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45.0 km
Publiziert: 6 April 2013
Die engen Serpentinen der Tremola führen steil hinauf zum Gotthardpass. Früher ratterten und klapperten die Postkutschen über die kurvige Strasse. Heute fahren fast nur Touristen über die historische Passstrasse. Während ihre verkehrstechnische Bedeutung schwindet, steigt ihr historischer Wert an.
Gerne fahren Touristen, die es nicht so eilig haben, ab Airolo über die historische unter Denkmalschutz stehende Passstrasse zurück. Die engen Serpentinen der Tremola führen steil hinauf zum Gotthardpass. Früher ratterten und klapperten die Postkutschen über die kurvige Strasse. Lange war die Tremola die beste Möglichkeit, den Gotthardpass zu überqueren. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber, genügte die steile und kurvige Gotthardstrasse den neuen Ansprüchen immer weniger, obwohl man zwischen 1937 und 1941 auf der Tremolastrasse und anderen Teilstücken den Naturbelag durch einen Belag mit Granitsteinen ersetzt hatte.
Im Sommer 1967 konnte der erste Teil der neuen Passstrasse eröffnet werden; die restliche Strecke konnte aber erst 1977 befahren werden. Die neue Tremolastrasse umgeht mit dreizehn Brücken, einem Tunnel und ihren langen Lawinengalerien die alte Tremolastrasse grossräumig. Seitdem ist die mit Granit und Gneis gepflasterte Strasse nicht mehr Hauptverkehrsachse. Doch bereits mit der Eröffnung des Eisenbahntunnels durch den Gotthard im 19. Jahrhundert büsste die alte Passstrasse an Wichtigkeit ein.
Die Tremola wurde ursprünglich als Saumweg angelegt, später wurden dann Stufen für Lasttiere hinzugefügt. Kutschenverkehr war kaum möglich. Die meisten Reisenden überquerten den Gotthard zu Fuss, zu Pferd oder in der Sänfte. Erst 1830 wurde sie für den Postkutschenbetrieb ausgebaut. Passagierzahlen und Postfracht nahmen laufend zu. 1842 fuhr täglich eine 5-spännige Achtplatz-Kutsche in beiden Richtungen über den Pass. Selbst im Winter wurde der Pass für die Postkutschen offen gehalten. Die Bergstrecke wurde mit Schlitten bewältigt. Heute ist das anders: Der Gotthardpass bleibt bis zur Sommeröffnung (meist um Pfingsten) für den Verkehr geschlossen.
Im Rahmen des Projekts "Transitlandschaft – via delle genti" sollen die historischen Wege, darunter die alte Tremola, und die SBB-Bergstrecke in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen werden. Eine UNESCO-Kandidatur würde im Rahmen der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels besonders passend sein, da dann auch die alte Eisenbahnstrecke für viele Tessinreisende zur alternativen Panoramafahrt würde, so wie es die alte Gotthardpassstrasse bereits ist. An der Alptransit-Baustelle in Pollegio klärt ein kleines aber feines Museum nicht nur über die Fortschritte in der Tunnelbautechnik, sondern auch über den sich wandelnden Transitverkehr über die Alpen auf.