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Die Nachwuchsabteilung des FC Basel verteidigte am Samstag den 13. Juni 2009 im Stadion Gurzelen in Biel zwei weitere Titel. Die U16 schlug im Meisterschaftsendspiel das Team "Lausanne Vaud" mit 3:2, mit dem gleichen Resultat bezwang hernach die U18 das "Team Ticino" und verteidigte damit den Schweizer Cup.
Die Meisterschafts-Gruppe 2 hatte die U16 klar dominiert und lediglich einmal Punkte abgegeben, bei der Niederlage gegen den FCZ. Trotz dieser beinahe perfekten Saison hätte die Mannschaft am Ende der Saison mit leeren Händen dastehen können, da es das Reglement vorsieht, dass jeweils die beiden Gruppen-Besten am Ende der Saison in einem Endspiel den Meister unter sich ausmachen.
Werner Moggs Mannschaft liess sich die Butter aber nicht mehr vom Brot nehmen und gewann auch ihr letztes Meisterschaftsspiel. Dabei stand die Mannschaft unter einem grossen Druck, hatte doch die U16 die letzten fünf Meistertitel nach Basel geholt. "Für mich selbst stellte das keinen zusätzlichen Druck dar, aber für die Spieler möglicherweise schon. Die werden natürlich auch vom älteren Jahrgang darauf angesprochen, dass sie deren Titel zu verteidigen haben. Falls wir nicht gewonnen hätten, wären wir als doppelte Verlierer dagestanden," sagte Mogg nach dem Spiel.
Nach einer eher ruhigen Startviertelstunde lancierte Andelko Savic die Partie, angespielt von Florian Müller nahm er den Ball an, machte eine Drehung und bezwang Torwart Henzen mit einem flachen Schuss in die nahe Ecke. Allein die Tatsache, dass es bis zur 17 . Minute dauerte, bis Nikola Veselinovic im Tor der Basler einen ersten Schuss zu halte hatte, zeigt auf, dass der FCB bis zu diesem Punkt das Spiel dominierte. Auch in der Folge blieben die Rotblauen die tonangebende Mannschaft. Nach einer halben Stunde gelang Moggs Mannschaft folgerichtig die Erhöhung des Scores. Nach einem Doppelpass mit Darko Jevtic tauchte Stjepan Vuleta alleine vor dem Lausanner Tor auf und versenkte den Ball im Tor. Ansonsten tat sich in der ersten Halbzeit nicht mehr viel. Der FCB war die besser organisierte Mannschaft und kontrollierte das Spiel geschickt. Mit der ersten gefährlichen Szene in Halbzeit zwei, schien das Spiel dann entschieden. Jevtic hatte mit einem wunderschönen Pass über 40 Meter Müller frei gespielt, dieser legte quer in die Mitte, wo Savic sein zweites Tor erzielen konnte.
In der Folge kamen die Waadtländer besser ins Spiel, trotzdem hätten wahrscheinlich nicht mehr viele mit einer spannenden Schlussphase gerechnet, als Pierre Mbanga Ndjock zwanzig Minuten vor Schluss das 3:1 gelang. Da Lausanne nun alles nach vorne warf, taten sich dem FCB Räume auf, die er zum Kontern nutzte, jedoch nicht zu einem Torerfolg. Es entstand ein offener Schlagabtausch. Und zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kamen die Lausanner dann tatsächlich noch zum Anschlusstreffer. Alexandre Veuthey gelang das Tor des Spiels, als er einen Freistoss aus etwa 25 Metern in die hohe Ecke schlenzte und dabei Torhüter Veselinovic keine Abwehrmöglichkeit liess. Das Team Lausanne-Vaud kam noch zu einer guten Ausgleichschance, liess diese aber ungenutzt. Die Erleichterung auf Seiten der Basler war dann nach dem Schlusspfiff auch förmlich spürbar.
Trainer Mogg erklärte nach dem Spiel, dass es die ganze Saison durch ein Problem der Mannschaft gewesen sei, 90 Minuten konstant gut zu spielen. "Zehn Minuten spielen wir guten Fussball - und dann verlieren wir für eine Zeit total den Faden. Ausserdem war die Situation speziell, wir waren 3:0 vorne, kriegen dann durch zwei stehende Bälle Tore und werden dann nervös, während der Gegner natürlich nichts mehr zu verlieren hatte. Wir hatten es einfach verpasst, das Spiel vorher zu entscheiden." Das spielte am Schluss zum Glück keine Rolle mehr und die U16 konnte verdientermassen ihren Meistertitel feiern.
