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Über Jahrzehnte diente der Platz in der Kahlen am östlichen Dorfeingang als Lager- und Deponieplatz. Auch den Anwohnern benützten ihn als Abstell- und Parkplatz. Es war kein schöner Anblick, doch Sträucher kaschierten den Platz mehr und mehr. Im Rahmen der Güterregulierung wurden die kantonalen Behörden auf den Zustand aufmerksam, denn der Lagerplatz am Dorfeingang entsprach nicht den Vorschriften. Er musste laut Zonenplan geräumt, renaturiert und als Landwirtschaftsland gestaltet werden.
Walter Schmid
Zur Vorgeschichte
In der Nacht zum 1. April 1974 brannte das Haus Nummer 63 der Familie Gerber an der Sollmattstrasse nieder. Die Brandruine wurde in der Folge entfernt, der Brandplatz geräumt und das Terrain eingeebnet. Das Areal blieb vorerst als Brachland ungenutzt liegen. Die Gemeinde konnte in den Achtzigerjahren das Grundstück im Halte von 1343 Quadratmeter erwerben und stellte es dann als Deponie- und Abstellplatzplatz zur Verfügung. Verschiedene Gewerbetreibende nutzten das Areal als Lagerplatz, durften jedoch keine Bauten erstellen. Bemühungen der Gemeinde um eine Einzonung des Grundstückes in den Neunzigerjahren wurden vom Kanton abgelehnt, das Areal blieb somit in der Landwirtschaftszone.
Steinenbach frei legen
Die Bauverwaltung des Kantons verlangte 2016 die Räumung der Parzelle. Die Fläche soll, wie in der laufenden Güterregulierung vorgesehen, wieder landwirtschaftlich genutzt werden können. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit, den Steinebach auf einer Länge von 24 Meter bis zur Sollmattstrasse auszudolen. Dazu beanspruchte die Abteilung Wasserbau des Kantons von der Gemeinde eine elf Meter breiten Landstreifens zugunsten des Steinebaches. Die Gemeinde und das Amt für Landwirtschaft unterstützen das Vorhaben.
Entsorgung der Altlasten
Ende 2017 wurden auf der Parzelle fünf Sondierschlitze ausgehoben, um festzustellen, wie tiefgründig die oberflächlich sichtbaren Abfälle auf der Parzelle liegen. Dabei kamen auch Überreste der Brandruine zum Vorschein, die es zu entfernen galt. Das Amt für Umwelt erstellte die Unterlagen für die Sanierung des Brandplatzes und für die Bachausdolung, die im Zuge der Sanierung realisiert werden konnte. Die Gemeindeversammlung bewilligte für die Entsorgung von Altlasten und Bauschutt sowie für die Renaturierung des zehn Aren grossen Grundstückes einen Kredit von 82 000 Franken.
Teure aber gelungene Gestaltung
Die Arbeiten sind nun ausgeführt, noch fehlt ein Teil der Heckenbepflanzung und die Begrünung. Die Gemeinde tritt einen elf Meter breiten Streifen zu Gunsten des Steinebaches gratis an den Staat ab. Der übernimmt dafür die Kosten für die Ausdolung und die Gestaltung des Bachlaufes bis zur Sollmattstrasse. Der letzte Abschnitt bis zur Dünnern bleibt vorläufig im jetzigen Zustand bestehen. Damit erledigt sich ein Problem, das sich über Jahrzehnte hingezogen hat. Erhebliche Kosten ergaben sich für Gemeinde und Staat mit der Herstellung des perfekten gesetzmässigen Zustandes, der dafür nun einen erfreulichen Anblick bietet. Andererseits fallen jedoch auch die praktischen Abstellplätze für Gewerbe, Bewohner der Kahlen und Besucher dahin.