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Über die Suche nach dem Glück – “Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben” – Walter Benjamin
Über die Suche nach dem Glück
“Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben”[1]
Walter Benjamin (15.7.1892-26.9.1940)
(1) Einleitende Überlegungen
“Jedes Wort ist – die ganze Sprache”[2]
Die Suche nach Glück beruht in starkem Mass auf dem Bedürfnis, richtig verstanden zu werden und richtig verstehen zu können. Wovon hängt die Erfüllung dieses Bedürfnisses ab?
- Vom Ton[3] und Klang der Sprache, Rhythmus des Sprechens, Bedeutung der Worte, Wahl der Worte, Benutzung der Worte, Zweck der Worte
- Von der Bedeutung der Buchstaben resp. der Schriftzeichen[4]
- Von der Erfahrung der Übereinstimmung oder Nicht-Übereinstimmung der Worte mit deren Verwendung
- Von der Struktur der aneinandergefügten Worte in Sätze resp. von der die Sprache regulierenden Grammatik
- Von der Freiheit oder vom Zwang im Gebrauch der Sprache, einerseits im je persönlichen Gebrauch der Sprache in Verbindung mit dem Erleben und Erlernen der Wörter und deren Bedeutung, im Sinn der Übersetzung eigener Sinneserfahrungen, Empfindungen und Gedanken, Fragen und Erkenntnisse, sei es im Sprechen oder im Schreiben; andererseits im Beziehungszusammenhang, sei es im familiären oder im individuellen privaten, beruflichen oder sozialen Beziehungszusammenhang, andererseits im kollektiven Sprachgebrauch von Menschen im Zusammenhang sozialer und politischer Programme , Zielsetzungen und Zeitgeschehnisse
- Vom Missbrauch der Sprache und deren Folgen im privaten, zwischenmenschlichen Bereich sowie im politischen und sozialen, ökonomischen, wissenschaftlichen und religiösen Bereich; Bedeutung der Medien; Bedeutung hierarchischer Strukturen. – Die ästhetische Bedeutung der Sprache. – Das Sprachspiel. – Die wortlose Sprache, Augensprache, Körpersprache, Sprache der Bilder, der Farben, der Musik
Jede der Suchaktionen im Zusammenhang von Sprache kann nicht anders vorgehen als über die Sprache selber. Um die Bedeutung der Sprache in ihrer Komplexität zu verstehen, bedarf es der Sprache. Es ist eine Vernetzung von Subjekt und Objekt, von Sprechenden und Zuhörenden, Lesenden und Schreibenden, die sich, um zu verstehen, um was es in den Wörtern und Sätzen geht, der Sprache bedienen. Somit entsprechen alle Bemühungen der Klärung von Entwicklung und Geschichte, von Verwendung, Nutzen, Erfüllung oder Missbrauch der Sprache einem Bedürfnis, das nicht nur der Untersuchung von Sprache überhaupt dienen soll, sondern das über die Untersuchung ein Verstehen der eigenen Wortwahl, eine bessere Kenntnis und grössere Sicherheit bewirken soll.
Entsprechend den Zielsetzungen variieren auch die Methoden, gemäss denen die Suchaktionen vorgehen. So lassen sich die unterschiedlichen Bezeichnungen erklären, gemäss denen sie benannt werden: als Sprachforschung, als Sprachwissenschaft, als Sprachtheorie[5], als Etymologie[6], als Semiotik[7], als Linguistik[8], als Onomalogie[9], als Grammatik[10], als Logik[11], als Logopädie[12] (sowohl Teil der Pädagogik wie Teil der Therapie[13] bei Sprachverlust), als Ästhetik der Tonkunst, als Literatur[14], als Übersetzung, als Poesie[15] – generell als Philosophie u.a.m.
Alle Suchaktionen sind verknüpft mit emotionalen und mit intellektuellen Beweggründen, mit Bedürfnissen, deren Ursprung in der frühen Kindheit liegt, mit der Erfahrung, verstanden worden zu sein oder nicht verstanden worden zu sein, der Sprache als gefordertem Regelsystem ausgesetzt gewesen zu sein oder dem Verbot der Sprache, dem Gebot des Schweigens. Eine Erfüllung der Bedürfnisse zu klären, was Sprache bedeutet und was Sprache bewirkt, wie sie genutzt und benutzt werden kann, ob und wie sie der inneren Sprache entspricht – all dies ist nur möglich, wenn geistige Kräfte aktiviert werden können, die sich in einer ihnen entsprechenden Methode umsetzen, um das Ziel der Suchaktion zu erreichen.
