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Für das dritte Heimspiel empfingen die Thun Tigers Junioren die Geneva Seahawks. Die Tigers hatten bereits knapp einen Monat zuvor ein Duell mit den Seahawks in Genf. Damals verloren sie mit 21:00. Die Thuner waren für dieses Spiel dementsprechend top motiviert. Zum einen wollten die Tigers die Niederlage wieder gutmachen und zeigen, wie stark sie wirklich Football spielen können. Zum anderen könnte sich der Sieger des Duells über eine optimale Ausgangslage freuen, um sich für das Play-off Halbfinalspiel zu qualifizieren. Zusammen mit dem perfekten Footballwetter und den vielen Zuschauern stand einem aufregenden Football-Match nichts mehr im Wege.
Die Tigers begannen das Spiel mit dem Kick-off. Der weitgetretene Ball von Daniel Gafner (#88) wurde von den Seahawks fast zu ihrer eignen 40 Yard-Linie getragen. Die Tiger Defense, welche sich seit zwei Wochen intensiv auf die Seahawks-Offense vorbereitet hatte, zeigte anfängliche Schwierigkeiten, ein Mittel gegen die Gegner zu finden. Sowohl die Outside Runs der Seahawks als auch die gut geworfenen Pässe ihres Quarterbacks versprachen immer wieder grosse Yardgewinne. So kam es, dass nach wenigen Minuten der gut spielende Genfer Runningback den ersten Touchdown erzielte. Der anschliessende PAT-Versuch glückte den Junioren aus Genf ebenfalls. Die Offense der Tigers war nun gefordert. Angeführt von Quarterback Angelo Valentino (#5) brauchten die Offensivspieler lediglich zwei Versuche, um die Endzone zu erreichen. Beim ersten Versuch fing Marlon Piske (#25) den Ball hervorragend und holte so die ersten Yards heraus. Joel Purtscheller (#20) erlief danach die letzten Meter zum Touchdown. Auch den Tigers gelang der anschliessende PAT-Versuch.
Beim darauf folgenden Kick-off gelang es dem schnellen O-Liner Janik Fuhrer fast, den Genfer Returner auf der 15 Yard-Linie zu stoppen. Nun war die Defense, welche während des kurzen Unterbruchs ihr System umgestellt hatte, wieder an der Reihe. Mit einer Cover 2 versuchten die Tigers ein Mittel gegen die genauen Pässe der Seahawks zu finden. Leider harmonierte das neue System nicht von Beginn an. So gelang es den Genfern, erneut einen Touchdown zu erzielen. Der darauf folgende PAT-Versuch konnte vom Thuner Defense- End Lorenzo Bütikofer (#76) geblockt werden. Dies stellte sich später als eine der spielentscheidenden Situationen heraus.
Zum Glück hatte die Tigers Offense wiederum eine passende Antwort und überquerte mit ein paar cleveren Spielzügen die Touchdown-Linie. Die O-Line öffnete geschickt ein Inside-Gap, durch welches Joel Purtscheller (#20) hindurchspringen konnte. Der zweite PAT-Versuch der Tigers war wieder erfolgreich. So gingen die Tigers zum ersten Mal an diesem Tag in Führung.
Mit einer starken Teamleistung erkämpften sich die Thuner Defense-Spieler unter der Leitung von Defense-Coordinator Toni Capozzolo das erste Turnover des Spiels. Leider vermochten die Offensivkräfte der Thuner darauf nicht die Führung auszubauen.
Durch einen weiten Pass des QB gelang den Seahawks noch ein Touchdown vor dem Halbzeitpfiff. Somit lagen die Tigers in der Halbzeitpause mit 14:20 zurück.
In der Pause waren sich Coaches und Spieler einig, dass das Spiel noch lange nicht verloren sei. So marschierten die Tigers als geschlossene und motivierte Einheit zurück auf das Footballfield.
Die zweite Halbzeit begann nicht optimal für die Tigers. Zuerst konnte der Kick-off nicht gefangen werden, später gelang den Genfern fast ein Quarterback-Sack und danach gelang ihnen eine Interception, welche aber glücklicherweise durch ein Flag aberkannt wurde. Dennoch schafften es die Tigers nicht, sich aus dieser schwierigen Situation zu befreien.
So waren die Defense-Spieler der Thuner wieder an der Reihe. Geschickt verteidigten sie ein neues First-Down, so dass die Genfer nach kurzen drei Versuchen bereits wieder punten mussten.
Offensive-Coach Stephan Pulver muss wohl die richtigen Worte während der Verschnaufpause gefunden haben, denn seine Spieler brauchten gerade nur einen Versuch, um einen Touchdown zu erzielen. Es war wieder der Quarterback Angelo Valentino (#5), der einen genauen Pass auf den schnellen Nace Trendafilov (#30) warf, welcher auf den letzten 30 Yards alle seine Gegner stehen liess. Mit dem anschliessenden erfolgreichen PAT-Versuch gingen die Thun-Tigers wieder in Führung.
