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Messingkäfer (Niptus hololeucus)
Aussehen
Der mit zahlreichen Runzeln versehene Halsschild verschmälert sich nach hinten zu. Die Flügeldecken sind dicht mit messinggelben Haaren bedeckt, worauf sich auch der deutsche Name bezieht. Die recht langen Antennen weisen keine Fühlerkeule auf.Das Weibchen kann auf der Suche nach einem geeigneten Brutsubstrat größere Entfernungen zurücklegen und deponiert die Eier direkt am Brutsubstrat. Nach dem Schlupf liegen die Larven mit eingekrümmtem Hinterleib im Nahrungssubstrat. Die Verpuppung erfolgt in einem Kokon, den die Larve aus Spinnfäden hergestellt hat und der mit Nahrungsteilchen durchsetzt ist. Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zum Käfer dauert bei 25°C und 70 % relativer Luftfeuchtigkeit rund 70 Tage.. Die Schenkel sind keulenförmig verdickt, die recht langen Antennen weisen keine Fühlerkeule auf. Die Käfer besitzen keine Hinterflügel und sind daher flugunfähig.
Vorkommen und Lebensweise
Der ursprünglich an der Küste des schwarzen Meeres vorkommende Messingkäfer, wurde durch den Menschen verschleppt und ist heute weltweit verbreitet. In Europa trat er allerdings erst seit 1837, wo er zum ersten Mal in England an Schweinsborsten aus Südrussland gemeldet wurde, häufiger in Erscheinung.
Die Art lebt vor allem in alten Häusern unter Dielen oder in Wänden. Die Käfer sind nachtaktiv und fressen die unterschiedlichsten organischen Stoffe: Textilien, Federn, Pelze, Knochen, Kot, tote Insekten, Leder, Papier, sogar Spinnweben. Gerade bei Ausbauten oder Sanierungen werden sie aus ihren Schlupfwinkeln vertrieben und fallen dann durch massenhaftes Vorkommen in den Wohnräumen auf. Auch wenn der materielle Schaden meist begrenzt ist, können die Käfer dann den Hausbewohnern lästig werden.
Das Weibchen legt etwa hundert Eier, die Larven ernähren sich von allen möglichen pflanzlichen Abfallstoffen wie Getreide, Mehl, Kräutertee oder auch tierischer Kost wie Badeschwämmen, Häuten, Kot oder Fischmehl. Die Larve verpuppt sich in einem Kokon, wo sie nach 18 Tagen schlüpft. Insgesamt dauert die Gesamtentwicklung vom Ei bis zum Erscheinen der Käfer gut vier Monate.
Schaden
Messingkäfer gilt als Vorrats- und Materialschädling. Larven und Käfer ernähren sich von einer Reihe tierischer und pflanzlicher Stoffe wie Stroh, Spreu, getrocknete Pflanzenteile, Getreide, Getreideprodukte, Backwaren, Feigen, Tabak und Federn. Lebensmittel werden v. a. durch Kot und den von den Larven produzierten Spinnfäden verunreinigt. Von einem Verzehr verunreinigter Nahrungsmittel muss dringend abgeraten werden. Besonders häufig treten die Tiere in alten Häusern auf, wo sie sich im pflanzlichen Füllmaterial von Zwischendecken massenhaft vermehren können. Der Messingkäfer zerstört darüber hinaus auch Textilien. Eine Entwicklung findet hier allerdings nicht statt. Eine Bekämpfung des Messingkäfers bereitet häufig große Schwierigkeiten. Zunächst muss der Befallsherd ausfindig gemacht werden. Grundsätzlich müssen alle Hohlräume, in denen sich die Tiere aufhalten und vermehren könnten untersucht werden. Hierzu zählen u. a. Geschossdecken die pflanzliches Füllmaterial enthalten, Hohlräume in Dachschrägen und Dachgeschoßausbauten, längere Zeit nicht benutzte Schornsteine sowie geleerte aber nicht gereinigte Jauche- oder Fäkaliengruben.