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Freundschaft
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Originaltitel: The Lady in the Van
Regie: Nicholas Hytner
Musik: George Fenton
Drehbuch: Alan Bennett
Produktion: © BBC Films / TriStar Productions
Kamera: Andrew Dunn
Schnitt: Tariq Anwar
Vereinigtes Königreich / 2015
Hauptdarsteller: Maggie Smith / Alex Jennings / Deborah Findlay / Jim Broadbent…u.a.
HANDLUNG
Wie aus dem Nichts steht eines schönen Tages ein alter, heruntergekommener Van in einer Strasse des noblen Londoner Stadtteiles Camden Town.
Wie sich herausstellt, ist das abgetakelte Gefährt der Wohnsitz einer obdachlosen alten Frau. Mary Shephard und ihr alter Van gehören bald zum gewohnten Strassenbild - sehr zum Unwillen einiger Anwohner, die sich durch die exzentrische alte Dame gestört fühlen.
Als die Stadt Miss Shepard verbietet, ihr Gefährt weiterhin auf der öffentlichen Strasse abzustellen, gestattet ihr der Theaterautor und Anwohner Alan Bennett, es in seiner Hauseinfahrt zu parkieren.
Aus einer kurzen Notlösung werden 15 Jahre, während denen sich eine sehr aussergewöhnliche Beziehung zwischen der alten Dame, Alan Bennett und den restlichen Anwohnern entwickelt. Nur langsam erfährt Bennett Details aus Miss Shephards Leben und wird gewahr, welch ein bemerkenswertes Schicksal da draussen in seiner Einfahrt parkt…
REZENSION
„The Lady in the Van“ basiert auf einer wahren Geschichte und entstand auf der Grundlage einer Erzählung des Schriftstellers Alan Bennett. Nachdem Maggie Smith die Hauptfigur schon auf der Theaterbühne in London mit grossem Erfolg verkörperte, war klar, dass sie auch für den Film die Idealbesetzung sein würde. Und in der Tat ist es dann auch der grossartigen Spielweise von Maggie Smith zu verdanken, dass die Verfilmung nicht gescheitert ist.
Die Storyline ist sehr übersichtlich, um nicht zu sagen kurz gehalten. Es wurde darauf verzichtet, die Vergangenheit der Hauptfigur filmisch aufzuarbeiten, was leider zum oben beschriebenen Effekt führt. Dazu kommt, dass alle Akteure, ausser Maggie Smith, zuweilen stark überspielen, so dass es mehr Komik in den Szenen gibt, als der Handlung gut tut. Das geht zu Lasten der Glaubwürdigkeit und macht aus an sich anrührenden Szenen immer wieder eher peinliche Ereignisse, was sehr bedauerlich ist, da der Stoff mehr hergegeben hätte, als wir hier zu sehen bekommen.
Gerettet wird das Ganze aber, wie oben erwähnt, durch die unglaublich gute Darstellung der Hauptfigur durch Maggie Smith, der man den Spass, den Sie bei der Verkörperung dieser exzentrischen Dame gehabt haben muss, deutlich anmerkt. Allerdings hat diese kongeniale Verkörperung den Nachteil, dass die holzschnittartige Spielweise der übrigen Schauspieler umso deutlicher auffällt…
Ein Film, den man sich auf jeden Fall ansehen kann - und der gut unterhält, gleichzeitig aber auch ein leichtes Gefühl des Bedauerns hinterlässt, ab all der vertanen Chancen…
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Originaltitel: Dallas Buyers Club
Regie: Jean-Marc Vallée
Musik: Diverse
Drehbuch: Craig Borten / Melisa Wallack
Produktion: © Truth Entertainment / Voltage Pictures
Kamera: Yves Bélanger
Schnitt: Martin Pensa / Jean-Marc Vallée
USA / 2013
Hauptdarsteller: Matthew McConaughey / Jared Leto / Jenifer Garner / Michael O’Neill / Danis O’Hare / Steve Zahn…u.a.
HANDLUNG
Wir schreiben das Jahr 1985: Der texanische Rodeo-Cowboy Ron Woodroof führt ein ausschweifendes Leben, das geprägt ist durch Alkohol, Sex und Drogen. Als Ron nach einem Arbeitsunfall im Krankenhaus landet, wird ihm die Diagnose AIDS eröffnet. Der Arzt gibt ihm noch 30 Tage. Für Ron bricht eine Welt zusammen…
Nachdem Ron sich einigermassen gefangen hat, versucht er Medikamente zu finden, mit deren Hilfe er sein Leben verlängern könnte. Schliesslich wird er in Mexico fündig. Nachdem Ron die Erfahrung macht, wie gut die Präparate helfen, versucht er die Mittel, die in den USA nicht zugelassen sind, über die Grenze zu schmuggeln. Da er die Medikamente offiziell nicht verkaufen darf, gründet er einen Club, in den alle AIDS-Kranke eintreten können und eine Mitgliedschaft bezahlen müssen - die Medikamente erhalten sie dann „kostenlos“. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Behörden auf die Aktion aufmerksam werden und Gegenmassnahmen ergreifen - ein Kampf um Leben und Tod beginnt…
REZENSIION
Der Film basiert auf der Lebensgeschichte von Ron Woodroof, der Mitte der 80er-Jahre in Texas den Dallas Buyers Club gründete.
