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Sir James ist mein Name.
Toyota ist meine Marke. HZJ78 oder LandCruiser 400D Long, sind meine Modellnamen.
Im Fahrzeugausweis steht, dass meine Karosserie ein Kasten sei, der 10 Personen Platz bietet (Fahrer, Beifahrer plus 8 hinten im ‚Kasten'). Toyota hat mich mit einem 4,164 Liter grossen Dieselmotor bestückt, der 96 Kilowatt abgibt. Leer war ich einmal 2215 Kilo schwer. Mein Maximalgewicht darf 3200 Kilo betragen. Meine Besitzer haben mich aber so vollgestopft, dass ich bis 3500 Kilo wiege. Die 240 Liter Diesel und die 160 Liter Wasser, die ich ab und zu herumschleppen muss, sind bereits 400 Kilo schwer.
Meine Farbe ist weiss. Ich habe jedoch keine Aufschrift, wie ‚UN', ‚Red Cross', ‚Police' oder anders mehr. Dennoch sind diejenigen, die mich anhalten immer vorsichtig. Es könnte ja sein, dass auf der Seite noch etwas zum Vorschein kommt. Viel von der Originalfarbe kommt gar nicht zum tragen, da die Kotflügel, die Kühlerhaube und das Dach mit Riffelblech aus Aluminium abgedeckt sind. Dadurch bin ich von vorne bis hinten begehbar. Meine Herrschaften benutzen dies einerseits um an die Kisten zu gelangen, die ich auf dem Dach trage, und anderseits dazu, um auf besonderen Pisten die Viecher im Gebüsch besser sehen und fotografieren zu können.
Damit ich tagein und tagaus die grosse Last tragen kann, haben mir meine Besitzer meine Beine verstärkt. Hinten habe ich 3 Federblätter mehr als das Original, vorne ist die original Schraubfeder gegen eine stärkere ausgetauscht. Die Federblätter sind stärker gekröpft als im Originalzustand und mit alten Gummischläuchen eingewickelt. „Der Sand wirkt wie Schmirgelpapier" hat Herr Britschgi in der Toyotagarage in Frauenfeld gemeint. Das Einwickeln der Federblätter hat aber noch einen anderen Effekt: in den Garagen wollen sie immer meine Federn auswechseln, da sie meinen ich habe gebrochene Beine. Dies ist ein unerwollter Diebstahlschutz.
Toyota hat mich mit 5 Rädern ausgestattet: zwei vorne, zwei hinten, eines hinten unten, als Reserve. Natürlich haben mir meine Besitzer noch ein sechstes Rad geschenkt, als zweite Reserve (dieses muss ich jetzt auch noch herumfahren). Das erste Reserverad ist natürlich nicht dort, wo Toyota dies vorgesehen hat, sondern hinten, schwenkbar auf der Stossstange montiert (zum Glück habe ich dieses Gewicht nicht an der Hintertüre hängen). Das sechste Rad haben sie mir auf den Kühlerdeckel montiert. Dieser musste dazu natürlich verstärkt werden, so dass mir jetzt keiner mehr in den Motorraum schaut, da er den Deckel gar nicht erst hochbringt.
Da wir schon bei den Stossstangen sind, diese wurden mir auch ausgetauscht. Zwei Stossstangen aus Australien mussten die Originale ersetzen. Die hintere hat den eben erwähnten Aufsatz für das Reserverad. Die vordere ist mit einer Seilwinde ausgestattet, die meine 3,5 Tonnen Gewicht ziehen soll. Hoffentlich brauchen meine Besitzer dieses Ding nie. Mir wird schon schlecht, wenn ich nur daran denke.
