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Wenn es auf Kuba ein Paris gibt, dann ist es hier: Rund vier Autostunden südlich von Havanna liegt Cienfuegos. Die Kleinstadt ist eine der jüngsten und architektonisch bemerkenswertesten Siedlungen des Landes.
Die vornehme Stadt
Der Park José Marti mit dem Triumphbogen, der Kathedrale, das Teatro Tomas Terry, dem ehemaligen Palast de Ferrer. Die wohlhabenden Häuser und Villen entlang dem Prado und El Malecon. Das sind die zwei Herzstücken von Cienfuegos. Auf mich wirkt diese Kleinstadt mit ihrer doch eher speziellen Architektur sehr elegant und vornehm – vor allem im Vergleich zu Havanna. Und das auch in den Wohnvierteln ausserhab der Touristenströme. In Kombination mit der entspannten Stimmung der Bevölkerung sorgen die renovierten Kolonialbauten für eine anregende maritime Atmosphäre.
Cienfuegos: Jung und französisch
Die Stadt wurde erst 1819 von französischen Siedler aus Louisiana gegründet. Rund 40 Familien kamen mit der Absicht, den weissen Bevölkerungsanteil auf der Insel zu erhöhen. Die aufstrebende Siedlung, damals noch Ferninanda de Jagua genannt, wurde 1821 von einem Wirbelsturm fast vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau wurde die Befürchtung laut, dass das Unglück möglicherweise wegen der Namensgebung geschehen ist. Die neue Stadt erhielt so den Namen Cienfuegos, zu Ehren dem damaligen Gouverneur des Landes.
Kaum von der Wirtschaftskrise betroffen
Seit 2005 im UNESCO-Programm aufgenommen, wurde Cienfuegos nicht so stark von der Wirtschaftskrise betroffen wie die anderen Teile des Landes. Dies liegt einerseits am früheren Erfolg der Zuckerohrplantagen. Und anderseits auch an den moderneren Industriebetrieben die sich am anderen Ende der Bucht befinden: Eine Werft, ein grösserer Hafen, eine petrochemische Anlage, ein Wärmekraftwerk. Diese führen zu einem merklich höheren Wohlstand in der Bevölkerung. Und irgendwie auch zu mehr Entspanntheit.