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«Es hat bisher noch keine einzige positive Blutprobe gegeben», liess der Walliser Kantonstierarzt Jérôme Barras am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda wissen. Die Frage der Aufrechterhaltung der Doping-Kontrollen sei diskutiert worden, denn sie kosteten die Organisatoren immerhin 500 bis 600 Franken pro Wettkampf. Mehrere Züchter hätten trotzdem darum gebeten, die Kontrollen weiterzuführen.
Doping-Kontrollen gibt es bei den Walliser Ehringer Kühen seit 1996. Sie wurden in der Folge einer Polemik eingeführt, die eine internationale Tierschutzorganisation vom Zaun gerissen hatte. Sie hatte die Züchter der Ehringer Kampfkühe beschuldigt, sie würden ihre Tiere vor den Wettkämpfen mit Amphetaminen aufputschen.
Die Blutproben werden immer von einem offiziellen Tierarzt abgenommen. Wie bei den Sportlern werden auch bei jedem Tier zwei Proben genommen, die anonymisiert werden, bevor sie ins Labor kommen. Ähnlich wie bei den Menschen sind auch die Substanzen, die auf der verbotenen Liste stehen. Dazu gehören vor allem die Stereoide, welche es erlauben, die Schmerzgrenze zu erhöhen, und Anabolika, welche die Muskelmasse vergrössern.
Nicht zu den Doping-Mitteln im eigentlichen Sinn zählen entzündungshemmende Medikamente. Diese sind bis zu einer bestimmten Menge erlaubt, wenn es der Gesundheit der Tiere förderlich ist.
Dass bisher noch keine einzige Probe positiv war, könnte auch den Verdacht aufkommen lassen, dass gedopte Tiere durch die Maschen gefallen sind. Der Kantonstierarzt kann sich das jedoch nicht vorstellen: «Es gibt viele Hirngespinste rund um diese Wettkämpfe.»
Kühe seien nicht mit Pferden zu vergleichen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Leistung erbringen müssten, erklärt Barras. Der Besitzer einer Ehringer Kuh wisse nie, wann diese kämpfen wolle. Und bevor die Kühe in die Arena kämen, müssten sie am Publikum vorbeigehen. Würde eine Kuh dabei ein aggressives Verhalten zeigen, würde der Besitzer einen Ausschluss vom Wettkampf riskieren.
Der Walliser Kantonstierarzt weist zudem darauf hin, dass chemisches Doping eine Infrastruktur erfordern würde, die in diesem Milieu kaum unbemerkt bliebe. Ausserdem könne der Einsatz von Hormonen auch der Aufzucht der Kälber schaden. Ein solches Risiko gehe kein Züchter ein. Die Ehringer Kuhkämpfe seien eben kein «Business» im finanziellen Sinn. Sie bringen dem Besitzer einer «Königin» nicht viel mehr ein als einen lokalen Berühmtheitsgrad. (SDA)Publiziert am 05.01.2016 | Aktualisiert am 05.01.2016