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Frau Binswanger, wir haben für dieses Dossier mit Mädchen und Buben im Alter von 7 bis 17 Jahren gesprochen. Alle haben eine sehr klare Vorstellung davon, wie die jeweiligen Geschlechter sind. Warum ist das so?
Die neunjährige Riana hat kein Problem damit zuzugeben, dass sie gern mit den Buben Fussball spielt.
Viele Eltern sagen, sie hätten sich bemüht, die Kinder nicht nach Stereotypen zu erziehen. Trotzdem blieben die Buben bereits als Kleinkinder vor jedem Bagger stehen und die Mädchen liebten die Farbe Rosa. Weshalb?
Und in den skandinavischen Ländern werfen Eltern ihren Kindern die Bälle aus gleicher Distanz zu?
Und Mädchen sind dann besser in Mathe?
Und der achtjährige Matti sagt, er könne «besser mit Zahlen als mit Buchstaben», weil Lesen vermeintlich unmännlich ist?
Dass Mädchen sprachlich und Buben mathematisch begabter sind, ist also nicht wahr?
Woran machen Sie das fest?
Gilt das auch fürs Gehirn?
Welche Unterschiede sind denn nun tatsächlich biologisch?
Tatsache ist auch, dass Mädchen zwei X-Chromosome und Jungen je ein X- und ein Y-Chromosom haben.
Was ist mit den Hormonen?
aber bei Adoleszenten und Erwachsenen sehr viele Zwischenstufen. Zu sagen, Jungen seien «testosterongetrieben», ist meines Erachtens mindestens so stark kulturell wie hormonell bedingt.
Untersuchungen zeigen aber, dass einige männliche Tiere wilder spielen als weibliche. Kann man da nicht von etwas Angeborenem sprechen?
Könnte es nicht sein, dass Buben von Natur aus wilder sind als Mädchen?
Was kann man als Eltern tun, um diese Stereotype bei den eigenen Kindern zu durchbrechen?
Man soll dem Zweijährigen, der sich ein Spidermankostüm wünscht, ein Prinzessinnenröckli schenken?
In einer idealen Welt sind Buben und Mädchen ...
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