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HALBJAHRESBERICHT 2018
erläuterungen zum Halbjahresbericht
für das erste Halbjahr 2018
allgemeine grundsätze
Die vorliegende ungeprüfte konsolidierte Halbjahresrechnung der Feintool-Gruppe basiert auf den nach einheitlichen Richtlinien erstellten Einzelabschlüssen der Gruppengesellschaften per 30. Juni 2018 und wurde vom Verwaltungsrat am 21. August 2018 zur Veröffentlichung freigegeben.
Die konsolidierte Halbjahresrechnung wurde – mit Ausnahme der unten angefügten Änderungen der Rechnungslegungsgrundsätze – nach denselben Bewertungsrichtlinien wie die Jahresrechnung per 31. Dezember 2017 erstellt und entspricht den International Financial Reporting Standards (IFRS) in Übereinstimmung mit IAS 34 Interim Financial Reporting sowie den Anforderungen der SIX Swiss Exchange. Dieser Halbjahresbericht enthält nicht alle Informationen und Offenlegungen, welche im Geschäftsbericht der Feintool-Gruppe per 31. Dezember 2017 offengelegt sind und sollte deshalb in Verbindung mit diesem gelesen werden.
Die konsolidierte Halbjahresrechnung wird in Schweizer Franken (CHF), auf 1 000 gerundet, dargestellt. Sie wird in den Sprachen Deutsch und Englisch erstellt. Massgebend ist die Halbjahresrechnung in deutscher Sprache.
ÄNDERUNG DER RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE
Grundsätzlich wurden die gleichen Rechnungslegungsgrundsätze wie im Vorjahr angewendet, mit Ausnahme der im Berichtsjahr anwendbaren neuen oder angepassten Standards und Interpretationen.
Feintool hat per 1. Januar 2018 folgende neue (geänderte) Standards und Interpretationen eingeführt:
IFRS 9 – Finanzinstrumente
Der Ersatz von IAS 39 durch den neuen Standard IFRS 9 „Finanzinstrumente“ hat nur einen geringen Einfluss auf die Ertragslage des Konzerns. Guthaben aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Guthaben werden neu nach fortgeführten Werten bilanziert. Dies hat jedoch einen unwesentlichen Effekt auf die darauf entfallenden Wertberichtigungen. Die Erstanwendung von IFRS 9 erfolgt nach der prospektiven Methode.
Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Aktiven
IFRS 9 behält zu einem grossen Teil die Vorschriften betreffend Klassifizierung und Bewertung, die bereits unter IAS 39 vorgeschrieben waren, bei. Gegenüber dem alten Standard werden die Kategorien „Finanzielle Aktiven zu Handelszwecken“, „Forderungen und Darlehen“ sowie „Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ nicht mehr angewendet.
An deren Stelle klassifiziert ein Unternehmen beim erstmaligen Ansatz einen finanziellen Vermögenswert als „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“, als „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis" oder als "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“. Die Klassifizierung erfolgt auf Grundlage des Geschäftsmodells des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte sowie der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts.
Ein finanzieller Vermögenswert ist zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten, wenn folgende zwei Bedingungen erfüllt sind:
Eine finanzieller Vermögenswert ist erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wenn die zwei folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Die Feintool-Gruppe kann beim erstmaligen Ansatz bestimmter Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, die ansonsten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet worden wären, unwiderruflich die Wahl treffen, im Rahmen der Folgebewertung die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis zu erfassen.
Die Feintool-Gruppe bewertet einen finanziellen Vermögenswert beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert. Bei finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt die Bewertung zu- oder abzüglich von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Ausgabe des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind.
Folgende Rechnungslegungsgrundsätze gelten für die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte:
Feintool wendet zurzeit kein Hedge Accounting an. Aus diesem Grund haben die Änderungen von IFRS 9 betreffend Hedge Accounting keine Auswirkungen auf die Feintool-Gruppe.
