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Entwicklungsländer und internationale Kapitalmärkte
Philipp Hildebrand, Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank
Economiesuisse, Zürich, 14.06.2005
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Nach einem durch die Asienkrise ausgelösten starken Rückgang stiegen in den vergangenen drei Jahren die Kapitalflüsse in die Entwicklungsländer wieder deutlich an. 2005 dürften sie ungefähr wieder ein Niveau erreichen, welches demjenigen kurz vor der Asienkrise entspricht. Die Kapitalflüsse konzentrieren sich stark auf einige wenige Emerging Markets, insbesondere China. Chinas Währungsordnung befindet sich im Moment im Umbruch, da China eine schrittweise Liberalisierung des Kapitalverkehrs vornimmt. Die auf den Nobelpreisträger Robert Mundell zurückgehende These der "impossible trinity" besagt, dass dies entweder zu einem Verlust an geldpolitischer Autonomie oder einer Flexibilisierung des Wechselkursregimes führen muss. Beide Tendenzen sind deutlich sichtbar, zum einen der Druck auf den festen Wechselkurs, zum andern die rasche Expansion der Geld- und Kreditaggregate. Längerfristig dürfte sich Chinas Währungsordnung in Richtung flexibler Wechselkurse bewegen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Übergang gelingt. Chinas Währungspolitik des graduellen Wandels hat sich bis anhin gut bewährt und dürfte somit auch andern Entwicklungsländern als Beispiel dienen.