Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03273.jsonl.gz/479

Die Gesetzgebung soll dahingehend geändert werden, dass die Methoden zur Herstellung und Vermarktung von synthetischen oder aus Stammzellen produzierten Lebensmitteln geregelt und als solche Produkte ausgewiesen werden, sodass sie nicht mit den Produkten natürlichen Ursprungs verwechselt werden. Klare Gesundheitsvorschriften müssen festgelegt werden, bevor die Produktion oder der Import solcher Lebensmittel erlaubt wird.
Grund des Vorstosses:
Bereits in dem sehr visionären Film «Brust oder Keule» aus dem Jahr 1976 stellte Louis de Funès in der Hauptrolle künstliche Nahrung her; was uns damals Tränen lachen liess, ist heute beunruhigende Realität.Sei es Fleisch, Gemüse, Eier, Obst, Milch usw. – die Liste der synthetischen oder aus Stammzellen hergestellten Lebensmittel wächst stetig und sollte zum gründlichen Nachdenken anregen, wie das, was auf unserem Teller landet, produziert wird.Während die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten zu natürlichen, gesunden und regionalen Lebensmitteln aufrufen, arbeiten viele Akteure der Lebensmittelindustrie daran, ausschliesslich im Labor hergestellte Lebensmittel auf unseren Tisch zu bringen.In seiner Antwort auf die Interpellation 23.3470 über ein Verbot der Herstellung von Kunstfleisch erwähnt der Bundesrat, dass diese neuartigen Lebensmittel noch nicht Bestandteil unserer üblichen Ernährung seien und dass sie zur Sicherheit der Konsumentinnen und Konsumenten einer Bewilligungspflicht unterstehen.Der Bundesrat stellt klar, dass er ein Verbot nicht als notwendig erachtet und dass noch keine Bewilligungsgesuche für Fleischalternativen eingereicht worden seien.Dennoch titelte eine kürzlich erschienene Ausgabe der Zeitung Le Matin «Le génie génétique pourrait remplacer les vaches» (Gentechnik könnte Kühe ersetzen). In dem Artikel wird erwähnt, dass der multinationale Konzern Nestlé versuchsweise eine gentechnisch veränderte Milch auf den US-Markt gebracht hat. Sein Konkurrent Unilever kündigte an, noch in diesem Jahr auf dem europäischen Markt Kunstmilch-Glace verkaufen zu wollen, die auf im Labor gezüchteten Proteinen basiert. Durch den Einkaufstourismus werden diese Lebensmittel morgen auf unseren Tellern landen.Ein in Berlin ansässiger Schweizer Unternehmer ist bereit, eine Alternative zu Käse auf den Markt zu bringen, die gentechnisch hergestellt wird. Auf einheimischer Ebene untersucht Fenaco das Potenzial von Kunstfleisch. Ihrer Meinung nach könnte es eine Möglichkeit zur Diversifizierung für die Landwirtschaft sein.Landwirtinnen und Landwirte sowie die Akteure der Lebensmittelkette sind über diese Situation besorgt.