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"Führungskräfte haben den Kontakt zu ihren Mitarbeitenden verloren und brauchen einen Weckruf." Dies schreibt Jared Spataro, CVP bei Microsoft 365, im aktuellen "Work Trend Index", für den über 30'000 Personen weltweit befragt wurden.
61% der Führungskräfte sagten demnach, dass es ihnen im Moment "gut geht". Von den Angestellten sagten dies deutlich weniger. Auch erklärten Manager deutlich häufiger, dass sie eine stärkere Beziehung zu Kollegen aufbauen konnten oder dass sie alle – oder gar mehr – der ihnen zustehenden Urlaubstage nehmen können. Im Gegensatz dazu gaben fast 40% der Angestellten an, dass ihre Arbeitgeber derzeit zu viel von ihnen verlangen.
Die befragten Führungskräfte waren in der Tendenz eher Millienials oder der Generation X zuzuordnen (vor 1981 geboren), männlich, Wissensarbeiter und in ihrer Karriere weiter fortgeschritten. Im Gegensatz dazu berichteten Gen Z (unter 25 Jahre alt), Frauen, die Mitarbeitenden an vorderster Front und Berufseinsteiger, dass sie im vergangenen Jahr am meisten zu kämpfen hatten.
Neue oder jüngere Angestellte haben mehr mit der Situation zu kämpfen. Quelle: Microsoft, 2021
"Die hohe Produktivität verschleiert, dass die Belegschaft erschöpft ist." So ein weiteres Fazit der Studie. Mitarbeitende gaben an, dass ihre Produktivität im vergangenen Jahr gleich geblieben oder eher gestiegen sei. Dies habe aber Kosten. Denn jeder Fünfte sagte, dass sich sein Arbeitgeber nicht um die Work-Life-Balance der Teams kümmere. 54% fühlt sich überarbeitet und 39% erschöpft.
Diese Ergebnisse spiegelten sich auch in einer Analyse von Produktivitäts-Tools, schreibt Microsoft. Demnach ist seit dem Beginn der Pandemie die Zahl der Meetings um 148% und die durchschnittliche Sitzungsdauer um 10 Minuten gestiegen. Die Kommunikationsflut sei häufig unstrukturiert. 62% der Anrufe und Meetings würden ungeplant und ad hoc durchgeführt. Die Mitarbeitenden stünden unter Druck, mithalten zu müssen. Trotz der Überlastung durch Meetings und Chats reagiert die Hälfte der Mitarbeiter innerhalb von 5 Minuten oder weniger auf Teams-Chatnachrichten – eine Reaktionszeit, die sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert habe.
Die Anzahl der Microsoft-Teams-Chats und die Länge der Meetings stiegen im Verlauf der Pandemie kontinuierlich an. Quelle: Microsoft, 2021
Trotz der höheren Arbeitsbelastung schätzen die Angestellten die Flexibilität. Fast drei Viertel wünschen sich auch künftig die Möglichkeit, remote zu Arbeiten. 66% der Führungskräfte gaben an, entsprechende Anpassungen in den Büroräumlichkeiten zu planen.
Wie Microsoft-Mitarbeitende in die Büros zurückkehren
Am selben Tag wie die Studie publizierte Microsoft auch seine Pläne für die Rückkehr in die Büros weltweit. Der Tech-Gigant schreibt, dass die Mitarbeitenden im Hauptquartier in Redmond ab Ende März langsam zurückkehren können. Gleichzeitig räumt der Konzern ein, dass das Arbeitsleben vielleicht nie mehr dasselbe sein wird.
Microsoft teilt die Öffnungsschritte in verschiedene Stufen ein: von geschlossenen Büros über "Homeoffice dringend empfohlen" hin zu ohne Einschränkungen geöffnet. Letzteres werde erst möglich sein, wenn das Corona-Virus sich "wie die saisonale Grippe verhält", schreibt Kurt DelBene, ein Executive Vice President, im Firmenblog.
"Wir glauben an den Wert, Menschen an ihrem Arbeitsplatz zusammenzubringen", so der Microsoft-Manager weiter. Der persönliche Kontakt helfe den Teams aber auch im Kundenkontakt. Man habe eine Gruppe von Microsoft-Forschenden, Ingenieure und Immobilien- sowie Einrichtungsexperten zusammengebracht, um Prototypen für neue Besprechungsräume zu entwickeln. Die Gruppe untersuche verschiedene Meeting-Konstellationen und Technologien wie mehrere Bildschirme, Kameras und Mixed-Reality-Szenarien, um die effektivste Einrichtung für hybrides Arbeiten zu verstehen.
Es sei noch zu früh, aber man habe eine Reihe von Möglichkeiten erforscht, die von einfachen Neukonfigurationen bestehender Technologien hin zur Entwicklung "aufregender neuer Microsoft Teams-Innovationen für hybrides Arbeiten", so DelBene.
Der "Work Trend Index" basiert auf einer Ende Januar 2021 durchgeführten Befragung von über 31'000 Personen aus 21 Ländern, inklusive Schweiz. Hinzu kommen Analysen von Daten aus Microsoft 365 sowie Linkedin. Der vollständige Report ist online verfügbar.