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Im Saal «Aula nova» sind die Truhen des Schlosses zu sehen. Die Sammlung, von der nur ein Teil in Chillon ausgestellt ist, umfasst achtzig Stücke. Die meisten stammen aus dem 17. und 18. Jh., einige sind aber auch gotischen oder romanischen Stils.
Die gezeigte Auswahl umfasst sowohl Reisetruhen, als auch Koffer, Kästchen und erste Schränke.
Einige seiner schönsten Möbelstücke verdankt das Schloss dem Architekten aus Vevey Ernest Burnat (1833-1922). 1889 prägte er als Konservator die Akquisitionspolitik. Sein grösster Erfolg war zweifellos der Kauf einer Truhe, die von Alexandre Mayer hergestellt worden war, einem schwäbischen Möbelschreiner, der gegen Ende des 17. Jh. im Wallis mehrere Meisterwerke erstellte.
Andere Ankäufe waren jedoch weniger geglückt. Einige Truhen erwiesen sich als Fälschungen. Angesichts des florierenden Antiquitätenhandels und einer steigenden Nachfrage, begannen skrupellose Schreiner Ende des 19. Jh. Fälschungen herzustellen. Chillon bezahlt wie viele andere den Preis: Einige Truhen sind komplett gefälscht, andere sind aus alten und neuen Teilen zusammengesetzt, wieder andere bestehen aus unterschiedlichen alten Stücken.
1912 bestellte der Schlossarchitekt und erste Waadtländer Kantonsarchäologe Albert Naef (1862-1936) sechs Nachbildungen von Truhen der Basilika von Valère (Sion, Wallis), die für die Möblierung der grossen Säle bestimmt waren. Diese Wahl war durchdacht, denn die Originale stammen aus dem 13. Jh., während das Schloss Chillon hauptsächlich rund um 1260 erbaut wurde. Die Kopien entsprechen den Originalen bis hin zur Wahl des Nadelholzes.
Die aktuelle Ausstellung besteht aus einem chronologischen Rundgang vom 12. bis ins 18. Jh.
BIBLIOGRAPHIE
Corinne CHARLES et Claude VEUILLET, Coffres et coffrets du Moyen Âge dans les collections du Musée d’histoire du Valais, Aoste : Musumeci SpA, 2012.
Claire HUGUENIN, Patrimoine en stock : les collections de Chillon, Lausanne : IRL, 2010.
ORT
Aula nova, n°14