Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/2734

Seit Jahren haben die Industriestaaten mit dem Problem einer expansiven Entwicklung ihrer Gesundheitsausgaben zu kämpfen. Europäischer Spitzenreiter ist dabei die Schweiz, die im Jahr 2010 für das Gesundheitswesen geschätzte CHF 63.3 Mrd. oder 11.5 % des BIP aufwendet. Die Gesundheitskosten in der Schweiz sind stark konzentriert: Die rund 20 % Erkrankten mit den höchsten Kosten verursachen ca. 70 % der Gesamtkosten. Hinzu kommt, dass die meisten Hochkostenfälle multimorbid und die Krankheitsverläufe oft komplex sind. Eine Koordination der verschiedenen Leistungserbringer ist auch bei den Hochkostenfällen kaum vorhanden
Um komplizierte Fälle und chronisch Kranke (oft Hochkostenfälle) effizienter zu versorgen, werden Case- und/oder Disease-Management-Programme eingesetzt. Mit ihnen werden diese kostenintensiven Fälle betreut, um die Behandlung zu optimieren, langfristig Kosten zu sparen und die Qualität zu verbessern. In der Schweiz werden Managementprogramme für Hochkostenfälle hauptsächlich von Krankenversicherern und Managed-Care-Organisationen angewendet. Die internationale wissenschaftliche Literatur kann aber Effizienzvorteile dieser Managementprogramme nur teilweise belegen. Zudem bestehen bei uns schwerwiegende Hindernisse in der Verbreitung und Umsetzung des Hochkostenfall-Managements. Die Autorin stellt konkrete Lösungsmöglichkeiten und Reformvorschläge vor und erläutert auch ethische Aspekte.