Damit meine Räder schnell gewechselt werden können, trage ich auch noch so ein Ding herum, das sie High-Jack nennen. Die Halterung für dieses Unding ist mit einem Schloss versehen und über dem hinteren Reserverad angeschraubt, so dass das Reserverad nicht gestohlen werden kann. Den ‚High-Jack' kann man stehlen. Dies wäre nicht schade, denn niemand konnte ihn bis anhin anwenden. Die Räder haben sie bis jetzt immer mit einem viel kleineren Wagenheber gewechselt. Am meisten gebraucht werden die beiden Dinger auf der Kühlerhaube. Beim Armeedepot in St. Gallen wurden sie für je 5 CHF gekauft. Damit lässt sich der Sand in der Wüste so gut auf die Seite schaufeln. Die beiden jungen Personen in der Wüste von Mauretanien, die wir begleiteten, brauchten die eine Schaufel, die sie ‚Spaten' nennen, 4 mal an einem Tag.
Als mein Fahrer in Mauretanien in der Nacht durch die Wüste fuhr, war er ganz froh um die Dinger auf der vorderen Stossstange. ‚Light Force' nennen sie es. Mit diesen Dingern kann man die Sahara ausleuchten, obwohl sie aus Australien kommen. Meine Besitzerin hat diesen beiden Dingern eine Haube verpasst, so dass sie - wenn sie nicht gebraucht werden - weniger auffallen und weniger schnell gestohlen werden.
Noch ungebraucht sind die Lochbleche, die über die beiden hinteren Seitenscheiben links und rechts montiert sind. ‚Sandbleche' nennen sie es. Sie schützen meine Scheiben gegen Steinwürfe. Für diesen Zweck hätte aber eine leichtere Ausführung genügt. Zudem sind die Scheiben ja noch mit Drahtgittern abgedeckt. Diese sollen die Mücken abhalten.
Damit ich lange durchhalten kann, ohne zu Tanken, haben mir meine Besitzer noch einen zweiten Tank eingebaut. Der ist dort, wo normalerweise das Reserverad ist. Das Fassungsvermögen dieses zweiten Tankes beträgt 150 Liter. Da ich etwa 16 Liter auf 100 km verbrauche, reicht dies ca. 900 Kilometer weit. Dieser zweite Tank ist mit dem ersten Tank über einen Schlauch und eine Pumpe verbunden. Mein Motor stillt seinen Durst aus dem ersten Tank, der 90 Liter fasst. Ist dieser erste Tank beinahe leer, so kann er während der Fahrt mittels des zweiten Tanks aufgefüllt werden, was mir eine Reichweite von über 1400 km verleiht. Dieser Komfort wiegt aber 240 Kilo. Falls das immer noch nicht genügt, trage ich noch zwei Swiss Army Kanister à 20 Liter mit. Der eine ist gefüllt mit Diesel – welches in der Wüste von Mauretanien zum Glück verkauft wurde – der andere mit bleifreiem Benzin. Das Benzin ist nicht für mich bestimmt. Meine Besitzer verwenden es zum Kochen. Beide Kanister sind übrigens seitlich angebracht, an der Halterung für die Sandbleche. Bezüglich dem ‚Tanken unterwegs' scheint da auch nicht alles so zu funktionieren, wie es sein sollte. Herr Wyss in Thun hatte gesagt: ‚Ihr könnt die Pumpe theoretisch immer eingeschaltet lassen, denn es hat einen Überlauf im vorderen Tank, der wieder in den hinteren Tank führt'. Hat er gesagt. Das meiste Dieselöl fliesst aber nicht in den hinteren Tank, wenn die Pumpe nicht rechtzeitig abgeschaltet wird, sondern über den Einfüllstutzen ins Freie. Meine Besitzer haben das natürlich erst gemerkt als der Dieselölverbrauch überdurchschnittlich hoch war.
Das mit dem zweiten Tank ist sowieso eine Leidensgeschichte. Erstens wurde er etwa zwei Monate zu spät geliefert, weil angeblich ein Teil fehlte. Als er endlich montiert war, funktionierte die Tankanzeige nicht. Mein Herr hat dies dann selbst repariert: im Dezember, bei 0 Grad Aussentemperatur, vor der Garage, im Schnee. ‚Sonst sind wir noch im Januar in der Schweiz', hat er gemeint. Der Tankgeber war schlichtweg falsch eingebaut resp. war für einen Einbau links am Tank und nicht rechts am Tank vorgesehen.
