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Der Name Varen, zu französisch Varone, setzt sich aus den keltischen Begriffen ver(o) (oben) und rona (Rand, Schlucht) zusammen, was seine Lage oberhalb der Dalaschlucht perfekt beschreibt. Ein Grab aus der Bronzezeit (8. Jhdt. v. Chr.), das unter anderem einen Walliser Dreieckdolch beinhaltete, zeugt von der prähistorischen Besiedlung.
Zwischen 1120 und 1150 entstand die Burg Varona mit einer Siedlung. Die älteste Urkunde, die den Ort Varen erwähnt, stammt von 1241 und handelt den Kauf eines Weinbergs ab. Etwa zur selben Zeit hört man auch von den Rittern von Varona, denen der Bischof von Sitten die Herrschaftsrechte abkauft und die 1362 von der kurz zuvor entstandenen Gemeinde zurückerworben werden. 1272 ist auch die Rede von einer Suste in Varen. In dieser Zeit, nämlich 1280, wird auch der Dalaturm mit Zugbrücke gebaut, als Stadttor von Leuk-Stadt und heute noch stolz an derselben Stelle steht.
1543 wird die Gemeindesatzung schriftlich festgehalten und 1783 löst sich Varen von der Grosspfarrei Leuk ab. 1799 wurde das Dorf in den napoleonischen Kriegen von den Franzosen als Flankendeckung besetzt, aber kurz danach von den Wallisern zurückerobert. Da man viele Besatzer nach der Wiedereroberung in die Dalaschlucht warf, brannten die schlussendlich siegenden Franzosen das Dorf nieder. Zwischen 1800 und 1803 baute man Varen wieder auf.
Das Erdbeben von 1946 fügte vor allem der Kirche Schaden zu. Ein weiteres Beben 1960 führte dazu, dass man von 1967-1969 eine Neue bauen musste, wobei der alte Kirchturm erhalten blieb. 1990 weihte man die neue Verbindungsstrasse mit der Dalabrücke zwischen Varen und Leuk ein, die den Dalaturm mit der Zugbrücke nach über 700 Jahren in die Pension entliess.
In den 90ern entstand das erste Label „Pfyfoltru“ für den naturnahen Wein aus Varen. Die Varner Winzer verschrieben sich dabei der integrierten Produktion (IP), die mit umweltgerechten Methoden qualitativ gute Trauben und somit einen guten Wein garantiert. Der erste Streich der Varner Kellereien war der Pinot Noir Pfyfoltru - ein Blauburgunder der die Linie anführt. 1996 folgte der Rosé-Wein Oeil de Perdrix – Pfyfoltru und 2003 der jüngste Spross, der Varrique Pfyfoltru – eine Assemblage aus Pinot Noir, Syrah und zwei weitern roten Traubensorten. Letzterer reift im Eichenfass in einer Grotte.
Das Renommee dieser Weine reicht mittlerweile bis weit über die Landesgrenzen hinaus. Rund zehn Weinkellereien in Varen bestimmen vorwiegend die wirtschaftliche Kraft des Ortes, der mit Leukerbad zusammen auch den Weintourismus fördert.
Auf dem Pfyfoltru Rebweg, den es seit 2004 gibt, können Weinliebhaber ihren Wissensdurst löschen und sich über das Geheimnis der Pfyfoltru-Weine informieren. Denn um das Label zu erhalten, müssen mehrere Kriterien vollständig erfüllt werden: Der integrierte Weinbau IP mit Begrünung und Mengenbeschränkung beim Anbau muss ebenso eingehalten werden, wie die Weinbereitung die nur mit naturnahen Produkten erfolgen darf. Schliesslich muss der Wein bei der Blinddegustation einer professionellen Degustationskommission bestehen und das Prädikat «sehr gut» erhalten.
Mehr Infos: http://www.provaren.ch