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Lewis Carroll
27. Januar 1832 Daresbury - 14. Januar 1898 Guildford
Lewis Carrolls erstes Kinderbuch 'Alice's Adventures in Woderland', das 1865 erschienen ist, war von Anfang an ein grosser Erfolg. Lewis Carroll war in seinem bürgerlichen Leben Charles Lutwidge Dodgson, Dozent am Christ College der Universität Oxford. Hier war die Wiege für Alices luftige Phantasiewelten.
Als Mathematiker war er eher konservativ, er war auch kein glanzvoller Pädagoge, galt er doch unter seinen Kollegen als höflicher, gutmütiger, dabei aber menschenscheuer, verschrobener und eigenbrötlerischer Mensch. Seine Studenten sahen in ihm einen pedantischen und ziemlich langweiligen Lehrer. Im Alter von 49 Jahren hörte er mit der Lehrtätigkeit auf, um danach nur 'Lewis Carroll' zu sein.
Für ein Kind, für seinen Liebling 'Alice' wurde er zu einem Gefährten voller Witz und Ausgelassenheit, zu einem Erzähler von unerschöpflicher Einfallskraft.
Von diesem Zeitpunkt an widmete er sich ganz der Schriftstellerei und den logischen Paradoxien, Rätseln und Denkspielen. Die Beliebtheit der logisch verzwickten Zahlenspiele in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts ist ein Reflex des technischen Fortschritts. Die Maschinen-Mechanik verdrang die Mussestunden.
"Alice's Adventures in Wonderland" und "Through the looking glass" sind Elementarlehrbücher der Logik aber auch lustige Kindergeschichten. In diesen ersten Büchern versteckt Lewis Carroll noch seine mathematischen Kenntnisse. Als Dichter/Mathematiker wurde er immer bekannter in England. Eine erste Serie von Denksportaufgaben wurde ab 1880 in der Londoner Zeitschrift 'The Monthly Packet' abgedruckt. Sie bestand aus jeweils zehn Folgen, von ihm 'Knoten' genannt, wobei jeweils eine oder mehrere mathematisch-logische Aufgaben in eine kleine Geschichte eingekleidet waren.
Alice im Wunderland
Alices' Wunderland ist in einem sorgsam idyllisch gehaltenen Rahmen. Der Leser wird beruhigt, dass darin nicht das geringste passiert - aber umso mehr hat er ihn überlistet mit seinem 'englischen' Humor. Wir lachen über uns selbst, ohne dass wir es merken und wir erkennen uns vielleicht wieder in der Welt des Widersinns, der Gewaltherrschaft der Logik der Regeln.
Hinter den Spiegeln
Als Alice aus dem Wunderland zurückgekehrt ist, wird sie neuerlich in fremde Gegenden ausgeschickt. Aber irgendetwas Beklemmendes, Aufsässiges ist diesmal mit dabei. Gleich hinter dem Spiegel stösst Alice auf ein Gedicht, zu dem es die 'richtigen' Worte nie gegeben hat. Die Ordnung von Raum und Zeit ist verloren gegangen. Die Regeln dieses zweiten Wunderlandes sind kompliziert und starr (und insbesondere für Alice) undurchsichtig.
'Hierzulande musst du so schnell rennen, wie Du kannst, wenn Du am gleichen Fleck bleiben willst' sagte die Königin.