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Frage:
Meine alle 3 Monate nötige Blutentnahme funktioniert nicht mehr. Obwohl an den Oberarmen und an den Händen eingestochen wird, fliesst kein Blut. Ich bin seit 3 Jahren wegen meiner Krebserkrankung in Behandlung. Die Blutuntersuchung dient der Therapiekontrolle.
männlich, 82-jährig
Antwort
Bei Ihnen sind neu Probleme bei der Blutentnahme aufgetreten. Offenbar ist es schwierig, genug Blut fliessen zu lassen. Sie stellen uns zwar keine Frage, ich vermute aber, Sie möchten wissen, was man dagegen tun kann.
Leider ist die "schwierige" Blutentnahme kein seltenes Problem und kann die Betroffenen sehr belasten. Es gibt verschiedene mögliche Gründe für eine schwierige Blutentnahme. Die Venenverhältnisse können allgemein schlecht sein, zum Beispiel weil die Venen sehr fein sind oder weil jemand sehr übergewichtig ist und die Venen somit versteckt sind. Auch sehr häufige Blutentnahmen oder die Infusion von Medikamenten können über Vernarbungen oder allenfalls auch Entzündungen die Venen so verändern, dass eine Entnahme aus der betreffenden Stelle schwierig wird. Mit zunehmendem Alter wird das Bindegewebe schlaffer und Venen können beim Punktieren leichter wegrollen oder sie "platzen" beim Einstich. Wenn jemand zu wenig getrunken hat, dann können die Vene auch schlecht gefüllt sein und die Blutentnahme kann dadurch erschwert sein.
Warum die Blutentnahme bei Ihnen schwierig ist, kann ich aus Distanz natürlich nicht sagen, dazu müsste man die Venenverhältnisse sehen.
Es gibt aber einige Grundsätze und Tipps, die bei schwierigen Venenverhältnissen beachtet werden sollten und die vielleicht auch bei Ihnen helfen:
Jede Blutentnahme sollte auch angezeigt, also nötig sein. Gerade wenn jemand schwierige Venenverhältnisse hat, so muss man sich bei jeder Entnahme sorgfältig überlegen, ob die Probe wirklich nötig ist. Manche Untersuchungen lassen sich auch aus einem Bluttropfen von der Fingerbeere durchführen.
Trinken Sie ganz allgemein genügend, was aber nicht heisst, dass Sie nur vor der Entnahme einmalig eine grosse Menge trinken sollen - das kann sich allenfalls auch eher negativ auswirken und sogar die Werte verändern. Wichtig ist es, eben allgemein genügend zu trinken. Ein Glas Wasser vor der Entnahme kann aber sinnvoll sein.
Wenn jemand "schwierige" Venen hat, so soll die Person mit der grössten Übung die Blutentnahme vornehmen.
Ruhe und Zeit ist bei der Entnahme sehr wichtig. Die Umgebung soll warm sein, Sie sollten auf keinen Fall frieren. Wärme erweitert die Venen, Kälte verengt sie.
Sie sollten nach Möglichkeit vorher einige Zeit, zum Beispiel eine Viertelstunde, bequem liegen.
Eventuell kann der Arm oder der Handrücken mit einem Wärmekissen gewärmt werden.
Dann sollten Sie den Arm hängen lassen, so dass sich die Venen gut füllen können. Gestaut wird eventuell besser mit einer Manschette und nicht nur mit einem schmalen Schlauch.
Allenfalls kann es einfacher sein, zur Punktion ein sogenanntes Butterfly-System zu verwenden. Das sind Nadeln, an denen ein Schlauch befestigt ist. Die Punktion ist damit eventuell einfacher und es besteht dann weniger Gefahr, dass beim Wechseln der Röhrchen die Nadel verrutscht.
Wenn alles nichts hilft, dann muss man sich auch einmal die Venen an anderen Körperstellen ansehen. So kann allenfalls auch eine Entnahme aus einer oberflächlichen Vene am Hals, an den Füssen oder aus der grossen Vene in der Leiste erfolgen. Sogar aus einer Arterie können zur Not für gewisse - nicht für alle - Untersuchungen Blut entnommen werden.
Meiner Erfahrung nach sind Ruhe und genügend Vorbereitung respektive Zeit bei der Entnahme die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Blutentnahme.