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Der frühere französische Ministerpräsident Dominique de Villepin hat den angeschlagenen Präsidentschaftskandidaten François Fillon zum Rücktritt aufgefordert. Beide gehören zum konservativen Lager.
«Er kann nicht mehr Kandidat sein, weil er keinen inhaltlichen Wahlkampf mehr führen kann, um seine Ideen und ein republikanisches und demokratisches Ideal zu vertreten», sagte de Villepin am Freitag im Sender Europe1.
Der Republikaner Fillon steht wegen des Verdachts einer Scheinbeschäftigung seiner Frau auf Parlamentskosten unter Druck. Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der Hinterziehung öffentlicher Mittel. Nachdem Fillon am Mittwoch angekündigt hatte, trotz einer Vorladung durch Ermittlungsrichter seinen Wahlkampf fortzusetzen, sind eine Reihe von Politikern aus den eigenen Reihen von ihm abgerückt.
De Villepin war Chefstratege des Präsidenten Jacques Chirac, während Fillon in der Zeit der Präsidentschaft von Chiracs innerparteilichem Widersacher Nicolas Sarkozy Ministerpräsident war. De Villepin übt keine politische Funktion mehr aus. In einem Gastartikel für die Zeitung «Le Figaro» schrieb er, Fillon führe sein Lager in den Abgrund.
Fillons enger Verbündeter Bruno Retailleau, Fraktionschef der konservativen Republikaner im Senat, verteidigte den Kandidaten. «Es gibt keinen Plan B, das will ich meinen Freunden sagen», betonte er im Sender Europe1. Er wiederholte den Vorwurf des «Versuchs einer politischen Ermordung» Fillons. (sda/dpa)