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Der am 14. Juli 1939 in Basel geborene Musiker schloss seine Ausbildung zum Klarinettisten am dortigen Konservatorium achtzehnjährig mit dem Solisten- und Orchesterdiplom ab. Den letzten Schliff holte er sich in Paris beim legendären Klarinettisten Louis Cahuzac.
Seine mit zwanzig Jahren begonnene Karriere setzte Brunner 1962 als Solo-Klarinettist der Bremer Philharmoniker und ein Jahr später beim Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks München unter Rafael Kubelík fort.
Nachdem er drei Jahrzehnte lang in diesem Orchester mitgewirkt hatte, nahm er an der Hochschule für Musik in Saarbrücken eine Professur für Klarinette und für Kammermusik an.
Eduard Brunner und Alice Burla:
(Video: Youtube)
International gefragter Solist
Noch während seiner Unterrichtstätigkeit weitete er den Aktionsradius als Solist in internationalen Orchester-und Kammermusikkonzerten aus, wobei er regelmässig Gast bei Gidon Kremers Kammermusikfestival in Lockenhaus und am ‹Warschauer Herbst› (Internationales Festival für zeitgenössische Musik) war.
Brunner wirkte ferner an Festivals in Moskau, Schleswig-Holstein und Wien mit und musizierte häufig mit so berühmten Musikern wie dem Bratschisten Jurij Baschmet, dem Pianisten Alfred Brendel oder der Violoncellistin Natalia Gutmann.
In verschiedenen Bläserensembles trat er zusammen mit den Schweizer Musikern Heinz Holliger (Oboe) und Aurèle Nicolet (Flöte) auf. Mit diesen beiden Meisterinterpreten bildete er eine einzigartige Trias. Die drei Künstler brachten zahlreiche Werke zur Uraufführung, die eigens für sie geschrieben wurden.
Unter den für Eduard Brunner komponierten Konzerten, Solostücken und Kammermusikwerken befinden sich solche von Augustyn Bloch, Cristóbal Halffter, Edison Denissow, Jean Françaix, Heinz Holliger, Helmut Lachenmann und Krzysztof Meyer.
In Zusammenarbeit mit Lachenmann entwickelte der Klarinettist neuartige Techniken, die der Ausdruckserweiterung und der Differenzierung der Klangfarben dienen.
Engagement für zeitgenössische Musik
In den meisten Konzerten und in Meisterkursen, die er in Marlboro, Prag, Salzburg und Schleswig-Holstein gab, setzte sich Brunner sowohl für vergessene Werke als auch für solche von zeitgenössischen Komponisten ein.
Unter den rund 250 Kompositionen, die er auf Tonträgern festgehalten hat, finden sich beim Zürcher Label Tudor viele Raritäten wie zum Beispiel die Klarinettenkonzerte des Westschweizer Klassikers Jean Xavier Lefèvre, Konzerte von Domenico Cimaroso, Franz Danzi, Joseph Eybler, Franz Anton Hoffmeister, Saverio Mercadante, Franz Xaver Pokorny und Karl Stamitz.
Für seine auf Wohlklang abzielende Tongestaltung nahm sich Brunner die Sangbarkeit der Violine zum Vorbild. Die lyrischen Qualitäten seines Instruments interessierten ihn weitaus mehr als die virtuosen.
(sda)