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Pablo Heras-Casado kehrt zurück nach Luzern – und steht erstmals am Pult des Lucerne Festival Orchestra
Viele musikalische Karrieren erhielten in Luzern einen entscheidenden Anstoss oder nahmen hier gar ihren Anfang. Anne-Sophie Mutter ist dafür das wahrscheinlich prominenteste Beispiel. Als gerade einmal 13-Jährige debutierte sie 1976 beim Festival. Ihr Auftritt avancierte zum Stadtgespräch, Herbert von Karajan bat die junge Geigerin daraufhin zum Vorspiel, war hellauf begeistert und nahm sie unter seine Fittiche: Ein Star war geboren. Der Cellistin Sol Gabetta wiederum dienten der gleich doppelte Gewinn sowohl des «Prix Credit Suisse Jeunes Solistes» (2001) als auch des «Credit Suisse Young Artist Award» (2004) sowie der damit verbundene Auftritt mit den Wiener Philharmonikern bei Lucerne Festival als Startschuss für ihre glanzvolle Laufbahn.
Auch Pablo Heras-Casado ist in diesem Zusammenhang zu nennen: Im Sommer 2007 besuchte er den Dirigier-Meisterkurs der Lucerne Festival Academy und wurde von Pierre Boulez für das öffentliche Abschlusskonzert ausgewählt. Auf dem Programm stand Karlheinz Stockhausens Gruppen: ein vertracktes Werk, das gleich drei Dirigent*innen verlangt, die sich genau abstimmen müssen. Ein Koordinationskunststück sondergleichen! Prompt wurde eine namhafte Künstleragentur auf Heras-Casado aufmerksam und nahm den jungen Spanier unter Vertrag.
Ausserdem folgten rasch weitere Einladungen nach Luzern: 2012, 2013 und 2015 kehrte er als Gastdirigent zur Lucerne Festival Academy zurück. 2013, zur Feier des 75. Festivaljubiläums, gestaltete er mit dem Mahler Chamber Orchestra überdies eine fulminante, vor Energie geradezu berstende Aufführung der Fünften Beethoven.
Seither hat Pablo Heras-Casado eine steile Karriere hingelegt: Er dirigiert die Spitzenorchester von Berlin bis Wien und von Amsterdam bis San Francisco, ist dem Teatro Real in Madrid wie auch dem Originalklang-Ensemble Anima Eterna Brugge eng verbunden und widmet sich einem denkbar breitgespannten Repertoire, das von Monteverdi bis zur Gegenwartsmusik reicht. Einen Schwerpunkt setzt Heras-Casado auf die Musik des frühen 19. Jahrhunderts, der er sich insbesondere mit dem Freiburger Barockorchester widmet, mit zahlreichen gefeierten Beethoven-, Schubert-, Mendelssohn- und Schumann-Einspielungen.
Feurig, kraftvoll, ja mitunter geradezu schroff, zugleich ungemein klar und farbenreich klingen diese Werke in seinen Händen. Mit anderen Worten: frisch wie am ersten Tag. Man darf also gespannt sein, wenn Pablo Heras-Casado am 24. März an den Vierwaldstättersee zurückkehrt, um erstmals ans Pult des Lucerne Festival Orchestra zu treten: Zum Abschluss unseres diesjährigen Frühlings-Fests dirigiert er Beethovens Siebte Sinfonie und das Violinkonzert. Und trifft dabei auf den jungen schwedischen Geigen-Shootingstar Daniel Lozakovich, der seinen Festival-Einstand feiert.