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Fermat und Descartes erwarben sich besonderes Verdienst dadurch, daß sie die Algebra auf die Geometrie anwandten,
die Linien nach ihren
Gleichungen ordneten und so die moderne
analytische Geometrie begründeten. Descartes' «Géometrie» (1637)
förderte den ersten
Teil der Algebra, während Fermats Entdeckungen auf dem Gebiete der DiophantischenAnalysis
zu den glänzendsten Leistungen aller
Zeiten gehören. Wichtige Beiträge zur Algebra gaben Newton in seiner «Arithmetica
universalis»,
Tschirnhausen,
Cotes, Moivre, später Euler, Bezout, Lagrange, Vandermonde, dann besonders Gauß, und in neuerer
Zeit
Abel, Galois,
Kronecker, Hermite,
Riemann,
Weierstraß.
1) im Gegensatz zu einerIdentität (analytischen, identischen
Gleichung), wenn sie eine oder mehrere unbekannte
Größen enthält und erst dadurch richtig wird, daß einer der in ihr vorkommenden, mit
Buchstaben ausgedrückten
Größen
ein bestimmter Wert beigelegt wird;
2) heißt eine
Gleichung algebraisch im Gegensatz zu einer transcendenten
Gleichung, wenn sie von endlichem
Grad ist, wenn sie
also keine sog. transcendenten
Größen, wie Kreisbogen, trigonometr. Funktionen, Exponentialgrößen, Logarithmen u. s. w.
enthält.
Algebraische Linie
(Kurve) nennt man eine krumme Linie oder
Kurve, wenn die Koordinaten
[* 7] ihrer Punkte durch eine algebraische
Gleichung verbunden sind; transcendente Linien sind die nicht-algebraischen. Descartes nannte die algebraischen
Kurven geometrische,
die nicht-algebraischen mechanische.
Erst 1344 wurde sie ihnen nach einer
Belagerung von 20
Monaten infolge der
Schlacht am Rio
[* 12]
Salado durch König
Alfons XI. von
Castilien wieder entrissen, der sie ganz neu aufbauen ließ. Während jener
Belagerung sollen sich die
Mauren bereits grober
Geschütze
[* 13] zur Verteidigung bedient haben. Am 6. und fanden bei Algeciras
Treffen zwischen der engl.
und franz.-span. Flotte statt. In ersterm siegten die
Franzosen unter
Konteradmiral Linois, der davon den
Titel eines
Grafen
von Algeciras erhielt; in letzterm wurde die franz.-span. Flotte unter Linois
und Moreno von den Engländern geschlagen.
Handelsblad, holländische zu
Amsterdam
[* 14] dreimal täglich erscheinende polit.
Zeitung von progressiv-liberaler
Richtung.
Verleger: W.
G. Algemeen Diederichs; Hauptredacteure:
van Dieren und Snieders. Das ging aus den zweimal im
Monat gedruckten
Handelsnotizen der
Amsterdamer Firma J. C. Wächter & Comp. hervor und kam seit dem im Verlag
von P. den Hengst und Sohn anfangs zweimal, dann dreimal wöchentlich, seit dem als Tageblatt unter dem
Titel «Algemeen
Handelsblad, Nieuwe Amsterdamsche
Courant» heraus. Ursprünglich beschränkte es sich ganz auf
Handels- und Schiffahrtsnachrichten,
nahm aber bald auch politische und andere allgemeine Mitteilungen
auf und ist jetzt das maßgebende polit.
Organ der Hauptstadt, aber auch in allen
Provinzen weit verbreitet.
(spr. alche-),Stadt im Distrikt
Alcira der span.
ProvinzValencia,
[* 15] unweit links vom
Jucar und der Einmündung
des Magro in diesen, 5 km von
Alcira, hat (1887) 7441 E. Von ihren Feldern sind ein Drittel Reisland,
ein Drittel Huertas mit Orangenpflanzungen und Erdnußbau, ein Drittel
Weinberge,
Oliven- und Johannisbrotpflanzungen.
