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Dezember
2006
Tombstone (Grabstein)
Nach
einem kurzen Zwischenstopp in Tucson, begann plötzlich mein altes Cowboyherz
in bisschen heftiger und schneller zu schlagen. Wir waren in Tombstone eingetroffen.
Ein mir altbekannter Ort aus meiner Jugendzeit, welcher, in den damals aktuellen
und von mir verschlungenen Westernheftchen, immer wieder erwähnt wurde.
Diese
Wüstenstadt liegt im Süden Arizonas, nahe der mexikanischen Grenze.
Gegründet wurde sie im Jahre 1877 von dem Geologen Edward L. Schieffelin,
der damals hier eine reichhaltige Silbermine entdeckte.
Die Stadt hat
diesen makabren Namen von Schieffelin erhalten, denn es wurde ihm prophezeit,
er würde dort nichts, ausser seinen eigenen Grabstein, finden. Tombstone
zählte in seiner Glanzzeit ca. 15'000 Einwohner. Heute sind es nur noch ungefähr
1'600 Menschen, die alle hauptsächlich von uns Touristen leben.
Tombstone,
das war um 1880 herum, der Schauplatz von verschiedenen "berühmten"
Schiessereien. Unter anderem der "Gunfight at the O.K.-Corral" vom 26.
Oktober 1881. Beteiligt waren damals die Earp-Brüder mit Doc Holliday, gegen
die Clantons und McLaurys.
Diese Szene wird heute, für uns Schaulustige,
immer noch täglich aufgeführt. Das uns dabei Vorgeführte war aber
eher auf der untersten Stufe, des noch gerade Zumutbaren, anzusiedeln, was natürlich
stark mit der Qualität der Akteure in Verbindung zu setzen war.
Die
absolute Touristenattraktion der Stadt ist die verkehrsfreie "Allen Street".
Ausser den Postkutschen für die Touristen, fährt hier nichts herum.
Dafür konnten wir recht vielen dubiosen Gestalten, natürlich grösstenteils
mit umgehängten Revolvern, begegnen. Die verschiedenen echt historischen
und auch nur historisch nachgebauten Salons, vermitteln heute das sympathische
Flair einer alten Westernstadt.
Jetzt
konnte ich natürlich unmöglich widerstehen, einmal an einer, mit Blut
behafteten Theke, mein Glas Milch zu bestellen und zu trinken. Ob die gesamte
Inneneinrichtung hier noch wirklich echt alt war, wage ich leicht zu bezweifeln,
denn zu perfekt sah alles aus.
Doch was soll's. Nur schon das Gefühl,
hier mitten unter den harten Cowboys, an der gleichen Stelle wie die Clanton-Brüder
und die Earp's gestanden zu sein, war allemal gut und ein sehr besonderes Erlebnis.
Da
wäre dann noch die Geschichte des Boot Hill's, des Friedhofes. Hier werden
nun die Touristen für extrem dumm verkauft und der grösste Teil davon
macht mit. Vorab besuchten wir, etwas ausserhalb der Stadt, den original alten
Friedhof. Da fanden wir die wirklich alten und leider grösstenteils vergessenen
Grabstätten, die meisten etwas gar verlottert, jedoch aber echt.
Auf dem
Boot Hill waren die Gräber, alle schön in Reih und Glied aufgestellt
und mit illustren Namen versehen. Ein unmöglich kitschiger und abstossender
Anblick, welcher sich uns da bot. Nach zwei Minuten verliessen wir, leicht angewidert
und das ist noch sehr höflich ausgedrückt, diesen unnatürlichen
Schaufriedhof.
Bisbee,
die Minenstadt
Von
Tombstone fuhren wir nur einige Meilen weiter südlich, jedoch noch etwas
mehr den Berg hinauf, um schliesslich nach Bisbee zu gelangen.
Auf
unserem ersten Rundgang durch den Ort, stellten wir leider fest, dass diese alte,
historische Minenstadt ihren Höhepunkt eindeutig überschritten hat.
Wenn wir die schmucke, aber nur sehr kleine Hauptstrasse verliessen, fanden wir
zu viele leer stehende und daher dem Zerfall preisgegebene Häuser.
