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| Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen.

Ps. 144
Abhandlung über den Psalm.
4.
Der Psalm beginnt also auf folgende Weise: „Erheben will ich dich, mein Gott und mein König, und preisen will ich deinen Namen ewig, ja immer und ewig. Alle Tage will ich dich preisen, und loben will ich deinen Namen ewig, ja immer und ewig.“ Den Inhalt und Sinn der erhabenen prophetischen Rede muß man durch ein aufmerksames und sorgfältiges Anhören kennen lernen. Er sagt nämlich: „Erheben will ich dich, mein Gott und mein König.“ Viele preisen Gott hinsichtlich dessen, was in den [S. 159] Werken der von ihm erschaffenen Welt Gegenstand unserer Kenntniß ist; aber Wenige gibt es, welche glauben wollen, daß er ihr König seyn werde, indem sie entweder behaupten, daß sich Gott um die menschlichen Angelegenheiten nicht kümmere, oder zum Troste des Bewußtseyns ihrer gottlosen Handlungen den gänzlichen Untergang der Seele und des Leibes annehmen und sagen, es sey kein göttliches Gericht für die Guten und Bösen bestimmt. Der Prophet hingegen beginnt damit die Lobpreisung Gottes, daß er sein König sey. Aber auch hier preiset er den Namen dessen, welcher sein König und Gott ist, wegen der Erwartung des Reiches, indem er sagt: „Ich will preisen deinen Namen ewig.“ Allein weil er weiß, daß er seinem Gotte und Könige auch dann, wann er in seinem Reiche wohne, Dank schuldig sey; weil er, nachdem die Schwachheit seines hinfälligen Leibes umgewandelt und die Herrschaft des feindlichen Todes verdrängt ist, bei seinem Könige gleich gestaltet und mitewig steht, fügte er hinzu: „ja immer und ewig,“ das heißt, in jener Zeit, wo er, nach der Ablegung dieser zeitlichen Gestalt, bereits wie eine Zeit nach der andern in der nachfolgenden Ewigkeit wird erneuert werden.