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Musikdatenbank
Musiker
Michael Studer
geboren am 12.12.1940 in Thun, BE, Schweiz
Links www.bach-cantatas.com (Englisch)
Michael Studer
Michael Studer (* 12. Dezember 1940 in Thun, Schweiz) ist ein Schweizer Pianist, wohnhaft in Bern.
Ausbildung und Karriere
Michael Studer wuchs in einem musisch und kulturell anregenden Elternhaus auf; sein Vater wirkte als Gymnasialdirektor in Thun und Interlaken, seine Mutter war eine ausgezeichnete Pianistin, die allerdings nicht öffentlich auftrat. Er begann seine pianistische Ausbildung am Berner Konservatorium bei Suzanne Eggli, setzte sie von 1960 bis 1962 am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris bei Yvonne Lefébure fort und ging dann als Privatschüler zu Richard Hauser nach Wien. Die Vervollkommnung seines Spiels erfolgte in Meisterkursen bei Bruno Seidlhofer in Köln und Géza Anda in Luzern.
Studer wurde 1962 erster Preisträger des Klavierwettbewerbs des Pariser Konservatoriums und gewann anschließend weitere Preise beim Grossen Pembaur-Wettbewerb Bern sowie dem Concours Musical International de Montréal. Außerdem erhielt er den Kulturpreis der Stadt Thun.
Ab Mitte der 1960er Jahre trat Studer regelmässig als Solist auf Schweizer Musikfestivals auf, so auf dem Festival Tibor Varga (Sion), dem Festival Yehudi Menuhin (Gstaad), den Internationalen Musikfestwochen Luzern (heute Lucerne Festival) sowie den Internationalen Junifestwochen Zürich (heute Festspiele Zürich).
Er arbeitete mit international renommierten Dirigenten zusammen, darunter Charles Dutoit, Zdeněk Mácal, Paul Klecki, Armin Jordan, Wolfgang Sawallisch, Erich Leinsdorf, Esa-Pekka Salonen, Rafael Frühbeck de Burgos, Fritz Rieger, Herbert Blomstedt, Gerd Albrecht und Antal Doráti.
Im Jahr 2001 musste Michael Studer seine Konzerttätigkeit sowie seine Professur am Berner Konservatorium aufgrund eines chronischen Gehörleidens aufgeben.
Einspielungen und künstlerische Bedeutung
Michael Studer spielte für das von ihm gegründete Schallplatten-Label Luna ab Ende der 1960er Jahre auf insgesamt fünf LPs Solowerke von Brahms, Chopin, Debussy, Liszt, Mozart, Ravel, Schubert und Schumann ein.
Weitere Aufnahmen folgten bei verschiedenen Schweizer Labels. Bei Jecklin erschien eine LP mit Melodramen von Strauss, Nietzsche und Liszt; sein künstlerischer Partner als Sprecher war Gert Westphal. Für Claves Records nahm Studer Werke von Bach, Haydn, Mozart (Klavierkonzerte Nr. 9, 11 und 12 mit Helmut Müller-Brühl), Rachmaninow und Schumann auf. Seine letzte Einspielung, 1999 von Müller & Schade produziert, galt Werken Chopins.
Studers Klavierspiel vereint auf glückliche Weise die wesentlichen Auffassungen der großen deutschen und französischen Klavierschulen des 20. Jahrhunderts: Seine technisch souveränen Interpretationen sind durch außerordentliche Texttreue, strukturelle Klarheit, rhythmische Prägnanz und hohe klangliche Sensibilität gekennzeichnet und vermeiden jegliche Sentimentalität oder Affektiertheit des Ausdrucks. Dank dieser Universalität und Konzentration auf die Darstellung des musikalischen Gehalts ist Studer den unterschiedlichsten stilistischen Anforderungen von Klaviermusik zwischen Bach und Ravel in exemplarischen Einspielungen gerecht geworden. Er führt damit auch die von Edwin Fischer und Paul Baumgartner vertretene Linie großer Schweizer Pianisten im 20. Jahrhundert fort.
Im Jahr 2007 veröffentlichten Claves Records eine repräsentative Auswahl von Michael Studers Einspielungen aus den Jahren 1971 bis 1999 unter dem Titel Michael Studer – The Legacy[1], ergänzt um zwei Konzertmitschnitte des Schweizer Rundfunks mit Ravels Klavierkonzert G-Dur (unter Sawallisch und dem Orchestre de la Suisse Romande) und dem Klavierkonzert Nr. 2 g-moll von Camille Saint-Saëns (unter Rieger und dem Orchestre de Chambre de Lausanne).
Literatur
Beiträge von Olivier Verrey, Antonin Scherrer und Michael Studer im Booklet der CD-Edition Michael Studer – The Legacy. [Claves Records 50-2713/18, 6 CDs (2007)]
Einzelnachweise
- Ausführliche Beschreibung auf der Website des Labels, abgerufen am 7. Januar 2014.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Michael Studer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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