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Wenn seelische Belastungen körperliche Beschwerden hervorrufen − zum Beispiel im Rahmen von beruflichen oder privaten Konflikten −, spricht man klassischerweise von psychosomatischen Erkrankungen. Durch den Einfluss der Psyche auf den Körper kann sich ein Mensch krank fühlen, ohne dass der Arzt oder die Ärztin eine organische Ursache findet. Diese Erkrankungen werden auch als funktionelle Störungen oder somatoforme Beschwerden bezeichnet.
Häufig steht ein Konflikt am Beginn einer psychosomatischen Störung: Beruflicher Stress oder private Probleme verursachen eine seelische Anspannung, die auf vielfältige Weise auf den Körper einwirkt. Das unwillkürliche (vegetative) Nervensystem wird beeinflusst. Zudem kommt es zu Hormonausschüttungen, die den Stoffwechsel des Körpers verändern und ihn krankmachen können.
Tinnitus: Störende Ohrgeräusche (Tinnitus) können viele Ursachen haben, häufig spielen psychische Belastungen oder Stress dabei eine Rolle. Ein anhaltender Tinnitus kann Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände und Konzentrationsstörungen zur Folge haben.
Reizdarmsyndrom: Beim Reizdarmsyndrom treten verschiedene immer wiederkehrender Magen-Darm-Beschwerden auf, zum Beispiel Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, ohne dass eine organische Ursache nachweisbar ist.
Reizblase: Unter einer Reizblase versteht man eine Funktionsstörung der Harnblase mit starkem Harndrang bei geringen Urinmengen. In vielen Fällen lässt sich an der Harnblase keine krankhafte Veränderung feststellen.
Herz-Angst-Neurosen: Manche Menschen leiden unter Herzrasen oder dem Gefühl, das Herz stolpere und setze kurz aus, ohne dass organische Herzkrankheiten vorliegen. Diese Menschen haben oft große Angst, einen Herzinfarkt oder eine unheilbare Herzkrankheit zu haben.
Chronische Schmerzen: Die Schmerzwahrnehmung eines Menschen wird erheblich durch psychische Faktoren beeinflusst. Typische chronische Schmerzen, für die oft keine hinreichende körperliche Ursache gefunden wird, sind Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen.
Viele psychosomatische Beschwerden gehen von alleine vorüber.
Falls es jedoch nicht mehr gelingt, normale Alltagsaktivitäten, sportliche Betätigung, Hobbys und Kontakt mit anderen Menschen aufrecht zu erhalten, ist eine Psychotherapie angezeigt. Sie hilft, Auslöser und ursächliche Konflikte für die Beschwerden aufzuarbeiten und Copingstrategien im Umgang oder zur Bewältigung der Beschwerden zu entwickeln.
Auch Entspannungsverfahren helfen, ein erhöhtes Anspannungsniveau zu senken (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, östliche Bewegungstechniken wie Qi-Gong, Tai-Chi, Yoga).
Es können auch Medikamente zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.