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Der Zoco chico in der Altstadt von Tanger hat sich in den vergangenen dreissig Jahren nur unwesentlich verändert. Wer im Café Tingis sitzt und auf den länglichen Platz mit seinen Cafés und Pensionen blickt, macht unweigerlich eine Zeitreise. Doch wo sind die vielen afrikanischen Migranten, die hier immer zu sehen waren? Viele lebten heute ausserhalb der Stadt, sagt mir C., der aus Senegal stammt. Doch manche hätten sich auch in den ärmsten Quartieren der Altstadt einquartiert. So wie er und seine Freunde.
C. zeigt mir seine Unterkunft. Es ist eine Absteige, ein schmuddeliges Loch. Ein enger Raum, keine zwei auf drei Meter gross, darin ein Gaskocher, ein Abtritt, ein kleiner Kasten. Es ist stickig und unerhört eng im kleinen Raum. Vier junge Männer – der eine wäscht sich gerade mit Waschlappen und Eimer – befinden sich in der «Küche».
Eine Leiter führt in den ersten Stock. Dort ist der Schlafsaal für die zehn Mieter. Sie müssen sich je eine Matratze teilen. 800 Dirhams bezahlen die Jungs für die schäbige Absteige. Das ist unerhört. Er könne hier kaum schlafen, sagt C, und er habe Angst vor Hautkrankheiten.
Als ich die Rue de la Marine hinuntergehe, kommt mir im untersten Teil ein weisser Maserati mit marokkanischer Nummer entgegen. Diese Kontraste sind nur schwer auszuhalten.