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Die Vereinten Nationen sehen grosse Fortschritte im weltweiten Kampf gegen Aids. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen sank 2013 auf geschätzte 2,1 Millionen. In einigen Regionen sei die Lage jedoch besorgniserregend, warnen Hilfsorganisationen.
Im vergangenen Jahrzehnt fiel die Zahl der Aids-Toten und der Neuinfektionen mit dem gefährlichen HI-Virus um ein Drittel. Dies geht aus dem Jahresbericht des UNO-Programms zur Aids-Bekämpfung (UNAids) hervor, der in Genf im Vorfeld veröffentlicht wurde. Am Sonntag beginnt die Welt-Aids-Konferenz.
«Ein Ende dieser Epidemie ist möglich», sagte UNAids-Direktor Michel Sidibé. Allerdings müssten dazu die Mittel zur Bekämpfung der Krankheit innerhalb der nächsten fünf Jahre aufgestockt werden. «Dann werden wir auf Kurs sein, die Epidemie bis 2030 zu beenden.» Anderenfalls werde es erheblich länger dauern.
Im vergangenen Jahr standen insgesamt 19,1 Milliarden Dollar im Kampf gegen Aids zur Verfügung. Bis 2015 sind nach Einschätzung von UNAids voraussichtlich zwischen 22 und 24 Milliarden Dollar nötig.
Weniger Kinder angesteckt
Grosse Fortschritte wurden nach UNO-Angaben zuletzt vor allem bei der Verhinderung von Neuinfektionen bei Kindern erzielt. 2013 wurden etwa 240'000 Kinder weltweit mit dem HI-Virus angesteckt – 2002 waren es noch 580'000 Kinder.
Grund dafür sei vor allem die bessere Verfügbarkeit von antiretroviralen Medikamenten für HIV-infizierte Schwangere, vor allem in afrikanischen Ländern wie Malawi, Namibia und Ghana. Seit 2009 sei so rund 900'000 Kindern weltweit die Ansteckung mit den Erregern erspart geblieben. Auch die Zahl der Infizierten, die therapeutisch versorgt werden, sei deutlich gestiegen.
In den ärmeren Ländern habe aber immer noch mehr als die Hälfte der betroffenen Menschen keinen Zugang zu lebensrettender HIV-Therapie, kritisierte Jennifer Cohen von der Organisation «Ärzte ohne Grenzen». Dies betreffe besonders Konfliktregionen und Gebiete mit wenigen HIV-Infizierten.
Die Zahl der jährlichen Todesopfer durch Aids hat sich laut der UNO dennoch reduziert. Seit 2005 – dem Jahr mit den meisten Aids-Toten weltweit – ist die Zahl um 35 Prozent gesunken. 2013 kamen etwa 1,5 Millionen Menschen durch die Krankheit ums Leben.
Trotz dieser Erfolge gibt es aber noch grosse Herausforderungen. Von den rund 35 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion weltweit wissen nur 19 Millionen, dass sie überhaupt infiziert sind. Zudem haben nur 22 Millionen HIV-Positive Zugang zu notwendigen Medikamenten.
Sorgen im Nahen Osten und in Osteuropa
Einige Regionen und Bevölkerungsgruppen sind dabei nach wie vor besonders betroffen. Von den weltweit 12,7 Millionen Menschen, die Drogen injizieren, sind 13 Prozent HIV-positiv. Unter Prostituierten ist das Risiko, sich mit den Erregern anzustecken, besonders hoch.
Ein Grossteil der HIV-Infizierten – fast 25 Millionen – lebt in Afrika südlich der Sahara. 70 Prozent aller weltweiten Neuansteckungen 2013 gab es in dieser Region.
Anlass zur Sorge gibt es ausserdem im Nahen Osten, wo die Zahl der Menschen, die an Aids starben, seit 2005 um 66 Prozent anstieg. Auch in Osteuropa stieg die Zahl der HIV-Infizierten in den vergangenen Jahren an. Ein Grossteil der Betroffenen lebt in der Ukraine sowie in Russland.
In der Schweiz gab es im vergangenen Jahr 575 bestätigte HIV-Diagnosen. Damit ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent zurück.