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Eine Patientin hat sich an zehn Zentren im MRI untersuchen lassen. Jeder Arzt fand etwas anderes heraus.
Eine New Yorker Studie offenbart eine «alarmierend hohe Zahl an Fehlern» bei MRI-Untersuchungen des Rückens. Dieses Fazit beruht auf einem einfachen und bisher einmaligen Experiment: Die Studienautoren baten eine Patientin mit Bandscheibenvorfällen und weiteren Problemen an der Lendenwirbelsäule, sich an zehn verschiedenen Zentren im MRI untersuchen zu lassen. Keiner der Radiologen dort wusste, dass er getestet wurde.
Vor Beginn dieser Untersuchungskette und zum Abschluss wurde die 63-Jährige von zwei der Studienautoren im MRI untersucht. Beide haben viel Erfahrung und sind spezialisiert auf Untersuchungen der Wirbelsäule. Ihre insgesamt 25 Befunde galten als Massstab, an dem die Diagnosen der Radiologen an den zehn Zentren gemessen wurden.
Die Übereinstimmung dieser zehn MRI-Befunde war besorgniserregend schlecht. Die verschiedenen Radiologen führten total 49 krankhafte Veränderungen an – aber keine davon wurde in allen Berichten erwähnt.
Sieben der zehn Radiologen glaubten beispielsweise einen Bandscheibenvorfall zwischen dem dritten und dem vierten Lendenwirbelkörper zu erkennen. Zwei Radiologen hingegen sahen einen unterhalb des fünften Lendenwirbelkörpers. An zwei Zentren dagegen wurden Bandscheibenvorfälle an allen Lendenwirbelkörpern diagnostiziert und ein Radiologe erkannte nirgendwo einen Bandscheibenvorfall. Ähnlich diametral lagen auch andere Diagnosen auseinander. (lesen Sie unten weiter...)
Verglichen mit den Diagnosen der beiden Radiologen, die als Referenz dienten, betrug die Rate an übersehenen Befunden 44 Prozent. Dreimal zum Beispiel wurde ein Wirbelkörperbruch nicht erwähnt. Bedeutsame krankhafte Veränderungen würden zuhauf nicht erkannt, folgern die Autoren. Und nur etwas mehr als die Hälfte der Befunde (56 Prozent), welche an den zehn Zentren gestellt wurden, hatten die Referenz-Radiologen gleich beurteilt.
Wenn solcherlei falsche MRI-Berichte als Basis für die weitere Behandlung dienen, könne dies zu Fehlbehandlungen oder schlechtem Heilungsverlauf führen, warnen die Studienautoren.
Die schlechte Übereinstimmung ist indes nur ein Aspekt, der wohl viele Laien überrascht. Ein anderer sind die vielen Nebenbefunde, die bei MRI- (und auch bei computertomografischen) Untersuchungen zufällig entdeckt werden. Als Forscher zum Beispiel 1200 gesunde Personen im CT durchleuchteten, fanden sie 3361-mal etwas Anormales. Bei mehr als einem Drittel davon empfahlen die Ärzte weitere Untersuchungen.