Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03126.jsonl.gz/883

|Girardo, Cesare

1860- ? (I)
Girardo arbeitete verschiedentlich mit anderen Künstlern zusammen, so mit Thomas Giglio und Watry ("The Royal Illusionists"). 1894 trat er in Neapel und Rom auf, wo er unter anderem ein spiritistisches Kabinett und das Verschwinden eines Pferdes und eines Ochsen zeigte.

Beckerelli, (Jean Becker
1860 - 1933 (D)
Beckerelli wurde in Köln am Rhein geboren und musste nach dem plötzlichen Herztod seiner Mutter in die väterliche Feinkosthandlung eintreten.
Er trat ab etwa 1880 mit verschiedenen Variététruppen in Lokalen des Rheinlands, des Ruhrgebiets und Westfalens auf. In Essen lernte er bei einer Truppe seine Frau kennen, die er nach einigen Jahren in Luxemburg heiratete. Die beiden bereisten zusammen Belgien und Holland.
Nachdem sich Beckerelli allmählich einen Namen gemacht hatte, wurde er von besseren Gesellschaften, Vereinen und Familien engagiert und kam auch an den Hof der holländischen Königin Wilhelmina, wo er bei den Krönungsfesten mit grossem Erfolg Vorstellung gab.
|Schliesslich liess er sich in Luxemburg nieder. Grossherzog Adolph lud ihn ein, am dortigen Hofe aufzutreten. Dank seines Erfolges wurde er zum Hofkünstler ernannt, was ihm Zugang zu den höchsten Kreisen verschaffte. Das letzte Mal trat er im März 1914 am Hof auf.In der Schweiz trat er mit etwa 27 Jahren erstmals mit einer Varietétruppe auf. Ab 1889 gab er Solo-Auftritte in St. Gallen. Während einigen Jahren gab er während der Sommermonate in Bündner Kurorten Vorstellungen in Kursälen und Hotels.

Beckerelli war eine sympathische Bühnenerscheinung, ein liebenswürdiger Erzähler und ein sicherer, geschickter Vorführer, der sein Publikum ohne weiteres über eine längere Zeitspanne unterhalten konnte. Dies beherrschte er auch am Tisch, in privater Runde. Legendär wurde seine Vorführung des „Kragenknopf-Tricks“.
1914 nahm Beckerelli in St. Gallen Wohnsit. Während der Mobilmachung gab er zahlreiche Vorstellungen für das Militär und wurde dadurch weit herum bekannt.
1904 initiierte Beckerelli in Zürich die Gründung des Artistenverbandes (Artistenloge) „Sicher wie Jold“. Lebenslange Erfahrung als Berufskünstler überzeugte ihn von der Notwendigkeit der Solidarität unter den Artisten.
Amüsant und staunenswert ist die Tatsache, dass der Name „Beckerelli“ als Wort und Begriff in’s „Lötzeburgisch“ eingegangen ist. „Einen Beckerelli machen“ oder „Beckerelli spielen“ kann dort bedeuten, dass jemand eine Täuschung vollbringt oder jemanden arglistig täuscht.
Beckerelli starb am 3. Oktober 1933 nach kurzer Krankheit an einer Herzlähmung. Am 9. und 10. September hatte er noch im „Löchlibad“ zwei Vorstellungen bestritten. Er wurde in St.Gallen als immer noch preussischer Staatsangehöriger beerdigt.
(Text und Bild: Rico Leitner)

Morritt, Charles
1860-1936 (GB)
Charles Morritt war ein erfolgreicher britischer Bühnenmagier, der viele Illusionen erfand. Sein Interesse für die Zauberkunst wurde durch 1877 durch eine Vorstellung der Davenport Brothers geweckt. Ein Jahr später bereiste er mit einer selber zusammengestellten Schau die Provinzstädte und trat 1886 zum ersten mal in London auf. 1887 folgte eine Amerikareise, während der er für Alexander Herrmann arbeitete und für ihn verschiedene Illusionen entwickelte. Bevor er ab 1888 er mit Maskelyne und Cooke in Londons Egyptian Hall aufzutreten begann, war er berühmt geworden durch seine Gedankenübertragung, die er mit seiner Schwester Lilian vorführte. Im Gegensatz zu allen anderen Vorführenden verwendete er nicht einen Sprachcode sondern den gezielten Einsatz von Pausen zwischen den wenigen Worten, die er sprach. Er Entwickelte die später von Kellar vorgeführte Illusion "Oh!". 1914 siedelte er nach dreijährigem Erfolg in die St. George's Hall über. Er war ein führender Erfinder von Spiegeltäuschungen. Unter seinen vielen Illusionen befand sich "Das Verschwinden des Esels" und "Tally Ho" (das Erscheinen einer ganzen Fuchsjagd mit Reitern, Pferden, Jägern und Füchsen aus dem Nichts).

Isola Emile 1860-1945 (Algerien)
Isola Vincent 1862-1947 (Algerien)
Emile und Vincent Isola waren zwei von 7 Söhnen eines jüdischen Schneiders. Sie wurden als Kinder durch Vorstellungen von europäischen Zauberkünstlern wie Bosco, Cazeneuve und Nicolet inspiriert, die durch Nordafrika reisten.
1880 wanderten sie nach Paris aus, wo sie zunächst in verschiedenen Theatern Vorstellungen gaben, unter anderen auch in den Folies-Bergères.
1892 kauften Sie das Théatre des Capucines, das sie in Théatre Isola umbenannten, und damit grosse Erfolge feierten.
Ab 1897 traten sie nicht mehr auf, sondern kauften und leiteten mehrere der grössten Theater von Paris, so auch das Olympia und die Folies Bergères, wo sie sensationelle Varieté-Programme inszenierten.
1936 waren sie wegen finanzieller Verluste gezwungen, selber erneut aufzutreten. Auf ihrer Tournee durch die grössten Theater Frankreichs zeigten sie das Geisterkabinett, einige Illusionen, Manipulationen, Telepathie und Schattenspiele. Während der Besatzung übernahmen sie erneut die Leitung des Pigalle.
Biografie: ANDRIEU, P. Souvenirs des Frères Isola. Cinquante Ans de Vie Parisienne. Flammarion, 26, rue Racine, Paris, 1943

