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Zucht Einst und Jetzt
Die Gründung des Klubs vor 100 Jahren für den damals noch benannten Dürrbächler war die Grundsteinlegung der Zucht. Doch aufgrund welcher Kriterien wurde die Zuchtselektion vorgenommen? Es waren noch keine Stammbäume vorhanden und die Vorfahren waren nur schwer nachvollziehbar oder gar nicht bekannt. Es musste aufgrund von Phänotypen (Erscheinungsbild) Verbindungen „geprobt“ werden. Wie die Vererbung sein wird, konnte noch gar nicht erahnt werden und daher wurden sehr wenige Hunde für die Weiterzucht nachgenommen. Es musste jeweils sicher ein Jahr abgewartet werden, um einigermassen eine Entscheidung für die Weiterzucht treffen zu können. Daher war sehr lange die Nachfrage nach Berner Sennenhunden viel grösser als das Angebot. Schon damals wurden sehr viele Daten gesammelt, jedoch erst was das Exterieur und das Wesen anbelangte. Lange wurden auch noch Dürrbächler, welche ein gutes Erscheinungsbild darstellten, auch ohne Stammbaum eingekreuzt, um den eigentlichen Typ des Hundes zu verbessern.
Mein Grossvater hatte schon vor dem 2. Weltkrieg Berner Sennenhunde gezüchtet. Er erzählte mir, dass durch die Gewinnung an Beliebtheit der Rasse die Ansprüche an den Hund immer grösser wurden. Da die Zuchtbasis jedoch sehr klein war, überlegten sich die Zuchtverantwortlichen neue Lösungen. Man kam zum Schluss, dass der Berner Sennenhund im Wesen gestärkt und in der Knochenstruktur kräftiger werden muss. Aufgrund der seinerzeitigen Ausgangslage der Zuchtbasis entschieden sie sich, bewusst für die Stärkung des Wesens den Schweizer Sennenhund und für die Kräftigung der Knochenstruktur den Neufundländer einzukreuzen. Man hat sich von dieser Vorgehensweise sehr viel versprochen, sie konnte aber nicht über längere Zeit hinweg verfolgt werden, weil der 2. Weltkrieg angefangen hatte. Während der Kriegszeit wurde das ganze Zuchtgeschehen sozusagen stillgelegt, weil damals nur noch mit den sogenannten Märkli die Essenswaren bezogen werden konnten. Und da war kein Platz mehr für Hundefutter drin.
Doch schon kurz nach Beendigung des Krieges flammte in diversen Funktionären wieder die Leidenschaft der Zucht des Berner Sennenhundes auf. Langsam aber sicher wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Reglemente und Standardvorstellungen wurden überlegt und ausgearbeitet. Mit zuchthygienischen Massnahmen wurde bewusst noch lange zugewartet, bis sich die Zuchtbasis verbreiterte.
Ende der 50er- und anfangs der 60er Jahre wurden die ersten Massnahmen gegen Mängel wie Gebissfehler, schlechter Bewegungsablauf und Aggressionen ein-geführt. Da es sich aber um eine grosse Bandbreite handelte, wurden das Wesen und das Exterieur aufgeteilt, um bewusst den Berner zu züchten, der heute im Standard beschrieben wird.
Nach und nach wurde immer mehr Zuchtmusterung vorgenommen wie das HD Röntgen, Wurfgrössenbestimmung, ED-Röntgen, Paarungsvorschriften, usw. Es freut einen daher umso mehr, dass der Berner Sennenhund seit Anfang der Jahrtausendtwende nicht mehr zu den fünf gefährdetsten Rassen gehört, die Probleme mit HD- und ED zu verzeichnen haben.
Anfangs der 90er-Jahre wurde durch Intervention des Tierschutzes die Wurfgrössenbestimmung von höchstens sechs Welpe aufgehoben, sodass jeder geborene Welpe grossgezogen werden und somit auch keine Zuchtauswahl vom Klub her mehr vorgenommen werden darf. In der heutigen Zeit verzeichnen wir im Klub wohl weniger Würfe, jedoch eine fast gleiche Welpenanzahl wie früher.
