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Müller, Meier und Schmid sind laut Bundesamt für Statistik die häufigsten Nachnamen der Schweiz. Sie sind aber nicht nur Nachnamen, sondern auch Berufsbezeichnungen. Im Mittelalter war es nämlich normal, den Menschen ihre Berufe als Übernamen zu geben. Aber warum eigentlich und wann haben wir aufgehört, neue Nachnamen zu geben? Sandro Bachmann, Sprachwissenschaftler und Redaktor beim Schweizerischen Idiotikon, erklärt, was mit den Nachnamen im Laufe der Zeit passierte.
Ursprung der Nachnamen
Moses oder Platon hatten beide nur einen Namen, denn bis zum 12. Jahrhundert hatte man nur einen Namen. «Heute gibt es das eigentlich nur noch beim Papst oder bei Königen, wie zum Beispiel bei König Charles», erklärt der Sprachwissenschaftler. Beim Adel entstanden laut Bachmann der Vorläufer des Nachnamens, «ein sogenannter Namenszusatz, der an geschichtlich bedeutende Personen vergeben wurde», wie beispielsweise bei Karl dem Grossen.
Weil aber die Bevölkerung rasant wuchs, gab es plötzlich zu viele Personen mit dem gleichen Namen. Um also die vielen Christians und Ulrichs unterscheiden zu können, gab man ihnen, ähnlich wie beim Adel, Beinamen, die sich schliesslich zu Nachnamen entwickelten. Bachmann erklärt, dass es fünf Kategorien für die Herkunft der Nachnamen gibt. Diese sind auch verantwortlich, weshalb einige Nachnamen in gewissen Gemeinden häufiger vorkommen als in anderen.
Darum gibt es verschiedene Schreibweisen
Diese Namen galten lange aber nur als Übernamen und waren nicht verbindlich. Deswegen änderten sie sich auch häufig, besonders in ihrer Schreibweise. Laut Bachmann hing die Schreibweise von mehreren Faktoren ab. «Manchmal wurde derselbe Name im Dialekt geschrieben, ein anderes Mal wieder auf Hochdeutsch und wieder ein anderes Mal gar auf Latein», erklärt Bachmann.
So wurde beispielsweise der Nachname Wyss im Norden zu Weiss, blieb aber im Süden mehrheitlich als Wyss erhalten. «Diese Unterschiede kennen wir auch beim Namen Fuchs. Im Norden wird von Fuchs gesprochen, während im Wallis von Fux die Rede ist», so Bachmann weiter.
Standesämter sorgten für Ordnung
Mit der Einführung der Standesämter entstand auch eine Regelung für die Nachnamen, sodass diese nicht mehr willkürlich geändert werden konnten und keine neuen mehr entstanden sind. «Das diente und dient auch heute zur klaren Unterscheidung der Personen», so Bachmann. Ab dem 16. Jahrhundert sei die Erfassung der Nachnamen mehrheitlich abgeschlossen worden, einfach gesagt: Seit dem 16. Jahrhundert gibt es also so gut wie keine neu erschaffenen Nachnamen.
Und doch wächst die Bevölkerung seither weiter. Zwar entstehen wohl keine neuen Nachnamen mehr, aber an neuen Vornamen mangelt es nicht. Gerade Stars scheinen besonders aussergewöhnliche Vornamen für ihre Kinder zu wählen, wie sich in der Bildergalerie zeigt.