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Gestern, Heute UND Morgen: Die Schnellsten Privatjets Der Welt Im Vergleich
Dieser Artikel bietet eine tiefgehende Analyse der schnellsten Privatjets der Welt, der Geschichte der Privatflugzeuge sowie der Zukunft der Privatjetindustrie.
Der schnellste Privatjet der Welt (Cessna Citation X+)
Die Cessna Citation X+ ist das schnellste Privatflugzeug der Welt. In der Spitze erreicht es Mach 0,935 und ist damit näher am Durchbrechen der Schallmauer als jeder andere Privatjet zuvor [1]. Jenseits der Privatjets ist das schnellste kommerzielle Flugzeug der Geschichte die Tupolew Tu-144, die mit einer Überschallgeschwindigkeit von 2.420,209 Kilometern pro Stunde flog, während die NASA X-15 mit einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 7.408,792 Kilometern pro Stunde der schnellste bemannte Jet der Welt ist. Bei Geschwindigkeiten im All gilt die Raumsonde Parker Solar Probe als schnellstes Raumfahrzeug mit einer erwarteten Spitzengeschwindigkeit von 692.018,964 Kilometern pro Stunde bei ihrem Flug zur Sonne – von New York aus wäre sie damit in unter einer Minute in Tokio.
Unter den Rekordhaltern für Geschwindigkeiten am Boden findet sich die Hennessey Venom F5, das schnellste Auto der Welt mit einer Spitzengeschwindigkeit von 484 Kilometern pro Stunde beziehungsweise ungefähr Mach 0,392. Das schnellste Projektil, hergestellt von Remington Arms, ist mit bis zu 4.548 Kilometern pro Stunde oder etwa Mach 3,68 unterwegs. Der Transrapid Shanghai, auch Shanghai Maglev genannt, hält den Rekord für den schnellsten Zug der Welt, er erreicht eine Geschwindigkeit von 430 Kilometern pro Stunde, was Mach 0,348 entspricht. Das Elektroauto Tesla Roadster hat eine geschätzte Spitzengeschwindigkeit von 402 Kilometern pro Stunde (Mach 0,325), während die schnellste Testgeschwindigkeit des Hyperloop bei einem Wettbewerb von Space X 466,7 Kilometer pro Stunde (etwa Mach 0,377) betrug [2]. Der schnellste Helikopter, der Eurocopter X, erreicht 471,5 Kilometer pro Stunde (Mach 0,382) und der schnellste Marschflugkörper, BrahMos, Mach 7.
Geschwindigkeitsvergleich zwischen Privatjets und anderen Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen
|Objekt
|Spitzengeschwindigkeit (Mach)
|Einstufung
|Hersteller
|Cessna Citation X+
|0.935
|Unterschallgeschwindigkeit
|Cessna
|Tu-144
|1.96
|Überschallgeschwindigkeit
|Voronezh Aircraft Production Association, Tupolev OKB
|Boeing 787
|0.85
|Unterschallgeschwindigkeit
|Boeing
|X-15
|6.70
|Hyperschallgeschwindigkeit
|North American Aviation
|Hennessey Venom
|0.392
|Unterschallgeschwindigkeit
|Hennessey Performance Engineering
|17. Remington
|3.68
|Überschallgeschwindigkeit
|Remington Arms Company
|Parker Solar Probe
|560.43
|Hyperschallgeschwindigkeit
|NASA
|Shanghai Maglev
|0.348
|Unterschallgeschwindigkeit
|Siemens & ThyssenKrupp
|Hyperloop
|0.377
|Unterschallgeschwindigkeit
|SpaceX
|BrahMos
|7
|Hyperschallgeschwindigkeit
|NPO & DRDO
|Eurocopter X
|0.382
|Unterschallgeschwindigkeit
|Airbus Helicopter
Die 10 schnellsten Privatjets der Welt
Die obenstehende Tabelle macht deutlich, dass die Cessna Citation X+ sich hervorragend mit den schnellsten Reisemöglichkeiten für Zivilpersonen messen kann. Aber wie verhält es sich mit den Spitzengeschwindigkeiten anderer Privatjets? Wir werfen einen Blick auf die zehn schnellsten Privatjets der Welt.
1. Cessna Citation X+
Dieses von Textron Aviation gebaute Wunder der Moderne hat eine Maximalreichweite von 6.259,76 Kilometern und eine Ladekapazität von 36.600 Pfund [3]. Diese hervorragenden Eigenschaften haben allerdings ihren Preis – eine neue Cessna Citation X+ kostet ungefähr 23 Millionen US-Dollar.
2. Gulfstream G600/G500
Gulfstream Aerospace Corporation, eine Tochter von General Dynamics, stellt die G600/G500 her. Sie hat eine maximale Betriebsgeschwindigkeit im Bereich von Mach 0,925 [4] und Platz für 18 Passagiere sowie ein bis zwei Crew-Mitglieder. Sie kostet rund 53 Millionen US-Dollar, also rund dreimal so viel wie die Cessna Citation X+. Grund sind das höhere Höchststartgewicht (99.600 Pfund) und die größere Maximalreichweite (5.000 Seemeilen beziehungsweise 9.200 Kilometer).
3. Cessna Citation X
Der drittschnellste Privatjet der Welt erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von Mach 0,92 [5] und hat Platz für 13 Passagiere, davon zwei Crew-Mitglieder. Sie kann sich einer Maximalreichweite von 2.890 Seemeilen beziehungsweise 5.686 Kilometern rühmen sowie eines maximalen Startgewichts von 36.100 Pfund. Überraschenderweise ist der Preis der gleiche wie der der schnelleren Cessna Citation X+, Grund sind höhere Herstellungskosten.
4. Dassault Falcon 7X
Die nächste auf der Liste ist die Falcon 7X der französischen Firma Dassault Aviation, die mit einer Spitzengeschwindigkeit von Mach 0,9 unterwegs ist. Mit zwölf Passagieren und zwei Crew-Mitgliedern an Bord kann der Jet bis zu 5.950 Seemeilen oder 11.019 Kilometer weit fliegen, das maximale Startgewicht beträgt 70.000 Pfund [6]. Der Kauf einer Dassault Falcon macht Sie um 54 Millionen US-Dollar ärmer.
5. Gulfstream G650ER
Die G650ER hat die größte Reichweite unter den schnellsten Privatjets – 7.500 Seemeilen [7]. Der fünftschnellste Privatjet der Welt erreicht dieselbe Spitzengeschwindigkeit wie die Dassault Falcon 7X. Sie ist robust gebaut und auf maximale Reichweite ausgelegt, was sich auch im Höchststartgewicht von 103,600 Pfund spiegelt, obwohl die Passagierkapazität auf zehn Personen begrenzt ist.
6. Bombardier Global 6000
Die Bombardier Global 6000 ist ein Business-Jet mit großer Kabine, der 19 Passagiere und vier Crew-Mitglieder aufnehmen kann. Geschwindigkeit und Reichweite sind vergleichbar mit einigen anderen der schnellsten Jets – die Top-Geschwindigkeit ist Mach 0,89, die Reichweite von 6.000 Seemeilen beziehungsweise 11.112 Kilometern [8] ist die drittgrößte. Dies ist einer der teuersten heutzutage verfügbaren Privatjets, der Hersteller Bombardier Aerospace verkauft ihn für 73 Millionen US-Dollar.
