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Zweiter Jahresbericht der Bibliothek-Kommission des S. A. C
der
Bibliothek-Kommission der S.A.C.
auf 31. Dezember 1892.
Von Dr. E. Walder in Zürich.
Im Bestände der Kommission trat keine Änderung ein; nur ist zu bemerken, daß das Centralkomitee laut Zuschrift Herrn Pfarrer Büß in Glarus als Mitglied der Kommission bis Ende 1895 bestätigt hat.
Die drei Sitzungen, welche im abgelaufenen Jahre abgehalten wurden, waren außer einigen Fragen allgemeiner Natur der Anschaffung von Zeitschriften und Büchern gewidmet.
Die Bücher, welche Eigentum des S.A.C. sind, werden im großen Katalog durch Beisetzung des Buchstabens A von den Büchern unterschieden, die der Stadtbibliothek Zürich gehören.
Wie im letzten Jahre, so wird auch im Jahrbuche 1892/93 ein sogenanntes Zuwachsverzeichnis die neuen Anschaffungen aufzählen. Um irrigen Auffassungen, denen wir begegnet sind, entgegenzutreten, bemerken wir, daß das Zuwachsverzeichnis Nr. 1 alle Litteratur umfaßte, welche die Bibliothek des S.A.C. bis Ende 1891 besessen hat. Ein zusammenfassender Katalog wird erst erstellt werden, wenn die Bibliothek einen ansehnlichen Grundstock aufweisen kann. Wir hoffen, daß dieses in den nächsten Jahren der Fall sein werde.
Bei der Anschaffung neuer Litteratur mußten wir unsere Aufmerksamkeit vorzugsweise auf die Erwerbung oder Komplettierung der wichtigsten alpinen Zeitschriften lenken. Nach dem Zuwachsverzeichnis Nr. 1 waren am Ende des letzten Berichtsjahres nur die schweizerischen Zeitschriften komplett vorhanden. Im vergangenen Jahre dagegen konnte eine größere Anzahl von auswärtigen Zeitschriften entweder neu angeschafft oder ergänzt werden, so Der Alpenfreund, von Amthor, Österreichische Touristenzeitung, Mitteilungen des Österreichischen Alpenvereins, JahrbuchMitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, ZeitschriftAnnuaire du Club Alpin Français, Alpine Journal- Im nächsten Jahre werden voraussichtlich die noch fehlenden wich-, tigeren Zeitschriften aus Österreich, Frankreich und Italien ebenfalls in unserem Besitze sein.
Von der Erwerbung einer größern Zahl von Einzelwerken mußten wir für diesmal absehen. Ebenso ist der Zuwachs im Bestände der Karten und Panoramen verschwindend klein. Bei den Panoramen konnten wir für einmal um so eher von neuen Erwerbungen absehen, als wir in den Jahrbüchern des S.A.C. und in Anschaffungen oder Geschenken aus dem letzten Jahre das wertvollere Material auf diesem Gebiete für die Schweiz bereits besitzen.
Im fernem sei bemerkt, daß in der Regel solche Bücher aus der alpinen Litteratur, die bereits in der Stadtbibliothek vorhanden sind, für die Bibliothek des S.A.C. nicht besonders angeschafft werden, da die Stadtbliothek für die Mitglieder des S.A.C. leicht zugänglich ist. Eine Ausnahme wird nur bei wichtigem Büchern gemacht, die in einer Alpen-clubbibliothek unter keinen Umständen fehlen dürfen. Mit der Zeit hoffen wir freilich, die Anschaffungen ohne Rücksicht auf den Bestand der Stadtbibliothek beschließen zu können.
Wir wollen nicht unterlassen, auch an dieser Stelle mit Dank hervorzuheben, daß wiederum eine ansehnliche Anzahl von Zeitschriften, Büchern etc. schenkweise uns zugewiesen worden ist; insbesondere sprechen wir der Sektion Bern unsern vollen Dank aus, welche der Bibliothek in zwei Sendungen cirka 50 Bände zugeschickt hat. Im übrigen verweisen wir auf die Geberliste, welche dem Zuwachsverzeichnis beigegeben ist.
Durch ein besonderes Cirkular wurden die einzelnen Sektionen ersucht, alle Litteratur, welche durch dieselben herausgegeben worden ist, einzusenden, wie z.B. Festberichte, Fuhrertarife, Statuten, Bibliothek-kataloge, damit auch in dieser Hinsicht die Bibliothek allmählich in den Besitz des vollständigen Materials gelangt. Der Erfolg des Cirkulars war bis jetzt noch nicht groß, immerhin haben wir einigen Sektionen etwelche Beiträge zu verdanken.
Der Zuwachs im abgelaufenen Jahr ( bis 17. Januar 1893 ) beträgt: Bände 205, Broschüren 20, Berichte 0, Blätter 1, Karten 0, im ganzen 226 Nummern.
Es mag nun wohl mit Recht die Frage aufgeworfen werden, ob denn die Bibliothek wirklich benutzt werde. Darauf können wir antworten, daß, wenn auch der Zudrang kein stürmischer ist, so doch die Frequenz des Blicherabholens für den Anfang eine befriedigende genannt werden darf; und zwar wird die Bibliothek nicht am wenigsten von auswärts in Anspruch genommen.
Im Anschluß an die Rechnung haben wir nur weniges zu bemerken. Mit der letztjährigen Rechnung verglichen, stellen sich die Buchbinderkosten auf cirka Fr. 100 niedriger, und die Installationskosten im Betrage von cirka Fr. 150 fallen weg. Somit war es möglich, für Anschaffungen einen größeren Kredit auszusetzen. Die Ausgaben in dieser Rubrik übersteigen diejenigen des Vorjahres beinahe um 300 Fr., wobei bemerkt werden muß, daß dadurch der Vorschuß des Quästors bedeutend größer geworden ist. Wie sehr der Kredit für Anschaffung von Zeitschriften in Anspruch genommen wird, mag daraus geschlossen werden, daß beispielsweise für das Alpine Journal, von welchem nichts vorhanden war, 305 Mark, für Komplettierung der Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins 75 Fr. ausgegeben werden mußten.
Wir dürfen mit dem abgelaufenen Jahre zufrieden sein, insofern uns sowohl vom Centralkomitee, als von verschiedenen Sektionen und einzelnen Personen die nötige Unterstützung zu teil geworden ist. Aber wenn wir das reiche Material der alpinen Litteratur mit dem verhältnismäßig geringen Bestand unserer Bibliothek vergleichen, so müssen wir neuerdings die Bitte aussprechen, daß auch in Zukunft der jungen Schöpfung des Schweizer Alpenclub mit Wohlwollen gedacht werden möge.