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MIT WERKEN VON Fanny hensel-mendelsson, claude arrieu, cecile chaminade, louis farrenc
Laurent Gendre, Leitung
Ana Oltean, Querflöte
Noch nicht oft hat das Thuner Stadtorchester Werke von Komponistinnen aufgeführt. Zur Saisoneröffnung gibt es davon nun gleich ein ganzes Programm, angefangen mit der Ouverture in C-Dur von Fanny Hensel-Mendelssohn (1805–1847). Sie war zwar die engste Vertraute ihres jüngeren Bruders Felix; aber ihre grossbürgerliche Familie und auch Felix liessen es nicht zu, dass sie als Musikerin in der Öffentlichkeit auftrat und ihre Kompositionen publizierte. Erst in neuerer Zeit interessierte man sich wieder für dieses unterdrückte Talent – die Ouverture zu Beginn unseres Programms wurde erst 1986 uraufgeführt!
Die Pariserin Louise Farrenc (1804–1875) hatte es da leichter. Sie war zu ihren Lebzeiten eine angesehene Komponistin und Professorin für Klavier am Pariser Konservatorium. Dort kämpfte sie lange, aber schliesslich erfolgreich dafür, gleich wie ihre männlichen Kollegen entlöhnt zu werden. Kommt uns das bekannt vor? Nach ihrem Tode geriet sie in Vergessenheit, bis vor gut 20 Jahren ihre Werke neu herausgebracht und ihre Sinfonien auf CD eingespielt wurden. Die dritte gilt als die Meisterhafteste unter ihnen.
Auch die zwei Generationen jüngere Cécile Chaminade (1857–1944) war eine Pariserin. Wie diejenigen Louise Farrencs wurden auch ihre Werke nach ihrem Tod kaum mehr gespielt und erfuhren erst in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance. Ihr Concertino für Flöte allerdings war nie ganz aus den Konzertprogrammen verschwunden.
Claude Arrieu (1903–1990) ist die dritte Pariserin in unserem Programm. Ihre Kompositionen werden dem Neoklassizismus, der in den 1920er Jahren entstand, zugeordnet.
Fanny Hensel-Mendelssohn
Ouverture in C-Dur
Claude Arrieu
Konzert in G für Flöte und Orchester
Cécile Chaminade
Concertino für Flöte und Orchester
D-Dur, op. 107
Louise Farrenc
Sinfonie Nr. 3 g-moll, op. 36
Die Flötistin Ana Oltean wurde 1977 in Rumänien geboren und studierte ab 1999 an der Hochschule für Musik und Theater in Bern. 2002 bestand sie dort ihr Solistendiplom, und zwar mit Auszeichnung als beste Absolventin des Jahres. An der Hochschule für Musik im deutschen Trossingen erwarb sie sich anschliessend den Master in Musikvermittlung.
Aus mehreren nationalen Wettbewerben ging sie als Preisträgerin hervor und erhielt auch diverse Stipendien und Förderpreise. Im siebenbürgischen Bistrita leitet sie Sommerkurse für Bläser. In ihrem Heimatland hat sie zudem einen Verein zur Förderung von Musik und Kultur gegründet.
2010 erschien ihre erste CD «Ladies First» mit Kammermusikwerken von Komponistinnen. Damit ist sie wahrlich prädestiniert, als Solistin dieses spezielle Konzert zu bestreiten.