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Sie lebte von 1859 bis 1937 und arbeitete als freischaffende Künstlerin. Für ihre Porträts und Stillleben erhielt sie zu Lebzeiten international Anerkennung.
In den 1880er- und 1890er-Jahren malte sie auch religiöse Szenen. «Diese waren damals sehr beliebt und prestigeträchtig», sagt Kuratorin Sandra Gianfreda vom Kunsthaus Zürich. Roederstein war eine der wenigen Frauen, die sich in diesen Bereich vorwagten. Auch das Aktzeichnen war Frauen früher aus sittlichen Gründen verwehrt. In Wahrheit haben sich die Männer gemäss Kuratorin jedoch vor der weiblichen Konkurrenz gefürchtet.
Trotz Widerständen in der Gesellschaft gelang es Roederstein, sich im Bereich der religiösen Malerei Respekt zu verschaffen. Mit ihrer «Pietà» des toten Christus stellte sie ihr Können im Aktzeichnen unter Beweis. Sie malte auch eine Madonna, eine Christus-Szene und Magdalena. Die Malerin lebte religiös, war aber aus der Kirche ausgetreten.
Roedersteins Malstil änderte sich im Laufe ihrer Karriere mehrmals. Zuerst malte sie sehr realistisch, dann fast impressionistisch und zuletzt sachlich-nüchtern.