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Komponistinnen
Regie: Kyra Steckeweh, Tim van Beveren
Mitw.: Kyra Steckeweh, Beatrix Borchard, Christine Géliot, Jörg Kuhn, Mary Ellen Kitchens, Laurent Martin, Ingrid Mayer, Tobias Niederschlag, Susanne Wosnitzka u.a.
Obwohl die Musikgeschichte einige Pianistinnen und Komponistinnen kennt – man denke nur an Mozarts Schwester Anna Maria «Nannerl» Mozart, an Clara Schumann, die Ehefrau von Robert Schumann, oder an Fanny Hensel-Mendelssohn, die Schwester von Felix Mendelssohn – war es für Frauen bis weit ins 20. Jahrhundert schwierig, die Musik zum Beruf zu machen. Auch wenn sie nicht weniger talentiert und zu Lebzeiten nicht weniger bekannt waren als ihre Brüder oder ihre Ehemänner, hatten sie mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen: mangelnde Förderung, Berufsverbot, Heirat und Kinder; nach dem Tod gerieten sie zudem schnell in Vergessenheit. Unter den hundert meist gespielten Komponisten ist keine einzige Frau, so patriarchal ist der klassische Musikbetrieb bis heute. Dieses eklatante Missverhältnis beschäftigte auch die Leipziger Pianistin Kyra Steckeweh, der eines Tages schlagartig bewusst wurde, dass ihr Repertoire nur aus Musik von Männern besteht. Sie begann nach Stücken von Frauen zu suchen und stiess auf eine Vielzahl von Klavierwerken, die kaum gespielt werden. Mit vier Komponistinnen, die ein vielfältiges Gesamtwerk hinterlassen haben, begann sie sich eingehender zu beschäftigen: Mel Bonis (1858–1937), Lili Boulanger (1893–1918), Fanny Hensel (1805–1847) und Emilie Mayer (1812–1883). An den persönlichen und historischen Umständen interessiert, unter denen die Musikerinnen ihre Werke schufen, reiste Kyra Steckeweh, begleitet von Regisseur Tim van Beveren, zu deren Lebens- und Wirkungsstätten in Frankreich, Italien, Polen und Deutschland. Am Klavier lässt die Pianistin die Musik der vier vergessenen Komponistinnen lebendig werden; ein besonderes Highlight ist die über 150 Jahre unentdeckte Klaviersonate d-Moll von Emilie Mayer. Die eindrucksvolle Spurensuche, in der auch weitere Expertinnen zu Wort kommen, geht den Fragen nach, wie mit dem musikalischen Erbe umgegangen wird und warum auch heute noch Musik von Frauen so selten aufgeführt wird. Die Entdeckungsreise zeigt, wie klein unsere Kenntnisse über die Werke von Komponistinnen sind und wie gross der Nachholbedarf ist. Höchste Zeit, das Œuvre von Frauen mit der gleichen Selbstverständlichkeit aufzuführen wie dasjenige der Männer.