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Die Schweiz will ein Label im Lebensmittelmarkt einführen, welches gesündere Alternativen innerhalb bestimmter Lebensmittelkategorien kennzeichnet (Englisch: „Healthy Choice Label“).
Die Schweiz will ein Label für Lebensmittel und Getränke entwickeln und in den Schweizer
Lebensmittelmarkt einführen, welches gesündere Alternativen innerhalb bestimmter
Lebensmittelkategorien kennzeichnet (auf Englisch: „Healthy Choice Label“).
Als erste
Massnahme beauftragte das Bundesamt für Gesundheit (www.bag.admin.ch) die
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (www.sge-ssn.ch) damit, eine
Bestandesaufnahme von Label-Organisationen aus dem In- und Ausland zu erstellen mit
Informationen darüber, wie diese Labels entwickelt und eingeführt worden sind, wie sie
vergeben, kontrolliert und vermarktet werden und wie wirksam sie sind.
Nach der Erstellung einer Liste bestehender Label-Organisationen und Ausarbeitung eines
Fragebogens wurden 27 Organisationen angefragt, sich entweder für ein persönliches
Interview zur Verfügung zu stellen oder den Fragebogen eigenständig auszufüllen. 19
Organisationen (9 davon vergeben ein „Healthy Choice Label“) erklärten sich zur Mitarbeit
bereit. Der Vollständigkeit halber wurde die endgültige Liste mit öffentlich zugänglichen
Informationen über zwei weitere „Healthy Choice Labels“ ergänzt.
In der Schweiz gibt es zwei „Healthy Choice Labels“ für Mahlzeiten, welche auswärts
verzehrt werden; es gibt jedoch keines im Lebensmittelhandel. Im Ausland konnten 9
„Healthy Choice Labels“ eruiert werden; die meisten kennzeichnen Lebensmittel, welche
hauptsächlich im Lebensmittelhandel erhältlich sind.
Ein Grossteil der identifizierten „Healthy Choice Labels“ wird ausschliesslich über
Lizenzgebühren finanziert, einige von der öffentlichen Hand, andere wiederum verfügen über
gemischte Finanzierungsmodelle.
Für die Entwicklung der Labels benötigten die befragten Label-Organisationen zwischen 1
bis über 5 Jahre (durchschnittlich 26 Monate, einschliesslich durchschnittlich 19 Monate für
die Entwicklung der Beurteilungskriterien) und 0.4 bis 4 Vollzeitstellen. Einige arbeiteten
ehrenamtlich, andere verfügten für die Entwicklungsphase über Budgets von bis zu CHF
900’000.-. Alle Organisationen waren sich über den Nutzen externer Experten und/oder
Berater einig.
Alle ausser einer „Healthy Choice Label“-Organisation verwenden kategorie-spezifische
(meistens nährstoffbasierte) Kriterien, einige unterscheiden bis zu 87 (durchschnittlich 34)
verschiedene Kategorien. Die Kriterien werden entsprechend eines definierten Prozederes
oder aber nach Bedarf überarbeitet und aktualisiert. Zu den gebräuchlichsten Kriterien von
„Healthy Choice Labels“ zählen Natrium, gesättigte Fettsäuren und Nahrungsfasern,
daneben auch Fett, Transfettsäuren und Zucker(arten). Weitere Kriterien sind
Portionengrösse, Energie-, Vitamin- und Mineralstoffgehalt.
Die meisten „Healthy Choice Labels“ werden betriebsintern vergeben – dies im Gegensatz
zu vielen Schweizer Label-Organisationen, die eine unabhängige Zertifizierung durch eine
akkreditierte Prüfgesellschaft verlangen. Kontrollen erfolgen auch meistens betriebsintern
und/oder werden unabhängigen Labors, unabhängigen Prüfern oder akkreditierten
Prüfgesellschaften übertragen. Auch die sogenannte „soziale Kontrolle“ unter Konkurrenten
spielt eine wichtige Rolle. In Schweden und der Schweiz erfolgen Kontrollen auch durch
offizielle Lebensmittelkontrolleure.
Die Organisationen bewerben ihre Labels entsprechend ihres jährlichen Marketingbudgets
(durchschnittlich CHF 590'000.- für „Healthy Choice Labels“, durchschnittlich CHF 1.3 Mio.
für andere Labels) und setzen dabei sehr viele verschiedene Marketingmethoden ein. Von
zusätzlichem Nutzen sind ferner die Marketingmassnahmen der Lizenznehmer.
Zur Beurteilung der Wirksamkeit der „Healthy Choice Labels“ werden oftmals nur der
Bekanntheitsgrad und die Marktdurchdringung gemessen. Die Werte beider Parameter
scheinen mit der Zeit anzusteigen und es ist auch möglich, innerhalb relativ kurzer Zeit hohe
Werte zu erreichen. Zum heutigen Zeitpunkt gibt es noch keine umfassenden
wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit von „Healthy Choice Labels“. Solche Studien
sind jedoch geplant oder wurden für gewisse Labels bereits in Auftrag gegeben.
Schlussfolgerung und Ausblick
Diese Bestandesaufnahme gibt einen Überblick über die Massnahmen, welche im
Zusammenhang mit der Entwicklung, Einführung, Vergabe, Kontrolle und Vermarktung eines
Labels zur Anwendung kommen, und enthält Angaben zu Betriebskosten, Personalbedarf
und Wirksamkeit. Basierend auf dieser Bestandesaufnahme wird nun eine Empfehlung
zuhanden des Bundesamts für Gesundheit BAG formuliert werden zum sinnvollsten
Vorgehen zur Entwicklung, Einführung und zum Management eines „Healthy Choice Labels“
für die Schweiz. (Mitteilung BAG / SGE)
(gb)
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