Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03369.jsonl.gz/1298

Hyènes war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Februar 2009.

Hyènes
Djibril Diop Mambéty, Senegal, 1992
113 Min.
Elefanten ziehen durch die Wüste.
Die Einwohnerinnen und Einwohner
des kleinen afrikanischen Dorfes
Colobane leben in Armut. Eines
Tages kehrt Linguère Ramatou,
eine Frau mit einer goldenen Fussprothese,
an den Ort ihrer Herkunft
zurück, «reich wie die Weltbank».
Der Händler des Ortes hatte sie
einst geschwängert und seine
Vaterschaft verleugnet; jetzt will
sie Rache nehmen, sich «Gerechtigkeit
kaufen»:
100 Milliarden bietet sie den Einwohnerinnen
und Einwohnern, um
den Händler zu töten. Die weigern
sich zuerst – «Wir sind Afrikaner,
aber die Dürre hat uns zu keinen
Wilden gemacht!» –, erliegen aber
nach und nach den Verlockungen
des Komforts.
Druckerfreundliche Version
Kommt uns diese Geschichte nicht
irgendwie bekannt vor? War da
nicht auch einmal ein verschuldetes
kleines Schweizer Städtchen
mit Namen Güllen, dessen einzige
Hoffnung der Besuch der alten
Dame Claire Zachanassian blieb?
Die Heirat mit einem armenischen
Ölscheich hatte sie zu einer Milliardärin
gemacht und jetzt soll sie
dem Städtchen zu neuem Glanz
verhelfen. Klar, das war die Komödie
vom guten alten Friedrich Dürrenmatt,
und genau diese hatte
sich der gute, viel zu jung gestorbene
Djibril Diop Mambéty aus
dem Senegal als Vorlage für seinen
herrlichen Spielfilm «Hyènes» genommen.
Güllen in Afrika, sozusagen.
Und siehe da: Im Kern finden
sich die gleichen gesellschaftlichen
Tücken und natürlich auch
vergleichbare Fragen: Was darf
einer, was darf die Gemeinschaft?
Wieviel ist ein Leben wert? Wie
rasch lässt einer, lässt die Gemeinschaft
Ideale fahren, wenn sich
daraus Gewinn verspricht?