Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03575.jsonl.gz/2952

« ZurückWeiter »
XXXXVI, Nr
Mai 1902
man, dass das Material an sich einen grossen Einfluss auf den Reibungskoëffizienten nicht ausübt. Die Verwendung von Leder wurde hauptsächlich deshalb versucht, um die Abnutzung der Reibläche bei gleitendem Seil nach Möglichkeit zu verringern. Es hatte sich nämlich gezeigt, dass das als Hirnholz aufgebrachte Holzfutter verhältnismässig stark absplitterte, sobald Gleiten des Seiles eintrat. Bei der Lederfütterung war diese Abnutzung so gut wie nicht vorhanden, da eben die Fasern des Leders bedeutend zäher sind als die Holzfasern. Für die Praxis hat übrigens dieser Punkt wohl keine übergrosse Bedeutung, da das Seil wegen der erhöhten Reibung an mehreren Treibscheiben nicht häufig gleiten wird.
Aus den Kurven ist deutlich zu erkennen, dass der Zustand des Seiles, ob trocken, ob mit Seilschmiere eingefettet und ob mit Wasser begossen, einen grossen Einfluss auf den Reibungskoëffizienten ausübt. Man sieht, dass die Verwendung von trockenen Seilen, die zur Verhinderung des Rostens
verzinnt sind, bei Koepe-Förderung eine sehr grosse Sicherheit gewährleistet. Anderseits aber zeigen auch die Versuche, dass selbst bei geschmiertem Seil die Reibung immer noch genügend gross ist.
Beim Durchkonstruiren von Fördermaschinen nach dieser Bauart wurde die Zahl der durch Elektromotoren anzutreibenden Treibscheiben auf nur 2 festgesetzt, da sich alsdann schon eine durchaus genügende Reibung ergiebt und die Maschine bei Antrieb von mehr als zwei Treibscheiben zu komplizirt geworden wäre. Den Berechnungen wurde ein Reibungskoëffizient von 1/7 zugrunde gelegt. Berücksichtigt man, dass es bei der Berechnung von Koepe-Scheiben für Dampfbetrieb allgemein üblich ist, den Reibungskoëffizienten zu 1/5 anzunehmen, so darf man wohl bebaupten, dass bei der Annahme von 1/7 auch die ungünstigsten Verhältnisse gebührend berücksichtigt sind. Wird übrigens die Berechnung mit 1/5 durchgeführt, so ergeben sich ganz aussergewöhnlich günstige Verhältnisse für das Anfabren und Bremsen.
(Schluss folgt.)
Die Sandstrahlgebläse. Von Ernst Schulz, Ingenieur, Schwelm.
(Schluss von S. 683)
1 qmm
von
3) Druck-Sandstrahlgebläse. Die Druck-Sandstrahlgebläse stammen aus der neusten Zeit und sind von Mathewson in England und Gutmann in Deutschland gleichzeitig eingeführt. Der Sandbehälter wird bei ihnen mit unter Druck gesetzt, und die Pressluft findet den Sand sozusagen auf ihrem Wege vor. Auf diese Weise werden zwei Vorteile ausserordentlicher Wichtigkeit gleichzeitig erzielt. Einmal braucht die Pressluft den Sand nicht mehr anzusangen, kann also voll ausgenutzt werden, um ihm die erforderliche Beschleunigung zu ertei'en, und zweitens genügt ein Zuführschlauch, in dem das Gemisch
aus Luft und Sand beliebig Fig. 29 und 30.
weit geleitet werden kann, Ventilklappe.
bevor es durch eine Düse gegen das Arbeitstück geschleudert wird. Grosse Kraftersparnis und leichte Bedienbarkeit sind die daraus entspringenden Vorzüge.
