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Die Reaktion kam postwendend: Kaum trat US-Präsident Donald Trump am Samstag in Tulsa von der Bühne, veröffentlichte die Familie des Musikers Tom Petty ein Statement auf Facebook, Link öffnet in einem neuen Fenster.
Trump habe bei seiner Wahlkampfkundgebung den Tom-Petty-Hit «I Won't Back Down» ohne Genehmigung verwendet, heisst es darin. Der Musiker hätte es niemals zugelassen, einen seiner Songs für eine «Kampagne des Hasses» zu benutzen. Er wollte Menschen zusammenbringen.
Deshalb will die Familie des Sängers, der 2017 verstorben ist, Trump untersagen, Pettys Lieder im Wahlkampf einzusetzen.
Petty und seine Familie würden «fest gegen Rassismus und Diskriminierung jedweder Art» stehen. Sie hätten Trumps Wahlkampfteam eine Unterlassungserklärung geschickt, hiess es weiter. Der Brief wurde von Pettys Töchtern, Ex-Frau Jane und Witwe Dana unterschrieben.
Auch Bush bediente sich bei Petty
Der Song «I Won't Back Down» scheint für Politiker eine starke Anziehungskraft zu haben. Bereits George W. Bush spielte das Stück im Jahr 2000 ungefragt auf Wahlkampfveranstaltungen ab, 2008 begleitete der gleiche Song Hillary Clinton während ihrer Kampagne.
Dass Trump einen Song ungefragt für seinen Auftritt verwendet, geschieht nicht zum ersten Mal. Schon als Präsidentschaftskandidat spielte er etwa den Song «You Can't Always Get What You Want» der Rolling Stones. Nachdem er sich auch an ihrem «Start Me Up» bediente, verlangten die Stones, dass Trump «jegliche Nutzung unverzüglich einstellt»-
Weiteres berühmtes Beispiel: Trump liess 2016 «We Are The Champions» von Queen abspielen, als er als Sieger aus den Vorwahlen seiner Partei hervorgegangen war. Queen-Gründungsmitglied Brian May schrieb damals auf seiner Homepage: «Für die Nutzung des Stücks wurde die Erlaubnis weder erfragt noch gegeben. Wir hätten ihm niemals die Erlaubnis gegeben.»
Auch Adele will ihre Lieder nicht mehr bei US-Wahlkampfveranstaltungen hören – insbesondere nicht bei Donald Trump. Er hatte während seiner Wahlkampagne ihr Lied «Rolling In The Deep» wiederholt bei seinen Auftritten spielen lassen.
Unerwiderte Liebe
Mittlerweile ist die Liste der Musiker, die sich über unrechtmässig verwendete Songs durch Trump echauffieren, lang: Nebst Tom Petty gehören auch Aerosmith, Elton John, Ozzy Osbourne, R.E.M., Neil Young und Everlast dazu.
Trump hat ein grosses Faible für Popgrössen und deren Hits. Allerdings scheint die Liebe einseitig zu sein.