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Vortrag von Prof. Dr. Frank Hartmann
Der Vortrag stammt aus dem Mediensymposion “Leben im Schwarm –Wie das Internet uns verändert” vom 15. März 2010.
Zitat aus dem folgenden Vortrag, (auch) als Antwort auf das “Klagelied” in Frank Schirrmachers Buch: Payback:
In der neuen Ontologie des elektronischen Zeitalters ist die Ordnung der Dinge in den Hintergrund und die Ordnung der Zeichen in den Vordergrund gerückt. Wir würden gut daran tun, eine neue Erkenntnistheorie zu entwickeln, die berücksichtigt, dass wir von der alten platonischen Anmassung befreit sind, welche die Kritik allen Scheins und dessen Rückführung auf ein wahres Sein verlangt.
Kulturpessimismus
Die zunehmende Entwicklung des Denkvermögens wäre ohne Auslagerung repetitiver geistiger Fähigkeiten, von der schon die neuzeitlichen Konstrukteure der Rechenmaschinen geträumt haben, gar nicht möglich (gewesen). Serres spottet über die „neuen und alten Klageweiber“, die mit der Medienentwicklung den Verlust der Mündlichkeit, des Gedächtnisses oder der begrifflichen Fähigkeiten beklagt haben und auch heute wieder beklagen: Sokrates, der die Schrift verteufelt, Sorbonne-Gelehrte, die ihr Latein nicht aufgeben wollen, heutige Professoren, die das Internet als Kulturverlust empfinden (was es ironischer- weise ja auch ist).
Aus: Frank Hartmann: Wissensgesellschaft und Medien des Wissens [PDF]