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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VIII.
19.
Andere, die eine noch häretischere Anlage haben, Phryger der Abstammung nach, haben geirrt, indem sie sich von Weibern einnehmen ließen, von einer gewissen Priszilla und Maximilla, die sie für Prophetinnen halten. Sie behaupten, der Parakletgeist sei in diese eingegangen; auch feiern sie auf ähnliche Art ihren Vorgänger, einen gewissen Montanus, als Propheten; im Besitze unzähliger, von jenen verfaßter Bücher gehen sie in die Irre, da sie weder deren Aussprüche vernünftig beurteilen noch sich an die Urteilsfähigen halten, sondern kritiklos sich in blindem Vertrauen führen lassen; dabei erklären sie, sie hätten durch jene mehr gelernt als aus dem Gesetz und den Propheten und den Evangelien. Sie schätzen diese Weibsbilder höher als die Apostel und jedes Charisma; ja manche wagen zu behaupten, es wohne etwas Größeres in ihnen als Christus. Sie erkennen den Vater als den Gott des Universums und Schöpfer aller Dinge in Übereinstimmung mit der Kirche an und auch, was die Evangelien über Christus bezeugen; sie führen aber neue Fasten [S. 237] und Feste, Trockenschmaus und Rübenschmaus mit Berufung auf die Weibsbilder ein. Einige von ihnen schließen sich der Irrlehre der Noetianer an und sagen, der Vater selbst sei der Sohn und habe das Gezeugtwerden, Leiden und Sterben über sich ergehen lassen. Über sie will ich noch genauere Auskunft geben; für viele wird nämlich ihre Häresie zum Unheil. Wir meinen, daß das, was wir über die vorhergenannten gesagt haben, genügt, nachdem wir kurz ihre vielen törichten Bücher und Betätigungen allen als unhaltbar und keines Wortes wert nachgewiesen haben; an die soll sich niemand halten, der einen gesunden Kopf hat.