Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03449.jsonl.gz/1745

Gleich neben den Neubrunnenquellen liegende, weniger ergiebige Quellen. Sie wurden 1895 zusammen mit der Hüttenrainquelle gefasst. Dadurch verkam der Binzmühlebach zu einem kümmerlichen Rinnsal, denn die Quelle lieferte dem Bach minütlich um 700 Liter Wasser. Ab diesem Jahr musste für das Fluten des Ã?rliker Eisfeldes noch stärker auf das Katzenbachwasser zurückgegriffen werden. Siehe dazu unter Schwelliwiesen!
Die Tannenquelle war ursprünglich ein natürlicher Grundwasseraufstoss und umfasste um 1895 vier Einzelquellen, welche alle ganz nahe beieinander lagen. Zeitzeugen, welche diese Quellen noch mit eigenen Augen sahen, versicherten mir in den 1960er Jahren, dass es zusammen mit den Neubrunnenquellen etwas weiter westlich insgesamt neun Quellen waren. Dies war der Grund, warum der Gemeinderat von Seebach kurz vor der Eingemeindung die ehemalige Weiherstrasse in Neunbrunnenstrasse umtaufte. Die Quellen wurden nach dem ehemaligen Wald benannt, an dessen Rand sie in einer Lichtung lagen. Das Quellwasser floss in einem eigenen Bachlauf zum Binzmühleweiher und mündete dort etwa 10 Meter nach dem Binzmühlebach in den Binzmühleweiher.
Nachdem die Quelle angezapft war, also nach 1895, installierte man zusätzlich Pumpen, um die Leistung der Quellen zu erhöhen. Gemäss Wasserversorgung Zürich lagen die Quellen ziemlich nahe beisammen und beziehen ihr Wasser aus dem gleichen Grundwassersee unter der Buhn, sodass sie später als Einzelquelle zusammengelegt wurden. Ist heute von der Tannenquelle die Rede, dann versteht man dort automatisch die Neubrunnenquelle. Die Quelle wird immer noch gefasst und dient als Trinkwasser-Notreserve bei Wasserknappheit. Sie fliesst in einem separaten Netz zu einem der 80 Notwasserbrunnen der Stadt.
Zum Thema Neubrunnen / Neunbrunnen: Der Gemeinderat musste auf Geheiss der Stadt Zürich die Weiherstrasse noch vor der Eingemeindung per 1.1.1934 umbenennen, da es in Zürich bereits eine Weiherstrasse gab. Wegen den früher einmal vorhandenen neun Quellen nannte er sie so. Ob er das bewusst machte, indem er die beiden Mehrfachquellen namens Neubrunnenquellen und Tannenquellen zu einem neuen Namen zusammenfasste oder ob er angesichts der 9 Quellen meinte, Neubrunnenquellen wäre ein Schreibfehler, ist heute nicht mehr mit Sicherheit auszumachen. Ursprünglich hiessen die Quellen aber Neubrunnenquellen. Spricht jemand von den Neubrunnenquellen, dann sind damit nur die 5 westlich gelegenen gemeint. Mit Neunbrunnenquellen sind hingegen alle neun Quellen gemeint. Insofern haben also beide Schreibweisen auch heute noch ihre Berechtigung, auch wenn das für manche verwirrend ist. Benützt wird die Unterscheidung meistens noch von Historikern.