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Originaltext: Tânia Gabrielli-Pohlmann ©
Deutsche Version: Tânia Gabrielli-Pohlmann + Clemens Maria Pohlmann ©
In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg gab es in Deutschland wenig Arbeitskräfte und ganz viel Arbeit. In diesem Kontext musste Deutschland, bis denn ein Auswanderungsland, ausländische Arbeitskräfte anwerben. Und es kamen die Portugiesen, die Spanier, die Italiener, u.a. Die ursprüngliche Idee war es, dass diese Ausländer wieder in ihre Heimat zurückkehren würden, weil diese “Gastarbeiter” hier nur eine bestimmte Zeit tätig sein sollten. “Wir riefen Arbeiter, aber es kamen Menschen“. Die Mehrheit blieb und hat sich niedergelassen. Diese Menschen haben Familien gegründet und daraus wurde die 2. Generation. Mittlerweile gibt es auch schon die 3.Generation. Es entstanden im Lauf der Zeit auch multinationale Familien, die eine neue gemischte Generation hervorbrachte.
In den 80er Jahren stieg die Zahl der Zuwanderer wie nie je und Deutschland wird heute von einem Prozess der tiefen Änderung in seiner Gesellschaft geprägt. Das Land versucht, sich daran zu gewöhnen, von einem Auswanderungsland zu einem Einwanderungsland zu werden – was natürlich viele Diskussionen, Konflikte und Schwierigkeiten hervorbringt. Langsam entstehen Kulturvereine verschiedener Länder. Der Zugang zu ausländischen Publikationen wird vielfältiger und umfassender, Viele ausländische Bürger und ihre Nachfahren gründen Publikationen, durch welche sie ihre Meinungen und Traditionen weitergeben und für die nachfolgenden Generationen erhalten.
Seit dem Dezember 1999 lebe ich in Osnabrück, im deutschen Nordwesten. Es ist eine Stadt, in welcher Bürger aus 142 verschiedenen Nationen leben. Als Ausländerin erlebe ich zwei Seiten dieser Situation: einerseits, die Vorurteile und andererseits, die Angst gegenüber dem Unbekannten. Das Thema wird weiter diskutiert und beide Seiten versuchen, sich zu verstehen, trotz aller Schwierigkeiten.
Durch meine Radiosendungen auf osradio 104,8 “Revista Viva” (zusammen mit Clemens Maria Pohlmann) und “Brasil com S” und , das Boletim “A Casa dos Taurinos” und mein Schreiben für verschiedene Publikationen und Websites, kämpfe ich gegen die Stereotypen, welche der Europäer immer noch für wahr und richtig halten, wenn sie an Brasilien denken. Es ist mir wichtig zu zeigen, dass Brasilien mehr als “Samba, Fussball und schöne nackten Frauen” ist. Und das erreiche ich durch historische Erörterungen, tiefe Analysen unseres gemischten und vielfältiges Universums. Dazu habe ich wichtige Konsultationsquellen, wie das “Arquivo do Estado de São Paulo” (Archiv des Bundesstaates São Paulo), welches im Jahr 1721 gegründet wurde. Auch zum Archiv des Bundesstaates gehört die monatliche “Revista Histórica” (Historische Zeitschrift), die auch in der elektronischen Version zur Verfügung steht. Diese Quellen bieten mir die Möglichkeit, nicht nur Informationen für meine Recherchen, sondern auch noch die Wiederentdeckung meines Ursprungs, der Ursprünge meiner Eltern, meines Volkes.
Meine Gedanken bemühen sich, so viele Paradoxen zu verarbeiten. Ich vergleiche die Recherchen mit den Geschichten, die mir meine Grosseltern und meine Eltern erzählten. Geschichten über was es bedeutete, Ausländer in Brasilien zu sein, obwohl schon in der Zeit des Ersten Weltkrieges eine intensive Zunahme der Zuwanderung festzustellen war. (Damals kamen mehr als nach dem Ende der Sklaverei.) Der grösste Teil der Zuwanderer am Ende der 20er Jahre waren Deutsche und Italiener. Meine Eltern, noch als Kinder, haben auch Schwierigkeiten erlebt. Sie durften kein Italienisch sprechen. Nach 20.00 Uhr durfte die Familie auch kein Radio hören. Sie wurden diskriminiert, besonders unter der Regierung von Getúlio Vargas, in welcher die Angst, dass sich Regime wie Nationalsozialismus oder Faschismus in Brasilien durchsetzen würden.
