Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/20256

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich frage den Bundesrat an:</p><p>1. Ist er nicht auch der Meinung, dass der World Jewish Congress (WJC) mit seinem Präsidenten Edgar Bronfman in jeder Hinsicht für unser Land als Verhandlungspartner untragbar geworden ist, solange nicht eine umfassende Entschuldigung für die ungeheuerlichen Äusserungen abgegeben worden ist?</p><p>2. Kann er sich der Meinung anschliessen, dass sich eine öffentliche Ehrenerklärung des Bundesrates zur Erteilung der vollen Satisfaktion an den zurückgetretenen Vertreter unseres Landes in den USA, Herrn Botschafter Carlo Jagmetti, aufgrund der inzwischen erkannten Bestätigung seiner seinerzeitigen Einschätzung der Situation nunmehr aufdrängt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat erachtet die vom Interpellanten zitierten Äusserungen des Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Edgar Bronfman, als äusserst empörend und deplaziert. Der Bundesrat hält fest, dass derartige Polemiken in höchstem Mass kontraproduktiv sind und den Bemühungen der Schweiz zur Aufarbeitung der Vergangenheit sowie namentlich zur Bewältigung der Problematik der nachrichtenlosen Vermögen zuwiderlaufen. Allerdings können sie für die Schweiz kein Anlass sein, vom eingeschlagenen Weg im Zeichen von Wahrheit, Gerechtigkeit und Solidarität abzuweichen.</p><p>Die Fragen des Interpellanten beantwortet der Bundesrat wie folgt:</p><p>1. Edgar Bronfman bzw. der Jüdische Weltkongress sind nicht Verhandlungspartner des Bundes. Das Anliegen des Interpellanten ist insofern gegenstandslos.</p><p>2. Was die Frage einer öffentlichen Ehrenerklärung für Botschafter C. Jagmetti betrifft, erklärte der Vorsteher des EDA bereits unmittelbar nach Erhalt des Rücktrittsschreibens am 27. Januar 1997, er persönlich und der Bundesrat bedauerten ausserordentlich, dass eine wahrhaftig erfolgreiche und pflichtbewusste Diplomatenlaufbahn wenige Monate vor dem Abschluss so zu Ende gehe. Botschafter Jagmetti hatte im Laufe seiner Karriere eine Vielzahl höchst verantwortungsvoller Posten übernommen, so etwa als Chef der schweizerischen Vertretung bei den Europäischen Gemeinschaften in Brüssel und als Botschafter unseres Landes in Paris und später in Washington. Stets erfüllte er die ihm anvertrauten anspruchsvollen Aufgaben mit hohem Pflichtbewusstsein, grossem Geschick und Nachhaltigkeit sowie ausgeprägtem Gespür für sich abzeichnende politische und wirtschaftliche Entwicklungen.</p>  Antwort des Bundesrates.