7. Gulfstream G550
Die Gulfstream G550 ist eine weitere Schöpfung von General Dynamics und rangiert mit einer Maximalgeschwindigkeit von Mach 0,885 auf Rang 7. Die zwei Triebwerke verleihen der Maschine die notwendige Kraft, um 19 Passagiere und zwei Crew-Mitglieder bei einem Höchststartgewicht von 91.000 Pfund bis zu 6.750 Seemeilen (12.501 Kilometer) weit zu fliegen. Um Besitzer des Jets zu werden, sollten Kunden 62 Millionen US-Dollar übrig haben.
8. & 9. Dassault Falcon 200LX and 900LX
Die letzten Drei auf der Liste haben ähnliche Eigenschaften, den achten und neunten Platz belegen zwei Maschinen von Dassault Aviation. Die Falcon 2000lX und Falcon 900LX haben beide eine Spitzengeschwindigkeit von Mach 0,85 und können etwa 4.000 bis 4.750 Seemeilen weit fliegen. Obwohl die 2000LX 19 Passagiere und zwei Crew-Mitglieder aufnehmen kann, verglichen mit den zehn Passagieren und zwei Crew-Mitgliedern der 900LX, ist letztere teurer (43 Millionen US-Dollar statt 33 Millionen US-Dollar). Grund sind die bessere Fertigungsqualität, die größere Reichweite und ein höheres Maximalstartgewicht.
10. Cessna Citation Longitude
Die Cessna Citation Longitude von Textron Aviations bildet mit einer Betriebsgeschwindigkeit von Mach 0,84, einer Reichweite von 3.500 Seemeilen und einem maximalen Startgewicht von 39.500 Pfund den Abschluss der Liste. Sie kann zwölf Menschen befördern, davon zwei Crew-Mitglieder [9], und kostet rund 27 Millionen US-Dollar.
Wenn Sie mehr über die Geschwindigkeit einiger der größten verfügbaren Privatjets erfahren möchten, finden Sie alles was Sie wissen müssen in diesem Artikel über die schnellsten kommerziellen Flugzeuge der Welt.
Tabelle: Top 10 der schnellsten Privatjets der Welt
|Rang
|Top Speed (Mach)
|Preis (in Millionen US-Dollar)
|Startgewicht (in Pfund)
|Modell
|Hersteller
|Reichweite (in Seemeilen)
|Land
|1
|0.935
|23
|36,600
|Cessna Citation X+
|Cessna Textron Aviation
|3,460
|USA
|2
|0.925
|65
|99,600
|Gulfstream G600/500
|General Dynamics Gulfstream Aerospace
|5,000
|USA
|3
|0.92
|23
|36,100
|Cessna Citation X
|Cessna Textron Aviation
|2,890
|Frankreich
|4
|0.90
|54
|70,000
|Dassault Falcon 7X
|Dassault Aviation
|5,950
|Frankreich
|5
|0.90
|27
|103,600
|Gulfstream G650ER
|General Dynamics Gulfstream Aerospace
|7,500
|USA
|6
|0.89
|73
|98,100
|Bombardier Global 6000
|Bombardier Aerospace
|6,000
|Kanada
|7
|0.85
|62
|91,000
|Gulfstream G550
|General Dynamics Gulfstream Aerospace
|6,750
|USA
|8
|0.85
|33
|42,800
|Dassault Falcon 7X
|Dassault Aviation
|4,000
|Frankreich
|9
|0.84
|43
|49,000
|Dassault Falcon 900LX
|Dassault Aviation
|4,750
|Frankreich
|10
|0.84
|27
|39,500
|Cessna Citation Longitude
|Cessna Textron Aviation
|3,500
|USA
Die Tabelle zeigt, dass die Preise von Privatjets von vielen Faktoren beeinflusst werden, darunter Geschwindigkeit, Reichweite, Größe, Startgewicht, Bauart und Hersteller. Der nächste Abschnitt beleuchtet die Geschichte des Privatjet-Baus etwas näher, was die Entwicklungsphase der Privatjet-Branche besser verständlich macht.
Die Geschichte der schnellsten Privatjets (1980 bis heute)
Auch wenn sich die Geschichte des Privatjets bis in die 1950er und 1960er Jahre zurückverfolgen lässt, konzentrieren wir uns auf die moderne Zeit, die sich durch rapide und dynamische Entwicklungen im baulichen, elektrischen und mechanischen Jet-Design auszeichnet.
- Die Falcon 900 von Dassault Aviation, vorgestellt 1984, war einer der ersten modernen Privatjets, und die einzigartige Bauweise von damals ist noch heute in Betrieb. Befeuert durch die Beliebtheit des Jets startete das Unternehmen im Jahr 1992 die Falcon 2000, die unter den Kunden ebenfalls schnell einen guten Ruf erlangte [10].
- Der nächste Durchbruch der Branche im Bereich Geschwindigkeit kam mit der Cessna Citation X. Textron Aviation begann mit der Entwicklung des einzigartig konstruierten Jets bereits 1990 [11], erstmals verkauft wurde er 1995 [12]. Angesichts der positiven Kundenbewertungen und verbreiteter Akzeptanz stellte das Unternehmen 338 Exemplare her, bevor es das Ende der Produktion 2018 verkündete. Geschätzte 309 Maschinen dieses Typs sind heute weltweit nach wie vor im Einsatz [13].
- Bombardier Aerospace begann 1991 mit der Entwicklung der Global-Express-Reihe, 1993 erfolgte der Start der Herstellung, 1996 hob die erste Maschine ab. Die Global Express 6000 ist die schnellste der Serie. Eine weiterentwickelte Version wurde 2003 angekündigt und 2006 in Dienst gestellt.
- Dassault Aviation stellte die Falcon 7X auf der Paris Airshow 2001 vor, der erste kommerzielle Flug fand vier Jahre später statt. Die Zertifizierungen durch FAA und EASA erfolgten 2007.
- General Dynamics nahm die Gulfstream 550 im Jahr 2002 in Betrieb. Angetrieben von zwei Rolls-Royce-Triebwerken hat der Jet eine Reichweite von 6.750 Seemeilen und eine Maximalgeschwindigkeit von Mach 0,885. 2009 stellte das Unternehmen seinen schnellsten Jet vor: die Gulfstream 650, die dank modernster Technologie ein luxuriöses Erlebnis an Bord bietet. Mehr als 300 Exemplare wurden bis heute gebaut und weltweit verkauft, gegenwärtig ist es der zweitschnellste Privatjet der Welt.
- Aufbauend auf dem Erfolg der Cessna Citation X stellte Textren Aviation im Jahr 2012 die Cessna Citation X+ als schnellsten Privatjet der Welt vor – diesen Titel trägt sie bis heute. Die kommerzielle Produktion des Jets begann 2013, 27 Maschinen sind bisher weltweit unterwegs.
- Die Gulfstream G600/G500 wurden 2014 vorgestellt als Reaktion auf die wachsende Nachfrage der Kunden nach mehr Platz in der Kabine und höherer Reisegeschwindigkeit [14]. Insbesondere wurde das Design von Rumpf und Flügeln verbessert. Eine Version der Gulfstream G650 mit vergrößerter Reichweite, die G650ER, wurde ebenfalls in Betrieb genommen, sie verfügt über einen effizienteren Treibstoffverbrauch und eine größere Reichweite sowie ein deutlich deftigeres Preisschild.
- Die Entwicklung der Cessna Citation Longitude wurde 2012 angekündigt, der erste Flug dieses revolutionären Flugzeugs der mittleren Bauklasse fand 2016 statt. [15]
Die Geschichte der schnellsten Privatjets zusammengefasst
|Modell
|Einführungsjahr
|Spitzengeschwindigkeit (Mach)
|Dassault Falcon 900
|1984
|0.87
|Dassault Falcon 2000LX
|1992
|0.92
|Cessna Citation X
|1995
|0.92
|Bombardier Global 6000
|1996
|0.89
|Dassault Falcon 7X
|2001
|0.90
|Gulfstream G550
|2002
|0.885
|Gulfstream G650
|2009
|0.85
|Cessna Citation X+
|2012
|0.935
|Gulfstream G600/500
|2014
|0.925
|Gulfstream G650ER
|2014
|0.85
Im nächsten Abschnitt werden die Entwicklung der Geschichte der Privatjets und die Bedeutung unterschiedlicher Ereignisse auf den gesamten Fortschritt der Branche behandelt.
