Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03454.jsonl.gz/1958

Etwas technisches vorweg. Wenn man beim Öffnen des e-Mails die Bilder vermisst, kann man dies beheben, indem man auf den Blog-Titel klickt. Damit öffnet sich die Webseite, auf der alle Bilder erscheinen.
Am frühen Morgen kitzelt uns die Sonne im Hafen von Mongla in der Nase: Zeit zum Aufstehen und Packen. Nach dem Frühstück auf dem Oberdeck werden unsere Koffer ins Beiboot verladen und wir fahren ein kurzes Stück bis ans Ufer. Entlang von weiten grünen Reisfeldern und unzähligen grossen Fischzuchtbecken führt unser Weg nach Bagarhat, das in früheren Zeiten als Kalifatabat bekannt war. Dieses Weltkulturerbe umfasst eine grössere Zahl von Moscheen aus der Zeit um 1550 und das Grabmahl des berühmten Sufi Khan Jahan Ali, der den Ort gegründet hat. Wir besichtigen die Moschee der 60 Kuppeln, die eigentlich 60 Säulen und 74 Kuppeln hat. Das dazugehörige Museum ist eher “na ja”, aber wir sind sowieso nicht die enthusiastischsten Museumsfreaks. Mit einem Easy-Bike (andernorts Tuk Tuk o.ä. genannt) hottern wir durch die engen Wege des nahen kleinen Dorfs, um eine zweite, etwas abgelegenere Moschee zu besuchen. Beim Grabmahl des Sufi ist ziemlich Betrieb: die Stände entlang des Aufgangs verkaufen jeglichen Ramsch und locken mit für Einheimische appetitlichen Speiseangeboten. Das Grab selber ist für uns Fremdlinge wenig spektakulär, die einheimischen Gläubigen beten davor aber mit grosser Inbrunst. Frauen beten allerdings von draussen durch die Gitter, selbst wenn etwas weiter unten ein grosses Schild mit der Inschrift “Gender Equality” prangt.
Das Mittagessen ersetzen wir nach der Inspektion eines eher streng riechenden Restaurants durch ein paar Bananen und Chips. Den Eingeweihten ist dieses Verpflegungskonzept als “Pringle, Pringle, Banana” (mit Betonung auf dem ersten a) bekannt. Es ist derart heiss, dass man die Männer versteht, die jetzt keine Lust zum Arbeiten in Feld und Hof haben, sondern in den offenen Teashops über die wesentlichen Themen ihrer Welt diskutieren. Dort sieht man dafür keinerlei Frauen, die müssen ja schliesslich zuhause arbeiten und zu den Kindern schauen! Im Verlaufe des Nachmittags kommen wir – nach ein paar navigatorischen Fehlversuchen – mitten im Nirgendwo zu einer kleinen Personenfähre, die uns nach dem obligaten Chai über den Bhairab-Fluss bringt. Wir bummeln durch das kleine Dorf zu einem malerischen, leicht verfallenen Shiva-Tempel, der im spätnachmittäglichen Licht die Erhabenheit früherer Tage erahnen lässt.
Nach der Rückfahrt mit der Fähre und einer knapp einstündigen Busfahrt erreichen wir beim Eindunkeln schliesslich unser heutiges Etappenziel Jessore, wo das Hotel zwar nicht ganz 5 Sterne hat, dafür aber reichlich Platz bietet, um gleichzeitig mehr als einen Koffer zu öffnen und sich daneben erst noch bewegen zu können.