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Aristophanes
Als Aristophanes um die Mitte des 5. Jh. v. Chr. in Athen geboren wurde, war die Stadt in einem rasanten Aufstieg begriffen. Sie sicherte sich politischen und militärischen Einfluss auf einen grossen Teil der damaligen griechischen Stadtstaaten. Die Wirtschaft entwickelte sich dank neuer Absatzmärkte, und Literatur und Kunst erlebten einen beispiellosen Höhenflug. Auf der Akropolis entstanden die Bauten, die noch heute die Besucherströme anziehen.
Aristophanes’ Stück Die Vögel wurde im Jahr 414 v. Chr. uraufgeführt und gewann im Theaterwettbewerb den 2. Preis. Aristophanes überzeugte die Athener mit seiner überbordenden, ins Absurde reichenden Phantasie, seinem unerschöpflichem Sprachwitz sowie seiner Frechheit und Respektlosigkeit. Weder die Politiker noch die einfachen Leute wurden von ihm verschont.
Gegen Ende des 5. Jh. v. Chr. zeigten sich bereits deutlich die Schattenseiten der athenischen Grossmachtspolitik. Populistische Scharfmacher lenkten die Volksversammlung und trieben die Stadt in einen Krieg, der 404 v. Chr. mit der vollständigen Niederlage Athens endete. Wenn die Athener aus Aristophanes’ bissigen Satiren eine Lehre gezogen hätten, wäre es nicht so weit gekommen.
Angela Keller