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Waschbecken und Badewanne ohne Chemie entstopfen
"Siphon": Damit wird die s- oder u-förmige Abflussröhre unter dem Badezimmerlavabo, dem Waschbecken, dem WC und sogar unterhalb der Badewanne bezeichnet. Die Form kann variieren, aber der Effekt ist immer der gleiche: Die untere Biegung des Rohrs ist mit Wasser gefüllt, damit keine schlechten Gerüche aus der Kanalisation aufsteigen können.
Manchmal dient der Siphon auch einem anderen Zweck: Kleine Objekte wie zum Beispiel ein Ring, die unabsichtlich herunterfallen, werden darin aufgefangen, so dass man sie "herausfischen" kann, bevor sie in der Kanalisation verschwinden.
Die Vorstellung, einen Siphon von Hand zu entleeren, widert die meisten Leute an. Deshalb greift man oft zu chemischen Produkten, die das Problem lösen sollen. Führt man diesen Gedankengang aber zu Ende, kommt man zum Schluss, dass die Verwendung solcher aggressiven Mittel die "ekligste" aller Lösungen ist, denn die Produkte tragen zur Trinkwasserverschmutzung bei. Die Mikroorganismen in den Abwasserreinigungsanlagen können nämlich nicht alle Substanzen, die man ins Abwasser kippt, zersetzen. Ein Rest davon landet in Seen und Flüssen und den damit verbundenen Grundwasservorkommen – und gerade daraus beziehen wir zu einem grossen Teil unser Trinkwasser! Obendrein kann ein Siphon wie ein Reagenzglas in einem Chemielabor wirken: aggressive Produkte, die man hineingiesst (Säuren, Soda, Javel-Lauge) können sich mit anderen Substanzen verbinden und indirekt problematische Mikroverunreinigungen erzeugen. Kurz gesagt, besser ist die Reinigung von Hand – selbstverständlich mit Handschuhen
Den Siphon demontieren und leeren
Den Siphon aufschrauben : Stellen Sie einen Eimer unter das Waschbecken, ziehen Sie Gummihandschuhe an und schrauben Sie den Siphon (in Pfeilrichtung) auf. Achten Sie darauf, den Gummidichtungsring nicht zu verlieren (er kann am oberen Rohrteil hängen bleiben oder in den Eimer fallen). Entfernen Sie die Schmutzrückstände, die auch im Abflussrohr haften können (oft sind Haarknäuel vorhanden) und leeren Sie den Siphon.
Den Siphon wieder anschrauben : Nachdem Sie den Siphon, das Gewinde und die Gummidichtung gereinigt haben, legen Sie die Dichtung auf den Siphon und schrauben ihn wieder an, aber nicht mit zuviel Kraft, damit der Dichtungsring nicht zerquetscht wird. Um sicher zu gehen, dass der Siphon dicht schliesst, kann man erst ein Zeitungspapier darunter legen und dann den Hahnen laufen lassen: Treten Wassertropfen aus, sieht man das gleich auf dem Papier. Sollte der Siphon rinnen, schrauben Sie ihn noch einmal ab, und überprüfen Sie, ob die Dichtung und das Gewinde sauber sind. Die groben, aus dem verstopften Siphon entfernten Rückstände gehören in den Abfalleimer, das Wasser im Eimer in die Toilette.
Im Handel sind verschiedenen Geräte zur mechanischen Entstopfung der Abflüsse erhältlich. Es gibt solche in der Art einer Saugglocke (die zwei oben gezeigten verschiedenen Modelle). Ihr Zweck besteht darin, einen starken Druck auf dem Abflussrohr zu erzeugen, um den verstopften Schmutz aus dem Siphon ins Abflussrohr weiterzudrücken. Verwendet man eine Saugglocke für ein Lavabo, ein Waschbecken oder eine Badewanne, muss darauf geachtet werden, dass die anderen Öffnungen gut verschlossen sind (z.B. das zweite Lavabo, und der Sicherheitsüberlauf), sonst reicht der erzeugte Druck nicht zum Entstopfen aus.
