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Der Cup hat sein (traditionelles) Gesicht verloren
Staatsstreichartig und praktisch über Nacht haben Oracle und eine knappe Mehrheit der Challenger das Protokoll zum 35. America’s Cup abgeändert und den ursprünglich vorgesehenen 62-Fuss-Cup-Katamaran durch den wesentlich kleineren AC48 ersetzt. Auf der Strecke blieben die Cup-Veteranen Luna Rossa und Team New Zealand.
Patrizio Bertelli dürfte die Zornesröte im Gesicht gestanden haben. Der Prada-Boss und Eigner des vierfachen Cup-Challengers Luna Rossa empörte sich über die Machenschaften des Cup-Verteidigers Oracle und der drei Challenger Ben Ainslie Racing Team (BAR), Artemis Schweden und Team France. Im so genannten Competitor Forum hatten diese drei Herausforderer gegen die Stimmen der Italiener und der Neuseeländer die Initiative der Amerikaner, das geltende Cup-Protokoll massiv abzuändern und die Einführung eines 48 Fuss langen, foilenden Katamarans zu beschliessen, gutgeheissen. Damit wurde der geplante, ebenfalls foilende AC62 versenkt. Bertellis Forfait dürfte auch damit zusammen- hängen, dass der kleinere Kat aus Kostengründen gewisse One-Design-Elemente enthält. Das stehe im absoluten Kontrast zur Jahrhunderte alten Tradition des America’s Cup, monierte das italienische Syndikat. Der America’s Cup war bisher tatsächlich vor allem auch ein Design- und Technologie-Wettbewerb.