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Wegen seiner Einreise mit einem gefälschten Pass in Paraguay ist der brasilianische Ex-Fussballstar Ronaldinho nun doch in Haft gekommen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft in der Nacht zum Samstag in Asunción mit.
Sie habe die Festnahme sowie Untersuchungshaft für den 39-Jährigen und seinen Bruder «wegen Verwendung eines staatlichen Dokumentes mit gefälschtem Inhalt» ausgeführt. Die Generalstaatsanwaltschaft machte damit die Entscheidung des ursprünglich zuständigen Staatsanwaltes rückgängig, der wenige Stunden zuvor Ronaldinhos Freilassung verfügt hatte.
Der Staatsanwalt in dem Fall wurde ausgetauscht. Der neue Zuständige ordnete die erneute Festnahme von Ronaldinho und seinem Bruder Roberto de Assis Moreira an. Die beiden wurden von Beamten in Zivil aus ihrem Hotel geholt und zum Sitz der Nationalen Polizei gefahren. Dort sollten sie über Nacht bleiben.
Ronaldinhos Anwalt Adolfo Marín sagte vor Journalisten, er kenne den Grund für die Festnahme nicht. Sie sei angeordnet worden «von einem Staatsanwalt, der nicht an dem Fall beteiligt ist». Die Inhaftierung sei «seltsam, wir wissen nichts», sagte der Anwalt.
Am Freitag hatte Staatsanwalt Federico Delfino darauf verzichtet, gegen Ronaldinho und seinen Bruder Anklage zu erheben. Die Brüder seien «betrogen» worden und hätten «in gutem Glauben» gehandelt, als sie in Brasilien die gefälschten Pässe erhielten, sagte Delfino. Ausserdem lobte er, dass die beiden Brüder während einer siebenstündigen Anhörung am Donnerstag nützliche Zeugenaussagen gemacht hätten.
Der zuständige Richter erklärte, Ronaldinho und sein Bruder seien nun frei zu gehen, wohin sie wollten. Sie verliessen am Freitagabend (Ortszeit) das Justizgebäude in Asunción, knapp zwei Stunden später erfolgte aber die erneute Festnahme.
Die erste Festnahme der beiden Brasilianer hatte sich am Mittwoch in ihrem Hotel ereignet. Ihre gefälschten Pässe waren nach Angaben der Ermittler zuvor bei der Einreise am Flughafen von Asunción aufgefallen.
Der zweimalige Weltfussballer und Weltmeister von 2002 war nach Paraguay gekommen, um Werbung für sein neues Buch zu machen. Zugleich wollte er ein Programm starten, das Kinder für einen sportlichen Lebensstil begeistern soll.
Dem früheren Starspieler des FC Barcelona und seinem Bruder waren im November 2018 in ihrer Heimat Brasilien die Reisepässe entzogen worden, weil sie gegen sie verhängte Strafzahlungen in Höhe von umgerechnet 2,3 Millionen Franken nicht geleistet hatten.
Diese Strafe war verhängt worden, weil sie bei der Bebauung eines Grundstücks in Porto Alegre im Süden des Landes massive Umweltschäden verursacht hatten. (kün/sda/afp)