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AMBIZIONE
Hintergrund
Bislang ging man davon aus, dass sich bei der Alzheimerkrankheit geistige Einbussen zuerst im Bereich des Gedächtnisses bemerkbar machen. Allerdings lassen sich die für die Alzheimerkrankheit typischen Ablagerungen innerhalb der Nervenzellen zuerst im sogenannten transentorhinalen Kortex nachweisen. Diese Region liegt neben dem entorhinalen Kortex und dem Hippocampus, zwei wichtigen Arealen für die Funktion unseres Gedächtnisses. Hier breiten sich die Ablagerungen erst später aus.
Mit der AMBIZIONE-Studie wollten die Forschenden herausfinden, ob bestimmte funktionelle und strukturelle Veränderungen im transentorhinalen Kortex gemessen werden können, die dabei helfen, eine Alzheimerkrankheit früher als bisher zu entdecken.
Durchführung
Von 2011 bis 2014 wurden die kognitiven Funktionen und die anatomische Struktur des transentorhinalen Kortex bei gesunden Kontrollpersonen, bei Patienten mit leichten Gedächtnisstörungen sowie bei Patienten mit einer beginnenden Alzheimerkrankheit untersucht und miteinander verglichen. Die Untersuchung umfasste bekannte neuropsychologische Tests sowie experimentelle kognitive Aufgaben, ergänzt durch eine Magnetresonanztomografie (MRT). Nach einem Jahr wurden alle Teilnehmenden noch einmal auf die gleiche Weise untersucht. So konnte bei den Patienten der Verlauf der kognitiven Beeinträchtigungen und der anatomischen Schädigungen verfolgt werden. Zudem erlaubte dies eine Überprüfung, ob man im Vergleich mit den Daten der Erstuntersuchung den Verlauf vorhersagen kann.
Resultate
Die Studie erbrachte den Nachweis, dass einige der neu entwickelten neuropsychologischen Tests in der Lage sind, die Funktionalität des transentorhinalen Kortex abzubilden. Diese Tests werden in einer optimierten Form in der BAMBI-Studie weiter erforscht und normiert. Zudem wurden neue, wichtige Erkenntnisse über den transentorhinalen Kortex gewonnen, zum Beispiel über die Dicke der Hirnrinde in diesem Bereich bei gesunden Probanden, Personen mit leichter kognitiver Störung und Alzheimerpatienten.
Studienleitung
Dr. phil. Kirsten I. Taylor
Publikationen
- Krumm S, Kivisaari SL, Monsch AU, Reinhardt J, Ulmer S, Stippich C, Kressig RW, Taylor KI (2017)
Parietal lobe critically supports successful paired immediate and single-item delayed memory for targets. Neurobiology of Learning and Memory, 141, 53–59.
- Krumm S, Kivisaari SL, Probst A, Monsch AU, Reinhardt J, Ulmer S, Stippich C, Kressig RW, Taylor KI (2016)
Cortical thinning of parahippocampal subregions in very early Alzheimer’s disease. Neurobiology of Aging, 38, 188–196.
- Hirni DI, Kivisaari SL, Krumm S, Monsch AU, Berres M, Oeksuez F, Reinhardt J, Ulmer S, Kressig RW, Stippich C, Taylor KI (2016)
Neuropsychological markers of medial perirhinal and entorhinal cortex functioning are impaired twelve years preceding diagnosis of Alzheimer’s dementia.
- Hirni DI, Kivisaari SL, Monsch AU, Taylor KI (2013)
Distinct neuroanatomical bases of episodic and semantic memory performance in Alzheimer's disease, in Neuropsychologia, 51(5), 930–937.
- Kivisaari SL, Monsch AU, Taylor KI (2013)
False positives to confusable objects predict medial temporal lobe atrophy, in Hippocampus, 23(9), 832–841.
- Kivisaari SL, Tyler LK, Monsch AU, Taylor KI (2013)
Medial perirhinal cortex disambiguates confusable objects, in Brain, 135, 3757–3769.
- Krumm S, Hermann R, Oeksuez F, Monsch AU, Stippich C, Kressig RW, Taylor KI (2017)
Cortical thickness of medial perirhinal cortex predicts verbal semantic fluency performance for living things. Alzheimer’s & Dementia: The Journal of the Alzheimer’s Association, 13(7), P 731–732.
