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Menschen, die eine Kampfkunst ausüben, tragen dafür spezielle Kleidung. Im Laufe der Zeit hat sich die Denkweise etabliert, dass Kimonos, welche Kampfkünstler tragen, geschaffen wurden, um die Techniken der Selbstverteidigung besser auszuführen. Allerdings belegt eine intensive Auseinandersetzung mit dieser Thematik, welche Bedeutung der Kimono im BJJ tatsächlich hat.
Der Kimono im BJJ erfüllt einen speziellen Zweck: Er simuliert die normale Kleidung, welche Menschen auf der Strasse tragen. Allerdings ist er im Vergleich zu den herkömmlichen Klamotten nahezu reissfest. Somit kann er einem Ziehen im Brazilian Jiu Jitsu Training standhalten.
T-Shirts würden unmittelbar reissen. Sie hindern Kampfkünstler, die BJJ praktizieren daran, die Techniken korrekt auszuführen. Darüber hinaus ist der Kragen des Kimono im BJJ etwas dicker als dies bei anderen Kimonos der Fall ist. Das hat einen bestimmten Zweck: Der spezielle Kimono im Gracie Jiu Jitsu schützt den Nacken und ermöglicht dennoch ein intensives Training mit anspruchsvollen Techniken der Selbstverteidigung.
Der Begriff Kimono stammt aus dem Japanischen und setzt sich aus zwei Kanji-Zeichen zusammen. Ki bedeutet übersetzt tragen und mono steht für eine Sache. Somit repräsentiert der Begriff die beiden Worte: Kleidung tragen. Einst trugen Kampfkünstler im Training in Japan ihre normale Kleidung. Dadurch konnten sie mögliche Szenarien, welche sich auf der Strasse bei einem Angriff abspielen, besser üben. Sie waren dank des Trainings gut auf den Notfall vorbereitet. Hätte das Training ohne Kleidung oder lediglich mit einem dünnen T-Shirt stattgefunden, wären Kampfkünstler für den Ernstfall weniger gut gewappnet.
Der Gründervater des Judo, Jigoro Kano, führte im Judo den sogenannten Keiko-Gi, welcher sich im Karatetraining Karate-Gi nennt, ein. Gi steht im Japanischen ebenfalls für Kimono. Allerdings wird es Gi gesprochen und geschrieben, weil es eine einzelne Silbe ist, die für sich steht bzw. am Ende des Wortes: Judo-Gi. Zu Beginn des Wortes lautet die Bezeichnung jedoch Ki, woraus die Bezeichnung Kimono resultiert.
Deshalb ist es im Brazilian Jiu Jitsu ebenso möglich, BJJ-Gi zu sagen, da jedoch der Ursprung des Begriffs in der japanischen Bezeichnung Kimono liegt, dominiert im Gracie Jiu Jitsu weiterhin der Begriff Kimono.
Judoka veränderten im Laufe der Zeit, den Judoanzug, welchen sie nutzten. Sie liessen diesen enger nähen. Dadurch hatten es Gegner nicht mehr so einfach, den Kimono zu greifen und eine Technik durchzuführen. Denn jede Judotechnik beginnt mit dem Greifen des Gegners. Judoka haben ihre Kimono an die Bedingungen für Wettkämpfe angepasst.
Das Gracie Jiu Jitsu ist hingegen eine Kampfkunst, welche Techniken der Selbstverteidigung vermittelt. Schüler sollten diese im Notfall anwenden können, weshalb ein Kimono, der analog zum Judo-Gi für Wettkämpfe genäht wird, im BJJ Training deplatziert ist.
Die Frage, welche im Kampfkunsttraining regelmässig auftaucht, lautet:
Das Brazilian Jiu Jitsu Training mit einem Kimono ist realistischer. Strassenkämpfe belegen das. Der Kimono im BJJ repräsentiert die herkömmliche Kleidung, welche Menschen auf der Strasse tragen. Ein Training ohne Gi, bei dem Kampfkünstler lediglich ein T-Shirt tragen, ist nicht realistisch. Denn das T-Shirt agiert in diesem Fall als Barriere. Nach dem Shirt greifen die Kampfkünstler nicht – wohlwissend, es könnte reissen.
Diejenigen, die ein Training ohne Kimono praktizieren weisen einen entscheidenden Nachteil gegenüber denjenigen, die regelmässig mit einem Kimono trainieren, auf. Denn, die Kimono-Träger kennen und nutzen mehr Griffe, welche den No-Gi-Anhängern fremd sind.
In einem Kampf ergeben sich verschiedene Gelegenheiten. Es sind Momente und Gelegenheiten, die darüber entscheiden, wie ein Kampf ausgeht. Wer nur ein No-Gi-Training besucht, lernt auch nie, dass der Kragen der Kleidung – auch der eines T-Shirts – als Waffe dienen kann. Inwiefern kann der Kragen eines T-Shirts als Waffe dienen? Der Kragen lässt sich dazu nutzen, um eine Person kampfunfähig zu machen. In einem Strassenkampf, wo es um Notwehr geht, kann diese Bewegung lebensrettend sein. Im BJJ Training lernen das Schüler, indem sie den Kragen des Kimono dafür verwenden. Wer das jedoch nie gelernt hat, weil stets ein No-Gi-Training auf dem Plan stand, kann das auch nicht in einem Kampf auf der Strasse anwenden.
Dennoch existieren auch im Gracie Jiu Jitsu Trainingseinheiten ohne Kimono. Worin besteht das Ziel dieses speziellen Trainings? Dieses verfolgt einen bestimmten Zweck: Die Schüler sollen sich nicht nur auf den Kimono und die damit verbundenen Techniken der Selbstverteidigung fokussieren. Sie sollen ebenso in der Lage sein, die Techniken auch dann anzuwenden, wenn der Gegner nur ein T-Shirt trägt.
Im Gracie Jiu Jitsu sind die Ärmel des Kimono ein wenig kürzer und die Hosen ein wenig breiter. Die kürzeren Ärmel ermöglichen bessere Griffe, wohingegen die breiten Hosenbeine einen grösseren Bewegungsspielraum bieten. Tritte lassen sich dadurch besser ausführen.
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