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17. April - Hl. Anicetus
Der Nachfolger des heiligen Papst Pius I. war Anicet. Unter ihm kam Polykarp, Bischof von Smyrna nach Rom, um sich mit ihm über kirchliche Fragen, wie es scheint, zu besprechen und namentlich betreffs der Osterfrage zu verhandeln. Polykarp war noch ein Schüler des heiligen Apostels Johannes und von ihm zum Bischof von Smyrna eingesetzt. Er war bereits ein ehrwürdiger Greis und stand in hohem Ansehen.
Die römische Kirche feierte das Osterfest jedes Mal an dem Sonntag, welcher nach dem Vollmond in der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche einfällt, weil an einem Sonntag der Heiland auferstanden ist. In Asien feierte man es aber gerade an dem Tag, auf welchem das Osterfest der Juden fiel. Mit der römischen Kirche hielt es die Kirche von Alexandrien und das ganze Abendland. Die Kirchen von Asien beriefen sich auf den Apostel Johannes, der in Rücksicht auf die vielen Judenchristen die Osterfeier nach der Weise der Juden gestattete.
Da es sich bei dieser Frage nicht um eine Glaubenslehre, sondern um eine Sache der kirchlichen Disziplin handelte, so ließ Anicet den Polykarp und die Kirchen Asiens bei ihrer bisherigen Gewohnheit bezüglich der Osterfeier und beide schieden in Frieden voneinander.
Während seines Aufenthaltes in Rom begegnete Polykarp dem Irrlehrer Marcion, mit dem er in seiner Jugend durch die Bande der Freundschaft verbunden war. Marcion stellte an Polykarp die Frage: „Kennst du mich?“ Polykarp antwortete: „Ja, ich kenne dich! Du bist der Erstgeborene des Satans!“ So benahm er sich wie sein Lehrer, der Apostel Johannes, der das Bad verließ, in welchem sich der Irrlehrer Cerinth befand, um nicht mit ihm zugleich von der Strafe Gottes getroffen zu werden. Er gab dadurch zu verstehen, wie sehr diejenigen zu fliehen sind, die den wahren Glauben befehden und Irrlehren verbreiten. – Polykarp erlitt bald nach seiner Rückkehr aus Rom den Martertod, vor ihm noch Anicet. Von dem letzteren kennen wir die Art des Martyriums nicht.
Anicet wurde in der Grabkammer des Calixtus begraben. Im Jahre 1604 wurde sein Leib erhoben und von Papst Klemens VIII. dem Fürsten Johann Angelus zu Hohenems geschenkt. Ein Teil seiner Reliquien wurde schon vorher den Jesuiten in der Michaelskirche zu München geschenkt, sie sind allerdings anfang des 19. Jahrhunderts mit einer kostbaren Monstranz verschwunden.
Quellen:
- P. Andreas Hamerle, Geschichte der Päpste
- P. Chrysostomus Stangl, Die Statthalter Jesu Christi auf Erden