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Masern, Mumps und Röteln sind hochansteckende Infektionskrankheiten. In der Schweiz steht zum Schutz von Kindern ein Dreifachimpfstoff zur Verfügung. Doch ist die MMR-Impfung sinnvoll? Wir informieren – Sie entscheiden.
Die Ursache von Masern, Mumps und Röteln sind verschiedene Viren. Die Erreger können sich vor allem beim Niesen, Sprechen und Husten in der Luft verteilen und so von Person zu Person übertragen werden.
Bei allen drei Erkrankungen können zunächst erkältungsähnliche Symptome wie Fieber, Schnupfen, Husten und Halsschmerzen auftreten.
Im späteren Krankheitsverlauf tritt bei Masern ein ausgeprägter Hautausschlag auf. Zudem besteht die Gefahr von Komplikationen wie etwa Hirnhaut- und Mittelohrentzündungen.
Bei Mumps können neben Unwohlsein und Kopfschmerzen die Ohrspeicheldrüsen ein- oder beidseitig schmerzhaft anschwellen.
Eine Rötelnerkrankung führt zu einem kleinfleckigen Hautausschlag, der sich vom Gesicht über den ganzen Körper ausbreitet. Zusätzlich kann eine schmerzhafte Schwellung der Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren auftreten. Das ist aber nicht alles: Eine Ansteckung mit Röteln in frühen Schwangerschaftswochen kann bei etwa 70 bis 90 von je 100 ungeborenen Kindern zu schweren Fehlbildungen zum Beispiel am Innenohr, am Herzen, an den Augen oder am Gehirn führen – und sogar zu einer Früh- bzw. Totgeburt.
Gegen Masern, Mumps und Röteln kann man sich impfen lassen. In der Schweiz steht zum Schutz von Kindern ein Kombinationspräparat zur Verfügung, die sogenannte Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln – MMR. Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz an der Universität Potsdam hat den potenziellen Nutzen und Schaden der kombinierten MMR-Impfung anhand der vorliegenden wissenschaftlichen Studien zusammengefasst. Darauf basierende Modellrechnungen haben folgendes ergeben:
Kämen 1000 ungeimpfte Kinder und Jugendliche in Kontakt mit dem Masernvirus, würden 931 von ihnen an Masern erkranken. Von je 1000 geimpften Kindern und Jugendlichen würden 14 erkranken.
Kämen 1000 ungeimpfte Kinder und Jugendliche in Kontakt mit dem Mumpsvirus, würden etwa 360 von ihnen an Mumps erkranken. Von je 1000 geimpften Kindern und Jugendlichen würden 50 erkranken.
Und kämen 1000 ungeimpfte Kinder und Jugendliche in Kontakt mit dem Rötelnvirus, würden etwa 500 von ihnen an Röteln erkranken. Von je 1000 geimpften Kindern und Jugendlichen würden 35 erkranken. Schädigungen des Embryos bzw. des ungeborenen Kindes kommen bei Schwangeren, die sich ohne Impfschutz mit Röteln anstecken, deutlich häufiger vor.
Wie bei jeder Impfung sind Rötungen, Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle möglich. Fieberkrämpfe durch die Impfung sind bei bis zu 2 von je 1000 geimpften Kindern zu verzeichnen. In weniger als 1 von 1000 Fällen kann durch die Impfung ein vorübergehender Blutplättchenmangel entstehen, wodurch man leichter blutet.
Die Wahrscheinlichkeit, mit den Erregern von Masern, Mumps und Röteln in Kontakt zu kommen, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Anzahl der Geimpften in der Bevölkerung. Je mehr Personen geimpft sind, desto weniger können sich die Viren ausbreiten. Mit einer Impfung schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch andere vor der Ansteckung. Letztlich sollen Eltern für sich und ihr Kind selbst entscheiden, ob eine MMR-Impfung sinnvoll erscheint oder nicht. Jetzt haben Sie einen besseren Überblick über dieses komplexe Thema.
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