Dass
es in diesem kleinen Ort eine übermässig grosse Anzahl an Kunstboutiquen
hat, täuscht ein wenig über die hier vorhandenen Probleme hinweg. Die
meisten Touristen kommen eigentlich ja auch nur hierher, um die "Queen Mine"
zu besichtigenden.
So natürlich auch wir MOMObilisten,
denn unser klares Ziel war es, eine Tour in das Erdinnere mit zu machen.
Die
alten, knarrenden Personentransportwagen trugen uns in die Mine hinein. Für
uns Touristen ist nur ein Schacht zugänglich. Dieser geht praktisch waagrecht
in den Berg hinein. Die abgehenden Verzweigungen nach links und rechts durften
wir nicht erkunden, desgleichen die verschiedenen dunklen Abstiege zu den unteren
Levels.

Wau
.... das ist überstanden.
|Blick
in die südliche Tagbaumine.|
Unser
Tourführer war ein alter, mexikanischer Bergbaukumpel. Er machte einen super
Job, indem er uns Laien, das damalige harte Bergleutedasein recht plastisch erklären
konnte.
Das war für ihn natürlich kein Kunststück, denn nach
seiner über dreissig Jahren persönlicher Minenerfahrung, konnte er uns
da einiges aus seinem Bergbauleben weitergeben.
Nach
der wirklich interessanten Tour hielt uns hier in Bisbee eigentlich nichts mehr
zurück. Das
haben sich vor uns auch schon viele tausend Leute gesagt, denn zwischen 1910 und
heute ist die Bevölkerung schliesslich um die Hälfte, auf gute 5'000
Einwohner, geschrumpft.
White
Sands National Monument
Nach
dem kurzen Minenstopp in Bisbee, wollten wir, im Chiricahua National Monument
Park, einige grössere Wanderungen unternehmen. Laut unserem Führer,
sollte dies ein richtiges Wanderparadies sein. Also genau der richtige Ort für
Yvonne, welche sich daher auch sehr darauf gefreut hatte..
Leider gab es aber
schon beim Eingang in den Park Probleme. Obschon wir in der absolut "toten
Saison" dort eintrafen, fühlten wir uns, zum ersten Mal auf unserer
Reise durch die USA, nicht willkommen.
Obschon es, der späten Jahreszeit
wegen, praktisch keine Besucher mehr hatte und demzufolge der Campingplatz, ausser
fünf unentwegten Enthusiasten, total leer war, wurde uns dort das Übernachten
verwehrt.
Der Grund dafür sei, es gäbe für Fahrzeuge eine Grössenbeschränkung
von 29 Fuss. Unser MOMObil
ist aber nun mal 30 Fuss lang und somit hier nicht erwünscht
Punkt
und keine weiteren Diskussionen dazu.
Die Parkrangerin hatte sogar das
Massband gezückt und uns demonstrativ gezeigt: "Euer MOMObil
ist knappe 30 cm zu lang." Ob der Campingplatz nun voll oder leer ist, spiele
für sie keine Rolle ... "so sind nun halt mal die Gesetze, hier auf
diesem Platz."
Auch auf dem angrenzenden, total leeren und sehr grossen
Autoparkplatz durften wir nicht über Nacht bleiben. Am Tage ja, doch sicher
nicht über Nacht.
Nachdem
alle Überzeugungsversuche gescheitert waren, fuhren wir, mit einer gewissen
Wut über so sture Böcke, gezwungenermassen weiter.
Deshalb gab
es für uns nun einen unplanmässigen Nachthalt in Willcox, kurz vor der
Grenze zu New Mexico und wir freuten uns um so mehr auf unser nächstes Ziel:
Das White Sands National Monument.
Nach
einer weiteren Tagestour auf der Interstate 10, erreichten wir unseren Nachtlagerplatz
in unmittelbarer Nähe zum Park. Einmal mehr durften wir die Gastfreundschaft
von Wal-Mart, der grössten und teilweise auch umstrittensten Supermarktkette
der Welt, in Anspruch nehmen. Dieses Riesenunternehmen stellt uns Campern immer
(meistens) eine Ecke seines Parkareals zur Verfügung, damit man dort die
Nacht, relativ sicher, verbringen kann. Diese Verordnung hatte Sam Walton, der
Gründer der Kette und ehemals selber ein begeisterter Camper, uns "Zigeunern"
in seinem Vermächtnis so hinterlassen.
