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Schweizer Nationalstrassen: Gesamtnote gut
Der Zustand des Schweizer Nationalstrassennetzes ist insgesamt gut. Um ihn halten zu können, muss jedoch in seinen Unterhalt investiert werden. Zu diesem Schluss kommt ein entsprechender Bericht des Bundesamts für Strassen (Astra), der zum ersten Mal publiziert worden ist.
Das Schweizer Nationalstrassennetz umfasst Ende 2016 1840,4 Kilometer. Im Jahr 2015 waren auf ihm 41,6 Prozent des gesamten Strassenverkehrs sowie 69,1 Prozent des ganzen Güterverkehrs unterwegs. Erstellt wurden die Verkehrswege grösstenteils zwischen den 60er- und 80er-Jahren, somit ist das Netz zwischen 30 und 50 Jahren alt. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat nun erstmals den Zustand des Nationalstrassennetzes in einem Bericht zusammengefasst.
Erfasst wurde der Zustand von Fahrbahnen und Belägen, Kunstbauten sowie Tunnel und Untertagebauten. Ebenfalls unter die Lupe genommen wurden Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen. Bei den Fahrbahnen und Belägen sind rund 84 Prozent als gut oder mittel bewertet worden, 12 Prozent als ausreichend und 4 Prozent als kritisch oder schlecht. In Bezug auf den durchschnittlichen Allgemeinzustand sei bei den Fahrbahnen und Belägen ein leichter Abwärtstrend festzustellen, schreibt das Astra in seiner Medienmitteilung. Entsprechend würden die Investitionen in diesem Bereich langfristig zu erhöhen sein.
54 Prozent der Betriebs- und Sicherheitsanlagen als gut eingestuft
Ähnlich sieht es bei den Kunstbauten aus: Hier sind 86 Prozent als gut oder akzeptabel eingestuft worden, 12 Prozent als beschädigt und 2 Prozent als schlecht. Als alarmierend ist keine Kunstbaute erachtet worden. Laut Astra ist die Sicherheit auch bei den als schlecht bewerteten Kunstbauten jederzeit gewährleistet. Damit langfristig ein gutes Qualitätsniveau gehalten werden kann, will der Bund verstärkt in ihren Unterhalt investieren. Vergleichbares gilt auch für die Tunnel und Untertagbauten: 85 Prozent befinden sich in einem guten oder akzeptablen Zustand. 13 Prozent wurden als beschädigt und 2 Prozent als schlecht eingestuft. Allerdings hat auch hier kein Bauwerk das Prädikat „alarmierend“ erhalten. Nicht vergleichbar ist die Situation der Betriebs- und Sicherheitsanlagen: 54 Prozent der Anlagen sind als gut und 46 Prozent als annehmbar bewertet worden. „Dies widerspiegelt das hohe Sicherheitsniveau der schweizerischen Nationalstrassen“, teilt das Astra mit.
400 Kilometer Kantonsstrassen übernommen
Damit kommt der Bericht zum Schluss, dass sich das Nationalstrassennetz mehrheitlich einen guten Gesamtzustand aufweist und gut instand gehalten wird. Aufgrund der Alterung der Nationalstrassen, der zunehmenden Belastung und des Wachstums des Netzes werden die Unterhaltskosten gemäss Astra tendenziell steigen. Ursache für das Wachstum des Netzes sind die Netzfertigstellung und die Übernahme von rund 400 Kilometern Kantonsstrassen durch den Bund per 2020.
Das Stimmvolk habe mit dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) die Voraussetzungen geschaffen, dass die benötigten Finanzen kurz- und mittelfristig gesichert seien, heisst es in der Medienmitteilung des Astra. Man werde künftig die zur Verfügung stehenden Mittel noch zielgerichteter und effizienter einsetzen, die Spielräume in Normen und Standards beim Unterhalt besser ausnutzen und damit den Gegenwert je investierten Franken maximieren. (mai/mgt)