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Yves antworte ohne Rücksicht auf die dienstlichen Unannehmlichkeiten; Hier! Im Dezember 2015 kehrte er für weitere dreieinhalb Monate an seinen früheren Arbeitsplatz zurück.
Wir haben immer gewusst, dass du die Gipfel erklimmst… Aber wann hat dich der Berg wirklich gepackt?
Oh, ich würde sagen, schon immer! Als ich 5 Jahre alt war, wuchs ich, nach einem kurzen Aufenthalt in St. Gallen, in den Bergen zwischen Daillon, meinem Dorf, und den Mayen du Plapon auf. Dort habe ich mich immer wohl gefühlt.
Wer hat dir den Klettergurt in die Hände gedrückt?
1975 begann ich meine Ausbildung als Polizist bei der Kantonspolizei Wallis. Anschliessend arbeitete ich im Posten in Bagnes. Damals gab es noch Bergführerpolizisten, die auf verschiedene Posten im Kanton verteilt waren.
Im April 1976 kam ich zur Brigade VII (Verkehr). Hier absolvierte ich meinen Dienst mit Jacky Michelet (welcher später Direktor der Kantonalen Walliser Rettunsgsorganisation – KWRO wurde), der Polizist und auch Bergführer war. Bei zahlreichen Rettungsaktionen und Bergeinsätzen lernte ich viel von ihm und mir wurde rasch klar; dies ist meine berufliche Herausforderung.
Mont Blanc – August 2016
Polizist und Bergführer ist ein bisschen eine Multifunktion?
Ja, und genau das ist es, was mich an meinem Job als Polizist gereizt hat, die Vielfalt unserer Einsätze.
Im April 1977 ergriff unser damaliger Kommandant, Major Schmidt die Initiative zur Gründung der Abteilung Bergrettung. An ihrer Spitze setzte er Korporal Jacky Michelet und Korporal Jean-Maurice Favre ein. Sie wurden zunächst von neun Bergführern sowie 3 Bergführeraspiranten von verschiedenen Gendarmerieposten unterstützt.
Ich begann meine Ausbildung als angehender Bergführer 1980. Es war eine sehr arbeitsreiche und schwierige Zeit. Nebst meinem 100 % Arbeitspensum, studierte und trainierte ich in meiner Freizeit, um meine Bergführerlizenz zu erhalten. Ich war verheiratet und hatte zwei kleine Mädchen. Während dieser Zeit konnte ich immer auf die Unterstützung meiner Familie zählen.
Die Zeremonie zur Diplomverleihung als Bergführer und Walliser-Skilehrer fand am 1. Oktober 1982 in Sitten statt. Damals war ich bei der Brigade VII eigeteilt, sowie als nicht permanenter Polizist in der „Bergrettung“.
Und der Berg heute?
Die Faszination besteht noch immer. Wir sind eine Gruppe von Freunden, darunter drei pensionierte Kollegen und ein Priester. Im Sommer machen wir ein bis zwei Bergtouren pro Woche.
Im Winter hat unsere Gruppe etwa 15 Mitglieder, von denen zehn «angefressene» Bergler sind. Wir unternehmen einmal pro Woche eine Tour.
Also hat alles mit der Tour zu den Wikingern begonnen?
Nur für einige. Die Idee wurde 2016 nach der Lektüre eines Artikels in „69 NORTH“ geboren. Sie schlug einen unvergesslichen Skitourenurlaub in den Lyngen Alpen in Norwegen vor. Eine der Bedingungen für das Mieten eines Bootes war, das man von einem Bergführer begleitet wurde. Diese Bedingung war doppelt erfüllt, da mein Freund und pensionierter Kollege Eddy Berthouzoz und ich Bergführer sind.
Und so trafen am 10. März 2017 neun trainierte und sportliche Walliser in der Stadt Tromso ein!
Ja, für solch eine Reise ist es besser, gut vorbereitet zu sein. Wir besichtigten die Stadt und ruhten uns vor unserer Abreise am nächsten Tag aus.
Wie lange dauerte Ihre Reise?
Sechs Tage zwischen Meer und Bergen. An Bord der «Southern Star» wurden wir vom Kapitän, einem Matrosen und einer skandinavischen Köchin versorgt.
- Tag 1: 12-03: Strecke 2 – Aborsneset, Höhenunterschied 820 m.
- Tag 2: 13-03: Strecke 7 – Akkarvik, Höhenunterschied 880 m + 400 m.