So wie diese zuchthygienischen Massnahmen sehr viele Vorteile für unsere Rasse gebracht haben, so kam es auch zu Abweichungen in der Zucht. Mit der Einführung der immer strengeren Paarungsvorschriften wurde der Hund im Erscheinungsbild nicht mehr als Ganzes betrachtet, sondern er wurde nur noch auf wenige Details wie Zuchtwerte, HD/ED, usw. beschränkt. Ohne jegliche Absicht übersah man dadurch andere Schwellenmerkmale, welche dazu führten, dass parallel dazu die Gesamterscheinung in Bezug auf Typ, Knochenbau und -stärke, was nach dem 2. Weltkrieg lange und mühsam heran gezüchtet wurde, zum Teil verloren ging.
Durch diese Entwicklung sind nun die Exterieur-Richter in ihrer Verantwortung stark gefordert, einheitlich und wegweisend an Ausstellungen und Zuchttauglichkeitsprüfungen zu bewerten. Wie schon lange bekannt ist, zeugt ein korrekter anatomischer Aufbau des Hundes von Gesundheit und Wohlbefinden, was einen von einem Hund zu erwartenden raumgreifenden Bewegungsablauf zur Folge hat. Man muss wieder deutlicher auf Substanz, Knochenstärke und korrekte Gebäudelinien eingehen, um so dem vorgegebenen Stand gerecht zu werden.
Da lange bei Rüden keine Deckzahlbeschränkung bestand und somit einzelne Rüden sehr viel, wenn nicht zuviel, eingesetzt wurden, schmälerte sich auch genetische Vielfalt innerhalb der Rasse. Mit der Deckzahlbeschränkung wollte man damit Einhalt gebieten, was aber auch nur zum Teilerfolg führte.
Wie bei anderen Hunderassen stehen auch wir vor rassetypischen Krankheitsmerkmalen wie Maligne Histiozytose, usw., welche durch die Einschränkung der genetischen Vielfalt nur gefördert wurden. Doch dieser Aufgabe stellt sich der Klub vorbildlich, indem er daran ist, in Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus zu versuchen, diesen Problemen Herr zu werden oder wenigstens zu lernen, damit umzugehen und sie einzudämmen. Dazu gehört, dass so viele Daten wie möglich gesammelt werden, um einigermassen aussagekräftige Auswertungen vornehmen zu können. Zuchtangaben alleine reichen nicht aus, wenn sie unter 30 % ausmachen. Die Daten sind zuwenig aussagekräftig, sodass eine Paarungsauswahl ähnlich einem Zufallsprinzip gleichgestellt werden kann.
Also fragen wir uns doch wirklich, ob wir mit der Zucht heute weiter sind als einst? Ich glaube eher, dass wir um ein Vieles mehr wissen, aber zugleich mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden, welche früher gar nicht vorhanden waren. Es stehen uns auch in Zukunft sehr viele wichtige Aufgaben bevor, um die Zucht wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Gesundheit und der Typ müssen als Einheit betrachtet werden können, um nicht wieder Gefahr zu laufen, dem Tunnelblick zu verfallen, indem das Eine zu einseitig gefördert wird, während das Andere verloren geht. Wir drehen uns so nur im Kreis und verlieren darüber hinaus den Weitblick, den es für unseren weiteren Weg braucht.
Ich bin aber davon überzeugt, dass wir alle auch in Zukunft durch unsere Verbundenheit zu dieser aussergewöhnlichen Hunderasse alles tun werden, um einen gesunden, kräftigen und wesensstarken Berner Sennenhund als Begleiter halten zu dürfen.
Regula Bürgi, Exterieurrichterin KBS
Zuchtkriterien
Strenge Zuchtkriterien für einen rassetypischen, wesensstarken, gesunden Berner Sennenhund
„Rasserein ohne Stammbaum“ gibt es nicht.
Nicht jeder Hund, der wie ein Berner Sennenhund aussieht, wird als solcher anerkannt. Ein rassereiner Berner Sennenhund hat immer einen SKG/FCI-anerkannten Stammbaum, der die Abstammung und die Reinrassigkeit garantiert. Der Begriff „rasserein“ ist keine genetische, sondern eine züchterische Definition. Danach werden nur Nachkommen von gekörten Elterntieren aus kontrollierten Zuchten als „rasserein“ anerkannt.
Mit einer Abstammungsurkunde, die durch die SKG ausgestellt wurde, haben Sie die Gewähr, dass der Züchter nur mit Hunden züchtet, die strenge Selektionskriterien in Bezug auf Gesundheit, Wesen und äussere Erscheinung erfüllt haben.
