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Den Ausdruck Verhalten verwende ich umgangssprachlich in zwei verschiedenen Hinsichten, nämlich für eine Art Objektivierung von Handlungen und genereller für den geordneten Ablauf von mechanischen Operationsfolgen.
Als Verhalten bezeichne ich das Operieren eines Mechanismus, das sich in intendierten Zustandsänderungen von beobachteten Variablen zeigt.
Ich kann mich intentional (so oder so) verhalten.
Ich kann das Verhalten eines Mechanismus beobachten, der Intentionen repräsentiert. In der Kybernetik ist die Intention durch Soll- oder Eigenwerte spezifisch aufgehoben. Eine thermostatengeregelte Heizung hat natürlich kein Interesse daran, die Raumtemperatur konstant zu halten, aber sie bewirkt es, weil sie dafür hergestellt wurde.
alte, aufgehobene Version (2017)
Als Verhalten bezeichne ich vermittelt verursachte Zustandsänderungen eines Systems, die ich als strukturelle Koppelung zwischen diesem System und seinem Milieu auffassen kann.
Ein Organismus oder eine Maschine "macht" etwas, was ich auf dessen/deren Umwelt beziehe, oder als Reaktion auf Bedingungen in der Umwelt interpretiere. Dabei spreche ich nur dann von einem Verhalten, wenn die Energiequelle im System enthalten ist.
Beispiel:
Die Sonnenblume wendet sich - mit eigener Kraft - der Sonne zu. Herr K. beantwortet einen Brief.
Kein Beispiel:
Die Sonne geht auf. Der Regen fällt. Weder Sonne noch Regen zeigen ein Verhalten.
- Ich spreche von spontanem Verhalten, wenn ich den Bezug zum Milieu vermute/unterstelle, aber nicht benennen kann.
- Ich spreche von Handlungen, wenn ich dem System Autonomie gegeüber dem Milieu unterstelle.
Beispiele:
Bestimmte Einzeller bewegen sich in ihrem Milieu in Richtung zunehmender Zuckerkonzentrationen (Maturana: Baum der Erkenntnis:150).
die Einzeller verhalten sich - für mich - spontan, wenn ich die unterschiedlichen Zuckerkonzentrationen nicht wahrnehme. Wenn ich um den Zucker weiss, sehe ich ein kosequentes oder logisches Verhalten.
Wenn Menschen für ihren Unterhalt sorgen, schaffen sie eine dafür geeignete Umwelt, statt auf die Umwelt zu reagieren: sie handeln.
"Verhalten" resultiert aus einer Beobachterperspektive, die idealtypisch von behavioristischen Wissenschafter eingenommen wird. Der Systemtheoretiker Wiliam Powers bezeichnet Verhalten als Kontrolle der Wahrnehmung.
siehe auch Verhaltensmuster
Verhalten, i.w.S. die Gesamtheit aller beobachtbaren (feststellbaren oder meßbaren) Reaktionsweisen oder Zustandsänderungen von Materie, insbesondere das Reagieren lebender Strukturen auf Reize;
Verhalten i.e.S. die Gesamtheit aller Körperbewegungen, Körperhaltungen und des Ausdrucksverhaltens eines lebenden tier. Organismus in seiner Umwelt. Dieses letztere Verhalten ist der Untersuchungsgegenstand der vergleichenden Verhaltensforschung (Behaviorismus). Unter autochthonem Verhalten versteht man die Gesamtheit der Reaktionen, die auf einem spezifischen Antrieb beruhen und durch einen passenden Schlüsselreiz ausgelöst werden. Im Unterschied dazu wird Verhalten, dem auch individuelle Lernvorgänge zugrunde liegen, als allochthones Verhalten bezeichnet. Des weiteren wird etwa zwischen spontanem Verhalten, agonistischem Verhalten (Verhalten im Zusammenhang mit [kämpferischen] Auseinandersetzungen) und appetitivem Verhalten. (Appetenzverhalten) unterschieden. Beonderes Interesse wird dem insgesamt artspezifischen Verhalten in seiner Angepaßtheit (Funktion) und stammesgeschichtlichen Entwicklung (Evolution) entgegengebracht, das bei der Mehrzahl der einer bestimmten Tierart zugehörigen Individuen in relativ ähnlichen Situationen und unter relativ ähnlichen Begleitumständen regelmäßig auftritt. Bei kybernetischen Modellen der Verhaltenorganisation ist der Organismus weniger ein Wesen, das auf seine (inneren) Bedürfnisse und (äußeren) Verhältnisse oder Situationen nach einer durch Vererbung und Erfahrung entstandenen Vorprogrammierung reagiert, als vielmehr ein in hohem Grade aktives System, das sich Reizen zuwendet, sie aufnimmt, umformt, koordiniert und verarbeitet und die Verarbeitungsergebnisse in neue Aktivitäten umsetzt.
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