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Für einmal geht Olympia-Gold im Eisschnelllaufen nicht an die erfolgsverwöhnte Niederlande – obwohl der Sieger einen Namen hat, hinter dem jeder sofort einen Oranje-Läufer vermutet. Doch Nils van der Poel ist Schwede.
Die Grosseltern des 25-Jährigen waren während des Zweiten Weltkriegs aus der Provinz Groningen nach Skandinavien geflüchtet. Der im westschwedischen Trollhättan geborene van der Poel kam über die mit dem Eishockey verwandte Sportart Bandy zum Eisschnelllaufen, wo er seine Gegner aus der Heimat seiner Ahnen nun erneut klassierte. Im Vorjahr war er über die gleiche Distanz bereits Weltmeister geworden, zudem hält er den Weltrekord.
Der Niederlande als Eisschnelllauf-Nation Nummer 1 blieb die Silbermedaille von Patrick Roest. Bronze gewann der Norweger Hallgeir Engebraten, der wie van der Poel zum ersten Mal bei Olympischen Spielen auf dem Podest stand. Der Sieger stellte mit einer Zeit von 6:08,84 Minuten einen neuen olympischen Rekord auf.
Der Schweizer Livio Wenger belegte im Rennen über 5000 m den 18. und drittletzten Platz. Dennoch hielt sich seine Enttäuschung in Grenzen, denn er ist Realist genug. Der 29-jährige Luzerner war Anfang Dezember ziemlich heftig an Corona erkrankt und konnte einen Monat lang nicht richtig trainieren. Insofern trat er alles andere als in Topform an. Ohnehin war das Rennen für Wenger nicht mehr als eine gute Vorbereitung auf den Massenstart in knapp zwei Wochen.
«Ich hatte mir etwas mehr erhofft, fokussierte mich aber zu stark auf den Gegner, anstatt mein Rennen durchzulaufen», bilanzierte Wenger. Er sah aber auch das Positive, nämlich dass er mit 6:27,01 Minuten mehr als sechs Sekunden schneller war als vor einem Monat an der EM in Heerenveen. «Von daher muss ich zufrieden sein.»
Im Massenstart wird dann alles andere als eine Medaille eine Enttäuschung für ihn sein. In dieser Disziplin gehört Wenger zur Weltspitze, was er mit EM-Silber in Heerenveen und Platz 4 vor vier Jahren in Pyeongchang unterstrichen hat. (ram/sda)
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