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Vanille kennt jeder
…aber wer von uns weiss denn, was genau diese Gewürzpflanze eigentlich ist und woher sie ursprünglich stammt?
Es gibt mehr als 100 Arten von Vanilleorchideen und ca. 15 davon tragen aromatische Früchte. Die bekannteste davon ist die Gewürzvanille, auch «echte Vanille» (Vanille planifolia) genannt. Aus diesen fermentierten Vanilleschoten wird das Gewürz Vanille gewonnen.
Von Mexiko nach Madagaskar
…schon vor den spanischen Seefahrern wurde die Vanillepflanze in Mexiko angebaut. Über Europa kam sie vor gut 100 Jahren nach Madagaskar.
Doch da es in Madagaskar keine Bienen oder Kolibris gibt, die die Bestäubung der Orchidee übernehmen können, wird dies von den lokalen Frauen (und manchmal auch von Männern) entlang der Nordostküste von Hand übernommen.
Die Pflanzen haben, wie Sie oben sehen können, grün-gelbliche Blüten.
Da jede Blüte nur einen Tag blüht, ist es sehr wichtig die Pflanzen rechtzeitig zu bestäuben.
Aus diesen grünen Samenkapseln wird Vanille gewonnen.
Im ersten Schritt werden die Samenkapseln/Vanilleschoten kurz über dem Feuer in ca. 70 Grad heissem Wasser blanchiert und anschliessend jeden Tag draussen zum Fermentieren in die Sonne gelegt.
Ziehen Regenwolken auf…
…werden die Schoten schnell eingesammelt und wie auch sonst an jedem Abend in Wärmekisten gelagert. Dort warten sie dann auf die nächsten Sonnenstrahlen.
Wertvoll
Im Norden von Madagaskar wächst rund 80% der gesamten Weltproduktion von Vanille.
Dies ist eine sehr wichtige Einnahmequelle für die Einwohner. Daher wacht immer ein Aufpasser über das «schwarze Gold», um es vor Dieben und vor schlechten Wetter zu schützen.
Die Vanille wird meist in kleinbäuerlichen Familienplantagen angebaut und als grüne Schote an Ankäufer vor Ort verkauft. Spezialisierte Vanilleaufbereiter organisieren den langen Fermentierungsprozess.
Der Vanillebauer verdient, trotz der vielen Arbeit, sehr wenig an seinem Produkt. Das grosse Geld machen die Exporteure und die westlichen Verkaufsstellen, die die Vanille weiterverkaufen.
Hier in Europa wird die echte Vanille auch «Bourbon-Vanille» genannt. Dieser Name stammt von einem der ersten und langjährigen Hauptlieferanten der Vanille und kommt aus La Réunion und Madagaskar.
Wegen verschiedener Zyklone im Indischen Ozean (die Saison ist von Januar – März) und der Zerstörung, die sie hinterlassen, ändert sich der Preis der Vanille in jedem Jahr. Im Herbst 2018 erreichte der Preis Rekordhöhe, denn so kostete ein Kilo Vanille stolze 600 USD und kam dem Preis für Gold sehr nahe.
Wenn auch Sie Madagaskar bereisen möchten und vielleicht auch einen der vielen kleinen Vanilleplantagen besuchen möchten, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Denn PRIORI Reisen bringt Sie dahin, wo Sie auf keine weiteren Touristen treffen, abseits des Massentourismus und mitten im alltäglichen Leben der Madagassen!
Es gibt zwei in den touristischen Kalksteinfelsen der Tsingy. Eine dritte, nämlich die Hängebrücke von Maroantsetra, genannt die Rebellenbrücke, hat ihre ganz eigene Geschichte.
Das Städtchen Maroantsetra ist die Eingangstür zum Masoala: Halbinsel und Nationalpark. Maroantsetra liegt etwas vom Meer zurückversetzt, als ob die vollkommen flache Stadt vor den Wogen des Indischen Ozeans Angst hätte. Ein Fluss führt grossräumig um die Stadt wie eine natürliche Barriere.
Für den Grossraum Masoala im Nordosten von Madagaskar ist Maroantsetra der wichtigste Verwaltungs- und Handelsort. Er ist aber auch der grosse Marktplatz für die vielen Lokalprodukte. Vor allem Vanille wird hier von den Bauern und Aufkäufern über lange Distanzen hergebracht. Hinderlich im Warenverkehr ist der Mangel an Brücken. Die Vanillebauern müssen ihre Ernten auf dem Rücken – oft tagelang – bis zu einem schiffbaren Fluss tragen und dann per Piroge nach Maroantsetra paddeln.
Entlang der feuchten Ostküste Madagaskars verlaufen unzählige Flüsse von den Hügeln hinein ins Meer. Oft nicht direkt.
Meist mäandrieren sie in der Küstenebene und reagieren sogar auf das Atmen von Ebbe und Flut des Indischen Ozeans. In den flachen meeresnahen Gebieten neigen diese Gewässer dazu, breit zu werden und die langsame Fliessgeschwindigkeit ist ein ideales Wohngebiet für Krokodile.
