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5-Jahres-Mortalität sinkt, die Überlebenschance bei Brustkrebs steigt
Das Forschungsteam aus Oxford analysierte alle im National Cancer Registration and Analysis Service erfassten Fälle von Frauen mit einem diagnostizierten Mammakarzinom, das noch keine Metastasen in andere Organe gebildet hatte. Das waren zwischen 1993 und 2015 knapp eine halbe Million Frauen. 15 Prozent der Patientinnen starben bis 2020 an Brustkrebs, die meisten binnen fünf Jahren nach der Diagnose. Nach fünf Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, noch am Mammakarzinom zu sterben, deutlich geringer.
Bei der Analyse der 5-Jahres-Mortalität, also der Sterblichkeitsrate an Brustkrebs, zeigt sich eine sehr positive Tendenz. Lag die Gefahr, das Mammakarzinom nicht zu überleben in den 90er-Jahren noch bei 14,4 Prozent, waren es von 2010 bis 2015 nur noch 4,9 Prozent.
Faktoren für die Überlebenschance nach Brustkrebsdiagnose
Ob Patientinnen den Brustkrebs überleben, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab: Die Sterberate steigt durch höheres Alter bei der Diagnose, die Grösse des Tumors, die Zahl der betroffenen Lymphknoten und die Klassifikation des Tumors nach seiner Abweichung zum normalen, umliegenden Gewebe. Trotz aller Faktoren kam es laut Forschungsteam zu einem Rückgang der Mortalität, ausser bei älteren Frauen (80-89 Jahre) mit einem östrogenrezeptor-negativen Mammakarzinom.
Was bedeuten östrogenrezeptor-positiv und -negativ?
Hormone wie Östrogen und Progesteron können sich auf das Wachstum von Brustkrebszellen auswirken. Mit einem Test lässt sich feststellen, ob der Tumor hormonabhängig wächst.
Östrogenrezeptor-positives Mammakarzinom
Bei den meisten Brustkrebspatientinnen stellt sich heraus, dass ihr Tumor östrogenrezeptor-positiv ist und das Wachstum mit den Hormonen zusammenhängt. Dieses lässt sich daher häufig durch Hormonentzug verlangsamen oder sogar stoppen. Durch eine Behandlung mit einer Antihormontherapie kann daher häufig auf eine Chemotherapie verzichtet werden.
Östrogenrezeptor-negatives Mammakarzinom
Haben die Brustkrebszellen keine Rezeptoren für weibliche Hormone, wird ihr Wachstum nicht durch diese gefördert und eine zielgerichtete Therapie wie die Antihormontherapie ist weniger erfolgversprechend. Meistens sind bei diesen Tumorformen aggressivere Therapien erforderlich.
Zahlen und Fakten
Für 62,8 Prozent der Frauen ist die Überlebenschance für Brustkrebs sehr hoch, denn die Sterblichkeitsrate liegt unter 3 Prozent. Es gibt darüber hinaus Patientinnen mit einem besonders geringen Mortalitätsrisiko von 0,2 Prozent: Ist ein bei der Mammografie entdeckter Tumor nicht grösser als zwei Zentimeter, östrogenrezeptor-positiv, HER2-negativ, mit einer niedrigen Klassifizierung (Grading) und hat er noch nicht die Lymphknoten befallen, sind die Überlebenschancen beinahe bei 100 Prozent.
Insgesamt gab es eine Zunahme der östrogenrezeptor-positiven Tumore, die früher noch 77 Prozent, bis 2015 bereits 86 Prozent aller Tumore ausmachten. Die Forschenden sehen die Ursachen dafür im steigenden Übergewicht und in der Verwendung von Hormonpräparaten, beispielsweise zur Verhütung.
Warum steigen die Überlebenschancen bei Brustkrebs?
Es kam zu einem Rückgang der Sterblichkeit bei östrogenrezeptor-positiven und -negativen Tumoren und bei solchen, welche nicht durch die Mammografie entdeckt wurden. Dennoch spiet die Mammografie-Routine bei der positiven Entwicklung sicher eine grosse Rolle, genau wie die gesteigerte Awareness für Brustkrebs. Laut den Autoren könnte auch die Weiterentwicklung von Medikation und Therapien stark auf die Zahlen wirken.