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Drogerien, Apotheken und Internet-Shops bieten ein breites Angebot eisenhaltiger Produkte unterschiedlicher Kategorien. Dabei gilt zu beachten, dass beispielsweise die weit verbreiteten Nahrungsergänzungsmittel lediglich dazu geeignet sind, eine eisenarme Ernährung auszugleichen. Anders stellt sich die Situation bei Vorliegen eines Eisenmangels dar: Hierbei handelt es sich um eine Mangelerkrankung, die einer medizinischen Behandlung bedarf. Nahrungsergänzungsmittel können jedoch laut Gesetz prinzipiell nicht wie Arzneimittel wirken, da sie keine ausreichend hohe Dosis des Wirkstoffs – in diesem Fall Eisen – enthalten dürfen. Daher verordnet oder empfiehlt der Arzt Patient/inn/en mit nachgewiesenem Eisenmangel gegebenenfalls medizinisch wirksame Eisenpräparate.
Eisenpräparat ist nicht gleich Eisenpräparat
Zwischen den erhältlichen medikamentösen Eisenpräparaten bestehen Unterschiede hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit. Präparate, die ihr Eisen schnell abgeben, sind eher weniger gut verträglich und verursachen dementsprechend häufiger Nebenwirkungen, so die begründete Vermutung von Experten. Grund hierfür ist die zu schnelle Freisetzung des Eisens, v.a. im Magen. Dort allerdings kann das Eisen noch nicht von unserem Körper aufgenommen (medizinisch: resorbiert) werden – dies geschieht erst später, nämlich im Dünndarm.
Präparate mit Retard-Wirkung
Daher wurden Präparate entwickelt, die das Eisen verzögert freisetzen. Diese Art der Wirkstoff-Freisetzung, fachsprachlich als „retard“ bezeichnet, dient vor allem der besseren Verträglichkeit des jeweiligen Präparates. Ermöglicht wird diese Retard-Wirkung durch eine spezielle Zusammensetzung der entsprechenden Tabletten: Diese verhindert eine Auflösung des Präparats bereits im Magen und sorgt für eine länger anhaltende Freisetzung des Eisens im Dünndarm. So kann mit der Einnahme von nur einer Dosis der Eisenspiegel im Blut von Patient/inn/en für bis zu 12 Stunden erhöht werden, wie eine Studie exemplarisch anhand eines Präparates (basierend auf Eisensulfat) bei Patientinnen nachwies. Naturgemäss keine verzögerte Freisetzung des Eisens und somit keinerlei Retard-Wirkung haben hingegen flüssige Eisen-Präparate.
Auf den enthaltenen Wirkstoff achten
Eisen kann je nach Präparat in unterschiedlichen Formen vorliegen. Laut Experten ist zweiwertiges Eisen (Fe2+) zu bevorzugen, da dieses gut vom Organismus aufgenommen werden kann. Die andere verbreitete Form von Eisen – das dreiwertige Eisen (Fe3+) – muss im Körper erst in zweiwertiges Eisen umgewandelt werden. Dies hat zur Folge, dass weniger davon im Darm resorbiert wird. Das Eisen in medizinischen Präparaten liegt überdies nicht frei vor, sondern ist dort an einen Bindungspartner geheftet. Daher setzen sich übrigens die Wirkstoffbezeichnungen in der Regel aus zwei Worten zusammen, wie beispielsweise Eisensulfat, Eisengluconat oder Eisensuccinat. Aufgrund der nachgewiesenermassen positiven Eigenschaften der Verbindung empfehlen medizinische Fachgesellschaften orale Präparate, die auf dem Wirkstoff Eisensulfat basieren.
Kombinationspräparate: Alles in einer Tablette – rundum versorgt?
Kombiprodukte enthalten neben Eisen zusätzlich Vitamine, Mineralstoffe oder weitere Spurenelemente. Auch wenn dies auf den ersten Blick praktisch erscheint, lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe, denn: Manche dieser Zusätze können die Resorption des Eisens im Darm vermindern. Hierzu zählen beispielsweise Calcium, Magnesium und Zink. Gelangen solche Spurenelemente mit dem Eisen in den Darm, konkurrieren sie dort unter Umständen miteinander um die Aufnahme in den Körper. Auch bestimmte Inhaltsstoffe, die aus Getreide und Nüssen (Phytate) stammen oder solche in Tee, Kaffee, Gemüse und Hülsenfrüchten (Polyphenole) hemmen die Eisen-Resorption.