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(Falsum, Crimen falsi), die auf Täuschung andrer berechnete und zu rechtswidrigen Zwecken vorgenommene Nachmachung
oder Veränderung solcher Gegenstände oder Zeichen, welche nach Gesetz oder Gewohnheit als Grundlagen
öffentlicher Treue oder als Beweismittel von Rechten und Verbindlichkeiten gelten, mit welchen der Glaube an die Wahrheit verknüpft
ist. Manche Rechtslehrer fassen den Begriff der Fälschung allerdings weiter, und ebendies geschah auch in einzelnen der frühern deutschen
Strafgesetzbücher. So macht nach dem württembergischen Strafgesetzbuch sich derjenige einer Fälschung schuldig,
der zum Nachteil der Rechte eines andern, um durch Täuschung diesen in Schaden zu bringen oder sich einen Vorteil zu schaffen,
eine unechte Sache verfertigt oder eine echte verfälscht und von der gefälschten oder verfälschten SacheGebrauch macht.
Eine Übersicht über die Geschichte und den Umfang der Fälschungen bietet das Buch von P. Eudel: »Le
[* 10] truquage« (Par. 1884; deutsch von Bucher: »Die Fälscherkünste«, Leipz. 1885). Nützliche
Winke für Käufer gibt die »Zeitschrift für Antiquitätensammler«. Unter den Fälscherstücken aus neuerer Zeit sind besonders
die Handschriftenfälschungen des Griechen Simonides (1848-56),
(ital., Fistel, Fistelstimme), eine besondere Art der Stimmerzeugung, welche namentlich für höhere Tonlagen
geeignet und deren Klangfarbe von derjenigen der gewöhnlichen Stimme erheblich verschieden ist. Durch Untersuchungen mit dem
Kehlkopfspiegel
[* 16] ist festgestellt, daß beim Falsett die hintern Abschnitte der Stimmritze fest geschlossen sind,
und daß die Stimmritze sowie die sie umgebenden schwingenden Teile der Stimmbänder nur kurz sind, während zwischen ihnen
ein breiter elliptischer Spalt wahrgenommen wird.
Die dicken, wulstigen Stimmbänder sind in dünne, membranöse Falten umgewandelt, wodurch die hohe Lage
des Falsetts verständlich wird. Die geringe Kraft
[* 17] des Falsetts gegenüber der Bruststimme wird dadurch bedingt, daß sich
bei ersterm niemals wie bei dieser die Stimmbänder innig aneinander legen, sondern stets einen elliptischen Spalt zwischen
sich lassen. Die Luftstöße, welche die Stimmbänder in Schwingungen versetzen, treffen daher beim Falsett weit geringere
Hindernisse an als bei der Bruststimme. Auch findet bei den Fisteltönen, ebenfalls wegen der großen Weite der Stimmritze,
keine Resonanz der Brust, kein Erzittern der Brustwand statt, sondern es überwiegt hier die Resonanz des Ansatzrohrs, nämlich
der Mund- und Nasenhöhle (daher auch Kopfstimme genannt). Vgl. Register.
SirJohn, eine Shakespearesche Charakterrolle, welche in »König Heinrich IV.« und in den »Lustigen Weibern
von Windsor« auftritt, im erstern als der stete Begleiter des PrinzenHeinrich vonWales (nachmaligen KönigsHeinrich V.): ein Mann von großen geselligen Talenten und Soldat, aber ebenso feig wie lügenhaft-prahlerisch, im Wohlleben
ergraut, aber noch im Alter lüstern und liederlich. Auch über seine verächtlichsten Handlungen ist jedoch immer noch eine
gewisse äußerliche Noblesse gebreitet, und als vollkommener Menschenkenner weiß er immer geschickt einzulenken,
wenn die Dreistigkeit seiner Späße anfängt einen übeln Eindruck zu machen. Gewöhnlich tritt er als wohlbeleibter, doch
keineswegs schwerfälliger Ritter auf. Einer der trefflichsten Darsteller des Falstaff war LudwigDevrient, nach ihm Döring.
