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Len Lye (1901–1980) gehörte zu den Pionieren des Experimentalfilms und des handgemachten Films, der ohne Kamera auskam. Mit oft direkt auf das Filmmaterial gemalten und gekratzten, teils abstrakten, teils figürlichen Formen gestaltete er virtuose, zumeist mit Musik unterlegte Kurzfilme, die vornehmlich für Werbezwecke oder – im Zweiten Weltkrieg – für Propaganda verwendet wurden. (Spieldaten: Di, 19.11., 18:15, präsentiert von Daniel Kothenschulte // Mi, 20.11., 18:15)
Vom 23. Oktober 2019 bis zum 26. Januar 2020 widmet das Museum Tinguely in Basel Len Lyes vielfältigem Werk eine Ausstellung.
«Alles ist Rhythmus in den handgemachten Filmen von Len Lye. Dieses Programm seiner bekanntesten abstrakten und semi-abstrakten Filme beginnt mit seinem wegweisenden Stummfilm Tusalava: Inspiriert von der Kunst der australischen Ureinwohner verweisen abstrakte Formen auf die Triebkräfte der Evolution. Lyes positive Lebensphilosophie, die er ‹Individual Happiness Now› nannte, findet ihren mitreissenden Ausdruck in seinen farbigen Musikfilmen der 30er-Jahre. (...) Lye gilt als Erfinder des ‹handmade film›, der ohne Kamera auskam. Lye färbte, stempelte, bemalte und zerkratzte das meist gefundene Filmmaterial synchron zu seiner Lieblingsmusik – vorzugsweise lateinamerikanische Hits.» (Daniel Kothenschulte, Programmheft Stadtkino Basel, Oktober 2019)
Der Filmemacher und Produzent Keith Griffiths zeichnet im Dokumentarfilm Doodlin’ nicht nur ein Porträt des Filmemachers Len Lye; er zeigt auch, wie Lyes handgemachte Filme sich zu seinem übrigen künstlerischen Schaffen verhalten. «Wie andere renommierte Filmemacher arbeitete Lye während des Zweiten Weltkriegs für das britische Informationsministerium MOI; die Kurzfilme liefen im Vorprogramm der Kinos. (...) Auch wenn in manchen Propagandafilmen spielerischer Charme einer realistischen Fotografie und sachlicher Ansprache weicht, zeugen sie noch immer von vollendetem Formbewusstsein. (...) In Friedenszeiten bedurften dann weniger ernste Themen Lyes dokumentarischer Vermittlung; in New York arbeitet er für die feuilletonistische Wochenschau-Serie ‹March of Time›.» (Daniel Kothenschulte, Stadtkino Basel)
Wir danken dem Stadtkino Basel, von dem wir dieses Programm übernommen haben, für die schöne Zusammenarbeit.