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Zum Buch:
Mehr als 50 Jahre nach Kriegsende, in einer Zeit, in der die Schweiz und die Schweizer aufgefordert werden, ihr damaliges Verhalten objektiv zu durchleuchten, ist die Dokumentenstudio von Vincenz Oertle ein aussagekräftiger Baustein zu einem differenzierten Bild der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Die im Originaltext zugänglich gemachten Dokumente zeigen vornehmlich Einzelschicksale, darüber hinaus aber auch drei wichtige Erkenntnisse:
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Mit etwas mehr als 900 Freiwilligen, die in deutsche Kriegsdienste traten, bewegt sich die Schweiz eindeutig weit unterhalb der Zahl der Teilnehmer in anderen europäischen Freiwilligenverbänden.
- Der Grossteil dieser Schweizer ging nicht nach Deutschland, weil sie überzeugte Nationalsozialisten waren, auch der Kampf gegen den Bolschewismus war nur für wenige ein entscheidendes Motiv - sondern dieser Schritt wurde vielmehr aus ganz persönlichen Gründen getan: verkrachte Ehe, Schulden, berufliche Schwierigkeiten, persönliche Ressentiments gegen die Schweizer Armee oder ganz einfach Abenteurertum.
- Die Schweizer Justiz setzten das geltende Recht strikte durch. Wer in ausländischen Kriegsdienste eintrat, wurde militärgerichtlich belangt und verurteilt. Es kann keinerlei Willfährigkeit gegenüber der Naziführung festgestellt werden.
So ergibt sich aus Einzelschicksalen von Helden und Feiglingen, Drückebergern und Solddienstnostalgikern, Naiven und Fanatikern, Mitläufern und Führern ein Gesamteindruck über das Verhalten einer keinen Minderheit, das von der offiziellen Schweiz und der überwältigenden Mehrheit der Schweizer Bürger und Bürgerinnen nie gebilligt wurde.
Zum Autor:
Vincenz Oertle wurde am 8. Oktober 1942 in Herisau geboren. Als Heereskundler widmet er sich vornehmlich der Geschichte der Schweizer in fremden Diensten sowie der französischen, preussischen und russischen Militärgeschichte. 1997 erschien im gleichen Verlag seine grundlegende Quellensuche und die Studie "Sollte ich aus Russland nicht zurückkehren... - Schweizer Freiwillige an deutsche Seite 1939 - 1945".Der Autor zählt zum Redaktionsteam der Militärzeitschrift "Schweizer Soldat". Er bekleidete in der Armee den Grad eines Feldweibels der Panzertruppe.
kartoniert - broschiert | 750 S. | 199