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Sony will den bei Gamern populären Chatdienst Discord Anfang kommenden Jahres auf seine Playstation-Konsolen bringen. Der japanische Branchenriese gab in der Nacht zum Dienstag eine Minderheitsbeteiligung an der Firma mit 140 Millionen Nutzern bekannt.
Discord war mit der stark gestiegenen Nutzung von Videospielen in der Corona-Pandemie deutlich gewachsen. Sonys Playstation konkurriert mit anderen Konsolen wie Microsofts Xbox und Nintendos Switch sowie Gaming-PCs. In dieser Situation kann ein populäres Chat-System auf der Plattform ein Wettbewerbsargument sein.
Discord soll in den vergangenen Wochen laut Medienberichten ein Übernahmeangebot des Sony-Konkurrenten Microsoft im Wert von mindestens zehn Milliarden Dollar ausgeschlagen haben und stattdessen einen Börsengang anstreben.
Während sich Epic Games vor Gericht mit Apple zankt, hat nun auch Valve mit dem Steam-Store eine Klage wegen zu hoher Store-Gebühren am Hals. Geklagt hat das unabhängige Game-Studio Wolfire. Wie bei Apples App Store müssen Game-Entwickler auch bei Steam 30 Prozent des Kaufpreises abgeben. Dazu komme: Wolle ein Spielestudio ein PC-Game über Steam verkaufen und zusätzlich auf einem anderen Marktplatz günstiger anbieten, könne Valve das aufgrund seiner Marktmacht einfach ablehnen. Da Steam auf dem PC einen Marktanteil von 75 Prozent habe, sei es für Game-Entwickler keine Option, ihre Spiele nicht bei Steam anzubieten.
Im Januar hatte die EU-Kommission bereits eine Kartellstrafe in Höhe von 1,6 Millionen US-Dollar wegen unerlaubten Geoblocking-Praktiken gegen Valve verhängt. Die EU-Kommission wirft auch Apple unfairen Wettbewerb in seinem App Store auf dem iPhone und iPad vor.
Microsoft geht derweil in die Offensive und kündigte letzte Woche an, die Gebühren im Microsoft Store von 30 auf 12 Prozent zu senken. Dies gelte für PC-Games, aber vorerst nicht für Xbox-Games. Ein Grund dafür könnte sein, dass der Verkauf von Konsolen, anders als Smartphones, Tablets oder Computer, für die Hersteller oft ein Verlustgeschäft ist. Der Gewinn wird primär über den Spieleverkauf sowie Online-Dienste erzielt.
Microsofts überraschende Gebührensenkung kann als direkter Angriff auf Valve (Steam) gesehen werden, erhöht aber auch den Druck auf Apple. Apple argumentiert im Rechtsstreit mit Epic Games, dass eine Gebühr von 30 Prozent marktüblich sei. Dies war lange der Fall, nun aber haben Microsoft und zuvor schon Epic Games die Gebühren auf 12 Prozent gesenkt. Apple und Google senken derweil die Gebühren für kleinere App-Entwickler auf iOS und Android auf 15 Prozent. Schwergewichte wie Epic Games und andere grosse App-Entwickler profitieren davon aber nicht.
Dennoch hat der Kartellstreit schon jetzt bewirkt, dass die seit Jahren starren Gebühren langsam aber sicher ins Rutschen geraten.
(oli/sda/awp/dpa)