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Archive der burgerlichen Gesellschaften und Zünfte
313 Laufmeter, 14.—20. Jahrhundert
Die Zünfte waren bis 1798 die kleinsten Verwaltungseinheiten des bernischen Staates. Sie erfüllten eine Reihe administrativer Aufgaben, von denen bis heute die Fürsorge für ihre Angehörigen aus den Erträgen des Zunftvermögens geblieben ist. Die Archivbestände umfassen mehrheitlich Unterlagen zur Fürsorge, Finanz- und Vermögensverwaltung und zu Zunfthäusern sowie Verzeichnisse der Zunftangehörigen und andere personenbezogene Akten. Bei personenbezogenen Unterlagen gelten die Bestimmungen des Datenschutzgesetzes, darum ist die Benutzung teilweise eingeschränkt oder wird nur auf Antrag gewährt.
Die Zünfte und Gesellschaften werden gemäss der sogenannten ordre de préséance aufgeführt:
Pfistern: 41 Laufmeter Archivunterlagen, 15.—20. Jahrhundert
Als Vennerzunft war die Zunft für das Landgericht Seftigen zuständig. Darum gehören auch Eidbücher für Beamte, Marchbeschreibungen, Anleitungen über die Verwaltung von Dörfern sowie Akten zu Streitfällen und zu obrigkeitlichen Waldungen zum Zunftarchiv.
Schmieden: 30 Laufmeter Archivunterlagen, 14.—20. Jahrhundert
Im Zunftarchiv gibt es nur wenige Dokumente zum Venneramt, aber eine lange Serie von Stubenzinsbüchern (1726–1850), welche die zahlreichen Verzeichnisse von Stubengenossen ergänzen.
Metzgern: 30 Laufmeter Archivunterlagen, 15.—20. Jahrhundert
Erhalten sind eine Metzgerordnung von 1538, die Manuale der Gesellschaft sowie die Stubenmeister- und Stubengut-Rechnung seit 1665. Auf das Venneramt verweist unter anderem die Dorfordnung von Oberwichtrach.
Ober-Gerwern: 40 Laufmeter Archivunterlagen, 14.—20. Jahrhundert
Die Gesellschaft zu Ober-Gerwern stellte zusammen mit der Zunft zu Mittellöwen alternierend einen Venner. Zum Archiv gehören viele Urkunden, die sich mit dem Gerberngraben und dem Zunfthaus befassen, sowie Unterlagen zu Konkursen, welche die Zünfte bis 1827 durchführten. Die Akten von 1796—1797 zum Geltstag von Johann Ludwig Stürler enthalten Verzeichnisse der versteigerten Atlanten, Karten und Bilder sowie der gesamten, über 11’000 Bücher umfassenden Bibliothek.
Mittellöwen: 23 Laufmeter Archivunterlagen, 16.—20. Jahrhundert
Vertreter der wirtschaftlichen und politischen Oberschicht sowie Künstler und Nobelpreisträger gehörten Mittellöwen an. Neben den Akten zu zunftinternen Vorgängen sind eine grosse Anzahl von Geltstagsrödeln und die Dokumentation über das Wirtshaus Goldener Falken überliefert.
Webern: 22 Laufmeter Archivunterlagen, 15.—20. Jahrhundert
Das Zunftarchiv bietet mit den Meisterrödeln, Handwerkerbüchern und den Akten der Hutmacher Einblick in das Handwerk. Die Akten der Geltstage dokumentieren Wirtschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts.
Schuhmachern: 16 Laufmeter Archivunterlagen, 16.—20. Jahrhundert
Akten, Protokolle, Geltstagsrödel und Unterlagen zum Fürsorge- und Vormundschaftswesen dokumentieren den ganzen Zeitraum, doch sind weder Unterlagen zum Handwerk noch Akten zwischen 1890 und 1980 erhalten.
Mohren: 23 Laufmeter Archivunterlagen, 15.—20. Jahrhundert
Das vielfältige Archiv dokumentiert das Zunftleben. Die älteste Satzung der Schneider und Tuchscherer stammt von 1460. Hervorzuheben sind die Geschichte der Gesellschaft aus dem Jahr 1762 von Albrecht Herport (1731—1798) und Unterlagen zur Kontrolle der durchgereisten und besteuerten Schneidergesellen (1825—1894).
Kaufleuten: 31 Laufmeter Archivunterlagen, 16.—20. Jahrhundert
Die Überlieferung setzt Mitte des 16. Jahrhunderts ein, weist aber eine Lücke zwischen 1634 und 1716 auf. Erwähnenswert sind die Berichte von Stipendiaten sowie die Akten der Gesellschaft als Trägerin der Markt- und Handelspolizei.
Zimmerleuten: 18 Laufmeter Archivunterlagen, 18.—20. Jahrhundert
Interessant sind wegen der generellen Seltenheit von Handwerksakten die Dokumente zum Tischmacher- und zum Küferhandwerk aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Affen: 12 Laufmeter Archivunterlagen, 14.—20. Jahrhundert
Die breite Überlieferung setzt bei Affen im 17. Jahrhundert ein. Daneben gibt es ältere Quellen aus dem 14. und 15. Jahrhundert mit Bezug auf die Pfrund in der Leutkirche oder von Privatpersonen.
Schiffleuten: 8 Laufmeter Archivunterlagen, 14.—20. Jahrhundert
Die Protokolle und die Gesellschaftsrechnungen haben sich seit 1720 erhalten, politische und Verwaltungsaufgaben sind hingegen kaum dokumentiert. Die Zunftangehörigen lassen sich seit 1835 nachweisen.
Burgergesellschaft: 2 Laufmeter Archivunterlagen und Fotografien, 20. Jahrhundert
Der 1910 gegründete Verein steht Burgern ohne Zunftangehörigkeit offen und vertritt deren Interessen gegenüber den burgerlichen Behörden. Das Archiv besteht aus Protokollen und Dokumenten zu gesellschaftlichen Anlässen und Bauarbeiten.