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Sie haben sicherlich alle schon von der Organisation DIE DARGEBOTENE HAND gehört. Doch welche Geschichte, Menschen und deren Visionen stecken eigentlich hinter der bekannten Nummer 143? Genau für diese Fragen interessiere mich. Sie sich auch?
Die Idee der Telefonseelsorge ist im Jahr 1953 in England entstanden. Schon 18 Jahre zuvor befasste sich Chad Varah, Pfarrer einer anglikanischen Gemeinde in London damit.
Als junger Diakon war er mit dem Tod eines 14-jährigen Mädchens konfrontiert. Das Mädchen nahm sich das Leben, als sie in der Pubertät erstmals ihre Regelblutung bekommen hatte. Da sie keine Informationen über die Menstruation erhalten hatte und sich niemandem anvertrauen konnte, ging sie davon aus, dass es sich um eine Geschlechtskrankheit handeln würde. Diese Tragödie veränderte das Leben von Chad Varah nachhaltig. Er beschloss, sich für die Förderung der Sexualerziehung und Prävention für Suizidgefährdete einzusetzen.
1954 publizierte der Pfarrer ein Inserat. Darin hielt er fest: „Bevor Sie sich das Leben nehmen, rufen Sie mich an!“ Das kleine Inserat war der Start zur heute, beinahe weltweit verbreiteten Organisation der Telefonseelsorge.
Vier Jahre später gründete Pfarrer Kurt Scheitlin in Zürich unter dem Namen „Dargebotene Hand“ die erste Telefonseelsorge der Schweiz. Bei der Finanzierung und zur Gewinnung von Mitarbeitenden fand er sehr schnell helfende Hände. Einerseits das Ehepaar Plüer, welches in der Heilsarmee tätig war. Andererseits unterstützte der Zürcher Geschäftsmann und Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler das Projekt in finanzieller Hinsicht.
1975 erschien ein Artikel im Nouvelliste über die «Dargebotene Hand», welche damals noch «A l’écoute» hiess. Ein kleiner Auszug dazu:
„Unter der Schirmherrschaft von Monsignore Adam, Bischof von Sion, Herr Ernest Schülé, Präsident der Evangelischen Synode der Reformierten Kirche des Wallis, Staatsrat Arthur Bender, im Auftrag des Staatsrates sowie Staatsrat Wolfgang Loretan, derzeitiger Staatsratspräsident, freuen wir uns darüber, Sie über die Einrichtung der Telefonseelsorge „A l’écoute“ nach dem Prinzip der «Dargebotenen Hand» zu informieren.
Bei all Ihren Problemen, Ängsten, bei Einsamkeit und Schwierigkeiten aller Art steht Ihnen jemand zur Verfügung, der gemeinsam mit Ihnen nach einer Lösung sucht. Dieser Unterstützungsdienst am Telefon steht allen Personen ohne religiöse, politische oder soziale Unterschiede zur Verfügung. Die Anonymität ist garantiert… „.
Es gibt 60 ehrenamtlich Mitarbeitende. In unserem nächsten Newsletter werden wir das Vergnügen haben, Ihnen die Interviews von zwei von ihnen anzubieten.