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Das Bild war die erste Version des «Portrait des Dr. Gachet». Monsieur Gachet war Arzt, und van Gogh sah in ihm einen innerlichen wie äusserlichen Doppelgänger. Insofern sind die Portraits auch Selbstportraits. Der besorgt melancholische Blick des Arztes, der seinen Kopf nachdenklich in die Hand gestützt hält, sei «der betroffene Gesichtsausdruck unserer Zeit», meinte van Gogh. Es ist jedenfalls bestimmt der traurige Blick van Goghs.
Wie praktisch alle anderen seiner Bilder konnte van Gogh auch dieses nicht verkaufen. Sein Bruder oder besser dessen Frau verkaufte es nach van Goghs Tod. So ging es im Lauf der Zeit durch verschiedene Hände, u.a. auch durch jene Hermann Görings, der zwar wie so viele Nazis van Gogh als entartete Kunst betrachtete, aber keine Hemmungen hatte, damit viel Geld zu machen.
Am Schluss landete das Bild in Japan bei besagtem Unternehmer. Bald nach dem Erwerb sorgte allerdings dessen Aussage, man solle das Bild nach seinem Ableben in seinen Sarg legen, gelinde gesagt für Aufsehen. Nicht nur wäre es skandalös gewesen, ein so wertvolles und weltweit geschätztes Kulturgut zu vernichten. Hätte das Schule gemacht, wären künftig Auktionen von vergleichbaren Kulturgütern nicht mehr so ohne weiteres möglich gewesen.
Das Bild ist seither zwar nicht mehr gesichtet worden. Aber es scheint gesichert zu sein, dass es noch existiert. Wenige Jahre nach dem Erwerb auf der Auktion, ging das Unternehmen Ryoeis Konkurs, und er selber starb. Ob Saito Ryoei dabei einen ähnlich «betroffenen Gesichtsausdruck» hatte wie van Goghs Dr. Gachet?