dem Befinden, der Entwicklung des Körpergewichts oder eventueller Ernährungsprobleme sowie die regelmässige körperliche Untersuchung. Weitere wichtige Nachsorgeuntersuchungen sind gegebenenfalls die Ultraschalluntersuchung und/oder die Computertomographie bzw. Magnetresonanztomographie. Ausserdem erfolgt meist auch Bestimmung der Tumormarker. Anhand der Tumormarker ist es manchmal möglich, die Wirksamkeit der Chemo- und/oder Strahlentherapie einzuschätzen.
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