Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03532.jsonl.gz/1275

Der Morgen ist leicht bewölkt bis sonnig, 17°. Gegen 10h fahren wir los, Richtung Süden. Um 11h30 treffen wir in Saint-Nazaire ein, wo wir uns auf dem Parkplatz beim U-Boot-Bunker niederlassen. Sonne und Wolken wechseln sich ab. Am Nachmittag schauen wir uns den wirklich eindrücklichen U-Boot-Bunker an. Mann oh Mann, was die damals, vor 80 Jahren hier für Massen an Beton verbaut haben…!
Danach machen wir einen ausgedehnten Rundgang durch den Ort und ans Meer. Irgendwo möchten wir etwas trinken. Die Bedienung fragt uns, ob wir was essen wollen. Nein Danke. Also dann gibt es nix zu trinken, sie seien nur ein Restaurant!!! Das ist nun in Frankreich das zweite Mal, dass uns das passiert. Ein wenig später werden wir in einem Restaurant / Brasserie ohne Probleme, auch ohne Essen bedient.
Saint-Nazaire (bretonisch: Sant-Nazer) ist eine Gemeinde und Hafenstadt mit 69.993 Einwohnern an der Loiremündung in Frankreich. Sie gehört zur Region Pays de la Loire.
Die Stadt liegt 50 km von Nantes entfernt am nördlichen Ufer der Trichtermündung der Loire in den Atlantischen Ozean.
Während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg liess die Kriegsmarine in Saint-Nazaire einen U-Boot-Bunker errichten. Das Trockendock „Forme Joubert“ war mit einer Länge von 350 m und einer Breite von 50 m gross genug, um die deutschen Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse aufzunehmen. Ende März 1942 wurde das Dock durch das britische Kommandounternehmen Operation Chariot unbrauchbar gemacht. Nach der Invasion der Alliierten wurde Saint-Nazaire unter General Hans Junck von der 265. Infanteriedivision zur Festung ausgebaut. Die Westalliierten verzichteten auf eine gewaltsame Einnahme der Stadt, weil die Eroberung von Brest – dessen Hafen ebenfalls zur Festung ausgebaut worden war – nur unter enormen Verlusten auf beiden Seiten möglich gewesen war und nur einen unbrauchbaren, zerstörten Hafen eingebracht hatte. Die deutsche Besatzung ergab sich am 11. Mai 1945, drei Tage nach dem Kriegsende in Europa.
Bei der Befreiung durch die Amerikaner war Saint-Nazaire zu 80 Prozent zerstört. Bis 1960 erfolgte der Wiederaufbau nach einem modernen Plan.
1975 wurde die Strassenbrücke Pont de Saint-Nazaire für den Verkehr freigegeben. Das 3356 m lange Bauwerk ist die einzige Loirebrücke die westlich von Nantes über die Loiremündung führt. Der Pont de Saint-Nazaire ist eine Schrägseilbrücke nahe den Werftanlagen.
Der Seehafen ist der viertgrösste Frankreichs und der grösste französische Hafen am Golf von Biscaya. Auf der Werft Chantiers de l'Atlantique wurden grosse Passagierschiffe gebaut, wie die Normandie (1935), die France (1962) und die 2003 fertiggestellte Queen Mary 2. Im Mai 2013 wurde die Europa 2 fertiggestellt.
Der U-Boot-Bunker St. Nazaire (französisch Base sous-marine de Saint-Nazaire) wurde während des Zweiten Weltkriegs durch die Deutsche Kriegsmarine in Saint-Nazaire an der französischen Atlantikküste erbaut. Er war einer von fünf grossen U-Boot-Stützpunkten, die das Dritte Reich im besetzten Frankreich errichtet hatte.
Vor dem Zweiten Weltkrieg war Saint-Nazaire einer der grössten Häfen an der französischen Atlantikküste. Während des Westfeldzuges erreichte die deutsche Armee im Juni 1940 Saint-Nazaire. Der Hafen wurde umgehend für U-Boot-Operationen genutzt. Als erstes erreichte U 46 Saint-Nazaire am 29. September 1940.
Im Dezember hat eine Kommission den Hafen inspiziert, um Möglichkeiten zu untersuchen, einen luftangriffssicheren U-Boot-Stützpunkt zu bauen. Bald darauf begannen die Arbeiten zur Errichtung eines U-Boot-Bunkers. Das zum Bau ausgewählte Areal waren die Docks und Gebäude des Unternehmens Compagnie Générale Transatlantique. Die Gebäude dieses Unternehmens wurden zum Bau des Bunkers abgerissen. Der Bau begann im Februar 1941 mit den U-Boot-Boxen 6,7 und 8, die im Juni 1941 fertiggestellt wurden. Von Juli 1941 bis Januar 1942 wurden die U-Boot-Boxen 9 bis 14 gebaut und von Februar bis Juni 1942 die U-Boot-Boxen 1 bis 5. Die Arbeit wurde durch den Bau eines Bunkerturms abgeschlossen.
Der Bunker ist 300 Meter lang, 130 Meter breit und 18 Meter hoch, was einer Fläche von 39.000 m² am Boden und einer Betonmenge von 480.000 m³ entspricht. Das Dach ist 8 Meter tief und besteht aus vier Schichten: Die erste ist eine 3,5 Meter dicke Platte aus Stahlbeton; die zweite ist eine 35-cm-Granit- und Betonschicht; die dritte ist eine 1,7 Meter dicke Schicht aus Stahlbeton, und die vierte ist eine als „Fangrost“ bezeichnete Schicht von Stahlträgern, die rund 1,40 Meter stark ist.
Im Jahre 1994 beschloss die Stadt Saint-Nazaire, das brachliegende Bunkerareal unter Beibehaltung der historischen Bauten zu einem Standort für verschiedene Museen umzubauen.