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Bereits mit zwölf Jahren zeichnet und malt der in Poey de Lescar (F) geborene Jean Mauboulès (*1943) aus eigener Initiative. Mit 19 Jahren verlässt er seine Heimat in den französischen Pyrenäen, studiert in Paris Architektur und belegt Kurse an der Ecole des Beaux-Arts. 1966 zieht Mauboulès für ein halbes Jahr nach Bern. Zwei Jahre später wählt er die Stadt an der Aare als ständiges Domizil. Aus familiären Gründen zieht er 1973 nach Solothurn, wo er nach wie vor lebt und arbeitet.
Ausgehend von der Malerei weitet Jean Mauboulès während der 1960er-Jahre sein künstlerisches Schaffen auf die plastische Gestaltung aus: Glas wird (zunächst) das zent-rale Medium seiner zwei- und dreidimensionalen Arbeiten. Darin interessieren den Künstler grundsätzliche technische und zugleich wahrnehmungsbedingte, visuelle Probleme wie Konstruktion, Gewicht, Bewegung, Stabilität bzw. Instabilität, Zufall, Licht und Schatten. Neben Glas sind Eisen und Stahl die häufigsten Materialen; seltener verwendet Mauboulès auch Holz oder Steine. Diese löst er von ihren traditionellen Funktionen und verwendet sie ganz einfach als Elemente seiner Form- und Konstruktionsideen. Bis heute dienen ihm Zeichnungen als Basis aller seiner Arbeiten. Sie sind jedoch nicht als Konstruktionszeichnungen im strengen Sinn zu betrachten. Vielmehr sollen sie jenen ideellen Freiraum öffnen, der dank Fantasie, Zufall und formaler Offenheit, die Erarbeitung der strukturellen Konzepte seiner plastischen Werke erst ermöglicht.
Die filigrane und doch massive Plastik Skulptur 2006/1 des Wahl-Solothurners Jean Mauboulès hat ihren Platz an einem der vielleicht schönsten Orte der Stadt gefunden: Im Übergang zwischen den schmalen Gässchen der Zuger Altstadt und der grosszügig angelegten Seepromenade thront sie auf einem zweiteiligen Sockel. Sie zeigt eine Art Kringel oder Wirbel, der aussieht, als wäre er von lockerer Hand in die Luft gezeichnet worden. An ihrem Standort am See regt die spiralförmige Skulptur die Fantasie der Vo-rübergehenden an: Wird man Zeuge einer lebendigen Verknotung? Oder hat sich der Wirbel nur für eine kurze Verschnaufpause auf dem Sockel niedergelassen und ent-schwindet in den nächsten Minuten ins tiefe Blau des Sees? Die geometrische Form und die Schwere des Materials stehen zunächst eher in einem Gegensatz zur spielerischen Leichtigkeit in Mauboulès Werk. Seine Kunst besteht aber genau darin, diesen Gegen-satz aufzulösen. So lässt sich gerade bei der Skulptur 2006/1 kein Widerspruch finden zwischen der formalen Gestaltung und der zarten Verspieltheit, die sie evoziert.
Reiffergässli/Vorstadt, Eigentümerin Stadt Zug, Stifterin Irmgard Nauer
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