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Atombomben sind wieder ein Mittel der Politik: Russland stationiert neue Waffen, Amerika kündigt einen Abrüstungsvertrag. Dieses Thema griff Friedrich Dürrenmatt bereits 1962 in seinem Stück «Die Physiker» in der Zeit des Kalten Krieges und des atomaren Gleichgewichts auf.
Wir befinden uns in einem psychiatrischen Privatsanatorium. Drei Morde an Krankenschwestern geschehen in rascher Folge, jedesmal von einem anderen Patienten begangen. Der Polizeiinspektor steht vor einem Rätsel, handelt es sich doch bei diesen um drei Kernphysiker, die man bisher als harmlose, liebenswürdige Irre eingestuft hat: Beutler hält sich für Newton, Ernesti möchte Einstein genannt werden und Möbius gibt vor, ihm erscheine der König Salomon. Er ist verheiratet, hat drei Söhne und galt bis zu seiner Einweisung als Genie mit glänzenden Karriereaussichten. Unabhängig von den rätselhaften Motiven dieser Patienten erscheinen nun rasche, durchgreifende Sicherheitsvorkehrungen unumgänglich. Newton durchschaut die Anzeichen einer Umwandlung des Santoriums in ein psychiatrisches Gefängnis und fordert Möbius auf, mit ihm zu flüchten. Er erklärt, in Wirklichkeit der Physiker Kilton zu sein und für einen Geheimdienst zu arbeiten. Er habe Möbius’ Einweisung in das Sanatorium als Tarnung durchschaut. Dies leitet eine Reihe überraschender Enthüllungen ein. Das Stück nimmt die schlimmstmögliche Wendung.
Friedrich Dürrenmatt stellt die Frage nach der Verantwortung des Naturwissenschaftlers für die gefährlichen Anwendungen seiner Entdeckungen, spricht ihn aber davon frei. Gleichgültig, wie er sich entscheidet, das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Bei dem Schweizer Autor erhält man sicher einen humorvollen, zynischen, moralinfreien Kommentar zu Problemen von Gesellschaft und Politik, die leider heute nichts von ihrer Brisanz verloren haben.
Die Inszenierung steht unter der Regie von Herbert Olschok, dessen Gastpiele ihn neben Deutschland und der Schweiz nach Shanghai, Toronto und weitere Orte in Kanada führten, und dessen Inszenierungen mehrfach ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem kanadischen Theater-Oscar. Die Hauptrollen spielt das in Freiburg bestens bekannte Schauspielerpaar Peter Bause (Möbius) und Hellena Büttner (Chefärztin Mathilde von Zahnd), beide TrägerInnen des Inthegapreises.