Wertminderung von finanziellen Aktiven
Unter IFRS 9 werden neu die erwarteten Kreditverluste erfasst. Dieses neue Modell gilt für finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie für Vertragsvermögenswerte. Die finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bestehen bei der Feintool-Gruppe aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/übrige Forderungen, Flüssige Mittel sowie übrige kurzfristige und langfristige Finanzaktiven.
Unter IFRS 9 werden die erwarteten Kreditverluste nach einem der folgenden zwei Grundsätze bewertet:
Die Feintool-Gruppe erfasst für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie ähnliche Forderungen die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste.
Ein Kreditverlust wird in folgenden zwei Fällen erwartet:
Die Kalkulation der erwarteten Kreditverluste berücksichtigt Erfahrungswerte sowie zukünftige erwartete Verluste aufgrund Marktentwicklung, Kundenposition, und weitere Komponenten.
Gemäss IFRS 9 müssen bei folgenden Finanzaktiven ebenfalls die erwarteten Kreditverluste evaluiert werden:
Feintool erwartet bei diesen Positionen keine Kreditverluste. Die Vermeidung von Klumpenrisiken und eine Konzentration der Finanzanlagen auf erstklassige Gegenparteien sollen grössere Kreditausfälle vermeiden. Die Feintool-Gruppe führt ihre Bankgeschäfte ausschliesslich mit national und international renommierten Banken, die ein Rating BBB oder besser aufweisen. Sie legt die Art der Geschäfte fest, die die Tochtergesellschaften bei den Banken tätigen dürfen.
Eine Übersicht der ursprünglichen Klassifizierung unter IAS 39 und der Neuen unter IFRS 9 für die Kategorien von Finanzaktiven, die in eine neue Kategorie gewechselt haben ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
IFRS 15 – Erlöse aus Verträgen mit Kunden
Dieser Standard hat insgesamt nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Einzelne – relative selten auftretende – Geschäftsvorfälle werden im neuen Standard anders gehandhabt und führen zu einer erhöhten Volatilität der Geschäftsergebnisse. Weder in der Berichtsperiode noch im gesamten Geschäftsjahr 2017 sind solche Geschäftsvorfälle aufgetreten. Die Erstanwendung von IFRS 15 erfolgt nach der vollständigen retrospektiven Methode.
Der neue Standard benutzt teilweise neue Begriffe. Diese wurden sowohl für die Berichts- und Vorjahresperiode angepasst. Auch verlangt der neue Standard die Umgliederung der Vertragsvermögenswerte für langfristige Verträge in die Finanzanlagen. Da die bei Feintool auftretenden Verträge mit Kunden generell eine Laufzeit von weniger als einem Jahr aufweisen, erübrigt sich diese Umgliederung.
Unter IFRS 15 wird ein Erlös erfasst, wenn der Kunde die Kontrolle über das Produkt oder den Service erhält. Eine Übersicht über die wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze ist nachfolgend festgehalten.
Verkauf von Serienteilen
Diese Umsätze fallen im Segment System Parts an. Der Kunde erhält die Kontrolle bei der Lieferung der Serienteile – je nach Ausgestaltung der Income Terms. Die Umsatzerfassung erfolgt zu diesem bestimmten Zeitpunkt. Bei Kundenreklamationen infolge von Qualitätsmängeln stellen die Kunden Rechnung an Feintool. Diese Reklamationen werden zeitnah abgearbeitet und – sofern berechtigt – im Materialaufwand verbucht. Bereits unter IAS 18 wurde der Umsatz bei Lieferung der Serienteile realisiert.