Chung Ling Soo (William Ellsworth Robinson
1861-1918 (USA)
William Robinson wurde in New York geboren. Er erlernte den Beruf eines Metallschlossers. 1880 gab er seinen Beruf auf und begann als "Robinson - the Man of Mystery" herumzureisen. Mit 26 ging er einen Fünfjahresvertrag als Bühnenmeister bei Kellar ein. Danach eröffnete er ein Zaubergeschäft in New York, das er bis 1893 führte. Danach trat er als Bühnenmeister und Mechaniker bei Alexander Herrmann ein. Zeitweise spielte er sogar die Rolle Herrmanns. Dabei erlernte er die Grundlagen des Showbusiness. Nachdem Alexander Herrmann 1896 unerwartet verstarb, führte Herrmanns Neffe Leon die Show weiter und Robinson arbeitete weiter an der Show mit. Nachdem er von Herrmann entlassen worden war, baute Robinson eine chinesische Nummer auf, gab sich von da an als Chinese aus und nannte sich in Anlehnung an den Namen des erfolgreichen Ching Ling Foo aus Peking Chung Ling Soo. Mit seiner Truppe feierte er grosse Erfolge in England, Frankreich, Deutschland, dem mittleren Osten, Australien, Neuseeland und Indien. 1918 starb er bei einer Vorführung des Kugelfangs in London, vermutlich infolge eins Defektes an einer der präparierten Waffen.
Chung Ling Soo veröffentlichte "Spirit Slate Writing and Kindred Phenomena" (1898) und Artikel in Scientific American, The Modern Wizard und Mahatma.
Biografien:
FRANK, G. R. Chung Ling Soo. The Man behind the Legend! Hades Publications, Canada, 1987.
KARR, T,. The Silence of Chung Ling Soo. The Miracle Factory, Seattle, 2001

Méliès, Georges
1861-1938 (F)
Georges Méliès begann zu zaubern, nachdem er eine Vorstellung von Maskelyne und Devant gesehen hatte. Mitte der Achzigerjahre wurde er von Voisin unterrichtet. Ab 1885 trat er als professioneller Zauberkünstler auf. 1891 gründete er die Académie de Prestidigitation. 1888-1924 leitete er das Théâtre Robert-Houdin in Paris.
1896-1912 wurde er weltweit als Filmhersteller bekannt. Bei seinen Filmen wandte er oft seine Kenntnisse der Zauberkunst an um Spezialeffekte zu erzielen.
1924 zog es ich aus der Zauberkunst und dem Filmgeschäft zurück, 1925 heiratete er seine frühere Assistentin. 1931 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.
Bioprafien:
Mes Mémoires. George Méliès, Rome, 1938
Georges Méliès, mage. Maurice Bessy & Giuseppe Lo Duca, Paris: 1945
Georges Méliès. Georges Sadoul, Paris, 1961
Méliès l'enchanteur. Madeleine Malthête-Méliès, Paris, 1973
Marvelous Méliès. Paul Hammond, New York, 1974
Artificially Arranged Scenes: The Films of Georges Méliès. John Frazer, Boston 1979
> Video 1 > Video 2 > Video 3 > Video 4 > Video 5

Agosto-Meynier (Auguste Meynier)
1861-1942 (F)
Agosta-Meynier wurde mit 13 Jahren professioneller Zauberkünstler. Er war 1903 Gründer und Präsident der Association Syndicale des Artistes Prestidigitateurs und 1928 des Syndicat International des Artistes Prestidigitateurs. 1905-1914 gab er die Zeitschrift "Le Journal de la Prestidigitation" heraus, 1919-1925 war er Herausgeber der Zeitschrift "Le Prestidigitateur".
Zusammen mit seiner Frau trat er auch als Puppenspieler auf. Er erfand zahlreiche Kartenkunststücke und gab mehrere Bücher heraus. Er besass eine umfangreiche Büchersammlung magischer Literatur.

Ed Reno (Edward Munn Burdick)
1861-1949 (USA)
Ed Reno wurde in Baldwinsville in New York geboren. Von einem Zauberkünstler in einer Jahrmarktshow lernte er schon als Kind Feuerspucken, Schwertschlucken und einige klassische Zaubertricks.
Mit 15 Jahren trat er bereits als Zauberkünstler auf und wurde von einem Agenten für Vorstellungen in kleinen Theatern in Australien und England engagiert, wo er sogar Gastauftritte in der Egyptian Hall hatte.
Wieder in Amerika trat er während drei Jahren zusammen mit einem Komödianten unter dem Namen "Reno and Vann's Mystic Consolidation" auf. Danach führte er während acht Jahren zusammen mit seinem vormaligen Agenten das Zirkusunternehmen "Reno and Alvord Circus".
Als Lyceum und Chatauqua* auf dem Höhepunkt waren, entschloss sich Ed Reno, sein Glück dort zu versuchen und liess sich als "King of Conjurors" engagieren. Er war besonders bei der Jugend beliebt, die ihn auch Uncle Ed nannte. Seine Frau trat unter den Namen "Mme. Reno" und "The Empress of Magic" auf.
Während über 20 Jahren war Ed Reno auf Tournee, bis er sich nach Kankakee bei Chicago zurückzog. Er trat jedoch auch weiterhin als Zauberkünstler auf, auch mit 81 Jahren gab er noch eine Vorstellung pro Woche.
Ed Reno wurde zum Ehrenmitglied der I.B.M. und zum Dean der S.A. M. ernannt.
Er starb 1949 mit 87 Jahren in Kankakee.
*Die Lyceum-Bewegung in den Vereinigten Staaten bestand aus einer Reihe von Organisationen, die im Winter in Theatern eine Vielzahl öffentlicher Programme und Unterhaltungen durchführten. Ihre Blütezeit hatte Sie Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem im Nordosten und Mittleren Westen. Einige der Organisationen bestanden bis ins frühe 20. Jahrhundert.
Chautauqua (auch als "Kultur im Zelt" bekannt) war eine Erwachsenenbildungsbewegung in den Vereinigten Staaten, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert sehr beliebt war. Chautauqua-Veranstaltungen breiteten sich bis Mitte der 1920er Jahre im ländlichen Amerika aus. Chautauqua brachte während der Sommerzeit in einem Zelt jeweils während einer Woche jeden Abend ein anderes Programm mit Unterhaltung und Kultur für die gesamte Bevölkerung, mit Referenten, Lehrern, Musikern, Entertainern, Predigern.

Wood, William
1862-1908 (USA)
William Wood war Bauchredner und Zauberkünstler. Er begann seine Karriere als Assistent von Harry Kellar. Seine Frau Edna war der Star vieler seiner spektakulären Illusionen.
Während einer Tournee in Südamerika starb er bei einem Schiffbruch im Golf von Mexiko. Vier seiner Bauchrednerpuppen wurden an Land gespült. Sie sind im Vent Haven Museum in Kentucky ausgestellt.

