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BÜNDNER FLEISCHSKANDAL: Die Bündner Staatsanwaltschaft hat zwei frühere Geschäftsführer der ehemaligen Firma Carna Grischa mit Geldstrafen und Bussen bestraft. Die Abklärungen ergaben, dass die Firma Fleischprodukte falsch deklariert hatte. Wie die Staatsanwaltschaft in Chur mitteilte, ergab die Untersuchung im so genannten Bündner Fleischskandal, dass von Ende 2009 bis zum 25. Juli 2013 ausländisches Geflügel- und Rindfleisch verkauft wurde, das als schweizerisches gekennzeichnet war. Im gleichen Zeitraum hatte die Carna Grischa in Landquart Produkte als Frischfleisch deklariert, obschon es mit Tiefkühlprodukten vermischt worden war. Die Strafbefehle sind noch nicht rechtskräftig.
KEINE KOPIE: Der Nahrungsmittelmulti Nestlé hat im Kaffeekapsel-Streit mit der Detailhändlerin Migros eine Niederlage erlitten. Das Bundespatentgericht stuft die Migros-Kapseln "Twin" nicht als Kopie der Nestlé-Kapseln "Dolce Gusto" ein. Im Februar lancierte die Migros die "Twin"-Kapseln auf dem Schweizer Markt. Kurz darauf ersuchte Nestlé das Bundespatentgericht in St. Gallen um ein Verkaufsverbot für die Migros-Kapseln. Wie das Gerichtsurteil vom 6. Oktober zeigt, weisen die Richter das Begehren von Nestlé ab. Über den Fall hatte am Mittwoch bereits die "Handelszeitung" in ihrer Onlineausgabe berichtet. Das Urteil ist auf der Internetseite des Bundespatentgerichts aufgeschaltet. Demnach konnte Nestlé in den Verhandlungen nicht glaubhaft machen, dass die "Twin"-Kapseln das Patentrecht verletzen.
RÜCKTRITT BEI ASCOM: Beim Technologieunternehmen Ascom geht eine Ära zu Ende. Verwaltungsratspräsident Juhani Anttila tritt nach fünfzehnjähriger Tätigkeit an der kommenden Generalversammlung nicht mehr an. Anttila habe dem Verwaltungsrat mitgeteilt, dass er sich anlässlich der ordentlichen Generalversammlung vom 19. April 2017 weder als Präsident noch als Mitglied des Verwaltungsrates zur Verfügung stellen werde, schreibt Ascom. Der 62-jährige Anttila ist ein Ascom-Urgestein. Seit Mai 2002 ist er Verwaltungsratspräsident des Konzerns. Wie Ascom weiter mitteilte, soll der 53-jährige Andreas Umbach der Generalversammlung vom 19. April 2017 als Nachfolger von Anttila als Verwaltungsratspräsident vorgeschlagen werden. Der schweizerisch-deutsche Doppelbürger, der seit 2002 Konzernchef von Landis+Gyr ist, gehört dem Gremium bereits seit 2010 an und leitet das Vergütungskomitee.
BIOTECHNOLOGIE: Die Entdecker der Stevia-Pflanze als Süssstoff fordern offiziell ihre Rechte ein. Die Schweizer Unternehmen Evolva und Nestlé zeigen sich dabei kooperativ, wie ein Bericht von Public Eye und der Informationsplattform Pro Stevia Schweiz zeigt. Beim US-Getränkeriese Coca Cola als grössten Nutzer will man davon allerdings nichts wissen. Bereits vor einem Jahr monierten verschiedene Organisationen und Institutionen aus der Schweiz, bei der Süss-Pflanze Stevia Biopiraterie. Entgegen der UNO-Biodiversitätskonvention und dem Nagoya-Protokoll wurde mit den Guarani-Völker bislang nie eine Vereinbarung über eine gerechte "Aufteilung der Vorteile" getroffen.
BÖRSENGANG: Die Immobiliengesellschaft Varia US Properties wagt am 8. Dezember den Gang an die Schweizer Börse. Der Börsengang soll brutto mindestens 124,7 Millionen Franken in die Kasse spülen. Mit dem Geld will das Unternehmen weitere Immobilien kaufen. Varia mit Sitz in Zug investiert in Mehrfamilienhäuser für die untere und mittlere Einkommensschicht in den USA, die am Rande von Agglomerationen wohnt. Derzeit besitzt Varia 37 Liegenschaften mit rund 5000 Wohnungen in 14 US-Bundesstaaten. Im Mietwohnungsmarkt ortet die Gesellschaft Wachstumschancen. Denn in den USA findet eine Verlagerung von Eigentum zu Miete statt, nachdem viele Leute in der Finanzkrise ihre Häuser verloren haben. Deshalb steigt die Nachfrage deutlich schneller als das Angebot. Die Wachstumsraten bei den Mieteinkünften sind hoch, wovon Varia profitieren will.
