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Bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ist die Magenschleimhaut an einer Stelle beschädigt. Ein Magengeschwür, häufig einfach als «Ulkus» bezeichnet, entsteht zumeist, wenn die Magenschleimhaut nicht mehr ausreichend gegen die aggressive Magensäure geschützt ist.
Zu den Ursachen eines Ulcus ventriculi zählen vor allem:
Nikotin- und Alkoholmissbrauch begünstigen das Entstehen eines Ulkus. Ein Magengeschwür kann sich ausserdem aus einer Magenschleimhautentzündung entwickeln. Bei einem Ulcus ventriculi können unter anderem Symptome auftreten wie:
Zur Diagnose eines Magengeschwürs dient in der Regel eine Magenspiegelung (Gastroskopie). Bei dieser Untersuchung entnimmt der Arzt meist auch eine Gewebeprobe (Biopsie) der betroffenen Stelle.
Die Therapie von Magengeschwüren beruht auf verschiedenen säurehemmenden Medikamenten und führt in 90 Prozent der Fälle zur Heilung. In manchen Fällen – etwa wenn Komplikationen wie Magenblutungen oder ein Durchbruch des Ulcus ventriculi durch die Magenwand auftreten – ist eine Operation notwendig.
Personen, bei denen Magengeschwüre häufiger auftreten, können gegebenenfalls mit entsprechenden Medikamenten dagegen vorbeugen. Es kann ausserdem sinnvoll sein, auf magenreizende Nahrungs- und Genussmittel zu verzichten – zum Beispiel auf scharfe und sehr heisse Speisen, Kaffee oder hochprozentigen Alkohol.
Bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ist die Magenschleimhaut an einer Stelle beschädigt. In der Kurzform nennen Mediziner es hin und wieder einfach nur Ulkus (von lat. ulcus = Geschwür).
Bei einem Magengeschwür sind tiefere Schichten der Magenwand geschädigt. Magengeschwüre entstehen vor allem in einem bestimmten Bereich des Magens, der sogenannten kleinen Kurvatur. Hierbei handelt es sich um die kleine Innenkrümmung des Magens.
Das Magengeschwür wird auch als Ulcus ventriculi bezeichnet und zählt zu den Erkrankungen des Magens mit grosser Häufigkeit – 50 von 100'000 Menschen erkranken jährlich daran. Zu den häufigen Magenerkrankungen gehören neben dem Ulcus ventriculi auch der Reizmagen und die Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Magengeschwüre treten vor allem zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Der überwiegende Teil der Betroffenen leidet unter wiederkehrenden Geschwüren. Weil das Magengeschwür oft einfach als Ulkus bezeichnet wird, spricht man in diesem Fall auch von einer Ulkuskrankheit.
Das Risiko, ein Magengeschwür zu entwickeln, ist bei Kindern von Personen mit Ulcus ventriculi sowie bei Personen mit der Blutgruppe 0 um 50 Prozent erhöht. Die Ursachen hierfür sind bislang unbekannt.
Eine noch häufigere Magen-Darm-Erkrankung ist das Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni), an dem pro Jahr 150 von 100'000 Menschen erkranken.
Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) kann verschiedene Ursachen haben. Allen Entstehungsmechanismen gemeinsam ist ein gestörtes Gleichgewicht zwischen aggressiven und schützenden Mechanismen der Magenschleimhaut.
Die Magenschleimhaut, die den gesamten Mageninnenraum auskleidet, produziert den Magensaft. Die Zellen der Magendrüsen bilden die für den Verdauungsprozess nötigen Sekrete und Enzyme (Eiweisse, die biochemische Prozesse unterstützen) sowie die Magensäure. Ein weiteres Produkt der Magenschleimhaut ist der von den sogenannten Nebenzellen gebildete alkalische Schleim, der den Magen vor der aggressiven Magensäure schützt: Er bindet die Salzsäure des Magensafts und hindert den Magen so an einer Selbstverdauung. Sowohl körpereigene (endogene) als auch äussere (exogene) Faktoren können dieses Gleichgewicht stören und zu einem Magengeschwür führen.
Menschen, die ein Magengeschwür beziehungsweise Ulcus ventriculi im Bereich des Magenausgangs (Pylorus, sog. Pförtner) haben oder bei denen gleichzeitig ein Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür vorliegt, produzieren häufig zu viel Magensäure.
Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Genuss von Nikotin und Alkohol und der Entstehung von Magengeschwüren (Ulcus ventriculi) ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Es ist jedoch bekannt, dass Rauchen die nächtliche Produktion der Magensäure fördert. Höherprozentiger Alkohol führt zu oberflächlichen Schleimhautentzündungen im Magen. Sowohl Nikotin als auch Alkohol sind demnach in der Lage, das Gleichgewicht zwischen aggressiven Faktoren (Magensäure) und schützenden Faktoren (gesunde Magenschleimhaut) zu stören.
Gestörte Bewegungsabläufe im Magen (Peristaltikstörungen) werden zunehmend als wesentliche Ursachen für Magengeschwüre diskutiert. Eine besondere Rolle spielt dabei die Bewegungskoordination zwischen dem Bereich vor dem Magenausgang (dem sog. Antrum) und dem Zwölffingerdarm, der sich unmittelbar an den Magen anschliesst.
Bei Betroffenen mit solch einem gestörten Bewegungsablauf entleeren sich feste Speisen nur verzögert aus dem Magen. Gleichzeitig fliesst vermehrt bereits mit Gallenflüssigkeit vermischte Nahrung aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurück. Dadurch ist die Magenschleimhaut den Gallensäuren ausgesetzt – ein Magengeschwür kann entstehen.
Bei einigen Magengeschwür-Betroffenen liegt eine verminderte Produktion des epidermalen Wachstumsfaktors vor. Hierbei handelt es sich um ein bestimmtes Eiweiss, das die Reparatur von Schäden an der Magenschleimhaut fördert und die Säureproduktion des Magens hemmt. Ein Fehlen dieses Wachstumsfaktors begünstigt also die Entstehung von Magengeschwüren.
Die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ruft eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) hervor. Zu den Folgeerkrankungen beziehungsweise Komplikationen gehört auch die Entstehung von Magengeschwüren. Bei circa 80 Prozent aller Menschen mit einem Ulcus ventriculi findet man Helicobacter pylori im Magen. Andererseits findet man diese Bakterien häufig auch bei Menschen, die keine Magengeschwüre haben und keine entsprechenden Symptome zeigen.
Zu den seltenen körpereigenen Faktoren, die zur Entstehung eines Magengeschwürs führen, gehören das Zollinger-Ellison-Syndrom und die Nebenschilddrüsen-Überfunktion.
Beim Zollinger-Ellison-Syndrom produziert ein Tumor das Hormon Gastrin im Überschuss. Gastrin wiederum fördert eine übermässige Säureproduktion im Magen und ein Ulcus ventriculi kann entstehen.
Bei einer Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus) kommt es zu einem Überangebot an Kalzium. Kalzium stimuliert unter anderem ebenfalls Zellen, die Gastrin produzieren. Dadurch erhöht eine Nebenschilddrüsen-Überfunktion letztendlich auch die Säureproduktion im Magen, was dazu führen kann, dass ein Ulcus ventriculi entsteht.
Für ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) können auch Medikamente wie Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) die Ursachen sein. Sie werden bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, aber auch bei Schmerzen, Fieber oder allgemein bei Entzündungen eingesetzt. NSAR-Schmerzmittel wie etwa die Acetylsalicylsäure schädigen die Magenschleimhaut und können dadurch zu Entzündungen und Geschwüren führen.
NSAR-Schmerzmittel hemmen ein Enzym, das Fettsäuren des Zellstoffwechsels in Prostaglandine umwandelt. Prostaglandine sind Hormone, die die Magenschleimhaut schützen, weil sie die Säureabgabe hemmen. NSAR fördern auch die Bildung von Sauerstoffradikalen (schädliche Formen des Sauerstoffs), welche die Entstehung eines Magengeschwürs zusätzlich begünstigen. Die Einnahme von NSAR-Schmerzmitteln über einen längeren Zeitraum sollte man deshalb stets mit seinem behandelnden Arzt besprechen, um das Risiko für einen Ulcus ventriculi einzuschätzen.
Kortison
Kortison kann die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen. Bei einer Kortison-Therapie hängt die Entstehung von Magengeschwüren allerdings von der Dauer beziehungsweise der eingenommenen Kortisonmenge ab. Bei Behandlungen, die kürzer als 30 Tage dauern, oder bei einer Kortison-Gesamtdosis von weniger als 1 Gramm, ist die Bildung eines Ulcus ventriculi durch Kortison eher unwahrscheinlich.
