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Der bekannte Schwyzer Namenforscher Viktor Weibel hat während Jahrzehnten die aktuellen Orts- und Flurnamen des Kantons Schwyz gesammelt und gedeutet. Aus den 70 000 Belegen wird 2012 ein Buch herausgegeben.
Wie entstand der Name Ingenbohl? Hat Küssnacht etwas mit Küssen zu tun? Gibt es einen Ort Chindlimord? Am Vortrag von Montagabend im «Waldstätterhof» in Brunnen enträtselte Viktor Weibel die Orts- und Flurnamen des Kantons Schwyz. Rund 40 Interessierte waren anwesend und gespannt auf seine Erläuterungen. Sehr früh erhielten die Gewässer eine Bezeichnung, diese Gewässernamen konnten zu Hofnamen oder Ortsnamen wie Ibach, Rickenbach oder Bäch werden. Zum Namen Muota gibt es den ältesten Beleg von 1487. Das Grundwort «-a» ist die Aa, das alte Wort für «Fliessgewässer, Fluss». Das Leewasser wurde erstmals 1550 als «Lenwasser» erwähnt (auch Leen Wasser oder Lehe Wasser). «Lee-» kommt von Lehen, ein altes Rechtswort, wobei man in diesem Fall an die Fischereirechte denken muss.
Ingenbohl erstmals 1387
Der Hügel des Ingo Ingenbohl wurde 1387 erstmals mit den Worten «ze Sant Lienhart uff Jngenbol gelegen» erwähnt. Damit war die Pfarrkirche auf dem rundlichen Hügel (ein Bohl, Bool, Bölti) gemeint. «Ingen» steht für den Personennamen Ingo, also ist Ingenbohl der «Hügel des Ingo».Viktor Weibel fand auch den Namen «Fingenbol», was ein Zusammenzug ist aus den Worten «uff Ingenbohl». Bereits aus 1217 gibt es eine Quelle mit der Erwähnung «Arnold de Brunnon». Brunnen steht für «bei den Brunnen», aber auch «bei den Quellen». Der Name Schwyz kommt aus dem Indogermanischen. Die Wurzel «sueid» oder «sueit» bedeutet hell, glänzend. Mit diesem «hell, glänzend» könnte eine Brandrodung gemeint sein oder aber das Tal, das hell erschien, weil es kaum bewaldet war, oder als dritte Möglichkeit die romantische Erklärung, dass die Muota, die damals noch wild mäandernd über das Tal floss, Kalkablagerungen auf den Kieselbänken zurückliess und so das Tal hell erscheinen liess.
Verein finanziert
Der Trägerverein Kuratorium setzt sich für dieses historisch wertvolle Projekt ein und stellt die Finanzierung sicher. Vereinspräsident Toni Dettling nannte eindrückliche Zahlen: Die ausschliesslich den Kanton Schwyz betreffenden 70 000 Belege stammen aus 4561 Quellen, 101 Archiven, 223 Feldaufnahmen und 194 Gewährspersonen. Die bisherigen Kosten für die Forschungsarbeiten belaufen sich auf 1,72 Mio. Franken. Druck und Verlag übernimmt die Druckerei Triner AG, das Gesamtwerk soll am 25. September 2012 der Bevölkerung präsentiert werden.
Bote der Urschweiz
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Brauchtum / Feste
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/dEZQ5K