Eine kurze Geschichte der Entwicklung der Privatjets
Privatjets werden immer beliebter, seit die Globalisierung in den vergangenen Jahren dazu geführt hat, dass hochrangige Geschäftsführer, Prominente und Politiker immer öfter durch die Welt reisen. Das Feld der Privatjets unterliegt derzeit einem enormen Wachstum, um mit der Nachfrage nach mehr Geschwindigkeit, Komfort, geringeren Kosten und mehr Effizienz Schritt zu halten. Dies ist weit entfernt von der gemächlichen Entwicklung der Industrie zu ihren Anfangszeiten, als die Nachfrage gering und der technische Fortschritt dürftig waren.
Ein rasanter Fortschritt in der Technologie der Militärflugzeuge beschleunigte die Entwicklung früher Privatjets, die noch stark an militärische Kampfjets angelehnt waren. Der Learjet 23 kann als erster wirklicher Privatjet gelten, auch wenn Maschinen wie die Lockheed JetStar und die North American Sabreliner Jetstar schon deutlich früher flogen. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von 903 Kilometern pro Stunde und einer Reichweite von 2.945 Kilometern [16] ließ sie bei der Präsentation 1963 ihre Vorgänger aber verblassen. Sie war sogar so populär, dass „Learjet“ unter Geschäftsleuten und Prominenten zum Allgemeinbegriff für Privatflugreisen wurde [17].
Der Learjet 23 definierte die Geschäftsflugreise neu. Design und Struktur, die stark von Militärjets wie dem Schweizer Kampfjet FFA P-16 beeinflusst waren, ermöglichten Geschwindigkeit und Effizienz. Er bot Platz für vier Passagiere, war schnell und einfach zu manövrieren. Nichtsdestotrotz erlag der erste Prototyp einem Totalschaden, nachdem während einer Landungsübung ein Motor ausgefallen war [19]. Wettbewerber machten sich daran, in die Fußstapfen des Learjets zu treten und eigene Privatjets zu konstruieren.
Dassault
1963 präsentierte Dassault Aviation die Falcon 20 als frühen Wettbewerber des Learjet 23; ein zweistrahliges Flugzeug, das stark von der Erfahrung des Unternehmens im Bereich der Konstruktion und Herstellung von Militärflugzeugen beeinflusst war [20]. Die Falcon 20 hat eine maximale Kapazität von zwölf Passagieren, erreichte eine Reisegeschwindigkeit von 417 Knoten und hatte eine maximale Reichweite von 1.920 Seemeilen. Ursprünglich als Business-Jet entworfen, gewann sie zunehmende Beliebtheit unter Geschäftsreisen, wurde aber auch bei medizinischen Evakuierungen und im Rettungsdienst eingesetzt – die US-Küstenwache betrieb mehrere Exemplare [21] und FedEx brachte damit Fracht zu Kunden überall in den USA.
Die nächste Generation von Dassault Privatjets baut auf dem Erfolg der Falcon 20 auf [22], so wie das spätere Modell Falcon 7X. In einem entscheidenden Moment im Wachstum der privaten Luftfahrt erfuhr der Wettbewerb zur Marktbeherrschung einen starken Auftrieb bei der Entwicklung von Designs und Jetantrieben, indem die Hersteller immer schneller, höher und weiter gingen – Leistungsparameter, die auch heute noch die Industrie bestimmen. Die Nachfrage für exklusivere Fortbewegung führte zur Einführung der Falcon 10, die weniger Kapazität (sechs Passagiere, zwei Crew-Mitglieder) hatte, aber eine höhere Spitzengeschwindigkeit von 907,48 Kilometern pro Stunde und eine verbesserte Reichweite von 1.620 Seemeilen erreichte.
Infolge des Erfolgs der Falcon 10 flog die Falcon 50 erstmals im Jahr 1976 [24], sie war die Antwort auf die wachsende Nachfrage nach einem Flugzeug, das die riesige Fläche der USA von Küste zu Küste überfliegen konnte. Die Falcon 50 war der einzige Jet, der wiederholt transozeanisch fliegen konnte und zugleich die strengen öffentlichen Transportregulierungen dieser Zeit erfüllte. Das Flugzeug verfügte über ein verbessertes Flügel-Design, etwa durch superkritische Tragflächen, und wurde von drei Triebwerken in einer Tri-Jet-Konfiguration angetrieben, was eine maximale Reichweite von 5.830 Kilometern und eine Spitzengeschwindigkeit von 870 Kilometern pro Stunde ermöglichte [25]. Weitere Verbesserungen an der Falcon 50 wurden 1995 mit der Falcon 50EX präsentiert, die mit 5.695 Kilometern Reichweite und Mach 0,75 Maximalgeschwindigkeit beeindruckte [26].
Mit kleineren Veränderungen am Design der Falcon 50 wurden die nächsten Angebote von Dassault – die Falcon 900 und 2000 – entwickelt, um dem stärker werdenden Wunsch der Passagiere nach Komfort und größerer Reichweite zu begegnen [27]. Die neue Generation von Falcon-Jets verfügte über eine größere und höhere Kabine, während die großartige Kombination von superkritischen Flügeln und einem dreistrahligen Antrieb schnellere und weitere Reisen ermöglichte.
Computer-gestützte Entwicklung und Analysen mithilfe der Software CATIA halfen dabei, bessere Designs mit beeindruckenden Fortschritten bei den Leistungsparametern zu entwickeln [28]. Zusammen mit 3D-Designs und Luftfahrtelektronik half dies bei der Produktion der Falcon 7X, dem fortschrittlichsten Privatjet des Unternehmens [29]. Aufbauend auf Dassaults Erfolg beim Bau militärischer Kampfjets wie der Rafale und der Mirage bieten die verbesserte Aerodynamik und die Flugkontrollsysteme der Falcon 7X eine bessere Datenanalyse, wodurch die Arbeitsbelastung der Piloten sinkt und sie sich auf das Fliegen konzentrieren können. Außerdem wurde hier die Fly-by-Wire-Technologie – ein reaktionsschnelles digitales Kontrollsystem, das die Steuerung durch den Piloten verbessert – zum ersten Mal in einem Business-Jet eingesetzt.
Cessna
Cessna betrat den Markt für Verkehrsflugzeuge in den späten 1960er Jahren mit der Vorstellung des Fanjet 500 im Jahr 1969 [45]. Mit einem langen, geradlinigen Flügeldesign, das auch Landungen auf kleineren Flughäfen ermöglichte, mied das Flugzeug die spritschluckenden Turbojet-Antriebe zugunsten der treibstoffeffizienteren Mantelstromtriebwerke (Turbofans). Der Jet konnte einfach auf Flughäfen mit hohem Verkehrsaufkommen landen [46], während die hohe Flügelspannweite ihm bessere Steiggeschwindigkeit, eine schnellere Reisegeschwindigkeit in großen Höhen und den gewünschten Anstellwinkel beim Landen ermöglichte. Das arabische Öl-Embargo von 1973 trug dazu bei, den Marktanteil des FanJet 500 zu vergrößern, da er sowohl einen effizienteren Treibstoffverbrauch und einen erschwinglichen Einkaufspreis bot [47]. Und das, obwohl er über eine geringere Reichweite (2414 Kilometer) und eine geringere Geschwindigkeit von 643 Kilometern pro Stunde als die Falcon 20 und die GII verfügte. Letztendlich bevorzugte die zahlungskräftige Klientel allerdings Reichweite und Geschwindigkeit gegenüber den Kostenvorteilen, weshalb der FanJet 500 sich auf lange Sicht schwertat, einen größeren Marktanteil zu gewinnen.
