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Es sei nicht selbstverständlich gewesen, dass sie Lehrerin geworden sei, erklärt Yvonne Jungo zu ihrer Berufung. Der Weg habe sich während der Primarschule in Bösingen und der Sekundarschule in Wünnewil langsam abgezeichnet. Wohl spielte auch eine Rolle, dass ein Bruder diesen Weg vorgespurt hatte.
Im Lehrerinnenseminar gehörte sie zur letzten Klasse, die eine vierjährige Ausbildung absolvierte – eine reine Frauenklasse. Sie erinnert sich noch an ihr erstes Seminarjahr im alten Kantonsspital. Der Unterricht fand in zwei ehemaligen Krankenzimmern statt. Die drei folgenden Jahre verbrachte die Klasse dann im Neubau des Lehrerseminars an der Murtengasse.
«Es war eine strenge Zeit: Alleine im Schulhaus, musste man schauen, dass es läuft.»
Yvonne Jungo
Lehrerin
Ihre erste Stelle trat Yvonne Jungo im Schulkreis Cordast-Guschelmuth an. Während zehn Jahren unterrichtete sie im Schulhaus Guschelmuth eine Gesamtschule mit Erst- bis Drittklässlern. Weitere vier Jahre führte sie eine zweistufige Klasse. «Es war eine strenge Zeit, aber auch eine gute Erfahrung», sagt sie. «Alleine im Schulhaus, musste man schauen, dass es läuft.»
Zurück in Bösingen
Nach 14 Jahren war 1992 ein Wechsel angezeigt, und Yvonne Jungo übernahm eine Stelle in Bösingen. Es war nicht nur eine Ortsveränderung, sondern auch ein Wechsel in der Schulstufe. Anfänglich unterrichtete sie Dritt- und Viertklässler, ab 2002 bis zur Pensionierung Fünft- und Sechstklässler. Von 1997 bis 2000 wurde ihr die Schulleitung anvertraut. Sie weist darauf hin, dass Bösingen eine der ersten Gemeinden war, die für diese Aufgabe Entlastungsstunden bezahlten.
Neben ihrem vollen Pensum als engagierte Lehrerin war und ist Yvonne Jungo im kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Bereich tätig. So präsidierte sie von 1988 bis 1993 den Lehrerverein des 1. und 3. Kreises (Sensebezirk und Stadt Freiburg). 1991 fusionierte dieser mit dem Verein des 6. Kreises (Seebezirk) zum Lehrer- und Lehrerinnenverein Deutschfreiburg der Primarschulen. Ihre Präsidialzeit war geprägt von der berüchtigten Sparrunde 1991. Es kam gar zu Boykottmassnahmen. Es ging vor allem um Lohnfragen, aber auch um pädagogische Anliegen wie die Klasseneinteilung. Weitere wichtige Themen während des Präsidiums waren die Schulleitungen, Teilpensen und die Intensivfortbildung. «Es war eine arbeitsintensive Zeit», erinnert sie sich und weist darauf hin, dass es schon damals schwierig war, Leute für die Mitarbeit im Vorstand zu finden.
Auch politisch engagiert
Yvonne Jungo hat sich aber immer auch auf kulturellem Gebiet engagiert, so etwa im Vorstand des Heimatkundevereins und in der Vereinigung Pro Bösingen.
Bei den Wahlen 2001 wurde sie von der SP Bösingen für eine Kandidatur für den Gemeinderat angefragt. Zwar verpasste sie einen Sitz, doch sie rückte 2004 nach einem Rücktritt in die Gemeindeexekutive nach. Sie wurde mit den Ressorts öffentliche Bauten, Jugend, Sport und Kultur betraut. Es standen grosse Projekte an, verbunden mit zahlreichen Sitzungen. So der Bau eines Mehrzweckgebäudes, die Sanierung der Schulgebäude, die Erneuerung des Spielplatzes oder die Gründung des Gemeindeverbandes Regio Badi Sense.
Unter ihrem Präsidium wurde auch eine professionelle Jugendarbeitsstelle geschaffen. «Mir war es auch wichtig, dass sich die Gemeinde kulturell vermehrt engagiert», hält Yvonne Jungo fest. Nach den Wahlen 2016 übernahm sie das Ressort Soziales. Auch hier steht mit der Schaffung eines gemeinsamen Sozialdienstes für den unteren Sensebezirk ein wichtiges Projekt an.
Besonders berührend empfindet sie die traditionellen Besuche bei den Jubilaren. Das sei eine Begegnungsmöglichkeit, die sie bisher nicht gekannt habe, sagt sie.
Für die Zeit nach der Pensionierung hat Yvonne Jungo noch keine grossen Projekte. «Zuerst will ich jetzt einmal durchatmen», meint sie. Sicher werde sie dann die eine oder andere grössere Reise planen, und sie möchte auch ihre Familiengeschichte aufarbeiten.