Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/89571

<h2>SubmittedText<h2><p>Sie beurteilen (Antwort vom 10. März 2008 auf die Frage 08.5038) Poker als ein nicht unbedingt sucht- und verlustträchtiges Spiel und lehnen Sozialschutz und Jugendschutz ab.</p><p>Beispiele von Suchtfällen bei Poker sind aber zu Hunderten beschrieben.</p><p>Zudem ist das Pokerspiel als verbreitete Einstiegsdroge in die Spielsucht geläufig. Die TV-Angebote mit den hohen Gewinnsummen verlocken nachhaltig.</p><p>Sind Sie bereit, diese Probleme ernst zu nehmen?</p><p>Was werden Sie unternehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Vor einer Woche habe ich Fragen zu Pokerturnieren beantwortet. Die Antworten bezogen sich denn auch auf Pokerturniere, die als Geschicklichkeitsspiele eingeordnet werden können. Im Sinne einer Richtigstellung ist deshalb zu sagen, dass es die Pokerturniere sind, die nicht als sucht- oder verlustträchtige Spiele gelten, wo sich die Fragen von Sozialschutz und Jugendschutz nicht zwangsläufig stellen. Der aktuelle wissenschaftliche Stand beurteilt die potenziellen Gefahren von Geschicklichkeitsspielen als gering.</p><p>Nicht in Turnierform durchgeführte Pokerspiele können tatsächlich problematisch sein. Hier geht es um einzelne Pokerpartien, also um Poker in seiner Grundform, mit Einsatz und Gewinnmöglichkeit, von den Fachleuten Poker-Cash-Games genannt. Bei solchen handelt es sich nicht um Geschicklichkeitsspiele, sondern um Glücksspiele im Sinne des Spielbankengesetzes. Die sich bei solchen Spielen in den Bereichen Sozial- und Jugendschutz stellenden Probleme werden bereits heute ernst genommen. Die Spiele sind ausserhalb von Casinos illegal und werden strafrechtlich verfolgt. Innerhalb von Casinos gelten strenge Sozial- und Jugendschutzvorschriften, die von der Eidgenössischen Spielbankenkommission überwacht werden.</p>