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Wenn heute auf dem Rhein bis Basel Güter transportiert werden, geschieht das praktisch immer mit Schiffen vom Typ
Motorschiff:
Der sogenannte Selbstfahrer ist ein Fahrzeug von 300 bis über 3000 Tonnen Tragfähigkeit mit eigener Triebkraft von 200 bis über 1500 Kilowatt. Je nach Ladungsart spricht man vom Gütermotorschiff für die trockenen Stück- und Massengüter oder vom Tankmotorschiff für flüssige Ware. Viele Selbstfahrer sind gleichzeitig zum Schieben von Leichtern eingerichtet (sog. Schiebende Selbstfahrer). Der Vorteil des Selbstfahrers gegenüber dem (veralteten) Kahn liegt in der eigenen Fortbewegung, der höheren Geschwindigkeit und grösseren Produktivität. Die Schweiz war an der Entwicklung des modernen Selbstfahrers massgeblich beteiligt. Seit 1975 werden Schubverbände und Schleppzüge auf dem Rhein praktisch nicht mehr durchgeführt. Dennoch seien hier die traditionellen Schiffstypen für den Gütertransport kurz charakterisiert:
Schleppboot, Schlepper:
Das Schleppboot (in der Schiffersprache «die Boot») nimmt keine Ladung auf. Die Antriebskraft von zwischen 200 und 3000 kW dient zum Schleppen der Anhänge (Schleppkähne). Die Besatzung besteht aus 2 bis 6 Mann. Je nach Antrieb spricht man von einem Diesel-Schraubenschlepper, Dampf-Radschlepper usw. Die Schweiz spielte bei der Entwicklung des modernen Diesel-Schraubenschleppers eine führende Rolle.
Schleppkahn, Rheinkahn:
Der Schleppkahn ist motorlos und wird vom Schlepper gezogen. Seine Tragfähigkeit liegt zwischen 200 und 4000 Tonnen, seine Besatzung besteht aus 2 bis 4 Mann. Je nach Verwendungszweck spricht man vom Güterkahn oder vom Tankkahn.
Schleppzug:
Der Schleppzug besteht aus dem Schlepper und einem oder mehreren Anhängen. Die Länge eines Schleppzuges mit 8 Anhängen kann bis zu 1,5 km betragen.
Schubboot:
Das Schubboot hat eine ähnliche Antriebsleistung wie ein Schleppboot, schiebt aber seine Kähne (nunmehr Leichter genannt) starr verbunden vor sich her.
Schubleichter, Barge:
Die Schubleichter sind mit dem Kahn verwandt, haben aber im Gegensatz zu diesem im allgemeinen keine Besatzung und sind steuerlos. Auch hier gibt es Tankleichter und Trockengutleichter. Ihre Bauart ist meistens moderner als die der Kähne, z.B. weisen sie in der Regel keine sog. Querschotten auf, sondern sind Einraumschiffe.
Trägerschiffsleichte:
Diese Schiffe sind eigentlich Schubleichter, die sowohl in der Binnenschiffahrt, als auch zum Transport auf hoher See eingesetzt werden. Im Gegensatz zu den oben erwähnten Schubleichtern sind die Trägerschiffsleichter jedoch eher schwimmende Container. Im Rhein werden sie direkt, im Wasser, geschoben, können aber auch mittels bordeigenen Kränen an und von Bord gehoben und durch Trägerschiffe über See befördert werden.
Schubverband:
Der Schubverband ist eine starre Einheit von Schubboot und höchstens sechs Bargen mit einer maximalen Länge von 230 Metern und einer maximalen Breite von 34,2 Metern. Seine Vorteile gegenüber dem Schleppzug liegen (bei gleicher Tonnage) in den geringen Abmessungen und der kleineren Besatzung. Der Nachteil ist in der Betreuung der an sich unbemannten Bargen zu suchen, weshalb eine regelmässige Beladung und gleich bleibende Bestimmungsorte wichtig sind.
Fahrtdauer: Die Strecke von einem der niederländischen Seehäfen bis nach Basel wird von einem Selbstfahrer in rund 90 Stunden zurückgelegt. Ein Schleppzug brauchte dafür rund 14 Tage! Der überwiegende Teil der Flotte fährt nur tagsüber und ruht nachts. In der Schubschifffahrt kommt jedoch hauptsächlich der Schichtbetrieb zur Anwendung. Dazu ist allerdings die Verwendung von Radar und UKW-Funk unumgänglich. Diese elektronischen Navigations- und Kommunikationsmittel sind denn auch schon auf fast allen Rheinschiffen, in jedem Fall aber auf Schubbooten, zu finden.
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