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Bis anhin war die Gegend ein weisser Fleck auf der archäologischen Fundkarte. 2006 aber wurde bei Sondiergrabungen, die wegen der Erweiterung eines Steinbruchs auf dem Hügel Mormont (Gemeinde La Sarraz VD) veranlasst wurden, ein keltisches Heiligtum aus der Spätlatènezeit entdeckt.
Die Erkenntnis aus der anschliessend durchgeführten Rettungsgrabung: Das Ausmass der Fundstelle ist einmalig und von europäischer Bedeutung. Gefunden wurden an die 260 Gruben oder Opferschächte, deren Tiefe zwischen 0,8 und 5 Meter variiert. Gemäss den ersten Beobachtungen wurde das Heiligtum nur während kurzer Zeit benutzt, zwischen 120 und 80 v. Chr.
Ein reiches archäologisches Fundmaterial konnte geborgen werden: Mehrere Dutzend Keramikgefässe, einige wahrscheinlich italienische Bronzegefässe, Werkzeuge aus Eisen, Schmuckteile, rund 20 Münzen, Getreidemahlsteine, aber auch Skelette von Menschen und Tieren, die in einigen Fällen den Aspekt der Depots als Opfer bestätigen.
Die archäozoologische Untersuchung hat insbesondere ein vollständiges Pferdeskelett nachgewiesen, es handelt sich um eines der ersten aus dem Süden importierten Pferde. Die Entdeckung von menschlichen Körperbestattungen in besonderen Positionen und Depots von Schädeln oder Skelettteilen erlauben einen neuen Blickwinkel auf die Rituale und religiösen Praktiken der Helvetier im schweizerischen Mittelland am Ende der Eisenzeit.
Bild: Ariane Piguet, Yverdon-les-Bains