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Exportquote für Löwenskelette: 800 Löwenskelette sind 800 zu viel
Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN begrüsst Südafrikas Entscheidung, die im Juni 2018 beschlossene Erhöhung der Löwenknochen-Exportquote von 1500 auf 800 Skelette zu reduzieren.
Laut VIER PFOTEN sind 800 Löwenskelette aber noch immer 800 zu viel, denn kein Löwe sollte für den kommerziellen Handel getötet werden.
„Die ursprüngliche Beschränkung von 800 Skeletten aus dem Jahr 2017 war bereits umstritten, da sie auf der Grundlage von fragwürdigen Forschungsergebnissen basierte. Trotz Kritik von CITES, Tierschutzorganisationen und der Öffentlichkeit hat das südafrikanische Umweltministerium die Quote damals durchgesetzt. Wir befürchten, dass die unbegründete plötzliche Erhöhung im Juni 2018 und die aktuelle Senkung des Exportkontingents nur eine Taktik ist, um die Gegner zu besänftigen. Die Exportquote für Löwenskelette sollte eigentlich Null sein“, sagt VIER PFOTEN Grosskatzenexpertin Barbara van Genne.
Züchten unter dem Vorwand des Artenschutzes
Laut VIER PFOTEN trägt die bestehende Exportquote auch zum umstrittenen Züchten von Löwen bei. VIER PFOTEN ist gegen das Züchten von Grosskatzen in Gefangenschaft und bleibt auch kritisch gegenüber dem Züchten unter dem Vorwand der Arterhaltung. Aus Tierschutzsicht ist das Züchten von Löwen ein komplexes Thema das mit viele Problemen, wie beispielsweise dem Töten überschüssiger Tiere, verbunden ist – was eigentlich gegen den Ansatz des Artenschutzes spricht.
„In Gefangenschaft gezüchtete Grosskatzen werden ausserdem kaum bis gar nicht zurück in die Wildnis entlassen. Sie sind dort nicht wirklich überlebensfähig. Die Grosskatzen-Zuchtprogramme dienen eher dazu, den Bedarf von Zoos und Zirkussen abzudecken“, sagt Van Genne. VIER PFOTEN ist der Ansicht, dass der Schutz bedrohter Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen der vielversprechendste Ansatz für den Artenschutz ist.
Parlamentarischer Bericht empfiehlt Verbot von Zucht
Ein Bericht des südafrikanischen Parlaments, der Anfang November in Südafrika veröffentlicht wurde, empfiehlt, das Züchten von Löwen in Gefangenschaft sowie die damit oft zusammenhängende Gatterjagd zu verbieten. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass die Fortsetzung dieser Praktiken nicht nur dem Ansehen Südafrikas schaden, sondern in den nächsten zehn Jahren auch zu Verlusten im Tourismussektor von mehr als 3 Milliarden Schweizer Franken führen würde.
Quelle: VIER PFOTEN Schweiz
Artikelbild: © VIER PFOTEN | 2015