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...Tradition (auch schlechte, gerade die) als die Quasitranszendenz
der Begrenzten...
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1 Nunctim...
_________
Die "Idee" der Diesseitigkeit:
Ideengeschichte - das kann doch, genau besehen, nur bedeuten die Dinge,
die in ihrem Ereignischarakter eine Idee zu verdeutlichen helfen.
So gesehen: wenn man die nominalistische Wendung in der Philosophie
(seit Duns Scotus etwa) in ihrem weiteren Fortgang betrachtet - welche Idee verdeutlicht sich damit, was will das sein! Eine Wendung gibt's, die immer auf ihre sonderbare Weise Verstand daran findet; das ist die der Wiedergeburt, daß man also - das empfiehlt gewissermaßen auch die Ideenlehre - sein Dasein nicht als Zufall wahrnimmt, sondern lernt, eine gewisse Notwendigkeit
dessen zu sehen, wie und wozu man geboren ist, und findet mit diesem gewissen Perspektivort die Wahrnehmungen, gerade mit den geschichtlich
verbürgten Törns der Philosophie, zusammen. Schon zeigt sich eine
Notwendigkeit auch darin, die nicht aus dem Sinn für Notwendigkeit
bei den Denkern selber entspringt, sondern...
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. . .
Zahnstein der Weltalter. Zeit zum Nachdenken gehabt. "Also, wovon
soll denn da die besondere Erkenntnis kommen, bei diesem - Artefakt?!"
Ja, darüber denke ich nach. Ganz allgemein: aus der Differenz zwischen
dem, was die Wirklichkeit ist und der notwendigen (nicht z.B. fahrlässigen)
Differenz dazu im Konzept des Artefakts. Aus dem "Noch etwas", von
dem die Erörterung in den Syracusaner Briefen spricht. Dabei eröffnet sich
zunächst ein interessantes Problem, nämlich das, ob die Mathematik oder das, worüber sie ist, eine von der realen Welt differente Existenzdimension hat. Dann wäre nämlich das Problem nicht so sehr ein solches. Die Mathematik wäre die eine Absolute, die Realität, die sich notwendig von jedem begrenzten Konzept oder Modell von ihr unterscheidet, eine andere, und die Differenz zwischen beidem ist dann das, was geeigneten Sinnen sprechen wird,
der Logos. Ich möchte solche Fragen hier nicht austragen, sondern weitere Aspekte plazieren. Das Artefakt insofern als rationales Weltzustandsmodell
hätte eine essentiell nominalistische Form, indem es nur von dem spricht,
was sich in kritischer, nominalistisch-rationalistischer Methode an Kenntnis
aus der Welt erkennen und behaupten läßt, aber das Konzept des Artefaktes und sein Gebrauch, die Meinung oder Weisheit, wozu es gut sein soll,
ist quintessentiell universalistisch. Man kann einen ganzen Pavillon
scholastischer Klugheiten und Auseinandersetzungen damit aufziehen.
Dann: das Artefakt ist im Prinzip allemal eine psychische Aktuation,
indem es eben Welt-Wirklichkeit in einer bestimmten Form abbildet,
so wie Auge und Geist abbilden, was sich bietet. Dabei ist Menschenwerk,
das dies besorgt, nur ephemer, nicht wichtiger, aber so absolut elementar
als wie Photonik und physiologische Chemie in den Abbildungsprozessen
und gestischen Selbsteinnahmen (Perzeptionsformen) beim Duplizieren von Zuständen (Dingen) der Welt im Wahrnehmungsraum lebender oder auch unlebender (: camera obscura) Subjekte. (Man könnte ja sagen, die Welt
bilde sich auch dann in einer camera obscura ab, wenn gar kein Licht von ihr dorthingelangt) (damit ein Begriff, was hier manchmal "Dimension heißt.) Ebenso ist ein solches Artefakt schon "Psyche", einfach indem es so
existiert und duplikativ einen Zustand, eine Ereignisform realer Welt abbildet.
