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Aspartam enthält ebenso viele Kalorien wie herkömmlicher Kristallzucker. Da der chemische Stoff aber rund 200 mal süsser ist, kann er in deutlich geringerer Dosis zum Süssen von kalorienreduzierten Lebensmitteln verwendet werden. Tausende „Light“- bzw. „Zero“-Getränke, Kaugummis, Joghurts, Desserts und Süssigkeiten, Brotaufstriche, Nuss- und Getreidesnacks, Senf, Saucen sowie süsssaure Obst-, Gemüse- und Fischkonserven enthalten den Süssstoff. Dieser wurde 1965 vom Chemiker James L. Schlatter entdeckt und ist in den USA seit 1983 zur Verwendung in kohlensäurehaltigen Getränken zugelassen. Im Verlauf der 1990er Jahre wurde Aspartam dann weitgehend ohne Anwendungseinschränkungen in den USA und 89 anderen Staaten erlaubt, darunter auch in der Schweiz. Der ADI-Wert des Süssstoffes, also die akzeptierbare tägliche Aufnahmemenge, wurde von der amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA auf 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Für die Zulassung und die Ermittlung des ADI-Werts stützten sich die Behörden weitgehend auf verschiedene Studien des Pharmazeutik-Unternehmens und Aspartam-Herstellers G.D. Searle & Company, das inzwischen vom multinationalen Konzern Monsanto übernommen wurde.
Wie wirkt Aspartam?
Aspartam zerfällt bei der Einnahme in seine drei Ausgangsstoffe Phenylalanin, Asparaginsäure und Methanol. Phenylalanin ist eine essentielle Aminosäure, die im Gehirn als wichtiger Neurotransmitter (Botenstoff) funktioniert. Für Menschen, die aufgrund einer Stoffwechselkrankheit Phenylalanin im Körper nicht aufspalten können, sind Aspartam-haltige Produkte sehr gefährlich, da sich der Stoff leicht im Gehirn anreichert. Deshalb muss die Phenylalaninquelle in Aspartamprodukten deklariert werden. Phenylalanin senkt auch bei „gesunden“ Menschen den Serotoninspiegel im Gehirn und kann gemäss Kritikern in höheren Dosen zu Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust, Stimmungsschwankungen und Depressionen führen. Asparaginsäure soll besonders für Kinder bedenklich sein, da der Stoff die kindliche Blut-Hirn-Schranke überwinden und dadurch die Hirnzellen angreifen könne. Methanol wird bei Temperaturen über 30°C zu Formaldehyd und Ameisensäure umgewandelt. Letztere begünstigt als Nervengift schwere Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer; Formaldehyd gilt als krebsfördernd.
Langzeitrisiken: unbekannt
In den letzten Jahren wurden hunderte wissenschaftliche Studien zum Thema Aspartam publiziert. Rund die Hälfte der Publikationen schätzt Aspartam als unbedenklich ein, unter anderem weil die drei Ausgangstoffe auch in anderen Lebensmitteln vorkämen und nur unrealistisch hohe Dosen zu Gesundheitsproblemen führen würden. Die andere Hälfte der Fallstudien konnte hingegen durchaus schwere gesundheitliche Risiken nachweisen: Beispielsweise bestätigten umfangreiche Untersuchungen des italienischen Cesare Maltoni Krebsforschungszentrum, die krebsfördernde Wirkung des Süssstoffes.
Zurzeit läuft eine neue Untersuchung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), deren Resultate im November 2013 präsentiert werden sollen. Bisher liess die Behörde Aspartam als ungefährlich durchgehen – auch auf Empfehlungen der FDA und der Industrie hin.
Aufgrund der Flut an widersprüchlichen Informationen, die zum Thema Aspartam verbreitet werden, lässt sich zurzeit nicht mit Sicherheit beurteilen, ob der Zusatzstoff – in realistischen Dosen – gesundheitsschädigend wirkt oder nicht. Trotz der grossen Anzahl Studien sind insbesondere Langzeitrisiken unzureichend abgeklärt. Sicher ist einzig, dass in der Lebensmittelindustrie Milliardenumsätze von dem Süssungsmittel abhängen und dass bisher alle von der Industrie in Auftrag gegebenen und veröffentlichten Studien die Unbedenklichkeit des Stoffes betonten. Die US-amerikanischen ebenso wie die europäischen und die Schweizer Zulassungsbehörden haben Aspartam für unbedenklich erklärt. Auf der anderen Seite existieren zahlreiche industrieunabhängige Studien von Neurologen und anderen Wissenschaftlern, die allesamt vom Aspartamkonsum abraten. Sie sehen darin einen der Mitgründe für die aktuelle starke Zunahme einiger Krankheiten wie Alzheimer, Depressionen, usw.
Nicht nur aufgrund der möglichen gesundheitlichen Nebenwirkungen sollten aspartamhaltige Produkte mit Vorsicht genossen werden. Viele Experten gehen davon aus, dass kalorienreduzierte Produkte grundsätzlich problematisch sind, da sie verschiedenen physiologischen und psychologischen Gründen zu Hungergefühl, Gewichtszunahme (statt –abnahme) und/oder auffälligen Verhaltensmustern wie Hyperaktivität bei Kindern führen können. Diese Reaktionen sind beispielsweise darauf zurückzuführen, dass die Geschmacksnerven „betrogen“ werden und der Körper sich fälschlicherweise auf die Zufuhr von Kohlenhydraten einstellt.
Wer weniger Zucker konsumieren möchte, sollte sich die Süssigkeiten also eher abgewöhnen, statt auf Light-Produkte zu setzen. Diabetiker, die dennoch meist auf Süssstoffe angewiesen sind, können ausserdem auch auf natürliche, weniger bedenkliche Alternativen zu Aspartam, wie zum Beispiel Stevia, zurückgreifen.
Nebenwirkungen von Aspartam – veröffentlicht von der amerikanischen Zulassungsbehörde für Lebensmittel und Medikamente FDA:
Angstzustände, Arthritis, Asthma, Asthmatische Reaktionen, Unterleibsschmerzen, Probleme der Blutzuckerkontrolle (Hypoglykämie und Hyperglykämie), Gehirnkrebs, Atembeschwerden, Brennen der Augen und des Rachens, Schmerzen beim Urinieren, Hüftschmerzen, Chronischer Husten, Chronische Müdigkeit, Depressionen, Durchfall, Gedächtnisverlust, Müdigkeit, extremer Durst oder Hunger, Durchblutungsstörungen, Haarausfall, Herzrhythmusstörungen, Hoher Blutdruck, Impotenz und Sexualprobleme, Kon¬zentrationsschwierigkeiten, Infektionskrankheiten, Kehlkopfentzündung, Schlafstörungen, Juckreiz und Hautbeschwerden, Schwellungen, Muskelkrämpfe, Schwindelanfälle, Zittern, Nervöse Beschwerden, Gelenkschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Atembeschwerden, Hörbeschwerden, Tinnitus, Menstruationsbeschwerden und Zyklusveränderungen, Gliederschmerzen und -beschwerden, Allergische Reaktionen, Panikzustände, Phobien, Sprachstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Schluckbeschwerden, Sehbeschwerden, Gewichtszunahme.
Weitere Informationen:
Glossar E951 - Aspartam (das-ist-drin.de)