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Aus der Natur
Lemuren
Lemuren sind Halbaffen und leben auf Madagaskar. Sie gehören wie auch wir zur Ordnung der Primaten. Lemuren sind eichhörnchen- bis katzengross und wiegen 0,5 bis fünf Kilogramm. Männchen und Weibchen werden etwa gleich gross sind aber bei den «eigentlichen Lemuren» anders gefärbt. Es gibt fünf Arten z. B. der Katta lebt in den Trockenwäldern und im Dornbusch des südlichen und südwestlichen Madagaskar. Sein Fell braungrau, der Schwanz buschig und schwarzweiss geringelt. Die Tamrinde ist der Lieblingsbaum der Katta und liefert ihnen neben Schlaf-, Ruhe und Schattenplatz auch ihre Hauptnahrung: Früchte, Blätter und Schoten des Baumes.
Sie leben in grossen Gruppen von etwa zehn bis zwanzig Tieren. Im Gegensatz zu den meisten anderen Lemuren bewegen sich Kattas häufig auf dem Boden. Sie hopsen wie Kängurus auf allen vieren durch die Gegend und halten ihren geringelten Schwanz wie eine Fahne in die Luft.
Innerhalb der Kattagruppe sind die weiblichen Tiere den männlichen überlegen. Männliche Kattas tragen ihre Rivalität mit einem Stinkkampf aus. Dabei reiben sie ihren Schwanz mit den Sekreten der Unterarmdrüsen ein. Die Ohren sind dabei dicht an den Kopf gepresst und der Blick starr. Danach wedeln sie sich mit hoch erhobenen Schwanz ihre Gerüche zu. Wer am besten oder längsten stinkt hat gewonnen.
Das Fingertier Aye-Aye ist nachtaktiv, lebt in den Wäldern im Osten und Nordwesten Madagaskars und baut Nester in Bäume. Die meiste Zeit verbringen sie auf Bäumen und schlafen tagsüber in ihren Nestern. Sie schlafen oft auch in den Nestern von anderen Fingertieren. Sie sind Einzelgänger, nur während der Paarungszeit sind Männchen und Weibchen zusammen anzutreffen. Das Fingertier ist katzengross und geht nur nachts auf Nahrungssuche. Der Name kommt von seinen langen Fingern. Vor allem der Mittelfinger ist lang, dünn und hat eine spitze, krumme Kralle mit der es Insektenlarven aus Bohrlöchern im Holz kratzt. Es frisst aber auch sehr gerne Früchte. Das Fingertier ist so selten und scheu, dass man lange geglaubt hat, dass es ausgestorben sei.
Der Mausmaki ist der kleinste Lemur und wird ungefähr 13 Zentimeter lang und wiegt durchschnittlich fünfzig Gramm. Der Mausmaki lebt fast überall auf Madagaskar, wo es Bäume gibt. Mausmakis schlafen tagsüber entweder in selbstgebauten Nestern oder in holen Bäumen und nachts gehen sie auf Nahrungssuche. Sie ernähren sich vielseitig und fressen neben Früchten auch Insekten, Spinnen und sogar kleine Wirbeltierarten, wie Baumfrösche oder Chamäleons. Mausmakis können trotz ihrer geringen Grösse zwei bis drei Meter von Baum zu Baum springen. Auf dem Boden bewegen sie sich manchmal durch froschähnliches Hüpfen fort.
Die Sifakas fühlen sich erst in der Mitte des Tages richtig wohl und zeigen ihre weiten Sprünge von Baum zu Baum. Auf dem Boden bewegen sie sich hüpfend auf zwei Beinen und leicht angewinkelten Armen fort und sehen dabei wie Tänzer aus. Morgens klettern die Sifakas auf einen hohen Baum und sitzen dort mit erhobenen Armen, das Gesicht der Sonne entgegen. Sie werden darum auch oft Sonnenanbeter genannt. Wenn die Tiere durch die Bäume wandern, geben sie ein Geräusch von sich, das sich wie ein Niesen anhört: «schi-fak». Daher kommt auch der Name «sifakas».
Der Indri ist mit neunzig Zentimeter Körperlänge der grösste Lemur. Er hat ein dichtes schwarzweisses Fell und besitzt keinen Schwanz. Sie leben einzeln, paarweise oder in Gruppen bis zu fünf Tieren auf Bäumen. Sie kommen heute nur noch in einigen Gebieten im Nordosten von Madagaskar vor. Sie sind Tagtiere, aber wegen ihrer Scheue hört man sie eher als dass man sie sieht. Ihre Laute, ein klangvolles Bellen, das in ein jammerndes Geschrei übergeht, gelten als die lautesten Tierstimmen in Madagaskar. Mit ihrem Geschrei markieren sie ihr Revier. Nach Tagesanbruch werden die Indris langsam munter, klettern dann auf die Äste und stimmen knapp nach Sonnenaufgang ihr Konzert an. Indris sind sehr Ortstreu und halten innerhalb ihres Bezirkes immer die gleichen Wege ein. Gegen den Abend beginnen sie wieder zu singen. Sie sind reine Pflanzenfresser. Weil die Wälder immer weiter abgeholzt werden, sind die Lemuren immer mehr bedroht, weil sie den Wald zum Überleben brauchen.
rr