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Es lief in den letzten Jahren ziemlich wenig zusammen, wenn Wawrinka in der St. Jakobshalle auflief. Dreimal scheiterte er zuletzt in der 1. Runde gegen keineswegs übermächtige Gegner. In der letzten Saison verlor er als amtierender Australian-Open-Sieger nach einem völlig verunglückten Auftritt gegen den Kasachen Michail Kukuschkin, damals die Nummer 84 der Welt, und verliess Basel einmal mehr etwas ratlos.
«Es ist für mich immer eine grosse Herausforderung in Basel. Ich hatte einige harte Niederlagen. Es ist nicht einfach, hier mein bestes Niveau zu erreichen. Die schnellen Bedingungen sind schwierig für mich», gestand Wawrinka, erinnerte aber auch daran, dass er bei den Swiss Indoors schon gute Leistungen gezeigt hat, etwa 2006 und 2011, als er jeweils erst im Halbfinal scheiterte.
Als nunmehr zweifacher Grand-Slam-Sieger und als eines der Aushängeschilder der 46. Austragung des Turniers ist der Druck im Vergleich zu den letzten Jahren nicht kleiner geworden. Wawrinka, der in dieser Saison bereits vier Titel errungen hat, stapelt bewusst tief und spricht nicht über eine spezifische Zielsetzung: «Es geht darum, mein bestes Tennis zu spielen. Wenn ich das schaffe, kann ich sehr gute Resultate erreichen. Aber warten wir mal die erste Runde ab.»
Wawrinka, der sich im Verlauf eines Turniers jeweils frappant steigern kann, bekommt in Basel keine Möglichkeit zur Angewöhnung. Mit dem 2.11 m grossen Ivo Karlovic wartet ein Gegner, der nicht zu langen Grundlinien-Duellen einlädt. «Es ist das schlimmstmögliche Los», sagte Wawrinka unumwunden. «Man muss den Rhythmus schnell finden und steht bei eigenem Service sofort unter Druck, weil er einem nur wenige Möglichkeiten lässt, ihm den Aufschlag abzunehmen.»
Karlovic ist mit 10'335 Assen der Rekordhalter der Kategorie. Über 1300 gelangen ihm in dieser Saison. Für Wawrinka ist klar, dass der 36-jährige Kroate noch nie so gut war wie in diesem Jahr: «Er hat sich in diversen Bereichen verbessert. Er ist körperlich stärker und von der Grundlinie sicherer geworden.» Der letzte Match zwischen Wawrinka und Karlovic liegt keine drei Monate zurück. In Cincinnati setzte sich der Lausanner zum fünften Mal im sechsten Duell durch, mit 6:7 (2:7), 7:6 (7:5), 7:5.
Eine ähnlich umstrittene Partie erwartet Wawrinka auch am Mittwoch. Entscheidend werde sein, mental stark aufzutreten. Das, was ihm in den letzten Jahren in Basel nicht gelungen ist. Seit der Niederlage gegen Kukuschkin vor einem Jahr hat der Weltrangliste aber bewiesen, dass sein Tennis auch in der Halle funktioniert. Bei den ATP-Finals in London verlor er erst im Halbfinal knapp gegen Federer und einige Monate später feierte er in Rotterdam seinen ersten Indoor-Titel. (pre/si)