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Um die Jahrtausendwende begann man sich das erste Mal mit dem Familienbetrieb zu befassen. Bis dahin hatten jeweils die meisten Firmen mit Hilfe ihrer Söhne und Töchter einen Nachfolger gefunden und dadurch das Know How und das in den Firmen liegende unternehmerische Kapital für eine weitere Generation gesichert. In der Zeit begannen nun die gut ausgebildeten Nachfolger vermehrt die Nachfolge in die meist patriarchal geführten Betreibe zu verweigern. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der zur Nachfolge anstehenden Firmen drastisch, da viele der Betriebe nach dem Krieg gegründet worden waren und nun gleichzeitig einen Nachfolger suchten.
Die Forschung hatte sich bis dahin kaum mit Familienunternehmen befasst und so war man auf diese Thematik nicht vorbereitet. Plötzlich waren tausende Betriebe gefährdet. Die Universitäten begannen mit der Forschung nach Ursachen und Lösungen. So zum Beispiel das Center for Family Business an der Universität St.Gallen (CFB-HSG).
Sabine Bellefeuille-Burri übernahm mit ihrem Bruder Martin Burri und dem Juniorpartner des Vaters im Jahre 2000 die BURRI public elements AG. Sie war damals eine der wenigen Nachfolgerinnen in einem technischen Betrieb. Zudem gab es kaum Nachfolger, die mit ihren Vätern in der Öffentlichkeit über dieses Thema reden wollten.
Es folgten unzählige Vorträge zum Thema Nachfolge: bei Versicherungen, Banken, Unternehmervereinigungen und Treuhandgesellschaften.
Aufbauend auf der Logik der systemischen Psychologie zeigt das erste Konzept die Unterschiede der zwei Systeme Unternehmen und Familie und wie der Nachfolgeprozess vorübergehend zur Auflösung der Symbiose dieser zwei Systeme führt. Beim zweiten Konzept geht es um die Fragen: Wie soll geführt werden? Die Frage nach den Werten – Wem gehört was? Die Frage nach der Anerkennung und schliesslich: Wer hat das Sagen? Die Frage nach der Macht. Beides wurde später im Buch «Von der Kunst, Verantwortung zu übernehmen und zu übergeben» beschrieben.
Peter Burri und Heidi Burri Weber gründeten 2001 mit einem Anteil der Aktien der BURRI Holding die Stiftung für unternehmerische Entwicklung. Dadurch wird ein Teil des Gewinns der Firmengruppe für die Förderung des Unternehmertums eingesetzt.
Unter Unternehmerischer Entwicklung verstehen die beiden die Weiterentwicklung von Politik und Gesellschaft nach dem unternehmerischen Prinzip – Sicherheit für Freiheit aufzugeben und mit Neugier und hoher Selbstverantwortung neue Lösungen zu entwickeln. Sie fördern somit Forschung und Entwicklung sowie Schulungen für das Unternehmertum innerhalb von kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), aber auch die Förderung dieser Haltung unter Berufsleuten und der ganzen Gesellschaft.
Das Projekt fokussierte ursprünglich das Ziel, die Transaktionskosten bei der Übergabe von KMU zu senken und den Prozess für diese Betriebe mit möglichst wenig Kosten zu professionalisieren.
In der Zusammenarbeit wurde klar, dass dies am besten gelingt, wenn man den Unternehmer/die Unternehmerin selbst schult, damit diese sich mit der Thematik so weit vertraut machen können, dass sie den jeweiligen Spezialisten klare Aufträge geben können und sich in jedem Zeitpunkt nicht als hilflos ausgeliefert, sondern als aktiv Handelnde erleben.
Daraus entstand das angeleitete Selbststudium «Von der Kunst, Verantwortung zu übergeben und zu übernehmen». Viele Jahre wurde dies durch die Unternehmerschule geschult und ist nun etabliert.
Die damals erarbeiteten Inhalte zum Thema Unternehmensnachfolge werden heute von St.Galler Nachfolge-Praxis überarbeitet und kostenlos zur Verfügung gestellt (vgl. www.sgnafo-praxis.ch)».
Grafik Lebenskonzept Unternehmertum
hier Folie herunterladen (PDF)
Frau Manuela Stier, Herausgeberin des Wirtschaftsmagazins gründete zusammen mit der Stiftung für Unternehmerische Entwicklung und dem Wissen von Sabine Bellefeuille die Initiative, die das Unternehmertum in der Gesellschaft wieder zum Thema machen sollte.
