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Gebet um Genesung und Psalm 23. auf Rezept
Wenn es um das Thema Gesundheit geht, suchen viele US-Bürger Unterstützung in höheren Sphären: Im Zuge einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung der Harvard Medical School gaben 35 Prozent der 2'055 befragten Amerikaner an, bereits für ihr Wohlergehen gebetet zu haben.
Von diesen Teilnehmern kommunizierten drei Viertel mit einem höheren Wesen, um Gesundheit zu bewahren und Krankheiten hintanzuhalten, während sich 22 Prozent dadurch Besserung oder Heilung bestimmter Erkrankungen erhofften.
Wie Anne M. McCaffrey und Kollegen in den «Archives of Internal Medicine» berichten, zeigten dabei Patienten mit Depressionen, chronischen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsproblemen oder Allergien eine stärkere Neigung zu Gebeten. Gegenüber Arzt oder Ärztin erwähnte allerdings nur jeder Zehnte den Versuch der spirituellen Gesundheitsförderung.
Die Bostoner Wissenschafter leiten daraus die Empfehlung ab, dass Mediziner ihre Patienten unvoreingenommen und ohne zu werten über ihre Spiritualität befragen sollten. Wisse man beispielsweise über die tiefe Gläubigkeit eines Patienten Bescheid, verbessere dies das Verhältnis zwischen Arzt und Patient.
Menschen könnten sich im Gebet «etwas Grösserem» zuwenden, so vermutet die Studienleiterin, weil sie darin eine Möglichkeit sehen, mit den Gegebenheiten besser umzugehen: So könne das Gebet dabei helfen, eine Krankheit zu akzeptieren und das Gefühl einer krankheitsbedingten Isolation zu verhindern. Von jenen Gläubigen, die zur Besserung spezifischer Probleme gebetet hatten, beurteilten 69 Prozent das Unterfangen als «sehr hilfreich».
Die Ergebnisse der Studie sind in der neuesten Ausgabe des US-Journals «American Medical Association» veröffentlicht.
Krebsspezialist verordnet «dreimal täglich Psalm 23»
Der Krebsspezialist Prof. Dr. Helmut Renner verordnet Patienten, die er medizinisch nicht heilen kann, das Gebet des 23. Psalms. Dies sei ein «ganz wunderbarer Psalm für Krebspatienten», sagte Renner dem christlichen Ratgebermagazin «Neues Leben». Manchmal verordnet er diese Psalmslesung sogar handschriftlich auf einem Rezept. Gerade Krebspatienten müssten sich mit der Sinnfrage des Lebens auseinander setzen. Und auch für Patienten, bei denen die Angst vor dem Tod im Vordergrund stehe, vermittle dieser Psalm «Raum für Hoffnung».
Renner, Leiter der Praxis und Klinik für Strahlenmedizin am Klinikum Nürnberg, ist davon überzeugt, dass bei einer ganzheitlichen Behandlung immer auch die psychische Situation eines Patienten berücksichtigt werden müsse. Dabei habe sich das Gebet als wirksame Therapie erwiesen: «Es ist eine zusätzliche Hilfe.»
Renner ist ausserdem davon überzeugt, dass letztlich «für jeden medizinisch behandelten Patienten gebetet werden müsse». Er verweist auf US-Studien, aus denen eindeutig hervor gehe, dass Gebet bei der Heilung helfe. Für die Christen bedeutet dies, dass sie verstärkt «stellvertretend für andere beten und die Aufgabe der Fürbitte übernehmen» sollten.
Renner selber gehört zu einem Gebetskreis in seiner Klinik, der sich aus Ärzten und Patienten zusammen setzt. In dem Kreis werde allgemein für die Arbeit auf der Station, aber auch gezielt für einzelne Krebspatienten gebetet.
Renner räumt ein, dass Spontanheilungen durch Gebet möglich seien, doch für ihn sei es auch eine Gebetserhörung, wenn eine Krebserkrankung im Frühstadium erkannt und behandelt werden kann: «Gott wirkt eben auch durch die moderne Medizin.»
Und hier also das «Rezept» Psalm 23:
Der gute Hirte
Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen. Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Strasse um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Deine Güte und Liebe werden mich begleiten mein Leben lang; in deinem Haus darf ich für immer bleiben.
Datum: 30.04.2004
Quelle: American Medical Association / Netdoctor / Kipa