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Michael Hauke: Julian Aicher, Sie sind Neffe von Hans und Sophie Scholl. Viele Straßen und Plätze, aber auch Schulen tragen den Namen Ihres Onkels und Ihrer Tante. Seit 15 Monaten sind viele Grund- und Freiheitsrechte eingeschränkt bzw. abgeschafft. Sie halten viele Vorträge zum Widerstand im Nationalsozialismus. Was sagen Sie den Menschen von heute? Sollten Sie sich in der aktuellen Situation wieder auf die Geschwister Scholl und deren Ideale der Freiheit besinnen?
Julian Aicher: Ich kannte Hans und Sophie nicht persönlich. Als ich 1958 zur Welt kam, waren sie schon 15 Jahre tot. Aber über ihre Ideale haben mir meine Eltern viel erzählt. Da ging es politisch um die Freiheit. Also um das, was schon in der Französischen Revolution auf den Fahnen stand. Und auch bei der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, aber auch – und das sage ich mit meinem regionalen Bezug auf Schwaben – auf die aufständischen Bauern im Jahr 1525 in Memmingen. Die Grundrechte sind das Fundament allen Zusammenlebens. So wurde es mir x-mal gesagt. Wenn man Grundrechte einfach abschafft, stimmt etwas nicht!
Michael Hauke: Seit dem 28. März letzten Jahres gibt es die sogenannte