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pen, welcher sich bewegt, und zum Einlegen eines künstlichen Auges sich eignet. Die Behand– lung ist auch hier nur indirect, und besteht in Verhütung und Bekämpfung der Eutzündung, und Verschliessung der Augenliedspalte. Die gequetschten Wunden des Auges sind, wenn die verletzende Gewalt intensiv und extensiv heftig eingewirkt hat, nicht selten von dem Verluste des Organes begleitet. Das Sehvermö– gen kann durch die heftige Entzündung und de– ren Producte, durch Pupillensperre, Losreissungen der Iris, Cataracte, Eiterung und Zerreissung der Retina, durch Amaurose vernichtet werden. Es bildet sich nach Verletzungen dieser Art zuweilen das Blutauge, (Haemophthalmos), indem das austretende Blut beide Augenkammern füllt, in der Folge resorbirt wird, zuweilen aber fibröse Gerinnungen hinterlässt, welche das Gesicht beschränken oder aufheben. Die Schusswunden bewirken immer gefährliche Zerstörungen des Augapfels und so heftige Erschütterung der Retina, dass gewöhnlich Amaurose folgt ").
*) Delpech (im a. W. 4. B. S. 349) bemerkt, dass ein einziges Schrot, welches das Auge trifft, Lähmung der Retina zu bedingen vermöge. Hennen (Grundsätze der Militärchirurgie. Weimar, 1822. S. 414) giebt an, dass bei Soldaten Verwundungen des Auges nicht selten seyen. Man findet ein oder beide Augen theilweise verletzt, oder gänzlich ausgeschlagen, oder die Kugel ist durch den obern Theil der Nase gegangen, und hat noch einen Knochenbogen der Orbita stehen gelassen, oder auch diese zerstört; zuweilen geht sie auch hinter den Augen durch, und zerstört das Sehvermögen, oder dieses geschieht durch die nachfolgende Entzündung. Oft wird durch eine Rotunde in der Nachbarschaft des einen Auges Paralyse des andern hervorgebracht. Zuweilen geht das Sehvermögen ohne bemerkbare Verletzung des Augapfels, in den Fällen, wo die Kugel die Umgebungen des Auges verletzt hatte, verloren ( Beobachtungen aus den britti
schen Militärspitälern in Belgien von J. Thomson. Halle, 182o. S. 56).
Bei Behandlung der Wunden des Augapfels müssen vorzüglich vier Punkte berücksichtiget werden: 1. Man verhüte die Entleerung des Auges, das Ausfliessen der Glasfeuchtigkeit und den Vor– fall der Linse; 2. man bewirke die Heilung der Wunde durch die erste Vereinigung; 3. man ver– hüte und bekämpfe die Entzündung; 4. man ent– ferne die fremden Körper. Der ersten und zweiten Indication entspricht man durch die Ver– schliessung der Augenliedspalte. Durch die schnelle Vereinigung wird ein hoher Grad von Entzün– dung verhütet; immer muss jedoch ein streng an– tiphlogistisches Verfahren. Statt finden ). Bei den Verletzungen der Augengrube kann durch Atonie, Lähmung oder Zernichtung eines oder mehrerer Augenmuskeln, Schiefstehen des Auges (Luscitas) oder Vorfall des Augapfels (Oph– talmoptosis) mit oder ohne Amaurose entstehen. Der Xeromicter entsteht, wenn durch Vernarbungen am äussern Augenwinkel die Thränenausfüh– rungsgänge geschlossen werden. Ein spitziger Kör– per kann durch die Knochenwand der Orbita in die Schädelhöhle dringen, er kann mehr oder weniger das Gehirn vulneriren, das Gehirn bis zur entgegenstehenden Knochenwand durchlaufen. Diese Fälle sind tödtlich, der traurige Ausgang erscheint zuweilen unerwartet, da die Abwesenheit der Zufälle und die kleine Wunde des Augenliedes eine solche Verletzung nicht vermuthen lassen. Bei heftigen Quetschungen der Augengrubengegend können Fissuren entstehen, welche mit Extravasation des Blutes in die Schädelhöhle ver– knüpft und von allen jenen Zufällen, welche bei Schädelverletzungen beobachtet werden, begleitet werden können. Bei dem Vorfall des Augapfels *) Dass bei Verletzungen des Auges mit grosser Strenge,
der antiplogistische Apparat angewendet werden müsse ist eine allgemein als gültig anerkannte Regel,
muss sobald als möglich die Reposition vorgenommen werden, wenn nicht derselbe durch das verletzende Werkzeug destruirt, oder die Nerven und Gefässverbindungen zerstört sind"). In letzterem Falle müsste der Augapfel vollends aus seinen Verbindungen gelösst und entfernt werden. Bei der Verletzung der Augengrube vermag der Wund– arzt nicht direct einzuwirken. Ein streng antiphlogistisches Verfahren znr Verhütung des Gehirnleidens, ist angezeigt.
Von den Geschwüren und Fisteln.
