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Ehem. Deutschordenskommende in Rheinfelden (D). 1218 villa Buchein, 1246 Bukein. Die Gründung der Kommende geht zurück auf eine 1246 getätigte Schenkung des Reichsministerialen Ulrich von Liebenberg, Burgvogts zu Rheinfelden. B. war bis ins 15. Jh. bevorzugter Sitz der Landkomture der Ballei Elsass-Burgund, welcher auch die auf schweiz. Gebiet gelegenen Kommenden des Deutschen Ordens angehörten. Die Kommende beherbergte im 14. Jh. bis zu 14 Ritter- und Priesterbrüder, meistens aus der regionalen Ministerialität, dazu zeitweise auch einen Schwesternkonvent. Der Güterbesitz war auf über 40 Ortschaften der Umgebung verstreut. Als Niedergerichtsherr in B., Karsau und Riedmatt (alle Rheinfelden) gehörte der Komtur vom 15. Jh. an zu den vorderösterr. Landständen. Zu den 15 Patronatskirchen und inkorporierten Pfarreien B.s zählten Lengnau (AG), Frick, Möhlin, Gelterkinden, Wintersingen und Buus. Die ältesten Teile der bestehenden Schlossanlage dürften kaum vor 1400 entstanden sein; eine barocke Umgestaltung erfolgte um die Mitte des 18. Jh. unter dem Ordensbaumeister Johann Caspar Bagnato. 1806 gelangte B. an das Grossherzogtum Baden. 1820 gründeten Christian Friedrich Spittler und Christian Heinrich Zeller im Schloss B. eine vom Basler Pietismus (Christentumsgesellschaft) und von der Pädagogik Johann Heinrich Pestalozzis geprägte Anstalt für verwahrloste Kinder und zur Ausbildung von Armenschullehrern, die auch zahlreiche Zöglinge aus der Nordwestschweiz (u.a. den Schriftsteller Jakob Schaffner) entscheidend beeinflusste. Bis 1981 diente B. als evang. Kinderheim und Lehrerseminar. Seit 1983 wird es als evang. Tagungs- und Begegnungsstätte geführt.
Literatur
– E. Zeugin, B. und das Baselbiet, 1965
– P. Heim, Die Deutschordenskommende B. und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, 1977
Autorin/Autor: Peter Heim