Das trifft für das Werk von Walter Benjamin zu, für Walter Benjamin selbst. Darauf werden wir eingehen. 1892 in Berlin als ältester Sohn von drei Kindern geboren, im Milieu einer assimilierten, wohlhabenden jüdischen Familie, mit einer tiefen Bindung an die Mutter und einem schwer belastenden Verhältnis zum Vater – dies ist eine knappe Zusammenfassung von Herkunfts- und Kindheitsgeschichte, die weiter erläutert werden muss, aus welcher Beziehungsgeschichten wachsen, zutiefst geprägt von Zeitgeschichte, und dies ist der Hintergrund von Walter Benjamins Denk- und Schreibwerk, das während Jahren in einer Fortsetzung innerer Notwendigkeit zustande kam. Was ist die tragende Kraft, die bei Walter Benjamin das Werk ermöglichte und gleichzeitig auferlegte?
Die Frage geht
(1a) auf eine einleitende Deutung des Werks von Walter Benjamin ein, ebenso
(1b) auf die Auffächerung wichtiger Voraussetzungen und Erfahrungen in der Lebensgeschichte, sodann
(1c) auf Elemente und Aspekte, welche in der Besonderheit seiner Werke von verbindender Bedeutung sind.
(2) Einführung zum Werk
Bei Walter Benjamin lässt sich eine überströmende Masslosigkeit der Bedürfnisse, ins Gespräch zu treten, feststellen, auch der Bemühungen, dem, was er empfindet und denkt, Ausdruck zu geben und verstanden zu werden. In allem, was ihn in seiner hungrigen Unruhe nach Klärung dessen bewegt, was Sprache in sich trägt, was sie in sich verschliesst und was sie bewirkt, je nachdem wie sie sich öffnet, entschlüsselt und entfaltet, findet sich eine Fortsetzung des kindlichen Wunsches nach Nähe, nach sprachlich unverhülltem Austausch von Interesse, von Erkennen und von Verstehen. Immer geht es um die geheimnisvollen Zusammenhänge des In-der-Welt-seins, des Lebens und Zusammenlebens in der Ausgesetztheit einer erstickend angehäuften Vergangenheit und einer nie erlebbaren Zukunft in der flüchtigen Jetztzeit.
Das Werk vermittelt einen leidenschaftlich herumirrenden Sucher und Übersetzer, der durch die unablässige Benutzung aller Teile des Lebensfächers, der “Sprache” heisst, den Hunger nach Zugehörigkeit und nach Vertrautheit offenbart – letztlich seiner Verzweiflung Ausdruck gibt. Mittels der Sprache sucht Walter Benjamin immer wieder auf sein gesellschaftskritisches Streben einen Rückhalt zu finden – ein utopisches Streben, das nach der optimalen Übereinstimmung eines marxistisch-gesellschaftsethischen Regelsystems mit den ästhetischen Forderungen einer ich-symbiotischen, den Gefühlen tongerecht entsprechenden Übersetzung des individuellen Erkennenwollens und Denkens trachtet. Benjamins Betrachtungen, Aufsätze und Abhandlungen sind emotional dichte, zugleich dichterisch bildhafte und vielseitig wissenschaftliche Vermittlungen seiner Unruhe und Sehnsüchte, auf spürbar erschöpfende Weise eine fast pausenlose Wiedergabe des nie erfüllbaren Suchens nach vollkommener Übereinstimmung nicht erfüllbarer Bedürfnisse – insbesondere jenes nach Sicherheit, nach Schönheit und nach Wahrheit, letztlich nach Glück -, immer Ausdruck leidvoller Erfahrungen von Mangel auf Grund schwer lösbarer Abhängigkeiten und nicht erreichbaren Aufgehobenseins in der eigenen Freiheit, eines Lebens, das durch lauter Passagen eilt und in einer Passage mündet.
Um die Besonderheit des je subjektiven Umgehens mit der Sprache besser verstehen zu können, ist es wichtig, die Herkunfts- und Kindheitsgeschichte von Walter Benjamin so wie dessen Entwicklung im Erwachsenenleben zu öffnen, zu durchreisen und zu betrachten, um so zu den Zusammenhängen der Sprachsuchaktionen zu gelangen.
(3) Anamnestisch-biographische Einblicke
Die Frage stellt sich, wie Walter Benjamin zur Dichte und zur Komplexität der Bemühungen kam, die Sprache in ihrer ganzen schöpferisch-orchestralen Bedeutung, wie sie ihm bewusst war, sowie im Ausdruck jeder Art von dichterischer Komposition zu verstehen und, indem er das, was er zu verstehen dachte, so zu übersetzen, dass auch Werke von einer Sprache in eine andere verstanden werden konnten? Wie kam er insbesondere zu der ihn besetzenden Aufgabe, die Auswirkungen der Sprache auf kollektive Entwicklungen, resp. auf die Geschichte der Moderne zu untersuchen, um die Folgen der zu politischen Zwecken benutzten Sprache zu verstehen? Warum aber geschah jede Art der Untersuchung ohne Zweifel in der ihm eigenen Sprache, so dass jedes noch so kleine Benjamin’sche Schriftstück in der Fülle von Themen, die er als schreibender Denker angetragen bekam, die er aufgriff oder die für ihn von ständiger, sich fortsetzender Bedeutung waren, zu einem persönlichen Psychogramm wird? Wie erklären sich die Intensität, die Masslosigkeit und gleichzeitig die Verlorenheit Walter Benjamins?
