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Titel
Dorneck-Thierstein.
Amtei des Kantons Solothurn.
Umfasst den n. Abschnitt des Kantons und liegt ganz im Juragebirge.
Fläche: 17593 ha.
23 Gemeinden; 2 Wahlkreise:
Dorneck (oder
Dornach) und Thierstein.
Zusammen 13058 Ew. deutscher Zunge in
3779 ^[Berichtigung:
2007]
Häusern und 2905 Haushaltungen. 12374 Katholiken und 684 Reformierte. Die Amtei, deren rechts von der
Birs gelegener
Anteil auch den Namen des
Schwarzbubenlandes führt, zerfällt in drei von einander geschiedene Abteilungen:
1)
Dorneckberg und Thierstein
mit 13409 ha und 17 Gemeinden (Bärschwil,
Beinwil,
Breitenbach, Büren,
Büsserach,
Dornach,
Erschwil,
Fehren,
Gempen,
Grindel,
Himmelried,
Hochwald,
Meltingen,
Nuglar und
Sankt Pantaleon,
Nunningen,
Seewen und
Zullwil);
2) das Leimenthal mit 2565 ha und 5 Gemeinden (Bättwil, Hofstetten, Metzerlen mit Mariastein, Rodersdorf und Witterswil);
3)
Kleinlützel mit 1619 ha und der Gemeinde
Kleinlützel. Die Amtei
Dorneck-Thierstein im engern Sinn (excl. das
Leimenthal
und
Kleinlützel) liegt s. und ö. der
Birs und wird begrenzt im N. und O. vom Kanton Basel Land,
im S. von der solothurnischen
Amtei Balsthal
und im W. von den bernischen Amtsbezirken
Münster,
Delsberg und Laufen.
Die bedeutendsten Erhebungen dieser an
Thälern,
Klusen und
Schluchten reichen, malerischen
¶
mehr
Landschaft sind die Hohe Winde (1207 m) sw., der Passwang (1207 m) sö., Riedberg (1009 m) und Gilgenberg s. Nunningen und die Gempenfluh (765 m) sö. Dornach. Flussläufe: die Birs, die nur die vorgeschobenen Gebiete von Bärschwil und Dornach berührt, und ihre rechtsseitigen Zuflüsse Wahlenbach, Lüssel oder Lüsslein, Ibach und Seebach. Die Berge mit schönen Tannen- und Buchenwaldungen bestanden, die Thäler fruchtbar; zahlreiche Obstbäume, um Dornach (335 m) und Dornachbrugg (295 m), d. h. im tiefstgelegenen Teil der Amtei sogar noch etwas Weinbau.
Eine Reihe von Felsköpfen sind mit den Ruinen von einst mächtigen Burgen gekrönt: Dorneck ö. Dornach, Thierstein s. Büsserach u. a. Verkehrswege: Eisenbahn Biel-Sonceboz-Delsberg-Basel und die Lüssel bis Neuhäusli folgende Passwangstrasse (Laufen-Balsthal). Das abgetrennte Gebiet oder die Exclave des Leimenthals wird vom übrigen Kanton Solothurn durch den Berner Amtsbezirk Laufen geschieden; es grenzt im O. an Basel Land und im W. und N. an das Ober Elsass.
Berge nicht hoch: Blauenberg (836 m) im S. an der Grenze gegen Bern, Bättwilerberg (553 m) und Landskronberg (546 m) im NO., diese beiden von einander getrennt durch die tiefe Klus von Flühen. Das in einer mittleren Höhe von 500 m gelegene Plateau von Mariastein wird von SW.-NO. durch einen tiefen, felsigen Einschnitt, der auf die Klus von Flühen ausmündet, in zwei Teile zerschnitten. Einige km n. davon fliesst der Birsig im Sundgau, einem breiten und fruchtbaren Thale, das zum grössern Teil auf deutschem Boden liegt und nur mit der Gemeinde Rodersdorf der Schweiz angehört.
Das Leimenthal ist sehr fruchtbar, viele Obstbäume und etwas Weinbau. Malerische Gegend mit den grossartigen Burgruinen Landskron, Sternenberg und Rotberg. Kloster Mariastein mit in den Fels eingehauener Kapelle, nach Einsiedeln besuchtester Wallfahrtsort der Schweiz. Verkehrswege: Birsigthalbahn Basel-Flühen und die Strassen Laufen-Metzerlen-Mariastein und Metzerlen-Burg-Kleinlützel. Die dritte Landschaft der Amtei, die Exklave Kleinlützel, grenzt im W., S. und O. an den Kanton Bern und im N. an das Ober Elsass.
Sie wird von W.-O. von der bei Laufen von links in die Birs mündenden Lützel durchschnitten, die hier von S. her die unbedeutenden Bäche des Suhrthalgrabens und Mettgrabens aufnimmt. S. der Lützel erheben sich Schattenberg (729 m) und Ruschberg (754 m), n. der Lützel der Blauenstein (610 m) mit einer Turmruine, die Rote Fluh (783 m) und das Signal (835 m). Die Landschaft nur mässig fruchtbar, viele Waldungen und schöne Sennberge mit zahlreichen Meierhöfen. Die industrielle Tätigkeit (Seidenweberei, Tabakpfeifenfabrikation) beschränkt sich auf das Dorf Kleinlützel. Einzige Fahrstrasse die längs der Lützel hinführende Strasse Grosslützel-Laufen.
Die Amtei erfreut sich eines milden Klimas. Schneefall unbedeutend, mit Ausnahme der Gebiete von Hochwald und Gempen, wo auch starke Herbstnebel auftreten. Im Leimenthal und längs der untern Birs nähert sich der Pflanzenwuchs den Verhältnissen um Basel. Die Obstbäume, z. B. Nuss- und Kirschbäume, liefern reichen Ertrag, während die Weinernte nur von mittlerer Güte ist. Büren unterhält einen lebhaften Handel mit Kirschen. Hauptbeschäftigung der Bewohner sind Acker- und Obstbau, Hornviehzucht und Holzhandel. In fast allen Dörfern wird Seide gewoben. Die Steinbrüche von Bärschwil liefern Zement und Gips.
Die Bodenfläche verteilt sich auf
|ha|
|Aecker und Gärten||4805|
|Baumgärten und Wiesen||4736|
|Weiden||1037|
|Wald||6454|
|Reben||78|
|Unproduktiver Boden||483|
|Zusammen||17593|
Die Viehstatistik ergibt folgende Zahlen:
|1886||1896||1901|
|Hornvieh||6385||6953||6742|
|Pferde||546||557||635|
|Schweine||2194||2673||2581|
|Ziegen||2204||2094||1718|
|Schafe||1340||559||436|
|Bienenstöcke||1111||1825||1860|