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„Die Manics sind wie eine Droge“
Seit zwölf Jahren ist Richey James Edwards, früherer Gitarrist der Manic Street Preachers, verschollen. Mit ihrem neuen Album Sending Away the Tigers wühlt die Band um Sänger James Dean Bradfield (Mitte) nun in der Vergangenheit.
Ihr habt lange Zeit nicht über das Verschwinden eures Gitarristen gesprochen…
Bradfield: …it’s okay, go ahead!
Wie hast du Richey in Erinnerung?
Ich habe ihn als viel interessantere Person in Erinnerung, als die er jetzt dargestellt wird. Es ist manchmal frustrierend, zu sehen, wie ihn Leute als eine Ikone hinstellen und wie sie ihn als perfekt ansehen. Er war eine sehr schwierige Person. Aber er konnte sich nie belügen. Und er konnte die Welt nie belügen. Er stellte sich ständig in Frage. Deshalb fand er keine Ruhe und keinen Frieden.
Ihr verarbeitet die gemeinsame Zeit mit Richey auch auf eurer aktuellen Single „Your Love Is Not Enough“.
Nicky erzählte mir, dass er in seinem Kopf eine Diskussion zwischen ihm und Richey hatte. Er konnte diesen Dialog einfach nicht vergessen. Er versuchte diese Diskussion in Form eines Textes zu behandeln. Nicky sagte, dass es eine weibliche und eine männliche Stimme vorgesehen habe. Und er wurde den Gedanken nicht los, Nina Perssons (The Cardigans) den weiblichen Part singen zu lassen. Es hörte sich wie eine verrückte Idee an. Wir fragten Nina aber an und sie schockierte uns, indem sie zusagte.
Ist die Musik für dich eine Droge oder eine Therapie?
Es ist beides. Als ich jung war, war ich sehr oft frustriert. Ich brauchte ein Ventil, um diese Frustrationen loszuwerden. Die Musik und in einer Band zu sein, das war dieses Ventil für mich. Ich spürte aber auch, dass ich physisch beschäftigt sein wollte. Ich wollte den Schmerz fühlen, etwas zu tun. Und die Musik liess mich das fühlen. Es war wie eine Droge. Das ist wahrscheinlich auch die beste Art, zu erklären, was es bedeutet, bei den Manics zu sein. Es ist für mich wie eine Droge und wie eine Therapie.
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