Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03214.jsonl.gz/2812

Frau Schweikert zeigt in ihrem Referat verschiedene Formen der Atmungsunterstützung auf sowie deren Vor- und Nachteile.
Die Präsentation kann oben rechts als PDF herunter geladen werden (1.2 MB).
ich bin
Störungen der Atemfunktion treten bei Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen meist im Sinne einer mechanischen, restriktiven Atemstörung mit Verminderung der Vitalkapazität und Entwicklung einer Hyperkapnie (erhöhter Kohlendioxid-Gehalt im Blut) auf. Im weiteren Verlauf kann auch eine Hypoxie (zu geringe Sauerstoffsättigung im Blut) auftreten.
Zur Schwächung der Atemmuskulatur kommt es bei Kindern und Erwachsenen in verschiedenen Phasen der Grunderkrankung, meist aber ist sie ein spätes Symptom im Krankheitsverlauf. Gelegentlich besteht eine relevante Atemschwäche bereits bei noch erhaltener Gehfähigkeit.
Bei Muskelkrankheiten ist im fortgeschrittenen Stadium häufig auch der Kauapparat und damit das Schlucken beeinträchtigt. Eine Komplikation von Schluckstörungen ist das Aspirieren von Nahrung in die Atemwege. Der nötige Hustenstoss für das effektive Aushusten von fehlgeleiteter Nahrung und oder Schleim ist zu schwach. Das aspirierte Gut kann nicht mobilisiert werden. Das bronchiale Gewebe reagiert, eine Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) ist möglicherweise die Folge.
Die Hauptatemmuskeln sind das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskulatur. Bei zunehmender Muskelschwäche wird die Atemhilfsmuskulatur beansprucht. Ausserdem ist die Rumpfmuskulatur und die Muskulatur des Schultergürtels beeinträchtigt. Die Ruheatmung wird vor allem vom Zwerchfell geleistet. Für jede verstärkte Atemtätigkeit werden progressiv die anderen Muskelgruppen gebraucht (wichtig beim Husten). Ein negativer Einfluss auf die Atmung kann zusätzlich durch eine Skoliose oder eine stärkere Mitbeteiligung des Herzmuskels bestehen (zum Beispiel bei den Muskeldystrophien vom Typ Duchenne und Becker).
Restriktive Atemstörungen treten im Zusammenhang mit folgenden Erkrankungen auf:
Neben den durch die Muskelschwäche bedingten Atemstörungen, können auch schlafbezogene Atemstörungen vorhanden sein, selbst wenn am Tag die Lungenfunktion noch völlig ausreichend ist. Schlafbezogene Atemstörungen bewirken Atempausen (Schlafapnoe), die zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut führen. Die nächtliche Regeneration findet nicht statt. Kopfweh, Konzentrationsstörungen und Erschöpfungszustände sind die Folge.
Die wesentlichen Untersuchungen sind die Lungenfunktionsprüfung, die Blutgasanalyse und gegebenenfalls die Polysomnografie. Mit der Lungenfunktionsprüfung werden verschiedene Parameter der Atemmechanik gemessen (Vitalkapazität, Peakflow u.a.) sowie das Atemvolumen. Die Analyse der Blutgase zeigt, ob der Körper ausreichend Sauerstoff aufnimmt und ob die verbrauchte Luft ausreichend abgeatmet werden kann (Kohlendioxid). Die Polysomnografie misst und dokumentiert während mehrerer Stunden die Atemfunktion und die Blutwerte. Je nach Fragestellung kann das Messspektrum erweitert werden.
Die krankheitsbedingte Minderbelüftung der Lunge führt zu chronischen Veränderungen des Brustkorbes und zu einer gesteigerten Anfälligkeit für Atemwegeinfekte. Die Physiotherapie hat das Ziel, im Sinne einer Prophylaxe, die Belüftung und die Beweglichkeit des Brustkorbes zu erhalten. Auch bei akuten Atemproblemen (z.B. bei Bronchitis oder Pneumonien) hilft sie, die mit Sekret verlegten Atemwege zu befreien und die Lunge optimal zu belüften.
