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Enthalten Reisdrinks hohe Arsengehalte?
30.09.2014 - Mitteilung
Reisdrinks werden häufig von Menschen konsumiert, die eine Intoleranz oder Allergie auf Kuhmilch aufweisen oder die auf tierische Lebensmittel verzichten möchten. Oft wird so das gleiche Produkt täglich über einen längeren Zeitraum getrunken.
Im Rahmen einer Marktkontrolle wurden 15 Reisdrinkprodukte verschiedener Hersteller auf den Gesamtarsengehalt sowie auf die für Reis relevanten Arsenspezies untersucht. Mit diesen Untersuchungen sollte geklärt werden, ob Konsumentinnen und Konsumenten beim Konsum solcher Produkte über einen längeren Zeitraum erhöhte Arsenmengen zu sich nehmen und ob eine Gefährdung durch die in Reismilch vorliegenden Arsenspezies entstehen könnte.
Arsen ist für den menschlichen Körper sowohl akut, als auch chronisch toxisch. Es wirkt sowohl mutagen als auch teratogen. Neuere Studien weisen zudem auf eine krebserregende Wirkung hin. Aufgrund der noch nicht restlos geklärten Faktenlage wurde der vom FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) publizierte PTWI-Wert für eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme von Arsen 2010 wieder zurückgezogen.
Schon länger ist bekannt, dass die Reispflanze Arsen über die Wurzel sehr gut aufnehmen kann und ein Teil so ins Korn gelangt. Durch Mikroorganismen wird anorganisch vorliegendes Arsen (As(III) und As(V)) zudem teilweise auch methyliert und als organische Formen (Monomethylarsonsäure (MMA) oder Dimethylarsinsäure (DMA)) von der Reispflanze aufgenommen.
Reisdrinks
Reisdrinks, im Volksmund auch als „Reismilch“ bezeichnet, werden meist durch einen Fermentationsprozess aus Reis oder Reismehl hergestellt. Dabei wird die im Reis enthaltene Stärke enzymatisch teilweise oder vollständig zu Zucker abgebaut. Je nach Produkt kann dies zu einem Zuckergehalt von bis zu ca. 10 g/100ml führen. Das entspricht etwa dem Zuckergehalt von Süssgetränken. Verschiedentlich wird auf der Verpackung mit dem Hinweis „ohne Zusatz von Zucker“ geworben. Der Zusatz „enthält von Natur aus Zucker“ oder „enthält von Natur aus Zuckerarten“ ist dann aber zwingend. Drei Produkte eines Herstellers wurden beanstandet, da der zweite Teil dieser Formulierung fehlte.
Messergebnisse
Die überprüften Produkte wiesen einen mittleren Gesamtarsengehalt von 14 µg/kg auf. Der Hauptanteil (78 %) lag dabei in den anorganischen Formen As(III) und As(V) vor. Die erhaltenen Ergebnisse sind vergleichbar mit einer Studie der englischen Food Standards Agency (FSA) aus dem Jahr 2009.
Beurteilung
In ihren Empfehlungen riet die FSA 2009 vom Ersatz von Muttermilch, Säuglingsnahrung oder Kuhmilch durch Reismilchprodukte für Säuglinge und Kleinkindern bis viereinhalb Jahre ab. Bei einer Unverträglichkeit von Kuhmilch solle eine ärztliche Beratung beansprucht werden. Die Empfehlung wurde jedoch vor dem Rückzug des PTWI-Wertes formuliert. Neuere Lebensmittelrechtliche Beurteilungen stehen noch aus.
Die Konzentrationsverteilung der gemessenen Gesamtarsengehalte und der Arsenspezies zeigt die nachfolgende Grafik:
Verteilung der Gesamtarsenkonzentration (As (gesamt)) und der Arsenspezies (DMA (Dimethylarsinsäure) in 15 Reismilchprodukten aus dem Handel im Kanton Zürich; weder MMA (Monomethylarsonsäure) noch AsB (Arsenobetain) lagen in messbaren Konzentrationen vor);