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In der Schweiz leben rund 30 000 Personen jenischer Herkunft, dazu einige hundert Sinti und Manouches, von denen schätzungsweise 2‘000 bis 3‘000 eine nomadische Lebensweise pflegen: Im Winter leben sie auf einem Standplatz und von Frühjahr bis Herbst sind sie mit ihren Wohnwagen «auf der Reise», machen auf Durchgangsplätzen halt und besuchen ihre Kunden. Sie haben die gleichen Rechte und Pflichten wie die sesshafte Bevölkerung.
Mit der Ratifizierung des Rahmenübereinkommens des Europarats vom 1. Februar 1995 zum Schutz nationaler Minderheiten hat die Schweiz die schweizerischen Jenischen und Sinti als eine nationale Minderheit anerkannt - unabhängig davon ob sie fahrend oder sesshaft leben. Sie verpflichtet sich damit zur Förderung von Rahmenbedingungen, die es dieser Minderheit ermöglichen, ihre Kultur zu pflegen und weiterzuentwickeln. Dies gilt namentlich für die Erhaltung und Schaffung der für die nomadische Lebensweise erforderlichen Stand- und Durchgangsplätze, für die Förderung der Kultur sowie die Bewahrung der jenischen Sprache. Letztere hat der Bund mit der Ratifizierung der Europäischen Charta vom 5. November 1992 der Regional- oder Minderheitensprachen als Minderheitensprache anerkannt. Mit dem Inkrafttreten des Kulturförderungsgesetzes (KFG) besteht seit 2012 eine formell-gesetzliche Grundlage, die es dem Bund erlaubt, die Anliegen der Jenischen und Sinti aktiver und umfassender zu unterstützen (Art. 17 KFG).
Im März 2015 nahm eine vom Bundesamt für Kultur moderierte Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die fahrende Lebensweise sowie für die Förderung der Kultur der Jenischen, Sinti und Roma die Arbeit auf. Den Anstoss zur Einsetzung der Arbeitsgruppe gaben verschiedene parlamentarische Vorstösse. Die Arbeitsgruppe hat Empfehlungen zuhanden des Bundes erarbeitet, um den Minderheiten eine ihrer Kultur entsprechende Lebensweise zu ermöglichen. Auf Seite des Bundes wird die Prüfung und Umsetzung dieser Massnahmen aktuell vorangetrieben.
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