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Evaluation von Lawinenschutzmassnahmen für Juneau/Alaska
Juneau, die Hauptstadt Alaskas, hat im Jahr 2011 das SLF beauftragt, die Lawinengefährdung der Stadt neu zu beurteilen und Schutzmöglichkeiten vorzuschlagen. Juneau dürfte eines der grössten Lawinenprobleme der gesamten USA haben: 62 Wohnhäuser, ein Hotel, ein grosser Hafen sowie die Hauptzufahrt zur Stadt befinden sich im Auslaufgebiet von Lawinen, die am 900 m hohen Mt. Juneau anbrechen (Abb. 1). Die am stärksten exponierten Gebäude werden praktisch jährlich von Lawinen erreicht. Das letzte grosse Lawinenunglück von 1962 war der Auslöser, mögliche Schutzmassnahmen zu evaluieren. 1972 wurde daraufhin eine integrale Gefahrenkarte erstellt, für die das SLF die Gefährdung durch Lawinen beurteilte. Bis heute hat die Stadt jedoch keine Schutzmassnahmen realisiert. Für die gefährdeten Gebiete gibt es einen Notfallplan, zudem veröffentlicht der städtische Lawinendienst regelmässig Lawinenbulletins. Evakuationen wurden bisher noch nie angeordnet. Als Grundlage für das Ende Dezember 2011 veröffentlichte neue Gutachten haben die SLF Mitarbeitenden neben Geländebeurteilungen, einer Analyse des Klimas und historischer Lawinen Ereignisse auch die Resultate von zweidimensionalen Lawinensimulationen mit RAMMS verwendet (Abb. 2). Zudem haben sie Kosten und Nutzen von Stützverbauungen, Dämmen und festinstallierten Sprenganlagen untersucht. Dabei kamen sie zum Schluss, dass deren Einsatz wegen zu hoher Kosten respektive zu hoher Risiken (künstliche Lawinenauslösung) nicht empfehlenswert sei. Der Staat Alaska prüft zurzeit, ob er die am meisten gefährdeten Gebäude in der Stadt kaufen und so das Lawinenrisiko durch Umsiedlung langfristig senken könnte.