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Japan im Norden Europas
Geir Grung gilt nicht nur als wichtiges Mitglied der norwegischen CIAM nach ihrer Neugründung um 1950. Er wurde auch zum wesentlichen Exponenten einer stark plastisch geprägten Betonarchitektur. Seine japanischen Reiseerlebnisse waren dafür ausschlaggebend.
Grungs Bauten aus den 1960er-Jahren wären ohne das Vorbild der japanischen Architektur, insbesondere der Werke Kenzō Tanges, nicht zu denken. Dies zeigen etwa die Trafostation des Kraftwerks Tyssedal mit ihrem konkav geformten Dach (1961) und das Portalgebäude des weiter oberhalb gelegenen Kraftwerks Tysso II (1964–1967), das von einem expressiven Arrangement horizontaler und vertikaler Scheiben und Pfeiler bestimmt wird.
Grungs wichtigster Auftraggeber dieser Zeit aber war der Konzern Norsk Hydro, der in den 1960er-Jahren den Kraftwerksverbund Røldal-Suldal errichten liess. Dieser diente der Energieversorgung für ein zeitgleich entstandenes gigantisches Aluminiumwerk auf der mehr als 50 Kilometer entfernten Insel Karmøy. Gemäss dem seinerzeitigen Stand der Technik wurde die Kette von Kraftwerken, Kavernen und Rohrleitungen grösstenteils in den Fels gesprengt.
Hubertus Adam zeichnet in der aktuellen archithese zum Thema Norwegen das Schaffen des Architekten nach – von CIAM und PAGON, über gemeinsame Wettbewerbsentwürfe mit Sverre Fehn, zu einer Reise nach Japan.