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Im Hochmittelalter (950 bis 1250 n.Chr.) wurden die Herrschaftsrechte von den Freiherren von Regensberg ausgeübt, die ihren Sitz auf der Burg Wulp, im Tobel, hatten. Ein geschichtlich bedeutender Abschnitt begann im 14. Jahrhundert, also im Spätmittelalter, als der Ritterorden der Johanniter ihren Verwaltungsbezirk, die Komturei Küsnacht, mit dem Ordenshaus bei der St. Georgskirche errichteten. Der letzte Komtur, Konrad Schmid, fiel als Weggefährte des Reformators Ulrich Zwingli 1531 in der Schlacht bei Kappel. Das «Amt Küsnacht» wurde fortan, bis zur französischen Revolution 1798, von der Stadt Zürich verwaltet.
Die liberalen Strömungen des 19. Jahrhunderts gaben Anlass zu einer Streitschrift, genannt «Küsnachter Memorial», die eine neue Kantonsverfassung mit gleichen Rechten für Stadt und Land forderte. Die liberale Gesinnung der Seegemeinden war mit ein Grund, warum 1832 das erste Lehrerseminar unter Thomas Scherr im Seehof (heute C.G. Jung-Institut) in Küsnacht eröffnet wurde und gegenwärtig als Kantonsschule Küsnacht noch immer mit der Gemeinde verwurzelt ist.
Die Geschichte der Gemeinde wurde jedoch nicht nur durch politische Ereignisse geprägt, sondern auch durch die Macht der Natur und die moderne Zivilisation. 1778 und 1878 wurde das Weinbauerndorf durch verheerende Überschwemmungen des Dorfbaches heimgesucht. Dabei waren auch mehrere Dutzend Tote zu beklagen. Mit dem Bau der Seestrasse und der rechtsufrigen Eisenbahnlinie im 19. Jahrhundert begann eine unaufhaltsame Entwicklung: Aus Küsnacht, der einst grössten Rebbaugemeinde des Kantons Zürich, entstand die wohlhabende Vorortsgemeinde der Stadt Zürich, wie wir sie heute kennen.
quelle kuesnacht.ch