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Empfehlungen von betreuenden Angehörigen, wie sie in Zeiten einer Pandemie besser unterstützt werden können.
Zusammenfassung der Resultate aus der Europäischen Studie über die «Auswirkungen der Covid-Pandemie für betreuende Angehörige». Durch die Pandemie entstand eine neue Gruppe von betreuenden Angehörigen. Mehr als 10 % der Befragten begannen Sorgearbeit zu leisten als Resultat der Pandemie. Drei von fünf betreuenden Angehörigen gaben an, dass sich ihr Gesundheitszustand durch ihre Sorgearbeit negativ auf Ihre Gesundheit ausgewirkt hat. Die durchschnittliche Anzahl aufgewendeter Stunde für unbezahlte Care-Arbeit ist um 17 % gestiegen. 61.7 % der betreuenden Angehörigen gaben an, dass sie sich in Ihrer Rolle überfordert gefühlt haben.
COVID-19 hat die Lebensbereiche der betreuenden Angehörigen in diesen Bereichen negativ beeinflusst: Sozialer Austausch (78.7%); Lebensqualität (76.8%), psychische Gesundheit (66.5%); Zugang zu Gesundheits-/Sozialdiensten für Pflegeempfangende (59.8%), den Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen (54%).
Etwa 30 % der betreuenden Angehörigen, die eine ältere Person betreuen, berichten, dass sie gelegentlich oder regelmässig Fälle von Altersdiskriminierung gegenüber den Pflegebedürftigen durch Sozial- und/oder Gesundheitsdienstleister erlebt haben.
29 % der betreuenden Angehörigen berichten, dass sie Schwierigkeiten beim Zugang zu öffentlichen oder privaten Pflegediensten für sich selbst hatten, während 37,1 % Schwierigkeiten beim Zugang zu Dienstleistungen für den Pflegebedürftigen hatten; Mehr als die Hälfte (58,5 %) der pflegenden Angehörigen hat das Gefühl, dass sie bei ihrer Betreuung und Pflege nicht ausreichend unterstützt werden.
Die fünf effektivsten Quellen der Unterstützung für pflegende Angehörige während der Pandemie waren: Familienmitglieder (42,2 %), Apotheker (40,1 %), Freunde und Nachbarn (21,7 %), Hausärzte (20,8 %) und Gesundheitsdienste (17,9 %).
32,5 % der Befragten geben an, dass die Krise schwerwiegende Folgen für ihren Beschäftigungsstatus hatte: 5,2 % wurden arbeitslos, 18,5 % mussten ihre Arbeitszeit/Aufgaben reduzieren und 8,8 % waren aufgrund von COVID oder einer anderen Krankheit arbeitsunfähig; Frauen waren stärker betroffen als Männer.
Die häufigsten Massnahmen, die betreuenden Angehörigen während des COVID-19-Ausbruchs zur Verfügung standen, um Arbeit und Angehörigenbetreuung zu vereinbaren, waren: flexible Arbeitsregelungen (49 %), flexible Arbeitszeiten (30,9 %) und bezahlter/unbezahlter Urlaub (21,8 %).
Fast jede fünfte betreuende Angehörige (18,7 %) war während der Pandemie nicht in der Lage, Erwerbstätigkeit und Betreuungsaufgaben unter einen Hut zu bringen; 20,1 % der Betreuenden mussten als Folge des COVID-19-Ausbruchs einen Rückgang ihres Einkommens hinnehmen.
Betreuende Angehörige berichten von einer hohen und weit verbreiteten Nutzung von Technologien während der Pandemie, hauptsächlich Smartphones, PCs und soziale Medien;
Die Hauptgründe für die Nutzung dieser Technologien waren: mit Familienmitgliedern, Verwandten und Freunden in Kontakt zu bleiben (95,4 %); sich um die Finanzen zu kümmern (90,8 %); Informationen über aktuelle Ereignisse und über die Pandemie zu erhalten (89,3 %); etwa die Hälfte der betreuenden Angehörigen hat Technologien genutzt, um mit Organisationen für Pflegende/Patienten in Kontakt zu bleiben;
Mehr als drei von vier betreuenden Angehörigen (77,8 %) haben noch nie Care-Technologien genutzt; von ihnen wären 27 % daran interessiert, solche zu nutzen.
