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3.1 km
Publiziert: 28 April 2013
Dort, wo die Flüsse Ticino und Verzasca in den Lago Maggiore münden, befindet sich das Naturschutzgebiet "Bolle di Magadino". Im Flussdelta frohlocken mehr als 300 Vogelarten.
Dort, wo die Flüsse Ticino und Verzasca in den Lago Maggiore, den Langensee, münden, befindet sich das Naturschutzgebiet "Bolle di Magadino". Im Flussdelta tümmeln sich über 300 Vogelarten, 90 Algenarten, 20 Arten von Moosen und Flechten, 16 verschiedene Farne und Schachtelhalme, 387 unterschiedliche Pilzarten und viele verschiedene Amphibien und Reptilienarten. Die eigentümliche Pflanzen- und Tierwelt der südalpinen Auenlandschaft kann dank Naturlehrpfaden erkundet werden, ohne die natürlichen Bewohner allzu sehr zu stören oder zu beschädigen. Ein Grossteil der Bolle di Magadino bleibt für Menschen gesperrt.
Die Bolle di Magadino, das natürlichste grosse Mündungsgebiet am südlichen Alpenrand, diente vor seiner Renaturierung dem Kiesabbau. Im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung, wird die Auenlandschaft als eine der letzten unverbauten grossen Flussmündungen in der Schweiz umschrieben. Die einmalige Schönheit der charakteristischen Delta-Landschaft hat einen grossen ökologischem Wert für die Ökosysteme der Flüsse, die in diejenigen des Sees übergehen. Doch nicht nur einheimische Spezies sind auf die Bolle angewiesen. Viele Zugvögel nutzen das Flussdelta als Rastplatz, bevor sie ihre anstrengende Flugetappe über die Alpen antreten.
Das Naturschutzgebiet ist auch von historischer Bedeutung. Denn die Ebene um den Fluss Ticino, dort wo sich heute Felder, Viehweiden, Siedlungen und Gewerbegebiete breitmachen, war einst ein grandioses Überschwemmungsgebiet, das ohne Unterbruch vom See bis zum Misox, dem Bleniotal und der Leventina reichte. Mit der Kanalisierung des Flusses Ticino wurde der grösste Teil der Überschwemmungs- und Sumpfgebiete ausgetrocknet und in landwirtschaftliches Kulturland verwandelt. Die Bolle di Magadino stellen das letzte Überbleibsel der natürlichen Auenlandschaft des Tessins dar.
Die Bolle di Magadino ist eine der neun Auenlandschaften, denen die Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften internationale Bedeutung zuerkannte. Bereits 1979 wurde die Zone zu einem kantonalen Schutzgebiet erklärt. Seit 1994 dient es als Basis für die Beobachtung von Vögeln und ist besonders hilfreich bei der Erforschung von Zugvögeln, die zwischen Europa und Afrika pendeln. Um selbst mit dem Fernglas Vögel zu beobachten oder mit dem Makroobjektiv Ameisen zu fotografieren, begeht man die Pfade durch das Schutzgebiet am leichtesten von Magadino aus. Am meisten sieht und erfährt man aber bei einer geführten Tour.