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Alice Lutz, langjährige Geschäftsführerin des ZPV und der Zürcher Freien Journalisten, verstarb am 1. November im Alter von 90 Jahren. Ein Nachruf von Werner Catrina
Sie war eine Lady mit Durchsetzungskraft, Pflichtbewusstsein und mit einem ansteckenden Lachen. Alice kam am 27. Dezember 1922 in Zürich zur Welt. Sie wuchs mit einer älteren Schwester auf, ihr Vater Josef Bischof war Vizedirektor bei der Zürcher Kantonalbank und hatte eine frankophoner Ader. Die Mittelschule absolvierte Alice deshalb in einem Licé in Frankreich; mitten Im Krieg machte sie die Matur in Lyon, doch die Abschlusszeugnisse verschwanden auf dem Postweg in die Schweiz. So konnte Alice nicht wie gewünscht Chemie studieren sondern entschloss sich zu einer kaufmännische Lehre und arbeitete erst bei Jelmoli, dann bei der Zeitung «Die Tat», später bei der Präsens Film.
Sie verbesserte ihre Sprachkenntnisse in England, stand dann bei der Gloria Film als hochgeschätztes, gewissenhaftes Mädchen für alles im Einsatz, wo sie auch auf dem Set bei den Aufnahmen zum Rechten schaute. 1958 heiratete sie ihren Mann Charly Lutz, mit dem sie eine glückliche Ehe führte.
Aus vielen Bewerberinnen wurde Sie Anfang der Sechzigerjahre zur Geschäftsleiterin des ZPV gewählt, wo sie, wie sie sich erinnerte, „ein furchtbares Durcheinander“ angetroffen habe. In ihrer beherzten Art schuf sie, gemeinsam mit ihrem geliebten Mann Charly, der als Treuhänder die ZPV-Buchhaltung auf Vordermann brachte, für Ordnung. Alice war gewissenhaft, tough, würde man im Englischen sagen, aber sie hatte viel Humor. Später übernahm sie die Geschäftsführung bei den freien Journalisten, die ihr ganz besonders am Herz lagen.
Mit Louise Meier organisierte sie den Presseball, beide sammelten unentwegt für die bekannt reichhaltige Tombola. Auch den Journalistenpreis managte die Unermüdliche und brachte immer wieder schöne Summen für die Preise zusammen. Unvergesslich sind auch die vielen Partys und Feste, die Alice in ihrem schönen Haus in Breite-Nürensdorf veranstaltete, wo es sich Gäste jeder Couleur unter dem Nussbaum gut gehen liessen. 50 Jahre stand Alice im Dienste der Zürcher Medienschaffenden, ein Rekord, der nur Königin Elisabeth II – wenn auch in mehr zeremonieller Funktion – noch getoppt hat, für deren Krönung Alice 1952 extra nach London reiste.
In den letzten Jahren schwanden die Kräfte, das Sprechen fiel Alice schwer, ja sie litt zunehmend an Demenz. Nur noch wenige der einst vielen Bekannten schauten bei ihr im Pflegeheim Kloten herein, wo sie mit fast neunzig friedlich entschlief. Die Abdankung findet am Mittwoch, den 14. November 2012, um 11 Uhr in der Katholischen Kirche Bassersdorf statt. Danke, liebe Alice!