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Curcuma wird aus dem Rhizom von Curcuma longa gewonnen, einer krautigen Pflanze, die hauptsächlich in Indien angebaut wird.
Curcuma erfreut sich als Nahrungsergänzungsmittel wachsender Beliebtheit. Die Wirkungen von Curcuma werden dem Polyphenol Curcumin und seinen gelb gefärbten Derivaten, den Curcuminoiden, zugeschrieben.
In Frankreich hat die Anses (Agence nationale de sécurité sanitaire de l'alimentation, de l'environnement et du travail) kürzlich einen Warnhinweis publiziert. Darin wird auf Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Verzehr von Curcuma oder Curcumin in Form von Nahrungsergänzungsmitteln hingewiesen. Zwischen 2009 und 2021 wurden dem französischen Vigilanzsystem 15 Fälle von Hepatitis gemeldet. Ein Zusammenhang mit einem Nahrungsergänzungsmittel auf Curcuma-Basis wird für 2 Fälle als sehr wahrscheinlich, für 7 Fälle als wahrscheinlich und für 4 Fälle als möglich erachtet.
Besondere Aufmerksamkeit sollte Produkten gelten, die eine Galenik oder Hilfsstoffe verwenden, die die Bioverfügbarkeit von Curcumin erhöhen. Diese neuen Formulierungen (Phytosomen, Mizellen, kolloidale Nanopartikel, Verkapselungen, Kombination mit Piperin oder ätherischem Curcumaöl, usw.) erhöhen die Bioverfügbarkeit von Curcumin um das 4- bis 185-fache im Vergleich zu unverändertem Curcumin.
Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit festgelegte zulässige Tagesdosis beträgt 180 mg Curcumin für einen Erwachsenen mit einem Gewicht von 60 kg.
Ausserdem rät die Anses Patienten mit Erkrankungen der Gallenwege wegen der choleretischen Eigenschaften vom Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln auf Curcuma-Basis ab, ebenso wie vorsichtshalber Patienten, die Antikoagulantien, Krebsmittel oder Immunsuppressiva einnehmen, da die Risiken von Wechselwirkungen noch nicht ausreichend bekannt sind.
Quellen:
Le Moniteur des pharmacies 3425, 2022, p11
La Revue Prescrire, 436, 2022, p111
Medical Letter, 25, 2019, p196