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Die Geschichte von Moses, der 400 000 Sklaven aus Ägypten nach Kanaan, ins versprochene Land führt, wo Milch und Honig fliesst, ist altbekannt. Aber sie bietet genug telegene Dramatik und Herausforderungen für die Kreateure von Spezialeffekten, um sie nochmals zu erzählen. Und genau deshalb sollte man sich den neuen Film von Ridley Scott (Gladiator) anschauen: Die Kulisse des alten Ägyptens mit seinen Pyramiden und riesigen Pharaonen-Statuen ist überwältigend. Der blutgetränkte Nil und die Abertausenden von Fröschen, die als zwei der zehn Plagen über das Land kommen, lassen einen erschaudern. Das geteilte Meer (das sich in der Filmversion rasant zurückzieht, bevor eine ungeheure Tsunamiwelle kommt) lässt den Atem stocken. Und das alles in 3-D! 1500 Einstellungen mit visuellen Effekten wurden für den Film generiert, dem es auch an imposanten Schlachten und Gemetzel nicht fehlt.
Gedreht wurde übrigens im südspanischen Almeria. Der liebe Gott wird als Kind dargestellt, und er ist grausam, um nicht zu sagen teuflisch. Als Ramses, der Pharao, mit seinem toten Jungen im Arm zu Moses geht, und dieser ihm sagt, dass alle hebräischen Kinder unversehrt blieben, fragt Ramses (und mit ihm fragt man sich das auch als Zuschauer): «Was für ein Fanatiker muss man sein, um einen Gott anzubeten, der Kinder tötet?»
«Exodus» erzählt einer der ältesten Geschichte des Alten Testaments mit den technischen Mitteln, der Sprache und dem Gedankengut von heute.