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FLORA ESPINA | AUF DEM WEG ZU DEN OLYMPISCHEN SPIELEN
Die Hypo Advisors AG und ihre Mitarbeiter sind sehr stolz darauf, die junge Flore Espina, eine behinderte Sportlerin, finanziell zu unterstützen, mit dem Ziel, 2024 an den Paraolympischen Spielen in Paris unter den Farben der Schweiz teilzunehmen.
Ein schwerer Motorradunfall veränderte das Leben von Flore Espina radikal. Doch ihre Leidenschaft für den Pferdesport war stärker als die körperliche Behinderung, mit der sie leben lernen musste. Heute vertritt die dynamische Sportlerin die Schweiz aus Sicht der Disziplin Para-Dressur.
FLORE ESPINA TRÄUMT DAVON EINES TAGES IN PARA-DRESSUR ...
DIE SCHWEIZ BEI DEN OLYMPISCHEN SPIELEN ZU VERTRETEN
Wenn der spanische Hengst Quincel de Valdesol am Sandplatz mit Flore Espina auf dem Rücken sein Bestes gibt, bietet das Paar eine perfekte Fusion. Der Schimmel reagiert sehr willig auf die Hilfe seiner Reiterin und ist selbst bei den anspruchsvollsten Übungen mit Herzblut dabei. Für die 35-jährige aus Neuchâtelois ist es nicht selbstverständlich, so im Sand zu «tanzen», weil ihr linkes Bein wegen einer Gangrän unterhalb des Knies amputiert werden musste.
Land der Pferde und Wahlheimat: Spanien
Als Flore Espina im Alter von 4 Jahren während eines Urlaubs in Spanien mit dem Reiten begann, konnte sie nicht ahnen, dass dieses Land und seine Pferde 30 Jahre später ihr Leben bestimmen werden. Nach dieser ersten Reiterfahrung in Spanien lassen sie die Pferde nicht mehr los. Ihre Kindheit in Val-de-Travers war dem Reiten gewidmet und mehr auf das Springen konzentriert. Mit 19 beschloss sie, nach Spanien zu ziehen, um Veterinärmedizin zu studieren. Doch die Realität sah ganz anders aus: Im August 2006 erlitt sie einen schweren Motorradunfall mit einem offenen Bruch des Schien- und Wadenbeins im linken Bein. Leider kam es bei ihrem Aufenthalt im Krankenhaus zu Komplikationen und ihr Bein wurde gangränös. Anschließend musste ihr linkes Bein unterhalb des Knies amputiert werden.
In ihrem ersten Monat im Krankenhaus unterzog sie sich 21 Operationen. Sie litt an sehr fortgeschrittenem Gangrän und ihre inneren Organe begannen zu versagen. “«Ich habe über einen Monat auf der Intensivstation verbracht, aber am Ende hat mein Lebenswille gesiegt„, erinnert sich die Kämpferin.
SELBSTVERTRAUEN ZURÜCKGEWINNEN
DANKE DER PARA-DRESSUR
Nach über 100 Tagen Krankenhausaufenthalt verließ Flore Espina das Krankenhaus und musste sich an ihr neues Leben ohne Bein anpassen: „Ich war damals 21 Jahre alt, ein verstümmelter Körper und musste deshalb alles neu lernen: laufen, aufstehen und die Blicke der anderen ertragen.
Im ersten Jahr der Rehabilitation konnte sie keine Prothese verwenden, weil das, was von ihrem Bein übrig war, zu stark beschädigt war. Sie war deshalb zum Rollstuhl oder zu Krücken verurteilt. Die Rehabilitation verlief langsam und richtete sich hauptsächlich an ältere Amputierte, aufgrund von Diabetes. Sie kam nicht voran und war ziemlich frustriert über ihre neue Situation.
Dann beschloss sie eines Tages zu kämpfen und jeden Tag aufzustehen. „Ich beschloss, diese zweite Chance zu nutzen, die mir gegeben wurde.“ Zu diesem Zeitpunkt lernte sie eine deutsche Dressurreiterin kennen, die ihr vorschlug, gemeinsam wieder auf ihr Pferd zu steigen. Auf diese Weise begann Flore Espina wieder mit dem Reiten. Der Anfang war allerdings sehr kompliziert: „Ich hatte keine körperliche Kraft und war außerdem psychisch geschwächt. Aber nach und nach konnte ich mich sowohl körperlich als auch emotional rehabilitieren„
ZUSAMMENARBEIT MIT EINER
PFERDEAUFZUCHT
Kurz darauf beendete die junge Mutter eines kleinen Jungen ihr Studium der Veterinärmedizin an der Universität von Cordoba (ESP) und zog mit ihrem Sohn in die Provinz Cadiz. Zu diesem Zeitpunkt begann sie, an Para-Dressur-Wettbewerben teilzunehmen. Dazu hat ihr eine Zucht in der Region einen reinrassigen spanischen Hengst (PRE) zur Verfügung gestellt: Quincel de Valdesol. 2019 schloss sich Flore Espina der Schweizer Perspektive des Para-Dressur an und verteidigte erstmals die Farben der Schweiz bei einem internationalen Wettbewerb in Lissabon (POR).
Flore Espina hat seit einigen Wochen die Möglichkeit, eine 14-jährige KWPN-Stute zu reiten, deren Besitzer das Projekt der begeisterten Para-Dressursportlerin übernommen hat. Das Training mit ihrem neuen Reittier Báltica de Encinasola läuft gut, dieses vielversprechende Paar hat bereits erfolgreich an zwei 3 * nationalen Wettbewerben teilgenommen und gerade die andalusische Meisterschaft gewonnen. Im kommenden Frühjahr planen Flore und Báltica zwei Starts bei internationalen Wettkämpfen, um sich für die Olympischen Spiele in Paris zu qualifizieren.
Die vielseitige Sportlerin, die neben dem Reiten, unter anderem Klettern, Surfen, Kajakfahren und Radfahren ausübt und als Model für verschiedene Marken arbeitet, revoltiert nicht gegen ihre Vergangenheit, sondern blickt mit einem klaren Ziel in die Zukunft: Der Teilnahme an den Olympischen Spielen.