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Universität Zürich, wie auch seiner Zeit im Aktivdienst übernahm Feigel die Leitung der Konfektionsfirma seines Schwiegervaters. Erst mit 62 Jahren erwarb er nach erneutem Studium das Anwaltspatent (1983) und gründete eine Anwaltskanzlei.
Sigi Feigel engagierte und exponierte sich seit seiner Jugend in den Institutionen der jüdischen Glaubensgemeinschaft: Präsident der Jüdischen Studentenschaft der Schweiz, Gründer deren Stipendienkasse,1962-1964 Präsident der Augustin Keller Loge (B'nai B'rith), Präsident der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) (1972-1987), danach Ehrenpräsident, Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) (1984-1996). Selbst ausgesprochen liberal und weltoffen, warb er sowohl bei der Schweizer Bevölkerung für die Anliegen der jüdischen Minderheit, wie auch bei den orthodoxen Juden für Offenheit nach dem Grundsatz „Leben und leben lassen“. Das Engagement von Sigi Feigel beschränkte sich aber nicht auf die Belange seiner eigenen Glaubensgemeinschaft.
Nach den Jugendunruhen von 1980, die sich nicht nur an der Forderung nach einem Autonomen Jugendzentrum (AJZ), sondern auch an einem ausgetrockneten Wohnungsmarkt für Jugendliche entzündet hatten, gründete er als konstruktive Antwort mit Vertretenden der Zürcher Parteien den Verein für Jugendwohnhilfe, der seither Tausenden von Jugendlichen zu günstigem Wohnraum verholfen hat und unter der Bezeichnung Jugendwohnnetz weiterhin besteht. Feigel wirkte 1994 im Abstimmungskampf zugunsten der Rassismus-Strafnorm massgeblich mit. Auf seine Initiative gehen die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus GRA, die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz GMS sowie die Stiftung Erziehung zur Toleranz SET zurück. Seine Appelle gegen Rassismus, Antisemitismus und für Toleranz haben die öffentliche Diskussion weit über Zürich hinaus jahrzehntelang geprägt.