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8D. Evolution IV: Zwischen-Schöpfung; Zitate
1. Einleitung
In der Naturwissenschaft hat sich ab 1850 die materialistische Sichtweise über die Entstehung des Lebens und seiner Höherentwicklung durchgesetzt. Sie beruht insbesondere auf den Arbeiten von Charles Darwin ("Die Entstehung der Arten", 1859; die englische Erstauflage von 1'250 Exemplaren war bereits vor dem Erscheinen ausverkauft), Ludwig Büchner ("Kraft und Stoff", 1855; 21 deutsche Auflagen in 50 Jahren) und ihren Nachfolgern, z.B. Ernst Haeckel (1834-1919) und Ernst Mayr (1905-2005).
Demnach ist Entstehung des Lebens (Zelle) und der heutigen irdischen Lebenswelt wie folgt zu erklären:
- Im Lauf von Millionen von Jahren haben sich die für die Zelle notwendigen chemischen Stoffe und die notwendigen Strukturen rein zufällig und einzig durch physikalisch und chemisch erklärbare Abläufe (Prozesse) gebildet.
- Durch erfolgreiche Anpassung an den Lebensraum.
Jean Baptiste Lamarck (1744 - 1829) wird als Person angesehen, der als erster eine solche Theorie entwickelt hat. Weitere Einzelheiten über die Anpassung findet man auf dieser Internetseite und in den Fachbüchern über Evolution, z.B. über die Vererbung von erworbenen Eigenschaften und über die Vererbung von zufällig entstandenen Veränderungen.
- Durch Selektion des geschlechtlichen Partners - bei höheren Tieren und beim Menschen
Dieses Prinzip wurde von Charles Darwin (1809 - 1882) entdeckt. Im niederen Teil des Tierreiches paaren sich die Lebewesen in der Regel durch zufällig. Im Pflanzenreich wird der männliche Samen auf die weibliche Pflanzen durch den Wind und durch Insekten übertragen und es findet keine Selektion statt.
Weshalb ist Huter der Ansicht, dass die heutige, materialistische Erklärung unvollständig ist?
- Das Alter unserer Erde ist viel niedrig als dass in dieser Zeit das Leben, welches heute auf der Erde vorhanden ist, rein durch Zufall hätte entstehen können.
- Die Zellen lassen sich nicht beliebig verändern und weiter entwickeln, denn die chemischen Bestandteile lassen nur eine bestimmte Weiterentwicklung zu. Es musste also nebst der evolutionären Weiterentwicklung auch Veränderungen im Sinne einer auf Schöpfung beruhenden Höherentwicklung geben.
- Er (Huter) habe die Empfindungsenergie experimentell nachgewiesen. Die Empfindungsenergie vermag Kraft und Stoff zu beherrschen. Sie ist die höchste Kraft im Weltall. Wenn aber die Empfindungsenergie derart bedeutend ist, muss man annehmen, dass sie an der Entstehung des Lebens, an der Entstehung der heutigen Pflanzen- und Tierwelt und an der Entstehung des heutigen Menschen einen wesentlichen Anteil. Erklärungen, welche die Empfindungsenergie ausser Acht lassen, werden schwerlich auf alle kritischen Fragen eine überzeugende Antwort haben.
Huters Ansicht ist die folgende, in kürze:
- Die heutige Lebenswelt - Pflanzen, Tiere und Mensch - ist fast gänzlich durch Evolution entstanden. Die Erkenntnisse der Naturwissenschaftler hält er für zutreffend.
