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Als Präsident Erdogan am 18. August 2015 General Akar, den Befehlshaber des türkischen Heeres, zum Generalstabschef ernannte, bewies er – immer unter seinem Aspekt – eine glückliche Hand: Akar erwies sich als durchsetzungsstarker Armeechef und spielte beim Putsch vom 15./16. Juli 2016 eine entscheidende Rolle, als er dem Präsidenten die Treue hielt.
Am 28. Februar 2020 rückte Akar wieder in den Focus, als ihn Erdogan direkt an die Syrienfront entsandte, um dort den Gegenschlag gegen die Asad-Armee zu befehlen. Zuvor hatte Akar in Nordsyrien drei Grossoperationen geplant und ausgelöst:
- Operation “EUPHRAT SCHILD” westlich des Euphrat gegen die Kurden.
- Operation “OLIVENZWEIG” zur Eroberung der Provinz Afrin – ein Verstoss, der unter schweren Verlusten, auch von Leopard-2-Kampfpanzern, gelang.
- Operation “FRIEDENSQUELLE” östlich des Euphrat entlang der türkisch-syrischen Grenze, wieder gegen die Kurden.
Glänzende Armeekarriere
Es folgt Akars Lebenslauf, geprägt von Verwendungen in den Streitkräften und mehreren Einsätzen im Ausland, auch im NATO-HQ Süd in Neapel.
Hulusi Akar (* 12. März 1952 in Kayseri) war bis zum 8. Juli 2018 Generalstabschef der türkischen Streitkräfte und vorher Befehlshaber des Heeres. Seit dem 9. Juli 2018 ist er Verteidigungsminister.
Akar war 1972 Absolvent der Heeresschule und 1973 der Infanterieschule. In der Folgezeit fand er zwischen 1973 und 1980 Verwendungen als Offizier in Thrakien, bei der UNO-Truppe auf Zypern, in der Heeresschule und als Kompaniechef.
1982 bestand er die Heeresakademie, 1985 die Streitkräfteakademie. Zwischenzeitlich diente er als Generalstabsoffizier. Nachdem er 1987 an der US Military Academy in West Point studiert hatte, wurde er Dozent an der Heeresakademie und dann Nachrichtenoffizier im Hauptquartier der Alliierten NATO-Streitkräfte in Südeuropa (in Neapel.)
Nach einer Verwendung in Bosnien UNMIBH wurde Akar 1998 zum Brigadegeneral befördert und Kommandant der 51. Spezialkräftebrigade in Hozat. Hernach war er erneut bei der NATO in Neapel tätig. 2002 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor. Als solcher war Akar zunächst von 2002 bis 2005 Kommandant der Heeresschule zwischen 2005 und 2007 der Heeresakademie.
Nachdem er 2007 zum Generalleutnant befördert worden war, übernahm er zwischen 2007 und 2009 die Stelllung als Befehlshaber des Logistikkommandos des Heers in Ankara.
Darauf war von 2009 bis 2011 Befehlshaber des in Şişli stationierten 3. Korps, das als schneller Einsatzverband NRDC-T zur NATO Response Force (NRF) gehört.
2011 wurde Akar zum General befördert. Er übernahm als Nachfolger von General Aslan Güner am 30. August 2011 das Amt als stellvertretender Generalstabschef. Auf diesem Posten diente er bis zum 22. August 2013, als er das Kommando über das Heer übernahm.
Am 18. August 2015 wurde General Akar zum Chef des Generalstabes ernannt. Als solcher war er als militärischer Befehlshaber der Streitkräfte und auch Mitglied im Nationalen Sicherheitsrat.
Akars Widerstand im Putsch von 2016
Während des Putschversuches am 15. Juli 2016 wurde Akar im Hauptquartier der Streitkräfte in Ankara von seinen eigenen putschenden Untergebenen als Geisel genommen und mit einem Helikopter zu deren Hauptquartier ausserhalb von Ankara geflogen.
Auf dem Luftwaffenstützpunkt Akinci nordwestlich von Ankara wollten die Putschisten Akar zwingen, die Putsch-Erklärung zu unterzeichnen. Sein Adjutant, Levent Türkkan, hielt ihm eine Waffe an den Kopf. Einer seiner Geiselnehmer, General Hakan Evrim, schlug Akar vor, mit dem Prediger Fethullah Gülen in den USA zu sprechen. Akar lehnte dies ab. Schnell wurde ihm klar, dass der Putsch scheitete – zu dilettantisch war der Staatsstreich angelegt.
Ministerpräsident Binali Yıldırım ernannte in der Nacht zum 16. Juli 2016 Ümit Dündar kommissarisch zum neuen Generalstabschef. Im Laufe der Nacht befreite die Armee Akar aus der Gewalt der Putschisten, worauf der General selber den Befahl wieder übernahm und den Staatsstreich niederschlug.