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Wasser
Trinkwasser für eine ganze Stadt!
Stephan Freiburghaus
Chefredakteur «Leben & Gesundheit»
Für die meisten Europäer gehört es zur Selbstverständlichkeit,
dass das Wasser täglich aus dem Wasserhahn sprudelt. Ein Privileg, das nicht allen Menschen dieser Erde zuteilwird!
Laut UN-Weltwasserbericht 2019 hat fast jeder dritte Mensch (über 2 Milliarden) keinen Zugang zu einer sicheren Trinkwasserversorgung. Diese schwankt zwischen den Kontinenten sehr stark: Von nur 24 % in Subsahara-Afrika bis 94 % in Europa und Nordamerika. Laut UNO sterben pro Minute sieben Menschen wegen schlechter Wasserversorgung – 3,5 Millionen jedes Jahr. Die wenigsten von ihnen verdursten.
Nahe am Wasser
Siedlungen und daraus gewachsene Städte entstanden größtenteils nahe am Wasser. So bezog man bereits vor rund 4500 Jahren im alten Ägypten Nilwasser mittels handgegrabener Brunnen, die bis in die Tiefe des Grundwassers angelegt wurden. Reiche Ägypter hatten ihren eigenen Brunnen. Ärmere Bewohner gingen zu öffentlichen Anlagen. Zu Städten, die in kargeren und wasserarmen Regionen entstanden, musste das Wasser mit Kamelen, Eseln oder vom Menschen hingebracht werden.
Saugbrunnen
Die ersten «Saugbrunnen» wurden mittels eines spitzen Holzspeers erstellt. Dieser wurde an einem geeigneten Platz so tief wie möglich in den Grund gestoßen und das Loch mit Gras vollgestopft. Das Gras diente als Filter. Ein hohler Halm wurde nun in die Mitte eingeführt, der als Saugrohr für das Trink- und Brauchwasser diente. Heutzutage werden Bohrungen bis in die gewünschte Tiefe maschinell durchgeführt, und das Wasser wird mittels Tiefenbrunnenpumpe an die Oberfläche befördert.