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Der Weg des Stocks
Jodo, der „Weg des Stockes“, ist eine japanische Kampfkunst, in der man sich mit einem Holzstab mit einer fixen Länge von 128 cm und einem Durchmesser von 2,4 cm. Im mittelalterlichen Japan war das Schwert die zentrale Waffe der Samurai. Anders als beim Schwert, können beim Stock beide Enden eingesetzt werden. Je nachdem wie der Stock gehalten wird, kann der Abstand zum Gegner variiert werden. Es können Stösse, Schläge und Schwünge ausgeführt werden. Ein Schlag mit dem Jo kann selbst eine gute Schwertklinge biegen sogar brechen.
Jodo wird hauptsächlich zu zweit geübt, wobei ein Partner mit dem Bokken (Holzschwert) die Stelle des Schwertkämpfer, der andere die des Stockkämpfers einnimmt. Die traditionellen Trainingsformen sind – wie in allen alten Kampfkünsten – Kata. Dies sind aus der Überlieferung genau festgelegte Kombinationen von Techniken und Bewegungsabläufen.
Das Ziel des Trainings ist nicht nur auf die Perfektion wirksamer Techniken ausgerichtet. Ein ebenso wichtiges Trainingsziel ist die Charakter- und Persönlichkeitsschulung.
Der japanische Jo wurde von Muso Gonosuke aus dem Katori Shinto ryu entwickelt und bildete mit eigenen Techniken die Grundlage für das ebenfalls von Gonosuke entwickelte System Shindo Muso ryu. Diese Schule entwickelte er, nachdem er einen Kampf gegen Musashi Miyamoto verloren hatte. Er zog sich auf den Berg Homan in die Einsiedlerei zurück und entwickelte dort einen kürzeren Stock und neue Techniken, mit denen er Musashi zu bezwingen hoffte. In die neue Kunst, die er Jojutsu nannte, brachte er die Stosstechniken des Yari (Speeres), die runden Schwünge der Naginata (Hellebarde) und Schlagbewegungen aus dem Kampf mit dem Schwert und mit dem 180 cm langen Stock (Bo) ein. So entstanden die Techniken des Jo.
Muso Shinden ryu
In diesem Stil gelangte die Kunst des Jo zur höchster Perfektion. Auf seiner Basis entwickelten sich in der Folgezeit mehr als 70 japanische Jojutsu-Stile. Einer der Grossmeister dieser Schule, Shimizu Tagaki, reformierte die Techniken und gründete das Keijojutsu. Auf Okinawa wurde der als Yonshakubo bezeichnet, und man entwickelte dort ein eigenes Selbstverteidigungssystem (Kobudo). Die Jodo Kata werden als Shinken Kata (echte Schwert Formen) bezeichnet. Das Jodo Muso Shinden ryu ist dem Zen Nihon Kendo Renmei (ZNKR, Alljapanischen Kendo Verband) angegliedert. Dieser hat aus den ursprünglich 64 existierenden Kata 12 Formen ausgewählt und benennt diese, ähnlich wie im Iaido die 12 Seitei Iai Kata, Zen Ken Ren Seitei Jodo Kata.
Katori Shinto ryu
Im Katori Shinto ryu wird das Jojutsu noch heute auf der Grundlage von 12 Kata gelehrt. Sechs davon bilden die so genannten „höheren Studien“ (Jo mokuroku). 1955 wurden die Kata von dem Grossmeister des Shindo Muso ryu Shimizu Tagaki in der Zen Nihon Jodo Renmei (ZNJR, Alljapanischen Jodo Verband) systematisiert, und aus dem Jojutsu wurde Jodo. Der ZNJR ist ein eigenständiger Verband.