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Der aktuelle Global Nutrition Report zeigt: Die bis 2025 weltweit gesetzten Ernährungsziele wurden von keinem Land erreicht.
Der unabhängige Ernährungsbericht Global Nutrition Report (GNR) beurteilt jährlich die weltweite Ernährungssituation. Im diesjährigen Bericht wurden Daten von 194 Ländern ausgewertet. Die GNR-ExpertInnen zeigen anhand der weltweiten Fehl- und Mangelernährungszustände auf, dass die Ernährung erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit sowie die Umwelt hat.
Unausgewogene Ernährung schadet Umwelt und Gesundheit
Gemäss der ExpertInnen trägt eine unausgewogene Ernährung massgeblich zum Klimawandel bei, wobei tierische Lebensmittel einen deutlich grösseren ökologischen Fussabdruck aufweisen als pflanzliche. Auch unsere Gesundheit leidet unter einer klimaschädlichen Ernährung: Etwa ein Viertel aller Todesfälle weltweit ist auf ernährungsbedingte Krankheiten zurückzuführen:
Eine unausgewogene Ernährung mit einem niedrigen Anteil an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Saaten und einem hohen Anteil an rotem Fleisch und verarbeiteten Fleischprodukten stellt eine der grössten globalen Gesundheitsbelastungen dar.
Gemäss der EAT-Lancet-Kommission werden gesundheitsfördernde Lebensmittel zu selten und gesundheits- sowie umweltschädliche Lebensmittel zu häufig konsumiert: Weltweit wird durchschnittlich nur halb so viel Obst und Gemüse verzehrt, wie empfohlen wird. Allerdings wird fast das Vierfache der empfohlenen Menge an rotem und verarbeitetem Fleisch verzehrt; in Europa sogar das Achtfache der empfohlenen Menge. Auch der Konsum von Milchprodukten ist in Europa zu hoch: Es werden 141% der aus gesundheitlichen Gründen empfohlenen Menge an Milchprodukten verzehrt. Auch der Fischkonsum ist in Europa deutlich höher, als gesund wäre.
Die Folge: Weltweit sind 40.8% der Frauen und 40.4% der Männer von Übergewicht oder Adipositas (starkem Übergewicht) betroffen. Übergewicht und Adipositas begünstigen nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck.
Wie sieht die Situation in der Schweiz aus?
In der Schweiz wird mittels der nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und der Schweizer Ernährungsstrategie das Ziel verfolgt, die Gesundheitsförderung zu stärken und Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Denn in der Schweiz leiden über zwei Millionen Menschen an nichtübertragbaren bzw. ernährungsbedingten Krankheiten. Auch Übergewicht und Adipositas nehmen immer mehr zur: 46.9% aller Frauen und 64.0% aller Männer sind von Übergewicht betroffen. Zudem leiden 18.5% der Frauen und 24.9% der Männer an starkem Übergewicht bzw. Adipositas.
Die unausgewogene Ernährung trägt einen grossen Teil zum schlechten Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung bei: Die aktuelle Ernährungserhebung menuCH zeigt, dass zu viel Fleisch, Süsses und Salziges und zu wenig Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse konsumiert werden. Die daraus resultierenden nichtübertragbaren Krankheiten verantworten in der Schweiz über 50% der Fälle vorzeitiger Sterblichkeit (vor dem 70. Lebensjahr). Die Ernährung hat dabei einen grösseren Einfluss als das Körpergewicht (siehe Abb. 1).
Abb. 1: Zusammenhang zwischen vorzeitiger Sterblichkeit, Ernährung und Körpergewicht bei der Schweizer Bevölkerung. Quelle: Global Nutrition Report.
Doch nicht nur der Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung leidet unter der unausgewogenen, tierproduktelastigen Ernährung, auch das Klima nimmt grossen Schaden. Setzt man die ausgestossenen Treibhausgasemissionen ins Verhältnis zur Kapazität unserer Erde, übersteigt der Konsum aller tierischer Produkte über das vierfache der verfügbaren Kapazität (siehe Abb. 2). Pflanzliche Nahrungsmittel hingegen machen nur einen geringen Teil aus.
Abb. 2: Ressourcenverbrauch verschiedener Nahrungsmittel in Relation zu den planetaren Kapazitäten. Quelle: Global Nutrition Report.
Fazit
Die weltweiten Fehl- und Mangelernährungszustände betreffen auch die Schweiz. Dennoch besteht gemäss den GNR-ExpertInnen Hoffnung, dass eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Ernährung weltweit machbar sei. Wissenschaftliche Erkenntnisse und erfolgversprechende Massnahmen zur Bekämpfung von Fehl- und Mangelernährung seien besser verfügbar denn je. Zudem stünden deutlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als früher. Für eine Veränderung müssten möglichst schnell Reformen in allen Ernährungssektoren erfolgen.