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Fuerteventura – eine Insel mit reichhaltigem Angebot
Fuerteventura bildet mit Lanzarote die östliche Begrenzung der Kanarischen Inseln. Auf der schönen Insel gibt es viele touristische Angebote, von Wander- und Bademöglichkeiten über Wassersport bis hin zur Darstellung des früheren Lebens der Insel in einem Freilichtmuseum.
Nicht nur die Geschichte der Kanaren und speziell der Insel Fuerteventura ist interessant, sondern auch das, was Sie davon heute noch besichtigen und bestaunen können. Alte Wehranlagen sind nur der Anfang. Natürlich finden auch Städtereisende und sportlich Aktive hier ihr Eldorado.
Abriss der vorkolonialen Inselhistorie
Fuerteventura teilt sich seine Geschichte weitestgehend mit den anderen Inseln der Kanaren. Vor allem die Historie der 11,5 Kilometer nördlich gelegenen Insel Lanzarote ist ähnlich, da die beiden Inseln die östlichsten der Kanaren sind. Sie wurden daher auch zuerst von afrikanischer und europäischer Seite entdeckt, eingenommen und besiedelt.
Die Besiedlung der Inseln mit den ersten Menschen fand wohl durch das nordafrikanische Berbervolk statt. Als erste schriftliche Zeugnisse gelten Homers Schriften der Odyssee, in denen die Kanarischen Inseln als paradiesisch und fruchtbar sowie klimatisch günstig für den Menschen und verschiedene Pflanzen dargestellt werden. Zudem ist nachgewiesen, dass die Römer im 1. Jahrhundert vor Christi Geburt auf den Kanaren landeten.
Erst im Verlauf des Mittelalters kam es wieder zu grösser angelegten und historisch festgehaltenen Fahrten auf die Kanaren. Vorerst waren es die Araber, die ihre Vorherrschaft auf der Iberischen Halbinsel nicht weiter nach Norden ausbauen konnten; später erkundete eine portugiesische Entdeckerflotte das Archipel.
Fuerteventura unter europäischem Einfluss
Die Unterwerfung der Kanarischen Inseln fand grösstenteils in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts durch Hinterhalte statt. Der französisch-normannische Adlige, Seefahrer und Entdecker Jean de Béthencourt unternahm damals die dafür nötigen Fahrten. Auf den Inseln angekommen, verbündete er sich vorerst mit den wirtschaftlich und im alltäglichen Leben eher steinzeitlich, aber hierarchisch gesehen monarchisch ausgerichteten Völkern – und vor allem mit ihren Königen. Er sagte ihnen Schutz und Unterstützung zu, wenn er auf den Inseln siedeln und Militär stationieren durfte. Tatsächlich setzte er das Militär dann wenig später gegen die Einheimischen ein.
Im Jahr 1430 wurden die Kanaren spanisch. Bis dahin wurden die ursprünglichen Bewohner christianisiert und/oder versklavt. Die Spanier, welche nun über die Kanaren herrschten, hatten in den folgenden Jahren und Jahrhunderten stets mit Piraten zu kämpfen. 1740 wurden zum Schutz vor Freibeutern, aber auch vor englischen Invasoren, zwei Wehrtürme errichtet. Sowohl den „Castillo de Roque“ in der Ortschaft El Cotillo als auch den „Castillo in Caleta de Fuste“ können Sie heute noch besuchen. Im Jahr 1912 – von Piraten war nun keine Rede mehr – bekamen die Kanaren von Spanien eigene Verwaltungsrechte zugestanden. Um 1965 begann der Tourismus sich zu entwickeln, der bereits 1990 zum wichtigsten Wirtschaftszweig aufstieg.
Sehenswertes und Erholsames
Sehr beliebt bei Einheimischen, aber auch bei Touristen sind die Sandstrände, welche Sie vor allem im Osten der Insel finden. Im Norden befindet sich zudem ein Dünenpark, der für Ausflüge, Spaziergänge und Ähnliches geeignet ist. Nicht weit von diesem Park entfernt liegt die Insel Lobos, der Inselküste nordöstlich vorgelagert. Hier finden Sie neben weiteren Möglichkeiten zum Wandern und Baden auch den die gesamte Insel umfassenden Naturpark „Parque Natural del Islote de Lobos“ sowie das ebenfalls die ganze Insel umfassende Vogelschutzgebiet Lobos.
Die Insel ist zudem ideal für Wassersportler wie Windsurfer oder Segler, da hier entsprechende Winde wehen. Im Westen der Hauptinsel Fuerteventura finden Sie an den Küsten zudem ideale Gegebenheiten für Wellenreiter und weitere Wassersportangebote.
Das Freilichtmuseum „Ecomuseo La Alcogida“ ist ein durch EU-Fördergelder entstandener Verbund restaurierter Bauernhöfe, in dem das Leben auf den Kanaren vor der grossen Tourismuswelle dargestellt wird. Traditionelles Handwerk wie die Steinmetzkunst, Bäckerei, Stellmacher und Stickereien können Sie hier besichtigen. Neben dem Handwerk, das für die heute vom Tourismus lebenden Menschen hier am wichtigsten war, finden Sie aber auch original eingerichtete Räume und Häuser. Die meisten Häuser und Gehöfte des Dorfes waren bis 1970 noch bewohnt. Die Renovierung und die Umbauten fanden in den 1990er-Jahren statt, wobei die Häuser nach ihren früheren Besitzern benannt wurden. Das „Ecomuseo La Alcogida“ befindet sich in der Nähe der Hauptstadt Puerto del Rosario.
Ihr Besuch in Puerto del Rosario
Nicht nur die einzelnen Gebäude, sondern Puerto del Rosario als Stadt ist äusserst sehenswert. Die Gebäude sind in schlichtem Stil erbaut und meist weiss getüncht. Das Gebäude der Inselregierung sticht daraus nicht weiter hervor, ist aber durch die auf ihm angebrachten Flaggen und die weiss-blau gestaltete Fassade nicht zu übersehen. Zudem verfügt es am Hauptportal über dreieckig gestaltete Ornamente, welche die Tür und die Fenster des Erdgeschosses wie die eines kleinen Tempels aussehen lassen.
Ebenfalls sehenswert in Puerto del Rosario sind der Hafen sowie die zahlreichen Kirchen und Kapellen. Hervorzuheben sind dabei die Kirchen „Nuestra Señora del Rosario“, „Santa Ana“ und „Santo Domingo de Guzmán“.
Oberstes Bild: Leuchtturm am Strand in Jandia Fuerteventura (© Stefan Asal / pixelio.de)