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<h2>SubmittedText<h2><p>Kann mir der Bundesrat sagen, was er davon hält, dass in einer wachsenden Zahl von Kantonen Babyfenster oder Babyklappen angeboten werden? Was gedenkt er angesichts dieses Phänomens zu unternehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die neuesten Vorkommnisse in der Schweiz haben gezeigt, dass sich nach wie vor Fälle ereignen, in denen Mütter in Not ihre Kinder nach der Geburt aussetzen. So wurde im Juli ein Neugeborenes in einem Einkaufszentrum in Thun ausgesetzt und im Januar dieses Jahres ein Neugeborenes in einem parkierten Auto in Lugano zurückgelassen. Nur dank des raschen Auffindens durch Drittpersonen konnten diese Kinder lebend geborgen werden. Die Frage der Einrichtung von Babyfenstern wurde daher in vielen Kantonen thematisiert, und teilweise wurde bereits mit deren Umsetzung begonnen.</p><p>Die Mutter, welche ihr Neugeborenes im Babyfenster ablegt, verstösst zwar gegen die Meldepflicht, was nach Ansicht des Bundesrates jedoch vernachlässigbar ist in Anbetracht der Tatsache, dass das Leben des Kindes auf dem Spiel steht (wie der Fall aus dem Kanton Tessin zeigt). Das Leben des Kindes ist in den Persönlichkeitsrechten höher einzustufen als dessen Recht auf Kenntnis der Abstammung. Damit liegt das Babyfenster zwar rechtlich in einer Grauzone, dies ist jedoch kein Grund, die Einrichtung von Babyfenstern zu verbieten.</p><p>Im Vordergrund steht die Notwendigkeit, in Notfallsituationen situationsgerechte Hilfe sowohl für die Frau als auch für deren Kind anzubieten. Dies beinhaltet in erster Linie die Unterstützung und Förderung von Einrichtungen, welche Schwangeren und Müttern in Not beistehen und diese entsprechend beraten können. Der persönliche Kontakt und die empathische Begleitung erlauben es, Frauen in konflikthaften Lebenssituationen alternative Angebote und Handlungsspielräume aufzuzeigen. Dies zeigt eine Erhebung in Deutschland, wonach in 500 durch eine Hilfsstelle betreuten Fällen von Niemandskindern letztendlich nur 23 Mütter in der Anonymität geblieben sind.</p><p>Wie der Bundesrat bereits in der Antwort auf die erwähnte Interpellation Meier-Schatz ausgeführt hat, bestehen zurzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass die Einrichtung von Babyfenstern zu einem Anstieg von Fällen geführt hat, in denen sich Mütter unter Verheimlichung ihrer Identität ihres Kindes entledigen wollten.</p><p>Der Bundesrat vertritt die Auffassung, dass die Kantone zuständig sind, entsprechende Beratungsstellen und Notrufnummern für Schwangere und Mütter in Not einzurichten sowie sonstige den Bedürfnissen angepasste Massnahmen zu ergreifen, wozu mitunter auch die Einrichtung von Babyfenstern gehört. Ein Eingreifen in die kantonalen Aufgaben erachtet der Bundesrat daher nicht als opportun, zumal mit der vertraulichen Geburt bereits ein gutes Betreuungsangebot für Schwangere in Not besteht. Zu prüfen wäre sodann, ob künftig nicht auch eine Möglichkeit zur anonymen Geburt geschaffen werden könnte.</p>  Antwort des Bundesrates.