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Es ist nicht einfach, den Überblick über die Jack Reacher-Reihe zu behalten. Der Autor hat die Bücher schon mal nicht in der chronologischen Reihenfolge geschrieben. Zusätzlich sind die deutschen Übersetzungen aber auch nicht in der gleichen Reihenfolge wie die Originaltitel erschienen. Und letztlich sind in die Hauptreihe noch da und dort Kurzgeschichten eingeflochten worden, die irgendwie kreuz und quer einzuordnen sind.
Da ist es bezeichnend, dass in der vorliegenden E-Book-Ausgabe der falsche Titel der Originalausgabe genannt wird. Im Visier hiess im Englisch ‘Personal’, was durchaus passend erscheint. Genannt wird jedoch ‘Never go back’, das in Wahrheit den deutschen Titel ‘Die Gejagten’ trug. So weit, so gut.
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Nachdem ich letzte Woche in Diane Capris Reacher-Paralleluniversum geschnuppert habe, halte ich es für passend, heute einen echten Reacher vorzustellen. “Der letzte Befehl” ist Band 16 in der mittlerweile mindestens 22 Bücher umfassenden Reihe um den Militärpolizisten Jack Reacher. Die Nummerierung bezieht sich dabei auf die Reihenfolge der Erscheinung, nicht auf die Chronologie. Leider, muss man dazu sagen. Denn der Lesespass wäre sicherlich noch etwas höher, aber als Autor kann man halt Bücher auch erst schreiben, wenn man die Idee dazu hat.
Der letzte Befehl handelt von Reachers… letztem Befehl. Er ist noch bei der Militärpolizei und noch nicht aus der Armee entlassen. Zeitlich spielt die Handlung also noch vor dem ersten Reacher-Roman “Grössenwahn”. Vermutlich sogar unmittelbar davor, denn Reacher erfährt nebenbei, dass sein Bruder in Georgia ist und möglicherweise in Problemen steckt. Würde ja passen zu “Grössenwahn”.
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Die Idee ist vermutlich nicht neu, aber äusserst vielversprechend. Man nehme eine weitherum bekannte Romanfigur und schaffe um sie eine Art Paralleluniversum. Eine Geschichte, oder, wie im Falle von Diane Capri, eine ganze Roman-Reihe, mit zum Teil gleichen Figuren, aber anderen Hauptrollen und Schauplätzen.
Konkret: Im vorliegenden Fall spielt die Geschichte 15 Jahre nach dem ersten Reacher-Roman “Grössenwahn”. Damals, Reacher-Fans erinnern sich bestimmt, ging es um einen Falschgeld-Ring, der im grossen Stil Blüten unters Volk brachte. Dies geschah über eine Stifung namens Kliner, die ihren Sitz in Margrave, Georgia, hatte. Und genau da landen nun die beiden FBI-Agenten Kim Otto und Carlos Gaspar.
Ihr Auftrag: Jack Reacher finden. Klingt simpel, für Reacher-Kenner ist aber von Anfang an klar: Das wird nichts. Wird es auch nicht. Aber auch das ist von Beginn an klar, denn Frau Capri war offenbar schon früh überzeugt, dass es nicht bei einem Roman bleiben soll. Im englischen Original sind bereits sechs Bücher in der sogenannten “Hunt for Reacher”-Serie der US-Autorin.
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Henry Rohmer ist niemand anders als Alfred Bekker, der hunderte Geschichten unter verschiedenen Namen geschrieben hat. “Böser Bruder” ist – wie vermutlich alle Bekker-Romane – auf dem Niveau eines Groschenromans. Das muss nicht unbedingt schlecht bedeuten, tut es aber in diesem Fall. Die Geschichte ist einfach zu lieblos hingebastelt und beinhaltet etliche Fehler, die nicht hätten müssen sein.
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Matteo Basso war Polizeipsychologe in Mailand, bis er aus nicht näher beschriebenen Gründen den Job schmiss und an den Lago Maggiore umzog. Da übernahm er in seinem Heimatort Cannobio die elterliche Metzgerei. Seine Mitarbeiterin Gisella wird eines Tages (damit fängt der Roman eigentlich an) tot aus dem See geborgen. Die Polizei glaubt an einen Unfall, Basso nicht. Erst nach ihrem Tod sieht Basso, dass ihm Gisella in der Nacht ihres Todes noch eine Sprachnachricht sandte, in der sie ihn um Hilfe bat. Der Roman handelt nun vom Versuch Bassos, den Mordfall an Gisella aufzuklären. Dabei hat er eigentlich keine Ahnung, wo er damit anfangen soll.
So weit mal ein Plot, der in keiner Weise irgendwie neuartig oder besonders kreativ wäre. So was hat man schon hundertmal gelesen. Aber das gilt für viele Geschichten und muss nicht unbedingt bedeuten, dass etwas schlecht ist. Krimis handeln schliesslich meistens davon, dass ein Mord aufgeklärt werden muss.
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