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Domenico Zipoli (1688–1726) war ein italienischer Komponist und Organist. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er bei den Kapellmeistern der Kathedrale von Prato. Dank finanzieller Unterstützung durch einen Großherzog konnte Zipoli später in Florenz und Rom studieren.
In Rom war Domenico Zipoli bis 1716 Organist an der Jesuitenkirche. Während dieser Zeit komponierte er seine ersten Messen und Oratorien und lernte die Werke Bernardo Pasquinis kennen. 1716 veröffentlichte Zipoli seine Sonate d’Intavolatura per Organo e Cimbalo. Diese Sammlung von Versetten, Canzonen und Suiten erreichte eine grosse Verbreitung.
Im gleichen Jahr reiste Domenico Zipoli nach Sevilla und wurde Mitglied des Jesuitenordens. Zusammen mit einer Gruppe von Missionaren reiste er 1717 nach Paraguay. Neben seinem Theologie- und Philosophiestudium wirkte er auch dort als Organist an der Jesuitenkirche von Córdoba. Seine Kompositionen wurden in ganz Lateinamerika bekannt. Domenico Zipoli starb kurz vor der bevorstehenden Priesterweihe im Alter von 38 Jahren an Tuberkulose.
Kompositionen von Domenico Zipoli
Zipoli ist vor allem für seine Orgel- und Cembalowerke bekannt. Die Cembalosuiten können gut auch auf der Orgel gespielt werden.
Sonate d’intavolatura (Rom, 1716)
Teil 1: Werke für Orgel
- Toccata d-Moll
- 5 Zyklen mit je 4 Versetten und einer Canzona in d-Moll, C-Dur, F-Dur, e-Moll, g-Moll
- All’Elevazione I F-Dur
- Al Post Comunio F-Dur
- All’Elevazione II C-Dur
- All’Offertorio C-Dur
- Pastorale C-Dur
Teil 2: Werke für Cembalo
- Suite h-Moll
- Suite g-Moll
- Suite C-Dur
- Suite d-Moll
- Partita a-Moll
Vokalwerke
Die Vokalwerke sind nur unvollständig überliefert. Nebst zwei Oratorien komponierte Domenico Zipoli einige Messen, Psalmen und Hymnen. Er bearbeitete ferner die Oper San Ignacio eines unbekannten Komponisten aus Bolivien.
Beitragsbild: Il Gesù, die Jesuitenkirche in Rom, an der Zipoli einige Jahre Organist war