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Hausstauballergie
Hausstaubmilbenallergie, Stauballergie, Milbenallergie
Eine Allergie gegen Hausstaubmilben ist eine Überempfindlichkeit des Körpers gegen die Ausscheidungen der superkleinen Spinnentiere. Nicht die Milben selbst sind für die Beschwerden verantwortlich: Ihr Kot löst Symptome wie Niesen, juckende Augen und Ohren, Asthma und Hautausschlag aus, wenn Betroffene ihn einatmen oder mit ihm in Berührung kommen.
In der Schweiz haben fünf bis acht von hundert Kindern und Erwachsenen eine Hausstauballergie. Sie können sich wirkungsvoll schützen, indem sie beispielsweise Matratze und Bettzeug mit antiallergischen Materialien umhüllen. Reicht das nicht aus, können Fachärzte akut zu Medikamenten wie Antihistaminika raten und langfristig eine Hyposensibilisierung empfehlen. Damit wollen sie verhindern, dass ein Etagenwechsel auf andere Organe wie die Lunge stattfindet, was allergisches Asthma zur Folge haben kann.
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Symptome
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Haben Sie morgens nach dem Aufstehen Niesattacken?Juckt es Sie im Herbst und zu Beginn der Heizperiode oft in Nase, Mund und Rachen?
Diese Symptome sind typisch, wenn Hausstaubmilben für allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis) verantwortlich sind. Die Beschwerden treten bevorzugt morgens nach dem Aufstehen auf verschlimmern sich im Herbst und zu Beginn der Heizperiode. Zu den weiteren Symptomen gehören Fliessschnupfen, eine verstopfte Nase und Juckreiz in den Ohren. Meist jucken zudem die Augen und tränen, sie sind gerötet und lichtempfindlich, sogar die Augenlider können geschwollen sein (allergische Bindehautentzündung, Konjunktivitis). Wenn Symptome an Nase und Augen gleichzeitig auftreten, sprechen die Mediziner von einer Rhinokonjunktivitis.
Etagenwechsel
Ignorieren Betroffene ihren chronischen Schnupfen, besteht nicht nur die Gefahr, dass das Immunsystem auf immer mehr Stoffe allergisch reagiert. Zeigen sich Symptome wie Husten, pfeifender, rasselnder Atem, eventuell verbunden mit Atemnot, hat sich möglicherweise allergisches Asthma entwickelt. Dann ist die Allergie von den oberen Atemwegen wie Nase im Körper nach unten in die Lunge gewandert. Dieses Phänomen nennen die Mediziner Etagenwechsel. Etagenwechsel lassen sich eventuell vermeiden, wenn allergische Schnupfen rechtzeitig behandelt werden.
Symptome im Einzelnen:
- Nase: Dauerschnupfen und Niesanfälle, Juckreiz und Schwellung der Nasenschleimhaut
- Augen: Juckreiz und angeschwollene, tränende, rote Bindehaut, geschwollene Lider
- Ohren: Juckreiz
- Hals und Rachen: Juckreiz und Halsschmerzen
- Lunge: asthmatische Reaktion wie Husten, pfeifender Atem, Atemnot
- Haut: Juckreiz, Ausschlag und Nesselfieber, bei Menschen mit Neurodermitis können sich Ekzeme verstärken
Viele Symptome gleichen denen der Erkältungen, doch es gibt Unterschiede. Erkältungen kündigen sich meist mit Kopfschmerzen oder Kratzen im Hals an, eine Allergie beginnt urplötzlich mit Niesattacken. Der Juckreiz in Nase, Augen, Mund fehlt oft bei einer Erkältung. Zudem ist bei einem Infekt das Nasensekret sehr dickflüssig, bei Allergien dünnflüssig.
Abgrenzung zu anderen Allergien
Alle durch die Atemluft aufgenommenen Stoffe, die Allergien hervorrufen (Fachbegriff: Allergene), lösen ähnliche Beschwerden aus, man spricht von Inhalationsallergien. Deshalb ist es nicht immer einfach, Überempfindlichkeiten gegen Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze voneinander abzugrenzen.
Während Heuschnupfen meist dann auftritt, wenn es draussen blüht und die Pollen fliegen, belastet eine Hausstauballergie die Betroffenen im Allgemeinen ganzjährig und beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen. Auch Allergien gegen Schimmelpilze können ganzjährig auftreten. Schimmelpilzallergien befallen die Betroffenen vor allem an Örtlichkeiten, an denen sich Schimmel befindet, wie in Kellerräumen oder an Komposthaufen.
