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Umwelt

Während der über 400 Millionen Jahre ihrer Evolution kannten die Haie fast nur zwei Feinde grössere Haie und Krankheiten. Kleine und neugeborene Haie sind besonders gefährdet. Um zu vermeiden, dass ihre Jungen grösseren Haien zum Opfer fallen, bringen die meisten Haiweibchen ihre Jungen im geschützten Flachwasser zur Welt. Diese Hai-«Kinderstuben» sind für grössere Haie schwer zugänglich und somit ein sicherer Hafen für die Haibabys aber auch andere, kleine Haiarten.
Diese Hai-"Kinderstuben" werden durch die Zerstörung unserer Umwelt immer rarer.
Zudem leben mehr als 80% aller Haiarten in Küstennähe und sind somit direkt den vielen Schadstoffen, die von unseren Flüssen in's Meer eingebracht werden, ausgesetzt.
Ein aktuelles Beispiel (2005) für die Zerstörung von Hai-Kinderstuben aus Profitgier ist die weltberühmte Hai-Forschungsstation von Prof. Samuel Gruber, "Doc Shark", auf Bimini, Bahamas. Prof. Gruber untersucht seit Jahren die Lagune von Bimini, eine Hai-Kinderstube vor allem für Zitronenhaie.
Ein Investor möchte in der Nähe der Lagune einen Hotelkomplex mit Kasino und Golfplatz errichten. Speziell für der Golfplatz sollen die Mangroven in der Lagune gerodet werden. Sollt der Golfplatz, trotz massiven Protesten verschiedener Wissenschaftler und Interventionen bei der bahamesischen Regierung, gebaut werden, wird der Gründünger ungeklärt in die Lagune ablaufen und den Lebensraum der Junghaie nachhaltig zerstören.
Auf den Philippinen schrumpfte der Mangrovenbestand zwischen 1920 und heute von 5'000 auf 350 Quadratkilometer.
Indonesien exportiert jährlich 250'000 Kubikmeter Holzspäne aus Mangrovenholz nach Japan.
Auf Java begann ein Teufelskreis durch Abrodung von Mangroven, die früher die gesamte Nordküste umsäten. Die Mangroven wurden abgeholzt, um Fischfarmen Platz zu schaffen. Doch Mangroven werden auch von vielen Knochenfischen als Schutzzone für ihre Jungen benötigt. So gingen die Fischereierträge zunehmend zurück und immer mehr Mangroven wurden abgeholzt, um immer mehr Fischfarmen Platz zu machen. Schlussendlich musste neben rückgängigen Fischereierträgen auch eine zunehmende Erosion der Küstengebiete festgestellt werden. Der Erosionsschutz durch das verästelte Wurzelwerk der Mangroven wurde vernichtet.
Aquakulturen (z.B. Krevetten- und Fischfarmen) sind eine grosse Gefahr für viele tropische und subtropische Küstengebiete. Durch die nicht artgerechte Haltung in flachen Teichen müssen vielfach grosse Mengen Antibiotika benutzt werden, um die Tiere von Infektionen zu schützen. Um ein schnelles Wachstum zu erreichen, wird im Überschuss Futter gegeben. Antibiotika, Ausscheidungen und überschüssiges Futter werden ungeklärt ins Meer abgeleitet. So wird zusätzlich, je nach Strömungsverhältnissen, ein Mehrfaches an Quaddratkilometern Küste jedes Jahr vergiftet.
Für Aquakulturen wurden 2002 weltweit 765'500 Hektar Mangroven gerodet. 639'000 ha davon nur für Krevettenfarmen.