GINKO
Hintergrund
Oft haben ältere Menschen mit leichten Hirnleistungsstörungen einen verlangsamten und unregelmässigen Gang, vor allem unter Dual-Task-Bedingungen (zum Beispiel Gehen mit gleichzeitiger einfacher Subtraktionsaufgabe bzw. Aufzählen von Tieren). Ginkgo-biloba-Extrakt verbessert die Durchblutung in kleinen Blutgefässen des Gehirns. Diese Studie untersuchte die Effekte von Ginkgo-biloba-Extrakt auf die Gehgeschwindigkeit und die Gangregelmässigkeit bei Patienten mit leichten kognitiven Störungen (Mild Cognitive Impairment, MCI).
Durchführung
50 Patienten mit MCI im Alter von 50 bis 85 Jahren, mit einem unregelmässigen Gang unter Dual-Task-Bedingungen wurden eingeschlossen. Für sechs Monate nahm die Hälfte der Teilnehmenden zweimal täglich Ginkgo-biloba-Extrakt (Symfona® forte 120 mg) ein, die andere Hälfte erhielt ein Placebo in gleicher Dosierung. Für weitere sechs Monate nahmen alle Teilnehmenden zweimal täglich Ginkgo-biloba-Extrakt ein. Am Anfang der Studie sowie nach drei, sechs und zwölf Monaten wurde das Gehen der Teilnehmenden beim normalen Gehen (mit gewohnter Geschwindigkeit) allein und unter Dual-Task-Bedingungen gemessen.
Resultate
Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass bei Menschen mit leichten kognitiven Störungen die Einnahme von 120 mg Ginkgo-biloba-Extrakt zweimal täglich über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten das Gehen unter Dual-Task-Bedingungen verbessern kann.
Studienleitung
Principal Investigator: Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER
Publikationen
Die Studie wurde im August 2017 in der Fachzeitschrift «Aging Clinical and Experimental Research» veröffentlicht:
- Gschwind YJ, Bridenbaugh SA, Reinhard S, Granacher U, Monsch AU, Kressig RW
Ginkgo biloba special extract LI 1370 improves dual-task walking in patients with MCI: a randomized, double-blind, placebo-controlled exploratory study. Aging Clin Exp Res. 2017 Aug; 29(4): 609–619.
NUDAL
Hintergrund
Bewegungsinterventionen können die Gehgeschwindigkeit und die allgemeine Mobilität bei älteren Menschen verbessern. Eine eiweissreiche Ernährung kann die Muskelkraft bei älteren Menschen erhöhen. Die Studie untersuchte, wie sich ein wöchentliches Bewegungstraining nach Jaques-Dalcroze in Kombination mit der wöchentlichen Einnahme eines Nahrungsergänzungsgetränks im Vergleich zum reinen Bewegungstraining auf die Mobilität und körperliche Funktionalität bei zu Hause lebenden Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren auswirkt.
Durchführung
Alle 80 Teilnehmenden haben das Bewegungstraining nach Jaques-Dalcroze einmal pro Woche sechs Monate lang durchgeführt. In dieser Zeit nahm die Hälfte der Teilnehmenden täglich ein eiweissreiches Nahrungsergänzungsgetränk ein, die andere Hälfte ein Placebogetränk. Am Anfang und am Ende der Studie wurden das Gehen sowie die allgemeine Mobilität und Funktionalität bei den Teilnehmenden gemessen.
Resultate
Die Auswertung der Studienergebnisse wurde im Sommer 2018 abgeschlossen.
Studienleitung
Principal Investigator: Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER
Sub-Investigator: Dr. med. Stephanie A. Bridenbaugh, Basel Mobility Center FELIX PLATTER
Publikationen
An der Veröffentlichung dieser Studie wird zurzeit gearbeitet . Weitere Informationen im internationalen Studienregister unter Clinical Trials
Weitere Informationen zur sogenannten «Jaques-Dalcroze-Rhythmik» unter Seniorenrythmik.ch
Do-Health
Hintergrund
DO-HEALTH war (2012 – 2017) die grösste Altersstudie Europas zum Thema «Gesund älter werden». An diesem EU-Projekt sind sieben Zentren aus fünf Ländern (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Portugal) beteiligt. Die Studie untersuchte, ob die Einnahme von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren sowie ein zu Hause durchführbares Bewegungstraining Krankheiten und den funktionellen Abbau bei älteren Menschen verringern können.
