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Schwarzwald (Baden-Württemberg), 1724 datiert
farbloses Glas mit Schnittdekor
H. 8,8 cm; Dm. 7,6 cm (oben); Dm. 5,1 cm (Standfläche)
Inv. 2011.200.
Der dickwandige, konische Glasbecher ist mit einem eingeschnittenen Ornamentband, dem Wappen der Basler Famile Ryhiner und einer Inschrift auf der gegenüberliegenden Seite geschmückt. Diese nennt den Namen Benedict Ryhiner und den Ort Peterstal und das Datum 20. Juli 1724. Der Zusatz SMC hinter dem Namen weist auf den Status des späteren Pfarrers Benedict Ryhiner (1696-1768) als „Sancti Ministerii Candidatus“, also Kandidat für das Predigtamt. Das Bad Peterstal im Schwarzwald war – zusammen mit dem benachbarten Ort Griesebach – ein seit dem Mittelalter bekanntes Heilbad, das wegen seines Sauerbrunnens von zahlreichen Badegästen besucht wurde. Zu ihnen scheint auch Benedict Ryhiner gezählt haben, der diesen Aufenthalt in der Inschrift auf dem Becher festhalten liess, zwei Tage nach Vollendung seines 28. Lebensjahres. Glasbecher mit Ansichten der besuchten Orte entwickelten sich im Verlaufe des 19. Jahrhunderts zu sehr beliebten Souvenirs. In diesem Becher, der nur durch die Ortsangabe auf einen Badeaufenthalt hinweist, darf man wohl einen Vorläufer dieser Gattung sehen.