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immer mit Japanwachs versetzt und die gelben Sorten durch Kurkuma gelb gefärbt.
Prüfung. Für den medizinischen Bedarf, d. h. zur Darstellung von Vaselinum album oder Unguentum Paraffini, muss es auf seine Reinheit geprüft werden. Beim Kochen mit Natriumcarbonatlösung darf es an diese nichts Lösliches abgeben, ebenso mit Schwefelsäure auf 100° erhitzt, sich nicht verändern und die Säure höchstens schwach bräunen.
Die zuletzt besprochenen schweren Kohlenwasserstoffe, vom Vulkanöl bis zum Ceresin, werden vielfach Mineralfette genannt, sie haben jedoch mit den wirklichen Fetten höchstens einige physikalische Eigenschaften gemeinsam; chemisch dagegen sind sie gänzlich von den Fetten verschieden, sind, wie schon gesagt, einfache Kohlenwasserstoffe, ohne jegliche Säure, daher nicht verseifbar.
Nitrobenzol siehe Ol. amygdal. am. Seite 271.
Amidobenzol (Anilin) siehe «Anilinfarben».
Antifebrín, Acétanilid. **
C6H5NH . CH3CO .
Das Antifebrin gehört zu den neuerdings in grosser Anzahl hergestellten Mitteln, welche dazu dienen sollen die Temperatur des Blutes bei Fiebern herabzumindern. Es ist also gleich dem Chinin ein sog. Antipyreticum. Seine Darstellung geschieht in der Weise, dass man 100 Th. toluolfreies Anilin mit 100 Th. Acid. acetic. glaciale in einem Gefäss mit Rücklauf-Vorrichtung 2 Tage lang im Sieden erhält. Später wird durch fraktionirte Destillation zuerst die freie Essigsäure und das Wasser entfernt dann das Acetanilid überdestillirt und das erhaltene Rohprodukt durch ein- oder mehrmaliges Umkrystallisiren aus siedendem Wasser gereinigt. Es stellt farb- und geruchlose, seidenglänzende Blättchen dar, Geschmack leicht brennend, löslich in ca. 200 Th. kaltem und 18 Th. siedendem Wasser, leicht löslich in Aether und Chloroform, sowie in 3 ½ Th. Alkohol. Schmelzpunkt 113°, Siedepunkt 295°. Es darf feuchtes blaues Lakmuspapier nicht röthen.
Anwendung. In kleinen Gaben bis zu 1 g als fieberherabsetzendes Mittel, ferner bei rheumatischen Leiden etc.
Phenacetínum, Acétphenetidín. **
Eine dem Acetanilid oder Antifebrin verwandte und ähnlich zusammengesetzte Substanz, welche als kräftiges fieberminderndes Mittel empfohlen wurde. Es sollen ihm die bei dem Antifebrin oftmals auftretenden unangenehmen Nebenwirkungen fehlen. Weisses krystallinisches Pulver, geruchlos und fast ohne Geschmack. Löslich in 70 Th. siedendem und ¶
1400 Th. kaltem Wasser, ferner in 9 Th. kaltem und 2 Th. siedendem Alkohol.
Die Lösungen sind neutral.
Prüfung s. Deutsches Arzneibuch.
Anwendung. Als Antipyreticum, ferner bei neuralgischen Schmerzen, Hysterie und bei Keuchhusten empfohlen.
Phenolverbindungen.
Acidum carbólicum oder phenýlicum. +
Karbol- oder Phenylsäure, Phenylalkohol, Phenol.
C6H6O .
Die Karbolsäure, in wissenschaftlichen Werken gewöhnlich Phenylalkohol genannt, kommt in sehr verschiedenen Graden der Reinheit in den Handel, als rohe (diese auch wieder in verschiedenen Graden der Stärke), als halb und als chemisch völlig reine Waare; letztere wiederum in fest krystallinischer Masse oder in losen Krystallen. Sie ist ein Bestandtheil des Steinkohlentheers und wird aus diesem, da sie eine grosse medizinische und technische Wichtigkeit erlangt hat, in sehr grossen Massen gewonnen.
Acidum carbolicum crudum, rohe Karbolsäure, bildet eine braune bis braunschwarze, ölige Flüssigkeit von sehr strengem, unangenehmem, theerartigem Geruch. Sie ist in Wasser nur zum Theil, in Alkohol und Kalilauge grösstentheils löslich. Neben der Karbolsäure enthält sie eine ganze Reihe anderer im Steinkohlentheer enthaltener Stoffe, namentlich Kresylsäure oder Kresol, Rosolsäure, Naphthalin und andere Kohlenwasserstoffe. Die rohe Säure wird nach ihrem Gehalt an Karbolsäure gehandelt; die Preislisten führen Sorten von 20-100% an, letzteres freilich nicht ganz mit Recht, da eine solche Säure keine rohe mehr wäre.
Die rohe Karbolsäure wird hergestellt, indem man den Theil des Gastheers, welcher zwischen 150-200° übergeht, mit Natronlauge ausschüttelt, die wässerige Lösung mit Säure zersetzt und die abgeschiedene ölige Masse rektifizirt. Das Destillat bis 190° ist die rohe Karbolsäure, das bei höherer Temperatur übergehende rohes Kresol.
Es hat sich in neuester Zeit gezeigt, dass die rohen Karbolsäuren des Handels, mit alleiniger Ausnahme der sog. 100 prozentigen, die in Wirklichkeit etwa 80-90% enthält, fast gar keine Karbolsäure, sondern nur Kresole enthalten.
Anwendung findet die rohe Karbolsäure ausser zur weiteren Reinigung hauptsächlich als Desinfektionsmittel, theils für sich, theils mit Kalk oder Gyps etc. gemischt (Desinfektionspulver); ferner zum Konserviren von Fellen, zum Imprägniren von Holz etc. etc.
Acidum carbolicum depuratum, hier und da auch purum genannt, stellt frisch eine weisse, krystallinische Masse dar, die erst bei einigen 30° schmilzt; sie nimmt an der Luft Feuchtigkeit auf, wird bald ¶