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Erich Salomon. Mit Frack und Linse durch Politik und Gesellschaft – Fotografien 1928–1938
Erich Salomon (1886–1944) zählt zweifellos zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Schon zu Lebzeiten konnte der promovierte Jurist und polyglotte Gentleman, der von den Grossen aus Politik, Kultur und Gesellschaft als ihresgleichen akzeptiert wurde, ungewöhnliche Erfolge und Anerkennung für seine bildjournalistische Arbeit ernten.
Der Sohn aus grossbürgerlich-jüdischer Berliner Familie wurde 1928 mit einem Schlag zum Starreporter des Hauses Ullstein, als seine ersten heimlich aufgenommenen Gerichtsreportagen bekannt wurden. Bald danach gelangen ihm Szenen aus der Welt der politischen Konferenzen, wie sie noch nie zu sehen waren. Anders als die meisten seiner Kollegen hatte Salomon mit manchen Grossen der internationalen Bühne fast freundschaftlichen Umgang (z.B. Gustav Stresemann, Aristide Briand, Wilhelm Furtwängler). Umso unbegreiflicher dann das Ende dieses ebenso glanzvollen wie arbeitsreichen Lebens. Nach 1933 lebte Salomon in den Niederlanden, wo er sich nach dem Einmarsch der Deutschen vergeblich zu verstecken versuchte: 1944 wurde er, zusammen mit seiner Frau und dem jüngeren Sohn, in Auschwitz ermordet.
Die Ausstellung wurde von Janos Frecot kuratiert. Realisation in Winterthur: Urs Stahel. Eine Zusammenarbeit mit der Berlinischen Galerie und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln.