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Wünsche und Forderungen anzumelden, sich mit dem Bestehenden nicht zu begnügen und niemals aufzugeben – das war es, was sie von ihrer Schwester Grace gelernt hatte, als diese im Alter von 10 Jahren an Krebs verstarb. Sie selbst war damals 22 Jahre alt und hatte bereits ein bewegtes politisches Leben hinter sich: Sie engagierte sich in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, hatte 1968 aktiv den demokratischen Präsidentschaftswahlkampf unterstützt und war gegen den Vietnamkrieg auf die Strasse gegangen.
Nach dem Tod ihrer Schwester kehrte sie den USA jedoch den Rücken und ging zurück nach Europa, das sie im Alter von dreizehn Jahren verlassen hatte. In Amsterdam schloss sie ihr Studium ab und arbeitete schliesslich als Verwaltungsrätin für die Europäische Kommission in Brüssel. Daneben engagierte sich die gebürtige Bayerin auch in Deutschland; ihr Spektrum reichte von Friedens- und Umweltgruppierungen bis hin zur Frauenbewegung – Themen, die für sie zusammengehörten.
Bald war sie das Aushängeschild und das Gewissen einer neuen Partei, die von ihren internationalen Kontakten und ihrem charismatischen Auftreten profitierte. Sie reiste hinter den Eisernen Vorhang, unterstützte die Demokratiebewegung in China, setzte sich für Tibet und die Ureinwohner Australiens ein. Ob sie am Ende nicht doch aufgegeben hat, wird man nie erfahren; mit 44 Jahren starb sie unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen.
Wer war die umweltbewusste Pazifistin, die in Irland ein Atomkraftwerk verhindern half und für die eine Schweiz ohne Armee ein wichtiger Beitrag zum Weltfrieden gewesen wäre?
Wir fragten nach der Antiatom- und Menschenrechtsaktivistin Petra Kelly. Sie war Gründungsmitglied der deutschen Grünen.