Verkauf von Pressen und Werkzeugen
Diese Umsätze fallen im Segment Fineblanking Technology an. Der Kunde erhält die Kontrolle über den Zeitraum der Produktion der Pressen inkl. Peripheriegeräte bzw. der Werkzeuge. Es handelt sich dabei um eine Einzelfertigung mit entsprechenden Spezifikationen. Eine etwaige Vertragsauflösung führt zu einer Verrechnung der Herstellkosten zuzüglich dem kalkulierten Gewinn. Die Umsatzerfassung erfolgt daher über den bestimmten Zeitraum, wenn zusätzlich folgende Bedingungen erfüllt sind:
Der Aufwand für erwartete Garantieaufwendungen fliesst in die Kalkulation ein, eine entsprechende Rückstellung wird über den Materialaufwand über den gesamten Zeitraum gebildet. Bei Garantiefällen wird die Presse repariert und die anfallenden Kosten der Rückstellung belastet. Unter IAS 18 wurden, wenn oben genannte Kriterien erfüllt waren, Umsätze und Aufwände für Pressen und Werkzeuge mittels POC-Methode abgerechnet. Inhaltlich ergibt sich somit durch den neuen Standard keine Änderung.
Serviceverträge (im Pressengeschäft)
Diese Umsätze fallen im Segment Fineblanking Technology an. Der Service- und Inspektionsvertrag gleicht einem Rahmenvertrag mit Beschreibung des Leistungsumfangs und der anzuwendenden Tagesansätze. Die Verrechnung an den Kunden erfolgt nach Erbringung der Serviceleistung. Die Umsatzerfassung erfolgt zu dem bestimmten Zeitpunkt. Bereits unter IAS 18 wurde Umsatz bei Rechnungsstellung nach Erbringung der Serviceleistung realisiert.
Übrige neue und angepasste Standards
Feintool ist entweder von diesen Änderungen nicht betroffen oder diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
ZUKÜNFTIGE ÄNDERUNGEN VON RECHNUNGSLEGUNGS-GRUNDSÄTZEN
Feintool prüft laufend die Auswirkungen der neu publizierten, noch nicht in Kraft getretenen Rechnungslegungsgrundsätze auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Feintool geht davon aus, dass dieser neue Standard wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben wird. Insbesondere führt der neue Standard zu einer Erhöhung des Fremdkapitals und einem in etwa gleichen Ansatz von Leasinggegenständen. Zurzeit wird die neue Vorschrift analysiert und Vorbereitungen zu deren Einführung getroffen. Zum heutigen Zeitpunkt wird eine um rund 1 bis 2 % höhere Bilanzsumme, ein um rund 3 bis 5 % höherer EBITDA sowie ein um rund 0.5 bis 1 % höherer EBIT erwartet. Durchschnittlich ergeben sich keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Abhängig von der Altersstruktur der Miet- und operativen Leasingverträgen können sich geringfügige Verschiebungen ergeben.
Feintool evaluiert die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen. Nach ersten Erkenntnissen erwartet Feintool daraus keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage.
Ermessensentscheide UND ANNAHMEN
Die Erstellung des konsolidierten Halbjahresabschlusses verlangt vom Management, Einschätzungen vorzunehmen und Annahmen zu treffen, welche die Wertansätze von Aktiven und Verbindlichkeiten, die Angabe von Eventualforderungen und -verbindlichkeiten sowie die Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Bereiche, bei denen Schätzungen einen wesentlichen Einfluss auf den Buchwert haben, sind die Bemessung der Rückstellungen, die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Sachanlagen, die Annahmen der Nutzwertberechnung für den Goodwill, der erwartete zukünftige Cash Flow aus aktivierten Entwicklungskosten, die Bewertung von langfristigen Fertigungsaufträgen, die Beurteilung erwarteter und latenter Steuern sowie die versicherungstechnischen Annahmen bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen. Diese Schätzungen können von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen und damit wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Management und Verwaltungsrat sind der Meinung, dass die Planungsgrundlagen und Schätzannahmen realistisch sind.
EVENTUALVERBINDLICHKEITEN/KAUFVERPFLICHTUNGEN
Die Eventualverbindlichkeiten aus erhaltenen Fördermitteln, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sind, betragen CHF 3.5 Mio. (Vorjahr CHF 3.9 Mio.). Bei Verletzung dieser Bedingungen besteht das Risiko, dass die Fördermittel oder ein Teil davon zurückbezahlt werden müssen.
