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San Jacinto befindet sich im Südosten von Peru und ist bekannt für seine Goldminen. Doch es ist ein Image, das Alfredo Vargas Pio, Gemeindepräsident des Ortes, nicht mit Stolz erfüllt.
Der 43-Jährige erzählt frustriert von den zahlreichen Konflikten, die durch den Goldabbau verursacht werden. So verschmutzt das beim Schürfen oftmals verwendete Quecksilber den Fluss in der Region und stellt damit eine Gefahr für die lokale Bevölkerung dar. Regelmässig kommt es auch zu Auseinandersetzungen zwischen den Goldschürfern und den Dorfbewohnern. Nur zehn Prozent der in San Jacinto tätigen Goldschürfer sind auch dort aufgewachsen.
Alfredo Vargas Pio erklärt, dass den Streitigkeiten eine paradoxe rechtliche Situation zugrunde liegt. Im peruanischen Gesetz steht geschrieben, dass den indigenen Gemeinden jeweils die oberste Landschicht gehört, während der Staat Eigentümer der darunter liegenden Rohstoffe ist. Sich auf diese Landrechte stützend, verleiht Peru Zertifikate für Dritte auf dem Territorium San Jacintos, auf das sich gleichzeitig die indigene Gemeinschaft beruft. Aktuell sind es 17 solche Zertifikate in San Jacinto.
Regionale Produktion als Alternative
Als Gemeindepräsident setzt sich Alfredo Vargas Pio dafür ein, dass diese Gesetze geändert werden. Es könne doch nicht sein, dass der Staat Minen-Konzessionen erteile über die Gemeindeterritorien und damit über die Nutzung der Rohstoffe bestimme. „Die Gemeinden sollten vollumfänglich über ihre eigenen Territorien bestimmen können“, sagt er und fügt kurz darauf an: „Es ist aber wichtig, dass nicht nur der schädliche Rohstoffabbau bekämpft wird, sondern auch alternative Einkommensquellen gefördert werden.“
Zu einem Teil werden solche Alternativen in San Jacinto bereits heute gelebt, etwa mit dem Aufbau von regionalen Fischteichen oder dem Paranuss-Anbau. Alfredo Vargas Pios Ziel ist es, dass beide Bereiche noch grösser und somit die regionale Produktion ausgebaut werden könnte.
Viel Hoffnung steckt der schon in San Jacinto aufgewachsene Gemeindepräsident auch in den Tourismusbereich. Damit sich auch die ehemaligen Goldabbaugebiete erholen können, hat die Gemeinde mit Forschenden zusammen ein Pilotprojekt zur Aufforstung ehemaliger Minenzonen gestartet. „Es gibt hier so viele schöne Wälder, Bäche und Tiere in der Umgebung zu entdecken. All das darf nicht zerstört werden.“