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Das kennen Sie ganz bestimmt: zwei Personen unterhalten sich über genau Dasselbe und sehen es komplett unterschiedlich. Irgendwann beschreibt dann die eine Person wie es wirklich ist und was der Wahrheit tatsächlich entspricht, um die andere Person von ihrer Sichtweise zu überzeugen. Eine Annäherung findet jedoch nicht statt, weil das Gegenüber eine ganz andere Wirklichkeit gesehen haben will. Spätestens zu diesem Zeitpunkt drängt sich die Frage auf: „Was ist Wirklichkeit – was ist Wahrheit?“.
„Perception is reality.“
Die Wirklichkeit (wie die Wahrheit) ist eine Wahrnehmung. Diese Wahrnehmung entsteht nicht im Aussen, bei der Betrachtung einer Situation, sondern im Innen, bei der Interpretation der Situation. Der Konstruktivismus (Erkenntnistheorie) besagt, dass jeder Mensch seine eigene Wahrnehmung und Wirklichkeit selbst konstruiert. Weil der Beobachter nicht als unabhängig von der Erkenntnis angesehen werden kann, müssen wir uns also von der Vorstellung einer absoluten Wahrheit und einer universell gültigen Objektivität verabschieden. Der eingangs erwähnte Versuch, ein Gegenüber von der (eigenen) Wirklichkeit zu überzeugen, ist also, von vorneherein, zum Scheitern verurteilt.
Der Nutzen für den Alltag.
Die konstruktivistische Sicht der Wirklichkeit liefert uns eine interessante Erkenntnis für den Alltag und die geht darüber hinaus, dass ein Konsens über eine gemeinsame Wirklichkeit nicht möglich ist. Wenn die Wirklichkeit eine Wahrnehmung eines Individuums ist, sagt diese Wirklichkeit etwas über das betreffende Individuum aus. Denn die Wahrnehmung wird beeinflusst von der Persönlichkeit des Individuums. So erfahren wir etwas über seine Biographie, die Summe der Lebenserfahrungen, die Normen und Werte, die Bedürfnisse und Ängste. Wenn wir also in der Diskussion mit einem Gegenüber nicht auf unserer Wahrheit, respektive Wirklichkeit, beharren und uns die Zeit nehmen, die andere Version der Wirklichkeit anzuhören, können wir viel über diese Person lernen.
Einer anderen Sicht der Wirklichkeit zuzuhören, kann auch der eigenen Wahrnehmung zuträglich sein. Es ermöglicht uns, einen Perspektivenwechsel zu vollziehen, in dem wir die Wirklichkeit des Vis-à-vis unserer eigenen Wirklichkeit gegenüberstellen und beobachten, wie diese unserer eigenen Sichtweise neue Perspektiven verleiht. Wir können neue Aspekte prüfen und annehmen oder verwerfen. Vielleicht finden wir Anteile in dieser Wirklichkeit, die unsere Zustimmung finden und wir differenzieren unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit aufgrund dieses Perspektivenwechsels.
So oder so, die eine globale Wirklichkeit gibt es nicht, dafür ganz viele individuelle, spannende Wirklichkeiten.
In einem Coaching werden Sie professionell begleitet und der Perspektivenwechsel institutionalisiert. Eingefahrene Wirklichkeiten werden aufgelockert und neue Sichtweisen auf alte Themen werden möglich. Für neue persönliche Impulse – für neue Wege.