Die Erkenntnis aus der Differenz kommt dem Menschen (oder wer das Artefakt sonst herstellt) nicht eigentlich daher, weil dort eine solche sein wird,
sondern weil er sich tatsächlich als Exaktor betätigen muß, damit eine
solche Abbildung ereignet werde. Solches Tun ist in einer Dimension
mit solch möglicher Erkenntnis, weil eine solche ja auch nur als erlebt in irgendeinem Sinne kann wahrgenommen werden. Solches Tun schafft einen
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Ansatzpunkt für Gewahrheit. Nebenher läßt sich ja auch nur die Bewegung des Merkur als anzeichenhaft für den elementaren Grund dieses Verhaltes,
die Sonne selber, adressieren, und was dort der Merkurverzögerung etc. entspricht, läßt sich nur logisch gewahren (in seinen Effekten z.B. allgemein mathematisch-physikalisch bestimmen), aber nicht fixieren wie der
Merkur auf seiner Bahn, daher dort von Anfang an kein Ansatz zu solcher Differenzwahrnehmung ist, die Gewahrheit diesbezüglich also ohnehin
viel allgemeiner und offener ist. Mich unterhielt, als ich dieses Spiel zunächst ausdachte, der Gedanke, daß doch die Schweremitte des Sonnensystems nicht genau in der Mitte der Sonne liegt, sondern durch die Bewegung
der Planeten so etwas wie walkend um diese her mahlt (...die Kühe kauen
so wieder, des Mittags still vor der Sonne am Boden lagernd). Das spielt
da auch, usw. Im Ganzen also wäre ich sehr vorsichtig damit, irgend einen absichtlich gesuchten Zeitraum in der Zukunft einfach mittels des Artefakts anzupeilen und zu befragen - die Sage von den allzu selbstinteressierten Benützern des Vogelnestleins bei Grimmelshausen beleuchtet in ihrer
Weise, wieso. Aber es gibt ja noch die Vergangenheit und dort einen
gut dokumentierten Ort. Keinen geographischen, sondern eher einen konzeptionellen, nämlich die Stellein den Briefen über die Syracusaner Dinge, wo die Erörterung des Kreises als Begriff für die Idee etc. so auffallend aufgelöst wird. Darumher ließe sich ein Zeitraum bestimmen, wo sich
die sagenhaftesten der griechischen Denker bemerkbar gemacht haben,
eine Gegend von vielleicht 200 Jahren. Und dazu wäre das Courbenartefakt vielleicht eine meinbare Zutat. Was im Hinblick auf die Zukunft immer guten Gewahrheitsanhalt gibt, nämlich die als das Futurum-II-Theorem (oder so) bezeichenbare Tatsache, daß egal, was wie werden und geschehen wird, wird irgendwann aber sicher geschehen sein, darf auch hier zu Sorgsamkeit raten. Man nehme daher als Material für solch ein An-sich-Ding vielleicht den Stoßzahn eines Schwarzmeer-Mammuts, das ja sicherlich weiter aus der sicheren (lebenden) Vergangenheit mit hinzutut als die Zeit, in der Griechenland dem Rest der Welt denken zu geben fand. Da ein (gerade
ein solch spezielles) Ding hier auf Erden ohnehin nur Pfand wäre unwürdiger Meinungen über seine Kraft und seinen Wert - am besten schösse man
es zum Jupiter, oder zum Uranus, wo's so bald Keiner von diesem Planeten
mehr wird anfassen. Die Amerikaner wa-ren schon so frei, Totenasche
(wie kunstlos!) auf den Mond zu schießen. Diese Weltzivilisation hat
das Zeug zu all den Gesten, die ich hier so angezeichnet habe - sonst
könnte mir solches Geding gar nicht einfallen. Ich lob' sie mir dafür
und mehr will mir auch nicht einfallen, dafür zu behaupten.
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Mir genügt der Spaß, derlei zu erdenken. Prima, Jungs. Und da ich alleine
mit dieser Erdenkung eine sichere Differenzphase definiert habe zum sonst
so kunstmäßig, denkerisch, zivilisatorisch und weltalltechnisch ohnehin
absehbar sich weiterhin Verwirklichenden, wird es mir zumindest nicht an Erkenntnissen mangeln, die mich unterhalten dürfen wie solche Denke.
Wie gesagt: ich hab' ja meine Hobbies, und nach solchen Sachen zu schauen,
ist eines davon.
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Der lauschigste Platz im All, möchte ich meinen, müßte da sein, wo fern
in den unermeßlichen Räumen zwischen allen Galaxien, die solche Leeren
umgeben wie die Schaumblasenränder, da irgendwo, als wo fast gar keine
Gravitation mehr ist, und wo der launige Krach der Sterne denkbar fern ist.
