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Reto Geiser
Gestaltet von Büro 146
Als der Schweizer Kunsthistoriker und Architekturkritiker Sigfried Giedion 1938 dem Ruf an die Harvard University folgte, konnte er die nachhaltige Wirkung dieses kurzen Engagements kaum erahnen. Während sein Werk in Nordamerika bald Anerkennung fand, wurde es in seiner Heimat nur mit grosser zeitlicher Verzögerung veröffentlicht. Reto Geiser gibt neuen Aufschluss über Giedions Leben und untersucht die Auswirkungen zweier unterschiedlicher Kulturkreise auf seine Arbeit sowie den Einfluss seiner Ideen und Denkmodelle auf den nordamerikanischen Architekturdiskurs. Wenn Giedions Position zwischen zwei Kulturen auch zu Widersprüchen und Brüchen in seinem Werk führte, so begünstigte sie jedoch zugleich dessen Rezeption beidseits des Atlantiks.
Sigfried Giedion (1888–1968), one of the main protagonists of the architectural avant-garde in Europe, paradoxically achieved this reputation far from his homeland— in America. Nearly all of Giedion’s books written after his initial stay at Harvard University were published in English long before they became available in his native German. Reto Geiser sheds new light on Giedion’s life and reassesses his work through the lens of cultural transformation and modernization processes. The author questions the unbroken line of developments portrayed in the historiography of modern architecture, and argues that Giedion’s position in between two cultural spheres not only caused ruptures and contradictions in his work but also productively shaped its reception on either side of the Atlantic.
Reto Geiser (*1976) ist Architekt und Architekturhistoriker mit einem Fokus auf die Schnittstellen zwischen Architektur, Pädagogik und Medien. Seit 2011 unterrichtet und forscht er als Gus Wortham Assistant Professor an der Rice University School of Architecture in Houston, Texas.
Englisch
2018. 17,3 x 24,8 cm, Halbleinen mit Fadenheftung
463 Seiten, 234 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-377-0
89.00 CHF / 78.00 EUR
BSA Forschungsstipendium / FAS Bourse de Recherche
Gregory Grämiger
Mit einem Vorwort von Harry Gugger
Schon die ersten Gedanken zu einem Gebäudeentwurf begegnen einem Regelwerk an Baugesetzen, das wesentliche Determinanten der Gestaltung festlegt. Manche dieser Paragraphen werden eher als .Baubeschränkungen. empfunden denn als Hilfe. Jedoch sind sie keine naturgegebenen Gesetze, sondern von Menschen geschaffene Instrumente. Sie bedürfen einer ständigen Revision. Wie Gregory Grämiger nachweist, beruht die Baugesetzgebung in der Schweiz auf überkommenen Pr.missen, die während der letzten hundert Jahre in die Rechtsprechung aufgenommen wurden, aktuellen Anforderungen aber kaum mehr gerecht werden. Der Autor untersucht aus historischer und aktueller Sicht den Einfluss der Gesetzgebung auf die gebaute Umwelt. Anhand einzelner Themen und Fallbeispiele werden Probleme der heutigen Baugesetze diskutiert und m.gliche Lösungswege aufgezeigt. Die Publikation versteht sich als Aufruf an Architekten, Kritik an der Gesetzgebung zu äussern, Korrekturen zu definieren und sich in den politischen Diskurs einzubringen.
Gregory Grämiger (*1980) studierte Architektur an der ETH Zürich und promovierte 2014 über wissenschaftliche Sammlungsräume der frühen Neuzeit. Seit 2008 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta), von 2014 bis 2017 zudem an der Professur Annette Gigon / Mike Guyer der ETH Zürich.
2018. 19 x 26 cm, Klappenbroschur
70 Seiten, 39 Abbildungen sw
ISBN 978-3-85676-385-5
25.00 CHF / 25.00 EUR
Annette Gigon, Mike Guyer, Gregory Grämiger, Barbara Schlauri, Ulrike Traut (Hg.)
