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«Wir freuen uns auf den Start!» Der dies sagt, ist Christoph Peter, einer der Projektleiter im Verein unterdessen, der die Zwischennutzung der BASF-Gebäude 102, 104 und 106 an der Klybeckstrasse betreut. Im kommenden Dezember ziehen die ersten Mieterinnen und Mieter ein. Zuvor fand am 15. Oktober 2018 eine Infoveranstaltung statt, um den Projektstand zu präsentieren und über die öffentlichen Nutzungen zu diskutieren.
Von: von Peter Schenk — bz Basel,
1.2.2014 um 10:01 Uhr
Blick auf den Grenzübergang Lörrach-Stetten in Richtung Riehen während des Ersten Weltkriegs. Dreiländermuseum Lörrach
Im Alltag bewegte sich die Bevölkerung im Raum Basel bis 1914 ohne Einschränkungen über die Grenzen. Bis dahin betrug der Anteil der Ausländer in Basel rund ein Drittel der Wohnbevölkerung, was ungewöhnlich hoch ist.
Es waren noch lockere Zeiten, zumindest, was die Grenzen betrifft.
Mit freundlicher Genehmigung der Quartierzeitung Mozaik
Alexander Clavel, ein Seidenfärber aus Lyon, der 1838 nach Basel gekommen war, startete als erster mit der Produktion von Anilinrot an der Unteren Rebgasse 4–6 beim Claraplatz, nachdem er das Herstellungsverfahren 1859 erworben hatte. Klagen der Bevölkerung wegen Geruchsbelästigung trugen ihm 1864 ein Fabrikationsverbot ein. Clavel verlegte den Betrieb an den Rhein zwischen Klybeckstrasse und Unterem Rheinweg, damals ein ländliches Gebiet.
Nach 1864 wurde die Seidenfärberei von Alexander Clavel an den Rhein verlegt (heute Standort Novartisturm)
Heiner Koechlin hält 1963 die 1. Mai-Rede auf Spanisch. (Bild: Staatsarchiv, Hans Bertolf)
Auszug aus dem Buch “Heiner Koechlin 1918–1996. Porträt eines Basler Anarchisten”:
Zu seinen schönsten Erinnerungen zählt Heiner Koechlin im Rückblick auf seine Kindheit die Sommerferien. “Der Geruch der Bergwelt vermittelt mir noch heute ein starkes Heimat-Gefühl, aber merkwürdigerweise empfinde ich ein solches auch, wenn ich irgend wo auf der Welt, den Gestank einer chemischen Fabrik verspüre.”
“Dafür,dass wir eigentlich keine Ahnung hatten, ist das eine Leistung”, sagt Christian Meyer. “Wir haben ein konkurrenzfähiges Produkt.” Thomas Brenneis nickt: “Da kannst du draufschlagen, da wackelt nichts. Wir können stolz sein auf das, was da steht.”
Als Max Weber am ersten Deutschen Soziologentag von 1910 ein Plädoyer für sein Fach hielt, skizzierte er auch eine «Soziologie des Vereinswesens im weitesten Sinne des Wortes». Dieses Vorhaben sollte aber erst im letzten Quartal des 20. Jahrhunderts in der sogenannten Sozialkapitalforschung seine wissenschaftliche Heimat zwischen Politikwissenschaft und Soziologie finden. In der Schweiz ist dieser Forschungszweig vor allem mit einem Namen verbunden: Markus Freitag. Der an der Universität Bern lehrende Politikwissenschafter hat, unterstützt von einigen Mitarbeitenden, eine exzellente Bilanz seiner zehnjährigen Arbeit zum sozialen Kapital in der Schweiz vorgelegt.
Immer mehr Menschen werden immer älter – ein demografisches Problem angesichts der Tatsache, dass die deutsche Bevölkerung insgesamt schrumpft. Doch es stellt auch ein bisher weitgehend unterschätztes Potenzial dar, wenn man einmal bedenkt, dass die heutige Seniorengeneration überwiegend gut ausgebildet, materiell abgesichert, körperlich und geistig fit ist. Das Buch “Wir brauchen Euch!” zeigt, “Wie sich die Generation 50plus engagieren und verwirklichen kann”. 3Sat Mediathek, 03.05.2012 / Nil Varol (Kulturzeit)
Jung und Alt zusammen: Großfamilien-Gefühl hat inzwischen Seltenheitswert. Längst ist klar, dem demografischen Wandel muss gesellschaftliches Umdenken folgen: weg vom Wohlfahrtsstaat hin zu mehr zivilgesellschaftlicher Eigenverantwortung. Hildegard Schooß ergriff schon Ende der 1970er Jahre Eigeninitiative: Sie gründete das erste Mehrgenerationenhaus Deutschlands in Salzgitter nach dem ihr vertrauten Modell der Großfamilie. Das isolierte Kleinfamilienleben genügte ihr einfach nicht. Weiterlesen
“Commons, die Idee der gemeinschaftlichen Verantwortung für Gemeingüter, erleben Renaissance – nicht erst seit dem Wirtschaftsnobelpreis 2009 für Elinor Ostrom. Commons sind wichtiger denn je. Sie beruhen nicht auf der Idee der Knappheit, sondern schöpfen aus der Fülle.”
