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Gegen den ehemaligen Chefarzt der Luzerner Psychiatrie in St. Urban sowie gegen den damals diensthabenden Arzt wurden Anzeigen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingereicht. Die Untersuchungen sollten klären, ob bei der Aufnahme des Mannes in die Psychiatrie Fehler gemacht wurden, schreibt die Staatsanwaltschaft Luzern in einer Mitteilung.
Diese Untersuchungen sind nun abgeschlossen. Das Verfahren gegen den ehemaligen Chefarzt wurde eingestellt. Gegen den diensthabenden Arzt hingegen wurde ein Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung erlassen. Die Staatsanwaltschaft kommt zum Schluss, dass es unter seiner Aufsicht bei der damaligen Aufnahme des Mannes zu «relevanten Versäumnissen» kam.
Der Arzt akzeptiert den Strafbefehl nicht und hat Einsprache dagegen erhoben. Damit wird der Fall nun zur Beurteilung an das zuständige Bezirksgericht überwiesen.
Beide Entscheide sind noch nicht rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung in Bezug auf den damals diensthabenden Arzt.
Das ist der Hintergrund der Untersuchung
Das erwähnte Tötungsdelikt hatte sich im April 2017 in der psychiatrischen Klinik St. Urban ereignet. Ein 85-jähriger Patient wurde von seinem Zimmernachbarn schwer verletzt. Das Opfer verstarb noch in der Nacht. Das Kriminalgericht hat im Januar 2020 festgestellt, dass der Mann den Tatbestand der vorsätzlichen Tötung erfüllt hat. Er wurde jedoch als schuldunfähig beurteilt. Für ihn wurde eine stationäre Massnahme angeordnet. Gegen dieses Urteil hat der Mann Berufung eingelegt. Diese Berufungsverhandlung am Kantonsgericht findet am 12. Januar 2021 statt.