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Natasha Fennell ist Kommunikationsberaterin und lebt in Dublin.
Róisín Ingle ist Redakteurin und Kolumnistin und lebt in Dublin.
Rezension: „Club der Töchter“ von Natasha Fennell und Róisín Ingle behandelt ein Thema, über das sich die meisten Frauen die wenigste Zeit Gedanken machen, das aber fast jede Frau früher oder später beschäftigen wird: War/bin ich meiner Mutter eine gute Tochter? Oder im schlimmsten Fall: Wieso denke ich erst jetzt... Rezension: „Club der Töchter“ von Natasha Fennell und Róisín Ingle behandelt ein Thema, über das sich die meisten Frauen die wenigste Zeit Gedanken machen, das aber fast jede Frau früher oder später beschäftigen wird: War/bin ich meiner Mutter eine gute Tochter? Oder im schlimmsten Fall: Wieso denke ich erst jetzt darüber nach, wo sie tot ist? Das klingt natürlich erst mal dramatisch, aber nach diesem Buch denke ich, dass es tatsächlich ein Thema ist, über das jede Frau mal nachdenken sollte. Als Natasha Fennells Mutter im Krankenhaus liegt, macht sie sich Gedanken um ihre gemeinsame Beziehung. Schnellt steht für sie fest, dass sie ein Projekt ins Leben rufen möchte, das sich mit der Beziehung zwischen Müttern und Töchtern beschäftigt. Ins Boot holt sie sich dazu die Kolumnistin Róisín Ingle, und gemeinsam erschaffen die beiden Frauen den Club der Töchter, über den man unter thedaughterhood.com mehr erfahren kann. Über einen öffentlichen Aufruf starten die beiden Autorinnen die Suche nach verschiedenen Typen von Töchtern, die die jeweilige Beziehung zu ihrer Mutter verbessern wollen, um mit ihnen über diese Beziehung zu sprechen – sozusagen eine Art Selbsthilfegruppe, die sich um eine der beiden Personen dreht, die dafür verantwortlich ist, dass wir leben. Mit den Autorinnen besteht der Club am Ende aus neun Töchtern – die Tochter, die nie Zeit für ihre Mutter hat, die Tochter, deren Mutter psychisch krank ist, die Tochter, die Angst hat, wie ihre Mutter zu werden, die Tochter, deren Mutter nur Gefühlskälte für sie übrig hat, die Tochter, die mit der Demenz und dem damit einhergehenden Verlust ihrer Mutter kämpfen muss, die Tochter, die ohne ihre Mutter aufgeschmissen wäre, die Tochter, die alles für ihre Mutter tun würde, die Tochter, die zu ihrer Mutter keine Beziehung hat und die Tochter, die für ihre Mutter immer nur eine Enttäuschung darstellt. Neun verschiedene Typen, neun verschiedene Wege, die Beziehung zur Mutter zu verbessern und unterschiedliche Ergebnisse. Festgehalten werden grob drei Treffen, in denen jede Tochter zu Wort kommt. Beim ersten Treffen lernen wir die jeweilige Frau und die Beziehung zu ihrer Mutter kennen, im zweiten Treffen wird von den Fortschritten berichtet und zum dritten Treffen gibt es einen Brief an die Mutter, die großteils sehr emotional ausfallen. Ich fand die verschiedenen Ausgangspunkte der neun Frauen sehr spannend, erkannte mich manches Mal wieder und bekam durchaus den ein oder anderen Gedankenanstoß. Das Ende zeigt, dass es für die Verbesserung der Tochter-Mutter-Beziehung selbstverständlich keine Patentlösung gibt, es teilweise nicht einmal möglich ist, die Beziehung zu verbessern. Aber das Ziel sollte sein, seinen Frieden mit dem Thema zu schließen. Empfehlenswert ist „Club der Töchter“ für jede Tochter, die die Beziehung zu ihrer Mutter überdenken möchte. Zu guter Letzt möchte ich erwähnen, wie gut mir auch der Schreibstil im Buch gefallen hat. Im Endeffekt fühlt man sich, als würde einem eine gute Freundin von der Sache erzählen – ich habe mich beim Lesen sehr wohl gefühlt. Fazit: Wie erfülle ich meine Rolle als Tochter und welche Beziehung führe ich zu meiner Mutter? – Eine Frage, die sich neun äußerst verschiedene Frauen stellten und einen als Leserin zum Nachdenken anregen. Klare Empfehlung.
