Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03405.jsonl.gz/1977

Wülflinger Wirtschaften
Im Jahr 2010 hat der Verein Dorfmuseum Wülflingen eine Publikation veröffentlicht. Sie zeigt auf 80 Seiten die Geschichte der Wülflinger Gasthöfe und Wirtschaften auf. Aus diesem eindrücklichen Werk hat winterthur-glossar.ch eine Auswahl getroffen und in einer Darstellung früher/heute aufgezeigt.
Restaurant Bären
Im alten Dorfkern, der nach wie vor einen bäuerlichen Charakter hat, steht das langgestreckte, dreiteilige Haus mit einem Satteldach und kecken Lukarnen. Von der langjährigen Besitzerfamilie wohnte bis 1978 Eddy Müller, „dä Bärewirtli“, im Haus. 1979 kaufte Architekt Adrian Brunner die Liegenschaft. Er baute sie sorgfältig um und richtete Läden und am südlichen Ende wieder ein Restaurant ein. Nach wie vor ist der „Bären“ ein beliebtes Wirtshaus.
Angaben zum Brunnen siehe Winterthur-Glossar „Brunnen in Wülflingen“
Wirtschaft zur Blume
Das Wohnhaus mit Restaurant wurde 1877 erstellt und ist in der ursprünglichen Gestalt weitgehend erhalten. Gegen die Wülflingerstrasse präsentiert der neoklassizistische Bau eine vierachsige Trauffassade. Die beiden mittleren Achsen werden von einem Risaliten eingefasst, der im Dachstock in einen Quergiebelaufbau übergeht. Die beiden Haustüren der mittleren Achsen werden über Aussentreppen erschlossen.
Rechts neben dem Restaurant war bis zum 31. März 1988 ein Herren-Coiffeursalon eingerichtet. Dort wurde anschliessend ein zum Restaurant zugehöriges Säli angegliedert. Rechts neben dem Haus war eine Gartenwirtschaft.
Ende Mai 2014 war Schluss mit dem Restaurant Blume in Wülflingen.
Hotel Hessengüetli
1928 übernahm Gottfried Morf die gut gehende Gaststätte. Neben dem alten Gebäude errichtete er das heutige Haus mit dem ehemaligen Restaurant. Im grossen Umgelände gab es eine stimmige Gartenwirtschaft. Im Jahr 1957 übernahm sein Schwiegersohn Walter Bär-Morf den Betrieb. Mit der Einrichtung einer modernen Kegelbahn und weiteren Veränderungen entstand aus dem ländlichen Gasthof ein städtisches Restaurant.
Ab 1961 bis 1990 gaben sich neun Pächter die Klinke in die Hand. 1991 kam ein grosser Aufschwung als Nguyen Van Lam ein Indonesisches Restaurant einrichtete. Das Angebot von asiatischem Essen war damals noch klein, umso mehr hatte das Hessengüetli Erfolg. Ohne Anmeldung bekam man selten einen Tisch. Als grosser Fussball-Fan knüpfte Van Lam viele Bande in die Fussballkreise hinein. Nach einigen Jahren kam das Aus. Heute wird das Hessengüetli nur noch als Hotel geführt.
Taverne zum Hirschen
Die erste Erwähnung der Taverne geht auf das Jahr 1530 zurück. Die bei der Kirche gelegene Taverne war im Besitz des Wülflingers Gerichtherrn Hans Heinrich Steiner. 1619 kaufte Jakob Flach die Gebäulichkeiten und wirtete in der einzigen Wülflinger Gaststätte. Die Inhaber hatten dem Gerichtsherrn jährlich das Taffärengeld zu entrichten. Diese „Steuer“ sicherte das Recht, dass keine weitere Wirtschaft in Wülflingen entstehen durfte. Dieses Tavernenrecht beinhaltete auch die Bewilligung warme Speisen und Beherbergung anzubieten. Nach vielen Besitzerwechseln kam das Wirtshaus 1698 zu Hans Conrad Wuhrmann. Er gab ihr den neuen Namen „Zum weissen Kreuz“. Ferner erstellte er einen neuen Gebäudeteil als Anbau. Mitte des 18. Jhdt. übernahm Bernhard Winkler bzw. dessen Tochter Barbara Tobler-Winkler das Gasthaus, das nun „Taverne zum Hirschen“ genannt wurde. Zahlreiche weitere Besitzer- und Pächterwechsel standen an.
