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Das relexa Schlosshotel Cecilienhof Potsdam
Hinzugefügt am 4. August 2014: Das relexa Schosshotel Cecilienhof wurde am
5. Januar 2014 für Renovierungsarbeiten (bis voraussichtlich 2017)
geschlossen.
Artikel vom 14. Juli 2003
Zur Geschichte von Schloss Cecilienhof
Hotels mit Geschichte gibt es
viele, doch Hotels, in denen Weltgeschichte geschrieben wurde, sind
selten. Das relexa Schlosshotel Cecilienhof in Potsdam gehört in die
letztere, rare Kategorie. Es kann sogar mit zwei Geschichten aufwarten:
die erste handelt vom Kronprinzenpaar, die zweite von der Potsdamer Konferenz.
Schloss Cecilienhof im Neuen Garten in Potsdam ist nach Kronprinzessin Cecilie
(1887-1954) benannt. Sie war die Gattin von Kronprinz Wilhelm, dem ältesten Sohn des
letzten deutschen Kaisers. Mit dem verlorenen Ersten Weltkrieges kam auch
das Ende der Monarchie der Hohenzollern, weshalb der Kronprinz die Nachfolge seines Vaters
nie antreten konnte.
Nach der Heirat 1905 erhielt das Kronprinzenpaar von Kaiser Wilhelm II die
Anlagen des Neuen
Gartens als Sommerresidenz zugewiesen. Bis zur
Fertigstellung des Cecilienhofes bewohnte das Paar das Marmorpalais.
Von 1913 bis 1917 errichtete der Architekt Paul Schulze-Naumburg den im englischen
Landhausstil gehaltenen Cecilienhof als neue Residenz des
Kronprinzenpaares. Es handelt sich dabei um das letzte auf deutschen Boden gebaute
Schloss.
Der Cecilienhof war von Beginn an ein modernes Schloss mit
Belüftungsanlage, Zentralheizung, warmem und kaltem Wasser, Telefon und
elektrischem Licht. Der Kronprinz fuhr mit dem Automobil.
Da Kronprinz Wilhelm in den Krieg gezogen war, bewohnte Kronprinzessin
Cecilie das vom Jungfernsee und der Havel umrahmte Schloss Cecilienhof
1917 alleine, zusammen mit ihren sechs Kindern.
Die Trennung sollte längere Zeit wären, denn Kaiser Wilhelm II floh auf
Grund der revolutionären Ereignisse in Deutschland ins holländische Exil
nach Amerongen, wo er abdankte. Sein Sohn, Kronprinz Wilhelm, wurde auf
der holländischen Insel Wieringen interniert, wo er auf die Thronfolge
verzichten musste.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse zwangen Cecilie im November 1918, das
Schloss mit seinen 176 Zimmer aufzugeben. Mit ihren drei- bis elfjährigen
Kindern zog sie nach Schloss Oels in Schlesien. Einzig die ältesten
Söhne, Wilhelm und Louis Ferdinand, besuchten weiterhin die Schule in
Potsdam und wohnten unter Aufsicht im Cecilienhof.
Erst am 9. November 1923 konnte der (Ex-) Kronprinz nach Deutschland
zurückkehren. Vierzehn Tage nach dem Wiedersehen in Oels zog die Familie
nach Potsdam. Kronprinz Wilhelm wohnte nun erstmals im Cecilienhof. Es war
zwar eine Liebesheirat gewesen, doch
das Paar hatte sich auf Grund der jahrelangen Trennung längst entfremdet.
Die Affären des Kronprinzen waren auch nicht hilfreich.
Mit der Fürstenabfindung, dem Vermögensausgleich zwischen der Weimarer
Republik und dem abgedankten preussischen Königshaus, verbesserten sich
1925 die finanziellen Verhältnisse der Hohenzollern substantiell. Neben
Schloss Oels wurde der Cecilienhof wieder permanenter Wohnsitz des
Kronprinzenpaares.
Doch während dem das in der Nähe von Breslau gelegene Schloss Oels dem
Kronprinzen als uneingeschränktes Eigentum gehörte, wurde Schloss
Cecilienhof der kronprinzlichen Familie nur für drei Generationen als
Wohnsitz zugesprochen.