Nun
war der weisse Sand nicht mehr weit entfernt. Schon aus der Ferne konnten wir
die riesigen, schneeweissen Dünen erkennen.
Bevor wir jedoch zum Parkeingang
kamen, mussten wir eine weitere "bordercontrol" passieren. Das sind
Kontrollstationen, ähnlich wie bei einem Grenzübertritt. Hier im Süden
sind diese, wegen der unmittelbaren Nähe zum richtigen Mexico, des öftern
anzutreffen.
Man muss das ganze Kontrollprozedere, wohl oder übel, einfach
über sich ergehen lassen und hat dann wieder seine Ruhe
bis zur nächsten
"Bordercontrol".
Beim
Hineinfahren in den Park, glaubten wir zuerst, dass es hier echt geschneit hätte.
Am Strassenrand waren grosse Schneewalme, ähnlich wie in der Schweiz, wenn
frisch gepflügt worden ist.
Dass man
für diesen Besuch unbedingt auf einen blauen Himmel achten muss, ist aus
unseren Fotos klar ersichtlich. Nur so erzielen das Blau und das Weiss die absolut
einmalige Farbenstimmung.
Unbeschreiblich dann auch das Wandern auf diesem
Sand, welcher aber eben eigentlich kein gewöhnlicher Sand ist. Fachmännisch
richtig heisst das hier nämlich Gipssand.
Dieser Gipssand lag einmal auf
dem Grund eines flachen Meeres, welches diese Region vor 250 Millionen Jahren
bedeckte. Schliesslich wurde dieser Gips, zusammen mit anderen Meeresablagerungen
und angereichertem Stein, zu einer gigantischen Kuppel aufgeworfen.
Die
Kräfte der Natur, die Kälte und Wärme sowie Feuchte und Trockenheit,
zerbrachen die Kristalle schliesslich zu kleinen Sandpartikeln, die leicht genug
waren, um vom Winde davongetragen zu werden.
Diese
Sandkörnchen häuften sich so zu Dünen auf, prallten immer wieder
gegen die sanft geschwungene, im Luv gelegene Seite der Düne und produzierten
so kleine Wellen auf deren Oberfläche. Das geschieht natürlich heute
immer noch und an dem steilen Kamm der Düne baut sich der Gipssand solange
auf, bis ihn die Schwerkraft abrutschen lässt; dadurch bewegt sich die Düne
immer langsam vorwärts.
Eine ganz
kleine Anzahl von Pflanzen hat sich, auf erstaunliche Art und Weise hier angepasst
und versucht so zu verhindern, ständig wieder unter dem Sand begraben zu
werden.
Die Tree Yucca verlängert ihren Stamm, damit sich ihre Blätter
immer über dem Sand befinden und wächst auf diese Weise bis zu 30 cm
pro Jahr. Andere Pflanzen halten einen Teil der Düne mit ihren Wurzeln fest
und können auf dem so verankerten Sandsockel weiter wachsen, währenddem
sich die Düne fortbewegt.
Dieser
einmalige Park hat aber auch zwei Nachteile, welche ich nicht verschweigen möchte.
Der erste Nachteil ist, dass er jede Woche immer etwa ein- bis zweimal, aus
militärischen Sicherheitsgründen, gesperrt wird. Das heisst, immer dann,
wenn in der dem Park umgebenden White Sands Missile Range (White-Sands-Raketenbasis),
Raketentests durchgeführt werden. Desgleichen auch, wenn ein Space Shuttle
bei seiner Rückkehr aus dem All, hier notlanden landen müsste.
Der
zweite Nachteil ist, dass er selber absolut keine Übernachtungsmöglichkeiten
bietet. Das ist aber auf der anderen Seite ja auch wieder gut, denn somit waren
wir gezwungen, wieder weiter zu fahren. Diese phantastische blauweisse Farbenkombination
wird uns mit Bestimmtheit noch lange in Erinnerung bleiben.
