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Weitere Asylgesuche von Mitgliedern der früheren gambischen Regierung oder von Mitgliedern anderer Regierungen seien derzeit nicht hängig, hiess es in der am Montag veröffentlichten Antwort des Bundesrates auf Fragen der Zürcher SVP-Fraktionsmitglieder Natalie Rickli und Gregor Rutz.
Korrekte Zusammenarbeit
Der Bundesrat war im November 2016 über das Asylgesuch des früheren gambischen Ministers informiert worden, wie es in der Stellungnahme hiess. Ebenfalls informiert worden war die Landesregierung über den Vorwurf von Nichtregierungsorganisationen, dass der Mann schwere Menschenrechtsverbrechen begangen habe.
Der Bundesrat hielt zudem fest, dass der Informationsaustausch und die Zusammenarbeit unter den in den Fall Sonko involvierten Behörden korrekt verlaufen seien.
Asylsuchende können höchstens 90 Tage in einem Empfangs- und Verfahrenszentrum des Bundes bleiben. Weil das Asylverfahren für den früheren gambischen Minister in dieser Zeit aber nicht abgeschlossen werden konnte, wurde dieser dem Kanton Bern zugewiesen.
Die neue Regierung Gambias möchte Sonko vor ein gambisches Gericht stellen. Deshalb erhoffen sich Innen- und Aussenminister des westafrikanischen Landes von der Schweiz dessen Auslieferung. Dies sagte Aussenminister Ousainou Darboe im Februar in der Sendung "Rundschau" des Schweizer Fernsehens SRF.
Bundesanwaltschaft klärt ab
Sonko war Ende Januar im Durchgangszentrum in Lyss BE als Asylbewerber festgenommen worden. Seither befindet er sich in der Schweiz in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft klärt ab, ob ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt werden können.
Der Verdächtigte soll einer der starken Männer im Regime von Yahya Jammeh gewesen sein, der im vergangenen Dezember die Wahl gegen den amtierenden Präsidenten Adama Barrow verloren hatte. Abgetreten und ins Exil gegangen war Jammeh erst nach der Androhung einer Militärintervention der Nachbarstaaten.