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Mit dem vierten Gesundheitsbericht geht der Kanton Bern neue Wege. Die früheren Berichte machten jeweils generelle Aussagen über den Gesundheitszustand der bernischen Bevölkerung. Die vierte Auflage zeigt erstmals in einem thematischen Bericht auf, wie stark Schulbildung, Berufsbildung, berufliche Stellung, Wohlstand oder soziale Stellung die Chance auf ein langes, gesundes und produktives Leben beeinflussen. Das Fazit: Personen mit geringer Schulbildung, einem knappen Einkommen und einer tiefen beruflichen Stellung haben auch im Kanton Bern nachweislich ein deutlich höheres Risiko zu erkranken und früher zu sterben. So hat ein 30-jähriger Mann mit obligatorischer Schulzeit und keiner beruflichen Ausbildung eine 5,5 Jahre tiefere Lebenserwartung als ein Mann im gleichen Alter mit einem Universitätsabschluss.
Besonders brisant sind diese Zahlen im Zusammenhang mit der Volksabstimmung vom 7. März über die Senkung des Umwandlungssatzes bei den Renten. Von dieser Senkung sind nämlich nur Frauen und Männer mit eher tiefen Einkommen betroffen (im Bereich des sogenannte Pensionkassenobligatoriums). Gleichzeitig haben diese Menschen, wie der Gesundheitsbericht zeigt, tendenziell auch eine kürzere Lebenserwartung, werden ihre Rente also weniger lange beziehen können. Die Senkung des Umwandlungssatzes wäre also gleich doppelt ungerecht, trifft sie doch die Rentnerinnen und Rentner, die schon unter den aktuellen Regeln die Betrogenen sind.