Einzelne Angaben, wie Herkunft und Kindheit waren, findet sich beim Lesen der Aufzeichnungen, die unter dem Titel “Berliner Chronik” sowie “Berliner Kindheit um Neunzehnhundert” Erinnerungen und Überlegungen festhalten, die Walter Benjamin im vierzigsten Altersjahr zu schreiben begann, zwischen Juli und August 1932 in Ibiza, dann zwischen August und November in Italien, in Poveromo (Marina di Massa), und die er im Spätherbst des gleichen Jahres nach seiner Rückkehr nach Berlin umarbeitete und vervollständigte[16]. Vermutlich hat er erst 1938 die Sammlung von Aufzeichnungen als abgeschlossen betrachtet – ein langes Festhalten, Verweilen und Schildern dessen, was für ihn Ursache und Vorbereitung aller Verknüpfungen war, der geheimnisvollen, anziehenden, Geborgenheit schaffenden, Neugier und Sehnsucht weckenden Zusammenhänge rund um die Mutter, ebenso die Selbstentfremdung und Abhängigkeit, die Abwehr, Gefährdung und Flucht verursachenden Bilder, verknüpft mit der unerreichbaren, ohnmachtbewirkenden Macht des Vaters – letztlich viele jener Zusammenhänge, die er zehn Jahre vorher in aphorismenähnlichen Notizen festhielt, die er unter dem Titel “Einbahnstrasse” zu veröffentlichen wünschte.
Eine knappe Zusammenfassung von Walter Benjamins Geschichte muss genügen: Wie schon erwähnt war er ein “wohlgeborenes Bürgerkind”[17], wie er selber schreib. Er kam als erster Sohn von Emil Benjamin und Pauline Benjamin geb. Schönflies am 15. Juli 1892 in Berlin zur Welt, wohin beide grosselterlichen Familien mehr als zwanzig Jahre vorher gezogen waren. Drei Jahre später wurde sein Bruder Georg, neun Jahre später seine Schwester Dora geboren. Walter Benjamins Vater, Emil Benjamin, 1866 im Rheinland geboren, gelang es, durch Kunsthandel sowie durch Geschäftsverbindungen mit grossen Firmen zu Reichtum zu gelangen. Ein grossbürgerliches Leben wurde so ermöglicht, mit allem, was dazu gehörte und was dem Kind die beginnende Inflation und die allmähliche politische Zersetzung Europas, insbesondere Deutschlands, hätte geheim halten sollten. Die Realität, wie sie war, auch wenn sie zu übertuschen versucht wurde, liess sich jedoch nicht abwenden. Der Fetisch wurde zum auferzwungenen falschen Kleid, unter dem Walter Benjamin sich selber fremd wurde[18]. Schon in der Kinderzeit muss das Unbehagen ihn zu – damals noch spielerischer – Flucht und zur Suche nach Glück bewogen haben, vor allem zum Wissen, dass er letztlich allein war.
Dass Walter Benjamin mit vierzig Jahren – nach dem Tod seines Vaters, nach dem Auszug aus dem Haus seiner Mutter in Berlin, nach deren Tod, nach der Scheidung von seiner Ehefrau Dora (ehemals Pollak Kellner) und seinem Sohn Stefan, nach vielem mehr, was nur kurz erwähnt werden kann – sich im Zusammenhang von “Berliner Chronik” resp. “Berliner Kindheit” erlaubte, in der Ich-Form zu schreiben, was er sich sonst nur in Briefen zugestand, macht deutlich, wie sehr er der Sprache bedurfte, um den für ihn klärenden Dialog mit seiner Geschichte zu finden, ob es um ihn oder nicht um ihn selber ging, um Anderes oder um Andere. Das schwierigste “Andere” war die Gesellschaft, wie sie ihm in der Kindheit an grossen Einladungen im Elternhaus präsentiert wurde, in einem der beinah in sich abgeschlossenen Quartiere der Wohlhabenden von Berlin; der eigentlich “Andere” war die Gestalt des mächtigen und furchterregenden Vaters.
Walter Benjamins Gymnasialzeit war zum Teil geprägt gewesen durch Widerstand und Gefühle der Fremdheit, drei Jahre in Berlin in Kaiser-Friederich-Gymnasium, wo Prügel und Arrest zum System gehörten, dann durch ein Erwachen der eigenen Sicherheit während der zwei Jahre in einem Landerziehungsheim in Thüringen, wo die Theorie von Gustav Wyneckens Schulreform umgesetzt wurde und wo er das erste Mal auch als jüdischer Aussenseiter einen Platz einnehmen durfte, wo er zu einem Lese- und Diskussionszirkel gehörte und in der Schülerzeitschrift “Der Anfang” erstmals Texte publizieren konnte, doch dann erneut durch das Berliner Gymnasium am Savignyplatz, wo er erst im Frühling 1912, mit 20 Jahren, die Abiturprüfungen bestand.
