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Schon der Ursprung des Worts «Design», welches sprachgeschichtlich vom italienischen «disegno» stammt, weist auf den historischen Einfluss und die lange Tradition italienischer Erfindungsgabe hin.
Entwerfen: Grosse Dinge schaffen
Der Florentiner Maler, Architekt und Kunsthistoriker Giorgio Vasari (1511 – 1574) führte die Malerei, Bildhauerei und Architektur unter dem Begriff «arti del disegno» d. h. «Künste des Entwerfens» zusammen, wobei er darunter die ursprüngliche Konzeption eines Bildes sprich den Entwurf einer späteren Ausführung verstand. Wer die grosse Kunst des Entwerfens beherrsche, verfüge über unvergleichliche Macht und werde mit nicht mehr als Feder und Pergament Dinge schaffen, die grösser sind als alle Türme der Welt, schrieb Vasari.
Formvereinfachte Unikate
Giorgio Vasari geht einen Schritt weiter und vergleicht die Inspiration des Künstlers im Entwerfen mit derjenigen eines Dichters. Dieser Vergleich leuchtet umso mehr ein, als die Künstler und Kunsthandwerker zu Zeiten Vasaris ihre Werke eigenhändig als Einzelstück oder in kleiner Auflage herstellten. Dabei wurde Design lange mit einer Formvereinfachung und damit besseren Benutzbarkeit, höherer Qualität und gerechterem Preis gleichgesetzt.
Meister des Industriedesigns
Mit der industriellen Revolution im späten 18. und 19. Jahrhundert kam die Mechanisierung von Handarbeit, welche durch maschinelle Massenproduktion die Abkehr von eigenhändig gefertigten Unikaten brachte. So hiess die Gestaltung von Industrieprodukten in deutschsprachigen Ländern bis 1945 noch nicht Design, sondern «Produktgestaltung» oder «industrielle Formgebung». Heute bedeutet Design vor allem Industriedesign, also Entwurfsarbeit für die serielle Produktion von Gebrauchsgegenständen. Und darin sind die Italiener die unangefochtenen Meister!
Von Gaetana Aulenti (Architektur) bis hin zu Achille Castiglioni und Vico Magistretti (Industriedesign): Zahlreiche italienische Designer haben einen gewichtigen Beitrag daran geleistet, dass sich Italien im Jahrzehnt zwischen 1950 und 1960 als internationaler Treffpunkt kreativer Generationen etablierte. In der Architekturwelt stehen Namen wie Ettore Sottsass, Studio Archea, Paolo Deganello oder Alessandro Mendini für eine klare und faszinierende Formensprache.
Rigorose Fantasie
Der italienische Stil zeichnet sich durch eine Mischung von Fantasie und Rigorosität der Gestaltung aus. Dies ist nicht zuletzt den hervorragenden Bildungsinstitutionen in Form von avantgardistischen Schulen für Formgestaltung, Hochschulfakultäten, Ausstellungen und anderen Kommunikationsträgern zu verdanken. Das gegenwärtige Panorama der italienischen Designwelt ist daher sehr diversifiziert und dynamisch, mit einem flexiblen Vertriebs- und Produktionsnetz und einer ganzen Reihe von Betrieben, die viele junge Talente gefördert und ihnen zum Erfolg verholfen haben.
Entdecken Sie auf den folgenden Seiten, faszinierend schöne Beispiele für die Italianità im Innendesign.