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Kurz:
Arnold kassiert ein letztes Mal für seinen Terminator ab.
Lang:
“Terminator Genisys” oder “How to kill a franchise for good”. Mit der Bekanntgabe des Cast und spätestens nach dem ersten Trailer waren die Zweifel an einem gelungenen Comeback der Terminator-Reihe berechtigt. Als dann noch mitgeteilt wurde, dass die Neuauflage der Terminator-Reihe für eine Altersfreigabe ab 12 Jahren konzipiert wurde, musste der Fan schon das Schlimmste befürchten.
Unverständlich auch, wieso das Filmstudio im Trailer bereits jede und wirklich JEDE Storyline des Streifen offenlegt. Ein ungewollter Lapsus war es sicherlich nicht, denn auch auf dem Originalposter wird der Main-Twist prominent kommuniziert.
Drei Filme symbolisieren für mich die glorreichen Action-80er: “Robocop” (1987), “The Thing” (1982) und “The Terminator” (1984). Drei unbestrittene Meisterwerke, welche alle in den “Genuss” einer Neuauflage kamen. “The Thing” (2011) machte zwar Einiges richtig, doch das düstere, beklemmende Ambiente des Carpenter-Klassikers konnte das Remake auf keine Art und Weise wiedererschaffen. “Robocop” (2014) trumpfte immerhin mit einem grandiosen Schauspieler-Ensemble (Michael Keaton, Gary Oldman, Samuel L. Jackson), einer einigermassen gelungenen Adaptation der Story auf die Neuzeit und einem durchaus talentierten Regisseur (Jose Padhila) auf. Gut gemeint, aber doch weit weg von der Klasse des Originals. Wenigstens waren die Remakes von “The Thing” und “Robocop” gut gemeint, “Terminator Genisys” ist nicht mal das.
“Terminator Genisys” versucht sich selbst mit Referenzen aus den beiden ersten Teilen der Terminator-Saga zu legitimisieren. Klar, es sind ja auch die einzigen richtig gelungenen Teile. Während viele Filmjunkies “T2 – Judgment Day” als den einzig waren Terminator-Streifen abfeiern, zeichnet sich mir ein anderes Bild. Klar, “T2 – Judgment Day” ist grandios und ein Meilenstein in Bezug auf Special-Effects und Guns’n’Roses-Placement, dennoch setzt er, analog “Aliens” zu “Alien”, den Zuschauern einfach eine ähnliche Story mit wesentlich mehr Budget vor die Nase. In “The Terminator” bewies aber James Cameron, dass auch ohne Millionenbudget, dafür mit einer guten und vor allem kompromisslosen Geschichte, ein zeitloser Film geschaffen werden kann.
“Terminator Genisys” ist weder gut noch kompromisslos. Im Gegenteil: der Film strotzt nur so von Kompromissen. Um möglichst viele Moneten an den Kinokassen einzunehmen muss der neue Terminator erstmals familienfreundlich sein und um die treuen Fans abzuholen, sollte sich die Geschichte voll auf die beiden ersten Teile des Franchise fokussieren. Mit der Verpflichtung von Arnold Schwarzenegger wollte das Studio auch die letzten Zweifler besänftigen. Mit Schwarzenegger an Bord war es dem Filmstudio anscheinend egal, weitere matchentscheidende Charaktere wie Sarah Connor, Klye Reese, John Connor und den T-1000 mit bekannten Gesichtern zu besetzen. So ist “Terminator Genisys” wie ein Klassentreffen auf welches man sich extrem freut, nur um dann vor Ort zu merken, dass alle bekannten Gesichter absolut nichts zu einem gelungenen Wiedersehen beitragen, sondern komischerweise nur noch nerven. Jai “How-Many-Franchises-Can-This-Guy-Kill” Courtney als Klye Rees ist ein Frechheit. Unsexy, langweilig, belanglos. Byung-hun Lee als asiatisches Robert-Patrick-Look-Alike versucht zwar sein Bestes, bleibt aber eindimensional. Jason Clarke als John Connor kämpft offensichtlich mit dem konfusen Skript und war in Gedanken wohl schon auf dem Everest. Emilia Clarke kann mit viel Gutwillen als Highlight des Streifen bezeichnet werden. Ihre Sarah Connor hat Biss und ist wenigstens originell. Tja, und Arnold Schwarzenegger? Ein Schatten seiner selbst. Weder brutal wie in Teil 1 noch cool wie in Teil 2 schleppt sich Noldi durch den Film, rezitiert belanglose Referenzen, versucht sich als Komödiant und steht mehrheitlich auf verlorenem Posten.
Die Versuche, Teil 1 und 2 in “Terminator Genisys” einzubauen sind gleich bescheuert wie der Versuch, die digitale Dominanz von Mobile und Social Media als Auslöser für Skynet zu platzieren. Das ganze Zeitreise Chumbawamba macht null Sinn und nervt gegen den Schluss komplett.
“Terminator Genisys” ist bieder Mittelmass und bestenfalls auf gleiches Niveau wie “Dracula Untold” oder “I, Frankenstein” zu stellen.