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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

V. Rede
14.
[Forts. v. [S. 168] ] Noch etwas muß aus der Geschichte Julians erwähnt werden, weil es besonders klar seine Verkommenheit erkennen läßt. Er lag schwer verwundet am Ufer des Flusses. Weil er nun wußte, daß vor ihm viele übermenschlich geehrt wurden, indem man sie künstlich dem menschlichen Leben entrückte und so für Götter erklärte, wurde er von der Gier nach gleichem Ruhm ergriffen. Da er aber wegen seiner Unüberlegtheit eines ruhmlosen Todes sterben sollte, was ersann er nun, was tat er in seiner schändlichen Lage? Mit seinem Leben erlosch nicht zugleich auch seine Bosheit. Er versuchte sich in den Fluß mit Hilfe von Getreuen, welche in die Geheimnisse eingeweiht waren, zu stürzen. Hätte nicht ein Eunuche des Königs die Sache gemerkt, darüber berichtet und aus Ekel vor dem Frevel den Versuch verhindert, so wäre aus dem Unglück für die Dummen ein neuer Gott geworden. Julians Regierung und Heeresführung entsprach der Abschluß seines Lebens.