Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03396.jsonl.gz/246

Flo Kaufmann
Goldgasse
Im spätmittelalterlichen Solothurn spielte der Stadtbach – auch Goldbach genannt – eine zentrale Rolle für das Handwerk und das Gewerbe und somit für die wirtschaftliche Prosperität. Der künstlich umgeleitete Goldbach floss westlich des Franziskanerklosters durch die Ringmauer.
Der Bach war wichtig für die städtische Hygiene, aber vor allem war er ein Lieferant von Energie. Nacheinander waren dort eine Schleiferei, die 1373 vor dem Franziskanerkloster erwähnte «sliffenhofstatt», und nachher verschiedene Mühlen am Bach zu finden. Auch die Münzstätte, das 1481 genannte «Münzhuß» an der Fischergasse, der heutigen Theatergasse 18, nutzte den Goldbach als Energielieferanten. Diese Funktion des Baches war irgendwann nicht mehr bedeutend, sodass im Laufe des 19. Jh. das Wasser eingedohlt wurde. Warum der Goldbach so heisst, ist nicht bekannt. Das Schulhaus Kollegium, dass sich an der nun genannten Goldgasse befindet, war von der Jesuitenkirche her erschlossen. Nahe an der Hauptgasse lohnt sich ein Blick nach oben, sind doch die Häuser mit einer Art Brücke miteinander verbunden.