Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03285.jsonl.gz/1561

Dank seiner grossen Variationsbreite ist der Wacholder ein begehrtes Gehölz. Typisch für den Wacholder ist seine beerenartige Frucht, die ihn deutlich von anderen Nadelgehölzen unterscheidet. Neben den baumartig wachsenden Wacholdern gibt es auch einige Arten, zum Beispiel die Teppichwacholder, die sich durch ihre niederliegende Wuchsform gut eignen als immergrüne Bodendecker, als Ergänzung in Pflanztrögen auf dem Balkon oder der Terrasse, aber auch als wunderschöner Grabschmuck in Kombination mit Saisonflor oder Stauden. Es lohnt sich auf alle Fälle, den pflegeleichten Teppichwacholder mit seinen schönen und anspruchslosen Eigenschaften vermehrt zu verwenden. Übrigens, der Teppichwacholder wird nicht vom Birngitterrost befallen und ist damit keine Wirtspflanze (Träger) dieser Pilzkrankheit.
Der Wacholder (Juniperus) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Es sind etwa 60 Arten, die dieser Gattung zugerechnet werden und vorwiegend auf der nördlichen Halbkugel, von der Polarzone bis zu den Gebirgen, weit verbreitet sind. In Mitteleuropa sind nur zwei Arten heimisch, der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) und der Sadebaum (Juniperus sabina).
Wacholder-Arten sind sehr anpassungsfähig und gedeihen in Klimaregionen, die von der subarktischen Tundra bis zu den Halbwüsten reichen. Nahezu alle Arten sind gut an regenarme Zeiten angepasst. In Bergregionen sind es häufig Wacholder-Arten, die noch an der Baumgrenze gedeihen. In vielen halbtrockenen (semiariden) Gebieten wie in den westlichen USA, im nördlichen Mexiko, im zentralen und südwestlichen Asien ist der Wacholder die dominante Waldbedeckung in weiten Bereichen der Landschaft.
Der Name „Juniperus“ war schon bei den Römern in Gebrauch. Er ist wahrscheinlich abgeleitet vom lateinischen „juvenis“ (jung) und „parus“ (gebärend) und im Sinne von „iuveni-paros“ (zu früh gebärend) auf die abtreibende Wirkung der Beerenzapfen verschiedener Wacholderarten zurückzuführen.
Der winterharte und langsam wüchsige Teppichwacholder (Juniperus horizontalis) ist ein flach ausgebreiteter Zwergstrauch, der je nach Sorte 20 bis 50 cm hoch und 120 bis 150 cm breit werden kann. Die Zweige sind kriechend, dicht und mattenförmig und teilweise übereinander schiebend.
Die schuppenförmigen Blätter (Nadeln) sind, je nach Sorte, von grünlicher, bläulicher bis gelblicher Farbe. Einige Teppichwacholder verfärben sich in der kalten Jahreszeit und nehmen eine typische Winterfarbe an.
Als Früchte trägt der Zwergstrauch kleine, blaugefärbte Beerenzapfen. Gewisse Sorten fruchten in unseren Breitengraden wenig oder gar nicht.
Über die verschiedenen Sorten des Teppichwacholders und deren Verwendung geben Ihnen unsere Profis von den Hauenstein-Gartencentern gerne Auskunft. Auch im Hauenstein-Pflanzenbuch sind verschiedene Wacholder-Sorten beschrieben.
Der anspruchslose und anpassungsfähige Teppichwacholder bevorzugt sonnige bis leicht halbschattige Standorte. Trotz grosser Hitzeverträglichkeit, Frosthärte und Windresistenz sollte bei der Standortwahl den Ansprüchen des Wacholders unbedingt Rechnung getragen werden. Im Gegensatz zum grössten Teil der Nadelgehölze, ist der Teppichwacholder eine lichthungrige Pflanze. Sie leidet an schattigen Plätzen und erträgt den Wurzeldruck anderer Bäume und Sträucher schlecht. Der Teppichwacholder wächst auf jedem normalen Gartenboden. Er erträgt auch längere Trockenperioden und wächst auch an sehr heissen, trockenen Standorten sehr gut.
Als immergrüner Bodendecker unterdrückt der Teppichwacholder das Wachsen von Wildkräutern, was die Pflege einer Grünfläche reduziert. Der wunderschöne und dichte Bodendecker ist für jede Gartenlage geeignet. Herabhängend von Mauern begrünt der Zwergstrauch auch kahle Wände.
Der Teppichwacholder wird wegen seines relativ langsamen Wachstums auch gerne für Pflanzungen in Gefässen und Trögen verwendet, zum Beispiel in Kombination mit Stauden oder kleineren Gehölzen.
