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In El Salvador wird eine, von einem Vulkan angetriebene, Bitcoin-Stadt durch 1 Milliarde Dollar von der Regierung finanziert. Diese 1 Milliarde Doller laufen als Bitcoin-Anleihen über das Liquid Network von Blockstream, einer Sidechain der Bitcoin-Blockchain.
Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, bleibt optimistisch gegenüber Kryptowährungen und kündigte den Bau einer einkommens- und vermögenssteuerfreien „Bitcoin-Stadt“ an. Der Bau der Stadt soll durch staatliche Bitcoin-Anleihen, die über das Liquid Network ausgegeben werden, und später durch eine Mehrwertsteuer finanziert werden.
Der Präsident plant, die 10-jährigen Anleihen Anfang 2022 auszugeben. Anleiheinhaber, die keine Staatsbürgerschaft besitzen, werden die Ausstellung der Staatsbürgerschaft beschleunigt bekommen. Die Anleihen im Wert von 1 Milliarde US-Dollar sollen fünf Jahre lang gesperrt werden einen Coupon von 6.5% aufweisen. 500 Millionen USD werden für den Kauf von Bitcoin verwendet und nach dem Verkauf der Bitcoin werden nach fünf Jahren zusätzliche Dividenden an die Anleger gezahlt. El Salvador wird Bitfinex als Bookrunner für die Anleihe lizenzieren.
Bitcoin-Adoption reift
Die anderen 500 Millionen Dollar werden für die Entwicklung einer Infrastruktur zur Energieversorgung durch geothermische Quellen in La Union im Osten El Salvadors verwendet. Die Stadt wird einen Platz haben, der aus der Luft betrachtet als Bitcoin-Symbol erscheint.
Als Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt wurde, gab es sowohl Befürworter als auch Gegner, und vom ersten Tag an traten zahlreiche technische Komplikationen auf. Inzwischen besitzt der Staat mindestens 1’100 BTC im Wert von rund 60 Millionen USD. Unternehmen waren anfangs skeptisch, die Kryptowährung für Waren und Dienstleistungen zu akzeptieren. Anfang Oktober dieses Jahres waren nur 7% der Geschäfte auf den Empfang von Bitcoin eingestellt. McDonald’s und Starbucks waren unter den ersten Händlern in El Salvador, die die Kryptowährung akzeptierten.
Kritik an Bukele’s Strategie
Rohan Grey, ein Experte der Digital Currency Global Initiative, hat die Strategie El Salvadors kritischer gesehen und darauf hingewiesen, dass Bukele die Bitcoin-Adoption des Landes hauptsächlich als Marketing-Gag genutzt hat, während keine konkreten Dinge ausgearbeitet wurden. Diese jüngsten Entwicklungen scheinen jedoch ein anderes Bild zu zeichnen.
„Herr Bukele ist ein junger Präsident, der versucht, aus einem populären Image Kapital zu schlagen. Es hat einen grossen PR-Wert, so etwas anzukündigen, auch wenn man noch nicht alle Details ausgearbeitet hat.„ – Rohan Grey, Experte Digital Currency Global Intiative im Interview mit BBC
Grey warnte ganz allgemein davor, dass ein Land, das eine Kryptowährung als gesetzliches Zahlungsmittel adoptiert, einem Netzwerk eine erhebliche Kontrolle einräumt. Seiner Meinung nach ist dieses Netzwerk nicht stabil, hat keine verantwortlichen Akteure und kann keine Erfolgsbilanz vorweisen. Grey glaubt auch nicht, dass es Preisstabilität oder Liquidität bietet – was für eine Währung von zentraler Bedeutung sei.