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Am 6. April 1939 brachen der Agronom Peter Aufschnaiter (1899–1973) als Leiter und der Geograf Heinrich Harrer (1912–2006) als Teilnehmer einer von der Deutschen Himalaja-Stiftung organisierten Expedition zum Achttausender Nanga Parbat in Kashmir auf. Auf der Rückreise wurden sie vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges überrascht und von der britischen Armee in Nordindien interniert. Fünf Jahre später gelang ihnen die Flucht. Am 17. Mai 1944 erreichten Aufschnaiter und Harrer das tibetische Hochland. Von Westen nach Osten zogen sie in Richtung Lhasa, wo sie sich niederliessen.
Gut sieben Jahre später verliessen sie die tibetische Hauptstadt, jeder mit seiner persönlichen Sammlung ethnografischer Alltags- und Ritualgegenstände, zahlreichen Schwarz-Weiss-Fotografien, von Hand gezeichneten Karten und Skizzen, Tagebüchern und Notizen.
Erstmals stellt diese Ausstellung Bezüge zwischen den beiden Nachlässen her. Ausgehend von den Objekten gibt sie Einblick in lokales Schaffen und in das ethnografische Formulieren und Dokumentieren in einer Zeit und Region im Übergang.
Anhand von Materialien aus mehreren Archiven bietet sie zudem Anhaltspunkte beim Nachdenken über herkömmliche westliche Blickrichtungen auf Tibet, über die Wirkung eines Buches wie «Sieben Jahre in Tibet» und über politisch-ideologische Verflechtungen – auch in den Leben von Harrer und Aufschnaiter.
Vernissage: Sonntag, 28. Oktober 2018, 11 Uhr
Dauer der Ausstellung: 28.10.2018 bis 08.09.2019