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Das alte Wahlsystem für die Grossratswahlen war höchst undemokratisch. In kleinen Bezirken wie etwa im Goms musste eine Partei oder eine Liste 33.34 Prozent der Stimmen holen, um einen Sitz zu machen. Machte die Liste 30 Prozent der Stimmen, waren diese alle für umsonst und flossen in keine Berechnung mit ein. Von diesem System profitierten während Jahrzehnten die C-Parteien, die dadurch auch die Mehrheit im Kantonsparlament hielten.
Alle politischen Vorstösse, dieses undemokratische System zu korrigieren, waren zum Scheitern verurteilt. So gelangte die SP zusammen mit anderen Minderheitsparteien ans Bundesgericht. Dieses hiess die Beschwerde gut. In der Folge wurde der sogenannte Doppelproporz eingeführt, ein System, das sich schon andernorts bewährt hatte. Durch das Schaffen von grösseren Wahlkreisen zählt neu jede Stimme. Wenn in einem kleineren Bezirk eine Liste keinen Sitz macht, können diese Stimmen in einem anderen Bezirk der Partei zu einem zusätzlichen Sitz verhelfen.
Auf eidgenössischer Ebene wollte die CVP die Kompetenzen des Bundesgerichts beschneiden und den Kantonen wieder voll freie Hand für das Wahlsystem einräumen. In beiden Räten zeichnete sich bei den Beratungen eine Mehrheit für die CVP ab. Neo-Nationalrat Philipp-Matthias Bregy und Nationalrat Thomas Egger rieben sich öffentlich die Hände. Sie hofften, das alte undemokratische System im Wallis via Verfassungsrat wieder einzuführen. Doch sie machen die Rechnung ohne den Wirt: Bei der Schlussabstimmung am letzten Sessionstag fiel die Vorlage durch. Weiter gilt: Jede Stimme zählt. Und das ist gut so.