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Kann es sein, dass wir in Europa eine Städtebausprache haben? In Hamburg und Paris sehen wir die selben Muster: Was von Bedeutung für die Öffentlichkeit ist, darf zur Geltung kommen und darf aus dem allgemeinen Horizont der Stadt herausstechen. Das gilt für Paris mit dem Grand Palais, dem Centre Pompidou und in Hamburg für die Elbphilharmonie. Grandpalais und Elbphilharmonie machen es beide besonders gut indem sie ihre Fassaden in massive Sockel und die überragenden Volumen in Glas aufteilen. Dass Kirchen herausschauten, entspricht Während Jahrhunderten ihrer Bedeutung. Seither hat sich die Szene gewandelt und andere Nutzungen von breitem öffentlichem Interesse dürfen sich ebenfalls im Stadtbild melden. Diese bewusste Wahl erhält uns die europäische Stadt weiterhin als gut lesbares und lebhaft kommunizierendes Gebilde.
Kommerzieller Wildwuchs (mit Hochhäusern) ist dem gestalteten europäischen Stadtbild eigentlich fremd; genauso, wie er umgekehrt zu amerikanischen und inzwischen auch chinesischen Innenstädten schon fast zwingend gehört. Wir erleben jetzt gerade den Titanenkampf in München mit seinem nach wie vor offenen Horizont, wo ein Grossinvestor zusammen mit Herzog & de Meuron ein Hochhaus gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen will. Europäer müssen sich gut überlegen, ob sie ihre interessant gewachsenen Städte für eine «Verstoppelung» mit Hochhäusern hergeben wollen.