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In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Datafolha entfielen 48 Prozent der Stimmen auf Ex-Präsident Lula, während Bolsonaro auf 34 Prozent kam. Abgeschlagen waren der Mitte-Links-Kandidat Ciro Gomes mit 6 Prozent und die Mitte-Rechts-Kandidatin Simone Tebet mit 5 Prozent.
Sollte Lula am Sonntag mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, so wäre er bereits im ersten Durchgang zum Staatschef Brasiliens gewählt. Erhält keiner der Kandidaten diese Mehrheit, so treten die beiden Bestplatzierten am 30. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an.
Lula regierte Brasilien bereits von 2003 bis 2010. Durch seine umstrittene Verhaftung war er 2018 im Präsidentschaftsrennen ausgebootet worden, und Bolsonaro kam an die Macht. In den vier Jahren seiner Amtszeit polarisierte der Rechtsaussen-Präsident wie kaum ein Staatschef vor ihm in Brasilien.
Seine Anhänger mögen seinen radikalen Stil, seine Angriffe gegen das politische Establishment und seine Auftritte in den Online-Medien, wo seine Bewegung gedeiht. Seine Kritiker halten Bolsonaro vor, er habe wenig vorzuweisen ausser hasserfüllten Sprüchen, Missmanagement der Corona-Pandemie und eine verheerende Umweltbilanz.
Mehr als 156 Millionen Brasilianer sind am Sonntag aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen sowie Parlamentsabgeordnete, Gouverneure und Senatoren. Abgestimmt wird elektronisch.
(sda)