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Seit 1995 nehmen die verlorenen Lebensjahre durch eine nichtübertragbare Krankheit (NCD) in der Schweiz pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner kontinuierlich ab. Waren es 1995 insgesamt 2561 Jahre, sind es 2019 noch 1226 Jahre. Die Last, welche Männer durch verlorene Lebensjahre durch NCDs tragen, ist mit 1435 Jahren im 2019 deutlich grösser als diejenige von Frauen (1016 Jahre).
Auch bei der Unterteilung nach Erkrankungen zeigt sich eine deutliche Abnahme der verlorenen Lebensjahre: Beispielsweise haben die verlorenen Lebensjahre aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von 610 Jahren (1995) auf 224 Jahre (2019) pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner abgenommen, für Krebs sind sie im gleichen Zeitraum von 1076 Jahren auf 574 Jahre gesunken.
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).
Die verlorenen potenziellen Lebensjahre durch NCD bei einer Person zeigen auf, wie lange diese Person zusätzlich gelebt hätte, wenn sie nicht vor dem vollendeten 70. Altersjahr aufgrund einer nichtübertragbaren Krankheit (NCD) gestorben wäre.
Früh eintretende Todesfälle werden bei den hier vorliegenden, auf die Bevölkerung bezogenen Berechnungen stärker berücksichtigt: Bei einer Grenze von 70 Jahren bedeutet ein Todesfall mit zehn Jahren 60 verlorene potenzielle Lebensjahre, bei einem Todesfall mit 65 Jahren sind es fünf Jahre.
Ein wichtiges Ziel der NCD-Strategie ist die Bekämpfung von häufigen und chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Atemwegs-Erkrankungen und muskuloskelettale Erkrankungen. Dadurch sollen die Krankheitslast in der Bevölkerung und vorzeitige Todesfälle vermieden werden. Die Angabe der verlorenen Lebensjahre erlaubt eine direkte und quantifizierbare Aussage über deren Entwicklung.
Dieser Indikator basiert auf der Todesursachenstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS). Die Zahlen werden jährlich aktualisiert.
«Verlorene potenzielle Lebensjahre (VPL)» ist eine international weit verbreitete Kennzahl (englisch: Years of Potential Life Lost YPLL). Der Indikator zeigt die Anzahl verlorener potenzieller Lebensjahre pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner (ständige Wohnbevölkerung) für Todesfälle zwischen der Geburt und 70 Jahren. Die Daten wurden nach der Altersstruktur der europäischen Standardbevölkerung 2010 (European Commission 2013) standardisiert. Zur Berechnung der verlorenen potenziellen Lebensjahre werden zu jedem Todesfall die Lebensjahre gezählt, die bis zu einer bestimmten Altersgrenze noch verblieben wären, und diese addiert. Diese Altersgrenze wurde für die internationale Vergleichbarkeit (WHO) bei 70 Jahren festgesetzt.
Die folgenden Krankheiten wurden nach den zugehörigen ICD-10 Definitionen bestimmt:
Für eine bessere internationale Vergleichbarkeit wurde diese Einteilung bei der letzten Aktualisierung des Indikators im Jahr 2021 derjenigen der «Global Burden of Disease»-Studie (WHO 2020) angepasst. Vorher hat sich die Einteilung der Krankheiten zu den berücksichtigten NCDs an der Studie von Lozano et al. (2012) orientiert. Die Daten wurden aufgrund der neuen Definition nach WHO rückwirkend neu berechnet.
Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
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