Beim Neukantianer Heinrich Rickert in Freiburg i.Br. begann Walter Benjamin das Philosophiestudium; ausschlaggebend wurde der Einfluss Nietzsches, aber auch derjenige Kants, später insbesondere Hermann Cohen. Kontakte ergaben sich mit zionistischen Jugendorganisationen, weckten in ihm Interesse im Sinn der Vertretung eines kulturellen jüdischen Auftrags im Rahmen der europäischen Kulturen, jedoch Abgrenzung von deren politischen und gesellschaftlichen Bestrebungen. Im Zusammenhang eines aktiven kulturellen Engagements gründete Benjamin in Berlin einen “Sprechsaal”, um die offene, kritische Diskussion im Kreis ähnlich denkender Freunde und Freundinnen über kulturelle Fragen der Opposition gegen das bürgerliche Milieu und gegen den sich verengenden Nationalismus zu ermöglichen. “Ich denke (nicht sozialistisch, sondern in irgend einem anderen Sinn) an die Menge der Ausgeschlossenen und an den Geist, der mit den Schlafenden im Bunde ist”, schrieb er 1913 an Carla Seligson.
Zu den aufwühlendsten Erfahrungen jener Zeit gehört der Selbstmord von Carla Seligsons Schwester Rika und von Fritz Heinle, dem jungen Dichter, im “Sprechsaal”, am 8. August 1914 nach der Kriegserklärung Deutschlands – ein Ausdruck der nicht mehr löschbaren Verzweiflung ob der Ohnmacht des Denkens gegenüber der Macht, auch ob dem Versagen der über die Sprache geschaffenen Freundschaft.
Nach dem Selbstmord des befreundeten Paares verweigerte Walter Benjamin den Kriegseinsatz und wurde aus gesundheitlichen Gründen nicht eingezogen. Im April 1917 heiratete er Dora Pollak Kellner, die Tochter des Zionisten Leon Kellner aus Wien (die vorher verheiratet gewesen war mit dem Journalisten Max Pollak). Sie zogen in die Schweiz, liessen sich nach Aufenthalten in St. Moritz und Zürich in Muri b.Bern nieder, wo im April 1918 der Sohn Stefan zur Welt kam. Walter Benjamin begann, sich mit der Untersuchung der Ursachen und Zusammenhänge des Zusammenbruchs der bürgerlichen Gesellschaft zu befassen, auch zunehmend mit den metaphysisch-gottsuchenden Fragen der Romantik, immer wieder mit Fragen der Sprachphilosophie und der Kunst. Im Zusammenhang der Zeitfragen wurden Freundschaftsbeziehungen mit regem wissenschaftlichem Austausch zunehmend wichtiger: mit Georg Lukacs, mit Ernst Bloch, mit Gershom Sholem, der den Sommer 1918 bei den Benjamins in Muri b. Bern verbrachte und mit dem er – spasseshalber – die Universität Muri gründete. Nach Bestehen der Doktorprüfung, im Winter 1919/20, zog er mit Frau und Sohn nach Österreich, lebte in Wien, arbeitete weiter am “grossen Problemkreis Wort und Begriff (Sprache und Logos)”, blieb in finanzieller Hinsicht weiterhin abhängig von seinem Vater, da er als “Privatgelehrter” arbeiten wollte und sich weigerte, eine Berufsausübung nach väterlichem Modell zu beginnen. Infolge der Inflation kam es zum Umzug nach Berlin in die elterliche Villa, zum Zerwürfnis mit dem Vater, zu Habilitationsplänen, gleichzeitig zum Beginn des Hebräischstudiums, das er wieder abbrach, auch zum Beginn der Übersetzung von Baudelaire’s “Tableaux Parisiens”, sodann zur Herausgabe einer Literaturzeitschrift, die “Angelus Novus” hiess[19]. In der ersten – und einzigen – Nummer veröffentlichte Benjamin seinen Aufsatz über “Die Aufgabe des Übersetzers”[20]. Immer ausgeprägter bedeutete die Sprache für Benjamin Übersetzung: Übersetzung seiner zugleich sprachphilosophisch-zeitkritischen, dichterisch-theologischen und kunstorientierten persönlichen Erkenntnis: “Unenthüllbar ist nur die Natur, die ein Geheimnis verwahrt, so lange Gott sie bestehen lässt. Entdeckt wird die Wahrheit im Wesen der Sprache”.
