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Der letzte Ort, an dem Klaus Kinski lebte, ist völlig abgeschieden.Eine Idylle, am Ende einer holprigen Landstrasse, die in einen steilen Waldweg mündet. Die kleine Hütte aus Holz und Stein ist von hohen Mammutbäumen umgeben. Nach Angaben der Behörden in Lagunitas erlitt Kinski am 23. November 1991 einen Herzinfarkt. Der 65-Jährige starb allein in seinem Haus, vermutlich im Schlaf.
Sohn Nikolai, 1976 in Paris geboren, wuchs nach der Scheidung seiner Eltern nahe Lagunitas bei seiner Mutter auf. Um ihm nahe zu sein, ist Kinski Anfang der 1980er Jahre in diese ländliche Abgeschiedenheit gezogen. Der Schauspieler hinterliess drei Kinder aus vier Ehen, die dem Vater beruflich folgten. Pola stammt aus der ersten Ehe mit Gislint Kühlbeck, Nastassja aus der zweiten Ehe des Schauspielers mit Ruth Brigitte Tocki, Nikolai aus der dritten Ehe mit der Vietnamesin Minhoi Geneviève Loanic.
Pola Kinski hatte ihren Vater, der heute 90 Jahre alt wäre, 2013 des schweren sexuellen Missbrauchs bezichtigt. Auch Nastassja erklärte, er habe sie als Kind mit Annäherungsversuchen belästigt. Er sei unberechenbar gewesen und habe die Familie terrorisiert.
Kinski war ein Star der Extreme. Von den einen als Genie verehrt, während andere einen Wahnsinnigen und rücksichtslosen Egomanen sahen. Mal randalierte er auf der Bühne, mal ging der Bürgerschreck auf Talkshow-Moderatoren los. Beim Dreh war er als Wüterich gefürchtet.
Regisseur Werner Herzog, der seine Kinski-Erlebnisse 1999 in dem Film «Mein liebster Feind» dokumentierte, erinnerte sich neben «monströsen Kämpfen» auch an eine «tiefe, tiefe Freundschaft». Fünf Filme drehten sie zusammen, darunter «Aguirre – der Zorn Gottes» (1972), «Nosferatu – Phantom der Nacht» (1978) und «Fitzcarraldo» (1981). Immer ging es um Aussenseiter und Einzelgänger – Rollen, die ein besessen arbeitender Kinski mit höchster Intensität spielte.
(SDA)