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Das Gericht des Saanebezirks muss klären, ob eine Frau die Bremsschläuche am Auto ihres damaligen Ehemannes durchtrennt hat. Derweil ist das wichtige Beweisstück, der beschädigte Bremsschlauch, verschwunden.
Zwei wichtige Fragen standen am Montag während einer Verhandlung am Gericht des Saanebezirks im Raum: Sind im Mai 2020 die Bremsschläuche eines Autos vorsätzlich durchtrennt worden oder von selbst kaputt gegangen? Und, falls Ersteres zutrifft, hat die damalige Ehefrau des Autobesitzers die Tat begangen?
Davon gehen die Freiburger Staatsanwaltschaft sowie der betroffene Ex-Mann aus. Vor einem Jahr hätten sich der Mann und die Frau in einer komplizierten Scheidung befunden, so die Ausführungen im Strafbefehl. Die Ehefrau habe ihrem Mann sowie dessen neuer Partnerin mehrmals mit dem Tod gedroht und in der Vergangenheit bereits sein Velo und einen Reifen seines Autos beschädigt.
Ehefrau weist Vorwurf zurück
Doch die Frau streitet die Manipulation der Bremsschläuche ab. Gemäss Strafbefehl zeigt eine Ortung ihres Natels zwar, dass sich dieses Gerät zum Tatzeitpunkt in dem Quartier der Stadt Freiburg befunden hatte, wo auch das Auto abgestellt worden war. Weil sie ein unbegrenztes Abo habe, leihe sie ihr Natel oft aus, so die Erklärung der Ehefrau. Im Quartier habe sie sich aufgehalten, weil sie in Bücherboxen nach Büchern für ihre Tochter gesucht habe.
Warum die Bremsschläuche beschädigt waren und ob die damalige Ehefrau Schuld daran hat, konnte das Gericht am Montag nicht klären. Vergangene Woche hatte sich herausgestellt, dass die Autogarage den beschädigten Bremsschlauch, ein wichtiges Beweisstück, weggeworfen hatte. David Aïoutz, Anwalt des Ex-Mannes, beantragte, dass der Garagist oder ein Autoexperte nun auf Basis von Fotos beurteilen sollen, ob der Bremsschlauch manipuliert worden war. Weil diese Personen nicht mehr rechtzeitig zur Verhandlung eingeladen werden konnten, vertagte Polizeirichter José Rodriguez die Sitzung nach einer halben Stunde.