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Über die Nabelschnur wird Ihr Kind vor der Geburt mit allem versorgt, was es zum Leben braucht: Sauerstoff, Nährstoffe und Antiköper. Sobald es auf der Welt ist, wird die Nabelschnur durchtrennt. Um Infektionen zu vermeiden, muss die Nabelwunde bei Säuglingen sorgfältig gepflegt werden.
Die Nabelschnur bei der Geburt
Bei der Geburt macht Ihr Kind seinen ersten Atemzug. Nach dem Durchtrennen der Nabelschnur deckt die Hebamme die Wunde mit Gaze (Baumwollgewebe) ab. Da der Nabelstumpf nicht mehr mit Blut versorgt wird, trocknet er allmählich aus und verfärbt sich schwarz. 5 bis 21 Tage nach der Geburt fällt er schliesslich ab. In dieser Zeit müssen Sie die Nabelwunde sorgfältig pflegen, bis sie ganz verheilt ist. Keine Sorge: Das ist für Sie als Eltern ganz einfach und für Ihr Baby überhaupt nicht schmerzhaft.
Nabelpflege in vier Schritten
Es ist wichtig, den Nabel Ihres Kindes zu pflegen: So können Sie verhindern, dass schädliche Bakterien eindringen und eine Infektion auslösen.
So gehen Sie vor:
- Waschen Sie sich immer erst die Hände, bevor Sie den Nabel berühren: Da Ihr Baby noch kaum Antikörper hat, ist es sehr anfällig für Bakterien in seiner Umgebung.
- Reinigen Sie den Nabelschnurrest mit einer sterilen Kompresse, die mit isotoner Kochsalzlösung getränkt ist.
- Tragen Sie anschliessend Eosin auf, eine antiseptische Lösung, die austrocknend wirkt. Achten Sie darauf, den Nabel mit Hilfe einer Kompresse gut zu trocknen.
- Wenn Sie Ihrem Baby wieder Windeln anziehen, haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Sie können den Nabel einfach an der Luft lassen. Achten Sie darauf, dass er ausserhalb der Windel liegt: Schlagen Sie den Bund der Windel einfach unterhalb des Nabels um.
- Sie können den Nabel auch mit einer Kompresse abdecken, bevor Sie die Windel anziehen; dabei schlagen Sie den Bund ebenfalls um.
So verhindern Sie, dass sich der Nabel an der Windel reibt oder mit Stuhl oder Urin in Kontakt kommt.
Wir empfehlen Ihnen, den Nabelschnurrest ein- bis zweimal täglich zu reinigen, bis er abfällt und die Nabelwunde vollständig verheilt ist. Ziehen Sie nicht an der Nabelschnur, wenn sie sich zu lösen beginnt; sie wird zu gegebener Zeit von selbst abfallen. Wenn der Nabelstumpf abfällt, kann die Nabelwunde etwas bluten oder es können kleine Fleischklümpchen sichtbar sein: Keine Sorge, das ist völlig normal.
Nabelpflege verhindert das Eindringen von schädlichen Bakterien und beugt Infektionen vor.
So erkennen Sie eine Infektion
Die folgenden Zeichen weisen auf eine Infektion hin. Sie können vor dem Abfallen des Nabelschnurrests auftreten oder erst danach:
- Der Nabelstumpf oder Nabel riecht schlecht oder ist plötzlich geschwollen oder gerötet.
- Es tritt Eiter aus (schmieriger Belag).
Blutet die Wunde mehrere Tage nach dem Abfallen des Nabelstumpf immer noch, empfiehlt sich ein Arztbesuch.
Informieren Sie sich auch beim Schweizerischen Roten Kreuz: Es bietet verschiedene Kurse an, in denen sich Eltern auf die Geburt eines Kindes vorbereiten können.
Gut zu wissen
Auch nach der Geburt gibt es noch eine Verwendung für die Nabelschnur: Sie können das Blut spenden, das sich darin befindet. Denn Nabelschnurblut, das auch als Plazentablut bezeichnet wird, enthält Stammzellen. Daraus können die wichtigsten Zellen unseres Körpers gebildet werden: rote Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren, weisse Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen, und Blutplättchen, die an der Blutgerinnung beteiligt sind.
Stammzellen werden hauptsächlich zur Behandlung von Blutkrankheiten wie Leukämien, Lymphomen und anderen Krebsarten eingesetzt. Spenden Sie also das Nabelschnurblut: Das kostet Sie nichts und kann Leben retten!