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Der Lebhag (Kapitel 4) Aus «Schneesturm im Sommer»
Auf einer waldarmen offenen Hochebene hatten die Bauern alle Hecken bis auf eine ausgereutet und ihre Äcker und Wiesen mit leblosen Zäunen umgeben, die aus eisernen Pfosten und Drähten bestanden. Sie behaupteten, diese Zäune seien viel bequemer und sauberer, sie nähmen dem Boden kein Licht weg und gäben keine Arbeit mehr. Es schien ihnen gleichgültig, dass das Land nun öder aussah, sie kümmerten sich um den Nutzen und nicht um die Schönheit des Landes, dafür waren sie Bauern.
Die letzte grüne Hecke verdankte ihr Leben dem alten Bonifaz, der sie erhalten wollte und ihren kräftigen Wuchs alljährlich selber mit der Hagschere zurückschnitt. Sein Sohn Blasius, Bläsi genannt, hätte sie längst durch einen Drahtzaun ersetzt und gab dem eigensinnigen Vater nur unwillig nach. Das Grundstück bildete ein Rechteck. Die westliche Hälfte war Wiese, die östliche war stellenweise geackert. Zwischen den beiden Hälften stand, mit Stall und Scheuer zusammengebaut, das zweistöckige braune Holzhaus. Die Hecke grenzte das Heimwesen auf der Längsseite gegen Norden von der Wiese des Nachbars ab. Dieser Nachbar hatte ebenfalls einen Drahtzaun vorgeschlagen und bis jetzt nur darauf verzichtet, weil der alte Bonifaz auch ihm die Arbeit mit der Hagschere abnahm.
Es war eine dichte, volle Hecke aus Weissdorn, Feldahorn, Hartriegel und anderen Sträuchern, von Ackerwinden und Hopfen durchwachsen, mit Blumen und Tieren zu ihren Füssen, ein richtiger Lebhag. Wenn auf der Wiese das Emd gesammelt und auf dem Acker geerntet war, ging der alte Bonifaz eines Tages in der Herbstsonne von früh bis spät gemächlich dem Hag entlang. Er rauchte sparsam eine Deckelpfeife, die ihm in den grauen Bart hinabhing, seine gebräunte Glatze glänzte, und seine Augen blickten freundlich auf das Gestrüpp, wo ihm jeder besondere Strauch bekannt war.
Über seiner mächtigen Schere, mit der er ruhig und gleichmässig arbeitete, fielen Dornschosse, laubige Zweige und hochgewachsene Ruten zusammen. Häufig stoben Vögel vor ihm aus dem Dickicht, um eine Strecke weiter wieder einzufallen, und er brummte beruhigend. Ein Hase sprang ihm vor den Füssen weg, er blickte ihm lachend nach, wie er mithochgestellten Löffeln flüchtete, und fand im Laub seine Sasse. Manchmal kam es vor, dass ein paar Haselruten plötzlich zu tanzen begannen und sich von ihm hinwegbewegten. «Potz Blitz und Donner», rief er dann laut, «da springt mir jader Hag davon!» Er lief den Ruten nach und klapperte mit der Schere, bis das Kichern hinter dem Hag sich zum entzückten Geschrei erhob und die Kinder auftauchten.
Die Kinder, ein Knabe und zwei Mädchen, durften auf der ganzen Wiese spielen, wenn sie gemäht oder abgeweidet war, aber sie strichen noch lieber dem Hag entlang, versteckten sich darin, machten Entdeckungen oder trolten an heissen Sommertagen in seinem Schatten herum. Der Hag war und blieb ihr Paradies, auch als sie zur Schule gingen. Nur hier und sonst nirgends im Umkreis fanden sie die ersten Schlüsselblumen, Buschwindröschen und Veilchen. Etwas später blühte stellenweise der Weissdorn, und es sah aus, als ob auf dem geschorenen grünen Lebhag Schneeflecken zurückgeblieben wären.
