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Kanton Graubünden
Chantun Grischun
Cantone dei Grigioni
Die vier Gemeinden Casti-Wergenstein, Donat, Lohn (GR) und Mathon am Schamserberg haben an ihren Versammlungen vom 26. Juni 2020 entschieden, sich zur neuen Gemeinde Muntogna da Schons zusammenzuschliessen. Der Grosse Rat wird die Botschaft in der Dezembersession beraten. Mit diesem Zusammenschluss sinkt die Anzahl Gemeinden per 1. Januar 2021 auf 101.
Langjährige Diskussionen im Schams über Gemeindefusionen
Die Diskussionen im Schams über Gemeindefusionen sind nicht neu. Bereits seit vielen Jahrzehnten ringt die Talschaft um die für sie richtigen und zukunftstauglichen Gemeindestrukturen. Im Jahr 1923 vereinigten sich die beiden Gemeinden Casti und Wergenstein zur Gemeinde Casti-Wergenstein. Auf den 1. Januar 2003 fusionierten dann Donath und Patzen-Fardün zur Gemeinde Donat. Der Kreis Schams lancierte im Jahr 2004 ein Projekt, das eine Talfusion zum Ziel hatte. Die Konsultativabstimmungen in den Gemeinden vom 25. August 2005 bedeuteten den Abbruch der weiteren Verhandlungen. Hingegen entstanden kleinere Projekte: So schlossen sich am 1. Januar 2008 die beiden Gemeinden Ausser- und Innerferrera zur Gemeinde Ferrera zusammen. Die Fusion der drei Gemeinden Andeer, Clugin und Pignia trat dann auf den Beginn des Jahres 2009 in Kraft.
Ein klares Ja der Gemeinden am Berg
Ein Fusionsprojekt der sechs Gemeinden Casti-Wergenstein, Donat, Lohn (GR), Mathon, Rongellen und Zillis-Reischen scheiterte im Jahr 2010 am deutlichen Nein aus Rongellen und Zillis-Reischen. Die vier Gemeinden am Berg hätten einer Fusion zugestimmt. Im September 2018 beschlossen die Gemeindevorstände von Casti-Wergenstein, Donat, Lohn (GR) und Mathon, ein Fusionsprojekt aufgleisen zu wollen. Die Abstimmungen in allen vier Gemeinden erfolgten am 26. Juni 2020. Die Gemeinden Casti-Wergenstein und Lohn stimmten dem Fusionsvertrag ohne Gegenstimme zu. Auch in Mathon resultierte ein klares Ja zum Fusionsvertrag. In Donat gab es einen Antrag auf Rückweisung und Überarbeitung der Vorlage. Dieser wurde abgelehnt. Die Abstimmung über den Vertrag ergab das ebenfalls deutliche Resultat von 50 zu 13 Stimmen, bei 5 Enthaltungen. Insgesamt stimmten knapp 85 Prozent dem Zusammenschluss der vier Gemeinden zu.
Stärkung der romanischen Sprache
Casti-Wergenstein, Donat, Lohn (GR) und Mathon befinden sich im rätoromanischen Sprachgebiet. Als Schulsprache gilt in allen Gemeinden einzig das Rätoromanische. Anders gestaltet sich die Situation bei der Amtssprache. Im amtlichen Verkehr wurde und wird beinahe ausschliesslich die deutsche Sprache verwendet. Der Fusionsvertrag setzt nun in Nachachtung der Vorgaben des kantonalen Sprachengesetzes klarere Vorgaben. Die neue Gemeinde Muntogna da Schons soll nicht nur in rechtlicher, sondern vor allem auch in faktischer Hinsicht eine zweisprachige Gemeinde sein, in der das Romanische gegenüber heute gestärkt wird. So hat die neue Gemeinde das ihr Mögliche zu unternehmen, um die romanische Sprache zu erhalten und zu fördern. Dazu sind geeignete Massnahmen in einem kommunalen Sprachengesetz zu verankern. Die Regierung unterstützt den Erhalt bzw. die Förderung des stark unter Druck geratenen sutselvischen Idioms auch finanziell. Dabei erhofft sie sich, der Erosion dieses Idioms durch verschiedene Massnahmen entgegenwirken zu können. Die Wahl eines romanischen Gemeindenamens zeigt den Willen der Verantwortlichen, dass sie der romanischen Umgangssprache auch einen festen Platz im amtlichen Verkehr einräumen möchten.
Kantonaler Förderbeitrag von 1,4 Millionen Franken
Der von der Regierung zugesicherte kantonale Förderbeitrag an den Zusammenschluss der vier Gemeinden beträgt 1,425 Millionen Franken. Hinzu kommen noch spezielle Leistungen an die Sanierung der Wasserversorgung in Lohn (GR) in der Höhe von 560 000 Franken sowie an den Erhalt und die Förderung der romanischen Sprache in der Höhe von 250 000 Franken.
Beilage:
Botschaft
Auskunftspersonen:
- Regierungspräsident Dr. Christian Rathgeb, Vorsteher Departement für Finanzen und Gemeinden, Tel. +41 81 257 32 01, E‑Mail <email-pii>
- Thomas Kollegger, Leiter Amt für Gemeinden, Tel. +41 81 257 23 81, E‑Mail <email-pii>
Gremium: Regierung
Quelle: dt Departement für Finanzen und Gemeinden