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Villa im Alpgütli
Grütlitrasse 21
8400 Winterthur
Von der Vielzahl der Villen, die Ernst Jung (1841–1912) in Winterthur baute, waren das Alpgütli, die Bühlhalde und Bühlstein die ersten Bauten die Jungs eigene Handschrift tragen. Sie entstanden in den Jahren1872 und 1873. In diesen Jahren hatte er vor allem Fabrikbauten für die SLM und Arbeiterhäuser entworfen, nebst einigen Ökonomiegebäuden zu bestehenden Villen.
Ingenieur Heinrich Sulzer-Steiner (1837–1906), Leiter der Giesserei und Maschinenfabrik Gebrüder Sulzer, liess 1872 einen Anbau an sein Landhaus «im Alpgütli» an der Gütlistrasse 21 errichten. Das Grundstück war schon zu Zeiten seines Vaters, Johann Jakob Sulzer-Hirzel (1806–1883), im Besitz der Familie. Seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts befand sich darauf ein Bauernhof, dessen Wohnhaus der Familie später als Sommerhaus diente. Mitte des 19. Jahrhunderts lag das Anwesen noch weit ab von der Stadt in den Rebbergen des Lindbergs zwischen dem Tösser- und dem Mockentobel.
Der sich in dieser Zeit abspielende Wandel vom aristokratischen Sommer- und Winterwohnsitz hin zur ganzjährig bewohnten Vorstadtvilla vollzog sich auch im Alpgütli. Der Sohn liess die Sommerfrische des Vaters zu seinem ständigen Wohnsitz ausbauen. Er befand sich 1872 auch nicht mehr so weit von der Stadt entfernt wie noch zwanzig Jahre zuvor. 1865 war die Friedhofstrasse (heute Gottfried-Keller-Strasse) und 1866 ein erster Teil der Rychenbergstrasse angelegt worden, und die Stadt begann sich langsam über die Eisenbahnlinie auszudehnen.
(Text aus Neujahrsblatt 2008 „Backsteinvillen und Arbeiterhäuser)