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Richard Lewinsohn (Morus)
Richard Lewinsohn (1894-1968), Dr.med. und Dr. rer.pol., war von 1925 bis 1931 Leiter des Wirtschafsressorts in der liberalen Berliner Vossischen Zeitung. Unter dem Pseudonym Morus schrieb er bis 1931 zahlreiche Beiträge für die von Siegfried Jacobsohn herausgegebene und nach dessen Tod von Carl von Ossietzky weitergeführte Zeitschrift Die Weltbühne – seine Artikel stehen den meisten, heute besser bekannten Autoren der Weltbühne in nichts nach.
Der linksbürgerliche Intellektuelle Lewinsohn als Journalist und Sachbuchautor
Die Palette seiner Themen war breit und gross: Lewinsohn schrieb über Medizin, Volkswirtschaft, Soziologie, Musik, Literatur und bildende Kunst. Während der Weimarer Republik veröffentlichte er zahlreiche Bücher, so beispielsweise die Porträts der Wirtschaftskönige in der Weimarer Republik Wie sie gross und reich wurden (1927), Das Geld in der Politik (1930), worin der seine Überzeugung vertrat, dass die Wirtschaft über die Politik herrsche, oder Eine Weltgeschichte der Sexualität. Der Erfolg der Bücher machte Lewinsohn zu einem der erfolgreichsten Sachbuchautoren seiner Zeit. 1933 emigrierte er nach paris, wo er für das Pariser Tageblatt und die Exilzeitschrift Das Neue Tage-Buch schrieb. 1930 floh er nach Brasilien, wo er ein Wirtschaftsinstitut gründete und eine Wirtschaftszeitschrift herausgab, 1952 kehrte Lewinsohn nach Paris zurück.
Richard Lewinsohn als Künstler
Seine grossen Talente veranlassten Richard Lewinsohn zu schreiben und, stilistisch ähnlich wie Erich Wolfgang Korngold, zu komponieren. So entstanden zahlreiche Werke für die Bühne, die Oper Jim Fisk, das Musical Die Nacht von Copacabana und die Theaterstücke Die Uhr, Die ideale Ehe und Ein Maulkorb für Kant.