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Vor 50 Jahren, am 31. Dezember 1967, hat Fredi Hiestand den Grundstein für die spätere Grossbäckerei und die heutige Aryzta gelegt. Die Idee des Frischback-Gipfels war revolutionär. Doch heute steckt Aryzta in der Krise.
Es ist genau 50 Jahre her, als Alfred Hiestand seinen Traum wahrmachte: Der Bauernsohn und gelernte Bäcker wollte ein eigenes Unternehmen. Doch das Geld fehlte. Hiestand chauffierte darum so lange Gäste im Taxi herum, bis er 5000 Franken beisammen hatte. 24-jährig war er damals.
Schwerer Anfang
Doch der Anfang in den Räumen einer ehemaligen Wäscherei im Zürcher Oberland und mit gebrauchten Maschinen war schwer. Kaum 200 Franken Umsatz machte Hiestand mit seinen Produkten. Die Idee, auch Restaurants mit Brot zu beliefern, war eher eine Idee aus der Not.
Hiestand machte in den 70er Jahren dann die ersten Versuche mit Massenproduktionen. Das war riskant: Die Kosten für die Anlage beliefen sich auf 16'000 Franken. Und die erwartete Stückzahl von 2800 pro Tag erreichte Hiestand nur etwa zur Hälfte. Doch immerhin blieb die Qualität konstant hoch.
Seine eigentliche Pionierleistung war die Erfindung des Aufbackgipfels. Anfänglich belieferte er nur andere Bäckereien, später verhalf er damit Tankstellen zu Erträgen. Wurde er von der Branche zuerst noch kritisiert als «Totengräber der Bäcker», wurde er in der Öffentlichkeit bald zum «Gipfelikönig».
Mit der Eröffnung der Grossproduktion in Schlieren wuchs das Unternehmen rasant. Machte Hiestand 1987 beispielsweise noch 12 Millionen Umsatz, waren es 10 Jahre später bereits 100 Millionen Franken. Hiestand eröffnete Produktionen in Deutschland, Österreich, Polen und sogar in Malaysia. 1997 brachte Fredi Hiestand das Unternehmen an die Börse.
Nachträglich bezeichnet er den Börsengang als Fehler. Die Unternehmenskultur habe sich verändert, es zähle die Gewinnmaximierung. «Man verliert den Verstand», sagte er einmal in einem Interview.
«Wie wenn man der Mutter das Kind nimmt»
2008 fusionierte Hiestand mit der irischen IAWS. Die neue Gruppe, die Aryzta AG, beschäftigte 8000 Mitarbeitende. Bereits zuvor war IAWS an Hiestand beteiligt: Fredi Hiestand selbst hatte seine Aktien an das irische Unternehme abgetreten. «Wie wenn man einer Mutter das Kind nimmt», sagte er später in Interviews. Hiestand gründete nach dem Aktienverkauf 2003 sein eigenes Unternehmen Fredy's.
Aryzta ist heute ein internationaler Grosskonzern, der vor allem in den USA mit Problemen kämpft. Unter dem Strich resultierte im Geschäftsjahr 2016 ein Reinverlust von 907.8 Millionen Franken. Wegen der miserablen Geschäftszahlen musste der ehemalige Unternehmenschef Owen Killian den Konzern Ende März verlassen.
Aryzta gehört nebst Swiss Re zu den beiden einzigen Aktien der Top 30, welche das Jahr 2017 mit einem negativen Jahressaldo abschliessen. (sda)