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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

25. Vortrag.
18.
Der Lehrer der Demut also kam, nicht um seinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der ihn gesandt hat. Laßt uns zu ihm kommen, bei ihm eintreten, ihm uns einverleiben, damit auch wir nicht unsern Willen tun, sondern den Willen Gottes, und er wird uns nicht hinausstoßen, weil wir seine Glieder sind, weil er unser Haupt sein wollte, indem er uns Demut lehrte. Endlich höret ihn selbst verkünden: "Kommet zu mir, die ihr mühselig und beladen seid; nehmet euer Joch auf euch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen", und wenn ihr dies gelernt habt, "werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen"1 , aus der ihr nicht hinausgestoßen werdet, "denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat"; Demut lehre ich, nur der Demütige kann zu mir kommen. Nur der Hochmut treibt hinaus; wie sollte der hinausgehen, welcher die Demut bewahrt und von der Wahrheit nicht abweicht? Über den verborgenen Sinn, meine Brüder, ist soviel gesagt worden, als gesagt werden konnte; denn ziemlich verhüllt ist hier der Sinn, und ich weiß nicht, ob er von mir mit passenden Worten herausgenommen und herausgemeißelt worden ist; darum möge er denjenigen nicht hinausstoßen, der zu ihm gekommen ist, weil er nicht gekommen ist, seinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der ihn gesandt hat.
1: Mt 11,28.29