Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03344.jsonl.gz/2513

Vergiftete Praxisstimmung? Wie mit ICH-Botschaften Konflikte geschlichtet werden.
Wenn wir auf das Verhalten einer anderen Person einwirken wollen, sagen wir häufig, wie sie sich verhalten soll, was sie falsch gemacht hat, obwohl wir eigentlich wissen, dass das niemand mag. Wenn Sie dagegen von sich und Ihren Gefühlen sprechen, erfährt Ihr Gesprächspartner viel eher, was Sie genau meinen. Da helfen ICH-Botschaften.
ICH-Botschaften sind Botschaften, in denen jemand seine Gefühle und Empfindungen, das, was er denkt, direkt mitteilt. In der ICH-Form werden geäusserte Gefühlsstimmungen nicht zur verletzenden Kritik an der anderen Person, wie es oft bei DU-Botschaften (z. B. „Du lügst immer!“) der Fall ist.
Beim Gebrauch von DU-Botschaften laufen Sie Gefahr, Ihre Beziehungen zu anderen Menschen zu beeinträchtigen, weil DU-Botschaften …
- Schuldgefühle hervorrufen
- Widerstand provozieren
- verletzen
- als Bestrafung empfunden werden
- ungewünschte Gegenreaktion erzeugen
Besonders in kritischen Situationen wie auch in Konfliktsituationen ist es daher wichtig, dass Ärger, Enttäuschung, Unzufriedenheit und andere Gefühle dem Gesprächspartner in Form von ICH-Botschaften mitgeteilt werden.
ICH-Botschaften dienen also dazu, anderen mitzuteilen, wie ihre Verhaltensweise auf uns wirkt, sie damit zu konfrontieren, ohne sie jedoch zurechtzuweisen, anzugreifen oder zu beschuldigen. Sie ermöglichen dem anderen, diese Kritik anzunehmen.
Und so wirken ICH-Botschaften:
- Sie schaffen Akzeptanz und Vertrauen
- Das Verwenden von ICH-Botschaften führt dazu, dass auch der Gesprächspartner diese anwendet.
- Es entsteht ein Klima der Offenheit.
- Sie entschärfen festgefahrene Situationen.
- Es lassen sich Abwehrreaktionen vermeiden.
Eine gute Hilfe für das Senden von ICH-Botschaften ist es, wenn Sie sich fragen:
- Was geht in mir vor?
- Welche meiner Bedürfnisse sind durch das Verhalten des Gesprächspartners bedroht?
Beispiele:
Musst du immer dazwischen reden?
Besser: Es macht mich sauer, wenn ich immer unterbrochen werde.
Dir kann man nichts anvertrauen.
Besser: Mir ist mir peinlich, wenn du vertrauliche Dinge weiter erzählst.
Machen Sie endlich vorwärts und lassen Sie die Patienten nicht warten.
Besser: Es ist mir wichtig, dass die Patienten pünktlich behandelt werden.
Nie machst du etwas. Auch jetzt habe ich wieder die ganze Arbeit alleine gemacht.
Besser: Ich habe den Eindruck, die ganze Arbeit gemacht zu habe. Ich hätte gerne mehr Unterstützung gehabt.
Möchten Sie noch mehr über den Umgang mit Patienten erfahren? Gerne können Sie bei mir das Buch „Umgang mit Patienten“ bestellen: <email-pii>.
Mit Herzblut vereine ich Wissen aus Medizin, Kommunikation und Coaching.
Sandra Limacher, Kommunikationsexpertin und Coach für Arztpraxen