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Unter Heuschnupfen versteht man eine Allergie gegen Pollen. Diese tritt meistens im Frühling oder Sommer während der Pollenflugzeiten auf. Dabei reagiert das Immunsystem mit einer Abwehrreaktion auf einen eigentlich harmlosen Anteil der Pollen, das sogenannte Allergen.
Meistens tritt der Heuschnupfen in der frühen Kindheit erstmals auf, er kann sich aber auch später neu entwickeln. In der Schweiz ist etwa jede sechste Person betroffen. Aufgrund der Klimaerwärmung und der veränderten Vegetation stieg der Anteil von Pollenallergikern in den letzten Jahren stetig an. Beim Heuschnupfen können die Augen tränen, jucken oder brennen, die Nase tropft, und man muss häufig niesen. Begleitend kann es zum allergischen Asthma bronchiale kommen.
Kontakt zu Pollen meiden
Nach einer Weile sind zudem Kreuzallergien auf Nahrungsmittel möglich, wenn deren Bestandteile eine ähnliche Struktur wie diejenigen der Pollen aufweisen. Typisch dafür ist eine Allergie auf Haselnüsse oder Äpfel bei einer Birkenpollenallergie. Die allergischen Reaktionen können sich negativ auf die Leistung beim Sport, in der Schule oder im Beruf auswirken. Zur Dokumentation der Symptome kann die e-Symptoms-App von aha!, dem Allergiezentrum Schweiz, hilfreich sein.
Vor Beginn der Pollenflugsaison angewandt, kann Cromoglicinsäure gegen die Allergie helfen. In der akuten Phase lindern sogenannte Antihistaminika oder auch Kortisonpräparate die Beschwerden. Am besten meidet man den Kontakt zu Pollen, was aber nicht immer möglich ist.
Die einzige ursächliche Therapie, die Hyposensibilisierung, versucht das Immunsystem zu schulen, die allergieauslösenden Pollen wieder zu tolerieren. Dabei wird ab Herbst oder Winter der Körper mit dem Allergen konfrontiert, indem es in regelmässigen Abständen entweder unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge gegeben wird, zuerst nur in sehr kleinen Dosen. Im Verlauf steigert man die Dosis, bis der Körper nach drei bis fünf Jahren auf alltägliche Pollenmengen nicht mehr reagiert.
Das Immunsystem schulen
Ob sich jemand für eine Desensibilisierung eignet, ermittelt der Arzt vorgängig in einer Untersuchung, Befragung sowie Haut- und Bluttests. Hauttests werden bei Verdacht auf eine allergische Reaktion auf bestimmte Substanzen vorgenommen. Die meist angewendete Methode ist der Pricktest. Bei diesem werden Tropfen der Allergenextrakte auf Unterarm oder Rücken gegeben. Nach 10 bis 15 Minuten kann die Sensibilisierung anhand der Sofortreaktion abgelesen und können Hinweise auf den Schweregrad der allergischen Reaktion gewonnen werden.
Bei manchen Betroffenen helfen auch alternative Methoden wie Akupunktur oder Homöopathie.
Autor: Sibylle Matter Brügger