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Das Wichtigste in Kürze
- Die sechs «Verteidiger des Guapinol-Flusses» sind wieder auf freiem Fuss.
- Sie sassen über zwei Jahre lang im Gefängnis.
Sechs bekannte Umweltaktivisten sind nach ihrer umstrittenen Verurteilung in Honduras wieder freigekommen. Nach mehr als zwei Jahren Haft verliessen sie am Freitag das Gefängnis von Olanchito im Norden des mittelamerikanischen Landes und wurden von einer jubelnden Menschenmenge empfangen, wie im Fernsehen zu sehen war.
Ein Gericht hatte sechs von acht «Verteidigern des Guapinol-Flusses» am 9. Februar für schuldig befunden, bei einem Protest gegen den Bau einer Eisenoxidmine im Jahr 2018 einen Mitarbeiter des Bergbauunternehmens der Freiheit beraubt und Sachschäden verursacht zu haben.
Die Verkündung des Strafmasses stand noch aus, als nur zwei Tage später der Oberste Gerichtshof das Urteil aufhob und die Freilassung der Männer anordnete. Er gab zwei Beschwerden der Verteidigung wegen Verstössen gegen die Verfahrensordnung statt.
Seit über zwei Jahren inhaftiert
Die acht Männer – im Jahr 2020 für den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments nominiert – waren seit mehr als zwei Jahren inhaftiert. «Die Staatsanwaltschaft hat keine stichhaltigen Beweise vorgelegt, die dies rechtfertigen würden», hatte es vom EU-Parlament zur Begründung der Nominierung geheissen
Die Aktivisten hatten mit einem friedlichen Protestcamp gegen die Verschmutzung unter anderem des Flusses Guapinol durch das Projekt des honduranischen Bergbaukonzerns ILP in der Gemeinde Tocoa nahe der Karibikküste demonstriert. Nach mehreren Monaten wurde das Camp im Oktober 2018 von Sicherheitskräften aufgelöst.
Amnesty International bezeichnete die Männer als politische Häftlinge. Die Vertretung der Europäischen Union und die Repräsentantin der Vereinten Nationen in Honduras begrüssten am Freitag auf Twitter ihre Freilassung.