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Als der diplomierte Funker Roland Pièce im Herbst 1922 damit begann, die Leute über seinen Flugfunksender Champ-de-l’Air mit Musik zu unterhalten, betrieb er eigentlich einen Piratensender. Denn das, was er da machte, war noch verboten. Mit der Konzession des Bundesrats sollte er nur zwischen den Flughäfen von Lausanne und Paris meteorologische Daten für den Flugverkehr übertragen. Mehr nicht. Und schon gar keine Musik.
Wenige Monate später wurde Radio trotzdem zum Unterhaltungsmedium – und Roland Pièce ging mit seinen ersten Experimenten in die Geschichte ein.
Die Gründerzeit der neuen Technologie war wild und aufregend. Alles schien möglich. Was wäre zum Beispiel, wenn man am Radioempfänger einen Knopf drücken und ins laufende Programm reinquatschen könnte? Vermutlich würde das im totalen Chaos enden! Als das Radiozeitalter vor rund hundert Jahren begann, war noch völlig offen, was sich durchsetzen würde.