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VERMINTE SEELEN
Bis vor rund vierzig Jahren konnten in der Schweiz Kinder, Jugendliche und Erwachsene ohne Gerichtsentscheid administrativ versorgt werden, wenn ihre Lebensweise nicht der gesellschaftlichen Norm entsprach. Unter dem Titel «Administrative Versorgung» hatte der Staat bis 1981 das Recht, sie in Arbeitserziehungsanstalten, Strafanstalten, Erziehungsheime oder Psychiatrien einzuweisen. Oft wurden diese Menschen als unbezahlte Arbeitskräfte missbraucht; es kam auch zu Zwangssterilisationen, Zwangsadoptionen und Medikamententests.
«Verminte Seelen» basiert auf einer umfangreichen Recherche, dem Studium von Akten und Interviews mit Betroffenen. Aus diesem Material ist ein Stück entstanden, das die bewegenden Erlebnisse administrativ versorgter Menschen exemplarisch und hautnah am Schicksal einzelner Figuren erzählt.