Andererseits, schon ab den 20er Jahren wurde der “Fremde” zum Thema von Reflexionen, von Versuchen der Anerkennungen und Annäherungen. In dieser Zeit wurden Zeitungen veröffentlicht, mit Rubriken, die auf verschiedene Kulturen spezialisiert waren, von Brasilianern geschrieben, die manchmal auch darüber mit viel Humor schrieben. Die so genannten “macarrônicos” (Texte, die in Portugiesisch geschrieben wurden, aber mit Elementen anderer Sprachen gemischt) haben für Jahrzehnten ihren Platz und dadurch haben sie Diskussionen über den “Anderen”, über das “Anderssein” geführt. Auch in der brasilianischen Literatur sind viele klassische Werke zu finden, in welchen die Ausländer als Figur dargestellt, und bei welchen die gegenseitigen Integration gelernt wurde. Vor Kurzem erhielt ich die 84. Ausgabe der RDC – “Revista de Divulgação Cultural“ (Zeitschrift für die Ausbreitung der Kultur), die von der Fundação Universidade Regional de Blumenau herausgegeben wird. Die Themen dieser Ausgabe haben mich sehr positiv überrascht. Schwerpunkt: “Der Ausländer in der brasilianischen Literatur“.
In seinem Artikel “Estranhos e Estrangeiros em Budapeste” (“Fremde und Ausländer in Budapest”), analysiert Toni Edson das ausländische Element in dem Roman “Budapeste” von Chico Buarque. Toni Edson fokussiert “… den Roman und nicht die Stadt“, und analysiert den Diskurs in einer sehr umfassenden Investigation über die Präsenz des Ausländers/Protagonisten in Budapest und ihre möglichen Analogien mit den von Graça Aranha beschriebenen Bildern über die Magyaren vom “Canãa“, und noch dazu ruft er die Impressionen von Guimarães Rosa über das Land, welches er in der Verkleinerungsform erwähnt, zurück. Die Frage der Rassenmischung als entwertendes Element eines Landes wird als Faktor der Entstehung von Vorurteilen, welche von den im Ausland projektierten Bildern bezeichnet.
Cláudia Grijó Vilarouca schreibt ein Essay über das orientalische Element in dem Werk “O Oriente mais que próximo“ (“Das mehr als näher Orient“), von Guilherme de Almeida, von körperlichen Komponenten ausgehend, die in einer kräftig metaphorisierten Sprachweise Ablehnungen und Ängste enthüllen und durch die “Verdinglichung“ des Anderen, des Ausländers. Nach dem ersten Moment des “Schrecks“ und der Ablehnung basieren auf den fantastischen Bildern über den “exotischen“ und “gefährlichen“ Orient, entsteht die “Humanisierung“ des “Fremdes“ durch eine zunehmende Annährung, durch das Kennen und Wahrnehmung der menschlichen Möglichkeiten hinter dem “Komischen“, das bis dahin nur oberflächlich wahrgenommen wurde.
