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Das alte Geläut bestand aus drei Glocken. Die älteste davon ist heute unweit des Haupteingangs platziert. Sie wurde 1596 von Abraham Zehnder in Bern gegossen und weist einen Durchmesser von 113 cm auf. Ihre Entstehungsgeschichte ist bemerkenswert, zumal sie eigentlich für die Kirche Kulm vorgesehen war, dort aber, da sie «übel gelütet und ein schlächte Consonantz» zu zweiten Glocke gehabt habe, wieder entfernt und nach Brittnau verkauft.
Eine weitere Glocke mit einem Durchmesser von 99 cm stammte aus dem Jahr 1716, eine dritte mit 89 cm Durchmesser aus dem Jahr 1776. Diese beiden kleineren Glocken waren in Zofingen gegossen worden. Die Stimmung der drei Klangkörper wird mit fis – g – a angegeben und war demzufolge nicht ganz rein.
1959 trat bei der kleinsten Glocke unerwartet ein Schaden auf. Ein vorbestehender Sprung hatte sich zu einem Riss erweitert und führte zum Missklang des Geläuts, weshalb der betroffene Klangkörper sofort stillgelegt werden musste. Auf einen zunächst geplanten und beschlossenen Umguss der bestehenden Glocken wurde verzichtet und im Februar 1960 ein neues, vierstimmiges Geläut bei der Firma Rüetschi in Auftrag gegeben. Am 3. September 1960 erfolgte unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung der Glockenaufzug.
Die erste und kleinste Glocke, gestimmt auf den Ton b und mit einem Gewicht von 420 kg, trägt die Inschrift «Siehe, ich verkündige euch große Freude».
Die zweite Glocke, gestimmt auf den Ton as und mit einem Gewicht von 620 kg, trägt die Inschrift «Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten».
Die dritte Glocke – mit ihrer Stimmung in f und dem Gewicht von 1000 kg – zeigt die Inschrift «Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch».
Die vierte und grösste Glocke – mit einem Gewicht von 2100 kg und der Stimmung in des – ist beschriftet mit dem Vers «Siehe ich mache alles neu».Noch bis 1960 wurden die Brittnauer Glocken von Hand geläutet. Dann, mit der Anschaffung des neuen Geläuts 1960, erfolgte die Umstellung auf elektrischen Glockenbetrieb.