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Das Friedenslicht ist ein Symbol für den Frieden, der sich von Mensch zu Mensch weiterverbreitet. Wenn du mit einer brennenden Kerze einen Tag lang Leute besuchst, wie viele Kerzen kannst du damit bei ihnen anzünden? Vielleicht 30.
Wenn diese Leute ihre Flamme zu ihren Freunden weitertragen, entzünden sie Hunderte von Flammen. Vielleicht bringt sie einer auch zum Nachbarn, den er nicht so mag. Der Nächste reist mit dem Licht nach Luzern oder Lugano. Von dort trägt es ein anderer weiter, bis es in Alaska, in Tokio oder irgendwo in Afrika ankommt.
So erreicht man Tausende von Menschen. Oder mehr. Der Brauch ist für alle da, unabhängig von Religion und Wohnort. In diesen Tagen breitet sich das Friedenslicht wieder aus. Dafür reist ein Kind nach Bethlehem im Westjordanland. Dort liegt die sogenannte Geburtsgrotte, wo stets ein Feuer brennt.
Das Kind entzündet an diesem Ort seine Kerze und fliegt damit nach Österreich. Von dort kommt die Flamme auch in die Schweiz. Faszinierend, oder? Man gibt etwas, was sich vermehrt, zugleich behält man es aber auch.
Du kannst mit einem friedlichen Herzen also Tausende von Herzen erhellen. Oder mehr. Klingt märchenhaft, aber ich finde es sehr greifbar. Wenn ich sehe, wie schnell und einfach Angst und Hass sich in der Welt verbreiten, muss das mit Liebe und Frieden doch auch funktionieren.
Autor: Gabriela Bonin