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Luzzatti,
Luigi, ital. Staatsmann, geb. 1841 aus einer begüterten israelitischen Familie zu Venedig, [* 2] ¶
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studierte die Rechte und wurde 1867, nachdem er einige Zeit am Istituto tecnico zu Mailand
[* 4] gelehrt hatte, zum Professor der
Nationalökonomie und des Staatsrechts an der Universität Padua
[* 5] ernannt. Im gleichen Jahr vertrat er die italienische Regierung
als Kommissar bei der Pariser Ausstellung und wurde 1869 unter Minghetti als Generalsekretär in das Ministerium
des Handels und Ackerbaues berufen, dem er indes nur wenige Monate angehörte. Schon 1870 wurde er in die Deputiertenkammer gewählt,
doch ward seine Wahl für nichtig erklärt, da er noch nicht das gesetzliche Alter erreicht hatte, und erst 1871, nach einer
dritten Wahl, konnte
Luzzatti ins Parlament eintreten, dem er zuerst für Oderzo, später für Padua angehörte.
Hier schloß er sich der Rechten an, gewann besonders großen Einfluß in wirtschaftlichen und Finanzfragen und war mehrere
Male Vorsitzender der Budgetkommission. Diese Stellung bekleidete er wiederum im Januar 1891 und wirkte dabei zum Sturze Crispis
erheblich mit. Im Februar 1891 wurde er zum Schatzminister in dem neugebildeten Kabinett di Rudini-Nicotera
ernannt.
Luzzatti hat eine Reihe staatsrechtlicher Schriften veröffentlicht, unter anderm Abhandlungen über »Staat und Kirche in
Belgien«
[* 6] und über die »Embryologie und Entwickelung der Staatsverfassungen«.