Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03616.jsonl.gz/466

Der Vesuv ruht zwar, erloschen ist er aber nicht und bleibt damit auch heute gefährlich. Eine Karte aus dem 19. Jahrhundert zeigt eindrücklich, welche Fläche ein Ausbruch und die damit folgenden Lavaströme betreffen können. Eingesetzt wurde diese Karte vermutlich auch im Rahmen von Lehrveranstaltungen zweier Institute der ETH Zürich.
Die Karte [Monte Vesuvio] [186?] zeigt den Berg Vesuv sowie das nähere Umland. In verschiedenen Schattierungen wurden auf der Karte einzelne Lavaströme bis 1861 berücksichtigt. Nachträglich wurden zudem handschriftlich und in Farbe weitere Lavaströme einzelner Ausbrüche von 1671 bis 1867 in der Karte eingezeichnet und datiert.
Abb. 1: Ausschnitt aus der Karte mit bereits auf der Grundkarte vorhandenen Lavaströmen (bspw. „Lava del 1861“) und mit Farbe ergänzten Verläufen (bspw. „1631“ in oranger Farbe).
Das zugrunde liegende Kartenblatt war ursprünglich Teil eines Kartenwerkes (1:25‘000, Blatt 9 von mindestens 12), scheint aber hier nun für den Einsatz am Vesuv reproduziert und ergänzt worden zu sein.
Der Bestand der ETH-Bibliothek umfasst nämlich zwei Kartenblätter des Vesuvs, welche ursprünglich am Geologischen und mineralogisch-petrographischen Institut zu finden waren. Beide haben eine identische, leider nicht mehr lesbare Prägung am unteren linken Blattrand. Und beide Kartenblätter weisen die handschriftlichen Ergänzungen in Farbe und mit Datum des Ausbruchs auf, wurden aber von unterschiedlichen Personen vorgenommen (andere Farbgebung und Handschrift, aber dieselbe räumliche Abdeckung der ergänzten Lavaströme und Positionierung der Ausbruchsdaten). Das Exemplar aus dem Bestand des ehem. mineralogisch-petrographischen Instituts gehörte Prof. Ulrich Grubenmann (15.4.1850 – 16.3.1924), dem Begründer des Instituts. Es wäre somit denkbar, dass die Karten im Rahmen einer gemeinsamen Exkursion am Vesuv erstellt oder aber direkt beim Osservatorio Vesuviano erworben und dann an die beiden Institute herangetragen wurden. Der Hinweis auf die Lehrsammlung und die deutlichen Gebrauchsspuren an den Ecken der Karten zeigen jedenfalls den späteren, intensiven Einsatz an den beiden Instituten und das Interesse am brennenden Berg.
Wer sich noch weiter für das Thema Vulkane interessiert, dem sei an dieser Stelle auch die Sonntagsführung vom 21. Januar 2018 von focusTERRA empfohlen.