„Dallas Buyers Club“ wurde 2014 unter anderem mit drei Oscars ausgezeichnet. Ohne Frage ist die schauspielerische Leistung von Matthew McConaughey beeindruckend. Er nahm für diese Rolle 21 Kilo ab, um als AIDS-Kranker glaubhaft zu wirken. Mehr noch als mit seiner Erscheinung, überzeugt er mit seiner Spielweise. Ebenso überzeugen kann Jared Leto in der Rolle als Transfrau Rayon.
Die Geschichte wirkt vor allem in der ersten Hälfte glaubhaft, und die langsame Erzählform trägt nicht unwesentlich zum eindrücklichen Filmerlebnis bei. Leider kann der Film dieses hohe Niveau in der zweiten Hälfte nicht immer beibehalten. Es gibt einige Längen und melodramatische Ausrutscher, die den Gesamteindruck jedoch nur unmerklich beeinträchtigen.
Wieder einmal hat es eine Independend-Produktion geschafft, mit kleinem Budget und grossem Herz, Hollywoods Grossproduktionen in den Schatten zu stellen.
Wer auf gut gemachte Dramas steht, wird den „Dallas Buyers Club“ mögen!
Fazit: Ein gutes Independend-Drama mit hervorragender schauspielerischer Umsetzung.
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Originaltitel: Mein Schwiegervater, der Stinkstiefel
Regie: Sven Bohse
Musik: Jessica de Rooij
Drehbuch: Uli Brée
Produktion: © ARD Degeto / Tivoli Film Produktion
Kamera: Henner Besuch
Schnitt: Ronny Mattas
Deutschland / 2015
Hauptdarsteller: Michael Gwisdek / Mai Duong Kieu / Stefan Murr / Simon Schwarz / Marlene Morreis / Robert Palfrader…u.a.
HANDLUNG
Auf einer Urlaubsreise mit seinem Kumpel Otmar (dem Dorfpfarrer), heiratet Joe die junge Thailänderin Lamai. Als diese eines Tages vor der Tür seines väterlichen Bauernhofs steht, bringt das Joe in eine unangenehme Lage, denn sein Vater Hans weiss noch nichts von der Braut seines Sohnes und reagiert völlig schockiert.
Die Situation läuft total aus dem Ruder, als Joe nach der ersten Liebesnacht mit Lamai an einem Herzanfall stirbt. Laut Testament erbt Lamai den gesamten Hof, womit sich ihr Schwiegervater jedoch auf keinen Fall abfinden will - und auch Joes Ex-Frau Wiebke hat mit ihm noch eine alte Rechnung offen…
REZENSION
Culture-Clash-Komödien, oder wie in diesem Fall Tragikkomödien, sind nicht gerade eine neue Erfindung, haben jedoch ihren ganz eigenen Reiz und können - wenn sie so gut inszeniert und gespielt sind, wie in diesem vorliegenden TV-Film - bestens unterhalten.
Der Zusammenprall der beiden Welten, Thailand und das etwas rückständige Alpen-Dorf, ist heftig und nachhaltig. Der cholerische Schwiegervater wird wunderbar von Michael Gwisdek gespielt und die stoische Schwiegertochter eben so überzeugend von Mai Duong Kieu. Die beiden haben nun wirklich nichts gemeinsam, und diese Kontraste werden einander gekonnt in humorvoller und zuweilen auch nachdenklicher Weise gegenübergestellt.
Das chaotische Treiben ist vor allem zu Beginn abwechslungsreich und wird erst durch den etwas überhastet erzählten Schluss in seinem Fluss gebremst.
Alles in allem ist Sven Bohse mit seinem TV-Film eine unterhaltsame und kurzweilige Persiflage über das Fremdsein und das Spiessbürgertum gelungen, welches ich mir, trotz einiger Klischee-Fallen, gerne angesehen habe.
Vielleicht keine hohe Filmkunst, dennoch beste Unterhaltung in ansprechender Umsetzung!
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Originaltitel: Un cuento chino
Regie: Sebastian Borensztein
Musik: Lucio Godoy
Drehbuch: Sebastian Borensztein
Produktion: © Pampa Films / Tornasol Films / Television Federal
Kamera: Rodrigo Pulpeiro
Schnitt: Pablo Barbieri Carrera / Fernado Pardo
Argentinien / 2011
Hauptdarsteller: Ricardo Darin / Ignacio Huang / Muriel Santa Ana / Ivan Romanelli…u.a.
HANDLUNG
Der Einzelgänger Roberto betreibt in Buenos Aires ein Eisenwarengeschäft, das mehr schlecht als recht läuft. Roberto ist das recht, hat er doch sowieso mit den Menschen abgeschlossen. Er will in Ruhe gelassen werden und öffnet sich selbst gegenüber den schüchternen Annäherungsversuchen von Mari, der Schwester eines Bekannten, nicht.
