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Agroscope hat für die Hauptkulturen im Schweizer Ackerbau die Wirtschaftlichkeit untersucht. Als zentrale Erfolgsgrösse wurde die erzielte Arbeitsverwertung (Franken je Stunde) betrachtet. In diesem Teil der Serie «Betriebszweiganalysen» werden die Betriebszweige Weizen und Futtergetreide herangezogen.
Beim Weizen stützen sich die Ergebnisse auf 341 Buchhaltungen der Jahre 2010–2014 von spezialisierten ÖLN-Ackerbaubetrieben der Talregion. Als Saldo zwischen Leistungen und Kosten erzielen diese Betriebe im Mittel einen kalkulatorischen Verlust in Höhe von 200 Franken je Hektare (ha), d.h. der kalkulatorische Lohnansatz von rund 26.50 Franken je Stunde (h) in der Talregion wird nicht erreicht. Die erzielte Arbeitsverwertung ist geringer und beträgt im Mittel 23 Fr. je h.
Die Kostenstruktur wird dominiert vom Arbeitsansatz (28 % der Gesamtkosten), den Maschinenkosten (27 %) sowie den Direktkosten (21 %). Zusammen machen diese drei Kostenpositionen rund drei Viertel der Gesamtkosten aus.
Unterschiede auf Kostenseite
Im Vergleich der unteren mit der oberen Gruppe (das untere bzw. obere Viertel der nach Jahr und erzielten Arbeitsverwertung sortierten Beobachtungen) zeigt sich beim kalkulatorischen Gewinn ein Unterschied von 3185 Franken. Das bessere Abschneiden der oberen Gruppe zeigt sich sowohl auf Seite der Leistungen als auch auf Seite der Kosten. Der kostenseitige Unterschied ist von deutlich grösserer Bedeutung.
Futtergetreide
Im betrachteten Betriebszweig Futtergetreide werden die Kulturen Gerste, Hafer und Triticale erfasst. Die Auswertung von 217 Buchhaltungen ergibt einen kalkulatorischen Verlust von 867 Fr. je ha. Dies entspricht einer mittleren Arbeitsverwertung von etwas über 12 Fr. je h. Die Kostenstruktur ähnelt jener von Weizen mit einer Dominanz von Arbeits- (30 % der Gesamtkosten) und Maschinenkosten (27 %). Diese zwei Positionen summieren sich mit den Direktkosten (19 % der Gesamtkosten) auf einen Anteil von 76 % der Kosten.
Betrachtet man die besonders erfolgreichen Betriebe (obere Gruppe) im Unterschied zu den weniger erfolgreichen Betrieben (untere Gruppe), zeigt sich beim kalkulatorischen Gewinn eine Differenz von 2940 Franken. Diese ist wie auch beim Weizen v. a. auf unterschiedlich hohe Arbeitsund Maschinenkosten zurückzuführen. Jedoch ist der Leistungsvorteil der oberen Gruppe beim Futtergetreide mit rund 870 Fr. je ha beachtlich.
Ähnliche Kostenstruktur
Der Vergleich der Kulturen zeigt, dass Weizen und Futtergetreide grundsätzlich eine recht ähnliche Kostenstruktur aufweisen. Die erzielten Leistungen sind beim Futtergetreide jedoch um gut 600 Franken geringer, was in einer deutlich niedrigeren Arbeitsverwertung resultiert. Jedoch wird hier ausschliesslich die Aussenwirtschaft betrachtet. Im Falle der betriebsinternen Veredelung kann sich die eigene Futtererzeugung möglicherweise als wirtschaftlich attraktiver erweisen. Die Höhe der Kostenunterschiede zwischen den Gruppen bei den Gemeinkosten ist ein deutlicher Hinweis auf bestehendes Optimierungspotenzial im Schweizer Getreideanbau. Effizienzgewinne scheinen v.a. beim Arbeitseinsatz vorhanden. Ausserdem bietet ein effizienter Maschineneinsatz Einsparpotenzial.
Die vollständige Analyse mit insgesamt sieben Betriebszweigenist im Kapitel 4 des Agroscope Science Berichts Nr. 53 enthalten (www.agroscope.ch).