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Ursula Biondi wurde 1967 im Alter von 17 Jahren und im 5. Monat schwanger in die Frauenstrafanstalt Hindelbank weggesperrt, ohne eine Straftat begangen zu haben. Die Vormundschaftsbehörde hatte zu dieser „erzieherischen Massnahme“ gegriffen, weil Ursula sich in einen geschiedenen sieben Jahre älteren Mann verliebt hatte und minderjährig schwanger wurde. Was sie dort erlebte und erfahren musste, gab u.a. den Stoff für den Film «Lina» (2015). Seit anfangs 2000 hat Ursula Biondi sich sehr bald intensiv dafür eingesetzt, dass dieses dunkle Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte aufgearbeitet und öffentlich wird. Für ihr Engagement wurde ihr im Jahr 2013 vom Beobachter der „Prix Courage“ und von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Fribourg der Ehrendoktortitel, sowie im Jahr 2015 der „Anna-Göldi-Menschenrechtspreis“ verliehen. Mit Ursula Biondis langjähriger Vorarbeit seit anfangs 2000 und mit der Veröffentlichung ihres Jugendschicksals im Beobachter im März 2008 sowie einem Aufruf an andere Betroffene, sich zu melden, entstand die Anlaufstelle "Administrativ-Versorgte vor 1981". So war sie nicht nur Projektleiterin, Betroffenenbegleiterin, Sterbebegleiterin, Mitgründerin und etwas später auch Präsidentin des Vereins RAVIA, sondern auch Teilnehmerin am von Frau BR Simonetta Sommaruga eingerichteten Runden Tisch (RT), externes Mitglied der "Parlamentarischen Gruppe Fürsorgerische Zwangsmassnahmen" und schliesslich Mitglied des Komitees der Wiedergutmachungs-Initiative, in denen sie sich für die administrativ versorgten Menschen einsetzte. Bis heute kämpft sie ununterbrochen für Gerechtigkeit!
Eintritt: CHF 20
Veranstaltungsort: Hotel Boldern, Männedorf