1976 lieferte Cessna als Nachfolger des FanJet 500 das Modell 501/502 Citation, das eine verbesserte Maximalgeschwindigkeit von 643 Kilometern pro Stunde und eine Reichweite von 2.092 Kilometern bot. Das Beste an dem Modell war aber die verbesserte Flugsteuerung, was die Kontrolle des Flugzeugs für die Piloten erleichterte. Die erweiterte Kabinenkapazität auf maximal acht Passagiere war ein weiterer Vorteil.
Das Modell 550 Citation II startete erstmals 1977 mit weiteren Verbesserungen [48]. Der neue Jet hatte eine maximale Reichweite von 2.735 Kilometern, erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 708 Kilometern pro Stunde und hatte eine vergrößerte Kapazität für elf Personen. 1983 folgte das Modell 650 Citation III [49] mit Platz für 15 Passagiere und einem superkritischen Pfeilflügeldesign, das die Aerodynamik deutlich verbesserte. Das neue Modell erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 852 Kilometern pro Stunde und hatte eine transozeanische Reichweite von 4.023 Meilen [50].
1984 führte Cessna die Citation S/II ein, eine modifizierte Version des Modells 550 Cication II [51]. Eine weitere Variante mit mehr Platz für Gepäck und Passagiere, die 560 Citation V, wurde 1989 vorgestellt. Neuere Versionen der Citation 650 III wurden 1990 als Modell 650 Citation VI und VII präsentiert, beide mit verbessertem Flügeldesign und Triebwerksleistung [53]. Die weitreichendste Verbesserung bisher gab es 1997 [54] mit dem Modell 750 Citation X, die bei einer Spitzengeschwindigkeit von Mach 0,92 mit bis zu 15 Passagieren unterwegs sein konnte [55] und über ein vollverglastes Cockpit, ein Pfeilflügeldesign und verbesserte Triebwerksleistung verfügte.
Mithilfe der Citation X konnte Cessna sein Image als Hersteller von langsamen, billigen und leistungsschwachen Flugzeuge hinter sich lassen, denn das neue Modell konnte mit den besten seiner Klasse mithalten und hatte einen wettbewerbsfähigen Preis. 2012 flog Cessna den ersten Prototypen der Citation X+, den fortschrittlichsten Business-Jet des Unternehmens. Mit einem stark gepfeilten T-Leitwerk und einem Pfeilflügeldesign erreicht es die Marke von Mach 0,935 und beeindruckt mit mehr Platz in der Kabine und fortgeschrittener Flugelektronik.
Bombardier
Verglichen mit Dassault, Gulfstream und Cessna stieg Bombardier relativ spät ins Geschäft mit den Business-Jets ein. Das Unternehmen startete sein Programm in den 1990er Jahren, darunter die Bombardier-Challenger-Serie die über eine beeindruckende transatlantische Reichweite verfügte. 1990 kaufte Bombardier Learjet, zu den jüngsten Projekten gehört der Learjet 70/75 im Jahr 2013 [56]. Er verfügt über eine Reichweite von 3.815 Kilometern, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von Mach 0,8 und kann sieben Passagiere befördern. Darauf folgte die verbesserte Challenger 350 im Jahr 2014 [57], die über eine vergrößerte Reichweite von 5.926 Kilometern verfügte, eine Maximalgeschwindigkeit von Mach 0,83 und Kapazität für zehn Passagiere [58]. Später im selben Jahr bot die Challenger 650 [59] eine verbesserte Triebwerksleistung mit einer Spitzengeschwindigkeit von Mach 0,85, einer Reichweite von 7.408 Kilometern [60] und Raum für bis zu zwölf Passagiere [61]. Die Bombardier Global 6000 gehört zu den meistverkauften Business-Jets des Unternehmens, sie bietet 16 Passagieren Platz, hat eine Spitzengeschwindigkeit von Mach 0,89 und 11.112 Kilometer Reichweite [62], [63].
Eine tiefgehende Bewertung der derzeit schnellsten Jets der Welt
Cessna Citation X+
Die Leistung des schnellsten Privatjets der Welt wird durch das überlegene Design von Flügeln und Rumpf vorangetrieben. Das Flugzeug hat einen zylindrischen Rumpf, die Radom-artige Spitze ermöglicht einen besseren Anstellwinkel bei der Landung [64]. Durch eine elektrisch erwärmbare Frontscheibe, die von innen aus dunstfrei gehalten werden kann, wird der Schutz gegen Vogelschlag verbessert, während Flügel und Heck mit heißer Luft vor Eisbildung geschützt werden. Superkritische Tragflächen steigern die Geschwindigkeit, ohne den Verdichtungsstoß auf die Flügel zu verstärken [65], was der Citation X+ den Flug nahe der Schallgeschwindigkeit ermöglicht. Das gepfeilte Flügeldesign verbessert die Leistung zusätzlich [66] und verhindert zugleich die Bildung von Zugkräften durch Schockwellen. Das Pfeilflügeldesign liefert zusätzliche seitliche Stabilität, was den Flug der Citation X+ sehr stabil und ruhig macht.
Die Flügel des Jets liegen unter dem Rumpf anstatt mitten hindurch zu führen, was eine größere Grundfläche und Raum für Bewegung schafft. Die größere Flügelspannweite (21,09 Meter bei einer Länge des Flugzeugs von 22,43 Metern) erlaubt eine hohe Steiggeschwindigkeit und eine bessere Reisegeschwindigkeit in großen Höhen. Das Design der Brems- und Störklappen der Citation X+ ist darauf ausgelegt, Kippmomente zu minimieren. Ein zweiteiliges, hydraulisch angetriebenes Fly-by-Wire-Ruder ermöglicht bessere Kontrolle und Reaktion, während das T-Leitwerk stark gepfeilt ist und horizontal bewegliche Höhenflossen für die Trimmung besitzt.
Der Jet besticht durch hohe Treibstoffeffizienz aufgrund des vollautorisierten digitalen Triebwerkskontrollsystems FADEC, das automatisch die Treibstoffmischung und den Zündvorgang bestimmt, um in einer Reihe definierter Szenarien die beste Leistung zu liefern. Dieses smarte Kontrollsystem kalkuliert anhand der Umdrehungen pro Minute und der Drosselklappenstellung die Menge an Luft, die ins Triebwerk strömt, und bestimmt den Zeitpunkt für die Zündung, wodurch die Triebwerksleistung in unterschiedlichen Situationen optimiert wird [67].
Zwei Rolls Royce AE3007C2 Turbofan-Triebwerke bilden das Herzstück des Flugzeugs, sie verfügen im Vergleich mit ihren Vorgängern über fortschrittlichere Turbinenschaufeln und verbesserten Schub. Die treibstoffeffizienten Antriebe ermöglichen dem Flugzeug eine maximale Reichweite von 6.408 Kilometern ohne Tankstopp und liefern jeweils einen Schub von 31,29 KN für Geschwindigkeit und Reichweite. Leichte Jets sind die besten und effizientesten Performer, und verglichen mit anderen Flugzeugen ihrer Klasse ist die Citation X+ deutlich leichter als die Gulfstream G650 oder die Dassault Falcon 7X. Dank des hohen Schubs ihrer Antriebe kann sie mit beeindruckenden Geschwindigkeiten beschleunigen und fliegen [68].
