Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03149.jsonl.gz/3028

Das heftigste Beben hatte nach Angaben des albanischen Verteidigungsministeriums eine Stärke von 5,8. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke mit 5,6 an. Es ereignete sich kurz nach 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zwei weitere Beben mit Stärken von 5,1 und 4,7 folgten. Laut dem Ministerium befand sich das Epizentrum des ersten Bebens unweit vom Kap Rodon nördlich der Hafenstadt Durrës. Das Ministerium sprach vom schwersten Erdbeben in Albanien seit Jahrzehnten.
Medien zufolge lösten die Erdstösse Panik vor allem in Durrës und Tirana aus. Menschen liefen erschrocken in grosser Zahl auf die Strasse. Die Stadtverwaltung von Tirana bekräftigte, dass Nofall-Teams in der gesamten Stadt zur Verfügung stehen würden, wenn sie benötigt werden sollten. Die Beben waren auch in den Nachbarländern Montenegro und Nordmazedonien zu spüren, wie es in Medienberichten aus den beiden Ländern hiess.
Fotos zeigen starke Gebäudeschäden - etwa an der Geologie-Fakultät in Tirana. Herabgefallene Steine und andere Trümmerteile zerstörten dort Autos. An einem anderen Gebäude in Tirana war ein vertikaler Riss über mehrere Etagen zu erkennen.
Minderjährige mit Kopfverletzungen
Die Gesundheitsministerin Ogerta Manastirliu besuchte die Notaufnahme des Unfallkrankenhauses in Tirana. Fälle von ernsthaften Verletzungen habe sie nicht gesehen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur ATA. Nach Darstellung der Nachrichtenseite "Shqiptarja.com" waren unter den Verletzten viele Minderjährige mit Kopf- und Gliederverletzungen.
Ministerpräsident Edi Rama sagte wegen der Erdbebenserie seine Teilnahme an der Uno-Vollversammlung in New York ab. Er unterbrach seine Reise in Frankfurt, um nach Albanien zurückzukehren, wie ATA unter Berufung auf Regierungsstellen berichtete.
Spannungen entladen sich ruckartig
Der Mittelmeerraum gehört zu den aktivsten Erdbebenregionen Europas. Dort bewegen sich Afrikanische und Eurasische Kontinentalplatte aufeinander zu, wodurch sich Spannungen aufbauen, die sich durch Erdbeben ruckartig entladen, wie eine Geophysikerin erklärte. Hinzu kämen sogenannte Mikroplatten wie die Adriatische Platte.
Erdbeben wie die vom Samstag seien dennoch auch im an der Adriaküste gelegenen Albanien nicht an der Tagesordnung. Zuletzt habe es dort am 1. Juni bei Korçë im Südosten des Landes ähnlich heftige Beben gegeben. Es kam zu einem Beben der Stärke 5,2 mit Nachbeben. Auch damals gab es erhebliche Schäden.