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die bedeutendste griech.
Kolonie an der Südküste
Makedoniens, am Toronäischen
Meerbusen, zwischen den
Halbinseln Pallene und Sithonia, ward 480
v. Chr. von
Xerxes erobert und darauf mit Chalkidiern aus Torone bevölkert. Zur Zeit
des Peloponnesischen
Kriegs durch die
Einwanderung vieler Bewohner der kleinern Seestädte von Chalkidike wesentlich vergrößert,
behauptete Olýnthos seine Selbständigkeit gegen
Athener und Makedonier und stiftete einen
Bund der benachbarten
Städte unter
seiner
Hegemonie.
Deshalb wurde es 382 von
Sparta, das die
Auflösung des
Bundes verlangte, angegriffen und 379 zur Unterwerfung gezwungen.
Bald
darauf wurde ihr Gebiet von
Philipp vonMakedonien durch den
Besitz von Anthemus und
Potidäa verstärkt. Als aber der genannte
König zur
Gründung einer
Seemacht alle griechischen Seestädte an der thrakisch-makedonischen
Küste,
darunter auch Olýnthos, sich unterwerfen wollte, kam es zwischen ihm und den Olynthiern zum
Kampf; letztere wurden in zwei
Schlachten
[* 7] besiegt und die Stadt schließlich, da die
Athener, trotzdem daß
Demosthenes zu gunsten von Olýnthos die sogen. Olynthischen
Reden
hielt, mit der erbetenen
Hilfe zögerten, 348 vonPhilipp erobert und von
Grund aus zerstört.
Fluß in Mittelitalien, entspringt im toscanischen Subapennin, östlich von
Siena, hat im allgemeinen südwestliche
Richtung, nimmt die Orcia auf, durchfließt im Unterlauf die
Maremmen, zu deren Versumpfung er wesentlich beigetragen hat,
und mündet nach einem
Laufe von 180 km südwestlich von
Grosseto in das
Mittelländische Meer.
(Omajjaden, Omajjiden), arab. Geschlecht, aus welchem mehrere Herrscherdynastien hervorgingen, gehörte, wie
die Familie Haschem, aus welcher Mohammed abstammte, zum StammKoreisch, der über Mekka herrschte. Stammvater war
Omejja, Sohn Abd Schems und Enkel Abd Menafs. Als Mohammed in Mekka auftrat, hatten die Omejjaden bedeutendes Ansehen daselbst, und
ihr Oberhaupt AbuSofian, der Gemahl der schreckliche Hind, Omejjas Enkel, war einer der Anführer der Koreischiten im Kampf
gegen Mohammed, den er bei Ohod 625 besiegte, und dem er sich erst 630 unterwarf.
AbuSofians Sohn Muawija ward von Othman zum Statthalter von Syrien ernannt, trat nach dessen Ermordung 656 als Bluträcher für
ihn auf und empörte sich gegen Ali. Nach dem unentschiedenen Kampf mit Ali bei Siffin 657 ward er in Damaskus zum Beherrscher
der Gläubigen ausgerufen und nach Alis Ermordung und Ausrottung seiner Nachkommen 661 allgemein als Kalif
anerkannt. Mit ihm beginnt die erste Dynastie der Omejjaden im Araberreich, welche, in Damaskus residierend, dem Reich 14 Kalifen gab,
die Herrschaft des Islam zur höchsten Blüte
[* 24] und Ausbreitung brachte, Künste und Wissenschaften pflegte und bei der allgemeinen
Ermordung der Omejjaden durch die Abbassiden mit Merwan II. 750 untergang (s. Kalifen, S. 389 f.). Der Ermordung
entgingen nur zwei Mitglieder, von denen das eine, Abd ur Rahmân, nach Spanien
[* 25] entkam und dort 755 der Begründer der zweiten
Dynastie der Omejjaden zu Cordova wurde; die Herrschaft derselben (755-1031) endigte mit der ThronentsagungHischams
III., nach welcher das schon seit längerer Zeit im Innern zerrüttete Kalifat von Cordova in einzelne kleine Königreiche
zerfiel (s. Spanien, Geschichte).
