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46. Marian MŘller von Aesch
Marian M├╝ller von Aesch (Kt. Luzern) (1773-80). Josef Leodegar M├╝ller wurde den 2. Oktober 1724 als das j├╝ngste der 15 Kinder der Eheleute Michael M├╝ller und Magdalena H├Âltschi in Aesch, das damals zu den Freien ├ämtern, heute zum Kt. Luzern geh├Ârt, geboren. Noch nicht ganz sieben Jahre alt kam der vielversprechende Knabe nach Sachsein, um dort bei einem Geistlichen den ersten Unterricht zu empfangen. Auch in die Musik wurde er hier bereits eingef├╝hrt. Mit 12 Jahren ├╝bersiedelte er alsdann nach Einsiedeln, wo er unter die Togati aufgenommen wurde. Ende 1741 meldete er sich f├╝r das Kloster. Das Kapitel fand, da├č er aus einem Saulus ein Paulus geworden (antea bellicosus et imperiosus in alios nunc mitis etc.). Er trat am 20. Januar 1742 das Noviziat an und legte am gleichen Tage des folgenden Jahres als Fr. Marianus die hl. Gel├╝bde ab. Den 19. November 1747 wurde er Subdiakon und noch im gleichen Jahre, vor dem 12. November, Diakon, denn an diesem Tage erhielt er den Auftrag, den Kandidaten Unterricht in der Redekunst zu erteilen. Er mu├č in dieser Hinsicht ├╝ber ganz besondere Gaben verf├╝gt haben; denn als am 14. September 1747 der gelehrte Kardinal Quirini O. S. B. nach Einsiedeln kam, fiel ihm die Aufgabe zu, den hohen Gast mit einer lateinischen Rede zu begr├╝├čen. Auch 1748, als die ├äbte der Schweizerischen Kongregation sich zur Jahrhundertfeier der Engelweihe einfanden und voraufgehend ihre Versammlung abhielten, war es P. Marian, der sie am 12. September mit einer lateinischen Rede willkommen hie├č. Am 9. Juni 1748 empfing er die hl. Priesterweihe und feierte den 2. Juli seine erste hl. Messe.
Da er schon als Frater sich im Lehramte ausgezeichnet hatte, so beschlo├č Abt Nikolaus, ihn an das Gymnasium in Bellenz zu senden. Kaum hatte er darum seine theologischen Studien zum Abschl├╝sse gebracht, so mu├čte er den 29. November 1749 sich dorthin auf den Weg machen. Nur ungern folgte er dem Rufe, der ihn aus dem geliebten Kloster fortf├╝hrte. Er lehrte nun w├Ąhrend acht Jahren Rhetorik, zwei Jahre Philosophie und an die vier Jahre Theologie (d.h. Moralphilosophie). Zugleich besorgte er jahrelang die Stelle eines sonnt├Ąglichen Katechisten an der Hauptkirche der Stadt. Daneben war er unerm├╝dlich in den Studien, um sich selbst weiter zu bilden, so sehr, da├č er sp├Ąter selber klagte, er h├Ątte dort seine Gesundheit ruiniert, indem er sich w├Ąhrend der Nacht zu wenig Ruhe g├Ânnte. In der Moralphilosophie huldigte er anf├Ąnglich dem Probabilismus, wurde aber durch das Studium von gegenteiligen Schriften immer mehr dem Probabiliorismus zugef├╝hrt. Er schrieb in dieser Frage eine eigene Schrift (s. u.), die aber nicht gedruckt wurde, und stand auch im Briefwechsel mit dem gelehrten Dominikaner Vinzenz Patuzzi, einem der Hauptverfechter des Probabiliorismus. Praktisch suchte er seine Ansichten dadurch zu verwerten, da├č er dem Unfug entgegentrat, der in Bellenz in den Fastnachtstagen bestund, indem die Bellenzer nach dem Aschermittwoch in benachbarte Gemeinden gingen, wo nach dem Ambrosianischen Ritus die Fastenzeit erst sp├Ąter anfing, um dort (gest├╝tzt auf den Probabilismus) ihr Faschingstreiben fortzusetzen.
