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Amtsinhaber Hassan Ruhani hat die Präsidentenwahl im Iran für sich entschieden. Der Reformer kommt offiziellen Angaben zufolge auf deutlich mehr Stimmen als sein konservativer Herausforderer.
Amtsinhaber Hassan Ruhani hat offiziellen Angaben zufolge die Präsidentenwahl im Iran gewonnen. 22,8 Millionen der bislang fast 39 Millionen ausgezählten Stimmen entfielen auf den pragmatischen und moderaten Politiker, wie das Innenministerium in Teheran am Samstag mitteilte. Sein erzkonservative Rivale Ebrahim Raisi kam demnach auf 15,5 Millionen Stimmen.
Die Auszählung sei noch nicht abgeschlossen, teilte das Ministerium weiter mit. Zuvor hatte es geheißen, mehr als 40 Millionen Wähler hätten sich beteiligt. Das entspricht einer Beteiligung von etwa 70 Prozent – in etwa wie bei der Abstimmung im Jahr 2013, als Ruhani mit einem fulminanten Sieg an die Macht gekommen war.
Ruhani will Iran weltoffener und liberaler machen
Die Abstimmung gilt als Schicksalsentscheidung für das Land. Es geht darum, ob die von Ruhani verfolgte Reformpolitik, die den Iranern mehr Freiheiten und eine Erholung der Wirtschaft bringen soll, fortgesetzt wird.
Die Bürger setzten auf seine Versprechen, das Land weltoffener und liberaler zu machen und die von Sanktionen geplagte Wirtschaft wieder anzukurbeln. In seiner Amtszeit schloss er mit den USA und anderen Weltmächten eine Vereinbarung zur Beschränkung des iranischen Atomprogramms. Im Gegenzug wurden die meisten Wirtschaftssanktionen aufgehoben.
Herausforderer Raisi ein enger Vertrauter von Ali Chamenei
Ruhanis Herausforderer Raisi argumentierte im Wahlkampf, dass sich die Wirtschaftslage nicht wie erhofft deutlich verbessert habe und die kleinen Erfolge bei den armen Schichten nicht angekommen seien. Er warf Ruhani Missmanagement vor und versprach in den Armenvierteln Jobs und Sozialhilfe. Das Atomabkommen hat nach seiner Darstellung nur den Gegnern Irans genutzt.
Der 56-jährige Raisi ist ein enger Vertrauter des geistlichen und politischen Führers, Ajatollah Ali Chamenei. Auch wenn sich Chamenei aus dem Wahlkampf weitgehend herausgehalten hat, galt es als sicher, dass er lieber Raisi auf dem Präsidentenstuhl sehen würde.
(reuters/moh)