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Geschichte
Am 9. August 1928 wurde der Turnverein Ettenhausen von sieben unternehmungslustigen, turnbegeisterten Jünglingen gegründet. Die Idee der Gründer war, obschon sie selber an einem Erfolg zweifelten, es müsse die Möglichkeit geschaffen werden, sich sportlich zu betätigen. Trotz der Opposition und der Grundhaltung der Bevölkerung, dass Turnen überflüssig sei, blieb der Erfolg nicht aus und bereits innerhalb Jahresfrist stieg die Mitgliederzahl auf 15 an.
Gründung
Ernsthafter als die Skepsis der Bevölkerung zu nehmen, war der damalige Widerstand aus den Reihen des Jünglingsvereins Tänikon. Kaum entstand nur das Gerücht, man wolle einen Turnverein im Gebiet der Kirchengemeinde gründen, verlangten Kreise aus dem katholischen Jünglingsverein, dass der sich in Gründung befindende Verein nicht dem Eidgenössischen Turnverband (ETV) sondern dem Katholischen Turnverband (KTV) anzugliedern habe. Weil die Gründer, unter denen sich auch drei Protestanten befanden der Ansicht waren, Sport habe nichts mit Religion zu tun und sich dem Diktat nicht fügen wollten, wurde als Gegenreaktion innerhalb der Kirchgemeinde ein zweiter, dem KTV unterstellter Turnverein gegründet. Zu erwähnen hierzu, dass es damals bei einer ca. 99%-igen katholischen Bevölkerung eine Selbstverständlichkeit, ja quasi ein Obligatorium war, dass der Schule entlassene Burschen dem Jünglingsverein beitraten. Diese Grundhaltung wurde von der hiesigen Bevölkerung weitgehend getragen, so dass als Haupthindernis für die Fortentwicklung des Vereines der passive und aktive Widerstand der Bevölkerung bezeichnet werden muss. Ein bedeutendes Hindernis für einen geregelten Turnbetrieb war schliesslich das absolute Fehlen jeglicher technischer Voraus-setzungen. So konnte selbstverständlich damals keinerlei Turnmaterial der Schule verwendet werden, weil diese selber nichts besass. Keinerlei Turnanlagen, weder im Freien noch in einer Turnhalle, standen zur Verfügung. Man(n) turnte schliesslich während Jahren im alten Mostereilokal, dann eine zeitlang im Hirschensaal und schliesslich während Jahrzehnten, d.h. bis im Jahre 1969 die Turnhalle erbaut wurde, in der alten „Trotte“. Zuerst nur auf dem oberen, kleinen Boden, Jahre später erst durfte die ganze Trotte benutzt werden. Für das sommerliche Turnen stand schliesslich später der frühere Turnplatz der Schulgemeinde zur Verfügung. Hervorzuheben bleibt, dass sowohl die Trotte wie auch der alte Turnplatz ausschliesslich vom Turnverein im Frondienst für das Turnen bereitgestellt wurde. Die Gemeinden stellten lediglich die notwendigen Baumaterialien zur Verfügung. Gleich war es mit dem Turnmaterial. Dieses wurde vom Turnverein angeschafft und teils angefertigt und stand dann schliesslich auch der Schuljugend für das später eingeführte Schulturnen zur Verfügung.
Kriesenjahre
Katastrophal für das Vereinsgedeihen wirkte sich sodann die Wirtschaftskrise mit all ihren Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Geldsorgen aus. Es darf nicht unbeachtet bleiben, dass im Turnverein stets junge Leute mitmachten, die vielfach in der näheren Umgebung keine Arbeit fanden. Sie waren gezwungen wegzuziehen und auf Grund des Mitgliederschwundes musste man um die Existenz des Vereins bangen. Oft war übrigens in dieser Zeit die Mitgliederzahl so gering, das um an einem Wettkampf teilnehmen zu können, Mitglieder des Aadorfer Turnvereins ausgeliehen werden mussten.Berücksichtigt man all diese Handicaps, so erstaunt es geradezu, dass wir heute ein 75-Jahr-Jubiläum feiern können. Gerade die genannten Schwierigkeiten dürften jedoch mit dazu beigetragen haben, trotz allem durchzuhalten, weiter zu machen und aufzubauen.
Untersektionen
Zur Vorstellung des Vereins bleibt festzuhalten, dass bereits im Jahre 1935 eine Jugendriege gegründet wurde, welcher dann Ende der Dreissigerjahre eine Mädchenriege folgte. Eine ständige Institution des Turnvereins war sodann der Vorunterricht, heute Jugend und Sport genannt. Im Jahre 1959 wurde schliesslich die Männerriege und im Jahre 1963 die Frauenriege gegründet. Aus diesen Riegen heraus entstanden mit den Jahren wieder diverse neue Untersektionen, wie der Faustball- und Volleyballclub, das Jedermannsturnen und vieles mehr.
Ehrenpräsident B. Zehnder
Nebst dem Verweis auf die Veröffentlichung der turnerischen Leistungen und Anlässe in der Vergangenheit unserer schon bald dreissigjährigen Vereinsnachrichten, ist als Verdienst von ganz besonderer Bedeutung, der turnerisch, unermüdliche Kampfgeist unseres kürzlich, verstorbenen Ehrenpräsidenten Bruno Zehnder zu erwähnen. Bruno Zehnder, der sich nicht nur in unserem Turnverein unvergessliche Verdienste erwarb, sondern der dem Turnen auf kantonaler und eidgenössischer Ebene wohl ein bedeutender Teil seiner Freizeit widmete, war Mitglied oder Präsident verschiedener massgebender kantonaler und eidgenössischer Sportgremien, Turnexperte bei Rekrutierungen, kantonaler Oberturner und Sportberichterstatter schweizerischer und internationaler Grossanlässe.
Dem wohl grössten Initianten der Geschichte der turnenden Vereine Ettenhausens gebührt unser aufrichtiger Dank und Ehre.
Diesen Dank verbinde ich mit der Hoffnung, dass es gelingt, das Geschaffene zu erhalten, zu mehren und das Vereinsleben samt der Kameradschaft zu fördern.