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In somniloquies «tauchen wir ein in die verrückten Träume eines gewissen Dion McGregor – eines New Yorker Songwriters aus den 1960er- und 70er-Jahren, der als ‹der produktivste Schlafredner der Welt› bekannt war und dessen nächtliches Gerede von seinem Zimmergenossen aufgenommen wurde.
Paravel und Castaing-Taylor nutzen McGregors Traumgespräch als eine Art wahnsinnigen Soundtrack, um verzerrte Bilder von Menschen im Schlaf zu begleiten. Wir können den Grossteil des Films gleiten wir in eine Unterwelt, in der die verzerrten Bilder die kaum erkennen, was wir sehen, als wäre alles in einem in warmes Licht getauchten Spiegelkabinett gefilmt worden, das Körper in pure Abstraktion verwandelt . (...) Für Verwirrung von McGregors Verstand widerspiegeln.
So bedrohlich das auch klingt, die Träume sind so amüsant surreal, dass aus somniloquies eine Art Avantgarde-Komödie wird. McGregors Schimpfwörter sind wie eine Kreuzung zwischen den schlafwandlerischen Gedichten von Robert Desnos und einem Stand-up von Lenny Bruce, und man versteht, warum sein Zimmergenosse sie aufnehmen wollte: In einem Traum beschreibt er eine ‹Zwergenstadt› mit urkomischer Detailgenauigkeit. In einem anderen führt er einen chirurgischen Eingriff an sich selbst durch, indem er seine eigene Milz entfernt. (...)
Es hat vage etwas Lynchianisches, so in den Kopf einer Person zu geraten, und die Vielzahl abstrakter Bilder erinnert an späte Lynch-Filme wie Inland Empire, aber auch an die Filme von Philippe Grandrieux und die Bilder von Francis Bacon. (...) Es herrscht genug Dissonanz, sodass die Traumwelt und die reale Welt von somniloquies für immer getrennte Bereiche bleiben, obwohl der Film letztlich sehr weit geht – vielleicht weiter als die meisten Filme –, um zu versuchen , die Kluft zwischen den beiden zu überbrücken.» (Jordan Mintzer, The Hollywood Reporter, 14.2.2017)
Eine Auswahl der Schlafreden von Dion McGregor wurde in den 1960er-Jahren mit wenig Erfolg auf Schallplatte herausgegeben. Sie sind inzwischen in digitaler Form erhältlich: dionmcgregor.bandcamp.com
Drehbuch: Véréna Paravel, Lucien Castaing-Taylor
Kamera: Véréna Paravel, Lucien Castaing-Taylor
Schnitt: Véréna Paravel, Lucien Castaing-Taylor
73 Min., Farbe, DCP, E/e