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Regelmäßiger Konsum von Marihuana in der Jugend kann die Gehirnfunktion und kognitiven Fähigkeiten dauerhaft schwächen sowie die Gefahr von schweren psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie steigern. Zu diesem Resultat kam eine Studie von Wissenschaftlern der University of Maryland School of Medicine, die im Fachjournal «Neuropsychopharmacology» publiziert wurde.
Die Adoleszenz sei die Lebensphase, in der Marihuanakonsum besonders kritisch sei, erklärte die leitende Autorin der Studie, Sylvina Mullins Raver.
Und Studienleiter Professor Asaf Keller weist auf Untersuchungen hin, die zeigten, dass Kinder, die mit dem Marihuana-Konsum vor dem 16. Lebensjahr beginnen, ein erhöhtes Risiko für dauerhafte kognitive Schäden haben sowie eine deutlich höhere Inzidenz für psychiatrische Störungen. Möglicherweise sei bei diesen Menschen bereits eine genetische Anfälligkeit vorhanden, komme dann noch Marihuana in der Jugend dazu, könne das zum Auslöser werden.
Für ihre Untersuchung setzten die Forscher junge Mäuse über den Zeitraum von 20 Tagen sehr niedrigen Dosen Marihuana aus. Danach wurden die Mäuse zurück zu ihren Geschwistern gebracht und konnten sich normal weiterentwickeln. Bei den erwachsenen Mäusen, die als Jungmäuse Marihuana bekommen hatten, fanden die Forscher eine stark veränderte Aktivität der Neuronen im Gehirn. Auch die kognitiven Fähigkeiten der Mäuse waren eingeschränkt. Auffällig fanden die Wissenschaftler vor allem, dass die Mäuse, obwohl sie nur sehr kurz und in sehr geringen Dosen Marihuana ausgesetzt waren, ihre Anomalien im Gehirn bis ins Erwachsenenalter behielten.
Bei der Wiederholung der Studie mit erwachsenen Mäusen, die nie zuvor Marihuana bekommen hatten, blieben die Neuronenaktivität und die kognitiven Leistungen normal. Das weist nach Ansicht der Wissenschaftler darauf hin, dass Marihuanakonsum nur während der Reifezeit die Gehirnfunktion derart beeinträchtigt.
Quelle:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=47449&Nachricht_Title=Nachrichten_Marihuana+in+der+Jugend%3A+Bleibende+Sch%E4den&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Dass regelmässiger Marihuana-Konsum im Jugendalter problematisch ist, zeichnet sich schon seit einigen Jahren in der Forschung ab.
Diese Studie der University of Maryland liefert also einen weiteren Hinweis in diese Richtung, auch wenn Resultate aus Mäuseexperimenten nicht so einfach 1 : 1 auf die Situation beim Menschen übertragen werden können.
Die Herausforderung im Umgang mit Marihuana liegt meines Erachtens darin, einerseits die Risiken im Auge zu behalten und andererseits aber auch die Chancen zu Nutzen, welche die Pflanze in der Medizin bietet. Zum Beispiel in der Behandlung von Spastik bei Multipler Sklerose oder von Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Krebserkrankungen bzw. Krebstherapien.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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