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Damit die festgelegten Schutzziele erfüllt werden können, muss die Abflusskapazität aus dem Sarnersee deutlich erhöht werden. Im jetzigen Zustand reicht sie bei starken Unwetterereignissen nicht aus, um die zufliessende Wassermenge schadlos ableiten zu können. Heute beträgt die Abflusskapazität der Sarneraa je nach Abschnitt nur 30 bis 70 m3/s. Die benötigte Gesamtabflussleistung zur Erreichung der Schutzziele in geschlossenen Siedlungen beträgt bei bordvollem Gerinne jedoch rund 150 m3/s, was einem Abfluss von 125 m3/s bei einem HQ100 plus einem angemessenen Freibord entspricht. Mit dem Begriff „Freibord“ wird der senkrechte Abstand zwischen dem Wasserspiegel und der Oberkante des Ufers oder eines Wasserbauwerks (z.B. Damm, Sperre) oder der Unterkante einer Brücke bezeichnet.
Die Berücksichtigung eines Freibords ist bei Hochwasserschutzprojekten erforderlich, um zu gewährleisten, dass eine rechnerisch bestimmte Abflusskapazität auch tatsächlich ohne Ausuferung durch das Gerinne abgeführt werden kann. Freiborde bildet einerseits eine Reserve für die Unschärfen in der Berechnung der Wasserspiegellage in einem bestimmten Gerinne und berücksichtigen andererseits Prozesse wie Wellenbildung, Staudruck an Hindernissen sowie den Transport von Treibgut wie beispielsweise Schwemmholz.
Mit dem zur Ausführung gelangten Projekt Sarneraa mit Hochwasserentlastungsstollen Ost wird die erforderliche Abflusskapazität mit Hilfe eines Stollens mit einer maximalen Ablusskapazität von 100 m3/s erreicht.