Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03576.jsonl.gz/1273

Die Lufthansa Group hat nach monatelangen Verhandlungen mit dem italienischen Staat die Übernahme eines Minderheitsanteils von 41 Prozent an ITA Airways vereinbart. Dafür sollen der ITA 325 Millionen Euro Eigenkapital aus Lufthansa-Barmitteln zufliessen. Und der italienische Staat hat sich verpflichtet, weitere 250 Millionen Euro in das Unternehmen einzuschiessen.
Zudem erhält die Lufthansa die Option, die verbleibenden Anteile an ITA zu einem späteren Zeitpunkt zu übernehmen. Der Kaufpreis werde sich dabei nach der Geschäftsentwicklung von ITA Airways richten, teilt Lufthansa mit. Die Verträge sollten in Kürze abgeschlossen werden. In italienischen Medien hatte es am Montag noch geheissen, dass der Staat einen kleinen Anteil von 5 bis 10 Prozent noch länger halten könnte, um weiterhin wichtige Informationen aus erster Hand zu erhalten und Einfluss zu nehmen.
Der Deal steht unter dem Vorbehalt wettbewerbsrechtlicher Prüfungen auf nationaler und europäischer Ebene. Die EU-Wettbewerbshüter dürften insbesondere darauf achten, ob an den Flughäfen in Rom und Mailand Angebotsmonopole entstehen.
2022 hat ITA Airways bei einem Umsatz von knapp 1,6 Milliarden Euro unter dem Strich einen Verlust von 486 Millionen Euro eingeflogen. Als Grund für die roten Zahlen nannte die Gesellschaft Ende März die Nachwehen der Corona-Pandemie, die gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Ukraine-Krieges sowie den schlechten Euro-Dollar-Kurs. Aktuell verfügt Ita über 71 Flugzeuge und soll im laufenden Jahr den Umsatz auf 2,5 Milliarden Euro steigern. Für Ende 2027 werden 94 Flugzeuge und ein Umsatz von 4,1 Milliarden Euro angepeilt. Die Belegschaft soll von aktuell 4300 auf mehr als 5500 Beschäftigte steigen.