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ÜBER DEN ATEM
Die Atmung ist eine autonome Grundfunktion des menschlichen Körpers.
Der Atem läuft daher automatisch und unbewusst.
Aber wir können nur den Atem auch willentlich beeinflussen.
Dies ist weder beim Herzschlag noch der Verdauung möglich.
Wir müssen nicht darüber nachdenken, ob, wann und wie wir atmen sollen.
Aber wir können auch ganz bewusst tief Luft holen oder gar die Luft anhalten.
Der Atem vereint beides und verbindet das Unbewusste mit dem Bewussten/Willentlichen!
Interessantes über den Atem
Wir atmen rund 14- bis 16-mal pro Minute ein und wieder aus
Das Volumen eines Atemzuges beträgt in Ruhe ca. 500ml.
Somit bewegen wir pro Minute ungefähr 7,5 Liter Luft (Atemminutenvolumen)
Der Weg der Luft führt über die Bronchien in die Alveolen (Lungenbläschen).
In der menschlichen Lunge gibt es ca. 300 Millionen Lungenbläschen. Ausgebreitet würde dies eine Fläche von ca. 100 bis 140 qm bedecken! Die Alveolen haben bei der Ausatmung einen Durchmesser von ca. 0,2 mm, der bei der Einatmung auf 0,4 mm ausgedehnt wird.
Steuerung der Atmung
Die Atmung wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert, genauso wie Herzschlag und Verdauung. Für die Steuerung der Atmung ist der Kohlendioxidgehalt (CO2) im Blut verantwortlich.
Atemmuskulatur
Das Zwerchfell (Diaphragma) und die Zwischenrippenmuskeln (Interkostalmuskeln) sind die Hauptatemmuskeln.
Das Zwerchfell, eine breite gewölbte Muskelplatte, ist kuppelförmig zwischen Brustbein, unteren sechs Rippen und der Lendenwirbelsäule aufgespannt und trennt Brust- und Bauchhöhle. Das Herz ist über den Herzbeutel fest mit dem Zwerchfell verbunden und die Lunge liegt auf dem Zwerchfell auf.
Atemhilfsmuskulatur
Dazu gehören im Prinzip alle Muskeln, die mit dem Brustkorb verbunden sind, aber normalerweise anderen Funktionen (z.B. der Haltung / Bewegung) dienen. Bei Atemnot unterstützt die Atemhilfsmuskulatur das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln.
Der Fluss des Lebens
Am Anfang ein sprudelnder Quell
Mal ist es ein kleines ruhig vor sich hin plätscherndes Bächlein
Mal kommen reissende Stromschnellen
Zwängt sich durch einen begradigten Flusslauf
Verzweigt sich in Seitenarmen und mäandert
Mündet in andere Gewässer
Dümpelt ruhigen und tief vor sich hin
Mal führt er Hochwasser dann trocknet er fast aus
Strömt in einem breiten Flusslauf schnell dahin
Bis ein Wasserfall kommt oder er ins Stocken gerät.
Leonardo da Vinci:
"Bei einem Fluss ist das Wasser, das man berührt, das letzte von dem,
was vorübergeströmt ist, und das erste von dem, was kommt.
So ist es auch mit der Gegenwart."
Der Fluss des Atems
Wie ein Seismograph spiegelt unser Atem den Rhythmus und den Fluss unseres Lebens.
Der Atem reagiert ganz unbewusst und automatisch auf alle unsere Gefühle und Gedanken. Sind wir aufgeregt, strengen uns an oder sind ängstlich, wird der Atem schneller. Wenn wir uns entspannen, wird er ruhiger und tiefer.
Der Fluss des Lebens kann den Fluss des Atems prägen und wir verharren so oft unbewusst in Mustern, die den freien Fluss des Atems blockieren (es verschlägt mir den Atem, Es schnürt mir die Luft ab, ...)
In der Atemtherapie werden Verspannungen und Blockaden gelöst.
Dabei können Sie wahrnehmen, wie der Atem in Ihrem Körper neue Räume ausfüllt und belebt und Sie können Ihren eigenen individuellen Atemrhythmus wiederfinden. Sie können erfahren, wie die Atemluft leicht, ganz von selbst und ohne Anstrengung in Ihre Lungen strömt und sich die Atembewegung im ganzen Körper ausbreitet.
Gelassen können Sie den Atem und das Leben fliessen lassen.
Von mir zusammengefasst in dem Satz: "Der Fluss des Atems formt den Fluss des Lebens".
Der Atem in Worten
Zitate / Sprichwörter / Redensarten
Atem ist eine verbindende Kraft. Sie schafft im Leiblichen Ausgleich und Gleichgewicht und hilft uns, die Eindrücke von innen und aussen wandelbar zu machen. Sie verbindet den Menschen mit der Aussenwelt und das Aussen mit seiner Innenwelt. Atem ist Urbewegung und damit unmittelbares Leben.
Ilse Middendorf
Ihr dürft nicht das Herz allzu sehr in den Atem legen, sondern müsst den Atemstrom zum Herzen führen; denn der geistige Atem kommt von Herzen. Sowie das Herz sich regt, entsteht Atemkraft. Die Atemkraft ist ursprünglich verwandelte Herztätigkeit. Wenn das Herz fein ist, ist der Atem fein; denn jede Bewegung des Herzens wirkt Atemkraft. Wenn der Atem fein ist, ist das Herz fein; denn jede Bewegung der Atemkraft wirkt auf das Herz. Da man nicht auf das Herz direkt wirken kann, hält man sich an die Atemkraft als Handhabe. Das ist, was man Bewahrung der gesammelten Atemkraft nennt.
Lü-Dsi
Heilung entsteht in der Pause zwischen Aus- und Einatmung.
Paracelsus
Der Atem ist das schwingende Band zwischen Körper, Seele und Geist.
Romano Guardini
Es ist und bleibt ein Glück,
vielleicht das höchste,
frei atmen zu können.
Theodor Fontane
Es ist der Einatem, der dem Leben die Weite gibt. Es ist der Ausatem, der dem Leben die Tiefe gibt. Es ist die Atempause, die dem Leben die Ruhe gibt. Es ist die Ruhe, die dem Leben die Stille gibt. Es ist die Stille, in der das Leben keimt. Es ist der Keim, in dem der Odem wirkt.
Leo Nauer
Atemwörter
Atmen - sammeln - empfinden
Atemberaubend schön
Atemberaubendes Tempo
Atem einhauchen / einflössen
Atemfluss
Atem holen schöpfen
Atemimpuls
Atemlose Stille
Atempause / Atemruhe
Atemrhythmus / Lebensrhythmus
Atemnot
Aufatmen
Ausser Atem sein / kommen
Beatmet
Den Atem anhalten
Den Atem im Nacken spüren
Durchatmen
Einen langen Atem haben
Empfinden - atmen - sammeln
Es stock einem der Atem
Es verschlägt mir den Atem
Frei aufatmen
In einem Atemzug
Jemanden in Atem halten
Kurzatmig
Mit angehaltenem Atem
Nach Luft ringen
Sammeln - empfinden - atmen
Schnarchen
Seinem Ärger Luft machen
Vom ersten bis zum letzten Atemzug
Wieder tief durchatmen können
Wieder zu Atem kommen
Zur Ruhe kommen
...