(lat.), bei den Römern ein günstiges oder ungünstiges Vorzeichen, insbesondere ein zufällig
gesprochenes Wort, insofern es der Hörende auf sich bezog und als vorbedeutend für die Zukunft auffaßte. Die Deutung war
eine
beliebige, außer bei Worten, die schon an und für sich etwas Günstiges oder Ungünstiges bezeichneten. Auch glaubte
man durch gewisse Redeformeln die unglücklichen Worte unschädlich machen zu können. Der Opfernde verhüllte
das Haupt, um sich gegen alle ungehörigen Eindrücke zu sichern; es wurde Schweigen geboten, man machte Musik, damit schlimme
Omina nicht gehört werden könnten, etc. Besonders vorsichtig war man bei feierlichen Ansprachen, bei Neujahrsglückwünschen
etc.
serb. Geheimverbindung zur Förderung der Einigung und Unabhängigkeit der serbischen Nation. Die
Omladina war ursprünglich ein schon vor 1848 von serbischen Studenten in Preßburg
[* 37] gegründeter litterarischer Verein,
der seine gemeinschaftlichen Poesien unter dem Namen Omladina im Druck erscheinen ließ; Omladina wurde daher allgemein für die serbische
Studentenschaft gebraucht. Erst 1866 erhielt die Omladina eine andre Gestalt und Organisation: in Nowisad (Neusatz) in Südungarn
wurde ein Zentralkomitee, in allen serbischen Ortschaften diesseit und jenseit der Donau Subkomitees gebildet,
von den Beiträgen der rasch sich mehrenden Mitglieder omladinistische Volksbücher, Kalender und Zeitungen, namentlich die
von Miletitsch redigierte »Zastava«, herausgegeben, öffentliche Vorträge gehalten, Wanderversammlungen veranstaltet u. dgl.
m. Da die Wanderversammlung in Werschetz 1867 die Forderung der ungarischen Regierung, daß durch die Statuten
die Unterthanen fremder Staaten von der Mitgliedschaft der Omladina ausgeschlossen würden, nicht annehmen wollte, auch Flüchtlinge
aus der Herzegowina und Abgesandte aus Montenegro als Redner auftraten, so wurde die Versammlung von der Polizei gewaltsam gesprengt
und alle omladinistischen Komitees in Ungarn
[* 38] aufgelöst und verboten.
Ort in der niederl. ProvinzOveryssel, im SO. von Meppel, mit 2000 Einw. und einer Arbeitskolonie für Bettler,
die 1824 von der Niederländischen Wohlthätigkeitsgesellschaft gegründet, 1859 vom Staat übernommen
und seit 1870 als Bettlerkolonie für das ganze Reich eingerichtet wurde.
vielsitzige, zumeist auch mit Deckplätzen ausgestattete Lohnwagen, welche zu bestimmten
Zeiten regelmäßige Fahrten machen.
Nach einem nur kurze Zeit in Betrieb erhaltenen Unternehmen von 1662 in Paris
[* 41] (achtsitzige
Carosses à cinq sous) wurden die modernen Omnibusse ebenfalls zuerst in Paris 1823 eingeführt und verbreiteten sich
bald über alle größern Städte.
(Manustupration, Masturbation, Selbstbefleckung), eine Form der unnatürlichen Befriedigung des Geschlechtstriebs,
welche bei männlichen wie bei weiblichen Personen vorkommt und darin besteht, daß die betreffende Person
sich selbst durch allerhand Manipulationen mit den Geschlechtsteilen diejenigen Wollustempfindungen zu verschaffen sucht, welche
naturgemäß bei der Begattung empfunden werden. Der Name Onanie stammt her von Onan, einer biblischen Persönlichkeit (vgl.
1. Mos.
38, 4,. 8-10). Die Gewohnheit der Onanie, welche infolge des Säfteverlustes und der stets vorhandenen unnatürlichen
Aufgeregtheit die körperliche und geistige Zerrüttung des betreffenden Individuums herbeiführen kann, ist mehr als eine
geschichtliche Unart, wie sie einige nennen, aber sehr oft auch weniger als ein Laster, wie andre sie bezeichnen.
