Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03332.jsonl.gz/44

Es gibt noch weitere sehenswert Objekte in Bärschwil, auf die ich hier aufmerksam machen möchte.
Bahnstation
Damit Bärschwil am 23. September 1875 eine Bahnstation erhalten hatte, musste sich die Gemeinde finanziell mit 30’000 Franken beteiligen. Die Strecke Basel - Delemont wurde 1931 elektrifiziert. Am 13.12.1954 wurde das heutige Bahnhofgebäude eingeweiht. Bis zur Schliessung des Bahnhofs war Bärschwil die einzige Gemeinde im Thierstein mit einer Bahnstation.
Leider halten seit 1993 an der Station Bärschwil keine Züge mehr. Trotzdem sage ich immer, dass wir die länge Bahnhofstrasse haben als die Zürcher.
Ortsteil Schmelzi
Schon seit dem 17. Jahrhundert bestand im Birstal bei der Einmündung des Bärschwiler Tals eine Eisenschmelze, in welcher das in der Umgebung gewonnene Bohnerz verarbeitet wurde. Daneben entwickelten sich auch zwei Glasöfen, von denen der Ortsteil den Namen erhalten hat, die jedoch ihren Betrieb 1856 einstellten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden eine Kalk- und Gipsfabrik und später ein Zementwerk gegründet, welche der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden Arbeitsplätze boten. Ab 1894 wurde oberhalb des Dorfes Grips abgebaut und mit eines Rollbahn auf die Schmelzi gefahren. Dazu musste das Tresse und die ‚Rote Brücke‘ erbaut werden.
Bisrbrücke und Hochwasser
Ab wann die Birs auf der Schmelzi trockenen Fusses überquert werden konnte ist nicht bekannt, jedoch ist sicher, dass spätestens nach dem Bau des Bades im Jahre 1760 eine Holzsteg über die Birs
bestand. Erst 1875 konnte die Birs mit Fuhrwerken über eine Holzbrücke überquert werden. Die Hochwasser der Birs in den Jahren 1910 und 1918 brachten die Diskussion einer neuen Brücke ins Rollen.
Die im Jahre 1996 rückgebaute Birsbrücke wurde im Jahre 1922 eingeweiht. Die neue Brücke von 1996 kommt ohne Pfeiler aus.
Bärschwil wurde immer wieder von Hochwasser heimgesucht. Die meisten betrafen den Ortsteil Schmelzi das an der Birs liegt. Aber auch das Dorf wurde mehrfach von Unwettern nicht verschont. Im
Archiv in Laufen kann man nachlesen, dass ein schweres Unwetter im Jahre 1697 Bärschwil heimgesucht hat. Es seien viele Erdrutsche niedergegangen und man habe befürchtet, das ganze Dorf könnte
verschüttet werden. Von zwei weiteren verheerende Hochwasser wurde das Dorf im Sommer 1956 und am 31. August 1958 nach heftigen Gewittern überschwemmt. 1956 war gegenüber dem vom 31. August 1958
eher harmlos, wenn nicht gleich noch der Blitz in den Hof Grosse Rüti eingeschlagen hätte und das Haus vollständig abbrennen lies. 1958 war so schwer, dass alle Häuser an der Bachstrasse und
im Unterdorf betroffen waren und massiv verwüstet wurden. In der Folge wurden Bachverbauungen am Modlenbach und eine Überarbeitung am Auffangbecken (Weiher) vorgenommen.
