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Krampfadern treten häufig auf. Rund 30 bis 40% der Bevölkerung leidet unter Krampfadern, und bei bis zu 80% treten ganz dünne Krampfadern auf (sogenannte Besenreiser oder retikuläre Varizen). Die Krampfadern sind normalerweise gutartig und stellen hauptsächlich ein ästhetisches Problem dar. Manchmal können sie jedoch auch eine ärztliche Intervention erfordern.
Erläuterungen von Frau Dr. Manzocchi Besson, Chefärztin der Abteilung Angiologie im Spital Sitten.
Was sind Krampfadern?
Krampfadern sind oberflächliche Venen, die beschädigt sind und zu einer schlechten Blutzirkulation führen können. Wenn die Venen beschädigt sind, weiten sie sich aus und können als (oft bläulich) verfärbte und gewundene Erhebungen sichtbar werden. Da diese Venen nicht mehr richtig funktionieren, können sie ihre Arbeit nicht mehr ausführen, die darin besteht, das Blut zum Herzen zurückzuführen. Der Druck in den Venen nimmt deshalb zu, was verschiedene Auswirkungen haben kann: Schmerzen, Gefühl schwerer Beine, ästhetische Probleme, Veränderung der Farbe und der Konsistenz der Haut und in gewissen schwereren Fällen auch Geschwüre. Es ist wichtig zu wissen, dass die Blutzirkulation zu 90% in den tiefer liegenden Venen erfolgt. Die oberflächlichen Venen spielen dabei keine wesentliche Rolle. Deshalb ist es möglich, sie zu entfernen.
Was sind die Ursachen von Krampfadern?
Beim Auftreten von Krampfadern spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:
- Vererbung
- Schwangerschaft: die hormonelle Veränderung führt zur Dehnung der Venen. Zudem drückt die vergrösserte Gebärmutter oder manchmal auch das Baby im Mutterleib auf Venen und behindert den Blutstrom in ihnen. Diese unästhetischen Venen können nach der Geburt verschwinden. Leider ist das aber nicht immer der Fall.
- Übergewicht: grösserer Druck in den Beinvenen.
- Längere sitzende oder stehende Position: Stehen während längerer Zeit (z.B. Empfangsdame, Coiffeur, usw.).
- Alter
- Frauen sind häufiger betroffen, aber auch Männer leiden unter dem Problem.
- Bewegungsmangel: die Muskelarbeit der Beine ist wichtig für die Förderung der venösen Blutzirkulation.
- Personen, die bereits unter einer Thrombose der tiefer liegenden Venen gelitten haben (wenn die tiefer liegende Vene verstopft ist, muss die oberflächliche Vene die Arbeit verrichten).
Wie kann man Krampfadern vorbeugen?
Wenn die Person eine genetische Veranlagung für Krampfadern hat, ist es schwierig, deren Auftreten zu verhindern. Allgemein ist es jedoch möglich, dem Auftreten von Krampfadern vorzubeugen, indem man sein Gewicht überwacht und eine regelmässige sportliche Aktivität ausübt (wie zum Beispiel Schwimmen, mit dem die venöse Blutzirkulation verbessert werden kann). Gewisse Sportarten wie Gewichtheben (grosser Druck im Bereich der Venen), Squash oder Tennis (die ruckartigen Bewegungen sind der venösen Blutzirkulation nicht förderlich) sind jedoch weniger zu empfehlen.
Was kann man mit seinen kranken Venen tun?
Eine Krampfader, die den Patienten nicht stört und die keine Schmerzen verursacht muss nicht medizinisch behandelt werden. Sie stellt hauptsächlich ein ästhetisches Problem dar.
Wenn sie jedoch rot, warm und hart wird, muss man mit seinem Arzt darüber sprechen, denn es könnte sich um eine Venenentzündung handeln. Diese Herz-Kreislauf-Störung entsteht, wenn sich in der Vene ein Blutpfropfen bildet. Je nachdem, ob eine oberflächliche oder eine tiefer liegende Vene betroffen ist, kann das Problem mehr oder weniger schwerwiegend sein. Auch andere Situationen erfordern eine ärztliche Konsultation, wie zum Beispiel eine grössere Veränderung der Haut (die sich bräunlich verfärben und/oder verhärten kann) und das Auftreten eines Geschwürs (schlecht verheilende Wunde).
Was kann man ohne ärztliche Behandlung gegen Krampfadern tun?
Gewisse Massnahmen können die Probleme in Zusammenhang mit den Krampfadern lindern:
- Auf eine gute Lebenshygiene achten: regelmässige Übungen zur Stärkung der Wadenmuskulatur, die Dusche mit einem Kaltwasserstrahl beenden, die Beine hochlagern, sich gesund ernähren (Übergewicht vermeiden).
- Kompressionsstrümpfe tragen: diese Strümpfe kompensieren die Venenschwäche, indem sie die Beinvenen zusammendrücken und so den Aufstieg des Bluts im Bein fördern. Sie können die Symptome der schweren Beine und lokale Schmerzen in den Venen lindern.
Und die ärztliche Behandlung?
Es bestehen mehrere Optionen zur Behandlung dieser Störung:
- Venotonische Medikamente: diese Medikamente können die Symptome der schweren Beine lindern.
- Vollständige Bilanz beim Angiologen, der anhand des Ergebnisses eine Behandlung der Krampfadern vorschlägt. Die gängigste Behandlung ist eine thermische Ablation der Vene (endovenöse Lasertherapie mit kleiner Lokalanästhesie).
- Sklerotherapie: Verödung der Vene durch die Injektion eines Verödungsmittels.
- In selteneren Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, um die problematische Vene zu entfernen.
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