Zu dieser Zeit schlug der Hag schon überall aus, und der Grossvater Bonifaz zeigte den Kindern am stämmigen Ahorngeäst, das er doch kurz und kahl geschnitten hatte, die wunderbaren neuen Triebe. Er führte sie behutsam zu einem Vogelnest, das sie schützen sollten, und einmal zeigtenauch sie ihm ein Nest, ein kugelrundes, festes Nest aus grünem Moos mit einem Schlupfloch, die Wohnung des Zaunkönigs. Im Mai sammelte der Grossvater die Spitzentriebe der dünnen rauen Hopfenstengel, die ohne Halt schon hoch über den Hag hinaushingen, und machte daraus in einem Pfännchen mit Anken ein zartes Gemüse. Zwischen Dornen blühten Liguster, Heckenkirsche, Geissblatt, und im Sommer blühten an den Hagrändern hohe Spyräen, Akelei und andere Blumen, die nirgends auf der Wiese vorkamen.
Im August war der Hag so hoch, dass ein erwachsener Mann nicht mehr darüber hinwegblicken konnte, und im Oktober leuchtete er mit seinem vielfältigen Laub unter dem tiefblauen Himmel, als ob er alle Farben des Herbstes auf sich versammelt hätte. Es gab noch viele Lebewesen, Tiere und Pflanzen, die hier eine letzte schützende Zuflucht fanden, aber verborgen oder unbekannt blieben. Der alte Bonifaz wusste nur, dass sie da waren, und freute sich darüber.
In einem nasskalten Herbst legte sich der Grossvater für lange Zeit aufs Krankenlager. Bläsi und sein Nachbar hatten weder Zeit noch Lust, den Lebhag nun selber zu stutzen, dagegen beschlossen sie, ihn auszureuten. Im Winter gingen sie an die Arbeit, sie pickelten, schimpften und plagten sich viele Tage lang; der Hag mit seinem dichten Wurzelwerk hatte ein zähes Leben und machte ihnen mehr zu schaffen, als wenn sie ihn in zehn Wintern abwechselnd gestutzt hätten. Die Kinder schauten traurig zu. «Es ist doch schad!», sagte das ältere Mädchen, aber der Vater erwiderte, es sei höchste Zeit, mit dem wüsten Gestrüpp, Unkraut und Ungeziefer abzufahren.
Als der Grossvater im Sommer endlich aufstand und am Stock hinausging, sah er statt seines Lebhages nur noch einen eisernen Zaun. Er sagte kein Wort dazu, aber er schaute lange hin, als ob er es nicht begreifen könnte, und in seinem Blick erlosch die erwachende Lebensfreude seines heiteren Alters wieder. Er war der gute Geist des Hauses gewesen, jetzt wurde er grämlich und hinfällig. «Die Krankheit hat ihn hergenommen», sagten seine Leute und dachten nicht, dass auch weniger als eine Krankheit einen alten Mann mit seinen lebenslangen Gewohnheiten dauernd verstimmen kann.
Die Kinder vermissten den Lebhag am stärksten. Sie kamens either nicht mehr so rasch und gern von der Schule zurück, weil nun daheim etwas fehlte, das sie gelockt hatte. Wenn sie in der freien Zeit noch spielten, so verleidete ihnen das Spiel eher als sonst am unerschöpflichen Hag. Der Grossvater konnte ihnen nun nichts mehr zeigen und fand keinen rechten Anlass mehr, sich mit ihnen abzugeben. Sie trauerten zwar dem Hag nicht allzulange nach, und auf gesunde Kinderart vergassen sie ihn zuletzt sogar; aber die gewaltsame Zerstörung ihres Paradieses hatte ihnen doch ein wenig von ihrer Lebensfreude genommen, und dieses Wenige einer so kostbaren Eigenschaft fehlte ihnen künftig. Sie wussten es nicht, aber sie waren nicht mehr so froh wie sonst.
