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Am 22. Februar 2011 um 12.51 Uhr Ortszeit erschütterte ein als Nachbeben (!) klassifiziertes Erdbeben Neuseelands zweitgrösste Stadt Christchurch. Obwohl das Beben vom 22. Februar "lediglich" ein Nachbeben des sogenannten Darfield Erdbebens vom September 2010 darstellte und auf der Momenten-Magnitudenskala mit 6.3 MW einen tieferen Wert erreicht hat als das vorangehende Darfield Beben mit 7.1 MW, hat es die weitaus schlimmere Zerstörung angerichtet. Der Grund war das sehr Nahe an Christchurch und nur 5 Km tief liegende Epizentrum des Bebens, das Stadt und Bevölkerung völlig unvorbereitet getroffen hat.
Am 23. Februar um 11.29 Uhr deklarierte der Premierminister John Key den "National State of Emergency". An diesem Tag, also lediglich knapp 24 Stunden später, waren bereits Katastrophenhilfekorps aus den Vereinigten Staaten, Singapur, Japan, Taiwan und dem Vereinigten Königreich unterwegs nach Neuseeland. Als Nachbar reagierte auch Australien sehr schnell und sandte 75 Mann als Rettungseinheiten bereits 12 Stunden nach der Katastrophe in die betroffene Stadt. Zusätzlich wurden 300 Polizisten aus Australien nach Neuseeland versendet um die Verkehrsregelung zu überwachen, aber auch um Plünderungen vorzubeugen. Dafür wurde die Truppe bei der Ankunft am Flughafen mit sofortiger Wirkung auf Neuseeländisches Recht eingeschworen und unter Neuseeländisches Kommando gestellt. Das Kriegsschiff HMNZS (Her Majesty's New Zealand Ship) Canterbury, das zu diesem Zeitpunkt im Hafen von Lyttelton vor Anker lag, versorgte rund 1'000 obdachlos gewordene Personen mit Schlafplätzen und Mahlzeiten. Im Osten der Stadt wurden Feldlazaratte der Australischen und Neuseeländischen Streitkräfte aufgebaut um Triagen durchführen zu können um die öffentlichen Spitäler zu entlasten.
Die Neuseeländische Wirtschaft wurde ausserordentlich stark in Mitleidenschaft gezogen: Die Wirtschaftsleistung von Christchurch zählt rund 15% zur gesamten Wirtschaftsleistung Neuseelands. Die Kosten werden heute ca. auf NZD 40 Milliarden geschätzt und man rechnet erst in 50 bis 100 Jahren mit einer vollständigen Erholung der Wirtschaftsleistung.
Die heftigen Stösse haben viele historischen Gebäude im Stadtzentrum schwer in Mitleidenschaft gezogen, aber auch diverse moderne Stahlbetonkonstruktionen gaben unter der Wucht des Bebens nach. Ca. 10'000 Häuser mussten (oder müssen) abgerissen werden und 100'000 Gebäude wurden teilweise unbewohnbar.
Das Beben dauerte 25 Sekunden und hat zu 185 Todesopfern und rund 5'900 verletzten geführt.