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Erreger und Übertragung
Das West-Nil-Fieber ist eine virale Erkrankung, welche hauptsächlich bei Vögeln auftritt. Sie kann aber auch auf den Menschen, Säugetiere (z. B. Pferd, Kaninchen, Eichhörnchen) und andere Wirbeltiere übertragen werden. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Stechmücken. In Europa scheinen die beiden Stechmücken-Arten Culex pipiens (gemeine Stechmücke) und Culex modestus eine wichtige Rolle für die Verbreitung des Virus zu spielen. Des Weiteren werden verschiedene andere Mückenarten (Aedes (A.) -Arten) zu den potentiellen Überträgern gezählt: A. albopictus, A. japonicus, A. vexans und A. cinereus. Alle aufgezählten Mückenarten kommen in der Schweiz vor. Bis anhin konnte jedoch noch nie nachgewiesen werden, dass sie hierzulande Träger des West-Nil-Virus sind.
Menschen können sich weder bei erkrankten Personen noch bei Tieren direkt anstecken. Doch kennt man aus den USA Fälle, in denen das Virus bei Bluttransfusionen, Organspenden sowie während Schwangerschaften von der Mutter auf das Kind übertragen wurde.
Krankheitsbild
Rund 75 Prozent der Infektionen mit dem West-Nil-Virus verlaufen beim Menschen ohne Symptome. Bei 25 Prozent zeigen sich nach einer Inkubationszeit von zwei bis 14 Tagen grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, manchmal mit einer Hautrötung am Rumpf. Nach wenigen Tagen bis Wochen heilt die Krankheit in der Regel ohne Therapie ab. Schwere Komplikationen, vor allem Hirn- und Hirnhautentzündungen, treten bei weniger als 1 Prozent der Infizierten auf, wobei ältere Menschen häufiger betroffen sind. Bei 0,1 Prozent der Infizierten können diese Komplikationen zum Tod führen.
Verbreitung und Häufigkeit
Das West-Nil-Virus kommt auf allen Kontinenten vor. Seit 1950 weiss man von verschiedenen Ausbrüchen in Afrika, Asien, im Mittleren Osten und im Mittelmeerraum. Im Gegensatz zum sporadischen, zeitlich beschränkten Auftreten in Ländern dieser Kontinente bzw. Gebiete führte die Einschleppung des Virus 1999 nach New York zu einer rasanten Verbreitung über die gesamte USA. Mittlerweile hat sich der Erreger von Kanada bis Venezuela ausgebreitet und etabliert.
In der Schweiz sind bis anhin keine Übertragungen festgestellt worden. Da jedoch diverse Mückenarten, die als Überträger fungieren können, lokal vorkommen, besteht auch in der Schweiz ein grundsätzliches Risiko für eine WNV-Übertragung. Da es sich um eine Krankheit handelt die Tier und Mensch betrifft, eine sogenannte Zoonose, arbeitet das BAG bei der Überwachung von West-Nil-Virus eng mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zusammen.
Vorbeugung
Es gibt für Menschen weder eine Impfung noch eine spezifische Therapie gegen das West-Nil-Fieber. Zur Vorbeugung empfiehlt sich der übliche Schutz vor Mücken: langärmlige, weite Kleider, Mückenspray und das Schlafen unter einem imprägnierten Mückennetz.
Auskünfte zur weltweiten Verbreitung und Vorbeugung der Krankheit erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder einer Fachärztin für Reisemedizin.