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«As times goes by...» Vor 15 Jahren bezahlte ein Verlagshaus 160 Millionen Pfund für die schottische Tageszeitung «The Scotsman». Jetzt ist die gleiche Zeitung in einem gemeinsamen Paket mit mehr als 100 anderen Regionalblättern für gerade mal 10,2 Millionen Pfund verscherbelt worden.
Das Schnäppchen hat sich das britische Verlagshaus JPI Media unter den Nagel gerissen. Zum Portfolio gehören auch bekannte Titel wie die «Yorkshire Post» und das «Sunderland Echo».
Der Investor ist in der Medienbranche als «Heuschrecke» bekannt. Zumindest in Deutschland. Dort hat David Montgomery in den Nullerjahren bei «Berliner Zeitung», «Berliner Kurier» oder «Hamburger Morgenpost» die Sparkeule geschwungen.
In England wird der Nordire als Retter gefeiert. Von einem «willkommenen Bekenntnis zum Wachstum des Unternehmens» spricht etwa Michelle Stanistreet, die Generalsekretärin der Journalistengewerkschaft NUJ.
Montgomery selbst liess sich zum Deal mit den Worten zitieren, dass er vielen der von ihm jetzt erworbenen Zeitungen schon als Student verbunden gewesen sei. Über die Jahrzehnte habe er miterlebt, wie ihre «grossartige und ehrliche Berichterstattung» zur demokratischen und gesellschaftlichen Entwicklung beigetragen habe – eine Tradition, die er weiterhin fördern werde.
Das Branchenmagazin «Press Gazette» sieht es etwas anders. Vor allem zwei Ziele würden bei der Strategie von Montgomerys Investmentfirma National World ganz oben stehen: die «Abkehr von alten Systemen und archaischen Industriepraktiken» sowie die Schaffung eines neuen Modells, das digitale Technologie und traditionelles Printgeschäft kombinieren soll.
Mit anderen Worten: Kosten senken. Oder in die Sprache der heutigen Medienwelt übersetzt: Konsolidierung.