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Der Klimawandel, Corona, die Globalisierung, Korruption und der Krieg in der Ukraine treiben immer mehr Menschen ins Elend.
«Wir sind dabei, den weltweiten Hunger zu besiegen», hiess es im Jahr 2000 an einer Uno-Konferenz in New York. Tastsächlich: Der Kampf gegen den Hunger hatte im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts und in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts beträchtliche Fortschritte gemacht.
1990 gab es noch über eine Milliarde hungernde oder unterernährte Menschen. Bis 2015 gelang es, die Zahl der Hungernden um 200 Millionen zu reduzieren.
800 Millionen hungern
Doch ab 2015 ging es wieder steil aufwärts. Laut Uno-Angaben leiden heute über 800 Millionen Menschen an Hunger oder Mangelernährung, also etwa jeder zehnte Mensch. Nach Uno-Schätzungen sterben jedes Jahr bis zu 40 Millionen Frauen, Männer und gerade auch Kinder an Hunger, Unterernährung und deren Folgen. Vor allem die Zahl der am schwersten unter Hunger leidenden Menschen hat sich nach Informationen des World Food Programs (WFP) dramatisch erhöht, nämlich von 150 auf 350 Millionen Menschen.
An den Folgen von Hunger sterben jedes Jahr mehr Menschen als insgesamt an den Folgen von Malaria, Tuberkulose und Aids.
Das WFP warnt vor einer «Hunger-Pandemie, schlimmer als die Corona-Pandemie». WFP-Chef David Beasley sagte: «Die Welle des Hungers hat sich in einen Tsunami verwandelt.»
Klimawandel, Corona, Kriege, Globalisierung, Korruption
Hauptursache des zunehmenden Hungers ist der Klimawandel. Fehlender Regen, ansteigende Temperaturen lassen vor allem in Afrika ganze Landstriche verdorren. Zudem hat die Globalisierung in Teilen der Entwicklungsländer dazu geführt, dass die Armen noch ärmer geworden sind und kaum mehr Zugang zu erschwinglichen Nahrungsmitteln haben. Weitere Ursachen für den Hunger sind Naturkatastrophen, Heuschreckenplagen und kriegerische Konflikte mit ihren Fluchtbewegungen. Viele Industriestaaten haben begonnen, die Hilfe für die Ärmsten in der Dritten Welt zu reduzieren. Auch das fördert den Hunger.
Doch oft tragen die Entwicklungsländer selbst zum Hunger in ihren Ländern bei. Durch Korruption verschwinden Hilfsgelder im Wert von Milliarden. In vielen Ländern der Dritten Welt fehlen nachhaltige Strukturen, die den Aufbau einer funktionierenden Wirtschaft ermöglichen und garantieren.
Noch nicht inbegriffen in den jüngsten Uno-Statistiken sind Menschen, die wegen des Ukraine-Krieges an Nahrungsmittelmangel leiden.
2’100 Kalorien
Wie wird Hunger definiert? Gemäss der Food and Agriculture Organization (FAO) der Uno gilt als unterernährt, wenn eine Person auf längere Dauer weniger als 2’100 Kalorien pro Tag zur Verfügung hat. (Laut der FAO beträgt der durchschnittliche tägliche Kalorienverbrauch in der Schweiz 3’354 pro Person.)
Betroffen sind vor allem Länder in Asien und Afrika. Beispiel: In der Zentralafrikanischen Republik hat sich laut Statistiken der Weltbank die Zahl der Hungernden innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. 60 Prozent der Bevölkerung leiden dort an Hunger.
Jedes siebte Kind
Dramatisch ist die Lage auch in Haiti (47%), Sambia (46%), Simbabwe (45%), Liberia (43%), Madagaskar (43%), Ruanda (42%) und Nordkorea (41%). Leidtragende sind oft Frauen und Kinder. Weltweit ist jedes siebte Kind untergewichtig.
98 Prozent der Hungernden leben in Entwicklungsländern. Doch selbst in den Industriestaaten leiden15 Millionen Menschen an Hunger.