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Cigognier-Heiligtum
Prächtige Häuser, Theater, wirtschaftliches, künstlerisches und religiöses Zentrum: vor 2000 Jahren war Aventicum die Hauptstadt der Helvetier. Einer der Tempel der Stadt war der Verehrung des Kaisers gewidmet.
Auf dem Hügel stehen mehrere Gebäude, ein Teil der Stadt wurde jedoch in der einst sumpfigen, trockengelegten Ebene errichtet. Eine einzige Säule blieb erhalten und markiert den Standort des Cigognier-Tempels. Diese eine Säule kann sich jedoch sehen lassen: Sie besteht aus mehreren Kalksteinblöcken aus dem Jura und ist 12 Meter hoch. Sie ist mit einem Fries aus Meeresdrachen verziert.
Die Entdeckung der Goldbüste von Marcus Aurelius im Jahr 1939 in der Kanalisation des Heiligtums legte den Schluss nahe, dass das Porträt des Kaisers als Kultbild verwendet wurde. Dieses wunderschöne Objekt, das aus einem einzigen Blatt Gold besteht und mehr als 1,5 kg wiegt, stammt aus dem II. Jahrhundert und wird heute im römischen Museum der Stadt aufbewahrt.
Der Bau des Cigognier-Tempels, dem grössten Heiligtum der Stätte (35 x 17 m), begann 98 nach Christus. Die Analyse der Holzpfähle unter dem Fundament des Bauwerks ermöglichte die Bestimmung dieses Datums. Der Plan, die Technik und die verwendeten Materialien wurden von Rom inspiriert. Es war ein rechteckiges Gebäude mit einem von Portalen umgebenen Hof. Nur die Priester hatten Zugang zu dem Saal mit der verehrten Statue. Die Gläubigen versammelten sich im Hof, wo auch die Prozessionen stattfanden. Diese Raumaufteilung veranschaulicht die Hierarchisierung der damaligen Gesellschaft sehr gut.
Cigognier ist ein seltsamer Name für einen Tempel: Er erhielt seinen Namen, weil sich auf der Säule einst ein Storchennest befand. Sie wurde 1642 erstmals erwähnt und 1978 versetzt.