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Unterstützt durch die Grosszügigkeit der Natur und dem Rhythmus der Jahreszeiten folgend, entwickelt sich die Rebe nach einem präzisen Kalender. Die sechs Etappen auf einen Blick.
Die Rebe ruht – ein schöner Begriff für den Zustand der Pflanze während des Winters (Dezember bis Februar). In diesen drei Monaten werden folgende Arbeiten verrichtet: Schneiden, Zerkleinern der Triebe und des alten Holzes, Unterhalt des Materials (Stickel, Drahtanlagen).
Im Frühling weisen die Tränen auf den Schnittstellen der Triebe auf das Erwachen der Pflanze hin. Es heisst denn auch: Die Rebe weint. Anschliessend schwellen die Knospen, und die ersten Blätter brechen hervor.
Mit der Bodenerwärmung im April, Mai und Juni wachsen die Triebe schnell. Parallel zu dieser Entwicklung beginnen die Bodenarbeiten, das Entfernen des Unkrauts, das Pflügen und das Spritzen. Nach der Bildung der Gescheine folgt im Juni die Blüte. Nur ein Teil der Blüten werden befruchtet (rund ein Drittel) und folglich zu Beeren ausgebildet. Jetzt ist auch die ideale Zeit für zahlreiche andere Arbeiten: Anbinden, Entlauben und Pflanzenschutz.
Auch im Juli folgt das Wachstum seinem eigenen Rhythmus. Dank der Pflege des Winzers und dem Einfluss der Sonne entfalten sich die Trauben, die Beeren werden grösser und grösser. Im August beginnt der Farmumschlag, und der Zuckergehalt nimmt zu. Die Pflanzen beenden das Wachstum und die Triebe verholzen. Die Trauben bereiten sich für die Ernte vor, die Beeren reifen und reichern sich weiter mit Zucker an.
September und Oktober sind im Weinbau entscheidende Monate. Die Trauben werden geerntet. Das Wetter entscheidet im hohen Masse über die Qualität des kommenden Weins und über den Erntezeitpunkt.
Im Oktober und November verfärben sich die Blätter prächtig. Gesunde Blätter sind unabdingbar für die Rebe, die bereits damit beginnt, neue Reserven anzulegen. Das fallende Laub zeigt das Ende des Jahreszyklus an – ein neues Abenteuer kann beginnen. Die Ruhephase kündet sich an. Wenn sich die Säfte der Rebe in den Wurzeln sammeln, beginnt ihre vegetative Erholung.