Obwohl mit dem Erscheinen einzelner Essays Benjamins Bedeutung als Denker anstieg, blieb er ständig in materieller Not, instabil zwischen den Städten reisend, ständig schreibend, neben zahlreichen Reflexionen über Werke anderer Denker an einer geplanten Habilitation, die infolge des zunehmenden Antisemitismus nicht zustande kam, mit Studierenden in intensivem Austausch, so mit Wiesengrund-Adorno, später mit Max Horkheimer, ein langer Aufenthalt in Capri, die Arbeit an den Zusammenhängen des Trauerspiels, dieser “tollsten Mosaiktechnik, die man sich denken kann, ein Spiel von Traurigen, denen auf der Bühne der katastrophale Verlauf ihrer eigenen Geschichte und der der Weltgeschichte vor Augen geführt wird”, eine neue Liebe[21], eine lange Reise auf einem Frachtdampfer von Norddeutschland nach Spanien, Übereinkunft mit einem Verlag, Marcel Prousts grosses Werk “Sodome et Gomorrhe” zu übersetzen, ruhelos unterwegs, schliesslich ab 1926 Beginn des Lebens in Paris, ohne feste Sicherheit, fasziniert von der Stadt, von der Arbeit des sprachlichen, örtlichen und zeitkritischen Erforschens, der Begegnungen und Gespräche, Ort der Intensität und der Faszination, wo die Arbeit an dem von ihm geplanten “Passagen”-Werk. im Zusammenhang einer neuen Geschichtstheorie über das 19. Jahrhundert begann und sich bis zum Lebensende fortsetzte. Ständig in einem schwierigen Verhältnis mit der Frankfurter Schule, mit der “Frankfurter Zeitung” und mit anderen Redaktionen – allmählich in einem Zustand immer stärkerer psychischer Belastung. Ohne das Festhalten an sich selbst über die Sprache an dem, was sein “linkes Aussenseitertum” bedeutete, worin sich sein Denken und seine Empfindungen zusammenballten und was über das Schreiben zur Ich-Bestätigung wurde, muss angenommen werden, dass er sich verloren hätte.
Als mit der sich verschärfenden nationalsozialistischen Entwicklung in Deutschland – aber auch in Frankreich und überall in Europa – die existentielle Notsistuation immer klarer wurde, richtet er vergeblich einen Hilferuf an Gershom Scholem, für ihn im damaligen Palästina eine Erwerbs- und Lebensmöglichkeit zu schaffen, und ebenso wenig setzten sich Adorno und Horkheimer für ihn ein, damit ihm mit Hilfe einer Einladung ans New Yorker Institut ein Visum in die USA ermöglicht worden wäre. Seine Schwester Dora hatte sich zu ihm nach Paris geflüchtet und wurde schwer krank; sein Bruder Georg, ein engagierter Arzt und Kommunist, wurde schon 1933 in “Schutzhaft” abgeführt und vier Jahre später in Mauthausen ermordet. Allein die Sicherheit seiner von ihm geschiedenen Frau Dora und seines Sohnes Stefan, die sich über Italien nach London hatten flüchten können, stand nicht in Frage. “Ich lebe in Erwartung einer über mich hereinbrechenden Unglücksbotschaft”, hielt er im April 1939 fest, arbeitete jedoch weiter an der Übersetzung der Baudelaire-Gedichte und an der Neustrukturierung seines grossen Passagen-Werkes, schliesslich an seinem Essay “Über den Begriff der Geschichte”, der zu einer Art Testament wurde.
Nach dem Überfall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 wurde Benjamin in einem Sammellager in Nevers interniert, jedoch dank der Intervention von Freunden – unter ihnen Jules Romain – Ende November wieder entlassen. Als aber im Mai 1940 die deutschen Truppen über Holland und Belgien in Frankreich einmarschierten, war keine Sicherheit mehr gewährleistet; er floh er mit seiner Schwester nach Südfrankreich. Die Manuskripte zum Passagenwerk hatte er Georges Bataille übergeben, andere Aufzeichnungen Hannah Arendt überlassen, die mit ihrem Mann Heinreich Blücher ein Visum für die Flucht in die USA hatte, dank der Intervention des ersten Ehemannes Günther Anders. Zahlreiche Manuskripte blieben in seinem Zimmer zurück. Was Walter Benjamin in einem Koffer mit sich schleppte, als er mit einer Gruppe von Flüchtlingen versuchte, unter der Führung von Lisa Fittko[22] über die Pyrenäen nach Spanien zu gelangen, kann nicht entschlüsselt werden. Der Koffer ging verloren. Spanien wies die Flüchtlinge zurück, die über kein französisches Ausreisevisum verfügten. Walter Benjamin mochte nicht mehr weiter, konnte nicht mehr weiter. In der Nacht vom 26. /27. September 1940 nahm er sich im Grenzort Port-Bou mit einer Überdosierung Morphium das Leben. Ein Grab von ihm gibt es nicht.
(4) Befunde: Sprache als je existentieller Massstab in der Suche nach Glück
Es war die Sprache, die für Benjamin letztlich das Lebensferment bedeutete: zugleich stärkende Nähe im Rückzug zu sich selbst und Ausweg aus der Einsamkeit ins Sprechen über das Schreiben. Der Weg in die Sprache war verbunden mit dem Weg über andere Sprachen zur eigenen Sprache, zuerst Wege der Suche nach der eigenen Identität infolge der Verlorenheit in der Kindheitsgeschichte, des Nicht-Verstehens und Nicht-Verstandenseins in der sprachlichen Fremdheit der Familie, in welcher die übermächtige Vaterfigur den Ton und das Schweigen bestimmte[23].
