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Eigentlich wäre heute Abreisetag. Doch wie im Film „Täglich Grüsst das Murmeltier“ mit Bill Murray (siehe unten) beginnt für mich heute Abend wieder alles von vorne.
Gehen wir aber der Reihe nach: Der Wecker klingelt, Duschen, Frühstücken, Packen und Jugi-Zimmer abgeben. Mit den Koffern rollen wir zu den Versorgungsbetrieben Helgoland, wo wir bereits freundlich vom Betriebsleiter, Herrn Dzisiaty, begrüsst werden.Wir haben heute Morgen die Möglichkeit einen Einblick in einen verborgenen Bereich der Insel zu erhalten, ohne den das Leben auf der Insel rasch unangenehm würde. Denn zum Leben braucht es Wasser. Rund um Helgoland gibt es zwar jede Menge davon, jedoch das falsche.
Woher nimmt man also Süsswasser her, um die ca. 2000 Insulaner:innen und die 3 – 5 fache Menge an Touristen zu versorgen? Kurz nach 1952, als die im zweiten Weltkrieg evakuierten Helgoländer:innen wieder auf ihre Insel zurückkehren konnten, baute man erste Regenwasserzisternen und richtet im aufgeschütteten Bereich des Unterlandes eine Süsswasserlinse ein, die sich teilweise auch mit Nordseewasser vermischte (Brackwasser). In den 80er Jahren wurde auf eine Umkehrosmose-Anlage umgestiegen, mit der seither Trinkwasser energieeffizient direkt aus dem Nordseewasser gewonnen wird. Dabei wir das Meerwasser bei einem Druck von etwa 50 bar durch spezielle Membranen gepresst, die nur Wassermoleküle durchlassen. Dabei nutzt man das umgekehrte Prinzip der Osmose. Aus 3 Liter Meerwasser lässt sich somit 1 Liter Süsswasser herstellen, das mit Gesteinsfiltern aufmineralisiert und ins Wassernetz geleitet wird.
Einblick in die Umkehrosmose-Anlage, die Helgoland mit Trinkwasser versorgt
Es ist spannend zu sehen, dass wenn man den Wasserhahn öffnet, ein Wasserdruckabfall entstehen kann, der dann in der Zentrale eine Wasserpumpe zum Anspringen bringen kann. Also ohne Strom auch kein Wasser. Everything is connected. Dank Notstromaggregat gab es zum Glück auf der Insel bisher nur kurze Versorgungsunterbrüche, wenn zum Beispiel das Hochseestromkabel vom Festland, sozusagen Helgolands Nabelschnur, nicht funktionierte.
Der Besuch des Wasserwerks bildet den letzten Programmpunkt der Nordsee-Exkursion unserer ersten Schwerpunktfachgruppe. Vom Mittag an bleibt Zeit das sonnige Wetter im Städtchen zu geniessen, Postkarten zu schreiben oder sich ein paar Souvenirs zu ergattern. In der Zwischenzeit hat es auch die zweite Gruppe auf die Insel geschafft und unsere Gruppe macht sich auf zu den Fährschiffen. An dieser Stelle trennt sich mein Weg von der Gruppe, da ich den Katamaran direkt nach Amrum nehme, während die Gruppe nach Cuxhaven weiterfährt.
Mit dem Adler Cat geht’s direkt von Helgoland nach Amrum
Bei mir beginnt die Zeitschlaufe bald von vorne und morgen, wenn der Wecker klingelt, werde ich wieder auf Amrum sein!
Täglich grüsst der Austernfischer (übrigens dasselbe Bild, wie gestern schon im Blog verwendet).