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Gewalt an Sportveranstaltungen
Bekämpfung von Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen
Im Umfeld von Fussball- und Eishockeyspielen kommt es immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. Neben Schlägereien zwischen Fangruppen werden oftmals das Personal privater Sicherheitsdienste und Polizeikräfte angegriffen oder Pyrotechnik und Knallkörper missbräuchlich verwendet. Um Gewalt zu verhindern, sind in der Schweiz jedes Wochenende hunderte von Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.
Das «Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen»
Die kantonalen Behörden haben mit dem Konkordat einen gemeinsamen Vertrag abgeschlossen, mit dem die Gewalt an Sportveranstaltungen bekämpft werden kann.
Das Konkordat definiert einerseits Massnahmen, mit denen eine gewalttätige Person von einem Stadion oder anderen neuralgischen Punkten ferngehalten werden kann. Andererseits können die Behörden den Veranstaltern von Sportanlässen Auflagen zu Sicherheitsmassnahmen machen, wie beispielsweise betreffend die An- und Rückreise der Gästefans, die Art der Zutrittskontrollen zum Stadion oder den Alkoholverkauf im und um das Stadion.
Weitere Informationen zum Konkordat:
Massnahmen, um gewalttätige Personen von Stadien fernzuhalten
Um gewalttätige und gewaltbereite Fans von Sportstadien und deren Umgebung fernzuhalten, stehen den Sicherheitsbehörden verschiedene Instrumente zur Verfügung: Rayonverbot, Meldeauflage, Polizeigewahrsam und Ausreisebeschränkung.
- Ein Rayonverbot verbietet es einer Person, sich innerhalb eines bestimmten Gebietes (Rayon) für eine gewisse Zeitdauer während einer Sportveranstaltung aufzuhalten. Auf rayonverbot.ch finden Sie sämtliche Rayons, welche die zuständigen kantonalen Behörden festgelegt haben.
rayonverbot.ch
- Eine Meldeauflage verpflichtet eine Person, sich zu bestimmten Zeitpunkten, also beispielsweise während eines Fussballspiels, bei der Polizei zu melden.
- Mittels Polizeigewahrsam wird eine Person für eine bestimmte Dauer von der Polizei festgehalten.
- Mit einer Ausreisebeschränkung kann einer Person die Ausreise aus der Schweiz in ein bestimmtes Land für eine bestimmte Zeitdauer untersagt werden, beispielsweise bei Auswärtsspielen eines Teams in der Champions League.
Rayonverbot, Meldeauflage und Polizeigewahrsam werden von den zuständigen polizeilichen Stellen in den Kantonen und Städten gegen gewalttätige Personen verfügt. Eine Ausreisebeschränkung wird vom Bundesamt für Polizei (fedpol) ausgesprochen. Die Kantone und Städte können solche Ausreisebeschränkungen bei fedpol beantragen.
Parallel zu den oben erwähnten Massnahmen der staatlichen Behörden treffen die Sportverbände und -vereine sowie die Veranstalter eigene Massnahmen gegen Gewalttäter. So können sie beispielsweise Stadionverbote verhängen.
Personen, gegen die eine Massnahme oder ein Stadionverbot aufgrund gewalttätigem Verhalten verhängt wird, können im elektronischen Informationssystem HOOGAN erfasst werden.
Informationssystem HOOGAN
fedpol tauscht Informationen aus
Für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und für die Strafverfolgung sind die Kantone verantwortlich. Die Bekämpfung der Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen in der Schweiz liegt somit grundsätzlich in der Zuständigkeit der Kantone und Städte (siehe Konkordat). fedpol unterstützt sie dabei. Unter anderem betreibt fedpol das Informationssystem HOOGAN, in welchem Daten über Personen aufgenommen, die sich an Sportveranstaltungen im In- und Ausland gewalttätig verhalten haben und gegen die eine Massnahme verhängt wurde. Diese Daten können Organisatoren von Sportveranstaltungen weitergegeben werden.
Konkordat
Informationssystem HOOGAN
Bei internationalen Sportveranstaltungen mit Schweizer Beteiligung, wie zum Beispiel der Fussball-Weltmeisterschaft, ist fedpol der zentrale Ansprechpartner für ausländische Behörden und tauscht Informationen mit dem Ausland aus (National Football Information Point NFIP).
fedpol kann zudem Ausreisebeschränkungen verfügen, Stadionverbote empfehlen und bei kantonalen Polizeibehörden Rayonverbote und Meldeauflagen beantragen.
Audits und Schweizer Szenenkenner-Team
fedpol führt im Auftrag der Kantone Audits bei Stadionbetreibern und lokalen Behörden durch um zu prüfen, ob die lokalen Vereinbarungen zwischen der zuständigen Behörde und dem entsprechenden Sportverein eingehalten und die geforderten Massnahmen umgesetzt wurden.
Bei Länderspielen der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft kommen Polizistinnen und Polizisten zum Einsatz (sogenannte Spotter), die die Szene kennen und bei Problemen eingreifen können. fedpol rekrutiert und führt dieses Szenekenner-Team.
Weitere Infos
Dokumentation
nach oben Letzte Änderung 08.02.2012