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«Kein Müll aus Fukushima!»
Takao Abe, der Bürgermeister der Stadt Kawasaki in der Präfektur Kanagawa bei Tokio, hatte nur Gutes im Sinn. Bei einem Besuch in den Präfekturen Fukushima und Miyagi versprach er den dortigen Behörden bei der Beseitigung der Trümmer, die der Tsunami verursacht hatte, mitzuhelfen. Eine selbstverständliche Sache, wie das Bürgermeisteramt verlauten liess.
Abes Stadt hatte mit dieser Form der Unterstützung nach dem Erdbeben von Niigata 2007 bereits gute Erfahrungen gemacht. Damals entsorgten die Kehrichtverbrennungsanlagen von Kawazaki kostenlos die Trümmerberge der vom Erdbeben heimgesuchten Stadt Kashiwazaki. Per Güterzug wurden die Müllberge nach Kawasaki transportiert. Auch beim Erdbeben von Kobe half die Stadt fleissig mit, den Schutt zu verbrennen.
Die Idee des Bürgermeisters stiess diese Mal jedoch unerwartet auf Widerstand. Per E-Mail und Telefon erhielt Takao Abe über 2000 Beschwerden. «Nehmen Sie auf keinen Fall den Müll aus Fukushima entgegen!», stand laut Sponichi in einem Brief. «Nehmen Sie bitte Ihr Versprechen zurück!». Die Bevölkerung in Kawasaki sorgt sich, dass die Trümmer aus der Präfektur Fukushima durch den Reaktorunfall womöglich radioaktiv verseucht sein könnten.
Abes Ärger
Die Stadtbehörde von Kawasaki versucht derweil die Gemüter zu beruhigen. «Es werden keine kontaminierten Trümmer nach Kawasaki transportiert», hiess es auf der Website. Dies sei ohnehin verboten. Es werde sich dabei um «ganz gewöhnlichen Müll» handeln. Darüber hinaus sei der vom Tsunami verursachte Schutthaufen derart gigantisch, dass sowieso eine national koordinierte Entsorgungsaktion notwendig sei.
Takao Abe kann den Aufruhr nicht verstehen, wie er im Gespräch mit der Mainichi Shimbun klarmacht: «Hier handelt es sich um ein unglaubliches Missverständnis, das mich nur noch ärgert.» Die Bevölkerung solle sich mit übertriebenen Reaktionen zurückhalten. Man werde aber auf jeden Fall auf allfällige Anfrage aus den Krisengebieten eintreten, hiess es auf TV Asahi.
30 Millionen Tonnen Schutt
Der Tsunami hat nach Berechnungen der Universität Kyoto fast 30 Millionen Tonnen Schutt verursacht. Die Präfektur Miyagi hat es mit 14 Millionen Tonnen am schwersten getroffen. Dies entspricht einer Müllmenge, die normalerweise während 16 Jahren zusammenkommt.
Hilfe bei der Entsorgung ist dringend notwendig. Denn Miyagi selbst könnte in einem Jahr nur rund 0,8 Millionen Tonnen selbst verbrennen. Das Umweltministerium hat bereits am 8. April die umliegenden Präfekturen darum gebeten, bei der Entsorgung mitzuhelfen.
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