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Das Minimale Geodatenmodell «Planung der Revitalisierungen von Seeufern», Identifikator 191.2, wurde im April 2020 von der BAFU-Direktion verabschiedet.
Gemäss dem verabschiedeten MGDM können die Geometrien auf zwei verschiedene Arten erfasst werden:
- Planarer Ansatz: Jede Strecke ist mit einem geometrischen Element verbunden, welches genau dieser Strecke, z.B. einem bestimmten Nutzen für Natur und Landschaft, entspricht.
- Linearer Ansatz: Eine Information auf einer Strecke, z.B. der bestimmte Nutzen für Natur und Landschaft, wird durch Angabe von relativen Positionen auf einer Linie als ein Streckenbereich definiert. Zu dieser Linie muss ein Referenzsystem definiert werden, damit die relativen Positionen darauf definiert werden können.
Bei einer ersten konkreten Umsetzung durch einen Kanton wurde festgestellt, dass das verabschiedete MGDM beim linearen Ansatz Fehler hat, der GIS-relevante Teil des Referenzsystems fehlt. Somit kann die lineare Referenzierung mit der verabschiedeten Version nicht korrekt abgebildet werden.
Es gibt zwei Varianten mit dieser Situation umzugehen:
- Das MGDM müsste um ca. drei weitere Klassen ergänzt werden, damit die Geodaten korrekt linear referenziert abgebildet werden könnten.
- Der lineare Ansatz wird aus dem MGDM gelöscht.
Erwägungen zu Variante 1:
- Verschiedene GIS-Systeme haben Mühe mit linearen Referenzierungen umzugehen.
- Kantone, welche damit arbeiten, exportieren bei einer Abgabe an externe Stellen fast ausschliesslich planare Daten (der Aufwand dazu ist relativ klein).
- Aufwand und Komplexität der Modellerweiterung, insbesondere in der Umsetzung, erscheint im Verhältnis zur Häufigkeit der Nutzung als zu gross.
Erwägungen zu Variante 2:
- Das Modell wird vereinfacht.
- Der Datenherr hat die Hoheit der Umwandlung von linear auf planar. Nicht jeder spätere Nutzer macht dies auf seine eigene Art, evtl. fehlerbehaftet.
- Planare Informationen können direkt in den gängigen Formaten (z.B. GeoPackage, Shape) abgebildet werden und diese Formate können mit unterschiedlichen GIS-Systemen leicht bearbeitet werden.
- Datenaustausch (Import, Export) wird einfacher.
- Diejenigen Kantone, die kantonsintern mit linearer Referenzierung arbeiten, haben in ihren GIS eine Funktion zur Verfügung, um für Exporte die Daten einfach entsprechend planar zu wandeln.
- Die kantonalen Daten werden zusätzlich harmonisiert, da sie in der exakt gleichen Geometrie-Struktur zur Verfügung gestellt werden.
- Alle Kantone liefern die Daten gleichartig, also planar, was Austausch, Weiterverarbeitung, Auswertung und Verwendung vereinfacht.
Die Fachinformationsgemeinschaft (FIG, bestehend aus VertreterInnen der kantonalen Fachämter,
KKGEO, KOGIS und BAFU), welche bereits das MGDM erarbeitet hat, ist zum Schluss gekommen,
dass Variante 2 im MGDM umzusetzen ist. Die FIG ist zudem der Ansicht, dass dazu die Meinung
aller Kantone eingeholt werden soll. Aus diesem Grund wurde entschieden, genau zu diesem Punkt
eine zweite, eingeschränkte Anhörung durchzuführen. Eingeschränkt deshalb, weil genau nur die
Anpassungen des MGDM, welche nötig sind bei der Löschung des linearen Ansatzes, zur Disposition
stehen. Alle anderen Teile des MGDM stehen NICHT zur Diskussion.
Folgende Anpassungen wurden an der verabschiedeten Version vorgenommen:
- Kap. 3: UferlinienGeometrie vereinfacht
- Kap. 4: UML-Klassendiagramm und Objektkatalog vereinfacht
- Kap. 8: Interlis-Modelldefinition entsprechend angepasst
Die Modelldokumentation mit den Korrekturen und ein Stellungnahmeformular können unter
www.bafu.admin.ch/geodatenmodelle --> In Anhörung heruntergeladen werden. Für das Verfassen
der Stellungnahmen steht zusammen mit den Modellunterlagen eine Dokumentvorlage im Word-
Format bereit.
Wir bitten Sie, Ihre Stellungnahme in elektronischer Form unter Verwendung der Dokumentvorlage bis zum 23.12.2020 an <email-pii> einzureichen. Wir wären Ihnen dankbar, wenn wir eine innerkantonal abgestimmte und bereinigte Stellungnahme erhalten würden.
Bundesamt für Umwelt BAFU
Dies ist eine Information von einer Fachstelle des Bundes. Bitte leiten Sie diese Information an Ihre dafür zuständige kantonale Fachstelle weiter.