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Stadttauben in Bern
Die Stadt Bern strebt einen kontrollierten und gesunden Taubenbestand an.
Geschichte
In den 1980- und 1990-er Jahren hatte die Stadt Bern eine Taubenpopulation von über 10’000 Tieren. In der Folge etablierte der Tierpark Bern ein Taubenmanagement, das sich positiv auswirkt: heute umfasst die Taubenpopulation noch rund 1’500 Vögel.
Ein neues Taubenkonzept
Der Gemeinderat der Stadt Bern hat im Dezember 2010 entschieden, die Zuständigkeit für die Taubenkontrolle der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie und damit dem Tierpark Bern zu übertragen. Ein neu ausgearbeitetes Taubenkonzept umfasst ein Taubenmanagement mit einer kontrollierten und gesunden Taubenpopulation.
Zur Biologie der Stadttaube
Die Stadttaube stammt von der Felsentaube (Columba livia) ab. Die Felsentaube wurde vom Menschen eingefangen, zur Haustaube weitergezüchtet und als solche ausgewildert. Während die Felsentaube in abnehmenden Beständen vom Aussterben bedroht ist, wurde die Stadttaube vielerorts zum Problem.
Was für die Felsentauben die Felsklippen des Mittelmeerraumes waren, sind für die Stadttauben die Gebäude der heutigen Städte auf der ganzen Welt. Hier finden sie alles, was sie zum Leben brauchen: Nahrung und geschützte Nistgelegenheiten.
Das Nahrungsspektrum der Felsentaube reicht von Sämereien und Knospen über Beeren bis zu Insekten und Würmern und ist damit sehr breit. Auch wenn Stadttauben sehr flexibel mit dem Nahrungsangebot der Städte umgehen können, leidet ihre Gesundheit, wenn sie sich nur von menschlichen Abfällen wie zum Beispiel Brot oder auf die Strasse geworfenes Essen ernähren.
Tauben sind bereits im Alter von 6 Monaten fortpflanzungsfähig. Meist lebt ein Taubenpaar in lebenslanger Monogamie. Das Männchen lockt sein Weibchen zum Nistplatz auf Felsvorsprüngen, Felsspalten und Höhlen – in den Städten sind dies Simsen, Zwischenräume, Innenräume von Gebäuden oder Balkone. Die Partner bauen das Nest gemeinsam.
Ein Gelege besteht meist aus zwei rein weissen Eiern und wird von beiden Partnern 18 Tage lang bebrütet. Nestlinge werden von beiden Eltern gepflegt und mit Kropfmilch gefüttert. Mit 25 Tagen verlassen die Jungen ihr Nest. Nach nur weiteren 5 Tagen sind sie flugfähig und wenig später selbständig. Ein Paar kann pro Jahr zwischen 8 und 12 Bruten aufziehen.
Unter einem guten Taubenmanagement können Stadttauben 8 bis 12 Jahre alt werden (Zahlen Stadt Bern). Ohne Pflege liegt die Lebenserwartung bei 2 bis 3 Jahren.
Stadttauben werden zum Problem für den Menschen, wenn sich grössere Ansammlungen an Orten bilden. Unerwünscht gefüttert kommt es zu einer hohen Verschmutzung an Gebäuden, Plätzen etc. Eine Taube produziert pro Jahr 10kg Kot. Bei nicht tiergerechter Fütterung verändert sich der Kot und bleibt an Oberflächen kleben. Die Reinigung von Gebäuden und anderen Oberflächen wird dadurch stark erschwert.
Die Massnahmen reichen in vielen Städten von Fütterungsverboten, mechanischen Abwehrmitteln wie Netzen, Nadeln oder Drähten als Lande-Hindernis, über das Abschiessen, bis zur aktiven Bejagung durch Falkner.
In Bern wird die Taubenpopulation durch 8 betreute Taubenschläge mit kontrollierter Fütterung, Eierkontrollen, eine jährliche Taubenzählung, eine jährliche Taubenimpfung und Sterilisation der männlichen Stadttauben kontrolliert.
Die acht Taubenschläge befinden sich in der Altstadt Bern, sowie in der Peripherie (Mattenhofquartier, Holligen, Ostring, Kirchenfeld).
Weiterführende Informationen
Falls Sie mehr über die Berner Stadttauben und das Taubenmanagement erfahren und wissen wollen, dann kommen Sie an eine Führung oder nehmen Sie an der jährlichen Taubenzählung teil. Die diesjährige Taubenzählung findet am 11. September 2024 statt.
Die Taubenführung findet statt am:
09. August 2024, 17:00h, Treffpunkt Bärenpark (weitere Informationen demnächst)
Fragen zu Führungen direkt an: <email-pii>
Fachinformationen für andere Städte
Haben Sie weitere Fragen zu den Stadttauben Bern, dann erreichen Sie uns von Mo.–Fr. von 09:00-12:00 unter +41 79 363 47 88.
Die häufigsten Fragen zu den Berner Tauben
Falls Sie eine verletzte Taube finden, melden Sie sich bitte beim Wildhüter (Telefon 0800 940 100). Für verletzte Wildtiere ist laut Art. 23 der Jagdverordnung (JaV 922.111) die Wildhut zuständig. Wichtig ist, dass verletzte Tauben erste behändigt werden dürfen, wenn die Wildhut informiert wurde.
Tauben lösen bei Menschen ganz unterschiedliche Gefühle aus: Die einen füttern sie, andere brauchen Ausdrücke wie «Ratten der Luft».
Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass eine falsche Fütterung wie zum Beispiel Brot oder ungeeigneten Körner, Krankheiten auslösen können. Wer in guter Absicht Tauben mit Brot und Körnern füttert, treibt sie nicht selten in die Zuckerkrankheit. Dies ist mit einem Menschen vergleichbar, der einen zu hohen Anteil an Kohlehydraten zu sich nimmt. Aus diesem Grund werden die Tauben in betreuten Taubenschlägen mit vollwertiger, artgerechter und ausgewogener Nahrung durch den Taubendienst des Tierparks Bern versorgt.
Führt die Präsenz von Tauben zu Verunreinigung an ihrem Privateigentum, dann können Schädlingsbekämpfer zur Unterstützung angefragt werden.