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Aktualisierung: 03.01.2016

Bauetappe auf dem Säntis von 1968 - 1976
Säntis, der Berg der Extreme
- Tiefste Temperatur -32 ° C, 1905 gemessen
- Höchste Temperatur 20.8 ° C, 1983 gemessen
- Höchste Windgeschwindigkeit 229 km/h, 1999 gemessen
- Höchste Schneemenge >8 m, 1999 gemessen
- Innert kürzester Zeit kann sich bis 1 m Eis bilden
- Auf dem 2'505
Meter hohen Ostschweizer
Hausberg entstand von 1968 - 1976 eine völlig neue Schwebebahn
mit Kabinen für 100 Personen.
- Auch die Talstation wurde neu
gebaut.
- Auf dem Gipfel entstand ein neues Mehrzweckgebäude mit
modernen Restaurationsbetrieben und Kommunikationsanlagen für die
damalige PTT (heute Swisscom Broadcast).
- Die
augenfälligste Veränderung betraf mit Sicherheit den
neuen Sendeturm der damaligen PTT (heute Swisscom Broadcast).
- Für die Erstellung dieser Bauten kamen insgesamt 5 Krane des
dänischen Herstellers Kroll zum Einsatz.
- Als erster Kran wurde
im April 1969 auf dem Gipfel ein Kroll Typ K 64 montiert.
- Dieser Kran
hatte verschiedene Spezialinstallationen um
den extremen äusseren Bedingungen zu trotzen.
- Diese
Polarausrüstung umfasste folgende Elemente:
- Mastkonstruktion
mit Querschnitt 1.2 x 1.2 m, dimensioniert
für Windgeschwindigkeiten von 220 - 250 km/h.
- Die Elemente
wurden in 2 m Baulänge ausgeführt anstatt der
normalen Länge von 4 m.
- Zur Vermeidung der
Kaltspröigkeit des Stahls, wurden die Eckprofile aus doppelt
beruhigtem Stahl gefertigt.
- Der Ausleger wurde in Elemente von 4 m
Länge aufgeteilt anstatt der normalen Länge von 8 m.
- Der Gegenausleger wurde als geschlossenes Hohlprofil
ausgeführt.
- Dieser war geeignet zum Anschluss eines
Warmluftaggregates, mit welchem das Hub-, Schwenk- und Katzfahrwerk
beheizt werden konnten.
- Alle Antriebe wurden mit einer speziellen
Abdeckung versehen.
- Am Auslegerfuss wurde eine geschützte
Parkstation für die Laufkatze angebracht.
- Sämtliche
Getriebe und Lager wurden mit einer speziellen
Polarschmiermittelfüllung versehen, so dass bis minus
15 ° C mit dem Kran gearbeitet werden konnte.
- Die Seile wurden
einer Spezialbehandlung unterzogen und der Kran
verfügte über Eisabstreifer zur Vermeidung
störender Eisbildung.
- Als Schwenkwerk kam der Antrieb des K 80
zum Einsatz, so dass auch noch bei erhöhter
Windgeschwindigkeit gedreht werden konnte.
- Eine zusätzliche
Montagewinde ermöglichte das Einbringen der Mastsektionen beim
Klettern.
- Der Kran wurde mit der Schwebebahn auf den Gipfel gebracht
und mittels Selbstmontage montiert.
- Die in sehr leichte Einzelteile
zerlegbare Konstruktion des Kroll Krans kam diesen extremen
Einsatzbedingungen sehr entgegen.
- Kroll K 64 auf dem Gipfel des Säntis auf über 2'500 m Höhe.
- Die
spezielle Krankabine ist zum
besseren Überblick in der Mitte des Auslegers montiert.
- Die
Auslegerlänge betrug 28 m und die Tragkraft hierbei war 2'500
kg.
- Die Grundhakenhöhe betrug 15.5 m
- Später wurde
die Höhe durch Klettern erweitert.
- Die Radio- und
Fernsehsender sowie die
Parabolantennen senden mitten in der Baustelle weiter!
Vor der Bauetappe 1968 - 1976
- Am 1. September1882 wurde auf dem Säntis eine Wetterstation in
Betrieb
genommen.
- Diese befand sich auf dem Dach eines kleinen Holzhauses, das
heute noch
steht.
- Im Jahr 1887 hatte der Wetterwart auch einen Wohnraum auf dem
Säntis.
- Am 18. Juli 1935 machte der Verwaltungsrat die erste Fahrt auf
den Säntis.
- Am 30. Juli 1935 traf das erste Postauto auf der Schwägalp ein.
- Ab dem 31. Juli 1935 konnten Passagiere die Schwebebahn
fahrplanmässig benutzen.
- Als der letzte Wetterwart im Jahr 1969 seinen Dienst beendete,
integrierte die Säntisbahn eine neue Wetterstation in der neuen
Mehrzweckanlage.
- Das Wetter beobachtete seit dann das Personal der PTT (heute
Swisscom Broadcast).
Mit einer Materialseilbahn
wurde das Baumaterial auf den Säntis transportiert.
Foto: Archiv A. Bruderer
Die damalige Bergstation
im Bau um ca. 1930.