Fox, Imro (Imro Fuchs)
1862-1910 (D)
Als Sohn eines jüdischen Kaufmannes erlernte Imro Fox mit 13 seine ersten Kunststücke aus einem Zauberkasten.
1874 wanderte er nach Amerika aus, wo er Koch wurde.
1880 vertrat er einen Zauberkünstler, wobei er solchen Erfolg hatte, dass er sich von da an der professionellen Zauberkunst zuwandte und erfolgreiche Tourneen durch England, Amerika und Deutschland unternahm.
Bei einem seiner verblüffendsten Kunststücke tauschten eine weisse und eine schwarze Taube ihre Köpfe.
Von 1898 bis 1900 reiste er mit Servais LeRoy und F. E. Powell, als "The great Triple Alliance" durch Amerika.

Le Roy, William Davis
1862-1919 (USA)
W. D. Le Roy wurde in LaSalle, Illinois geboren. Im Alter von 9 Jahren zog er nach Chicago, um Musik zu studieren. Mit 16 Jahren wurde er Konzertgeiger.
Mit 19 trat er untger dem Namen "Will Norman" in San Francisco als professioneller Zauberkünstler auf.
1887 zog er nach Boston. Dort eröffente er unter dem Namen W. D. Leroy ein grosses Zaubergeschäft. Er gab Kataloge mit bis über 200 Seiten heraus. 1909 war er der erste, der Burling Hulls Svengali- und Mene-Tekel Kartenspiele auf den Markt brachte. Er vermarktete ebenfalls "The Great Cagliostro Card Trick und "Chromatic Cards".
Im gleichen Gebäude, in dem sich das Geschäft befand, führte er auch die Boston School of Magic.
1910-1913 lebter er in Chicago, dann kehrte er nach Boston zurück, wo er sein Geschäft wiedereröffnete und es bis zu seinem Tod führte.

Magicus, Professeur (Adolphe Blind)
1862-1925 (CH)
Adolphe Blind sah als Kind Agoston, der 1871, 1876 und 1881 in Genf auftrat. Mit 16 eröffnete er ein Zaubergeschäft in Genf.
Mit 35 Jahren zog er sich aus dem väterlichen Geschäft zurück und widmete sich ganz der Zauberkunst. Er verfasste zahlreiche Artikel für mehr als zwanzig verschiedene Zauberzeitschriften. Ausserdem verfasst er mit Sidney W. Clarke "The Bibliography of Conjuring & Kindred Diceptions" (1920).
Sein Buch "Les automates Truqués" wurde posthum veröffentlicht (1927).
Er war ausserdem Sammler von Zauberbüchern, Autogrammen und magischen Geräten.

Nordenstam, (Carl Rudolf) Bernadotte
1863-1942 (S)
Nordenstam war der grösste Zauberkünstler Norwegens der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er wurde. als unehelicher Sohn des Schwedisch-Norwegischen Königs Carl XV in Schweden geboren und auf den Namen Carl Rudolf Nordenstam getauft, erhielt aber später mit Zustimmung seines Onkels König Oscar II den königlichen Namen Bernadotte.
Als uneheliches Kind konnte er nicht Thronfolger werden. Statt dessen wurde er der „Magische Monarch“ (Mystikken og Magiens Monark). Anlässlich eines Besuches bei seinem Vater Carl XV im Schloss in Stockholm war Carl Rudolf als kleines Kind vom Ballettmeister sehr fasziniert, der eine Münze verschwinden lassen konnte. Und das war der Beginn eines langen Lebens als Zauberkünstler.
Nordenstam studierte Theologie und Medizin. 1904 wanderte er nach Norwegen aus, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. 1929 wurde er Mitglied des magischen Zirkels von Norwegen.
Er war ein Zauberkünstler der alten Schule, der die Redekunst und die Schauspielkunst beherrschte. Seine Stärke war die Kombination von Manipulation und Erzählkunst. Sein Kennzeichen war die Produktion einer zwei Meter grossen Flagge am Schluss seines Programms. Nordenstam trat vorwiegend in Norwegen auf, machte aber auch Tourneen durch andere europäische Länder, so etwa durch Schweden und Deutschland, wo er unter anderem vor Kaiser Wilhelm auftrat.
1938 gab er seine Abschiedstournee.

Chambly (Jacobus Wunnik)
1863-1926 (NL)
Chambly zog mit einer grossen Bühnenshow durch Europa. Nebenher betrieb er zeitweilig auch Zaubergerätehandel nachdem er das Geschäft von Oscar Lischke in Hamburg übernommen hatte.

Uferini Alfredo (Alfred Ufer)
1863-1934 (D)
Alfredo Uferini war der erste Sohn von Friedrich Wilhelm Ufer. Er stand schon als Vierjähriger mit seinem Vater auf der Bühne und führte die Schau seines Vaters fort, nachdem sich dieser zurückgezogen hatte. Er zeigte seine Darbietungen in glanzvollen Bühnendekorationen und trat im In-und Ausland vor Fürsten und Königen auf, so unter anderem in Serbien, Rumänien und der Türkei.
Nach über 60 Jahren auf der Bühne zog er sich 1930 zurück.

