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Autor_innen haben die Autorität und den Anspruch zu zeigen, etwas oder jemanden zu sehen zu geben. Diese Autorität der Autor_innen schliesst neben der Macht des Zu-sehen-Gebens in vielen Fällen auch das nicht selbstverständliche Gehörtwerden mit ein. Der_die Autor_in wird bei Pierre Bourdieu als Akteur_in mit spezifischer Ausstattung an (symbolischem, kulturellem, ökonomischem und sozialem) Kapital innerhalb eines Feldes konzeptionalisiert (vgl. Bourdieu 1990). Also ein_e privilegierte_r Akteur_in, welche auf Prozesse des Auswählens, Zusammenstellens, Hervorhebens und Sichtbarmachens Einfluss nimmt und dabei als Produzent_in von Repräsentationen über Kapital verfügt, um Wirklichkeit entscheidend mitzugestalten. Für eine vertiefende Auseinandersetzung mit Autor_innenschaft aus diskurstheoretischer Perspektive lohnt es sich, die Ausführungen Foucaults näher anzuschauen, welcher nicht nur die historische Verknüpfung von Autorschaft und Urheberrecht herausstellt, sondern auch die Besonderheit der Autorfunktion im Zusammenhang mit der Hervorbringung von Diskursen diskutiert (vgl. Foucault 2003).
Das autoriale Sprechen bzw. Repräsentieren ist dabei institutionell und mediumspezifisch gerahmt und durch die Positioniertheit und Situiertheit der Autorin oder des Autors geprägt. Auch diese Repräsentationsprozesse und -praktiken sind somit bedingt und reguliert. Und genau diesen Strukturen gilt es aus repräsentationskritischer Sicht nachzuspüren: Was wird wie gezeigt bzw. was kann in bestimmten Institutionen nicht gezeigt werden? Welche Art des Repräsentierens wird durch bestimmte mediale Formate verunmöglicht? Aus welcher Position spricht ein_e Autor_in? Was positioniert diese? (Vgl. Haraway 1995: 73f. und Intersektionalität) Was ist für die Autor_in normal und selbstverständlich? Welche Interessen und Begehren artikulieren sich durch deren Repräsentation?