Ebenfalls ganzjährig, aber meist nach oder während des Kontakts mit Tieren, die Haare oder Federn besitzen, treten Tierallergien auf. Hautschuppen, Speichel, Talg, Urin oder Kot sind die eiweisshaltigen Auslöser der Überempfindlichkeiten.
Hausstauballergie bei Kindern
Eine Unverträglichkeit gegen Milbenkot kann sich schon sehr früh im Kindesalter entwickeln. Weil aber die Beschwerden bei Kindern denen anderer Erkrankungen wie Atemwegsinfektionen ähneln oder davon überdeckt werden, denken viele Eltern erst einmal nicht an eine Allergie. Leidet ein Kind etwa ab dem zweiten Lebensjahr häufig an Erkältungen oder anderen Infektionen der Atemwege, wäre es möglich, dass Allergien dahinterstecken. Sie machen die Schleimhäute anfälliger für Infektionen, deshalb ist es ratsam, das Kind auf verschiedene Allergene testen zu lassen.
Was passiert im Körper bei einer Allergie auf Hausstaubmilben?
Das menschliche Immunsystem hat die wichtige Aufgabe, den Körper vor Angreifern zu schützen. Es beginnt sofort mit der Überprüfung, wenn der Körper einen fremden Stoff über die Nase, die Haut oder den Magen-Darm-Trakt aufnimmt. Ist der fremde Stoff harmlos oder gefährlich?
Entdeckt das Immunsystem eine Gefahr, wie z.B. Bakterien und Viren, ist es seine Aufgabe, eine Abwehrreaktion zu starten. Bei Menschen mit Allergien kann das Immunsystem aber nicht immer zwischen schädlichen und unschädlichen Umweltstoffen unterscheiden. So kann es versehentlich harmlose Substanzen wie Hausstaubmilben als gefährlich einstufen. Beim ersten Aufeinandertreffen bildet es Antikörper (Fachbegriff: Immunglobuline der Klasse E, IgE). Diese Phase heisst Sensibilisierung, weil es noch nicht zu allergischen Symptomen kommt.
Erst beim erneuten Kontakt mit dem vermeintlichen Angreifer beginnt die eigentliche Abwehrarbeit. Das Immunsystem schickt die vorsorglich gebildeten IgE-Antikörper los, um sogenannte Mastzellen zum Handeln anzuregen. Sie schütten Entzündungsbotenstoffe wie Histamin aus. Innerhalb von Minuten, aber spätestens nach zwei Stunden bewirkt Histamin die typischen Beschwerden wie Niesattacken und rote Augen. Damit gehört die Hausstauballergie zum allergischen Soforttyp (Typ-1-Reaktion).
Kreuzallergien
Viele Hausstauballergie-Patienten leiden gleichzeitig an Nahrungsmittelallergien. Grund dafür sind Kreuzreaktionen zwischen den Ausscheidungen der Milben und bestimmten Nahrungsmitteln, weil beide Allergene besitzen, die gleich oder ähnlich sind. Bei Hausstauballergien sind Kreuzallergien mit Krustentieren wie Krebsen, Krabben und Langusten bekannt, auch scheinen Weichtiere wie Muscheln und Schnecken schlecht vertragen zu werden.
Essen Betroffene diese Lebensmittel, bilden sich rote und juckende Stellen. Auch Quaddeln können an verschiedenen Körperstellen entstehen. Gesicht, Lippen und Mund- und Rachenraum können anschwellen. Mund und Zunge fühlen sich pelzig an, im Rachen beginnt es zu jucken. Hinzu können die üblichen Symptome an Augen und Nase kommen. Im schlimmsten Fall stürzt der Kreislauf ab, und kalter Schweiss bricht aus. Dann handelt es sich möglicherweise um einen allergischen (anaphylaktischen) Schock.
Sofort zum Arzt
Ein allergischer (anaphylaktischer) Schock kann das Leben bedrohen. Er macht sich sehr schnell bemerkbar. Zu den typischen Kennzeichen zählen: Bildung von Quaddeln, der Hals schwillt zu, es kribbelt an Händen und Füssen – die Symptome eines allergischen Schocks sind vielfältig. Wichtig: Bei den ersten Schockanzeichen sofort den Notarzt rufen.
