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Die erste Junihälfte war so warm wie seit 2003 nicht mehr. Die Monatsmitte war geprägt von ergiebigen Niederschlägen, welche die langjährige Wasserbilanz weiter ausglichen.
Der meteorologische Sommer startete am 1. Juni. Es war ein Schnellstart. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 19,5 Grad zwischen dem 1.-15. Juni verzeichnete Zürich die drittwärmste erste Junihälfte seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Letztmals wärmer war es im Hitzesommer 2003, als die erste Junihälfte schweisstreibende 22,4 Grad vorwies. Auch eine Spur wärmer war der Sommerstart zudem im Jahr 1937 mit rund 20 Grad. Die ersten zwei Sommerwochen bescherten der Limmatstadt auch neun Sommertage mit Höchsttemperaturen über 25 Grad sowie zwei Hitzetage, an denen das Thermometer bereits über 30 Grad stieg. Im langjährigen Durchschnitt der Jahre 1981-2010 sind für den ganzen Monat Juni neun Sommertage und ein Hitzetag vorgesehen. Das Soll ist also bereits erreicht oder sogar überschritten. In der dritten Juniwoche machte der Sommer dann schon eine Pause. Das Quecksilber stieg während mehr als einer Woche auf dem Zürichberg nicht über 25 Grad.
Wann kommt das Azorenhoch?
Es bleibt spannend, die weitere Entwicklung des mitteleuropäischen Sommerwetters zu beobachten. Es scheint, als würden die Wettermodelle mittelfristig eine konstante Hochsommer-Wetterlage favorisieren. Seit Tagen prognostizieren die Modelle die Ausdehnung des Azorenhochs bis nach Europa und somit sonniges und warmes Wetter. Kurzfristig tauchen aber immer wieder kleinräumige Störungen auf, welche den Aufbau der vorhergesagten Hochsommerphase vorerst noch unterdrücken.
In allen Belangen überdurchschnittlich
Die erste Junihälfte war nicht nur temperaturtechnisch überdurchschnittlich sondern auch bezüglich Niederschlagssummen und Sonnenscheindauer. Ausgelöst durch eine Gegenstromlage über den Alpen fielen am 14./15. Juni ergiebige Niederschläge. Innerhalb von 24 Stunden fiel auf dem Zürichberg knapp 57 mm Regen. An der rechten Zürichseeküste bei Erlenbach waren es sogar 71 mm. An der Schweizer Bodenseeküste kamen innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 mm zusammen. Am meisten regnete es in dieser Zeitperiode aber im Berner Seeland mit 111 mm, wie Daten von MeteoSchweiz zeigen. Angefeuert durch diese ergiebigen Niederschläge war die erste Monatshälfte in Zürich mit einer Niederschlagsmenge von insgesamt 85 mm deutlich zu nass. Zur Monatshalbzeit wurden bereits zwei Drittel des gesamten Monatssolls erreicht. Wie wir es bereits aus dem diesjährigen Frühling kennen, bedeuten überdurchschnittliche Regenmengen aber keinesfalls wenig Sonnenschein. Dank der vielen sonnigen Tage erreicht die totale Besonnung nach nur zwei Juniwochen bereits zwei Drittel der insgesamt zu erwartenden Sonnenscheindauer im ganzen Monat Juni.
Ausgeglichener Wasserhaushalt
Nachdem das Jahr 2015 lange zu trocken blieb, haben die Starkregenfälle Ende April, im Mai und jetzt Mitte Juni den Wasserhaushalt wieder ausgeglichen. Bis heute ist das Jahr 2015 mit knapp 500 mm nun sogar leicht zu nass, verglichen mit den 480 mm, welche gemäss langjährigem Durchschnitt seit Jahresbeginn zu erwarten wären. Eine Betrachtung seit Jahresbeginn greift aber zu kurz, wenn analysiert werden soll, ob sich die Region Zürich in einer Dürre- oder Nassphase befindet. Wird der Betrachtungshorizont um das Jahr 2014 erweitert, zeigt sich, dass die letzten anderthalb Jahre auf dem Zürichberg 1572 mm Niederschlag brachten und somit nur 41 mm weniger als aufgrund der Klimareferenzwerte der Jahre 1981-2010 zu erwarten wäre. In der kurzfristigen Retroperspektive befindet sich Zürich also weder in einer Trocken- noch in einer Regenperiode. Doch wie sieht es in der langfristigen Rückschau aus? Seit Anfang 2010 sind auf dem Zürichberg etwas mehr als 5,87 Meter Niederschlag gefallen und somit 270 mm weniger als zu erwarten wäre. Die letzten fünfeinhalb Jahre waren also zu trocken. Verursacherin dieses Niederschlagsdefizits waren je eine ausgeprägte Trockenphase im Frühjahr und Herbst 2011. Im November 2011 fiel in Zürich nicht ein einziger Tropfen. Das feuchte Jahr 2012 hat ein Teil dieses Defizits aufgeholt, doch ganz kompensiert ist die Trockenheit von 2011 noch nicht. Der Fehlbetrag (weniger als 5 Prozent der Summe) liegt aber im Bereich von natürlichen Schwankungen und zeigt heute kaum Auswirkungen. Nasse und trockene Jahre wechseln sich ab und gleichen den Wasserhaushalt über mehrere Jahre hinweg bisher immer wieder aus. Seit dem 1. Januar 2000 fiel in Zürich 17,36 Meter Niederschlag. Das sind nur 123 mm oder 0,7 % weniger als gemäss Klimareferenzwert zu erwarten wäre. Der Wasserhaushalt in Zürich tickt wie ein Schweizer Uhrwerk. Nach sehr nassen Jahren 2001 und 2002 folgten drei trockene Jahre mit einer regelrechten Dürre im Sommerhalbjahr 2003. Über die gesamte Periode der 15,5 Jahre seit 2000 betrachtet, sind die Abweichungen aber minimal – der Wasserhaushalt ist in Takt. Spannend bleibt zu beobachten, ab wann und wie genau sich die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt in der Schweiz und in Zürich bemerkbar machen.