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Viktor Röthlin gibt in New York auf | 07.11.2010
Viktor Röthlin (STV Alpnach) erlitt beim New York Marathon eine Niederlage. Der Europameister gab kurz vor Rennhälfte auf.
(Si) Viktor Röthlin verschwand früh von der Bildfläche. Als die zunächst bummelnde Spitzengruppe nach Kilometer 10 den 1000-m-Schnitt unter drei Minuten drückte, liess der Schweizer die Favoriten ziehen. Wenig später gab er auf. Er fühlte sich nicht gut und hatte Angst, dass er sich noch eine Verletzung zuziehen könnte.
Röthlin musste bei seinem 20. Marathon zum dritten Mal vorzeitig die Segel streichen. Die Läufe 1999 in Berlin und 2004 bei den Olympischen Spiele in Athen hatte der Obwaldner ebenfalls nicht beendet. Der Schweizer konnte sich nach seinem Coup am 1. August in Barcelona nicht optimal auf den Lauf in New York vorbereiten. Die 14 Wochen waren eine zu kurze Zeitspanne.
Ausgerechnet in New York, wo Röthlins Hausse vor fünf Jahren begonnen hatte, musste er auf dem sportlichen Parkett wieder einen Dämpfer einstecken. Nach seinem 7. Rang 2005 hatte er sich mit EM-Silber in Göteborg 2006, WM-Bronze 2007 in Osaka, dem Schweizer Rekord (2:07:23) im Februar 2008 in Tokio, dem Olympia-Diplom in Peking und dem Europameister-Titel diesen Sommer in Barcelona einen Erfolg an den anderen gereiht.
Auch Weltrekordhalter und Favorit Haile Gebrselassie (Äth) beendete das Rennen wegen Kniebeschwerden vorzeitig. Der für 400 000 Dollar engagierte Star kündigte danach seinen Rücktritt an: "Es ist an der Zeit, jüngeren Läufern Platz zu machen."
Der 26-jährige Äthiopier Gebre Gebremariam lancierte die entscheidende Attacke 3 Kilometer vor dem Ziel, als er sich von Emmanuel Mutai (Ken) löste. Gebremariam, der Cross-Weltmeister 2009, bestritt seinen ersten Marathon und kassierte 130 000 Dollar Siegprämie. Er realisierte bei Sonne und kühlen Temperaturen die viertbeste Zeit auf dem anspruchsvollen Lauf durch die US-Metropole. Der WM-Zweite Mutai büsste noch eine Minute ein (2:09:18).
Bei den Frauen gewann in der 41. Auflage die Kenianerin Edna Kiplagat in 2:28:20, dahinter folgten die Marathon-Neulinge Shalane Flanagan (2:28:40) aus den USA und Mary Keitany (2:29:02) aus Kenia.