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Weibliche Genitalbeschneidung – ein fremder Brauch?
Zur Konstruktion und Dekonstruktion angenommener kultureller Differenz in der Zusammenarbeit mit Frauen, die von weiblicher Genitalbeschneidung betroffen sind
Studien haben ergeben, dass die Konfrontation mit der Thematik der weiblichen Genitalbeschneidung bei Sozialarbeitenden aufgrund perzipierter kultureller Barrieren Unsicherheiten evoziert. Die folgende Arbeit fragt nach Möglichkeiten einer Entgegenwirkung angenommener kultureller Differenz in der Zusammenarbeit mit betroffenen Frauen. Sie führt in die Hintergründe der weiblichen Genitalbeschneidung ein, wobei der Blickwinkel auch auf die westliche Geschichte sowie aktuelle Situation chirurgischer Eingriffe am weiblichen Genital gerichtet wird. Mittels des Ansatzes der Performativität wird aufgezeigt, wie sprachliche Äusserungen zur Konstruktion kultureller Differenz beitragen, bevor im Anschluss daran mit Bezug auf den Ansatz der Dekonstruktion Handlungsmöglichkeiten zur Aufhebung performativ erzeugter Differenz erörtert werden. Aus der Arbeit geht hervor, dass die Beschneidung des weiblichen Genitals kein fremder Brauch, sondern eine universell eingesetzte Technik zur Kontrolle weiblicher Sexualität darstellt. Eine Dekonstruktion angenommener kultureller Differenz kann erreicht werden, indem Erklärungsmuster, welche die angebliche kulturelle Andersartigkeit der Zielgruppe betonen, aufgehoben und gesellschaftsübergreifende Gemeinsamkeiten sowie die Stimmen betroffener Frauen im Diskurs um die Thematik vermehrt berücksichtigt werden.