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Seit der Übernahme von Edipresse durch Tamedia im Jahr 2011 folgte eine Entlassungswelle auf die andere. Um "eine nachhaltige Basis für die Zukunft" zu gewährleisten, hatte der Verlag bereits im Jahr 2020 einen umfassenden Sparplan von 70 Millionen Franken lanciert, welcher die Westschweizer Zeitungen und den Druckbereich besonders betraf. Und das nur zwei Jahre, nachdem Tamedia mit Le Matin einen ganzen Zeitungstitel verschwinden liess. Man erinnere sich zudem an den Verlust von 3,9 FTE im Jahr 2022 und die seit der Übernahme von Edipresse fast im Jahresrhythmus erfolgten Entlassungen.
Heute verliert die Romandie fast 30 Arbeitsplätze in ihren Redaktionen, die Deutschschweiz wird zweifellos ebenfalls Arbeitsplätze verlieren (Ankündigungen von Tamedia für die Deutschschweiz sind für morgen geplant). Die Situation, was den Verlust von Personal und Kompetenzen betrifft, kommt dem Verlust eines Titels wie Le Matin gleich. Das sind, in Zahlen ausgedrückt, 3,5 Millionen, die allein auf dem Rücken des Personals eingespart werden.
Die Titel von Tamedia werden auf ein Minimum reduziert. "Sparen, sparen, sparen" ist das einzige Credo eines Konzerns ohne Visionen und ohne Ideen für die journalistische Zukunft. Die Mitarbeitenden in den Redaktionen haben genug von einer Direktion, die nicht mehr in ihre eigenen Medien investiert sondern sie auf Kosten der Abonnenten und der Gesellschaft als Ganzes langsam sterben lässt. Die Geschäftsleitung sagt es heute unverblümt: Edipresse war zu gross für die Westschweiz, als Tamedia sie aufkaufte. Deshalb besteht die ökonomistische Strategie der TX Group seither einzig aus Kürzungen, die auf ein unaufhaltsames Ende der gedruckten Zeitungen und ihrer Redaktionen hinauslaufen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Redaktionen, die jeden Tag Nachrichten produzieren, haben es satt, die Kosten für diese fehlende Strategie zu zahlen. "Wie will Tamedia ohne Journalistinnen und Journalisten Qualitätsjournalismus hervorbringen?", fragt Etienne Coquoz, Zentralsekretär von impressum für die Westschweiz, rhetorisch. "Der Berufsverband impressum wird alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um gegen diese Sparmassnahmen auf dem Rücken des Personals zu kämpfen."
Die betroffenen Redaktionen und Vereinigungen werden in den nächsten Stunden entscheiden, wie sie auf diesen abermaligen Kahlschlag, einem weiteren in einer langen Reihe von Abbaumassnahmen, reagieren.