Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03334.jsonl.gz/1780

„Football is coming home“
England steht erstmals in einem EM-Final. Das Team von Gareth Southgate setzt sich im zweiten Halbfinal im Londoner Wembley gegen Dänemark 2:1 nach Verlängerung durch und beendet das Sommermärchen des Europameisters von 1992. Das entscheidende Tor schiesst Harry Kane.
Der englische Captain verwertete kurz vor Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung einen Foulpenalty im Nachschuss, nachdem Kasper Schmeichel den ersten Versuch Kanes noch pariert hatte. So verdient der Treffer für die ab der zweiten Halbzeit klar dominierenden Engländer war, so glückhaft kam dieser zustande. Eine leichte Berührung des eingewechselten Mathias Jensen brachte Raheem Sterling im Strafraum zu Fall, was Schiedsrichter Danny Makkelie als Foul wertete. Ein (zu) harter Entscheid.
Zuvor hatte es das Heimteam mehrmals verpasst, die Vorentscheidung früher herbeizuführen. Harry Maguire (55.), Mason Mount (73.) und Kalvin Phillips (80.) standen dem 2:1 bereits in der regulären Spielzeit nahe, kurz nach Wiederanpfiff der Verlängerung bot sich Kane die nächste grosse Chance (94.). Immer wieder scheiterten sie aber am überragendem Schmeichel, der mehrere Glanzparaden zeigte, letztlich aber trotzdem nicht in die Fussstapfen seines Vaters Peter treten konnte. Dieser hatte 1992 im Halbfinal gegen Titelverteidiger Niederlande den Aussenseiter in den Final gehext.
Die Partie vor knapp 65’000 Zuschauern im Wembley hatte nach einem halbstündigen Abtasten so richtig Fahrt aufgenommen. Den Auftakt in die spektakuläre Viertelstunde vor der Pause machte Dänemarks Mikkel Damsgaard, der mit einem herrlichen Freistoss aus gut 25 Metern Jordan Pickford erstmals in diesem Turnier bezwang. Es war der erste Freistosstreffer in diesem Turnier. Luke Shaw hatte in Erwartung einer Freistossflanke Andreas Christensen umgerissen.
Der erste Gegentreffer des Turniers diente als Weckruf für die „Three Lions“, die verhalten in die Partie gestartet waren. Eine Reaktion liess nicht lange auf sich warten. Den ersten Versuch zum Ausgleich von Sterling wehrte Schmeichel noch spektakulär ab (38.), gut eine Minute später verhinderte Simon Kjaer das Tor des Angreifers von Manchester City. 1:1 hiess es trotzdem, lenkte der dänische Verteidiger doch bei seiner Intervention den Ball zum 11. Eigentor an diesem Turnier ins Netz. Den Angriff hatte Kane mit einem herrlichen Steilpass auf Bukayo Saka eingeleitet.
Dank dem sechsten Sieg im sechsten Spiel stehen die Engländer erstmals seit dem WM-Titel 1966 und dem berühmten Wembley-Tor gegen Deutschland in einem Final, dem ersten an einer EM. 1996 waren sie an ihrem letzten Heimturnier im Halbfinal im Wembley gescheitert, als sie gegen Deutschland im Penaltyschiessen verloren. Einziger Fehlschütze war damals Gareth Southgate, der nun 25 Jahre später diesen Makel als Nationaltrainer tilgte.
Mit Italien und England spielen damit am Sonntag die beiden diskussionslos besten Teams dieses Turniers um den Titel. Für England spricht der Heimvorteil und die makellose Bilanz, für Italien die Vergangenheit. Alle vier Direktbegegnungen an Endrunden entschied Italien für sich, so auch den EM-Viertelfinal 2012 in Kiew, als sich Italien nach torlosen 120 Minuten im Penaltyschiessen durchsetzte.
(text&bild:sda)
Veranstaltungen:
Jul