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25 Stunden nach der Ernüchterung im Halbfinal gegen die starken Amerikanerinnen präsentierten sich Anouk Vergé-Dépré und Joana Heidrich wieder in gewohnter Stärke. «Der Halbfinaltag war nicht unser Tag», so Joana Heidrich. «Aber uns ist das gelungen, was wir versprochen haben. Wir sind wieder aufgestanden.»
Die jungen Lettinnen Tina Graudina (23) und Anastasija Kravcenoka (24) fanden gegen die überzeugenden Schweizerinnen kein Rezept. Nur ganz zu Beginn des Spiels gerieten Heidrich/Vergé-Dépré 0:2 in Rückstand. Mit vier Punkten in Serie rissen die Schweizerinnen erstmals die Führung an sich - und gerieten daraufhin nie mehr ins Hintertreffen.
Die Vorentscheidung fiel zu Beginn des zweiten Satzes, als die Schweizerinnen zuerst einen 5:1-Vorsprung fast verspielten (6:5), dann aber bei zwei umstrittenen Bällen jeweils nach «Challenges» den Punkt gewannen. Daraufhin resignierten die Lettinnen. Vom 6:5 bis zum 15:7 gewannen Heidrich und Vergé-Dépré neun von elf Punkten.
Ein Kindheitstraum
Nach 45 Minuten stand der 21:19, 21:15-Sieg fest. Der grosse Jubel konnte beginnen. «Wir fassen es noch gar nicht», so Anouk Vergé-Dépré, «aber das ist natürlich ein Kindheitstraum, der mit dieser Medaille in Erfüllung geht.»
Joana Heidrich bedankte sich in ihrer ersten Reaktion beim gesamten Umfeld und meinte damit auch jene Leute, die in Tokio nicht vor Ort dabei sein durften. Heidrich: «Es ist schade, dass nicht alle da sind, dass wir nicht in einem vollen Stadion feiern können.»
Doch noch Gold für April Ross
April Ross komplettierte ihren olympischen Medaillensatz mit dem Gewinn der Goldmedaille. Zusammen mit Alix Klineman setzte sich die 39-Jährige im Final gegen die Australierinnen Mariafe Artacho del Solar/Taliqua Clancy deutlich mit 21:15, 21:16 durch.
Silber hatte Ross 2012 mit Jennifer Kessy, Bronze 2016 mit Kerri Walsh gewonnen. Ross/Klineman, die im Halbfinal Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré bezwungen hatten, holten im siebten olympischen Beachvolleyball-Turnier zum vierten Mal Gold für die USA. Die anderen drei amerikanischen Olympiasiege waren auf das Konto des legendären Duos Kerri Walsh/Misty May-Treanor gegangen.