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Wo steht die Schweizer Bevölkerung im Vergleich zu anderen Ländern in Bezug auf ihre Lese-, Rechen- und Problemlösungskompetenz? Solche Daten sind für die unter 16-Jährigen dank der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) verfügbar, sie fehlen jedoch, wenn es darum geht, ob die Erwachsenen in der Schweiz über die notwendigen Kompetenzen verfügen, um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden und zur wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen.
Eine landesweite Befragung
Um diese Lücke zu schliessen, nimmt die Schweiz erstmals an dem von der OECD im Jahr 2011 initiierten International Programme for the Assessment of Adult Competencies (PIAAC) teil. Das BFS beauftragte MIS Trend mit der Durchführung der Datenerhebung, die alle Sprachregionen abdeckt.
Die PIAAC-Studie untersucht die Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen und Problemlösen und richtet sich an Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren. Diese werden nach dem Zufallsprinzip aus dem Stichprobenregister des BFS ausgewählt. Insgesamt sind zwischen dem 1. September 2022 und dem 30. April 2023 nicht weniger als 7000 persönliche Interviews geplant, die bei den Befragten zu Hause oder an einem Ort ihrer Wahl stattfinden.
Die Befragung besteht aus zwei Teilen: Nach einem Interview mit der Befragerin oder dem Befrager, in dem demografische Informationen erhoben werden, wird die befragte Person gebeten, ohne fremde Unterstützung Übungen auf einem Tablet zu lösen, um so ihre Schlüsselkompetenzen zu messen.
Wichtig für die Bildungspolitik
In einer Zeit, in welcher neue Technologien und der Fluss an Informationen einen immer grösseren Platz einnehmen, werden diese Daten dazu dienen, festzustellen, inwieweit es der Schweizer Bevölkerung gelingt, wichtige Informationen zu finden und zu verarbeiten, um sich im täglichen Leben in der Gesellschaft zurechtzufinden. Die Resultate können ausserdem mit den Daten der anderen 33 Länder, welche an PIAAC teilnehmen, verglichen werden.
Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Erhebung wichtige Anhaltspunkte für die Entwicklung und Finanzierung geeigneter Bildungsangebote, aber auch für die Bekämpfung von Analphabetismus und Dyskalkulie liefern. Dabei handelt es sich um wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen, die sowohl für die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, als auch für das Staatssekretariat für Wirtschaft oder das Staatssekretariat für Migration von Interesse sind.
Informationen zur Erhebung
Im Anschluss an die Pilotstudie, welche vom 1. Juni bis zum 30. September 2021 durchgeführt wurde, begann die Haupterhebung am 1. September 2022. Sie wird am 30. April 2023 abgeschlossen sein. 7000 Personen wurden nach dem Zufallsprinzip aus dem Stichprobenregisters des BFS (SRPH) ausgewählt, welches auf den Einwohnerregistern der Kantone und Gemeinden beruht.
Die Betroffenen werden eingeladen, per Telefon oder online einen Termin mit einer Interviewerin oder einem Interviewer aus ihrer Region zu vereinbaren. Bei diesem Termin erfolgt dann die eigentliche Befragung zu den soziodemografischen Angaben, sowie die Übungen auf dem Tablet.