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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Zweites Buch.
Briefe von Augustins Erhebung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputation mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXV. (Nr. 43.) An Glorius, Eleusius, die beiden Felix, Grammatikus und alle übrigen, die dies lesen wollen
12.
Trotzdem behaupten sie, sie hätten wohl Kenntnis gehabt von den Verbrechen derer, die sie verurteilten, obwohl sie abwesend waren und sich dem Gerichte nicht entzogen hatten, da sie nie vor ihm erschienen waren, sondern immer erklärt hatten, ihnen sei jene Sache verdächtig. Aber, ich bitte euch, meine Brüder, wie konnten sie denn um diese Verbrechen wissen? Ihr antwortet: „Wir wissen es nicht, da die Akten keinerlei Vermerk enthalten, auf welchem Wege ihnen diese Kenntnis wurde.“ Ich will euch aber zeigen, auf welche Weise sie Kenntnis erhalten haben. Gebet acht auf die Sache des Felix von Aptunga und leset zuerst, wie sie mit besonderer Heftigkeit gegen ihn verfuhren; und doch erwies sich später dieser in einer genauen und peinlichen Untersuchung als vollkommen unschuldig. Ebenso nichtig waren aber auch alle die Gründe, die sie für die Verurteilung der anderen hatten. Wieviel mehr erfordert es nun die Gerechtigkeit, wieviel weniger laufen wir Gefahr, wieviel schneller können wir daran gehen, auch jene für unschuldig zu halten, die von ihnen nicht so schwerer Verbrechen angeklagt und nicht mit so großem Tadel verurteilt worden sind, wenn sogar derjenige sich als unschuldig erwiesen hat, gegen den sie mit viel größerem Zorne gewütet hatten?