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Letzte Woche war es vom EDA gemeldet worden, dann wurde es dementiert, am Dienstag bestätigte es die russische Botschaft in Bern: Die Regierung in Moskau eröffne wieder ein Konsulat in Zürich – und als Honorarkonsul vorgesehen sei der Unternehmer und alt Nationalrat Peter Spuhler.
Dann wurde die Angelegenheit noch verworrener. Auf Anfrage bei Stadler Rail hiess es: Spuhler sei gar nie offiziell angefragt worden. Und der Unternehmenschef stehe für das Amt auch nicht zur Verfügung.
Also nichts da. Tatsächlich ist das Amt eines Honorarkonsuls zwar vor allem ein Ehrenamt von nebensächlicher faktischer Bedeutung. Und doch hätte Spuhler damit eine offizielle Funktion für das Land von Vladimir Putin übernommen. Er hätte sich mit einem Staat gemein gemacht, dessen Präsident sich mit militärischer Aggression, Grossmachtgelüsten, anti-westlicher Propaganda und unzimperlichen Umgang mit politischen Gegnern sehr, sehr weit von dem entfernt hat, wofür ein Land wie die Schweiz und ein Demokrat wie Spuhler steht.
Die neue Rolle als russischer Honorarkonsul hätte eine andere Qualität als die bisher von Stadler Rail gepflegten Beziehungen zu den Regimes von Weissrussland, Kasachstan oder Aserbaidschan. Gegenüber den Potentaten dieser Länder trat Spuhler stets und ausschliesslich als Geschäftsmann auf: als Investor, als Verkäufer von Zügen. Als Unternehmer, dessen Produkte der Bevölkerung zugute kommen, wie Spuhler Kritikern regelmässig entgegnete.
Obendrein hätte eine Funktion in Diensten Moskaus auch Spuhlers Business in Amerika tangiert – zumal die USA Unternehmen, welche auch nur indirekt russischen Interessen dienen, zunehmend argwöhnisch beobachtet.
(ms / mbü / rap)