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Swiss International Air Lines Ltd.
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17. August 2004
Swiss International Air Lines (Konzern) weist für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres ein Betriebsergebnis (EBIT) von minus CHF 19 Millionen aus, nach minus CHF 346 Millionen in der Vorjahresperiode. Aus der Einigung in einem lange andauernden Rechtsstreit resultierte im zweiten Quartal, wie von SWISS bereits kommuniziert, ein einmaliger Ertrag in der Höhe von CHF 68 Millionen. Die flüssigen Mittel beliefen sich per 30. Juni 2004 auf CHF 353 Millionen und lagen damit über Plan. Die Restrukturierung konnte in vielen Bereichen plangemäss umgesetzt werden. Bisher noch nicht gewährte Kostenreduktionen im Flugzeugunterhalt verzögern aber den Turnaround ebenso, wie die unerwartet hohen Treibstoffpreise, welche im ersten Halbjahr 2004 einen Zusatzaufwand von rund CHF 29 Millionen verursachten.
Im Sinne einer effizienteren Führungsstruktur hat der Verwaltungsrat von SWISS verschiedene organisatorische Anpassungen mit personellen Veränderungen beschlossen.
Bei einem konsolidierten Betriebsertrag von CHF 1 768 Millionen (Vorjahr: CHF 2 098 Millionen) weist SWISS für das erste Halbjahr 2004 ein Betriebsergebnis (EBIT) von minus CHF 19 Millionen aus, nachdem in der Vorjahresperiode noch minus CHF 346 Millionen gezeigt wer-den mussten. Das Halbjahresergebnis verbesserte sich damit markant und für das zweite Quartal 2004 konnte mit CHF 50 Millionen ein positiver EBIT gezeigt werden. Aufgrund der Einigung in einem lange andauernden Rechtsstreit konnten im zweiten Quartal nicht länger benötigte Rückstellungen in der Höhe von CHF 68 Millionen erfolgswirksam aufgelöst werden. Ohne diesen einmaligen Effekt hätte das operative Ergebnis im zweiten Quartal bei minus CHF 18 Millionen gelegen. Im Vergleich mit den minus CHF 147 Millionen aus dem Vorjahresquartal ist dies eine Verbesserung von beachtlichen CHF 129 Millionen.
Mit der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms senkte SWISS ihre Betriebsaufwendungen um 24.1 Prozent. Sie beliefen sich im ersten Halbjahr 2004 auf CHF 1 855 Millionen, nach CHF 2 444 Millionen in der Vorjahresperiode. Der Betriebsertrag sank in der gleichen Zeitperiode, bedingt durch das deutlich kleinere Streckennetz, nur um 15.7 Prozent. Wie bereits in der Medienmitteilung vom 21. Juni kommuniziert, wirken sich die unerwartet hohen Treibstoffkosten belastend auf die Kosten und das Geschäftsergebnis aus. Allein im ersten Halbjahr hatte dies einen negativen Effekt in der Höhe von rund CHF 29 Millionen.
Der konsolidierte Verlust nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses, der Ertragssteuern und konzernbedingter Posten lag für das erste Halbjahr 2004 bei minus CHF 33 Millionen, nach minus CHF 333 Millionen in der gleichen Periode des Vorjahres.
Flüssige Mittel von CHF 353 Millionen
Per Stichtag vom 30. Juni 2004 zeigt die konsolidierte Bilanz flüssige Mittel in der Höhe von CHF 353 Millionen, zuzüglich Festgeldanlagen von CHF 5 Millionen.
Die flüssigen Mittel reduzierten sich damit gegenüber dem Stand zum Ende des ersten Quartals 2004 um CHF 61 Millionen und im Vergleich mit dem Stand per 31.12.2003 um CHF 150 Millionen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die rund CHF 68 Millionen aus der Einigung im oben erwähnten Rechtsstreit in den flüssigen Mitteln per 30. Juni nicht enthalten sind. Diese Gelder werden in der Geldflussrechnung zum Zwischenbericht des dritten Quartals bei den flüssigen Mitteln ausgewiesen werden.
