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Musée de Montreux (MM)
Rue de la Gare 40
1820 Montreux
Roland Blaettler 2019
Um 1870 erwachte im Kanton Waadt ein neues Interesse für die Vergangenheit, das hauptsächlich durch die Restaurierung der Kathedrale von Lausanne, die Bildung einer Denkmalpflegekommission sowie der Vereinigung zur Restaurierung von Schloss Chillon genährt wurde. Dies war denn auch der Nährboden für eine Gruppe von Notabeln aus Montreux um den Bankier Julien Dubochet, die für die Schaffung einer Gesellschaft für die «Förderung der öffentlichen Bildung in Montreux» zusammenkam.
Die Société du Musée de Montreux wurde 1874 gegründet; gleichzeitig entstanden auch das Wissenschaftsmuseum und die wissenschaftliche Bibliothek. Die Sammlungen, die in erster Linie als Unterstützung für den Unterricht an der Sekundarstufe gedacht waren, wurden in einer ersten Zeit in den Bereichen Naturwissenschaften und Archäologie aufgebaut. Sie wurden unter der Aufsicht eines Konservators und eines Bibliothekars zunächst in den Räumen des Gymnasiums Vernex und ab 1896 im neuen Gymnasium Châtelard aufbewahrt.
1904 wurde eine Stelle als Konservator für das «Alte Montreux» geschaffen. Dieser Akt markierte die Umwandlung des Wissenschaftsmuseum in ein Historisches Museum, die infolge einer steten Zunahme der Objekte und Dokumente erfolgte, welche die lokale Vergangenheit mit ihren vielfältigen Ausprägungen illustrierten.
Bestrebt, geeignete Räumlichkeiten für die Aufbewahrung ihrer Sammlungen zu finden, erwarb die Vereinigung 1914 zwei Winzerhäuser aus dem 17. Jahrhundert am Rande der Altstadt, im früheren Dorf Sâles. Mit der allgemeinen Mobilmachung von 1914–1918 wurde das Museumsprojekt vorübergehend auf Eis gelegt. Das Musée du Vieux-Montreux wurde schliesslich im August 1920 in seinen neuen Mauern eingeweiht.
Das Gebäude wurde zwischen 1988 und 1991 aufwändig restauriert. 2003 wurde das Musée du Vieux-Montreux in Musée de Montreux umbenannt. Die Institution wird vom Verein Société du Musée de Montreux verwaltet, der auch Eigentümer der Gebäude ist.
Keramik ist in den Beständen des Museums nur wenig vertreten. Es handelt sich zumeist um Gebrauchsgegenstände aus engobierter Irdenware vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhundert s (Typ «Engobierte Irdenware der Genferseeregion»), Gedenkobjekte in Zusammenhang mit dem lokalen Vereinsleben oder einige Beispiele mit Ansichten der Region.
Übersetzung Stephanie Tremp