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Neun Runden sind in der NLA-Meisterschaft absolviert, und Tafers-Freiburg liegt abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Das 3:5 am Samstag bei Yverdon-les-Bains und das 1:7 am Sonntag gegen Aufsteiger Genf waren für die Freiburger die Saisonniederlagen Nummer sechs und sieben. Nicht nur wartet die Union weiter auf den ersten Saisonsieg, ihr Rückstand auf den rettenden siebten Tabellenplatz ist inzwischen auf sechs Punkte angewachsen. Nach 27 Jahren in Folge in der NLA droht Tafers-Freiburg der Fall in die Zweitklassigkeit.
Pech mit den Ausländern
Das Niveau der Schweizer Badminton-NLA hat sich in den letzten Jahren insgesamt stark verbessert, stehen doch immer mehr ausländische Profispieler auf heimischen Feldern im Einsatz. Zwar hat der Schweizer Badmintonverband letzte Saison die Weisung erlassen, dass in sechs der acht Matches Schweizer Spielerinnen oder Spieler eingesetzt werden müssen. Weil in einer NLA-Begegnung aber vier Einzel und vier Doppel ausgetragen werden, ist es nach wie vor möglich, in sechs der acht Matches ausländische Cracks einzusetzen. Wer heute in der NLA mithalten will, kommt deshalb nicht darum herum, Ausländer zu engagieren.
Tafers-Freiburg und seine Söldner: Das will diese Saison nicht so richtig passen. Matilda Petersen stand in der Vorrunde nur ein einziges Mal für die Union auf dem Feld. Ansonsten erwies sich die Schwedin als wenig zuverlässig und versetzte ihr Team mehrere Male.
Ben Torrance, der für die zweite Saisonhälfte engagiert wurde und am Wochenende sein Debüt im Dress der Union hätten geben sollen, hatte vor einer Woche das Aufgebot vom schottischen Verband erhalten, um mit den übrigen schottischen Nationalspielern ein Qualifikationsturnier für die Team-EM zu bestreiten. Er konnte ebenso wenig antreten wie der bisherige Punktelieferant Kieran Merrilees, der wegen einer Schnittwunde an seiner Schlaghand passen musste.
Umso wichtiger wäre es gewesen, dass die ebenfalls neu verpflichtete Sannatasah Saniru gegen Yverdon und Genf hätte auflaufen können. Die Union hatte es allerdings nicht geschafft, rechtzeitig eine Arbeitsbewilligung für die Malaysierin einzuholen. Angesichts des Verletzungspechs, das die Freiburger in dieser Saison heimsucht, ist dieser Fauxpas doppelt ärgerlich
Nationalspieler in der Pflicht
Gänzlich ohne ausländische Verstärkung lag für Tafers-Freiburg in der Doppelrunde nicht mehr als einer von acht möglichen Punkten drin. Für die aktuelle Erfolglosigkeit indes nur die Ausländer verantwortlich zu machen wäre ungerecht. Auch die Schweizer Spieler–insbesondere die Nationalspieler–sind ihrem Ruf bisher einiges schuldig geblieben. Das in den letzten Jahren so erfolgreiche Mixeddoppel mit Tiffany Girona und Oliver Schaller konnte zwar am Samstag in Yverdon gewinnen, gegen Genf zog es aber in zwei Sätzen (15:21, 18:21) den Kürzeren. Für die beiden Nationalspieler war es die sechste Niederlage im achten Spiel.
Benedikt Schaller konnte in Yverdon gegen Anthony Dumartheray die ersten beiden Sätze sehr ausgeglichen gestalten, ehe er im dritten einbrach und 12:21 verlor. Der 18-Jährige muss in seiner ersten NLA-Saison noch Lehrgeld zahlen, und es ist bis zu einem gewissen Grad verständlich, dass er in sechs Einzelspielen erst einmal gewinnen konnte. Dennoch darf von einem Nationalspieler mit seinem Talent und Format ab und an ein Exploit erwartet werden.
Punkte müssen her
Noch bleiben Tafers-Freiburg fünf Meisterschaftsrunden, um sich aus dem Tabellenkeller zu befreien. Sechs Punkte aufzuholen, wenn nur noch maximal 20 Zähler zu gewinnen sind, wird allerdings eine schwierige Aufgabe.
Der Aufschwung wird mit den Schweizer Spielern allein nicht zu bewerkstelligen sein, da fehlen momentan sowohl die individuelle Klasse als auch die Breite im Kader. Für die Union gilt deshalb ab sofort: Alles oder nichts. Soll der Ligaerhalt noch Tatsache werden, muss der Verein in den kommenden Partien aus dem Vollen schöpfen und idealerweise gar mit drei Ausländern antreten. Dann wird sich zeigen, ob Torrance und Saniru die spielerische Klasse haben, um der Union die nötigen Punkte zu bescheren und ob die Schweizer Spieler im Sog ihres Ausländertrios zu Bestform auflaufen können. Dies wird nötig sein, ansonsten droht für den Freiburger Traditionsverein die 27. Saison in der Nationalliga A die letzte zu werden.
Telegramme
Yverdon – Tafers- Freiburg 5:3 (12:7)
Männer. Einzel:Jan Fröhlich – Oliver Andrey 21:10, 21:12. Anthony Dumartheray – Benedikt Schaller 22:20, 19:21, 21:12. Oliver Colin – Roger Schmid 21:10, 21:16.Doppel:Patrick Machugh/Pierrick Deschenaux – O. Andrey/Roger Schmid 15:21, 14:21. J. Fröhlich/Christophe Debétaz – Benedikt Schaller/O. Schaller 9:21, 21:15, 14:21.Frauen. Einzel:Sarah Golay – Marie Magnin 21:5, 21:9.Doppel:S. Golay/Corinne Métille – Tiffany Girona/Marie Magnin 21:18, 21:17.Mixed:A. Dumartheray/Malika Golay – T. Girona/O. Schaller 19:21, 21:17, 15:21.
Tafers-Freiburg – Genf 1:7 (3:14)
Männer. Einzel:O. Andrey – Alex Lane 23:21, 11:21, 15:21. B. Schaller – Theopilus Inoki Cahyadi 14:21, 6:21. R. Schmid – Quentin Filliettaz 14:21, 13:21.Doppel:O. Andrey/R. Schmid – Ben Lane/Thomas Bless 20:22, 19:21. O. Schaller/B. Schaller – Q. Filliettaz/Th. Cahyadi 21:18, 21:18.Frauen. Einzel:Isabelle Vonlanthen – Nicole Perroud 14:21, 17:21.Doppel:I. Vonlanthen/T. Girona – Yvonne Keller/Susanne Keller 12:21, 12:21.Mixed:T. Girona/O. Schaller – Y. Keller/B. Lane 15:21, 18:21.
NLA. Rangliste:1. St. Gallen-Appenzell 9/29. 2. Uzwil 9/22. 3. Yverdon 9/19. 4. La Chaux-de-Fonds 9/18. 5. Adliswil-Zürich 9/16 (35:37). 6. Genf 9/16 (32:40). 7. Uni Basel 9/15. 8. Tafers-Freiburg 9/9.