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Der Volksmund nennt die Pflanze auch: Morangueiro
Wissenschaftlicher Name: Fragaria x ananassa Duchesne
Deutscher Name: Erdbeere
Aus der botanischen Familie der: Rosaceae
Herkunft: Europa
Auch in diesem Fall geht es um eine uns Europäern gut bekannte Frucht, die sich in den gemässigten Klimazonen Brasiliens inzwischen gut entwickelt hat und durch den fehlenden Winter sogar zwei Ernten pro Jahr erlaubt. Unter “Morangueiro“ versteht man hierzulande eine breite Gruppe von Pflanzenarten, die Erdbeeren produzieren – Früchte, die sich bei den brasilianischen Konsumenten grosser Beliebtheit erfreuen.
Pflanze
Als “Morangueiro” bezeichnet man eine Pflanzengruppe von Züchtungen und Hybriden des Genius “Fragaria“, welche die bekannten Erdbeeren hervorbringen, inklusive einer grossen Gruppe von wildwachsender Spezies und Varietäten. Die kommerziell am meisten kultivierte Spezies ist ein Hybrid (Fragaria x Ananassa).
Die “Morangeiro“ ist eine beständige Pflanze der Gattung Herbaceae, von kriechendem Wuchs, aus der Familie Rosaceae. Sie besitzt einen kurzen, faserigen Stängel, aus dem sich an der Spitze die Blätter und lateralen Knospen entwickeln. Diese Knospen verbleiben entweder geschlossen, oder sie verwandeln sich, je nach klimatischen Bedingungen oder Bodenbeschaffenheit, in Blüten. Kurze Tage und niedrige Temperaturen regen die Produktion von Knospen an, während lange Tage und hohe Temperaturen Ableger produzieren.
Frucht
Erdbeeren sind eigentlich “falsche Früchte“ (Pseudo-Früchte) auf deren Oberfläche sich die so genannten “Achänen“ befinden – sie sind die eigentlichen Früchte dieser Pflanze, die wir im Volksmund irrtümlicherweise als “Samen“ bezeichnen, eben weil sie so klein und unscheinbar sind.
Kultivierung
Unter brasilianischen Bedingungen wird der Erdbeer-Anbau als Jahrespflanzung gehandhabt – mit Neupflanzungen in jedem Erntejahr. Die Produktion der Ableger findet zwischen Ende des Frühlings und Anfang des Herbstes statt (Oktober – April) – die Ernte der Früchte beginnt zwei Monate nach dem Setzen der Ableger und erstreckt sich vom Herbstende bis in den nächsten Frühling.
Den Erdbeerpflanzern stehen verschiedene Variationen von “Morangueiros“ zur Verfügung, mit Instruktionen zum richtigen Gebrauch und der Anpassung an die unterschiedlichen Klimata des Landes. Obwohl eine Pflanze aus gemässigtem bis subtropischem Klima, gibt es bereits Untersuchungen zu ihrer Anpassung an wärmere Klimazonen, wie zum Beispiel an die halbtrockene Region des Bundesstaates Minas Gerais.
Die jeweilige Definition der richtigen Erdbeersorte hängt vom entsprechenden Markt ab, für den sie bestimmt ist (vom Konsum “in natura“ – also Direktkonsum – oder der industriellen Verarbeitung), ihrer Widerstandsfähikeit gegen Schädlingsbefall und Krankheiten, sowie von der Anpassungsfähikeit an das Gebiet, in dem sie kultivieert werden soll.
Im Allgemeinen gilt die kultivierte Erdbeere, im Vergleich mit anderen Kulturpflanzen, als besonders empfindlich gegen Schädlinge und Krankheiten, mit kurzer Lagerungskapazität. Diese Bedingungen verlangen vom Produzenten eine kontinuierliche Vorsorge und Behandlung, besonders in phyto-sanitärer Hinsicht, damit die Pflanze schliesslich Früchte produziert, die ihm durch tadelloses Aussehen und entsprechende Menge den erwarteten Gewinn einbringen. Dabei kann die unkontrollierte und kritiklose Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu ernsten Problemen führen, weil sie die Qualität der Früchte und den Zugang zu den Märkten schmälern.
Auch die Bestäubung ist ein kritischer Punkt für die Erdbeerproduktion, denn sie hängt vom Transport der Pollen durch den Wind oder durch Insekten ab. Unter natürlichen Bedingungen ist die Bestäubung in der Regel ungenügend. Und Probleme bei der Bestäubung schlagen sich nieder in deformierten Früchten von geringerem Wert. Der Pollen steht während zwei oder drei Tagen, zwischen 9 und 17 Uhr, einer Bestäubung zur Verfügung – und damit sie auch tatsächlich geschieht, müssen Mindesttemperatur 12 Grad Celsius und Luftfeuchtigkeit weniger als 94% betragen.
Es empfiehlt sich, im Bereich der Erdbeerplantagen Bienenstöcke einzurichten. Die Produktivität der Plantagen ist ganz unterschiedlich. Technisch gut ausgerüstete Produzenten ernten im Durchschnitt 35 bis 50 Tonnen pro Hektar.
Nutzen
Das Interesse an der Erdbeerpflanzung erklärt sich aus der hohen Rentabilität einer solchen Kultur, dem hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad der Frucht beim Konsumenten und aus den verschiedenen Optionen einer Kommerzialisierung und den Möglichkeiten ihrer Verarbeitung. Man nutzt das Fruchtfleisch “natur“, in Eicremes, als Gelee, Kompott und Saft.
Markt
Der grössere Teil der brasilianischen Produktion ist für den frischen Konsum “in natura“ bestimmt, jedoch wächst auch der industrielle Konsum in seinen diversen Formen kontinuierlich.
Die Lagerung der Früchte durch Einfrieren kann eine Strategie zu ihrer Kommerzialisierung ausserhalb der Ernteperioden sein. Der Vorteil dieses Produkts ist seine grosse Flexibilität für den Kommerz. Es erfüllt die Anforderungen von Yoghurt-, Eiskrem- und Gelee-Herstellern, von Industrien, die Füllungen von Süssigkeiten und Gebäckbeläge produzieren, oder Säfte und Nektare. Nachteilig sind dabei die Kosten der Tiefkühlung, der Lagerung und des Tiefkühltransports.
Man sollte noch darauf hinweisen, dass keine der bisher zur Verfügung stehenden und wirtschaftlich vertretbaren Konservierungsmethoden imstande ist, die Qualität der frischen Erdbeere zu bewahren, was den Verlust ihrer besonderen Charakteristika hinsichtlich Konsistenz, Aroma, Farbe und Geschmack bedeutet.