Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03281.jsonl.gz/626

Das Wichtigste in Kürze
- Die Weizenernte in der Ukraine könnte dieses Jahr um rund ein Drittel schrumpfen.
- Satellitenbilder zeigen die Situation der Felder im Kriegsland.
- Es fehlt der Landwirtschaft an Personal und Treibstoff.
Die Weizenernte könnte in diesem Jahr um rund ein Drittel (35 Prozent) niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr. Dies zeigen Bilder der französischen Datenanalysefirma Karryos, die am Freitag veröffentlicht wurden. Die Ukraine ist ein bedeutender Produzent und Exporteur von Weizen. Wegen des Kriegs ist aber die Aussaat gestört, die eigentlich noch läuft.
Treibstoff und Personal fehlen
Es fehlt in der ukrainischen Landwirtschaft wegen des Krieges an Treibstoff für die Ausrüstung der Bauern und an Personal. Die Menschen sind damit beschäftigt, sich gegen die Angriffe zu wehren. Die Firma schätzt die Produktion in der Ukraine in diesem Jahr auf 21 Millionen Tonnen Weizen. Das wären zwölf Millionen Tonnen weniger als 2021 und 23 Prozent weniger als der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Die Kämpfe hielten an und ein Grossteil der Produktion befindet sich im stark umkämpften Osten der Ukraine. Deshalb dürfte der tatsächliche Ertrag letztlich noch geringer sein als es die derzeitige Beobachtung nahelege, warnte die Analysefirma. Selbst wenn es den Landwirten gelingen würde, ihre Felder zu bewirtschaften, seien Weiterverarbeitung und Lieferung schwierig. Viel Infrastruktur sei zerstört und die russische Armee blockiere den Hafen von Odessa.
Satellitenbilder zeigen Lage
Das Unternehmen wertet Satellitenbilder der Nasa aus und kann damit den Stand der Felder bestimmen. Die Daten stammen aus dem Zeitraum vom 14. bis zum 22. April – rund zwei Monate nach dem Beginn des Kriegs.
Die ukrainische Regierung geht davon aus, dass die Ukraine die Hälfte ihrer gesamten Ernte wegen des Kriegs einbüssen könnte.
Wegen ihrer fruchtbaren Böden gilt die Ukraine als Kornkammer Europas. Vor dem Krieg war das Land der weltweit viertgrösste Exporteur von Mais. Zudem war es auf dem besten Weg, der drittgrösste Exporteur von Weizen zu werden: Das Land trug zwölf Prozent zu den weltweiten Weizen-Exporten bei.