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Er wird am 9. Oktober 1630, nach anderen Quellen am 8. Oktober 1631 im Haus zum Bundschuh in Konstanz geboren. Seine Eltern sind der Senator Johann Jakob Gimmi und die aus Konstanzer Stadtadel stammende Maria Reiher. 1650 tritt er in das Chorherrenstift Kreuzlingen ein, das zu dieser Zeit den Wiederaufbau der Klosterkirche an neuer Stelle beginnt und noch in klostereigenen Gebäuden in und ausserhalb der Stadt wohnt. Er legt 1653 Profess ab, in diesem Jahr ist die neue Kirche vollendet. Dann geht er bis 1655 zum Studium nach Freiburg im Breisgau. 1656 feiert er Primiz und wirkt anschliessend einige Jahre als Beichtvater in der Propstei Riedern. Am 4. Oktober 1660 wird er zum Abt gewählt. 1664 kauft er die Seeburg und baut sie mit Michael Beer unverzüglich wieder auf, 1666 verdingt er den Klosterneubau an den gleichen Baumeister. 1668 sind zwei Flügel bezugsbereit. Zwei weitere Flügel, der Bibliotheksflügel und der Gästeflügel, sind bis 1686 fertiggestellt. Schon 1672 errichtet Abt Augustin vor der Kirche die Liebfrauenkapelle als Begräbniskirche und führt dazu die Todesangstbruderschaft ein. Im Hörnli baut er die grosse Kornschütte, das heutige Seemuseum. Unter seiner Regierung erlebt die Abtei die grösste Blüte, sie zählt 31 Mönche, darunter 28 Priester. Sie stammen zum grössten Teil aus der näheren schwäbischen Umgebung. 1682 kann er Pater Georg Kurz als neuen Probst nach Beuron entsenden und damit die Reform der dortigen kleinen Gemeinschaft sichern. Er stirbt am 19. Oktober 1696 im Alter von 66 Jahren und wird in der Gruft seiner neuen Liebfrauenkapelle begraben.
Sein Porträt hängt im zweiten Obergeschoss des Kloster-Ostflügels. Eine eindrückliche Persönlichkeit des 17. Jahrhunderts mit Spitz- und Schnurrbart à la Richelieu, ein schwarzes Scheitelkäppi über einer dichten natürlichen Haarpracht tragend, blickt wohlwollend prüfend zum Betrachter. Der so dargestellte Abt Augustin steht vor einem Tisch mit Kruzifix. Er trägt über dem weissen Rochet eine Hermelin-Mozetta. Mit dem Pektorale weist er sich als Abt aus. In der rechten Hand hält er eine Miniatur, mit der linken Hand fasst er die Perlenkette eines Medaillons. Im Hintergrund ist sein neues Kloster dargestellt, darunter das Abtswappen, mit Mitra und zwei Krummstäben bekrönt. Ist der zweite Krummstab ein Ersatz für das Richtschwert? Auch die Jahreszahl 1638 unter der Wappenkartusche gibt Rätsel auf. Hat ein Restaurator in MDCLXXVIII (1678) das L durch ein X ersetzt? Dieses Jahr könnte hinkommen, der dargestellte Abt wäre dann 48 Jahre alt.
Das Wappen ist geviertet und enthält in 1 und 4 das Stiftswappen (gespalten von Rot in Silber, in Rot das goldene Kreuz und in Schwarz der silberne Abtsstab), in 2 und 3 das persönliche Wappen (in Schwarz ein rotes Herz mit goldener Flamme, begleitet von zwei goldenen Sternen). Im Herzschild ist die Mondsichelmadonna mit Kind zu sehen. Es ist das Wappen der inkorporierten Propstei Riedern am Wald.
Pius Bieri 2010
Benutzte Literatur:
Schmutz, Jürg und Stöckly, Doris: Kreuzlingen, in: Helvetia Sacra, Abteilung IV, Band II, Basel 2004.
|Abt CanA Augustin Gimmi (1630–1696) in Kreuzlingen|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|9. Oktober 1630||Konstanz Baden-Württemberg D||Vorderösterreich|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt des Augustiner-Chorherrenstifts Kreuzlingen||1660–1696|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|9. Oktober 1696||Kreuzlingen Thurgau CH||Herrschaft Abtei Kreuzlingen|
|Kurzbiografie|

Augustin Gimmi ist der eigentliche Bauabt von Kreuzlingen. In seiner 36-jährigen Regierungszeit baut er die Seeburg wieder auf, erstellt den grossen Klosterneubau, baut im Hörnli die Kornschütte und errichtet die Liebfrauenkapelle als Begräbnisstätte. Damit sind nur die Bauten in unmittelbarer Nähe des neuen Klosterstandortes genannt. Mit der Entsendung von P. Georg Kunz nach Beuron ermöglicht er dort die Durchsetzung von Reformen, welche dem Kloster an der Donau zu neuem Aufschwung verhelfen. Abt Augustin steht dem Kloster in seiner grössten Blüte vor, das mit 31 Konventualen auch eine ansehnliche Grösse erreicht.
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