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Die Wassermühlen nutzten die Kraft des Wassers, um Korn zu mahlen. Entscheidender als die reine Wassermenge war für den Betrieb aber die Möglichkeit, den Lauf zu regulieren. Als Rückhaltebecken für den Fall einer saisonalen Wassernot dienten Weiher.
Die Mühle in Büron wurde erstmals 1443, während der Regentschaft der Freiherren von Aarburg, urkundlich erwähnt. Wann genau sie erbaut wurde, ist nicht bekannt. Als Büron 1455 an die Stadt Luzern verkauft wurde, ging auch die Mühle in deren Besitz, was ihr jährlich gute Einkünfte sicherte.
Der Müllerbetrieb wurde 1902 eingestellt, als Bürons letzter Müller Emil Stocker nach Zürich auswanderte. Bis 1988 befand sich auf dem Platz noch eine Bäckerei. Diese war seit den 1840er-Jahren zusammen mit der Mühle betrieben worden.
Die Elektrifizierung setzte in der Schweiz vergleichsweise früh ein und entwickelte sich rasch. Bis 1910 lag die Stromproduktion pro Einwohner gleichauf mit derjenigen in den USA.
In Büron brannten die ersten Glühbirnen schon 1904. Dies war möglich, weil im Februar 1902 der Bau eines Elektrizitätswerks beschlossen wurde. Auch Bad Knutwil, ein damals gut besuchter Kurort, wurde mit Strom beliefert. Das Kraftwerk sollte mit Wasser betrieben werden. Mit dem alten Risiweiher war dies nicht möglich. So wurde 1905 ein grösserer Weiher ausgehoben: der Mühliweiher im Naherholungsgebiet oberhalb von Büron.
Rund zehn Jahre später begann eine Zusammenarbeit mit den Centralschweizerischen Kraftwerken (CKW) und ermöglichte 1915 in Büron die erste Strassenbeleuchtung. Die beiden ersten Laternen wurden bei der Kirche und beim Dorfplatz aufgestellt. Das Elektrizitätswerk in Büron behielt bis 1995 seine Autonomie. Dann wurde es von den CKW übernommen.
Mit dem Bau des Elektrizitätswerks wurde 1902 auch der Betrieb einer Bürstenholzfabrik beschlossen. Ferdinand Arnold war der erste Geschäftsführer. 1964 wurde die Produktion der Bürstenhölzer aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.
Das dritte Standbein der in Büron seit Generationen ansässigen Familie Arnold, der Betrieb der Futtermühle, die selbst gemahlenes Getreide zu Viehfutter verarbeitete, erwies sich als Kerngeschäft.
1966 wurde der Futtermittelsilo aufgestellt. Die grün-gelben Lastwagen mit der Aufschrift «Arnold & Co AG, Büron» (später ACO) prägten lange Zeit die Umgebung. Nach einer innerbetrieb-lichen Umstrukturierung 1992, wurde die Futtermühle 2006 verkauft. Der Betrieb wurde kurz darauf gänzlich eingestellt.
Der grosse Umbau des alten Büroner Dorfzentrums, wie er sich nun im 21. Jahrhundert präsentiert, hat auch dem Dorfbach ein neu gestaltetes Bett beschert. Auf dem ehemaligen Mühleareal sind weitere bauliche Umgestaltungen vorgesehen und absehbar.
Chronik Gemeinde Büron.
Jubiläumsschrift «75 Jahre ACO». Herausgegeben von der Firma Arnold & Co. AG Büron, Büron 1978.
Panoramafotografie, Fotograf Marco Bucher, Juli 2021.
Abb.1: Staatsarchiv des Kanton Luzern.
Abb.2: Archiv Gemeinde Büon, Kopie des Originals, Gemälde von Melchior Wyrsch.
Abb.3: Archiv Gemeinde Büron.
Abb.4: Archiv Gemeinde Büron, um 1920.
Abb 5: 75 Jahre Arnold & Co. AG Büron, 1903-1978, S.16.
Abb.6: 75 Jahre Arnold & Co. AG Büron, 1903-1978, S.16. Fotografie vermutlich 1953.
Abb.7: 75 Jahre Arnold & Co. AG Büron, 1903-1978, S.16. Fotografie von 1978.