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Pierre-Yves Vandeweerd
Belgien | 2004 | 55 min
Sprachen : Französisch, Sundanesisch
Untertiteln : Französisch, Englisch
Der dritte Film Pierre-Yves Vandeweerds ist eigentlich sein Erster. Jahre zuvor war der Filmemacher im Südsudan, um über die Situation eines Landes nach 30 Jahren Krieg zu berichten. Das Filmmaterial war für seine Absichten jedoch nicht geeignet und blieb unverwendet. Erst sieben Jahre später wurde nach dem Massaker der meisten von ihm gefilmten Menschen ein Film aus diesen Schwarz-Weiss-Bildern zur Notwendigkeit. Die Macht der Zeit hatte ihnen eine neue Dringlichkeit verliehen. Phantomähnliche, umherirrende Körper von Männern, Frauen und Kindern, die, ohne es zu wissen, bereits tot sind. Der Bürgerkrieg hat die Verbindungen, die Kultur und die Achtung vor dem Anderen getötet. Und doch sprechen sie: Sie mahnen den Filmemacher, auf die allgegenwärtigen Minen zu achten, beten gehend zu Gott, sprechen über Gewalt als soziale Antriebsfeder, würden gerne studieren, lernen … Der Film macht sie lebendig, wo es sie selbst längst nicht mehr gibt. Die Off-Stimme des Filmemachers ist ein Eingeständnis von Trauer. Wieder sind nah und fern dicht beieinander: fern in der Zeit, dem Herzen nahe.
Luciano Barisone