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4.2.1 Energiebedarf global
In der Zeit vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1973 stieg auch der Energiebedarf in den industrialisierten Ländern (OECD-Länder bzw. Regionen: USA, Kanada, Europa, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland) sehr stark an. Seit etwa 1973 versuchen diese Länder Energie zu sparen, und die Zunahme des Energieverbrauchs konnte reduziert und seit etwa zehn Jahren ganz gestoppt werden. Seit 1970 steigt dafür der Energiebedarf in China. Zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2013 explodierte der Energiebedarf in China um den Faktor 3. Seither wird auch in China Energie gespart und es konnte der Anstieg stark reduziert werden. Dafür steigt der Energiebedarf in Indien ungebremst, so dass Indien inzwischen zu den grössten Energiekonsumenten der Welt gehört.
4.2.2 Energieversorgung global
Die Energieversorgung der Welt besteht seit vielen Jahrzehnten überwiegend aus fossilen Energieträgern (Abb. 5). Kohle war seit ca. 1840 der Treiber der industriellen Revolution. Etwas später begann die Erdölförderung, bis ca. 1910 aber in unbedeutendem Mass (hauptsächlich Petrol für Lampen). Erdöl trat seinen Siegeszug erst nach dem Zweiten Weltkrieg an und dominierte fortan die Energieversorgung. Kohle liegt seither auf Platz zwei. Erst seit etwa 1960 wird Erdgas in grösserem Mass genutzt, es steigert seinen Anteil an der Energieversorgung bis heute. In Zukunft dürfte Erdgas der bedeutendste fossile Energieträger werden.
Abb. 5: Energieverbrauch Welt und Anteile der Energieträger 7
Seit etwa dem Jahr 2009 werden erneuerbare Energieträger stark ausgebaut. Im Jahr 2019 haben diese Energieträger, das sind hauptsächlich Solar- und Windstrom, erstmals die Kernenergie übertroffen. Sie weisen sehr hohe Steigerungsraten auf und dominieren heute bei den neu zugebauten Kraftwerkskapazitäten deutlich (Abb. 6). In Abbildung 5 fehlen die Biobrennstoffe, insbesondere Holz, da diese nur teilweise und meist nur lokal gehandelt und oft auch informell beschafft werden.
Abb. 6: Energieverbrauch Welt über einen längeren Zeitraum 8
Insgesamt steigt die Nachfrage nach Energieträgern aber stetig an, nur unterbrochen 2008 infolge der Finanzkrise und wohl auch 2020 infolge der Coronapandemie.
Die Prognosen verschiedener Organisationen gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Energieträgern weiter steigen wird infolge einer weiter steigenden Weltbevölkerung, vor allem aber, weil (hoffentlich) das Bruttosozialprodukt pro Kopf weiter steigen wird. Dieser Zuwachs an Einkommen wird erfahrungsgemäss auch zu einem Zuwachs an Energiekonsum führen, vor allem in Asien, aber auch in allen anderen Ländern ausserhalb der OECD. Unterstützt wird die Prognose eines steigenden Bedarfs auch durch die Tatsache, dass keine Verknappung der Energieressourcen abzusehen ist und die Energiepreise wohl nicht wesentlich steigen werden.
Ob sich dieser Zuwachs an Energiebedarf durch die sich stark entwickelnden neuen regenerativen Energiequellen decken lassen wird, ist stark umstritten. Die laufende Verbesserung der Energieeffizienz wird gemäss den meisten Prognosen den Anstieg der weltweiten Energienachfrage nicht kompensieren können (Abb. 7). Das würde bedeuten, dass die CO2 -Emissionen weiter steigen werden, wenn die Entwicklung weiter geht wie bisher, was aus Sicht der Klimaerwärmung äusserst problematisch wäre.