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Mehr Security und Speed 02.01.2020, 06:12 Uhr
Wi-Fi 6: Mit Vollgas durchs Netz
WLANs boomen und gehören längst zu unserem Alltag. Nun können deutlich mehr User sicherer und schneller funken – und das gleichzeitig, womit Wi-Fi 6 mit einer langen Tradition bricht. Denn bis zur fünften Generation redete nur ein Anwender auf einmal.
Mit mehr Speed, höherer Flexibilität und Effizienz punktet Wi-Fi 6 gewaltig und bringt WLANs einen entscheidenden Schritt voran
(Quelle: Shutterstock/pathdoc )
Daheim, in Büros, im Hotel oder auf öffentlichen Plätzen: WLANs sind beinahe eine Selbstverständlichkeit geworden. Die technische Basis dazu wurde bereits in den 1940er-Jahren mit einem Patent für das Frequency Hopping gelegt, vermutlich vor dem militärischen Hintergrund zur Torpedosteuerung entwickelt. Ziviler und konkreter wurde es 1969 mit dem ALOHAnet der Universität von Hawaii. Dieses Funknetzwerk verband die auf mehrere Inseln verteilten Standorte der Universität mit dem Zentralrechner auf Oahu – natürlich wie in den Folgejahren noch völlig unverschlüsselt. Trotz ihrer praktischen Vorzüge war die Zeit für WLANs noch nicht reif – zu sehr dominierten die drahtgebundenen Datennetze den Markt.
Frühe WLAN-Standards
Zudem buhlten neben der damals noch innovativen Firma Apple weitere Unternehmen um die Käufergunst. Jedoch sind zu viele Aktoren mit eigenen Lösungen nie gut für die Verbreitung einer neuen Idee – ein gemeinsamer WLAN-Standard musste also her. Die Arbeiten begannen in den 1980er-Jahren und wurden primär von der Chipindustrie sowie dem Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) vorangetrieben. Das IEEE ist ein traditionsreiches, US-amerikanisches Institut, das Industriestandards wie das Ethernet spezifiziert und veröffentlicht. Der erste noch recht rudimentäre IEEE-Standard für WLANs wurde 1997 veröffentlicht und setzte einen guten Startpunkt in Richtung standardisierter Kommunikation zwischen Notebooks und einem WLAN Access Point (AP).
Seither drehte sich die Arbeit der IEEE Working Group 802.11 stets um höhere Geschwindigkeiten und mehr Sicherheit für immer mehr Endgeräte. Parallel dazu arbeitete die Working Group 802.3 am noch bekannteren, drahtgebundenen Ethernet-Standard, der weit in die 1970er-Jahre zurückgeht. Dieser überholte alle andere LAN-Standards wie Token Bus, Token Ring, IBM SNA oder DECnet mühelos, war er doch herstellerunabhängig. Dies entspricht auch der Ausrichtung des ersten WLAN-Standards IEEE 802.11 (1997). Dessen wichtigste Kennzahlen waren: max. 2 Mbit/s Übertragungsrate im 2,4-GHz-Band. Ähnlich wie beim zuvor entwickelten Ethernet konnte aber nur ein User zur gleichen Zeit Daten senden, was bei tiefen Geschwindigkeiten und kleinen Nutzerzahlen zunächst nicht störte. Denn ähnlich wie das Internet waren auch WLANs damals eine Nischentechnologie für Forscher und Netzwerker.
Autor(in) Rüdiger Sellin