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Wer steckt eigentlich hinter dem Gedicht „Der Tod und das Mädchen“, welches Schubert gleich zu zwei Meisterwerken inspirierte?
DAS MÄDCHEN
Vorüber, ach, vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh, Lieber!
Und rühre mich nicht an.
DER TOD
Gib deine Hand, du schön und zart Gebilde!
Bin Freund und komme nicht zu strafen.
Sei gutes Muts! Ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen!
Dieses Gedicht, welches Schubert in seinem Kunstlied vertonte stammt von deutschen Dichter Matthias Claudius, welcher von 1740 – 1815 lebte. Er studierte Theologie und Jura, schaffte es jedoch nie zu einem Abschluss. Er arbeitete in jungen Jahren für diverse Zeitungen, wie dem „Wandsbecker Bothen“. Nachdem er im Jahr 1776 eine Anstellung als Oberlandeskommissar fand, welche ihm ein Einkommen sicherte, war er als freischaffender Schriftsteller tätig. Zu seinem bekanntesten Gedicht gehört das Abendlied, welches vor allem als Text zum Kinderlied „Der Mond ist aufgegangen“ bekannt geworden ist. Mit zunehmendem Alter wird das Gesamtwerk von Claudius religiöser und mythischer und seine Ablehnung gegenüber der literarischen Epoche der Aufklärung beginnt sich zu verstärken. Mit der Thematik vom Tod und dem Mädchen greift er ein Bild auf, welches seit dem 16. Jahrhundert ein beliebtes Sujet ist.