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Barrierefreie Website und barrierefreies Design
Wussten Sie, dass ungefähr 20% der Bevölkerung körperliche oder geistige Einschränkungen haben, die sie oft daran hindern, Webseiten zu lesen oder in Webshops einzukaufen? Wenn Sie dies vermeiden möchten, müssen Websites und Webshops möglichst barrierefrei oder barrierearm aufgebaut und gestaltet werden. Wir beraten Sie gerne zu barrierefreiem Webdesign und setzen für Sie barrierearme und barrierefreie Websites um.
Barrierefreies Webdesign
logische Struktur
Bildbeschreibungen und Untertitel
kontrastreiches Design
unterstützt assistierende Technologien
Screenreader friendly
Kontakt aufnehmen
Was ist eine barrierefreie Website?
Eine barrierefreie Website bzw. ein barrierefreier Webshop erfüllt die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), die vom World Wide Web Consortium (W3C) festgelegt wurden. Diese Kriterien stellen sicher, dass die Inhalte der Website auch für Menschen zugänglich sind mit visuellen, auditiven, motorischen oder kognitiver Einschränkungen. Das World Wide Web Consortium ist eine Mitglieder-Organisation mit dem Zweck der Standardisierung der Techniken des Internets.
Aktuell gültig (2019) ist der Standard WCAG 2.0, der verschiedene Stufen der Barrierefreiheit vorsieht:
- A = grundlegende Barrierefreiheit, minimale Zugänglichkeit
- AA = professionelles Niveau, gute Zugänglichkeit
- AAA = Experten-Niveau, sehr gute Zugänglichkeit
WCAG: Die Web Content Accessibility Guidelines auf einen Blick
Der WCAG Standard enthält vier Grundprinzipien, zwölf Richtlinien mit den wesentlichen Zielen, testbare Erfolgskriterien sowie Empfehlungen zur Verwendung bestimmter Techniken. Für jede der Richtlinien und alle Erfolgskriterien ist im WCAG 2.0-Dokument selbst eine grosse Anzahl an Techniken dokumentiert.
Diese Techniken sind informativ und fallen in zwei Kategorien: jene, die ausreichend sind, um die Erfolgskriterien zu erfüllen und jene, die empfohlen werden. Die empfohlenen Techniken gehen über das hinaus, was von den einzelnen Erfolgskriterien verlangt wird und ermöglichen es, die Richtlinien besser anzugehen. Bei der Zertifizierung sind drei verschiedene Konformitäts-Stufen vorgesehen: A, AA und AAA (höchste Konformität).
1. Wahrnehmbarkeit
- Erleichterungen zum vereinfachten Sehen und Hören der Inhalte
- Text-Alternativen zu allen non-text Inhalten
- Untertitel zu sämtlichen multimedia Inhalten
- Mehrere Darstellungsarten bereitstellen
- Reizüberflutung vermeiden (epileptische Anfälle)
2. Bedienbarkeit
- durchgehend Tastatur-Steuerung ermöglichen
- ausreichend Zeit für den Konsum der Inhalte bereitstellen
- Reizüberflutung vermeiden (epileptische Anfälle)
- Navigationshilfen und Wegweiser bereitstellen
- Tastatur-Alternativen für Inputs unterstützen (auto. Vorschläge)
3. Verständlichkeit
- Texte lesbar und verständlich machen
- Inhalte kurz, prägnant und einfach halten
- Inhalte ausreichend illustrieren
- übersichtlicher Aufbau und Struktur
- Inhalte und Bedienung voraussehbar gestalten
4. Robustheit
- kompatibel mit assistierenden Technologien
- valider und syntaktisch korrekter HTML Code
- gute Qualität der Multimedia-Inhalte
- schlichtes Design
- gute Kontraste
Barrierefreie PDF auf der Website
Aus SEO-Sicht raten wir grundsätzlich vom Einsatz von PDF Dokumenten auf Websites ab. Wenn es nicht anders gehen sollte, empfehlen wir, die PDF barrierefrei zu gestalten. Dabei gilt es die folgenden Punkte zu beachten:
PDF Tags verwenden zur Auszeichnung der Sprache, Überschriften, Bilder, Absätze und Listen.
Korrekte Lesereihenfolge für Screenreader gewährleisten
Umfliess-Funktion verwenden: Damit lässt sich ein mehrspaltiges Dokument in ein einspaltiges umformen.
Bilder im PDF mit Alternativtexten versehen
Lesezeichen logisch und sinnvoll einsetzen, damit User direkt an eine bestimmte Stellen springen können.
Dokument automatisch prüfen lassen und mit assistierenden Technologien testen.
Von welchen Barrieren gehen wir aus?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen körperlichen (visuellen, auditiven, motorischen) und geistigen Einschränkungen.
Von der Sehschwäche bis zur totalen Blindheit
Sehschwäche reicht von unscharfem Sehen von Texten und Bildern bis hin zum kompletten Sehverlust. Ausserdem gehören Flecken im Sichtfeld oder Farbenblindheit zum Spektrum.
