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Dieses Foto kam zwischen Akten im Archiv der Evang. Kirchgemeinde zum Vorschein. Neun Männer stellen sich in einer Pause zu einer Aufnahme zusammen. Sie arbeiten an der Umgestaltung und der Erweiterung des Friedhofes.
EN 2012
Im Januar 1914 tritt u.a. der Wolfsbach (Bach hinter dem Schloss Grünenstein) über die Ufer. Am 10. Januar nimmt das Hochwasser seinen Lauf die Wiesenstrasse hinunter. Das Wasser reisst die Strassenkofferung auf. Menschen stehen am Strassenbach und machen sich Sorgen, was in den nächsten Stunden passieren wird. Können die Wassermassen das Rundholzlager der Sägerei unterspülen? Hoffentlich hört es bald auf zu regnen! Genügen die rasch aufgeworfenen Wälle, dass das Schmutzwasser nicht die Hausgänge und Keller überschwemmt?
Wieder einmal hat die Natur ihre Macht gezeigt. Der Gemeinderat befasst sich mit Gegenmassnahmen. Aus den Kiesfängen werden Schlamm, Holz und Geschiebe herausgeschaufelt.
EN 2012
Am 30. Juni 1949, am Donnerstag vor der Kilbi, brennt es an der Hauptstrasse. Vier aneinander gebaute Häuser stehen bald in Vollbrand. In einem der Häuser ist das Restaurant Hirschen, darum spricht man vom "Hirschenbrand". Ursache ist der Leichtsinn eines Knaben. Er hat in einer Scheunenecke Feuer entfacht.
Gottlob kommen keine Menschen zu Schaden. An Materiellem sind zusätzlich zu den Häusern noch ein Stall, die Gemeindetelefonzelle und die Brückenwaage zu beklagen. Die Feuerwehr kann das nahe stehende Gemeindehaus und umliegende Scheunen und Nachbarhäuser schützen und retten.
Für die Verkehrsverhältnisse auf der Landstrasse bringt der Brand Vorteile. Bis anhin standen die Häuser ganz nahe am Stassenrand. Man erzählt, man hätte aus einem Hirschenfenster mit dem ausgestreckten Arm das Tram berühren können. Die Ideen der Planer stimmen nicht mit dem brandgeschädigten Hirschenwirt überein. Er reicht ein Baugesuch ein, das einen Neubau mit gleichem Strassenabstand vorsieht. Es folgen lange Verhandlugnen zwischen dem Wirt und dem Gemeinderat. Lezterer hätte den Brandplatz viel lieber für den Bau eines neuen Gemeindehauses reserviert. Schlussendlich einigen sich die Parteien: Der Wirt muss mit seinem Neubau von der Strasse fliehen und das Raumkonzept so anlegen, dass es möglich ist, an die Südfront einen Anbau für öffentliche Zwecke zu erstellen.
Doch so weit kommt es nicht.
EN 2012
Ewald Nüesch (1913-1971) übernimmt anfangs der Fünfzigerjahre die Wagnerei Zünd mitten im Dorf, schräg gegenüber vom Restaurant Traube. Arbeit gibt es bis in die 50er-Jahre genug. In der Landwirtschaft stammen viele Geräte, Werkzeuge und Fahrzeuge aus der Hand des Wagners: Räder, Wagenbrücken und -kästen (für Heu, Mist, Jauche), Leitern, Werkzeugstiele usw.
Wagner Nüesch befasst sich mit einem Neubau für Werkstatt und Wohnung. Auf dem Foto sind die Visierstangen zu erkennen.
Dann geht die Nachfrage nach Produkten aus der Hand des Wagners rapide bergab. Mit der Motorisierung muss der Wagner die Herstellung von Bauernwagen einstellen. An die Stelle von Holz treten Metall und Gummi.
Ewald Nüesch sucht nach Produkte-Nischen: Kisten, Nistkästen, Schlitten, Skis. Sogar Fenster produziert er. Doch der grosse Erfolg tritt nicht ein. Nüesch ist froh, dass er als Aushilfsbahnwärter einen Nebenverdienst hat. Der Betrieb geht mehr und mehr zurück, auch wegen einer Krankheit, an der Nüesch mit 58 Jahren stirbt.
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