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Winter 2001
8-PLÄTZIGER COUPÉ-LANDAUER. POSTKUTSCHE, WIE SIE AUF DER LINIE NACH DELSBERG EINGESETZT WURDE. AUFNAHME VON 1942.
DIE LETZTEN BASLER POSTILLIONE AM ENDE EINER 105-JÄHRIGEN ERFOLGSGESCHICHTE IM FEBRUAR 1955.
Mit der Industrialisierung wächst die Stadt Basel rasant. Die Gründung des Bundesstaates (1848) schafft die Grundlage für das Entstehen eines modernen Staates. Interkantonale Handelshemmnisse verschwinden.
Auf den 1. Januar 1849 übernimmt die neue Eidgenössische Post die kantonalen Postverwaltungen samt deren Infrastruktur und Fahrzeugen. Wie ihre kantonalen Vorläufer besitzt die eidgenössische Post keine eigenen Pferde und Beschirrungen, sondern mietet diese von privaten Postfuhrhaltern zu. Diese entlöhnen die Postillione nach den Vorschriften der Post und kleiden sie ein. Der erste Postpferdehalter der Stadt ist Heinrich Meyer. Seit 1850 ist er mit der Verteilung der lokalen Paketpost und der Beförderung von Personen und Gepäck zwischen dem Elsässer Bahnhof und der Stadtpost beauftragt. Henri Imhoff, der durch seine Wagenlieferung die Postszene bestens kennen dürfte (siehe Settelen perseenlig Herbst 01), übernimmt vermutlich 1860 diesen Postpferdebetrieb. Zusätzlich erwirbt er 1865 den Betrieb von Michael Dietschi. Damit übernimmt er neben der Strecke Basel - Rheinfelden auch die wichtige Postlinie Basel - Delsberg. Täglich fahren auf dieser Linie drei durchgehende Kurse. Ausserdem bedient Imhoff den Ast Basel - Arlesheim - Aesch. Zusätzliche Gespanne müssen für gelegentliche Extrafahrten und so genannte Beiwagen für überzählige Passagiere, Gepäck etc. bereitgehalten werden. Befördert werden die Reisenden im Sommer mit 8-plätzigen, im Winter mit 6-plätzigen Postkutschen, die gegen Ende der Betriebzeit im Jahre 1875 teilweise durch bis zu 12-plätzige Fahrzeuge ersetzt werden. Die reine Fahrzeit für die fast 50 km lange Strecke Basel - Delsberg beträgt knapp viereinhalb Stunden. Wie damals üblich, wird im scharfen Trab gefahren, was einen Wechsel der Gespanne - bestehend aus vier und mehr Pferden - jeweils in Aesch und Laufen erfordert.
Zentral für die Weiterentwicklung der Firma wird der ebenfalls von Dietschi übernommene «Courrierdienst». Mit bis zu fünf Postomnibussen gewährleistet Henri Imhoff bis zum Bau der Verbindungsbahn im Jahre 1873 den Personen-, Gepäck- und Postverkehr zwischen der Stadtpost (heute Stadthaus) und den Bahnhöfen. Trotz des horrenden Fahrpreises von einem Goldfranken lassen sich 15000 bis 20000 Fahrgäste pro Jahr zwischen Central- und Badischem Bahnhof befördern. Mit der Inbetriebnahme der Verbindungsbahn, der Bözberg- und der Jurabahn geht Imhoff die Arbeit aber keineswegs aus. Das rasante Wachstum der Wohnbevölkerung sowie von Handel, Gewerbe und Industrie - nicht zuletzt dank der Eisenbahn - führt zu einem kontinuierlichen Anwachsen der Brief- und Paketpostsendungen. Imhoff besorgt nun den Transport der Postsäcke und Pakete zwischen den Bahnhöfen, der Stadtpost, den Vororten und den wenigen Quartier-poststellen und übernimmt die Feinverteilung der Paketpost in der Innenstadt.