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Eine Woche nach Erstürmung des US-Kapitols sind die Sicherheitsmassnahmen des Parlamentsgebäudes massiv verstärkt worden. Rund um den Sitz des US-Kongresses waren am Mittwoch Tausende Soldaten der Nationalgarde im Einsatz. Normalerweise ist dort fast ausschliesslich der eigene Polizeidienst des Kapitols aktiv. Auf Aufnahmen aus dem Gebäude waren auch Nationalgardisten zu sehen, die in Gängen und Hallen am Boden lagen und sich ausruhten.
Wie das aussieht, kannst du in der folgenden Bildstrecke sehen:
Solche oder ähnliche Szenen sah man zuletzt im Jahr 1862 während des amerikanischen Bürgerkriegs. Dazwischen sah man zwar immer wieder mal Soldaten, die das Kapitol bewachten, aber einquartiert seither nicht mehr.
Damals nutzten die Unionstruppen gemäss Bloomberg das Kapitol als Spital nach einer verheerenden Schlacht. Etwas über 1000 Soldaten wurden in den Hallen behandelt, weitere Soldaten bewachten das Kapitol.
Der Huffpost-Reporter Igor Bobic wies auch daraufhin, wie jung viele der Soldaten seien: Knapp aus der Schule, das erste Mal im Kapitol – aber nicht als Besucher.
Bis zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden am kommenden Mittwoch am Kapitol sollen bis zu 15'000 Soldaten der Nationalgarde eingesetzt werden, um die übrigen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Die Bundespolizei FBI warnte Medienberichten zufolge davor, dass es rund um die Vereidigung des Demokraten zu neuen gewaltsamen Protesten kommen könnte.
In der Innenstadt sind zahlreiche Strassen gesperrt, Sicherheitskräfte errichteten Kontrollpunkte. Bürgermeisterin Muriel Bowser forderte alle Bürger auf, die Innenstadt bis auf Weiteres zu meiden und auch die Amtseinführung nur an den Bildschirmen zu verfolgen. Bowser erneuerte auch ihre Forderung an Amerikaner, für die Amtseinführung nicht nach Washington zu reisen. Der Secret Service, der auch den Präsidenten beschützt, ist seit Mittwoch für die Koordinierung aller Sicherheitskräfte rund um die Amtseinführung zuständig.
Der Apartment-Vermittler Airbnb erklärte, man werde wegen der Aufrufe der Behörden, nicht für die Vereidigung anzureisen, alle Reservierungen im Grossraum Washington in der Woche der Amtseinführung stornieren. Gäste und Gastgeber würden entschädigt, hiess es.
Rund um das Kapitol war bereits Ende vergangener Woche ein neuer Sicherheitszaun errichtet worden, der vor allem von der Nationalgarde bewacht wird. Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump waren am Mittwoch vergangener Woche – nach einer anstachelnden Rede Trumps – während einer Sitzung des Kongresses gewaltsam ins Kapitol eingedrungen. Fünf Menschen kamen ums Leben. (sda/dpa)