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An der alten Simplonstrasse erhebt sich das Stockalperschloss, das Kaspar Stockalper vom Thurm (1609–1691) neben dem herrschaftlichen Stammsitz der Vorfahren errichten liess. Das dreitürmige regionale Wahrzeichen gilt nicht nur als Hauptwerk des ambitiösen Bauprogramms des Potentaten, sondern auch als mächtigster barocker Profanbau der heutigen Schweiz.
In der monumentalen nach 1649 entstandenen Barockanlage vereinigen sich verschiedene Baustile. Der blockhafte Haupttrakt und die wehrhaft anmutenden Granittürme mit barocken Zwiebelhauben stehen spannungsreich neben dem prachtvollen Renaissancehof. Die drei massiven Granittürme, welche das elegant anmutende Arkadengeviert umschliessen, lassen die Stiftungsidee des Bauherrn anklingen, der den Schlosskomplex als «Häuser und Kapelle der Drei Könige» bezeichnete.
Der Erbauer des Stockalperschlosses gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Walliser Geschichte. Unter Ausnutzung der geopolitischen Lage und der eidgenössischen Konjunktur dominierte Kaspar Stockalper vom Thurm den Walliser Salz- und Transithandel, baute den Simplonpass aus, betrieb Montanbau, Darlehens- und Soldgeschäfte und erwarb sich Verdienste im Postwesen. Als Staatsmann, Politiker, Multiunternehmer, Stifter und Bauherr erlangte er unermesslichen Reichtum und grosses Ansehen. Letzteres spiegelt sich in den Benennungen als Grosser Stockalper und roi du Simplon sowie in zahlreichen Titeln.
1948 erwarb die Gemeinde Brig den Palast, der ab 1956 durch die Schweizerische Stiftung für das Stockalperschloss umfassend restauriert wurde. Das Stockalperschloss beherbergt heute die Verwaltung der Stadtgemeinde Brig-Glis, das Bezirksgericht, das Museum Stockalperschloss mit seiner Ausstellung «Passage Simplon», das Forschungsinstitut zur Geschichte des Alpenraums und weitere kulturelle Einrichtungen.