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+ Elisabeth Zahnd-Jeckelmann, Tafers
Elisabeth Zahnd-Jeckelmann wurde am 20. Juli 1923 als drittjüngstes von neun Kindern des Leo und der Marie geb. Schaller in Tützenberg bei Tafers geboren. Die Familie bewirtschaftete ein kleines Bauerngut und führte ein Lebensmittelgeschäft. Lisi, wie sie von allen genannt wurde, erlebte eine schöne, wenn auch nicht unbeschwerte Kinder- und Schulzeit. 1935 erkrankten drei Kinder, darunter Lisi, an Kinderlähmung. Ein Bruder starb sofort, der zweite später an deren Folgen, nur Lisi konnte das Spital nach etlicher Zeit wieder verlassen. 1938 verstarb die Mutter und zwei Jahre darauf der Vater. Lisi war 17-jährig, als sie und ihre Geschwister Vollwaisen wurden.
Ihr letztes Schuljahr absolvierte Lisi im Pensionat in Tafers und führte darauf für kurze Zeit bei ihrem Onkel den Haushalt. Dann zog es sie für ein Jahr ins Welschland nach Le Locle.
Als sich ihre Schwester Anny 1942 vermählte, kehrte Lisi nach Tützenberg zurück und führte den Laden. In dieser Zeit lernte sie auch ihren späteren Ehemann Joseph kennen. Die vier Jahre prägten sie fürs Leben. Sie lernte zu händeln, zu kämpfen und sich durchzusetzen. 1946 heiratete ihr älterer Bruder und übernahm das Geschäft. Lisi zog aus und lebte ein Jahr bei einer Arztfamilie in Bern. Sie war Kindermädchen des Eiskunstlaufpaares Gerda und Ruedi Johner, worauf sie immer sehr stolz war.
Am 7. April 1947, einem Ostermontag, schloss sie mit Joseph Zahnd aus Rechthalten den Bund fürs Leben. Sie zogen ins elterliche Haus nach Rechthalten, wo am 2. Februar 1948 Sohn Adrian das Licht der Welt erblickte. 1951 kam Tochter Gerda Susanne zur Welt und die Familie zog nach Tafers. 1958 bezog man eine Wohnung im Amtshaus, wo im selben Jahr Tochter Madeleine geboren wurde. Sie war immer eine liebe und fürsorgliche Mutter. Ihr Ehemann bekleidete viele politische Ämter, so dass sie die Erziehungsarbeit fast alleine übernahm.
Mit ihrer Strickmaschine und viel Geschick fertigte sie die schönsten Pullover und Jacken an, für ihre Familie und gegen ein kleines Entgelt auch für fremde Leute. Nebenbei erledigte sie die Büroarbeit und half ihrem Mann bei der Imkerei. Oftmals läutete sie den Tag mit einer Velotour ein.
Am 13. Januar 1972 erlag Sohn Adrian im Alter von nicht einmal 24 Jahren den Folgen eines Autounfalls. Dass sie im selben Jahr erstmals Grossmutter wurde, tröstete sie ein wenig darüber hinweg, jedoch erlangte sie nie mehr dieselbe Fröhlichkeit wie vorher.
Über die Weihnachtstage war man jeweils bei Susanne und ihrer Familie in Davos, wo die Zeit mit den drei Enkeln genossen wurde. Die Sommerferien verbrachten diese bei Omama und Opapa in Tafers. Lisi liebte ihre fünf Enkelkinder über alles.
1978 erwarb man ein Eigenheim am Eichenweg in Tafers. Das Haus hatte für die Familie grosse Bedeutung, war es doch das letzte Bauwerk, das Adrian mit Hilfe seines Vaters geplant hatte, das letzte «lebende Zeichen» des geliebten Sohnes. Mit Therese und Otto Zurkinden, die eine Wohnung im Haus bezogen, verbrachten die beiden viele gesellige Stunden. Die Freundschaft und nachbarschaftliche Hilfe war von unschätzbarem Wert, auch später, als bei Lisi die ersten Anzeichen von Alzheimer auftraten und sich die Krankheit dann verschlimmerte.
Das grosse Fest zu ihrem 65. Geburtstag bereitete Lisi eine Riesenfreude. Sie war von Natur aus eine gesellige und kontaktfreudige Person, war Mitglied des Mütter- und Landfrauenvereins und besuchte gerne die Anlässe des Jahrgängervereins. Erst als die Krankheit sie prägte, begann sie sich langsam zurückzuziehen.
Als sie 2001 Urgrossmutter wurde, war ihre Krankheit schon so fortgeschritten, dass der Eintritt ins Pflegeheim Tafers unumgänglich wurde. Dort wurde sie liebevoll umsorgt. Nach einer langen Leidenszeit hörte ihr Herz am Karfreitagabend auf zu schlagen. Eing.