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Neyruz Der Entscheid über die Gestaltung des Milchmarktes nach dem 1. Mai 2009 stand am Freitag nicht auf der Traktandenliste der Delegiertenversammlung des freiburgischen Milchverbandes. Es brauche wahrscheinlich gar keinen Entscheid, weil sich diese Frage mit der Bildung von regionalen Pools inzwischen erübrige, meinte ein Milchproduzent.
Albert Rösti, Direktor des Milchproduzentenverbandes SMP, erinnerte an die vom Vorstand mehrheitlich verabschiedete Strategie 2015. Er stellte fest, dass die Mehrheit des Freiburger Milchverbandes FMV den nationalen Milchpool ablehne. Folglich gebe es für die künftige Gestaltung des Milchmarktes zwei Systeme, nämlich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Verwertern und regionale Milchpools. Der SMP werde sich nun auf zwei wichtige übergeordnete Aufgaben konzentrieren: die Mengensteuerung und die Bildung eines Interventionsfonds.
Rösti betonte, dass der SMP den Auftrag hatte, für die Milchverwertung Lösungen aufzuzeigen. Er bedaure, dass die Pool-Frage zu einer Spaltung innerhalb der Produzentenschaft geführt habe und Gräben aufgerissen wurden.
Bei der Wahl des Vorstandes kam es zu einer regelrechten Redeschlacht. An der Bezirksversammlung im Februar wurde das bisherige Vorstandsmitglied Francis Marchand abgewählt. Die kleine Zahl von Delegierten zog ihm Albert Bachmann vor. Gestern stellte sich Marchand als Gegenkandidat zu Bachmann. Bei der geheimen Wahl vereinigte er 185 Stimmen auf sich, Bachmann erhielt 46.
Anstelle von Oskar Lötscher, Schwarzsee, wurde Rinaldo Lottaz, Alterswil, in den Vorstand gewählt. Präsident Jean-Pierre Stirnimann wurde mit 209 Stimmen der 249 stimmberechtigten Anwesenden für eine neue Amtszeit gewählt.
Organisation straffen
Der Rückgang der Mitgliederzahlen dränge eine Überprüfung der Strukturen der verschiedenen bäuerlichen Organisationen auf, regte der ehemalige Präsident des FMV, Jean-Claude Maillard, an. Die zahlreichen Versammlungen und Diskussionen der letzten Monate hätten die Bauern mehr auseinandergetrieben als vereinigt, stellte er fest. Er schlug vor, auf Kantonsebene eine einzige Organisation zu bilden. ju