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verdankt und alljährlich am Vorabend vor Weihnachten und am Silvester abends 9 Uhr vor den sieben Hauptbrunnen ein Weihnachts- bezw. Neujahrslied absingt. - Schützengesellschaften gibt es in der Schweiz massenhaft; teilweise sind sie schon alt und ihre Bräuche echt volkstümlich; so die «Société des Mousquetaires» in Buttes (Neuenburg), die «Abbaye des Mousquetaires» in Cossonay, die «Écharpes blanches» in Montreux, die «Bastians» in Estavayer, die «Sebastiansbruderschaft» in Zofingen und viele andere. Es ist nicht unsere Aufgabe, das schweizerische Schiesswesen zu entwickeln; wir wollen hier nur auf einige charakteristische Feste aufmerksam machen, wie z. B. die Knabenschiessen in Zürich, Thun, sowie in den Kantonen Zug, St. Gallen und Glarus, und das «Weiberschiessen» im Emmenthal. An letzterm hat jeder Schütze in weiblicher Begleitung zu erscheinen und haben die Frauen Ehrengaben zu stiften (sie schiessen aber nicht selbst, wie oft geglaubt wird). Ein Tanz beschliesst die Festlichkeit. Endlich seien die im Kanton Waadt beliebten «Tirs du papegay» erwähnt.
Nachdem wir im Vorausgehenden vorwiegend Bräuche aufgeführt haben, die sich nicht an ein bestimmtes Kalenderdatum anknüpfen, oder doch wenigstens nicht von einem solchen abhängen und bedingt sind, betrachten wir nunmehr die
c) Bräuche zu bestimmten Jahreszeiten und Tagen.
Wir beginnen mit dem germanischen Jahresanfang im November.
Martin (11. November) ist ein wichtiger Termintag (Mietstermin im Wallis)
(und im
Neuenburger Bergland) ^[Berichtigung.] und «Lostag» für
die Witterung. Er bildet mancherorts das Ende des landwirtschaftlichen und Pachtsjahres. In Solothurn
wurden, angeblich zum Andenken
an die Rettung in der Mordnacht, aus dem Zehntkorn gebackene Wecken verteilt. Am zweiten Dienstag nach
Martin findet in Glarus
der Martinsmarkt statt. «In
Sursee wird die Martinsgans herabgehauen. Auf offenem
Platze spannt man von einem
Haus zum andern ein Seil, und daran hängt ein zweites, an welchem die Gans befestigt ist. Wer sie gewinnen will, muss
mit verbundenen
Augen, einen Säbel in der Hand, die
Schnur, an der das Tier hängt, entzwei hauen können»
(Lütolf). Das Kloster
Disentis bewirtet an diesem Tage die Honoratioren von
Tavetsch.
Andreas (30. November) ist Termin- und Lostag. Besonders wird mittels Handlungen und Sprüchen Ehe-Orakel getrieben. (Um Mitternacht soll das Mädchen nackend die Stube wischen und den Kehricht rückwärts hinaustragen, dann sieht es den heil. Andreas, der ihm weissagt [Horgen] und vieles andere).
Niklaus (6. Dezember). Das Umziehen von Vermummten, die den Heiligen, oft aber auch eine winterliche Popanzgestalt darstellen, ist an diesem Tage sehr verbreitet. Wir werden darauf in anderm Zusammenhang noch zurückkommen. An manchen Orten ist um diesen Tag grosser Markt. Dort kauft man dann die Geschenke für die Kinder, die auf diesen Tag verabreicht werden (in Linthal heisst diese Bescheerung das «Samiklausjagen»).
Ueberaus verwickelt sind die Bräuche, welche sich um Mittwinter herum abspielen, d. h. die Advents-, Weihnachts- und Neujahrsbräuche, nicht nur wegen der chronologischen, bezw. kalendaren Verschiebungen, die im Laufe der Zeit stattgefunden haben, sondern auch, weil in ihnen die verschiedenartigsten Elemente, germanisch-heidnische, römische und christliche, zusammengeflossen sind.
