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Das giftige Sekret des Feuersalamanders kann Feuer löschen. Dies glaubte man zumindest in der Vergangenheit. Man warf die Tiere bei Bränden ins Feuer und war überzeugt, dass sie feuerresistent seien. Heute hat man diesen Glauben zwar abgelegt, doch der Name ist geblieben.
Der Feuersalamander ist der beeindruckendste und grösste Salamander, der bei uns vorkommt. Mit seiner schwarz-gelben Haut mit dem Lackglanz schreckt er seine Feinde ab. Giftig ist er tatsächlich, aber eben nur für Tiere.
Als Lebensraum bevorzugt der Feuersalamander kühle und feuchte Laub- oder Mischwälder. Obwohl er sich tagsüber verborgen hält und sich in Nischen, unter Totholz oder flachen Steinen und zwischen Felsen oder Wurzeln versteckt, braucht er die Nähe eines Gewässers, das er zum Laichen benutzen kann. Nur wenn es draussen genügend feucht ist, z.B. nach oder während Regen, verlässt er auch mal bei Tag sein Versteck, ansonsten ist er ein nachtaktives Tier. Für die Überwinterung sucht er sich vorzugsweise unterirdische Verstecke, wie feuchte Stollen oder Ähnliches. In der Schweiz leben zwei Unterarten: Der gebänderte Feuersalamander, der in der nördlichen Schweiz vorkommt und der gefleckte Feuersalamander, der in der südlichen Schweiz zu Hause ist.
Die Paarung erfolgt nicht wie bei den anderen Lurchen im Wasser sondern an Land. Das Weibchen nimmt das vom Männchen abgegebene Samenpaket in sich auf und besamt damit ihre Eier. Die aufgenommene Samenflüssigkeit behält das Weibchen mehrere Jahre in sich. Damit ist auch für Nachwuchs gesorgt, falls mal kein Sexualpartner zur Verfügung steht. Auch in der Entwicklung unterscheidet sich der Feuersalamander ein wenig von seinesgleichen. Er legt keine Eier, sondern Larven. Im Bauch der Weibchen entwickeln sich die Jungen schon bis zu den ersten Larvenstadien.
Auf dem Speisezettel der Larven stehen Eintagsfliegen- und Steinfliegenlarven, Wasserasseln, Bachflohkrebse und Würmer. Dagegen zieht der erwachsene Salamander Schnecken, Tausendfüssler, Asseln, Ohrwürmer und Laufkäfer vor. Grundsätzlich verspeist der Feuersalamander alles, was von der Grösse her noch überwältigt und verschlungen werden kann. Also auch mal kleinere Amphibien.
Feuersalamander sind in der Lage, aus Drüsen in ihrer Haut ein weissliches Sekret regelrecht abzuschiessen. Bei Menschen verursacht dies lediglich ein Brennen auf der Haut, doch für Tiere ist es giftig. Neben der Abwehr von Fressfeinden, dient es dem Salamander als Schutz vor Bakterien und Pilzwachstum auf der feuchten Haut. Neben diesem Hautsekret wirkt natürlich bereits seine gelb-schwarze Haut als wirksame Abschreckung für Fressfeinde. Wegen diesen „Waffen“ hat der erwachsene Feuersalamander praktisch keine natürlichen Feinde. Anders sieht es bei den Larven und den jungen Tieren aus. Die Jungen werden gerne von Laufkäferarten verspeist, während die Larven von Fischen und Libellenlarven gefressen werden.
Der Lebensraum des Salamanders ist heute hauptsächlich durch Entwässerung und Verbauung von Larvengewässern, v.a. Quellen, gefährdet. Das häufige Befahren von Wegen bei und in Wäldern und die langsame Fortbewegung des Tieres sind ebenfalls eine ungünstige Kombination. Wichtig für den Schutz nicht nur des Feuersalamanders sind also z.B. Amphibiendurchlässe unter Strassen. Auch Stollen und Höhlen im Wald, sowie Larvengewässer sollen erhalten oder wiederhergestellt werden. Gewisse Mengen an Totholz sollten im Wald liegen bleiben, denn sie bieten Unterschlupf und Lebensraum nicht nur für den Feuersalamander, sondern für viele Tiere und Pflanzen. Gut wäre es, wenn während der Wanderung der Weibchen im Frühling, die Waldwege für Verkehrsmittel gesperrt werden.
Viviane Winter