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This website aims to collect and link the most relevant studies and guidelines in connection with COVID-19. Target audience are healthcare professionals from all specialities.
Die Zusammenstellung der Website update-coronavirus.ch richtet sich an medizinische Fachpersonen, die in kurzer Zeit einen Überblick über die wichtigsten aktuellen wissenschaftlichen Publikationen im Zusammenhang mit COVID-19 haben wollen. Die Website hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit noch wird mit der Auflistung eine wissenschaftliche Würdigung oder Gewichtung des Inhaltes vorgenommen. Sie widerspiegelt die persönliche Einschätzung der Mitglieder der Taskforce.
Multisystem Inflammatory Syndrome in Children in New York State
Dieser Bericht bestätigt, dass sich MIS-C bzw. PIMS deutlich häufiger mit myokardialer Dysfunktion manifestiert als das klassische Kawasaki Syndrom, was sich auch im häufigen Bedarf an inotropem Support manifestiert. Wegen fehlendem Follow-up keine definitiven Angaben über Koronarabnormitäten.
COVID-19 in children and adolescents in Europe: a multinational, multicentre cohort study
Diese Multizenterkohorte, in der auch Patienten aus der Schweiz eingeschlossen sind, fokussiert auf COVID-19 Fälle, die an Kinderspitälern diagnostiziert wurden, was zu einer Selektion schwerer Fälle führt. Intensivbehandlung 4%; Letalität 0.7%. Interessanterweise sind Fälle des Kawasaki-ähnlichen PIMS in dieser Kohorte nicht erfasst.
Effect of Dexamethasone in Hospitalized Patients with COVID-19: Preliminary Report
Im RECOVERY-trial verringerte die Dexamethason-Behandlung (6mg/d, 10d) die 28-Tage Sterblichkeit bei intubierten Patienten um einen Drittel (29.0% vs. 40.7%) bzw. einen Fünftel (21.5% vs. 25%) bei Patienten mit nicht-invasiven Atmungshilfen. Die in der Studie berichtete Wirkung des Entzündungshemmers Dexamethason bei schweren COVID-19 Verläufen entspricht damit den Erwartungen aus ähnlichen Krankheitsbildern. In ‘ernsten’ und ‘kritischen’ COVID-19-Stadien werden Glucocorticoide auch in der Schweiz eingesetzt. Zum Beispiel bei ARDS kommt Dexamethason auch im Inselspital gelegentlich zur Anwendung.Die Preprint-Publikation ist noch nicht umfassend begutachtet worden. Eine abschliessende Beurteilung der Studie wird bei Vorliegen einer peer-reviewed-Version in naher Zukunft möglich sein.
ST-Elevation Myocardial Infarction in Patients With COVID-19: Clinical and Angiographic Outcomes
In einer italienischen Studie mit 28 Patienten und ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI), die positiv auf COVID-19 getestet wurden und sich einer Koronarangiographie unterzogen hatten, war eine atherosklerotische Stenose nur bei 61% der Patienten vorhanden. Das Forschungsteam konnte bei den restlichen Patienten nicht sicher nachweisen, ob der STEMI in dieser Gruppe auf einen Typ-2-Myokardinfarkt, eine Myokarditis, eine infektionsbedingte endotheliale Dysfunktion oder einen Zytokinsturm zurückzuführen war. Die Autoren schliessen daraus, dass bei der Mehrheit der Patienten ohne obstruktive Koronararterie, COVID-19 einen STEMI imitieren kann, ohne dass eine Koronararterie tatsächlich verschlossen ist und dies bei der Behandlung berücksichtigt werden muss. Aufgrund der sehr geringen Anzahl von Patienten ist die Aussagekraft der Studie jedoch begrenzt und die Ergebnisse sollten durch weitere grössere Studien bestätigt werden.
Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Pandemic and Pregnancy
Evaluation of SARS-CoV-2 in Breastmilk from 18 Infected Women
Diese Studie untersuchte 64 serielle Brustmilch-Proben von 18 SARS-CoV-2-infizierten Frauen mittels eines quantitativen RT-PCR assay. Nur eine Probe fiel positiv aus, wobei die virale Kultur negativ war. In einer zusätzlichen Untersuchung wurde Brustmilch mit Replikations-kompetentem Virus versehen und anschliessend pasteurisiert; weder infektiöse Viren noch virale RNA waren daraufhin nachweisbar. Die Autoren kommen zum Schluss, dass Brustmilch keine Infektionsquelle darstellt und das pasteurisierte Spender-Milch für das Kind sicher ist.
Covid‐19 may present with acute abdominal pain
Hauptsymtome waren epigastrische Schmerzen, Nausea und Erbrechen.
Abdominal Surgery in Patients with COVID-19: Detection of SARS-CoV-2 in Abdominal and Adipose Tissues
Der intraabdominelle chirurgische Situs bei COVID-19 Patienten ist nicht infektiös mit Ausnahme einer Kontamination mit Stuhl.
The pandemic's first major research scandal erupts
Seit Februar 2020 existiert eine Welle von Publikationen zur SARS-CoV-2 Infektion und COVID-19 Erkrankung. Vieles wird in Form von nicht begutachteten Beiträgen etwa auf www.medrxiv.org publiziert; aktuell über 4000 Arbeiten. Die viel beachteten Zeitschriften wie NEJM, Lancet, JAMA und andere haben eine eigene Sammlung von Arbeiten eingerichtet und beschleunigten die Begutachtungs- und Entscheidprozesse. Bei so viel Tempo und so vielen Arbeiten war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten handfesten Fehlleistungen und Rückzüge von Arbeiten («retractions») auftreten. Etwas überraschend ist, dass solche Rückzüge nun das NEJM und Lancet treffen. Die Gründe sind wohl vielfältig. Es dürften verschiedene Probleme auf verschiedenen Ebenen (Verhalten der Autoren, unklare und intransparente Datenbasis, rasche Begutachtung, Entscheidungsprozesse bei den Journalen, etc) gleichzeitig zusammengekommen sei. Es stellt sich auch die Frage, ob sich aufgrund der Pandemie die Publikationsprozesse nachhaltig ändern werden:
COVID-19 and Thrombotic or Thromboembolic Disease: Implications for Prevention, Antithrombotic Therapy, and Follow-Up
Dieser Review, kürzlich im Journal of the American College of Cardiology publiziert, ist eine schöne Zusammenfassung der Problematik von venösen und arteriellen Thrombosen bei Covid-19. Folgende Themen werden behandelt: Patienten mit COVID-19 können prädisponiert sein für arterielle und venöse Thrombosen . Erste Studien (Serien) deuten auf das häufige Auftreten einer venösen thromboembolischen Erkrankung bei Patienten mit insbesonderen schwerem COVID-19 Verläufen hin. Die optimale Präventionsstrategie erfordert weitere Studien und Evidenz. Arzneimittel-Wechselwirkungen zwischen Thrombozytenaggregationshemmern, Antikoagulanzien sowie der Covid-19 Therapien sollten untersucht werden.