Man kann auch einen Rohrmolch (Rohrreiniger) oder einen Haken aus flexiblem Draht benutzen, die beide den Werkzeugen von Kaminfegern ähneln. Für beide Instrumente gilt: lesen Sie erst aufmerksam die Gebrauchsanleitung durch, damit das Werkzeug nicht im Ablauf hängen bleibt oder die Rohre beschädigt!
Wie der Schraubdeckel eines Konfitürenglases
Die meisten s- oder u-förmig gebogenen Rohrteile der Siphons von Waschbecken im Bad und in der Küche lassen sich einfach demontieren (siehe Erklärung links). Falls Sie nicht wissen, in welche Richtung gedreht werden soll, denken Sie einfach an ein Konfitürenglas: Die meisten Schraubverschlüsse im Haushalt öffnen sich in derselben Richtung, das heisst im Gegenuhrzeigersinn. Da der Siphon nach unten zeigt, wird er wie ein Konfitürenglas, das auf dem Kopf steht, aufgeschraubt.
Haarknäuel
Sehr häufig sind verknäuelte Haare die Ursache für die Verstopfung des Lavabo- und Badewannenabflusses. Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin, ein Protein, das nur sehr langsam abgebaut wird. Mit der Zeit bilden die einzelnen Haare dichte, verfilzte Knäuel im Siphon, und filtern ihrerseits noch weitere Feststoffe aus dem abfliessenden Wasser heraus. Mit einem einfachen Trick lassen sich die Haarknäuel aber leicht entfernen, ohne dass der Siphon geöffnet werden muss; und derjenige der Badewanne ist oft gar nicht zugänglich, da er hinter den Wandkacheln versteckt liegt, welche die Wanne verkleiden.
Für diese Methode muss man sich zuerst aus einem Stück starkem Draht oder einem Drahtkleiderbügel einen geeigneten Haken basteln. Dazu benötigt man nichts weiter als eine Zange. Formen Sie einen langen und schmalen Schlaufengriff, den Sie in den Abfluss einführen können (siehe links). Ist ihr "Instrument" bereit, entfernen Sie den Stöpsel und falls vorhanden, das kleine angeschraubte Gitter im Abflussloch. Tauchen Sie den Haken in den Siphon ein, drehen Sie ihn ein paar Mal um sich selbst, um die Haare aufzuwickeln, und heben Sie ihn dann vorsichtig heraus. Beim ersten Gebrauch Ihres neuen Instruments müssen Sie vielleicht seinen Schlaufengriff etwas verengen oder grösser aufbiegen, damit er sich wirklich perfekt zur Lösung dieser Aufgabe eignet.
Für's WC einen Abfallsack
Aufgrund des grossen Durchmessers ist der WC-Siphon einfacher erreichbar. Sollte er einmal stark verstopft sein, oder müssen Sie ein ins WC gefallenes Objekt herausfischen, geht das recht einfach von Hand, indem man sich einen Gummihandschuh für den Haushalt überzieht, der lang genug ist, dass der Arm nicht nass wird. Man kann seinen Arm auch in einen Abfallsack stecken und den Stopfen bzw. das Objekt mit der Hand greifen. Ziehen Sie anschliessend den Arm rückwärts aus dem sich umwendenden Sack – genau so wie es die um eine saubere Umgebung besorgten Hundebesitzer mit den Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner tun.
Denken Sie in diesem Zusammenhang auch daran, dass das WC mit einer Abwasserreinigungsanlage verbunden und folglich Teil unseres Trinkwasserkreislaufs ist. Dies bedeutet, dass weder feste Abfälle noch Bastelreste, auch keine Medikamente oder Frittieröl, kein Vogelsand und keine Katzenstreu darin entsorgt werden dürfen.