Oliver
Lee Memorial State Park
Im
Abendlicht.
|Sonnenuntergang.|
Die nächstgelegene
Übernachtungsmöglichkeit, nach dem Besuch des White Sands National Monument,
ergab sich uns im Oliver Lee Memorial State Park. In diesem, etwas abgelegenen
Park, bot sich uns die gute Gelegenheit, die unvergesslichen Eindrücke nochmals
und in aller Ruhe, vor dem inneren Auge passieren zu lassen.
Trotz der
immer kälter werdenden Nächte, genossen wir die friedliche Ruhe dieses
Ortes und die Wanderungen, in den sich direkt nebenan erhebenden Bergen. Yvonne
kam so doch noch endlich zu ihren gewünschten, ausgedehnten "hiking
touren". Diese steigerten ihren, ohnehin schon sehr guten Gemütszustand
in noch höhere Ebenen, wovon ich dann wiederum profitieren konnte
.
|Endlich
wandern .... ||....
wandern ....||....
macht Müde ....|
|Steiles
Berggebiet.||Einsames
MOMObil.|
Texas
sagt "howdy" zu uns.
Ein
paar Tage zuvor hatten wir uns definitiv entschieden, Weihnachten und die ersten
Tage des neuen Jahres, in der Hauptstadt von Texas zu verbringen. Nachdem wir
noch von New Mexico aus, den für uns am besten geeigneten Campground in Austin
reserviert hatten, überquerten wir die Grenze nach Texas. Dies geschah in
der geschichtsträchtigen Stadt El Paso. Da leider wiederum eine unangenehme
Kaltwetterfront angesagt war, entschlossen wir uns, hier doch keinen Stopp einzulegen.
So nahmen wir die noch verbleibenden ca. 650 Meilen, bis zu unserem "Festtags-Campground",
sofort unter die Räder.
Die Strecke durch den weiten Westen von Texas,
führte uns meist durch eine recht eintönige Prärielandschaft und
wollte und wollte nicht mehr enden. Hier bekamen wir einen ersten, kleinen Ausschnitt
des "alten Wilden Westens" und dessen beinahe unendliche Grösse,
zu Gesicht.
Es
heisst nicht von ungefähr: Texas - das ist eine andere Dimension.
Ich
versuche nun, Dir mit ein paar kurzen Angaben, einige Eigenschaften und die immense
Fläche dieses speziellen Staates in den Vereinigten Staaten, ein wenig näher
zu bringen.
Texas
wird auch "The Lone Star State" (Der einzelne Stern Staat) genannt und
ist ein Bundesstaat im zentralen Süden der USA. Er hat von allen Bundesstaaten
die zweitgrösste Fläche (nach Alaska) und auch die zweitgrösste
Anzahl Einwohner, dies nach Kalifornien. Flächenmässig ist Texas doppelt
so gross wie Deutschland, oder wie Frankreich und Grossbritannien zusammen. Die
Fläche der Schweiz hätte hier gerade 17 mal Platz
.
Wäre
Texas heute noch selbständig, zählte es flächenmässig zu den
40 grössten Staaten der Erde.
Im gesamten Süden und Westen wurde
bis Anfang der 80er Jahre, sehr viel Erdöl gefördert.
Texas,
das sind aber auch Ranchen, deren grösste grösser sind, als deutsche
Bundesländer, oder schweizer Kantone. Somit versteht es sich, dass diese
Farmer das Flugzeug benützen müssen, um ihre Nachbarn zu besuchen. Da
wurden für einzelne, riesige Rinderherden, sogar eigene Eisenbahnlinien gebaut
und es gibt hier, durch das vorhandene und teilweise immer noch fliessende Öl,
unwahrscheinlich viel Geld. Dieses ist, wen wunderts, leider nur auf wenige Familien
und Firmen verteilt.
Auch
an Flüssen ist Texas reich, wenn auch nur die wenigsten während des
gesamten Jahres schiffbar sind. Der "Red River" trennt den Lone Star
State von Oklahoma und Arkansas, der "Sabine" von Louisiana und der
"Rio Grande" von Mexiko. Das Klima gilt, im Vergleich zu den übrigen
südlichen Staaten der USA, als sehr gesund.