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Behandlung
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Fachärzte für eine Hausstauballergie sind Allergologen. Sie werden fragen, unter welchen Umständen die Beschwerden auftreten und wie lange sie andauern. Gibt es einen bestimmten Zeitpunkt, an dem sich Symptome zeigen, z.B. eher morgens oder abends? In der Wohnung oder in der Natur? Zeigen sie sich das ganze Jahr über oder sind sie saisonal, also nur im Frühjahr, Sommer oder Herbst? Haben Betroffene ein Tagebuch geführt, wann welche Beschwerden bei ihnen auftreten, können die Eintragungen dem Arzt bei der Diagnose helfen.
Ist das Vorgespräch (Anamnese) beendet, können verschiedene Tests die Auslöser entlarven:
- Prick-Test: Verschiedene Allergene werden auf den Unterarm getropft. Anschliessend wird mit einer feinen Lanzette oder Nadel die Haut unterhalb der Tropfen oberflächlich angeritzt oder eingestochen, was im Allgemeinen schmerzfrei abläuft. Bilden sich juckende Quaddeln und Rötungen an bestimmten markierten Stellen, kann der Allergologe ablesen, welche Sensibilisierungen stattgefunden haben.
- Bluttest: Bluttests geben Aufschluss über das Vorhandensein von Antikörpern der Klasse E (Immunglobulin E, IgE). Dabei kann die Gesamtmenge an IgE-Antikörpern (RIST-Test) bestimmt werden. Da die Gesamtmenge an IgE- Antikörpern nicht nur bei Allergien, sondern auch bei anderen Krankheiten erhöht ist, dient dieser Wert nur als Anhaltspunkt. Bei einem zweiten Bluttest (RAST-Test) lässt sich das Blut auf spezifische Antikörper untersuchen, die gegen die Eiweisse der Hausstaubmilben gebildet worden sind.
- Provokationstest: Ist die Diagnostik schwierig, gibt es die Möglichkeit, einen Provokationstest durchzuführen. Der Mediziner versucht unter Überwachung in einer Praxis oder Klinik, eine allergische Reaktion zu provozieren. Dabei wird das Allergen beispielsweise auf die Nasenschleimhaut geträufelt. Provokationstests werden aber heute eher selten durchgeführt, weil nicht abzuschätzen ist, wie stark die allergische Reaktion sein wird.
Therapie
Sind Hausstaubmilben für die Beschwerden verantwortlich, steht eine Therapie auf mehreren Beinen: Die wichtigste Behandlungsmethode ist die Verringerung des Auslösers, also der Milben. Dazu gehört eine Sanierung der Wohnräume mit einer ganzen Reihe von Massnahmen, die unter der Überschrift «Vorbeugung» zu finden sind.
Akut lassen sich die Symptome durch Medikamente lindern. An der Ursache setzt die spezifische Immuntherapie an, auch Hyposensibilisierung genannt. Ausserdem gibt es neben der Schulmedizin alternative Heilmethoden.
Medikamentöse Therapie
Antihistaminhaltige Augentropfen und Nasensprays können zur akuten Linderung der Symptome verwendet werden. Mit anderen Wirkstoffen (z.B. mit Mastzellstabilisatoren) sind Sprays und Tropfen auch vorbeugend wirksam. Antihistaminika in Tablettenform bekämpfen die Symptome über den Blutkreislauf im ganzen Körper. Deshalb helfen sie nicht nur bei allergischem Schnupfen, sondern lindern auch Beschwerden bei Nahrungsmittelallergien. Bei allergischem Asthma oder wenn diese Wirkstoffe nicht ausreichen, greifen die Ärzte auf Glukokortikoide (z.B. Kortison) zurück.
Die Medikamente im Einzelnen:
- Antihistaminika (Histaminrezeptorblocker, Histaminrezeptorantagonisten): Diese Wirkstoffe lassen sich sowohl zur lokalen Therapie als auch systemisch für den ganzen Körper anwenden. Gerade typische Beschwerden an Nase und Augen sprechen schnell auf Antihistaminsprays und -tropfen an. Tabletten mit modernen Antihistaminika wie Cetirizin und Loratadin führen kaum zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schläfrigkeit. Allerdings reagieren Anwender sehr unterschiedlich. Deshalb empfiehlt es sich, die Mittel auszuprobieren, bevor man am Strassenverkehr teilnimmt. Sicherheitshalber sollten sie vor dem Schlafengehen eingenommen werden, da ihre Wirkung im Allgemeinen 24 Stunden andauert. Der gezielte Einsatz von älteren Antihistaminika als Schlafmittel bei Kindern sollte nur in Einzelfällen und unter Befolgen der Alters- und Gewichtsbeschränkungen erfolgen.
