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Praktikermethode – Berechnung und Relevanz
Folgende Fragestellungen werden nachfolgend beantwortet:
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Wie wird die Praktikermethode berechnet?
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Welche Varianten sind üblich?
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Stellt die Praktikermethode eine eigenständige Unternehmensbewertung dar?
1.Wie wird die Praktikermethode berechnet?
Voraussetzung zur Berechnung der Praktikermethode sind die Ergebnisse von Substanzwert- und Ertragswertmethode, wobei diesbezüglich etwaige Bandbreiten durch exakte Werte auszutauschen sind (z.B. Mittelwert). Danach erfolgt eine Gewichtung, welche in Abhängigkeit der Relevanz von Ertrags- bzw. Substanzwerten für das zu bewertende Unternehmen vorgenommen wird.
2. Welche Varianten sind üblich?
In der Schweizer Bewertungspraxis fliesst üblicherweise der Ertragswert mit einer 2/3 Gewichtung in die Praktikermethode ein. Somit wird der Substanzwert lediglich mit einer Gewichtung von 1/3 berücksichtigt. Obwohl diese Gewichtung für die Bewertung zahlreicher Unternehmen durchaus Sinn macht, sollte dieses Vorgehen nicht automatisch – d.h. ohne weitere Überlegungen – übernommen werden.
Bei der Anwendung einer solchen Praktikermethode ist es entscheidend, dass diese Gewichtung entsprechend auch kritisch hinterfragt wird. Bei vielen Dienstleistungsunternehmen mit hohen Ertragswerten (aber kaum vorhandener bilanzieller Substanz) wird in der Praxis häufig trotzdem die Praktikermethode angewandt. Dieser Kompromiss ist jedoch zu hinterfragen, denn eine irrelevante Grösse sollte am besten gar nicht in die Unternehmensbewertung einfliessen. Selbstverständlich ist diese Beurteilung stets im Einzelfall (des zu bewertenden Unternehmens) vorzunehmen.
Welches sind die üblichen Gewichtungen, die im Rahmen der Praktikermethode zur Anwendung kommen:
Schweizer-Methode
=
[
2 x Ertragswert + 1 x Substanzwert
3
]
Berliner-Methode
=
[
1 x Ertragswert + 1 x Substanzwert
2
]
Stuttgarter-Methode
=
[
1 x Ertragswert + 2 x Substanzwert
3
]
3. Stellt die Praktikermethode eine eigenständige Unternehmensbewertung dar?
Grundsätzlich sollte eine adäquate Unternehmensbewertung stets aus mehreren Bewertungsmethoden bestehen und verschiedene Ansätze berücksichtigen. Durch den binären Einsatz von Ertrags- und Substanzwerten vermag die Praktikermethode dieses Kriterium prinzipiell zu erfüllen, so dass die Praktikermethode als eigenständige Unternehmensbewertung angesehen werden kann. Jedoch wird dieses simplifizierte Vorgehen der Komplexität einer durchschnittlichen Unternehmensbewertung kaum gerecht. Es sind schlicht nicht alle wichtigen Komponenten enthalten, die für eine akkurate Wert-Einschätzung vonnöten sind. Ein gut assemblierter Methodenmix sollte vielfältiger und diversifizierter sein. Ferner fehlen der Praktikermethode Informationen bzw. Daten aus der Praxis (wie z.B. aktuelle Transaktions-Multiples von Schweizer KMU). Zusammenfassend kann man konkludieren, dass die Praktikermethode alleine keine sinnvolle Bewertung darstellt – jedoch in vielen Fällen ein wertvoller Bestandteil eines gut ausgewählten Methodenmix sein kann.