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Das Projekt verfolgt das Ziel, mithilfe eines Fokus auf die Ammen die Geschichte frühneuzeitlicher Fürstenhöfe aus einer sozial-, geschlechter- und körpergeschichtlichen Perspektive ausleuchten. Es nimmt drei Fallbeispiele in den Blick: den französischen Hof, den Kaiserhof in Wien sowie den württembergischen Hof in Stuttgart. Die Untersuchung konzentriert sich einerseits die Stillarbeit der Ammen. Wie wurde dieses in der medizinisch-moralischen Traktatliteratur verhandelt? Wie gestaltete sich die Arbeit der Ammen, wer entschied in schwierigen Situationen? Andererseits wird die Position der Amme im höfischen Sozialgefüge untersucht. Wie wurden die Grenzen zwischen Ammenschaft und Mütterlichkeit gezogen? Wie partizipierten die Ammen an höfischen Netzwerken? Um diese Fragen zu beantworten, stützt sich das Projekt auf ein breites Quellenkorpus, das Schriftdokumente und materielle Zeugnisse umfasst.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Durch die Verbindung von körper-, diskurs- und verflechtungsgeschichtlichen Ansätzen leistet das Projekt einen Beitrag zur Hof- und Dynastiegeschichte und wirft neues Licht auf Maternitätskonzeptionen und -praktiken an frühneuzeitlichen Fürstenhöfen. Mit dem Fokus auf das Ammenwesen, einer Institution, welche sich stark von den in unserer Gesellschaft vorherrschenden Praktiken frühkindlicher Sorge unterscheidet, leistet das Projekt einen Beitrag zur Reflexion gegenwärtiger Konzeptionen von Familie, Maternität und Care.