Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03152.jsonl.gz/1805

Das Martinstobel enthält fast ausschliesslich Sedimentsgesteine. Diese Ablagerungen begannen vor 20 Millionen Jahren, als das ganze Gebiet von einem Meer bedeckt und, St.Gallen an einem tropischen Meeresstrand lag. Während Millionen von Jahren wurden in dieser Molassezeit Sedimente eingeschwemmt, gepresst, vedichtet und wieder zu Stein. Dann wieder durch Schübe von Süden und Drücke von unten emporgehoben, mitunter auch verbogen und quergestellt.
Zeugen der Meeresmolasse können vor allem in der engen Schlucht unter der Martinsbrugg sehr gut eingesehen werden. Ein Felsen besteht ausschliesslich aus Muschelsandstein mit Versteinerungen vieler Meeresbewohner. Dazwischen liegen dünne Schichten von Braunkohle, ebenfalls Relikte aus tierischem und pflanzlichem Leben.
An anderen Stellen erzählen versteinerte Strandwellen aus dieser Urzeit.
In diese weichen Sandstein- und Mergelschichten der Meeres- und Süsswassermolasse hat sich die Goldach während tausenden von Jahren eingegraben und das tiefe Tobel gebildet. Durch die oft geschichteten, nicht sehr stabilen Felsformationen kommt es immer wieder zu Abbrüchen und Felsstürzen.
Etwas mehr Widerstand bietet der Wassererosion die Nagelfluh. An Stellen, wo diese Gesteinsart vorherrscht, z.B. Burghügel Rappenstein, ist die Goldach mehr eingeengt.
Auch Spuren der Eiszeiten sind vorhanden. Direkt unterhalb der Martinsbrugg liegen grosse eratische Blöcke, darunter ein grünlich schimmernder Diorit. Diese magmatischen Tiefengesteine wurden von den Alpen auf einem Seitenarm des Rheingletschers, dem Goldachgletscher, welcher vom Ruppen bis ins Martinstobel reichte, transportiert.