Menschen, die unter Depressionen leiden, scheinen häufiger Magengeschwüre zu entwickeln. Ähnliches gilt für Menschen, die einem erhöhten beruflichen oder privaten Stress ausgesetzt sind und bei denen oft ein Ulcus ventriculi auftritt. Auch akute Stress- und Schocksituationen, wie Unfälle und Operationen, können zu Magengeschwüren führen.
Bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) können die Symptome sehr unterschiedlich sein. Häufig drückt und schmerzt es im Oberbauch (sog. epigastrische Schmerzen; epigastrisch = den Oberbauch betreffend) durch ein Magengeschwür. Die Schmerzen bei einem Ulcus ventriculi können in Richtung Brustbein, Unterbauch oder auch in den Rücken ausstrahlen. Bei einigen Betroffenen wird der Schmerz durch die Nahrungsaufnahme ausgelöst, bei anderen lindert sie ihn. Über Nüchternschmerzen (Schmerzen bei leerem Magen), die typischerweise nachts auftreten, klagen sowohl Patienten mit Magen- als auch Zwölffingerdarmgeschwüren.
Menschen mit Magengeschwüren berichten ausserdem gelegentlich über Erbrechen, (z.B. bei Geschwüren nahe dem Magenausgang) und darüber, dass sie bestimmte Speise nicht vertragen – welche Nahrungsmittel das sind, ist jedoch bei Betroffenen mit Ulcus ventriculi individuell verschieden. Als Folge des Erbrechens, der Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel oder auch einer Schmerzverstärkung durch die Nahrungsaufnahme verlieren viele Betroffene Gewicht. Kommt es zu Magenblutungen, äussern sich diese entweder als Bluterbrechen (Hämatemesis) oder auch in einer Schwarzfärbung des Stuhls (Teerstuhl, Meläna) durch das beigemischte, verdaute Blut.
Verursacht ein Magengeschwür keine Symptome, erkennt der Arzt es meist nur als Zufallsbefund im Rahmen anderer Untersuchungen. Bei Personen, die bestimmte Schmerzmittel (nichtsteroidale Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure) einnehmen, bleiben Magengeschwüre in mehr als der Hälfte der Fälle völlig symptomlos.
Um bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) die Diagnose zu stellen, fragt der Arzt den Patienten bei der Untersuchung in der Regel zuerst nach seinen Beschwerden und erhält damit bereits Hinweise auf die Erkrankung. Zur weiteren Diagnose eines Ulcus ventriculi tastet der Arzt den Oberbauch ab, was für Patienten mit einem Magengeschwür meist schmerzhaft ist. Eine Blutuntersuchung und gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) können die Diagnose erhärten. Letztlich kann aber nur eine Magenspiegelung (Gastroskopie) die Magengeschwür-Diagnose sichern.
Die entscheidende Untersuchung beim Magengeschwür ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Mit ihr erlangt der Arzt einen direkten Blick auf die Schleimhaut des Magens und kann sie so eingehend untersuchen und einen möglichen Ulcus ventriculi direkt entdecken. Während der Untersuchung kann er ausserdem gleich mehrere Gewebeproben (Biopsien) für die feingewebliche Untersuchung entnehmen. Eine Magenspiegelung ermöglicht so, zwischen einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), einem Magengeschwür und Magenkrebs (Magenkarzinom) zu unterscheiden. Ausserdem stellt der Arzt anhand gewonnener Gewebeproben (Biopsie) fest, ob der Magen mit dem Bakterium Helicobacter pylori besiedelt ist.
Für eine Magenspiegelung beim Verdacht auf einen Ulcus ventriculi muss der Untersuchte nüchtern sein. Um den Würgereiz beim Einführen des Endoskops über den Mund zu unterdrücken, besprüht der Arzt die Rachenschleimhaut mit einem örtlichen Betäubungsmittel (z.B. mit einem Lidocain-Spray). Ein Endoskop ist ein biegsames, schlauchartiges Instrument mit integrierter Kamera. In der Regel erhält der untersuchte Patient auch ein Beruhigungsmittel wie Diazepam oder Midazolam. Der Untersuchte befindet sich dadurch in einem schlafähnlichen Zustand. Die Magenspiegelung sollte spätestens nach zwölf Wochen wiederholt werden, wenn ein Magengeschwür entdeckt wurde.