P. Marian war aber nicht nur der strenge Moralprofessor, sondern konnte auch die heitern Seiten des Daseins pflegen. Am 21. September 1751 wurde von seinen Sch├╝lern eine von ihm verfa├čte Kom├Âdie aufgef├╝hrt, die auf ca. 50 Doublonen (375 fl.) zu stehen kam. Ebenso wurde auch 1754 wieder eine Kom├Âdie gegeben, an die der Abt 10 Cygien gab; man hatte daf├╝r eine neue B├╝hne erstellt. Auch in der Musik tat er sich hervor. Im Dezember 1751 wurde er eigens nach Mailand geschickt, um dort bei dem ber├╝hmten Musikus Giuseppe Paladino das Komponieren zu lernen. Als er 1755 auf die Feier der gro├čen Engelweihe mit den ├╝brigen Patres - wie es Brauch war - heimkehrte, hatte er die Ehre, am 28. September im Konvent die Begr├╝├čungsrede f├╝r Kardinal Pozzobonelli, Erzbischof von Mailand, zu halten.
An die 14 Jahre wirkte P. Marian mit bestem Erfolge in Bellenz, als er heimberufen wurde. War er einst ungern hingegangen, so schied er jetzt noch viel unlieber. Als er den Befehl zur Heimkehr erhielt, betete er mit P. Fintan Steinegger gerade das Brevier vom Feste des hl. Anaklet, wo sich in den Lesungen der 1. Nokturn die Worte fanden: ┬źEcce ego vado in Jerusalem, quae in ea Ventura sint mihi ignorans┬╗. Dabei brach er in Tr├Ąnen aus, so da├č er nicht weiter beten konnte. So schlimm war es zun├Ąchst nicht. Er sollte Subprior werden, welchen Posten er am 15. Juli 1763 ├╝bernahm. Der alternde Abt brauchte ihn vor allem als Sekret├Ąr. Wichtigere Briefe mu├čte P. Marian schreiben. Im sogen. Einsiedlerhandel wurde er, wie wir schon h├Ârten, nach Schwyz gesandt, wo er die Sache des Klosters mit bestem Erfolge vor der Landsgemeinde vertrat. Daneben bem├╝hte sich P. Marian weiter um die Studien und benutzte jeden freien Moment, um wissenschaftlich t├Ątig zu sein. Als Frucht dieser Arbeiten erschien von 1768 bis 1772 in zehn Oktavb├Ąnden die Theologia Dogmatico Moralis des Alexander Natalis, welche Ausgabe von den Zeitgenossen als die beste ger├╝hmt wurde. Den 23. November 1771 wurde ihm auch die Obsorge f├╝r das Archiv anvertraut, das unter seiner Leitung neu geordnet und registriert wurde (s. o.).
Als nach dem Tode des Abtes Nikolaus am 11. August 1773 sich das Kapitel zur Neuwahl versammelte, fiel diese auf den bisherigen Subprior P. Marian. Am 11. September erfolgte bereits in Rom die Best├Ątigung der Wahl und den 3. Oktober 1773 nahm der Apostolische Nuntius Valenti-Gonzaga die feierliche Benediktion vor, wobei die ├äbte von St. Gallen und Muri assistierten. Kaiser Joseph II. verlieh ihm am 31. September 1776 die Regalien.
