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Weitere Luftaufnahmen des Schlosses
Obwohl hoch auf einem Hügel, kann man das Schloss kaum von der kantonalen Strasse, die am Léman See entlangführt, erkennen. Man muss also etwas klettern, um den merkwürdigen Umriss mit roten Ziegelsteinen des Schlosses Clarens-Montreux zu bewundern. Einen Umriss, den die Schiffspassagiere bemerken.
Hier ist die Geschichte des Schlosses mit dem Standort verbunden ... und mit der Literatur. Es wurde 1864 von Vincent Dubochet, Bürger von Chailly-Clarens und eine wichtige Figur in Montreux, auf dem Ort gebaut, an dem man die Bosquets de Julie (Dickichte von Julie) annimmt, die in "Nouvelle Héloïse" von Jean-Jacques Rousseau beschrieben wurden. Hier ein grossartiger Kastanienhain und ein Park, mit schöner Aussicht von frischen Schatten, die das lémanische Ufer beherrschen. Man nimmt es jedoch nur an, denn gegen das Ende des romantischen Jahrhunderts gehörte es zum guten Ton, dass jeder Einwohner der Region diesen Ort für sich beanspruchte...
Eine erstaunliche Person, dieser Vincent Dubochet... Er war ein vorsichtiger Finanzier, der ein gutes Vermögen in der französischen Hauptstadt angehäuft hatte unter dem zweiten Imperium, indem er dort das Leuchtgas installiert hatte. Dies aber nachdem er bereits ein Vermögen anhäufte, indem er Ladungen von Öl gechartert hatte! Dennoch war der Anfang schwierig: als er bereits in seinen jugendlichen Jahren beschloss, sich in Paris „zu versorgen“, und als er Geld leihen musste, stiess er überall gegen geschlossene Türen. Sogar von seiner Familie! Nur eine Person gab ihm einen Vorschuss... von 200 Franken: er hiess Mamin, ein Transportunternehmer in Tour-de-Peilz. Eine Wohltat wird nie vergessen: bei seiner Rückkehr von Paris zahlte der nun reiche Dubochet freigebig dem Unternehmer zurück eine Summe von 200.000 Franken. Immer hatte der Finanzier ein festes Ressentiment gegenüber seinen Mitbürgern. Auch um sein Schloss auf dem Hügel des Gipfels zu bauen, appellierte er an französische Architekten und Unternehmer darunter die Firma Ducros, die später den Eiffel Turm errichten liess. Die Materialien kamen auch von ausserhalb Juras: der Gips (von Arbois), die Steine, die Ziegelsteine und der Zement wurden auf Barken in Genf beladen und am Hafen von Clarens entladen.
Später kaufte unser Mann ebenfalls die Gelände zwischen seinem Hügel und dem See, um dort seine Villenstadt zu bauen. Diese bekannten "Dubochet-Villen", von denen die Nr 17 zwischen 1900 und 1904 von Paul Kruger bewohnt wurde, der Ex- Präsident von Transvaal, der im Schweizer Exil lebte.
Der Verteidigungsminister Léon Gambetta, ein guter Freund von Dubochet, war der Gastgeber von Crêtes insbesondere während seines parlamentarischen Urlaubs, zwischen 1872 und 1876. Seine Popularität war in der Region beträchtlich. "Er liebt es zu spielen, sich mit den Winzern und Fischern zu unterhalten. Seine südländische natürliche Redefertigkeit gefiel den einfachen Leuten, wie auch dem Volk von Paris während der dunklen Stunden von 1870", erzählt Philippe Amiguet.
So ist es nicht erstaunlich, wenn eine Stelle und ein Restaurant von Clarens noch immer seinen Namen tragen. Auf der Fassade des letzteren erinnert eine Gedächtnisplatte an ihn: "An diesem Ort gewann der Bürger Gambetta, der 14 Kegel in einem Hieb abriss, das Finale einer Partie mit seinen Freunden von Clarens am 10. Oktober 1878".
Die ehemalige Eigentümerin des Schlosses, Frau Marguerite Frey, erinnert an ihn mit einem nach ihm benannten Zimmer. Ein sehr schönes Zimmer, das in oberem Teil des Gebäudes angesiedelt ist. Der Staatsmensch bewunderte dort die Aussicht und besonders die Sonnenuntergänge. Er schlief in einem mit grünem Stoff tapezierten Baldachinbett.
Dieses Zimmer war nur eines der sechsunddreissig Zimmer des Schlosses, zu denen man den Turm mit seiner Wendeltreppe hinzufügte, der Mauern von 85 cm Breite hatte. Im Innern bewundert man besonders einen Kamin aus weissem Carrara Marmor, mit dem Bildniss von Rousseau im gleichen Mantel skulptiert. Hier schliesslich erkennt man das berühmte Bild "Minerva spielt die Flöte unter den Grazien " von Charles Gleyre. Eine öffentliche Subskription rettete das Werk vom Verkauf an Fremde zugunsten des kantonalen Museums der schönen Künste in Lausanne.
