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“Ist das alles munzig hier!”, war mein erster Gedanke, als ich in Kloten ankam und Richtung Osten fuhr. Nach Bangkok, Singapur, Tokio, Los Angeles und New York wirken die Strassenschilder, die Strassenbreiten, die Wohnhäuser, die Geschäfte in und rund um Zürich munzig.
Kurz vor meinem Abflug vom Flughafen JFK in New York traf ich einen Inder, der in seine Heimat zurückflog. Er meinte, dass er in einem Aussenbezirk von Bangalore wohne, 300 Kilometer vom Zentrum entfernt. Wer von Rorschach (Bodensee) nach Genf fährt, hat mit 370 Kilometer die ganze Schweiz durchquert. Die Schweiz ist munzig.
Auf Politnetz wird oft von der Überbevölkerung gesprochen und die Zahl 7 Milliarden erscheint wie eine Heuschreckenplage, die sich über den gesamten Erdball ausbreitet und zum zwangsläufigen Kollaps führen muss. Im richtigen Verhältnis gesehen, ist aber auch die Menschheit nur ein kleiner Teil der Erde. Würde die gesamte Menschheit so eng wie die Menschen in New York leben, alle 7 Milliarden Menschen hätten in Frankreich Platz!
Sie haben richtig gelesen, 7 Milliarden Menschen könnten in Frankreich leben. Es braucht nicht einmal die Fläche von Europa, um die Menschheit zu versorgen und wie klein Europa ist, sehen Sie hier. Munzig.
Städte sind unsere Zukunft.
Täglich wandern Millionen von Menschen in die Städte. Städte versprechen bessere Arbeitsbedingungen, bessere Möglichkeiten, mehr Kreativität und ein spannenderes Leben. Dies ist auch so. Städte wie New York vibrieren vor Energie. Die Möglichkeiten sind enorm. Aber Städte scheinen auch eine Tendenz zu haben, dass sie kollabieren. Die Kriminalität steigt, die Umweltverschmutzung steigt, die Ressourcen scheinen auszugehen und doch erfinden sich Städte immer wieder aufs Neue. Selbst wenn Sie eine Atombombe über Nagasaki abwerfen, Städte regenerieren sich. Wo sich Menschen sammeln, scheinen sie sich immer wieder selbst neu zu erfinden.
Der Wissenschaftler Geoffrey West zeigt einen möglichen Grund für die Überlebensfähigkeit von Städten. Städte entwickeln sich nicht wie ein “Leben” nach dem Gesetz von Geburt, Wachstum, stabile Zeit und dann brechen sie zusammen. Städte funktionieren nach Netzwerken. Sie wachsen, sie überfordern sich selbst und dann finden grundlegende Neuerungen statt. Sie erfinden sich selbst neu und der Zyklus beginnt von vorne. Sehen Sie dazu seinen TED-Talk.
Deutscher Untertitel gibt es hier.
Was mit Neuerfindung gemeint ist, zeigt Kent Larson, wie mehr Leute in einer Stadt Platz haben oder Alex Steffen, wie die Nachbarschaft zu grüner Energie findet. Weitere spannende TED-Talks zum Thema Städte gibt es hier.
Bei allen apokalyptischen Vorhersagen. Untergangspropheten betreiben auch nur ein "Business". Wir Menschen sind ein kleiner Teil dieses Planeten und wir scheinen herausragende Fähigkeiten zu besitzen, um uns anzupassen und uns neu zu erfinden - auch nach dem 21.12.2012 ;-)