Scalpiert haben sie mich! Die ganze Kopfhaut ist weggeschnitten, von der Frontscheibe bis zur Hecktüre. An stelle des Daches trage ich einen massgeschneiderten 4-eckigen Hut aus Aluminium-Riffelblech, ca. 3 Meter lang und 1.6 Meter breit. Der Hut ist vorne, über der Fahrerkabine festgemacht. Hinten kann man ihn anheben. Im hinteren Teil wird im offenen Zustand eine Höhe von über 2 Meter erreicht, was meinen Besitzern erlaubt, sich aufrecht in meinem Kasten zu bewegen. Aus dem Schrägdach kann wiederum ein Brett heruntergelassen werden, so dass man auf dem Niveau der ehemaligen Dachhöhe schlafen kann. Konstruiert hat diesen Hut ein Herr Albisser, der auf dem Hirzel wohnt. Dorthin durfte ich in den ersten Tagen meines Lebens jeweils in die Ferien. Er hat sogar zwei Seitenfenster in die obere Hälfte eingelassen, so dass meine Herrschaften, am morgen aus dem Bett die Umgebung beobachten können.
Und was die alles auf dem Hut festgemacht haben. Da gibt es einmal die vordere, lange Kiste. Ich hab gehört der ‚Driver' sei zu lang, aber alle andern Schläger fänden dort Platz. Mich nimmt nur Wunder für was meine Besitzer ‚Schläger' brauchen. Sie haben sie zwar schon ein paar mal ausgepackt, sind dann für ein paar Stunden verschwunden und haben alles wieder fein säuberlich in die Kiste verstaut.
Dann gibt es das schwarze Paneel, welches fast einen viertel des Daches beansprucht. Es soll Strom erzeugen, sagen sie. Hinten ist neben dem Guckloch, das sie erst zweimal zum Fotografieren während der Fahrt benutzt haben, links und rechts je eine kleinere Kiste eingepasst. Sie sollen Toilettenartikel enthalten, wie Toilettenpapier, Seife, Shampoo, Damenbinden, Mückenschutzmittel, Sonnencréme, usw.. Erst zwei Mal haben sie daraus etwas entnommen. A propos Strom. Es ist komplett verrückt, was die da alles installiert haben. Sogar eine dritte Batterie haben sie mir gegeben, obwohl ich schon von Haus aus über zwei von diesen schweren Dingern verfüge. Eine Starterbatterie sei nicht geeignet, um bei Tag geladen und während der Nacht entladen zu werden, hiess es zu Hause. Zu dieser Versorgungsbatterie gehören selbstverständlich zwei Laderegler – das sind die, die so lustig leuchten und blinken: rot, grün und gelb. Der eine Laderegler bezieht den Strom von meinen primären Batterien, aber nur wenn der Motor läuft. Der andere Laderegler bezieht den Strom aus dem Sonnenpaneel auf dem Dach, aber nur wenn die Sonne scheint, hat man mir gesagt.
Für was die den Strom brauchen? Also da gibt es zwei Kühltruhen in meinem Innern. Die eine kühlt mehr, als die andere. In der, die tiefer kühlt, sind Getränke (ca. 10°) in der andern Medikamente und andere Dinge, die nicht 40° warm werden sollen. Was heisst da 40° warm. So warm ist es draussen. Drinnen sorgt meine Klimaanlage für tiefere Temperaturen. Doch zurück zum Strom. Zwei Lampen, die für Tageshelle in der Nacht sorgen, sind in meinem innern – neben den Originalleuchten und der Nachtleuchte am Bett - angebracht. Und wenn dann der Tag anbricht brauen sie mit einer dampfenden Apparatur ein dunkelbraunes Getränk. „Wechselrichter" nennen sie die Geräte, welche ebenfalls Strom von der Gelbatterie beziehen. 13 Steckdosen gibt es in meinem innern, um all die 220Volt Geräte anzuschliessen, die meine Herrschaften mitführen: Zahnbürste, Fliegen- / Mückenschutz, Ladegeräte für die drei Telefone (2 Natel, 1 Satellitentelefon), Netzgeräte für die beiden Computer, die Hifi-Boxen, für den Staubsauger, den CD-Brenner, die externe Disk, die Bohrmaschine, die Stichsäge, usw..
