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Eine der wenig erforschten Phänomene des internationalen Sports – nicht nur des Pferdesports – sind die Erfolgs- und erfolglosen Perioden, die sich in der Sportgeschichte eines Landes abwechseln. In der Schweiz denke man an den Fussball und das Eishockey, wo die Schweiz immer wieder im Mittelmass spielt, um dann fast plötzlich mit den Weltbesten mithalten zu können.
Sensation in Badminton 1951
Das gilt auch für die drei olympischen Pferdesportdisziplinen, wo über die Jahrzehnte Schweizer Perioden der Erfolglosigkeit durch Höhenflüge abgelöst wurden. Dies gilt für allem für die Military, wo den Schweizern 1951 beim CCI in Badminton ein Sensationserfolg gelang. Hinter dem Sieger Hans Schwarzenbach platzierten sich fünf weitere Schweizer in den ersten zehn. Genau 30 Jahre später, 1981 an der EM in Horsens, kam es zu einer Art Wiederholung, als Hansueli Schmutz Europameister wurde und die Schweizer Equipe Silber gewann. Dazwischen lagen die beiden Olympiamedaillen von 1960 in Rom: Einzelbronze für Anton Bühler und Silber für die Mannschaft mit Bühler, Ruedi Günthardt und Hans Schwarzenbach.
Springreit-Erfolgswelle
Im Springen gehörten die Schweizer Offiziere in den 20er-Jahren zu den Erfolgsnationen. Dies endete anfangs der 30er-Jahre. Ein Wiedererstarken kam Ende der 50er-Jahre, als Paul Weier und Hans Möhr, später Arthur Blickenstorfer, Max Hauri und Monica Bachmann in die Equipe kamen. Mitte der 70er-Jahre kam eine neue Welle, die die Schweiz noch erfolgreicher machte: mit Markus und Thomas Fuchs, Willi Melliger, Walter Gabathuler und Philippe Guerdat, zu denen Bruno Candrian, Heidi Robbiani und andere stiessen. Diese Erfolgswelle hält an, vor allem dank Steve Guerdat und Martin Fuchs.
In der Dressur war die Schweiz in den Zwischenkriegsjahren guter Durchschnitt. Die erste Erfolgswelle begann 1948 mit dem Olympiasieg von Hans Moser, gefolgt vom Gewinn des FEI-Championats durch Oskar Frank 1949 und schliesslich den Dauererfolgen der Berner Unteroffiziere Henri Chammartin, Gottfried Trachsel und Gustav Fischer. Später stiess Marianne Gossweiler zur Equipe. Diese erste Erfolgsperiode ging 1968 zu Ende. Aber bereits 1973 begann die Zweite: Angeführt von Christine Stückelberger, die von 1975 bis 1978 alle vier grossen Championate gewann (EM, OS, EM, WM). In den 80er-Jahren trug Otto Hofer zum Schweizer Dressurhöhenflug bei. Diese zweite Erfolgsperiode endete 1990, ohne Anzeichen einer Wiedererweckung.
«Open to the world»
Zurück zu Badminton 1951. 1949 waren die «Badminton Horse Trials» im Park des Duke of Beaufort erstmals ausgetragen worden. Für die dritte Austragung lud das OK die Welt ein: «Open to the world». Das Schweizer Olympiadekomitee beschloss eine Teilnahme und entsandte sieben Reiter mit acht Pferden. Ebenfalls am Start waren 26 Briten sowie je zwei Iren und zwei Niederländer. Von den 38 Startern beendeten 21 Pferde die Prüfung. Das Ergebnis schockierte die englische Pferdewelt. Sieg durch Hauptmann Hans Schwarzenbach auf Vae Victis, dritter Platz für den Niederländer Max van Loon. Dazu fünf weitere Schweizer in den ersten zehn. Von den 26 Briten ritten nur elf zu Ende: Zweite wurde Jane Drummond-Hay, die ältere Schwester der später berühmteren Anneli. Zwei weitere Briten wurden Fünfter und Siebter. Lt. Anton Bühler wurde mit Werwolf Vierter. Dahinter kamen Hptm. Alfred Blaser auf Mahmud (Platz sechs), Oblt. Otto Schwarz auf Euphrona (acht), Hptm. Hans Bühler auf Richard (neun) und Hptm. Samuel Köchlin auf Tambour (zehn). Mit seinem zweiten Pferd Uranus schied Hans Bühler aus, ebenfalls Lt. Hans Felder mit Volpone.
Damit belegten die Schweizer gleich die beiden ersten Plätze in der Mannschaftswertung (nur zwei Reiter pro Team). Dritter wurde Irland. Zwei Jahre später, 1953, wurde in Badminton die erste Military-Europameisterschaft ausgetragen. Die Schweiz entsandte vier Paare, darunter die Sieger von 1951, Hans Schwarzenbach mit Vae Victis. Diese wurden hinter den Briten Lawrence Rook und Frank Weldon Dritte. Andrea Zindel mit Bussira wurde 15., Hermann Schätti mit Topas 21. Der Beste der Dressur, Louis Meyer, schied mit Aphrodite im Gelände aus und so platzte auch die Equipe. 1954 kam die Enttäuschung an der EM in Basel, dann 1955 die Mannschaftssilbermedaille an der EM in Windsor. 1959 wurde Hans Schwarzenbach mit Burn Trout Europameister und 1960 kamen die erwähnten Olympiamedaillen in Rom.
(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 25/2022)
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