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Unter diesen Umständen sei ein Abbau der Kuhbestände und ein Rückgang der russischen Milchproduktion um 1 Mio. bis 2 Mio. t gegenüber der 2014 produzierten Menge von rund 30,6 Mio. t zu befürchten. Mitverantwortlich für die schwierige Situation macht Sojusmoloko auch die Zollunionspartner Weissrussland und Kasachstan.
In einem Schreiben an die zuständigen Regierungsstellen in Minsk und Astana sowie an die Eurasischen Wirtschaftskommission (EAWK) forderten die russischen Milchproduzenten Mitte Mai gemeinsame Massnahmen zur Sicherung der Marktstabilität. Dazu zählen sie die Einführung zeitweiliger Abwehrzölle für Milch und Molkereiprodukte, die Harmonisierung von Exportpreisen, strengere Kontrollen der vereinbarten Richtmengen im gegenseitigen Handel sowie die verstärkte Bekämpfung von Produktfälschungen durch in- und ausländische Hersteller.
Nach Auffassung von Sojusmoloko ist beispielsweise der aktuelle Einfuhrzoll von 15% für eine Marktschutzfunktion nicht ausreichend. Die jüngste Senkung der Exportpreise in Weissrussland, dem derzeit wichtigsten Lieferanten von Milch und Molkereiprodukte für Russland, setze zudem den Markt unter Druck, kritisierte Sojusmoloko. Ein Problem bleibe auch die unzureichende Kontrolle der mit pflanzlichen Fetten hergestellten Milcherzeugnisse.
Da diese oft als reine Milchprodukte angeboten würden, handle es sich um eine Täuschung der Konsumenten. Zudem umgingen die Importeure auch das Einfuhrverbot für Molkereiprodukte aus der EU und der Ukraine. Um die Produktion der „falschen Milchprodukte“ innerhalb der Zollunion einzudämmen, sollte laut Sojusmoloko eine Verschärfung der Strafen und eine Kontingentierung der Einfuhren von Palmöl erwogen werden.