Abbott, David P.
1863-1934 (USA)
Als vielseitig interessierter Liebhaber der Zauberkunst und wissenschaftlicher Prinzipien publizierte Abbott dutzende von Artikeln über Wissenschaft, Technologie, Zauberkunst und Philosophie. In seinem ersten Buch "Behind the Scenes with the Mediums" enthüllte er die Tricks der Medien und die in Séancen angewandten Methoden.
Als erfolgreicher Geschäftsmann hatte Abbott mit 51 Jahren genug Geld beiseite gelegt, um seinen Traum zu verwirklichen, in Omaha, Nebraska, ein eigenes "Haus der Mysterien" zu bauen, dessen Geheimnisse nur er allein kannte. Im ganzen Haus waren Mikrofone, Lautsprecher, Elektromagnete, elektrische Kontaktplatten versteckt. Möbliert war das Haus mit exotischen Ägyptischen und japanischen Möbelstücken.
Abbott gab keine öffentlichen Vorstellungen sondern bis vier Stunden dauernde Vorstellungen in seinem Haus. Viele seiner Kunststücke hatte er selber erfunden und er täuschte damit grosse Zauberkünstler wie Houdini, Okito, Kellar, Ching Ling Foo und Han Ping Chien, die ihre grössten Geheimnisse gegen einige seiner Geheimnisse eintauschten. Abbott baute seine Effekte sowohl auf moralisch-philosophischen wie wissenschaftlichen Prinzipien auf. Seine Apparate baute er alle selber. Mit seinem Totenkopf, der mit den Zähnen klapperte, um Fragen zu beantworten, seinem sprechenden Teekessel, aber auch mit seiner meisterhaften Präsentation von klassischen Effekten wie dem Ringspiel oder Okitos schwebender Kugel, vermittelte er seinen Gästen unvergessliche Erlebnisse.
Abbott starb 1934 an Diabetes, bevor er sein 1922 angekündigtes Buch fertigstellen konnte, in dem er alle von ihm erfunden Kunststücke sowie diejenigen, die er von anderen Zauberkünstlern gelernt hatte, in allen Details beschreiben wollte. Nach dem Tod seiner Frau 1936 wurde sein Haus mit allen Einrichtungsgegenständen verkauft und das lang erwartete Buch schien endgültig verloren. 1961 erhielt der Zauberkünstler Walter Graham von John Keenan, der beim Verkauf von Abbotts Haus dabei gewesen war, unter anderem das mit unzähligen Korrekturen und Randnotizen versehene Manuskript zu Abbotts Buch, die dazugehörigen Fotos fehlten jedoch. 1969 tauchten die Fotos bei einem jungen Zauberkünstler auf, der sie von einem Freund erhalten hatte, dessen Grossvater Auktionator war und die Fotos seinem Enkel gab, statt sie wegzuwerfen. Graham gab den Versuch auf, das Buch zu publizieren, da des unmöglich schien, die unzähligen Fotos den entsprechenden Kunststückbeschreibungen zuzuordnen. 1974 nahm er Kontakt auf mit den neuen Besitzern von Abbotts Haus und anlässlich eines Besuches fand er dort eine Loseblattsammlung von "Abbotts Book of Mysteries" mit dem kompletten Text und Duplikaten aller Fotos. Die Besitzerin weigerte sich jedoch, die Unterlagen für den Druck des Buches zur Verfügung zu stellen. Erst ein Jahr später war sie bereit, das Buch zu verkaufen. 1977 publizierte Graham 700 Exemplare von "David P. Abbott's Book of Mystery". 2005 gaben Teller und Todd Karr ein zweibändiges Werk mit Beschreibungen aller Kunststücke von Abbott, illustriert mit Fotos und Zeichnungen sowie Kommentaren von zeitgenössischen Zauberkünstlern und einer CD-ROM mit Filmausschnitten von Abbott heraus.
Biografie: TELLER and KARR, T. House of Mystery. The Magic Science of David P. Abbott. Volume One: Behind the Scenes, Volume 2: The Book of Mysteries. Miracle Factory, n. pl., 2005

Watry (Giovanni Girardi)
1864- ? (I)
Aus Watrys Jugendjahren ist kaum etwas bekannt. 1886 trat er zusammen mit Girardo unter dem Namen "The Royal Illusionists" auf, 1896 in Barcelona unter dem Namen Cesare Watry.
1898 unternahm er seine erste Tournee durch Südamerika, weitere folgten 1902 und 1910.
1911 trat er zusammen mit Majeroni in Rio Janeiro mit der früher in Mailand erarbeiteten Zauber- und Hypnoseschau auf. Danach verbrachte er längere Zeit in Spanien und reiste danach durch die Türkei und Frankreich. In seinen Programmen zeigte er allgemeine Magie und Illusionen.
1928 zog er sich von der Bühne zurück und übernahm die Leitung eines Theaters in Palermo.

Cazman, Henri (Richard Henry T. Plumb)
1864-1917 (F)
Cazman wurde in Frankreich geboren, ging jedoch bereits 1967 mit seinen Eltern nach England. Er wurde einer der besten Varieté-Zauberkünstler seiner Zeit. 1890 trat er erstmals in Amerika auf. Er führte unter anderem ein Kunststück vor, bei dem eine Porzellanplatte von einem Zuschauer in kleine Stücke zerbrochen wurde, die dann auf eine Zielscheibe geschossen wurden, wo die Platte bis auf ein Stück, das der Zuschauer behalten hatte, wieder ganz erschien. Cazman starb 1917 in London.

Beaufort, Douglas (Douglas Broad)
1864-1939 (GB)
Douglas Beaufort kopierte Mitte der 80er Jahre dreist Charles Bertrams komplette Nummer und hatte nach dessen Tod 1907 auf dem Gebiet der Unterhaltung der besseren Gesellschaft weitgehend freie Bahn, da es zu jener Zeit nur wenige professionelle Zauberkünstler gab.

Uferini Paolo (Paul Ufer)
1865-1928 (D)
Paolo Ufereini war der zweite Sohn von Friedrich Wilhelm Ufer. Er spielte schon als kleines Kind in der Schau seines Vaters mit. nach dessen Rückzug machte er sich mit einer eigenen Schau selbständig.

Bénévol , François (Francesco Luigi Maria Benevole)
1865-1939 (I)
Benevole war Akrobat, Musikclown und Illusionist. 1894 nahm er die französische Form seines Namens an. Da er seinen fremden Akzent nicht verbergen konnte, trat er im Kostüm eine Mexikaners auf. 1899 eröffnete er sein "Théâtre-Salon Bénévol". Neben Illusionen wie Levitation und Fluchtkiste sowie okkulten Phänomenen inszenierte er unter anderem sehr realistisch das "Köpfen eines lebenden Menschen" mit der Axt.

Le Roy, Servais
1865-1953 (B)
Servais LeRoy war ein grosser Erfinder und Illusionist. Le Roy, Talma (seine Frau, die als "Königin der Münzen" bekannt wurde) und Bosco präsentierten eine einzigartige abendfüllende magische Show in Amerika, England, Frankreich, Deutschland, Österreich, Neuseeland, Australien,
Biografie: CAVENEY, M., RAUSCHER., W. Servais le Roy. Monarch of Mystery. Mike Caveney’s Magic Words, Pasadena, CA, USA, 1999

Durbin, William Warner, Jr.
1866-1937 (USA)
William Durbin begann mit 14 Jahren zu zaubern. Er brachte sich stets auf den neusten Stand der Entwicklungen in der Zauberszene. Er verwendete in seinen Vorstellungen nur Requisiten bester Qualität und seine Bühnenausstattungen waren aussergewöhnlich. So verwendete er zum Beispiel Glastische auf vernickelten dreibeinigen Ständern, um die Verwendung von Falllöchern oder Servanten auszuschliessen. Durbins Vorstellungen waren modern, originell und verblüffend. Er zeigte u. A. Mentalkunststücke, Manipulationen mit Tüchern, Münzen, Karten, Bällen und Eiern, ein kleines Geisterkabinett, den Fischfang aus der Luft, eine verschwindende und wiedererscheinende Gaslampe, wachsende Rosenbüsche. Seine Vorstellungen wurden in Presseberichten als unnachahmlich und äusserst unterhaltsam gelobt.
Durbin studierte seine Kunststücke zu Hause in Kenton in Ohio in seinem eigenen, voll ausgestatteten "Egyptian Hall Theater" ein. Er war auch ein Sammler von magischen Memorabilien. Seine Sammlung bildete die Grundlage für sein Egyptian Hall Museum, das ab 1953 von David Price verwaltet wurde.
W.W. Durbin war nur von 1897 bis 1902 professioneller Zauberkünstler.
Besser bekannt war es als Politiker und Eigentümer des American Egyptian Hall Theater and Museum in Ohio. Er wurde zum ersten Präsidenten der International Brotherhood of Magicians ernannt und war von 1927 bis 1937 Herausgeber des Linking Ring. Für die Zeitschrift verfasste er kurz vor seinem Ableben eine Artikelserie mit dem Titel "My life in Magic".
Durbin veranstaltete den ersten I.B.M.-Kongress. Um berühmte Zauberkünstler wie etwa Cardini oder Downs anzulocken, an I.B.M.-Kongressen aufzutreten, liess er Autogrammkarten mit Abbildungen von Plakaten der Künstler drucken. Diese Karten wurden zu begehrten Sammlerstücken.

