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Wie funktioniert Kinesiologie - der Einfluss der Emotionen auf den Muskeltonus.
Der Muskel entriegelt unter Stress. Das ist die Grundlage des Muskeltestens. Aber was bedeutet das?
Beim sogenannten Muskeltesten wurden der Agonist in seine maximale kontraktierende Stellung gebracht und dann wird langsam ein ansteigender Druck in Richtung Extension aufgebaut. Hält der Muskel wird das als Einrasten bezeichnet. Man misst in diesem Bezug nicht die Kraft, sondern den Tonus. Ein fortgeschrittener Anwender drückt nicht sondern berührt vielmehr den jeweiligen Teil des Körpers um zu schauen, wie der Muskel auf sanfte Berührungen reagiert. Dazu vermag es jedoch sehr vieler Übung. Diesen Vorgang wissenschaftlich zu erforschen ist schon aufgrund dessen Umstand schwierig, zu berücksichtigen, dass jeder Klient auch einen andern Tonus hat und sich darum jeder Muskel anders verhält. Der geübte Kinesiologe ist sehr schnell in der Lage, die Eigenheiten des Muskels zu verstehen.
Ein Muskel bleibt verriegelt bis ein bestimmter Faktor den freien Informationsfluss zwischen Muskel und Zentralem Nervensystem stört. Der Tonus wir weicher und sinkt in sich zusammen. Jedoch diese Muskelreaktion ist ein neurophysiologisches Ereignis, eine Emotion wiederum ist psychoemotional. Wie kann das nun zusammenhängen?
Letzten Endes handelt es sich um ein physisches Ereignis, welches den Muskel entriegelt. Folglich muss es einen neurologischen Funktionskreis geben, der die Verbindung herstellt.
Nachdem ich die neurologischen Funktionskreise der Spindelzellen und Golgi, Sehnenorgane und ihre Verbindungen zum Hirnstamm und zum Gehirn, gründlich studiert hatte konnte ich schliesslich eine Erklärung finden.
In keiner Literatur wird beschrieben, in welchen Gehirnareale der Gamma 1 Output an die Spindelzellen gesteuert wird. Setzt man aber die offensichtlichen und möglichen Verbindungen zwischen den oberen aus dem Gehirn absteigenden Motoneuronen und den Gamma 1 Motoneuronen zusammen, ergibt sich folgendes Szenario:
Die Gamma 1 Motoneuronen sind nicht direkt mit absteigenden motorischen Bahnen verbunden, sondern über Interneuronen, die von verschiedenen Quellen Inputs erhalten. Die wahrscheinlichsten Quellen sind die medialen (von den Pons kommenden) und die lateralen ( von der Medulla kommenden) retikulospiralen Bahnen.
Beide Bahnen enden im Rückenmark auf jeder Höhe im mittleren Teil der ventralen grauen Hörner, angrenzend an die Gamma 1 Motoneuronen, mit denen die Interneuronen verbunden sind. Zudem gibt es auch direkte Bahnen aus der Formatio Reticularis des Hirnstamms. Ich nehme an, dass diese multiple Verbindungen zu den unbewussten retikularen Kernen neurologischen Schnittstellen zwischen Muskelreaktionen und Emotionen bilden.
Die medialen und lateralen retikulospinalen Bahnen entstammen verschiedenen wichtigen retikularen Kernen, die direkte Inputs aus Arealen erhalten in denen die überlebenswichtigen Emotionen entstehen und ausgedrückt werden.
Das sind Amygdala, Hypothalamus, die periaquäduktale graue Substanz(PAG) wie auch limbische Zentren, zum Beispiel der voredere Gyrus cinguli. Das Schuld-Scham-Tadel Zentrum des Gehirns.
Die Amygdala scheint eines der wichtigsten unbewussten Emotionszentren zu sein. Sie ist für den Kampf oder Fluch Überlebensreaktion zuständig. Ausserdem entstehen auch primäre Emotionen wie Angst, Bestrafung, Flucht, Wut.
Es gibt direkte Fasern von der Amygdala zum Hypothalamus, der dann unsere Reaktion auf diese Emotionen erzeugen, trockener Mund, zusammen gekrampfter Magen und angespannter Kiefer.
In den emotionalen Überlebenszentren des Limbischen Systems und des Hirnstamms finden sich Fasern die direkt zu den retikularen Kernen im Pons und in der Medulla ziehen. Diese haben über Interneuronen direkte Verbindung zu den Gamma 1 Motoneuronen und beeinflussen so die Muskelreaktionen je nach Art des aktivierten Überlebensmechanismus. Die extrapyramidialen Bahnen steuern also den Grundtonus der Muskeln und setzen Belastungsreflexe frei der die Muskelfunktion kontolliert.