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Ich bin Ingrid Hansig und seit nahezu 20 Jahren behandle ich Patienten mit Gesichtslähmungen (Fazialisparese). Diese Studie ist das Resultat von Ideen, die ich bei einem PNF-und Castillo Morales-Kurs und meinen klinischen Erfahrungen gewonnen habe.
Im Rahmen meiner Masterarbeit entwickelte ich einen exakten und kostengünstigen Fazialisparese-Befund. Zudem erhob ich erste Daten über die Durchführbarkeit und Übereinstimmung zwischen den Untersuchern mit dem neuen Befundsystem.
Hintergrund: Gemäss DGN ist die idiopathische Fazialisparese die häufigste Hirnnervenläsion. Die Beurteilung des Schweregrades der Fazialisparese hat hohe prognostische Wertigkeit und Bedeutung. Zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Nervus facialis sind zahlreiche Bewertungssysteme entwickelt worden. Seit 45 Jahren wird versucht, einen internationalen Standard zu finden.
Hauptziel dieser Studie war die Entwicklung einer exakten und kostengünstigen Messmethode zur Befunderhebung einer Fazialisparese, die bereits minimale Bewegungen dokumentiert. Das weitere Ziel war die Testung der Praktikabilität und Interrater-Reliabilität.
Methode: Das neue Fazialisparese-Assessment ermöglicht die Befundung der Symmetrie des Gesichtes frontal in Ruhe und bei aktiven Bewegungen. Im Vergleich zu anderen Assessments werden Probleme beim Essen und Trinken sowie Sekundärdefekte berücksichtigt. Es wurde ein Koordinatensystem, Referenzlinien und Bezugspunkte eingesetzt. Auf der nicht betroffenen Gesichtshälfte wurde zur Vermeidung der Illlusion aktiver Bewegungen durch Hautverschiebungen im perioralen Bereich gehalten. Zur Überprüfung der Praktikabilität und Interrater-Reliabilität beurteilten 33 Therapeuten und Ärzte eine Patientin anhand von Fotoaufnahmen mit peripherer Fazialisparese.
Forschungsergebnisse: Die Orientierung anhand der Bezugspunkte erzielte mit 82 % die höchste Zustimmung. Die geringste Resonanz erreichte das Halten im perioralen Bereich mit 57 %. Die grösste Übereinstimmung zwischen den Ratern zeigte sich beim Item Augenbrauen hochziehen. Die niedrigste Übereinstimmung zeigte sich beim Item Lächeln mit geschlossenen Lippen. Die Auswertung der Daten ergab mit 82 % positiven Bewertungen der Probanden eine hohe Akzeptanz des Fazialisparese-Assessments. Es zeigte sich eine gute Praktikabilität mit einem Zeitaufwand im Mittel von 14 Minuten.
Der Fleiss Kappa R Signifikanztest ergab eine ausreichende Übereinstimmung bei der Interrater Reliabilität mit 0.21. Der p-Wert zeigt eine signifikante Übereinstimmung (< 0.001) zwischen den Ratern.
Schlussfolgerung: Das vorliegende Fazialisparese-Assessment zeigt eine gute Praktikabilität bei gleichzeitig geringem Kostenaufwand. Die ausreichende Interrater-Reliabilität zeigt die Notwendigkeit einer Weiterführung der Assessment Entwicklung an.
Bei allfälligen Rückfragen können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen:
Ingrid Hansig, Praxis REHAZürich, <email-pii>
Gründungsmitglied Qualitätszirkel Fazialisparese Schweiz, www.fazialisparese.ch
Mitglied Castillo Morales-Vereinigung, www.castillomoralesvereinigung.de