Das ganze Vorleben des Abtes lie├č darauf schlie├čen, da├č er vor allem dem innern Leben und den Studien seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden w├╝rde. Das war auch wirklich der Fall. Er konnte dies umso eher, als seine Vorg├Ąnger in materieller Hinsicht gl├Ąnzend vorgesorgt hatten. Der gro├če Stiftsbau war zum Abschlu├č gekommen; auch auf den Besitzungen hatte Abt Nikolaus in weitgehendem Ma├če vorgesorgt, so da├č in dieser Hinsicht wenig mehr zu tun war. Wirklich setzten auch gleich die Bem├╝hungen um die Hebung der Volksschulen, wie der h├Âhern Studien ein, worin der Abt von einer Reihe t├╝chtiger Patres unterst├╝tzt wurde. F├╝r die F├Ârderung der Volksschulen bem├╝hte sich vor allem der eifrige Pfarrherr von Einsiedeln, P. Isidor Moser, der 1775 ┬źeinen Entwurf zur Errichtung der Schulen in der Waldstatt┬╗ herausgab, der nicht von der Errichtung der Schule, wie der Titel vermuten lie├č - denn solche bestanden schon l├Ąngst - sondern von deren Verbesserung und Anpassung an die Forderungen der Zeit handelte. Im gleichen Jahre erschien von ihm: ┬źAnleitung zur Verbesserung der Schulen der Kinder, zum Gebrauche der Eltern sowohl als aller derer, welchen der Unterricht kleiner Kinder anvertraut wird┬╗. Eine Reihe von praktischen Unterrichtsb├╝chern wurden durch den eifrigen Pfarrherrn geschaffen, der auch 1776 einen eigenen Kurs f├╝r die Schulmeister der W aldstatt abhielt. P. Johann Schreiber lie├č 1779 in der zu Luzern erscheinenden ┬źHistorischen, philosophischen und moralischen Wochenschrift eine Abhandlung erscheinen: ┬źVon der Verbesserung der Schule┬╗. Einen ├Ąhnlichen Plan arbeitete etwas sp├Ąter P. ├ämilian Gstreinthaler aus.
F├╝r die h├Âhern Schulen verfa├čte P. Robert Kech im Verein mit andern Mitbr├╝dern 1780 die sogen. Einsiedler Grammatik. Schon vorher hatte P. Beda M├╝ller, eine der besten Lehrkr├Ąfte des Stiftes, f├╝r das Gymnasium in Bellenz eine lateinische Grammatik in italienischer Sprache herausgegeben (1771), der 1773 ein ├ťbungsbuch folgte. Eine ganz besondere Sorgfalt wandte ├╝brigens der Abt Bellenz und seiner Schule zu, die er ja wie kein anderer kannte. Er hatte s. Z. die lateinische Bittschrift der dortigen Patres an Abt Nikolaus redigiert, in der um einen Neubau der Residenz gebeten wurde. Als Abt wollte er nun diesen Plan durchf├╝hren. Doch kam er erst 1779 dazu, den Gedanken ernsthafter zu verfolgen. Dazu bewog ihn auch der Umstand, da├č Luzern, nach der Aufhebung des Jesuitenordens, das dortige Gymnasium zuerst den schweizerischen Benediktinern ├╝bergeben wollte und nachdem sich der Plan zerschlug, Einsiedehi verpflichten wollte, wenigstens einen Professor zu stellen oder doch aus den Eink├╝nften von Ettiswil f├╝r den Unterhalt eines solchen aufzukommen. Der Abt wollte aber lieber zu dem bereits ├ťbernommenen Sorge tragen und darum die Schule in Bellenz ausbauen. Er sandte darum im April 1779 den Stiftsdekan mit P. Beda M├╝ller nach Bellenz, um die Lage in Augenschein zu nehmen. Aber man konnte sich ├╝ber den Umfang der Um- und Neubauten nicht einigen und so blieb nochmals alles beim alten. Im gleichen Jahre (1779) kam ein Vertrag zustande, durch den man sich verpflichtete, die Anfangsgr├╝nde in Latein, die bisher durch einen Weltgeistlichen erteilt worden waren, zu ├╝bernehmen, daf├╝r gab man die Haltung der Sonntagskatechesen an diesen ab.
