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Die Hochebene der Greina (Plaun la Greina), fast sechs Kilometer lang und einen Kilometer breit, ist eine einzigartige, alpine Tundrenlandschaft auf einer Höhe von 2200m. Sie ist geschützt und glücklicherweise weitgehend von menschlichen Eingriffen verschont. Zahlreiche Quellen fliessen als kleine Gebirgsbäche ungestört durch die Ebene und formen Mäander, Teiche und Moore.
Die Greina-Ebene kann von fünf verschiedenen Bündner und Tessiner Ausgangspunkten zu Fuss erreicht werden. Für Übernachtungen stehen vier Hütten zur Verfügung, die Terri-Hütte, die Capanna Motterascio, die Capanna Scaletta und – etwas weiter entfernt – die Medelser-Hütte.
Von Campo Blenio fahren wir bis zum Luzzone-Staudamm. Kurz danach kann das Auto abgestellt werden. Wir folgen den Wegweisern, passieren einen Tunnel und wandern weiter auf einer für den Privatverkehr gesperrten Strasse am See entlang. Der Rio di Scarada wird auf einer Hängebrücke überquert. Kurz nach Garzott geht die Strasse in einen guten Weg über, senkt sich langsam durch den Wald und gibt den Blick frei auf den fjordartigen Stausee.
Eine felsige Schlucht die den Weg zu versperren scheint, wird auf einem streckenweise mit Baumstämmen gestützten Weg überwunden. Über eine kleine Brücke steigt der stets gut markierte Weg vorerst gemächlich, dann in Spitzkehren bis zu einer Anhöhe. Der Blick fällt auf das Valle di Garzora und die gleichnamige Siedlung. Von Osten her grüssen der Piz Alpettas, der Piz Treis Fuorclas und der Torrone di Garzora. Durch eine grüne Mulde, in die von links ein weiterer Wasserfall niederfällt, geht es weiter aufwärts zu einem weiteren Hochplateau und dann in steilen Kehren bis zur modernen SAC-Berghütte Motterascio auf 2171 m ü.M.
Nach einem Bauernhof überwinden wir auf einer Holzleiter eine kleine Felsschranke, die den Weg auf die dem Greina vorgelagerten Ebenen freigibt. An einem Hochmoor vorbei, dessen intensives Grün einen reizvollen Kontrast bildet zu den rostfarbenen Bergwänden des Piz Guida, erreichen wir einen Engpass. Die Motterascio-Ebene, von zahllosen Bächen durchzogen, wirkt wie eine Landschaft aus längst vergangenen Zeiten. In nordwestlicher Richtung, an einem Hochmoor vorbei - einst war hier ein See - gelangen wir zum Massiv des Crap la Crusc.
Das kleine Eisenkreuz an einem Felsen erinnert an die noch gar nicht so weit zurückliegenden Zeiten, als die Überquerung der grandiosen Greina-Hochebene, vor allem im Winter, erhebliche Gefahren in sich barg.
Marschzeit ab der SAC-Hütte: etwa 45 Minuten.