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(Unter) (Kt. Wallis,
Bez. Leuk).
1011 m. Gem. und
Weiler, auf einer Terrasse über dem linken Ufer der
Rhone, links über der Ausmündung
des
Turtmanthales und 2,5 km s. über der Station
Turtman der Simplonbahn. Postbureau. Die
Häuser der Gemeinde
auf der Terrasse zerstreut gelegen, zusammen 24
Häuser, 133 kathol. Ew. Mit
Ober Ems gemeinsame Kirchgemeinde. Sehr schöne
Aussicht ins
Rhonethal und auf alle die Berghänge zwischen
Visp und
Siders. Der
Weiler 1799 durch die französischen Truppen
völlig in Asche gelegt. Unter Ems und
Ober Ems im Mittelalter Eigentum der
Herren von
Turtman.
(Ober) (Kt. Aargau,
Bez. Zurzach).
386 m. Gem. und Dorf, zu beiden
Seiten der
Surb, an der Strasse
Lengnau-Döttingen
und 5 km nö. der Station
Siggenthal der Linie
Turgi-Waldshut. Postbureau. Telegraph, Telephon; Postwagen
Siggenthal-Lengnau. 188
Häuser, 1121 Ew.,
wovon 312 Reformierte, 547 Katholiken und 262
Juden. Reformierte Kirchgemeinde
Tegerfelden, katholische Kirchgemeinde
Unter Endingen.
Die beiden jüdischen Einwohnergemeinden Ober Endingen u.
Lengnau durch Beschluss des Grossen Rates 1877 unter
den Namen
NeuEndingen und
Neu Lengnau zu selbständigen Bürgergemeinden erhoben. In Ober Endingen Synagoge. Die
Juden haben
hier seit dem 17. Jahrhundert Bürgerrecht und freie Ausübung ihres Glaubens erlangt. Da sie des Wuchers verdächtig waren,
entstanden während des Zeitraums 1860-1870 öfters
z. T. blutige Ruhestörungen; 1870 erlangten sie
ihre völlige bürgerliche Gleichberechtigung. Acker- und Weinbau, Viehzucht. Prähistorische Funde, so z. B. ein Nephritmesser,
Pfeilspitzen aus
Feuerstein und ein Bronzebeil; nahe Ober Endingen ein in den Fels gehauenes
Grab mit Skelet.
(Kt. Graubünden).
Das Engadin ist der schweizerische Teil des Innthales, jener merkwürdigen Furche, welche die
Alpen vom N.-Rand
bis zum S.-Rand in einer 300 km langen Diagonale durchschneidet und zwar mit einer Steigung von kaum ½%, so dass man auf
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forlaufend
fast horizontaler Strasse vom baierischen Alpenvorland auf den Maloja gelangen kann. Hier wird das Thal nicht durch eine Bergwand
abgeschlossen. Es hat kein Hintergehänge, sondern setzt sich in das entgegengesetzt verlaufende Bergell fort. Der Maloja erscheint
nur vom Bergell aus als Bergwand, vom Engadin aus dagegen nur als oberster Teil des Thalbodens, der dann
plötzlich gegen das steil abfallende Bergell abbricht. Vom Maloja bis in die Schlucht Finstermünz und zur schweizerisch-tirolischen
Grenze hat das Engadin eine Länge von etwa 90 km, wovon die Hälfte auf das geradlinige Stück bis Zernez kommt.
Dann folgt ein etwa 12 km langer, nach SO. geöffneter Bogen um den Gebirgsstock des Piz Nuna herum, von
Zernez bis Giarsun, in dessen ungefährer Mitte Süs liegt; endlich ein ganz flacher, nach NW. geöffneter Bogen bis zur Einmündung
des Schergenbachs aus dem Samnaunthal. Die Hauptrichtung des Thals geht von SW.-NO. Ist dies auch nicht genau parallel mit
der Hauptrichtung der Alpen, so muss man das Engadin im ganzen doch als ein Längsthal bezeichnen. Nur
die kurze Strecke von Zernez bis Süs erscheint als Querthal.
Die einschliessenden Bergketten sind links die Albula- und Silvrettagruppe, rechts die Bernina- und Ofenpassgruppe, die man auch
als N.- und S.-Engadiner Alpen zusammenfasst. Die Kammlinien beider Ketten weichen nur wenig von der geraden
Linie ab und begleiten die Thalfurche in Abständen von meist nur etwa 5-10 km, so dass die Hohlform des Thales auch oben
in der Höhe der Kämme auffallend schmal ist, viel schmäler als z. B. beim Rhein- und Rhonethal und bei
andern Längsthälern von ähnlichem Grössenrang.
Dann aber springt sie auf eine südlichere Kette über, um über Corno di Campo, Monte Foscagno, PizMurtaröl,
Ofenpass (Sür Som), Piz Seesvenna und Piz Lad zu verlaufen, wobei sie namentlich im Gebiet
des Münsterthals eigentümliche Seitensprünge
und Krümmungen macht. Wir finden darum auf der rechten Seite des Engadins einige grössere Seitenthäler. Davon sind das
Pontresina- und das Scarlthal richtige Querthäler, während das Livignothal im grössten Teil seines Verlaufs
ein Längsthal ist und nur im untern Teil zu einem tief eingerissenen, schluchtartigen Querthal wird.
Diese drei grössern Seitenthäler sind die einzigen ständig bewohnten der Südseite. Alle andern, insbesondere auch alle
auf der linken Seite des Engadin, sind nur ganz kurz und steil ansteigend. Davon ist nur das Samnaun in
einigen kleinen Dörfern bewohnt und zwar in seinem obern Teil, wo es in ein Längsthal mit flacherem Thalboden übergeht.
Auch das Val Sulsanna hat zwar noch ein Dörfchen, aber nur an seinem Ausgang zum Hauptthal und nur in geringer
Höhe über der Sohle des letztern.
Manche dieser Seitenthäler ragen in die Gletscherwelt hinauf, besonders im Ober Engadin, wo vor allem die Berninagruppe eine
grossartige Gletscherentwicklung aufweist und mächtige Eiszungen gegen das Hauptthal vorschiebt. Die übrigen Engadiner Gruppen
sind ihrer geringern Höhe entsprechend weit weniger vergletschert, am meisten noch die Silvrettagruppe
vom Piz Linard bis zum Fluchthorn. Doch fallen die meisten und grössten Gletscher hier nicht zum Engadin ab, da sie auf der
N.- und W.-Seite des Gebirges liegen. Die Albulagruppe hat grössere Gletscher nur beim Piz Vadret, beim Piz Kesch und besonders
in der Errgruppe; diese entwässern sich zum grössern Teil zum Engadin. Noch viel spärlicher ist die
Vergletscherung in der Ofenpassgruppe, wo nur kleine Plateau- und Terrassengletscher vorkommen.
Die geologischen Verhältnisse
des Engadin und seiner einschliessenden Bergketten sind sehr mannigfaltige u. verwickelte. Zwar gehört das Thal den Zentralalpen
an, ist also vorherrschend in altkrystalline Schiefer und alteruptive Massengesteine eingeschnitten.
Doch sind dieselben vielfach von paläozoischen und mesozoischen Sedimenten unterbrochen oder in solche eingehüllt. Es lassen
sich drei grössere Sedimentgebiete unterscheiden. Das grösste liegt rechts vom Unter Engadin und breitet sich durch das
gesamte Gebiet der MünsterthalerAlpen bis in die Ortlergruppe aus. Es setzt sich aus verschiedenartigen
Schiefern, Kalken und Dolomiten der Trias zusammen. Die schönen, stolzen Gipfelformen des
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