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Lexikon
Melatonin
Melatonin ist ein natürliches Hormon, das von der Zirbeldrüse – auch Glandula pinealis oder Epiphyse genannt – im Gehirn produziert und dann in den Blutkreislauf abgegeben wird. Dunkelheit veranlasst die Zirbeldrüse, mit der Produktion von Melatonin zu beginnen, während Licht dazu führt, dass die Produktion des Hormons stoppt.
Melatonin ist ein Hormon, das dem Körper signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist. Bei Menschen, die keine Schlafprobleme haben, folgt der Körper einem Schlaf-Wach-Rhythmus von ungefähr 24 Stunden. Dieser Zyklus wird fachsprachlich auch als zirkadianer Rhythmus bezeichnet. Melatonin hilft dabei, den zirkadianen Rhythmus zu regulieren, was bedeutet, dass der menschliche Schlaf-Wach-Zyklus mit dem Tag-Nacht-Wechsel in Einklang gebracht wird. Auf diese Weise erleichtert Melatonin das Einschlafen und fördert eine konsistente, hochwertige und nachhaltige Erholung.
Licht- und Temperaturänderungen helfen dem Körper dabei, sich müde zu fühlen. Das Gehirn setzt Melatonin frei, wenn es dunkel ist. Lichteinwirkung kann die Produktion von Melatonin blockieren, weshalb es wichtig ist, in einem dunklen Raum zu schlafen. Auch das Licht von Computer- und Fernsehbildschirmen kann die natürliche Melatoninproduktion des Körpers unterdrücken und dadurch den Schlaf stören. Ebenso produzieren Menschen, die tagsüber schlafen, weil sie nachts arbeiten, möglicherweise kein Melatonin, wenn es Zeit zum Schlafen ist.
In der Forschung wird angenommen, dass Melatonin neben der Regulation von Schlaf-Wach-Zyklen auch wichtige kognitive und entwicklungsfördernde Funktionen übernimmt. Es ist bekannt, dass Menschen im Alter von etwa drei Jahren am meisten Melatonin produzieren. Die Melatoninproduktion nimmt mit zunehmendem Alter stetig ab. Menschen ab 70 Jahren haben im Schlaf etwa ein Viertel der Menge an Melatonin in ihrem System wie Teenager.
Melatonin, das auf natürliche Weise vom menschlichen Körper hergestellt wird, ist als auch endogenes Melatonin bekannt. Das Schlafhormon kann jedoch auch künstlich in einem Labor synthetisiert werden. Solches exogenes Melatonin wird heute vor allem als Nahrungsergänzungsmittel in der Regel in Form von Pillen, Kapseln, Kautabletten oder Flüssigkeiten verkauft.
Melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel können den Schlaf verbessern, indem sie den Melatoninspiegel bei Menschen erhöhen, deren Körper nicht genug von diesem Hormon produzieren kann. Diese Nahrungsergänzungsmittel können auch den Schlaf bei Menschen verbessern, die genug Melatonin produzieren, aber aus anderen Gründen Schwierigkeiten haben, einzuschlafen.
Die ideale Dosierung für Melatonin variiert von Person zu Person und liegt typischerweise zwischen 1 mg und 5 mg. Verschiedene Faktoren wie das Körpergewicht, der Stoffwechsel und die allgemeine Gesundheit eines Menschen können ebenfalls die Reaktion seines Körpers auf Melatonin beeinflussen. Idealerweise werden melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel etwa eine Stunde vor dem zu Bett gehen eingenommen.