[* 16] eine
Abteilung der
Thallophyten (s. d.). Die Algen unterscheiden sich von den
Pilzen dadurch, daß sie
Chlorophyll
enthalten und somit im stande sind, aus
Kohlensäure und Wasser organische
Verbindungen zu erzeugen. Viele
Algen enthalten außer
Chlorophyll noch andere rote, blaue, braune oder gelbliche Farbstoffe, die oft die grüne Färbung verdecken.
Die Algen wachsen fast durchgängig im Wasser, schwimmen entweder
frei in demselben umher oder sind irgend einem im Wasser befindlichen
Gegenstande angewachsen, seltener finden sie sich an der Luft auf feuchter Unterlage. - Ihrem Habitus
nach sind die Algen sehr verschieden, auch in der Ausbildung der Fortpflanzungsorgane herrscht große Mannigfaltigkeit,
so daß eine Gruppierung mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist.
Von den einzelligen Formen, die sich nur durch
Teilung vermehren, bis zu hochentwickelten, reichverzweigten, strauchartigen
Formen, an denen man schon die Anfänge einer Scheidung in
Stamm und
Blatt
[* 17] erkennen kann, lassen sich fast
alle Übergänge beobachten. Unter den nur aus einer Zelle
[* 18] bestehenden Algen findet sich eine wohlumgrenzte Familie,
die von den übrigen ziemlich gesondert dasteht, sowohl durch den
Bau ihrer Zellen als durch die Eigentümlichkeit ihrer
¶
mehr
Ver-388 mehrung; es ist dies die früher vielfach zum Tierreich gerechnete Gruppe der Diatomeen (s. Tafel: Algen II,
[* 19]
Fig. 1–4)
oder Bacillariaceen. IhreArten sind meist sehr kleine, gelb oder braungefärbte, mit einem Kieselpanzer umgebene Zellen, die
entweder einzeln leben oder in fadenartigen und auch anders gestalteten Kolonien vereinigt sind. Bei ihnen
findet sich neben der Vermehrung durch Teilung auch noch eine solche durch Auxosporenbildung. Eine zweite Gruppe besteht gleichfalls
aus einzelligen Formen, die sich häufig in Fäden oder zu Haufen einzelner in eine gemeinsame Gallerthülle eingeschlossenen
Individuen vereinigen.
Aufbau und in der Art der Fortpflanzung sehr verschieden sind. Ähnlich wie mit der Gruppe der Chlorospermeen
verhält es sich mit der der Melanospermeen oder Phäophyceen (s. Tafel: Algen I,
[* 19]
Fig. 1–4; II,
[* 19]
Fig. 8, 9) oder Melanophyceen
(auch Phäospermeen oder Fucoideen genannt), die sich durch eine olivengrüne oder dunkelbraune Färbung auszeichnen; auch
hier sind sowohl hinsichtlich der äußern Gestalt als der Fortpflanzungserscheinungen die verschiedenartigsten
Formen vereinigt.
Die fünfte Gruppe endlich ist wieder eine mehr natürliche; sie umfaßt alle die Algen mit roter oder violetter Färbung,
durch die der Chorophyllgehalt fast ganz verdeckt wird. Es sind dies die Rhodospermeen (s. Tafel: Algen I,
[* 19]
Fig. 5–11; II,
[* 19]
Fig. 17, 18), Rhodophyceen oder Florideen; aber neben dieser Übereinstimmung
in der Farbe ist auch eine solche, wenigstens in den wesentlichsten Punkten, im Aufbaue des Thallus und in der Art der Vermehrung
vorhanden. (Wegen Erklärung der einzelnen Abbildungen auf Tafel: Algen I u. II vgl. die Artikel: Bacillariaceen, Cyanophyceen,
Chlorophyceen, Phäophyceen, Rhodophyceen.) – Die verschiedenen Farbstoffe, die in den einzelnen Gruppen
vorkommen, sind zwar vielfach untersucht und mit verschiedenen Namen wie Diatomin, Phycoxanthin, Phycocyan, Phycochrom, Phycophäin,
Phycoerythrin u.s.w. belegt worden, doch weiß man über ihre chem. Zusammensetzung, sowie über
ihre physiol. Bedeutung für die einzelnen Algen nur sehr wenig.