Halt, da gibt es ja auch noch die Wasserpumpen, die Strom brauchen. Doch zuerst zum Wasser allgemein. In die Hohlräume meiner Seitenwände wurden Wassertanks eingebaut. Links zwei Kaltwassertanks à je 30 Liter, rechts ein Warmwassertank à 30 Liter (dort, wo ehemals die Heizung war, für die 8 Passagiere im Hinterraum). Das Warmwasser wird mit dem Kühlwasser meines Motors hergestellt. Jedenfalls laufen die Leitungen so. In der Mitte hinter dem Fahrer und Beifahrersitz hat es einen weiteren Wassertank à 70 Liter. Vor diesem zentralen Wassertank befindet sich eine Filteranlage, um alles Wasser, welches ich herumschleppe, zu reinigen. Das Rohwasser wird über einen Schlauch durch die Seitenfenster in mein Inneres geleitet, gefiltert und in den grossen 70-Liter-Tank gepumpt. Vom 70-Liter-Tank wird das Wasser in den Kaltwassertank und in den Warmwassertank auf der Seite gepumpt. Dies hat man mir jedenfalls so erzählt. Die Pumpe zum Warmwassertank fehlt aber immer noch! Vom Warmwassertank und vom Kaltwassertank fliesst das Wasser ebenfalls mit Pumpenkraft über die Druckausgleichsgefässe endlich zu den Hähnen. Diese befinden sich am hinteren linken Ein- und Ausgang über dem Schüttstein und dem Abwassertank à 40 Liter Inhalt. Alles Wasser ist für ca. ½ Jahr chemisch haltbar gemacht.
Vis a vis vom Schüttstein (bei der rechten oder grossen Hintertüre) stinkt es manchmal. Das immer dann, wenn die Toilette nicht geleert wurde (Kunststück bei 40° Aussentemperatur)! Dies ist zwar erst einmal vorgekommen. Für einen SIR James ziemt sich das aber nicht. Auch der Abwassertank hat schon einmal schlecht geduftet. Dies haben meine Herrschaften aber mit viel Chemie in den Griff bekommen.
Neben dem Schüttstein befindet sich die Küche. Drei Brenner vom Typ Coleman „unleaded" wurden gekauft. Aber nur zwei durften mit mir auf die Reise kommen. Der dritte musste wegen Platzmangel zu Hause bleiben. Diese Brenner haben viel zu tun, denn ohne Warmwasseraufbereitung sind sie dazu verdammt Wasser zu kochen. Wenn meine Herrschaften das Kochgeschirr nicht an die Aussenluft nehmen wird es manchmal ganz schon heiss drinnen. Bezüglich Temperaturen kann ich euch viel über meine Herrschaften erzählen. Manchmal hab ich wirklich das Gefühl, dass bei denen eine Schraube locker ist. Während dem Tag, wenn es 37 Grad warm ist, kühlen sie meinen Innenraum mittels meiner Klimaanlage. In der Nacht, wenn es dann kalt wird, schalten sie die Heizung an. Ah, welche Heizung? Sie haben eine separate Heizung einbauen lassen, Standheizung nennen sie das. Also zuerst bauten sie meine zweite Heizung aus, um an Stelle von Heissluft Heisswasser herzustellen. Dann bauten sie eine neue Heizung ein, um Heissluft herzustellen unabhängig von meinem Motor. Das schlimme daran ist aber, dass diese Standheizung mein Dieselöl verbraucht, was dazu führt, dass mein Durchschnittsverbrauch steigt. Meine Eigentümerin will, dass ich auch noch etwas über meinen Innenausbau erzähle. Dies führt zwar ein bisschen weit aber ich versuch es. Im Originalzustand hatte ich 4 aufklappbare Bänke für je 2 Personen im Innenraum. Diese wurden ausgebaut. Über den Originalteppich legten sie mir eine Bodenplatte aus wasserfest verleimten Sperrholz. 2 Meter lang und 1,4 Meter breit. Da meine Herrschaften früher kein so grosses Auto hatten, mussten sie die Bodenplatte in 4 Stücke à ca. 0.5 Meter verkleinern lassen, um sie überhaupt transportieren zu können. Nachträglich haben sie die 4 Stücke mittels 4 L-Schienen wieder zusammengeschraubt. Bei den beiden L-Profilen, die am Rande verlaufen, sind meine beiden Radkästen exakt ausgearbeitet. Die mittleren beiden L-Profile verbinden die Bodenbretter ununterbrochen. Die L-Profile werden mit Muttern von oben fixiert, wenn das Bodenbrett mit den Schrauben nach oben bereits im Kasten liegt.
