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Der tibetische Lehrer, Autor einer der bekanntesten Ausgaben des tibetischen Totenbuchs, und Gründer der Bewegung Rigpa, Sogyal Rinpoche, ist am 28. August in Thailand an einer Lungenembolie gestorben, während er sich wegen seiner Krebserkrankung behandeln liess.
Jugend
Sogyal Rinpoche wurde im Jahr 1947 in Tibet als Sonam Gyaltsen Lakar geboren. Vom Nyingmapa-Lama Lamyang Khyentse Chökyi Lodrö soll er den Namen Sogyal erhalten haben. Sogyal besuchte eine katholische Schule in Kalimpong, Indien, und war später Student an der Universität von Delhi. Ab 1971 studierte Sogyal in Cambridge Religionswissenschaft und begann, die Nyingmapa-Variante des tibetischen Buddhismus einem westlichen Publikum näher zu bringen.
Rigpa
Mitte der Siebziger Jahre gründete Sogyal die Organisation Rigpa, ein Netzwerk von lokalen Zentren, die sich der Praxis des tibetischen Buddhismus nach der Schule des Nyingmapa widmen.
Das tibetische Totenbuch
1992 erschien Sogyals Hauptwerk „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“, die wohl bekannteste Ausgabe des tibetischen Totenbuchs, die in diversen Auflagen und Sprachen erschien. Im Anschluss an diese Publikation war Sogyal in den Neunzigerjahren ein ausgesprochen gefragter Vortragsredner an damaligen esoterischen Kongressen.
Missbrauchsvorwürfe
Sogyal Rinpoche war kein Mönch. Ab dem Jahr 2010 häuften sich die Berichte, dass Sogyal Rinpoche über Jahrzehnte sexuelle Beziehungen zu jungen Anhängerinnen gepflegt hatte. Zudem wurden ihm die Ausübung körperlicher Gewalt und Verschwendungssucht vorgeworfen. Im August 2017 gestand Sogyal Rinpoche die Vorwürfe ein und legte sein Amt als Leiter von Rigpa nieder.
Rigpa-Zentren
In der Schweiz bestehen Zentren des Rigpa-Netzwerks zurzeit in Basel, Genf, Neuenburg und Zürich.