Gegen 1885 wechselte das Schloss sein Aussehen: sein erstaunlicher achteckiger Turm aus Ziegelstein, der von Mâchicoulis in "der Art des Mittelalters" bedeckt wurde, wurde mit einer Glaskuppel mit Solarium, um die Tage der Freundin des Eigentümers, einer Französin, Frau Arnaud, besser zu beleuchten. Dies war eine Dame, die hier ihren Stall mit Pferden und Kutschen besass.
Nach dem Tod von Vincent Dubochet in 1877 blieb Frau Arnaud einige Jahre in Crêtes. Dann wurde das Schloss von einer Peruanischen Familie erworben, die Del Solar, und später in den dreissiger Jahren durch eine Privatperson, die dort eine private Klinik einrichtete. Man pflegte dort besonders gewisse Krankheiten, hauptsächlich rheumatische Erkrankungen, mit einem Abkochen von indischen Kastanien. Das hatte also nichts mit den Kastanien des Dickichts zu tun.
Es wurde von der Schweizer Volksbank im Jahre 1941 für 80.000 Franken verkauft. Bei seinem Verkauf durch ein Büro in Montreux blieb das Gebäude zwei Jahre unbesetzt bis zu seinem Abverkauf an einem Tierarzt von Köniz (BE) D Bernard Frey. Er war bezaubert von der Schönheit des Standortes und der waadtländischen Riviera. Zu dieser Zeit, das heisst zwischen 1945 und 1947 wurden komplette Restaurierungsarbeiten am Schloss von einem lokalen talentierten Handwerker durchgeführt, dem Maler André Russo. Es ging unter anderem um die Erneuerung der Decken, der Holztäfelung und der Malereien, die besonders delikat waren.
Schliesslich, in 1985 wurde das Gebiet an einem deutschen Unternehmer verkauft, der es ab 1987 wiederum restaurieren liess. Maler André Russo wurde erneut zur Unterstützung hinzugeholt.
Eine kleine Anekdote am Schluss. In 1980 wurde bei einem gewaltigen Gewitter das Dach des Turmes von Crêtes abgerissen: das konische Dach des Solariums landete im Park, der glücklicherweise im Sturm verlassen wurde. Man ersetzte das Dach mit einem aus Edelstahl, das so unangenehm reflektierte, dass man es schnell mit einem Kupferdach ersetzte.
Suzanne Arnaud de l’Ariege war die kleine Nichte von Vincent Dubochet. Sie und ihr Bruder Jules erbten von ihrem Onkel Vincent Dubochet. Zum Teil war das Erbe das Schloss Crêtes, das durch seinen Sohn Joseph Arnaud de l’Ariege nach seinem Tod verkauft wurde. Die Ställe wurden von Joseph gebaut, der ein Gestüt in Chantilly und eines in Yonne bei Villechetive besass.
Frau Suzanne Arnaud de l’Ariege war eine gebürtige Guichard.
In 1769 heiratete Jean David Suzanne Françoise Dufour, die Tochter von Antoine Dufour de Brent auf Clarens.
Aus ihrer Ehe stammten:
1772 Jean Francois heiratete Suzanne Blanc
1774 Suzanne, die Frau Babelay wurde.
1793 Vincent, er verlor seine Eltern noch im jungen Alter und wurde von der Schwägerin, der Frau von Jean Francois erzogen.
Jean Francois heiratete Suzanne Marguerite Blanc, die Tochter von Pierre Louis Blanc, Bürger aus Vevey und Chatelard und Françoise Bochet. Sie hatten drei Kinder: Jean Jacques, Fanny und Julie.
Julie Dubochet heiratete Victor Guichard. Sie hatten zwei Kinder: Jules und Suzanne.
Jules, ein Rechtsanwalt, war einer des Verantwortlichen in Ägypten bei der Konstruktion des Suez Kanals. Er war der Nachfolger von Ferdinand de Lesseps als Präsident der Gesellschaft des Suez Kanals. Er war Senator von Yonne.
Suzanne heiratete Frederic Arnaud de l’Ariege. Er war Abgeordneter des Departements von der Seine, danach Senator des Departements Ariege und Bürgermeister des 7. Distrikts von Paris. Er war der politische Freund der Männer dieser Epoche, darunter Gambetta, Victor Hugo, der über Suzanne Arnaud de l’Ariege in seinem Buch "Geschichte eines Verbrechens" spricht. In diesem Werk sagt Victor Hugo, dass nach der Landesverweisung von Arnaud de l’Ariege, seine junge Tochter, die er „die kleine Rote“ nannte, in Brüssel im Alter von 18 Monaten starb.
Sein Vater Victor Guichard war Rechtsanwalt, er wurde von Yonne abgeordnet und wurde zu einem Mann, der viel für dieses Departement arbeitete. Er starb in der Nationalen Sitzung im Alter von 83 Jahren.
Sein Grossvater, Wilhelm Guichard, war Marineoffizier dann Mitglied der Versammlung der Fünf Hundert und später Kassier des Departements von Yonne. Er starb im Alter von 45 Jahren. Er war ein Freund von Bourrienne, der Sekretär von Napoleon Bonaparte.
Bibliographie