Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03298.jsonl.gz/411

Im Zürcher Zentrum für Fetale Diagnostik und Therapie decken wir das ganze etablierte therapeutische Spektrum, das heute weltweit zur Verfügung steht, ab. Für neue Therapieverfahren arbeiten wir mit den weltweit führenden Zentren zusammen. Damit besteht Gewähr für eine optimale Betreuung.
Wenn Kinder zu viel Fruchtwasser haben, besteht die Gefahr, dass die Fruchtblase reisst bzw. die Schwangere Wehen entwickelt aufgrund der starken Dehnung der Gebärmutter. Die Mutter spürt dabei eine starke Dehnung des Bauches, manchmal auch kolikartige Schmerzen.
In solchen Fällen wird eine dicke Nadel in die Fruchthöhle vorgeschoben und Fruchtwasser dosiert entfernt. Da durch die Nadel ebenfalls ein Loch in der Fruchtblase entsteht, sind Vor- und Nachteile solcher Eingriffe sorgfältig abzuwägen.
In besonderen Fällen hat ein Fet vorübergehend zu wenig eigenes Blut. Ohne Hilfe von aussen würde er versterben.
Solche Situationen sehen wir bei Blutgruppenproblemen, manchmal im Zusammenhang mit Infektionen oder auch gelegentlich nach einem stumpfen Bauchtrauma der Mutter. In diesen Fällen wird durch eine dünne Nadel unter Ultraschallsicht die Nabelschnur des Kindes aufgesucht und unter ständiger Kontrolle Blut transfundiert.
Haben Kinder in ihrem Körper abnorme Ansammlungen von Flüssigkeiten (z.B. auf den Lungen; Bild 1) helfen Shunts, die Flüssigkeit kontinuierlich ins Fruchtwasser abzuleiten (Bild 2). Das Ableitungsröhrchen ist so beschaffen, dass die eine Spirale zwischen Lunge und Brustwand liegt, die andere im Fruchtwasser. Durch die Löchlein kann das Wasser stetig ins Fruchtwasser abfliessen, so dass die Lungen Platz bekommen, um zu wachsen.
Mit Hilfe dieser minimal-invasiven Operationstechnik ist es heutzutage möglich, den Feten (1) und den Mutterkuchen (=Plazenta) mit seinen Gefässen (2) zu beurteilen und zu behandeln.
In lokaler Betäubung wird durch einen kleinen mütterlichen Hautschnitt von wenigen Millimetern eine 3mm dünne Führungshülse unter Ultraschallkontrolle in die Fruchthöhle eingeführt. Anschliessend ermöglicht ein fetales Endoskop, mittels Laserfaser gezielt Gefässe auf der Plazenta zu veröden (3 – Video), um eine „Zweiteilung“ zu erreichen.