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machen. Solche Plateauflächen sind u. a. die von Le Grand Fahy (582 m) und von Bure (617 m). Nö. Pruntrut liegt das Plateau von Coeuve, dessen höchster Punkt, Sur le Mont geheissen, 548 m erreicht. Der O.-Abschnitt des Amtes oder die Baroche weist nur einige wenig bedeutende Höhen auf, wie den Mont de Miserez (657 m) und den Morimont (751 m), beide n. Charmoille und auf der Grenze gegen den Elsass, sowie die Aidjolats (798 m) sö. vom Dorf Charmoille.
Eng verknüpft mit der orographischen Gestaltung des Amtes sind auch seine hydrographischen Verhältnisse. Mit Ausnahme eines nur ganz kleinen Anteiles am Rheingebiet gehört das Amt zum Einzugsgebiet der Rhone. Hauptfluss ist der Doubs, der mit zahlreichen Schlingen dem S.-Fuss des Lomont folgt, aus dieser Kette aber nur ganz unbedeutende Nebenadern erhält. Nördl. vom Lomont konvergieren alle grösseren Wasseradern gegen Pruntrut zu, um sich hier mit der Allaine zu vereinigen, die zwar in der Baroche um Charmoille entspringt, aber erst von Pruntrut an den Charakter eines eigentlichen Flusses erhält.
Die nennenswerten dieser Nebenadern der von O. kommenden Allaine sind das aus SO. zufliessende Wildwasser von Asuel, der Bief und der Bacavoine, beide aus S. kommend, sowie der im W. entspringende und die ganze Haute Ajoie entwässernde Creugenat, dessen hydrographische Verhältnisse lebhaft an den österreichischen Karst erinnern. Unterhalb Pruntrut vergrössert sich die Allaine durch mehrere entweder in ihrem Bett selbst sprudelnde oder nahe ihren Ufern entspringende wasserreiche Quellen, verlässt dann bei Boncourt (370 m) die Schweiz und erhält auf französischem Boden die Coeuvate mit der Vendeline, die beide die nö. Ajoie entwässern. Alle diese Wasser gehen durch Doubs, Saône und Rhone zum Mittelmeer. Dem Rheingebiet gehören an die Wasser ö. vom Weiler Les Rangiers, des W.-Hanges des Thales der Lützel (Lucelle) von Scholis bis zum Weier und endlich diejenigen des Gebietes von Le Largin ö. Bonfol. Die grössten Flächen stehenden Wassers bilden die Weier von Bonfol mit einer Fläche von 32,46 ha.
Von oberhalb Roche d'Or oder vom Signal de Montgremay aus gesehen, erscheint die Ajoie als eine einzige grosse Parklandschaft, in der schöne Buchen- und Nadelholzwaldungen, Wiesen, Aecker und Gärten anmutig mit einander abwechseln und zahlreiche Dörfer ihre roten Dächer zwischen den Obstbäumen zur Hälfte verstecken. Das Ganze atmet Ruhe, Zufriedenheit und Wohlstand. Dieses fruchtbare Gebiet ist zusammen mit dem s. Tessin und mit den Umgebungen von Basel und Genf die am tiefsten gelegene Landschaft der Schweiz (Boncourt 370 m). Sie bietet den W.-, N.- und O.-Winden freien Durchzug, während S.-Wind sich nur selten bemerkbar macht.
