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Historische Reise des Autogenen Trainings
Im letzten Artikel habe ich dir das Autogene Training in kompakter Form vorgestellt. Nun machen wir zusammen eine kleine Zeitreise und beschäftigen uns heute mit der Entstehung dieses Entspannungsverfahrens.
Die Hauptrolle in der Entwicklung vom Autogenen Training nimmt der Professor Johann Heinrich Schultz ein.Schultz wurde am 20. Juni 1884 in Deutschland geboren und bildete sich in der Psychiatrie und Neurologie aus. Er lies sich dann als Nervenarzt in Berlin nieder. Seine Erkenntnisse und Entwicklungen des Auogenen Trainings veröffentlichte er in seinem wichtigsten Werk “ Das Autogene Training – konzetrative Selbstentspanung“ erstmals im Jahre 1932. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Autogene Training auch als eigenständiges Entspannungsverfahren anerkannt. Heute liegt der Klassiker bereits in der 19. Auflage vor.
Eine weitere interessante Rolle nimmt Oskar Vogt ein. Er war ein deutscher Hirnforscher und hatte in seinen Untersuchungen beschrieben, dass es möglich sei, bei motivierten und ausgebildeten Personen den Vorgang der Einleitung eines hypnotischen Zustandes allein in die Hände des Klienten zu legen. Somit wurde das Praktizieren von Selbsthypnose ein Thema. Vogt kam darauf, weil die Probanden im Zustand einer Hypnose vermehrt von Schwere- und Wärmeempfinden in den Gliedmassen berichteten. Weiteres erzählten sie auch von einem ruhigeren Atem und Herzschlag. Während bei anderen Wissenschaftlern diese Erkenntnisse in den Hintergrund geraten sind, lenkte Schultz seine Aufmerksamkeit immer stärker darauf. Er wollte erreichen, die Hypnose so zu verändern, dass sie nicht nur von einer Fremdsuggestion durch einen Hypnotiseur basiert, sondern hin zu einem aktiv-autohypnotischen Verfahren gelenkt wird. Dadurch konnte die Anwendung in die Hände des Klienten selbst gelegt werden. Die Anfänge dieser Entwicklung waren zwischen 1905 bis 1908 zu beobachten. Der Begriff „Autogenes Training“ war damals noch nicht als solchen bekannt. Schultz benutzte die Bezeichnung „Autogene Organübungen“. Einige Zeit später kreierte er die Bezeichnung „Rationalisiertes autosuggestives Training“, erst ab dem Jahr 1928 setzte sich der Begriff „Autogenes Training“ durch.
Es gab eine rasante Verbreitung in den 60er und 70er Jahre, in denen auch verschiedene Abänderungen der ursprünglich angewendeten Technik vorgenommen wurden. Die Methode fand Anerkennung in den Volksschulen und Krankenkassen und eine weit verbreitete Akzeptanz bei der Bevölkerung. Kurz darauf wurde das Autogene Training von den Krankenkassen als Verfahren der Psychotherapie anerkannt und immer mehr von den Ärzten angewendet. Mittlerweile geniesst diese Entspannungsmassnahme einen hervorragenden Ruf und wird sowohl bei Ärzten als auch in Rehabilitationen, Gesundheitsinstitutionen, privaten Praxen und Schulen gerne angeboten. Auch im Time Out kann dieses Angebot in Anspruch genommen werden ,-)
Gönn dir ein Time Out, deiner Gesundheit zuliebe.
Larissa