Rouclere, Harry (Harry Terhune) and Mildred
1866-1942 (USA)
Rouclere arbeitete als Assistent eines Zauberkünstlers und begann bereits mit 8 Jahren als "The Boy Magician" aufzutreten.
1878 wurde er professioneller Zauberkünstler, trat dann jedoch mit einem Partner mit einer komischen Jongliernummer als "The Delmonico Waiters" auf.
1889 heiratete er Mildred Searing, und trat mit ihr unter anderem mit Personenverwandlungen à la Fregoli und einer Gedankenlesenummer in Vaudeville-Theatern auf.
Nach einer letzten Tournee 1899-1900 durch Amerika mit grossen künstlerischem und finanziellem Erfolg zogen sie sich weitgehend aus dem Showgeschäft zurück. Sie führten zwei eigene Hotels und einen Sommerpark in New Jersey. Harry lernte fliegen und besass seinen eigenen Flugplatz.

Bancroft , Frederick (Frederick Bronson)
1867-1897 (USA)
Als Jugendlicher trat Frederick Bancroft in Chicago im Olympic Theatre unter dem Namen *De Castro, the boy magician” auf. Er erlernte den Beruf eines Versicherungsagenten bei einer Lebensversicherungsgesellschaft. Er war in seinem Beruf sehr erfolgreich und verdiente während des Immobilienbooms viel Geld.
Als sein Interesse für die Zauberkunst wiedererwachte, begann er bei Wohltätigkeitsveranstaltungen, kirchlichen Versammlungen und in Clubs aufzutreten. Als er Alexander Herrmann kennenlernte entschied er sich, professioneller Zauberkünstler zu werden. Er begann mit kleinen althergebrachten Kunststücken, steckte jedoch viel Geld in die Bühnenausstattung. Seine grandiosen Poster kündigten ihn als „Prince of Illusions“ an. Seine erste öffentliche Vorstellung gab er 1895 in Orange in New Jersey. Er versuchte Herrmann zu imitieren, was ihm nur schlecht gelang, da er sehr viel jünger war. Das Publikum merkte, dass er unerfahren war und dass seine Kunststücke nicht der prachtvollen Bühnenausstattung entsprachen. Nach einem Jahr mit grossen finanziellen Verlusten beschloss er, eine Reise nach Europa und Ostinidien zu unternehmen, um sich zu erholen und sich weiterzubilden.
Nach seiner Rückkehr verpflichtete er den früheren Manager von Herrmann und erhoffte sich dadurch den Zugang zu allen wichtigen Theatern in den grossen Städten. Er eröffnete seine Tournee im Harlem Opera House, wurde jedoch gleich zu Beginn der Tournee krank und starb mit erst 31 Jahren an Typhus.

Harcourt, Fred
1867-1906 (GB)
Fred Harcourt gab sein Debut als Zauberkünstler bereits mit 8 Jahren. Er wurde professioneller Illusionist. 1901 führte er im Empire Theatre in Hull eine schwebende Dame vor. Rameses kaufte alle Geräte und Ilusionen von Harcourts Witwe.

Herrmann, Leon
1867-1909 (F)
Leon Herrmann war der Neffe von Compars Herrmann.Er lernte von diesem zaubern und hatte 1891 sein Debut in den Folies-Bergères.
1897 übernahm er die Show seines Onkels und reiste mit Adelaide Hermann 1897-1899 durch die USA.
Danach reiste er mit einer eigenen Show durch die USA mit alljährlichen Gastspielen in Paris und kurzen Europatourneen.
1908 holte er sich in Moskau eine Lungenentzündung, die ihn zur Rückkehr nach Paris zwang, wo er 1909 starb.

Valadon, Paul (Waber, Adolph)
1867-1913 (D)
Paul Valadon lernte als Assistent von Ernst Basch zaubern. Er trat mit seiner Frau mit einer Gedankenlesenummer auf. Er reiste durch England, Australien und Südafrika.
1896 zog er nach England undtTrat 1904-1907 mit Maskelyne und Cooke in London auf.
1904-1907 arbeitete er in Kellars Show mit.
Er starb in Amerika an Tuberkulose.

Roterberg, August
1867-1928 (D)
August Roterberg wurde in Hamburg geboren, zog aber bereits früh nach Amerika, wo er den Beruf eines Möbelschreiners erlernte. Von 1894 bis 1916 führte er sein eigenes Zaubergeschäft. 1908 verkaufte er sein Versandgeschäft an Ralph W. Read und 1916 seinen Laden an Arthur und Carl Felsman.
Roterberg erfand die sich vermehrenden Fingerhüte (acht Fingerhüte) und die sich vermehrenden Billardbälle (Excelsior Ball Trick, 1898).
Er verfasste "Latter Day Tricks" (1896), "The Modern Wizard" (1896), "New Era Card Tricks" (1897), "Card Tricks and How To Do Them" (1902).

Paini, Dario
1867-1935 (A)
Als Sohn eines Magistraten in Trient geboren, trat Paini bereits mit acht Jahren im Bekanntenkreis mit Zauberkunststücken auf. Sein Studium der Malerei und Bildhauerei brach er ab, um sich dem Beruf des Zauberkünstlers zuzuwenden. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts der bekannteste und begabteste Kartenkünstler in Österreich und Deutschland, dem die Kartenkunst viele neue Kunstgriffe und Effekte verdankt. Er war ein Genie der Improvisation und betrat die Bühne nie mit einem fertigen Programm, sondern gestaltete es aus der Situation heraus.
1897 erhielt er von Herzog Friedrich von Anhalt den Titel eines Hofkünstlers und wurde auch zum königlich bayrischen Hofkünstler ernannt. 1904 wurde er deutscher Staatsbürger.
Wie Hofzinser hütete er seine Geheimnisse selbst vor seinen besten Freunden und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens sehr zurückgezogen.

