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Die nationale Finanzstaatsanwaltschaft Frankreichs (Parquet national financier) hat am Dienstag die Büros des französischen Fussballverbands in Paris durchsuchen lassen. Die Hausdurchsuchung erfolgte im Rahmen eines Schweizer Rechtshilfeersuchens. Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hat die französischen Behörden um Hilfe gebeten, wie es in einer Mitteilung der BA heisst.
Die Hausdurchsuchung steht in Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den Ex-Fifa-Präsidenten Sepp Blatter. Die Bundesanwaltschaft war laut Mitteilung vom Mittwoch anwesend. Es wurden Dokumente im Zusammenhang mit der Zahlung von zwei Millionen Franken an Uefa-Präsident Michel Platini beschlagnahmt.
Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung
Das Verfahren gegen Blatter war am 24. September 2015 eröffnet worden wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung und eventuell wegen Veruntreuung. Die Bundesanwaltschaft weist darauf hin, dass für Blatter wie auch für alle anderen Beschuldigten die Unschuldsvermutung gelte.
Gemäss den Ermittlern besteht neben der angeblich treuwidrigen Zahlung an Platini der Verdacht, dass Blatter im September 2005 mit der Caribbean Football Union – deren Präsident der im US-Verfahren der Korruption und der Geldwäscherei beschuldigte Jack Warner war – einen für den Weltfussballverband Fifa ungünstigen Vertrag abgeschlossen hat.
Verletzung der Treuepflichten
Zudem wird Blatter verdächtigt, bei der Umsetzung des Vertrages in Verletzung seiner Treuepflichten gegen die Interessen der Fifa respektive der Fifa Marketing & TV AG verstossen zu haben. Blatter hatte die Vorwürfe immer bestritten und die Zahlung an Platini für geleistete Dienste des Uefa-Präsidenten für die Fifa zwischen Januar 1999 und Juni 2002 begründet.
Blatter und Platini sind inzwischen von der Ethikkommission und der Rekurskammer der FIFA gesperrt worden. Beide kündigten an, die Sperren ans Sportgericht in Lausanne weiterzuziehen. Die Rekurskammer hatte die Sperre gegen Blatter um zwei auf sechs Jahre gesenkt.
(sda/ise/ama)