‘So nicht’, sagte der Lokalpolitiker Jose, eher bekannt als Jose Rebel. Er organisierte schlichterhand eine Brücke, im Selbstbau. Die Konstruktion war durchaus gewagt: eine Art Hängebrücke, aber im Fluss von zwei hölzernen Pfeilern gestützt. Eine abenteuerliche Holzkonstruktion und geeignet für Fussgänger und Fahrräder. Nicht aber für Motorfahrzeuge. Trotzdem eine Erleichterung für die Dörfer entlang des Pfads nach Maroantsetra.
Eine autarke Technologie nur einen Kilometer neben dem Flughafen von Maroantsetra. Niemand finanzierte den Steg über den fast 100 Meter breiten Fluss. Also erhob Jose Brückenzoll. Diese Selbsthilfe wurde von den Leuten akzeptiert. Jeder bezahlte beim Zollhäuschen seinen Obolus. Radfahrer stiegen vom Fahrrad und schoben ihr Gefährt über die etwas schwankenden Querbretter der Brücke.
Natürlich stand die Privatbrücke wie ein fragiles Gebilde über dem schlammführenden Fluss. Regenzeit und Hochwasser nagten bedenklich an der Standfestigkeit der Holzkonstruktion. Und dann kam der Zyklon Ewano, der im März 2017 bei Antalaha an Land ging und nach Süden fegte. Seine gierigen Windarme und die gewaltigen Regenmassen setzten der Rebellenbrücke zu und ganz Maroantsetra unter Wasser.
In Madagaskar erinnern sich heute noch alle an Ewano, viele an die Toten und einige an die Hängebrücke von Maroantsetra.
Wir von der PRIORI organisieren Reisen in ganz Madagaskar, so auch nach Maroantsetra und in den Masoala-Nationalpark. Wir sind vor Ort seit 1994.
Möchten Sie selberMadagaskar besuchen, schreiben Sie uns gerne eine Mail.
Wenn man die RN7 von Antananarivo nach Tulear in Madagaskar bereist, lohnt es sich, einen Stopp im Arboretum d’Antsokay, kurz vor Tulear, zu machen.
Das Arboretum d’Antsokay wurde 1980 von dem leidenschaftlichen Schweizer Hobbybotaniker Herman Petignat gegründet und liegt 12 km nördlich von Tulear.
Es bietet über 900 verschiedene Pflanzenarten (mehr als 90% endemische), 34 Vogelarten und mehrere Arten von Reptilien und Säugetieren.
Gelegen ist das Arboretum unweit der Hauptstrasse, in der Region Atsimo-Andrefano. Der Ortsname Antsokay bedeutet auf Madagassisch «Kalk» und der sehr kalkhaltige Lehmboden in dieser Region eignet sich sehr gut für die Produktion von Backsteinen. So kann man bei der Einfahrt von der RN7 in Richtung Arboretum sehen, wie Backsteine direkt neben den Feldern hergestellt werden.
Das Arboretum ist insgesamt 40 Hektar gross und 4 Hektar davon sind offen für Besucher. Während eines Besuchs im hauseigenen Museum lernt man auch ein bisschen mehr über die Traditionen des Südens und die verschiedenen Sorten von Gestein in Madagaskar.
Bei der Ankunft im Arboretum d’Antsokay und dem dazugehörenden Hotel Auberge de Table wird einem schnell bewusst, dass dieser Ort nicht nur von dem Gründer mit viel Liebe aufgebaut wurde, sondern auch heute noch und das seit fast 40 Jahren, von seinem Sohn Andry Petignat (Autor von Baobabs of the world) und dessen Frau sehr gut weitergeführt wird.
Das Hotel hat 6 sehr schmackhaft eingerichtete Bungalows, die alle ein bisschen für sich liegen. Das Restaurant bietet ein variantenreiches Angebot an Essen, oft mit Zutaten aus dem eigenen Garten. Für die Hotelgäste gibt es am Abend, nach einer empfehlenswerten, geführten Nachtwanderung, die Möglichkeit, vor dem Nachtessen beim Lagerfeuer einen Apero einzunehmen.
Es lohnt sich, einen der beiden Guides des Arboretums für den Rundgang mitzunehmen. Er wird Ihnen sehr Vieles, nicht nur über die Pflanzen- und Tierwelt vor Ort erzählen, sondern auch über die madagassische Kultur.
Wenn es Ihnen zeitlich möglich ist, sollten Sie unbedingt vor Ort eine Nachtwanderung einplanen. Wer weiss, vielleicht erblicken Sie den Kleinsten innerhalb der Lemuren-Arten, den es gibt, den Mausmaki. Oder einen der vielen schlafenden Vögel. Auch wird der Guide einem viele kleine Insekten zeigen, die am Tag fast nicht zu sehen sind. Eine Nachtwanderung beginnt in der Regel kurz nach Einbruch der Dunkelheit (je nach Jahreszeit zwischen 18:00 und 18.30 Uhr).
Als Hotelgast haben Sie freien Eintritt ins Arboretum. So können sie ganz alleine und in aller Ruhe schon am frühen Morgen, vor dem Frühstück und bevor die Tagestouristen kommen, einen Spaziergang im Park machen.
