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Das klassische Radio wird heutzutage immer wieder totgesagt. In Zeiten von Musikstreaming, iTunes und Spotify eine gar nicht so schwierige Aussage. Doch auch über hundert Jahre nach den ersten Radiosendungen auf Schweizer Boden ist es immer noch eines der wichtigsten und meistgehörten Medien. Dasselbe könnte man auch vom Bügeleisen sagen: Kaum jemand mehr hat noch ein Bügeleisen oder Bügelbrett zu Hause. Aber dennoch ist es nicht aus dem Haushalt verschwunden und auch hier haben Apps und Computerchips Einzug gehalten. Wo ist nun die Verbindung, fragen Sie sich? Nun, eine Firma aus Aarau, die nicht nur eine Pionierin des Radios war, sondern auch auf dem thermoelektrischen Markt für Aufsehen sorgte. Die Maxim AG, 1913 gegründet von Ferdinand Zurlinden und Walter Fecht als Zurlinden & Fecht, mietete sich in den Gebäuden an der Rohrerstrasse ein. In den 1920er-Jahren folgte ein Umzug an die Buchserstrasse. Dort begannen sie unter der Marke Maxim thermoelektrische Kleinapparate wie etwa Bügeleisen herzustellen, die auch ins Ausland exportiert wurden. Nach einer Studienreise in die USA 1922 begann die Firma, als erste in der Schweiz, mit der Herstellung von Radios. Intensiv wurde mit dem Schweizer Radiopionier Hans Zickendraht (1881–1956) zusammengearbeitet, der bereits 1913 an der Universität Basel die erste Sendeanlage zur Übermittlung von Radiowellen installierte.
Obwohl die Maxim AG in der Deutschschweiz zum Marktführer wurde, musste sie nach nur vier Jahren und etwa 1000 gebauten Radios die Produktion einstellen. Es gab zu wenig Leute, die sich das Radio leisten konnten und der Druck aus dem Ausland, in Deutschland produzierten Philipps und Grundig günstigere Geräte, wurde immer stärker. So setzten die beiden Gründer wieder auf ihre thermoelektrischen Apparate, die sie nun auch in grösseren Abmessungen herstellten. Das vorliegende Bügeleisen stammt aus dieser späteren Zeit, also etwa um 1930. Es besteht aus einem vernickelten Bügelkörper mit gegossener Sohle und einer Blechhaube. Daran ist ein lackierter Ahornholzgriff montiert. Das hinten anzuschliessende Kabel fehlt. Museum Aargau besitzt ebenfalls einen Kochherd der Firma Maxim. Dieser hat, nicht wie heutzutage standardmässige vier Herdplatten, sondern nur deren drei. Eine Eigenart, die vor knapp hundert Jahren in der Schweiz sehr beliebt war.
Rudolf Velhagen, Chefkurator Sammlung und Ausstellungen Museum Aargau.