In White Plains, NY (USA) besass eine Feintool-Gesellschaft eine Liegenschaft, welche mit Tetrachlorethen (PER) verunreinigt ist. Feintool ist dem staatlich kontrollierten „Brownfield Cleanup Program“ beigetreten. Im Rahmen dieses Programms soll das Grundstück – unter Aufsicht der lokalen Behörden – von Umweltbelastungen befreit werden. Zur Zeit bilanziert Feintool eine Rückstellung für diese Sanierung in der Höhe von TCHF 434 (Vorjahr TCHF 443). Aufgrund heutiger Beurteilung hat die Sanierung von „White Plains“ keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.
In Deutschland haben die Betriebsräte einiger Feintool-Gesellschaften einen Konzernbetriebsrat gegründet. Feintool bestreitet die Grundlage für dessen Gründung. Das Bundesarbeitsgericht hat in letzter Instanz Feintools Position vollumfänglich übernommen. Somit ist dieses Verfahren ohne Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe abgeschlossen.
In den USA hat Feintool einem Kunden fehlerhafte Teile geliefert. Der Kunde fordert von Feintool Ersatz für entstandene Kosten, welche zur Zeit nur teilweise substantiiert sind. Feintool ist zudem der Auffassung, dass die Ursache dieser Fehler nicht oder nur teilweise in ihrem Verantwortungsbereich liegt. Im Herbst 2017 wurde Feintool sowohl von seinem Kunden als auch vom Endkunden der entsprechenden Produkte eingeklagt. Sowohl die Gerichtskosten als auch ein allfälliger Schaden Dritter sind durch Versicherungen gedeckt. Aufgrund heutiger Erkenntnisse hat dieser Fall keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.
Zum Berichtszeitpunkt ist Feintool in keine weiteren wesentlichen gerichtlichen Verfahren involviert. Auseinandersetzungen in Bezug auf Produkthaftung, Werbetätigkeit, Arbeitsrecht und missbräuchliche Kündigungen, Kartellrecht, Handel mit Wertschriften, Verkaufs- und Marketingpraktiken, Gesundheit und Sicherheit, Forderungen im Umwelt- und Steuerbereich, zu staatlichen Ermittlungen sowie zum Urheberrecht sind jedoch jederzeit möglich. Infolge solcher Verfahren könnten beträchtliche Ansprüche an Feintool gestellt werden, die möglicherweise nicht durch Versicherungen gedeckt sind. Zur Zeit sind keine Sachverhalte bekannt, welche nach Auffassung von Feintool einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben könnten.
Die Feintool-Gruppe ist Kaufverpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von CHF 7.8 Mio. (Vorjahr CHF 17.2 Mio.) eingegangen.
KONSOLIDIERUNGSKREIS
Die konsolidierte Halbjahresrechnung umfasst den Halbjahresabschluss der Feintool International Holding AG, Lyss (Schweiz) sowie die Halbjahresabschlüsse aller Konzerngesellschaften, an denen die Feintool International Holding AG direkt oder indirekt mehr als 50 % der Stimmrechte hält oder die auf eine andere Art und Weise beherrscht werden. Eine Übersicht sämtlicher Tochtergesellschaften ist im Geschäftsbericht per 31. Dezember 2017, Seite 87 enthalten.
Rückwirkend per 1. Januar 2018 wurde die Feintool Equipment AG, Lyss mit der Feintool System Parts Lyss AG fusioniert.
Am 12. Oktober 2017 wurde die Columba GmbH, Amberg mit der Vireo GmbH, Jena, fusioniert.
Am 10. Mai 2017 wurde die am 21. März 2016 in Liquidation gesetzte Firma Feintool Intellectual Property AG, Lyss im Handelsregister gelöscht.
Am 13. April 2017 übernahm die Feintool International Holding AG, Lyss, zu 100 % die Firma Schuler (Tianjin) Metal Forming Technology Center Co., Ltd. Die Gesellschaft wurde anschliessend in Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd. umbenannt.
