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Bodenverbesserungsgenossenschaft Lengnau-Pieterlen-Meinisberg
GesamtmeliorationDie Landwirtschaft wurde zunehmend mehr mechanisiert. Die kleinstrukturierten Landparzellen liessen allerdings die wirtschaftlich notwendigen Entwicklungen kaum zu. Ausserdem mussten die auch den 20 er Jahren stammenden Drainagen im Leugenental und in der Ebene zwischen Büttenberg und Grenchnerwiti mussten unterhalten und ersetzt werden.
Vorarbeiten zur Festsetzung des Perimeters einer möglichen Gesamtmelioration erfolgten bereits im Jahre 1967. Zu jener Zeit verhinderten grosse Unsicherheiten über einen möglichen Autobanbau alle weiteren Schritte.
Ausgelöst durch den Druck des geplanten Autobahnbaus verhalfen die starke Zerstückelung, die unförmigen Grundstücke die fehlenden Entwässerungen und ein dürftiges Wegnetz zum Grundungserfolg. Am 3. September 1983 schlossen sich die Landeigetümer zur Bodenverbesserungsgenossenschaft Lengnau-Pieterlen-Meinisberg zusammen. Die ersten Arbeiten bestanden darin, Grundlagen für eine gerechte Landbonitierung zu schaffen. Nach zahlreichen Gesprächen mit de Landeigentümern konnten die Bonitierungspläne mit deren Landparzellen schliesslich im Jahre 1988 öffentlich aufgelegt werden.
Eine besonders wichtige Zuteilungsgrundlage war das vom kantonalen Tiefbauamt ausgearbeitete generelle Projekt der Autobahn A5, sowie die Verlegung und den Ausbau der Leugene durch den Gemeindeverband Leugenen. Zur gleichen Zeit hob die SBB ihr Rangierbahnhofkonzept im Pieterlenmoos auf. Ein Vorhaben, mit dem jahrzehntelang weite Teile im Pieterlenmoos in planerischer Hinsicht bockiert waren. Dieses Gebiet in den Perimeter der Güterzusammenlegung aufgenommen.
Gewichtige regionale und überregionale Schutzorganisationen forderten auf Grund der inzwischen verschärften Umweltschutzgesetzgebung eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Ausdehnung des national bedeuteten Limikolenschutzgebietes der Grenchenrwiti bis zu Büttenberg. Ein ökologisches Ergänzungsgutachten wurde in Auftrag gegeben und anhand diesem das Entwässerungsprojekt überarbeitet und mit dem Heckenplanneu aufgelegt. Sämtliche Einsprachen konnten damit erledigt werden. Der ersehnte Neulandantritt war am 1.November 1997.
Zum grossen Nutzen der breiten Öffentlichkeit ist es gelungen, die Erwerbsgrundlagen der Landwirtschaft in den drei Gemeinden neu zu ordnen und zu verbessern und gleichzeitig die landschaftsgliedernden Elemente wie Hecken und Gräben aufzuwerten. Mit der Verlegung und dem Ausbau der Leugene wurde nicht nur ein verlässlicher Hochwasserschutz für dieses Gebiet geschaffen. Der naturnahe Ausbau des Gewässers beanspruchte relativ viel Land, hat aber grosse anerkennung gefunden, nicht zu sprechen von den kaum messbaren Werten für Fauna und Flora.
Beat Aeschbacher, verschiedene Quellen
Zielsetzungen / Massnahmen
- Neuordnung des extrem parzellierten Grundeigentums mit einer Perimeterfläche von 891 ha und 327 Grundeigentümern, das ohne Zusammenlegungsverfahren durch die geplante Nationalstrasse A5 noch zusätzlich durchschnitten und damit weiter zerstückelt worden wäre.
- Zuteilung des durch den Kanton freihändig erworbenen Landes im vorgesehenen Trasse der A5.
- Bau eines zeitgemässen Flurwegnetzes zur rationellen Bewirtschaftung der Felder. Neben dem arbeitstechnischen Aspekt zur Stärkung der Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaftsbetriebe, konnte damit auf den Hauptverkehrsachsen eine Entflechtung des landwirtschaftlichen Langsamverkehrs vom übrigen Motorfahrzeugverkehr erreicht werden.
- Zuteilung des vom Leugeneverband erworbenen Landes im Bereich der Leugene damit für diesen Bach ein naturnahes, ökologisch aufgewertetes Gerinne geschaffen werden konnte.
- Bau von dringend nötig gewordenen selektiven Entwässerungsanlagen in der mit vielen kleinen Mulden bestückten Talebene zwischen den Siedlungsgebieten und der Aare resp. der Leugene.
- Die bestehenden ökologischen Werte, die durch die notwendige Neuordnung des Eigentums zwangsläufig verloren gingen, waren in angemessener Weise zu ersetzen und vorhandene ökologische Defizite gleichzeitig aufzuwerten, um eine positive Ökobilanz zu erreichen.
- Ausscheidung eines ca. 40 ha grossen Naturschutzgebietes Rütisack - Günschen im Bereich des Westportals des Witi-Tunnels als Teil des nationalen Zugvogelreservats.
- Erhaltung der kulturhistorisch wertvollen Grenzsteine des Fürstbistums Basel, indem diese Steine von den alten Grenzen entfernt und im Grenzverlauf der neuen Gemeindegrenzen von Lengnau mit Meinisberg bzw. Pieterlen an geschützter Lage wieder aufgestellt wurden.
- Bereinigung und Vereinfachung der politischen Grenzen, nämlich des Grenzverlaufs zwischen den Gemeinden Lengnau, Pieterlen und Meinisberg als Folge des neu strukturierten Grundeigentums.
Heute: Nach der Neuordnung des Grundeigentums und der Ausschieidung des Landes für die A5 und die Leugeneumlegung stehen der Landwirtschaft zweckmässige Parzellen für rationellen Anbau zur Verfügung.
Bild: Ueli Hofer