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Legislaturindikator: Kosten des Gesundheitswesens in Prozenten des BIP
Auszug aus dem Legislaturziel 10: Die demografische Entwicklung in der Schweiz und der medizinisch-technische Fortschritt werden auch in Zukunft zu einem steten Kostenwachstum im Gesundheitswesen führen. Darüber hinaus ist die Kostenzunahme aber auch auf ein Mengenwachstum zurückzuführen, das sich medizinisch kaum begründen lässt. Es gilt, die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems der Schweiz bei hohem Leistungsniveau nachhaltig sicherzustellen.
Bedeutung des Indikators: Der Gesundheitszustand beeinflusst die Lebensqualität der Menschen und ist ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes. Die Aufgabe des Gesundheitswesens ist es, zur Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung beizutragen und kranke oder verunfallte Menschen soweit als möglich zu heilen.
Der Indikator zeigt, wie viel die Gesellschaft für das Gesundheitswesen ausgibt. Über Ungleichheiten bei der Belastung der Haushalte oder bei der Verteilung der Mittel im Gesundheitswesen sowie über die Effizienz der Mittelverwendung werden keine Aussagen gemacht. Die Kosten des Gesundheitswesens werden im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) in Prozent gezeigt.
Quantifizierbares Ziel: Die Gesamtkosten für Gesundheit wachsen nicht stärker als in der Legislaturperiode 2015–2019.
Die Kosten des Gesundheitswesens haben seit 1990 zugenommen und betrugen 2021 11,8 Prozent des BIP.
Das Verhältnis der Gesundheitskosten zum BIP hat bis 2004 auf einen Stand von 10,1% zugenommen. Zwischen 2004 und 2007 ist dieses Verhältnis aufgrund des Wirtschaftswachstums leicht gesunken und danach wieder angestiegen. 2021 betrugen die Kosten 11,8% des BIP. Zuletzt beliefen sich die absoluten Gesundheitskosten auf 86,3 Milliarden Franken.
Unterscheidung nach Leistungserbringer
2021 entfielen mehr als die Hälfte der Kosten für Güter und Dienstleistungen des Gesundheitswesens auf die Krankenhäuser (35,2%), Pflegeheime (12,7%) sowie die anderen sozialmedizinischen Institutionen (3,5%). Die Arztpraxen, Zahnarztpraxen sowie andere ambulante und unterstützende Leistungserbringer, machten insgesamt 27,7% und der Detailhandel inklusive Importe 8,8% aus. Die Ausgaben für Verwaltung und Prävention durch Staat, Versicherer und weitere Organisationen beliefen sich auf 9,7%.
Unterscheidung nach Leistung
Werden die Kosten des Gesundheitswesens nicht nach Leistungserbringern, sondern nach Leistungen betrachtet, so zeigt sich, dass 2021 je rund ein Fünftel der Kosten auf die stationären Kurativbehandlungen und die ambulanten Kurativbehandlungen entfielen, und je etwa ein Sechstel auf die Langzeitpflege und auf den Verkauf von Gesundheitsgütern. Die Kosten für stationäre Kurativbehandlungen sind zwischen 2020 und 2021 um 2,5% gestiegen, jene für die Langzeitpflege haben um 0,1% zugenommen. Bei den ambulanten Kurativbehandlungen war im gleichen Jahr eine Kostenzunahme von 5,1% zu verzeichnen.
Internationaler Vergleich
Im internationalen Vergleich hat die Schweiz gemessen am Verhältnis zum BIP ein kostenintensives Gesundheitssystem. 2021 befand sich die Schweiz an siebter Stelle, an der Spitze lagen die USA, gefolgt von Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Frankreich und Österreich.