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Es schien so, als bedeute Bob Dylan sein Literaturnobelpreis nicht viel. Zunächst reagierte er gar nicht, dann sagte er die öffentliche Verleihung im Dezember ab. Nun hat es am Samstag in Stockholm doch noch geklappt, wenn auch im stillen Kämmerlein.
Mit mehr als drei Monaten Verspätung hat Bob Dylan seinen Literaturnobelpreis entgegengenommen. Klas Östergren von der Schwedischen Akademie bestätigte, dass dem US-Musiker am Nachmittag die Auszeichnung überreicht worden sei – allerdings im kleinen Kreis. Das Ganze sei «sehr gut gelaufen», Dylan ein sehr netter Kerl, so Östergren.
Sara Danius, die ständige Sekretärin der Akademie, teilte in ihrem Blog mit: «Zwölf Mitglieder der Schwedischen Akademie haben sich mit Dylan zu einer privaten Zeremonie in Stockholm getroffen. Dort hat er seine goldene Medaille und die Urkunde bekommen. Man hat ein wenig Zeit miteinander verbracht und es gab Champagner. Ganz ohne Öffentlichkeit, also so, wie Dylan es sich gewünscht hat.»
Sein Preisgeld in Höhe von acht Millionen Kronen (ca. 800'000 Schweizer Franken) konnte Dylan bei seinem Treffen mit der Akademie aber noch nicht bekommen. Dafür müsste er vor der Akademie eine Vorlesung halten, und damit wurde an diesem Wochenende nicht mehr gerechnet.
Laut Akademie hat der Musiker aber noch bis zum 10. Juni Zeit für den Vortrag. Zudem hat er bei der Gestaltung seines Auftritts relativ freie Hand: Er kann eine kurze Rede halten, ein Lied singen oder sich per Video-Schaltung zu Wort melden. Nach seinem musikalischen Auftritt in Stockholm setzte Dylan seine Tour nach Oslo, Kopenhagen und Lund fort.