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Die in Amsterdam lebende Schweizer Künstlerin Batia Suter studierte an den Kunstakademien in Zürich und Arnhem (NL) sowie am Werkplaats Typografie. Sie produziert Bücher und ortsspezifische, monumentale Drucke aus digital-manipulierten Bildern. Bildsequenzen, Collagen und die Verwendung von “found footage” gehören zu ihrer visuellen Sprache.
Suter beschäftigt sich mit Prozessen der “Ikonifizierung” und “Immunogenität” von Bildern und den Umständen, unter denen sie mit neuen assoziativen Werten aufgeladen werden. Ihre Arbeit positioniert intuitiv alte Bilder in neuen Kontexten, um überraschende Reaktionen und Bedeutungsmöglichkeiten zu erzeugen.
2007 und 2016 veröffentlichte sie die zwei umfangreichen Bücher Parallel Encyclopedia und Parallel Encyclopedia #2. Letztere Publikation erhielt, neben weiteren europaweiten Nominierungen, den Best Dutch Book Designs Preis 2017. Ihre Arbeiten hat Batia Suter u.a. in den KW Berlin, in der Graham Foundation, Chicago und in der Photographer’s Gallery, London gezeigt. Dieses Jahr wird sie ihre Ausstellung Sole Summary im Centre Culturel Suisse in Paris präsentieren.
SAA: Kannst du uns etwas zur Arbeit erzählen, die bei den Swiss Art Awards gezeigt wird?
BS: Es ist eine Installation aus vielen verschiedenen Bildern die sich gegenseitig beeinflussen. Die Fotos stammen alle aus alten Büchern und Zeitschriften, haben sehr verschiedenen Bildstrukturen und -raster, aber auch Druckfehler und andere Beschädigungen und Eigenartigkeiten.
Die Arbeit kann als eine Art räumliche Erweiterung der Parallel Encyclopedia #2 gesehen werden, ein Buch das ich 2017 veröffentlicht habe, und das ein thematisches Fundament ist für meine meisten anderen Arbeiten.
SAA: Welche Welten sind in deiner Arbeit eingebunden oder werden damit angesprochen?
BS: Die verschiedensten Disziplinen werden miteinander verflochten, aber auch gegeneinander ausgespielt. “High culture” und “Low culture” treffen aufeinander, sowohl inhaltlich als auch visuell, und lösen sich auf.
Auch Geschichte spielt eine sehr wichtige Rolle, die Erlebniswelten verschiedener Epochen laufen wild durcheinander, die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird fliessend bis zur Unkenntlichkeit.
SAA: Wenn du mit einem Spezialisten arbeiten könntest: aus welchem Bereich würde das sein, und für was für ein Projekt?
BS: Die Zusammenarbeit mit einem Neurologen würde mich sehr interessieren, in welcher Form genau müsste sich entwickeln. Aber alle Aspekte der Wahrnehmung – bewusst und unbewusst – interessieren mich sehr.
Wie das Hirn genau mit visuellen Eindrücken umgeht, reflexartige Reaktionen und Gefühle generiert, die vor allem durch den Instinkt gesteuert werden, ohne dass wir eine Ahnung davon haben.
SAA: Gibt es einen Ort (in der Schweiz oder im Ausland) der deine Arbeit inspiriert?
BS: Die Berge in ihrer enormen Vielschichtigkeit haben wohl im Hintergrund einen starken Einfluss auf meine Arbeit. Aber auch eine Art diffuses Fernweh nach dem Gegenteil macht sich immer wieder in den verschiedensten Formen bemerkbar.
Hochalpin versus tropisch als Spannungsfeld.
SAA: Aus der Zukunft betrachtet, was wird die Kunstgeschichte über dich schreiben?
BS: Haha, keine Ahnung.
SAA: Was für Spuren willst du hinterlassen?
BS: Ein paar gute Arbeiten und ein paar gute Bücher (die ich eigentlich auch einfach als eine Arbeit sehe).