Das Klima ist somit vielfachen Schwankungen unterworfen und zeigt sehr starke Extreme. Während die meteorologische Station Pruntrut im Sommer Schattentemperaturen von 32° und 33° C. verzeichnet, kann hier im Winter das Thermometer bis auf -24° C. sinken. Die Nächte sind stets frisch, auch während der sog. Hundstage. Der überhaupt selten auftretende Nebel pflegt mit Sonnenaufgang zu verschwinden. Dagegen regnet es viel, d. h. bis zu 125 cm Regenhöhe pro Jahr. Da die Winter kalt sind, fällt verhältnismässig wenig Schnee. Das vor kalten Luftströmungen geschützte und den warmen SW.-Winden geöffnete Thal des Doubs zwischen Saint Ursanne und La Motte hat heisse Sommer, dafür aber auch häufige und dichte Nebel. Trotz dieser durch ihre Lage vor dem N.-Ende der Jurakette bedingten ungünstigen klimatischen Verhältnisse ist die Ajoie ¶
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eine durchaus agrikole Landschaft, die Futter, Hafer und die gewöhnlichen Gemüse im Ueberfluss erzeugt, dagegen aber Korn, feine Gemüse und Obst einführen muss. Brenn- und Bauholz kann ebenfalls ausgeführt werden. Die Rebe gedeiht trotz der geringen Höhenlage der Gegend wegen der strengen Winter, der Spätfröste im Mai und der Frühfröste gegen Ende September nicht, gibt aber an Spalieren gezogen hie und da befriedigende Resultate. Die Lomontkette und der Clos du Doubs haben schöne Waldungen und ausgezeichnete Sennberge, welch' letztere aber im Sommer zeitweise unter der Dürre zu leiden haben.
Rindvieh-, Pferde- und Schweinezucht wird in grossem Massstab betrieben. Die Ajoie ist mit ihren Waldungen und einsamen Tobeln und Thalfurchen noch ein an jagdbarem Wild reiches Land und hat noch manche Wildschweine und Rehe. Die das ganze Jahr hindurch ihrer Leidenschaft fröhnenden Wilderer und die im Herbst zu zahlreichen Jäger knallen aber leider alles nieder, was ihnen vor die Flinte kommt, und auch die meisterlos umherschweifenden Jagdhunde richten unter dem Gewild und den Schafherden einen ungeheuren Schaden an. Der Doubs liefert in Menge Forellen und Aeschen und die Allaine viele Lachsforellen, während die Krebse fast vollständig verschwunden sind. In den Weiern von Vendlincourt und Bonfol werden mit gutem Erfolg Karpfen gezüchtet.
Der felsige Untergrund des Bezirkes enthält zwar Eisen, aber in so geringer Menge, dass an eine Ausbeute niemals gedacht worden ist. Unter Cornol liegt ein Steinkohlenbecken, das aber blos durch Erstellen von etwa 2000 m tief hinabreichenden Schächten abgebaut werden könnte. Gipslager finden sich am O.- und W.-Fuss des Mont Terri, ausgezeichnete Töpfererde gewinnt man in Cornol und Bonfol (feuerfeste Tonwaren von Bonfol), Bausteine von vorzüglicher Güte liefert ein grosser Steinbruch bei Saint Ursanne, und Bure hat einen Bruch auf weichen weissen Kalkstein, der mit der Säge bearbeitet wird. Mineralquellen sind mit Ausnahme derjenigen von Bel Oiseau bei Saint Ursanne keine vorhanden. Die Bodenfläche verteilt sich wie folgt:
|ha|
|Aecker und Gärten||10741|
|Wiesen und Baumgärten||7397|
|Sennberge und Weiden||2037|
|Wald||9795|
|Unproduktiver Boden||1720|
Von den 10741 ha Aecker und Gärten entfallen auf
|ha|
|Getreide||4841|
|Hackfrüchte||1968|
|Futterpflanzen||3714|
|Andere Kulturen||218|
Obstbäume finden sich auf einer Fläche von 17525 ha. Die Zählung von 1838 ergab 39647 Apfelbäume, 22978 Birnbäume, 29073 Kirschbäume, 33974 Zwetschgenbäume, 3788 Nussbäume, 5206 Spaliere und Zwergobstbäume und 407 Quittenbäume, zusammen 135073 Obstbäume.
Die Viehstatistik ergibt folgende Resultate:
|1886||1896||1901|
|Rindvieh||8894||10721||9953|
|Pferde||3467||3022||3397|
|Schweine||6654||10364||9563|
|Schafe||1918||1237||1017|
|Ziegen||1194||1869||1516|
|Bienenstöcke||1924||2571||2518|
Haupterwerbsquellen der Bevölkerung sind Ackerbau und Viehzucht. Von Industriezweigen ist am bedeutendsten die Uhrenmacherei, die in allen Dörfern verbreitet ist. Grosse Sägen in Ocourt, Saint Ursanne und Pruntrut;
zahlreiche Mühlen am Doubs und an der Allaine;
Boncourt hat eine der grössten Zigarrenfabriken der Schweiz;
Ziegeleien in Bonfol, Charmoille, Cornol und Pruntrut;
Edelsteinschleifereien in Buix, Rocourt und Courtemaiche;
Eisengiessereien in Cornol und Saint Ursanne.
