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Georgische
Sprache
[* 2] oder grusinische
Sprache. Die
Georgische Sprache gehört samt dem Mingrelischen, Lasischen und
Swanetischen zu
der kleinen, bisher isoliert stehenden Familie der südkaukas.
Sprachen. In lautlicher Hinsicht zeichnet sie sich durch ihren
reich entwickelten Konsonantismus sowie durch die Vorliebe für Konsonantenhäufungen aus. Der
Bau ist im wesentlichen als
agglutinierend zu bezeichnen. Wort- und Formenbildung findet durch Prä- und
Suffixe statt. Das
georgische
Verbum bietet durch die große Anzahl pronominaler, temporaler und modaler Affixe einen bedeutenden Formenreichtum.
Zur weitern Charakteristik sei erwähnt, daß das adjektivische
Attribut stets vorangeht, während die
Stellung des Genetivs
eine freie ist; auch richtet sich in der
Georgische Sprache das Adjektivum im Gegensatze zu
den übrigen
Sprachen der südkaukas. Gruppe in
Numerus und
Casus nach dem zugehörigen
Substantivum. Die
georgische Vulgärschrift,
mkhedruli, deren Einführung im 14. Jahrh. erfolgte, ist eine kursive Umbildung des armenischen
Alphabets, welches letztere unter dem
Namen Khutsuri als
georgische Kurialschrift benutzt wird.
Vgl. Syntagmaton linguarum orientalium quae in Georgiae regionibus audiuntur autore Fr. Maria Madggio (Rom [* 3] 1643);
Brosset, Éléments de la langue géorgienne (Par. 1837);
Tschubinow, Kratkaja gruzinskaja grammatika (Petersb. 1885);
Fr. Müller, Grundriß der Sprachwissenschaft, III, 2 (Wien [* 4] 1885);
Tsagareli, O grammatičeskoj literaturě gruzinskago jazyka (Petersb. 1873).
Die
georgische
Literatur zeigt in ihrer ältesten
Periode ein ausschließlich geistliches Gepräge. Die
profane
Literatur tritt im 11. Jahrh. auf, und in das 12. Jahrh.
fällt bereits
die erste Blütezeit der
georgischen
Dichtung, welcher das berühmte Epos «Wepkhwis tkaosani», der
Mann im Tigerfelle,
von Schota Rustaweli angehört. Mit dem polit.
Verfall hielt dann der Rückgang in der Litteratur gleichen
Schritt, und erst seit der Mitte des 19. Jahrh. ist ein neuer Aufschwung der
georgischen
Dichtung zu verzeichnen.
Unter den Dichtern der Gegenwart ist der Lyriker Alex. Tschawtschawadse, neben dem noch Barataschwili und Eristawi zu nennen sind, der hervorragendste. Alle drei stehen mehr oder weniger unter dein Einflüsse Byrons. Eine selbständigere, mehr nationale Richtung vertritt Akati Tsereteli. Die wissenschaftliche Litteratur Georgiens, soweit sie sich auf die Geschichte und Geographie des Landes bezieht, ist vornehmlich durch die Arbeiten Brossets der europ. Forschung zugänglich gemacht worden.
Vgl. Liste des travaux de M. Brosset.
Mélanges asiatiques tirés du Bulletin de l'Académie des Sciences, T. IX (Petersb. 1888).