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Nach ihrem Wuchs wird die Wildrebe in zwei Gruppen eingeteilt: Die buschartigen Reben kamen ohne Stütze aus und wuchsen in grösserer Pflanzdichte dem Boden entlang. Sie kamen eher in trockenen Regionen vor - also dem Mittleren Orient und rund ums Mittelmeer - und begründeten die griechische Weinkultur. Die zweite Rebart wuchs als Spalier an Bäumen hoch, brauchte also ein «Gerüst». Dadurch war die Pflanzendichte viel geringer als bei der buschartigen Weinrebe. Die Spaliertraube kam eher in feuchten und hügeligen Regionen vor. Sie begründete die keltische und etruskische Weinkultur. Die Reben klettern und kriechen Im weitesten Sinn ist die Rebe eine Pflanze mit schwachem Stamm, die sich durch Klettern an Nachbarpflanzen, Mauern oder anderen Unterstützungsmöglichkeiten aufrecht hält. Manchmal dienen dazu auch Bäume - vereinzelt trifft man diese Anbauart noch in Portugal -doch die meisten Weinberge der Welt werden heute auf die eine oder andere Art von Holzpfosten oder Spanndrähten gezogen. Mit entsprechender Reberziehung könne Stöcke auch frei stehen; das aber bedarf besonderer Schnitt- und Pflegemassnahmen, durch die sich ein kurzer Stamm herausbildet, andernfalls kippt die Rebe um.
Die ersten Erziehungssysteme Die ursprüngliche Reberziehung wurde im Laufe der Zeit immer wieder modifiziert und den neuen technischen Möglichkeiten im Rebbau angepasst. Auch Tradition und Erfahrung beeinflussten in jeder Region die Reberziehung: bevor man die Aufzuckerung des Traubenmostes kannte, wurde vor allem grosser Wert auf Erziehungssysteme gelegt, die möglichst reife, süsse Beeren lieferten. Später stand die Rationalisierung im Mittelpunkt, die Reberziehung musste leicht zugängliche Stöcke bilden (Traubenernte). Heute ist man versucht, einen Kompromiss zwischen diesen beiden Einflüssen zu finden