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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Um die akuten Auswirkungen von Fluglärm auf die psychische Gesundheit von Patienten in einer psychiatrischen Klinik zu untersuchen, wird mittels einer Zeitreihenanalyse die täglich gemessene und modellierte Fluglärmbelastung von einem nahen Flugplatz mit Aggressionsereignissen, täglichem Medikamentenkonsum und der psychischen Gesundheit der Patienten verglichen. In einer anderen Stichprobe von 650 Personen im Alter von 20 bis >80 Jahren wird untersucht, ob und inwiefern körperliche Aktivität und Schlaf den Einfluss von Strassenlärm auf früh erkennbare Marker für kardiometabolische Erkrankungen beeinflussen. In den letzten 20 Jahren haben in der Schweiz schätzungsweise 350’000 bzw. 400’000 Personen von Lärmschutzwänden und Schallschutzfenstern profitiert. Welche Wirkung diese Massnahmen auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit haben, wird mittels eines natürlichen experimentellen Ansatzes retrospektiv in der Schweizerischen Nationalen Kohorte erforscht. Dazu werden spektrale Ausbreitungsalgorithmen in aktuelle Lärmmodelle implementiert. In der Analyse werden auch Veränderungen der Lärmbelastung durch lärmarme Beläge, grosse Infrastrukturen und Umzüge berücksichtigt.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts
Die Studie wird unser Verständnis für effektive Präventionsmassnahmen auf individueller und Bevölkerungsebene verbessern. Umfassende Analysen physiologischen Wirkungen auf das Herz-/Kreislaufsystem und den Stoffwechsel werden für die individuelle Prävention beleuchten, ob und inwieweit Lärmwirkungen frühzeitig vermeidbar sind. In Bezug auf die Verhältnisprävention wird nun zum ersten Mal empirisch untersucht, wie sich Lärmschutzmassnahmen auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit auswirken. Zudem liefert das Projekt Erkenntnisse zur Lärmwirkung in einer möglicherweise besonders empfindlichen Bevölkerungsgruppe von psychiatrischen Patienten.