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Die Villa Planta, nach ihrem Auftraggeber Jacques Ambrosius von Planta benannt, wurde 1874-1875 vom Architekten Johannes Ludwig als private Residenz erbaut. Das neoklassizistische Gebäude, mit einem fast quadratischen Grundriss, hat eine repräsentative Hauptfassade, welche mittels einer von Säulen gestützten Halle hervorgehoben wird. Die beiden Sphingen zu Seiten der Treppe, die pompejanischen Gemälde in der Lounge und die goldene Kuppel im byzantinischen Stil zeugen von der Aktivität des Auftraggebers, dem Kaufmann in Alexandria. Am besten verdeutlicht der Halbmond in der Mitte der Kuppel diesen „Orientalismus“.
1989, kurz vor seinem Tod, verkaufte Jacques Ambrosius von Planta die Villa an die Rhätische Bahn, die sie ab dem Jahre 1919 für kulturelle Zwecke dem Kanton Graubünden vermietete. Im Jahr 1957 wurde das Anwesen schließlich vom Kanton Graubünden erworben.
Im Jahr 1927 wurde die Sammlungen der Naturwissenschaften im neuen Natur- und Nationalpark-Museum untergebracht, das vom Architekten Walther Sulser direkt neben der Villa Planta erbaut wurde, während diese nun die Bedürfnisse eines Kunstmuseums erfüllte. Im Jahr 1981 zog das Naturmuseum in ein neues, eigens dafür konstruiertes Gebäude während der sogenannte „Sulser-Bau“, ein lineares Gebäude auf zwei Etagen, mit einem Verbindungsweg an die Villa Planta angebunden wurde und seither dazu genutzt wird, um temporäre Ausstellungen des Kunstmuseums zu beherbergen.
Zu Beginn der 60er Jahre befand sich die Villa Planta in einem Besorgnis erregendem Zustand. Schon damals war die Rede von einer Restauration und einer Renovierung, ja sogar vom Abriss der Villa Planta, um Platz für ein neues Gebäude zu machen. Nach unzähligen politischen Konflikte, veröffentlichte die Regierung in den frühen 80er Jahren einen Architekturwettbewerb für die Restaurierung der Villa Planta und für eine Gebäudeerweiterung des Bündner Kunstmuseums. Der große Rat ging diesbezüglich aber nicht auf die Vorschläge ein, sondern entschied sich nur die Villa Planta zu restaurieren und zu sanieren. Der notwendige Kredit wurde schließlich mit großer Mehrheit vom Bündner Volk gutgeheissen. Nach drei Jahren notdürftiger Restaurierung und Umgestaltung der Villa Planta unter der Leitung der Architekten Peter Zumthor, Peter Calonder und Hans-Jörg Ruch, konnte das Kunstmuseum Anfang 1990 feierlich wiedereröffnet werden.
Die Villa Planta bietet nicht genügend Platz für die stetig wachsende Sammlung und auch die temporären Ausstellungen haben für das Museum an Bedeutung gewonnen. Aus diesem Grund hat sich der Wunsch nach Expansion zunehmend verstärkt. Im Jahr 2011 war es möglich, einen internationalen Architektenwettbewerb auszuschreiben, welcher vom Architekturbüro Estudio Barozzi / Veiga aus Barcelona gewonnen wurde. Das Projekt überzeugte durch seine klare und präzise Positionierung in seiner architektonischen Umgebung. Das neue und charakteristische Gebäude wirkt nicht isoliert, sondern im Einklang mit der Villa Planta. Zwei benachbarte Gebäude werden zu einem Museum. Gut proportionierte Räume für die Sammlungen und eine offene, räumliche Struktur für temporäre Ausstellungen überzeugen auch im Hinblick auf eine funktionale Umgebung und ermöglichen im Inneren, sich richtig auf die Kunst konzentrieren zu können.