Anfangs der 1920er-Jahre nahm Ida Benz eine Stelle im Hirschen an. Sie wollte nicht mehr weg und kaufte mit grosszügiger Unterstützung ihrer Geschwister den Gasthof. Das Geschäft florierte bestens, sodass die tüchtige Ida Benz die Schulden bald abzahlen konnte. Sie heiratete 1929 Emil Perret, den Zimmerherrn aus dem Nachbarhaus. Ida kümmerte sich weiterhin um die Wirtschaft. Emil besorgte den Milch- und Käsehandel. Die zwei Kinder halfen früh mit und traten in die Fussstapfen des Vaters, der bereits mit 49 Lebensjahren verstarb. Emil Perret junior heiratete 1956 Thea Geier, die zusammen den Hirschen in eigener Regie übernahmen, als sich 1960 Mutter Ida Perret (†1978) zurückzog. In dritter Generation 1984 kam Emil Perret (†2009) als gelernter Koch ins Geschäft. 2004 kauften die Perrets die „Alte Post“ dazu und eröffneten nach einem Umbau die First Choice Bar, die von Andreas Perret (vierte Generation) betrieben wird.
Restaurant Monte Civetta, vormals Restaurant Frieden
Seit wann das Restaurant Frieden bereits betrieben wird ist nicht bekannt. Fest steht das 1930 eine Familie Wädenswyler das Haus mit dem Restaurant von einem Hans Berger gekauft hat. Die Familie Wädenswyler führte das Restaurant, später auch mit einer Kegelbahn, bis1946. Anschliessend folgten verschiedene Pächter.
Am 1. Oktober 1987 wurde die Wirtschaft in „Monte Civetta“ umgetauft und von Renato Dauru als Pizzeria betrieben. Nach verschiedenen Pächterwechseln läuft das Lokal unter dem Namen „Alfredos Monte Civetta“ und schreibt über sich selber: „Das Restaurant-Pizzeria Monte Civetta bietet Ihnen in einer sehr gemütlichen Atmosphäre alles was das Herz eines Freundes der Italienischen Küche höher schlagen lässt: Von Pizzas, hausgemachten Teigwaren und Fleisch bis zu Fischgerichten. Bei schönem Wetter bietet sich die Gartenwirtschaft zum Speisen im Freien an.“
Restaurant Neuburg
Das Restaurant Neuburg hat eine lange Geschichte. Heute ist noch bekannt, dass eine Familie Baltensperger während 60 Jahren die Wirtschaft, den dazu gehörenden Bauernhof und den Dorfladen führte. 1904 kam es zu einem Wechsel. Bis 1916 war die Familie Friedrich Krebs Besitzer. Es folgten bis 1936 Familie Huber, bis 1946 Familie Schenkel, nun ohne den Bauernbetrieb. 1946/47 führte Witwe Steiner vom Stadtrain die Wirtschaft. Es folgte von 1947 bis 1978 die Familie Albert Steiner.
In der Scheune, heute ganz linker Hausteil, waren bis 1936 für die Dorfbewohner ein Waschhaus, ein Schlachthäuschen, eine Brennerei und eine Werkstatt untergebracht. Der kleine Schopf im Garten war eine Kegelbahn.
1978 kaufte die Stadt Winterthur die Liegenschaft. Verschiedene Pächter führten das Lokal. 2007 kam Iwan Poffet in den Besitz des Hauses. Seither führt er das Restaurant auf hohem Niveau.
Restaurant Schlosshof
Um 1900 führte eine Familie Rüegg den Schlosshof und bewirtschaftete auch den angeschlossenen Bauernhof. Auch eine Trotte und ein grosser Rebberg gehörten dazu. Die Trotte war Teil des alten Schlosshofes, der auf der anderen Seite der Töss stand,. Dieser wurde 1834 durch das Spitalamt Winterthur abgebrochen. Der ehemalige Schlosshof hiess ursprünglich Bauhof und wurde vom Schlosshofbauer bewirtschaftet. Der „neue“ Schlosshof, rechts der Töss, wurde 1837 erbaut und kam neben die alte Trotte zu stehen.
