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Le nozze di Figaro
Oper
Stückinfo
Text von Lorenzo da Ponte nach der Komödie «La Folle Journée, ou Le mariage de Figaro» von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
An sich hat der Graf es abgeschafft: Das Recht der ersten Nacht. Aber nun gelüstet es ihn doch nach Susanna, der Kammerzofe seiner Frau, die kurz davor ist, Figaro zu heiraten. «Cinque, dieci, venti, trenta, trentasei, quarantatre»: Figaro ist gerade dabei, das zukünftig gemeinsame Zimmer auszumessen, als ihm Susanna von den gräflichen Avancen erzählt. Pläne werden gefasst, die Absichten des adligen Verführers zu vereiteln. Am Vorabend der französischen Revolution richtet Figaro keine Waffe gegen seinen Feudalherren, sondern nutzt wirksam das probate Mittel der Intrige. «Ich weiss nicht, welcher Mensch, welcher Dämon, welcher Gott alles zu meinem Nachteil wendet», bemerkt der Graf dann auch im dritten Akt. Aber nicht nur er blickt nicht mehr durch, alle zweifeln an ihren Verhältnissen, keiner ist sich seiner Liebe mehr sicher. Und Lieben gibt es viele. Im Gewand der Opera buffa spielt Mozart nahezu alle Spielformen und Aggregatzustände der Liebe durch, führt sein umfangreiches Personal in die Verstrickungen der Erotik und steckt selbst immer mittendrin. Wie in allen seinen Werken steht er nie auf der Seite der Moral, der Konvention, sondern immer auf der Seite des Gefühls – auch wenn am Schluss der reumütige Ehemann zu seiner Ehefrau zurückkehrt und Figaro eine unberührte Susanna umarmen darf.