Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03479.jsonl.gz/963

Das Schiedsgericht des Weltreiterverbandes FEI hat den endgültigen Entscheid im Fall Kevin Thornton bekanntgegeben. Der Ire, der letztes Jahr im Oktober noch in der Schweiz arbeitete, wurde wegen Missbrauch des Pferdes Flogas Sunset Cruise schuldig gesprochen. Das FEI Tribunal hat ihn für vier Monate für alle internationalen Turniere gesperrt. Thornton muss 5’000 Franken Busse und zusätzlichen 5’000 Franken Verfahrenskosten bezahlen. Am 10. Oktober 2016 verstarb sein Pferd Flogas Sunset Cruise auf der Rennbahn beim Turnier in Cagnes-Sur-Mer (Frankreich). Der Reiter schlug mehrfach auf das Pferd ein und hetzte es über die Rennbahn, worauf das Pferd tot zusammenbrach.
Die Autopsie des Pferdes hat nicht bestätigen können, dass der Tod des Pferdes mit dem Verhalten des Reiters zu tun hatte. Trotzdem wurde er von der FEI verurteilt. In der Begründung heißt es: „Das Verhalten des Reiters ging weiter über das hinaus, was man als ein akzeptables Benehmen gegenüber dem Pferd bezeichnen könnte.“ Weiter heißt es, das Urteil sei gefällt worden „mit Zuversicht, dass das Pferd wiederholt, stark und exzessiv“ geschlagen worden sei. Und es seien „ganz klar mehr als die drei Schläge gewesen, die Mr. Thornton angegeben hatte“.
Das Schiedsgericht sagte außerdem, dass selbst wenn das Pferd überlebt hätte, ein Verfahren wegen Tierquälerei gegen den Reiter eröffnet hätte. Da nicht eindeutig erwiesen werden konnte, dass der Tod des Pferdes und die Handlungen des Reiters in direktem Zusammenhang standen, wurde nicht auf Basis der „potenziellen Verantwortung von Mr. Thornton für den tragischen Tod des Pferdes entschieden“.
FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibáñez kommentierte: „Die FEI hat sich in diesem Fall für das Wohl der Pferde eingesetzt, weil sie den Fall vor das FEI Tribunal gebracht hat. Und angesichts der Schwere der Tat hätte ich wirklich eine sehr viel härtere Strafe erwartet. Es war wichtig für die FEI, dass der Fall von Tierquälerei vom Tribunal bestätigt wurde. Wir hatten auf eine Zwei-Jahres-Sperre gedrängt. Aber das Strafmaß liegt im Ermessen des Tribunals und wir akzeptieren dessen Unabhängigkeit.“
Das Urteil kann vor dem internationalen Sportgerichtshof innerhalb der nächsten 21 Tage angefochten werden.
Die Begründung des FEI Tribunals kann hier nachgelesen werden.
Beitragsbild: Kevin Thornton (Archiv) Foto: Valeria Streun