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Ethos hat die Berichte über die Tätigkeit des Ethos Engagement Pools Schweiz (EEP Schweiz) und des Ethos Engagement Pools International (EEP International) veröffentlicht, welche die Dialogaktivitäten von Ethos in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) zusammenfassen. Diese öffentlichen Berichte ergänzen die detaillierten Berichte, welche nur den Mitgliedern der Pools zur Verfügung stehen.
Eine wachsende Anzahl Schweizer Pensionskassen unterstützt den Dialog von Ethos mit kotierten Unternehmen bezüglich ESG-Fragen. Der EEP Schweiz, gegründet 2004, hat 147 Mitglieder mit verwalteten Vermögen von CHF 236 Milliarden. Der EEP International, gegründet Anfang 2017, wächst bemerkenswert rasch und hat schon 59 Mitglieder, mit verwalteten Vermögen von CHF 162 Milliarden.
Konstruktiver Dialog mit Nestlé und LafargeHolcim
Im Rahmen der globalen Initiative Climate Action 100+ ist Ethos mitverantwortlich für den Dialog mit LafargeHolcim und Nestlé, den beiden bedeutendsten Treibhausgas-Emittenten auf dem Schweizer Aktienmarkt. Nach Interventionen an den Generalversammlungen 2018 und 2019 sowie mehreren Treffen mit Vertretern der Führungsgremien dieser Unternehmen wurden von den beiden Unternehmen wichtige Massnahmen angekündigt.
Nestlé kündigte im September 2019 an, bis 2050 klimaneutral zu werden und die Transparenz bezüglich Klimarisiken zu erhöhen, indem das Unternehmen die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) ab dem Nachhaltigkeitsbericht 2019 umsetzt. Ethos setzt den konstruktiven Dialog mit dem Unternehmen fort und fordert es auf, zukünftig einen Teil der variablen Vergütungen der Führungskräfte mit Nachhaltigkeitszielen zu verknüpfen.
Auch LafargeHolcim hat seine Massnahmen bezüglich Klimastrategie verstärkt. Das Unternehmen hat Ziele für die Reduzierung seiner CO2-Emissionen festgelegt, welche mit den Zielen des Pariser Abkommens vereinbar sind, und hat diese Ziele durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) validieren lassen. LafargeHolcim kündigte im März 2020 ebenfalls an, dass ein Teil der variablen Vergütung seiner Führungskräfte von der Erfüllung von Umweltzielen abhängig gemacht wird. Ethos setzt den konstruktiven Dialog mit dem Unternehmen fort und fordert es insbesondere auf, seine Ambition bezüglich Reduktionsziele weiter zu verstärken, indem es die Klimaneutralität bis 2050 anstrebt.
Grenzen der Selbstregulierung
Trotz eines langjährigen intensiven Dialogs zu diesem Thema muss Ethos feststellen, dass nur 1/3 der 150 grössten kotierten Unternehmen in der Schweiz einen Nachhaltigkeitsbericht nach einem anerkannten Berichtsstandard (GRI) veröffentlichen. Trotz des wachsenden Interesses von Investoren und Aktionären am Thema Nachhaltigkeit, fällt Selbstregulierung vielen Unternehmen immer noch schwer. Ethos ist der Ansicht, dass die Schweiz in diesem Bereich dringend eine Gesetzgebung braucht, nach dem Beispiel der Europäischen Union, wo die Richtlinie zur extra-finanziellen Berichterstattung in Kraft getreten ist.
Der EEP Schweiz konzentrierte sich ebenfalls auf das Thema Achtung der Menschenrechte. Auch hier stossen die Selbstregulierung und der Aktionärsdialog an gewisse Grenzen. Tatsächlich geben nur 18% der 113 Industrieunternehmen im Universum des EEP Schweiz an, dass sie die Einhaltung ihrer Nachhaltigkeitsanforderungen durch ihre Lieferanten regelmässig überprüfen (auditieren). Ethos setzt den Dialog mit den Schweizer Unternehmen in diesem Bereich fort, ist aber der Ansicht, dass die Umsetzung einer gesetzlichen Sorgfaltsprüfungspflicht notwendig ist.
EEP International: mehr als 1’000 Unternehmen indirekt anvisiert
Der Dialog auf internationaler Ebene wird sowohl durch die Teilnahme an internationalen Kollektiv-Engagement Initiativen als auch durch den direkten Dialog mit Unternehmen geführt. Im Jahr 2019 unterstützte der EEP International 27 Initiativen. Diese Initiativen haben es den Mitgliedern des EEP International ermöglicht, direkt oder indirekt mit mehr als 1’180 Unternehmen, welche 72% des MSCI World ACWI Index repräsentieren, in einen Dialog zu treten.
9 Initiativen für kollektives Engagement, die vom EEP International initiiert oder unterstützt wurden, bezogen sich auf den Klimawandel. Die 679 Zielunternehmen repräsentieren mehr als 69% der absoluten CO2-Emissionen (Scope 1 + 2) des MSCI World ACWI Index. Zu diesen Initiativen zählt Climate Action 100+, an der sich mehr als 450 Anleger beteiligen. Diese fordern die 161 Unternehmen, die weltweit am meisten Treibhausgasemissionen verursachen, auf, ihre Emissionen deutlich zu reduzieren.
Ausserdem unterstützen Ethos und der EEP International die Workforce Disclosure Initiative (WDI). Ziel dieser Initiative ist es, die Berichterstattung der Unternehmen bezüglich Personalverwaltung zu verbessern und zu standardisieren. Diese vor zwei Jahren gestartete Initiative zielt derzeit auf 750 der grössten Unternehmen der Welt ab. 118 Unternehmen haben sich bereit erklärt, den Fragebogen freiwillig auszufüllen, im Vergleich zu 90 im Jahr 2018 und 34 im Jahr 2017.