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Jens Alder sagte laut einem Interview, er habe in den USA ein Doppelmandat als Präsident und CEO gehabt. Doch diese Aussage ist falsch.
Die Ankündigung von Alpiq gab zu reden: Ab kommendem Jahr übernimmt Verwaltungspräsident Jens Alder zusätzlich auch noch den Job als operativer Chef beim Stromkonzern. Spätestens seit der Ära von Daniel Vasella bei Novartis sind Doppelmandate in der Schweiz verpönt. In einem am Wochenende publizierten Interview versuchte Alder deshalb den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. «Ich war bereits einmal in einer US-Firma gleichzeitig CEO und Chairman. Dort erlebte ich, dass dieses Modell funktioniert», sagte er zu «NZZ am Sonntag». Das sollte zeigen: Alder kann Doppelmandat.
Nun zeigen Recherchen der «Handelszeitung»: Alder hatte nie ein Doppelmandat in einer US-Firma. Die Alpiq-Pressestelle verweist auf Alders Mandat beim CA Inc, der früheren Computer Associates. Beim amerikanischen Milliardenkonzern existiert tatsächlich seit kurzem ein Doppelmandat. «Dort wurde in seiner (Alders) Zeit die Doppelfunktion Chairman/CEO eingeführt mit einem in USA üblichen Governance-Modell, bestehend aus einem Corporate Governance Committee, unter der Leitung eines Independent Lead Directors», schreibt Alpiq-Mediensprecher Richard Rogers.
Nur: Weder war Alder selber Inhaber dieses Doppelmandats, noch war er überhaupt je in einer Präsidentenfunktion bei CA. Alder wurde 2011 als einfaches Mitglied in den Verwaltungsrat gewählt und trat als VR im vergangenen Monat zurück. Das Doppelmandat bei CA bekleidet ein Amerikaner namens Mike Gregoire und nicht Jens Alder. Hinzu kommt: Die Doppelrolle bei CA wurde erst kurz vor Alders Austritt überhaupt eingeführt. Während all den Jahren zwischen 2011 und 2018 wurde auch CA, wie üblich, mit getrennten Rollen geführt.
Alders Rolle bei CA ist nicht mit Alpiq vergleichbar
Zum Doppelmandat bei CA kam es erst im August, nachdem klar wurde, dass die Firma verkauft würde. Nach dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten Arthur Weinbach übernahm CA-CEO Michael Gregoire auch das Präsidium des «Boards». Der Verkauf an das US-Unternehmen Broadcom war im Juli definitiv angekündigt worden. Mit der Konstellation bei Alpiq ist Alders Rolle bei CA daher gleich in mehrfacher Hinsicht nicht vergleichbar.
Auf Nachfrage gibt Alpiq-Sprecher Rogers den Fehler zu. «Die Aussage in der NZZ am Sonntag war falsch», sagt er. Die Aussagen Alders wurden anscheinend falsch transkribiert, wie die Zeitung mittlerweile mitteilte. Die Alpiq autorisierte diese fehlerhafte Version anschliessend im Rahmen des bei Interviews üblichen Gegenlesens.
Im Sommer verkaufte auch Amag-Mutter Careal ihre Aktien
Mit dem Verkauf von CA zog sich auch ein gewichtiger Aktionär aus der Schweiz zurück: Die Careal Holding, eine Muttergesellschaft der Automobil-Importeurin Amag, hielt bis zu diesem Sommer rund einen Viertel der CA-Aktien. Schon seit längerem verhandelte die Careal mit CA über einen Aktienrückkauf. Mit dem Verkauf von CA trennte sich dann auch Careal von seinen Aktien. Ob das der Grund für Alders Ausscheiden aus dem Aufsichtsgremium ist, ist nicht bekannt.