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27.06.2022 // Allgemeine News
Normen der Zukunft
von David Schaltegger
Maschinenlesbar und interpretierbar – so müssen die Normen der Zukunft sein. Solche Normen werden dabei helfen, Fehler zu vermeiden und die Effizienz zu erhöhen. Das Projekt «Project 2: Standards of the Future» der europäischen Normenorganisationen CEN und CENELEC führt die Normung durch den notwendigen Digitalisierungsprozess.
Hintergrund
Heute benötigen Normenanwenderinnen und -anwender viel Zeit für die Übertragung von kleinen Textstücken aus Normen und Dokumenten in ihre Systeme. Dies können Anforderungen an Managementsysteme, Anforderungen aus Kundenverträgen oder Behördenvorschriften sein. Um diese zeitaufwendigen und fehleranfälligen Zwischenschritte zukünftig zu vermeiden, haben CEN und CENELEC bereits im Jahr 2017 das «Project 2: Standards of the Future» ins Leben gerufen. Das Projekt hat zum Ziel, die Voraussetzungen für die Entwicklung von Normen, welche den Bedürfnissen einer digitalen Welt entsprechen, zu schaffen.
Smart Utility Model for Standards
Normen werden im «Smart Utility Model» eingestuft. «SMART» steht für «Standards Machine Applicable Readable and Transferable». Die Stufen 0, 1 und 2 des «Smart Utility Models» beschreiben die Dokumentformate TXT, PDF und XML. Diese Stufen werden nicht als «SMART» angesehen. Das CEN/CENELEC «Project 2: Standards of the Future» soll sicherstellen, dass eine Auswahl an Normen zukünftig als maschinenlesbare Dokumente zur Verfügung stehen. Dabei soll der Inhalt der Normen von einer Software gelesen und verarbeitet werden können. Im «Smart Utility Model» entspricht dieser Funktionsumfang der Stufe 2. Ein Dokument der Stufe 3 ermöglicht Computern neben dem Inhalt auch die Struktur des Inhalts zu verstehen. Dabei können beispielsweise Normanforderungen und Empfehlungen automatisiert unterschieden werden. In einem Dokument der Stufe 4 können Maschinen die Bedeutung des Inhalts verstehen und sich auf den Inhalt beziehen. Das hat den Vorteil, dass Anforderungen in normativen Dokumenten direkt in die «Requirements Management Tools» von Unternehmen übertragen werden können. Beispielsweise werden Konformitätsbewertungen zukünftig davon profitieren, da diese maschinengestützt durchgeführt werden können.
Quelle: «Project 2: Standards of the Future» Onboarding Meeting CEN/CENELEC am 30.11.2021
Die Internationale Normenorganisation - ISO sowie die Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC) befassen sich ebenfalls mit SMART-Normen.
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Quellen:
- CEN and CENELEC | Digital Transformation | September 2021 | Call for Participation Standards of the Future (machine readable standards)
- IEC-ISO SMART FAQ – April 2022
- Onboarding meeting | Project 2: Standards of the Future | 2021-11-30