Natashas Mutter muss ins Krankenhaus. Da wird ihr deutlich bewußt, dass ihre Mutter nicht ewig da sein wird. Irgendwann kommt der Tag, wo sie an ihrem Grab stehen wird. Was wird ihr dann durch den Kopf gehen? War sie eine gute Tochter? War sie für ihre Mutter da? Was... Natashas Mutter muss ins Krankenhaus. Da wird ihr deutlich bewußt, dass ihre Mutter nicht ewig da sein wird. Irgendwann kommt der Tag, wo sie an ihrem Grab stehen wird. Was wird ihr dann durch den Kopf gehen? War sie eine gute Tochter? War sie für ihre Mutter da? Was hätte sie anders oder besser machen können? Doch wieso warten? Und so hatte Natasha die Idee ein Buch zu schreiben mit dem Titel "10 Dinge, die man mit seiner Mutter tun sollte, bevor es zu spät ist". Die Idee lies sie nicht mehr los. Und so wendete sie sich an Róisín Ingles, eine Kolumnistin der Irish Times. Diese berichtet schon immer recht offen über das Verhältnis zu ihrer Mutter. Die beiden rufen das Projekt gemeinsam ins Leben. Auf den Aufruf in der Kolumne melden sich die unterschiedlichsten Töchter. Am Ende treffen sich neun von ihnen an Natashas Küchentisch. Wir lernen die Frauen kennen, indem wir erfahren, was ihnen beim Lesen des Aufrufs durch den Kopf gegangen ist und wie sie sich anschließend gemeldet haben. Manche von ihnen haben sich schon beim ersten Kontakt so einiges von der Seele geschrieben, andere brachten die Geschichte kurz und knapp auf den Punkt. Doch (fast) alle hatten eines gemeinsam - sie wollten die Beziehung zu ihren Müttern verbessern. Die eine Tochter hat nie Zeit, zwei Mütter sind an Alzheimer erkrankt, eine Mutter ist depressiv, eine andere narzistisch. Eine Tochter hat Angst davor, zu werden wie ihre Mutter, ein andere ist Tochter wider Willen, eine ist abhängig von ihrer Mutter und die letzte im Bunde ist enttäuscht. Die Frauen reden, lachen und weinen miteinander. Und jede öffnet sich den anderen, auch wenn es zum Teil sehr schwer fällt. Sie machen eine Liste mit Hausaufgaben - was kann ich tun, um die Situation zu verbessern? Einmal im Monat treffen sie sich, um über das erlebte zu sprechen. Am meistens entsetzt hat mich die Geschichte von Natasha. Sie hatte immer das Gefühl eine schlechte Tochter zu sein. Nie konnte sie es ihrer Mutter recht machen. Irgendwann fand sie heraus, dass sie adoptiert wurde. Aber nicht etwas, weil ihrer Eltern gerne ein Kind wollten, sondern weil es sich eben so gehörte und von der Gesellschaft erwartet wurde. Später in der Therapie fand Natasha heraus, dass ihre Mutter narzistisch ist. Welche Mutter sagt denn schon über ihr Kind: "Die? Die hat mich mein Leben lang nur enttäuscht?" Eine furchtbare Aussage. Natasha will und kann die Beziehung zu ihrer Mutter nicht verbessern. Eigentlich hat sie sich nur gemeldet, um anderen in ihrer Situation Mut zu machen. Aber auch die Geschichten mit den an Alzheimer erkrankten Müttern haben mich sehr berührt. Das ist etwas, was jeden von uns treffen kann. Und man kann nichts dagegen tun. Eigentlich ist es ein Abschied schon lange vor dem Tod. Aber auch lustige Geschichten gibt es. Zum Beispiel wie sich Maeve hinter dem Sofa versteckt, bis ihre Mutter wieder gegangen ist, weil sie einfach keine Zeit hat. Ich habe ein gutes Verältnis zu meiner Mutter. Klar gibt es auch hier und da mal etwas. Manchmal fühle ich mich etwas genervt. Dennoch habe ich kleine Dinge in dem Buch entdecken können, die auch ich besser machen kann. Obwohl ich sagen möchte, dass das nicht nur auf meine Mama zutrifft, sondern auf alle Menschen, die mir etwas bedeuten. Das wichtigste Fazit für mich ist: Nimm dir Zeit, erlebe die gemeinsame Zeit bewußt. Irgendwann kommt der Tag, an dem ich an ihrem Grab stehen muss. Und dann möchte ich mir nicht sagen müssen, ich hätte dies oder jenes anders machen sollen. Denn dann wird es zu spät sein. "Club der Töchter" ist ein Buch, welches jeder Mensch lesen sollte. Auch Söhne haben Mütter. Und warum nur Mütter, für Väter sollte das Selbe gelten. Auf jeden Fall regt das Buch zum nachdenken an. Was man daraus macht, das liegt am Ende an jedem selbst.