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Als ich 2015 eine Grafikschule in London besuchte, bestand eine unserer Aufgaben darin, uns mit einem uns zugewiesenen Künstler auseinanderzusetzen. Mein Los fiel auf Jan Tschichold, einen Namen, der mir bis dato unbekannt war.
Bei meiner Recherche fand ich heraus, dass Tschichold ein renommierter Typograf und Grafiker war, der die Sabon-Schrift entworfen und wesentlich zur Neugestaltung der Penguin Books beigetragen hatte. Die charakteristische Farbpalette dieser Bücher – Beige, Orange und Weiss – sowie die Schöpfung der Sabon-Schrift wurden zu zentralen Elementen in meinem Designprozess für ein fiktives MoMA-Ausstellungsposter. Obwohl ich damals viele Informationen und Skizzen sammelte, wurde das Projekt nicht abgeschlossen – bis heute. Im Rahmen meines Digezz-Projekts habe ich das Poster und den Flyer nun endlich fertiggestellt.
(mst)
Arbeitsprozess:
Der erste Schritt war, die alten Dokumente von einer verstaubten Festplatte zu bergen. Ich musste feststellen, dass die InDesign-Datei nicht mehr zu gebrauchen war. Glücklicherweise hatte ich noch das Bild von J. Tschichold und konnte einige meiner ersten Ansätze in den alten Dateien erkennen. Es war genug vorhanden, um eine Richtung für das Projekt vorzugeben.
Die festgelegten Farben und das bereits ausgewählte Bild kombinierte ich in InDesign zu meinem Moodboard. Ich entschied mich für ein minimalistisches Design, da ich bereits in diese Richtung gegangen war und es sollte Tschicholds Perfektionismus widerspiegeln. Das Poster sollte den Fokus auf seine Person richten, ohne unnötige Ablenkungen im Design. Da er für seine Arbeit mit dem Goldenen Schnitt bekannt war, legte ich ein Bild davon neben mein InDesign-Dokument und orientierte mich an diesen Proportionen.
Beim Flyer war die Integration der Strassenkarte, auf der das MoMA liegt, eine besondere Herausforderung. Ich wollte nicht, dass sie wie ein einfaches Bild aussieht, das direkt aus Google Maps kopiert wurde. Deshalb fliessen die Linien der Strassenkarte von der Vorder- zur Rückseite des Designs und werden so zu einem wesentlichen Bestandteil des Covers und der Karte.
Fazit:
Es war eine interessante Erfahrung, ein lange zurückliegendes Projekt wieder aufzugreifen und weiterzuführen. Einerseits war es erleichternd, da viele Überlegungen bereits gemacht und festgelegt worden waren, andererseits war es spannend, sich wieder in ein „altes“ Design hineinzudenken und es mit neuen Ideen zu bereichern.