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Seien es die Brunnen–Morschach–Bahn (BrMB), die Schwyzer Strassenbahnen (SStB), die Holcim-Werkbahn oder zahlreiche Anschlussgleise der Gotthardbahn – etliche Schienenstränge in der Gemeinde Ingenbohl sind stillgelegt oder bereits abgebrochen. Doch immer noch sind diverse Zeitzeugen vorhanden. In einer zweiteiligen Serie werden die Spuren gewittert. Im ersten Teil geht es um die Brunnen–Morschach–Bahn und die Schwyzer Strassenbahnen.
Brunnen–Morschach–Bahn BrMB (teilweise auch Brunnen–Morschach–Axenstein–Bahn)
Geschichtlicher Überblick
1881 wurde die erste Konzession für eine Zahnradbahn Brunnen–Fronalsptock über Morschach und den Stoos erteilt. 1895 liebäugelte man jedoch mit Riemenstalden als Endstation, ehe man sich wieder auf den Fronalpstock fokussierte. 1898 erhielten die Visionäre des Projekts von den eidgenössischen Räten die Konzession für eine Zahnradbahnstrecke von Brunnen auf den Axenstein, wo mit dem Grand Hotel und dem Parkhotel zwei mondäne Hotelanlagen standen. In Morschach war eine Zwischenstation beim Grand Hotel Axenfels geplant, heute befindet sich an dieser Stelle der Komplex aus Hotel Axenfels und dem Reka-Feriendorf, just gegenüber dem Swiss Holiday Park. Die Anlagen der meterspurigen Bahn umfassten zudem noch ein Depot zwischen Morschach und dem Axenstein, sowie ein Abstellgleis bei der Talstation in Brunnen. 1903 begannen die Bauarbeiten, am 1. August 1905 konnte die Bahn dem Verkehr übergeben werden. In Brunnen war die Talstation der BrMB zunächst unmittelbar neben der Schifflände geplant, nach Einsprachen wurde sie an der Axenstrasse vor dem damaligen Grand Hotel errichtet. Die daraus resultierende Distanz zu Schifflände und Bahnhof war sicherlich einer der Gründe für die vorzeitige Stilllegung der Bahn.
Die mit Drehstrom versorgten Rowan-Triebwagen waren die gesamte Betriebszeit im Einsatz. Nach der Schliessung des Grand Hotels Axenstein 1964 wendeten die Züge vorwiegend in Morschach, ehe 1969 die Bahn stillgelegt wurde und der Transport von nun einer Buslinie der Auto AG Schwyz (AAGS) oblag. Die Fortsetzung auf den Fronalpstock kam nie über das Stadium einer Idee hinaus, trotzdem wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren Pläne einer Luftseilbahn von Brunnen auf den Fronalpstock mit einer Zwischenstation auf der Morschächler Schwyzerhöhe geschmiedet, die jedoch ebensowenig verwirklicht wurden. Stattdessen wurden Luftseilbahnen von der Schwyzerhöhe auf den Stoos und vom Stoos auf den Fronalpstock gebaut, jedoch von konkurrierenden Gesellschaften, teilweise auch auf Initiative des Militärs. Die Luftseilbahn Stoos–Fronalpstock wurde 2011 abgebrochen, nachdem sie elf Jahre lang noch parallel zu den Sesselbahnen fuhr.
Die Spuren in der Gemeinde Ingenbohl
Aus den 64 Jahren Betriebszeit sind nur wenige Spuren der BrMB übrig geblieben. In Ingenbohl–Brunnen ist zum Beispiel der Wasiwandtunnel vorhanden, samt der unmittelbar am Südportal anschliessenden Eisenbrücke über die Zufahrtsstrasse zum damaligen Grand Hotel. Auf dem Areal der Talstation befindet sich heute ein Parkplatz, zudem wurde ein Wohnblock an der Axenstrasse mitten auf das damalige Bahntrasse gestellt. Der Wasiwandtunnel wird künftig mit Fernwärmeleitungen versehen, damit die Gemeinde Morschach an das Netz der Agro Energie Schwyz angeschlossen werden kann.
Bilderstrecke
Die Bilder befinden sich in Eigentum von Daniel Wachter. Zuwiderhandlung wird umgehend geahndet.
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Schwyzer Strassenbahnen SStB
Geschichtlicher Überblick
Als die Gotthardbahn 1882 aus topographischen Gründen den Bahnhof Schwyz rund zwei Kilometer ausserhalb des Ortes im Weiler Seewen errichtete, bestand der Ort Schwyz auf die Einrichtung eines Postkutschenverkehrs, der die schlechte Anbindung jedoch nur minimal verbessern konnte. Deshalb setzte Schwyz grosse Hoffnungen auf die Schweizerische Südostbahn/Zürichsee–Gotthard–Bahn, welche in den selben Jahrzehnten eine Bahnstrecke von Pfäffikon über Biberbrücke (heute Biberbrugg) und den Sattel nach Brunnen plante, um dort den Anschluss an die Gotthardbahn sicherzustellen. In beiden von den SOB damals publizierten Entwürfen wäre ein Bahnhof in Schwyz vorgesehen gewesen: In der ersten Variante beim heutigen Hinteren Steisteg, während auf dem dem damals in der zweiten Version vorgesehenen Gebiet heute der Rasenfussballplatz der Kantonsschule Kollegium Schwyz steht. Jedoch verwirklichte die SOB ihre Pläne nicht und führte stattdessen die Bahnstrecke über Steinerberg nach Goldau, weswegen andere Lösungen gefordert waren. 1900 wurde eine Strassenbahn von Seewen nach Schwyz eröffnet, nachdem bereits 1890 das Gesuch für eine Konzession einer Dampfstrassenbahn Seewen–Brunnen über Schwyz eingereicht wurde, das jedoch abgelehnt wurde, weil die Gesuchsteller keine befriedigende Lösung für die Kreuzung mit der Gotthardbahn in Brunnen vorweisen konnten. 1914 wurde die Tramstrecke nach Ibach verlängert, ab dem Frühling 1915 dann fuhren die Strassenbahnen dann bis Brunnen. Die Querung mit der Gotthardbahn wurde mit einer niveaufreien Lösung in Form des heute noch bestehenden Viadukts beim Bahnhof Brunnen ermöglicht. Die Tramlinie Seewen–Brunnen wurde am 14. Dezember 1963 auf Busbetrieb der Auto AG Schwyz (AAGS) umgestellt, nachdem ausgerechnet das Jahr 1963 das umsatzstärkste der Geschichte war.
Die Spuren in der Gemeinde Ingenbohl
Von den SStB sind auf dem gesamten Netz nur wenige Zeitzeugen vorhanden. Trotzdem lassen sich in der Gemeinde Ingenbohl einige solche finden, auch solche, die man in erster Linie nicht dem Tram zuordnen würde. So ist die Trennung zwischen Langsam- und motorisiertem Individualverkehr auf der Schwyzerstrasse dem Tram zuzuschreiben, da der Rad- und Fussweg in Fahrtrichtung Bahnhof auf dem früheren Trasse verläuft. Dazu kommt der Strassenviadukt beim Bahnhof und als letzes Reliquium ein Fahrleitungsmast an der Bahnhofstrasse, an dem heute die Benzinpreisanzeige der Tamoil-Tankstelle der Garage Suter befestigt ist.
Bilderstrecke
Die Bilder befinden sich in Eigentum von Daniel Wachter. Zuwinderhandlung wird umgehend geahndet.
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