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Zürich, den 20. Mai 1866.
Hochgeachteter Herr!
Es schien mir nicht zweckmäßig, den Stadtverein wegen der Großrathswahl vom Dienstag zu versammeln. Der Verein hat in den letzten Wochen Woche um Woche sich versammeln müssen, und das Gleiche wird sich in der nächsten Zeit von Neuem wiederholen. Ich fürchtete daher, den Verein vorzeitig zu ermüden, wenn nicht eine kurze Ruhezeit mitunterlaufe. Dagegen war der Vorstand des Vereines gestern versammelt und hat die Candidatur des Herrn Professor Dr Rüttimann besprochen, der man ziemlich allgemein einen guten Ausgang vorhersagte. Wir beschlossen einstimmig, den Wählern diese Candidatur durch das Tagblatt und die Neue Zürcher–Zeitung warm zu empfehlen, und ich hoffe bestimmt, daß dieser gemeinsame und vielverdiente Freund in Zürich mit entschiedenem Mehr werde gewählt werden.
Das Secretariat der Organisationscommission der Gemeinde wird Ihnen bereits gemeldet haben, daß Sie dringend ersucht werden, in der Comission zu bleiben, und daß Sie zu deren Präsidenten gewählt worden sind. Der von der Commission bestellte Ausschuß hat gestern sich über einige Hauptfragen besprochen, und ich werde nun sofort, vielleicht noch in Bern, eine neue Gemeindeordnung entwerfen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr freundschaftlich ergebener
Dr E. Escher