Es folgten viele Publikationen: Im Alpha der Sonntagszeitung und des Tages-Anzeigers, in der Handelszeitung und im TV-Top. Damals waren Berichte über Familienunternehmen noch nicht in den Zeitungen, jedoch gelang es der Stiftung, immer mehr auch Berichte über Familienbetriebe in die Zeitungen zu bringen.
Der Standard (Wien):
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Handelszeitung, 19. Mai 2011:
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Alpha, Beilage des Tages-Anzeigers und der Sonntagszeitung, 24./25. Juli 2010:
Hier Artikel lesen
Das Buch mit dem Titel «Von der Kunst, Verantwortung zu übernehmen und zu übergeben», beschreibt die Emotionen im Nachfolgeprozess aus Sicht von Nachfolger und Übergeber, ist ein grosser Erfolg und kann hier für Fr. 20.– (inkl. Porto) bestellt werden.
Es zeigte sich, dass das Wegfallen der familieneigenen Nachfolge dazu führte, dass Unternehmersein nun zum Trend wurde. Viele Definitionen und Interpretationen führten zu unterschiedlichen Interpretationen. Unternehmerssein verkam zu einer Berufsbezeichnung. Die Essenz, was Unternehmertum ist, trat da in den Hintergrund.
Das war der Beginn der Erkenntnis, dass die Stiftung einen Beitrag zur Diskussion leisten muss, was Unternehmertum ist, um ihren Auftrag erfüllen zu können. Die Stiftung konzentrierte sich darauf, das Unternehmertum wieder als das in der Gesellschaft zu verankern, was es schon immer war: ein Lebenskonzept und nicht eine Position oder gar Stellenbezeichnung. Die Stiftung entwickelte eine neue Definition von Unternehmertum: Unternehmertum ist ein Lebenskonzept, bei dem der Mensch Sicherheit für Freiheit aufgibt.
Motivations- und Erfolgsfaktoren
Autoren: Manuela Stier, Prof. Dr. Wolfgang Becker und Dr. Leonhard Fopp
Innerhalb der Initiative Unternehmertum – ein Lebenskonzept wurde mit diesem Sonderband des Wirtschaftsmagazins folender Frage nachgegangen: Ist Unternehmertum ein Lebenskonzept?
Autoren: Manuela Stier, Hans Hess, Prof. Dr. Ursula Renold und Beat Wenger
Unternehmerisches Denken entsteht dann, wenn wir fragen und hinterfragen. In diesem Sonderband des Wirtschaftsmagazins und des Lebenskonzepts Unternehmertum – einem Projekt der Stiftung – wird der Frage nachgegangen, wie das in der Bildung erreicht werden kann.
Die Gesellschaft interessierte sich vor allem nach dem weltweiten Zusammenbruch der Wirtschaft im Jahr 2008 immer mehr für die nachhaltigen und werteorientierten Familienbetrieb.
Aufbauend auf der neuen Definition des Unternehmertums als Lebenskonzept, das Sicherheit für Freiheit aufgibt, entwickelte Sabine Bellefeuille einen Denkansatz, der nicht nur die Essenz des Unternehmertums fassbar macht, sondern es ermöglicht, als Denkansatz viele neue Perspektiven für die Gesellschaft zu entwickeln. Es dient auch als Grundlage dafür, Start-ups, Nachfolgern und Führungskräften die Essenz dieses Lebenskonzeptes zu vermitteln. Schüler und Mitarbeiter erleben, dass "Unternehmertum leben" auch ein Lebenskonzept für sie ist.
Unternehmer erhalten Werkzeuge, um ihre Denkhaltung weiter zu vermitteln, aber auch ihr eigenes Unternehmertum zu reflektieren und zu stärken. Zudem ermöglicht dieser Ansatz, neue Lösungen für Führung und Organisationsentwicklung. Dieser Denkansatz wurde in unzähligen Vorträgen und Seminaren geteilt. Vermehrt wird nach einem Buch verlangt, in dem man dies vertieft nachlesen kann. Dies sind neben einer Webplattform mit zusätzlichen Funktionen die nächsten Teilprojekte in diesem Bereich.
Neben diesem zentralen stiftungseigenen Projekt «Lebenskonzept Unternehmertum» unterstützt die Stiftung heute Projekte, die in diesem Sinne die unternehmerische Haltung und unternehmerisches Handeln fördern, erforschen, Know-how zugänglich machen oder schulen, siehe Förderung laufender Projekte.