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| Athanasius (295-373) - Leben des heiligen Antonius (Vita Antonii)

50. Kapitel.
Antonius gewann den Ort wie durch göttliche Vorsehung lieb; denn er war es, den ihm der, welcher am Flußufer zu ihm gesprochen, gezeigt hatte. Anfangs nun nahm er von seinen Reisegefährten Brote an und blieb allein auf dem Berge, ohne daß ein anderer bei ihm war; denn er besaß jetzt den Platz, wie wenn er darin sein eigenes Haus gefunden hätte. Als die Sarazenen den Eifer des Antonius wahrnahmen, zogen sie absichtlich auf jenem Wege durch die Wüste und brachten ihm freudig Brote; eine kleine und einfache Erfrischung boten ihm damals auch die Dattelpalmen. Als dann die Brüder seinen Aufenthalt kennen gelernt hatten, da nahmen sie wie Kinder, die sich ihres Vaters erinnern, die Sorge auf sich, ihm Brot zu senden; wie aber Antonius sah, daß da einige wegen des Brotes geplagt wurden und sich Mühen auferlegten, da wollte er auch hierin die Mönche schonen, ging mit sich zu Rate [S. 738] und bat einige von seinen Besuchern, ihm eine zweizinkige Hacke, ein Beil und ein wenig Getreidekorn zu bringen. Als er dies alles erhalten, da durchforschte er die Umgebung des Berges, fand einen kleinen, geeigneten Platz und bestellte das Land; und da er es aus seiner Quelle reichlich begießen konnte, säte er aus. Nachdem er dies ein Jahr lang getrieben hatte, gewann er davon sein Brot; er freute sich, daß er keinem deswegen lästig falle und in allem anspruchslos bleibe. Als er dann wieder einige Besucher bei sich sah, baute er auch ein wenig Gemüse, damit sich die Gäste ein wenig nach der Mühsal des beschwerlichen Weges erfrischen könnten. Anfangs beschädigten die wilden Tiere der Wüste, die des Wassers wegen kamen, oft seine Saat und seinen Landbau. Er nahm freundlich eines von den Tieren gefangen und sagte zu allen: "Warum fügt ihr mir Schaden zu, der ich keinem von euch etwas zuleide tue? Gehet weg und im Namen des Herrn naht euch nicht mehr diesem Orte." Von dieser Zeit an kam keines mehr dahin, wie wenn sie sich vor dem Gebote fürchteten.