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In Brasilien lassen die Spannungen zwischen Indios und Nicht-Indios nicht nach. Mindestens 53 Männer und Frauen indigener Völker sind 2013 umgebracht worden, als direkte oder indirekte Konsequenz beim Streit um Land. Die Zahlen stammen vom Indigenen Missionsrat CIMI der brasilianischen Bischofskonferenz, der am Donnerstag (17.) einen Bericht über die Gewalt gegen die indigenen Völker Brasiliens vorgelegt hat. In diesem wird ebenso auf den Rassismus und die Vorurteile verwiesen, denen die Indios zunehmend ausgesetzt seien, wie betont wird.
Nach der Erhebung des Statistikamtes IBGE aus dem Jahr 2010 leben etwa 897.000 Indios in Brasilien. Keine offiziellen Statistiken liegen indes von Übergriffen auf die indigenen Völker vor. Vielmehr haben die Autoren des Berichtes Daten aus der Presse, Polizeiberichten und dem Staatsministerium zusammen getragen. Die Zahl der tatsächlich getöteten Indios könnte deshalb größer sein.
Von den 53 genannten Fällen wurden 33 Indios im Bundesstaat Mato Grosso do Sul umgebracht. Im gleichen Bundesstaat nahmen sich 2013 zudem 73 vorwiegend junge Indios unter 30 Jahren das Leben. Eine ähnlich hohe Selbstmordrate wurde zum letzten Mal 1986 registriert, während die Zahl der Tötungen im Vergleich zu 2012 um sieben abgenommen hat.
Ein großes Problem sehen die Verfasser im Stillstand bei den Ausweisungen von Land für die Indios. Von den 1.074 für sie vorgesehenen Gebieten ist bisher erst gut ein Drittel registriert. Laut Bischof und CIMI-Präsident Erwin Kräutler weigere sich die Regierung, den im Grundgesetz verankerten Verpflichtungen zur Ausweisung von Indio-Territorien nachzukommen, wodurch die Konflikte angeheizt würden.
Kritisiert wird in dem Bericht die Haltung der Regierung Dilma Rousseffs. Noch nie seien so wenige Gebiete ausgewiesen worden, wie unter ihrer Ägide. Zwar seien 37 Demarkationsprozesse nahezu abgeschlossen, doch werde die Umsetzung verzögert. Verwiesen wird in dem Zusammenhang auf die Agrar-Lobby, die derzeit mit verschiedenen Anträgen versuchen, das Gesetz zur Ausweisung von Indio-Territorien zu untergraben. Währenddessen leiden die Indios unter dem Druck der Großgrundbesitzer, Viehzüchter, Holzhändler aber auch unter Großprojekten wie dem Staudamm Belo Monte, wie der Bericht verdeutlicht.