- Mastzellstabilisatoren: Diese Wirkstoffe (z.B. Cromone wie die Cromoglicinsäure) hindern die Mastzellen daran, Histamine und andere Botenstoffe auszuschütten. Dazu brauchen die Medikamente einen gewissen Vorlauf, das heisst, sie wirken nicht sofort, sondern mit Verzögerung. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Reizungen der Nase.
- Glukokortikoide (z.B. Kortison): Kortisonpräparate sind Hormone der Nebennierenrinde oder leiten sich chemisch von Nebennierenrindenhormonen ab. Sie wirken stark antiallergisch und entzündungshemmend. Fachärzte empfehlen sie vor allem, wenn Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren nicht helfen. Als Nasenspray benötigen sie ein paar Tage, bis sich die volle Wirkung zeigt. Mittlerweile gibt es auch gering dosierte Nasensprays, die für Erwachsene nicht verschreibungspflichtig sind. Doch auch diese Nasensprays haben Nebenwirkungen wie z.B. Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schnupfen und Husten, weshalb sie nicht länger als drei Monate ohne fachliche Beratung angewendet werden sollten. Für Kinder und Jugendliche sind diese Nasensprays nicht zu empfehlen, Schwangere und Stillende sollten sich vor der Einnahme von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen.
- Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Salbutamol, Fenoterol, Salmeterol): Diese Mittel weiten die Bronchien. Sie sind in Asthmasprays gegen akute Anfälle oder in länger wirkenden Mitteln zur Dauertherapie enthalten.
- Leukotrienantagonisten (z.B. Montelukast): Die Andockstellen bestimmter Botenstoffe (Fachbegriff: Leukotriene) werden durch diese Wirkstoffe blockiert. Mittel wie Montelukast nehmen Betroffene als Tabletten oder Kautabletten einmal täglich ein und können auf die für Asthmapatienten übliche Inhalation verzichten. Deshalb werden diese Arzneimittel gern bei Kindern eingesetzt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Infektionen der oberen Atemwege und Fieber.
Spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung
Hyposensibilisierung, Desensibilisierung oder Allergie-Impfung gilt bei Fachleuten als einzige Therapie, die bei der Ursache ansetzt und nicht nur Symptome behandelt (Fachbegriff: allergenspezifische systemische Immuntherapie, Abk.: ASIT oder SIT). Eine Hyposensibilisierung funktioniert so, dass mit langsam ansteigenden Dosen des die Allergie auslösenden Stoffs das Immunsystem daran gewöhnt wird, das Allergen zu tolerieren. Eine spezifische Immuntherapie dauert in der Regel drei Jahre.
Es gibt zwei Verfahren: Bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) wird das Allergen unter die Haut gespritzt. Bei der sublingualen Immuntherapie (SLIT) wird das Allergen als Tablette unter die Zunge gegeben (Wirkstoff: Acarizax). Die subkutane Immuntherapie ist aufwendiger, da der Betroffene für jede Behandlung zum Arzt muss (am Anfang wöchentlich, später monatlich oder zweimonatlich), um eine mögliche allergische Reaktion abzuwarten.
Die sublinguale Immuntherapie ist als Methode zur Hyposensibilisierung bei Hausstaubmilbenallergie noch relativ neu. Sie ist erst seit Ende 2016 und nur bei erwachsenen Patienten (18 bis 65 Jahre) in der Schweiz zugelassen, wenn die Beschwerden trotz symptomlindernder Behandlung nicht ausreichend therapiert werden können. Das Medikament Acarizax enthält ein standardisiertes Allergenextrakt aus der Hausstaubmilbe, genauer gefriergetrocknete Milben, die sich unter der Zunge schnell auflösen. Die erste Tablette wird unter ärztlicher Aufsicht eingenommen, die folgenden Pillen nehmen Betroffene allein zu Hause. Besserung tritt eventuell erst nach 8 bis 14 Wochen ein.
