Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03317.jsonl.gz/941

Zaunammer (Emberiza cirlus)
Steckbrief
Wissenschaftlicher Name: Emberiza cirlus
Klasse: Vögel
Ordnung: Sperlingsvögel
Familie: Ammern
Länge: 15-16cm
Spannweite: 22-25cm
Gewicht: 20-29g
Verbreitung: Südeuropa, Nordafrika
Brutbestand CH: 1000-1500 Paare
Lebensraum: Offene Landschaften
Zugverhalten: Standvogel
Wie sieht die Zaunammer aus?
Die Zaunammer gehört zur Familie der Ammern und unterscheidet sich in vielen Merkmalen nicht gross von ihren Artgenossen. So zeichnet sich die Zaunammer durch recht lange, gekerbte Schwanzfedern oder durch den leichten Geschlechtsdimorphismus aus.
Das Männchen der Zaunammer hat eine gelbe Färbung und eine braune Brust. Der Rücken ist braun und schwarz gemustert. Die Zaunammer hat eine auffällige Kopfzeichnung. Diese setzt sich aus einem schwarzen Scheitel und Nacken und einem ebenfalls schwarzen Zügel und Kinnstreif zusammen.
Das Weibchen ist zwar auch gelb gefärbt, dies jedoch deutlich weniger intensiv. Die Kopfzeichnung ist weniger kontrastreich. Die braune Brust ist nur angedeutet und der Bauch hat eine stärkere Strichelung als es bei den Männchen der Fall ist.
Verwechslungsmöglichkeit
Das Männchen ist ähnlich gefärbt wie die Goldammer. Beide sind stark gelb gefärbt, haben eine braune Brust und der Rücken ist braun und schwarz gemustert. Die Zaunammer hat aber eine stärkere Kopfzeichnung. Die braune Brust ist zusätzlich viel ausgeprägter als bei den Goldammern. Je nach Individuum ist die braune Brust bei den Goldammern fast nicht vorhanden.
Die Weibchen der Zaunammer und der Goldammer sind noch etwas schwieriger zu unterscheiden. Die Kopfzeichnung der weiblichen Zaunammer ist aber im Vergleich zum Goldammer-Weibchen viel stärker. Andere äussere Merkmale gibt es praktisch keine. Die beiden Arten können aber auch anhand des Lebensraumes unterschieden werden. So findet man die Zaunammer in der Schweiz fast ausschliesslich in den Reben vor. Die Goldammer trifft man eher in der traditionellen Kulturlandschaft an.
Wo lebt die Zaunammer?
Die Zaunammer ist eine wärmeliebende Art und bewohnt offene Landschaften mit nur sehr wenigen Bäumen. Neben offenen Flächen benötigt die Zaunammer auch gewisse Kleinstrukturen und hohe Sitzwarten. Dafür reicht oftmals ein einzelner Baum oder eine Telefonleitung.
Vorkommen in der Schweiz
In der Schweiz beschränkt sich das Brutgebiet hauptsächlich auf südlich ausgerichtete Rebberge. Diese Gebiete werden schon in den frühen Morgenstunden aufgeheizt und sorgen für das richtige Klima. Der Brutbestand in der Schweiz wird auf rund 1'000 bis 1'500 Paare geschätzt. Mildere Winter hatten zur Folge, dass in den letzten Jahren hat der Bestand leicht zugenommen hat.
Was frisst die Zaunammer?
Die Zaunammer ernährt sich zu einem grossen Teil von Samen und kleinen Insekten. Die Jungen werden hauptsächlich von Insekten wie Heuschrecken, Spinnen und Würmer gefüttert. Im Winter ernährt sich die Zaunammer zu einem grossen Teil aus pflanzlicher Nahrung. Im Sommer wird tierische Nahrung bevorzugt.
Fortpflanzung
Die Zaunammer baut ihr Nest entweder am Boden oder tief geringer Höhe in Hecken und Rebstöcken. In dieses legt das Weibchen 3-4 Eier. Diese werden 11 bis 13 bebrütet bevor die Jungen schlüpfen. Diese werden von Männchen und Weibchen gefüttert und fliegen nach 11-14 Tagen aus. Die Jungen werden daraufhin für einige Tage noch weiterhin mit Futter versorgt. Daraufhin werden sie vertrieben und die Jungen müssen sich ein eigenes Revier suchen. Ein Brutpaar kann pro Jahr bis zu 2 maximal 3 Bruten aufziehen.
Zugverhalten
Als Strichvogel weichen Zaunammern zwar nicht in den Süden, wandern aber trotzdem in kleinen Trupps umher. Einige Zaunammern schliessen sich auch den Trupps aus Goldammern an. Einige Zaunammer-Paare bleiben das ganze Jahr in ihrem Brutrevier.
Zaunammer fotografieren
Zaunammern sind eher scheu. Mit viel Geduld und etwas Deckung kann man sich den Vögeln zwar etwas annähern, um wirklich nahe an sie heran zu kommen, ist ein Tarnzelt (fast) notwendig. In der Schweiz ist die Zaunammer im Wallis, am Nordufer des Bieler-, Neuenburger- und Genfersees sowie im Tessin relativ häufig.
Quellen
Die Bestandeszahlen, Länge, Gewicht und Spannweite entsprechen den Daten der Vogelwarte Sempach
Informationen über Verhalten, Verbreitung usw. entsprechen meinen eigenen Beobachtungen und wurden mit Informationen aus folgenden Quellen ergänzt:
Die Vögel der Schweiz (2007) Lionel Maumary et al.
Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016
Der Kosmos Vogelführer (2017) Lars Svensson et al.