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Ein wichtiger Fachmann, der MS-Betroffenen bei Sprach- und Schluckstörungen Hilfestellung leisten kann, ist der Sprachtherapeut (Logopäde). Dabei gibt es für die verschiedenen Beeinträchtigungen unterschiedliche Möglichkeiten der Therapie.
Koordination der Sprachmuskulatur
Bevor therapeutische Massnahmen bei Sprachstörungen (Aphasie) in die Wege geleitet werden, muss der Therapeut die Sprachmuskulatur des Betroffenen untersuchen und ihre Bewegung bezüglich Kraft, Tempo, Präzision, Koordination und Takt beurteilen. Zudem wird die Atmung getestet und die Aussprache kontrolliert.
Jetzt erst wird der Therapeut spezifische Übungen mit dem Betroffenen durchführen, die auf die jeweiligen Sprechprobleme abgestimmt sind. Während der Therapie wird betontes, langsames Sprechen geübt, die Artikulationsorgane gelockert und mit gezielten Ausspracheübungen besonders schwierige Laute trainiert. Auf diese Weise wird die Koordination der Sprachmuskulatur verbessert und gestärkt. Diverse Techniken helfen, Sprachtempo, Artikulation, Betonung und Pausieren zu regulieren. Auch Atem- sowie Entspannungsübungen bieten eine wertvolle Unterstützung. Eine medikamentöse Behandlung sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Tipp: Der Betroffene selbst sollte versuchen, bewusst auf sein Sprechen zu achten. Sobald er vermutet, dass dieses sich verändert hat oder ihm schwerer fällt, kann eine Sprachaufnahme bei der Überprüfung helfen. Bereits täglich eine viertel bis eine halbe Stunde lautes und langsames Vorlesen eines Textes kann dazu beitragen, die Sprachmuskeln zu stärken und ihre Koordination zu verbessern.
Empfehlungen für ein gezieltes Training bei Schluckbeschwerden
Die Therapie von Schluckbeschwerden wird ebenfalls von einem Sprachtherapeuten durchgeführt. Die Behandlung besteht aus Ernährungsempfehlungen, Kau-, Schluck- und Trinktraining, Atmungsarbeit, Kopf- und Kieferkontrolle und Haltungstraining. Um Mangelernährung und Flüssigkeitsverlust oder das Risiko des Verschluckens zu verhindern, sollte auf Folgendes geachtet werden:
- Schnell aufeinander folgendes Schlucken vermeiden.
- Beim Essen und Trinken möglichst gerade sitzen.
- Kleine Bissen und Schlucke nehmen und das Essen immer gut kauen.
- Damit die Schluckmuskeln und Nerven nicht „verwirrt“ werden, das Essen nicht mit Flüssigkeit hinunterspülen.
- Das Essen eher mit Sauce oder Brühe anreichern.
- Weiche Speisen sind leichter zu schlucken. Trockene Nahrung und dünne Flüssigkeiten benötigen mehr Vorsicht. Dies gilt insbesondere, wenn man müde ist.
- Finden Sie heraus, welche Speisen Ihnen Schwierigkeiten machen. Streichen Sie diese gegebenenfalls von Ihrem Speiseplan oder bereiten Sie sie anders zu.
- Um Verschlucken oder Husten beispielsweise im Restaurant oder bei Essenseinladungen zu vermeiden, sollten Sie lieber Ihnen bekannte Speisen bestellen.
Bei Sprach- und Schluckstörungen ist der Sprachtherapeut ein professioneller Ansprechpartner. Gemeinsam mit dem Betroffenen entwickelt er eine gezielte Therapie, abgestimmt auf die jeweilige Beeinträchtigung.