“Identidade Germânica e Naturalização no Macarrônico Alemão de ‘A Manha“’, (“Die germanische Identität und Einbürgerung durch das “makarronische“ Deutsch in der Zeitung ‚A Manha’“ „), von Ana Carina Baron Engerroff, bezieht sich auf den schon erwähnten so genannten “makarronischen“ Publikationen, die in São Paulo ab 1911 veröffentlicht wurden, wie “O Pirralho“, “O Queixoso“ im Jahr 1915, “A Vespa“ im Jahr 1916, “O Diário do Abax’o Piques“, im Jahr 1933, und 1926 in Rio de Janeiro, die Zeitung “A Manha“, die bis 1952 erschien. In solchen Publikationen wurden viele Kulturen dargestellt, und zwar mit ihren sprachlichen Elementen, welche ins gerade noch als fremde Sprache lernende Portugiesisch hinzugefügt wurden. Ana Carina fokussiert den ganzen Prozess der Integration, nicht nur unter dem Sicht des ausländischen Elementes in der brasilianischen Kultur, sondern auch umgekehrt. Selbstverständlich ist die Projektion der Bilder in der “A Manha““ präsent und zwar unter des Stigmas vom kritischen Blick des “überlegenen“ Deutschen in unserer Kultur. Dadurch suchte sich die “… Identifizierung von der Seite des Lesers, der ethnischen Ursprüngen der angeblichen Autoren..“. Da auch Teile der Publikation in dem Artikel übertragen wurden, kann der aktuelle Leser nicht nur das sprachliche Fakt dieses integrierendes Prozess feststellen, sondern auch die historische Szenerie Brasiliens als Land beginnender Mischung der verschiedenen Nationalitäten, die bisher zum unter Zwang afrikanischen Zuwanderungselementen begrenzt waren.
Der Blick auf dem “Fremden“ wird umgekehrt im Artikel von Márcia Fagundes Barbosa, die sich auf den Zuwanderungsprozess im Süden Brasiliens konzentriert. In ihrem Artikel “Identidade e Diferença: Dr. Blumenau descreve os Brasileiros“ (“Identität und Unterschied: Dr. Blumenau beschreibt die Brasilianer“) offenbart Márcia noch intensiver die beherrschenden und intoleranten Charakterzüge der Deutschen, sogar ausserhalb ihres Landes. Dr. Blumenau analysiert die vorteilhaften Bedingungen für die Zuwanderung im brasilianischen Süden in seinem Buch “Sul do Brasil em suas Referências à Emigração e Colonização Alemã“ (“Süden Brasiliens in Bezug zur Zuwanderung und Deutscher Kolonisierung“), aus dem Jahr 1850, nach seinem Aufenthalt in Brasilien. Márcia Fagundes Barbosa erwähnt noch konfliktvolle Geschehnisse, sogar unter den Deutschen, die schon im Bundesstaat Santa Catarina lebten mit den später gekommenen Bürgern anderer Länder. Auch das anthropologische in Interaktion mit dem kulturellen Element entgleitet auf der Inflexibilität des kommenden Ausländer, der sich durchsetzen versucht und ihre Vorherrschaft üben will. Laut Dr. Blumenau wird die kulturelle Interaktion unter den europäischen Kriterien gesehen, im Bezug zum “überlegenden Sein”, der sich nicht mischt, der sich wegen seiner Hautfarbe überlegend fühlt und das gesetzliche System Brasiliens als “viel zu mild“ bezeichnet.
Die Integration der libanesischen Migranten, in dem Roman “Nur na Escuridão“(“Nur in der Dunkelheit“), von Salim Miguel, ist der Schwerpunkt der Analyse von Tânia Mara Cassel Trott, in ihrem Artikel “Luz e Sementes Sobre a Terra“ (“Licht und Samen auf der Erde”), welcher wertvolle Informationen über die Geschichte der libanesischen Zuwanderung bietet, auch mit Details über das konfliktvolle Universum der Zuwanderer, welcher sich in einem fremden Land durchzusetzen versucht. Die Sprachschwierigkeiten, die Suche nach beruflicher Stabilität und der Kampf für eine Identität unter einem trotz fremd “vertraulichen” Bild, formatiert den fragmentierten Charakter des Lebens der gerade Angekommenen, in dem erwähnten Werk, das trotz Fiktion, die Geschichte der Familie des Autors beschreibt Keli Cristina Pacheco fokussiert die Nachkolonisierungszeit mit ihrem Essay “A Genealogia não-dita – A prolepse dos pós-colonial em Vida e Morte de M. J. Gonzada de Sá, de Lima Barreto“. In dem Diskurs von Lima Barreto, dessen Werk hier analysiert wird, baut das ausländische Element eine Selbstidentität ab der Assimilierung verschiedener Kulturen, aber diese Selbstidentität ist auch von der Annahme der Vielfältigen in der brasilianischen Kultur mythisiert, und zwar unter der Haut der Figuren von Gonzaga. Paradoxen, Widersprüche, unter Sympathien oder unter radikalen Ablehnungen versteckte Ängste, spiegeln die sozialen Phänomene und Behinderungen und sind metaphorisierte Kurzwege der Rassenfrage. Rasse und Nation, Persönlichkeit und ihre soziale Reflexionen zusammen in einem Kontext der Ausgleich der Störungen und gegenseitigen Kuriositäten.
