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Jadav Payeng war 15 Jahre alt, als ein Moment sein Leben veränderte. Nach einem Monsun wurden Hunderte Schlangen ans Ufer des Flusses geschwemmt, an dem Jadav lebt. Nachdem das Wasser sich zurückgezogen hatte, starben praktisch alle Schlangen an der starken Hitze. «Die Schlangen mussten sterben, weil es hier keine Bäume hat, die Schatten spenden. Heute sind es Schlangen, morgen sind es vielleicht Menschen», dachte sich der Jugendliche.
Er fragte bei den Dorfältesten nach, ob er Bäume pflanzen darf. Doch in der kargen Gegend könne nur Bambus wachsen. Sie gaben ihm 20 Samen. «Es war schwierig, sie zum Wachsen zu bringen, aber ich gab nicht auf», sagt er der «Times of India». Jadav sammelte noch mehr Samen andere Bäume und pflanzte weiter. Tag für Tag.
Ein Wald, grösser als der Central Park
40 Jahre später ist der Jugendliche ein im ganzen Land bekannter Förster geworden. Und aus den weniger Samen von damals ist ein 550 Hektar grosser Wald entstanden. Das ist grösser als der Central Park in New York! Der sogenannte «Molai Wald» beheimatet Tausende Bäume, vier Königstiger, mehrere Nashörner, Hasen, Affen und sogar eine Herde aus 115 Elefanten, die jeweils für ein halbes Jahr dort leben.
Jadav lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern immer noch in der Nähe des Waldes. Bei seinem Stamm kam der neue Wald nicht immer gut an. Als Elefanten in den Feldern Gemüse frassen, wurden die Bauern zornig und töteten einige Elefanten. Da schritt Jadav ein und sagte: «Tötet mich, bevor ihr die Tiere tötet!»
Inzwischen haben sich die Bewohner mit dem Wald arrangiert und gelernt, von ihm zu profitieren. Leider zieht die Biodiversität auch immer wieder Wilderer an. Eine Gruppe wollte die Nashörner jagen. Aber Jadav und eine Gruppe Helfer konnten die Behörden genug schnell informieren und sie aufhalten.
Jadav Payeng wurde ein Film gewidmet
Jadav erhielt mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit. Der Kanadier William Douglas McMaster drehte einen Dokumentarfilm über Jadavs unglaubliche Leistung. «Forest Man» wurde an den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2014 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.
Jadavs Wald liegt auf der Fluss-Insel Majuli im Bundesstaat Assam im Nordosten Indiens. Um sie herum fliesst der Fluss Brahmaputra. In den letzten 60 Jahren hat der Fluss aufgrund der Entwaldung immer mehr Teile der Insel weggespült. Jadavs Wald hilft dabei, die Insel zu retten. Auf Majuli leben etwa 140’000 Menschen.
Fotos: Peter Andersen, Dhrubazaan Photography, Shutterstock
Bettina hat Journalismus studiert und arbeitet seit drei Jahren in diesem Beruf. Sie interessiert sich für Klimaschutz und die Natur und setzt sich für die Rechte von Tieren ein.