Wenn ein Ulcus ventriculi unter der gewählten Behandlung nicht vollständig abgeheilt ist, muss der Arzt weitere Gewebeproben entnehmen, um sicher abzuklären, ob nicht doch Magenkrebs vorliegt.
Bei Personen, die eine Magenspiegelung ablehnen oder bei denen ein erhöhtes Risiko mit der Untersuchung verbunden ist, kann eine Röntgenaufnahme des Magens mit Kontrastmittel erfolgen. Diese Untersuchung ist allerdings nicht so aussagekräftig wie die Magenspiegelung, da die Magenschleimhaut nicht direkt begutachtet werden kann.
Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) erfordert eine wirksame Therapie. Die Behandlung richtet sich dabei nach der jeweiligen Ursache des Magengeschwürs.
Um ein Magengeschwür zu behandeln, sollte zunächst alles zumindest vorübergehend gemieden werden, was die Schleimhaut des Magens schädigt und reizt und damit die Entstehung eine Ulcus ventriculi begünstigt. Dazu gehören zum Beispiel:
Weil der saure Magensaft eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Magengeschwüren spielt, setzt man vor allem Medikamente ein, welche die Magensäureproduktion hemmen – sogenannte Säureblocker. Durch die verminderte Magensäureproduktion werden zum einen die Schmerzen gelindert, und zum anderen kann sich die Magenschleimhaut erholen.
Unter Umständen ist bei einem Ulcus ventriculi eine Operation sinnvoll beziehungsweise notwendig – beispielsweise wenn ein Magengeschwür trotz Medikamenten nach mehreren Monaten nicht abheilt. Auch bei Komplikationen wie Blutung, Magenverengung, Magendurchbruch oder beim Verdacht auf Magenkrebs ist eine Operation die geeignete Therapieform.
Je nach Notwendigkeit, kommen verschiedene Verfahren in Betracht:
Protonenpumpenhemmer (wie Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol) hemmen die Säureproduktion im Magen.
Protonenpumpe: Magensäure besteht chemisch gesehen aus Salzsäure (HCl), also aus einer Verbindung von Wasserstoffionen (H+) mit Chloridionen (Cl-). In der Magensäure liegt der Wasserstoff in Form von Protonen vor, das heisst als positiv geladene Teilchen (H+). Die Magenzellen geben die Wasserstoff- und Chloridionen getrennt ins Mageninnere ab, erst hier entsteht durch das gleichzeitige Vorliegen dieser Ionen die Magensäure. Die Wasserstoffionen gelangen über einen speziellen Mechanismus ins Mageninnere: die sogenannte Protonenpumpe. An dieser Stelle setzen verschiedene Medikamente an, welche die Protonenpumpe und damit die Produktion von Magensäure und die Entstehung eines Ulcus ventriculi hemmen.
Ausserdem können sogenannte Histamin-Rezeptorenblocker (auch H2-Blocker oder H2-Rezeptorenblocker genannt) wie Cimetidin oder Ranitidin verabreicht werden. Sie blockieren den Histamin-H2-Rezeptor an den säureproduzierenden Magenzellen, so dass diese keine weiteren Wasserstoffionen abgeben und nicht zu viel Magensäure gebildet werden kann.
Blutet das Magengeschwür, kann der Arzt im Rahmen einer Magenspiegelung versuchen, die Blutungsquelle mit einem Medikament zu unterspritzen. Der eingespritzte Wirkstoff verengt die Blutgefässe und stoppt so die Blutung des Ulcus ventriculi. Der Arzt kann ebenfalls die Blutungsquelle mit einem sogenannten Fibrinkleber verkleben sowie die Blutung mithilfe eines Lasers stillen. Massive Blutungen, die mittels einer Magenspiegelung nicht zu kontrollieren sind, lassen sich oft nur im Rahmen einer offenen Operation stoppen. Magendurchbrüche (sog. Perforationen) machen ebenfalls oft eine Operation notwendig – manchmal ist es möglich, den Magendurchbruch mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) gewebeschonend und ohne grossen Bauchschnitt zu behandeln (minimal-invasives Vorgehen).
