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Scheitern des Rahmenabkommens zwischen der Schweiz und der EU
Am 26. Mai 2021 erklärte der schweizerische Bundesrat die Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU) über das institutionelle Abkommen (InstA), im Folgenden als Rahmenabkommen bezeichnet, für gescheitert. Dieser Entscheid markiert das vorläufige Ende eines jahrelangen Verhandlungsprozesses.
Marc Zahno & Roman Oberli & Alexis Morassutti & Nikita Efimov & Kevin Gerber, 2021
Projektarbeit/Praxisprojekt, Regio Basiliensis
Betreuende Dozierende: Maximilian Koch
Keywords: Rahmenabkommen, Politik, Schweiz-EU
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Nach dem Scheitern stellt sich nun die Frage, wie es mit den wirtschaftlichen Beziehungen zur wichtigsten Handelspartnerin der Schweiz weitergehen soll. Es besteht zwar ein Freihandelsabkommen. Die vorliegende Arbeit zeigt auf, dass die Medizintechnikbranche bereits mit negativen Konsequenzen des Abbruchs der Verhandlungen konfrontiert ist und Konformitätsanerkennungen seitens der EU nicht angenommen werden. In der Maschinenbaubranche wird dieselbe Situation in zwei bis drei Jahren erwartet
Ziel der Projektarbeit war es, die Probleme der betroffenen Branchen ausfindig zu machen und daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Verbände und die Politik abzuleiten. Für die Erhebung wurde ein Fragebogen mit qualitativen und quantitativen Fragen verwendet. Der quantitative Teil wurde statistisch ausgewertet und der qualitative Teil einzeln untersucht, um genauere Detaileinblicke in die ausgewählten Bereiche zu erhalten. Ebenfalls wurde die Methode des halb strukturierten Interviews verwendet, um Einzelfälle zu untersuchen
Die Ergebnisse zeigen, dass 70 % der Unternehmen der Medizintechnikbranche von dem gescheiterten Rahmenabkommen betroffen sind. Als Hauptauswirkung geben davon circa 75 % der Unternehmen eine Zunahme der Bürokratie an. Jeweils circa 60 % der Unternehmen melden zusätzliche Mehrkosten sowie einen erschwerten Marktzutritt. Dass der Verhandlungsabbruch zu einem Handelskonflikt führen könnte, wird jedoch von rund 75 % aller Unternehmen stark bezweifelt. Bei der Maschinenbaubranche zeigen sich ähnliche Ergebnisse, wobei die Betroffenheit zum heutigen Zeitpunkt noch tiefer ist.
Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass die Öffentlichkeit vermehrt über die Auswirkungen der Nicht-Aktualisierung bestehender Abkommen auf die Unternehmen informiert werden sollte, um eine noch höhere Sensibilisierung für dieses Thema zu erreichen. Die betroffenen Verbände könnten sich zusammenschliessen und eine Neuaufnahme der Verhandlungen fordern. Für die Unternehmen gilt es, sich den Gegebenheiten anzupassen. Unterstützend könnten hier beispielsweise Workshops zum «Ablauf der Gründung eines Tochterunternehmens in der EU» und Hilfe beim Umgang mit administrativem Mehraufwand wirken.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Fachbereich der Arbeit: Strategie, Marketing & Kommunikation
Vertraulichkeit: öffentlich