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Weiterentwicklung der Blockflöten
In den 40er Jahren gibt Franz Küng nach und nach das Musikhaus und die Klavierstimmerei auf und konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der Blockflöten. Auf eine Anfrage von Ina Lohr von der Schola Cantorum Basiliensis (Gründungsjahr ebenfalls 1933), baut er gegen Ende der 40er Jahre bereits Schulflöten in 415 Hz (Sopran und Alt).
1951 gewinnt er erste Preise für seine Alt- und Bassblockflöten. Es folgen Weiterentwicklungen der Modelle bis hin zum Grossbass.
Er kreiert das Modell Meisterstück, Instrumente in allen Grössen, die in exotischen Holzarten wie Palisander, Grenadill und Rosenholz, oft mit Elfenbein verziert, gefertigt werden. Eine gute Verbindung in die USA bringen mit den Jahren enorme Verkäufe dorthin. Die Stückzahlen liegen in den 60er Jahren bei etwa 70'000 pro Jahr.
Grosses Engagement
Trotz rund 18 Mitarbeitenden macht Franz Küng die entscheidenden Arbeiten an den Instrumenten (Block in das Mundstück einpassen und jedes einzelne Instrument von Hand ausstimmen) alleine. Ebenso führt er das Geschäft, kontrolliert und entwickelt Maschinen und führt sämtliche Reparaturen alleine aus. Das sind arbeitsintensive Jahre mit 16 bis 18 Arbeitsstunden pro Tag!
Veränderung in der Produktion
Ein radikaler Schnitt verändert die Situation: Die Schulflöten in deutscher Griffweise werden aus dem Programm gestrichen. Das ist gut die Hälfte der Produktion. Dieser mutige Entscheid wird Ende der 60er Jahre gefällt.
Umbruch in der Manufaktur
Die 60er Jahre sind geprägt von einem grossen Umbruch. Thomas, der jüngere Sohn, beginnt eine Lehre als Feinmechaniker und Flötenbauer im väterlichen Betrieb. Der ältere Sohn Andreas studiert nach der Matura an der Schola Cantorum Basiliensis Blockflöte und alte Musik.
In der gleichen Zeit wird das Firmengebäude im grossen Stil umgebaut. Die alte Villa wird um ein zusätzliches Stockwerk erhöht und auf zwei Seiten hin vergrössert und ausgebaut. Auch ohne die grossen Mengen der Flöten mit deutscher Griffweise nimmt die Produktion so viel Zeit in Anspruch, dass für Entwicklungen oder Verbesserungen an bestehenden Modellen zu wenig Zeit bleibt. Einige Mängel in der Ansprache oder Stimmung bleiben zu lange bestehen, die Qualität leidet und der gute Name erhält einige Kratzer.
Erste Kopien nach Denner
Während des Studiums von Andreas bei Hans Martin Linde entstehen die ersten Kopien nach Denner: Die Altflöte nach J.C. Denner, das Sopranino nach I. Denner sowie eine Flûte de voix.
Nach der ersten Teilnahme am Festival in Brügge 1974 (Franz Küng als Aussteller und Andreas Küng als Wettbewerbsteilnehmer) entsteht der Subbass CLASSICA und kommt 1975/76 auf den Markt. In der Folge entstehen diverse Grössen historisch inspirierter Modelle, alle in 415 und 440 Hz: Sopranino, Sixthflute, Sopran (auch nach Haka), Flûte du quatre, Alt und Flûte de voix.
1980 erfolgt ein weiterer recht grosser Umbau bzw. Anbau des Gebäudes.
1983 stirbt Franz Küng im Alter von 77 Jahren. Er hat sich nie zur Ruhe gesetzt und tagein tagaus gearbeitet, sogar nachdem die Söhne Thomas und Andreas bereits voll in die Firma integriert waren.