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Akira Schmid: ein ruhiger Wettkampftyp
Aktuell figurieren bei den New Jersey Devils vier Schweizer im Kader, einer von ihnen ist Goalie Akira Schmid. Ein Portrait des 22-jährige Emmentalers.
Aktuell figurieren bei den New Jersey Devils vier Schweizer im Kader, einer von ihnen ist Goalie Akira Schmid. Ein Portrait des 22-jährige Emmentalers.
Der bei den SCL Tigers gross gewordene Schmid ist hierzulande weniger bekannt, da er die Schweiz mit 18 Jahren in Richtung Nordamerika verlassen hat - er kam einmal in der ersten Mannschaft der Langnauer zum Einsatz. Der Start in Übersee war dann alles andere als einfach.
Das kanadische Juniorenteam Lethbridge Hurricanes, das ihn verpflichtet hatte, setzte doch nicht auf ihn, worauf er bei den Corpus Christi IceRays Unterschlupf fand. Dort blieb er allerdings nur kurz, da er als Notfall-Ersatz zu den Omaha Lancers in die USHL geschickt wurde, wo er dann die Saison zu Ende spielte. «Von da an fühlte ich mich wohl», blickt Schmid im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zurück. In der darauffolgenden Saison wurde er von den Lancers zum Ligakonkurrenten Sioux City Musketeers getradet.
Abwehrquote von 92,5 Prozent
Schmid kam also schon früh mit den Gepflogenheiten in Nordamerika in Berührung. Auch aktuell erlebt er ein Hin und Her, welches er selbstredend gerne in Kauf nimmt, da er bei den Devils den NHL-Traum ausleben darf. «Mit der Zeit gewöhnst du dich daran, das ist das Business», sagt Schmid.
In der vergangenen Saison kam er zu sechs Einsätzen in der besten Eishockey-Liga der Welt, in dieser sind es schon deren 13, in denen er es auf eine gute Abwehrquote von 92,5 Prozent brachte. Am 25. Februar feierte er beim 7:0 gegen die Philadelphia Flyers seinen ersten Shutout in der NHL.
«Verglichen zur letzten Saison fühle ich mich nun wohler hier. Ich kenne die Leute schon besser, wenn ich zu den Devils berufen werde, ist es einfach, mich zu integrieren.» In der NHL werde im Vergleich zur AHL strukturierter gespielt, dadurch wisse er mehr, was passiere.
Inspiriert auch von Martin Gerber
Schmid begann mit neun Jahren mit Eishockey. Auslöser war ein NLA-Matchbesuch in Langnau. In der Folge schaute er auf YouTube Videos, das erste war eines des legendären NHL-Torhüters Carey Price. Auch der ebenfalls in Langnau gross gewordene Martin Gerber inspirierte ihn, deshalb wollte er ebenfalls Goalie sein - das war er auch im Fussball. «Alle wollten Tore schiessen, ich dagegen wollte derjenige sein, der den anderen das Leben schwer macht», sagt Schmid.
Torhüter seien schon etwas spezieller, gibt er zu. Selber beschreibt er sich als ruhig, lustig und lieb. Wenn er jemanden besser kennt, öffnet er sich. Hat er eine Marotte? «Ich mache immer das gleiche Warm-up und habe die gleiche Routine während den Werbepausen. Das gibt mir ein Komfortgefühl.» Verbesserungspotenzial sieht er im peripheren Sehen. Zudem will er physisch stärker werden.
Die Schweiz verlassen hat er deshalb, weil er gerne Konkurrenz hat, das war bei den Junioren in Langnau «nicht unbedingt» der Fall. «In den USA musste ich jeden Tag zeigen, dass ich der Bessere bin, das hat mir enorm geholfen.» Zudem wollte er nicht nur wegen des Eishockeys schon immer einmal nach Amerika, der dortige Lebensstil passt zu ihm.
Rookie-Vertrag bis 2024
Schmid betont aber, dass es nicht den einen Weg gebe. «Letztendlich spielt es keine Rolle, in welcher Liga man ist. Wenn du deine Leistung abrufst, kommst du weiter. Entscheidend ist, dranzubleiben, geduldig zu sein und jeden Tag hart zu arbeiten. Zu reklamieren, wenn es nicht wie gewünscht läuft, raubt nur Energie.»
Sein Rookie-Vertrag mit den Devils, die ihn 2018 als Nummer 136 gedraftet haben, läuft noch bis 2024. Aktuell macht sich Schmid allerdings noch keine Gedanken über die Zukunft, aber natürlich ist sein Ziel, einen fixen Platz in der NHL zu erhalten. Das Talent und vor allem auch die Statur dazu - er ist 1,95 m gross - besitzt er auf jeden Fall. Diesen Beweis erbringt er aktuell bei den Devils.