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Valère, 11. - 13. Jahrhundert
Eine mittelalterliche Festung umzäunt die Basilika von Valère.
. Gebiet: freie Besichtigung - Gratis-Eintritt
|Juni - September

Montag - Sonntag
10.00 - 18.00 Uhr
|Oktober - Mai

Dienstag - Sonntag
10.00 - 17.00 Uhr
. Kommentierte Führungen durch das Gebiet und den Chor der Basilika möglich
CHF 4.- Erwachsene
CHF 2.- Kinder, Studenten, Rentner, Militär
|Juni - September

Jeden Tag
(ausser am Sonntag morgen)
11.00, 12.00, 14.00, 16.00 Uhr
|Oktober - Mai

Sonntag
14.00 und 16.00 Uhr
. Cafeteria, Terrasse und kleine Restauration
Valeria war, um es gleich klarzustellen, eher eine Burg als ein Schloss: Seit dem Beginn des Mittelalters und bis ans Ende des 18. Jahrhunderts war sie der Sitz des Ehrwürdigen Domkapitels, das dem Bischof beratend zur Seite stand und bei der Leitung des Bistums unterstützte. Im Mittelalter wurde das Domkapitel von etwa dreissig Domherren gebildet, die jedoch nicht in einer Gemeinschaft lebten. Jeder besass sein eigenes Haus. Die zur Kirche führenden Gebäude dienten ihnen als Wohnsitz und bildeten eine kleine Siedlung. Die Unebenheiten des Hügelreliefs, ergänzt durch diverse Festungsanlagen (Ringmauern, Ecktürme, Innentore ...), begrenzten den Zugang zu der Festung und insbesondere zu dem Sakralbau als letzter Fluchtburg der Verteidigung. Mehrere Anlagen, wie eine Wasserzisterne, die mit ihrem spitzen Dach noch heute zu sehen ist, oder eine Getreidemühle, gestatteten es übrigens, bei Bedarf autark auf der Burg zu leben (Belagerung, Epidemie…).
Die mittelalteriche Burg
Die ersten Gebäude gehen vermutlich auf die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück, da die Domherren 1168 vom Bischof dort unter Hausarrest gestellt wurden. Diese Holzbauten sind spurlos verschwunden. Die ersten Wohnbauten aus Stein entstanden im 13. Jahrhundert und wurden auf dem ganzen Areal errichtet. Kurze Zeit später wurden sie mit einer zinnenbewehrten Ringmauer umgeben, die dem natürlichen Relief folgt. Valeria wurde somit zu einer Festung.
Im folgenden Jahrhundert wurden die ersten Wohnbauten vergrössert und die Verteidigungsanlagen perfektioniert: Vier Ecktürme, Innentore und Innenmauern verstärkten den Schutz der Kirche, die mit ihren Zinnen selbst eine gewisse militärische Ausstattung erhielt. Auch die sogenannte „Wache“, aus der heute der Empfang des Historischen Museums geworden ist, geht auf diese Zeit zurück. Der leicht erkennbare Saal mit den Spitzbogenfenstern ist der einzige dieser Grösse auf dem ganzen Areal. Er erinnert an eine „Aula“ in einer Ritterburg und war sicherlich für einen Gemeinschaftszweck bestimmt.
Unmittelbar darüber befinden sich zwei aneinander angrenzende Gebäude, die ebenfalls einen speziellen Verwendungszweck hatten. Das erste aufwärts in Richtung Kirche ist das „Dekanhaus“, das früher dem Dekan des Domkapitels als Residenz diente. Die Räume im ersten Stock waren wohnlich eingerichtet: Es wurden Speckstein-Kochherde eingebaut, die Wände sind mit Holztäfelungen aus dem 17. Jahrhundert verkleidet. In dem zweiten „Kalenden“ genannten Bauwerk wird das erste Stockwerk auf der gesamten Gebäudelänge von einem Saal eingenommen, der reich mit Wandmalereien verziert ist. Sie stellen die „Neun Helden“, Symbole der ritterlichen Ideale und eine Kreuzigung dar. Der Saal hatte eine wichtige gemeinschaftliche Funktion, vielleicht als Gerichtssaal.
Die Kirche
