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Autor: Sébastien Julan/La Liberté
Freiburg Philippe Gugler, Präsident des Departementes für Volkswirtschaftslehre an der Uni Freiburg, wird sowohl von der «SonntagsZeitung» als auch vom «Le Matin Dimanche» mit Plagiatsvorwürfen eingedeckt. Laut der SonntagsZeitung hat er im Jahre 2009 in einem Arbeitspapier für die «NCCR Trade Regulation» über Staatsfonds in der EU mindestens fünf Passagen aus zwei Artikeln des «Wall Street Journals» sowie der «German Times for Europe» aus den Jahren 2007 und 2008 übernommen. Im «Le Matin Dimanche» wird ihm vorgeworfen, in seinen Kolumnen in der Tageszeitung «La Liberté» willentlich Stellen aus Artikeln der Zeitung «Le Monde» kopiert zu haben, ohne die Quellen anzugeben. Auch in wissenschaftlichen Artikeln sei dies vorgekommen.
Gutachten angeordnet
Gemäss Uni-Rektor Guido Vergauwen soll ein Gutachten einer Expertenkommission diese Vorwürfe untersuchen. Professor Gugler habe dieses Gutachten selber verlangt. Die Vorwürfe erstaunen umso mehr, als Gugler selber Richtlinien für seine Studenten erlassen hat, in welchen er Plagiate schwer verurteilt. Einige Fragen an ihn:
Philippe Gugler, wie reagieren Sie auf diese Vorwürfe?
In meinen Kolumnen habe ich nie die Absicht gehabt, etwas zu tun, was der «Liberté» schaden könnte. Ich habe Notizen gemacht, wenn ich irgendwo etwas Interessantes entdeckt habe. Ich habe diese stets selber redigiert, ohne Mithilfe meiner Assistenten. Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Arbeiten kann es in Kolumnen nicht angehen, noch Fussnoten anzubringen. Ich habe aber nie einfach abgeschrieben. Ich habe meine Ansicht geäussert, indem ich manchmal die Meinung anderer Personen geteilt habe, von der ich gelesen oder zum Beispiel an Konferenzen gehört habe.
Sind die Beispiele in der Sonntagspresse nicht erdrückend?
In der Zeitung «Le Matin» wird mir vorgeworfen, in einem Artikel über das Erdöl M. Davies nicht zitiert zu haben. M. Davies war aber eine zweite Quelle. Ich habe im Internet die Erstquelle überprüft. Hätte ich diese zweite Quelle angeben sollen, wenn ich Nachforschungen über die Erstquelle betrieben habe? Ich sage meinen Studenten, immer die erste Quelle anzugeben und nicht die Erwähnung in einer Zeitung, bei der es sich meist um eine zweite Quelle handelt.
In einem Fall sind sich aber Ihr Artikel und der in «Le Monde» sehr ähnlich. Liegt hier nicht Paraphrase vor?
Sie sind sich ähnlich, da wir die gleiche Information vermitteln. Das ist vielleicht eine Ungeschicklichkeit. Ich hätte gewisse Wörter austauschen und gewisse Sachverhalte anders darstellen sollen, aber das ist gewiss kein reines Plagiat. Ich kann hier erhobenen Hauptes auf die Vorwürfe reagieren. Ich habe Tatsachen wiedergegeben, ohne schlechtes Gewissen, denn nichts ist einfach so übernommen.
Sind Sie im Fall der wissenschaftlichen Arbeiten auch zuversichtlich?
Ja, ich bin zuversichtlich betreffend den fraglichen Abschnitten, die ich redigiert habe. Deshalb habe ich vom Uni-Rektor die Eröffnung einer Untersuchung verlangt. Die Arbeitspapiere sind ja in erster Linie für eine Diskussion gedacht, bevor sie in einem wissenschaftlichen Magazin erscheinen. Ich habe sie mit dem Co-Autor redigiert, der Jurist ist. Das Ganze ist für mich eine Lehre, ich werde künftig stets auf eine Anti-Plagiat-Software zurückgreifen.bearbeitet von FN/az