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Erste Siedlungsspuren sind im Bibertal aus der Steinzeit nachgewiesen. Auf Hemishofer Gemarkung befindet sich ein Hügelgräberfeld aus der Hallstattzeit (ca. 800 v. Chr.). Von der Römerstrasse von Stein am Rhein nach Singen sind auf Hemishofer Gebiet bis anhin keine Überreste entdeckt worden.
Hemishofen ist ein alemannisches Dorf. Im 8. Jahrhundert liess sich ein Hamingo mit seiner Sippe auf der Terrasse zwischen dem Rhein und dem Wolkensteinerberg nieder.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Hamingeshoven findet sich in einem Urbar (Güterverzeichnis) des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen aus der Zeit um 1100. Dieses besass hier eine Hube (ca. 30–50 Jucherten oder 1,5 ha) Später tritt das Kloster St. Georgen in Stein am Rhein als größter Grundbesitzer auf. In einem Zinsrodel dieses Klosters von 1330 werden 15 Namen genannt. Bemerkenswert ist die Erwähnung einer Mühle. Sie wurde später nicht mehr erwähnt, sie muss demnach sehr früh wieder abgegangen sein. Immerhin blieb das Wasserrecht bis ins 20. Jahrhundert bestehen. Als weltliche Beschützer des Klosters übten die Herren von Hohenklingen die hohe und niedere Gerichtsbarkeit über das Dorf aus. Mit dem Kloster war Hemishofen kirchlich mit Stein am Rhein verbunden und dieser Zustand blieb auch nach der Reformation bis heute bestehen.
1457 verkauften die Herren von Hohenklingen ihren Steiner Besitz und Herrschaftsrechte an die Stadt Stein am Rhein. Von da an übte der Steiner Rat die von den Hohenklingern übernommenen Rechte über Hemishofen bis zum Umsturzjahr 1798 aus. 1484 begab sich Stein unter die Schutzherrschaft von Zürich darin inbegriffen auch Hemishofen. Nach einigem Hin und Her wurde Stein mit Hemishofen 1803 dem Kanton Schaffhausen zugesprochen.
Weil Österreich, das die hohe Gerichtsbarkeit über Ramsen innehatte, 1656 die reformierte Glaubensbetätigung in dieser Gemeinde untersagte, baute die Stadt Stein am Rhein in Hemishofen ein Schulhaus, damit die reformierten Ramser Kinder hier zur Schule gehen konnten – die Hemishofer natürlich mit inbegriffen. Das Schulhaus wurde 1660 eingeweiht und 1730 um einen Anbau erweitert, in dessen Erdgeschoss ein Betsaal eingerichtet wurde, in dem die Ramser und Hemishofer Reformierten den Wochengottesdienst besuchen konnten. Im darüberliegenden 1. Stock war das Schulzimmer. Unterrichtet wurden die Kinder von einem Pfarrhelfer, der auch die Wochengottesdienste hielt. Er bezog im frei gewordenen Schulhaus eine Wohnung. Über das Dorf hinaus erwarb sich der Pfarrhelfer Johannes Büel von 1784-1801 den Ruf als fortschrittlicher Schulmeister.
Eine bewegte Zeit brach 1798 an. Franzosen, Österreicher und Russen besetzten das Dorf und die Einwohner mussten die ungebetenen Gäste verpflegen und beherbergen. Während dieser Zeit stand der Pfarrhelfer Büel den Dorfleuten mit Rat und auch materieller Unterstützung bei. Ein denkwürdiger Tag war der 1. Mai 1800 als eine ganze französische Armee unterhalb des Dorfes auf einer Pontonbrücke den Rhein überschritt und dabei das Dorf schrecklich plünderte. Ein Gedenkstein erinnert an diesen Rheinübergang.
Mittlerweile war das Schulhaus baufällig und der Betsaal überflüssig geworden, weil die reformierten Ramser seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wieder in ihrer Gemeinde Gottesdienst und Schule halten durften. Daher brach man das Schulhaus 1831 ab und erstellte an der gleichen Stelle den heute noch bestehenden und immer noch als Schule benützten Neubau.
Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete ein Zürcher Unternehmer am Bach eine Fabrik zur Herstellung von Ersatzkaffee aus Zichorienwurzeln. Der Zichorienanbau brachte den einheimischen und auch benachbarten Bauern einen willkommenen Zusatzverdienst. Etliche Male verheerten Brände die Fabrikgebäude, so dass der Eigentümer den Betrieb aufgab. Die Brandruinen wurden zu einer Sägerei umgebaut, welche bis heute von der Gründerfamilie in der 5. Generation betrieben wird.
Grosse Hoffnungen setzte die Gemeinde in den Bau der Eisenbahnlinie von Winterthur nach Singen an welche sie einen namhaften Betrag beisteuerte. Der Traum war jedoch bald ausgeträumt, da die Bahn nicht rentierte und schon nach drei Betriebsjahren Konkurs machte. Zwar übernahm eine andere Bahngesellschaft das Streckennetz; der Gemeinde verblieb jedoch eine gewaltige Schuldenlast an der sie jahrzehntelang abzutragen hatte und die Erfüllung anderer Gemeindeaufgaben verzögerte. Seit 1902 befand sich die Bahnlinie im Besitz der SBB, die mangels Rendite den Personenverkehr 1969 einstellte und ab 1996 auch den Güterverkehr. Eine Zeit lang beförderte die Bahn auf der Strecke Etzwilen - Ramsen im Herbst noch Zuckerrüben, aber im Jahre 2001 war auch damit Schluss. Heute verkehrt auf dieser Linie eine Museumsbahn.
Als letzte Gemeinde im oberen Kantonsteil richtete die Gemeinde wegen der Eisenbahnschuld erst 1908 eine Hochdruckwasserversorgung ein. Sie wurde 1934 durch ein Grundwasserpumpwerk erweitert. Zurzeit arbeitet die Gemeinde an einer umfassenden Erneuerung der Wasserversorgung.
Einen ersten Wachstumsschub brachte das 19. Jahrhundert und mit der Genehmigung des Zonenplanes 1967 begann eine rege Bautätigkeit, die bis jetzt noch nicht zum Stillstand gekommen ist und das Gesicht des Dorfes gründlich verändert hat.
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Hermann Tanner sel., alt Gemeindearchivar