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Arsen ist ein Halbmetall, das in der Umwelt und somit in Lebensmitteln vorkommen kann. Da der Stoff als krebserregend gilt, sollte er in möglichst geringen Mengen in Lebensmitteln enthalten sein.
Arsen ist ein chemisches Element, das natürlicherweise in der Erdkruste vorhanden ist. Die Konzentration von Arsen in Böden ist unterschiedlich und hängt von der geologischen Beschaffenheit des jeweiligen Bodens ab. Durch menschliche Aktivitäten wie Bergbau und Industrie wird ebenfalls Arsen in die Umwelt freigesetzt.
Vorkommen und Risiken
In Lebensmitteln kommt Arsen hauptsächlich natürlich vor. Es kann in verschiedenen Formen und Verbindungen vorliegen.
Die organische Arsenverbindung Arsenobeitain, bei der das Arsen an Kohlenstoffverbindungen gebunden ist, wirkt für den Menschen nur gering toxisch und wird deshalb als gesundheitlich weniger problematisch angesehen. Sie kommt vor allem in Fisch und Meeresfrüchten vor.
Anorganische Verbindungen (mineralisches Arsen) sind toxischer und können in hohen Dosen zu Vergiftungen führen. Die Aufnahme kleinerer Mengen über einen längeren Zeitraum hinweg kann die Gesundheit des Menschen schädigen. Aus diesem Grund sind für Lebensmittel, die am meisten Arsen enthalten können oder einen höheren Beitrag zur gesamten Arsenzufuhr für den Menschen leisten, Höchstwerte im Anhang 3 der Kontaminantenverordnung festgelegt. Auch für Trinkwasser und Mineralwasser gelten Höchstwerte für Arsen (Anhang 2 der Verordnung über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen bzw. Anhang 2 der Verordnung über Getränke).
Reis gehört zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die am meisten Arsen enthalten. Im Gegensatz zu anderen Getreidearten kann Reis den Stoff aus dem Boden aufnehmen und anreichern. Aus diesem Grund findet man die Arsenverbindungen auch in Reiskörnern.
Reisprodukte wie Reiswaffeln, Cracker oder Reisbrei werden gerne auch von Kleinkindern gegessen. Dies insbesondere dann, wenn Kinder Allergien oder Intoleranzen haben. Bezogen auf das Körpergewicht werden dabei vergleichsweise grössere Mengen verzehrt.
Studie über die Bedeutung für Kleinkinder
Um das Risiko für Kleinkinder zu beurteilen, hat das BLV eine Studie durchgeführt, in der Arsen in Reis und Reisprodukten untersucht wurde. Dabei wurde eine neuartige, Messmethode eingesetzt, mit der das BLV auch bestimmen konnte, in welcher Form und Verbindung (organisch/anorganisch) das Arsen vorliegt.
In dieser Studie hat das BLV über 100 verschiedene Reistypen und aus Reis hergestellte Produkte wie Reisdrinks, Cracker, Zerealien sowie verschiedene Produkte für Kleinkinder, die sich auf dem Schweizer Markt befinden, untersucht. In allen Proben liess sich Arsen nachweisen. Nach Absprache mit den Herstellern über die genauen Herstellungsmethoden wurde festgestellt, dass die meisten Proben die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Für Reis, der für die Herstellung von Produkten für Säuglinge und Kleinkinder verwendet wird, gelten dabei besondere Anforderungen. Die Höchstgehalte für diese Lebensmittel sind daher deutlich niedriger angesetzt als bei den anderen Reisprodukten. Die Ergebnisse aus Studien anderer Länder (wie z. B. die EU oder USA) sind vergleichbar.
In den Reiskörnern wurden überwiegend die toxischeren anorganischen Arsenkomponenten nachgewiesen. Das bedeutet, dass für die Bewertung gesundheitlicher Risiken die toxischere anorganische Arsenvariante massgebend ist.
Das BLV hat auf der Grundlage der Ergebnisse das Risiko für Kleinkinder bewertet. Dabei wurden Szenarien betrachtet, bei denen Kleinkinder grössere Mengen der belasteten Produkte verzehren. Die Ergebnisse zeigten, dass bei Kleinkindern, die regelmässig sehr viel Reis und Reisprodukte essen, hohe Aufnahmemengen an anorganischem Arsen erreicht werden können. Wer seinem Kind oft Reis oder Reisprodukte gibt, muss sich aber keine Sorgen machen. Auswirkungen auf die Gesundheit treten vor allem dann auf, wenn Arsen über längere Zeit aufgenommen wurde. Daher ist es sinnvoll, die Ernährung abwechslungsreich zu gestalten und Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken/Reisbrei massvoll zu konsumieren.
Aus diesem Grund hat das BLV einige Empfehlungen zum Konsum von Reisprodukten erarbeitet.
Empfehlungen des BLV
Das BLV empfiehlt eine abwechslungsreiche und ausgewogene Lebensmittelauswahl, welche eine ausreichende Aufnahme von Nährstoffen erleichtert und das Risiko einer hohen Zufuhr unerwünschter Stoffe reduziert.
- Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken/Reisbrei sollten von Säuglingen und Kleinkindern nur massvoll konsumiert werden. Sinnvolle Alternative als Abwechslung zu Reiswaffeln sind reisfreie Zwischenmahlzeiten wie Vollkorncracker, Maiswaffeln oder Brot. Für die Beikost sollten zudem auch reisfreie Breie verwendet werden. Alternativen für Reis-Getreidebreie sind zum Beispiel Hafer, Dinkel, Griess oder Hirse.
- Für Säuglinge im ersten Lebensjahr sind Reisdrinks wegen dem Risiko der mangelnden Zufuhr an wichtigen Nährstoffen und aufgrund des Arsengehalts ungeeignet. Darauf sollte verzichtet werden. Auch für Kleinkinder ab dem 1. Lebensjahr sind Reisdrinks kein sinnvoller Ersatz von Kuhmilch.
- Bei Kindern mit Zöliakie, einer Nahrungsmittelallergie (z.B. auf Kuhmilchproteine) oder bei einer veganen Ernährung sollten Reis und Reisprodukte nicht hauptsächlich als Ersatz für andere Lebensmittel eingesetzt werden. In diesen Fällen sollten Eltern die obengenannten Empfehlungen besonders berücksichtigen und sich durch eine anerkannte Ernährungsberaterin oder einen anerkannten Ernährungsberater beraten lassen. Die Broschüre «Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern» des BLV gibt zudem Auskunft über allgemeine Empfehlungen zur ausgewogenen Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern.
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Letzte Änderung 17.04.2018