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Westliche Medien und Politiker behaupten immer wieder, Wladimir Putin wolle die EU schwächen und spalten und strebe überhaupt eine imperiale Ausdehnung Russlands auf die übrigen Länder der früheren Sowjetunion an. Insbesondere die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen beschwören ständig die Gefahr, von Russland wieder geschluckt zu werden und sehen sich durch den derzeitigen Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine darin bestätigt. Doch die Reden Putins, die er während seiner Präsidentschaft zur Thematik gehalten, und in ihnen die geopolitischen Ziele Russlands dargelegt hat, sprechen allesamt eine andere Sprache. Sie müssen in jede fundierte Urteilsbildung einbezogen werden.
Der frühere Experte für Osteuropa in Versicherungs- und Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Russland, Thomas Röper, der seit 15 Jahren in Russland lebt, hat bereits am 15. März 2020 in einem Vortrag in Hamburg1 eingehend auf vor allem drei Reden Putins hingewiesen, die er geradezu als historisch bezeichnet. Alle drei hatten geopolitische Themen zum Inhalt: die Rede Putins vor dem deutschen Bundestag im Jahre 2001, seine Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 und seine Ausführungen vor der UNO-Vollversammlung im Jahr 2015.
Die Rede im Deutschen Bundestag
Putin durfte als erster russischer Regierungschef am 25.9.2001 – nur zwei