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Mit seitenlangen Artikeln hat Konrad Hummler als Verwaltungsratspräsident der NZZ seine Ansichten über korrektes Verhalten von Wirtschaft und Medien verbreitet. Jetzt musste er vor einem New Yorker Gericht zugeben, dass seine Bank US-Bürgern von 2002 bis 2010 geholfen hat, insgesamt 1,2 Milliarden Dollar Vermögen vor dem US-Fiskus zu verstecken. Laut Staatsanwaltschaft hat die «höchste Führungsebene» der Bank das strafbare Verhalten gewusst und gebilligt.
Konrad Hummler verteidigte sich mit dem Argument, die Steuerflucht-Hilfe seiner Bank sei «am Schweizer Finanzplatz üblich gewesen» und habe keine Schweizer Gesetze verletzt.
Nach der Anklage der US-Staatsanwaltschaft gegen seine Privatbank hat Konrad Hummler sein Mandat als Präsident des NZZ-Verwaltungsrats «sistiert», sein Mandat als Verwaltungsrat jedoch behalten. Die NZZ, die heute Freitag über das «Schuldeingeständnis Wegelins im Steuerstreit» einen grösseren Bericht und einen Kommentar veröffentlichte, erwähnte mit keiner Zeile, dass Konrad Hummler Verwaltungsrat der Zeitung ist.
Es sei «geradezu tragisch», kommentiert die NZZ, weil das Geschäft mit der Steuerflucht in den USA «nie von strategischer Bedeutung war». Das von Wegelin verwaltete Vermögen amerikanischer Offshore-Kunden habe weniger als fünf Prozent aller von Wegelin betreuten Gelder ausgemacht.
Was nicht heisst, dass die 95 Prozent anderen Vermögen alle versteuert sind.
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NACHTRAG
Jetzt hat die NZZ die Beiträge ihres Verwaltungsrats in den Feuilleton-Teil verschoben. Jedenfalls schreibt Konrad Hummler in der heutigen Samstag-Ausgabe vom 5. Januar im Feuilleton-Teil eine persönliche Betrachtung seiner Schlaflosigkeit, mit der er kein Problem hat. Denn wer gut durchschlafen kann, «verpasst sein Leben im Schlaf des Selbstgerechten und Selbstzufriedenen». Er meine, schreibt er, «das unruhige, zeitweise langanhaltende Hin-und-her-Wälzen könne seinen Wert und seinen tieferen Sinn haben». Das nächtliche «Kinoprogramm» habe ihm geholfen, schon manche Probleme zu lösen: «Die Prioritäten scheinen plötzlich gesetzt». Voraussetzung, dass die Schlaflosigkeit diesen Effekt habe, «sind allerdings wollene Bettsocken», verrät Hummler: «Denn in der Kinophase verbraucht der Kopf dermassen viel Energie, dass die Füsse erkalten. Und mit kalten Füssen stellt sich kein Erholungsschlaf ein.»
Ob dieser Tipp wirklich Hand und Fuss hat? Jedenfalls hat Konrad Hummler die Prioritäten in seiner Bank trotz Kinophasen und wollener Bettsocken jahrelang grundfalsch eingeschätzt. –
Die NZZ-Redaktion hat dieses Mal unter seinem Aufmacher-Artikel vermerkt, dass der Privatbankier Konrad Hummler «Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe» ist.
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Siehe auch
• «NZZ nimmt ihren Verwaltungsratspräsidenten Hummler in Schutz» vom 28.1.2012.
• «Die Finma stützte das Gebahren der Bank Wegelin» vom 3.2.1012.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine