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Forschen am Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel
Jüdische Studien sind in Basel kulturwissenschaftlich und konsequent interdisziplinär angelegt. Der zeitliche Schwerpunkt liegt in der Moderne, thematisch stehen Bereiche der Literatur, der Religion und der Geschichte im Mittelpunkt.
Durch die erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln (sowohl kompetitiven z.B. beim Schweizerischen Nationalfonds wie auch von privaten Stiftungen und Privatpersonen) konnte das Zentrum für Jüdische Studien in den vergangenen Jahren eine bedeutende Anzahl von Forschungsprojekten finanzieren. Der Blick auf eine Auswahl der bereits abgeschlossenen Projekte, deren Forschungsergebnisse in Buchform publiziert wurden oder im Druck sind, offenbart die Breite der Forschungen, die am Zentrum für Jüdische Studien betrieben werden. Sie umfassen ein zum deutschen Standardwerk über Judentum und Popkultur avanciertes Buch ebenso wie Dissertationen zum Selbstverständnis zeitgenössischer amerikanisch-jüdischer Autorinnen und Autoren, zur Situation der aus Nigeria stammenden Igbo in Israel oder zur Biografie von David Frankfurter, ein früher jüdischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, sowie ein aus einem Postdoktorat hervorgegangene Studie zum jiddischen Buchdruck in Basel im 16. und frühen 17. Jahrhundert.
Auch gegenwärtig sind deshalb mehrere Projekte mit einer weiten thematischen und methodischen Streuung am Zentrum für Jüdische Studien beheimatet, u.a. literarische zum Schweigen bei Paul Celan, der Dichtung jüngerer israelischer Autorinnen und Autoren orientalischer Herkunft oder der Wirkung Ephraim Kishons im Deutschland der Nachkriegszeit; religionspraktische, bzw. –historische wie zur jüdischen Bioethik und zur Geschichte des orthodoxen Rabbinats in Deutschland im 19. Jahrhundert; historisch orientierte, etwa zur jüdischen Geschichte in Posen, der Emanzipation der Schweizer Juden im 19. Jahrhundert, Schweizer Militärlagern für jüdische Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg oder einer Biographie des Flüchtlingshelfers und jüdischen Funktionärs Otto Heim.
Für Doktorierende bilden gemeinsame Kolloquien mit anderen Fachbereichen (etwa der Basler Osteuropa-Geschichte), bzw. dem Fachbereich Jüdischen Studien an anderen Universitäten (Potsdam und Wien) die Möglichkeiten eines breiten Forschungsaustausches. Wir fördern überdies die Netzwerkbildung und Profilierung von Nachwuchsforschenden durch eine gezielte Beratung hinsichtlich der Teilnahme an internationalen Fachkonferenzen und der Veröffentlichung von Beiträgen in Fachpublikationen. Auch bei der Suche nach Anschubfinanzierungen- oder Stipendien steht die Leitung des Zentrums den Doktorierenden beratend und vermittelnd zur Seite.