Im Hag hatten immer viele Vögel gelebt, Meisen, Rotkehlchen, Zaunkönige und manchmal auch ein Weidenlaubvogel, ein rotrückiger Würger. Sie hatten sich vom Ungeziefer genährt und mehr davon vertilgt, als je ein Bauer auf seinem Grund und Boden vermuten würde. Jetzt waren die Vögel fort und kamen nicht mehr, sie lebten nur in Gehölzen und Hecken, wo sie Schutz fanden. Umso besser ging es von nun an dem kleinen Getier, das man mit Menschenaugen erst entdeckt, wenn es zu schaden beginnt. Die Blütenstecher zogen ihre Brut auf, die ohne Gefahr am Baum überwintern konnte. Auf dem Kartoffelacker nahm ein bisher kaum bekannter gefährlicher Käfer überhand. Blattschaben, Schnaken, Raupen und Larven aller Art gediehen ungehindert. Das ganze Jahrhindurch wunderte sich Bläsi über dies und das, über angestochene Blüten, kahlgefressene Zweige, zernagte Kartoffelstauden, wurmstichiges Obst. Das war aber nur der Anfang, das Ungeziefer vermehrte sich Jahr für Jahr, die Ernte wurde immer schlechter, der Ärger darüber immer grösser.
Im Lebhag hatten Igel gewohnt und nachts auf ihren Streifzügen Engerlinge und Werren gefressen. Jetzt konnten sich die Igel hier nirgends mehr verbergen und zogen in eine Gegend, wo es noch Hecken gab. Genauso machte es eine Wieselfamilie, die aus ihren Schlupflöchern unter dem Hag endgültig verjagt worden war. Diese geschmeidigen schlanken Raubtierchen hatten hier jahraus, jahrein Feldmäuse vertilgt und sie unerbittlich bis in ihre Gänge hinab verfolgt. Jetzt vermehrten sich die Mäuse rasch und wurden zu einer Plage.
Zum Autor
Meinrad Inglin (1893–1971) Sohn eines Goldschmieds, Uhrmachers und Jägers, wurde mit siebzehn Jahren Vollwaise. Uhrmacher- und Kellnerausbildung, trotz fehlender Matura Studium der Literaturgeschichte und Psychologie in Bern, Genf und Neuenburg. Tätigkeit als Zeitungsredaktor, während des Ersten und Zweiten Weltkriegs Offizier im Grenzdienst. 1922 als Journalist in Berlin, danach als freier Schriftsteller in Schwyz. Für sein Werk (vor allem Romane und Erzählungen, einzelne Aufsätze, Notizen und eine Komödie) wurde Inglin vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grossen Schillerpreis und dem Gottfried-Keller-Preis.
Bläsi fand das alles unbegreiflich. Er dachte selber nicht viel nach, er machte nur ungefähr, was auch seine Nachbarn machten.
Er war ein harmloser, gutmütiger Mann. Dennoch hatte er jetzt fast dauernd eine schlechte Laune, und seine Angehörigen litten darunter. Den anderen Bauern der Gegend aber war es schon vorher in all diesen Dingen ähnlich ergangen, und sie wunderten sich nicht, dass von den allgemeinen Plagen nun auch dem Bläsi sein Teil aufgeladen wurde.
Es kam noch ein trockenes, windiges Jahr dazu und hatte die übelsten Folgen. Alte Leute behaupteten, so schlimm habe es früher auch in längeren und windigeren Trockenzeiten nicht ausgesehen; es sei kein Segen mehr auf dem Land. Dafür war es nun ein offenes, sonniges, bis zur letzten Handbreite voll genutztes Land mit sauberen Drahtzäunen. Früher hatten die vielen Hecken den austrocknenden Wind abgewehrt oder vermindert, die bodenwarme Feuchtigkeit war erhalten geblieben, und in regenlosen Wochen hatte wenigstens der nächtliche Tau die Erde befeuchtet.
Jetzt fuhr der Wind über das Land hin wie über eine kahle Steppe, und die paar Obstbäume hielten ihn nicht auf; er schadete dem Gras, das bei Wind nur ungern wächst; er trocknete den Tau rasch auf und nahm dem Boden die notwendige Wärme und Feuchtigkeit; er stäubte Erde von den ausgedörrten Äckern weg; er blies vom Grund der grünen Pflanzendecke die Kohlensäure, die sie zu ihrem Aufbau braucht, immer wiederfort. So geschah es in einer besonders windigen Trockenzeit, aber es geschah auch sonst in trockenen Sommerwochen, nur weniger auffällig, und der alte gesegnete Erdboden begann zu verarmen.