Technologisch betrachtet bietet die flugelektronische Ausstattung des G5000-Cockpits eine klare Analyse von Terrain, Wettermustern und Verkehr, außerdem Touchscreen-LCD-Kontrollpaneelen mit drei 14-Zoll-großen, hochauflösenden WXGA-Displays [69]. Die Synthetic-Vision-Technologie von Garmin ermöglicht es dem Piloten, das Terrain einzuschätzen, wenn die Sicht durch die Windschutzscheibe aufgrund von Dunkelheit oder Wetterbedingungen eingeschränkt ist [70]. Die Lageerfassung wird dadurch mit 3D-Darstellungen des Bodens verbessert und ermöglicht eine tiefgehende perspektivische Darstellung [71].
Bei Flügen in Dunkelheit, bei wenig Licht oder bewölktem Himmel sind die Piloten bei der Navigation auf die Instrumente im Cockpit angewiesen. Das System LinxUS Air Work in der Cessna Citation X+ nutzt Echtzeitdiagnosen, um auf dem Flugdeck Störungen zu isolieren und auf Zwischenfälle zu reagieren, um direkte Anpassungen zu ermöglichen [72]. Zusätzliche Funktionen umfassen ein Analyse- und-Warnsystem für den Untergrund, Kollisionsvermeidungssysteme und ein Notfalltransmitter zur Übermittlung des Standorts [73].
Ein Entertainmentsystem an Bord, reichlich Beinfreiheit und genug Platz für aufrechtes Stehen in der Kabine, ein komplettverglastes Cockpit und Ultra-Highspeed-Internetzugang verbessern das Flugerlebnis sowohl für Passagiere als auch für die Crew. Echtzeit-Kommunikationsmittel ermöglichen den Passagieren Telefonate, E-Mailverkehr und die Teilnahme an Meetings bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0,935 [74]. Der Jet kann auf Pisten von nur 1.600 Metern Länge starten und landen, wodurch auch Flughäfen angeflogen werden können, die mit konventionellen Großraumflugzeugen nicht erreichbar sind.
Preis: ca. 23 Millionen US-Dollar
Gulfstream G600/500
Mächtige Antriebe und ein effizientes Design sind die zwei wesentlichen Komponenten der eindrucksvollen Leistung der Gulfstream G600/500. Bei beiden Modellen verfügen die Flügel über superkritische Tragflächen, die Luftwiderstand und Verwirbelungen reduzieren und damit höhere Geschwindigkeiten und bessere Stabilität in großen Höhen ermöglichen. Die gepfeilten Flügel erhöhen die Aerodynamik, indem sie die Bildung von Stoßwellen minimieren und mehr Stabilität bei großen Geschwindigkeiten schaffen. Die große Spannweite ermöglicht dabei eine höhere Steiggeschwindigkeit, verbesserte Leistung in großen Höhen und die Fähigkeit, auf kurzen Pisten zu landen. Ein langer, ungehinderter Flügel optimiert den Luftstrom für einen sanfteren Flug, der Einsatz von Verbundstoffen in den Tragflächen und einigen Rumpfabschnitten verringert das Gesamtgewicht des Jets deutlich. Die Konstruktion des Bugs und das extra große, verglaste Cockpit ermöglichen den gewünschten Anstellwinkel bei der Landung.
Die treibstoffeffizienten Rolls-Royce BR725 Triebwerke der G600/500 tragen wesentlich zur eindrucksvollen Geschwindigkeit des Jets bei. Die speziell angefertigten Turbinen, kombiniert mit einem automatischen Drosselungsmanagement, liefern mehr Schub als frühere Generationen und sind zugleich auf maximale Leistung ausgelegt.
Moderne Technologie verbessert Kontrolle und Komfort im Flug. Die G600 nutzt computergestützte Fly-by-Wire-Flugkontrollsysteme, die sowohl im Autopilotmodus als auch unter einem menschlichen Piloten laufen. Ein System zur Verbesserung der Sicht (Enhanced Vision System, EVS) beinhaltet eine befestigte Infrarotkamera, die den Piloten nachts und bei schwierigen Lichtverhältnissen eine bessere Sicht auf die Umgebung ermöglicht. Die Flugelektronik des Cockpits ist daraufhin optimiert, die Arbeitsbelastung der Piloten zu minimieren. Das EVS beispielsweise ist mit einem HUD-Display auf Höhe des Gesichts der Piloten verbunden, so dass die Daten direkt in dessen Sichtfeld dargestellt werden, während dreidimensionale Farbdarstellungen mittels Virtual Reality und Synthetic Vision die Wahrnehmung des Geländes sowie von Hindernissen verbessern und den Landeanflug erleichtern.
Ein flexibles Kabinendesign ermöglicht unterschiedliche Konfigurationen für Unterhaltung, Meetings und Erholung, während das nutzerfreundliche, interaktive Gulfstream Cabin Management System es den Passagieren erlaubt, die Atmosphäre im Innern der Kabine einfach und nach dem persönlichen Belieben zu regulieren. Über das Smartphone (Apple iOS oder Google Android) sind die Einstellung der Beleuchtung an Bord, der Zugriff auf Entertainment, die Steuerung der Fensterblenden und Temperaturregler sowie der Abruf des aktuellen Flugstatus möglich.
Cessna Citation X
Die Cessna Citation X hat große Ähnlichkeit mit dem Nachfolgemodell, der Cessna X+, und ist ebenso ein Beispiel hochmodernen Flugzeugdesigns des Herstellers Textron Aviation. Der Jet hat gepfeilte, superkritischeTragflächen, ein stark gepfeiltes T-Leitwerk und leistungsstarke Winglets, die die Aerodynamik an heißen Tagen und in hohen Reiseflughöhen verbessern. Die Cessna Citation X glänzt mit zwei Rolls-Royce AE3007C-Triebwerken, die für die Citation X+ zu AE3007C2 modifiziert wurden [75]. Ein FADEC-System steuert die Triebwerke, wodurch sich der Treibstoffverbrauch effizienter gestalten lässt und größere Reichweiten sowie höhere Reisegeschwindigkeiten möglich sind, ohne dass die Antriebe an ihre Leistungsgrenzen kommen.
Die Cessna Citation X ist mit HoneywellPrimus-2000-Systemen ausgestattet [76], die nicht ganz so fortschrittlich sind wie die der Citation X+, aber mit fünf Bildschirmen benutzerfreundlich gesteuert werden können. Sie besitzt ein EGPWS (Enhanced Ground Proximity Warning System) sowie ein TCAS II (Traffic Alert and Collision Avoidance System) [77]. Das Cockpit ist mit einem iPad als EFB (Electronic Flight Bag) ausgestattet, das schnellen Zugang zu Handbüchern, Terminalplänen, Details zum Landeanflug sowie Ankunft- und Abfluginformationen zur Verfügung stellt.
Die großzügige Kabinengestaltung bietet eine breite Palette an Konfigurationsmöglichkeiten und mehr Platz für die Passagiere. WLAN an Bord ermöglicht den Passagieren die Kommunikation mit der Außenwelt in Echtzeit fast wie in einem normalen Büro. Ein hoher Steigwinkel minimiert Turbulenzen und gewährleistet einen angenehmen Flug.
