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Momentan sitze ich gerade an einem Tisch im obersten Stock des Kreuzfahrtschiffs „Lirica“ auf dem ich die letzten 10 Tage verbracht habe und ich trinke einen kühlen Eistee. Das Wetter ist heute richtig schön und Leute toben sich im Schwimmpool aus. Komisch, dass ich, trotz dem Feriengefühl, immer noch an der Universiade bin und diese erst offiziell am Sonntag abgeschlossen sein wird.
Da der Schwimmwettkampf für mich schon seit dem 10. Juli vorbei ist, hatte ich genügend Zeit ein bisschen meine Rennen und den Wettkampf zu analysieren.
Am Donnerstag startete für mich der Wettkampf mit 100m Brust, wobei ich am Morgen als schnellster Schweizer eine persönliche Bestzeit von 1:01.83 erzielen konnte. Diese Leistung bedeutete für mich, dass ich als zweite Reserve - sprich auf dem 18. Rang - eventuell noch am Nachmittag zum Einsatz hätte kommen können. (Leider war dies nicht der Fall) Trotzdem war ich zufrieden, da ich mich vom gemeldeten 33. Platz auf den 18. Platz verbessern konnte.
Ich startete den zweiten Wettkampftag mit meiner Nebenstrecke 200m Lagen, wo ich mit einer Zeit von 2:05.93 (persönliche Bestzeit) zum ersten mal unter der 2:06 Marke schwimmen konnte. (37. Rang)
Der Samstag hätte für mich mein grosser Tag werden können, da mit meiner Bestzeit über 200m Brust eine gute Chance gehabt hätte um ins Halbfinal vorzuschreiten. Leider wollte es aber nicht so sein und ich beendete wiederum auf dem 18. Rang das Rennen in einer Zeit von 2:15.39. Dies war eine grosse Enttäuschung und eine bittere Erfahrung, denn ich weiss, dass ich das Rennen besser schwimmen kann. Im Vorfeld verlief das Training immer sehr positiv, darum erhoffte ich mir, wie auch schon bei den vorherigen Rennen, eine Bestzeit zu schwimmen. Der 18. Rang bedeutete auch, dass ich leider keine zweite Chance erhalten werde, obwohl ich mich vom 22. Rang vorarbeiten konnte…
Wenn ich zurückblicke, denke ich, dass ich mich zu fest auf meine Konkurrenten konzentriert habe, denn ich startete als langsamster Schwimmer auf Bahn 8 und konnte daher während dem Rennen aus dem Blickwinkel die anderen Schwimmer sehen, was mich wahrscheinlich abgelenkt hatte.
Nun weiss ich, dass ich aber sicher noch etwas Luft habe, denn mit den Trainingszeiten sollte eine Bestzeit klar möglich sein.
Am Montag schwamm ich noch die 50m-Brust-Strecke, die ich in 28.96 beendete.
Unerwartet erhielt ich noch am Mittwoch die Chance in der 4x200m Crawl mit zu schwimmen. Als Nicht-Crawl-Schwimmer schwamm ich auch dementsprechend und schlug mit einer Zeit von 1:56.6 an.
Am Mittwoch konnte ich dann zum Schluss noch in der 4x100m Lagen-Staffel schwimmen, welche wir als Team auf dem 17. Rang beendeten. (1:02.2)
Abschliessend, finde ich, dass die Universiade Napoli eine gute Zeit war und sicherlich auch eine neue Erfahrung, vor allem was die Unterkunft angeht, da wir in Kreuzfahrtschiffen übernachten. Insgesamt bin ich mit dem Wettkampf, vor allem mit der ersten Hälfte des Wettkampfes zufrieden. Unglücklicherweise konnte ich in meinem Hauptrennen meine Form nicht bestätigen, aber ich weiss, dass ich es schneller kann. Die Lektion mit zwei 18. Schlussränge ist wohl, dass man auf dem internationalen Niveau schon am Morgen 100% bereit sein muss, um sich zu beweisen.
Nun heisst es für mich noch ein bisschen den Wettkampf und die kommenden Ferien zu geniessen und dann wieder vollgas in der neuen Saison zu geben.
Den, mittlerweilen warmen, Eistee kann ich nun auch noch fertig trinken ;-)
Direkt von Lanzarote ging es am Donnerstag 13. Juni nach Barcelona, wo die Mare Nostrum Tour stattfand. Ein grosser Teil der Schweizer Delegation war vor Ort um sich auf die kommenden Saisonhöhepunkte vorzubereiten. Während den zwei Wettkampftagen schwamm ich über die Distanzen 50m (29.75),100m (1.03.40)und 200m Brust (2.18.7), sowie 200m Lagen(2.09.4). Diese Zeiten waren ziemlich okay für den Zeitpunkt, da ich keineswegs vorbereitet war. Leider reichte es mir in keinem Rennen in ein Finale, jedoch wusste ich schon im Vorfeld, dass dies eine schwierige Aufgabe sein wird, da viele internationale Topschwimmer am Start waren. Ich konnte den spannenden Wettkampf trotzdem geniessen und meine Teamkameraden im Finale anfeuern. Schlussendlich konnte ich dann auch noch ein bisschen die Stadt anschauen, bevor es wieder hiess zurück in die Schweiz zu gehen.
Am Montag hatten wir unseren ersten freien Nachmittag in Lanzarote. Wir gingen mit dem ganzen Team an einen Strand Nahe "Playa Blanca", wo wir gemütlich das herrliche Wetter, sowie das kristallklare Wasser geniessen konnten. Danach gingen wir zusammen im nahe gelegenen Dörfchen ein erfrischendes Eis essen. Auf dem Rückweg bewunderten wir die einzigartige Vulkanlandschaft mit ihren kargen Hügeln, den Vulkankratern und die spezielle Weinanbaumethoden der Einwohner. Schlussendlich bauten wir einen kurzen Halt in "El Golfo" ein um die grüngefärbte Lagune zu begutachten. (Siehe Foto)
Der Nachmittag war damit auch eine gute Möglichkeit den Teamzusammenhalt zu stärken und für mich ein bisschen mein Französisch aufzufrischen.
