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Als Filmemacher Roger Corman mit den Dreharbeiten zu seinem LSD-Streifen begann, konnte er auf die Erfahrung von nahezu 100 Filmen zurückblicken, an denen er bis dahin mitgewirkt hatte – als Drehbuchautor, Schauspieler, Produzent oder Regisseur.
Längst hatte er sich in Hollywood den Ruf erarbeitet, der Mann zu sein, der abseits der grossen Studios und mit überschaubaren Budgets Filme drehen konnte, die ein Publikum fanden.
Die Genres, denen sich der B-Movie-König und «Papst des Pop(kultur)-Kinos» dabei bediente, reichten vom Biker-Film über die Horrorkomödie bis hin zum Science-Fiction-Thriller. Die Drogenrauschcollage von «The Trip» war allerdings selbst für Corman Neuland.
Jack Nicholson? Kein Starpotenzial
Um einen LSD-Trip glaubwürdig inszenieren zu können, musste er selbst einmal einen solchen erlebt haben, war sich der Regisseur sicher. Unterstützung erhielt er dabei von seinem Drehbuchautoren Jack Nicholson.
Der spätere dreifache Oscar-Preisträger hielt sich damals mit diversen Nebenrollen in kleineren Produktionen über Wasser. Auch Roger Corman hatte ihn zuvor bereits sporadisch vor der Kamera eingesetzt, verkannte allerdings sein Starpotenzial als Schauspieler.
Nicholson hatte gehofft, Corman würde ihm die Rolle des John anbieten, der den Protagonisten Paul (Peter Fonda) in «The Trip» in die Welt der halluzinogenen Droge einführt – doch dieser entschied sich letztlich für einen anderen Profi-Leinwand-Psychopathen: Bruce Dern.
Der Förderer
Der Erfolg des Films gab ihm recht: Zehn Millionen US-Dollar spielte «The Trip» an den heimischen Kinokassen ein – bei einem Budget, das auf 100'000 bis 450'000 geschätzt wird. Zudem wurde er als einziges amerikanisches Werk am Cannes Film Festival 1967 gezeigt.
«The Trip» ist aber auch ein Musterbeispiel für Roger Cormans vielleicht grösstes Talent – das Fördern talentierter Regisseure und Schauspieler: Er ermutigte Peter Fonda und Dennis Hopper, mit einer Kamera im Schlepptau loszuziehen, um einige der LSD-Sequenzen zu filmen.
So schenkte er den beiden gemäss Hopper das Selbstvertrauen, eigene Filme zu drehen; und war damit mehr als nur indirekt mitverantwortlich für die Entstehung ihres Meisterwerks «Easy Rider». Allein Jack Nicholsons Qualitäten vor der Kamera zweifelte er an – vielleicht lag es ja am LSD.