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Was ist nur los an den Majors? Seit Zach Johnson im Juli 2015 die Open Championship in St. Andrews gewann (sein zweiter Majorsieg nach dem Masters 2007), waren lauter “Erstgewinner” am Zug.
Chronologisch sieht das so aus:
US PGA Championship 2015 Jason Day
The Masters 2016 Danny Willett
US Open 2016 Dustin Johnson
Open Championship 2016 Henrik Stenson
US PGA Championship 2016 Jimmy Walker
The Masters 2017 Sergio Garcia
US Open 2017 Brooks Koepka
In Erin Hills (Wisconsin) gab es – nun schon zum siebten Mal in Folge – einen neuen Majorsieger. Der 27jährige US-Amerikaner Brooks Koepka setzte sich mit vier Schlägen Vorsprung gegen Hideki Matsuyama (Japan) und Brian Harman (USA) durch und holte sich das bisher grösste Preisgeld (2.16 Millionen Dollar) an einem einzelnen Anlass. So ganz überraschend kam der erste Grosserfolg des Mannes aus West Palm Beach in Florida allerdings nicht, an den US Open 2016 war er geteilter Vierter, die Open Championship 2015 beendete er auf dem geteilten 10. Platz und an den US PGA Championships 2015 und 2016 war er geteilter Fünfter bzw. geteilter Sechster.
Koepka scheint ausgerechnet bei den wichtigen Turnieren immer zur Hochform aufzulaufen, denn er hatte bisher nur einen einzigen Sieg auf der „regulären“ Tour (Phoenix Open 2015) vorzuweisen. In Wisconsin war vor allem präzises Spiel gefragt und das beherrschte der 27jährige über vier Tage klar am besten. Er traf 80% der Fairways und 80% der Greens in Regulation, was ihm schliesslich den entscheidenden Vorsprung verschaffte. Interessant an seiner Vita ist, dass er nach seinem College-Abschluss an der Florida State seine Profilaufbahn 2012/13 auf der European Challenge Tour (4 Siege) startete. Auf der „kleinen“ Tour in Europa scheint er eine gute Basis für grössere Herausforderungen gelegt zu haben und auch sein drei Jahre jüngerer Bruder Chase Koepka (dieses Jahr geteilter Dritter an der Swiss Challenge in Sempach) versucht seit seinem Wechsel ins Profilager vor einem Jahr auf diesem Weg erste Erfahrungen zu sammeln.
Seit Tiger Woods‘ letztem Majorsieg (2008 in Torrey Pines) wurden zwar immer wieder Nachfolger als künftige Dominatoren kolportiert, doch weder Bubba Watson, Jordan Spieth, Rory McIlroy, Jason Day oder Dustin Johnson konnten sich über längere Zeit deutlich von ihren Mitkonkurrenten absetzen und eine eigene „Major-Serie“ starten. In Erin Hills mussten sie sogar allesamt bereits frühzeitig die Segel streichen. Am besten hielten sich von den bisherigen Majorsiegern noch Sergio Garcia (21.), Louis Oosthuizen (23.) und Zach Johnson (27.), während Jordan Spieth und Martin Kaymer auf dem geteilten 35. Rang doch schon deutlicher zurücklagen.
Die Buchmacher und Golfexperten, die im Vorfeld Dustin Johnson und anderen grossen Namen die besten Chancen eingeräumt hatten, lagen einmal mehr so was von daneben, dass es fast schon peinlich wirkt. Zum ersten Mal seit der Einführung der Weltrangliste (1986) scheiterten die drei Bestklassierten überraschend bereits am Cut eines Majors. Für die Zuschauer bedeutet die Entwicklung hingegen, dass die Weltspitze breiter und die Turniere spannender geworden sind.
Text: Peter Hodel
Foto: Golf Digest / Getty Images