Um der Welt zu beweisen wie skurril sie ist, sammelt er Zeitungsberichte mit unglaublichen Geschichten, die er fein säuberlich in ein Buch klebt.
Eines Tages fällt ihm sprichwörtlich der Chinese Jun vor die Füsse. Jun spricht kein Wort spanisch und scheint völlig mittel- und auch orientierungslos. Widerwillig hilft Roberto ihm bei der Suche nach seinem Onkel. Der Onkel ist aber nicht aufzufinden, und so beginnt für die beiden ungleichen Schicksalsgenossen eine über Wochen dauernde Odyssee. Roberto muss lernen, dass nichts so skurril ist wie das richtige Leben und findet überraschend einen Ausweg aus seinem misanthropischen Dasein…
REZENSION
Lassen Sie sich vom dümmlichen (und leicht rassistischen) deutschen Titel nicht abschrecken. Bei „Ein chinesisches Märchen“, so der Originaltitel, handelt es sich nicht um eine oberflächliche Komödie, wie der deutsche Titel vermuten lässt. Vielmehr haben wir es hier mit einer sehr vielschichtigen und subtilen Erzählung zu tun.
Dabei gibt es sowohl richtig witzige Situationskomik wie auch emotionale Momente, die dem Film seine sehr melancholisch-humorvolle Note verleiht.
Zu Beginn wirkt die Geschichte etwas holzschnittartig, gewinnt aber mit fortschreitender Laufzeit immer mehr an Tiefe und trotz aller Skurrilität auch an Glaubwürdigkeit. Das Gleiche gilt für die Figuren, die zu Beginn etwas plakativ wirken und sich dann immer mehr zu dreidimensionalen, vielschichtigen Persönlichkeiten entwickeln.
Trotz der melancholischen Note, ist der warmherzige Humor allgegenwärtig und zaubert dem Zuschauer ein konstantes Lächeln ins Gesicht.
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Originaltitel: Trumbo
Regie: Jay Roach
Musik: Theodore Shapiro
Drehbuch: John McNamara
Produktion: © Bleecker Street Films u.a.
Kamera: Jim Denault
Schnitt: Alan Baumgarten
USA / 2015
Hauptdarsteller: Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Michael Stuhlbarg, John Goodman…u.a.
HANDLUNG
In „Trumbo“ wird die wahre Geschichte des Hollywood-Drehbuchautors Dalton Trumbo erzählt, der in den 1940er Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei war und deshalb vom Ausschuss für unamerikanische Umtriebe vorgeladen wurde. Dalton Trumbo gehörte zu der, später als „Hollywood Ten“ bekannt gewordenen, Gruppe von Regisseuren und Drehbuchautoren, die sich weigerten, vor dem besagten Ausschuss auszusagen und aus diesem Grund 1948 zu Haftstrafen verurteilt wurden.
Trumbo landete wie viele andere auf der „schwarzen Liste“ und fand nach seiner Haftstrafe keine Arbeit mehr. Es gelang ihm, anonym als Drehbuchautor für den Filmproduzenten Frank King (King Brothers) zu schreiben.
Ein beinahe aussichtsloser Kampf gegen die Studiobosse und die US-Regierung begann. Während Trumbos Arbeit als Ghostwriter langsam aber sicher an die Öffentlichkeit drang, setzte Trumbo alles auf eine Karte, um seine Familie zu schützen und endlich wieder ein normales Leben zu führen…
REZENSION
Es gibt nicht viele Filme, die sich mit diesem finsteren US-Amerikanischen Kapitel beschäftigen. Mir persönlich ist nur noch der Streifen „Der Strohmann“ von Martin Ritt bekannt, der dieses Thema aufgriff – und das ist schon über dreissig Jahre her.
Hollywood tut sich aus nachvollziehbaren Gründen äusserst schwer, wenn es um die Aufarbeitung dieser heiklen Ereignisse geht, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Trumbo nicht von einem grossen Hollywood-Studio produziert wurde.
Dem vorliegenden Film gelingt es sehr eindrücklich, die unmenschlichen Machenschaften der McCarthy-Ära aufzuzeigen. Wobei das nicht unbedingt dem Drehbuch geschuldet ist, sondern vor allem der grossartigen schauspielerischen Leistung – allen voran Bryan Cranstons, der Dalton Trumbo kongenial verkörpert.
Den einzigen Vorwurf, den man dem Drehbuch machen kann: Zuweilen wurden die Ecken und Kanten sehr stark geschliffen. Es stellt sich dadurch eine Harmonie ein, die einen etwas irritierenden Kontrast zur eigentlichen Handlung bildet. Zudem hat man der Versuchung nicht widerstehen können, historische Begebenheiten zugunsten dramaturgischer Effekte etwas zu verfälschen.