Besondere Sorgfalt wandte der Abt der Bibliothek zu, die er mit vielen Werken bereicherte. Als gro├čer Freund der Wissenschaft f├Ârderte er auch die wissenschaftlichen Studien, sowohl der Seinen als auch anderer. Unter den ber├╝hmten G├Ąsten, die das Stift besuchten, ist vorab Johann Wolfgang von G├Âthe zu nennen, der im Juni 1775 das erste Mal nach Einsiedeln kam. Im Jahre 1777 kam auch der ber├╝hmte Physiker Volta. Abt Martin Gerbert von St. Blasien, unter dessen Leitung dieses Stift eine der ber├╝hmtesten St├Ątten wissenschaftlichen Lebens wurde, kam im September 1777 ein zweites Mal nach Einsiedeln. Unter den Wallfahrern, die die Gnadenst├Ątte besuchten, ist vor allem der hl. Benedikt Josef Labre zu erw├Ąhnen, der 1775, vom 13. M├Ąrz bis 3. April und vom 1. bis 13. Juli, und wiederum 1776, am 9. Juli, zum dritten Male hier weilte.
Auf den 24. November 1774 wurde der Abt durch die Schwyzer eingeladen, die Einweihung ihrer sch├Ânen Pfarrkirche vorzunehmen. Dazu war die Erlaubnis des Bischofs von Konstanz notwendig, die auch erteilt wurde. Diesen Anla├č ben├╝tzte der Abt, um neuerdings eine L├Âsung der immer noch schwebenden Streitfragen mit Konstanz zu versuchen. Er sandte im April 1775 P. Anselm M├╝ller nach Konstanz, um seine Geneigtheit zu Verhandlungen zu zeigen und legte darauf am 20. April in einem eigenen Schreiben an den Generalvikar, der sein Entgegenkommen ge├Ąu├čert hatte, die Punkte dar, die zu bereinigen waren. Am 31. Mai dieses Jahres kam es sodann zu einer Konferenz auf Schlo├č Freudenfels, an der von Seite Einsiedelns der Abt selber mit drei Patres teilnahm, w├Ąhrend von Konstanz der Generalvikar und Offizial erschienen. Man wollte sich auf folgende Punkte einigen: Der Abt soll das Recht haben, im Gebiet der Pfarrei Einsiedeln, in Freienbach, Feusisberg und Eschenz Kirchen zu weihen, doch mit voraufgehender Erlaubnis des Bischofs. Den Eid der Benefiziaten nimmt der Abt entgegen; Mandate werden in der Klosterkirche im Namen des Abtes ver├Âffentlicht. Jeder Abt kommt jeweilen auf seine Lebenszeit um die Vollmacht ein, die Klosterfrauenbeichtiger approbieren zu k├Ânnen. Die Stiftspfarreien sind von Visitationen durch den Dekan befreit; solche durch den Bischof oder Spezialbeh├Ârden sind jedoch zuzulassen. Statt ├ägeri, das sich ja losgekauft hatte, wollte man Oberkirch-Kaltbrunn als Sekularbenefizium behandeln. Die Ehesachen f├╝r Einsiedeln sollten vom bisch├Âflichen Kommissar in Schwyz besorgt werden. Wie aus einem Briefe vom 8. Juni 1775 an den Bischof hervorgeht, konnte sich indessen der Abt mit dem Gedanken, da├č das Recht, Kirchen zu weihen, nicht unbedingt und jenes, die Beichtv├Ąter zu approbieren, nicht f├╝r immer zugestanden wurde, nicht befreunden. Die Verhandlungen stockten deshalb, zumal Bischof Franz Konrad von Rodt 1775 starb.
