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In der Übersicht
Die wissenschaftlich dokumentierte Orgelgeschichte des Kantons Uri ist bis heute nur in sehr allgemeinen Zügen bekannt. Bereits an der Schwelle zum 17. Jahrhundert sollen im Kanton Uri Instrumente vorhanden gewesen sein. Da die Urner Täler bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts keine einheimische Orgelbauwerkstatt vorweisen konnten, arbeiteten dort verschiedene Handwerker unterschiedlichster Herkunft, was eine reiche Vielfalt an Instrumenten hervorgebracht hat. Bedeutend für die Innerschweizer Orgellandschaft war die Niederlassung in Altdorf im Jahre 1783 von Franz Joseph Bouthillier (1737-1828) aus Dinkelsbühl in Deutschland, der zwei grosse Orgeln in der Pfarrkirche Schwyz und in der Klosterkirche Einsiedeln baute. Johann Joseph Jauch, 1808 in Isenthal geboren, führte ebenfalls in Altdorf eine vielgefragte Werkstatt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich die Situation, als in den Kirchen von Uri modern organisierte Orgelbaufirmen aus anderen Kantonen eine gewisse Monopolstellung einnahmen: die Firma Goll (Luzern) zwischen 1893 und 1936, die Firma Cäcilia von Alfred Frey (Luzern) von 1958 bis 1970 sowie später die Firma Mathis (Näfels), die 2016 in der Pfarrkirche Bürglen die jüngste Orgel des Kantons Uri erbaut hat.
Dank des Engagements des Denkmalpflegers Dr. Thomas Brunner ist es möglich geworden, auch im Kanton Uri eine Inventarisation der Orgeln auf wissenschaftlicher Basis durchzuführen und somit den kulturellen sowie denkmalpflegerischen Wert dieser Instrumente einerseits festzuhalten, andererseits bewusst zu machen. Lea Ziegler Tschalèr, Hauptorganistin der Pfarrkirche Altdorf und der Urner Kirchenmusikverband haben bereits ihre aktive Unterstützung am Forschungsprojekt, u. a. mittels kommentierter Konzerte, erklärt, damit das mit öffentlichen Geldern durchgeführte Orgelinventar der Bevölkerung nachhaltig vorgestellt werden kann.