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Seit Jahrtausenden versuchen die Menschen, Tageslänge, Mondumlauf und Sonnenjahr in Einklang zu bringen und so den Jahreslauf für Landwirtschaft, Wanderbewegungen oder religiöse Rituale zu strukturieren.
Der Gregorianische Kalender bildet das Sonnenjahr ab, berücksichtigt aber z. B. das mondabhängige Datum des Osterfestes. Er wird als Referenz weltweit genutzt, wohl auch da er erst in über 3000 Jahren um einen Tag abweichen wird. Der Kalender der muslimischen Welt hingegen orientiert sich konsequent am Mond, daher wandert der Anfang des Monats Ramadan in etwa 33 Jahren einmal durch das Sonnenjahr. Andere Kulturen kennen zusätzliche Rhythmen; so nutzten die Maya eine 52jährige Zählung für ihre Geschichtsaufzeichnung und der chinesische Kalender verdeutlicht mit seinem 60er Zyklus den wiederkehrenden Charakter der Zeit.
So logisch er uns auch erscheint, ein Kalender ist immer auch ein Abbild der Kultur in der er entsteht.
Ist ein Augenblick die Zeit zwischen zwei Lidschlägen – vier, fünf, sechs Sekunden? Oder ist er die Zeit, die der Lichtstrahl braucht, um auf unserer Netzhaut das Sehen auszulösen – Bruchteile einer Sekunde? Oder ist es die Zeit, bis wir unseren Blick abwenden?
In einem Augenblick können wir uns verlieren, uns verlieben oder verweilen. Augenblicke sind kein Mass für die Zeit, sondern eine Einheit voller persönlicher Bedeutung.
Dass sich der Sekundenzeiger von mechanischen Uhren fliessend durch die Minuterie bewegt, ist eine Illusion: Bei der «Schleichenden Sekunde» vollführt der Zeiger kaum wahrnehmbare Schritte, definiert durch die Anzahl Halbschwingungen der Gangreglung. Je nach Werk sind es sechs bis zehn Teilschritte – immer mit einer winzigen Pause dazwischen.