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Historisches Archiv der Region Biel, Seeland und Berner Jura
Paul HänniBerner Jura - übrige Orte - Auszeichnungen - Fussball - Leichtathletik - Persönlichkeiten - Sportanlässe
Paul Hänni stieg in der unglaublich kurzen Zeit von zwei Jahren (1933 bis 1935) vom Anfänger in die absolute Weltklasse auf. Der am 3. Oktober 1914 in Tavannes geborene Mittel- und Flügelstürmer des FC Tavannes fiel bald durch seine aussergewöhnliche Schnelligkeit auf: Mit 11,0 Sekunden über 100 Meter war er schon zu Beginn seiner Karriere einer der schnellsten Schweizer.
Mitten aus der Rekrutenschule kommend, erreichte er 1934 bei der EM in Turin den vierten Platz im 200-Meter-Final. Das Jahr 1935 brachte den grossen internationalen Durchbruch, und mit 10,4 Sekunden über 100 Meter und 21,2 Sekunden über 200 Meter stellte Hänni Landesrekorde auf, die noch lange Zeit Bestand haben sollten.
Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin sollten für Hänni zu einem Höhepunkt werden. Über die kurze Sprintstrecke knapp im Halbfinal ausgeschieden (inoffiziell damit im 7. Rang), qualifizierte sich der Bieler über 200 Meter hinter dem legendären Jesse Owens für den Endlauf, wo er die Bronzemedaille nur sehr knapp verpasste und glänzender Vierter wurde: als zweitbester Europäer.
Aus späteren Zeiten ragen die Erfolge über die Elite der US-amerikanischen Sprinter im Jahr 1937 heraus. Hänni errang zudem zahlreiche Siege an Länderkämpfen und gewann zwischen 1934 und 1942 insgesamt zehn Schweizer-Meister-Titel.
Paul Hänni war eine Ausnahmeerscheinung. Trotz im Vergleich zum Ausland miserabler Trainingsvoraussetzungen, was Wettkampfanlagen und Betreuung betraf, und sehr intensiver beruflicher Belastung in der elterlichen Uhrenfabrik tummelte sich der gross gewachsene, schlanke und attraktive Modellathlet im Kreis der schnellsten Läufer der Welt. Am Start nicht besonders explosiv, verfügte er aber über ein hervorragendes Beschleunigungsvermögen und einen unwiderstehlichen Finish. Paul Hänni ist 1996 in Montana verstorben.
Autor: Kurt Trefzer / Quelle: 1900