Der Cash Flow aus Betriebstätigkeit konnte im ersten Halbjahr 2004 gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um CHF 230 Millionen verbessert werden. Er lag bei minus CHF 7 Millionen.
Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2004 auf minus CHF 37 Millionen. Im Zusammenhang mit Investitionen für Komponenten der Innenausstattung, Ersatzteile sowie Verbrauchsmaterial für den neuen Airbus A340 flossen CHF 58 Millionen ab. Dem stand die Reduktion von Bardepots im Zusammenhang mit der Rückgabe von Flugzeugen gegenüber.
Aus Finanzierungstätigkeit flossen im ersten Halbjahr 2004 netto CHF 108 Millionen ab. Diese Summe setzte sich zusammen aus CHF 78 Millionen für Amortisationszahlungen auf Finanzleasing-Verbindlichkeiten für Flugzeuge, der Tilgung von Darlehen im Umfang von CHF 52 Millionen sowie ordentlichen Zinszahlungen für Finanzleasing-Verbindlichkeiten und für übrige Verbindlichkeiten im Betrag von CHF 28 Millionen. Dem stand eine Zunahme der flüssigen Mittel aus dem am 16. März 2004 von der Barclays Bank bezogenen Kredit von CHF 50 Millionen gegenüber.
Die flüssigen Mittel haben sich besser entwickelt als ursprünglich erwartet. Zusätzliche Liquidität soll SWISS vor den negativen Effekten unvorhergesehener Ereignisse schützen und es ihr ermöglichen, neue Geschäftsmöglichkeiten wahrzunehmen. Deshalb verhandelt SWISS nach wie vor mit den Schweizer Grossbanken und weiteren internationalen Finanzinstituten über die Beschaffung zusätzlicher flüssiger Mittel.
Eigenkapital
Das Eigenkapital des Konzerns lag per 30. Juni 2004, nach Verrechnung der vorgetragenen Bilanzverluste, bei CHF 982 Millionen. Dies bedeutet eine Eigenkapitalquote von 27.5 Prozent.
Anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom 6. Mai 2004 stimmten die anwesenden Aktionäre der Herabsetzung des Nennwertes pro Aktie von CHF 32 auf CHF 18 zu. Das Aktienkapital der Swiss International Air Lines AG reduzierte sich in der Folge um CHF 737 Millionen von CHF 1 685 Millionen auf CHF 948 Millionen. Der in der Bilanz ausgewiesene Verlustvortrag wurde im gleichen Umfang reduziert. Dieser sogenannte Kapitalschnitt ist eine vom schweizerischen Obligationenrecht (OR) vorgesehene Massnahme zur Sanierung der Bilanz. Sie ändert nichts an der Substanz des Unternehmens und lässt die Höhe des Eigenkapitals unverändert.
SWISS und die drei Dutzend Aktionäre, die sich im Rahmen einer sogenannten Lock-up Vereinbarung verpflichtet haben, ihre Aktien bis zum 31. August 2004 nicht zu veräussern, diskutieren momentan eine möglicheVerlängerung der Vereinbarung.
SWISS ein Jahr nach Bekanntgabe der Restrukturierung
SWISS geht es nach dem äusserst turbulenten Jahr 2003 und der tiefgreifenden Restrukturierung zwar merklich besser, doch noch bleibt ihr ein beschwerliches Stück Weg in die Gewinnzone. Die Rahmenbedingungen im Fluggeschäft bleiben hart. Ein Unternehmen muss flexibel und rasch auf Veränderungen reagieren und sich beständig weiter verbessern.
Um rasch weitere Verbesserungen zu erreichen, wurde die interne Projektgruppe CIS (Continuous Improvement SWISS) eingesetzt. Diese Gruppe identifiziert Möglichkeiten zur Steigerung der Erträge und zur Senkung der Kosten. Sie berichtet direkt an das Management Board.
