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Die Jakobs-Pilgermuschel hat bis zu 200 Augen und einen scharfen Geruchssinn. Entlang der Schalenränder – am sogenannten Mantelrand – liegen die Augen der Pilgermuschel, die wie kleine graue Perlen aussehen. Ebenfalls vom Mantelrand ragen hunderte feiner Fühler (Tentakel). Damit tastet, schmeckt und riecht die Muschel. Mit ihren Sinnesorganen «spürt» sie die sich langsam nähernden Seesterne.
Seesterne sind ihre Hauptfeinde. Sie schaffen es auf verblüffende Weise, Muscheln trotz ihrer harten Schale zu fressen. Mit ihren fünf Armen ziehen sie mit viel Ausdauer an den beiden Muschelschalen, bis eine feine Öffnung entsteht. In diese schieben sie ihren Magen und beginnen die Muschel zu verdauen – ausserhalb ihres eigenen Körpers notabene!
Die Pilgermuscheln können dies aber meist verhindern: Nähert sich ein grosser Seestern, dann sieht das die Pilgermuschel und sie riecht in auch. Kaum kommt er ihr zu nahe, fängt sie an, mit ihren beiden Schalenhälften heftig zu klappern. Dies erzeugt einen scharfen Wasserstrom am Vorderende der Schale (dort wo sich die zwei kleinen Flügelchen befinden), und die Muschel erhebt sich hüpfend und tanzend über den Meeresgrund und schwimmt davon. Der Seestern hat das Nachsehen.
Anstelle einer Linse, die das Licht bündelt, besitzen die Muschelaugen einen mehrschichtigen "Hohlspiegel"
Die Augen der Jakobsmuschel sind übrigens ziemlich komplex gebaut und sie dürfte damit auch einigermassen gut sehen können. Seit 2017 weiss man, dass die Augen ähnlich aufgebaut sind wie Spiegelteleskope: Anstelle einer Linse, die das Licht bündelt, besitzen die Muschelaugen einen mehrschichtigen "Hohlspiegel" aus kachelartig angeordneten Guanin-Kristallen, mit dem das Licht fokussiert und auf die Netzhaut projiziert wird. Absolut einzigartig!