Die Geschwüre der Augenlieder sind gewöhnlich das Product des syphilitischen oder scrophulösen Leidens, oder sie treten im Gefolge eines impetiginösen Uebels auf. Sie können durch einen örtlich wirkenden Reiz, z. B. wenn das Augenlied mit durch scharfe Materie beschmutzten Fingern berührt wird, hervorgebracht wer– den. Den Geschwüren geht immer Entzündung voran. Sie verursachen Jucken und Brennen, sie sondern einen in Krusten gerinnenden Eiter ab, und befinden sich meistens auf dem Rande der Augenlieder. Sie können ein Ausfallen der Cilien, Verunstalten des Augenliedrandes, Verschrumpfung des Tarsus, Caries desselben etc. hervorbringen. Bei der Behandlung berücksichtige man die Ursache und den dem Geschwüre zu Grunde liegenden Zustand *).
4) Einen merkwürdigen Fall von Ausreissung eines Auges erzählt Klein (Gräfe und Walther, Journal für Chir. u. Oph. 1. B. S. 456).
2) Die Entstehungsweise des Diacryops fistulosus wurde an einem andern Orte beschrieben. Durch das fleissige Betupfen mit Höllenstein und den Gebrauch Entzündung erweckender Einspritzungen kann Heilung gewon
nen werden, \
Die Hornhautgeschwüre, welche nach Entzündungen in Folge geborstener Bläschen oder Abscesse sich zeigen, müssen nach den bei den Entzündungen angegebenen Heilregeln behandelt werden. Die complicirten Zustände, unter welchen die Geschwüre anftreten können, sind: 1. die Fisteln der Hornhaut, 2. der Bruch derselben, 3. der Vorfall der Iris.
Die Fisteln sind entweder complet oder incomplet. Die erstern durchlaufen die Substanz der Hornhaut so, dass sie einen Gang mit zwei Oeffnungen, wovon eine auf der Convexen, die andere auf der concaven Fläche mündet, bilden. Die letztern, haben nur eine Oeffnung und diese liegt entweder auf der convexen oder concaven Fläche. Die Fisteln sind mit mehr oder weniger Sinuosität verknüpft und zeigen sich gewöhnlich nach ihren Entzündungen, welche das Product eines Allgemeinleidens sind. Der Lauf der Fistel giebt sich durch eine graulich trübe Linie zu erkennen; dadurch lässt sich auch auf die Anzahl der Fistelgänge schliessen. Bei der vollkommenen Fistel spritzt die wässerichte Feuchtigkeit als feiner Strahl hervor, oder es bedeckt sich die äussere Fistelmündung mit einer thauartigen Flüssigkeit. Die mit der Fistel gleichzeitig bestehende specifike Iritation muss bekämpft werden; durch adstringirende Augenwasser, das Einstreichen des Laudanum etc. suche man die deletere Tendenz aufzuheben, und die Reproduction des Theiles zu beleben. Die Anwendung des Lapis infernalis wird besonders empfohlen; zuweilen wird das Spalten des Fistelganges nothwendig").
Der Hornhautbruch (Ceratocele, hernia corneae) wird durch die descemetische Membran gebildet, indem diese in Form eines kleinen Bruch
') De la medicine operatoire par Sabatier. Edit. 4822. T. 2. pag. 2o5.
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sackes hervorgetrieben wird, sobald die äussere und mittlere Lamelle an einer oder der andern Stelle der Hornhaut zerstört ist ). Der Bruch ist einfach oder complicirt; letzteres ist er, wenn durch das Bersten des Bruchsackes die wässerichte Feuchtigkeit ausgeflossen ist, so, dass eine Portion der Iris in den Bruchsack sich vordrängt. Ichoröse Hornhautgeschwüre bedingen gewöhnlich den Hornhautbruch, der häufiger auf einer dünnen sehr gewölbten, als auf einer flachen Hornhaut wahrgenommen wird. Der Hornhautbruch zeigt sich unter der Form eines kleinen umschriebenen Bläschens. Je kleiner derselbe ist, je weniger er der Pupille nahe liegt, desto günstiger ist die Prognose. Immer folgt eine Narbe, welche mehr oder weniger das Sehevermögen stören könnte. Bei der complicirten Ceratocele muss berücksichtiget werden, ob der vorgefallene Theil der Iris beträchtlich, ob der Pupillenrand derselben vorgefallen ist. Darnach richtet sich die Verengerung, Verziehung oder Verschliessung der Pupille, welche diesem Zustande folgen können. Die Iris verwächst gewöhnlich mit dem Bruchsacke. Beim einfachen, wie beim complicirten Hornhautbruche trachte der Arzt eine schnelle Vernarbung zu bewirken, was durch Anwendung adstringirender Augenwasser, durch das Einstreichen des Laudanums oft erreicht wird *). Erfolgt die Vernarbung auf den Gebrauch dieser Mittel nicht schnell, so ist das Berühren des Bruches mit
einem zugespitzten Stückchen Höllenstein nothwendig *).
4) Scarpa (im a. W2. V. pag. 16) verwirft diese über die Entstehung des Hornhautbruches bestehende Ansicht und behauptet, dass eine Portion des Glaskörpers den Hornhautbruch bilde. - -
2) Beer (im a. W. 2. B. S. 62) empfiehlt eine gesättigte Auflösung des Lapis divinus.
3) Scarpa (im a, W. 2. V. pag. 19) empfiehlt das Weg