Fregoli, Leopoldo
1867-1936 (I)
Leopoldo Fregoli war ein in Rom geborener vielseitiger Künstler mit grosser Begabung für das Theater und die Zauberkunst. Nachdem er eine Vorstellung von Herrmann gesehen hatte, stellte er mit einem Freund eine Zaubernummer zusammen und trat mit diesem zusammen mit einer spiritistischen Nummer nach dem Vorbild der Gebrüder Davenport auf. Erst 1887 im Militärdienst in Afrika, als er den Auftrag hatte, Vorstellungen für die Truppen zu organisieren und mangels geeigneter Schauspieler dazu überredet wurde, verschiedene Rollen zu spielen, entwickelte er eine eigene Nummer, die später viele zu imitieren versuchten. 1890 kehrte er nach Rom zurück. In seinem Programm sprach er mit 50 verschiedenen Stimmen, bot Imitationen dar und spielte drei verschiedene Instrumente. 1893 unternahm er eine Tournee durch Italien, die jedoch nicht den erhofften Erfolg hatte. 1896 reiste er durch Spanien, Süd- und Nordamerika. Dort entwickelte er "El Dorado", eine Vorstellung mit "komisch-lyrisch-dramatisch-musikalischen Stücken mit ca. 60 Verwandlungen". Fregoli feierte phantastische Erfolge, die sich auch in Europa fortsetzten. So trat er in Portugal, Frankreich, Deutschland, England, Russland auf. 1897 kehrte er mit grossem Triumph nach Rom zurück und seine Vorstellungen wurden von allen, die Rang und Namen hatten, besucht. 1925 zog er sich von der Bühne zurück.
Biografie: NOHAIN J., CARADEC F. Fregoli 1867-1936. Sa vie et ses secrets. La Jeune Parque, Paris, 1968.
> Video

Mantovani, Cavalier Alessandro
1867-1937(?) (I)
Mantovani hatte vor allem in Frankreich und Brasilien mit Grossillusionen grossen Erfolg. 1888 wurde er zum Ehrenpräsidenten des Magischen Zirkels von Florenz ernannt.

Downs, T. Nelson
1867-1938 (USA)
Nelson Downs wurde als jüngstes von sechs Kindern eines Lehrerehepaars in Iowa geboren. Sein Zwillingsbruder verstarb noch am Tag der Geburt, sein Vater starb, als er 1 Jahr alt war.
Bereits mit 12 Jahren hatte er anhand von Beschreibungen in Büchern eine unglaubliche Geschicklichkeit in der Manipulation von Geldstücken erreicht, mit 15 war er in der Lage, 20 Halfdollars zu palmieren und einzeln zu produzieren.
Mit 15 sah er auch zum ersten Mal die Vorstellung eines Zauberkünstlers, der ihn zusammen mit Harry Kellar, den er 1889 kennenlernte, dazu brachte, selber Zauberkünstler zu werden.
Bevor er 1895 als professioneller Zauberkünstler zu arbeiten begann, arbeitete Downs als Telegraphist bei der Eisenbahn. In dieser Zeit übte er das Palmieren und die Manipulation von Münzen und verblüffte damit Freunde und Kunden.
Als er in Varietés aufzutreten begann, hatte er gleich von Anfang grossen Erfolg, in Europa noch mehr als In Amerika. Er wurde als "König der Münzen" weltbekannt. Eines seiner besten Kunststücke war der Münzenfang.
Downs schuf viele Kunstgriffe mit Münzen, die noch heute von grundlegender Bedeutung sind, wie z.B. den Click-Pass und die Downs-Palmage.

Stebbins, Si (William Henry Coffrin)
1867-1950 (USA)
Si Stebbins war der Sohn eines Fotografen. Er trat mit 17 unter dem Namen Prince Vino, dann William Vino zunächst als Akrobat im Zirkus auf.
1898 nahm er den Namen Si Stebbins an und wurde Anfang 1900 Kartenmanipulator. Sein Name ist heute vor allem noch in Verbindung mit dem "Kartenlegesystem nach Si Stebbins" bekannt.

Adelphia, Del (Adelphia Brown)
1868-1917 (USA)
Del Adelphia wurde als jüngerer von zwei Söhnen eines Zimmermanns in Fostoria, Ohio, geboren. Mit 15 Jahren arbeitete er als Zuckerbäcker und trat nebenher als Zauberkünstler auf. Nach seiner Heirat mit Mabel Hardy verdiente er seinen Lebensunterhalt als umherziehender Zauberkünstler.
Zwischen 1891 und 1899 gebar ihm seine Frau zwei Söhne und eine Tochter. Als "The Cow Boy Magician" war er vor allem bekannt durch seine Vorführung des verschwindenden Vogelkäfigs mit einem lebenden Kanarienvogel (als einer der Ersten verwendete Adelphia einen rechteckigen Käfig und nicht wie der Erfinder, Buatier de Kolta, einen zylinderförmigen Käfig mit abgerundeten Enden) und des Eierbeutels, eines grossen Beutels, aus dem er zum Schluss nach der Produktion einer Anzahl Eier eine Platte mit zwei Hühnern erscheinen liess.
1912 wurde zu einem Jahr der Wende in Adelphias Karriere: In Seattle beschuldigte ihn Raymond, einen Teil seiner Apparate gestohlen zu haben. Obwohl die Geräte wieder auftauchten, war der Ruf Adelphias zerstört. Er schnitt sich darauf die langen Haare ab, nannte sich nicht mehr Cow Boy Magician und verliess die Westküste. er schloss sich mit drei Partnern zusammen, um eine Tournee durch Vaudeville zu organisieren. Zu dieser Zeit nahm er zwei neue Illusionen in sein Programm auf: Servais Leroys Asrah Levitation und Harry Roucleres Twin Box Illusion.
1914 erkrankte Adelphias Frau schwer, schliesslich musste er um Geld zu verdienen seine Tourneen ohne sie fortsetzen. Drei Wochen vor ihrem Tod hatte Adelphia einen Auftritt in Daly's Theater am Broadway in New York. Infolge seines grossen Erfolges folgten weitere Auftritte in New York, so auch während zwei Wochen im Thelia Theatre. Im gleichen Jahr wurde er für das jährliche Bankett der SAM in New York City verpflichtet und wurde dadurch auf einen Schlag in der Fachwelt als grossartiger Zauberkünstler bekannt.
1916 rief er mit drei anderen Zauberkünstlern die Fantasama Company ins Leben: The Great Everett, trat als Entfesselungskünstler auf, Jack Adelphia als "The Whistling Marvel" und J. J. Mikulsky mit Manipulationen.
1917 verschlechterte sich der Gesundheitszustand Adlephias und er musste schliesslich ins Spital eingeliefert werden, wo er im Februar 1917 infolge eines Schlaganfalls starb.

