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Rashomon
Kyoto im 12. Jahrhundert. Bei strömendem Regen suchen ein Priester, ein Holzfäller und ein Wanderer Zuflucht in einer Ruine. Gesprächsthema ist ein Verbrechen, das sich kürzlich ereignet hat: der Totschlag eines Samurai und die Vergewaltigung von dessen Frau; verdächtigt wird der Bandit Tajomaru. In Rückblenden rollt der Film den Tathergang aus vier Perspektiven auf – alle plausibel und doch widersprüchlich. In den verschiedenen Versionen verhalten sich die Figuren unterschiedlich; gleich bleiben einzig der Ort des Geschehens, eine kleine, lichte Stelle im Wald, und die drei Personen. Klar ist auch, dass der Samurai am Ende tot ist. Bleibt die Frage, wie es dazu kam. Im ersten japanischen Film, der in der westlichen Welt Aufsehen erregte, thematisiert Kurosawa, dass Wahrheit stets Konstruktion und eine Frage der Selbstwahrnehmung ist. «Rashomon» wurde im August 1950 in Japan uraufgeführt. Zur Sensation wurde der Film in den Folgejahren, als er an den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen und einem Oscar ausgezeichnet wurde. «Dieser Film ist wie ein Rollbild, das im Entrollen das menschliche Ich enthüllt.» (Akira Kurosawa). Zwei Erzählungen des Dichters Akutagawa Ryunosuke waren der Ausgangspunkt für «Rashomon». Die eine liefert die Rahmenhandlung unter dem titelgebenden Rashomon, dem Südtor des alten Kyoto, die andere das Mark von Kurosawas Filmhandlung.Do, 18.1., 20.15 Uhr: Vor dem Film Einführung in die Filmreihe «Akira Kurosawa – Gangster, Samurai und Idealisten» von Liliane Hollinger, Bendicht Furrer und Julius Schmidt (Programmgruppe Kino Cameo).