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Nach der Gruppe Olten hat nun auch der Schweizerische Schriftstellerverband seiner Selbstauflösung zugestimmt. Die beiden Verbände wollen sich vereinen.
Vor einer Woche beschloss die Gruppe Olten (GO) - eine als "eher links" geltende Vereinigung von Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftstellern - sich aufzulösen (vgl. Link).
Am Samstag zog nun der als "tendenziell konservativ" geltende Schweizer Schriftstellerverband (SSV) an seiner General-Versammlung in Lausanne mit demselben Verdikt nach: Der Beschluss fiel einstimmig.
Im Oktober wollen die beiden Verbände einen neuen gemeinsamen Verband gründen. Arbeitstitel: "Autorinnen und Autoren der Schweiz" (AdS).
Gespalten seit 1971
Die Schweiz hatte seit 1971, als sich eine Gruppe "linker" Autoren vom SSV abspaltete und die GO bildete, zwei Schriftstellerverbände. Nachdem die politischen Unterschiede zwischen den beiden Gruppierungen immer kleiner wurden, begann ab 1996 der SSV der GO im Sinne einer Fusion entgegenzukommen.
Bei der geplanten Neugründung soll es gemäss SSV und GO weder "Sieger" noch "Verlierer" geben: Die Gründungs-Versammlung im Oktober wird deshalb von einem Komitee vorbereitet, in dem die beiden Verbände paritätisch vertreten sind.
Verabschiedung von Maurice Zermatten
Ein Detail am Rande: Der SSV verabschiedete am Samstag - wie es die Tradition will - zu Beginn der Versammlung ausgetretene oder verstorbene Mitglieder.
Zu letzteren gehörte der frühere SSV-Präsident Maurice Zermatten. Er hatte 1970 mit einem intellektuellenfeindlichen Broschürentext die Spaltung ausgelöst.
swissinfo und Agenturen