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Die Psychoanalytikerin Jessica Benjamin (1996) stellt fest: „Anerkennung ist so wichtig im menschlichen Leben, dass sie uns meist gar nicht auffällt.“ (1996, 19) Schon in alltägliche zwischenmenschliche Begegnungen sind implizite oder explizite Anerkennungserwartungen eingebunden.
Der hegelianisch orientierte Sozialphilosoph Honneth (1994) stellt in seinem Buch “Kampf um Anerkennung“ die Bedeutung der sozialen Dimension von Anerkennung und das Ringen des Individuums um Selbsterhaltung heraus.
Mit seinen Differenzierungen wird Anerkennung vom Nimbus befreit, nur ein Gefühl zu sein: Anerkennung ist eine vielschichtige soziale Erfahrung zwischen Subjekten, die Verhältnis des Individuums zu sich selbst wie zu anderen formt. Umgekehrt ist das Erleben eines Versagens von Anerkennung durch Missachtung eine Erfahrung persönlicher Beschädigung.
Ein „Nichts-Bewirken-Können“ oder „Nichts-Sein“ im Kampf um Anerkennung kann
tiefgreifenden Mangelerfahrungen entsprechen. Generell gesehen fördern Verletzungen und Belastungen auf der Suche nach Anerkennung und Selbstwirksamkeit die Bereitschaft zu „schwarz-weiss“-Sichtweisen, zu selbsterzeugten Regeln und Normen und zu Formen der Missachtung.
Beispiel Querulanz:
Der Querulant führt einen verbissenen Kampf um Anerkennung - welche ihm aus subjektiver Sicht stets versagt wird. Gegenstände der Erforschung bei Querulanz sind:
Einer der Aspekte im Kontakt sowohl mit Opfern als auch mit Tätern ist, Ihnen dort Anerkennung zukommen zu lassen, wo dies möglich ist. Gelingt es, diese Erfahrung in den oft schwierigen Interaktionen zu vermitteln, motiviert und unterstützt dies die Person, aus Verhärtungen herauszutreten und allmählich wieder Vertrauen und zugewandte Haltungen zu entwickeln.