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Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) ist eine bei Neugeborenen und Säuglingen auftretende Kopffehlstellung die behandelt werden muss, da es sonst bei einer Fehlstellung bleibt. Bei dieser Fehlhaltung ist der sogenannte Kopfnickermuskel verkürzt – als Folge kippt der Kopf zur betroffenen Seite und ist ausserdem zur gesunden Seite gedreht.
Ein muskulärer Schiefhals kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Eine Verkürzung der rechten Halsmuskulatur kommt häufiger vor als die der linken, insgesamt ist der muskuläre Schiefhals aber selten.
Ein Arzt erkennt einen muskulären Schiefhals im Allgemeinen an der charakteristischen Kopffehlstellung und dem Untersuchungsbefund. Weiterhin schliesst er ähnlich erscheinende Erkrankungen, wie Fehlbildungen der Halswirbelsäule oder auch Schwerhörigkeit auf einem Ohr als Ursachen der Schiefstellung aus.
Durch die Schiefstellung ist ausserdem die Beweglichkeit der Halswirbelsäule vermindert. Bei vielen Neugeborenen mit muskulärem Schiefhals lässt sich ab der zweiten Lebenswoche eine weiche Schwellung im unteren Drittel des Halsmuskels feststellen. Diese Schwellung kann auf die Erkrankung hinweisen und vergrössert sich über die nächsten Wochen und löst sich im Verlauf von etwa sechs Monaten langsam wieder auf.
Grundsätzlich lässt sich ein muskulärer Schiefhals durch intensive Krankengymnastik, bestimmte Lagerungstechniken und Dehnungsübungen behandeln. In seltenen Fällen kann eine Operation notwendig sein. Hierbei trennt der Chirurg zum Beispiel Muskelgewebe durch oder unterbindet die Nervenversorgung des Muskels. Nach dem Eingriff ist es notwendig, dass das der Kopf des Kindes für drei bis vier Wochen ruhiggestellt ist.
Ein muskulärer Schiefhals hat bei frühzeitiger Diagnosestellung eine gute Prognose. Die rechtzeitige Behandlung korrigiert den muskulären Schiefhals und beugt seinen Folgeschäden vor. Bleibt die Fehlhaltung unbehandelt, kann ein muskulärer Schiefhals zu dauerhaften Fehlbildungen von Wirbelsäule und Gesichtsschädel führen.
Eine direkte Möglichkeit, die einer Torticollis muscularis vorbeugen kann, gibt es nicht. Allerdings lassen sich Verletzungen während der Geburt und eine ungünstige Lage in der Gebärmutter (intrauterin) teilweise beeinflussen.
Mediziner bezeichnen mit dem Begriff muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) eine teils angeborene, teils erworbene, fixierte Schiefstellung des Kopfs, die bei Neugeborenen oder jungen Säuglingen auftritt und ohne Behandlung weiter bestehen bleibt. Dabei ist der Kopf zur erkrankten Seite geneigt sowie zur gesunden Seite gedreht (rotiert). Der seitlich vorne am Hals liegende Kopfnickermuskel (Musculus sternocleidomastoideus) ist hierbei verkürzt.
Obwohl genetische Ursachen für einen muskulären Schiefhals diskutiert und vermutet werden, lässt sich eine familiäre Häufung nicht sicher nachweisen. Eine Verkürzung der rechten Halsmuskulatur ist dreimal häufiger Ursache der Schiefstellung als die der linken. Der muskuläre Schiefhals tritt eher selten auf – etwa 0,5 Prozent der Neugeborenen und Säuglinge sind betroffen.
Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) entsteht durch bisher nicht eindeutig geklärte Ursachen. Der Schiefhals entsteht, weil ein bindegewebiger Umbau (Fibrose) innerhalb des sogenannten Kopfnickermuskels den Muskel verkürzt – warum es zu dieser Muskelveränderung kommt, ist jedoch unklar. In der betroffenen Muskulatur vermehren sich Bindegewebszellen und ersetzen funktionsfähige Muskelzellen. Diese narbige Veränderung bilden sich nicht von allein zurück.
Eine gestörte Blutversorgung aufgrund von Muskeleinblutungen kann eine solche Veränderung hervorrufen: Blutungen in den Muskel erhöhen den Druck im Gewebe, was wiederum die Blutgefässe abdrückt und die Blutversorgung einschränkt (Kompartmentsyndrom). Blutungen und muskuläre Verletzungen, die während der Geburt (geburtstraumatische Ereignisse) entstehen, könnten also die Ursache für einen Musklären Schiefhals sein.
Nimmt das Ungeborene in der Gebärmutter (intrauterin) eine ungünstige Lage ein, ist ein sogenanntes Kopfnickerhämatom möglich, welche zum muskulären Schiefhals führen kann. Ausserdem tritt ein Torticollis muscularis häufig mit anderen Fehlbildungen wie Klumpfüssen oder Hüftdysplasien gemeinsam auf. Unklar ist, inwieweit der muskuläre Schiefhals vererbbar ist.
Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) fällt durch Symptome wie die typische Fehlstellung des Kopfs auf. Hierbei zieht ein verkürzter Halsmuskel (Musculus sternocleidomastoideus) den Kopf zur Schulter der betroffen Körperhälfte hin (Kippstellung) und dreht das Kinn auf die gegenüberliegende Seite (Rotationsstellung). Dadurch ist die Beweglichkeit des Kopfes eingeschränkt. Der Muskel ist im Vergleich zur Gegenseite messbar verkürzt.
