Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03481.jsonl.gz/1661

Für die Berner ist die «Insel» ganz klar das Universitätsspital – und das steht mitnichten inmitten von weissem Sand, beschattet von Palmen, mit Meerrauschen im Hintergrund. Aber warum heisst das Spital dann so, wenn es weit und breit kein Wasser gibt?
Das Inselspital wurde vor 661 Jahren gegründet, sagt Markus Hächler, Mediensprecher des Inselspitals. Entstanden ist es durch eine Fusion, wie man in der heutigen Welt sagen würde – einen Spitalzusammenschluss. «Die Namensgebung dieses Spitals erfolgte durch eine Sponsorin. 1354 hat Anna Seiler dem Spital ein grösseres Vermögen vermacht zur Schaffung eines Spitals, in dem drei Pflegende 13 Erkrankte betreuen sollten. Man hat dafür nicht einfach ein neues Spital gebaut, sondern hat in ein bestehendes, das Predigerspital in der heutigen Zeughausgasse, investiert und ihm einen neuen Namen gegeben: das Seilerin-Spital.»
Der weitervererbte Name
1531 ist das Seilerin-Spital dann die Bundesgasse in ein Dominikanerinnen-Kloster, das «Inselschwestern»-Kloster, gezügelt, das im Zuge der Reformation stillgelegt worden war – dort, wo heute das Bundeshaus Ost ist. Dieses Kloster hiess St.-Michaels-Insel, denn es lag im Mittelalter auf einer kleinen Aare-Insel. Beim Umzug in die Bundesgasse hat es den Namen einfach mitgenommen und schliesslich ans ehemalige Seilerin-Spital weitervererbt.
«Die kleine Insel sieht man heute nicht mehr. Es ist heute ein verlandetes Gelände. Wenn man mit dem Zug nach Bern fährt und zur Aare herunter schaut Richtung Alpen, sieht man an einer Stelle einen Sportplatz auf der linken Seite. Dort war das Inselchen», sagt Claudia Engler, Direktorin der Burgerbibliothek Bern. So ist die «Insel» ihrer Geschichte treu geblieben – trotz ihrer vielen Umzüge bis zum heutigen Tag.