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"Wir erwarten wichtige Inputs für die Umsetzung der Ergebnisse"
Am 30. März 2017 findet der Abschluss-Workshop des Projekts "Gesundes und sicheres Getreide" statt. Susanne Vogelgsang gibt Einblick in die Resultate.
Sie haben sich mit der Frage befasst, ob Getreidesorten mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen auch weniger häufig von gefährlichen Fusarien-Pilzen befallen werden. Werden Sie diese Frage am Ende des Projekts beantworten können?
Susanne Vogelgsang: Ja, aufgrund unserer Versuche können wir vorteilhafte Getreidesorten empfehlen. Wir haben gesehen, dass bestimmte Sorten Hafer und Gerste mit einem höheren Gehalt an gesunden Inhaltsstoffen wie beispielsweise Beta-Glucane weniger anfällig auf Fusarien-Pilze sind. Sie waren in unseren Feldversuchen mit weniger Mykotoxin belastet – das sind die Gifte, die bei Fusarien-Befall gebildet werden. Man kann jedoch nicht sagen, dass generell alle Sorten mit hohem Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen resistenter sind.
Gewannen Sie neue Erkenntnisse über Fusarien-Befall und über Methoden, diesen zu bekämpfen?
Die Fusarien-Belastung ist beispielsweise bei Gerste besonders gross, wenn auf dem Feld zuvor Mais angebaut wurde. Man sollte beim Anbau also auf die Fruchtfolge achten. Der Effekt verringert sich, wenn das Feld nach der Mais-Ernte gepflügt wird.
Sind alle Getreide-Arten gleich anfällig auf Fusarien-Befall?
Nein, unsere Versuche haben gezeigt, dass Weizen generell anfälliger ist als Gerste. Hafer wird zwar auch befallen, die Toxine befinden sich jedoch mehrheitlich in den Hüllen der Getreidekörner, in den sogenannten Spelzen. Zudem bestehen grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten der drei Getreidearten. Auch der Standort spielt eine Rolle: Die Resultate auf unseren Versuchsfeldern im Kanton Zürich, im Tessin und in der Westschweiz unterscheiden sich teilweise deutlich.
Sollte man in der Schweiz mehr Hafer für den menschlichen Konsum anbauen?
Tatsächlich hat Hafer mehrere Vorteile: Die Fettstoffe von Hafer bestehen vor allem aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren und im Vergleich zu Weizen hat Hafer auch höhere Gehalte an Kalzium, Eisen, Vitamin E, Magnesium und verschiedene phenolische Säuren, die eine antioxidantische Wirkung haben. Zudem ist Hafer wenig anfällig auf Blattkrankheiten, hat eine grössere Stickstoff-Effizienz und eine höhere Toleranz gegenüber Nässe oder Trockenheit. Heute wird aber fast sämtlicher Hafer für den menschlichen Konsum in der Schweiz aus Skandinavien importiert. Wir wollen uns in weiteren Projekten auf Hafer konzentrieren und untersuchen, wie wir den Anbau dieses Getreides in der Schweiz fördern können.
Was erwarten Sie an Ihrem Abschluss-Workshop von den Stakeholdern?
Wir erwarten wichtige Inputs für die Umsetzung unserer Ergebnisse. Von der Getreide- und Ernährungsbranche wünschen wir uns zusätzliche Informationen über die Anforderungen, die sie an Getreidesorten stellen. Es geht um Fragen wie Ertrag, Proteingehalt oder Backfähigkeit der einzelnen Sorten. Mit Akteuren aus dem Handel möchten wir zudem diskutieren, wie sich geeignete Produkte vermarkten lassen. Ich denke dabei zum Beispiel an Labels für gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Und nicht zuletzt ist der Workshop auch für Landwirte interessant: Mit ihnen möchten wir uns über den Anbau verschiedener Getreidesorten austauschen. Der Abschluss-Workshop findet am 30. März 2017, von 9 bis 16 Uhr in der Belpstrasse 26 in Bern statt. Anmeldung bis spätestens 10. März 2017 direkt bei Agroscope.