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(Kt. Wallis,
Bez. Visp).
1491 m. Gem. und Pfarrdorf am sehr steilen Gehänge w. über
Stalden, links über der
Visp und am Eingang
ins
Nikolaithal. Auf der Strasse 5 km und längs der Fusswege 1 km von der Station
Stalden der Linie
Visp-Zermatt
entfernt. Postablage. Gemeinde, mit
Bürgen,
Furren, Ober und
Unter Bühl: 63
Häuser, 571 kathol. Ew.; Dorf: 29
Häuser, 314 Ew.
Ackerbau u. Viehzucht. Das voll nach S. exponierte und weit ins
Nikolaithal hineinschauende Dorf steht in sonniger und gesunder
Lage. Die Pfarrkirche ist durch das verderbliche Visperbeben vom Jahr 1855 stark beschädigt worden.
Das Dorf gilt als eine der ältesten Siedelungen im Gebiet der
Visperthäler. 1100: Dorbia; 1224: Torbio; 1234: Torbi; 1418:
Torbil; 1439: Törbil.
(Kt. Zürich
u. St. Gallen).
1240-341 m. 54,2 km langer, linksseitiger Zufluss des
Rheins. Der Name (urkundlich Tozza
und
Toissa) leitet sich ab von «tosen» (mittelhochdeutsch dienen = laut
rauschen) und bezeichnet also ein stark rauschendes Gewässer, einen Fluss mit Wildbachcharakter.
Die Töss entsteht aus zwei Quellarmen: der Hinteren Töss, die bei 1120 m am S.-Abhang des Schindlenberges, und der Vorderen
Töss, die am W.-Abhang des
Welschenberges bei 1240 m entspringt. Beide Quellbäche vereinigen sich, nachdem sie den inselartig
zwischen ihnen gelegenen
Tössstock umflossen haben, an der Tössscheide (794 m). Bei Boden
(Steg) tritt der Fluss in 704 m
Höhe in das Hauptthal des Zürcher
Oberlandes ein, um nun vorwiegend nordwestwärts zu fliessen und bei
Teufen am sog.
Tössegg (341 m) in den
Rhein zu münden.
Die Töss ist ein reiner Mittellandfluss, der an der Grenze der gehobenen subalpinen
Molasse seine Quelle hat und von da aus die gesamte Molasse bis zur Rheinlinie in senkrechter Richtung zu dieser durchquert
(geradliniger Abstand etwa 45 km). Ausser der
Glatt stand keinem andern reinen Mittellandfluss ein so
langer Raum zur Ausbildung seines
Laufes zur Verfügung. Für die Töss war ausserdem der Umstand wichtig, dass sie von einer
hochliegenden Nagelfluhmasse ausgeht.
Diese reicht von der
Kiburg und dem
Schauenberg im N. bis zum
Bachtel und der
Kreuzegg im S. und hat in dieser
Richtung eine Länge von 28 km, sowie im Mittel eine Breite von etwa 10 km. Nur ein schmaler Streifen von etwa 800 m Breite
südöstl. der
Kreuzegg liegt südl. der Tössquellen und gehört zu der subalpinen Nagelfluh, welche den ganzen N.-Fuss der
Alpen begleitet. Alles übrige liegt wie eine
Insel in das Sandstein- und Mergelgebiet des
Mittellandes
hinaus vorgeschoben und bildet das Gebiet, auf dem der Oberlauf der Töss sich gestaltete.
Mitten durch die alten Kiesablagerungen eines verschwundenen
Stromes bildete sich ein neuer Fluss, die Töss, deren Hauptader
ursprünglich von
Steg an gerade nach S. über
Fischenthal und
Gibswil reichte, und zwar weiter als heute
ihr Gebiet in diesem Sinne geht.
Von S. her nagte aber in direkt entgegengesetzter Richtung an jenem Nagelfluhgebirge die
Jona, die zufolge ihrer nahen und tiefgelegenen Erosionsbasis
(Obersee) sich kräftig einschnitt und der Töss ihr südl. von
Gibswil gelegenes Sammelgebiet raubte.
