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Waldungen, welche durch ihre Lage und die Beschaffenheit des von ihnen eingenommenen
Bodens für die Kulturfähigkeit benachbarter Grundstücke oder ganzer Landstriche von Bedeutung sind, d. h. diesen Grundstücken
gegen Versandung durch Flugsand, gegen das Abrutschen steiler Gehänge, gegen die Überschüttung mit Kies und Gerölle, gegen
die Bildung von Wasserrissen und Wasserstürzen, den Abbruch der Ufer an Flüssen, gegen Eisgang, gegen
nachteilige Einwirkungen der Winde
[* 3] Schutz gewähren.
Die in den Quellgebieten der Ströme und Flüsse
[* 4] sowie die auf den die Flußthäler einrahmenden Bergen
[* 5] gelegenen S. verhindern
starke Schwankungen im Wasserstand der Flußläufe und schützen Handel und Industrie gegen starke Veränderung der Wasserkraft.
Den ersten Anstoß zur nähern Untersuchung der Waldschutzfrage gaben die traurigen Verhältnisse der
Bodenkultur in vielen mitteleuropäischen Ländern bei Beginn des 19. Jahrh. Der seit den ältesten Zeiten gegen die Wälder
geführte Kampf hatte im mittlern Europa
[* 6] die Bewaldung so sehr vermindert, daß das Holz
[* 7] anfing zu fehlen, die Holzpreise seit 1750 rapid
stiegen und zugleich hier und dort Klagen laut wurden über klimatische Schäden, welche offenbar durch
die Zerstörung der Wälder herbeigeführt worden waren. Im romanischen Süden nahm die Verwüstung der Wälder die größten
Dimensionen an. FurchtbareÜberschwemmungen im Frühjahr und eine alles Pflanzenleben ertötende Dürre im Sommer waren die Folge.
Die wissenschaftliche Forschung wendete sich den besprochenen Verhältnissen bald mit großem Eifer zu.
ErnstMoritzArndt rief 1820 sein »Wort über die Pflegung und Erhaltung derForsten und der Bauern im Sinn einer höhern, d. h.
menschlichen, Gesetzgebung«
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(Schlesw. 1820) in das deutsche Volk hinein; Moreau de Jonnes veröffentlichte seine »Untersuchungen über die Veränderungen,
die durch die Ausrottung der Wälder in dem physischen Zustand der Länder entstehen« (deutsch, Tübing. 1828). In der Schweiz
[* 9] wies Marchand (»Über die Entwaldung der Gebirge«, Bern
[* 10] 1849) auf die schweren Schäden der Landeskultur hin,
welche in den Hochgebirgen vorlagen; eine Reihe von Schriften über die S., unter denen die von Grebe, Rentzsch und Bernhardt
besonders hervorzuheben sind, forderten einen gesetzlichen Schutz der S. und die Beschränkung des Privatforstbesitzes durch
den Staat insoweit, als dies durch das öffentliche Interesse geboten erschiene.