Hintergrund zur Studie
Dieser Bericht stellt die Ergebnisse einer Online-Umfrage vor, die sich an informelle/familiäre/unbezahlte Betreuer älterer, gebrechlicher oder behinderter Menschen in ganz Europa richtet und deren Erfahrungen während der COVID-19-Krise untersucht.
Das Ziel dieser Studie, die von Eurocarers in Zusammenarbeit mit dem Centre for Socio-Economic Research on Ageing am IRCCS-INRCA (National Institute of Health and Science on Ageing, Italien) und mit Unterstützung der Europäischen Kommission durchgeführt wurde, war:
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Zu dokumentieren und zu analysieren, wie sich der COVID-19-Ausbruch unter anderem auf die Gesundheit, die Pflegesituation, die Unterstützungsnetzwerke, den Zugang zu Gesundheits- und Sozialdiensten, den Arbeitsstatus, die Work-Life-Balance und die Finanzen von informellen/familiären/unbezahlten Pflegekräften auswirkt; und
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Sammeln von Ansichten und Empfehlungen von betreuenden Angehörigen, wie sie in Zeiten einer Pandemie besser unterstützt werden können.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen an Gesetzgeber
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Verminderung der Ungleichheiten der Geschlechter. Gleicher Zugang zum Arbeitsmarkt und Anerkennung von Fähigkeiten. In diesem Zusammenhang ist Pro Aidants eine Partnerschaft mit FNAAF eingegangen. In einem Pilotprojekt wird der Zugang zu Ausbildungen und die Re-Integration von betreuenden Angehörigen in den Arbeitsmarkt gefördert.
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Stärkung der Work-Life-Balance. Der seit diesem Jahr geltende Betreuungsurlaub für die Pflege von kranken Angehörigen soll auch für Betreuende von älteren Angehörigen ausgeweitet werden. Home-Office als eine Option bereitstellen, wenn Betreuungsaufgaben für gefährdete Personen übernommen werden.
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Gewährleistung der Absicherung im Alter. Anerkennung von Sorgearbeit als Möglichkeit im Alter Renten zu beziehen.
Die Betreuungsgutschrift der AHV wurde erfreulicherweise seit diesem Jahr neu auch für Partner ausgedehnt. Zudem sollen weiterhin neue Anstellungsmodelle für betreuende Angehörige gefördert werden. Wie zum Beispiel durch die Anstellung bei der Spitex.
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Förderung der Betreuung (ergänzend zur Pflege) als Service Public mit zuverlässigen Informationen und Leitfäden.
Hier unterstützt Pro Aidants den von der Paul Schiller Stiftung propagierte Ansatz einer guten Betreuung im Alter.
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Bessere Einbindung von betreuenden Angehörigen in der Mitgestaltung von Massnahmen und Gesetzen. Pro Aidants bedankt sich hierzu für Einladungen in Begleitgruppen von Studien, Angehörigen- und Altersstrategien. Dank der wachsenden Gemeinschaft von betreuenden Angehörigen, sind wir in der Lage vielschichtige Ansichten von Direktbetroffenen in die Diskussionen einzubringen.
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Förderung einer angehörigenfreundlichen Versorgungskoordination und interprofessionellen Zusammenarbeit in der Langzeitpflege.
Mit dem We+Care Pilotprojekt werden digital unterstützte Möglichkeiten in der Vernetzung von betreuenden Angehörigen in einem integrierten Versorgungssystem erprobt. Die für das Sozial- und Gesundheitssystem unverzichtbare koordinierenden Tätigkeiten von betreuenden Angehörigen sollten als Leistung besser anerkannt und entschädigt werden.