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Ausgangslage
Sie wollen ein digitalisiertes Buch im Internet zugänglich machen? Dies lässt sich mit dem MetsMaker relativ einfach und schnell erreichen. Dafür benötigen Sie:
- Bilddateien auf einem öffentlich zugänglichen Server
- ein Logo (108×50 Pixel)
- MS-Excel
Was kann man erwarten? Das Ergebnis ist eine strukturierte Ansicht auf die Bilder eines digitalisierten Buches. Man kann das Inhaltsverzeichnis für die Navigation nutzen. Daneben sind wenige Metadaten zum gesamten Stück zu sehen (Signatur, Titel usw.).
Hintergrund: METS
METS oder Metadata Encoding & Transmission Standard ist ein Datenformat, um Metadaten über digitale Objekte zu verwalten und zu strukturieren. Ein digitales Objekt kann dabei durchaus aus mehreren Dateien zusammengesetzt sein. Wie etwa ein digitalisiertes Buch, das aus mehreren Bilddateien besteht. Mit METS lässt sich die Struktur solcher Objekte kodieren.
METS ist als XML-Schema definiert und ist eigentlich ein Container für alle Arten von Metadaten. Diese können mit eigenen Schemata im METS-File untergebracht werden. Um beispielsweise die beschreibenden Metadaten zu einer Handschrift in ein METS-File zu integrieren, könnte man auf MODS, TEI oder EAD zurückgreifen. Zu den einzelnen Dateien lassen sich technische Metadaten (z.B. MIX) und Metadaten, die für die Langzeitarchivierung relevant sind (z.B. PREMIS), speichern. Deshalb ist METS auch ein beliebtes Format für die Langzeitarchivierung (so zum Beispiel das Matterhorn METS Profil von docuteam). Mit anderen Worten: METS ist sehr flexibel und bietet viele Möglichkeiten. Auf der anderen Seite kann das Format ziemlich komplex und unübersichtlich werden.
MetsMaker
Der MetsMaker ist ein kleines Tool, das wir zusammen mit der Burgerbibliothek Bern entwickelt haben, mit dem man unkompliziert digitalisierte Handschriften im Internet präsentieren kann. Der MetsMaker erstellt dabei aus einer Excel-Datei eine Mets-Datei. Anschliessend kann man einen freien Viewer nutzen, der METS versteht, z.B. den DFG-Viewer oder Multivio, ein in der Westschweiz verwendeter Viewer.
Beispiel
Als Beispiel dient eine Handschrift aus dem Klosterarchiv Einsiedeln. Sie liegt digitalisiert vor. Ausserdem benötigen wir ein Logo (bzw. einen Link zu einem Logo) und eine ausgefüllte Excel-Datei. Hierfür lädt man das Excel-Template von der MetsMaker Dokumentationsseite. Dieses Excel besteht aus zwei Tabellen: «metadata» und «files». Die Metadaten sind schnell eingegeben – sofern sie bereits vorhanden sind:
Die Details lassen sich der Dokumentation entnehmen.
Auch die Tabelle «files» ist schnell abgefüllt. In die erste Spalte kommen die Dateinamen, dann die Seitenbezeichnungen, Kapitelüberschriften und Abschnittsüberschriften.
Nun lädt man das Excel-File in den MetsMaker (nachdem man sich registriert/angemeldet hat). Der MetsMaker validiert zunächst das Excel und gibt Hinweise, falls Daten fehlen oder anderweitig Probleme zu erwarten sind. Ist das Excel validiert, wird das METS erstellt und anschliessend validiert. Dieses kann nun heruntergeladen werden. Ein Link auf den DFG-Viewer erlaubt eine visuelle Kontrolle.
Grenzen des MetsMakers
Wenn Sie anspruchsvollere Präsentationen erzeugen, vertieft erschliessen oder die Inhalte einer Handschrift gar edieren wollen, ist das hier geschilderte Vorgehen ausdrücklich nicht empfohlen:
- Für eine moderne Vermittlung von Bildern im Bereich der Forschung sei auf das International Image Interoperability Framework IIIF hingewiesen. Diese noch junge Technologie ist sehr vieversprechend und wird z.B. von e-codices bereits angeboten. Nachteil für kleinere Anbieter: Man benötigt einen dezidierten IIIF-Server, d.h. ein einfaches Webhosting-Angebot genügt nicht.
- Wenn Sie vorhaben, die Bildinhalte zu transkribieren und zu edieren, sollten Sie die Text Encoding Initiative TEI in Betracht ziehen. Auch in diesem XML-Standard lassen sich Bilder erschliessen und Bildinhalte können ediert werden. Die Einstiegshürde ist allerdings hoch, die Lernkurve steil. Auch die angemessene Präsentation einer solchen Edition ist kein Selbstläufer. Mit dem tei-publisher gibt es aber einen guten Einstieg – für grössere Projekte.
METS ist ein komplexes Format, das gut geignet ist, verschiedene Metadaten zu bündeln. Es ist deshalb in der Langzeitarchivierung beliebt. Ebenso lässt sich damit eine strukturierte Ansicht von z.B. Büchern erzeugen. Auch diese Eigenschaft ist für die Langzeitarchivierung interessant. Für die Vermittlung ist METS nicht optimal, aber für kleinere und schnelle Lösungen durchaus brauchbar, wie der MetsMaker zeigt.