Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03271.jsonl.gz/962

Die Voralpengemeinde Flühli ist mit ihrer Fläche von rund 108 Quadratkilometern die grösste des Kantons Luzern. Das Haupttal wird von der Waldemme durchflossen. Den geologischen Untergrund bilden Kalk-, Flysch- und Molasseformationen. Zu den Kalkbergen gehören Schwändelifluh, Grönfluh und Schrattenfluh. Letztere nimmt mit ihren ausgedehnten Karrenfeldern, tiefen Schloten und weitverzweigten Höhlensystemen eine Sonderstellung ein und wird häufig von Speläologen aufgesucht. Die Flyschzone mit der Hagleren und dem Fürstei als bedeutendste Erhebungen weist zahlreiche (geschützte) Hoch- und Flachmoore auf. Die Gemeinde hat Anteil an den zwei grössten Moorlandschaften der Schweiz: Glaubenberg und Habkern/Sörenberg. Im Gebiet der subalpinen Molasse erheben sich Beichlen und Brandknubel, deren Sandstein-, Nagelfluh und Mergelschichten nördlich der Gemeinde in der romantischen Lammschlucht von der Waldemme durchbrochen werden. Gegen Süden schliesslich riegelt der Brienzer Grat mit Tannhorn und Rothorn das Tal ab. Das Brienzer Rothorn bildet mit seinen 2350 Metern den höchsten Punkt des Kantons Luzern. In Bezug auf die Bodennutzung entfallen 2.2 % auf die Siedlungsfläche, 44.8 % auf landwirtschaftliche Nutzfläche, 37.9 % auf Wald, und 15.1 % sind unproduktiv (Stand 2009).
Die Gemeinde umfasst zwei Ortsteile, nämlich Flühli und Sörenberg, welche zugleich selbstständige Pfarreien bilden.
Das gesellschaftliche Leben ist durch eine vielfältige Vereinstätigkeit geprägt, vorab im musikalischen und sportlichen Bereich.
Zur Beschäftigung
36.6 Prozent der Beschäftigten in Flühli-Sörenberg gehören dem Sektor 1 an, sind also in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Im Sektor 2 - Gewerbe und Industrie - finden wir 12.7 Prozent und stattliche 50.7 Prozent im Sektor 3, das heisst in den Dienstleistungen (Stand 2009).
Viehzucht, Milchwirtschaft, Kälbermast und Rindersömmerung (ca. 4000 Tiere) sind Zweige der hier gepflegten Landwirtschaft. Eine gewisse Rolle spielen überdies die Kleinviehzucht (Ziegen, Schafe) und die Schweinemast. Im nördlichen Gemeindeteil finden wir etwas Obstbau, hingegen ist der Ackerbau seit dem Zweiten Weltkrieg verschwindend klein geworden.
Das Gewerbe ist mit tüchtigen - vorab im Bausektor, im Transportwesen, in der Körperpflege und im Detailhandel tätigen - Handwerkern, Kaufleuten und Unternehmern vertreten. Leider fehlen eigentliche Industriebetriebe in unserer Gemeinde. Geschätzte Dienstleistungen erbringen die beiden Postämter, die Raiffeisen- und die Kantonalbank sowie Arzt, Zahnarzt und eine Physiotherapie. Zu einem unverzichtbaren Erwerbszweig hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Tourismus entwickelt. Dabei kommt Sörenberg mit seinen 19 Lift- und Bahnanlagen mit rund 50 km Piste, den zahlreichen Ferienhäusern und dem Langlaufzentrum Salwideli im Winter entschieden die grössere Bedeutung zu. Im Sommer ist aber auch das Dorf Flühli neben Sörenberg beliebter Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Eine vielfältige Flora, Begegnungen mit Tieren und eine herrliche Rundsicht belohnen die Wanderer für ihre Anstrengungen. In jüngster Zeit hat das Waldemmental dank der Errichtung eines 9-Loch-Golfplatzes in Flühli, einer Rodelbahn Rischli in Sörenberg, einer Kneippanlage am Schwandalpweiher in Flühli, einem Hochseilpark in Sörenberg, einem neuen Wasserspielplatz beim Damm in Flühli (Eröffnung 2009) sowie weiterer Elemente zum Thema Wasser an touristischer Attraktivität gewonnen.
Walter Küng