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10. nationale Treffen
Das 10. nationale Treffen fand am 12. & 13. November 2022 im Kirchgemeindehaus Johannes statt. Rund 120 Teilnehmende haben gemeinsam über acht Proposal (Vorschläge) mit ⅔-Mehrheits-Abstimmungen diskutiert und entschieden.
In diesem Wiki-Artikel wird zuerst erklärt, wie wir an diesem nationalen Treffen diskutiert und entschieden haben. Anschliessend werden die verschiedenen Inputs und Diskussionen sowie deren Ergebnisse chronologisch beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Entscheidungsprozess und Diskussionen
- 2 Finta* Statement
- 3 Proposal “Financial Support”
- 4 Proposal “Anticolonial Approach”
- 5 Proposal “New Guidelines: National Decision Calls”
- 6 Proposal “Unite CS”
- 7 Proposal “Energy Crisis Demands”
- 8 Proposal “Gletscherinitiative”
- 9 Proposal “Basic Income”
- 10 Proposal “Demo Climate Alliance”
- 11 Rund herum noch so
Entscheidungsprozess und Diskussionen
⅔ Mehrheit
Am 10. nationalen Treffen haben wir mit einer ⅔ Mehrheit über die verschiedenen Proposals abgestimmt, sowie es auch an den nationalen Entscheidungscalls und verschiedenen nationalen Treffen üblich war.
Dafür haben wir alle Ja-Stimmen zu einem Proposal durch alle Ja-und Nein-Stimmen (ohne die Enthaltungen) gerechnet. Zusätzlich haben wir die Anzahl Enthaltungen durch alle abgegebenen Stimmen (Ja, Nein und Enthaltungen) gerechnet: Wenn die Enthaltungen in Proportion zu den Ja- oder Nein-Stimmen über oder gleich 0.3 liegen, dann wird der Entscheid verschoben.
Änderungsvorschläge/ Amendments
Der Entscheidungsprozess hat auch die Möglichkeit für Änderungsvorschläge zugelassen. Ein Änderungsvorschlag passt ein Proposal mit einer Idee an, indem ein Wort, Satz oder Paragraph gestrichen, geändert oder ergänzt werden. Ein Amendment soll jedoch nicht den Grundcharakter eines Proposals ändern.
Alle Proposals wurden eine Woche vor dem Treffen verschickt, um von allen Teilnehmenden im Voraus gelesen zu werden und im besten Fall auch in den Regionen diskutiert zu werden. So konnten sich Menschen vor dem Treffen eine Meinung bilden und auch Änderungsvorschläge formulieren. Zwischen den Diskussionen und den Entscheidungen blieb den Teilnehmenden ausserdem während dem nationalen Treffen nochmals Zeit, um Änderungsvorschläge zu formulieren.
Am Anfang des Entscheidungsprozesses zu jedem Proposal hatten die Amendment-Schreiber*innen Zeit, um ihren Änderungsvorschlag kurz zu präsentieren und das Publikum konnte Verständnisfragen stellen. Anschliessend wurde nacheinander im Plenum über die Amendments mit einer ⅔ Mehrheit abgestimmt. (Die Enthaltungen, entschied sich das Orgateam, wurden bei den Amendments nicht berechnet, da ein Amendmentsentscheid nicht verschoben werden kann.)
Nach der Verkündigung der Ergebnisse zu den verschiedenen Änderungsvorschlägen wurde schliesslich über das Proposal mit den angenommenen Amendments abgestimmt (wie oben beschrieben mit ⅔ Mehrheitsprinzip).
Diskussionen
Klein-Gruppen-Phasen
Nach einer Vorstellung der Proposalgruppe des Proposals im Plenum und dem Beantworten von Verständnisfragen, führten wir ein Stimmungsbild durch, um herauszufinden, ob die Teilnehmenden sich schon eine Meinung gebildet haben. Anschliessend gingen wir in die Kleine-Gruppen-Phase, in welcher Menschen entweder mit ihren Nachbar*innen (bei wenig Zeit) oder in Gruppen von ca. 6 Menschen über das Proposal diskutieren konnten. Dabei wurden auch Protokolle geschrieben und wichtige Erkenntnisse so gesammelt. Es gab verschiedene Gruppentypen: deutschsprachig, englischsprachig, französischsprachig, deutsch- und französischsprachig und nur Finta* Personen.
