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(Castoreum), eine eigentümliche
Substanz, welche in zwei beim männlichen und weiblichen
Biber zwischen den
Geschlechtsteilen und dem
After befindlichen, von einer vierfachen
Haut
[* 2] gebildeten Drüsensäcken oder
Beuteln abgesondert wird.
Diese Kastorsäcke sind von birnförmiger Gestalt, etwa 7
cm lang und 4,5cm breit und hängen mit den dünnen
Enden aneinander.
Im
Handel unterscheidet man das sibirische oder russische Bibergeil von den
Bibern derAlten Welt, namentlich den
sibirischen, und das kanadische, welches die
Biber der
Neuen Welt, besonders die um die
Hudsonbai wohnenden, liefern.
Die russischen Kastorbeutel sind im
Rauch getrocknet, dunkelbraun und 60-250 g schwer, nicht runzelig und eingeschrumpft,
und der
Inhalt bildet eine braune, glanzlose, zerreibliche, stark riechende
Masse. Das deutscheBibergeil, von
den in
Deutschland
[* 3] sporadisch lebenden
Bibern gesammelt, steht an
Güte dem sibirischen sehr nahe. Die kanadischen Kastorbeutel
sind kleiner, die äußern
Häute lassen sich weniger leicht abziehen, und der
Inhalt ist gelblichbraun oder bräunlichschwarz,
zuweilen dickflüssig, meist aber erhärtet, dann auf dem
Bruch harzartig glänzend oder erdigmatt;
Geruch und
Geschmack sind meist schwächer und widriger als beim sibirischen; auch steht es an Wirksamkeit dem letztern nach.
(Castoreum); Artikel des Droguenhandels, besteht aus den getrockneten Beuteln, welche zu je zwei, sowohl
beim männlichen, als auch beim weiblichen Biber sich in der Nähe der Geschlechtsteile unter der Haut
finden und im frischen Zustande eine weiche und schmierige Masse enthalten, die ausgetrocknet hart, braun und zerreiblich
ist und einen durchdringenden, starken Geruch besitzt. Die Beutel sind aus vier übereinander liegenden Häuten gebildet.
Das B. wird nur medizinisch verwendet, jetzt aber viel weniger als früher.
Man unterscheidet zwei Sorten, das B. der alten Welt, vom europäischen Biber (Castor Biber) und das der neuen Welt vom nordamerikanischen
Biber (Castor americanus); beide zeigen einen sehr bedeutenden Preisunterschied, während das letztere, gewöhnlich kanadisches
B. (Castoreum canadense) genannt, je nach Qualität bei uns 40-90 Mark pro Kilo kostet, ist der Preis
des europäischen 1100 M. pro Kilo. Letzteres führt allgemein den Namen sibirisches oder russisches B. (Castoreum sibiricum
oder moscoviticum), da Deutschland jetzt so gut wie nichts mehr liefert, sondern hauptsächlich Rußland und Sibirien.
Beide Sorten unterscheiden sich durch folgende Merkmale: Während die Beutel des sibirischen B. oval
und wenig zusammengedrückt erscheinen, auch nicht runzelig und zusammengeschrumpft sind, besteht das kanadische B. aus mehr
birnförmigen, flachgedrückten Beuteln mit runzeliger Haut;
bei dem sibirischen lassen sich die beiden äußeren Häute bequem
ablösen und in der Mitte des Inhalts ist eine Höhlung, welche bei dem kanadischen fehlt, bei dem sich
auch die Häute nicht ablösen lassen.
Der Inhalt der sibirischen Beutel ist braun, niemals glänzend oder harzig, sondern
fast erdig, während derjenige der kanadischen Beutel rotbraun und auf dem Bruche harzartig glänzend ist; auch ist der Geruch
des letzteren bedeutend schwächer. Die Menge des kanadischen B., welche durch die Hudsonbay-Gesellschaft
alljährlich auf den Londoner Markt gebracht wird, beträgt immer noch 500 bis 2500 k; dasselbe wird in jährlich zwei Auktionen
(August und Dezember) verkauft. - Zollfrei.