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Von Mai bis Mitte September 2013 präsentierte sich der Hexenturm an der Südecke der Murtner Altstadt hinter Baugerüsten und roten Netzen: Der Kalkverputz des alten Gemäuers war von Frost und Niederschlägen beschädigt und musste vollumfänglich saniert werden. Ausserdem wurden defekte Stellenim Dach geflickt. Die Arbeiten werden am Freitag beendet. Der Turm ist ab dann wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Kalk, Sand und Kies
Für die Sanierung musste der Murtner Steinhauer Daniel Burla mit seinem Team die Fassade von losem Verputz und Steinen befreien und den organischen Bewuchs mit einem Mikro-Sandstrahler entfernen. Eine Laboruntersuchung hat laut dem Abschlussbericht der Steinhauer zwei Arten von Mörtel zutage gefördert: den originalen Mauermörtel aus der Bauzeit Anfang des 14. Jahrhunderts und den Verputzmörtel aus dem 20. Jahrhundert. Die heutige Rezeptur setzt sich aus Sumpfkalk, höher gebranntem Kalk in Pulverform und ungewaschenem Schlämmsand, gemischt mit Rundkies, zusammen.
Das kantonale Amt für Archäologie hat die Arbeiten begleitet und dokumentiert. Der Turm, der im Jahr 1352 erbaut wurde, setzt sich aus verschiedenen Materialien zusammen: Im Sockelbereich etwa befinden sich kleine, rechteckige Steine, die aus einer römischen Ruine stammen. Brandspuren sind Zeugen des Stadtbrandes von 1416. Diese sind mit einem neuen Verputz im Jahre 1914 überdeckt worden. Wenig überraschend hiess der Turm am Anfang «Neuer Turm». Nach der Feuersbrunst wurde er wegen den Brandspuren zum «Roten Turm» umbenannt, und seit 1833 ist er als «Hexenturm» bekannt. Dieser Name ist wohl als Umschreibung für die zeitweilige Nutzung als Gefängnis zu verstehen.
Bund finanziert mit
Laut Michel Pellet von der Liegenschaftsverwaltung Murten kann der Kostenrahmen für die Sanierung von 180 000 Franken voraussichtlich eingehalten werden. Weil die Ringmauer und der Turm im eidgenössischen Inventar der Kulturgüter aufgelistet sind, darf die Gemeinde auch mit Subventionen vom Bund rechnen.