Durchführung
Die 2152 zu Hause lebenden älteren (≥ 70 Jahre alt) Teilnehmenden (253 in Basel) wurden nach dem Zufallsprinzip in eine von acht Behandlungsgruppen eingeteilt (Einnahme von Vitamin D und/oder Omega-3-Fettsäuren und/oder Placebo sowie Kraft- oder Dehnungsübungen zu Hause). Drei Jahre lang wurden deren Gesundheit und Mobilität überprüft – einmal jährlich im Studienzentrum und dazwischen alle drei Monate telefonisch.
Resultate
Die Studie konnte nicht nachweisen, dass der funktionelle Abbau bei älteren Menschen durch die Einnahme von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren oder durch ein Bewegungstraining reduziert wird. Aktuell laufen weitere Analysen und die Vorbereitung von weiteren Publikationen.
Studienleitung
Sponsor und Gesamtstudienleitung: Prof. Dr. med. Heike Bischoff-Ferrari, Zentrum Alter und Mobilität an der Universität Zürich
Principal Investigator in Basel: Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER
Primary Investigator in Basel: PD Dr. med. Norbert Suhm, Universitätsspital Basel
Sub-Investigator in Basel: Dr. med. Stephanie A. Bridenbaugh, Basel Mobility Center FELIX PLATTER
Publikationen
- Heike A Bischoff-Ferrari 1, Caroline de Godoi Rezende Costa Molino 2, Sandrine Rival 2, Bruno Vellas 3, René Rizzoli 4, Reto W Kressig 5, John A Kanis 6, JoAnn E Manson 7, Bess Dawson-Hughes 8, Endel J Orav 9, José A P da Silva 10, Michael Blauth 11, Dieter Felsenberg 12, Stephen M Ferrari 13, Robert Theiler 14, Andreas Egli 2, DO-HEALTH Research Group
- Heike A. Bischoff-Ferrari, MD, DrPH1; Robert Theiler, MD1; Caroline de Godoi Rezende Costa Molino
Weitere Informationen finden Sie auf der Do-Health-Website:
Do-Health.eu
Clinicaltrials.gov Identifier: NCT01745263
Lyra
Hintergrund
Inaktivität während eines längeren Aufenthalts im Spital führt häufig zu Muskelschwäche und somit zu Gehschwierigkeiten. Ziel der Rehabilitation von Patienten ist es daher oft, das Mobilitätsniveau vor dem Spitalaufenthalt wieder zu erreichen. Die Physiotherapie setzt dabei vor allem auf das Gangtraining. Bei der Rehabilitation von Patienten mit einem Schlaganfall oder der Parkinsonkrankheit werden sogenannte Gehtrainingsgeräte bereits erfolgreich eingesetzt. Bisher ist allerdings wenig darüber bekannt, wie sich das Training mit einem solchen Gerät auf das Gehverhalten älterer Patienten auswirkt, deren Muskeln durch einen Spitalaufenthalt geschwächt sind. Das in der Studie angewendete Gerät ist der THERA-Trainer Lyra.
Ziele
Die Lyra-Studie untersucht im Rahmen einer Masterarbeit der Sportwissenschaft, wie sich ein sechswöchiges Training mit dem Lyra-Gangtrainingsgerät – zusätzlich zur Physiotherapie – auf die Gehgeschwindigkeit bei älteren Rehabilitationspatienten auswirkt. Als Vergleich dient die Physiotherapie als alleinige Behandlung.
Vorgehen
Die zehn Teilnehmenden werden nach dem Zufallsprinzip einer der zwei Studiengruppen zugeteilt:
1. Testgruppe (fünf Teilnehmende): Physiotherapie und Lyra-Gangtraining
2. Kontrollgruppe (fünf Teilnehmende): Physiotherapie
Die Teilnehmenden der Kontrollgruppe erhalten im Rahmen der Rehabilitation sechsmal wöchentlich eine Physiotherapie. Die Teilnehmenden der Testgruppe erhalten diese Physiotherapie ebenfalls, trainieren aber zusätzlich dreimal pro Woche mit dem Gangtrainer Lyra. Das Gehtraining wird nach der Entlassung aus dem Spital für weitere zwei bis drei Wochen als ambulante Massnahme fortgesetzt. In beiden Gruppen endet die Physiotherapie mit der Entlassung. Die Testpersonen werden dreimal untersucht: bei Eintritt in die Studie, vor der Entlassung aus dem Spital nach Hause und zwei bis drei Wochen nach der Entlassung. Die Studiendauer beträgt pro Teilnehmenden – abhängig von der Dauer des Spitalaufenthalts – vier bis sechs Wochen.
