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Der illegale Holzhandel ist weltweit ein Riesengeschäft. Der Wert beläuft sich auf 30-100 Milliarden US-Dollar, das entspricht etwa 10-30 % des globalen Holzhandels. Das illegale Fällen von Bäumen betrifft vor allem die Tropenregionen: Das Amazonas-Gebiet, Zentralafrika und Südostasien. Das UNEP (United Nations Environment Programme) schätzt, dass das Holz aus diesen Gebieten rund 50-90 % aus illegalen Quellen stammt. Im illegalen Holzhandel werden Genehmigungen gefälscht, Schmiergelder bezahlt, Konzessionen umgangen, Regierungswebsites gehackt, um höhere Transportvolumen zu erreichen, und illegales Holz mit legalem gemischt, um die Herkunft zu vertuschen.
Problematik der Rodung
Durch die Rodung riesiger Waldflächen verschwindet eine ganze Tier- und Pflanzenwelt. Auf den frei gewordenen Flächen entstehen Palmöl-, Soja- oder Holzplantagen. Da die tropischen Böden nährstoffarm sind, verarmen sie nach einigen Jahren und weiterer Wald muss gerodet werden. Der Wald dient aber auch vielen Menschen als Lebensgrundlage und wird ihnen durch die Rodung entzogen. Zudem sind Waldgebiete CO2-Binder. Die Verkleinerung dieser Fläche reduziert die Abbaumengen des Klimagases weiter.
Illegaler Holzeinschlag schädigt zudem die legalen Geschäfte, da sie nicht auf Nutzmengen Rücksicht nehmen und so grössere Mengen liefern können. Zudem können sie billiger liefern, da Abgaben umgangen werden können – so wird der Holzpreis weltweit um ca. 7-16 % gedrückt.
Reglementierung EU
Zwischen 16 und 19 % des importierten Holzes in die EU stammt gemäss WWF-Studie aus illegalen Quellen. Um die illegalen Geschäfte einzudämmen, hat die EU 2003 den Aktionsplan FLEGT (in etwa: Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor) vorgestellt. Dabei steht ein Partnerschaftsabkommen mit den Produktionsländern im Zentrum. Die Partnerländer richten ein Lizenz- und Genehmigungssystem ein, im Gegenzug werden sie von der EU im Bereich Rechtsdurchsetzung und Waldbewirtschaftung unterstützt. Die Partnerschaftsabkommen beruhen aber auf freiwilliger Basis und wurden vorerst mit Ghana, der Republik Kongo, der Republik Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, Indonesien sowie Liberia beschlossen.
Direkt importiertes Holz kann so besser kontrolliert werden – nicht aber verarbeitetes. So wird oftmals illegal geschlagenes Holz von Drittstaaten wie China verarbeitet und als Fertigprodukt an die EU verkauft. Dies erschwert die Kontrollen der Holzherkunft. Seit März 2013 sind EU-Importeure aber gezwungen, bei Holz sowie Holzprodukten die legale Herkunft zu beweisen. Die Reglementierung umfasst hierbei Holz, Möbel, Zellstoff, Papier, nicht aber weiterverarbeitete Druckerzeugnisse wie Bücher.
Reglementierung in der Schweiz
Auch in der Schweiz gilt seit 2010 eine Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte. Sie verpflichtet den Verkäufer aber nur, die Konsumenten transparent über Holzart und Holzherkunft zu informieren. Somit ist die Inverkehrsetzung von illegalem Holz in der Schweiz bis anhin nicht geregelt. Eine Angleichung an das EU-Recht wird aber als sinnvoll betrachtet und soll verabschiedet werden. Die Adaptierung ans EU-Recht scheint auch folgerichtig, da rund 90 % der Schweizer Exporte von Holzerzeugnissen an die EU verkauft werden.
FSC Label
FSC (Forest Stewardship Council) ist ein Zertifikat, welches nur an verantwortungsvoll bewirtschaftete Wälder bzw. Holzprodukte vergeben wird. Der Wald muss für Pflanzen- und Tierarten erhalten bleiben und die Rechte von Arbeitnehmer und indigener Bevölkerung müssen gewahrt werden.
FSC unterscheidet drei verschiedene Labels: FSC 100 % (steht für Produkte aus 100 % FSC-zertifizierten Materialien), FSC-Mix (besteht teilweise aus FSC zertifizierten Wäldern) und FSC-Recycling (besteht ausschliesslich aus Recycling-Material). Das Mix-Label ist nur eingeschränkt empfehlenswert, da nicht dieselben strengen Richtlinien fürs gesamte Produkt gelten. Das FSC-Label ist kein Herkunftsnachweis, aber es ist das momentan strengste internationale Label im Holzhandel. Während FSC in der EU und in Nordamerika eine relativ grosse Bedeutung hat, gibt es weltweit noch Potenzial zur Ausdehnung.
Forscher haben ausserdem vor gut zehn Jahren eine Methode entwickelt, wie sie aufgrund der Isotopenanalyse (“Fingerabdruck“ des Baumes) einzelner Bäume auf deren Herkunftsorte schliessen können. So kann im Zweifelsfall die Herkunft des Holzes nachgeprüft werden.