Den 17. Juni 1777 ersuchte Abt Marian den Nachfolger, Maximilian Christoph von Rodt, um Wiederaufnahme der Verhandlungen, doch kam es unter ihm nicht mehr dazu. Von seinem Rechte, Kirchen zu weihen, machte der Abt indessen zweimal Gebrauch. Den 7. Oktober 1775 weihte er die St. Johann - Nepomuk - Kapelle in Gro├č und den 24. Juli 1779 die vergr├Â├čerte St. Johannes-Kapelle in Egg. - F├╝r den Gottesdienst lie├č der Abt auch 1786 das sch├Âne Missale Benedictinum in der Stiftsdruckerei erscheinen. Im Vorarlberg wurde St. Gerold den 12. April 1779 durch den Churer Bischof, Dionys von Rost, zu einer eigenen Pfarrei erhoben, nachdem die Bewohner schon l├Ąnger daraufhin gearbeitet und gesammelt hatten. Den gr├Â├čern Teil des Stiftungskapitals, zu dem auch die katholischen Orte beitrugen, schenkte freilich das Stift. Als Pfarrkirche galt aber nicht die Propsteikirche, sondern die neben derselben liegende St. Antoninskapelle. Neben dem Propst wurde ein eigener Pfarrer bestellt, der aber ebenfalls Stiftsmitglied war.
Abt Marian war ein ├╝beraus gro├čer Wohlt├Ąter der Armen. Er sorgte in Einsiedeln daf├╝r, da├č ihnen L├Ąndereien zur Bewirtschaftung zugewiesen wurden. Sehr gerne versah er, ├Ąhnlich wie einst Abt Maurus, das Predigtamt. Leider war seine Gesundheit nie besonders gut; er hatte sich zuviel zugemutet in seinen fr├╝hern Jahren. Seit 1777 begann er immer mehr zu kr├Ąnkeln. Vorab plagte ihn eine Heiserkeit und ein Husten, die nicht weichen wollten. Er benutzte deshalb 1778 den St. Moritzer Sauerbrunnen, den man aus der B├╝ndt eigens herholen lie├č, wie zur Zeit des Abtes Plazidus und auch sp├Ąter noch ├Âfters. Als die Sache sich 1779 verschlimmerte, meinte man, er sollte pers├Ânlich sich nach St. Moritz begeben, doch konnte er sich dazu nicht verstehen und lie├č wieder das Wasser herholen, das auf dem umst├Ąndlichen Transport viel von seiner Kraft verlor. Die ├ärzte glaubten immer noch nicht, da├č es sich um eine eigentliche Auszehrung handelte; doch wurde der Abt immer m├╝der und oft recht schwerm├╝tig. Er mochte nur ernste Gespr├Ąche h├Âren und nur ernste Leute um sich sehen, statt sich, wie ein Diarist meinte, aufheitern und zerstreuen zu lassen. ┬źEs w├Ąre f├╝r Hochseiben weit ges├╝nder, aufgereumtere Patres um sich zu haben. Denn wenn er Ges├╝nder sein sollte, mein Gott, wie sch├Âne Arbeiten in Re litteraria, in Archivio disponendo et Bibliothecae manuscriptis, Juribus vindicandis, Libris theologicis edendis, in Oeconomia procuranda, in Disciplina promovenda: dixerim eliam ad Musicam ecclesiasticam componendis rebus etc. verbo, quantus animorum ardor in omnibus Confratribus nostris sat paratis et exspectantibus non appareret, ad immortalem Mariani nostri memoriam? Nunc vero quod ipse obortis quasi Lachrimis et repetitis gemitibus sese languidum ex infirmitate caput complectat, mirum, non est, quod non uberior fructus producatur in Monasterio nostro┬╗1013. Doch waren, wie derselbe Diarist bemerkt, die Rechnungsb├╝cher des Abtes stets mit gr├Â├čter Sorgfalt gef├╝hrt und seine Briefe w├Ąren w├╝rdig gewesen, da├č man sie im Drucke herausgegeben h├Ątte, wie auch angeregt wurde. Ende August suchte der Abt Feusisberg auf, wo er ungef├Ąhr 14 Tage im dortigen Pfarrhaus blieb. Im Oktober unternahm er sogar noch eine gr├Â├čere Reise, um Fahr, Sonnenberg und Freudenfels zu visitieren; ebenso wohnte er der ├äbteversammlung in Muri bei. Heimgekehrt war er aber so m├╝de, da├č er sich kaum mehr aufrecht zu halten vermochte. Man fing auf Anraten der ├ärzte an, das damals viel gepriesene Heilmittel des Dr. Kiesow aus Augsburg zu gebrauchen. Anf├Ąnglich schien dies zu n├╝tzen, aber mit der Zeit stellte es sich heraus, da├č der Zustand des Abtes nicht besser wurde. Man begann darum im April 1780 mit einem andern Pulver; aber auch dies fruchtete nichts mehr. Der Zustand wurde immer schlimmer und am 17. November 1780 starb der Abt, erst gut 56 Jahre alt. Er wurde den 27. November begraben. Pfarrer Karl Josef Ringold von Sarmenstorf hielt ihm die Trauerrede, die nachher im Drucke erschien1014.
