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Schon seit mehreren Dekaden ist eine heftige Debatte im Gange über den Speiseplan von unseren Vorfahren. Aber bevor wir uns mit dem Speiseplan von unseren Vorfahren beschäftigen müssen wir uns zuerst einmal mit der Frage beschäftigen: Wer waren eigentlich unsere Vorfahren? Mit Vorfahren meine ich anatomisch moderne Menschen wie wir es sind.
Die älteste Form von Menschen, die wir heute kennen, ist der Homo habilis, der vor ungefähr 2.5 Millionen Jahren zum ersten mal auf der Bildfläche der Erde erschien. Aus dem Homo habilis hat sich der Homo ergaster entwickelt. Diese Menschen waren uns genetisch schon sehr ähnlich. Vor ungefähr 1.8 Millionen Jahren sind aus dem Homo ergaster der Homo erectus und der Homo heidelbergensis entstanden. Der Homo erectus ist jedoch vor ungefähr 800’000 Jahren ausgestorben und aus dem Homo heidelbergensis ist vor ungefähr 480’000 Jahren der Homo sapines entstanden den wir heute Cro-Magnon nennen. Die Cro-Magnonen waren die ersten anatomisch modernen Menschen die genetisch zu 100% mit uns identisch sind. Nach dem heutigen Wissenstand ist der Homo neanderthalensis aus dem Homo ergaster entstanden und zwar ungefähr zur gleich Zeit wie der Homo heidelbergensis. Der Homo heidelbergensis ist dann vor ungefähr 400’000 Jahren auch ausgestorben.
Wer waren unser Vorfahren?
Die Cro-Magnon Menschen und die Neandertaler haben dann während fast 450’000 Jahren gemeinsam die Welt bevölkert. Aus heute noch weitgehend unbekannten Gründen sind die Neandertaler vor ungefähr 35’000 Jahren ziemlich plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Es ist heute noch ein Rätsel was genau für das Aussterben der Neandertaler verantwortlich gemacht werden kann. Es gibt verschiedene Theorien. Manche Archäologen meinen, dass die Neandertaler von den Cro-Magnonen verdrängt wurden und sie dadurch nicht mehr genug Nahrung beschaffen konnten. Andere meinen, dass die Neandertaler mit dem Klimawandel, der zu der Zeit stattgefunden hat, nicht zurechtgekommen sind. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren was der Grund für das Verschwinden von den Neandertalern ist.
Was war auf dem Speiseplan von unseren Vorfahren?
Es gilt jedoch heute als gesichert wie der Speiseplan von unseren Vorfahren ausgesehen hat. Alle unsere Vorfahren haben sich ausschliesslich aus Nahrung die von Tieren stammt ernährt. Speziell von den Cro-Magnonen wissen wir heute ziemlich genau was für Essgewohnheiten sie gepflegt haben. Von vor 400’000 Jahren bis vor 8’000 Jahren waren die Essgewohnheiten von den Cro-Mangonen weitgehend gleich geblieben. Die Wissenschaftler können anhand von unzähligen Funden von Ausgrabungen mit Sicherheit sagen, dass die Cro-Magnonen sich fast ausschliesslich von Tieren ernährt haben. Wie Brian Fagan es in seinem Buch „Cro-Magnon“ ausdrückt, haben bis vor ungefähr 30’000 Jahren die Cro-Magnonen nur ungefähr eine Tasse voll pflanzliche Nahrung zu sich genommen. Und jetzt kommt es! Nicht eine Tasse pro Tag sondern eine Tasse pro Jahr. Hiermit sollte die Theorie von einigen Vegetariern eindeutig widerlegt sein, die behaupten, dass das menschliche Verdauungssystem nicht zur Verdauung von Fleisch gemacht sei.
Regionale Unterschiede
Je nach klimatischer Phase stand auf dem Speiseplan von unseren Vorfahren entweder Rentiere, Pferde, Auerochsen, Wisente, Hirsche oder Kleintiere gejagt. Da die Cro-Magnonen im Gegensatz zu den Neandertalern die ersten Menschen waren, die eine voll artikulierte Sprache hatten, konnten sich diese auch besser verständigen und somit auch besser organisiert jagen. Während der Zeit der Rentier Migrationen haben sich die Cro-Magnonen in strategisch wichtigen Punkten versammelt und in grossen Gruppen Rentiere erlegt. Sie haben nicht nur das Fleisch von der erlegten Beute verwertet sondern fast alles was die Rentiere hergegeben haben. Das Fett haben sie in Lederbeuteln eingelagert, ein grosser Teil der Knochen und Geweihe wurden zu Werkzeugen und Speerspitzen verarbeitet. Eine Delikatesse für die Cro-Magnonen war das Knochenmark, das Hirn, die Zunge und die Innereien der frisch geschlachteten Tiere. Mit den Häuten wurden Kleider genäht und Zelte gemacht. Eine der wichtigsten Erfindungen, die es den Cro-Magnonen ermöglicht hat die verschiedenen Kälteperioden und Eiszeiten zu überleben war übrigens die Nähnadel. Im Unterschied zu den Neandertal die keine Nadeln hatten konnten die Cro-Magnonen mass gefertigte Kleidungsstücke erstellen, die Sie in den verschiedenen Eiszeiten, die Sie überstanden haben, warm hielten.
Jahreszeitliche Unterschiede
Zu den Zeiten wo die Winter selbst in Südfrankreich und Spanien fast 8 Monate gedauert haben, war der Speiseplan von unseren Vorfahren manchmal sehr spärlich. Während den grossen Rentier Jagden haben sich die Cro-Magnonen voll gefressen und somit Energie in Form von Fett gespeichert. Viel Fleisch wurde getrocknet und das Fett in Lederbeuteln oder Mägen gespeichert. Während den langen Wintern haben sich die Cro-Magnonen von dem getrockneten Fleisch und dem Fett ernährt. Viele Archäologen vermuten heute, dass diese Menschen während den Wintermonaten fast eine Art Winterschaf gehalten haben. Den grössten Teil von Tag und Nacht sind sie eingewickelt in Fellen nahe bei einander gelegen und haben sich nur spärlich von Fett und getrocknetem Fleisch ernährt.
Landwirtschaft änderte den Speiseplan von unseren Vorfahren
Erst nach dem Ende der letzten Eiszeit vor ungefähr 17’000 Jahren haben die Cro-Magnonen angefangen vermehrt pflanzliche Nahrung zu konsumieren. Nach dem Abklingen der Eiszeit und nachdem im fernen Osten, wo ein grosser Teil der Cro-Magnonen damals gelebt hat, vor ungefähr 8’000 Jahren das Land immer mehr ausgetrocknet ist, haben die damaligen Menschen angefangen Samen zu essen und daraus ist die Landwirtschaft entstanden. Die Landwirtschaft hat sich dann allmählich nach Europa ausgebreitet. Trotzdem haben noch lange Zeit traditionelle Jäger und Sammler parallel mit den Landwirtschaft betreibenden Menschen gelebt. Wie wir alle wissen gibt es heute noch Völker speziell in Afrika, auf den Pazifischen Inseln und in der Antarktis die noch die gleichen Essgewohnheiten pflegen wie es unsere Vorfahren seit mindestens 2 Millionen Jahren getan haben.
Nach allem was wir heute über die Ernährungsgewohnheiten von unseren Vorfahren wissen, sollte es jedem denkenden Menschen einleuchten, dass die Essgewohnheiten, von den meistens Menschen von heute, nicht zu dem passen wofür unsere Körper gemacht sind.