• An die Zuchtstätten werden Mindestanforderungen an Haltungsbedingungen und tierschützerischen Aspekten gestellt. Für die Aufzucht der Welpen gibt es klare Richtlinien. Dafür werden ausgebildete Wurf- und Zuchtberater eingesetzt, die die Zuchtanlagen und die Würfe kontrollieren und protokollieren und dem Züchter beratend zur Seite stehen.
• Die Zuchttiere müssen auf HD und ED geröntgt werden. Die Röntgenbilder werden von Fachleuten an den Tierspitälern (tiermedizinische Fakultät der Universität) Bern und Zürich ausgewertet.
• Damit ein Hund zur Zucht zugelassen wird, darf er nur bestimmte Grade aufweisen. HD A,B,C und ED 0 / 1. Diese Abweichungen sind so gering, dass sie keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen bergen.
• Ein Berner Sennenhund soll wie ein Vertreter seiner Rasse aussehen und das Wesen aufweisen, welches man von seiner Rasse erwartet. Um dies zu erreichen wird die Zulassung zur Zucht nur Tieren gegeben, die diese Anforderungen erfüllen. Damit ein Hund angekört wird, muss er sich einer Wesens- und Exterieur Beurteilung unterziehen. Nur wenn der Hund diese Prüfung mit Erfolg besteht, darf er zur Zucht eingesetzt werden.
• Vor der ersten Belegung bzw. vor dem ersten Decken müssen die Gen-Tests für DM und HS vorliegen.
• Mit Hündinnen darf pro Kalenderjahr höchstens ein Wurf gezüchtet werden.
• Die ersten Lebenswochen sind grundlegend für das spätere Verhalten des Hundes. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Unsere Züchter sind sich der Wichtigkeit der Prägung und Sozialisierung bewusst und handeln danach.
• Unsere Welpen dürfen erst nach vollendeter 9. Lebenswoche abgegeben werden. Bis dahin werden sie regelmässig entwurmt und sind mit einem Mikrochip versehen. Der neue Eigentümer erhält neben der Abstammungsurkunde das Impfzeugnis sowie eine Fütterungs-, Impf- und Entwurmungsanleitung. Der Züchter gibt Anleitungen, wie die neuen Besitzer den Hund pflegen müssen. Bei Problemen und Fragen ist er ein zuverlässiger Ansprechpartner.
• Im KBS sind Inzuchtpaarungen nur bis zu einem gewissen Grad erlaubt. • Unsere Zuchthunde leben eng mit der Familie zusammen, werden regelmässig ausgeführt und besuchen Hundekurse. Züchten ist für unsere Züchter ein Hobby, dass sie mit viel Liebe, Leidenschaft, aber auch mit viel Sachverstand und Wissen betreiben.
Nur eine von der SKG/FCI anerkannte Abstammungsurkunde garantiert den Hundekäufern, dass der Züchter mit Hunden züchtet, die die strengen Selektionskriterien in Bezug auf Gesundheit, Wesen und äussere Erscheinung erfüllt haben.
Vorsicht vor Falschaussagen
Immer wieder werden Welpen angeboten, von denen behauptet wird, sie hätten zwar Abstammungspapiere, aber es handle sich eben um einen überzähligen Welpen, oder Abstammungspapier könnten gegen einen Preisaufschlag abgegeben werden. Solche Aussagen sind schlichtwegs falsch. Jeder Berner Sennenhundewelpe, der aus einer SKG-anerkannten und kontrollierten Zuchtstätte stammt und dessen Eltern angekört sind, wird ins Hauptstammbuch der SKG eingetragen und erhält automatisch Abstammungspapiere, egal wie gross der Wurf ist und auch, wenn der Welpe zuchtausschliessende Fehler hat.
Sämtliche Berner Sennenhunde werden nach dem FCI-Standard Nr. 45 gezüchtet. Es gibt keinen kleinen bzw. grossen Schlag, es gibt auch keine Sportlinie und auch keine kurzhaarigen Berner Sennenhunde. All diese Schlagworte werden lediglich von Schwarzzüchtern gebraucht, wenn ein Berner Sennenhund nicht dem Standard entspricht bzw. nicht ganz rasserein ist.
Anerkannte Abstammungspapiere sind keine Prestigesache, sondern Zeugnis für eine seriöse Zucht. Dafür setzt sich der Schweizerische Klub für Berner Sennenhunde ein. Kaufen Sie deshalb einen Berner Sennenhund nur aus einer SKG bzw. FCI anerkannten Zucht, wenn Sie einen rassereinen Hund wollen, der optimal aufgezogen und geprägt ist.
