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Nachdem die Gefahr von trockenen Lawinen schon am Ende der letzten Wochenberichtsperiode in allen Gebieten «gering» war, nahm in dieser Periode auch die Aktivität der Gleitschneelawinen ab. Damit herrschte in allen Gebieten und für alle Lawinenprobleme eine geringe Lawinengefahr. Die Lawinenaktivität war sehr klein und beschränkte sich hauptsächlich auf Gleitschnee.
Am Freitag, 10.01. fiel ganz im Westen oberhalb von rund 1200 m wenig Schnee. Im Westen und Norden war es wechselnd bewölkt. Am Samstag, 11.01. war es im Jura sowie in den zentralen und östlichen Voralpen bewölkt. Sonst war es in dieser Wochenberichtsperiode trocken überwiegend sonnig. Einige hohe Wolkenfelder vom Montag, 13.01 bis Mittwoch, 15.01. vermochten diesen Eindruck kaum zu trüben.
Am Freitag, 10.01. war es auf 2000 m mit -2 bis -4 °C winterlich, danach stiegen die Temperaturen rasch in den Plusbereich an. Die Nullgradgrenze lag zeitweise bei 3000 m (vgl. Abbildung 1).
Zeitweise blies mässiger bis starker Wind, meist aus südwestlichen Richtungen, am Samstag, 11.01. auch aus Norden (vgl. Abbildung 2). Der Schnee war aber vor allem in den Kammlagen schon stark vom Wind bearbeitet und damit nur noch lokal verfrachtbar.
Die Schneedecke änderte sich gegenüber der letzten Wochenberichtsperiode nur wenig. Nach wie vor war die Oberfläche meist windgeprägt. Durch die aufbauende Schneeumwandlung wurde sie aber an windgeschützten Stellen teils wieder locker. An steilen Südhängen lag unterhalb von rund 2500 m vielerorts eine tragfähige Schmelzharschkruste.
Durch die aufbauende Schneeumwandlung nahm die Fähigkeit des Schneebrettes zur Bruchausbreitung weiter ab. Es wurden in der ganzen Wochenberichtsperiode keine Lawinenauslösungen im Altschnee beobachtet. Einmal wurde ein Wummgeräusch und eine Rissbildung im Altschnee aus Mittelbünden gemeldet (vgl. Abbildung 3).
Die Bildung von Triebschnee war grundsätzlich eingeschränkt, weil die Schneeoberfläche schon stark vom Wind geprägt war. Durch die aufbauende Schneeumwandlung war zwar besonders in kammfernen Hängen zunehmend lockerer Schnee vorhanden. An diesen Stellen war der Wind aber meist zu schwach, so dass nur lokal Schnee verfrachtet werden konnte. Wo dies geschah, wurde der Triebschnee auf eine lockere Schneeoberfläche abgelagert und Lawinen konnten leicht ausgelöst werden (vgl. Abbildung 4).
Weiterhin ein Thema waren Gleitschneelawinen: Nach wie vor waren viele Gleitschneerisse offen und es gab einzelne eindrückliche Abgänge. Die Anzahl Lawinen nahm aber weiter ab und die Aktivität war zum Ende der Wochenberichtperiode sehr klein. Nichtsdestotrotz war ein vorsichtiges Verhalten im Bereich von Gleitschneerissen angebracht (vgl. Abbildung 5).
Geringe Lawinengefahr im Hochwinter und in hohen Lagen genügend Schnee für Skitouren – eine seltene Lawinensituation. Zum Jahreswechsel 2015/16 und 2016/17 war die Lawinengefahr zwar auch verbreitet gering, da lag aber so wenig Schnee, dass Skitouren kaum möglich waren. Letztmals herrschte eine vergleichbare Situation im Februar 2011 (Wochenbericht), als die Lawinengefahr ebenfalls über mehrere Tage in allen Gebieten gering war. Damals waren die Schneeverhältnisse mit viel Schnee sogar noch besser.
Die Seen im Oberengadin gefroren und bildeten phantastisches Schwarzeis. Zwar hat dies weder mit der Lawinengefahr zu tun, noch ist es ein Fachgebiet des SLF. Trotzdem konnten einige Parallelen zum Thema Lawinengefahr ausgemacht werden.
Da Schwarzeis ein relativ seltenes Phänomen ist, gibt es wenig Entscheidungshilfen zur Beurteilung des Eises. Den Eisläufern sei an dieser Stelle die Broschüre Tragverhalten von Eis empfohlen.
In dieser Wochenberichtsperiode ereigneten sich keine Lawinenunfälle.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.