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Extremer hätte der April 2017 kaum sein können. Die erste Monatshälfte schloss nahtlos an den Monat März an. Es war viel zu warm, und die Trockenheit nahm beängstigende Formen an. Vielerorts kam es kurz vor Ostern zu Waldbränden, da es seit Wochen kaum mehr Regen gab. Gleichzeitig lagen die Temperaturen weit über dem Durchschnitt. Fast im ganzen Land war es bis Ostern, also bis zur Monatshälfte, rund 4 Grad wärmer als sonst im März, dies im Verhältnis zur klimarelevanten Referenz der Jahre 1961 bis 1990.
Schon die ersten Sommertage
Nachdem es bereits am 19. März in der Magadinoebene den ersten Sommertag gab, wurde es anfangs Monat auch im Wallis schon das erste Mal sommerlich. Am 9. April wurden 25,2 Grad gemessen, am 10. April erreichte die Quecksilbersäule sogar den Wert von 26,2 Grad, der bis jetzt höchsten Jahrestemperatur in unserem Land. Gleichzeitig wurde es in Genf genau 25 Grad warm. Sonst blieben zwar die Temperaturen im Norden noch unter 25 Grad: Basel, Luzern, Zürich oder auch Aarau erlebten aber alle Höchstwerte von 24,0 Grad oder mehr. Südlich der Alpen wurde die Sommermarke mehrfach übertroffen, so in Locarno, in der Magadinoebene oder auch in Grono im untersten Misox.
An Ostern folgte der grosse Absturz
Pünktlich auf die Ostertage stellte sich das Wetter, zumindest im Norden um. Schon am Ostersonntag schneite es gegen Abend bis auf 800 Meter herunter. Am Osterdienstag und am Mittwoch fiel Schnee zum Teil bis ins Flachland. Es waren allerdings nur einzelne Schauer. Danach klarte es in der Nacht zum Donnerstag auf, und es kam verbreitet zu Frost. In Welschenrohr zeigte das Thermometer einen Minimumwert von -5,6 Grad an, in Visp waren es -5,5 Grad. Am Ofenpass wurden gleichzeitig -15,6 Grad gemessen, auf dem Corvatsch sank die Temperatur sogar unter -20 Grad. Am Folgetag war es sogar noch frostiger. In Welschenrohr sank die Temperatur auf -7,2 Grad, in Ebnat-Kappel gab es -6,2 Grad. Schlimm waren aber vor allem die Temperaturen direkt über der Bodenoberfläche. In Visp lag die Temperatur 5 Zentimeter über dem Boden bei -12,9 Grad, aber auch am Flughafen Zürich sank die Bodentemperatur auf -10,6 Grad. Kein Wunder nahmen die Kulturen bei solchen Minusgraden grossen Schaden. An vielen Orten wird sogar ein Totalausfall der Ernte befürchtet. Nicht einmal der Süden der Schweiz blieb vor strengem Bodenfrost bewahrt. Selbst in der Magadinoebene sank die Temperatur 5 Zentimeter über der Bodenoberfläche gemessen auf -5,6 Grad. Es war die schlimmste Frostnacht seit Jahrzehnten.
Dann kam noch Schnee
Nach vier milderen Tagen folgte in der letzten Aprilwoche noch der grosse Schneefall. In St. Gallen lagen am 28. April 25 Zentimeter Neuschnee. Noch nie zuvor hatte St. Gallen zu einem so späten Termin im Jahr so viel Neuschnee gesehen. Noch grösser waren die Neuschneemengen in Elm (GL) auf knapp 1000 Meter über Meer und in Disentis mit 45 Zentimetern Neuschnee auf einer Meereshöhe von 1200 Metern. Im Flachland gab es kaum mehr als 5 Zentimeter Neuschnee. Weil der Schnee aber sehr feucht war, kam es vielerorts zu Astbruch und zu schweren Schäden an Bäumen und Sträuchern.
Nicht überall zu nass
Dank der sonnigen ersten Monatshälfte war dieser Monat sonniger als sonst der April. Auch die Durchschnittstemperatur war höher als im Schnitt. Im Norden war der April rund 1 Grad zu warm, im Süden knapp 3 Grad. Dabei hatten die warmen Ostertage im Süden einen erheblichen Anteil. Die Niederschlagsverteilung war dagegen sehr unterschiedlich. Starker Niederschlag in der letzten Aprilwoche setzte der Trockenheit im Süden ein Ende. Im Norden war es an vielen Orten überdurchschnittlich nass, vor allem Richtung Osten. Im Westen war der April 17 dagegen einmal mehr zu trocken. In Genf wurde nur die Hälfte des üblichen Niederschlags verzeichnet und auch im Rhonetal war es äusserst trocken. In Sitten fielen im April 17 nur 19 Millimeter Niederschlag. Das war bezüglich Trockenheit bestenfalls der Tropfen auf den heissen Stein.
Start in was? Wonnemonat?
Am Montag startet der Wonnemonat Mai. Nach Wonne sieht es zunächst nicht wirklich aus. Es wird zwar etwas milder, allerdings muss immer wieder mit neuen Niederschlägen gerechnet werden.