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1.1 Sinneszellen des Gleichgewichtsorgans
1.1.1 Sinneszellen der Bogengänge
In den knöchernen Erweiterungen befinden sich die Sinneszellen
der Bogengänge. Sie sind auf einer kammartigen Erhebung eines Bindegewebsschwamms,
der Crista ampullaris, gelagert. Durch diesen Bindegewebsschwamm ziehen
die Nervenfasern zu den eigentlichen Sinneszellen. Von den Sinneszellen
aus, ziehen sogenannte Sinneshaare durch die Haut der häutigen Bogengänge
in die Cupula ampullaris, einen gallertartigen Körper.
Diese einzelnen Sinneszellen werden durch Stützzellen gehalten. Wenn die Endolymphe, aufgrund von rotatorischen Bewegungen des Körpers, in Bewegung kommt, bewegt sich der gallertartige Körper mit, und es findet eine Verbiegung der Sinneshaare statt. Dieser in den Sinneszellen ausgelöste Reiz wird dann durch die Nervenfasern weitergegeben und als rotatorische Bewegung wahrgenommen.
Längsschnitt durch das Sinnesfeld der Bogengänge
(nach Weerda, H.: HNO-Heilkunde, 2.Aufl. Enke, Stuttgart 1994)
1.1.2 Sinneszellen des Sacculus und Utriculus (Macula sacculi und utriculi)
Das Sinnesfeld des Sacculus und Utriculus ist jeweils ~ 2-3 mm²
groß. Die Maculae bestehen aus Sinnes- und Stützzellen, wobei
die Zilien der Sinneszellen wieder in eine gelatineartige Schicht, die
Otolithenmembran (Membrana statoconiorum), hineinragen. Zur Beschwerung
dieser Schicht sind kleine Kalziumkarbonatkristalle (Otolithen = Statoconia)
aufgelagert.
Das Sinnesfeld des Sacculus steht vertikal, das Sinnesfeld des Utriclus horizontal zur Körperachse. Daraus folgt auch, dass das Sinnesfeld des Sacculus für die horizontalen und das Sinnesfeld des Utriculus für die vertikalen Bewegungen zuständig ist.
Innerviert wird der Utriculus durch den Nervus utricularis und der Sacculus durch den Nervus saccularis.
Innerviert werden die Sinnesfelder durch den Nervus vestibulocochlearis pars vestibularis.
Querschnitt durch das Sinnesfels des Sacculus und Utriculus
(nach Weerda, H.: HNO-Heilkunde, 2.Aufl. Enke, Stuttgart 1994)