Allerdings ist auch das Druckgebläse nicht für alle Zwecke gleich gut geeig. net; es hat sich beispielsweise in der Glasindustrie nur für bestimmte Arbeiten einführen können, da seine Wirkung zu kräftig ist. Dagegen nimmt die Anwendung des DruckSandstrahlgebläses in der Metallindustrie fortwährend
verwendet man jedoch auch Düsen, die noch unter Querschnitt haben.
Bei fast aller Druck - Sandstrahlgeblåsen sind zur Absaugung des Staubes Flügelrad- oder Luftexhaustoren vorgesehen, und Mathewson benutzt bei einer Reihe seiner Konstruktionen die Saugwirkung gleichzeitig, um den Sand wieder dem Gebläse zuzuführen. Gutmann stellt zu
diesem Zwecke entweder das Gebläse unter den Arbeitskasten, oder er ordnet wie bei verschiedenen mit Saugwirkung arbeitenden Maschinen einen besonderen Elevator an. Durch alle drei Ausfübrungsformen ist ein ununterbrochenes Arbeiten ermöglicht.
Fig. 31 ist ein von Mathewson konstruir tes Gebläse, das in zwei Kammern zerfällt, von denen nur die
untere unter Druck gesetzt werden kann. Die Druckluft tritt durch den Dreiwegehahn H ein, der abwechselnd auch die Gebläsekammer mit der Aussenluft in Verbindung bringen kann. Beim Arbeiten
steht der untere Raum unter Druck und der darin be
zu.
Der Umstand, dass der Arbeitsand mit unter Druck gesetzt werden muss, bedingt ein besonderes Gebläse, das die beim Saugsystem übliche Düse und den Sandbehälter ersetzt.
Als vorteilhaftester Arbeitsdruck hat sich eine Pressung von 0,6 bis 1,1 at erwiesen; es kommen deshalb als Druckerzeuger hauptsächlich Kompressoren, und zwar in anbetracht der verhältnismässig niedrigen Pressung meist solche ohne Wasserkühlung infrage.
Gutmann sowohl wie Mathewson verwenden für ihre Kompressoren die in Fig. 29 und 30 abgebildete Ventilklappe, die sich trotz ihrer Einfachheit gut bewährt haben soll. Die Düsen bestehen aus Hartguss und haben in den meisten Fällen kreisrunde Austrittöffnungen von 10, 16 oder 22 mm Dmr.
Sie erfordern bei einem Arbeitsdruck von 1,0. at 1,5 bezw. 3 bezw. 6 cbm/min Luft. In vereinzelten Fällen
deutscher Ingenieure.
Schulz: Die Sandstrahlgeblise.
712
findliche Trichter T ist mit Sand gefüllt, der von dort Klappen schnell auffinden zu können, sind Handlöcher angedurch einen von aussen her regelbaren Schieber in das bracht, die alle Teile des Gebläses gut zugänglich machen. Gebläserohr R fällt, durch die eintretende Druckluft mit fort
Die beiden soeben beschriebenen Gebläse lassen sich gerissen und der Arbeitsdüse zugeführt wird. Ist der Arbeit- ohne weiteres als Freistrahlgebläse benutzen, d. h. der Schlauch sand verbraucht, so wird der Hahn H umgeschaltet. Nun- mit der Düse wird gegen den zu bearbeitenden Gegenmel entweicht die Luft aus dem unteren Raume ins Freie, stand gerichtet, ohne dass dieser in ein besonderes Geund es kann aus dem darüber befindlichen Bebälter Sand häuse gebracht wird. Es wäre dies das einfachste Verfahren, nachfliessen. Ist der Trichter von neuem gefüllt, so wird der wenn der Sandstrahl und die durch ihn losgerissenen TeilHahn wieder umgeschaltet, es tritt Druckluft in den unteren chen nicht eine so grosse Staubmenge aufwirbelten. Es liegt Behälter, und das Blasen kann fortgesetzt werden. Inzwischen nahe, dagegen einen Schutzhelm zu verwenden, der ähnlich wird der Vorratbehälter durch den oberen Einschütttrichter wie die Rauchhelme der Feuerwehr konstruirt ist, wobei man nachgefüllt. Damit hierbei keine Unreinigkeiten in das Ge- die dem Helm zuzuführende Luft aus dem Windkessel entbläse gelangen und die kleine Zuflussöffnung zum Gebläse- nehmen kann. rohr R verstopfen, ist in den Einschütttrichter ein Sieb ein
Ausgezeichnete Dienste leistet das Freistrahlgebläse beim gelegt, das alle Fremdkörper zurückhält. Die mittlere Ventil- Reinigen von grossen Eisenkonstruktionen, Brücken, Schiffsklappe kann durch einen über das Gebläse hinausragenden körpern usw. Da es dabei häufig seinen Standort wechseln Knopf beeinflusst werden, da es vorkommt, dass sich Sand- muss, hat man es transportabel gemacht und betreibt es mit körner zwischen die Klappe legen und sie nicht schliesst, einem geeigneten Motor, mit dem es zusammen auf einem oder dass der Sand einmal nicht von selbst nachfällt.