Fishbowl
Zur Diskussion im Plenum haben wir uns entschieden, Fishbowls durchzuführen. Dabei sass neben der Moderation eine Person aus dem Proposalteam im Stuhlkreis in der Mitte. Auf den drei anderen Stühlen durften sich jeweils Menschen aus dem Publikum setzen, (wobei sich auf einen der Stühle nur Tinfa*s aus dem Plenum setzen sollten). So konnten immer wieder neue Menschen in die Diskussionsrunde rotieren und eine möglichst ausgewogene Diskussion sollte so ermöglicht werden. Für schüchterne Menschen gab es die Möglichkeit, ihre Fragen an eine Kontaktperson ausserhalb der Runde zu schreiben, welche diese Frage dann der Moderation übermittelte.
We love Kahoot! <3
Die Entscheidungen haben wir am 10. nationalen Treffen das erste Mal mit Kahoot durchgeführt. Das funktionierte ziemlich gut und hat neben dem Vorteil der Anonymität auch tolle Musik;)
Zu Beginn des Treffens wurde ein Statement vorgelesen, welches auf die neu bestehende Finta* Gruppe im Klimastreik aufmerksam machte und verschiedene Missstände im Klimastreik ansprach. Hier kannst du das ganze Statement nachlesen.
Proposal “Financial Support”
Diese Proposal stammt aus der Arbeitsgruppe “International Solidarity and Anticolonialism” und geht um den Geldbetrag, welchen die Arbeitsgruppe jährlich MAPA geben kann. Das Proposal wurde mit einem Änderungsvorschlag ergänzt und mit 99% angenommen. Jährlich kann die Arbeitsgruppe über mind. 8'000 CHF oder 10% des Budgets des Jahres davor verfügen, um MAPA-Projekte zu unterstützen. Der Betrag kann in Absprache mit dem Finanzteam verkleinert werden. >> Dieser Entscheid wird in der Arbeitsgruppe, welche das Proposal formuliert hat, weiter umgesetzt.
Proposal “Anticolonial Approach”
Dieses Proposal stammt auch aus der Arbeitsgruppe “International Solidarity and Anticolonialism”. Das Proposal fordert eine Dekolonialisierung unserer Bewegung. Dafür soll es künftig eine Arbeitsgruppe geben, welche einen Prozess ausarbeitet, welche Schritte dafür gemacht werden müssen. Ausserdem wird jede Regionalgruppe und Arbeitsgruppe aufgefordert, sich selbst mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das Proposal wurde ohne Änderungsvorschläge mit 100% angenommen. >> Der Entscheid wird in der ganzen Bewegung und spezifisch in der neuen Arbeitsgruppe, die sich um die Dekolonialisierung der Bewegung kümmern will, umgesetzt. Kontakt Telegram: https://t.me/maretiport
Proposal “New Guidelines: National Decision Calls”
Dieses Proposal wurde von der “Task group national decision calls” ausgearbeitet. Es stellt eine Überarbeitung der alten Guidelines dar, die im Frühling 2020 im Zuge der Corona-Pandemie entwickelt und entschieden wurden. Das Proposal fordert eine Weiterführung der nationalen Entscheidungscalls für dringende Entscheidungen und will neu Entscheidungscall-Tage organisieren, die mindestens 2 Monate im Voraus angesagt werden und zwischen den nationalen Treffen wichtige Entscheidungen abfangen können. Ausserdem sollen Entscheidungen ersichtlich gesammelt werden. Der Änderungsvorschlag, dass an den Calls über die Änderungsvorschläge mit einer ⅔ Mehrheit abgestimmt werden soll, wurde mit 96% angenommen. Das Proposal mit dem Änderungsvorschlag wurde mit 100% angenommen. >> Der Entscheid wird in der Task Group umgesetzt. Kontakt Telegram: https://t.me/jahalloda
Proposal “Unite CS”
Dieses Proposal wurde von Einzelpersonen aus Zürich ausgearbeitet. Das Proposal fordert: Den Aufbau einer Plattform in Zusammenarbeit mit anderen Orgas/Bewegungen als Antwort auf die Energiekrise; einen Massnahmen-Katalog zur Energiekrise; regelmässige Austauschcalls zwischen den Regionen; einen weiteren strategischen Fokus auf den Strike for Future und eine Distanzierung zu Gruppierungen wie Renovate. Auf regionaler Ebene soll es zur Unterstützung der nationalen Energiekrise-Plattform Quartierversammlungen, Agitation in Gewerkschaften, Demos, Besetzungen, Veranstaltungen geben.
