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Lebensmittelverluste - ausgewählte Projekte
Fachstelle Nachhaltigkeit und Energie
Lebensmittelverluste in der Schweizer Gemeinschaftsgastronomie
Laut einer von der FAO in Auftrag gegebenen Studie gehen rund 1/3 aller weltweit für den menschlichen Verzehr produzierten Lebensmittel verloren. Diese Lebensmittelverluste haben negative Auswirkungen, sowohl in ökonomischer, ökologischer wie auch sozialer Hinsicht. Um Reduktionsmassnahmen einleiten zu können, bedarf es detaillierter Zahlen über die Art und Menge der Lebensmittelverluste. Die Datenlage im Bereich der Gemeinschaftsgastronomie ist jedoch sehr lückenhaft.
Aus diesem Grund wurden in zwei Betrieben der Schweizer Gemeinschaftsgastronomie über einen Zeitraum von fünf Tagen alle Lebensmittelverluste in vier Kategorien (Lager-, Zubereitungs-, Ausgabenverluste und Tellerreste) erfasst. Dabei wurden die Abfälle in sieben Lebensmittelgruppen unterteilt und gewogen. Mittels Kundenbefragung wurde die Schnittstelle zum Konsumenten untersucht und anhand einer Stoffstromanalyse wurden Massen- und monetäre Verluste innerhalb der Prozesskette abgebildet.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden 2014 im Journal Waste Management veröffentlicht. Weitere Studien sind geplant um die Wirksamkeit erarbeiteter Reduktionsmassnahmen zu ermitteln.
BAfU-Bericht Lebensmittelverluste in der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln
In der Schweiz sind Daten zu Lebensmittelverlusten auf den Stufen der landwirtschaftlichen Produktion und des Konsums (Beretta et al., 2013) sowie der Gastronomie und dem Detailhandel vorhanden (BAFU, 2014). Für die Stufe der industriellen Verarbeitung und der Produktion von Lebensmitteln in der Schweiz fehlte bisher eine strukturierte Zusammenstellung noch.
Mit dem vorliegenden Bericht wird diese Datenlücke bei der Erfassung der Lebensmittelverluste entlang der Verarbeitungskette der Schweiz geschlossen. Es wird eine quantitative Erhebung der Lebensmittelverluste, welche in der Schweizerischen Lebensmittelindustrie anfallen, durchgeführt und die Ergebnisse werden in einer Massenflussanalyse (MFA) dargestellt.
Die Schweizerische Lebensmittelindustrie produziert pro Jahr rund 2.3 Mio t Trocken-substanz (TS) an Lebensmitteln. Dabei fallen jährlich 0.51 Mio t TS Lebensmittelverluste an. Gut ein Viertel dieser Verluste sind unvermeidbar. Die vermeidbaren Lebensmittelverluste betragen jährlich 0.365 Mio. t TS. Bezogen auf die produzierten Lebensmittel entspricht dies einem Anteil von gut 15 %. Drei Viertel der anfallenden Lebensmittelverluste werden als Tierfutter weiterverwertet, gefolgt von der energetischen (Biogas 11.4 %) sowie stofflichen (Kompostierung 9.3 %) Verwertung. Hauptursachen für den Anfall der vermeidbaren Verluste sind fehlender Absatzmarkt und der aktuelle Stand der Technik. Die Sensibilisierung betreffend Lebensmittelverlusten ist in der Schweizerischen Lebensmittelindustrie hoch und etliche Bemühungen zur Verlustminimierung werden unternommen.