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Luzern d. 29. Aug. 77.
Hochverehrter Herr Präsident!
In der Anlage übermache ich Ihnen eine Copie des Beschlußes des Bundesrathes in Sachen der Herausgabe eines Theils unsrer Caution von 10 Millionen Franken. Sie werden wohl mit mir finden, daß der Beschluß für uns ganz befriedigend ist. Die Herausgabe v. Titeln im Betrage v. 1½ Mill. Franken hat bereits stattgefunden. –
Soeben theilt mir Hr. Direktor Weber mit, daß in den Bernerkonferenzen1 die von ihm vorgelegten Fahrplanprojekte, wornach die Züge der Gotthardbahn bis Luzern gehen würden, dazu geführt haben, daß die Commission nun einstimmig den Antrag stelle, in Verhandlungen | betreffend Leistung weiterer Subventionen einzutreten.2 Es werde dabei verlangt werden, daß die fahrplanmäßigen Züge bis Luzern gehen3, die Südbahn der Gotthardbahn den Betrieb v. Immensee bis Rothkreuz überlaße4 & die Centralbahn den z. Z. mit den Jurabahnen bestehenden Conkurrenzvertrag auch auf den Gotthardverkehr ab Biel ausdehne.5 Ich muß indeßen beifügen, daß ich möglicherweise den letztern Punkt nicht ganz verstanden habe. –
Bei einer Besprechung von liberalen Mitgliedern des Großen Rathes v. Luzern, welche gestern hier stattgefunden, sollen sich mehrere der tonangebenden Männer sehr warm für eine fernere Betheiligung des Kantons ausgesprochen & bemerkt haben, daß dieß auch die Anschauung der Kreise sei, welche sie vertreten.
In ausgezeichneter Hochachtung Ihr stets ergebene
J. Zingg.