Das eine und andere Übel wäre erträglich gewesen, man hätte deswegen kein Geschrei erheben und nach der Ursachef orschen müssen, aber alle zusammen waren schwer zu ertragen. Bläsi meinte, dies gehe nicht mit rechten Dingen zu. Wie konnte man sonst begreifen, dass von einem gewissen Jahr an gleichzeitig das Ungeziefer Blüten, Blätter und Früchte verdarb, zahlreiche Mäuse überall wühlten und nagten, das Wachstum auf Acker und Wiese zurückging!
Das war aber nur der Schaden, den man sehen und ungefähr schätzen konnte. Bläsi und seine Angehörigen erlitten noch einen anderen Verlust, der schwieriger zu erkennen und gar nicht zu berechnen war. Mit der Verstimmung des alten Bonifaz, der auch als Grossvater lange der gute Geist des Hauses gewesen war, hatte es begonnen. Die scheinbar harmlose Enttäuschung der Kinder war dazugekommen, ihr leise abnehmender Frohmut, den sie später so notwendig gebraucht hätten. Der Ärger Bläsis über sein Missgeschick kam dazu, seine andauernde schlechte Laune, die auch seiner Frau das Leben schwer machte. Im ganzen Hause war niemand mehr zufrieden.
Die übrigen Bauern hatten angefangen, Maschinen und künstlichen Dünger zu verwenden und gegen die Insekten Gift zu spritzen. Bläsi sah eine Weile zu und fand am Ende, dass dies nur Geld koste, ohne viel zu nützen, und dass früher auch ohne diese künstlichen Mittel alles viel besser gegangen sei. Er hielt es nicht mehr der Mühe wert, sich abzurackern, und begann allerlei zu vernachlässigen. «Es ist wie verhext, da nützt doch alles nichts!», rief er, und weil dies nicht zu ertragen ist, fing er an, sich mit Most und Schnaps zu betrinken, um es zu vergessen.
Seine ältere Tochter heiratete so bald als möglich, und auch die jüngere hielt es daheim nicht lange aus, sie zog fort und diente in einem ordentlichen Hause, wo es ihr besser gefiel. Sein Sohn, der in einer so schlechten Lehre heranwuchs und im Vater ein ungutes Beispiel vor Augen hatte, verlor die Freude an der Landwirtschaft. Er verschwand eines Tages und schrieb aus der Fremde, er arbeite nun in einer Fabrik, man möge ihn entschuldigen; hier brauche er sich nicht abzuschinden, habe seine freie Zeit und verdiene einen rechten Lohn.
Bläsi betrank sich an diesem Tage. Als seine Frau ihm Vorwürfe machte, wurde er wehleidig und rief, es liege nicht an ihm, dass alles missrate, es sei kein Segen mehr drauf, er wisse nicht, warum.
Sie war eine herbe, schaffige Frau, aber nicht klüger als er. «Dann müssen wir um den Segen beten und häufiger in die Kirche gehen», erwiderte sie. Es war ihr ernst damit, und da Bläsi trotz allem ein gläubiger Mann geblieben war, widersprach er nicht.
Gebet und Kirchenbesuch halfen den beiden eine Weile über die tiefste Entmutigung hinweg, aber der Ertrag stieg nicht. Wenn der Mensch den Sinn für das Wunderbare und Schöne der Natur verliert und weniger nach ihrer Weisheit als nach seinem eigenen Kopfe verfährt, die Mittel also verachtet oder missbraucht, die Gott ihm in die Hand gibt, so wird er in allen Kirchen der Welt vergeblich um Hilfe beten.
Bläsi trank weiter, und oft musste seine Frau alles allein besorgen. Eines Morgens, als er ernüchtert in der abscheulichsten Laune zu Tische kam, beklagte sie sich bitter darüber. Er wurde grob, und sie begannen laut miteinander zu streiten.
