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Sankt
Andreas (Kt. Zug,
Gem.
Cham). 431 m. Ehemaliges
Schloss und heute Landgut mit
Villa, am rechten Ufer der hier den
Zugersee
verlassenden
Lorze und auf einer Anhöhe mit prächtigem Ausblick über den
See und in die
Alpen.
Schloss
St.
Andreas wird mit seiner nähern Umgebung das
«Städtli
Cham» genannt. War einst zusammen mit der
«Vorburg» als
Lehen der
Freiherren von
Wolhusen im Besitz der Edeln von
Hünenberg, dann 1351 ein offener
Platz, eine
«Vesti», seit 1366
Lehen
und vier Jahre später Eigentum der Herzoge von Oesterreich.
Die Burg wurde im Sempacherkrieg 1386 von den Schwyzern und Zugern eingenommen und kam 1470 durch Kauf an die Stadt
Zug, die
aber die Besitzung nur 63 Jahre behielt, um sie 1533 käuflich an Hauptmann Heinrich
Schönbrunner abzutreten. Dieser
stellte das in starkem Verfall begriffene Schlossgebäude wieder in guten Zustand. Zu den Schlossgütern gehörte auch die
Kapelle St.
Andreas, die durch Kauf 1477 an die Stadt
Zug und von dieser ebenfalls durch Kauf 1872 an die Kirchgemeinde
Cham-Hünenberg
überging und in ihrer jetzigen Gestalt aus 1488 stammt.
Beim Verkauf der übrigen
Schlossgüter an
Schönbrunner hatte sich die Stadt
Zug das jederzeitige und vorbehaltslose
Rückkaufsrecht gewahrt und noch bestimmt, es sollte die Burg bei einem feindlichen Angriff auf Zug
oder
Cham «unser offen
Hus,
zu unserm Nutzen und Noth türftig, gewärtig und gehorsam syn». Der Erbauer des zweiten Schlossgebäudes sollte
sich seines Besitzes nicht lange erfreuen. Von Jugend an mit kriegerischen Abenteuern vertraut, konnte Hauptmann
Schönbrunner,
auch durch ein geschätztes Diarium über die italienischen Feldzüge von 1500-1537 bekannt, den Reizen auswärtigen Kriegsdienstes
nicht widerstehen. 1536 machte er sich des damals stark verpönten Reislaufens schuldig, wofür man ihm eine Busse von 1000
Kronen
auferlegte und ihm die Schlüssel der Burg St.
Andreas mit dem Bedeuten abnahm, dass man ihm bei Wohlverhalten das
Gut wieder
zur Verfügung stellen wolle. Er starb aber bald nachher (1537). St.
Andreas ging nun an seinen Neffen und von diesem an
verschiedene Besitzer über, zunächst an zwei Urner, dann an mehrere
Zuger, so z. B. an Glieder des Geschlechtes
Brandenberg.
Als die Besitzung 1733 an einen Heinrich Meier verkauft wurde, der nicht
Burger von Zug
war, behielt sich der Stadtrat von Zug
wiederum
das Rückkaufsrecht vor. Das
Schloss gelangte aber bald wieder an einen
Zuger, nämlich den Oberstleutnant
Franz Fidel Landtwing, der durch kartographische Vermessungsarbeiten seiner Vaterstadt gute Dienste geleistet hat. Er bewohnte
das
Schloss St.
Andreas als «Herrensitz», nahm verschiedene bauliche Aenderungen
vor und machte die Besitzung St.
Andreas zusammen mit einem andern ihm gehörenden
Gut 1755 zu einem Familien-Fideikommiss.
Vor kurzem ist dann St.
Andreas in den Besitz der Witwe des Geo. H. Page, des ersten Generaldirektors
der
Chamer Milchfabrik, übergegangen, die das
Schloss in eine komfortable moderne
Villa umwandelte. Nahe
dem
Schloss hat man
im
See einen Pfahlbau aus der Steinzeit entdeckt.