Alles in allem aber ein ausgezeichneter Film, der ein äusserst wichtiges und erzählenswertes Zeitalter amerikanischer Geschichte behandelt…
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Originaltitel: 10 Things I Hate About You
Regie: Gil Junger
Musik: Richard Gibbs
Drehbuch: Karen McCullah Lutz / Kristen Smith
USA / 1999
Hauptdarsteller: Heath Ledger, Julia Stiles, Joseph Gordon-Levitt, Larisa Oleynik...u.a.
HANDLUNG
Bianca Stratford ist eine der beliebtesten Schülerinnen an der Padua-High-School. Ihr einziges Problem ist ihre Schwester Kat, die am untersten Ende der Beliebtheitsskala der Schule steht und mit ihrer ruppigen Art bei Lehrern wie Mitschülern aneckt.
Bianca möchte unbedingt mit ihrem Schulschwarm Joey ausgehen, was ihr aber von ihrem gestrengen Vater untersagt wird. Er stellt die Regel auf, dass Bianca erst mit einem männlichen Mitschüler ausgehen darf, wenn auch ihre ältere Schwester Kat ein solche Verabredung hat. Kat kann der Männerwelt allerdings gar nichts abgewinnen und bringt die kleine Schwester mit ihrer widerspenstigen Art auf die Palme.
Um endlich mit Bianca ausgehen zu können, besticht Joey den rebellischen Patrick, damit dieser Kat zu einem Date überredet. Doch der Plan geht gründlich schief, da sich Patrick tatsächlich in Kat verliebt und der schüchterne Cameron Bianca davon zu überzeugen versucht, dass Joey alles andere als der nette Schönling ist, für den ihn Bianca hält. Es kommt wie es kommen muss – die Geschichte gerät gründlich ausser Kontrolle...
REZENSION
In den 80er- und 90er-Jahren wurden unzählige High-School-Teenie-Kömödien produziert. Die meisten sind heute (zu recht) in Vergessenheit geraten. Ganz anders sieht das bei dem hier vorliegenden Werk aus, das sich mit seiner frischen originellen Art deutlich von seinen Genre-Kollegen abhebt.
Das ist zum einen auf die recht komplexe und vielschichtige Grundstory zurückzuführen, die sich im Wesentlichen auf Shakespeares „Die Widerspenstige Zähmung“ abstützt. Mit diesem Shakespeare-Element wird dann auch immer wieder gespielt. Zum anderen haben wir es hier mit einem unglaublich guten Cast zu tun, allen voran der leider viel zu früh verstorbene Heath Ledger, der mit der weiblichen Hauptdarstellerin Julia Stiles hervorragend harmoniert und dadurch eine Tiefe aufkommen lässt, wie sie normalerweise bei solchen High-School-Filmen nicht zu finden ist.
Im Grunde ist es kein High-School-Film, vielmehr ein gut gemachter Coming-of-Age-Film, bei dem die Akteure zufällig High-School-Schüler sind. So stehen dann auch nicht die Schulprobleme oder die Lehrer im Mittelpunkt, sondern die Beziehungen unter den Schülern.
Abschliessend will ich noch auf die kongeniale Filmmusik eingehen, die zum Gelingen des Filmes einen nicht unwesentlichen Beitrag leistet. Verwendet wurde hauptsächlich Independent-Musik aus dem Ska-Bereich. Es entsteht eine ausgezeichnete Atmosphäre, indem einzelne Bands wie beispielsweise die Save Ferris während des Filmes life performen und so den Szenen ein sehr authentisches Flair verleihen.
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Originaltitel: Learning to Drive
Regie: Isabel Coixet
Musik: Dhani Harrison / Paul Hicks
Drehbuch: Sarah Kernochan
USA / 2014
Hauptdarsteller: Ben Kingsley, Patricia Clarkson, Jake Weber, Grace Gummer...u.a
HANDLUNG
Die erfolgreiche Literaturkritikerin Wendy wird nach 21 Ehejahren von ihrem Mann verlassen. Zudem lebt ihre Tochter Tasha vorübergehend weit weg von New York im Hinterland von Vermont. Wendy will aus der Not eine Tugend machen und beschliesst, nun endlich ihren Führerschein zu machen, um ihre Tochter besuchen zu können.
Ihr Fahrlehrer ist in jeder Beziehung ungewöhnlich. Darwan ist ein Sikh und musste sein Heimatland aus politischen Gründen verlassen. Wendy ist schnell durch die bedachte und weise Art Darwans beeindruckt und erlangt ihre gewohnte Sicherheit zurück.
Während die beiden in den Strassenschluchten New Yorks herum kurven, wird bald beiden klar, dass jeder vom anderen etwas lernen kann. Eine aussergewöhnliche Freundschaft nimmt ihren Lauf…
REZENSION
Positiv zu vermerken ist, dass Ben Kingsley nach wie vor ein beindruckender Schauspieler ist und auch in diesem Streifen der spanischen Regisseurin Isabel Coixet zeigt, dass er in jede x-beliebige Rolle zu schlüpfen und diese glaubhaft zu verkörpern versteht. Er ist dann auch das Highlight dieser ansonsten eher konservativ umgesetzten Tragikkomödie.
