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Die italienische Regierung denkt laut darüber nach, das Projekt einer Hängebrücke zwischen Sizilien und Kalabrien wieder aus der Schublade zu nehmen. Doch es regt sich bereits Widerstand gegen die Pläne.
Nach einer Abwägung von Kosten und Nutzen könnte der Bau einer Brücke für den Bahnverkehr in Betracht gezogen werden, sagte Umberto Del Basso De Caro, Staatssekretär im Verkehrsministerium, im Parlament. Der Plan, der noch aus der Regierungszeit des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi stammt, soll neu überprüft werden.
Dieses sah den Bau einer 3,3 Kilometer langen Hängebrücke über die Strasse von Messina sowohl für den Strassen- als auch für den Bahnverkehr vor. 200 Millionen Euro hat der italienische Staat bereits zwischen 2001 und 2006 für die Planung ausgegeben. Kosten soll die Hängebrücke 8,5 Milliarden Euro.
Der Plan, der von der Regierungspartei NCD um den italienischen Innenminister Angelino Alfano stark gefördert wird, könne als Infrastrukturprojekt zur Unterstützung des Wirtschaftswachstums im Süden dienen, hiess es in Rom. "Auch Süditalien hat Recht auf ein Bahn-Hochgeschwindigkeitssystem", meinte Alfano.
Widerstand von Links und von Umweltaktivisten
Die Worte des Staatssekretärs lösten Ärger bei Umweltaktivisten aus, die sich seit Jahren hartnäckig gegen das Grossprojekt stemmen. Statt Milliarden in die Brücke zu investieren, solle sich die Regierung um die Modernisierung des bereits bestehenden Bahnnetzes in Süditalien bemühen, fordern die Kritiker.
Wegen des umstrittenen Vorhabens war es wiederholt zu Demonstrationen von Grünen und Linksparteien gekommen. Ihnen geht es neben Sicherheitsbedenken in dem erdbebengefährdeten Gebiet ebenfalls um einen vernünftigen Einsatz der Mittel: Statt Milliarden Euro dafür auszugeben, solle sich die Regierung für eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur auf Sizilien einsetzen. Die Regierung von Premier Mario Monti hatte dann im Jahr 2012 verkündet, aus Kostengründen auf die Brücke verzichten zu wollen.
Den Zuschlag für den Bau der Brücke hatte vormals das Konsortium "Eurolink" unter der Leitung der italienischen Baugesellschaft Impregilo erhalten. Darin vertreten war auch die japanische Gruppe IHI, die in Japan die mit 1991 Metern bisher längste Hängebrücke der Welt errichtet hatte.