Dank der Kronprinzessin entwickelte sich der Cecilienhof zu einem
gesellschaftlichen Treffpunkt. Cecilie spielte seit ihrer Jugend Klavier
und organisierte Hauskonzerte. Nach ihrer Heirat lud sie herausragende
Pianisten wie Wilhelm Backhaus, Bronislav Hubermann und den in
unmittelbarer Nähe des Cecilienhofs wohnenden Wilhelm Kempff zu Konzerten
ein. Der junge Herbert von Karajan und Wilhelm Furtwängler erschienen
regelmässig zum Tee. Zu Beginn der 1930er Jahre kamen auch Diplomaten wie
der US-Botschafter William Dodd, der französische Gesandte André
François-Poncet und der polnische Gesandte Josef Lipski häufig zu
Besuch. Natürlich fehlte der Adel bei Abendgesellschaften nicht. Dazu
gehörte Cecilies enge Freundin, die Erbprinzessin Maria Christina zu
Salm-Salm. Sie war eine geborene österreichische Erzherzogin und besass
am Ufer des Heiligen Sees, gegenüber dem Marmorpalais,
eine Villa (später in Villa Kellermann umbenannt).
Kronprinz Wilhelm zeigte offen Sympathien für den Nationalsozialismus. Er
lud Hitler dreimal auf Schloss Cecilienhof ein, 1926, 1933 und 1935.
Noch 1944 verbrachte das Kronprinzenpaar gemeinsam die Weihnachten im
Schloss Cecilienhof. Danach reiste der Kronprinz Wilhelm wegen eines
angeblichen Gallenleidens nach Oberstdorf zur ärztlichen Behandlung. Im
Cecilienhof waren damals neben ausgelagerten Kunstgütern der Familie
bereits Flüchtlinge aus Oels und Primkenau sowie Vertraute des
kronprinzlichen Hofes untergebracht. Waisenkinder wurden aufgenommen. Als
die Rote Armee Küstrin einnahm, wurde Cecilie von Wilhelm telegrafisch
gemahnt, Potsdam unverzüglich zu verlassen.
Nach mehreren Absagen von Freunden und Bekannten reiste Cecilie nach Bad
Kissingen, wo sie von Februar 1945 bis September 1952 in einem kleinen
Zimmer im Anbau der Villa Fürstenhof wohnte. Danach zog sie in ein Haus
auf dem Stuttgarter Frauenkopf, wo sie sich allerdings nicht mehr
zurechtfand. Unmittelbar nach dem Tod des Kronprinzen im Herbst 1951
erlitt Cecilie einen schweren Herzanfall, von dem sie sich nicht mehr
erholte. Ihr Gesundheitszustand verschlimmerte sich zusehends. Sie
verstarb am 6. Mai 1954 nach einem zweiten Schlaganfall im Alter von 67
Jahren.
Hinter Schloss Cecilienhof verlief die ab dem 13. August 1961 als "antifaschistischer Schutzwall" errichtete Berliner Mauer,
welche die gesamte DDR für ihre Einwohner zum Gefängnis machte. Der
Abbau des menschenverachtenden Bauwerks begann im November 1989,
offiziell ab Januar 1990 und wurde im innerstädtischen Bereich von Berlin
am 30. November 1990 abgeschlossen.
In Schloss Cecilienhof war zu DDR-Zeiten von 1952 bis 1959 eine
Frauenschule untergebracht. 1959 nahm die DDR den Hotelbetrieb auf. Ein
Höhepunkt war der Besuch des damaligen österreichischen
Bundespräsidenten Kurt Waldheim. Die Schauspielerin Lili Palmer gehörte
ebenfalls zu den Gästen. Bis in die 1990er Jahre hinein konnte man sogar
noch in der Ceciliensuite schlafen. Cecilies mit Carrara Marmor
ausgestatte Badezimmer gehörte ebenfalls dazu. Heute sind Cecilies
denkmalgeschützte Zimmer sowie alle Originalmöbel glücklicherweise Teil
des Museums Schloss Cecilienhof.