- Die Entstehung des Lebens, d.h. der ersten lebensfähigen Zelle erklärt sich Huter durch Schöpfung. Es lagen quasi paradiesische Zustände vor und Carl Huter hält es für möglich, dass die Erde während gewissen Zeiten und an gewissen Orten solche Verhältnisse aufgewiesen hat. Die Erde vermag keineswegs dauernd Leben zu erzeugen. Es lagen Eiweiss- und andere Moleküle nahe beieinander und und in den chemischen Substanzen, namentlich in den Eiweiss-Molekülen, lag das Empfindungsvermögen in stark konzentrierter Form vor. Das Empfindungsvermögen hatte den Drang, sich noch stärker konzentrieren zu wollen. Das erforderte höhere Organisation als sie sie im Moment vorlag: Die Bildung einer Zelle mit entsprechenden Organen und insbesondere einem Organ, worin sich das Empfindungsvermögen sammeln und konzentrierten kann. Carl Huter erkannte, dass dies zur Entstehung des Zentrosomas geführt hat. Die Empfindungsenergie ist, nach Carl Huter, aber auch in den anderen Substanzen der Zelle stark gesammelt vorhanden. Und diese ist nach seinen Erkenntnissen innerhalb der Zelle organisierend und schöpferisch tätig. Vgl. mit der Rubrik 5. Empfindungsenergie; Helioda; Korrespondenzgesetze
- Er glaubt, dass bei der Entstehung des heutigen Menschen die Möglichkeit von Zwischenschöpfungen nicht ausgeschlossen werden darf. Eine Zwischenschöpfung ist äusserst selten. Sie benötigt äusserst günstige Verhältnisse, u.a. nahezu paradiesische Verhältnisse und eine starke Ansammlung des Empfindungsvermögens, siehe oben.
Anmerkungen
- Es ist anzunehmen, dass die Empfindungsenergie nicht allein bei der Erzeugung der ersten Zelle mitgewirkt hat sondern schon lange vorher. Auf diese Weise sind die Ausgangsstoffe geschaffen worden und diese sind durch Zufall und das Treiben des Empfindungsvermögens in direkten Kontakt und Austausch getreten.
- Es ist davon auszugehen, dass es viele Versuche gegeben hat, um eine lebende Zelle zu erzeugen. Erst nach vielen Versuchen lag dann eine Zelle vor, deren innere Organisation frei von Mängeln war und aus welcher dann Millionen von neuen Zellen entstanden sind, so viele, dass auch die nachfolgenden weniger günstigen Verhältnisse die Zellen nicht mehr zum völligen Verschwinden gebracht haben.
2. Wie erklärt sich Carl Huter die Schöpfungsprozesse? - Zitate
Fettdruck durch die Carl-Huter-Stiftung; gilt für alle nachstehenden Zitate
Carl Huter: Welt- und Menschenkenntnis, zwölfte Lektion, Band V
"Die Entwicklungslehre Lamarck-Darwin-Haeckel bedeutet schon etwas. Sie ist ein guter Anfang zum harmonischen Natursehen, aber sie verliert sich im trostlosen Versehen durch Nichtsehen der geistigen Mächte und des mächtigsten Faktors alles Seins und Lebens, der Welt- und Äther-Empfindungsenergie. Sie ist wie ein Rumpf ohne Haupt und Glieder. Sie ist die kleine - die in diesem Werk niedergelegte – die grosse Entwicklungslehre. Dort ist die Fibel, hier ist die Bibel, die neue Offenbarungslehre von Welt, Mensch, Leben, Geist und Natur. Jene befasst sich nur mit der Entwicklung der Erd-Lebewesen; diese Lehre hat die Entwicklungsuntersuchungen auch auf die grosse Vorzeit ausgedehnt, in welcher pflanzliches und tierisches Leben noch nicht möglich war, auf die Entwicklung der chemischen und ätherischen Substanzen, auf die Entwicklung der Weltkörper und schliesslich auf die der mechanischen Kräfte und ihrer Richtordnung. Sie behandelt also: 1. Äther, 2. ätherische Zwischensubstanz, 3. chemische Substanz, 4. Weltkörperbildungen, 5. Kräfteentwicklung und 6. Kraftrichtungsordnung im Raume."
