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Geschichte des Pétanqueclubs Entfelden
Anfang der 1990er-Jahre keimt insbesondere bei den italienischen Mitgliedern der Fussball-Veteranentruppe der Gedanke auf, eine FC-Sektion für nicht mehr fussballerisch tätige Fussballer zu gründen. In den Vordergrund tritt durch den Ideengeber Emanuele Casagrande – sozusagen kulturell bedingt – der Bau einer Bocciabahn. Recherchen bezüglich möglicher Alternativen führen dann Fussball-Seniorenobmann René Senn über eine Geschäftsbeziehung zur internationalisierten und infrastrukturmässig einfacheren und günstigeren Kugelspiel-Variante: Pétanque.
Spätherbst 1994:
Es begann im Wald. Vanda Märk setzt eine ihrer Kugeln
Ungefähr 10 interessierte Altherren-Fussballer und deren Frauen folgen 1994 der Einladung des Präsidenten des PC Däniken zu einem Einführungsturnier auf dessen Anlage. Die Neo-Pétanqueure sind vom Spiel begeistert! Die Initialzündung für Pétanque ist erfolgt! Kurz darauf erstehen etliche Mitglieder die benötigten Kugelsets. Die nächste Zeit – auch an milden Wintertagen bei wärmendem Lagerfeuer – wird im Wald oberhalb der Fussballanlage Schützenrain begeistert gesetzt und geschossen (die Fachausdrücke für das Platzieren einer Spielkugel beim Zielkügelchen, genannt Cochonnet und dem brachialen Wegbefördern einer gegnerischen Kugel).
Februar 1996:
Der Grasblätz hinter dem Clubhaus des FCO wird abgesteckt
Der Wunsch nach einer professionelleren Spielanlage ist längst geweckt. Das Bestreben des seit dem Sommer 1994 amtenden Seniorenobmanns René Senn, diese hinter dem FC-Clubhaus zu bauen, werden vom grössten Teil des FC-Vorstandes befürwortet, aber durch das Veto des damaligen Anlageverantwortlichen zunächst verhindert. Und dies trotz Garantie, die FC-Kasse mit den entstehenden Kosten von ca. CHF 7'000.- nicht zu belasten. Nach langem „Theater“ kann schliesslich der Gegner der „Section Pétanque FC Oberentfelden“ von moderaten Pétanqueuren (Werni Ott und Maurizio Casagrande) neutralisiert werden.
Im Herbst 1995 findet eine erste Orientierungsversammlung vor 15 - 20 interessierten Mitgliedern des FC Oberentfelden statt. Dem Bau der ersten Etappe der Anlage steht nichts mehr im Wege.
1996:
Die Plätze noch ganz ohne rundherum
Im März 1996 beginnen die Aushub- und Planierungsarbeiten, ausgeführt durch die Firma Hängärtner und Helfern der Section Pétanque. Im darauf folgenden Mai findet das Eröffnungsturnier statt. Leider erlebt Gründungsmitglied und Gönner Iwan Erismann, der im Januar schwer erkrankte, den freudigen Tag nicht mehr. Er erliegt einige Wochen davor seinem Krebsleiden. In seinem Testament bedachte er die Section Pétanque mit CHF 10‘000.-. Die junge Abteilung ist auf einen Schlag ihre finanzielle Schuld los.
Der Vorstand besteht aus den Herren: René Senn/Vorsitz, Maurizio Casagrande/Kasse, Werner Ott/Bauwesen und Gaston Hunziker/Eventmanagement.
Bereits 1996 wird ein Doublette-Jahresturnier ausgetragen. Sieger wird das Duo Maurizio Casagrande und Gery Märk.
Maurizio Casagrande, hier mit Luzie Walther, mit der er die Jahresturniere 2002 und 2003 gewonnen hat
Die lockere Pétanque-Truppe hat nun mehr Ambitionen, organisiert sich in Vorstandssitzungen und führt Plauschturniere und erneut ein Jahresturnier durch, ein Wettkampf, der über die ganze Saison verteilt gespielt wird. Maurizio Casagrande ist bei den ersten 10 Austragungen 7 Mal im Siegerteam vertreten.
An der ersten Mitgliederversammlung im November nehmen 26 Mitglieder und zwei Gäste teil. Per Ende 1997 ist die Mitgliederzahl bereits auf 40 Personen angewachsen
1998:
Noch ohne Charme: das erste Materialhäuschen
Bereits 1998 wird die Anlage auf 5 Plätze erweitert und ein Materialhäuschen aufgestellt.
