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Die vorgestellte Karte zeigt die geologische Beschaffenheit des ältesten Nationalparks der Welt, der des Yellowstone Nationalpark. Denn gerade die wissenschaftlichen Expeditionen, deren Resultate auf der Karte dargestellt werden, führten überhaupt zur Gründung des 150-jährigen Naturreservates.
Preliminary geological map of the Yellowstone National Park (1878)
Bereits 1810 tauchten die ersten Berichte des Gebietes auf. Die nordamerikanischen Pelztierjäger oder Trapper, welche von einer seltsamen Landschaft mit kochenden Gewässern und Geysiren sprachen, wurden allerdings allesamt als Mythos oder Hirngespinste abgetan. Erst der Geologe Ferdinand Vandeveer Hayden (1829-1887) schenkte den Berichten Glauben und organisierte 1859 eine Expedition, welche jedoch auf Grund des Wintereinbruches scheiterte. Wegen des amerikanischen Bürgerkriegs konnten vorläufig keine weiteren Expeditionen mehr gestartet werden.
Erst die Folsom-Expedition 1869 konnte erfolgreich das heutige Gebiet des Nationalparks erreichen. Die Darstellungen der drei teilnehmenden Männer wurden von Zeitungen weiterhin nicht beachtet, da sie als zu fantasievoll betrachtet wurden. Sie motivierte allerdings Henry Dana Washburn (1832-1871) ins Yellowstone-Gebiet zu reisen.
Zusammen mit dem Schriftsteller Nathaniel P. Langford und Leutnant Gustavus C. Doane wollte sich Washburn von den Beschreibungen der Folsom-Expedition selbst überzeugen. Mit 16 weiteren Begleitern, darunter fünf Soldaten, startete die Expedition am 22. August 1870. Die Washburn-Langford-Doane-Expedition benannte unter anderem den bekanntesten Geysir des Yellowstone Nationalparks. Nach dem die Gruppe ihn zwei Tage beobachtete, benannte sie ihn auf Grund seiner regelmässigen Eruptionen Old Faithful.
Der Old Faithful im Yellowstone Nationalpark (1871)
Die Schilderungen der Teilnehmer genossen dieses Mal weitaus grösseres Interesse und wurden in der Presse landesweit abgedruckt, was F. V. Hayden dazu motivierte eine zweite Expedition zu starten. Als erste föderal finanzierte wissenschaftliche Untersuchung Amerikas beinhaltete das Expeditionsteam nicht nur Geologen, Botaniker oder Zoologen, sondern auch der Fotograf William Henry Jackson (1843-1942) und der Maler Thomas Moran (1837-1926).
Die Fotografien Jacksons und die Bilder Morans bilden im Nachhinein die wohl wichtigsten Dokumente, welche die Expedition hervorbrachte. Sie überzeugten den Kongress der USA das Gebiet im März 1872 in den heutigen Nationalpark zu verwandeln, damit die natürliche Schönheit auch für zukünftige Generationen gewahrt bleibt. Durch die wissenschaftlichen Untersuchungen gelang es den Expeditionsteilnehmern diese wie auch die Wunder und Spektakel des Parks zu erklären.
Great Blue Spring of the Lower Geyser Basin von Thomas Moran (1872)
Was uns nach diesem historischen Abriss wieder zurück zur Karte bringt. Die Landschaften und Naturphänomene des Yellowstone-Gebiets lassen sich auf dessen vulkanischen Ursprungs zurückführen. Von den weltweit vorkommenden heissen Quellen befinden sich dort 62 Prozent. Deren Standorte liessen bereits Hayden auf seiner Expedition darauf schliessen, welches Ausmass der Vulkan hat, da er in ihrer kreisrunden Anordnung die Caldera des Yellowstone-Vulkans erkannte.
Die Caldera des Yellowstone-Vulkans nach Hayden (1878)
Der Nationalpark, wie auch die Veröffentlichungen dazu, führten sowohl in der Presse als auch der Öffentlichkeit zu grösserem Interesse am Gebiet. Besonders nachdem 1883 die Northern Pacific Railroad den Park mit der Eisenbahnlinie The Wonderland Route erschloss und den Park vermarktete. Der Yellowstone Nationalpark förderte damit auch die Expansion der USA gen Westen.
Übrigens der älteste Nationalpark der Welt nicht der Einzige, der dieses Jahr ein Jubiläum feiern darf. Mit 150 Jahren ist das Reservat 100 Jahre älter als die Kartensammlung der ETH-Bibliothek. Deren 50 Jahre werden mit einer Jubiläumsschrift rund um die grösste Kartensammlung der Schweiz gefeiert, welche Mitte Jahr veröffentlicht wird.