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Zwei Trios, eines aus den Staaten, das andere aus Italien, die einiges gemeinsam haben, nicht zuletzt ihre jeweilige Verbindung zum japanischen Duo Ruins, gehen gemeinsam auf Europa-Tour.
Ron Anderson, Gitarrist und Kopf von PAK, Multiinstrumentalist, der zu seinen zahlreichen Projekten RonRuins zählen kann, die Erweiterung des Drum&Bass-Duos von Tatsuya Yoshida und Hisashi Sasaki um eine Gitarre, hat eine musikalische Geschichte, mit welcher Seiten gefüllt werden könnten.
Erwähnt seien The Molecules und Happy New Year, zwei Trios, mit welchen er vor Jahren im Dachstock aufgetreten ist, seine Zusammenarbeit mit Leuten der französischen Ulan Bator, das Trio No Plan mit Bassisten Olivier Paquotte und Drummer Peter Hollinger, sein Duo Metal Eater mit Steve Buchanan.
Seine Aktivitäten durchziehen ein paar Eigenschaften wie ein roter Faden: Die Vorliebe für vertraktere Formen der Rockmusik mit Punk-Energie, Noise-Appeal und Free-Elementen, und der leicht grimmige Humor, der sich in den Songtiteln offensichtlich, in den zitatenreichen Arrangements und Kompositionen etwas verborgener offenbart.
Nach dem von Elliott Sharp co-produzierten Debut «100% Human Hair» (2003), erschien Anfang dieses Jahres «Motel», wiederum auf Ra Records. Mit dem Bassisten Jesse Krakow, unter anderem mit dem Captain Beefheart-Projekt Fast & Bulbous von Gary Lucas unterwegs, und dem neuen Drummer Keith Abrams, hat Anderson zwei ideale Mitstreiter gefunden, welche seine Kompositionen, die zum Teil auch vor Rhythmen wie 13/8 nicht zurückschrecken, mit umsetzen ohne dass was holpert, die mitmachen, wenn sich plötzlich aus einer Noise-Jam der King Crimson-Klassiker «21st Century Schizoid Man» erhebt, Anderson seine Pocket-Trumpet zückt und zum Solo ansetzt.
Das Trio Zu aus Rom, wo Massimo Pupillo (b), Jacopo Battaglia (dr) und Luca Mai (saxes) kaum anzutreffen sind, seit sie fast ständig auf Tour sind, oder im Studio, wie zuletzt für ihr von Steve Albini produziertes Album «Igneo» (Wide, 2002), dem zweiten nach «Bromio» (1999), oder für den Sun Ra-Tribut «Radiale» (Atavistic/2004) gemeinsam mit Ken Vandermarks Trio Spaceways Inc., mit Hamid Drake und Nate McBride, welcher von Shellac-Bassisten Bob Weston aufgenommen wurde, ist musikalisch nicht kategorisierbar, bringt jedoch das ganze musikalische Feld in ihrem Idiom unter.
Dieses basiert auf der satten Zusammenarbeit zwischen Bass und Schlagzeug, die kurvenreich zwischen Hardcore, Free Jazz, Metal, Funk, Thrash und Prog-Rock hindurchsteuern, ohne sich je an einer Ecke anzuschlagen, einen Teppich webend, welcher dem Saxophon nicht etwa zum fliegen dient, an dem es im Gegenteil kräftig mitwebt, sei es mittels rhythmischer Akzente, sei es durch das Einflechten von Melodiefragmenten.
Eine Idee der Bandbreite ihres Schaffens geben die beiden Veröffentlichungen mit Eugene Chadbourne für das amerikanische Newtone-Label, «The Zu Side Of The Chadbourne» (2000) und «Motorhellington» (2001), auf welchen, neben Mötörhead und Ellington, u.a. Aretha Franklin, Jobim, Black Sabbath, Charles Mingus und Kraftwerk gecovert werden, oder die Perspektive, dass bald ihr mit Spannung erwartetes Album, welches sie mit Dälek aufgenommen haben, erscheinen wird.