Studienteilnehmer
Die zehn Studienteilnehmer sind Männer und Frauen im Alter von mindestens 65 Jahren, die selbstständig allein zu Hause leben und stationäre Patienten der Rehabilitation von FELIX PLATTER sind. Sie leiden an einer allgemeinen Muskelschwäche und weisen Gehprobleme ohne wesentliche neurologische Erkrankungen oder eine Muskelerkrankung auf.
Zeitraum
Die Lyra-Studie fand zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 statt. Aktuell laufen weitere Analysen.
Studienleitung
Dr. med. Stephanie A. Bridenbaugh, Basel Mobility Center FELIX PLATTER
Musiker
Hintergrund
Forschende aus den beiden Fachdisziplinen Geriatrie und Neuroradiologie haben in dieser Studie analysiert, wie Motorik und Kognition bei älteren professionellen Musikern und Nichtmusikern zusammenspielen.
Durchführung
Das Verhalten und die Gehirnaktivität der teilnehmenden Musiker und Nichtmusiker wurden während motorisch-kognitiver Doppelaufgaben mittels Ganganalyse bzw. Magnetresonanztomografie untersucht. Dafür wurde mit einem einfachen Schrittgerät das Gehen während einer speziellen Magnetresonanztomografie, auch MRI genannt, simuliert.
Resultate
Die MRI-Resultate deuten darauf hin, dass ein bestimmtes Hirnareal namens SPL (Superior Parietal Lobule) eine wichtige Rolle spielt bei der Durchführung einer Doppelaufgabe wie Gehen und gleichzeitigem Lösen einer kognitiven Aufgabe. Weil keine wesentlichen Unterschiede in der Gehirnaktivität zwischen älteren Musikern und Nichtmusikern festgestellt werden konnte, wurden die Ergebnisse für die Datenanalyse zusammengestellt: als eine Gruppe von 31 älteren Menschen mit einem mittleren Alter von 76 Jahren.
Studienleitung
Principal Investigator: Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER
Co-Investigator: Prof. Dr. med. Christoph Stippich, Universitätsspital Basel
Sub-Investigator: Dr. med. Maria Blatow, Universitätsspital Basel; Dr. med. Stephanie A. Bridenbaugh, Basel Mobility Center FELIX PLATTER; Dr. psych. Céline N. Bürki, Universitätsspital Basel
Publikationen
Die Studie wurde im Juli 2017 in der Fachzeitschrift «Brain and Behavior» veröffentlicht:
- Bürki CN, Bridenbaugh SA, Reinhardt J, Stippich C, Kressig R2, Blatow M
Imaging gait analysis: An fMRI dual task study. Brain Behav. 2017 Jul 21; 7 (8): e 00724.
Projekt BASEL (Basel Study on the Elderly)
Hintergrund
Bei der Suche nach den Ursachen und möglichen Therapiemethoden von Demenzerkrankungen spielt die Früherkennung eine zentrale Rolle. Das Projekt BASEL wollte dabei helfen, Demenzerkrankungen, im Speziellen die Alzheimerkrankheit, bereits in einem Stadium diagnostizieren zu können, in dem eine Veränderung im Alltag noch nicht festzustellen ist. In diesem Zusammenhang sollten auch die Bedingungen des «erfolgreichen Alterns» erforscht werden. Konkret wollten die Forschenden zum Beispiel die Stärke genetischer Einflüsse und anderer Risikofaktoren abschätzen. Sie vertraten darüber hinaus die These, dass chronische Entzündungsprozesse an der Entstehung der Alzheimerkrankheit beteiligt sind, und erfassten deshalb bestimmte immunologische Parameter.
Durchführung
Zwischen den Jahren 1997 und 2001 wurden insgesamt 1599 Personen voruntersucht. Davon nahmen 825 Personen an der Längsschnittstudie teil und wurden seither alle zwei Jahre ausführlich neuropsychologisch und zum Teil auch kernspintomografisch untersucht. Bis zuletzt nahmen immer noch rund 300 Personen aktiv an der Studie teil.
Resultate
Die Datenerhebung wurde 2013 abgeschlossen. Es werden noch weitere Analysen durchgeführt und Veröffentlichungen vorbereitet.
