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Erhebung zur Forschung und Entwicklung (F+E) in den Privatunternehmen
Die Daten zu den F+E-Aktivitäten in der Privatwirtschaft stammen aus einer fragebogengestützten Erhebung bei den Privatunternehmen in der Schweiz. Die Fragen beziehen sich auf die finanziellen und personellen Ressourcen, die von den Unternehmen im Kalenderjahr für F+E in der Schweiz und im Ausland aufgewendet wurden.
Zielpopulation der F+E-Erhebung
Auch die Auswahl der Population der F+E-Erhebung erfolgt schrittweise. Als Basis dient das Betriebs- und Unternehmensregister (BUR). In einem ersten Schritt werden Unternehmen, die bereits in anderen F+E-Erhebungen erfasst werden, wie etwa die öffentliche Verwaltung oder die Hochschulen, ausgeklammert. Ein Grossteil der übrigen Unternehmen führt keine F+E im engeren Sinne durch. Die Wahrscheinlichkeit, dass Hotel- oder Transportbetriebe F+E betreiben, ist verschwindend klein. Für eine homogene Population werden somit die Wirtschaftszweige, die nur wenigen oder gar keinen F+E-Aktivitäten nachgehen, systematisch ausgeschlossen. In den verbleibenden Wirtschaftszweigen werden schliesslich nur Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden berücksichtigt. So werden Kleinunternehmen ausgeklammert, denen aufgrund ihrer Grösse nur wenige oder gar keine Mittel für F+E zur Verfügung stehen. Die einzige Ausnahme bildet der Wirtschaftszweig «Forschung und Entwicklung», für den eine Vollerhebung durchgeführt wird.
F+E-Wirtschaftszweige
Im Betriebs- und Unternehmensregister (BUR) sind die Unternehmen in verschiedene Wirtschaftszweige gemäss der «Allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige» (NOGA) gegliedert. Aufgrund des Schweizer Wirtschaftsgeflechts sowie der relativ niedrigen Antwortquote in bestimmten Branchen können keine detaillierten Ergebnisse auf Ebene der NOGA-Wirtschaftszweige veröffentlicht werden. Diese wurden daher zu zehn F+E Wirtschaftszweigen zusammengefasst. Der Wirtschaftszweig «Andere» umfasst sämtliche Branchen, in denen F+E nur eine geringe Rolle spielt. Da diese Unternehmen 2004 noch nicht befragt wurden, liegen für diesen Wirtschaftszweig keine Daten vor. Die zehn F+E-Wirtschaftszweige lauten wie folgtsind:
• Nahrungsmittel
• Chemie
• Pharma
• Metall
• Maschinen
• Hochtechnologieinstrumente
• IKT-Herstellung (Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und elektronischen Erzeugnissen. Ohne: Herstellung von Mess-, Kontroll- und Navigationsinstrumenten sowie Uhren; Herstellung von optischen und fotografischen Erzeugnissen)
• IKT-Dienstleistungen (Grosshandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik, Verlegen von Software, Telekommunikation, Programmierung, Beratung und andere Informatikaktivitäten, Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten, Webportale, Reparatur von Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräten)
• Forschung und Entwicklung
• Andere
Unterscheidung zwischen F+E-Wirtschaftszweigen und F+E-Empfängerbranchen
In der Statistik werden Unternehmen anhand ihrer Haupttätigkeit in verschiedene Wirtschaftszweige gegliedert. Im Bereich F+E wird diese Aufschlüsselung der Einheiten seit einigen Jahren immer komplexer.
In den meisten Fällen ist die Situation einfach: Die Unternehmen führen die F+E auf eigene Rechnung innerhalb ihres Haupttätigkeitsfeldes durch. Konkret heisst dies, dass ein Unternehmen, das Forschung betreibt, das Produkt dieser Forschung selber verwendet. Der F+E-Produzent ist somit zugleich auch F+E-Empfänger. In anderen Fällen stimmen Produzent und Empfänger jedoch nicht überein. Die häufigsten Fälle sind die folgenden:
1) Das Unternehmen, das F+E auf eigene Rechnung durchführt, ist in mehreren Wirtschaftszweigen tätig.
2) Das Unternehmen führt F+E für andere Unternehmen durch (meist für Unternehmen derselben Unternehmensgruppe), wobei diese Einheiten in verschiedenen Wirtschaftszweigen tätig sind.
In beiden Fällen liegt keine direkte Übereinstimmung zwischen Produktions- und Empfängerbranche mehr vor. Beispiel: In einer multinationalen Unternehmensgruppe, die hauptsächlich in der Nahrungsmittelindustrie tätig ist, sind sämtliche F+E-Aktivitäten bei einer einzigen Unternehmenseinheit angesiedelt. Da diese Einheit selbst keine Nahrungsmittel produziert, kann sie nicht der Hauptaktivität der Unternehmensgruppe angehören. Gemäss Klassifikation der Wirtschaftszweige fällt ihre Tätigkeit entweder unter eine Branche der Unternehmensberatung bzw. Dienstleistungen für Unternehmen oder unter die Branche «Forschung und Entwicklung». In beiden Fällen stimmt das Tätigkeitsfeld nicht mit der Haupterwerbstätigkeit – der Nahrungsmittelindustrie – überein.
Um die Unternehmen ihren jeweiligen Branchen korrekt zuordnen zu können und dabei eine wirtschaftlich angemessene Auslegung der Ergebnisse zu garantieren, hat das BFS entschieden, den Fragebogen 2012 mit folgender Frage zu ergänzen: «In welchem Wirtschaftszweig bzw. welchen Wirtschaftszweigen wird das Ergebnis der F+E, die vom Unternehmen durchgeführt wird, verwendet?»
Dank dieser Zusatzfrage können die Daten nun aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln präsentiert werden:
• «nach Wirtschaftszweig»: Dieser Ansatz zeigt, zu welchem Wirtschaftszweig das Unternehmen, das F+E durchführt, gehört.
• «nach Empfängerbranche»: Dieser Ansatz zeigt, welchem Wirtschaftszweig die durchgeführte F+E zugutekommt.