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Areal Gmünden in Niederteufen AR: Alter Ort, neue Ordnung
Auf einer Geländestufe im Appenzellerland befinden sich nebeneinander gleich zwei Ausserrhoder Gefängnisse. Sie sollen jetzt umgebaut und ergänzt werden. Das siegreiche Wettbewerbsprojekt schlägt einen Hofbau vor, der Bestandes- und Neubauten miteinander verbindet.
Quelle: Visualisierung: Sollberger Bögli Architekten AG
Das «Rote Haus» der einstigen «kantonalen Zwangsarbeitsanstalt» aus dem 19. Jahrhundert wird im Siegerprojekt wie der Neubau «Vollzug Männer» an einen zentralen Hofbau angedockt.
Das Gefängnis ist in der Schweiz ein noch relativ junger Gebäudetyp. Zwar gab es schon früher Zellen für das Verwahren von Menschen, aber grosse Bauten, die nur diesem Zweck dienten, entstanden erst im Lauf des 19. Jahrhunderts. Appenzell Ausserrhoden betrieb ab 1884 in Gmünden eine «kantonale Zwangsarbeitsanstalt» für Gefängnis- und Zwangsarbeitssträflinge.
Im August 2007 wurde daneben das Kantonale Gefängnis in Betrieb genommen. Es ersetzt das frühere Untersuchungsgefängnis, das im Rathaus von Trogen untergebracht war.
Gmünden liegt unterhalb von Niederteufen isoliert auf einer Geländeterrasse über dem bewaldeten Gmündertobel. Ganz in der Nähe steht die markante Gmündertobelbrücke. Die Stahlbetonkonstruktion überquert in 55 Meter Höhe die Sitter. Die Gebäude der Strafanstalt mit seinem offenen Vollzug und des Kantonalen Gefängnisses mit geschlossenem Vollzug bilden ein relativ unauffälliges Ensemble.
Die Volumen mit ihren Satteldächern unterscheiden sich kaum von anderen Weilern, wie man sie häufig im Appenzellerland antrifft: Das «Rote Haus» von 1884, es steht auf der südlichen Seite der Zufahrtsstrasse, wurde in den 1960er-Jahren nordwestlich mit diversen Anbauten und später mit einem weiteren Provisorium ergänzt.