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Die Rolle von Vasopressin bei septischem Schock
Die Resultate kleinerer Studien lassen vermuten, dass Vasopressin die hämodynamische Instablität bei Patienten im septischen Schock verbessern kann. Folgende grössere Studie ist dieser Hypothese nachgegangen.
Retrospektiv wurden die Daten von allen Patienten, die zwischen 2000 und 2002 in einem klinischen Zentrum in Denver, USA, wegen eines septischen Schocks mit Vasopressin behandelt wurden, analysiert. Ausgewertet wurden demographische, hämodynamische und laborchemische Daten sowie Nebenwirkungen.
Von insgesamt 353 Patienten erfüllten 102 die Einschlusskriterien. Im Durchschnitt bekamen die Patienten 0.11 Units Vasopression pro Minute über 54 Stunden. Verglichen mit vor der Therapie verbesserte Vasopressin den mittleren arteriellen Druck um 15% innerhalb einer Stunde, reduzierte die Herzfrequenz um 9% innerhalb von 4 Stunden und die notwendige Dopamindosis um 25% innerhalb von 8 Stunden. Diese Effekte persistierten über 4 Tage. Auf die Nierenfunktion und den Gebrauch von anderen Katecholaminen hatte die Gabe von Vasopressin keinen statistisch signifikanten Einfluss. Nebenwirkungen, die möglicherweise mit der Verabreichung von i.v.-Vasopressin assoziiert waren, waren Ischämien von Extremitäten, Myokardinfarkte und Hyponatriämien.
Konklusion der Autoren: Vasopressin hat einen günstigen Einfluss auf den mittleren arteriellen Druck, die Herzfrequenz und den Dopaminkonsum. Bis allerdings klarere Daten vorliegen empfehlen die Autoren die Gabe von Vasopressin nur dort, wo die Antwort auf ein oder zwei Katecholamine inadäquat war oder um die Dosis solcher Therapien zu reduzieren.
Abstract
Ann Pharmacother 2004;38:1117-1122 - M. D. Obritsch et al
09.08.2004 - dde