Die Trotte stammte wahrscheinlich aus dem Anfang oder der Mitte des 17. Jhdt. Der über 300 Jahre alte Bau wurde 1962 abgebrochen. Er musste dem Parkplatz weichen. Das Restaurant Schlosshof Indochina, wie es heute heisst, überzeugt heute mit fernöstlichen Speisen (darunter chinesische, vietnamesische und indonesische Küche).
Restaurant Sporrer
Das heute weitherum beliebte Ausflugsziel Restaurant Sporrer geht nicht als Restaurant, aber mit erster schriftlicher Erwähnung als Domizil auf 1813 zurück. Es war ein Bauernhof, der von Jakob Benz, genannt „Göggel“ 1802 erbaut wurde. 1814 verkaufte er die Liegenschaft an Jakob Sulzer, Cantons-Fürsprech von Winterthur. Nach 1823 folgten verschiedene Besitzerwechsel. 1880 erhielt der damalige Besitzer das Wirtschaftspatent. Um 1887 wurde umgebaut. Damals dürfte der Vorbau, die „Laube“ die der Wirtschaft das Spezielle gab, entstanden sein. Im November 1942 kamen die Liegenschaften Wirtschaft, Scheune, Stall und Schopf in den Besitz der Stadt. Manches Fest mit Musik und Tanz fand unter den schattigen Bäumen statt. Die letzte Pächterfamilie war Gottfried Wittwer-Boo. Vater und Sohn betreuten den Landwirtschaftsbetrieb, während Tochter und Schwiegertochter sich dem Restaurant widmeten.
Wegen wirtschaftspolizeilichen Beanstandungen musste das Restaurant im Herbst 1970 geschlossen werden. Wenig später wurde das Hauptgebäude abgebrochen.10 Jahre später erfolgte am 10. März 1980 der Spatenstich für ein neues Gasthaus. Im Frühjahr 1981 wurde der neue Sporrer in Betrieb genommen. Die ersten Pächter waren Alfred Ruf mit Familie. Im September 1999 übernahmen Emanuel und Bettina Bosshart das Zepter. Im April 2005 konnten die Bosshart’s den Sporrer kaufen. 2009, zum 10-jährigen Wirtejubiläum, wurde die ganze Liegenschaft auf Vordermann gebracht. Mit einem neuen grossen Wintergarten schaffte man mehr Gästeplätze. Der grosse romantische Kinderspielplatz blieb selbstverständlich erhalten.
Restaurant Taggenberg
Die „Wirtschaft zum Taggenberg“ liegt an prächtiger Aussichtslage mit Blick auf die Stadt. Zum Restaurant gehörte bis 1893 auch noch ein Bauernbetrieb. Aus der Geschichte ist erhalten geblieben, dass 1875 Johann Steiner an dieser Stelle eine Weinschenke eröffnet hat. Ab 1893 lösten sich verschiedene Wirte auf dem Taggenberg ab. 1913 wurde Wohnhaus und Wirtschaft durch einen Vollbrand zerstört. Karl Scheuber liess die Liegenschaft etwas weiter östlich wieder aufbauen. Von 1918 bis 1856 wirtete zwei Generationen lang die Familie Hofmann auf dem Taggenberg. Seit 1952 war die Stadt Winterthur Besitzer. 1956 führte die Familie Ernst Hauser lange Jahre (bis 1973)den Betrieb als typische Bauernbeiz. Speck, Schinken und Schüblinge aus dem eigenen Hofbetrieb waren die Spezialitäten. Es folgte wiederum verschiedenen Wechsel. Ab 1992 kamen Therese und Hans Herzog zum Zuge. Sie führten den Gasthof zum Gourmet-Restaurant. Das hatte zur Folge, dass die Stammgäste aus Wülflingen und die Spaziergänger und Wanderer je länger je mehr ausblieben.
Ab Januar 2000 übernahmen Peter und Margriet Schnaibel den Taggenberg. Er, ein Koch aus dem süddeutschen Raum und sie, eine gebürtige Holländerin blieben dem hohen Standard treu und brachten dem Haus 17 Gault-Millau-Punkte. Somit war der Taggenberg definitiv kein Bauernrestaurant mehr. Auch die Stadt wollte sich zurückziehen und wollte die Liegenschaft abstossen. Die Schnaibels konnten mit der Unterstützung ihrer neuen zahlungskräftigen Stammgästen den Betrieb kaufen und weiterführen. Ende Juli 2010 wandten sich die neuen Besitzer vom Taggenberg ab, um sich neuen Herausforderungen zuzuwenden. Sie blieben aber Besitzer. Der folgende Pächter wirkte aber glücklos, sodass 2012 Margriet Schnaibel zurück kam und den Taggenberg, nun alleine, wieder betrieb und zu neuem Glanz führen will.