Der 25. Dezember wurde erst im Jahr 354 von dem römischen Bischof Liberius als Jesusgeburtstag festgesetzt, und zwar, wohl deshalb, weil er bei den Römern als Geburtstag der Sonne (Wintersonnenwende) galt und weil zudem auf ungefähr dieselbe Zeit zwei grosse römische Volksfeste (die Saturnalien und die Januarskalenden) fielen, die man gern in einem christlichen Feste wollte aufgehen lassen. Zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar liegen die sogenannten «Zwölften» (12 Tage), die der Syrer Ephraim schon im 4. Jahrhundert als heilig bezeichnete und die auch im Volksleben und Volksglauben eine grosse Rolle spielen. Im 9. Jahrhundert wurde der Jahresanfang von der Kirche auf den 25. Dezember verlegt, welches Datum teilweise bis in's 17. Jahrhundert als Neujahrstag festgehalten wurde. Endlich kam dann die Einführung des gregorianischen Kalenders hinzu, um die Verhältnisse noch vollends zu verwirren. Wir müssen daher gewisse Bräuche und abergläubische Vorstellungen, die in diesen Zeitraum fallen, im Zusammenhang betrachten, weil sie nicht an allen Orten auf das gleiche Datum fallen.
Hierher gehört namentlich die weit verbreitete Vorstellung, dass in den «Zwölften» finstere Dämonen ihr Unwesen treiben und dass die Seelen von Verstorbenen auf Erden umgehen; deshalb werden im Tessin um diese Zeit die Häuser gegen Dämonen und Hexen ausgeräuchert und legt man in Tannen (Emmenthal) am Silvester (alten Stils) den Hausgeistern ein Stück Brot und ein Messer auf den Tisch als Spendopfer. Ein Dämon vorwiegend bösartiger Natur ist die «Sträggele» oder «Gräggele».
Sie zieht in der «Sträggele-Nacht» (meist Fronfastenmittwoch) um und bestraft faule Mägde (Kant. Luzern) oder entführt böse Kinder (Kantone Luzern und Zug). Sie ist eine Hauptgestalt in der «wilden Jagd» und wird daher oft in Begleitung des wilden Jägers «Türst» gesehen. Das «Sträggele jagen» ist ein Umzug der Jungmannschaft unter wüstem Lärm und Geschrei (Aargauisches Freiamt, Kantone Luzern und Zürich), der an verschiedenen Tagen im Dezember veranstaltet wird. Eine weitere dämonische Figur ist die «Pfaffenkellerin»; (in Uri «Grosskellerin», in Mels «Pfaffenköchin»).
Man hört ihr unheimliches Geschrei im «Pfaffenkellergrahen», sie fährt mit Ross und Wagen daher (Ennetmoos),
rauscht und wütet auf einem Bach bergabwärts und durch die Thäler (Altorf),
lockt «junge Gespenster» nach sich, zieht über die Berge hin und macht schlechtes Wetter. Menschen, die bei ihrem Durchzuge nicht in's Haus entfliehen, erkranken (Gurtnellen). Oft erscheint sie in Gestalt eines Hundes in stürmischen Nächten (Kanton Schwyz). Auch sie erscheint in der wilden Jagd mit glühenden Augen und zottigem Pelz (Kanton Luzern). Rein bösartigen Charakter hat ferner die «Klungerin» («Chlungere, Chlungeli, Chlunglere, Chrungele, Frau Chunkle») mit Höcker auf Brust und Rücken, gebogener Nase und krallenartigen Fingernägeln.
