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Im April 2009 wurde den Sicherheitspolitischen Kommissionen des National- und Ständerats durch das VBS ein Bericht über Mängel in der Armee zugetragen. In erster Linie wurden die massive Unterfinanzierung und das daraus resultierende Ungleichgewicht zwischen Betriebskosten und investiven Mitteln kritisiert. Ebenfalls thematisiert wurden Lücken in der Bereitschaft und in der Ausrüstung, sowie die mangelnde Kaderausbildung. Die bevorstehende Weiterentwicklung der Armee (WEA) soll dies nun beheben.
Das Vernehmlassungsverfahren über die WEA und der damit zusammenhängenden Änderung der Militärgesetzgebung ist am 17. Oktober 2013 abgelaufen. Kantone, politische Parteien, interessierte Kreise etc. konnten sich indessen zur Vorlage äussern, so auch die Gesellschaft der Generalstabsoffiziere (GGstOf). Im Rahmen ihrer Stellungnahme führte die GGstOf eine Online-Umfrage bei ihren Mitgliedern durch welche durch die vorliegende Arbeit ausgewertet wurde.
Vor dem Hintergrund der geplanten Weiterentwicklung der Schweizer Armee, stellt sich die Frage, wie die Gesellschaft der Generalstabsoffiziere zur WEA steht. Gibt es unterschiedliche Meinungen innerhalb der Gesellschaft? Lassen sich Unterschiede nach Gradstruktur, Berufstätigkeit, etc. feststellen?
Der Hauptteil dieser Arbeit gliedert sich in drei Teile. Zunächst liefert ein Theorieteil Erkenntnisse über die Transformation von Armeen generell und der Schweizer Armee im Besondern. Dabei steht neben der historischen Entwicklung der Schweizer Armee vor allem die WEA im Fokus. Im Weiteren wird die Methodik der statistischen Auswertung der Online-Umfrage erläutert. Der dritte Teil widmet sich schliesslich der Auswertung der erhobenen Daten. Sowohl eine quantitative, als auch eine qualitative Analyse lassen Schlüsse darüber zu, welches die vorherrschenden Meinungen in der GGstOf sind und inwiefern sie sich voneinander unterscheiden.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Das Alter der Generalstabsoffiziere hat keinen nachweisbaren Einfluss auf deren Haltung gegenüber der Ausrichtung der Armee.
- Einzig in Bezug auf den Beruf (Berufsoffizier/Nicht-Berufsoffizier) ergeben sich signifikante Abweichungen. Die quantitative Auswertung hat gezeigt, dass Berufsoffiziere tendenziell besser über die WEA informiert sind und eher hinter ihr stehen. Das Informationswissen zur WEA und die Haltung gegenüber der WEA korrelieren jedoch nicht. Vermehrte Propaganda führt dementsprechend nicht zwingend zu steigender Akzeptanz.
- Die Nicht-Berufsoffiziere dagegen sind stärker der Ansicht, dass die Ausgangslage für die WEA falsch sei und skeptischer im Bezug auf die Verringerung der Demotivation bei den Generalstabsoffizieren. Auch der Teilaspekt “Erhalt der Verteidigungskompetenz“ wird durch die Milizoffiziere signifikant schlechter beurteilt, als durch die Berufsoffiziere.
- Es zeigt sich, dass Berufsoffiziere die WEA im Vergleich zu den Milizoffizieren eher akzeptieren. Traditionsgemäss bekundet die Schweizer Milizarmee Mühe einen grossen Reformationsschritt zu durchlaufen. Der Berufskomponente hingegen, fällt dieser Schritt einfacher. Sie ist permanent mit dieser Thematik konfrontiert und teilweise mehr oder weniger stark involviert.
- Die generelle Position zur WEA erscheint in Prozentangaben deutlich besser, als dies die qualitative Auswertung erahnen lassen würde. Dies mag jedoch teilweise auch an der militärischen Kritik-Kultur liegen. Negative Aspekte und Verbesserungsvorschläge werden bevorzugt angebracht und Positives als selbstverständlich erachtet.
- Nichtsdestotrotz zeigt die Analyse der Kommentare, dass in erster Linie die politische Ausgangslage für die WEA und die Neuausrichtung der Armee kritisiert werden. Zusammengefasst spiegelt die vorliegende Auswertung die Stellungnahme der GGstOf weitestgehend wieder.
Wir danken dem Autor, Robert Eggenberger, für die Auswertung und gratulieren zur bestandenen Bachelorarbeit. Dank gebührt auch Herrn Dr. Tibor Szvircsev Tresch für die freundliche Unterstützung und Bereitschaft zur Zusammenarbeit.