Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/396

Die Behandlung der Pudendusschmerzen erfolgt hauptsächlich durch Entlastung des Pudendusnervs. Ein operativer Zugang ist über das Gesäss, über den Damm oder laparoskopisch über die Bauchdecke möglich. Der operative Zugang durch den Damm ist eher geeignet, um den Pudenduskanal zu erreichen. Liegt der chirurgische Einsatzort tief im kleinen Becken, kann er über den operativen Zugang via Gesäss oder Damm nicht oder nicht vollständig erreicht werden. Hier ermöglicht die Laparoskopie unter optimalen Bedingungen die komplette chirurgische Entfernung z.B. einer tief reichenden Endometriose oder von Verwachsungen. Im Falle von operativen Verletzungen des Pudendusnervs oder der Sakralwurzel kann die Ursache der Schmerzen auch über den laparoskopischen Zugang behoben werden wie z.B. durch das Entfernen von Klammern, Nähten und Narbengewebe.
Die Neuromodulation stellt eine weitere therapeutische Option zur Behandlung von Pudendusschmerzen dar. Das von Prof. Possover entwickelte sakrale LION-Verfahren erlaubt die Neuromodulation der sakralen Nervenwurzeln, welche die Fasern des Pudendusnervs enthalten. Das sakrale LION-Verfahren wird bei folgenden Krankheitsbildern als erste therapeutische Option in Betracht gezogen:
- Misserfolg bei der Neurolyse des Pudendusnervs.
- Bei Nervenerkrankungen wie z.B. der Multiplen Sklerose, dem Parkinson-Syndrom oder der diabetischen Neuropathie (Nervenerkrankung aufgrund eines Diabetes).
- Nach chirurgischen Eingriffen im kleinen Becken, wenn andere Ursachen wie z.B. Nähte oder Klammern nicht gefunden werden können.