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Das Forschungsprojekt geht von der These aus, dass sich von 1850 bis etwa 1950 entscheidende Einflüsse auf die Konzeptualisierung von «Form in Musik» aus Ansätzen in Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft sowie aus philosophischer Ästhetik und experimenteller Psychologie herleiten. Anhand (1) der Entwicklung des ästhetischen Formalismus, (2) der Ausbildung neuer Konzepte in der Kunstgeschichte sowie der Entwicklung der ‹allgemeinen Kunstwissenschaften› (Max Dessoir) nach 1900, (3) der Wirkung phänomenologischen Denkens und der Gestalttheorie auf die Musiktheorie werden essentielle Stationen, Entwicklungen und Wendepunkte der Diskurse über «Form in Musik» analysiert. Das Projekt wird durch die Untersuchung theoretischer Überlegungen seitens moderner Komponisten (u. a. Arnold Schönberg, Ferruccio Busoni, Stefan Wolpe, Hanns Eisler und Vertretern des frühen Serialismus) komplementiert.
Die Zielsetzung des Projektes ist es, die Entwicklung formtheoretischen Denkens über Musik aus einer interdisziplinären Perspektive heraus darzustellen. Das Thema wird aus der Beschränkung auf den Bereich der Musiktheorie herausgelöst; aufschlussreiche ideen- und wissenschaftsgeschichtliche Bezüge werden so sichtbar gemacht und analysiert. Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung die zukünftige Ausrichtung des Studiums musikalischer Form beeinflussen werden.