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Papaveraceen
(Mohnpflanzen), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Rhöadinen, einjährige und perennierende Kräuter mit Milchsaft, wechselständigen Blättern und vollständigen, regelmäßigen Blüten, welche einzeln auf langen Blütenstielen stehen oder eine Dolde bilden. Der Kelch besteht aus zwei oder drei beim Aufgehen der Blüten bereits abfallenden Blättern; die großen, lebhaft gefärbten, ebenfalls hinfälligen Blumenblätter stehen in der doppelten oder dreifachen Anzahl auf dem Blütenboden und haben unregelmäßig gefaltete Knospenlage.
Die Staubgefäße [* 3] stehen in großer Anzahl in mehreren Kreisen auf dem Blütenboden; der Fruchtknoten ist oberständig, zwei- bis mehrblätterig, einfächerig und mit unvollständigen Scheidewänden versehen. Die zahlreichen amphitropen oder anatropen Samenknospen stehen an einer wandständigen Placenta, welche von den verwachsenen Fruchtblatträndern gebildet wird, oder an den unvollständigen Scheidewänden. Der Fruchtknoten trägt meist unmittelbar eine große, sitzende, scheibenförmige Narbe, welche meist aus so vielen Strahlen besteht, als Fruchtblätter und Scheidewände vorhanden sind.
Die Frucht ist eine Kapsel und zwar entweder schotenförmig, indem sie unter Stehenbleiben der wandständigen Placenta in zwei Längsklappen zerfällt, oder streubüchsenförmig, indem sie mittels Löcher sich öffnet, welche unterhalb der Narbenscheibe sich bilden und mit den Scheidewänden abwechseln. Die zahlreichen, oft kleinen, etwas nierenförmigen Samen [* 4] haben eine krustige Schale, ein fleischig-öliges Endosperm und im Grunde desselben einen sehr kleinen Keimling. Die ca. 60 Arten gehören hauptsächlich der nördlichen gemäßigten Zone, besonders Europa [* 5] und Nordamerika, [* 6] an und sind durch eigentümliche Alkaloide (Morphin, Codein, Narkotin u. a.) und Säuren (Mekonsäure) zum Teil wichtige Arzneipflanzen. [* 7] In den Samen enthalten sie fettes Öl.