Studienleitung
Prof. Dr. phil. Andreas U. Monsch, Memory Clinic FELIX PLATTER
Publikationen
Anhand der gesammelten Daten gibt es bislang circa 30 Veröffentlichungen, Stand Juli 2018.
Projekt EAGLE (Early Alzheimer’s Disease and Genetics: a Longitudinal Evaluation)
Hintergrund
170 Patienten der Memory Clinic im Frühstadium einer demenziellen Erkrankung (MMSE > 19) und 60 Gesunde wurden nach Pharmastandards neuropsychologisch, kernspintomografisch und liquoranalytisch untersucht.
Durchführung
Im Zeitraum von 2006 bis 2008 wurden reguläre Patienten der Memory Clinic gebeten, an der EAGLE-Studie teilzunehmen. Die Studie beinhaltete neben der Routineuntersuchung ausserdem eine leicht längere Kernspintomografie sowie eine Lumbalpunktion (Bestimmung der Alzheimerproteine im Liquor). Insgesamt nahmen 175 Patienten und 63 Gesunde an der Studie teil. Patienten, die unter einer leichten kognitiven Störung (mild cognitive impairment) litten, wurden jährlich nachkontrolliert.
Resultate
Die Datenerhebung für diese Studie wurde 2014 abgeschlossen. Aktuell laufen weitere Analysen und die Vorbereitung von Publikationen.
Studienleitung
Prof. Dr. phil. Andreas U. Monsch und PD Dr. med. Marc Sollberger, Memory Clinic FELIX PLATTER
Publikationen
- Wu WE, Gass A, Glodzik L, Babb JS, Hirsch J, Sollberger M, Achtnichts L, Amann M, Monsch AU, Gonen O
Whole brain N-acetylaspartate concentration is conserved throughout normal aging. Neurobiology of Aging 2012; 33: 2440–2447.
- Davidson JE, Lockhart A, Amos L, Stirnadel-Farrant HA, Mooser V, Sollberger M, Regeniter A, Monsch AU, Irizarry MC
Plasma-lipoprotein-associated phospholipase A2 (Lp-PLA2) activity in Alzheimer’s disease (AD), amnestic mild cognitive impairment (aMCI), and cognitively healthy elderly subjects. Alzheimer’s Research & Therapy 2012; 4 (6): 51 (1–7).
- Douaud G, Menke R, Gass A, Monsch AU, Rao A, Whitcher B, Zamboni G, Matthews P, Sollberger M, Smith St
Brain microstructure reveals early abnormalities more than two years prior to MCI to AD. The Journal of Neuroscience 2013; 33 (5): 2147–2155.
- Gaiottino J, Norgren N, Dobson R, Topping J, Nissim A, Malaspina A, Bestwick JP, Monsch AU, Regeniter A, Lindberg RL, Kappos L, Leppert D, Petzold A, Giovannoni G, Kuhle J
Increased neurofilament light chain blood levels in neurodegenerative neurological diseases. PLoS One 2013; 8 (9): e 75091.
- Egli SC, Hirni DI, Taylor KI, Berres M, Regeniter A, Gass A, Monsch AU, Sollberger M
Varying strength of cognitive markers and biomarkers to predict conversion and cognitive decline in an early-stage-enriched mild cognitive impairment sample. J Alzheimers Dis 2015; 44 (2): 625–633. doi: 10.3233/JAD-141716.
- Glodzik L, Sollberger M, Gass A, Gokhale A, Rusinek H, Babb JS, Hirsch JG, Amann M, Monsch AU, Gonen O
Global N-acetylaspartate in normal subjects, mild cognitive impairment and Alzheimer’s disease patients. J Alzheimers Dis 2015; 43 (3): 939–947. doi: 10.3233/JAD-140609.
SANDx
Hintergrund
Beim sogenannten Syndrom der inadäquaten antidiuretischen Hormonsekretion, kurz SIADH, scheidet der Körper der Betroffenen zu wenig freies Wasser aus. In der Folge sinkt der Natriumspiegel im Blut. Ein chronisch zu tiefer Natriumspiegel kann das Gedächtnis, die Muskelkraft, das Gangbild sowie die Leistung des Herz-Kreislauf-Systems negativ beeinflussen. Die Behandlung dieser Patienten ist oft schwierig und langwierig. Die Standardtherapie besteht in einer Einschränkung der täglichen Flüssigkeitszufuhr.
