Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03282.jsonl.gz/2758

Beim neuen Coronavirus handelt es sich um einen Krankheitserreger, über den man vor allem zu Beginn der Pandemie kaum etwas wusste. Entsprechend liess sich die Gefährdung durch das neue Virus nur erahnen. Das Wissen über das Virus musste seit dem Ausbruch der Pandemie schrittweise erarbeitet werden. Diese Wissensunsicherheiten sowie die vorherrschende Gefährdung der öffentlichen und persönlichen Gesundheit stellen sowohl die Bevölkerung, das Gesundheitssystem als auch die Politik vor eine grosse Herausforderung. Eine weitere Problematik in diesem Zusammenhang bildet die Flut von sich konstant ändernden und teilweise widersprüchlichen Informationen. Um die Bevölkerung bei der Bewältigung dieser Herausforderungen gezielt unterstützen zu können, müssen ihre Kompetenzen bzw. Schwierigkeiten im Umgang mit den Informationen rund um das neue Coronavirus bekannt sein.
Um dies zu untersuchen, hat Careum im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) im Mai 2020 eine Studie zur Gesundheitskompetenz der Schweizer Bevölkerung in Bezug auf das neue Coronavirus durchgeführt. Mittels einer repräsentativen Online-Befragung wurde erhoben, welche Schwierigkeiten die Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt der Pandemie hatte, mit Informationen zum neuen Coronavirus umzugehen. Darüber hinaus wurde die Bevölkerung zu den von ihnen verwendeten Informationsquellen und deren Vertrauenswürdigkeit befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich 90 Prozent der Befragten insgesamt gut bis sehr gut über das neue Coronavirus und die Pandemie informiert fühlten. Gleichzeitig gab jedoch knapp die Hälfte an, durch zu viele Informationen verunsichert zu sein. Ebenfalls fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung wies dabei eine eher tiefe Gesundheitskompetenz auf. Das bedeutet, dass sie häufig Schwierigkeiten im Umgang mit Informationen zum neuen Coronavirus hatten. Dies insbesondere beim Beurteilen und weniger beim Finden und Verstehen der Informationen. So war es beispielsweise für die Mehrheit der Bevölkerung eher einfach, die Verhaltens- und Hygieneanweisungen des BAG zu verstehen. Die grössten Schwierigkeiten hingegen bekundeten die Befragten bei der Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit der Informationen. Ausserdem fiel es ihnen häufig schwer, daraus Konsequenzen für das eigene Verhalten abzuleiten.
Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass sich im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie rund die Hälfte der Befragten generell häufiger zu Gesundheitsthemen informierte. Am häufigsten geschah dies über das Fernsehen und das Internet. Obwohl Fernsehen und Internet als häufigste Informationsquellen genannt wurden, erachteten die Befragten Informationen von Seiten der Ärzteschaft und anderen Gesundheitsfachpersonen sowie den Gesundheitsbehörden als vertrauenswürdiger. Dagegen wurden Informationen aus den sozialen Medien als wenig vertrauenswürdig eingeschätzt.
Es ist folglich zentral, dass der Bevölkerung leicht verständliche und zielgruppenorientierte Botschaften und Handlungsempfehlungen vermittelt werden. Ebenso sollte die Bevölkerung dabei unterstützt werden, vertrauenswürdige Informationen von Fehl- und Falschinformationen unterscheiden zu können. Damit werden die Menschen befähigt, informierte Entscheidungen für präventives Verhalten für die eigene Gesundheit und diejenige der Mitmenschen treffen zu können. Schliesslich liegt die Verantwortung bei der Stärkung der Gesundheitskompetenz nicht nur bei der Bevölkerung, sondern viel mehr bei den diversen Organisationen und Akteuren aus dem Gesundheitswesen, der Politik, den Medien etc.
TwitterLinkedInBlog
<email-pii>
Careum Stiftung
Pestalozzistrasse 3
CH-8032 Zürich