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Unglaublich, aber wahr: Roger Federer wehrt im Viertelfinal des Australian Open gegen Tennys Sandgren im vierten Satz sieben (!) Matchbälle ab und verwandelt dann nach 3:31 Stunden seinen ersten Matchball zum nicht mehr für möglich gehaltenen 6:3-2:6-2:6-7:6-6:3-Erfolg.
Die drei ersten Matchbälle beim Stand von 4:5 wehrte Federer bei eigenem Aufschlag ab. Jedes Mal wurde er in einen Ballwechsel verwickelt, jedes Mal zwang er Sandgren dann aber zum Fehler. Im Tiebreak eliminierte der «Maestro» vier weitere Matchbälle, einen sogar bei Aufschlag Sandgren.
«Bei diesen Matchbällen hast du es eigentlich nicht in den eigenen Händen. Ich habe einfach gehofft, dass Sandgren nicht den entscheidenden Winner schlägt. Ich hatte wirklich unglaublich Glück», erklärte Federer nach dem Spiel.
Sieben Matchbälle hatte Federer bereits einmal abgewehrt – es ist aber schon eine Weile her. 2003 im Achtelfinal von Cincinnati gelang ihm das Kunststück gegen Scott Draper. Im Tiebreak des dritten Satzes geriet er gegen den Australier nach zwei abgewehrten Matchbällen im zwölften Game schnell mit 2:6 in Rückstand, zog den Kopf dank unglaublichem Tennis aber noch aus der Schlinge.
Insgesamt hat Federer nun bereits 22 Partien gedreht, nachdem er mindestens einen Matchball gegen sich hatte. Zuletzt war ihm das in der Sandsaison 2019 zweimal geglückt. In den Achtelfinals von Madrid und Rom machte er gegen Gaël Monfils und Borna Coric je zwei Matchbälle zunichte.
Mit seinem neusten Coup ist Federers Bilanz bei «Siegen nach abgewehrten Matchbällen» gegenüber «Niederlagen nach vergebenen Matchbällen» wieder fast neutral: 22:23 steht es in dieser Statistik nun. Während Federer aber schon drei Finals nach Matchbällen verloren hat, hat er noch kein Endspiel, bei dem er einen Punkt vor der Niederlage stand, noch drehen können.