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Das Dorf
Mofu ist ein Dorf mit einigen tausend Einwohnern, die weit verstreut, in einfachen Lehmhütten im Schwemmland des Flusses Kilombero siedeln. Das Dorf liegt 60 km süd-westlich von der nächst grösseren Stadt Ifakara entfernt. Von Ifakara führt eine Staubpiste nach Mofu, die während der Regenzeit oft monatelang unpassierbar ist. Somit ist das Dorf weder an einen Verkehrsweg angeschlossen, noch besitzt das Dorf Strom oder gar fliessend Wasser.
Die Menschen in Mofu
Die Menschen in Mofu sind Selbstversorger. Sie sind Bauern und Fischer. Das Land wird in Handarbeit bebaut, mit einfachem Werkzeug. In Mofu wird vor allem Reis angepflanzt, etwas Mais, Zuckerrohr und Maniok, wenig Gemüse. Die tägliche Mahlzeit besteht aus Reis, manchmal etwas Gemüse, Fisch oder Hühnerfleisch. Es wachsen Orangen, Bananen, Zitronen, Avocado, Papayas und Mangos in der Region. Die Menschen in Mofu können in ihrer Landessprache Suaheli lesen und schreiben. Englisch sprechen nur ganz wenige.
Die Bildung
Die Kinder in Mofu besuchen während 7 Jahren die Primarschule. Der Besuch der Primarschule ist unentgeltlich. Die Eltern müssen jedoch die Schuluniform kaufen. Ein Lehrer unterrichtet bis zu 100 Schülerinnen und Schüler. Bücher und sonstiges Schulmaterial stehen für rund jedes vierte Kind zur Verfügung. Das bedeutet, dass der Lehrer alle Informationen an die Tafel schreibt und die Schüler diese abschreiben oder dass der Schulstoff durch auswendig lernen memorisiert wird. Da nicht genügend Schulmaterial zur Verfügung steht, können die Kinder keine Bücher mit nach Hause nehmen um zu lernen. Für die weiterführende Sekundarschule fehlt den Eltern oft das Schulgeld von ungefähr CHF 100 im Jahr. Dadurch sind die Berufsaussichten äusserst schlecht und die jungen Menschen haben keine Möglichkeit für ihren eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Sie können sich mit Gelegenheitsjobs knapp über Wasser halten. Aus diesem Grund unterstützt der Verein Mofu-Rothenburg einerseits die Primar- und Sekundarschulen direkt, indem wir Schulmaterial und Mobiliar zur Verfügung stellen oder den Kindern eine warme Mahlzeit offerieren. Die Schulmahlzeit, ein Maisbrei, wird von Frauen vor Ort gekocht. Andererseits ermöglichen wir Sekundarschülerinnen durch ein Stipendium eine weiterführende Schule oder finanzieren für wissbegierige Jugendliche eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf.
Die Frauengruppe Camfed – Campaign for female education
Camfed ist eine internationale, non-profit Organisation, die sich gegen Armut und Ungleichheit einsetzt indem sie Mädchen eine Ausbildung ermöglicht. Mädchen sind immer die ersten, die aus der Schule genommen werden, wenn der Familie nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Studien zeigen, dass Mädchen, die eine solide Grundbildung erhalten, später heiraten und schwanger werden, weniger jedoch gesündere Kinder haben, sich weniger oft mit HIV infizieren und ihr Leben eigenständig führen können. Comfed arbeitet mit den Menschen vor Ort, nutzt die lokalen Netzwerke. So besteht auch in Mofu eine Frauengruppe. Die Frauen initiieren Projekte um einerseits ein Einkommen zu erhalten und so Weiterbildungen zu finanzieren und um andererseits die anderen Frauen im Dorf auszubilden. Der Verein Mofu-Rothenburg hat den Frauen mit einer einmaligen Spende zum Kauf des Materials zur Herstellung von Flüssigseife verholfen. Seife ist in Tansania ein teures Produkt. Mit der Herstellung und dem Verkauf der Flüssigseife konnten sich die Frauen neues Wissen aneignen und ein zusätzliches und regelmässiges Nebeneinkommen generieren. Weiter hat der Verein Mofu-Rothenburg die Frauen beim Erwerb und Vertrieb der Wasserfilter finanziell sowie organisatorisch unterstützt. Wasserproben haben gezeigt, dass an den meisten Wasserlöchern im Dorf das Wasser verschmutzt ist und die Menschen deshalb gesundheitliche Probleme haben. Durch die einfach zu handhabenden und lokal hergestellten Wasserfilter wird ein enormer Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden beigetragen.