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Immer wieder sprechen mich Leute auf Würfelpower an und erzählen von Ideen, die sie dazu noch haben. Ich realisiere aber öfters im Gespräch, dass vielen beim Durchblättern des Buches noch nicht ganz klar wird, worum es geht. Darum möchte ich hier nochmals die grundlegenden Merkmale des Ansatzes betonen:
Viele Kinder mit Förderbedarf in der Mathematik haben Mühe mit den herkömmlichen Darstellungen der Mengen. In den neueren Mathematiklehrmitteln wird zwar die Fünferdarstellung immer wieder eingeführt und gebraucht, im Alltag werden die Abacos eingesetzt und man spricht von Kraft der Fünf. Vergessen wird dabei aber, dass Kinder mit Förderbedarf diese Fünferdarstellung nicht erfassen können, solange sie in einer Reihe horizontal oder vertikal dargestellt wird. Es ist viel einfacher, wenn die Würfelaugendarstellung benutzt wird. Der Ansatz von Würfelpower basiert deshalb darauf, die Mengen bis 10 auf Würfeln darzustellen, die für fünf Augen Platz haben. Ab 6 werden die Mengen mit einem zweiten Würfel dargestellt.
Weiter werden die Würfelaugen immer wieder mit der Darstellung von Fingermengen in Verbindung gebracht. Weiss das Kind, dass es die Menge sieben mit einer „vollen Hand“ und zwei Fingern der zweiten Hand darstellt, so erkennt es die gleiche Menge auf den Würfeln ebenfalls. Ebenfalls wird der Zehnerübergang mit Fingern (siehe Handbuch Würfelpower) eingeführt und dann auf die Würfelaugen übertragen.
Alle Rechnungen werden mittels der Würfelpowerdarstellung visualisiert. Dies ist nur möglich, wenn die Darstellung und das quasisimultane Erfassen der Mengen zu Beginn intensiv eingeübt wird.
Mein Tipp nun für den Einsatz im Unterricht:
Die üblichen Lehrmittel des Kantons benutzen, aber den Kindern die verschiedenen Strategien aufzeigen. Im Kanton Zürich werden zum Beispiel folgende Strategien zum Rechnen aufgezeigt: Mit Hilfe von Schlüsselrechnungen auf andere Rechnungen ableiten, mit Hilfe von Punktefeldern rechnen, den Rechenstrich oder das Rechenband benutzen usw. Parallel dazu zeigen wir den Kindern nun auch den Ansatz von Würfelpower. Die Kinder wählen danach selber, welche Strategie sie jeweils beim Rechnen im Arbeitsheft des Kantons anwenden möchten. Würfelpower kann entweder ins Heft hineingezeichnet werden, oder die Rechnungen können auf Protokollblättern von Würfelpower gelöst und dann das Ergebnis ins Heft übertragen werden.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zum Beispiel für den Zehnerübergang nur wenige Kinder die Methode mit dem „Zehnerbänkli“ nutzen, welche wir Erwachsenen früher lernen und anwenden mussten. Mehrere Kinder greifen auf Schlüsselrechnungen zurück, und viele Kinder, darunter vor allem die Kinder, die Förderbedarf in der Mathematik haben, rechnen mit Hilfe von Würfelpower, sei es nun mit der Vorstellung der Hände oder mit Zeichnungen des Würfels.
Es lohnt sich deshalb, sich in den Ansatz zu vertiefen und ihn den Kindern vorzustellen. Er ist parallel zum Lehrmittel sehr gut einsetzbar. Im Handbuch von Würfelpower finden Sie den Ansatz erklärt sowie die grundlegenden Kopiervorlagen. Hier weitere Materialien, die im Unterricht gebraucht werden können:
Flashcards zur Mengenerfassung, 1. Klasse
Karte mit leeren Würfelaugen, gross, bis 20 – parallel zum Zwanzigerfeld brauchen, damit die Kinder beide Darstellungen kennenlernen, 1. Klasse. Mit diesen Würfelaugen können später auch Rechnungen gelegt werden. Zerlegungen sind ebenfalls möglich. Für die Verdoppelungen eignet sich diese Darstellung jedoch nicht.
Mengen mit Würfelaugen darstellen, malen oder Punkte aufkleben, Training zur Darstellung
Leeres Protokollblatt, das zum Berechnen von Aufgaben im Matheheft gebraucht werden kann. Möglich für 2. und 3. Klasse
Protokollblatt, das sich anlehnt an das Zürcher Lehrmittel, 3. Klasse, Addition und Subtraktion, Seite 4. Die Rechnungen sind vereinfacht, es sind nicht alle vorhanden, aber angepasst an die Bedürfnisse von Kindern mit einer Rechenschwäche. Die Seite 4 kann überklebt werden und ein doppelseitig bedrucktes Blatt kann noch mit Klebstreifen dazwischen ins Heft geklebt werden, so dass dennoch genug Übungsmaterial vorhanden ist.
Ich freue mich über Rückmeldungen, falls Sie die Materialien gebraucht haben. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Sie damit machen.