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"Massgebend für diesen Entscheid ist auch die unvorteilhafte Entwicklung der Rahmenbedingungen", wie die Betreiberfirma Centrale Thermique de Vouvry SA (CTV) am Freitag mitteilte. Wegen den tiefen Strompreisen auf dem europäischen Markt in Kombination mit den höheren Kosten für die Kompensation der CO2-Emissionen könne die Rentabilität des Kraftwerks nicht gewährleistet werden.
Zudem hätten Einsprachen gegen mehrere Baubewilligungen das Projekt verzögert. Bei einer ersten Phase der Umsetzung der Energiestrategie 2050 habe der Bund auf Gaskraftwerke setzen wollen, hielten die Eigentümer fest. "Dieses Vorhaben kann nun anscheinend nicht realisiert werden."
Die beiden Aktionäre der CTV SA, EOS Holding (95 Prozent) und Romande Energie (5%), verkaufen deshalb ihre Anteile an den Westschweizer Bauunternehmer Orllati. Die Orllati Gruppe führte bereits seit 2009 Abbau- und Sanierungsarbeiten aus und ist deshalb mit dem Standort vertraut.
Die Aufgabe des auf 600 Millionen Franken veranschlagten Gaskombikraftwerks Chavalon markiert das Ende für das am weitesten gediehene derartige Projekt in der Schweiz. Das Gaskombikraftwerk hätte in der Nähe der Gemeinde Vouvry VS entstehen sollen.
Am Standort, einer Anhöhe im Unterwallis, trohnen immer noch die Gebäude des früheren Wärmekraftwerks, das mit Schweröl aus der Raffinerie von Collombey-Muraz im Unterwallis betrieben worden war. Auch die Raffinerie wurde inzwischen von der Betreiberin Tamoil stillgelegt.
Die Betreiber von Chavalon hatten 2012 einen CO2-Kompensationsvertrag mit dem Bundesamt für Umwelt abgeschlossen. Das Kraftwerk mit einer Leistung von 400 Megawatt hätte jährlich zwei bis drei Terawattstunden elektrische Energie erzeugt und damit rund 500'000 Haushalte pro Jahr versorgt.
Chavalon ist nicht das einzige Projekt eines Gaskraftwerks, das aufgegeben wurde. Im April 2015 hatte die Groupe E das Baugesuch für ein Gaskombikraftwerk in Cornaux NE zurückgezogen. Auch sie begründete den Schritt mit ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen.
Das Berner Energieunternehmen BKW hatte bereits 2014 angekündigt, sich nicht am Gaskombikraftwerk in Cornaux NE beteiligen zu wollen. Die BKW hatte zudem auf den Bau eines Gaskraftwerks in Utzenstorf BE verzichtet.
Sämtliche Pläne für Gaskraftwerke in der Schweiz waren von den Umweltorganisationen massiv bekämpft worden. Sie kritisierten vor allem den CO2-Ausstoss.
(SDA)