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Der Bauernhof Lustorf gehört zur Gemeinde Düdingen und liegt an der Sprachgrenze des Kantons Freiburg. Der Betrieb umfasst 31 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, mehrere getrennte Gebäude und wird
als Familienunternehmen geführt.
Die Saat- und Pflanzgutproduktion dient als Saatgut für die Nahrungsmittelproduzenten und bildet den Haupterwerb unseres Hofes. Es werden 3 ha Pflanzkartoffeln, 3 ha Eiweisserbsen, und 12 ha Saatgetreide (Gerste, Triticale und Weizen), sowie Speiseraps angebaut.
5 ha entlang des Schutzgebietes «Franislis-Moos», wo die Taverna entspringt, werden seit über 30 Jahren als Ökoflächen bewirtschaftet, zum besonderen Schutz der Natur und der Tiere. Der Rest der Fläche dient zur Futterproduktion für die Tiere.
Bis 2005 wurden auf dem Hof 25 Milchkühe und Rinder gehalten und gezüchtet. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wurde auf die Milchproduktion verzichtet und auf Pferdezucht- und Haltung umgestellt. Heute befinden sich auf dem Hof 8 Zucht- und Sportpferde, sowie verschiedene Kleintiere.
Geschichte des Weilers Lustorf
Artikel aus dem Archiv der Freiburger Nachrichten (14.04.2007):
Vor 700 Jahren wurde der Weiler Lustorf erstmals erwähnt. Vor der Erstellung der neuen Strasse zwischen Freiburg und Bern im Jahre 1840, die bei Ried über einen grossen Damm geführt wurde, durchquerte der Weg den Weiler Lustorf. Im Weiler gab es eine Wechselstation für die Postkutschenpferde und eine Wirtschaft zum Posthorn. Mit der neuen Strassenführung übernahm das weiter gegen Bern zu gelegene Mühletal die Funktion von Lustorf. An der Stelle, wo die neue Strasse den alten Weg kreuzt, wurde nach mündlicher Überlieferung ein Wegkreuz errichtet. Das Kreuz wurde in der Zwischenzeit mehrmals ersetzt. Edith Vonlanthen aus Ried erinnert sich, dass ihr Vater das Kreuz in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts ersetzt hatte. In den vergangenen Wochen hat die Familie Vonlanthen das morsch gewordene Kreuz wiederum ersetzt und die Umgebung neu gestaltet.
Am 14. Februar 2007 (nach altem julianischem Kalender war es der 1. Februar) waren es 700 Jahre her, dass der Weiler Lustorf erstmals in einer schriftlichen Quelle auftaucht. Ein Niklaus von Oeschenwil (Jetschwil), Bürger von Freiburg, verkaufte am 1. Februar 1307 seine Güter in Lustorf an Wilhelm von Englisberg und dessen Schwiegersohn Jean von Vuippens. Die Herren von Englisberg waren um 1300 Vögte auf der Grasburg und erbauten 1505 das Schloss Überstorf. Marielene Zurch aus Wünnewil ist dabei, im Staatsarchiv Urkunden und Dokumente über Lustorf auszuwerten. 1387 waren im Weiler sechs Haushaltungen steuerpflichtig. Nach der Pest und einer grossen Feuersbrunst im August 1549 wurde 1551 eine Kapelle errichtet. Sie dürfte dort gestanden haben, wo heute im Weiler ein Wegkreuz steht. 1696 kam eine Familie Kilchör nach Lustorf, die dieser Scholle während über 300 Jahren treu blieb, wenn man auch die weiblichen Nachfahren miteinbezieht. Sie bewirtschaftete ursprünglich ein Heimwesen von 241 Jucharten (87 Hektaren). Das Gut wurde später auf drei Höfe aufgeteilt. Einen grossen Teil des Heimwesens konnte 1859 die aus dem solothurnischen Luterbach stammende Familie Schwaller käuflich erwerben. Noch heute werden zwei Güter in Lustorf von Familie Schwaller bewirtschaftet.