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41 Tage ohne Weltcup-Einsatz sind es, wenn Dario Cologna am Freitag über 15 km antritt. Die letzten drei Olympia-Rennen über diese Distanz gewann er, Chancen auf einen vierten Sieg sind minim.
Wer Dario Cologna heisst und insgesamt bereits vier Olympia-Rennen gewonnen hat, kann nicht ohne Ambitionen in seine vierten und letzten Spiele steigen. «Meine Erwartungen sind immer hoch», bestätigt der in einem Monat 36 Jahre alt werdende Bündner, der auf den Skiathlon verzichtet hat und etwas später nach China gereist ist.
Dennoch ist auch Cologna klar, dass er diesmal nicht zu den ersten Medaillen-Anwärtern gehört. Zu wenig konnte er in dieser Saison – und auch in den letzten – zeigen. Mitte Oktober hatte er sich beim Rollski fahren am Knie verletzt, nur sieben Weltcup-Einsätze hatte er in diesem Winter (drei davon ohne Ambitionen im Sprint), dazu vier bei zweitklassigen FIS-Rennen.
Diplom wäre ein Erfolg
Der gesamte Langlauf-Weltcup war nach der Tour de Ski quasi in einen Winterschlaf versunken, weil sowohl in Slowenien als auch in Frankreich wegen der Verbreitung der Omikron-Variante die Rennen abgesagt wurden. Dies änderte aber nichts an Colognas Plänen, den Olympia-Skiathlon – den er 2014 gewonnen hatte – auszulassen und stattdessen frisch an den Start zu gehen. 16 Jahre ist es her, dass mit dem Esten Andrus Veerpalu nicht Dario Cologna zuoberst auf dem Podest des olympischen 15-km-Laufs stand. Eine im Langlauf-Sport einmalige Serie.
«Ich habe gut trainiert, erst in Davos, dann im Trainingslager in St. Moritz», ist der Münstertaler überzeugt. «Ich fühle mich gut, aber übermorgen wissen wir mehr», sagte er am Mittwoch in Zhangjiakou. «Meine Ziele sind nach wie vor hoch, ich gehe immer an Olympische Spiele, um das Bestmögliche zu erreichen.» Ihm ist aber auch bewusst: «Ich habe zu wenig gezeigt, als dass man eine Medaille erwarten könnte.» Ein Diplom (Top 8) wäre für Cologna wohl als Erfolg zu werten. Er plant, danach noch in der Staffel und über 50 km anzutreten.
Die Favoriten sind andere: die Russen mit Alexander Bolschunow und Denis Spizow, den Doppelsiegern im Skiathlon, oder der Finne Iivo Niskanen, ein ausgewiesener Klassik-Spezialist und Olympiasieger 2018 über 50 km. Und dann sind da noch die Norweger, die im Skiathlon eine böse Schlappe einstecken mussten und ohne Medaille blieben. Sie litten in den letzten Wochen unter diversen Corona-Fällen und sinnen auf Revanche.
Zwei Schweizer Trios am Start
Neben Cologna werden am Freitag (08.00 Uhr Schweizer Zeit) mit Jonas Baumann und Jason Rüesch zwei weitere Bündner am Start sein.
Am Tag zuvor, am Donnerstag (ebenfalls um 08.00 Uhr), ist die Schweiz auch bei den Frauen durch ein Trio vertreten. Nadine Fähndrich strebt nach dem 5. Platz in ihrer Spezialdisziplin Sprint einen Rang in den Top 15 an, für die jungen Nadja Kälin und Anja Weber geht es vor allem darum, Erfahrung zu sammeln.
sda