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Langsame Post — schnelle Brieftauben
Da der Redaktion eines in Kopenhagen erscheinenden Foto-Magazins der postalische Weg von den dänischen Aussenredaktionen in den letzten Monaten zu lange dauerte, besannen sich die Journalisten auf die Frühzeit der Nachrichtenübermittlung und setzten Brieftauben ein. Laut einem Gespräch mit der Redaktion brauchte die Post von Frederikshaven nach Kopenhagen nicht selten mehr als eine Woche. Aktuelles Material konnte also oft nur in einer einen Monat später erscheinenden Nummer veröffentlicht werden, so dass viele Leser meinten, die Journalisten hätten geschlafen.
Natürlich wollten die Magazin-Gestalter dies nicht auf sich sitzen lassen. Die zu veröffentlichenden Fotos wurden also von den Aussenredaktionen auf Mikrofilme übertragen, in kleine, superleichte Röllchen gesteckt, an einem Unterbeinchen der Tauben mit einem Gummiring, mit nicht mehr als einem Gesamtgewicht von höchstens 30 Gramm, befestigt, und ab ging die Brieftaubenpost! Die flotten Tierchen waren in nicht länger als drei Stunden in Kopenhagen.
Die erste Taubenpost geht auf das Jahr 530 vor Christus zurück. Diese Möglichkeit der Nachrichtenübermittlung entdeckten die Chinesen. In neuerer Zeit meldeten Wihlelm von Oranien und Napoleon I. ihre Siege per Taube in die Heimat.
(aus der NZZ vom 3. September 1980)