Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03250.jsonl.gz/1734

Kürzlich hat das Bundesgericht den Invalidenrentenanspruch eines rund 50-jährigen Journalisten mit der Begründung verneint, der Beschwerdeführer verfüge wegen seines intakten Privatlebens und seines Bildungsniveaus über genügend mobilisierbare Ressourcen, weshalb sich die nachgewiesene depressive Störung – im Widerspruch zur gutachterlichen Einschätzung – nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Das Urteil zeigt exemplarisch, dass die Rechtsanwendung auch nach Aufgabe der Überwindbarkeitspraxis immer noch nach Regel-Ausnahme-Modellen sucht und den Wechsel hin zu einem differenzierten und ergebnisoffenen Beweisverfahren noch nicht vollzogen hat.
Résumé
Récemment, la Cour fédérale a rejeté la demande de pension d’invalidité d’un journaliste âgé d’une cinquantaine d’années au motif que le plaignant disposait de ressources mobilisables suffisantes en raison de sa vie privée intacte et de son niveau d’éducation, ce qui explique pourquoi le trouble dépressif avéré – contrairement à l’évaluation de l’expert – n’a pas affecté sa capacité à travailler. L’arrêt montre à titre d’exemple que la jurisprudence, même après l’abandon de la pratique consistant à surmonter les obstacles, recherche encore des modèles d’exception aux règles et n’a pas encore achevé le passage à une procédure de preuve différenciée et non limitative.
Der 1963 geborene A. war als Journalist tätig und meldete sich am 26. Juli 2016 wegen Depressionen zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Frühinterventionsmassnahmen (Beratung und Unterstützung, Jobcoaching, Berufsberatung/Modul Wandel) führten zu keinem Erfolg.
Auf Empfehlung des RAD holte die IV-Stelle ein externes monodisziplinäres Gutachten bei einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH ein. Danach litt A. mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichtgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.01). Die zu diagnostizierende Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen Anteilen (ICD-10: Z73.0) sowie die Dysthymie (ICD-10: F34.1) hatten keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Gemäss Gutachten war A. im angestammten Beruf als Journalist bis auf Weiteres zu 50% arbeitsunfähig. Für Tätigkeiten ohne grosse Entscheidungskompetenz, zum Beispiel…