Restaurant Tössrain
Nach dem Bahnübergang Wülflingen Richtung Neuburg stand bereits vor 1900 die Wirtschaft und der Bauernhof „Tössrain“. Inhaberin war damals die legendäre Witwe Erb, die den Ton angab und auch gerne politisierte.1935 pachtete Karl Fischer den Betrieb, den er später erwarb. Zusammen mit seiner Gattin führte er die Wirtschaft als volkstümliches Familienrestaurant, das er auch schrittweise umgestaltete.
Nach seinem Tode 1970 übernahm seine Frau Maria und seine Tochter Marianna das Restaurant. 1965 wurde das Aussenareal durch einen kleinen Tierpark ergänzt. Eine Minigolf-Anlage und ein Kinderspielplatz bereichern das Angebot. Marianna Fischer führt das Restaurant inzwischen alleine, nachdem ihre Mutter 1998 verstorben ist.
Kulturort Weiertal (früher Restaurant Weiertal)
Das heute noch bestehende Wohnhaus wurde 1580 vom Meyer von Neuburg, Dienstleute des Konstanzer Domstifts, erbaut. Im Jahre 1758 brannte es erstmals ab. Es wurde aber durch Hans Meyer-Bäntz und Hans-Ulrich Meyer-Bäntz wieder aufgebaut. Der dazu nötige Vertrag unterschrieb Oberst Salomon Hirzel, Gerichtherrn zu Wülflingen. Nach verschiedenen innerfamiliären Besitzerwechseln übernahm Frieda, eine Meyer-Tochter inzwischen verheiratet mit Arnold Winkler, die Liegenschaften. 1924 wurde eine Wirtschaft in Betrieb genommen. 1968/69 übernahmen die Tochter Emmy die Wirtschaft und die Söhne Arnold und Walter den Gutsbetrieb. Die Wirtschaft entwickelte sich zu einer beliebten Landbeiz. 1982 verkauften die Geschwister Winkler die Liegenschaften an die Familie Richard und Maja von Meiss-Grob. Richard von Meiss ist ein Nachkomme eines einstigen Wülflinger Gerichtherrn (1655-1734).
Die Wirtschaft wurde damit wieder zu einem Privathaus, was weitherum sehr bedauert wurde. Das Restaurant Weiertal war nicht nur Treffpunkt gewesen, sondern auch Ort des Theaterspiels. Arnold Winkler hatte dazu selber ein Schöpfli, das in eine Bühne umfunktioniert werden konnte, errichtet.
Kultur im Weiertal ging aber nicht verloren. Im Jahr 2000 eröffnete Maja von Meiss die sogenannt Wyschür als Begegnungsort. Dazu wurden Kunstausstellungen organisiert, die interessierte Besucher aus nah und fern anzogen. Seit 2009 wird alle zwei Jahre eine grosse Skulpturen-Ausstellung im reizvollen Park organisiert. Die ehemaligen Pferdestallungen baute man zu Galerieräumen um, in denen Kunstwerke aller Art gezeigt werden. Konzerte und Lesungen ergänzen das Programm des Kulturortes Weiertal.
Wirtschaft zum Frohsinn
Die Wirtschaft zum Frohsinn, direkt neben dem alten Schulhaus an der Eulach gelegen, war ein legendäres Restaurant und eine Hochburg der Wülflinger Turner. Im Stadtarchiv wird der Frohsinn erstmals ab 1847 erwähnt. Nach verschiedenen Pächtern und Besitzern kamen 1930 die Familie Lina und Oskar Schalcher in den Besitz der Lokalitäten. Eine Gartenwirtschaft unter schattigen Bäumen und eine Kegelbahn gehörten dazu. Lina Schalcher, zuvor als Köchin in verschiedenen Herrschaftshäusern tätig, verstand es als Frohnatur ihre Gäste mit Speis und Trank zu verwöhnen. Das Säli war auch das Vereinslokal der Turner und Sänger. Wirt Oskar Schalcher war im Turnverein als Oberturner engagiert und im Männerchor stellte er mit seiner Tenorstimme seinen Mann. Das Versammlungs- und Übungslokal war den auch mit unzähligen Vereinstrophäen dekoriert. Auch zur Fasnachtszeit ging es hoch zu und her.
