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Medizin-Nobelpreis geht an Erfinder der künstlichen Befruchtung
Der diesjährige Nobelpreis für Medizin wurde an den britischen Forscher Robert Edwards vergeben. Der Brite erhielt die Auszeichnung für seinen Beitrag zur Entwicklung der künstlichen Befruchtung, wie das Karolinska-Institut vorige Woche in Stockholm mitteilte.
Das Karolinska Institut begründete die Entscheidung damit, dass die Arbeit von Edwards eine Behandlung von Unfruchtbarkeit ermöglicht habe. Der «Vater der Reagenzglas-Babys» habe nicht nur bereits seit den 1950er Jahren systematisch die Grundlagen der menschlichen Fruchtbarkeit untersucht, sondern vor allem als erster Forscher eine künstliche Befruchtung an Menschen durchführen können und diese weiterentwickelt.
Am 10. November 1977 wurde unter Edwards Leitung Louise Joy Brown als erster Mensch in einem Labor gezeugt - am 25. Juli 1978 kam das Mädchen in einem Spital in der Nähe von Manchester auf die Welt. Ihre Eltern hatten zuvor aufgrund einer Eileiter-Fehlfunktion der Mutter neun Jahre lang vergeblich versucht, ein Kind zu zeugen.
In den letzten 30 Jahren wurde Edwards Ansatz zu mehreren Methoden weiterentwickelt. Auch in der Schweiz ist die In-Vitro-Fertilisation verbreitet: 6000 Frauen lassen sich hierzulande jedes Jahr künstlich befruchten, etwa fünf Kinder pro Tag werden mit Hilfe der assistierten Fortpflanzungsmedizin geboren, wie die NZZ am Sonntag berichtete.
Doch auch wenn die künstliche Befruchtung zweifelsohne ein Meilenstein der modernen Medizin ist, so ist sie doch nicht ganz unumstritten. Denn die Technik ist auch die Grundlage für die Präimplantationsdiagnostik, bei der ein heranwachsender Embryo ausserhalb des Mutterleibs auf genetische Veränderungen untersucht wird sowie für die Forschung mit embryonalen Stammzellen.
Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit einem Preisgeld von zehn Millionen Schwedischen Kronen, oder umgerechnet rund 1'350.000 Franken, dotiert. Die feierliche Überreichung des Nobelpreises findet traditionsgemäss am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.