Christian, dän. Dichter, geb. 1690, bildete sich zum
tüchtigen Philologen aus und starb 1752 als Rektor in Ribe. Falster war Holbergs Zeitgenosse und hat, wie dieser,
einen scharfen Blick für die Schwächen seiner Zeit, welche er in seinen »Satirer« (hrsg.
von Thaarup, Kopenh. 1840) geißelt. Auch tritt er, wie Holberg, für die Bedeutung der Muttersprache und ihr Recht, bei der
Litteratur in Betracht zu kommen, ein. Seine »Amoenitates philologicae«
(Amsterd. 1729-32, 3 Bde.) enthalten
neben wissenschaftlichen Notizen interessante Betrachtungen über die Verhältnisse der Zeit. Auch seine
Übersetzung von Ovids »Tristia« verdient wegen ihrer schönen Sprache
[* 21] Erwähnung.
Seestadt im schwed. Län Malmöhus, die südlichste Stadt Schwedens, auf einer sandigen, sich in die Ostsee
hinausstreckenden Landzunge, mit (1883) 345 Einw., hat seit 1754 mit der etwa 2 km
entfernten Stadt Skanör (769 Einw.) einen gemeinsamen Magistrat und war, wie diese, im 13., 14. und 15. Jahrh. ein durch seinen
Heringsfang reicher und mächtiger Ort, wo die Hansestädte unumschränkten Handel trieben. Bei Falsterbo stand ehemals ein Schloß,
Falsterbohus. Auf der äußersten Landspitze südwestlich von der Stadt brennt seit 1795 ein Leuchtfeuer.
Da sich aber von hier das den Schiffen äußerst gefährliche Falsterbo-Riff noch etwa 11 km weiter in die See erstreckt, so ist seit 1844 ein
Feuerschiff an dem äußersten Ende des Riffs (12° 48' östl. L. v. Gr.) stationiert.
Sitzmöbel mit und ohne Lehne, dessen Fußgestell zusammengeklappt werden kann; war schon bei
den Griechen und Römern im Gebrauch. Das Gestell war meist von Holz, seltener von Metall; das Holz wurde mit kunstreichen Schnitzereien,
mit
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Tierköpfen und Tierfüßen verziert, vergoldet und mit Elfenbein eingelegt. Der Sitz bestand entweder aus Zeug, Leder u. dgl.
oder aus Latten, welche sich beim Zusammenklappen des Stuhls ebenfalls zusammenlegten. Weil er leicht transportiert werden
kann, wird der Faltstuhl im Kriegslager, auf Reisen, Spaziergängen, bei künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten im Freien
benutzt, daher auch Feldstuhl genannt. Im mittelalterlichen Latein hieß der Faltstuhl Faldistolium (s. d.), woraus Fauteuil (s. d.)
entstand.
Seit 1616 ist dasselbe im Besitz einer Aktiengesellschaft. Die Erzmasse lagert zwischen zwei aus Talk und Glimmer bestehenden
Gängen, welche von NW. nach SO. führen, in der Tiefe von 380 m sich vereinigen und nun
allen weitern Erzzugang abschneiden. Die große Tagöffnung (Stöten genannt), welche durch zwei furchtbare Einstürze 25. April und entstand
und besonders 1833 und 1876 durch große Erdrutsche erweitert wurde, ist 385 m lang, 211 m breit und 96 m tief; in
dieselbe steigt man in schrägen Gängen hinab, in welchen Treppen
[* 26] von Holz und Eisen
[* 27] angebracht sind.
