Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03503.jsonl.gz/1819

In herkömmlichen demokratischen Systemen werden Entscheidungen oft durch Mehrheits-entscheidungen gefällt, wobei die Meinung der Mehrheit den Ausschlag gibt. Dies kann dazu führen, dass bis zu 49% der Gruppenmitglieder mit einer Entscheidung unzufrieden sind.
Das SK-Prinzip hingegen strebt danach, einen Konsens zu erreichen, bei dem alle Teilnehmenden einer Gruppe einer Entscheidung zustimmen können. Es basiert auf dem Prinzip, dass alle Bedenken und Einwände gehört und integriert werden, um eine Lösung zu finden, die für die Gruppe als Ganzes akzeptabel ist.
Die Methode wird häufig in organisatorischen Kontexten, sozialen Bewegungen und verschiedenen Gruppen angewendet, die nach alternativen Entscheidungsmethoden suchen. Sie stellt ein Werkzeug dar, um innerhalb demokratischer Strukturen effektiver und konsensbasierter zu arbeiten.
Systemisches Konsensieren strebt in Entscheidungsprozessen einen möglichst grossen Konsens zwischen allen Beteiligten an. Dabei wählt die Gruppe aus verschiedenen Lösungsvorschlägen denjenigen aus, der von allen Gruppenmitgliedern am wenigsten abgelehnt wird.
Die Ursprünge
Das Systemische Konsensieren geht auf Erich Visotschnig zurück, der in den 80er Jahren als Systemanalytiker und Projektmanager bei IBM arbeitete. Seit 2001 entwickelte er die Methode gemeinsam mit Siegfried Schrotta weiter.
Voraussetzung für einen für alle zufriedenstellenden Konsens ist gegenseitiges Wohlwollen und die Akzeptanz des Vorgehens durch alle Teilnehmenden.
Konkret
Nachfolgend eine kurze und prägnante Video-Anleitung:
Ich persönlich leite das Konsensieren mit zwei zusätzlichen Punkten an:
Ich füge noch die Passivlösung hinzu
Ich ermutige, die Gruppe, bei der Option mit dem geringsten Widerstand zu schauen, wie wir die vorhandenen Widerstandspunkte noch weiter minimieren können
Optionen des Konsensierens
Online-Konsensieren ist z.B. hier möglich:
Auch mit Kindern ist es möglich, z.B. Wo will die Kitagruppe hingehen? Zum Wasserspielplatz, in den Garten oder in den Wald? Jedes Kind soll zu jedem Vorschlag zeigen (mit Bausteinen, mit Fingern, mit angedeuteten Bauchschmerzen, mit «Igelstacheln» = wie viele Stacheln würdest du aufstellen, wenn du ein Igel wärst) wie stark es den jeweiligen Vorschlag nicht möchte. Der Vorschlag, der am wenigsten Widerstand erzeugt, wird angenommen.
Weitere Praxistipps
Gibt es hier: https://partizipation.at/methoden/systemisches-konsensieren/ und bei mir. Ich freue mich!
Wie entscheidest du in einer Gruppe? Hast du Systemisches Konsensieren schon einmal ausprobiert? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.