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Statistische Analyse von Unfallhäufigkeiten
Die Untersuchung und Auswertung des Unfallgeschehens im Strassenverkehr stellt eine zentrale Aufgabe von Sicherheitsverantwortlichen dar. Die systematische Analyse der daraus gewonnenen Informationen anhand von statistischen Methoden ermöglicht es, eine fundierte Aussage über das beobachtete Unfallgeschehen zu machen und – wenn nötig – zielgerichtete Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit einzuleiten.
In der Schweiz werden heute sehr unterschiedliche Methoden zur statistischen Analyse von Unfallzahlen angewandt. Diese weisen zum Teil Unzulänglichkeiten auf und sind aufgrund der hohen Komplexität ohne vertiefte statistische Vorkenntnisse für die Gruppe potenzieller Anwender nur bedingt hilfreich. Eine geeignete Hilfestellung für die statistische Analyse von Unfallzahlen ist zurzeit nicht vorhanden. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurde mit der Entwicklung standardisierter, praxistauglicher Methoden zur Beurteilung der zeitlichen Entwicklung von Unfallzahlen und zur Wirkungskontrolle von Massnahmen die entsprechenden Grundlagen geschaffen, um diese Lücke zu schliessen.
- Mit dem Zeitreihen-Monitoring wird dem Sicherheitsverantwortlichen ein Instrument zur Verfügung gestellt, mit dessen Hilfe er allgemeine Entwicklungen im Unfallgeschehen untersuchen kann (z. B. Unfälle mit Fussgängerbeteiligung innerhalb einer Gemeinde oder eines Kantons). Die Methodik basiert auf der Negativ-Binomialregression und erlaubt dem Anwender, beobachtete Trends zu quantifizieren und auf ihre statistische Signifikanz (Verlässlichkeit der Resultate) hin zu beurteilen. Neben der allgemeinen Trendanalyse beinhaltet die Methode ein Frühwarnsystem. Dieses meldet dem Anwender, ob das aktuelle jährliche Unfallgeschehen im Vergleich zu früheren Jahren auffällig hoch ist, und ermöglicht ihm damit zu erkennen, wann und wie dringend er durch geeignete Massnahmen Einfluss nehmen sollte.
Die Methodik für die Wirkungsanalyse basiert ebenfalls auf der Negativ-Binomialregression. Bei der Wirkungsanalyse geht es darum, durchgeführte Massnahmen im Strassenverkehr auf ihre (Sicherheits-)Wirkung zu überprüfen. Mittels einer automatischen Modellselektion können unterschiedliche Ausgangssituationen, die in der Praxis anzutreffen sind, analysiert werden. Das Verfahren ermöglicht dem Anwender, die Wirkung der untersuchten Massnahme zu quantifizieren (z. B. Reduktion des mittleren Unfallgeschehens um X Unfälle pro Jahr), und liefert Hinweise zur statistischen Signifikanz (Verlässlichkeit) der Resultate.
Ein zentraler Bestandteil der beiden Methoden ist die anschauliche Darstellung der Analyseergebnisse. Im Rahmen der automatischen Auswertung werden Unfallzeitreihen, Unsicherheitsbereiche und Trends sowie numerische Kennzahlen zur Trendentwicklung und Veränderung des Unfallgeschehens visualisiert. Dies erleichtert die Interpretation der Ergebnisse erheblich und trägt zu einer höheren Anwenderfreundlichkeit bei.
Ergänzend zu den entwickelten statistischen Methoden wurden Checklisten erstellt. Ein hoher Automatisierungsgrad der Auswertung birgt das Risiko, dass ungeeignete Daten oder unpassende Situationen analysiert werden beziehungsweise, dass dem aktiven Mitdenken des Nutzers zu wenig Beachtung zukommt. Eine solche Gefahr wird durch die Checklisten entschärft. Denn diese enthalten Hinweise zur korrekten Anwendung der Methoden und unterstützen insbesondere die richtige Interpretation der Analyseergebnisse.