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"Seit die BSE-Krise ausgebrochen ist, kauften die Konsumenten annähernd gleichviel Rindfleisch wie im Vorjahr", meinte GSF-Direktor Jürg Schletti am vergangenen Freitag an der Generalversammlung in Hasle-Rüegsau. Als Reaktion auf den Medienwirbel um den Rinderwahnsinn und die damit einhergehende Verunsicherung der Bevölkerung kaufte die GSF anfangs April Hinter- und Vorderviertel von 9000 Banktieren auf. Das entspricht etwa 1745 Tonnen Fleisch oder dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz in der Schweiz. Für die anschliessende Verbilligungsaktion wurden bei der GSF Gesuche für rund 21,000 Tiere eingereicht.
Wieder steigende Kuhpreise
"Durch diese Massnahmen hat sich der Rindfleischmarkt soweit erholt, dass die Preise sowohl für junge Banktiere wie für Kühe ansteigen und ein Teil des eingelagerten Fleisches dem Markt zugeführt werden kann", meinte Schletti. Die BSE-Geschichte ereignete sich just während der im Frühjahr üblichen Angebotsspitze an jungen Banktieren. Als im März die Diskussionen um die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) ihren Anfang nahmen, lagerten bereits 2500 t Wurstfleisch von überschüssigen Kuhschlachtungen aus dem vergangenen Jahr. Erst die Infrastruktur der GSF habe die Interventionen des Bundes möglich gemacht, hielt Schletti fest. Die Genossenschaft erwarte deshalb, dass im Rahmen der bevorstehenden Agrarreform die Aufgaben zur Regelung des Schlachtviehmarktes weiterhin an die GSF delegiert würden.
Grosses Angebot - geringe Nachfrage
Schon im vergangenen Jahr war der Schlachtviehmarkt von einem die Nachfrage übersteigenden Angebot geprägt. Die GSF musste überdurchschnittlich viele Tiere übernehmen und dem importberechtigten Handel zuteilen. Gut 450,000 t Fleisch wurden 1995 in der Schweiz produziert, 2,2 % mehr als ein Jahr zuvor. Dafür konnten die Konsumentinnen und Konsumenten von tiefen Schlachtviehpreisen profitieren: Der Index für Fleisch und Fleischwaren lag um 3,7 % tiefer als 1994. Der grösste Abschlag erfolgte mit 11,7 % beim Schweinefleisch. Teure Fleischstücke profitierten stärker von den Preisabschlägen als Fleischstücke der tieferen Preiskategorien. So haben zum Beispiel Wurstwaren um 2,7 bis 4,8 % aufgeschlagen. Der Pro-Kopf-Fleischkonsum blieb 1995 mit 50,4 Kilogramm insgesamt nahezu konstant.
GSF mit öffentlich-rechtliche Aufgaben
Die 1949 gegründete GSF ist ein Zusammenschluss von Fleischproduzenten, -ver-mittlern, -importeuren und -verwertern. Neben den Genossenschaftern nehmen auch Mitglieder von Konsumentenorganisationen in der Verwaltung Einsitz. Die GSF übernimmt Aufgaben wie Überwachung des Marktes, Überschussverwertung, Importregelung und Öffentlichkeitsarbeit. An der Generalversammlung der GSF wurde Alt-Regierungsrat Peter Siegenthaler als Nachfolger von Rudolf Gasser zum neuen Präsidenten gewählt. LID
Inländische Fleischproduktion 1993 bis 1995 (in Tonnen)
Quelle: GSF (Die genauen Zahlen können beim LID bezogen werden)