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Die Verwendung von Ton als Baustoff – in Form luftgetrockneter Lehmziegel – ist seit der Jungsteinzeit dokumentiert, als die ersten Jäger und Sammler sesshaft wurden.
Die Verwendung von Ton als Baustoff – in Form luftgetrockneter Lehmziegel – ist seit der Jungsteinzeit dokumentiert, als die ersten Jäger und Sammler sesshaft wurden.
Es handelt sich bei dieser Bauweise damit um eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit, die sowohl im Vorderen Orient, in China als auch in Mittelamerika unabhängig voneinander entwickelt wurde. Das luftgetrocknete Material ist auch bei erhöhter Luftfeuchtigkeit beständig, es reagiert aber empfindlich auf eine starke Durchfeuchtung oder den direkten Kontakt mit Wasser. Erst der Brennprozess, bei dem aus der Tonmischung ein keramisches Produkt entsteht, macht die Ziegel wasserbeständig. Solche gebrannte Ziegel wurden in grösserem Umfang erstmals ab dem dritten Jahrtausend v. Chr. eingesetzt, wobei auch die Technik des Glasierens zur Anwendung gelangte. Erste herausragende und teilweise noch bis heute bestehende Bauten aus Backstein errichteten die Babylonier, die auch Gewölbe damit zu mauern wussten. Eine eigentliche Blütezeit erreichte der Bau mit gebrannten Mauersteinen unter den Römern, die die Technik in ihrem ganzen Reich verbreiteten. Ton ist damit seit der Frühzeit einer der bedeutendsten Baustoffe der Menschheit.
Einher mit dieser breiten Verwendung geht auch in der Neuzeit eine Unzahl an Bauten mit unterschiedlicher Prägung. Diese reichen von der Backsteingotik der norddeutschen Hanse über bedeutende Bauten der Renaissance und des Barocks bis zum englischen Tudorstil. Backstein fand wegen seines gegenüber Naturstein geringeren Gewichts zudem auch Verwendung im Kuppel- und Brückenbau. So liess Brunelleschi die Kuppel des Doms von Florenz aus Backsteinen errichten. Oder es entstand im 19. Jahrhundert mit der Göltzschtalbrücke die bis heute grösste und wohl auch imposanteste Backsteinbrücke der Welt.
Die aus Ton gebrannte Grobkeramik prägt daneben aber auch die Dachlandschaften unserer Stadtkerne seit dem späten Mittelalter. Verwendet wurden dabei Biberschwanzziegel, die bis ins 20. Jahrhundert die Ziegelproduktion dominierten. Zur Sanierung solcher historischer Dächer werden Biberschwanzziegel bis heute in den vielfältigsten Formen und Farben hergestellt.