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Zürich - Der ehemalige künstlerische Direktor des Zürcher Schauspielhauses, Christoph Marthaler, ist mit dem Kulturpreis des Kantons Zürich geehrt worden. Der Preis ist mit 50'000 Franken dotiert.
Christoph Marthaler sei einer, der die geltenden Gesetze ausser Kraft setze, sagte Roger de Weck in seiner Laudatio gemäss Redetext. Marthalers Dramaturgie komme ohne Höhepunkte aus. Ihm gehe es "um unser allzu menschliches Stolpern und Stochern im Nebel", weshalb in seinen Stücken eine eigentliche Handlung oft unnötig sei.
De Weck erinnerte auch an die Auseinandersetzungen, die 2004 zum Weggang des damaligen Intendanten aus Zürich führten. Kritiker, sagte de Weck, hätten sich damals mit dem Schlagwort "Unterhosentheater" begnügt. Dabei hätten sie an Marthalers Kunst und Persönlichkeit das Poetisch-Störrische übersehen: "die urschweizerische Form der Anarchie."
Mit dem Kulturpreis wird die herausragende Bedeutung von Marthalers Arbeit für die Zürcher Theaterwelt ausgezeichnet, wie der Kanton in einer Mitteilung schrieb. Marthaler sei ein "hervorragender und stilbildender Theater- und Opernregisseur, der internationale Anerkennung geniesst".
Der 1951 in Erlenbach ZH geborene Marthaler absolvierte ursprünglich ein Musikstudium. Ab Mitte der 1970er Jahre wirkte er als Theatermusiker und entwickelte erste Projekte in der freien Theaterszene.
Ab 1980 inszenierte Marthaler eigene musikalisch-theatralische Projekte. Unter anderem beteiligte er sich am am ersten Zürcher Theaterspektakel mit dem Projekt "Indeed".
Nach Engagements in Basel und Hamburg wurde Marthaler im Jahr 2000 künstlerischer Direktor des Zürcher Schauspielhauses, das er 2004 nach Streitigkeiten mit dem Verwaltungsrat wieder verliess. Während seiner Intendanz wurde das Schauspielhaus von der Zeitschrift "Theater heute" zwei Mal zum Theater des Jahres gewählt.
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