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Teufen AR, 350 Millionen
Der St. Galler Banker Konrad Hummler (59) ist zweifellos eine schillernde Figur. Selbst die WOZ verklärte einst den Sohn eines freisinnigen Stadtammanns und Nationalrats in einem Porträt. Hummler spielte in seiner Jugend den Kalten Krieger und bespitzelte Linke, brachte es im Militär zum Oberst, lernte in der UBS das Geldgeschäft. Schliesslich machte er sich als Privatbankier in St. Gallen mit seiner Bank Wegelin, als Autor eines «Anlegerkommentars», als Mäzen und Medienmacher einen Namen und wirtschaftete trotz Steuerstreit erfolgreich mit US-Geldern. Der gefallene Banker ist nicht am Ende, aber verglichen mit der Rolle, die er spielte, ziemlich weit unten.
Das Charakteristischste an ihm sei, schrieb die WOZ 2005, nicht der konservative, väterliche solide Habitus, sondern ein «Wetterleuchten des Imaginären». Und Hummler sagte, wie er sich selbst sieht: «Das ist der Bankier, wie ich es sehe: Er ist allein, also der wahre Anarchist.»
Konrad Hummler ist jetzt tatsächlich allein. Den soliden Teil seiner Bank musste er an die Raiffeisenbank verkaufen, nachdem die US-Behörden sie ins Visier genommen hatten. Darauf verlor er auch sein Mandat als Präsident der NZZ und damit einen grossen Teil seines Einflusses. Jetzt hat er sich in einer Villa beim Stadtpark St. Gallen eingebunkert, wickelt mit einem Rumpfteam den Rest seiner Bank ab und führt eine Abwehrschlacht gegen die USA. Eine Million, teilt er mit, sei auch bei ihm «ein knappes Gut».