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Eine Studie im Auftrag des WWF zeigt, dass 40 Prozent der Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern keine zusätzliche Treibhausgas-Reduktion bewirken. Den Prüf- und Zertifizierungsstellen stellt die Studie ein schlechtes Zeugnis aus.
Die Industrieländer können laut Kyoto-Protokoll einen Teil ihrer Treibhausgas-Emissionen kompensieren, indem sie Zertifikate von ausländischen Klimaschutz-Projekten kaufen. Diese Projekte müssen jedoch zwei Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen die Emissionen stärker reduzieren, als dies ohnehin geschehen würde, und sie müssen zu einer nachhaltigen Entwicklung des Gastlandes beitragen.
Eine Studie des Berliner Öko-Instituts, das im Auftrag des WWF die bisher 800 registrierten Klimaschutz-Projekte untersucht hat, zeigt nun aber, dass die Gastländer selten prüfen, ob ein Projekt zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Und: 40 Prozent der Projekte wären auch ohne den Verkauf von Zertifikaten realisiert worden, bewirken also keine zusätzliche Treibhausgas-Reduktion. Weitere 20 Prozent verhindern lediglich das ungehinderte Austreten von Treibhausgasen – etwas, das mit wenig Aufwand erreicht werden kann und in Industrieländern gesetzlich vorgeschrieben ist. Der WWF verlangt daher, dass solche Projekte ab der zweiten Kyoto-Periode im Jahr 2013 nicht mehr zulässig sind, damit Entwicklungs- und Schwellenländer einen Anreiz haben, entsprechende Umweltschutzgesetze zu erlassen.
Die Studie fördert aber auch zutage, dass die zum Teil renommierten Prüf- und Zertifizierungsinstitute oft schlecht arbeiten. Als Sofortmassnahme schlägt sie deshalb vor, die Zertifizierungsabläufe strikter zu handhaben und für den Unterlassungsfall Sanktionen einzuführen. Der WWF hatte zusammen mit anderen Organisationen dieses Problem früh vorausgesehen und den so genannten „Gold Standard“ entwickelt, der heute ein zwingendes Qualitätszeichen für Klimaschutz-Projekte sein sollte (www.cdmgoldstandard.org).
Aufgrund der ernüchternden Studienergebnisse ruft der WWF die Schweiz auf, ihre Treibhausgas-Emissionen primär durch Massnahmen im Inland zu reduzieren. Als Ausland-Massnahme sollte die Schweiz vor allem ihre Anstrengungen in den Bereichen Technologietransfer und Entwicklungszusammenarbeit verstärken.
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