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Die ersten Tage der H1N1 Pandemie in Mexiko
Guilermo Ruiz-Palacios vom Nationalen Institut für Medizinwissenschaften in Mexico berichtete über den Ausbruch der H1N1-v Pandemie in Mexico. In diesem eindrücklichen Referat hat er eine riesige Menge von Daten präsentiert. H1N1 – nur ein Teil der Geschichte
Zu Beginn der Pandemie wurde bei uns ja über riesige Fallzahlen berichtet, die dann nie mehr bestätigt wurden. Ruiz-Placios hat dann gezeigt, dass innerhalb von Mexiko grosse Unterschiede in der Prävalenz waren und dass nur gerade 11% der gemeldeten Fälle in Mexico City auftraten. Viel höher waren die Fallzahlen im Süden, was nach Ruiz mit klimatischen Unterschieden zu erklären sei. Doch bereits bei den ersten 1122 Fällen sei aufgefallen, dass nur gerade 20% (225) auf H1N1 zurückzuführen waren. Bei den anderen Fällen (ca. 2/3) konnten in der Mehrzahl Parainfluenzaviren nachgewiesen werden. Erst sehr viel später zeigte sich, dass die Koinfektion mit Parainfluenzavirus ein wichtiger Risikofaktor für den schweren Verlauf der H1N1-Infektion war.
Todesfälle bei jungen Menschen
Von allen 209 in Mexico an der H1N1 verstorbenen Patienten waren 71% im Alter von 20 bis 54 Jahren. Dies bestätigt die Erfahrungen in anderen Ländern, wo diese Altersgruppe ebenfalls am stärksten betroffen war. Die Risikofaktoren für eine Hospitalisation sind
– Alter 30-49-jährig (OR 3.44; 1.2-9.7)
– Adipositas (OR 9.46 ; 2.8-32)
– ein Komorbidität (2 oder mehr Faktoren, OR 6.25; 1.4-28)
Ein zusätzlicher Risikofaktor für einen letalen Ausgang war eine eine Atemfrequenz über 30/‘ (OR 9.4; 1.1-78) und eine Verwirrung (OR 19; 1.8-199). Der letale Ausgang war auch deutlich grösser bei Patienten, welche später alsdrei Tage nach Symptombeginn mit der Therapie angefangen hatten.
Korrekte Tamiflu Therapie schützt vor Todesfällen
Interessant ist die Beobachtung, die auch ein Teilnehmer aus dem Publikum für North Carolina bestätigte: Unter den Personen, die in den ersten 48 Stunden nach Symptombgeinn behandelt wurden. fand sich kein einziger Todesfall. Jedoch scheinen genetische Faktoren des Virus keinen Einfluss auf den Schweregrad des Virus zu haben.
Virurskonzentration kein Risikofaktor
Die höhe der Viruskonzentration schien sich bei Patienten mit leichterem und schwererem Verlauf nicht wesentlich zu unterscheiden. Doch die Dauer der Virusausscheidung war bei Patienten, die schon länger krank waren vor der Hospitalisierung deutlich verlängert. Man fand hier auch Patienten mit Virusausscheidung in Urin und Stuhl, doch bei den autoptischen Fällen zeigte sich ausser der schweren Lungenveränderungen kein Organbefall durch das Virus.
Quelle: Ruiz-Palacios, 49th ICAAC 2009, Abstract 1081