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Beat Feuz kann am Mittwoch in Are seine stärkste und konstanteste Saison seit seiner im Sommer 2012 zugezogenen Knieverletzung mit dem erstmaligen Triumph im Abfahrts-Weltcup krönen.
Das Duell zwischen Feuz und Aksel Lund Svindal um die kleine Abfahrts-Kristallkugel ist ein Hundertstel-Krimi. Und das schon den ganzen Winter: Nimmt man die acht Weltcup-Abfahrten sowie die Olympia-Abfahrt in Pyeongchang zur Hand und addiert beim Schweizer wie beim Norweger die jeweiligen Zeiten, so liegen zwischen den zwei Speed-Cracks nur gerade zwei Hundertstel – zugunsten von Feuz. Ohne das Rennen in Südkorea, wo Svindal die Goldmedaille holte, betrüge die Differenz ebenfalls nur 0,20 Sekunden.
Umgerechnet in Weltcup-Punkte ergeben diese zwei Zehntel – herausgefahren auf gut 26 Abfahrts-Rennkilometern – exakt 60 Punkte Vorsprung von Feuz gegenüber dem Skandinavier. Ein schönes, aber keineswegs beruhigendes Polster für den Emmentaler, wie sich am Dienstag im einzigen Training für den Showdown zeigte. Svindal fuhr Bestzeit und lag um mehr als 1,5 Sekunden vor seinem Konkurrenten, der dies als «Kampfansage» auffasste.
«Es sind immer noch 100 Punkte zu gewinnen. Also ist noch gar nichts entschieden», so Feuz, der gleichzeitig versucht, die neunte und letzte Abfahrt des Winters wie jedes andere Rennen anzugehen. «Das war mein Ziel bei Olympia, und es muss es auch hier wieder sein.» In Pyeongchang, mit den zwei Medaillen in Abfahrt (Bronze) und Super-G (Silber), als auch beim WM-Titel in St. Moritz fuhr Feuz mit dieser Herangehensweise gut.
Feuz‘ Devise: «Volle Attacke»
Im nicht unwahrscheinlichen Fall, dass der Norweger am Mittwoch siegt und diese besagten 100 Punkte gewinnt, muss sich Feuz zumindest in den Top 6 einreihen. Sollte Svindal, der in Are 2007 Weltmeister wurde und 2006 und 2009 die letzten Weltcup-Abfahrten auf dieser Piste gewann, hingegen nur Zweiter werden, dann genügt Feuz der 13. Platz, um sieben Jahre nach Didier Cuche die kleine Kristallkugel in der Abfahrt wieder einmal in die Schweiz zu holen.
Klar sei Aksel (Svindal) ein gutes Training gefahren, befand der Abfahrts-Weltmeister. «Aber die Verhältnisse werden sich über Nacht noch verändern, es wird härter. Am Ende muss ich nicht auf ihn, sondern nur auf mich schauen. Aksels Leistung kann ich nicht beeinflussen.» Und er dürfe ganz sicher nicht wie im Training ein Tor auslassen, so der 31-jährige Feuz. «Sonst würde das Ganze schon einmal nicht zählen.» Es gelte aber trotzdem die Devise «volle Attacke» wie in jedem anderen Rennen auch. «Andernfalls gewinnst du nichts.» Und schon gar nicht die Kristallkugel, die «natürlich mein grosses Ziel ist».
Vor zwei Wochen, als die Schweizer zusammen mit vielen anderen Nationen auf der WM-Piste von kommendem Jahr ausgiebig testen durften, zeigte sich gemäss Feuz, «dass es hier verschiedene Wege gibt, um schnell zu sein. Wichtig ist, dass man aber einen dieser Wege findet.»