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Orangenliköre sind eine häufig gesehen Cocktailzutat und eine der meist verwendeten Liköre überhaupte. Dabei ist Orangenlikör nicht gleich Orangenlikör – immerhin gibt es auch Hunderte von Orangensorten, die sich in Farbe, Säuregehalt und Ursprungsgebiet voneinander unterscheiden. Unterteilen lassen sie sich in die vier Gruppen "Rundorangen", "Nabelorangen", "Blutorangen" und "Bitterorangen" (Pomeranzen). Obwohl hierzulande die scheinbar meisten Früchte aus Spanien kommen, gilt Brasilien als weltweit grösster Produzent. Rezepte für bekannte Mixgetränke wie Cosmopolitan, Mai Tai, Swimming Pool und Long Island Iced Tea führen Orangenlikör als Zutat auf, allerdings heisst dieser dann meistens "Triple Sec", "Curaçao" oder auch "Cointreau". Was ist damit gemeint?
Theoretisch ist die Unterscheidung der Orangenliköre recht einfach. Curaçao in seiner Urform wird aus einer bestimmten Unterart der Pomeranze hergestellt, die sich Laraha nennt und in dieser Art ausschliesslich auf der Karibikinsel Curaçao wächst. Dabei handelt es sich um eine verwilderte Baumart, deren Früchte an sich ungeniessbar schmecken, sich aber hervorragend für die Herstellung diverser Liköre eignen (dafür werden dann allerdings die Schalen herangezogen). Dies fand man im Laufe des 19. Jahrhunderts heraus, woraufhin einige bis heute bekannte Hersteller wie Cointreau ihre Arbeit aufnahmen. In der Barszene ist der farbgebende Blue Curaçao äusserst beliebt geworden; es gibt aber auch orangene oder farblose Orangenliköre.
Triple Sec weist generell einen höheren Alkoholgehalt als Curaçao auf, ist farblos und besteht aus unterschiedlichen Orangenarten. Jetzt wird es aber kompliziert: Weder Triple Sec noch Curaçao sind geschützte Bezeichnungen, weshalb sich theoretisch jeder Orangenlikör beliebig nennen darf. Nur, weil Curaçao drauf steht, sind also noch lange keine echten Laraha-Früchte drin. Ausserdem gibt es auch noch die Bezeichnung "Curaçao Triple Sec", was unter Neulingen noch mehr Verwirrung stiften dürfte. Deshalb gilt es beim Kauf von Orangenlikören immer, sich die Produktinformationen einzuholen. Wer im Hinblick auf die verwendete Orangensorte keinerlei Präferenzen hat, freut sich über einen riesige Auswahl an Likören mit unterschiedlichen Farbtönen, Geschmacksprofilen und Trinkstärken.