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Unter Transnationalismus wird die (geistige oder reale) Verbindung verstanden, die Migrantinnen und Migranten zwischen ihrem Herkunftsland und der Aufnahmegesellschaft herstellen. Die folgenden Indikatoren untersuchen die Art dieser komplexen Verbindung. Sie geben Aufschluss über die Formen der Verbindung zwischen dem "hier" (Schweiz) und dem "dort" (Herkunftsland), die Migrantinnen und Migranten sowie ihre Nachkommen im Laufe der Zeit herstellen, sowie über die Art und Weise, wie sie diese aufrechterhalten.
Verwandte im Ausland
73% der Personen mit Migrationshintergrund haben mindestens ein nahes Familienmitglied, das im Ausland lebt. In 49% der Fälle handelt es sich dabei um Geschwister, bei 36% ist es die Mutter und bei 30% der Vater. Die Grosseltern werden mit 27% am vierthäufigsten genannt. Nahezu 10% haben Kinder in einem anderen Land, wobei diese bei 6% volljährig und bei 3% minderjährig sind. Lediglich 3% der Personen mit Migrationshintergrund geben an, eine Partnerin bzw. einen Partner oder Enkelkinder im Ausland zu haben. Durchschnittlich werden zwei Familienmitglieder genannt, die ausserhalb der Schweiz wohnen.
|Geschwister||49.0|
|Mutter||36.8|
|Vater||30.4|
|Grosseltern||26.6|
|Kinder (18+)||6.4|
|Enkelkinder||3.9|
|Partner/in||3.3|
|Kinder (-18)||2.6|
Der Anteil der Personen mit nahen Verwandten im Ausland variiert stark nach Migrationsstatus. Bei den Personen der ersten Generation beläuft er sich auf 87%, bei jenen der zweiten Generation auf 56%.
Reisen ins Herkunftsland
67% der Bevölkerung mit Migrationshintergrund besuchen ihr Herkunftsland mindestens einmal pro Jahr. Dieser Anteil unterscheidet sich je nachdem, ob sie dort ein nahes Familienmitglied wie ein Elternteil oder Geschwister haben. Bei den Personen mit nahen Verwandten beläuft sich der Anteil jener, die mindestens einmal jährlich in ihr Herkunftsland reisen, auf 75%, bei den Personen ohne nahe Verwandte auf 47%.
Der Anteil der Personen, die häufig in ihr Herkunftsland reisen, variiert nach Migrationsstatus. Bei den Personen der ersten Generation beläuft er sich auf 76%, bei jenen der zweiten Generation auf 63%.
Der Anteil der Personen, die ihr Herkunftsland mindestens einmal jährlich besuchen, beläuft sich bei den Staatsangehörigen der EU28- und EFTA-Länder auf 82%, bei jenen der übrigen europäischen Länder auf 79% und bei jenen der aussereuropäischen Länder auf 41%. Die festgestellten Unterschiede nach Staatsangehörigkeit sind unter anderem auf die räumliche Entfernung zwischen der Schweiz und den verschiedenen Herkunftsländern zurückzuführen.
Art des Kontakts und des Austauschs
Die Personen mit Migrationshintergrund mit nahen Verwanden im Ausland haben zu 89% mindestens einmal monatlich per Telefon oder übers Internet Kontakt (Fernkontakte), 76% besuchen ihre Verwandten mindestens einmal jährlich und 20% schicken mindestens einmal pro Jahr Geld. Fernkontakte sind die häufigste Art des Kontakts und des Austauschs. 72% pflegen sowohl monatliche Fernkontakte als auch jährliche Besuche.
Unabhängig von der Art des Kontakts (Fernkontakte, Besuche, Geldüberweisung) sind die Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation häufiger in Verbindung mit dem Herkunftsland als jene der zweiten Generation. Dieser Unterschied zwischen den Generationen ist bei den Fernkontakten statistisch signifikant, bei den Besuchen und Geldüberweisungen handelt es sich hingegen eher um eine Tendenz.
Während sich die Ergebnisse für Besuche und Geldüberweisungen nach Staatsangehörigkeit betrachtet unterscheiden, werden Fernkontakte von diesem Faktor nicht beeinflusst. Personen aus den europäischen Ländern ausserhalb der EU28 und EFTA schicken ihren Familienangehörigen im Ausland doppelt so häufig Geld wie Personen aus den EU28- und EFTA-Ländern.
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