Die Onanie beobachtet man in ungemein zahlreichen Fällen schon bei Kindern, und sie pflegt selten eher unterlassen
zu werden, als bis das eheliche Verhältnis die natürliche Befriedigung des Geschlechtstriebs mit sich bringt. Man darf annehmen,
daß oft Verführung zur Onanie führt, und daß nicht leicht von der Gewohnheit durch bloße sittliche Kraft abgegangen werden
wird, wenn nicht ein Ersatz dafür sich bietet. Seltener sind Erkrankungen der Geschlechtsteile die erste
Veranlassung der Onanie. Die Folgen, welche die Onanie für den Körper hat, sind offenbar vielfach arg übertrieben worden;
doch pflegen
sich, zumal bei Kindern, mannigfache Zeichen einzustellen, welche darauf hindeuten, daß dieselben der Onanie frönen.
Die letzte Mahlzeit am Tag muß 3-4 Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen und eher knapp als reichlich sein; man dulde nie,
daß Kinder, ohne zu schlafen, im Bett
[* 59] liegen bleiben. Im Sommer sind kühle Flußbäder und Schwimmübungen ein gutes Ableitungsmittel.
Am meisten sind die, welche der Onanie sich hingegeben haben, vor ärztlichen Charlatanen zu warnen, welche
durch die übertriebene Schilderung der Nachteile der Onanie die betreffenden Individuen in eine furchtbar quälende
Gemütsverfassung zu bringen suchen, um sie desto sicherer zur Abnahme ihrer nutzlosen und unsinnigen Geheimmittel zu bestimmen.
OenanthePhellandriumLam. (PhellandriumaquaticumL.,Wasser- oder Roßfenchel,
Wasserkerbel), 0,5-1,5 m hoch, mit zwei- bis dreifach fiederteiligen
Blättern (die untergetauchten Blätter mit vielspaltigen Blättchen mit linealischen bis fadenförmigen Zipfeln), blattgegenständigen,
vielstrahligen Dolden ohne Hülle, mit mehrblätterigen Hüllchen und länglicher, fast stielrunder, nach oben allmählich verschmälerter,
vom Kelche gekrönter, brauner Frucht, wächst in Gruben und Sümpfen in Europa und Nordasien. Die Früchte,
früher als Semen Phellandrii offizinell, riechen stark, unangenehm gewürzhaft, schmecken widerlich, aromatisch bitter und
scharf, enthalten ein ätherisches und fettes Öl und wirken flüchtig erregend auf die Verdauungsorgane
¶
(russ. Onéshkoje ósero), nächst dem Ladoga der größte europäische Binnensee,
östlich vom Ladoga im russischen GouvernementOlonez gelegen, mit einem Flächenraum von 9752 qkm (177 QM.),
ist bei einer Küstenausdehnung von fast 1400 km 235 km lang und bis 81 km breit. Das nördliche Ufer ist reich an Klippen,
[* 90] Inseln und tief eingreifenden Buchten, welch letztere oft auch in eine Reihe langer, schmaler Seen übergehen. Die größte derselben
ist die 122 km lange Powenezkaja, zwischen dem östlichen Festland und der Halbinsel Saoneshje.
Das übrige Ufer ist meist flach und wenig gegliedert. Von den vielen Inseln sind die bedeutendsten: Klimezki mit über 30 Dörfern,
Sumari, die Gruppe der Olenji (Hirschinseln) mit reichen Kalklagern, Kish, Kerk, Sjenogubskij u. a.
Der sehr fischreiche See ist durchschnittlich 156 Tage zugefroren. Die Tiefe soll stellenweise über 400 m
betragen. Bemerkenswert sind die hier, wie auf dem Nördlichen Polarmeer, vorkommenden Luftspiegelungen. Seit 1832 wird der
Onegasee von Dampfschiffen befahren, die hauptsächlich den regen Handel mit Korn und Industriewaren als Einfuhr und Metall, Marmor,
Lehm, Bausteinen, Holz
[* 91] und Fischen als Ausfuhr unterhalten.
