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Die Zeige-"Definition" ist keine Definition, was mit der Vorsilbe "Zeige-" subtil angezeigt wird.
Zeige-Definition steht für das Vereinbarungsverfahren, bei welchem gleichzeitig auf den Ausdruck und auf den semiotischen Referenten des Ausdruckes gezeigt wird.
Beispiel:
Man zeigt auf einen Hammer und sagt: Das ist ein Hammer.
Erläuterung:
Das ist ein sehr komplexes Verfahren, weil es verschiedenste Abstraktionen und Verallgemeinerungen impliziert. Zeigen ist eine sehr komplizierte Sache: Ein Hund etwa schaut auf den Zeigefinger anstatt auf die mit dem Finger referenzierte Sache. Wenn ich durch ein Fenster zeige, muss man merken, dass ich nicht das Fenster meine, usw. Wenn ich durch Zeigen auf ein Exemplar vereinbare, muss man merken, welche Charakteristik des Exemplars verallgemeinert werden soll.
"Auch wenn weniger komplexe Referenten als "Eisenbarren aufheben" vereinbart werden, ist das zeigende Vereinbaren eine nicht ganz triviale Angelegenheit. Dass der eine zeigen kann, verlangt, dass der andere das Zeigen versteht. Ein Hund etwa schaut, wenn man ihm mit gestrecktem Zeigefinger etwas zeigen will, auf den Finger, statt auf die gezeigte Sache. Ist die gemeinte Sache beispielsweise aus einem Wohnraum heraus nur durch einen Vorhang oder durch einen entlaubten Baum hindurch zeigbar, muss man merken, das nicht der Vorhang oder der Baum, sondern eben die Sache dahinter gemeint ist.
Vereinbarendes Zeigen ist, obwohl es unbewusst alltäglich verwendet wird - noch weniger trivial als das Zeigen an sich. Beim Vereinbaren genügt es keineswegs, statt auf den zeigenden Finger oder auf den nichtgemeinten Vorhang auf die gezeigte Sache zu schauen, denn normalerweise ist die konkrete Sache nur ein Beispiel für das, was man vereinbaren will. Wer vereinbarend "Hund" sagt und auf einen konkreten Hund, beispielsweise auf einen Pudel zeigt, meint eben nicht, dass jeder Hund wie dieser Pudel aussieht, sondern nur, dass dieser Pudel auch ein Hund ist, dass also das "Hund-Sein" auch in diesem konkreten Pudel steckt. Im Vereinbaren erscheint die hier zunächst interessierende, doppelte Problematik der sprachlichen Abbildung überhaupt: Sprachliche Ausdrücke (20) sind erstens vereinbart und stehen zweitens nicht für konkrete Dinge, sondern für deren Bedeutungen" (Todesco 1992:44).