Carl Huter: Welt- und Menschenkenntnis, neunte Lektion, Band III
"So wie nun der schlafende Mensch durch eigenen Anreiz, wie auch durch äussern Reiz sofort lebendig werden kann, so ist es auch mit aller Materie. Alle Materie kann aus sich zum Leben erwachen, also urzeugend Leben hervorbringen, und sie kann auch durch äusseren Anreiz und andere Einflüsse zum Leben erwachen, also lebende Materie werden. Im lebenden Protoplasma haben wir ja den Beweis des Lebendigwerdens der Materie."
Und einige Zeilen später:
"... denn die bedeutendste Energie, welche aller Materie anhaftet, ist das Empfinden, folglich kann durch konzentrierte Empfindungsenergie, also durch Gebet, durch Wunsch-, Willens- und Gedankenkraft eine Veränderung in der Materie bewirkt werden. Es kann die schlafende Materie zum Leben wachgerufen werden. Solche Zeugung würde man als ein Wunder betrachten, und doch ist sie genauso natürlich wie die andere Form der Urzeugung. Die Empfindungsenergie ist ja die leitende in der Materie; ist der Weg der Anknüpfung an sie gefunden, so lässt sich aus jeder scheinbar toten Materie Lebendiges schaffen. Dieses Lebendigmachen der schlafenden Materie ist denkbar durch die höchsten Lebewesen, die mit grosser Empfindungs-, Liebes- und Willenskraft ausgestattet sind. Gottgeister können Welten und neue Lebensorganismen durch Willen, Liebe und Gedankenkraft schaffen."
Carl Huter: Welt- und Menschenkenntnis, zweite Lektion, Band IV,
a) Die Evolutionsschöpfung. Die Möglichkeit spontaner Zwischenschöpfungsakte und die mosaische Schöpfungslehre.
- "Jedoch soll die sogenannte wundertätige oder spontane Naturschöpfung keineswegs total verworfen werden, wenigstens soweit sie sich mit der Entwicklungslehre in Einklang bringen lässt. Denn in der Natur liegen alle Möglichkeiten. Spontane Zwischenschöpfungsakte lassen sich wohl mit der allgemeinen Entwicklungslehre vereinbaren."
- Niemals kann aber umgekehrt, eine spontane Wunderschöpfung als Hauptschöpfung und die Entwickelungsschöpfung als Zwischenglied angesehen werden.
- Man muss daher an der Evolution als Hauptschöpfung festhalten und die spontanen Schöpfungsmöglichkeiten nur als Reserven auffassen, die mehr unser religiöses als unser wissenschaftliches Bedürfnis zu befriedigen vermögen. Das, was die exakte Wissenschaft nicht mehr umschliessen kann und darf - und das sind noch recht viele Dinge - da hat die Religion das Recht alles noch Übrigbleibende zu umfassen. Die Religion hat aber kein Recht dabei die Wissenschaft auszuschliessen. Auch hat die Religion kein Recht willkürliche Glaubenssätze aufzustellen. Der Glaube muss in irgend einer Form eine befriedigende Grundlage haben. Diese Grundlage kann eine rein naturwissenschaftliche, sie kann eine rein ethische, sie kann auch eine rein ästhetische sein.
Carl Huter: Welt- und Menschenkenntnis, neunte Lektion, Band III
"Die gewaltigen Eruptionen und Verschiebungen der Erdmassen, sowie die Tätigkeit der Vulkane, der Eisberge, der Wassermassen, die ganze Erdteile verschütteten, führten zum Untergang ungeheurer Massen organischen Lebens, so dass nur wenige Formen in geschützteren Erdstellen am Leben blieben."
"Ich nehme nun an, dass diese übriggebliebenen Lebensindividuen sich nicht so ungeheuer mannigfaltig entwickelt hätten, ja dass sie unbedingt ausgestorben wären, wenn die Erde nicht nach jeder Katastrophe durch Urzeugungsvorgänge Neuschöpfungen herbeigeführt hätte. Es ist anzunehmen, dass Lebewesen in dem Charakter der meisten übriggebliebenen Arten, die den alten Arten selbstverständlich nach Gestalt und Form sehr ähnlich waren, neu erzeugt wurden."
