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Cephalosporin der dritten Generation für Rinder
ATCvet: QJ01DD90
Zusammensetzung
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenCeftiofur ist ein Cephalosporin der 3. Generation, das gegen gramnegative und grampositive Bakterien wirksam ist. Ceftiofur hemmt die bakterielle Zellwandsynthese und wirkt dadurch bakterizid.
Beim Rind ist Ceftiofur wirksam gegen folgende Bakterien, welche die akute interdigitale Nekrobazillose (Panaritium) verursachen, wie Fusobacterium necrophorum, Bacteroides spp., Prevotella spp. und Porphyromonas spp. (siehe Tabelle 1) sowie auch gegen Bakterien, welche die akute postpartale (puerperale) Metritis verursachen, wie Escherichia coli, Arcanobacterium pyogenes und Fusobacterium necrophorum (siehe Tabelle 2).
Desfuroylceftiofur, der Hauptmetabolit, ist in gleicher Weise wie Ceftiofur antimikrobiell wirksam gegen die oben aufgeführten Erreger.
Tabelle 1: in-vitro-Aktivität von Keimen, welche die akute interdigitale Nekrobazillose (Panaritium) verursachen. Die Keime wurden in den Jahren 2002 - 2007 in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Grossbritanien isoliert:
Tabelle 2: in-vitro-Aktivität von Keimen, welche bei der akuten postpartalen Metritis isoliert wurden: Arcanobacterium und E. coli wurden in Frankreich, Deutschland, Belgien und Dänemark im Jahr 2000; Fusobacterium in Frankreich, Deutschland und Italien im Jahr 2009 isoliert:
Aus Panaritien wurden insbesondere resistente Prevotella spp. und Bacteroides spp., aus Metritiden resistente E. coli und F. necrophorum isoliert.
PharmakokinetikNaxcel wird nach einer subkutanen Injektion in die Ohrenwurzel gut absorbiert. Nach der Verabreichung wird Ceftiofur rasch zu Desfuroylceftiofur metabolisiert, dem wichtigsten wirksamen Metaboliten. Die Proteinbindung von Ceftiofur und seinem Hauptmetaboliten liegt bei ungefähr 70 - 90%. Eine Stunde nach einer einmaligen Verabreichung liegen die Plasmakonzentrationen über 1 μg/ml. Maximale Plasmakonzentrationen (etwa 5 μg/ml) traten ab 12 Stunden nach der Injektion auf. Für Ceftiofur bleiben Gesamtplasmakonzentrationen über 0.2 μg/ml für mindestens 7 Tage bestehen, für seine aktiven Metaboliten Konzentrationen von 1.0 μg/ml für mindestens 4 Tage.
IndikationenBehandlung der
Dosierung / AnwendungEinmalige subkutane Injektion von 6.6 mg Ceftiofur pro kg Körpergewicht (entsprechend 1 ml Naxcel pro 30 kg Körpergewicht) in die Ohrenwurzel.
Korrekte Dosierung: Zur Vermeidung einer Unterdosierung ist das Körpergewicht exakt zu bestimmen.
Pro Injektionsstelle sind maximal 30 ml zu applizieren.
Spätestens 48 Stunden nach der Behandlung sind die Diagnose und die Behandlung der Krankheit zu überprüfen, wenn sich die klinischen Zeichen nicht gebessert haben.
Die Glasflasche muss vor der Anwendung während 30 Sekunden - oder so lange bis das sichtbare Sediment in der Flasche vollkommen resuspendiert ist - kräftig geschüttelt werden.
Anwendungshinweise zur Verabreichung:
Abbildung 1: Subkutane Verabreichung von Naxcel auf der Ohrhinterseite. an der Verbindung von Ohr zu Kopf (Ohrenwurzel).
Abbildung 2: Injektionsstelle für die subkutane Verabreichung von Naxcel an der Ohrenhinterseite an der Verbindung von Ohr zum Kopf (Ohrenwurzel).
Überdosierung:Beim Rind ergaben parenteral applizierte, beträchtliche Überdosierungen von Ceftiofur keine Anzeichen einer systemischen Toxizität. Aspekte der Lebensmittelsicherheit sind nicht untersucht.
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen:Nicht anwenden bei Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Ceftiofur oder andere β-Laktam-Antibiotika. Nicht an anderen Stellen als subkutan hinter dem Ohr injizieren.
Vorsichtsmassnahmen:Die Tiere sind nach der Behandlung gut zu überwachen und der Tierarzt ist rasch zu informieren, falls keine Besserung eintritt. Cephalosporine sollten, wenn möglich, nur nach Überprüfung der Empfindlichkeit der Erreger angewendet werden.