Die von der Generalisierung möglicherweise entstandenen Risiken, besonders in der monolithischen Interpretation der Literatur gegenüber dem Historischen, werden von Rita Salma Feltz in “Representação: Um Acordo Social“ (“Darstellung: Ein soziales Kompromiss”) analysiert. Es geht um die Erörterung der Darstellungsweisen der ausländischen Elemente in der brasilianischen Literatur, inklusiv die in verschiedenen Zeiträumen produzierte Literatur, unter verschiedenen Kontext-möglichkeiten. Die Nachforschung über die Möglichkeit, das “Makarronische” entweder als einfache soziale Darstellung oder als subjektives oder literarisches Werk zu bezeichnen, sucht nicht nur nach einer Positionierung darüber, sondern nach einer vielfältigen Exposition von Daten und Konzepten, die den Lesern seine eigene Entscheidung ermöglicht.
Der erste Roman von Fernanda Young, “Vergonha nos Pés“(“Schande auf den Füssen”) ist Objekt einer Wiederlesung von Karelayne Coelho, die von Konzepten über Stereotyp und Vorurteil ausgeht, schon mit Fokus dieser Dichotomie im Bezug zur Autorin selber. Durch ihren Artikel “Um Francês em minha casa“: “Estereótipo e Preconceito em Vergonha dos Pés, de Fernanda Young”, zieht Karelayne Coelho die Aufmerksamkeit in Richtung der zeitgenössischen Szenerie, in welchem sich das ausländische Element sich unserer Literatur anpasst, auch wenn diese Literatur in ihrer Gültigkeit und in ihrem oberflächlichen Charakterzug der so genannten “Massenkultur” strittigen wird. Sehr interessant ist die Fokussierung auf den Prozess der kulturellen Entwicklung des ausländischen Individuums unter dem Druck des Stereotypes, gegen welchen er sich nicht immer bewegen oder ausbreiten kann, im Gegenteil zum langsamen Entwickeln des Vorurteils, das optional und von dem Wesen selbst gesucht wird.
Zum Schluss vertieft sich die Direktorin der RDC – Revista de Divulgação Cultural, Maria José (Tuca) Ribeiro, ins Universum von Clarice Lispector, und sie bringt Clarices Wesen, auch als Ausländerin, durch die Figur Macabéa, vom Roman “A Hora da Estrela“, eine Fremde in ihrem eigenen Heimatland. Tuca Ribeiro stellt in ihrem “Clarice Lispector e Macabéa, de ‚A Hora da Estrela’: Um Estudo sobre o Outro, o Estrangeiro“, basierend auf biografischen Dateien von Clarice Lispector und ihrer Figur gegenüber, inklusive Clarices jüdischen Ursprung, die von Lispector nicht immer erwähnt wurde, aber immer um so deutlicher in ihrem Werk festzustellen ist.
Apropos Clarice Lispector: So wie die Sprachenweise hybrid sein kann, so die so genannten “Zufälle”, an welche ich gar nicht glaube… Sofort als ich die RDC Nr 84 las, holte ich aus meinem Bücherschrank den Band “A Paixão Segundo G.H.“, von Clarice Lispector, bei UNESCO PUBLISHING unter Nr. 12 der Coleção Archivos veröffentlicht. Diese zweite kritische Ausgabe, von Benedito Nunes koordiniert, ist 1996 erschienen und ich bezeichne es als unerlässlich für die Bibliothek der Forschungsliebhaber, genau wie die RDC.
