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Ich sitze im Garten und schaue den Hühnchen zu wie sie sich streiten um ein paar Leckerbissen. Hühner und Menschen, denke ich, wo liegt der Unterschied? Leider ist „Lady Gaga“, das stolze schwarze „Appenzeller Spitzhauben-Huhn“ (Bild links) verstorben. Eines Morgens lag sie im Stall und stand nicht mehr auf als ich das Türchen öffne. Sie lebte noch, hob kurz den Kopf und legte ihn dann wie in Zeitlupe wieder nieder. Tage zuvor hatte die Hühnerchefin die Lady Gaga tracktiert. Sie hatte sie mehrmals ins Auge gehackt, so dass diese über Tage blind umhertappte. Als Todes-ursache vermute ich eine Augenentzündung, verursacht durch Verunreinigung. Ich brachte"Lady" zu Res, einem Nachbarn, damit er sie erlöse. Dies war aber nicht mehr nötig, denn kurz darauf hauchte sie ihr Leben aus. Die stolze Henne war nicht alt geworden.
Ein paar Tage später besorgte ich mir bei einem Züchter im Dorf zwei neue, braune Barnefelder-Hünchen. Nun ist der Bestand wieder in Ordnung. Sie haben einen grossen gedeckten Wintergarten, aufgeteilt in ein Abteil mit Holzschnitzelboden und ein Abteil für das beliebte Sandbad. Dazu zwei mit Gras, Rasen und Sträuchern bewachsene Ausläufe. Wahrlich ein Hühner-Paradis. Da kommt mir gerade eine neue Kategorie Kandidaten in den Sinn für meine geniale "Chlapfmaschine" (*). Die Eierproduzenten mit Käfighaltung und Schnabel-Coupierung. Die Schnäbel werden coupiert um Verletzungen bei der Hackordnung zu vermeiden. Da die Tiere auf engstem Raum eingepfercht sind, können sie nicht flüchten und werden oft zu Tode gehackt. Die Zustände in diesen Tierfabriken sind katastrophal um nicht zusagen kriminell. Die Eier aus solchen Betrieben sind mit "Eier aus Bodenhaltung" bezeichnet. Im Schweizer Tierschutzgesetz ist das „Schäbel coupieren“ jetzt verboten, nicht aber im Ausland.
*) Ich muss noch erklären, was eine Chlapfmaschine ist. Dieses Gerät habe ich erfunden (natürlich nur in meinem schrägen Kopf). Es handelt sich um eine Maschine, bestehend aus einem Stuhl wie beim Zahnarzt, nur dass man den Deliquenten festschnallen kann. Der Kopf wird wie bei Affen-Versuchen fest gemacht. Dann kommt eine mechanische Lederhand, die beidseitig Ohrfeigen austeilt. Intensität, Geschwindigkeit und Laufdauer kann man individuell einstellen. Ich sollte eigentlich ein Patent anmelden dafür, aber Madeleine ist dagegen. (!)
Ich überlege gerade, wie ich den neuen, jungen Nachbarskater Arjen davon abhalten kann, ins Hühnergehege einzudringen um die nervösen Tiere zu erschrecken. Wenn ich in der Wohnung bin und von draussen ein aufgeregtes Gegackere vernehme, kann ich sicher sein, dass der kleine Fussball-Star wieder seinen Spass auslebt. Er ist noch so klein, dass er durch das Netz schlüpfen kann. Ein "feinmaschigeres Netz!" da bin jetzt gerade drauf gekommen - das ist die Lösung, das muss ich mir besorgen. HRJ