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Als dies nicht geschah, ward er enthauptet, bis zum
Tod mutig und stolz. Die
Erzählung von dem
Ring, den ihm
Elisabeth
früher geschenkt haben soll mit der Weisung, ihr denselben, wenn sie ihm einst zürnen sollte, zu senden,
und den die mit der
Übergabe an
Elisabeth von Essex beauftragte Gräfin
Nottingham
[* 8] nicht abgegeben habe,
ist ohne
Zweifel unhistorisch.
Essex' tragisches Ende ward vielfach als Gegenstand dichterischer
Darstellung benutzt, so von dem
EngländerJ.
^[John]
Banks (1682)
und in neuester Zeit von
Laube in dem
Trauerspiel
»Graf Essex«.
Nach dem altern
Verfahren der Essigfabrikation
[* 15] füllt man ausgedämpfte
Fässer aus
Eichenholz, die etwa 200-300L. fassen und
in einem
Raum liegen, dessen
Temperatur gleichmäßig auf 30-32° erhalten wird, zur Hälfte mit heißem Weinessig, fügt nach
einigen
Tagen10-15L.Wein hinzu und fährt
¶
mehr
mit solchem Zusatz von acht zu acht Tagen fort, bis die Fässer bis zu zwei Dritteln gefüllt sind. In 8-14 Tagen verwandelt
sich dann der im Wein enthaltene Alkohol, da die Fermentkeime in der Luft der Essigstube hinreichend vorhanden sind und sich
bald genug in der Flüssigkeit ansiedeln, in Essig. Man zieht dann so viel fertigen Essig ab, wie man
Wein zugefügt hat, und beginnt nun das Füttern des Fasses von neuem. Ein solches Mutterfaß kann oft sechs Jahre und länger
benutzt werden, bis es so viel Weinstein, Hefe
[* 17] und Essiggeläger enthält, daß es gereinigt werden muß.
Bei diesem Verfahren dringt die Luft durch das Spundloch und eine im obern Dritteil des einen Bodens befindliche
Öffnung zu dem Essiggut, ihr Sauerstoff wird an der Oberfläche desselben absorbiert, und der hier gebildete Essig sinkt zu
Boden und macht neuen Alkoholteilchen Platz, bis endlich die Essigbildung, die natürlich sehr langsam erfolgt, vollendet
ist. Dabei findet auch ein beständiger Luftwechsel statt, weil die ihres Sauerstoffs teilweise beraubte und im Fuß etwas
erwärmte Luft spezifisch leichter geworden ist und frischer Luft Platz macht.
Der auf diese Weise erhaltene Weinessig verdankt sein eigentümliches Aroma dem Wein, aus welchem er bereitet wurde, und enthält
alle Bestandteile desselben, namentlich auch Weinsäure. Ähnlich wird Obstessig aus Apfel- und Birnwein
sowie Bier-, Malz- oder Getreideessig aus ungehopfter, vergorner Bierwürze gewonnen. Der Obstessig enthält auch Äpfelsäure,
der Bieressig die Extraktivstoffe des Malzes, wie Dextrin, stickstoffhaltige Körper, Phosphorsäuresalze etc. Einen ähnlichen,
aber wenig reinen Essig gewinnt man durch Vergärung aus Runkelrübensaft, einen sehr reinen dagegen,
der fast nur ein wenig Essigäther enthält, aus einer Mischung von Spiritus mit Wasser, etwas Essig und Malzaufguß (Branntweinessig,
Spiritusessig, künstlicher Weinessig).
Auf und in dem Essiggut siedeln sich verschiedene Pilzbildungen an, namentlich die Essigmutter, eine dicke, zähe, gallertartige
Masse mit glatter Oberfläche, und das Essighäutchen, welches dünn, glatt oder feinrunzelig und
schleimig ist und wie erstere aus Spaltpilzen besteht, welche die Übertragung des Sauerstoffs auf Alkohol, seine Oxydation, vermitteln.
Diese Pilzbildungen erscheinen auf Flüssigkeiten, welche wenig Fruchtsäure enthalten, namentlich auf Bier und auf wein- und
bierhaltigem Essig, während sich auf Flüssigkeiten, in welchen mehr Fruchtsäuren enthalten sind, Kahmhäute
entwickeln. Diese bestehen aus Hefepilzen, welche die Fruchtsäure zerstören; doch siedeln sich später in der gekröseähnlich
gefalteten Kahmhaut die essigbildenden Spaltpilze an.
Die Schnellessigfabrikation bewirkt eine sehr bedeutende Beschleunigung des Oxydationsprozesses durch starke Verteilung des
Essigguts in herabrinnende Tröpfchen, denen ein kontinuierlicher Luftstrom entgegengeführt wird. Sie bedient
sich hauptsächlich eines Gemisches von Spiritus und Wasser und oxydiert dies in den Essigständern (Essigbildern, Gradierfässern).
Dies sind aufrecht stehende eichene, 2-3 m hohe, 1-1,5 m weite, oben offene Fässer, über deren Boden in einer Höhe von 20 cm
etwa sechs 3 cm weite Löcher in die Dauben gebohrt sind.
