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Die Masern sind eine hochansteckende Virusinfektion, die durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Verbreitung der Tröpfchen erfolgt in Form von Husten, Niesen oder Sprechen. Durch die Schleimhäute von Mund, Nase oder auch der Bindehaut im Auge werden die Viren aufgenommen. Die Krankheit tritt überwiegend bei Kindern auf.
Bisher wurde angenommen, dass das Masernvirus erstmalig im 10. Jahrhundert aufgetreten ist. In einem Text schilderte der persische Arzt Abū Bakr Muḥammad ibn Zakariyyā ar-Rāzī die Masern. Nach neuesten Forschungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) wird vermutet, dass das Masernvirus bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. aus dem Virus der Rinderpest hervorgegangen ist. Die rasante Ausbreitung des Virus hängt mit der Entstehung von Grosssiedlungen mit mehr als 250.000 Einwohnern zusammen. Durch die Zunahme der Bevölkerungsdichte kann das Virus schnell übertragen werden. In Europa gab es die ersten Berichte über Maserninfektionen im Mittelalter. Die Masernepidemien forderten zahlreiche Todesopfer. Mit der Eroberung Amerikas führte das Virus auch dort zu einer grossen Anzahl an Todesfällen.
Krankheitsverlauf
Der Krankheitsverlauf der Masern beginnt 8-10 Tage nach der Infektion mit grippeähnlichen Symptomen wie laufende Nase, Husten, entzündeter Nasen- und Rachenraum sowie Fieber. Nach zwei bis drei Tagen bilden sich an den Wangeninnenseiten weisse Beläge, die Koplik-Flecken, die von einem roten Hof umgeben sind. Nach diesem Vorstadium sinkt das Fieber etwas und die Infektion geht in die zweite Phase, dem Hauptstadium, über. In dieser Phase steigt das Fieber sehr hoch und es kommt zum typischen roten Hautausschlag (Masern-Exanthem). Die roten Flecken bilden sich zunächst hinter den Ohren und breiten sich anschliessend über dem gesamten Körper aus. Des Weiteren können die Lymphknoten, insbesondere im Halsbereich, anschwellen. Der Ausschlag verfärbt sich nach einigen Tagen dunkelrot und verblasst dann nach und nach. Ebenso sinkt auch das Fieber wieder. Häufig fängt die Haut daraufhin an sich zu schuppen. Der Patient ist nicht mehr ansteckend, sobald der Ausschlag abgeklungen ist.
In den meisten Fällen treten nach einer überstandenen Maserninfektion keine weiteren gesundheitlichen Probleme auf. Jedoch können Masern auch Komplikationen auslösen wie Mittelohrentzündungen, Lungenentzündung oder Durchfall, da das Immunsystem noch bis zu sechs Wochen nach der Infektion geschwächt ist. Besonders gefährlich ist die Komplikation einer Hirnhautentzündung, die vor allem bei Kindern unter fünf Jahren häufig auftritt. Im Jahr 2019 starben weltweit über 200.000 Menschen an Masern.
Impfstoff
Es gibt kein Medikament, mit welchem die Masernerkrankung ursächlich behandelt werden kann. Im Jahr 1958 wurde erstmals ein Impfstoff gegen Masern entwickelt. Die Impfung wird heute mit Impfstoffen gegen Mumps, Röteln sowie Windpocken kombiniert. Zwischen dem 11-14 Monat nach der Geburt wird die erste Impfung durchgeführt. Die zweite Impfung erfolgt zwischen dem 15-23 Lebensmonat. Durch die Einführung der Impfung konnte die Zahl der Erkrankung von 1980 bis 2013 um über 95 % gesenkt werde.
Seit 1984 ist die Ausrottung des Masernvirus das Ziel der WHO, welches jedoch noch nicht erreicht wurde. Insbesondere in Entwicklungsländern kommt es immer wieder zu lokalen Masernepidemien.
Seit 2001 sind Masern in unserem Nachbarland Deutschland meldepflichtig. Ferner wurde 2020 festgelegt, dass alle Kinder und Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas oder Schulen gegen Masern geimpft sein müssen.