Ausschlaggebend für die Verbote und Gebote in der Familienstruktur, in welcher Walter Benjamin aufwuchs, war der Anpassungsdruck an die kapitalistisch-bürgerliche Gesellschaft, das Hintanstellen oder gar Leugnen der jüdischen Herkunftsgeschichte mit dem von Mythologien geprägten Traditionszusammenhang im Jahresablauf und in der Alltagsgestaltung. Die Muttersprache wurde von der Vatersprache zum Verstummen gebracht. Trotzdem erlebte Benjamin die Zärtlichkeit seiner Mutter, die zwar machtlos war, die aber in den Tagen und Abenden seiner zahlreichen Kindererkrankungen in seiner Nähe sass und ihm mit leise klingender Stimme Geschichten erzählte, er erlebte das Glück der Nähe, das immer wieder abgebrochen wurde und das mit dem Erwachsenwerden unstillbar als Hunger in ihm blieb.
So mag sich erklären, was Benjamin bewog, die Sprache als das Land zu bewohnen und zu benutzen, zu welchem er sich bekennen konnte, das Fluchtland schlechthin war, ein von Bildern und Klangregistern, von Wurzeln und Steinen durchsponnenes und überwuchertes Land, das sich ihm zunehmend als dichter und besetzter erschloss, je mehr er davon erfasste und besass. Er unterzog sich nicht dem Gebot der strengen Beschränkung seiner Schritte und Wege, sondern öffnete sich mit der Sprache Türen zu den verborgenen – zeitgeschichtlich nicht konformen – Geschossen und Räumen seiner quälenden Sehnsucht nach dem erfüllenden Eintreten in die Geschichte und zugleich in die nie erlebbare Zukunft – in Heimat und Ziel seines herumirrenden Ichs. In allen Zusammenhängen, die Benjamin im Benutzen seines Sprachlandes zum Erkunden und zum Erklären unternimmt, besetzt er es mit den Spuren seiner Traurigkeit, spürbar sich verirrend in seiner Versessenheit auf der Suche nach den Momenten des Glücks, verbunden mit dem Ton der Muttersprache, die er ahnt, die er immer wieder zu finden meint und nicht zusammenbringt. Ist es der Dialog mit dem absenten Volk im Land, in welches er sich geflüchtet hat? – mit der absenten Liebe der Geliebten, die immer wieder verloren geht? – mit der besetzenden Namenlosigkeit, die Messias genannt wird und welche Zukunft darstellen soll, weder weiblich noch männlich? – letztlich mit der absenten Sicherheit seines eigenen Ichs in der Verzweiflung der monologischen Suche nach dem dialogisch übereinstimmenden, eigenen Du?
Als Benjamin in der Sommerhitze von 1940 Paris verlassen musste, nach Südfrankreich gelangte, den Nachtweg – um aus Frankreich zu fliehen – über die Pyrenäen nach Spanien kaum zustande brachte, von Spanien nicht angenommen wurde, da wurde er zum Greis, sprachlos. Keine Aufzeichnung blieb von seinen letzten Gedanken. Oft hatte er sich damit befasst – mit dem, was Ende und zugleich Anfang heisst. Im April/Mai 1932 hielt er in der “Ibizenkischen Folge” fest: “Es gibt bei den Chassidim einen Spruch von der kommenden Welt, der besagt: Es wird dort alles eingerichtet sein wie bei uns. (…) Alles wird sein wie hier, nur ein klein wenig anders. So hält es die Phantasie. Es ist nur ein Schleier, den sie über die Ferne zieht. Alles mag da stehen wie es stand, aber der Schleier wallt, und unmerklich verschiebt es sich darunter.” Im Anhang zu einem seiner letzten Texte “Über den Begriff der Geschichte”, noch 1940 geschrieben, hielt er sich an den Bogen seiner jüdischen Herkunft, gemäss welchem Lebensbeginn und Tod anzunehmen sind in der Unerforschbarkeit, denn “jede Sekunde war (ist) die kleine Pforte, durch die der Messias treten konnte (kann)”.
So mag deutlich werden, dass es in Benjamins Werk[24]: kaum eine Abgrenzung zwischen Dichtung, Erzählung und Philosophie gibt, im Gegenteil. Es ist eine Verschichtung im Suchen nach Erkennen und Wissen, die an mythologische Theologie erinnert: ein Fragen und Erkunden, ein Deuten und Bekennen, als sei die Sprache für ihn – bis zum Verlassen des Lebenslandes, bis zum Verstummen – immer Übersetzung des in Psyche und Intellekt mit dem Menschlichen durchmischten Göttlichen. *
[1] Walter Benjamin. Goethes Wahlverwandschaften. In: Illuminatioinen. Suhrkamp Verlag 1977, S. 135
[2] Walter Benjamin. Über das mimetische Vermögen. In: Gesammelte Schriften. Bd. II-1, Suhrkamp-Verlag, 1977, S. 212
[3] Bedeutung resp. Übersetzung der indogerm. Silbe “my”-/”mou”-, die in vielen Begriffen erhalten blieb: Mythologie, Mystik, Muse, Mut etc.