Wagen befestigt wird. Zum Sandstrahlgebläse hat sich dann
Fig. 34.
Schablonengeblåse.
XXXXVI.
Mai 1902
Art. Bei den kleinen mit einer Düse arbeitenden Tischen wird die an dem einen Schenkel eines Winkelhebels schwingende Düse von einer Kurve geführt, die genau dem zunehmenden Durchmesser und der nach aussen grösser werdenden Geschwindigkeit des Tisches Rechnung trägt, und in welche eine Rolle greift, die an dem andern Schenkel des Winkelhebels befestigt ist. Bei den mit zwei Düsen ausgestatteten Tischen gehen beide in der Richtung desselben Halbmessers hin und her, und zwar macht die äussere einen kürzeren, die innere einen längeren Weg. Um diese Bewegung zu erzielen, sind zwei getrennte Kurbelscheiben angeordnet.
Ein nach Gutmannschem System arbeitender Drehtisch ist in Fig. 37 und 38 zu sehen, auf die ich noch zurückkomme.
Schraube g gehalten und kann leicht ausgewechselt werden. Die Vorrichtung dient hauptsächlich zum Herstellen von Firmenschildern und Grabplatten aus Glas, bei denen mit dem Sandstrahl die Inschriften und Verzierungen unter Anwendung von Schablonen eingeblasen werden; denn für diesen Zweck ist eine intensivere Strahlwirkung erwünscht als für das Mattiren.
Das weitaus wichtigste Verwendungsgebiet für die DruckSandstrahlgebläse bildet die Gussputzerei. Soweit hier nicht das bereits beschriebene Freistrahlgebläse inbetracht kommt, benutzt man für kleine Stücke die Drehtrommel, für mittlere Stücke den Drehtisch und für grössere Stücke den Wendetisch. Ganz grosse Stücke putzt man in England bereits seit einigen Jahren und in neuerer Zeit auch in Deutschland in besonderen Gussputzhäusern. Alle diese Ausführungsformen arbeiten ununterbrochen, und es wird auch der Sand immer wieder von neuem verwendet.
Die Drehtrommel ist auch hier ein gewöhnliches auf vier oder mehr Rollen gelagertes Rollfass, in dessen Achse an einem oder an beiden Enden eine Düse eintritt, deren Strahl senkrecht auf die im Böschungswinkel gelagerten Gegenstände auftrifft, und die eine hin- und herschwingende Bewegung macht.
Die Trommel ist in einem abgeschlossenen Blechgehäuse untergebracht, an dessen Boden sich der Sand sammelt, um von dort in ein darunter stehendes Gebläse zu fliessen, oder durch einen Elevator in ein daneben stehendes Gebläse zurückbefördert zu werden. Der Staub wird durch einen besonderen Exhaustor abgesaugt.