Sie zieht in den letzten Tagen des Jahres um und bestraft faule Spinnerinnen. Die «Chlungeli-Nacht» (Kanton Zürich) ist ebenfalls ein Lärmumzug im Dezember, wobei allerhand Unfug mit Spinnerinnen getrieben wird. Im Berner Volksglauben lebt die «Frau Faste», eine Personifikation von Fronfasten (mundartlich «froufaschte»),
im Kanton Schwyz das «Fraufaste-Müeterli», mit ähnlichen Eigenschaften wie die Klungerin, und analog die «Frau Zälti» (Kant. Schwyz) oder «Sehen». (Uri). - Das «Posterli» dagegen ist keine Sagengestalt mehr, sondern figuriert als Einzelgestalt (als Hexe, Ziege oder Esel) in der «Posterlijagd», die ehedem am Donnerstag vor Advents-Fronfasten im Entlebuch abgehalten wurde und in einem Lärmumzuge bestand. In Brunnen (Schwyz) glaubte man an die zwei Waldfrauen «Strudeli» und «Strätteli» und suchte sie ebenfalls durch einen Lärmumzug am Dreikönigsabend zu verscheuchen. Wenn man wenig lärme, so gebe es wenig Obst. Endlich seien noch von weiblichen Dämonen genannt die «Haken-Nase» (Kant. Zürich), die «Hakerin» (Richterswil),
die «Häkele» (Kanton Luzern, Freiamt),
die «Schnabelgeiss» (Knonauer Amt),
die «Hechelgauggele» (Basel), die «Chauche-Vieille» (Waadt), die «Dame de Noël» (Neuenburg), die teilweise als eigentliche Dämonen gedacht werden, teilweise auch zu gewöhnlichen Schreckgestalten und Masken herabgesunken sind. Von männlichen Gestalten nennen wir den «Türst» (Kantone Solothurn, Bern, Luzern), der als wilder Jäger oder als Sau gedacht wird. Er frisst die Kinder, die er auf seinem Wege erreichen kann. Dann den gehörnten, feueraugigen «Isen-Grind», der im aargauischen Freiamt, sowie in Hausen und Horgen (Zürich) in den Zwölften umziehend gedacht wird und dessen gespenstisches Treiben in der «Isengrind-Nacht» mit wildem Lärm dargestellt wurde. Im Luzerner Hinterland schliesst sich dem Dreikönigsumzug der «Glungel» an, eine vermummte Gestalt mit Stierkopfmaske und Peitsche. Der «Schmutzli» taucht meist als bösartiger Begleiter des St. Niklaus oder des Weihnachtskindes auf (Kantone Solothurn, Luzern, Basel Land, St. Gallen). Er ist schwarz, vermummt, trägt Sack und Rute und raubt böse Kinder. In dem Niklaus («Samichlaus» u. ähnl.) dagegen ¶
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sind die schreckhaften Züge des Winterdämons mit den gütigen des kinderliebenden Kalenderheiligen zusammengeflossen. Dass das Dämonische das Ursprüngliche ist, zeigt der Brauch des «Klausjagens», «Klaushornens», «Klausschreckens» usw., durch den, wie in allen verwandten Lärmumzügen, das Verjagen des Winterdämons dargestellt werden soll. Zu der gleichen Kategorie gehört der «Père Challande» (Waadt), der «Glockenschellenmann» (Kaiserstuhl),
der «Aetti-Ruedi» (Zurzach),
der «Hegel» (Klingnau),
der «Heini von Uri" (Sursee),
der «Fritschi» (Luzern) u. a. m., die meist als vermummte Popanzgestalten in den Dezembertagen oder an der Fastnacht ihr Unwesen treiben.
Von Lärmumzügen (Austreibung des Winterdämons) sind ausser den oben genannten noch anzuführen: die «Gräuflete» im Muotathal (an Dreikönigen),
das «Abetringele» in Laupen (am Silvester),
das «Nüni-Klinglen» in Basel Land (im Advent oder Weihnachtsvorabend),
das «Altjahrabend-Schellen» in Wartau, die «Mantineda» im Engadin (am 2. Januar), das «Trichelen» im Haslethal (um Weihnachten),
die «Chiallanda Marz» im Kanton Graubünden (am 1. März), ein Umzug im Tessin (Dreikönigen),
das «Bochseln» und die «Bochselnächte» in den Kantonen Aargau, Basel, Thurgau, Zürich (meist im Dezember) u. a. m.
Den ausschliesslich bösartigen oder halb gut-, halb bösartigen Dämonen stehen nur wenige wirklich gutartige gegenüber. Wir wüssten nur das «Weihnachts-» und «Neujahrskindchen» zu nennen, die fälschlich oft als Jesuskindlein gedeutet werden, aber natürlich das junge Jahr oder die neu aufkeimende Natur darstellen sollen.
