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Zwischen 1946 und 1952 organisierte der Musikverein Riehen jeweils im Herbst ein Winzerfest mit Speis und Trank sowie einem grossen Umzug durchs Dorf. Die Idee entstand einerseits, damit der Musikverein seine Vereinskasse füllen konnte, und andererseits, um das Riehener Gewerbe zu beleben. Als Vorbild diente ein Winzerfest, das 1935 vom Landwirtschaftlichen Verein organisiert worden war. Das Winzerfest von 1946, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, war ein grosser Erfolg; über 50 000 Personen sollen daran teilgenommen haben.
Weil mit der Zeit immer weniger Leute teilnahmen und auch die Riehener Vereine weniger Engagement zeigten, wurden nach 1952 keine Winzerfeste mehr abgehalten.
In früheren Jahrhunderten war die Weinernte in Riehen wie anderswo stets mit Festlichkeiten, etwa dem Zehntenmahl, verbunden. Als in Riehen versucht wurde, diese Tradition wiederzubeleben und mit neuen Elementen zu versehen, etwa einem Umzug, steckte der Rebbau aber bereits in einer grossen Krise.
Autorin / Autor: Nils Widmer | Zuletzt aktualisiert am 8.1.2023
Müller, C[hristian] A[dolf]: Ernte und Weinlese in Riehen zur Zeit der Landvögte. In: Jahrbuch z’Rieche 1971. S. 14–27.
Schultheiss, Hans: Die Riehener Winzerfeste. In: Jahrbuch z’Rieche 1986. S. 106–118.