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Der Kaffee
Der Ursprung des Kaffeebaums liegt im Hochland von Äthiopien, seine Urheimat liegt in den Bergwäldern des Königreiches Kaffa. Seit jeher wurden die Früchte von vorbeiziehenden Nomaden gekauft.
Im 9. Jahrhundert (vielleicht auch bereits früher) gewann man aus den Früchten der Pflanze ein Getränk. Es wird davon ausgegangen, dass der vergorene Saft der Kaffeekirschen mit Wasser verdünnt und dann getrunken wurde. Erst später entdeckte man, dass die zerstossenen Bohnen ein viel besseres Aroma hervorbrachten. Erstmals gepflanzt wurde Kaffee von den Arabern im 11. Jahrhundert auf künstlich bewässerten Küstenhängen des Roten Meeres. Der persische Arzt und Philosoph Ibn Sina erkannte die Wirkung des Koffeins als stimulierendes Mittel schon 1015 und verwendete die Kaffeepflanze als medizinisches Heilmittel. Geröstet wurde der Kaffee zum ersten Mal im Jemen, verwendet wurden dazu Steinplatten.
Das Wort Kaffee leitet sich allerdings nicht von der Provinz Kaffa ab, sondern vom altarabischen Wort «qahwah». Dieser Begriff stand für sämtliche aus Pflanzen gewonnene Getränke. Lange vor allem auch für Wein, der gläubigen Moslems verboten war. Wegen der anregenden und leicht berauschenden Wirkung wurde der Kaffee nun «Wein des Islams» genannt.
Der Siegeszug um die Welt
Im 16. Jahrhundert gelangte der Kaffee von Arabien nach Kairo und Konstantinopel (Istanbul), wo 1554 die erste Kaffeeschenke eröffnet wurde. Von hier aus brachten Reisende aus den nordwestlichen Teilen Europas die Kunde von einem wunderbaren Getränk mit nach Hause. Anfangs des 17. Jahrhunderts begann ein schwunghafter Handel. Säckeweise traf der Kaffee in den grossen Hafenstädten wie Venedig, London, Amsterdam und Hamburg ein. Kaffee wurde zu einem begehrten Getränk der weltgewandten Reichen.
Kaffee für alle
Mitte des 19. Jahrhunderts war der Kaffee zum Volksgetränk geworden. Zum Frühstück und Mittags wurde elegant eine Tasse vollgetrunken, während der ärmere Mann eine für uns sonderbare Verwendung fand: er braute aus dem Kaffee eine Suppe, die mit Brotbrocken gegessen wurde und sowohl sättigte als auch anregte.
Kaffee als Handelsgut
Heute ist Rohkaffee nach Erdöl das zweitwichtigste Handelsgut der Welt. Gehandelt wird in New York (Arabicas) und London (Robustas). Weltweit beschäftigen sich über 25 Millionen Menschen mit dem Anbau, der Verarbeitung und dem Handel von Kaffee. In einem durchschnittlichen Jahr werden ca. 125 Millionen Säcke geerntet. Die Säcke wiegen zwischen 45 und 90 Kilogramm. Von dieser Weltproduktion gelangen etwa 90 Millionen Säcke in den Export. Der Rest wird eingelagert oder ist für den Konsum in den Produktionsländern bestimmt.