Cupfinal der U18: Auch vom 3:0 zum 3:2
Gleich nach der Pokalübergabe und den Feierlichkeiten auf dem Platz ging es dann aber auch schon weiter mit dem Cupfinal der U18, erneut mit Basler Beteiligung. Remo Gauglers Mannschaft hatte sich den Meistertitel bereits im Aprl gesichert und wollte bei diesem Anlass gegen das Team Ticino nachdoppeln.
Das Spiel begann sehr ausgeglichen. Die erste halbe Stunde war weitgehend ereignislos, und das Führungstor für den FCB fiel praktisch aus dem Nichts. Am Strafraum lancierte Marco Aratore, seinen Namensvetter Weisskopf, und der versenkte den Ball in Torjägermanier im Tessiner Tor. Kurz vor Ablauf der ersten Halbzeit wäre den Baslern noch beinahe das 2:0 gelungen. Nach einer schönen Kombination über Aratore und Kamber stand Granit Xhaka alleine vor Torwart Pinheiro dos Santos, sein Schuss flog aber übers Ziel, und so ging Gauglers Mannschaft mit einer 1:0 Führung in die Pause.
Gleich nach dem Pausentee schienen die Basler aber gewillt, Versäumtes nachzuholen. Zwei Minuten waren gespielt, als Janick Kamber von den Tessinern vergessen wurde und aus kürzester Distanz zum 2:0 einköpfen konnte. Und nochmals zwei Minuten später stand Aratore, hervorragend frei gespielt von Granit Xhaka, vor dem leeren Tor und erzielte das 3:0. Dem FCB boten sich danach einige Chancen zum 4:0, Pech hatte Taulant Xhaka, als er seinen Schuss von der Latte abprallen sah.
Doch der Spielverlauf sollte dem des ersten Spiels ähneln. In der 86. Minute gelang Igor Mijatovic ebenfalls mit einem Kopfball das 3:1, und in der Nachspielzeit konnte Mattia Bottani, ebenfalls mit einem überaus sehenswerten Schuss aus 30 Metern noch auf 3:2 verkürzen. Die Parallelen zum ersten Spiel des Tages waren nicht zu übersehen, und so jubelte am Schluss wieder der FC Basel.
Remo Gaugler war sichtlich erleichtert nach dem Spiel: "Jetzt ist Saisonschluss, der Druck ist weg und die Saison mit zwei Titeln abzuschliessen mit dieser Mannschaft, das ist natürlich ein Traum. Am Schluss ist es nochmals knapp geworden, was sicherlich auch mit unserem kräfteraubenden Spielstil zu tun hat. Ausserdem fehlt der Mannschaft vielleicht auch noch die Reife, um eine 3:0-Führung sicher zu verwalten." Dass es am Schluss in beiden Spielen noch knapp wurde, spielt insofern keine Rolle, da am Schluss das Resultat zählt und beide Spiele verdientermassen gewonnen wurden.
Annerkennung für seine Arbeit im Nachwuchsbereich bekam der FCB auch aus dem Ausland: Nebst einigen anderen Spielerbeobachtern war auch der Trainer der deutschen U16 Nationalmannschaft, Stefan Böger, zugegen, um Niklas Kreuzer zu beobachten. Er lobte den FC Basel bei dieser Gelegenheit für dessen vorzügliche Arbeit im Nachwuchssektor.
Für die Nachwuchsabteilung des FCB geht damit eine erfolgreiche Saison zu Ende. Trainer Mogg wird nun mit einer komplett neuen Mannschaft den Anlauf zum siebten Meistertitel nehmen. Gaugler wird einige Spieler behalten können, aber auch er wird gewichtige Abgänge zu kompensieren haben. Das Schöne ist aber, dass sich beide sicher sein können, von der unteren Alterskategorie Spieler zu bekommen, die bereit sein werden, in diese Lücken zu springen.