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Ralph Dutli, Jonas Lüscher und Jens Steiner hatten es kürzlich auf die Longlist des Deutschen Buchpreis geschafft, wurden bei der Shortlist aber nicht mehr berücksichtigt. Dafür sind sie nun allesamt für den Schweizer Buchpreis nominiert. Zusammen mit Roman Graf und Henriette Vásárhelyi sind sie am 27. Oktober bei der Verleihung in Basel mit dabei.
Drei Erstlinge unter den Nominierten
Ein Schweizer, der beim Deutschen Buchpreis ebenfalls auf der Longlist stand, wurde beim Schweizer Buchpreis nicht berücksichtigt: Urs Widmer. Sein Roman «Reise an den Rand des Universums» wurde von der Jury nicht ausgewählt. Damit hat der literarische Nachwuchs einen hohen Stellenwert beim Schweizer Buchpreis: «Soutines letzte Fahrt» von Ralph Dutli, «Frühling der Barbaren» von Jonas Lüscher und «Immeer» von Henriette Vásárhelyi sind allesamt Erstlinge. «Carambole» ist Jens Steiners zweiter Roman, «Niedergang» der dritte von Roman Graf.
Die fünf Bücher enthalten ganz unterschiedliche menschliche Dramen: «Soutines letzte Fahrt» von Ralph Dutli ist die Geschichte des jüdischen Malers Chaim Soutine, der im Zweiten Weltkrieg versteckt ins besetzte Paris reist. «Niedergang» von Roman Graf erzählt, wie die Beziehung eines jungen Paares in den Schweizer Bergen während des Aufstiegs zum Gipfel leidet. In der Novelle «Frühling der Barbaren» von Jonas Lüscher feiert ein Schweizer Unternehmen mit reichen Engländern in Tunesien eine Hochzeit, während in England die Finanzwelt zusammenbricht. Entlang von zwölf Runden des Spieles «Carambole» zeigt Jens Steiner die Bewohner eines Dorfes zwischen Erstarrung und Aufbruch. Und Henriette Vásárhelyi beschreibt in «Immeer», wie eine junge Frau den Tod ihres Geliebten miterlebt und Jan kennenlernt, weil dieser die Telefonnummer des Verstorbenen übernommen hat.
Spannweite und Originalität
Diese Auswahl erachtet die Jury als repräsentativ für die Schweizer Literatur: «Mit grosser Überzeugung hat die Jury nach einer engagierten Diskussion fünf Titel ausgewählt, die alle des Preises würdig sind. Insgesamt spiegeln sie die eindrückliche Spannweite und Originalität des literarischen Schaffens in der Schweiz wider».
Die fünf Nominierten gehen im Oktober auf eine gemeinsame Lesetour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Preisverleihung findet am 27. Oktober im Theater Basel statt.