Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03352.jsonl.gz/2024

Neue
Entdeckungen erweitern unsere Kenntnis
über die Wichtigkeit von Selen
Teil V
Selenoproteine und
Selen-Beförderung:
Man weis inzwischen, daß mehrere Selen enthaltende
Eiweiße existieren, so daß Selen auf verschiedene Weise essentiell ist.
Enzyme sind Eiweiße, aber es gibt viele andere Selen enthaltende Eiweiße,
einschließlich Muskeleiweiße, und andere Selen enthaltende Enzyme.
Dr. Roger Sunde von der University of Missouri-Columbia
hat die Seleno-Proteine in vier deutliche Gruppen eingeteilt (3).
Es sind dies Eiweiße von Selen-ionenspezifischen Selenoproteinen, die
selenomethionin-spezifischen Eiweiße, die selenocysteinspezifischen
Eiweiße und das Selen, das Eiweiße bindet
Selenomethionin kann die erforderliche Form
des Selens für alle vier bereitstellen, während anorganisches Selen
in Selenomethionin oder Selenocystein umgewandelt werden muß, das in
zwei der Klassen von Seleno-Proteinen einzubauen ist. Selenomethionin
kann auch im Körper in Selenocystein umgewandelt werden, um so die selenocysteinspezifischen
Eiweiße zu formen. Auch kann Selenomethionin in Selen-Ionen abgebaut
werden, um die Selen-ionenspezifischen Selen-Proteine zu bilden. Es
ist leichter, aus Selenomethionin Selen-Ionen zu bilden, als aus anorganischem
Selen Selenomethionin. Das Transportprotein für Selen-Ionen ist Selenoprotein-P.
Synergismus mit den Vitaminen
C und E:
Vitamin C steigert die Resorption von Selenomethionin
(z.B. Selen/Spirulina platensis). Hingegen sollte eine Selenit-Einnahme
mit deutlichen zeitlichen Abstand von der Vitamin-C-Einnahme erfolgen.
Zwischen Selen und Vitamin E bestehen synergistische
Wechselwirkungen. Der Selenbedarf wird durch Vitamin-E-Gaben herabgesetzt
und umgekehrt. Selen wird jedoch auch zur optimalen Vitamin-E-Verwertung
benötigt (39).
Tägliche Selen-Einnahme
und Sicherheit:
Im Jahre 1980 gab die National Academy of Sciences,
USA, bekannt, daß eine Selen-Einnahme von 50 bis 200 Mikrogramm sicher
und effektiv ist. 1989 wurde eine tägliche Einnahme von 75 Mikrogramm
für Männer und 55 Mikrogramm für Frauen empfohlen. Diese Werte gelten
als Empfehlung für in den Vereinigten Staaten lebende Menschen, wobei
zu berücksichtigen ist, daß die USA nicht zu den Selen-Mangelgebieten
zu rechnen sind, wie z.B. die mittel- und nordeuropäischen Staaten.
In einer seiner Publikationen hat Prof. Passwater
zur Selen-Sicherheit dargestellt, daß in verschiedenen Ländern eine
tägliche Selen-Aufnahme durch die Nahrung in Höhe von 600 Mikrogramm
(z.B. Venezuela) gegeben ist (40-42).
In Nordgrönland konsumieren viele Bewohner etwa 1.300 Mikrogramm Selen
pro Tag. In diesen Ländern sind deutlich weniger Herzkrankheiten und
Schlaganfälle zu verzeichnen als in Selen-Mangelgebieten. In China haben
einige Bewohner 1.000 Mikrogramm Selen pro Tag eingenommen, als sie
herausfanden, daß die Einnahme sie vor bestimmten Selen-Mangelkrankheiten
(u.a. die Keshan Krankheit) schützte, die in ihrem Wohngebiet typisch
waren.
Bedenken Sie, daß alles - sogar Sauerstoff und
Wasser auf irgendeiner Ebene toxisch ist. Es ist die Dosis, die das
Gift macht. Das Maß an Selen-Nahrungsergänzung zur Prophylaxe, das sicher
und effektiv ist, ist der empfohlene tägliche Bereich von 50 bis 200
Mikrogramm Seleno-Methionin. Es ist eine Torheit zu behaupten, daß die
vor Krebs schützende Dosis von ca. 200 Mikrogramm pro Tag bereits toxisch
sei. Für die Therapie sind deutlich höhere Dosen angebracht, die vom
behandelnden Arzt festzulegen sind.
Selen-Aufnahmen (Selenit) von 750 µg/Tag wurden
ausweislich verschiedenster Studien langfristig symptomlos toleriert.
Dementsprechend gilt eine tägliche Zufuhr von 750-800 µg/Tag in Form
von Selenit als "oberer Grenzwert" der sicheren Selen-Einnahme. Solche
Dosen sollten allerdings nur in Absprache mit dem Arzt therapeutische
Anwendung finden. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, daß die Toxizität
des Selens abhängig ist von der chemischen Form (39).
Anorganische Selen-Verbindungen wie Selenit oder Selenat sind toxischer
als das Selenomethionin, wie es z.B. in Selen gebunden an Spirulina
platensis vorliegt.