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Der Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten des Instituts für klinische Epidemiologie und Biostatistik ist die Schaffung von Real World Evidence und die Verbesserung der Methodologie in der klinischen Forschung.
Wir untersuchen den Nutzen und die Risiken von medizinischen Interventionen anhand von Routinedaten und Verlaufsstudien (Kohortenstudien). Wir entwickeln und vermitteln die Methoden der evidenzbasierten Medizin, um die Qualität der klinischen Forschung zu verbessern und die Wirksamkeit von Interventionen in der klinischen Routine zu prüfen. Hierzu verwenden wir neuartige Methoden und nutzen zum Beispiel routinemässig erhobene Datensysteme, um auf ihrer Basis randomisierte klinische Interventionsstudien durchzuführen.
Wir benutzen Modelle um mittels Routinedaten klinische Wirksamkeitsstudien zu emulieren. Dies ermöglicht es uns, Schätzgrössen zur Wirksamkeit von neuen Medikamenten zum Beispiel bei sehr kleinen Patientengruppen und bei Patientinnen und Patienten mit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten abzuschätzen. Diese Modelle sind wichtig für die Entscheidungsfindung in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit seltenen Krankheiten oder – aufgrund von Komorbiditäten – beschränkten Behandlungsmöglichkeiten.
Wir nutzen Daten aus Kohortenstudien für die Entwicklung von kausalen Modellen (causal modeling). Wir untersuchen den Nutzen von therapeutischen Massnahmen, indem wir das Studiendesign einer randomisierten kontrollierten Studie imitieren. Dies ermöglicht es zum Beispiel den Nutzenbeleg, welcher in randomisierten kontrollieren Studien nur anhand von Surrogatparameter bekannt ist, mittels kausalen Modellen und Langzeitkohortendaten für patientenrelevantere Endpunkte wie gewonnene Überlebenszeit oder Verhinderung von Krankheitsfällen zu modellieren und abzuschätzen.
Wir untersuchen zum Beispiel in Methodikprojekten, für welche Fragenstellungen randomisierte kontrollierte Studien routinemässig erhobene Daten benützen, um die Patientenrekrutierung zu verbessern, oder um die Datenerfassung zu vereinfachen. Ebenso beteiligen wir uns an Aktivitäten, um für diese neuen Methoden bessere Reporting Standards zu definieren und die Qualität der Durchführung von RCTs, welche auf Routinedaten beruhen zu verbessern.
Detaillierte Information zu den Projekten und Methoden ist dem Jahresbericht 2019 des Instituts für klinische Epidemiologie und Biostatistik und der Institutswebsite zu entnehmen.