Zur Senkung der Einheitskosten muss die Produktivität im gesamten Unternehmen weiter gesteigert werden. Potentiale und Ergebnisse der einzelnen Strecken, insbesondere in Europa, werden nochmals sehr genau untersucht. Dies gilt so-wohl für Verbindungen ab Basel und Genf als auch für das Drehkreuz in Zürich. SWISS bleibt eine Netzwerkgesellschaft mit einem starken interkontinentalen Angebot. Das europäische Streckennetz soll weiterhin direkte Verbindungen in die wichtigsten Zentren gewährleisten und in Zürich zusätzlichen Verkehr auf die Langstreckenflüge bringen.
Verbesserte Auslastung
SWISS führte im ersten Halbjahr 2004 insgesamt 70 612 Flüge durch und beförderte rund 4.6 Millionen Passagiere. Die Anpassungen im Streckennetz von SWISS sowie die branchenweit zu beobachtende Erholung der Märkte haben sich positiv auf die Auslastung von SWISS im ersten Halbjahr ausgewirkt. Die Flugzeuge waren durchschnittlich zu 73.4 Prozent ausgelastet. Dies sind 4.7 Prozentpunkte mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. SWISS hat ihr Angebot, gemessen in angebotenen Sitzkilometern (ASK), im Vorjahresvergleich um 20.1 Prozent redu-ziert. Demgegenüber konnte der Rückgang des verkauften Volumens, gemessen in verkauften Sitzkilometern (RPK), auf 14.6 Prozent begrenzt werden. Auf ihren Europastrecken steigerte SWISS den Sitzladefaktor für das erste Halbjahr um 5.6 Prozentpunkte auf 60.3%. Im Interkontinentalgeschäft resultierte eine Steigerung um 3.8 Prozentpunkte auf erfreuliche 79.1%. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2003 sank der Durchschnittsertrag pro verkauftem Sitzki-lometer auf den Europastrecken um 8.3 Prozent, während auf den Interkontinentalstrecken ein Anstieg um 1.8 Prozent verzeichnet wurde.
Das von Swiss WorldCargo betriebene Frachtgeschäft entwickelte sich im ersten Halbjahr 2004 positiv. Der Frachtladefaktor lag bei 85.8% und damit 1.8 Prozentpunkte über dem Wert der gleichen Vorjahresperiode. Trotz der durch die Streckennetzanpassungen bei SWISS bedingten Abnahme der verfügbaren Frachtkapazitäten steht Swiss WorldCargo auf einer nachhaltig profitablen Basis, die mittel- und langfristig Wachstumsperspektiven eröffnet.
Hohe Zuverlässigkeit, aber unbefriedigende Pünktlichkeit
Im ersten Halbjahr 2004 konnte SWISS 98.97 Prozent der publizierten Flüge durchführen. Sie steigerte damit ihre Zuverlässigkeit vom hohen Vorjahresniveau nochmals um 0.75 Prozentpunkte. Nach wie vor unbefriedigend ist aber die Pünktlichkeit der SWISS Flugoperation am Heimatflughafen Zürich. Dies ist primär bedingt durch die von Deutschland verordnete Be-schränkung für Anflüge aus dem Norden und die suboptimale Nutzung der Flughafenkapazität durch die Beschränkung der Anzahl Flugbewegungen zu wichtigen Start- und Landezeiten.
Fokus auf bilateralen Partnerschaften
Zu den von SWISS in Eigenregie angeflogenen Zielen kommt eine Vielzahl von Destinationen, die mit verschiedenen Partner-Airlines im Codeshare bedient werden. Zu den bereits beste-henden Abkommen kamen am 1. Juni gemeinsame Flüge mit Denim Airways auf den Strek-ken Zürich – Venedig sowie Zürich – Florenz.
