Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/1895

Auf der Halbinsel zwischen den beiden Flussläufen Linth und Sernf wurde seit dem 17. Jahrhundert die Wasserkraft ausgenützt – zuerst für Getreidemühlen und eine Sägerei, um 1793 auch für eine Bleicherei und Walke. 1827 kaufte das damals in Ancona/ltalien domizilierte, bedeutende Handelshaus P. Blumer & Jenny das gesamte Schwander Mühleareal. Hier bauten die aus dem Glarnerland stammenden Besitzer innert weniger als einem Jahr gegen 30 Gebäude, in denen eine Textildruckerei eingerichtet wurde. Die Firma erlangte weltweit Anerkennung für ihre leuchtend roten Alizarintücher und Wollschals. Die Erfindung des industriellen Batikdrucks brachte weitere Erfolge. Nach 1860 erreichte die Firma ihren Höhepunkt und beschäftigte über 600 Personen in Schwanden. Dank der von Anfang an bestehenden Handelsverbindung mit Ancona und dank wichtigen Handelsreisen konnten Niederlassungen im Nahen und Fernen Osten, in Europa und Amerika errichtet und neue Absatzmärkte geöffnet werden. Flexibles Eingehen auf Kundenwünsche und soziale Leistungen gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehörten von Anfang an zu den Grundsätzen der Firma.
Von 1945 bis 1950 ersetzte man alte Druckereigebäude durch moderne Fabrikbauten mit Drucksälen von 60 m Länge und ohne Stützen, wo bis 1980 der Schablonen-Handdruck betrieben wurde. Diese säulenlose Raumgestaltung ermöglichte grosszügige Lösungen bei der Umnutzung.
F. Blumer & Cie. AG setzte als Handelsfirma, welche 2003 das 175-jährige Bestehen gefeiert hat, die textile Tradition am historischen Standort fort.
2011 folgte der Umzug nach Niederurnen - die alten Räumlichkeiten in Schwanden haben ihren Dienst getan und wurden von den Eigentümern an eine soziale Institution verkauft.
Heute werden die bekannten Glarner Tüechli und ein breites Sortiment an Accessoires über das neue Domizil verkauft.