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Nordkoreas Charmeoffensive
Eine nordkoreanische Delegation bestehend aus 6 ranghohen Stabsmitarbeitern Kim Jong-ils ist heute in Seoul eingetroffen. Die Delegation wird am Sonntag am Staatsbegräbnis für den verstorbenen ehemaligen südkoreanischen Präsidenten Kim-Dae-jung teilnehmen (Asienspiegel berichtete). Es ist der erste hohe Besuch aus Nordkorea seit der konservative südkoreanische Präsident Lee Myung-bak im Februar 2008 das Präsidentenamt übernommen hat, berichtet die Zeitung Korea Herald.
Erneute Entspannungssignale
Am Donnerstag hat Pjongjang angekündigt, ab heute die Beschränkungen des Reiseverkehrs an der innerkoreanischen Grenze aufzuheben. Nordkorea hatte letzten Dezember aus Protest gegen die harte Haltung der Regierung von Präsident Lee Myung-bak die Reisen von südkoreanischen Beschäftigten in den Industriepark Gaesong im Norden auf eine bestimmte Anzahl Male beschränkt.
Im Gegenzug hat Südkorea vorgeschlagen, vom 26. – 28. August beim Geumgang-Gebirge in Nordkorea interkoreanische Rotkreuz-Gespräche abzuhalten. Gegenstand der Gespräche sollen für Oktober vorgesehene Zusammenführungen von seit dem Korea-Krieg (1950-53) getrennten Familien sein, sagte ein Vertreter des südkoreanischen Roten Kreuzes gegenüber der Korea Times.
Nordkoreanische Diplomaten besuchen die USA
Am Mittwoch hat Nordkorea eine diplomatische Delegation zu Gesprächen in die USA geschickt. Bill Richardson, der Gouverneur von New Mexico, gab sich nach einer ersten Gesprächsrunde mit den Nordkoreanern vorsichtig optimistisch. Gegenüber CNN sagte Richardson, er spüre «eine verminderte Spannung und einige positive Schwingungen», doch die Nordkoreaner erwarteten eine Geste von den USA, nachdem sie vor ein paar Wochen 2 amerikanische Journalistinnen freigelasssen haben. «Der Ball liegt jetzt bei den USA», so Richardson.
Ein Sprecher des Aussenministeriums in Washington betonte, Richardson habe keine Botschaft des Aussenministeriums an Nordkorea übermittelt und man wolle Nordkorea dazu bewegen, wieder an den Verhandlungstisch der 6-Parteien-Gespräche zurückzukehren.