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Biodiversität: Belastungen
In der Schweiz hat die Biodiversität seit 1900 dramatisch abgenommen und der heutige Zustand ist alarmierend. Der Verlust an Biodiversität ist gefährlich, zumal er schleichend, aber kontinuierlich voranschreitet:
Besonders landwirtschaftlich genutzte Agrarökosysteme haben durch die intensive und nicht mehr nachhaltige Bewirtschaftung einen starken Verlust an Kleinstrukturen wie Hecken, Trockenmauern und Hochstammbäume erlitten. Dieser Rückgang wird auch durch hohen Dünger- und Pestizideinsatz, artenarme Ansaaten und einheitliche, mechanische Bewirtschaftung unterstützt.
Gewässer haben vielerorts durch Verbauungen für Landgewinne, Hochwassersicherheit und Stromproduktion (Erneuerbare Energie) ihren natürlichen Verlauf und Raum verloren.
Im Siedlungsraum sind durch die Versiegelung von Oberflächen und Betonmauern viele Lebensräume verschwunden.
Daneben dehnen sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts Siedlungen und Infrastrukturanlagen immer mehr aus. Pro Sekunde werden in der Schweiz 0,9 Quadratmeter Boden versiegelt. Die Landschaft wird durch den Bau von Autobahnen, Verbindungsstrassen, Eisenbahnen und Siedlungsflächen in voneinander getrennte Flächen unterteilt. Dadurch wird die Bewegungsfreiheit von Tier- und Pflanzenarten eingeschränkt. Die Landschaftszerschneidung bedroht die natürlichen Lebensgrundlagen und verhindert die Fortpflanzung und den genetischen Austausch von Tier- und Pflanzenarten. Das führt zu einer Verarmung der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten und kann zum Aussterben von Arten führen. In beiden Kantonen nimmt die Landschaftszerschneidung weiter zu und somit die Fläche unzerschnittener Landschaftsgebiete seit 1885 ab. Die Anzahl und die Grösse von unverbauten Freiräumen in der Landschaft werden durch das fortschreitende Bauen immer geringer. Diese Entwicklung kann mit der Bestimmung des Freiheitsgrades nachvollzogen werden.
Der Boden ist zusammen mit Luft und Wasser eine zentrale Grundlage des Lebens. Er regelt natürliche Kreisläufe, er filtert und reinigt Wasser und baut Stoffe ab. Ein grosser Teil dieser Arbeit wird von Milliarden von Lebewesen wie Pilzen, Bakterien, Algen, Würmern u.v.m. geleistet. Durch die Bodenversieglung verliert der Boden den grössten Teil seiner natürlichen ökologischen Funktion. Die Versiegelung geschieht vor allem durch den Bau von Gebäuden und Verkehrsträgern wie zum Beispiel Strassen. Im Kanton Basel-Landschaft steigt die Bodenversieglung stetig an, so hat im Zeitraum von 1982 bis 2014 die versiegelte Fläche um 1491 ha zugenommen. Auch im Kanton Basel-Stadt nimmt die Versiegelung weiter zu, mit 48 ha zwischen 1982 und 2014 allerdings weniger markant.
Eingeführte invasive gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten beeinträchtigen die Qualität von Lebensräumen und verdrängen einheimische Arten. Sie haben somit einen direkten Einfluss auf den Rückgang der Biodiversität. Im Jahr 2013 gab es im Kanton-Basel Stadt durchschnittlich 43 Herde von invasiven gebietsfremden Pflanzenarten pro Quadratkilometer. Mit einem geeigneten Monitoring und einer angepassten Pflege ist es deshalb wichtig, die weitere Ausbreitung dieser Arten zu verhindern.
Im Weiteren hat sich das Freizeitverhalten der Bevölkerung in den letzten Jahren gewandelt. Die Freizeitaktivitäten haben stark zugenommen. Es sind diverse neue Freizeit- und Tourismusaktivitäten aufgekommen. Diese machen auch nicht vor noch praktisch unberührten Gebieten Halt und die Aktivitäten werden überdies in der Nacht (mit künstlicher Lichtquelle) ausgeübt (24-Stunden-Betrieb). Dies hat zur Folge, dass Wildtiere nicht mehr zur Ruhe kommen und ihr Energieverbrauch stark erhöht wird.