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Antike Verschwörungstheorien
Dissertationsprojekt
Verschwörungstheorien sind zurzeit allgegenwärtig und werden viel diskutiert. Ihre Geschichte ist jedoch noch nicht in entsprechendem Ausmasse erforscht. Ziel des Dissertationsprojekts ist es, die Geschichte bzw. Vorgeschichte von Verschwörungstheorien in der römischen Republik und der frühen Kaiserzeit zu untersuchen. Dabei steht vor allem die Verwendung von Verschwörungsvorwürfen als Argument in der politischen Auseinandersetzung, das etwa in politischen Reden und Gerichtsprozessen geäussert wurde, und als Narrativ in der Historiographie im Mittelpunkt.
Durch die Einbettung der Verschwörungsvorwürfe in die politische Kultur von Republik und Kaiserzeit soll herausgearbeitet werden, wie sich einerseits jene auf die Gestaltung der Verschwörungsvorwürfe auswirkten und wie andererseits diese Unterstellungen auf die politische Kultur zurückwirkten. Damit rücken die konfliktbehaftete Seite der Politik und die Rolle des Misstrauens darin den Blick, die beide in der jüngeren althistorischen Forschung eher vernachlässigt worden sind.
Die Arbeit ist chronologisch angelegt und soll so anhand einer Reihe von Fallstudien mögliche Entwicklungen und Veränderungen nachvollziehen, die sich beim Übergang von der Republik zum Prinzipat ergeben haben, da anzunehmen ist, dass dieser Wandel sich auch und gerade in der Gestaltung der Verschwörungsvorwürfe niederschlug. Insgesamt geht die Untersuchung der Frage nach, ob es in der Antike bereits Phänomene gab, die mit heutigen Verschwörungstheorien vergleichbar sind, um so den transepochalen Vergleich zwischen römischer Antike und Gegenwart zu ermöglichen und der aktuellen Diskussion um Verschwörungstheorien historische Tiefe zu verleihen.