Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03388.jsonl.gz/76

Inhaltsverzeichnis
Massnahmenformen
Im Strafgesetz werden kurative (therapeutische) und sichernde Massnahmen unterschieden.
Therapeutische Massnahmen kommen zum Einsatz, wenn eine behandelbare psychische Störung im Tatgeschehen sichtbar wird und eine erfolgreiche Behandlung zukünftig ein gesetzeskonformes Verhalten erwartet lässt.
Im Gegensatz dazu zielen sichernde Massnahmen direkt darauf, die Gesellschaft dauerhaft vor dem Straftäter zu schützen, indem dieser langfristig geschlossen untergebracht wird.
Im Folgenden finden finden Sie alle wichtigen Informationen zu Therapeutischen und Sichernden Massnahmen.
Therapeutische Massnahmen
Therapeutische Massnahmen ordnen Gerichte immer dann an, wenn eine Strafe allein nicht geeignet erscheint, die Gefahr zu mindern, dass die betreffende Person später erneut Straftaten begeht. Gemäss Strafgesetz gibt es bestimmte Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, um eine solche Massnahme anzuordnen. Konkret muss
- eine psychische Störung
- eine Beeinträchtigung der Persönlichkeitsentwicklung oder
- eine Suchtproblematik
vorliegen, die in Zusammenhang mit der begangenen Straftat steht.
Inhaltlich richten sich die therapeutischen Massnahmen und die damit verbundenen Behandlungen aber nicht nur nach den diagnostizierten Störungen. Sie berücksichtigen auch die individuellen, für das begangene Delikt relevanten Risikofaktoren einer Person.
Gemäss Schweizerischem Strafgesetzbuch gibt es folgende therapeutische Massnahmen:
- Ambulante Massnahmen (Art. 63 StGB)
- Stationäre Massnahmen zur Behandlung von psychischen Störungen (Art. 59 StGB)
- Stationäre Massnahmen zur Suchtbehandlung (Art. 60 StGB)
- Massnahmen für junge Erwachsene (Art. 61 StGB)
Ambulante Massnahmen
Gerichte ordnen ambulante Massnahmen zur Behandlung einer psychischen Störung oder einer Suchtmittelproblematik an. Sie erfolgen entweder vollzugsbegleitend, oder indem die Freiheitsstrafe aufgeschoben wird. Die Therapie erfolgt in diesem Fall in Freiheit.
Die Behandlung führen forensisch erfahrene Therapiefachpersonen durch. Auftraggebende sind Bewährungs- und Vollzugsdienste, Jugendanwaltschaften oder andere einweisende Behörden. Im Kanton Zürich führt in der Regel der Psychiatrisch-Psychologische Dienst (PPD) die vollzugsbegleitenden ambulanten Behandlungen durch. Die Organisationsstruktur im JuWe gewährleistet, dass ein enger Austausch zwischen Behandelnden und einweisender Behörde zu Fallverständnis und Vollzugsplanung stattfinden kann.
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Stationäre Massnahmen
Stationäre Behandlungen von psychischen Störungen vollziehen geeignete Kliniken, Massnahmenvollzugseinrichtungen oder Justizvollzugsanstalten entweder offen oder geschlossen. Entscheidend ist, dass geeignete Strukturen vorhanden sind und dafür aus-gebildetes Fachpersonal die notwendige therapeutische Behandlung durchführt.
Stationäre Behandlung von psychischen Störungen
Die Gerichte können eine stationäre Behandlung bei Personen anordnen, die ihre Straftaten in Zusammenhang mit einer psychischen Störung begangen haben.
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Stationäre Behandlung einer Suchtproblematik
Das Gericht kann bei suchtmittelabhängigen Personen eine stationäre Suchtbehandlung anordnen, wenn die Straftaten in Zusammenhang mit der Sucht standen.
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Massnahmen für junge Erwachsene
Ist eine Person bei der Begehung von Straftaten zwischen 18 und 25 Jahre alt und in der Persönlichkeitsentwicklung erheblich gestört, kann das Gericht eine Massnahme für junge Erwachsene anordnen. Allerdings nur, wenn die begangenen Straftaten mit der gestörten Persönlichkeitsentwicklung in Zusammenhang stehen.
Sichernde Massnahmen
Verwahrung
Die häufigste sichernde Massnahme ist die Verwahrung. Ihr Zweck ist es, die Gesellschaft davor zu schützen, dass eine rückfallgefährdete Person erneut schwerwiegende Straftaten begeht. Voraussetzung ist, dass eine Freiheitsstrafe oder eine therapeutische Massnahme nicht geeignet sind, der Gefahr weiterer Straftaten zu begegnen. Die Verwahrung sieht deshalb den zeitlich unbefristeten Freiheitsentzug vor.