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Es gab eine Zeit, da waren kleine, sportliche Cabriolets der Renner. Sie waren wendig, vergleichsweise preiswert und ideal für einen Wochenendausflug – und sie fuhren sich so gut, dass sich viele Menschen um sie rissen. Das war die Zeit des BMW Z3, des Mercedes-Benz SLK und des Audi TT, um nur die Produkte der deutschen Premiumhersteller zu nennen. Heute sind diese Zeiten vorbei. Der SLK, zuletzt SLC genannt, ist nicht mehr, der TT steht kurz vor dem Aus, und vom Z4, der den Z3 2003 ersetzte, werden weltweit nur noch 12 000 Exemplare pro Jahr verkauft, davon 241 in der Schweiz (2022). BMW hätte ihn 2016 wahrscheinlich ganz eingestellt, wenn Toyota nicht den Supra auf die gleiche Plattform gestellt hätte – und wenn Magna nicht bereit gewesen wäre, diese beiden Modelle im Auftrag in seinem österreichischen Werk in Graz zu montieren.
BMW Z4 – progressiver Stillstand
AR-Testteam | 02.11.2023
Roadster Trotz einiger Updates hat sich der BMW Z4 seit seiner Einführung vor fünf Jahren nicht grossartig weiterentwickelt. Und das ist gar nicht einmal so schlecht.
Es gab eine Zeit, da waren kleine, sportliche Cabriolets der Renner. Sie waren wendig, vergleichsweise preiswert und ideal für einen Wochenendausflug – und sie fuhren sich so gut, dass sich viele Menschen um sie rissen. Das war die Zeit des BMW Z3, des Mercedes-Benz SLK und des Audi TT, um nur die Produkte der deutschen Premiumhersteller zu nennen. Heute sind diese Zeiten vorbei. Der SLK, zuletzt SLC genannt, ist nicht mehr, der TT steht kurz vor dem Aus, und vom Z4, der den Z3 2003 ersetzte, werden weltweit nur noch 12 000 Exemplare pro Jahr verkauft, davon 241 in der Schweiz (2022). BMW hätte ihn 2016 wahrscheinlich ganz eingestellt, wenn Toyota nicht den Supra auf die gleiche Plattform gestellt hätte – und wenn Magna nicht bereit gewesen wäre, diese beiden Modelle im Auftrag in seinem österreichischen Werk in Graz zu montieren.
Es gibt ihn erfreulicherweise noch, den Roadster von BMW.
Wenn er im nächsten Sommer in Europa auf den Markt kommt, ist es wahrscheinlich, dass der chinesische Roadster MG Cyberster eine neue Welle von kleinen Elektrocabriolets auslösen wird. Und während es wahrscheinlich ist, dass der mögliche Nachfolger des Z4 ebenfalls in einer batteriebetriebenen Version erhältlich sein wird (wie die meisten Modelle der Baureihe), hat der aktuelle Z4, der 2018 auf den Markt kam, noch ein paar Jahre vor sich. Das erklärt, warum BMW ihm nun eine Modellauffrischung gegönnt hat. Die ist allerdings sehr verhalten ausgefallen, das Auto bringt keine wirklichen Neuerungen mit sich. Das klingt vielleicht negativ, ist aber eine gute Nachricht. Die Gründe dafür sind klar.
Das Auto bleibt unverändert
Zunächst einmal bleibt der Z4 ästhetisch gleich, da er zum Beispiel nicht die riesigen Nüstern des M3 übernimmt. Zwar gibt es neue Stossstangen vorne und hinten, und die vorderen Lufteinlässe sind grösser, aber sie stören die allgemeine Linienführung nicht, sondern verleihen dem Fahrzeug eine willkommene sportliche Note. Im Innenraum bleiben die beiden geteilten Bildschirme erhalten, die mit klassischen Tasten und dem berühmten BMW-Rad (iDrive) bedient werden, das Fans der Marke so sehr schätzen. Der gebogene Bildschirm, der bei den neuesten Kreationen der Münchner Firma zum Einsatz kommt, wird im Z4 nicht vermisst. Im Gegenteil, es tut gut, ein echtes Kombiinstrument vor Augen zu haben und nicht nur ein schwebendes Display. Der Stauraum für ein kleines Cabriolet dieser Art ist ausreichend, der Kofferraum bietet ein Volumen von 281 Litern.
