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Der Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier muss doch vor dem Internationalen Handelsgericht in Singapur gegen seinen Ex-Kunden Dmitri Rybolowlew antreten. Der Entscheid ist eine Schlappe für den Genfer.
Der Konflikt zwischen dem Genfer Kunsthändler und dem russischen Milliardär und Besitzer des Fussballvereins AS Monaco Dmitri Rybolowlew tobt seit Anfang 2015. Rybolowlew wirft dem Genfer Geschäftsmann vor, ihm Bilder berühmter Maler wie Picasso, Modigliani oder Leonardo da Vinci zu überhöhten Preisen weiterverkauft zu haben – um gegen eine Milliarde US-Dollar fühlt sich der Russe geprellt. Bouvier stritt nicht ab, Gewinne erzielt zu haben, betonte aber, dass diese legal erwirtschaftet worden seien.
In Singapur läuft ein Rechtsstreit in dieser Sache, nun kommt es dort zum Prozess, berichtet die «Straight Times». Rybolowlew hat Bouvier dort auf 1,4 Milliarden US-Dollar eingeklagt. Das dortige Oberste Gericht hat nun den Weg freigemacht, dass dieser Rechtsstreit verhandelt wird. In einem Beschluss von letztem Dienstag entschied Richter Lai Siu Chiu, dass der Prozess vor dem Internationalen Handelsgericht abgehalten wird. Es begann seine Arbeit erst im Januar 2015 in Singapur.
Geschäftsmodell Zollfreilager
Der Entscheid ist eine herbe Niederlage für Bouvier. Er wollte, dass der Konflikt in der Schweiz ausgefochten wird. Dazu kommt es nun aber nicht.
Bouvier lebt in Singapur und hat auch dort Kunstgegenstände in Freihandelszonen eingelagert. Ex-Kunde Rybolowlew hatte schon einmal gerichtlich erreicht, dass Bouvier keine Gegenstände im Wert von 500 Millionen Dollar aus Singapur entfernen durfte – diesen Entscheid konnte der Schweizer aber umstürzen.
Die Firma Natural Le Coultre des Genfer Kunsthändlers gilt als einer der wichtigsten Akteure der Genfer Zollfreilager, wo sich viele Kunstwerke von Weltrang befinden. Bouvier gründete nach dem gleichen Modell Zollfreilager in Singapur und Luxemburg.