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Von den 26’700 Kleinquartieren, in die das Statistische Amt das Siedlungsgebiet des Kantons Zürich einteilt (siehe Kasten), waren in den letzten fünf Jahren etwa 1’700, d.h. mehr als 6 Prozent, von Gebäudeabbrüchen in unterschiedlich starkem Ausmass betroffen. Teilweise wurde durch den Komplettabriss ganzer Siedlungen Raum für neue Quartiere geschaffen. Besonders stark von Abbrüchen waren Quartiere mit vielen Gebäuden aus den Baujahren 1950 bis 1975 betroffen. Für viele Gebäude dieses Alters müssen derzeit Entscheidungen über Abriss oder Sanierung gefällt werden. Ohne grössere Investitionen in die Bausubstanz haben sie das Ende ihres Lebenszyklus’ erreicht oder sind wirtschaftlich nicht mehr tragbar.
In jedem fünften Quartier wird gebaut
Ergänzt man die Betrachtung der Gebäudeabrisse um die Bauprojekte der letzten Jahre, so vervollständigt sich das Bild der Quartiere, die von baulichen Umbrüchen betroffen sind. Über die letzten fünf Jahre betrachtet, sind in rund 4’600 Kleinquartieren Bauprojekte abgeschlossen worden oder derzeit noch im Gang. Vor allem in Kerngebieten verändern Neu- und Umbauten das Quartierbild dramatisch. Weil Kernzonenquartiere häufig klein sind, schlagen sich Einzelprojekte besonders schnell im Gesamtergebnis nieder. Erstaunlich ist, dass auch in baulich mehrheitlich alten Quartieren in der Regel ein Zehntel der Bebauung jünger als fünf Jahre ist oder sich noch im Bau befindet. Dies deutet darauf hin, dass selbst diese vermeintlich stabilen Quartiere eine schleichende Veränderung durchlaufen.
Höhepunkt noch nicht erreicht
Während sich die generelle Bauentwicklung über einen längeren Zeitraum gut nachvollziehen lässt, fehlt eine Datengrundlage, die es erlauben würde, mit gleicher Sicherheit Aussagen über Sanierungsvorhaben zu machen. Aufgrund des Gebäudebestandes zeichnet sich jedoch ab, dass die Zahl der Gebäude, für die Entscheide bezüglich Sanierung oder Ersatz getroffen werden müssen, in der Tendenz weiter zunehmen wird – zumindest in den nächsten Jahren. Dann werden sich die Baujahre mit den grössten Abrisszahlen auf die frühen Achtzigerjahre verschieben. Mit Blick auf die Anzahl bestehender Gebäude, sind dies die stärksten Baujahre im Kanton. Wenn Abrisse im gleichen Rahmen wie bislang stattfinden, dann wird sich erst nach der Sanierung oder dem Abriss der Bauten aus dieser Periode die Zahl der Abrisse verringern. Vorerst wird die Zahl der Kleinquartiere, die sich baulich verändern, voraussichtlich jedoch zunehmen.
Die Förderung der Siedlungsentwicklung nach innen, wie sie sich der Kanton zum Ziel gesetzt hat, wird also einerseits immer wichtiger, andererseits liegen in Sanierung und Ersatz Potenzial für die Gestaltung lebenswerter Quartiere.
Die Gemeinden des Kantons werden von den zukünftigen Sanierungen sehr unterschiedlich betroffen sein. Während in Fehraltorf oder Oberweningen fast jedes dritte Haus und jede vierte Wohnung in den Achtzigerjahren erbaut wurden, spielen beispielsweise in Andelfingen oder Weiach Siedlungsentwicklungen aus dieser Zeit keine nennenswerte Rolle.
Weiterführende Informationen zur Struktur und Entwicklung der Zürcher Kleinquartiere finden sie hier: Statistikinfo 2020/04: Quartierentwicklung im Kanton Zürich
Aktuelle Quartierdaten
Quartiereinteilung: Beispiel Fehraltorf (im GIS Browser ansehen)
Die im ganzen Kanton flächendeckend, vom Statistischen Amt nach einheitlichen Kriterien definierten Kleinquartiere basieren auf den Nutzungsplanungen der Gemeinden. Sie werden begrenzt durch Strassen, Gleise oder Flüsse und sind baulich relativ einheitlich: In der Stadt kann man sich darunter etwa einen Häuserblock, auf dem Land zum Beispiel eine Einfamilienhaussiedlung vorstellen.