FINanzierung
Am 13. Juni 2017 unterzeichnete Feintool mit sechs Banken einen Syndikatskredit in Höhe von CHF 90 Mio. mit einer Erhöhungsoption von zusätzlichen CHF 60 Mio. Am 17. Mai 2018 wurde dieser Vertrag verlängert und läuft nun bis zum 13. Juni 2023. Im Syndikatskredit sind sogenannte Covenants definiert. Die wesentlichen Covenants sind:
Am 30. Juni 2018 war der Syndikatskredit zu CHF 28.9 Mio. (Vorjahr CHF 10.9 Mio.) benutzt.
Am 15. Juli 2016 fand die Emission eines Schuldscheindarlehens in der Höhe von EUR 65 Mio. statt. Emittent unter Garantie der Feintool International Holding AG ist die in Deutschland ansässige Feintool Holding GmbH. Das Darlehen ist in drei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten unterteilt.
Im Darlehensvertrag sind marktübliche Covenants definiert. Der wesentliche einzuhaltende Covenant ist:
Auch Kreditverträge, die mit verschiedenen Banken auf bilateraler Basis abgeschlossen wurden, enthalten marktübliche Covenants. Sollten diese Covenants von der Gruppe nicht eingehalten werden, so hätten die Banken das Recht, die Kredite kurzfristig zu künden.
Per 30. Juni 2018 sind alle Covenants eingehalten und Feintool verfügt über CHF 73.1 Mio. (Vorjahr CHF 79.1 Mio.) nicht benutzte, bestätigte Banklimiten.
saisonalität
Die Geschäftsbereiche der Feintool unterliegen keinen wesentlichen saisonalen Schwankungen. Die Ergebnisse aus Vertragsvermögenswerten, welche über einen bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden, werden über die entsprechende Laufzeit verteilt.
Die Feintool-Gruppe verwendete in den Berichtsperioden folgende Umrechnungskurse:
1 Segmentinformationen
Die nachfolgenden Fussnoten gelten für die Halbjahre 2018 und 2017.
1) Der Total Nettoumsatz enthält Umsätze erzielt über einen Zeitraum in der Höhe von CHF 25.2 Mio. Diese Umsätze fielen im Segment Fineblanking Technology an.
2) Die Bruttomarge errechnet sich aus dem Nettoumsatz abzüglich Materialkosten, Veränderung Halb- und Fertigfabrikaten und Waren in Arbeit und direkten Personalkosten.
3) Das Nettoumlaufvermögen bei den operativen Segmenten setzt sich zusammen aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Warenvorräten, dem Nettoguthaben aus Vertragsvermögenswerten sowie aktiven Rechnungsabgrenzungsposten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Kundenanzahlungen sowie passiven Rechnungsabgrenzungsposten. Bei Finanzen/Übrige werden ausserdem die übrigen Forderungen und Verbindlichkeiten in die Berechnung miteinbezogen.
4) Der Nettoumsatz ist aufgrund des Domizils des Kunden auf die Länder zugeteilt.
Die nachfolgenden Erläuterungen zu den Segmentinformationen gelten für die Halbjahre 2017 und 2018.
Das Segment Fineblanking Technology beinhaltet die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf von Pressen, Werkzeugen, Peripheriesystemen und alle damit zusammenhängenden Dienstleistungen.
Das Segment System Parts entwickelt, produziert und verkauft hochpräzise Systemkomponenten und Baugruppen unter Nutzung der Feinschneid- und Umformtechnologie. Ausserdem ist die Herstellung und der konzerninterne Verkauf von Werkzeugen in diesem Segment enthalten.
Aus operativen Gründen wurde der Werkzeugbau in der Schweiz per 1. Juni 2018 von Fineblanking Technology in das Segment System Parts verschoben. Davon betroffen sind 62 Mitarbeitende und Aktiven in der Höhe von CHF 3.3 Mio.
