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«Ein Wind des Todes»
Als zu Beginn des 16. Jahrhunderts die ersten europäischen Siedler Nordamerika betraten, streiften 30 Millionen Bisons durch die Great Plains. Mehrere Eisenbahnlinien und drei Jahrhunderte später waren es noch knapp über 300. In der Ausstellung «Wissensdrang trifft Sammelwut» zeigen wir zwei Bison-Roben indianischer Gruppen und gehen auf ihre Bedeutung ein.
«Ein kalter Wind blies über die Prärie, als der letzte Bison fiel […] ein Wind des Todes für mein Volk.» – Sitting Bull, Lakota Sioux
Für die indianischen Gruppen stellten Bisons die Lebensgrundlage dar. Das grösste Säugetier Nordamerikas war die wichtigste Nahrungsquelle und Lederlieferant, diente aber auch der religiösen und kulturellen Inspiration.
Eine wichtige Tradition der indianischen Gruppen der Plains und Prärie im mittleren Westen der USA war das Bemalen von Kleidungsstücken wie beispielsweise Roben aus gegerbtem und nicht gegerbtem Leder.
Vernichtung mit allen Mitteln
Um mit den Bisons diese Lebensgrundlage der indianischen Gruppen zu vernichten und das Land für sich verfügbar zu machen, griffen die Europäer zu drastischen Mitteln. Nicht nur jagte die Armee die Säugetiere, es wurden beispielsweise auch aus aller Herren Länder Jagdgesellschaften eingeladen sowie Weltmeisterschaften im Bisonabschuss durchgeführt.
«Als die Bisons verschwunden waren, fielen die Herzen meines Volkes auf die Erde, und sie konnten sie nicht wieder aufheben. Danach ereignete sich nichts mehr.» – Plenty Coups, Crow-Häuptling
Bis etwa 1890 wurden nahezu alle der 30 Millionen Tiere getötet. Erst, nachdem sämtliche Indigene in Reservate zwangsumgesiedelt worden waren, wurden gegen Ende des 20. Jahrhunderts Schutzmassnahmen ergriffen.
Heute haben sich die Bestände erholt. In den USA streifen wieder mehrere hunderttausend Bisons umher. Die Aufarbeitung der mit der Auslöschung der Bisons verbundenen Zerstörung der Lebensräume der Indigenen hat jedoch noch nicht stattgefunden.