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Der Fachkräftemangel - ein Wimmelbild
Der Fachkräftemangel muss heute als Begründung für allerlei Missstände herhalten. Es lohnt sich ein Blick auf zahlreiche Systemelemente, die den Fachkräftemangel ins Mythische rücken. Dr. Reinhard K. Sprenger (Quelle NZZ, 3.1.2024, Gastkommentar)
Aus der Sicht von Dr. Reinhard K. Sprenger erscheint der Fachkräftemangel mehr als ein mythisches Konstrukt denn als eine tatsächliche Krise. Er sieht diesen Mangel oft als bequeme Erklärung für diverse Probleme, ähnlich der Rolle, die Covid früher einnahm. Er beobachtet, dass der behauptete Mangel stark variiert und häufig auf übermässig spezifische Anforderungen oder ineffiziente Rekrutierungsprozesse zurückzuführen ist. Er stellt fest, dass in manchen Fällen Unternehmen kaum Bewerbungen erhalten, während andere von ihnen überflutet werden, was die Ungleichheit in der Arbeitsmarktsituation widerspiegelt.
Sprenger kritisiert die Verwendung von Algorithmen in der Vorauswahl, da sie ältere Arbeitskräfte oft ausschliessen und das Vorurteil verstärken, dass die Leistungsfähigkeit mit dem Alter abnimmt. Er hinterfragt die Effektivität des Fachkräftemangels als politisches und gesellschaftliches Argument, insbesondere im Hinblick auf die Zuwanderung und die Notwendigkeit, das inländische Arbeitskräftepotenzial besser auszuschöpfen.
Weiterhin stellt er die Frage, ob wirklich ein Mangel besteht, wenn die Gehälter in gefragten Berufen stabil bleiben. Er betont die Bedeutung einer positiven Unternehmenskultur und guter Führung, um Mitarbeiter zu halten und den vermeintlichen Fachkräftemangel zu lindern. Er schlägt vor, dass Unternehmen sich auf effektivere Arbeitsweisen konzentrieren sollten, anstatt blind zu expandieren.
(freie Zusammenfassung von Judith von Rotz, CEO ZfU).
Den gesamten Artikel finden Sie hier: NZZ, 3.1.2024, Gastkommentar Dr. Reinhard K. Sprenger