Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/387

Service und Navigation
Verwaltung und Regierung
Servicebereich
Sie sind hier:
Geografie und Klima
Zwei Landschaftstypen prägen den Kanton St.Gallen: Die Alpen im Süden und das Mittelland im Norden. Der höchste Punkt St.Gallens ist der Ringelspitz (3247 Meter über Meer) an der Grenze zum Kanton Graubünden. Der tiefste Punkt liegt am Bodenseeufer auf einer Höhe von rund 396 Metern über Meer.
Von Tälern durchzogen
Etwas mehr als die Hälfte der St.Galler Bevölkerung lebt in den breiten Tälern im Süden des Kantons: im Rheintal, Seeztal, der Linthebene und dem Toggenburg. Durch diese Täler fliessen die wichtigsten Flüsse St.Gallens, nämlich der Rhein, die Thur (im Toggenburg), die Linth und die Seez. Ihre Talauen sind bedeutende Grundwasserträger und werden für die Trinkwasserversorgung genutzt (vgl. Der Kanton St.Gallen und seine Menschen in Zahlen 2006, S.6/7). Der Bodensee und der Walensee dienen als Ausgleichsbecken, Schuttsammler und Trinkwasserspeicher.
Der Norden des Kantons St.Gallen ist eine Hügellandschaft, geformt von Gletschern, die bei ihrem Rückzug Schutt als kleine und grosse Hügel zurückgelassen haben. Die Altstadt von Wil passt sich einem solchen Schutthügel an. Kleinere Hügel von einigen zehn Metern Höhe prägen die Landschaft von Wittenbach über Häggenschwil und Waldkirch bis Niederbüren. Beim Rückgang der Gletscher hat sich das viele Schmelzwasser tief in die weiche und kaum bewachsene Unterlage eingefressen und so die Einschnitte der Flüsse Sitter, Glatt, Goldach und Steinach gebildet.
Unterschiedliches Klima
Im Winterhalbjahr wehen kalte Nord- und Nordostwinde über den nördlichen Kantonsteil, dem schützende Berge im Norden fehlen. Oft setzen sich die kalten Luftmassen in der Tiefe fest, und zwischen 700 und 1000 Metern Höhe bildet sich eine Hochnebeldecke, während in höheren Regionen die Sonne scheint.
Im Sommer tragen Nordwinde viel Feuchtigkeit mit sich und bringen besonders im nördlichen Kantonsteil Regen. In St.Gallen liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr bei rund 130 Zentimetern, auf dem Säntis bei rund 280 Zentimetern.
Um einiges trockener ist es im Rheintal bei Sevelen, Wartau und Sargans. Hier fallen jährlich etwa 100 Zentimeter Regen. Die Durchschnittstemperaturen sind dort höher als in den meisten Teilen des Mittellandes: Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt in St.Gallen laut Meteo Schweiz 7,4 Grad, in Vaduz (Fürstentum Liechtenstein) 9,2 Grad. Unterschiede gibt es auch bei den Temperaturschwankungen: Sie sind im Norden St.Gallens kleiner als im Süden, denn das Wasser des Bodensees kühlt bei Hitze und wärmt bei Kälte.
Das Rheintal ist als Föhntal bekannt. Der Föhn ist ein warmer, trockener Fallwind, der entsteht, wenn feuchte, warme Luft vom Mittelmeer gegen die Alpen strömt. Beim Aufstieg kühlt sie sich ab, und es regnet. Wenn die Luft auf der Alpennordseite anschliessend in die engen Täler fällt, wärmt sie sich wieder auf, die relative Luftfeuchtigkeit sinkt. Bis die Luft im Tal angekommen ist, erreicht sie Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Bei Föhn ist es im Rheintal, teilweise auch im Seeztal und im Obertoggenburg, deutlich wärmer und sonniger als im übrigen Kanton. Heftiger Föhn kann den Wald und Gebäude beschädigen. In der Vergangenheit fachte der Föhn besonders im Rheintal verheerende Brände an, die ganze Dörfer nahezu vernichteten. Im Rheintal wurden deshalb "Föhnwachen" aufgestellt, um Feuerherde früh zu entdecken und zu bekämpfen. Weil heute weniger Häuser aus Holz gebaut sind und mit Öl geheizt wird, ist das Brandrisiko gesunken; die Föhnwachen wurden abgeschafft. Der letzte grosse Föhnbrand zerstörte im Jahr 1947 grosse Teile von Stein im Toggenburg.
Kanton mit vielen Grenzen
St.Gallen grenzt an drei Länder: im Norden an Deutschland, im Osten an Österreich und das Fürstentum Liechtenstein. Bodensee, Walensee und Zürichsee liegen teilweise auf dem Gebiet des Kantons. Der Bodensee gehört zur Schweiz, Österreich und zu einem grossen Teil zu Deutschland; der Walensee liegt zu etwa gleichen Teilen in Glarus und St.Gallen. Den Zürichsee schliesslich teilen sich die Kantone Schwyz, St.Gallen und Zürich, dem der grösste Teil gehört.
Bis Ende 2006 bestand der Kanton St.Gallen aus 89 Gemeinden. Seit dem 1. Januar 2013 – nach dem Zusammenschluss von Rapperswil und Jona (2007), Brunnadern, St.Peterzell und Mogelsberg (2009) und Wildhaus und Alt St.Johann (2010), Wil und Bronschhofen (2013), Eschenbach, Goldingen und St. Gallenkappel (2013), Bütschwil und Ganterschwil (2013), Gommiswald, Ernetschwil und Rieden (2013) und Nesslau, Krummenau und Stein (2013) – gibt es 77 Gemeinden neues Fenster im Kanton. Sie sind seit der Verfassungsrevision 2003 in acht Wahlkreise neues Fenster aufgeteilt.
1997 wurde knapp die Hälfte (47 Prozent) der Fläche des Kantons landwirtschaftlich genutzt. Weitere 31 Prozent der Fläche sind von Wald bedeckt. Nur 9 Prozent sind Siedlungsfläche, die übrigen 13 Prozent der Fläche bestehen aus Fels und Gewässern.