Die goldene Bäripfote
Vor einigen Jahren schlug bereits unsere Präsidentin Martha Cehrs im Gesundheitsfonds vor, dass wir ein «Label» für Züchter, welche sich vermehrt für die Gesundheit einsetzen wollen, einführen. Nur war damals bei einigen Mitgliedern des Fonds die Angst vor einem Zweiklassensystem bei den Züchtern gross. Die Idee wurde später wieder aufgenommen, aber nicht weiterverfolgt.
In letzter Zeit wurde der Druck nach mehr Engagement für die Gesundheit für unsere Hunde immer grösser. Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Hundebesitzer, Züchter und Deckrüdenhalter wollen vermehrt etwas für die Gesundheit tun. Die Zuchtkommission war also gefordert, etwas zu unternehmen.
In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Reglementsänderungen nicht immer einfach durchführbar sind. Aus diesem Grund hat sich die Zuchtkommission entschieden, eine Auszeichnung einzuführen, welche jedermann freiwillig beantragen kann.
Über die nötigen Voraussetzungen (siehe Reglement) haben wir uns folgende Gedanken gemacht:
Eine jährliche Mitarbeit an einer KBS-Veranstaltung bringt die Züchter und Deckrüden in Kontakt mit dem Klub und anderen Mitgliedern. Sie werden sicher das Klubleben mit seinen speziellen Abläufen besser verstehen und auch ein anderes Bild erhalten. Gleichzeitig helfen sie mit ihrem Einsatz, dass einige Funktionäre entlastet werden.
In den letzten Jahren wurden in der Kynologie viele neue Erkenntnisse gewonnen, zum Wohl unserer Hunde. Engagierte Hundehalter besuchen bereits heute Weiterbildungskurse.
Die Mitarbeit bei Projekten des Gesundheitsfonds gehört natürlich auch dazu. Viele Mitglieder haben ja bereits beim Nierenprojekt mit ihren Hunden mitgemacht und sehr positive Erfahrungen gesammelt.
Die Deckrüdenbesitzer sind verpflichtet, ihren Rüden einmal pro Jahr auszustellen. Sie werden sich sicher fragen, was hat Ausstellung mit Gesundheit zu tun. Da geht es uns in erster Linie darum, dass angekörte Rüden dem interessierten Publikum vorgeführt werden und so eher zur Zucht eingesetzt werden, was sich vielleicht wieder positiv für unsere Population auswirkt. Unsere Hunde werden oft angekört, wenn sie noch in einer starken Entwicklungsphase stehen. Werden sie dann nicht mehr ausgestellt, gehen sie unter, ja man vergisst sie einfach.
Wenn man die Todesdaten bei der Sammelstelle ab dem Jahr 2000 beachtet, stellt man fest, dass bei einigen Zuchtstätten kein einziger Hund als tot gemeldet ist. Vielleicht leben sie ja alle noch, was sehr erfreulich wäre! Nur sieht die Realität natürlich viel weniger rosig aus. Bedenkt man noch, dass der Durchschnittswert unserer Rasse 7 Jahre und 8 Monate sein soll, erhalten wir durch die Sammlung von vielen Daten einen zuverlässigen Wert.
Wie soll man eine Standortbestimmung durchführen, wenn keine Daten vorhanden sind? Alle wissen, dass die relativ kurze Lebenserwartung eines unserer grössten Probleme darstellt. Deshalb gibt es hier nur etwas: melden und nochmals melden. Eine genaue Ursache des Todes ist enorm wichtig, denn mit Krebs allein, wissen wir nicht, ob es sich jetzt um MH (Maligne Hystiozytose) handelt oder um andere Krankheiten.
Züchter und Deckrüdenhalter sind ja bereits seit einiger Zeit verpflichtet, ihre Hunde zu melden. Ab dem Stichjahr 2000 müssen 60% der gezüchteten Hunde gemeldet werden. Seit der Einführung der Lebendmeldekarte sind bereits einige Hunde gemeldet worden. Die Karte kann auch via E-Mail an die Hundebesitzer verschickt und an die Zuchtbuchstelle gemeldet werden.
Was muss ich machen, damit ich zur «Goldenen Bäri Pfote» komme?
