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Während die Abhörlautstärke bei Aufnahmen stark von der Situation abhängt, bspw. ob mit Kopfhörern oder Lautsprecher abgehört wird, im selben Raum oder in getrennten Räumen usw., stellt sich beim Abmischen der Produktion die Frage, ob es hier eine „richtige“ Lautstärke gibt? Eine gute Frage, allerdings lässt sich diese nicht so einfach beantworten. Bei der Einstellung der Abhörlautstärke gibt es verschiedene Faktoren, die es zu beachten gilt.
Unser Gehör
Grundsätzlich ist es ratsam, bei eher moderatem Pegel – Zimmerlautstärke – zu arbeiten, da das menschliche Gehör sehr schnell Ermüdungserscheinungen zeigt: Wenn wir zu lange zu laut abgehört haben, wird es immer schwieriger, den Mix richtig zu beurteilen und die passenden Entscheidungen zu treffen. Zudem kann das Gehör bei längerfristigem Konsum hoher Pegel auch langfristig und irreparabel Schaden nehmen. Durch Arbeiten bei einer eher niedrigeren Abhörlautstärke kann man die Ermüdung des Gehörs vermeiden oder zumindest hinauszögern, sodass man über längere Zeiträume hinweg effektiv in Mix-Sessions arbeiten kann. Eine weitere Möglichkeit, der Ermüdung der Ohren vorzubeugen, sind regelmäßige Pausen während der Mix-Sessions. Empfehlenswert sind dabei Pausen von etwa 10 bis 15 Minuten pro Stunde.
Die Lautstärke-Regel
Wer lange Zeit laut mischt, wird Bass und Höhen am Ende wahrscheinlich zu leise einstellen: Bei sehr lautem Abhören nehmen wir Bass- und Höhenbereich im Verhältnis zu den Mitten als lauter wahr, als bei moderaten Lautstärken, weshalb wir diese wahrscheinlich zu leise einstellen. Umgekehrt wird, wer lange Zeit sehr leise mischt, Bass und Höhen am Ende wahrscheinlich zu laut einstellen, da wir Bass und Höhen bei niedrigen Lautstärken leiser wahrnehmen.
Die empfohlene Abhörlautstärke richtet sich nach dem Raumvolumen
Empfohlene Abhörpegel richten sich zum einen nach der Größe des Abhörraums: Die subjektiv empfundene Lautstärke ist höher, wenn man näher an den Monitoren sitzt, da der Anteil der Erstreflexionen durch den geringeren Wandabstand der Monitore größer ist. Zusätzlich richten sich empfohlene Pegel auch nach dem Genre, in dem man hauptsächlich arbeitet – klassische Musik und Musik mit hohem Dynamikumfang werden i.d.R. etwas lauter abgehört, da die leisen Passagen sonst sehr leise sind und Dynamikspitzen weniger oft vorkommen. Elektronische Musik oder Pop-Produktionen sind durchschnittlich wesentlich lauter, weshalb diese etwas leiser abgehört werden.
In der folgenden Tabelle findest du einige Richtwerte für die Abhörlautstärke an der Abhörposition bei Verwendung beider Monitore in Abhängigkeit des Raumvolumens