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Der Ex-Nokia-Mann Arto Nummela solls richten: Ein finnisches Start-Up will "Nokia-Handys" designen, eine Foxconn-Tocher soll sie herstellen.
Eine bislang noch unbekannte finnische Firma namens HMD Global will dafür sorgen, dass Nokia-Handys und Tablets eine Wiederauferstehung feiern. HMD hat einerseits von Nokia die Rechte zur Benutzung des Nokia-Brands für Smartphones und Tablets erhalten. Gestern gab HMD zudem den Abschluss eines Vorvertrags zur Übernahme der bisher noch bei Microsoft liegenden Rechte zur Nutzung des Markennamens Nokia für billligere, "nicht smarte" Handys, die sogenannten Feature Phones, bekannt. HMD gehört einer Investmentfirma namens Smart Connect. Diese wird vom Ex-Nokia-Mann Jean-Francois Baril geleitet. Ob Nokia selbst hinter Smart Connect steht, wie viele vermuten, ist nicht klar.
Gleichzeitig soll FIH Mobile, eine Tochter des Auftragsfertigers Foxconn, Microsoft den Rest des Geschäftsbereichs abkaufen. Dazu gehört unter anderem die Fabrik in Hanoi, in der diese Handys hergestellt werden. FIH soll gemäss dem Plan von HMD in Zukunft aber nicht nur Feature Phones, sondern auch Nokia-Smartphones und -Tablets fertigen. Microsofts Deal mit HMD und FIH soll im zweiten Hallbjahr endgültig besiegelt werden.
Insgesamt soll der Softwareriese für das Feature-Phone-Business etwa 350 Millionen Dollar erhalten. FIH dürfte den grösseren Teil davon bezahlen, wie sich der Betrag aufteilt, ist allerdings nicht bekannt. Microsoft wird weiterhin Smartphones herstellen und damit ein direkter Konkurrent für die neuen Nokia-Handys sein. Nokia wird für die Namensrechte für Smartphones Tantiemen erhalten. Nokia sucht seit rund einem Jahr nach einem Partner
, der den Markennamen Nokia für Smartphones nützt.
HMD soll - falls der Deal mit Microsoft zustande kommt - von Arto Nummela als CEO geleitet werden. Nummela war früher leitender Manager bei Nokia und ist gegenwärtig der Chef von Microsofts Mobile-Devices-Bereich in Asien. Ein weiterer Manager aus Microsofts Mobile-Geschäft, Florian Seiche, ist als President vorgesehen.
Um Nokia wieder zu einer bedeutenden globale Handymarke aufzubauen, braucht es neben durchschlagenden Produkten viel Geld. HMD behauptet, genügend Geld aufbringen zu können. In den nächsten drei Jahren wolle man 500 Millionen Dollar investieren. Finanziert werde dies einerseits durch Investoren, andererseits durch die Profite aus dem weiterlaufenden Feature-Phone-Business. (hjm)