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Im Juli 2019 sind die Dramaturgin und Autorin Ursula Werdenberg und die SRF Hörspiel-Regisseurin Päivi Stalder nach Ulaanbaatar in die Mongolei gereist. Sie haben an der Mongolian National University of Arts and Culture MNUAC einen Intensiv-Summerschool-Workshop geleitet. Das Thema des Workshops: «What does Homeland mean in Terms of Globality and how does Homeland sound in Mongolia?» Aus den Klängen Ulaanbaatars und Texten über ihre Heimat haben die Studierenden vier Kurzhörspiele realisiert:
Die Kurzhörspiele aus der Mongolei
«The Human» von B. Enkhtsetseg, T. Altansum, T. Munkhjargal
Die wahre Geschichte eines Obdachlosen in Ulaanbaatar, der vom Land in die Grossstadt zog, um für seine Familie Geld zu verdienen. In der Stadt gerät er unter Alkoholeinfluss in eine Schlägerei, landete im Gefängnis, kommt nach vier Jahren wieder raus und realisiert, dass er seine Familie und Heimat verloren hat.
«The Horse» von O. Dashdorj, A. Sukhbold, E. Jambaldoo
Ein Stück mongolische Heimat: Das traditionelle Pferderennen an Naadam (Nationalfeiertags-Spiele) mit Kindern als Jockeys. Es ist die Geschichte über eine Freundschaft zwischen Kind und Pferd. Der Junge Munkhuu wird von seinem Vater und einem Nachbarn auf das wichtige Rennen vorbereitet. Es ist Munkhuus erstes Pferderennen, und er kam, sah und siegte.
«The Field Sound» von T. Battulga und O. Shinechuluun
Die Geschichte basiert auf populären mongolischen Bräuchen: Bei der Geburt schenkt die Mutter dem Baby das Wiegenlied «Buuvein Duu», damit das Kind stark und furchtlos wird. Der Vater schneidet aus dem Filz der Jurte einen Fuchs, der zeigt, dass sein Kind als Mongole geboren wurde.
«The Last Day» von A. Tumurbaatar, E. Gankhuu, U. Ganbold
Die Geschichte über einen Bären und einen Baum. Der Gobi-Bär, beheimatet in der mongolischen Gobi- Wüste, ist vom Aussterben bedroht. Diese poetische Geschichte ist ein Gedankenaustausch zwischen dem letzten Gobi-Bären und einem Wüsten-Baum, der in seinem Schatten dem erschöpften Bären die letzte Ruhe schenkt.
Das Schweizer «Spiegelbild» dieses Heimat-Projekts ist an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK entstanden. Till Löffler, Musiker und Dozent für Komposition und Musiktheorie ZHdK, hat mit Studierenden des Fachs Komposition den vier mongolischen Produktionen fünf Schweizer Hörstücke gegenübergestellt.
Die Kurzhörspiele aus der Schweiz
«Heimatlos» von Ksenia Ignatenko
Eine junge Frau hat ihre Heimat verloren. Sie erzählt von ihrer Reise und versucht herauszufinden, was Heimat ist, was diese für sie bedeutet und ob sie jemals ihre wahre Heimat finden wird.
«Heimat» von Emanuel Steffen
Wie und wo kann Heimat sein? In einer Morgenshow wird diese Frage in den Tag geworfen, gelangt in ein Grossraumbüro und sorgt dort für Diskussionen.
«Homeland» von Renzo Sartori
Was wäre, wenn Ihr Heimatland das Einzige wäre, an das Sie sich erinnern könnten? Das Hörspiel versucht, Erinnerungen eines Mannes wiederherzustellen und spielt mit alten und neuen Klängen, Stimmen und Musik. Was ist Realität, was ist Erinnerung und kann man sie unterscheiden?
«Heimat in Zeiten der Krise» von Leo Brennauer
Ein Hörspiel über die Suche nach «Heimat», deren Auseinandersetzung gerade in Zeiten der Krise an Aktualität gewinnt. Mit heimatlichen Zitterklängen und aktuellen Pressezitaten entführt das Hörspiel in eine Klangwelt voller lebendiger Antworten auf die Frage nach «Heimat».
«Heimat zum Weggehen» von Cédric Schlegel
Der Medieneinfluss auf die Gesellschaft: Wie weit lässt sich eine Gesellschaft durch Medienberichte manipulieren? Glauben wir alles, was uns erzählt wird, oder hinterfragen wir jede erhaltene Information zweimal? Kann es soweit kommen, dass eine Gesellschaft dadurch ihre Heimat verlässt?
Zwei unterschiedliche Länder, das eine gross und weit, das andere klein und bergig, und doch klingen die Kurzhörspiele und Sound-Collagen alles andere als fremd.
Project Mongolia - Switzerland 2019 «New Radio Play»
Der Hörspielworkshop in der Mongolei war eine Zusammenarbeit von MNUAC, School of Broadcasting and Media Arts SBMA, Mongolian National Broadcasting MNB, NGO Urban Nomads // Nomad Citizens und SRF. Das Projekt wurde unterstützt von der Swiss Agency for Development and Cooperation SDC/DEZA.
Das «Heimat-Projekt - Schweiz» war eine Semester-Arbeit von fünf Bachelorstudierenden der Kompositionsklasse von Till Löffler an der Zürcher Hochschule der Künste.
Von Dialekt-Hörspiel bis zum Experimental-Stück: Jede Menge Geschichten, die umtreiben und bewegen.
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