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Das Projekt Schachbrett ist geprägt durch einen Hauptkörper, gefasst durch zwei aus der Mittelachse verschobene Kerne. Dabei ist der Hauptkörper als einfache Holzkonstruktion mit einer Holz-Beton-Hybriddecke angedacht, während die beiden aussteifenden Kerne aus Ortbeton gefertigt werden. Die erdberührten Bauteile in Massivbauweise bilden die Abstellbasis für den hybriden Elementrahmenbau der oberen Geschosse.
Die Gesamtanlage des WSL stellt sich heute als gewachsene Struktur dar, mit einer Vielzahl von Gebäuden aus unterschiedlichen Bauzeiten und Konstruktionsarten. Der Ansatz, das kleine Gebäudevolumen mit zwei flankierenden Kernen volumetrisch zusätzlich zu differenzieren, wird in diesem heterogenen Umfeld von der Jury als zu unruhig empfunden.
Dieser Eindruck wird in der Fassade und den dazugehörenden Visualisierungen verstärkt. Der ruhige Mittelteil, mit den beiden geschlossenen Stirnkörpern, verunklärt das Volumen unnötig, was durch den Materialwechsel zusätzlich verstärkt wird.
Die Entscheidung das Gebäudevolumen mit zwei geschlossenen Kernen zu fassen führt in der Grundrissdisposition zu ungenügenden Zugangssituationen. Auf der unteren Ebene mit den Werkstätten erfolgt der Zugang ohne Vordach und Vorzone in die Tiefe mit einem langen Korridor entlang der Toilettenanlagen.
Der Hauszugang auf der oberen Ebene ist zumindest gedeckt, aber auch hier wird man durch einen sehr kleinen und dunklen Vorraum vor den Toilettenanlagen durchgeführt, bevor man die Büroflächen betreten kann. Diese Situation wiederholt sich in den beiden darüber liegenden Geschossen mit dem Anschluss an das Nachbargebäude HL. Die Autowaschanlage wirkt noch nicht klar definiert und es fehlt der Raum für die Filteranlage der bestehenden Schreinerei.
Demgegenüber ist die Mittelzone bei den Büroflächen sehr grosszügig bemessen ohne eine räumliche Qualität daraus zu generieren. Dies zeigt sich sowohl in der Innenvisualisierung wie auch den Grundrissen. Mit einzelnen Sitzgruppen und Druckerstationen möbliert und vollständig durch verglaste Bürotrennwände belichtet, erreicht diese Mittelzone keine wirkliche Aufenthaltsqualität.
Dieser Eindruck widerspiegelt sich in dem damit einhergehenden, inneffizienten Flächenkoeffizient zwischen GF zu HNF, welcher in diesem Projekt sehr hoch ist, womit das Projekt in den plausibilisierten Erstellungskosten zu den Teuersten gehört.
Die resultierende lichte Raumhöhe von 2,74 m und eine Konstruktionshöhe der Decken von ca. 36 cm ist effizient und auch unter Berücksichtigung der im Deckenbereich abgehängt situierten Technikelemente nachhaltig gelöst und erlaubt eine entsprechende Flexibilität.
Dem Einsatz nicht erneuerbarer grauer Energie und den damit verbundenen CO2-Emissionen wird in einer pragmatischen Weise und adäquat begegnet.
Die resultierende Gebäudehüllziffer (A/GF) ist höher als die Vorgabe, aber mit einem Fensteranteil von ca. 30 % kann die Einhaltung der Werte gemäss Minergie P-Eco trotzdem gewährleistet sein.
Der sommerliche Wärmeschutz erfolgt über aussenliegende Vertikalstoffstoren, welche in Bezug auf die Tageslichtsituation in den Innenräumen nur bedingt eine adäquate Situierung zwischen Sonnen- und Blendschutz zulassen (keine Zwischenstellungen wie bei Lamellenstoren möglich).
Die vertikale Erschliessung der Medien ist mittels zwei flankierender Steigzonen und der konsequenten Systemtrennung für die horizontale Erschliessung einfach und nachhaltig situiert. Während die Elektroerschliessung über einen Holzdoppelboden und im peripheren Brüstungskanal erfolgt, werden die HLKS-Medien offen im Deckenbereich geführt. Der Raumkomfort erfolgt thermisch über flächendeckend eingesetzte und modulare Heiz-/Kühldeckenelemente und wird mit einer kontrollierten Hygienelüftung für eine adäquate Luftqualität unterstützt.
Die vorgesehene Eigenstromproduktion mittels Photovoltaik beschränkt sich auf ein geständertes System auf dem Flachdach sowie auf das Schrägdach mit Südausrichtung ohne den Anbau West. Auf fassdenintegrierte PV-Elemente wird verzichtet. Entsprechend ist der Beitrag der Eigenstromproduktion zum gesamten Elektrizitätsbedarf vergleichsweise gering.
Gemäss den Verfassenden wird ein klarer und aufgeräumter Freiraum geschaffen. Die Asphaltfläche dominiert wie heute und die Aufenthaltsqualität bleibt in einem ähnlichen Rahmen wie sie aktuell hier vorzufinden ist. Die Ausloberin wünschte sich jedoch mehr: Mehr Raum für den Aufenthalt im Freien und mehr Raum für die Biodiversität. Der Sitzplatz wirkt aber wie bereits heute verschupft, die angedachten Tröge mit Stauden und Gräsern schaffen nicht nur eine gewünschte Distanz zu den angrenzenden Büros, sondern mit dem Angebot an Sitznischen wieder eine nicht gewünschte Nähe zwischen den Leuten draussen und den Leuten in den anliegenden Büroräumen drinnen.
Trotz der oben beschrieben Mängel weist das Projekt ansonsten eine angenehme Zurückhaltung auf und erreicht für die gestellte Aufgabe eine adäquate Formensprache in der Fassade, die an die Gebäude HS und HL angelehnt ist, wie auch mit der einfachen Grundstruktur einen vielversprechenden Ansatz schafft, bezüglich des Nutzwertes des Gebäudes.
Visualisierung und Geschoss B (EG)
Architektur/ Bauingenieurwesen/ Elektroingenieur/ Gebäudeautomation
ATP architekten ingenieure Zürich AG
Wehrle Matthias
Andrea Bianchi
Juan Bermejo Herrero
Antonio Mesquita
Ivan Miroslav
Sandro Kühne
Oezcan Vural
Landschaftsarchitektur
vb landschaftsarchitektur
Verena Bayrhof
Bauingenieurwesen
ATP architekten
ingenieure Zürich AG
Sandro Kühne
HLKKS-Ingenieur
ATP sustain GmbH
Christoph Kuhn
Projektsteuerung/Kostenplanung
ATP architekten ingenieure Zürich AG
Matthias Wehrle
Christian Schwarz
Brandschutzplanung
4 Management 2 Security GmbH
René Anderegg
Roger Grolimund
Alessandra Tonola