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Der Verteidigungsminister wollte den in die Jahre gekommenen Tiger F-5 aus dem Verkehr ziehen. 2016 sollten die 54 Flugzeuge der Schweizer Luftwaffe definitiv ausgemustert werden.
Doch weil die Stimmberechtigten den Kauf von neuen Gripen-Kampfflugzeugen abgelehnt haben, scheint ein Comeback des Tiger F-5 plötzlich wieder möglich. Bundesrat Ueli Maurer schloss im Ständerat nicht mehr aus, dass der Jet als Übergangslösung dienen könnte. «Mit dem F-5 weiter zu fliegen wäre eine Notlösung, die man diskutieren kann», so Maurer.
Keine Verwendung als Kampfflugzeug
Zuvor hatte Maurer kritisiert, dass sich eine Modernisierung des Flugzeuges nicht lohnen würde. Die Kosten hierfür würden zwischen 900 Millionen und 1,3 Milliarden Franken liegen. «1,3 Milliarden Franken ist das Szenario mit Bewaffnung, aber das ist Unsinn», sagt Luftwaffenexperte und Ingenieur Georges Bridel. Dafür sei das Flugzeug zu veraltet.
Im Wesentlichen sieht Bridel drei mögliche Verwendungszwecke: «Erstens in der Luftüberwachung, zweitens für das Einsatztraining der Piloten und die Umschulung der jungen Piloten, und drittens in der Zieldarstellung, sowohl für die Luftwaffe, wie für die Fliegerabwehr.»
Moderates Upgrade würde 400 Milllionen kosten
Für diese Verwendungszwecke müssten jedoch moderate Massnahmen getroffen werden. «Für die Nachttauglichkeit ist sicher ein Instrumentenlandesystem sinnvoll», sagt Bridel. Dann brauche es einen Datenlink, damit der vernetzte Datenaustausch zwischen Bodenstationen und auch den F/A-18-Jets optimiert werden könne.
«Das Cockpit könnte man aufräumen, respektive moderne Displays einbauen», fügt der Experte an.
Ein weiterer Punkt betreffe das Radarsystem. «Es geht auch ohne. Aber es hätte in einem vernünftigen Budget sicher Platz.» Eine vernünftige Anpassung würde unter gewissem Vorbehalt 400 Millionen Franken kosten, betont Bridel, und sei durchaus sinnvoll.
Das letzte Wort für den Tiger F-5 ist also noch nicht gesprochen. Bis 2016 muss das Parlament entscheiden, was mit dem Flugzeug geschehen soll.