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Andere Namen: Italienisch: Aegina. Französisch: Aigesse. Der italienische Name wird manchmal auch im Deutschen benützt.
Hydrologie:
Die Ägene hat zwei Quellflüsse, wobei die Ägene selbst am Distelsee und der Griesbach am Griesgletscher entspringt. Der Fluss ist ca. 10 km lang, hat ein Einzugsgebiet von etwa 36 km² und bei Ulrichen eine Wasserführung von 1.8 m³ pro Sekunde. Mit dem Wasser, welches seit 1966 im Maggiatal genutzt wird, waren es ursprünglich etwa 2.4 m³ pro Sekunde.
Etymologie: Der italienische Name des Flusses verrät mit seiner Endung, dass er eine gallorömische Abkunft hat. Der französische tut es noch mehr, das zeigt der Name von 1240 eindeutig. Eine 'offizielle' Deutung konnte ich noch keine finden, doch der Appellativ weist mit 'aygue' klar auf 'Wasser' und mit dem Suffix -ina auf einen Flusslauf hin. Da im Tal Adler hausten, wurde der Name des Flusses und des Tales im 14. Jahrhundert volksetymologisch zu einem Adlerfluss- und einem Adlertal umgedeutet, wie der Name von vallis Aquilina von 1354 verrät. Mit der frühesten urkundlich überlieferten Form erkennt man, dass der Fluss seinen Namen schon sehr früh erhalten hat. Das Suffix -ina oder -lina ist eine seit Jahrtausenden geläufige Flussnamenendung.
Flussnamentyp: Er gehört zur Gruppe der gallorömischen Namen und fusst auf dem Typ *aegue- mit gängiger Endung -ina.
Geologie: Der Griesgletscher war um 1900 noch so mächtig, dass ein Teil seines Eises als kleine Gletscherzunge ins italienische Griestal hinüberreichte und im Sommer dort in den italienischen Griesbach (Rio del Gries) entwässerte. Auf der Dufourkarte von 1860 reichte der Griesgletscher sogar noch bis zur Ägene hinunter und bildete noch eine zweite Gletscherzunge in Richtung Italien, welche zum Thällibach entwässerte. Dieses Wasser gelangte damit in die Tosa und nicht in die Ägene.
Flussgeschichte: Die Ägene durchfliesst im oberen Teil das unbewohnte Lengtal in östlicher Richtung und wendet sich nach der Vereinigung mit dem Griesbach nach Norden und durchfliesst das Ägenetal, früher auch Äginental oder Eginental genannt, und mündet bei Ulrichen in den Rotten (Rhone). Es ist im Winter unbewohnt und weist abgesehen von zwei Maiensässen und vom in den 1960er Jahren ausgebauten Nufenenpass eine weitgehend unberührte Natur auf. Der alte Nufenenpass und der Griespass waren seit vielen Jahrhunderten fleissig benützte Säumerpässe für den Warenaustausch zwischen den Kantonen VS und BE mit dem TI und Italien.
Am Fusse des zurückweichenden Griesgletschers wurde zwischen 1963 und 1966 eine 60 m hohe und 400 m lange Staumauer gebaut, welche das Schmelzwasser des Gletschers über den schweizerischen Griesbach auffängt. Noch 1943 wäre der Bau der Mauer nicht möglich gewesen, da der Gletscher noch deutlich länger war. Bis ins späte letzte Jahrhundert mündete die Gletscherzunge noch im Stausee. 2017 hingegen sah man dort bereits die beiden Arme des oberen Griesbachs auf einer Länge von 1 km fliessen. Das Wasser des Stausees wird von der Rhonewerke AG und der Maggia Kraftwerke AG genutzt, wozu ein umfangreiches Stollensystem besteht.
Der Griessee liegt auf einer Höhe von 2'386 m.ü.M., wurde in den Jahren 1963 - 1966 erbaut und hat einen Inhalt von 18 Mio. m³. Die Konzession erlaubt es dem Kraftwerk, etwa 50% des Wassers im Äginental zu nutzen.