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Basel, Segerhof, vor 1855
H. 228 cm, L. 348 cm, B. 167 cm
Inv. 1940.83.
Der Wagen ist gekennzeichnet durch eine elegante Linienführung mit in der Mitte tief herabgezogenem Kasten, der auch den Einstieg der Reisenden erleichterte. Wie beim älteren Wagen aus dem Segerhof (Inv.-Nr. 1940.82.), handelt es sich hier um eine Voiture multiple: Er diente als repräsentative Stadtchaise, deren Verdeck bei Regen weit nach vorne gezogen und die Lehne des vorderen Sitzes schützend über die Sitzgarnierung gelegt werden konnte. Für längere Reisen wurde das Verdeck halb zurückgeschlagen und ein dreiteiliges Vorderdeck, (Vordach mit Front- und Seitenfenster), aufgesetzt. Dieser Wagentypus kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf und wurde nach seinem Erfinder auch „Gaillarde“ genannt. Diese Kalesche stammt vom Carrossier Josef Kauffmann, der damals noch in St.-Louis, vor den Toren Basels, tätig war. Der Wagen ist reich ausgestattet mit Schnitzereien, profilierten Eisenteilen und versilberten Beschlägen, Nabenkapseln und Türgriffen. Die Fusstritte klappen beim Öffnen der Türen dank einem ausgeklügelten Mechanismus automatisch auf. Hinten ist ein Zackenkranz angebracht, der das Aufspringen von nicht erwünschten Mitfahrern verhindern sollte. Es konnte an dieser Stelle auch ein Koffergestell angebracht werden, ein verschliessbares Fach befindet sich unter dem Bocksitz.