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3 Stunden Arbeit in der Schweiz, im Vergleich zu 36 Tagen in Burundi
(Dübendorf)(PPS) Ein heute von der internationalen Hilfsorganisation World Vision veröffentlichter Bericht zeigt, dass die Nahrungsmittelpreise für Menschen, die in ärmeren Ländern leben, immer noch weitaus höher sind als vor der COVID-19-Pandemie. Vor allem sind die Preise in jenen Ländern weiter gestiegen, die unter gewaltsamen Konflikten, Klimaextremen und Vertreibung leiden. Neun der zehn Länder mit den höchsten Preisen für Essen im Vergleich zum Durchschnittslohn liegen in Afrika, südlich der Sahara.
Die im September 2023 von World Vision durchgeführte Analyse der Lebensmittelpreise zeigt, dass ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Ecuador 1,5 Tage benötigt, um das Geld für einen Korb mit Grundnahrungsmitteln zu verdienen, 14 Tage im Sudan und 36 Tage in Burundi. Die gleichen Nahrungsmittel kosten in der Schweiz nur so viel wie der Lohn für drei Stunden Arbeit.
„35 Millionen Menschen leiden derzeit unter akutem Hunger“
Mary Njeri, Direktorin für die weltweite Hungerbekämpfung bei World Vision, erklärt: „Diese Daten unterstreichen die alarmierende Nahrungsmittelkrise, 35 Millionen Menschen leiden derzeit unter akutem Hunger. Die weltweiten wirtschaftlichen Turbulenzen durch COVID-19, der Krieg in der Ukraine, aber auch die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels und anderer Konflikte führen dazu, dass sich vor allem die schwächsten Bevölkerungsgruppen am wenigsten mit Grundnahrungsmitteln versorgen können. Eier, Milch oder Hühner sollten keinen Luxus darstellen. Sie gehören zu den wesentlichsten Nahrungsmitteln, um sich ausgewogen zu ernähren. Jeder sollte sich diese leisten können.“
Neben den globalen Entwicklungen führen lokale Konflikte zu weiteren Preissteigerungen. In Burkina Faso und im Sudan beispielsweise waren die Preise in den Konfliktgebieten bis zu zweimal höher als in Regionen, die weniger von Gewalt betroffen waren. Viele dieser Länder spüren die Auswirkungen des Klimawandels zudem am stärksten. Das verschärft wiederum die Spannungen im Land, da viele Familien darum kämpfen, genug zu essen zu haben oder einen sicheren Ort zum Leben und für die Landwirtschaft suchen.
Njeri: „Es zeigt sich deutlich: Was Familien weltweit brauchen, ist vor allem Frieden und den Schutz vor Gewalt. Konflikte verschärfen die Hungerkrise. Die internationale Gemeinschaft muss sich dafür einsetzen, dass kein Kind mehr hungert. Jährlich werden 39 bis 50 Milliarden US-Dollar benötigt, um den Hungertod von 3,7 Millionen Kindern unter fünf Jahren zu vermeiden. Doch tatsächlich floss seit 2015 nur ein Zehntel des benötigten Geldes. Kinder, die Hunger und Konflikten ausgesetzt sind, werden mit grösserer Wahrscheinlichkeit zu Kinderheirat oder Kinderarbeit gezwungen, weil sie tagtäglich verzweifelt nach einem sicheren Platz zum Schlafen und nach Nahrung suchen. Diese Kinder brauchen eine Perspektive für die Zukunft.“
Die Kerninfos des Berichts auf einen Blick:
- Neun der zehn Länder mit den höchsten Nahrungsmittelpreisen im Vergleich zum Durchschnittslohn befinden sich in Afrika südlich der Sahara. Die Menschen dort leiden unter gewaltsamen Konflikten, Klimaextremen und Vertreibung.
- Von den fünf Ländern, in denen die Nahrungsmittelpreise im längerfristigen Vergleich am höchsten sind, hat sich keines seit 2022 verbessert. In allen diesen Ländern müssen die Menschen mehr als eine ganze Woche arbeiten, um sich einen Korb mit Grundnahrungsmitteln leisten zu können.
- Ein Korb mit 10 gängigen Nahrungsmitteln kostet:
3 Stunden Arbeit in der Schweiz im Vergleich zu
- 36 Tagen in Burundi
- 25,5 Tagen in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR)
- 14 Tagen im Sudan
- 4,5 Tagen in Kambodscha
- 5,5 Tagen in Haiti
- 3 Tagen in Kenia
- 3,5 Tagen in Timor-Leste
- 1,5 Tagen in der Ukraine
- 1,5 Tagen in Ecuador
Die vollständige Studie finden Sie hier: https://www.worldvision.ch/de/ueber-uns/unsere-hilfsorganisation/publika...
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