Mehr spannendes Wissen zu Madagaskar finden Sie in unserem Reisemagazin!
Möchten Sie selber das Arboretum d’Antsokay besuchen, schreiben Sie uns gerne eine Mail.
Eine Nachtwanderung in Madagaskar ist fast ein Muss, denn nur nachts sehen Sie die vielen nachtaktiven Tiere.
Für einen Besuch in einem der vielen Nationalparks braucht man einen zertifizierten Guide, der einen durch den Wald begleitet und auch hilft, die zum Teil sehr verstecken Tiere zu finden. Diese Guides erwähnen meist am Ende des Rundgangs, dass eine kleine Nachtwanderung in Madagaskar auch von Interesse sei, um die nachtaktiven Tiere sehen zu können.
Eine Nachtwanderung in Madagaskar ist, wie die Guides sagen, sehr lohnend. Da man aber die Nationalparks nach Einbruch der Dunkelheit nicht betreten darf, finden diese «Wanderungen» meisten entlang der Strasse statt. Je nach Ort gibt es viel Verkehr. Somit ist es besser im Voraus zu fragen, wo die Wanderung stattfinden soll. Viele kleine private Parks bieten Nachtwanderungen im Wald an. So können Sie sicher und in aller Ruhe die Tiere suchen, ohne Angst haben zu müssen, angefahren zu werden. Manche Hotels bieten auch Nachtwanderungen in ihrem eigenen Waldstück an. Preislich ist dies oft günstiger, als wenn man einen Guide eines Nationalparks engagiert und man kann die Wanderung in aller Ruhe, direkt vom Hotel aus, machen. Meistens werden diese Wanderungen von den Hotelangestellten geführt. Hierbei kann es sein, dass diese über nicht sehr gute Sprachkenntnisse verfügen, aber sie kennen ihre Waldgebiete sehr gut und können fast immer viele nachtaktive Tiere zeigen.
Für eine erfolgsreiche Nachtwanderung brauchen Sie eine gute Stirnlampe, langärmelige Kleidung, gute Schuhe (Trekkingschuhe) und was immer dabei sein sollte, ist ein gutes Mittel gegen Mücken. Sprayen Sie sich im Voraus ein und kontrollieren Sie auch, dass die Batterien in der Stirnlampe für die nächsten 1-2 Stunden reichen werden. Es ist empfehlenswert, eine Stirnlampe, die auch rotes Licht hat zu benutzen. Mit rotem Licht kann das Auge besser sehen und man blendet (erschrickt) auch die Tiere nicht so schnell, wie mit dem «harten» weissen Licht. Wenn Sie ihre Kamera mitnehmen, benötigen Sie ein sehr lichtstarkes Objektiv. Die Guides möchten, dass Sie so zufrieden wie möglich sind und haben nicht immer den Mut Ihnen zu sagen, «Bitte keinen Blitz benutzen!». Wir wissen alle, wie unangenehm es ist, wenn uns jemand direkt ins Gesicht blitzt und so löst dies auch bei den Tieren einen unnötigen Stress aus. Es gibt speziellen Taschenlampen zu kaufen, mit denen man Tiere im Dunkel beleuchten kann, ohne sie sehr zu stören. Fragen Sie bitte im geeigneten Fachhandel nach, welche Lampen für diese Zwecke geeignet wären.
Ein kleiner Zusatztipp von PRIORI Reisen:
Da die Nachtwanderungen kurz nach Einbruch der Dunkelheit, sprich kurz nach 18.00 Uhr starten, lohnt es sich, im Voraus im Restaurant sein Nachtessen vorzubestellen. So können Sie nach der beendeten Wanderung direkt zu Tisch gehen und müssen nicht nochmals warten, bis sie etwas zu essen bekommen.
Wenn Sie wissen möchten, welche Hotels eigene Nachtwanderungen anbieten, schicken Sie uns bitte eine Mail und wir helfen Ihnen gerne, eines von diesen Hotels in Ihrer Reise einzuplanen.
Famadihana ist wohl für uns Europäer einer der ungewöhnlichsten Bräuche, die wir bei einer Reise in Madagaskar kennenlernen können.
Es handelt sich um eine rituelle Umbettung der Toten und – je nach Region und Ethnie – wird diese Zeremonie ganz anders ausgeübt.
Im Hochland von Madagaskar werden die Toten generell in Familiengräbern aufbewahrt. In diesen Gräbern befinden sich «Wandregale»
Bei jeder Famadihana werden die in neue Lambas (Tücher) eingewickelten Toten eine Stufe höher gelagert. Wenn die Toten nach mehreren Umbettungen, also nach rund zwei Dutzend Jahren, die oberste Stufe erreicht haben, sind sie bei den Ahnen angekommen und mithin selber Ahnen. Und gerade dies ist der eigentliche Grund, warum diese Umbettungen gemacht werden. Nach traditionellem Glauben brauchen die Menschen die Hilfe der Toten, um selber die für sie sehr wichtige Ahnenwelt zu erreichen. Wenn man die Madagassen fragt, sagen sie, dass ihre Liebsten 6-7 Mal umgebettet werden müssen, bis sie bei den Ahnen angekommen sind. Ab diesem Zeitpunkt ruhen sie auf der obersten Stufe im Familiengrab und werden nicht mehr umgebettet.
