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Das Wichtigste in Kürze
- Schweine haben ein eigenes Kommunikationssystem.
- Forscher identifizierten 20 verschiedene Grunzlaute.
- Jedes Schwein kommuniziert entsprechend seiner Persönlichkeit anders.
In einem Gemeinschaftsprojekt der University of Lincoln und der University of Belfast wurde das Kommunikationssystem von Schweinen untersucht.
Zum einen wollten die Forscher wissen, ob bestimmte Grunztöne festen Aussagen entsprechen. Zum anderen testeten die Forscher das Sozialverhalten und die Intelligenz der Tiere unter verschiedenen Bedingungen.
Dazu wurden insgesamt 72 junge Schweine, davon 38 männliche und 34 weibliche Tiere, auf zwei Gruppen aufgeteilt. Die einen durften in einen wohligen Stall mit Auslauf und schweinegerechten Beschäftigungsmöglichkeiten.
Die anderen wurden in einem geschlossenen Stall mit Gitterboden gehalten.
Grunzen ist nicht gleich Grunzen
In der Wohlfühl-Gruppe wurde natürlich sehr viel mehr wohliges Grunzen eingefangen als bei den konventionell gehaltenen Schweinen. Die Laute unterschieden sich deutlich in der Tonlage und den Frequenzen.
Schweine kommunizieren miteinander in einer eigenen Sprache. Für das ungeübte Ohr klingt alles nach einem gleichförmigen Grunzkonzert.
Doch die Forscher haben rund 20 verschiedene «Oinks» identifiziert.
Wenn ein Schwein grunzt, vermittelt es umfangreiche Informationen über seinen emotionalen und körperlichen Zustand sowie seine Motivation. Die spezifische Bedeutung der einzelnen Grunztöne ist jedoch noch ungeklärt.
Dabei nutzen Schweine persönliche Frequenzen und Klangmuster.
Die Schweine mit den schlechteren Lebensbedingungen kommunizierten weniger differenziert und «beschwerten» sich insgesamt mehr.
Nach zwei Wochen waren zudem deutliche Unterschiede in der geistigen Entwicklung zu sehen. Bekamen die Wohlfühl-Schweine Spielzeuge, waren sie sofort interessiert zur Stelle.
Die anderen Schweine zeigten sich durch den Stress reaktionsverzögert und im Testraum zunächst orientierungslos.
Schweine quieken, wenn sie Angst haben
Beide Testgruppen zeigten Ängste beim Betreten von neuen Arealen und bei unbekannten Reizen. Fürchten sich Hausschweine, quieken sie zunächst.
Dann versuchen sie dem Stress konsequent aus dem Weg zu gehen, sofern möglich.
Erst, wenn ein Schwein um sein Leben fürchtet schreit es laut. Die Dezibel-Zahl kann dann schnell die Wucht eines Presslufthammers erreichen.
Dieser Ton ist zum Beispiel zu hören, kurz bevor ein Schwein geschlachtet wird.