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Kenner des Musiktheaters werden sicher stutzig, wenn sie hier das Prädikat „Uraufführung“ lesen, denn das Bühnenwerk „La Cubana oder Ein Leben für die Kunst“ war bereits vor knapp fünfzig Jahren zu erleben: Hans Werner Henze konzipierte es zusammen mit Hans Magnus Enzensberger und dirigierte die Uraufführung 1974 für einen Fernsehsender in New York. Angelegt war es als „Vaudeville in fünf Bildern“, als ein eher unverbindlich strukturiertes Singspiel. Die Szenen basieren auf dem Roman „Das Lied der Rachel“, den der kubanische Schriftsteller Miguel Barnet 1969 veröffentlicht hatte. Die Varietésängerin Rachel erzählt ihre Geschichten in Kuba kurz vor der Revolution.
Die Insel war für Henze ein politischer wie künstlerischer Sehnsuchtsort. Henze und Enzensberger dachten lange über eine kammermusikalische Fassung nach. Anfang der 1990er-Jahre wurden Lieder und Tänze als konzertante Versatzstücke aus der nun Operette genannten „Cubana“ ausrangiert. Diese kommen jetzt mit einem überarbeiteten Libretto als „La piccola Cubana“ zur Uraufführung.