Auch säurebindende Mittel (sog. Antazida) können angewendet werden. Diese neutralisieren die abgesonderte Magensäure.
Wenn der Magen stark verkrampft ist, helfen Medikamente, welche die Magenbewegungen anregen (sog. Prokinetika, z.B. MCP und Domperidon).
Eine Infektion der Magenschleimhaut mit dem Erreger Helicobacter pylori kann Ursache für ein Magengeschwür sein. Die Betroffenen werden mit der sogenannten Eradikationstherapie behandelt, die das Bakterium Helicobacter pylori abtöten. Dabei muss der Patient über einen Zeitraum von sieben Tagen gleichzeitig die Antibiotika Amoxicillin und Clarithromycin (alternativ Metronidazol) sowie ein Protonenpumpenhemmer in genau festgelegter Dosierung einnehmen. Sie töten das Bakterium ab und das Magengeschwür kann dadurch abheilen.
Bei einem Magengeschwür ist die Prognose ohne Behandlung in über 40 Prozent der Fälle gut, da sie spontan von selbst abheilen. Eine wirksame medikamentöse Therapie eines Ulcus ventriculi bewirkt eine Heilungsrate von bis zu 90 Prozent. Trotz dieser effektiven Therapie kommt es häufig zur erneuten Geschwürbildung. Risikofaktoren dafür sind:
Blutungen und ein Durchbruch des Geschwürs durch die Schichten der Magenwand (Perforation), die bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) auftreten können, sind lebensbedrohliche Komplikationen. Personen mit wiederkehrenden Magengeschwüren haben dafür ein grösseres Risiko als Menschen, die zum ersten Mal unter einem Magengeschwür leiden.
Weitere Risikofaktoren für das Auftreten von Komplikationen bei einem Ulcus ventriculi sind:
Eine weitere Komplikation, die als Folge eines Magengeschwürs auftreten kann, ist die Magenverengung (Stenose) durch Narbenbildung. Dabei wird die Magenwand eingeengt beziehungsweise schrumpft, wodurch ein sogenannter Sanduhrmagen entsteht. Das Risiko, Magenkrebs zu bekommen, ist hier erhöht. Es beträgt bei chronischen Magengeschwüren etwa drei Prozent.
Wollen Sie einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) vorbeugen, ist es grundsätzlich ratsam, alle Speisen und Getränke wegzulassen, die den Magen reizen und nicht gut verträglich sind. Das gilt beispielsweise für sehr scharfes und heisses Essen sowie für hochprozentigen Alkohol und grosse Mengen Kaffee. Da die Verträglichkeit der meisten Getränke und Speisen individuell starken Schwankungen unterliegt, ist es wichtig, dass Betroffene mit Ulcus ventriculi selbst austesten, was und welche Mengen ihnen bekommen.
Wer unter einem stressbedingten Magengeschwür leidet, sollte versuchen, Stress abzubauen. Weil Rauchen die Magenschleimhaut ebenfalls angreift, ist es sinnvoll, auch darauf zu verzichten, um einem Ulcus ventriculi vorzubeugen. Wer regelmässig magenschädigende Medikamente einnimmt (nichtsteroidale Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure), sollte diese nach Absprache mit dem Arzt gegebenenfalls absetzen und besprechen, welche Alternativen es gibt. Bei einem durch den Keim Helicobacter pylori verursachten Magengeschwür muss der Erreger mit Medikamenten entfernt werden. Ansonsten kann das Magengeschwür erneut auftreten.
Führen diese Massnahmen zu keinem Erfolg, ist zusätzlich an eine vorbeugende Einnahme spezieller Medikamente (Säureblocker, Protonenpumpenhemmer) zu denken. Säureblocker können vorbeugend auch für Personen sinnvoll sein, die aufgrund rheumatischer Gelenkerkrankungen mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt werden müssen.
Tritt ein Magengeschwür trotz konsequenter Einhaltung der vorbeugenden Massnahmen und Medikamenteneinnahme erneut auf, kann eine chirurgische Massnahme (Magenteilentfernung) sinnvoll sein. Dies trifft auch dann zu, wenn der Betroffene aufgrund von Nebenwirkungen die Medikamente absetzen muss. Allerdings treten auch nach einer solchen Operation noch in circa fünf Prozent der Fälle erneut Magengeschwüre auf.