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Im Thuner Bahnhofsgebäude schmückt ein grossformatiges und farbenfrohes Wandgemälde den östlichen Verbindungskorridor zur Haupthalle und zeigt ein vollbeladenes Schiff auf Wasser. Männer, die musizieren, Däumchen drehend abwarten, rauchen, drei Ziegen, volle Körbe und Kisten. Im Hintergrund verweist die Abbildung von Schloss und Kirche an die Verortung in Thun. Bildmittig visualisiert der Künstler Werner Emil Engel die Sagengestalt des Vreneli vom Thunersee. Dabei handelt es sich um eine Marktfrau, die zusammen mit weiteren Passagieren auf dem Schiff zur Anlegestelle beim Freienhof und bei der Sinnebrücke fuhr, um Gemüse, Obst oder Eier zu verkaufen. An sie erinnerte zudem der dreitägige Vrenelimärit, welcher 1952 in Thun durchgeführt wurde und auf welchem neben dem Angebot an Frischwaren auch Schaustellerinnen und Schausteller auftraten. Aufgrund des mangelnden Erfolgs blieb es jedoch bei einem einmaligen Ereignis. Karl Grunders bekanntes Liederspiel «S’Vreneli am Thunersee» von 1925 entstand als dramatische Umsetzung des Sagenstoffs. Das Gemälde von Engel entsteht 1923 und somit im selben Jahr wie die Eröffnung des neuen Bahnhofs Thun, der fortan die Thuner Bahnhöfe Thun-Stadt und Thun-See/Scherzligen ablöst.
Katrin Sperry
Im Bahn-Hof Thun gibt es ein grosses Bild über dem Durch-Gang.
Es zeigt ein Transport-Mittel.
Nein, keinen Zug,
sondern ein Boot.
Ein Schiff fährt über den Thuner-See.
Im Hinter-grund sind Schloss und Stadt-Kirche.
Menschen und Waren sind geladen:
Ziegen, ein Kalb, volle Körbe und Fässer.
Eine junge Frau im blauen Kleid träumt vor sich hin.
Denkt sie an ihren Geliebten?
Es ist das schöne Vreneli,
eine Markt-frau.
Es gibt eine Sage von ihr:
«S’Vreneli vom Thuner-See».
Später wird dazu ein Film gedreht.
Sara Smidt