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Über uns
Der queere Sprachleitfaden
Die Sprache gestaltet aktiv die gesellschaftliche Wirklichkeit und so unsere Lebensrealität. Sie kann sowohl diskriminieren, als auch bestätigen. Wir möchten auch mit unserem Sprachgebrauch aktiv die Gleichstellung aller Geschlechter betonen.
Als Dachverband der schwulen und bisexuellen Männer setzen wir uns primär für deren Interessen ein. Das zeigt sich auch in unserem Sprachgebrauch und wir schreiben dann ausschliesslich über Männer. Oft überschneiden sich unsere Anliegen auch mit denen von lesbischen, trans, intergeschlechtlichen oder queeren Personen. Deswegen verwenden wir, wenn sinnvoll, die Schirmbegriffe «LGBTIQ» oder «queer» als übergreifende Pendants.
Guideline
Du schreibst selbst einen Text, welcher sich mit queerem Leben und queeren Personen befasst und suchst nach Hilfestellung? Hier bist Du genau richtig. Einen umfassenden Sprachleitfaden zum Thema Trans findest Du beim TGNS.
1) Über wen schreibe ich?
Nur wer genau weiss, über wen er*sie schreibt, kann der Lebensrealität dieser Person gerecht werden. Deswegen sollte im Voraus mit der entsprechenden Person oder Personengruppe geklärt werden, wie sie sich selbst identifiziert. Handelt es sich dabei um einen bisexuellen Mann? Ein Kollektiv schwuler Männer? Die gesamte LGBTIQ-Community der Schweiz? Verwenden die betroffenen Personen für sich Pronomen – und falls ja, welche? Die Klärung solcher Fragen ist essenziell für eine differenzierte und fundierte Berichterstattung über LGBITQ-Personen. Nur durch präzise Formulierungen können Missverständnisse ausgeräumt werden.
- «Homo- und Bisexuelle dürfen nicht mehr beschimpft werden» anstatt «Schwule dürfen nicht mehr beschimpft werden»
- «Ehe für alle» anstatt «Homo-Ehe»
2) Werden von mir verwendete Begriffe auch als Schimpfwort gegen die betroffene Personengruppe verwendet?
Queere Personen werden oft Opfer von LGBTIQ-feindlichen Beschimpfungen. Einige wählen, sich negativ konnotierte Wörter anzueignen und verwenden sie als Selbstbeschreibung. Für andere bleibt der Gebrauch des Wortes schmerzhaft. Deswegen sollte unbedingt abgeklärt werden, ob sich die gesamte betroffene Personengruppe mit den gewählten Wörtern identifiziert und auch eine Fremdverwendung der Begriffe akzeptiert. Nur dann soll ein Begriff verwendet werden.
- «Schwule Männer» anstatt «Homos»
3) Bildet meine Schreibweise die Lebensrealität der Betroffenen ab?
Impliziert meine Wortwahl, dass die Lebensrealität der betroffenen Personen verhandelbar ist? Falls ja, sollten Formulierungen anders gewählt werden. Weder die Legitimität unserer sexuellen Orientierung noch unserer Geschlechtsidentität sollte zur Diskussion stehen.
- «Papi und Papi – eine Regenbogenfamilie in der Schweiz» anstatt «Papi und Papi – geht das?»
4) Habe ich das Einverständnis der betroffenen Person, diese Informationen zu publizieren?
Ist die Person ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre sexuelle Orientierung, ihre Geschlechtsidentität oder ihre Geschlechtsmerkmale öffentlich preisgegeben werden? Und ist diese überhaupt relevant für den Bericht? Wenn nicht, muss die Privatsphäre unbedingt respektiert werden. Fremd-Outings sind respektlos und können im schlimmsten Fall auch zu schwerwiegenden Konsequenzen für die betroffene Person führen.