Alternative Methoden
Es gibt Studien, die die Wirksamkeit von Akupunktur bei allergischem Schnupfen untersuchten. Dabei stellte sich heraus, dass Akupunktur nicht nur bei saisonalen allergischen Beschwerden wie dem Heuschnupfen hilft, sondern auch bei dauerhafter allergischer Rhinitis.
Inwieweit homöopathische Mittel wirken, ist wissenschaftlich nicht belegt. Die Behandlung zeigt aber in der Regel keine Nebenwirkungen. Methoden wie Bioresonanz, Eigenbluttherapie und Elektroakupunktur gelten als ungeeignet oder nutzlos für die Behandlung von allergischen Beschwerden.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Eine Hausstaubmilbenallergie kann sich teilweise bereits sehr früh in der Kindheit entwickeln. Bei sorgfältiger Sanierung der Wohnung (siehe «Vorbeugung») kann die Überempfindlichkeit im Lauf der Jahre wieder nachlassen (Fachbegriff: Allergiekarenz). Auch die spezifische Immuntherapie führt zu spürbarem Nachlassen der Symptome oder gar zu vollständigem Verschwinden der Allergie. Wird die Hausstauballergie dagegen nicht behandelt, können sich bei einem Teil der Betroffenen weitere Allergien oder allergisches Asthma entwickeln.
Andererseits scheint es erwiesen zu sein, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, weniger Allergien bekommen als Kinder aus städtischen Familien. Dieser sogenannte Bauernhof-Effekt besagt, dass der Rückgang von Krankheitserregern in den sauberen westlichen Städten das menschliche Immunsystem so aus dem Gleichgewicht gebracht hat, dass es nicht zwischen notwendiger Abwehr und gesunder Toleranz von Stoffen unterscheiden kann.
Komplikationen
In äusserst seltenen Fällen kann sich ein Asthmaanfall so steigern, dass er lebensbedrohlich wird (Fachbegriff: Status asthmaticus). Dann kann der Fall eintreten, dass keine Medikamente mehr helfen. Betroffene bekommen zu wenig Sauerstoff, weil der Gasaustausch in der Lunge versagt. Die Situation wird lebensbedrohlich.
Sofort zum Arzt
Bei schwerer Luftnot und wenn die vom Arzt verordneten Medikamente nicht mehr wirken, unbedingt den Notarzt rufen. Es herrscht akute Lebensgefahr.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie reagieren überempfindlich auf bestimmte Eiweisse im Kot der Hausstaubmilben. Die kleinen Spinnentiere selbst sind harmlos. Sie stechen oder beissen nicht, sie saugen kein Blut und übertragen auch keine Krankheiten. Sie sind zu klein, als dass sie mit blossem Auge sichtbar wären. Ihre bevorzugte Nahrung sind menschliche Hautschuppen. Deshalb halten sie sich hauptsächlich in Betten, also in Matratzen, Kopfkissen und Bettdecken auf. Ausserdem befinden sie sich gern in Polstermöbeln und Teppichen. Am wohlsten fühlen sich Hausstaubmilben bei Temperaturen ab 25 °C und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 65 und 80%.
Oft haben die Beschwerden ihren Höhepunkt im Spätherbst, wenn die Heizungsperiode beginnt. Grund dafür ist, dass die Luftfeuchtigkeit in den Räumen sinkt. Die Mehrzahl der Milben stirbt ab, dabei werden vermehrt allergieauslösende Substanzen freigesetzt. Gleichzeitig werden in vielen Haushalten im Winter die Räume nur wenig gelüftet. Die Allergene verbleiben also lange Zeit in der Wohnung.
In den letzten Jahren sind Allergien gegen Hausstaubmilben angestiegen. Der Grund liegt möglicherweise in der bautechnisch wirksameren Isolierung von Wohnungen, um Energie zu sparen. Damit erhöht sich gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Wenn dann nicht ausreichend gelüftet wird, freuen sich die Hausstaubmilben.
Risikofaktoren
Oft hängt es von den Erbanlagen ab, welche Personen Allergien bekommen und welche nicht. Ist ein Elternteil Allergiker, haben die Kinder ein Risiko von 30%, ebenfalls Allergien zu entwickeln. Sind beide Eltern von Allergien geplagt, steigt das Risiko auf 50 bis 70% an, dass der Nachwuchs ebenfalls erkrankt. Dabei sind die Beschwerden nicht auf Allergien beschränkt, denn die Hausstaubmilbenallergie gehört zu den sogenannten atopischen Krankheiten.
