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Das Ordonnanzrad nicht bloss von einem Hersteller fabriziert wurde, zeigen auch die unterschiedlichen Kettenkränze
Condor
Schweizerische Velofabrik «CONDOR»
1893 erste Fahrräder aus dem jurassischen Courfaivre
Pionierleistung
Am 1. Juni 1893 begannen die aus Frankreich eingereisten Schaffer-Brüder im jurassischen Courfaivre mit der Produktion von Fahrrädern unter ihrem Familiennamen. Etwa zur gleichen Zeit tauchten in Frankreich und in England die ersten richtigen Velos auf. Die Zweirad-Produktion im Jura hatte begonnen. Alles musste ganz von Grund auf angegangen werden. Arbeiter mussten ausgebildet werden, aus Stahlrohlingen musste jedes Einzelteil selbst hergestellt werden. Eine Zulieferbranche für Spezialteile war damals noch praktisch inexistent.
Die Ära Condor
Zusammen mit einer tiefgreifenden Reorganisation der Firmenstruktur prägten zwei Hauptereignisse die Jahrhundertwende in Courfaivre: Erstens die Übernahme des peruanischen Riesen-Greifvogels Condor als Signet und Firmenname, und zweitens der Entschluss des neuen Firmendirektors Otto Fricker, einen Motorradmotor mit 1.5 PS Leistung zu entwickeln.
Condor war bereits zu Zeiten des 1. Weltkrieges Ausrüster der Schweizer Armee und lieferte Velos und Motorräder. Condor entwickelte sich in den Folgejahren immer mehr zum Motorrad-Hersteller.
In der von Zeit 1931-1981 lieferte Condor insgesamt über 30’000 Fahrrädern an die Schweizer Armee.
Anpassungen und Veränderungen
Condor, dessen Anpassungsfähigkeit schon immer bekannt war, hat sich den industriellen Zwängen und Öffnungen angepasst. So stellt man in Courfaivre auch ganze Flugzeuglandevorrichtungen, Panzerleitwerke, Industriemaschinen und so weiter her.
1978 wurde die Motorradproduktion beendet, bis 1995 wurden noch Fahrräder hergestellt.
Die Firma existierte bis 2012 und baute Teile für die Luftfahrt und Komponenten für CNC-Maschinen.
Quelle: Museum im Zeughaus, Sonderausstellung Juni 2008
Cosmos
COSMOS Fahrradfabrik, Schild+ Cie, Biel –
Ein weiteres Fahrrad-Pionierunternehmen, ab 1905 Armee-Lieferant
Bereits 1894 wurde dieses Unternehmen zur Herstellung von Fahrrädern gegründet. 1899 offerierte es erstmals der Technischen Abteilung der Kriegsmaterialverwaltung Bern die Lieferung von Tourenrädern.
Bis 1904 wurden diverse Änderungen an den COSMOS-Rädern vorgenommen, sodass man 1905 eine erste Bestellung Ordonnanzfahrräder zu Fr 200.–/Stück ausliefern konnte.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts machte sich die Firma Schild + Cie. einen hervorragenden Namen als Hersteller von Fahrrädern. Aus dem Fahrradbau hat sich später die Herstellung von Spitalmobiliar entwickelt.
Quelle: Museum im Zeughaus, Sonderausstellung Juni 2008
Schwalbe
„SCHWALBE“- Fahrrad-Werke
Qualitäts-Fahrräder der Gebr. Rüegg, Riedikon-Uster
Gründung
1893 gründete Jakob Rüegg in Riedikon eine Fahrradfabrik. Die Firma benannte er nüchtern nach seinem Namen, Rüegg. Das Produkt erhielt den Namen Schwalbe.Der Begriff „Fahrradwerke“ und das geräumige Fabrikareal lassen auf eine gewisse Betriebsgrosse schliessen. Angaben über die Zahl der produzierten Velos oder die Anzahl der Angestellten sind jedoch nicht bekannt.
Bereits 1899 erweiterte Rüegg die Fabrikräumlichkeiten. Der Name des Unternehmens wurde in Gebrüder Rüegg umgewandelt.
Die Firma florierte weiter: 1913 wurde ein Neubau in Uster erstellt. Die Grösse des Gebäudekomplexes lässt eine sehr große Produktion vermuten. Mit dem Umzug nach Uster wurde die Velo-Produktion auf „verschiedenartige Maschinen“ ausgedehnt und zudem wurde auch eine Giesserei betrieben.
Umwandlung
1938 wurde die Firma in die Aktiengesellschaft „Maschinenfabrik und Fahrradwerke AG, Uster, vorm. Jakob Rüegg“ umgewandelt. Die neue AG konzentrierte sich in der Folge wieder auf ihr Kerngeschäft, den Fahrradbau. Pro Jahr wurden etwa 3000 Velos produziert.
Die Firma war immer ein Grosslieferant des Militärs, konnte für den Bund Militärvelos für die Radfahrertruppen liefern und damit den Umsatz auch in den Kriegsjahren einigermassen aufrecht erhatten. Dies dank Jakob Rüeggs Unternehmensphilosophie: „Wir müssen stabile, gute Velos herstellen damit keine Unfalle passieren.“ Also qualitativ hochwertige, solide und robuste Velos. Dies aber war nachteilig für die Sparte der Rennvelos, die ebenfalls gefragt waren und auf Wunsch produziert wurden.
Einstellung der Produktion
1948 verlegte die Firma den Standort nach Bad Ragaz. Bereits 1952 musste das Unternehmen seine Produktion einstellen.
Ab 1946 übernahm die Firma Zesar die ehemalige Schwalbe-Fahrräderproduktion und lieferte noch ein paar Jahre auch an das Schweizer Militär.
Quelle: Museum im Zeughaus, Sonderausstellung Juni 2008
Zesar
Zesar (Nidau, BE)
1945 – 1971
Die Firma Zesar wurde im Jahr 1926 in Nidau (Gurnigelstrasse 36) gegründet und hat sich in den 50er Jahren auf die Herstellung von Möbel für Schule und Industrie spezialisiert.
Heute steht das Fabrikgebäude in 2710 Tavannes (Rue de la Dout 11).
Zesar produzierte in den Jahren 1945 – 1971 Ordonnanzräder für die Schweizer Armee. Allerdings habe ich Teile von Zesar, welche nach 1971 datiert sind!
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