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Kulturhauptstadt im Zentrum des Interesses
Im laufenden Semester beschäftigen sich die Architekturstudierenden der ZHAW mit Marseille, der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt. Isabel Rüttimann erklärt, wie sie für ihre Entwurfsübung vorgeht.
Marseille ist die zweitgrösste Stadt Frankreichs, Kulturhauptstadt Europas 2013 und in diesem Frühlingssemester Schauplatz unserer Entwurfsübung. Nachdem wir uns im letzten Halbjahr mit dem Thema «Wohnen im Hochhaus» dem Sulzerhochhaus in Winterthur angenommen haben, werden wir uns in den nächsten Wochen mit dem Thema «Wohnen in Marseille» auseinandersetzen.
Als erstes gilt es, die Stadt näher kennenzulernen. Wie ist sie aufgebaut? Was sind die geschichtlichen Hintergründe? Wo sind die wichtigsten Bauten und wie sehen diese aus? Wo sind Freiräume und Plätze? Wie stehen diese in Bezug zueinander? Wie sind die Gebäude aufgebaut? Dazu erarbeiten acht Studierende eine Broschüre für unsere Seminarwoche vor Ort. Diese enthält neben Tagesabläufen und Stadtplänen auch detaillierte Infos zu Besichtigungsobjekten. Die restlichen 72 Studierenden hingegen entwickeln in acht Gruppen verschiedene Masterpläne des Planungsgebiets. Es liegt im Norden der Stadt in der Nähe des Hafens und bildet den Abschluss der 8 Kilometer langen Nord-Süd-Achse. Ziel des Masterplans ist es, Freiräume, Strassenverläufe, sowie Gebäudehöhen und –formen festzulegen, um so den Ausdruck des neuen Quartiers zu bestimmen.
Jede Gruppe macht sich Gedanken über die Beziehungen zum Hafen, zu den bestehenden Gebäuden und den öffentlichen Räumen. Inwiefern sollten sich die neuen Gebäude dem Gegebenen anpassen? Wo sollen neue Elemente ins Spiel kommen? Wo sind Freiräume anzugliedern? Wie gross müssen diese sein? Welche Funktionen übernehmen sie? Wie wird der Abschluss der Nord-Süd-Achse am besten formuliert? Und so weiter. Eine zusätzliche Schwierigkeit: Der Masterplan „Euroméditerranée“ (www.euromediterranee.fr) sieht die Umgestaltung des grossräumigen Industriegebiets Marseilles vor und befindet sich momentan in der Bauphase. Auch hier stellt sich die Frage: Wie weit muss er in die Planung einbezogen werden, wo darf man eingreifen?
Sind unsere Masterpläne fertig ausgearbeitet, werden sie kritisiert und juriert. Das Gewinnerprojekt wird in achtzig Planungsparzellen unterteilt, welche den einzelnen Studenten zugeteilt werden. Nun beginnt die Hauptaufgabe des Semesters: der Entwurf eines Wohngebäudes in Marseille.
Isabel Rüttimann studiert im 4. Semester Architektur an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.