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Pro Linux Verein "Wilhelm Tux" ist sauer
Vergangenen Donnerstag hat der Berner Stadtrat (Legislative) über den Investitionskredit für die flächendeckende Einführung des Informatik an den Volksschulen debattiert. Heute nun äussert sich "Wilhelm Tux", eine Interessenvereinigung für den vermehrten Einsatz von quelloffener Software in der Schweiz, enttäuscht über die Debatte und den Entscheid im Stadtberner Parlament.
Dieses hat es mit 35 zu 27 Stimmen ziemlich knapp abgelehnt, den Gemeinderat (Exekutive) dazu zu zwingen, ausschliesslich quelloffene Software wie Open Office statt Microsoft Software zu verwenden. Angenommen wurde hingegen ein Kompromissvorschlag, neben Microsoft-Software auch offene Programme zu installieren.
Wilhelm Tux moniert, dass "mit einer Systemplattform auf Linux-Basis und Thin Clients einige Millionen Franken gespart werden könnten, die dann für die Ausbildung zur Verfügung stehen würden. Stattdessen ziehe es der Stadtrat offenbar vor, die bereits gigantischen Quasi-Monopolisten (Firmen wie Microsoft u. a.) zu unterstützen."
Der Gemeinderat hatte im Parlament argumentiert, der durchgehende Einsatz von Microsoft-Software käme am günstigsten. Die Zürcher AWK-Group war dem Gemeindearat und den involvierten Abteilungen der Stadtverwaltung bei der Erarbeitung des Konzepts zur Seite gestanden.
Investitionen von acht Millionen Franken
Insgesamt wurde ein Investitionskredit von acht Millionen Franken bewilligt. 4,6 Millionen entfallen auf Hardware (inkl. Netzwerk), knapp 900'000 auf Software, etwa ebenso viel auf Dienstleistungen. Weitere 330'000 Franken jährlich sind für Lizenzen vorgesehen, während der Betrieb pro Jahr auf 1,5 Millionen Franken zu stehen kommt. Swisscom tritt im Rahmen des Programms "Schulen ans Netz" als kostenloser Internet-Anbieter auf. (Christoph Hugenschmidt)