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Ausgangspunkt ist Robert Schumanns berühmter Liederzyklus «Frauenliebe und -leben» (1841), in dem eine Liebesgeschichte vom Moment der ersten Begegnung bis zum Tod des Geliebten erzählt wird, und dessen Erzählperspektive stark in seiner Zeit verwurzelt ist. Als Kontraste dazu werden einerseits Auszüge gespielt aus Cheryl Frances-Hoads «One Life Stand», einer zeitgenössischen Antwort auf Schumann. Andererseits greifen Folksongs von Anaïs Mitchell und Josh Ritter Sujets auf, die bei Schumann und Frances-Hoad anklingen, und die hier wie dort ohne emotionale Distanz erzählt werden.
A Fond Heart ist auch konzeptuell ein Projekt der Begegnungen. Zwei Komponisten treffen zwei Komponistinnen. Romantik trifft auf Zeitgenössische Musik und Folk. Sängerin Sarah Widmer wechselt zwischen klassischem Gesang und Folk-Storytelling. Der Pianist Edward Rushton, selbst ein angesehener zeitgenössischer Komponist, trifft als Interpret auf den Interpreten Trummer, selbst ein angesehener Singer-Songwriter.
Die Werke, die Autor*innen
Frauenliebe und -leben, Robert Schumann
Frauenliebe und -leben op. 42 ist ein 1840 komponierter Liederzyklus von Robert Schumann (1810 – 1856) für mittlere Stimme und Klavier auf Texte aus dem 1830 erschienenen gleichnamigen Gedichtzyklus von Adelbert von Chamisso (1781 – 1838), in dem der Lebensweg einer Frau von der ersten Liebe bis zum Tod des Ehemanns nachvollzogen wird. Das dargestellte Frauenleben entspricht den moralischen Normen des 19. Jahrhunderts der treuen und hingebungsvollen Ehefrau. (Wiki)
One Life Stand, Cheryl Frances-Hoad
Cheryl Frances-Hoad (geb. 1980) ist eine britische Komponistin. Sie schloss 2001 ihr Studium ab am Gonville and Caius College (Cambridge University). Ihre Musik wurde als "eine Glaubenserklärung an die ewigen Wahrheiten der Komposition" (The Times) beschrieben, mit "einer Stimme, die nicht nur mit Ideen überfüllt ist, sondern auch mit der Disziplin und Kunstfertigkeit, die notwendig sind, um sie zu nutzen" (The Scotsman). Klassische Traditionen prägen ihre Arbeit zusammen mit zeitgenössischen Inspirationen aus Literatur, Malerei und Tanz. www.cherylfranceshoad.co.uk One Life Stand nimmt Schumanns legendären Liederzyklus als Inspiration und spiegelt ihn mit acht Gedichten der Dichterin und Kriminalautorin Sophie Hannah aus zeitgemässer Perspektive. Eines der herausragenden Merkmale von One Life Stand ist der Einfallsreichtum seines Klaviersatzes, der den Verlauf einer lebensprägenden Beziehung aus der Sicht der Frau nachzeichnet.
Diverse Folksongs, Anaïs Mitchell
Anaïs Mitchell (1981) ist eine amerikanische Singer/Songwriterin, die bisher 6 Alben veröffentlicht hat. Ihre Karriere begann auf dem Label Righteous Babe der Indie-Ikone Ani DiFranco. Ihre meist in sparsam instrumentierten Arrangements produzierten Songs zeichnen sich aus durch Mitchells launische Melodien, die sie mit ihrer bemerkenswert perkussiv gezupften Folkgitarre begleitet. Mitchells Texte erzählen lyrisch und literarisch fein durchgearbeitet vom Privaten - und finden immer wieder das Gesellschaftspolitische darin. Das macht sie zu einer interessanten Ergänzung für die Gegenüberstellung von Schumann und Frances-Hoad. Aktuell wird Mitchells bekanntestes Werk für eine Broadway-Show produziert: Die Folkoper «Hadestown» erzählt den Mythos von Orpheus & Euridyke als anti-kapitalistische Liebesgeschichte.
Diverse Folksongs, Josh Ritter
Josh Ritter (1976) ist einer der interessantesten US-Singer/Songwriter seiner Generation. Musikalisch vielseitig hat er bereits 9 Alben veröffentlicht, vom lauten Rock auf «The Historical Conquests of Josh Ritter» bis zum kammermusikalisch orchestrierten Erzählwerk «So Runs The World Away». Herausragend machen ihn vor allem seine literarisch ambitionierten Texte, in denen es ihm immer wieder gelingt, aus der poetischen Betrachtung von Alltagsmomenten heraus eine Tür zu öffnen zu einer überraschenden philosophischen Weitsicht. 2011 ist sein erstes Buch erschienen, die Novelle «Brights Passage».
