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Antimon
(Spießglanzmetall; lat. Stibium,
antimonium; franz.
antimoine, engl.
antimony); ein Metall, findet sich in der Natur sehr selten gediegen, hauptsächlich
in Verbindung mit
Schwefel oder mit Sauerstoff. Man nennt diese Verbindungen
Antimonerze; das am häufigsten vorkommende ist
das Schwefel
antimon (Dreifachschwefel
antimon,
Antimontrisulfid, Grauspießglanzerz,
Antimonglanz,
Antimonit); man findet
es in strahlig-kristallinischen Massen von starkem, bläulichgrauem Metallglanz. Es bildet an und für
sich schon einen Handelsartikel und wird teils zur Bereitung des reinen Metalls und verschiedener
Antimonpräparate verwendet,
teils im feingemahlenen Zustande als beliebtes Vieharzneimittel benutzt und führt im Droguenhandel den Namen Stibium sulfuratum
crudum oder
Antimonium crudum; ein
schwarzes, fast glanzloses Pulver.
Dieses Antimonerz enthält häufig kleine Mengen von Arsen; das von Liptau und von Rosenau in Ungarn enthält hiervon am wenigsten und ist daher für medizinische Zwecke besonders gesucht, nächstdem das aus der Gegend von Schleiz. Auch im Erzgebirge bei Freiberg und Roßwein, sowie im Harz findet sich Antimonglanz; große Mengen kommen aber jetzt von China, Australien, Ceylon und Kanada nach England, wo das Metall ausgeschmolzen wird. Ferner liefern Böhmen, Kärnten, Frankreich und Spanien ebenfalls etwas Antimonglanz. Dieses Erz besteht aus 72,7% Antimonmetall und 27,3% Schwefel. - Behufs Gewinnung des Metalls benutzt man die leichte Schmelzbarkeit dieses Erzes, um dasselbe zunächst von der beigemengten Gangart zu befreien; man saigert es einfach ab und fängt die geschmolzene Erzmasse in schüsselförmigen Gefässen auf.
Die so erhaltenen brotförmigen Stücke sind es, die hauptsächlich als Antimonium crudum in den Droguenhandel kommen, da das rohe Erz nicht immer so rein ist, daß es ohne weiteres gemahlen werden kann. Um den Schwefel zu entfernen, schmilzt man nun dieses Produkt mit Eisenabfällen; es entsteht Schwefeleisen und das A. wird frei und sammelt sich am Boden der Schmelztiegel. Das so erhaltene Antimonmetall kommt unter dem Namen Regulus Antimonii oder auch abgekürzt bloß als Regulus in den Handel und wird vorzugsweise zur Bereitung von Letternmetall (mit Blei zusammen) und von Britanniametall verwendet, ferner auch mit etwas Kupfer legiert zu Achsenlagern für Lokomotiven und Dampfmaschinen. Für medizinische Zwecke muß das Antimonmetall noch weiter gereinigt und von den geringen Beimengungen von Arsen, Eisen und Blei befreit werden. - Außer dem Schwefelantimon verarbeitet man auch ein sauerstoffhaltiges Antimonerz auf metallisches A.; es ist das der Senarmontit oder das natürliche Antimonoxyd; dieses Erz findet sich in reichlicher Menge auf der Insel Borneo und in Algier und wird ersteres in England, letzteres in Frankreich verarbeitet.
Aus diesem Erze gewinnt man das Metall durch Reduktion mit Kohle. Das reine metallische A. ist spröde und sehr hart, blätterig-kristallinisch, von starkem, ziemlich weißem Metallglanz und 6,71 bis 6,86 spez. Gewicht. An der Luft hält sich das A. unverändert blank, wenn es rein ist; bei 425° C. schmilzt das A. und verdampft in lebhafter Rotglühhitze an der Luft (in bedeckten Gefäßen nicht), wobei ein Teil zu Antimonoxyd verbrennt. Am besten löst sich das A. in Königswasser (Salpetersalzsäure). - Die österreichische Produktion von Antimonerz belief sich 1879 auf 1725 metrische Zentner im Werte von 20944 fl., die von metallischem Antimon auf 846 metr. Zentr. im Werte von 25115 fl. - In Preußen wurden 1879 nur 599 Zentner, 1878: 678 Zentner Antimonerze gewonnen. - Antimonerz ist zollfrei;
metallisches A. s. Zolltarif im Anh.
Nr. 19 a.