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Donald Trump könnte am Montag bereits das Spital verlassen, sagen seine Ärzte. Zuvor waren die Prognosen aus seinem Lager noch düster. Was steckt hinter dem Hin und Her?
Die Leibärzte des Präsidenten verbreiten weiterhin Optimismus. Wenn Patient Donald Trump bei seiner Genesung weiterhin derart grosse Fortschritte mache, dann könne er vielleicht bereits am Montag wieder ins Weisse Haus zurückkehren, verkündeten sie am Sonntag. «Er fühlt sich gut», sagte Brian Garibaldi an einer zehn Minuten dauernden Pressekonferenz im Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda (Maryland), einem Vorort von Washington.
Garibaldi ist ein Lungen-Spezialist; normalerweise arbeitet er im renommierten Johns Hopkins-Spital in Baltimore (Maryland), nun aber ist er Teil des Ärzte-Teams, das sich seit Freitagabend um Trump kümmert.
Ähnlich zuversichtlich gab sich am Sonntag auch Sean Dooley, ein Lungen-Spezialist am Walter Reed-Spital. Er sagte, dass Trump zuletzt am Freitag unter Fieber gelitten und keine Atemschwierigkeiten mehr habe. Auch könne sich der Präsident ohne fremde Hilfe bewegen. Sean Conley, der eigentliche Vertrauensarzt des Präsidenten, sagte über seinen Patienten: «Ich bin zufrieden mit seiner Erholung.»
Allein: Solch optimistische Töne hatten die Mediziner bereits am Samstag während einer Pressekonferenz verbreitet. Kaum hatten die Vertrauensärzte des Präsidenten ihre rosigen Prognosen abgesondert, sprach Mark Meadows, der Stabschef des Weissen Hauses, zu einer Gruppe von Journalisten, die sich beim Walter Reed-Spital eingefunden hatten. Meadows sagte, er wolle «on background» sprechen, was in diesem Zusammenhang bedeutete: Die Aussagen, die er tätigen werde, dürften von den Journalisten zwar verwendet, aber nicht ihm zugeschrieben werden.
Dann sagte der ehemalige republikanische Abgeordnete: «In den vergangenen 24 Stunden waren die Vitalfunktionen des Präsidenten äusserst besorgniserregend und die nächsten 48 Stunden werden entscheidend für seine Pflege sein. Wir befinden uns immer noch nicht auf dem Weg der vollen Genesung.»
Was sich Meadows dachte, als er die offizielle Sprachregelung hinterfragte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Er unternahm noch am Samstag einen halbherzigen Versuch, sich zu korrigieren. Dieser kam allerdings zu spät. Seine Intervention löste aber zwei wahrnehmbare Reaktionen aus.
Erstens veröffentlichte der Präsident noch am Samstagabend ein vier Minuten dauerndes Video, in dem er dem amerikanischen Volk versicherte, es gehe ihm nun viel besser – vor allem im Vergleich zum Freitag, als er mit hohem Fieber ins Militärspital eingeliefert werden musste. In dem Film, in dem Trump an einem Tisch im Walter Reed-Spital sass, sah Trump blass aus, was auch damit zusammenhängen mag, dass er für einmal keine Schminke trug. Er wirkte aber mehr oder weniger kohärent.
Mit seiner Intervention zerstörte Meadows allerdings den letzten Funken Glaubwürdigkeit, den Trumps Ärzte noch besassen. So sah sich Sean Conley am Sonntag dazu gezwungen, eine der wohl seltsamsten Klarstellungen in der Geschichte des Weissen Hauses abzugeben. Der Vertrauensarzt des Präsidenten sagte an der Pressekonferenz: «Ich wollte keine Informationen geben, die vielleicht den Krankheitsverlauf in eine andere Richtung hätten steuern können, und, in dem ich dies tat, entstand der Eindruck, dass ich etwas verbergen wollte, was nicht unbedingt der Wahrheit entsprach.»
Angesprochen auf die Aussagen von Stabschef Meadows, sagte Conley, dieser habe sich auf den Krankheitsverlauf vor der Spitaleinlieferung Trumps bezogen. Er räumte aber auch ein, dass der Sauerstoffgehalt im Blut des Präsidenten am Samstag stark gefallen sei und seine Ärzte daraufhin hätten intervenieren müssen. Am Samstag hatte der Arzt noch das Gegenteil gesagt.
Auch bestätigte Conley, dass Trump am Freitag, als er sich noch im Weissen Haus befand, eine Sauerstoff-Zufuhr benötigte, und zwar etwa eine Stunde lang. Nach beiden Episoden habe sich Trump rasch erholt. Der Präsident nehme zudem das Steroid Dexamethsasone ein und werde mit dem Anti-Malaria-Medikament Remdesivir behandelt, sagte Conley.
Aus dem Weissen Haus hiess es am Sonntag, dass Trump über Meadows ausgesprochen wütend sei, weil er die Kommunikationsstrategie des Präsidenten torpediert habe. Denn erstens hasst es Trump, wenn er in der Öffentlichkeit als schwach oder krank dargestellt wird. Und zweitens wollten die Strategen die Infizierung des Präsidenten dazu nutzen, ihn als zupackenden Staatsmann zu porträtieren. Sein Wahlkampfstratege Jason Miller sagte am Sonntag: Amerika könne sich nicht vor dem Virus verstecken, Präsident Trump «musste es konfrontieren».
Zur Zeit befinde sich die Sauerstoffsättung in Trumps Blut auf normalen 98%. Wie tief die Sättigung während dem Abfall gefallen sei, wollte Conley nicht erläutern. Auch über Röntgen- und CT-Bilder wollte der Leibarzt keine Auskunft geben.