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Leider geht es dem Hund auch nach 10 Tagen mit Medikamenten noch nicht ganz gut: Der Urin ist zwar nicht mehr blutig und "Aiko" verliert nicht mehr passiv Harn; dafür zeigt er jetzt vermehrt Harndrang. Manchmal scheint auch der Urinstrahl beim Harnabsetzen abzubrechen, währenddem der Hund weiterhin zu pressen versucht.
Diese Symptome könnten nun möglicherweise auch von einem anderen Problem als einer Blasenentzündung herrühren, z.B. von einer sogenannten Reflexdissynergie (ein gestörtes Zusammenarbeiten von Blasenschliessmuskel und Blasenwandmuskel) oder einer inkompletten Harnröhrenverlegung. Ausserdem erscheint es seltsam, dass bei einer einfachen Blasenentzündung nach 10 Tagen keine Heilung eingetreten ist. Deshalb wird beschlossen, weitere Abklärungen vorzunehmen.
Aus der nun leicht gefüllten Blase wird mittels Punktion Urin entnommen. Mikroskopisch sind darin Blut und Entzündungszellen zu finden, der bakteriologische Untersuch verläuft aber negativ. Unter leichter Sedation wird eine Kontrastuntersuchung der Harnröhre durchgeführt. So könnten mögliche Hindernisse (Steine, Gewebszubildungen) erkannt werden.
Die Studie zeigt, dass die Harnröhre keinerlei Verengungen aufweist. Hingegen ist am vorderen Blasenpol eine kleine, mit Kontrastmittel gefüllte Ausstülpung zu erkennen: ein sogenanntes Blasen- oder Urachusdivertikel! Da diese kleine Ausstülpung nicht oder nur schlecht mit antibiotikumhaltigem Urin in Kontakt kommt, ist hier ein Überleben von Bakterien trotz Antibiose möglich, was das Fortbestehen von Symptomen erklären könnte.