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Dopingexperte Wilhelm Schänzer ist über den jüngsten Dopingfall bei der Tour de France verwundert.
"Ich habe die Meldung mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. Ich hatte nicht erwartet, dass ein Sportler noch Diuretika einsetzt, da diese ziemlich leicht nachzuweisen sind", sagte der Leiter des Instituts für Biochemie der Sporthochschule Köln am Mittwoch.
Am Vortag war bekannt geworden, dass der Luxemburger Radprofi Fränk Schleck auf der 13. Etappe der Frankreich-Rundfahrt positiv auf das verbotene Diuretikum Xipamid getestet worden war.
Daraufhin wurde Schleck, der die Einnahme verbotener Mittel abstreitet und die Öffnung der B-Probe beantragt hat, von seinem Team aus dem Rennen genommen.
Für Schänzer würde die Einnahme von Diuretika nur Sinn machen, wenn man dadurch andere Methoden zur Leistungssteigerung vertuschen will:
"Es liegt die Vermutung nahe, dass man mit diesem Mittel versucht, den Nachweis anderer Dopingsubstanzen zu verhindern. Diuretika haben keine direkte leistungssteigernde Wirkung, sie werden in der Regel gegen Bluthochdruck eingesetzt oder zur Behandlung von Ödemen."
Laut Schänzer hat der Fall Schleck negative Auswirkungen auf den gesamten Sport: "Für den Sport ist jeder Dopingfall ein Rückschlag. Dass so etwas dann noch kurz vor den Olympischen Spielen für negative Schagzeilen sorgt, ist besonders bitter und wirft vor allem kein gutes Licht auf den Radsport."