Sie beantragen die Auszeichnung bei der/dem Zuständigen für Zuchtstättenkontrollen der Zuchtkommission (Adresse siehe Homepage KBS).
Gleichzeitig legen Sie eine Kopie der Bestätigung bei, dass Sie an einem Weiterbildungskurs teilgenommen haben.
Ebenfalls müssen 60% der gezüchteten Hunde lebend oder mit Todesdatum und wenn möglich mit Todesursache gemeldet sein. Ob und welche Hunde gemeldet sind, wird durch das Zuchtbuchsekretariat kontrolliert. Die Resultate der in der Schweiz radiographierten Hunde gehen beim Präsidium der Zuchtkommission ein. Sie werden dort verwaltet. Wird ein von Ihnen gezüchteter Hund im Ausland ausgewertet, schicken Sie das Resultat einfach ein.
Die Zuchtstätten mit der Auszeichnung «Goldene Bäri Pfote» werden auf der Welpenliste des KBS vermerkt. Den zukünftigen Welpenkäufern steht eine genaue Beschreibung über die Auszeichnung zur Verfügung.
Eine Liste der ausgezeichneten Zuchtstätten und Deckrüdenhalter wird jährlich publiziert (Blässi-Post + Homepage KBS).
Sie dürfen in Inseraten, Werbetexten und auf Homepages die Bezeichnung verwenden: Zuchtstätte mit KBS-Auszeichnung «Goldene Bäri Pfote».
Sie kriegen auch eine Plakette
«Goldene Bäri Pfote».
Haben Sie noch Fragen, dann melden Sie sich.
Wir hoffen, dass viele engagierte Züchter und Deckrüdenhalter den ersten Schritt wagen und die «Goldene Bäri Pfote» beantragen. Der Berner Sennenhund wird es Ihnen danken.
Andrea Maret, Präsidentin
Zielsetzung
Die Auszeichnung «Goldene Bäri Pfote» zeichnet KBS-Züchter oder KBS-Deckrüdenhalter aus, die grosses Interesse an der Gesundheit des Berner Sennenhundes haben. Sie unterstützen aktiv die Interessen des Klubs und die Projekte des Gesundheitsfonds bei der Bekämpfung von Krankheiten.
1 Voraussetzung für die Bewerbung
1.1. Der Züchter/Deckrüdenhalter verpflichtet sich, die Statuten, Weisungen und Reglemente der SKG und des KBS sowie die Tierschutzverordnung zu befolgen.
1.2 Vor der Erteilung der Auszeichnung muss der Züchter mindestens einen Wurf (im SHSB eingetragen) aufgezogen haben und die Anforderungen unter Punkt 2 erfüllt haben.
1.3 Das Ergebnis der Wurf- und Zuchtstättenkontrolle muss einwandfrei sein (nur Beurteilung „sehr gut“).
1.4 Der Züchter klärt sorgfältig ab, ob der zukünftige Welpenbesitzer eine hunde- und rassengerechte Haltung gewährleisten kann.
1.5 Der Züchter übergibt seinen Welpenkäufern schriftliche Informationen über Fütterung, Haltung, usw. Diese Informationen werden bei der Wurfabnahme dem Kontrolleur vorgelegt.
2 Anforderungen
2.1 Der Züchter/Deckrüdenhalter ist bereit, einmal jährlich an einer KBS-Veranstaltung (Ankörungen, Arbeitsprüfung, Klubschau, Anlässe in den RG’s, usw.) mitzuhelfen.
2.2 Der Züchter/Deckrüdenhalter verpflichtet sich, einmal jährlich einen kynologischen Weiterbildungskurs zu absolvieren.
2.3 Der Züchter/Deckrüdenhalter verpflichtet sich, Projekte des Gesundheitsfonds aktiv zu unterstützen. Der Züchter motiviert seine Welpenkäufer zur Mitarbeit und stellt auf Verlangen dem Klub die Adressen der Welpenkäufer zur Verfügung.
2.4 Der Züchter/Deckrüdenhalter ist bereit, bei seinen Zuchttieren DNA-Analysen durchzuführen zu lassen, um Projekte des KBS und des Gesundheitsfonds zu unterstützen.
