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Bei der Reizblase oder hyperaktiven Blase verspüren Patienten einen ständigen Harndrang bereits bei einer nur geringen Füllung der Harnblase. Auch ein plötzlich auftretender, zwingender Harndrang, der sich nur mit Mühe unterdrücken lässt und eventuell mit Inkontinenz (Harnabgang) verbunden ist, gehört zu den Symptomen der Reizblase. Tagsüber ergibt sich meist eine sehr häufige Blasenentleerung, ausserdem kann es zu häufigem Wasserlassen auch während der Nacht kommen. Zwischen 50 bis 60 Entleerungen pro Tag sind in Extremfällen möglich.
Definition
Weltweit leiden etwa 13 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an einer hyperaktiven Blase. Allein in den USA haben somit über eine Million Menschen Probleme mit zu häufigem Wasserlassen und anderen Blasenleiden. Eine aktuelle deutsche Studie schätzte die Anzahl der erwachsenen weiblichen Bevölkerung, die an dieser Störung leidet, auf etwa 10 Prozent. Die Reizblase ist zudem eine der häufigsten Erkrankungen älterer Menschen. Zu den wirksamen Massnahmen, um die Reizblase zu behandeln, gehören die Blasentherapie sowie Beckenbodenübungen, das Biofeedback und die medikamentöse Therapie mit Anticholinergika. Einige Patienten sprechen auf diese Therapien jedoch nicht an. Für diese Gruppe von Patienten bietet die sakrale Nervenwurzelstimulation eine sichere und minimalinvasive Alternative. Die Therapie basiert auf einem fest installierten elektrischen Stimulator an den Sakralnervenwurzeln. Überaktive Reflexe können durch diese Therapie unterdrückt werden. Die Blase hat damit wieder Ruhe, bis die Zeit für eine normale Entleerung gekommen ist.