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In den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der am Rande der Stadt Luzern gelegene Rotsee für den Rudersport entdeckt. Seit diesem Zeitpunkt werden auf dem idyllischen und unter Naturschutz stehenden Gewässer regelmässig nationale und internationale Ruderregatten durchgeführt.
Auf Initiative des Regattavereins Luzern und mit finanzieller Unterstützung von Stadt und Kanton Luzern sowie dem Schweizerischen Landesverband für Leibesübungen (heute Swiss Olympic) wurde zwischen 1959 und 1962 der Rotsee zum Schweizerischen Rudersportzentrum ausgebaut. 1962 fanden die ersten FISA-Ruderweltmeisterschaften (Fédération Internationale des Sociétés d’Aviron) statt, welche zu einem grossen Publikumserfolg wurden. Fortan entwickelte sich der Rotsee zum weltweiten Mekka des Rudersports.
Im Jahre 1966 konnten die Immobilien in die neu gegründete Stiftung “Ruderzentrum Luzern-Rotsee“ überführt und damit von der Regattaorganisation abgekoppelt werden. Um den Anforderungen der FISA gerecht zu werden, ist das Ruderzentrum im Hinblick auf die zweiten Weltmeisterschaften von 1974, die erstmals unter Einbezug von Frauen ausgetragen wurden, durch einen Anbau erweitert und vergrössert worden. 1982 und 2001 war der Rotsee Austragungsort von zwei weiteren Weltmeisterschaften.
Ausserhalb der Regatten steht die Infrastruktur am Rotsee von Mai bis Oktober vor allem den drei Luzerner Ruderclubs und dem Schweizerischen Ruderverband zu Trainingszwecken zur Verfügung. Schulklassen nutzten das Ruderzentrum während vielen Jahren regelmässig als idealen Standort für ihre Projektwochen.
Enge räumliche Verhältnisse sowie die nicht mehr zeitgemässe Infrastruktur haben den Regattaplatz mit den Jahren in Bedrängnis gebracht. Die Nichtberücksichtigung der Bewerbung für die Ruder-Weltmeisterschaften 2011 machte deutlich, dass am Rotsee ein dringender Handlungsbedarf bestand. Um den unterschiedlichen Interessen der Ruderer, des Natur- und Landschaftsschutzes, der Quartierbewohner, der Fischer und weiterer Stakeholder Rechnung zu tragen, wurde im Jahre 2010 der Verein “Naturarena Rotsee“ gegründet. Zielsetzung des Vereins war es, die gesamte Regattainfrastruktur unter Berücksichtigung der Auflagen des Naturschutzes zu erneuern und damit auf einen modernen Stand zu bringen. Basierend auf einer breit abgestützten Machbarkeitsstudie wurde die Erneuerung im 2012 in Angriff genommen.
Als erstes Teilprojekt konnte der neue Zielturm realisiert werden. Finanziert wurde das Projekt im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der öffentlichen Hand und privaten Gönnern (auch Public-Private-Partnership genannt).
Am 12. Mai 2016, kurz vor der Qualifikationsregatta für die olympischen Spiele von Rio de Janeiro und der jährlichen Weltcup-Regatta, konnte die gesamte Anlage feierlich eröffnet und in Betrieb genommen werden. Der erfolgreiche Abschluss dieses fast zehn Jahre dauernden und äusserst anspruchsvollen Projekts bedeutet einen weiteren, wichtigen Meilenstein in der ruhmreichen Geschichte des Regattaplatzes Luzern-Rotsee.