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Als einer der 6 ursprünglichen Classic Malts Whiskys repräsentiert Talisker die Insel Skye. Für viele ist Talisker der Einstieg in die torfig-rauchigen Whiskys.
Die Talisker-Brennerei wurde 1831 – ein Jahr nach ihrer Gründung an einem anderen Ort – von den Gebrüdern Hugh und Kenneth MacAskill in dem Ort Carbost am Ufer des Loch Harport errichtet. Der Name leitet sich von dem Anwesen Talisker House ab, das einige Meilen westlich in den Bergen liegt. Nach dem Tod der Brüder übernahm Donald MacLennan die Destillerie, doch weil er kein guter Geschäftsmann war, ging er nach wenigen Monaten bankrott. Anschließend übernahm J. R. W. Anderson die Destillerie, doch ihn ereilte das gleiche Schicksal, und 1880 wurde er wegen Betrugs eingesperrt. Er hatte angeblich noch lagernden Whisky verkauft, der gar nicht vorhanden war. Dem Ruf des Talisker selbst fügte dies jedoch keinen Schaden zu.
Die nächsten Besitzer hatten mehr Erfolg. Alexander Grigor Allan, Finanzverwalter aus Morayshire, und Roderick Kemp, Wein- und Spirituosenhändler aus Aberdeen, bauten die Destillerie wieder auf, bis sie ein Produktionsvolumen von 40.000 Gallonen pro Jahr aufwies. 1892 wurde Allan der alleinige Besitzer. Nach seinem Tod gründeten die Verwalter die Talisker Distillery Co LTD, die wenig später mit der Dailuaine-Brennerei zur Dailuaine-Talisker Distilleries LTD fusionierte.
1900 wurde die Brennerei um einen Pier erweitert, der es Schiffen ermöglichte, bei jedem Wasserstand anzulegen. Ferner wurden eine Feldbahn zur Verbindung der Produktionsstätten und Häuser für die Angestellten errichtet. 1916 übernahm nach dem Tod von Manager Thomas MacKenzie ein Konsortium, dem auch John Walker & Sons angehörte, die Mehrheit der Aktien. Aus diesem Konsortium entstand 1925 die D.C.L. (Distillers Company Ltd.). 1928 stellte die Brennerei den Herstellungsprozess vom dreimaligen Brennen auf das noch heute verwendete zweimalige Brennen um.
Im November 1960 wurde die Produktionsstätte durch ein Feuer zerstört. Aus Unachtsamkeit wurde eines der Ventile an spirit still Nummer 1 offen gelassen, bevor der Brennvorgang begann. Da die stills damals noch mit Kohle beheizt wurden, entzündete sich das überlaufende Destillat und setzte das Gebäude in Brand. 1962 wurde die Destillerie originalgetreu wieder aufgebaut, um den ursprünglichen Geschmack des Whiskys beizubehalten. Bis 1972 verfügte die Brennerei noch über eine eigene Mälzerei, seitdem bezieht sie wie die meisten schottischen Brennereien das Malz von externen Produzenten.
Das verwendete Malz ist äußerst torfig, der Phenolgehalt ist mit 25 ppm relativ hoch. Das für die Produktion verwendete Wasser stammt aus 14 verschiedenen Quellen und fließt ebenfalls über Torf, was den Geschmack weiter intensiviert. Talisker-Whiskys werden mit Lebensmittelfarbe dunkler gefärbt, deren bitterer Eigengeschmack beeinträchtigt die Qualität der Whiskys aber kaum.
Heute gehört die Brennerei zu United Distillers & Vinters LTD, die seit 2002 Teil von Diageo ist.