Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03261.jsonl.gz/606

Inhaltsverzeichnis
Bereits 2019 liess das Opernhaus eine Studie zum Raumbedarf erstellen, ein Jahr später folgte eine Analyse der Arbeitsplatzbedingungen in den bestehenden Räumen. Die Ergebnisse der beiden Studien sind eindeutig: Das Opernhaus leidet unter einem erheblichen Platzmangel, der für viele Mitarbeitende zu kaum zumutbaren Arbeitsbedingungen führt. Ein weiteres Zuwarten, so die Studie, sei nicht vertretbar. Die Erkenntnisse der Studie zeichnen ein eindeutiges Bild: Von den insgesamt 358 Räumen weisen 42 unzumutbare, 90 weitere teilweise unzumutbare Arbeitsbedingungen auf. Dabei handelt es sich um Räume mit Doppel- oder Dreifachbelegung, Räume ohne Tageslicht sowie Arbeitsplätze in den Gängen. Der akute Platzmangel führt dazu, dass die aktuellen gesetzlichen Richtlinien für Arbeitssicherheit und Standards der Arbeitsplatzgestaltung an vielen Stellen nicht eingehalten werden können. Unter dem Strich weist die Studie einen zusätzlichen Raumbedarf von rund 60 Prozent aus.
Zukunft der Oper
Das Problem der aktuellen Platznot kann langfristig nur mit einem Um- oder Neubau des Erweiterungsbaus, des sogenannten «Fleischkäses», gelöst werden. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen einen breitangelegten Dialogprozess über die Zukunft des Opernhauses lanciert. Dieser soll die Erwartungen der Zürcher Bevölkerung sowie der politischen, kulturellen und touristischen Anspruchsgruppen aufzeigen und klären, welchen Beitrag das Opernhaus für die Gesellschaft in Zukunft leisten kann. Neben der kultur- und gesellschaftspolitischen Bedeutung des Opernhauses wird im Rahmen dieses Prozesses auch diskutiert, wie der Standort am See baulich weiterentwickelt werden könnte. Die Ergebnisse dieses Prozesses bilden dann die Grundlage für die langfristige Weiterentwicklung des Opernhauses und die Entscheidungsgrundlage für den notwendigen Um- oder Neubau.
Überbrückungsbau
Auf diesen Um- oder Neubau, der nach heutiger Schätzung frühestens Mitte der 2030er Jahre bezugsbereit sein wird, kann in der aktuellen Situation nicht gewartet werden. Gestützt auf die Erkenntnisse der beiden Studien ist es dringend notwendig, eine Zwischenlösung zu finden. Als wirtschaftlichste und wirkungsvollste Lösung erweist sich die Erstellung eines Überbrückungsbaus auf dem südlichen Teil des Daches des Erweiterungsbaus. Dieser temporäre Überbrückungsbau ist ein eingeschossiger, pavillonartiger Dachaufbau in Holzbauweise, der sich gut ins Gesamtbild einfügt. Mit 330 m2 Nutzfläche ist die Holzkonstruktion flexibel, funktional und nachhaltig, da sie später an anderer Stelle weiterverwendet werden kann. Es ist mit Gesamtkosten von 4.57 Mio. Franken zu rechnen, davon übernimmt der Kanton maximal 3.7 Mio. Franken.