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"Grid-Computing" verändert die Geschäftsmodelle der IT-Industrie
Wie wir vorgestern berichteten
, plant der US Serverhersteller Sun Microsystems Rechenleistung pro Stunde und CPU und Speicherplatz pro Monat und Gigabyte zu vermieten. Zu diesem Zweck will Sun ein Rechner-Netz (ein so genanntes Grid) bauen, auf dessen Ressourcen die Kunden dynamisch zugreifen können. Solche Konzepte eignen sich vor allem für Grossfirmen, die stark schwankende Rechenkapazitäten brauchen.
Mit einer heutigen Ankündigung gehen die Amerikaner einen Schritt weiter. Zusammen mit der elektronischen Börse Archipelago will Sun eine elektronische Handelsplattform für Rechenleistung aufbauen. Archipelago wird die Handelssoftware beisteuern, während Sun die Rechenleistung und Speicherkapazität aus dem "Sun Grid" liefert.
Spannende Konzepte und offene Fragen
So könnte also beispielsweise eine Bank, deren Applikationen auf Sun-Servern laufen, für ihr Rechenzentrum nur so viele Server kaufen, wie für den normalen Betrieb nötig. Am Monats- und Jahresende, wenn die Berechnung der Monats- und Jahresabschlüsse mehr Rechenleistung braucht, könnte diese Bank die zusätzlich benötigten Kapazitäten auf der Börse nachfragen und beim billigsten Anbieter zumieten.
Bis solche Konzepte Realität werden, sind aber noch eine ganze Reihe von Fragen (Datenschutz, Sicherheit) zu klären. Ausserdem wird eine solche "CPU-Börse" nur Rechenleistung innerhalb geschlossener Systemwelten (z.B. dem Sun-Betriebssystem Solaris) vermitteln können. (Christoph Hugenschmidt)