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In seiner neuen Leseshow widmet sich der deutsche Kabarettist und Romanautor Frank Goosen den schwer verständlichen Absurditäten des Alltags. Goosen ist Kult. Nichts wie hin.
Foto: Ira Schwindt
Der Mensch kommt auf die Welt und wundert sich. Und das hört nicht auf, bis er diese Welt wieder verlässt. Findet jedenfalls Frank Goosen. Schon als Kind versteht man nicht, wieso alles so groß ist und die anderen alles dürfen, man selber aber gar nichts. Später fragt man sich, wieso nur die anderen die schönen Frauen oder Männer abbekommen. Und dass es andere Fussballvereine gibt, mag ja angehen, aber wieso haben die auch noch Fans? Wieso gibt es «vegane Hotels?» Fliegt man da aus dem Wlan, wenn man «Schnitzel» googelt? Warum hängen die Kinder Fotos ihrer Lehrer auf und holen dann die Dartpfeile aus dem Keller? Frank Goosens neue Leseshow widmet sich den schwer verständlichen Absurditäten des Alltags, vom Wahlplakat über verwirrende Werbung für Fleischereien, fachfremdes Publikum im Fussballstadion und renitente Rentner in der Bäckerei. Wer hat das angeordnet? Wohin soll das alles führen? Was kann man dagegen tun? Vor allem aber: Was ist da eigentlich los?
Frank Goosen kommt Ende Mai 1966 in Bochum zur Welt. 1969 erster Auftritt im Speisesaal eines Hotels in Bad Godesberg. Der Dreijährige singt minutenlang aktuelle Hits und Kinderlieder und geht dann an den Tischen vorbei, um Geld einzusammeln. Nach dem Abitur folgt 1986-1992 ein Studium in den Fächern Geschichte, Germanistik und Politik an der Ruhr-Universität. Nach dem Magisterexamen verdingt sich Frank Goosen ein halbes Jahr im Werksarchiv eines namhaften Textilunternehmens im Sauerland.
1992 erste Auftritte mit Jochen Malmsheimer unter dem Namen «Tresenlesen», einem närrischen kleinen Kneipen-Literaturkabarett, dem bald die Kneipen zu klein werden, weshalb man auf grössere Bühnen wechselt. «Tresenlesen» gewinnt 1997 den «Prix Pantheon» und erhält 1998 den «Salzburger Stier».
1994/95 versucht sich Frank Goosen als Geschäftsführer des Bochumer Zimmertheaters »Ecce Homo«, was das Theater nicht überlebt. 1994 schreibt und inszeniert er der die Märchenparodie «Schneeweisschen und Rosenrot oder Der Untergang des Zwergengeschlechts». 1995 kommt hier sein Zwei-Personen-Stück «Exit» zur Uraufführung.
Seit Ende 1995 ist Frank Goosen Mitglied und Vorstand des Prinzregenttheaters in Bochum, wo im April 1998 zwei Einakter unter dem Titel «Wo ist Mike» uraufgeführt werden. Aus einer Begleitveranstaltung entwickelt sich das erste Solo-Programm mit dem Titel «Always kill your Darlings».
Im Jahr 2000 geht «Tresenlesen» nach fast eintausend Auftritten auseinander. Seitdem ist Goosen erfolgreich als Romanautor («Liegen lernen», 2001, «Pokorny lacht», 2003, Eichborn Verlag) und Solokabarettist tätig. Seine Themen sind vor allem die Befindlichkeiten seiner Generation, aber auch das Ruhrgebiet, seine Menschen und Eigenheiten sowie das Thema Fussball.
Frank Goosen lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Bochum.