Die Leistungsfähigkeit einer derartigen Gussputztrommel wird mit 600 bis 1200 kg pro Stunde und der Kraftverbrauch mit 4 bis 7,5 PS angegeben.
Tilghmans Patent Sand Blast Co., die den Drehtisch weniger bäufig anwendet, hat dagegen die Gussputztrommel weiter ausgebildet?) und baut sie in Grössen von 610 mm Dmr. bei 2438 mm Länge oder von 760 mm Dmr. bei 3048 mm Länge; s. Fig. 35 und 36. Der Exhaustor wird hierbei gleichzeitig benutzt, um den Putzsand dem Gebläse wieder zuzuführen. Die Trommel ist auf vier Rollen wagerecht oder ein wenig geneigt gelagert und wird mit Schnecke und Schneckenrad angetrieben. Vor das eine Ende der Trommel ist ein Einführtrichter vorgebaut, der durch Gummiklappen abgeschlossen ist; am andern Ende ragt die Trommel in ein Blechgehäuse, das einige 100 Millimeter über dem Boden einen schrigen Rost trägt, auf dem die Gussstücke, nachdem sie die Trommel durchwandert haben, hinuntergleiten; schliesslich werden sie durch eine die Luft abschliessende Gummiklappe herausgenommen. Der Staub und der Sand werden durch ein unter der Trommel entlang geführtes Rohr abgesaugt und in das Gebläse befördert, wo der Sand Zeit findet, sich niederzuschlagen, während die Luft und der Staub durch den Exhaustor ins Freie gehen, nachdem sie vorher nach Bedarf noch einen Staubfänger durchströmt haben. Die Leistungsfähigkeit der Gussputztrommeln wird mit 1250 bis 4000 kg/st angegeben, bei einem Kraftverbrauch von 14,5 bis 25 PS. Das Gebläse ist im übrigen genau so ausgeführt wie das in Fig. 31 dargestellte und drückt die sandführende Pressluft durch 2, 4 oder mehr Düsen in die Trommel.
Gutmann verwendet für Stücke mittlerer Grösse vorzugs. weise den Drehtisch, der leicht zu bedienen ist und den Vorteil hat, dass die zu putzenden Stücke in jeder Weise geschont und dennoch energisch angegriffen werden.
Bei den ersten Ausführungen wurde das Gebläse in einen unterkellerten Raum unter dem Drehtisch gestellt, sodass der verarbeitete Sand ohne weiteres in das Gebläse zurückfloss. Es ist dies zwar die einfachste Lösung, doch ist es auch mit mancherlei Unannehmlichkeiten verbunden, die Maschinen in zwei Geschossen - zu haben. Zudem wird häufig aus Ersparnisrücksichten der Keller so klein wie möglich gemacht, sodass das Gebläse oft recht unzugänglich ist. Die Fabrik stellt deshalb das Gebläse jetzt in den meisten Fällen neben den Drehtisch und führt den Sand mit einem Becherelevator dabin zurück.
Der Schwierigkeit der Sandverteilung, die Röchling bei den mit Saugwirkung arbeitenden Düsen in der früher beschriebenen Weise beseitigt, begegnet Gutmann auf zweierlei
380
2
500
3
900 x 300 x 300 1 1
oder
400 5,5 200 180 180 1250 1 500 X 400 X 300
1300 X 180 x 350 2
oder
1500 | 7,5 250 250 160 1680 0,6 500 x 400 x 350
1750 x 250 x 350 2000
bis 9,0250 250 160 2200 750 X 500 X 350 2500 Diese Zusammenstellung lässt die Ueberlegenheit des Drucksystems gegenüber dem Saugsystem deutlich erkennen. Ein mit Saugdüsen ausgestatteter Drehtisch gebraucht nach den eigenen Angaben der betreffenden Firma 18 PS, um 1500 bis 2000 kg Guss in der Stunde zu putzen; verwendet man statt der Saugdüsen ein Druck-Sandstrablgebläse, so genügen 9 PS für 2000 bis 2500 kg Robguss in der Stunde, d. h. für eine um 25 vH höhere Leistung wird nur die halbe Kraft gebraucht.
