Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03645.jsonl.gz/1978

Delbert McClinton wuchs in Fort Worth auf und entdeckte in seinen Teenagerjahren den Blues. Seine Mutter war Kosmetikerin und sein Vater arbeitete als Weichensteller bei der „Rock Island Railroad“, die von vielen texanischen Musikern besungen wurde. Nachdem er zum ersten Mal mit dem Blues in Berührung gekommen war, gründete er seine erste Band „The Mellow Fellows“, eine Gruppe von begeisterten, aber wenig talentierten Teenagern.
Seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte er an der Mundharmonika. Später wurde er Mitglied der Band „The Straitjackets“, die Hausband eines Bluesclubs, die durchreisende Bluesgrößen wie etwa Howlin’ Wolf, Jimmy Reed, Sonny Boy Williamson II. und Bobby Blue Bland begleitete. Später gründete er die Band „Rondells“, mit denen er 1965 einen kleineren Hit hatte. 1972 ging er nach Los Angeles, wo er mit Glen Clark das Duo „Delbert & Glen“ gründete, das auch zwei Alben aufnahm. Nachdem er 1974 nach Texas zurückging, widmete er sich dem Songschreiben, unter anderen Two More Bottles of Wine, das für Emmylou Harris ein Tophit wurde und B Movie Boxcar Blues, das die Blues Brothers John Belushi und Dan Ackroyd in ihr Repertoire aufnahmen. Auch eigene Platten nahm er für ABC und Muscle Shoals Sound Studio auf.
Im Jahr 1986 kehrte er als Sänger auf Roy Buchanans Dancing on the Edge zurück. Sein nächstes eigenes - und von seinem Saxophonisten Don Wise co-produziertes - Album, Live from Austin, brachte ihm seine erste Grammy Nominierung ein (Best Contemporary Blues Album). 1990 ging er nach Nashville, wo er ein gesuchter Songwriter (oft mit seinem Partner Gary Nicholson) wurde. Auf dem Feld zeitgenössischer Countrymusik schrieb er Material unter anderen für Wynonna Judd, Vince Gill, Lee Roy Parnell und Martina McBride.
Sein großer Durchbruch kam aber erst, als er 1991 das Duett Good Man, Good Woman mit Bonnie Raitt aufnahm. Es erschien auf Luck of the Draw und erhielt den Grammy (Best Rock Vocal, Duo or Group). Auch in den 2000er-Jahren kam er mit neuen Aufnahmen auf den Markt. Das Album aus dem Jahr 2001 Nothing Personal hielt sich monatelang in den Billboard Charts, brachte ihm nationale Fernsehauftritte und liess ihn nach 40 Jahren einen Höhepunkt in seiner Karriere erreichen. 2004 war er Juror bei den 4. Independent Music Awards. 2006 wurde sein Album The Cost of Living als (Best Contemporary Blues Album) mit dem Grammy ausgezeichnet.