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Diagnostik: Wann ist ein Zahn tot?
Abgestorbener unter Schneidezahn im Röntgenbild. Der Patient war völlig schmerzfrei. Die dunkle Zone um die Wurzelspitze zeigt die Auflösung des Knochens durch die Entzündung, die man auch Granulom oder apikale Ostitis nennt. Eine Wurzelbehandlung ist dringend nötig, um grösseren Schaden wie z.B. eine Fistel oder Eiterbeule (Abszess) zu verhindern.
Trotz Wurzelbehandlung hatte dieser Patient anhaltende chronische Beschwerden am ersten oberen Molaren (Stockzahn) rechts. Die normale Röntgenaufnahme war unauffällig. Erst die 3D-Volumentomographie zeigt einen ungefüllten zusätzlichen Kanal in der vorderen Wurzel. Nach Revision und Füllung dieses Kanals klangen die Schmerzen sofort ab.
Um die Vitalität eines Zahnes zu prüfen - also um festzustellen, ob der Zahn lebt, oder tot ist - bedient sich der Zahnarzt verschiedener Hilfsmittel:
1. Klopf- oder Perkussionstest
Ein vorsichtiges Klopfen mit einem Instrument auf den fraglichen Zahn kann erste Hinweise über dessen Vitalität geben: Ist der Zahn devital (tot), spürt der Patient häufig ein unangenehmes Gefühl oder einen leichten Schmerz. Dieser Test kann auch als Aufbisstest mit einer kleinen Watterolle durchgeführt werden, auf die der Patient mit dem Zahn beisst.
2. Vitalitätstest
Beim Kältetest wird der Zahn mit CO2-Schnee (Temperatur -78°C) auf Sensibilität getestet. Bei vitaler Pulpa verspürt man normalerweise einen starken Kältereiz. Im Zweifelsfall kann auch ein elektrischer Pulpatester hilfreich sein, der Strom abgibt und bei vitaler Pulpa ein Kribbeln im Zahn auslöst. Diese Vitalitätstests sind nicht immer zuverlässig und erlauben bisweilen keine endgültige Aussage über die Vitalität eines Zahnes. In mehrwurzligen Zähnen kann zum Beispiel die Pulpa einer Wurzel bereits abgestorben sein, während die anderen Wurzeln noch vital und sensibel sind. Manchmal reagiert auch ein vitaler Zahn nicht auf den Test, weil sich die Pulpa stark zurückgebildet und durch Bildung von Hartgewebe „eingemauert“ hat. Auch eine Krone aus Keramik kann die Beurteilung der Vitalität erschweren.
3. Röntgenbild
Durch Röntgen erhält der Behandler wertvolle Hinweise zur Beurteilung eines Zahnes vor einer allfälligen Wurzelbehandlung. Ein verbreiterter Parodontalspalt im Übergang zwischen Zahnwurzel und Knochen kann ein Hinweis auf eine sich ausbreitende Entzündung bei toter Zahnpulpa sein. Wenn sich im Röntgenbild bereits der Knochen um die Wurzelspitze aufgelöst hat, zeigt sich das als rundlicher schwarzer Schatten. Das dort befindliche Entzündungsgewebe, das den Knochen angreift, wird auch als Granulom bezeichnet. Tote Zähne können aber auch Zysten verursachen. Zahngranulome und Zysten sind ein Hinweis darauf, dass die Zahnpulpa abgestorben, der Zahn also devital ist. Eine Wurzelbehandlung sollte in solchen Fällen nicht hinausgezögert werden.
In seltenen Fällen, vor allem bei unübersichtlicher Wurzelanatomie und unklaren Symptomen, kann zusätzlich eine 3D-Röntgenaufnahme (DVT) notwendig werden. Diese Computertomografie liefert dreidimensionale Bilder und erlaubt eine sehr genaue Diagnose der Zahnwurzeln und der umliegenden Hart- und Weichgewebe. In unserer Praxis steht ein digitaler Volumentomograph der neuesten Generation zur Verfügung, der eine besonders niedrige Strahlenbelastung gewährleistet.
- Übersicht Wurzelbehandlung
- Der Zahnnerv und seine Funktionen
- Wenn der Nerv krank ist: Wie Zahnschmerz entsteht
- Diagnostik: Wann ist ein Zahn tot?
- Die Wurzelbehandlung
- Wie viel kostet eine Wurzelbehandlung?
- Fragen und Antworten zum Thema Wurzelbehandlung
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Wurzelbehandlung – Wenn der Zahn die Nerven verliert(pdf 2 MB)