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Konkrete Konstruktive Kunst
Die Schulthess Klinik verfügt seit den 1970er Jahren über eine spannende und umfangreiche Sammlung von Künstlern, die der Kunstbewegung der «Zürcher Konkreten» angehören. Annemarie Gschwend, die Frau des langjährigen Klinikchefs Professor Norbert Gschwend, war passionierte Kunstsammlerin und hat für die Klinik verschiedene bedeutende Werke der Zürcher konkreten Kunst erworben. Dazu gehören u. a. Max Bill, Verena Loewensberg, Camille Graeser und Richard P. Lohse.
Jean Baier (1932–1999) war Schweizer Maler, Plastiker und Bildhauer. Seine Werke orientieren sich an der Kunst von Max Bill, insbesondere durch die strenge Klarheit der Formen und durch die reduzierte Farbigkeit. Als gelernter Mechaniker entwickelte er eine künstlerische Faszination für zweckmässige Formen. In den 1960er und 1970er Jahren schuf Baier verschiedene Wand- und Fassadengemälde. Seine Arbeiten sind in verschiedenen namhaften Institution der Schweiz zu sehen (Novartis, Universität St. Gallen). Ausserdem befinden sich seine Werke in verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen.
Max Bill (1908–1994) war Architekt, Möbeldesigner und vielseitiger Künstler mit Schwerpunkten in der Malerei, Grafik und Bildhauerei. Er war Begründer der «Zürcher Konkreten» Kunstbewegung und Erbauer und Rektor der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Er wurde in Winterthur geboren und gehört zu den bekanntesten Protagonisten der Konkreten Kunst.
Hansjörg Glattfelder (*1939) ist ein Schweizer konstruktiver Künstler, lebt heute in Paris. Die Anfänge seines künstlerischen Schaffens wurden geprägt vom strengen Geometrismus der «Zürcher Konkreten», 1966 fand seine erste Einzelausstellung in Mailand statt und 1986 war er auf der Biennale von Venedig vertreten. Er arbeitete in Florenz, Mailand und New York. Glattfelder experimentierte gerne und wagte es, mit den Gesetzten des rechten Winkels zu brechen. In den 1970er Jahren befasste er sich erstmals mit dem gekrümmten Raum, wodurch er dazu beigetragen hat, dass die konkrete Kunst lebendig wurde. Seine Werke wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt.
Camille Graeser (1892–1980) war Schweizer Maler, Innenarchitekt, Designer und Grafiker. Graeser entwickelte unter dem Einfluss seines Lehrers Adolf Hölzel um 1920 einen abstrakten Expressionismus. 1933 kam Graeser nach Zürich, vier Jahre später begann seine künstlerische Tätigkeit. Er gehörte zum Kreis der Zürcher Konkreten und war dort gleichzeitig der älteste und der bescheidenste Künstler. Camille Graeser realisierte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen, sowohl in der Schweiz als auch im Ausland. 1975 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Zürich.
Gottfried Honegger (1917–2016) war Schweizer Grafiker, Maler und Plastiker und auch ein bekannter Vertreter der konstruktiv-konkreten Kunst. Nachdem Honegger als erfolgreicher Werbegrafiker tätig war, beschloss er Ende der 1950er Jahre, sich ganz der freien Kunst zu widmen. Anfänglich war das naturbezogene Motiv (Figur) Gegenstand der Abbildungen, allmählich machte Honegger die Struktur und die geometrischen Elemente zu seinem fundamentalen Gestaltungsprinzip. Das Bild besteht nun nur noch aus Fläche und Farbe. Er arbeitete ab 1958 als freier Künstler in Paris, Cannes und Zürich. 1987 wurde sein Schaffen mit dem Zürcher Kunstpreis ausgezeichnet.
Verena Loewensberg (1902–1986), war Schweizer Malerin. Sie war Mitgründerin der «Allianz», eine Vereinigung moderner Künstler in Zürich. Daraus formierten sich die Zürcher Konkreten, zu deren Kern Verena Loewensberg mit Max Bill, Camille Graeser und Richard Paul Lohse gehörte. Loewensberg beteiligte sich an deren erfolgreichen Gruppenausstellungen.
Richard Paul Lohse (1902–1988), war Schweizer Maler und Grafiker. Nach seinem Tod 1988 wurde in Zürich die Richard Paul Lohse-Stiftung gegründet. Lohse war als Maler Autodidakt und experimentierte mit verschiedenen Stilen. Zu seinem frühen Werk gehören expressionistische Stillleben und Landschaftsmalerei sowie kubistische Bilder. Ab den 1940er Jahren beschäftigte sich Richard Paul Lohse mit der Konkreten Kunst. Er befasste sich in seinen Bildern mit der horizontal-vertikalen Gliederung von Farbfeldern. Quadrate und rechteckige Elemente stehen in bestimmter Anordnung zueinander und machen die Gesamtheit der Bilder aus. Seine Werke sind in verschiedenen Schweizer Museen zu sehen.
Heinz Müller-Tosa (* 1943) ist ein Schweizer Maler, Zeichner und Gestalter, der in zahlreichen nationalen Einzel- und Gruppenausstellungen seine Werke gezeigt hat. Er zählt zu den führenden Vertretern der konkreten Kunst der Schweiz. Die geometrische Grundform des Kreises stellt für den Künstler eine Obsession dar. Die Fragen; wie sich Teile eines Kreisbogens zum Ganzen verhalten und welche Spannungen bei Kreisüberlagerungen und Halbkugeln innerhalb eines Quadrats entstehen, prägen sein Schaffen. Seine Werke befinden sich in verschiedenen privaten und öffentlichen Sammlungen, u. a. Bank Julius Bär Zürich, swiss Flughafen Kloten, UBS Zürich und im Haus Konstruktiv Zürich.
Shizuko Yoshikawa (*1934) ist in Omuta, Japan geboren und lebt und arbeitet seit 1962 in Zürich. Sie realisierte zahlreiche Aufträge für Kunst am Bau. Shizuko Yoshikawa hat als emanzipierte japanische Frau ihre eigene Tradition mit der konstruktiven Idee der Zürcher Konkreten subtil zusammengeführt. Ihre Werke wurden von verschiedenen Institutionen angekauft, u. a. vom Kunsthaus Zürich, Haus Konstruktiv Zürich, verschiedenen Schweizer Banken und internationalen Museen.