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Das Volk der Wampis (Jivaro) lebt im Nordosten des peruanischen Amazonasgebiets in einer schwer zugänglichen Region nahe der Grenze zu
Ecuador. Es handelt sich um das Einzugsgebiet des Flusses Santiago, ein fast gänzlich von tropischem Regenwald bedecktes Territorium mit einer reichen Artenvielfalt. Mit einer Fläche von 3200 km2 ist diese Region etwa gleich gross wie der Kanton Waadt. Sie ist Heimat für das indigene Volk der Wampis, das 30 Gemeinschaften mit rund 5000 Personen zählt. Die Wampis sind für ihren Lebensunterhalt von den Ressourcen des Regenwalds abhängig.
Hoher Druck auf die Umwelt
Seit mehreren Jahren ist ihr Territorium durch Ölgewinnung, Bergbau und Holzeinschlag gefährdet. Eine besondere Bedrohung stellen die Goldschürfer dar, da sie die Wasserläufe mit dem zur Goldextraktion verwendeten Quecksilber verseuchen. Quecksilber stellt mittlerweile eine grosse Gefahr für die Gesundheit der Wampis dar.
Überwachung ihres Territoriums
Um sich diesen Problemen zu stellen, haben sich die Wampis-Gemeinschaften organisiert. Die Leiter des Verbands der Gemeinschaften des Flusses Santiago (Fecohrsa) sind entschlossen, den illegalen Abbauaktivitäten auf ihrem Territorium einen Riegel zu schieben. 2014 schufen sie ein Programm für die Ausbildung und Ausrüstung von indigenen Spezialisten, um diese Aktivitäten zu dokumentieren und anzuzeigen. Wenn die
Spezialisten eine Goldwaschstätte aufspüren, orten sie diese mit der GPS Funktion ihres Smartphones und dokumentieren ihren Fund mit Fotos und Videos. Diese Informationen werden anschliessend an die Umweltschutzbehörden und die Öffentlichkeit weitergeleitet.
Vielversprechendes Programm
In den vergangenen Jahren konnten die Wampis dank dieser Monitoringarbeit mehrere illegale Goldschürfer zur Räumung zwingen. 2017 dokumentierten die Spezialisten neue illegale Goldgewinnungs- und Holzeinschlagsbetriebe. Es ist wichtig, dass sie ihre Arbeit fortsetzen und die notwendigen Informationen sammeln können, um den verantwortlichen Stellen die illegalen Machenschaften zu melden. Die peruanische Regierung hat angekündigt, im regionalen Hauptort Puerto Galilea einen Polizeiposten zu eröffnen, um besser gegen die illegalen Aktivitäten in der Region vorgehen zu können.
Der Verband Fecohrsa ist jedoch auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um sein Programm weiterführen zu können. Zur Überwachung des Territoriums müssen grosse Strecken zurückgelegt werden, was mit beträchtlichen Kosten verbunden ist. Die indigenen Gemeinschaften verfügen nur über spärliche Mittel. Die Kosten für die Arbeit eines indigenen Monitoring-Spezialisten belaufen sich pro Monat auf CHF 115.–. Wir möchten gerne 6 Monitoring-Spezialisten für die Dauer eines Jahres unterstützen. Für Ihre Spende danken wir Ihnen jetzt schon ganz herzlich.
Aurélien Stoll und Jeremy Narby
Übersetzt von Marina Bentele