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18. Oktober – 6. Dezember 2014
Kummer Markus___Personal Garden
Auf den ersten Blick scheint der grosse Ausstellungsraum leer, einzig das farbige Bild eines kleinen Monitors auf der grossen Rückwand fällt auf. Auf den zweiten Blick hingegen ist die raumgreifende und leicht erhöhte Ebene im Raum nicht zu übersehen. Markus Kummers Installation mit dem Titel Personal Garden setzt einen zweiten Boden in den Ausstellungsraum, der sich farblich nur wenig vom bestehenden Boden absetzt und in zwei Schichten aufgebaut ist. 40-Liter-Säcke Universal-Erde bilden in einem Verband die Unterlage, auf die abschliessend eine Schicht Beton verarbeitet ist. Auslöser für die orts- und raumspezifische Arbeit im o.T. Raum für aktuelle Kunst ist die Architektur des Kunstpavillons. Der Künstler greift die Baustruktur des als Provisorium gebauten Pavillons auf, bei dem der Boden erhöht und ohne Fundament über dem Erdboden liegt, und thematisiert die Situation von zwei übereinanderliegenden Böden im Ausstellungsraum neu. Die Installation wird durch die präzise Setzung und den rundum offengelegten Schnitt zur Skulptur im Raum. Der Schnitt zeigt die Beschriftung und die kleinen, farbigen Abbildungen auf den Söcken und legt das verwendete Material sowie innenliegende Konturen und Strukturen offen. Das Wort Universalerde, in drei Sprachen auf die Säcke geschrieben, verleitet zum spielerischen Nachdenken über einen Begriff, der die Erde kategorisiert und als käufliches Produkt in Säcke packt, wirft aber auch Fragen auf zum ökologischen und ökonomischen Umgang mit dem natürlichen Rohstoff Erde.
Die Besucher/innen sind aufgefordert, den Boden zu betreten und sich darauf zu bewegen. Die Betonfläche zeigt feine Risse und leichte Zerstörungen am Rande auf, die durch den Druck der Belastung und die Wechselwirkung von hartem und weichem Material ausgelöst werden und sich im Verlaufe der Ausstellungsdauer weiter fortsetzen. Eine ähnliche Situation, wo Materien sich verdrängen, zeigt der Videoloop auf dem Monitor. Zu sehen ist eine Ecksituation einer Hausfassade, wo am Boden Wasser an die Oberfläche drückt. Die Ursache dieses Umstands bleibt offen, die Quelle des hervorsprudelnden Wassers ist nicht ersichtlich. Im Garten hinter dem Pavillon präsentiert Markus Kummer eine weitere, nur wenig auffällige Arbeit. Augenscheinlich ist eine rote Kordel, die in einem Baum hängt. Bei näherer Betrachtung wird auch der Knoten sichtbar, der auf einen Ast Druck ausübt, die Spannung hält und ihn in eine bestimmte Form zwingt. In der Ausstellung Personal Garden visualisiert Markus Kummer die vorgefundene architektonische Besonderheit des Pavillons als eigenständige installative Arbeit im Raum und gestaltet ihn neu. Dabei spielt und experimentiert er mit den unterschiedlichen Materialeigenschaften und schafft einen Boden für neue Erfahrungen und Erlebnisse im Raum.