Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03325.jsonl.gz/2145

Was ist eine Skoliose?
Eine Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. Der Ausdruck „Skoliose“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Krümmung“ (skolios).
Eine Skoliose wurde von der Scoliosis Research Society definiert als Seitverbiegung der Wirbelsäule von mehr als 10° Cobb-Winkel.[1]
Normalerweise, wenn man die Wirbelsäule von vorne betrachtet, ist diese geradlinig. Sieht man hier aber eine seitliche Krümmung, so spricht man von einer Skoliose. Wenn man die Wirbelsäule von der Seite betrachtet, sieht man eine S-Kurve.
Auf dem ersten Blick ist die Skoliose eine eindimensionale Veränderung der Wirbelsäule. Dies stimmt aber nicht. Es gibt eine komplexe dreidimensionale Veränderung: die seitliche Krümmung, die Abflachung der S-Kurve (des Seitenprofils) und die Rotation (Entstehung des Rippenbuckels oder Lendenwulstes).
In über 90% der Skoliosen handelt es sich um sogenannte „idiopathische“ Verkrümmungen, was bedeutet, dass man die Entstehungsursache nicht kennt. Den restlichen 10% Skoliosen liegen andere (z.B. angeborene) Ursachen zugrunde.
Skoliosen können schon sehr früh entstehen. Deshalb werden sie eingeteilt in Abhängigkeit des Alters bei Erstentdeckung:
- infantile Skoliose (0-3 Jahre)
- juvenile Skoliose (>3-10 Jahre)
- adoleszente Skoliose (>10-18 Jahre)
Diese adoleszenten Skoliosen machen über 90% der idiopathischen Skoliosen aus. Sie entstehen auch bei sonst völlig gesunden Kindern. Sie bilden sich vor allem während dem Wachstumsschub in der Pubertät und kommen bei Mädchen 4-6x häufiger vor als bei Knaben.
Die Früherkennung ist wichtig, aber auch schwierig. Die Skoliose entwickelt sich schleichend, meistens ohne Schmerzen und ohne auffällige Fehlstellungen für ein ungeschultes Auge. Sie kann auch bei sportlich aktiven Kindern auftreten. Eltern und Kinder bemerken oft die Formveränderung im Rückenbereich erst, wenn sie schon (sehr) weit fortgeschritten ist. Aus diesem Grund werden in vielen Schulen Routineuntersuchungen zur Früherkennung von Skoliosen durchgeführt.
Hat der Arzt eine idiopathische Skoliose diagnostiziert, muss er eine radiologische Untersuchung einleiten. Anhand von Röntgenaufnahmen kann der Schweregrad der Verkrümmung und die Stabilität der Wirbelsäule beurteilt werden.
Nicht jede Skoliose ist fortschreitend und ein Korsett ist nur dort angebracht, wo die Verkrümmung schnell und deutlich zunimmt, der pubertäre Wachstumsschub noch bevorsteht oder die allgemeinen Risiken für eine Progression der Krümmungen gross sind.
2 Advanced Injury Center, CA, USA. www.advancedinjurycenter.com
Spontane Entwicklung: Bildet sich eine Skoliose während der Wachstumsphase,
kann ihr Winkel um 1-3º pro Monat zunehmen.