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Kloten ist wie kaum eine andere Gemeinde während Jahrhunderten von der Geschichte des Verkehrs geprägt worden. Wo in der Steinzeit einst Menschen auf der Jagd die sumpfige Ebene durchstreiften, bauten die Römer leicht erhöht ihre Gutshöfe. Zwei wichtige Heerstrassen kreuzten das Gebiet von Kloten: die eine verband Arbon am Bodensee über Pfyn und Winterthur mit dem Heerlager in Vindonissa; die andere führte von Zürich an den Rhein bei Eglisau und weiter nach Süddeutschland. Bei der heutige Klotener Kirche stand ein römisches Kastell zur Bewachung der Strassen.
Die Strasse nach Eglisau mit dem Umschlagplatz der Rheinschiffe war auch im Mittelalter von grosser Bedeutung, diente sich doch vor allem der Einfuhr von Salz und Korn. In Kloten stand denn auch eine Zollstation. Eine weitere Strasse führte durch das Embrachertal und dem Irchel entlang Richtung Schaffhausen und Stein am Rhein.
Wenig Glück hatte Kloten im Eisenbahnzeitalter. Die Nationalbahn, gebaut von den Winterthurer Demokraten gegen die „Herrenbahn“ von Eisenbahnkönig Escher ging nach wenigen Monaten bereits Konkurs. Nur mit umfangreichen Verkäufen von Eichen und Land konnten die Klotener ihre Schulden decken. Erst die Flughafenlinie, eingebettet ins schweizerische Schnellzugsnetz, und später das S-Bahn-Netz, brachten den gewünschten Aufschwung.
Damit war auch die Zeit gekommen, die lokale und regionale Feinverteilung im öffentlichen Verkehr auszubauen. Spinnwebartig zieht sich ab dem Flughafen ein Netz von Postauto- und Buslinien über das Unterland; ergänzt mit der Glattalbahn, einer Strassenbahn mit eigener Spur, quer durch das Glattal, wartend auf die Weiterführung zu den Bevölkerungszentren des oberen Glattals. Das schweizerische Autobahnnetz war auf die Stadt Zürich ausgerichtet. Mit der Thurgauerstrasse in Opfikon wurde die Verbindung zum Flughafen hergestellt, der heute einen eigenen Autobahnanschluss besitzt.
Mit der Inbetriebnahme des Flughafens im Jahr 1953 begann in Kloten eine intensive Bautätigkeit. Zuerst waren Wohnbaugenossenschaften tätig, dann setzte mit Wucht der private Wohnungsbau ein. Von 1954 bis 1961 wuchs die Bevölkerung von 4000 auf etwas über 10’000 Personen zur jungen Stadt an, was mit einem grossen Fest gefeiert worden ist.
Schon in den frühen Wachstumsjahren überlegten politisch denkende Klotenerinnen und Klotener, wie die Gemeinde künftig geführt werden sollte. Der Übergang von der Gemeindeversammlung zur parlamentarischen Demokratie wurde beschlossen. Im Frühjahr 1970 tagte erstmals der Grosse Gemeinderat.
Mit dem Wachsen der Gemeinde und des Flughafens wurde auch die Verwaltung vor neue Aufgaben gestellt, hatte sich doch die Infrastrukturnetze von zwei praktisch gleich grossen Nutzern zu betreuen. Mit einer Verwaltungsreform sollte nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch die Miliztauglichkeit der Exekutive gesichert werden. Diese bestimmt heute den strategischen Kurs; die Verwaltung ist ausführendes Organ, was die Arbeit interessanter macht. Das Modell wurde verschiedentlich übernommen.
Vier Herolde hatte die Stadt Kloten, zur Hälfte sind sie es noch heute. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Gemeinde durch den Artillerie-Waffenplatz Bülach-Kloten bekannt, heute Ausbildungszentrum der Führungsunterstützungstruppen (Übermittler). Als Arbeitgeber spielt der Waffenplatz kaum mehr eine Rolle. Der Flughafen ist es jetzt, der Kloten schweizweit bekannt macht. Aber es war die Swissair, die nicht überleben durfte, die Klotener Stolz und Heimat war.
quelle kloten.ch
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