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Catch-up TV (CUTV)
Die TV-Verbreiter bedrohen die Existenz der Schweizer TV-Sender
1.
In der Schweiz erhalten die Zuschauer auf den digitalen Plattformen der TV-Verbreiter eine weltweit einmalige Programmvielfalt mit bis zu über 300 Sendern und die Möglichkeit, diese Programme zeitversetzt zu nutzen.
- Die Schweiz ist das einzige Land, in dem die Kabelnetzbetreiber während sieben Tagen tausende Sendungen anbieten, verbunden mit der Möglichkeit, die Werbung zu überspulen.
- Anbieter wie Swisscom machen ihren Kunden mit der 7-Tage-Aufzeichnung von über 300 Sendern jederzeit über 50’000 Programmstunden abrufbar – und dies gegen eine Abgeltung an die Verwertungsgesellschaften von monatlich nur gerade CHF 1.50 pro Abonnent (neu sollen es CHF 1.60 sein).
2.
Das zeitversetzte Fernsehen ist beliebt und wird immer mehr genutzt.
- Bei den 15- bis 59-jährigen Zuschauern stieg das zeitversetzte Fernsehen von 8 Prozent im ersten Quartal 2013 auf 20 Prozent im 1. Quartal 2016 an. Es hat sich innerhalb von 3 Jahren mehr als verdoppelt und wird auch in Zukunft weiter steigen.
- Mediapulse spricht in ihrem Halbjahresbericht 2016 von einer starken Zunahme des zeitversetzten Fernsehens.
3.
Wenn die Zuschauer zeitversetzt fernsehen, ignorieren sie immer mehr die Werbung und überspulen diese.
- Die Mediendaten zeigen, dass in der Deutsch- und Westschweiz im CUTV 59 Prozent weniger Werbung gesehen wird als im Live TV.
4.
Dadurch verlieren die TV-Sender Werbekontakte und Werbeeinnahmen, die sie brauchen, um die Programme zu finanzieren. Die Existenz der werbefinanzierten Sender ist in den nächsten Jahren bedroht.
5.
Die grossen Telekommunikationsanbieter wie Swisscom, Sunrise und UPC verkaufen zeitversetztes Fernsehen als Teil ihrer Bundle-Angebote. Die Zahlungen, welche die Kabelnetzbetreiber für die CUTV-Rechte über die Verwertungsgesellschaften an die Fernsehsender zahlen, stehen in keinem Verhältnis zum Schaden.
- Für das Jahr 2014 erhielten die TV-Sender 4,5 Millionen Schweizer Franken von den Kabelnetzbetreibern – bei Werbeverlusten von 45 Millionen Schweizer Franken. Und für das Jahr 2015, als der Schaden 67 Millionen Schweizer Franken betrug, erhielten die Sender 5,4 Millionen Schweizer Franken.
- Die TV-Verbreiter werden allein im CUTV dank der Programmenge und den Such- und Filterfunktionen zu eigentlichen VoD-Anbietern und konkurrenzieren damit die Geschäftsmodelle der TV-Sender.
- Im Ausland entscheiden die TV-Sender, wer welche Sendung zu welchen Konditionen schaut.
6.
Weltweit ist es einzigartig, dass die TV-Sender in der Schweiz ihre Rechte am CUTV nicht direkt geltend machen können. Diese Rechte werden zwischen den Verwertungsgesellschaften und den Nutzern (TV-Verbreiter wie Swisscom und UPC) ausgehandelt. Die TV-Sender haben versucht, ihre Forderungen in den Verhandlungen zwischen den Verbreitern und den Verwertungsgesellschaften einzubringen. Sie sind mit keiner Forderung durchgedrungen und haben sich deshalb entschlossen, den Rechtsweg zu beschreiten.
7.
Ist den Konsumenten an der Vielfalt der Fernsehprogramme gelegen, so müssen Mittel und Wege gefunden werden, wie die Programme finanziert werden. Ein wesentliches Element der Finanzierung ist die Werbung. Wenn die TV-Verbreiter die Werbeeinnahmen der Sender zum Versiegen bringen und im Einvernehmen mit den Verwertungsgesellschaften nicht bereit sind, die Leistungen der Sender anständig zu bezahlen, damit diese ihre Programme auch finanzieren können, sägen sie am Ast, auf dem sie sitzen.
Medienmitteilung
22. August 2016 | IRF
TV-Verbreiter bedrohen die Existenz der Schweizer TV-Sender
In der Schweiz erhalten die Zuschauer auf den digitalen Plattformen der TV-Verbreiter eine weltweit einmalige Programmvielfalt mit bis zu über 300 Sendern und die Möglichkeit diese Programme zeitversetzt zu nutzen.
Die TV-Verbreiter wie Swisscom und UPC lassen beim zeitversetzten Fernsehen das Überspulen von Werbung zu und bedrohen damit das Geschäft der TV Sender. Der Ausfall der Werbeeinnahmen der Sender belief sich 2015 auf 67 Millionen Franken und wurde durch die Rechteabgeltung mit 5,4 Millionen Franken nicht kompensiert.
Die TV-Sender wollen die Konditionen von zeitversetztem Fernsehen mitbestimmen. Sie fordern eine partielle Aufhebung der Spulmöglichkeit, die Weiterverbreitung eigener interaktiver Angebote an die Zuschauer sowie eine marktgerechte Vergütung.
Medienartikel
01. April 2017 | Pressespiegel
Kampf um TV-Werbung eskaliert
Im Streit um zeitversetztes TV erleiden die Sender eine Niederlage. Ihre Existenz stehe auf dem Spiel, warnen Sie.
23. August 2016 | Pressespiegel
Der Bund: Sender fordern mehr Geld für Replay-TV
Immer mehr Fernsehzuschauer überspringen die Werbung. Dadurch sinken die Werbeeinnahmen der Sender. Nun sollen Swisscom, UPC und andere mehr bezahlen.
23. August 2016 | Pressespiegel
L’Agefi: Le zapping en différé qui pose problème
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23. August 2016 | Pressespiegel
La Liberté: Zapper la pub en différé nuit aux chaînes de télévision
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23. August 2016 | Pressespiegel
La Regione: Programmi senza tagli di pubblicità
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23. August 2016 | Pressespiegel
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23. August 2016 | Pressespiegel
TA: TV-Sender wollen mehr Geld für zeitversetztes Fernsehen
Immer mehr TV-Zuschauer überspringen die Werbung. Dadurch sinken die Werbeeinnahmen der Sender. Nun sollen Swisscom, UPC und andere mehr bezahlen.