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<h2>SubmittedText<h2><p>Seit der Umstellung des Fahrplans sind die Bahnverbindungen ins Basso Mendrisiotto unbefriedigend. Denn seit dem Dezember 2017 dauert die Fahrt zwischen Chiasso und Lugano durchschnittlich länger: In Mendrisio muss man zum Teil umsteigen (und die Unterführung benutzen, um vom Gleis 4 zum Gleis 1 zu gelangen), zahlreiche Züge halten sechs Minuten, weil die Flügelzug-Kompositionen von und nach Varese aufgeteilt oder zusammengeführt werden müssen, und die Anschlüsse sind bei Verspätungen von Zügen aus Italien nicht garantiert.</p><p>Die Verschlechterung ist noch markanter, wenn man von der Innerschweiz ins Basso Mendrisiotto fährt: Die dank dem Basistunnel gewonnene Zeit verliert man gleich wieder, weil die meisten Intercity-Züge nur bis Lugano fahren. So ist der Endbahnhof des IC 2 887, der um 19.32 Uhr in Zürich abfährt, Lugano (auch wenn der Zug anschliessend möglicherweise als leere und geschlossene Komposition noch bis Chiasso fährt); diese Verbindung wird gern von Pendlerinnen und Pendlern genutzt, etwa von zahlreichen Tessiner Studentinnen und Studenten im Besitz des Gleis-7-Abos. Um weiter Richtung Süden zu fahren, wartet man zuerst in Lugano 16 Minuten auf den Tilo, steigt in Mendrisio wieder aus und wartet nochmals 8 Minuten auf einen anderen Tilo, der dann nach Chiasso fährt. Sprich, wer um 21.48 Uhr in Lugano ankommt, braucht nochmals 52 Minuten für die Strecke bis Chiasso (25 Kilometer). Ich möchte noch darauf hinweisen, dass die SBB empfehlen, den IC 2 887 um 19.32 Uhr zu benutzen, da der EC 25 nach Mailand, der um 19.09 Uhr abfährt, immer "stark belegt" ist.</p><p>Chiasso und Balerna sind im Durchschnitt gut frequentiert, was auch dadurch begünstigt wird, dass den Zugkundinnen und -kunden Park-and-Ride-Parkplätze zur Verfügung stehen. Dennoch entsteht der Eindruck, dass die SBB und Tilo die Stellung dieser beiden Bahnhöfe, die im Regionalverkehr schliesslich etabliert sind, schwächen. Das Problem ist bekannt, verschiedene Gemeinden des Basso Mendrisiotto haben Stellung bezogen, und Astuti, die Tessiner Sektion von Pro Bahn Schweiz, sammelt Unterschriften für eine Petition zum Thema.</p><p>Aus diesen Gründen stelle ich dem Bundesrat die folgenden Fragen:</p><p>1. Welche Strategie verfolgen die SBB künftig in Bezug auf den internationalen Bahnhof Chiasso?</p><p>2. Was ist - insbesondere angesichts der zahlreichen SBB-Kundinnen und -Kunden - vorgesehen, um die Bahnverbindungen vom und ins Basso Mendrisiotto zu verbessern? </p><p>3. Welche durchschnittlichen Fahrzeiten zwischen Chiasso und Zürich (beide Richtungen) sind nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels vorgesehen, und wie wird der Fahrplan aussehen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat hat das zuständige Amt damit beauftragt, die Strategie zum internationalen Bahnhof Chiasso mit den SBB und in Zusammenarbeit mit den italienischen Partnern zu erörtern.</p><p>Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 wurde die Linie Mendrisio-Varese(-Malpensa) für den Personenverkehr in Betrieb genommen. Damit wurde Mendrisio zu einem wichtigen Umsteigeknoten im Regionalverkehrsnetz der Tessiner S-Bahn Ticino-Lombardia (Tilo). Um den Reisenden optimale Anschlüsse zu gewährleisten, musste die Aufenthaltszeit der Züge in Mendrisio um einige Minuten erhöht werden.</p><p>Mit Intercity-Verbindungen (IC) im Laufe des Tages ab Chiasso würde das Rollmaterial nicht effizient genug eingesetzt: Um die Einhaltung des IC-Fahrplans sicherzustellen, müssen die Züge im Bahnhof Lugano nämlich schnell wenden können. Deshalb enden die meisten IC-Verbindungen im SBB-Bahnhof Lugano. Für die Weiterfahrt ins Basso Mendrisiotto stehen ausschliesslich die Tilo-Verbindungen zur Verfügung. Dieser unbefriedigende Fahrplan ist jedoch provisorisch und gilt während der Übergangszeit zwischen der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels und der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels. Die Option, das Basso Mendrisiotto mit Fernverkehrszügen anzubinden, ist nur möglich, wenn die in der Nacht im Bahnhof Chiasso abgestellten Züge dafür eingesetzt werden. Ab diesem Jahr wird am Abend eine zusätzliche Verbindung angeboten.</p><p>2. Die Fahrplangestaltung in der Übergangszeit zwischen der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels und der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels unterliegt Einschränkungen, die mehreren Faktoren geschuldet sind, insbesondere den zahlreichen grossen Baustellen für den Ausbau und die Modernisierung der Zulaufstrecken zu den beiden Basistunnels. Die Eröffnung des Ceneri-Basistunnels wird eine Erhöhung der Anzahl Verbindungen, noch kürzere Fahrzeiten und neue Züge auf den Fernverkehrsstrecken mit sich bringen. In Mendrisio sind mit einem neuen Perron und der Verlängerung der Personenunterführung wichtige Ausbauten geplant. Die kantonale Planung sieht zudem vor, die Umsteigeknoten zwischen Bahn und Bus in Chiasso und in Mendrisio zu realisieren.</p><p>Der aktuelle Fahrplan ist zweifellos strukturiert und erfordert noch einige Korrekturen. Ausserhalb der Hauptverkehrszeiten ist insbesondere die Verlängerung der zweiten, jeweils zur halben Stunde verkehrenden S10 zwischen Mendrisio und Chiasso vorgesehen, ohne dass die Reisenden in Mendrisio umsteigen müssen. Zusätzlich werden am Nachmittag zur Vermeidung von Anschlussbrüchen in Mendrisio auch einige Regio-Express-Züge, die aus Mailand kommen, bis nach Lugano geführt. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch beim Kanton.</p><p>3. Reisende aus dem Basso Mendrisiotto erreichen Zürich ab Dezember 2020 in 2 Stunden 40 Minuten im Stundentakt. Die Möglichkeit, die Endhaltestelle der IC-Züge nach Chiasso oder möglicherweise nach Mendrisio zu verlegen, ist noch zu prüfen.</p>  Antwort des Bundesrates.