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Angenommen, Sie kaufen für 20'000 Franken Anteile eines aktiv gemanagten Aktienfonds, der die Gewinne ausbezahlt. Die Rendite beträgt 4 Prozent im Jahr, was heisst, dass Sie nach vier Jahren 3200 Franken verdient haben.
Theoretisch, denn: Beim Kauf des Fond haben sie 3 Prozent des Kaufwerts als Ausgabegebühr bezahlt, also fallen 600 Franken weg. Auch laufende Fondskosten belasten die Rendite. Betragen sie 1 Prozent, so fallen in vier Jahren also weitere 800 Franken von der Rendite weg. Hätten Sie in einen Fonds investiert, der 2 Prozent jährliche Kosten aufweist, hätten Sie 1600 Franken an Gebühren bezahlt. Von der Rendite bleibt dann nicht mehr viel übrig.
Direkte und indirekte Kosten
Das vereinfachte Beispiel macht deutlich, dass die Kosten bei Fonds ein Thema ist, das Anleger beachten sollten. Zur Ausgabegebühr kommt je nach dem noch die Stempelsteuer von 0,15 Prozent des Kaufpreises und, falls die Bank diese erhebt, eine Depotgebühr für die Aufbewahrung von Wertschriften, die in etwa gleich hoch ist. Manche Fonds enthalten gar auch noch eine Rücknahmegebühr, wenn die Anteile wieder verkauft werden. Dies alles summiert sich zu den direkten Fondskosten.
Den Löwenanteil von Fondskosten fallen allerdings auf die so genannten indirekten Kosten. Eine Angabe zu den indirekten Kosten schafft die Kennzahl "Total Expense Ratio" (TER). Die TER berechnet sich, wenn man das Fondsvermögen ins Verhältnis zu den Kosten setzt. Diese sind: Verwaltungskosten und Vergütung der Depotbank, Vertriebskosten, Veröffentlichungs- und Prüfungskosten, Kosten für weitere Dienstleistungen wie die Revision oder Rechtskosten.
Im Detail heisst dies, dass der Fondsmanager seine "Zulieferer" und Dienstleister bezahlt und diverse Kosten begleicht, welche aus regulatorischen Gründen anfallen. Die Kosten für Zulieferer und Dienstleister werden auch als Managementgebühren bezeichnet. Laut der Branchenorganisation SFAMA (Swiss Funds and Asset Management Association) bestehen diese zu 10 Prozent aus Kosten für den Asset Manager, zu 30 Prozent für die Administration und zu 60 Prozent für den Vertrieb.
Ein Knackpunkt bilden dabei die Vertriebskosten. Diese fallen oft intern bei den Banken und Fondsgesellschaften an. Bei den Vertriebskosten und dem Umgang damit geht es teilweise um bankinterne Machtfragen. Wie die Gebühren zustande kommen, ist relativ intransparent. Ein Weg, wie Fonds billiger werden, ist eine genauere Aufschlüsselung der Vertriebskosten: So können Kunden wählen, für welche Beratung sie wie viel bezahlen wollen. Dieser Trend zu mehr Transparenz kommt aber erst langsam in Gang.
Aktiv gemanagte Fonds, die heute noch eine TER von über 1,5 Prozent ausweisen, müssen dies gut und im besten Falle mit einer ansehnlichen Rendite begründen. Allerdings gibt es aktiv gemanagte Fonds, die ihre internen Kosten gesenkt haben: Eine TER von 0,5 Prozent ist auch dort möglich.
TER weist nicht die «Gesamtquote» aus
Die TER entspricht einer regulatorischen Richtlinie der EU. Durch sie können die Kosten von einzelnen Produkten relativ genau verglichen werden. Bei Swiss Fund Data oder bei Morningstar können die TER in den Factsheets der Fonds nachgesehen werden.
Die TER umfasst allerdings in aller Regel immer noch nicht alle indirekten Kosten. Die deutsche Übersetzung "Gesamtkostenquote" für die TER ist daher nicht präzise. Die Kennzahl "Ongoing Charges", die beispielsweise Morningstar verwendet, ist der TER recht ähnlich und deckt auch nicht alle Kosten ab. Die Fondsindustrie könnte anstelle der TER eine "All-in-fee" als Angabe einführen, doch eine solche hat sich bisher nicht durchgesetzt.
Die TER umfasst in der Regel nicht die Transaktionskosten und Transaktionssteuern, die beim Kauf und beim Verkauf von Wertpapieren anfallen. Auch Performancegebühren sind in der TER nicht enthalten. Gewisse Fonds erheben diese, um die Fondsmanager für besonders gute Leistungen zu belohnen. Insofern bedeutet eine höhere Performancegebühr, dass auch die Rendite für den Anleger gestiegen ist. Kritisiert worden sind diese Gebühren aber auch schon deswegen, weil sie die Fondleitungen zu riskanteren Anlagemanövern verleiten können.
Auch bei ETF gibt es Kosten
Bei ETF oder Exchange Traded Funds fällt ein grosser Teil der Verwaltungsgebühren weg, weil diese Fonds, die Indices nachbilden, viel weniger Kosten für Fondsmanager oder Researchspezialisten aufwenden müssen. Der umstrittene Kostenblock Vertrieb fällt bei ETF weg. ETF sind passiv gemanagte Fonds, die starr von den Kursentwicklungen der darunterliegenden Indices abhängig sind und daher handelt es sich auch um anders ausgerichtete Anlageprodukte als die aktiv gemanagten Fonds.
Wer einen ETF kauft, bezahlt eine Courtage, die Stempelsteuer und die Differenz von Geld- und Briefkurs: Der so genannte Spread fällt an, wenn die Fonds Aktien kaufen. Es ist der Unterschied zwischen nachgefragtem und angebotenem Kurs, der als Teil des Aktienhandels zum Alltag gehört. Bei grosskapitalisierten, sehr liquiden Aktien ist der Spread in aller Regel klein (beispielsweise bei Aktien wie Nestlé, Roche oder Novartis). Bei weniger liquiden Investments wie Nebenwerten oder Schwellenland-Aktien kann der Spread hoch sein.
Es gibt noch einen Unterschied zu beachten: ETF sind börsennotierte Fonds, für die eine Gebühr für die Kotierung anfällt. Bei Indexfonds hingegen, die nicht kotiert sind, fällt diese Gebühr weg. Alles in allem sind ETF und Indexfonds deutlich billiger als aktiv gemanagte Fonds. Die TER liegt zum Teil weit unter 0,1 Prozent. Gewisse Anbieter legen gar Null-Gebühren-ETF auf – cash.ch hat kürzlich darüber berichtet, was es damit auf sich hat.