Etwa 30 cm über dem Boden liegt ein Siebboden oder Lattenrost, und auf diesen sind ausgelaugte und getrocknete Buchenholzspäne
gefüllt bis etwa 15 oder 20 cm unter dem obern Rand. Hier liegt ein hölzerner Siebboden, in dessen Löchern kurze EndenBindfaden
hängen, die ein langsames und gleichmäßiges Herabrinnen des Essigguts bewirken. Außerdem stecken
in dem Siebboden
5-8 Glasröhren von 10-15 cmLänge und 3-6 cmDurchmesser, welche so hoch über den Siebboden hervorragen,
daß kein Essiggut durch sie abfließen kann.
Sie entsprechen den Luftlöchern über dem Boden der Fässer und dienen zur Unterhaltung des Luftstroms. Die Essigständer,
von welchen je 2-4 eine Gruppe bilden, sind schließlich mit einem Deckel verschlossen, welcher aber eine
Öffnung zum Eingießen des Essigguts und zum Austreten der Luft besitzt. Für den Betrieb werden die Späne mit erwärmtem
Essigsprit übergossen, und nachdem dieser in etwa 24 Stunden das Holz
[* 18] völlig durchdrungen hat, füllt man das Essiggut
auf.
Dieses rinnt in feiner Verteilung über die Späne herab, nimmt dabei Sauerstoff auf und verwandelt sich großenteils in Essig. Dabei
wird Wärme entwickelt, und die auf 36° und stärker erwärmte Luft steigt in lebhaftem Strom in dem Faß
[* 19] auf, während frische
Luft durch die untern Löcher eintritt. Dieser Luftwechsel im Essigbilder ist von höchster Bedeutung,
weil ja der Alkohol lediglich durch Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft in Essigsäure verwandelt wird. Bei schwacher Luftzufuhr
wird die Essigbildung gehemmt, und die Temperatur im Essigbilder sinkt, während sie umgekehrt bei zu lebhaftem Luftwechsel
so hoch steigt, daß ein namhafter Verlust durch Verdunstung entsteht und die Essigsäure zum Teil auch
zu Kohlensäure und Wasser oxydiert wird.
Man bringt deshalb an den Öffnungen der Essigbilder Schieber an und verbindet auch den Deckel durch ein Rohr mit dem Schornstein.
Bisweilen führt man vom untern Boden der Essigbilder ein Rohr zum Schornstein und läßt dann die Luft durch
den Deckel in das Faß eintreten. Hierbei kommt die Luft vor dem Austritt aus dem Faß mit alkoholarmer Flüssigkeit in Berührung
und kann daher auch weniger Alkohol aufnehmen und fortführen, als wenn sie oben austritt. Bei der Regelung des Luftzutritts
ist auch die Außentemperatur zu berücksichtigen.
Die Essigstube muß sehr gleichmäßig und am besten auf 20-24° erwärmt werden, im Essigbilder darf
die Temperatur nicht über 36-40° steigen. Die Abflußöffnung für das am Boden der Essigständer angesammelte Essiggut ist
mit einem Heber
[* 20] so eingerichtet, daß stets eine etwa 16-20 cm hohe warme Essigschicht zurückbleibt, welche neuem Essiggut
als Säuerungserreger dient. Das aus dem ersten Ständer abfließende Essiggut wird auf einen zweiten
Ständer gegeben und fließt aus diesem, wenn es ursprünglich nur 3-4 Proz. Alkohol enthalten hatte, als fertiger Essig ab. Für
stärkern Essig (Essigsprit) ist ein wiederholtes Aufgeben erforderlich; man verarbeitet dann aber anfänglich ein
alkoholärmeres Essiggut und setzt den weiter erforderlichen Spiritus erst zu, wenn die schon angesäuerte
Flüssigkeit von neuem einen Essigständer passiert.
Die Zusammensetzung des Essigguts ist verschieden; häufig benutzt man eine Mischung von 20 Lit. Branntwein von 50 Proz. Trall., 40L.
Essig und 120L.Wasser, welcher man wohl auch etwas Bierwürze oder einen Auszug von Roggenmehl, Malz oder
Kleie zusetzt. Am sichersten arbeitet man auf Essig mit 6-8 Proz. Essigsäure; über 10 Proz. läßt sich der Gehalt nicht gut
treiben, weil bei zu sehr forciertem Betrieb zu viel Alkohol verdunstet. Man kann annehmen, daß etwa 1 cbm guter aufgerollter
Buchenspäne unter günstigsten Verhältnissen 200-250 Literprozent Alkohol in 24 Stunden aufzuarbeiten
vermag. Der Verlust beträgt, wenn man auf 6-7proz. Essig arbeitet, mindestens 12, bei Essigsprit 14-16 Proz.;
doch arbeitet die Mehrzahl der Fabrikanten mit einem durchschnittlichen Verlust von 20 Proz., da im Sommer¶