Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/2102

Name: martin Permalink: http://tierrechtsforen.de/1/7645/8730

Datum: 31.05.10 16:53
Dieser Beitrag wurde 4714 mal gelesen
> Naja, ich erachte es mehr als schwierig zu sagen, dass Regan
> keine Tierrechtsphilosophie geschrieben hat und vertritt.
Das habe ich so nicht gesagt. Aber - das meinst du wahrscheinlich - ich würde schon sagen, dass er kein Tierrechtler ist.
Tierrechte definieren wir analog zu Menschenrechten. Wenn man das hier analogisiert, würde das bedeuten, man müsste jemanden einen Menschenrechtler nennen, der im Normalfall zwar die Menschen der eigenen Gruppe mit denen einer anderen Gruppe gleichstellt, aber bei konkurrierenden Interessen die eigene Gruppe höher wertet. Da das dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht, denke ich nicht, dass man diese Person einen Menschenrechtler nennen würde.
Diese Person hätte zwar eine Theorie über die Rechte von unterschiedlichen Menschen-Gruppen aufgestellt, wäre aber im politischen Sinn kein Menschenrechtler, da er einen Grundsatz der Menschenrechte nicht erfüllt hätte. Weshalb...
> speziesistisch ist, ändert nichts an der Tatsache, dass es
> trotzdem eine Theorie von Tierrechten darstellt.
...man hier eher sagen sollte/müsste, Regan vertritt eine (deontologische) Tierethik, die mit einem Rechteansatz arbeitet. Aber im politischen Sinn ist er kein Tierrechtler. (Im Praktischen ohnehin nicht, da er mit Reformisten zusammenarbeitet.)
Das ist m.E. das gleiche wie die von manchen geäußerte Behauptung, Singer dürfe nicht speziesistisch genannt werden, weil er in seiner Theorie die (traditionelle) Speziesgrenze überschreitet. Jedoch wäre jemand, der die Menschen einer anderen Hautfarbe und denen der eigenen Hautfarbe gleichstellen würde, aber die Menschen einer dritten Hautfarbe weiterhin diskriminiert, immer noch ein Rassist. Um nicht-rassistisch zu sein, müssen alle Menschen (wieder: Gleichheitsgrundsatz) gleich behandelt werden, nicht nur mehr als bisher. Für den Speziesismus gilt das gleiche, daher ist Singer immer noch Speziesist, wenn auch kein traditioneller.