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Was würde mit den Overlands Produkten passieren?
ADIC hat vor zwei Tagen in einem Brief seinem Konkurrenten Overland ein Übernahmeangebot gemacht, wie Overland heute offiziell bekannt gab. Overland lehnt dieses Angebot aber ab: Der Verwaltungsrat habe entschieden, dass das Angebot angesichts der vorgeschlagenen Bedingungen nicht im besten Interesse der Aktionäre liege. ADIC hat einen Preis von 7,90 Dollar pro Aktie angeboten, was ungefähr dem gegenwärtigen Kurs entspricht. Das Angebot ist inoffiziell, es wurde nicht öffentlich an die Aktionäre gemacht.
Gemäss Spekulationen in US-Medien dürfte es dem Chef von ADIC, Peter van Oppen, mit dem Angebot vor allem darum gegangen sein, Verhandlungen mit der Overland-Führung in Gang zu bringen, da ADIC eine freundliche Übernahme vorschwebe. Chris Calisi, der CEO von Overland, sei eher gegen einen Merger, van Oppen habe aber gehofft, mit dem Verwaltungsrat von Overland direkt ins Gespräch zu kommen. ADIC besitzt, wie das Unternehmejn der US-Börsenaufsicht bekannt gab, bereits 9,28 Prozent der Overland-Aktien und besitzt damit eine gewichtige Stimme im Aktionärsplenum. Es ist also durchaus möglich, dass der Overland-VR sich zu weiteren Gesprächen bereit erklärt, und dass ADIC die Offerte später noch nachbessert.
Falls eine Übernahme zu Stande käme, würde sich zwei der drei gegenwärtig grössten Hersteller von Tape-basierten Speichersystemen für Unternehmen zusammenschliessen – der dritte, StorageTek, wurde kürzlich von Sun übernommen
.
Eine grosse Frage für Overland-Kunden und -Partner wäre es, was nach einer Übernahme mit der Produktelinie dieses Herstellers geschähe. Angesichts der starken Überlappung des Angebots der beiden direkten Konkurrenten würde wohl ein grosser Teil der Overland-Produkte nicht mehr weiterentwickelt und am Ende ihres Lebenszyklus aus dem Angebot genommen werden. (Hans Jörg Maron)