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Viele Handwerker und Künstler waren auch nach ihrer Ausbildung und Gesellenwanderung weiterhin unterwegs, vielleicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus, vielleicht um sich weiterzubilden oder andernorts ihr Glück zu suchen. Die Weitläufigkeit solcher Wanderungen innerhalb Europas ist bekannt. In einem vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Forschungsprojekt über den Speyrer Glaser und Hinterglasmaler Ulrich Daniel Metzger (1671 – nach 1738) werden verschiedene Aspekte und Probleme der Karriere eines wandernden Künstlers untersucht und erörtert. Sein im Vitromusée Romont erhaltenes Reise- und Rezeptbuch sowie weitere im Forschungsprojekt gewonnene Erkenntnisse zu seinem Leben dokumentieren einerseits seine Reise und seine berufliche Erfahrung und belegen, wie die vorherrschenden sozioökonomischen, politischen und religiösen Entwicklungen sein Leben mitbestimmten.
An der Tagung wollen wir den Handlungsspielraum jener künstlerisch tätigen Handwerker, die oftmals im Schatten der grossen Künstlerpersönlichkeiten standen, in den Mittelpunkt der Diskussion stellen und folgende Fragen diskutieren: Lassen sich wirtschaftliche, soziale und konfessionelle Besonderheiten innerhalb dieser Personengruppe definieren? Wie wirkte sich die Konfession auf die Zielorte der Wanderung aus? Unter welchen Umständen konnten sich Künstler in konfessionsfremden Orten behaupten und wie wirkte sich das auf ihr Schaffen aus? Wie situierten sich wandernde Künstler zwischen Zunft, Hof und Akademie? Welche Möglichkeiten und Chancen boten sich nicht sesshaften Künstlern im 17. und 18. Jahrhundert und wo waren ihnen Grenzen gesetzt? Wie sahen die Lebens-, Arbeits- und Marktbedingungen aus? War Weiterbildung möglich und in welchem Rahmen? Inwieweit können wir das Wissen, die Fähigkeiten und das Selbstverständnis dieser Künstler anhand der von ihnen hinterlassenen Werke beurteilen? Welche anderen Informationsquellen und Zeugnisse können uns helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden?
Einreichung des Abstracts
Bitte senden Sie Ihren Abstract bis zum 16. Januar 2022 an: <email-pii>. Der Text sollte den Titel des Beitrags sowie Name und Anschrift der Autorin / des Autors enthalten und nicht mehr als 2.500 Zeichen (inkl. Leerzeichen) umfassen. Bitte fügen Sie einen Lebenslauf bei (max. 800 Zeichen). Die Konferenzsprachen sind Englisch, Französisch und Deutsch. Abstracts können in jeder der drei Sprachen eingereicht werden.