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Badehalle
Ascona
Die lange dunkle Treppe führt mich hinab in eine andere Welt. In der Ferne höre ich Wasser plätschern während ich der hell leuchtenden, kreisrunden Öffnung am Ende des kühlen Ganges entgegenlaufe. Geführt vom Licht schweift mein Blick nach links. Das rhythmische Schattenspiel, welches die dunklen Holzlamellen auf den groben Betonboden werfen führt mich zu einer Sitzbank. Ich setze mich hin und lasse meine Finger über die weiche Fläche gleiten. Im Schutz des Schattens ziehe ich meine Kleider aus. Langsam bewege ich mich dem knöcheltiefen Wasserbecken entgegen. Die zwei Betonstützen scheinen über der Wasseroberfläche zu schweben. Meine Füsse tauchen ein und zum ersten Mal kann ich das Wasser nicht nur hören und riechen, sondern auch spüren. Das anfängliche Plätschern wird deutlicher. Bevor ich das Wasser in der Dusche meinen ganzen Körper überströmen lasse, hänge ich mein Badetuch an den Haken. Danach lasse ich mich langsam Stufe um Stufe ins Wasser gleiten. Am Ende der Treppe drehe ich mich nach links und kann den Ursprung der Quelle sehen. Sie fliesst aus einer Wandscheibe, die im schultertiefen Wasserbecken steht. Der Raum wird durch eine Lichtöffnung an der Decke erleuchtet, dessen Grenze ich nicht erkennen kann. Ich sehe nur das Funkeln der darunterliegenden Wasseroberfläche. Die Wand ist von feiner grüner Patina überzogen, so als wolle sich die Natur ein Stück des Raumes zurückerobern. Auf dem Rücken treibend schaue ich gedankenverloren den vorbeiziehenden Wolken hinterher und höre die Vögel ihre Lieder singen. Ich beginne zu träumen.