Seit drei Tagen bin ich nun in Lanzarote im Trainingslager mit der Schweizer Delegation. Wir werden für die nächsten zwei Wochen hier trainieren und uns für die kommenden Wettkämpfe vorbereiten. Ich persönlich werde in zwei Wochen an der Mare Nostrum Tour in Barcelona, in vier Wochen an der Sommer SM in Lancy und schlussendlich an der Universiade in Napoli teilnehmen, wobei die Universiade den Saisonhöhepunkt darstellt. Andere Schwimmer, wie mein Zimmerkollege Yannick Käser bereiten sich währenddessen auf die Weltmeisterschaften in Südkorea vor.
Momentan sind wir viel am trainieren und fleissig am Sonnen tanken. Das Wetter ist bisher sehr schön und bietet uns perfekte Trainingsbedingungen. Im Training macht es mir auch viel Spass, da ich wieder mit meinen alten Schwimmkollegen trainieren kann und die Stimmung, sowie die Trainingszeiten, sehr gut sind.
Sonnige Grüsse aus Lanzarote
Luca
Dieses Jahr verbringe ich meine Frühlingsferien in Fort Lauderdale. Während in der Schweiz wohl eher mässige Temperaturen herrschen, ist es hier in Florida sehr warm und sonnig. Bisher konnte ich jeden Tag die Sonne und das kristallklare Wasser am Strand geniessen. Es scheint momentan alles sehr ruhig zu sein, doch in zwei Wochen finden bereits die Abschlussprüfungen für dieses Semester statt. Auch im sportlichen Bereich bin ich mittlerweile in der Vorbereitungsphase für die kommenden Wettkämpfe (Universiade in Napoli). Momentan probiere ich deshalb mich für die Prüfungen, sowie für die Wettkämpfe vorzubereiten. Da ich leider nicht wirklich in der Nähe von einem Schwimmklub bin, gehe ich jeden Tag ins Fitness, welches auch ein 25-yard Pool beinhaltet oder ich unternehme sonst sportliche Aktivitäten. Heute bin ich zum Beispiel ins Yoga-Training mit ca. 20 älteren Damen, sowie 2 älteren Herren gegangen, welches definitiv eine einmalige Erfahrung war. Danach habe ich ein Surfboard gemietet und zum ersten Mal versucht ein paar Wellen zu reiten. Nach 1.5 Stunden konnte ich einige kleine Erfolgserlebnisse feiern, jedoch wurde mir klar, dass ziemlich viele Faktoren beim Wellenreiten mitspielen… Zuerst muss man einmal geduldig auf eine gute Welle warten, danach sollte man genug schnell paddeln um die Welle zu erwischen und dann sollte man noch im richtigen Moment irgendwie auf das wackelnde Brett stehen… Sagen wir es einmal so: Ich habe es versucht ;-)
Surfen ist definitiv ein gutes Armtraining und heute Abend werde ich sicherlich gut schlafen…
Am Samstag 7. April fand, wie jedes Jahr, das "Banquet"-Fest in einem naheliegenden Restaurant statt. An diesem Anlass werden die Seniors, d.h. die abschliessenden Studenten, geehrt und ausgezeichnet. Das diesjährige Banquet war speziell , denn die Seniorklasse war mit 18 Studenten ziemlich gross und da jeder Senior eine Ansprache halten durfte, ging es auch entsprechend lange. Obwohl ich nicht mit allen Seniors viel Kontakt hatte, war es sehr spannend den verschiedenen Präsentationen zu zuhören. Einige der Seniors fassten ihre 4 Jahre in der Ansprache zusammen und erwähnten ihre wichtigsten Momente, die sie zusammen mit dem Schwimmteam erlebt hatten. Andere wiederum, fassten sich sehr kurz und bedankten sich hauptsächlich bei den Coaches und den Angehörigen für deren Support. Häufig war auch die Rede von einer unvergesslichen Zeit und einer bestehenden Verbindung in der Zukunft zu LSU.
Die beste Präsentation war für mich jedoch klar die Präsentation von Thomas, unserem Rückenschwimmer. Dieser erklärte uns anhand einer Metapher, dass jeder von uns als ein „unbearbeiteter Apfel“ nach LSU kommt und dass wir jeden Tag mit harter Arbeit und Fleiss im Klassenzimmer, wie auch im Schwimmbecken, unser Apfelsaft (Erfolg) pressen bis wir schlussendlich als Senior die Uni als „Apfelsaft“ oder sozusagen als Fertigprodukt verlassen.
Ich kann es kaum erwarten meine eigene Ansprache in 3 Jahren zu halten, jedoch habe ich am Banquet wieder einmal mehr erfahren, dass der Weg und nicht das Ziel, die beste und lehrreichste Zeit ist.
Aufgrund meines Maschinenbau-Studiums muss ich leider noch 3 Jahre warten, bis ich meine Ansprache halten darf, denn ich habe festgestellt, dass es schlichtweg nicht möglich ist das ME Studium in 4 Jahren abzuschliessen ohne mehrere Vorlesungskonflikte mit den Trainingszeiten zu haben. Glaubt mir, ich habe es lange versucht, dass „Flowchart“-Rätsel (siehe Bild) zu lösen, aber es ist ging leider nicht mit 4 Jahren auf… Um mich besser auf das Schwimmen, wie auch das Studium zu fokussieren, habe ich mich darum für diesen Weg entschieden. Ich werde sehr wahrscheinlich noch einen Minor oder zusätzliche Vorlesungen nehmen um mich zu spezialisieren.
Zwei Wochen sind seit den TYR Pro Swim Series in Iowa bereits vergangen, und endlich habe ich die Zeit gefunden, einen Bericht über meine Resultate zu schreiben.
Nach einem ziemlich bescheidenen Wettkampf in Athens (Georgia) führte mich mein nächster Weg nach De Moines (Iowa), um an den Pro Swim Series teilzunehmen. Meine Motivation, an diesem Wettkampf zu starten, war die Limite für die Universitätsweltmeisterschaften, die diesen Sommer in Neapel stattfindet, zu unterbieten. Dies muss nach Swiss Swimming Reglement an einem FINA-akzeptierten Wettkampf stattfinden, und die Swim Pro Series war für mich die beste Option. Zuerst hatte ich nämlich geplant, an die Schweizermeisterschaften zu gehen, da aber der Jetlag mit 7 Stunden wohl kaum leistungsfördernd gewesen wäre, habe ich mich dann für den Wettkampf in Iowa entschieden.
