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Wenn der Schnee zum Saisonbeginn fehlt, sind viele Wintersportorte abhängig von Schneekanonen, um ihre Gäste bei Laune zu halten. Aber Umweltschützer befürchten, dass Schneekanonen der empfindlichen alpinen Landschaft schaden.Dieser Inhalt wurde am 26. Dezember 2000 - 15:10 publiziert
"Skifahren ist eine Industrie und der künstliche Schnee erlaubt uns, unseren Vertrag mit den Gästen zu erfüllen, die im Winter ins Wallis kommen, um skizufahren", sagt Christian Werlen, Leiter des kantonalen Amtes für Wald und Landschaft.
"Der Gast erwartet eine 100prozentige Schneesicherheit." Nando von Allmen, Presseverantwortlicher für die Tourismusorganisation Saas Fee ist überzeugt: "Wenn die Schneesicherheit nicht gewährleistet ist, fährt der Gast ganz einfach woanders hin"..
Guy Borgeat, Leiter von Pro Natura im Wallis: "Das Problem ist nicht der fehlende Schnee, sondern die Tatsache, dass es zu viele Skifahrer gibt".
Zum Teil illegale Schneekanonen
Tatsache ist, dass viele der Schneekanonen im Wallis illegal installiert wurden. Borgeat schätzt, dass 90 Prozent der Schneekanonen im Kanton ohne Bewilligung erstellt worden sind.
Er möchte, dass das Wallis sich ein Beispiel am Kanton Waadt nimmt, der ein Moratotorium aufgestellt hat für das Installieren von Schneekanonen.
"Im Kanton Waadt schützen sie die Umwelt", sagt er. Im Wallis lassen sie die Leute tun was sie wollen, ohne jede Bewilligung."
Filz oder Kontrolle?
"Was im Wallis in den letzten 10 Jahren passiert ist, ist ein Skandal. Es gibt eine stillschweigende Duldung zwischen den politischen Autoritäten und den Verantwortlichen der Skigebiete. Trotz den legalen Bemühungen der Umweltgruppen und den Berichten in der Presse, haben sie einfach gebaut, was sie wollten", sagt er gegenüber swissinfo.
Der Kanton kontert, dass er strikte Kriterien habe, was das Installieren von Schneekanonen angehe. Die Maschinen können nur dort erstellt werden, wo bereits Skigefahren wird, sie dürfen keinen Lärm produzieren und auch den Wasserhaushalt nicht beeinträchtigen oder schlechten Einfluss haben auf die Flora und Fauna.
"Die zuständige Kommission des Kantons hat allen Unternehmungen geschrieben. Sie müssen dokumentieren, dass ihre Aktivitäten mit der Gesetzgebung übereinstimmen", sagt Werlen.
Er widerspricht den Behauptungen der Umweltschützer, dass die kantonalen Autoritäten dem schnellen finanziellem Gewinn den Vorzug geben würden und dass sie sich nicht um den die alpine Umwelt kümmern würden.
"In jedem Fall prüft der Kanton die Auswirkungen auf die Umwelt sorgfältig", sagt Amtsleiter Werlen. "Die Natur ist ein wichtiges Element des Bergtourismus. Die Skipisten mit künstlichem Schnee entsprechen nur einem winzigen Teil der alpinen Region."
Umweltverbände einbezogen
In Saas Fee wird die Talabfahrt seit zwei Jahren mit Schneekanonen sichergestellt. Erstellt worden seien sie, sagt von Allmen, in Absprache mit diversen Umweltverbänden, darunter auch Pro Natura. Sollte man den Gast nicht daran gewöhnen, dass Schnee zur Weihnachtszeit immer weniger eine Selbstverständlichkeit ist? Gedanken habe man sich gemacht, doch mit den Schneekanonen sei man jetzt eingerichtet.
"Das Fehlen des Schnees ist nur eine Ausrede", sagt Borgeat. Sie wollen die Skisaison verlängern. Aber Skifahren im April ist wie Erdbeeren essen an Weihnachten".
Roy Probert, Kathrin Boss Brawand
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