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Seit 2002 in Europa angewendet ist das ProACT-System ein vollständig implantierbares System zur Wiederherstellung der Kontinenz nach einer Prostataoperation. Es besteht aus zwei zirka kirsch-grossen Silikonballons, die mit einer Zuleitung verbunden sind. In einer kurzen Operation werden die Ballons rechts und links der Harnröhre unmittelbar an ihrem Abgang aus der Blase platziert und mit Flüssigkeit gefüllt.
Die Zuleitungen werden unter der Haut des Hodensacks abgelegt, so dass sie durch die Haut ertastet werden können. Nach der Implantation wartet man zirka sechs Wochen, bis das System eingeheilt ist und beginnt dann, die Ballons schrittweise aufzufüllen. Das Auffüllen der Ballons erfolgt dabei über die unter der Haut des Hodensacks platzierten Zuleitungen, ein kurze und schmerzfreie Verfahren, das in der Regel ambulant erfolgen kann. Mit zunehmender Füllung engen die beiden Ballons dann die Harnröhre ein und verbessern so die Kontinenz.
Bei 50% der operierten Männer lässt sich eine Kontinenz erzielen und bei bis zu 80% eine Verbesserung der Inkontinenz erreichen. Allerdings kommt das ProACT-System nicht nach einer Bestrahlung oder bei einer Schliessmuskellähmung in Frage. Besonders für Männer, die sich nicht zu einer hydraulischen Schliessmuskelprothese entschliessen können oder keine ausreichende manuelle Geschicklichkeit für die Bedienung einer solchen haben, kann das ProACT-System eine sinnvolle Alternative sein.