Beim Herumreisen im Hochland von Madagaskar sieht man viele Familiengräber. Sie werden je nach finanziellen Möglichkeiten gross oder klein gebaut und manchmal muss die Familie jahrelang sparen, bis sie ein eigenes Familiengrab bauen kann. Es sind meistens die Kinder, die sich entscheiden, ein neues Familiengrab für Ihre Eltern zu bauen.
Bei der Einweihung werden die Eltern von ihren alten Familiengräbern «nach Hause» geholt. Darum sieht man immer wieder viele der Taxi-Brousse (Langstreckenbusse) mit einem Sarg auf dem Dach. Als Zeichen, dass ein Toter mitfährt, wird die madagassische Fahne oben (vorne auf der rechten Seite) befestigt. Wenn die Fahne auf der linken Seite befestigt wird, ist dies ein Zeichen, das ein gerade Verstorbener nach Hause gebracht wird.
Die zwei- bis dreitägige Famadihana im Hochland wird mit viel Musik, Essen, Alkohol und Tanz gefeiert.
Ein kleiner Film zeigt eine Famadihana im Hochland von Madagaskar: ein grosses Fest für die ganze Familie und das Dorf.
Nicht in allen Teilen von Madagaskar wird die Famadihana auf gleiche Art praktiziert.
Hier das Ritual, wie es in dem kleinen Dorf Anjia, an der Nordostküste von Madagaskar, abläuft:
Jia ist das madagassische Wort für Sand und Anja bedeutet «der Ort mit viel weissem Sand». Die Dorfbewohner von Anjia gehören zu der Ethnie Makoa und feiern traditionell ihre Famadihana meisten kurz vor Schulbeginn in September/Oktober.
6 – 7 Jahre nachdem sie gestorben sind, melden sich die Ahnen im Traum eines der engsten Familienmitglieder und sagen, dass es kalt sei und sie neue Kleider benötigten.
Es kann gut sein das sie sich dabei an die Grosskinder wenden, statt nur an die Ältesten. Im Gegensatz zum Hochland, wo ein Astrologe mit Hilfe der Sterne das geeignetste Datum für eine Famadihana bestimmt, beschliessen die Makao selber, wann sie ihre Rituale starten.
Drei Tage vor dem grossen Fest gehen die engsten Familienmitglieder zum Grab und informieren den Verstorbenen, dass er/sie sich auf eine Reise vorbereiten muss.
Während meines Sprachaufenthalts in Antalaha im letzten Herbst, hat mich mein Lehrer Rado eingeladen, an einer Famadihana teilzunehmen. Er ermunterte mich, das Ereignis mit meiner Kamera festzuhalten. Mich musste man nicht zweimal fragen. Ich hatte früher ein paar Mal an Famadihanas im Hochland teilgenommen und war von Anfang an nicht nur dankbar für diese Einladung, sondern auch sehr neugierig, wie dieses Ritual wohl an der Ostküste umgesetzt wird.
Am ersten Festtag, einem Freitag, hatte man früh am Morgen schon das erste Zebu für ein grosses, gemeinsames Mittagessen geschlachtet. Bei meiner Ankunft halfen die meisten Frauen beim Kochen mit, während die Männer mit den letzten Vorbereitungen für den Nachmittag beschäftigt waren.
Wie alle anderen Gäste hatte auch ich ein Couvert mit Geld dabei. Es ist Fomba (Tradition), dass die Teilnehmer Geld bringen, als Hilfe für die Gesamtkosten, auch wenn dies die Auslagen nie ganz deckt. Jeder gibt so viel wie er kann und dies hilft der Familie, mindestens einen Teil der Kosten für diesen grossen Fest zu bewältigen. Es ist ebenfalls Tradition, dass alle Geldbeträge aufgeschrieben werden. Daher wissen die Familien auch Jahre später, wieviel sie selber (zurück)zahlen sollten, wenn sie eine Einladung zu einer Famadihana erhalten.
Rado klärte mich von Anfang an auf und es wurde mir schnell klar, dass diese Famadihana ganz anders sein würde, als jene, die ich bis jetzt erlebt hatte.
Hier ein paar Bilder von den Vorbereitungen am ersten Tag:
Wir assen alle gemeinsam am Boden und auch wenn es schmeckte, war ich froh, dass ich nur Reis gewählt hatte. Für die Kinder war es ein extra Highlight, mich als Vazaha (Fremde) beim Essen zu beobachten und sie wunderten sich ganz sicher, wie wenig vom Reis ich – für ihre Verhältnisse – ass.
Während des Mittagsessens sah ich, wie ein kleiner Lastwagen mit dem Sarg ankam. Dass es sich um einen leeren Betonsarg handelte, habe ich erst später erfahren.
Nach dem Essen gingen wir alle gemeinsam zum Friedhof. Vor dem Betreten des Friedhofs mussten wir unsere «Lambas» anziehen – dies aus Respekt gegenüber den Toten.
