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Bericht:|
Team Canada vergab erneut zu viele Chancen
Von Leroy Ryser
Im ersten Halbfinal zittern sich die Weissrussen gegen das Team Canada zum Sieg. Die Kanadier waren grösstenteils besser, konnten aber ihre zahlreichen Chancen nicht ausnutzen. Das Spiel war eng und sehr attraktiv. Im letzten Drittel waren die Kanadier nach einem Anschlusstreffer erneut nahe dran, konnten aber auch nach Time-Out und 6 gegen 5 das Spiel nicht ausgleichen. Ein Unterschied machte sicherlich auch die Torhüterposition, Dubielewicz konnte wie das Team Canada am Spengler 09 nicht überzeugen.
Am diesjährigen Spengler Cup zeigt sich eine spezielle Tabellensituation. Ein Tag vor dem Final werden inoffizielle Halbfinals ausgetragen, da in den beiden Spielen, die Sieger im Final sind. Alle haben 4 Punkte und somit entscheidet sich im Spiel zwischen dem HC Dynamo Minsk und dem Team Canada wer den ersten Finalplatz besetzt. Die Kanadier drückten von Anfang an aufs Tor der Weissrussen. Im ersten Powerplay des Spiels vergaben die Kanadier aber eine Reihe von guten Chancen.
Vielmals versuchten die Kanadier ihre Schüsse abzulenken, Vitali Koval stand meist aber genau richtig und konnte sämtliche Schüsse parieren. Als die Minsker aber in doppelter Überzahl spielen konnten, dauerte es nicht lange bis das erste Tor fiel. Mikko Jokela erzielte 14 Sekunden nach dem Bully in der Kanadischen Zone mit seinem Direktschuss das 1:0. Kaum war auch das einfache Powerplay fertig ging es weiter mit einem Powerplay auf der anderen Seite. Nachdem das erste Powerplay der Kanadier zahlreiche Chancen bot, war das zweite noch erfolgreicher. Nach einem Querpass von Travis Roche, die Überzahl war eben abgelaufen, erzielte Kurtis McLean den Ausgleich mit dem Schlittschuh. Nach dem Videostudium entschied Kurmann auf Tor, eine Kickbewegung war nicht auszumachen. Das Spiel war somit weiterhin ausgeglichen was den Spielstand angeht, 1:1 nach dem ersten Drittel.
Im zweiten Drittel führte ein Fehler der Kanadier zur Führung der Weissrussen. Im gegnerischen Drittel entstand ein kleines Missverständnis zwischen dem Verteidigerpaar Rivers/Siklenka, und dieses führte zum Alleingang von Kotschetkow. Dieser spielte den Puck links an Dubielewicz vorbei zum 2:1. Wie auch schon im gestrigen Spiel kamen die Kanadier nicht richtig auf Touren. Meist fehlte ein letzter Pass um den Mitspieler entscheidend in Szene zu setzen. Auf der anderen Seite, kurz nach Ablauf der ersten Powerplaysituation im zweiten Drittel, stand Kotschetkow alleine vor dem leeren Tor. Nach dem abgelenkten Querpass von Warlamow konnte Dubielewicz nicht genügend schnell verschieben und musste zusehen wie der Puck zum 3:1 im Netz zappelte.
Kanada reagierte heftig. Ebenfalls im Powerplay war es Shawn Heins der zum Anschluss von 3:2 traf. Die Partie blieb somit spannend und auch in den letzten sechs Minuten des Mitteldrittels entschied selten mehr als eine Haaresbreite. Peltonen traf die Latte, Down die Maske von Koval, Brett McLean vergab nach einem Goalie-Fehler und Warlamov konnte einen 2 gegen 1 Konter nicht ausnutzen. Das Spiel war sehr attraktiv und eng. Beide hatten viele Chancen, Tore für den Finaleinzug zu erzielen, so war es klar, dass die Emotionen teils sehr hoch gingen. Ein paar Fights, viele ausgelassene Chancen führten zum Drittelsresultat 3:2.
Im letzten Drittel dauerte es nicht allzu lange bis es zum ersten Tor kam. Warlamow schoss von der blauen Linie, Chupris lenkte ab und Dubielewicz hatte aufgrund der Richtungsänderung des Pucks nur das nachsehen. Für die Kanadier wurde es nun stets enger. Nach dem Tor waren noch 17 Minuten zu spielen um ein 4:2 aufzuholen, doch damit das Spiel gewendet werden kann, wäre eine klare Leistungssteigerung der Kanadier nötig gewesen. Aber vor allem in der Chancenauswertung liessen sie viel zu wünschen übrig. Es dauerte ganze11 Minuten bis die Kanadier im letzten Drittel erfolgreich waren. Nach einem Fehler von Dynamo ergab sich eine 2 gegen 1 Situtaion, Aubin spielte den Verteidiger mit einem Pass auf Vigier aus und dieser versenkte den Puck zielsicher im Tor. Minsk stand in den letzten Minuten sehr defensiv, somit offensiv sehr passiv. Dies gab den Kanadiern die Möglichkeit effektiven Druck aufzubauen. Die Kanadier drückten aufs gegnerische Tor, das Spiel fand nur noch im Verteidigungsdrittel der Minsker statt. Team Canada nahm sein Time-Out eine halbe Minute vor Ende und die Coaches gaben die Taktik zum Sieg bekannt. Kurz darauf entfachte eine Rangelei zwischen Robitaille und Koval, doch nichts konnte den Minsker-Sieg abwenden. Die Weissrussen zittern sich wortwörtlich in den Final und besiegen das Team Kanada mit 4:3.