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Das Linzer 1:0 nach einer Stunde wurde Reinhold Ranftl gutgeschrieben, im Prinzip war es aber ein Eigentor. Verteidiger Raoul Petretta hatte Ranftls Hereingabe unhaltbar abgefälscht.
Die Linzer Führung veränderte die Ausgangslage nicht grundlegend, denn Basel hätte so oder so zwei Tore schiessen müssen. Die Physiognomie des Spiels veränderte das unglückliche Tor jedoch für eine Weile stark. Nach dem Gegentor bauten die Basler ab und wirkten eine Viertelstunde lang wieder so hilflos wie im Match in Basel. Dennoch kamen sie noch einmal auf. Eines der nötigen Tore glückte ihnen nach 80 Minuten zum 1:1, als Kemal Ademi eine Hereingabe von Silvan Widmer verwertete. Hierauf kam die Linzer Mannschaft ins Schwimmen. Aber das 2:1, das die Verlängerung bedeutet hätte, gelang den Baslern nicht. Sie versuchten noch offensiver zu spielen und gingen jedes Risiko ein. Die alles klar machenden Gegentore in der 89. und in der 94. Minute waren nicht unlogisch.
Die Basler müssen sich mit Blick auf die 180 Minuten eingestehen, dass sie im Hinspiel gescheitert sind, nicht eigentlich in Linz. Denn in der ersten Halbzeit des Auswärtsspiels hätten sie mehrfach treffen können.
Nach zehn Minuten - nach hundert Minuten insgesamt - gelang dem FCB der erste überzeugende Angriff in beiden Spielen. Kemal Ademi nutzte eine Flanke von Noah Okafor zu einem Kopfball-Aufsetzer. Der Ball prallte über dem machtlosen Torhüter Alexander Schlager an die Latte. Nach 22 Minuten nahm Valentin Stocker eine Hereingabe Okafors direkt ab. Der Ball flog knapp am Lattenkreuz vorbei.
In dieser Startphase hätten indessen auch die Linzer bei hochkarätigen Chancen zweimal treffen können. Basels Innenverteidiger Eray Cömert, der in den letzten Wochen in verschiedenen Spielen mehrfach unsicher gewirkt hatte, leistete sich als hinterster Mann im Zweikampf mit Mittelstürmer João Klauss einen schweren Aussetzer. Der Brasilianer zog allein auf Goalie Jonas Omlin, setzte den Ball jedoch neben das Tor. Später wehrte Omlin mit toller Reaktion aus recht kurzer Distanz einen platzierten Flachschuss von Samuel Tetteh ab. Der Schuss hätte als unhaltbar gegolten, wenn der Ball im Tor gelandet wäre.
Das Gleichgewicht der grossen Chancen wurde kurz vor der Pause gestört, als der junge aserbaidschanische Schiedsrichter Aliyar Aghajew den Baslern einen Foulpenalty verwehrte. Valentin Stocker hatte den Ball vor der Torlinie verfehlt, wurde danach aber, als das Spiel noch lief, von Goalie Schlager mit gestrecktem Bein gefällt. Das Foul war unstrittig, der Pfiff blieb aus.
Ein grosser Unterschied zu dem aus Basler Sicht lauen, schwachen Hinspiel war auch die Tatsache, dass die Mannschaft von Trainer Marcel Koller die Partie wenigstens zeitweilig dominierte und die Linzer Defensive unter Druck setzte. Der junge Noah Okafor hatte einen wesentlichen Anteil am Unterschied. Okafor zeigte Schnelligkeit, Punch und ein für einen 19-Jährigen erstaunliches Spielverständnis. Etliche vielversprechende Angriffe liefen über diese Hoffnung des Schweizer Fussballs. Im St.-Jakob-Parke hatte ihn Koller 75 Minuten lang auf der Bank gelassen.
Etwas Positives hat das Ausscheiden für die Basler. Sie standen bereits als Teilnehmer an der Gruppenphase der Europa League fest, wodurch ihnen in nächster Zeit zwei englische Wochen erspart bleiben.
(sda)