- Tag 3: 14-03: Strecke 6 – Sandneset, Anstieg 1220 m
- Tag 4: 15-03: Strecke 4 – Tortenlia, Höhenunterschied 1080 m + 300 m
- Tag 5: 16-03: Schlechtes Wetter, Besuch des Finnkrokengebiets
- Tag 6: 17-03: Strecke 1 – Sjursnesfjellet, 1000 m Höhenunterschied
Wie war der Tagesplan?
Normalerweise standen wir gegen 7:00 Uhr auf. Nach einem ausgezeichneten nordischen Frühstück rüsteten wir uns aus, bevor wir von Bord gingen.
Gegen 08:00 Uhr, nachdem wir unsere Felle aufgezogen hatten, begangen wir den Aufstieg. Eddy und ich führten unser kleines Team abwechselnd vom Strand aus durch den Wald.
Bis ganz nach oben. Wir kamen im gleichmässigen Tempo gut voran. In einer Stille, die nur durch ein leichtes Kratzgeräusch der Skis gestört wurde. Wir waren allein auf der Welt…
Trotz der geringen Niederschläge waren die Skibedingungen hervorragend. Vom Gipfel aus warteten die makellosen und jungfräulichen Pulverhänge nur auf uns. Wir glitten die Hänge hinunter bis zum Strand. Manchmal stiegen wir sogar wieder hinauf, um diese wunderbaren Momente zu verlängern.
Bei unserer Rückkehr an Bord genossenen wir nach einem Apero ein ausgezeichnetes lokales Essen, zubereitet von unserer Köchin Hanna. Danach ruhten wir uns aus, waren vertieft in Lektüre oder vertrieben uns die Zeit mit Spielkarten.
Bei Sonnenuntergang erzählte uns Olivier, unser Kommandant, Geschichten vom Grossen Norden…
Für diese Jahreszeit war die Temperatur sehr angenehm. Das Thermometer fiel nie unter -10 Grad.
Am fünften Tag, dem einzigen Tag mit schlechtem Wetter, mussten wir unsere Pläne ändern. Obwohl nur drei Kilometer von der Stelle entfernt, an der wir anlegen sollten, war es unmöglich, dorthin zu gelangen. Selbst auf der Strasse war dies nicht möglich. Wir nutzen die Gelegenheit und begaben uns zu einem Aufstieg um das Kleine Dorf Finnkroken zu besuchen.
Während der Fahrt entdeckten wir eine grossartige Fauna. In Tromso trafen wir zwar einen Bären, aber dieser war ausgestopft… Zusätzlich zu den schönen Landschaften belohnte uns die Natur noch einmal mit einem herrlichen Polarlicht. Unsere Kameras haben versucht, es einzufangen… es war einer dieser magischen Momente, die wir erleben konnten…
Als der letzte Tag nahte, bereiteten wir uns mit einem besonderen Gefühl auf die Rückkehr vor. Das Abenteuer Meer und Gipfel ist sehr untypisch für Bergmenschen wie uns. Den Tag am Meer zu beginnen, sich auf den Alpen wiederzufinden und mit den Füssen im Salzwasser zu beenden, der Kontrast war frappant.
Hast du schon eine neue Expedition geplant?
Ja, und ich denke nicht, dass es die letzte ist.
Nach meiner Pensionierung habe ich den Mont-Blanc bestiegen, kletterte in San Marino (Italien), in Kalymnos (Griechenland), auf Korsika… Ganz zu schweigen von unseren Ausflügen in der Schweiz.
Letzten Sommer war geplant, nach Finale Ligure in Italien zu fahren, um neue Kletterrouten zu entdecken, aber COVID 19 war vor uns vor Ort. Wenn es die gesundheitliche Situation zulässt, möchten wir diesen Sommer dorthin fahren.
Ich habe auch Sardinien im Visier, aber das wird für 2022 sein. Wenn mein Körper folgen kann, ist mein Geist immer auf dem Sprung, um neue Kletterrouten zu erkunden und weiterhin Skitouren in unseren schönen Bergen in der Schweiz und im Ausland zu unternehmen.
Zum Schluss möchte ich sagen, dass die Berge ein Teil meines Lebens sind und ich mich bereit erklärt habe, mich der Gemeinde zur Verfügung zu stellen, indem ich mein Wissen und meine Erfahrung einbringe. Ich habe die Position des Stellvertreters für die Wintersicherheit inne.
Danke, Yves, dass du diese Momente mit uns geteilt hast. Wir wünschen dir und deinen Freunden viele Ausflüge, schöne Erlebnisse in der Nähe der Gipfel.