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Sind EM-Tipprunden legal?
Heute eröffnet Frankreich mit ihrem Spiel gegen Rumänien die EM, morgen gilt es für die Schweiz gegen Albanien zum ersten Mal ernst. Das EM-Fieber ist ausgebrochen, in vielen Freundeskreisen, Familien und Bürogemeinschaften werden Tipprunden veranstaltet. Oft wir auch ein kleiner Spieleinsatz vereinbart, der am Schluss dem besten Tipper ausbezahlt wird. Doch ist das Legal? In der Schweiz haben Swisslos und die Loterie Romande ein Monopol auf Sportwetten. Private Spielwetten können daher problematisch sein.
Das Lotteriegesetz verbietet gewerbsmässig veranstaltete Wetten. Der Begriff der Gewerbsmässigkeit wird dabei vom Gesetz nicht näher umschrieben. Sicher gewerbsmässig handelt ein Organisator, der aus dem Spiel erhebliche Einnahmen erziehlt. Hingegen liegt keine Gewerbsmässigkeit vor, wenn der Organisator der Tipprunde keinen Gewinn generiert. Seine Unkosten darf er aber decken.
Ein weiteres Kriterium ist die Grösse der Tipprunde und der zeitliche Horizont. Bei privaten Tipprunden sollte daher auf eine möglichst klar eingegrenzte und überschaubare Teilnehmerzahl geachtet werden und die Tipprunde sollte zeitlich auf die EM-Spiele limitiert sein.
Legal sind EM-Wetten also immer dann, wenn die Spieleinsätze an den Gewinner des Tippspiels ausbezahlt werden, der Organisator sich nicht daraus finanziert, die Teilnehmerzahl beschränkt und die Tipprunde auf die EM beschränkt ist. Freuen wir uns auf eine spannende EM. Möge die beste Mannschaft und die besten Tipper gewinnen.
Rechtsgebiete: Verwaltungsrecht