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Das Kunstmuseum Bern verkauft das Gemälde «Marine, Temps d’orage» (Stürmische See, 1873) aus der Sammlung Gurlitt. Käufer ist das National Museum of Western Art in Tokyo.
Verkaufserlös soll Unkosten decken
Die vereinbarte Verkaufssumme von 4 Mio. US-Dollar soll die Defizite decken, die durch Rechtsstreitigkeiten, Provenienzforschung und die Durchführung von zwei aufeinanderfolgenden Ausstellungen in den Jahren 2017 und 2018 entstanden sind.
Das Kunstmuseum Bern hat klargestellt, dass es von der Erbschaft Gurlitt nicht finanziell profitieren möchte. Einen eventuellen Überschuss aus dem Verkauf will man ausschliesslich für weitere Provenienzforschung zum Legat Gurlitt einsetzen.
Keine Nazi-Raubkunst
Das Gemälde «Marine, Temps d’orage» hatte vor Gurlitt dem japanischen Industriellen Kôjirô Matsukata gehört, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa lebte und eine grosse Kunstsammlung anlegte. Er wollte damit in Japan ein Museum gründen.
Die politischen Umstände der Zeit zwangen ihn aber zur Aufgabe des Projekts. Die Bilder blieben in Frankreich. Von diesen gelangten 20 Werke zwischen 1940 und 1942 in den Besitz von Hildebrand Gurlitt, darunter auch das Manet-Gemälde. Das Werk ist durch die Provenienzforschung abgeklärt und keine Nazi-Raubkunst.
Rückkehr nach Japan
Die Sammlung Matsukata gelangte 1959 schliesslich doch noch nach Japan. Sie bildet den Grundstock des National Museum of Western Art in Tokyo, an welches das Werk nun verkauft wird.
Sendung: Kultur-Nachrichten, Radio SRF 2 Kultur, 8. November 2019, 06:01 Uhr