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Der Franzose Yohann Diniz hat in Zürich über 50 km Gehen den dritten EM-Titel in Folge geholt. Dabei pulverisierte er den sechsjährigen Weltrekord.
Dass am Freitag erstmals seit 1990 an Europameisterschaften in der Leichtathletik ein Weltrekord fallen würde, darauf hatten die Zuschauer hoffen können. Dass dieser aber über 50 km Gehen erzielt werden würde, war nicht erwartet worden. Wegen der engen Wendungen auf dem Rundkurs in der Zürcher Innenstadt wird der Rhythmus immer wieder gestört, und auch die äusseren Bedingungen, zeitweise regnete es, waren sicherlich nicht ideal.
Dies kümmerte Diniz wenig. Mit 3:32:33 Stunden verbesserte er den am 11. Mai 2008 aufgestellten Weltrekord von Denis Nischegorodow um sagenhafte 1:41 Minuten. Die Marke des Russen war schon unglaublich gewesen, denn der nun Drittplatzierte in der ewigen Bestenliste, der Australier Nathan Deakes, kommt auf eine Zeit von 3:35:47. Die eigene Bestleistung aus dem Jahr 2009 unterbot Diniz um mehr als sechs Minuten.
Der 36-jährige Franzose, der neben den drei EM-Goldmedaillen «nur» noch eine WM-Silbermedaille (2007) in seinem Palmarès hat, wäre gar noch schneller gewesen, wenn er nicht kurz vor dem Ziel angehalten hätte, um eine portugiesische Fahne in Empfang zu nehmen. Dabei ging er einige Schritte nicht reglementskonform, weshalb er eine Disqualifikation riskierte. Dieses Intermezzo erinnerte an den Vortag, als Diniz' Landsmann Mahiedine Mekhissi-Benabbad der EM-Titel über 3000 m Steeple aberkannt worden war, weil er vor dem letzten Hindernis das T-Shirt ausgezogen hatte.
Aber warum nahm Diniz eigentlich eine portugiesische Flagge in die Hand? «Ich widme diesen Sieg meiner Grossmutter, die in diesem Jahr gestorben ist. Sie war Portugiesin.» Diniz weiter: «Das ist der beste Tag in meinem Leben. Drei EM-Titel, es ist wie in einem Traum.» Er habe gewusst, dass er in guter Form sei, aber es habe ihm sehr geholfen, dass der Russe Ryschow sehr schnell gestartet sei.
Nach 30 km lag Michail Ryschow noch sechs Sekunden vor Diniz, am Ende zollte er dem hohen Anfangstempo aber Tribut und musste sich mit Platz 4 begnügen. Silber sicherte sich überraschend der Slowake Matej Toth, der 3:48 Minuten auf den Sieger verlor und mit seiner Zeit in der ewigen Bestenliste auf Rang 10 nach vorne rückte. Bronze gewann der Russe Iwan Noskow. Der irische Weltmeister Robert Heffernan gab das Rennen auf. (si)
Alex Wilsons Bronzemedaille über 200 m hilft ihm und dem Schweizer Team. Ein Blick hinter die Fassade des quirligen Schweizer Sprinters.
Alex Wilson ist ein Spassvogel. Und seit gestern Abend der drittschnellste 200-Meter-Läufer Europas. Den 26-jährigen Basler mit jamaikanischen Eltern jedoch auf die spitze Zunge und die schnellen Muskeln zu reduzieren, wird seiner Person nicht gerecht.
Zuerst kommt bei Wilson die Show. «Man darf nicht alles ernst nehmen, was er sagt», erklärt Sprintkollegin Mujinga Kambundji. Auch nicht nach dem EM-Final: «Ich habe eine Goldmedaille verloren», sagt er nach dem Lauf. «Ach du Scheisse, bin …