"Dieses neue, frische, jungschöpferische Leben gab dem Alten neue Lebens- und Liebeslust und verhütete das Aussterben.
Diese Theorie, die ich hier aufstelle, lässt die Deszendenz- sowie die Selektionslehre sonst bestehen, sie ergänzt diese nur. Ich nehme an, dass diese Urschöpfungen aus dem Geiste der Natur, aus dem Erdgeiste und der Erdmaterie in Verbindung mit kosmischen Kräften entstanden sind. Mag der Jude an seinen Zebaoth, der Moslem an seinen Allah, der Naturforscher an seine Mechanik glauben, ich glaube an den Geist der Natur."
3. Die Entstehung des Menschen durch eine Zwischenschöpfung oder Evolutions-Schöpfung
Fettdruck durch die Carl-Huter-Stiftung; gilt für alle nachstehenden Zitate
Huter stellt in "Katechismus der Huterschen Wissenschaft" unter Ziffer 23 folgende Frage: "Ist die Entstehung des Menschen auf Entwickelung oder auf Schöpfung zurückzuführen und wie entstanden die Rassen und Völkerstämme?"
Carl Huter: Katechismus der Huterschen Wissenschaft", 1909
Frage 23: "Ist die Entstehung des Menschen auf Entwickelung oder auf Schöpfung zurückzuführen und wie entstanden die Rassen und Völkerstämme?" Huter antwortet:
- "Die Menschen haben sich aus niederen Lebensformen zu höheren entwickelt. Es ist aber wahrscheinlich, dass in der frühen Tertiärperiode (1) aus den Primatoiden die Abzweigung der Arten sich vollzog, aus denen die Menschen hervorgegangen sind. In dieser Hinsicht deckt sich die Anschauung Carl Huter's mit der des Professors Dr. med. Klaatsch, Breslau. Aber Huter nimmt auch Schöpfungsakte an, er hält es für wahrscheinlich, dass die Erde in der frühen Tertiärperiode sogenannte Mediomen-Oasen (2) entwickelte, in denen die Empfindungsenergien ganz besonders stark arbeiteten und wo aus warmen Gewässern mit lebenden Eiweissmassen sich Lebewesen bildeten, die alle andern an Schönheit und seelischem Empfindungsreichtum überragten. Die Entwickelung aus diesem lebenden Eiweiss ging nicht durch Schöpferhand spontan vor sich, sondern kam aus den Empfindungsmediomen (3), also aus der Materie selber heraus. Wie weit da eine sogenannte vorentwickelte geistige Höhenkraft, eine sogenannte Vorsehung mitgewirkt haben kann, weiss man nicht. Aber auch dieses ist nicht ausgeschlossen, vielmehr sehr wahrscheinlich."
- "Diese spontan entstandenen Lebewesen mögen mit den höchsten Arten die damals entwickelt waren, sich verschieden geschlechtlich verbunden haben, wodurch die verschiedenartigen Rassen und Urmenschen entstanden. Diese haben sich von allen andern nach den höchsten tierischen Wesen, den Menschen am nächsten stehenden Affen, ausserordentlich scharf unterschieden und diese Unterschiede sind bleibend geworden."
Und begründet diese Antwort wie folgt:
- "Die Art Mensch ist schwerlich nur ausschliesslich ein gleiches Entwickelungsprodukt, wie das übrige tierische Leben, denn es stehen die Menschen ausserordentlich weit über dem Tierreich erhaben, sowohl an körperlicher, wie an geistiger Veranlagung. Es muss demgemäss irgend etwas besonderes bei der Entstehung des Urmenschen mitgewirkt haben." (4)
Rund zwei Jahre später veröffentlicht Huter den folgenden Text:
Carl Huter: Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis", V. Teil, 1911:
- "Lamarck und Darwin nehmen, wie wir gesehen haben, an, dass die gesamte Menschheit von einer einzigen Ur-Art abstammt. (5) Ob man diese Ur-Art in den frühesten Halbaffen vermutet, wie Klaatsch, oder in einem höheren Zwischengliede (6), das zwischen den heutigen Menschenaffen und den niedrigsten Menschenrassen stand und ausgestorben ist, wie Haeckel annimmt, bleibt sich bei der Deszendenzlehre gleich."
