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Gründungsdatum: Mai 1992
Fläche: 17.300 Hektar
Ökosystem: Atlantischer Regenwald
Relief: Zerklüftet – mit Bergen, Canyons und tiefen Tälern.
Aktivitäten: Wanderungen, Ausritte, fotografisches Trekking und Umwelterziehung.
Ort: Bundesstaat Rio Grande do Sul: Munizipien von Cambará do Sul und São Francisco de Paula und
im Bundesstaat Santa Catarina: Munizipien von Praia Grande und Jacinto Machado.
Ein Gefühl der Minderwertigkeit vor dieser grandiosen Natur pflegt den Besucher zu befallen, wenn er vor den riesenhaften Canyons der Serra Geral steht. Die Landschaft scheint wie aus einem Monumentalfilm entsprungen – sie beeindruckt besonders mit ihren gigantischen, senkrechten Felswänden, die 990 Meter Höhe erreichen! Hohe Felsspalten und Abgründe bedeckt von Araukarien, die in Atlantischen Regenwald übergehen, weite “Campos“ auf den Höhen der Serra, begrenzt von steilen Felswänden, die abrupt in Hochebenen übergehen und sich bis zum Ozean erstrecken.
Das Wort “Cambará“ stammt aus der eingeborenen Tupi-Sprache und bedeutet “Baum mit faltiger Rinde“. Ein Baum von dekorativer Schönheit, und ein wertvoller Baum, wegen seines guten Kernholzes und seiner medizinisch wirkungsvoller Blätter. Er entwickelt sich besonders gut an feuchten Standorten und taugt besonders zur Befestigung von Fluss- und Seeufern. Seine Blätter – sie sind von grüner bis weisslicher Farbe – sind sehr wirksam als Tee gegen Keuchhusten.
Geologisch gesehen, sind die beiden Parks das Ergebnis errosiver Prozesse auf Basaltausbrüchen, welche einen Grossteil des südlichen Brasiliens bedecken – und aus denen die Canyons entstanden. Auf der Seite Santa Catarinas konzentrieren sich Berge und tiefe Täler, welche die Grenzen der Hochebene bilden – auf der Seite von Rio Grande do Sul überwiegen die Almen und flacheren Täler. In dem Gebiet gibt es verschiedene Canyons, die berühmtesten sind der “Malacara“ und der “Fortaleza“. Obgleich sie sich alle gleichen, hat der Besucher trotzdem jedesmal ein Gefühl der Überraschung und Faszination, wenn er an den Rand eines jeden dieser Canyons tritt. Mit mehr als 7km Ausdehnung ist der “Canyon Fortaleza“ ein gigantischer Spalt in der Erde – und scheinbar endlos!
Die Landschaft des Parks ist von überraschender Schönheit, besonders während des Winters, wenn der blaue Himmel mit dem Grau der Felsen und dem verbrannten Gelb der Campos kontrastiert.
Neben den Campos, welche die ebenen Kuppen mit Gräsern und kleinen Büschen bedecken, setzt sich die Vegetation des Parks aus dem fast verschwundenen Araukarienwald und kleinen Exemplaren von Carvalhos (zum Beispiel Quercus robur – es gibt über 500 verschiedene Arten von Eicheln), Aroeiras (Schinus terebinthifolius) und Braúnas (Melanoxylon brauna) zusammen. Auch Spezies des Atlantischen Regenwaldes werden hier geschützt, und sie entwickeln sich gut an den Hängen der Hochebenen: zum Beispiel die Maria-mole (Symplocos tenuifolia) und die Canjerana (Cabralea canjerana), letztere kann eine Höhe von 25m erreichen!
Die lokale Tierwelt ist reich. An schwer zugänglichen Stellen leben einige bedrohte Säugetiere, wie zum Beispiel die Lontra (Lontra canadensis), der Cachorro-do-Mato (Speothos venaticus), der Veado-Campeiro (Ozotoceros bezoarticus), Macaco-Prego (Cebus apella), Bugio (Alouatta caraya), Caxinguelê (Sciurus aestuans – Eichhörnchen) und sogar der Puma (Puma concolor), den die Einheimischen “Leão-baio“ nennen. Aus der Vogelwelt sind Papagaio-de-peito-roxo (Amazona vinacea), der Curicaca (Theristicus caudatus) und die Gralha-azul (Cyanocorax caeruleus) zu nennen, die man innerhalb des Parks häufig antrifft.