Am Dienstag, 05. März, flog ich deshalb über Dallas nach De Moines (Iowa) und traf schon während dem Flug auf den einen oder anderen bekannten Schwimmer. In De Moines gelandet, musste ich zuerst einmal die Kappe und die dicke Jacke auspacken, da die Temperaturen mit etwa -5 Grad , verglichen zu den 25 Grad Celcius in Louisiana, etwas kalt waren. Wie üblich in Amerika, nahm ich dann ein Uber zu meinem Hotel und ging dann schon bald ins Bett, da ich erst etwa um 20 Uhr ankam.
Am Mittwoch fanden die Distanzrennen statt, darum konnte ich mich zuerst einmal etwas umherschauen und mich an den neuen Pool gewöhnen. Gegen Abend traf auch mein Coach Lyle in De Moines ein, der extra für mich vor Ort weilte. Der Pool, der sich zwei Minuten von meinem Hotel befand, bot für mich optimale Bedingungen, und die vielen professionellen Schwimmer, die auch am Wettkampf teilnahmen, machten den Event für mich unvergesslich.
Am Donnerstag startete ich mit dem 100m Brust-Rennen, und ich konnte mich mit einer Zeit von 1.02.46 für das B-Finale qualifizieren. Am Nachmittag verbesserte ich meine Bestzeit um 1/10 Sekunden. Damit schlug ich unter anderem vor Kevin Cordes und anderen olympischen Schwimmern an, was mich natürlich hungrig für die nächsten Tage machte. Ausserdem qualifizierte ich mich damit schon für die Universiade, da ich schon von den Militärweltmeisterschaften vorselektioniert war.
Am Freitag ging es mir auch super über die 50m Bruststrecke, in welcher ich mich am Morgen wie auch am Abend im Finale verbessern konnte. Dies bedeutete für mich sehr viel, da ich immer etwas Schwierigkeiten mit dem 50m Brust hatte, und jetzt plötzlich konnte ich mich um beinahe 3/10 Sekunden verbessern. Nun muss ich nur noch lernen, über die 100m Distanz dieselbe Zeit anzugehen, dann wäre da sicher auch eine super Bestzeit möglich.
Am Samstag startete ich im Vorlauf etwas bescheiden mit einer Zeit von 2.15.78. Mit dieser Zeit reichte es mir gerade noch als siebter Schwimmer ins A-Finale. Ich musste dabei feststellen, dass 200m etwa 18 Meter länger als 200 yards sind, und dass es darum gegen Ende des Rennens recht schmerzen kann! Am Nachmittag verbesserte ich die Morgenzeit 9/10 Sekunden auf 2.14.91 (7. Rang). Normalerweise wäre ich mit dieser Zeit nicht zufrieden, aber ich fühlte mich nach dem Morgen schon etwas krank, und ich glaube, dass ich darum nicht meine Bestleistung erbringen konnte. Dies bestätigte sich dann in der kommenden Woche, in welcher ich zwei Tage im Bett verbringen musste.
Das Fazit des Wettkampfes ist positiv, da ich mein Ziel, die Quali für die Universiade, erreichen konnte. Ich verbesserte auch meine Bestzeiten im 50m und 100m Brust, obwohl ich seit über einem halben Jahr nicht mehr im 50m Pool trainiert habe. Ich freue mich darum sehr auf den Sommer in der Schweiz und die kommenden Wettkämpfe. Es ist auch sehr wichtig für mich, dass ich Fortschritte mache, denn ich investiere neben dem Studium viel Zeit und Fleiss für den Schwimmsport.
Resultate:
100m Brust 1.02.21 PB
200m Brust 2.14.91
50m Brust 28.64 PB
Die SEC's meines zweiten Jahres, auch "Sophomore"-Jahr hier in Amerika genannt, sind bereits Geschichte. Ich konnte mich in drei meiner insgesamt vier Rennen verbessern, erreichte zwei Finale und ich repräsentierte die LSU Tigers in den zwei Lagenstaffeln. Trotz des vollen Programmes war ich am Ende des Wettkampfes ein bisschen enttäuscht, da ich mir nach meinem zweiten Jahr eine grössere Verbesserung im Yard-Pool vorgestellt hatte. Mit den geschwommenen Zeiten konnte ich mich leider auch nicht für die NCAA (übersetzt etwa "Nationalen Universitätsmeisterschaften") qualifizieren.
Bisher habe ich mit meinem Trainer den Wettkampf noch nicht detailliert analysiert, da ich nächste Woche noch einmal in Iowa starten werde. Klar ist jedoch, dass unsere Brustgruppe im Vorfeld sehr gut trainiert hatte. Ich vermute, dass wir nicht genug ausgeruht waren, als wir unsere Rennen schwammen, denn alle 200 yard Brustschwimmer konnten ihre Bestzeiten nicht wirklich verbessern.
Resultate:
100 y Brust 53.78 VL 54.07 C-Final
200 y Brust 1.56.54 VL 1.56.68 B-Final
200 y Lagen 1.48.03 VL
50 y Lagen-Staffel 24.47
100 y Lagen-Staffel 53.46
Diese Woche werde ich in Iowa an den TYR Pro Series in Des Moines (Iowa) starten. Dort werde ich probieren, mich für die Universiade (Universitätsweltmeisterschaften) zu qualifizieren. Die Zeit ist mit 2:15 über 200m Brust in guter Reichweite, und ich hoffe natürlich, dass es mir gelingen wird, die geforderte Norm zu unterbieten.
Bitte drückt mir die Daumen ;-)
Dienstag:
200 Lagen-Staffel
Mittwoch:
200 Lagen
Donnerstag:
Ruhetag
Freitag:
100m Brust
400m Lagen-Staffel
Samstag:
200m Brust
Schon eine Weile ist es her, seit ich das letzte mal etwas auf der Webseite gepostet habe, nun habe ich endlich wieder etwas Spannendes zu berichten.
