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Japan ist ein 6852 Inseln umfassender Staat im Pazifik mit fast 130 Mio. Einwohnern auf einer Fläche von fast 400'000 km2 (10 Mal so gross wie die Schweiz, fast doppelt so dicht bevölkert, wobei auch nur ein Drittel der Fläche bewohnt wird). Das neuere Japan war Kolonialmacht in Korea und Taiwan und an beiden Weltkriegen aggresiv beteiligt. Japan war die erste Industrienation Asiens, das ältere lässt sich als kulturelle Separation (Sezession) von China verstehen.
Japan steht auch für Hiroshima als Ziel des ersten kriegerischen Kernwaffeneinsatzes am 6. August 1945 und Fukushima, Zen, Budo
Japan schreibt sich - wie viele Nationen - eine lange legendäre - nationalistische - Geschichte zu. Ich unterscheide die Zeit der Shogune und die kaiserliche Republik des heutigen Staates, die in der Meiji-Restauration ab 1868 durch die Abschaffung des Shōgunats entstanden ist, und seit 1890 eine Verfassung hat.
Die Geschichte reicht erstaunlich wenig weit zurück. Zur Zeit Christus wird Japan kulturell besiedelt und ab etwa 700 chinesisch geprägt (Buddhismus). Anstelle eines Kaisers setzten sich aber Shogune durch, die sich dann oft in Fürstentümer aufspalteten (Daimyos), was auch als Bürgerkriege bezeichnet wird (wie wenn es Bürger gegeben hätte).
Ab 1600 entstand Handelsverkehr mit den Portugiesen. In der Edo-Ära (1603–1867) isoliert sich Japan weitgehend. 1854 verlangte die USA , die mit vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen Edo einlaufen konnte, eine Öffnung für den Handel, was das Ende des alten Japans bedeutete. Das neue Japan produziert für den Westen.
Das neue Japan begann mit der sogenannten Meiji-Restauration 1868, die aus Japan einen westlichen Staat machte. 1890 wurde eine Verfassung eingeführt (an das deutsche Kaiserreich angelehnt) und 1894 begann die koloniale Expansion nach China und 1910 nach Korea. Im ersten Weltkrieg wurde das Militär als innenpolitische Macht stabilisiert (auch durch die Übernahme der deutschen Kolonienen). Danach gab es eine parallele Entwicklung wie in Deutschland (weimarisches Scheitern der demokratischen Republik) und territoriale Expansion: 1931 nach China, ab 1937 nach Indochina, wo die europäischen Besetzer verdrängt wurden. Die USA verteidigten ihren "Besitz" (Philipinen) mit einem Wirtschaftskrieg (Embargos), worauf die Japaner 1941 Pearl Harbor angriffen.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Japan wie Deutschland als Bollwerk gegen den Kommunismus (Koreakrieg 1950) aufgebaut und in den US-Machtbereich integriert.
Die chinesische Kultur zeigt sich im Buddhismus und in der chinesischen Schriftzeichen (Kanji), die Japan etwa 500 n. Chr. erreichten. Japan wurde aber nie chinesisch, es entwickelte eine eigene Kultur, ein Anliegen, das auch durch die Schliessung betont wurde, nachdem andere Kulturen den Raum betreten wollten.
Shinto interpretiere ich als bewussten Japanismus, welcher sich durch bäurische Metaphern von Zen abgrenzt.
Die japanische Gesellschaft macht alles etwas schneller als der Westen. Sie waren mit den Wirtschaftskrisen und der darauf folgenden Staatsverschulung ab 1990 dem Westen 20 Jahre voraus. Das Völkische ist homogener, was die effiziente Politik unterstützt. Japan hat keine Faschismuserfahrung wie Deutschland, obwohl sich die beiden Staaten in der Moderne sehr ähnlich entwickelten.