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Spielfilm von
Rouben Mamoulian
mit Frederic March, Miriam Hopkins, Rose Hobart, Holmes Herbert u.a.
US 1931, digital SD, 75', OV/e, ab 12 J.
In E.T.A. Hoffmanns «Die Elixiere des Teufels» (1815-16) erfüllt sich der Kapuzinermönch Medardus mit diabolischer Hilfe unterbewusste erotomanische Wünsche. In Robert Louis Stevensons Erzählung «The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr Hyde» (1886) wiederum verfolgt der Wissenschaftler Henry Jekyll vorgeblich redliche Ziele: Er beabsichtigt in bester Forschermanier, zum Wohle der Menschheit mit einem Selbstexperiment die Kontrolle über die im Verborgenen ruhenden Schändlichkeiten zu erlangen. Jedoch verliert Jekyll – wie sollte es anders sein – die Kontrolle. Die bis dahin einigermassen gezähmte Bestie im Menschen ist befreit ...
Dieser literarische Stoff inspirierte nicht nur Sigmund Freud, sondern diente auch eine ganze Reihe von Filmemacher*innen als Inspirationsquelle. Auf zunächst mit fix intallierter Kamera abgefilmte Theaterversionen folgten unzählige weitere Verfilmungen, wie beispielsweise der verschollene Film «Der Januskopf» (D, 1920) von Friedrich Murnau. Die zeitgenössische Filmkritik hob damals die Überlegenheit des Films insbesondere hinsichtlich der Visualisierung des Doppelgängerthemas hervor.
Ganz in diesem Sinne gelang Rouben Mamoulian 1931 ein Horrorfilmklassiker par excellence, in dem er sein Kinopublikum nicht nur durch spektakuläre, in der Subjektive gefilmte Szenen an der äusseren Verwandlung von Jekyll/Hyde teilhaben lässt, sondern den Zuschauer*innen darüber hinaus mithilfe von Doppelbelichtungen oder Doppelungen der Tonebene auch verstörende Einblicke in «the inner workings of Jekyll’s mind» ermöglicht. (Thomas R. Atkins: Dr. Jekyll and Mr. Hyde. An Interwiew with Rouben Mamouillian.)