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Das Parlament schlägt vor, die von Wettbewerbskommission und Bundesgericht als unzulässig beurteilte Buchpreisbindung als Gesetz quasi via Hintertür dennoch wieder einzuführen. Als Hauptgrund wird oft die Rolle des Buches als Kulturgut erwähnt.
Bücher als Kulturgut schätze ich sehr. Aber die Buchpreisbindung fördert weder das Lesen, noch das Schreiben von Büchern. Die wahren Gewinner der Buchpreisbindung wären ausländische Verlage, denn 80% der Bücher in der Schweiz werden importiert. Die Buchpreisbindung würde die Preise, welche alleine durch die Verlage gesetzt werden könnten, zementieren. Dies bedeutet, dass wir den Verlagen monopolartige Macht geben würden, was wohl zu höheren Buchpreisen führen würde. Davon würden die Autoren aber zumeist kaum profitieren können. Im Gegenteil, denn teurere Bücher, die nicht populär sind (aber womöglich von einigen als „kulturell wertvoller“ gehalten werden als andere), würden noch weniger oft gekauft. Zudem würden teurere Bücher gerade im Zeitalter der permanenten Vernetzung den Anreiz, Bücher zu lesen, gerade für Junge deutlich senken. Damit wirkt die Buchpreisbindung gerade entgegen ihren eigentlichen Zielen.
Dass die Buchpreisbindung zur Kulturförderung nichts taugt, hat der Bundesrat bereits seit langem festgestellt. Für die Kulturförderung gibt es bereits heute effizientere und wirksamere Programme, u.a. direkte Unterstützung von Autoren.
Es gibt keine bessere Förderung des Lesens als durch günstige Bücher. Deshalb stimme ich Nein zum Buchpreisbindungsgesetz.
Adrian Ineichen
Präsident Jungfreisinnige Stadt Zürich (JFZ)