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IRIS
2020
KI und Recht oder das Vertrauensdilemma
Beim Einsatz von entscheidungsunterstützenden KI-Systemen in juristischen Verfahren stellt sich die Frage, wie diese Verfahren zu organisieren sind und welche Stellung die Systeme einnehmen sollen. Einerseits ist sicherzustellen, dass der entscheidende Richter bzw. Organ in seiner Freiheit der Entscheidungsfindung nicht unzulässig eingeschränkt wird, weshalb das System nicht als «objektiv und allwissend» angesehen und auf die berechneten Aussagen unkritisch vertraut werden darf (Automation Bias). Andererseits ist es notwendig, ihm diese Eigenschaften zuzuerkennen, wenn auf die Systemaussagen vertraut werden soll und das System effizient eingesetzt werden soll. Das führt zu einem Vertrauensdilemma. Dieses Dilemma kann nur aufgelöst werden, wenn man KI-Systemen als begrenzte abduktive Systeme mit Informationen über ihre Grenzen ausstattet und sie nur bei Entscheidungen, die von ihrer Datenbasis abgedeckt werden, begründete Aussagen treffen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. KI und juristische Verfahren
- 2. Das Vertrauensdilemma
- 2.1. Organisationsvertrauen
- 2.2. Maschinenvertrauen
- 2.3. Selbstvertrauen
- 2.4. Vertrauensdilemma
- 3. Funktionierende Technik
- 4. Abduktive Maschinen
- 5. Das Vertrauensdilemma und abduktive Maschinen
- 6. Literatur
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