Wie die in der Tabelle angegebenen Abmessungen der grössten Stücke erkennen lassen, ist die Anwendung einer solchen Maschine ausgeschlossen für Stücke, die nach allen Richtungen bin grösser als 350 mm sind, und man ist für derartige Stücke auf die Anwendung des Freistrahles angewiesen, wenngleich auch hier der bereits erwähnte mit Saugwirkung arbeitende Rollbahntisch und ein Doppeltisch (Wendetisch) von Gutmann") Abhülfe zu schaffen versucht haben.
Beim Doppeltisch laufen beide Hälften in entgegenge. setzter Richtung parallel nebeneinander her, und die auf der einen Seite ankommenden Teile brauchen nur umgelegt zu werden, um von dem entgegengesetzt laufenden Tisch mitgenommen und auf der bisher dem Sandstrahl abgewendeten Seite geputzt zu werden. Aber auch hier können, wenn die Maschinen nicht gar zu aussergewöhnliche Abmessungen erhalten und dadurch zu teuer werden sollen, nur Stücke bis zu gewissen Grössen geputzt werden.
Das Putzen mit dem Freistrahl hat des Staubes wegen seine bedeutenden Nachteile. Der Staub macht sich um so bemerkbarer und muss mit um so energischeren Mitteln bekämpft werden, je kräftiger das Gebläse wirkt. Auch bier
Fig. 37 und 38.
lage 4 bis 12, im vorliegenden Falle 8 Trichter befinden, in welcben sich der verbrauchte Sand sammelt. Jeder Trichter mündet unten in ein Rohr, und alle 8 Rohre vereinigen sich in einem gemeinsamen Sammelrohr, das zu einem Gebläse nach Art der in Fig. 31 oder 32 dargestellten führt. Das Gebläse hat oben einen erweiterten Aufsatz aus Blech, in den das Sammelrohr seitlich einmündet. Von der Decke dieses Aufsatzes geht eine Rohrleitung zu einem sogenannten Zyklon, von diesem zum Exhaustor, und dann unter Umständen noch durch eine besondere Luftwäsche ins Freie. Der Exhaustor saugt auf dem soeben beschriebenen Wege, aber in umgekehrter Richtung, die Luft und mit ihr den Staub aus dem Putzhause. Ist die Luftgeschwindigkeit genügend
Fig. 39 und 40.
Zyklon.
XXXXVI. Nr
Mai 1902
Zum Putzen kleinerer und mittlerer Teile ist an die Anlage noch ein mit zwei Düsen arbeitender Drehtisch angeschlossen, wie ein solcher bereits beschrieben worden ist. Er wird von dem gleichen Gebläse wie das Putzhaus gespeist, und der in ihm verarbeitete Sand sammelt sich in einem Trichter unter dem Tische, von wo er mit der staubgeschwängerten Luft durch ein in das
neinsame Gebläse inündendes Rohr mit abgesaugt und letzterem wieder zugeführt wird.
Bei einer derartigen Putzhausanlage bleibt die Nachbarschaft vollständig vom Staube verschont, und auch im Putzhause ist die Luft soweit erträglich, dass es ein Arbeiter darin auf die Dauer aushalten kann. Trotzdem wird es wünschenswert sein, einen Staubhelm zu benutzen.
Die folgende Zahlentafel giebt einige Daten über Grösse und Kraftverbrauch Gutmannscher Putzhäuser.
