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„Get your stinking paws off me you damn dirty ape!“
Manchmal glaube ich, dass unter Filmproduktionsfirmaangestellten, also den Leuten, die für gute Filmtitel zuständig sind, bzw. sein sollten, ein Wettbewerb stattfindet, wer seinem Film den noch blöderen Titel verleihen kann. Jedes Jahr gibts dann eine Preisverleihung (die auch die hässlichsten Poster und das grusigste Logo prämiert) und der Sieger kriegt dann eine Tüte Gummibärchen. Und wenn es in Hollywood nicht für den Titel reicht, setzen die Firmen auf den deutschen Filmverleih. Dieser sorgt garantiert für bescheurte Filmtitel. Beim Prequel zu „Planet of the Apes“ war der englische Titel Rise of the Planet of the Apes aber schon so dämlich, dass man beschloss, wenigstens dem deutschprachigen Raum einen halbwegs undämlichen Titel zu verleihen. Wie dem auch sei, das hat letzten Endes recht wenig mit dem Film zu tun. Oder mit der Realität.
Beim Versuch, ein Mittel gegen Alzheimer zu finden, und dadurch seinen Vater zu heilen, testet der Wissenschaftler Will Rodman die Medikamente an Affen, die als Nebenwirkung einen höheren IQ aufweisen. Als ein Testobjekt flieht und erschossen werden muss, nimmt Rodman ihr Junges auf und zieht es bei sich zu Hause auf. Caesar, wie er den Affen fortan nennt, lernt rasch und kann sich mittels Gestik ausdrücken, spürt aber auch, dass er eigentlich an einen anderen Ort gehört. Beim Versuch, Wills Vater zu beschützen, verletzt er einen Nachbarn und landet deshalb in einem Heim für Affen. Die schlechte Behandlung dort weckt einen ungeahnten Hass in Caesar.
Es wäre fast schon zynisch gewesen, wenn Regisseur Rupert Wyatt bei einem Film, der unter anderem den schlechten Umgang mit Tieren anprangert, auf Tierdarsteller gesetzt hätte. Unter anderem deshalb setzte man auf digitale Affen, die mittels Motion Capture über die Leinwand huschen. Auf Distanz sieht man das den Affen auch an, von Nahem können die CGI-Schimpansen, -Gorillas und -Orang-Utans hingegen völlig überzeugen. Den Anführer der Affen, Caesar, spielte Andy Serkis, der in dieser Manier auch schon den Riesen-Affen King Kong zum Leben erweckte. Doch Serkis macht nicht nur seinen Job als Typen im Anzug, er spielt Caesar auch realistisch, verleiht ihm Gefühle und eine Mimik, die die Überzeugung eines Menschen und die Trauer eines orientierungslosen Affen gleichzeitig einfängt.
Hinter Serkis bleiben die „echten“ Schauspieler grösstenteils blass. James Franco macht seinen Job noch am Besten, als zwischen Moral und Selbstsucht hingerissenem Wissenschaftler, dessen grundgute Motive ihn fatale Entscheidungen treffen lassen. Freida Pinto, John Lithgow und selbst der mir sehr angenehme Brian Cox sind da nicht mehr als fades Beigemüse, was aber in diesem Fall auch kaum stört, da sie Andy Serkis umso mehr Platz lassen, seine Figur zu gestalten. Überhaupt richtet sich der ganze Film nach Caesar aus, sämtliche Möglichkeiten, dem Film noch die für Hollywood typische Romanze aufzuzwingen, werden ausgelassen. Dieser Fokus auf Caesar macht den Film aber auch ein bisschen zu brav, trotz Ausbruch und City-Riot erreichen die Affen nie einen Point of no Return, alles hat seinen guten Aspekt und eigentlich haben die Affen ja gar nichts Böses gemacht. Das ist zwar schön idealistisch, kostet den Streifen aber gerade gegen Ende einiges an Drive.
Auch wenn dem Film der Mut zu einer richtigen Moral fehlt und er zum Schluss zu vieles offen lässt, ist „Rise of the Planet of the Apes“ ein realistisch gehaltenes CGI-Erlebnis mit viel Tiefe, das zwar ein bisschen laut nach einer Fortsetzung schreit, diese aber dank seines grandiosen Hauptdarstellers auch durchaus verdient hätte.