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Hérémence
Landwirtschaft, Handwerk und Strafvollzug
Das Museum von Hérémence wurde 1988 eröffnet und ist in einem Gebäude aus dem Jahre 1584 untergebracht. Im Obergeschoss des historischen Bauwerks wurden vormals Versammlungen abgehalten und Abstimmungen durchgeführt. Das gemauerte Sockelgeschoss beherbergte den Gerichtssaal, in dem die Rechtshändel der Talschaft geregelt wurden.
Dem Besucher eröffnet sich ein weiter Einblick in das frühere lokale Leben von Hérémence. Die landwirtschaflichen Geräte nehmen praktisch den gesamten Eingangsbereich in Beschlag. Hier werden dem Besucher die rund um den hanf- und den Getreideanbau sowie die Heuernte anfallenden Arbeiten vor Augen geführt. Im ehemaligen Gerichtssaal erinnert ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Uhrwerk an die alte Kirche des Dorfes. Mit Geschirr und weiteren Utensilien, die bei der Herstellung des Hauskäses Verwendung fanden, wird das Leben auf der Voralp dargestellt. An der Stelle, wo ursprünglich die beiden Marterpfähle standen, ist nun eine Schuhmacherwerkstatt zu besichtigen. Es folgt eine mit allen Gegenständen für die Herstellung von Käse, Ziger, Butter und Rahm ausgestatte Alphütte. Die von der Alp Mandelon stammende Salzmühle ruft in Erinnerung, welche Bedeutung dem Salz in der traditionellen Land- und Alpwirtschaft zukam. Im weiteren werden die Tätigkeiten verschiedener mit Holz arbeitender Handwerker (Zimmermann, Tischler, Drechsler) vorgestellt.
Auch die historische Rolle des Gebäudes wurde in das Museum integriert. Im letzten Raum, dem ehemaligen Gefängnis der Talschaft, kann neben einer Sammlung von Militärucksäcken und Grenadierkepis auch das alte Halseisen besichtigt werden - ein Band, das um den Hals der Delinquenten gelegt wurden. Die ebenfalls ausgestellten bronzenen Armreifen aus der Römerzeit wurden während den Aushubarbeiten beim Bau des neuen Friedhofes im Jahr 1940 gefunden.