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Australische Wissenschaftler bestätigen eine Hiobsbotschaft für das grösste Korallenriff der Welt: Das Great Barrier Reef hat in diesem Jahr die schlimmste Korallenbleiche seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Fondation Franz Weber und Vision NEMO weisen darauf hin, dass auch der Fang von Korallenfischen für die Aquarienindustrie die Korallenriffe zusätzlich schwächt.
Am nördlichen Ende des mehr als 2300 Kilometer langen Riffs seien zwei Drittel der Korallen abgestorben, manche Korallenbänke hätten gar keine lebenden Korallen mehr, berichten die Wissenschaftler der James-Cook-Universität.
Vor Cairns und weiter südlich, wo die meisten Touristenboote zum Tauchen und Schnorcheln starten, war die Lage deutlich besser. Dort starben nur sechs Prozent der gebleichten Korallen ab.
Dem Barrier Reef setzt der Klimawandel mit höheren Wassertemperaturen zu. In den vergangenen Monaten kam das Wetterphänomen El Niño hinzu, das die Temperaturen zusätzlich steigen liess.
Mit Korallenbleiche wird ein Ausbleichen der Steinkorallenstöcke bezeichnet, das zum anschließenden Absterben der Korallen führen kann. Korallen sind lebende Organismen. Sie gehören zu den Nesseltieren und siedeln in Symbiose mit Zooxanthellen, einer Algenart, auf einer Kalkschicht, die von Jahr zu Jahr wächst.
Höhere Wassertemperaturen schwächen das ohnehin fragile Ökosystem der Riffe. Die Widerstandsfähigkeit gegen Einflüsse wie Stürme, Krankheiten, Umweltverschmutzung durch den Schiffsverkehr und den Dünger- und Pestizid-Eintrag von küstennahen Feldern sinkt.
Das Great Barrier Reef ist seit 1981 als Weltnaturerbe anerkannt. Die UN-Kulturorganisation Unesco hatte mit dem Entzug dieses Status' gedroht, falls die Regierung nicht mehr unternehme, um die Einzigartigkeit der Region zu erhalten. Am Donnerstag will die australische Regierung neue Schutzmassnahmen für das Riff vorstellen.
Fondation Franz Weber und Vision NEMO ergänzen in aller Deutlichkeit, dass auch der Fang von Korallenfischen für die Aquarienindustrie die ohnehin angeschlagenen Korallenriffe zusätzlich schwächt und daher unter allen Umständen zu unterlassen ist!