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Im alljährlichen Draft sichern sich die NHL-Organisationen ab Freitag die Transferrechte für die verheissungsvollsten Nachwuchstalente. «Bluewin» erklärt das Verfahren und nennt die Schweizer Kandidaten.
Am 21. und 22. Juni müssen sich die 31 NHL-Teams im alljährlich stattfindenden NHL-Draft entscheiden, welche der grössten Nachwuchstalente in die eigene Organisation transferiert werden sollen. In der «besten Liga der Welt» werden die jungen Talente nämlich nicht einfach eingekauft, sondern gedraftet – und zwar nach bestimmten Regeln und in einem vorgegeben Verfahren. «Bluewin» erklärt das Vorgehen und nennt die Schweizer Anwärter in diesem Jahr.
Der Draft:
Dieses Jahr wird die Veranstaltung in Vancouver durchgeführt. Insgesamt 31 NHL-Teams teilen die Transferrechte an den Nachwuchstalenten untereinander auf. Wird ein Spieler gezogen, heisst das allerdings nicht automatisch, dass er bei diesem Team einen Vertrag erhält oder für dieses aufläuft. Die Organisation sichert sich bloss dessen Transferrechte und kann diese in einem Tauschgeschäft auch an Konkurrenten abgeben.
Die Reihenfolge:
Die National Hockey League hat das Ziel, durch Chancengleichheit zusätzlich Spannung zu generieren. Neben dem «Salary Cap» (Obergrenze für das Lohnbudget) stellt das Draft-Verfahren ein zweiter Mechanismus dar, der dies gewährleisten soll. Das Prinzip: Die schlechtesten Teams der abgelaufenen Spielzeit dürfen die verfügbaren Talente als Erstes ziehen, der Stanley-Cup-Sieger kommt jeweils als letzte Organisation an die Reihe. Für die besten Teams ist es somit eigentlich unmöglich, an die grössten Talente heranzukommen. Die genaue Reihenfolge wird in einem Los-Verfahren («Draft Lotterie») bestimmt.
Das Verfahren:
Die Ziehung der Spieler erstreckt sich gesamthaft über sieben Runden, wobei die Team-Reihenfolge in jeder Runde variiert (Stanley-Cup-Sieger am Schluss). Die verfügbaren Spieler sind auf vier Listen verteilt, die von der NHL zusammengestellt werden. Unterschieden wird zwischen Torhütern und Feldspielern sowie Akteuren aus Amerika und Europa. Nicht alle Spieler, die auf der Liste stehen, werden tatsächlich gedraftet und nicht alle Spieler, die gedraftet werden, stehen auf der Liste.
Der Kampf um die Nummer 1:
Vor zwei Jahren war mit Nico Hischier erstmals ein Schweizer erste Wahl und wurde von den New Jersey Devils mit dem ersten Pick gewählt. Der 20-Jährige könnte bei den Devils aber schon bald an der Seite eines weiteren «Draft-Pick-One» spielen, denn seine Organisation hat nach dem erneuten Verpassen der Playoffs wiederum das Recht, als erstes Team einen Spieler zu ziehen. In dieser Saison dürfte das entweder der Amerikaner Jack Hughes oder Kaapo Kakko aus Finnland sein.
Die Schweizer Anwärter:
Sowohl auf den europäischen als auch auf den amerikanischen Listen sucht man vergebens nach einem Schweizer Spieler unter den besten 50. Dennoch setzte die NHL insgesamt sechs Eisgenossen mit intakten Draft-Chancen auf ihre Anwärterliste. «Bluewin» stellt die Zukunftshoffnungen vor und nennt zwei Geheimfavoriten, die nicht auf der Liste berücksichtigt wurden:
Nordamerikanisches Ranking:
Shawinigan Cataractes
Valentin Nussbaumer
Nach dem Karrierestart in Ajoie wechselt der 18-Jährige 2015 zu den Junioren des EHC Biel und spielt sich bis in die erste Mannschaft, wo er in der Spielzeit 2017/18 insgesamt 26 Partien in der obersten Schweizer Liga spielen darf und dabei fünf Tore markiert. In der eben abgelaufenen Spielzeit absolviert der Stürmer in der kanadischen Juniorenliga QMJHL 58 Partien und erzielte dabei 17 Tore und 21 Assists für die Shawinigan Cataractes.
