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– 2002 – 03 Das Larsen-Schelfeis zerfällt
15.3.2002 : Das Larsen-Schelfeis zerfällt
Seit Ende Januar bis Anfang März 2002 sind Eisberge mit einer Gesamtfläche von 2600 Quadratkilometern vom nördlichen Larsen-Schelfeis an der Antarktischen Halbinsel abgebrochen. Dieser Vorgang wurde beschleunigt durch eine Klimaänderung, die im nördlichen Bereich der Antarktischen Halbinsel beobachtet wird. Seit 1986 ging die Gesamtfläche des Larsen-Schelfeises von 15.500 Quadratkilometern auf nunmehr 4.500 Quadratkilometer zurück.
In den letzten dreissig Jahren stieg die Erwärmung In diesem Gebiet um zwei Grad. Die Schneeschmelze führte zu Schmelzwasser, die zu vermehrten Rissen im Eis führte. Die starken Westwinde in dieser Gegend lösen schliesssslich das Kalben der Eisberge aus. Der gegenwärtige Zerfall des Larsen-Schelfelses ist noch nicht abgeschlossen, er wird sich in den nächsten Jahren nach Süden hin fortsetzen. Über die Zukunft der polaren Eiskappen sind sich die Klimaforscher uneinig. Einerseits könnte die allgemeine KlImaerwärmung das Eis der Pole verstärkt schmelzen lassen. Andererseits könnten vermehrte Niederschläge, die dort als Schnee fallen, die Eismasse sogar wachsen lassen. Insgesamt Ist weltweit die Befürchtung sehr gross, dass sich durch die vermehrten Eisabbrüche der Anstieg des Meeresspiegels fortsetzt. Da aber die grossen Schelfeisflächen in den Polargebieten bereits auf dem Meer schwimmen, haben die Eisabbrüche hier keine Bedeutung. Für die Schifffahrt bedeuten die Eisberge keine Gefahr, da sie in einem Zirkumpolarstrom rund um die Antarktis driften und sich langsam auflösen. Die relativ grosse Höhe der Schelfeisplalten, die bis zu 30 Meter aus dem Wasser ragen, lassen dort kein Tierleben zu. Was insgesamt auffällt, ist die in den letzten Jahre zunehmende Häufigkeit der Schelfelsabbrüche.
1998 löste sich der Eisberg A-38 mit der deutschen Fllchnerstation vom Filchner-Ronne-Schelfels. Im November 2001 brach der B21 am Pine-Insel- Gletscher In der Westantarktis ab. Der Eisberg B- 15, der sich Im März 2000 vom Ross- Schelfeis Iöste, war mit 11.000 Quadratkilometern der grösste Abbruch. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar-und Meeresforschung und das Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Innsbruck werten Satellitenaufnahmen der ERS-Fernerkundungssatelliten zu den antarktischen Eisverhältnissen aus. Die Radartechnik der europäischen Satelliten ERS-1 und ERS-2 ermöglicht selbst durch die Wolkendecke hindurch Aufnahmen des Schelfeises. Das Institut für Physische Geographie der Universität Freiburg ist im Rahmen des Internationalen Forschungsverbundes GLIMS (Global Land lce Measurement from Space) für die Überwachung der Schelfeisgebiete an der Antarktischen Halbinsel zuständig. Es arbeitet mit dem argentinischen Antarktisinstitutes zusammen.