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Reto Müller versteht sich als Handwerker, seine Weine sind gewissermassen Unikate; mehr als ein paar hundert Flaschen pro Abfüllung sind nicht zu haben. 2007 kelterte er seinen ersten eigenen Wein. Zuvor absolvierte er als Quereinsteiger ein Praktikum in der Waadt und entschied sich dann mit dreissig zu einer fundierten Ausbildung in Changins. In der La Côte kam er, unter anderem bei Michel und Raoul Cruchon, in Berührung mit der biodynamischen Bewirtschaftung. Auf die Weinfachschule folgten zwei Jahre Arbeit bei Jérôme Giroud in Chamoson. In dieser Zeit schaute er sich nach eigenen Reben um. In Charrat bei Fully, auf der linken Talseite, wurde er fündig. Eine knappe Hektare kam bisher zusammen – zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben. «Ich bin zu idealistisch.» Mit Nebenjobs hält er sich über Wasser. Beim Wein macht er keine Abstriche, «sonst könnte ich ja gleich zur Post arbeiten gehen». Dazu passt, dass Reto Müller auch den beschwerlicheren Weg des Bioanbaus geht, das Risiko eingeht, mit safteigenen Hefen zu vergären, und die Weine nicht filtriert. Neugierige wie Ivo Adam aus Ascona oder Heinz Julen aus Zermatt haben ihn bereits entdeckt.