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Bonjour tristesse
Regie: Otto Preminger
Darst.: Jean Seberg, David Niven, Deborah Kerr, Mylène Demongeot, Geoffrey Horne, Juliette Gréco, Walter Chiari, Martita Hunt, Roland Culver, Jean Kent u.a.
Im Paris der 1950er-Jahre tanzt die 17-jährige Cécile mit ihrem Playboy-Vater Raymond in einem mondänen Club. Auf der Bühne singt Juliette Gréco, aber es will sich keine Freude einstellen. Die Gründe dafür liegen einige Monate zurück: In jenen Sommerwochen lebte Cécile mit dem Papa in dessen südfranzösischer Villa unbeschwert in den Tag hinein. Als der Vater zwischen seinen Eroberungen – unter denen momentan die verführerische blutjunge Elsa die Favoritin ist – unerwarteten Besuch von Anne erhält, einer Modedesignerin und alten Liebe früherer Tage, sieht Cécile plötzlich ihren Lebensstil in Gefahr. Denn Anne ist nicht nur in der Realisierung ihrer Rückeroberungspläne so erfolgreich, dass Raymond schon bald von Hochzeit spricht, sondern sie versucht auch Cécile dazu zu bringen, ihre abgebrochene Ausbildung wieder aufzunehmen. So setzt Cécile alles daran, mittels einer Intrige die beiden Erwachsenen auseinanderzubringen. Damit setzt sie eine Tragödie in Gang. Otto Premingers (1905–1986) Verfilmung des 1954 erschienenen gleichnamigen Weltbestsellers der damals 18-jährigen Françoise Sagan gilt mit seinem skizzenhaften Stil und seinen abrupten Wechseln als einer der Vorläufer der Nouvelle Vague. Jacques Rivette und François Truffaut verfassten hymnische Kritiken für die Cahiers du cinéma. Rivette schrieb, Otto Preminger habe aus dem «bescheidenen Schulmädchen-Roman» ein «Meisterwerk des Pastiche» geschaffen, und Truffaut schwärmte von Jean Seberg: «Den ganzen Film über hat man nur Blicke für sie, so graziös ist sie noch in der beiläufigsten Bewegung.» Jean-Luc Godard verpflichtete den weiblichen Star für «À bout de souffle» und sagte später: «Ich hätte meinen Film mit der letzten Einstellung von Premingers Film starten und einen Zwischentitel einblenden können: Drei Jahre später.» Otto Premingers Film hat nichts von seiner Frische und Modernität eingebüsst und begeistert noch immer mit seinen farbenprächtigen Cinemascope-Bildern, seinen attraktiven Schauplätzen an der sonnendurchfluteten Côte d’Azur, den Kostümen von Givenchy, dem meisterlichen Titeldesign von Saul Bass sowie dem Chanson von Juliette Greco. Reclams Filmführer schrieb: «Ein Wunderwerk ist dieser Film. Mit ihm begann noch einmal das Kino der Moderne.»