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Film-Tipp: Total lustig, im Ernst
Larry Gropnik (Michael Stuhlbarg, rechts) auf der Suche nach dem Licht am Ende des Tunnels. (Ascot Elite)
1967 im Mittleren Westen der USA. Die biederen Häuschen und pedantisch gemähten Rasen könnten aus einem David-Lynch-Film stammen. «A Serious Man» wird dann zwar nicht so düster wie ein Lynch-Film, aber mindestens so abgründig.
Die Coen-Brüder machen sich einen Spass daraus, aus dem stets korrekten Matheprofessor und Familienvater Larry Gropnik einen modernen Hiob zu machen. Von einem Tag auf den andern geht sein Leben den Bach runter. Seine Frau verlangt die Scheidung, um zu seinem besten Freund zu ziehen. Sein Sohn schwänzt die Schule, und seine Tochter bestiehlt ihn, um sich eine Nasenkorrektur finanzieren zu können. Sein psychisch labiler Bruder hockt nur noch auf der Couch rum. Und schliesslich gerät auch noch Larrys Professoren-Karriere ins Trudeln: Anonyme Briefschreiber verbreiten falsche Anschuldigungen, und ein Student versucht ihn zuerst zu bestechen, dann zu erpressen.
Der witzigste Coen-Film
Klingt grauenvoll, ist es auch, aber nur für Larry. Für den Zuschauer ist die unaufhaltsame Talfahrt des jüdischen Bürgers, der stets versucht hat, «A Serious Man» zu sein, ein riesiges Gaudi. Natürlich tut einem der Protagonist leid, doch alles, was ihm zustösst, ist so grotesk und von den Coen-Brüdern so schlitzohrig überzeichnet, dass man gar nicht anders kann als lachen.
«A Serious Man» ist der beste Film der Coen-Brüder seit «Fargo» (1996) und wohl ihre schwärzeste Komödie. Ausgerechnet dieser Film, der erklärtermassen autobiografische Elemente enthält. So sagt Ethan Coen beispielsweise: «Der Rabbi, den wir kannten, war ein Weiser, ein Meister Yoda. Er sagte nichts, verfügte aber über sehr viel Charisma.» Genauso inszenieren die Coen-Brüder den alten Rabbi im Film, bei dem der verzweifelte Larry Hilfe sucht: charismatisch, aber nicht willens, einem unbedeutenden Menschlein wie Larry Rat oder Trost zu spenden. Nicht mal auf die Glaubenshüter ist also Verlass.
«A Serious Man» sollte man auf keinen Fall verpassen
Übrigens: der Trailer zum Film ist ein kleines Kunstwerk für sich. Man sollte ihn nach dem Kinobesuch unbedingt noch einmal anschauen. Erst dann realisiert man nämlich vollumfänglich, wie genial er geschnitten ist.
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