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Im Juni 2016 jährt sich der Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion zum 75. Mal. Diesem Eroberungs- und Vernichtungskrieg fielen Millionen Menschen zum Opfer, und er endete 1945 für Deutschland mit einer nationalen Katastrophe. Was dachte das deutsche Volk über diesen Feldzug, der schon 1941 vor Moskau zum Stehen kam? Wie reagierte der Propaganda-Apparat? Auf welche Weise sollte die »Heimatfront« stabilisiert werden? Der renommierte Historiker Kurt Pätzold hat bislang wenig beachtete Quellen studiert, wertet unter anderem die täglichen Berichte des SD und andere Spitzeldokumente aus. Damit bietet er einen neuen Blick auf den Beginn des Krieges im Osten und kommt zu erstaunlichen Schlüssen.
Portrait
Kurt Pätzold (1930–2016) war einer der bekanntesten deutschen Faschismusforscher. Seine Habilitationsarbeit schrieb er 1973 über »Antisemitismus und Judenverfolgung«. Seither publizierte er zahlreiche Werke, die sich mit dem Nazireich und dessen Personal beschäftigten. Und er war beteiligt an Büchern, die den Krieg gegen die Sowjetunion behandelten, etwa »Der Fall Barbarossa. Der Krieg gegen die Sowjetunion in unbekannten Bildern« (Das Neue Berlin, 2011).