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Bern den 20 März 1854
Mein lieber Freund!
Unsre Briefe über die unglückliche Wahl Operation haben sich gekreuzt u es bleibt mir nach den Dir gestern übersandten Aufschlüßen nur übrig, noch einige Bemerkungen zu machen, die durch Dein Schreiben veranlaßt werden.
Vor allem muß ich Dich dringend bitten, nicht an eine Ablehnung von deiner Seite zu denken, zunächst der Sache wegen, dann aber auch, weil du mich heillos compromittiren würdest. Ich vergaß dir nämlich zu sagen, daß bei der Discussion Zweifel erhoben wurden, ob du annehmest gerade wegen deiner Stellung als Regierungspräsident u Erziehungsdirektor des betheiligten Kantons. Ich erklärte hierauf, ich sey überzeugt, daß du annehmest u suchte dann nachzuweisen, daß es ebenso verkehrt wäre, bey dieser Commission Zürich ganz zu übergehen, als etwa die Mehrheit aus Zürich zu wählen.
Wenn sich der Anlaß darbietet, Hrn D. noch wählen zu können, so werde ich mein möglichstes thun, sowohl durch Privatbesprechungen, als in der Sitzung. Ich sehe aber keinen andern Anlaß, als wenn es eine Vacanz giebt. Gestern sprach ich mit Hrn Oberst Stehelin; er macht ernstliche Miene abzulehnen, | weil er wegen seiner Bauten in Bipp u präsumtiver, daheriger Proceße vor der Juli Sitzung nicht mehr nach Bern kommen könne. Ich werde daher Hrn Fr. sagen, daß, wenn allfällig eine Ablehnung komme, er nicht auf der Annahme aßistiren, sondern sofort eine Ergänzungswahl beantragen solle.
Herzlich grüßend
Dein
F