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Berthold Leibinger trat nach einem Maschinenbaustudium in Stuttgart und einem zweijährigen Aufenthalt in den USA 1961 in die damals noch kleine Maschinenfabrik Trumpf ein. Für seine zahlreichen Erfindungen, die er im Sinne des Unternehmens tätigte, erhielt er Firmenanteile. Vor diesem Hintergrund wurde er 1966 zeitgleich zu seiner Funktion als Geschäftsführer auch Gesellschafter.
Wie niemand anders erkannte Leibinger das Potenzial des Werkzeugs Licht. Er gilt als einer der Wegbereiter des Lasers in der industriellen Anwendung. 2005 übergab der Vater von drei Kindern die Führung des Familienunternehmens an seine ältere Tochter, Nicola Leibinger-Kammüller. Sein Sohn, Peter Leibinger, ist stellvertretender Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung. Seine Tochter, Regine Leibinger, arbeitet als Architektin in Berlin.
Neben seiner Tätigkeit für Trumpf nahm Berthold Leibinger zahlreiche Ämter in der deutschen Wirtschaft wahr. So gehörte er unter anderem den Aufsichtsräten der Deutschen Bank AG, der BMW AG sowie der BASF SE an, deren Vorsitz er innehatte. Er war Präsident der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und von 1990 bis 1992 Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA). Außerdem engagierte er sich auf kulturellem und sozialem Gebiet unter anderem als Vorsitzender des Freundeskreises des Deutschen Literaturarchivs Marbach e.V. und als Vorstandsvorsitzender der Internationalen Bachakademie. Er war Mitglied der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU).
Die von Berthold Leibinger 1992 eingerichtete gemeinnützige Berthold Leibinger Stiftung widmet ihre Erträge kulturellen, wissenschaftlichen, kirchlichen und mildtätigen Zwecken. Seit dem Jahr 2000 schreibt sie den international angesehenen Berthold Leibinger Innovationspreis aus und vergibt überdies den jährlichen Comicbuchpreis.
„Berthold Leibinger war ein leidenschaftlicher Ingenieur und Unternehmer. Sein Wirken war immer auf das Wohl der Menschen ausgerichtet. Er war ein großes Vorbild für uns alle“, sagte Jürgen Hambrecht, Aufsichtsratsvorsitzender der Trumpf Gruppe.
Unter seiner Führung entwickelte sich Trumpf - und auch der Standort Schweiz – zu einem der weltweit führenden Werkzeugmaschinenhersteller. Vor über 55 Jahren wurde 1963 die erste Tochtergesellschaft der Trumpf Gruppe in der Schweiz/Zug gegründet. Ab 1980 folgten die drei Gesellschaften in Grüsch, die sukzessive ausgebaut wurden und mit zu den grössten Arbeitgebern in Graubünden gehören. Seit 01. November 2017 fungieren sämtliche Schweizer Gesellschaften unter dem Firmennamen Trumpf Schweiz AG. Sie umfasst die drei Sparten: Machine Tools einschliesslich Power Tools, Laser Technology und Sales and Services Schweiz.