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Giulia Steingruber ist einmal mehr das grosse Aushängeschild der nationalen Titelkämpfe im aargauischen Widen. Die zweifache Europameisterin am Sprung strebt zum dritten Mal nach 2011 und 2013 den Gewinn aller fünf Goldmedaillen an. 14 der letzten 15 Goldmedaillen an Schweizer Meisterschaften hat Steingruber gewonnen. Nur Jessica Diacci hat es 2012 am Balken geschafft, in die Phalanx der 20-Jährigen einzudringen.
Fragezeichen bei Nadia Mülhauser
Der Gewinn einer Goldmedaille ist denn auch nicht das oberste Ziel von Nadia Mülhauser (SVKT Wünnewil). «Ich strebe am Sprung und am Barren die Finalqualifikation der besten sechs an», sagt Mülhauser. Dass sie das Potenzial hat, um aufs Podest zu turnen, hat die 18-jährige Düdingerin in der Vergangenheit des Öfteren bewiesen. An den letzten drei Schweizer Meisterschaften hat Mülhauser insgesamt fünf bronzene und drei silberne Auszeichnungen erturnt, je ein dritter Platz am Sprung und am Stufenbarren war die Ausbeute im Vorjahr.
Für Nadia Mülhauser und ihre Teamkolleginnen sind die nationalen Meisterschaften der erste grosse Wettkampf seit den Europameisterschaften im Mai in Sofia, wo die Schweizerinnen zum zweiten Mal nach 2010 einen Diplomrang erreicht haben. Mit Platz 39 am Stufenbarren konnte Mülhauser in Bulgarien an ihren zweiten kontinentalen Meisterschaften zum Schweizer Triumph beitragen. Nach nur einer Woche Sommerferien begann für sie mit dem zehntägigen Trainingslager in Thessaloniki (Grie) Ende Juli bereits wieder die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. «Es war eine harte Aufbauphase und ich hatte konditionell etwas Mühe, meine Übungen abrufen zu können.» Es sei nicht ganz einfach gewesen, aber zumindest würden ihr die Übungen nun wieder auf dem Niveau des Vorjahres gelingen. «Das ist aber nicht das, was ich mir vorgenommen habe, und es ist auch nicht das, was man von mir erwartet. Meine Stagnation kratzt doch etwas an meinem ambitionierten Ego. Momentan fällt es mir schwer, meine Leistungen einzuschätzen, weshalb ich mir für die Schweizer Meisterschaft auch keine Medaille zum Ziel gesetzt habe.»
Bis zur Mannschafts-Schweizer-Meisterschaft (14. September) hofft die Senslerin, wieder ihre Leistungen abrufen zu können.
Blick nach China
Der Mehrkampf am Samstag und die Gerätefinals am Sonntag sind für Nadia Mülhauser und die Schweizer Turnerinnen eine erste Standortbestimmung im Hinblick auf die Weltmeisterschaften, die Anfang Oktober in Nanning stattfinden. Mülhauser erhofft sich, das Schweizer Team nach China begleiten zu dürfen. «Barren und Sprung sind die Geräte, an denen ich das Team an der WM unterstützen kann», sagt Mülhauser. Wer in Nanning dabei sein wird, hat der Schweizerische Turnverband STV noch nicht entschieden. Auch deshalb wird es für Nadia Mülhauser wichtig sein, sich am Wochenende bei den nationalen Titelkämpfen in den Fokus zu bringen–am besten natürlich mit Podestplätzen. Zudem gelten die Wettkämpfe in Widen als Hauptprobe für den stark besetzten Länderkampf gegen Rumänien und Deutschland am 6. September in Obersiggenthal AG, wo auch Mülhauser präsent sein wird.
SM im Kunstturnen
Das Programm
Ab 14 Uhr:Mehrkampf Amateure.
Ab 18.15 Uhr:Mehrkampf Elite Männer und Frauen.
Ab 11.10 Uhr:Gerätefinals Männer und Frauen.
Sprung:Laura Schulte (Stein-Fricktal), Stefanie Siegenthal (TV Hinwil), Ilaria Käslin (SFG Chiasso), Giulia Steingruber (TV Gossau).
Barren:Caterina Barloggio (Sementina), Nicole Hitz (TV Rüti), Nadia Mülhauser (SVKT Wünnewil), Jessica Diacci (Kutu Obersiggenthal).
Männer: Capellis Verzicht auf SM und WM
W ährend das Nationalkader der Frauen in Widen komplett zu den nationalen Titelkämpfen antreten wird, fehlen bei den Männern einige potenzielle Medaillen-Anwärter. Neben den in diesem Jahr operierten Nils Haller (Schulter), Lucas Fischer (Knie) und Pablo Brägger (Ellbogen) muss auch Claudio Capelli für die Schweizer Meisterschaften passen. Den Routinier der Mannschaft von Nationaltrainer Bernhard Fluck plagen Schulterprobleme, deretwegen der 27-jährige Seeländer auch auf den Start an den Weltmeisterschaften in China verzichten wird. «Ich möchte die Schulter gut auskurieren und mich aufs nächste Jahr konzentrieren», informierte Capelli. Geplant ist jedoch, dass der Bodenspezialist bereits im Spätherbst wieder wettkampfbereit ist und im Einsatz steht.
Hegi in der Favoritenrolle
Favorit auf den Mehrkampf-Titel ist Oliver Hegi. Der 21-jährige Aargauer hat im vergangenen Jahr in Montreux erstmals triumphiert und sich auch international als bester Schweizer Mehrkämpfer etabliert. An den EM in Sofia wurde Hegi im Reck-Final hervorragenden Vierter. Si