Durch die Schiefstellung ist ausserdem die Beweglichkeit der Halswirbelsäule vermindert. Bei vielen Neugeborenen mit muskulärem Schiefhals lässt sich ab der zweiten Lebenswoche eine weiche Schwellung im unteren Drittel des Halsmuskels feststellen. Diese Schwellung vergrössert sich über die nächsten Wochen und löst sich im Verlauf von etwa sechs Monaten langsam wieder auf.
In etwa zehn Prozent der Fälle tritt der muskuläre Schiefhals zusammen mit einer Dysplasie der Hüfte oder Klumpfüssen auf.
Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) erkennt der Arzt an der charakteristischen Kopffehlstellung. Die Diagnose stellt er mithilfe des Untersuchungsbefunds.
Der Arzt schliesst ähnlich erscheinende Erkrankungen, wie Fehlbildungen der Halswirbelsäule oder auch Schwerhörigkeit auf einem Ohr als Ursachen der Schiefstellung aus. Ausserdem fordert er Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule an. Damit kann er knöcherne Ursachen (z.B. das Klippel-Feil-Syndrom, knöcherne Fehlbildung der Halswirbelsäule) ausschliessen. Wichtig ist auch das Ergebnis des in den ersten Lebenstagen durchgeführten Hörtests.
Grundsätzlich sollte bei einem muskulären Schiefhals (Torticollis muscularis) die Therapie so früh wie möglich beginnen. Hierbei steht die konservative Therapie mit bestimmten Lagerungstechniken, Krankengymnastik und Dehnungsübungen im Vordergrund. Spricht die konservative Therapie nicht an oder wurde die Therapie zu spät begonnen, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.
Für die konservative Therapie der Torticollis muscularis ist kein Klinikaufenthalt nötig:
Mithilfe der konservativen Therapie des muskulären Schiefhalses lässt sich bei früher Diagnosestellung in den meisten Fällen ein gutes Resultat erzielen, so dass nur wenige der früh behandelten Kinder operiert werden müssen. Mit zunehmendem Alter bei Diagnosestellung steigt diese Zahl jedoch deutlich an.
Kommt es zu keiner deutlichen Verbesserung des muskulären Schiefhalses, kann im Alter von einem halben bis spätestens zum sechsten Lebensjahr eine Operation hilfreich sein. Prinzip der Operation ist, den Ansatz des Halsmuskels zu durchtrennen (sog. Biterminale Tenotomie des Musculus sternocleidomastoideus) und damit die Kopffehlstellung zu korrigieren. Der Chirurg durchtrennt hierbei den Halsmuskel komplett am Brustbeinansatz. Nach der Operation ist es wichtig, den Hals mithilfe einer Halskrawatte oder eines Gipsverbands zu fixieren und den Kopf des Kindes für drei bis vier Wochen ruhig zu stellen.
Ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) hat eine gute Prognose, wenn mit der konservativen Therapie des Schiefhalses früh genug begonnen und diese konsequent durchgeführt wird. Bei etwa 90 Prozent der betroffenen Kinder gelingt es den muskulären Schiefhals mit Krankengymnastik und ohne Operation zu korrigieren. Auch bei einer rechtzeitigen Operation ist die Prognose sehr gut. In den meisten Fällen lässt sich der muskuläre Schiefhals dauerhaft ohne Bewegungseinschränkung korrigieren. Anschliessend sind regelmässige Folgeuntersuchungen wichtig, um ein Wiederauftreten möglichst frühzeitig zu erkennen. Ohne rechtzeitige Behandlung lassen sich die Fehlbildungen nicht mehr vollständig ausgleichen.
Bleibt ein muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) unbehandelt oder setzt eine Therapie zu spät ein, kann es zu Komplikationen kommen. Hier ist unter Umständen eine funktionelle Einschränkung der Halswirbelsäule möglich. Durch die ungleichmässige Belastung des Halses kann es zu frühzeitiger schwerer Gelenkarthrose der Halswirbel kommen. Ausserdem entwickelt sich im weiteren Verlauf eine knöcherne Fehlstellung der Hals- und Brustwirbelsäule (Skoliose). Unbehandelt kann der Gesichtsschädel auf der betroffenen Seite und der Hinterkopf auf der gegenüberliegenden Seite abflachen, da die Druckauflageflächen verschoben sind. Die Gesichtsasymmetrie verstärkt sich im Wachstum durch die Grössenzunahme des Skeletts. Das Gesicht der betroffenen Seite ist relativ verkürzt, die Augen und Ohren stehen auf unterschiedlicher Höhe. Bestehende Gesichtsasymmetrien lassen sich im späteren Stadium eines Schiefhalses nicht immer korrigieren.
Es gibt keine aktive Möglichkeit mit der Sie einem muskulären Schiefhals (Torticollis muscularis) vorbeugen können. Verletzungen während der Geburt und eine ungünstige Lage in der Gebärmutter (intrauterin) lassen sich zwar nicht immer vermeiden, jedoch teilweise beeinflussen. Der Arzt kann versuchen die Fehllage zu korrigieren und somit möglicherweise einen muskulären Schiefhals durch die Zwangslage verhindern.