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Biografie
Yuvviki Dioh studierte im Bachelor Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Ethnologie und Englische Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Währenddessen machte sie ab September 2012 ein Austauschjahr an der Freien Universität Berlin und an der Humboldt Universität Berlin. Nach ihrem Bachelorabschluss im Sommer 2014 begann sie ebenfalls an der Universität Zürich den Master in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Nebenfach: Gender Studies, den sie im Sommer 2016 abschloss. Im September 2016 begann Yuvviki Dioh das strukturierte Doktoratsprogramm Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Seit 2017 ist sie auch Assoziierte Teilnehmerin im Doktoratsprogramm Gender Studies. Sie ist auch im SNF-Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Otfried Jarren (Abt. Medienpolitik IPMZ) tätig.
Dissertationsprojekt
Hegemonien in der Migrationsberichterstattung in sub-sahara afrikanischen und europäischen Medien (kein def. Arbeitstitel)
Abstract
Die Berichterstattung rund um Migration im europäischen Raum scheint sich seit dem Advent der sogenannten «Flüchtlingskrise» erhöht zu haben. Dabei wirken die politischen, wirtschaftlichen und moralisch-ethischen Debatten innerhalb der Berichterstattung von narrativen Grundtönen wie Angst, Gefahr und Ablehnung durchzogen.
Während Europa scheinbar ins Zentrum der Migrationsberichterstattung gestellt wird, ist kaum etwas über die öffentliche Meinung, die Umstände, etc. bezüglich Migration in nicht-europäischen Gastgeber- wie auch Ursprungsländern bekannt. Dies gilt auch für sub-sahara Afrika, obschon diese Region laut Berichten des UNHCR mehr Flüchtlinge/Asylsuchende aufnimmt als viele andere Regionen (inkl. Europa).
Das Dissertationsprojekt untersucht, inwiefern in der zeitgenössischen Migrations- und Flüchtlingsberichterstattung eine nationale resp. internationale Hegemonialisierung stattfindet. Das Ziel ist es, das Ausmass an medialer Hegemonialisierung in europäischen und sub-sahara afrikanischen Gastgeber- und Ursprungsländer zu vergleichen und somit allfällige Unterschiede zwischen diesen zwei historisch und politisch vernetzten Regionen zu identifizieren.
Hegemonie, grob gesprochen, bezeichnet alles, „was sich im Spannungsfeld von einer gewaltsam abgesicherten Vormachtstellung eines Akteurs (etwa eines Staates) bis zu einer gesellschaftlich tief verankerten Vorstellung (etwa der Bedeutung von Geschlecht) bewegt“ (Adler 2015: 15). In Bezug auf die Erforschung der Beziehung(en) zwischen Aussenpolitik und Medien, erklärt Entman, dass sich die grossen Denkschulen meist im Rahmen der Hegemonie-Theorie (und Indexing-Theorie) bewegen (2003: 416).
In diesem Projekt wird das Konzept der Hegemonie im Lichte dessen prozessualen Charakters diskutiert (Adler 2015: 21): eine Hegemonie muss nicht zwingend ein absoluter, homogener Status sein. Was eine Hegemonie viel eher ausmacht, ist Heterogenität und deren andauernde (Re-)Produktion innerhalb ihrer Reichweite. Dies gilt für das Hegemonie-Konzept im nationalen (Staatshegemonie) wie auch im internationalen (Hegemonie in internationalen Beziehungen) Kontext. Weiter zeigt diese Idee der Prozessualität auf, dass es noch mehr Dimensionen der Hegemonie zu beachten gibt. Es ist daher wichtig, zunächst zwischen politischen Diskursen, Praktiken und Akteuren zu unterscheiden (Adler 2015: 37). Zusätzlich sollte zwischen der Hegemonie (das quasi-Absolute, Finite) und der Hegemonialisierung (das Prozessuale) unterschieden werden. Während politische Akteure nur hegemonial sein können oder nicht, können politische Diskurse und Praktiken aufgrund ihrer Performativität (Fähigkeit zur (Re-)Produktion) als hegemonialisierend verstanden werden.
Da politische Diskurse von und über eine Vielzahl von Akteuren auch (oder gar vor Allem) in den Medien stattfinden, ist es sinnvoll, Medien als lieu von Hegemonialisierung zu betrachten. Innerhalb der Berichterstattung werden hegemonialisiernde Diskurse über die Verwendung von Frames (narrativen Grundstrukturen) angenommen, umgewandelt, abgelehnt oder angefochten. Nachrichten Frames (news frames) werden daher als narrative Indikatoren von Hegemonialisierungen oder gar Hegemonien verstanden.
Publikationen
08/2016: Geplante Publikation Terrorismus, Medien und Frieden im DFPK Tagungsband