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von Dr. Simone Schoch
Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Haben Sie auch bereits gute Vorsätze fürs nächste Jahr gefasst? Leider verlaufen diese Vorsätze häufig im Sande. Ich gehe noch immer nicht regelmässig zum Sport, esse für mein Leben gerne Schokolade und kann mit dem Rauchen einfach nicht aufhören. Was also tun, damit die Vorsätze keine Absichten bleiben, sondern in Taten umgesetzt werden? Die englischen Forscher Paschal Sheeran und Michael Silverman evaluierten in ihrer Studie drei unterschiedliche Interventionen, die zur Förderung der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz beitragen sollten.
Die Ausgangslage war wie folgt: Die durchschnittliche Mitarbeiterbeteiligung an Trainingskursen zur Feuersicherheit am Arbeitsplatz in England lag bei gerade mal 16%. Ziel der Studie war, diese tiefe Beteiligungszahl zu steigern. Es wurden drei Arten von Interventionen getestet. Die motivationale Intervention zielte darauf ab, die Absicht der Mitarbeiter, an einem Kurs teilzunehmen, zu stärken («Ich will an einem Kurs zur Feuersicherheit teilnehmen!»). Die Mitarbeiter erhielten einen Brief, der verdeutlichte, dass das Training zur Feuersicherheit sehr wichtig, lehrreich und spannend ist. Die volitionale Intervention hatte zum Ziel, dass die Mitarbeiter bereits bei der Information über den Kurs festlegten, wann und wo sie an einem der Kurse teilnehmen werden («Wenn der Zeitpunkt X gekommen ist, nehme ich im Raum Y an einem Kurs zur Feuersicherheit teil!»). Die dritte Intervention bestand aus einer Kombination der beiden Interventionen.
Was war nun die beste Strategie? Welche Mitarbeiter nahmen am häufigsten an den Trainingskursen teil? Die Resultate zeigten, dass die motivationale Intervention (Bilden der Absicht) keinen Einfluss auf die tatsächliche Teilnahme hatte. Hingegen haben 79% der Personen an einem Kurs teilgenommen, die sich im Vorfeld schon überlegt haben, wann und wo sie den Kurs besuchen werden (Personen in der volitionalen Intervention und der kombinierten Intervention). Absichten, die schon genau geplant werden, scheinen demnach häufiger realisiert zu werden als Absichten alleine.
Was bedeutet das für Ihre Neujahrsvorsätze?
Die Absicht, etwas zu ändern, haben Sie mit Ihrem Vorsatz schon gebildet. Ich will beispielsweise regelmässig Sport treiben. Damit Sie diese Absicht auch in eine Handlung umsetzen, überlegen Sie sich genau wann, wo und wie Sie sie umsetzen wollen. Zum Beispiel: «Jeden Montagabend gehe ich um 19.00 Uhr für 45 Minuten im Wald Joggen.»
Warum sollte das funktionieren?
Die Forscher argumentieren, dass mit dieser Art der Planung, die Möglichkeit erhöht wird, Gelegenheiten für die beabsichtigte Handlung wahrzunehmen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, fange ich sozusagen automatisch mit der Handlung an.
Was aber, wenn das nicht funktioniert?
Bei Regen laufe ich beispielsweise überhaupt nicht gerne. Oder am Montagabend bin ich immer so schlapp. Na ja, Ausreden gibt es viele. Überlegen Sie sich bereits im Vorfeld, welche Hindernisse sich Ihren Vorsätzen in den Weg stellen könnten. Und legen Sie am besten auch gleich fest, was Sie tun werden, um das Hindernis geschickt zu umgehen. Solche Pläne helfen Ihnen, trotz Hindernissen Ihre Ziele zu erreichen.
Sollte das einmal auch nicht funktionieren, dann legen Sie eine Pause ein. Definieren Sie diese Pause als Ausnahme und folgen Sie in der nächsten Woche wieder Ihrem Vorsatz.
Quelle: Sheeran, P., & Silverman, M. (2003). Evaluation of three interventions to promote workplace health and safety: evidence for the utility of implementation intentions. Social Science & Medicine, 56, 2153–2163.
Bitte beachten Sie, dass diese Studie nicht in unserem Labor durchgeführt wurde. Wenn Sie an einer Studie in unserem Labor teilnehmen möchten, finden Sie dazu hier weitere Informationen.