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Am Masters-1000-Turnier in Rom kommt es in den Halbfinals zu dem Schweizer Gipfeltreffen zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka. Nachdem Federer am Nachmittag Tomas Berdych klar bezwungen hat, ringt ein bärenstarker Wawrinka in der Night-Session Rafael Nadal nieder.
Um 23.43 Uhr verwertet Stan Wawrinka (ATP 9) nach 2:05 Stunden Spielzeit auf dem Campo Centrale im Foro Italico seinen ersten Matchball zum 7:6 (9:7), 6:2 gegen Rafael Nadal (ATP 7). Damit zieht der Romand zum zweiten Mal nach 2008 in die Halbfinals des Turniers in der italienischen Hauptstadt ein. Für Wawrinka ist es – nach anfänglich zwölf Niederlagen – der zweite Sieg in Folge gegen den Mallorquiner, den er im vergangenen Jahr im Australian-Open-Final in vier Sätzen bezwungen hatte.
Erstmals überhaupt gelingen dem Schweizer gegen den ein Jahr jüngeren Nadal Satzgewinne auf Sand, nachdem er die ersten fünf Duelle auf der roten Unterlagen gegen den erfolgreichsten Sandplatzspieler der Geschichte klar verloren hatte.
Allein der erste Satz dauert 76 Minuten, dabei wechseln sich bei beiden Spielern Höhen und Tiefen ab. Sechs Games lang bieten die beiden hochstehendes Tennis mit fantastischen Grundlinienduellen, ehe sich die Fehler häufen. Im Tiebreak kämpft sich Wawrinka bravourös zurück. Nachdem er beim Stand von 2:6 vier Satzbälle in Serie abwehrt, schafft er mit einem herrlichen Vorhandwinner das entscheidende Minibreak und verwertet danach seinen zweiten Satzball – erneut nach einer starken Vorhand.
Auch im zweiten Satz ist Wawrinka der aktivere Spieler. Der Romand diktiert von der Grundlinie oftmals die Ballwechsel und drängt den Spanier immer wieder in die Verteidigung. Vielfach sucht der Schweizer auch sein Heil am Netz, allein im ersten Satz schliesst er 14 von 20 Vorstössen erfolgreich ab. Im zweiten Satz schafft der Lausanner beim Stand von 1:1 und 3:1 jeweils ein Break und wehrt beim Stand von 4:1 und 5:2 in brillanter Manier insgesamt fünf Breakbälle des Spaniers ab.
Im Gegensatz zu Wawrinka lässt Nadal, wie so oft in den letzten Wochen, in entscheidenden Phasen das Selbstbewusstsein vermissen. In Rom, wo er bereits sieben Mal triumphiert hat, kassiert er im 51. Spiel erst seine vierte Niederlage. Allein auf Sand stehen für den neunfachen French-Open-Sieger in diesem Jahr bereits fünf Niederlagen zu Buche. Klar ist, dass Nadal vor Paris nicht mehr in die Top 4 vorrücken wird, womit es in Roland Garros bereits in den Viertelfinals zu Duellen mit Federer, Andy Murray oder Novak Djokovic kommen könnte.
Im Halbfinal kommt es in der Night-Session zum 18. Duell zwischen Federer und Wawrinka. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden, der epische Dreisatzkrimi in den Halbfinals an den ATP-Finals in London, gewann Federer im Tiebreak des dritten Satzes. (si/qae)