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Wenn weniger verkauft oder gelagert und transportiert wird, braucht es auch weniger Flurförderzeuge (FFZ), welche diese Güter ein- und auslagern. Dies wiederum wirkt sich auf den Absatz von Gegengewichtsstaplern, Hochregalstaplern und Kommissioniergeräten negativ aus. Von diesem Trend betroffen waren im vergangenen Jahr auch die Hersteller von Flurfördergeräten. Weltweit wurden 2009 rund 547 000 Flurförderzeuge neu in Betrieb genommen, das sind 37% weniger als im Jahr 2008. Auf den drei wichtigsten Märkten Europa, Nordamerika und Asien entwickelten sich die Verkäufe nach den Angaben von Helmut Limbach, Vorstand für Vertrieb der Jungheinrich AG, Hamburg, unterschiedlich (siehe Grafik).
Leicht höherer Marktanteil
Interessant am Zahlenvergleich ist die Tatsache, dass der asiatische Markt mittlerweile das Volumen des europäischen Marktes erreicht und diesen wohl sehr bald überholen wird. Asien, insbesondere China, ist aber nicht nur ein wichtiger Absatzmarkt für die europäischen und amerikanischen Hersteller von Logistikgeräten. Die einheimischen Hersteller engagieren sich auch in immer stärkerem Masse im europäischen Flurfördergerätmarkt. In den Jahren 2004 und 2008 erhöhten sich die Exporte chinesischer FFZ-Hersteller nach Europa von 9700 auf 60 600 Einheiten. Nach einem Rückgang der Exporte aus China auf 45 000 Geräte im vergangenen Jahr rechnet Jungheinrich für dieses Jahr wieder mit rund 60 000 Einheiten. Allerdings, betont Helmut Limbach, können die chinesischen Hersteller die hohen Qualitätsansprüche europäischer Kunden noch längst nicht erfüllen. «Die Chinesen lernen allerdings sehr schnell», stellt Limbach fest, und ergänzt: «Aber auch wir lernen sehr schnell.»
Jungheinrich versteht sich als produzierender Dienstleister und Lösungsanbieter in der Intralogistik. Der Hersteller von Geräten und Anlagen für komplexe Lagerlösungen rechnet nach den Worten von Helmut Limbach in den kommenden Jahren nicht mit einer stärkeren Präsenz chinesischer FFZ-Hersteller im anspruchsvollen Premiumsegment der Intralogistik in Europa.
Das Hamburger Unternehmen spürte 2009 ebenfalls die rückläufige Konjunktur, konnte aber seinen Marktanteil in Europa von 19,3 auf 21,5% erhöhen. Weltweit erreicht Jungheinrich einen Marktanteil von 8,7% gegenüber 8,5% für 2008. Damit steht das Unternehmen nach Weltmarktführer Toyota und der Kion-Group (ehemalige Tochter des Linde- Konzerns mit den Marken Linde, Still und OM) an dritter Stelle der Weltrangliste. Positiv bewertet Limbach den Verlauf des Gebrauchtgerätegeschäftes im vergangenen Jahr. Hier konnte Jungheinrich in einem schrumpfenden Absatzmarkt erfreulich zulegen. Für den Hersteller gilt nach den Worten Limbachs die Devise: «Es muss nicht immer ein neuer Stapler sein, aber es muss ein gelber sein.»
Verhaltene Prognose
Eine Prognose, wie sich der Flurfördergerätemarkt in diesem Jahr entwickeln wird, ist nach Meinung von Helmut Limbach «ausserordentlich schwierig». Er geht davon aus, dass sich 2010 die Verkäufe in etwa wie 2009 entwickeln werden. «Wichtig ist», betont er, «dass der Rückgang der Verkäufe in den letzten Monaten 2009 definitiv gestoppt werden konnte.» Ohne gravierende Einflüsse auf die Konjunktur kann wohl davon ausgegangen werden, dass sich im laufenden Jahr das Absatzvolumen leicht nach oben entwickeln wird. Für die Jahre 2011 und später gehen die Hersteller davon aus, dass sich die Verkäufe wieder «einem normalen Wachstum annähern». Es darf doch nicht vergessen werden, dass Güter auch in konjunkturell schwachen Zeiten umgeschlagen und transportiert werden müssen, und dazu braucht es leistungsfähige Flurfördergeräte ...