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Ralph Stöckli, der Schweizer Chef de mission, rechnet bei den ersten Sommerspielen auf südamerikanischem Boden mit mindestens fünf Medaillen – also mit einer mehr, als die Athleten vor vier Jahren aus London nach Hause gebracht hatten. Dieses “mindestens” sei doppelt unterstrichen, betonte Stöckli. Denn: “Wenn alle unsere Medaillenkandidaten gesund bleiben und am Tag X ihre Bestleistung abrufen können, ist natürlich auch mehr möglich.”
Stöckli betrachtet die Einschätzung nicht als “defensiv, sondern als realistisch”. “Ich verspreche, dass in Rio de Janeiro tolle Geschichten geschrieben werden”, sagte der einstige Spitzencurler. Stöckli betonte nach dem Rückgang von 20 auf 10 Top-8-Klassierungen in London, dass Diplomränge ebenso wichtig seien wie Medaillen.
Selbst ohne Mannschaftssportler (2012 in London waren die Fussballer dabei) wird das Schweizer Team heuer so viele Teilnehmer umfassen wie letztmals vor 20 Jahren. In Atlanta waren 115 Athletinnen und Athleten dabei gewesen. Hinsichtlich Olympia 2016 hat die hohe Teilnehmerzahl damit zu tun, dass sich unter anderem im Rudern, im Kunstturnen oder im Fechten nicht nur Einzelsportler für Rio de Janeiro qualifiziert haben.
Am Montag fällte die Selektionskommission von Swiss Olympic die letzten Entscheide und nominierte 20 weitere Sportlerinnen und Sportler. Selektioniert wurden die Springreiter Steve Guerdat (Olympiasieger 2012, mit Nino des Buissonets), Paul Estermann (Castlefield Eclipse), Martin Fuchs (Clooney 51), Janika Sprunger (Bonne Chance) und Romain Duguet (Quorida de Treho).
Die Leichtathletik-Wettkämpfe werden für die Schweiz neben den bereits nominierten Marathonläufern auch Kariem Hussein, die neue 200-m-Rekordhalterin Lea Sprunger, Petra Fontanive (alle über 400 m Hürden), Mujinga Kambundji (100 m), Clélia Rard-Reuse (100 m Hürden), Selina Büchel (800 m), Fabienne Schlumpf (3000 m Steeple) sowie die Stabhochspringerinnen Nicole Büchler und Angelica Moser bestreiten. Für die 4×100-m-Staffel wurden zudem Ajla Del Ponte, Sarah Atcho, Ellen Sprunger, Salomé Kora und Marisa Lavanchy nominiert.
Die Fraktion im Kanu umfasst nach der Selektionierung von Fabio Wyss (Regatta) nun drei Athleten. Insgesamt wird Swiss Olympic in 16 der 28 Sportarten vertreten sein. Nicht weniger als 76 der 109 Athletinnen werden in Rio de Janeiro ihr Olympia-Debüt feiern. Derweil sind es für Roger Federer die fünften Olympischen Spiele, für die Triathleten Nicola Spirig, und Sven Riederer sowie den Ende Saison abtretenden Radfahrer Fabian Cancellara die vierten.
(SDA)