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Von seiner Herzenswarme erhört und zu ihr ins Gemach geholt zu werden – darauf muss der mittelalterliche Minnesänger ebenso inständig wie vergeblich hoffen. So wird ihm die Angebetete immer wieder »einen Korb geben«, ihn »durchfallen« lassen. Beide Redewendungen leiten sich ab von der mittelalterlichen Vorstellung, dass die Dame einen Verehrer in einem eigens dafür bereitgestellten Korb zu sich hinaufzieht. Handelt es sich jedoch um einen lästigen Verehrer, kann der Korbboden vorgängig künstlich gelockert werden. Dem Freier geschieht es dann, dass er »durch den Korb fällt« oder eben »durchfällt«. Eine andere, ebenso perfide Möglichkeit beschreibt Thomas Murner in »Geuchmatt«, einer Satire auf alle Narren der Liebe. Einer von ihnen, Virgilius, wird von seiner Angebeteten zwar in einem intakten Korb hochgezogen, aber dies nur bis zur Hälfte. So wird der leidenschaftliche Verehrer buchstäblich »hängen gelassen«.
Gefährliche Liebschaften (Mittelalter)