Der Z4 hat nicht den grossen, gebogenen Bildschirm, den BMW in den anderen aktuellen Modellen einsetzt. Die klassischen Anzeigen passen gut in den kleinen, sportlichen Innenraum.
Unter der Motorhaube bleiben die Motoren gleich. Es gibt nicht nur keinen Plug-in-Hybrid, sondern keiner der angebotenen Blöcke verfügt über einen Mildhybridantrieb. Vorteil: mehr Raum für die reine Mechanik, und es wird kein zusätzliches Gewicht ins Auto gepackt. Dies gilt insbesondere für den Z4 M40i, der von einem kultiviert laufenden Sechszylinder-Reihenmotor angetrieben wird. Dieser Motor hat den Ruf, mehr Leistung zu entwickeln, als BMW auf dem Datenblatt angibt. Auf dem Papier sind es 250 kW (340 PS) bei Drehzahlen zwischen 5000 und 6500 U/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 500 Nm an, und die stehen schon ab 1500 U/min zur Verfügung. Die gesamte Kraft wird klassisch auf die Hinterräder übertragen, ganz im Stil von BMW. Die Hinterreifen sind gefordert, eine gute Traktion zu gewährleisten, vor allem auf nasser Strasse. Glücklicherweise werden sie durch das M-Sport-Differenzial, das beim M40i zur Standardausstattung gehört, und den dynamischen Traktionsassistenten unterstützt. Dieser passt auf und begrenzt die Leistung, wenn die Traktion abzureissen droht oder das Fahrzeug instabil wird, und bremst dabei auch einzelne Räder ab.
Ausgezeichnete Fahreigenschaften
Dank seines Gewichts von 1580 Kilogramm schafft der Z4 M40i den Spurt von 0 auf 100 km/h in 4.5 Sekunden, zumindest auf dem Papier. Auf der AR-Teststrecke in Vauffelin BE gelang es jedoch nicht, diesen Wert zu reproduzieren. Der beste Wert waren 4.9 Sekunden. In der umgekehrten Übung zeigte sich der BMW jedoch in guter Form: Nur 33.1 Meter benötigte er bei den Messungen, um aus Tempo 100 bis zum Stillstand zu bremsen. Das ist besser als die Konkurrenz. Hier zeigen sich die Qualitäten der M-Sportbremsen, die beim M40i zur Standardausstattung gehören. Abgesehen von diesem absoluten Wert lässt sich den Bremsen auch eine gute Dosierbarkeit attestieren, die im Alltag angenehm ist.
Der Kofferraum bietet Platz für 281 Liter Gepäck.
Der Z4 ist für lange Fahrten konzipiert und verfügt über ein adaptives Fahrwerk, das in der Version M40i serienmässig ist. Allerdings ist die Bandbreite der Einstellmöglichkeiten gering und stellt einen Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit dar. Leider ist die Gewichtsverteilung des Z4 M40i (v. 52 %, h. 48 %) nicht so gut wie bei den Vierzylinderversionen (S Drive 20i und S Drive 30i). Dennoch ist das Fahrverhalten hervorragend, da der Z4 ein angenehmes Übersteuerverhalten aufweist. Die Vorderachse, die mit kleineren Reifen als die Hinterachse ausgestattet ist (v. 255/35 R19, h. 275/35 R19), reagiert auf kleinste Lenkbewegungen. Die variable Lenkung fühlt sich zwar nicht mehr so gut an wie bei früheren BMW-Modellen, dennoch ist sie immer noch gut, präzise und vor allem direkt. Kaum mehr als zwei Lenkradumdrehungen sind es von Anschlag zu Anschlag, und auch die Keilwirkung ist gut – das ist der Kraftaufwand, den der Fahrer aufbringen muss, um aus dem Mittelpunkt herauszukommen.
Wie es sein muss: Sechs Zylinder im BMW.
Wer gerne sportlich fährt, wird die Übersteuerungstendenz des Z4 schätzen lernen. Dieses spielerische Temperament, das BMW so liebt, sorgt für echtes Fahrvergnügen. Diese wird durch den schönen Klang des Sechszylindermotors noch verstärkt, der einen betörenden Klangteppich im Innenraum verbreitet, der aber nie aufdringlich wird. Ein weiterer Vorteil des Reihensechszylinders ist sein Verbrauch, der auf der Normrunde der AR bei 7.1 l/100 km lag.
