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Koppigen
Reformierte Kirche
Die stattliche gotische Kirche steht im Dorfzentrum von Koppigen. Die Kirche, das benachbarte Pfarrhaus (erbaut 1724/25) und die ehemalige Pfrundscheune (erbaut 1770, heute Kirchgemeindehaus) bilden eine eindrückliche Einheit. Das Kirchengebäude ist eine stattliche gotische Anlage mit Schiff und eingezogenem Rechteckchor. Der Turm aus dem 14. Jahrhundert wurde nach einem Brand 1529-30 wiederhergestellt. Der Taufstein stammt von 1519, der Abendmahlstisch von 1667.
Koppigen war zur Römerzeit besiedelt, das bezeugen zahlreiche Funde rund um die Kirche: Anscheinend befand sich dort ein römischer Gutshof. Wann die erste Kirche gebaut wurde, ist nicht bekannt. Klar ist, dass der Chor auf einem älteren Fundament steht, was ein Hinweis ist auf einen kleineren Vorgängerbau.
Die jetzige Kirche wird erstmals 1275 erwähnt, und zwar als Teil des Besitzes des Klosters Thorberg, zu welchem sie bis zur Reformation im Jahre 1528 gehörte. Wem sie geweiht wurde, ist nicht bekannt – aber eine kleine Steinfigur am Fuss des rechten Kreuzgratgewölbes könnte den Heiligen Antonius darstellen. 1529 schlug der Blitz ein und zerstörte den Turm, der danach wiederaufgebaut wurde. Erwähnenswert sind die Reste der Wandmalerei aus dem 14. Jahrhundert, der Taufstein von 1519 und der Abendmahlstisch von 1667.
1954 wurde in einer umfangreichen Sanierung sämtliches Holz-Interieur durch ein neues ersetzt, inklusive Empore und Orgel! 2013 mussten die Fassade und der Turm restauriert werden, eine Heiz- und Licht- Steuerung wurde eingebaut, vor dem Chor durch ein Podest mehr Raum geschaffen und ein Beamer auf der Empore fix installiert. So ist sie wieder flott gemacht für die Zukunft!
Eine Legende erzählt, dass sich, als die Koppiger eine Kirche bauen wollten, Folgendes zugetragen habe: Es gab im Dorf einen schönen Hügel, den Schlosshoger. Von dort hatte man einen wunderbaren Blick über das Dorf – also einer neuen Kirche würdig. Der Priester hielt aber nichts davon. Er wollte die Kirche auf dem römischen Ruinenfeld gebaut haben, da dort bestes Baumaterial vorhanden war. Nur glaubten die Leute, dass dies ein unheiliger Ort sei. So liessen die Koppiger nicht von ihrem Schlosshoger.
Der Priester nun liess sie machen und so wuchteten sie den ersten grossen Stein den Hoger hinauf. Am nächsten Morgen lag der Stein zum Schrecken der Leute aber wieder im Ruinenfeld. Trotzdem wiederholten sie die Plackerei, aber am Morgen lag der Stein wieder im Ruinenfeld. Ein drittes Mal unternahmen sie einen Versuch – und abermals lag der Stein wieder unten. Da gaben sie auf und bauten ihre Kirche dort, wo sie jetzt steht.
- Kunstführer durch die Schweiz, hg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006-2012, Bd. 3, S. 523.