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Kaffee ist oftmals die einzige Einnahmequelle der Bauern in Westuganda. Daher kann eine gute Ernte die Perspektiven vieler Familien verbessern.
Gute Bildung und eine zuverlässige Gesundheitsversorgung ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Nicht so jedoch in Uganda. Es gibt zwar zahlreiche staatliche Schulen und eine Gesundheitsversorgung, jedoch laufen diese auf Sparflamme. Jene Familien, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder in Privatschulen. Aber diese kosten.
Die Schulgelder sind bei Ernten fällig
Und so ist es auch kein Zufall, dass die Bezahlung der Schulgelder oftmals mit den Ernten zusammenfallen. Denn dann erhalten die Bauern das Geld und bevor sie es anderweitig ausgeben, werden die Schulgelder einkassiert. Um die Planungssicherheit zu gewährleisten, bezahlen wir unseren Kaffee daher nicht erst, wenn das Containerschiff beladen wurde, sondern bereits im voraus. Übrigens verzichten wir konsequent auf die Finanzierung von eigenen Schulprogrammen und dergleichen. Wir sind der Ansicht, dass ein fairer Kaffeepreis das Einkommen der Bauern soweit absichern sollte, dass damit die Schulgelder bezahlt werden können oder im Notfall auch ein Arztbesuch.
Der Klimawandel ist auch in Westuganda spürbar
Der Klimawandel ist auch in Westuganda spürbar. Heftige Regenfälle und langanhaltende Dürreperioden nehmen zu und beeinflussen den Kaffeeanbau in den Hochregionen. Infolge dessen konnten uns mehrmals schon nicht die bestellte Menge an Kaffee geliefert werden. Wir investieren daher einen Teil unserer Mittel in die klimaangepasste Bewirtschaftung der Felder oder finanzieren die Weiterbildungskurse unserer Bauern. Um die Risiken künftiger Ernteausfälle zu minimieren, muss der Ernteertrag pro Baum mittelfristig gesteigert und die alten Kaffeebäume mit resilienteren Sorten ersetzt werden. Ab August 2021 starten wir ein Programm für den schrittweisen Ersatz der Kaffeebäume in ISULE. Weiteres erfährst Du in unserem nächsten Post.
Einige Facts and Figures zum Kaffeeanbau in Uganda
Uganda produziert zu 80% Robusta und zu 20% Arabica Kaffee. Das Robusta-Gebiet ist die Hochebene nördlich des Victoria-Sees auf ca. 1000m Höhe. Der Arabica wächst in den bergigen Lagen von 1400m bis 2200m an der Grenze zum Kongo (Rwenzori-Mountains – Mondberge) und an der Grenze zu Kenia am Mount Elgon, einem erloschenen Vulkan.
Bis zu 5 Millionen Ugander leben vom Kaffeeanbau. Dies entspricht rund 1,8 Mio. Haushalte.
Bis zu 25% steuerte der Kaffee in den letzten Jahren zu den Exporteinnahmen von Uganda bei.
Uganda ist nach Äthiopien der zweitgrösste Kaffee- Exporteur in Afrika und erzeugt bis zu 2,5% der Welternte.
70% der grünen Kaffeebohnen werden nach Europa verschifft.