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LYMPHOM BEI DER KATZE
URSACHE
Das Lymphom hat seinen Ursprung in lymphatischem Gewebe wie Lymphknoten, Leber, Milz, oder in
einem anderen Organ. Dies unterscheidet es von Leukämien, die vom Knochenmark ausgehen.
Die Ursache des Tumors ist unbekannt. Allerdings besteht bei Katzen ein höheres Risiko, an
einem Lymphom zu erkranken, wenn sie gleichzeitig an einer «felinen Leukämie Virusinfektion» (FeLV) oder an einer «Immundefizienz Virusinfektion»(FIV) leiden.
BIOLOGISCHES VERHALTEN
Das Lymphom der Katze wird in vier verschiedene Formen eingeteilt:
- Mediastinale Form: Die Lymphknoten im Mediastinum (zwischen den beiden Lungenhälften) sind betroffen, mit oder ohne Beteiligung des Knochenmarks
- Alimentäre Form: Der Magendarmtrakt wird an einem Ort, an mehreren oder diffus infiltriert, auch die Bauchlymphknoten können mitbetroffen sein
- Multizentrische Form: Lymphom in einzelnen oder mehreren Lymphknoten sowie allenfalls in
Leber oder Milz, mit oder ohne Beteiligung des Knochenmarks
- Extranodale Form: diese Form befällt beliebige Organe oder Gewebe, wie z.B. die Augen, das
Nervensystem, die Nasenhöhlen, die Nieren oder die Haut
Klinisch äussert sich das Lymphom der Katze unspezifisch und stark abhängig von der
Lokalisation des Tumors. Husten, Atemnot, Gewichtsverlust, Fressunlust, Erbrechen oder Durchfall
können mögliche Anzeichen sein.
DIAGNOSE
Um einen Lymphom-Verdacht zu bestätigen, sind mehrere Untersuchungen nötig.
- Blutbild, Blutchemie und Urinstatus.
- Röntgenaufnahmen des Brustraumes schliessen Massen oder Metastasen im Brustraum aus.
- Der Abdomenultraschall zeigt Vergrösserungen oder Veränderungen von Milz, Leber, Nieren,
Lymphknoten und Darm.
- Mit der Zytologie eines vergrösserten Lymphknotens oder Organs kann ein Lymphom bei der Katze nicht immer diagnostiziert oder ausgeschlossen werden. Häufig ist eine Biopsie (Gewebeprobe) nötig.
THERAPIE
Die Therapie ist abhängig von der Histopathologie und dem Grad des Lymphoms.
Ein lokales Lymphom kann mit chirurgischer Entfernung und oder Bestrahlung gut therapiert werden (Stage 1), auch wenn eine spätere Ausbreitung der Tumorzellen im Körper nicht ausgeschlossen wird.
Bei allen anderen Formen ist Chemotherapie das Mittel der Wahl. Eine Chemotherapie dient dazu die
Lebensqualität des Tieres zu erhalten, oder zu verbessern. Mit der Chemotherapie werden die klinischen Symptome gelindert oder verschwinden ganz. Das Leben des Tieres kann verlängert werden, aber leider nur in den seltensten Fällen kommt es zu einer vollständigen Heilung (10-15%).
Es gibt verschiedene Protokolle, welche das Lymphom therapieren. Die häufigsten sind:
Das CHOP-Protokol: 3 verschiedenen Chemotherapeutika abwechselnd wöchentlich (2 von 3 werden gespritzt) für 13 Wochen.
Applikation nur eines Chemotherapeutikums, wie Lomustin oder Doxorubicin,
oder Prednisolon als Therapie.
Da Katzen meist nicht so begeisterte Langzeitpatienten sind, machen wir eine abgestufte Therapie:
Ein Enzym, welches dem Tumor die Nährstoffe entzieht (L-Asparaginase) wird als erstes gespritzt. Dadurch kommt es in vielen Fällen zum sehr schnellen Rückgang des Tumors. Wächst der Tumor weiter, ist dies nicht ein gutes Zeichen und wir werden das Tier leider recht bald am Tumor verlieren.
Geht der Tumor zurück, werden wir mit der Chemo beginnen (intravenös) und werden nach 4 Wochen kontrollieren, dass wirklich kein Tumor mehr da ist. Ist dies der Fall, wird diese Katze mit grosser Wahrscheinlichkeit lange kontrolliert werden können, und eine Weiterführung der Chemotherapie ist sinnvoll.
Ist der Tumor nicht vollständig verschwunden, werden wir dieses Tier leider nicht mehr so lange kontrolliert halten können, und dann wollen wir ihm eine stressige Chemo ersparen. Dann werden wir auf ein einfaches Protokoll (meist Lomustin) wechseln.
Ist der Tumor nicht vollständig verschwunden, werden wir dieses Tier leider nicht mehr so lange kontrolliert halten können, und dann wollen wir ihm eine stressige Chemo ersparen. Dann werden wir auf ein einfaches Protokoll (meist Lomustin) wechseln.
NEBENWIRKUNGEN
Die Chemotherapie wird im Allgemeinen sehr gut vertragen. Meist sind diese einfach medikamentös zu beheben. Bei ca 90% der Tiere finden Sie keine oder kaum Nebenwirkungen.
Chemotherapeutika greifen sich-schnell-teilende Zellen an. Somit wirken sie auf Tumorzellen, aber
auch auf Zellen des Magendarmtraktes und des Knochenmarks. Es treten gelegentlich
Erbrechen, Durchfall, eine Verminderung der weissen Blutzellen auf.
Um Nebenwirkungen minim zu halten sind eine genaue Dosierung der Medikamente und regelmässige Kontrollen sehr wichtig.
PROGNOSE
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Prognose. Vor allem ist der Verlauf erst prognostizierbar, wenn die Therapie anspricht – das heisst zu Beginn der Chemotherapie.
Leider spricht die Katze auf Chemotherapie nur in ca 70% der Fälle an, im Gegensatz zu Hunden
wo sie über 90% Erfolg zeigt.
Das heisst bei Katzen kommt es in ca 30% der Fälle zu einer kompletten Remissionund zu einer längerfristigen Kontrolle des Tumors (Überlebenszeit 1-2 Jahre),, bei 40% der Fälle nur zu einer partiellen Erholung, welche leider oft nur von kurzer Dauer ist (ca 6-8 Monate).
Eine Heilung wird leider nur in den seltenen Fällen beschrieben.