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Pourris(Les) (Kt. Wallis,
Bez.
Conthey, Gem. Conthey
und
Vétroz). Im Mittel 480 m.
Weite und zum grossen Teil noch nicht urbar gemachte
Ebene rechts der
Rhone; zwischen der
Morge im O., der
Rhone im S., der
Lizerne und ihrem Schuttkegel im W.
und dem Dorf
Vétroz im N. 2-3 km lang und im Maximum 3 km breit. Der Wasserspiegel der
Rhone liegt zeitweise höher als die
Sumpffläche der Praz Pourris, so dass diese dann überflutet wird und einen von der Bahnlinie auf hohem (oft selbst ebenfalls
unter Wasser stehenden) Damm durchzogenen grossen
Weier bildet.
Diesem Uebelstand hat auch die Korrektion und Eindämmung der
Rhone nicht abzuhelfen vermocht. Die anstossenden Gemeinden
Conthey und
Vétroz haben sich schon lange mit dem Gedanken getragen, die
Ebene zu entwässern und dem Anbau zurückzugewinnen.
Zu diesem Zweck begann man 1875 ein Projekt auszuarbeiten, an dem sich auch der Staat Wallis
beteiligte, dem
die höher stehenden
Weiler der Gemeinde
Conthey grosse Flächen der Praz Pourris als Eigentum abtraten, um sich damit von
jedem Geldbeitrag an die Rhonekorrektion frei zu kaufen. Es bildete sich zu dieser Zeit das aus dem Staat und den interessierten
Gemeinden und Grundbesitzern bestehende «Syndicat des Praz
Pourris» zum Bau eines Entwässerungskanales, der am Fuss des Felshügels
Valeria von der
Rhone nach rechts abzweigen, südl.
an der Stadt
Sitten vorbeigehen und die
Ebene längs dem Bahndamm auf eine Länge von 6 km durchschneiden sollte, um sich dann
nach einem Gesamtlauf von 12 km Länge gegenüber
Riddes wieder mit der
Rhone zu vereinigen.
Die Anlage der notwendigen Querdrainagen sollte den einzelnen Interessenten überlassen bleiben. Kaum waren aber während
der Jahre 1875-1877 einige Teilarbeiten dieses grossen Werkes in Angriff genommen worden, als man sich durch neue Hochwasserüberflutungen
der
Rhone entmutigen und die Arbeit volle 16 Jahre lang gänzlich ruhen liess. 1892 und 1893 bestürmten
dann die Gemeinderäte von
Conthey und
Vétroz den Staat mit einer Reihe von Eingaben, die 1895 die Wiederaufnahme der Arbeiten
auf ihrem Gemeindegebiet erwirkten.
Seither ist durch Oeffnung von neuen Ablaufkanälen für das stagnierende
Wasser ein Teil der Sumpfebene derart trocken gelegt
worden, dass fruchtbare Aecker, blühende Gärten und prachtvolle
Wiesen angelegt werden konnten. Es bleibt
aber, besonders im Gebiet von
Vétroz, noch sehr Vieles zu wünschen übrig. Der jetzt im Bau begriffene grosse Kanal wird
nach seiner Vollendung auch die der Stadt
Sitten gehörenden sumpfigen Wiesenflächen der sog.
Iles und derCorbassières
ö. der
Morge sanieren. Praz Pourris = faule
Wiesen.