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Johann Christoph wird am 26. April 1640 als erster Sohn des Wilhelm Christoph Adelmann von Adelmannsfelden, Herr zu Hohenstadt, Schechingen und Leinweiler (1606–1659), und dessen Ehefrau Maria Magdalena geborene Freiherrin von Rechberg zu Hohenrechberg (1614–1669) in Hohenstadt geboren. Die Familie der Mutter ist schwäbischer Adel, ein Familienmitglied ist schon 1654–1660 Fürstpropst in Ellwangen. Die Familie des Vaters entstammt einem alten Ministerialengeschlecht der ehemaligen Abtei Ellwangen.
1651–1657 ist Johann Christoph am Jesuitengymnasium Dillingen und erhält schon im Alter von 14 Jahren ein Kanonikat in Ellwangen. Fürstpropst ist zu dieser Zeit Johann Christoph III. von Freyberg, der gleichzeitig Domdekan und 1665–1690 auch Fürstbischof in Augsburg ist. Mit 15 Jahren ist unser junger Johann Christoph, offensichtlich protegiert, auch Domherr in Augsburg und erhält dort 1662 mit 22 Jahren die Subdiakonatsweihe. Im gleichen Jahr wird er in Ellwangen Kapitular. 1667 erhält er in Augsburg die Priesterweihe und hält sich abwechslungsweise in Ellwangen und Augsburg auf, als 1674 der Augsburger Fürstbischof auf seine Pfründe in Ellwangen verzichtet und seinen Schützling zum Nachfolger vorschlägt. Am 18. April 1674 wird dieser als Johann Christoph IV. zum Fürstpropst von Ellwangen gewählt. Er ist nicht frei von Nepotismus und befördert seinen Bruder Willhelm zum Erbmarschall.[1] 1680 erhebt der Kaiser die beiden Brüder in den Reichsfreiherrenstand. Am 26. August 1687 stirbt Johann Christoph IV. nach 13-jähriger Regierung im Alter von 47 Jahren. Er ist in der Loretokapelle der Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg begraben.
Dieser wenig aussagekräftigen Karrierenbeschreibung eines Adeligen, der es vor allem dank seiner Herkunft und mit förderlicher Protektion zu hohen geistlichen Würden gebracht hat, können einige positive Ergänzungen angefügt werden.
Johann Christoph IV. hat seine Regierungszeit in Ellwangen optimal genutzt. Für ihn ist Ellwangen Mittelpunkt seines Wirkens. Erst seine Nachfolger ab 1690 sehen in der Fürstpropstei nur noch eine einträgliche Nebenpfründe. Er ist gebildet,[2] hat als seltene Ausnahme in der Reihe der Fürstpröpste höhere Weihen und scheint auch von einer echten Frömmigkeit geprägt. Dies erklärt die von ihm bewirkte Versetzung des fast gleichaltrigen Jesuitenpaters Philipp Jeningen als Volksmissionar nach Ellwangen. Im gleichen Alter ist auch der Stiftskanoniker Ignatius Desiderius von Peutinger, der vom Fürstpropst Johann Christoph IV. zum obersten Schulmeister ernannt wird. Peutinger setzt 1712 die Ellwanger Jesuiten zu seinen Universalerben ein und ermöglicht damit den Bau der Kollegiumsbauten und der Jesuitenkirche. Die guten Beziehungen zu den Jesuiten, die auch die Wallfahrt zur Maria von Loreto auf dem Schönenberg betreuen, sind der Hauptgrund für die Finanzierung des Neubaus der Wallfahrtskirche über dem Loretoheiligtum.[3] Die Bauplanung und Durchführung überlässt er den Jesuiten, die 1682 mit dem Vorarlberger Michael Thumb beginnen und 1684 den Jesuitenbaumeister Heinrich Mayer nach Ellwangen holen, um die Kirche nach ihren Vorstellungen weiterzubauen. Als der Bauherr 1687 stirbt, ist sie schon weitgehend stuckiert und ausgestattet. Deshalb lässt er sich in der Loretokapelle, dem Heiligtum der Kirche, begraben.
Auf zeitgenössischen Stichen ist er meist ohne Kopfbedeckung mit einer dichten, schulterlangen und wahrscheinlich noch natürlichen Haarpracht dargestellt. Sie entspricht, wie auch das feine, schmale und gezirbelte Oberlippenbärtchen und der zu einem Kinnfleck geschrumpfte Bart der um 1680 üblichen Mode. Aus einem fülligen Gesicht mit ausgeprägtem Doppelkinn blickt der Fürstpropst den Betrachter mit aufmerksamen Augen kritisch an.
Sein Wappen zeigt in Silber einen rotbekrönten und rotbewehrten blauen Löwen. Wir finden es in Allianz mit dem Wappen Fürstpropstei Ellwangen, einer roten Mitra mit Inful,[4] an der Ostfassade der Schönenbergkirche und auf ihrer Empore hinter dem Hochaltar. Auch am Palais Adelmann finden wir den blauen Löwen der Adelmann von Adelmannsfelden.
Pius Bieri 2010
Benutzte Literatur:
Seckler, Alois: Vollständige Beschreibung der gefürsteten Reichs-Propstei Ellwangen, Stuttgart 1864.
[1] Das Amt des Erbmarschalls ist ein Ehrenamt mit allerdings sehr grosser Aussenwirkung. Wilhelm Adelmann von Adelmannsfelden lässt sich 1688 in Ellwangen vom Jesuitenarchitekten Heinrich Mayer eine Stadtresidenz bauen. Das Palais Adelmann ist in seiner Gattung einer der bedeutendsten Bauten des süddeutschen Hochbarock.
[2] Der Fürstpropst hinterlässt ein Privatbibliothek von fast 6000 Büchern und astronomische Geräte.
[3] Der Fürstpropst soll auch ein Gelübde abgelegt haben. Treibende Kraft ist aber der missionarische Eifer des Jesuitenpaters Jeningen.
[4] In Silber ein rote Mitra mit Inful, die Mitra (nicht «Prälatenmütze») wird später heraldisch falsch in Gold dargestellt.
|Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden (1640–1687)|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|26. April 1640||Hohenstadt bei Abtsgmünd D||Herrschaft Adelmann|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Fürstpropst von Ellwangen||1674–1687|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|26. August 1687||Ellwangen Baden-Württemberg D||Fürstpropstei Ellwangen|
|Kurzbiografie|

Die Fürstpropstei Ellwangen ist begehrte einträgliche und meist nur zusätzliche Pfründe für den hohen Adel. Eine Ausnahme bildet Fürstpropst Johann Christoph IV. Adelmann von Adelmannsfelden, der Ellwangen zum Mittelpunkt seines Wirkens wählt. In seiner nur 13-jährigen Regierungszeit wird die Residenzstadt positiv umgestaltet. Dazu tragen vor allem die von ihm geschätzten Jesuiten bei, die nicht nur ihr Kollegium und die Kirche neu bauen, sie sind auch treibende Kraft für die neue Kirche auf dem Schönenberg, die der Fürstpropst noch weitgehend ausgestattet erlebt. Er lässt sich auch in «seinem» Werk begraben.
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