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BVK-Prozess: Fast 3 Millionen zu Unrecht abgezweigt
Die zweitgrösste Pensionskasse der Schweiz. (Keystone Archiv)
Es ist einer der grössten Korruptionsprozesse, die es im Kanton Zürich je gegeben hat. Angeklagt sind der ehemalige Anlagechef der kantonalen Pensionskasse BVK und fünf weitere Personen, die mit der BVK geschäfteten.
Die Verhandlung dauerte nur relativ kurz. Der Angeklagte traf vor dem Prozess eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft und akzeptierte deren Urteilsvorschlag. Dieser wurde anschliessend vom Gericht bestätigt.
Der 47-Jährige wird zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt, für die Hälfte ist der Vollzug bedingt aufgeschoben. Knapp 15 Monate hat er bereits in Untersuchungshaft abgesessen. Der Mann sucht im Moment einen Job ausserhalb der Finanzbranche, allenfalls in seinem früheren Beruf als Pilot. Er plant, nach Spanien auszuwandern.
Aussergerichtlich geeinigt
In der aussergerichtlichen Einigung hat sich der Angeklagte verpflichtet, der von ihm geschädigten kantonalen Pensionskasse BVK 3,95 Millionen Franken als Vergleichsbetrag sowie eine Prozessentschädigung von rund 82'000 Franken zu zahlen. Zudem muss er für die Verfahrenskosten aufkommen.
Der Angeklagte hatte mit der von ihm mitgegründeten und geleiteten Firma DL Investment Partners (DLIP) ab 2006 für die BVK Investitionsmöglichkeiten vermittelt. Mit den Investitionen in Hedgefonds erzielte die DLIP innerhalb von vier Jahren Provisionen von rund 10 Millionen Franken.
Der Angeklagte kassierte illegal weitere knapp 3 Millionen Franken an Retrozessionen, die er an die BVK hätte weiterleiten müssen. Mehrfach hatte er der BVK wahrheitswidrig schriftlich erklärt, keine Retrozessionen entgegengenommen zu haben.
Zweite Anklage wegen Bestechung
Weil ihm die Staatsanwaltschaft auch mehrfache Bestechung vorwirft, wird er vom Bezirksgericht im September nochmals vorgeladen. Er soll gemäss Anklage dem Hauptangeklagten des Prozesses, dem früheren Anlagechef der BVK, Geschenke gemacht und hohe Zahlungen versprochen haben.
So habe er dem BVK-Kadermann Gutscheine für ein Golfgeschäft geschenkt sowie Ferienreisen finanziert. Ferner habe er dem Anlagechef die Zahlung von 300'000 Franken als Belohnung für die Bevorzugung der DLIP in Aussicht gestellt. (basn, sda)
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