Pruntrut hat neben seinen Uhrenfabriken noch eine Bierbrauerei und zwei Schuhfabriken. Das Elektrizitätswerk Bellefontaine am Doubs versorgt einen grossen Teil des Bezirkes mit Kraft und Licht. Die Dörfer der Baroche stellen ausgezeichnetes Kirschwasser her in vielen Dörfern werden Holzschuhe verfertigt; Töpferei in Bonfol. Die zahlreichen Käsereien liefern ein geschätztes Produkt. Viele Gemeinden haben Hochdruckwasserversorgung mit Hydrantennetz und Hauswasserleitungen.
Pruntrut ist der Sitz der Kantonsschule für den französisch sprechenden Teil Berns, die ein humanistisches und ein Realgymnasium, ein Lehrerseminar und eine Mädchensekundarschule mit pädagogischer Sektion umfasst. Sekundarschulen ausserdem in Bonfol und Chevenez. Der Amtsbezirk unterhält in Pruntrut eine landwirtschaftliche und eine Uhrenmacherschule, ein Kranken- und ein Waisenhaus. Privates Waisenhaus für Mädchen in Miserez und Altersasyl in Saint Ursanne. In Pruntrut erscheinen drei politische Zeitungen und zwei Anzeigenblätter.
Für die Bedürfnisse des Verkehres ist durch Strassen und Eisenbahnen gut gesorgt. Südl. vom Lomont durchzieht das Doubsthal von Saint Hippolyte bis Saint Ursanne die aus Frankreich kommende internationale Strasse, die sich in drei Aeste spaltet: einen nach Les Malettes hinaufsteigenden und über Les Rangiers nach Delsberg führenden ersten, einen längs dem Doubs weiterziehenden und bei Sceut nahe La Roche die Strasse über die Caquerelle nach Saignelégier erreichenden zweiten und einen dritten, der den Clos du Doubs bedient.
Die im orographischen und hydrographischen Mittelpunkt der Ajoie gelegene Stadt Pruntrut ist natürlich auch der Knotenpunkt aller Strassenzüge n. vom Lomont. Es sind dies in erster Linie die beiden grossen internationalen Strassen Besançon-Damvant-Pruntrut-Pfirt (Ferrette)-Basel und Paris-Belfort-Pruntrut-Les Malettes-Bern, die sich in Pruntrut unter einem rechten Winkel schneiden, dann als weitere bedeutende Routen: Pruntrut-Chevenez-Fahy-Montbéliard, Pruntrut-Bern, Pruntrut-Coeuve-Pfetterhausen-Altkirch-Mülhausen, Pruntrut-Lützel-Laufen, Pruntrut-La Croix-Saint Ursanne. Das Amt hat zwei Normalspurbahnen, nämlich die Linien Delsberg-Pruntrut-Delle-Paris und Pruntrut-Bonfol, welch' letztere bald an das elsässische Schienennetz angeschlossen werden wird. Der Bau einer Linie Besançon-Pruntrut-Lützel-Basel wird geplant.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Amt Pruntrut sind das Schloss Pruntrut, die Burgruinen Pleujouse, Asuel, Milandre und Morimont (an der Grenze gegen den Elsass), die Pierre Percée bei Courgenay, die Pierre de l'Autel, die Einsiedelei und Kirche Saint Ursanne, die Doline des Creugenat, die Höhlen von Réclère und Milandre. Der schönste und umfassendste Aussichtspunkt ist das Signal de Roche d'Or (auch Faux d'Enson geheissen) mit 930 m.
Der grössere Teil des Amtes trägt den Landschaftsnamen Ajoie oder Elsgau. Dieser war einer der Stände des ¶