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Sind Blutungen in den Wechseljahren normal?
Überprüft von medizinisch geschultem Personal von Mylan 09 August 2019
Die Perioden sind während der Perimenopause aufgrund von Schwankungen der Geschlechtshormonspiegel sehr unregelmässig. Abnorme Blutungen in den Wechseljahren oder auch postmenopausale Blutungen bedürfen einer sorgfältigen Abklärung.
Bei Frauen in den Wechseljahren können vaginale Blutungen über einen Tag oder eine Woche auftreten und dann plötzlich aufhören. Postmenopausale Frauen sollten in der Regel keine Blutungen mehr haben, da die Menopause als dauerhafte Beendigung der Menstruation definiert und durch das Ausbleiben der Periode über 12 aufeinander folgende Monate gekennzeichnet ist.
Vaginale Blutungen, die auftreten, wenn die Wechseljahre schon fast oder ganz abgeschlossen sind, bedürfen einer medizinischen Abklärung.
Durch Krankheiten verursachte Blutungen in den Wechseljahren
Die fortschreitende Alterung der Eierstöcke (Ovarien) geht mit einer verminderten Eizellqualität und -quantität sowie schwankenden Geschlechtshormonspiegeln einher. Diese führen zu Störungen bezüglich der Länge und Häufigkeit der Menstruation. Unregelmässigkeiten bezüglich der Monatsblutung bzw. des Menstruationszyklus treten erstmals in der Perimenopause, d.h. 2 bis 8 Jahre vor der Menopause, oder in der Postmenopause auf. Die Perimenopause ist gekennzeichnet durch unregelmässige Zeitabstände zwischen den Monatsblutungen, wodurch es zu längeren und kürzeren Zyklen kommt. Anovulatorische Zyklen, d.h. ein Zyklus ohne Eisprung, in den Wechseljahren sind die Ursache für eine unregelmässige Zyklusdauer und führen häufig zu leichteren Blutungen oder zum Ausbleiben der Menstruation. Übergewicht oder Gebärmutterwucherungen verursachen dagegen häufig starke Blutungen. Zu Beginn der Perimenopause verkürzt sich der Menstruationszyklus, wohingegen er in den späteren Wechseljahren länger wird.
Vereinfacht betrachtet können Blutungen nach der Menopause folgende Ursachen haben:
- Gebärmutterschleimhautentzündung
- Gebärmutterentzündung
- Unterleibsentzündung
- Scheidenentzündung
- Bakterielle Geschlechtskrankheiten
Infektionen:
- Gebärmutterwucherungen der Schleimhaut
- Gebärmutterhalspolypen
- Gebärmuttermyome
- Gebärmutterpolypen
Gutartige Geschwulste und andere Gebärmuttererkrankungen z. B.:
- Gebärmutterhalskrebs
- Krebs der Gebärmutterschleimhaut
- Vaginalkrebs
- bösartige Gebärmutterwucherungen
- Eierstockkrebs
Krebserkrankungen:
- Verdünnung der Schleimhaut, welche die Gebärmutter oder die Vagina auskleidet
- Medikamente wie eine Hormontherapie
- Gebärmutterwucherungen oder Gebärmutterpolypen
- Vaginal- oder Gebärmutterhalskrebs
- Gebärmutterkrebs (vaginale Blutungen sind hier das Hauptsymptom bei mehr als 90% der postmenopausalen Frauen mit Gebärmutterkrebs. Je nach vorhandenen, individuellen Risikofaktoren leiden 1% bis 14% der Frauen mit postmenopausalen Blutungen daran).
Ursachen postmenopausaler Blutungen:
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Perimenopausale Blutungen: Frauen mit auffälligen vaginalen Blutungen, die eine Hormontherapie (HT) oder eine menopausale Hormontherapie in Erwägung ziehen, sollten sich vor Beginn der Behandlung ärztlich beraten lassen.
Postmenopausale Blutungen bei Frauen ohne HT/MHT: Bei postmenopausalen Frauen (d.h. Frauen, die für mindestens 1 Jahr keine Periode mehr hatten) bedarf jede erneute vaginale Blutung einer sorgfältigen medizinischen Abklärung. Frauen im Alter von rund 55 Jahren, die an wechseljahrbedingten Blutungen leiden, sollten maximal 2 Wochen warten, bevor sie eine(n) Ärztin/Arzt konsultieren. Die Gynäkologin/der Gynäkologe führt u.U. einige Untersuchungen durch, um die Ursache der Blutungen festzustellen und die weitere Behandlung zu planen:
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Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Gebärmutterschleimhaut: Ist die primäre Untersuchungsmethode. Mit ihr lassen sich Gebärmutterveränderungen und etwaige Erkrankungen feststellen.
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Biopsie: Hierbei wird aus der Gebärmutter eine kleine Menge Gewebe entnommen, das dann durch ein Labor weiter analysiert wird.
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Hysteroskopie: Bestehen die Blutungen trotz unauffälligem Befund bei der Gewebeentnahme weiter, kann die Fachärztin oder der Facharzt eine Hysteroskopie empfehlen. Hierbei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem krankhaft verändertes Gewebe der Gebärmutter gesichtet und entfernt werden kann.
Behandlung menopausaler Blutungen
Wird bei den Untersuchungen eine krankhafte Gewebeveränderung festgestellt, wird diese meist chirurgisch entfernt.
Lokal begrenzte Veränderungen in der Gebärmutter können in der Regel chirurgisch entfernt werden. Frauen, die an starken oder nicht behandelbaren Blutungen ohne klare Krankheitsursache leiden, kann unter Umständen zu einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und nach dem Eingriff zu einer menopausalen Hormontherapie mit Östrogen geraten werden.