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Ein Priester und eine Frau sind laut Vatikan festgenommen worden. Sie stehen im Verdacht, vertrauliche Dokumente an Medien weitergegeben zu haben.
Ein spanischer Geistlicher und eine Frau aus Italien sind festgenommen worden. Das teilte der Vatikan mit. Der Mann und die Frau stehen im Verdacht, vertrauliche Unterlagen an Journalisten weitergereicht zu haben. Der Priester arbeitet im Vatikan. Er ist die Nummer zwei in der vatikanischen Präfektur für wirtschaftliche Angelegenheiten des Heiligen Stuhls.
Wie die Frau, eine PR-Expertin, war der Priester Mitglied einer Kommission, die Papst Franziskus 2013 einsetzte, um Reformvorschläge für die Finanzen und wirtschaftlichen Aktivitäten des Heiligen Stuhls zu erarbeiten. Die Kommission schloss ihre Arbeit im vergangenen Jahr ab und übergab dem Papst ihren Bericht.
Die Festnahmen ereigneten sich laut Vatikan bereits am Wochenende. Laut Vatikan wurden der Priester und die Frau befragt. Zum Inhalt der Befragung teilten die Ermittler nichts mit. Die Frau wurde inzwischen freigelassen. Zuvor hatte sie sich bereit erklärt, mit den Ermittlern zu kooperieren. Der Priester sitze in einer Zelle im Vatikan, teilte ein Sprecher mit.
Der Zeitpunkt der Festnahme ist brisant. In wenigen Tagen wollen zwei italienische Journalisten Bücher über Skandale im Vatikan vorstellen. Der Journalist Gianluigi Nuzzi wird in Rom ein Buch über die laut Ankündigung «unglaubliche Geldverschwendung durch die Kirchenführung» präsentieren. Ein Buch mit ähnlichem Thema will sein Kollege Emiliano Fittipaldi ebenfalls am Mittwoch vorstellen.
Aus dem Vatikan hiess es, die Veröffentlichungen seien das Ergebnis eines ernsthaften Vertrauensbruches zweier Kommissionsmitglieder gegenüber dem Papst. In der vergangenen Woche hatten italienische Zeitungen berichtet, die Polizei untersuche, wer den Computer eines ranghohen Mitarbeiters im Vatikan manipuliert habe. Der Mann war mit finanziellen Angelegenheiten betraut.
Der Vatikan bestätigte die Ermittlungen. Ob sie im Zusammenhang mit den Festnahmen stehen, blieb offen. 2012 wurden Paolo Gabriele, ehemaliger Kammerdiener von Papst Benedikt XVI, und ein Computerexperte des Vatikan festgenommen und vor Gericht gestellt. Der IT-Fachmann erhielt eine Bewährungsstrafe, Gabriele wurde zu eineinhalb Jahren Haft verturteilt, aber von Benedikt begnadigt.
Gabriele und der IT-Experte hatten vertrauliche Dokumente des Papstes weitergegeben – ein Skandal, der bald den Namen «Vatileaks» bekam. Journalist Nuzzi veröffentlichte 2012 ein Buch, das auf den durch Gabriele weitergegebenen Unterlagen basierte. 2013 trat im Vatikan eine Vorschrift in Kraft, wonach es eine Straftat ist, vertrauliche Dokumente und Informationen weiterzugeben.
ulz/Reuters/AP/dpa