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Sobald die Blätter fallen, wissen wir, dass der Herbst da ist. Doch wieso werden die Bäume in der kalten Jahreszeit kahl? Es liegt nicht etwa daran, dass die Blätter alt werden und darum absterben. Viel eher beschliesst der Baum selber, die Blätter loszuwerden, um in der kalten Jahreszeit zu überleben.
Im Sommer lebensnotwendig …
Grüne Blätter produzieren mit Hilfe von Sonnenlicht Nährstoffe für den Baum und sichern so sein Überleben. Dieser Vorgang nennt sich Photosynthese. Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und die Sonne seltener scheint, können die Blätter weniger Nährstoffe bereitstellen. Sie nützen dem Baum also nicht mehr so viel. Zudem hat der Baum während der warmen Jahreszeit bereits Nährstoff-Reserven angelegt.
… im Winter ein Risiko
Blätter sind aber nicht nur nützlich für den Baum, sondern auch ein bisschen gefährlich: Über die Blätter verdunsten täglich mehrere Hundert Liter Wasser! Wenn es im Sommer warm und feucht ist, hat der Baum damit keine Probleme. Doch die geringe Luftfeuchtigkeit und der Frost im Winter führen dazu, dass der Baum weniger Wasser zur Verfügung hat. Um nicht auszutrocknen, bildet er ein Trenngewebe zwischen Stamm und Blattstiel aus. So schneidet er die Wasserversorgung der Blätter ab, die dadurch austrocknen und abfallen.
Ob ein Baum seine Blätter am Leben hält oder nicht, ist also eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung. Solange es warm ist und die Sonne oft scheint, produzieren die Blätter lebenswichtige Nährstoffe für den Baum. Da er in den Sommermonaten genügend Wasser aufnehmen kann, stellt er den Blättern gerne einen Teil davon zur Verfügung. Sobald das Wasser aber knapp wird und er durch die Versorgung der Blätter sein eigenes Leben gefährdet, übersteigen die Kosten den Nutzen bei Weitem. Die Blätter müssen fallen, damit der Baum überlebt.