Eine Atopie umfasst allergische Rhinitis (z.B. bei Hausstaubmilbenallergie, Heuschnupfen), Bindehautentzündung, Neurodermitis (atopische Dermatitis) und Asthma. Deshalb leiden viele von Allergien betroffene Menschen an allen Krankheiten des atopischen Formenkreises.
Häufigkeit
Zwischen fünf und acht von hundert Kindern und Erwachsenen in der Schweiz leiden an einer Allergie gegen Hausstaubmilben.
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Vorbeugung
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Die beste Möglichkeit, sich gegen Milben zu wappnen, ist ihre Belastung in der Wohnung zu senken, beziehungsweise so gering wie möglich zu halten. Vor allem im Schlafzimmer sind einige Massnahmen erfolgsversprechend, aber auch im Wohnraum kann mit ein wenig Achtsamkeit die Milbenzahl verringert werden.
- Bett: Generell gilt für Betroffene mit Hausstauballergie, dass ihre Matratze oder der Bettrost nicht direkt auf dem Boden liegen sollte. Auch ein geschlossener Bettkasten, gepolsterte Bettgestelle und Stockbetten (unten Liegende atmen Staub vom oberen Bett ein) sind ungeeignet. Am besten eignet sich ein Bettgestell mit Beinen.
- Encasings: Für Matratze, Kopfkissen und Duvet gibt es milbendichte Überzüge, sogenannte Encasings. Diese Encasings sind so dicht gewebt, dass die Tiere die Matratze nicht besiedeln können. Haben sich schon Milben eingenistet, verhindern die Bezüge, dass der Mensch in Kontakt mit ihren Allergenen kommt. Krankenkassen in der Schweiz sind nicht dazu verpflichtet, die Kosten dieser Überzüge zu übernehmen. Können Betroffene ein ärztliches Rezept vorlegen, zahlen dennoch einige Kassen zumindest einen Teil der Kosten. Diese Encasing-Bettbezüge sollten etwa alle drei Monate gewaschen werden.
- Matratze: Die Matratze beherbergt die grösste Milbenansammlung. Wird ein milbendichter Überzug verwendet, ist das Material der Matratze unwichtig. Experten raten aber dazu, keine Matratzen mit Rosshaar zu verwenden, da Tierhaare ebenfalls Allergien auslösen können.
- Kopfkissen und Duvets: Für Kissen und Bettdecken eignen sich zwei verschiedene Konzepte. Mit bei 60 °C waschbaren Kissen und Bettdecken aus synthetischen Materialien kann man auf Encasings verzichten. Betroffene sollten die Kissen und Duvets alle sechs bis acht Wochen in die Waschmaschine stecken. Wer auf seine Daunenkissen und -decken nicht verzichten will, braucht wegen der Milben und der eventuell allergieauslösenden Federn auf jeden Fall Encasings.
- Bettwäsche: Als Bettwäsche empfehlen sich Überzüge aus Baumwolle, die einmal wöchentlich gewechselt und bei 60 °C gewaschen werden.
- Lüften: Schlafzimmer sollten täglich 5 bis 15 Minuten stossgelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit zu verringern. Die Luftfeuchtigkeit sollte nach Möglichkeit zwischen 45 und 55% betragen, die Schlafzimmertemperatur 18 ºC nicht übersteigen.
- Pflanzen: Zimmerpflanzen im Schlafzimmer erhöhen die Luftfeuchtigkeit, wodurch Hausstaubmilben und auch Schimmelpilze (von denen sich die Milben ebenfalls ernähren) besser gedeihen. Deshalb sind Zimmerpflanzen aus dem Schlafzimmer in andere Räume umzusiedeln.
- Staubfänger: Offene Regale und schwere Vorhänge sind Staubfänger. Besser sind Gardinen aus waschbarem Material, die sich gut reinigen lassen (alle sechs Monate).
- Fussbodenbelag: Beim Fussbodenbelag gibt es verschiedene Meinungen. Früher rieten die Fachleute, Teppichboden durch Laminat, Parkett und andere glatte Böden zu ersetzen. Hier lässt sich der Staub schnell und gut entfernen, doch sollte bei starken Allergiebeschwerden der Boden jeden Tag feucht gewischt werden. Heute sind viele Experten der Meinung, dass auf einem Teppichboden Staub und Milbenkot besser haften und deshalb weniger in der Luft herumwirbeln können. Auch muss nicht jeden Tag gesaugt werden.
