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André Glucksmann wurde 1937 als Sohn deutsch-jüdischer Emigranten in Boulogne-sur-Mer geboren. Er gehörte mit Bernard-Henri Lévy und Alain Finkielkraut zu den sogenannten «Neuen Philosophen» in Frankreich, die sich in aktuellen Debatten zu Worte melden.
Vom Kommunist zum Marxist
Glucksmann nahm an den Mai-Demonstrationen 1968 teil, war überzeugter Marxist und militanter Maoist, bevor er in seinen philosophischen Auseinandersetzungen zu einer grundlegenden Kritik des Totalitarismus ausholte. In deutsch sind von ihm unter anderem «Köchin und Menschenfresser, über die Beziehung zwischen Staat, Marxismus und Konzentrationslager» und «Philosophie der Abschreckung» erschienen.
Im Gegensatz zu anderen französischen Intellektuellen scheute Glucksmann sich nicht, sich in die aktuelle Politik einzumischen. So befürwortete er etwa die UN-Missionen in Afghanistan und Irak. «Ein wahrer kritischer Geist ist verschwunden», sagt der französische Wirtschaftsminister, Emmanuel Macron.