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Die Burgruine Wartenstein oberhalb von Lauperswil im Emmental
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Das Plateau der Burg Wartenstein von Süden her gesehen
Foto: Autor, 30.6.2013
Der Sod am Ostrand der Burgstelle Wartenstein bei Lauperswil BE
Foto: Autor, 30.6.2013
Man erkennt deutlich eine halbrunde Tuff-Einfassung des Brunnens, der an die Außenseite der Ringmauer angelehnt war.
Planskizze der Burgruine Wartenstein oberhalb von Lauperswil BE
Skizze: Autor
Die Mauerbefunde, besonders auch des Turms auf dem Burghügel sind nicht exakt festzustellen und als approximativ zu betrachten.
Ebenfalls fehlen bis dato zuverlässige Geländedaten. - Vergleiche aber die Höhenangaben für den Burghügel, den Wall und die Gräben.
Messungen zur Burgruine Wartenstein:
Der ovale Burghügel hat auf beiden Seiten eine Sprunghöhe von 13 Metern. - Das Burgplateau selbst misst ungefähr 8 x 30 Meter.
Der Schildwall im Norden hat gegenüber dem inneren Graben eine höchste Höhe (im Osten) von gut 7 Metern und gegen den äusseren Graben hin eine höchste Höhe von 10 Metern.
Die Aussenwand des äusseren Grabens hat noch eine Sprunghöhe von 2 Metern.
Wartenstein ist eine gewaltige Erdburg mit den Resten einer Steinburgnordwestlich oberhalb von Lauperswil, auf einer markanten Geländerippe unmittelbar vor dem steilen Abhang ins Tal der Emme.
Als eine der wenigen Burgen im Emmental sind bei Wartenstein noch ansehnliche Reste von Mauerwerk erhalten.
Aber eindrucksvoll und als solche gut erhalten ist Wartenstein als Erdburg. Diese besteht aus einem überhöhten ovalen Burghügel, der gegenüber den Gräben eine Sprunghöhe von 13 Metern aufweist. Im Süden wie im Norden ist die Motte durch einen tiefen und sehr breiten Halsgraben vom Hügelzug abgetrennt.
Gegen Norden wird der Burghügel durch einen mächtigen Schildwall mit einem markanten Spitze in der Mitte geschützt, Diesem folgt im Norden ein weiterer Halsgraben.
Die steinerne Burg wurde auf dem zentralen Burghügel errichtet und bestand aus einem rechteckigen Turm gegen Süden, sowie einem Bering auf den übrigen drei Seiten. Im Norden der Ringmauer sind noch Reste einer Trennmauer zu erkennen. Den nördlichen Teil des dort wohl halbrund geschlossenen Berings nahm also ein Wohntrakt oder Ökonomiegebäude ein.
Interessant ist ein fast zwei Meter breites Sodloch unterhalb der Außenseite der östlichen Ringmauer. Dieses ist noch heute in einer beachtlichen Tiefe und mit einer Randverkleidung aus Tuffsteinen erhalten. Man muß annehmen, daß dieses durch eine Maueröffnung zu bedienen war, also ohne daß man den Burghof verlassen mußte.
Wie die meisten Steinburgen wurde auch Wartenstein zur Steingewinnung geplündert. Die genauen Masse des Turmes und der genaue Verlauf des Berings sind deshalb heute nicht mehr festzustellen.
1965 wurde der Stumpf des Wehrturms in äußerst unpassender Weise durch Abdeckungen aus Betonplatten gesichert. Dies verleiht dem Turmrest heute ein fast exotisches Aussehen.
Noch gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts war der Turm von Wartenstein hoch aufragend erhalten, wie das Aquarell von Stantz (Abbildung) beweist.
Der Burgturm von Wartenstein BE
Aquarell von ca. 1850