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Donnerstag 20-April-2017
Wir hatten bereits berichtet, dass eine Ernährungsintervention die Symptome von mittelschwerer bis schwerer Depression signifikant reduzieren kann. Eine neue Studie zeigt, dass die Darmflora dabei eine wichtige Rolle spielt. Die Studie stellt einen kausalen Zusammenhang zwischen der Qualität der Darmflora und den physischen und psychischen Symptomen des Reizdarmsyndroms (RDS) her.
RDS ist die häufigste Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Schätzungen zufolge leiden 5 bis 20 Prozent der niederländischen Bevölkerung an RDS. Symptome sind unter anderem Bauchschmerzen und veränderter Stuhlgang wie zum Beispiel Durchfall und Verstopfung. Aber die Krankheit hat nicht nur körperliche Folgen: Nicht selten treten gleichzeitig auch Angstgefühle und Depressionen auf. Jetzt liegen neue Hinweise darauf vor, dass hierbei ein ursächlicher Zusammenhang besteht.
Die Forscher transplantierten die Darmflora von RDS-Patienten mit oder ohne Angstsymptome in keimfreie Mäuse. Die Mäuse zeigten Veränderungen, die auch bei RDS-Patienten bei der Darmfunktion und beim Verhalten beobachtet werden. Die RDS-Aspekte, die durch die Transplantation übertragen wurden, bestanden unter anderem in der Geschwindigkeit der Darmpassage, einer verschlechterten Funktion der Darmwand, Low-grade-Entzündungen und ängstlich-depressivem Verhalten.
Eine Kontrollgruppe von Mäusen erhielt eine Transplantation von gesunden Teilnehmern. Diese Mäuse zeigten keine Veränderungen der Darmfunktion oder des Verhaltens.
Die Forscher: „Diese Studie zeigt viel mehr als nur eine einfache Korrelation. Wir haben nun den Beweis in Händen, dass Veränderungen der Darmflora sowohl einen Einfluss auf den Darm als auch auf das Verhalten von RDS-Patienten ausüben.“
Neben einer guten Ernährungsintervention richtet sich die Therapie daher spezifisch auf die Darmflora, wobei sich unter anderem Interventionen mit Prä- und Probiotika positiv sowohl auf die Darmprobleme als auch auf das Verhalten auswirken.
Auch bei zahlreichen anderen psychischen Problemen und Störungen spielt die Darmflora eine Rolle. Lesen Sie unser Whitepaper „Gute Gesundheit beginnt im Darm“, in dem die effektive Behandlung der Darmflora bei ADHS und Autismus anhand eines klar gegliederten Behandlungsplans erläutert wird.