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Sie wollen heiraten und suchen ein familiäres, stimmungsvolles Gotteshaus? Dann ist die Schlosskapelle Böttstein genau das Richtige für Sie.
Die von Roll, ein Urner Geschlecht, kam durch die Übernahme der Komtur (Verwaltung) von der Johanniter-Kommende Leuggern in diese Gegend. Das Amt Leuggern wurde und wird immer noch als Kirchspiel bezeichnet. Die Johanniter besassen die meisten Rechte und Güter im Kirchspiel und ebenfalls die Gerichtsbarkeit, nicht so in der Herrschaft Böttstein. Böttstein als ein Bestandteil des Kirchspiels blieb immer eine eigenständige Verwaltungseinheit, kirchlich aber der Grosspfarrei Leuggern zugehörig.
In den Jahren 1615 bis 1617 wurde die Schlosskapelle entsprechend der Zeit im frühbarocken Baustil erstellt. Als Bauherren traten die vier Brüder Johann Peter, Johann Walter, Karl Emanuel und Johann Ludwig in Erscheinung. Diese vier Namen stehen als Unterschrift unter der Stiftungsurkunde der Schlosskapelle, die bei der letzten Kapellen Renovation 1985-1987 aus dem Altartisch geborgen wurde. Um die gleiche Zeit erbauten die Gebrüder von Roll das Schloss in seiner noch heutigen Erscheinungsform.
Die Kapelle wurde vom päpstlichen Nuntius in der Schweiz, Graf Ludwig Saregi am 10. September 1617 zu Ehren Gottes und Maria sowie der Heiligen Antonius Eremit, Franziskus und Ulrich geweiht, das Kirchweihfest wird in der Neuzeit am vierten Oktobersonntag gefeiert.
Aus der Bauzeit der Kapelle stammen die verschiedenen Stuckaturen und die malerische Ausstattung des Altarraumes. Leider ist Stuckateur noch Maler namentlich erwähnt oder bekannt. Auf Grund von ähnlichen kirchlichen Bauten muss die Stuckwerkstatt südlich der Alpen gesucht werden (Tessin, Mesocco, Lombardei). Wir treffen in Böttstein dekorativen und figürlichen Stuck von hohem plastischem Wert. Bei den Stuckateuren könnte es sich um die Gebrüder Castelli gehandelt haben.
Im Jahre 1674 heiratete die letzte von Roll Tochter einen Mann aus der Familie von Schmid von Bellikon, ebenfalls aus einem ursprünglichem Urner Geschlecht. Damit ging die Herrschaft Böttstein mit der Kapelle an die von Schmid. Mit der Übernahme fanden einige geringfügige Änderungen in der Kapelle statt, die Seitenaltäre wurden eingebaut.
Im Jahr 1840 wurde die Empore eingebaut um eine von Alberick Zwissig konzipierte und von Franz Xaver Bloch aus Aesch gebaute Orgel zu platzieren und zugleich erhielt die Kapelle die letzte umfassende Renovation unter den herrschaftlichen Besitzern. Im gleichen Zeitraum entstand auch die Kaplanei.
Das äussere Erscheinungsbild hat sich ausser dem Anbau der Kaplanei von 1823, seit 1617 nicht verändert, markant sind die Doppeltürme bestückt mit 2 Glocken und der Turmuhr von 1937. Ein Relikt aus der Neuzeit ist die Sonnenuhr auf der Ostseite.
1893 erfolgte der Verkauf von Schloss und den landwirtschaftlichen Liegenschaften und grossen Waldungen an die Gebrüder Schwarz in Villigen, und wechselte in der Folge mehrmals den Besitzer.
Die Kapelle fand damals keinen offiziellen Besitzer, aber Leute aus dem Dorf bewirtschafteten unter Aufsicht der Gemeinde Leuggern das Stiftungsvermögen und die verschieden Schlossbesitzer der Neuzeit mussten die im Grundbuch eingetragenen Verpflichtungen gegenüber der Kapelle erfüllen.