Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03129.jsonl.gz/1058

Che strano chiamarsi Federico
Regie: Ettore Scola
Darst.: Tommaso Lazotti, Maurizio De Santis, Giulio Forges Davanzati, Ernesto D’Argenio, Sergio Rubini, Antonella Attili, Emiliano De Martino, Fabio Morici u.a.
Zum 20. Todestag von Federico Fellini realisierte Ettore Scola, mit Filmen wie «Le bal» und «Una giornata particolare» selbst einer der Grossen des italienischen Kinos, eine wunderbare Hommage an seinen Freund. «Che strano chiamarsi Federico» ist ein aussergewöhnliches filmisches Porträt aus Erinnerungen, Archivmaterial, neu gedrehten Szenen und Ausschnitten aus Fellinis berühmten Filmen, gedreht im legendären Studio Teatro 5 in der römischen Cinecittà, wo auch die meisten Filme Fellinis entstanden sind. Basierend auf Scolas persönlichen Erinnerungen stehen die ersten Jahre von Fellinis Karriere im Mittelpunkt, seine Ankunft als Neunzehnjähriger in Rom und seine Anfänge als Journalist und Karikaturist in der Redaktion des Satiremagazins Marc’Aurelio, wo sich die beiden kennenlernten. Scola zeigt Fellini als Drehbuchautor, der für Neorealisten wie Roberto Rossellini und Pietro Germi arbeitete, bevor er sich selbst als Regisseur etablierte. Von seinem Debüt als junger, leidenschaftlicher Zeichner bis zu seinem fünften Oscar wird Fellini von Scola als ein grosser Pinocchio geschildert, aus dem zum Glück nie ein «guter Junge» geworden sei. «Che strano chiamarsi Federico» verzichtet bewusst auf eine lineare Struktur, der Film «ist ein wenig kubistisch, ohne chronologische oder narrative Reihenfolge, sondern mit einer emotionalen Ordnung, so, als würde in einem Album voller Erinnerungen geblättert», sagt Scola. Die Quintessenz des Films ist im Untertitel enthalten: «Scola racconta Fellini» (Scola erzählt Fellini). Es ist ein Film für alle, die Fellini und das Kino lieben. Alberto Crespi schreibt in L’Unità: «Scola ist es gelungen, die Regeln des biografischen Dokumentarfilms zu sprengen und einen vielschichtigen Film zu schaffen, in dem sich die Archivmaterialien auf poetische Weise verbinden. Das Ergebnis ist fabelhaft, eine Reise in die Welt Fellinis (und Scolas), die uns gleichermassen zum Lachen und Weinen anregt.» Ettore Scola starb am 19. Januar 2016; die Hommage an seinen Freund Federico war sein letzter Film.