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Nachdem es mit dem Chu Chee Talee nun endlich geklappt hat, wollte ich noch ein weiteres thailändisches Gericht ausprobieren, bei dem eine Currysoße über die restlichen Zutaten gegossen wird. Die Rede ist von “Pra Ram Long Song” bei dem Fleisch und Gemüse mit einer dicken Soße aus Kokosmilch, Currypaste und Erdnüssen übergossen werden.
Der längliche Thai Name พระรามลงสรง des Gerichts lässt sich mit “Badender Rama” (พระราม = Pra Ram (Rama), ลงสรง = baden) übersetzen. Der Name Pra Ram bezieht sich dabei auf den Protagonisten des Ramakian Epos, der in Abbildungen meist mit grüner Hautfarbe dargestellt wird. Im englischen Sprachraum findet sich für dieses Gericht oft die Übersetzung “Swimming Rama”.
Mit Pra Ram oder Rama ist bei dem Gericht das grüne Gemüse gemeint auf dessen Bett die restlichen Zutaten platziert werden, um dann gemeinsam in der Soße zu schwimmen. Es handelt sich also um eine sehr bildhafte Beschreibung für ein Gericht, das mit seinen kontrastreichen Farben selbst wie gemalt aussieht.
Zuerst sollte das Fleisch mariniert werden, da es auch etwa eine halbe Stunde ruhen sollte. Hierzu das Schweinefleisch in dünne Scheiben schneiden und diese dann in eine Schüssel legen. Zum Fleisch dann etwas Fischsoße, reichlich Wasser und einen Schuss Pflanzenöl geben. Dazu dann noch Klebreismehl untermengen und das Ganze gut verühren.
Während das Fleisch im Kühlschrank mariniert, können wir uns der Soße widmen. Hierzu erst einmal zwei Esslöffel Sesamsamen in einer kleinen Pfanne ohne Öl anrösten bis diese anfangen zu springen. Die gerösteten Sesamsamen dann in einem großen Steinmörser zermahlen und danach die Erdnüsse portionsweise hinzugeben und beides zusammen zu einer Paste verarbeiten.
Nun den dickflüssigen oder sogar festen Teil der Kokosmilch in einem schweren Topf erhitzen. Dieser Teil der Kokosmilch sammelt sich meist in der oberen Hälfte der Dose. Falls welche vorhanden ist, kann hierzu auch Kokoscreme verwendet werden.
Sobald die Kokosmilch ordentlich eingedickt ist, die rote Currypaste unterrühren und zusammen mit der Kokosmilch anbraten bis sich etwas Öl aus der Paste absetzt. Nun die restliche, dünnflüssige Kokosmilch, die Tamarindenpaste sowie die Fischsoße hinzugeben. Schließlich noch den Palmzucker unterrühren bis er sich aufgelöst hat und das Ganze fünf Minuten köcheln lassen.
Jetzt die Erdnuss-Sesam-Paste unterrühren und die Soße für etwa eine Viertelstunde bei schwacher Hitze simmern lassen. In der Zwischenzeit einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und langsam zum Kochen bringen. Außerdem den Spinat waschen und dann die Stängel und Blätter separat in vier bis fünf Zentimeter lange Stücke schneiden.
Sobald das Wasser im großen Topf sprudelnd kocht, die Spinatstängel für fünzehn Sekunden und die Blätter danach für zehn Sekunden darin blachieren. Dies geht sehr gut in dem man den Spinat in ein Sieb legt und kurz in das kochende Wasser hält. Den Spinat danach mit Sesamöl vermischen damit er schön glänzt.
Jetzt noch das Fleisch portionsweise in dem großen Wassertopf für jeweils zwei bis drei Minuten garen bis es sich vollständig verfärbt hat. Auch das geht sehr gut mit einem Sieb oder auch einem Schaumlöffel. Durch die Marinade bekommt das Fleisch dabei einen leichten rosanen Schimmer.
Schließlich auf mehreren Tellern jeweils ein Bett aus Spinat ausbreiten, das Fleisch darauf platzieren und beides mit der eingedickten Kokos-Erdnusssoße übergießen. Das fertige Pra Ram Long Song dann noch mit einigen Sesamsamen bestreuen und dann sofort dampfend heiß zusammen mit Jasminreis servieren.
Das Ramakian ist die thailändische Version des indischen Ramayana Epos. Diese Geschichte Ramas wurde seit seiner Entstehung im 3. Jahrhundert zu einem festen Bestandteil der thailändischen Kultur und ist Teil der kulturellen Identität des Landes. Das Epos ist als riesige Wandmalerei im Wat Phra Kaeo im Grand Palace in Bangkok zu bewundern. Hier einige Impressionen von unserem Besuch dort im Jahr 2011. Leider ist keine Abbildung von Rama selbst dabei.