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Verschweigen von Retrozessionen kann als ungetreue Geschäftsbesorgung bestraft werden
Ein Vermögensverwalter, der seinen Kunden den Erhalt von Retrozessionen und Vergütungen von einer Depotbank verschwiegen hat, ist wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt worden.
Wer als Vermögensverwalter einer Bank Kunden zuführt, erhält dafür häufig Provisionszahlungen oder sogenannte Retrozessionen. Wie bereits mehrmals vom Bundesgericht bestätigt, ist jeder Vermögensverwalter dazu verpflichtet, die im Rahmen des Auftragsverhältnisses von Dritten erhaltenen Retrozessionen an seinen Auftraggeber herauszugeben, sofern keine andere Vereinbarung getroffen worden ist. Dies impliziert, dass jeder Vermögensverwalter, der seine Kunden über den Erhalt solcher Retrozessionen nicht informiert, sich ungetreue Geschäftsbesorgung schuldig macht.
Zu diesem Schluss kam 2016 das Kantonsgericht des Kantons Wallis und verurteilte einen Direktor und Einzelaktionär einer Vermögenverwaltungsgesellschaft, der in den Jahren 2007 und 2008 von einer Depotbank Retrozessionen und andere Vergütungen in Höhe von rund 400 000 Franken als Gegenleistung für die Zuführung von Kunden erhalten hatte. Für das Verschweigen von Retrozessionen und weitere Delikte erhielt er eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren.
Transparenzvorschriften
Vermögensverwalter sind gesetzlich verpflichtet den Kunden über sämtliche Retrozessionen und Vergütungen zu informieren. Demzufolge kann das Verschweigen von Retrozessionen als ungetreue Geschäftsbesorgung bestraft werden.
Wie können wir Ihnen helfen?
PwC unterstützt Banken und Vermögensverwalter in der Einhaltung von gesetzlichen Pflichten. Hierbei überprüfen wir gerne Ihre Weisungen und Prozesse, damit Sie auf dem neusten Stand der gesetzlichen Vorschriften sind.