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Sperisen beteuerte am Montag nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis Champ-Dollon GE vor Journalistinnen und Journalisten seine Unschuld und verwies auf ehemalige Mitgefährten aus Guatemala, die in Österreich und Spanien freigesprochen worden seien. Hier in der Schweiz dagegen wolle man ihn aus politischen Gründen verurteilen, sagte Sperisen in einem sda-Video. Das sei schwer verständlich.
Die nunmehr fünf Jahre Haft in Champ-Dollon seien "ein Alptraum, eine Tortur" gewesen, sagte Sperisen weiter. Der heute 44-jährige, ehemalige Polizeichef von Guatemala war 2007 in die Schweiz geflüchtet und lebte zunächst fünf Jahre unbehelligt in der Rhonestadt. 2012 wurde er festgenommen, weil er unter anderem die Mitschuld am Tod von Inhaftierten des Gefängnisses "Pavon" sowie von Häftlingen der Strafvollzugsanstalt "El Infiernito" in Guatemala gehabt haben soll.
Das Genfer Kantonsgericht verurteilte Sperisen im Juli 2015 wegen zehnfachen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. Die Verurteilung wurde aber nicht rechtskräftig, da Sperisen das Urteil ans Bundesgericht weiterzog. Dieses hiess Mitte Juli eine Beschwerde gegen die lebenslängliche Freiheitsstrafe teilweise gut und gab den Fall zur Neubeurteilung ans Kantonsgericht zurück. Der neue Prozess wurde auf den 28. November angesetzt.
Letzten Freitag hiess das Bundesgericht zudem eine weitere Beschwerde von Sperisen gegen die Haft teilweise gut. Die Berufungskammer des Genfer Kantonsgerichts legte Ersatzmassnahmen fest. Seit Montag untersteht Sperisen demnach bis zum erneuten Prozess in der 3-Zimmer-Wohnung seiner Frau unter Hausarrest und muss eine elektronische Fussfessel tragen.
(SDA)