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updated 26.8.12 pm
Eine Suchabfrage ist kein linear-systematisch fortschreitendes Verfahren, sie gleicht eher dem Kreuzworträtsellösen. Aufgrund von Suchergebnissen kann ich die Frage präzisieren, das Suchziel justieren, komme auf Ideen, wo man auch suchen könnte, sehe ein, dass meine Ausgangsfrage falsch gestellt war usw.
Interessant sind in unserem Zusammenhang nicht so sehr die Lösungen, sondern die Wege, die allenfalls dorthin führen, die Suchstrategien, die Sackgassen und sonstigen Schwierigkeiten!
Vorgeschlagenes Arrangement für Einzelarbeit: Rekonstruieren Sie einmal eine eigene Recherche anhand der Chronik/History Ihres Browsers! Was habe ich gedacht, als ich dann diesen Link anklickte oder diese Wörter ins Suchfeld eingab? Warum hab ich diese Seite weggeklickt aber jene weiterverfolgt? Usw.
Vorgeschlagenes Arrangement für Teamarbeit: Zwei Personen sitzen an einem Computer und diskutieren über das Vorgehen bei der Recherche und führen diese schrittweise durch. (Dabei können sie nicht ihren innerlichen, stumm bleibenden Impulsen folgen, sondern müssen sich verlautbaren.)
Ein/e Protokollant/in kann so stichwortartig notieren, wie der Recherche-Prozess abläuft.
Hinweise für die Protokollanten:
Sie sind auf einem Flohmarkt auf das abgebildete Titelbild aus den Nebelspalter vom 15. Januar 1942 gestossen.
Im Heft selbst findet sich kein weiterer Kommentar dazu. Das wäre doch ein Objekt für eine Unterrichtssequenz über die Schweiz im Zweiten Weltkrieg ...
Nun möchten Sie mit Hilfe des Internet herausfinden, was hier satirisch kommentiert wird. (Bevor Sie die Schülerinnen und Schüler selbst recherchieren lassen.)
Ich erinnere mich an ein Bild: eine Seite aus einer mittelalterlichen Bibel mit einer prächtig verzierten Übersichtstabelle, in denen die Stellen neben einander gesetzt sind, wo die Evangelien dasselbe berichten. Ich möchte das Bild zeigen um das "synoptische Problem" zu erörtern.
1668 erscheint (vorausdatiert auf 1669) ein Buch mit dem Titel: »Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch/ Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltzamen Vaganten/ genant Melchior Sternfels von Fuchshaim/ wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen/ was er darinn gesehen / gelernet/ erfahren und außgestanden/ auch warumb er solche wieder freywillig quittirt. Überauß lustig/ und männiglich nutzlich zu lesen. An Tag geben Von German Schleifheim von Sulsfort. Monpelgart/ Gedrukt bey Johann Fillion/ Im Jahr M D C L XIX.«
Alle Welt zitiert als Autor Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (ca. 1622 bis 1676). Woher weiss man das eigentlich? Wer hat es herausgefunden? Und wie hat man es beweisen können?
Napoleons Russlandfeldzug. Irgendwo in einem Geschichtsbuch hab ich doch mal eine Visualisierung gesehen: die Dicke des Strichs auf der Landkarte bedeutete die Mannstärke der Armee, der immer dünner wurde bis auf dem Rückzug an der Beresina ....
Wie hiess doch gleich der grosse Vogel, der durch portugiesische Seeleute im 17.Jh., die ihn als Proviant verzehrten, ausgerottet wurde?
Wie bekomme ich auf die Schnelle mehrere Dutzend Links auf Websites zum Thema ›Astrofotografie‹ ?
Viele Zitate berühmter Leute schwirren in verschiedenen Versionen und mit verschiedenen Zuschreibungen herum. Wer hat was wirklich gesagt – in welchem Kontext – und wie war es gemeint? Für die Bonmots von der Antike bis etwa 1945 haben Büchmann und andere in den Geflügelten Worten die Quellen recherchiert und identifiziert. Wie nahe an die Quellen kommt man mit einer Internet-Recherche heran? Wie genau und verlässlich sind die Funde?
Beispiel a: Albert Einstein soll gesagt haben: “God doesn’t play dice with the cosmos.”
Beispiel b: Der Filmemacher Wim Wenders soll gesagt haben: “Hollywood has colonized our souls."
Beispiel c: “Lieber irren mit Sartre als Recht haben mit Raymond Aron” – Cet aphorisme soixante-huitard est usé jusqu'à la trame.
In einem Buch über Tiere im Mittelalter finde ich das folgende Bild – ohne Herkunftsnachweis. Woher mag es stammen? Welchen Text illustriert es?
Warum wurde Bern zur Bundeshauptstadt der Eidgenossenschaft gewählt?
Botticelli hat »die Allegorie der Verleumdung« gemalt, ein Bild dessen Vorbild ein antiker Text ist. Medienwandel von einem Text in ein Bild, das ist interessant.
Das Bild findet sich im Internet mehrfach, u.a. in der spanischen Wikipedia: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/85/Sandro_Botticelli_021.jpg
Im Text dazu heisst es: »El tema es alegórico; se basa en una descripción literaria sobre una pintura de Apeles, descrita por Luciano de Samosata en uno de sus Diálogos.«
Aufgabe: Finden Sie eine deutsche Übersetzung dieses Texts! (Aufgabe gelöst, wenn Sie den Text auf Papier oder am Bildschirm vor sich haben und lesen können.)
Montaigne unterscheidet in der »Apologie des Raimond Sebond« (= Essais II,12) drei antike Philosophenschulen.
Woher hat Montaigne diese Einteilung? Er hatte ja eine nette Privatbibliothek. Welche antike Quelle hat er benutzt?
Von Christian Morgenstern stammt das nette Gedicht (»Galgenlieder« 1920), mit dem sich einprägen kann, ob der Mond zu- oder abnimmt. Man muss sich das A und das Z in Kurrentschrift vorstellen:
Frage: Stimmt das für Mondbetrachter in Kapstadt, Sidney und auf Feuerland auch? Oder sehen die Bewohner der Südhalbkugel umgekehrt den abnehmenden Mond mit einem Z?
Sie stoßen im Antikenkunde-Unterricht auf Proteus (Odyssee, 4.Gesang, Verse 365ff.) Voß’s deutsche übersetzung – gibt es ein antikes Bild von Proteus? Man gelangt bald zum Titelbild von Eramsus Francisci, »Der Höllische Proteus«. Aber das ist ein Gepsensterbuch aus dem 17.Jh., wir wollten doch ein antikes Bild ....
Bekanntlich ›gibt‹ es keine Farben, sondern die Farben sind vom Gehirn generierte Erlebnisqualitäten bloßer elektromagnetischer Strahlung, also irgendwie subjektiv erlebte mentale Zustände. Und so ist es auch mit anderen Dingen ...
Frage: Gibt es in der Philosophie für dieses Phänomen einen Begriff, eine Diskussion?
Hint: Suche Themenportal http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Philosophie
Im Anschluss an 14: Die Beziehungen zwischen der menschlichen Farbwahrnehmung und ihren physikalischen Ursachen
Von Isaac Newton stammt die Einteilung des Farbspektrums in sieben Farben:
violet 380–450 nm
blue 6450–495 nm
green 495–570 nm
yellow 570–590 nm
orange 590–620 nm
red 620–750 nm
Das Spektrum ist aber kontinuierlich.
Wie kam Newton darauf, es in 7 diskontinuierliche Farben abzuteilen?
Taugt die Antwort hier etwas? <16.8.12>
Hier finden sich die Lösungen