Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03135.jsonl.gz/764

Heute ist Welt-Malariatag! Gemäss UNICEF stirbt alle zwei Minuten ein Kind an Malaria. Das sind über 1000 Kinder pro Tag. Fast eine halbe Million Menschen pro Jahr fallen der Krankheit zum Opfer. Der grösste Anteil davon sind Kinder unter fünf Jahren. 90% der Malariaansteckungen passieren in Afrika südlich der Sahara.
In Amlamé, einer Stadt rund 160km von Togos Hauptstadt Lomé entfernt, sterben jedes Jahr etwa 60 Kinder an Malaria. Es ist die häufigste Todesursache für Kinder in dieser Gegend. Die Ansteckung passiert durch eine Mücke, die einen Parasiten im menschlichen Körper ablegt. Die Folgen sind hohes Fieber bis über 40°C. Dazu kommen Blutarmut, starke Kopfschmerzen und Erbrechen. Es kommt vor, dass Kinder unter Fieberkrämpfen bewusstlos werden. Wenn sie nicht schnellstens im Spital behandelt werden, sterben sie.
„Als ich mir die Malariafälle in der Region genau anschaute, merkte ich, dass viele Leute einfach zu wenig wissen“, sagt Julien Tchakpana, der ehemalige Vorsteher des lokalen Krankenhauses in Amlamé. „Sie dachten, man könne die Krankheit mit Kräutern und Heilsäften behandeln, und brachten ihre kranken Kinder oft gar nicht ins Spital. Drum war die Kindersterblichkeit durch Malaria so hoch.“
Zum mangelnden Wissen kommt noch die grosse Armut der Bevölkerung hinzu. Die Menschen leben mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft, aber weil die erwirtschafteten Produkte wie Ananas, Avocados oder Kaffee nicht genug abwerfen, kann bereits eine medizinische Behandlung von einem Dollar für viele zu teuer sein. „Wegen einem Dollar kann hier ein Kind sterben“, sagt Mawufemo Teyi. Er ist der Buchhalter von einem der zwei Kinderzentren, die Compassion im Jahr 2015 in dieser Region eröffnet hat, um der grossen Not zu begegnen.
400 Kinder wurden ins Compassion Patenschaftsprogramm aufgenommen. Sie erhalten Nahrung und Bildung, persönliche Begleitung und mehr: In den ersten Monaten nach Eröffnung der Zentren wurden alle Kinder medizinisch untersucht und wenn nötig behandelt. Schnell war klar, dass man auch die Eltern ins Boot holen und ihnen beibringen mussten, wie man Malaria effektiv verhindert und behandelt. In monatlichen Treffen wurden die Eltern unterrichtet. Sie lernten, ihre Kinder bei Fieberkrämpfen sofort ins Spital zu bringen – Compassion übernimmt dafür die Kosten. Die Eltern lernten auch, wie wichtig Sauberkeit und Hygiene zuhause sind. Die Malariamücken brüten nämlich in stehenden Gewässern, zum Beispiel in Pfützen rund ums Haus.
Die meisten Eltern hatten von der Regierung Moskitonetze erhalten. Durch die Schulungen von Compassion werden diese Netze nun auch wirklich eingesetzt. Die Eltern erzählen nämlich in der Nachbarschaft weiter, was sie gelernt haben – dass Moskitonetze der beste Schutz vor Malaria sind.
Und so kam es, dass im Jahr 2016 kein einziges Kind in Amlamé an Malaria starb. Rund sechzig Leben wurden so gerettet. Das gibt uns Grund zum Feiern! Aber es gibt immer noch viel zu tun! Unterstützen Sie uns durch eine Spende in den Fonds für medizinische Hilfe, oder werden Sie Pate eines Kindes in Togo.