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(Quelle Heimatkunde Oltingen)
Bereits im 14. Jahrhundert dürfte das erste Pfarrhaus erstellt worden sein. Um 1560 befand sich davor ein grosser Fischweiher. Ende des 16. Jahrhunderts war das Gebäude so baufällig, dass man in den Jahren 1598 -1600 einen Neubau errichtete. Am 16.02.1598 wurde das Fundament gesetzt und bereits am 18. Mai feierte man die Aufrichte mit 50 Bauleuten. Im Jahre 1600 war das Gebäude dann auch innen fertig ausgebaut. 1628 wurde das Pfarrhaus durch den Umbau und die Unterkellerung des Beinhauses erweitert, das in seiner 1. Form bereits 1517erstellt wurde und damals noch für sich allein stand.
Der damalige Vikar Stöcklin beantragte den Bau einer Laube an den Südgiebel, dies wurde jedoch abgelehnt, dafür baute man 1692 eine Laube auf der Rückseite an Pfarrhaus und Beinhaus an.
1825 wurde der Fischweiher aufgefüllt, und auch der Pfarrhof mit demBrunnen entstand zu dieser Zeit. Der Pfarrgarten mit der ursprünglichvollständigen Umfassungsmauer muss um 1770 bis 1830 eine prächtigeAnlage in Form eines französischen Gartens mit dem Sommerhäuschen in der Südwestecke des Gartens gewesen sein, in dem eine Zeit langauch das Bienenhaus des Pfarrers gestanden hat.
In den Jahren 1857 bis 1877 war Karl August Rippas Pfarrer in Oltingen.Während seiner Wirkungszeit war das Pfarrhaus in sehr schlechtem Zustand, auch beim Laubenanbau drohte das Gebälk zusammenzubrechen. Da die neue Regierung sehr haushälterisch mit den Finanzen umgehen musste, fand man kein Gehör für die dringenden Renovationsarbeiten. Der handwerklich sehr geschickte Rippas beschaffte daraufhin selber Holz und führte die Renovationsarbeiten auf eigene Faust durch. Pfr. Rippas war wahrscheinlich auch der letzte Pfarrer, der nebenbei als Bauer tätig war und die Pfarrscheune benutzte.
Ein einzigartiges Ensemble (Quelle Simon Heinger /Architektur Basel)
Das bestens erhaltene Ensemble aus Kirche, Pfarrhaus und Pfarrscheune auf einer kleinen Anhöhe bildet unmissverständlich den Mittelpunkt des Dorfes. So heisst der Abschnitt der Hauptstrasse davor auch «Herrengasse». Die Herrengasse als solche gibt es auch in Bern, Linz oder Wien. Die 1296 erstmals urkundlich erwähnte Anlage ist deshalb interessant, weil die verschiedenen Gebäude klar zueinander gesetzt in zwei hierarchisch gegliederten Höfen, dem allgemeinen Pfarrhof und dem geschlossenen, etwas höher liegenden Kirchhof sich nicht nur unter topografischen Gesichtspunkten perfekt in das Dorf einordnen, sondern auch untereinander harmonieren. Obschon die Kirche mehrfach umgebaut worden ist, präsentiert sich das am westlichen Dorfeingang und durch eine Mauer gefasste Sakralgebäude noch im spätgotischen Stil. Die Fassaden bestehen aus Tuffstein aus der Region.
Der seltene Zehntenschrank (Aktenschrank) von 1647 im Pfarrhaus