Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03508.jsonl.gz/631

Nur wenige Strassen und Wege der Stadt Wädenswil sind nach Personen benannt. Frauennamen fehlen überhaupt. Wer waren die besonders ausgezeichneten Männer? Die folgenden Kurzbiographien geben darüber Aufschluss:
Albert Walder musste sich seinen Weg zum Primarlehrer erkämpfen. Nach der Primarschule hatte er zuerst während zweier Jahre in der Fabrik zu arbeiten, dann besuchte er – nur noch während zweier Jahre – die Sekundarschule und anschliessend das Seminar. Seine erste Stelle fand der junge Lehrer in Bertschikon-Gossau. Hierauf wirkte er in Oetwil am See, und dann holte man ihn an die noch selbständige Schulgemeinde Wädenswil-Langrüti. Im Jahre 1909 wechselte Albert Walder an die Schule Ort, die damals ebenfalls eigenständig war. Hier betreute er die Klassen der Unterstufe, während sein Kollege Johannes Hirt an der Mittelstufe unterrichtete. Mit Eifer vertrat Albert Walder die Interessen seiner Schulgemeinde. Die Kirchenpflege Wädenswil hatte in ihm von 1916-1921 ein aktives Mitglied. Die nötige Ausspannung von der geistigen Arbeit fand Lehrer Walder in seinem Baumgarten. Der Mann, der in früher Jugend die Not am eigenen Leibe erfahren hatte, zeigte stets eine offene Hand für Bedürftige. Besonders gerne bedachte er Glaubens- und Liebeswerke, die von andern übergangen wurden.
Ein heimtückisches Leiden verzehrte merkwürdig schnell die Kräfte des rüstigen Mannes. Mit letzter Energie führte er sein Schulamt, bis er 1930 völlig erschöpft pensioniert wurde. Lehrer Albert Walder konnte den Ruhestand nicht mehr lange geniessen. Er erlag seiner Krankheit bereits am 16. Juli 1930.
Peter Ziegler