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Streichquartett D-Dur (1889)
Zu den Meisterwerken der Quartett-Literatur ist César Francks D-Dur Streichquartett zu rechnen, das völlig zu Unrecht im Schatten seiner Violinsonate steht. Er komponierte es in seinem
letzten Lebensjahr, nachdem er sämtliche Quartette Beethovens studiert hatte.
Wie im Klavierquintett und der Violinsonate sind die Themen der 4 Sätze wieder miteinander verwandt und werden im Finale ähnlich einer Brucknerschen Sinfonie, verknüpft und variiert.
Vorangegangene Themen der Introduktion, des Larghettos und des Scherzos stehen unvermittelt, nur durch kurze Pausen getrennt, nebeneinander. Erst danach werden sie in der Vergrösserung und
Verkleinerung im kunstvollen 4-stimmigen, linearen Satz verarbeitet und vereinigt.
Kein Werk Francks entspringt mehr der Logik und Technik der Orgelmusik als dieses Streichquartett. Hervorzuheben sind die vielen Themen- und Sequenz- Wiederholungen, die so angelegt sind, als
würden sie auf der Orgel mit verschiedenen Registern gespielt.
Das Werk hat das Grandiose und zugleich Erhabene einer grossen französischen Kathedrale.
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