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Der Presserat heisst zwei Beschwerden von Fairmedia gegen «20 Minuten» und «Blick» gut. In den Beschwerden ging es um die Berichterstattung zu einem Tötungsdelikt in Buchs (SG). Dabei wurde eine junge Mutter mutmasslich durch ihren Partner ermordet. «Blick» und «20 Minuten» veröffentlichten Bilder vom Gebäude des Wohnhauses, worin Opfer und mutmasslicher Täter wohnten.
Besonders irritierend aus Sicht von Fairmedia waren Fotos vom Eingangsbereich des Hauses sowie der Terrasse, wo persönliche Gegenstände zu sehen waren. Anhand der Berichterstattung konnte das Paar problemlos identifiziert werden.
Das sah auch der Presserat so. In seiner Stellungnahme vom Juli 2021 rügte er die beiden Boulevardtitel dafür, in identifizierender Weise über die Betroffenen zu berichten und ihre Privatsphäre verletzt zu haben. Er hielt fest: Auch ein Balkon zählt zum Privatbereich einer Person.
Die Beschwerden wurden von Fairmedia im März 2021 zusammen mit rund 370 Unterstützer:innen beim Presserat eingereicht. Die Zahl der Unterstützer:innen sollte zeigen, dass der Verein mit diesem Anliegen nicht alleine da stand.
Fairmedia freut sich über den Entscheid des Presserats und hofft, dass die entsprechenden Medienhäuser in Zukunft anders abwägen, Bilder aus der Privatsphäre von Betroffenen zu publizieren.
(Publiziert 26.7.2021, Jeremias Schulthess)