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Bali – Insel der Tempel
Bali ist eine Insel im Indischen Ozean, die zum Inselstaat Indonesien gehört. Der Name ihrer Hauptstadt Denpasar bedeutet so viel wie „Zentralmarkt“, was auf ihre Rolle vor und während der niederländischen Kolonialisierung der Region hinweist. Ein Besuch in einem kleinen Paradies.
Balis Geschichte
Es wird davon ausgegangen, dass die Besiedlung der Insel Bali schon zirka 1500 vor Christus durch südindische Entdecker erfolgte. Es gibt nicht viele Aufzeichnungen oder Funde, die seitdem eine umfangreiche Wiedergabe der Inselgeschichte ermöglichen. Belege des ersten auf Bali bestehenden Königreiches stammen aus dem Jahr 990 nach Christus.
Im Jahr 1478 wurden die Mächtigen des Majapahit-Reiches, welches in seiner Heimat Java durch islamische Einflüsse verdrängt wurde, dazu gezwungen, auf benachbarte Inseln auszuweichen. So besiedelten sie auch Bali. Die Majapahit war eine sogenannte Thalassokratie, eine Herrschaft, die ihre Stärke durch ihre See- und Handelsmacht ausdrückte. Ein reicher Handel zum eigenen Vorteil war für die Majapahit-Oberschicht von grosser Bedeutung, was wiederum den bereits erwähnten Namen der Hauptstadt Balis erklärt.
Vorerst gab es nur einen König, der über das gesamte neu eingenommene Gebiet in und um Bali herrschte. Im Laufe der Zeit wurden die Gebiete aber in kleinere Provinzen mit eigenen Königen aufgeteilt.
In der Zeit von 1846 bis 1908 unternahmen die Niederländer mehrmals Kolonialisierungsversuche auf der Insel. Die Könige der benachbarten Regierungsbezirke Denpasar und Pemecutan wollten sich ihnen jedoch nicht unterwerfen. Beim letzten – mit Militärmacht durchgeführten – Anlauf der Niederländer, die Insel einzunehmen, begaben sich die Herrscher der beiden Königreiche mit ihrem Hofstaat und ihrer Armee auf das Feld gegen die Eindringlinge. Etwa 4000 von ihnen kamen dabei ums Leben.
Die Niederländer nahmen danach die Insel ein und zogen dank des Opiumhandels einen grossen finanziellen Gewinn aus der Kolonie. Die Kosten, die durch Annexion und Führung Balis entstanden, konnten durch das entstehende Opiummonopol gedeckt und sogar übertroffen werden. Die Kolonialherrschaft der Niederländer über Bali dauerte bis 1942.
Im Jahr 1945 wurde die Insel zuerst von Japan eingenommen, im August desselben Jahres aber schon dem Inselstaat Indonesien zugeschrieben. Als 1963 der Gunung Agung, ein Vulkan Balis, ausbrach, kamen viele Menschen ums Leben, und von den Überlebenden entschieden sich zahlreiche für die Umsiedlung auf andere Inseln Indonesiens.
Seither hat sich die Wirtschaft auf Bali stark verändert. Ein Grossteil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Industrie gibt es lediglich im Bereich der Textilherstellung. Des Weiteren gehören kunsthandwerkliche Artikel zu den Exportgütern Balis. Der Tourismus nimmt daneben einen wichtigen Stellenwert in der Wirtschaft der Insel ein. Bali ist die am häufigsten besuchte Insel Indonesiens.
Orte auf Bali, die einen Besuch wert sind
In Balis Hauptstadt Denpasar finden Sie viele traditionelle Märkte, auf denen Sie Textilien und kunsthandwerkliche Erzeugnisse erwerben können. Aber auch Gerichte der hiesigen Kulinarik erwarten Sie hier. Vor allem der „Pasar Kumbasarai“-Markt bietet seinen Besuchern eine grosse Auswahl einheimischer Kochkünste. Empfehlenswert ist auch das Museum „Negeri Propinsi“, in dem unter anderem traditionelle Instrumente, Kostüme und Masken ausgestellt werden.
Wenn Sie sich für Kunst interessieren, finden Sie im Kunstzentrum „Taman Werdhi Budaya“ einen informativen Ausgangspunkt für die Entdeckung der Stadt. Auf geführten Touren erleben Sie alle Highlights von Denpasar.
Am südwestlichen Hang des Gunung Agung liegt Pura Besakih. Dieses auch „Muttertempel“ genannte Bauwerk wurde der Annahme verschiedener Historiker nach im 8. Jahrhundert gegründet. Die auf zirka 950 Metern erhöht liegende Anlage verfügt über mehr als 200 einzelne Bauten. Zu diesen gehören neben Tempeltürmen auch weitere geschlossene Gebäude und Schreine, aber auch offene Pavillons.
Die Anlage ist in verschiedene umzäunte Bereiche getrennt, die den Fürsten der verschiedenen Bezirke und den Dorfgemeinschaften zugeteilt sind. Pura Besakih, dessen mittlerer Tempelbezirk für Ausländer nicht zugänglich ist, wurde 1995 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Im Südwesten Balis befindet sich der Pura Tanah Lot, auch „Meerestempel“ genannt. Er wurde auf einer Felsinselspitze direkt am Meer errichtet. Man erreicht ihn nur zu Fuss – entweder bei Ebbe über den Meeresboden oder über einen Pfad aus Steinen und Sand, der vom Strand dort hinführt. Der Tempel wurde Anfang des 16. Jahrhunderts von Danghhyang Nirartha gegründet, einem javanischen Priester, der im 15. Jahrhundert wie viele seiner Landsleute nach Bali flüchtete.
Auf Bali gibt es noch viele andere Tempel, die für Touristen mehr oder weniger zugänglich sind. Vielerorts – und vor allem in der Hauptstadt Denpasar – wirden Touren angeboten, auf denen Sie verschiedene Tempelanlagen besuchen können. Weitere Touren und Wanderpfade für das individuelle Erlebnis führen Sie in die Natur der Insel. Neben tropischen Pflanzen sehen Sie mit etwas Glück Riesenhörnchen, Affen und Flughunde.
Die vielen Strände der Insel laden zum Baden, Relaxen und zu verschiedenen Wassersportarten ein. Sie können hier segeln, windsurfen, tauchen und schnorcheln. Wer die Geschwindigkeit liebt, kann auch Jetski oder Speedboot fahren. Küstenbesichtigungen werden mit Katamaranen und Glasbodenbooten angeboten.
Mehr als fünf verschiedene Golfplätze und drei Tennisplätze allein um Denpasar herum laden Sie auch zu diesen weltweit beliebten Sportarten ein. Geniessen Sie das tropische Klima, unterschätzen Sie aber nicht die ganzjährig hohen Temperaturen von 34 Grad Celsius. Trinken Sie ausreichend und schützen Sie sich vor der Sonne – dann wird Ihre Ferien auf Bali zu Traumferien.
Oberstes Bild: Die Landschaft auf Bali (© Dr. Stephan Barth / pixelio.de)