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Roger Federer hat am Sonntag in Schanghai zum vierten Mal das Tennis-Masters gewonnen. Der Schweizer sicherte sich durch einen 6:2, 6:3, 6:2-Sieg gegen den Spanier David Ferrer seine vierte Masters-Trophäe.
Damit holt der Weltranglisten-Erste seinen 53. Einzeltitel und setzt einem weiteren sensationellen Tennisjahr die Krone auf.
Das vorher in dieser Woche noch ungeschlagene und extrem überzeugende spanische Laufwunder Ferrer verfügte in seinem ersten grossen Final schlichtweg nicht über die spielerischen Mittel, den Baselbieter im achten Vergleich erstmals zu gefährden.
Federer war absolut ungefährdet und hätte wohl jederzeit noch zulegen können. Er bestätigte den eindrücklichen Aufwärtstrend, den er innerhalb der Woche gezeigt hatte.
Nach mässigen Auftritten bei der Niederlage gegen Fernando Gonzalez und dem Sieg gegen Nikolai Dawydenko bot er seit Freitag gegen Andy Roddick, Rafael Nadal und Ferrer noch einmal Tennis vom Feinsten.
"Alles hat geklappt"
Den ersten Satz gegen Ferrer dominierte Federer in nur 26 Minuten und nach einem Blitzstart mit zwei Breaks bis zum 4:1.
Der zweite Durchgang verlief etwas ausgeglichener, der nervöse Ferrer schenkte dem Schweizer aber den Service-Durchbruch mit drei leichten Fehlern im siebten Game, später verwertete Federer den vierten Satzball zur 2:0-Führung.
Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden nutzte Federer den ersten Matchball mit einem brillanten Vorhand-Passierball. "Alles hat geklappt", freute sich die Weltnummer 1.
Perfektes Jahr
Federer hat damit trotz insgesamt acht Niederlagen einmal mehr ein fast perfektes Jahr hinter sich, wobei Qualität klar vor Quantität kam. Er hat seiner Trophäensammlung weitere acht Turniersiege hinzugefügt und ist nun bei 53 Titeln angelangt.
Wie im Vorjahr hat er mit dem Australian Open, Wimbledon, dem US Open und dem Masters vier der fünf wichtigsten Turniere gewonnen. Wie im Vorjahr fehlten nur gerade zwei Sätze im French-Open-Final zum Gewinn des Grand Slam.
Polster in Weltrangliste ausgebaut
Mit dem Gewinn seiner vierten Masters-Trophäe (in den letzten fünf Jahren) ist der 26-Jährige in dieser "Rangliste" nur noch eine Einheit hinter den Rekordhaltern Ivan Lendl und Pete Sampras.
Federer hat zudem sein Polster in der Weltrangliste auf Rafael Nadal wieder auf einigermassen beruhigende 1445 Punkte Vorsprung ausgebaut. Theoretisch könnte es aber am Australian Open zur kurzzeitigen Wachablösung kommen.
Ganz ist für Federer das Jahr noch nicht vorbei. In der kommenden Woche bestreitet er, ebenfalls in Asien, drei Exhibition-Matches gegen Pete Sampras.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Am Tennis-Masters, dem traditionellen Saisonfinale, nehmen die besten acht Tennisspieler der Welt teil. Dieses Jahr fand das Turnier vom 11. bis 18. November in Schanghai in China statt.
Im Halbfinal spielten Roger Federer gegen Rafael Nadal und Andy Roddick gegen den zweiten Spanier David Ferrer.
Im vergangenen Jahr errang Roger Federer gegen den US-Amerikaner James Blake seinen dritten Masters-Titel.
Zuvor hatte er schon 2003 und 2004 gewonnen.
2005 war er dem Argentinier David Nalbandian unterlegen.
Die Weltnummer 1
Dieses Jahr hat Roger Federer acht Turniere gewonnen: Das Australian Open, die Turniere in Dubai, Hamburg, Wimbledon, Cincinnati, das US Open, das Swiss Indoors in Basel und das Masters in Schanghai.
Vier Mal hat er im Finale verloren: in Monte Carlo, in Roland Garros, in Montreal und in Madrid.
Der 1981 geborene Roger Federer steht seit 2004 an der Spitze der ATP-Weltrangliste.
Insgesamt hat er bisher 53 Einzeltitel geholt. 549 Matches hat er gewonnen, 133 verloren.