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Farinetland, Sonnenwanderung
Tourenleiter:
Teilnehmer: 5
Datum:
Wetter:
Bericht:
Joseph-Samuel Farinet wurde 1845 im Aostatal geboren und 1869 in Abwesenheit wegen Diebstahl zu 18 Monaten Haft verurteilt. Er setzte sich ins Unterwallis ab wo er falsche 20 Rappenstücke herstellte, die er unter der Bevölkerung verteilte um Unterkunft und Schutz zu erhalten. 1871 wurde er wegen Falschmünzerei zu 4 Jahren Haft verurteilt, floh aber mehrmals und wurde 1880 in der Salentze-Schlucht von der Polizei eingekesselt wo er starb, offiziell nach einem Absturz, während die Bevölkerung an den Kopfschuss eines Polizisten glaubte. Die Autopsie ergab keinen eindeutigen Befund! Themen genug für Romane (Ramuz), Filme und Theaterstücke. Die Darstellungen reichen vom Freiheitshelden bis zum simplen Ganoven. Begraben ist er in Saillon, wo Jean-Louis Barrault (Farinet-Darsteller in einem Theaterstück), Léo Ferré, Gilbert Bécaud und der einheimische Journalist Pascal Thurre "Les amis de Farinet" und den Rebberg gründeten um seine Erinnerung mit viel Enthusiasmus und Geschick hochzuhalten.
Rebberg Farinet: Mit 3 Rebstöcken der kleinste grundbuchamtlich registrierte Rebberg der Welt. Die bisherigen Besitzer: Jean-Louis Barrault, der Gründer von Emmaus Abbé Pierre und jetzt der Dalai Lama. Für die verschiedenen Arbeiten im Rebberg werden jedes Jahr weltbekannte Persönlichkeiten mit grossem Zeremoniell empfangen, zB. Roger Moore, Claudia Cardinale, Michael Schumacher, Michel Platini, Bernard Hinault, ... Ergänzt mit von Winzern gespendetem Wein werden jedes Jahr 1000 numerierte Flaschen abgefüllt und zu Gunsten einer wohltätigen Organisation verkauft. Der Weg zum Rebberg ist mit 21 Glasbildern markiert und viele Plaketten "schmücken" den Zugang mit zum Teil träfen Sprüchen, zB. "Bevor man das Maul aufmacht, sollte man das Gehirn einschalten".
Passerelle Farinet: Sie wurde 2001 eingeweiht und überquert in 131m Höhe die Salentzeschlucht. Eine weisse Friedenstaube von Hans Erni schmückt die Felswand.
Weitere Besonderheiten von Saillon sind die warme Quelle in der Salentzeschlucht mit der die Thermalbäder in Saillon und Ovronnaz gespeist werden, das Falschmünzenmuseum (Mitinitiator Roger Décaillet, ehemaliger Präsident des SE Bern), der bis 1980 abgebaute weisse und geschichtete Marmor – zB. Pariser Oper, British Museum London, Aachener Dom, Bundeshaus, ... -, die Gesellschaft La Bayardine, die mittelalterliche Bräuche pflegt, zB. Falknerei und alle 4 Jahre mittelalterliche Feste organisiert (7. - 11. September 2011).
Zur Wanderung: Über St.-Pierre-de-Clage, dem bekannten Buchdorf mit vielen Antiquariaten und der romanischen Kirche mit 8-eckigem Turm, stiegen wir durch die Rebberge der grössten Walliser Rebgemeinde zum Dorf Chamoson hoch, Satigny/GE ist die grösste der Schweiz. Der ganze Rebberg liegt auf dem riesigen Schuttkegel der Losentse, die wir am Dorfausgang Richtung Leytron überquerten. Dort begann der manchmal recht ruppige Aufstieg Richtung Produit und Montagnon, das mit der Strasse nach Ovronnaz immer wieder von Rutschungen bedroht wird. In Les Places erreichten wir den höchsten Punkt und die Passerelle mit dem windgeschützten Picknickplatz. Da durfte natürlich auch ein Tropfen roter Humagne nicht fehlen, so wenig wie die Appenzeller Biber von Edi und als besondere Überraschung schenkte uns Erika je einen selbst genähten Znünisack. Der rote und der weisse Humagne – zwei getrennte Rebsorten - sind die Spezialitäten von Leytron.
Frisch gestärkt überquerten wir die überraschend stabile Passerelle. Beim Abstieg blies uns ein kalter Wind um die Ohren, der uns an die frühe Jahreszeit erinnerte. Beim Anblick der teilweise sehr steilen Rebberge tauchten Fragen auf, wie diese nur bearbeitet werden könnten. Auch wir statteten dem Farinet-Rebberg einen Besuch ab, bevor wir im malerischen Städtchen den verdienten Abschiedstrunk nach der gelungenen Wanderung genehmigten. Über einen stotzigen Weg gelangten wir zur Postauto Haltestelle für die Rückfahrt nach Sitten.
Der Tourenleiter:
Fotos:

Im alten, gepflegten Kern von Saillon
Znünihalt
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