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Bestellbrief der Drei Bünde für den Hauptmann Hercules von Salis-Marschlins
Vor der Eroberung durch die Bündner im Jahr 1512 unterstanden dasund die Grafschaften und dem Herzogtum Mailand. Die Bündner übernahmen zum grossen Teil die vorgefundenen Verwaltungsstrukturen und respektierten die geltenden Statuten, unterzogen sie aber zwischen 1531 und 1549 einer Revision.
Der oberste Vertreter derim ganzen Veltlin inklusive Bormio und Chiavenna war der Landeshauptmann (governatore generale). Er residierte in Sondrio, dem Hauptort des Veltlins. In seine exekutive Zuständigkeit fielen die Gesamtbeziehungen zwischen Bünden und dem Veltlin: Er besass das Aufsichtsrecht über die Verwaltung und die öffentliche Ordnung, befehligte die aus Veltlinern bestehende Talmiliz und amtierte als Podestà im mittleren (Sondrio). Ferner war er oberster Gerichtsherr in den drei Talterzieren sowie in der Grafschaft Chiavenna und durfte im ganzen Veltlin Verhaftungen vornehmen sowie Leibes- und Ehrenstrafen verhängen. Er war meist ein Angehöriger des Bündner Herrenstandes.
Das Amt wurde alle zwei Jahre vomder Drei Bünde und ab 1603 von den Bündner im Turnus an die Meistbietenden verpachtet. Diese Praxis war im Veltlin und den benachbarten Grafschaften schon unter den Mailänder Herzögen durchaus üblich gewesen.
Beim hier zu transkribierenden Dokument handelt es sich um den Bestellbrief für den Landeshauptmann Hercules von Salis-Marschlins (1617-1686), der Ende Oktober 1660 ins Amt gewählt wurde. Die Urkunde hält seine Amtsbefugnisse fest und ist prachtvoll gestaltet. Solche Vorzeigestücke erhöhten das Sozialprestige: Wer es sich leisten konnte, liess sich die Ausfertigung deshalb einiges kosten.
Zitationsvorschlag
Immacolata Saulle/Sandro Decurtins: Ad fontes, Transkriptionsübung: Bestellbrief der Drei Bünde für den Hauptmann Hercules von Salis-Marschlins, CC-BY, URL: https://www.adfontes.uzh.ch/370450/