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Im heutigen, allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff Romantik mit dem Adjektiv romantisch die Eigenschaft einer Sache oder eines Ereignisses, Menschen mit Liebe und Sehnsucht zu erfüllen, so etwa in den Wortverbindungen „romantische Liebe“, „romantische Musik“ oder „ein romantischer Brief“. Durch die Industrialisierung fanden große gesellschaftliche Umbrüche statt, die neue Maschinenwelt führte zu Verstädterung und Landflucht, eine unterstellte vormalige Geborgenheit war für die Romantiker in Auflösung begriffen.
Als Biedermeier wird die Zeitspanne von 1815 (Wiener Kongress) bis 1848 (Beginn der bürgerlichen Revolution) in den Ländern des Deutschen Bundes bezeichnet. Mit dem Ausdruck Biedermeier ist in der politischen Geschichte der Begriff der Restauration verknüpft, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der Napoleonischen Zeit und des Wiener Kongresses bezieht. Bedeutsam ist der Begriff als Epochenbezeichnung der Kulturgeschichte. Als Vormärz wird die zum selben Zeitabschnitt gehörende entgegengesetzte Bewegung bezeichnet, die eine politische, revolutionäre Veränderung suchte und unter anderem bei Literaten wie Georg Büchner und Heinrich Heine ihren Niederschlag fand.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Literaturlandschaft in Deutschland geprägt von der Vormärzliteratur. In der Folge der Märzrevolution von 1848 wurden die verschiedenen literarischen Bewegungen jener Zeit einem Wandel unterworfen. Der Realismus will die fassbare Welt objektiv beobachten. Er beschränkt sich jedoch nicht nur auf die bloße Beschreibung der Wirklichkeit, sondern versucht, diese künstlerisch wiederzugeben. Der Autor oder Erzähler darf dabei nicht erkennbar werden.
chon im 18. Jahrhundert wurde Jean-Jacques Rousseaus „Zurück zur Natur“ als Naturalismus bezeichnet. Der Naturalismus des 18. Jahrhunderts fordert den unverbildeten Künstler („Als Sänger ist er Naturalist“ hieß: Er hat nie akademischen Gesangsunterricht genossen.), während der Naturalismus des späteren 19. Jahrhunderts den Experten als Naturbeobachter voraussetzt. Dem älteren wie dem neueren Naturalismus gemeinsam ist das Bemühen, dem Ungeschliffenen, Unterprivilegierten, „Hässlichen“ einen Platz in der Kunst zu verschaffen. Ende des 19. Jahrhunderts prägten große gesellschaftliche Veränderungen Europa: Die Industrialisierung, der Imperialismus, die Verstädterung, wobei durch letztere Armut und Elend in konzentrierter Form beobachtet werden mussten. Auf diesem Boden entstand der Naturalismus. Naturalistische Künstler behaupten, die Wirklichkeit möglichst genau darzustellen, und arbeiten mit exakten, gleichsam naturwissenschaftlichen Methoden. Diese Wissenschaftlichkeit berechtigt und verpflichtet sie, auch das Hässliche und Verdrängte abzubilden. Zu viel Alltägliches wie im Naturalismus missfiel manchen Dichtern, weswegen es zu einer Gegenbewegung (Impressionismus, fin de siècle und Symbolismus) kam. Diese Dichter wollten lediglich Dichter sein, nicht etwa Weltveränderer. Sie versuchten, das Schöne mithilfe der Sprache wiederzufinden. Außerdem sollte die Literatur nicht die Natur nachahmen, wie es im Naturalismus der Fall war, sondern reine Wortkunst sein. Die Kunst galt als Welt mit eigenen Gesetzen. Ein berühmtes Zitat, welches diese Einstellung unterstreicht, ist „L’art pour l’art“ ("Die Kunst für die Kunst", "Die Kunst um der Kunst willen", oder "Die Kunst nur der Kunst wegen").
Der Begriff Moderne in der Geschichte Europas, Amerikas und Australiens bezeichnet einen Umbruch in allen Lebensbereichen gegenüber der Tradition. In der Querelle des Anciens et des Modernes (1687) war „Moderne“ noch ein Gegenbegriff zu „Antike“. Erst im 19. Jahrhundert wurde es üblich, mit dem Wort Moderne die Gegenwart von der Vergangenheit allgemein abzugrenzen. In der Philosophie fällt die Moderne mit der Aufklärung zusammen.