Top-Automatikgetriebe
Das Achtgang-Automatikgetriebe von ZF ist eine bekannte Grösse. Es reagiert schnell auf die Eingaben des Fahrers und schaltet schnell, aber immer sanft. Der Drehmomentwandler erwies sich zum Beispiel in Parkhäusern als angenehm, da er dem Z4 ein sanftes Manövrieren ermöglicht. Die grossen technischen Qualitäten dieser automatischen Einheit haben das manuelle Getriebe völlig in den Schatten gestellt. Für den M40i wird es überhaupt nicht angeboten, es ist nur für die S-Drive-20i-Versionen verfügbar. Das erstaunt ein bisschen, wenn man bedenkt, dass Toyota für seinen GR Supra mit sechs Zylindern (AR 23/2022) ein manuelles Getriebe anbietet. Diese Getriebeeinheit stammt aus den Münchner Regalen wie die gesamte Technik, die den Supra trägt. Es gibt allerdings Gerüchte, dass der Z4 M40i in den kommenden Monaten auch ein Schaltgetriebe bekommen könnte.
In der Basisversion ist der Z4 S Drive 20i mit einem Preis von 56 200 Franken relativ günstig. Die serienmässig besser ausgestattete Version mit Sechszylindermotor ist mit 84 500 Franken deutlich teurer. Man muss also, will man die aussterbende Spezies des Sechszylinders bewegen, finanziell kräftig bluten. Allerdings hat man gute Chancen, einen künftigen Klassiker zu fahren.
Das Beste aus zwei Welten.
In vielerlei Hinsicht beweist der Z4, der sich seit seiner Einführung im Jahr 2018 nicht grundlegend verändert hat, wie hervorragend die Autos in den 2010er-Jahren, waren. Ohne elektrische Maschinen bleibt der Z4 ein reines Auto mit Verbrennungsmotor, wie es manche mögen. Der Z4 unterstützt den Fahrer mit einer angemessenen Anzahl an Assistenzsystemen, lässt ihm aber die Kontrolle über sein Fahrzeug und gängelt ihn nicht. Der Fahrer profitiert ausserdem von einem Infotainmentsystem in der richtigen Grösse, es ist weder zu gross (wie bei neuen Autos) noch zu klein (wie bei Autos aus den 2000er-Jahren). Obwohl es über einen Touchscreen verfügt, kann es auch über physische Tasten bedient werden. Auch hier bietet der Z4 also das Beste aus zwei Welten.
Testergebnis
Gesamtnote 86.0/100
Antrieb
Als mechanisches Meisterwerk bildet der Reihensechszylinder mit dem hervorragenden ZF-Automatikgetriebe ein starkes Duo. Es ist jedoch schade, dass momentan kein manuelles Getriebe zur Wahl steht.
Fahrwerk
Der vom adaptiven Fahrwerk ermöglichte Einstellbereich ist nicht sehr gross. Die Lenkung ist direkt, sportliche Fahrer werden das leichte Übersteuern mögen.
Innenraum
Der Innenraum ist komfortabel und technisch ausgereift und bietet genug Platz, um ein Paar und sein Gepäck für ein Wochenende unterzubringen. Es gibt zahlreiche Ablagen und Staufächer.
Sicherheit
Der Z4 hat nicht die allerneuesten Fahrhilfen an Bord, aber sie reichen völlig aus und gängeln den Fahrer nicht. Die Bremsen sind erstklassig.
Budget
Die Basisversion ist günstig, der M40i mit seinem Sechszylindermotor ist es weniger. Aber dieser wunderschöne Block ist einen Aufpreis wert.
Fazit
Mit seinem Sechszylinder-Reihenmotor ohne Hybridkomponenten, seiner Antriebsarchitektur und seinem Stoffverdeck gehört der BMW Z4 zu einer Kategorie von Autos, deren Tage eindeutig gezählt sind. Er bietet Fahrspass, eignet sich für Wochenendausflüge zu zweit und hat das Zeug zu einem zukünftigen Klassiker.
Fotos: Vesa Eskola, Text: Olivier Derard
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