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Die Anfänge des Internet
Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatten einige Vordenker die Idee, Informationen elektronisch zu vernetzen. So sollten die Menschen bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Technisch war dies damals jedoch nicht realisierbar.
Das Ziel Computer dezentral und dynamisch miteinander zu vernetzen, wurde in den 1960er Jahren vorangetrieben.
Der heute bekannteste Vorläufer des Internet ist das ARPANET. 1969 wurde zum ersten Mal über eine Telefonverbindung eine Nachricht vom Rechner der University of California zum Rechner am Stanford Research Institute geschickt.
Das Internet entstand jedoch aus dem Zusammenwirken verschiedener Projekte und Ereignisse. So entwickelte das Netzprojekt Cyclades ein Protokoll, das verschiedene Netzwerke untereinander verbinden konnte. Durch diese Verbindung konnten Computer über grosse Distanzen miteinander kommunizieren. Das Internet entstand.
Während die ersten Netzwerke für militärische oder wissenschaftliche Zwecke entwickelt wurden, folgten bald auch ökonomische Überlegungen, die die Kommerzialisierung des Internet vorantrieben. So entstand das Internet sowie Internetdienste.
Die Entwicklung von Internetdiensten
Die ersten Internet-Anwender waren Wissenschaftler, Forscher, Computerdepartemente und Hochschul-Bibliotheken.
Durch die Weiterentwicklung der Internetdienste gewann das Internet an Attraktivität. Es wurden Anwendungen entwickelt, die nicht nur für die Wissenschaft interessant waren, sondern für einen weiteren Nutzerkreis. Wie zum Beispiel kleinere Computer oder auch die Öffnung des Internet für kommerzielle Zwecke.
Die verbreitetsten Internetdienste sind E-Mail und das World Wide Web (WWW), das im heutigen Sprachgebrauch häufig mit dem Internet gleichgesetzt wird.
Im Kapitel Internetdienste werden die bekanntesten Anwendungen genauer beschrieben.
Die Entstehung des World Wide Web
In den 1990er Jahren wurde das Internet durch die Entwicklung des World Wide Web (WWW) einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Als Erfinder des WWW gilt Tim Berners-Lee, der 1989 das WWW auf der Basis des Hypertext-Transfer-Protokolls (HTTP) entwickelte.
Seine Idee: Die Anwender sollten bei diesem System nicht nur die Rolle des passiven Konsumenten einnehmen, sondern auch über die Möglichkeit verfügen, Inhalte zu ändern und eigene Informationen ins Netz zu stellen.
Bis dies möglich war, dauerte es jedoch noch eine Weile.
Die Webseiten waren, verglichen mit den heutigen, wenig attraktiv, da sie vor allem textbasiert waren. Es herrschte zudem eine klare Rollenverteilung: auf der einen Seite die Institutionen und Unternehmen als Informations-Produzenten, auf der anderen Seite die Anwender als Konsumenten.
Verbreitet wurde das WWW durch die Verfügbarkeit von grafikfähigen HTTP-Browsern (1993) und die Entwicklung von Suchdiensten für das Internet (1994/1995). Als der Benutzerkomfort stieg, wurde das WWW als Marktplatz für Unternehmen entdeckt und die Anzahl der Angebote im Web nahm rasch zu.
Das Web 2.0
Das Web wie wir es heute kennen, wurde primär durch die massiv gestiegenen Datenübertragungsraten und gesenkten Internetzugangskosten möglich.
Weitere technologische Entwicklungen halfen zudem die gewohnte Trennung zwischen Produzent und Rezipient von Informationen zunehmend aufzuheben.
Webseiten konnten dynamischer gestaltet werden und Bilder sowie Audio- und Videodateien in Webauftritte integriert werden. Es entstanden die ersten interaktiven Seiten, bei denen auch die Benutzer Inhalte auf die Webseite laden.
Diese interaktive Webnutzung heisst Web 2.0
Web 2.0 Anwendungsbeispiel: Weblogs
Nachstehend zuerst eine Definition von Weblogs, anschliessend einige Worte zu deren Inhalten sowie zur Technik für ihre Erstellung. Abschliessend wird die Anzahl Weblogs in den USA mit der Anzahl Weblogs in den deutschsprachigen Ländern verglichen.
Definition Weblog
Ein Weblog (auch Blog genannt) ist eine Wortkombination aus „Web“ und „Logbuch“. Für „Weblog“ existieren keine allgemein gültigen Definitionen. Technisch gesehen sind Weblogs Seiten, die regelmässig aktualisiert werden und ihre Inhalte datiert und in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auflisten (die aktuellsten Einträge stehen zu Beginn der Seite).
Allgemein formuliert lässt sich sagen, dass in Weblogs einer oder mehrere Autoren (sogenannte "Blogger") die Stationen ihrer Surftouren durch das Internet schriftlich festhalten. Typisch ist auch die Weiterverlinkung auf die besuchten Seiten.
Die Inhalte und Autoren von Weblogs sind sehr unterschiedlich. Das Spektrum reicht von Autoren, die in ihren Weblogs Persönliches festhalten, d.h. ein öffentliches Tagebuch führen, bis hin zu Fach-Weblogs, in denen die Autoren nur Artikel zu einem bestimmten Thema verfassen. Es gibt auch Mischformen, bei denen sowohl Netzfunde, als auch Kommentare und Tagebucheinträge aufgeführt werden.
Inhalte von Weblogs
Den Inhalten der Weblog-Beiträge sind keine Grenzen gesetzt, sie richten sich nach den Interessen und Fähigkeiten der Blogger selbst. Meistens bestehen die Inhalte aus aktuellen Beiträgen, die meist die persönliche Meinung des Bloggers anstelle von neutralen und sachlichen Informationen weitergeben.
Die Beiträge enthalten meist einen weiterführenden Link und eine Kommentiermöglichkeit für die Besucher der Seite. Viele Weblog-Einträge bestehen aus Einträgen anderer Weblogs oder beziehen sich auf diese. Somit besteht eine starke Vernetzung der Weblogs untereinander. Die Gesamtheit aller Weblogs wird "Blogosphäre" genannt.
Weblog-Technologie
Betreffend der Technik von Weblogs gehen die Meinungen auseinander. Es stellt sich die Frage, ob Weblogs mit fertig eingerichteter Software oder individueller Technik betrieben werden sollen. Es gibt eine Vielzahl an Diensten, bei denen man sich Weblog-Accounts anlegen kann (z.B. Blogg, Wordpress, Tumblr oder Blogger von Google).
Entwicklung der Blogosphäre
Im Mai 2005 wurden 7,8 Millionen Weblogs gezählt [2], im April 2006 bereits 35,3 Millionen [3]. Und im September 2009 zählte man weltweit 126 Millionen Weblogs [4]. Die Zahl stieg im Juli 2011 auf 164 Millionen [5]. Die Weblog-Gemeinde wächst stetig und erfreut sich noch immer grösser werdender Beliebtheit.