Die L-Profile sind bei der Montage an die Bodenbretter bereits mit den Aufbauten verschraubt. Es gibt drei Aufbauten: einen vorderen, einen linken und einen rechten Aufbau. Der linke Aufbau (Fahrerseite) ist ein bisschen kürzer als der recht Aufbau, so dass man zur Not nur die kleine hintere Türe öffnen muss, um von hinten in mein Wageninneres zu gelangen.
Der vordere Aufbau steht quer zur Fahrtrichtung. Hinter dem Fahrersitz befindet sich der linke Kühlschrank, hinter dem Beifahrersitz der rechte Kühlschrank und in der Mitte der 70-Liter Wassertank mit der Filteranlage. Der rechte Aufbau besteht aus aufklappbaren Truhen. In den Truhen sind über dem Radkasten und der Versorgungsbatterie Rako-Boxen untergebracht, die verschiedene Dinge aufnehmen können. Zur Zeit sind dort sämtliche Nahrungsmittel verstaut. In der hintersten Truhe ist unsere Toilette, ein Porta-Potti 465. Der vordere und rechte Aufbau ist niedrig gehalten (ca. 40 cm hoch), so dass man zur Not sitzen kann. Die Klappdeckel der Truhen lassen sich auch über den Mittelgang schlagen (doppelt gefaltet), so dass man ein Liegefläche von 2 Meter Länge und 102 Zentimeter Breite erhält (Schlafen ohne Öffnen des Daches).
Der linke Aufbau ist hoch gehalten und geht bis unter das Bettgestell. Der obere Teil ist ab der Auflagefläche für die ausklappbaren Truhendeckel der rechten Seite etwas zurückversetzt. Im linken Ausbau sind an Auszugsschienen ebenfalls Rako-Boxen untergebracht, die über nach unten klappbaren Deckel fest eingepresst sind. Die Rako-Boxen enthalten die unterschiedlichsten Dinge: Erstens die 4 Boxen für die Kleider und Wäsche meiner Herrschaften. Zweitens die zwei kleinen Boxen für die elektronischen Geräte (Ladegeräte, Drucker, Scanner, Kabel, usw.) und die vielen CD's (Software, Datensicherung, Musik und Film). Drittens die 2 Boxen mit dem Kochgeschirr, den Tellern, Tassen, Gläsern und weiteren Dingen des täglichen Lebens. Viertens gibt es die kleine Besteckbox und die etwas grössere Toilettenartikelbox unter dem Schüttstein und über dem Abwassertank. Eine kleine Kiste für die Schuhe gibt es auch noch. Sämtliches Werkzeug, wie Stichsäge, Bohrmaschine, Kompressor, Pneuflickzeug, Ersatzteile (Ölfilter, Ersatzschläuche, usw.) sind in den verbleibenden Zwischenräumen untergebracht. Hinter den Auszügen sind die notwendigen Installationen, wie Expansionsgefässe, Pumpen, Relais, Kabel, Wasserleitungen, Verteiler, Schalter, usw.. So jetzt sind nur die schönen Vorratsdosen noch nicht beschrieben, über die sich die Deutschen lustig gemacht haben (typisch schweizerische Perfektion).
