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Kurze Zeit, nachdem Präsidentschaftskandidat Joe Biden sein «Running Mate» Kamala Harris bekanntgegeben hat, postete Donald Trump auf seinem Twitter-Account einen Video gegen Kamala Harris und Joe Biden.
Darin wird versucht, die mögliche Vizepräsidentin als radikal links zu framen. Aber schau selbst:
Die Republikaner im Repräsentantenhaus und Senat schlagen in die selbe Kerbe, berichtet The Hill. «Radical liberal», «extrem leftist», «für Moderate sofort disqualifiziert», und weiteres ist etwa von Minderheitenführer Kevin McCarthy zu hören. Übrigens: Wäre Harris Schweizer Politikerin, wäre sie wohl Mittepolitikerin. Hier werden alle Kandidaten eingeschätzt.
Gleichzeitig wurden die alten Vorwürfe, die man bereits während den Vorwahlen zu hören bekam, wiederholt. Sie habe ihre Macht als Staatsanwältin von Kalifornien für politische Zwecke missbraucht.
Ihre Gegner versuchen ausserdem, die Law-and-Order-Vergangenheit gegen sie zu verwenden. Einige ihrer Entscheidungen wurden von Kritikern nicht im Einklang mit ihrem Versprechen nach Reformen eines «kaputten» Strafjustizsystems gesehen.
Von dem demokratischen Establishment gibt es viel Unterstützung für Harris. Der frühere US-Präsident Barack Obama schrieb auf Twitter, die 55-Jährige sei «mehr als bereit für die Aufgabe.» Und weiter: «Das ist ein guter Tag für unser Land. Jetzt lasst uns das Ding gewinnen.»
Ähnlich tönt es von Seiten der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin und Aussenministerin Hillary Clinton. Sie sei vom Duo Biden/Harris begeistert, und Harris habe bereits bewiesen, dass sie eine unglaubliche Führerin sei.
Mehrheitsführerin Nancy Pelosi bezeichnete die Nomination von Harris als «historischen und stolzen Meilenstein» und lobte sie als Frau mit starken Werten und einen «Champion für die hartarbeitenden Familien.»
Ihren ehemaligen Rivalen bei den Vorwahlen gratulieren Harris ebenfalls: Sie wisse, was es für den Kampf für die arbeitenden Menschen und das Gesundheitssystem brauche, schreibt etwa Bernie Sanders auf Twitter.
Von Elizabeth Warren tönt es ähnlich: Harris werde eine gute Partnerin für Biden sein und hob dabei soziale, ethnische und ökonomische Gerechtigkeit hervor.
So weit, so fair. Immerhin haben die Beiden nach ihrer Aufgabe in den Vorwahlen Biden ihre Unterstützung zugesichert.
Anders sieht's aus, wenn man die jungen progressiven Politikerinnen anschaut: Die sonst auf Twitter so aktive Alexandria Ocasio-Cortes etwa äusserte sich nicht zur Nomination. Kein Tweet, kein Retweet. Ebenso ruhig war die linke Abgeordnete Ilhan Omar, von ihrer Kollegin Rashida Tlaib kam auch kein klares Bekenntnis.
Bedeutend dreckiger wird's, wenn man so schaut, was die rechten Medien zur Person Harris zu melden haben. Sie versteifen sich auf Nebenschauplätze.
FoxNews-Moderator Tucker Carlson beispielsweise rastete aus, als ein Gast ihn auf die richtige Aussprache von Harris' Vornamen hinwies. «Also disrespektiere ich sie, wenn ich den Namen unbeabsichtigt falsch ausspreche? So fängt es also an, man darf Kamala [sagt es falsch] nicht einmal mehr kritisieren?» Sein Gast weist darauf hin, dass es lediglich mit Respekt zu tun habe, den Namen einer nationalen Politikerin korrekt auszusprechen.
Ein weiteres Thema war die Herkunft von Kamala Harris. Ihre Mutter ist Inderin, ihr Vater ein Jamaikaner. Viele werfen ihr vor, dass sie entweder keine richtige Afroamerikanerin oder verleugne ihre indische Herkunft, beziehungsweise nutze sie nur dann, wenn sie davon profitiere. Sie sei eine Gestaltwandlerin, eine Fahne im Wind.
US-Sängerin Pink vergiesst «wahre Freudentränen», Schauspielerin Kerry Washington ist von dem «historischen Moment» völlig überwältigt: Kurz nachdem Joe Biden die US-Senatorin Kamala Harris als seine Vize-Kandidatin verkündet hatte, meldeten sich Musiker und Schauspieler in den sozialen Medien zu Wort.
Die Afroamerikanerin Kerry Washington («Django Unchained») verwies auf den historischen Moment, dass erstmals eine Schwarze und eine Frau mit indischen Wurzeln für eine der beiden grossen Parteien als Vize-Kandidatin ins Rennen zieht. Sie freue sich von ganzem Herzen für all die Kinder, die sich in Harris sehen und nun «grösser träumen» können.
«Ich freue mich für dich und bin erleichtert und froh für unser Land», gratulierte Sharon Stone der Senatorin aus Kalifornien. Er könne es kaum erwarten für das Biden-Harris-Team zu stimmen, schrieb Sänger John Legend. Nach den Wahlen im November werde die schwierige Arbeit beginnen, von Donald Trumps «Alptraum»- Präsidentschaft zu genesen.
Sängerin Cher schmückte ihren Tweet «Gratulation Madame Vize-Präsident» mit einem Partyknaller-Emoji.
Charlize Theron rief ihre Twitter-Follower zum Wählen auf. «Auf geht's», schrieb die Oscar-Preisträgerin. Mit Harris stehe das Team nun fest. «Jetzt liegt es an uns zu wählen.»
(jaw/sda/dpa)
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