Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03571.jsonl.gz/3238

«Stein des Anstosses» in der 52. Minute: Die ZSC Lions liegen beim SC Bern im 2. Spiel der Playoff-Viertelfinals mit 1:2 im Hintertreffen. Dann passt Auston Matthews zurück an die blaue Linie auf David Rundblad. Der Schwede zieht ab, die Scheibe findet via Schienbein von Justin Krueger den Weg ins Berner Tor.
Zürcher Jubel auf dem Eis und auf der Bank – aber nur für ein paar Augenblicke. Das Schiedsrichter-Duo Andreas Fischer/Daniel Stricker gibt den Treffer nicht. Auch nach Konsultation der Videobilder bleiben die beiden Referees bei ihrem Entscheid: kein Tor.
Krueger half mit
Fischer/Stricker entscheiden auf Behinderung des Torhüters. Tatsächlich trifft im Slot Reto Schäppi mit seinem Stock Stepanek an der Maske. Jedoch hakt sich Berns Verteidiger Krueger von hinten bei Schäppi ein und hebt so den Stock an.
Gar keine Freude am Entscheid der Unparteiischen hatte ZSC-Coach Marc Crawford. Er fand nach dem Spiel klare Worte:
- «Dieses Tor hätte in jeder anderen Liga auf dieser Welt gezählt.»
- «Es gab eine einzige Person, die fand, dass der Treffer nicht zählen dürfe. Leider ist die Ansicht dieser Person entscheidend.»
- «Normalerweise ist es so, dass dann eine Behinderung vorliegt, wenn sich der Goalie beschwert. Aber das tat er nicht. Und zwar deshalb, weil es keine Behinderung gab.»
- «Nur der Schiedsrichter kann erklären, weshalb er eine solche Entscheidung getroffen hat.»
Diplomatischer drückte sich Stürmer Schäppi aus: «Ich hatte nicht das Gefühl, den Goalie gross behindert zu haben.»
Das Tor hätte man seiner Ansicht nach anerkennen können, so Schäppi. Er wolle sich aber zuerst die Szene genau anschauen.
Im Regelbuch des Internationalen Eishockeyverbandes IIHF steht hierzu:
Regel 183 – Schutz des Torhüters; Abschnitt III
|Wurde ein angreifender Feldspieler von einem Gegner derart gestossen, geschubst, gedrängt oder gefoult, dass er in Kontakt mit dem Torhüter kommt, wird ein solcher Kontakt nicht als ein von ihm herbeigeführter Kontakt gewertet, vorausgesetzt, der angreifende Feldspieler hat sich sichtlich bemüht, diesen Kontakt zu vermeiden.|
Letzlich liegt es im Ermessen der Schiedsrichter, ob Schäppis Stock mit oder ohne Fremdeinwirkung an der Maske von Stepanek gelandet ist. Unter dem Strich bleibt die 2. ZSC-Niederlage im 2. Spiel gegen den SCB. Am Dienstag bekommen die Zürcher die nächste Chance auf den 1. Sieg in dieser Serie.
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 5.2.16, 20:00 Uhr