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Paranoia City Wein:
~ Sangiovese ~
Castello Volpaia, Regione Chianti Classico
Der Name Sangiovese – Blut des Jupiters – hat ein Mönch in Santarcangelo bei Rimini erfunden, als er von einem Besucher gefragt wurde, wie dieser Wein heisse, der bei den Mönchen ganz einfach ‹vino› hiess.
Verbrieft ist der Sangiovese im Werk zum Weinbau des Giovan Vettorio Soderino um 1600. «Herb zum essen, aber saftig und voller Frucht» lobte der frühe Ökologe. Dank des Schweizers José Vouillamoz und seiner DNA Analysen wissen wir auch über die Herkunft des Sangiovese Bescheid: Er stammt aus einer natürlichen Kreuzung der toskaner Rebsorte Ciliegiolo und einer seltenen Sorte namens Calabrese di Montenuovo. Der Sangiovese hat also süditalienische Wurzeln im Gebiet westlich von Neapel. Heute wird der Sangiovese in ganz Mittelitalien von der Emilia Romagna bis in die Marche und Molise angebaut. Grosse Weine wie der Brunello di Montalcino werden reinsortig hergestellt.
Noch bevor der Sangiovese "erfunden" war, hat sich der Chianti einen Namen gemacht. Der florentiner Kaufmann Francesco di Marco Datini verkaufte unter dem Namen Chianti einen leichten Weisswein im Jahre 1398. Aus dem Weisswein namens Chianti wurde durch das Dekret des Fürsten Ricasoli, der später Italiens erster Ministerpräsident wurde, ein Rotwein aus 70% Sangiovese, 15% Canaiolo und 15% weissen Malvasia, der in dieser Mischung den Namen Chianti Classico mitsamt schwarzen Güggel am Flaschenhals tragen durfte. Der Chianti im Fiasco - Strohkorb - wurde nach 1945 zum billigen Massenprodukt und der Fokus auf Menge statt auf Qualität schadeten dem Image des Chianti. Bis 1978 der Graf Piero Antinori den Tignanello kreierte, der sich um die DOC Vorschriften foutierte: Der erste Supertoskaner war geboren. Auf Druck dieser Entwicklung wurde die Bestimmungen für den Chianti Classico angepasst und der Weissweinanteil verschwand in der Versenkung. Heute hat der Chianti Classico bezüglich Qualität und Preis aufgeholt, während die Supertoskaner ihren Zenit überschritten haben.
|bezeichnung||land||preis||dl||farbe||vol %||text|
|Ronco dei Ciliegi 2008. Forlì igt. Castelluccio, Emilia-Romagna||Italien||22||7.5 dl||rot||.13||Intensives Rubinrot. In der Nase offene, verführerische Beerenfrucht. Dazu Aromen schwarzer Pflaumen, reifer Weichselkirschen und würzige Komponenten. Im Gaumen von guter Fülle. Ein saftiger, vielversprechener Auftakt. Die Aromen der Nase wiederholen sich. Dazu gesellen sich feine Röstaromen. Mittellanger Abgang mit guter aromatischer Nachhaltigkeit.

Nach der Gärung im Stahltank wird der Jungwein zwölf bis 18 Monate in 350-l-Eichenholzfässern ausgebaut. Anschliessende Reifung in der Flasche für ca. zehn Monate.
100% Sangiovese
|Sangiovese di Majo Norante 2012. Molise||Italien||15||7.5 dl||rot||.13||In der Molise geht der Weinbau auf die Sanniten und in die Römerzeit zurück. Die Masseria Di Majo Norante befindet sich in der Region Ramitello rund um Campomarino, wo die lockeren, teils sandigen Böden zusammen mit dem Sommerwind besonders günstige Voraussetzungen für den Rebanbau bieten. Alessio Di Majo, ein dickköpfiger und gegen den Strom schwimmender Weinbauer, hat Ertrag und Vereinheitlichung des Geschmackes der Suche nach Qualität und Typizität geopfert.

Di Majo Norante keltert seit 1800 seinen Wein aus eigenen Trauben, wovon die alten Keller unterhalb der Piazza in Campomarino und im dortigen alten Palast der Familie Zeugnis ablegen
Hervorragender, reinsortiger Sangiovese: Rubinrot, kräftiges, sehr typisches Bouquet nach dunklen Beeren, Tabak und Leder, am Gaumen gut strukturiert mit Kirsch- und Pflaumennoten, ausgezeichnete Länge und eleganter, feinfruchtiger Nachklang.
Passt gut zu Vorspeisen, ersten Gängen, Wildbret, Fleisch und Käse.
Ausbau: 6 Monate im Stahltank und in grossen Eichenfässern, danach 3 Monate in der Flasche.
|Rocca Di Montemassi Le Focaie Maremma Sangiovese 2013
||Italien||15||7.5 dl||rot||.135||Focaie sind Feuersteine und verweisen auf den mineralischen Boden, auf dem der Sangiovese gedeiht. Die Maremma ist im Süden der Toscana gelegen und war bis im 20. Jahrhundert ein Sumpfgebiet mit Mokitos und Malaria.

