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| Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)

Drittes Buch: Wertlosigkeit der heidnischen Schriftsteller und ihrer Lehren; Heiligkeit und hohes Alter der christlichen.
16. Beweis für das Alter der Lehren der Hl. Schrift aus der in ihr gegebenen Chronologie, über welche die Profanschriftsteller nur Fabeln vorbringen.
Ich will dir nun mit Gottes Hilfe auch die Chronologie genauer darlegen, damit du siehst, daß unsere Lehre nicht neu noch fabelhaft sei, sondern älter und wahrer als die aller Dichter und Schriftsteller, die ins Blaue hinein geschrieben haben. Denn diejenigen, welche die Welt als ungeworden annahmen, gingen bis ins Unbegrenzte zurück; andere, welche eine Entstehung der Welt behaupteten, sagten, es seien seitdem bereits 153,075 Jahre verflossen. Dies schreibt der Ägyptier Apollonius. Plato aber, der für den Weisesten der Griechen gilt, in welche Faseleien verliert sich der! In seinem „Vom Staat“1 betitelten Buche nämlich steht ausdrücklich: „Wenn die jetzigen Zustände und Einrichtungen, o Fremdling, immer (und von jeher) dieselben geblieben wären, wie käme es, daß irgendwelche neu erfunden wurden? Hundert Millionen Jahre (vielmehr) blieben diese den damaligen Menschen unbekannt; tausend Jahre aber oder zweimal soviel sind es (erst), seitdem sie erfunden und allgemein bekannt [S. 92] worden sind, teils von Dädalus, teils von Orpheus, teils von Palamedes an“2. Und indem er diesen Verlauf der Dinge behauptet, nimmt er jene hundert Millionen Jahre an von der Flut bis auf Dädalus. Und nachdem er viel erzählt hat von Staaten, Niederlassungen und Völkern auf der Welt, gesteht er, daß er diese Dinge nur als Vermutungen ausspreche. Er sagt nämlich: „Wenn irgendein Gott uns verhieße, daß wir, wenn wir die Betrachtung der Gesetzgebung unternehmen, im Vergleich mit dem Gesagten“ –3. Also sprach er offenbar nur Vermutungen aus; wenn aber nur Vermutungen, so haben seine Angaben wahrlich auf Wahrheit keinen Anspruch.
1: Diese und folgende Stellen finden sich nicht in diesem Werke Platos, sondern in seinem Buch über die Gesetze [peri nomōn](περὶ νόμων).
2: De legibus I. III p. 677.
3: Ergänze aus Plat. Ges. S. 683: „nichts Schlechteres oder weniger hören sollen, so würde ich einen weiten Weg machen.“