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Während eines Sterilisationsprojekts in der Hauptstadt Phnom Penh erhielt unser Team einen Bericht über den grassierenden Handel mit Hundefleisch, an dem mehrere Restaurants und Händler beteiligt sind. Unser Team ist am frühen Morgen aufgebrochen und hat die zweistündige Reise in die Provinz Takeo unternommen, wo wir ein kleines, unscheinbares Restaurant am Strassenrand entdeckten.
Auf den ersten Blick sah es aus wie jedes andere Restaurant, aber bei näherer Betrachtung wurde uns schnell klar, worum es sich handelte. Auf der linken Seite des Anwesens befand sich ein Restaurant mit Platz für etwa 20 Gäste. Neben dem Restaurant, in der Mitte des Hofes, befand sich ein grosser Käfig, in dem bis zu 15 Hunde hineingepfercht werden konnten. Das Restaurant war ein Ort, an dem Hundehändler und -diebe ihren täglichen Fang an gestohlenen Hunden verkauften. Es diente auch als Hauptlieferant von Hundefleisch für andere Restaurants in der Nachbarschaft.
Kurz nach unserer Ankunft ging der Restaurantbesitzer nach hinten in den Hof, um einen der kleineren Hunde im Käfig auf Bestellung eines Kunden zu töten. Die kleine Hündin duckte sich als sie gepackt und aus dem Käfig gezogen wurde. Vor den anderen Hunden wurde ihr mit einem Holzstab auf die Schnauze geschlagen, was sie desorientierte. Der Metzger stach ihr dann mit einem grossen Messer in die Kehle. Leider wurde sie dadurch nicht getötet, sie schlug immer noch um sich. Sie wurde dann in einen Topf mit kochendem Wasser getaucht, um ihr Fell zu entfernen. Der Metzger schnappte sich eine Handvoll Fell und fing an, die Haare von ihrem Körper zu reissen. Sie starb letztendlich während dieser Prozedur.
Nachdem wir diesen Vorgang miterlebt hatten, wussten wir, dass wir versuchen mussten, die Hunde zu retten. Nach einigem Hin und Her erlaubte uns der Restaurantbesitzer nur eine kleine junge Hündin mitzunehmen, die in der Ecke des Käfigs kauerte und mit ihren grossen braunen Augen zu uns hochschaute. Er erzählte ihre Geschichte:
«Diese Hündin (die wir später Lucky nannten), wurde von ihrer Besitzerin sehr geliebt, bevor sie ins Restaurant gebracht wurde. Die Besitzerin hat sich sehr um Lucky gekümmert – jedoch war sie verschuldet und die Summe musste beglichen werden. Eines Tages nahm ihr Mann die Hündin am frühen Morgen mit und verkaufte sie für nur 15 Dollar an das Restaurant, um die Schuld zu begleichen.»
Als wir schliesslich in den Käfig griffen, um Lucky herauszuholen, erschrak sie und zitterte am ganzen Körper, weil sie glaubte, als nächstes getötet zu werden. Sie begann unkontrolliert zu urinieren. Wir trugen sie so schnell wie möglich zum Auto, bevor der Restaurantbesitzer seine Meinung ändern konnte.
Während der langen Reise zurück nach Phnom Penh verstand Lucky langsam, dass sie endlich in Sicherheit war. Sie entspannte sich und verwandelte sich plötzlich in einen ganz anderen Hund. Sie begann zu springen, mit dem Schwanz zu wedeln und uns abzulecken bis sie endlich einschlief. Sie schlief so tief, dass wir sie leicht schütteln mussten, um sie zu wecken, als wir bei unserer Partnerorganisation, Animal Rescue Cambodia, ankamen.
In der Klinik wurde sie vom Veterinärteam untersucht. Sie war voller Flöhe, schwach und immer noch dehydriert. Wir vermuteten, dass sie Darmparasiten hatte und an einer Ohrenentzündung litt. Sie wurde gebadet, geimpft und entwurmt, und es wurden weitere Medikamente verschrieben.
Lucky ist wirklich eine glückliche Hündin, denn sie wurde schnell von einer liebevollen Familie in Phnom Penh adoptiert. Sie wird nun das Leben führen können, das sie verdient, anstatt einen schrecklichen, langsamen und schmerzhaften Tod zu sterben!