Die internationale Settlement-Bewegung, die im ausgehenden 19. Jahrhundert in die Grossstädte Europas, Nordamerikas und Asiens ausstrahlte, wirkte sich auch in der Schweiz aus.
Mit dem Gartenhof in Zürich Aussersihl und mit der Ulme im Basler Klybeckquartier entstanden auch in schweizerischen Armenquartieren solche Niederlassungen wohlhabender und gebildeter Leute. Die Basler Gründung wurde von der historischen Forschung am Rande zur Kenntnis genommen. Sie galt bisher als einzige soziale Einrichtung dieser Art in der Schweiz. Dass aber auch der Zürcher Gartenhof in seinen Anfängen ein Settlement war und noch vor der Ulme entstand, wurde bisher übersehen.
Im Laufe der Zeit war um das Schlösschen das Basler Arbeiterquartier Klybeck entstanden. Hier praktizierte seit Beginn der 1920er Jahre der Arzt Eduard Koechlin (1883-1964). Er wirkte mitten unter den Ärmsten der Arbeiterschicht und kannte ihre Nöte und Leiden. Mit einigen Leuten aus seinem Umfeld gründete er im Jahr 1926 die Ulme. Koechlin bewegte sich mit seinem Vorhaben auf einem Terrain das in der Idee des sogenannten Settlement seine Wurzeln hatte. Die Bewegung entstand in England.
Textauschnitte aus: Das Schlösschen Klybeck, Roger Jean Rebmann , 2012. Bildmaterial von: http://www.viavia.ch/industrie/pmwiki.php/Arbeiterbewegung/HeinerKoechlin
Die Städter entdecken die Landwirtschaft: Auf Brachen, Hausdächern und sogar auf Verkehrsinseln wird Gemüse angepflanzt. Ansätze zur städtischen Selbstversorgung gibt es in den Schrebergärten schon lange. Was ist neu an der Bewegung und welche Bedürfnisse befriedigt sie? Antworten im Gespräch mit Isidor Wallimann und der Zeitschrift Zeitpunkt.
Dr. Christa Müller ist Soziologin und Geschäftsführende Gesellschafterin der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis sowie der Stiftung Interkultur. Sie forscht seit Jahren zu nachhaltigen Lebensstilen und neuen Wohlstandsmodellen. Urbane Gärten spielen dabei eine zentrale Rolle.
Je individualisierter eine Gesellschaft ist, desto eher nehmen die Menschen alles auf sich, sagt Ueli Mäder. Und doch lassen sie sich nicht mehr alles gefallen – und erkämpfen sich gemeinsam Freiräume. Ein Gespräch mit dem Basler Soziologen.
Von Wolfgang Storz, Pit Wuhrer (Interview) und Stephan Moll (Fotos). Quelle: Woz, Nr. 34/2013 vom 22.08.2013, gekürzte Vision
Wir möchten mit unserem Projekt „Dreieck Klybeck“ die Vielfalt an urbanen Lebensentwürfen und Arbeitsweisen fördern, die sich an gemeinschaftlichen, nachhaltigen und inklusiven Grundsätzen orientieren.
Wir streben eine multifunktionale, von Gemeinschaftlichkeit geprägte Nachbarschaft an: Auf dem Areal soll ein Mit- und Nebeneinander aus Wohnen, Arbeiten, Offenen Werkstätten, Gewerbe, Sozio- und Off-Kultur, Kreativwirtschaft, Gastronomiebetrieben und Vermittlungsprojekten entstehen. Der Tausch von Wissen, Material und anderen Ressourcen soll ein zentraler Aspekt des alltäglichen Lebens sein.
Das Projekt ist in vier Bereiche aufgeteilt, Zonen genannt. Zone bezeichnet in diesem Falle die inhaltliche Ausprägung, nicht die Verortung. Die Zonen sollen räumlich ineinandergreifen. Die vier Zonen sind Wohnzone, Werkzone, Zone Sozio-Kultur und Gewerbezone.