Anmerkung
(1) Die von Huter genannte Abzweigung des Menschen vom Stammbaum der Primatoiden vollzog sich nach heutigen Erkenntnissen vor 5-7 Mio. Jahren, also nicht im frühen Tertiär (vor rund 60 Mio.). Huter hat sich in Bezug auf den Zeitpunkt der Abzweigung vermutlich auf die Ansicht von universitären Forschern bezogen (Prof. Klaatsch, Breslau). Siehe auch Fussnote (4).
(2), (3) Diese Begriffe erläutert Huter u.a. im Werk "Welt- und Menschenkenntnis". Es handelt sich um Materie, die rein physikalisch schwer nachweisbar ist. Menschen, deren Gefühl besonders geschult ist, können solche Substanzen fühlend wahrnehmen.
(4) Carl Huter hat sich nicht dazu geäussert, wie oft es zu Zwischenschöpfungen gekommen sein könnte. Beruht der heutige Mensch auf mehreren Zwischenschöpfungen? Gab es bei der Entwicklung der Pflanzen auch Zwischenschöpfungen? Gab es Zwischenschöpfungen bei der Entwicklung der Tiere?
(5) Um 2010 ist die Wissenschaft zur Erkenntnis gelangt, dass alle heutigen Menschenrassen auf dieselben homo sapiens sapiens - Menschen zurückzuführen sind, die vor rund 200'000 Jahren in Ostafrika entstanden sind. Dieser Nachweis lässt sich aufgrund von DNA-Analysen in Verbindung mit genauen Kenntnissen über die menschliche männliche und weibliche Zelle erbringen. Dennoch gibt es gewisse genetische Unterschiede zwischen den Menschen-Rassen. Der Homo Sapiens Sapiens hat sich gelegentlich mit dem Neandertaler-Menschen gepaart. Asiaten haben einen etwas höheren Anteil von Neandertal-Genen (ca. 3%) als Menschen des kaukasischen Typs (ca. 2%). Der Neandertaler-Mensch lebte von ca. 600'000 bis ca. 30'000 v. Chr. und ist dann ausgestorben. Der heutige Mensch ist nicht eine Abspaltung aus der Neandertaler-Entwicklungslinie. Die Aufspaltung zwischen der Entwicklungslinie des Neandertalers und des heutigen Menschen liegt sehr weit zurück. Es ist heute erwiesen, dass es beim Erschienen des homo sapiens sapiens Menschen nur eine ganz kleine Anzahl solcher Menschen gab. Sie haben sich dann im Laufe der Jahrtausende vermehrt und vor erst ca. 50'000 haben einige von ihnen Afrika verlassen. Sie betraten die europäischen Boden - Gegend des schwarzen Meeres, Kaukasus - und asiatischen Boden - arabische Halbinsel, etc.
(6) Die Abspaltung der Entwicklungslinie der heutigen Menschenaffen von der Entwicklungslinie der niedrigsten Menschen-Arten erfolgte vor rund 5-7 Mio. Jahren.
4. Fazit
a. Das Leben, das sich heute auf der Erde präsentiert, ist ursprünglich durch Schöpfung (erste lebensfähige Zelle) entstanden.
b. Dann hat sich das Leben aufgrund der von Huter genannten 5 Faktoren höher entwickelt, vgl. mit 8B. Fünf Prinzipien; Zitate
c. Der Mensch steht weit über den höchstentwickelten Tieren, besonders gross ist diese Distanz in geistiger Hinsicht: Bewusstsein, Gewissen, Denkfähigkeit, Kultur. Wegen diesem grossen Abstand und da die Materie dank dem Empfindungsvermögen über schöpferische Kräfte verfügt, ist es naheliegend anzunehmen, dass der Mensch durch wenigstens eine Zwischenschöpfung entstanden ist.
