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Der Ausblick für das kommende Jahr sieht ebenfalls nicht besonders rosig aus. Die Öl-Futures haben seit der Einigung der OPEC und ihrer Verbündeten am 25. Mai, die Produktion bis ins erste Quartal 2018 hinein zu zügeln, um rund ein Zehntel nachgegeben. Mit ihrer Entscheidung wollten die Staaten dafür sorgen, dass die globale Angebotsflut abnimmt.
Während Goldman Sachs davon ausgeht, dass die Strategie am Ende funktionieren wird, warnt die Bank zugleich, dass das Überangebot nach Ende der Produktionskürzungen zurückkehren könnte. Morgan Stanley und JPMorgan sind der Meinung, dass die Gruppe wohl keine andere Wahl haben wird, als an der gedrosselten Produktion sogar noch länger festzuhalten.
Das wieder aufkeimende Angebot aus der US-Schiefer-Produktion und eine nachlassende Treibstoff-Nachfrage könnten bedeuten, dass die weltweiten Ölmärkte im kommenden Jahr erneut mit einem Überangebot kämpfen werden, heißt es von den Banken. Am Ende könnten Saudi-Arabien und Russland, die beiden größten Produzenten in der 24 Länder umfassenden Koalition, daher dazu gezwungen sein, ihre Versprechen umzusetzen, sie würden „alles Notwendige“ unternehmen, um das Gleichgewicht am Markt wieder herzustellen.
„Falls die OPEC den Markt im nächsten Jahr ausbalanciert halten möchte, wird sie die Produktionskürzungen wahrscheinlich auf das ganze Jahr 2018 ausdehnen müssen“, erklärt Martijn Rats, Managing Director bei Morgan Stanley in London. „Das Wachstum bei der Nachfrage hatte sich zuletzt etwas verlangsamt. Und angesichts eines starken Wachstums der US-Produktion scheint es nicht viel Spielraum für einen Anstieg der OPEC-Produktion in 2018 zu geben.“
Risiko eines erneuten Überangebots
Ähnliche Warnungen kommen auch von Jeff Currie, dem Chef für Rohstoff-Analysen bei Goldman Sachs in New York. „Der Markt ist nicht in der Lage, sich vorzustellen, dass die OPEC die Produktionskürzungen aufgibt, ohne für ein riesiges Überangebot in 2018 zu sorgen“, meint er. „Wir sehen das Risiko eines erneuten Überangebots später im nächsten Jahr, falls die Produktionen von der OPEC und von Russland auf deren erweiterte Kapazitäten ansteigen und bei einem Schiefer-Wachstum in einem ungezügelten Tempo.“
Wie dem auch sei: Selbst wenn das Überangebot im nächsten Jahr wieder auftauchen sollte, so bedeuten die derzeitigen Bemühungen der OPEC zur Reduzierung der Bestände doch, dass die OPEC es leichter haben wird, damit umzugehen, sagt Citigroup.
Zwar sehe die Angebotssituation des kommenden Jahres wegen der Schiefer-Erholung „gewichtig“ aus – allerdings bedeuten die derzeitigen Angebots-Kürzungen der OPEC, dass eine erneute Angebots-Anhäufung von einem niedrigeren Niveau aus erfolgen würde, erklärt Ed Morse, Chef für Rohstoff-Analysen bei Citigroup in New York. David Martin, Analyst bei JPMorgan, hatte am 25. Mai seine 2018-Prognose für Brent-Rohöl um 10 Dollar auf 45 Dollar je Fass gesenkt.
Selbst wenn die OPEC ihrer Produktionskürzungen auf das gesamte nächste Jahr ausdehnen sollte, könnte das seiner Meinung vielleicht lediglich dafür sorgen, dass die Bestände nicht noch weiter ansteigen. Martin: “Die OPEC ist möglicherweise für eine lange Zeit an ihre Vereinbarung gefesselt”.
(Bloomberg)