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magliar
I tr, 1. (vom Menschen) essen, speisen, Nahrung zu sich nehmen. – a) (mit Adv.) ~ avunda, sich satt essen; ~ enguord, gierig essen; ~ da gust, tüchtig essen; ~ mal, schlecht essen, keinen Hunger haben; ~ ordeifer, auswärts essen. – b) (mit Subst.). – a) ~ ensolver, das Morgenessen einnehmen; ~ tscheina, zu Abend essen. – b) (fig.) magliar fèl, ~ gretta, sich ärgern. – c) (Verb + da magliar) haver da ~, zu essen haben; dar da ~, zu essen geben, speisen; füttern; tgei dat ei oz da ~? was gibt es heute zu essen? – d) (verbale Verb.). – a) (eigtl.) ~ ora, aufessen, fertig essen; ~ si tut, alles aufessen. – b) (vergl.) ~ da schluppar/~ sc'in luf/~ sc'in russer/~ sc'in um d'uaul, sich toll und voll essen; ~ sc'ina gaglina, wenig essen. – g) (fig.). – (1) ~ en tut, alles für sich beanspruchen. – (2) ~ en enzatgi, jem. (vor Liebe, usw.) auffressen. – (3) ~ dafertontier ils truffels ch'ins cava, von der Hand in den Mund leben. – (4) ~ vi preit e paglia/~ si Brescha e Milaun/~ si rubas e strubas/~ si (vi) sia facultad, alles aufzehren, verschwenden, sein Vermögen durchbringen. – (5) schar sferdar ils maluns avon che ~, etwas nicht so heiss essen wie es gekocht ist. – (6) ~ ord la medema scadiala, aus der gleichen Schüssel essen, am gleichen Strick ziehen. – d) (far/stuer u. magliar) stuer ~ ora per enzatgei, für etw. büssen, herhalten müssen; far ~ ora enzatgi, jem. für etw. büssen lassen. – 2. (spez.; vereinz.) (vom Geiss-, Schafhirten) in Kost gehen, die Speise bekommen; ~ ina, duas, treis nuorsas, für das Hüten von einem, zwei oder drei Schafen verköstigt werden. – 3. (vom Vieh) fressen; ~ ora cul muvel, das Vieh ausfüttern, d.h. das Heu auf dem Maiensäss oder in einer Gadenstatt verfüttern; jeu magliel ora si Pardatsch, ich füttere (das Vieh) in Pardatsch droben aus; dar da ~, verfüttern, füttern. – 4.a) (vom Rost, usw.) zerfressen, angreifen; ~ atras, sich durchfressen; ~ en, sich einfressen. – b) (vom Wasser) aushöhlen; ~ ora la riva, das Ufer aushöhlen. – 5. (vereinz.; beim Kartenspiel) stechen. – II intr, kribbeln, jucken (auf der Haut), bes. impers.: ei maglia, haver che maglia, jucken, Juckreiz empfinden. – III refl semagliar, 1. sich zersetzen, zerfallen, verwittern; quei semaglia plaun allaga, das verwittert nach und nach; la teila semaglia, das Tuch zerfällt, zersetzt sich. – 2. (rezipr.) semagliar en, sich gegenseitig auffressen.
sich ärgern, alles für sich beanspruchen, verschwenden, sein Vermögen durchbringen, am gleichen Strick ziehen
[alpinlomb., ostoit. Ansatz ¡magliar¬ unbekannter Herkunft; die etym. Vorschläge gehen von spätlat. *magulare (zu magulum ‘Maul') über manducare ‘essen', *malleare ‘mit dem Hammer zertrümmern' bis zu *maliare (zu mala ‘Kiefer')].