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Rupert Sanders und Kristen Stewart bei der Arbeit.
„Mirror, Mirror, on the wall, who is the fairest of them all?“
Ich habe mich bereits in meiner Review zu Mirror Mirror darüber aufgeregt, dass Snow White and the Huntsman andauernd auf den Vergleich mit Tarsem Singhs Film reduziert wird. Das ist unnötig und unseriös, da die Filme zwei völlig unterschiedliche Konzepte verfolgen und es daher soviel Sinn macht, sie zu vergleichen, wie zu behaupten, dass Heath Ledgers Joker besser war als Jack Nicholsons. Mirror Mirror wäre die lustige, abgedrehte und bunte Jack Nicholson-Joker-Adaption, während Snow White and the Huntsman durchaus als düsteres Epos im Heath Ledger-Look bezeichnet werden darf. Das ist tatsächlich ein ziemlich bescheuerter Vergleich, aber ich denke I made my point clear.
Wenn grosse Bands oder Musiker Titellieder zu Blockbusterfilmen schreiben, kommt das nicht immer gleich gut. Beispiel: Pitbulls „Back in Time“-Mist für Men in Black 3. Gegenbeispiel: Take That und ihre „Love Love“ für X-Men: First Class. Und neuerdings auch Florence + The Machine. Die Band um Florence Welch zählt ohnehin zum Besten, was die aktuelle Musikszene zu bieten hat und ihr Titelsong Breath of Life für Snow White and the Huntsman macht mir immer mehr Hoffnung, das der Film noch epischer werden könnte, als ich dachte.
Wenn man Märchen, „Lord of the Rings“, „The Chronicles of Narnia“ und „Princess Mononoke“ mischt kommt etwas heraus, das sich Snow White and the Huntsman nennt. Das zumindest scheint uns der neue Trailer vermitteln zu wollen, der aber ausser neuen Waldbestien nicht viel an nicht schon gesehenem Material bietet. Egal, das Ganze sieht nach guter Fantasy aus, und überhaupt nicht nach Märchen, was mir ehrlich gesagt auch ein wenig gar altbacken gewesen wäre. Ist also alles ganz okay, und auch Kristen Stewart gefällt da.
Und übrigens hat der Film die besten sieben (also eigentlich sind es ja acht, warum auch immer) Zwerge zu bieten: Nick Frost, Eddie Marsan, Ray Winstone, Brendan Gleeson, Ian McShane und Toby Jones. Und Johnny Harris und Bob Hoskins. Genial.
Bisweilen wird ja gerne mal die Geschichte übern Haufen geworfen („300“ oder „Troy“), aber auch die klassische Literatur ist nicht mehr sicher vor Hollywood, wie das Beispiel von „The Three Musketeers“ kürzlich zeigt. Dass es auch die Gebrüder Grimm früher oder später treffen würde, war zu erwarten, aber dass im kommenden Jahr gleich zwei Adaptionen von Schneewittchen kommen, das hätte man nicht wirklich erwartet. In Tarsem Singhs „Mirror, Mirror“ spielt Lily Collins Schneewittchen, das sich mithilfe der Zwerge an der Stiefmutter (gespielt von Julia Roberts) rächen will – irgendwie klingt da Snow White and the Huntsman weit vielversprechender. Auch hier weicht man vom Plot ab und macht aus dem Film ein episches Actionspektakel, wobei Kristen Stewart das Schneewittchen spielt, Chris Hemsworth den Jäger und Charlize Theron die böse Königin. Klingt nach Nonsens und hat überhaupt nix mit dem Märchen zu tun, aber hey, es sieht schonmal toll aus. Und hey, vielleicht kann ich mich ja langsam mit Frau Stewart anfreunden, jetzt wo sie nicht mehr mit dem Homoschwan auf der Leinwand turtelt.
Und wer dachte, das wärs dann gewesen mit dem Märchenmassaker, der darf sich auf „Hansel and Gretel: Witch Hunters“ mit Jeremy Renner und Gemma Arterton im März 2012, sowie „Sleeping Beauty“ mit Hailee Steinfeld irgendwann 2013 freuen. Und das britische Märchen „Jack the Giant Killer“ mit – obacht – Stanley Tucci, Ewan McGregor, Bill Nighy, Ian McShane, Nicholas Hoult und Warwick Davis kommt im Juni 2012. Und ich wundere mich offen gesagt, was Letzterer in einem Film über Riesen sucht. *hust*