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Die Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze und gehört zur Gattung der Malvengewächse. Trotz ihres Namens wächst diese Naturfaser nicht an Bäumen, sondern an bis zu sechs Meter hohen Büschen. Beheimatet in tropischen und subtropischen Gefilden wurde die Baumwolle unabhängig voneinander auf drei verschiedenen Kontinenten kultiviert. Amerika, Asien und Afrika gelten als die Wiege des Baumwollanbaus, die ältesten Belege stammen aus dem indischen Mehrgarh. Datiert wurden die frühen Funde bereits auf 6000 v. Chr. In Europa fand die Baumwolle im Mittelalter und in der Neuzeit ihren Weg in die Textilverarbeitung. Im 17.Jahrhundert war es vor allem die deutsche Handelsmetropole Augsburg die fast alle europäischen Märkte mit Baumwollstoffen versorgte.
Der eigentliche Rohstoff zur Herstellung von robusten Stoffen wird aus den Samenhaaren der Baumwollfaser gewonnen. Obwohl die Baumwolle als ausdauernde Pflanze gilt, werden die Sträucher nur für ein Jahr auf den Feldern belassen, um einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen. Dabei wird häufig mehrmals im Jahr geerntet. Während früher ausschliesslich per Hand geerntet wurde kommen heute überwiegend Erntemaschinen zum Einsatz, wobei die Qualität der handgeernteten Baumwolle besser ist als maschinelle Erträge. Baumwollpflanzen sind anspruchslos, sie gedeihen auch auf relativ nährstoffarmen Böden. Unabdingbar zum Gedeihen ist allerdings eine ausreichende Wasserversorgung, in niederschlagsarmen Gebieten muss daher zusätzlich künstlich bewässert werden. Mittlerweile wird die Baumwollpflanze auf allen fünf Kontinenten angebaut. Als weltweit führende Nationen für den Anbau von Baumwolle gelten heute China, Indien, Pakistan und die USA.
Zur Herstellung von Baumwollgarnen werden die langen Fasern der Kulturpflanze nach sorgfältiger Reinigung zu dünnen Fäden gesponnen. Im Gegensatz zu Kunstfasern sind aus Baumwolle hergestellte Fasern besonders saugfähig, zu starkes Schwitzen in Baumwolltextilien wird dadurch wirkungsvoll vermieden. Baumwolle ist hautangenehm, in nassem Zustand reissfest und besitzt ein geringes Allergiepotenzial. Daher wird dieser Naturstoff hauptsächlich in der Textilindustrie eingesetzt. Ein typischer Bekleidungsartikel aus Baumwolle ist die klassische Jeans. Hier ist es vor allem die robuste Struktur und die Langlebigkeit die Baumwolle für die Jeansproduktion so attraktiv macht. Als Entdecker des Rohstoffes zur klassischen Jeansproduktion gilt der deutsch-amerikanische Industrielle Levi Strauss. Auf der Suche nach widerstandsfähigen Stoffen für die Herstellung von Hosen für Cowboys und Goldgräber importierte er das robuste Gewebe aus der französischen Stadt Nímes und meldete die berühmte Nietenhose am 20. Mai 1873 in den USA zum Patent an. Seit damals wird das Baumwollgewebe zur Jeansproduktion auch als Denim bezeichnet und ist bis heute der Stoff, aus dem Jeans und Jeanswaren hergestellt werden.