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Die Medienlandschaft in der Demokratischen Republik Kongo (auch „Kongo-Kinshasa“ genannt) ist ziemlich öde. Wohl gibt es in der Hauptstadt Kinshasa ein paar Zeitungen. Doch diese dienen wirtschaftlichen Interessen. Auch das staatlich gelenkte Fernsehen gibt nicht viel her. Informationen aus dem Landesinneren fehlen fast ganz. Die kirchliche Agentur D.I.A. versucht, mit Unterstützung des Fastenopfers Gegensteuer zu geben.
[bild19221w200l]Bescheiden und doch bekannt
D.I.A. wird seit zehn Jahre vom Jesuiten-Pater Vata geleitet. Die Buchstaben D.I.A. bedeuten: „Documentation et Informations Africaines“. D.I.A. ist die einzige einheimische Agentur, die dem Informationsfluss zwischen der Hauptstadt und dem Landesinneren verpflichtet ist und ausserdem das Riesenland Kongo mit dem Rest der Welt verbindet. Heute ist D.I.A. über Fax, Internet und E-Mail mit der Welt verbunden. Im Vergleich zu westlichen Agenturen ist die Infrastruktur immer noch bescheiden. Doch der Einsatz lohnt sich. Die Agentur ist im ganzen frankophonen Afrika bekannt. Es gelingt ihr auch, ausserhalb der Demokratischen Republik Kongo Artikel zu platzieren. Nur im „Norden“, das heisst in Europa, werde die Agentur zu wenig wahrgenommen, bedauert Père Vata. Wer interessiert sich schon für Afrika?
Kompromisslos
In der journalistischen Arbeit ist die Agentur kompromisslos. Schon bald nach der Machtübernahme durch Laurent Kabila kritisierte der Jesuit offen das neue Regime. Er setzte sich damit grossen Gefahren aus. Weder bei gesellschaftspolitischen Analysen noch gegenüber der Kirche nehmen Vata und sein Team ein Blatt vor den Mund. So thematisierte D.I.A. auch sexuelle Übergriffe von Priestern auf Minderjährige, die Abwanderung von Priestern in das wirtschaftlich interessantere Europa oder die Einweg-Kommunikation der Kirche.
Gleichzeitig ist und bleibt Père Vata ein Mann des Glaubens, der sich für eine engagierte Kirche stark macht. In seiner Heimat spielen seiner Meinung nach kirchliche Medien beim Wiederaufbau einer demokratischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Dazu gehört auch die Aufarbeitung des vorausgegangenen Bürgerkrieges. Grundlage dafür ist die Redefreiheit, und die lassen sich P. Vata und sein Team nicht nehmen.
Seit der Kolonialzeit
Gegenwärtig arbeiten zehn Korrespondenten und Korrespondentinnen für die Agentur. Bis in einem Jahr sollen es sechzehn sein, verteilt über das ganze Land. Da die Redaktion E-mails in alle Welt verschickt, ist die Projektregion entsprechend gross. Gegründet wurde die Agentur 1956, also noch zur Kolonialzeit. Seither berichtet ein Bulletin dreimal wöchentlich aus den Kirchen der Welt und aus der Kirche des Landes. 1994 kamen die „actualités“ hinzu, die vor allem ins Ausland verschickt werden. Die nationale Ausgabe richtet sich in erster Linie an religiöse Institutionen wie Diözesen, Bildungshäuser, Seminarien, Ordensgemeinschaften, Pfarreien usw. Die Auslandausgabe geht vor allem an Presseagenturen und Hilfswerke.
Men Dosch, Fastenopfer
(Auf Seite 34 der vorliegenden ite-Nummer finden Sie einen Artikel über die Situation im Kongo.)
Rarer Lesestoff
MD Heute zählt D.I.A. rund 600 Abonnenten für die gedruckte Ausgabe im Lande selbst und etwa 200 im Ausland. Dazu kommen eine steigende Anzahl von E-mail-Abonnements. Die Zahl der Leserinnen und Leser ist natürlich um ein Vielfaches höher, da in einem Land, wo schriftliche Nachrichten eine Rarität sind, ein derartiger Lesestoff sehr begehrt ist und eine entsprechend weite Verbreitung findet.