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Im Jahre 831, so steht es geschrieben, wird Fahrwangen in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erstmals erwähnt. Funde aus der Jungstein- und Bronzezeit beweisen, dass die Gegend allerdings schon früher bevölkert war. Auch römische Mauerreste sowie keltische und alamannische Gräber sind entdeckt worden. Der Ortsname stammt vom Althochdeutschen und bedeutet "Abhang mit Farnkraut".
Herrschaft der Lenzburger, Kyburger, Habsburger und Hallwyler
Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden 1264 die Habsburger die neuen Landsherren. Diese besassen sowohl die hohe wie auch die niedere Gerichtsbarkeit. Zwischen 1354 und 1380 traten sie jedoch sämtliche Rechte an die Hallwyler ab.
Als 1415 die Eidgenossen den Aargau eroberten, wurde Fahrwangen ein Teil des Untertanengebiets der Stadt Bern. Das Dorf selbst blieb aber eine fast gänzlich autonome Gerichtsherrschaft der Hallwyler.
In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts hat Ritter Rudolf von Hallwyl den Dinghof und das Landgericht Fahrwangen mit den hohen und niederen Gerichten zu Fahrwangen und Tennwil als Lehen erworben. Und damit das Recht, alle "die schädlich Leut zwischen Othmarsingen und Baldegg gefangen zu nehmen und zu bestrafen".
Gerichtsbarkeit in Fahrwangen
Zur Ausübung der Blutgerichtsbarkeit besass die Herrschaft Hallwyl in Fahrwangen einen Galgen sowie mehrere Richtplätze. Am südlichen Ende des Dorfes liegt am Richtplatzweg der Richtplatz mit insgesamt vier Grenzsteinen und einem Brunnen. Die Grenzsteine zeigen die Wappen der Berner, der Hallwyler, der Freiämter als auch der Luzerner. Fahrwangen war von vielen Herrschaften begehrt. Etwas weiter südlich am Rande des Gebiets Eichhölzli erinnert ein Findlingstein noch an diese Zeit.
Industrielle Entwicklung
Viele der alten Häuser in Fahrwangen bestehen aus Wohntrakt und angebauter Scheune mit Stall. Ein sicherer Hinweis dafür, dass hier einst die Landwirtschaft vorgeherrscht hat. Im 18. Jahrhundert ist dann die Industrie im Seetal eingezogen. Willkommenen Verdienst brachte u.a. die Strohflechterei, vorerst mit Heim-, später auch mit Fabrikarbeit, aber auch die Baumwollweberei. Parallel zur Industrie haben sich das Handwerk und das Gewerbe mit einer Vielzahl von Klein- und Mittelbetrieben entwickelt. 1920 betrug der Anteil an Industriearbeiter über 60 %.
Das Zeitalter der Wohlen-Meisterschwanden-Bahn
Am 18. Dezember 1916 erfolgte mit der Eröffnung der Wohlen-Meisterschwanden-Bahn der Anschluss ans Eisenbahnnetz. Diese elektrische Normalspurbahn stellte ihren Betrieb jedoch am 31. Mai 1997 wieder ein. Ein kurzes Teilstück bis zur Industriezone in Wohlen wird heute noch sporadisch für den Güterverkehr benutzt, der grösste Teil der restlichen Strecke wurde zu einem Veloweg umgebaut.
Aufgrund der attraktiven Wohnlage über dem Hallwilersee ist die Einwohnerzahl seit 1980 stetig gewachsen. Trotzdem ist Fahrwangen ein überschaubares Dorf geworden, welches im oberen Seetal eine Zentrumsfunktion wahrnimmt.