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Die Kultivierung der Seide begann in China. Das älteste Seidengewebe wird in die Zeit um 2750 v. Chr. datiert. Der Legende nach geht ihre Entdeckung auf Xiling, die Gattin des Kaisers Huang Di, zurück. Sie hat den Seidenspinner während seiner Entwicklung in ihrem Garten beobachtet und ist auf die Idee gekommen, aus dem feinen Faden des Kokons einen kaiserlichen Stoff weben zu lassen.
Die Seidenproduktion wurde zu einem wichtigen Wirtschaftszweig des alten Chinas und die wertvollen Stoffe fanden ihren Weg auf der Seidenstrasse in die westliche Welt.
Von den Mongolen wurde Seide im Verbund mit Leder und Eisenelementen sogar zu leichten Rüstungen verarbeitet, die von feindlichen Pfeilen nur schwer durchdrungen werden konnten.
Das Wissen um die Seide war lange ein streng und erfolgreich gehütetes Geheimnis des chinesischen Kaiserreiches. Erst im Mittelalter blühte die Seidenproduktion auch im Mittelmeerraum auf, nachdem es angeblich zwei Mönchen gelungen war, Eier des Seidenspinners und Samen des Maulbeerbaums in ihren ausgehölten Wanderstöcken nach Byzanz zu schmuggeln. Es entstanden Seidenmetropolen in Spanien, Italien und Frankreich. Sogar im Tessin wurde zeitweise Seide produziert.
Durch eine bis dahin unbekannte Krankheit wurden die europäischen Seidenraupen Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch praktisch vollständig dahingerafft.
Mit der Industrialisierung entwickelte sich die nachgelagerte Seidenindustrie schnell und gewann auch in der Schweiz an Bedeutung, beispielsweise in den Regionen von Zürich und Basel (Posamenten, Seidenbänder). Um 1900 war die Seidenindustrie einer der bedeutendsten Industriezweige der Schweiz. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt von der Verarbeitung hin zum Handel. Seither schrumpft die Textilindustrie in der Schweiz stetig.
Seit ein paar Jahren wird unter dem Namen Swiss Silk wieder Seide in kleinsten Mengen für den inländischen Markt produziert.
Heute stammt der Grossteil der hochwertigen Seidenproduktion wieder aus China. Weitere Seidenexportländer sind Japan und Brasilien. Aus Indien stammt die Tussahseide, eine Wildseide von weit weniger feiner Qualität.
Weiterführende Informationen zur Geschichte der Seide finden Sie hier.