Nach dem Führungstreffer der Tigers konnten beide Teams lange nicht mehr punkten. Zwei Turnovers und gute 20 Versuche später waren es die Genfer, welche erneut mit einem gut geworfenen Pass die Touchdownzone erreichten. Um bessere Siegeschancen zu erhalten, versuchten sie eine Two-Point Conversion. Das heisst, dass sie nicht versuchten, den Ball durch das Goal zu kicken, sondern mit einem neuen Versuch die Endzone erreichen wollten. Ihr Pass kam aber glücklicherweise nicht an und so waren die Genfer nur mit 21:26 in Führung.
Die Tigers mussten daher unbedingt noch einmal punkten, um dieses Spiel gewinnen zu können. Mit einem sehr starken Lauf von Thuner Safety Daniel Gafner (#88) konnten die Thuner das Ei nach dem Kick-off bis über die Mittellinie tragen. Die Tigers Offensive-Spieler kämpften sich anschliessend nahe zur Endzone. Dort blieben sie aber stecken. So kam es, dass beim vierten Versuch noch gut 7 Yards zu überqueren waren, um das neue First-Down zu holen. Die Tigers versuchten es mit einem Outside-Run. Zuerst blockte Joel Purtscheller (#20) gleich zwei Gegenspieler, danach konnte Nace Trendafilov (#30) einen weiteren Gegner abschütteln und zum Schluss blockte noch Marlon Piske (#25) den letzten Genfer, so dass ein neues First-Down gerade vor der Touchdown-Linie erreicht werden konnte. Die Erleichterung war allen Beteiligten anzusehen. Die Offensive-Line, welche bereits den ganzen Match eine starke Leistung gezeigt hatte, verschaffte dem QB Angelo Valentino genug Platz für einen QB-Sneak und einem daraus folgenden Touchdown. Somit führten die Tigers mit 28:26.
Den Genfern blieben lediglich fünf Minuten, den knappen Rückstand aufzuholen. Der Kick-off konnte von den Thunern bereits auf der 25 Yard-Linie gestoppt werden. Doch die Seahawks brauchten nur wenige Versuche, um der Touchdown-Linie gefährlich nahe zu kommen. Als der Genfer Runningback knappe zwei Minuten vor Schluss die Endzone praktisch schon erreicht hatte, gelang es dem Defense-End Remo Balsiger (#16) und dem Strong-Safety Diogo Moreira (#26), gemeinsam das Ei aus den Händen des Runningbacks zu befördern. Outside-Linebacker Michael Spring (#10) reagierte am schnellsten und stürzte sich sofort auf den herrenlosen Ball. Die Freude und die gelöste Spannung waren allen Thunern sofort ins Gesicht geschrieben. Durch diesen Fumble waren die Tigers wieder in Ballbesitz. Durch unsportliches Verhalten verloren die Genfer auch noch einige Yards, so dass die Tiger ihrer eigenen Endzone nicht mehr nahe standen und somit auch kein möglicher Safety drohte.
Durch souveränes Offensive-Spiel liessen die Tigers die letzte Minute verstreichen und gewannen dieses nervenaufreibende Spiel mit 28:26. Die Freude der Thuner war grenzenlos. Einigen Spielern standen sogar die Tränen in den Augen, was doch immerhin zeigt, dass dieser körperlich harte Sport dennoch mit viel Leidenschaft und Ehrgeiz betrieben wird.
Mit ein wenig Glück und taktisch schlechtem Verhalten der Genfer konnte dieses Spiel gewonnen werden. Doch Glück muss bekanntlich erzwungen werden und das taten die Thuner mit ganzer Kraft. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Thuner nie aufgehört, an den Sieg zu glauben und das hat sich am Ende ausbezahlt. Doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel, und so heisst es für die Tigers, sich erst einmmal zu erholen, den vergangenen Match zu analysieren und sich danach optimal auf die Luzerner Lions vorzubereiten. Wir hoffen, dass der verletzte Jan Harisberger und der abwesende Mario Witwer bald wieder ins Training kommen können, um mit uns die schwierige Aufgabe am 26. Mai 2013 in Luzern zu bewältigen.
Das erfolgreiche Tigers-Football-Wochenende war aber noch nicht fertig. Nach den Juniors gewann die erste Mannschaft ebenfalls das Spiel gegen Genf mit 28:00. Bei diesem Spiel kam es zu einer erfreulichen Premiere: Der letztjährige U-19-Quarterback bestritt an diesem Tag sein erstes Spiel in der 1. Mannschaft als Starting Quarterback. Er zeigte eine tadellose Leistung, was alle Fans und natürlich speziell das Team der U-19 sehr erfreute.
MLB Benjamin Wyss #56