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Auf dem Abstellgleis
Aussagen wie «Es ist ein Wunder!» und «Egal, ob du es glaubst oder nicht, ich glaube es auf jeden Fall» kursierten in China im Internet schon als geflügelte Worte. Sie kamen von Wang Yongping, Pressesprecher des Eisenbahnministeriums, der einen Tag nach 7•23, dem Zugunglück von Wenzhou (Asienspiegel berichtete), zu den Medien sprach. Die Reaktionen über das Kurznachrichtenportal Weibo und andere soziale Medien waren heftig (Asienspiegel berichtete), die Mitschnitte der Konferenz wurden tausendfach kopiert.
Pressesprecher Wang Yongping wurde zum Zielobjekt, Abscheu und Fassungslosigkeit angesichts der Art und Weise, wie mit den Folgen und den Aufräumarbeiten des Unfalls umgegangen wurde. Aufgebrachte Internetnutzer fahndeten sogar nach seinen Daten und publizierten Adressen der Schulen von Wangs Kindern im Internet.
Die offizielle und die inoffizielle Version
Das Eisenbahnministerium hat die Konsequenzen daraus gezogen. Wie die Hongkonger Epoch Times und andere Medien berichten, muss Wang Yongping nun seinen Posten als Pressesprecher nach 8 Jahren im Amt verlassen. Er soll in Warschau mit dem lokalen polnischen Eisenbahnwesen zusammenarbeiten und die chinesische Seite vertreten. Die Epoch Times zitiert dabei einen Verantwortlichen des Ministeriums, der den Wechsel des Pressesprechers begründet: «Er ist weder aus dem Dienst entlassen, noch suspendiert worden. Es handelt sich vielmehr um eine ganz gewöhnliche Dienstfluktuation. Wang Yongpings Rang hat sich dadurch nicht verändert. In welche Abteilung er genau versetzt wird, steht noch offen.»
Gerüchte aber besagen, er sei wegen seines Auftritts bei der Pressekonferenz entlassen worden. Die Antwort der Person aus dem Ministerium: «Er ist weder verantwortlich für den Unfall, noch eine Retterfigur, er hat einfach die Arbeit innerhalb seines Gebietes getan. Da gibt es kein Problem.» Ein Insider bestätigte jedoch gegenüber der Epoch Times den Wahrheitsgehalt des Gerüchtes. Die Pressekonferenz gleich nach dem Unfall sei tatsächlich der Grund für seine Versetzung.
Wang Yongping wird «begraben»
Wie der Zugwagen, der angeblich vergraben wurde, um Beweismaterial zu vernichten, wird nun auch Wang Yongping «begraben». Der 1955 in Hengyang (Hunan Provinz) geborene Wang wird nach Warschau versetzt. Diese Reaktion von übergeordneter Stelle, ihn nach Polen zu schicken lässt ihn zum Sündenbock des Unfalls werden, wie die Epoch Times schreibt. Seine Stelle wird neu besetzt von Han Jiangping. Er ist der Parteisekretär des Eisenbahnamtes von Harbin.