Finanzen/Übrige beinhalten im Wesentlichen die Zahlen der Feintool International Holding AG, der deutschen Subholding Feintool Holding GmbH sowie der Subholding HL Holding AG und deren Immobiliengesellschaft.
Das Betriebsergebnis beinhaltet alle operativen Erträge und Aufwendungen, die in den entsprechenden Segmenten direkt anfallen. Darin enthalten sind segmentübergreifend anfallende Aufwendungen, die direkt „at arm’s length“ verrechnet werden. Die Finanzierung von Feintool erfolgt auf Gruppenebene. Daher werden Finanzverbindlichkeiten, Finanzaufwand und Finanzertrag sowie Steuern lediglich auf Gruppenebene ausgewiesen und erscheinen somit nicht in den Segment-Reportings. Eine Überleitung von den Zahlen aus dem Management Reporting zum Financial Reporting entfällt, da die interne und externe Berichterstattung den gleichen Bewertungsgrundsätzen unterliegen.
2 Nettoguthaben aus Vertragsvermögenswerten
Die verbuchte Bruttomarge auf den per Bilanzstichtag bestehenden Vertragsvermögenswerten beläuft sich auf 36.7 % (Vorjahr 37.6 %). Auf den Vertragsvermögenswerten wurden keine Wertberichtigungen gebildet.
3 Finanzergebnis und finanzinstrumente
1) Der übrige Finanzaufwand enthält neben Bankspesen auch den jährlichen Anteil der Kosten des Schuldscheins/Konsortialkredites sowie Kosten für „market making“.
3.3 Hierarchie der Marktwerte
Feintool hat Finanzinstrumente zum Marktwert bewertet und verwendet folgende Hierarchien für die Bestimmung des Marktwertes:
Stufe 1: Auf aktiven Märkten notierte (nicht angepasste) Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.
Stufe 2: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbare Input-Daten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen.
Stufe 3: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeiten herangezogenen Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten).
Feintool verfügt lediglich über Finanzinstrumente auf Hierarchiestufe 2. Darin enthalten sind Devisentermingeschäfte.
Die Währungsinstrumente betreffen hauptsächlich Absicherungen von Fremdwährungsrisiken in Euro. Die Laufzeiten der Devisentermingeschäfte betragen wenige Monate.
3.5 Marktwerte
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten weichen nicht wesentlich von den Marktwerten ab.
4 Eigenkapital
Das im Geschäftsjahr 2016 geschaffene genehmigte Kapital von höchstens CHF 6 Mio. ist am 19. April 2018 verfallen. Jedoch wurde dem Verwaltungsrat mit Beschluss der Generalversammlung vom 24. April 2018 die Ermächtigung erneut erteilt. Die neuen Aktien sind voll zu liberieren. Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, in bestimmten Fällen das Bezugsrecht zu beschränken oder auszuschliessen. Die Ausgabe der Aktien kann in einem oder mehreren Schritten erfolgen. Die Ermächtigung ist auf zwei Jahre befristet. Am 24. April 2020 wird das genehmigte Aktienkapital verfallen.
1) Am 2. Oktober 2017 meldete Muhr und Bender KG und Dr. Thomas Muhr offiziell die Reduktion ihres Bestandes an Feintool-Aktien um 616 500 (13.81 %) und damit das Unterschreiten der tiefsten Meldeschwelle von drei Prozent.
5 dividende
Anlässlich der Generalversammlung der Feintool International Holding AG vom 24. April 2018 stimmten die Aktionäre einer Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2017 von CHF 2.00 (Vorjahr CHF 2.00) pro Aktie zu. Dies führte zu einer Dividendenauszahlung von TCHF 8 924 (Vorjahr TCHF 8 923).
6 Ereignisse nach dem bilanzstichtag
Am 31. Juli 2018 übernahm Feintool die deutsche Stanzwerk Jessen GmbH in Jessen, Sachsen-Anhalt, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften Jela GmbH, SLTJ GmbH und Stanz- und Laser Technik Jessen GmbH.
adressen der operativen gesellschaften
für das erste Halbjahr 2018