Harmloser als die wilden Lärmumzüge sind gewöhnlich die Bettelumzüge der Kinder, wie sie zwischen Martini und Mittfasten in der ganzen Schweiz üblich sind und gewöhnlich im Absingen von Heischeliedern bestehen. Die verabreichten Gaben (Würste, Obst, Eier, Geld) werden hernach gemeinsam verzehrt bezw. verteilt. Die Weihnachts- und Dreikönigssänger (letztere oft mit einem drehbaren Transparentstern) zwischen Advent und Dreikönigen sind wohl nur eine kirchlich nüanzierte Abart dieser Bettelumzüge. Wenn die Kinder hie und da in Bischofsmützen umziehen, so dürfte dies ein Rest der mittelalterlichen «Festa hypodiaconorum» sein, wobei eine parodierte Bischofswahl mit zugehörigen Zeremonien stattfand.
In den Zeiten vor und nach Weihnachten finden allerorts Beschenkungen statt. Meist ist es das «Christkindli», «Neujahrskindli» oder auch der St. Niklaus, im Kanton Waadt der «Père Challande», welche nach dem Kinderglauben die Geschenke bringen, und zwar in älterer Zeit etwa Früchte (Nüsse, Aepfel, gedörrte Zwetschgen usw.) oder Backwerk und andere Speisen. Das Datum der Bescherung war früher vorwiegend Neujahr oder St. Niklaus, seltener Weihnacht (jetzt mit Vorliebe dieser Tag).
Ferner ist das «Losen» und Orakeln auf die Zukunft um die Weihnachtszeit von je her sehr gebräuchlich gewesen. Wie das Wetter an Weihnacht ist, so ist es im künftigen Jahr. Besonders beliebt ist das Zwiebelorakel: man schneidet eine Zwiebel senkrecht durch und löst 12 Schälchen heraus, die man mit Salz füllt und die je einen Monat des folgenden Jahres vertreten. Die Schalen, die am nächsten Tag feuchtes Salz enthalten, deuten auf feuchte Monate. Auch das Aufstellen einer Jerichorose (Kant. Aargau, Graubünden, Luzern, Zug, Zürich) oder eines Kirschbaumzweiges (Kantone Thurgau, Zug, Zürich), aus deren Entfaltung man auf die Fruchtbarkeit des kommenden Jahres schliesst, ist sehr verbreitet. Neben Andreas gilt auch Weihnacht als Eheorakeltag: wer in der Weihnachtsnacht beim Läuten von 9 Brunnen 3 Schlücke trinkt, sieht seine Zukünftige an der Kirchtür stehen (solothurn. Leberberg); aus der Gestalt eines aus dem Holzstoss gezogenen Scheites schliesst das Mädchen auf seinen Mann, ein Scheit mit Rinde bedeutet Reichtum (Leberberg) u. A. m. Ferner fragt man nach Lebensdauer und Tod: die Zahl der Strophen eines aufgeschlagenen Psalms ist gleich den noch zu lebenden Jahren (Kanton Bern). Die Träume in der Christnacht gehen in Erfüllung. Dass der Weihnachtszeit überhaupt Wunderkraft innewohnt, zeigt der Glaube, dass in dieser Zeit gedüngte oder mit einem Garbenband oder mit Weiden umwundene Bäume besonders fruchtbar werden (Kantone Bern und Zürich); die Hühner werden vor dem Raubvogel gesichert, indem man ihnen zwischen 11 und 12 Uhr in der Christnacht die Flügel stutzt (Kanton Zürich), und beim Vieh bewirkt die Tränke an Weihnacht besonderes Gedeihen (Kanton Zürich). Ja, eigentliche Wunder vollziehen sich: das Vieh vermag zu reden, und Wasser wandelt sich zu Wein (verbreitet); man kann sich durch zauberische Manipulationen unsichtbar und unverwundbar machen (Leberberg), an Weihnachten geborene Kinder sehen Gespenster und können wahrsagen (verbreitet) u. A. m.
