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Spätregen-Mission
andere Namen: Spade Reën Sending Internasionaal, Latter Rain Mission International
ältere Namen: Spätregen-Gemeinde, Spade Reën Gemeente
Der Begriff «Spätregen» bezieht sich auf Joel 2,23: «Und ihr, Kinder Zions, jubelt und freut euch am HERRN, eurem Gott, denn im rechten Mass hat er euch die Regengüsse gegeben, und er hat Regen fallen lassen für euch, Regengüsse und Spätregen am ersten Tag» (Zürcher Bibel 2007). Dieser Spätregen wird als Ausgiessung des Heiligen Geistes am Ende der Zeit gedeutet, als welche sich die Spätregen-Mission versteht.
Die Spätregen-Mission wurde in Südafrika begründet von Mara Fraser (1889-1972), die zur pfingstlichen Apostolic Faith Mission gehörte. Mara Fraser konstituierte im Jahr 1927 aufgrund von Offenbarungen und Visionen die Gemeinschaft Spade Reën Gemeente, Spätregen-Gemeinde, und begann mit der Einrichtung von Glaubenshäusern, in welchen Verheiratete und Unverheiratete in klösterlicher Gemeinschaft zusammenleben.
In den Fünfzigerjahren wurde die Spätregen-Gemeinde auch im deutschen Sprachraum tätig. In Deutschland wurde im Jahr 1957 von der «Volksmission Beilstein» das Glaubenshaus «Libanon» in Beilstein bei Heilbronn übernommen, das in den folgenden Jahrzehnten als Zentrale der Bewegung in Europa galt. In der Schweiz wurde das Glaubenshaus «Silo» in Densbüren SO begründet, welches heute noch besteht.
Ende der 1980er Jahre benannte sich die Bewegung um in Spade Reën Sending Internasionaal, Latter Rain Mission International, Spätregen-Mission International.
Ab dem Jahr 2009 wurden Fälle von Missbrauch bekannt, die im Glaubenshaus Beilstein in Deutschland in den Siebzigerjahren geschehen sind und damals vertuscht wurden. Im Jahr 2015 wurde diese Schuld von der Leitung öffentlich eingeräumt.
Im Jahr 2020 ging die Deutsche Spätregen-Mission wegen Forderungen der Deutschen Rentenversicherung Konkurs. Nachfolgeorganisation ist die Latter Rain Mission Germany.
Die Zahl der Angehörigen der Glaubenshäuser im deutschen Sprachraum ist rückläufig.
Die Spätregen-Mission vertritt eine pfingstliche Theologie. Betont wird die Hingabe der Gläubigen an Jesus Christus sowie die Unterwerfung unter das Wort Gottes und die Führung des Heiligen Geistes.
Dazu kommen lehrmässige Besonderheiten, so erhält das Blut Jesu eine beinahe magische Rolle.
Mitglieder der Spätregen-Mission leben in Glaubenshäusern in klösterlicher Gemeinschaft, in denen bis vor kurzem eine Kleiderordung galt: Männer trugen braune Anzüge, Frauen eine blaue Uniform.
Das «Durchbeten» stellt ein sich mitunter über Stunden hinziehendes Beten wegen der Sünden einer gläubigen Person dar, das eine reinigende Funktion haben soll.
In der Schweiz existiert ein Glaubenshaus in Densbüren.