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Etwa in Schaftmitte schreitet ein Pferd nach links. Der leicht nach vorn gestreckte Kopf ist schlecht proportioniert und etwas verquollen. Das Maul ist geöffnet, die Nüstern sind grob angedeutet, das Auge ist ein Kreis. Die Kammlinie ist als durchgehende Linie gezeichnet, auf die die Mähnenschraffen und das Ohr als flüchtige, die Kammlinie kreuzende Linien aufgesetzt sind. Die Beine des Tieres sind in Schrittstellung – rechtes Vorderbein und rechtes Hinterbein zurück – graviert. An allen vier Beinen ist rückwärts die Behaarung durch eingesetzte Schraffen angegeben. Die Hufe sind detailliert, aber schmal und stelzenartig gezeichnet. Bauch-, Rücken- und Schweifpartie des Tieres sind nicht mehr sichtbar.
Hinter dem beschriebenen Tier ist ein zweites Pferd graviert, das dem ersten folgt. Diese Darstellung ist summarischer als die erste. Einzelheiten des gesenkten Kopfes sind nicht mehr zu erkennen. Die nach unten gebogene Mähne ist als dichte Schraffenreihe ohne Kammlinie graviert. Die Rückenlinie ist im gegenwärtigen Zustand des (restaurierten) Lochstabes verschmiert und war wohl als flüchtig gezogene durchgehende Linie gearbeitet. Der Schweif, von dem nur der obere Anfang sichtbar ist, war anscheinend abgestellt. Es sind nur ein Vorder- und ein Hinterbein gezeichnet. Das Vorderbein ist deutlich länger, schlecht proportioniert und endet unten offen ohne Andeutung des Hufes. Das Hinterbein ist detaillierter gezeichnet mit ausgearbeitetem Huf.
Objekt:
Ritzzeichnung auf einem Lochstab aus Rengeweih
Datierung:
Paläolithikum, Magdalénien (ca. 14'000-12'000 v.Chr.)
Fundort:
Schaffhausen-Schweizersbild