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Die Situation in Bosnien-Herzegowina ist immer noch von Armut, Arbeitslosigkeit und zerstörten familiären Beziehungen geprägt. Viele Menschen leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen, die durch Kriegserfahrungen, Vergewaltigung oder das Erleben von Gewalt verursacht sind.
Ein Grossteil der Frauen hat ihre Familien alleine durch die schwierige Kriegszeit geführt. Daraus gewannen sie ein neues Selbstvertrauen und wollten auch anschliessend ihre Unabhängigkeit bewahren. Dieser Wandel der Geschlechterrollen wird meistens nicht ohne Widerstand akzeptiert: In den letzten Jahren ist ein deutlicher Anstieg der gesellschaftlichen Gewalt zu beobachten.
Frauen und Kinder können nur dann effektiv gegen Gewalt geschützt werden, wenn auch Männer einbezogen werden und gewalttätige Männer Verantwortung für ihre Taten übernehmen. Täterarbeit ist somit Opferschutz. Deshalb hat unsere Partnerorganisation Buducnost in Modrica ein Männerzentrum für eine niederschwellig angelegte Beratungs- und Therapiearbeit mit vulnerablen Männern und Tätern von häuslicher Gewalt eröffnet.
Das Team orientiert sich an den Bedürfnissen der Männer. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Schaffung einer guten Vertrauensbasis für die Arbeit. Täter setzen sich mit ihrer Gewalttätigkeit und den dahinter steckenden Emotionen und Konflikten auseinander, übernehmen Verantwortung für ihre Tat und lernen Alternativen zur Gewalttätigkeit. Männer beschäftigen sich mit Fragen zu ihrer sozialen Position, bauen Frustrationen und Aggressionen ab und entwickeln gewaltfreie Haltungen. Die Aktivitäten reichen über strukturierte Täterprogramme, Einzel- oder Gruppendiskussionen, Workshops und Sozialtherapie bis hin zur Krisenintervention.
Die Arbeit des Männerzentrums ist revolutionär. Es ist die erste Institution in Bosnien-Herzegowina, die sich auf die Beratungen von Männern spezialisiert.