5. Die Schöpfung des Menschen in der Malerei
Michelangelo erstellte sein Gemälde im Auftrag des Papstes ein Deckengemälde für die Sixtinische Kapelle. Er war in der Art der künstlerischen Umsetzung nicht ganz frei. Seine Darstellung musste der biblischen Überlieferung entsprechen, wonach der Mensch von Gott erschaffen worden ist. In der Genesis (Schöpfungsgeschichte der Bibel) steht, dass Gott Adam am 6. Tag der Schöpfung erschaffen hat. Ob der Mensch aus Staub entstanden ist, ob Gott ihm eine Seele eingehaucht hat, steht dort nicht, sondern ist in die Schöpfung eingefügt worden.
Welche Aussage lässt sich aus dieser Darstellung entnehmen? - Im Menschen drin ist eine göttliche Energie wirksam. Diese Energie strahlt an den Fingerspitzen aus! Und diese Energie erweckte den Menschen zum Leben und erhält ihn nun am Leben.
In Botticellis Darstellung (siehe ganz oben) findet man keine aussenstehende Person, z.B. einen Gott, der das Leben erzeugt. Botticelli hatte keinen kirchlichen Auftraggeber, dessen Wünsche er berücksichtigen musste. Er war in der Darstellung der Szene frei. Botticellis Version zur Herkunft des Menschen ist eine Kombination aus Evolution und Schöpfung:
- Der Mensch entsteht durch glückliche Umstände aus einer Muschel, was unzweifelhaft eine Schöpfung ist.
- Das besondere dieser Schöpfung liegt darin, dass sie mitten im Evolutionsprozess stattfindet. Der Mensch wird aus bestehenden Lebewesen "erschaffen", aus organischen Substanzen und aus lebendigen Zellen.
Botticelli zeigt die Entstehung des Menschen am Beispiel einer Frau. Er stellt die Frau in Bezug auf ihr Körperhaltung und ihr Aussehen (Gesicht, Haare, etc.) in geschlechtstypischer, edler, ästhetischer Weise dar.
Schlussbemerkung zu den beiden Bildern
Beide Werke erklären uns Menschen unsere Entstehung in einer schönen, ästhetischen Weise. Sie stellen uns als göttliche Wesen dar. Die späteren Lehren über die Evolution waren damals, im 16. Jahrhundert, mitten in der Renaissance, noch völlig unbekannt. Die jenseitige, geistige Welt war so gegenwärtig und selbstverständlich wie die diesseitige Welt.
Die heutigen Lehren über die Evolution enthalten zwar sehr viel Richtiges. Sie übersehen das geistige Element, das Wirken des Empfindungsvermögens. Dieser Irrtum führte zur Entstehung einer materialistischen Weltanschauung. Die bekanntesten Schlagworte sind "Kampf ums Dasein" und "Kraft und Stoff". Diese Schlagworte und diese Weltanschauung haben die Schöpfer von Kunstwerken seither stark beeinflusst, Jahr für Jahr etwas mehr, nicht nur die Maler auch die Bildhauer, die Komponisten von Musikwerken, etc. Daraus erklären sich die seither erfolgten Entwicklungen in der Malerei, der Bildhauerei und in vielen anderen Künsten.
Wenn die Hutersche Welt- und Menschenkenntnis dereinst mehr Anerkennung erhält, wird sich das Kunstverständnis fundamental ändern. Man wird von den Künstlern erwarten, dass ihre Werke die neuen Ansichten über Welt und Mensch reflektieren.
History
Erstveröffentlichung: 1. März 2018, in Teilen bereits seit Ende Februar 2018. Ergänzungen und Änderungen am 20. und am 27. März 2018. Diese Seite wird laufend geprüft und angepasst, letztmals am 26. Dezember 2018, am 7. und 8. November 2020, am 15. November 2020 und am 18. November 2020.
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