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- Arbeitsbericht NAB 14-73Download
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Zum vorliegenden Bericht
Über 370 Karsthöhlen sind in den Kantonen Obwalden und Nidwalden inventarisiert. Allein auf der Melchsee-Frutt konnten inzwischen über 58 km Höhlengänge vermessen werden. Durch die damit verbundenen speläologischen Dokumentationsarbeiten seit 1976 liess sich eine Vielzahl von Beobachtungen insbesondere zur Anlage und zum Verlauf der Karströhren samt deren Morphologie, Sedimentation usw. anstellen.
Aufgrund der im 2013 publizierten Forschungschronik der Obwaldner Karst- und Höhlenforschung «Vom Fuchsloch zur Schrattenhöhle», Bd. 4 und Bd. 5, erteilte die nagra dem Autoren den Auftrag, das bereits vorliegende Wissen thematische zu verdichten. Es ging vorweg darum, von der Karstforschung weitere Informationen zu den eiszeitlichen Taleintiefungsprozessen im Hinblick auf die Langzeitentwicklung des Gebiets Wellenberg zu erhalten.
Beim vorliegenden Bericht wurde der Fokus auf die Karst-niveaus im Raum Engelbergertal und Melchtal gelegt. Da im Gebiet Melchsee-Frutt die grösste Höhlendichte vorhanden ist und dort sogar verschiedene Karstniveaus miteinander verbunden sind, wurde der Schwerpunkt auf diese Region gelegt. Die Erkenntnisse sind nun im Teil 1 dieses Berichts zusammengetragen.
Aufgrund dieses Berichts zeigte sich, dass die Karstniveaus wichtige Fakten zu den Taleintiefungsphasen zumindest über mehrere Eiszeiten liefern können. Unbeantwortet blieben jedoch die Fragen zum Alter der einzelnen Karstniveaus. Der Autor regte dazu an, U/Th-Datierungen von ausgewählten Stalagmiten vorzunehmen, die in den verschiedenen Karstniveaus vorkommen. Mit den radiometrischen Datierungen der Tropfsteinbasis liesse sich das Mindestalter der Karstniveaus eingrenzen, denn die Tropfsteine konnten erst wachsen, nachdem sich die unter phreatischen Bedingungen entstandnenen Karströhren ausgebildet hatten.
Aufgrund dieser Überlegungen wurden nach Abschluss des Bericht über die Karstniveaus verschiedene Sinterproben entnommen. Die Proben-Entnahmen beschränkten sich dabei auf das zweitunterste fossile Karstniveau C (1580 bis 1750 m ü.M.) und auf das unterste fossile Karstniveau D (1300 bis 1380 m ü.M.), da gemäss bereits vorliegender Datierungen anzuneh-men ist, dass die oberen Karstniveaus älter als die Nachweisgrenze der radiometrischen U/Th-Datierungsmethode sind.
Durch die finanzielle Beteiligung der NeKO-Stiftung konnte von den zu untersuchenden Stalagmiten nicht nur die Basis der Tropfsteine datiert werden, sondern jeweils die wichtigsten visuell sichtbaren Wachstumsveränderungen. Die Resultate und Erkenntnisse über die radiometrischen U/Th-Datierungen wurden in einem Folgebericht zusammengestellt und bilden nun den Teil 2 des Gesamtberichtes über die Karstniveaus im Engelbergertal und Melchtal.