Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/2262

Im Fokus stehen Gatlins Trainer Dennis Mitchell und der Leichtathletik-Manager Robert Wagner. «Sie denken Justin tut es nicht? Jeder macht es», sagte Wagner gegenüber den Telegraph-Journalisten.
Testosteron für 250'000 $?
Die Undercover-Reporter hatten vorgegeben, einen Leichtathletik-Spielfilm zu drehen. Wagner und Mitchell sollten den Hauptdarsteller trainieren. Mit der nötigen medizinischen Betreuung natürlich. Und die beiden sprangen darauf an.
Für 250'000 US-Dollar boten sie dem Filmteam angeblich illegale Substanzen wie Testosteron und Wachstumshormone an. Über einen Arzt in Wagners Heimat Österreich sollten die Mittel besorgt werden.
Gatlin reagiert umgehend
Nach der Veröffentlichung des Artikels entliess Gatlin seinen Coach. Er sei «geschockt», dass sein Trainer mit den Anschuldigungen zu tun habe, schrieb der 100-m-Weltmeister von London. «Ich habe ihn deswegen gefeuert. Ich nehme kein Doping», so der 35-Jährige.
Wagner ruderte seinerseits zurück: «Ich habe das gesagt, um sie zu beeindrucken», sagte er der Nachrichtenagentur AP. «Tatsächlich habe ich den Reportern, die danach gefragt haben, weder etwas über die Quelle noch über die Lieferung gesagt», meinte Wagner, aber «dummerweise behauptet, ich könnte das».
Diese Behauptungen sind äusserst schwerwiegend
Inzwischen haben der Leichtathletik-Weltverband IAAF und die Anti-Doping-Agentur der USA Ermittlungen aufgenommen. Gatlin war bereits zweimal wegen Dopingvergehen gesperrt, erstmals 2001. Als Wiederholungstäter entging er 2006 einem lebenslangen Bann nur deshalb, weil er als Kronzeuge gegen seinen ehemaligen Trainer Trevor Graham aussagte.
Sendebezug: Radio SRF 1, 19.12.17, 17:10-Uhr-Bulletin