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Bluthochdruck ist eine in den Industrielandern weit verbreitete, heimtückische Krankheit. Ohne entsprechende Behandlung stellt Bluthochdruck langfristig eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar. Betroffene können aber die mit dieser Krankheit verbundenen Risiken verringern, wenn sie die arztlichen Anweisungen konsequent befolgen und ihre Werte regelmässig kontrollieren lassen.
In den Industrielandern leiden 20 bis 30% der Erwachsenen unter Bluthochdruck. Bei den über 60-Jahrigen ist sogar jede zweite Person betroffen. Oft verursacht die Krankheit keine bestimmten Symptome. Ein sehr hoher Blutdruck kann allerdings Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Ohrensausen hervorrufen.
Gute Werte
Der Blutdruck wird mit einem eigens dafür entwickelten Gerat gemessen und als Millimeter Quecksilbersaule angegeben. Man stellt den in Abhangigkeit des Herzschlags minimal und maximal erreichten Druck fest, den das Blut auf die Arterienwande ausübt. Der systolische Blutdruck (erster Wert) entspricht dem maximal erreichten Druck während der Herzkontraktion, bei der das Blut in die Arterien gepumpt wird. Der zweite Wert – der diastolische Blutdruck – steht für den niedrigsten Druck, der während der Erschlaffung des Herzmuskels, wenn sich das Herz wieder mit Blut füllt, gemessen wird. Um diese Blutdruckwerte zuverlassig festzustellen, müssen die Messungen in sitzender Haltung mehrmals vorgenommen werden. Dabei wird eine Manschette um den Arm oder je nach Gerat um das Handgelenk gelegt. Werte bis 140/90 mm Hg entsprechen einem normalen Blutdruck, bei höheren Zahlen wird von arterieller Hypertension oder Bluthochdruck gesprochen.
Wie kommt es zu erhöhtem Blutdruck?
Mit zunehmendem Alter steigt der Blutdruck natürlicherweise leicht an. Eine vorübergehende Erhöhung ist auch bei Stress, körperlicher Betatigung und zu bestimmten Tageszeiten festzustellen. In den meisten Fallen sind die Ursachen eines krankhaft erhöhten Blutdrucks unbekannt ? es liegt eine sogenannte essentielle Hypertonie vor. In seltenen Fallen wird Bluthochdruck durch eine andere Erkrankung verursacht (Nierenerkrankung oder hormonale Störungen). Wahrscheinlich sind meistens verschiedene Faktoren für einen krankhaft erhöhten Blutdruck verantwortlich: Ubergewicht, übermassiger Konsum von Salz (Natriumchlorid), Fett und Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel und Stress. Inschätzungsweise 20 bis 40% der Falle spielen auch erbliche Faktoren eine Rolle.
Die Folgen von unbehandeltem Bluthochdruck
Inwiefern stellt unbehandelter Bluthochdruck eine Gefahr für die Gesundheit dar? Langfristig können zahlreiche Komplikationen im Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-System und verschiedenen Organen auftreten. Das Herz zum Beispiel erbringt ständig eine nicht vernachlassigbarezusätzliche Leistung, vergrössert sich in der Folge und ermüdet vorzeitig: es kommt zu Herzinsuffizienz. Die Arterien verengen sich durch die Uberbeanspruchung und verlieren ihre Elastizitat. Arteriosklerose, Angina pectoris, Herzinfarkt, Gehirnschlag oder Niereninsuffizienz? die Liste fataler Folgen des Bluthochdrucks ist leider lang.
Behandlung unerlasslich
Um die Risiken für Komplikationen einzuschranken, muss Bluthochdruck angemessen behandelt werden. Dass sich mit einer geeigneten Therapie sehr viel erreichen lasst, wurde in mehreren wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. In einem ersten Schritt lasst sich der Blutdruck manchmal durch eine Umstellung von Lebensstil und Ernährung senken. Reichen diese Massnahmen nicht aus, ist der Einsatz von Medikamenten unerlasslich. Es gibt verschiedene Substanzklassen, auf die der behandelnde Arzt nach individuellen Kriterien zurückgreifen kann. Am haufigsten eingesetzt werden ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten, Betablocker, Diuretika und Calcium-Antagonisten. Manchmal müssen zwei oder sogar drei verschiedene Medikamente gleichzeitig eingenommen werden. Nachfolgend einige Regeln zur Ernährung und zu den Lebensgewohnheiten, die bei erhöhtem und normalem Blutdruck gleichermassen höchst empfehlenswert sind. Mit diesen Empfehlungen lasst sich der Blutdruck in einem Anfangsstadium möglicherweise senken, undspäter kann so die medikamentöse Behandlung unterstützt und ein Fortschreiten der Krankheit verhindert werden. – Sich ausgewogen und gesund ernahren, Salz- und Fettkonsum einschranken – Mit dem Rauchen aufhören – Auf das Gewicht achten, das Normalgewicht anstreben – Stresssituationen vermeiden – Auf gesunde Lebensgewohnheiten achten, insbesondere auf eine regelmässige körperliche Betatigung, die auch nur leicht sein kann – Alkohol mit Mass konsumieren – Die Empfehlungen des Arztes zur Behandlung allfalliger Störungen des Fettmetabolismus (z.B. erhöhter Blutcholesterinspiegel) beachten – Bei Diabetes den Blutzuckerspiegel genau überwachen – Ausreichend schlafen (6 bis 8 Stunden pro Nacht) – Den Blutdruck regelmässig kontrollieren: ein- bis zweimaljährlich ab 45 Jahren, noch häufiger, wenn der Blutdruck bereits erhöht ist.
Den Blutdruck selber messen
Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden, möchten Sie den Blutdruck auf eigene Initiative oder auf arztlichen Rat hin möglicherweise selbst bei sich zu Hause messen können. So können Sie die Wirksamkeit der zur Verbesserung Ihrer Gesundheit vorgenommenen Massnahmen am besten überprüfen. Dabei können Sie die Messwerte sowie allfallige Bemerkungen (z.B. unerwünschte Nebenwirkungen, besondere Anstrengungen, vergessene Tabletteneinnahme) in einem zu diesem Zwecke vorgesehenen Notizheft eintragen. Ein solches von Fachpersonen ausgearbeitetes Heft erhalten Sie bei Ihrem behandelnden Arzt. Die in Apotheken oder spezialisierten Laden angebotenen Gerate zur Blutdruckmessung sind heute von guter Qualitat, zuverlassig und einfach zu bedienen. Da der Blutdruck sehr empfindlich auf unterschiedliche Bedingungen reagiert, sind bei der Messung folgende Punkte zu beachten: – Messung immer am gleichen Arm und etwa zur gleichen Zeit vornehmen – Vor der Messung nicht rauchen, keinen Alkohol oder Kaffee trinken – Vor der Messung 5 Minuten ruhig dasitzen – Gerat korrekt anbringen (Bedienungsanleitung) – Wahrend der Messung ruhig sitzen bleiben und nicht sprechen – Bei Messungen am Handgelenk dieses auf Herzhöhe halten Gewisse Gerate verfügen über Zusatzfunktionen, mit denen sich die Entwicklung des Blutdrucks über eine bestimmte Zeitdauer verfolgen lasst (tägliches oder langfristiges Profil). Diese tragbaren Kleincomputer registrieren die täglichen Messungen und berechnen automatisch Durchschnittswerte und Abweichungen. Die Ergebnisse erscheinen auf der Anzeige, sind stets verfügbar und lassen sich sogar auf einen Computer übertragen.- Publicité -