Die beste Zeit der Saison steht vor der Tür oder hat sogar bereits angefangen. Wie findet man dies heraus? Das ganze Schwimmteam ist in guter Stimmung und energiegeladen, während die Trainer öfters genervt am Beckenrand stehen. Die Trainings werden kürzen und weniger intensiv, man fühlt sich seit langem wieder einmal richtig erholt, und sogar die Morgentrainings, die normalerweise um 5.45 anfangen, werden gestrichen oder finden 30 Minuten später statt. Genau, TAPPERING ist angesagt!
In 2 Wochen heisst es endlich wieder einmal "schnell schwimmen!", also richtig schnell, das heisst Körper und Beine rasieren und den neusten Anzug anziehen. Dieses mal sind es die "South Eastern Conference Championships", welche in Athens stattfinden werden. An diesem fünftägigen Wettkampf werden die besten Schwimmer der South Eastern Conference starten, um einen Platz für die nationalen Universitätsmeisterschaften (NCAA) zu ergattern oder "nur" das Team möglichst gut zu repräsentieren. Unser Team wird voraussichtlich mit ca. 45 Schwimmern vor Ort sein und hoffentlich möglichst gut performen. Vorfreude herrscht bei mir, und ich kann es kaum erwarten, den Wettkampf anzutreten, da ich weiss, dass ich im Vorfeld konsistent hart gearbeitet habe und dies sich hoffentlich auszahlen wird.
Ihr werdet von mir hören! Euer Luca
Liebe LeserInnen
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins 2019, viele schöne Momente mit euren Liebsten und Gesundheit im neuen Jahr. Vielen Dank für euer Interesse an meinen Schwimmresultaten und euren Support, der mir das ganze Jahr den Rücken stärkt! Auf ein erfolgreiches 2019, euer Luca
Das Herbstsemester ist endlich vorbei. Letzte Woche hatte ich meine letzten Abschlussprüfungen an der Uni, und nun kann ich mich einmal richtig entspannen bis die Uni im Januar 2019 wieder beginnt. "Entspannen" heisst in diesem Sinne keine Vorlesungen zu besuchen und den Kopf mal ein bisschen durchzulüften, denn über die Weihnachtsferien wird weiter trainiert.
Dieses Jahr werde ich zum ersten Mal die Weihnachtsfeier nicht zu Hause verbringen, sondern in den Vereinigten Staaten bleiben. Grund dafür sind die lange Flugzeit und der Jetlag, welcher ich für nur eine Woche daheim in Kauf nehmen müsste. Ausserdem plagte mich in letzter Zeit mein Rücken vom langen Herumsitzen (lernen). Deshalb denke ich, dass eine 14-stündige Reise mit dem Flugzeug wohl nicht die beste Idee wäre. Neben meinen Rückenstrapazen geht es mir aber sehr gut und ich bin, wie immer, top motiviert zu trainieren.
Der nächste Höhepunkt aus sportlicher Sicht werden die SEC (South Eastern Conference) Championships im Februar und die Schweizermeisterschaften vom 21. - 24. März sein. Ich hoffe sehr, dass ich mich auch für die NCAA (National Collegiate American Association) Meisterschaften qualifizieren kann, welche Ende März statt finden. Wir werden sehen, ob es reicht, aber ich glaube, dass ich eine gute Chance habe, dies zu realisieren. Das würde natürlich dann auch bedeuten, dass ich ca. 3 Wochen an der Uni fehlen würde. Es könnte also eine ziemlich stressige Zeit werden. Bis es dann soweit ist, geht es noch eine Weile, darum geniesse ich momentan einfach die schneefreien Weihnachtsferien in Baton Rouge.
Mittlerweile auf der 6-stündigen Busfahrt zurück nach Baton Rouge, schaue ich auf 3 spannende und erfolgreiche Wettkampftage zurück.
Am Dienstag um 8 Uhr morgens ging die Reise nach College Station (Texas) los. Kaum angekommen, ging es schon zum Wettkampfpool, wo wir ein gemeinsames Aufwärmen (an Land, sowie im Wasser) durchführten. Der Pool der Texas A&M Universität bietet alles, was man sich als Schwimmer wünschen kann: Ein schnelles Becken (50m mit verschiebbaren Wänden), eine grosse Zuschauertribüne, Whirlpools Sprungbecken und zu guter Letzt viel Platz für die Schwimmer. Nach dem gemeinsamen Warm-up ging es ab ins Hotel und um 10 Uhr wurden die Lichter gelöscht.
Am Mittwoch startete ich den Wettkampf mit dem 200y-Lagen Rennen. Im Vorlauf konnte ich mir, mit einer Zeit von 1:48.73, einen B-Finalplatz sichern. Mit der Vorlaufzeit war ich ziemlich zufrieden, aber ich wusste, dass ich im Finale noch einiges schneller sein kann, wenn ich die Wenden richtig erwische. Am Nachmittag ging es dann wie angenommen noch einmal wesentlich schneller, und mit einer Zeit von 1:47.18 konnte ich eine sehr gute persönliche Bestzeit feiern. Dies hätte im A-Finale für den 7. Schlussrang gereicht. Kurz nach dem 200y-Lagen Rennen startete ich in der 4x100y Lagen-Staffel und konnte auch dort mit einem Split von 53.35 sehr zufrieden den ersten Wettkampftag abschliessen. Im Allgemeinen konnte das ganze Louisiana State University-Team einen guten Start verzeichnen.
Am Donnerstag ging es weiter mit dem 100y-Brust Rennen, welches ich am Morgen mit einer Zeit von 54.24 beendete. Im A-Finale konnte ich mich dann noch einmal leicht steigern, und ich schlug mit 53.97, ganz knapp unter der 54 Sekundenmarke auf Rang 4, an. In der 4x50 Lagenstaffel belegten wir hinter Texas A&M und Hawaii auch Rang 4. Etwas genervt von den vielen 4. Plätzen ging es weiter mit dem dritten und letzten Wettkampftag.
