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Dies enthüllte die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen am Donnerstag bei der Pressekonferenz zur Ausstellung «Mondrian.Evolution», die zum 150. Geburtstag des niederländischen Künstlers gezeigt wird.
Seit 1944 verkehrt rum
Das 1941 entstandene Bild «New York City 1», das aus waagerechten und senkrechten roten, gelben und blauen Klebestreifen besteht, gehört seit 1980 zum Bestand der NRW-Landesgalerie. Im Gegensatz zu dem zeitgleich entstandenen fast identischen «Schwesterbild» in Öl, das im Pariser Centre Pompidou hängt, sei das Klebestreifenbild aber schon kurz nach dem Tod Mondrians 1944 um 180 Grad gedreht worden, sagte Kuratorin Susanne Meyer-Büser.
Die Kunsthistorikerin präsentierte mehrere Indizien für ihre Annahme. So ist auf einem Foto, das kurz nach Mondrians Tod in dessen Atelier entstand, das Klebestreifenbild noch in anderer Ausrichtung auf der Staffelei zu sehen: Die dichteren Streifen befinden sich am oberen Rand und verlaufen damit exakt wie beim Ölbild in Paris.
Auch der Verlauf der Klebestreifen mit ihren unsauberen Abrisskanten erhärtete den Verdacht. "So ist festzuhalten: «Das Gemälde New York City 1 aus der Kunstsammlung steht auf dem Kopf», sagte Meyer-Büser.
Kunsthaus will das Bild nicht umdrehen
Das Problem ist, dass Mondrian das Bild nicht signiert hatte. Eventuell diente es auch nur als Studienobjekt. Vielleicht sei der Hängungsfehler schon 1945 passiert, als das Bild erstmals im New Yorker Museum of Modern Art ausgestellt wurde, so Meyer-Büser. «War es Zufall, war es ein Versehen?» Vielleicht sei es schon beim Auspacken der Transportkisten umgedreht worden. Der Nachlassverwalter Harry Holtzman habe später gross «Mondrian» auf den Holzrahmen geschrieben. Habe auch er «nicht richtig hingeguckt»?
Das Bild sei jedenfalls so auch ins Werkverzeichnis eingegangen und damit allgemein akzeptiert. Umdrehen werde die Kunstsammlung das Klebestreifenbild nun nicht mehr.
(sda/jaw/hap)