Dieser Band wird von João Cabral de Melo Neto mit seinem Gedicht “Contam de Clarice Lispector“ aus dem Buch “Agrestes“ (1981-1985, Editora Nova Fronteira) eröffnet, und in der Folge ist das Vorwort von Antonio Candido, mit einer Übersicht des Werkes von Clarice Lispector.
Zu einem faszinierenden Einblick in die dichotomischen Persönlichkeit und Werk von Clarice Lispector wird der Leser geführt durch “A Difícil Definição“ (“Schwierige Definition”), von Olga Borelli, einer privaten Freundin von Clarice Lispector. Borelli beschreibt Clarice als Frau, Freundin und als Person.
Von Benedito Nunes ist die Transkription der Kernstruktur dieser kritischen Ausgabe, als Kontrapunkt zum nicht mehr existenden Originalmanuskript von “A Paixão Segundo G.H. “, und auch im Paralel zu den bibliografischen und biografischen Daten der Autorin.
Der Text bringt noch das Fac-Símile des Manuskriptes von “A Bela e a Fera ou a Ferida Grande Demais“, mit Transkription der Fragmente in der Ordnung, die in der endgültigen Version verwendet wurden und folgend kommt der Text im Ganzen. Eine Forschung über die brasilianisch historischen und literarischen Kontexte ab der Geburt Lispector und ihrer Karriere ist unter der Autorenschaft von Nádia Battella Gotlib zu lesen.
Die Schritte von Clarice Lispector unter dem Blick der damaligen und der zeitgenössischen Kritik werden von Benjamin Abdala Júnior und Samira Youssef Campedelli verknüpft. Der Reihe nach kommt die Chronologie und “Leituras do Texto“ (“Lesungen des Textes”) unter verschiedenen Aspekten und Tendenzen, durch die Artikel “Paródia e Metafísica“ (“Parodie und Metaphysik”), von Olga de Sá, “O Ritual Epifânico do Texto“ (“Das epifanische Rituel des Textes”), von Affonso Romano de Sant’Anna und “A Lógica dos Efeitos Passionais: Um Percurso Discursivo às Avessas“ (“Die Logik der Passionalen Effekten: Ein umgekehrt diskursiver Weg”),von Norma Tasca.
Der fünfte Teil des Bandes enthalt das Dossier, mit den Fragmenten von “Fundo de Gaveta“, mit einem Interview, das Clarice Lispector 1976 João Salgueiro, Affonso Romano de Sant’Anna und Marina Colasanti gegeben hat, für das Museu da Imagem e do Som, in Rio de Janeiro und noch zwei Briefe Clarices an Olga Borelli, Covers der ersten Ausgaben in Brasilien und in Japan und noch dazu, die “Recepção Crítica“ (“Kritische Annahme”), bestehend aus Artikeln von José Américo Motta Pessanha, Luís Costa Lima und Solange Ribeiro de Oliveira.
Zum Schluss des Bandes, eine von Glória Maria Cordovani geschriebene und von Valéria Franco Jacintho aktualisierte Biografie.
In den Artikeln dieser kritischen Ausgabe von “A Paixão Segundo G.H.“ befinden sich keine der mehr als selbstverständlichen Erwähnungen zu den Spuren, die Clarice uns über ihre Jüdentum anbietet. Aber trotzdem wage ich, diese Erwähnung hier hinzufügen, in Ergänzung zur Arbeit von Tuca Ribeiro. Und zwar durch das Denken und Nachdenken über Clarice – hier, ausserhalb Brasiliens, mit dem gleichen Gefühl davon, “anders zu sein”, welches mich prägt. Und einfach durch die Akzeptanz darüber, “anders zu sein”. Anders. Fremde. Brasilianisch fremde…