Oshawa Generals
Nando Eggenberger
Bei den Oshawa Generals kam Nando Eggenberger in der abgelaufenen Saison in der OHL insgesamt 59 Mal zum Einsatz. Mit 25 erzielten Treffern und 22 Assists blickt der 19-Jährige auf eine äusserst produktive Saison zurück, was den Stürmer in der «Draft-Rangliste» auf Platz 127 bringt.
Europäisches Ranking:
GCK Lions
Yannick Brüschweiler
Der Flügel der GCK Lions, der auch schon zwei Spiele für die ZSC Lions absolviert hat und ab nächster Saison dort unter Vertrag stehen würde, traf in 32 Einsätzen für den Swiss Ligisten 11 Mal und lieferte zehn Assists. Während er Mitte Saison auf der «Draft-Liste» noch auf Platz 98 zu finden und nur zweitbester Schweizer im europäischen Ranking war, macht der 19-Jährige bis Saisonende einen grossen Schritt nach vorne und wird nun als Nummer 60 gehandelt.
EHC Biel
Janis Moser
Umgekehrt erging es dem Bieler Verteidiger Janis Jérôme Moser, der nach der ersten Saisonhälfte an 92. Stelle geführt wurde und jetzt aus den ersten Hundert abrutscht. Dem 19-Jährigen gelingt in 43 Spielen mit dem EHC Biel kein Treffer, immerhin steuert er sieben Assists bei. Die Qualitäten des jungen Verteidigers liegen aber ohnehin in anderen Bereichen.
EVZ Junioren
Yves Stoffel
Der 18-Jährige Churer spielt seit 2017 in der Nachwuchsabteilung des EVZ und spielte noch in der U20-Mannschaft. Im Verlauf der Saison lief er aber mehr und mehr für die Academy auf, wo ihm in 18 Spielen ein Tor erzielt. Mit der U20 gelingen ihm in 29 Partien insgesamt 17 Scorerpunkte.
Lausanne
Axel Simic
Bei Lausanne kommt der heute 20-Jährige bereits in der Saison 2017/18 zu seinem Debüt in der National League A, in dieser Spielzeit bringt er es auf elf Einsätze mit der ersten Mannschaft. Mit der Lausanner U20 absolviert er 16 Spiele und markiert satte elf Tore und zehn Assists. Sollte er trotzdem nicht gedraftet werden, läuft er in der nächsten Saison für die ZSC Lions auf.
Die Geheimfavoriten:
Einige Schweizer Talente sind zum Saisonende nicht mehr auf der «Draft-Liste», gelten aber durchaus als Kandidaten, ebenfalls gezogen zu werden. Während Kejio Weibel seinen Listenplatz während der Saison verlor, erschien der Name von David Aebischer gar nie auf dieser – zu Unrecht?
SCL Tigers
Keijo Weibel
Der 18-Jährige Stürmer durchlief seit 2013 verschiedene Stufen der Langnauer Juniorenabteilung und spielt die letzten beiden Spielzeiten für die U20. Während er in der ersten Saison auf dieser Stufe in 42 Spielen 41 Scorerpunkte sammelt, kann er sich im Folgejahr sogar noch steigern und bringt es auf starke 57 Punkte in 42 Einsätzen.
Gatineau Olympiques
David Aebischer
Seine Juniorenzeit verbringt er in Fribourg, bevor er in der vergangenen Saison den Sprung nach Nordamerika in die Juniorenliga QMJHL wagt. Als Verteidiger erzielt der 18-Jährige in 59 Spielen für die Gatineau Olympiques vier Tore, lässt sich aber 24 Assists gutschreiben.