┬źEr hatte viele kluge und l├Âbliche Einrichtungen, besonders in Ansehung der kl├Âsterlichen Zucht und der Wissenschaft gemacht: aber sein gr├Âsster Ruhm bestund darinn, dass er nichts unternahm, ohne Beweise seiner Gottesfurcht, seiner Klugheit und seiner Grossmut von sich zu geben. Seine gl├Ąnzendsten Thaten waren seine Tugenden und die best├Ąndigen Aus├╝bungen der christlichen und kl├Âsterlichen Fr├Âmmigkeit. Die christliche Demuth war sozusagen seine Lieblingstugend; und alles, was sein Lob zu verk├╝nden schien, war ihm nicht nur ├╝berl├Ąstig, sondern gar unertr├Ąglich. Die kl├Âsterliche Armuth, die heil. Einfalt des Lebens, und die Sittsamkeit waren die eigentlichen Unterscheidungszeichen, an denen er wollte erkannt werden. Die grossen Gedanken, mit denen er sich immer besch├Ąftigte, waren die best├Ąndige Vorstellung seiner wichtigen Pflichten und der strengen Rechenschaft, die er f├╝r seine Herde dem h├Âchsten Richter abzulegen schuldig war. Die Busstrenge sah er immer als den Antheil an, der ihn als einen S├╝nder getroffen hatte. Die Liebe gegen die Armen ├╝bte er mit solcher Grossmuth aus, dass er es vor seiner linken Hand, nach dem Befehle des Evangeliums verbarg, was seine Rechte that und Niemand wusste es, was f├╝r grosse Summen er den Nothleidenden mittheilte als diejenigen, die sie unter einem verdeckten Namen ausspendeten.┬╗ ┬ź... Er hinterlie├č nicht nur unter den Seinigen den sch├Ânsten Ruhm der Gottesfurcht, der Weisheit und Grossmuth, sondern er erhielt wegen seiner Tugend und wegen seinen vorz├╝glichen Eigenschaften auch von den Ausw├Ąrtigen das herrlichste Lob und solche Beweise der Hochsch├Ątzung, welche da zeigten, dass er, selbst nach dem Gest├Ąndnisse protestantischer Religionsgenossen, der Kirche und dem Orden die gr├Âsste Ehre gemacht habe┬╗1015. Bildnisse des Abtes finden sich im Audienzzimmer des Abtes (von Franz Bertle 1860 nach dem Original im Kapitelsaal gemalt), im Kapitelsaal und in Sonnenberg. Eine gr├Â├čere Lebensbeschreibung erschien 1781 in ┬źNova Bibliotheca ecclesiastica Friburgensis (Volumen VI. Fasciculus I. Friburgi in Brisgovia. Ex Typographia Satroniana, sumtibus Wagneriorum Bibliopolarum Friburgensium. 1781), S. 76-96 mit Aufz├Ąhlung seiner Schriften.
P. Gregor Koch in Muri war ein Neffe, Schwester Maria Anna auf Berg Sion eine Nichte des Abtes.