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EARLY YEARS
Die Geschichte des Ace Cafes beginnt im Jahr 1938. Eröffnet als Transport Cafe, direkt an der 1927 erbauten North Circular Road (NCR) gelegen, entwickelte sich das Ace schon in Vorkriegszeiten zu einem beliebten Treffpunkt für Motorradfahrer aus London und Umgebung.
Wenige Jahre nach der Eröffnung schien das Ace Cafe jedoch schon bald Geschichte zu sein, als in WW2 ein Angriff der deutschen Luftwaffe auf die angrenzenden Bahn- und Verkehrseinrichtungen, das Ace in Trümmer legte.
THE STORY GOES ON
1949 wurde das Ace Cafe am gleichen Ort wieder aufgebaut. Grösser und moderner konnte es in den nachfolgenden Jahren seine Glanzzeiten erleben. Wirtschaftlicher Aufschwung, zunehmender Strassenverkehr und der Beginn des „Teenager Phänomens“ führten zu einem regelrechten Boom am Ace Cafe.
Die britische Motorradindustrie war weltweit führend und die schnellsten Maschinen kamen aus England. Mitte der 50er Jahre kam dann noch der eruptive Urknall des Rock‘n‘Roll dazu, der damals von öffentlichen Radiosendern nicht gespielt wurde. Die einzigen Orte wo man „Rock‘n‘Roll“ hören konnte, waren Jahrmärkte und Orte, wo es „Jukeboxes“ gab, wie im Ace Cafe, wo sich die „Rockers“, „Coffee-Bar-Cowboys“ und „Ton-Up-Boys“ trafen und auf Ihren BSAs, Nortons oder Triumphs, in den berüchtigten „Record Races“ um die Wette fuhren – „Drop the coin into the slot...“. Eine Münze in die Musicbox geworfen, eine Platte gedrückt und dann auf den Bikes vom Ace zum Hanger Lane Roundabout und zurück, bevor der Song zu Ende war!
THE PLACE TO BE
Das Ace wurde zum „Place to be“ für Jugendliche und Motorradfahrer; man traf sich hier, feierte, fand seine Freundin, verlor sie wieder und unternahm Ausfahrten nach Brighton, Blackpool oder Edinburgh. Offizielle „Speed Limits“ gab es noch nicht und „Record Races“ waren an der Tagesordnung. So konnte es nicht lange dauern bis die Polizei und die Presse sich für die in schwarzes Leder gekleideten Jugendlichen interessierte, die das Lebensgefühl von „Speed & Rock‘n‘Roll“ exzessiv auslebten.
Viele, später bekannt und berühmt gewordene Musiker und Rennfahrer, gaben sich am Ace die Türfalle in die Hand. „Speed and Racing Glory“ beeinflussten auch massgeblich die unzähligen Umbauten der Motorräder – die Cafe Racer.
DAS VORLÄUFIGE ENDE
Mitte der 60er Jahre war der Höhepunkt des „Rock‘n Roll“ überschritten und auch die „Rockers“ wurden zunehmend vom Zeitgeist der Beat-Ära verdrängt. Das Publikum im Ace Cafe änderte sich in der Folge. Schwierigkeiten mit Drogen, den Behörden sowie ein wachsendes Desinteresse am Motorradfahren führten letztendlich zum vorläufigen Ende des legendären Cafes, das 1969 geschlossen wurde. Nach der Schliessung wurde im Originalgebäude ein Reifen- Service eingerichtet und das Ace Cafe, als DER Motorrad- und Petrol-Treffpunkt schlechthin, fiel in einen 25-jährigen Dornröschenschlaf.
Video: Images of the Ton Up Boys | Ton Up Johnny | Soundtrack: Breakfast at the Ace - The Rapiers
THE RETURN
Für viele Motorradfahrer war diese Situation wie ein Vacuum. Man suchte zwar alternative Treffpunkte, aber die Erinnerung an dieses legendäre Cafe war noch immer nicht erloschen und auch das Gebäude strahlte eigenartigerweise immer noch den rauhen Charme seiner vergangenen „Golden Years“ aus. Anfangs der 90er-Jahre fasste Mark Wilsmore den Plan, das Ace, am nahezu unverändert bestehenden Originalschauplatz, wieder zu beleben.
Dazu gründete er 1993 die „Ace Cafe Reunion“, eine Gruppe von Enthusiasten, deren Ziel die Wiedereröffnung des Ace Cafes war. Als eine der ersten Massnahmen wurde 1994 die erste „Ace Cafe Reunion“ am Originalschauplatz durchgeführt – anlässlich der Schliessung des Cafes 25 Jahre zuvor.
Alle Erwartungen wurden gesprengt. Diese „Reunions“ waren so erfolgreich, dass der Anlass aus Platzgründen ab 1996 nach Brighton an den Madeira Drive verlegt wurde. In den folgenden Jahren entwickelten sich diese „Ace Days“ zu einem der grössten Treffen in Europa. Ab Dezember 1997 konnte ein Teil des Originalgebäudes, jeweils am Sonntag der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Jahr 2000 wurde dann das gesamte Gebäude erworben und im August 2001 war das Ziel erreicht. Die Wiedereröffnung des Ace Cafe London war Wirklichkeit geworden.
Das Ace Cafe ist heute wieder die authentische Bühne für alle, die Benzin im Blut haben. Egal ob Du mit deinem British Bike, dem deutschen, italienischen oder japanischen Motorrad, deiner Vespa, einem Oldtimer, dem Sport- oder Geländewagen oder einem amerikanischen Muscle Car kommst – im Ace sind alle Motorrad- und Autofahrer unabhängig von Alter oder Status willkommen! Everybody welcome!
Whatever you ride – the spirit counts !
Video: The Ace Cafe, London | BBC - Inside Out London | 28.10.2013