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Untertitel: «Offizielle Präsentation» am Erntedankfest in Plaffeien
Die Spritze konnte nach einem jahrzehnte langen «Dornröschenschlaf» (so lange war der Motor nämlich blockiert) wieder nach Plaffeien geholt werden. 1926 war dies im Sensebezirk die erste Motorspritze. Die Brandversicherung übernahm 18 Prozent der Anschaffungskosten.
Konstrukteur Schenk instruierte bei der ersten Probe die Feuerwehrleute persönlich. Die Motorspritze wiegt 850 kg, hat einen 10-PS-Motor und erbringt eine Pumpenleistung von 600 Minutenlitern. Die Anschaffungskosten betrugen 9600 Franken, inklusive 250 Meter Schläuche.
Die Motorspritze wird von zwei Pferden gezogen und bietet inklusive Fuhrmann sechs Sitzplätze. Der Motor wird mit durchlaufendem Wasser gekühlt. Die Bedienung mit Einstellung der Kühlung und der Ansaugvorrichtung ist äusserst heikel.
Zwischen 1926 und 1951 kam die Motorspritze bei mehreren Bränden zum Einsatz. Kommandanten waren damals Fidel Perroulaz, Peter Käser und Peter Raemy. Das letzte Mal kam sie 1950 beim Brand bei der Familie Aebischer (Balmers) im Telmoos zum Einsatz. Doch war die Spritze sehr schlecht eingestellt und die Schläuche in einem miserablen Zustand, so dass das Wasser teils auf der Strasse wieder in den Dorfbach zurückfloss und die Kirchgänger den Wasserfontänen aus den löchrigen Schläuchen ausweichen mussten. 1951 wurde sie durch eine Motorpumpe ersetzt, montiert auf einem Einachswagen, von einem Motorfahrzeug gezogen.
Die Feuerwehr-Motorspritze Jg. 1926 wurde der Firma Paraflamme an Zahlung gegeben und weiterverkauft. Nach langem Suchen wurde der damalige Feuerwehrkommandant Max Hayoz in Corjolens fündig, wo sie bis in die 60er-Jahre in Betrieb war. Der dortige Feuerwehrkommandant erwarb sie dann privat, und so blieb sie im Eigentum der Familie Messer.
1977 kam sie an der 75-Jahr-Feier des Feuerwehrverbandes Sense zum Einsatz, konnte aber nicht gekauft werden. Ende September 1998 konnte die Motorspritze dann – in einem erbärmlichem Zustand – in einer Blitzaktion vom Kader der Feuerwehr Plaffeien erworben werden. Mitte 1999 wurde ein Verein gegründet, der seitdem über 1000 Stunden für die Restaurierung aufgewendet und – inklusive Ankauf – gegen 12000 Franken investiert hat. Im Jahr 2002 zeigte man sie an der 100-Jahr-Feier des Feuerwehrverbandes des Sensebezirks.
Am Erntedankfest wurde sie zum ersten Mal wieder offiziell mit zwei Strahlrohren gezeigt und eingesetzt. «Stäffelers Josis» Freiberger Pferde zogen sie voller Stolz auf den Festplatz. Nach ersten Startschwierigkeiten des Motor zeigte sie ihre volle Wirkung mit zwei prächtigen Wasserstrahlen. Die Bevölkerung zeigte sich denn auch beeindruckt von der Schönheit und der Wirksamkeit.