Als ich am Morgen aufstand wusste ich, dass es wohl ein eher schwieriger Tag sein wird. Die Nase blockiert und allgemein ein bisschen geschwächt trat ich meine Paradedisziplin 200y Brust an. Mit einer super Zeit von 1:57.47 konnte ich mich als Zweiter für den A-Final qualifizieren. Leider konnte ich am Nachmittag meine Leistung nicht bestätigen und landete etwas enttäuscht auf Rang 5 (1:58.39).
Auch wenn der Abschluss, aus meiner Sicht vor allem wegen der schwächelnden Gesundheit, nicht wirklich gelingen wollte, kann ich trotzdem mit meiner Leistung zufrieden sein. Da wir nur ein sogenanntes Drop-Taper im Voraus hatten, rechnete ich ehrlicherweise nicht mit persönlichen Bestzeiten. Umso besser ist es jedoch im Nachhinein, dass ich diese realisieren konnte.
Nun heisst es in den nächsten Wochen, die Rennen zu analysieren und eventuell noch ein paar Änderungen im Training oder Technikverbesserungen vorzunehmen.
Als „Student-Athlete“ verpasste ich diese Woche leider auch Prüfungen, die ich dann nächste Woche nachschreiben kann. Viel Spass erwartet mich also noch an der Uni. Dies kann aber noch ein bisschen warten, da ich immer noch 3 Stunden Busfahrt übrig habe bis zum Ziel. Ich probier dann mal zu schlafen, was nicht gerade einfach ist in einem Car. LG Luca
Nur gerade 3 Tage nach der Rückkehr von Kentucky schwammen wir gegen SMU (Southern Methodist University) und Loyola University zu Hause in Baton Rouge. Obwohl SMU ein paar Rennen für sich entscheiden konnte, zeigten wir ihnen ganz klar, wem der Pool gehört!
Ich konnte über 100y Brust, 200y Lagen und 4x100y Lagen-Staffel jeweils den ersten Platz für die LSU Tigers sichern, und über die 200y Brust Distanz belegte ich mit einer guten Zeit von 2:02.38 den zweiten Rang.
Am Ende des Wettkampfes siegten wir gegen SMU in 186-110 und gegen Loyola 234-41.
100y Brust 56.45
200y Lagen 1.51.71
Momentan sind wir gerade auf der 6-stündigen Busfahrt nach College Station in Texas, wo wir in den nächsten 4 Tage unser „Mid-Season-Meeting" haben werden. Wir sind zum ersten Mal in dieser Saison "getappert" und bereit schnell zu schwimmen. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Drückt mir die Daumen! Euer Luca
Am folgenden Dienstag flogen wir mit einem Charterflug nach Kentucky, wo wir gegen die Universität of Kentucky antraten. Obwohl wir die erste Staffel gewinnen konnten, mussten wir schon bald einsehen, dass das gegnerische Team stärker war. Speziell in der Breite hatte Kentucky viele gute Schwimmer, welche jeden möglichen Punkt, den wir gebraucht hätten, einsacken konnten. Wir wussten im Vorfeld schon, dass wir mit einem reduzierten Team im Nachteil sein werden, und dies zeigte sich auch klar.
Über meine Rennen 100y Brust und 200y Brust schlug ich jeweils als Zweiter an. Dies war ärgerlich, da ich speziell im 100m Brust mit der Zeit, welche ich eine Woche zuvor gegen Florida geschwommen bin, das Rennen für mich entschieden hätte.
In der Staffel konnte ich dann jedoch meine Leistung bestätigen, und dies verhalf dem Team schlussendlich zum Sieg über die 4x100y Lagen-Staffel. Am Ende des Wettkampfes war der Frust gross und das Resultat mit 189-109 eindeutig, da einige unserer Schwimmer nicht fokussiert waren und auch nicht bis zum Ende gekämpft hatten. Dies war schlussendlich für die Trainer Grund genug, ein Team-Meeting zu halten und einigen Schwimmern ins Gewissen zu reden, ob sie wirklich weiterhin dieses Team unterstützen wollen. Ich wusste jedoch, dass ich damit nicht gemeint war, da ich nur knapp meine Bestzeiten verpasst hatte und bei jedem Rennen auf Rang 1 oder 2 platziert war, ausser im 400y Lagen-Rennen (4. Rang).
Nach Washington DC nahm der normale Tagesablauf - vollgepackt mit Vorlesungen und Trainings - wieder seinen Lauf. Dies bedeutete für uns Schwimmer, dass wir eine kurze Verschnaufpause vom Wettkampfstress erhielten.
Am Freitag nach dem Wettkampf in Washington DC stand schon das nächste Meeting vor der Tür. Die Florida Gators kamen zu unserem Heimpool und lieferten uns ein gutes Dual-Meet. In den kürzeren Distanzen konnten wir einige gute Siege für uns entscheiden und auch in den Staffeln, zeigten wir von unserer starken Seite.
Schlussendlich gewann Florida jedoch in 164.5-104, da sie speziell über die längeren Distanzen ihre Punkte sammelten. Klar zu sehen war jedoch, dass das Florida-Team mit dem Verlust von Caeleb Dressel und anderen Seniors an Dominanz verloren hatte.
Am Mittwoch ging es los auf unsere Reise nach Washington DC, wo wir am Freitagabend und Samstagmorgen gegen die Navy University und gegen das Team von der University of Connecticut antraten. Bevor wir jedoch den Wettkampf starteten, konnten wir am Donnerstag, nach einem längeren Aufwärmen im Wettkampfpool, nach Washington DC gehen, um Attraktionen wie das Weisse Haus, das Memorial Monument und die Lincoln Statue anzuschauen. Während der Sightseeingtour hatten wir viel Spass, und das Team war in einer sehr guten Stimmung und bereit für die kommenden Wettkampftage.
Am Donnerstagabend hielten unsere Teamcaptains noch eine Rede, damit auch jeder Einzelne vom Männerteam motiviert gestimmt den Wettkampf am Freitag antrat. Am Freitagnachmittag starteten wir, nach der nationalen Hymne und unserem eigenen „Schlachtruf“, mit dem normalen Wettkampfprozedere.
