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Knight, engl. Illustrator und Karikaturist, bekannt unter dem Namen
Phiz, geb. 1812, zeigte als
Knabe ein großes Talent zum
Zeichnen, besonders von Karikaturen, so daß er schon mit 20 Jahren als würdiger Nachfolger in der Kunst des nachher durch
Selbstmord umgekommenen Karikaturisten
Robert Seymour auftreten konnte und seine Arbeiten mit den «Pickwickpapers» von Dickens begann (1835). Hierin entwickelte er ein solches Talent, daß er auch mit den Illustrationen von
«Nicholas Nickleby» und dann mit denen der meisten übrigen Romane von
Dickens beauftragt wurde. Unter demselben Namen
Phiz brachte er auch ebenso geistreiche, gewandte Zeichnungen zu Charles Lever,
Ainsworth, zu der Abbotsforder Ausgabe der «Waverley novels»,
zu den Werken Lord Byrons und mehreren noch jetzt im Erscheinen begriffenen Werken.
2) Henriette (Pseudonym), Genremalerin und Radiererin, geb. 1829 zu Paris als Tochter des
Grafen Bouteiller, nachher verehelichte Gräfin de Saux. Mit entschiedenem Talent widmete sie sich unter
Chaplins Leitung
der Malerei und der Radierkunst. Ihre Genrebilder, die sie aus den zunächst liegenden Lebenskreisen
entnahm, später auch aus dem orientalischen Volksleben, sind von tiefer Empfindung, hübscher Komposition und besonders
sehr gelungenem Helldunkel.
Dahin gehören mehrere Bilder von den internationalen Ausstellungen der Jahre 1855, 1862 und 1878, z. B.:
die Barmherzigen Schwestern, die Apotheke, die Toilette des
Knaben (alle drei 1859 zuerst ausgestellt),
die Armenschule in Aix, der Trost (1867), sowie die orientalischen Bilder: Orangen in Oberägypten, den Koran singende
Knaben,
Schule in Kairo, ein koptischer Dichter (1874). In den letzten Jahren malte sie auch historische
Scenen und viele sehr tüchtige Porträte. Als geschickte Radierungen brachte sie z. B.
mehrere Blätter nach
Bidas Zeichnungen zum Alten Testament und zu den vier Evangelien.
(spr. -schik),Wenzel, tschech. Historienmaler,
geb. 1852 zu Třemoschna bei Pilsen, hat sich seit einigen Jahren durch koloristisch bedeutende
Historienbilder, meist aus
der Geschichte seines Vaterlands, einen Namen gemacht. Er besuchte anfangs
die Akademie in Prag, war dann in München kurze Zeit Schüler Karl
Pilotys und ließ sich in Paris nieder. 1874 trat er in
München auf mit einem großen Bild: Abschied des Böhmenkönigs Ottokar II. von den Seinen vor seinem letzten Kampf gegen
Rudolf von Habsburg, das in Komposition, in Physiognomie der Gestalten und in der
Technik noch höchst
mangelhaft war.
Koloristisch bedeutender waren die fast gleichzeitigen Bilder: der Kuß und die heil. Iria. Noch
ohne Leben in den Gestalten, aber von klarer Komposition war (1876): Dagmar, Tochter Přemysl
Ottokars I., wird von ihrem Bräutigam Waldemar von Dänemark aus dem Kloster Meißen im Brautzug weggeführt,
humoristisch gedacht, aber flüchtig im Vortrag das gleichzeitige Genrebild: der gute
Freund. Wenn auch nicht gleichmäßig
durchgearbeitet, aber in der Stoffmalerei ausgezeichnet war die 1878 in Paris ausgestellte große Gesandtschaft des Ladislaus
von
Böhmen zur Brautwerbung am Hof Karls VII. von Frankreich 1457, die auch 1880 in Berlin eine der
bedeutendsten Erscheinungen der Ausstellung war und in die Nationalgallerie kam. 1879 folgten: die mit diesem Bild in Verbindung
stehende Schachpartie der Verlobung, ferner das Zusammentreffen des
Kaisers Karl IV. mit Petrarca und Laura im Schloß zu
Avignon, ebenfalls von gesättigter Glut der Farbe und dabei von wunderbar heiterer Schönheit. B. lebt
seit 1876 in Paris.
Lajos, ungar. Genremaler, geb. zu Poza (Ungarn),
kam schon 1849 mit seinen Eltern nach Pest, wo er das Gymnasium besuchte. 1862 wurde er Schüler der Akademie in Wien, mußte
sich dort mit Porträtmalen sein Brot verdienen, bis ein ungarisches Stipendium ihn in den Stand setzte,
sich von 1869 bis 1872 in Italien und namentlich in Venedig weiter zu bilden, wo er kurze Zeit Schüler der Akademie war.
Zu seinen besten Bildern gehören: die Abreise nach der Stadt (1877), der Brief des Abwesenden
(1878) und Verlassenheit (1879).
Louis Alfred, franz. Aquarellmaler und Radierer, geb. zu
Havre, war, in Paris Schüler von Pils, besuchte die École des beaux-arts und das Atelier Lalannes. Unter seinen sehr ansprechenden
landschaftlichen und architektonischen Aquarellen nennen wir: Ufer der Seine in Chatou und Harfleur (1867), Landhaus in Charette
sur Doubs, die Kirche St. Vivien in Rouen, der Hof des Hôtel-Dieu in Beaune, perspektivische Ansicht
der Terrassen von St. Germain en Laye (1872), Ruinen des Palastes der Tuilerien, und unter seinen Radierungen: Ruinen von
Tancarville (1866), Hof des Schlosses St. Germain en Laye im Jahr 1867, Kapelle des heil. Ludwig in St.
Germain, Notre Dame in Bourges, ebenso mehrere Radierungen nach Bildern von Canaletto, Albert Cuyp, Daubigny, Turner, Français
u. a.