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Sehr nebenamtlich tätiger Veloklub, ein reiner Amateurklub. Vereinspräsident war Otto Gall, wohnhaft gewesen im Schönauring 67. Sein Klub war um 1958-1962 herum aktiv. Otto Gall versuchte, vielversprechende Talente zu fördern und veranstaltete in Seebach Strassenrennen. Damals in den 1950er Jahren musste man bei nur etwa 10 «Rennfahrern» noch keine Strassen absperren lassen und die Polizei wurde über die Rennen auch nicht immer informiert. Vor allem jene Rennen, welche an der Käshaldenstrasse ihren Start hatten, waren nicht angemeldet. Sie wurden nach aussen als sehr schnelle Klubausfahrt dargestellt. Allerdings nicht aus Pflichtwidrigkeit, sondern wegen Zeitproblemen. Otto Gall sah seinen Klub in erster Linie als Talentschuppen und scheute administrative Umtriebe jeglicher Art, insbesondere alle Arten von Amtlichkeit, die ihm wegen dem unglaublichen Zeitverlust zutiefst zuwider waren.
Mehrmals war ich an solchen Rennen dabei, einmal sogar in fotografischer Mission, wobei fast immer Peter Rubitschung vom Schönauring 120, manchmal aber auch Marcel Meier vom Schönauring 65 gewann. Gärtner Georg Camenzind machte dann jeweils ein bisschen Werbung für seine Gärtnerei und war Spender des Siegerkranzes, des Blumenstrausses oder des Blumentopfes. Der Zuschaueraufmarsch hielt sich in sehr engen Grenzen und beschränkte sich meist auf ein paar stolze Mütter mit ein oder zwei Dutzend Kindern oder anderen Familienangehörigen der Fahrer. Und auch dies nur, wenn das Ziel bei der Bäckerei Hippin an der Hertensteinstrasse lag.
Die kleinen Mädchen quietschten dann vor Freude, wenn sie ihre grossen Brüder «vorbeirasen» sahen. Sie sorgten mit ihrem Quietschen schon für die halbe Stimmung. Die paar Familienangehörigen am Strassenrand vermochten aber den Klub nicht bekannter zu machen. Mein Bruder Robert Berger nahm als Amateur ebenfalls an solchen Rennen Jahre lang teil und wurde oftmals 2. oder 3. und bekam noch ein Blumentöpfli, für welches dann die Mutter schauen durfte. Meist hat sie solche «Siegerprämien» im Garten in den Buchwiesen 44 in die bereits vorhandenen Blumenrabatten eingearbeitet.
Da Otto Gall stets im Schatten des Racing Clubs Seebach (RCS) stand, blieben für ihn meist nur ganz junge Talente übrig, die er bei Eignung bald wieder an diesen Klub verlor. Seine treuen Mitglieder hingegen waren eher solche, welche das Radrennfahren als sportlichen Ausflug unter Freunden verstanden. Der Klub wurde in den 1960er Jahren wieder aufgelöst, wobei diese Auflösung für den Aussenstehenden sozusagen vollautomatisch erfolgte, indem einfach keine Rennen mehr organisiert wurden und die Mitglieder sich dann nach und nach dem Racing Club Seebach anschlossen. So wie man sich bei diesem Klub per Handschlag anmeldete, schiedete man sich auch wieder verab.
Als Klubfotograf fungierte oftmals René Peter, der Onkel von Marcel Meier, welcher zwar im Racing Club Seebach beheimatet war, dem kleinen Nachwuchsklub aber gerne beistand, allein schon wegen seines Neffen Marcel, genannt Masi. Einmal, es war im Frühling 1961, war es meine Wenigkeit, welche als Fotograf einsprang. Davon haben noch ein paar Fotos überlebt.
Um 1960 herum sind noch die folgenden Nachwuchsfahrer namentlich bekannt:
- Georg (Schorsch) Schönenberger - Robert Berger jun. - Marcel Meier, genannt Masi - Peter Oberli - Peter Rubitschung, genannt Rubi - Hanspeter Graf, genannt Hanspi - Hartmann - Max Käppeli, genannt Mäge - Renzo Petralli, genannt Renz - Germann
Quellen: - OGS-eigene - René Peter - Rober Berger jun. - mehrfach reproduzierte Fotos vom Seebach-Katzensee-Seebach-Rennen im Juli 1961 folgen noch, sofern diese überarbeitet werden können.