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Kanton Wallis
31 Januar 2022
Der Kanton Wallis (Valais) wurde 1815 Mitglied der Eidgenossenschaft der zweiundzwanzig Kantone.
Bis zur französischen Invasion im Januar 1798 bildete die Republik der Sieben Zenden (Gemeinde) im Oberwallis (Haut-Valais) die politische Verwaltung (mit sieben Sternen im Wappen des Wallis).
Diese Republik herrschte von 1476 ebenfalls über das Unterwallis, den westlichen Teil des heutigen Kantons, bis nach St. Gingolph.
Geschichte bis 14. Jahrhundert
Die erste gut nachvollziehbare Geschichte des Wallis geht, wie in allen Kantonen, auf die Kelten zurück. In dem Gebiet von den Furkapas bis St. Gingolph Nantuates bewohnten Nantuates, Verager, Seduner und Uberer das Gebiet.
Nach der römischen Herrschaft und Provinz emigrierte um 440 der Stamm der Burgunder, ein Stamm aus der Nähe von Worms in Deutschland (davor aus der Insel Bornholm auf der Ostsee).
Sie übernahmen die lokale Sprache (Vulgärlatein und Vorläufer des Französischen) und gründeten das (erste) burgundische Königreich (bis 534).
Danach herrschten die Franken bis zum Zusammenbruch des karolingischen Reiches im Jahr 888.
Bis 1032 fiel das Gebiet unter das zweite burgundische Königreich. In dieser Zeit kamen immer mehr (deutschsprachige) Einwohner ins Oberwallis.
Von dort aus siedelten mehr und mehr Menschen in Richtung Westen um, so dass sich die Sprachgrenze immer weiter verschob. Ab dem dreizehnten Jahrhundert wanderten die Walser nach Osten und Süden aus. Politisch fiel das Gebiet ab 1032 unter das Heilige Römische Reich.
1400-1798
In diesem Reich waren die lokalen Machthaber die wirklichen Herrscher. Im Wallis waren dies die (französischsprachigen) Herzöge von Savoyen mit Sitten als Bischofsstadt. Die deutschsprachigen Zenden im Oberwallis widersetzen sich dieser Vorherrschaft in den kommenden Jahrhunderten.
Zur Zeit der Burgunderkriege (1474-1477) wurde Savoyen für immer aus dem Gebiet vertrieben. Dann entstand die Republik der sieben Zenden (Goms, Brig, Sitten, Visp, Raron, Siders, Leuk) mit dem (französischsprachigen) Unterwallis als Untertanengebiet, bis 1798.
1798 bis 1815
Von 1798 bis 1815 hatte das Wallis sechs verschiedene politische Formen. Das Unterwallis wurde am 5. Februar 1798 offiziell dem Oberwallis gleichgestellt, und am 16. März wurde die Republik der zehn Zenden gegründet, sieben alte und drei neue Gemeinden des Unterwallis: Monthey, Saint-Maurice und Entremont.
Dies dauerte nicht lange, denn am 6. Mai endete die Unabhängigkeit dieser Republik und das Gebiet fiel als Kanton ohne Unabhängigkeit unter die Helvetische Republik.
Am 5. September 1802 hörte auch diese politische Einheit auf zu existieren, und das Wallis wurde zu einer unabhängigen Republik, die in 12 Zenden aufgeteilt wurde (mit der Hinzufügung von Martigny und Hérémence aus dem Unterwallis).
Natürlich unter französischer Aufsicht, aber als unabhängiger Staat, auch getrennt von der Konföderation von 1803-1813 (Mediationsakte).
Am 12. November 1810 hörte auch diese Republik durch ein französisches Dekret auf zu existieren und das Departement Simplon wurde zur Tatsache (der Simplonpass und der Grosse St. Bernhard-Pass waren für Napoleon strategisch wichtige Wege).
Mit der Niederlage Napoleons 1813 und dem Einmarsch der österreichischen Truppen zerfiel dann auch diese Republik am 31. Dezember 1813.
1815 wurde das Wallis zum Kanton der Eidgenossenschaft. Der Kanton war nicht nur zweisprachig, sondern auch religiös geteilt.
Das ehemalige Untertanengebiet Unterwallis forderte die gleichen Rechte wie das Oberwallis in der Verwaltung und im Parlament des Kantons und keine Wiederherstellung des Ancien Régime.
Das Unterwallis gewann, teilweise dank der Unterstützung aus England und Österreich (Wiener Kongress 1814-1815).
Auch die „alten“ Kantone des Bundes waren geteilt. Schliesslich waren sie sich einig und das Wallis wird am 4. August 1815 ein neuer Kanton der Konföderation.
Die Flagge
Die dreizehn Sterne im Wappen des Wallis symbolisieren die dreizehn Zenden bzw. die heutigen Bezirke des Kantons; die sieben Alten und die sechs Neuen aus dem Unterwallis. Conthey wurde am 4. August 1815 hinzugefügt.
(Quelle: G. Andrey, La Suisse Romande, une histoire à nulle autre pareille !, Pontarlier, 2012).
Korrektur: Melinda Fechner