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Der Kanton achtet auf die Deckung der Grundbedürfnisse von allen und bietet allen die Möglichkeit, sich in der Arbeitswelt und der Gesellschaft zu integrieren. Die Armutsrisiken sind zu minimisieren und soweit als möglich zu antizipieren. Ein grosser Teil der Bevölkerung engagiert sich für die Gemeinschaft in einem lebendigen Sozialgefüge. Der Kanton Wallis verpflichtet sich zu einer ganzheitlichen Sicht der nachhaltigen Entwicklung und leistet einen Beitrag zur Armutsbekämpfung auf internationaler Ebene.
Herausforderungen
Trotz eines im schweizerischen Vergleich unterdurchschnittlichen Grades an Sozialhilfeempfängern ist das Wallis vom Problem der Armut betroffen. Die aktuellen und zu erwartenden demografischen Veränderungen, unter anderem im Zusammenhang mit der Alterung der Bevölkerung und den Migrationen, sowie die Entwicklung der Lebensformen und des Arbeitsmarktes stellen für die Deckung der Grundbedürfnisse grosse Herausforderungen dar.
Um auf diese Bedürfnisse eingehen zu können und zu verhindern, dass Personen in die Armutsfalle geraten, müssen die verschiedenen Politik- und Verwaltungsbereiche koordiniert und aufeinander abgestimmt vorgehen (insbesondere Bildung, Arbeit, Wohnen, Familie, Gesundheit, Ausländer, Gleichheit, Steuern).
Die reichsten und fortschrittlichsten Länder tragen die Verantwortung, die am schwächsten bemittelten und fortgeschrittenen Länder zu unterstützen, um eine globale nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten und damit sich unsere Erde als Ganzes in Richtung Nachhaltigkeit bewegen kann.
Strategische Ziele
Ein soziales Netzwerk sicherstellen, welches die Würde und das Existenzminimum für alle garantiert.
Jeder Person, die von Armut bedroht oder damit konfrontiert ist, die Möglichkeit zur beruflichen und sozialen Wiedereingliederung eröffnen, insbesondere durch bedürfnisgerechte, angepasste Eingliederungsmassnahmen.
Die Koordination unter den Instanzen und Politikträgern, welche zur Prävention beitragen und sich im Kampf gegen die Armut engagieren, verstärken.
Den Arbeitsfrieden durch die aktive Ermutigung der Sozialpartner zum Dialog und zum Abschluss von Kollektivvereinbarungen fördern (Kollektiv- und Musterarbeitsverträge), aber auch durch bewährte Praktiken (best practices) und durch die Verantwortlichkeit aller Akteure der Wirtschaft und der Politik, um Konflikte vorzubeugen bzw. zu entschärfen.
Anreize für nachhaltige Arbeitsplätze schaffen.
Die Risiken von Sozial- und Lohndumping durch regelmässige Kontrollen vor Ort und Branchenanalysen reduzieren (Begleitmassnahmen bei bilateralen Verträgen und Schwarzarbeit).
Die Familienpolitik verstärken und koordinieren, um Familien besser unterstützen zu können, mit einem besonderen Augenmerk auf Alleinerziehende, welche besonders von Armut bedroht sind.
Zu den Bemühungen der Eidgenossenschaft beitragen, auf internationaler Ebene die Bedürfnisse der Ärmsten zu stillen sowie die am stärksten benachteiligten Regionen in ihren Initiativen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen.
Kennzahlen
7%
Anteil der Schweizer Bevölkerung, der unter der Armutsgrenze lebt, was 570'000 Personen entspricht.43
24ster
Rang des Kantons Wallis im Bereich des mittleren Nettoeinkommens pro Einwohner/-in.44
1.8%
Anteil Sozialhilfeempfänger im Wallis 2016, was rund 6'000 Personen entspricht, darunter fast ein Drittel Kinder unter 17 Jahren (CH: 3.2%).45
7%
Anteil Familien mit Alleinerziehenden (CH: 6%, 2015).46
10
Anzahl existierender Kollektivarbeitsversträge, welche einen Minimallohn definieren und in den Arbeitsmarktbereichen, die am meisten dem Dumpingrisiko ausgesetzt sind, die Arbeitsbedingungen festlegen.47