Expressionistische Autoren lehnen sich auf gegen eine „Enthumanisierung“ durch die Industrialisierung und warnen vor einer Gesellschaft, die keine Rücksicht und Moral besitzt. Sie fühlen sich von der Anonymität der Großstadt und von Maschinen, die durch die sprunghaft wachsende Industrie allgegenwärtig sind sowie durch die diktatorische Autorität der Großunternehmer bedroht und selbst zur Maschine degradiert. Dazu kommen die verstärkte Militarisierung und die turbulente Außenpolitik nach dem Ersten Weltkrieg sowie dem Vertrag von Versailles (1919) mit immensen Forderungen an die Weimarer Republik, den damit verbundenen wirtschaftlichen Problemen und einer politischen Destabilisierung.
Die Literatur der Weimarer Republik bezeichnet jene Literatur, die in der Zeit der Weimarer Republik (1918 bis 1933) entstand. Ihre Entstehung in den beginnenden 1920er Jahren, geht einher mit dem zu dieser Zeit langsam an Bedeutung verlierenden, elitär geprägten Expressionismus der Kriegs-und Vorkriegszeit. Ziel der Literaten war es nunmehr, eine breite Öffentlichkeit anzusprechen. Dazu besann man sich auf eine allgemein verständliche Sprache und wählte realitätsbezogene Darstellungen.
Durch die völlig neue Zeit, die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, wurden die kulturellen Potentiale gefördert und es kam zu einer Blüte der Kultur. Schon 1929 zur Zeit der Weltwirtschaftskrise ging die Kunst der Neuen Sachlichkeit zu Ende. Damals wie heute sterben die Künste in schweren Zeiten zuerst aus. Das Ende für die Literatur kam 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Da die Schriften der Autoren oft politische Inhalte hatten, die nicht in das Bild der Nationalsozialisten passten, wurden Bücher verbrannt und Autoren gefangen genommen. Viele der Autoren mussten im Frühjahr 1933 ins Exil flüchten.
Bereits kurze Zeit nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 gingen Schriftsteller wie Alfred Döblin, Leonhard Frank, Klaus und Heinrich Mann ins Exil. Thomas Mann blieb nach einer Vortragsreise in Frankreich. Bücherverbrennung in Berlin Am 10. Mai 1933 fanden in fast allen deutschen Universitätsstädten von der Deutschen Studentenschaft organisierte Bücherverbrennungen unliebsamer Autoren statt. Unter anderem gingen Werke von Sigmund Freud, Erich Kästner, Karl Marx, Heinrich Mann, Klaus Mann, Carl von Ossietzky, Erich Maria Remarque und Kurt Tucholsky in Flammen auf. Schon frühzeitig bekannten sich zahlreiche Intellektuelle zum Nationalsozialismus. Gottfried Benn ergriff 1933 ausdrücklich Partei für "den neuen Staat" und attackierte die literarischen "Emigranten". Der Germanist Benno von Wiese trat bereits im Mai 1933 der NSDAP bei. Im Rahmen der sogenannten Gleichschaltung wurden Schriftstellerorganisationen verboten bzw. in der im Oktober 1933 die gegründeten Reichsschrifttumskammer zusammengefasst. Um Mitglied zu werden, musste man einen so genannten Ariernachweis vorlegen. Eine ganze Reihe von Autoren, meist Kommunisten oder Sozialisten, schlossen sich während der Herrschaft des Regimes dem aktiven Widerstand an und mussten ihre Arbeit in der Illegalität fortsetzen. Ihre wesentliche Aufgabe sahen sie hierbei in der Aufklärungspflicht über die wahren Verhältnisse in Deutschland. In der Untergrundarbeit waren traditionelle Literaturformen weitgehend unbrauchbar, daher wurden Hauptmedien, wie zum Beispiel Flugblätter, Plakate, Klebezettel, Mauerparolen oder antifaschistische Zeitungen genutzt. Die Arbeiten entstanden oft als sogenannte „verkleidete Literatur“, als anonyme Veröffentlichungen.