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Rübsen- oder Rapsblattwespe
tenthrède de la rave (franz.); turnip sawfly (engl.)
wissenschaftlicher Name: Athalia rosae L.
Synonym: Athalia colibri Christ.
Taxonomie: Animalia, Arthropoda, Insecta, Hymenoptera, Tenthredinidae
Die Rübsenblattwespe (Athalia rosae) legt im Frühjahr die Eier in die jungen Blätter des Rapses. Nach 6 bis 10 Tagen schlüpfen die Larven und fressen an den Blättern. Meist treten drei Generationen auf. Die Larven der dritten Generation verursachen im Herbst den Hauptschaden.
Abb. 1. Die Larven der Rübsenblattwespe (Athalia rosae) fressen an den Blättern des Rapses.
Abb. 2. Die Larven der dritten Generation der Rübsenblattwespe verursachen im Herbst an den Blättern des jungen Rapses einen Fenster- oder Randfrass.
Schadbild
Ältere Larven verursachen den Hauptschaden. Sie fressen die Blätter von Raps, Rübsen usw. Diese zeigen Fenster-, Loch- oder Randfrass. Später sind die Blätter bis auf die Blattadern abgefressen (Skelettierfrass). Ein Kahlfrass nach einem Massenauftreten von Blattwespenlarven kann bedeutende Ertragseinbussen zur Folge haben.
Beschreibung des Schädlings
Die Larven der Blattwespen sind sogenannte „Afterraupen“. Sie besitzen 3 Paar kräftige Brustbeine und am Hinterleib 7 Paar Bauchfüsse sowie 1 Paar Nachschieber. Sie unterscheiden sich deshalb von den Raupen der Schmetterlinge, die maximal sieben Beinpaare haben (http://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Blattwespen). Sie sind anfänglich hellgrau bis hellgrünlich gefärbt, ältere Larven sind dunkelgrün bis schwärzlich und auf der Bauchseite grau (Hoffmann und Schmutterer 1999). Die Kopfkapsel ist schwarz und glänzend. Die Larve wird bis zu 18 mm lang.
Die Rübsenblattwespen (adultes Insekt oder auch Imago genannt) sind vorwiegend gelbrot gefärbt und haben durchsichtige Flügel mit einem dunklen Vorderrand. Sie sind 6 bis 8 mm gross. Die Echten Blattwespen haben keine Wespentaille zwischen Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Sie können nicht stechen.
Lebenszyklus
Die Rübsenblattwespe bringt im Laufe eines Jahres zwei oder drei Generationen hervor. Die erste Generation beginnt im Mai / Juni zu fliegen. Nach der Begattung fressen die Weibchen Pollen und Nektar von blühenden Pflanzen (Kreuz-, Dolden- und Korbblütler). Das Weibchen kann bis zu 300 Eier einzeln in Blätter von wilden und kultivierten Kreuzblütlern ablegen. Die optimale Temperatur für die Eiablage liegt zwischen 18 und 20 °C (Hoffmann und Schmutterer 1999). Vom Blattrand aus trennt die Wespe mit seiner fein gezahnten Legeröhre die Blattober- und -unterseite voneinander und legt hier ein 1 mm langes weissgelbes Ei ab (Zahradnik 1985). Nach 6 bis 10 Tagen schlüpft die Larve aus dem Ei und ernährt sich vom Blattgewebe. Die Larven verursachen zunächst einen Fensterfrass, später fressen sie die Blätter bis auf die Blattadern. Nach viermaliger Häutung verpuppen sich die Larven in 1 bis 5 cm Bodentiefe in einem Erdkokon. Im Juli und August erscheint die zweite Generation. Diese ernährt sich vor allem von Gründüngungs- und Futterpflanzen. Bei günstiger Witterung entsteht eine dritte Generation, welche den jungen Winterraps befällt. Das letzte Larvenstadium überwintert flach unter der Erde in einem Erdkokon, wo sie sich im Frühjahr verpuppt.
Wirtspflanzen
Wirtspflanzen der Athalia rosae sind Raps, Rübsen, Senf, aber auch Gemüsearten wie zum Beispiel Chinakohl, Kohlrüben oder Rettich sowie wild vorkommende Kreuzblütler (Paul 1992).
Bekämpfung
- Natürliche Feinde der Rübsenblattwespe fördern.
- Als Bekämpfungsschwelle bei Raps gilt 1 bis 2 Larven pro Pflanze im 3 bis 6 Blattstadium (ab Mitte September) (Häni et al. 2008).
Literatur
Häni FJ, Popow G, Reinhard H, Schwarz A und Voegeli U, 2008. Pflanzenschutz im nachhaltigen Ackerbau. Edition LMZ, 7. Auflage. 466 S.
Hoffmann GM, Schmutterer H, 1999. Parasitäre Krankheiten und Schädlinge an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart: 675 S.
Paul V, 1992. Krankheiten und Schädlinge des Rapses. Verlag Th. Mann 2. Auflage: 132 S.
Zahradnik J, 1985. Bienen, Wespen, Ameisen: Die Hautflügler Mitteleuropas. Kosmos-Naturführer, Franckh’sche Verlagshandlung Stuttgart: 191 S.