Als erstes startete ich über die 100 yards Brust in der 400 yards Lagenstaffel. In einer Zeit von ca. 55 Sekunden verhalf ich unserem Team zu einem klaren Sieg. Über 200 yards Lagen konnte ich meine Leistung nicht wie erwünscht zeigen und beendete mein Rennen in einer Zeit von 1:54.4. Mitwirkend für die mässige Leistung im Rennen war das Herzrasen, welches meinen Puls schon nach den ersten 100 yards hochschiessen liess. Nach einer 30min-Pause schwamm ich über 200m Brust in einer Zeit von 2:02.6 nur haarscharf am ersten Platz vorbei und belegte Platz 2 mit einem Rückstand von 6 Hundertstelsekunden.
Diese Niederlage konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen,und darum schwamm ich am Samstag morgen die 100-yards-Brust-Distanz extra schnell, um es meinem Rivalen von Navy zurück zu zahlen. Dies funktionierte sehr gut, und ich konnte mit einer Zeit von 56.52 einen Sieg feiern. Zuvor schwamm ich noch die 200 yards Lagen Staffel, in welcher wir, wie schon am Vortag, dominierten und den Sieg für unser Team entscheiden konnten (Br-Split 25.60). Über 100 yards Lagen führte ich meine Siegesserie fort und konnte das Rennen in einer Zeit von 51.4 für mich entscheiden. Zum Schluss zeigte ich auch in der 400 yards Freistilstaffel eine solide Leistung.
Am Ende des Wettkampfes lautete das Resultat:
LSU 201 - Navy 152
LSU 283 - Uconn 64
Das zweite Studienjahr, in Amerika auch „Sophomore year“ genannt, hat bereits vor einigen Wochen angefangen. Seit dem Semesterbeginn hat sich schon einiges getan, und ich kann es am Passendsten als ein „Erwachen“ beschreiben!
Nach einer langen, ruhigen Tapperingphase mit dem Wettkampfhighlight in Samara (RUS) musste ich ja irgendwann wieder zur Routine und zum harten Trainingsalltag zurückkehren. Zu Beginn dieses Semesters wurde ich jedoch ein bisschen ins kalte Wasser geworfen, da ich wegen den Militärischen Weltmeisterschaften in Samara die erste Studiumswoche verpasste und mein Körper durch das viele Reisen und den Jetlag etwas geschwächt war. Dies zeigte sich einerseits im Schwimmbecken sowie auch im Vorlesungssaal durch Müdigkeit und vermehrtem Herzrasen, an welchem ich häufiger leide, wenn ich ausgelaugt bin. Zusätzlich besuche ich in diesem 3. Semester erstmals auch spezifische Ingenieurvorlesungen, welche deutlich zeitaufwändiger und anspruchsvoller sind. Doch was wäre wohl das Leben ohne Herausforderungen, die man zu meistern hat? Jede Herausforderung prägt einem, man lernt daraus und man wächst und entwickelt sich weiter.
Seit dem Semesterbeginn bin ich darum fleissig am Büffeln und versuche meinem Körper regelmässig 8 Stunden Schlaf zu erlauben, was jedoch schwierig einzuhalten ist, da ich für meine frühen Trainingseinheiten bereits um ca. 5 Uhr morgens aufstehen muss. Das heisst wiederum, dass ich am Abend zuvor nicht zu lange lernen sollte…
Momentan besteht mein Alltag also vor allem aus Lernen, Vorlesungen, Training, Schlafen und Essen.
Ein üblicher Tagesablauf sieht dann etwa so aus: (Bsp. Montag, Mittwoch, Freitag)
05:10 Uhr Aufstehen
05:45 Uhr - 08:00 Uhr Morgentraining (besteht aus Kraft- und Schwimmtraining)
08:30 Uhr - 09:30 Uhr erste Vorlesung „Landscape Architecture“
10:30 Uhr - 11:30 Uhr Vorlesung „Statik“
11:30 Uhr - 12:30 Uhr Mittagessen
12:30 Uhr - 13:30 Uhr Vorlesung „Thermodynamik“
13:45 Uhr - 14:00 Uhr Aufwärmen beim Pool
14:00 Uhr - 16:00 Uhr Schwimmtraining
16:30 Uhr Zuhause
17:00 Uhr- 20:30 Uhr Zeit zum Lernen
21:00 Uhr - 22:00 Uhr Zeit zum Schlafengehen
Zwischen den Vorlesungen esse ich meistens Snacks, damit mein Körper für das Nachmittagstraining bereit ist oder ich lerne für eine Vorlesung/Prüfung.
Nach 2 Wochen Vorbereitungslager in Tenero ging die Reise nach Russland endlich los. Am Donnerstag, dem 16. August flogen wir von Zürich über Moskau nach Samara. Am Flughafen wurden wir nach unserer problemlosen Reise bereits von russischen Soldaten empfangen und mit den neuen Bussen von der diesjährigen Fussball WM zum Hotel Volga, welches - wie der Name schon sagt - direkt an der Wolga liegt, gebracht.
Am nächsten Morgen hiess es für uns Schwimmer zuerst mal den Wettkampfpool auszuprobieren und unsere Muskeln nach der langen Reise zu lockern. Am Abend nahmen wir, wie auch alle anderen 11 Nationen, an der Eröffnungsfeier teil, die aus Marschieren, Begrüssungsreden und traditionellen Tanz- und Gesangsaufführungen bestand. Die anwesenden Nationen dieses Jahr waren Brasilien, Russland, Deutschland, Frankreich, Chile, China, Korea, Slovakei, Luxemburg, Zypern, Polen und natürlich die Schweiz.
An diesen Militärweltmeisterschaften gelang mir - wie auch schon im Vorjahr in Rio - der Exploit leider nicht. Trotz sehr guten Trainingszeiten im Vorfeld und grossen Erwartungen konnte ich meine persönliche Bestzeiten in meinen Hauptrennen (100 und 200m Brust) nicht erreichen.
Nach dem Rennen war ich darum etwas frustriert und brauchte etwas Zeit, um die Emotionen zu verarbeiten.
