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Wie funktioniert ein Lombardkredit?
Der Lombardkredit ist eine wenig bekannte Alternative zum Privatkredit. Bedingung dafür ist aber, dass du bereits im Besitz von Wertpapieren bist, die du der Bank als Sicherheit bieten kannst. Wie das funktioniert und worauf du dabei achten musst, erfährst du im nachfolgenden Artikel.
So funktioniert ein Lombardkredit:
Einen Lombardkredit kannst du nur erhalten, wenn du bereits Wertschriften wie Aktien oder Obligationen besitzt.
Dann funktioniert das Ganze so, dass du von der Bank einen Kredit bekommst, im Gegenzug aber deine Wertschriften bei ihr verpfändest.
So verringert sich das Risiko der Bank, da sie eine Sicherheit hat – weswegen sie dir auch einen tieferen Zinssatz gewähren kann.
Disclaimer gleich zu Beginn: Der Lombardkredit wird nicht von allen Banken angeboten. Aus diesem Grund ist er auf FinanceScout24 nicht verfügbar. Die nachfolgenden Inhalte sollen dir dennoch dazu dienen, dich rund ums Thema Lombardkredit zu informieren.
Was ist ein Lombardkredit?
Lombardkredit Definition
Die Wikipedia-Definition für den Lombardkredit lautet wie folgt (Achtung, festhalten!): «Der Lombardkredit ist ein Darlehen. Durch die als Kreditsicherheit diesem Darlehen zugrunde liegende Verpfändung wird das Kreditinstitut unmittelbarer oder mittelbarer Besitzer des Pfandgegenstandes und nimmt den Gegenstand in Verwahrung oder lässt ihn verwahren».
Lombardkredit Erklärung
Übersetzen wir diesen Finanz-Kauderwelsch ins Deutsche, kommen wir zu folgender Erklärung: Beim Lombardkredit bietest du der Bank zusätzliche Sicherheiten für den Kredit, so dass sich ihr Risiko verringert. Klassischerweise sind das Wertschriften wie Aktien oder Obligationen, die dafür zur Anwendung kommen. Das funktioniert dann so:
Gehen wir mal davon aus, du hast dich vor einem halben Jahr entschieden, einen grossen Teil deiner Ersparnisse nicht auf deinem Sparkonto zu bunkern, sondern damit Aktien zu kaufen. Du besitzt jetzt also Wertpapiere im Wert von ca. 100‘000 Franken.
Jetzt brauchst du aber dringend 40‘000 Franken für eine grössere Investition. Das wäre kein Problem, wenn sich diese Summe noch immer auf deinem Sparkonto befinden würde – aber du hast damit ja Aktien erworben.
Du müsstest davon also so viel wieder verkaufen, dass du 40‘000 Franken erhältst. Das wäre schade, denn du rechnest damit, dass der Aktienkurs steigt. So entgeht dir natürlich der Gewinn, der damit verbunden ist. Dank dem Lombardkredit kannst du deine Aktien jedoch behalten und trotzdem zu Bargeld kommen.
Verpfändung ist das Zauberwort
Du klopfst also bei deiner Bank an und bittest sie um einen Lombardkredit in der Höhe von 40‘000 Franken. Die Bank stimmt zu und überweist dir die gewünschte Summe. Gleichzeitig gibst du aber der Bank das Recht, sich bei deinen Wertschriften zu bedienen, falls du den Kredit nicht zurückzahlst.
Diesen Vorgang nennt man ‘Verpfändung’. Wenn alles glatt läuft, erhältst du den benötigten Geldbetrag, tätigst deine Investition und zahlst den Kredit samt Zinsen laufend zurück. Gleichzeitig hast du deine Aktien behalten und profitierst von deren Kurssteigerung.
Das ist natürlich der Optimalfall. Nehmen wir nun aber an, du zahlst aus irgendeinem Grund deinen Kredit nicht zurück. Dann wird die Bank deine Aktien selbst verkaufen und den Gegenwert bei sich verbuchen; so lange, bis deine Schulden vollständig abbezahlt sind.
Für sie ist das Risiko demnach viel kleiner, als wenn sie dir einen Privatkredit ohne solche Sicherheiten gibt. Deswegen sind Lombardkredite in der Regel auch weniger hoch verzinst, da die Bank auf den Risikozuschlag (weitestgehend) verzichten kann.
Fun Fact: Der Lombardkredit ist nach der italienischen Region Lombardei benannt, in der bereits im Mittelalter Kredite gegen Überlassung von Wertgegenständen vergeben wurden.
Weitere Hinweise zum Lombardkredit
Wie viel muss ich für einen Lombardkredit verpfänden?
Als Sicherheit kannst du meist nicht den vollständigen Wert als Sicherheit anrechnen: Bei risikoarmen Wertpapieren sind das etwa 80 %, bei Aktien maximal 50 %.
Der Grund dafür ist der, dass der Wert von Aktien auch sinken kann. Dann würde die Bank bei einem Verkauf unter Umständen weniger erhalten, als sie dir als Kredit gegeben hat. Dieses Risiko will sie nicht eingehen.
Was ist der Maximalbetrag beim einem Lombardkredit?
Wenn du also – wie im obigen Beispiel – Aktien im Wert von 100‘000 Franken hast, kannst du nicht einen Lombardkredit von 100‘000 Franken aufnehmen und die Aktien als Sicherheit hinterlegen. Hier wäre wahrscheinlich nur ein Maximalkredit von 50‘000 Franken möglich. Dies ist aber je nach Risikopolitik der Bank unterschiedlich und muss stets individuell angesehen werden.
Ist der Lombardkredit im Verwendungszweck gebunden?
Auch der Verwendungszweck des Kredits wird unterschiedlich gehandhabt: Bei einigen kannst du frei entscheiden, was du mit der Kreditsumme anstellen willst, während andere die Verwendung auf neue Wertpapierkäufe einschränken. Das kann dir deine Bank aber auf Nachfrage beantworten.
Unterschied Lombardkredit und Privatkredit
Lombardkredit Zusammenfassung
Du leihst dir kurzfristig Geld von der Bank und zahlst den Betrag inklusive Zinsen zurück.
Du musst Wertpapiere als Sicherheit bringen. Diese werden von der Bank verpfändet.
Wenn du die Kreditrate nicht bezahlst, kann die Bank die Wertpapiere verkaufen.
Deshalb erhältst du bei einem Lombardkredit einen niedrigeren Zinssatz.
Privatkredit Zusammenfassung
Du leihst dir kurzfristig Geld von der Bank und zahlst den Betrag inklusive Zinsen zurück.
Du musst keine Sicherheiten oder Anzahlung bringen.
Wenn du die Kreditrate nicht bezahlst, hat die Bank das Recht, deinen Lohn oder Wertsachen wie zum Beispiel dein Auto einzuziehen.
Falls es nichts mehr zu holen gibt, verliert die Bank das Geld.
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