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Die Serie “Making a Murderer”, die der Streamingdienst Netflix produzierte, rollte den Fall von Brendan Dassey und dessen Onkel Steven Avery auf und thematisierte eine Reihe von Schlampereien bei den Ermittlungen sowie weitere Ungereimtheiten um den Fall.
Dassey und Avery wurden des gemeinsamen Mordes an einer jungen Frau im Jahr 2005 schuldig gesprochen. Das Urteil gegen die beiden beruht vor allem auf dem Geständnis des damals 16-jährigen Dassey, der unter einer Lernschwäche litt.
Richter William Duffin übte nun ebenfalls heftige Kritik an der Art der Ermittlungen, in deren Rahmen Dassey unter anderem ohne Beistand seines Anwalts oder eines Erwachsenen verhört wurde. Er bezeichnete Dasseys Geständnis als “erzwungen”. Die Ermittler hätten ihm zudem wiederholt “falsche Versprechungen” gemacht.
Besonders harsch fiel das Urteil des Richters über Dasseys damaligen Pflichtverteidiger Len Kachinsky aus. Dessen Fehlverhalten gegenüber seinem jungen Mandanten sei “durch nichts zu rechtfertigen”, sagte Duffin. Sollte die Staatsanwaltschaft keinen Widerspruch einlegen, käme Dassey nach dem Richterspruch in 90 Tagen frei.
Nach Beginn der zehnteiligen Serie wurden immer wieder Rufe nach der Freilassung Dasseys und seines Onkels laut. In einer Petition an das Weisse Haus verlangten mehr als 130’000 Unterzeichner zudem ihre Begnadigung. Das Weisse Haus wies darauf hin, dass es sich in dem Fall um kein Verfahren vor einem Bundesgericht handelte und ihm deshalb die Hände gebunden seien.
Avery hatte bis 2003 schon einmal 18 Jahre lang wegen Vergewaltigung unschuldig in Haft gesessen. Nach seiner Freilassung verklagte er die Verantwortlichen auf Schadenersatz. Zwei Jahre später wurde er dann des Mordes an einer 25-jährigen Fotografin schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Verbrannte Leichenteile der Frau wurden auf dem Anwesen Averys gefunden.
(SDA)