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Aus der Reihe: Die Weisheit der Kirchenväter, 4. Teil
Diognetbrief, Teil 1
Während der Belagerung von Straßburg im Jahr 1870 im Rahmen des Deutsch-Französischen Krieges brach ein Brand in der Stadtbibliothek aus und so verlor die Christenheit das einzige frühe Manuskript dieses Briefes, gerichtet an einen Heiden namens Diognet. Der Brief wurde bereits im Jahr 1592 zum ersten Mal gedruckt und mehrfach kopiert, so blieb sein Inhalt auch unserer Zeit erhalten. Wir kennen weder seinen Verfasser, noch seinen Adressaten. Meisterhaft geschrieben, will der Verfasser nicht nur durch seine Gedanken, sondern auch durch seinen Schreibstil überzeugen. Mit fesselnden Worten führt er den Leser in die Mysterien des Christentums.
Der Diognetbrief entstand zu Beginn des 2. Jahrhunderts und trotz seines Alters von 1900 Jahren besitzt sein Inhalt eine unglaubliche Aktualität. Der unbekannte Autor beschreibt das Leben eines Christen, der mitten in der Welt lebt, sich aber zugleich fernhält von allem, was sich gegen Gott richtet. Er geht keine Kompromisse mit dem Zeitgeist ein, er biedert sich nicht der Welt an. Seine Umgebung weiß nichts vom Christentum, versteht ihn nicht. Ist es nicht heute ähnlich? Die meisten unserer Zeitgenossen wissen nicht mehr, was die katholische Kirche ist, kennen den katholischen Glauben kaum mehr. Seine Ausführungen gipfeln in der wunderbaren Feststellung: „Was im Leib die Seele ist, das sind die Christen für die Welt“.