Der Weihnachtsbaum ist in der Schweiz nicht so alt, wie man gewöhnlich glaubt, ja in vielen, namentlich katholischen Gegenden ist er erst seit kurzem eingeführt, so z. B. in den Kantonen Solothurn und Waadt erst in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, im mittleren Thurgau erst um 1850 u. s. w. (Der älteste Weihnachtsbaum in der jetzigen Gestalt lässt sich zu Anfang des 17. Jahrhunderts in Strassburg nachweisen, dagegen ist natürlich das Anbringen irgend eines grünen Busches oder Zweiges um die Wintersonnenwende uralt).
Auch das Datum und die Art und Weise seines Auftretens ist verschieden. In Zürich war es der «Samichlaus», der den Kindern, während sie schliefen, den Baum hinstellte, andernorts bringt ihn das «Christkindli»; im Zürcher Oberland wird der Baum an Silvester von den Eltern bereitet und von dem umziehenden «Chlaus» den Kindern übergeben; in Eschikofen nennt man den Weihnachtsbaum «Palme», was deutlich auf einen ursprünglichen Stechpalmenbusch hindeutet. Ueberhaupt begegnet uns die Stechpalme öfters: in Guttannen werden am Neujahr Stechpalmen an der Spitze mit Aepfeln besteckt und «Zanti-Chlois» genannt, im Obertoggenburg kleiden sich die «Chläuse» in Stechpalmen und Tannreiser, und im Kanton Basel Land vertritt noch heute die Stechpalme in armen Familien den Tannenbaum.
All' dieses Grün um Weihnachten und Neujahr, von dem einfachen Stechpalmenzweig bis zum lichterstrahlenden Tannenbaum, ist natürlich nichts anderes als das Symbol der nach der Wintersonnenwende sich wieder belebenden Vegetation. Eine geringere Rolle spielt in der Schweiz der Weihnachtsblock, d. h. ein grosser Holzklotz, der an unter feierlichen Zeremonien angezündet, nicht aber ganz verbrannt wird, und dessen Kohlen besonders wundertätig und fruchtbarkeitzeugend sind.
Der Brauch ist uns für die Schweiz nur aus dem Kanton Waadt (als «bûche de Noël») bezeugt, während er auswärts sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in England, sowie den skandinavischen und slavischen Ländern findet. Die Weihnachtsspiele, d. h. die dramatische Darstellung der Weihnachtsgeschichte, sind heutzutage unseres Wissens in der Schweiz nicht mehr üblich. Sie waren ausgegangen einerseits von der Rezitation des Festevangeliums und den sich anschliessenden Gesängen, andererseits von dem Aufstellen der «Krippen» in den Kirchen (letzteres ist in Häusern und Kirchen noch heute gebräuchlich).
Den dramatischen Kern bildete die Verkündigung durch die Engel und der Gang der Hirten an die Krippe. Diesem schloss sich bald das Dreikönigsspiel an mit dem Erscheinen des Sterns, dem Zug nach dem Stall von Bethlehem, der Ueberreichung der Gaben etc. Besonderes Weihnachts- bezw. Neujahrsgebäck sind im Freiamt die «Hirzenhörnli» und die Birnwecken, im Kanton Bern Brezeln und Lebkuchen mit einem Bären, in der Waadt die «bricelets», am Zürichsee Brot in Handform, in Stans Lebkuchen in Fischform, im Kanton Schaffhausen «Hutzelbrot» und (namentlich auf Neujahr weit verbreitet) die «Züpfe».
Stephan (26. Dezember). St. Stephan ist der Schutzpatron der Pferde. An diesem Tage wurden im Kanton Luzern die Pferde zum Aderlass in die Schmiede geführt. Ebenda fand auch das Trinken der «Stephansminne» statt: der Wein wurde an diesem Tage gesegnet, und sein Trunk war heilbringend.
Johannes der Evangelist (27. Dezember) ist der eigentliche Tag der Weinweihe. Nach der Legende soll Johannes vergifteten Wein ohne Schaden getrunken haben. «Der Wein wird vom Priester in der Kirche geweiht, der versammelten Gemeinde geboten und dann, wenn von der Gemeinde gespendet, unter die Armen ¶