Die Auftretenden
Sarah Widmer, Gesang
Sarah Widmer ist geboren und aufgewachsen im Raum Bern. Als begeisterte Sängerin ist sie in verschiedensten kammermusikalischen Formationen zu hören und beschäftigt sich neben der klassischen Musik auch viel mit Pop- und Volksmusik. Sie singt in diversen professionellen Ensembles. Darunter im Kernchor der Zürcher Singakademie, beim Vokalensembles larynx – Basel, dem DAVOS FESTIVAL Kammerchor und ist als Solistin ebenso rege tätig. Während des Pädagogikmasters in Luzern bei Liliane Zürcher erhielt sie wichtige Impulse in einem Erasmus-Semester in Rostock (DE) bei Carola Höhn.
Im Sommer 2016 hat sie bei Werner Güra an der Hochschule der Künste in Zürich den Master Performance mit Auszeichnung abgeschlossen. Seither bildet sie sich bei Wessela Zlateva in Wien weiter. In den Rollen der Mirabella (Zigeunerbaron-Strauss), der Mrs. Peachum (Beggar’s Opera-Britten) und der Costanza (L’isola disabitata-Haydn) konnte sie Erfahrungen im Musiktheater machen. www.sarahwidmer.ch
Edward Rushton, Klavier
Der Pianist und Komponist Edward Rushton studierte in England, Schottland und der Schweiz. Seit 2000 ist er Dozent für Liedbegleitung an der Musikhochschule Luzern. Als Liedbegleiter und Kammermusiker ist er in Deutschland, Grossbritannien, Belgien, Polen, Frankreich, Italien, Griechenland und der Schweiz, mit SängerInnen wie Juliane Banse, Sybille Diethelm, Annina Haug, Jeannine Hirzel, Yvonne Naef, Robin Adams, René Perler, Jakob Pilgram, Lázsló Polgár, Jonathan Sells und Simon Wallfisch aufgetreten. Er spielt auch in verschiedenen kammermusikalischen Formationen. Er hat mehrere CDs für die Labels Nimbus, Guild Music, Musicaphon, Musiques Suisses, BIS, Delphian und Lyrita eingespielt.
Seine Vorliebe für das Liedrepertoire und sein Wunsch, dieses weiter zu verbreiten, veranlasste ihn 2015 das Projekt “Besuch der Lieder” ins Leben zu rufen, mit dem Zweck, zusammen mit einem auserlesen Ensemble von SängerInnen und PianistInnen Liederabende in Privaträumen der Schweiz zu veranstalten. www.edwardrushton.net
Christoph Trummer, Gitarre / Gesang
Trummer ist seit 2002 als Singer/Songwriter unter seinem Familiennamen unterwegs und hat 8 Alben veröffentlich, seit 2007 in Mundart. Sein Debut war 2004 DRS3-SwissTop-Finalist (heute «Best Talent»). 2011 wurde er ausgezeichnet mit dem Preis der SUISA-Stiftung für „sein ausserordentliches Werk als Singer/Songwriter“. Das CD-Buch «Heldelieder» nannte Stephan Eicher einen «tief berührenden (…) mutigen Versuch neue Transportmittel für musikalische Ideen zu erfinden.» Zuletzt erschien «Labor1: Amne sichere Ort» (2018). Als Musiker und Texter arbeitete er u.a. mit Büne Huber (Patent Ochsner), Valeska Steiner (BOY), Nadja Stoller, Sina, Adrian Stern, Julian Sartorius, Trio Pflanzblätz oder dem Metropolnity Orchestra Bratislava unter Kaspar Zehnder.
Als Theatermusiker und -schauspieler war Trummer u.a. für Schauplatz International oder als «Herr Lehmann» im gleichnamigen Musik-Theater auf der Bühne. 2016 erschien «Ischt net mys Tal emitts», ein Lesebuch der Frutiger Autorin Maria Lauber (1891-1973) für das Trummer mit Nadja Stoller diverse Gedichte vertonte. Er war auch verantwortlich für die Dramaturgie der Texte. Trummer arbeitet 40% als politischer Leiter des Musikverbandes SONART. www.trummeronline.ch