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Leinwandbilder sind in der Geschichte der Malerei eine relativ neue Entwicklung. Während bis zum Mittelalter die Wandmalerei sowie Gemälde auf schweren Untergründen wie Holz vorherrschend waren, entdeckten die Künstler der Renaissance im 15. Jahrhundert mit dem Tuch einen neuen, leichten und preiswerten Maluntergrund. Nun konnten auch grossformatige Bilder angefertigt und leicht in die Paläste der Auftraggeber transportiert werden. Die Blüte des florentinischen Tuchmacherei-Gewerbes mag auch dazu beigetragen haben, dass das strukturierte Gewebe als neuer Maluntergrund entdeckt wurde. Darunter auch von dem berühmten italienischen Renaissance-Maler Sandro Botticelli.
Die Vorteile der Tuchmalerei sorgten schnell für deren Verbreitung, so dass Stoff ab dem 16. Jahrhundert zum beliebtesten Bildträger wurde. Bis zum 19. Jahrhundert wurde gerne Hanf mit seinen robusten, aber groben Fasern verwendet. Der Stoff wurde – wie auch heute noch üblich – auf einen Keilrahmen aus Holz gespannt. Später setzten sich mehr und mehr die feiner strukturierten Stoffe wie Leinen und Baumwolle oder auch Gemische aus verschiedenen Stoffen durch. Hanf wird in der modernen Malerei heute teilweise wieder bewusst eingesetzt, damit Leinwandbilder eine grobe Struktur erhalten.
Besonders geeignete Malverfahren für Leinwandbilder sind das Malen mit Ölfarben sowie mit Acryl, die damit die noch im Mittelalter vorherrschende Temperamalerei ab dem 15. Jahrhundert weitgehend ablösten.
Mit Beginn der Industrialisierung setzte auch die Suche nach Verfahren für die Reproduktion von Kunstwerken ein. Aus der im 18. Jahrhundert entstandenen Drucktechnik Lithografie entwickelte der aus Mülhausen stammende deutsch-französische Lithograf Godefroy Engelmann ein Verfahren, mit dem es möglich war, auch farbige Illustrationen in sehr hoher Qualität zu drucken. Die 1837 patentierte Chromolithografie wurde damit zum Vorläufer der heutigen Verfahren, mit denen Kunstdrucke hergestellt werden. Die mittels Chromolithografie hergestellten Reproduktionen hatten zwar eine dem Ölbild vergleichbare Qualität, waren jedoch so aufwändig, dass sie sich nicht als Kunstdrucke, die für jeden erschwinglich waren, eigneten. Auch der Lichtdruck, der die Chromolithografie als Verfahren ablöste, war noch zu kostenintensiv, um sich auf Dauer halten zu können.
Moderne Leinwandbilder im Digitaldruck
Heute werden hochwertige Kunstdrucke mit speziellen Druckmaschinen, meist im Offset- oder Digitaldruckverfahren, hergestellt. Dabei werden häufig weit mehr Farben als beim üblichen Farbdruck eingesetzt – insbesondere die schwierig zu reproduzierenden Farben Purpur, Gold und Silber – um damit dem Original möglichst nahe zu kommen.
Gedruckt werden kann auf verschiedene Untergründe. Nach wie vor beliebt ist der Druck als Leinwandbilder, die meist abschliessend mit einem Schutzlack versiegelt werden, so das die Bilder lichtbeständig bleiben.