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18. - 20. August 2022
Seit zwei Tagen sind wir zurück in „Happy Valley-Goose Bay“. Aber nicht nur des schönen Namens wegen. Die kleine Grossstadt - oder ist es eher eine grosse Kleinstadt - ist keine Augenweide. Überproportional nimmt der Flughafen an Fläche in Anspruch. Dies dank den Amerikanern, die während des Zweiten Weltkrieges eine Base unterhielten. Heute ist er Ausgangspunkt für Kleinflugzeuge, die die Dörfer im nicht erschlossenen Norden bedienen. Eine regelmässige Verbindung nach Halifax ergänzt das Angebot. Das Krankenhaus erscheint auf den ersten Blick ebenfalls zu gross geraten. Wenn man aber bedenkt, welch gigantisches Einzugsgebiet er abzudecken hat, ist seine Grösse sicher berechtigt. Weiter gibt es in „Happy Valley-Goose Bay“ zwei oder drei Ampeln, ebenso viele Tankstellen und rund ein Dutzend Einkaufsmöglichkeiten. Immerhin sind alle Strassen asphaltiert, wenn auch durchwegs mit Schlaglöchern gespickt. Mehrgeschossige Gebäude sind selten zu sehen. Was also treibt uns in dieses Städtchen, das sicher bessere Zeiten erlebt hat, heute aber, nach zwei Jahren Zwangspause, mit dem Flair einer zerknitterten Getränkedose daherkommt?
Anlässlich unseres ersten Aufenthalts vor knapp einer Woche haben wir uns entschlossen, mit der einzigen planmässigen Schiffsverbindung von „Happy Valley-Goose Bay“ aus, der Küste nach, nordwärts zu fahren - quasi Hurtigruten light. Das Schiff verbindet „Happy Valley-Goose Bay“ mit Dörfern, die von „First Nation“-Menschen bewohnt werden und zu denen keine Strassen führen. Die „Kreuzfahrt“ dauert fünf Tage. Das Schiff fährt einmal pro Woche. Genau genommen ist es eine Fähre, auf die man theoretisch sein Fahrzeug mitnehmen kann, da es aber dort oben keine Strassen gibt, lediglich einige wenige Kilometer innerhalb des jeweiligen Dorfes, ist es eher sinnlos. Leider konnten wir erst für die Fahrt in drei Wochen zwei Plätze, bzw. eine Kabine an Bord buchen. Das gibt uns nun genügend Zeit, die restlichen Winkel Labradors, die mit dem Fahrzeug zu erreichen sind, auszukundschaften.