Leider gewährt das Drehbuch keinen tieferen Einblick in die verschiedenen Charaktere. Während der Streifen zu Beginn noch recht flott inszeniert ist, gerät er dann etwas aus der Spur, wirkt allzu harmlos und uninspiriert. Erst im letzten Drittel, wo sich die Geschichte etwas mehr Darwan und seiner Ehefrau zuwendet, gewinnt das Ganze wieder an Fahrt – hinterlässt jedoch durch sein unvermitteltes Ende beim Zuschauer mehr Fragen als Antworten. Ich mag an sich Filme mit Enden, die offen gehalten sind, aber hier wirkt das unfertig und nicht zu Ende erzählt.
Grundsätzlich haben wir es mit einem netten Unterhaltungsfilm zu tun, den man sich durchaus mal ansehen kann - allein schon wegen Ben Kingsley…
09/12/16 15:25 Filed in: Drama
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Originaltitel: You‘re Not You
Regie: Geroge C. Wolfe
Musik: Jeanine Tesori
Drehbuch: Shana Feste / Jordan Roberts
USA / 2014
Hauptdarsteller: Hillary Swank, Emmy Rossum, Josh Duhamel...u.a.
HANDLUNG
Die glücklich verheiratete erfolgreiche Konzertpianistin Kate hat eigentlich alles, was sie sich wünschen kann. Um so grösser sitzt der Schock, als bei ihr ALS, eine unheilbare degenerative Nervenerkrankung, diagnostiziert wird.
Kate verliert nach und nach ihre motorischen Fähigkeiten und ist auf ihren Mann und später auf Pflegehilfen angewiesen.
Eines Tages bewirbt sich die chaotische Studentin Bec für die Stelle als Pflegerin. Obwohl sie keinerlei Erfahrungen in diesem Bereich aufweisen kann, stellt sie Kate, sehr zum Ärger ihres Mannes, ein.
Die unkonventionelle Bec schafft es, Kate wieder etwas Lebensfreude zu vermitteln, und umgekehrt sorgt Kate dafür, dass Bec zu mehr Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein findet. Doch Kates Krankheit schreitet fort und beiden ist klar, dass die neu entstandene Freundschaft schon bald auf eine schwere Probe gestellt werden wird...
REZENSION
Wer sich bei der Grundstory an „Ziemlich beste Freunde“ erinnert fühlt, liegt richtig. Die Gemeinsamkeiten sind vor allem zu Beginn der Geschichte unverkennbar. Ebenso unverkennbar wird aber mit fortschreitender Handlung, dass wir es hier nicht mit einer französischen Produktion zu tun haben, sondern mit einer US-amerikanischen. Das wird vor allem in der stetig wachsenden Melodramatik spürbar, die sich ab der Mitte des Filmes deutlich bemerkbar macht. Das ist schade, zerstört sie doch so etwas die Glaubhaftigkeit und menschliche Tragödie, die von Hilary Swank grandios verkörpert wird.
Was am Anfang etwas zu locker und beinahe schon slapstickartig inszeniert wird, kippt in der zweiten Hälfte ins Dramatische, gar Weinerliche. Wobei beides eigentlich gut inszeniert ist, der Kontrast vom einen zum anderen ist nur zu gross und wirkt deshalb ungewollt unrealistisch.
Alles in allem haben wir es aber mit einem durchaus sehenswerten Streifen zu tun, der vor allem auf schauspielerischer Ebene wirklich zu überzeugen weiss und die leichten Schwachpunkte im Drehbuch beinahe vergessen lässt.
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Originaltitel: The Way, Way Back
Regie: Nat Faxon & Jim Rash
Musik: Rob Simonsen
Drehbuch: Nat Faxon & Jim Rash
USA / 2013
Hauptdarsteller: Liam James, Steve Carell, Toni Collette...u.a.
HANDLUNG
Der Schüchterne und introvertierte 14-jährige Duncan verbringt die Sommerferien mit seiner Mutter, ihrem neuen Freund und dessen Tochter in einem Strandhaus auf Cape Cod.
Da er Trent, den neuen Freund seiner Mutter, überhaupt nicht leiden kann und dessen Tochter Steph ihn wie Luft behandelt, versucht er der gespielten Familienidylle zu entfliehen. Er heuert im nahe gelegenen Water-Wizz-Wasserpark an und freundet sich mit dem Manager Owen an.
Hier trifft Duncan auf eine ganz neue Welt. Er wird respektiert und so genommen, wie er ist. Sein wachsendes Selbstvertrauen bringt ihm zuhause aber nur noch mehr Probleme mit Trent ein. Allerdings beginnt sich die hübsche Susanna, die im benachbarten Strandhaus mit ihrer Mutter wohnt, für Duncan zu interessieren, und es sieht ganz so aus, als ob dieser Sommer für Duncan doch noch besser werden würde, als befürchtet...
REZENSION
Erwartet hatte ich ein unterhaltsames, einfach gestricktes Coming-of-Age-Filmchen. Geboten wurde mir eine sehr kurzweilige und vielschichtige Tragikkomödie, die sich weit von den 08/15-Coming-of-Age-Filmen abhebt.
