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Ross McElwee
Vereinigte Staaten | 1977 | 60 min
Sprache : Englisch
Untertitel : Französisch
Charleen bringt als Abschlussfilmprojekt des MIT Graduate Program in vollendeter Form den Kern von Ross McElwees Kino zum Ausdruck. Für diesen ersten mittellangen Dokumentarfilm konzentriert sich der Regisseur auf ein Thema, das ihm vertraut ist und das er über die Jahre verfolgen wird. Charleen Swansea, die Highschool-Schülern in Arbeitsgruppen Poesie unterrichtet, ist eine charismatische, schnellsprechende, typische Südstaaten-Figur. Auf der Flucht vor ihrem Vater und der Suche nach einer neuen Vaterfigur kam sie in Kontakt mit so aussergewöhnlichen Dichtern wie E. E. Cummings. Mit Ezra Pound, der in Washington in der Psychiatrie sass, unterhielt sie ebenfalls eine freundschaftliche Beziehung. Über Charleens Poesie-Arbeitsgruppen gelingt es McElwee, ein überzeugendes Porträt von Charlotte, ihrer Heimatstadt in North Carolina zu zeichnen, wo sie geboren und aufgewachsen war, und die Komplexität einer aussergewöhnlichen Frau deutlich zu machen. Mit Charleen hat McElwee das Mass und die Stimme gefunden, die die Grundlage seiner späteren grossen Werke bilden.
Giona A. Nazzaro