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Kurze Geschichte der Sentikirche
Die Sentikirche, die dem hl. Apostel Jacobus maior (Hauptpatron) und den hll. Antonius eremita und Margaretha (Nebenpatrone) geweiht ist, reicht mit ihren Anfängen weit in die Jahrhunderte zurück. Sie war die Kirche des Siechenhauses für die Aussätzigen und Elenden und der Herberge für die Pilger, besonders nach Santiago de Compostela, daher auch der Patron St. Jakob. 1394 wird das Gotteshaus „cappella sancti Jacobi apud leprosos“ genannt. Als Kirche des Spitals lag sie am Rand der Stadt, direkt neben dem Sentitor und war gleichzeitig wenn nicht Pfarr-, so doch Quartierkirche für die Bewohner der St. Jakobs-Vorstadt zwischen Baseltor und Sentitor, einfachen Handwerkern und Tagelöhnern. Der Name Senti leitet sich vermutlich von der Sentenwirtschaft (Milchviehhaltung) ab, welche die Spitalknechte betrieben.
Die heutige Kirche wurde 1659/62 erbaut und ersetzt zwei Vorgängerbauten, die etwas weiter stadteinwärts lagen. Die Fassade wurde 1819 im Stil des Klassizismus durch Josef Singer neugestaltet, zeitgleich mit der Neuerrichtung der beiden Flügelbauten des ehemaligen Spitals. Aus der Zeit des Biedermeier stammen auch die schlichten Seitenaltäre und die Bänke im Inneren der Kirche. Prunkstücke der Ausstattung sind der barocke Hochaltar aus Stuckmarmor von 1755, der Rosenkranzkönigin geweiht, und das kunstvolle Chorgitter von 1728.
Seit 1421 besteht an der Sentikirche eine Kaplanei, die 1616 zur Kuratkaplanei erhoben wurde. Der Kaplan wird aber von altersher als Sentipfarrer bezeichnet, wohl wegen seiner Quasi-Pfarrer-Funktion für die Kranken und die einfachen Leute der St. Jakobs-Vorstadt, für die sich die feinen geistlichen Herren des Chorherrenstiftes St. Leodegar im Hof und der anderen Kirchen der stolzen Stadt Luzern zu vornehm waren. Und ein bisschen ist das bis heute so geblieben. Auch wenn die kleinen Häuser der Vorstadt bis auf wenige Reste dem Autobahnbau in den 1970er Jahren weichen mussten, die Baselstrasse, an der die Sentikirche liegt, gilt als wenig feine Adresse. Mitunter wird sie sogar als "Rue de Blamage" bezeichnet. Aber gerade das macht auch den Charme der Sentikirche aus, in der sich täglich Menschen "aus allen Völkern, Stämmen, Sprachen und Nationen" (Offb 7, 9) zum Gottesdienst versammeln, die in der lateinischen Sprache der Liturgie ihr einigendes Band finden.
Da die Sentikirche seit den 1970er Jahren immer seltener genutzt wurde, erlaubte man 1988 Pfarrer em. Nikodemus Petermann an drei Tagen in der Woche die heilige Messe in der vorkonziliaren Form zu feiern. Immerhin war eine stattliche Zahl von Gläubigen, trotz aller Schikanen, die sie erfahren hatten, dieser Form treu geblieben waren. Dennoch galten auch weiterhin restriktive Massnahmen, wie das Läute- und Publikationsverbot. Erst allmählich entspannte sich das Verhältnis, so dass auch nach Pfarrer Petermanns Tod 2002 die Gottesdienste weiter gefeiert werden konnten.
Seit 2011 ist mit Gerald Hauser erstmals nach längerer Zeit wieder ein Priester offiziell durch den Bischof von Basel als Kaplan an der Sentikirche ernannt worden und mit der Feier der Liturgie und Spendung der Sakramente in der ausserordentlichen Form des Römischen Ritus, besser bekannt als "Tridentinischer Ritus", beauftragt. Die Sentikirche ist damit wieder, was sie durch die Jahrhunderte immer war, offizieller Teil der Seelsorge in der Stadt Luzern.
Das Jahr 2017 brachte sogar noch eine weitere Entwicklung, erfreulich und belastend zugleich. Nach fast 30 Jahren der mehr oder weniger Duldung hat die Kirchgemeinde Luzern die Sentikirche im Baurecht an die Stiftung "Rosa Mystica" abgetreten. Diese Stiftung hatte schon vorher alle laufenden Kosten für die Gottesdienste und den Unterhalt der Priester zu tragen und muss nun zusätzlich die Baulast für die Kirche übernehmen, samt der anstehenden, dringend nötigen Innenrenovierung. Da sich die Stiftung allein aus Spenden finanziert, sind wir auch auf IHRE Grosszügigkeit angewiesen, damit die Sentikirche bald wieder in voller Schönheit erstrahlt, zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen. Helfen Sie uns!

Stiftung Rosa Mystica
Baselstrasse 21
6003 Luzern

Bankverbindung:
Luzerner Kantonalbank
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