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Ziel dieses Forschungspilotprojekts ist, die Wirkungen eines spezifischen, zu Hause durchgeführten T&E-Übungsprogramms (Test-and-Exercise) für Menschen mit einer vermuteten oder beginnenden Alzheimer-Demenz auf die grundlegende funktionale Mobilität sowie auf drei exekutive Funktionen zu untersuchen. 12 Teilnehmende werden während 8 Wochen jeweils einmal pro Woche von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten betreut. Dieses Projekt wird vom medizinisch-sozialen Zentrum Siders gemeinsam mit der Memory Clinic des Spitals Siders durchgeführt.
Zum Projektbeschrieb (Englisch)
Projektleitung: Prof. Anne-Gabrielle Mittaz Hager
In der «ad-hoc-Studie» werden betreuende Angehörige von Menschen mit Demenz durch Beratung und Koordination von unterstützenden Angeboten in ihrem Umfeld begleitet. Geschulte Hausarztpraxis-Mitarbeiter*innen tauschen sich im Rahmen von Hausbesuchen und Telefonaten mit den Angehörigen über einen Zeitraum von sechs Monaten aus. Anhand dieser Gespräche wird die Intensität der Belastung der pflegenden Angehörigen festgehalten und Ideen für Entlastungsmassnahmen (z. B. Sozialdienst, Spitex, Familie, Nachbarn usw.) diskutiert und implementiert. Ziel der Studie ist es, die Veränderung der empfundenen Belastung betreuender Angehöriger zwischen dem Beginn und dem Ende der Studie nach sechs Monaten zu erheben.
Projektleitung: Prof. Dr. med Stefan Neuner-Jehle
Regelmäßiges geistiges Training kann die Funktionen des Gehirns ankurbeln oder aufrechterhalten. Diese nehmen mit dem Alter erwiesenermassen ab. In den meisten Studien wird ein solches, kognitives Training in einer künstlichen Umgebung als Experiment durchgeführt. Mentale Übungen, die in den normalen Alltag integriert werden, sind aber möglicherweise vielversprechender. Die Forschenden versprechen sich weitreichende Effekte der Übungen auf die Denkfähigkeit und gehen davon aus, dass die Motivation der Studienteilnehmenden ausserdem höher ist. Die Studie von James et al. untersucht den Einfluss von aktivem Musiktraining und psychomotorischen Interventionen bei Patienten mit MCI (Mild Cognitive Impairment). Die Forschenden erwarten Effekte auf die kognitive Leistung, die Wahrnehmungsfähigkeit und Motorik sowie die damit verbundene Hirnplastizität, aber auch auf die Autonomie und das Wohlbefinden.
Zum Projektbeschrieb (Englisch)
Projektleitung: Prof. Dr. Clara James
Aufgrund der Alterung der Bevölkerung steigt die Anzahl an Demenzkrankheiten und Schlaganfällen. Da nur wenige Menschen Patientenverfügungen verfassen, sind viele Angehörige gefordert und müssen Entscheidungen für Personen treffen, die ihre Urteilsfähigkeit verloren haben, ohne auf eine Patientenverfügung zurückgreifen zu können und ohne im Vorfeld mit den Betroffenen über ihre Bedürfnisse und Wünsche gesprochen zu haben. Während zahlreiche allgemeine Studien zum Projekt Advance Care Planning (ACP) durchgeführt wurden, gibt es kaum empirische Forschung zum Thema ACP durch Bevollmächtigte und zur angemessenen Begleitung der Angehörigen bei diesem Vorgehen. Diese Studie zielt darauf ab, einen ACP-Prozess durch Bevollmächtigte in Pflegeheimen zu gestalten.
Zum Projektbeschrieb (Französisch)
Projektleitung: Prof. Ralf J. Jox
Was braucht es, damit die Bedürfnisse betreuender Angehöriger von Personen mit Demenz und Angebote zu ihrer Unterstützung und Entlastung besser zueinander finden? Diese ungenügende Passung wird in verschiedenen Forschungspublikationen festgestellt bzw. bestätigt. Im Rahmen des Projekts sollen Unterstützungsnetzwerke für Menschen mit Demenz im Hinblick auf die Bedürfnisse betreuender Angehöriger weiterentwickelt werden. Dabei wird eine enge Zusammenarbeit des interdisziplinären Forschungsteams mit Angehörigen sowie Fachpersonen in der Praxis realisiert. Leitidee ist eine «Kooperation auf Augenhöhe» zwischen Angehörigen und Fachpersonen im Interesse der Betreuung demenziell Erkrankter. Durch das vertiefte Verständnis des Zusammenspiels von Angebotsgestaltung, Zusammenarbeit und subjektiven Faktoren in vier lokalen Fallstudien sollen Empfehlungen für Change-Prozesse und entsprechende Instrumente gewonnen werden.
