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Text: David Moginier I Foto: HO
Ein altes Kloster. Im Jahr 1952 kaufte die Familie Coeytaux diese schöne Liegenschaft im Zentrum von Yens: ein ehemaliges Kloster mit dicken Mauern. Sie verwandelten es in einen gemischten Landwirtschafts- und Weinanbaubetrieb, mit heute 20 Hektar Kulturland und etwa zehn Hektar Rebfläche, davon sind zwei neu angepflanzt. Jean-Daniel Coeytaux übernahm 1994 den Hof, seine Vorgänger waren sein Vater Henri und sein Onkel Jean-Claude sowie zuvor schon Grossvater Henri. Am Eingang zum Carnotzet erinnert immer noch ein kleines Fass an den ersten eigenen Wein; vorher waren die Trauben jeweils an andere Winzer verkauft worden. Grosses Bild oben: Sylvie und Jean-Daniel Coeytaux.
Ein gutes Terroir. Dass 1988 erstmals ein eigener Wein produziert wurde, ist dem Ratschlag eines befreundeten Weinhändlers zu verdanken. Danach ging es steil bergauf, Jean-Daniel konnte die Produktion von Jahr zu Jahr erhöhen und immer wieder zusätzliche Rebberge in der Umgebung übernehmen. Sie alle befinden sich auf dem Gemeindegebiet von Yens, das seu ihm wichtig: «Wir haben hier ein herrliches Terroir, gut exponiert auf dem Hügel, in den höheren Lagen mit lehmigen und in den tiefer gelegenen Terroirs mit sandhaltigen Böden», erklärt er. Um die zu unterstreichen, zeigt er auf die Auszeichnung, die er 2019 beim Concours Mondial de Bruxelles, dem prestigeträchtigsten internationalen Verkostungswettbewerb, entgegennehmen durfte.
Blick in die Zukunft. Heute verarbeitet Jean-Daniel Coeytaux seine gesamte Ernte selber, bis auf einen kleinen Teils, den er bei Schenk vinifizieren lässt - weil der Platz in seinem Keller, den er in einer ehemaligen Autogarage eingerichtet hat, knapp ist. Bei der Arbeit unterstützt ihn Hervé Delafoge von Œnologie à la mode bei Perroy. Natürlich hat er auch schon an eine Vergrösserung des Kellers gedacht. Aber der jetzt 55-Jährige möchte zuerst sicherstellen, dass die nächste Generation übernehmen will. Dies könnte klappen: Einer seiner Söhne ist gerade dabei, das Zertifikat als Winzer zu erarbeiten, während der Jüngste Weinhändler werden will.
Privatverkauf vor Ort. Die Familie Coeytaux setzt ebenso auf die hohe Qualität der Weine wie auf den persönlichen Kontakt: 80 Prozent der Flaschen gehen an Privatkunden, die jeden Samstag von Sylvie und Jean-Daniel im Carnotzet oder auf der Terrasse begrüsst werden. «Wir nehmen uns dafür viel Zeit, aber es ist so schön, alle zu empfangen, über unsere Weine zu sprechen und sie bekannt zu machen», sagt Sylvie, die mit dem Waadtländer Weintourismus-Zertifikat ausgezeichnet wurde. Und zwar für die Lancierung eines Projekts, bei dem die samstägliche Weinprobe mit einer Mahlzeit kombiniert wird. Zuerst fand dieser Event im benachbarten Restaurant Croix-d'Or (15 GaultMillau-Punkte) statt, künftig kann man ihn im Les Deux Sapins in Montricher geniessen. Und zweimal im Jahr lädt das Paar rund dreissig Gäste zum Fondue auf einem der schönsten Grundstücke mit Blick auf den See.
Das liegt im Keller: Weiss: Chasselas, Doral, Pinot gris, Blanc de noir. Rosé de gamay. Rot: Pinot noir, Garanoir, Mara, Servagnin und eine Assemblage. Zudem: Schaumwein Le Vin Joyeux, Süsswein Douceur d’Octobre, Coup de Folie, ein Wermut auf Basis von Chasselas.
Coup de Coeur: Der Chasselas, «unser täglicher Apéritifwein als Symbol der Freundschaft».
Das passt zusammen: Der Doral zu rohem Lachs: «Die Frische und die Note von Zitrusfrüchten dieses Weins verbinden sich ideal mit dem Fett und dem Geschmack des Fischs».
Drei Chefs mit Coeytaux-Weinen im Keller: Olivier Hiernard im La Croix-d’Or in Yens (15 Punkte); Philippe Deslarzes im Njørden in Aubonne (16 Punkte); Christophe Guillemot, Table des écrivains du Petit Manoir in Morges.