Mit dem Bau der Valeriakirche wurde wahrscheinlich am Ende des 11. Jahrhunderts begonnen. Er schritt rasch voran, denn er war Mitte des 13. Jahrhunderts bereits vollendet. Inzwischen hatte sich jedoch der ästhetische Geschmack geändert, so dass man vom ursprünglichen romanischen dann zum gotischen Baustil überging. Heute sind noch drei Bauetappen erkennbar: Die Basis der Apsiden sowie der Unterbau des gesamten Hauptschiffs und das Eingangsportal sind im romanischen Stil gebaut und stammen aus der ersten Bauetappe im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts. In einer zweiten Etappe, an der Wende des 12. Jahrhunderts, wurden das Querschiff und die seitlichen Kapellen mit Spitzbogengewölben gebaut. Aus dem 13. Jahrhundert ist schliesslich, als seltenes Zeugnis aus dieser Epoche, noch der Lettner erhalten, mit dem der den Domherren vorbehaltene Chor von der Hauptkirche für die Gläubigen getrennt wurde. Zu dieser Zeit wurde auch der Chor nach dem gotischen Kanon erhöht, der Glockenturm wurde errichtet und die Joche des Hauptschiffs wurden mit ihrem Gewölbe ausgestattet. Bis heute wurde am Bauwerk architektonisch praktisch nichts mehr verändert, hingegen wurde das Innere mehrfach umgestaltet. Am Ende des Mittelalters stellte der Bischof von Sitten, Guillaume VI de Rarogne, dem Domkapitel erhebliche finanzielle Mittel zur Verschönerung des Inneren zur Verfügung. Die Orgel mit ihren gemalten Flügeln, die Raron-Kapelle mit ihren Fresken, auf denen das Martyrium des Hl. Sebastian dargestellt ist, und der prächtige Dekor der Apsis mit der Darstellung der Apostel wurden bei den Malern Pierre Maggenberg und Etienne de Montbéliard in Auftrag gegeben. In der Barockzeit kamen das Chorgestühl und mehrere Altaraufsätze hinzu.
Um 1900 wurde das Gebäude komplett restauriert, mit einem besonderen Augenmerk auf die mittelalterlichen Reste. In 1987 wurde die Kirche von Papst Johannes-Paul II. zur „Basilica minor" geweiht. Im gleichen Jahr lief eine neuerliche Restaurierungskampagne an, die bis heute andauert.
Die Orgel
Sie ist das Juwel der Basilika und die älteste noch spielbare Orgel der Welt. Dank den Malereien auf ihren Flügeln konnte man ihren Bau auf die Jahre 1431-1437 zurückdatieren. Zahlreiche Elemente sind noch original erhalten, mehr als die Hälfte der Pfeifen stammen aus dem 15. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Instrument mehrmals restauriert. Die „Schwalbennest"-Tribüne stammt aus der Barockzeit. Auf den geschlossenen Orgelflügeln ist Mariä Verkündigung zu sehen, auf den geöffneten sind die mystische Vermählung der Hl. Katharina von Alexandria und die Begegnung von Maria Magdalena mit dem auferstandenen Christus dargestellt.
Im 18. Jahrhundert machte sich ein Desinteresse an Valeria breit: Die Domherren verliessen nach und nach den Hügel und liessen sich gegen Ende des Jahrhunderts endgültig in der Stadt nieder. Die Kirche wurde jedoch weiterhin instandgehalten - im Gegensatz zu den Gebäuden der Burg, von denen viele verfielen.
Am Ende des 19. Jahrhunderts lenkten jedoch ein erwachendes Interesse für das kulturelle Erbe und ein Bedarf an Schauräumen für die Exponate der archäologischen Sammlung erneut das Augenmerk auf die Anlage. In 1883 wurde der erste Raum für das Museum eingerichtet. Ab diesem Zeitpunkt wurden mehrere, bis heute fortgesetzte Restaurierungskampagnen durchgeführt, um dem Verfall Einhalt zu gebieten und die Gebäude nach und nach umzugestalten. Die letzte Etappe der Einrichtun