In solchen Räumen (die Erörterung des Pazifik hier irgendwo weist da hin)
müßte doch irgendeine Art Hall zu vernehmen sein. Eine Schachtel dort,
in der nur ein paar lose Dinge umherschweben, müßte sich doch als
Ausbund relativistischer Gewahrheit beweisen, vergleichbar dem, wie man
Infrarotteleskopie im Weltraum extrem verfeinert, indem man das Teleskop
(~ Perspektiv) so sehr abkühlt wie möglich. Dem Simplizius sein Lausch-
gerät, in ultimo, wäre solche Schachtel in der stillsten, leersten Gegend des
Alls. An sich kann man derlei schon hier an der Erde recht einfach haben:
in Paris. Die Abteile 1.Klasse in den dort abgestellten TGV-Zügen haben,
wenn's gut über Mitternacht ist, eine solche Gemütlichkeit, solch dichte
Stille in sich, kein Raumschiff da draußen könnte eigentlich absoluter sein. Dann dürstet mich, ich trinke aus einer großen Flasche stillen Mineralwassers, schaue sinnend danach in die Wasserfläche darin, eine kleine Luftblase schwimmt darauf, gerät in Bewegung, treibt, von den Magnetkräften
in der Wasserfläche gezogen, mit verhaltener Beschleunigung an die
Plastikwand der Flasche und haftet dort, so beiläufig, so bestimmt, und für ein
paar Momente bin ich ein wenig fassungslos. So ist das ja wirklich. Und nichts sonst geschieht. Es kann bis vier Uhr morgens dauern, daß jemand vorne in der Lokomotive ein paar Schlüssel in die Armaturen setzt, Schaltbewegungen tut, die Ventilation anschaltet, den Zug in Bewegung setzt;
und dann habe ich Grund, aufzustehen und mir einen anderen Platz zu
suchen, in einem anderen Zug, oder irgendwo sonst schlafen zu gehen.
So lange werde ich aber wohl nicht warten. Es wird mir schon irgendetwas Zeitigeres einfallen - wenn ich von dem, was das Mikroereignis in der
Wasserflasche gerade gezeigt hat, wieder da bin. Es kommt nicht darauf an.
Die Welt ist grad woanders.
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Was (dazu) die Leute angeht, die gelegentlich da vorne in der Lokomotive
ihre Gesten tun, so kann man von einem Spiel berichten, das sie öfter spielen,
ein ganz einfaches. Dazu muß der Zug noch im (Lyoner) Bahnhof stehen.
Die Reisenden sind schon seit Einigem ausgestiegen und fortgegangen,
die Nachschau ist schon gewesen, und nun ist es die Zeit der Parasiten,
also der wissenden Herumtreiber, die manchmal für einige Tage oder
Wochen, seltene Einzelne für Jahre, da auf dem Bahnhof oder in den
Anlagen weiter draußen durch die verlassenen Züge ziehen und nehmen,
was sie von dem, das Reisenden zu viel gewesen, zu fressen gebrauchen
können. Das ist auch mein Spiel, und gerade der Lyoner Bahnhof kriegt seine
Leute satt. Das Fressen alleine genügt mir natürlich nicht. Ich schaue nach
Zeitungen, hebe mir vielleicht Bücher auf, die für übrig dagelassen wurden,
und auch sonst "lese" ich den Zustand der Züge, die überall herkommen
aus dem Süden beim Ostrand der Pyrenäen bis in die Schweiz und Mailand.
Da ist immer was, das sein Bemerken lohnt. Und das Fressen, das oft
wirklich gut ist. Ich habe mir, wo sonst keine wörtliche Unterhaltung ist,
angewöhnt, vor mich hinzusprechen nach Laune und Einfall, mache mir
damit so etwas wie fortwährende Untertitel zu dem, was ich so finde,
sehe usw., ganz beiläufig. Die einzigen agents, die dann noch durch die
Züge kommen, werden die sein, die auf dem Weg zur bahnhofsauswärtigen Lokomotive noch einmal schauen, was sie (wohl für die Langeweile,
wenn sie wieder zu Fuß hereingewandert sind und auf einen nächsten
Zug zum Hinausfahren warten müssen) noch mitnehmen können. Denen,
oder manchen von der Nachschau, begegne ich dann manchmal in dem Längskorridor eines Zuges, und dann folgt die Ansage des Spiels:
der von der Technik sagt etwas relativ Unerwartetes, was mich ein wenig perturbiert und zögern macht, weist mich vielleicht mit irgendwelchen
Worten auf den Bahnsteig, oder irgendsowas. Dann geht er weiter,
ich stöbere weiter müßig durch den Zug (oder, wenn er mich hinausgewiesen hat, steige wieder ein dazu, sobald er außer Sicht sein will), rede da weiter
vor mich hin oder mache mir grad keine Worte, aber dann irgendwo löst
das Spiel sich ein; bei einem bezeichnend dazu passenden Wort oder einer eigentlich absichtslosen, aber ebenso passenden Geste im Fortgang
meines Weges knackt es in den Relais, und der Andere hat,
fern am Ende des Zuges,
....................
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....................
Terminus

10:08 - 17 October 2007 -

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leichte Bedachtsamkeiten einer irren Zeit
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