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Eine Vorschädigung, beispielsweise durch neurodegenerative und vaskuläre Veränderungen des Gehirns, die im höheren Lebensalter häufiger als bei jungen Menschen auftreten, begünstigt das Auftreten eines Delirs, das dann beispielsweise nach einer Narkose bei einer Operation oder im Rahmen einer Infektion oder eines Flüssigkeitsdefizits auftreten kann. In der Ursachenanalyse unterschiedet man die prädisponierenden von den auslösenden Faktoren.
Neben jenem Delir, das häufig im höheren Lebensalter auftritt (altersassoziiertes Delir) gibt es verschiedene weitere Sonderformen des Delirs. Dazu gehört das sogenannte Alkoholentzugsdelir, das in Zusammenhang mit einer Alkoholabhängigkeit beim plötzlichen Absetzen des Alkoholkonsums auftreten kann.
Beim Delir handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der mit einer erhöhten Mortalität (Sterblichkeit) verbunden ist und zu länger andauernden oder permanenten Einschränkungen kognitiver Fähigkeiten (geistige Leistungsfähigkeit) führen kann. Besonders in Akutkrankenhäusern kann eine Delir-Erkrankung das Fachpersonal vor grosse Herausforderungen in der Versorgung sowie der Überwachung der betroffenen Person stellen. Eine möglichst frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessert die Prognose.
Im Folgenden werden die Symptome und die Diagnostik eines Delirs dargestellt:
Symptome
Das Delir wird als unspezifischer, hirnorganischer Symptomkomplex beschrieben. Gemäss dem Klassifikationssystem ICD-10 ist ein zentrales Kriterium des Delirs eine Bewusstseinsstörung. Die Umgebung wird von betroffenen Personen mit weniger Klarheit wahrgenommen. Das ICD-10 beschreibt folgende weitere Symptome, die bei einer Delir-Erkrankung auftauchen, zu starken Beeinträchtigungen für die betroffene Person führen können und häufig mit ausgeprägten Belastungen für ihr Umfeld verbunden sind:
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Aufmerksamkeitsstörung: Die betroffene Person kann nur schwer ihre Aufmerksamkeit fokussieren und aufrechterhalten.
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Kognitive Störung: Die kognitiven Störungen im Zusammenhang mit Delir umfassen Kurzzeitgedächtnisstörungen, eine zeitliche Desorientierung, Sprachstörungen und Wahrnehmungsstörungen.
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Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus: In schweren Fällen leiden betroffene Personen an einer völligen Schlaflosigkeit. In der Nacht können sich die Symptome weiterhin verschlechtern. Zusätzlich können Albträume nach dem Erwachen als Halluzinationen weiterhin bestehen bleiben.
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Affektive Störung: Das Delir kann begleitet werden von Angst, Depression, Reizbarkeit, Apathie, Ratlosigkeit oder Euphorie.
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Psychomotorische Störung: Aufgrund der unterschiedlichen psychomotorischen Erregung wird häufig zwischen den Subtypen hyperaktiv, hypoaktiv und gemischt unterschieden. Das hyperaktive Delir ist gekennzeichnet durch eine gesteigerte Motorik, Ruhelosigkeit, Umherwandern, Ungeduld oder Aggressivität. Gegenteilig dazu weist die hypoaktive Form des Delirs eine reduzierte Motorik und Verlangsamung auf. Treten hyperaktive und hypoaktive Symptome im Wechsel auf, wird von einer gemischten Form des Delirs gesprochen.
Das Delir beginnt in der Mehrzahl der Fälle akut innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen. Die Symptome fluktuieren während des Tagesverlaufs stark. Auch die Dauer der Delir-Erkrankung kann stark variieren. Je länger die Dauer des Delirs, desto höher ist das Risiko für kognitive Langzeitschäden.
Diagnose
Aufgrund des Risikos von Langzeitschäden und auch wegen des potenziell lebensbedrohlichen Charakters der Erkrankung sind eine unmittelbare Diagnostik und ein zeitnaher Behandlungsbeginn essenziell.
Für die Diagnostik des Delirs ist ein stufenweises diagnostisches Vorgehen sinnvoll. Zunächst wird ein gründliches Anamnesegespräch durchgeführt. Da eine betroffene Person nur schwer zugänglich sein kann, werden die Angaben von Angehörigen und gegebenenfalls bei medizinischem Fachpersonal eingeholt. In der Anamnese wird geklärt, ob eine Demenz oder andere neuropsychiatrische Erkrankungen in der Entwicklung des Delirs eine Rolle spielen. Ausserdem werden vorausgegangene Erkrankungen, weitere Symptome und eine Drogen-, Alkohol- und Medikamentenanamnese erfragt.
Anschliessend wird eine klinische Untersuchung durchgeführt. Diese beinhaltet eine exakte internistische, neurologische und psychiatrische Untersuchung.
Auf der Grundlage der erhobenen Angaben und der vorliegenden Befunde werden apparative und laborchemische Zusatzuntersuchungen durchgeführt, die beispielsweise eine Blutuntersuchung mit Erfassung der Elektrolyte, der Leber- und Nierenwerte und des Blutbildes sowie eine cerebrale Bildgebung (Computertomographie oder Kernspintomographie des Gehirns) umfassen können.