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Doch die Opposition der US-Banken gegen die MiFID-Regeln führt zu Spannungen mit öffentlichen Pensionskassen und anderen grossen Investoren, die einige ihrer grössten Kunden sind. MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) ist eine europäische Richtlinie dür die Regulierung des Finanz- und Investitionssektors.
Die Diskussion in den USA spielt sich hinter verschlossenen Türen in Washington bei der Securities and Exchange Commission (SEC) ab. Die Broker wollen, dass die Behörde klarstellt, dass sie weiter die Kosten für Analysen und Handel in einer Gesamtrechnung für Kunden bündeln dürfen. Genau diese Praxis wird in Europa künftig nicht mehr erlaubt sein.
Die Forderungen der Broker haben den Zorn von mehreren Pro-Investoren-Gruppen und riesigen staatlichen Pensionssystemen auf sich gezogen, die sich um die Renten von Regierungsangestellten kümmern. Sie argumentieren, dass die europäischen Anforderungen wahrscheinlich die Kosten senken und die Undurchsichtigkeit der Rechnungspraktiken an der Wall Street aufbrechen würden, wenn sie auch in den USA angewendet werden.
Sie sagen, die Broker und ihre Branchenvereinigung, die Securities Industry und Financial Markets Association (Sifma), versuchten offenbar, die SEC dazu zu bringen, einen Vorschlag abzusegnen, der eingebracht wurde, um ein lukratives Geschäftsmodell am Leben zu halten.
Goldesel bewahren
"Es ist verständlich, dass einige sehr grosse Firmen, die Analysen und Handel anbieten, einen Goldesel bewahren wollen", sagte Tyler Gellasch, Leiter der Healthy Markets Association, zu deren Mitglieder das California Senior Employees ’Retirement System und Janus Henderson Group gehören. "Was ich nicht unbedingt verstehe, ist, wie jemand denken könnte, dass es eine gute Politik ist, das zu tun."
Chris Carofine, Sprecher der SEC, wollte auf Nachfrage von Bloomberg keinen Kommentar zu dem Thema abgeben. Dasselbe galt für Cheryl Crispen, Vertreterin der Sifma.
Die neuen Analyse-Regeln in Europa sind Teil einer umfassenden aufsichtsrechtlichen Neuordnung auf dem Kontinent, auch bekannt als MiFID II. Durch die Regeln sollen Investoren mehr Transparenz darüber erhalten, was die Broker ihnen eigentlich genau in Rechnung stellen. Diese hatten ihren Kunden traditionell die Analysen "umsonst" überlassen - als Teil eines Pakets an Dienstleistungen, zusammengefasst als Handelskosten.
McKinsey & Co. prognostizierte in einem Bericht aus dem Juni, dass MiFID in den kommenden drei Jahren zum Abbau von hunderten Arbeitsplätzen und zu einem Rückgang der Erträge aus Aktienanalysen von 30 Prozent führen könnte. Im schlimmsten Fall seien es möglicherweise sogar 50 Prozent.
Zwar sind viele MiFID-Auswirkungen noch unklar. Doch an der Wall Street gibt es zunehmend Sorgen, dass US-Vermögensverwalter und Investoren, vor allem solche mit weltweiten Aktivitäten, die gleiche Behandlung zu Hause einfordern werden, die sie in Europa erhalten.
Der Pensionsfonds Colorado Public Employees’ Retirement Association hatte in einem Brief an die SEC vom 22. September erklärt, dass er von einigen seiner Broker informiert wurde, dass diese es ihren US-Kunden nicht erlauben würden, Analyse- und Ausführungskosten voneinander zu trennen.
"Wir glauben, dass es einen dringenden Bedarf gibt, die Marktpraxis in diesem Bereich mit unseren europäischen Kollegen auf eine Ebene zu bringen", schrieb Amy McGarrity. Als Chief Investment Officer des Fonds ist sie an der Verwaltung von rund 47 Milliarden Dollar beteiligt.
(Bloomberg)