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Modell und Konzept der Funktionalen Gesundheit und die Klassifikation ICF
Das Modell der Funktionalen Gesundheit, die Klassifikation ICF und das Konzept der Funktionalen Gesundheit bilden drei Teile, welche heute in der Beschreibung, Bewertung und der Weiterentwicklung der Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen, Behinderungen oder besonderem Hilfebedarf zur Anwendung kommen. Dabei kommen jedem der drei Systeme unterschiedliche Funktionen und Bedeutung zu.
Das Modell der Funktionalen Gesundheit ist eine einfache systemische Übersicht über die sechs Komponenten; Gesundheit, Körper, Aktivitäten, Partizipation, Personbezogene Faktoren und Umweltfaktoren. Diese ergeben im Zusammenspiel (Functioning) eine bestimmte Qualität der kompetenten Teilhabe oder Behinderung. Bildlich gesprochen liefert das Modell der Funktionalen Gesundheit eine Landkarte zur Beschreibung von zentralen Bedingungen menschlicher Entwicklung und Teilhabe.
Landkarten sind jedoch noch keine Landschaften. Diese entstehen erst, wenn das Modell für die Praxis und die individuellen Lebens- und Entwicklungssituationen fruchtbar gemacht wird. Dies ist die Aufgabe des Konzepts der Funktionalen Gesundheit. Dieses konzeptualisiert mit Bezug auf grundlegende Theorien und Ansätze menschlicher, gemeinschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung das Modell. Erst die Konzeptualisierung des Modells ermöglicht eine systematische und wissenschaftlich fundierte Beschreibung und Bewertung kompetenter Teilhabe. comparta konzeptualisiert das Modell der Funktionalen Gesundheit in enger Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz für professionelle Praxis von Heute und Morgen.
Die Klassifikation ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) wird häufig mit dem Modell oder dem Konzept der Funktionalen Gesundheit gleichgesetzt. Dies ist jedoch falsch. Die ICF baut zwar auch auf dem Modell der Funktionalen Gesundheit auf. Sie ist jedoch ein Instrument zur Klassifikation der Phänomene Funktionsfähigkeit, Behinderung und der Gesundheit. Die heutige Fassung wurde im Jahr 2001 von der Vollversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet. Die ICF löst die Internationale Klassifikationen der Schädigungen, Funktionsstörungen und sozialen Beeinträchtigungen (ICIDH) von 1980 ab und ergänzt die ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme). Die ICF wird zurzeit in mehreren Ländern in einer Erprobungsphase eingesetzt.
Die ICF hat in der (noch nicht vorliegenden) Endfassung die Aufgabe, regional, national und international vergleichbare Daten zu den Phänomenen Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit zu liefern. Die ICF ist bis heute eine Baustelle. Zentrale Komponenten sind noch nicht konzipiert oder ausdifferenziert. Trotzdem wird sie bereits heute, in ganz unterschiedlichen Formen und aus ganz unterschiedlichen Gründen, in die professionelle Praxis zu implementieren versucht. Ein wenig sinnvoller Versuch: Denn die ICF ist weder von der Konzeption, noch von der Aufgabe her ein Assessmentsystem, noch soll sie für die Prozessgestaltung oder die Bedarfsbemessung von Hilfen verwendet werden.