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Die Frage nach Gerechtigkeit und Schuld ist zentrales Thema in Friedrich Dürrenmatts Komödie «Die Panne». Erzählt wird die Geschichte von Alfredo Traps, der aufgrund einer Autopanne seine Heimreise unterbrechen muss. Bei einem pensionierten Richter findet Traps Unterschlupf. So verbringt er den Abend mit seinem Gastgeber und dessen ehemaligen, ebenfalls pensionierten Kollegen: ein Richter, ein Staatsanwalt, ein Verteidiger und ein Henker. Und während sich das Abendessen als eine stundenlange Völlerei mit einer Vielzahl von Gängen und erlesenen Weinen entpuppt, erzählen die vier Alten, dass sie in ihrer Freizeit ihren früheren Berufen nachgehen und berühmte Prozesse nachspielen. Da ihnen für diesen Abend ein Angeklagter fehlt, ermuntern sie Traps, diese Rolle einzunehmen. Traps, überzeugt von der eigenen tadellosen Schuldlosigkeit, gerät jedoch durch das perfide Spiel der Alten zunehmend in Bedrängnis. Am Ende der Fressorgie liegt ein Todesurteil auf dem Tisch. Die Grenzen des Spiels sind verwischt; die Fiktion ist in die Realität überführt.
Der im Ausland lebende Schweizer Regisseur Roger Vontobel war bereits mit Inszenierungen von Friedrich Schillers «Don Carlos» und Henrik Ibsens «Hedda Gabler» zu Gast in Winterthur. Nun treibt er Friedrich Dürrenmatts Groteske auf die Spitze und halt dem Schweizer Publikum mit dem liebevoll-kühlen Blick eines Aussenstehenden den Spiegel vor.
Bilder © David Baltzer