Jetzt war es an der Zeit, die Nenibe (Grossmutter), die seit sechs Jahren tot war, nicht nur auszugraben, sondern auch zu waschen und anschliessend in ihren neuen Betonsarg zu legen.
Die Verstorbene wurde vor sechs Jahren in einem normalen Holzsarg im Sand beerdigt und die Familie war jetzt recht neugierig, in welchem Zustand sich der Sarg befand.
Da die Familie selber die Überreste nicht anschauen oder anfassen darf, hatte sie einen befreundeten Nachbarstamm (es muss jemand von einer anderen Ethnie sein) eingeladen, um diesen Teil des Rituals zu übernehmen. Frauen waschen Frauen und Männer waschen Männer.
Das Ausgraben des Sargs ging recht rasch und ich spürte, dass sich alle freuten zu sehen, dass der Sarg immer noch ganz war. Der Sarg wurde hochgehoben und bevor der Deckel weggenommen wurde, stellten sich die Frauen mit Tüchern wie eine farbige Wand rings um den Sarg und um jene Frauen, die die Knochen säubern sollten. Mich hat man ganz nah an das Geschehen gebracht und es war mir ein bisschen mulmig zumute, da ich nicht ganz wusste, wie ich reagieren würde, wenn sie anfingen, die Knochen zu säubern. Der ganze Friedhof war voll von singenden und tanzenden Menschen, die sich alle sehr freuten, die Grossmutter jetzt auf ihre letzte grosse Reise zu schicken.
Die Frauen, die die Knochen säuberten, arbeiteten sehr genau, um sicherzustellen, dass keine Knochen im Sarg liegenblieben. Ringsum wurde laut gesungen und getanzt. Tokogasy/Beza (selbstgebrauter Alkohol) wurde herumgereicht und ebenso Limonade. Am Ende ergaben die in viele Tücher eingewickelten Überreste ein kleines Paket, das auf eine neue Matte auf den Boden gelegt wurde. Der alte Hut, der die letzten sechs Jahre auf dem Grab gelegen hatte, wurde durch einen neuen ausgewechselt. Nur wenn der Tote Hut getragen hat,, bekommt er für die Reise einen neuen Hut.
Jetzt gab es plötzlich sehr viel Gelächter, da die Verantwortlichen vergessen hatten, Wasser fürs Händewaschen mitzunehmen und die Frauen ihre Hände jetzt in sprudelnder Limonade waschen mussten.
Das Loch, wo vorher der Sarg vergraben gewesen war, wurde wieder zuschaufelt. Der neue Sarg, wie alle andere Betonsärge, wurde oben im Freien aufbewahrt. Aber bevor der neue Sarg mit den Überresten der Grossmutter geschlossen wurde, kamen alle engsten Familienmitglieder mit neuen Lambas (Kleider) als Geschenk für die letzte Reise.
Während ich dies alles beobachtete, sah ich, wie plötzlich eine Frau zu einer anderen Frau eilte und sie zweimal am Ohrläppchen zog. Komisch, dachte ich, doch Rado erklärte dies so:
Wenn jemand auf dem Friedhof niesen muss, ist das eine von den Ahnen gestellte Frage, die erfragen möchten, ob die/der Niesende startbereit für die Reise nach dem Tod ist.
Man muss sich (oder jemand anders macht es für einen) sofort zweimal am Ohrläppchen ziehen, um den Ahnen mitzuteilen, dass man noch nicht bereit ist, ins Jenseits zu gehen.
Nach diesen Stunden auf dem Friedhof gingen alle zurück ins Dorf und feierten gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden.
Zweiter Tag:
Bei meiner Ankunft am zweiten Tag waren ein paar der jüngeren Dorfbewohner deutlich gezeichnet von der nächtlichen Feier. Gleichzeitig war klar zu sehen, dass die engsten Verwandten nicht viel Alkohol konsumiert hatten, um den Überblick über das Geschehen zu behalten.
Gemeinsam gingen wir am Vormittag wieder zum Friedhof, wo die Vorbereitungen für den heutigen Tag schon begonnen hatten.
Heute war der Tag, an dem die engsten Familienmitglieder durch ein Zebu Kontakt aufnehmen würden mit den Ahnen. Normalerweise kann nur der Ombyaza (Medizinmann) mit den Toten reden, doch er ist während der Famadihana nicht anwesend. Die Angehörigen vollzogen dann ein Ritual, bei dem sie das Tier anfassen und die Ahnen rufen, aber nicht mit ihnen reden. Sie hofften stark, dass sich das Zebu während dieses Rituals ruhig verhalten würde, da dies als Zeichen gilt, dass die Ahnen mit ihnen zufrieden sind.
Das Zebu wurde auf den Boden gelegt und wie es mit vielen Tieren so ist, kapitulieren sie, wenn ihre Füsse zusammengebunden werden. So lag das Zebu schon von Anfang an sehr ruhig auf dem Boden, während der Rest der Opfergaben, Honig, Geld und Beza (Alkohol) parat gestellt wurde.
