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Der folgende Text, ist von Giovanni Sartori
und ist mit unserer Meinungen identisch. 23.02.2017
Zum Hunger verurteilt
Dia armen Länder, und die FAO (Food Agricultural Organization) mit den falschen Rezepte.
Die jährliche Bilanz der FAO beläuft sich auf 1‘200 Mio. Dollar. Die Hälfte davon muss für die Organisationskosten sowie die Gehälter von Angestellten und Funktionären aufgebracht werden. Für die Hungernden bleiben also 600 Mio. übrig. Das sind Brosamen. Es müssen aber Wunderbrosamen sein, denn die FAO verkündet, dass ihr Wirken die Zahl der Hungernden um 6 Mio. jährlich verkleinert (bei total 800 Mio. Hungernde). Ist das wahr, verhält es sich tatsächlich so? Ich weiss es nicht, und ich fürchte, dass das niemand genau weiss. Als ich Dozent war, lehrte ich, dass eine Studie glaubwürdig ist, wenn sie wiederholt werden kann, d. h. wenn andere Forscher mit den gleichen Kriterien sie auch durchführen können. Im Fall der FAO ist diese Kontrolle ausgeblieben.
Welches sind die Kriterien, um die Hungernden von den Nichthungernden zu trennen? Und können wir den Statistiken aus der Dritten Welt trauen? Ich wäre jedenfalls durchaus im Stande, jene Kriterien so zu manipulieren, dass die Statistik eine Milliarde Hungernde mehr - oder auch weniger! - aufweisen würde. Sicher ist, dass viele Statistiken nicht glaubhaft sind.
Wie dem auch sei, wie kommt die FAO auf ihr Total von 6 Millionen Menschen, deren Hunger gestillt werden konnte? Vielleicht weiss das nur der Computer der FAO. Fest steht, dass eine absolute Grösse (6 Millionen) ohne Prozentangaben und andere Bezüge nicht viel sagend ist.
Die FAO sieht voraus, dass die Erdbevölkerung bis im Jahre 2015 von heute 6 auf 7 Milliarden und dann bis im Jahre 2030 auf 8 Milliarden anwachsen wird. Das sind kolossale Zuwachsraten, die zweifelsohne dem „System Erde“ weiter zusetzen werden. Das heisst konkret: weitere Zerstörung der Wälder, zunehmende Desertifikation, Luftverschmutzung, extreme Änderungen des Klimas und der Niederschlagsmengen.
Dennoch stören diese Grössen und Varianten die Hochrechnungen der FAO kaum. Vor Jahren erklärte ihr Präsident, der Senegalese Diouf, in einem Interview zum Corriere Della Sera, dass „selbst wenn sich (bei der Finanzierung) nichts ändert, die Zahl der Hungernden bis im Jahre 2030 jedenfalls halbiert sein wird“. Das ist schon eine komische Arithmetik. Im Jahre 2030 werden nach der FAO auf der Erde 2 Milliarden mehr Menschen leben. Und weil dieses wahnsinnige Wachstum vor allem in Afrika stattfinden wird, ist es denkbar, dass die Hungernden von heute 800 Mio. auf total 2 Milliarden anwachsen werden. Subtrahiert man die 128 Millionen (6 Mio. jährlich), die die FAO sättigen will, so wird die Zahl der Hungernden dennoch katastrophal zunehmen. Und sie spricht von Halbierung!
Die nackte Wahrheit ist, dass der Hunger - und mehr noch der Durst - auf der ganzen Strecke Sieger bleiben werden, und zwar je länger je mehr, weil wir immer noch nicht wahrhaben wollen, dass die Lösung nicht in der Zunahme der Lebensmittelproduktion besteht, sondern im Sinken der Geburtsraten und folglich in der geringeren Zahl von Individuen, die essen müssen. Die FAO aber, die katholische Kirche und andere glauben aber weiterhin stur, dass die Erde 6-8 Milliarden Menschen durchaus verkraften kann. Man nennt das „nachhaltige Entwicklung“. In Tat und Wahrheit ist das eine perverse und unhaltbare Entwicklung. Je mehr Menschen werden essen wollen, desto mehr Menschen werden auch hungern. In unserem bald kollabierenden Ökosystem haben diejenigen die hungernden und sterbenden Kinder auf dem Gewissen, die sie gegen jede Vernunft zur Welt bringen oder sich gegen die Geburtenregelung sperren.