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Über Wattwil grüsst auf der westlichen Talseite, als Wahrzeichen des Dorfes, ein stattlicher Wohnturm. Auf einem einzeln stehenden Hügel gelegen hatte Iberg eine militärisch vortreffliche Lage und beherrschte das Turtal sowohl als den Weg über den Hummelwald nach Uznach. Um 1240 von Walter von Iberg auf einem Abtlehen erbaut, war die Burg den Grafen von Toggenburg als eine Ihren „ennetbirgischen“ Besitz gefährdende Feste ein arger Dorn im Auge und wurde von Graf Kraft 1249 weggenommen, von dem streitbaren Abte Berchtold aber vom Turme Bärenfels aus wieder erobert. Nochmals fiel sie den Toggenburgern in die Hände und wurde von diesen, als sie nicht mehr gehalten werden konnte, angezündet. Abt Berchtold baute sie wieder auf und zwar zwei Stockwerke höher als zuvor. Im Streite Wilhelms von Montfort mit Rudolf von Habsburg wurde Iberg vom Gegenabte Konrad belagert und nach schwerer Arbeit genommen. 1405 von den Appenzellern zerstört, erstand sie von neuem und diente Jahrhunderte lang als Sitz eines äbtischen Landvogtes. Beim Ausbruche der Toggenburgerunruhen versicherte sich der Landrat durch einen kühnen Handstreich „dieses Hauptschlüssels zur Öffnung und Schliessung des Hummelwaldpasses“. Seit 1718 wurde die Burg äbtischen Lehensleuten zur Einrichtung einer Wirtschaft überlassen, und die Umgebung der Feste, die so oft den zornigen Kampfruf streitender Männer vernommen, wiederhallte an festlichen Tagen von Musik, Tanz und Lustbarkeit des feiernden Volkes. Nach der Aufhebung des Klosters gelangte Iberg in Privathände und wurde 1838 des Dachstuhles beraubt. Dem immer rascher fortschreitenden Zerfalle tat die 1902 sehr glücklich durchgeführte Restauration Einhalt, so dass das schönste Gebäude des Toggenburgs mit ihren zinnengekrönten Mauern und dem wehrhaft trotzig ins Tal schauenden Turm für immer gesichert dasteht.