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Ein Ort der Historie und des guten Essens: Das Schloss Schauenstein ist heute dank 19-Gault-Millau-Punkte-Koch Andreas Caminada eine Kulinarik-Hochburg.
Das Obere oder Schauensteinsche Schloss geht wie das Untere auf ein Wehrelement der bischöflichen Burgenstadt des Mittelalters zurück. Die Freiherren von Schauenstein, die am Heinzenberg wie auch im Domleschg reiche Güter besassen, machten den ehemaligen Festungsturm zum Eckpfeiler des von ihnen zwischen 1667 und 1676 erbauten Schlosses.
Am Portal des Westflügels erinnern neben der Jahreszahl 1667 die Initialen und Allianzwappen des Freiherren Johann Rudolf und seiner Gattin Emilie, geborene Molina an die Erbauer der Anlage. Der Letzte aus dem Stamm Schauenstein verkaufte Schloss und Güter 1732 an Carl Ulysses von Stampa. Nach dem Grossbrand von 1742, der auch dieses Schloss zur Ruine gemacht hatte, wurde nur der östliche Teil in herrschaftlichem Gepräge wieder hergestellt, während der westliche wesentlich einfacher gestaltet wurde.
Vom Herrensitz zum Internat...
1769 erwarb Barbara von Planta Schloss Schauenstein für ihren abenteuerlichen Sohn, Major Friedrich von Planta. Er brachte, vermutlich aus Frankreich, jene köstlichen, auf Leinwand gemalten Schäferszenen vor feinen Landschaften mit, die heute noch die Wände des Saales im Osttrakt schmücken und dessen wohnliche Atmosphäre prägen.
Bald ging der Herrensitz des unruhigen „Ziska“, wie Friedrich von Planta mit seinem Übernamen allgemein genannt wurde, an den Gesandten Peter Conradin von Planta. Dessen Witwe liess sich nach seinem Tod aus dem Westflügel ein Internat machen, in dem sich romanische und italienischsprachige Schüler auf den Eintritt in die Kantonsschule vorbereiten konnten. Aber 1840 wurde die Schule wieder geschlossen, und Schauenstein blieb seinem Schicksal überlassen, bis es 1865 Peter von Planta kaufte, der dann 1876 auch das bischöfliche Schloss erwarb.
... zum Künstler- und Gourmethaus
Peters berühmtester Sohn, Robert, folgte dem Vater als Besitzer auf Schauenstein. Er liess das Schloss 1910-1912 ganz erneuern und machte es zu einem gern besuchten Treffpunkt für Künstler und Wissenschaftler von Rang und Namen. Zentrum des geistvollen Kreises war stets der gelehrte und gastfreundliche Hausherr. Wenige Jahre nach dem Tod Roberts im Jahr 1937 verkaufte Gaudenz von Planta 1941 den Sitz an Rudolf Schoeller, der ihn 1961 an die Emser Werke veräusserte. Heute wird das Schloss als Restaurant und Hotel mit 19 Gault-Millau-Punkten von Starkoch Andreas Caminada als international beachtetes Gourmethaus geführt.