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Am Anfang war Gaia, die erste unter allen griechischen Göttern, in einer leeren und leblosen Welt. Glaubt man der griechischen Antike, so erschuf sie den Himmel und nannte ihn Uranos. Aus der Liebe der beiden Götter entstand Rhea, Göttin der Fruchtbarkeit und Mutterschaft, und die Griechen organisierten zu Ehren Gaias ein buntes Frühlingsfest. Dies war gleichzeitig auch die Geburt des Mutterkults in der Antike.
Der Muttertag, so wie wir ihn heute kennen, findet seine Ursprünge aber in der US-amerikanischen Frauenbewegung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts machten sich vermehrt Frauen für ihre Rechte stark und gründeten diverse Mütterbewegungen. An vorderster Front: Ann Maria Reeves Jarvis. Sie organisierte diverse Treffen, wo sich Mütter gegenseitig beraten und austauschen konnten. Als Ann Maria Reeves Jarvis 1905 starb, organisierte ihre Tochter im Mai 1907 zu Ehren des zweiten Todestages ihrer Mutter einen Gottesdienst und legte damit den Grundstein für den Muttertag, wie wir ihn kennen. Weil dieser Gottesdienst in vielen US-Staaten auf grosse Anerkennung stiess, beschloss der US-Kongress im Mai 1914, den jeweils zweiten Sonntag im Mai zum internationalen Muttertag zu ernennen. Ein Tag im Jahr also, wo man den Müttern Ehre, Respekt und Liebe zollt.
Schnell fand die Idee des Muttertags ihren Weg über den Pazifik und fasste auch in Europa Fuss. Zuerst in England und im Jahr 1917 dann in der Schweiz. Bei uns beschränkte sich die Feier anfangs auf wenige Vereine und Glaubensgemeinschaften. Bis sich die Verbände der Floristen, Gärtner- und Beckermeister in den Zwanzigern für den Muttertag engagierten, denn sie machten damit ein gutes Geschäft. Ab diesem Moment gewann der Muttertag auch bei der breiten Bevölkerung an Popularität und etablierte sich zu einem national anerkannten Feiertag.