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Unabhängigkeit älterer Menschen durch osteoporosebedingte Knochenbrüche gefährdet
Genf (ots) - Unsichtbar und gefährlich. Osteoporose, eine Krankheit, durch die Knochen schwach und zerbrechlich werden, wird häufig erst dann entdeckt, wenn es zu Knochenbrüchen kommt.
Die erste "Fragilitätsfraktur" bei älteren Menschen ist häufig ein gebrochenes Handgelenk oder es sind unentdeckte Frakturen der Wirbelsäule, die plötzlich Rückenschmerzen verursachen. Leider ist der erste Bruch oft nicht der letzte - wenn die Krankheit nicht behandelt wird, kann es zu immer weiteren Brüchen kommen, die den Körper schwächen.
Heute, am Weltosteoporosetag, möchten die International Osteoporosis Foundation (IOF; Internationale Osteoporosestiftung) und ihre weltweit 240 Mitgliedsgesellschaften getreu dem Motto "Love Your bones - Protect your future" (Liebe deine Knochen - Schütze deine Zukunft) darauf aufmerksam machen, wie wichtig frühzeitige Vorbeugung als Schlüssel zu gesunder Beweglichkeit im Alter ist.
Osteoporosebedingte Knochenbrüche sind eine große Belastung für die Gesundheit und können für ältere Menschen weltweit zu Behinderungen, vorzeitigem Tod und einem Verlust der Unabhängigkeit führen. Insgesamt erleiden von den über-50-Jährigen eine von drei Frauen und einer von fünf Männern eine Fragilitätsfraktur.
Professor Cyrus Cooper, IOF-Präsident, erklärt: "Osteoporose ist eine Krankheit, die viel zu sehr vernachlässigt wird. Obwohl Diagnosemöglichkeiten weit verfügbar sind und es wirksame Medikamente gibt, erhalten nur sehr wenige Menschen mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche tatsächlich eine Diagnose und werden behandelt. 80 % der älteren Menschen, die eine erste Fragilitätsfraktur erleiden - und bei denen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass weitere Knochen brechen - erhalten keine präventive Behandlung, dank der sie vor weiteren Brüchen, für die sie sehr anfällig sind, geschützt sind."
Besonders Hüftbrüche können lebensgefährlich sein: Ungefähr 20-24 % der Patienten mit Hüftbrüchen sterben innerhalb eines Jahres nach der Fraktur, 33 % werden hilfsbedürftig oder kommen in ein Pflegeheim. Da die Bevölkerung immer älter wird, steigt auch die Zahl der Hüftbrüche exponentiell an. Im Jahr 2050 wird sich die Zahl solche Brüche im Vergleich zum Jahr 1990 voraussichtlich um 310 % für Männer und um 240 % für Frauen gesteigert haben.
Damit diese Bedrohung für die öffentliche Gesundheit besser verstanden wird, hat die IOF heute neues Material veröffentlicht, "The IOF Compendium of Osteoporosis" (http://worldosteoporosisday.org/resources). Dieses umfassende Kompendium enthält genaue Informationen über die Krankheit, ihre Vorbeugung und ihre weltweite Verbreitung. Außerdem werden Schlüsselstrategien für die Bekämpfung von Osteoporose auf nationaler Ebene vorgestellt, eine Blaupause für acht vorrangige Maßnahmen.
Eine dieser Maßnahmen ist die Einrichtung von "Fracture Liaison Services" (FLS, Schnittstellen für Knochenbrüche) in allen Krankenhäusern, die Patienten mit Frakturen behandeln. Solche Schnittstellen haben sich als kostengünstige Möglichkeit herausgestellt, weitere Knochenbrüche bei diesen Hochrisikopatienten zu verhindern.
Die IOF ruft außerdem alle, die sich um die Patientenrechte von Osteoporosepatienten sorgen, dazu auf, online die IOF Global Patient Charter (https://www.iofbonehealth.org/iof-global-patient-charter) zu unterschreiben. Durch die Charta soll der Druck auf Regierungen und Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt erhöht werden, Knochengesundheit zu einer Priorität zu machen.
Der IOF-Präsident fügt hinzu: "Vorbeugung ist der Schlüssel. In jedem Alter ist eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung die Grundlage für gesunde Knochen. Ich fordere auch alle älteren Erwachsenen eindringlich dazu auf, auf mögliche persönliche Risikofaktoren für Osteoporose zu achten. Dazu kann unter anderem zählen: Ein Knochenbruch nach dem Alter von 50, eine familiäre Vorgeschichte mit Osteoporose oder Hüftbrüchen, Größenverlust, Rauchen, Untergewicht, bestimmte Krankheiten wie Rheumatoide Arthritis oder die Einnahme von Medikamenten, die mit Knochenverlust in Verbindung gebracht werden (z. B. Glucocorticoide). Falls diese Risikofaktoren bei Ihnen auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber und bitten Sie um einen Test auf Osteoporose."
Um herauszufinden, ob Sie gefährdet sind, führen Sie den IOF One-Minute Osteoporosis Risk Test (https://www.iofbonehealth.org/iof-one-minute-osteoporosis-risk-test) durch.
Der Weltosteoporosetag, der jährlich am 20. Oktober stattfindet, wird von einer mehrjährigen Kampagne unterstützt. Auf http://www.worldosteoporosisday.org/ #LoveYourBones #WorldOsteoporosisDay finden Sie Informationen über Veranstaltungen und Material zum Thema.
Offizielle Partner des Weltosteoporosetags: Amgen, Lilly, Sunsweet, UCB IOF ist die weltweit führende Nichtregierungsorganisation mit dem Ziel der Prävention, Diagnose und Behandlung von Osteoporose und damit verbundenen muskuloskelettalen Erkrankungen: www.iofbonehealth.org
Kontakt:
Laura Misteli, IOF, <email-pii>