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«Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen» ist die nach den Grundsätzen des demokratischen Rechtsstaates organisierte Gemeinschaft der Katholiken römisch-katholischen Bekenntnisses. Er ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft und gliedert sich in Kirchgemeinden.» heisst es in Art. 1 der Verfassung.
Die Begründung des selbstständigen Verwaltungsrechtes der Konfessionsteile (staatskirchenrechtliche Organe), Autonomie genannt, reicht zurück auf die Kantonsgründung vom Jahr 1803.
Die Bezeichnung «Konfessionsteil» mutet auf den ersten Blick recht seltsam an, ist aber aus der Geschichte erklärbar. Mit dieser Bezeichnung grenzt sich die Körperschaft der St.Galler Katholikinnen und Katholiken auch klar von rein kirchlichen Institutionen und Einrichtungen wie etwa dem Bistum St.Gallen ab. Eckdaten der Gründung des Konfessionsteils sind:
1798
Französische Truppen besetzen die Ostschweiz.
1799
Nach dem Sieg der Franzosen bei Zürich und dem Einzug der Helvetischen Beamten in sein Kloster verlässt Fürstabt Pankraz Vorster das Kloster St.Gallen endgültig.
1803
Der Kanton St.Gallen wird durch die Vermittlungsakte Napoleon Bonapartes aus sechs alten Landvogteien, der Herrschaft Sax, dem Toggenburg, der Alten Landschaft und den beiden Stadtrepubliken St.Gallen und Rapperswil geschaffen.
1805
Der Grosse Rat des Kantons St.Gallen beschliesst mit 36 zu 33 Stimmen die Aufhebung des Klosters St.Gallen und erlässt das Gesetz über die «Sönderung des Staatsgutes von dem st.gallischen Klostergutes und Verwendung des Letzteren». Übergabe von Stiftskirche, Katholischer Kantonsschule, Stiftsbibliothek und anderen Klostergebäuden, und Waldungen an die Katholiken.
1813
Ernennung des ersten Administrationsrates mit 13 Mitgliedern als Behörde zwischen Kirche und Staat.
1814
Die neue Kantonsverfassung gibt den beiden Konfessionsteilen öffentlich-rechtliche Anerkennung.
1816
Erlass der ersten Verfassung (Organisation) des Katholischen Konfessionsteils.
1823
Gründung des Doppelbistums Chur-St.Gallen, welches 1833 einseitig durch die St.Galler aufgekündigt wird.
1847
Errichtung des Bistums St.Gallen. Basis bildet das Konkordat zwischen dem Kanton St.Gallen und Rom. Dem Bischof und der Bistumsverwaltung werden Gebäudeteile des ehemaligen Klosters zugewiesen, die der Konfessionsteil zu verwalten hat.
1861
Ausscheidung der kirchlichen Angelegenheiten und Entpolitisierung des Kollegiums. Übernahme des Erziehungswesens durch den Staat.
1911
St.Galler Katholiken stimmen der Einführung einer Zentralsteuer zu, mit der die Aufgaben des Konfessionsteils und des Bistums finanziert werden.
1979
Letzte Totalrevision der Organisation sowie Erlass der geltenden Verfassung.
2006
Teilrevision der Verfassung, u.a. Einführung des Ausländerstimmrechts.