Der etwas melancholische Charme dieser Sommergeschichte harmoniert hervorragend mit der schüchternen, unbeholfen wirkenden Hauptfigur und lässt eine ausgezeichnete Atmosphäre entstehen. Dabei wird von Beginn weg kräftig mit Klischees gespielt, ohne ihnen aber jemals zum Opfer zu fallen.
Die sehr ausgewogene Mischung aus Drama und Komödie machen den Film zu einem richtigen Wohlfühlfilm. Dabei ist er zu keiner Zeit langweilig. Die Dialoge sind stimmig und heben sich angenehm ab vom üblichen Hollywood-Kitsch, den man üblicherweise in solchen Filmen zu hören bekommt.
Die Story an sich ist glaubhaft und sehr gut in Szene gesetzt.
Kurz, wir haben es hier mit einem dieser Filme zu tun, bei denen man es sehr bereut, wenn sie zu Ende sind – ich hätte den Protagonisten noch lange zusehen können…
Fazit: Ein Coming-of-Age-Film mit Tiefgang und Witz, der sich angenehm von der Masse abhebt!
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Originaltitel: Samba
Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Musik: Ludovico Einaudi
Drehbuch: Erich Toledano, Olivier Nakache
Frankreich / 2014
Hauptdarsteller: Omar Sy, Charlotte Gainsbourg, Tahar Rahim, Izïa Higelin...u.a.
HANDLUNG
Der aus Senegal stammende Samba Cissé lebt und arbeitet, da er keine Aufenthaltserlaubnis besitzt, seit zehn Jahren illegal in Paris.
Er ist als Tellerwäscher in einer Grossküche beschäftigt. Als sich die Möglichkeit einer Festanstellung als Koch eröffnet, tritt Samba den dafür notwendigen Gang zu den Behörden an. Er erhält aber nicht wie erhofft eine Aufenthaltserlaubnis, sondern wird in Abschiebehaft gesetzt. Hier trifft er auf Alice, die sich nach einem Burnout ehrenamtlich im Sozialdienst engagiert.
Nachdem Samba freigelassen und aufgefordert wird Frankreich zu verlassen, taucht er unter. Es beginnt ein Leben mit ständig wechselnden Gelegenheitsjobs und Angst vor der Polizei.
Derweil kommen sich die schwermütige Alice und der unsichere Samba näher...
REZENSION
Wer diese Geschichte liest, kann kaum glauben, dass daraus ein humorvoller Film entstehen könnte. Und doch ist es den Machern von „Ziemlich beste Freunde“ ein weiteres Mal gelungen, aus einem sehr heiklen Thema, mit viel Einfühlungsvermögen und guten Dialogen, ein humoristisches Sozialdrama zu machen, wie ich es auf diesem Niveau schon lange nicht mehr gesehen habe.
Nur ganz selten gehen der Inszenierung etwas die „Pferde durch“ und wird der Humor etwas zu forciert eingesetzt. Ansonsten gelingt der Balance-Akt bewundernswert und eindrücklich.
Selbst die Gegenüberstellung eines Burnouts einer Managerin mit der existenziellen Not eines illegalen Einwanderers, wirkt auf mich nie deplatziert oder verfehlt. Beide Figuren sind in ihrer eigenen Welt gefangen und können sich durch ihre gegenseitige Hilfe aus ihrer jeweiligen Notlage heraus befreien. Die Geschichte wirkt glaubhaft und nachvollziehbar. Ehrlich gesagt finde ich in dieser Beziehung den hier vorliegende Film sogar besser als „Ziemlich beste Freunde“. Man hat es hier vorteilhafter verstanden, Komik und Realismus zu vermengen, ohne dass die Glaubwürdigkeit darunter zu leiden hätte.
Geschuldet ist diese Wirkung natürlich, nebst der einwandfreien Inszenierung, der grossartigen schauspielerischen Leistung von Omar Sy und Charlotte Gainsbourg.
Fazit: Ein brandaktuelles und anspruchsvolles Thema in erträglicher Form auf die Leinwand zu bringen, ist alles andere als eine leichtes Unterfangen. Hier ist das grandios gelungen!
Fest steht, Freunde des französischen Kinos kommen hier voll auf ihre Kosten!
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Originaltitel: Madagascar
Regie: Eric Darnell, Tom McGrath
Musik: Hans Zimmer
Drehbuch: Mark Burton, Billy Frolick…u.a.
USA / 2005
Studio: Dreamworks Animation
HANDLUNG
Marty, ein in einem New Yorker Zoo lebendes Zebra, befindet sich in einer Midlife Crisis. Er träumt von der Freiheit und den Weiten der afrikanischen Steppe. Sein Freund, Alex der Löwe, kann dieses Ansinnen gar nicht verstehen.
