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Die hier vorgestellte Gewürzmischung ist eine Erfindung von Laurent Edel. Sie wurde von 1902 bis 1923 in seiner Usine «FABLE» (Farines Arômes Bouillons Laurent Edel) in Castebar hergestellt und mit grossem Erfolg nicht nur auf der ganzen Insel vermarktet, sondern auch tüchtig exportiert – namentlich wurden die Passagierschiffe verschiedener Transatlantik-Linien auf der Route von Bordeaux nach Montevideo mit der Mischung und anderen «FABLE»-Produkten versorgt. Dieser Internationalität entspricht auch das Logo der Firma, das den Schriftzug «FABLE» stolz im Zentrum einer Kompassrose präsentiert.
Die Gewürzmischung ist nach der wichtigsten Gottheit der Variser benannt: der Lichtgestalt Odom. Edel war Mitglied der Loge de Castebar, die sich der Pflege von Traditionen verschrieben hat, die sie auf die Variser zurückführen. Laut Georgette Muelas («Santa Lemusa», S. 211) soll das Rezept des Gewürzes auf die Variser zurückgehen – Alice Babinski, die seit 2010 in Castebar eine Kochschule betreibt, hält dies indes für «sehr unwahrscheinlich». Nach dem Zusammenbruch seines Imperiums im Krisenjahr 1923 verliess Edel die Insel überstürzt – und liess nebst diversen weiteren Dokumenten auch ein kleines Büchlein mit den Rezepten vieler seiner Gewürzmischungen und anderer Erzeugnisse seiner Fabrik zurück. Edels Hinterlassenschaften gehören heute den Archives Nationales in Port-Louis – werden aber in einem kleinen Heimat-Museum in Castebar ausgestellt.
Die Zusammensetzung von «Odom» findet sich allerdings seltsamerweise nicht in dem Rezept-Büchlein, sondern auf einer «Carte routière à l'usage des passagers d'Europe à l'Amérique du Sud», die wohl aus dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts stammen dürfte. In kleinster Schrift hat Edel hier mit Bleistift die Rezeptur für gut 40 kg Würzmischung aufgeschrieben – mitten in den Atlantik gewissermassen, auf der Höhe von Rio de Janeiro ungefähr. Man sieht hier auch, dass sich der Fabrikant erst andere Namen für seine Mischung überlegte: Helios, Sol, Lux oder Dag wollte er sie nennen – bis er auf Odom verfiel. Auch das widerspricht der Behauptung von Muleas, die Mischung gehe auf die alten Variser zurück.
Es war Alice Babinski von der Ecole de Cuisine Jules Iette, welche die Rezeptur auf der Karte entdeckte, entzifferte und interpretierte – denn Edel verwendet nicht ganz eindeutige Begriffe. Babinski aber ist sich sicher, dass mit «Poivre chinois» nur Sichuanpfeffer und mit «Cannelle chinoise» nur Kassia gemeint sein kann. «Odom» ist auch eine wichtige Zutat ihrer Rekonstruktion der Tendons de buef nach Jules Iette.
«Odom» schmeckt hell und auf kräftige Weise pfeffrig, der Sichuanpfeffer betäubt die Zunge ein wenig und die getrockneten Granatapfelkerne verleihen der Mischung eine kräftige Säure. «Odom» eignet sich vor allem für Fleisch und Fisch, für Schmorgerichte, Gegrilltes und Kurzgebratenes, dem man eine frische Würze geben will. Es passt aber auch zu Gemüse wie Blumenkohl, zu Frischkäse oder Champignons. «Odom» kann mit etwas Salz gemischt auch als Würze direkt bei Tisch verwendet werden.
HOIO verkauft die Gewürzmischung «Odom» in kleinen Dosen mit einem Füllgewicht von etwa 50 g. Die Mischung wird en gros aus Santa Lemusa in die Schweiz importiert und von COOKUK in Aarau für den Detailhandel abgepackt und etikettiert. Die Grundfarbe der Etikette entspricht dem Haupt-Charakteristikum des jeweiligen Gewürzes – mehr zu den Farben der Gewürze von HOIO.
Die Dosen sind aus Polyethylen-Terephthalat (PET) hergestellt und speziell für Lebensmittel geeignet. Behälter und Schraubdeckel können gewaschen und mehrfach verwendet werden. Bei Bedarf kann auch eine neue Etikette als PDF-Datei (mit Schnittmarken) herunterladen werden. Beim Einstellen des Druckers sollten man darauf achten, dass die Software keine automatischen Anpassungen der Grösse vornimmt (genaue Anleitung).
Die Boutik «Masaale» in Port-Louis hat ständig alle Gewürze von HOIO im Angebot.
First Publication: 24-11-2015
Modifications: 4-5-2016