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Raum als Ressource: Adaptionsstrategien und Transportorganisation in den Alpen im Spätmittelalter
Das Leben in den Alpen des Mittelalters war von vielen Herausforderungen geprägt, wovon eine der bedeutendsten das Terrain selbst war. Wie sich die alpine Bevölkerung an dieses anpasste und das Gelände mittels Transportsystemen sogar zu einer nutzbaren Ressource machte, ist das Thema dieses Referates. Dieses Transportwesen fusste auf kommunalen und genossenschaftlichen Organisationen, welche über exklusive Transportprivilegien für einzelne Streckenabschnitte verfügten. Die historische Forschung beschäftigt sich schon seit langem mit der Geschichte der Alpen und des Verkehrs, doch es gibt dennoch gravierende Forschungslücken. So ist vergleichsweise wenig über spezifische regionale Entwicklungen des Transportwesens und dessen Rolle für die lokale Bevölkerung bekannt.
Ziel dieses Referates ist es, einen Beitrag zur Belegung dieses Missstandes zu leisten, indem das Leben in und mit den Alpen anhand des Beispiels des Verkehrs aus einer Bottom-Up-Perspektive beleuchtet werden soll. Im Vordergrund der Analyse stehen dabei Fragen zur Organisation und Regulierung des Transportwesens und damit verbundener Rechte. Zudem wird auch auf die Verknüpfungen des transalpinen Warentransports als korporativ verwaltetes Gemeingut mit Themen wie Weideordnungen oder Kommunalisierungsprozesse eingegangen, welche in anderen Referaten dieses Panels vertieft behandelt werden, um zu einer Gesamtsynthese beizutragen.
Kern dieses Referates ist eine komparatistische Analyse von Transportsystemen anhand von Fallbeispielen aus dem Gebiet der damaligen Diözesen Sitten, Chur und Brixen:
Welchen Einfluss übten Transportorganisationen auf lokale und regionale politische Strukturen aus?
Welche Nutzungskonflikte um Ressourcen, wie z.B. die Verwendung von Weideflächen für das Transportwesen, gab es und wie wurde damit umgegangen?
Inwiefern erlaubt die damalige Organisation des Transportwesens Rückschlüsse auf Infrastruktur, Arbeitsleben und Genderrollen?