[4] interessanterweise hat das lat. Wort “littera” – Buchstabe – auch die Bedeutung von Brief und ist in dieser doppelten Bedeutung z.B. im Französischen erhalten geblieben. Das Zeichen ist somit mit dem Schreiben verknüpft: Buchstabe ist Synonym von Schriftzeichen.
[5] gr. “theorein” – anschauen, betrachten
[6] gr. “etymologia” – in/von derselben Bedeutung, abgeleitet von “etymos, eteos” – wirklich, wahr, sowie von “logos”- Wort, Lehre, Kunde / “legein” – sagen, sprechen, erklären
[7] gr. “semeiotikos” – bezeichnend, zu “semeiein”, semainein” – bezeichnen, zu “semeion, sema” – Zeichen
[8] lat. “lingua” – Zunge, das Reden, Sprache. Von der Bedeutung her untersucht Linguistik die Sprache als ein System von relativen Werten, die bestimmten Regeln folgen und sich so in einem wechselnden, schwebenden Gleichgewicht halten (cf. Ferdinand de Saussure).
[9] gr. “onoma/ gen. onomatos” – Name, Bezeichnung ; “logos” cf. (5)
[10] gr. “grammatike” – analog ABC, Anfangsgründe, Anfangskenntnisse, zu “grammatikos” – sprachliche Anfangskenntnisse, besitzend, des Lesens und Schreibens kundig, zu “gramma/Gen. grammatos” – Schriftzeichen, Schrift, zu “graphein” – schreiben
[11] gr. “logos” cf. (5)
[12] gr.”paideia” – Erziehung, Unterricht, zu “paideuein” – erziehen, unterrichten, zu “pais Gen. paidos” – Kind
[13] gr. “therapeia” – Behandlung, Wartung, Pflege, zu “therapeuein” – behandeln, pflegen, für jemanden sorgen, zu “therapon” – Pfleger, Diener
[14] lat. “litteratura” – das Geschriebene, die Schrift, die Buchstabenfolge, Sprachunterricht, Sprachkunst, zu “litera/littera pl. litterae – schriftliche Aufzeichnungen, Schriftstücke, Schriftwerke. (“lis/litis” entspricht merkwürdigerweise dem völligen Nicht-Verstehen resp. dem Streit).
[15] gr. “poiesis” – Tun, Machen, Hervorbringen, Schaffen, bez. das Dichten, Dichtkuns, zu “poiein” – tun, machen hervorbringen, bez. dichten
[16] Angaben zu diesen Aufzeichnungen erlaubte sich Walter Benjamin sowohl im Briefwechsel mit Adorno wie in jenem mit Gershom Scholem, jedoch vor allem in Zusammenhang mit seinen Enttäuschungen, dass “die Aussichten, sie als Buch erscheinen zu sehen, enttäuschend sind” (28. 2. 1933). Trotzdem vertiefte er sich während seines zweiten Aufenthaltes in Ibiza von April bis Oktober 1933 erneut mit dem “Kinderbuch”, wie er seine Aufzeichnungen in einigen Briefen bezeichnete – in dieser Zeit auch teilweise mit deren Übersetzung ins Französische (gemeinsam mit Jean Selz).
[17] so vermerkt in “Berliner Chronik”, S. 7. Hrsg. von Gershom Scholem, Frankfurt a.M. 1970.
[18] “…Ich bin entstellt vor Ähnlichkeit mit allem, was hier um mich ist. Ich hause so wie ein Weichtier in der Muschel haust im neunzehnten Jahrhundert, das nun hohl wie eine leere Muschel vor mir liegt”[18]. Ein Photo, auf welchem Walter Benjamin und sein jüngerer Bruder Georg als “Älpler” verkleidet vor einem theatralischen Hintergrund posieren, macht diese Fremdheit sich selbst gegenüber verständlich – einem Photo vergleichbar, auf welchem Franz Kafka als Sechsjähriger mit einem Sombrero in der linken Hand so etwas wie einen spanischen Kinderfürsten darstellt, auch er Objekt einer theatralischen Bestätigung grossbürgerlicher jüdischer Assimilation.
[19] “Angelus Novus” nach dem 1920 gekauften Bild von Paul Klee, einem Bild, dessen Bedeutung Walter Benjamin immer wieder für sich selber “übersetzte”: den “Engel” verstand er letztlich als Symbol seiner selbst, im talmudischen Sinn der ständig präsenten kritischen Erkenntnis.
