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Der „Slacker-Star“ ist zurück
Er war der Slacker, der zum Star der Klatschpresse wurde. Die Rede ist von Evan Dando. Vor zwanzig Jahren gründete der „golden boy of grunge“ (Guardian) The Lemonheads, die mit dem Simon and Garfunkel-Cover „Mrs Robinson“ 1992 gross rauskamen. Ansonsten brachten es die Lemonheads mit „It’s a Shame About Ray“ und „Come on Feel“ gerademal zu zwei halbwegs guten Platten. Bekannt waren sie weniger für ihre hochkarätigen Songs, denn vielmehr für ihren charismatischen Frontmann mit Hang zu Eskapaden. Evan Dando war eine Art Prä-Cobain/Doherty, was die Drogen angeht, Prä-Williams, was die Klatschgeschichten mit Frauen angeht, und Prä-Beck, was das Image anbelangt. Denn er war schon ein Slacker bevor ihnen Beck mit „Looser“ ein Denkmal setzte. 1996 hätte er beim Glastonbury-Festival in England auftreten sollen. Er zog es vor, sich mit Supermodel Rachel Williams, der Sängerin Alice Temple und mit einer Tüte Kokain in einem Hotelzimmer einzunisten.
„No Backbone“, der beste Song auf dem neuen Album „Lemonheads“ (Vagrant/Universal), hat nicht Dando geschrieben, sondern sein Co-Writer Tom Morgan. Die Gitarre dazu, steuerte Dandos Freund Jason Mascis (Dinosaur Jr.) bei. Die restlichen Songs leben von Dandos unverwechselbarer sehnsüchtig-nonchalenter Stimme und von persönlichen Erinnerungen, die dadurch evoziert werden. Sonst ist das leider nichts anderes als Indie Pop-Geduddel. Irgendwie nur relevant, wenn man sich der musikhistorischen Bedeutung der Band bewusst ist.
Aber das ist Dando warhscheinlich mehr als Recht. Der Vierzigjährige hat zwar mittlerweile eine Frau, in seinem Herzen ist der Vierzigjährige aber der frischgebackene High-School-Absolvent geblieben, derselbe Slacker wie früher: Von Drogen kann er immer noch nicht ablassen. Ende der Neunziger hatte er 700’000 Dollar auf seinem Konto. Dieses Vermögen hat ihn in seiner Arbeit dermassen gehemmt, dass er alles verpasste.
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