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Radioaktive Strahlenquellen werden weltweit für die verschiedensten Anwendungen eingesetzt. Häufig sind diese umschlossenen radioaktiven Quellen klein und kompakt, da sie in mobilen Geräten eingesetzt werden. Dies birgt die Gefahr, dass sie versehentlich mit Metallabfällen auf dem Schrottplatz landen. Auch müssen diese Quellen vor missbräuchlicher Verwendung geschützt und ausgediente Quellen – sofern sie nicht rezykliert werden können – als radioaktiver Abfall sicher entsorgt werden.
Gemäss IAEO könnten Länder mit kleinen Mengen an radioaktiven Abfällen theoretisch ihre ausgedienten Quellen dauerhaft sicher in Bohrlöchern tief unter dem Erdboden entsorgen. «Die Bohrlochendlagerung ist eine zweckmässige und kosteneffiziente Lösung, da sie speziell für die Entsorgung ausgedienter umschlossener radioaktiver Quellen ausgelegt ist. Im Vergleich zu anderen Entsorgungsmethoden, wie der Entsorgung in geologischen Tiefenlagern, ist sie zudem wirtschaftlich erschwinglich», schreibt die IAEO. Unter dem Erdboden eingeschlossen, ist ein einfacher Zugriff auf die Quellen nicht mehr möglich.
Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, leiste die IAEO technologische und ingenieurtechnische Unterstützung für den erstmaligen Bau und die Inbetriebnahme von Bohrlochendlagern für radioaktive Abfälle. Diese Unterstützung erfolgt im Rahmen eines Pilotprojekts in Malaysia und Ghana, das von Kanada finanziert werde. Die IAEO sieht ihr Engagement als eine «allgemeine Verbesserung der nuklearen Sicherheit und Strahlungssicherheit» und hofft, dass durch den Erfolg Malaysias auch andere Länder mit ausgedienten radioaktiven Quellen für diese Entsorgungslösung ermutigt werden. Die IAEO kann interessierten Ländern grundsätzlich Unterstützung im Umgang mit radioaktiven Quellen und bei der Entwicklung spezifischer technischer Lösungen für die Konditionierung, Lagerung und Entsorgung von ausgedienten Quellen leisten.
Stand der Projekte in Malaysia und Ghana
«In Malaysia befinden sich die Vorbereitungsarbeiten für den Bau der Bohrlochanlage nun in der Endphase, und es wird erwartet, dass die Anlage – deren Bau bis zu sechs Wochen dauert – bald in Betrieb genommen werden kann», gab die IAEO Ende Dezember 2022 bekannt. Sie konzentriere sich in Malaysia «auf die Prüfung und Beratung bei der Inbetriebnahme der Entsorgungsvorgänge und -ausrüstung sowie auf die Aufsicht über den Bau der Bohrlochanlage». Auch helfe sie mit, «Kapazitäten aufzubauen, um das für den Betrieb erforderliche Fachwissen zu entwickeln». Ghana befindet sich gemäss IAEO ebenfalls in einem fortgeschrittenen Stadium der Umsetzung seines Bohrlochprojekts, wobei erhebliche Fortschritte bei den behördlichen Genehmigungsverfahren erzielt wurden. Der Bau der Bohrlochanlage werde beginnen, sobald das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sei.
Quelle
B.G. nach IAEO, Medienmitteilung, 23. Dezember 2022