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Arnhem (Arnheim)
Arnhem entstand an einer Anhöhe in der Nähe der IJssel, an der Kreuzung der Handelsstrassen zwischen Utrecht, Nijmegen und Zutphen. Erst seit der Änderung des Rheinverlaufs um 1500 liegt Arnhem an diesem Fluss.
Im Jahr 1233 erteilte Graf Otto von Gelre Arnhem das Stadtrecht. Im 15. Jahrhundert zählte die Stadt rund 4000 Einwohner und erhielt Stadtmauern und Türme zur Verteidigung. Die Stadt gehörte zum Herzogtum Geldern und wurde 1472 habsburgisch, ehe es zur Republik der Niederlande kam. Im Holländischen Krieg war Arnehm von 1672 bis 1674 von französischen Truppen besetzt, ebenso in den Koalitionskriegen von 1795 bis 1813, wobei Arnhem ab 1811 Hauptstadt des Départements Yssel-Supérieur war. 1813 wurde die Stadt von preussischen Truppen befreit und kam wieder an die Niederlande.
Um 1850 lebten etwa 9000 Menschen in Arnhem. Damals wurde die Region um Arnhem und Nijmegen ein beliebter Wohnsitz des Grossbürgertums aus den westlichen Provinzen der Niederlande. In der Folge wurden repräsentative Parkanlagen geschaffen, denen die Stadt noch heute den Beinamen „Parkstadt“ verdankt. Parks wie Sonsbeek (im Zentrum) und Zijpendaal (im Norden der Stadt) prägen das Stadtbild.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt schwer zerstört. Die Schlacht um die Brücke von Arnhem im September 1944 gilt als eine der letzten Niederlagen der Alliierten in diesem Krieg. Nach der Schlacht zwang die Wehrmacht die damals 95.000 Einwohner, die Stadt zu verlassen.
Am 16. September 1978 wurde die Rheinbrücke in John-Frost-Brücke (John Frostbrug) umbenannt, nach dem britischen Oberst, der 1944 während der erfolglosen Offensive jenes Bataillon kommandierte, das als einziges die Brücke erreichte und den nördlichen Teil vier Tage lang verteidigte. Eine Gedenktafel erinnert an die Schlacht und ihre vielen Opfer.
Operation Market Garden war der Codename für eine Luft-Boden-Operation der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Sie fand zwischen dem 17. und dem 27. September 1944 in den niederländischen Provinzen Nordbrabant und Gelderland (und in äusserst geringem Umfang am Niederrhein (Deutschland)) statt und hatte das Ziel, den deutschen Westwall zu umgehen und den britischen und amerikanischen Truppen einen raschen Vorstoss ins Deutsche Reich zu ermöglichen.
Der Plan bestand aus zwei Teilen: Aus der Operation Market, der bis dahin grössten Luftlandeoperation des Zweiten Weltkriegs, und aus der Operation Garden, dem geplanten Vorrücken der Bodentruppen durch den damit neu geschaffenen Korridor. Nur die Operation Varsity, die am 24. März 1945 im Raum Wesel-Rees im Rahmen der Rheinüberquerung durchgeführt wurde, übertraf die Anzahl der innerhalb eines Tages abgesetzten Luftlandetruppen.
Die Operation war, wie Eisenhower später analysierte, „zu 50 Prozent ein Erfolg“: Zwar verschoben die Alliierten die Frontlinie von Belgien aus nördlich bis Nijmegen, aber das Ziel, die deutschen Verteidigungslinien durch Überschreiten des Niederrheins bei Arnheim zu umgehen, wurde nicht erreicht. Der unerwartet starke deutsche Widerstand in Arnhem verhinderte die Einnahme der wichtigen Rheinbrücke. Doch eine Kombination aus kriegspolitischen Querelen, ungenügender Aufklärung, Pech und schlechtem Wetter führten zu einem Desaster. Die Alliierten mussten sich schliesslich unter hohen Verlusten an Menschen und Material zurückziehen. Laut Montgomery war die Operation sogar ein 90-prozentiger Erfolg, was den Prinzen der Niederlande zu der Äusserung veranlasste, sein Land werde wohl keinen zweiten Erfolg Montgomerys überstehen.
"Die
Brücke von Arnheim" ist die epische Verfilmung dieser Tragödie. Sie
schildert die Ausführung des Fehlschlags, dessen Scheitern mehr
alliierten Soldaten das Leben kostete als die Invasion in der Normandie.
Arnhem präsentiert sich Heute mit einem historischen Stadtkern und mit modernen Bauten die sich gut ergänzen. Die weitgehend verkehrsfreie Altstatt lädt zum Bummeln und verweilen ein. Jeder Frau schlägt das Herz höher wenn sie durch die vielen Einkaufsstrassen und Gassen, mit den unzähligen verlockenden Geschäften schlendert und jedem Mann zieht sich die Brieftasche zusammen.
Aber nicht nur zum Einkaufen, auch zum Verweilen und Geniessen ist man hier richtig. Strassenkaffees Gartenbeizen und sehr gute Speiselokale prägen die Stadt und sind Labsal für Gaumen und Seele.