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Der Name Botulinum entstand, als der Landarzt Justinus Kerner 1817 erstmals von „Wurst-Gift“ sprach, (lateinisch botulus=Wurst, toxin=Gift). Er entdeckte damals den Zusammenhang zwischen bestimmten Todesfällen durch Lähmung der Muskulatur und dem Verzehr von verdorbenen Nahrungsmitteln. Nach weiteren Jahren der Forschung wurde 1978 nach Genehmigung der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA Botulinum Typ A zum ersten Mal an Freiwilligen zur Behandlung des Schielens (Strabismus) getestet. Findige Forscher kamen 10 Jahre später auf die Idee, diese Substanz auch zur Faltenbehandlung einzusetzen.
Seither findet Botulinum Typ A sowohl in der Medizin (v.a. in der Neurologie) als auch der Kosmetikbranche breite Anwendung. Inzwischen (Stand 2005) ist es in mehr als 70 Ländern für insgesamt 20 Anwendungsgebiete zugelassen.
Heute wird Botulinum biotechnologisch gewonnen und ist hinsichtlich der Toxizität mit dem natürlich vorkommenden bakteriellen Toxin nicht vergleichbar. Um einen durchschnittlichen Menschen in Lebensgefahr zu bringen, müsste man die Wirkstoffmenge von mindestens 3.000 kompletten Packungen Botulinum direkt ins Blut injizieren.
Botulinum Typ A wirkt auf die Kontaktstelle von Nerven und Muskeln, die sog. neuromuskuläre Synapse. Dort vermindert oder unterbindet es die Ausschüttung des Botenstoffs Acetylcholin, der unter anderem für die Übertragung des Nervenimpulses zur Anspannung der Muskulatur zuständig ist. In der Folge entspannt sich der Muskel und damit auch die darüberliegende Haut, wodurch Falten geglättet werden oder gänzlich verschwinden.
Ebenfalls über die Hemmung des Botenstoffs Acetylcholin wirkt Botulinum auf die Funktion der Schweissdrüsen in der Haut. Sie produzieren dadurch keinen Schweiss mehr.
Botulinum eignet sich hervorragend für mimische Falten im Bereich des oberen Gesichtsdrittels:
Daneben gibt es noch weitere Einsatzmöglichkeiten im ästhetischen Bereich: So kann es z.B. erfolgreich bei der Behandlung übermässigen Schwitzen in den Achselhöhlen (Hyperhidrosis) eingesetzt werden. Weitere Einsatzgebiete liegen jedoch ausserhalb des von der Swissmedic genehmigten Gebrauches, so dass Informationen dazu an dieser Stelle nicht zulässig sind. Bei Interesse informiere ich Sie gerne persönlich darüber.
Am Anfang steht ein ausführliches ärztliches Beratungs-, Aufklärungs- und Planungsgespräch, in dem ich Ihre Wünsche kennenlerne und Sie hinsichtlich der möglichen Optionen berate.
Wenn Sie sich dann für eine Behandlung mit Botulinum entschieden haben, geht es folgendermassen weiter: Zunächst erfolgt die Desinfektion der entsprechenden Hautareale. Nun wird eine kleine Menge des Medikamentes mit einer sehr feinen Nadel injiziert. Hierbei können Sie einen leichten Einstichschmerz verspüren. Ein Spannungsgefühl kann während der Injektion auftreten, vielleicht spüren Sie auch ein leichtes Brennen.
Nach der Behandlung sind die Stiche kaum auffällig. Sie können die behandelnden Stellen gleich nach der Behandlung mit Ihrem gewohnten Make-up abdecken. Sie sind in der Ausübung Ihrer gewohnten Tätigkeiten nicht eingeschränkt.
Mögliche Nebenwirkungen treten innerhalb der ersten Woche nach der Injektion auf und sind vorübergehend. Nebenwirkungen können mit dem Wirkstoff, dem Injektionsverfahren oder mit beidem zusammenhängen.
Wie bei jeder Injektion können im Zusammenhang mit der Injektion lokale Schmerzen, Entzündungen, Missempfindungen, Druckempfindlichkeit, Schwellungen/Ödeme, Rötungen, Juckreiz, lokale Infektionen, Hämatome, Blutungen und/oder Blutergüsse auftreten.
In Verbindung mit Angst vor der Injektion kann es gelegentlich zu Kreislauf-Reaktionen kommen. Lokale Muskelschwäche stellt eine erwartete pharmakologische Wirkung von Botulinumtoxin dar.
Die Zeit bis zum Wirkungseintritt sowie die Wirkdauer können individuell variieren. So ist z.B. mit einer Verbesserung der vertikalen Falten zwischen den Augenbrauen (Glabellafalten) im Allgemeinen innerhalb von 2 bis 3 Tagen zu rechnen, wobei die maximale Wirkung an Tag 30 beobachtet wurde. Die Wirkung hält bis zu 4 Monate nach der Injektion an.
Weitere Informationen finden Sie in der Fachinformation der Swissmedic ("Botulinum" als Suchwort bei "Wirkstoffe" eingeben).
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