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Der Merenschwander Autor Marcel Huwyler las aus seinem dritten Kriminalroman «Frau Morgenstern und die Verschwörung» im Refektorium in Muri. Ursprünglich sollte die Hauptfigur, Violetta Morgenstern, Violetta Sternenberg heissen. Doch kurz vor der Veröffentlichung seines ersten Romans teilte ihm sein Verlag mit, dass der Name Sternenberg bereits in einer anderen digitalen Veröffentlichung benutzt wurde. Daher hätte er 24 Stunden Zeit, sich einen neuen Nachnamen für Violetta zu überlegen. «Ich bin mit Sternenberg aufgestanden und mit ihr eingeschlafen. Einen neuen Namen innerhalb von nur einem Tag finden zu müssen war für mich, wie wenn ich auf dem Friedhof stehe, der Sarg meiner Frau wird herabgelassen und ich soll währenddessen auf einer Datingplattform bereits nach einer neuen Frau suchen.»
Im Anschluss an die Lesung konnte das Publikum noch Fragen an Marcel Huwyler stellen. Eine Person wollte wissen, ob es denn Parallelen zu seinem Leben gebe. Violetta Morgenstern sei eine ehemalige Lehrerin gewesen, und er habe in Muri auch als Primarstufenlehrer im Schulhaus Badweiher unterrichtet. «Wenn ich diese Frage jetzt mit Ja beantworte, dann bekomme ich noch Probleme mit der Schulpflege Muri», lautete die Antwort des Autors.
Als Marcel Huwyler die Anfrage von Peter Hauser, Präsident der VHS Oberes Freiamt, für die Lesung erhielt, dachte Huwyler zuerst, dass ihn jetzt seine Merenschwander Vergangenheit einholen würde. Damals gründete er zusammen mit Kollegen einen illegalen privaten Radiosender. Dort spielten sie Platten ab und Huwyler war für die Moderation zuständig. Um festzustellen, wie weit ihr Senderadius reicht, fuhren die Jugendlichen mit ihrem Velo das Freiamt ab. «Als wir feststellten, dass wir bis über Obfelden hinaus senden würden, stand für uns fest, dass wir, um nicht belangt werden zu können, uns andere Namen geben und in einem anderen Dialekt sprechen mussten. Ich entschied mich für einen Bündner Dialekt und mein Deckname war Peter Hauser. Sie können sich vorstellen, was mir durch den Kopf ging, als ich den Namen Peter Hauser auf der Anfrage las», erklärte Huwyler seine Aufregung.
Die Unterrüterin Yvonne Richner plant in Merenschwand eine Auffangstation für Reptilien. Die gelernte Tierpflegerin ist eine Expertin in Sachen Echsen. Schon von frühester Kindheit an konnte sie die Tiere trotz ihrer guten Tarnung schnell ausfindig machen. «Immer wenn ich einen Vortrag über Schlangen und Echsen halte und erwähne, dass diese als einzige Lebewesen zwei Penisse haben, ist die Freude bei den Männern anfänglich gross. Diese hält nur leider nicht lange an. Wenn ich die Begründung dafür nenne, weicht dem Lachen ein Entsetzen. Sie haben deshalb zwei Penisse, damit sie, wenn sie bei der Paarung angegriffen werden, schnell die Flucht ergreifen können, um vom Feind nicht gefressen zu werden. Bei der Flucht reisst der begattende Penis ab. Um sich dann doch noch fortpflanzen zu können, hat die Natur ihnen einen zweiten ‹Reservepenis› gegeben.» Auch der Chloschtergeischt findet, dass ein abgerissener Penis immer noch besser ist, als gefressen zu werden. Erst recht, wenn es die Natur so eingerichtet hat, dass noch Reserve da ist. -- Susanne Schild