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Raw Frand zu Parschat Wajakhel 5763
Schabbat - Gedenktag der Schöpfung und G'ttes Einfluss auf die Geschichte
In Parschat Wajakel erwähnt die Torah die Schabbatgesetze: "Sechs Tage sollst du arbeiten, aber der siebte Tag sei dir heilig, ein Tag vollkommener Ruhe vor G'tt ..." [Schemot 35:2]
Die 39 Kategorien von Arbeiten, die am Schabbat verboten sind, werden von den Tätigkeiten abgeleitet, die für das Mischkan (Stiftzelt) notwendig waren. Rabbiner Samson Raphael Hirsch erklärt, dass alle 39 Kategorien von Arbeiten die Herrschaft des Menschen über die materielle Welt verkörpern. Deshalb vermittle ich mit meiner Schabbatruhe die Botschaft, dass es einen grösseren Herrn über die materielle Welt als mich gibt.
Ich arbeite sechs Tage und zeige damit, dass ich Herr über die materielle Welt bin; aber am siebten Tag ruhe ich und drücke damit aus: "Es existiert ein grösserer Herr über die materielle Welt als ich, und das ist Haschem (G'tt)." Indem wir den Schabbat beachten, bekennen wir, dass wir daran glauben, dass G'tt die Welt erschaffen hat.
Dies stimmt für 38 der 39 Kategorien der Arbeiten. Es gibt jedoch eine Art von verbotener Arbeit, die nicht in diesen philosophischen Gedankengang zu passen scheint. Das Verbot zu tragen scheint keine Herrschaft über irgendetwas zu zeigen. Das Tragobjekt bleibt das gleiche wie zuvor. Man zeigt keine Herrschaft, indem man ein Ding von einem Privatbereich in den öffentlichen Bereich oder innerhalb des öffentlichen Bereichs herumträgt. Tragen scheint die Ausnahme zu dieser Regel zu sein.
Der Prophet Jirmijahu (Jeremias) scheint dies zu bestätigen [Jirmijahu 17:19-27], indem er wiederholt zwischen "Arbeit verrichten" und dem "Heraustragen von Lasten aus euren Häusern" unterscheidet, als er die ungenügende Beobachtung des Schabbat in Jeruschalajim (Jerusalem) beklagt.
Die 38 Arbeiten verkörpern die Herrschaft des Menschen über die Welt; was ist die philosophische Bedeutung der Tätigkeit von Tragen?
Rabbiner Hirsch sagt, dass "Tragen" gesellschaftlichen Austausch verkörpert - das Verlegen aus dem Privatbereich in die Öffentlichkeit und aus der Öffentlichkeit in den Privatbereich. Das ist der gesellschaftliche Austausch unter Menschen.
Die Summe von allen gesellschaftlichen Beziehungen kann "Weltgeschichte" genannt werden. Wenn ich am Schabbat das Tragen unterlasse, vermittle ich damit die Botschaft, dass G'tt nicht nur der Herr über die materielle Welt ist, sondern auch der Herr über die gesellschaftlichen Beziehungen. G'tt ist Herr über die Weltgeschichte.
Das ist es, was Jirmijahu den Juden von Jeruschalajim mitteilte:
"Wenn ihr das Tragen unterlässt ... (Bedeutung: Falls ihr G'ttes Herrschaft über die Weltgeschichte anerkennt ...) dann werde ich meinen G'ttlichen Einfluss ("Haschgacha Pratit") spüren lassen und Jeruschalajim wird Ruhm und Ehre zuteil werden."
"Weigert ihr euch jedoch auf Mich zu hören und trägt am Schabbat ...
(Bedeutung: Falls ihr euch weigert, G'ttes Stellung in der Weltgeschichte anzuerkennen) ... werde Ich Mich aus der Geschichte zurückziehen und (Rachmanah lizlan) Jeruschalajim wird zerstört werden."
Gemäss Rabbiner Hirsch wird dieser Gedanke während dem Kiddusch (Heiligung) am Schabbat verkündet. Schabbat ist die "Erinnerung an den Auszug aus Ägypten" und "Erinnerung an das Werk der Schöpfung". Dadurch, dass wir 38 Arten von Arbeiten unterlassen, anerkennen wir, dass Schabbat an das Werk der Schöpfung erinnert. Dadurch, dass wir das Tragen unterlassen (die 39. Kategorie der Tätigkeiten) anerkennen wir, dass der Auszug aus Ägypten die Hand G'ttes in der Geschichte der Menschheit offenbart.
Quellen und Persönlichkeiten:
Rabbiner Samson Raphael Hirsch (1808 - 1888): Frankfurt am Main, Führer der Deutsch-Jüdischen Orthodoxie.
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