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Vor zwei Jahren wurden Neonikotinoide in Europa und in der Schweiz verboten, weil mehr als 1’200 wissenschaftliche Studien nachgewiesen haben, dass eines der darin enthaltenen Moleküle höchst gefährlich für bestimmte lebende Organismen ist. Es schadet der menschlichen Gesundheit und der Biodiversität und verunreinigt den Boden und das Grundwasser. Nun forderte die Zuckerlobby die Wiederzulassung dieses synthetischen Pestizids. Umweltorganisationen haben eine Petition dagegen lanciert.
Die Biene stand im Mittelpunkt der Debatten, die zum Verbot der Neonicotinoide im Jahr 2018 in Europa und der Schweiz führten. Eines dieser Moleküle namens Imidacloprid wurde bis dahin beim Anbau von Zuckerrüben verwendet, so berichtet die Grüne Partei der Schweiz. Heute fordert die Zuckerlobby eine Wiederzulassung von Imidacloprid mit dem Argument, dass die Ernte (und sogar die gesamte Industrie) von einer Blattlaus bedroht ist, dem Überträger eines Virus, das die Rübe befällt. Diese Forderung lässt die menschliche Gesundheit ausser Acht und setzt die Biodiversität, die bereits stark abnimmt, weiter unter Druck. Nur ein Bruchteil des Wirkstoffs Imidacloprid wird von den Wurzeln aufgenommen und auf die gesamte Pflanze übertragen. Die verbleibenden 80-98% verunreinigen unnötigerweise den Boden und die an Felder angrenzenden Gebiete und werden durch den Abfluss in die Wasserläufe getragen, wodurch das Grundwasser verunreinigt wird. Diese Moleküle halten sich bis zu 20 Jahre im Boden.
Es gibt andere Lösungen. Die Produktion ohne synthetische Pestizide funktioniert bereits heute und es ist wichtig, dass wir mehr in die Forschung investieren, um unsere Landwirtinnen und Landwirte zu unterstützen. Schliesslich ist es höchste Zeit, dass die Politik die gleichen Regeln für Importe wie für die Inlandproduktion erlässt, damit die Schweizer Landwirtschaft nicht mehr einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt ist.
Unterschreiben Sie die Petition hier und helfen Sie dabei, diese Wiederzulassung zu verhindern, die einen ernsthaften Rückschritt auf Kosten unserer Gesundheit und der Umwelt bedeuten würde.
Update: In der Zwischenzeit hat der Bund entschieden, die Wiederzulassung nicht zu gewähren. Stattdessen sollen Wirkstoffe eingesetzt werden, die bereits für den Kartoffelanbau zugelassen sind. Zusätzlich will der Bundesrat ein umfassendes Forschungsprogramm zu starten. Dieses beinhaltet die Erforschung alternativer Methoden zum Schutz der Zuckerrüben, die Ermittlung toleranter Sorten, die Entwicklung von Warnmodellen zur gezielten Bekämpfung und die Unterstützung von Produktionssystemen, die auf den Einsatz von Pestiziden verzichten.