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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Klimaerwärmung schreitet schneller voran als bis jetzt vorausgesagt. Die Wissenschaftler sagen, es sei bereits fünf nach zwölf. Die Schweiz reagiert sehr empfindlich auf die Klimaerwärmung. Im Alpenraum ist im Vergleich zum globalen Mittel die Erwärmung zurzeit rund doppelt so stark. Die besorgniserregenden Konsequenzen des Klimawandels werden gerade im Berggebiet immer deutlicher. In der Klimapolitik wird trotz Pariser Vertrag von politischem Versagen gesprochen. </p><p>Der Bundesrat wird ersucht, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Lehren zieht er für die Schweiz und insbesondere für den Alpenraum aus dem Hitzesommer 2018?</p><p>2. Welche Folgen des Klimawandels werden bis 2050 konkret für die Bevölkerung im Schweizer Berggebiet erwartet?</p><p>3. Könnten gewisse Regionen unbewohnbar werden? Wenn ja, unter welchen Umständen?</p><p>4. Welche Entwicklungsperspektiven sieht er für den Wintertourismus, für den Wintersport bis 2050?</p><p>5. Welche Folgen werden durch den Rückgang der Gletscher bis 2050 für den Wasserhaushalt erwartet? Welche Wassernutzungskonflikte werden bis dann zunehmend virulent?</p><p>6. Welche Massnahmen treffen Bund und Kantone, um schwerwiegende Veränderungen früh zu erkennen?</p><p>7. Wie werden die von Bund, Kantonen und Gemeinden getroffenen Massnahmen koordiniert?</p><p>8. Wie hoch werden die jährlichen durchschnittlichen Kosten des Klimawandels in der Schweiz bis 2050 geschätzt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Sommer 2018 (Juni bis August) war schweizweit betrachtet nach 2003 und 2015 der drittwärmste und das Sommerhalbjahr (April bis September) gemäss vorläufigen Auswertungen des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie (Meteo Schweiz) das wärmste und regional das niederschlagsärmste seit Messbeginn. Einen Bericht zur klimatologischen Einordnung des Sommers 2018 wird Meteo Schweiz noch vor Ende 2018 veröffentlichen. Für fundierte Aussagen zu den Auswirkungen von Hitze und Trockenheit ist es hingegen noch zu früh. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) wird eine Analyse der Auswirkungen von Hitze und Trockenheit auf Mensch und Umwelt erarbeiten und im Jahr 2019 veröffentlichen.</p><p>2./4. Der Klimawandel hat auch in der Schweiz bedeutende Veränderungen zur Folge. Der Bericht "Brennpunkt Klima Schweiz" der Akademien der Wissenschaften Schweiz zeigt die erwarteten Auswirkungen auf. Selbst wenn es gelingt, den globalen Temperaturanstieg auf weniger als 2 Grad Celsius zu begrenzen, ist damit zu rechnen, dass die Schweizer Gletscher bis Mitte Jahrhundert im Vergleich zu 2000 um rund 50 Prozent abschmelzen und dass der Permafrost weiter auftaut. Dies wirkt sich auf den Wasserkreislauf und - je nach Geologie - auf die Hangstabilität aus. Der Wintertourismus ist von der abnehmenden Schneesicherheit in tiefen und mittleren Höhenlagen betroffen. Hochgelegene Tourismusdestinationen können hingegen davon profitieren, dass sie - auch im Vergleich zu Nachbarländern - eine hohe Schneesicherheit bieten. Die Landwirtschaft könnte von einer längeren Vegetationsperiode profitieren, sofern die Verfügbarkeit von Wasser sichergestellt ist.</p><p>3. Extremereignisse sind ein natürlicher Bestandteil des Klimas in den Alpen. Die Gefahrenprävention in der Schweiz schützt Siedlungen, Verkehrswege und Infrastrukturen im Alpenraum. Doch selbst modernste Schutzkonzepte können keine absolute Sicherheit gewähren, und gewisse Gebiete können infolge des Klimawandels unbewohnbar werden.</p><p>5. In vergletscherten Einzugsgebieten wird das Schmelzwasser über die nächsten Jahre für leicht höhere Abflussmengen sorgen. Der weitere Rückgang der Gletscher wird aber dazu führen, dass der Schmelzwasseranteil und die Abflussmengen langfristig sinken, auch wenn der zusätzliche Schmelzwasseranteil im Vergleich zu den Niederschlagsmengen klein ist. Die Wassernutzung (Wasserkraft, Landwirtschaft, Ökologie) wird sich auf ein neues Abflussregime einstellen müssen. </p><p>6. Im Rahmen des schweizerischen Gletschermessnetzes Glamos werden die Veränderungen der Gletscher im Schweizer Alpenraum jährlich gemessen. Das Permafrost-Monitoring Permos überwacht systematisch den Zustand und die Veränderungen des Permafrosts in den Schweizer Alpen. Instabile Hänge werden basierend auf Satellitenradardaten überwacht. In gefährdeten Gebieten sorgen Frühwarnsysteme vor Ort für mehr Sicherheit. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms (NFP) 61 wurde die Informationsplattform drought.ch zur Früherkennung von Trockenheit entwickelt. Schleichende Veränderungen in der Biodiversität werden vom Biodiversitätsmonitoring Schweiz erfasst. </p><p>7. Der Bundesrat hat im Jahr 2012 den ersten Teil seiner Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz mit Zielen, Herausforderungen und Handlungsfeldern und im Jahr 2014 als zweiten Teil einen Aktionsplan für die Jahre 2014 bis 2019 mit 63 Anpassungsmassnahmen verabschiedet. Der zweite Aktionsplan für die Periode 2020-2025 ist in Vorbereitung. Die Koordination zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden erfolgt einerseits im Rahmen der Sektorpolitiken, andererseits findet jährlich eine Koordinationskonferenz zwischen Bund und Kantonen statt, wo die Anpassungsstrategien abgeglichen werden. Die Erarbeitung von Wissensgrundlagen für die Anpassung an den Klimawandel wird im Rahmen des National Centre for Climate Services (NCCS) koordiniert. Unter anderem wurden in den letzten vier Jahren neue Klimaszenarien für die Schweiz erstellt und im November 2018 veröffentlicht.</p><p>8. Es liegen keine umfassenden Schätzungen der Kosten des Klimawandels bis 2050 vor.</p>  Antwort des Bundesrates.