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Nach dem Brand des Vorgängerbaus im Jahr 1890 beauftragte die Theater-Aktiengesellschaft die Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer (vgl. Nr. 7) mit dem Bau eines neuen Stadttheaters auf dem ehemaligen Dufourplatz, nahe der erst drei Jahre zuvor fertig gestellten Quaianlagen. Die Architekten waren bereits erfahren im Bau von Theatern, hatten sie doch bis anhin schon 16 Theatergebäude errichtet. Der Entwurf für das Stadttheater wurde praktisch aus der Schublade gezogen, denn er entstammt einem Wettbewerbsbeitrag der Architekten für ein Stadttheater in Krakau. Nach einer Bauzeit von nur 16 Monaten konnte das Haus seiner Bestimmung übergeben werden.
Brandschutzauflagen zwangen zu einem freistehenden Haus, welches in der Achse der Dufourstrasse positioniert wurde. Ähnlich einem Palast dominiert das Stadttheater mit seinen aufwändigen, axialsymmetrischen Schaufassaden sowohl den Raum von Bellevue und Sechseläutenwiese, als auch die Flucht der Dufourstrasse. Während beim Äusseren die Stilformen der italienischen Renaissance zur Geltung kommen, sind bei der Innendekoration barocke Stilelemente sowie Zitate des Rokoko im Zuschauerraum vorherrschend. Der Erfolg der Wiener Architekten basiert auf der Verwendung zweier Raumschalen. Dabei ist der eigentliche Zuschauerraum sehr gross dimensioniert, die Gebäudehülle aber relativ klein bemessen. Das führt dazu, dass das Haus seit je chronischen Platzmangel hat, sowohl für die Verwaltung und Bühnentechnik, als auch für den repräsentativen Bereich wie Foyer und Eingang. Die wechselvolle Geschichte des Hauses hat neben verschiedenen Umbaumassnahmen auch Wettbewerbe für ein komplett neues Theater hervorgebracht diese Visionen blieben Fiktion. Realisiert wurde dagegen 1985 der vom Volksmund als «Fleischkäse» bezeichnete Gebäudekubus der Architekten Paillard & Leemann. Diesem fiel das 1925 erbaute Esplanade-Theater zum Opfer. Dafür wurde der ursprüngliche Portikus wiederhergestellt. Durch diesen Anbau büsste das Opernhaus seinen solitären Charakter ein und verlor auch den markanten Windfang von Otto Dürr (18941952) im Bauhaus-Stil. Die hohen Kosten für die Renovation und den Anbau stiessen nicht nur auf Verständnis: Sie waren unter anderem der Auslöser für die sogenannten Opernhauskrawalle, die den Auftakt zu den Zürcher Jugendunruhen der 1980er-Jahre bildeten.
Baujahr: 1890-1891, 1985 Fassadenrenovation und Erweiterung
Architektur: Ferdinand Fellner und Hermann Helmer; Paillard, Leemann und Partner, Zürich (Erweiterung)
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Stadttheater, seit 1964 Opernhaus
AdresseSchillerstrasse 1, 8001 Zürich
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz