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Beratungskonzepte: So viele Modelle wie Kantone
Von Anna Zbinden Lüthi und Ingrid Rollier, PANORAMA-Redaktorinnen
Gemäss einer PANORAMA-Umfrage haben neun Kantone Berufsberatungskonzepte entwickelt. Andere verweisen auf Leistungsbeschreibungen oder auf die Eigenverantwortung der Beratenden.
Ein Beratungskonzept verbindet Erfahrungen mit neuen Ideen und beschreibt erstrebenswertes Handeln in Beratungen. Es basiert auf Werten, bezieht sich auf Theorien, beschreibt die Beratungsgestaltung und beinhaltet ein Handlungsmodell. PANORAMA hat bei den Mitgliedern der Schweizerischen Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berufs- und Studienberatung (KBSB) nachgefragt, welche Kantone über ein Beratungskonzept verfügen. Es sind dies die Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Bern (Region Bern-Mittelland), Glarus, Luzern, Nidwalden, Thurgau, Wallis und Zug. In einigen Kantonen (AG, BE, ZG) sind die Konzepte und Vorlagen auf der Website einsehbar. Andere Kantone haben verschiedene Dokumente erarbeitet, die ihre Tätigkeiten beschreiben. Die Dokumente enthalten theoretische Konzepte und Qualitätsstandards oder geben Richtlinien für die Beratungstätigkeit vor. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Versorgungsstrategie und ein Portfolio (ZH) oder ein Handbuch für Beratende (BL, ZH) handeln. Einzelne Kantone haben Qualitätsstandards definiert, die durch Beobachtungsbögen ergänzt werden (SZ), oder ein Leitbild erarbeitet (VS). Andere wiederum stützen sich auf die einschlägigen Gesetze und Reglemente (VD), auf Pflichtenhefte (TI), legen ihrer Arbeit Rahmenbedingungen und Best Practices zugrunde (JU) oder arbeiten mit Prozessbeschreibungen (UR).
Dienstleistungen im Fokus
In vielen Kantonen stehen die Dienstleistungen im Fokus. In umfassenden Dokumenten werden die Ziele, der institutionelle Rahmen und die Interventionen der Beratenden beschrieben (VD, TI). In einigen Fällen beziehen sich diese Dokumente auf spezifische Leistungen, beispielsweise auf die Beschreibung der Massnahmen für den Berufswahlunterricht (NE), auf ein Rahmenkonzept für Interventionen an Schulen (französischsprachiges BE) oder für die Studienberatung (SG, AR), auf eine Potenzialanalyse (BE), ein Beratungsmodell für Erwachsene (SO) oder ein Diagnostikkonzept und ein Beratungskonzept für RAV-Mitarbeitende (BL).
Grundlage für Qualitätssicherung
Oftmals werden diese Konzepte für die Qualitätssicherung herangezogen. Sie werden laufend überarbeitet und aktualisiert (insbesondere AR, LU, NW). Einige Kantone überlegen sich, Beratungskonzepte zu erarbeiten (FR, BL, französischsprachiges BE), unter anderem im Hinblick auf die Einführung des Swiss-Counseling-Quality-Systems im Jahr 2018 (UR). Grundsätzlich sind die Beratenden verpflichtet, sich an die Konzepte oder die bestehenden Qualitätsstandards zu halten, und ihre Arbeitsmethoden werden laufend evaluiert. In unserer Umfrage haben einzelne Kantone (insbesondere ZH, SO und JU) auf die Bedeutung eines persönlichen Konzepts, das die einzelnen Beratenden individuell erarbeiten, hingewiesen. Andere Berufsbildungsämter (GL, SO) legen grossen Wert darauf, dass die Beratenden frei über ihre Arbeitsmethoden und die Art und Weise der Beratung entscheiden können.