Vorwort von Annette Gigon und Mike Guyer
Beiträge von Gregory Grämiger, Michael Hagner, Markus Joachim, Ilma Rakusa, Arthur Rüegg, Philip Ursprung
Gestaltet von Trix Wetter
Bibliotheksgebäude dienen seit jeher nicht allein als Wissensspeicher, sondern ebenso als kollektiver Ort des Studiums, der stillen Lektüre, aber auch der Kommunikation. Obwohl das gedruckte Buch in den letzten Jahren durch die vermeintlich uneingeschränkte Verfügbarkeit von Informationen im Internet eine starke Konkurrenz erfahren hat, zeugen spektakuläre Bauten von der ungebrochenen Aktualität und Faszination der Bauaufgabe .öffentliche Bibliothek. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart reichend umfasst die Publikation eine Auswahl von 40 besonders innovativen Bibliotheksgebäuden aus Europa, Asien und Amerika. Jedes wird mit Fotografien, Plänen und einem ausführlichen Erläuterungstext präsentiert. In sechs begleitenden Texten nähern sich Historiker, Publizisten, Bibliotheksfachleute und Literaten den Orten an, in denen Bücher gesammelt, genutzt, gelesen und geliebt werden.
Annette Gigon und Mike Guyer haben eine Professur für Architektur und Konstruktion an der ETH Zürich inne und führen seit 1989 gemeinsam das Architekturbüro Gigon / Guyer in Zürich. Die Architekten Gregory Grämiger, Barbara Schlauri und Ulrike Traut sind wissenschaftliche Mitarbeiter an der Professur von Annette Gigon und Mike Guyer.
2018. 24 x 28 cm, Broschur mit Fadenheftung
328 Seiten, 613 Pläne und Abbildungen
ISBN 978-3-85676-381-7
89.00 CHF / 78.00 EUR
Beiträge von Nicola Abé, Gidon Bromberg, Mira Edelstein, Christophe Girot, Ben Gitai, Ye’ela Gundar, Ita Heinze-Greenberg, Racquelle Ramirez, Matanya Sack, Hanna Schygulla, Michael Thoma, Philipp Urech
Asia, Africa, and Europe meet where tectonic plates pull apart. In this interval of continents lies the Jordan River Valley, a region defined as much by conflict as by confluence. This issue of Pamphlet highlights the different understandings of terrain and territory that once defined and continue to reinforce this interstitial landscape in a series of perspectives. Rift: 7.5 Views on the Jordan Valley brings together the manifold vectors that crisscross the valley: watercourses, borderlines, warpaths, power lines, surveillance sightlines. Seen collectively, these vectors form a rhizomatous network of socio-political forces—physical, political, psychological—which spans the rift like a spider’s web.
Wo tektonische Platten auseinanderdriften, treffen Asien, Afrika und Europa aufeinander. Zwischen der arabischen und der afrikanischen Kontinentalplatte liegt der Jordangraben, eine Region geprägt von Konflikten wie von Konfluenz. Die vorliegende Pamphlet-Ausgabe Rift. 7.5 Views on the Jordan Valley zeigt, wie unterschiedliche Auffassungen von Begriffen wie Terrain oder Territorium diese zerrissene Landschaft einst definierten und weiterhin prägen. Rift folgt den vielfältigen Vektoren, die das Jordantal durchziehen: Wasserläufe, Grenzlinien, Kriegspfade und Überwachungszonen. Vereint formen diese Vektoren ein rhizomartiges Netzwerk von soziopolitischen Kräften – physisch, politisch, psychologisch –, die sich wie ein Spinnennetz über den Jordangraben spannen.
2018. 15 x 23 cm, Klammerheftung
80 Seiten, 1 Abbildung (4-seitiger Wickelfalz-Einsatz
1 Audioaufnahme (QR Code)
ISBN 978-3-85676-388-6
22.00 CHF / 22.00 EUR
Michael Hanak
Fotografien von Hannes Henz
Gestaltet von Philippe Mouthon
Mit seinem Hauptwerk, der Kantonsschule Freudenberg in Zürich, erlangte Jacques Schader internationales Renommee. Der Architekt, bekannt für die klare Gliederung seiner Baukörper und die fliessenden räumlichen Übergänge, gehört zu den wichtigsten Exponenten der Nachkriegsmoderne in der Schweiz. In den frühen 1950er Jahren arbeitete Jacques Schader neben seiner selbständigen Bautätigkeit als Redakteur bei der Architekturzeitschrift Bauen + Wohnen, von 1960 bis 1970 lehrte er als Professor für Entwurf an der ETH Zürich vor allem im Bereich Wohnungsbau. In der Publikation wird er erstmals in allen Facetten seines beruflichen Engagements und mit seinem gesamten Œuvre vorgestellt.
