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Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada verschärft sich weiter: Die Vereinigten Staaten fordern einen Strafzoll von 220 Prozent auf kanadische Bombardier-Flieger.
Das US-Handelsministerium kündigte am Dienstag an, kanadische Bombardier-Flugzeuge der C-Serie mit Strafzöllen von 220 Prozent zu belegen. Zur Begründung gab es an, Bombardier habe von unfairen staatlichen Subventionen profitiert. Betroffen sind zwei neue Mittelstreckenmaschinen von Bombardier, die CS100 mit 100 Plätzen und die CS300 mit 150 Plätzen – sie sind direkte Konkurrenz für die B737 von Boeing.
Der US-Flugzeugbauer Boeing hatte Ende April Beschwerde gegen Bombardier eingelegt. Er warf dem kanadischen Flugzeugbauer vor, die Maschinen unter Herstellungskosten zu verkaufen und dabei von mehr als drei Milliarden Dollar staatlicher Subventionen zu profitieren.
Bombardier: «Absurd»
«Die Vereinigten Staaten schätzen ihre Beziehungen zu Kanada, aber selbst unsere engsten Verbündeten müssen sich an die Regeln halten», sagte US-Handelsminister Wilbur Ross am Dienstag. Der endgültige Beschluss fällt demnach am 12. Dezember.
Der Zoll wird nur erhoben, wenn er von der Internationalen Handelskommission der USA 2018 bestätigt wird. Der Hersteller Bombardier nannte die Entscheidung «absurd». US-Handelsgesetze seien nie mit dieser Absicht verabschiedet worden; Konkurrent Boeing versuche, den Wettbewerb zu unterdrücken.
Prompte Kritik aus Kanada
Die kanadische Aussenministerin Chrystia Freeland sagte, ihr Land missbillige den Schritt der USA. Dieser sei eindeutig erfolgt, um die Mittelstreckenflugzeuge des Anbieters auf dem US-Markt loszuwerden. Weiter sagte sie, das von den USA eingeleitete Wettbewerbsverfahren befinde sich noch im Anfangsstadium; Strafzölle könnten aber erst erhoben werden, wenn dieses abgeschlossen sei.
US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, Handelsregeln hart anzugehen. Wiederholt kritisierte er Kanada dafür, US-Produkte aus der Milchindustrie nicht auf dem eigenen Markt zuzulassen und die Holzindustrie zu subventionieren. Er hat ausserdem damit gedroht, aus dem Freihandelsabkommen NAFTA auszutreten, falls mit Kanada und Mexiko keine bessere Version ausgehandelt werden sollte.
(sda/ise)