Devant, David (David Wighton)
1868-1941 (GB)
Englands grösster Zauberkünstler wurde als Sohn eines Zeichners in London geboren. Mit zehn begann er sich bereits für die Zauberkunst zu interessieren. Er studierte Hoffmans "Modern Magic" und Houdins "Masterpieces", besuchte Zaubervorstellungen in der Egyptian Hall und analysierte die Vorführungen.
Nach erfolgreichen Auftritten in verschiedenen Varietés fragte sein Agent bei Nevil Maskelyne an, ob Devant in der Egyptian Hall ein Engagement erhalten könnte, doch Maskelyne war mit Morritts Erfolg zufrieden und brauchte keinen neuen Künstler. Als Morritt Maskelyne verliess, schaffte es Devant, bei Maskelyne aufgenommen zu werden.
Als Devant 1896 eine Vorführung des "Cinématographen" der Gebrüder Lumière mit "bewegten Bildern" sah, erkannte er sofort deren Potenzial und bemühte sich gegen den Willen von Maskelyne um einen Apparat. Der Erfolg gab ihm recht. Er produzierte selber Filme für seine Vorstellungen und setzte diese auf seinen Tourneen unter dem Titel "David Devant's Animated Pictures, Direct from Maskelyne and Cooke's, Egyptian Hall, Picadilly" ein. Devant überzeugte Maskelyne, ihn als Manager für die Tourneen einzusetzen und schlug Paul Valadon als Ersatz für seine Auftritte in der Egyptian Hall vor. Nach einem Misserfolg von Maskelynes neuer Show "The Coming Race" in der St. George's Hall holte er zu Rettung David Devant zurück. Dieser präsentierte 1905 als Hauptdarsteller "A Feast of Magic" und wurde anstelle von Cooke, der einige Monate vorher verstorben war, Partner von Maskelyne. In den nächsten zehn Jahren schuf Devant auf "seiner" Bühne unter Mithilfe von Henry Bates unzählige neue Effekte und Illusionen, die er im Rahmen von Theaterinszenierungen präsentierte. Er war nun der Star in London, während Maskelyne auf Tournee ging.
Mit Nevil Maskelyne (John Nevils Sohn) publizierte Devant 1911 "Our Magic", eines der wichtigsten Bücher über die Theorie der Zauberkunst. 1911 zog sich John Nevil Maskelyne aus dem Geschäft zurück und überliess es seinem Sohn und Devant. Dieser ging von da an häufig auf Tournee.
1915 trennten sich die Maskelynes von Devant. Dieser zog sich 1920 wegen gesundheitlichen Problemen zurück. 1936 veröffentlichte er "Secrets of my Magic", in dem er seine berühmten Illusionen beschrieb.
Biografie: SHARPE, S. H. Devant’s Delightful Delusions. Magical Publications, Pasadena, California, 1990

Talma, Mercedes (Mary Ford)
1868-1944 (GB)
Talma wurde 1890 die Assistentin und später die Frau von Servais Le Roy. Sie lernte Münzenmanipulationen und feierte als "Queen of Coins" sensationelle Erfolge in England, Frankreich und Deutschland.
Ihre Münzenmanipulationen bildeten auch einen Teil des Programmes der "Monarchs of Mystery" (Le Roy, Talma & Bosco) und sie war die erste Frau, die in der von Le Roy erfundenen Asrah-Illusion schwebte und in der Luft verschwand.

Dante (Oscar Eliason)
1869-1899 (USA)
Dante war eines von neun Kindern einer von Schweden nach Amerika ausgewanderten Mormonenfamilie. Er erlernte den Beruf eines Uhrmachers, interessierte sich jedoch schon früh für die Zauberkunst und wurde darin von seinem Vater, einem Amateurzauberkünstler, unterstützt.
Mit 20 Jahren trat er erstmals öffentlich auf. Ab 1893 ging er auf Tournee durch die USA, Mexiko, Kuba und Kanada. 1892 reiste er über Honolulu nach Neuseeland.
Etwa 1896 nahm der bis dahin unter dem Namen "Eliason" oder "The Mormon Wizard" auftretende Oscar Eliason den Namen "Dante" an (nach dem berühmten italienischen Poeten Dante Alighieri). Mit seiner Frau Edmunda und seinem Bruder Frank als Assistenten präsentierte er 1989 in Neuseeland als "Dante the Great and Mlle. Edmunda" eine grosse Show mit dramatisch inszenierten Illusionen.
Wäre er nicht 1899 mit erst 30 Jahren bei der Kaninchenjagd n Australien einem tragischen Jagdunfall zum Opfer gefallen, wäre er wohl ebenso berühmt geworden wie Thurston.
Biografie: BLACKMORE, K., Oscar Eliason, the Original “Dante the Great”. Kent Blackmore, Sydney, Australia, 1984

Maro, Edward (Walter Truman Best)
1869-1908 (USA)
Nachdem sein Vater ertrunken war als er 11 Jahre alt war wurde Walter Best bereits mit 14 Jahren freischaffender Fotograf, in seiner Freizeit lernte er Guitarre spielen. In Kansas City lernte er A.M. Wilson, den späteren Herausgeber von The Sphinx kennen, der ihn in die Zauberkunst einführte. Während er als Musiker mit seinem "The Best Quartett" seinen Lebensunterhalt verdiente, betrieb der die Zauberei als Hobby. 1891 änderte er seinen Namen in Edward Maro und gründete das Orpheus Trio und eröffnete eine Guitarren. und Mandolinenschule. Indem er seine Musikdarbietung mit Schattenspielen und Schnellzeichnen und Zauberkunststücken ergänzte, baute er eine eindreiviertelstündige Show auf, mit der er so viel verdiente, dass er sich ein eigene Haus und ein eigenes Boot bauen lassen konnte. Von Kollegen und Kritikern wurde er als möglicher Nachfolger von Kellar angesehen. 1908 - im gleichen Jahr als Kellar zurücktrat - erkrankte er an Typhus und und starb mit 39 Jahren an Nierenversagen.

Albini, Herbert A. (Abraham Laski)
1869-1913 (PL)
Herbert Albini spezialisierte sich auf Kartenkunststücke, die er mit grosser Frechheit vorführte. Sein Umgang mit dem Publikum war recht ungehobelt und seine Erfolge waren bescheiden. Nach jedem Kunststück warf er die Karten weg, so dass die ganze Bühne mit Karten übersäht war, und liess sich von einem Assistenten dauernd neue Kartenspiele geben.
Laski nannte sich Albini, und wurde damit zum Rivalen von Frederick Baxter Ewing, der schon 9 Jahre vor ihm unter dem Namen Lieut. Fred Albini in England mit grossem Erfolg auftrat.
1891 wanderte er nach Amerika aus, wo er eine gewisse Bekanntheit erreichte.

