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Anlässlich des jährlich stattfindenden französisch-japanischen Gipfeltreffens führten der französische Ministerpräsident, Manuel Valls, und sein japanischer Amtskollege, Shinzo Abe, Gespräche über die Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie, an denen ebenfalls Vertreter beider Regierungen und Unternehmen teilnahmen.
In einer gemeinsamen Erklärung unterstrichen beide Seiten die Rolle der Kernenergie in der nationalen Energiepolitik und insbesondere ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und zum Kampf gegen den Klimawandel.
Valls und Abe betonten in der Erklärung die Kontinuität der bestehenden Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen in beiden Ländern, die unter anderem die Entwicklung und Förderung neuer Reaktoren, den Kernbrennstoffkreislauf und die Entwicklung von Technologien für die Stilllegung kerntechnischer Anlagen umfasse. Das Ergebnis der Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Reaktortyps Atmea-1 in einer Partnerschaft zwischen der Areva SA und der Mitsubishi Heavy Industries (MHI) sei ein Produkt, das die strengsten Sicherheitsauflagen erfülle. Die beiden Ministerpräsidenten begrüssten die Wahl des Atmea-1 für das Neubauprojekt Sinop in der Türkei und vereinbarten, den Einsatz diesen Reaktortyp in weiteren Ländern fördern zu wollen.
Sie besprachen ebenfalls die Fortsetzung der Zusammenarbeit bei der Wiederaufarbeitung ausgedienter Brennelemente und beim Einsatz von Mox-Brennelementen. Die beiden Länder beabsichtigen zudem, bei der Entwicklung Schneller Brütertechnologien zu kooperieren. Ausdrücklich sehen sie eine vertiefte Zusammenarbeit bei dem in Frankreich in Entwicklung stehenden natriumgekühlten Astrid-Reaktor (Advanced Sodium Technological Reactor for Industrial Demonstration) wie auch einen möglichen Beitrag zu den japanischen Brütern Monju und Joyo vor. Weiter kamen Massnahmen betreffend den Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi und die Bedeutung der nuklearen Sicherheit auf internationaler Ebene zur Sprache.
Abe und Valls verlangten, dass der französisch-japanische Ausschuss für Kernenergie – dessen nächste Sitzung im November in Tokio stattfindet – konkrete Vorschläge zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern prüft.
Quelle
M.A. nach französischer Botschaft in Japan, Medienmitteilung, 8. Oktober 2015