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US-Firmen können nicht garantieren, dass amerikanische Behörden keinen Zugriff auf europäische Daten haben.
US-amerikanische Strafverfolgungsbehörden können sich Zugang zu Daten in Cloud-Umgebungen verschaffen, auch wenn die Datencenter sich in der Schweiz oder in einem Land der Europäischen Union befinden. Anlässlich der Markteinführung von Office 365 erklärte Microsofts Grossbritannien-Chef Gordon Frazer in London auf die Frage, ob Microsoft zusichern könne, dass in EU-Rechenzentren gespeicherte Daten Europa niemals verlassen könnten, dass Microsoft als US-Unternehmen amerikanische Gesetze befolgen müsse. Dies betrifft natürlich nicht nur Microsoft, sondern auch andere US-Firmen wie beispielsweise Amazon oder Yahoo (das in der Schweiz ein Rechenzentrum betreibt), wie Frazer bestätigte. Weder Microsoft noch andere US-Firmen könnten eine Garantie abgeben, dass amerikanische Behörden keinen Zugriff auf solche Daten hätten.
Microsoft würde Kunden über die Herausgabe von Daten zwar informieren, allerdings sei das nicht immer möglich, so Frazer. Microsoft weist in einem Dokument
zu den Online-Services auf diese möglichen Datenherausgabeverfahren hin. US-Strafverfolger haben mit dem "Patriot Act" weitreichende Kompetenzen und können mit einem "National Security Letter" sogar eine Art Redeverbot verfügen, so dass der betroffene Rechenzentrumsbetreiber noch nicht einmal verlauten lassen dürfte, dass er ein solches Schreiben erhalten hat.
Bei Microsoft Schweiz gibt man sich zum Thema zugeknöpft und verweist auf Anfrage von inside-it.ch darauf, dass der Konzern im Falle einer Anfrage durch eine amerikanische Behörde, zuerst an den Kunden verweisen würde. Allerdings müsse man sich, wie schon Frazer ausführte, an US-Gesetze halten - dies auch dann, wenn die Gesetze desjenigen Landes, wo die Daten sich befinden, in Konflikt mit der US-Gesetzesauslegung stehen. In welchen europäischen Ländern der Konzern Datacenter betreibt, wollte Microsoft nicht beantworten. (bt)