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Für die Gründung der Bahngesellschaft und den Bau der Gornergrat Bahn brauchte es Kapital. Bei der Beschaffung setzten die Initianten auf Überzeugungskraft und die Tageszeitungen.
Nach der Konzessions-Erteilung 1895 begann die schwierige Phase der Geldbeschaffung. Friedrich August Volmar, ein Berner Verkehrspolitiker und Professor für Verkehrsrecht, schreibt in der von ihm verfassten Gornergrat-Chronik: «Erst 1896 gelang es den Initianten, unter ihnen auch der spätere langjährige Verwaltungsratspräsident und bernische Regierungsrat Gottfried Kunz, damals Notar in Biel, in Verbindung mit dem Schweizerischen Bankverein und der Berner Handelsbank, die Baufinanzierung mit CHF 3,5 Mio. (CHF 2 Mio. in Aktien, CHF 1,5 Mio. in Obligationen) zu sichern und am 11. Juni 1896 die Aktiengesellschaft der Gornergrat Bahn mit Sitz in Sion zu gründen.»
Breit angelegte Aktionärssuche
Um Investoren zu finden, schaltete die Gornergrat Bahn ganzseitige Inserate in diversen Schweizer Tageszeitungen. In den Inseraten erläuterte die Bahn unter anderem das Projekt, die Finanzierung und die Erfolgsaussichten.
In einem im Mai 1896 im Tagblatt der Stadt St. Gallen erschienenen Inserat will die Bahn mit den zu erwartenden Betriebsergebnisse überzeugen: «Die Rentabilitäts-Berechnung für die Bahn ist eine sehr einfache, da sie sich aufbaut auf der Zahl der von der Visp-Zermatt-Bahn nach Zermatt beförderten Personen.» Für das erste Betriebsjahr rechnete die Gesellschaft mit rund 30 000 Reisenden und Einnahmen von CHF 316 000. Den Aktionären wurde eine Dividende von 6 % in Aussicht gestellt.
Ziele erst Jahre später erreicht
Im ersten Geschäftsjahr 1898 konnte die Bahn wegen der um 50 Tage verspäteten Eröffnung die angestrebten Beförderungsziele nicht erreichen. Die Bahn beförderte lediglich 10590 Personen, die Betriebseinnahmen betrugen CHF 86 000 und der Verlust CHF 18 000. Eine Dividende wurde nicht ausbezahlt. Bereits 1899 zählte die Bahn jedoch 34 400 beförderte Reisende, die Betriebseinnahmen stiegen auf CHF 270 000 und die Aktionäre erhielten eine Dividende von 3%. 1899 erreichte die Bahn die Ziele somit teilweise. Eine Dividende von 6 % schüttete die Bahn erstmals 1906 aus.