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Die brasilianische Regierung hat die offiziellen Zahlen zur Abholzung im Amazonas-Regenwald vorgelegt. Danach haben diese zwischen August 2013 und Juli 2014 um 15 Prozent abgenommen. Von Umweltministerin Izabella Teixeira wird dies gefeiert. Dem Amazonas-Regenwald sind jedoch weitere 5.012 Quadratkilometer verloren gegangen.
Noch im Jahr 2004 ist die Abholzungsrate bei 27.772 Quadratkilometern gelegen. Seitdem konnte sie jedoch mit einem speziellen Programm und stärkeren Kontrollen jährlich reduziert werden. 2012/2013 wurde mit 5.891 Quadratkilometern allerdings erstmals wieder eine Steigerung vermeldet. Die erneute Senkung auf 5.015 Quadratkilometer und die Verringerung um 82 Prozent in zehn Jahren werden von der brasilianischen Regierung als Erfolg der Umweltpolitik verbucht.
Die Daten beruhen auf dem System Prodes des brasilianische Raumforschungsinstitut Inpe. Bei diesem werden mit Hilfe von 214 Satellitenbildern Kahlschlagsflächen von einer Größe von 6,25 Hektar erfasst. Das Institut arbeitet ebenso mit dem weniger genauen Deter-Verfahren, das als Alarmsystem dient und Flächen von 20 Hektar erfasst.
Die Satellitenbilder werden dabei monatlich ausgewertet. Nach diesen ist für den jüngeren Zeitraum vom August 2014 bis April 2015 jedoch mit einer erheblichen Erhöhung der Abholzungsrate zu rechnen. Die Daten deuten dabei auf eine Zunahme von 84 Prozent hin.
Die 2013/2014 abgeholzten 5.012 Quadratkilometer umfassen keineswegs nur illegale Kahlschläge. Vielmehr sind darin ebenso genehmigte Abholzungen enthalten. Differenzierte Angaben dazu liegen laut Teixeira nicht vor, da für die Ausstellung der Genehmigungen die einzelnen Bundesstaaten verantwortlich seien und diese keine Daten übermitteln würden. Lediglich Acre hat bisher zugesagt, in den kommenden zwei Wochen die Zahlen zu den legalen Kahlschlägen vorzulegen.
Acre ist der Bundestaat, in dem 2013/2014 am meisten Regenwald geschlagen wurde. Er nimmt 40 Prozent der Gesamtsumme ein. Legale Abholzungen werden unter anderem mit Assentamentos Rurais begründet, bei denen Landarbeiter Land zugesprochen bekommen. Abgeholzt wird jedoch auch für den Bau von Wasserkraftwerken, Mineralgewinnung und andere staatliche Infrastrukturen.