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Hommage an Pierre Imhasly
Philippe Imwinkelried (links), Pierre Imhasly (Mitte vorne) und Jean-Pierre D’Alpaos (ganz rechts) an einer Lesung in Visperterminen 2015
Pierre Imhasly wurde 1939 in Visp geboren. Nach der Matura studierte er an den Universitäten Zürich und Freiburg Germanistik und Romanistik. Im Anschluss verbrachte er mehrere Jahre in Italien und Spanien. Seine Schreibtätigkeit begann er bei einer Lokalzeitung im Wallis. In den 1970er Jahren erschienen erste lyrische Texte. Imhasly übersetzte daneben fast das gesamte Werk des Walliser Autors Maurice Chappaz aus dem Französischen ins Deutsche, ausserdem auch zahlreiche Werke von Marie Métrailler und von den Schweizer Autorinnen und Autoren Anne Cuneo, André Imer und Michel Goeldlin.
Ab Mitte der 1980er Jahre begann Pierre Imhasly an seinem Opus magnum, der Rhone Saga, zu schreiben. Es ist das Kernstück seines literarischen Schaffens, dem er sich zwölf Jahre lang widmete. Die Recherchen dazu führten ihn unter anderem nach Nîmes (Frankreich), wo er in der Person von Lucienne Bodrero seine grosse Liebe fand, die zugleich zum stillen Zentrum seines literarischen Schaffens wurde. Hierhin verlegte er nun auch seinen Lebensmittelpunkt. In Paraíso sí, Maithuna/Matterhorn und in Requiem d’amour hat er vielfältige Motive und Themen der Rhone Saga wieder aufgenommen, verdichtet und variiert. Pierre Imhaslys Schreiben ist geprägt durch eine autofiktionale Herangehensweise, die seismographisch durch Kulturen und Sprachen streifen lässt und meist in Form des Langgedichts durch die Höhen und Tiefen unserer menschlichen Existenz führt.
Im Juni 2017, also vor fünf Jahren, starb Pierre Imhasly 77-jährig in Visp. Sein Werk gilt als «erratischer Block», und es hat Autorinnen und Autoren weit über das Wallis hinaus beeinflusst. Rolf Hermann und Marianne Künzle zeigen in dieser Hommage ihre persönlichen Zugänge zum Werk Pierre Imhaslys. Philippe Imwinkelried, der ihn freundschaftlich begleitet hat und bei seinem letzten Besuch am Literaturfestival in Leukerbad 2015 auch eingeführt hat, wird einen Blick auf das Leben und Schreiben Imhaslys werfen.
Mit Rolf Hermann, Marianne Künzle und Philippe Imwinkelried
Ort und Zeit siehe Detailprogramm
Requiem d’amour. Stroemfeld 2014
Maithuna/Matterhorn. Stroemfeld 2005
Paraíso sí. Ein Poem. Stroemfeld 2000
Rhone Saga. Stroemfeld 1996