Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03461.jsonl.gz/2942

Unübersehbar an der Strassenkreuzung Hohenrain/Ballwil bzw. Hochdorf/Abtwil steht die Kapelle von Ottenhusen.
Der Bau der Kapelle geht auf das Jahr 1843 zurück und ersetzte eine Frühere von ca. 1753. Der Neubau wurde durch Spenden und Beiträge von Gönnern und der Realkorporation Ottenhusen (Eigentümerin der Kapelle) möglich. Der Innenraum besitzt einen Altar und ist mit Sitzplätzen versehen.
Votivtafeln, eine barocke Madonnenstatue, St. Eligius, Patron der Hufschmiede und St. Silvesterfiguren geben dem Besucher - und dies sind nicht wenige - einen Andachtsraum von Ruhe und Einkehr. Seit 1861 läutet auch eine Glocke im Kapellenturm zu verschiedenen Anlässen.
Die Kapelle ist auf den Namen "Johannes dem Täufer" geweiht, das Patrozinium geht auf die Johanniter-Kommende Hohenrain zurück. Als Besonderheit ist in der Predella des Altars in seinem unteren Teil hinter Glas ein lebensgrosses Johanneshaupt zu bewundern. Die Holzplastik stammt aus der ebenfalls "Johannes dem Täufer" geweihten Kirche von Hohenrain, wo 1755 ein Johanneshaupt in einer Schüssel aus Holz aktenkundig ist, bevor es in späterer Zeit in die Kapelle von Ottenhusen verlegt wurde.
Bis 1812 gehörte der Weiler Ottenhusen kirchengenössig zur "alten" Pfarrei Hochdorf. Bei der Abrundung der alten Pfarrei Hochdorf kam Ottenhusen zur Pfarrei Ballwil, die mit weiteren Zuteilungen von Hochdorf in ihrem Kirchgang wesentlich vergrössert wurde. Die Bewohner von Ottenhusen pflegten schon vor der Zuteilung mit den jeweiligen Pfarrherren von Ballwil ein gutes Verhältnis, denn der Kirchgang nach Ballwil war um einiges kürzer als jener nach Hochdorf hinunter!
Jahre zogen ins Land und damit auch die Altersjahrringe der Kapelle. Die Realkorporationsbürger beschlossen daher 1995 eine Gesamtrenovation vorzunehmen. Ab Frühjahr bis Herbst 1996 legten Handwerker Hand an und Spendesammlungen ermöglichten die benötigte Finanzierung von Fr. 250'000.--. Beides zusammen ergab das "neue Käppeli" samt seiner neuen Umgebung.
Am 25. Mai 1997 wurde die Kapelle im Auftrag des Bischofs von Basel durch Pater Christian Lorenz, Pfarrer von Ballwil neu eingesegnet. Seither wird nun jweils am letzten Sonntag im Mai die "Chäppelichilbi" und das Ottenhuserfest gefeiert.
Dieser Text stammt von Joseph Bühlmann (Kapelle und Weiler Ottenhusen, 1997), aus dem Archiv der Pfarrei Ballwil.
Weitere Einzelheiten über die Kapelle Ottenhusen können in der Restaurationsschrift von 1997 nachgelesen werden. Diese kann beim Pfarramt bezogen werden. Beachten Sie auch die Literaturhinweise unter "Geschichte".