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Als Fritz Stüssi 1919 geboren wurde, war der Erste Weltkrieg gerade vorbei und die Spanische Grippe raffte 25 Millionen Menschen in Europa dahin. Als Fritz Stüssi Handorgel lernen wollte, bekam er stattdessen eine Zither. Er nahm sie jeweils mit dem Leiterwagen zum Unterricht mit. Später lernte er dann die Klarinette und spielte in der Harmoniemusik Glarus. Noch heute summt er hie und da – vor allem rund um die Landsgemeindezeit herum – den Landsgemeindemarsch. Als Fritz Stüssi mit 16 Jahren sein erstes eigenes Rennvelo hatte, fuhr er damit über alle Pässe – nicht wissend, dass er vier Jahre später bereits gleich aus der RS zum Aktivdienst berufen würde. Als Fritz Stüssi auf dem Stilfser Joch seinen Aktivdienst leistete, lernte er mit den italienischen Patrouillen zu tauschen: Schweizer Kaffee gegen italienischen Rotwein.
Als Fritz Stüssi 1946 – nach dem Zweiten Weltkrieg – sein Haus baute, war das nur deshalb möglich, weil er gelernter Maurer und Gipser ist. In Eigenleistung und mit der damaligen Wohnbauförderung von Gemeinde, Kanton und Bund, konnte er für seine Familie bauen. Die 10 000 Franken Darlehen vom Kanton zahlte er 60 Jahre später zurück, als er sein Haus überschrieb. Er hatte Luzia Feldmann vom Bitziberg geheiratet, die im Haushalt mit den vier Kindern Fritz, Hans, Elsbeth und Röbi das Zepter führte – vom Essen zubereiten bis zu den Einzahlungen. Er selber, so Sohn Hans, war immer sehr loyal, aber er brach frühmorgens auf ins Klöntal, wo er für die NOK arbeitete. So sahen ihn die Kinder abends oder am Wochenende. «Er musste viel schlucken in seinem Leben», sagt Tochter Elsbeth. Damit es ihm nicht zu viel wurde, war er deshalb oft in seinem Häuschen in den Planggen oberhalb vom Rhodannenberg. Man sei immer mit dem Vater ins Holz, sagt Sohn Hans. Mit 24 Jahren starb Sohn Fritz beim Klettern. Klettern, Skifahren, die Jagd und das Sportschiessen – das waren auch seine Hobbys.
Als Fritz Stüssi 2019 im Dezember 100-jährig wurde, konnte er nicht mehr aus dem Fenster steigen. Er sitzt im Rollstuhl, hört wenig und sieht fast nichts mehr. Aber er konnte – hochbetagt – doch noch lächelnd die Gratulationen entgegennehmen und – fotogen – in die Kamera schauen. Der Skiclub Riedern, wo er Gründungsmitglied ist, reihte sich mit Kurt Schätti unter die Gratulanten ein. Mit Landammann Andrea Bettiga und Ratsschreiber Hansjörg Dürst kamen die guten Wünsche vom Kanton, mit Gemeindeschreiber Markus Rhyner kam die Gratulation von der Gemeinde Glarus und mit Regula Etter gratulierte auch die Geschäftsführung der Alters- und Pflegeheime Glarus, Ronald Leuzinger, Ressortleitung Stationäre Pflege, reichte dem Jubilar sein Glas.
An seinem 100. Geburtstag schmauchte Fritz Stüssi eine Krumme aus Brissago – er ist trotz oder wegen des Tabaks so alt geworden. Einen Tag danach, in der Cafeteria des Alterszentrums Bergli ging das ja nicht, draussen regnete es in Strömen, drinnen wäre der Qualm unter dem Weihnachtsbaum wohl kaum zu ertragen gewesen. Dafür schüttelten ihm einige seiner Mitbewohner/-innen ebenfalls die Hand und liessen sich zu einem Schlückchen Weisswein und etwas Apéro-Gebäck verleiten. Und ja, gelacht wurde viel an diesem Jubeltag.