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Südafrika ist wirtschaftlich und sozial tief gespalten, die Regierungselite ist weitgehend korrupt. Die Wirtschaft ist ausgerichtet auf Rohstoffabbau, Agrarindustrie und Finanzspekulation. Über 30 Millionen Südafrikanerinnen und -afrikaner leben unter der Armutsgrenze und verfügen über knapp 35 Franken pro Monat. Die extrem ungleichen Besitz- und Einkommensverhältnisse sind denn auch Ursache für die hohe Kriminalität und Gewalt. In unzähligen landesweiten Protesten setzen sich Menschen ein für Zugang zu Land, Wasser und Elektrizität.
Die Landwirtschaft ist einerseits geprägt durch industrielle Grossbetriebe in den Händen einer weissen Minderheit und einer kleinen schwarzen Elite. Sie erzeugen in Monokulturen Mais, Wein und Früchte. Ihre Arbeiter/innen erhalten Löhne unter dem Existenzminimum und hausen in armseligen Unterkünften. Andererseits gibt es Millionen von Kleinbauernfamilien, welche von Vertreibung durch die Agrar- und Bergbauindustrie bedroht sind. Die Politik hat die Interessen der Kleinbauernfamilien und ihre Bedeutung für die nationale Ernährungssicherheit bisher vernachlässigt. Wehren sich Gemeinden gegen Bergbau- und Agrarfirmen, werden sie eingeschüchtert und bedroht.
Rechte wiederherstellen und schützen
Die Partnerorganisation Justice and Peace, eine Kommission der südafrikanischen Bischofskonferenz, setzt sich für eine tiefgreifende Veränderung der Machtstrukturen und eine sich an den Menschenrechten orientierende Wirtschafts- und Landwirtschaftspolitik ein. Konkret sollen Landrechte enteigneter Gemeinden und Arbeitsrechte von Landarbeitern und -arbeiterinnen wiederhergestellt und geschützt werden. Betroffene Gemeinden können so ihre Rechte gegenüber Bergbaufirmen und Regierungsstellen geltend machen. Erkrankte Bergleute erhalten dank einer Sammelklage eine Entschädigung.
Um diese Ziele in vier Provinzen zu erreichen, arbeitet Justice and Peace mit lokalen Menschenrechtsgruppen und sozialen Bewegungen zusammen, die sich in Netzwerken zusammenschliessen. Diese besuchen Schulungen in Organisationsentwicklung und gewaltfreiem Widerstand. Die Projektaktivitäten umfassen unter anderem die Begleitung enteigneter Gemeinden bei Landrückgabeprozessen, Unterstützung bei Verhandlungen mit den entsprechenden Regierungsstellen und Bergbaufirmen, Rechtsbeistand für enteignete Gemeinden, Landarbeiter/innen und erkrankte Bergleute sowie Lobbyarbeit auf Ebene des Landwirtschafts- und Rohstoffministeriums. Gemeinden, die Land zurückerhalten haben, besuchen Kurse in Agrarökologie und in lokaler Vermarktung.