Der Wirkstoff Empagliflozin (Produktname: Jardiance®) ist zur Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, der Zuckerkrankheit, zugelassen. Er kontrolliert den Blutzucker, indem er die Ausscheidung von Zucker im Urin fördert. Dabei wird zugleich vermehrt freies Wasser ausgeschieden. Deshalb sehen Experten den Wirkstoff als mögliche Behandlungsoption für Patienten mit SIADH an.
Mit der SANDx-Studie wollen die Forschenden untersuchen, ob bei Patienten mit einem SIADH eine 28-tägige Behandlung mit dem Wirkstoff Empagliflozin den Natriumspiegel im Blut besser korrigieren kann als eine Behandlung mit einem Scheinmedikament (Placebo). Das Placebo bzw. das Empagliflozin werden zusätzlich zur Standardtherapie gegeben.
Durchführung
Insgesamt 15 Männer und Frauen im Alter von mindestens 18 Jahren mit einer Hyponatriämie (Natrium < 133 mmol/l) aufgrund eines chronischen SIADH wurden eingeschlossen. Alle Patienten erhielten sowohl eine Behandlung mit dem Wirkstoff Empagliflozin (28 Tage lang einmal täglich eine Tablette in einer Dosierung von 25 mg) als auch mit dem Placebo (28 Tage lang einmal täglich eine Tablette). Nach dem Zufallsprinzip wurde entschieden, welche Behandlung zuerst erfolgt. Zwischen den zwei Behandlungszyklen war eine Behandlungspause von mindestens 14 Tagen vorgesehen. 30 Tage nach Behandlungsende wurde zudem der Verlauf abschliessend beurteilt. Auf der Abteilung Endokrinologie im Universitätsspital Basel gab es insgesamt zwölf Visiten mit kurzen Untersuchungen. Im Basel Mobility Center fanden eine Ganganalyse sowie ein kurzer neurokognitiver Test zu Beginn der Studie sowie nach der jeweiligen Behandlungsphase statt.
Resultate
Die Datenerhebung wird im August 2021 abgeschlossen. Es werden noch weitere Analysen durchgeführt und Veröffentlichungen vorbereitet.
Zeitraum
Beginn: Dezember 2017
Ende: Dezember 2021
Studienleitung
Gesamtstudienleitung: Prof. Dr. med. Mirjam Christ-Crain, Endokrinologie, Universitätsspital Basel
Studienleitung im UAFP: Dr. med. Stephanie A. Bridenbaugh, Basel Mobility Center FELIX PLATTER
Ergänzende Informationen
Clinicaltrials.gov Identifier: NCT03202667
Eine deutsche Adaption des TASIT – «The Awareness of Social Inference Test»: Development of a Short and Sensitive Version for Use in Clinical Populations
Hintergrund
Bei zahlreichen Erkrankungen des Gehirns kommt es zu Störungen der sozialen Kognition, also der mentalen Prozesse, auf denen unsere soziale Wahrnehmung und unsere Urteilsbildung basieren. Das wirkt sich negativ auf das zwischenmenschliche Verhalten der Betroffenen aus. Um diese Störungen erfassen zu können, fehlen im deutschsprachigen Raum bisher realitätsnahe standardisierte Tests.
Ziele
Das Projekt will deutschsprachige Tests entwickeln, mit denen bei Menschen mit Hirnerkrankungen oder ‑schädigungen die Kernbereiche der sozialen Kognition – also Emotionen und zwischenmenschliche Umgangsformen – untersucht werden können.
Vorgehen
Für die Studie sind zwei Untersuchungstermine in der Memory Clinic geplant. Der erste Termin dauert etwa zwei Stunden. Die Teilnehmenden müssen sich Filmszenen und emotionale Gesichtsausdrücke ansehen und Fragebögen ausfüllen. Nach etwa sechs Monaten findet der zweite, rund 45 Minuten dauernde Termin statt. Diese Untersuchung beschränkt sich auf das Anschauen emotionaler Gesichtsausdrücke.
Studienteilnehmer
In die TASIT-Studie sollen insgesamt 240 gesunde deutschsprachige Personen im Alter von 35 bis 85 Jahren eingeschlossen werden. Interessierte können sich per Mail bei den TASIT-Verantwortlichen melden.
Zeitraum
Beginn: Januar 2018
Studienleitung
PD Dr. med. Marc Sollberger, Memory Clinic FELIX PLATTER