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von Nicole Speck, Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie, Universitätsspital Basel
Die Entfernung grosser Zungenkarzinome verursacht Funktionseinbussen beim Schlucken und Sprechen. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität der Patient:innen erheblich. Bei solchen Defekten ist der freie Gewebetransfer mittels «ALT-Lappen», wo Gewebe vom seitlichen Oberschenkel entnommen und in die Mundhöhle transplantiert wird, der «Gold- Standard» zur Rekonstruktion. Frühere Studien zu «sensibilisierten» ALT- Lappen, d.h. Lappen, wo ein Nerv mittransplantiert und im Bereich der Empfängerstelle angenäht wird, berichteten von einer besseren Erholung der Sensibilität im Vergleich zu Patient:innen, die eine ALT-Lappenrekonstruktion ohne Nervenanschluss erhielten. Damit einhergehend hat sich zudem gezeigt, dass der Schluck- und Sprechvorgang verbessert werden kann, was sich in einer Erhöhung der Lebensqualität widerspiegelt.
Patient:innen mit einem Mundhöhlenkarzinom, insbesondere einem Zungenkarzinom, sind zum Zeitpunkt der Operation häufig mangelernährt. Die Lage des Tumors beeinträchtigt den Schluckvorgang und schlucken ist oft schmerzhaft. Kürzlich wurde der «PAP-Lappen» mit Gewebeentnahme vom hinteren Oberschenkel als alternative Rekonstruktion von ausgedehnten Zungendefekten bei unterernährten Patient:innen mit wenig Gewebe am seitlichen Oberschenkel beschrieben. Ein suffizientes Volumen der mittels Lappenplastik rekonstruierten Zunge ist essenziell, um eine Aspiration (Nahrung, welche ungewollt in die Lunge transportiert wird) und somit eine Lungenentzündung zur verhindern. Wiederkehrende Lungenentzündungen in dieser Situation bedürfen teils einer kompletten Entfernung des Kehlkopfes.
Das Ziel der Studie ist, das Schlucken und Sprechen nach ausgedehnten Tumoroperationen zu verbessern und die Patient:innen vor der Kehlkopfentfernung zu schützen, indem eine sensibilisierte PAP-Lappenplastik durchgeführt wird. Dies ist die erste Studie im Kopf-Hals Bereich, welche die Entwicklung der Sensibilität des Lappens sowie den Einfluss auf Sprech- und Schluckfunktion systematisch untersucht. Damit soll eine bessere Behandlung und Lebensqualität für betroffene Patient:innen erzielt werden.
Fördersumme CHF 40'000
Zusammenarbeit Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie, HNO und Statistik.