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Gulnara Karimowa war Botschafterin ihres Landes bei der UNO in Genf. Ihr wurden im Oktober 2012 Verwicklungen in einen Korruptionsskandal vorgeworfen. Als Diplomatin konnte sie jedoch von der Schweizer Bundesanwaltschaft nicht belangt werden.
Die Schweiz habe im Zusammenhang mit den Vorwürfen 600 Millionen Franken eingefroren, sagt der Journalist Marcus Bensmann im Gespräch mit SRF. «Es geht um Schmiergelder, die von einer schwedischen Gesellschaft bezahlt worden seien, um sich den Zugang zum usbekischen Markt zu sichern», sagt er.
Neben dem bei einer Schweizerischen Privatbank gesperrten Geld habe seien weitere Gelder beschlagnahmt worden sowie Schmuckstücke und Gegenstände. «Dass sie vom Botschaftsposten abgezogen wird, deutet darauf hin, dass sich die Schlinge um Karimowas Hals enger zusammenzieht», sagt der Journalist. Auch in Frankreich und in Schweden seien die Untersuchungen weitergetrieben worden.
Ein Land als Familienbetrieb
«Gleichzeitig mit dem Geldskandal sieht man in Usbekistan ein Machtgerangel um die mögliche Nachfolge des Vaters», sagt Bensmann. Islam Karimowa regiert das Land seit 1989. Er habe den Staat praktisch in ein Familienunternehmen umgewandelt. Sämtliche wichtigen Einkünfte flössen in die Familienkasse. Auch die Nutzung der Rohstoffe werde von der Familie kontrolliert, so Bensmann. «Gulnara Karimowa hat sich Chancen ausgerechnet, die Nachfolge ihres Vaters antreten zu können.»
Im Machtkampf unterlegen
Doch wenn Usbekistan als Staat nicht mehr bereit ist, Karimowa diplomatischen Schutz zu gewähren, scheine sie in dem Kampf um die Nachfolge zu unterliegen, sagt der Usbekistan-Kenner. Ohne Diplomatenpass kann sie nicht mehr nach Europa reisen. Tut sie es doch, droht ihr ein Strafverfahren wegen dem Korruptionsskandal.
«Ich vermute, dass die Entscheidung Gulnara Karimowa abzuberufen, nicht auf Grund von Druck aus Bern zu Stande gekommen ist», sagt Bensmann. «Vielmehr richtet sich der interne Machtkampf im Usbekistan zurzeit gegen sie.»