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Seit dem Jahr 2007 befindet sich ein Teil des schriftlichen Nachlasses Karl Geisers (1898–1957) als Schenkung im Archiv von SIK-ISEA. Geiser schuf als Bildhauer Werke von nationaler Bedeutung, so eine monumentale Figurengruppe vor dem Kirchenfeldgymnasium in Bern (1926–1938), den Schreitenden Löwen (1934–1939) vor dem Verwaltungsgebäude Walche in Zürich, das Denkmal der Arbeit (1952–1957) auf dem Helvetiaplatz ebenfalls in Zürich, den nackten David (1944–1957) vor der Kantonsschule in Solothurn oder den bekleideten David (1944–1957) neben dem Münster von Schaffhausen. Der Teilnachlass im Archiv von SIK-ISEA besteht vor allem aus Briefen zwischen Karl Geiser, seiner Familie, seinen Freunden, Bekannten und Auftraggebern.
Viele Briefe an die Familie stammen aus den 1920er-Jahren. Dabei handelt es sich insbesondere um die Korrespondenz zwischen Geiser und seinem Vater, Karl Geiser senior, sowie dessen zweiter Frau, Frieda Geiser-Affolter, in denen der Künstler von alltäglichen Ereignissen oder den Erlebnissen während der Militärzeit berichtet. Überdies findet sich eine Reihe von Briefen an seine Geschwister Hermann und Maria Anna Geiser sowie an seine Tante Emma Affolter, in denen es um den Gesundheitszustand des Vaters sowie um Reisen und Aufträge geht.
Die Korrespondenz mit Freunden, Bekannten und Auftragebern dokumentiert anschaulich Geisers Werkgenese und schildert die lebensweltlichen Bezüge während der Entstehungszeit. Unter den Briefpartnern finden sich ebenso der bekannte Mäzen und Kunstsammler Georg Reinhart wie der Bildhauer Hermann Hubacher, der Kulturjournalist Manuel Gasser oder der Schriftsteller Herrmann Hesse. Zu den weiteren Briefpartnern Geisers zählen auch der Inhaber der Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon, Emil Georg Bührle, der Bauhaus-Professor Hannes Meyer, die Kunstsammlerin und Fotografin Gertrud Dübi-Müller sowie die Kunstschaffenden Dora Hitz und Ernst Morgenthaler. Die Briefe enthalten oftmals die drängende Aufforderung, einen Auftrag termingerecht zu erfüllen. Die Antworten Karl Geisers lassen jedoch auf ein quälendes Ringen um die ihm unmöglich erscheinende Vollendung schliessen.
Signatur
SIK-ISEA, HNA 268; SIK-ISEA, HNA 279; SIK-ISEA, HNA 282
Konzeption und Durchführung
Michael Schmid, lic. phil., Projektleitung
Sandra Berger, Mitarbeiterin Schweizerisches Kunstarchiv, Einführungstext und Auswahl Dokumente
Kontakt
Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
<email-pii>
Publiziert am 19.6.2009