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Produzent:
MontGras
Alles deutet darauf hin, dass vor Christoph Kolumbus' Ankunft in Amerika, am 12. Oktober 1492, keine Reben in dieser Region vorhanden waren. Die Geschichte des chilenischen Rebbaus beginnt, wie in vielen Ländern der Neuen Welt, mit den Missionaren, mediterranen Klima wohl und gedieh zur Freude der Siedler. In der lange, bis sie der spanischen Krone, die ihre Produktion im Alten Europa gefährdet sah, ein Dorn im Auge war.
In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erliess der spanische König ein Gesetz, das 1767 in noch verschärfter Form alle Neuanpflanzungen in den Überseekolonien verbot, um den spanischen Weinhandel zu schützen. Ungeachtet dessen wuchs die Rebfläche, und so kam es dazu, dass Chile Ende des 18. Jahrhunderts zum bedeutendsten Weinproduzenten der Welt avancierte. Dann kam der Niedergang, der erst nach den Jahren der Depression und der Diktatur gegen Ende des 20. Jahrhunderts innehielt. In den Jahren des allgemeinen Aufbruchs und der wirtschaftlichen Prosperität zog auch der qualitative Rebbau in Chile wieder an.
Trotz des generell heissen, trockenen Klimas lassen sich in Chile Regionen finden, die entweder wegen der Nähe der Anden oder aufgrund des kühlenden Einflusses des Pazifiks ein grosses Potenzial für den Rebbau aufweisen. Das Colchagua Valley ist für den Qualitätsrebbau eine der geeignetsten Weinanbauregionen Chiles. Es profitiert vom positiven Meereinfluss und weist ein ideales Terroir auf.
Es ist genau genommen ein Zwischental des Rapel Valley. Beide zusammen verfügen über 9000 ha Rebfläche. Ca. 190 km südwestlich von der Hauptstadt Santiago gelegen, eingebettet zwischen der küstennahen Bergkette im Westen, der so genannten Coastal Range, und den Anden im Osten, weist es ein typisches, dem Mittelmeerraum ähnliches Klima auf, das durch warme Tagestemperaturen, kühle Nächte und klare Jahreszeiten gekennzeichnet ist. Dies erlaubt eine langsame Reifung der Trauben am Stock, was für die Aromabildung sehr förderlich ist.
Das weitaus grösste Problem in Chile dagegen ist die Trockenheit. Oft fällt zwischen Dezember und März – also in der Sommerzeit auf der südlichen Erdhalbkugel – kein einziger Tropfen Wasser. Ohne künstliche Bewässerung wären weite Teile des Landes unfruchtbare Wüste. Diese Tatsache ist bei der Suche nach den besten Standorten für die einzelnen Rebsorten von primärer Bedeutung. «Ohne Wasser geht's nicht!», fasst Hernàn Gras die Situation zusammen.
Hernàn Gras der erfahrene Winzer und Oenologe, hat mit seinem Bruder Eduardo und mit Cristiàn Hartwig 1993 das Weingut Montgras in der Ortschaft Palmilla im Colchagua Valley gegründet. «Drei Faktoren waren für die Realisierung des ambitiösen Projektes, abgesehen von der Wasserversorgung, für uns von essentieller Bedeutung: das Terroir, der Rebbau und die Gestaltung des Weinkellers», führt er weiter aus. In einem waren sich die Drei – sie stammen aus zwei Winzerfamilien, die über langjährige Erfahrung im Rebbau und in der Weinbereitung verfügen – einig: Montgras sollte ein einzigartiges und aussergewöhnliches Weingut werden. «Wir wollen einen ausgezeichneten chilenischen Wein im modernen Stil keltern. Trotz modernster Technologie und Installationen, die wir für die Weinbereitung verwenden, haben unsere Weine Persönlichkeit und Charakter aufzuweisen. Es sollen unsere Weine sein und sie haben durch ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis zu überzeugen. In all unseren Überlegungen spielt der Mensch aber immer die wichtigste Rolle», umschreibt Hernàn Gras die Unternehmensphilosophie und erzählt weiter: «In Chile ist alles vorhanden, um grosse Gewächse zu keltern: der Boden, das Klima und das Traubengut. Diese drei Elemente zusammen mit dem Knowhow und der Passion, müssen für uns ausreichen, um Weine zu keltern, die auch den anspruchsvollsten Weinfreak zu überzeugen vermögen.» Mit diesem Vorsatz machten sich die Initianten ans Werk, das schneller als sie es erwarten konnten, auf nationales Interesse stiess. Nachdem 1993 die ersten 50 Hektar bestockt worden waren, erhielten sie bereits 1997 mit dem Jungfernwein, d.h. mit dem ersten auf den Markt gebrachten Wein, vom Chilean Wine Guide die Auszeichnung «Wine of the Year».
Seitdem gingen über 250 Auszeichnungen und Medaillen nationaler und internationaler Degustationsveranstaltungen an ihre Adresse. Einmal im Jahr blickt die Weinwelt nach London, wo an der International Wine & Spirits Competition verschiedene Auszeichnungen vergeben werden, darunter die Auszeichnung «The Chilean Wine Producer of the Year». Diese prestigeträchtige Auszeichnung erhielt 2002 das Weingut Montgras. Im gleichen Jahr verlieh ihm die deutsche Jury von Mundus Vini den Titel «International Producer of the Year». Diese einmalige Erfolgsserie spricht Bände und manch einer hätte sich angesichts dieses Tatsache zurück gelehnt und sich im Erfolg gesonnt. Nicht so aber bei den Dreien, die innert kurzer Zeit zwar viel erreicht haben, aber deren Traum von einem ganz grossen Gewächs erst mit den Weinen von Ninquén in Erfüllung ging.
Wine Spectator gibt dem Carmenère Colchagua Valley Reserva 2006 88 Punkte.
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