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Die Financial Times fördert rund um den 140 Millionen Dollar-Kredit der Credit Suisse-Topetage an Kundin Greensill Capital vom Herbst 2020 Erstaunliches zutage.
Der sogenannte „Bridgeloan“ der Paradeplatz-Bank hatte laut der Zeitung teilweise „verdächtige Rechnungen“ als Sicherheit.
Im Zentrum steht Greensill-Kunde Liberty des Inders Sanjeev Gupta. Dessen Rechnungen bildeten Teile des CS-Kredits an Greensill.
Doch diese Rechnungen existierten möglicherweise gar nicht. Sie könnten von Gupta oder Greensill frei erfunden worden sein.
Das geht aus dem FT-Artikel hervor. Die Zeitung habe die Rechnungen einsehen können. Darauf habe sie bei jenen Firmen nachgefragt, welche die Rechnungen hätten zahlen müssen.
„Four of them — Cargill, Mitsui Bussan Metals, Toyota Tsusho Asia Pacific and Itochu Singapore — told the FT they had no record of any transactions with Liberty Commodities.“
Weitere hätten nicht reagiert oder nichts sagen wollen, so die Wirtschaftszeitung.
Mit den 140 Millionen Dollar von der CS wollte Lex Greensill seine Firma Greensill Capital möglichst schnell an die Börse bringen oder anderweitig neue Investoren für sie finden.
Das Vorhaben missglückte. Am 1. März 2021, wenige Monate nach Kreditvergabe, stoppte die CS mehrere Greensill-Fonds, unmittelbar nachdem eine japanische Versicherung ihre Garantie für die Investoren der Vehikel aufgehoben hatte.
Rasch gerieten CS- CEO Thomas Gottstein und seine Risk-Chefin Lara Warner ins Zentrum der Story, die später zum Sturz der Zwei führen sollte.
Gottstein hatte mit Greensill persönlich telefoniert und ihm die volle Unterstützung zugesichert, Warner war verantwortlich für den 140-Millionen-Kredit.
Die CS sagte der FT, dass sie den Kredit zurückerhalten habe: „Credit Suisse Asset Management arbeitet weiterhin hart daran, Geld für Investoren in den Supply Chain Finance Funds zurückzuerhalten.“
„Die vollständige Rückzahlung des Überbrückungskredits von Greensill Capital zuzüglich der geschuldeten Zinsen ist ein weiterer Beweis für unsere Entschlossenheit, in dieser Angelegenheit mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln Fortschritte zu erzielen.“
Greensill lieferte als Sicherheit nicht nur inexistente, sondern auch „zukünftige“ Rechnungen. Diese standen also noch nicht einmal als Forderung in den Büchern – sie waren lediglich eine Möglichkeit.
Profitieren konnten vor allem der einflussreiche Stahlmagnat Gupta und seine GFG Alliance respektive Liberty, eine GFG-Tochter.
„Greensill’s facility expressly permitted Prospective Receivables”, zitiert die FT GFG Alliance. Und fährt fort:
„However, a document Credit Suisse sent to investors last year stated that Liberty Commodities did not have a ‚future receivables‘ facility with Greensill, meaning that financing could only be raised against existing invoices.“
Käufer der CS-Greensill-Fonds verlangen Milliarden von der Bank. In Zürich ermitteln die Strafbehörden.