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Die Darstellung der Autorin oder des Autors eines Textes ist eines der wichtigsten Themen der mittelalterlichen Buchkunst. Dabei geht es nicht darum, ein ‚Porträt‘ in einem neuzeitlichen oder modernen Sinne zu schaffen. Vielmehr dienen Autorenbilder dazu, den Ursprung eines Textes und die damit verbundene ‚Autorität‘ sichtbar zu machen.
Die Bedeutung der Autorenbilder liegt in der Auseinandersetzung mit Formen göttlich inspirierter oder visionärer Autorschaft. So entsprang die Idee für eine Handschrift selten nur aus der Eigeninitiative des Autors. Oft war das Manuskript die Folge einer göttlichen Eingebung oder Vision, weswegen die Autorschaft letztlich als Zusammenwirken menschlicher und göttlicher ‚Koautoren‘ verstanden werden muss. Um den Akt dieser göttlichen Eingebung auf einem solchen Autorenbild zu illustrieren, spielen die Aktivitäten des Sehens und Hörens, sowie des (Nieder-)Schreibens eine wichtige Rolle. Auch das räumliche Setting der Autorenbilder, das durch architektonische Elemente wie Säulen und Bögen, aber auch durch Vorhangelemente bestimmt sein kann, ist ein zentrales Element dieser Darstellungen.