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Der Zolliker Bote eine über 100-jährige Geschichte
Am 4. Dezember 1909 erschien der erste Zolliker Bote. Mit einem Wochenblatt wollte der Verlag die Einwohnerschaft über die wichtigsten Vorkommnisse in der Gemeinde orientieren. Dieses Ziel verfolgt der Zolliker Bote noch heute. Gegründet wurde der ZoBo, wie er heute liebevoll genannt wird, von Anny Schnorf (1883–1961). Gesetzt und gedruckt wurde der Zolliker Bote anfänglich in Zollikon, nämlich bei der Buchdruckerei von Rudolf Seeger. 1912 entschloss sich Anny Schnorf zum Wechsel der Druckerei. Sie liess den Zolliker Boten bei der Buchdruckerei Jean Frey in Wiedikon drucken.
1943 übernahm Esther Imbaumgarten die Zeitung von Anny Schnorf, die nach 33-jähriger Redaktions- und Verlagstätigkeit ihre anspruchsvolle Arbeit gesundheitshalber aufgeben und den Verlag des Zolliker Boten verkaufen musste. Esther Imbaumgarten betrieb ihr Verlagsgeschäft in Küsnacht, zusammen mit ihrem Mann. Die Redakteurin war sich wohl der Verantwortung und der Informationspflicht gegenüber der Bevölkerung zu wenig bewusst. Der Inhalt des textlichen Teils wurde zum willkürlichen Zusammenschnitt vermischter Meldungen aus dem Gemeindeleben und von Werbeartikeln. Daher entschloss sich der Gemeinderat zum Handeln: 1954/55 arbeitete eine Kommission ein redaktionelles Konzept aus, welches den Zolliker Boten aus seinem Dornröschenschlaf erwecken sollte. Dem von der Verlegerin angestellten Lokalredaktor Wilfrid Spinner gelang es mit seiner erfrischenden Berichterstattung aus dem Gemeindegeschehen, das fast erloschene Flämmchen zu neuer Glut anzufachen.
Anfang der 60er Jahre übergab Esther Imbaumgarten den Verlag ihrem Sohn Walter und wanderte in die USA aus. Von da an ging es bergab. Schon bald stand die Zeitung vor dem Aus. Wieder vertrat der Gemeinderat die Auffassung, der Zolliker Bote erfülle seine Aufgabe als amtliches Publikationsorgan nicht mehr. Am 11. Dezember 1963 beantragte er daher der Gemeindeversammlung, dem Zolliker Boten den amtlichen Anzeigenteil zu entziehen und eine in der Zürichsee-Zeitung integrierte Zolliker Zeitung zu gründen. Dies bedeutete für den Zolliker Boten das Todesurteil. Doch da trat ein Retter in letzter Minute auf: Gemeinderat Alfred Bürki trat an der Versammlung als Käufer der Verlagsrechte. Damit war ein wirtschaftliches Fortbestehen der Zeitung garantiert und der gemeinderätliche Antrag wurde verworfen. Nach dem Kauf der Verlagsrechte setzte Alfred Bürki Anfang 1964 Herbert Winter als Lokalredaktor ein. Zu diesem gesellte sich ein Jahr später Hansjürg Briggen als redaktioneller Mitarbeiter.
1996, nachdem Herbert Winter aus der Redaktion ausgeschieden war, übernahm Hansjürg Briggen die Verlagsrechte. Vier Jahre später trat Heinz Moergeli in die Redaktion ein und erwarb gleichzeitig zusammen mit seiner Ehefrau Yvonne die Hälfte der Verlagsrechte. 1975 erstanden sie diese zu 100 Prozent. Und damit trugen sie bis zum Verkauf des Verlags an die Zürichsee-Zeitung 2006 als Redaktoren und Verleger das ganze Unternehmerrisiko und die alleinige Verantwortung für die Gestaltung der Zeitung. Ab 2006 gehörte der Zolliker Bote als amtliches Publikationsorgan zur Zürichsee-Presse AG. Anfang 2011 wurde der Zolliker Bote im Paket mit der Zürichsee-Zeitung an die Tamedia verkauft.
Nach sechs Jahren kehrte nun der Zolliker Bote wieder ganz nach Zollikon, an die Dachslerenstrasse 3, zurück: Seit dem 1. Januar 2012 sind die Verlagsrechte bei der Fröhlich Info AG in Zollikon, Geschäftsinhaber sind Unternehmerehepaar Heinz und Claudia Eberle-Fröhlich.