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Von Phaedrus, dem Griechen oder Makedonen in Rom, der in der Überlieferung als "Freigelassener des Augustus" bezeichnet wird, wissen wir wenig mehr, als was er in den Prologen und Epilogen seiner Fabeln selbst zu seiner Person erklärt. Er lebte um die Zeitwende (Christi Geburt), aber auch in einer Zeitwende, einer Umbruchzeit, deren geistigen Herausforderungen er sich mit einer Mischung aus resignativer Menschenkenntnis und kritischem Gottvertrauen stellt. Zwar schöpft er aus dem Jahrhunderte alten, grossen Fabelschatz eines sagenhaften Äsop, behandelt aber das, war er dort findet, nicht antiquarisch, sondern mit scharfem Blick auf seine Umgebung; und er, der "kleine Mann", besitzt die Unbefangenheit, auch grosse Männer wie Pompeius, Augustus, Tiberius in seinen Gedichten auftreten zu lassen.
Rezension
"Man wird gern nach dieser Fabelausgabe des Phaedrus, die so fundiert und kenntnisreich die Fabeln wiedergibt und in reicher Fülle Anmerkungen und Erläuterungen bietet, greifen." -- Kultus und Unterricht
Portrait
Otto Schönberger, geboren 1926, leitete ein Würzburger Gymnasium und beeinflusste als Fachdidaktiker die Lehre des Lateinischen massgeblich. Er ist bekannt als Übersetzer zahlreicher antiker Werke der Weltliteratur. Friedrich Rückert (1788-1866) ist heute oft nur durch die Vertonung seiner 'Kindertodtenlieder' durch Gustav Mahler ein Begriff. Dabei galt er seinerzeit als der bedeutendste Lyriker deutscher Sprache. Bekannt war er auch als Gelehrter und Übersetzer nah- und fernöstlicher Lyrik.