Um den das Marienkanalsystem befahrenden Barken die Schifffahrt zu erleichtern, ist der 1818 angefangene,
aber erst 1851 ganz vollendete Onegakanal angelegt worden, welcher 68 km lang, 23 m breit und 2,14
m tief ist und die Mündung der Wytegra (am Südufer des Sees hinziehend u. auf ihrem Weg noch die Megra, Wodliza
und Oschta kreuzend) mit dem Swir, dem einzigen Abfluß des Onegasees in den Ladoga, verbindet. Außer den eben genannten,
von S. kommenden Flüssen nimmt der Onegasee noch von NW. die flößbare Schuja, Suna, Kumssa, Lumbusha, von Osten die Njemina, Pjälma,
Wodl, von SO. die Andoma, Uleks u. a. auf.
z. B. ein oneroses Rechtsgeschäft, im
Gegensatz zu einem »lukrativen«, welches nur für den einen Teil eine Verpflichtung, für den andern aber lediglich einen Vorteil
begründet.
Ebenso unterscheidet man zwischen Privilegium onerosum (einer mit Verpflichtungen verknüpften) und Privilegium
gratuitum (einer ohne solche Verpflichtungen zu gunsten einer Person oder Sache gegebenen Ausnahmebestimmung).
(fälschlich Onosandros), griech. Philosoph, Verfasser einer dem Quintus Veranius, Konsul des Jahrs 49 n. Chr.,
gewidmeten Schrift über die Obliegenheiten eines Feldherrn, in welcher der Gegenstand ohne jede praktische Kenntnis, lediglich
vom ethischen Standpunkt in philosophischen Gemeinplätzen behandelt ist.
Das Werk (»Strategikos«) wurde von Korais (Par. 1822)
und Köchly (Leipz. 1860) herausgegeben und von Baumgärtner (Mannh. 1779) ins Deutsche
[* 96] übersetzt.
(aram., für die griech. Form Akylas), angebliche
Verfasser der ältesten und besten, jedoch nicht vor dem dritten christlichen Jahrhundert entstandenen
chaldäischen Übersetzung (»Targum babli«) der fünf BücherMoses'. S. Targum.
Onóbrychis viciaefoliaScop. (OnóbrychissativaLam., Esper), perennierend,
30-60 cm hoch, mit 9-12 paarig gefiederten Blättern, bis 5 cm langen Blütenähren, blaßroten, karminrot geäderten Blüten
und kreisrundlichen, auf den Seitenflächen grubig netzigen Hülsen, deren oberer Rand dick und gerade, während der untere
dünne, gekrümmte kammförmig gezahnt ist. Die Esparsette wächst wild in Süd- u. Mitteleuropa und wird
in Deutschland,
[* 102] Frankreich und England als Futtergewächs allgemein kultiviert, bei uns seit Anfang des 18. Jahrh. Neben
der gewöhnlich gebauten einschnittigen Onóbrychis sativa communis Alfd.
unterscheidet man noch die zweischnittige Onóbrychis sativa bifera und die dreischürige Onóbrychis sativa
maxima, beides nur Kulturformen, welche je nach Boden und Pflege von einer Spielart in die andre übergehen.
Man erntet vom Hektar von der Onóbrychis sativa communis 3000-4000 kg Heu, von Onóbrychis sativa bifera 4500-5600 kg und von der Onóbrychis sativa
maxima im günstigsten Fall 7500 kg Heu. Die Esparsette verlangt einen kalkhaltigen, trocknen Untergrund u. nimmt auf solchem
auch mit geringerm Boden vorlieb, auf welchem die Luzerne nicht mehr wachsen würde. Sie mischt sich auch
in das Gras dürrer Wiesen und erscheint auf bessern Wiesen in Gesellschaft mit der Luzerne. Man säet sie in ein durch Hackfrüchte
gereinigtes Land mit ihren Hülsen ohne Schutzfrucht ein und muß sie von Unkraut rein halten, welches
besonders in den spätern Jahren immer mehr aufkommt.