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Abgefahren!
Abgelenkt
Ich musste mich beeilen, um den Zug noch zu erwischen. Donnerstagabend, 18:15, unterwegs zu einem Abendessen mit Freunden. Im Zug liess ich mich auf den Fensterplatz fallen, zückte mein Handy und schrieb zwei Mails, beantwortete drei Whatsapp und tippte ein SMS. Irgendwann hatte sich jemand neben mich gesetzt. Ich registrierte ihn nur flüchtig. Danach checkte ich zwei Onlinemedien, wischte mich durch meine Twittertimeline und landete schliesslich auf Facebook. Ich sah Fledermaus-Fotos und Badi-Impressionen, schaute zwei Videos, verbarg drei Werbungen und wollte gerade beim Post meines Hausnachbarn Cédric einen Kommentar schreiben, da er Tipps für seine Elba-Ferien suchte. Mein Zielbahnhof unterbrach mich dabei. Kurz vor mir erhob sich auch mein Sitznachbar. Da erst erkannte ich ihn. «Cédric??» Ich entschuldigte mich in aller Form dafür, dass ich ihn 18 Minuten lang nicht wahrgenommen hatte ... – «… und ich habe dich nicht gesehen, weil ich in mein Italienischbuch geschaut habe», sagte Cédric. «Ich muss noch ein paar Vokabeln lernen, weil …» – «… du nach Elba fährst?» Cédric staunte. Ich musste weiter aufs Tram. Für die Elba-Tipps reichte es wieder nicht.