Druck- bezw. Vakuumverluste auf als bei andern Einrichtungen
Die für den Stettiner Vulcan ausgeführte Anlage hat allerdings nicht in erster Linie den Zweck, Robguss zu putzen, sondern sie dient dazu, das Säurebad bei der Verzinkerei zu ersetzen. Und damit komme ich zu einem weiteren Industriezweige, in dem sich das Sandstrahlgebläse immer mehr einzubürgern beginnt.
In dem als Putzhaus bezeichneten Teile der beschriebenen Anlage werden Blechtafeln und dergl. mit dem Freistrahl bearbeitet, und der Drehtisch dient dazu, kleinere Stücke von ihrer Aussenhaut zu befreien und für die auf galvanischem Wege aufzutragende Zinkschicht aufnahmefähig zu machen.
Das Cowper-Coles Galvanizing Syndicate in London hat mit derartigen Putzhäusern die günstigsten Erfahrungen gemacht und empfiehlt deren Anwendung auf das angelegentlichste.
Fig. 43. Für die Entzunderung grosser Transportwalze von Gutmann. Blechtafeln sind auch besondere Maschinen gebaut worden, die den Vorschub der Bleche selbstthätig besorgen. Zunächst waren sie einseitig und bewährten sich in dieser Form auch für stärkere Bleche recht gut. Es zeigte sich aber bald, dass besonders schwächere Bleche sich durch das Auftreffen des Sandstrahles verzogen, indem die eine Seite gestreckt wurde, während die andere ibr ursprüngliches Gefüge beibehielt. Gutmann wusste diesem Uebelstand auf einfache Weise abzuhelfen, indem er
Fig. 44 und 45.
Rauminhalt des
Putzhauses
abgesaugte Luftmenge
Nr.
en Uml./min
febm/min
PS
4
6
8
1 Düse zu 10 mm 200 180 180 50
9
7 2 Düsen zu 10 mm oder 250 250 160 75
15
12
oder
22
18 oder 1 Düse zu 22 mm 8 Düsen zu 10 mm
oder 12 4 Düsen zu 16 mm 430
380 130 150
42
36
Der als Sand- und Staubsammler dienende Zyklon, Fig. 39 und 40, hat sich für den gedachten Zweck recht gut bewährt und kann auch bei vielen andern Sandstrahlgebläsen mit Vorteil verwandt werden; denn einmal hålt er alle die Luft verunreinigenden Teile besser zurück als die sonst üblichen Sandfangkasten aus Holz, und ausserdem treten in ihm geringere
Fig. 41 und 42.
Blechputzmaschine.
die Blechputzvorrichtungen zweiseitig gestaltete) und) das Blech von beiden Seiten gleichmässig der Wirkung des Sandstrahles aussetzte.
Beim Putzen von Blechen hat sich gezeigt, dass die Düse eines Druck-Sandstrahlgebläses bei einem Vorschub von etwa 400 mm/min höchstens Elächen von 500 mm Breite bestreichen kann. Um mit einer und derselben Vorrichtung Bleche von verschiedener Breite putzen zu können, wurde es daher nötig, sowohl die Düsenschwingung regelbar als auch den Vorschub veränderlich zu machen. Beides ist in den Blechputzmaschinen, wie sie z. B. Henschel & Sohn in Cassel und das Langscheder Walzwerk verwenden, und wie eine solche in Fig. 41 und 42 dargestellt ist, vollkommen erreicht.
Auch der Blechtransport selbst bereitete zuerst Schwierigkeiten, indem gewöhnliche senkrechte Transportrollen den Dienst versagten. Um einen möglichst grossen Reibungswinkel zu erzielen, wendet Gutmann Rollen mit stark kegelförmigem Schlitz an, die der leichteren Bearbeitung wegen aus zwei Teilen angefertigt werden und sich ausgezeichnet bewähren. Wagerecht in Abständen von etwa 300 mm übereinander angeordnete Flacheisen geben den Blechen seitliche Führung.
In der Mitte der Einrichtung an der Stelle, wo der
1) D. R.-P. Nr. 112448.