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Die Kirchensynode genehmigte am 17. September 2014 einen Projektkredit in Höhe von 2,8 Mio. Franken für die Feier des Reformationsjubiläums in den Jahren 2015 – 2019. In dem vorliegenden Bericht legt der Kirchenrat Rechenschaft über die Verwendung des Kredits ab und darüber, wie das Reformationsjubiläum von Seiten der Landeskirche begangen wurde.
Die Hälfte des Kredits wurde als Beitrag der Landeskirche zum Verein «500 Jahre Zürcher Reformation» verwendet, an dem sich ausser ihr vor allem Stadt und Kanton Zürich mit 2,5 bzw. 8,5 Mio. Franken beteiligten. Der von der Kirchensynode gewährte Projektkredit wurde nicht vollständig ausgeschöpft, was nicht zuletzt auf eine Rückzahlung von Seiten des «Vereins 500 Jahre Zürcher Reformation» zurückzuführen ist.
Der folgende Bericht beschränkt sich im Wesentlichen auf die Aktivitäten und Projekte der Landeskirche. Die vom Verein geförderten Projekte sind im «Jubiläumsbuch» des Vereins dokumentiert, das die Synodalen im Sommer 2019 erhalten konnten und das als eines der schönsten Schweizer Bücher des Jahres ausgezeichnet wurde.
Während der Schwerpunkt der Aktivitäten des Vereins «500 Jahre Reformation» im Jahr 2018 lag, erstreckten sich die landeskirchlichen Aktivitäten über einen Zeitraum von drei Jahren. Den Auftakt bildeten die Eröffnungsveranstaltung beim Grossmünster und der Halt des Europäischen Stationenwegs im Zürcher Hauptbahnhof Anfang Januar 2017. Die Schlusspunkte setzten ein Jugendfestival, ein Festgottesdienst mit fremdsprachigen reformierten Gemeinden sowie die Versteigerung der Zwinglifiguren im November und Dezember 2019.
Im Kontext des Reformationsjubiläums wurden mit Unterstützung der Landeskirche knapp 200 Projekte realisiert. Zahlreiche weitere Aktivitäten fanden unabhängig von der Landeskirche bzw. ohne deren Unterstützung statt, und zwar nicht zuletzt in vielen Zürcher Kirchgemeinden, die sich auf die eine oder andere Weise mit der Reformation und ihren Folgen befassten.
Nicht alles, was im Zuge des Jubiläums geplant und unternommen wurde, gelang. So kam beispielsweise ein Kooperationsprojekt mit Prag und Marburg (Tripolis) ebenso wenig zustande wie das geplante Grossprojekt «500 Geschichten». Auch die Planungen im Hinblick auf einen Europäischen Kirchentag, der 2023 in Zürich hätte stattfinden sollen, wurden schliesslich abgebrochen.
Trotz dieser eher vereinzelten Fehlplanungen ist das Reformationsjubiläum aus Sicht des Kirchenrats insgesamt sehr erfreulich verlaufen. Hierzu beigetragen hat nicht zuletzt der Kinofilm «Zwingli der Reformator», der ebenfalls von der Landeskirche unterstützt wurde und der in der Schweiz über 250'000 Eintritte verzeichnen konnte. Darüber hinaus wurden Zwingli und die Reformation in Kirche und Gesellschaft auf unterschiedliche Weise thematisiert, wie sich anhand der zahlreichen gesammelten Presseartikel zeigen lässt – mit Publikationen, Musicals, Theaterproduktionen, Konzerten, Bildungsveranstaltungen, Gottesdiensten, Podien, Installationen, Ausstellungen u.a.m. und ohne dass dabei die so genannten Schattenseiten der Reformation ausser Acht gelassen worden wären. Zu den Höhepunkten des Reformationsjubiläums gehören neben den Auftakt- und Schlussanlässen sowie den grösseren Projekten des Vereins «500 Jahre Zürcher Reformation» sicherlich der «Schattenwurf Zwingli», der Animationsfilm Film – Animationsfilm: «Immer diese Zwinglis!», das Preisfrage-Projekt «Was fehlt, wenn Gott fehlt?», das Projekt «Zwinglistadt 2019» sowie die ökumenischen Festgottesdienste des Jahres 2019 im Grossmünster.
Viele der Ziele, die der Kirchenrat im September 2014 in seinem Antrag und Bericht an die Kirchensynode formuliert hatte, konnten in beträchtlichem Masse realisiert werden. Der vielleicht wichtigste Erfolg der Jubiläumsjahre besteht darin, dass sich das Bild Zwinglis in der Schweizer Öffentlichkeit nachhaltig verändert haben dürfte, und zwar differenzierter und durchaus auch zu seinem Vorteil und dem der Landeskirche.
Auch wenn die Landeskirche ihre Aktivitäten zum Reformationsjubiläum nunmehr beendet hat, wird die Erinnerung an die Reformationszeit auch in den kommenden Jahren noch eine Rolle spielen, wenn sich beispielsweise die Zürcher Disputationen 2023 oder der Beginn der Täuferbewegung 2025 zum 500. Mal jähren.
Den Schlussbericht im Volltext finden Sie unten in der Download-Liste.