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Kaninchen sind verglichen mit anderen Nutztierarten noch nicht lange in menschlicher Obhut, haben in dieser Zeit aber schon viele Rollen innegehabt: Fleischlieferant, Ausstellungsobjekt, Spielgefährte ...
Verglichen mit Ziegen, Schafen und Schweinen, die bereits vor 9-11'000 Jahren vom Menschen domestiziert wurden, geht man davon aus, dass der Übergang vom Wildkaninchen zum Rassekaninchen erst vor ca. 500 Jahren erfolgt ist. Die eigentliche Rassezucht, wie wir sie heute kennen, startet ungefähr Anfang des 19. Jahrhunderts.
Die hohe Fruchtbarkeit der Kaninchen und die Tatsache, dass Züchter durch die geringe Körpergrösse relativ viele Tiere nebeneinander halten können, führte dazu, dass die Gesamtzahl der Tiere und damit die Anzahl an unterschiedlichen Mutationen im Verhältnis zu anderen Nutztierarten gross waren. Die genetische Basis, aus der die Züchter ihre Tiere selektionieren konnten, war dadurch gross und es verwundert daher wenig, dass in der Obhut der Menschen unzählige Kaninchenrassen entstanden sind.
Die Kaninchenhaltung spielte über viele Generationen eine wichtige Rolle bei der Selbstversorgung mit Fleisch. Die einsetzende Industrialisierung brachte einen Aufschwung in der Kaninchenhaltung mit sich, da in den engen Arbeitersiedlungen oft nicht genügend Platz für andere Nutztiere war und viele Tierhalter sich ein Stück Landwirtschaft bewahren wollten. Mehr und mehr wurde die Kaninchenhaltung aber auch zur Freizeitbeschäftigung, was sich unter anderem in der Verschiebung vom Fleischlieferant hin zum Ausstellungstier manifestierte. Neben den ursprünglichen Kaninchentypen entstand so eine grosse Bandbreite an unterschiedlichen Typen, die sich bezüglich Körpergrösse, Fellfarbe und -länge, Augenfarbe, Ohrenlänge und Charakter unterscheiden. So existieren heute Zwergkaninchen mit nur wenig mehr als einem Kilogramm Körpergewicht, aber auch Riesenkaninchen, die über 7 Kilogramm auf die Waage bringen.