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Zwei Medaillengewinner sind schon einmal positiv auf Doping getestet worden; eine Dritte holt mit einem schwer erklärbaren Exploit ihr zweites Gold. Die Schwimmwettkämpfe in der Nacht auf Dienstag waren nicht frei von Kontroversen.
Zwei Tage nach dem Triumph über 400 m Lagen hat die Ungarin Katinka Hosszu an den Sommerspielen in Rio de Janeiro auch über 100 Meter Rücken gewonnen. Vor Rio war Hosszu an Sommerspielen ohne Medaille geblieben. Nun schlug sie bereits ein zweites Mal zu, und dies in einer Disziplin, in der sie zuvor auf Weltniveau im 50-Meter-Becken noch nie auf dem Podest gestanden hatte. Bei Rennhälfte war die 27-Jährige lediglich Sechste gewesen, am Ende setzte sie sich mit 58.45 Sekunden um drei Zehntel vor der Amerikanerin Kathleen Baker durch. Hosszu konnte ihr Glück kaum fassen.
Über 200 m Crawl der Männer siegte Sun Yang, der bereits seine dritte Goldmedaille an Olympischen Spielen holte, nachdem er 2012 in London über 400 und 1500 m Crawl zuoberst auf dem Podest gestanden hatte. Silber und Bronze gingen an den Südafrikaner Chad le Clos und den Amerikaner Conor Dwyer.
Der 24-jährige Chinese, der 2014 wegen Dopings für drei Monate gesperrt war und auch sonst neben dem Becken für einige Schlagzeilen gesorgt hat, entschied das Rennen dank unwiderstehlichen letzten 50 Metern zu seinen Gunsten.
Für eine Kontroverse hatte Sun Yang am Wochenende gesorgt, als er mit seinem australischen Konkurrenten und Olympiasieger Mack Horton in einen üblen Streit geriet. Nachdem Horton den 400-Meter-Freistil-Final ganz knapp vor Sun Yang gewann, sagte er an der Pressekonferenz, er habe keinen Respekt für seinen Gegner, weil dieser einst positiv getestet worden sei. Der Streit hat offenbar eine längere Vorgeschichte mit ungewöhnlichen Elementen: Unter anderem soll Sun Yung Horton in einem Aufwärmbecken angespritzt haben.
Der Deutsche Paul Biedermann musste sich in seinem letzten Einzelrennen der Karriere mit dem 6. Rang begnügen. Damit blieb der Weltmeister von 2009 auf dieser Strecke auch bei seinen dritten Olympischen Spielen ohne Medaille. 2008 und 2012 war er über 200 m Crawl jeweils Fünfter geworden.
Der Final der Frauen über 100 Meter Brust hinterliess einen schalen Beigeschmack, musste sich doch die umstrittene Russin Julia Jefimowa bloss der Amerikanerin Lilly King geschlagen geben. Die mit lauten Buhrufen empfangene Jefimowa ist in Rio de Janeiro nur deshalb startberechtigt, weil der internationale Sportgerichtshofs CAS entschied, dass der Ausschluss von russischen Sportlern mit Dopingvergangenheit nicht durchsetzbar sei. Im Herbst 2013 war die vierfache Weltmeisterin positiv auf das Steroid Dehydroepiandrosteron getestet und für 16 Monate gesperrt worden. Heuer wurde sie zudem mit Meldonium erwischt. So oder so scheint für sie Doping normal zu sein, verglich sie dieses doch mit zu schnellem Autofahren. Immerhin holte Jefimowa «nur» Silber, sodass der komplette Super-GAU verhindert wurde.
Über 100 m Rücken der Männer gewann der Amerikaner Ryan Murphy vor dem Chinesen Xu Jiayu und Landsmann David Plummer. Für alle drei war es die erste Olympia-Medaille.
Michael Phelps musste sich im Halbfinal über 200 Meter Delfin um 16 Hundertstelsekunden dem Ungar Tamas Kenderesi geschlagen geben. Im Final in der Nacht auf Mittwoch strebt der 31-jährige Phelps seine 20. olympische Goldmedaille an, die zweite in Rio de Janeiro nach dem Sieg mit der 4x100-m-Crawlstaffel.
Auch das 19-jährige Wunderkind Katie Ledecky erreichte über 200 Meter Crawl hinter der Schwedin Sarah Sjöström «nur» die zweitbeste Zeit der Halbfinals. (trs/sda)