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Henri Lautremois kam 1904 in Port-Louis zur Welt als der Sohn eines französischen Holzhändlers und einer einer um viele Jahre jüngeren Tochter eines holländischen Diplomaten. Kurz nach seiner Geburt trennte sich das Paar und Henri kehrte mit seinem Vater nach Paris zurück, wo er seine Kindheit verbrachte und eine Lehre als Kaufmann absolvierte. Früh schon begann sich Henri Lautremois für das Medium Fotografie zu interessieren und nach seiner Lehre versuchte er, die Passion zum Beruf zu machen – vergeblich zunächst. Ende der zwanziger Jahre (1927 oder 1929) begab er sich auf der Suche nach seinen Wurzeln in die Karibik – nach Sint Maarten (Saint-Martin) zunächst, wo er seine Mutter vermutete, und dann nach Santa Lemusa. In Port-Louis fand er eine Anstellung als Buchhalter bei der Hafenbehörde und liess sich nieder. In den folgenden Jahren nahm er einige Postkarten der Insel auf, die sich recht gut verkauften. Ab etwa Mitte der 30er Jahre begann er auch Aktbilder zu realisieren, die mehrheitlich im «Lajwa» entstanden – einem luxuriösen Freudenhaus, in dem sich damals auch viele Künstler und Intellektuelle trafen.
Ab Mitte der 1930er Jahre nahm Henri Lautremois im «Lajwa» eine Serie von Aktbildern auf – sein liebstes Modell hiess Jaffa. (Bilder Archives Nationales, Port-Louis)
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs liess sich Henri Lautremois für das Caribbean Regiment rekrutieren, das als Sondereinheit der britischen Armee in Ägypten kämpfte. Anschliessend an seinen Kriegsdienst kehrte er zunächst für einige Jahre nach Paris zurück, wo er offenbar im Auftrag einer Schweizer Bank Devisengeschäfte tätigte. Dabei muss er so viel Geld verdient haben, dass er von 1946 bis 1966 als freier Reporter durch den östlichen Mittelmeerraum und den Orient reisen konnte. 1966 kehrte er nach Santa Lemusa zurück, wo er 1988 verstarb.
In den 1940er Jahren reiste Lautremois unter anderem über das griechische Festland – das dokumentieren seine Bilder aus Piräus, Korinth oder Rethymnon. (Bilder Archives Nationales, Port-Louis)
Die meisten Bilder von Henri Lautremois haben eher dokumentarischen Charakter – vor allem jene, die im Zusammenhang mit seinen Reisen entstanden. Nur vereinzelt liess er sich auf Experimente ein – bei den Aktbilder aus den 30er Jahren etwa oder bei einer Reihe von stillebenartigen Fotos, die in den 60er Jahren entstanden. Die Archives Nationales besitzen eine recht umfangreiche Sammlung von seinen Bilder und haben im Jahr 2000 auch bereits eine kleine Ausstellung mit Akten zusammengestellt.
First Publication: 8-2007
Modifications: 20-2-2009, 17-6-2011