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Entgegen dem Vorhaben in der Deutschen Fussballmeisterschaft, deutet in der Schweizer Super League vieles darauf hin, dass die Saison 2019/2020 nicht mehr weitergeführt wird. Und wenn, dann nur mit Geisterspielen. Aber was heisst das für die neue Saison? «Sollten wir bis Oktober 2020 nicht mit der neuen Saison vor Zuschauern beginnen, wäre dies ein Steilpass mit Torschussgarantie und Torerfolg für die Sommermeisterschaft 2021», so Bruno Berner.
Der Challenge League-Trainer hat eine Vision von einer Meisterschaft, wie sie bereits in skandinavischen Ländern umgesetzt wird. Warum soll also nicht auch bei uns die Saison, welche mit Pausen vom Juli bis Mai gespielt wird, neu ebenfalls von März bis November dauern?
Mehr Zuschauer als im Dezember, Januar, Februar
Gerade jetzt, wo die Fussballclubs wegen den Coronamassnahmen umdisponieren müssen, wäre ein guter Zeitpunkt, um über eine Spielplanänderung nachzudenken. Geht es nach Berner könnte man mit einem höheren Spielrhythmus die Erfolgschancen erhöhen und nicht zuletzt Fussballfeste feiern. Das macht man schliesslich lieber im Sommer, als im Winter. Ausserdem könnten die Einnahmen der Clubs erhöht werden.
Mehr Fans im Stadion, mehr Geld in der Clubkasse, geringere Verletzungsanfälligkeit der Spieler, wo ist nun also der Haken? Die Liga winkt ab. Das Thema Sommermeisterschaft komme seit 25 Jahren immer wieder auf den Tisch. Realistisch sei die Idee jedoch nicht.
Ohne Mehrheit der Europäischen Clubs ist eine Sommermeisterschaft unrealistisch
Verschiedene skandinavische Länder machen es vor. Sie spielen ihre Meisterschaft im Sommer. Auch in Russland war das bis zur Saison 2012/2013 der Fall. Laut Philippe Guggisberg der Swiss Football Leauge wäre eine Sommermeisterschaft zum Beispiel im Jahr der Weltmeisterschaft 2022 in Katar eine Chance, da diese im Winter stattfindet. Ansonsten wäre dies aber wegen den grossen Turnieren, welche alle zwei Jahre sind, undenkbar. Ausser, wenn die Mehrheit der Europäischen Clubs mitziehen würde.
Erfahrungsgemäss habe die UEFA aber kein Interesse an einer Modusänderung. Könnte man so stehen lassen. Nun spielte ja aber auch Russland mit seinen Clubs wie Lokomotiv Moskau, Krasnodar oder ZSKA bis zur Saison 2012/2013 regelmässig Europa- und Champions League. Was in Russland ging, scheint in der Schweiz unmöglich zu sein.
Noch ist die Liga nicht offen für eine Änderung im Schweizer Fussballkalender. Aber wie sieht die Lage aus, wenn sich die Clubs zusammentun und sich für eine Saison von März bis November aussprechen? Die finanzielle Situation im Schweizer Fussball ist ernst. Vielleicht braucht es noch ein wenig Zeit, bis auch andere Fussballverantwortliche Bruno Berners Idee nachkommen. Denn eines ist sicher: Jeder, der sich nur ein bisschen mit Fussball verbunden fühlt, sehnt sich im Moment nach einem leidenschaftlichen Fussballspiel mit Fangesängen im eigenen Stadion, in welchem es nach Bratwurst und frisch gemähtem Fussballrasen riecht.