Ein Jahr später wird der Sitzplatz mit einem Dach (Pergola) ausgerüstet.
und die erste Brätelstelle für Feuer-Edi Umiker
Auch in den „Sport-Nebenschauplatz“ wird investiert: Der Sitzplatz erhält eine Zeltüberdachung und ein Cheminee wird aufgestellt. So erhält „Feuer-Edi“ Umiker endlich einen anständigen Arbeitsplatz.
Erstmals nimmt man zwecks Bekanntmachung der Section Pétanque und der Rekrutierung neuer Mitglieder am Muttertagsmärt in Oberentfelden teil - mit einer Pétanquebahn und einem kleinen Verpflegungsstand. Die aufwändige Aktion wiederholt sich dann noch zwei Jahre, mit mässigem Erfolg bezüglich Mitgliederzuwachs, aber immerhin einem finanziellen Zustupf von jeweils CHF 500.- bis CHF 1'000.-.
2001:
Eine Gruppe an der Bauernolympiade im Schwarzwald
Gaston Hunziker organisiert im Sommer 1998 erstmals eine 2-tägige Reise für Pétanqueure. Eingeladen sind auch die Fussball-Veteranen und deren Partnerinnen. Die Reise führt 22 Mitglieder ins Elsass mit Übernachtung in Strasbourg. Es folgen viele weitere 1- und 2-tägige Reisen, anfänglich immer von Gaston recherchiert und durchgeführt.
und "Seppi" Edi Umiker während einer Wanderung 2002
Webmaster und Kassier Werni Buchmann
Im September 1998 erscheint die Section Pétanque erstmals im Internet mit einer eigenen Homepage – damals wie heute gemanagt von Webmaster Werni Buchmann.
Der Vorstand wird Ende 1998 mit Emanuele Casagrande auf 5 Personen erweitert.
Teilnehmer und Leiter des Pétanquekurses 2001
Im Herbst 1999 fand erstmals ein Pétanquekurs statt, ausgeschrieben bei der Freizeitwerkstatt Oberentfelden. Dieser Kurs mit 7 Teilnehmern, geleitet von René Senn, Maurizio Casagrande und Edi Umiker, wiederholt sich jetzt fast jährlich und generiert viele neue Pétanqueure. Im Jahr 2001 können insgesamt 15 Neumitglieder gewonnen werden. Allein aus dem Pétanquekurs blieben 8 treue Mitglieder hängen.
Teilnehmer und Leiter des Pétanquekurses 2001 --->
Der alte und der neue Platzchef: Werni Ott (l.)
Platzchef Werni Ott demissioniert per Ende 2000. Das Ressort wird neu mit Peter Lüscher besetzt.
Seit 2000 ist die Pétanqetruppe der Alstom-Pensionäre regelmässig auf der Anlage anzutreffen
Seit dem Jahr 2000 gehört Pétanque zum Freizeitangebot der Pensionäre der Firma Alstom. Sie sind regelmässig an Donnerstagnachmittagen auf unserer Anlage anzutreffen.
Erste Turniererfahrung in Rheinsulz 2001: Hubert Rabenseifner, Werner Tanner und Maurizio Mencucci.
Nachdem man recht zaghaft etwas Turniererfahrung gemacht hatte (PC Däniken/PC Zug), steigen einige Spieler 2001 ins regionale und interregionale Turniergeschehen ein. Beim PC Wohlen, dem PC Buchs und in Rheinsulz nehmen einige Teams erfolgreich an Turnieren teil. So stell man an zwei der drei Turniere den Sieger.
Die 12 Spielerinnen des Frauenturniers 2003
2002 wird erstmals das Section Pétanque-interne Frauenturnier ausgetragen. Die Frauen können sich ganz auf den Wettkampf konzentrieren, während sich einige Männer um die Verpflegung kümmern. Das Turnier hat sich etabliert und wird bis heute jährlich einmal ausgetragen.
Die beiden Köche Martin Helmetsberger (l.) und Frido Lehner
Das „Stockerl“ des ersten Einladungsturniers 2002: Sieger Marlis und Joggi Matter vor Luzie Walther und Maurizio Casagrande (links) und einem Buchser Team
Ebenfalls 2002 findet erstmals ein Einladungsturnier mit mehreren Clubs auf der einheimischen Anlage statt. Gäste sind Teams aus Wohlen, Herzogenbuchsee und Buchs.
