Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/159844

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Subventionspraxis zur Erhaltung der Freibergerrasse (Rassenerhaltungsprämie gemäss Tierzuchtverordnung, TZV) dahingehend zu ändern, dass die Beiträge nicht primär der Fleischproduktion zugutekommen, sondern im Sinne der Rassenerhaltung für die Ausbildung der Jungpferde eingesetzt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit der Genehmigung des internationalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt durch die Bundesversammlung vom 28. September 1994 (SR 0.451.43) ist der Bundesrat verpflichtet, gezielte Massnahmen zur Erhaltung und Sicherstellung der Rasse zu ergreifen. Die Zukunft der Freibergerrasse, eines Schweizer Kulturgutes, ist durch den Rückgang der Fohlengeburten stark gefährdet, wie dies folgende Zahlen zeigen: Im Jahr 2005 wurden 2804 Fohlen geboren, und 2014 waren es noch deren 2023. Als Anreiz für die Züchter, ihre Stuten in der Zucht einzusetzen, sieht die Tierzuchtverordnung (SR 916.310) deshalb einen maximalen Beitrag von 1,16 Millionen Franken in Form von Prämien für Stuten mit Fohlen bei Fuss vor.</p><p>Damit eine Rasse langfristig fortbestehen kann und nicht Gefahr läuft, ingezüchtet zu werden, muss für die Zucht aus einer genügend grossen Anzahl männlicher Tiere selektiert werden. Bei züchterischen Entscheiden gilt, dass über 50 Prozent der Tiere nicht zur Zucht eingesetzt werden können und nach dem Selektionsentscheid meist geschlachtet werden. Es handelt sich dabei hauptsächlich um männliche Fohlen, weil es hiervon für die Zucht weniger braucht, sowie um züchterisch ungeeignetere weibliche Tiere. Können diese nicht als zukünftige Sport- und Freizeitpferde abgesetzt werden, entscheiden sich die Züchter oft für deren Schlachtung, weil die Aufzucht von Pferden sehr kosten- und arbeitsintensiv ist und der Wert des Fleisches mit zunehmendem Alter sinkt. Die Wirtschaftlichkeit der Aufzucht von Freibergerpferden ist somit nicht gegeben. Zur Förderung des Freibergers hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) die Erarbeitung einer Strategie zu dessen Erhaltung unter der Leitung von Agroscope und zusammen mit den wichtigsten Betroffenen in die Wege geleitet. Sie beinhaltet die drei Arbeitspakete "Markt und Image", "Zucht und Genetik" sowie "Öffentliche und private Unterstützung".</p><p>Gegenwärtig ist die Arbeitsgruppe daran, verschiedene Fördermassnahmen kritisch zu hinterfragen und zu überprüfen. Bevor jedoch Entscheide diesbezüglich getroffen werden können, ist es wichtig, Stärken und Schwächen sowie Chancen und Gefahren verschiedener Massnahmen, wie zum Beispiel Beiträge für die Ausbildung von Jungpferden, gegeneinander abzuwägen. Im Rahmen der Umsetzung der Strategie werden dem BLW Ende 2015 Vorschläge zur optimalen Förderung des Freibergers vorgelegt. Erste Umsetzungsresultate können nach Abschluss dieser Arbeiten im Jahr 2017 erwartet werden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.