Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03588.jsonl.gz/2078

Folgende drei Faktoren führten zu den 30 Grad:
- Über den Alpen herrschte starker Nordwind.
- Der Nordwind führte milde Luft heran.
- In einer Höhe von etwas mehr als 3000 Metern befand sich eine Sperrschicht.
Im Oktober werden die höchsten Temperaturen in den Alpentälern bei Föhn gemessen. Die Sonne selber ist bereits zu schwach, um ohne Föhn die Temperaturen hochzutreiben. Die herangeführte Luft war sehr mild und der Nordwind stark, nur hätte nur diese Kombination noch nicht für neue Rekorde gereicht.
Luft aus rund 3000 m Höhe
Die dritte Komponente war die Fallhöhe: Föhn bringt immer dann hohe Temperaturen, wenn die Luft aus grosser Höhe absinkt. In der Box finden Sie die physikalische Erklärung dazu. Am vergangenen Mittwoch war diese Bedingung gegeben. Ein Grund dafür war eine Inversion in der passenden Höhe. Eine Inversion wirkt in der Atmosphäre wie eine Sperrschicht. Ohne Inversion wäre die Luft auf 3000 Metern beim Überströmen der Alpen in die Höhe ausgewichen. Die gestrige Sperrschicht hielt sie dagegen zurück, die Luft strömte direkt über den Alpenkamm. So wurde sie zur Föhnluft und stürzte in die Täler.
In der Höhe liegt die warme Luft
Der Titel beinhaltet doch ein Widerspruch? Auf den Alpengipfeln ist es doch kühler als im Flachland? Das stimmt natürlich, aber in der Höhe liegt die potentiell wärmere Luft. Der Luftdruck auf den Bergen ist nämlich geringer als im Flachland. Wenn der Föhn in die Täler hinabschiesst, dann erwärmt sich die Luft, da sich die Luft durch die Erhöhung des Luftdrucks komprimiert. Mit dem Föhn kommt also potentiell wärmere Luft in die Täler.