Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/843

Das Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften in Lausanne hat nun untersucht, wie es wirklich um das Verhältnis zwischen Alt und Jung bestellt ist. Ihre Ergebnisse haben die Forscher veröffentlicht.
Der Bericht zeigt laut Psychologie heute, dass es kein Gegeneinander der Generationen gibt - doch auch nicht in allen Belangen ein Miteinander. Innerhalb der Familie bestehen zwar starke Bande über die Generationen hinweg. Grosseltern hüten ihre Enkelkinder, erwachsene Kinder helfen ihren betagten Eltern mit der Steuererklärung oder fahren sie wöchentlich ins Einkaufszentrum. Zudem wird geschenkt und vererbt, es werden Bürgschaften geleistet und Darlehen gewährt.
Ausserhalb der Familie jedoch leben die Generationen weitgehend aneinander vorbei. Beinahe 60 Prozent der jungen Erwachsenen haben keine Bekannte unter den über 70-Jährigen. Diese Distanz zwischen den Generationen könnte laut dem Bericht ein Grund sein für diffuse Ängste der Älteren vor der Jugend. Rund 45 Prozent der Schweizer Senioren befürchten nämlich, dass Jugendliche die öffentliche Ordnung im Land gefährden.
Allerdings gibt nur etwa ein Viertel der Menschen über 60 Jahren an, schon einmal wegen ihres Alters ungerecht behandelt oder benachteiligt worden zu sein. Dagegen hat beinahe die Hälfte der unter 30-Jährigen schon Altersdiskriminierung erfahren - vor allem im Beruf: Sie haben das Gefühl, ihnen würden aufgrund ihrer Jugend Stellen verwehrt, sie müssten berufliche Nachteile in Kauf nehmen oder hätten weniger gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten als frühere Generationen.
Zudem bringe man Senioren allgemein mehr Respekt entgegen und schätze sie als freundlicher ein als Jüngere, so ein weiteres Ergebnis der Studie.
Quelle: Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften
WERBUNG