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Die Seitendominanz des menschlichen Körpers ist eine Realität. Menschen sind asymmetrisch und das ist ganz normal. Lass uns für ein Moment überlegen, wie die axiale Kernorgane des menschlichen Körpers konfiguriert sind – wir haben ein Herz auf der linken Seite und eine Leber auf der rechten Seite. Unsere Seitendominanz, obwohl sie oft durch unsere Arbeit oder die Sportarten, die wir ausüben, übertrieben ist, ist das Ergebnis eines unseren internen asymmetrischen Designs und nicht der Händigkeit. Der menschliche Körper wird neurologisch angetrieben, um sich zwischen der linken und rechten Körperhälfte auszubalancieren.
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Aber was passiert, wenn die asymmetrischen Aktivitäten des Körpers nicht im Gleichgewicht sind? Oder es zu einer Überbeanspruchung, Unterbeanspruchung oder Missbrauch der jeweiligen Gelenke und Muskeln kommt? So dass strukturelle Schwächen, Instabilitäten und muskuloskelettale Schmerzsyndromen auftreten?
Diese Vorkommnisse von einseitigen, strukturellen Schwächen und Instabilitäten können erklären, wie eine Person nur auf der einen Seite einen allmählichen Schmerzanfall entwickelt. Ebenfalls warum ein Gelenk auf der einen Seite sich schneller abnutzt als auf der Anderen.
Das Erreichen eines “neutralen” oder ausgeglichenen asymmetrischen Funktionszustandes ist für Diejenigen in der Rehabilitation oder Verletzungsprävention von Vorteil. Darüber hinaus ist es sehr wertvoll für Menschen, die ihre sportliche Leistung und die Variabilität der Bewegung verbessern möchten. Neutralität wird hier als Übergangszone betrachtet, in die sich ein Individuum zwischen beiden Enden eines gegebenen Bewegungsbereichs bewegt.
Neutralität ist die Übergangszone, durch die sich ein Individuum zwischen beiden Enden eines gegebenen Bewegungsbereichs bewegt.
Werfen wir einen Blick auf den Lenden-Becken-Femur-Komplex, um diese Ideen weiterzuführen.
Der Lenden-Becken-Femur-Komplex ist ein Begriff, der die Lendenwirbelsäule, das Becken und die Hüfte beschreibt und wie sie als integriertes System funktionieren.
Dieses System besteht aus 6 Gelenken, die so angeordnet sind, dass sie “Einen Ring aus Knochen” bilden:
Eine Schambeinsymphyse an der Vorderseite, 2 Iliosakralgelenke im hinteren Bereich, 2 Hüftgelenke (Kugelgelenke) an den Seiten und eine Schnittstelle zwischen L5-S1 (letzter Knochen der Lendenwirbelsäule zum oberen Knochen des Kreuzbeins S1).
Aufgrund der zusammenhängenden Ring-Anteile, gibt es keine Bewegung auf der einen Seite des Knochenrings, ohne ein entgegengesetzter oder umgekehrter Einfluss auf der anderen Seite des Knochenrings. Jedes Teil hat einen direkten Einfluss auf die anderen Teile.
Die möglichen Rotationen der Beckenhälften in aufrechter Position:
Eine Vorwärts- und Abwärtsbewegung des Beckens auf den Köpfen der Oberschenkelknochen wird als anteriore Rotation oder Flexion bezeichnet.
Eine Rückwärts- und Aufwärtsbewegung des Beckens an den Köpfen der Oberschenkelknochen wird als posteriore Rotation oder Extension bezeichnet.
Was passiert mit den anderen Teilen in diesem Knochenring, wenn sich das Becken in die eine oder andere Richtung dreht?
Wenn sich das Becken nach vorne kippt (anterior), streckt sich die Lendenwirbelsäule (sogenannte Hohlkreuz) und die Hüften beugen sich.
Wenn sich das Becken nach hinten kippt (posterior) wird die Lendenwirbelsäule gedehnt (es wird flach) und die Hüften strecken sich.
Diese Bewegungen haben jedoch nur die Bewegung der Knochen in einer Bewegungsebene – der Sagittalebene – beschrieben. Bei der Betrachtung des Lenden-Becken-Femur-Komplex ist es sinnvoll, die dreidimensionalen (tri-planar auf Englisch) Beziehungen zwischen den Knochen zu berücksichtigen. Tri-planar Bewegung ist jede Bewegung, die durch alle drei Bewegungsebenen (sagittal, frontal, transversal) erfolgt. Denn Knochen und Muskeln verändern ihre Position in der Fortbewegung / beim Gehen.
Betrachten wir zum Beispiel einen Ausschnitt aus dem Gangzyklus. Wenn eine Seite des Beckens vorrückt und sich vor der gegenüberliegenden Seite vorwärtsbewegt, gibt es eine schräge Achse über dem Kreuzbein, die zugleich eine Bewegung und eine Gewichtsübertragung ermöglicht. Wenn sich die linken Beckenhälfte auf einer rechten Schrägachse nach rechts dreht, kippt es nach vorne und bewegt sich vorwärts. Das Kreuzbein dreht sich um die rechte Schrägachse nach rechts und auch der Schwerpunkt verschiebt sich nach rechts. Der Körper befindet sich hier in der rechten Standbeinphase. Der rechte Oberschenkel ist idealerweise (ohne Kompensation) nach aussen orientiert und der linke Oberschenkel nach innen orientiert (siehe Bild unten rechts).
Alternating reciprocal gait viewed from above, Postural Restoration Institute®. Copyright 2017, www.posturalrestoration.com
Wenn dies umgekehrt ist, bewegen sich die Knochen zuerst durch den «neutralen» Stand zurück, damit die rechten Beckenhälfte dann vorrückt, sich nach vorne kippt und vor der linken Hüfte liegen kann. Das Kreuzbein dreht sich nach links auf einer linken schrägen Achse und der Schwerpunkt verschiebt sich nach links. Der Körper befindet sich hier in der linken Standbeinphase – der linke Oberschenkel nach aussen orientiert und der rechte nach innen gerichtet (siehe Bild oben links). Für weitere Details zu den Rotationsmustern von Becken, Lendenwirbelsäule und Oberschenkelknochen und wie sie die Bewegungen beim Gehen beeinflussen, besuche den Myokinematic Restoration Kurs des Postural Restoration Institut.
Was passiert, wenn die oben beschriebene gegenseitige Bewegung durch wiederholte Überbeanspruchung bestimmter Muskelketten oder Haltungsgewohnheiten eingeschränkt wird? Der Körper wird in der Tat seine Haltungsorientierung ändern und kompensatorische Strategien annehmen, so dass die Ruheposition der einen Körperhälfte nicht mehr mit der Ruheposition der Anderen übereinstimmt. Hier geht die Körper “Neutralität” verloren.
Kann denn die Positionsdynamik dieser Knochen im Ring verändert werden? Auf jeden Fall. Nämlich, indem man die Position der umgebenden Muskeln anspricht. Und das ist der Schlüssel! Wenn Sie die Position der Muskeln auf ihr Optimum zurücksetzen, stellen Sie die Position der Knochen und Gelenke wieder her. Es ist ein Gewinn für alle Beteiligten – die Muskeln und die damit verbundenen Gelenke sind in der richtigen Position, um Kraft zu erzeugen, wenn sie aufgefordert werden. Eine echte tri-planare Funktionsbewegung findet statt.
Das ultimative Ziel ist es, die gegenseitige Bewegung dorthin zurückzubringen, wo sie fehlt, um die rechte und linke Körperhälfte im Gleichgewicht zu halten.