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Ölpalmen und Palmöl
Jedes sechste verkaufte Produkt im Schweizer Detailhandel enthält Palmöl. Weltweit belegt Palmöl den ersten Platz aller konsumierten pflanzlichen Öle. Unser Verbrauch hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt.
Woher kommt diese enorme Zunahme? Für die Nahrungsmittelindustrie bietet Palmöl zahlreiche qualitative Vorteile. Es ist lang haltbar, geruchslos und für zahlreiche Verbrauchsarten leicht bei Zimmertemperatur verwendbar. Vor allem aber ist es sehr billig: Das Land, das im Süden für seinen Anbau verwendet wird, ist nicht teuer und die Löhne der Landarbeiter sind sehr tief.
Die Folgen sind dramatisch: Immer mehr für den Anbau geeignete Flächen werden zu Palmölplantagen. Dies betrifft vor allem die Regenwälder der Tropen und ihre Ökosysteme, die zu den reichhaltigsten der Erde zählen. Die einst riesigen Wälder Indonesiens und Malaysias schrumpfen dramatisch. Der Plantagenboom erfasst zunehmend auch Afrika und den tropischen Teil Südamerikas.
Die Auswirkungen auf die Umwelt sind enorm, besonders auf das Klima wegen der massiven CO2-Emissionen als Folge der Abholzung. Die Bilanz für die Menschen sieht nicht besser aus: Enteignung der lokalen Gemeinschaften, Verletzung der Menschenrechte und Kinderarbeit.
Eine Zertifizierung wie diejenige des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ist keine Lösung. Das Zertifikat wird an Unternehmen und Plantagen vergeben, die ein angeblich nachhaltig gewonnenes Palmöl produzieren. Dies führt zu keiner echten Verbesserung. Die Wälder verschwinden weiterhin und die Plantagen dehnen sich weiter aus.
Ein Projekt von Friends of the Earth International in drei Kontinenten
Drei von Palmölkulturen betroffene Mitgliedorganisationen von Friends of the Earth beteiligen sich am Projekt: Sahabat Alam Malaysia (Malaysia), Environmental Rights Association (Nigeria) und Madre Tierra (Honduras). Jede Organisation sammelt Informationen über die lokalen Probleme im Zusammenhang mit den Palmölplantagen Auch von solchen, die als „nachhaltig“ zertifiziert sind.
Eine Synthesestudie mit den Ergebnissen wird von Friends of the Earth International veröffentlicht werden. Auf dieser Grundlage können Massnahmen entwickelt werden, um die Interessen der bäuerlichen Gemeinschaften und ihrer Lebensräume auf nationaler Ebene zu verteidigen. Ein Argumentarium soll anderen Mitgliedorganisationen in ihrem Kampf helfen und den Widerstand zum Beispiel bei internationalen Konferenzen auf eine globale Ebene heben.
Parallel zur Unterstützung lokaler Gemeinschaften bei der Verteidigung ihrer Rechte gilt es auch, in der Schweiz zu handeln. Deshalb arbeitet Pro Natura mit der Organisation Brot für alle, die das Projekt mitfinanziert, zusammen, um die Öffentlichkeit, die Grossverteiler und die Politikerinnen und Politiker für die Folgen der Palmölproduktion zu sensibilisieren. Es liegt an den reichen Ländern, ihren Palmölkonsum zu reduzieren!
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