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Ae 3/6 II 10439
Geschichte
Der erste Weltkrieg verursachte in Europa einen Kohlemangel, weswegen die SBB unter anderem einen reduzierten Kriegsfahrplan einführen mussten. Daraufhin beschloss man, die Elektrifikation des SBB-Netzes rasch zu realisieren. Natürlich benötigte man nun dazu noch geeignete Lokomotiven, weswegen die SBB bei der Industrie im Jahre 1917 vier Prototypen bestellt hat. Im Pflichtenheft der definitiven Bestellung wurden unter anderem folgende Anforderungen gestellt:
- Beförderung von 480 Tonnen Anhängelast auf 2 ‰ Steigung bei 90 km/h, sowie 10 ‰ Steigung bei 65 km/h
- 3 Hin- und Rückfahrten Zürich - St. Gallen mit 480 Tonnen Anhängelast innerhalb von 10 Stunden
- Anfahren mit 480 Tonnen Anhängelast in 10 ‰ Steigung sowie die anschliessende Beschleunigung auf 55 km/h innerhalb von 4 Minuten
Schlussendlich wurden dann insgesamt 60 Maschinen des Typs Ae 3/6 II in mehreren Tranchen bestellt. Die Ablieferung erfolgte in den Jahren 1923 bis 1926, wobei anfänglich einige Loks abgestellt werden mussten, da die Elektrifikation des Netzes nicht so schnell fortschritt, wie neue Maschinen geliefert wurden. Infolge der guten Laufeigenschaften, konnte die Höchstgeschwindigkeit 1929 von 90 km/h auf 100 km/h erhöht werden. Im Einsatz waren die Maschinen in der ganzen Schweiz, ausgenommen der Westschweiz. Die erste wurde 1965 ausrangiert, 1977 dann die letzte.
Geschichte der Lok Nr. 10439
1976 machte man sich im damaligen SBB-Kreis II auf die Suche nach einer Ae 3/6 II, welche man als historische Lok herrichten könnte. Man hat sich schliesslich auf die Lok Nr. 10439 festgelegt und diese nach Yverdon in die Hauptwerkstätte überstellt, um sie auf das Leben als historische Lokomotive vorzubereiten. Zeitgleich befand sich Lok Nr. 10452, welche zur Heizlokomotive hergerichtet werden sollte, technisch aber in einem weit besseren Zustand als Nr. 10439 befand, ebenfalls in Yverdon. Die Hauptwerkstätte schlug vor, die beiden Loks zu tauschen und die technisch bessere historisch zu erhalten. Die Depotinspektion Olten beharrte aber darauf, Lok Nr. 10439 zu erhalten, da die andere schliesslich keine "richtige" Oltnerin sei (10439 verbrachte ihre Karriere bis auf wenige und kurze Ausnahmen in Olten; 10452 war nur kurze Zeit vor der Ausrangierung in Olten beheimatet). In Yverdon jedoch wurden trotzdem vorwiegend Teile der Lok Nr. 10452 verwendet (insbesondere Lokrahmen und Kasten) und die Lok am Schluss zur Nr. 10439 verwandelt. Die Arbeit der Leute in Yverdon war so gut, dass die Aktion ausser von den Eingeweihten lange Zeit unbemerkt blieb.
Einsatzbereich und Depotzugehörigkeit der Lok 10439
Die "richtige" Lok Nr. 10439 war bis auf wenige Jahre in denen sie in Basel stationiert oder dorthin ausgeliehen wurde, immer in Olten beheimatet.
Die Lok Nr. 10452 wurde von 1926 bis 1929 dem Depot Luzern zugeteilt. Danach weilte sie für kurze Zeit in Zürich und war dann bis 1973 in Winterthur stationiert. 1976 wurde sie dann historisches Fahrzeug unter der Nummer 10439 und steht seither im Depot Olten.
Technische Daten
|Hersteller||SLM/MFO|
|Baujahr||1925|
|Achsformel||2'C1'|
|Länge (über Puffer)||14.1 Meter|
|Gewicht||96 Tonnen|
|Höchstgeschwindigkeit||100 km/h|
|Leistung||1470 kW (2000 PS)|
|Anzahl Fahrmotoren||2|
|elektrische Bremse||nein|