Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03277.jsonl.gz/2463

Hugo Koblet war der James Dean des Schweizer Radsports. Zusammen mit Ferdy Kübler löste er in den 50er Jahren die erste grosse Radsport Euphorie in der Schweiz aus und blieb bis heute unvergessen. Der Film Pédaleur de Charme ist eine Hommage an ihn und sein bewegtes Leben.
Hugo Koblet gewann 1950 als erster Nichtitaliener den Giro d’Italia und im Jahr darauf sogar die Tour de France. Er war beliebt, schön und der Liebling der Frauen. Mit seinen grossen Siegen begeisterte er die Massen und war der erste schweizer Weltstar nach dem zweiten Weltkrieg. Neben dem Giro und der Tour gewann er auch mehrfach die Tour de Suisse und konnte im Grand Prix des Nations sogar Fausto Coppi, die italienische Radlegende, besiegen.
Jedoch war er auch einer der ersten, der im Dompingsumpf landete. Offenbar wurde ihm 1952 unwissentlich eine Amphetaminspritze verabreicht. Man wollte ihn während der Tour de Suisse fit spritzen – „à tout prix“. Dies schädigte nachhaltig seine Gesundheit und schränkte auch seine Leistungsfähigkeit ein. 1958 gab Hugo Koblet seinen Rücktritt bekannt.
„Eines Tages … klopft der ‚Hammermann‘ an, und Du probierst es mit der Pille, um den toten Punkt hinauszuschieben. … So fängt’s an und endet nicht selten im Schlamassel.“
Hugo Koblet starb 1964 bei einem Autounfall. Es wird vermutet, dass er Selbstmord begangen hatte. Hugo Koblet hatte seinen Rücktritt vom Radsport nie verarbeitet, war verschuldet und von seiner Frau verlassen.