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Der Tablater Konzertchor St.Gallen hat sich nach diversen Bach-Programmen (u.a. h-moll-Messe und Matthäus-Passion) in einem Projekt mit einem Komponisten beschäftigt, der zu Unrecht im Schatten des Thomaskantors steht: Jan Dismas Zelenka.
Aus Böhmen gebürtig und in Dresden tätig, Zeitgenosse Bachs und von diesem geschätzt, hat Zelenka die barocke Spiel- und Formfreude bis an die Grenzen ausgetestet. Zur Aufführung gelangen zwei späte Meisterwerke Zelenkas: das tiefschürfende Miserere und die übersprudelnde Missa votiva.
Die "Tablater" konnten für diese Expedition in Zelenkas Klangwelt herausragende musikalische Partnerschaften gewinnen:
Als Solisten wirkten die Ausnahmesopranistin Nuria Rial und die beiden in der Ostschweiz bestens bekannten Sänger Jan Börner (Altus) und Samuel Zünd (Bariton) mit sowie der junge, in Ausserrhoden aufgewachsene Tenor Benjamin Berweger. Es spielte das Barockorchester Capriccio Basel, die Leitung hatte Ambros Ott.
Jan Dismas Zelenka (1679-1745) ist einer der originellsten und zugleich wenig bekannten musikalischen Köpfe der Barockzeit. "Der Bizarre neben Bach" wurde er schon genannt; als Zeitgenosse des Thomaskantors wirkte er in Dresden und komponierte Vokal- und Instrumentalmusik voll Farbigkeit, Esprit, überraschenden melodischen und harmonischen Wendungen.
Zwei dieser Meisterwerke erklingen im Konzert des Tablater Konzertchors: Das tiefschürfende Miserere und die übersprudelnde Missa votiva.