Vor jeder Atemtherapie wird festgestellt, welche Behandlung am effektivsten zum Ziel führt. Wichtige Elemente der physiotherapeutischen Behandlung sind: Anleitung zur Selbsthilfe (unter anderem Instruktion von Atemtechniken), Lagerungstechniken (zur Erleichterung oder Drainage), Einsatz von Atemhilfsgeräten (oft Überdruckgeräte), Mobilisation des Brustkorbes mit allen Weichteilen.
Bei erheblicher Schwäche der Atemmuskulatur hat die Patientin/ der Patient die Möglichkeit einer maschinellen Langzeitbeatmung in häuslicher Umgebung. Mobile Atemgeräte der neusten Generation sind mittlerweile sehr weit entwickelt. D.h. sie ermöglichen bei Bedarf eine vollständige Beatmung bei kleinem Gewicht und Volumen, sind einfach zu bedienen und für mehrere Stunden über Batterien zu betreiben. Diese Eigenschaften ermöglichen eine vollständige Beatmung zu Hause und unterwegs. Die Beatmung kann nichtinvasiv (zum Beispiel Nasen-/Mundmaske) oder invasiv (Tracheostomal) erfolgen.
Die Indikation zur Beatmung wird in einer Klinik mit entsprechenden technischen Möglichkeiten (Polysomnografie) gestellt.
Allgemeine Zeichen, die den Verdacht auf eine mögliche Schlafpnoe und oder Ateminsuffizienz hinweisen, sind:
Weitere Faktoren, die auf Atemstörungen Einfluss haben, sind der Wille der betroffenen Person, der allgemeine Gesundheitszustand, die ethischen Grundvorstellungen und auch der soziale Hingergrund. Das Vorhandensein der entsprechenden Infrastruktur ist massgeblich.
Untersuchungen der Blutgaswerte (am besten während der Nacht) und eine Lungenfunktionsprüfung sind bereits dann sinnvoll, wenn auch nur eines der subjektiven Symptome vorliegt und noch keine vitale Bedrohung besteht
Voraussetzung für die Entscheidung zur häuslichen Beatmung ist eine umfassende Information der betroffenen Person und ihrer pflegenden Angehörigen über Art und Verlauf der Erkrankung. Das aufklärende Gespräch muss deutlich machen, dass die Progredienz der Erkrankung durch die Beatmung zwar nicht aufgehalten wird, wohl aber sich bei fortgeschrittener Atemschwäche das Allgemeinbefinden deutlich verbessern beziehungsweise stabilisieren kann. Eine frühzeitige Aufklärung, spätestens beim Auftreten erster subjektiver Symptome, verhindert Entscheidungszwänge in Notfällen und ermöglicht eine solide Entscheidung für die häusliche Beatmung.
Ziele der häuslichen Beatmung unter Langzeitbedingungen sind:
Artikel bewerten
Artikel exportierenArtikel als PDF herunterladen
Artikel merkenArtikel in "Meine Artikel" speichern
Artikel teilen
Frau Schweikert zeigt in ihrem Referat verschiedene Formen der Atmungsunterstützung auf sowie deren Vor- und Nachteile.
Die Präsentation kann oben rechts als PDF herunter geladen werden (1.2 MB).
Die Muskeldystrophie des Typs Duchenne ist die häufigste Muskeldystrophieform des Kindesalters und beginnt im Kleinkindalter mit einer Schwäche der Becken- und Oberschenkelmuskulatur. Sie schreitet rasch voran und endet, meist im...
Unter dem Begriff «neurale Muskelatrophien» fasst man eine Gruppe von Krankheiten zusammen, bei denen die peripheren Nerven langsam forschreitend zugrunde gehen (degenerieren). Für eine Vielzahl ist der zugrunde liegende...
Die Myotone Dystrophie ist eine Form von Muskeldystrophie, eine Untergruppe der Muskelkrankheiten. Sie ist die häufigste Muskelkrankheit bei Erwachsenen. Die ersten Symptome treten meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter auf. Nach...