Die Frau ertrug das nicht lange, sie brach in Tränen aus, wandte sich verzweifelnd an den alten Vater und rief, so könne es wahrhaftig nicht weitergehen und sie wisse keinen Rat mehr.
Der Grossvater Bonifaz, der altersschwach am Tische sass und zitternd sein Brot in den Milchkaffee tunkte, erwachte aus seiner Teilnahmslosigkeit, hörte eine Weile zu und sagte dann mit leiser, rauer Stimme: «Müsst die Drahtzäune ausreissen und grüne Lebhäge pflanzen, dann wird es schon allmählich wieder besser gehen.»
Bläsi und seine Frau sahen nicht ein, dass es daran liegen sollte, und fanden den Rat des Alten überaus töricht. Sie plagten sich noch so lange ab, bis der Grossvater gestorben war, dann verkauften sie das vernachlässigte Heimwesen und zogen fort. Ihnen fehlte der rechte Sinn für die Erkenntnis, die der Grossvater mit der einfachen Weisheit seines erfahrenen Alters gefunden und ausgesprochen hatte, wie er auch den übrigen Bauern dieser Gegend fehlte. Die Zeit dafür war hier noch nicht gekommen.
Es schien auf den ersten oberflächlichen Blick seltsam, dass etwas so Geringfügiges, längst Vergessenes wie das Ausreissen eines Lebhages am Unglück dieser beiden Leute schuldsein sollte. Aber es ist anderseits nicht seltsam, dass etwas so Schwebendes, Gefährdetes wie das menschliche Wohlergehen durch scheinbare Kleinigkeiten endgültig gestört werden kann. Der Frost braucht am Berghang nur ein paar Steine zu lockern, und der Felsblock darüber beginnt zu rutschen. Eine Träne genügt, um die Goldwaage aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es kann im Landleben auch etwas anderes sein, an dem dies sichtbar wird, ein verkaufter Talboden etwa, der für ein Kraftwerk unter Wasser gesetzt wird, ein kahlgeschlagener Wald, dessen Unentbehrlichkeit niemand erkennen wollte, oder auch nur eine schöne Baumgruppe, die man ahnungslos nach ihrem blossen Geldwert eingeschätzt hat. Hier war es ein Lebhag.
- Die «Editorische Notiz» zum Buch finden Sie hier.
- Jeweils sonntags wird der Roman «Schneesturm im Hochsommer» auf zeitlupe.ch fortgesetzt.
- Weitere Kapitel können Sie hier lesen.
«Schneesturm im Sommer»
Meinrad Inglin ist einer der bekanntesten Unbekannten, seinen Namen kennen fast alle, seine Werke die wenigsten. Dabei ist er ein grosser Könner in einem grossen Spektrum unterschiedlicher literarischer Genres, stilistisch abwechslungsreich und sprachlich wohlkomponiert. «Schneesturm im Hochsommer» versucht, sein vielfältiges Schaffen abzubilden und damit einen literarisch hochinteressanten und oft überraschend aktuellen Schweizer Klassiker wieder breiter bekanntzumachen.
«Inglin ist seit Jahren genau der, von dem viele sagen, man hätte ihn ‹nicht auf dem Schirm› und der deshalb allen so präsent ist. Die Frage ist doch vielmehr: Was macht den Kerl so interessant, dass er nicht verschwindet? Er hat nie auf Effekt geschrieben. Er hat versucht, Verhältnisse zu beschreiben, wie sie sind. Eine Haltung, die nach dem ganzen postmodernen Klimbim auf eine neue Art interessant ist.»
Peter von Matt
Meinrad Inglin, «Schneesturm im Hochsommer».
Herausgegeben von Ulrich Niederer, Nachwort von Usama Al Shahmani, 256 Seiten, Leinenband, CHF 28.– (UVP), Limmat Verlag, Zürich
Umschlagfotografie: Dino Reichmuth, Unsplash
Typografie und Umschlaggestaltung: Trix Krebs
Druck und Bindung: Friedrich Pustet, Regensburg
ISBN 978‑3‑03926‑021-8
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