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Zugleich kritisierte Blair seine eigene Labour-Partei als zu schwach, um dem Brexit etwas entgegenzusetzen. "Ich hasse das zu sagen, aber es ist wahr." Es müsse über die Parteigrenzen hinweg eine Bewegung geben, um den Austritt aus der EU (Brexit) doch noch zu verhindern. Der Labour-Politiker war von 1997 bis 2007 britischer Regierungschef.
Bei einem Referendum im vergangenen Juni hatten die Briten mit knapper Mehrheit für einen Austritt aus der EU gestimmt. Nun debattiert das britische Parlament über ein Brexit-Gesetz. Es soll bis zum 7. März beide Kammern passiert haben. Es ist notwendig, damit Premierministerin Theresa May die Austrittserklärung in Brüssel abgeben kann. Die Konservative will das bis Ende März erledigt haben. Erst danach können die Verhandlungen mit der EU beginnen.
May wolle den "harten Brexit" - also die Trennung von der EU einschliesslich des Europäischen Binnenmarktes - um jeden Preis, sagte Blair. Diese Kosten müssten schonungslos aufgedeckt werden. Mit dem Brexit steige auch das Risiko, dass sich Schottland vom Vereinigten Königreich abspalte, warnte er. Die Brexit-Politik der Regierung sei ein "Durcheinander von Widersprüchen", das Land befinde sich in einer "surrealen Situation". Konservative nannten Blairs Rede arrogant.
Blair hatte bereits im vergangenen Herbst die Möglichkeit eines zweiten Brexit-Referendums ins Spiel gebracht. Die Regierung lehnte das kategorisch ab. "Brexit heisst Brexit", lautet Mays Motto.
Brexit-Minister David Davis geht vor der Verabschiedung des Brexit-Gesetzes von einem "Ping-Pong-Spiel" zwischen Ober- und Unterhaus in den nächsten Tagen aus: Dabei geht der Gesetzentwurf so lange zwischen beiden Kammern hin- und her, bis sich die Parlamentarier auf einen Wortlaut einigen. Davis zeigte sich zuversichtlich, dass die Austrittserklärung bis Ende März vorliegt./si/DP/jha
(AWP)