Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03219.jsonl.gz/1263

Qualitative Bildung in abgelegenen SchulenProjektpartner: Universidad Centroamericana José Simeón Cañas (UCA)
In El Salvador bricht jedes 16. von 100 Schulkindern frühzeitig die Primarschule ab. Die Sekundarschule schliessen nur etwas mehr als einen Drittel ab. Generell liegt die durchschnittliche Anzahl Schuljahre in urbanen Gebieten bei 6,7 Jahren. In ländlichen Regionen sind es lediglich 4,9 Jahre. Armut, lange Schulwege, Kinderarbeit auf den Feldern oder im Haushalt, Schwangerschaften, missglückte Migrationsversuche und schlecht ausgebildete Lehrpersonen sind Gründe dafür, dass sich die Bildungsqualität auf dem Land immer weiter von der Qualität in der Stadt wegbewegt.
Ignoranz und Stillstand
Das nördliche Gebiet Chalatenango ist eines der ärmsten im Land. Es wird in vielen Bereichen von der Regierung ignoriert und nicht weiterentwickelt. Gemäss dem Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen von 2010 leben 76 Prozent der Haushalte unter der nationalen Armutsgrenze. Dies hat auch einen Einfluss auf das Bildungssystem. In El Salvador ist das Bildungssystem auf die Bedürfnisse von grossen Schulen mit einer Lehrperson pro Klasse ausgelegt. Die Ressourcen für einen solchen Unterricht sind in den ländlichen Schulen jedoch oft nicht gegeben. So auch in Chalatenango. Rund 81 Prozent der Schulen werden in Mehrklassensystemen geführt.
Bildung als Kreislauf
Gemäss dem Bildungsministerium El Salvadors stammen mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler in Chalatenango aus ländlichen Gebieten. Die Schulen in diesen Gebieten haben oft wenig Schulkinder und nur eine Lehrperson, die verschiedene Altersgruppen bis zur 6. Klasse unterrichtet. Die Lehrpersonen verfügen jedoch oft nicht über die nötige pädagogische Ausbildung und das Material für einen Unterricht im Mehrklassensystem. Folglich erreichen viele Jungen und Mädchen nicht die nötigen Fähigkeiten, um in der Sekundarschule im Unterricht mithalten zu können. Dies führt in vielen Fällen zu einem vorzeitigen Schulabbruch. Wir bilden Lehrpersonen im Unterrichten von Mehrklassensystemen und mit den entsprechenden pädagogischen Ansätzen weiter, um dadurch die Fähigkeiten der Schulkinder zu verbessern.
-
Herausforderung
Kinder erreichen nicht die nötigen schulischen Fähigkeiten um beim Übertritt in die Sekundarschule nicht im Unterricht zurück zu fallen.
-
Massnahme
Stärkung der pädagogischen Kompetenzen der Lehrpersonen Erhöhung der Unterrichtsqualität in Mehrklassensystemen.
-
Ziel
Signifikante Verbesserung der schulischen Grundkompetenzen der Kinder.
Begünstigte Kinder1 162
Projektdauer von 2019 bis 2022
KategorienGewalt, Kriminalität, Qualität, Schulbildung, Zentralamerika
Projektaktivitäten
Erarbeitung und Implementierung eines Diplomlehrgangs in ländlicher Bildung für Mehrklassenunterricht.
Supervision der Arbeit der Lehrpersonen zur Festlegung der Ausgangskompetenzen.
Ausstattung und Umbau der pädagogischen Räume (Bibliotheken, Lernecken) in den 24 Schulen.
Gemeinsam mit der Partnerorganisation und dem Bildungsministerium wird ein Ausbildungsplan für Lehrpersonen, pädagogische Assistenzen und Schulleiterinnen erarbeitet.
Begleitung der pädagogisch Assistenzen bei ihrer Arbeit an den Schulen und Einführung von Sitzungen zum Erfahrungsaustausch.
Unser Projektpartner
Universidad Centroamericana José Simeón Cañas
Die Universidad Centroamericana José Simeón Cañas (UCA) ist eine Universität christlicher und märtyrerischer Inspiration im Dienst des salvadorianischen und zentralamerikanischen Volkes, um den sozialen Wandel auf universitärer Ebene durch Forschung, Lehre und soziale Kontakte zu fördern.Mehr erfahren über UCA