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Der Bundesrat hat das Rüstungsprogramm 2007 verabschiedet. Es umfasst einen Verpflichtungskredit von 581 Millionen Franken für drei Vorhaben und fällt somit eher wieder bescheiden aus.
Das Führungsinformationssystem Heer (FIS Heer) schlägt mit sage und schreibe 278 Millionen Franken zu Buche. Mit den 424 Millionen Kredit im Rüstungsprogramm 06 umfasst das FIS Heer in diesen zwei Jahren 702 Millionen Franken!! Und das ist noch nicht alles, der dritte Ausbauschritt des FIS Heer ist 2009/2010 geplant.
Mit dem ersten Kredit 2006 wurden folgende Vorhaben umgesetzt:
- Ausrüstungsmaterial (Rechner, Video- und Telekommunikationsmaterial);
- neue Container;
- Einbau des Ausruüstungsmaterials in die Fahrzeuge und Container;
- Lizenzen für die Software des Führungsinformationssystems und der Telekommunikation;
- Übernahme der Generalunternehmerverantwortung durch die Industrie;
- Änderungsdienst (Software- und Hardware-Updates nach der Beschaffung);
- Logistik (Ersatzteile, Dokumentation, Instandhaltungsmittel);
- Ausbildung (Kurse, Dokumentation, Ausbildungsmittel);
- Software (Erweiterungen und Anpassungen).
Ausgerüstet wurden Teile des Heeresstabes, der Stab einer Territorialregion und eines Einsatzstabes auf Brigade-Stufe sowie zwei Führungsunterstützungsbataillone und Elemente der Militärischen Sicherheit. Beim zweiten Ausbauschritt liegt der Schwerpunkt bei der Raumsicherung und bei subsidiären Einsätzen. Ausgerüstet werden die zwei ABC-Bataillone, ein Katastrophenhilfebataillon, ein Geniebataillon, zwei zusätzliche Infanteriebataillone sowie einige kleinere Einheiten in Kompaniestärke (Bereitschaftsformationen). Im weiteren werden die stationären Kommandoposten der Armee bis auf Stufe Territorialregionen, Einsatzbrigaden, Militärische Sicherheit und Lehrverbände mit FIS HE ergänzt. Das Ausbildungszentrum der Armee in Luzern und fünf Waffenplätze erhalten zudem FIS HE–spezifische Ausbildungsräume.
FIS HE erlaubt den Austausch von Informationen über alle Hierarchiestufen hinweg, mit dem Ziel, ein gemeinsames Lagebild zu schaffen. Die Entscheidungsträger kennen die genauen Standorte und Zustände ihrer eigenen Truppe und erhalten unverzüglich die jeweils aktuellen Aufklärungs- und Erkundungsergebnisse. Diese Informationen erlauben es ihnen, rasch zu agieren. FIS HE schafft – zusammen mit dem Integrierten Artillerie Führungs- und Feuerleitsystem (INTAFF) und dem Versorgungs-Führungsinformationssystem (VFIS) der Teilstreitkraft Heer – auf allen Stufen die nötigen Voraussetzungen, um die Führung effizienter zu gestalten. Ich weiss zwar nicht, wie es mit dem FIS Heer aussieht, aber das VFIS stellte sich bis jetzt nicht grad als das Gelbe vom Ei heraus und die Führung wurde dadurch auch nicht effizienter.
Ausserdem müssen die Telekommunikationssysteme der Armee den neuen Bedürfnissen in Bezug auf Leistung und Quantität angepasst werden, was als zweiter Posten im Rüstungsprogramm 277 Millionen Franken ausmacht. Das beantragten Richtstrahlsysteme R-905 (35 km Reichweite, Sichtverbindung), das Integrierte Militärische Fernmeldesystem (IMFS) sowie das taktische Funksystem SE-240 (20-200km) kommen in ortsfesten Telekommunikationsinfrastrukturen, in krisenrelevanten Netzen, in Fahrzeugen und im Rahmen des Projektes FIS HE zum Einsatz. Um rasch eine autonome und unabhängige Telekommunikationsinfrastruktur aufbauen zu können, sind zudem für den Kriegs-, Krisen- und Katastrophenfall Radio Access Point Panzer auf Basis des Radschützenpanzers PIRANHA IIIC (RAP Pz PIRANHA IIIC) vorgesehen.
Der dritte Posten, der Laserschussimulator für den Panzer 87 Leopard (LASSIM Leo) ist mit 26 Millionen Franken schon beinahe unauffällig klein. Der LASSIM Leo ersetzt die Schiess-Simulatoren, die mit dem Rüstungsprogramm 84 beschafft wurden und technisch veraltet sind. Mit dem neuen Simulator können Daten bezüglich Geländeposition, Schadensimulation, den beteiligten Waffensystemen und deren Wirkung an eine Leitzentrale gesendet werden. Das erlaubt eine effizientere Ausbildung der Panzerbesatzung im offenen wie im überbauten Gelände. Der bisherige Laserschuss-Simulator beschränkt sich auf die Hauptwaffe. Beim LASSIM Leo werden auch die Nebenwaffen (rohrparalleles und Kuppel-Maschinengewehr) nachgebildet.
Bildverzeichnis
Bild 1: Eine FIS Heer Station in einem PIRANHA I, 6×6
Bild 2: Kommunikationsfahrzeug PIRANHA IIIC mit ausfahrbarem Mast von 13 m