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Geschäftshaus Weltwoche
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Geschäftshaus Weltwoche
Innenraum (Treppe)
Geschäftshaus Weltwoche
Innenraum (Treppenauge)
Geschäftshaus Weltwoche
Innenraum (Treppe)
Geschäftshaus Weltwoche
Adresse
8001 Zürich
ZH
Architektur
Ein Neustart nach dem Zweiten Weltkrieg: Das Geschäftshaus der Weltwoche von Karl Egender gehört zu den ersten repräsentativen Neubauten in Zürich, es wurde zu einem Wegbereiter der Nachkriegsmoderne. Die Blockrandbebauung formt urbanen Raum, der vorgelagerte – als Privatparkplatz konzipierte – repräsentative Platz bricht die geschlossene Struktur in erfrischender Weise auf. Die ruhige und klare Fassadenausformulierung verleiht dem Geschäftshaus eine monumentale Wirkung.
Chronologie
Als Ersatz für das ehemalige Haus «Zum Sihlgarten» und seine Nachbargebäude entstand in den Jahren 1947 bis 1948 das neue Geschäftshaus der Weltwoche. Karl Egenders Gebäude hat sich weitestgehend in seinem bauzeitlichen Zustand erhalten. Der Aussenraum wurde von 2007 bis 2010 umgestaltet. Im Inneren erfolgten einige technisch bedingte Erneuerungen zwischen 2016 und 2019.
Lage
Das Geschäftshaus befindet sich im Zentrum von Zürich, zwischen dem Talacker und der Talstrasse. Ein zweiter Baukörper an der Nordecke und entlang der Biegung der Talstrasse ergänzt den Komplex zu einer geschlossenen Blockrandbebauung. An die südöstliche Hauptfassade grenzt ein Platz, der Talacker und Talstrasse verbindet. Am Haupteingang an der Ecke zum Talacker betont ein Brunnen mit der Skulptur «La Rivière» des französischen Bildhauers Aristide Maillol den repräsentativen Charakter des Geschäftshauses. Gefasst wird der als Parkplatz genutzte Platz von der gegenüberliegenden Blockrandbebauung, dem Geschäftshaus Thalhof.
Beschreibung
Der sechsgeschossige Baukomplex ist L-förmig konzipiert. Das Erdgeschoss umfasst eine eingezogene, weitgehend verglaste Geschäftszone, die von einem ausladenden Gesims abgeschlossen wird. Die fein strukturierte Sichtbetonuntersicht des Gesimses ergänzt die mit hellgrau-beigen Travertinplatten verkleideten Wandpartien. Der gedeckte Flanierbereich wird von Rundstützen mit schwarzer Serpentinstreifenverkleidung akzentuiert. Der Haupteingang ist an der verkehrsreichen Ostecke diagonal zum Gebäudewinkel angeordnet. Dort ist zu dem Platz hin das Gesims zu einem Vordach herausgezogen, das auf einer zentralen, längsrechteckigen Stütze ruht. Die Fassaden der Obergeschosse sind gerastert: Sichtbetonrippen schaffen eine vertikale Gliederung. Die Ecken sind negativ ausgebildet, schmale Wandstreifen fassen die Fensterachsen. Unter dem mehrfach geteilten Sprossenfenster sind Betonbrüstungen angeordnet. Die Brüstungselemente sind mit Fugen von den Rippen abgesetzt, was die Fassade filigran wirken lässt, ebenso der leichte Versatz der Fassadenebenen. Eine Nobilitierung erfährt die Fassadenansicht durch Travertinplatten, die flächig an den Aussenseiten der Rippen und Brüstungen mit sichtbaren Befestigungspunkten vorgeblendet sind. Ein auskragendes Dachgesims mit Betonkassettenuntersicht bildet den Gebäudeabschluss. Das flach gedeckte Walmdach ist von der Strasse aus nicht zu sehen. Belebt wird die Fassade durch Sonnenschutzstoren.
Auf den mit Marmor ausgekleideten Windfang folgt eine helle, gut proportionierte Halle. Die schwungvolle, sorgfältig formulierte Treppenanlage mit offenem Auge erschliesst sämtliche Bürogeschosse, die der damaligen Praxis entsprechend weitgehend als Zellenbüros gestaltet sind.
Literatur
Keller, Jenny. Sie badet wieder, in: Neue Zürcher Zeitung 14.10.2010 (online). – Stadt Zürich (Hg.). Baukultur in Zürich (Bd. 6). Zürich 2008, S. 211. – Bauamt II der Stadt Zürich (Hg.). 50 Jahre Auszeichnungen für gute Bauten in der Stadt Zürich. Zürich 1995, S. 84–85. – Zeller, Christa. Schweizer Architekturführer 1920–1990. Nordost- und Zentralschweiz (Bd. 1). Zürich 1992, S. 189. – Das Geschäftshaus der Zeitung «Die Weltwoche» in Zürich, in: Schweizerische Bauzeitung 43/1950, S. 597–600. – Geschäftshaus «Zum Sihlgarten», Zürich, in: L’oeuvre: architecture et art 1/1948 (Heft 1), S. 6–7.
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