Für die Verwendung auf dem Grab ist der immergrüne Bodendecker gut geeignet, da er relativ langsam wächst und einen Formschnitt gut erträgt. Zudem gilt er auf dem Friedhof auch als Symbolpflanze (siehe Abschnitt „Bedeutung des Wacholders“).
Der Teppichwacholder benötigt durch seine Anspruchslosigkeit und Robustheit keine spezielle Pflege. Trockene und heisse Phasen kann der Zwergstrauch ohne Zusatzbewässerung gut überdauern. In Anpassung an die felsigen Hang- und Steppengebiete seines Naturstandortes bildet der Wacholder tief reichende und drahtige Wurzeln aus, mit denen er seinen Wasser- und Nährstoffbedarf aus den unteren Bodenschichten sichert.
Je nach Verwendung des schnittverträglichen Wacholders ist von Zeit zu Zeit ein Rück- oder Formenschnitt nötig. Bei der Verwendung von verschiedenen Sorten des Teppichwacholders als Bodendecker ist ein regelmässiger Schnitt ratsam, um seinen einheitlichen und teppichartigen Charakter zu erhalten. Bei einigen Sorten ist das hingegen nicht notwendig.
Da der Teppichwacholder kein Träger (Wirtspflanze) des Birngitterrostes ist und gegen diese Pilzkrankheit resistent ist, muss man sich auch darüber keine Sorgen machen.
Neben der Eibe (Taxus) war der Wacholder zu früheren Zeiten das häufigste Gehölz, das man auf die Gräber pflanzte, bevor eingeführte Thujen (Thuja) und Scheinzypressen (Chamaecyparis) beide verdrängten. Als Immergrün war der Wacholder auf dem Friedhof der Wächter an der Schwelle zwischen Leben und Tod. Man glaubte, dass die Seelen der Verstorbenen für das Irdische nicht endgültig verloren seien, sondern irgendwann wieder ins Leben zurückkehren könnten. In dieser Übergangszeit fanden sie Zuflucht im Wacholder, einer Art europäischem Totenbaum. Dieser Glaube drückt sich auch im Namen Wacholder aus: Althochdeutsch hiess er „Wechalder“ oder „Weckolder“, später „Weckholder“, woraus schliesslich „Wacholder“ wurde. In allen diesen Namen steckt der Wach-Halter, der den Verstorbenen eine Rückkehr ins Leben in Aussicht stellt.
Auch hatte der Wacholder früher eine grosse Bedeutung als Heil- und Schutzpflanze und war zugleich eine wichtige Räucherpflanze. Als in Europa die Pest wütete, versuchten die Menschen mit Hilfe des Wacholders zu überleben. Sie räucherten die Häuser aus, assen die Beeren und entzündeten in den Städten grosse Wacholderfeuer zum Schutz vor dem schwarzen Tod. Um die Ausbreitung von Viehseuchen zu verhindern, wurden gesunde Tiere zur Vorbeugung und kranke Tiere zum Verbrennen und Vertreiben der Krankheit durch das Wacholderfeuer gejagt.
Die sibirischen Schamanen bezeichnen den Wacholder als „Baum des Lebens“. Sie schreiben ihm magische Kräfte zu, und diese zeichnen ihn als Schutz- und Lebensbaum aus. In ihren Ritualen und Praktiken nimmt er eine wichtige Stellung ein. Als Vermittler zu den Ahnen spielt er eine bedeutende Rolle. Die Verwendung von Wacholder als Kult-, Ritual- und Heilpflanze war schon dem Menschen aus der Frühzeit bekannt und ist bis in unser Zeitalter lebendig geblieben. Besonders die Völker aus dem Himalayagebiet nutzen die bei ihnen heimischen Wacholderarten häufig bei spirituellen Zeremonien, zum Beispiel als Räucherwerk beim Rezitieren von Mantras, als Amulett zum Schutz vor Steinschlag im Gebirge oder zu reinigenden, trancefördernden und natürlich medizinischen Zwecken.
Die Beeren des Gemeinen Wacholder (Juniperus communis) werden auch heute noch zur Herstellung von Säften, Schnäpsen (Gin), Mus (Latwerge) und in Hustensäften verwendet. Sie sollen stark harn- und schweisstreibend wirken.
Bei der Zubereitung von Sauerkraut darf natürlich die Wacholderbeere nicht fehlen.
Die in dem Artikel beschriebene Pflanze können Sie in unseren Garten-Centern oder direkt in unserem Pflanzenshop beziehen.
Kennen Sie schon unseren interessanten Newsletter? Falls nicht, können Sie sich hier anmelden.
Zur Anmeldung
Ein besonderes Highlight ist das spezielle Ambiente! Wie eine Perle liegt das Restaurant BOTANICA direkt beim Schaugarten – ein ideales Umfeld für Festlichkeiten wie Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen.
Weitere Infos
© 2017 Hauenstein