Seine Bauten und Projekte, von denen die bedeutsamsten ausführlich behandelt werden, widerspiegeln exemplarisch zentrale Entwurfsparameter der Nachkriegsmoderne: Raster und Modul, Transparenz und Durchdringung. Die Dokumentation und Deutung seiner Gebäude ist aus architekturhistorischer wie aus denkmalpflegerischer Sicht von höchster Aktualität. Gegenwärtig sind bei vielen seiner Bauten Erneuerungen notwendig, die ein fundiertes Handeln dringend erforderlich machen. Mit seinem eigenen Renovierungskonzept für die Kantonsschule Freudenberg zeigte Schader rund 30 Jahre nach ihrer Fertigstellung auf, wie man ein bauhistorisches Zeugnis bewahren und es zugleich den heutigen Erfordernissen anpassen kann.
Michael Hanak (*1968) ist Kunst- und Architekturhistoriker. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Architektur des Nachkriegsmoderne und im denkmalpflegerischen Umgang mit diesen Bauwerken. Neben seiner Tätigkeit als Autor und Herausgeber von Publikationen zur Architektur des 20. Jahrhunderts kuratiert er Ausstellungen und unterrichtet an mehreren Schweizer Fachhochschulen.
2018. 22,5 x 30 cm, Hardcover
mit Fadenheftung
292 Seiten, 428 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-373-2
78.00 CHF / 68.00 EUR
Adam Caruso and Helen Thomas (Hg.)
Beiträge von Adam Caruso, Jacques Lucan, Fernand Pouillon, Helen Thomas
Fotografien von Hélène Binet
Mit dieser ersten Publikation in englischer Sprache über den französischen Architekten Fernand Pouillon (1912–1986) eröffnet sich eine neue Perspektive auf die Architektur des 20. Jahrhunderts. Neben einem Text von Pouillon über die Position des Architekten in seinem sich stetig verändernden kulturellen Kontext und Jacques Lucans Essay zur architektonischen Haltung Pouillons gegenüber der Moderne und dem Städtebau der Nachkriegszeit analysiert Adam Caruso den Zusammenhang von Material und Konstruktion, veranschaulicht an Fotografien und neu gezeichneten Konstruktionsplänen der untersuchten Projekte. Dieses Buch erscheint in der Reihe Die Grenzen der Moderne – eine vergessene Generation europäischer Architekten.
4. Auflage 2018. 24 x 32 cm, Leinen
192 Seiten, 78 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-324-4
65.00 CHF / 65.00 EUR
DAM Architekturbuchpreis 2014
Beiträge von Pedro Esteban Astudillo Sacoto, Merlin Bauer, Carolin Bohn, Arno Brandlhuber, Uwe Bresan, Brady Burroughs, Francesco Colli, Adrien Comte, Lucio Crignola, Alessio De Gottardi, Jan De Vylder, Dr. Motte, Andrea Alberto Dutto, Pol Esteve, An Fonteyne, Heiner Franzen, Valentina Genini, HIL777, Adam Jasper, Michael Karrer, Nadja M. Köffler, Fani Kostourou, Bess Laaring, Léopold Lambert, Louise Lemoine, Felicia Narumi Liang, Leon Lothschütz, Charlotte Malterre-Barthes, Martyna Marciniak, Ursin Niderberger, Dominique Othenin-Girard, Plasticity Studio, Alexander Poulikakos, Urs Primas, Chrystala Psathiti, Géraldine Recker, Augustine and Josephine Rockebrune, Christopher Roth, Gabrielle Schaad, Sara Sherif, Apolinario Soares, Thomas Sojer, Magdalena Stolze, Nina Zschocke
Liebe ist die anthropologisch stärkste Form des Zusammenhalts. Damit ist sie Grundlage für jede Form von Gemeinschaft auf unserem Planeten. Architektur schafft mit Orten und Gebäuden eine physische Antwort auf das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Schutz. In diesen gestalteten Atmosphären, aufdringlich oder subtil, angenehm oder unbehaglich, stecken wir uns gegenseitig mit Gefühlen an. Welche Gefühle wollen wir als Architekten erwecken? Was sind räumliche Bezugspunkte der Liebe? Liebe wird nicht nur durch die Gestaltung von Räumen organisiert, man kann sie auch als eine Haltung verstehen, als einen unvoreingenommenen, wertfreien Blick auf das, was uns umgibt: als eine Zuwendung. Und wenn Liebe zu Leidenschaft wird, dann setzt sie die Kraft frei, für etwas bedingungslos einzustehen.
