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Ungleichheit und Wohlbefinden angesichts der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie
Die Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie hatten erhebliche soziale und wirtschaftliche Konsequenzen, insbesondere für gewisse Bevölkerungsgruppen. Das Projekt soll dazu beitragen, diese Auswirkungen besser zu verstehen.
Projektbeschrieb
Die Bewältigung der Pandemie in der Schweiz war geprägt von kantonalen und eidgenössischen Massnahmen zur Verringerung der Infektionszahlen und des Drucks auf die Spitäler. Die Einschränkungen verringerten persönliche Kontakte und hatten indirekte soziale, wirtschaftliche und gesundheitliche Folgen, die vor allem bestimmte Bevölkerungsgruppen trafen. Während erwartete Ungleichheiten durch soziale Massnahmen aufgefangen werden konnten, verstärkten sich bestehende Verletzlichkeiten und neue kamen hinzu. Für ein besseres Verständnis der Folgen auf das Wohlergehen der Bevölkerung werden in diesem Projekt verschiedene Fachgebiete kombiniert. Ziel ist es, Entscheidungsträgern:innen und Fachleuten aus der Praxis Instrumente zur Verfügung zu stellen, mit denen sie künftige Krisen besser bewältigen können.
Hintergrund
Wegen der schnellen Ausbreitung des unbekannten und tödlichen Virus ergriffen die Behörden strenge Massnahmen, die das gesellschaftliche Leben störten. Alle Bereiche des Alltags waren betroffen – vom Zuhause über die Schule bis hin zur Arbeit. Die Massnahmen wurden auf verschiedenen Ebenen angepasst, aufgegeben oder wieder eingeführt. Zwar konnte dadurch die Ausbreitung der Erkrankung eingedämmt werden, doch die Massnahmen beeinträchtigten das Wohlbefinden der Bevölkerung auch indirekt.
Ziel
Mit diesem Projekt sollen die Folgen der Eindämmungsmassnahmen auf das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger verstanden werden. Insbesondere wird untersucht, wie sich die Folgen innerhalb der Bevölkerung verteilten und welche Bevölkerungsgruppen besonders betroffen waren. Ausserdem werden die Abwägungen zwischen den verschiedenen Interessengruppen (Bevölkerung, Gesundheitspersonal, politische Entscheidungsträger:innen) analysiert, um Strategien für eine künftige Krise besser vorbereiten zu können.
Bedeutung
Die Ergebnisse tragen dazu bei, die indirekten Auswirkungen politischer Entscheide in Krisen auf das gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Bevölkerung zu verstehen. Sie zeigen Krisenmechanismen auf, identifizieren besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen und bilden Grundlagen für künftige staatliche Strategien, die Ungleichheiten in Bezug auf wirtschaftliche Möglichkeiten, Sozialkapital und Verletzlichkeit besser berücksichtigen.
Anwendung
Das Ziel des Projekts ist es, verschiedene Instrumente für Entscheidungsträger:innen zu entwickeln. Diese sollen ihnen in gesellschaftlichen und gesundheitlichen Krisen helfen, soziale Unterschiede und die vielfältigen Auswirkungen von Massnahmen besser zu berücksichtigen. Vorgesehen sind Instrumente zur epidemiologischen Überwachung, Prognose und Simulation sozialpolitischer Massnahmen sowie Instrumente für die bessere Analyse von Verletzlichkeiten in der Praxis.
Originaltitel
Covid-19 policies and inequities in adult wellbeing: Building back fairer from the pandemic in Switzerland