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Wenn das keine frohe Botschaft in Zeiten des Bienensterbens ist: Im indonesischen Regenwald haben Forscher die grösste bislang bekannte Bienenart der Welt wiederentdeckt, die seit 1981 nicht mehr gesehen worden war.
Megachile pluto («Wallace-Riesenbiene») ist viermal so gross wie eine herkömmliche europäische Honigbiene. Das geflügelte Riesen-Insekt ist allerdings lange nicht das einzige monströse Kerbtier, das auf der Erde herumkreucht oder -fleucht. Hier eine Auswahl der grössten Insekten:
Fangen wir gleich mit der Riesenbiene an. Die vom Naturforscher Alfred Russel Wallace erstmals beschriebene Art aus der Gattung der Blattschneider- und Mörtelbienen erreicht eine beeindruckende Flügelspannweite von bis zu 6,3 cm. Die Weibchen sind grösser als die Männchen, deren Körperlänge zwischen 1,8 und 2,3 cm liegt; sie werden bis zu 3,9 cm lang.
Die Wespengattung Pepsis gehört zur Familie der Wegwespen, die eine doch recht spezielle Beute jagt: Vogelspinnen. Die auch «Tarantulafalken» genannten Wespen leben im Süden der USA, in der Karibik und im Norden Südamerikas. Die grösste Art dürfte Pepsis pulszkyi sein, die bis zu 6,8 cm gross wird und eine Flügelspannweite von 11,6 cm erreichen kann.
Die in West- und Zentralafrika lebenden Goliathkäfer (Goliathus) sind nachtaktiv und bewohnen Regenwälder und Baumsavannen. Die Giganten können 10 cm gross werden und erreichen ein Larvalgewicht von bis zu 110 g – Rekord im Insektenreich.
Auf den Titel des längsten Käfers erheben gleich zwei Kandidaten Anspruch, die beide in den tropischen Regenwäldern Südamerikas beheimatet sind: Der Herkuleskäfer (Dynastes hercules) aus der Familie der Blatthornkäfer bringt es auf 17 cm Körperlänge, genauso wie der Riesenbockkäfer (Titanus giganteus). Letzterer könnte die Nase vorn haben – es sollen sogar schon Exemplare mit 20 cm Körperlänge gesichtet worden sein.
20 cm sind nichts für Gespenstschrecken, die in Südostasien vorkommen. Phobaeticus chani zum Beispiel, deren reine Körperlänge allein schon 35,7 cm beträgt – mit Beinen sind es unglaubliche 56,7 cm. Noch länger dürfte aber eine Art der Phryganistria chinensis aus Südchina sein, die erst vor kurzem entdeckt wurde. Sie soll es auf über 62 cm schaffen.
Die langen und dünnen Körper dieser Insekten verschaffen ihnen in den Zweigen eine hervorragende Tarnung vor ihren Fressfeinden.
Die Australische Rhinozeros-Kakerlake (Macropanesthia rhinoceros) wird dagegen nur 8,4 cm lang. Dafür wiegt die grösste Kakerlake aber bis zu 34 g. Die Riesenschabe, die vor allem in den tropischen Gebieten von Queensland vorkommt, kann bis zu zehn Jahre alt werden – das ist bei Insekten ein beträchtliches Alter, das sonst nur Ameisenköniginnen erreichen. Die Rhinozeros-Kakerlake hat keine Flügel und gilt im Gegensatz zu anderen Kakerlaken nicht als Ungeziefer.
Was die Körperlänge anbelangt, so gibt es mehrere Anwärter auf den Titel der längsten Schabe: Megaloblatta blaberoides, Megaloblatta longipennis und Blaberus giganteus – sie leben in Lateinamerika – sowie die erst 2004 in Indonesien entdeckte Miroblatta baai. Sie alle werden knapp 10 cm lang, zumindest die Weibchen. Megaloblatta blaberoides hält zudem den Rekord bei der Flügelspannweite unter den Kakerlaken: Je nach Quelle sind es 17 bis maximal 20 cm.
Die Weibchen der Wanderameisen-Spezies Dorylus helvolus können bis zu 5 cm lang werden – sie gehören zu den grössten Ameisen. Noch grösser und damit die grössten Ameisen überhaupt sind Dorylus wilverthi, deren Königinnen 5,2 cm Körperlänge erreichen. Sie bilden auch die grössten bekannten Insektenstaaten, die mehr als 20 Millionen Arbeiterinnen umfassen können.
Diesen Brummer möchte man nicht unbedingt im Haus haben: Gauromydas heros aus der Familie der Mydidae ist die grösste bekannte Fliegen-Spezies. Die maximale Länge dieser südamerikanischen Mega-Fliege beträgt knapp 7 cm; die Flügelspannweite sogar rund 10 cm.
Zwei Spezies streiten sich um die Ehre, die grösste aller Mücken zu sein: Holorusia mikado und Holorusia brobdignagius. Beide stammen aus China und gehören zu den Schnaken. Wenn man ihre extrem langen Beine vor und hinter dem Körper ausstreckt, misst die Gesamtlänge bis zu 23 cm – oder mehr, wie das Foto unten zeigt. Das ist mehr als doppelt so lang wie die Flügelspannweite von gut 11 cm.
Wer sich vor Ohrwürmern gruselt, sollte einen grossen Bogen um St.Helena machen. Das ist nicht schwer, denn die Insel liegt recht abgelegen im Zentralatlantik. Dort lebt der St.-Helena-Riesenohrwurm (Labidura herculeana), der grösste Ohrwurm der Welt. Das Insekt wird bis zu 8,4 cm lang – allein 3,4 cm davon entfallen auf die Greifzangen. Vielleicht ist die Furcht vor dem «Ohrengrübler» aber unbegründet, denn zum einen sind Ohrwürmer vollkommen harmlos und zum andern ist der Riesenohrwurm seit 1967 nicht mehr gesehen worden. Womöglich ist er bereits ausgestorben.
Eine Flügelspannweite von bis zu 28 cm macht die Weibchen des Königin-Alexandra-Vogelfalters (Ornithoptera alexandrae) aus der Familie der Ritterfalter (Papilionidae) zu den grössten Tagfaltern der Welt. Ihre Körperlänge beträgt rund 7,5 cm. Die Männchen dieser in Papua Neuguinea beheimateten Spezies sind etwas kleiner und bringen es bei der Flügelspannweite nur auf etwa 20 cm.
In den tropischen und subtropischen Wäldern Indiens, Südostasiens und Südchinas lebt der Atlasspinner (Attacus atlas), ein Schmetterling aus der Familie der Pfauenspinner (Saturniidae). Die vogelgrossen Insekten sind mit einer Flügelspannweite von 25 bis 30 cm die grössten Nachtfalter der Welt; ihre Flügeloberfläche ist mit knapp 400 cm² die grösste aller Schmetterlinge. Auch hier sind die Weibchen etwas grösser als die Männchen.
Riesenwetas leben ausschliesslich auf einigen Inseln Neuseelands. Diese riesigen Heuschrecken gehören zu den Langfühlerschrecken, den grössten Grillen der Welt. Die grösste von ihnen ist Deinacrida heteracantha, auch Wetapunga (abgeleitet vom Maori-Wort für «Gott der hässlichen Dinge») genannt. Das flugunfähige, etwa 7,5 cm lange Insekt kann bis zu 70 g auf die Waage bringen – wobei die Weibchen bedeutend grösser als die Männchen sind.