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Jean-Gabriel Périot bot den Schülern eines Pariser Gymnasiums an, an einem Experiment über das militante Kino von Mai 68 teilzunehmen. Diese Schüler werden das technische Team des Films bilden, aber auch Schauspieler, performative Körper sein, über die die Frage gestellt wird, was heute Politik ist. Sie werden legendäre Szenen aus Filmen von Tanner, der Medvedkin-Gruppe oder von Godard nachspielen. Die von diesen jungen Menschen übernommenen Parolen von Mai 68 spiegeln trotz der Unterschiede zur heutigen Zeit die Feststellung wider, dass es in Sachen politische Formulierung mehr Zweifel als Gewissheiten gibt. Was ist eine Arbeiterklasse? Was ist Kapitalismus? Was ist eine Gewerkschaft? Anhand dieser den Gymnasiasten gestellten Fragen konfrontiert sich Périot, ohne zu urteilen, mit einer neuen Generation, um eine Antwort auf die wesentliche Frage des Films zu finden: Haben wir versagt? So werden einige der Konzepte, die wie den Kommunismus, den Faschismus oder die Klassenbewusstsein die Geschichte des Denkens im 20. Jahrhundert geprägt haben, von einer Jugend hinterfragt, die das Recht auf eine eigene Meinungsäusserung geltendmacht. Ein Film über die Dringlichkeit, anders an die politische Debatte heranzugehen.
Elena Lopèz Riera