Es ist angenehm durchwachsen – mit den vier Jahreszeiten deutlich ausgeprägt. Viel Regen gibt es in den Monaten Dezember bis März und Frost zwischen Juni und September, dann fallen die Temperaturen leicht bis unter 0oC. Im Januar, dem wärmsten Monat in diesem Gebiet, liegen die temperaturen zwischen 20 und 22oC. Der Winter ist, trotz seiner niedrigen Temperaturen, die beste Zeit für einen besuch im Park – die Landschaft ist dann besonders klar. Das gebiet hat einen der höchsten Niederschlagswerte des Südens mit jährlichen 1.500 bis 2.250mm.
Pedra do Segredo
Der “geheimnissvolle Stein“ ist tatsächlich ein Wunder der Natur: mit seinen 5 Metern Höhe wird er von einem winzigen Fundament getragen – einer Felsplatte von nur 50 Quadratzentimetern! Um ihn zu besichtigen, wandert man den Weg des “Cachoeira do Tigre Preto“ entlang – diese Wanderung ist von mittlerem Schwierigkeitsgrad und dauert zirka 30 Minuten.
Canyon Fortaleza
Ist der grösste Canyon der Region – er erreicht rund 30km, wenn man alle seine Ausläufer mit einbegreift. Von seinem Gipfel in 1.120m Höhe kann man das Meer sehen, sowie einen grossen Teil der Ebene Santa Catarinas – wenn der Tag klar ist. Dieser Canyon ist der meist besuchte, um ihn zu erreichen, wandert man auf einem Trail etwa 25 Minuten lang – auf halber Strecke kann man den “Cachoeira Fortaleza“ (Wasserfall) erleben.
Canyon Churriado
Ist 12km von der Stelle entfernt, die man per Auto anfahren kann. Von dort aus folgt man zu Fuss einem Trail, der im Durchschnitt 3 Stunden in Anspruch nimmt. Wichtig, sehr früh morgens aufzubrechen, um den Nebel am Nachmittag zu vermeiden.
Cachoeiras do Venâncio
Die Wasserfälle werden vom Rio Camisas geformt – eine Serie von kristallklaren Fällen, die in Stromschnellen übergehen, umgeben von einem üppigen Galeriewald, Araukarienwald und Campos der oberen Serra. Ein herrlicher Platz für ein erfrischendes Bad – er befindet sich 23km vom Zentrum in Cambará do Sul.
Canyon Malacara
Seine Felswände ragen bis auf 900 Meter hinauf – man kann ihn auf zweierlei Art erreichen: Der “obere Trail“ hat eine Länge von zirka 8km – der “untere Weg“ verläuft am Ufer des Flusses, und man muss ein paar Obstakel in Kauf nehmen, wie zum Beispiel gigantische Felsblöcke und verschiedene Überquerungen des Flusses Malacara. Diese Wanderung dauert durchschnittlich 3 Stunden – auf diesem Weg kommt man an schönen Pools zum Baden vorbei.
Canyon dos Índios
Er ist kleiner als die anderen Canyons und kann auf einfachem Trail erreicht werden. Man beginnt die Wanderung an der Seite des Kontrollpostens, gleich hinter der Steigung zur “Serra do Faxinal“ – auf der Strasse, die Praia Grande mit Cambará do Sul verbindet.
- Das Innere der Canyons ist etwas für Abenteurer, welche die Region gut kennen und gut ausgerüstet sind, denn es haben sich schon viele Unfälle mit Personen ereignet, die weder Ausrüstung noch entsprechende physische Vorbereitung für solche Exkursionen hatten.
- Es empfiehlt sich die Begleitung eines Guide oder der Gebrauch eines GPS (Navigationsausrüstung) – denn Sie können sich leicht verirren in diesem Gebiet!
- Im Sommer haben Sie die beste Sicht auf die Schönheiten der Landschaft am frühen Morgen – am Nachmittag treffen die warmen Luftmassen der Niederungen auf die kalten der Höhen, und es kommt zur so genannten “Viração“, einem plötzlichen Wetterumschlag, mit Nebel und Nieselregen.
- Konsultieren Sie vor einer Tour die Wettervorhersage und kleiden Sie sich entsprechend – auch ein warmer Anorak gehört dazu – auch im Sommer!
- Denken Sie daran, dass exzessiver Lärm die Tiere verscheucht und andere Gruppen belästigt, welche Ruhe und Frieden suchen!
- Aus Sicherheitsgründen ist das Hinabklettern zur Basis des “Pedra do Segredo“ untersagt!
- Und denken Sie daran: Der Park steht in seiner Gesamtheit unter Naturschutz, deshalb ist es unumgänglich, dass Sie Ihren gesamten Müll wieder mit zurück bringen!