- Möbel: In einer Couch oder einem Sofa aus Stoff können sich Milben ansiedeln. Polstermöbel aus glattem Leder eignen sich aus diesem Grund besser.
- Antimilbenmittel: Es gibt Milben abtötende Mittel im Handel (Fachbegriff: akarizide Mittel), mit denen sich Matratze, Bettwäsche, Teppiche und Polstermöbel behandeln lassen. Es ist allerdings unter Fachleuten umstritten, ob sie wirklich gegen Hausstaubmilben helfen, denn der Milbenkot mit den allergieverursachenden Eiweissen verbleibt nach wie vor in den Stoffen. Ausserdem können einige der Mittel die Haut reizen oder ihrerseits Allergien auslösen.
- Fussbodenreinigung: Zum Reinigen empfehlen sich Staubsauger mit speziellen Feinstaubfiltern, (Fachbegriff: HEPA-Filter), die allergieauslösende Stoffe nicht in der Atemluft verteilen. Stark von einer Hausstauballergie Betroffene sollten entweder überhaupt nicht staubsaugen oder dabei einen Atemschutz tragen.
- Haustiere: Haustiere liefern mit ihren Hautschuppen zusätzliche Nahrung für die Milben und tragen damit zu einer höheren Konzentration von Hausstaubmilben bei. Zudem wirbeln sie durch ihre Aktivitäten Staub auf. Jedes Haustier kann ausserdem selbst Allergien auslösen. Deshalb wird Menschen mit Hausstauballergie geraten, sich keine Tiere anzuschaffen. Sind Tiere schon im Haushalt, so sollten sie aus Schlafräumen und Kinderzimmern ferngehalten werden.
- Rauchen: Rauchen verstärkt die Wirkung von Allergien. Deshalb ist es ratsam, zum Rauchen die Wohnung zu verlassen oder ganz mit dem Rauchen aufzuhören.
Kinder und Hausstauballergie
Kuscheltiere beherbergen eine hohe Milbenmenge. Viele Kinder wollen gerade beim Einschlafen aber nicht auf ihr Kuscheltier verzichten. Deshalb sollten Eltern bei der Anschaffung darauf achten, dass sich die Plüschtiere bei mindestens 60 °C waschen lassen.
Alternativ kann man die Tiere auch zwölf Stunden in die Tiefkühltruhe legen und anschliessend bei geringerer Temperatur waschen. Die Tiefkühlung tötet die Milben ab, doch erst durch das Waschen werden die Allergene entfernt. Auch mit zweistündigem Trocknen im Wäschetrockner bei 60 bis 80 °C lassen sich Milben in Textilien abtöten.
Ferien bei Hausstauballergie
Auch im Ferienhotel lauern natürlich Hausstaubmilben. Es gibt aber Hotels, die allergenfreie Zimmer anbieten. Gleichzeitig passt ein Encasing für die Matratze oder auch die Bettwäsche in jedes Gepäck. Zudem gibt es milbendichte ungefütterte Schlafsäcke mit einem integrierten Kopfkissenüberzug im Handel. In den Bergen Europas oberhalb von 1200 bis 1500 Metern können Hausstaubmilben schlecht überleben, das Gleiche gilt für sehr trockene und heisse Gegenden wie die Sahara oder eiskalte Regionen wie den Polarkreis.
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TopPharm hilft!
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Bei Verdacht auf eine Hausstaubmilbenallergie kann Ihr Gesundheits-Coach Sie in vielerlei Hinsicht beraten:
- Er hat einen TopPharm Ratgeber zum Thema Allergien zur Hand.
- Sie können einen Prick-Test bei Ihrem Gesundheits-Coach durchführen lassen. Dieser zeigt auf, ob Sie Sensibilisierungen auf Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Nahrungsmittel oder Latex haben.
Ihr Gesundheits-Coach gibt Ihnen ebenfalls Auskunft darüber, welche Medikamente Ihnen gegen akute Beschwerden Ihrer Allergie helfen und wann Sie einen Facharzt aufsuchen sollten.
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Wirkstoffe
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Weitere Informationen
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