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Zeitreise
Momentaufnahmen von ausgewählten Fundstellen zeigen die reiche Geschichte Basels über einen Zeitraum von 50'000 Jahren. Unter der Rubrik 50'000 Jahre im Überblick finden Sie Hintergrundinformationen zur jeweiligen Epoche sowie Fotografien, die den heutigen Zustand der Fundorte zeigen.
Basel, 1250 n. Chr., Spätmittelalter
Basel-Schneidergasse/Stadthausgasse: Um 1250 n. Chr. blühten in Basel Handel und Handwerk. Die mittelalterliche Stadt dehnte sich damals über 350 000 m2 aus und war durch starke Mauern geschützt. Beidseits am kanalisierten Birsig standen Steinhäuser, welche Holzbauten und die alten Wehrtürme immer mehr verdrängten.
Basel, 1200–1250 n. Chr., Spätmittelalter
Basel-Leonhardsgraben/Kohlenberg: Im 13. Jahrhundert genügte die alte Burkhardsche Stadtmauer den Anforderungen nicht mehr. Man baute daher eine neue Befestigung. Mit dem Bau der zweiten, sogenannt Inneren Stadtmauer wurde Basel zwar nicht wesentlich vergrössert, jedoch besser geschützt: die neue Mauer war dicker, der Graben davor tiefer und die bestehenden Türme wurden wahrscheinlich erhöht.
Basel, 820 n. Chr., Frühmittelalter
Basel-Münsterplatz: Um 820 n. Chr. erhob sich das Haito- Münster mit seinen beiden Rundtürmen auf dem Münsterhügel. Bischof Haito, ein Vertrauter Karls des Grossen, hatte es errichten lassen. Um den Münsterplatz standen hofartige Gebäudegruppen, eine Holzkirche und vermutlich ein wieder in Stand gesetzter römischer Speicherbau.
Basel, 550 n. Chr., Frühmittelalter
Basel-Bernerring: Um 550 n. Chr. gehörte die Region Basel zum fränkischen Reich. Angehörige der fränkischen Oberschicht, die eine Fernstrasse kontrollierten, wurden in reich ausgestatteten Grabkammern unter künstlichen Hügeln beigesetzt. Auch ein schwer bewaffneter Reiter fand auf dem Gräberfeld seine letzte Ruhe.
Basel, 374 n. Chr., Spätrömische Zeit
Basel-Münsterhügel: Um 374 n. Chr. wurde der militärische Stützpunkt auf dem Münsterhügel durch einen Wehrbau am rechten Rheinufer verstärkt. Es ist schriftlich überliefert, dass Kaiser Valentinian mit seinen Truppen 374 n. Chr. bei Basilia (erste historische Nennung von Basel) lagerte und eine Festung zur Sicherung der Rheingrenze erbauen liess. An der Birsigmündung existierte in dieser Zeit eine kleine Siedlung.
Basel, 374 n. Chr., Spätrömische Zeit
Basel-Reverenzgässlein/Utengasse: Um 374 n. Chr. wurde der militärische Stützpunkt auf dem Münsterhügel durch einen Wehrbau am rechten Rheinufer verstärkt. Der römische Historiker Ammian berichtet, dass Kaiser Valentinian mit seinen Truppen 374 n. Chr. bei Basilia (erste historische Nennung von Basel) lagerte und eine Festung zur Sicherung der Rheingrenze erbauen liess.
Basel, 300 n. Chr., Spätrömische Zeit
Basel-Rittergasse: Um 300 n. Chr. war der Münsterhügel mit einer mächtigen Mauer umwehrt und zu einem militärischen Stützpunkt ausgebaut. Von der zivilen Siedlung (Vicus), die bis um 250 n. Chr. im Vorgelände des Münsterhügels bestanden hatte, zeugten zu diesem Zeitpunkt nur noch Ruinen.
Riehen, 200 n. Chr., Römische Zeit
Riehen-Pfaffenlohweg: Wie das ganze unterste Wiesental war auch die Riehener Gegend um 200 n. Chr. Agrarland. Im Gebiet des Pfaffenloh, in der Nähe der rechtsrheinischen Fernstrasse, stand ein gallorömischer Umgangstempel mit zugehörigem Theater. Ausserhalb des von einer Mauer eingefassten Tempelbezirks gab es einen kleinen Wirtschaftshof mit Nebengebäude.
Basel, 60 v. Chr., Jüngere Eisenzeit
Basel-Rittergasse: Nachdem die Kelten die Siedlung Basel-Gasfabrik verlassen hatten, befestigten sie ihre neue Siedlung auf dem Münsterhügel mit einer mächtigen Wall-Graben-Anlage. Der Wall (Caesar nennt eine derartige Konstruktion Murus Gallicus) war 6 Meter hoch, der Graben besass eine Tiefe von 7 und eine Breite von 30 Metern.
Basel, 100 v. Chr., Jüngere Eisenzeit
Basel-Novartis Campus: Wo heute modernste Architektur entsteht, befand sich um 100 v. Chr. eine 150 000 m² grosse, unbefestigte spätkeltische Siedlung mit zahlreichen Bauten aus Holz. Erstmals setzte sich in unserer Region ein Zentrum, das durch Handel und Handwerk geprägt war, von seinem landwirtschaftlichen Umfeld ab.
Muttenz, 500 v. Chr., Ältere Eisenzeit
Muttenz-Hardhäuslischlag: Um 500 v. Chr. bestattete die Elite ihre Toten unter grossen Grabhügeln. Der künstliche Hügel, der schon um 600 v. Chr. angelegt worden war, diente während Jahrzehnten als Begräbnisplatz und barg mindestens zehn Nachbestattungen. Er ist heute noch im Gelände sichtbar.
Basel, 900 v. Chr., Bronzezeit
Basel-Martinskirchsporn: Um 900 v. Chr. stand rund 40 Meter über dem Rhein auf der Nordspitze des Münsterhügels die erste befestigte Siedlung Basels. Von hier aus liessen sich die wichtigen Handelswege kontrollieren, auf welchen unter anderem wertvolle Bronzeobjekte aus weit entfernten Gebieten transportiert wurden.
Riehen, 3900 v. Chr., Jungsteinzeit
Riehen-Bischoffhöhe/Oberfeld: Um 3900 v. Chr. errichteten jungsteinzeitliche Bauern ihr Dorf auf einem Geländerücken am Rand eines Schwarzwald-Ausläufers. Sie bauten Getreide auf kleinen Äckern an und trieben ihr Vieh in die nahen Eichenmischwälder zur Weide. Sammelpflanzen, Jagdtiere und Fische bereicherten den Speiseplan.
Muttenz, 7500 v. Chr., Mittelsteinzeit
Muttenz-Rütihard: Um 7500 v. Chr. lebten die Menschen als Jäger und Sammler in saisonalen Lagern. Diese dienten ihnen beispielsweise als Basis für die Hirschjagd in den immer dichter werdenden Wäldern. Die warmen Sommer brachten Nahrung im Überfluss, die kalten Winter erforderten das Anlegen von ausreichenden Vorräten.
Riehen, 46 000 Jahre v. Chr., Altsteinzeit
Riehen-Ausserberg: Um 46 000 v. Chr. herrschten hier ähnliche Umweltbedingungen wie heute in Alaska. Höhlenhyänen, Mammute, Riesenhirsche und grosse Wildtierherden durchstreiften auf ihren Wanderungen die Landschaft am mäandrierenden Rhein. Neandertaler machten Jagd auf diese Tiere.