Da kein Kran vorhanden war, musste viel mit Muskelkraft gehoben
und transportiert werden.
Foto: Archiv A. Bruderer
Die damalige Bergstation
von der Seite.
Die Schwebebahn fuhr rechts ein und aus.
Foto: Archiv A. Bruderer
Säntis Bergstation im Jahr
1959.
Foto: Staatsarchiv Kanton St. Gallen
Die Fernsehantennen für
das damals einzige Programm des Schwezer Fernsehens wurden direkt an
den Fels gebaut.
Die Fachleute hatten noch nicht die heutigen Kenntnisse über nicht
ionisierende Strahlungen.
Foto: Staatsarchiv Kanton St. Gallen
Die erste Mehrzweckanlage
für die Übertragung von drahtlosen Signalen für Radio, TV und
Funkdienste aus den Baujahren 1956/1957.
Foto: Archiv A. Bruderer
Die damalige
Mehrzweckanlage der damaligen PTT wurde erweitert.
Foto: Archiv A. Bruderer
Bauten auf dem Gipfel
Der Kroll K 64 beim
Klettern.
Die angehängte Last dient als
Gewichtsausgleich des Krans.
Foto: Archiv P. Meyer
Der Kroll K 64 hebt einen
Tank.
Extreme Eisbildung auf
dem
Gipfel.
Links ist
der alte Sendeturm und rechts der Bau der neuen Bergstation der
Schwebebahn sichtbar.
Seitlich der
Bergstation der Schwebebahn
wurden Kavernen für Parabolantennen gebaut.
Foto: Archiv P. Meyer
Die Bergstation.
Man sieht den Kroll K 64.
Foto: Archiv P. Meyer
Innert kürzester Zeit
können sich bis 1 m lange Eisfahnen bilden, wie am Ausleger
eindrücklich ersichtlich ist.
Foto: Archiv P. Meyer
Vorne sieht man den
Sendeturm, welcher vor der Bauetappe 1968 - 1976 in Betrieb war.
Kroll K 64 (links( und K 48 (rechts).
Foto: Archiv A. Bruderer
Auf dem Gastronomie
Gebäude.
Die Schwebebahn fährt auf der linken Seite ein- und aus.
Der Kroll K 64 ist ausser Betrieb und die Hakenflasche ist in der
Umrandung zum Schutz vor Eis und Schnee parkiert.
Foto: Intermac AG, Archiv P. Meyer
Blick auf den Kroll K 64
(links) und den Kroll K 48 (rechts).
Foto: Archiv A. Bruderer
Blick auf den Kroll K
64 (links) und den Kroll K 48 (rechts).
Der K 64 war auf dem Dach des Gebäudes auf dem er stand verankert.
Foto: Archiv P. Meyer
Blick auf den Kroll K
64 (links) und den Kroll K 48 (rechts).
Foto: Intermac AG, Archiv P. Meyer
Als zweiter Kran kam
1971 ein
spezieller
Kroll K 48 auf dem Gipfel zum Einsatz.
Der abgeänderte
Ausleger hatte nur 15.6 m Ausladung und die Tragkraft war
durchgehend 3'000 kg.
Der verstärkte Mast bestand aus Elementen
der Serie K 80 und K 60.
Das Hubwerk war mit einer 30 PS
Schleifringläuferwinde ausgestattet.
Die Montage erfolgte mit
dem bestehenden Kroll K 64.
Foto: Archiv P. Meyer
Der Kroll K 64 hob einen
Kübel zu einer Spalte, wo er entleert wurde.
Foto: Archiv A. Bruderer
Vorne sieht man die
Transport Schwebebahn.
Hinten fuhr eine der alten Kabinen in die Bergstation ein.
Foto: Archiv A. Bruderer
Die Transport Schwebebahn
transportierte einen unten entleerbaren Kübel voller Zement auf den Säntis.
Im Hintergrund stand ein alter Sendeturm der damaligen PTT (heute
Swisscom Broadcast).
Foto: Archiv A. Bruderer
Die Betonierarbeiten sind
im Gange.
Die Antennen sendeten auch während dem Bau.
Ganz links sieht man den Turm vom Kroll K 64.
Foto: Archiv A. Bruderer
Übersicht über den Säntis
Gipfel.
Foto: Archiv A. Bruderer
Kroll K 64 (links) und K
48
(rechts) an der
Arbeit.
Der Gastronomie Teil unter der Deckenschalung wurde bei der Bauetappe
1995 - 1998 abgebrochen und neu gebaut.
Foto: Archiv P. Meyer
Ansicht von unten auf die
Gebäude, den Kroll K 64 und den alten Antennenturm (hinter dem Kroll K
64).
Die Schwebebahn fährt im Bild auf der linken Seite in die Bergstation
ein.
Der Gastronomie Teil (rechts) wurde in der Bauetappe 1995 - 1998
abgebrochen und neu gebaut.
Foto: Archiv A. Bruderer
Übersicht über die
Baustelle.
Auf der linken Seite fährt die Schwebebahn ein und aus.
Links sieht man den Kroll K 64.