Die
Cowboymentalität ist hier immer noch so weit verbreitet wie der Cowboyhut,
von dem man sagt, der wahre Texaner setze ihn nicht nur im Restaurant nicht ab
Die Texaner sind extrem stolz und der texanische Akzent ist so markant,
dass man es sofort hört, wenn jemand aus Texas kommt. Dieser spezielle Dialekt
erschwerte uns deshalb schon ein wenig die Kommunikation mit den Einheimischen.
Die kommenden texanischen Probleme der Zukunft sind vor allem das Schwinden
der Erdölvorräte und der stark zunehmende Wassermangel im Westen des
Staates.
Vieles
ist in Texas weder besser noch schlechter, sondern einfach nur anders.
Austin,
die Hauptstadt von Texas
Mit
ihren ca. 700'000 Einwohnern ist sie die viertgrösste Stadt des US-Bundesstaates
Texas. Laut ihren eigenen Aussagen, welche in unserem Reiseführer nachzulesen
waren, soll sie die "Live Music Capital of the World" (Welthauptstadt
der Live-Musik) sein. Hier sollen mehr Live-Bands ihre Auftritte haben, als beispielsweise
in Nashville, Memphis, Los Angeles, Las Vegas oder New York. Ich finde dies zwar
etwas gar grossspurig, doch wir sind hier ja in Texas
Wohl hat es in
der Innenstadt eine jede Menge Musikkneipen, ob das jedoch diesen Titel rechtfertigt,
steht in den Sternen
vielleicht ja im "Lone Star".
Auf dem
Schmucken und ruhigen Oak Forest Campground bezogen wir unser Quartier und buchten
den Platz gleich für einen ganzen Monat.
Tags
darauf erkundeten wir ein erstes Mal die Innenstadt von Austin. Dazu nahmen wir,
wie auch später immer wieder, den öffentlichen Bus.
Die Haltestelle
befand sich ca. 20 Minuten, zu Fuss, von unserem Platz entfernt. Dass die Busstrecke
zuerst durch ein relativ heruntergekommenes Quartier führte, war den meisten
Mitfahrenden auch anzusehen.
Meistens
waren wir die einzigen Weissen und einige der wenigen, welche keine Zahnlücken
hatten. In Südamerika waren für uns solche Situationen immer absolut
problemlos und normal gewesen. Doch hier in Texas und das stellte ich erschreckt
fest, war es doch leicht anders
.
Wie sich später leider noch herausstellen
sollte, wurde mein erster Eindruck, dann ja auch brutal bestätigt.
Die
verschieden Sehenswürdigkeiten von Austin liegen so nahe beieinander, dass
man sie alle zu Fuss erreichen kann
eine echte Besonderheit für eine
amerikanische Stadt.
Im Herzen der Stadt fährt der "Dillo".
Eine weitere Besonderheit, denn dies ist ein Gratisbussystem, welches den gesamten
Innenstadtbereich abdeckt.
Einer
der Hauptanziehungspunkte ist, das auf einem Hügel liegende Capitol. Weil
in Texas , wie schon erwähnt, alles etwas grösser, länger, oder
breiter ist, als anderswo, überragt dieses Parlamentsgebäude das weit
bekanntere Capitol in der Bundeshauptstadt Washington D.C., um 2,10 Meter.
Sehr
gespannt waren wir auf die weihnächtliche Beleuchtung der Stadt. Im Vorfeld
hatten wir so unsere Vorstellungen vom amerikanischen Lichterglanz und wurden
dann jedoch bitter enttäuscht. Die offizielle Weihnachtsdekoration bestand
aus ein paar wenigen Sternen und Lichterketten
. und das war's dann auch.
Einzig in den Aussenquartieren sah es anders aus. Da versuchten sich die einzelnen
Häuser, mit Unmengen von Lichtern und dekorierten Gegenständen, zu überbieten.

Weihnachtsgüetzi.
Bei uns
an Bord gab es dieses Jahr wiederum eine recht ruhige Weihnachtsfeier. Da wir
den Geschenkstress schon seit vielen Jahren nicht mehr mitmachen, kam auch keine
Hektik auf.
