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Schicksal
Wir sagten: Die Bausteine zum Aufbau des eigenen Schicksals liefern unsere Vorfahren. Jeder Ahn mit seinem besonderem Lebensanspruch und seiner besonderen Lebensform gilt für den Nachkommen als “Muster und Figur” (Rilke). Jeder Ahn figuriert in unserem “familiären Unbewussten” als eine besondere Schicksalsmöglichkeit. Wir haben und tragen aber in diesem inneren Plan unseres Schicksals – den wir eben “das familiäre Unbewusste” nennen – viele verschiedene Ahnen und somit viele, des öfteren polar entgegengesetzte “Schicksalsmöglichkeiten”. Jede Ahnenfigur im familiären Unbewussten hat die Tendenz*, als “Muster” für das Schicksal der Nachkommen zu fungieren. Darin besteht der Zwang der Ahnen in der Wahl in Liebe, Freundschaft, Beruf, Krankheit und Tod. Den durch die Ahnen bedingten und uns aufgezwungenen Teil des Schicksals nennen wir Zwangsschicksal. (Heidegger spricht hier von der “Wiederholung” des dagewesenen Daseins.)
Die Hand, die aus diesen familiär angelegten, mannigfaltigen Plänen der Schicksalsmöglichkeiten selbst wählt und alle anderen ablehnt oder die Ahnenfiguren zu einer neuen Figur integriert, ist das Ich. Den von dem Ich frei gewählten bzw. integrierten Teil des Schicksals nennen wir: Wahlschicksal. (Ich-Analyse, S. 29)
Erläuterung zur “Tendenz”: Die Tendenz besteht in der Annahme, dass die “Lebensansprüche” der Ahnen als Gen-Eigenschaften implementiert worden sind und durch das Beharrungsvermögen der Gene ständig dominant oder rezessiv in Erscheinung treten (wollen).