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Non-binär: weder männlich noch weiblich – oder beides
Nicht alle Menschen identifizieren sich als Frauen oder Männer. Erfahre hier, was non-binär bedeutet und wo du Gleichgesinnte findest.
Während die meisten Menschen schon als Kinder wissen, dass sie ein Junge oder ein Mädchen sind, gibt es andere, die sich weder mit dem einen noch mit dem anderen Geschlecht identifizieren. Geht es dir auch so? Das bedeutet nicht, dass du dich nicht entscheiden kannst. Denn deine Geschlechtsidentität ist keine Entscheidung.
Non-binäre Geschlechtsidentität
Im Denken der meisten Menschen gibt es nur das männliche und das weibliche Geschlecht. Deshalb spricht man von der binären Geschlechterordnung. «Binär» kommt vom lateinischen «bini», das «ein paar, zwei» heisst. Siehe auch lexikon auf du-bist-du.
Menschen, die sich nicht einfach als männlich oder weiblich identifizieren können, haben den Begriff «non-binär» entwickelt. «Non-binär» beschreibt also Geschlechtsidentitäten, die nicht weiblich oder männlich sind (siehe auch Mehr als zwei Geschlechter. So wie aber nicht alle Männer und Frauen gleich sind, so sind auch nicht alle non-binären Menschen gleich. Während sich die einen ganz ohne Geschlecht (agender) fühlen, identifizieren sich andere sowohl als Mann und als Frau (bigender) und wieder bei anderen wechselt das Empfinden immer wieder (genderfluid).
Non-binär sprechen
Manche non-binären Menschen fühlen sich nicht wohl mit ihrem Namen, weil er zu sehr mit ihrem zugewiesenen Geschlecht (männlich oder weiblich) in Verbindung gebracht wird. Sie wählen deshalb einen Namen, der nicht eindeutig einem Geschlecht zugeschrieben wird, z. B. Sascha, Kim, Sam oder Robin.
Wie du als non-binäre Person angesprochen werden willst, um in deiner Geschlechtsidentität anerkannt zu werden und dich wohlzufühlen, bestimmst du.
Da sich die Sprache rund um die zwei Geschlechter Mann und Frau entwickelt hat, ist es schwierig, eine davon abweichende Geschlechtsidentität in Worte zu fassen. Hier zwei Möglichkeiten:
Kein Pronomen bzw. den Namen als Pronomen verwenden, wie in: «Das ist Jamie. Jamie macht eine Ausbildung zur Fachperson Gesundheit. Jamie hat einen Zwillingsbruder. Die beiden Geschwister basteln gerne in der Werkstatt an ihren eigenen Projekten. Jamie ist eine Person, die sich auch gerne Zeit nimmt, um ein Buch zu lesen.»
Das Pronomen «es», wie in: «Das ist Lara. Es hat Informatik studiert. Da Lara bei der Arbeit viel im Büro sitzen muss, macht es am Wochenende gerne eine Wanderung in den Bergen, um an die frische Luft zu kommen.»
Es gibt jedoch auch non-binäre Menschen, für die es okay ist, weiterhin mit dem «alten» Pronomen angesprochen zu werden.
Da sich viele Menschen mit einer neutralen Sprache schwertun, kann es eine grosse Unterstützung sein, sich mit anderen Menschen zu treffen, die sich non-binär identifizieren.
Austausch und Informationen
Möchtest du dich mit einer anderen non-binären Person austauschen? Auf der Website [Du bist du (https://du-bist-du.ch/beratung/)] kannst du die verschiedenen Beratungspersonen besser kennenlernen und direkt mit einer Person Kontakt aufnehmen.
Möchtest du dich mit anderen Jugendlichen austauschen, die trans und/oder non-binär sind? Dann besuche ein Treffen der TGNS-Jugendgruppe.
Suchst du einen genderfreien Raum? Dann ist eine Gesprächsrunde mit den Romanescos vielleicht genau das Richtige für dich.
Auf der Website nonbinary.ch findest du zudem ausführliche Informationen zur non-binären Geschlechtsidentität.
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