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Eine Hundehütte von Frank Lloyd Wright
Die Hundehütte für den Labrador Retriever Eddie zählt zu den letzten Werken von Frank Lloyd Wright. Der Auftraggeber war ein zwölfjähriger Junge gewesen. Ein Video des Marin County Civic Center, wo der kleine Bau seit kurzem ausgestellt ist, erzählt die Geschichte dahinter.
Quelle: Screenshot, Video
Die Hundhütte sollte zum Haus der Bergers passen und dafür sorgen, dass es der Labrador Retriever Eddie im Winter warm hat.
„Lieber Herr Wright, ich bin zwölf Jahre alt. Mein Name ist Jim Berger. Sie haben ein Haus für meinen Vater entworfen, sein Name ist Bob Berger. Ich vertrage Zeitungen und verdiene damit etwas Geld, für die Bank und für Ausgaben. Ich würde es sehr schätzen, wenn Sie für mich eine Hundehütte entwerfen könnten, die einfach gebaut werden kann und die zu unserem Haus passt. Der Name meines Hundes ist Edward, aber wir nennen ihn Eddie. Er ist vier Jahre alt oder in Hundejahren 28. Er ist ein Labrador Retriever. Er ist zweieinhalb Fuss hoch und drei Fuss lang. Der Grund, warum ich diese Hundehütte haben möchte, ist vor allem wegen dem Winter.“ Als Jim Berger im Juni 1956 diesen Brief an Frank Lloyd Wright (1867-1959) schrieb, war der Architekt gerade mit den Arbeiten für das New Yorker Guggenheim Museum beschäftigt. Jims Eltern waren damals mit dem Bau ihres eigenen Hauses absorbiert.
„Es hatte mich geärgert, dass ich zwar einen Hund haben konnte, aber dass er nicht ins Haus rein durfte. Ich fand das nicht fair“, erinnert sich Jim Berger 66 Jahre später. „Ich fragte meinen Vater, ob er mir ein Hundehaus baut. Doch er meinte: 'Warum fragst Du nicht Frank Lloyd Wright?'" Berger befolgte den Ratschlag. Bezahlen wollte er die Pläne und das Material mit dem Geld, dass er jeweils beim Zeitungen austragen verdiente. „Mir war damals nicht bewusst, wie berühmt Wright war.“ Alles, was er gewollt habe, sei gewesen, dass es sein Hund im Winter warm habe.
Wenn sich Hunde nicht für Architektur interessieren
Video des Marin County Civic Center zur Hundhütte von Frank Lloyd Wright.
Tatsächlich antwortete der Meister. Er sei gerade ziemlich beschäftigt, werde aber vielleicht Ende Jahr Zeit finden. Doch Jim Berger hörte nichts von ihm. Und so meldete er sich ein weiteres Mal bei ihm: „Lieber Herr Wright, ich schrieb ihnen im Juni wegen des Entwurfs für ein Haus für meinen Hund Eddie. Ich frage sie noch einmal: Können Sie eines für mich entwerfen?“ Wright kam dem Wunsch des Jungen schliesslich nach. Er skizzierte auf die Rückseite des Briefes ein kleines, dreieckiges Haus und liess von seinen Angestellten einen Plan mit allen Details dazu erstellen. Zwar freute sich Jim darüber. Aber: „Es sollte einfach sein, aber es war es nicht“, erzählt er. „Es war ein Albtraum. Zuletzt baute es mein Vater - und nicht ich. Und der Hund hat nie darin geschlafen.“
Das Hundehaus – oder Wrights kleinstes Bauwerk – gibt es noch. Seit kurzem ist es im Marin County Civic Center in San Rafael ausgestellt. Es ist das Verwaltungsgebäude des Marin County und stammt ebenfalls von Frank Lloyd Wright, nebst Verwaltungsbereichen umfasst der Komplex ein Theater, Ausstellungsräume, Sitzungszimmer und einen Park. Laut einer Medienmitteilung des Centers ist es das grösste bestehende Bauwerk des Meisters. Un es dürfte wohl auch eines der spektakulärsten sein. Insofern ist die Hundehütte nun am richtigen Ort... (mai)