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Bob Dylans Popularität befindet sich auf einem ersten Höhepunkt, als ihn D. A. Pennebaker auf seiner Tournee im Jahr 1965 begleitet. Anstatt auf die Konzerte zu fokussieren, zeigt der Film hauptsächlich die Geschehnisse vor und nach den Auftritten: Dylans Umgang mit Journalisten und Fans, seine spöttischen Kommentare zum britischen Konkurrenten Donovan sowie die unzähligen Stunden in Hotelzimmern im Kreise seiner Begleiter, darunter Joan Baez.
Die Kamera kommt dabei dem Sänger sehr nahe, ohne aber den privaten Bob Dylan einfangen zu können. Vielmehr wird hier bereits das Bild eines Künstlers deutlich, der sich immer wieder neu erfindet und damit jegliche Festlegung vermeidet. Kurz vor dem Wechsel von der akustischen auf die elektrische Gitarre dokumentiert der Film das Ende des ersten Kapitels in Dylans Karriere, dem bis heute noch unzählige weitere folgen sollten.
«Es wird ein Witz auf unsere Kosten sein, wenn Dylan in 50 Jahren als grosse Figur der englischen Dichtkunst betrachtet wird. Nicht Mr. Thomas, der verstorbene walisische Barde, sondern Bob, der Gitarren zupfende amerikanische Liedermacher. Einen ersten Schritt in Richtung Kanonisierung des Letzteren macht nun Pennebakers Dokumentarfilm. (...) Es ist frustrierend, so wenig über den Mann hinter den buschigen Haaren, den dunklen Brillengläsern und der Lederjacke zu erfahren. (...) Am Ende sehen wir Dylan und seine Kollegen, wie sie darüber kichern, dass ihn die britische Presse als Anarchisten bezeichnet. Herr Dylan scheint sich zu freuen, dass er die aufdringliche Presse hinters Licht führen konnte, und verschwindet am Ende glücklich traurig im Bewusstsein, dass niemand ihn versteht.» (Donal J. Henahan, The New York Times, 7.9.1967)
«Don’t Look Back ist sicherlich einer der besten und einflussreichsten Dokumentarfilme aller Zeiten. Während des Films vergisst man leicht, dass D. A. Pennebaker das Direct Cinema mitbegründete. Vielfach kopiert, erscheint Don’t Look Back auf verwirrende Weise beinahe wie eine Aneinanderreihung von Klischees.» (Craig Marine, San Francisco Examiner, 13.2.1998)
Drehbuch: Albert Grossman, John Court
Kamera: D. A. Pennebaker
Musik: Bob Dylan
Schnitt: D. A. Pennebaker
Mit: Bob Dylan, Joan Baez, Donovan, Alan Price, Allen Ginsberg
96 Min., sw, Digital HD, E/d
10 Min., sw, Digital HD, D/Dial