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Ausländische Hilfe kommt nur schleppend an
Hilfe aus dem Ausland erreicht das Tsunamigebiet kaum. (Reuters)
Auch mehr als zwei Wochen nach der verheerenden Naturkatastrophe in Japan kommen Hilfsgüter aus dem Ausland weiterhin nur zögerlich bei den Flüchtlingen an. Ein Mitarbeiter einer Botschaft in Tokio kritisierte in der Zeitung «Yomiuri»: «Wenn wir mehr konkrete Informationen von der japanischen Regierung bekommen würden, welche Hilfen in bestimmten Gebieten benötigt werden, könnten wir effizienter helfen».
Dem Bericht zufolge lagern in einigen Botschaften in Tokio Hilfsgüter aus dem Ausland, die allerdings nicht verteilt werden könnten, da Informationen von der japanischen Regierung ausblieben.
Die Europäische Union hatte bereits am 11. März Hilfslieferungen vorbereitet. Decken und Matratzen seien aber erst ab dem 26. März verteilt worden, hiess es.
Transportwege erschwert
Ein Mitarbeiter des japanischen Aussenministeriums begründete die Situation laut «Yomiuri» unter anderem mit den eingeschränkten Transportmöglichkeiten in den Katastrophengebieten. Auch gebe es vor Ort manchmal keinen Platz, die ausländischen Lieferungen zu lagern. Zudem bevorzugten viele Flüchtlinge japanisches Essen, wenn sie die Wahl hätten.
Nach Angaben des Aussenministeriums bekam Japan Hilfsangebote von 133 Ländern und Regionen sowie 39 internationalen Organisationen. Davon habe die Regierung 21 Angebote angenommen, die Rettungskräfte und Experten beinhalteten sowie 26, die Hilfsgüter wie Essen und Decken schicken wollten.
Reis aus Thailand und Jod aus Russland abgelehnt
Ein Hilfsangebot aus Thailand über drei Millionen Tonnen Reis lehnte die japanische Regierung nach Angaben von «Yomiuri» mit Bezug auf das japanische Agrarministerium ab, da Japan selbst mehr als drei Millionen Tonnen Reis auf Lager habe.
In den Unglücksregionen gebe es zudem keine grosse Nachfrage nach Reis. Eine Hilfslieferung aus der Ukraine, die eine Tonne Medikamente wie Jodtabletten beinhaltete, wurde demnach in das Land zurückgeschickt. Die Medikamente seien nicht für den Gebrauch in Japan zugelassen gewesen.
Tote online identifizieren
Bei der Identifizierung der Toten nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März setzen die japanischen Behörden unterdessen auf das Internet. Bei etwa 4000 Leichen, die in den Präfekturen Miyagi, Iwate und Fukushima gefunden wurden, sei noch unklar, um wen es sich handelt, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.
Die Polizei veröffentliche deswegen im Internet Informationen zu Kleidung und Grösse der Toten, sowie zu persönlichen Dingen, die bei den Leichen gefunden wurden. (brar/rend, dpa)
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