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Das Fahrzeug hat eine große Fangemeinde und wurde rund sechs Millionen Mal produziert. Grund für diesen Erfolg ist wohl seine Einfachheit und Robustheit, der geringe Kraftstoffverbrauch von etwa 1,4 Liter Normalbenzin-Zweitaktöl-Mischung auf 100 km, das geringe Gewicht von 28 kg und der Anschaffungspreis: die letzten Serienexemplare in Deutschland kosteten 798 DM, als Mofas deutscher Hersteller schon über 1.500 DM kosteten. 1974 kam die zuvor eigenständige Marke Velosolex an Motobécane. Nachdem Motobécane 1983 von Yamaha übernommen wurde und die Verkaufszahlen zurückgingen, wurde die Produktion in Frankreich am 9. November 1988 eingestellt. In Ungarn begann ab 1992 die Produktion von Neufahrzeugen auf den alten Fertigungsanlagen, die im Jahre 2002 endete. Dreiradfahrzeug Velosolex in Mons (Belgien). Anfang 2005 nahm mit finanzieller Unterstützung des französischen Staates und der Europäischen Union die Firma Mopex in Frankreich die Produktion wieder auf: Unter dem Namen Black´n Roll wird der Typ S 4800 D aus chinesischen Teilen mit Katalysator und weiteren Modifizierungen montiert und auch nach Deutschland geliefert. Qualitativ sind diese Fahrzeuge nicht mit den einstigen Originalen vergleichbar. Die Namensrechte für Velosolex liegen bei der Pariser Cible-Gruppe, die ihrerseits 2005 eine Neuinterpretation auf den Markt brachte: das elektrisch angetriebene eSolex. Im Laufe der vielen Produktionsjahre wurden auch Derivate entwickelt und gebaut, beispielsweise das faltbare PliSolex oder ein Modell mit Winkelgetriebe, das häufig unrichtig als Kardanantrieb bezeichnet wird (Modell Flash & 6000), bei dem der Solex-Motor nicht mehr über dem Vorderrad montiert war. Das Ur-Prinzip mit klappbarem Motor über dem Vorderrad hat alle „Nachfolger“ bis heute überdauert.
Beim klassischen Modell wird das Vorderrad über eine Reibrolle angetrieben. Der Zweitakt-Motor des meistverbreiteten Modells 3800 ist klappbar an der Gabel befestigt, hat einen Hubraum von 49 cm³ und Gemischschmierung (früher 1 : 25, heute dank moderner Öle 1 : 50). Ungedrosselt beträgt die Höchstgeschwindigkeit beim Modell 3800 ca. 30 bis maximal 35 km/h. Bei nasser Straße oder abgefahrenem Vorderreifen kam es häufig zu Problemen mit der durchrutschenden Reibrolle, was die übertragene Kraft deutlich reduzierte. Eine weitere konstruktionsbedingte Eigenschaft des Vélosolex ist die Kraftstoffversorgung durch eine vom Unterdruck im Kurbelgehäuse gesteuerte Membranpumpe, die das Benzingemisch vom tiefer gelegenen Tank zum Vergaser auf Zylinderhöhe befördert. Die französischen Solex-Modelle hatten wie die in den Niederlanden gebauten Lizenzmodelle einen kleinen rechteckigen Scheinwerfer mit einer 7-Watt-Glühbirne, der in die mittlere Motorverkleidung fest eingebaut war und deshalb die vertikale Bewegung des Motors mitmachte. Ab Mitte der 1960er Jahre war bei den deutschen Ausführungen ein etwas größerer, runder Scheinwerfer mit größerer Lichtleistung (15 Watt) oberhalb des Motors starr angebracht. Das Ein- oder Auskuppeln entfällt, da eine Fliehkraftkupplung eingebaut ist. Gestartet wird die Maschine bei heruntergelassenem Motor (Reibrolle auf dem Vorderreifen), indem man das Fahrzeug anschiebt oder mit den Pedalen anfährt. Dabei muss das Dekompressionsventil mit einem Hebel am Lenker kurz geöffnet werden, um den Anfahrwiderstand zu überwinden. Das Abstellen des Motors erfolgt ebenfalls durch das Dekompressionsventil.
Der erste Prototyp des Vélosolex entstand im Dezember 1940. Die ersten Serienmodelle von 1946 unterschieden sich bis auf den Hilfsmotor wenig von einem herkömmlichen Fahrrad. Es wurden 26-Zoll-Felgen montiert. Der 45-cm³-Motor mit Nasenkolben leistete 0,4 PS bei 2000/min. Seit 1951 verfügten die Mofas über einen Hauptständer. Im Juni 1952 wurden nur noch 24 Zoll große Felgen montiert. Seit dem Erscheinen des Modells 330 im Oktober 1953 verfügte der Motor über 49 cm³ und 0,5 PS. Mit dem Modellwechsel 1955 zum Modell 660 wurde der Schwanenhals-Rahmen durch einen Rundrohrrahmen ersetzt. 1957 erschien das Modell 1010, das erstmals über eine Umkehrspülung verfügte. Die Größe der Räder wurde mit dem Modell 1400 von 1958 abermals reduziert auf nunmehr 19 Zoll. Das Vélosolex 1700 von 1959 verfügte erstmals über eine Fliehkraftkupplung und eine Motorkühlung mittels Lüfterrad. Seit 1961 leistete das Vélosolex als Modell 2200 0,7 PS. Mit dem Modell 3300 wurde 1964 der Rundrohrrahmen durch einen Rahmen mit eckigem Querschnitt ersetzt. Ab diesem Modell wurde auch eine hintere Trommelbremse eingebaut. Das 1966 erschienene Vélosolex 3800 wurde ab 1968 auch mit roter und blauer Lackierung vertrieben, später auch in Weiß und mit Edelstahlschutzblechen (nur bei den Luxe-Modellen). Das in ca. 4000 Exemplaren produzierte Modell Micron verfügte über 12,5 Zoll-Räder und verzichtete auf Pedale. Das Modell 5000 von 1971 wurde parallel zum Modell 3800 mit 16 Zoll – statt 19 Zoll-Felgen gefertigt. Erhältlich war es in den Farben Orange, Gelb, Hellblau, Weiß. Mit dem Erscheinen des Modells 5000 wurde die Produktion der blauen, roten und weißen 3800-Modelle eingestellt. Das Modell 3800 war seit 1971 wieder ausschließlich im klassischen Schwarz erhältlich. Das 1973er Modell Plisolex entsprach dem Modell 5000, war jedoch zusammenklappbar (Stückzahl ca. 4000). Im Jahr 2005 wurde das Modell 4800 vorgestellt.