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Eine brasilianische Legende, die bereits den Indianern zur Zeit der invasiven Entdeckung der Portugiesen bekannt war. Indios und Jesuiten nannten ihn damals “Caiçara“ – “Caipora“ galt als der Beschützer der jagdbaren Tiere und der Wälder.
Er wird beschrieben als ein Zwerg mit roten Haaren, einem grünen Fell und grünen Zähnen. Als Beschützer der Bäume und der Tiere pflegt er die Naturzerstörer und Jäger, welche zum Vergnügen töten, zu bestrafen – er ist stark und mächtig.
Seine Füsse, die mit den Zehen nach hinten zeigen, nutzt er, um die Jäger irrezuführen – so verfolgen sie stets eine falsche Richtung. Wer ihm begegnet, verliert vollkommen die Orientierung und findet nicht mehr nachhause. Ihn zu fangen ist unmöglich. Um seine Opfer zu verunsichern, lockt er sie manchmal mit Schreien, die einer menschlichen Stimme ähnlich sind. Man nennt ihn auch “Vater“ oder “Mutter des Waldes“, “Curupira“ und “Caapora“. Für die Guarani-Indios ist er der “Dämon des Waldes“. Manchmal kann man ihn beobachten, wie er auf einem Wildschwein reitet.
In einem Brief von 1560 berichtet der Pater Anchieta: “Hier gibt es gewisse Dämonen, von den Indianern “Curupira“ genannt, von denen sie oft im Wald angegriffen werden – die peitschen die Indianer aus und verwunden sie sehr“. Und die Indianer hinterliessen auf Lichtungen Federschmuck, Körbe und Decken, um den Curupira versöhnlich zu stimmen. Und noch heute – so behauptet die Legende – sollte man eine Rolle Tabak mit sich führen, falls man sich in den Wald begibt – um gerüstet zu sein, wenn man ihm begegnet.
Trivialnamen: “Caipora, Curupira, Pai do Mato, Mãe do Mato, Caiçara, Caapora, Anhangá”, und andere.
Wahrscheinliche Herkunft: Er stammt aus der Mythologie der Tupi-Indios – die ersten Berichte stammen aus der brasilianischen Südostregion und datieren aus der Zeit der Entdeckung. Danach breitete sich die Legende über das ganze Land aus – zusammen mit dem “Saci“ ist der “Caipora“ die populärste Sagengestalt überhaupt.
Unter den Tupi-Guarani existierte eine andere Variante des “Caipora“, genannt “Anhangá“ – ein bösartiges Wesen, das Krankheiten verbreitete und die Indianer tötete. Ähnliche Figuren gibt es unter fast allen Indios Latein- und Zentralamerikas. In El Salvador, den “El Cipitío“ – sowohl ein Geist des Waldes als auch der urbanen Zentren, mit denselben Attributen des “ „Caipora“: den verdrehten Füssen und der Fähigkeit, die Menschen zu verwirren – und noch etwas mehr: dieser “El Cipitío“ liebt es, Frauen zu verführen!
Je nach Region, kann er auch als einbeinige Frau auftreten, die sich hüpfend vorwärts bewegt – oder als einbeiniges Kind – oder als Riese, der auf einem Wildschwein reitet, gefolgt von einem Hund, der “Papa-mel“ (Honigfresser) heisst.
Auch sagt man, dass er die Macht besitzt, tote Tiere wieder zum Leben zu erwecken und, dass er der Vater vom “Saci-Pereré“ sei. Es gibt sogar eine Version, in der man die Strafe beschreibt, welche den aus Sport oder Vergnügen tötenden Jäger ereilt: Der Zwerg verwandelt seine Familienangehörigen in Beutetiere, die vom ahnungslosen Jäger dann erschossen werden.