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Saher Ramlawi, der eigenen Angaben nach aus Schedschaija, einem Viertel der Stadt Gaza im Norden des Küstengebiets stammt, ist wegen des Kriegs mit seiner Frau und den gemeinsamen fünf Kindern nach Rafah in den Süden geflohen. Dort leben sie demnach in einem provisorischen Zelt.
Die Familie esse jeden Tag nur noch eine Mahlzeit, sagte Ramlawi. «Dazu gehören einige Stücke Brot und Konserven wie Bohnen und etwas Rindfleisch.» Er habe seit Ausbruch des Kriegs zwölf Kilogramm Gewicht verloren, sagte der Familienvater. Er und seine Angehörigen haben demnach keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, das sehr teuer sei. Er trinke deshalb entweder gespendetes Wasser oder manchmal auch das salzhaltige und ungesunde Grundwasser.
Eine Frau, die in einem Zelt in Deir al-Balah lebt, sagte der dpa, ihre Kinder seien wegen des Nahrungs- und Wassermangels bereits krank geworden. «Um etwas zu essen zu bekommen, warte ich in der UNRWA-Schule in einer langen Schlange», sagte Hajam Abu Samra. Dort erhalte sie Konserven, Kekse und etwas Wasser. «Aber sie geben einem kein Weizenmehl, um Brot zu backen.» Die Preise für Lebensmittel seien seit dem Krieg extrem gestiegen. «Ich habe kein Geld, um Essen oder Wasser zu kaufen», sagte sie. Selbst die Kinder ässen deshalb nur noch einmal pro Tag. «Meistens schlafen sie hungrig.»
UNRWA ist die Abkürzung für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge.
Im Zuge der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen wird die humanitäre Lage in dem abgeriegelten Küstenstreifen immer katastrophaler. Die Vereinten Nationen warnten jüngst vor dem Hungertod von Hunderttausenden Palästinensern. Eine Studie mehrerer UN-Agenturen und anderer Institutionen vom Donnerstag kommt zu dem Schluss, dass in dem abgeriegelten Küstenstreifen 577 000 Menschen in die schwerwiegendste Kategorie des Hungers fallen. Fast alle Bewohner seien von Hunger oder Vertreibung betroffen.
Obwohl inzwischen wieder mehr Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen kommen, können Hilfsorganisationen eigenen Angaben zufolge die Güter wegen der anhaltenden Kämpfe nicht überall verteilen.