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Goldman Sachs und die SEC

Mittwoch, 19. November 2008

Auf die enge Verflechtung zwischen der Wall Street und der amerikanischen
Regierung habe ich schon mehrmals hingewiesen. Die Printausgabe des
Spiegel "Das Kapitalverbrechen - Anatomie einer Weltkrise, die gerade
erst begonnen hat" hat mich nun auf einen weiteren Puzzlestein
aufmerksam gemacht: das Office of Management and Budget.

Bei einer Kongressanhörung haben Zeugen laut Spiegel ausgesagt, dass
die Kontrollmacht der amerikanischen Börsenaufsicht SEC gering und
obendrein lax ausgeführt gewesen sei. Die Zahl der Mitarbeiter in der
Abteilung für Riskomanagement sei ständig reduziert worden, von hundert
bis am Ende auf einen einzigen. Dieser eine Mitarbeiter habe, unter
anderem, die Risiken im Auge behalten sollen, die im gewaltigen
Universum der Credit Default Swaps entstanden waren, in dem in
Tausenden Einzelverträgen Billionen bewegt wurden.
Der
einstige Chefbuchhalter der SEC habe bestätigt, dass es eine
systematische Entvölkerung in der Regulierungsabteilung gegeben habe,
so dass es überhaupt nicht zu einer Regulierung kommen konnte.
Verantwortlich für die Personalkürzungen war das Office of Management
and Budget. Dieses Office habe die Zahl der Aufsichtsbeamten genau in
der Phase zusammen gestrichen, in der Goldman Sachs unter seinem
damaligen Chef Henry Paulson, dem heutigen Finanzminister der USA, in
grossem Stil das Geschäft mit Verbriefungen an der Wall Street betrieb.
Und der Direktor des Office war Joshua Bolten - ein ehemaliger
Angestellter von Goldman Sachs.
Joshua Bolten arbeitete von 1994
bis 1999 bei GS und war verantwortlich für Legal & Government
Affairs. Seit 2006 amtiert er als Stabschef des aktuellen Präsidenten.
Sein Vater arbeitete laut Wikipedia für den CIA. Sein Verdienst soll
es sein, Henry Paulson von Goldman Sachs ins Finanzministerium geholt
zu haben. Na, wenn das kein Glücksfall war...
Mehr zu Goldman Sachs und der amerikanischen Regierung:
Der Mann mit der Lizenz zum Aufkaufen notleidender Wertschriften
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