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Die Geschichte hörte sich zu gut an, um wahr zu sein: Eine junge Amerikanerin sei mit dem Auto unterwegs gewesen, als ihr plötzlich der Sprit ausging. Ohne Geld und Sprit sei sie auf der Autobahn gestrandet und da sei ihr ein Obdachloser zu Hilfe gekommen. Er habe ihr mit seinen letzten 20 Dollar Treibstoff gekauft, damit sie sicher nach Hause fahren konnte.
Kurz darauf habe sie zusammen mit ihrem Freund eine Crowdfunding-Kampagne lanciert, um ihrem Retter gebührend zu danken. Das Ziel war 10’000 US-Dollar – und wurde um das 40-fache übertroffen: Nach einem Bericht in einer lokalen Zeitung ging die Geschichte viral und es kamen über 400’000 Dollar durch gut 14’000 Spenden zusammen.
Was sich traumhaft anhörte, sollte sich zu einem Albtraum entwickeln. Anstatt dem Obdachlosen einen Neubeginn zu ermöglichen, gab das Paar dem Obdachlosen nur 75’000 Dollar des versprochenen Geldes. Unzufrieden damit, engagierte der Obdachlose einen Anwalt.
Vor Gericht gab das Paar an, das Geld im Interesse des Obdachlosen zurückbehalten zu haben. Der Anwalt kontaktierte in der Folge die Crowdfunding-Plattform, die eine Untersuchung veranlasste, um zu versichern, dass das versprochene Geld zum Schluss am richtigen Ort landet.
Bei dieser Untersuchung kam heraus, dass das Paar das restliche Geld innerhalb von wenigen Monaten verschwendet hatte. Es wurde gerichtlich eine Auswertung von rund 67’000 Kurznachrichten veranlasst, wobei herauskam, dass das Paar verschuldet war und den Plan zusammen mit dem Obdachlosen ausgeheckt hatte, um diese Schulden zu begleichen.
Das Trio, das nach dem Erfolg der Kampagne auf landesweites Interesse stiess, stellte sich mit seiner Geldgier selber ein Bein. Hätten die drei gelernt, fair zu teilen, wäre ihre Masche wohl gar nie aufgeflogen und sie immer noch die Guten.