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„Buy the Dip“ bezeichnet umgangssprachlich eine Anlagestrategie, die einem Preisverfall folgt. Nach einem erheblichen Kursrücksetzer bei Wertpapieren oder dem Aktienindex sollten Investoren ihre Positionen steigern oder verschiedene Aktien erwerben, um mit dem Geld zu machen, was möglicherweise anschliessend einen Aufschwung erlebt.
Das Konzept, bei Kaufrücksetzern zu kaufen, basiert auf der Marktfluktuation. Investoren, die Aktien nach einem Kaufrücksetzer erwerben, kaufen im Grunde diese Aktien zu einem rabattierten Preis. Wie bei allen Kaufstrategien ist der Erwerb während Kaufrücksetzern auch keine sichere Bank, weil einige Aktienpreise aufgrund negativer Veränderungen in den zugrundeliegenden Geschäften des Unternehmens begründet sind. Investoren, die sich beim Platzen der grossen dotcom-Blase an diese Strategie gehalten haben, haben vermutlich Geld verloren, weil den Internetunternehmen ein umsatzgenerierendes Geschäftsmodell abhanden kam. Auf Schnäppchenjagd zu gehen, scheint allerdings offenbar nur zu funktionieren, wenn der Markt überkauft ist.
Was ist ein Dip?
„Buying the dip“ bedeutet, Aktien zu erwerben, wenn der Preis sich auf einem Tiefpunkt befindet, der Aktie also ein massiver Preissturz widerfahren ist. Die Signifikanz dessen hängt von der Preisspanne der Aktie ab, wobei ein grosser Dip durchschnittlich grössere Chancen verspricht. Das grosse Rätsel für Anleger jedoch ist, den preislichen Umschwung einzukalkulieren, was sich als sehr schwierig erweist.
Am Morgen des 24. Juni 2016 fielen die Aktien, als Investoren Wind davon bekamen, dass Grossbritannien für den Brexit stimmte – also den Austritt aus der Europäischen Union. Um 10.35 Uhr (EST) fiel der Dow Jones Industrial Average (DIJA) auf 2,2 %, Standard & Poor´s (S&P) 500 sackten auf 2,4 % ab. Der paneuropäische STOXX 600-Index schloss bei rund 7%. Investoren könnten ob dieses Preisverfalls besorgt sein, jedoch betrachteten einige Händler ihn als Schnäppchenangebot. Für einige ist es ein günstiger Zeitpunkt für den Kauf, weil es sich beim „Dip“ dabei um einen irrationalen Ausverkauf handelt. Für andere repräsentiert es eine fundamentale Preisänderung basierend auf dem neuen Vermögenswert einer Welt nach dem Brexit.
Die „Buy the Dip“-Theorie
Zwei Konzepte, die dem Aktienkauf zum Schnäppchenpreis zugrunde liegen, sind eine Mean-Reversion – also eine Rückkehr zum Mittelwert – und die Marktstimmung. Die Mittelwertrückkehr neigt dazu, auf Auktionsmärkte angewandt zu werden, besonders wenn der Preis von Vermögenswerten oder Rohstoffen zu hoch oder zu niedrig ist. Alles andere bleibt gleich: Ausreisser wie die Dips müssen wieder zurück zum mittleren oder durchschnittlichen Preis.
Die Marktstimmung besagt, dass die Preise für Vermögenswerte von Emotionen und fundamentalen Werten bestimmt werden. Manchmal hebt die Marktstimmung die Preise in Extreme, ehe sie sich wieder auf dem Mittelwert einpendeln. Beide Theorien unterstützen, wovon Händler immer sprechen: Kaufe zum Schnäppchen- und verkaufe zum Höchstpreis.