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Bildscheibe des Pfarrhelfers Jakob Müller ab Lauried (1621–1677)
Die Bildscheibe zeigt das Martyrium der sieben Makkabäischen Brüder und ihrer Mutter, welche sich weigerten, unter König Antiochus IV. Epiphanes (um 215 v. Chr.–164 v. Chr.) die jüdischen Speisegesetze zu brechen. Auf die entsprechende Bibelstelle wird mit der weissen Inschrift «2 Machab. / 7» auf dem hohen Postament zweier Säulen im Hintergrund verwiesen. Vor den Mauern einer Stadt befehligt Antiochus die Bestrafung der Ungehorsamen. Als gekrönter Herrscher in antiker Feldherrentracht steht er vor seinem Thron und streckt gebieterisch die rechte Hand aus. Ungerührt beobachtet sein Hofstaat das Geschehen. Vor einer grossen Menschenmenge erleiden die Makkabäer das Martyrium. Einer der Brüder sitzt in einem Kessel über einem offenen Feuer. Ein zweiter wird ausgepeitscht, während dem dritten die Hände abgeschlagen werden. Rechts wird die Mutter unter den Augen eines orientalisch gekleideten Dieners entkleidet. Der obere Bildteil wird von einem erläuternden Bildspruch vor gelbem Grund vom Fussteil mit dem Wappen, der Stifterinschrift und Datum getrennt. Die Stifterinschrift lautet wie folgt: «Hr. Jacobus Müller - Helffer Undt Orga= / nist Zu St. Michael - Secretarius / Dess wollehrw. - Capituli / Zug undt - Bremgar= / ten. - 1670». Unter der Jahreszahl ist die Scheibe mit der Künstlersignatur «M» signiert.
Die Bildscheibe des Pfarrhelfers Jakob Müller ab Lauried ist ein typisches Beispiel für die in Zug beliebten monolithen Rundscheibchen, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts vor allem von der Glasmalerfamilie Müller ab Roost in grosser Zahl hergestellt wurden. Den grösseren oberen Teil der Scheibe nehmen hier meist Heiligenfiguren oder biblische Szenen ein, die sich auf den Stifter oder den Bestimmungsort beziehen, während im unteren Drittel Wappen und Inschrift den Schenkenden repräsentieren. Die vorliegende Scheibe gehört möglicherweise zu einem grösseren Zyklus mit Darstellungen aus dem Alten Testament.
Dem Glasmaler Michael IV. Müller (um 1627–1682) dienten weit verbreitete Grafiken und Buchillustrationen als Vorlage zu seinen Scheiben. Die oben beschriebene Darstellung entstand nach einer Radierung der von Matthäus Merian d. Ä. (1593–1650) illustrierten, 1630 erstmals gesamthaft erschienenen Bibel.
Der Stifter Jakob Müller ab Lauried (1621–1677) wurde am 27.04.1645 ins Kapitel aufgenommen und im gleichen Jahr wurde er Benefiziant der Zurlauben-Pfründe zu St. Konrad sowie Grammatiklehrer. Ab 1647 war er Pfarrhelfer und Organist zu St. Michael in Zug und ab 1664 Pfarrhelfer an der Liebfrauen-Pfründe zu St. Michael in Zug. Ausserdem war er noch Kapitelsekretär und Sextar.