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CULTURESCAPES Amazonas ist eine zweijährige Zusammenarbeit zwischen zahlreichen Partner*innen in Brasilien, Kolumbien, Peru und Bolivien sowie in der Schweiz, Deutschland und Frankreich. Es besteht aus einer Reihe von Treffen, Erfahrungen und Workshops, die im Rahmen des zweimonatigen Festivals CULTURESCAPES Amazonas im Herbst 2021 stattfinden.
Diese Ausgabe ist der Auftakt zu einer neue Festivalreihe, die Regionen gewidmet ist, die über die Grenzen der Nationalstaaten hinausgehen und die Themen von globaler Bedeutung erfahren.
Wie kann ein Thema wie der Amazonas und die damit verbundenen Fragen des Anthropozäns auf regionaler Ebene lesbar gemacht werden, ohne die ihm innewohnende Komplexität zu vernachlässigen? Wie können die reichen Kontexte des Amazonasgebiets und der Schweiz/Europa durch tiefes Verständnis und Wissensaustausch miteinander verbunden werden?
CULTURESCAPES bietet einen Überblick entlang der folgenden vier thematischen Linien, die sich überschneiden und miteinander verbunden sind:
Wasser - der Amazonas ist ein ausgedehntes Netz von Wasserwegen, das den Kontinent von den Anden bis zum Atlantik verbindet. Der Fluss dient als Blutkreislaufsystem für den Tropenwald, für die Erzeugung und Bewegung von Wolken und für die Menschen, die um ihn herum leben. Es ist zentral, den Fluss als Metapher des Lebens, der Vernetzung und Kommunikation zu sehen.
Anthropozän - das neue geologische Zeitalter des entscheidenden menschlichen Einflusses auf die Erde bringt die Herausforderungen des Klimawandels und der Überprüfung der Konzepte von Fortschritt und Entwicklung mit sich. Die Suche nach neuen Formaten für die Beziehungen zwischen den Völkern sowie zwischen Menschen und Nichtmenschen (verschiedene Agenten der Natur) ist dringend erforderlich und ein wichtiges Thema für eine Vielzahl von Künstlern.
Entkolonialisierung - die Kolonialgeschichte Südamerikas schuf ein Umfeld eines intensiven und oft recht angespannten Zusammenlebens verschiedener Völker und Kulturen. Diese Gemeinschaften von Menschen, ihre Traditionen und Lebensweisen, ihre Geschichten und Visionen, Rechte und Kämpfe, die Wechselbeziehungen untereinander und mit der Natur bilden den Kern des Amazonasgebietes. Ihre Stimmen müssen durch die Textur des Festivals hörbar gemacht werden.
Gewalt und Frieden - nicht nur in der Vergangenheit, sondern sehr wohl auch in der Gegenwart: Südamerika und sein amazonischer Teil sind ein Kontinent, in dem Gewalt weit verbreitet ist. Welche Rolle spielt Europa heute in diesen Prozessen? Wie werden Frieden und Versöhnung von Künstler*innen und Denker*innen gesehen?
Die COVID-19-Pandemie hat offensichtlich ihre Berichtigungen im Forschungs- und Vorbereitungsplan von CULTURESCAPES vorgenommen. Nichtsdestotrotz setzen die Kurator*innen des Festivals ihre Recherchen fort und pflegen online Kontakte mit Künstler*innen und anderen Kulturschaffenden aus dem Amazonasgebiet, sowie mit allen Partner*innen in der Schweiz, verfolgen bereits konzipierte Projekte weiter und arbeiten an neuen Formaten und Ideen. Der Einfluss der Pandemie auf die Region steht zurzeit im Fokus.
Es besteht Grund zur Hoffnung, dass das Festival im Herbst 2021 stattfinden wird.