Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/42706

<h2>SubmittedText<h2><p>Immer mehr Anleger und Anlegerinnen möchten ihr Geld nachhaltig investieren. Das prozentuale Wachstum des investierten Kapitals im nachhaltigen Segment war in den letzten fünf Jahren etwa doppelt so hoch wie im Gesamtmarkt.</p><p>Investitionen in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sind langfristig auch finanziell erfolgreicher und damit für Investoren und Investorinnen interessant.</p><p>Schliesslich sind nachhaltige Anlagemöglichkeiten gut für das Bankenimage, denn umweltverträgliche Anlagen, zum Beispiel, geniessen ein hohes Ansehen, das auch auf den Anbieter abfärbt.</p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Wie beurteilt er die Tatsache, dass mittlerweile die meisten Banken in ihrem Angebot auch ethisch, sozial und ökologisch verträgliche Anlagemöglichkeiten anbieten, die Post - als Unternehmen des Bundes - aber nach wie vor ohne ein solches Angebot dasteht?</p><p>2. Wie erklärt er sich, dass es sich die Post ausgerechnet in jenem Bereich, in dem sie ihr Angebot weitgehend autonom bestimmt, leisten kann, sich einem verbreiteten sinnvollen und wichtigen Trend zu entziehen, nämlich nachhaltige Anlagemöglichkeiten zu offerieren?</p><p>3. Ist er auch der Meinung, dass die Post den Oberzielen des zuständigen Departementes, der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit, ebenfalls nachleben sollte?</p><p>4. Wie beurteilt er die Chance, dass die Post schon bald Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Anlagen offeriert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Post kann über die Grundversorgung im Zahlungsverkehr gestützt auf Artikel 9 des Postgesetzes auch weitere Dienstleistungen und Produkte des Zahlungsverkehrs sowie damit unmittelbar zusammenhängende Dienstleistungen und Produkte anbieten. Der Bundesrat hat diese Wettbewerbsdienste in Artikel 5ff. der Postverordnung konkretisiert. Demnach kann die Post im Auftrag Dritter Dienstleistungen und Produkte anbieten, die für den Verkauf über die Infrastruktur der Post geeignet sind. Dazu gehört namentlich der Vertrieb von Anlagefondsanteilen. Die Post bietet ihren Kundinnen und Kunden heute fünf Anlagestrategiefonds Postsoleil 1-5 an, welche einen durchschnittlichen Aktienanteil von 0-75 Prozent aufweisen. Ferner bietet sie zusätzlich zwei Aktienfonds Postsoleil Suisse und Postsoleil Europe an.</p><p>1./2./4. Der Bundesrat erachtet es als positiv, dass auf dem Markt vermehrt auch Angebote im Bereich der ethisch, sozial und umweltverträglichen Anlagen bestehen. Er begrüsst es daher, dass die Post im Rahmen der geplanten Erweiterung der Produktpalette ebenfalls die Aufnahme von so genannten "Öko-Fonds" ernsthaft prüft. Dieses Projekt befindet sich zurzeit allerdings noch in der Konzeptphase. Es ist daher verfrüht, Aussagen über die Chancen der Einführung zu machen. Das UVEK wird sich im Rahmen der periodischen Aussprachen mit der Post über den Stand der Arbeiten informieren lassen. </p><p>3. Der Bundesrat hat die Post in seinen strategischen Zielen für die Jahre 2002-2005 im Rahmen ihrer betrieblichen Möglichkeiten auf eine den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung verpflichtete Unternehmensstrategie festgelegt. Die Post muss demnach den Prinzipien der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit nachleben.</p>  Antwort des Bundesrates.