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2.1. Kaushalhaftung
Verursacht ein öffentlich-rechtlicher Angestellter oder ein Behördemitglied (nachfolgend Beamter genannt) einen Schaden, ist die Kaushalhaftung nachzuweisen. Diese sogenannte Kausalhaftung ist nach Lehre und Praxis dann gegeben, wenn der Geschädigte beweist, dass ein Schaden entstanden, die schädigende Handlung des Beamten seiner Amtstätigkeit zuzurechnen, und adäquate Ursache des Schadens bildet (Kausalzusammenhang) und die Schädigung widerrechtlich ist. Zudem darf kein Selbstverschulden der Geschädigten vorliegen, welches den Kausalzusammenhang unterbricht.
2.2. Widerrechtlichkeit im besonderen
Wann ist das schädigende Verhalten widerrechtlich, wenn es mit oder aus Unterlassen einer Verwaltungsverfügung entstanden ist?
Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist ein schädigendes Verhalten im Bereich der Staatshaftung dann rechtswidrig, wenn die amtliche Tätigkeit des Beamten gegen geschriebene Gebote und Verbote der Rechtsordnung verstösst, die dem Schutz des verletzten Rechtsgutes dienen (SOG 1994 Nr. 44, S. 135). Dabei führt nicht jede Widerrechtlichkeit zur Schadenersatzpflicht des Gemeinwesens, besonders dann nicht, wenn behauptet wird, Verwaltungsverfügungen hätten zur Schädigung geführt. Eine wesentliche Amtspflichtverletzung ist Voraussetzung für das Vorliegen einer Staatshaftung für Schäden infolge eines Rechtsaktes, der sich später als unrichtig erweist (BGE 120 I b 248). Verfügungen der Gemeinde, die von der Beschwerdeinstanz aufgehoben wurden, haben deshalb nicht unbesehen als widerrechtlich zu gelten. Damit eine Verfügung als widerrechtlich im Sinne der Haftpflichtbestimmungen bezeichnet werden kann, muss eine schwere Gesetzesverletzung gegeben sein, beispielsweise durch klare Ermessensüberschreitung, durch Missbrauch des Ermessens, durch die Verletzung einer klaren Gesetzesvorschrift oder eines allgemeinen Rechtsgrundsatzes oder bei böswilligem Handeln (BGE 107 I b 166).
2.3. weitere Voraussetzungen
Wird eine qualifiziert rechtswidrige Handlung des Gemeinwesens bejaht, sind anschliessend die weiteren Elemente zu prüfen, insbesondere der Kausalzusammenhang zwischen der als qualifiziert rechtswidrig bezeichneten Handlung und einem möglichen Schaden. Erst wenn der geltend gemachte und beweismässig erhärtete Schaden auf die qualifiziert rechtswidrige Handlung zurückgeführt werden kann, ist die Schadenersatzpflicht des Gemeinwesens gegeben. Hingegen ist ein Verschulden des Beamten oder der Behörde nicht Haftungsvoraussetzung.