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Was macht Geschwisterbeziehungen im Vergleich zu anderen zwischenmenschlichen Beziehungen nun so besonders und so stark?
Geschwisterbeziehungen sind die zeitlich längsten Beziehungen im Leben eines Menschen. Eltern sterben irgendwann, Partner trennen sich, der Freundeskreis ändert sich, doch die Beziehung zur Schwester oder zum Bruder bleibt bis an das Lebensende bestehen.
Die Beziehungen mit der Schwester oder dem Bruder kann also niemals beendet werden, sie wirkt fort, auch wenn sich die Lebenswege von Geschwistern getrennt haben oder keine Kontakte mehr stattfinden. Geschwisterbeziehungen besitzen zudem etwas Schicksalhaftes, weil man sie sich nicht aussuchen kann, sondern in sie hineingeboren wird.
Ein ganz wichtiges Merkmal von Geschwisterbeziehungen ist die räumliche und gefühlsmässige Nähe, welche zu dieser speziellen Verbundenheit führt. Durch das Aufwachsen in der gleichen Familie, also sozusagen im gleichen „Nest", weisen Geschwister eine Intimität auf, welche mit keiner anderen Sozialbeziehung vergleichbar ist.
Zwischen Geschwistern existieren ausserdem mehr oder weniger ausgeprägte, ungeschriebene Verpflichtungen, die sich in hilfsbereitem, solidarischem und Anteil nehmendem Verhalten zeigt.
Ein ganz wesentliches Merkmal der Geschwisterbeziehungen ist schliesslich das oft gleichzeitige Vorhandensein von positiven (Liebe, Zuneigung) und negativen Gefühlen (Ablehnung, Hass).
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