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am
Fätschbach, das Linthal und die benachbarten Ortschaften mit Licht versorgt und an die industriellen Etablissemente
Kraft abgibt. Die Gemeinde, zu der das weite Fels- und Gletschergebiet der
Tödi- und der Claridengruppe gehört, umfasst
1/6 der Fläche des Kantons Glarus
und ist daher dem Areal nach dessen grösste Gemeinde. Sie zählt 315 Wohnhäuser
mit 1894 Ew., worunter sich etwa 300 Katholiken befinden. In kirchlicher Beziehung zerfällt sie in eine evangelische und
eine katholische Pfarrgemeinde, in ökonomischer Beziehung in drei Verwaltungstagwen, von denen jeder besondere Bürgergüter
besitzt: Linthal-Dorf, zu dem auch die
Auengüter und
Thierfehd gehören, mit 171 Wohnhäusern und 784 Ew.;
Ennetlinth mit 73 Wohnhäusern und 590 Ew. Dieser Gemeindeeinteilung entsprechend zerfällt
das Dorf, das sich in einer Länge von 1,5 km längs zweier parallelen
Strassen ausdehnt, in vier Häusergruppen, die miteinander
durch drei über die
Linth führende Brücken verbunden sind.
Auf dem rechten Linthufer liegt auf dem
N.-Rand des grossen Schuttkegels der
Auenrunse Linthal-Dorf mit der reform. Kirche, n. davon auf dem Kegel der
DurnagelbachesMatt mit der kathol. Kirche, auf dem linken Ufer der
LinthOber-Ennetlinth und
Unter-Ennetlinth, wo sich die Eisenbahnstation
und das
BadStachelberg befinden. Viehzucht und Alpwirtschaft, 2
Spinnereien und eine Weberei mit 67000 Spindeln
und 200 Webstühlen, die über 500 Arbeiter beschäftigen; eine Stickerei, eine mechanische Schreinerei, 2
Sägen; mehrere
Hotels.
Linthal verdankt seinen Aufschwung namentlich der Einführung der
Spinnerei im Jahr 1839. Daneben haben ihm seine malerische
Lage im
Hintergrund des
Linththales, dem dieBerge der
Tödi- und Claridenkette mit ihren imposanten Felswänden,
ihren Gletschern und
Wasserfällen einen prachtvollen Abschluss geben, sowie das
BadStachelberg mit seiner kräftigen Schwefelquelle
seit langer Zeit einen regen Fremdenverkehr gebracht. In den letzten Jahren hat die Eröffnung der Klausenstrasse dem Touristenzufluss
einen neuen Impuls gegeben. Im Jahr 1283 löste sich Linthal von der Kirchgemeinde Glarus
los und baute eine
eigene Kirche, die heute noch bestehende katholische Kirche.
Die Reformierten, die durch den Landesvertrag von 1532 gezwungen wurden, die Kirche den an Seelenzahl weit zurückstehenden
Katholiken zu überlassen und denen 1595 auch die eidgenössische Tagsatzung die Gründung einer Kirche im
Gebiet von Linthal verbot, bauten 1600 ein eigenes Gotteshaus in
Ennetlinth, das damals zur Gemeinde
Rüti gehörte, wurden
aber 1782 durch die Ueberschwemmungen der
Linth genötigt, dieselbe nach Linthal-Dorf zu verlegen. (S. auch die Artikel
Ennetlinth
und
Matt).
(Kt. Glarus,
Gem.
Niederurnen). 425 m. Erziehungsanstalt für Waisen- oder verlassene Knaben, in der Linthebene am
linken Ufer der
Linth, 500 m nw. der Station
Ziegelbrücke der Linie
Zürich-Chur und 1,5 km n.
Niederurnen. Die 1816 gegründete
Glarnerische evangelische
Hilfsgesellschaft setzte sich den Zweck, auf dem durch die Linthkorrektion eben der Kultur zurückgewonnenen
Boden eine Arbeiter- und Landbaukolonie zu errichten und damit ihrerseits zur Milderung des damals im Glarnerland herrschenden
grossen Notstandes beizutragen.
Mit Hilfe von freiwilligen Spenden, die ihr aus der ganzen
Schweiz und auch aus dem Ausland zuflossen,
kaufte sie am linken Ufer der
Linth unterhalb
Ziegelbrücke ein Landstück an, das sie während der Jahre 1816 und 1817 von 300 Armen
aus den bedrängtesten Gemeinden des Kantons urbar machen liess. Der ursprüngliche
Plan, eine Arbeiterkolonie zu gründen,
musste aber in der Folge fallen gelassen werden, weil dazu entweder die nötigen Geldmittel fehlten oder
weil das Bedürfnis hiefür nicht mehr so dringend war. So erstellte denn die Gesellschaft auf ihrem Grundbesitz eine Ackerbaukolonie
für arme Knaben, die unter dem Namen Linthkolonie 1819 eröffnet wurde und seither hunderte von Kindern erzogen hat. Die
Anstalt ist heute noch Eigentum derselben Gesellschaft, wird vom Kanton subventioniert und zählt durchschnittlich
etwa dreissig Zöglinge.
Die Gegend
stand vor der Linthkorrektion oft
unter Wasser. 7
Höfe, 48 kathol. Ew. Acker-, Obst- und Gemüsebau;
Wiesen. Hier steht auch
eine schöne
Kapelle, die 1584 zum Andenken an die wunderbare Heilung der hinkenden
AppenzellerJungfrau Anna
Gruber errichtet
worden ist, die 1580 eine Wallfahrt von
Uznach nachEinsiedeln unternahm, in Linthport von einem frommen
Mann berührt wurde und sofort genas.
Die jetzt von Prozessionen oft besuchte
Kapelle ist 1872 restauriert worden und war
einst mit schönen Wappenscheiben geschmückt, die heute verschwunden sind.
Vergl. Casutt, Friedr.
Ant. Beiträge zur Geschichteder PfarrgemeindeTuggen...Lachen 1888.
Lyonne oder Léonna(La) (Kt. Waadt,
Bez. La Vallée).
1050-1008 m. Rechtsseitiger Zufluss zum
Lac de Joux, in den
er an seinem NO.-Ende mündet. Obwohl dieser Bach nur 700 m lang ist, führt er
¶
mehr
doch ausser der Orbe dem See die grösste Wassermenge zu. Er entspringt als Stromquelle den ihrer grossen Ausdehnung wegen
bemerkenswerten Höhlen der sog. Chaudières d'Enfer und wird von den unter dem Plateau von Les Crosets sich sammelnden Wassern
gespiesen.
Geht s. am Dorf L'Abbaye vorbei und treibt eine Mühle, ist aber wie alle Stromquellen starken
Schwankungen im Wasserstand unterworfen.
Erscheint urkundlich schon vor 1100 als Liona und Leona (keltisch gllon, glion =
fliessendes Wasser).