Das Weingut Rocca Di Montemassi gehört zum Imperium der Familie Zonin, die seit fast 200 Jahren an verschiedenen Orten in Nord- und Mittelitalien Wein produziert, immer im Bestreben, die lokalen Weintraditionen und -kulturen zu bewahren. Sogar einen Grünen Business Drinks Preis konnte die Gruppe Zonin einheimsen.
Rubinrot mit violetten Schattierungen. Das intensive und vielschichtige Bouquet bietet angenehme Duftklänge von Veilchen, Kirschen und Wildbeeren. Im Mund ausdrucksstarke Struktur von angenehmer Frische, die im Verbund mit der weichen Geschmacksprozession in einem persistenten Abgang gipfelt.
Ein intensiver und vollmundiger Sangiovese und wunderschöner Botschafter der Maremma! Liebliche Noten nach Veilchen komplettieren die feurige Aromatik nach Kirschen und Waldbeeren. Herrlich würzig, sehr elegant!
Ausbau: 12 Monate im grossen Eichefass, 3 Monate in der Flasche.
Passt zu: traditionellen toskanischen Wurstwaren, geschmacksintensiven Primi, gegrilltem roten Fleisch sowie mittelfristig gereiftem Pecorino-Käse
|Castello di Volpaia Chianti Classico 2009||Italien||15||7.5 dl||rot||.135||Das Castello di Volpaia wurde im 11. Jahrhundert als befestigte Siedlung an der Grenze zwischen Florenz und Siena erbaut. 1250 wurde Volpaia teil der Lega del Chianti. Die Familie Volpaia brachte berühmte Instrumentenbauer hervor, deren Uhren und Kompasse heute in grossen Museen zu bestaunen sind. Lorenzo di Volpaia war mit Leonardo da Vinci befreundet.

Zur gleichen Zeit nahm der Weinbau um Castello di Volpaia einen ersten Aufschwung und heute bildet die Region das Herzstück des Chianti Classico. Wie es sich gehört, ziert der schwaze Güggel die Banderole am Flaschenhals.
Ein eleganter und vielschichtiger Chianti Classico, gut strukturiert mit samtigen Tanninen und saftiger Kirschfrucht.
In der Nase Präsentieren sich frische rote Beeren begleitet von floralen Noten. Am Gaumen saftig und recht breit mit angenehmer Würze. Der Abgang ist fruchtig und fleischig und für einen Chianti Classico lang anhaltend. 16+/20
Ausbau: 14 Monate in grossen slawonischen Eichenfässern.
Bio Wein!
|FIORANO. MARCHE - COSSIGNANO 2013||Italien||14||7.5 dl||rot||.13||Das Weingut Fiorano ging im Jahre 2003 aus einem von den früheren Eigentümern in traditioneller Arbeitsweise bewirtschafteten Bauernhof hervor, der Rebenflächen, Olivenhaine und Ackerland bearbeitete, ohne deren Produkte selbst zu verarbeiten. Mit der Übernahme des Betriebs fiel auch gleichzeitig die Entscheidung, eigene Weine herzustellen und zwar von Anfang an biologische Weine. Zu diesem Zweck wurde ein völlig neuer Weinkeller errichtet.

Die Trauben werden nach biologischem Verfahren angebaut. Die Rebflächen werden mittels
Hülsenfrüchten gedüngt und sind das gesamte Jahr über begrünt.
Der Fiorano ist ein Sangiovese in seiner reinsten und lebhaftesten Form. Er ist so schön aromatisch und energiegeladen, dass er einen grauen Tag vergessen macht. Der Fiorano Sangiovese ist viel saftiger und lebhafter als all die Chiantis aus der Toscana. Schliesslich wächst er auf der Erde des Jupiters! Er riecht nach frisch zerstossenen Himbeeren und Kirschen und Rosen. Lebhafte Säure und feine Tannine machen den Fiorano zum deliziösen Genuss!
4 Monate in Stahlfässern. Danach Flaschenreifung für 4 Monate.
|Primo Sogno IGT Marche Sangiovese. Carlo Volpi 2011||Italien||12||7.5 dl||rot||.125||Carlo Volpi ist Inhaber der Cantine Volpi, einer grossen Kellerei in Tortona, Piemont. Eines Tages träumte er davon, sein Angebot mit einer Reihe von Bioweinen zu ergänzen. Fündig wurde er in den Marche, den Abruzzen, in Apulien und auf Sizilien. Er garantiert lokalen Winzergruppen die Abnahme von Trauben oder Jungwein aus kontrolliert biologischem Anbau, die er nach Tortona transportiert und dort bis zur Abfüllung weiterverarbeitet.

Mittlerweile füllt die Azienda Volpi 4 Millionen Flaschen im Jahr ab, wovon 80% ins Auslad exportiert werden; ein Gutteil landet in der Schweiz.
Der erste Traum - primo Sogno - ist ein beschwingender, frecher Wein aus der Sangiovese-Traube: Auf das fruchtig-beerige Bouquet folgen ein schlanker Körper und die Saftigkeit frischer Beeren. Der süffige Wein endet angenehm trocken.
Veganer Wein! Nicht nur bio!
Ess-Tipp: Ratatouille, Reisgerichte