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Shimoyama Yoshimi wurde 1947 in der Präfektur Okayama geboren und gründete mehrere sehr populäre Modemarken wie „Boat House“ und „Captain Santa“. Aufgrund seiner Leidenschaft für das Meer und die USA nennt man ihn auch „Captain Shimoyama“. Ausserdem ist er als einer der bedeutendsten Coca-Cola Sammler der Welt bekannt – seine Sammlung umfasst mehr als 25.000 Stücke. Doch warum sammelt man Coca-Cola Objekte? Wir konnten ihn fragen, was für ihn der Auslöser war und hörten einige Anekdoten zu seiner Sammlung.
Es war an einem frühen Nachmittag Ende Juli und die Sonne lachte vom Himmel. Nachdem wir zum Bahnhof Misakiguchi hinuntergegangen waren, stiegen wir in ein Taxi, um jenen Mann zu treffen, der als grösster Coca-Cola Sammler Japans bekannt ist. Nach einer 15-minütigen Fahrt durch Felder und Wohngegenden stiegen wir nahe Aburatsubowan aus dem Taxi. Dann gingen wir zu Fuss einen kleinen Weg entlang. Dort, am Rand eines Wohnviertels, tauchte ein riesiges, elegantes, weisses Haus auf.
Herr Shimoyama empfing uns mit einem strahlenden Lächeln. Schon von Eingangsbereich aus sahen wir ein Esszimmer voller Coca-Cola Objekte! Das Coca-Cola Rot war überall präsent. Nach der Führung durch das Haus begannen wir mit dem Interview im Empfangsraum. Hier befand sich ein grosses Regal, in dem wertvolle Coca-Cola Flaschen angeordnet waren.
Woher kommt die Lust am Sammeln von Coca-Cola Objekten?
Shimoyama: „Mit 22 Jahren fuhr ich auf Geschäftsreise nach New York. Die Coca-Cola Dose, die ich dort kaufte, war für mich der Auslöser. Ich suchte dann bei Antiquitätenhändlern und meine Sammlung wuchs nach und nach an. In den Vereinigten Staaten, der Heimat von Coca-Cola, findet man unzählige Objekte, die man in Japan nie sieht!“
Was hat Sie an Coca-Cola zuerst angesprochen?
Shimoyama: „Es war das Design des Coca-Cola Logos. Die Leute sind oft erstaunt, wenn ich darüber spreche, doch ich habe ja eigentlich eine Ausbildung als Grafiker. Ich habe gar nicht Mode studiert. Deswegen hat mich als Erstes der Schriftzug angesprochen. Ausserdem fand ich, dass die Amerikaner irgendwie ‚hip‘ aussahen, wenn sie Coca-Cola tranken. Ich dachte mir oft: ‚Das sind die USA!‘“
Sie sind einer der wenigen Japaner, die zum Club der Coca-Cola Sammler gehören...
Shimoyama: „Ich habe viele Objekte bei Messen und Auktionen gekauft, die regelmässig vom Club der Sammler in den USA oder anderswo veranstaltet werden. Ich habe solche Mengen gekauft, dass ich schon fast meinen eigenen Container hatte.“
Ihren eigenen Container?!
Shimoyama: „Als es wirklich viel war, hatte ich zwei Drittel eines Containers mit Coca-Cola Objekten gefüllt! Es war so viel, dass es für die Post schon unmöglich wurde (lacht).“
Hätten Sie vielleicht eine Anekdote, die Sie uns über diese Zeit erzählen könnten?
Shimoyama: „Es war bei einer Auktion von Coca-Cola Objekten. Ich konnte eine im 19. Jahrhundert hergestellte Coca-Cola Kaugummi-Box nicht mehr ersteigern, weil ich schon zu viel Geld für andere Objekte ausgegeben hatte. Dieses Mal erhielt der Direktor der Coca-Cola Bottling Company in den USA den Zuschlag. Er war in diesem Umfeld sehr bekannt: In seinem Werk hatte er ein Museum eingerichtet und ausserdem ein Buch über seine Sammlung veröffentlicht. Bei der Auktion wollte keiner dem anderen unterliegen. Aber da wir beide Coca-Cola so liebten, freundeten wir uns sofort an und er zeigte mir sein Museum und seine Sammlung (lacht).“ „Mit jedem meiner Objekte verbinde ich Erinnerungen und Zuneigung“
„Mit jedem meiner Objekte verbinde ich Erinnerungen und Zuneigung“
Haben Sie unter Ihren aktuellen Objekten ein Lieblingsstück?
Shimoyama: „Diese Frage stellt man mir oft (lacht). Ich sage es direkt: Sie sind alle Lieblingsstücke und ich empfinde Zuneigung für jedes einzelne. Ich kann daher unmöglich sagen, welches mein liebstes Objekt ist. Man fragt mich auch oft, welches meiner Stücke das seltenste ist. Aber so etwas interessiert mich nicht, daher kann ich diese Frage nicht beantworten.
Häufig kommen Freunde zu mir und sagen dann: ‚Das da ist extrem selten!‘ Aber im Prinzip gilt für mich: Wenn es mir gefällt, reicht mir das.“
Die Verwaltung einer so umfangreichen Sammlung wie der Ihren muss doch sehr kompliziert sein?
Shimoyama: „Alle Objekte in meinem Besitz sind in meinem Kopf abgespeichert und ich weiss, wo sich jedes befindet. Sie sind auf verschiedene Orte verteilt: Auf mein Haus, meinen zweiten Wohnsitz, meine Firma, mein Geschäft auf Odaiba und so weiter.“
Sammeln Sie immer noch?
Shimoyama: „Es hat sich in letzter Zeit schon sehr beruhigt. Zu Weihnachten bin ich immer auf Hawaii und kaufe eine Kiste der Weihnachts-Sonderedition. Aber das ich schon so ziemlich alles.“ „Für Coca-Cola gibt es von mir nicht nur ein ‚Like‘, sondern ein ‚Love‘!“
„Für Coca-Cola gibt es von mir nicht nur ein ‚Like‘, sondern ein ‚Love‘!“
Was bedeutet Coca-Cola für Sie?
Shimoyama: „Es steht für mich für die USA – und die liebe ich. Für Coca-Cola gibt es von mir nicht nur ein ‚Like‘, sondern ein ‚Love‘! Für viele ist Coca-Cola immer noch ‚hip‘. Deshalb ist es zu einer so grossen Marke geworden. Es ist wirklich unglaublich, dass ein Getränk auf der ganzen Welt so extrem präsent ist. Man könnte gewissermassen sagen, dass es ein Symbol ist, das auch mit Mode verbunden ist. Es ist nicht einfach nur ein Getränk, sondern so viel mehr...“