FINMA-ZIELE 2017-2020: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat sich für die kommenden vier Jahre neue Ziele gesetzt. Sie setzt dabei auch neue Akzente. Im Gegensatz zu den noch recht allgemeinen Zielen der Jahre 2013 bis 2016 werden nun konkrete Probleme angesprochen. Die sieben Ziele für die Jahre 2017 bis 2020 würden an die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre anknüpfen, schreibt die Finma in ihrer Mitteilung. Der Bundesrat hat diese Ziele am Mittwoch genehmigt. Die neuen strategischen Ziele sollen dabei insbesondere die Wichtigkeit der Stabilität der Finanzinstitute unterstreichen. Kernelement ist daher eine starke Kapitalisierung von Banken und Versicherungen. Die Finma will auch Gläubiger und Versicherte bei der Bewältigung des Strukturwandels im Finanzmarkt schützen. Zudem soll das Too-Big-to-fail-Problem mit "funktionsfähigen Notfallplänen und glaubwürdigen Resolution-Strategien" weiter entschärft werden.
STELLENABBAU BEI LEONTEQ: Das Fintech-Unternehmen Leonteq drückt weiter auf die Kostenbremse. Bis Ende 2017 sollen diese um rund 10 Millionen Franken reduziert werden. Die Kostensenkung beinhaltet den Abbau von weltweit rund 50 Stellen. Gleichzeitig gibt sich Leonteq eine neue Struktur und neue Ziele. Leonteq habe in den letzten neun Jahren eine beeindruckende Wachstumsgeschichte geschrieben, erklärte CEO Jan Schoch an einer Telefonkonferenz. Man wolle künftig an den globalen Märkten für strukturierte Anlageprodukte und Vorsorgelösungen bezüglich Agilität, Schnelligkeit und Effizienz neue Massstäbe setzen. Das werde Leonteq zum Wunschpartner machen und künftiges Wachstum sichern. Zu diesem Zweck wird die Firma ab Januar 2017 neu in die drei Geschäftsbereiche Investment Solutions, Banking Solutions und Insurance & Wealth Planning Solutions aufgeteilt.
BAHN FREI FÜR ÜBERNAHME: Der Thurgauer Bauzulieferer AFG kann die Industriegruppe Looser übernehmen. Das öffentliche Kauf- und Tauschangebot sei zustande gekommen, teilte AFG mit. Laut dem definitivem Zwischenergebnis hält AFG 88,2 Prozent der Looser-Stimmrechte. Dieses Ergebnis deckt sich mit dem provisorischen Zwischenergebnis, das AFG am Freitag bekannt gegeben hatte. Zudem sind auch die erforderlichen wettbewerbsrechtlichen Freigaben vorhanden, die ausserordentlichen Generalversammlungen beider Gesellschaften durchgeführt sowie weitere Bedingungen erfüllt, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Nachfrist von zehn Börsentagen beginnt am Donnerstag und endet voraussichtlich am 30. November. Der Vollzug der Transaktion ist nach wie vor für den 13. Dezember 2016 geplant.
IMMOBILIEN: Die Immobiliengesellschaft Züblin ist erstmals seit März 2012 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2016 erzielte das Zürcher Unternehmen einen Gewinn von 8,7 Millionen Franken. Die vom russischen Grossaktionär Viktor Vekselberg eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen scheinen weiter Früchte zu tragen. Beim Betriebsgewinn (EBIT) erreichte Züblin ein Ergebnis von 12,3 Millionen Franken, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Das gute Vermietungsgeschäft und die allgemein freundliche Marktstimmung führten zudem zu positiven Bewertungseffekten von 6,3 Millionen oder 4,9 Millionen nach Steuern, wie es heisst. Der Mietertrag nahm um 1,5 Prozent auf 9,5 Millionen Franken zu. Der Verwaltungsaufwand schrumpfte dabei gegenüber dem Vorjahr um rund 11 Prozent auf 2,7 Millionen Franken. Der Gesamtwert des Immobilienportfolios betrug per Ende September 338 Millionen Franken und erhöhte sich damit um 2,1 Prozent oder 6,5 Millionen Franken. Allerdings hat sich die Leerstandsquote gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent verschlechtert. Grund dafür sei der Auszug eines Grossmieters in der Liegenschaft Hamburg Albert-Einstein-Ring gewesen.
