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Der Film behandelt die wahre Geschichte von Saliya Kahawatte, einem singhalesisch-deutschen jungen Mann, der durch eine Netzhautablösung mit 15 Jahren sein Augenlicht zu 95% verliert. Er verschweigt dies 15 Jahre lang, macht das Abitur und es gelingt ihm, eine Lehre in seinem Traumberuf Kellner abzuschliessen.
Der Film zeigt einige Aspekte auf, wie Kahawatte einen so grossen Willen, so viel Mut und Zuversicht aufbringen konnte, dass er alle Schwierigkeiten glaubte bewältigen zu können, die sich seinem Vorhaben entgegenstellten.
1. Er hatte ein sehr gutes und vertrautes Verhältnis zu seiner Mutter, die ihm als Kind viel Lebensmut, selbstverständliche Lebensfreude und Nähe zum Menschen mitgeben konnte, dass er von anderen Hilfe angeboten bekommt, sie annehmen kann und anderen gerne hilft. Die Mutter unterstützte ihn auch später immer, genauso wie seine Schwester.
2. Er war der Stolz seines Vaters bis zu seiner Erblindung. Er entwickelte unter diesen unterstützenden Bedingungen schon als Kind die Überzeugung, dass ihm alles möglich ist, was er sich vornimmt. Und ebenfalls die Meinung, dass er das alleine zustandebringen kann. Er findet nach seiner Erblindung verschiedenste Wege, die anstehenden Schwierigkeiten zu bewältigen: gut hören und gut riechen, Vorausahnen von anstehenden Ereignissen, Auswendiglernen von Stadtplänen, Zählen von Schritten, Ausreden, z.B. wenn Gläser oder Spiegel nicht sauber geputzt waren.
3. Er ist fähig, Freundschaften zu entwickeln, in denen er zur Freude von beiden sehr viel Unterstützung findet.
4. Diese Erlebnisse ermöglichen es ihm, durchzuhalten und nicht aufzugeben, solange er Erfolg haben und die eigenen Fähigkeiten mit viel Engagement beweisen kann.
Daneben zeigt der Film aber auch auf, dass Kahawatte – wie die meisten Menschen – mit seinen unbewussten Versuchen, das Leben zu bewältigen, irgendwann nicht weiterkommt. Sein Ziel, alles so bewältigen zu können, wie er sich das vorstellt, kann er nicht erreichen. Er kann weiterkommen, wenn er Menschen wie seine Eltern findet, die seine Wünsche helfen zu erfüllen. Er ist nicht darauf vorbereitet, sich hinterfragen zu lassen und offen mit anderen Lösungen zu entwickeln. Da ihm dies nicht möglich ist und er dies vor sich selbst und vor anderen nicht zugeben kann, weicht er auf Drogen aus und muss sich vom Leben und den Menschen zurückziehen, wird einsam, lehnt sich ab und entwickelt also psychische Probleme.
Mit Hilfe von vielen anderen kann er sein Lebensziel hinterfragen, alleine gegen das Leben ankämpfen zu müssen. Dadurch gelingt es ihm, auch seine Sehbehinderung nicht mehr verheimlichen zu wollen. Er merkt, dass er zusammen mit anderen sein Leben aufbauen kann. Indem er nichts von seiner Persönlichkeit verstecken muss und sich – mit seinen Einschränkungen – auf andere abstützen kann. Und nicht gezwungen ist, seinen Lebenserfolg an der Illusion zu messen, selbstbestimmt aus eigener Kraft – ohne andere – leben zu können.
Ein sehr hoffnungsvoller und realistischer Film.