Zum Unternehmen „Frohsinn“ gehörte auch eine Bäckerei. Bis 1946 war ein angestellter Bäcker für die Backstube verantwortlich. Dann übernahm Sohn Werner als ausgebildeter Bäcker-Konditor diesen Bereich. Auch hier stand Vater Oskar nicht zurück. Als Ausläufer mit Velo und einer „Chrätze“ voll Brot bediente er die Kunden von Haus zu Haus. 1962, nach 32 Jahren begaben sich die Schalchers in den Ruhestand. Eine Ära ging zu Ende, dazu auch ein Stück Dorfgemeinschaft von Wülflingen. Die Stadt Winterthur hatte die Liegenschaften gekauft. Die Wirtschaft wurde an verschiedene Pächter übergeben und aus der Bäckerei entstand eine Velohandlung. 1978 war auch diese Episode zu Ende. Das Wirtschaftsgebäude wurde abgerissen und aus dem ausgeebneten Platz wurde ein provisorischer Parkplatz. Dieser ist auch 2013 noch in unedlem Zustand als solcher in Betrieb. Am eifrigsten wird er jeweils am Wülflinger Dorfet als Chilbiplatz genutzt.
Gasthaus zur Linde
Der Gasthof zur Linde ist in den Jahren 1863/64 von Kantonsrat Jakob Bosshard erbaut worden. Wegen Konkurs des Erbauers und verschiedenen Besitzwechseln waren es vorerst unruhige Jahre. Die Wende kam 1871 als die Liegenschaft in den Besitz von Friedensrichter Rudolf Müller, dem Wirt vom „Kreuz“ heute Drogerie schräg vis-à-vis, kam. Er wirtete 20 Jahr auf der Linde. In dieser Zeit entwickelte sich auch die Linde zum beliebten Dorfrestaurant. 1890 übergab Vater Müller die Liegenschaft an seine beiden Söhne Rudolf und Jacques. Als Rudolf den Anteil seines Bruders auch noch übernommen hatte, sollte der Tanzsaal auf Kosten der Heudiele vergrössert werden. Als Ersatz für die Heudiele liess er an der Nordseite eine neue Scheune anbauen. Bei einer Besichtigung der Baustelle fiel er vom Dachstuhl und verunglückte tödlich.
Sein Bruder Jacques kam zurück und übernahm den Betrieb.1902 verkaufte Müller die Linde. Bis 1927 kam es zu neun Besitzerwechsel. 1927 erwarb Familie Wilhelm Müller-Krebs das Gasthaus. Sie wirteten bis 1951 auf der Linde, was der längste Besitz auf diesem Haus war. 1951/52 wurde die Linde in ein Geschäftshaus umgebaut, in dem seit Jahren die Migros ein Verkaufsgeschäft betreibt.
Ergänzende Informationen
Die historischen Angaben und Fotos über die Wülflinger Wirtschaften stammen aus der Publikation „Wülflinger Wirtschaften einst und heute“. Sie wurde 2010 vom „Verein Dorfmuseum Wülflingen“ herausgegeben.
Im wintertur-glossar.ch wird die Geschichte von 13 Wirtschaften im Sammelartikel „Wülflinger Wirtschaften“ und drei (Restaurant Bahnhof, Schloss Wülflingen und Restaurant Wieshof) mit eigenen Artikeln vorgestellt.
Nicht erwähnt werden von den bestehenden Gastwirtschaften Bocciodrom, Pizzeria sa Cosimo, Eulach Treff, Mediterrrano (Weinberg), Rhodos (Feldthal), Santa Maria (Waldau) und das Café Wülflingen. Von den ehemaligen Wirtschaften bleiben unerwähnt: Freihof, Kreuz, Krokus, Metzgerhalle, Reblaube, Rosengarten, Schöntal, Sonnenhof. Thalhof und der Sternen.