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Der Titel der Vegetations- und Wirtschaftskarte der Schweiz von 1927 ist irreführend. Die Karte behandelt nebst der Vegetation nur die Landwirtschaft. In der Zwischenkriegszeit waren in der Schweiz im Primärsektor, zu dem die Landwirtschaft gehört, noch ca. 25 % aller Erwerbstätigen beschäftigt, heute sind es weniger als 4 %.
Aus der Karte können wir die Vegetationsstufen herauslesen (Baumgrenzen, Buchengrenzen, Föhrengrenzen), die Rückschlüsse auf das Klima erlauben.
Interessant sind die roten Texteinträge, die sich auf die Landwirtschaft beziehen. So erfahren wir beispielsweise, dass im Linth Gebiet zwischen Zürich- und Walensee und im Rheintal intensiv Mais angebaut wurde. Mais diente damals als Ersatz für den Weizen, der in der Linthebene wegen der feuchten Witterung schlecht gedeiht. Meine Grosseltern, die bis in die sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in der Linthebene noch als Bauern tätig waren, nannten den Mais „Türgge“ aus dem „Türggeribel“ gemacht wurde. Der Mais, ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika, wurde im 16. Jahrhundert nach Südeuropa eingeführt und gelangte auf Umwegen über die heutige Türkei zu uns. Interessant in diesem Zusammenhang sind die Internetseiten des Vereins Kulinarisches Erbe der Schweiz sowie des Vereins Linthmais.
Im Tessin wurden in den untersten Höhenstufen noch Oliven angebaut. Diese Kulturen sind heute wahrscheinlich verschwunden, ich kenne jedenfalls kein Tessiner Olivenöl. Ebenfalls im Tessin wurde Weinbau an Stützbäumen betrieben, eine Anbauform, die heute kaum mehr zu sehen ist.
Die Edelkastanie hatte auch nördlich der Alpen (Vierwaldstättersee, Walensee und Seeztal) eine gewisse Bedeutung .