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Die "Ökologie der Faulheit" beschäftigt sich mit der Faulheit als Gesellschafts- und Lebensverändernder Strategie und inwiefern in ihr ein aktives und aktivistisches Potential liegen könnte. Unter der Vorannahme, dass die Faulheit verkannt wird und grösstenteils verlernt wurde, wurden mit dem Hospiz der Faulheit Räume zu dem Zweck geschaffen, sie zu rehabilitieren und wieder zu erlernen.
In der Konfrontation mit den Krisen unserer Zeit und der Notwendigkeit deren Zusammenhänge komplexer zu denken, erscheint die Frage, was zu tun sei als Überforderung. Vielleicht ist es daher naheliegender zu fragen, was nicht zu tun sei. In der Negation spezifischer Werte bietet die Faulheit eine ethische Perspektive auf die Zusammenhänge in denen man handelt und existiert. Damit könnte man also sagen, dass man es vorzöge, lieber nicht die schadhaften Stereotypen zu reproduzieren und lieber nicht sexistisch und rassistisch zu sein, überhaupt lieber nicht zu diskriminieren, lieber nicht dermassen und auf diese Weise zu konsumieren, zu produzieren und erst recht nicht so regiert zu werden.
Diese Unterlassungen zielen also darauf ein bestimmtes Wertesystem zu zersetzen, also im anderen Sinne der Faulheit, zum faulen zu bringen, während jedoch besondere Qualitäten herausgearbeitet werden, wie bei einem Gärungs- oder Fermentierungsprozess. So findet sich in den Unterlassungen der Faulheit die Möglichkeit zur Wiederaneignung der eigenen Zeit in der man beginnen kann, sich anders um sich selbst,
um andere und die Umwelt zu kümmern.