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Unter dem Begriff «Alternative Trading Systems» oder «alternative Handelssysteme», kurz ATS, werden in der Finanzwirtschaft Handelssysteme zusammengefasst, die neben der regulierten Börse existieren. Transaktionen werden zwar börsenähnlich durchgeführt. Der Handel wird allerdings überwiegend in computergestützter Form übers Internet vollzogen.
Zu den alternativen Handelssystemen werden auch Dark Pools gezählt. Sie sind in der Regel multilateral, bringen also verschiedene Parteien auf Angebots- und Nachfrageseite zusammen.
Alternative Trading Systems gewinnen immer mehr an Bedeutung und stehen heute in unmittelbarer Konkurrenz zum konventionellen Wertpapierhandel. Für teilnehmende Anleger ergeben sich mehrere Vorteile im Vergleich zum regulierten, meist statischen Aktienmarkt. Die Investoren partizipieren direkt an innovativen Anlagemöglichkeiten, der Wertpapierhandel erfolgt ortsunabhängig. Der Handel in Echtzeit bietet blitzschnelle und direkte Reaktionsmöglichkeiten ohne einen Zwischenhändler, weshalb auch die Transaktionskosten deutlich niedriger sind.
Erste Tendenzen, börsenunabhängige Handelsplattformen zu etablieren, fanden sich bereits in den 1970er-Jahren in den USA. Vorreiter auf dem amerikanischen Markt war die BATS Exchange Inc, die 2005 mit Unternehmenssitz in Kansas City gegründet wurde. Der Name des Unternehmens steht als Kurzform für Better Alternative Trading System.
In Europa begann die Chi-X Europe Limited mit Sitz in London im Jahr 2007 den börsenunabhängigen Handel. Anfang 2011 machte die BATS Exchange Inc die Übernahme von Chi-X bekannt. Die gemeinsame Unternehmung läuft seither unter dem Namen BATS Chi-X Europe.
Die Chi-X Global gehört zu einem Tochterunternehmen der Instinet, die wiederum eine Tochtergesellschaft der japanischen Nomura Holdings, einer japanischen Bankengruppe, ist.
Mittlerweile besitzen mehrere Banken und Händler wie die Bank of America, GETCO, Goldman Sachs und UBS Anteile an der Chi-X Global.
Die Turquoise Services Limited ist eine weitere grosse alternative Handelsplattform. Sie wurde 2008 gegründet und hat ihren Sitz in London. Turquoise wurde von mehreren Investmentbanken (darunter Citigroup, Credit Suisse und die Deutsche Bank) aufgebaut. Seit Ende 2009 gehört das Handelssystem Turquoise zur London Stock Exchange Group.