Projektleitung: Prof. Martin Müller, Institut für Soziale Arbeit und Räume
Abgeschlossen
Was erleben Menschen, die an Demenz erkrankt sind? Wie bewältigen sie und ihre Angehörigen den Alltag mit den krankheitsbedingten Einschränkungen? Ziel ist der Aufbau eines Online-Portals mit Erfahrungsberichten von Demenzbetroffenen. Dazu sammelt das Projektteam ihre Erzählungen und bereitet die Gespräche nach einer etablierten und international anerkannten Methode der qualitativen Sozialforschung auf. Diese zugängliche nationale Online-Datenbank wird wichtige Erkenntnisse zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung liefern. Damit lernen Studierende aus Medizin, Psychologie oder Pflege sowie Gesundheitsberufsleute die Bedürfnisse und Vorlieben von Demenzbetroffenen besser verstehen. Die Datenbank trägt so zentral zur Ausbildung in den Gesundheitsberufen und unmittelbar zu einer stärker patientenorientierten Versorgung bei. Darüber hinaus wird sie auch die Patientinnen und Patienten selbst unterstützen, da diese von den Erfahrungen anderer profitieren können.
Projektleitung: Prof. Dr. med. Dr. phil. Nikola Biller-Andorno
Wie wirkt sich der Kontakt mit Puppen auf das Verhalten von Menschen mit Demenz aus? Das Projektteam untersucht dies in einer klinischen Studie in mehreren Alters- und Pflegeheimen. Einer Gruppe weiblicher Testpersonen mit mittlerer bis schwerer Demenz wird dabei regelmässig eine Puppe überlassen. Bereits nach einigen Monaten zeigt sich, dass der Umgang mit den Puppen eine beruhigende Wirkung auf die Patientinnen hat. Die Forschenden nehmen an, dass der Umgang mit den Puppen auch depressive und teilnahmslose Zustände vermindern kann. Werden diese Erwartungen wissenschaftlich bestätigt, soll die nicht-medikamentöse und unaufwändige Puppentherapie vermehrt eingesetzt werden.
Projektleitung: Prof. Rita Pezzati und Valentina Molteni
Wie kann eine Smartphone-Anwendung (-App) dabei helfen, das Alzheimer-Risiko von über 50-Jährigen vorherzusagen? Dies untersucht das Forscherteam an 40 Menschen mit unterschiedlichen Bildungshintergründen aus der ganzen Schweiz. Die Studienteilnehmenden sind aufgefordert, ein Gedächtnisspiel auf ihrem Mobilgerät zu machen, bei dem sie Gegenstände in einem Raum platzieren und später wiederfinden müssen. Dabei werden ihre Reaktionsfähigkeit und Geschwindigkeit aufgezeichnet. Sie beteiligen sich zudem an klinischen Tests. Der Datenvergleich der beiden Verfahren soll zeigen, dass die Smartphone-App bezüglich der Risikovorhersage für eine Alzheimer-Erkrankung ähnliche Schlussfolgerungen wie die klinischen Tests erlaubt.
Projektleitung: Altoida AG (Dr. Ioannis Tarnanas)
Wie oft verbringen Menschen mit Demenz Zeit ausserhalb der eigenen vier Wände? An welchen öffentlichen Orten halten sie sich auf und welchen Aktivitäten gehen sie dort nach? Was schränkt sie dabei ein? Die Forschergruppe befragt 35 Menschen mit beginnender oder mittelschwerer Demenz und 35 Menschen ohne Demenz und vergleicht deren Antworten. Die Studie soll aufzeigen, was die Aktivitäten ausser Haus für Menschen mit Demenz erleichtert. Der Forschungsbericht wird auch entsprechende Empfehlungen für die Gestaltung des öffentlichen Raums beinhalten.
Projektleitung: Isabel Margot-Cattin
Wie kann ein Coaching der Mitarbeitenden von Pflegeeinrichtungen die Schmerzen der Patientinnen und Patienten vermindern? In dieser Studie ziehen ausgewählte Heime externe Pflegeexperten bei, die ihre Pflegemitarbeitenden im Umgang mit den Schmerzen Demenzerkrankter beraten und begleiten. Eine genaue Überwachung der Schmerzeinschätzungen durch eine systematische Dokumentation sowie regelmässig stattfindende Teamgespräche sollen dazu beitragen, dass die Schmerzen vermindert und verkürzt werden. Eine effektive Schmerztherapie kann zudem Verhaltensauffälligkeiten und folglich den Pflegeaufwand für die Mitarbeitenden der Pflegeeinrichtungen vermindern.
Projektleitung: Prof. Dr. Andrea Koppitz, Prof. Dr. Thomas Volken, Dr. Georg Bosshard
Apathie, sprich Teilnahmslosigkeit, kann als Begleitsymptom einer Demenz auftreten. Dies belastet Angehörige und Pflegende von Menschen mit Demenz, da sie vonseiten der Demenzbetroffenen oft keine Reaktionen wahrnehmen. Die Studie untersucht, in welchem Ausmass von Apathie betroffene Menschen mit Demenz Emotionen haben. Dazu zeigen sie 140 mittelschwer bis schwer dementen Bewohnern und Bewohnerinnen einer Pflegeeinrichtung Fotos, die positive Gefühle hervorrufen sollen; und sie messen deren körperliche Reaktionen. So wollen sie nachweisen, dass bei apathischen Demenzerkrankten äusserlich nicht wahrnehmbare Gefühlsregungen vorhanden sind. Dieses Wissen soll Pflegende zu stetigem Engagement motivieren. Zusätzlich kann die Kenntnis emotionsauslösender Reize dazu dienen, Therapiematerial zu entwickeln.
Projektleitung: Dr. phil. Yvonne Treusch