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Schach
Antikes Spiel
Antiker Schachtisch mit Alabaster-Spielfeld und handgeschnitzten Schachfiguren aus Elfenbein.
Schach ist ein Brettspiel für zwei Personen. Ein Spieler spielt mit den weissen Figuren, der andere Spieler mit den schwarzen. Zu Beginn des Spiels haben beide Spieler 16 Figuren: einen König, eine Dame, zwei Läufer, zwei Springer, zwei Türme und acht Bauern.
Schach wird auf einem Brett mit 64 Feldern und pro Spieler 16 Figuren gespielt. Jede Figur kann unterschiedliche Züge auf dem Brett machen und damit andere Figuren auf dem Feld schlagen.
Das Ziel des Spiels
Das Ziel des Schachspiels ist es, den Gegenspieler matt zu setzen. Matt bedeutet, dass der König im Schach steht und keine Möglichkeit hat einen Zug auszuführen, ohne erneut im Schach zu stehen.
Zur Video-Spielerklärung
Ursprung
Das heutige Schachspiel durchlief eine lange Entwicklung und enthält Elemente unterschiedlichster Zeiten und Kulturen.
Der Ursprung des Schachs wird aktuell im indischen Spiel Chaturanga aus dem 6. Jahrhundert vermutet. Dafür spricht, dass die Art und Stellung der Figuren dem damaligen indischen Heer entsprachen: «In der Mitte steht der König, daneben der Oberbefehlshaber (damals der Wesir, heute die Dame), rechts und links die Elefanten, die Pferde, die Wagen und das Fussvolk davor.»
Von Indien gelangte das Spiel ins Perserreich. Bekannt als Shatranj, wurde es auf einem Brett mit 64 Feldern gespielt, auf dem sich auf jeder Seite 16 Figuren gegenüberstanden. Das Spiel genoss einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und wurde zu einem beliebten Thema in vielen Dichtungen, Erzählungen und Legenden. Eine der berühmtesten ist sicherlich die Legende vom Reiskorn.
Nach der Eroberung des Perserreichs gelangte das Spiel in das Arabische Reich und erlebte dort mit dem Aufstieg der arabischen Wissenschaften seine erste Blütezeit. Gelehrte verschiedenster Disziplinen, wie der Mathematik, Mystik oder Medizin, befassten sich mit dem Brettspiel. Schach wurde sogar als psychiatrisches Heilmittel verschrieben, mit dem Ärzte den Charakter beeinflussen und so Krankheiten heilen wollten.
Im Vergleich zum heutigen dynamischen Schach war das Spiel damals viel langsamer. Die Figuren konnten sich nur sehr begrenzt bewegen.
Verbreitung nach Europa
Im 8. Jahrhundert brachten die Mauren das Schachspiel nach Spanien.
Das Spiel nahm in der europäischen Oberschicht einen hohen Stellenwert ein. Am beliebtesten war Schach offenbar unter den Rittern. Im 11. Jahrhundert gehörte Schach zu den sieben Künsten, die ein Ritter beherrschen sollte, zusammen mit Bogenschiessen, Schwertkampf, Dichtkunst, Reiten, Jagen und Schwimmen.
Im 15. Jahrhundert wandelten sich die Spielregeln entscheidend und entsprachen dann weitestgehend den Regeln, wie wir sie heute kennen. Die Gangart der Figuren wurde schneller, sie durften sich weiter bewegen. Insbesondere die Dame wurde von einer bisher relativ schwachen zur mächtigsten Figur auf dem Feld.
Kulturhistoriker sehen den Ursprung dieser Veränderung in einer neuen Erfahrung von Distanz und Tempo unter anderem durch die Fahrten der portugiesischen und spanischen Seefahrer.
Als neues dynamisches Spiel erlebte Schach in Europa nach dem 15. Jahrhundert seine zweite Blütezeit. Schach wurde zum Lieblingsspiel des Bürgertums. Die Regeln haben sich seitdem kaum verändert.
Die Züge des Gegners verstehen
Ein wichtiges Kriterium für den Erfolg im Schach ist es die Züge des Gegners zu analysieren. Nach jedem Zug des Gegners muss man sich also überlegen, was der Zug für einen Sinn hat. Greift er eine Figur von mir an? Will er sich nur entwickeln? Oder bereitet er sogar einen Angriff gegen meinen König vor? Nur wenn man erkennt was der Gegner vor hat, kann man entsprechend reagieren.
Zeit lassen
Schachanfänger sind von Natur aus sehr übermütig. Das heisst, sie machen sehr schnell Ihre Züge. Oftmals haben sie dabei sogar eine brilliante Idee und verfolgen dieses Ziel über mehrere Züge. Aber es ist immer notwendig nach jedem Zug zu überlegen, was danach passieren wird. Was wird der Gegner tun? Manchmal entpuppt sich die gute Idee nämlich als ein Fehler, weil z. B. der Gegner einen Weg gefunden hat sich zu verteidigen. In diesem Fall muss man sein Vorhaben abbrechen. Also immer erst nachdenken, bevor man eine Figuren anfasst!
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Jahrca. 600 v.Ch.
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LandIndien
Die Legende vom Reis
Eine indische Legende besagt, dass der Weise "Sissa" das Schachspiel erfunden hat, um die Aufmerksamkeit des tyrannischen König auf dessen Fehler zu lenken, ohne dessen Zorn zu entfachen. Der König wollte ihm zum Dank für den anschaulichen Unterricht und die Unterhaltung einen Wunsch erfüllen.
Der Wunsch des Gelehrten schien bescheiden: Auf das erste Feld des Schachbretts ein Reiskorn, auf das zweite Feld zwei, auf das dritte vier, auf das vierte acht und so weiter - also auf jedes weitere Feld immer die doppelte Anzahl Körner.
Der König lachte über diesen absurden Wunsch und liess den Weisen gewähren. Die lang andauernd den Berechnungen seiner Berater zeigten ihm aber eine der unbegreifbaren Dimensionen des Schachspiels auf:
Die Zahl der Reiskörner überstieg nicht nur die Reisvorräte in Indien und der ganzen Welt, sondern auch die Vorstellungskraft des Königs - 18 Trillionen Körner.
Napoleons Testament
Napoleon war ein ausgesprochen schlechter Schachspieler. Seine Partner hatten trotzdem Mühe, gegen ihn zu spielen – sie wollten ihn nämlich gewinnen lassen, um ihn gnädig zu stimmen.
Napoleon starb 1821. In seinem Testament verfügte er einen ganz besonderen letzten Wunsch: Nach seinem Tode solle man ihm sein Herz herausschneiden und dieses dann in einem Schachtisch deponieren. Ob dies tatsächlich geschehen ist, ist leider nicht überliefert.
Schachspiel über Radio
1902 wurde das erste Schachspiel über das Radio ausgetragen. Die Teilnehmer waren Passagiere auf zwei Linienschiffen, welche auf dem Atlantik unterwegs waren – rund 70 Meilen voneinander entfernt. Dummerweise konnte die Partie nie zu Ende gespielt werden – die Funkgeräte, welche zur Übertragung eingesetzt wurden, wurden für die Navigation benötigt.