Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03195.jsonl.gz/2346

Der US-Geschäftsmann Severin Wunderman übernimmt die Uhrenfirma Corum in La Chaux-de-Fonds. Nach Angaben von Corum werden die 50 Arbeitsplätze erhalten. In die Produkte-Palette aufgenommen werden künftig auch billigere Uhren.Dieser Inhalt wurde am 07. Januar 2000 - 13:59 publiziert
Der US-Geschäftsmann Severin Wunderman übernimmt die Uhrenfirma Corum in La Chaux-de-Fonds. Nach Angaben von Corum werden die 50 Arbeitsplätze erhalten. In die Produkte-Palette aufgenommen werden künftig auch billigere Uhren.
Wunderman hat 90 Prozent der Anteile am Unternehmen erworben. Die restlichen Anteile hält der Sohn des Corum-Gründers, Jean-René Bannwart. Wunderman, in der Schweizer Uhrenbranche kein Unbekannter, übernahm die Anteile unter seinem persönlichen Namen.
Neuer Anlauf in der Schweiz
Der US-Geschäftsmann war Gründer der Severin Montres in Lengnau BE, die seit über 25 Jahren Uhren im Auftrag von Gucci herstellt. Wunderman war bis November 1997 Präsident des Verwaltungsrates der Berner Gesellschaft. Gucci hatte damals Severin Montres übernommen.
Der Rückzug Wundermans hatte damals zu Diskussionen Anlass gegeben. Die britische Investcorp hatte es nach ihrem Einstieg bei Gucci abgelehnt, den Vertrag mit Severin Montres zu verlängern. Unter anderem traue sie Wundermans Geschäftsgebaren nicht mehr, hiess es damals als Begründung.
Nun nimmt der Amerikaner einen neuen Anlauf. Er will Corum die internationale Aura, die sie verdient zurückgeben, wie es in einem Communiqué heisst. Deshalb will er die eigene Produktepalette mit einer Kollektion von billigeren Uhren vergrössern.
Seit 1998 war Corum im Besitz der Familie Bannwart und der Gruppe Al Fardan. Der Preis für die übernahme wurde nicht bekannt gegeben. Der neue Eigentümer bekräftigte, dass er das Personal halten wolle, sowohl in der Direktion als auch in der Produktion.
Im Oktober 1998 hatte Corum die Entlassung von 29 Personen - einem Drittel aller Beschäftigten - angekündigt. Die Entlassungen waren Nachwirkungen der Turbulenzen an den asiatischen Finanzmärkten, die die Uhrennachfrage in Fernost schrumpfen liessen.
Corum hat im letzten Jahr 9000 Uhren produziert und einen Umsatz von 30 Mio. Fr. erzielt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Fabrikation von Uhren aus Stahl und Gold im oberen Preissegment. In einem Communiqué unterstreicht Corum, dass sie "eine der letzten weltweiten Marken ist, die unabhängig geblieben ist."
Die Geschäftsübernahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem sich die Neuenburger Luxus-Uhrenindustrie in einem starken Wandel befindet. So hat Ende letzten Jahres die französische Luxuskonsumgütergruppe Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) die Firmen TAG Heuer, Ebel und Zenith übernommen.
SRI und Agenturen
Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: <email-pii>