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Das Projekt besteht aus einer Dissertation über die Gerechtigkeitsfragen, die sich durch den Klimawandel ergeben. Dabei wird aus der Perspektive eines liberalen politischen Kosmopolitismus die gerechte Verteilung von klimawandelbedingten Kosten und Nutzen für Menschen untersucht. Der Beitrag soll an den relevanten Fragen der Gegenwart orientiert sein, sich dabei aber von der bisherigen Literatur darin unterscheiden, dass er sich nicht zu eng am politisch Machbaren orientiert. Vielmehr soll der Hauptfokus darauf liegen, die Ergebnisse in den zeitgenössischen Theorien der politischen Philosophie zu verankern.

Vier Fragen stehen im Vordergrund. Erstens stellt sich die Frage der intergenerationellen Gerechtigkeit: Welche Klimapolitik kann die gegenwärtige Generation verfolgen ohne die Rechte zukünftiger Generationen zu verletzen? Dabei geht es primär darum, eine maximale Emissionsmenge festzulegen, aber auch um die Klärung der Frage, inwiefern es legitim ist, zwischen Mitigation und Adaptation zu substituieren. Es sollen verschiedene Theorien intergenerationeller Gerechtigkeit auf ihre Plausibilität hin überprüft und ihre Implikationen für die Klimapolitik aufgezeigt werden.
Zweitens stellt sich die Frage des angemessenen Umgangs mit Unsicherheit: Wie verändern sich die Antworten auf die erste Frage, wenn man explizit mit einbezieht, dass die Auswirkungen der gegenwärtigen Klimapolitik grossen Unsicherheiten unterliegen? Miteinbezogen werden sollen die Literatur zu einer Ethik des Risikos, die Erkenntnisse aus der Entscheidungstheorie sowie die Diskussion um das Vorsorgeprinzip.
Drittens steht die internationale Gerechtigkeitsfrage an: Im ersten und im zweiten Schritt wir eine Klimapolitik bestimmt, die die gegenwärtige Weltbevölkerung als Ganzes gegenüber den zukünftigen Menschen rechtfertigen kann - im dritten Schritt wird nun gefragt, wie die damit anfallenden Kosten und Nutzen auf gerechte Weise unter den Nationen bzw. Individuen der gegenwärtigen Generation verteilt werden sollen. Dabei bildet die grosse Zahl von Verteilungsprinzipien, die in die politischen Verhandlungen über den Klimawandel eingebracht werden, den Ausgangspunkt. Diese Prinzipien sollen zuerst systematisch nach verschiedenen Kriterien geordnet werden. Daraufhin sollen allgemeine Theorien der Verteilungsgerechtigkeit diskutiert und die Prinzipien aus dieser Perspektive bewertet werden.
Viertens muss die Frage der gerechten Transition angegangen werden: Wie sieht ein wünschenswerter Übergang vom Status Quo zu einer neuen Klimapolitik aus? Welche der aus einer Gerechtigkeitsperspektive als ideal identifizierten Zustände sind in der wirklichen Welt überhaupt realisierbar und welche sind zwar realisierbar, aber nur mittels Massnahmen, die moralisch inakzeptabel erscheinen? Diese und ähnliche Fragen sollen basierend auf der Literatur zu „transitional justice“ angegangen werden.