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In der Schweiz haben zwischen 2010 und 2017 die jährlichen Abwesenheiten wegen Krankheit oder Unfall der Arbeitnehmenden leicht zugenommen, von 44,3 Stunden auf 49,0 Stunden pro Arbeitsstelle. Sowohl bei den Teilzeit-, als auch bei den Vollzeitpensen verzeichnen Frauen eine höhere jährliche Dauer der Absenzen als Männer (Vollzeit: 67 Std resp. 56 Std; Teilzeit: 35 Std resp. 31 Std). Wenn man jedoch alle Arbeitnehmenden (Vollzeit und Teilzeit) berücksichtigt, verzeichnen Männer längere Abwesenheiten als Frauen. Dies kann durch den hohen Anteil an Vollzeitarbeitnehmenden bei den Männern erklärt werden. Ausländerinnen und Ausländer haben höhere Absenzzeiten als die Schweizer Erwerbsbevölkerung.
Die Resultate bedürfen jedoch der Interpretation. Zum einen erlauben die Daten nicht, zwischen Absenzen wegen Krankheit oder Unfall zu differenzieren. Zum anderen ist im Indikator weder das durchschnittliche Alter noch die Art der Tätigkeit enthalten. All diese Faktoren beeinflussen die Abwesenheitszeiten.
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).
Krankheitsbedingte Arbeitsabwesenheiten informieren über die Einbusse an Produktivität in einer Gesellschaft. Damit geben sie Aufschluss über volkswirtschaftliche Kosten von Krankheiten. Krankheitsabsenzen können andererseits auf negative Gesundheitsfolgen der Arbeit hinweisen.
Die NCD-Strategie der Schweiz will die „Erhaltung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Teilhabe der Bevölkerung in Wirtschaft und Gesellschaft“ fördern. Der Umfang krankheitsbedingter Arbeitsabsenzen ist ein Messpunkt im Hinblick auf dieses Ziel.
Definition
Dieser Indikator zeigt die jährlichen krankheits- und unfallbedingten Arbeitsabwesenheiten der Arbeitnehmenden pro Arbeitsstelle in Stunden.
Absenzen entsprechen dem Zeitraum, während dem eine Person normalerweise am Arbeitsplatz hätte sein müssen, es jedoch nicht war.
Der Indikator wird aus der Arbeitsvolumenstatistik (AVOL) des Bundesamtes für Statistik (BFS) erstellt. Diese Synthesestatistik bezieht die Angaben aus verschiedenen anderen Quellen, vor allem aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) des BFS. Aus der SAKE stammen auch die Fragen zur Absenz wegen Krankheit oder Unfall (in Halbtagen oder Tagen, bezogen auf die vier Wochen vor der Befragung). SAKE ist eine Befragung der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren anhand einer repräsentativen Stichprobe mit jährlich rund 120‘000 Interviews.
Quellen, Referenzen und weiterführende Informationen
Medienauskünfte
Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
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