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Am Sternenhimmel im September 2020
Meteorologisch beginnt der Herbst bereits am 1.9., real astronomisch aber am 22.9. um 15:31 Uhr. Die Sonne quert in diesem Moment den Himmelsäquator von Norden gegen Süden und steht am Mittag nun auf halbem Weg vom höchsten Sonnenstand über dem Horizont im Sommer zum niedrigsten Sonnenstand im Winter.
Am 22.9. bewegt sich die Sonne praktisch exakt entlang dem Himmelsäquator. Damit ist die Sonnenmitte 12h lang am Himmel zu sehen. Weil der Sonnenauf- und der Sonnenuntergang aber den Zeitpunkt bezeichnen, an dem der obere Sonnenrand die Horizontlinie scheinbar berührt, ist die Sonne sogar 12h 10m lang zu sehen.
Die Erdachse neigt sich im Spiel der Jahreszeiten nun bereits deutlich von der Sonne ab, so dass die Tageslänge bis zum Monatsende um 96m von 13h 19m auf 11h 43m abnimmt.
Die Sonne durchläuft bis zum 16.9. das Sternbild des Löwen, um danach ihre scheinbare Bahn im Sternbild der Jungfrau fortzusetzen.
Merkur entfernt sich den ganzen Monat über zwar scheinbar von der Sonne, kann aber wegen der flach gegen den Horizont laufenden Ekliptik am Abendhimmel praktisch nicht gesehen werden.
Venus zeigt sich weiterhin den ganzen Monat über als prächtiger Morgenstern über dem östlichen Horizont.
Der rote Planet Mars durchläuft den ganzen Monat scheinbar weiter das Sternbild der Fische und kann von Nacht zu Nacht immer früher am Abend über dem östlichen Horizont gesehen werden. Mars und Erde nähern sich den ganzen Monat über auf ihren elliptischen Bahnen weiter an, so dass Mars immer heller und röter erscheint. Am Monatsende ist Mars 91% heller als zu Monatsbeginn.
Der grösste Planet Jupiter durchläuft den ganzen Monat über weiterhin scheinbar das Sternbild des Schützen und kann den ganzen Monat über vom Abend an bis nach Mitternacht scheinbar vor Saturn laufend über dem südöstlichen Horizont gesehen werden.
Der Ringplanet Saturn durchläuft den ganzen Monat über ebenfalls scheinbar das Sternbild des Schützen und kann den ganzen Monat über vom Abend an scheinbar hinter Jupiter laufend über dem südöstlichen Horizont gesehen werden.
Der Lauf des Mondes:
Vollmond am 2.9. um 7:21 Uhr
Letztes Viertel am 10.9. um 11:25 Uhr
Neumond am 17.9. um 13:00 Uhr
Erstes Viertel am 24.9. um 3:54 Uhr
Die dunklen Nachtstunden im September beginnen nun eindeutig wieder früh genug, so dass die Sternwarte bereits um 21:30 Uhr zu einem Ausflug an das gestirnte Firmament einlädt. Die atemberaubend schöne Sommermilchstrasse, mitsamt ihrem hellen Zentrum bereitet ihre ganze Pracht weiterhin vor uns im Süden aus. Flankiert wird sie links vom Sternbild des Schützen und rechts vom Sternbild des Skorpions. Und hoch am Himmel prangt immer noch das Sommerdreieck mit den eindrücklichen Sternbildern Leier (mit dem hellen Stern Wega), Schwan (Deneb) und Adler (Altair). Weiter gegen Osten hin zeigt sich das mächtige Sternbild des Pegasus, während gegen Westen hin noch immer das Sternbild des Bärenhüters mit seinem prächtig hellen Hauptstern Arktur leicht zu finden ist. Hoch am Himmel im Schwan zeigt sich im grossen Teleskop ein Sternenpaar, das seit Hunderttausenden von Jahren in einem innigen Tanz vereint zu scheinen ist. Unweit davon entfernt, lässt sich in der Leier ein Stern finden, der am Ende seines fast schon unsagbar langen Lebens nochmals alle Register zu einem puren Feuerwerk gezogen hat. Und gleich daneben im Herkules glitzern im Fernrohr eine halbe Million Sterne einem wahren Schatzkästchen gleich und lassen uns ob ihren Milliarden von Lebensjahren staunend verharren.
Haben Sie Fragen, möchten Sie mehr wissen oder einfach mal durchs Teleskop schauen? Jeden Freitag bei schönem Wetter findet in der Sternwarte die wöchentlich stattfindende öffentliche Vorführung statt! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!