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US-Sprinter Tyson Gay darf wieder zu Wettkämpfen antreten, weil seine Dopingsperre gekürzt wurde. Gay hatte mit den Behörden kooperiert und davon profitiert. Für Usain Bolt, den schnellsten Menschen der Welt, ist das komplett verkehrt.
Der Jamaikaner Usain Bolt hat in einem Interview mit dem «Runner's World Magazine» seinen langjährigen Rivalen und Dopingsünder Tyson Gay (USA) sowie die amerikanische Dopingbehörde USADA und den Weltverband IAAF kritisiert. Er freue sich nicht, gegen Gay zu laufen, sagte der Weltrekordhalter über 100m und 200m und sechsfache Olympiasieger. «Es nervt mich sogar richtig.»
Der 32-jährige Gay war im Mai 2013 ausserhalb von Wettkämpfen auf ein anaboles Stereoid getestet worden. Da der dreifache Weltmeister von 2007 mit der USADA kooperierte, wurde er nur für ein Jahr gesperrt. Bolt zeigt kein Verständnis dafür, dass die Sperre gegen Gay milde ausfiel. Die Botschaft sei laut Bolt die falsche: «Wenn du dopst und erwischt wirst, dann musst du es nur uns erzählen, und wir werden deine Sperre reduzieren.» Das sei das Dümmste, was er jemals gehört habe.
Geht es nach dem Jamaikaner, müsste die Botschaft lauten: «Wenn du betrügst, wirst du aus dem Sport verbannt.» Den Athleten müsse Angst eingejagt werden, damit diese über die Konsequenzen ihres Handelns nachdenken, so Bolt weiter. «Wenn diese nur leicht bestraft werden, warum sollen sie sich Sorgen machen?»
Gay ist mit einer Zeit von 9,69 Sekunden über 100m der zweitschnellste Mann der Geschichte hinter Bolt (9,58). Am 3. Juli 2014 kehrte der Amerikaner an der Athletissima in Lausanne nach Ablauf seiner Sperre zurück. Er gilt als einer der härtesten Herausforderer Bolts an den Weltmeisterschaften Ende August in Peking. (ram/si/ap)