Das Proposal wurde mit drei Änderungsvorschlägen, die alle angenommen wurden, angepasst: Statt einer Abgrenzung, soll mit Renovate Kontakt aufgenommen werden. Die Plattform auf den schon bestehenden Strukturen des Strike for Futures aufgebaut werden und statt von “Vorschlägen” soll von “Positionen” gesprochen werden, die im Kontext der Energiekrise ausgearbeitet werden.
Das gesamte Proposal mit allen drei Änderungsvorschlägen wurde mit 72% angenommen. >> Der Entscheid wird in der Arbeitsgruppe Energy Crisis und der WG Coordination umgesetzt, sowie in den verschiedenen Regionalgruppen. Kontakt Telegram: https://t.me/alpakagegenazis
Proposal “Energy Crisis Demands”
Dieses Proposal wurde von der nationalen Arbeitsgruppe Energy Crisis ausgearbeitet. Das Proposal schlägt verschiedene Forderungen vor, die im Kontext der Energiekrise gestellt werden sollen: Keine Öl- und Gaskraftwerke in der Schweiz; ein Transitionsplan, welcher faire Elektrizitätspreise ermöglicht, den Energiekonsum mässigt, erneuerbare Energien ausbauen will, den Energiesektor sozialisiert.
Zu diesem Proposal gab es fünf Änderungsvorschläge, von welchen vier angenommen wurden, nämlich: Die Forderung einer Arbeitszeitverkürzung; die Forderung nach einem Produktionsstopp in der Stahl- und Zementindustrie; die Anpassung, dass die Arbeitsgruppe WG Energy Crisis die Verantwortung über die Umsetzung haben soll; die Anpassung, dass der Transitionsplan nicht vom Bund gefordert werden soll. Das Proposal wurde anschliessend mit 97% angenommen. >> Der Entscheid wird in der WG Energy Crisis weiter umgesetzt. Kontakt Telegram: https://t.me/jonaskampus
Proposal “Gletscherinitiative”
Das Proposal wurde von Einzelpersonen aus verschiedenen Regionalgruppen ausgearbeitet und forderte eine differenzierte Positionierung zur Gletscherinitiative. Dazu gab es drei Amendments. Davon wurde das Amendment angenommen, welches dem Proposal die Parole “Ja, aber” hinzu fügte und das Amendment, welches die Verantwortlichkeit für die Umsetzung der WG National Communication Coordination zuwies. Das Proposal wurde mit diesen beiden Änderungsvorschlägen mit 90% angenommen. >> Die weitere Umsetzung liegt bei der WG National Communication Coordination. Kontakt Telegram: https://t.me/Michi_KS_Basel
Proposal “Basic Income”
Das Proposal wurde von der “Community” ausgearbeitet, welches die Grundeinkommensinitiative trägt. Das Proposal schlug vor, dass der Klimastreik die Initiative wie auch die Unterschriftensammlung unterstützen soll. Das einzige Amendment dazu wurde abgelehnt und das Originalproposal mit 82% angenommen. Kontakt Telegram: https://t.me/tii_buu
Proposal “Demo Climate Alliance”
Das Proposal wurde von Einzelpersonen in Kontakt mit der Klimaallianz ausgearbeitet und fordert die Mobilisierung auf die Demo der Klimaallianz im September und die Ausarbeitung eines Klimastreik-Narratives. Das einzige Amendment dazu wurde abgelehnt und das Originalproposal mit 92% angenommen. Kontakt Telegram: https://t.me/hellojulian
Rund herum noch so
Am Samstagabend haben wir uns in Finta*, Tina* und kritischen Männlichkeiten* Runden über Geschlechterhierarchien und die Zerstörung des Patriarchats ausgetauscht. Am Sonntag Mittag gab es ausserdem eine Runde für schüchterne Menschen, um Erfahrungen auszutauschen.
Zu Beginn verschiedener Diskussionen haben wir ausserdem Inputs aus verschiedenen Projekten gehört, wie z.B. Debt for Climate, End Fossil Occupy, die Streiks der Bauarbeiter*innen, Energiekrise und Birr.