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Während wir durch die Energie-, die Ukraine- und die Flüchtlingskrise in Schach gehalten werden, hat China laut dem Tages-Anzeiger soeben den ersten Thorium-Reaktor in Betrieb genommen:
Ist das chinesische Avantgarde-AKW ein Modell für die Schweiz? Kein Uran, kaum strahlender Abfall, sicherer Betrieb: China nimmt in diesen Tagen einen futuristischen Reaktor in Betrieb.
Der Artikel versteckt sich hinter einer Bezahlschranke. Die South China Morning Post bestätigt jedoch, dass Chinas Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit eine Betriebsgenehmigung für den ersten Thorium-Reaktor des Landes erteilt hat und gibt an, dass Thorium „ein Treibstoff sei, der das Land für die nächsten 20’000 Jahre mit Energie versorgen könnte!“
Anmerkung: Auch dieser Artikel versteckt sich hinter einer Bezahlschranke. Man bekommt irgendwie den Eindruck, dass dieses Thema bewusst ausgeblendet wird, damit die westlichen Industriestaaten brav an ihren Windrädern und Solarpanelen weiterbasteln, während das kommunistische China zur grossen Weltmacht aufsteigt.
Thorium-Reaktoren gab es bereits in den 60er Jahren
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Uran-Kernreaktoren zur Stromerzeugung gebaut. Diese ähnelten den Reaktorkonstruktionen, die Material für Atomwaffen produzierten. In dieser Zeit baute die Regierung der Vereinigten Staaten auch einen experimentellen Prototyp eines Schmelzsalzreaktors (MSR) mit U-233-Brennstoff, dem spaltbaren Material, das durch Beschuss von Thorium mit Neutronen entsteht. Der im Oak Ridge National Laboratory gebaute MSRE-Reaktor war von 1965 bis 1969 etwa 15’000 Stunden lang in Betrieb. Im Jahr 1968 verkündete der Nobelpreisträger und Entdecker von Plutonium, Glenn Seaborg, dies öffentlich vor der Atomic Energy Commission, deren Vorsitzender er war.
1973 entschied sich die US-Regierung jedoch für die Urantechnologie und stellte die auf Thorium basierende Kernforschung weitgehend ein.
Der Wissenschaftsjournalist Richard Martin gibt an, dass der Kernphysiker Alvin Weinberg, der Direktor bei Oak Ridge und hauptsächlich für den neuen Reaktor verantwortlich war, seinen Job als Direktor verloren hatte, weil er sich für die Entwicklung der Thorium-Reaktoren einsetzte. Weinberg erinnert sich an diese Zeit:
[Kongressabgeordneter] Chet Holifield war offensichtlich verärgert über mich und platzte schliesslich heraus: „Alvin, wenn Sie sich Sorgen um die Sicherheit von Reaktoren machen, dann ist es meiner Meinung nach an der Zeit, dass Sie aus der Kernenergie aussteigen.“ Ich war sprachlos. Mir war jedoch klar, dass mein Stil, meine Einstellung und meine Zukunftswahrnehmung nicht mehr mit den Befugnissen innerhalb der AEC übereinstimmten.
Martin erklärte, dass Weinbergs mangelnde Bereitschaft, sichere Kernenergie zugunsten militärischer Zwecke zu opfern, ihn zum Ruhestand zwang:
Weinberg erkannte, dass man Thorium in einem völlig neuen Reaktortyp verwenden könnte, bei dem kein Risiko einer Kernschmelze besteht. … sein Team baute einen funktionierenden Reaktor … und er verbrachte den Rest seiner 18-jährigen Amtszeit damit, Thorium zum Herzstück der Kernenergiebemühungen des Landes zu machen. Er hat versagt. Uranreaktoren waren bereits errichtet worden, und Hyman Rickover, der de facto Leiter des US-Atomprogramms, wollte das Plutonium aus uranbetriebenen Kernkraftwerken zur Herstellung von Bomben verwenden. Weinberg wurde zunehmend ins Abseits gedrängt und schliesslich 1973 verdrängt.
Chemical & Engineering News berichtete, dass „die meisten Menschen – darunter auch Wissenschaftler – kaum von dem Schwermetallelement gehört haben und wenig darüber wissen“, und verweist auf die Bemerkung eines Konferenzteilnehmers, dass „es möglich ist, einen Doktortitel in Nukleartechnik zu erwerben, ohne etwas über Thorium zu wissen.“
Der Kernphysiker Victor J. Stenger zum Beispiel erfuhr 2012 erstmals davon:
Es war für mich eine Überraschung, als ich kürzlich erfuhr, dass uns eine solche Alternative seit dem Zweiten Weltkrieg zur Verfügung steht, aber nicht weiterverfolgt wird, weil es an Waffenanwendungen mangelt.
Andere, darunter der ehemalige NASA-Wissenschaftler und Thorium-Experte Kirk Sorensen, stimmen darin überein, dass „Thorium der alternative Weg war, der nicht eingeschlagen wurde“.
Quelle: Wikipedia