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Erstmals erw. 1473 Riom, 22.5.1499 in der Schlacht an der Calven, von Salouf. Sohn des Heinrich II., bischöfl. Ministerialen zu Riom, und der Magdalena von Lumbrein (Lumerins). ∞ Ursula von Moor, von Zernez. F. war verschwägert mit Wilhelm und Johann Nuttli de Mont, mit Marquart von Valendas sowie mit Junker Hans von Abys von Plurs, wodurch starke Beziehungen zum Grauen Bund und nach Süden bestanden. 1473, 1481-84, 1492 und 1496-97 war F. bischöfl. Landvogt zu Riom. 1497-98 vermittelte er als Obmann von Schiedsgerichten zwischen dem Bischof und der Stadt Chur sowie zwischen dem Bischof und den Talleuten des Bergells. Als bischöfl. Hauptmann auf der Fürstenburg im Vinschgau nahm er 1499 v.a. militärische Funktionen wahr. In den ersten fünf Monaten des Jahres richtete er wiederholt von Müstair, Bergün und Zuoz aus Mahnschreiben an die polit. Landesführung, in denen er um Hilfe (Entsendung von Truppen, Geld und Kriegsmaterial) und Aufbruch ersuchte. Neben Hertli Capol von Flims war F. in der Schlacht an der Calven im Schwabenkrieg 1499 der hervorragendste Hauptmann. Gemäss der Chronik von Ulrich Campell (1570) soll der tödlich verwundete F. seine Landsleute auf romanisch mit dem Zuruf "Heute Bündner und Bünde oder nie mehr" angefeuert haben. Bis ins 20. Jh. wurde die Figur von F. in der Geschichtsschreibung idealisiert und zu einem Helden hochstilisiert. Die Calvenfeier in Chur von 1899, die das Schlachtgeschehen stark mit der Person von F. in Verbindung brachte, wurde in Form einer nationalen und patriotischen Gedenkveranstaltung abgehalten. 1903 folgte die Errichtung des F.-Denkmals von Richard Kissling in Chur. Nach dem 2. Weltkrieg setzte in der Geschichtsforschung die Entmythologisierung der Ereignisse von 1499 ein. Dabei lief die neue hist. Sicht Gefahr, die politische und militärische Leistung F.s herabzumindern.
Literatur
– C. Willi, Calvenschlacht und Benedikt F., 1971
– P.E. Grimm, Die Anfänge der Bündner Aristokratie im 15. und 16. Jh., 1981
– P. Röthlisberger, Benedikt F. lebt!: die Calvenfeier von 1899 und ihre Auswirkungen auf das Geschichtsverständnis, 1999
Autorin/Autor: Martin Bundi