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Am Ende des letzten Blogs standen zwei Zitate von Dalai Lama:
(1) Religiös ist, wer mitarbeitet an der Bewahrung der Schöpfung.
(2) Ethik ist wichtiger als Religion.
Handelt wer mitarbeitet an der Bewahrung der Schöpfung nicht zugleich ethisch, und ist das, was Dalai Lama unter heutiger Religion versteht, also zugleich Ethik – und damit wichtiger als Religion?
Vielleicht sind seine Worte so zu verstehen, dass Religionen (wie alle Letztbegründung beanspruchenden Theorien und Spekulationen über das Gute oder absolute Wahrheit) ideologieanfällig sind. Der Begriff Ethik (im Sinne von Fairness als etwas, das immer auch gefühlsmässige Beurteilungskriterien zulässt) lässt sich demgegenüber resultativ und weitergehend losgelöst von Hintergrunddoktrinen verstehen. Schliesslich handelt man zuweilen gerade entgegen üblichen Vorsätzen ethisch besonders engagiert – oder man verpasst es aufgrund rigider Vorsätze und Rituale, das Gegenüber mit seinen Bedürfnissen als Individuum wahrzunehmen und ethisch reflektiert zu handeln. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter mag uns eben daran erinnern.