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Das gedruckte Wort ist der grösste Feind der Autorität. Deshalb hat die römisch-katholische Kirche jahrhundertelang ein genaues Register jener Bücher geführt, welche die Gläubigen (zum Teil unter Androhung der Exkommunikation) nicht lesen durften: Index Librorum Prohibitorum, den Index der verbotenen Bücher. Im Katalog von buchplanet.ch findet man eine Ausgabe von 1948. Werfen wir doch mal einen Blick in dieses Buch der Bücher und sehen nach, was da so drinsteht.
Da findet man natürlich Aufklärungsphilosophen wie Voltaire und Diderot, auch Immanuel Kant (Kritik der reinen Vernunft) kommt vor. Grössen der Weltliteratur wie Honoré de Balzac und Victor Hugo (letzterer mit seinen beiden wohl berühmtesten Werken, den Romanen Les Misérables und Notre-Dame de Paris) sind vertreten, ferner Gabriele d’Annunzio, Heinrich Heine und Emile Zola. Interessant ist aber auch, wer damals nicht (oder nicht mehr) auf dem Index stand. Charles Darwin sucht man ebenso vergebens wie Karl Marx, weder Lenins noch Hitlers Schriften werden erwähnt.
Schade, dass keine Details angegeben werden, was genau den kirchlichen Autoritäten an diesen Büchern nicht gepasst hat. Da bleibt viel Raum für Spekulationen… Ich muss voller Scham gestehen, dass manche der oben erwähnten Autoren auch bei buchplanet.ch zu finden sind. Mea culpa (hoffentlich liest der Papst diesen Blog nicht)!