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Buddhistisches Frauenkloster in Bigu, Nepal
(Tashi Chime Gatsal Gumba)
Das Kloster wurde von Drukpa Rinpoche aus Bhutan 1932 während einer Pilgerreise gegründet. Es sollte den Frauen der lokalen Volksgruppen (vor allem Sherpa, Tamang und Thami) zur Verfügung stehen, um ihnen einen Zugang zur geistigen und weltlichen Bildung zu geben.
Das Kloster ist eines der berühmtesten zwischen Kathmandu und dem Everestgebiet. Es befindet sich auf 2500 m Höhe im Dolakha-Distrikt ca. 140km nordöstlich von Kathmandu (48 km nördlich von Charikot, dem Distrikthauptort), nahe der Grenze zu Tibet/China. Von Charikot aus kann das Kloster in Bigu auf einer schönen Höhenwanderung in drei Tagen erreicht werden. Es ist aber auch möglich auf einer recht abenteuerlichen Strasse nach Bigu zu fahren.
Die Lage des Klosters bietet einen wunderbaren Blick auf die steilen, terrassierten Hänge, auf denen Reis, Mais, Kartoffeln und Hirse angebaut wird. Das Kloster liegt auf einer südwärts gerichteten Sonnenterasse; aber im Winter gibt es auch kühles windiges Wetter, manchmal fällt Schnee. Zurzeit leben ca. 70 Nonnen, davon etwa 30 Schülerinnen im Kloster. Sie werden in buddhistischer Philosophie und Praxis sowie Tibetischer Sprache unterrichtet, absolvieren aber auch das staatliche Bildungsprogramm der Volksschule (inklusive Englisch), danach besuchen sie die Oberstufe im etwas tiefer gelegenen Dorf Bigu.
Geshe Lobsang Gyalsen leitet das Kloster seit 2008. Beim Erdbeben im April 2015 wurde der ganze Klosterkomplex zerstört, ebenso die Unterkünfte der Nonnen. Das neu erbaute Gästehaus und die neuen Unterrichtsräume wurden schwer beschädigt. Der Geshe und die Nonnen mussten notfallmässig in Kathmandu Unterkunft suchen.
Mittlerweile sind einige der schwer beschädigten Gebäude repariert und können wieder benutzt werden. Die Dorfbevölkerung hat bei der Sanierung der zerstörten Wasserversorgung mitgeholfen und ist nun sehr glücklich, dass sie wieder genügend und sauberes Trinkwasser haben, es reicht sogar zur Bewässerung der Gemüsegärten. Die Nonnen freuen sich über die neu gebauten Quartiere. Leider konnte der total zerstörte Tempel noch nicht wieder aufgebaut werden. Die Bauarbeiten finden in einem sehr schwierigen Umfeld statt: das Kloster hat zu wenig finanzielle Unterstützung für die Reparaturen und Neubauten, wegen der Abgelegenheit von Bigu ist es schwierig genügend Arbeitskräfte zu finden, der Transport von Baumaterial ist sehr mühsam und teuer.
Spenden für das Kloster werden einerseits für die Ausbildung der jungen Nonnen und weiterhin vor allem für den Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben eingesetzt.
Die Nonnen erfreuen sich über alle Besucher und versuchen sich mit Ihnen auf Englisch zu unterhalten. Das Kloster beabsichtigt für interessierte Personen aus Nepal und allen Ländern der Welt Kurse in Buddhistischer Philosophie, Tibetischer Sprache, Meditation und Yoga, anzubieten. Im Weiteren ermöglicht die Umgebung von Bigu schöne Wanderungen durch die traditionellen Dörfer, zu prächtigen Aussichtsstellen und durch naturnahe Gebirgswälder an.
Ein Deutscher Verein beabsichtigt im Klostergelände ein kleines Spital zu bauen und dort eine Kombination von westlicher und tibetischer Medizin anzubieten. Dazu sollen interessierte Nonnen für Pflegearbeiten ausgebildet werden. Im Weiteren soll ein Heilpflanzengarten angelegt werden.
Der Dolakha-Distrikt ist von grosser historischer und religiöser Bedeutung. Vom Hauptort Charikot aus hat man einen aussergewöhnlichen Blick auf zahlreiche Himalayaberge, darunter den Gauri-Shankar und den Melungste mit je über 7000 m. Die wunderschöne Landschaft mit ihren Wäldern, Flüssen und traditionellen Feldern und Siedlungen kann bestaunt und bewandert werden.
Der etwas tiefer gelegene Ort Dolakha ist die älteste Stadt Nepals, 4 km nördlich von Charikot gelegen mit einer vorwiegend Newar-Bevölkerung. Früher war Dolakha eine Königsstadt mit Handelsbeziehungen zwischen Indien und Tibet. Der Bhimeshwor Temple wird von vielen Gläubigen und Pilgern aus ganz Nepal und aus Indien besucht.