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Microsoft hat das Nachsehen.
Gemäss dem 'Wall Street Journal' und der 'New York Times' soll Google eine Beteiligung von 5 Prozent des Tochterunternehmens von Time Warner, AOL, erworben haben. Die US-amerikanischen Zeitungen berichteten am Wochenende, Google werde eine Milliarde US-Dollar bezahlen. Time Warner soll den Deal morgen bekannt geben. Gemäss den Presseberichten ist der Wert von AOL demnach auf 20 Milliarden Dollar zu beziffern. Im Oktober wurde der Wert noch auf 5 Milliarden Dollar geschätzt.
In den vergangenen Wochen wurde durch Berichte der beiden Blätter bekannt, dass AOL mit verschiedenen Unternehmen Verhandlungen führte. Anfänglich waren auch Yahoo und der US-amerikanische Kabelnetzbetreiber Comcast im Rennen. Yahoo stieg aber Anfang November
aus, weil das Unternehmen nicht über die nötigen Barmittel für eine Beteiligung verfügte. Aktien wollte Time Warner offensichtlich nicht. Comcast könnte nun als Partner von Google und AOL wieder in Frage kommen.
AOL, als bisher grösster Google-Kunde, soll für den Suchmaschinen-Betreiber vor allem das Anzeigegeschäft weiter ankurbeln. Google beteiligt AOL zusätzlich an den Werbeeinnahmen, die von AOL-Kunden generiert werden. Die Suchfunktion auf dem AOL-Portal erfolgt bereits seit drei Jahren durch Google. Hätte sich AOL für Microsoft entschieden, was vor zehn Tagen
noch vom 'WSJ' behauptet wurde, wäre eine sehr lukrative Partnerschaft zu Ende gegangen.
Stattdessen soll nun die Partnerschaft um fünf Jahre verlängert werden, weiss das Blatt. Durch die Beteiligung wird Google die Anzeigen von AOL wohl besser positionieren als diejenigen anderer Werbekunden, obwohl dies offiziell den Geschäftspraktiken von Google widerspricht. Google und AOL werden wahrscheinlich auch im Bereich Instant-Messaging zusammenarbeiten, wo sich nun die beiden Fronten Yahoo-Microsoft gegen AOL-Google gebildet haben dürften. Microsoft und Yahoo sind in diesem Bereich bereits eine Kompatibilitäts-Partnerschaft
eingegangen.
Das Anzeigegeschäft ist für Internet-Unternehmen überlebenswichtig und das Potential von Instant-Messaging-Plattformen darf nicht unterschätzt werden. MSN bzw. Microsoft hat nun in beiden Bereichen einen herben Rückschlag erlitten. Im Anzeigegeschäft ist MSN hinter Google und Yahoo die Nummer drei. Man darf gespannt sein, wie das Unternehmen kurz- oder langfristig auf diese Situation reagiert. (mim)