Nachdem ich mir wieder einen klaren Kopf verschaffen konnte, merkte ich, dass die Leistungen eigentlich gar nicht so schlecht waren, denn in beiden Rennen konnte ich meine Zeiten im Vergleich zum Vorjahr in Rio klar verbessern. Man möchte als Schwimmer natürlich immer gerne neue Bestzeiten schwimmen, aber dies benötigt Geduld und viele harte Trainingseinheiten. Da ich mich momentan immer noch in der Anpassungsphase des Umfeldes in Amerika befinde, sollte ich mir darüber aber nicht den Kopf zerbrechen. Immerhin reichte es mir mit den geschwommen Zeiten 3 mal von insgesamt 4 Rennen in das Final. Dabei verpasste ich über die 200m Brust Distanz das Podium nur knapp mit 2.15.48 auf dem 4. Schlussrang.
Erfreulich war für mich besonders der erste Wettkampftag, an dem ich meine persönliche Bestzeit über 50m Brust das erste mal unter die 29 Sekunden-Marke drücken konnte.
Dies zeigt mir deutlich, dass das amerikanische Training mit dem schnellkräftigen Krafttrainingseinheiten auch Früchte trägt.
Resultate:
50m Brust 28.97 VL (PB)
50m Brust 28.98 F (7. Platz)
50m Rücken 28.44 VL (PB)
100m Brust 1.02.89 VL
100m Brust 1.03.06 VL (8. Platz)
200m Brust 2.15.48 F (4. Platz)
(Wobei VL= Vorlauf, F= Final, PB= persönliche Bestzeit)
Insgesamt kann ich auf einen guten und lehrreichen Wettkampf zurückblicken, welcher von neuen persönlichen Bestzeiten, neuen Erfahrungen, Eindrücken bis zu neuen Schwimmkollegen aus verschiedenen Ländern alles beinhaltete.
Das Ziel der CISM Wettkämpfe "Friendship through Sport" wäre damit sicherlich erreicht.
Auch wenn es dieses Mal mit dem Exploit nicht geklappt hat, motiviert es mich umso mehr, für die kommenden Wettkämpfe zu trainieren und zu zeigen, was ich auf dem Kasten habe.
Noch einmal vielen Dank an Swiss Swimming und die Schweizer Armee, welche diesen Wettkampf und die perfekten Bedingungen im Vorfeld ermöglicht haben. Speziell möchte ich mich bei Nicolas Messer bedanken, welcher während den letzten drei Wochen mehr oder weniger als Personaltrainer fungierte!
(Viele) Impressionen findet ihr hier
Schon bald neigt sich das Vorbereitungslager für die Militär-Weltmeisterschaft in Tenero dem Ende zu. Während den vergangenen 2 Wochen in Tenero konnte ich mich mit meinem Coach Nico Messer unter optimalen Bedingungen vorbereiten und endlich wieder einmal tappern. Für die, die den Begriff „tappern“ nicht kennen: Tappern bezeichnet im Schwimmen die Vorbereitungsphase eines wichtigen Wettkampfes, in welcher man die Intensität des Trainings senkt, damit der Körper am Wettkampf selbst erholt und in bester Leistungsform ist. Das heisst so viel wie, dass das Training nicht wirklich hart ist während dieser Zeit und dass man sich erholt und voller Energie (also dem entsprechend gut) fühlt.
Am Donnerstag geht es dann endlich los nach Russland an die CISM Military Games in Samara. Ich freue mich bereits seit 2 Wochen auf diesen Wettkampf, da ich mich sehr gut im Training fühle und die Trainingszeiten auch vielversprechend sind. Ausserdem war ich noch nie in Russland und man hört ja schon ab und zu, dass es im Osten etwas andere Sitten und Bräuche gibt als bei uns. Da ich selbst nicht genau wusste, wo Samara liegt, bis ich es nachgeschaut habe, dachte ich mir, dass eine Karte behilflich sein könnte ;-)
Das Team, welches in Samara starten wird, besteht nur aus zwei Schwimmern in diesem Jahr, da die restlichen Athleten erst gerade an der Europameisterschaften in Glasgow teilgenommen haben und darum ein zusätzlicher Wettkampf nicht wirklich gut in die Saisonplanung gepasst hätte. Da ich mich leider nicht für die Europameisterschaften qualifiziert habe, bin ich natürlich sehr froh trotzdem an einem hochrangigen Wettkampf teilzunehmen.
Heute habe ich noch Bescheid bekommen, dass ich beim Summer Camp in Tenero an einer kurzen Fragestunde teilnehmen darf und der nächsten Schwimmgeneration meine Ansichten, Tipps und Tricks für den Schwimmsport weitergeben kann. Darauf freue ich mich jetzt schon riesig!
Bis morgen (Dienstag) werde ich noch in Tenero trainieren, danach einen Tag zuhause verbringen und schlussendlich am Donnerstag Richtung Samara fliegen. Das Abenteuer kann beginnen ;-)
Eine 8-stündige Fahrt erwartet mich morgen, die mich nach Austin führt. Den langen Weg nehmen wir als Team von der Louisiana State University in Kauf um zu zeigen, dass wir fit für die kommende Saison sind und für die meisten Teamkollegen stellt dieser Wettkampf auch eine Chance dar, sich für die amerikanischen Meisterschaften, die in zwei Wochen stattfinden, zu qualifizieren. Für mich jedoch ist dieser Wettkampf weniger wichtig, da ich das Privileg habe, an den Military World Games in Russland teilzunehmen.
Der Wettkampf war im Rückblick ein voller Erfolg. Ich konnte über die 100m-Brust- und die 200m-Brust-Strecke jeweils das A-Finale erreichen und dabei meine Leistungsform bestätigen.
Über 200m Brust wurde ich nur wegen 3/100 Sekunde Vierter mit einer Zeit von 2:19.00 und über 100m Brust schwamm ich mit einer Zeit von 1:03.26 auf den 5. Schlussrang. Beide Zeiten sind sehr positiv für den jetzigen Zeitpunkt und ich bin mir sicher, dass ich in Russland an den Militärweltmeisterschaften eine gute Leistung abrufen werden kann. Bis dahin bin ich jedoch noch weiterhin fleissig am büffeln in der Uni und natürlich am trainieren.
