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Kirche
Die Kirche wird in einem Verzeichnis des Bistums Lausanne im Jahr 1228 erstmals schriftlich erwähnt.
Mit Sicherheit ist sie jedoch wesentlich älter. Bei Grabungen kamen Fundamentreste einer kleineren Kirche zum Vorschein. Man nimmt an, dass sie aus dem 7. / 8. Jahrhundert stammen. Aufgrund der geschichtlichen Zusammenhänge können wir annehmen, dass die Kirche in den heutigen Ausmassen im 10. Jahrhundert entstanden ist.
Sie gilt zusammen mit Frutigen, Leissigen, Aeschi, Uttigen , Thierachern, Scherzligen, Thun, Hilterfingen, Sigriswil, Amsoldingen und Spiez als eine der zwölf Stiftskirchen für die Wallfahrtskirche Einigen.
Eine Legende nennt Königin Berta (vor 975), die Gemahlin Rudolf II von Hochburgund als Stifterin. Gesicherte Urkunden sind nicht erhalten, doch die stilistische Verwandtschaft der Thunerseekirchen mit oberitalienischen Basiliken aus dieser Zeit unterstützt die Ueberlieferung.
Die Kirche wurde dem HI. Martin geweiht. Die Glasmalerei im Mittelfenster der grossen Apsis zeigt den Ritter Martin, wie er für einen Bettler seinen Mantel entzweischneidet (Bild oben).
Heute bietet der Kirchenraum den Anblick einer Saalkirche in drei Apsiden. Ursprünglich war aber das Langhaus durch zwei Pfeilerreihen in drei Schiffe unterteilt, wobei die Seitenschiffe niedriger als das Mittelschiff waren. Einige Reste der Fresken, die einst die ganze Kirche schmückten, sind noch zu sehen. Der Passionszyklus und das abgelöste Bildfragment mit der HI. Verena dürften aus dem 15. Jahrhundert stammen, die Darstellung des segnenden Christus in der Mittelapsis (ergänztes Fragment) dürfte etwas älter sein. Die Fresken wurden anlässlich der Reformation 1527 übertüncht. Die Glasmalerei auf der linken Seite der Mittelapsis weist auf diese Zeit hin: sie zeigt den Berner Reformator Berchtold Haller mit aufgeschlagener Bibel und Abendmahlskelch. Aus der Zeit nach der Reformation stammt der spätgotische Taufstein (um 1552). Die Kanzel mit den kunstvollen Intarsien trägt die Jahrzahl 1672. Sie stammt wohl aus der gleichen Werkstatt wie die Kanzel der Kirche Reutigen.
Im Jahr 1806 erhielt die Kirche ihre erste nachreformatorische Orgel. Sie wurde 1896 in die Kirche Kandersteg verschenkt. Die heutige Orgel stammt aus dem Jahr 1963 (Orgelbau Genf AG). Im Turm hängen vier Glocken. Sie wurden 1951 anlässlich der Turmrenovation von der Glockengiesserei Rüetschi gegossen. 2015 fand eine Glocken-Renovation statt. Im Jahr 2017 wurde eine Orgelrevision durchgeführt.