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Heute ging es ins Eis. Bei herrlichem Sonnenschein und Windstille fuhren wir über die spiegelglatte See durch Eisfelder. Gegen Mittag erreichten wir die Inselgruppe Kong Karls Land. Als der Meeresgrund auf kürzester Distanz von rund 100 Meter auf 20 Meter Tiefe anstieg, lies unser Kapitän die Freya ankern. Nach einem raschen Mittagessen stiegen wir in die Schlauchboote um die Inselgruppe nach Bären abzusuchen. Über der spiegelglatten See verschwamm der Horizont und bald schien die rasch kleiner werdende Freya über dem Wasser zu schweben.
Eisbär auf Säulenbasalt
Tatsächlich sichteten wir einen schwimmenden Eisbären. Am nächsten Ufer stieg er an Land und bot, Wasser triefend, auf dunklen Basaltsäulen stehend, ein prächtiges Bild. Während unsere Kameras heiss liefen, schickte sich der weisse Riese gemächlich an, das Eiland zu überqueren. Wir beeilten uns, mit unseren Booten die Insel zu umrunden, um rechtzeitig zur Stelle zu sein, sollte er wieder ins Wasser steigen. Tatsächlich konnten wir ihm etwa eine halbe Stunde zusehen, wie er von einem Inselchen zur nächsten schwamm, dort an Land stieg, sich schüttelte, die Insel überquerte und auf der anderen Seite wieder ins Wasser stieg. Der Eisbär wanderte nach Norden, dem Packeis nach. Dabei schwamm er nötigenfalls kilometerweit. Am Ende der nördlichsten Insel angekommen verliesen wir ihn, denn wir wollten ihn bei der bevorstehenden langen Strecke im Wasser nicht beunruhigen. Wir fuhren rasch zu unserem Schiff. Je näher wir kamen, desto tiefer sank die Freya aus dem Himmel und kurz bevor wir sie erreichten schwamm sie wieder auf See.
Eisbär auf Eis
Glücklich setzten wir unsere Reise fort. Wir waren noch damit beschäftigt, unsere Eindrücke zu verarbeiten, als wir den Weg „unseres“ Bären wieder kreuzten. Genau wie wir hatte der Bär das Eisfeld erreicht. In der Nähe der Freya kletterte er auf eine Eisscholle und setzte seinen Weg nach Norden fort. Zwar erschienen seine Bewegungen gemächlich, aber trotzdem verschwand er erstaunlich schnell aus unserem Sichtfeld.
Wie beendet man rasch das Nachtessen von Wildlife-Fotografen? Man stürmt in den Raum und ruft „Eisbär im Wasser!“ Wieder kreuzten wir den Weg eines schwimmenden Eisbären. Vor unseren Augen versuchte er eine Robbe zu schlagen. Allerdings bemerkte diese ihn so früh, dass sie problemlos entkommen konnte. Glück für die Robbe, Pech für den Bären und uns Fotografen.