Preis: ca. 23 Millionen US-Dollar
Gulfstream G650ER
Das Tragflächen- und Rumpfdesign sowie das Kabinen-Management-System der Gulfstream G650ER sind baugleich jenen der G600/500. Die G650ER verfügt über Fly-by-Wire-Technologie und Rolls-Royce BR725-A1-A2-Triebwerke, die eine neuere Variante der BR725 sind, welche im früheren Modell G650 verwendet wurden [80]. Ein ATS (Auto Throttle System) optimiert die Triebwerksleistungen.
Der Jet ist mit einer Vielzahl von Technologien ausgestattet. Ein Bordcomputer, der Messwerte automatisch überwacht und erforderliche Anpassungen minütlich vornimmt sowie ein EVS (Enhanced Vision System), das für gute Sicht bei schlechten Wetterverhältnissen und Nachtflügen sorgt [81]. Das Avionik-Programm Plane View II von Gulfstream bietet ein verbessertes HUD (Head-up-Display) im Cockpit, wodurch die Piloten ihre Blickrichtung beibehalten können und sie entlastet werden.
Preis: ca. 27 Millionen US-Dollar
Bombardier Global 6000
Die Bombardier Global 6000 besteht aus leichtgewichtigen Carbonfasern, um Treibstoffersparnisse zu generieren. Das Tragflächen- und Rumpfdesign trägt zu einer verbesserten Aerodynamik bei; das gepfeilte Design hat superkritische Tragflächen. Die aerodynamische Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten wird durch Winglets und das gepfeilte T-Leitwerk optimiert.
Zur Bordtechnologie gehören ein HUD (Head-Up-Display), ein Multifunktions-Touch-Screen sowie ein Wartungs- und Diagnosesystem, um Daten schnell analysieren und anschließende Handlungsschritte ausführen zu können [82, 83]. Das Flugzeug ist mit drei Flight-Management-Systemen ausgestattet: Ein Trägheitsmesssystem, ein Artex 406 ELT (Emergency Locator Transmitter) und ein TAS (Traffic Avoidance System), die bei der Planung und Koordinierung von Anflügen, Landungen, Ankünften und Abflügen helfen. Die Kabine verfügt über eine LAN-Verbindung mit Highspeed-Internet und ein Airshow-SX-Entertainment-System, das Informationen zum Flug sowie eine Live-Karte auf dem Display anzeigt [84]. Passagiere können die Stimmung und Belüftung individuell nach ihren Wünschen anpassen.
Preis: ca. 73 Millionen US-Dollar
Gulfstream G650
Die Gulfstream G650 hat ein gepfeiltes T-Leitwerk und besonders leichte Tragflächen, Querruder sowie Stör- und Landeklappen, die die Stabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten sicherstellen. Der Flügel ist am unteren Teil des Rumpfs verbaut, damit die Kabine nicht verkleinert werden muss und Passagiere mehr Platz zur Verfügung haben. Das extrem große Glas-Cockpit ist mit einer elektrisch beheizbaren Frontscheibe ausgestattet, um Widerstandsfähigkeit bei Vogelschlag zu garantieren. Weiterhin gibt es ein PlaneView-Display-System, das das gesamte Instrumenten-Panel umfasst und einen größtmöglichen Sichtbereich sowie Datenanalysen für die Piloten bietet.
Die Schubkraft von jeweils 68,436 KN wird durch zwei Rolls-Royce BR710-C4-11-Triebwerke erzeugt [85], die FADEC gesteuert sind, um eine bessere und effizientere Leistungsfähigkeit zu erreichen. Ein HUD (Head-Up-Display) hilft den Piloten, fokussiert und konzentriert zu bleiben. Ein EVS (Enhanced Vision System) sorgt für gute Sicht bei schlechten Wetterverhältnissen und Nachtflügen [86]. Die Cursor-Steuerung gibt Piloten durch ein Select-And-Scroll-System Zugang zu wichtigen Flugdaten und zeigt Fluglinien, Radardaten, Navigationshilfen und Flughäfen an [87].
Eine zusätzliche technische Annehmlichkeit aus früheren Gulfstream-Modellen ist ein synthetisches Sichtsystem im PFD (Primary Flight Display), das 3D-Karten der umliegenden Bereiche anzeigt, um auch bei fehlender Sicht ausreichend Informationen zur Verfügung zu haben. Zur Ausstattung der Kabine zählen WLAN, satellitengestützte Kommunikation, Telefon, Fax und ein Drucker. Geschäftsreisende haben damit ein vollständiges Büro zur Verfügung und immer die Möglichkeit, auf dem Weg zu ihrem nächsten Meeting in Verbindung mit Kunden, Kollegen und Geschäftspartnern zu bleiben.
Preis: ca. 27 Millionen US-Dollar
Dassault Falcon 2000LX
Die Dassault Falcon 2000LX ist ein hoch-performanter Großraum-Business-Jet mit Platz für acht Passagiere. Anders als die dreistrahlige Falcon 7X wird die 2000LX von zwei PW308 Turbofan-Turbinen mit je 6.100 Pfund Schub angetrieben [88]. In dem Jet sind Verbundmaterialen und Metalllegierungen verbaut, er verfügt über einen Doppelpfeilflügel zur Leistungsoptimierung sowie horizontale Stabilisatoren und einen Bugkonus aus Glasverbund, Kevlar und Aluminium. Mehrere Lastpfade und niedrige Stresslevel stellen sicher, dass die Belastungen über alternative Pfade verteilt werden, wenn der primäre Lastpfad gestört ist. Die Quarter-Chord-Flügelpfeilung hat eine Flügelstreckung von 7,66 und der Jet hat keine Limitierungen der Bremsklappenbedienung.
Das Flugzeug ist vollgepackt mit Technik, insbesondere im Cockpit wo ein Honeywell Primus Epic Flugmanagementsystem die Navigation verbessert, indem es dem Piloten erlaubt, schwieriges Gelände zu erkennen und Flugrouten zu ändern. Aufgrund automatischer Drosselungssysteme kann der Pilot einfach die Triebwerksleistung optimieren und das Fluganzeigesystem beeindruckt mit vier LCD-Bildschirmen: zwei mit Cursor-Eingabegeräten und zwei mit Tastatur [89]. Die Vorsorgesysteme umfassen unter anderem eine integrierte elektronische Reserveanzeige, wiederaufladbare Handleuchten und einen magnetischen Reservekompass.
Preis: ca. 33 Millionen US-Dollar
Dassault Falcon 900LX
Die Dassault Falcon 900LX wird von drei TFE 31-60-Triebwerken in einer Tri-Jet-Konfiguration angetrieben. Jede davon liefert rund 5.000 Pfund Schub, ein automatisches Drosselungssystem optimiert die Leistung unter verschiedenen Bedingungen. Verglichen mit der Falcon 2000LX verfügt dieser Jet über mehr Kabinenraum und eine größere Kapazität. Das Cockpit ist rundum mit Glas ausgestattet und kann von der Innenseite aus entnebelt werden. Die Flügel sind auf Höhe eines Viertel der Profilsehne nach hinten gepfeilt, die Winglets und die Flügelspannweite verbessern den Auftrieb und minimieren den Luftwiderstand, wodurch die Geschwindigkeitsleistung des Jets verbessert wird.
Die Cockpittechnik der Falcon 900LX ist der der Falcon 2000LX sehr ähnlich. Die Bordelektronik umfasst das EASy II, eine für Dassault optimierte Version des Primus Epic von Honeywell, das elektronisches Kartieren und Wetternachrichten via Satellit ermöglicht, wodurch der Pilot ständig über Ankünfte, Abflüge sowie Wetterbedingungen informiert bleibt und seine Flugroute entsprechend anpassen kann [90]. Zwei LCD-Bildschirme werden per Cursor kontrolliert, was dem Piloten die mühelose Ausführung von Befehlen erlaubt, so dass er sich ganz auf das Fliegen des Jets konzentrieren kann. Synthetic Vision liefert darüber hinaus ein dreidimensionales, farbkodiertes Bild der Umgebung für ein verbessertes Lagebewusstsein [91].
