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Juniper
Regie: Matthew J. Saville
Darst.: Charlotte Rampling, George Ferrier, Márton Csókás, Edith Poor, Cameron Carter-Chan, Carlos Muller, Tane Rolfe, Alexander Sharman, Byron Coll, Maaka Pohatu u.a.
Da der 17-jährige Sam vor kurzem seine Mutter verloren hat und nur schwer über ihren Tod hinwegkommt, schickt ihn sein Vater Robert auf ein Internat, wo er jedoch wegen disziplinarischer Verfehlungen schon bald suspendiert wird. Robert muss geschäftlich verreisen und verknurrt seinen Sohn dazu, sich um seine aus England angereiste Grossmutter zu kümmern. Die alkoholkranke Ruth hat sich das Bein gebrochen und zieht mit ihrer Betreuerin Sarah in das Haus ihres Sohnes, ein altes Landhaus in Neuseeland. Die erste Begegnung zwischen Enkel und Grossmutter verläuft alles andere als vielversprechend. Sam hat Mühe, Ruths Anwesenheit zu akzeptieren, zumal sie das Zimmer seiner verstorbenen Mutter belegt. Die frühere Kriegsreporterin ist eine mürrische, scharfzüngige Frau, die sich und ihrem Umfeld nichts schenkt. Doch allmählich kommt es zwischen den beiden zu einer Annäherung. Matthew J. Saville zeichnet in seinem eleganten, autobiografisch inspirierten Erstling eine dysfunktionale Familie, deren Verletzungen sich drei Generationen, – Grossmutter, Vater und Sohn – stellen müssen, weil die äusseren Umstände sie dazu zwingen. Dem talentierten Newcomer George Ferrier als Sam gelingt es mühelos, neben der charismatischen Charlotte Rampling zu bestehen, die die Figur der Ruth mit sichtlichem Vergnügen spielt und dafür am Bari International Film Festival als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Die grosse Charakterdarstellerin, eine Meisterin des verächtlichen Seitenblicks, war in den letzten Jahren in oft sehr dramatischen und machtbewussten Rollen zu sehen, beispielsweise in «Dune» und «Benedetta». In «Juniper» erhält sie die Gelegenheit, eine Figur zu spielen, unter deren Ruppigkeit und Härte allmählich Verwundbarkeit und Lebenslust sichtbar werden. Alan French schreibt auf weliveentertainment.com: «Der Erfolg von ‹Juniper› beruht auf der hervorragenden Leistung von Charlotte Rampling. Sie bringt ihren intensiven Stil auf die Leinwand und zeigt, warum sie eine der talentiertesten Schauspielerinnen der Welt ist. Anhand ihrer Mimik kann man ihre Gedanken lesen, in ihrer Darstellung verleiht sie jedem Wort Bedeutung. Sie schöpft aus einer tiefen Quelle der Emotionen.»