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Bromelien
Bromelien bringen die Papageienfarben ins Haus. Flammendes Schwert, Lanzenrosette und Zimmerhafer sind Namen, die auf den unterschiedlichen Bau der Blüten aufmerksam machen.
In der Regel beenden die Bromelien ihr Wachstum mit der Ausbildung eines endständigen Blütenstandes. Von der Anlage bis zur völligen Entfaltung der Einzelblüten dauert es Wochen, bei Aechmea sphaerocephala sogar länger als ein Jahr.
Das Vorherrschen von so genannten Papageienfarben, d.h. das Zusammenwirken von Kontrastfarben wie Rot, Gelb und Blauviolett, insbesondere aber das leuchtende Rot der Hoch-, Trag- und Deckblätter deutet darauf hin, dass viele Bromelien Vogelblumen sind. Das grelle Rot hebt sich als Komplementärfarbe nicht nur vom umgebenden Grün des Standortes ab, sondern ist auch die Farbe, für welche das Vogelauge besonders empfindlich ist. Die von Vögeln besuchten Blüten sind daran erkenntlich, dass ihre Krone eine relativ lange Röhre besitzt, aus welcher die Staubblätter und der Griffel mit den Narben weit herausragen.
Fledermäuse und Kolibris
Während man bei den Orchideen sehr viel über ihre Strategien zur Anlockung von Bestäubern weiss, ist bei den Bromelien noch nicht alles erforscht. Im Gegensatz zu den Tragblättern sind die eigentlichen Blüten sehr kurzlebig. Ihre Blühdauer beträgt wenige Stunden bis zu einigen Tagen.
Im Allgemeinen sind die Blüten der Bromelien Tagblüher und völlig geruchlos. Kolibris werden von den leuchtendroten Blütenständen magisch angezogen. Wenn die kleinen Vögel den Nektar mit den langen Schnäbeln tief im Innern der Blüten erreichen, bestäuben sie nebenbei die Pflanzen.
Vriesea-Arten wie V. fenestralis oder V. gigantea sind dagegen ausgesprochene Nachtblüher. Ihre Blüten beginnen sich in den späten Nachmittagsstunden oder gar erst nachts zu öffnen, sind aber am nächsten Morgen bereits wieder geschlossen. Der eigenartige, während des Blühvorgangs abgesonderte Duft weist auf die Bestäubung durch Nachtschmetterlinge und Fledermäuse hin. Die neuweltlichen Langzungen-Vampire und die Flughunde orientieren sich bei ihren nächtlichen Blütenbesuchen weitgehend nach dem Geruch.
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ImagePoint (Franz Berger ) Artikel drucken