Preis: ca. 43 Millionen US-Dollar
Citation Longitude
Zwei Honeywell HTF7700L-Turbinen bewegen die Citation Longitude, jede mit einem Schub von 7.600 Pfund [92]. Das Flügeldesign ist dem anderer Citation-Modelle sehr ähnlich. Es befindet sich an der Unterseite des Rumpfs mit einem stark gepfeilten T-Leitwerk. Aufgrund der Antriebsleistung und der Flügelspannweite verfügt sie über eindrucksvolle Leistungen bei Geschwindigkeit und Reichweite.
Die Kabine des Flugzeugs hat einen flachen Boden mit einfachem Zugang zum Gepäckraum, in dem Kabinendruck herrscht und der mit warmer Luft beheizt wird. Innovative Technologien an Bord umfassen ein automatisches Eis-Erkennungssystem, das die Crew alarmiert sobald sich im oder am Flugzeug Eis bildet. Das Cockpit verfügt über Brake-by-Wire- und Fly-by-Wire-Steuerungen für Ruder und Spoiler, zwei autonome hydraulische Systeme stellen Redundanz sicher. Zur Flugelektronik in der Steuerzentrale zählt außerdem das System Garmin G500 des Unternehmens, das Touchscreens-Kontrollen, Displays auf Augenhöhe und Hilfen für verbesserte Sicht bereitstellt [93].
Preis: ca. 27 Millionen US-Dollar
Möchten Sie mehr über die Preise von Privatjets wissen? In unserem Blog erfahren Sie, was es kostet, einen Privatjet zu kaufen, und Sie können sich die aufwendigsten Innenausstattungen im Artikel über die Kosten einer individuellen Einrichtung eines Privatjets ansehen.
Kostenfaktoren der schnellsten Privatjets der Welt
Verschiedene Faktoren werden bei der Preisfindung berücksichtigt, darunter:
- Reichweite und Geschwindigkeit
- Lebensdauer des Designs
- Verwendete Materialien
- Arbeitskosten der Herstellung
- Betriebskosten
- Verlässlichkeit
- Einfachheit von Reparaturen und Verfügbarkeit von Ersatzteilen
- Inbegriffene Wartungen
- Investitionen in Entwicklung und Forschung
- Marktgegebenheiten
- Kundenvorlieben
- Markenwert
Strategische Faktoren wie eine Ausweitung des Marktanteils und Markenbegehrlichkeit können die Kostenstruktur verschiedener Hersteller ebenfalls beeinflussen.
Die Zukunft der Luftfahrt und der Privatjets
Schnellere Jets der Zukunft (ab 2019)
Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach schnelleren und komfortableren Flügen werden die schnellsten Privatjets der Zukunft Über- oder sogar Hyperschallgeschwindigkeit erreichen. Dieser Trend lässt sich bereits bei Cessna erkennen, wo sich mit der Citation X und X+ auf erweiterte Geschwindigkeit und Reichweite fokussiert wird.
Das Überschallflugzeug X-Plane der NASA, das eine Geschwindigkeit von mehr als Mach 1 erreicht, inspiriert auch weiterhin die Hersteller von Privatjets, zukünftige Designs für Über- und Hyperschallgeschwindigkeit zu erkunden. Die Bombardier Global 6000 ist nahe der Schallgeschwindigkeit unterwegs, und das Unternehmen wird mit den bevorstehenden Präsentationen der Modelle Global 7000 und Global 8000 weitere spannende Entwicklungen enthüllen. Die großen Wettbewerber wie Dassault, Gulfstream und Cessna arbeiten angesichts des Bedarfs ebenfalls daran, die Geschwindigkeit ihrer Jets in den Bereich von Über- und Hyperschall zu bringen.
Modelle, die mit Schallgeschwindigkeit unterwegs sind, könnten noch 2019 vorgestellt werden. Überschalljets werden ebenfalls in der nahen Zukunft erwartet, die NASA testet kontinuierlich neue Technologien (das NASA X-Plane soll eine Maximalgeschwindigkeit von Mach 2,2 erreichen).
Zukünftige Flugzeugkonzepte in Forschung und Entwicklung
Zu den derzeit wichtigsten Ideen bei Forschung und Entwicklung der großen Luftfahrt-Player gehören pilotenlose oder unbemannte Luftfahrzeuge (UAV, Unmanned Aerial Vehicle), Elektroflugzeuge sowie sogenannte Blended-Wing-Body-Designs [94]. Das Konzept des pilotenlosen Jets wird sehr kritisch beobachtet, angesichts der Tendenz, im Zuge der generellen Kostenreduktion auch die Ausgaben für Pilotengehälter, Tagessätze und Hotelkosten für Ruhepausen abzuschaffen [95]. Durch die wachsende Nachfrage nach Flügen müssen Unternehmen in die Ausbildung von immer mehr Piloten und Crew-Mitgliedern investieren – derzeit gibt es rund 200.000 angestellte Piloten, in den nächsten 20 Jahren sollen es bis zu 560.000 werden [96]. Mit der Entwicklung autonomer Flugzeuge können Fluggesellschaften der zukünftigen Nachfrage nach Piloten begegnen sowie möglicherweise die Flugsicherheit verbessern, indem der Einfluss menschlichen Versagens reduziert wird [97].
Andere Konzepte, die an Schwung gewinnen, betreffen effizientere Flugzeugdesigns. Das Blended-Wing-Body-Design ist ein innovatives Konzept, bei dem die Flügel fließend in den breiten, flachen Rumpf übergehen [98]. Der Vorteil ist, dass der Rumpf den größten Teil zum Auftrieb beiträgt, während der Flügel für Balance und Stabilität sorgt [99]. Da die Oberfläche geringer ist, reduziert das Design den Luftwiderstand gegenüber den üblichen zylindrischen Rümpfen, was zu mehr Treibstoffeffizienz und Reichweite führt.
Elektroflugzeuge sind in Forschung und Entwicklung ein heißes Thema. Die Konzentration der Hersteller darauf ist eine Reaktion auf die wachsenden Bedenken über die CO2-Emissionen der Luftfahrtindustrie. Nationale und internationale Regulierungen erhöhen den Druck, umweltfreundliche Designs zu entwickeln. Prototypen, die derzeit getestet werden, sind unter anderem Alpha Electro II, E-Genius, E-Fan X und NASA X-57 [100]. Die größte Herausforderung ist es, ausreichend Reichweite und Effizienz zu erzielen [101]. Das Schweizer Solarflugzeug Solar Impulse 2 beispielsweise konnte nur einen Passagier befördern, die Geschwindigkeit war durch den geringen Energieertrag der Solarpaneele stark eingeschränkt. Solarbetriebene Flugzeuge können zudem nachts und an trüben Tagen aufgrund des mangelnden Sonnenlichts nicht fliegen. Eine Batterie zur Energiespeicherung mitzuführen, ist kaum umsetzbar, da es das Gesamtgewicht des Flugzeugs erhöhen und damit Geschwindigkeit wie Reichweite reduzieren würde.
Viele innovative Ideen werden entwickelt, um Geschwindigkeit und Reichweite zu erhöhen, etwa neue Antriebe, die Prinzipien sowohl von Raketen – die bei minimalem Luftwiderstand Überschallgeschwindigkeit und große Höhen erreichen können – als auch herkömmlicher Jetturbinen kombinieren. Das sogenannte Scramjet-Design baut auf der Idee auf, einen Raketenantrieb zu verwenden [102]. Es ist allerdings höchst schwierig, die Überschallgeschwindigkeit so weit zu reduzieren, dass eine Landung auf herkömmlichen Landebahnen möglich ist. Die Verbindung herkömmlicher Jet-Antriebe mit Raketentechnik könnte dieses Problem lösen, indem erstere den Jet starten und steigen lassen, während letztere nach dem Umschalten auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigen [103].