Texte in Deutsch, Englisch oder Französisch
2018. 17 x 23.3 cm, Broschur
208 Seiten, 182 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-384-8
20.00 CHF / 20.00 EUR
Moritz Gleich, Laurent Stalder (Hg.)
Beiträge von Daniel A. Barber, Martin Bressani, Carlotta Darò, Tobias Erb, Kijan Espahangizi, Sabine von Fischer, John Harwood, Julian Jachmann, Susanne Jany, Reinhold Martin, Jacqueline Maurer, Spyros Papapetros, Caspar Schärer, Georg Vrachliotis
Architektur und Maschine sind zentrale Gegenstände menschlicher Gestaltung. Wie funktioniert ihr Zusammenspiel? In thematischer Breite und historischer Tiefe gehen die Beiträge des Bandes dem vielfältigen Wechselspiel dieser Phänomene nach, vor allem im Hinblick auf drei Aspekte: Maschinen, die dem Entwurf und der Errichtung von Gebäuden dienen, solche, die ihrer Arbeit innerhalb der Wände und Strukturen von Bauten verrichten und – insbesondere – Maschinen, die als Modelle und Bilder des architektonischen Denkens fungieren. Dabei zeigt sich, dass die Thematik der Maschine im Rahmen der Architektur bis heute nicht nur an konkrete technische Fragen, sondern vielmehr an allgemeine Programme, Prozesse und Performanzen und damit an grundlegende Kategorien des gebauten Raumes rührt.
What is the nature of the interaction between architecture and machines as key objects in human design and how does this interplay work? The contributors to the volume explore this multifaceted interchange in its broad thematic manifestations and historical depth, focusing above all on three aspects: machines that assist in the design and construction of buildings, those that perform their tasks inside the walls and structures of buildings, and – in particular – machines that act as models and images of architectural thought. What emerges is that the subject of machines within the architectural framework has been rooted, up until the present day, not simply in concrete technical questions, but rather to a far greater extent in general programs, processes, and performances, and thus in fundamental categories of built space.
2017. 21 x 29,7 cm, Broschur
180 Seiten, 102 Abbildungen
ISBN 978-3-85676-363-3
25.00 CHF / 25.00 EUR
Philip Ursprung
Sind Politik und Wirtschaft Motoren für künstlerische und architektonische Veränderungen? Das Forschungsprojekt «Der Wert der Oberfläche» an der ETH Zürich unter der Leitung von Philip Ursprung folgte dieser Fragestellung. Der Begriff «Wert» wird hier ebenso sehr in ökonomischen Zusammenhängen wie als eine Idee der Qualität in Kunst und Architektur gesehen. Wo sind Vergleichbarkeiten etwa zwischen dem frühen Industriekapitalismus, dem Crystal Palace in London, Herman Melvilles Roman Moby Dick und der leibhaftigen Erscheinung eines weissen Wals zu beobachten? Oder inwieweit prägten die Folgen der Bologna-Reform die Struktur der Hochschule für Architektur in Nantes von Lacaton & Vassal?
Aus dezidiert subjektiver Sicht zeigt Philip Ursprung in seinen 14 im Rahmen des Projekts entstandenen Essays Verbindungen zwischen Ökonomie, Architektur und Kunst auf. Seine unkonventionellen gedanklichen Pfade regen zur kritischen Reflexion an. Sie führen in teils neue, teils unerwartete, überraschende Denkräume, die es ermöglichen, Phänomene in bisher so nicht gesehenen, einander wechselseitig bedingenden Erscheinungsformen zu betrachten. Das Buch plädiert für eine spekulative Geschichtsschreibung und fordert dazu auf, manche theoretische Prämisse zu revidieren.
2017. 15,1 x 22,7 cm, Broschur
232 Seiten, 28 Abbildungen sw
ISBN 978-3-85676-366-4
29.00 CHF / 29.00 EUR