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Georgien - Lebensmittel für verarmte Menschen
Unsere Mitarbeiterin, Larissa Ivanov, berichtet: „Die Arbeit, die wir als Team im vergangenen Jahr ausrichten konnten, galt den verarmten, meist älteren Personen in den ländlichen Regionen. Wir sind sehr glücklich, dass die Verteilung der Lebensmittelpakete an bedürftige Familien und Einzelpersonen so gut funktioniert hat.
Hinzu kommt, dass dieses Lebensmittelprogramm bei den Empfängern sichtbare Veränderungen bewirkt. So wenden sich etliche unter ihnen dem Glauben an Jesus Christus zu, weil sie von der Barmherzigkeit unserer Mitarbeiter stark berührt sind. Einige der Hilfsempfänger besuchen regelmässig den Gottesdienst in einer christlichen Gemeinde, sofern es ihr gesundheitlicher Zustand erlaubt. In einem Dorf hat eine der unterstützten Familien mit einem Hauskreis begonnen. Seither trifft sich dort jeden Freitag eine Personengruppe zum Singen, Beten und Bibellesen.
Georgien hat sich in den letzten Jahren in verschiedener Hinsicht stark verändert. Was sich nicht verändert hat, ist die Schönheit des Landes. Die Wahrnehmung der Touristen, die unser Land besuchen, ist jedoch ziemlich weit entfernt von der Lebensrealität der Landbevölkerung, sodass man beinahe von zwei verschiedenen Welten sprechen könnte.
Im vergangenen Jahr besuchten wir in 14 Städten und Dörfern rund 235 Familien im Rahmen unseres Lebensmittelprojekts, womit mehr als 700 Personen unterstützt wurden. Nach dem Programm verteilen wir den Bedürftigen jeden Monat ein kleines Paket mit folgendem Inhalt: 2 kg Zucker, 1 kg Teigwaren, je 900 Gramm Mehl und Reis, 2 Liter Sonnenblumenöl, 1 kg Margarine, 340 Gramm Kondensmilch sowie je 400 Gramm Fleisch- und Fischkonserven.
Der Platz würde nie ausreichen, um über die vielen traurigen Schicksale dieser Menschen zu berichten, so nehme ich nur ein Beispiel von vielen. Es ist die Geschichte von Solka (71 Jahre) und Eteri (59 Jahre) Tsuliashvili. Als unsere Mitarbeiter eines Tages Essenspakete verteilten, trafen sie Solka auf der Strasse beim Sammeln von Plastikflaschen. Sie kamen mit ihm ins Gespräch und er erzählte, dass er früher in einer Metallfabrik gearbeitet hatte, bis diese 1992 geschlossen wurde. Danach arbeitete er als Fahrer bei der Müllabfuhr. Wegen Augenproblemen (Grüner Star) musste er diese Arbeit im Jahr 2008 aufgeben und war danach arbeitslos. Als er noch in der Metallfabrik war, hatte ihm der Staat vorübergehend eine Unterkunft in einem Keller zur Verfügung gestellt. Nach dem staatlichen Kollaps ging nichts mehr und so leben die beiden heute noch in diesem erbärmlichen Kellerloch. Solka und Eteri haben zwei verheiratete Töchter und Enkelkinder. Eine Tochter ist aufgrund einer Hirnhautentzündung völlig erblindet. Die andere Tochter lebt von der Sozialhilfe, weil ihr Ehemann im Gefängnis sitzt. Beide Töchter sind deshalb nicht in der Lage, ihre Eltern zu unterstützen. Früher erhielt das Ehepaar noch Sozialhilfe. Diese wurde ihnen jedoch gestrichen, weil die staatliche Kommission bei einem Kontrollbesuch feststellte, dass sie einen Fernseher haben. Dieses kleine, alte Gerät hatte ihnen ein Nachbar geschenkt, weil er dieses nicht entsorgen wollte… In der schäbigen Behausung von Solka und Eteri gibt es lediglich ein paar Stühle, eine Kommode und ein altes Sofa, auf dem sie schlafen. In ihrem Kellerraum ist es trotz des kleinen Ofens kalt, denn es gibt kein Holz zum Heizen. Nur wenn sie Pappkartons sammeln oder von den Nachbarn etwas Brennbares erhalten, können sie ihren Keller etwas wärmen.
So erfüllt es uns mit besonderer Freude, wenn wir Menschen in solch widrigen Umständen mit Lebensmittelpaketen helfen und ihnen Hoffnung in den tristen Alltag bringen können. Wir danken allen Spendern ganz herzlich, dass sie unsere Hilfe für Arme und Benachteiligte immer wieder ermöglichen."