Thurston, Howard
1869-1936 (USA)
Howard Thurston wurde als eines von vier Kindern in Columbus, Ohio, geboren. Mit 9 arbeitete er als Hotelpage, mit 12 betätigte er sich als Zeitungsverkäufer in verschiedenen Städten, versuchte, auf Pferderennbahnen Geld zu verdienen und reiste umher, um die Vorstellungen von Zauberkünstlern zu sehen. So sah er Herrmann the Great zweimal, studierte Professor Hoffmanns "Modern Magic", übte Manipulationstechniken, insbesondere Kartenmanipulationen und gab gelegentlich Vorstellungen für seine Freunde.
Zwischenhinein versuchte er sich mit einem Partner auch als Taschendieb und wurde dabei verhaftet. Er wurde von einer religiösen Familie aufgenommen. Als Thurston 17 war, starb seine Mutter. Thurston besuchte während drei Jahren eine Bibelschule in Massachusetts und sollte danach die Universität von Pennsylvania besuchen. Doch als er in den Schulferien in Albany eine Vorstellung von Herrmann The Great gesehen hatte, reiste er diesem nach und versuchte, mit ihm ins Gespräch zu kommen, was ihm allerdings nicht gelang.
Er reiste zu seinem Vater nach Detroit, übte während ein paar Wochen verbissen einige Kunststücke ein und bat seinen Vater um etwas Geld, damit er beginnen könne, als professioneller Zauberkünstler zu arbeiten. Sein Vater lachte ihn jedoch bloss aus und Thurston verliess ihn mit nichts als ein paar Requisiten.
In Detroit sah er auf der Strasse einen Marktschreier, der in kurzer Zeit eine beträchtliche Anzahl von Kartoffelschälmessern verkaufte. Thurston hatte die Idee, mit Zaubertricks die Leute anzulocken und ihnen dann die Kartoffelschäler zu verkaufen. In Cleveland, wo er sich damit über Wasser hielt, wurde er von einem Zirkusartisten angesprochen und als Zauberkünstler im Zirkus verpflichtet. Danach reiste er mit verschiedenen Jahrmarktshows umher und trat als Zauberkünstler auf, so oft er konnte, musste aber oft auch andere Jobs annehmen.
Unter dem Namen "Howard Thurston, America's Premier Card Manipulator" und als +Howard Thurston, Premier Card Manipulator of the World" reiste Thurston mit seiner Frau Grace im Land umher und trat in unbedeutenden Theatern in kleinen Städten auf.
Leon Herrmann, der von Thurstons Kartensteiger gehört hatte, liess ihn zu sich kommen und im Theater wo er auftrat von Thurston vorführen. Er war von dem Kunststück begeistert und wusste nicht, wie Thurston es gemacht hatte. Am nächsten Tag stand in der Zeitung zu lesen "Herrmann the Great, Mystified by Thurston". Thurston verschickte Kopien davon an Vaudeville-Agenten, doch keiner meldete sich bei ihm und er reiste weiter durch die Lande und es dauerte noch einige Jahre, bis er finanziellen Erfolg hatte und schliesslich in grösseren Theatern auftreten konnte.
1900 wurde er nach London eingeladen, wo er als selbst ernannter "King of Cards" grossen Erfolg hatte. 1901 wurde ein auf vier Wochen festgelegtes Engagement auf 26 Wochen verlängert. Von da an erhielt er so viele Engagements, wie er wollte und trat in verschiedenen europäischen Ländern vor gekrönten Häuptern auf. Darauf stellte er eine 45 Minuten dauernde Illusionsshow zusammen, mit der er ab 1902 mit grossem Erfolg in den USA auftrat. 1905 ging er mit mehreren Tonnen Gepäck auf eine dreijährige Weltreise: Honolulu, Fidschiinseln, Neuseeland, Australien, Tasmanien, Philippinische Inseln, China, Japan, Indien.
1907 trat er die Nachfolge von Kellar an und reiste mit der von diesem aufgebauten Riesenshow mit vierzig Mitwirkenden und zwanzig Lastwagen Gepäck herum.
Während der letzten vier Jahre seiner Karriere trat er vier bis fünf Mal am Tag in den besten Theatern in den USA auf. Die Vorstellungen wurden von ca. 60 Millionen Menschen besucht.
Nach einem Schlaganfall erholte er sich nicht mehr und starb mit 66.
Biografien:
OLSON, R. E., The Complete Life of Howard Franklin Thurston, Vol. 1. Hades Publications, Inc., Calgary, Alberta, Canada, 1993.
OLSON, R. E., The Complete Life of Howard Franklin Thurston, Vol. 1. Hades Publications, Inc., Calgary, Alberta, Canada, 1993.
THURSTON, G. My Magic Husband. Howard Thurston Unmasked. Phil Temple, n. pl.,1985, Second Printing 2006
STEINMEYER, J. The Last Greatest Magician in the World. Penguin, 2010
> Video 1 > Video 2

Odin, Claudius
1869-1959 (F)
Claudius Odin wurde in Paris geboren. Er war ein professioneller Close-Up Zauberer. Er galt als einer der Stars in der damaligen Szene der Straßenzauberer. Seine Paradekunststücke waren das Ringspiel mit acht ringen und Kunststücke mit dem Svengalispiel. Ihm wird auch die Erfindung des Kunststücks zugeschrieben, bei dem Tücher durch blosses Darüberstreichen die Farbe wechseln.
1903 war er Mitbegründer der Association Syndicale des Artistes Prestidigitateurs, ASAP.
1906 gewann er bei der Chambre Syndicale de la Prestitidigitation den 2. Preis in der Sparte Erfindungen. Später wurde er Ehrenpräsident der Union des Prestidigitateurs de France.
Eine Zeitlang trat er in Paris in einem Theater und im Wachsfigurenkabinett Musée Grévin auf. Während über dreissig Jahren durfte er dank der Protektion durch einen Polizeioffizier im dritten Arrondissement in Paris auftreten.
Er verfasste "Les anneaux chinois" (1928; ins Englische übertragen von Victor Farelli "The Odin Rings",1931), und "Les cartes biseautées" (1928; erschienen in englischer Übersetzung in Hugard's Magic Monthly von August 1952 bis Januar 1954).
Wie viele seiner damaligen Kollegen starb Claudius Odin in völliger Armut.
|Social Media||Impressum|
|Texte und Inhalte:

Magic Promotion Club
CMS und Gestaltung:
bildsprache.ch