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Rituelle Handlungen wie auch religiöser Chorgesang werden bis heute durch unterschiedliche Instrumente begleitet oder initiiert; den Instrumenten werden jeweils bestimmte Funktionen zugeordnet.
Das Trumscheit, auch Tromba marina, Marien- oder Nonnentrompete genannt, wurde vom 16. bis zum 18. Jahrhundert vorwiegend in Frauenklöstern als Trompetenersatz an hohen Feiertagen gespielt; Frauen waren damals vom Trompetenspiel grundsätzlich ausgeschlossen.
Messschellen und - von Gründonnerstag bis Karsamstag - Klappern und Ratschen wurden bei Prozessionen und bei bestimmten Handlungen in der heiligen Messe verwendet.
Im jüdischen Gottesdienst führt das Schofar rituelle Handlungen ein.
In der protestantischen Kirche waren ab dem späten 16. bis ins 18. Jahrhundert Zink (Diskant) und Posaunen (Alt, Tenor und Bass) ein übliches Begleit-Ensemble für Choräle und Psalmen. Später übernahmen Melodieinstrumente wie etwa Blockflöte, Fagott oder Basshorn die Begleitung des Gesangs oder den Ersatz einer einzelnen Choralstimme, vor allem in der an Zwingli orientierten Kirche, wo die Orgel bis weit ins 19. Jahrhundert aus dem Gottesdienst verbannt war. Stimmflöten boten ein Hilfsmittel, um den einzelnen Chorstimmen den richtigen Einsatzton zu vermitteln.
Kleine Orgeln wurden bei Prozessionen mitgetragen und unterwegs gespielt oder dienten der klingenden Unterstützung bei Andachten zu Hause und in privaten Kapellen. Im 19. Jahrhundert erfüllte oft auch ein Harmonium dieselben Funktionen.