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„Nicht einmal so schlecht“ schätzt der erfolgreichste Schweizer Schriftsteller der Gegenwart nach Erich von Däniken, der global publiziert wurde, sein eigenes Werk ein, wie er anlässlich der Herausgabe seines neuesten Buches „Elefant“ wissen lässt.
Martin Ebel, Feuilleton-Chef des „Tagesanzeiger“, erinnert daran, dass vor einigen Jahren „ein besserer Simmel“ gesucht wurde und schreibt zu Martin Suter: „Hier ist einer, ein viel besserer.“ Dieses vergiftete Urteil zählt.
Martin Suter, ein kühl kalkulierender Gag-Schreiber des geistigen Mittelstandes, dessen Schreibe auf der Linie zwischen Hochsprache und Einfachsprache Logo dem unteren Drittel zuzurechnen ist, sieht sich als Nachfolger des englischen Salonschriftstellers W. Somerset Maugham. Sein Entdecker, der weder verlegerisch nach sprachlich sonderlich begabte Grosshändler Dr. Beat Curti, liess den ehemaligen Werbetexter in der „Weltwoche“ schreiben, wo die Suter-Kolumne „Business Class“ Aufsehen erregte.
Suter ist ein perfektes Beispiel für die neue Provinzialität der Schweizer Literatur. Er nennt keine Namen, hebt nie den Zeigefinger und verurteilt nie. Derlei kommt in der gestressten Wohlfühlgesellschaft gut an, wo man seine Ruhe haben möchte angesichts aller Horrornachrichten, die uns von allen Seiten überfallartig angeboten werden.
Was Suter liebt, „ist die unglaubliche Eleganz“, wie er sie zu Recht an seinem englischen Vorbild betont. Was er einmal für den Emmentaler Käse geschrieben hat, gilt wohl auch für seine Bücher: „Meine Damen und Herren, damit wir uns richtig verstehen: Dieses Plakat ist eine Kaufaufforderung. Die Städte sollen andere verschönern.“
Martin Suter verschönert unsere geistige Landschaft nicht. Wie ihn sein Freund Finn Canonica im „Magazin“ von Tagesanzeiger, Basler Zeitung und Bund vorgestellt hat, entspricht genau dem nicht, was Roman Bucheli im Feuilleton der NZZ verlangt hat: „Mehr Ernsthaftigkeit.“ Besser hat dies Chrstine Richard im Kulturteil der „Basler Zeitung“ erfasst: „Er setzt sich nicht wirklich aus.“
Wer es dennoch versuchen möchte: Martin Suter, „Elefant“, Diogenes 2017, 352 Seiten, ca. Fr. 33.–