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DIE SAANE, EINE GRENZE!
Zweisprachigkeit
Die Saane, mehr als ein Fluss, eine Grenze!
Freiburg ist mit Wallis und Bern – und nicht zu vergessen Graubünden – einer der zweisprachigen Kantone der Schweiz. Anscheinend schuldet unser Kanton seine Zweisprachigkeit seiner Hauptstadt. Tatsächlich bestand die Freiburger Bevölkerung seit der Kantonsgründung 1157 aus deutsch- und französischsprachigen Gemeinschaften. Umso mehr als dass die Stadt Freiburg an der Grenze dieser beiden Sprachen liegt: der Saane.
Quelle: Eidgenössische Volkszählung 1990, BFS
Wieso ist die Saane eine Sprachgrenze?
Um zu verstehen, weshalb die Saane eine Sprachgrenze bildet, muss man bis ins 3. Jhd. zurück, zum Einfall der Barbaren. Die Alemannen besetzten zu jener Zeit den Osten des Schweizer Territoriums und die Burgunder den Westen. Damals stellte die Aare die Grenze der zwei Bevölkerungsgruppen dar. Erst Jahrhunderte später wurde die Grenze bis zur Saane hin verschoben. Man findet noch heute Spuren dieser Völker in verschiedenen Freiburger Gemeindenamen. Westlich der Saane findet man leicht Namen, welche mit «-ens» enden, wie Cottens oder Rossens. Im Osten enden die Ortschaften eher mit «-en» und «-ingen» wie Schiffenen oder Bösingen.
Wo stehen wir heute?
Im Kanton Freiburg bleibt diese Grenze heute eigentlich dieselbe. Allgemein gesagt, ist der Osten der Saane deutsch- und der Westen französischsprachig. Die Gründung der Stadt Freiburg erlaubte eine Verbindung zwischen den beiden Kulturen, die Schaffung einer zweisprachigen Hauptstadt. Im 16. Jhd. zählte sie ein Verhältnis von etwa drei Viertel Welschen und es gab ein paar deutschsprachige Enklaven westlich der Saane. Doch die Geschehnisse der Geschichte «verdrängten» die Deutschsprachigen auf die andere Seite des Flusses. Somit wurde die alte Grenze in den meisten Fällen wieder hergestellt. Wenn heute ein welscher Freiburger von der Deutschschweiz spricht, sagt er manchmal «le monde d’outre Sarine».
Der Röstigraben
Es handelt sich um einen Begriff, der nicht nur die Sprach-, sondern auch die Kulturgrenze zwischen den Welschen und den Deutschschweizern bezeichnet. Man findet Indizien dieser Verschiedenheiten namentlich bei Abstimmungen oder in überlieferten Küchenrezepten: ein Fondue zum Beispiel wird in Freiburg anders schmecken als auf der anderen Seite der Saane! Der Bund versucht, diese kulturellen Diskrepanzen aufzuweichen. Zur Veranschaulichung findet man am linken Saane-Ufer, flussabwärts der St-Johannbrücke, ein Denkmal, welches das Zusammenleben und den Zusammenhalt der zwei Sprachkulturen illustriert.
Frage 1
Was bedeutet:
Hoi zäme?
Salut à tous !
Frage 2
Wie übersetzt man:
Tu es gourmand?
Du bisch gschnüügget
Texte: Vincent Perritaz
Illustration: rmgdesign
Übersetzung: Pascal Coudret