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Festmusik für das kurfürstlich sächsische Haus, für Sopran, Tenor und Bass, Vokalensemble, Trompeten I-III, Pauken, Oboe I+II, Traversflöte I+II, Streicher und Basso continuo
Im Umfeld des 1733 eingetretenen Herrscherwechsels am sächsisch-polnischen Hof scheute der in Leipzig beruflich festgefahrene Bach weder Kosten noch Mühen, um sich die Gunst des Königshauses und womöglich einen Kapellmeistertitel zu verdienen. Ausdruck dieses Strebens sind etliche Festkantaten zu Ehren der Herrscherfamilie, zu denen die am 5. Oktober 1734 im Fackelschein auf dem Leipziger Marktplatz dargebotene Gratulationsmusik BWV 215 gehört. Da sich der neue König August III. in Polen erst noch militärisch durchsetzen musste, sind Libretto und Kantate neben Verweisen auf den Musensitz Leipzig auch von kriegerisch-diplomatischen Metaphern durchzogen. Vor allem der doppelchörige Eingangssatz «Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen» entfaltet ausserordentlichen Glanz. Bach hat ihn später nochmals zum Osanna der h-Moll-Messe umgestaltet, wie er auch eine Arie unserer Huldigungskantate in das nur wenig später vollendete Weihnachtsoratorium aufnahm.