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Propagandafilm der Schweizer Armee: Das Triptychon des Igels
Die Armee hat hierzulande auch schon bessere Zeiten erlebt. Am Mittwoch kündigte Verteidigungsminister Ueli Maurer einen tiefgreifenden Umbau der Streitkräfte an. Die veränderte Bedrohungslage und der rigide Spardruck zwingen ihn dazu. Insbesondere die Bestände sollen drastisch reduziert werden. Ab 2017 wird die Armee noch 100 000 Mann umfassen, das ist weniger als ein Achtel im Vergleich zu den 1960er Jahren. Damals gab es noch den Kalten Krieg, der beständig zu einem «heissen» zu werden drohte, und einen möglichen Aggressor aus dem Osten. Das Militär sollte Identität stiften. «Geistige Landesverteidigung» hiess die Losung, dafür wurden keine Kosten gescheut.
An der Expo 64 in Lausanne manifestierte sich der staatlich propagierte Wehrwille in der monumentalen Architektur des Armee-Pavillons. In einem igelförmigen Betonbunker mit 141 Stacheln wurde eine wehrhafte Schweiz inszeniert, die auch im Atomzeitalter ihre Unabhängigkeit verteidigt. Prunkstück der Schau war ein Propagandafilm der Armee, der – einem Triptychon gleich – auf drei riesigen Leinwänden von insgesamt 410 Quadratmetern Fläche vorgeführt wurde: Überwältigungskino in Hollywood-Manier, gedreht im seltenen und qualitativ exquisiten 70-mm-Format.
Beitrag auf NZZ.ch