Das erste Teil des Rituals war, dass das Zebu gewaschen wurde. Wichtig ist, dass bei demjenigen, der das Wasser für diese Waschung holt, immer noch beide Eltern am Leben sein MÜSSEN.
Anschliessend sassen alle nächsten Angehörigen neben dem Tier und nahmen durch es Kontakt mit den Ahnen auf. Eins der Grosskinder schrie sogar einmal sehr laut, um die Ahnen zu rufen.
Das Tier verhielt sich sehr ruhig und die Familie war sichtlich berührt. Das Tier wurde dann im Beisein von uns allen geschlachtet und direkt vor Ort aufgeteilt. Selten dürfen wohl die Tiere, die wir in der westlichen Welt konsumieren, so lange leben. Und selten werden sie mit so grossem Respekt geschlachtet. Ich habe in den Augen des Schlachters sehr grosse Ehrfrucht dem Tier gegenüber gesehen und das, was ich von Anfang an am stärksten befürchtet habe, war am Ende nicht grausam, sondern eine der berührendsten Episoden in diesen zwei Tagen Famadihana.
Wenn das Zebu zerteilt und gekocht ist, bleiben die Ältesten auf dem Friedhof und essen. Der Rest der Leute isst gemeinsam im Dorf. Anschliessend wird bis zum Abend getanzt und gefeiert… …und auch Kassensturz gemacht, um zu sehen, wie gross die Ausgaben sind und wie die Kosten zwischen den Familienmitgliedern aufgeteilt werden können.
Ich habe mich an dieser Stelle verabschiedet und kurz bevor ich gegangen bin, habe ich nochmals mit Rado geredet und einen Termin für die Fotoübergabe abgemacht. Er hat mich gefragt, wie ich diese zwei Tage erlebt habe und sich bedankt für meine Teilnahme. Er hat auch erzählt, dass die ganze Familie jedes Jahr am 1. November den Friedhof aus Respekt mit Blumen schmückt und bewacht. Dies hat sich dann für mich wie eine kleine «Brücke» zwischen den Traditionen in Madagaskar und hier in Europa angefühlt.
Einen grossen Dank an meine madagassischen Freunde, die mich immer wieder ganz nah an ihrem Leben teilnehmen lassen. Ich bin nicht nur dankbar, sondern auch sehr geehrt, ihre Kultur kennenlernen zu dürfen. Und ich merke, dass mein eigenes Verhältnis zum Thema Leben und Tod bei jeder Begegnung dieser Art entspannter wird.
Die Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo, liegt quasi ‘in der Mitte’ der grossen Insel. Auf einer längeren Tour durch die verschiedenen Regionen in Madagaskar kommt man zwangsläufig immer mal in Tana, wie die Stadt kurz genannt wird, vorbei.
Dabei kann es vorkommen, dass man sogar ein Wochenende in Tana verbringt und dann ergeben sich auch für Individualreisende interessante Aktivitäten. So organisiert das regionale Tourismusbüro regelmässig Wanderungen in der Umgebung. Die Touren finden jeweils samstags statt und beinhalten immer einen Mix zwischen wandern und Kultur erleben.
Antananarivo liegt ja ebenfalls mitten in Imerina. Dieses alte Königreich begann sich im 16. Jahrhundert zu bilden und erreichte im 19. Jahrhundert seine Blüte. Obwohl straff zentralistisch organisiert, bildeten sich Subzentren mit starker Spezialisierung (Töpferei, Eisenverarbeitung etc). Ebenso ist die Hügelwelt von Imerina durchzogen von Geschichten und Mythen, von von Sagen und Erinnerungen. Während den ORTANA-Wanderungen werden diese unsichtbaren Marksteine der madagassischen Kultur sichtbar gemacht. So ist jede Wanderung auch ein Gang durch die Seele Madagaskars.
An diesen Wanderungen finden sich jeweils zwanzig bis vierzig Teilnehmer ein. Die Gruppen sind sehr heterogen: städtische Madagassen, die auch mal die rurale Umgebung der Stadt erkunden wollen, ansässige Europäer, die etwas Neues kennenlernen möchten. Die Gruppe wird jeweils begleitet von ORTANA-Reiseleitern, die sogar mehrere Sprachen sprechen.
Normalerweise startet die Gruppe jeweils samstags um sieben oder acht Uhr. Mittags wird die Gruppe verpflegt, oftmals mit landestypischen Gerichten. Mitte nachmittags ist man wieder zurück in der Hauptstadt.
Wer sich für diese Touren mitmachen möchte, kann sich jeweils – auch kurzfristig – bei ORTANA anmelden. Das Büro befindet sich im Garten von Antaninarenina mitten in der Hauptstadt.
