Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03461.jsonl.gz/3017

1958 Aufnahme in den bernischen Kirchendenst
1958 Biglen-Landiswil
1963 Münchenbuchsee
1995 pensioniert
Nachruf Pfr. Alfred Ficker
geb. am 10. 3. 1931, gestorben am 22. 11. 2018
Aufnahme in den bernischen Kirchendienst 1958
Pfarrer in Landiswil von 1958 bis 1963
Pfarrer in Münchenbuchsee von 1963 bis 1995
Alfred Ficker wurde am 10. März 1931 als Sohn des Kurt und der Hanna Ficker – Bachmann geboren. Seine Jugendzeit verbrachte er mit seinem älteren Bruder Kurt im elterlichen Haus in Worb. Dort besuchte er die Primar- und Sekundarschule. Nach einem Jahr Verkehrsschule absolvierte er in Bern und Wengen die Lehre als Postbeamter. Danach trat er ins Gymnasium Humboldianum in Bern ein, um die Matura nachzuholen. Dort begegnete ihm die hübsche Heidi Bangerter beim Theaterspielen. Die beiden spielten ein Liebespaar, das sie dann für die kommenden 60 Jahre blieben.
1953 begann Alfred Ficker das Theologiestudium in Bern, ergänzt durch ein Semester in Heidelberg. Als Werkstudent arbeitete er in der Stadt- und Universitätsbibliothek und übernahm Stellvertretungen an verschiedenen Sekundarschulen. Oft begleitete ihn am Sonntag seine Verlobte, wenn er als Theologiestudent Predigtstellvertretungen übernahm.
Entscheidende Förderung verdankte er seinen Lehrern, besonders seinem väterlichen Berater Prof. Dürr, dann aber auch Prof. Guggisberg, Prof. Stamm,
Prof. von Rad in Heidelberg und später Münsterpfarrer Walter Lüthi in der Theologischen Arbeitsgemeinschaft.
Nach dem Lernvikariat in Grindelwald wurde er im Mai 1958 in Münchenbuchsee in den bernischen Kirchendienst aufgenommen. Im selben Monat heiratete er Heidi Bangerter. Das junge Paar zog ins kleine Pfarrhaus in Landiswil mitten im hügeligen Emmental. Dort wurden dem Ehepaar die zwei Söhne Peter und Daniel geschenkt.
Nach fünf schönen und intensiven Jahren im Emmental wechselte Alfred Ficker in die grosse Vorortsgemeinde Münchenbuchsee in ein grosses Pfarrhaus mit 12 Zimmern und einem riesigen Garten.
In Münchenbuchsee vergrösserte sich die Familie durch die zwei Töchter Regula und Marianne.
Schwerpunkte waren neben dem Predigen in der altehrwürdigen ehemaligen Johanniterkirche - das Predigen stand für Alfred Ficker immer im Zentrum seines Verständnisses von Pfarramt und Kirche - die Familiengottesdienste, die Hausbesuche, die Altersarbeit, die Seniorenferien, die psychiatrische Klinik Wyss, die Erwachsenenbildung und 20 Jahre Konfirmandenunterricht im Sonderschulheim Mätteli.
Bis das Kirchgemeindehaus gebaut war, fanden fast alle Anlässe und Sitzungen im Pfarrhaus statt. Den vielen Vikaren, die Alfred Ficker zum Pfarrerberuf ausbildete, war seine Frau eine liebevolle „Vikariatsmutter“, die sie auch moralisch unterstützte, wenn diese die Prüfungspredigt zu halten hatten.
In die Zeit der Tätigkeit von Alfred Ficker in Münchenbuchsee fiel die Gründung des Kirchenchors, in dem er all die Jahre mitsang. Besonders liebte er die Kantaten von Johann Sebastian Bach, die er jeweils während des Predigtschreibens hörte und die ihn inspirierten. In die Zeit seiner Tätigkeit in Münchenbuchsee fiel auch die Planung und der Bau des Kirchgemeindehauses und des Altersheims.
Auch die ökumenischen Kontakte mit der katholischen Gemeinde brachten manch schöne Erfahrungen und viele gemeinsame Anlässe.
Während 12 Jahren war Alfred Ficker Mitglied der kantonalen Kirchensynode. Bei seiner Tätigkeit war ihm immer wichtig, dass das Evangelium Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens hat, auch auf die Politik.
Nach seiner Pensionierung zog er mit seiner Frau nach Worb in sein Elternhaus.
Insgesamt hat Alfred Ficker nach der Pensionierung noch 136 Predigtstellvertretungen übernommen.
Leider erkrankte seine Frau 2011 und starb drei Jahre später im Mai 2014.
Nach einem kurzen Spitalaufenthalt starb Alfred Ficker, von seiner Familie und klassischer Musik begleitet, friedlich am Abend des 22. Novembers 2018.
Daniel Ficker Stähelin
Elvira Wüthrich