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Rolleiflex
Im Jahre 1929 brachte der deutsche Hersteller Franke & Heidecke die Rolleiflex auf den Markt, die schnell das universelle Werkzeug all jener Fotografen wurde, die nicht auf das Kleinbildformat umsteigen wollten.
Diese Kamera besteht aus zwei Objektiven übereinander: Das obere dient als Reflexsucher, das unter ist der Belichtung vorbehalten. Das Bild des Sucherobjektivs wird über einen Spiegel auf die Einstellscheibe umgelenkt und zeigt dort ein helles und brillantes Sucherbild. Franke & Heidecke verwendet dieses System als erste für eine Rollfilmkamera und schafft damit ein Kameramodell, das über ein halbes Jahrhundert sehr beliebt war.
Die Ganzmetallkonstruktion bewährte sich vor allem bei den Bildreportern, weil die Kamera sehr robust und leise war und weil man das Sucherbild aufgrund der getrennten Objektive auch während des Auslösens sah. Ferner ermöglichte der Suchereinblick in vertikaler Richtung das Fotografieren aus Hüfthöhe, was ein unbemerktes Fotografieren aus einer tieferen Perspektive zuliess. Das Negativformat 6x6 cm ergab auch schärfere Vergrösserungen als diejenigen nach Kleinbildnegativen, die nur 24x36 mm gross waren.
Die Rolleiflex, die Leica und die amerikanische Speed Graphic waren über Jahrzehnte bei den Bildreportern die am meisten benutzten Kameras, wobei sich alle drei Modelle durch spezifische Vorteile bezüglich Handhabung, Einsatzbereich und Bildqualität auszeichneten.
Illustration:
Spiegelreflexkamera mit 2 Rolleiflex Objektiven I Original, Franke & Heidecke, Braunschweig, Deutschland, 1929-1932
Diese Kamera gehörte Hans Finsler, Pionier der „Neuen Fotografie“ und Begründer der ersten Fotografieklasse der Zürcher Hochschule der Künste 1932. Zu Finsler Schülenr zählen unter anderen Emil Schulthess, Werner Bischof und René Burri