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Blaue Weise
„Blaue Weise“
(Aus der nordischen Sagenwelt, eine Melodie, die der Erde entspringt und so schön ist, dass man sie nicht mehr hören kann.)
Toninstallation mit Flugzeuggeräuschen, Pusteblume, Kalligraphischen Partituren (Tusche auf gewachsenem Papier), Kreidezeichnungen auf Schiefertafeln, Tagebuch, Lichttechnik, u.a.
Mit Unterstützung von: J.Ravenna und das Studio für Elektronik der Technischen Universität Berlin. Dipl.Ing.M.Henkemeier, Berlin.
In unregelmässigen Abständen, zwischen vier und dreizehn Minuten hört man das Geräusch eines durch die Kirche fliegenden Flugzeuges.
Die Geräusche wurden digital verfremdet. Vier verschiedene Variationen wurden in unterschiedlichen Zeitintervallen zweimal während 55 Minuten abgespielt.
Es wirkt, als ob ein Flugzeug herannaht, über die Besucher donnert und durch die hohen Fenster über dem Chor verschwindet.
Danach kommt Stille.
Im Chor hängen zwischen den Säulen fünf, etwa drei Meter lange Kalligraphische Partituren.
Sie sind in der Ruhe nach dem Sturm entstanden. In dem Moment, wo ein ferner Hall noch zu hören war und ein imaginärer Oberton in den Ohren nachklang, der sich im Gefühl mit dem Lärm zu einem wunderbaren Klangbild zu kompensieren schien.
Neben dem Chor befindet sich eine marode Sakristei. Dort steht ein schmaler Arbeitstisch, worauf Schiefertafeln und weisse Kreiden liegen.
Darüber spendet die scheinbar in der Luft schwebende Dolde einer Pusteblume ein indirektes Licht. Sie symbolisiert die Zerbrechlichkeit und droht von den Druckwellen des Flugzeuglärms auseinanderzubrechen.
Überall sind Schiefertafeln aufeinander gestapelt oder an die Wände gelehnt. Einige sind bereits bearbeitet: Eine weisse Kreidelinie stellt die Geräuschstruktur der Flugzeuge dar. Schiefertafeln als symbolische Tonträger, worauf die Besucher selbst Flugzeuggeräusche aufzeichnen können.