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Igor Strawinsky ist eine der wenigen zentralen Gestalten in der Musik des 20. Jahrhunderts. Keinem anderen Komponisten unserer Zeit war ein so langes Leben beschieden und eine solch stupende, kontinuierliche und bis ins Greisenalter ungebrochene Schöpferkraft. Schon früh hat Strawinsky die Musik seiner Zeit zu revolutionieren vermocht, als Dreissigjähriger mit dem Sacré du printemps, der bis heute - ein Menschenalter nach seiner ersten Aufführung - ein Werk von herausfordernder Komplexität und Dynamik geblieben ist; Strawinsky erregte immer wieder schroffes Pro und Contra, wandte sich Neuem zu, wenn man seinen "Stil" verstanden zu haben meine; noch die "Bekehrung" des Siebzigjährigen zur Zwölftontechnik, von der man glaubte, sie sei seinem Musikbegriff konträr, war ein Ereignis, das die musikalische Welt bewegte.
Portrait
Wolfgang Dömling, geboren 1938 in München, studierte Musikwissenschaft und Kunstgeschichte in München, Zürich, Göttingen und ist seit 1977 Professor für Musikwissenschaft an der Universität Hamburg. Er publizierte Arbeiten über Musik des Mittelalters, Musik des 19. und 20. Jahrhunderts und über Methodenprobleme der Musikgeschichtsschreibung. Für 'rowohlts monographien' schrieb er die Bände über Igor Strawinsky und Hector Berlioz.