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Finanzminister Bill English erklärte am Dienstag gegenüber der Presse in Wellington, dass die Regierung „keine spezielle finanzielle Unterstützung für Milchbauern wegen der niedrigen Preise“ plane. Er verwies darauf, dass es jedoch bereits seit längerem für alle landwirtschaftlichen Betriebe in Notlage ein allgemeines staatliches Hilfsprogramm gebe.
Laut English haben die Spitzenpreise für Milch in der Saison 2013/14 nicht nur in Neuseeland, sondern weltweit zu einem starken Produktionsanstieg geführt, der sich nun in einer Überversorgung des Marktes und fallenden Preisen bemerkbar macht. Davon sei auch die neuseeländische Wirtschaft insgesamt betroffen. Der Milchpreisverfall werde in diesem Jahr voraussichtlich Einbussen beim Bruttoinlandsprodukt von 7 Mrd. NZD (4,46 Mrd. Fr.) bewirken, was angesichts eines Gesamtvolumens von 220 Mrd. NZD (140 Mrd. Fr.) aber verkraftbar sei.
Der neuseeländische Minister für Landwirtschaft und Rohstoffe, Nathan Guy, war Presseberichten zufolge in der vergangenen Woche im Land unterwegs, um mit Banken und dem Molkereikonzern Fonterra über Finanzhilfen der Wirtschaft für die Bauern zu sprechen. Der genossenschaftliche Milchkonzern hatte Anfang August begleitend zur Milchpreissenkung seinen Mitgliedern bereits zinslose Darlehen angeboten, die erst nach einem Wiederanstieg des Milchpreises auf mehr als 6 NZD (3,82 Fr.) je Kilogramm Milchfeststoff zurückgezahlt werden müssen.
Für alle anderen Lieferanten setzt Guy auf die Unterstützung der Banken, um mit Überbrückungskrediten die Liquidität der Milchbauern sicher zu stellen. Aus der Finanzwelt droht allerdings auch neues Ungemach: Die Ratingagentur Standard & Poor's setzte vergangene Woche Fonterra wegen der eingetrübten Lage am Milchmarkt auf die Beobachtungsliste mit einem negativen Ausblick. Der Milchgigant droht damit seine Bonitätsnote A zu verlieren, was höhere Zinsen bei der Aufnahme von Kapital zur Folge hätte.