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Die Organisation
Noch heute lebt die Mehrheit der albanischen Bevölkerung auf dem Land, mehr als 60% der Gesamtbevölkerung widmet sich mindestens teilweise dem landwirtschaftlichen Anbau und nutzt rund einen Viertel der Gesamtfläche Albaniens. Mit der Verfassungsänderung im Jahre 1998 kam es zur Landumverteilung und jeder Bauernfamilie fiel ein kleines Stück Land zu, davon lässt sich aber - auch heute noch - nicht leben. Der Grossteil der Bauern betreibt daher weiterhin Subsistenzwirtschaft und findet nur beschränkt Absatzmärkte für die erzeugten Produkte. Die Gründe liegen primär in der geringen Produktivität, in veralteten landwirtschaftlichen Anbaumethoden sowie in fehlenden Investitionsmöglichkeiten, wie z.B. in die dringend notwendigen Bewässerungssysteme. Unter diesen Bedingungen stellen die Oliven ein besonders wichtiges Erzeugnis dar, da die - über sechs Millionen - Bäume nicht gedüngt werden müssen, mit sehr wenig Wasser auskommen und keine spezifischen Kenntnisse für den Anbau erforderlich sind. Die orttypischen „weissen“ Oliven werden häufig für den Eigengebrauch verwendet oder zu tiefen Preisen auf dem lokalen Markt weiterverkauft. Das Potential der albanischen „weissen“ Oliven erkannte aber auch Shpresa Shkalla – die Gründerin des gleichnamigen Kleinbetriebes – als sie die Produktionsanlage ihres Grossvaters 1996 übernahm, diese mit modernen Maschinen versah und ein Jahr später bereits die ersten Öle verarbeitete. Bereits im Jahr 2001 - u.a. durch die Unterstützung des schweizerischen Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) - konnte Shkalla als erster Ölverarbeiter Albaniens Bio zertifiziert werden. Die 35-köpfige Bauerngruppe „Organic Olive Farmers of Albania“ nimmt periodisch an Ausbildungskursen in den Bereichen BIO-Landbau und Organisationsmanagement teil und organisiert Treffen, bei denen die Verwendung der Gewinne besprochen werden. So fliesst ein grosser Teil des Profits in die Verbesserung der Qualität oder in die Modernisierung der Erntemethoden. Die steigende Nachfrage aus dem Ausland hat bewirkt, dass die Bauern professionelle Beratung in Anspruch nehmen und ihre Bäume nun fachkundig pflegen, neue pflanzen und bereits über Diversifizierungsmöglichkeiten nachdenken.
Das Produkt
Das Öl „Vaj Ulliri“ der „weissen“ Oliven zeichnet sich durch sein starkes Aroma aus und gilt als besonders schmackhaft und reichhaltig. Es schmeckt laut den Produzenten „nach Grün“ - und eignet sich durch den hohen Phenolgehalt ausgezeichnet fürs Braten und Kochen, für Salate und als Butterersatz.
Die Auswirkungen des fairen Handels
- Kostendeckende Preise für die Bauern und überdurchschnittliche Löhne für die Angestellten
- Reduktion der Landflucht und der Migration
- Neben der Subsistenzwirtschaft oft die einzige und sicherste Einkommensquelle