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Rohkaffee ist geruchlos. Doch dies kann man relativ schnell ändern, indem man die Kaffeebohnen röstet. Bereits der Duft von frisch gerösteten Kaffeebohnen wirkt anregend auf unser sensorisches System. Durch das Rösten entfaltet sich das typische, verführerische Kaffeearoma. Die grünbräunliche Rohware wird für das Rösten nach Sorten getrennt. In der westlichen Welt wird dies vollautomatisch mit elektronisch gesteuerten Anlagen gemacht. Dabei liefert ein Gas- oder Elektrobrenner die Wärme. Beim Erhitzen der Bohnen auf 100° C werden die Bohnen hellgelb, bei 150° C hellbraun. Während diesem Prozess erreichen die Bohnen Temperaturen von 180° C bis 220° C. Dabei verlieren sie Wasser und somit auch Gewicht, je nach Röstgrad zwischen 11 und 18%. Durch das Rösten bekommt die Kaffeebohne ihre typische, braune Farbe. Für den perfekten Röstgrad können Sekunden entscheidend sein für den späteren Geschmack. Aufgrund dessen muss der Röstmeister den Vorgang stetig überwachen. Die Röstung dauert normalerweise 8 bis 15 Minuten. Nach diesem Vorgang kommen die Bohnen in ein Kühlsieb. Je frischer die Röstung, umso besser das Aroma und somit der Geschmack des Kaffees. Eine luftdichte Verpackung dient normalerweise zum Schutz des Aromas, vor Licht und Feuchtigkeit.
In Äthiopien setzt die Bevölkerung mehrheitlich auf ein traditionelles Rösten, wobei man familiär zusammensitzt und mehrmals am Tag Kaffee gemeinschaftlich geniesst. Die Äthiopier sind zudem die am meisten Kaffee trinkende Bevölkerung Afrikas. Sie verbrauchen 46% der gesamten Kaffeeproduktion selber. Der Röstvorgang wird dort von Hand und meist von Frauen durchgeführt. Dabei setzt man sich auf einen tiefen Stuhl und lässt die Kaffeebohnen, unter ständigem wenden, auf einer Platte über dem Feuer rösten.