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Auf der Hangkrete verankert, verbindet der Neubau die auf der Ebene angesiedelte bestehende Klinik mit dem höher liegenden Plateau der Innenstadt. Beim Medizinalzentrum, das Arztpraxen, Behandlungsräume und Wohnungen beherbergt, handelt es sich um ein Haus in der Stadt ohne eindeutige typologische Zuordnungen. Dieses Unspezifische offenbart sich insbesondere auch bei der Konzeption der Hülle. Übermässiger Strassenlärm, thermische Übergänge, energetische Ansprüche und formale Gesichtspunkte sind Problemstellungen, auf welche die Umhüllung eine ganzheitliche Antwort leistet. Eine äussere Glasschicht überzieht plastisch ausformulierte und farblich leicht variierende Wandpaneele. Transparenz, Transluzenz und Opazität gestatten oder behindern den Durchblick, lenken den Lichteinfall und sichern die Interaktion mit der Umwelt. Einem eigentlichen Ordnungsmechanismus ähnelt diese mehrschalige Fassade. Sie ist mehr als ein passives Gebilde, eher vergleichbar einem aktiven Organ, das die oberflächliche Wahrnehmung der «Haut» hinter sich gelassen hat.
Die Fassade verkörpert demnach nicht nur ein Gesicht, vielmehr ist es ein eigentlicher Mechanismus, der die unsichtbar ablaufenden Prozesse der Regulierung von Lichtwellen und Luftströmen steuert. All diese Phänomene verweisen auf den von Terence Riley eingeführten Begriff der operativen Transparenz. Er meint die Entstehung von unterschiedlichen Ausdrucks- und Gestaltungsmitteln, die aus der Überlagerung und Verschiebung von Flächen und Mustern entstehen. Dabei gliedert sich die Wahrnehmung in zwei Kategorien: Einerseits werden durch die Überlagerung unterschiedliche Dichtegrade erreicht, d. h., die einfallende Lichtmenge, respektive die Möglichkeit des Durchblicks wird wesentlich vermindert oder gesteigert und andererseits bewirkt die Überlagerung neue, schemenhafte Bilder. Diese Aspekte treten bei mehrschaligen Fassaden auf, wo dank neuen Technologien unterschiedlich lichtdurchlässige Gläser Lichtreflexe, Spiegelungen und scheinbar zufällige Interferenzen hervorrufen. Die Wahrnehmung des Gebäudes oszilliert zwischen seiner Oberfläche und deren Tiefe.
Projektdokumentation Medical Center Aarau