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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
34. Kapitel: Die Unsterblichkeit der Seele
2.
Nun könnte jemand an dieser Stelle einwenden, es sei unmöglich, daß die Seelen, deren Existenz vor kurzem begonnen hätte, lange Zeit fortdauerten; sind sie unsterblich, dann müßten sie auch unerzeugt sein, haben sie aber durch Zeugung einen Anfang genommen, dann müßten sie auch mit dem Körper sterben. Darauf ist zu erwidern, daß ohne Anfang und ohne Ende, ganz unveränderlich und immer derselbe allein Gott der Allerhöchste ist, alles aber, was von ihm gemacht worden ist und gemacht wird, im Entstehen seinen Anfang nimmt und nach dem Willen seines Schöpfergottes fortdauert und sich in die Länge der Jahrhunderte erstreckt. Wie er ihnen in diesen Dingen die Existenz verlieh, so verleiht er ihnen auch hernach die Fortdauer.