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In der Übersicht
Strafrechtlich relevante Befragungen von Kindern stellen besonders hohe Anforderungen an die Befragungsqualität und an die Qualifikation Befragender, da die Aussage in diesen Fällen in der Regel alleiniges Beweismittel ist. Befragungspersonen mangelt es jedoch an Übungsmöglichkeiten, in der Folge sind Kinder in der Praxis oft mit Befragungsunerfahrenen konfrontiert, was insbesondere die Kinder systematisch benachteiligt, welche aufgrund ihrer schwierigen Sozialisationsbedingungen oder kognitiver Beeinträchtigungen (z.B. Autismus-Spektrum-Störung, intellektuelle Beeinträchtigung) besonders auf Befragungskompetenz angewiesen wären, um eine strafrechtlich verwertbare Aussage zu tätigen. Das vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte interdisziplinäre Projekt zielt in einem ersten Schritt darauf, virtuelle Charaktere («Avatare») zu entwickeln, die eine lebensnahe und zugleich standardisierte Simulation schwieriger Befragungssituationen erlauben. Diese Simulation dient dem Befragungstraining. Im zweiten Schritt eröffnet die Standardisierung der sozialen Interaktion breite Forschungsperspektiven: So können etwa erstmals personale Erfolgsbedingungen von Trainingsmassnahmen systematisch erforscht werden. Das Forschungsprojekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung der Teilhabe besonders vulnerabler Gruppen, und die avisierte Verbesserung der Befragungspraxis entspricht zudem der internationalen Forderung nach einer Child-friendly Justice.