Nach langen Verhandlungen hatte sich SWISS Anfang Juni aus strategischen Überlegungen entschieden, ihr Vielfliegerprogramm Swiss TravelClub nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in den Executive Club von British Airways (BA) zu integrieren. Damit konnte der bilaterale Vertrag zwischen SWISS und BA nicht umgesetzt werden, weshalb auch der Beitritt zur oneworld-Allianz nicht vollzogen werden konnte.
Dies beeinträchtigt die bilateralen kommerziellen Abkommen mit den übrigen Allianzpartnern nicht. Zusammen mit ihren Partnern bietet SWISS ihren Kunden weiterhin ein weitverzweigtes Streckennetz mit Verbindungen in alle fünf Kontinente. Mit dem Swiss TravelClub bleibt den Kunden auch das attraktive SWISS Vielfliegerprogramm erhalten.
Eine moderne Langstreckenflotte
Per 30. Juni 2004 betrieb der Konzern eine Flotte von 85 Flugzeugen – davon 80 im Linienverkehr bei SWISS, drei im Chartergeschäft und zwei bei der Tochtergesellschaft Crossair Europe. Die Flotte hatte ein durchschnittliches Alter von nur 5.7 Jahren.
Im Verlauf des ersten Halbjahres konnte SWISS die Erneuerung ihrer Langstreckenflotte erfolgreich abschliessen. Am 26. Juni ging die neunte Maschine vom Typ Airbus A340-300 in den Liniendienst. Die letzte Boeing MD-11 soll mit dem Wechsel zum Winterflugplan per Ende Oktober aus dem Liniendienst genommen werden. SWISS verfügt damit auf der Langstrecke über eine reine Airbusflotte und bietet ihren Fluggästen modernsten Reisekomfort.
Im Bereich der Regionalflotte wurde im Hinblick auf die Turnaround-Situation beschlossen, die Auslieferung der ersten Embraer 170, die für den Dezember 2004 vorgesehen war, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Der Flugzeugtyp bleibt aber Bestandteil der zukünftigen Flotten- und Netzwerkplanung.
Anpassung der Führungsorganisation und verringerter Personalbestand
Im Sinne einer effizienteren und stärker marktorientierten Führungsstruktur hat der Verwal-tungsrat von SWISS auf 1. September 2004 verschiedene organisatorische Anpassungen mit personellen Veränderungen beschlossen. Die Division Marketing und Services wird auf die Divisionen Sales (neu Sales und Marketing) und Operations aufgeteilt. Der bisherige Leiter Marketing und Services, Daniel Weder, wird neue Aufgaben innerhalb von Operations übernehmen. Neuer Leiter der Division Netzwerk wird Harry Hohmeister (40), zur Zeit bei Thomas Cook/Condor tätig. Er wird auf Ende 2004 Martin Isler ablösen, der neue Aufgaben übernehmen wird. Dank der schlankeren Führungstruktur und der direkten Einbindung von Marketing, Sales und Netzwerk in das Management Board erübrigt sich die Neubesetzung des Managing Director Commerce (CCO). Zur Konzernleitung (Management Board) gehören künftig: CEO Dr. Christoph Franz, Managing Director Operations Manfred Brennwald, Managing Director Finances Ulrik Svensson und die Leiter Netzwerk (Harry Hohmeister), sowie Sales und Marke-ting (Oliver Evans). Die neugeschaffene Stabsstelle Corporate Strategy wird vom deutschen Wirtschaftsingenieur Dr. Christoph Beckmann (40) besetzt.
SWISS reduzierte die Anzahl Vollzeitstellen per Ende Juni 2004 auf 7 252. Dies sind 820 Stellen weniger als Ende Dezember 2003 gezählt wurden. 6 571 Vollzeitstellen entfielen auf die Muttergesellschaft, 681 auf verschiedene Tochtergesellschaften.
Die 7 252 Vollzeitstellen verteilten sich auf weltweit 8 449 Mitarbeiter.