Nach einem missglückten Zooausbruch, wird Marty, zusammen mit seinen Freunden, dem Löwen Alex, der Giraffe Melman, der Nilpferd-Dame Gloria sowie den durchtriebenen Pinguinen Skipper, Kowalski, Rico und Privat auf einem Frachtschiff in ein Naturreservat in Kenia verschifft. Die Pinguine sind aber gar nicht begeistert vom Reiseziel und kapern kurzerhand das Schiff. Die ganze Gesellschaft landet schliesslich als Schiffbrüchige in Madagaskar. Ihre erste Erfahrung mit der Wildnis ist allerdings ganz anders, als sie sich das vorgestellt hatten…
REZENSION
Madagascar ist schräg, liebenswert und originell.
Trotzdem kann ich diesen Animationsstreifen aus dem DreamWorks-Studio nicht zu meinen Lieblingsfilmen zählen. Zum einen, weil dem Streifen einfach die Tiefe fehlt, wie man sie zum Beispiel aus Produktionen der Pixar-Studios kennt. Madagascar ist eindeutig für Kinder gemacht, nicht für Erwachsene.
Zum anderen sind die Hauptfiguren irritierenderweise die langweiligsten Charaktere im Film. Die vier Pinguine stehlen den vier Hauptfiguren ohne Frage die Show. Auch die Figur des Lemuren-Königs ist um Klassen witziger und interessanter ausgefallen als Marty oder Alex.
Ich habe mich dabei ertappt, wie ich gehofft habe, dass die Pinguine bald wieder erscheinen würden, während mich das Gekeife von Marty zu nerven begann.
Die Geschichte an sich ist im Grundkonstrukt originell, aber sehr einfach und flach umgesetzt, bis hin zum offenen Schluss, der wohl schon mit Blick auf Teil zwei konzipiert wurde.
Nein, wirklich begeistert bin ich von Madagascar nicht, als nette Unterhaltung kann man sich das dennoch durchaus mal ansehen.
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Originaltitel: The Monuments Men
Regie: George Clooney
Musik: Alexandre Desplat
Drehbuch: George Clooney, Grant Heslov
USA, Deutschland / 2014
Hauptdarsteller: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Cate Blanchett...u.a.
HANDLUNG
Während sich der Zweite Weltkrieg langsam seinem Ende zuneigt, wird immer deutlicher, dass die deutschen Einheiten gezielt, Kunstschätze stehlen und abtransportieren. Um diesem Treiben ein Ende zu setzen, wird in den USA unter der Leitung von Lt. Commander Frank Stokes eine Spezialeinheit „Monuments, Fine Arts, and Archives Section“ gegründet. Die Einheit besteht ausschliesslich aus Kunsthistorikern, Kuratoren, Architekten und Museumsdirektoren, die „Monuments Men“ genannt werden.
Ihr Auftrag besteht darin, hinter den Kampflinien die Kunstgüter in Kirchen, Museen etc. zu schützen und bereits gestohlene Kulturschätze wieder zu finden und zu sammeln.
Nach einem kurzen militärischen Crashkurs wird die Einheit ins Kriegsgebiet gebracht, wo sie sich an ihre Aufgabe macht.
Schnell wird klar, dass der Auftrag noch viel schwieriger wird als vorgestellt und ehe sie sich versehen, sind sie mitten drin im Krieg...
REZENSION
Kann ein Film, in dem Bill Murray, John Goodman, Matt Damon und George Clooney mitspielen, schlecht sein, habe ich mich gefragt. Wobei ich die beiden erstgenannten mit zu meinen Lieblingsschauspielern zähle. Dazu kommt eine sehr originelle Grundgeschichte. Ich muss gestehen, dass ich zuvor noch nie etwas von diesen „Monuments Men“ gehört hatte. Die Story interessierte mich, und ich habe mich auf den Streifen gefreut.
Bedauerlicherweise war die Vorfreude die einzige Freude, die mir dieses Werk bereitet hat. Das Drehbuch ist äusserst behäbig aufgebaut, die Dialoge, um es mal zurückhaltend zu formulieren, banal. Zudem erinnert die ganze Inszenierung an Kriegsfilme aus den 50er- oder 60er-Jahren. Wobei man nur die pathetische Opulenz und die äusserst einseitige Weltsicht aus dieser Zeit übernommen hat.
So werden sämtliche Figuren äusserst holzschnittartig wiedergegeben. Die Deutschen sind alle charakterlose Lumpen oder Naivlinge und die Russen natürlich böse und angsteinflössend. Als wären siebzig Jahre historischer Aufarbeitung komplett spurlos an Herrn Clooney, der das Drehbuch verfasst hatte, vorbeigezogen.
Selbst so herausragende Schauspieler wie John Goodman und Bill Murray wurden derart zurückgebunden, dass sie grösstenteils blass und unscheinbar wirken. Cate Blanchett als französische Résistance-Aktivistin ist meiner Meinung nach eine Fehlbesetzung. Eine Audrey Tautou oder Sophie Marceau wären wohl die bessere Wahl gewesen.
Wie auch immer. Ich habe daraus zwei Dinge gelernt: Erstens, es gab Monuments Men im Zweiten Weltkrieg und zweitens, ich werde mir keinen Film mehr ansehen, bei dem George Clooney Regie führte oder das Drehbuch verfasst hat – so gesehen war der Streifen nicht ganz für die Katz...