Der damalige Sendeturm mit der Abdeckung in Ocker wurde in Etappen
wahrscheinlich ohne Turmdrehkran gebaut.
Foto: Archiv A. Bruderer
Kroll K 64 (links) und K
48 (rechts) bei einem Sonnenuntergang.
Foto: Archiv P. Meyer
Kroll K 64 über dem
Nebelmeer im Gegenlicht.
Foto: Archiv P. Meyer
Bau der Schwebebahn
- Für die Erstellung der neuen Schwebebahn setzte die Firma
Garaventa Seilbahnen aus Goldau ebenfalls 2 Kroll Krane des Typs K 60
und K 62 D ein.
- Bei jeder Stütze wurde ein Kran montiert.
- Die
Montage war sehr abenteuerlich und erfolgte mit Winden, Montagenadel
und unter Zuhilfenahme der bestehenden Seilbahn.
- Der Kroll K 62 D an
der Stütze 1 wurde mit 62 m Hakenhöhe im neuen Mast
montiert.
- Zur Erreichung dieser Höhe musste der Kran am Mast
verankert werden.
- Die nachfolgenden Bilder vermitteln einen kleinen
Eindruck der sehr speziellen und einmaligen Kranmontagen.
- Heute werden
Seilbahnanlagen meistens mit dem Helikopter montiert.
- Am 6. April 1974 wurde die damals neue Säntis Schwebebahn mit
Kabinen für den Transport von 100 Personen pro Fahrt und Richtung
eingeweiht.
- Diese haben eine Kapazität von 800 Personen pro Stunde.
Kranmontage bei der Stütze 2
Kroll K 60 bei der Stütze
2.
Der Gegenausleger wurde mit der Hubwinde hochgezogen.
Die glatte Mastbauweise mit
der überstehenden Glockenbauart des Oberteils
ermöglichte das selbständige Aufziehen des
Gegenauslegers.
Foto: Archiv P. Meyer
Zusammenbau des
Auslegers am Boden mit der Schwebebahn.
Die Kabine der alten Schwebebahn transportierte pro Fahrt 45 Personen
(300 Personen pro Stunde).
Foto: Archiv P. Meyer
Hochziehen des Auslegers.
Auf der einen Seite
mit der Schwebebahn und auf der anderen Seite mit der Hubwinde des
Krans.
Ein sehr heikles
Zusammenspiel, welches vollste Konzentration der Montagegruppe
erfordert und keine Fehler zulässt.
Foto: Archiv P. Meyer
Der Ausleger ist am
Anlenkpunkt
verbolzt und
wird mit der Seilbahn bis über den toten Punkt gehoben um ein
selbständiges Hochziehen zu ermöglichen.
Foto: Archiv P. Meyer
Ein weiteres Hochziehen
war mit
der Schwebebahn
nicht mehr möglich.
Die bedrohliche Schräglage der
Seilbahnkabine zeigt die enormen Kräfte welche dabei wirkten.
Durch Anbringen einer Seileinscherung konnte mit der Winde des Krans
und der Bahn
zusammen der Ausleger weiter angehoben werden.
Dazu musste die
Einscherung umgehängt werden.
Foto: Archiv P. Meyer
Die letzte Etappe musste
die
Kranwinde aus
eigener Kraft schaffen, die Schwebebahn war dabei auf verlorenem Posten.
Foto: Archiv P. Meyer
Der Ausleger hängt an
der
Hilfsabspannung und ist überzogen, damit die Halteseile
eingehängt werden können.
Der Gegenballastkasten wird
erst nach der Auslegermontage angebracht.
Foto: Archiv P. Meyer
Der Kran ist fertig
montiert.
Ein
Kranmonteur nutzt die Gelegenheit um dem Fotografen zuzuwinken.
Die
Erleichterung über die gelungene Montage ist
augenfällig.
Höhenangst ist bei dieser Arbeit nicht
zu gebrauchen.
Foto: Archiv P. Meyer
Bau der Stütze 1
Der Kroll K 62 D an der
Stütze 1.
Der
verankerte Kletterkran war mit 62 m Hakenhöhe montiert.
Gut zu
sehen oben auf dem Kran ist der Lastgalgen zum zentralen Einbringen der
kompletten Turmstücke.
Foto: Archiv P. Meyer
Kroll K 62 D an der
Stütze 1 der neuen Schwebebahn.
Gut
zu erkennen ist die Verankerung des Kranturms an der Stütze 1.
Foto: Archiv P. Meyer
Bau der Talstation
Neubau der Talstation
auf der
Schwägalp in der Nähe der alten Talstation.
Die Schwebebahn verlässt die Talstation auf der im Bild linken Seite.
Die Gemeinschaftsunternehmung unter der
Federführung der Firma Biasotto aus Urnäsch setzte
dazu im Jahr 1972 einen Kroll K 62 ein.
Foto: Archiv P. Meyer
Bericht von P. Meyer. Herzlichen Dank an die Firma Zatta Kranservice
in Herisau für die zur Verfügung gestellten einmaligen
Aufnahmen und Unterlagen über diese spektakuläre
Baustelle!