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In der Klage gegen das Pharmaunternehmen und OxyContin-Hersteller Purdue Pharma, kam es am Mittwoch zu einer vorläufigen Einigung mit den insgesamt 23 klagenden Staaten und den 2000 Städten. Das Unternehmen muss sich für seine Rolle in der verheerenden Opioid-Krise verantworten.
Die Opioid-Krise mit rezeptpflichtigen Medikamten wie OxycContin, fand ihren Ursprung Ende der 90-er Jahre. Seither fielen ihr mehr als 200'000 Menschen direkt zum Opfer. Weitere 200'000 sollen durch den Umstieg auf das günstigere Heroin an einer Überdosis gestorben sein. Einige Pharmaunternehmen, die solche Medikamente herstellten, logen im Bezug darauf wie abhängig die Medikamente machten.
Die Anwälte der Kläger empfehlen laut Washington Times die Annahme des Deals. Purdue Pharma würde in diesem Falle über Jahre verteilt zwölf Milliarden Dollar bezahlen – drei davon aus der Tasche der Besitzer des Unternehmens, die Familie Sackler. Zudem würde die Familie die Kontrolle über das Unternehmen abgeben.
Die Einigung beinhaltet jedoch auch, dass Purdue Pharma offiziell kein Verschulden trifft. Das sorgt für massig Kritik, weshalb die Annahme des Deals noch nicht entschieden ist. Josh Shapiro, Generalstaatsanwalt von Pennsylvania sagte gegenüber der Washington Times: «Diese angebliche Lösung ist ein Schlag ins Gesicht für jeden, der einen geliebten Menschen wegen [...] der Gier dieser Familie begraben musste. Es erlaubt der Familie Sackler aus dieser Geschichte als Milliardäre zu gehen, ohne ein Fehlverhalten zugeben zu müssen.»
Auch Trevor Noah sieht die Einigung kritisch. Auf der einen Seite sei er glücklich darüber, dass das Unternehmen und die Familie bezahlen müssen. Auf der anderen Seite sieht er, dass Unternehmen wie Purdue Pharma kranke Menschen darüber irreführten, wie abhängig diese Medikamente machen. Zudem betrieben sie Lobbyismus mit dem Ziel, dass Ärzte mehr solche Medikamente verschreiben konnten.
Noah argumentiert, dass die Strafe eigentlich gar keine ist: Die Sackler-Familie verdiente Milliarden und gibt nun einen Teil davon zurück – sie hat jedoch trotzdem am Tod tausender Menschen viel Geld verdient. Hinzu kommt, dass die Familie Sackler weitgehend in Anonymität ein angenehmes Leben lebt.
Bei den Verhandlungen wurde jedoch Richard Sackler, der ehemalige Verwaltungsratspräsident von Purdue Pharma, das erste Mal gesehen und hat gesprochen. Er wurde dazu befragt, wieviel Geld die Familie mit dem Verkauf von OxyContin verdient habe. Er beantwortet die Frage mehrfach mit «ich weiss es nicht». Schlussendlich gibt er zu, dass es vermutlich mehr als eine Milliarde Dollar gewesen seien. Trevor Noah findet das zurecht sehr unglaubwürdig: Es handle sich nicht um Kleingeld – wenn man Milliarden verdient hat, dann weiss man auch wieviele.
Trevor Noah erklärt, dass die Sacklers zwar Milliarden bezahlen müssen, aber niemand für dieses Verbrechen ins Gefängnis wandert. Als Vergleich bringt es den Fall von Felicity Huffman – ihr droht eine Gefängnisstrafe für Betrug in einem College-Zulassungs-Prozess. Die Sackler Familie, die für den Tod von tausenden von Menschen verantwortlich ist, muss lediglich eine Geldsumme bezahlen.
In Noahs Augen ist die Familie nichts anderes als Drogendealer, die über Leichen gehen. Aus diesem Grund sollten die Verantwortlichen der Opioid-Krise definitiv hinter Gitter.