Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03200.jsonl.gz/2480

Merkur
NASA/JPL
Merkur, der sonnennächste Planet, ist von der Erde aus nur schlecht zu beobachten. Der Grund ist seine geringe Grösse und seine Stellung nahe der Sonne. Beobachten kann man ihn nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang. Genauere Beobachtungen hat man erst seit der Mariner 10 (1974/75) und Messenger (2011/13) Mission.
Aber Achtung: Weil sich der Merkur, von der Erde aus gesehen, nie weit von der Sonne entfernt, unbedingt einen Beobachtungsstandort im Schatten wählen. So gerät man nicht in Gefahr mit dem Fernglas in die Sonne zu blicken.
Merkur dreht sich in etwa 59 Erdtagen um seine Achse. Für den Umlauf um die Sonne braucht er ganze 88 Erdtage. Da die Merkurachse lotrecht zur Bahnebene steht, ergeben sich merkwürdige Verhältnisse für die Jahreszeiten, welche sich nicht mit den Breiten-, sondern mit den Längengraden verändern. Während der langen Nacht sinken die Temperaturen auf der Dunkelseite auf -170 ° C. Wegen der Sonnennähe und der Tageslänge steigt die Temperatur auf der Sonnenseite auf 420 ° C an. Merkur ist damit der Planet mit den extremsten Temperaturdifferenzen in unserem Sonnensystem. Wegen der Temperaturverhältnisse und dem früheren Meteoritenbeschuss dürfte die Oberfläche derjenigen des Mondes entsprechen, d.h. das Material muss sehr leicht und porös sein (Dichte 1 - 1.5 g/cm3). Die mittlere Merkurdichte beträgt 5.42 g/cm3, das bedeutet, dass der Planetenkern nicht nur gross sein muss, sondern auch aus schweren Elementen besteht.
Gemäss den Daten von Mariner 10 hat Merkur die Form einer idealen Kugel. Wie auf dem Erdmond fehlen auf dem Merkur Anzeichen von Orogenen, Sedimenten sowie der Formenschatz von flüssigem Wasser. Die Einschlagskrater bilden die dominierende Landform. Die Grösse der Krater schwankt beträchtlich. So sind mindestens 29 Krater mit über 200 km Durchmesser bekannt. Das grösste Becken ist Caloris mit einem Durchmesser von 1'550 km. Die beiden Seiten des Planeten unterscheiden sich deutlich. Eine Seite enthält eine viel grössere Kraterdichte, während die andere Anzeichen für Lavaüberflutungen zeigt. Grosse Teile der Merkuroberfläche müssen nach heutigen Schätzungen mindestens 4 Milliarden Jahre alt sein.
Merkur besitzt nur eine äusserst dünne Atmosphäre, was auch für frühere Zeiten gelten dürfte, da die Gesteine kaum Verwitterungsspuren aufweisen.
Leben dürfte wegen der ungünstigen Temperaturbedingungen, dem Fehlen von Wasser und der dünnen Edelgasatmosphäre nicht möglich sein. Im Gegensatz zu anderen Planeten besitzt Merkur keinen Mond.
|Eigenschaften des Orbits|
|Grosse Halbachse||0.38709893 AE (57.909 Mio. km)|
|Perihel - Aphel||0.307 - 0.467 AE|
|Exzentrizität||0.20563069|
|Neigung der Bahnebene||7.00487°|
|Siderische Umlaufzeit||87.969 Tage|
|Synodische Umlaufzeit||115.88 Tage|
|Mittlere Orbitalgeschwindigkeit||47.36 km/s|
|Kleinster - grösster Erdabstand||0.517 - 1.483 AE|
|Physikalische Eigenschaften|
|Äquator-, Poldurchmesser||4'879.4 - 4'879.4 km|
|Masse||3.301 · 1023 kg|
|Mittlere Dichte||5.427 g/cm3|
|Fallbeschleunigung||3.70 m/s2|
|Fluchtgeschwindigkeit||4.3 km/s|
|Rotationsperiode||58 Tage 15 h 36 min|
|Neigung der Rotationsachse||0.01°|
|Geometrische Albedo||0.106|
|Max. scheinbare Helligkeit||-1.9m|
|Eigenschaften der Atmosphäre|
|Druck||10-15 bar|
|Temperatur Minimum||100 K (-173 °C)|
|Temperatur Mittel||440 K (+167 °C)|
|Temperatur Maximum||700 K (+427 °C)|
|Hauptbestandteile|
|Natrium||29 %|
|Wasserstoff||22 %|
|Helium||6 %|
|Kalium||0.5 %|
Nach oben