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Botswana hat die Wiedereröffnung der Elefantenjagd auf seinem Territorium angekündigt. Der Präsident hob ein generelles Jagdverbot auf, das der Elefantenpopulation in den vergangenen Jahren die Erholung ermöglicht hatte.
Die Nachricht kam vor kurzem: Botswana hat beschlossen, die Jagd auf Elefanten auf seinem Territorium wieder zu eröffnen. Neben der erneuten Erlaubnis zur Trophäenjagd will Botswana – wie Südafrika, Namibia und Simbabwe – den internationalen Elfenbeinhandel wieder tolerieren, berichtet die Fondation Franz Weber (FFW). Eine Entscheidung, die für die Elefanten absolut katastrophale Folgen haben kann. Die African Elephant Coalition (AEC), die Allianz von 32 afrikanischen Ländern, lehnt diesen Vorschlag entschieden ab. Im Gegenteil: Die AEC fordert das endgültige Ende des Elfenbeinhandels auf der ganzen Welt.
Im Jahr 2008 führten von CITES genehmigte Verkäufe von Elfenbein in China und Japan zu einem massiven Anstieg der Wilderei. Der Elfenbeinhandel ist nicht die Lösung im Kampf gegen die Ausrottung dieser Spezies, sondern bewirkt laut FFW genau das Gegenteil. Dennoch hat Botswana nun einen Vorstoss zur Wiederaufnahme des Elfenbeinhandels eingereicht. Dieser soll an der nächste Konferenz der CITES-Vertragspartner (Conference of Parties CoP18), welche im August in Genf stattfinden wird, diskutiert werden.
Konflikt Mensch – Elefant
Botswana begründet seine Position mit einem «Boom» seiner Elefantenpopulation. Die Zunahme der Elefanten würde zu immer mehr Konflikten zwischen Menschen und Elefanten führen.
Laut Ross Harvey, einem unabhängigen Wirtschaftswissenschaftler, «war die Zahl der Elefanten vor dem 2014 eingeführten Jagdverbot innert 10 Jahren um 15% gesunken, Missbrauchsfälle waren weit verbreitet und lokale Gemeinschaften erhielten keinerlei Vorteile aus der Jagd». Darüber hinaus verschärfte die Jagd den Konflikt zwischen Menschen und Elefanten nur noch zusätzlich, da sie die Aggression der gejagten Tiere verstärkte, so Ross Harvey.
Die Entscheidung der Regierung Botswanas weckt den Verdacht, dass die neue Politik von Präsident Mokgweetsi Masisi Ziele verfolgt, welche in völligem Gegensatz stehen zu denjenigen seines Amtsvorgängers Ian Khama. Dieser setzt sich noch stark für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt ein. Es scheint, als erhoffe sich Masisi in Hinblick auf die Wahlen im Oktober mit dieser neuen Elefantenpolitik die nötigen Stimmen für den Wahlsieg der Demokratischen Partei Botswanas von der ländlichen Bevölkerung zu erhalten. Diese erträumt sich von der Elefantenjagd wohl fälschlicherweise einen Vorteil. Wahrscheinlicher ist, dass nur Wilderer und Händler vom Elfenbeinhandel profitieren.
Botswana einst sicherer Hafen für Elefanten
Botswana beherbergt einen Drittel aller afrikanischen Elefanten und wurde bisher als letzter «sicherer Hafen» für Elefanten angesehen. Die Fondation Franz Weber, seit 30 Jahren offizieller Beobachter der CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit bedrohten Arten), ist äusserst besorgt über die neue Politik Botswanas. Vera Weber, Präsidentin der FFW: «Der Präsident Botswanas handelt aus rein egoistischen politischen Gründen. Wenn dieser Vorschlag von der kommenden CITES-Konferenz angenommen würde, wäre dies ein schwerer Schlag gegen den afrikanischen Elefanten auf dem ganzen Kontinent.»
Eine aktuelle Studie der Gruppe «Elefanten ohne Grenzen» aus dem Jahr 2018 schätzt, dass sich in Botswana die Elefantenpopulationen zwischen 2014 und 2018 lediglich stabilisiert, aber nicht erhöht haben. Dies steht in klarem Gegensatz zu dem, was die botswanische Regierung jüngst verlauten liess. Laut Ross Harvey «könnte die Wilderei in Botswana zur Regel werden wie in Tansania, wo in den letzten fünf Jahren 60% der Elefantenbestände ausgerottet worden sind».
Die FFW stellt, wie auch andere Umweltschutzorganisationen, nicht in Abrede, dass Menschen, die den Lebensraum von Elefanten teilen, den Gefahren – Verlust von Ernten, Eigentum oder sogar ihres Lebens – ausgesetzt sind. Doch anstatt Elefanten systematisch zu töten, muss die Regierung andere Wege finden, um Konflikte zwischen Menschen und Elefanten zu verhindern. Beispielsweise durch die Einrichtung sicherer Zäune, Migrationskorridoren oder mit Hilfe von Bienenstöcken, die wie Zäune wirken. Anstelle der intensiven Nutzung von Arten, die bereits vom Aussterben bedroht sind, sollte die Koexistenz von Mensch und Tier gefördert werden.
Trend hin zum Elfenbeinhandel?
Botswana riskiert, den guten Ruf des Landes für seine bisher wahrgenommene Umweltverantwortung zu verlieren. So hatte der Tourismus dank dem positiven Image, dass sich Botswana mit der Erhaltung der Umwelt und dem Respekt für seine Arten erarbeitet hatte, in den letzten Jahren floriert. Angesichts der wachsenden öffentlichen Ablehnung gegen die Vermarktung von Wildtier-Produkten spielt Präsident Masisi mit dem Feuer.
Schlimmer noch ist, dass Botswana nicht das einzige Land ist, das sich vom Artenschutz entfernt. Die südlichen afrikanischen Regierungen versuchen um jeden Preis, ihr Elfenbein zu verkaufen. Simbabwe droht sogar damit, von der CITES zurückzutreten, falls die Vertragsstaaten den internationalen Elfenbeinhandel nicht wieder aufnehmen. Am CoP18 im August werden vehemente Verteidiger der Elefanten auf diejenigen Länder treffen, die auf unmittelbare Profite aus dem Handel mit Elfenbein aus sind, einschliesslich Botswana.