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Aktuelle Forschung zeigt, dass mehrsprachigen Erwachsenen das Lernen neuer Sprachen leichter fällt als einsprachigen Erwachsenen. Die vorliegende Studie will diesen Erwerbsvorteil auch im Kindergartenalter nachweisen und untersuchen, ob das frühe Erlernen verschiedener Dialekte (Schweizerdeutsch und Hoch-/Standarddeutsch) ähnliche Auswirkungen auf den Erwerb weiterer Sprachen hat wie das frühe Erlernen verschiedener Sprachen (Deutsch und Französisch).
Dazu sollen im Dreiländereck rund um Basel Kindergartenkinder mit verschiedenen Sprachhintergründen eingeladen werden, an kurzen, kindgerechten Sprachlernspielen teilzunehmen. Um den Einfluss bereits erlernten Sprachwissens auszuschalten, werden die Kinder die Grundlagen einer selbst konstruierten „Kunstsprache“ in Computerspielen lernen. Gemeinsam mit freundlichen animierten Ausserirdischen, die in dieser Sprache natürlich kommunizieren, lernen sie einen Fantasieplaneten und seine Lebensformen kennen. Dabei wird ausgewertet, ob die mehrsprachigen bzw. „mehrdialektalen“ Kinder die Sprache schneller und präziser lernen als die einsprachigen/ „eindialektalen“ Kinder.
Anhand einer Stichprobe sprachgestörter Kinder soll zudem erprobt werden, ob solche Sprachlernspiele zur Diagnose von „spezifischen Sprachentwicklungsstörungen“ bei mehrsprachigen Kindern sinnvoll sein können. Solche Lernstörungen, die allein die Sprache betreffen, treten bei 5-10% der Kindergartenkinder auf. Sie sind jedoch bei mehrsprachigen Kindern schwer festzustellen, da deren Sprachstand individuell sehr unterschiedlich ist und stark von Kontaktdauer und –umfang mit den Sprachen abhängt. Kunstsprachspiele bieten sich hier als Lösung an, da sie nicht auf vorhandenes Sprachwissen, sondern direkt auf die Sprachlernmechanismen abzielen.