Naxcel 200 mg Rind ad us. vet. soll nur nach bakteriologischer Sicherung der Diagnose und Sensitivitätsprüfung der beteiligten Erreger sowei bei Vorliegen von Resistenzen gegenüber anderen Antibiotika angewendet werden. Der Einsatz des Präparates solte aus Gründen einer möglichen Resistenzentwicklung nicht bei geringfügigen Infektionen erfolgen.
Häufige Anwendung einschliesslich einer von den Vorgaben der Arzneimittelinformation abweichenden Anwendung kann zur erhöhten bakteriellen Resistenz gegenüber Ceftiofur führen.
Bei der Planung der Behandlungsstrategie sind auch Möglichkeiten einer Verbesserung des praktischen Herdenmanagements zu prüfen und unterstützend geeignete lokal anzuwendende Produkte (z.B Desinfektionsmittel) einzusetzen.
Trächtigkeit:
Untersuchungen an Labor-Mäusen ergaben keine Hinweise auf teratogene, fetotoxische oder maternotoxische Wirkungen.
Untersuchungen an Labor-Ratten ergaben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen, jedoch wurden maternotoxische Wirkungen (weiche Fäzes), sowie fetotoxische Wirkungen (vermindertes Gewicht der Foeten) beobachtet. Bei beiden Spezies konnten keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit beobachtet werden. Entsprechende Untersuchungen bei trächtigen Kühen wurden nicht durchgeführt.
Laktation:
Keine Einschränkungen.
Fruchtbarkeit:
Es wurden keine spezifischen Studien an Zuchtrindern durchgeführt.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Sichtbare Schwellungen an der Injektionsstelle wurden unter Feldbedingungen bei etwa zwei Dritteln der behandelten Tiere zwei Tage nach der Injektion beobachtet. Diese bilden sich innerhalb von maximal 23 Tagen zurück. Schwellungen an der Injektionsstelle können in den ersten Tagen nach der Injektion bei einigen Tieren mit leichten bis mittelschweren Schmerzen verbunden sein. In sehr seltenen Fällen (bei weniger als 1 von 10'000 Tieren) kam es nach Verabreichung des Tierarzneimittels zu plötzlichen Todesfällen. Diese wurden einer intravasalen Applikation des Tierarzneimittels oder einer Anaphylaxie zugeschrieben.
Milch: 0 Tage
Die Absetzfristen gelten nur bei korrekter Applikation in die Ohrenwurzel (vgl. Rubrik "Dosierung/Anwendung").
WechselwirkungenNicht bekannt.
Sonstige Hinweise
Physikalische oder chemische Inkompatibilitäten:Nicht bekannt.
Vorsichtsmassnahmen für den Anwender:Penicilline und Cephalosporine können nach Injektion, Inhalation, oraler Aufnahme oder nach Hautkontakt zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Bei Penicillin-Überempfindlichkeit ist eine Kreuzreaktion gegen Cephalosporine und umgekehrt möglich. Gelegentlich kann es zu schwerwiegenden allergischen Reaktionen kommen. Sollte eine bekannte Überempfindlichkeit vorliegen, ist der Kontakt mit dem Tierarzneimittel zu vermeiden.
Den direkten Kontakt mit Haut oder Augen vermeiden. Bei versehentlichem Kontakt sofort mit reichlich Wasser spülen oder abwaschen. Wenn nach dem Kontakt mit dem Tierarzneimittel Symptome wie Hautausschlag oder Augenreizungen auftreten, sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Ein Anschwellen des Gesichtes, der Lippen oder Augenlider oder Atembeschwerden sind ernst zu nehmende Symptome und bedürfen einer sofortigen ärztlichen Behandlung.
Lagerungshinweise / Verwendbarkeitsfrist:Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Ausserhalb der Reich- und Sichtweite von Kindern aufbewahren.
Nach Ablauf des auf dem Behältnis bzw. auf der Packung mit "Exp" angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwenden.
Der Inhalt der Durchstechflasche ist 28 Tage nach Anbruch aufzubrauchen.
Nicht verwendetes Tierarzneimittel oder Abfallmaterialien vom vorliegenden Tierarzneimittel sind entsprechend der lokalen Bestimmungen zu entsorgen.
PackungenPackung mit einer Durchstechflasche zu 100 ml
Informationsstand: 04/2011
Dieser Text ist behördlich genehmigt.