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Nach seinem vor zwei Jahren bei der Deutschen Grammophon veröffentlichten Debütalbum "Portraits - The Clarinet Album", begibt sich Andreas Ottensamer nun auf Spurensuche. Selbst zur Hälfte Ungar erforscht er die Stilistik und Gepflogenheiten Brahms in seinen traditionellen ungarische Liedern und Tänzen und kombiniert diese mit einer Einspielung des herrlichen, späten Klarinttenquintetts, in dem er "eines der wirklich monumentalsten Stücke im gesamten Repertoire sieht. Jeder Klarinettist träumt davon, dieses Stück zu spielen", aber durch die Zusammenstellung des Programms verweist Andreas Ottensamer auch auf die zentrale Bedeutung des ungarischen Idioms für Brahms Tonsprache. Sollte der Sprung vom Quintett zu den Ungarischen Tänzen zu abrupt anmuten, können Brahms Walzer eine vermittelnde Zwischenstufe bilden. Die wienerisch geprägten Walzer op. 39 für Klavier vierhändig und die Liebeslieder op. 52 für Klavier vierhändig und Stimmen mögen bar jeglichen ungarischen Einflusses erscheinen, aber auch hier lassen sich Spuren des Csárdás entdecken. Abgerundet wird das Album durch Leó Weiners Zwei Sätze für Klarinette und Klavier von 1959, die eine passende Fortsetzung des Brahmsschen Ansatzes bilden.
Portrait
Johannes Brahms, 1833 - 1897, erhielt seine Ausbildung in Hamburg und reiste als Klavierbegleiter des ungarischen Geigenvirtuosen E. Remény durch Europa. Joseph Joachim wurde auf ihn aufmerksam und empfahl ihn an Liszt und Schumann weiter. Letzterer feierte Brahms in einem Artikel in der 'Neuen Zeitschrift für Musik' am 28.10.1853 unter der Überschrift 'Neue Bahnen' als langersehntes Talent, als einen 'Berufenen'. Von 1857 - 59 war Brahms Hofmusikdirektor in Detmold, 1862 siedelte er nach Wien über. Dort lebte er als hochangesehener freischaffender Künstler, ab 1877 wurden ihm mehrere Ehrungen zuteil. Sein Gesamtwerk umfasst 4 Sinfonien, das 'Deutsche Requiem', 2 Klavierkonzerte, ein Violinkonzert, Klavier- und Kammermusik und vieles mehr.