Der Hotelteil gehört nach zwei Zwischenbesitzern heute zur Hotelgruppe
relaxa. Die heutige Innendekoration des Hotels, Stoffe, Lampen und Möbel,
sind dem englischen Landhausstil verpflichtet, den der Kronprinz für sein
Schloss gewollt hat.
Im Schlosshotel Cecilienhof finden regelmässig formelle und informelle
politische Treffen statt, so z.B. Anfang 2003 ein Klausurtreffen von
Bündnis 90/Die Grünen. Die Landesregierung tagt regelmässig im Salon
Hubertus.
Im Jahr 2002 war das jordanische Königspaar zu Gast. Zur Regierungszeit
von Bundeskanzler Kohl wurde Bill Clinton, als er im Schloss Sanssouci zu
Besuch war, vom Cecilienhof aus bekocht.
Neben Zimmern und Deluxe-Zimmern stehen den Gästen auch Suiten zur
Verfügung, so die Hofdamensuite, die Hochzeitssuite, die Zofensuite und
das Prinzenzimmer. Zu den bekannten Gästen der letzten Jahre gehört auch
der ehemalige US-Präsident Bush, der Vater des heutigen Präsidenten.
Cosmopolis war im Juni 2003 im Cecilienhof zu Gast. Als Begrüssungswein
stand ein Spitzengewächs aus der Region Saale Unstrut im
Deluxe-Doppelzimmer bereit: ein 2000er Gosecker Dechantenberg. Der
feinherbe Riesling vom Weingut Kloster Pforta hat es in sich: 13,5% vol.,
Auslesecharakter, mit satter Restsüsse.
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Schloss Cecilienhof in Potsdam aus der Vogelperspektive. Alle Photos
Copyright relexa Schlosshotel Cecilienhof.
Die Prinzensuite im relexa Schlosshotel Cecilienhof.
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- Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Von 1862
bis 1889 entstanden. Aufbau TB, 2001, 4688 S. Bestellen bei Amazon.de.
- Wolfgang Benz: Potsdam 1945. Dtv, 1994. Bestellen bei Amazon.de.
- Cecilienhof Impressionen. Das Schloss, das Hotel und seine
Geschichten. Dt. und engl., Oktober 1995, 72. S. Die Hauptquelle für
den nebenstehenden Artikel, insbesondere der Beitrag von Jörg
Kirschstein.
Ein Deluxe-Doppelzimmer im relexa Schlosshotel Cecilienhof
(wie es von Cosmopolis getestet wurde). Bücher zu Potsdam bei Amazon.de.
Eine Detailansicht von Schloss Cecilienhof.
Im sehenswerten Museumsteil von Schloss Cecilienhof ist das Kabinett der
Kronprinzessin Cecilie zu bewundern. Die Innenausstattung in Form einer
Schiffskabine war ein Geschenk der Bremer Reederei Norddeutscher Lloyd.
Das ehemalige Schreibzimmer von Cecilie wurde von Stalin während der Potsdamer Konferenz
als Arbeitszimmer während den
Verhandlungspausen genutzt. Der Weisse Salon war bis 1945 das Musikzimmer
der Kronprinzessin. Die sowjetische Delegation nutzte es währen der Potsdamer Konferenz
als Rezeptionsraum. Die Wohnhalle der Kronprinzenfamilie wurde für die
Konferenz restauriert und neu möbliert. Der Verhandlungstisch mit einem
Durchmesser von 3.5 Meter wurde extra dafür in Moskau angefertigt. Das
Arbeits- und Rauchzimmer des Kronprinzen wurde von der US-Delegation im
Juli 1945 als Arbeitszimmer gebraucht. Die Britische Delegation benutzte
die Bibliothek des Kronprinzen.
Seit 1952 ist die Ausstellung zur Potsdamer Konferenz
zu sehen. Damals übergab die UdSSR das Schloss dem Land Brandenburg. Die
Privaträume des Kronprinzenpaares im Obergeschoss sind erst seit 1995 dem
Publikum geöffnet. Alle Textilien wurden nach den Originalen nachgewebt.
Die Möbel sind teilweise original, teilweise Nachbildungen oder stammen
aus anderen Räumen des Schlosses. Das Badezimmer des Kronprinzen
(Villeroy & Boch) ist original erhalten.