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Kommentar: Hans Peter Bernet
Die Urga ist ein langer Stab, der, am vorderen Ende mit einer grossen Schlaufe versehen, dem mongolischen Viehzüchter dazu dient, vom Pferd aus Tiere einzufangen – und auch die Frau, wenn er mit ihr Sex haben will. Vorausgesetzt, sie lässt sich auf dieses Spiel ein, denn sie reitet genauso schnell und gekonnt wie ihr Mann. Warum aber bringt Bauer Gombo von seinem Besuch in der Stadt keine Präservative mit, wie es ihm seine Frau aufgetragen hat, sondern ein Fahrrad und einen Fernseher? Was will die Frau, und was will Gombo? Und was will der Lastwagenfahrer, der sich in der Steppe verirrt und den Gombo rettet? In eindrücklichen Bildern lässt Nikita Michalkow zwei Kulturen mit all ihren Versuchungen und Widersprüchen aufeinanderprallen. Für „Urga“ erhielt er in Venedig den Goldenen Löwen.