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die in wenigen (etwa 50), Afrika
[* 5] (eine Art bis Südspanien) und Südamerika
[* 6] inkl. Westindien
[* 7] bewohnenden
Arten vertreten sind, unterirdisch, und zwar mit Vorliebe in Ameisenhaufen, leben und ihre Beine bis auf rudimentäre Vorderfühe
oder häufiger ganz verloren haben. IhreAugen sind von Haut
[* 8] überdeckt, und der Körper ist schlangenförmig geworden; die
Ringelechsen können vor- und rückwärts gleich
gut kriechen und sich in die Erde einwühlen. Die Haut hat keine Schuppen, gewinnt aber durch Ringfurchen,
die durch Querfurchen verbunden sind, ein getäfeltes Ansehen. Die Ringelechsen gelten bei den Brasilianern fälschlich
für höchst giftige Tiere. Die einzige Familie der Ringelechsen
ist die der Doppelschleichen (Amphisbaenidae), deren bekanntester
und zugleich größter Vertreter die 50 cm lange Ibijara Brasiliens(Amphisbaena albaL., s. beistehende
Abbildung) ist; die einzige europ. Art, Blanus cinereus Vendelli, kommt in Spanien
[* 9] vor und wird nur 30 am lang.
Ordnung der Reptilien (s. d.), Tiere von langgestreckter, zuweilen
selbst schlangenartiger Gestalt, mit fast immer deutlich durch einen Hals vom Rumpf getrenntem Kopf und meist sehr langem, sich
verjüngendem Schwanz. In der Regel sind vier Extremitäten vorhanden, die meist nur zum Vorwärtsschieben
des über den Boden hingleitenden Rumpfes dienen, bei manchen jedoch auch zum Anklammern, Klettern und Graben verwendet werden
können und mit fünf bekrallten Zehen endigen.
Nicht selten bleiben die Extremitäten ganz kurz und rudimentär, oder es sind nur vordere oder nur hintere
vorhanden, oder es fehlen äußerlich hervorstehende Teile von Gliedmaßen gänzlich. Bei allen Eidechsen finden sich Schultergürtel
und Becken und mit Ausnahme der Ringelechsen wenigstens die Anlage eines Brustbeins. Von den Schlangen
[* 11] unterscheiden sich die
Eidechsen wesentlich durch den Mangel der seitlichen Verschiebbarkeit der Kieferknochen und der Erweiterungsfähigkeit
des Rachens.
Die Bezahnung der Eidechsen ist sehr mannigfach, aber nicht so vollständig wie bei den Schlangen; die Zähne
[* 12] sind nie, wie bei den Krokodilen, in besondere Zahnhöhlen (Alveolen) eingekeilt, sondern sitzen unmittelbar auf dem Knochen.
[* 13] Die Zunge ist teils kurz und wenig vorstreckbar, teils lang und dünn, gabelig gespalten und weit vorstreckbar,
überhaupt von einer großen Mannigfaltigkeit der Form, so daß nach ihr die Eidechsen in Gruppen eingeteilt werden (s. unten). Die
Augen besitzen meist Lider, von denen das untere gewöhnlich beweglich ist.
Auch ein Trommelfell ist mit Ausnahme der Ringelechsen fast bei allen vorhanden, liegt aber häufig unter der Haut und
den Muskeln
[* 14] verborgen. Die Körperbedeckung besteht
aus Schuppen, Schildern oder größern Tafeln; doch kommen auch warzige
und stachlige Höcker, Hautlappen an der Kehle, Kämme, Falten etc. vor. Bei zahlreichen Eidechsen finden sich Hautdrüsen und entsprechende
Porenreihen längs der Innenseite der Oberschenkel und vor dem After. Der Farbenwechsel der Haut ist besonders
beim Chamäleon auffällig und bekannt.
Einzelne Familien kommen nur in der Alten Welt vor, andre haben in der Neuen ganz ähnliche Vertreter, die aber mit Bezug auf
die Befestigungsweise der Zähne in den Kiefern konstant verschieden sind. Fossile Überreste kennt man
bisher nur wenig. Echte Eidechsen finden sich erst im mittlern Jura, Formen, welche den heutigen nahestehen, erst im jüngsten Tertiärgebirge;
dagegen mag schon das Telerpeton aus dem BuntenSandstein der untern Trias (s. Tafel »Devonische Formation«, da die Schicht, in der
es gefunden ist, früher irrtümlich dem devonischen Sandstein zugerechnet wurde) als ein Vorfahr der
Eidechsen betrachtet werden. Noch älter sind die Mosasaurier (s. Reptilien), welche wohl für schwimmende Eidechsen gelten können. - Die
etwa 300 Gattungen mit über 1200 Arten teilt man in 27 Familien ein, von denen jedoch manche nur aus einer
einzigen Art besteht.
Nach dem Bau derZunge unterscheidet man vier Gruppen und trennt als eine fünfte noch die Ringelechsen (Amphisbaenidae) ab.
Diesen nämlich fehlen die Schuppen der Haut, die Augenlider, meist auch die Extremitäten. Es sind harmlose, größtenteils
in Ameisenhaufen lebende Tiere, deren Verbreitungsbezirk Südamerika, Afrika, Kleinasien und Spanien umfaßt.
Die vier Gruppen der beschuppten Eidechsen sind: Die Kurzzüngler (Brevilingues), mit kurzer, dicker, kaum vorstreckbarer
Zunge, meist mit Augenlidern, stets mit Schulter- und Beckengürtel, häufig aber ohne Gliedmaßen oder nur mit Fußstummeln
(mit und ohne Zehen) oder endlich mit völlig entwickelten Extremitäten.