Der Vorstand profitiert von einem super Herbstrabatt und kauft ohne Genehmigung der Mitgliedschaft ein neues Materialhaus für CHF 1'900.- (Neupreis: CHF 4'000.-).
Die grosse Schar konnte bei herrlichem Frühlingswetter die Sonne geniessen
Eröffnungsturnier mit 30 teilnehmenden Spielerinnen und Spielern findet also bei besten äusseren Bedingungen statt.
Am 1. Wytropfecup setzt Werner Tanner seine Kugel vor dem brandneuen Materialhaus
Der Wytropfe-Cup – ein Doublette-Turnier in der ersten Jahreshälfte – wird geboren. Bereits im ersten Jahr nehmen 40 Spielerinnen und Spieler aus 5 verschiedenen Clubs daran teil.
Der Wytropfe-Cup steht noch heute auf der Traktandenliste des Clubs und erfreut sich grosser Beliebtheit in der Pétanque-Gemeinde der näheren und weiteren Umgebung. Bei der 10. Austragung des Wytropfe-Cups 2012 kämpfen 72 Spielerinnen und Spieler aus 11 Clubs in Oberentfelden um die begehrte imaginäre Trophäe.
Der neu gebaute Platz 6 wird am Eröffnungsturnier eingeweiht
Im Frühjahr wird Platz 6 und ein neuer Vorplatz realisiert sowie zur grossen Freude des Platzchefs Peter Lüscher das neue, nun komfortablere und grössere Materialhaus aufgebaut.
Faustballer und ihre Sponsoren auf dem Pétanqueplatz: Käthi Häfliger setzt ihre Kugel, beobachtet von „Zwibi“ Christian Zbinden, dem Trainer der Herren Nat A-Mannschaft
Bereits 2003 vergnügen sich 15 pétanquefremde Vereine sowie Firmen auf der Anlage, lassen sich ein Turnier organisieren und/oder durch Mitglieder der Section Pétanque bekochen. So führen die Faustballer seit langer Zeit ihren jährlichen Sponsorenanlass mit bis zu 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Pétanqueanlage durch.
Mani Casagrande:
Seine guten Ideen findet man im Kochtopf
An der Mitgliederversammlung sind 53 Personen, davon 50 Mitglieder anwesend. Rekord!
Nach 5-jähriger Vorstandstätigkeit tritt Emanuele Casagrande zurück.
und im Unterhaltungsteil der Mitgliederversammlungen
Sein Ideenreichtum, seine Kocheinsätze, zusammen mit Ehefrau Agnes und seine unvergesslichen Sketches, die er einstudierte und zusammen mit Edi Umiker an den Mitgliederversammlungen zelebrierte, bleiben allen Teilnehmern in bester Erinnerung. Ganz muss der Club auf seine Auftritte aber nicht verzichten.
Die Boccia-Mafia vl:
Mauz Mencucci, Maurizio Casagrande und Emanuele Casagrande
Neu in den Vorstand werden Rita Helmetsberger und Heinz (Frido) Lehner gewählt.
Gegen Schluss wird die Mitgliederversammlung von der Boccia-Mafia „gestört“. Allerdings kann der vorgetragene Pro-Boccia-Song die Anwesenden nicht vom italienischen Kugelspielspiel überzeugen.
Mit der Fusion der beiden Vereine findet die Section Pétanque Aufnahme in den Statuten (Spezialmitglieder mit Passivmitglieder-Status/autonom/freie Nutzung der Infrastruktur/mit Beitragspflicht).
Die scheidenden Vorstandsmitglieder vl:
Gaston Hunziker, René Senn und Peter Lüscher müssen Kugeln putzen
Per Ende Saison demissionieren 3 Vorstandsmitglieder: René Senn, Peter Lüscher und Gaston Hunziker.
Rita Helmetsberger schreibt ihr erstes MV-Protokoll, flankiert vom alten Präsi René Senn (rechts) und vom neuen, Frido Lehner
Neu in den Vorstand werden Ueli Hächler als Spielleiter und Andi Walther als Platzchef gewählt. Frido Lehner wird Präsident. Nachdem Samichlaus Mani Casagrande und Schmutzli Edi Umiker die scheidenden Vorstandsmitglieder reich beschenkt haben, findet zum letzten Mal „Gastonissimo“ statt und wird 2005 von „Fridissimo“ abgelöst.
Letztes „Gastonissimo“…
… nahtlose Überführung zu „Fridissimo“