[20] Auch den Aufsatz “Zur Kritik der Gewalt” wie jenen über Goethes “Wahlverwandschaften” plante Benjamin für seine Zeitschrift zu schreiben; wurden schliesslich in Hugo von Hoffmantsthals “Neuen Deutschen Beiträgen” veröffentlicht. Den Essay über die “Wahlverwandtschaften” widmete er Jula Cohn, der Bildhauerin und Marxistin, deren “pflanzenhafte Passivität und Trägheit”, wie er schrieb, ihn schon vor seiner Ehe mit Dora fasziniert hatte, die ihn, als sie in Berlin erschien, mit erotischer Leidenschaft besetzt hielt. Es kam zur mehrmaligen Trennung von Dora und seinem Sohn, schliesslich 1930 zur Scheidung.
[21] mit der russischen Emigrantin Asja Lacis (der er die unter dem Titel “Die Einbahnstrasse” gesammelten Überlegungen widmet)
[22] Lisa Fittko. Mein Weg über die Pyrenäen. Erinnerungen 1940/41. Carl Hanser Verlag, München/Wien 1985
[23] analog bei Franz Kafka, mit dessen Werk Benjamin sich in einem eindrücklichen Essay auseinander setzte; analog auch bei Ludwig Wittgenstein.
[24]Auswahl empfehlenswerter Literatur (alphabetisch):
Adorno-Benjamin. Briefwechsel 1928-1940. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 1994
Jörn Albrecht. Literarische Übersetzung. Geschichte-Theorie-Kulturelle Wirkung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998
Benjamin-Scholem. Briefwechsel. 1933-1940. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 1980
Karl Brose. Sprachspiel und Kindersprache. Studien zu Wîttgensteins ‘Philosophischen Untersuchungen. Campus Verlag, Frankfurt a.M./New York 1985
Umberto Eco. Die Suche nach der vollkommenen Sprache. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997
Michel Foucault. Die Ordnung des Diskurses. Fischer Verlag Wissenschaft, Frankfurt a.M. 1992
Jean Gebser. Der grammatische Spiegel. Neue Denkformen im sprachlichen Ausdruck. Verlag Oprecht, Zürich 1944
Albrecht Grözinger. Die Sprache des Menschen. Ein Handbuch. Grundwissen für Theologinnen und Theologen. Verlag Chr. Kaiser, München 1991
Jacob Katz. Zur Assimilation und Emanzipation der Juden. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1982
Petra Maria Meyer. Die Stimme und ihre Schrift. Die Graphophonie der akustischen Kunst. Passagen Verlag, Wien 1993
Wolf Schneider. Wörter machen Leute. Magie und Macht der Sprache. Verlag Piper, München/Zürich 1986
J.-P. Schobinger. Variationen zu Walter Benjamins Sprachmeditationen. Verlag Schwabe & Co, Basel/Stuttgart 1979
Detlev Schöttker. Norbert Elias & Walter Benjamin. Ein unbekannter Briefwechsel und sein Zusammenhang. In: Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, S. 582 ff. heft 7, 42. Jhrg., Juli 19188
Hans Joachim Störig. Sprache, in: Kleine Weltgeschichte der Philsosophie. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 1999
Jürgen Trabant. Mithridates im Paradies. Kleine Geschichte des Sprachdenkens. Verlag C.H.Beck, München 2003
Auswahl Publikationen von Maja Wicki-Vogt zu Philosophie/Kommunikation/Assimilation/Exil u.a.:
– Simone Weil: Eine Logik des Absurden. Verlag Paul Haupt, Bern/Stuttgart 1983
-‘Die revolutionäre Tat ist, laut zu sagen, was ist’. Über politische Stummheit und politische Sprache. Drei Beispiele von Frauen – ausserhalb der Schweiz. In: Politische Sprache in der Schweiz. Orell Füssli Verlag, Zürich(Köln 1993
– Beiträge zu einer Philosophie der Dialogik im Werk von Rosa Luxemburg, Simone Weil und Hannah Arendt. In: Perspektiven der Dialogik, Hrsg, Willi Goetschel. Passagen Verlag, Wien 1994
– ‘Irdischer Heimat verirrter Schein’. Maragarete Susman: Exil als Chance. In: Siehe, ich schaffe Neues. Hrsg. D. Brodbeck, Y.Domhardt, J.Stofer. eFeF-Verlag, Bern 1998
– Ethik der Kommunikation und des politischen Handelns: Hannah Arendt. In: Geschichte der neueren Ethik. Hrsg. Annemarie Pieper. Franche Verlag, Tübingen/Basel 1992
– Von Glückel von Hameln zu Hannah Arendt. Jüdische Frauen zwischen Tradition und Moderne. In: Neue Wege, 93. Jahrgang, Nr.7/8,Zürich, Juli/August 1999
– Wo ist der Ort der Erinnerung? In: Entwürfe. Nr. 18, Zürich 1999
– Wie steht es mit dem Herzen der ‘herzlosen’ Medea? In: Realismus der Utopie. Hrsg. Ueli Mäder / Hans Saner. Rotpunktverlag, Zürich 2003
– Simone Weil. Kontingenz im Widerspruch der Identität. In: Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Hrsg. Regine Munz. Wissenschaltiche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004
– u.a.m.