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Bandinelli,
Baccio, ital. Bildhauer, geb. zu Florenz [* 2] als Sohn des Goldschmieds Michelangelo di Viviani, lernte seine Kunst bei dem Bildhauer Rustici, bildete sich aber vorzugsweise nach Michelangelo, nach dessen Karton der badenden Soldaten er eifrig studierte, und mit welchem er sein lebenlang in krankhaftem Ehrgeiz wetteiferte. Obwohl er Michelangelo glühend haßte, beschuldigt ihn Vasari doch mit Unrecht, jenen Karton zerstört zu haben. Von den Mediceern protegiert, führte er 1515 zu Ehren der Anwesenheit Leos X. in Florenz das Modell eines kolossalen Herkules, mit welchem er vergebens den David Michelangelos zu überbieten suchte, und 1525 eine stark übertriebene und rohe Nachbildung der Laokoongruppe für Franz I. aus.
Ein unruhiger, ränkesüchtiger Geist, hielt er nirgends lange aus und vollendete nur wenige seiner Werke. Die hauptsächlichsten derselben sind: Herkules und Cacus (1534 vor dem Palazzo Vecchio in Florenz), ein schwerfälliger Koloß, welcher auf das bitterste verspottet wurde;
88 Figuren von Propheten, Aposteln und Heiligen an den Chorschranken des Doms, Grabdenkmal des Giovanni delle Bande nere, Bacchus (Palazzo Pitti), Adam und Eva (Bargello in Florenz).
Er starb in Florenz. Als ein roher und manierierter Nachahmer Michelangelos gelangte er erst unter der Herrschaft des Barockstils zu hohem Ansehen. Übrigens wußte er selbst allen Angriffen durch Intrigen siegreich zu begegnen und sich ein großes Vermögen zu schaffen.