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Organisiert von der Humanitären Hilfe des Bundes haben 15 Lastwagen mit Hilfsgütern heute die Stadt Donetsk im Osten der Ukraine erreicht. Nach zweitägiger Fahrt von Dnipropetrovsk durch Gebiete beiderseits der Kontaktlinie brachte der Hilfskonvoi rund 300 Tonnen Chemikalien in die Wasserwerke Donetsk. Die Chemikalien – hauptsächlich Aluminiumsulfat und Calciumhypochlorid – werden für die Aufbereitung von Trinkwasser benötigt und wurden heute unmittelbar nach der Ankunft in die Wasserwerke Donetsk eingespeist, um die Bevölkerung beider Seiten der Kontaktlinie mit sauberem Trinkwasser versorgen zu können. Das Trinkwasser im Konfliktgebiet entspricht aufgrund mangelnder Desinfektionsmöglichkeiten nicht mehr den Normen und verursacht die Ausbreitung von Krankheiten wie etwa Hepatitis A.
Zudem wurden ein Allgemeinspital, ein Krebsspital, eine Traumaklinik sowie eine Klinik für Notfallmedizin und plastische Chirurgie mit Medikamenten und Laborgeräten beliefert. Die klinischen Strukturen in der Ukraine stehen durch die hohe Zahl von kriegsbedingten Verletzungen und Krankheiten sowie die hohe Zahl von Binnenflüchtlingen so stark unter Druck, dass nicht mehr alle Bedürftigen versorgt werden können. Nicht bezahlte Löhne und ausbleibende Pensionsleistungen verunmöglichen den Patienten ausserdem die Bezahlung medizinischer Pflege.
Schon am Dienstag, 23. Juni, waren auf der regierungskontrollierten Seite dem Wasserwerk in der Stadt Krasnoarmejsk rund 90 Tonnen Chemikalien plus vier Geräte zur Chlorherstellung vor Ort übergeben worden. Das Wasserwerk Krasnoarmejsk versorgt die ganze Region bis Mariupol am Schwarzen Meer mit Trinkwasser. Zudem konnten einem Spital in Dnepropetrovsk fünf Geräte zur Blutwäsche (Hämodialyse) von chronisch Nierenkranken übergeben werden.
Im Mai hat die Schweiz bereits einen Hilfstransport mit Chemikalien zur Trinkwasseraufbereitung über die Kontaktlinie nach Donetsk gebracht. Der heutige humanitäre Konvoi, ist demnach der zweite seiner Grösse, welcher die Kontaktlinie zwischen regierungs- und nichtregierungskontrolliertem Gebiet seit Beginn des bewaffneten Konflikts in der Region überquerte. Erneut hat damit die Regierung in Kiew mit einem Drittstaat bei der Durchführung einer grossangelegten humanitären Aktion durch das regierungskontrollierte sowie das nichtregierungskontrollierte Gebiet zusammengearbeitet.
Die Schweiz bleibt in der Region präsent. Ergänzend zu den Programmen, die die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) seit langem in der Ukraine unterstützen, engagiert sich die Humanitäre Hilfe des Bundes seit dem Ausbruch des Konflikts in der Ukraine Anfang 2014 beidseits der Kontaktlinie. Dabei konzentrierte sie sich zunächst auf die finanzielle und personelle Unterstützung multilateraler Organisationen (UNHCR, WFP, IKRK), die auf beiden Seiten der Kontaktlinie tätig sind.
2015 stellt die Humanitäre Hilfe zusätzlich ein Budget von CHF 3 Mio. für vier bilaterale Aktionslinien zur Verfügung, welche der notleidenden Bevölkerung zugutekommen. Neben der Hilfe zur Trinkwasseraufbereitung und der direkten Unterstützung von Spitälern ermöglicht die Humanitäre Hilfe der Schweiz auch Nothilfe für Meistbedürftige, welche über die tschechische Partnerorganisation „People in Need“ zum Beispiel durch die Reparatur von beschädigten Wohnhäusern geleistet wird. Weiter unterstützt die Schweiz die Lieferung von Medikamenten und medizinischem Verbrauchsmaterial in das nichtregierungskontrollierte Gebiet, sowie die Lieferung von medizinischen Apparaten in die regierungskontrollierte Region. Um die Koordination und die Effizienz der humanitären Hilfe vor Ort zu verbessern, stellt die Schweiz ausserdem dem UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN-OCHA) Experten des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) zur Verfügung und leistet ausserdem einen Finanzbeitrag an die Weltgesundheitsorganisation WHO von CHF 500‘000.
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