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Kinder-Leukämie durch Niederfrequenz-Belastung
von Hans-U. Jakob
Schwarzenburg, 2.8.2013
Im Britsch Journal of Cancer 2013 hat ein französisches Forscherteam um C.Sermage-Faure seine neuesten wissenschaftlich erworbenen Erkenntnisse zu Kinderleukämie in der Nähe von Hochspannungs-Freileitungen auf den 250 bis 400kV-Ebenen und auf den 63 bis 150kV-Ebenen veröffentlicht.
Näheres unter http://www.emf-portal.de/viewer.php?l=g&aid=22049
Resultate:
Auf den 250 bis 400kV-Ebenen zeigte sich für Kinder die bis 50m von der Trasseemitte wohnhaft waren ein um Faktor 1.7 erhötes Risiko, an akuter Leukämie zu erkranken als für Kinder in deren Nähe sich keine Hochspannungs-Freileitung befand.
Im Abstand von 50 bis 200m wurde angeblich kein erhöhtes Risiko mehr gefunden.
Auch kein Risiko soll bei Hochspannungs-Freileitungen auf den 63 bis 150kV-Ebenen gefunden worden sein.
Kommentar von Hans-U. Jakob:
Obschon diese Stude ein erhöhtes Risiko für Kinderleukämie in der Nähe von Hochspannungs-Freileitungen bestätigt, ist sie doch äusserst mangelhaft. Bloss mit der Abstands-Angabe lässt sich kein Risiko bestimmen. Und für die magnetische Flussdichte, gemessen in Mikrotesla, ist nie die Spannung in kV (Kilovolt) massgebend, sondern ausschliesslich der Strom in Ampère.
Bei Freileitungen, die mit 63 oder 150kV betrieben werden, ist das Nicht-Auffinden von Kinder-Leukämiefällen nur darauf zurückzuführen, dass diese Leitungen in der Regel nicht nur mit geringerer Spannung betrieben werden, sondern wegen ihrer nur lokalen Bedeutung auch noch mit weitaus geringeren Strömen.
Die Grössenordnungen betragen:
In der 400kV-Ebene um die 3200Ampère
In der 250kV-Ebene um die 1600Ampère
In der 150kV-Ebene um die 800Ampère
In der 63kV-Ebene um die 400Ampère
Auch der Laie mag auf den ersten Blick erkennen, dass es unzulässig ist, Magnetfelder, verursacht von einer 400Ampère-Leitung mit einer solchen von 3200Apère zu vergleichen. Die Intensität des Magnetfeldes verhält sich nämlich proportional zum Strom.
Auch auf den 250 bis 400kV-Ebenen, da wo ein erhöhtes Risiko gefunden wurde, weisst die Studie immer noch Mängel auf, die nicht hingenommen werden dürfen.
Auch hier vermag der Laie auf den ersten Blick zu erkennen, dass ohne Angabe der Masthöhen und Seildurchhänge zwischen den Masten, keine Risikobestimmung möglich ist. Man kann bloss sagen, es ist gefährlich. Aber wie gefährlich???
Denn die Studie sagt nichts darüber aus, ob die Kinder erst bei 3 oder bereits bei 0.3Mikrotesla an akuter Leukämie erkrankten.
Auch ist die Ausdünnung bei der 2. Probandengruppe, die 50-200m von einer Hochspannungsleitung entfernt wohnen, viel zu gross. Denn selbst bei einer 3200Ampère-Leitung ist die magnetische Flussdichte auf einer Entfernung von 150m so weit abgesunken, dass nur noch Werte von weniger als 0.3Mikrotesla anstehen.
Obige Angaben von Hans-U. Jakob beziehen sich ausschliesslich auf 2-strängigen, phasenoptierten Betrieb, bei Volllast der Leitung.
Bei welchen Lastverhältnissen C.Sermage-Faure und sein Team ihre Daten gesammelt haben, geht auch nirgends aus der Studie hervor.
Schlimmstenfalls muss damit gerechnet werden, dass Kinder-Leukämie bereits bei einer Dauerbelastung von 0.2Mikrotesla entstehen kann.
Sehen sie bitte dazu auch nach unter:
/hochspannungsleitungen-und-krebs-1659/
Und wie die selbsternannte internationale Strahlenschutzkommission damit umgeht, lesen sie unter /icnirp-oder-die-todesengel-von-oberschleissheim-d/