Nach einer intensiven Trainingswoche mit vielen Vorlesungen und Trainingseinheiten startete ich am Samstag dem 19.06 am NOLA wave meet in New Orleans.
Dies war eine super Erfahrung, denn ich konnte zum ersten mal einen lokalen Wettkampf besuchen und erfuhr die Stimmung eines solchen amerikanischen Wettkampfes am eigenen Leibe. Trotz den müden Muskeln, die fleissig unter der Woche beansprucht wurden, konnte ich am Wettkampf gute Zeiten erschwimmen. Am Morgen schwamm ich die 400m-Lagen in 4min 50 Sek. und die 200m-Brust Strecke in 2 min 30 Sek. (nur in Trainingsbadehosen). Damit qualifizierte ich mich in beiden Rennen als erster fürs Finale. Im Finale schwamm ich dann nur noch 200m Brust, da ich dies so mit meinem Coach abgesprochen habe. Dabei konnte ich mich mit einer Zeit von 2:20.8 um satte 10 Sekunden im Vergleich zum Morgen verbessern (dies war vor allem möglich, da ich am Morgen nur mit meinen Trainingsbadehosen schwamm und weil ich mich am Morgen ein bisschen zurück hielt.)
Diese 200m-Brust Zeit ist sehr vielversprechend für den jetzigen Zeitpunkt und motiviert mich natürlich, in den nächsten Wochen im Training weiterhin vollgas zu geben.
Am Montag geht es wieder los mit den Vorlesungen an der Universität hier in Louisiana. Nach der kurzen Erholungsphase mit meinen Eltern bin ich jetzt wieder voll im Trainingsmodus. Da ich über den Sommer insgesamt nur Vorlesungen für 2 Fachgebiete besuche, werde ich auch in den nächsten Monaten den Fokus vor allem auf das Training setzen können.
Äusserst erfreut erfuhr ich auch letzte Woche noch, dass ich im August an den CISM Military World Cup in Samara (RUS) teilnehmen darf und somit die Schweiz an diesem internationalen Wettkampf vertreten kann.
Damit ich in Russland meine volle Leistung abrufen kann, werde ich im Vorfeld des Wettkampfes ein 2-wöchiges Trainingslager mit perfekten Trainingsbedingungen in Tenero absolvieren. Dies wird mir sicherlich helfen den Jetlag zu verarbeiten und mich an das neue Trainingsumfeld zu gewöhnen.
Zu guter Letzt möchte ich mich auch noch ganz herzlich bei der Schweizer Spitzensport Armee bedanken, welche diese Trainingsbedingungen in Tenero und die Teilnahme am Wettkampf selbst ermöglichen!
Ich freue mich jetzt schon riesig auf den Wettkampf und den kurzen Aufenthalt in der Schweiz, und ich hoffe natürlich, dass ich während dieser Zeit noch einige von euch sehen werde.
Wie ich schon erwähnt habe, bin ich zur Zeit mit meinen Eltern in Florida unterwegs. Momentan befinden wir uns im schönen historischen Städtchen St. Augustine an der östlichen Küste. Heute am 21. Mai spielt das Wetter leider ein bisschen gegen uns, trotzdem gingen wir schon am Morgen joggen und machten ein paar Yogaübungen, damit wir fit bleiben. Dies ist vor allem für mich wichtig, damit ich nach den Ferien direkt wieder mit dem Training fortfahren kann.
Gerade jetzt liege ich auf dem Bett in unserem kleinen Airbnb-Apartment, welches einer umgebauten Garage ähnelt, aber sehr schick und bequem eingerichtet ist. Draussen regnet es, auch wenn es eigentlich im "Sunshine State Florida" nur selten regnen sollte, und in der Stube sind meine Eltern gerade an der Planung für unseren nächsten Aufenthalt, welcher wahrscheinlich in der Nähe von Tallahassee sein wird.
Dies sind für mich perfekte Bedingungen, um ein bisschen nachzudenken und die vergangene Zeit zu reflektieren.
Erst gerade am 11. Mai wurde ich 22 Jahre alt und konnte meinen Geburtstag glücklicherweise mit meinen Eltern in Florida gemütlich feiern. Am 13. Mai war Muttertag und am 15. Mai hatte Carina, meine Schwester, ihren 20. Geburtstag.
Dieses Jahr war es das erste Mal, dass ich am Geburtstag nicht bei meiner Schwester (oder sie bei mir) sein konnte. Irgendwie vermisse ich (und meine Eltern) sie sehr, auch wenn sie ab und zu auch eine "kleine" Hexe sein kann.
Mir ist erst jetzt in den Ferien klar geworden, wie viel ich eigentlich meiner Schwester zu verdanken habe. Für diejenigen, die es nicht wissen, meine Schwester ist geistig behindert und brauchte deshalb schon immer mehr Aufmerksamkeit und Hilfe von meinen Eltern. Dadurch, dass meine Eltern auf Carina schauen mussten, wurde ich schon sehr früh selbständig und genoss das Vertrauen meiner Eltern, die mir sehr viel Freiraum gaben.
Diese Selbständigkeit und auch die Ruhe, mit welcher ich an Herausforderungen herantrete, helfen mir seither im Sport, Studium und werden mir wahrscheinlich auch im Berufsleben behilflich sein. Ohne meine Schwester hätte ich vielleicht nie den Weg eingeschlagen, den ich jetzt auslebe und wäre vor allem nie bereit gewesen, die Schritte von Zuhause nach Zürich und von Zürich nach Amerika zu wagen. Auch wenn es Momente gab, an denen ich mich benachteiligt fühlte, da ich der Einzige mit einer behinderten Schwester war, sehe ich nun immer mehr, dass ich daraus lernen konnte und dass ich darum auch der Mensch/ehrgeizige Athlet geworden bin, der ich heute bin.
Danke Dir Carina! Auch wenn ich momentan auf der anderen Seite des Atlantiks bin, werde ich immer für dich da sein!