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Nach der Jahrtausendwende zeichnete sich sowohl bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) als auch bei der Baselland Transport AG (BLT) ab, dass eine grössere Anzahl älterer Strassenbahnwagen abzulösen waren. Die BVB wollten sich von den
trennen, was einen Bedarf an 15 bis 17 Neufahrzeugen ergab.
Nach intensiven Vorabklärungen und unter Einbezug der Erfahrungen aus der COMBINO-Beschaffung war es den beiden regionalen Verkehrsbetrieben zunächst gelungen, sich auf ein weitgehend identisches Fahrzeugkonzept zu einigen. Es beinhaltete maximal 45 Meter lange, durchgängige Mehrgelenkwagen mit einem Niederfluranteil von mindestens 60 Prozent. Mitte 2005 erfolgte das Ausschreibungsverfahren gemäss WTO-Standard. Rund ein Jahr später wurde bekannt gegeben, dass sich BVB und BLT für Strassenbahnwagen des Typs «Tango», eine Neuentwicklung der Firma Stadler Rail AG (STAG), entschieden haben. Die Fahrzeuge sollten derart ausgelegt werden, dass sie mit wenigen Ausnahmen auf dem gesamten BVB- und BLT-Netz einsetzbar waren.
Zwischen Herbst 2008 und Frühjahr 2009 erreichten vier Vorserienfahrzeuge die Region Basel und wurden bei der BLT als Be 6/10 151 bis 154 in Betrieb genommen. Ein Wagen (Be 6/10 153) stand den BVB für Versuchs- und Messfahrten zur Verfügung. Im Fahrgastbetrieb auf den Linien 1/14, 3, 6 und 8 stellte sich bald heraus, dass ein Teilniederflurfahrzeug – der Niederfluranteil beim Tango betrug 75 Prozent – den Anforderungen der BVB insbesondere auf den innenstädtischen Abschnitten mit grossem Fahrgastwechsel nicht zu genügen vermag. Die BVB zogen sich daher im Frühjahr 2010 aus der gemeinsamen Beschaffung zurück und schrieben nach Anpassungen am Lastenheft neu aus. Zentral waren nun ein möglichst grosser Niederfluranteil (ideal 100 Prozent) sowie gleichmässiger über die gesamte Wagenlänge verteilte Türen.
Im Rahmen der Erprobung des Tango Be 6/10 153 zeigte sich, dass auf Stadtlinien 100-Prozent-Niederflurwagen besser geeignet sind (6. August 2009, Allschwil).
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 95_266)
Im Zusammenhang mit der Neuausschreibung überarbeiteten die BVB auch ihre Flottenpolitik für die kommenden 15 Jahre. Dabei stellte sich heraus, dass Strassenbahnwagen in verschiedenen Längen benötigt wurden. Da mit den Be 4/6 659–686 weitere Wagen aus dem Betrieb zurückgezogen werden sollten, erhöhte sich der Bedarf zudem auf 60 bis 65 Neufahrzeuge.
Im April 2011 fand die Angebotseröffnung statt. Drei Bieterfirmen offerierten insgesamt vier Fahrzeugtypen: Stadler Rail AG bot den «Tango» in zwei Varianten (75 und 100 Prozent Niederfluranteil) an. Siemens offerierte den COMBINO und Bombardier Transportation (BT) den FLEXITY (beides 100-Prozent-Niederflurwagen). Nach einem umfassenden, betriebsinternen Evaluationsverfahren gaben die BVB im November 2011 den Entscheid für das Produkt des kanadischen Herstellers bekannt.
Um ein eigenständiges Fahrzeugdesign zu schaffen und um den speziellen Eigenheiten des Basler Tramnetzes mit engen Bögen, Kuppen und Wannen Rechnung zu tragen, entwickelte Bombardier Transportation ihren 2009 erstmals vorgestellten Niederflurstrassenbahnwagen FLEXITY 2 zum «FLEXITY Basel» weiter. Das grenzüberschreitende Einsatzgebiet Schweiz/Deutschland/Frankreich erforderte die Umsetzung von länderspezifischen Normen. Eine Folge davon ist etwa die auf den ausländischen Streckenabschnitten auf 50 km/h limitierte Höchstgeschwindigkeit.
Die vollständige, stufenlose Niederflurbauweise der Einrichtungswagen erhöhte die Sicherheit für die Fahrgäste. Breite Gänge, grosse Fenster und verglaste Türen schufen ein geräumiges und offenes Ambiente. Die siebenteilige Fahrzeugvariante, von welcher die BVB 44 Exemplare orderte, war 43,26 Meter lang, 2,3 m breit und bot 253 Passagieren Platz.
Das freundliche Intérieur bestach durch grosse Fensterflächen und eine gelungene Sitzannordnung. Anstelle von Polstersitzen kam eine (hygienischere) Holzbestuhlung zum Einbau.
© Bombardier Transportation
Der Bereich hinter dem Führerstand wurde leider nicht derart transparent umgesetzt, wie in dieser Visualisierung des Herstellers. Dies wäre auf jeden Fall ein markanter Gewinn gegenüber dem Tango gewesen.
© Bombardier Transportation
Bombardier gelang es, die Vorteile der 100-Prozent-Niederflurtechnologie mit Fahrwerken mit koventionellen Radsätzen und durchgehender Achswelle zu kombinieren. Die untergesetzten Fahrwerke des Typs FLEXX Urban 3000 bedingten allerdings, dass der Boden im Wageninnern rund 365 mm über der Schienenoberkante zu liegen kam. Im Einstiegsbereich betrug die Höhe 320 mm. Die Differenz wurde durch Rampen überbrückt. Zum Vergleich: Bei den Be 6/8 301–328 COMBINO, welche über Fahrwerke ohne durchgehende Achsen verfügten, lag der Wagenboden durchgehend auf 300 mm über der Schienenoberkante.
Die Fahrwerke waren so über das Fahrzeug verteilt, dass sich die