2.5 Der Züchter/Deckrüdenhalter verpflichtet sich, dem KBS den Tod und die Todesursache aller eigenen Zuchthunde mit aussagekräftigem Tierarztzeugnis (Biopsie oder Autopsie) mitzuteilen. Ausserdem sind dem KBS mindestens 60% der von ihm gezüchteten Hunde (ab Stichjahr 2000) entweder lebend oder mit Todesdatum (wenn möglich inkl. Todesursache) zu melden.
2.6 Der Deckrüdenhalter verpflichtet sich, seinen Rüden einmal pro Jahr auszustellen. Entscheidet er sich, zusätzlich Züchter zu werden, so gelten die Voraussetzungen der Goldenen Bäripfote als Züchter und müssen die Anforderungen gemäss Punkt 2 erfüllen.
3 Erteilung
3.1 Die Auszeichnung «Goldene Bäri Pfote» wird durch die Zuchtkommission des KBS erteilt.
3.2 In Inseraten, Werbetexten und auf Homepages darf die folgende Bezeichnung verwendet werden: Zuchtstätte mit KBS Auszeichnung «Goldene Bäri Pfote».
3.3 Eine Liste der ausgezeichneten Zuchtstätten und Deckrüdenhalter wird jährlich publiziert (Blässipost + Homepage KBS).
3.4 Die Qualifikation wird auf der Welpenliste vermerkt.
3.5 Der Züchter/Deckrüdenhalter erhält eine Plakette
4 Aberkennung
4.1 Züchter und Deckrüdenhalter, welche die Voraussetzungen und Anforderungen nicht oder nicht mehr erfüllen, verlieren den Anspruch auf die Auszeichnung «Goldene Bäri Pfote».
4.2 Sie werden darüber schriftlich informiert.
5. Schlussbestimmungen
Es besteht kein Rechtsanspruch.
Aus dem Bulletin Hunde 9-2009 / Blässipost
Dogbase
Der KBS arbeitet mit DOGBASE
Dogbase ist ein Werkzeug / Hilfsmittel für alle Züchter/innen. Mehr als 70 Rasseklubs im deutschsprachigen Europa stützen ihre Zuchtplanung auf dieser bewährten Software ab.
Seriöse Zuchtplanung ohne Unterstützung des Computers ist in der heutigen Zeit schlicht undenkbar! Um die Tausenden zur Verfügung stehende Daten auszuwerten ist das menschliche Gehirn nicht in der Lage. Die für den KBS beste und wirtschaftlichste Lösung ist seit Jahren die Zusammenarbeit mit dem deutschen TG Verlag von Dr. Beuing.
Ohne Wissen (Informationen/Daten/Statistiken/etc.) können keine guten Entscheidungen getroffen werden.
Für den Erfolg unserer Bemühungen sind richtige Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt nötig. Dies bedeutet wiederum, dass Informationen, Daten, Statistiken etc. die Basis unserer Entscheide bilden. Auch jeder Züchter fällt auf dieser Basis seine Entscheidungen bei der Auswahl einer Paarung. In der heutigen Zeit sind Computer für das Sammeln, Auswerten, Aufbereiten der Daten und das Bereitstellen der Informationen und Statistiken unverzichtbare Hilfsmittel.
Der KBS verfügt über sehr viele Daten (Gesundheitsdaten, Zuchtdaten, Leistungs- / Ausstellungsdaten, Körberichte etc.). Diese Informationen sind an verschiedenen Orten (meistens bei den zuständigen Funktionären) in den unterschiedlichsten Formaten verteilt und werden zum Teil auch nicht systematisch erfasst und nicht ausgewertet. Deshalb kann nicht ohne weiteres direkt darauf zugegriffen werden. Auswertungen und Statistiken sind, wenn überhaupt, nur mit grossem Aufwand realisierbar. Daraus resultiert ein erheblicher Aufwand bei der Zuchtplanung. Die Entwicklung von Zuchtstrategien ist sehr schwierig und aufwändig (für Züchter und ZuKo), weil verlässliche Daten nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen. Die Möglichkeiten wissenschaftliche Studien zu unterstützen, sind ohne Statistiken sehr eingeschränkt resp. mit sehr hohem personellem und finanziellem Aufwand verbunden.
DOGBASE erfüllt für den KBS die Anforderungen an eine Zuchtdatenbank am besten. Folgende Punkte zur Entscheidung von DOGBASE haben den Zentralvorstand und die Zuchtkommission seinerzeit überzeugt: Züchter und Mitglieder können mit wenig Aufwand selbständig arbeiten und z.B. Wurfplanungen oder Errechnung von Inzuchtkoeffizienten selber vornehmen; Gesundheitsinformationen wie HD/ED Werte und Alters- und Lebensinformationen, oder Zuchtdaten wie z.B. Informationen über Nachkommen eines Zuchthundes, Ausstellungsinformationen, etc. mit Zugriff auf die Datenbank selber in kürzester Zeit erhalten.
