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Das Pariser Klimaabkommen setzt den Rahmen für die Schweiz, eine Energiereduktionsstrategie zur Verringerung der Treibhausgasemissionen (THG) zu verabschieden. Der Verkehrssektor ist für einen Drittel des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz verantwortlich. In diesem Zusammenhang machen arbeitsbedingte Fahrten 24 Prozent der täglich zurückgelegten Strecken in der Schweiz aus. Um eine Reduktion der CO2-Emissionen zu erreichen, besteht die Hauptstrategie der Schweizer Verkehrspolitik darin, die Anzahl der Fahrten und Entfernungen im Zusammenhang mit dem arbeitsbedingten Pendeln zu reduzieren.
Coworking Spaces sind flexible, gemeinsam genutzte Arbeitsbereiche in einer Grossraumbüroumgebung, in denen Schreibtische auf Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahresbasis gemietet werden können. Die Work Smart Initiative, ein Zusammenschluss von Schweizer Regierungsinstitutionen und Unternehmen, geht davon aus, dass neue Formen des flexiblen Arbeitens einen positiven Effekt auf die CO2-Emissionen haben, indem sie arbeitsbedingte Fahrten reduzieren oder sogar eliminieren. Das relativ neue Phänomen der Coworking Spaces ist daher ein Beispiel für flexible Arbeitsformen, die von den Behörden unterstützt werden.
Aus wissenschaftlicher Sicht sind die positiven Auswirkungen von Coworking Spaces auf die Treibhausgasreduktion jedoch noch umstritten. Im Allgemeinen wird von positiven Umwelteffekten berichtet, jedoch haben empirische Forschungen zu den Auswirkungen von Telearbeit und insbesondere von Homeoffice gezeigt, dass Studien dazu neigen, die Treibhausgasreduktion zu überschätzen.
Gilt dies auch für den Fall von Coworking Spaces in der Schweiz? Bisher gab es noch keine Studie, die das Reduktionspotenzial von Treibhausgasemissionen durch Coworking Spaces mit einem Vergleich ländlicher und urbaner Gebiete untersucht.
In unserer Studie werden erste empirische Erkenntnisse für den Fall der Schweiz vorgestellt. Wir untersuchten, inwiefern Coworking Spaces das Potenzial haben, Pendelwege zu reduzieren, indem sie Fahrten zu regulären Arbeitsplätzen ersetzen. Unsere Studie basiert auf repräsentativen quantitativen Daten über Coworker in der Schweiz.
Unsere Analyse zeigt, dass die CO2-Emissionen resultierend aus dem Pendeln zur Arbeit für Coworker in städtischen Coworking Spaces signifikant niedriger sind als in ländlichen Coworking Spaces. Würden die Coworker ausschliesslich in ihren Coworking Spaces arbeiten, würde sich der CO2-Ausstoss ihrer Pendelfahrten um 10% verringern.
Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass Coworking Spaces, insbesondere in städtischen Gebieten, das Potenzial haben, zu der Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen beizutragen. Eine Erklärung für dieses Stadt-Land-Gefälle könnte sein, dass das Auto das häufigste Verkehrsmittel für den Arbeitsweg ist. In der Schweiz gibt es rund vier Millionen Pendler, von denen etwas mehr als die Hälfte (52 %) im Jahr 2017 das Auto als Hauptverkehrsmittel für den Weg zur Arbeit nutzten. In unseren Daten ist dieser hohe Anteil des Pendelns mit dem Auto mit Coworking Spaces in ländlichen Gebieten verbunden (40,4 %). Unsere Analyse ergab, dass Pendler, die ländliche Coworking Spaces nutzen, die höchsten jährlichen CO2-Emissionen aufweisen, obwohl sich ihre durchschnittliche Entfernung zwischen Wohnort und regulärem Arbeitsplatz nicht signifikant von der durchschnittlichen Entfernung derjenigen unterscheidet, die städtische Coworking Spaces nutzen.