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Am 9. August 2003, besuche ich erstmals ein Spiel der obersten australischen Liga, der Australian-Ice-Hockey-League (AIHL). Dabei stehen sich die Tabellendritten Western Sydney Ice Dogs und die fünftplatzierten Melbourne Ice gegenüber. Bin ich im falschen Film? Nach knapp einem Monat in Down Under finde ich mich wieder mitten im Eishockey-Rummel. Als ich den Stadion-Eintritt, wobei Stadion vielleicht der falsche Ausdruck ist, mit den Worten «enjoy the game» passieren kann, kommen mir Fans in Ice Dogs-Trikots, Ice Dogs-Schals und Ice Dogs-Caps entgegen. Man hätte gerade so gut in der Schweiz bei einem 1. Liga Match sein können. Übrigens, das Eintritts-Ticket kostet zehn australische Dollars.
Das Spiel beginnt erst mit einer Verspätung von 45 Minuten, da die Mannschaft aus Melbourne Verkehrsprobleme hat, umso grösser ist meine Spannung. Ob dies zur australischen Hockey-Normalität gehört? Weitere Kuriositäten: Das Spiel beginnt, während die letzten Melbourne-Cracks noch in der Kabine sitzen; Melbourne spielt nur mit zwei kompletten Blöcken, Sydney sieht mit drei Blöcken wesentlich professioneller aus. Melbourne wird das Tempo nicht durchhalten können. Kommt dazu, dass Melbourne keine Zeit hat sich einzuspielen, geschweige denn seinen Torhüter Chris Leetham einzuschiessen.
Melbourne hat keine Zeit seinen Torhüter einzuschiessen!Michael Krein
Und es kommt für die Gäste wie es kommen muss. Das Einschiessen von Leetham übernehmen dafür die Ice Dogs und führen, durch zwei Treffer des kanadischen Import-Spielers Jason Haakstad, nach dem ersten Drittel – ein Drittel dauert nur 15 Minuten – mit 2:0. Haakstads Spielstil ähnelt dem Stil von Marcel Jenni, in der Schweiz würde man sagen, «der Marcel Jenni des australischen Mannes.» Nach 23 Minuten steht es immer noch 2:0 für die Eishunde, dann kommt der erwartete Einbruch der Gäste: 8:0 stehts nach zwei Dritteln, am Ende steht es 11:1 für das Team aus Blacktown, der Stadtteil Blacktown hat seinen Namen vom ursprünglichen Siedlungsort der Aborigines erhalten.
Die meisten Tore werden durch Sydneys erste Formation mit dem Kanadier Haakstad, dem Tschechen Martin Jesko und dem Australier Andrew White erzielt. Das Niveau stufe ich zwischen unserer Ersten und Zweiten Liga ein, es ist schwer zu sagen, da Sydney an diesem Abend um Klassen besser spielt als sein Gegner. Eventuell könnte Sydney gut in der Ersten Liga mithalten. Ich habe auch über gewisse Spieler nachgeforscht und gesehen, dass Haakstad beispielsweise in den amerikanischen Minor Leagues gespielt hat.
Das Spiel wird beeinträchtigt
Das ganze Spielsystem ist ein bisschen anders als in der Schweiz. Dies wird beeinträchtigt von einem nicht ganz komfortablen Eisrink. Plexiglasscheiben hinter den Toren kennt man in Blacktown nicht, da hängen einfach Netze. So wird automatisch weniger mit den Banden gespielt, ich sehe praktisch keinen Pass via Bande. Die Hallendecke ist so tief, dass ein Lopp-Pass, durch das berühren der Decke zum Unterbruch führen würde. Doch eines ist sicher – es ist nicht das letzte Spiel, welches ich mir in Australien angesehen habe.
Western Sydney Ice Dogs – Melbourne Ice 11:1 (2:0, 6:0, 3:1)
Blacktown Ice Rink. – Tore: Haakstad 1:0. Haakstad 2:0. …
Western Sydney: Becken; Jesko, Haakstad, Wilson, Gailloux, Petrie, Sekura, Andrew White, Juba, Abel, Collins, Stephenson, Dunwoodie, Morgan, Djamirze, Perry.
Melbourne: Leetham; Gunn, Linn, Baert, McLaughlin, Moses, Howell, Hughes, Laforet, Muller, Cavers.