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|ab 1850
||Bei Schafen wird die Hirnschwammkrankheit (Scrapie) beobachtet. Die Tiere sterben mit deformierten Gehirnen. Die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar.

|1920
||Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) wird erstmals beschrieben.

|ab 1980
||In Grossbritannien wird auf eine günstigere Art der Tiermehlproduktion umgestellt. Die zerkleinerten Tierkadaver werden satt auf 130 °C nur noch auf 80 °C erhitzt.

|1982
||Die Prionen werden entdeckt. Der amerikanische Forscher Stanley Prusiner behauptet neben Bakterien, Viren, Einzellern und Pilzen einen neuen Krankheitserreger gefunden zu haben: Er nennt sie Prionen resp. deformierte Eiweisskörper. Seine These wird von den meisten Forschern nicht ernst genommen.

|1985
||Im südenglischen Sussex verendet im Februar eine Kuh an einer "rätselhaften Krankheit".

|1986
||Englische Forscher untersuchen erstmals das Gehirn einer an BSE erkrankten Kuh.

|1987
||Die Forscher behaupten, das Tiermehl sei ein Übertragungsweg für BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathy resp. schwammartige Hirnerkrankung bei Rindern)

|1988
||In Grossbritannien verenden 2100 Rinder an der Krankheit. Die Verfütterung von Tiermehl an wiederkäuende Tiere wird verboten.

|1989
||In Irland tritt der erste BSE-Fall ausserhalb von GB auf. Die EU verhängt für T-Bone-Steaks, Knochen mit Mark und Rückenmark aus Grossbritannien ein Importverbot.

|1990
||Die EU verbietet die Verfütterung von Tiermehl an Rinder. In der Schweiz wird der erste Fall von BSE bekannt und die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer wird ebenfalls verboten. Die Einfuhr von Rindern, Tiermehl, Fleisch und Schlachtnebenprodukten aus England wird ab Juni verboten. Das Einfuhrverbot für Tiermehl besteht faktisch seit 1988, da keine Einfuhrbewilligungen mehr erteilt wurden. Für BSE-Fälle besteht Meldepflicht.

Seit Dezember gilt:
- Tötung und Untersuchung der Gehirne von Tieren mit BSE-Verdacht
- Körper von erkrankte Tier werden verbrannt
- Samen, unbefruchtete Eizellen und Embryonen von erkrankten Tieren werden vernichtet
- Verbot der Inverkehrbringung von Milch BSE-verdächtiger oder -verseuchter Kühe
- Markierung und Exportverbot der direkten Nachkommen von BSE-verseuchten Kühen
- Verfütterungsverbot von Fleischmehl, Fleischknochenmehl, Griebenmehl, Griebenkuchen und Futterknochenschrot an Wiederkäuer
- Tiermehle zur Verfütterung an Nutztiere dürfen nur direkt aus zugelassenen Lieferbetrieben importiert werden.
|1991
||Erster BSE-Fall in Frankreich.

|1992
||Erster BSE-Fall in Deutschland. Es handelt sich um ein importiertes Rind.

|1993
||In der Schweiz stirbt eine Kuh an BSE, die nach dem Tiermehl-Fütterungsverbot geboren wurde. Für die Verarbeitung von Schlachtabfällen zu Tiermehl schreibt der Bund vor, dass die Behandlung bei einem Druck von 3 bar und während 20 min bei 133 °C vorzunehmen sei (vorher: 30 min bei 120 °C oder 20 min bei 130 °C).

|1995
||Das erste vCJD-Oper (Stephen Chirchill) stirbt einen qualvollen Tod. Er ist der ersten der drei Menschen, die in diesem Jahr in Grossbritannien an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) sterben. Betroffen sind im Gegensatz zur bisher bekannten Form der Krankheit vor allem junge Menschen. Es entbrennen erste Diskussionen, ob BSE-verseuchtes Rindfleisch eine Ursache sein könnte.

|1996
||In Grossbritannien sterben 10 Patienten an vCJK. Die EU verhängt ein Embargo für britisches Rindfleisch. Einige Länder verbieten auch den Import von Rindfleisch aus der Schweiz (Jahreskontingent davor etwa 15000 Tiere; Die bisherigen Hauptkunden waren Italien und Deutschland). In der Schweiz darf Risikomaterial (Tierköpfe, Rückenmark, Kadaver) nicht mehr für die Tiermehlproduktion verwendet werden (Menge bisher ca. 30000 t/Jahr). Zur Verbrennung werden Zementöfen verwendet. Ab September müssen alle direkten Nachkommen von BSE-verseuchten Kühen getötet werden.

|1997
||In Grossbritannien sterben erneut 10 Patienten an vCJD. Stanley Prusiner, der Entdecker der Prionen, erhält den Nobelpreis für Medizin. Es ist nun bekannt, dass bei der Traberkrankheit der Schafe (Scrapie), bei BSE von Rindern und bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) bei Menschen Prionen beteiligt sind. Englische Studien belegen den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch und dem Ausbruch der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen.

|1998
||18 vCJD-Tote

|1999
||Das Exportverbot für britisches Rindfleisch wird mit gewissen Einschränkungen aufgehoben. Rinder aus der Schweiz dürfen in vielen Ländern aber noch nicht eingeführt werden. Anlässlich der Hilfsaktion "Kühe für Kosovo" werden knapp 2000 Tiere auf dem Luftweg in den Kosovo transportiert. 14 vCJD-Tote.

|Sommer 2000
||BSE-Tests zeigen in Frankreich eine realtiv grosse Verbreitung der Seuche. Es werden 100 erkrankte Tiere gefunden. Frankreich hat die ersten beiden vCJD-Opfer zu beklagen. Der Rindfleischmarkt bricht um 40 % ein.

|Nov. 2000
||In Fankreich wird die Produktion von Tierfutter mit Tiermehlanteil generell verboten. T-Bone-Steaks dürfen nicht mehr verkauft werden.

Die britische Regierung rechnet in den kommenden Jahrzehnten mit bis zu 136000 Opfern der vCJD. Bisher sind in Grossbritannien 89 Personen an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben.
|Dez. 2000
||Die EU-Agrar-Minister beschliessen ein auf 6 Monate befristetes Fütterungsverbot mit Tiermehl.

Die Meldung, dass die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auch durch chirurgische Instrumente übertragen werden kann, löst erneut Diskussionen aus. In der Schweiz will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) baldmöglichst einen neuen Entwurf für eine entsprechende Verordnung vorlegen.
In der Schweiz fallen aus der Fleischproduktion pro Jahr 110000 t Schlachtnebenprodukte an, die in der Zementindustrie entsorgt werden müssen.
In der Schweiz sind bis Ende 2000 bisher 17 Rinder an BSE erkrankt. 16 Tiere waren bei Tests BSE-positiv.
|Mai 2001
||Erster BSE-Fall bei einer 6 Jahre alten Kuh in Tschechien und damit zum ersten Mal in einem Land des früheren Ostblocks.

|Juni 2001
||Forscher der ETH Zürich finden beim Huhn sehr ähnliche Prionenstrukturen wie beim Rind. Es wird bis zum Beweis des Gegenteils ein gewisses Infektionsrisiko postuliert.

|Oktober 2004
||Verdachtsfall bei Ziege aus Frankreich