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Die bohnenförmigen Nieren sind paarig angeordnet. Leicht gebeugt zur Körpermitte, sind sie jeweils zehn bis zwölf Zentimeter gross und wiegen bis zu 200 Gramm. Die rechte Niere ist aufgrund der benachbarten Leber meist etwas kleiner und liegt einige Zentimeter tiefer als ihr linker Gegenpart.
Täglich 1’700 Liter Blut
Das einzelne Organ besteht aus drei verschiedenen Elementen. Das Nierenmark umgibt einen Hohlraum, das sogenannte Nierenbecken. Ummantelt wird das Mark von der stabilisierenden Nierenrinde.
Blut, das über die Nierenarterie in das Nierenmark gelangt, wird hier von Schadstoffen gereinigt. Diese gelangen, mit Wasser zu Urin vermischt, über die Nierenkelche in das Nierenbecken. Von hier aus wird der Harn durch den Harnleiter in die Blase abgegeben. Insgesamt werden durch die Nieren auf diese Weise pro Tag etwa 1’700 Liter Blut gefiltert.
Daneben übernehmen die Nieren andere wichtige Funktionen wie beispielsweise
- die Regulierung des Blutdrucks über das Nierenhormon Renin,
- die Regulierung des Wasser-Salz-Haushaltes und des Säure-Basen-Haushaltes sowie
- die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) durch das Nierenhormon Erythropoetin.
Viele Erkrankungen der Nieren möglich
Verschiedene Erkrankungen können die Funktion der Nieren beeinträchtigen. Die Beschwerden reichen von ausstrahlenden Rückenschmerzen bis zu Veränderungen des Urins (Eintrübung, rötliche Färbung, Schaumbildung, untypische Menge oder starker Geruch). Viele andere Symptome sind eher unspezifisch. Dazu zählen Atemnot, ein Anschwellen der Augenlider oder Knöchel, Übelkeit und Erbrechen sowie Wasseransammlungen (vor allem in den Beinen).
Zu den häufigsten Erkrankungen der Nieren gehören:
- Nierenbeckenentzündung
- Nierensteine
- Arterienverkalkung
- Schäden durch Medikamente und Drogen
- akutes oder chronisches Nierenversagen
- Organfehlbildungen
- Tumore
Wenn die Nieren nicht mehr voll funktionsfähig sind, können die im Blut befindlichen Schad- und Giftstoffe nicht ausgeschieden werden und sammeln sich im Körper an. Um eine Vergiftung zu vermeiden, muss das Blut maschinell oder über das Bauchfell gefiltert werden. Alternativ kann durch eine Organspende eine transplantierte gesunde Niere die Funktion des erkrankten Organs übernehmen.
Vorsorge für gesunde Nieren
Um das Risiko für eine Arterienverkalkung oder Nierensteine zu reduzieren, sollte auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche und salzarme Ernährung geachtet werden. Wer täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nimmt – vorzugsweise Wasser und ungesüssten Tee – beugt ebenfalls Nierensteinen vor.
Medikamente sollten nur in Massen und nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Diabetes und Gicht können die Entstehung von Nierensteinen fördern. Deshalb sollten beide Krankheiten medizinisch gut betreut werden. Bei einer Blasenentzündung ist eine konsequente Behandlung gefragt, um eine Ausbreitung der Infektion auf die Nieren zu verhindern.