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Klänge aus vergangenen Zeiten
Seit dem Erscheinen der Drehorgel auf der Strasse im 18. Jahrhundert richtete sich das musikalische Repertoire nach dem Geschmack der einfachen Leute. Es waren Märsche, Walzer und Tänze, die oft und gern gehört wurden, aber auch Kirchenlieder und Choräle, die heute noch auf Stiftwalzen zu finden sind.
Hatten auf einer Orgelwalze nicht mehr als 12 Stücke Platz, so ließen sich damalige Drehorgelspieler bei der vorhandenen Walze einzelne Stücke neu bestiften, oder gar das ganze Repertoire auswechseln. Denn schon damals musste man am neuesten Stand bleiben, wenn auch die "Hitparade" nicht so schnelllebig war wie heute.
Ob die meisten Drehorgelspieler im 18. Jahrhundert Johann Sebastian Bach und seine Musik kannten ist zweifelhaft, doch sein zweiter Sohn, Carl Philipp Emanuel Bach fand Gefallen an der Drehorgel und komponierte eigene Stücke dafür. Auch Wolfgang Amadeus Mozart wusste die "übermenschliche Fingerfertigkeit" dieser Instrumente einzusetzen; von ihm sind ebenfalls einige Auftragswerke für Flötenuhren erhalten geblieben.
Verdi selbst wusste, dass seine Opern nicht nur in gehobenen Kreisen gern gehört wurden, sondern dass sich auch die unteren Gesellschaftsschichten daran erfreuten, wo Drehorgelspieler sie zum besten gaben, wenn auch nicht immer so, wie es der Meister selbst gewollt hätte.
Auch die "Evergreens" wie "Praterleben", "Schneewalzer", "Berliner Luft" oder "Mariechen saß weinend im Garten" hatten ihren festen Platz im Repertoire und werden noch heute von vielen Drehorgelspielern gespielt. Einerseits hat die Drehorgel heutzutage mit der Musik von damals ihren nostalgischen Reiz, doch andererseits ist es einigen Künstlern und Komponisten zu verdanken, dass auch neue Kompositionen und Arrangements für mechanische Musikinstrumente entstehen.