Jeden achten Zentner des bereiteten Kupfers erhebt seit 1804 die Krone als Steuer. Außerdem gewinnt man
etwas Gold,
[* 31] Silber (500 kg jährlich), Blei, Schwefel, Eisenvitriol. Übrigens hat der Ertrag des Bergwerks gegen früher abgenommen;
während 1650 über 32,000 metr. Ztr. Garkupfer gewonnen wurden, betrug
die Aufförderung in den letzten Jahrzehnten nur etwa 7300 metr. Ztr.
Garkupfer und ist seit 1880 noch erheblich gesunken (in und dem in Östergötland belegenen Ätvidaberg zusammen von 21,000
auf 16,000 metr. Ztr. im J. 1884). Falun ist Sitz des Landeshauptmanns und des Bergmeisters für den Gefle-Daladistrikt. Das Ereignis,
daß man 1719 in der Tiefe von 130 m die unversehrte Leiche eines Jünglings fand,
der 1670 dort verunglückt
war und nun von einem alten Mütterchen als ihr Bräutigam erkannt wurde, hat E. T. A. Hoffmann den Stoff zu einer Novelle, H.
Heine zu einer Ballade, v. Holstein zu seiner Oper »Der Heideschacht« gegeben.
[* 32] eine Falte oder in die Länge gezogene Vertiefung;
der behufs Vereinigung zweier Blechstücke an beiden mit Falzwerkzeugen
oder auf einer Maschine
[* 33] (Falzmaschine) umgebogene und ineinander gehakte Rand, welcher zusammengeschlagen,
gedrückt oder gelötet wird;
dann s. v. w. Rinne, z. B. die Rinne an einem Hufeisen,
[* 34] in welche die Nagellöcher gemacht werden;
Vertiefung an Fensterfuttern und Thürzargen, in welche Fenster und Thüren genau eingreifen;
bei in Nuten und Federn gesetzten
Brettern die in der Mitte der schmalen Seite gemachte Vertiefung, in welche die Feder eingeschoben wird.
Diese Falze macht man bald einfach, bald doppelt mittels des Falzhobels, dessen beide Kastenteile vermittelst einer Schraube
enger und weiter gestellt werden können, und dessen Eisen so breit und weit vorstehend ist, daß diese Verhältnisse der
Breite
[* 35] und Tiefe des Falzes entsprechen. Zur Befestigung des zu falzenden Brettes dienen die Hobelbank, der
Fügebock und die Falzbank, ein auf vier niedrigen Füßen stehendes langes Holz mit zwei kurzen, dicht nebeneinander aufrecht
stehenden Stöcken auf beiden Seiten, in deren Zwischenraum das Brett mit Holzkeilen befestigt wird.
auch Göttin des Gerüchts oder der Sage, der Ossa (s. d.) der Griechen
entsprechend.
Als letztere nennt sie Vergil die jüngste Tochter der Erde, welche sie im Zorn über die Besiegung der Giganten
und zur Verlästerung der herrschenden Götter gebar.
Ovid (Metam. XII, 39 ff.) schildert ihre Wohnung als einen
Palast mit tausend Öffnungen und aus tönendem Erz gemacht, und ihren Hofstaat, den die Leichtgläubigkeit, der Irrtum, die
eitle Furcht etc. bilden.
(türk. Ma'usa, im Altertum Ammochostos), Stadt und Distriktshauptort auf der Ostküste der InselCypern,
[* 36] südlich
von der Mündung des Pidias, ein ehedem bedeutender, jetzt heruntergekommener Ort von etwa 2000 Einw. Nördlich davon die
Ruinen des alten, von Heraklios zerstörten Salamis. - Famagusta, schon in assyrischer Zeit bestehend, erlangte Bedeutung zuerst unter
den byzantinischen Kaisern durch seinen guten Hafen. Richard Löwenherz nahm die Stadt 1191 den Byzantinern
ab;
bald darauf wurde Guido vonLusignan daselbst als König von Cypern gekrönt. 1372 ward Famagusta von den Genuesen erobert;
überlegene türkische Macht verteidigt; endlich fiel es in die Hände der Türken, aus denen es 1878 in die der
Engländer überging. Schon Tavernier (im 17. Jahrh.) fand den Hafen versandet, die Kirchen in Moscheen verwandelt. Nur die gewaltigen
Festungswerke sind noch wohlerhalten; detachierte Forts könnten Famagusta zu einer Festung ersten Ranges machen.