Das erstaunliche an der ganzen Einrichtung ist, dass sie ca. 10'000 km Wellblechpisten, Holperwege, Gelände, Strassenlöcher überstanden hat. Ob das an den fast 1000 Schrauben, 2000 Unterlagsscheiben, 1000 Muttern und 1000 Federringen liegt? Ober bewährt es sich, dass die ganze Einrichtung als eigenständige Einheit fest mit dem Kasten verschraubt ist? Ich weiss es nicht, es hält.
Oh, ich habe es fast vergessen, da gibt es ja noch die Installationen gegen den Diebstahl: Erstens gibt es mein originäres Lenkradschloss von Toyota. Zweitens ist unter dem Fahrersitz ein Stromschloss angebracht, mit dem das Stromnetz des Fahrzeuges von den primären Batterien getrennt werden kann. Das Starten meines Motors im unterbrochenen Zustand ist unmöglich. Drittens gibt es die Lenkradsperre. Ein Knüppel, der am Lenkrad angebracht wird und ein Steuern des Fahrzeuges unmöglich macht. Dann gibt es noch die vielen LED-Anzeigen in mir, die rot, grün und gelb blinken, so dass ein potentieller Dieb meint, ich sei elektronisch überwacht (die LED-Anzeigen gehören zu den Ladegeräten, Telefone, Kühltruhen, Staubsauger, usw.).
Und die Vorhänge, erwähnt die Niemand? Auf der rechten Seite und hinten hab ich Vorhänge, so dass niemand in mein Inneres sehen kann. Zwischen der Führerkabine und dem hintern Kasten gibt es einen Rollladen, so dass man nicht von hinten nach vorne oder von vorne nach hinten schauen kann.
Die andern Sachen will ich jetzt aber nicht auch noch beschreiben: z.B. die Recaro-Sitze, den Ventilator, das Landmeter, die diversen Antennen, nein, das führt zu weit. Nur eines muss ich noch erwähnen: den Feuerlöscher, den uns Herr Belser von der Toyota-Garage in Frauenfeld vermittelt hat.
Für den fernen Osten bin ich auch gerüstet. 4 Wasserpumpen sind der neuste Ausbaustandard. Den Wasserschlauch kann ich jetzt in jedes Wasserloch (Brunnentrog) halten und daraus Wasser durch die Wasserfilter in den Tank pumpen. Der vordere Kaltwassertank auf der Seite hat eine neue Schweissnaht erhalten. Der ständige Wasserverlust gegen das Ende der letzten Reise sollte daher nicht mehr auftreten. Die neuen Antennen auf dem Dach sorgen dafür, dass das GPS-System und das Satellitentelefon immer Kontakt haben und eine neue Versorgungsbatterie sorgt dafür, dass alle elektrischen Komponenten genügend Energie beziehen können. Nicht zuletzt hat Peter Albisser mein Hubdach neu geformt, so dass ich jetzt der neusten Mode entsprechend durch die Landschaft fahren kann. Der Innenausbau wurde auch überholt. Fast alle Mängel, die meine Herrschaften auf der letzten Reise festgestellt haben, sind jetzt behoben. Wahrscheinlich werden sie jetzt aber neue feststellen!!! Morgen, am 11.05 2004 darf ich nochmals in die Garage fahren, wo ich den letzten mechanischen und motorischen Schliff erhalten werde, um die 50'000 Kilometer lange Reise zu überstehen. Am meisten freue ich mich über die sechs neuen Pneus, sehen meine alten aus Botswana, den USA und Kanada stammenden doch leidlich mitgenommen aus.