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Quelle: Rundgang II durch Wädenswil, 1990 von Peter Ziegler
Von der Eichmühle gehen wir die Tannstrasse abwärts zur Industrie- und Gewerbezone Reidbach. Der Strassenzug ist stellenweise tief eingeschnitten und vermittelt noch den Eindruck des ursprünglichen Hohlwegs. Die Wegverbindung vom Boller zur Eichmühle ist alt. Sie findet sich deutlich eingezeichnet in der 1748 entstandenen Wädenswiler Quartierkarte des Richterswiler Pfarrers Felix Vogler: Der Weg folgt dem Nordwestrand des Reidholzes und durchschneidet auf halber Höhe den Waldzipfel Tann.
Das Tannholz, Teil des Reidholzes, wird 1549 als Besitz des Johanniterordens erwähnt. Es wurde damals mit den übrigen Gütern und Rechten an die Stadt Zürich verkauft. Die auf Schloss Wädenswil residierenden Landvögte versorgten sich fortan aus dem Tann mit Bau- und Brennholz. Tann und Reidholz hatten im Jahre 1705 ein Ausmass von 180 Jucharten. Die Schlosswaldung Tann wird 1760 gesondert mit 47.5 Jucharten verbucht. Der Wald erstreckte sich weiter nordwestlich als heute. Ein Plan des Tannholzes von 1771 zeigt, dass der Hohlweg von der Eichmühle zum Boller damals zum grössten Teil mitten durch den Wald führte. Im 19. Jahrhundert wurden grosse Teile des Tannholzes gerodet. Der Waldname Tann aber blieb erhalten; er lebt neuerdings auch in der Strassenbezeichnung Tannstrasse weiter.