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Postkarte, Rötelzeichnung von Adolf Henggeler (1843–1918)
Auf der hochformatigen, beigen Postkarte ist ein Seitenporträt nach links schauend eines Mannes mit Schnauz abgebildet. Unten in der Mitte stehen die Künstlersignatur und das Herstellungsjahr «M. Iten 17». Auf der Rückseite steht rechts in den Adresszeilen «L. Spillmann / "Daheim" / Zug.» und links der Text «Röthelzeichnung v. Herr M. Iten / darstellend Kapitän v. Unter-Egeri / ohne Wischer / Schiffskapitän Henggeler / gemalt v. Meinrad Iten / Kommentar: L. Spilmann / Daheim, Zug».
Beim Porträtierten handelt es sich um Adolf Henggeler (26.05.1843–06.10.1918) aus Unterägeri. Dieser war der Besitzer des Hotels «Ägerihof» und Weibel von 1877 bis 1886. Von 1893 bis 1904 und 1906 bis 1913 war er als Schiffskapitän tätig und unter anderem Kapitän auf dem Dampfschiff «MS Morgarten I» auf dem Ägerisee. Dieser Schraubendampfer verkehrte ab dem 15.08.1890 als Kursschiff auf dem Ägerisee und wurde wegen seiner Form auch «Holzschuh» genannt. 1896 und 1911 sank das Schiff und 1919 fuhr das Schiff zum letzten Mal und wurde dann 1923 nach Luzern verkauft.
Der Künstler Meinrad Iten (30.06.1867–28.06.1932) besuchte von 1881 bis 1883 die Stiftsschule beim Kloster Einsiedeln und erhielt dort seinen ersten Zeichenunterricht beim Kirchenmaler Pater Rudolf Blättler (06.08.1841–19.04.1910). Er nahm 1885 in München als Vorbereitung für die Kunstakademie Zeichenunterricht beim Zuger Maler Joseph Brandenberg (10.01.1858–um 1909/1927). Von 1885 bis 1893 besuchte er die Kunstakademie in Düsseldorf und wandelte sich allmählich vom Kirchenmaler zum Porträtisten. Bis 1899 blieb er in Düsseldorf, danach kehrte er nach Unterägeri zurück und arbeitete anfänglich als Porträtist grossbürgerlichen Familien in Zürich und Solothurn. Weiter stellte er zahlreiche Porträts von kirchlichen Würdenträger und Zuger Landammänner her. Nach dem 1. Weltkrieg erhielt er wegen seiner konservativen und naturalistischen Auffassung kaum mehr repräsentative Auftrage und konzentrierte sich daraufhin auf die Zeichnungen, in erster Linie auf Rötelzeichnungen. Er fertigte zahlreiche Porträts von Menschen des Ägeritals und der Region Zug an, wie das oben beschriebene Exemplar von Adolf Henggeler.