Sehr wahrscheinlich ist es jedoch, daß überall Chlorophyll vorhanden und dies für die Assimilation auch
notwendig ist, also nicht durch andere Farbstoffe vertreten werden kann. – Die Zahl der bekannten Algen beträgt
etwa 5000, ihre Verbreitung ist eine sehr ausgedehnte, manche Arten leben sogar auf den Schneeflächen der arktischen Gegenden,
sowie im Eise der Polarmeere und der Gletscher; andere wieder in heißen Ouellen von ziemlich hoher Temperatur.
Wegen geringen Lichtbedürfnisses gedeihen manche Arten noch in Tiefen von über 100 m, andere hingegen verlangen eine starke
Beleuchtung
[* 21] und gedeihen nur auf oder in der Nähe der Wasseroberfläche.
Die Meeresalgen
sind an Artenzahl ungefähr um das Doppelte reicher als die Formen des Süßwassers; auch
finden sich unter den erstern mit wenigen Ausnahmen die Gruppen der Melanospermeen und Rhodospermeen vollständig vertreten.
Besonders unter den Melanospermeen sind einige Arten von mächtiger Ausdehnung,
[* 22] wie die Arten der Gattungen Laminaria (s. d.)
und Macrocystis (s. d.); bei der letztern wird der Thallus bis zu 300 m und darüber lang. – Merkwürdig
ist das Verhältnis mancher Chlorophyceen und Cyanophyceen zu gewissen Pilzen, mit denen eine Symbiose (s. d.) stattfindet, deren
Resultat eine Gruppe von Gewächsen ist, die man früher neben den und Pilzen als dritte Abteilung der Thallophyten aufführte,
die Flechten
[* 23] (s. d.) oder Lichenen.
Durch den Parasitismus des Pilzes auf jenen Algen wird die Form der letztern meist insofern geändert, als
die einzelnen Zellen derselben isoliert und von den Pilzfäden umsponnen werden. Gleichfalls eine symbiotische Erscheinung
ist das regelmäßige Auftreten mancher niederer in den Geweben oder in Hohlräumen höherer Gewächse. So finden sich fast
stets Kolonien von Cyanophyceen in den Blättern der Azolla-Arten (s. Azolla), in den Intercellularräumen
der Cycadeenwurzeln, in den Blättern mancher Ledermoose.
Auch in den Haaren mancher Tiere, in den Panzern einzelner Schildkröten
[* 24] treten gewisse Algenformen auf. Neuerdings ist sogar
behauptet worden, daß in manchen grün oder gelb gefärbten Tieren z. B. in der Hydraviridis, die Färbung
durch kleine Algen hervorgerufen würde, die symbiotisch in den Tieren leben und zugleich bei der Ernährung derselben mitwirken.
– Daß auch in frühern Perioden der Erde die Abteilung der in zahlreichen Arten vertreten war, ist wohl selbstverständlich,
doch sind wegen des zarten Baues der meisten nur sehr wenige sicher als Algen anzusprechende Reste bekannt.
Zwar sind zahlreiche fossile Algen beschrieben worden, aber viele davon lassen sich auf die Abdrücke von Spuren niederer Tiere
zurückführen. Die mächtigen Ablagerungen fossiler Bacillariaceen, wie sie im Tripel, Kieselgur u.a. vorhanden, sind durch
den sehr widerstandsfähigen Kieselpanzer dieser Formen bedingt worden. Die Litteratur über die Algen ist
eine sehr umfangreiche, doch behandeln die allerneuesten Schriften nur bestimmte Familien oder Gattungen, oder beziehen sich
auf physiol. oder morpholog. Eigentümlichkeiten einzelner Formen. Eine allgemeine systematische
Übersicht und Aufzählung der bekannten Arten findet sich nur in dem Werke vonAgardh: Species, generaatordinesAlgarum
(Lund 1848–63). Die deutschen Algen sind vollständig behandelt in der (1895) noch im Erscheinen begriffenen
neuen Auflage von Rabenhersts «Kryptogamenflora von Deutschland, Österreich
[* 25] und der Schweiz»
[* 26] (Leipzig).
[* 27]