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Genug Futter auf den Weiden
Kälte- und nässebedingt erfolgte der Alpauftrieb bis um 10 Tage verspätet. Die Alpweiden litten im Frühjahr und Frühsommer unter dem nassen Wetter. Es wurde auch viel Futter zertrampelt wegen dem durchnässten Boden. Dafür gab es keine Wasserknappheit auf den Alpen und die Futterversorgung auf den Alpweiden war bis in den Herbst gut.
Der Heuet erfolgte zum Teil im Tal, aber vor allem in den höheren Lagen, verspätet. Im Herbst stellte man fest: Die Scheunen sind bis obenauf gefüllt mit Heu und Emd. Es wurde auch viel und qualitativ gute Silage geerntet. Je nach Region und der Qualität der Böden fielen die Maisernten unterschiedlich aus.
Die Getreidemengen fielen tiefer aus
Trotz tieferen Getreidemengen als in den Vorjahren waren die Proteingehalte hoch und lagen über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Hektolitergewichte hingegen lagen deutlich unter den Vorjahreswerten. Dank den trockenen Bedingungen im Sommer war die Belastung mit Mykotoxinen tiefer als befürchtet, aber dennoch höher als in den zwei Jahren zuvor. Betroffen waren vor allem Triticale und Futterweizen. Probleme für die Verarbeiter konnten dank der Kontrolle bei der Übernahme vermieden werden.
Dennoch konnte der Bedarf der Mühlen an Schweizer Brotgetreide nicht vollständig gedeckt werden und ein Zusatz-Importkontingent von 30 000 Tonnen war nötig. Die Richtpreise lagen auf dem Vorjahresniveau bei 52 Franken für die Klasse Top, 50 Franken für die Klasse I und 49 Franken für die Klasse II.
Durchschnittliche Rapserträge
Die durchschnittlichen Rapserträge lagen unter dem Niveau des Vorjahres. Dadurch konnte ein Teil der noch an Lager liegenden Rapsmengen aus dem Rekordjahr 2014 abgebaut werden. Der Bedarf der Ölmühlen konnte somit gedeckt werden. Nach dem Preisrückgang im letzten Jahr sind die Produzentenpreise für Raps aufgrund des leicht höheren Ölpreises auf den internationalen Märkten trotz des weiterhin starken Frankens leicht höher als im Vorjahr.
Die Anbaufläche von Sonnenblumen stieg leicht an. Für Soja lagen die Ertragserwartungen auf dem Niveau des Vorjahres. Soja und Sonnenblumen erhielten auch eine zusätzliche Unterstützung durch die Ölsaatenbranche (Produktionspool Ölsaaten), um die Wirtschaftlichkeit dieser Kulturen zu verbessern.
Erneut eine unterdurchschnittliche Kartoffelernte
Die extremen Wetterverhältnisse hatten Auswirkungen auf Quantität und Qualität der Kartoffelernte. Verglichen mit den letzten fünf Jahren, die zwei Kleinsternten enthalten, lagen die Erträge mit nur 265 kg Speisekartoffeln pro Are 23 % unter dem Durchschnitt.
Die Qualitäten waren sehr unterschiedlich, viele Knollen wiesen Wachstumsrisse auf und die Kaliber waren verbreitet kleinfallend. Aufgrund des kleinen Angebots lagen die Produzentenpreise mehrheitlich am oberen Ende des Preisbandes und somit über dem Niveau des Vorjahres.
Bittersüsses Zuckerrübenjahr
Leider konnten nach der kleinen Ernte 2015 die leeren Zuckersilos auch mit der Ernte 2016 nicht gefüllt werden. Die Aussaatbedingungen waren im März ideal, doch der nasse Frühsommer und ein ausserordentlich hoher Cercospora-Befall im Herbst setzten den Zuckerrüben stark zu. Die Erntemengen fielen erneut unterdurchschnittlich aus. Im Gegensatz zum Vorjahr waren auch die Zuckergehalte tief.
Zwischen den Regionen und Parzellen gab es grosse Unterschiede, in der Ostschweiz fiel die Ernte etwas besser aus. Nach dem Preiszusammenbruch auf dem EU-Zuckermarkt wurden die Rübenpreise weiter gesenkt. Zusammen mit den tiefen Erntemengen und Zuckergehalten führte dies zu schmerzlichen finanziellen Einbussen für die Rübenpflanzer.
Ausfälle und Verzögerungen beim Gemüse
Der Saisonstart im Frühling glückte mit sehr guter Qualität. Der Kälteeinbruch im Mai traf gewisse Kulturen empfindlich, was zu Ausfällen und Verzögerungen führte. Infolge der weiteren Wetterentwicklung lagen die Erntemengen im Sommer allgemein sehr tief. Im Verarbeitungsgemüse - insbesondere den Erbsen - galt es zu retten, was zu retten war. Der sommerliche September bescherte den meisten Kulturen einen markanten Anstieg der Mengen. Dies änderte sich mit dem abrupten Temperaturabfall gegen Saisonende.
Gute Ernten trotz heiklem Wetter
Durch die andauernd feuchten Bedingungen im Frühjahr war der Pflanzenschutz im Obstbau besonders anspruchsvoll. Wo die Kulturen und Bäume nicht optimal geschützt waren, mussten grosse Ausfälle in Kauf genommen werden. Feuerbrand-Infektionen hielten sich in Grenzen.
Die Kirschessigfliege verursachte bei Kirschen (vor allem Hochstamm) und Aprikosen bedeutende Schäden. Nach grossem Einsatz pflückten die Produzenten dennoch ansprechende Ernten in guter Qualität. Die Apfelernte deckte den Bedarf ziemlich genau, die Birnenernte war leicht unterdurchschnittlich.
Mit rund 7350 Tonnen gab es etwa gleich viele Erdbeeren wie im Vorjahr. Die Himbeeren verzeichneten mit 1525 Tonnen einen neuen Höchststand.
Die Tafelkirschen blieben mit rund 1850 Tonnen unter den Erwartungen, dagegen stellten die rund 3000 Tonnen Tafelzwetschgen (20 % mehr als geschätzt) eine gute Ernte dar. Auch die rund 5000 Tonnen Aprikosen im Handelskanal waren ein gutes Resultat.
Ende November waren rund 62 000 Tonnen Tafeläpfel eingelagert, das sind 2200 Tonnen mehr als Ende November 2015. Tafelbirnen waren Ende November rund 6600 Tonnen eingelagert, das ist leider viel weniger als in den beiden Vorjahren.
Höhere Traubenernte als in den vergangenen drei Jahren
Trotz des milden Klimas bei Jahresbeginn entwickelte sich die Vegetation normal. Das Frühlingswetter war wechselhaft und heftige Gewitter und Hagel verursachten auf gewissen Parzellen beträchtliche Schäden, insbesondere im Jura und in der Deutschschweiz. Zu Beginn der Blüte wurden starke Verrieselungen und Kleinbeerigkeit festgestellt. Nach Einsatz des Fungizids "Moon" im Jahr 2014 trat in den Rebbergen hingegen keine Anomalie mehr auf.
Im Laufe des Sommers mussten die Winzer aufgrund des grossen Befallsdrucks von Mehltau und Falschem Mehltau äusserst achtsam sein. Ferner galt es, ein wachsames Auge auf der Kirschessigfliege zu haben, um zu verhindern, dass diese in den Rebbergen grosse Schäden verursacht. Dank dem optimalen Herbstwetter konnte das Aroma der Trauben erhalten werden. Die Ernte war von herausragender Qualität und lag mengenmässig über jenen der letzten drei Jahre.