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Entwicklung und Erprobung von Qualitätskriterien für die Forschung in den Geisteswissenschaften
Ziel des Projektes ist es, Qualitätskriterien für die Forschung in ausgewählten – geisteswissenschaftlichen – Fächern zu entwickeln, deren Wirkung in der Forschung nicht adäquat über die konventionellen Bibliometrien ermittelt werden kann. Das Projekt wird in zwei Etappen durchgeführt. In einer Explorationsphase werden mit Hilfe empirischer Methoden, einer Literaturanalyse sowie einer vertieften Studie der bisher angewandten Praktiken Qualitätskriterien für die Literaturwissenschaften und die Kunstgeschichte ermittelt. Diese werden in einer zweiten Phase einer Erprobung unterzogen, indem vorhandene Daten aus den genannten Disziplinen in Beziehung zu den ermittelten Qualitätskriterien gesetzt werden. Dabei wird angestrebt, die Qualitätskriterien in ein Indikatorenset zu überführen, das zur Beurteilung der Qualität und zur Sichtbarmachung von Forschungsleistungen verwendet werden kann.
Die Qualitätskriterien werden unter Einsatz verschiedener Methoden (Repertory-Grid-Technik, Delphi-Befragung, Literaturstudien, strukturierte Interviews, Good Practice Review) entwickelt. Dabei sollen auch unterschiedliche paradigmatische Ausrichtungen berücksichtigt werden (z. B. im Bereich der Literaturwissenschaften das hermeneutische und das rezeptionstheoretische Paradigma). Zunächst wird ein erstes Set von Qualitätskriterien für die Forschung ermittelt, indem ausgewählte Fachvertreterinnen und -vertreter nach der Repertory-Grid-Technik befragt werden, ergänzt durch eine Dokumentation von Kriterien aus der Literaturanalyse sowie etablierten internationalen Practices der Forschungsbewertung. Die Good Practice Review wird parallel zur Befragung mit der Repertory-Grid-Technik begonnen und während der Delphi-Befragung fortgeführt. Die Review erfolgt sowohl über Befragungen ausgewählter Forschender (Perspektive der Beurteilten) als auch über Interviews mit Repräsentanten der betreffenden Institution (Perspektive der Steuerungsinstanzen und allenfalls Beurteilern). Zwischenergebnisse der Review fliessen in die Delphi-Befragungen, Endergebnisse in den Abschlussbericht ein.
Die Ergebnisse der Befragung von Fachvertreterinnen und -vertretern, der Literaturanalyse sowie erste Ergebnisse der Good Practice Review stellen die Grundlage für eine international-europäische Delphi-Befragung dar, mittels derer die Qualitätskriterien angepasst, ergänzt und dimensionalisiert werden. Im Rahmen der Delphi-Befragung werden in insgesamt drei Befragungsrunden auf breiter Basis renommierte Wissenschaftlerinnen und 2 Wissenschaftler der beteiligten Disziplinen im europäischen Raum um 1) die Benennung von Qualitätskriterien für die Forschung in ihrer Disziplin, 2) die Bewertung der Qualitätskriterien und um 3) ihre Einschätzung zur Anwendbarkeit der Qualitätskriterien gebeten. Die so generierten Qualitätskriterien sollen mittels einer statistischen Analyse dimensionalisiert werden, wobei den Dimensionen Indikatorensets zugeordnet werden. Die Übersetzung der Qualitätskriterien in Indikatoren und der Einbezug von verfügbaren Daten soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie in enger Zusammenarbeit mit den «Spezialisten» der Universitäten Zürich und Basel vorgenommen werden. Der Spezialist an der Universität Zürich wird zu je 50% im Controlling der Universität Zürich sowie an der Professur für Sozialpsychologie und Hochschulforschung (ETH Zürich, Prof. Dr. H.-D. Daniel) beschäftigt sein. An der Universität Basel ist der Spezialist im Vizerektorat Forschung tätig.
Webseite der Initiative: www.psh.ethz.ch/crus