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Wenn ich im Weiteren von Farbenblindheit schreibe, dann ist immer die vollständige Farbenblindheit gemeint, und nicht etwa die Farbsehschwäche. Die Rot/Grün Schwäche, zum Beispiel kommt viel häufiger vor (Männer ca: 8%/Frauen ca. 1%) und wird umgangssprachlich als Farbenblindheit bezeichnet.
Angeborene Farbenblindheit ist eine seltene, erblich bedingte Sehstörung. Es trifft etwa 1 von 30000 - 50000 Personen. Es gibt auch eine zerebrale Farbenblindheit – eine erworbene Form der totalen Farbenblindheit, welche aus einer Verletzung oder Krankheit resultieren kann.
Im normalen Auge hat es Zäpfchen und Stäbchen. Mit den Zäpfchen können Lichtreize aufgenommen, Farben erkannt und Details gesehen werden. Mit den Stäbchen kann man im Dunkeln sehen. Personen mit einer Farbenblindheit haben keine Zäpfchen, oder sie sind nicht funktionsfähig. Deshalb können sie keine oder fast keine Farben sehen, haben eine geringe Sehschärfe und eine erhöhte Blendempfindlichkeit. Unsere Augen sind eigentlich nur für die Nacht gemacht, denn die Stäbchen funktionieren normal
Ein Normalsehender merkt, dass seine Zäpfchen und Stäbchen „arbeiten“ wenn er z.B. aus einem dunklen Raum ins helle Sonnenlicht tritt, dann müssen die Zäpfchen im Auge wieder aktiv werden, um das Licht verarbeiten zu können. Bei Achromaten kann sich da nichts umstellen, und es blendet uns immer so stark. Im Umgekehrten Fall, wenn man vom hellen in einen dunklen Raum kommt, dann sieht man zuerst eine Weile lang nichts, bis die Stäbchen anfangen zu „arbeiten“. Ich habe es noch nicht wissenschaftlich nachgeprüft, aber ich habe das Gefühl, dass wir Achromaten da schneller etwas im dunklen Raum erkennen können, weil bei uns nichts umstellen muss.
Dass man keine Farben sehen kann ist eigentlich das kleinste Problem, viel beeinträchtigender ist die verminderte Sehschärfe (ca. 5 - 15 % des Normalen) und die starke Blendempfindlichkeit. Farben werden in vielen Graustufen von Schwarz bis Weiss wahrgenommen, vielleicht so wie in einem Schwarz/Weiss Film.
Für Farbenblinde bedeutet das aber nicht, dass die Welt um sie herum nicht schön ist. Auch sie finden blühende Bäume und Wiesen oder einen Sonnenuntergang etwas Wunderbares. Die Farbnamen blau, grau, schwarz, gelb usw. haben für sie keine Bedeutung. Sie benützen diese Wörter nur im Gespräch mit Normalsichtigen. Für Farbenblinde ist etwas heller oder dunkler als etwas anderes, sie können nur durch Zufall sagen ob etwas grün, gelb oder blau ist.
Für die meisten Farbenblinde ist das fehlende Farbsehen überhaupt nichts schlimmes, sie kennen ja nichts anderes. Für jemanden der die Farbenblindheit durch eine Krankheit oder einen Unfall bekommen hat mag dies anders sein, da er ja vorher Farben sehen konnte.