Fazit: Kann man sich ansehen, wenn einem langweilig ist, muss man aber nicht gesehen haben, dafür ist das Leben eigentlich zu kurz.
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Originaltitel: Hot Pursuit
Regie: Anne Fletcher
Musik: Christophe Beck
Drehbuch: David Feeney / John Quaintance
USA / 2015
Hauptdarsteller: Reese Witherspoon, Sofia Vergara…u.a.
HANDLUNG
Daniella Riva und ihr Mann sind die einzigen Zeugen, die gegen den inhaftierten Kartellboss Vicente Cortez aussagen können. Als die beiden in ihrem Haus von der Polizistin Rose Cooper und ihrem Kollegen abgeholt werden, geraten sie in einen Hinterhalt, dem Daniellas Ehemann und auch Roses Kollege zum Opfer fallen.
Die beiden sehr ungleichen Frauen sind nun auf sich allein gestellt. Bald zeigt sich, dass wohl nicht nur Kartellmitglieder hinter den beiden Frauen her sind, sonder gewisse Polizisten ebenfalls auf der Gehaltsliste des Kartellbosses stehen. Der Weg bis zum Gericht in Dallas ist lang und Gefahr lauert an jeder Strassenecke. Officer Cooper ist eine pedantische Paragrafenreiterin und Danielle Riva eine exzentrische Nervensäge, was schon bald für ordentlich Ärger zwischen den beiden Damen sorgt…
REZENSION
Roadmovies mit zwei weiblichen Hauptdarstellerinnen sind auch heutzutage immer noch etwas eher Seltenes. Vermutlich war das auch der Reiz, den Reese Witherspoon dazu verleitete, nicht nur eine Hauptrolle zu übernehmen, sondern den Streifen auch gleich mitzuproduzieren.
Es gibt einige durchaus witzige Dialoge zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen. Die Handlung an sich ist jedoch sehr einfach gestrickt und leicht zu durchschauen. Auch das Drehbuch besticht nicht gerade durch Originalität.
Obwohl Reese Witherspoon und Sofia Vergara ihre Parts gut verkörpern, gelingt es ihnen nicht, die beschriebenen Mängel zu überspielen. Vielmehr operieren die beiden in nicht wenigen Szenen an der Grenze zum Overacting, was die Geschichte zuweilen noch alberner wirken lässt, als der Glaubwürdigkeit gut tut.
Es sind dann immer wieder kleine Szenen, kurze Sätze oder gar nonverbale Einlagen zwischen den beiden, die einem von Zeit zu Zeit doch wieder ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern und aufzeigen, dass die Chemie zwischen ihnen sehr gut funktioniert. Dass beide Figuren dem Zuschauer nicht wirklich ans Herz wachsen, liegt eindeutig am etwas unbeholfenen Drehbuch und der konzeptionellen Umsetzung und nicht am schauspielerischen Können.
Alles in allem eine einfach gestrickte Roadmovie-Komödie, die vor allem Fans der beiden Hauptdarstellerinnen ansprechen dürfte. Ansonsten nette Unterhaltung für zwischendurch ohne Anspruch auf mehr…
Fazit: Ein Streifen, den man nicht gesehen haben muss, den man sich aber durchaus mal ansehen kann.
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Originaltitel: The Oranges
Regie: Julian Farino
Drehbuch: Ian Helfer & Dean Vanech
Musik: Klaus Badelt & Andrew Raiher
USA / 2011
Hauptdarsteller: Hugh Laurie, Oliver Platt, Leighton Meester…u.a.
HANDLUNG
Im Zentrum der Geschichte stehen zwei Familien, die seit Jahren eng befreundet sind. Die Väter gehen zusammen joggen, die Familien grillieren zusammen usw..
Das idyllische Vorstadtleben wird aber auf eine harte Probe gestellt, als sich David Walings in die Tochter seines Freundes und Nachbarn verliebt…
REZENSION
Nein, ein "Feel-Good-Movie" mit kitschigem Happy End ist das nicht, was man in "The Oranges" (ich weigere mich, den schwachsinnigen deutschen Synchro-Titel zu nennen) geboten kriegt, deshalb wohl auch die vielen kritischen Meinungen zu diesem Streifen… Mir hat er ausserordentlich gut gefallen. Sehr realistisch, mit Humor und ruhigen Bildern wird hier eine richtig gute Geschichte erzählt. Vieles bleibt unausgesprochen oder unvollendet, und genau diese Feinheiten sind es, die diesen kleinen Film zu einem bemerkenswerten Werk machen. Hugh Laurie und auch Leighton Meester spielen richtig stark und harmonieren erstaunlich gut zusammen. Wer sich gerne interessante Geschichten ansieht und kein hoffnungsloser Hollywood-Junkie ist, dürfte an diesem Film Gefallen finden. Fazit: Eine originelle und in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Tragikkomödie, die auch etwas zum Nachdenken anregen kann. Von mir eine klare Empfehlung!