Noch zeugen vom ursprünglichen Zustand zwei
Bäche, die erst nach N. fliessen, als wollten sie der Töss zueilen, dann aber
auf einmal rechtsumkehrt machen und der
Jona zuströmen. Nur wenn wir ein solches verloren gegangenes Sammelgebiet annehmen,
können wir das breite Thal verstehen, welches sich vonSteg bis
Gibswil erstreckt, zum guten Teil versumpft
und nur von einem kleinen, lässig strömenden Bach durchzogen ist, welcher nie imstande gewesen wäre, dieses Thal zu bilden.
So verstehen wir auch die Thalwasserscheide bei
Gibswil, die später durch eine kleine Moräne verschärft wurde, und die
ganze tiefe Furche, die durchJona und Töss in die Nagelfluhinsel des zürcherischen
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mehr
Oberlandes eingegraben worden ist. Beide Flüsse waren eben infolge bedeutenden Gefälles rüstig an der Arbeit. Da nun
aber der eigentliche Oberlauf der Töss verloren gegangen war, erschien fortan der kräftigste Zufluss jener Furche, das
vom Tössstock herströmende Wasser, als Hauptfluss. Dem abfliessenden Wasser stand ein bedeutendes Gefäll zur Verfügung,
so dass ein tiefes Thal entstand, welches die Hörnli- von der Allmannkette, den Schauenberg vom Tannenberg und den Irchel vom
Dettenberg schied.
Heute liegt die Thalsohle je etwa 330 m unter dem Plateau des Irchel und unter dem Gipfel des Schauenbergs, sowie etwa 430 m
unter dem Gipfel des Hörnli. Im Oberlauf verzweigt sich die Töss in Schluchten hinein, aus denen man
in ununterbrochenen Gehängen, die bis 70% Böschung besitzen, zu den 400-500 m höher gelegenen Gipfeln hinansteigt. Sonst
sind die Gehänge terrassiert. Im obern Tössthal sieht man drei deutlich erhaltene Terrassensysteme in etwa 10, 60 und 100 m
über der Thalsohle. Im mittleren Tössthal sind noch einige grosse Terrassen des letzten Systems vorhanden
(Wolfensberg, Lindberg, Brühl und Eschenberg bei Winterthur; Hornacker bei Wildberg u. s. f.). Auf diesen Terrassen liegen die
ältesten Siedelungen, während die den Ueberschwemmungen ausgesetzte Thalsohle an vielen Orten erst später bewohnbar wurde.
Jetzt hat die Töss im Unterlauf 4‰ und in der Gegend von Turbenthal-Sennhof 7,6‰ Gefälle; von Bauma
bis
zur Tössscheide wächst es von 11‰ auf 19‰. Zwischen Steg und der Tössscheide befinden sich die Stromschnellen im
«Burri» (im ganzen 15 m hoch) und der 12,5 m hohe prachtvolle Wasserfall «im Lauf». Die Gegend zwischen Turbenthal
und Sennhof bietet ein ausgezeichnetes Beispiel eines Thales im Stadium der Erweiterung. Die Töss hatte hier zu wenig Gefäll,
um sich einzuschneiden.
Nur bei Hochwasser transportierte sie ihr Geschiebe, während sie bei gewöhnlichem Wasserstand über dasselbe floss, aber
doch die Gehänge des Thales unterspülte. Diese brachen nach, der Schutt wurde bei Hochwasser fortgenommen,
und es entstanden so die in das Gebirge hineingreifenden prachtvollen Buchten von Zell, Rämismühle und Rikon, zwischen denen
die Sporne der Burghalden, des Horns und des Dettenriederwaldes zurückblieben. Einst floss die Töss in Serpentinen am Fuss
der Gehänge in diese Buchten hinaus; der Mensch aber wies ihr den heutigen geraderen Lauf an. Der Kies
der Thalsohle ist mit Grundwasser erfüllt, das als langsamer und breiter Strom thalabwärts zieht, und zwar auch dann, wenn
das Flussbett trocken liegt. An den Spornen staut sich dieser Grundwasserstrom, um an geeigneten Stellen gewaltige Quellen
zu bilden. Am Horn gegenüber Zell treibt eine solche eine Mühle und Säge. Aus dem unterirdischen Strom
bezieht die Stadt Winterthur ihre Quellwasserversorgung.
Im obern Tössthal ist das Gefälle so gross, dass der
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