Das stimmt so natürlich schon nicht ganz. Am Mittag des
Heiligen Abends hatte ich plötzlich ungeheure Lust auf Weihnachtsgüetzi.
Weil die Amerikanischen mir aber ganz und gar nicht schmecken und Yvonne, ausnahmsweise,
nicht bereit war, mein "Verlangen" zu stillen, musste ich selber in
die Küche stehen.
Gesagt, getan. Mit den vorhandenen Bordmitteln konnte
ich leider keine grosse Auswahl herstellen und trotzdem gab's dann doch einige
sehr gut mundende Güetzi. Leider waren diese, schon nach sehr kurzer Zeit,
einfach weg
und es ist mir heute noch immer ein Rätsel, wo sie hingegangen
sind.
Etwas
ausserhalb der Innenstadt gab es noch den "Trail of light".
Dies
ist, immer die letzten drei Wochen vor Weihnachten, ein ca. 3 Kilometer langer
Parkwanderweg, welcher von verschiedenen Firmen geschmückt wird.
Es
hat teilweise sehr schön gestaltete Arbeiten darunter, doch sind diese schlussendlich,
alle als Eigenwerbung der bezahlenden Unternehmen gedacht. Auf den nebenstehenden
Fotos zeige ich Dir deshalb nur einige, wie ich finde, originell beleuchtete Bäume.
First
Night Austin
Hier
in Austin feierte man nicht Silvester, oder die letzte Nacht des alten Jahres,
nein, die Stadt zelebrierte die "Erste Nacht" des neuen Jahres. Damit
wurde, in der für die Autos gesperrten Innenstadt, auch schon am frühen
Nachmittag begonnen. Verschiedenste Aktivitäten, Musik- und Tanzveranstaltungen
und noch vieles mehr, wurden da gratis angeboten. Kurz vor dem Eindunkeln gab's
noch eine Strassenparade. Hier konnten sich verschiedene Organisationen und Clubs,
der Öffentlichkeit präsentieren. Wie es in den USA halt so üblich
ist, waren an dem Umzug auch verschiedene Firmen beteiligt, um so Werbung in eigener
Sache zu machen. Es kam mir ein wenig vor, wie wenn ich im TV einen amerikanischen
Sender schaue und alle paar Minuten wird der Film, mit einer Werbung, unterbrochen.
Im Laufe
des frühen Abends stiessen Sonya und Ingo zu uns und wir zogen zu viert durch
die Innenstadt. Wir liessen uns von den verschiedensten Musikdarbietungen begeistern
und genossen zusammen den Abend.
Dazu noch eine kleine Nebenbemerkung.
Es durfte an der gesamten Neujahrsfeier kein Alkohol verkauft, oder auf öffentlichen
Plätzen getrunken werden. Daher sahen wir an diesem Abend, auch keinen einzigen
Randalierer oder Betrunkenen auf den Strassen.
Punkt
Mitternacht offerierte die Stadt das traditionelle Feuerwerk. Vorher gab es aber
kein romantisches Ausklingen des alten Jahres, nein, hier wurde einfach das Feuerwerk
gestartet und dann begann schon das Neue Jahr.
Keine Glockenschläge,
kein knallen der Champagnerflaschen und kein Klingen der Sektgläser. Auch
das ist Texas, "The Lone Star State".
Der
Anlass hiess doch "Erste Nacht in Austin". Also waren wir gespannt,
was nach dem 30-minütigen Feuerwerk nun folgen würde. Ob jetzt, in der
ersten Nach des Jahres 2007, auf der Strasse getanzt, oder was sonst nun hier
so Tradition sein werde.
Ehrlich gesagt, es dauerte schon eine Weile,
bis auch wir begriffen hatten,
das war es nun.
Alle Leute gingen, wie
von Geisterhand gesteuert, einfach weg. Die Einen gingen in die Discos, wo sich
draussen ellenlange Warteschlangen bildeten und die Anderen gingen anscheinend
direkt nach Hause. Wir gehörten zu der zweiten Kategorie und waren sehr froh,
dass Sonya und Ingo uns mit ihrem grossen Truck, bis zum Campground zurück
chauffierten.