Massnahmen zur Barrierefreiheit
Je nach Zielgruppe sind kontrastreiches Design, Farbspektren ausserhalb von Rot und Grün bis hin zur Optimierung der Inhalte für Screenreader und Keyboard-Steuerung nötig.
Von der Hörschwäche bis zur Taubheit
Akustische Inhalte können nicht oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden.
Massnahmen zur Barrierefreiheit
Abhilfe schaffen Transkriptionen – also Abschriften – von akustischen Inhalten wie z.B. Videos oder Podcasts.
Motorische Einschränkungen
Wenn es nicht möglich ist, mit Fingern auf einer Tastatur zu schreiben oder eine Maus zu bedienen.
Massnahmen zur Barrierefreiheit
Ein strukturierter Seitenaufbau sowie die Möglichkeit, mithilfe von Keyboard-Steuerungen oder assistierenden Hilfsmitteln zu navigieren.
Geistige Einschränkungen
Informationen werden nicht verstanden, weil Sprachkenntnisse oder geistige Fähigkeiten zu gering sind.
Massnahmen zur Barrierefreiheit
Texte in Plain Language oder sogar in leichter Sprache schreiben.
Kosten der Zertifizierung von barrierefreien Websites
In der Schweiz übernimmt «Zugang für alle» (Access for all) die Zertifizierung von barrierefreien Websites. Access for all ist die Schweizer Stiftung zur behindertengerechten Technologie-Nutzung mit Sitz in Zürich. Die Kosten der Zertifizierung richten sich nach dem Projektumfang. Eine Zertifizierung enthält das Jahr sowie die Konformitäts-Stufe in Bezug auf die Barrierefreiheit.
Einfache Website
- statische, sehr kleine Website
- keine speziellen Technologien wie Flash oder AJAX
- keine Applikationen wie ein Online Shop
- keine PDF
ab CHF 2'800.-
Standard-Website
- Einsatz eines Web-Applikations-Systems
- Einsatz von JavaScript
- Einsatz von PDF
- verschiedene Formulare
ab CHF 4'600.- bis CHF 6'600.-
Komplexe Websites oder Web-Applikationen
- mit zahlreichen Seiten
- Einsatz verschiedener Web-Technologien
- viele dynamische JavaScript-Widgets
Verrechnung nach Aufwand
Barrierefreie Websites FAQs
Was sind die wichtigsten Grundprinzipien in den WCAG Richtlinien?
An der Spitze der Web Content Accessibility Guidelines stehen vier Prinzipien, welche die Grundlage der Barrierefreiheit im Web darstellen: Wahrnehmbarkeit (Kontraste, Textalternativen zu Videos, Bildern und Ton), Bedienbarkeit (Tastatur-Navigation, realistische Zeitbegrenzungen), Verständlichkeit (einfache Sprache, klare Struktur) und Robustheit (kompatibel mit assistierenden Technologien).
Wer legt die Kriterien für barrierefreie Websites fest?
Die Standards für barrierefreie Websites und Webshops legt das World Wide Web Consortium (W3C) in den so genannten Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) fest. Aktuell gültig ist der Standard WCAG 2.0. Dabei gibt es verschiedene Stufen der Barrierefreiheit.
Was nützt die Barrierefrei-Zertifizierung?
Eine Zertifizierung bestätigt die Einhaltung der W3C Richtlinien. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass eine Website barrierefrei zugänglich ist und die Standards einhält. Menschen mit Behinderung, Senioren, Menschen mit weniger Erfahrung im Umgang mit Webseiten profitieren im Allgemeinen von barrierefreien Websites, für viele ist nur dann eine Nutzung möglich.
Wer zertifiziert barrierefreie Websites?
Die Schweizer Stiftung «Zugang für alle» ist die unabhängige Zertifizierungsstelle für barrierefreie Websites. Sie auditiert und zertifiziert gemäss den Richtlinien der W3C und den Standards WCAG 2.0. «Zugang für alle» ist spezialisiert in der Beurteilung der Barrierefreiheit von Websites und hat bereits viele hundert Schweizer und internationale Websites geprüft.
Was kostet die Zertifizierung einer barrierefreien Website?
Die Preise von «Zugang für alle» (Access for all) richten sich nach der Grösse der Website und variieren zwischen 2'800 und 6'600. Bei sehr umfangreichen Projekten wird nach Aufwand verrechnet.
Referenzen zu barrierefreien Websites
In den folgenden Projekten sind barrierefreie bzw. barrierearme Websites umgesetzt worden. Im Wesentlichen geht es jeweils darum, die Website-Navigation und Funktionalität für die Bedienung via Screenreader und Tastatur fit zu machen. Dabei kommt Elementen wie Formularfeldern oder Bilder-Slider besondere Bedeutung zu, weil sie strategisch und für das Informationsbedürfnis der User entscheidend sind.