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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
24. Kapitel: Die Zahlenbezeichnung ist falsch und grundlos
2.
Der Name Jesus aber enthält in der hebräischen Sprache, wie ihre Gelehrten sagen, zwei und einen halben Buchstaben und bedeutet jenen Herrn, der Himmel und Erde umfaßt. Denn Jesus bedeutet im Althebräischen „Herr des Himmels und der Erde“1 . Das Wort also, das Himmel und Erde enthält, ist eben Jesus. Falsch also ist ihre Angabe vom Symbol und umgestürzt offenbar ist ihre Berechnung. Denn in ihrer eignen Sprache, der griechischen, hat das Wort Soter fünf Buchstaben und in der hebräischen zweieinhalb. Also fällt auch ihre Rechnung mit den 888 zusammen. Und „überhaupt stimmen die hebräischen Buchstaben in ihrem Zahlenwert nicht mit den griechischen überein, obwohl sie doch als die älteren und zuverlässigeren die Berechnung der Namen aufweisen müßten. Denn die alten und ursprünglichen Buchstaben der Hebräer, die auch die priesterlichen genannt werden, sind zehn an der Zahl, reichen aber bis fünfzehn, indem der letzte Buchstabe mit dem ersten verbunden wird. Daher schreiben sie dieselben hintereinander, wie auch wir, lesen sie aber von rechts nach links. — Ferner müßte auch Christus einen Zahlenwert haben, der zu ihrem Äonenpleroma paßt, da er ja zur Befestigung und Berichtigung ihres Pleroma hervorgebracht ist, wie sie sagen. Ebenso müßte ihr Vater durch die Buchstaben und ihren Zahlenwert die Zahl der von ihm hervorgebrachten Äonen angeben, und gleichfalls der Bythos, nicht minder auch der Eingeborene, vor allem aber der allerhöchste Name Gott, der im Hebräischen Baruch heißt und zwei und einen halben Buchstaben hat. Da nun die fester stehenden Namen weder im Hebräischen noch im Griechischen weder nach der Zahl ihrer Buchstaben noch nach deren Zahlenwert zu ihrer Dichtung stimmen, so erweist sich auch hinsichtlich der übrigen Namen ihre Rechnung als eine schamlose Klügelei.
1: Vgl. die Irenäus-Ausgabe von Manucci, 415 Note 1.