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Zervosen, Tobias
Architektur und Städtebau der DDR werden vor allem als gebaute Umsetzung staatlicher Leitlinien sowie in Abhängigkeit von den jeweiligen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen begriffen. Als weitaus geringer gilt jedoch in der Regel der Einfluss der Architekten und Stadtplaner, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen sollen. Zwei Aspekte werden dabei besonders wichtig sein.
Zum einen soll die Entwicklung des Architektenberufs in der DDR zwischen 1949 und 1989/90 beschrieben werden. Aus dem sich ständig wandelnden Berufsbild lassen sich so beispielsweise Rückschlüsse auf Rolle und Aufgaben des Architekten und Stadtplaners ziehen.
Zum anderen soll von der Annahme ausgegangen werden, dass Architekten nicht nur Spielball und Erfüllungsgehilfen eines staatlich organisierten Bauwesens waren. Zahlreiche Architekten fanden immer wieder Mittel und Wege, auf staatliche Vorgaben einzuwirken und selbst Einfluss auf die Gestalt von Architektur und Städtebau zu nehmen – beispielsweise in der kreativen Auseinandersetzung mit oder auch behutsamen Veränderung von offiziellen Reglements oder durch die Arbeit in Forschung und Lehre.
Insgesamt soll also gezeigt werden, dass DDR-Architektur nicht ausschließlich als Staatsarchitektur zu verstehen ist. Vielmehr soll deutlich werden, dass persönliches Engagement und individuelle Entscheidungen der Architekten in den Gebäuden und städtebaulichen Entwürfen ebenso zum Ausdruck kommen wie die jeweiligen staatlichen Leitlinien.
Laufzeit: 2007-2010