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Nach Einschätzung von Matt Miller hat Hillary Clinton von den Demokraten die grössten Siegchancen bei den diesjährigen US-Präsidentschaftswahlen. Die Republikaner dürften aber ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus behalten.
Die Erfolge des Republikaners Donald Trump haben dieses Jahr allerdings alle überrascht. Seine deutlichen Worte machen die Politik wesentlich unberechenbarer. So ist sogar ein Erdrutschsieg der Demokraten im Kongress denkbar, wenn Trumps Temperament und Stil schlussendlich allen republikanischen Kandidaten massiv schaden würde.
Noch weiss man nicht genau, was die möglichen Wahlergebnisse im Einzelnen bedeuten. Bislang äusserten sich die Kandidaten nur allgemein und erklärten, die Wirtschaft stärken zu wollen, ohne Einzelheiten zu nennen. Dennoch hält man bei Capital Group Folgendes für möglich:
Steuerreform: Beide Parteien treten für Reformen ein; die amerikanischen Unternehmenssteuern sollen international wettbewerbsfähiger werden, damit die Unternehmen weniger Gewinne ins Ausland verlagern.
Infrastrukturinvestitionen: Beide Parteien werden voraussichtlich die Infrastrukturinvestitionen erhöhen. Clinton schlägt für die kommenden fünf Jahre 275 Milliarden US-Dollar Mehrausgaben vor, Trump bezeichnet ein ähnlich grosses Infrastrukturprogramm als eine seiner wichtigsten Aufgaben.
Handelspolitik: Trump hat beim Thema Freihandel den Konsens verlassen. Er stellt dessen Sinnhaftigkeit in Frage, auch wenn alle Fachleute klare Freihandelsbefürworter sind. Laut Trump nützen engere weltwirtschaftliche Verflechtungen der USA zwar einigen Amerikanern, Millionen anderen aber nicht. Von den Ängsten vieler Wähler hat auch der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders profitiert.
Gesundheitskosten: Die USA geben mehr Geld für Gesundheit aus als jedes andere Industrieland, allerdings oft mit geringerem Erfolg. Wenn Hillary Clinton gewinnt, könnten neue Massnahmen gegen hohe Medikamentenpreise erprobt werden. Vielleicht werden auch die monatlichen Gesundheitsausgaben der Verbraucher gedeckelt.
Aktienrückkäufe: Clinton hat Bedenken geäussert, dass Aktienrückkäufe zwar den heutigen Aktionären und Managern nützten, dies aber zu Lasten von Investitionen und Lohnsteigerungen ginge.