Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/58578

<h2>SubmittedText<h2><p>In der Asylpolitik herrscht seit einigen Jahren die Tendenz, Familien zu trennen, sobald es sich nicht um die Kernfamilie im engeren Sinn handelt.</p><p>Volljährige Kinder, volljährige Geschwister, Onkel und Tanten, unverheiratete Paare oder Paare, deren Eheschliessung nicht zivilrechtlich anerkannt ist, haben keine Garantie auf Familiennachzug. Eher das Gegenteil scheint die Regel zu sein.</p><p>Gedenkt der Bundesrat diese Praxis zu ändern und sicherzustellen, dass in Zukunft Familien Asylsuchender zusammengeführt werden?</p><p>Dies wäre eine der besten Präventivmassnahmen gegen Delinquenz  jugendlicher Asylsuchender, die isoliert sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Bundesamt für Flüchtlinge beachtet im Rahmen der Verteilung der Asylsuchenden auf die Kantone den Verteilschlüssel (gleichmässige Verteilung auf die Kantone) sowie die Einheit der Kernfamilie im Sinne von Artikel 1 Buchstabe e der Asylverordnung 1, d. h. die Ehegatten und ihre minderjährigen Kinder.</p><p>Nach heute gültigem Recht betrifft die Einheit der Familie somit nur die Kernfamilie, d. h. die Ehegatten und ihre minderjährigen Kinder. Den Ehegatten gleichgestellt sind die in dauernder eheähnlicher Gemeinschaft zusammenlebenden Personen.</p><p>Im Falle der erweiterten Familie kann die Einheit der Familie nicht garantiert werden. Dieser Grundsatz ist im Gesetz verankert. Eine Änderung ist nicht vorgesehen.</p>