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Sizilien (italienisch und sizilianisch Sicilia, früher griechisch Trinakria, wörtlich “Dreikap”) ist mit 25.426 km² die grösste Insel im Mittelmeer. Die Küstenlänge beträgt 1152 Kilometer. Gemeinsam mit einigen ihr vorgelagerten kleineren Inseln bildet sie die Autonome Region Sizilien der Italienischen Republik.
Die Insel Sizilien liegt südwestl...
Sizilien (italienisch und sizilianisch Sicilia, früher griechisch Trinakria, wörtlich “Dreikap”) ist mit 25.426 km² die grösste Insel im Mittelmeer. Die Küstenlänge beträgt 1152 Kilometer. Gemeinsam mit einigen ihr vorgelagerten kleineren Inseln bildet sie die Autonome Region Sizilien der Italienischen Republik.
Die Insel Sizilien liegt südwestlich vor der „Stiefelspitze“ Italiens und ist der Überrest einer Landbrücke, die einst Europa und Afrika verband. Das geographisch markanteste Merkmal der Insel ist der Vulkan Ätna. Die grössten Städte sind Palermo, das auch Hauptstadt der Autonomen Region Sizilien ist, Catania, Messina und Syrakus.
Die Insel Sizilien hat in etwa die Form eines Dreiecks, der sie ihren griechischen Namen Trinakria, zu deutsch “Drei-Kap”, verdankt. Vor der in Ost-West-Richtung verlaufenden Nordküste liegt das Tyrrhenische Meer, vor der Ostküste das Ionische Meer und zwischen der Südwestküste und dem afrikanischen Kontinent die Straße von Sizilien (italienisch Canale di Sicilia).
Vom italienischen Festland ist Sizilien durch die Straße von Messina (italienisch Stretto di Messina) getrennt, einer Meerenge, die an der schmalsten Stelle etwa 3 km breit ist. Die Entfernung nach Malta beträgt 95 km, nach Tunesien 145 km.
Über 80 % der Fläche Siziliens sind Berg- oder Hügelland. Ebene Gebiete gibt es im Süden und im Hinterland von Catania. Im Norden setzen die Monti Peloritani, die Monti Nebrodi und die Monti Madonie die Gebirgskette des Apennin fort. Im Südosten erheben sich die Monti Iblei, im Landesinneren die Monti Erei und die Monti Sicani.
Rocca di Novara, Monti Peloritani
Ätna
Der höchste Berg Siziliens ist der Ätna (3345 m), der zugleich der größte und aktivste Vulkan Europas ist. Weitere aktive Vulkane sind Stromboli und Vulcano auf den im Nordosten vorgelagerten Liparischen Inseln. Der höchste nichtvulkanische Berg ist der Pizzo Carbonara (1979 m) in den Monti Madonie.
Der Salso als längster Fluss Siziliens entspringt mit seinem Quellfluss Imera Meridionale in den Monti Madonie. Er mündet nach 144 km bei Licata ins Meer. Die Quelle des 113 km langen Simeto liegt in den Monti Nebrodi, seine Mündung südlich von Catania. Weitere größere Flüsse sind der Platani (84 km) und der Belice (77 km) im Westen der Insel. Besonders bekannt ist der Alcantara (52 km) wegen seiner Schluchten, den Gole dell’Alcantara, die er durch die Lava des Ätna gegraben hat.
Lago di Pergusa
Der einzig natürliche See ist der Lago di Pergusa im Zentrum der Insel. Er ist vulkanischen Ursprungs und hat eine fast kreisrunde Fläche. Der größte der zahlreichen Stauseen ist der Lago Pozzillo.
Die Küste Siziliens erstreckt sich über eine Gesamtlänge von etwa 1000 km. Im Norden und Osten steigt das Land steil aus dem Meer auf. Unterbrochen werden diese Felsküsten von zahlreichen Buchten mit Sandstränden. Gegen Süden hin fällt das Land flach ab und es gibt längere Abschnitte mit Sandstrand.
Vor der Nordküste liegen die Äolischen oder Liparischen Inseln (Isole Eolie), im Nordwesten die Insel Ustica. Die Westspitze wird von den Ägadischen Inseln (Isole Egadi) gesäumt. Zwischen der Südküste Siziliens und der tunesischen Küste befinden sich die Insel Pantelleria und die Pelagischen Inseln (Isole Pelagie).
Sizilien ist mit 112.700 ha Rebfläche die größte Weinregion Italiens. Dazu zählen auch die südwestlich liegende Insel Pantelleria und die nordöstlich gelegenen Liparischen Inseln. Seit Juli 2005 gibt es den ersten DOCG-klassifizierten Wein. DOC-Weine machen nur etwa drei Prozent der Gesamt-Rebfläche aus. Es gibt aber ausgezeichnete Landweine (IGTs). Zu den bekanntesten zählen die zwei Marken Corvo und Regaleali. Allerdings bleibt das Gros der Winzer namenlos. Nur ein Viertel der gesamten Produktion wird auf der Insel abgefüllt. Selbst Genossenschaften haben oft genug keine eigenen Abfüllanlagen, so dass die sizilianischen Weine letztlich nicht als Weine aus Sizilien in Flaschen gefüllt werden. Von Sizilien kam der Weinbau durch die Griechen nach Europa. Trotz des guten Potenzials erkannten die sizilianischen Winzer später als auf dem Festland die Chancen eines Anbaus von Qualitätsweinen, der daher noch im Aufschwung begriffen ist. Sizilien ist eine der vielfältigsten Regionen Italiens, in der außergewöhnliche Gebiete wie die vulkanische Insel Pantelleria oder die Ätna-Hänge beheimatet sind.
Sizilien ist zwar das größte Weinbaugebiet Italiens, bis Mitte der 1990er Jahre war die Insel im Ausland aber in erster Linie für den alkoholverstärkten Süßwein Marsala bekannt. Lediglich ein Dutzend Betriebe exportierten ihre Weine, denn Siziliens riesiger Weinindustrie fehlte es definitiv an Dynamik. Und als weltweit das Interesse an aufgespriteten Weinen sank, hatte man Probleme, sich den geänderten Realitäten anzupassen. Nachdem man zunächst auf den Anbau internationaler Rebsorten gesetzt hatte, entdeckten die Winzer später heimische Rebsorten wieder, vor allem die Nero d'Avola. Der ist heute auf vielen Märkten der wichtigste und bekannteste Wein der Insel. Für die Zukunft ist aber eine positive Entwicklung zu erwarten. Die allgemeinen Standortbedingungen auf Sizilien sind für Wein sehr gut. Es gibt bereits einzelne, kleine Produktionen unbekannter regionaler Rebsorten, die das Interesse von Weinliebhaber wecken dürften. Dementsprechend werden bereits deren Stöcke vermehrt und Flächen damit bepflanzt.