NACHRICHTENLOSE VERMÖGEN: Schweizer Banken haben rund 300 weitere Namen zu nachrichtenlosen Vermögenswerten publiziert. Die Vermögen umfassen nach Schätzung der Schweizerischen Bankiervereinigung zirka 8 Millionen Franken. Zu den betreffenden Kunden konnte seit 1956 kein Kontakt mehr hergestellt werden. . Auf der im Vorjahr veröffentlichten Liste befanden sich gut 2600 Namen - deutlich mehr als dieses Jahr. Bei jedem zwanzigsten konnte dank der Liste der Kontakt zu einem Berechtigten wiederhergestellt werden, wie die Bankiervereinigung am Mittwoch mitteilte.
HOHE VERSCHULDUNG: Das hoch verschuldete Italien könnte nach Ansicht der EU-Kommission verbindliche europäische Ziele zur Neuverschuldung verfehlen. Es bestehe die Gefahr, dass das Land die für 2017 vereinbarten Defizitgrenzen überschreite, teilte die Brüsseler Behörde mit. Vergleichbares gelte auch für Belgien, Finnland, Litauen, Slowenien und Zypern. Die EU-Kommission prüfte die Budget-Vorhaben von 18 Euro-Staaten. Für das hoch verschuldete Griechenland, das sich als einziges von einst fünf Ländern noch unter dem Euro-Rettungsschirm befindet, gelten besondere Regeln. Nach den Maastricht-Kriterien darf die jährliche Neuverschuldung höchstens 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Zudem ist eine Gesamtverschuldung von maximal 60 Prozent der Wirtschaftsleistung erlaubt. Italien wies zuletzt eine Gesamtverschuldung von mehr als 135 Prozent der Wirtschaftsleistung auf.
TRUMP-EFFEKT AUF TEUERUNG: Der US-Währungshüter James Bullard hält es für möglich, dass der Wahlsieg von Donald Trump die Inflationsrate nach oben treibt. Entsprechende Erwartungen an den Finanzmärkten seien aus Sicht der US-Notenbank (Fed) positiv zu bewerten. Das sagte der Chef des Fed-Ablegers von St. Louis auf einer Konferenz in London. Bislang hatte die Notenbank eher die Sorge umgetrieben, dass der Auftrieb bei den Konsumentenpreisen zu schwach sei. Die Zentralbank strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Trotz des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs wurde diese Marke bislang jedoch nicht erreicht. Nach dem Wahlsieg des Republikaner Trump bei der Präsidentenwahl spekulieren Investoren auf ein beschleunigtes US-Wachstum, eine anziehende Inflation und raschere Zinserhöhungen der Notenbank.
SCHWANKENDE ÖLPREISE: In den kommenden Jahren ist nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) mit starken Schwankungen der Ölpreise zu rechnen. "Wir stehen am Beginn einer Periode mit einer hohen Volatilität der Ölpreise", sagte IEA-Direktor Fatih Birol bei der Veröffentlichung des Weltenergieausblicks 2016. Langfristig rechnet die Organisation, in der die Interessen führender Industriestaaten vertreten sind, mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Rohöl. In den kommenden Jahren wird laut IEA indes die sogenannte Fracking-Technik weiter eine wichtige Rolle für die Ölpreise spielen. Sollten diese kurzfristig steigen, könne die aus Ölschiefer gewonnene Fördermenge schnell erhöht werden und für mehr Angebot auf dem Weltmarkt sorgen. Derzeit herrscht am Ölmarkt ein Überangebot, die Ölpreise standen deswegen zuletzt tendenziell unter Druck.
SUPER MARIO AUF IPHONE: Die legendäre Videospielfigur "Super Mario" erlebt ab kommenden Monat auch auf dem iPhone Abenteuer: Die Smartphone-App Super Mario Run kommt am 15. Dezember auf den Markt, wie der japanische Spielehersteller Nintendo mitteilte. Die Anleger an der Börse in Tokio waren angetan - die Nintendo-Aktie legte zwischenzeitlich um 5,5 Prozent zu und schloss 2,77 Prozent im Plus. Super Mario Run wird den Angaben zufolge in zahlreichen Sprachen für 151 Länder und Regionen veröffentlicht. Das Spiel kann demnach zunächst kostenlos ausprobiert werden, wer aber "unbegrenzten Zugriff" haben will, muss zahlen.
(AWP)