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Umwandlungssatz
Mit dem Umwandlungssatz berechnen Vorsorgeeinrichtungen die auf dem Altersguthaben basierende Rente eines Versicherten. Je höher der Umwandlungssatz ist, desto grösser ist die Rente eines Versicherten – unabhängig vom Altersguthaben.
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Der Umwandlungssatz – oder besser der Mindestumwandlungssatz – ist ein festgelegter Mindestprozentsatz zur Berechnung der jährlichen Rente basierend auf dem in der 2. Säule angesparten Vorsorgekapital einer versicherte Person. Er wird von Vorsorgeeinrichtungen mit Beitragsprimat angewendet. Bei Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die obligatorische, berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) im Jahre 1985 wurde der Umwandlungssatz durch den Bundesrat auf 7,2 Prozent festgesetzt. Im Rahmen der 1. BVG-Revision wurde die Kompetenz zur Festsetzung des Satzes an das Parlament übertragen. Statt wie bisher in einer Verordnung, wird der Satz nun per Gesetz definiert. Deswegen konnten Gewerkschaften und Linksparteien gegen den Beschluss des Parlaments im Dezember 2008 das Referendum ergreifen.
Wie wird die Höhe des Umwandlungssatzes bestimmt?
Die Höhe des Umwandlungssatzes wird im Wesentlichen durch zwei Grössen bestimmt: Das eine ist der so genannte technische Zinssatz. Er soll Auskunft über die zu erwartende zukünftige Kapitalrendite der Altersguthaben geben und liegt derzeit bei 2 bis 3 Prozent (Stand: 2016). Eine zweite Grösse ist die voraussichtliche, durchschnittliche Lebenserwartung der Pensionäre. Für die Berechnung der Lebenserwartung greift man auf statistische Erfahrungswerte zurück. Dabei gilt es allerdings, die steigende Lebenserwartung der Menschen zu berücksichtigen. Die zukünftige Zinsentwicklung dagegen ist kaum vorherzusagen und kann bestenfalls geschätzt werden.
Wie beeinflusst die Höhe des Umwandlungssatzes die Höhe der Renten?
Da viele Kassen seit der Finanzkrise mit sinkenden Vermögenserträgen und steigenden Leistungsverpflichtungen für die Pensionäre zu kämpfen haben, wurde der Umwandlungssatz im BVG-Obligatorium schrittweise auf offiziell 6,8 Prozent im Jahr 2014 gesenkt. Weitere Senkungen sind denkbar.
Im überobligatorischen Teil verzinsen Schweizer Pensionskassen das Vorsorgekapital zu einem Satz von durchschnittlich 5,7 Prozent und weniger (Stand: 2016). Einzelne, aber grosse Pensionskassen wollen den Umwandlungssatz im Überobligatorium ab 2017 gar auf 4,8 Prozent senken.
Ein Umwandlungssatz von 6,8 Prozent bedeutet, dass jemand, der durch seine Vorsorgeeinrichtung 100'000 Franken Alterskapital angespart hat, nach der Pensionierung jährlich mindestens 6‘800 Franken Rente ausbezahlt erhält.
Wie wirkt sich die Höhe des Umwandlungssatzes auf die Vorsorgeeinrichtungen aus?
Vorsorgeeinrichtungen können nur ausbezahlen was sie erwirtschaftet haben. Der technische Zinssatz wird von den Stiftungsräten der einzelnen Kassen festgelegt. Er bewegt sich derzeit zwischen 2,0 und 3,0 Prozent (Stand: 2016). Liegt die Rendite auf den angelegten Vorsorgevermögen der Kassen unter dem technischen Zinssatz, führt dies über einen längeren Zeitraum zu einer Unterdeckung.
Wann gilt der Mindestumwandlungssatz?
Der Mindestumwandlungssatz gilt nur für das BVG-Obligatorium, also für versicherte Personen mit einem Brutto-Jahreslohn zwischen 21'150 und 84'600 Franken (Stand: 2016). In diesem Bereich gelten auch Mindestbeitragssätze und ein vom Bundesrat jedes Jahr festgelegter Mindestzins, der zurzeit bei 1,75 Prozent (Stand: 2016) liegt. Das aus Mindestbeiträgen und Mindestzins angesammelte Kapital bildet das Obligatorium.
Vorsorgeeinrichtungen dürfen auch Einkommen über 84'600 Franken versichern. Dieser überobligatorische Teil macht bei vielen Vorsorgeeinrichtungen einen erheblichen Anteil des gesamten Vorsorgekapitals aus. Ebenso dürfen sie höhere Beiträge festlegen und diese besser verzinsen. Im Überobligatorium können die Vorsorgeeinrichtungen den Umwandlungssatz frei festsetzen. Sie dürfen ihn sogar unter dem fürs Obligatorium geltenden Minimum festlegen. Kassen tun das häufig mit dem Ziel, einen für das gesamte Alterskapital angemessenen Mischsatz zu finden.