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Letzte Woche war es, wie die treuen und regelmässigen Leser unter Euch sicherlich gemerkt habt, recht ruhig oder zumindest unspektakulär, so dass sich die vom Prozess berichtenden Journalisten von der LA Times und CNN mal mit gutem Gewissen eine kleine Pause gönnten. Wie es scheint, hat letzte Woche abgesehen von der Personalberaterin Jean Seawright (siehe hier ) nur noch Dr. Sidney Schnoll, ein weiterer Expertenzeuge für die Jacksons ausgesagt.
Dr. Schnoll ist ein Spezialist für Suchtverhalten. Er hat während seiner Aussage ein Bild von Michael Jackson gezeichnet, das einem typischen Schmerzpatienten entspricht. Dr. Schnoll hatte in Vorbereitung seiner Aussage Michael Jacksons Krankengeschichte von 1993, als Michael das erste Mal öffentlich seine Probleme mit Schmerzmitteln eingestand, bis zu dessen Tod studiert gehabt. Nach der Meinung von Dr. Schnoll war Michael Jackson medikamentenabhängig. Es gab jedoch keine ausreichende Beweise dafür, dass Michael Jackson abhängig war, dh. eine Person war, die Medikamente einnahm, um „high“ zu sein. Dr. Schnoll sagte auch aus, dass die Unterlagen über Michael Jacksons Krankheitsgeschichte aufzeigten, dass seine diversen Behandlungen berechtigt bzw. angemessen waren und dass Michael Medikamente niemals missbraucht habe.
Dies habe sich jedoch geändert, als er sich für die „This Is It“ Tour vorbereiten zu begann — zur gleichen Zeit also als Conrad Murray als Michaels persönlicher Arzt in Aktion trat. Michael Jacksons Symptome bei den Proben Mitte Juni (Kälteschübe, triefende Nase) waren gemäss Dr. Schnoll kennzeichnend für den Entzug vom Schmerzmittel Demerol. Conrad Murray, so Dr. Scholl, habe jedoch versagt, dies richtig zu diagnostizieren. Unter dem Kreuzverhör sagte der Zeuge dann aus, dass die Daten nicht mit Michaels Demerolbehandlung übereingestimmt haben. Es wäre schwierig zu sagen, ob Michael Jackson zu jener Zeit von Demerol abhängig gewesen sei.
Während Dr. Scholl dem Jackson Anwalt gegenüber sagte, dass Michael noch ein langes, gesundes Leben vor sich gehabt hätte, berichtigte er unter dem Kreuzverhör der AEG Anwälte seine Aussage dahingehend, dass diese Prognose davon abhängt, ob Michael Jackson für seine Medikamentenabhängigkeit hätte geholfen werden können.
Als die Geschworenen den Gerichtssaal verlassen hatten, warnte die vorsitzende Richterin die beiden Anwälte ferner, dass diese ihre Verwarnung ernst nehmen sollen oder es sonst zu einem ergebnislosen Prozess (dh. zu einem vorzeitigen Abbruch ohne Urteil der Geschworenen) kommen könnte. Grund für diese Ermahnung war eine Zeugenaussage der Personalberaterin am letzten Dienstag. Jean Seawright hatte nämlich ausgesagt, dass ihrer Meinung nach, AEG Conrad Murray angestellt hatte. Richterin Palazuelos stellte jedoch klar, dass es an den Geschworenen liege zu beurteilen, ob Conrad Murray von AEG Live angestellt wurde oder nicht. Entsprechend hätte die Expertenzeugin nicht nach ihrer Meinung gefragt werden dürfen.