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Jean
Jacques, franz. Historien- und Porträtmaler, geb. zu
Bernweiler im Elsaß, lernte die Anfangsgründe der Kunst unter Gabriel Guérin in Straßburg, wurde
in Paris Schüler der École des beaux-arts und Drollings, trug 1858 den Preis von Rom im Geschichtsbild davon und hielt
sich dann zu seiner weitern Ausbildung über fünf Jahre in Rom auf. Später besuchte er Dresden und bereiste Holland. In
seinen Bildern liebt er die nackten Gestalten und halbreifen Körperformen, durch deren sinnlichen Reiz
er den Beschauer um so leichter zu fesseln weiß, da er das Geheimnis besitzt, mit einer beschränkten Farbenskala einen
großen Effekt hervorzubringen.
Ebenso originell ist seine Auffassung und Behandlung der Stoffe, worin er zwar oft ans Bizarre und Unschöne streift, aber
auch oft kühne und phantasievolle Schöpfungen hinstellt. Unter seinen ersten Bildern nennen wir nur den eingeschlafenen
badenden Jüngling, die sehr sinnliche, aus dem Bad steigende Susanna (1864) und den barmherzigen Samariter (beide im Luxembourg).
Später folgten dann als seine Hauptbilder: der höchst ansprechende, stimmungsvolle Abend, die Najaden, der sehr gelobte,
aber auch sehr getadelte Christus im Grab (1876), Johannes der Täufer, d. h. das Porträt eines
Freundes, dessen Kopf auf der bekannten Schüssel liegt, die mit jenem Christus 1878 in Paris ausgestellte, von der französischen
Kritik hochgepriesene Magdalena und 1880 eine Nymphe von keuscher Schönheit. Zu seinen bedeutenden Bildnissen gehören das
des ehemaligen Direktors der französischen Akademie, Victor Schnetz, und des Generals Chanzy. Er erhielt zahlreiche Medaillen,
wurde 1873 Ritter und 1878 Offizier der Ehrenlegion.