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Migration und Tourismus. St. Moritz, Lech am Arlberg und Meran von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
In diesem länderübergreifenden Projekt werden die Wechselwirkungen von Tourismus und Migration in Graubünden, Vorarlberg und Südtirol erforscht. Die Kernthese lautet, dass mehr Tourismus auch zu einem Mehr an Migration geführt hat. Denn mit dem Aufkommen der modernen Tourismuswirtschaft stieg auch der Bedarf an Arbeitskräften, was zu einem regen Austausch der Hotelangestellten innerhalb Europas führte. Das Projekt setzt sich zum Ziel, mit der Methodik des Konzepts Mobilitäten-Regime eine Verbindung zwischen der Tourismus- und der Migrationsforschung herzustellen und diese historisch zu begründen. Dazu wird Mobilität als Überbegriff für die touristische und arbeitsbedingte Wanderung von Menschen und ihren gesellschaftlichen Ausdrucksformen definiert und an drei Beispielorten – St. Moritz, Lech am Arlberg und Meran – erforscht. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Erste Untersuchungen weisen dahingehend, dass das Hotelgewerbe in allen drei zu untersuchenden Gegenden stark auf migrantische Arbeitskräfte angewiesen war. Während für ungelernte Tätigkeiten Binnenmigrantinnen und -migranten angeworben wurden, wurden die erlernbaren Berufe von einer teilweise in ganz Europa herumziehenden Arbeiterklasse der Hotelangestellten erledigt. Dadurch, dass Arbeitsstellen für gewöhnlich saisonal befristet waren, blieb der Druck auf die Löhne konstant hoch, so dass selbst Angestellte in höheren Rängen des Hotelgewerbes kontinuierlich nach neuen Anstellungen suchen mussten.