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Als Rowshonaras Eltern die 14-Jährige verheirateten, nahm ihre Ausbildung ein abruptes Ende. Das Mädchen zog zur Familie ihres 20-jährigen Mannes. Mit 40 Jahren verstarb Rowshonaras Mann. Seither muss die dreifache Mutter das Leben allein meistern. Das ist eine schwierige Aufgabe für eine Frau in Bangladesch.
Heute ist die 55-Jährige wieder glücklich, dank ihrer neuen Aufgabe als freiwillige Familienbegleiterin: «Vor vier Jahren wurde in unserem Dorf eine Frauengruppe gegründet. Bei den Treffen legen wir je 10 Taka (12 Rappen) in die Gemeinschaftskasse. Vom gesparten Geld können wir ein Darlehen für den Start einer Arbeit beantragen oder wichtige Anschaffungen tätigen. Zudem erhalten wir Schulungen in Themen wie Hygiene, Schwangerschaft und Gesundheit von Kindern und teilen natürlich unsere Erfahrungen.»
Sofort fällt den Mitarbeitenden von «Sathi» Rowshonaras Talent auf. Deshalb ermutigen sie die Witwe, eine Ausbildung zur Familienbegleiterin zu absolvieren. Nach einigem Zögern stimmt sie zu. «Ich möchte dafür sorgen, dass anderen Familien erspart bleibt, ein Kind zu verlieren. Zurzeit betreue ich 31 Familien. Als Fachfrau berate ich werdende Mütter und Angehörige.» In den Kursen lernt Rowshonara nicht nur Gesundheitsthemen, sondern auch die Weitergabe des Wissens. Das tut sie z. B. mit dem Einsatz von Zeichnungen und Theater.