Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/153016

<h2>SubmittedText<h2><p>Erstmals ist in Europa der Kleine Beutekäfer aufgetaucht und hat bereits in Süditalien Bienenvölker befallen und vernichtet. Die gefrässigen Larven des kleinen flugfähigen Parasiten zerstören sowohl Honig wie Nachwuchs der Bienen. Es ist eine Frage der Zeit, bis dieser gefährliche Käfer bei uns angekommen ist, findet doch ein reger Austausch der Bienenvölker mit unseren Nachbarländern statt.</p><p>Welche Massnahmen ausser dem Verbot des Bienenaustausches mit Italien hat der Bund angeordnet?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Kleine Beutekäfer (Aethina tumida) ist ein gefürchteter Schädling für Bienenvölker. Die Käfer und Larven fressen Honig, Pollen und bevorzugt auch die Bienenbrut. Im September 2014 sind erstmals in Europa Beutekäfer entdeckt worden. Die Meldungen aus Süditalien sind alarmierend und verlangen auch von Schweizer Imkerinnen und Imkern erhöhte Aufmerksamkeit sowie eine regelmässige Kontrolle der eigenen Bienenvölker.</p><p>Der Bund informiert die Imkereibranche und interessierten Kreise laufend. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, das Zentrum für Bienenforschung von Agroscope, das Institut für Bienengesundheit der Universität Bern sowie der Bienengesundheitsdienst haben sich zudem zu einer ersten Sitzung getroffen, bei der das weitere strategische Vorgehen diskutiert wurde.</p><p>Auf die kommende Bienensaison 2015 sollen alle Bieneninspektoren sowie die Kantonstierärzte über den Stand der Verbreitung sowie über Beratungs- und Bekämpfungskonzepte informiert werden. Die Bieneninspektoren sind sehr praxisnah und unterstützen die Imker im "Seuchenfall". Als weitere Massnahme erwägt der Bund, den Kleinen Beutekäfer als "zu bekämpfende Tierseuche" im Sinne des Tierseuchengesetzes zu deklarieren.</p><p>Zudem können die Imker selber weitere vorbeugende Massnahmen ergreifen, die die Ausbreitung der Käfer verhindern: Weil die tatsächliche Ausbreitung in Italien noch nicht genau bekannt ist, sollten bis zum Vorliegen von aussagekräftigen Informationen weder Bienenvölker noch Bienenköniginnen oder gebrauchtes Imkereimaterial aus Italien importiert beziehungsweise in die Schweiz zurückgebracht werden. Auf den Kauf von Völkern aus unbekannter Herkunft sollte generell verzichtet werden.</p><p>Bei jeder Völkerkontrolle ist zudem auf das Brutbild zu achten. Verdächtige Käfer oder Larven sollen den Bieneninspektoren gemeldet werden. Diese senden nach Rücksprache mit dem Zentrum für Bienenforschung Proben zur Untersuchung ein.</p>