Anfangs Jahr wird jeweils der ‘Fahrplan’ für das kommende Jahr veröffentlicht. Für 2019 sind folgende Tageswanderungen geplant:
09 März : ISOAVINA « La bonne Vision »
23 März: ANTSAHADINTA – AMBATOMALAZA « La région d’Ambodirano »
13 April : BABAY « Au pays du Vonizongo »
27 April : AMBOHITROLOMAHINTSY – AMBOHIBEMASOANDRO « Village du soleil, lieu de refuge »
11 Mai : AMBOHIMANOA « Dans le Marovatana »
25 Mai : AMBOHITANTELY – AMBIHIBORONA « Les collines du Vakiniadiana »
08 Juni : ANOSIVOLA – AMPANANINA « Les crêtes de l’Ouest »
13 Juli : SAMBAINA « Le fief de Tsimidama »
27 Juli : SOAMANANDRAY – AMBATOMANOINA « Village natal des reines »
10 August : ANTSHALALINA « Les richesses du Vakinankaratra »
24 August : ANKADINADRIANA « Au pays des fleurs »
14 September : ANDRAMASINA « Au bord de la Sisaony »
28 September : ANKAFOBE « Le havre du Tampoketsa »
12 October : IFANDANA « Anjeva et ses environs »
26 October : ANDRIGITRA AVARATRA « Challenge ligne de crête »
09 November : AMBOHIMIADANA – AMBOHITSILEO « La colline des invincibles »
23 November : ANOSIVATO « La plaine de Betsimitatatra »
14 Décember : AMBATOMANGA – ANKADIMANGA « La vallée de l’Iadiana »
Wir von der PRIORI sind seit 1994 vor Ort und können Ihren Samstagsausflug bei ORTANA ebenso buchen, sowie wir auch eigene Wandertouren in der Umgebung von Antananarivo und ebenso auf der ganzen Insel Madagaskar durchführen.
Produkte und Ideen aus Madagaskar: Die Hosentasche gegen Taschendiebe
Beim Reisen in Madagaskar erlebt man vieles, unter anderem auch wie sich manche Frauen mit ganz einfachen Tricks gegen Taschendiebe schützen.
Ich hatte leider unterwegs meine Lieblingshose verloren. Nicht gestohlen, wie sie vielleicht zunächst denken mögen, sondern verwechselt beim Waschen. Darum lohnt es sich die Kleider, die man zurückbekommt von der Hotelwaschküche gut zu kontrollieren. So stehen Sie nicht plötzlich ein paar Tage später in einem ganz anderen Hotel wie ich, mit einer viel zu kleinen Hose in der Hand!
Eine neue Hose zu kaufen, gestaltete sich nicht einfach. Im Südwesten von Madagaskar ist es warm und auf den Altkleidermärkten gab es nur kurze, oder für mich, viel zu kleine Hosen.
In einem kleinen Badeort, während ich alle Stände ohne Glück am Strand durchschaute, beobachteten mich zwei junge Mädchen und fragten, ob ich etwas Bestimmtes suchen würde. «Eine Hose» war meine Antwort, worauf sie mich beide anlächelten und sagten, es würde keine am Strand geben, aber im Dorf gäbe es eine Näherin, die mir helfen könnte.
Die zwei Mädchen begleiteten mich ins Dorf und nach kurzer Zeit hatte ich Stoff ausgesucht und eine Anzahlung für meine neue Hose geleistet.
Meine zwei neuen Freundinnen trafen mich am kommenden Tag zum abgemachten Zeitpunkt und begleiteten mich wieder ins Dorf. Meine Freude war gross, als ich meine neue Hose anprobieren konnte. Die Näherin hatte sehr gute Arbeit geleistet und ich versprach ihr sie an meine Reisegäste weiterzuempfehlen. (Ifaty Mangily, kleiner Stoffladen, rechte Strassenseite, an der Strasse zwischen Hauptstrasse und Strand).
Auf meine Frage, warum die Öffnung meiner linken Hosentasche viel enger geschnitten sei, als meine rechte, lächelte Sie mich nur an und erklärte mir, dass sie diese absichtlich kleiner genäht hatte. Dies sei die Handyhosentasche und mit so einer Öffnung könne kein Taschendieb so schnell mein Handy entwenden!
Auch meine zwei Helferinnen hatten einen grossen Dank verdient. Als Andenken an diesen Tag schenkte ich Ihnen zwei Mitbringsel, die ich aus der Heimat mitgebracht hatte.
Hier finden Sie noch einen kleinen Film, den ich am Strand aufgezeichnet habe. Meine zwei Helferinnen können nicht nur gut helfen, sondern singen auch wunderschön!
Als Frau und Reiseleiterin mit Schwerpunkt auf Madagaskar freue ich mich jedes Jahr ein bisschen extra auf die alljährliche Frauenreise. So auch im letzten Herbst.
Ich war schon eine Weile auf dieser grossen Insel unterwegs und hatte eine dreiwöchige Rundreise hinter mir. Jetzt wartete ich auf die acht Frauen, die mit mir durch das Hochland, den Regenwald und ein Stück entlang der Ostküste reisen sollten. Drei der Frauen waren schon früher angereist. Die eine davon schon zwei Monate zuvor. Sie hatte ihre Zeit für Freiwilligenarbeit in Madagaskar genutzt und wollte jetzt zum krönenden Abschluss ihres diesjährigen Madagaskaraufenthalts eine Rundreise machen. Die zwei anderen Frauen waren nur ein paar Tage im Voraus gekommen, um einen Kurztrip auf die kleine Insel Sainte Marie zu machen, in der Hoffnung Buckelwale zu sehen.
