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Bern wurde nach dem Aussterben der Zähringer, laut der Goldenen Handfeste 1218, freie Reichsstadt. Aufgrund der Handfeste besass Bern das Recht auf eigene Münzen, Masse und Gewichte und auf eine eigene Gerichtsbarkeit. König Rudolf I. von Habsburg bestätigte 1274 Berns Reichsfreiheit, legte der Stadt aber eine Reichssteuer auf, zu der nach der Niederlage an der Schosshalde 1289 noch eine Busse hinzukam. Als Schutz gegen die Grafen von Kyburg, die die Zähringer beerbt hatten, wählte Bern die Schirmherrschaft Savoyens. Mit dem Sieg gegen die durch Kauf an Habsburg gelangte Stadt Freiburg, 1298, setzte Berns Territorialpolitik ein. 1407 gelangte Wangen an der Aare in bernische Hände, da die Grafen von Kyburg überschuldet waren. Die Berner übernahmen deren Schulden und bauten das Städtli zum Bollwerk gegen die mächtigen Habsburger aus. Im 15. Jh. begann Bern seine Ländereien umzuformen und seine Herrschaft zu festigen. Zur Durchsetzung der städtischen Herrschaft brauchte es unter anderem eine funktionierende Verwaltung auf dem Land. Es errichtete deshalb auf seinem Gebiet sogenannte «Vogteien» und «Ämter».
Unter den letzten Kyburgern war Wangen an der Aare baulich heruntergekommen. Das Städtli war aber Grafenresidenz, daher machte Bern die Stadtburg 1408 zum Zentrum einer Vogteiverwaltung und setzte den Zimmermeister Heinrich Gruber-Zimmermann als ersten Landvogt ein. Er hatte den Auftrag, Wangen an der Aare neu zu befestigen und eine neue Brücke zu erstellen. Im Gegenzug sollte Gruber den grössten Anteil der Wanger Einkünfte beziehen dürfen. Im Unterschied zu anderen Vogteiverwaltungen beruhte jene von Wangen an der Aare nicht auf Grundherrschaften. Deshalb verfügte sie nicht über regelmässige, jährliche Einkünfte, sondern das Einkommen setzte sich im Wesentlichen aus Sporteln des Richteramtes, Zöllen und Geleiten zusammen. Dies mag ein Grund sein, weshalb sich die Vögte von Wangen an der Aare so stark für die Erhaltung ihrer Gerichtskompetenz und Herrschaftsrechte sowie die Stellung in Bern als Oberherrschaft einsetzten. Die Vögte waren Schlüsselstellen zwischen Stadt und Landbevölkerung. Sie übten gerichtliche, fiskalische und militärisch-polizeiliche Funktionen aus. Diese Fülle von Aufgaben musste aber mit einem äusserst minimalen Beamtenapparat wahrgenommen werden, so dass einerseits die Macht der Landesherrschaft in Bern in den Händen von Schulthess und Rat konzentriert war, andererseits der ländlichen Selbstverwaltung, besonders der Gemeindeverwaltung, grosse Bedeutung zukam.