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Thierry Béguin
Anwalt, ehemaliger Neuenburger Staatsrat, ehemaliger Staatsanwalt.
Die französische Sprache ist meine Geliebte. Vielleicht gibt es schönere. Das spielt keine Rolle. Ich werde ihrer Musik, die keiner Noten bedarf, um zu singen, nie überdrüssig. Masslose Liebe, körperlich und geistig … Wenn ich sie sehe, wenn ich sie rezitiere, wenn ich sie höre, durchdringt sie den kompakten Humus meiner menschlichen Verzweiflung und gelangt in den Fluss der Seele. In dieser immer wieder neu beginnenden Taufe erahne ich die Idee von Glück, und ich brauche sie nur noch mit meinen Armen zu umfassen, um die Welt zu begreifen.
Thierry Béguin, 1947 in La Chaux-de-Fonds geboren, hat am Institut catholique de Paris Literaturwissenschaft und an der Universität Neuenburg von 1967 bis 1973 Rechtswissenschaft studiert. 1974 als Notar patentiert, beginnt er seine Karriere in der Magistratur der Neuenburger Justiz, zuerst von 1975 bis 1980 als Untersuchungsrichter, dann von 1987 bis 1999 als Generalstaatsanwalt. Von 1987 bis 1999 ist er Mitglied des Ständerats und vertritt die Schweiz bei den parlamentarischen Instanzen der Frankophonie. 1997 wird er in den Staatsrat gewählt und leitet das Département de l’Instruction publique et des affaires culturelles während zwei Legislaturen. Als Delegierter der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) begleitet er den Bundespräsidenten an die Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Frankophonie. Er ist gegenwärtig Präsident mehrerer kultureller Institutionen, darunter des Institut neuchâtelois.