Am einen Donnerstagabend Mitte September war es so weit und ich konnte die restlichen Frauen am Flughafen abholen. Nach einem langen Flug kamen sie ein bisschen müde und mit vielen Erwartungen an und nach einer kurzen Nacht trafen wir uns alle zum Frühstück im Hotel. Jetzt war es so weit, das Abenteuer Madagaskar mit unserer Frauen-Kleingruppe konnte beginnen.
Bevor wir überhaupt unser Tagesprogramm starten konnten, „mussten“ wir einen extra Programmposten einbauen. Jede der Frauen hatte 2 Koffer dabei und einer davon war zum Rand gefüllt mit Sachspenden, die wir im Land verteilen wollten. Wir teilten also alles in kleinere Mengen auf und verpackten es so, dass wir wussten, was wir während unserer Tour wo abgeben (Waisenheime, Schulen etc.) wollten.
Nach einem Tag in der Hauptstadt Antananarivo, wo wir unter anderem ein Waisenheim besuchten, fuhren wir am zweiten Tag Richtung Antsirabe. Unterwegs machten wir auch einen Stopp bei einer Hebamme in einem Gesundheitsposten auf dem Land. Eine ebenfalls dort arbeitende Apothekerin war hell begeistert von der für sie neuen Technik, wie man Armbänder knüpft. Die junge Frau lernte nicht nur etwas Neues, sondern erhielt auch einen grossen Sack mit Material, um das Neugelernte weiter zu üben und auch anderen Frauen in der Region zu zeigen. Diese Begegnung mit lokalen Frauen war nur eine von mehreren, die wir während der zweiwöchigen Tour hatten und jedes Mal konnten wir von einander etwas lernen.
Mit dem Zug vom Hochland an die Ostküste ging es durch den Regenwald und die Überraschung der Frauen war gross, als sie merkten, dass die Wagons, in denen sie sassen, aus der Schweiz kamen. Wie alt die Wagons waren, konnten wir leider nicht erfahren, aber ein Schild im Wagon, das uns mitteilte, dass man 20 CHF zahlen müsse, wenn man kein gültiges Ticket hätte, zeigte uns doch, dass es ein paar Jahre her war, dass diese Wagons in den Schweizer Bergen unterwegs waren. Unterwegs machte der Zug mehrere Stopps, um Güter ab- oder aufzuladen. Manche dieser Stopps waren so lang, dass wir die Zeit nutzten, um neue Kontakte mit den Einheimischen zu knüpfen. So gab es nicht nur viele Möglichkeiten, lokale Speisen zu probieren, sondern auch spontan einen Zumbakurs mit den lokalen Kindern an einem der Bahnhöfe vorzuführen. Was die Kinder sehr faszinierte, war unsere kleine Flasche mit Seifenwasser. Die meisten davon hatten vorher nie Seifenblasen gesehen und hatten trotz anfänglicher Angst sehr schnell grosse Freude daran.
An der Küste reisten wir dann gemütlich mit einem eigenen Boot durch den Pangalanes-Kanal und ich denke, dass immer noch über unsere Gruppe in etlichen der kleinen Dörfer geredet und geschmunzelt wird. Selten zuvor haben sie wohl Vazaha’s (Fremde) tanzend auf dem Dach eines vorbeigefahrenden Bootes gesehen.
Auf jeder Frauenreise besuchen wir unterwegs verschiedene Projekte, die von Frauen geleitet werden oder für Frauen gedacht sind. Dabei besuchen wir nicht nur einfach solche Projekte, sondern geben uns auch auf der emotionalen Ebene ein. Darum nehmen wir uns jeweils viel Zeit für den Besuch, besprechen gemeinsam das Erlebte und verdauen es danach auch besser. Viele von uns hatten vorher noch nie so ein armes Land wie Madagaskar bereist und schafften es während der Reise mehrmals, ihre Komfortzone zu erweitern, manchmal weiter als sie es selber für möglich gehalten hatten.
Nach ein paar Tagen im Regenwald, wo wir viele Arten von Lemuren sehen konnten, reisten wir zurück in die Hauptstadt. Jetzt standen ein bisschen Shopping an der Tagesordnung und auch einen Besuch in einem Zentrum für gehörlose Kinder und Jugendliche. Wie schön dieser Abschluss werden sollte, wussten wir vorher nicht und unsere Erwartungen wurden mehrmals übertroffen in den paar Stunden, die wir zusammen mit den Kindern verbringen durften.
Wenn Sie mehr über unsere Frauenreise 2017, unsere sonstigen Gruppenreisen oder generell über Madagaskar wissen möchten, dann nehmen Sie einfach mit uns Kontakt per Mail auf. Wir kennen uns auf dieser grossen Insel sehr gut aus und wenn sie eine Frage stellen sollten, die wir nicht direkt beantworten könnten, dann schreiben wir schnell einer unserer Mitarbeiterinnen in Madagaskar und Sie bekommen innerhalb weniger Stunden Ihre Antwort – denn wir sind nicht nur hier im Europa vor Ort, sondern wir haben seit 1994 unser Hauptbüro in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar.