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Nicht überraschend, dennoch erschreckend deutlich sind die Resultate einer neuen Studie, die in Südafrika im Auftrag von UNICEF durchgeführt wurde und am 25. Juli 2012 an der Welt-Aids-Konferenz in Washington präsentiert wurden: Wer das Glück hat, als Mädchen in einen Haushalt geboren zu werden, wo kein Elternteil an HIV/Aids leidet, genug zu essen bekommt und nicht sexuell missbraucht wird, dessen Risiko, sich an HIV/Aids zu infizieren liegt bei vernachlässigbaren 1%. Anders aber sieht es für Mädchen aus, die in einem von HIV/Aids betroffenen Haushalt leben, Hunger leiden und sexuell missbraucht wurden: Ihr Infektionsrisiko liegt im statistischen Mittel bei 57%! Wo HIV auf Armut trifft, prostituieren sich viele der Kinder, um Essen, Schuluniformen und Transportkosten zu bezahlen. Die wenigsten der international finanzierten Programme berücksichtigen zur Zeit, dass Prävention für Kinder und Jugendliche aufgrund solcher Fakten konzipiert werden muss.
Dies würde bedeuten, vermehrt gezielt holistische Lösungen für Mädchen aus HIV/Aids und armutsbetroffenen Haushalten anzubieten. Zusätzlich müssen diese Kinder bereits sehr früh wissen, wie sich das Virus überträgt und wie sie sich schützen können. Denn wer hungert und keine andere Möglichkeit hat, wird sich prostituieren. Wie schon Bert Brecht wusste: Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Den Originaltext der Studie finden Sie in Englisch als Download hier.