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Zweite Baustellenführung 2.Rhein-Eisenbahnbrücke
Zweite Führung, organisiert vom NQV Breite-Lehenmatt am 27.5.2011
Herr Markus Ulrich, Gesamtprojektleiter SBB dieser Baustelle, fasste vor dem Rundgang die 20-jährige Geschichte des Projektes zusammen.
Ende 2011 sollte der Rohbau dieser Brücke beendet sein. Zum Ausbauprojekt neben der neuen Brücke gehören die Stützmauern an der Birsfelderstrasse, der Kolkschutz und die Instandstellung der über 100- jährigen bestehenden Pfeiler sowie die Stützmauern in der Verlängerung der Rheinbrücke auf der Kleinbaslerseite, die Personenunterführung und Dammerweiterung am Eisenbahnweg und die Strassenunterführung an der Grenzacherstrasse. Während des Baus müssen Schutznetze für den Bahnverkehr auf der Baustellenseite angebracht sein. Die Rheinschifffahrt muss auf Havarien überwacht werden. Um eine Korrosion der Spannseile und der Betonarmierungen in der neuen Brücke zu verhindern dürfen keine Kriechströme aus dem Bahnstromnetz ins Erdreich gelangen. Daher muss die gesamte Bahnanlage vom Brückenbaukörper elektrisch isoliert gebaut werden.
Montage der Verschalungen für ein weiteres Brückensegment, das vom Brückenpfeiler aus im Freivorbau angesetzt wird.
Nachdem die Grundpfeiler gebaut sind, werden im Wochentakt mit einem speziell konstruierten Freivorbaugerüst die 3 Meter langen Betonelemente in die Verschalungen angegossen. Eine Betonschlauchpumpe transportiert den flüssigen Beton durch einen sehr langen Rüsselschlauch direkt von der Strasse zur Brücke. Die Verteilung muss allseitig und gleichzeitig sorgfältig ausgeführt werden, damit auf jeder Pfeilerseite wie bei einer zweischenkligen Waage die Konstruktion in jedem Moment im Gleichgewicht bleibt. Noch in diesem Sommer sollten sich die beiden Brückenelemente in der Mitte treffen. Beginn 2012 sollte der Rohbau vollendet sein. Dann beginnt der eigentliche Ausbau von Gleisen, Fahrleitung und elektrischer Installation der Signale. Ende 2012 sollten die neuen Eisenbahnspuren befahren werden können.
Oben in der Mitte eine blanke runde Verankerung der oberen Spannseile, die es möglich machen, dass die T-Arme der Brücke über 60m vom Pfeiler aus frei hinausragen können.
Zusätzlich beginnt man im Frühjahr 2012 unten an der Ostseite der neuen Brücke einen Fussgängersteg anzuhängen. Dieser ersetzt den bisherigen Weg über die alte Eisenbahnbrücke und sollte im Frühjahr 2013 betriebsbereit sein. Die alte Brücke wird saniert und lärmgedämpft. Während der Sanierung der alten Brücke wird der gesamte Verkehr über die neue Brücke geführt. Eine Weichenanlage richtet den Spurwechsel zwischen den verschiedenen Bahnhöfen (Schweiz: Linksverkehr, Deutschland: Rechtsverkehr auf den Schienen). Nach Abschluss aller Bauphasen wird der Personenverkehr vom Güterverkehr entflochten. Die neue Brücke übernimmt dann den Personenverkehr. Die Schweiz und Deutschland haben verschiedene Signalsysteme und Stromnetze. Aus diesem Grund wechselt mitten auf der Brücke das Stromnetz. Beim Brückenbau müssen auch die verschiedenen Nullpunkte für die Vermessung in der Schweiz und Deutschland berücksichtigt werden. Die Schweiz richtet sich nach dem Mittelmeer, Deutschland hingegen nach der Nordsee aus, was eine Höhendifferenz von 27cm ausmacht.
Nach Abschluss aller Arbeiten sollten Ende 2017 alle vier Geleise befahrbar sein.
Foto/Text: Ursula Brückner
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