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Eine Todesanzeige enttarnt Alphons Egli als ehemaligen Widerstandskämpfer: Erschienen ist sie in der «Neuen Luzerner Zeitung». Die Ehemaligenvereinigung der Kader-Organisation der C 717 würdigt den im August verstorbenen alt Bundesrat Alphons Egli (CVP) für seine Dienste in der Vorgängerorganisation der P-26.
Deckname «Blasius»
Gemäss Anzeige wurde Egli am 1. Januar 1971 als Major in die P-26 Vorgängerorganisationen UNA aufgenommen. Damals gehörte der Anwalt dem Luzerner Kantonsparlament an. Egli erhielt den Decknamen «Blasius» und eine nachrichtendienstliche Grundausbildung. Später wurde er zum Oberstleutnant befördert.
Für P-26-Kenner und Journalist Martin Matter ist das eine Überraschung. Matter hat über die Geheimorganisation ein Buch geschrieben. Matter glaubt, dass Egli in der Übergangsphase zur P-26 ein Mit- und Vordenker der Organisation war. Eine tragende Rolle im Widerstandskonzept kam ihm aber nicht zu. Militärexperte Bruno Lezzi beschreibt Eglis Tätigkeit als eher beratend in rechtlichen und politischen Fragen der Widerstandsorganisation.
Matter glaubt aber nicht, dass Eglis Regierungstätigkeit von 1983 bis 1986 durch die Vorgeschichte aus den 1970er Jahren belastet war.
Nach Fichenaffäre aufgeflogen
Das «Projekt 26» war eine während des Kalten Krieges ab 1979 lancierte geheime Kaderorganisation, die im Fall einer feindlichen Besetzung der Schweiz Widerstand aufbauen und leisten sollte. Bestrebungen dazu gab es bereits seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die P-26 wurde Nachfolgerin des Spezialdienstes in der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA). 1990 flog die Geheimorganisation in der Folge der Fichenaffäre auf und wurde vom Bundesrat aufgelöst.
Finanziert wurde die von Armee und Verwaltung unabhängige P-26 aus verschiedenen Quellen – jedoch ausschliesslich aus Kreditrubriken des damaligen Eidgenössischen Militärdepartements. Bei der Auflösung hatte sie 400 Mitglieder, der Sollbestand betrug 800 Personen. Sie verfügte auch über Waffen.
Die Auflösung der P-26 bedeutete nicht die vollständige Offenlegung: 2009 entband der Bundesrat die Veteranen des geheimen Widerstandes im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg zwar von ihrer Schweigepflicht. Sie durften sich aber nur über ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe und über die eigenen Diensterlebnisse äussern.
Die Akten zur P-26 dagegen bleiben bis etwa ins Jahr 2040 unter Verschluss. Der Bundesrat wies in einer 2010 veröffentlichten Antwort auf eine Motion auf die gesetzliche Sperrfrist von 50 Jahren für besonders schützenswerte Personendaten hin.