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Konzert Kirchenchor
Josef Haydn: “Stabat mater”
Samstag, 9. September 2023, 20.00 Uhr
Ort: Ref. Kirche Höngg
Das im Jahr 1767 entstandene “Stabat mater” war Josef Haydns erstes grösseres kirchenmusikalisches Werk, welches er am Hofe von Fürst Esterhazy komponiert hatte. Er berichtete 1791 dem Reverend Christian Ignatius Latrobe, er habe sein “Stabat mater” aufgrund eines anlässlich einer lebensbedrohlichen Krankheit abgelegten Gelübdes komponiert. Haydn strebte danach, die Ausdruckskraft des Textes über die am Kreuz leidende Mutter Jesu ganz in Musik zu übersetzten. Es entstand eine Komposition mit empfindsamer Leidenschaftlichkeit des Sturm und Drangs.Chromatische Gänge, Seufzer und Synkopenbildungen erzeugen mit dynamischen Kontrasten eine Atmosphäre unruhigen Schmerzes, die mit der Stimmung der Dichtung völlig übereinstimmt. Mit Stolz sandte der junge Kapellmeister seinem Vorbild Johann Adolf Hasse eine Kopie der Komposition. Dessen Antwortschreiben bewahrte Haydn “Zeit lebens wie Gold” auf.
Die Besetzung besteht aus zwei Gesangssolistinnen und -solisten, gemischtem Chor und einem Streichorchester mit zwei Oboen oder Englischhörnern. Haydn legt dem Werk italiensiche Formenprinzipien zugrunde, die zu seiner grossen Verbreitung in der damaligen Zeit beitrugen. Er zerlegt den Text in Einzelstücke und überträgt die 14 Sätze wahlweise dem Chor und den Solostimmen. Auch sonst ist der italienische Einfluss unverkennbar, etwa in der leichtfüssigen Melodieführung und dem Kontrast zwischen den Sätzen.
Die Komposition wurde sowohl in Passionsgottesdiensten als auch in Konzerten mit geistlicher Musik wiedergegeben. Sie wurde in vielen österreichischen, deutschen und böhmischen Orten aufgeführt, aber auch in Italien und Paris. Im Jahre 1782 veröffentlichte Johann Adam Hiller einen Klavierauszug in dem er dem lateinischen Text eine deutsche Nachdichtung hinzufügte. Diese und andere deutschsprachigen Versionen verhalfen dem Werk auch in protestantischen Gebieten Nord- und Mitteldeutschlands zu Popularität.