ProvinzRioja, zwischen der Sierra de Famatina (Nevado de Famatina, 6027 m)
und der Sierra Velasco gelegen, gut bewässert und ungemein fruchtbar, aber namentlich seiner reichen Kupfergruben wegen bekannt.
Eine der Gruben, die Mexicana, liegt 5030 m ü. M. Chilecito (offiziell Villa Argentina),
[* 44] 66 km westnordwestlich von Rioja, 1128 m ü. M.,
ist der wichtigste Ort in diesem Bergbaurevier.
Eine derartige, namentlich im Erbrecht ausgedrückte Auffassung der Familienverwandtschaft wird noch heute bei zahlreichen
auf niederer Stufe der Zivilisation stehenden Völkerstämmen angetroffen. Erst nachdem das Matriarchat in der Ehe durch das
Patriarchat ersetzt und das Institut der monogamischen oder polygamischen Ehe rechtlich begründet worden war, nahmen diese
Verhältnisse festere Formen an, und es wurde gesetzlich erlaubt, auch fremde Kinder durch sogen. Adoption (s. d.) in die
Familie aufzunehmen,
wobei ehemals durch eigentümliche Zeremonien (Scheinentbindung, Brustreichen etc.) die Annahme zum eignen Kind symbolisiert
werden mußte (vgl. Couvade).
Außerdem erweitert sich der Familienkreis durch die Ehe, indem der eine Ehegatte nicht nur zu dem andern selbst, sondern
auch zu den Verwandten des letztern in das Verhältnis der Schwägerschaft (s. d.) tritt. Schon durch die
Natur der menschlichen Lebensverhältnisse sind die Familienglieder auf ein gegenseitiges Zusammenhalten und Unterstützen
und auf einen besonders freundschaftlichen und liebevollen Verkehr angewiesen. Die Grundsätze, welche in dieser Beziehung
für das Familienleben maßgebend sind, gehören zumeist dem Gebiet der Moral und dem der Religion an, da
die Bedeutung der Familie eine vorwiegend sittliche ist.
Dies gilt namentlich von der Stellung der Ehegatten zu einander, von dem wechselseitigen Verhältnis zwischen Eltern und Kindern
und zwischen den Geschwistern. Auf der andern Seite kann aber auch die bürgerliche Gesetzgebung die Familienverhältnisse
und die Familie als die Grundlage des Staats nicht unberücksichtigt lassen, und so entsteht das Familienrecht,
der Inbegriff der Rechtsgrundsätze, welche sich auf die und auf die Stellung der Familienglieder als solcher beziehen.
Dagegen begründet weder die Kollateralverwandtschaft noch die Schwägerschaft eine wechselseitige Alimentationsverbindlichkeit,
wie solche zwischen Aszendenten und Deszendenten und zwischen den Ehegatten besteht. Zu beachten ist übrigens,
daß die Bezeichnung Familie vielfach auch noch in anderm Sinn und Umfang gebraucht wird. So bezeichneten die Römer mit Familia
oft alles, was ein freier Bürger besaß, und was seinen Hausstand ausmachte, namentlich auch die
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dazu gehörigen Sklaven. Sehr oft bezeichnet auch Familia im ältern römischen Rechte den Komplex der Agnaten im Gegensatz zu
den Kognaten und Affinen oder Verschwägerten. Personen nämlich, welche überhaupt miteinander verwandt waren, hießen Cognati,
diejenigen aber, welche durch eine und dieselbe väterliche Gewalt miteinander verbunden waren, Agnati. Letztere bildeten die
altrömische Familia, die Grundlage des zivilen Erbrechts, indem sie allein als die legitime Verwandtschaft aufgefaßt wurde,
bis dann im neuern Rechte die Kognation an die Stelle der Agnation trat. Im mittelalterlichen Lehns- und Feudalwesen verstand
man unter Familia nicht selten die Gesamtheit der einem Gutsherrn unterstellten Hörigen oder die Gesamtheit
der Dienstmannen.