Technologien zum vertikalen Starten und Landen (VTOL, Vertical Take-off and Landing) sollen bestehende Systeme verbessern, die bei militärischen Kampfjets eingesetzt werden, wodurch Privatjets auf sehr kurzen Abschnitten der Start- und Landebahn abheben und aufsetzen könnten.
Zukunftstechnologie und die Entwicklung des Privatjets
3D-Druck ermöglicht kosteneffizientere Optimierung von Designs und Strukturen. Forscher können problemlos Prototypen im Labor erschaffen und Test-Designs wieder und wieder ausprobieren, so dass die Entwicklung aerodynamisch stabiler und funktional effizienter Designs einfacher und günstiger wird. Durch Fortschritte beim Einsatz von Verbundmaterialien wird zudem erwartet, dass Aluminiumlegierungen und andere Materialien wie Titan durch leichte, hochfeste Materialien wie Fiberglas, Kevlar und Kohlefaser ersetzt werden. Die Luftfahrtindustrie ist auf dem Weg zu leichten, strukturell festen und höchst beständigen Mustern zu deutlich günstigeren Preisen. Mit weniger Gewicht, besserer Antriebsoptimierung und 3D-Druck werden zukünftige Jets Passagiere schneller und weiter transportieren können.
Der Einsatz von 3D-Druck kann die Kosten deutlich senken, indem Arbeitskosten entfallen und Entwicklungszyklen verbessert werden, indem Modelle schnell von Maschinen zusammengebaut werden [104]. Deutlich komplexere und aufwendige Entwürfe können damit in Fabriken hergestellt werden. Flugwerk und Rumpf zukünftiger Privatjets könnten deutlich anders aussehen als heute.
Die Entwicklung von Über- oder gar Hyperschall-Business-Jets würde Reisezeiten deutlich verkürzen. Frühe Beispiele ziviler Überschallflugzeuge umfassen die Concorde und die Tu-144; hohe Betriebskosten und der Überschallknall führten letztendlich aber zum Ende der Concorde. Forscher arbeiten derzeit an der Entwicklung nachhaltiger Technologien für Überschall- und Hyperschallflugzeuge. So sind die NASA X-Planes darauf ausgelegt, das Problem des Überschallknalls zu überwinden und eine Maximalgeschwindigkeit von Mach 2,2 lautlos zu erreichen [105].
Innovative „intelligente Airports“ werden derzeit entwickelt, um die schnellsten Privatjets der Zukunft zu unterstützen und die menschliche Einflussnahme auf die Verkehrslenkung zu reduzieren. Die elektronischen Kartierungs- und Flugmanagementsysteme, die schon heute in vielen Privatjets präsent sind, verdeutlichen die Entwicklung hin zu dieser smarten Technologie.
Auch Flugtaxis haben das Potenzial, Verkehrsstörungen und Reisezeiten zu reduzieren sowie die Produktivität in den geschäftigsten Städten der Welt zu erhöhen. Damit dieses System aber auch im großen Maßstab funktioniert, werden neue Verkehrsleitsysteme benötigt.
Technologien, die die Entwicklung der Privatjets beeinflussen könnten
Aufgrund des wachsenden Umweltbewusstseins und weltweiten Initiativen für sauberere Energien bleibt es eine Herausforderung für Flugzeugentwickler, CO2-Emissionen zu reduzieren. Dieser Aspekt wird den Luftverkehr als wesentlicher Leistungsparameter für Flugzeuge entscheidend dominieren [106]. Der Einsatz von sauberen und erneuerbaren Treibstoffen ist eine mögliche Lösung, hier wird jedoch noch viel Forschung benötigt, um die gewünschten Geschwindigkeiten und Leistungen mit sauberer Energie zu erreichen. Flugzeugantriebe beispielsweise, die mit Elektrizität gespeist werden, können derzeit noch nicht die erwarteten Geschwindigkeiten und Reichweiten liefern [107]. Die Größe und das Gewicht von Akkus und Solarpaneelen sind ebenfalls limitierende Faktoren.
Kernenergie und Wasserstoff sind vielversprechende saubere Antriebe. Eine kleine Menge Materie kann eine große Menge Energie zur Verfügung stellen, was das Gesamtgewicht des Flugzeugs reduziert. Die hohe Effizienz garantiert zusätzliche Reichweite ohne ständiges Nachtanken. Kernenergie wird von der Marine bereits eingesetzt, um gewaltige Flugzeugträger und U-Boote anzutreiben. Die Kernfusion ist weit entwickelt und erzeugt viel mehr Energie pro Masseeinheit als jeder andere Treibstoff [108]. Der Schub, der dabei entsteht, kann die Reichweite eines Flugzeugs signifikant erhöhen, wodurch Über- und Hyperschallgeschwindigkeit möglich werden.
Das größte Problem nuklearer Antriebe ist die Tatsache, dass eine Kollision oder ein Unfall [109] weitreichende und langanhaltende Konsequenzen für die Umwelt haben kann [110, 111]. Flughafenbetreiber stünden zugleich vor der Herausforderung, sich um hochradioaktiven Abfall zu kümmern. Selbst ein kleiner Zwischenfall könnte zur Evakuierung ganzer Viertel oder sogar Städte führen, die auf Dauer unbewohnbar würden. Die Entwicklung besserer Technologien könnte das Risiko für Schäden oder Kontaminationen deutlich reduzieren, so wie etwa Atomreaktoren von Schutzhüllen umschlossen sind, die selbst starken Einschlägen widerstehen. Als beispielsweise das russische Atom-U-Boot Kursk explodierte, blieb der Kernreaktor dank solch innovativer Entwicklungsansätze intakt [112].
Bahnbrechende Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) bedeuten, dass pilotenlose Flugzeuge nicht länger nur Stoff für Science-Fiction-Filme sind. Während ein solches System zwar die Betriebskosten deutlich senken könnte, gibt es allerdings durchaus Sicherheitsbedenken. So könnten Kriminelle vom Boden aus Cyber-Attacken ausführen, Kontrolle über den Flug übernehmen und die Menschen an Bord erpressen [113]. Angesichts von Fällen in denen militärische Drohnen gehackt oder durch Störsignale zur Landung gezwungen werden [113, 114] gibt es Befürchtungen, Terroristen könnten aus der Ferne ein pilotenloses Flugzeug kapern, ohne dass es am Flughafen bemerkt wird. Technologie kann zudem ohne Vorwarnung ausfallen, so wie etwa bei einem Unfall eines selbstfahrenden Autos von Tesla, bei dem der Fahrer starb. Viele Experten sind der Meinung, KI-Technologie sollte eher auf die Reduktion als die Beseitigung von Mitarbeitern an Bord ausgelegt sein, während zugleich menschliche Eingriffe im Notfall immer noch möglich sein müssten. Dies würde Kostensenkungen erlauben und zugleich das Risiko von Cyber-Attacken reduzieren.
Fazit
Die Erkenntnisse dieses Reports machen eines deutlich: Die Privatjet-Industrie wird nicht langsamer. Während sich die Technologie weiterentwickelt und Flugzeughersteller immer effizientere Wege liefern, schnellere Flugzeuge zu bauen, werden Reisen um den Globus auch weiterhin schneller und einfacher als je zuvor.
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