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Das Wetteifern der Länder um eine möglichst schnelle Impfung der Bevölkerung hat begonnen. Als erstes westliches Land wagte Grossbritannien den Schritt am 8. Dezember. Dort empfing im Universitätsspital von Coventry die 90-jährige Grossmutter Margaret Keenan als erste Britin den Pfizer-BioNTech-Wirkstoff.
Immun ist Frau Keenan noch nicht. Erst nach einer zweiten Dosis vier Wochen später und einer weiteren Woche Wartezeit wirkt der Impfstoff mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent.
Zweiter Empfänger im Vereinigten Königreich war der 81-jährige William Shakespeare.
Heute wurde die erste Amerikanerin geimpft. Es handelt sich dabei um die Krankenpflegerin Sandra Lindsay des Long Island Jewish Medical Centers in Queens, New York. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo wurde per Video zugeschaltet. Ursprünglich war gemeldet worden, dass fünf Pflegerinnen des George-Washington-Universitäts-Spitals in Washington als erste geimpft werden sollten. Cuomo hat sich die PR-trächtige Aktion nicht nehmen lassen.
Zuvor war zudem berichtet worden, dass sich Donald Trump und seine Entourage eine Frühimpfung gesichert hätten. Der Präsident wies diese Darstellungen zurück.
Welche Erfolge Russland mit der Impfung seiner Bevölkerung bisher erzielen konnte, ist nicht überprüfbar. Russlands Impfstoff Gam-COVID-Vac aka «Sputnik V» wurde im August notfallmässig zugelassen, obwohl zuvor keine Phase-3-Studie durchgeführt wurde. Diese erfolgte erst in den Monaten danach. Studienergebnisse ergaben Erfolgswerte von über 91 Prozent. Die Ergebnisse werden allerdings angezweifelt.
Massenimpfungen starteten in Moskau am 5. Dezember – bereits zuvor sollen über 100'000 Menschen mit Sputnik V behandelt worden sein. Darunter sollen sich auch VIPs befinden wie etwa Wladimir Putins Tochter.
Zwei Dosen Sputnik V kosten weniger als 20 Dollar. Mexiko, Brasilien, Indien und Kasachstan zeigen bereits Interesse.
China hat gleich mehrere eigene Impfstoffe produziert und für den Notfall zugelassen. Der bekannteste, CoronaVac, stammt aus dem Hause Sinopharm, einer börsenkotierten Pharmafirma. In China wurde der Impfstoff bereits tausendfach, vor allem an staatlichen Arbeitern, angewendet. Der Übergang von Phase-3-Studie zu «offiziell zugelassen» scheint fliessend.
Klinische Phase-3-Studien wurden in diversen anderen Ländern durchgeführt. Öffentlichkeitswirksam liess sich zum Beispiel auch Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum, Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, damit behandeln.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird bereits seit Ende September mit dem chinesischen Impfstoff von Sinopharm geimpft. Zu Beginn stand das Präparat nur Menschen zur Verfügung, welche in engem Kontakt mit Infizierten standen.
*In einer ersten Version wurden die Vereinigten Arabischen Emirate nicht berücksichtigt.
Ägypten will laut Gesundheitsministerin Hala Zayed noch im Dezember mit der Impfung der Bevölkerung mit CoronaVac beginnen. Die ersten Wirkstoffe sollen nächsten Donnerstag aus China in Kairo eintreffen.
Auch Kanada startet in den nächsten Tagen den Impfprozess. Die ersten Empfänger sind bereits bestimmt: Es sind die Bewohner zweier Altersheime in Quebec. Neben Kanada planen Mexiko, Marokko, Indonesien, die Türkei, Bahrain, Saudi Arabien, Argentinien und Israel, noch in diesem Jahr zu starten.
Die EU will am 29. Dezember über die Zulassung des Pfizer-BioNtech-Impfstoffes und Mitte Januar über das Moderna-Präparat entscheiden. Geplant ist, den Impfprozess in sämtlichen Mitgliedsstaaten gleichzeitig zu starten. Angela Merkel erklärte dazu, sie wisse nicht, ob «die Nadel überall in der gleichen Sekunde sticht». Das Ziel ist, 36 Stunden Differenz innerhalb des EU-Raums nicht zu überschreiten. Das Bundesland Bayern wollte ursprünglich bereits am 5. Januar mit den ersten Impfungen beginnen. Ob der gesamte EU-Raum bis dahin dafür bereit ist, steht noch in den Sternen.
Wann die Schweiz eine Impfung zulässt, ist weiterhin offen. Als erster Kanton hat heute Bern seine Pläne offengelegt. Er will Mitte Januar beginnen und bis im Sommer die Hälfte der Bevölkerung geimpft haben. Noch ist kein Präparat offiziell in der Schweiz zugelassen.
(tog)