Heutzutage versteht man unter Familie auch wohl nur die Deszendenz eines Familienvaters.
In der Zoologie und Botanik versteht man unter Familie gewisse Abteilungen des Systems, nämlich den Inbegriff aller derjenigen
Pflanzen und Tiere, welche in gewissen wesentlichen Charakteren übereinkommen und sich als durch natürliche
Verwandtschaft (gemeinsame Abstammung) zusammengehaltene Gruppen von Gattungen darstellen, die man deshalb in der Botanik auch
natürliche Familien nennt, wie z. B. die grasartigen Gewächse oder Gramineae, die Schmetterlingsblütler oder Papilionaceae,
die Doldengewächse oder Umbelliferae etc. Obige Bezeichnung wurde schon von Adanson in seinen »Familles naturelles des plantes«
(1759) in diesem Sinn angewendet, während Linné, in dessen künstlichem System die natürlichen Familien
überhaupt nicht zur Geltung kommen, nur in Klassen und Ordnungen einteilte.
(Familienstatut, Familienvertrag), Vertrag, welchen die Glieder
[* 53] einer Familie unter
sich abschließen, um dadurch über ihre gemeinsamen Angelegenheiten, wie über das unbewegliche Familienvermögen und dessen
Unveräußerlichkeit, Benutzung und Vererbung, über Vormundschaft, über Heiraten, über die Aufstellung eines Familienhaupts
oder Seniors u. dgl., feste Bestimmungen zu treffen.
Das Recht zur Errichtung von Familienverträgen, welche auch die künftigen Familienglieder binden
sollen,
setzt das Recht derAutonomie (s. d.) voraus, d. h. die gewissen
Personen zukommende Befugnis, für die ihrer Wirksamkeit unterworfenen Verhältnisse Bestimmungen mit der Kraft von Rechtssätzen
zu erteilen, welche auch für Dritte verbindlich sind. Dies steht heutzutage nur dem hohen Adel und der ehemals reichsunmittelbaren
Ritterschaft zu (s. Hausgesetze). Vgl. Familienschluß.
(Conseil de famille), die Versammlung der Mitglieder einer Familie zum Zweck der Beratung über Familienangelegenheiten;
ein in seinen Anfängen schon den alten Römern und Germanen bekanntes, aber in seiner vollständigen Organisation dem neuern
französischen Familienrecht eigentümliches, das Vormundschaftswesen betreffendes Institut. Der Familienrat, welcher die Interessen
des Schützlings wahren soll, bildet keine ständige Behörde, sondern wird für die einzelnen wichtigen
vormundschaftlichen Angelegenheiten besonders zusammengesetzt und vom Friedensrichter des Wohnorts des zu Bevormundenden
berufen.
Die ausführlichen Vorschriften hierüber sind im Codecivil (§ 405 ff.) enthalten. Die preußische Vormundschaftsordnung
vom (§ 70 ff.) hat das Institut fakultativ, d. h. für den Fall adoptiert, daß Vater oder Mutter
es so anordnen, oder daß drei Verwandte oder Verschwägerte des Pupillen oder Vormund und Gegenvormund des letztern es fordern.
Die Zahl der Mitglieder des preußischen Familienrats ist höchsten sechs. Im deutschen Fürstenrecht ist der Familienrat von dem Familienhaupt
namentlich dann zu berufen, wenn eine strafbare Handlung eines Mitglieds des fürstlichen Hauses vorliegt,
über die nach den meisten Hausgesetzen das Oberhaupt der Familie zu entscheiden hat.