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Die Kapelle Maria Mitleiden auf Gormund steht am schönsten Aussichtspunkt von Neudorf mit einem fantastischen Ausblick in die Bergwelt.
Ihre Geschichte ist über 500 Jahre alt. Der Legende nach habe man auf dem Hügel regelmässig lieblichen Gesang und ein Leuchten wahrgenommen. Um 1500 sei dann ein Marienbild an einem Baum aufgehängt worden.
Später wurde ein steinernes Maria-Bildstöckli errichtet. Von da an pilgerten immer mehr Menschen mit ihren Sorgen und Nöten zu diesem Bildstöckli, um sie bei der Mutter Gottes zu „deponieren“ und um bei ihr Hilfe zu erbitten.
So kam es, dass die Pfarrkinder von Neudorf 1508 eine kleine, steinerne Kapelle erbauten. Das älteste Dokument ist der Weihebrief der Kapelle vom 7. Februar 1509 vom Weihbischof Balthasar von Konstanz.
Bischof Balthasar nennt darin den Hügel mit der neuen Kapelle „Gorremont“. In einem Gültbrief von 1510 lesen wir „Gorrenmont“, und erst der Leutpriester Heinrich Schinbein von Neudorf braucht 1560 die heutige Schreibweise „Gormund“. Das Wort besteht aus den beiden Silben „gor“ und „mund“. „Gor“ ist eine aus dem Flachland aufragende Anhöhe, ein Hügel. „Mund“ bedeutet eine waldige Anhöhe, einen Berg mit schöner Aussicht.
Im Gormund gab es bis Oktober 1871 kein Gasthaus. Da Gormund in früher Zeit ein gut besuchter Wallfahrtsort war, bewirtete der erste Kaplan Maugwiler im 1630 neu gebauten Kaplanenhaus die Pilger in der Taverne.
Das Einkommen aus der Wirtschaft verbesserte das kleine Einkommen des Kaplans. Unter vielen und vornehmen Hochzeiten florierte die Wirtschaft. Das machte die Nachbarschaft neidisch und sie verklagten den Kaplan bei der hohen Regierung in Luzern. 1679 verbot die Regierung das Wirten auf Gormund, weil es für „einen Geistlichen unanständig sei“.
Das Stift in Münster stellte dann das Gesuch, durch einen Laien die Wirtschaft fortführen zu dürfen „damit die Wallfahrt nicht abnehme“.
Auch dieses Gesuch wurde abgelehnt. 1747 wirtete Kaplan Frei im Einverständnis mit dem Stift aber weiter. Die Wirte von Neudorf und Hildisrieden verklagten den Kaplan Frei beim Rat in Luzern. Ihm wurde das Wirten von der Obrigkeit erneut verboten, auch an hohen Festtagen. Die Folge davon war, dass die Hochzeiten mit Gefolge ausblieben.
Es wurde sogar gespottet: „Wo hürotisch?“ „Im Gormund – wo niemer noche chund!“ Wenn die Hochzeitsgäste nicht ins Wirtshaus geladen werden können, bleiben sie aus!
Die Kapläne nach Frei haben nicht mehr gewirtet. Aber der Sigrist gab an Samstagen und an Beicht- und Kommuniontagen den Bedürftigen ein Frühstück und hin und wieder auch ein Glas Wein.
Fünfzig und mehr Jahre erhob niemand mehr Einspruch dagegen.
1871 im Oktober wurde Leonz Erni-Stocker das Personaltavernenrecht erteilt. In seinem im Gormund an der Strasse gelegenen Bauernhaus durfte er wirten. In der Bauernstube wurde das erste Restaurant „Kreuz“ eingerichtet. Später umbenannt in „Landgasthof Gormund“ und in vier Generationen weitergeführt.