Gibsbahn
Ab 1894 wurde der im Dorf abgebaute Gips mit der Rollbahn in die Kalk- und Gipsfabrik auf die Schmelzi transportiert. Die leeren Wagen wurden mit Pferden wieder ins Dorf hinauf gezogen, wo sie wieder gefüllt wurden. Ende der 50er Jahre wurde das Bähnli durch Lastwagen abgelöst. Der Gips wurde nicht mehr auf der Schmelzi verarbeitet, sonder in Liesberg bei der Portland-Zenmentfabrik. Aus diesem Grund wurde der Transport auf Lastwagen umgestellt. Zur Beladung der Lastwagen wurde ein Hochsilo erstellt, wo der Abbau hinauf gezogen und im Silo zwischengelagert werden konnte. In der Folge wurde das Bahngeleise rückgebaut und zum Teil das Trasse eingeebnet. Das noch vorhandene Trasse wurde vom Zivilschutz als Wanderweg ausgebaut und führt fast unterbruchsfrei von der Schmelzi ins Dorf oder umgekehrt. Einen Teil der Rollbahnstrecke ist die Rote Brücke, die restauriert wurde und einen Teil des Wanderwegs ist und wieder begehbar gemacht wurde.
Kalköfen
Von der langen Gipsabbau-Tradition zeugen die in der Striteren Restaurierten Kalkbrenn-Öfen. Der Ofen besteht aus zwei symmetrisch angeordneten, trichterförmigen Ofenschächten. Dazwischen liegt ein breiterer, natursteingewölbter Zwischenraum, der seitlich den Zugang zu den Öfen ermöglichte und zusammen mit den von vorne direkt zu den Ofenschächten führenden Stollen der Belüftung und Bedienung der Öfen diente. Die Trichter wurden von oben lagenweise mit Kalksteinen aus der direkten Umgebung und Koks gefüllt, während der gebrannte Kalk durch die Bedienungsstollen abgezogen wurde. Die beiden Kalkbrenn-Öfen waren in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wohl einige Jahrzehnte in Betrieb. 1873 verpachtete die Gemeinde Bärschwil ein grösseres Waldgebiet direkt oberhalb der Kalkbrennöfen an J. Brisa und L. Roy, zwei in der Zement- und Kalkfabrikation tätige Unternehmer.
Markante Berge und Hügel
Der markanteste und bemerkenswerteste Bergrücken von Bärschwil ist das Fringeli. Der höchste Punkt der Fringelikette liegt oberhalb des Hofs Mistel und ist 947 Meter über Meer. Der Bergkamm ist gleichzeitig Gemeinde-, Kantons- und Sprachgrenze.
Der Berg trug schon seit jeher den Namen des damaligen Besitzers der Hofs. 1557 erwarb Andreas Fringeli den damals genannten Carlisberg von Bernedikt Carli. 1771 wird Urs Fringeli als Besitzer des Karlsberg genannt. Ab 1806 ist der Name Karlsberg verschwunden und man findet nur noch die Bezeichnung Fringeliberg.
Im nördlichen Gemeindebann steht der Wilerberg mit seinen zwei schönen Aussichtspunkten, die Rote FLue im Westen und der Hörnle im Osten. Die Rote Flue ist ein markanter Punkt oberhalb der Waldhütte Berghügel. Sie liegt im Naturschutzgebiet und man sollte unbedingt die Verhaltens-Anweisungen befolgen. Von der Hörnle hat man eine schöne Aussicht auf das Dorf Bärschwil. Dort gibt es eine schön eingerichtete Feuerstelle, die man so verlassen sollte, wie man sie angetreten hat.
Die Burgholle, nordöstlich oberhalb des Dorfes ist ein beliebtes Ziel für einen Spaziergang mit einmaliger Aussicht über Bärschwil Dorf. Hier wird alljährlich das Fasnachtsfeuer abgebrannt.
Der Gupf, der am östlichen Rand des Dorfes liegt, diente im 19. Jahrhundert dem oberirdischen Gipsabbau. Dadurch wurde dem Südhang des Gupfes die terrassenförmige Oberfläche geschaffen. Später wurde der Gips im Gebiet Chilchacker ober- und unterirdisch abgebaut. In den 60er Jahren des letzten Jahrhundert fielen einige Hohlräume der Gipsgrube ein und verursachten grossen Kratern an der Oberfläche. Zum Glück kamen keine Personen zu schaden. Dies zeugte davon, dass der Bergbau nicht so fachmännisch durchgeführte wurde wie man hätte erwarten konnte.