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Seit dem Jahr 2016 hat Caritas Schweiz profunde Erfahrung bei der Ausrichtung von Bildungsprojekten für syrische Flüchtlinge im Libanon gesammelt. Ziel dieser Projektarbeit ist es, die Qualität der Schulbildung zu stärken und den Verbleib von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Schulwesen durch Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe zu sichern. Weiterhin verfügt die Caritas Schweiz seit 2014 über eine erfolgreiche Kooperation im Nothilfebereich mit dem Jesuit Refugee Service (JRS), der in Syrien 9 Zentren betreibt.
Caritas und JRS haben vom Europäischen Amt für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe (ECHO) nun Unterstützung für das Projekt EQUALS erhalten, um die Bildung und den Schutz von 2'600 syrischen Kindern und Jugendlichen zu stärken. Das Projekt schafft Schülerinnen und Schülern zentrierte Lernmöglichkeiten in den drei JRS-Sozialzentren Jaramana (Damaskus), Al-Sakhour (Aleppo) und Kafroun (Tartus). Der pädagogische Ansatz ist dabei stark an die Bedürfnisse der geflüchteten oder lokalen vulnerablen Kinder angepasst und ergänzt den reinen Bildungsauftrag um Massnahmen der psychosozialen Betreuung, Vermittlung von Sozialleistungen, Transportkostenübernahme und Verpflegung.
Weiterhin stärkt EQUALS die Kapazität von Lehrpersonal und Zentrumsmitarbeitenden im Hinblick auf den Krisenkontext. Hierbei wendet die Caritas den eigens entwickelten pädagogischen Ansatz Essence of Learning an, der bereits in anderen Krisenkontexten in Kosovo, Tschetschenien, Bangladesch und in den Palästinensischen Gebieten erfolgreich eingesetzt wurde. Dabei werden Lehrpersonen in die Lage versetzt, die kognitiven Fähigkeiten der Kinder zu reaktivieren und die Rückkehr zu einem individuellen Lernpfad und den späteren Eintritt in das öffentliche Schulwesen zu ebnen.
Die Sozialzentren von JRS bieten einen sicheren Rahmen für die Kurse, die in der Regel sechs Monate mit 4 Unterrichtseinheiten pro Woche à 3-4 Stunden dauern und thematisch eine Hausaufgabenunterstützung bei der Vermittlung von Grundwissen in Mathematik, Lesen und Elementen der Essence of Learning umfassen. Die Kinder erhalten während der Teilnahme am Kurs pro Tag ein warmes Mittagessen, welche in den Küchen der Zentren hergestellt werden und eine vielseitige Ernährung sicherstellen. Für Kinder, die nicht selbständig zu den Sozialzentren gelangen können, wird ein Transport vom und zum Unterricht ermöglicht.
Zusätzlich zur direkten Förderung von Kindern werden 150 Lehrerinnen und Lehrer fortgebildet, um die pädagogischen Anforderungen für den Unterricht mit psychisch stark belasteten Kindern zu bewältigen. Das Erkennen von Symptomen wie Angstzustände, Abwendung und Selbst-Isolation, Bettnässen und Aggressionen wird vermittelt und angemessene Reaktionsmöglichkeiten trainiert.
Institutionell wird JRS gestärkt, um einen Beitrag für die Rückkehr der Kinder in das formale Schulsystem zu leisten. Hierfür wird das Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Verwaltungsprozesse und des Datenmanagement-Systems von JRS leisten.
Im Fall einer Verschärfung der Sicherheitslage und neu entstehender Flüchtlingsströme könnte das Projekt auf andere Landesteile ausgedehnt werden.