Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03098.jsonl.gz/29

US-Präsident Donald Trump informiert die Medien derzeit täglich über die Lage der USA in der Coronavirus-Pandemie. Doch gestern hat sich der POTUS etwas Neues einfallen lassen: Mitten während der Pressekonferenz trat er zur Seite und liess ein Video auf der Leinwand laufen.
Und was wurde gezeigt? Trumps angebliche Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus. Zuerst wurden die Medien angeklagt, das Risiko von Beginn weg heruntergespielt zu haben. Das Hauptstück war eine Timeline, angefangen bei den im Januar ausgerufenen Reisebeschränkungen für Menschen aus China, bis hin zum Ausruf des nationalen Notstands am 13. März und den weiteren Schritten seither. Selbstverständlich durften am Ende auch Lobeshymnen von Trump-treuen Politikern nicht fehlen.
Offenbar reagierte der Präsident damit auf eine Reportage der Sonntagsausgabe der «New York Times», die aufgezeigt hatte, wie langsam Trump auf den Ausbruch des Virus reagiert habe.
Während das Video lief, zeigte Trump immer wieder grinsend auf die Bilder. Doch der Präsident, beziehungsweise sein Social-Media-Direktor Dan Scavino, der das Filmchen zusammengestellt hatte, haben etwas übersehen. Die «New York Times» kritisierte hauptsächlich, dass Trump im Februar und Anfang März kaum etwas unternommen habe. Und tatsächlich, auch in Trumps eigenem Video war der einzige Punkt in diesem Zeitraum vom 6. Februar, als die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erste (fehlerhafte) Testkits verschickten.
Trump selbst hatte am 9. März noch davon gesprochen, dass das Coronavirus nicht gefährlicher sei als eine gewöhnliche Grippe.
Doch die Journalisten liessen sich vom Werbevideo nicht ablenken. Eine Journalistin des TV-Senders CBS hakte nach, was Trump denn in diesen Wochen im Februar gemacht habe.
Trump wich aus, nannte das Verhalten der Journalistin «skandalös», verwies auf das Video und sagte danach, dass zu diesem Zeitpunkt niemand Massnahmen erwartet habe. Dabei nahm er aber Bezug auf Berichte vom Januar. Als die Journalistin noch einmal präzisierte, was denn die Regierung im Februar konkret gemacht habe, sagte der Präsident nur: «Eine Menge. Wir haben einen grossartigen Job gemacht.» (abu)