Züchter und Mitglieder können mit wenig Aufwand selbständig arbeiten und z.B. Wurfplanungen oder Errechnung von Inzuchtkoeffizienten selber tätigen; Gesundheitsinformationen wie HD/ED Werte und Alters- und Lebensinformationen, oder Zuchtdaten wie z.B. Informationen über Nachkommen eines Zuchthundes, Ausstellungsinformationen, etc. mit Zugriff auf die Datenbank selber in kürzester Zeit erhalten.
Der KBS kann sich jederzeit auf spezifische Statistiken zur Zucht- und Gesundheitsplanung der Rasse abstützen. So wurde die Leitung des KBS an der DV 2007 aufgefordert festzustellen, ob der gegenwärtige Stand der Inzucht in der Schweizer BSH-Population für die Gesundheit der Rasse gefährlich sei. Mit DOGBASE war es dem KBS mit wenig Aufwand möglich, eine Standortbestimmung zu machen und sich dann von Spezialisten beraten zu lassen, ob die Notwendigkeit besteht, zusätzliche zuchthygienische Massnahmen zu ergreifen.
Die Kosten, um DOGBASE im KBS einzuführen, waren weit geringer als die Entwicklung eines KBS eigenen Programms mit ähnlicher Funktionalität und dessen Wartung in Zukunft.
Die Datenbank und daraus resultierende Informationen werden von einem Spezialunternehmen, welches das Vertrauen vieler anderer Rasseklubs geniesst, auf rein geschäftlicher und vertraglicher Basis gehandhabt. Auch sind die Daten in dieser Datenbank laut Vertrag im Besitz des KBS. Die Leistungen, Rechte und Pflichten aller Beteiligten sind vertraglich vereinbart.
Die neuen Daten werden regelmässig an den TG Verlag gemeldet und aktualisiert. Die Zuchtwerte werden zweimal pro Jahr veröffentlicht. Es bestehen für Mitglieder des KBS folgende Möglichkeiten das Dogbase KBS zu erhalten:
Jährliches Abonnement (jeweils unaufgefordert 1 CD pro Jahr): 41,90 €
Halbjährliches Abonnement: 63,34 € (31,67 € pro CD / Laufzeit mind. 1 Jahr)
Hinter dem TG-Verlag stehen ausgewiesene Experten aus den Bereichen Genetik und Zucht, welche die Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit über 70 Rasseclubs mitbringen. Von diesen weitreichenden Erfahrungen kann der KBS profitieren. Der KBS hat mit dem breiten Knowhow des TG-Verlages weit mehr als nur ein reinen Daten Verarbeiter zur Seite; sondern eine Fachstelle, die uns bei der Arbeit zur Seite steht und uns mit Expertenwissen unterstützt.
Auch sind wir in der Lage Studien, Untersuchen etc. der Universitäten und des Gesundheitsfonds mit Statistiken und Auswertungen verstärkt zu unterstützen.
Wir freuen uns, Ihnen damit ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung stellen zu können das Sie bei der Arbeit als Züchter unterstützt.
Wir sind stolz, mit dieser Möglichkeit der Führung einer Zuchtdatenbank für die Bewältigung der anstehenden und zukünftigen Herausforderungen bestens gerüstet zu sein und unser gesamtes, geballtes Wissen zum Wohle unserer tollen Rasse einzusetzen.
Zentralvorstand und Zuchtkommission KBS
Zucht und Körbuch
Das Zucht- und Körbuch spiegelt und illustriert das DOGBASE. Der Klub ist sehr daran interessiert, dass alle Mitglieder des Klubs weiterhin auch in schriftlicher Form darüber informiert sind, was im Zuchtgeschehen geschieht und zur Hilfe beigezogen werden kann.
Das Zuchtbuch wird in aufwändiger Arbeit von Mitgliedern der Zuchtkommission gestaltet und zusammengestellt. Es umfasst – je nach Zahl der neu angekörten Hunde – 200 bis 300 Seiten. Die Auflage beträgt je nach Jahrgang 50 bis 100 Exemplare.