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Die Nagra hat für den Nachweis der grundsätzlichen Machbarkeit der sicheren geologischen Tiefenlagerung der abgebrannten Brennelemente (BE), der hochaktiven (HAA) und der langlebigen mittelaktiven Abfälle (LMA) Ende Jahr 2002 das Projekt Entsorgungsnachweis eingereicht. Diese Machbarkeitsstudie basiert auf der Wirtge-steinsoption Opalinuston und dem Untersuchungsgebiet Zürcher Weinland. Die Wahl des Opalinustons und des Untersuchungsgebiets resultierte aus einem auf die Sicherheit ausgerichteten Verfahren durch schrittweise Zurückstellen von grundsätzlich möglichen Optionen, die aber in der sicherheitsbezogenen Gesamtbewertung von der Nagra als nachrangig eingestuft wurden. Die Sicherheitsbehörden des Bundes haben alle Phasen des Auswahlverfahrens kritisch beobachtet, die entsprechenden Berichte der Nagra kommentiert und den wichtigen Entscheiden zugestimmt.
Der vorliegende Bericht wurde von der Nagra auf Veranlassung des UVEK als eine der Entscheidungsgrundlagen für das weitere Vorgehen nach dem Entsorgungsnachweis erstellt. Der Bericht zeigt auf, welche Möglichkeiten für die Lagerung der BE, HAA und LMA in der Schweiz vorhanden sind. Dazu fasst er den breit abgestützten aktuellen Stand der akademischen und der angewandten erdwissenschaftlichen Forschung sowie die projektspezifisch von der Nagra in den letzten 30 Jahren erarbeiteten Kenntnisse zusammen.
Die zusammenfassende Beschreibung und Beurteilung der möglichen Wirtgesteine und Gebiete erfolgt anhand von Merkmalen, welche die in- und ausländischen Erfahrungen berücksichtigen und die der internationalen Praxis entsprechen. Die Beurteilung gibt der Langzeitsicherheit höchste Priorität und beschränkt sich auf die entsprechenden geologischen Merkmale; nicht-geologische Fragen werden ausgeklammert. Sie führt zu folgenden Resultaten:
- Aus Gründen der erforderlichen Langzeitstabilität und der einfacheren strukturellen Verhältnisse wird der geologisch-tektonische Grossraum der Mittelländischen Molasse und des nord-östlichen Tafeljuras bevorzugt.
- Innerhalb dieses Grossraums sind verschiedene Wirtgesteine und Gebiete vorhanden, welche – mit auf die geologischen Bedingungen abgestimmten technischen Barrieren – die Sicherheit eines geologischen Tiefenlagers für BE/HAA/LMA prinzipiell gewährleisten können.
- Die Beurteilung der Unterschiede zwischen den grundsätzlich möglichen Wirtgesteinen führt zum Schluss, dass der Opalinuston gegenüber den anderen möglichen Wirtgesteinen (Kristallin, Tongesteine der Unteren Süsswassermolasse) sicherheitstechnisch-geologische Vorteile aufweist.
- Für das von der Nagra bevorzugte Wirtgestein Opalinuston gibt es neben dem Zürcher Weinland weitere Gebiete, die grundsätzlich für ein Tiefenlager für BE/HAA/LMA in Frage kommen könnten: Nördlich Lägeren, Bözberg und Jurasüdfuss.
Eine vergleichende Bewertung von potenziellen Standortgebieten hinsichtlich der Festlegung eines Standorts für die Vorbereitung eines Rahmenbewilligungsgesuchs hat auch raumplanerischen und sozio-ökonomischen Aspekten Rechnung zu tragen. Dieser nächste Schritt ist dem vom Bund zu erarbeitenden Sachplan Geologische Tiefenlager vorbehalten. Der Konzeptteil dieses Sachplans, in dem die Behörden die Kriterien und das Vorgehen verbindlich festlegen, wird zurzeit vom Bundesamt für Energie (BFE) erarbeitet.