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Unter besonderen Sicherheits-Vorkehrungen - jedoch ohne Störungen - ist am Schauspielhaus Zürich die "Hamlet"-Premiere in der Inszenierung von Christoph Schlingensief über die Bühne gegangen.Dieser Inhalt wurde am 12. Mai 2001 - 16:45 publiziert
Nach den vielen öffentlichen Debatten und Auseinandersetzungen vor der Premiere waren wohl spezielle Sicherheits-Vorkehrungen angebracht: Vor dem Zürcher Schauspielhaus standen während der Aufführung vom Donnerstagabend (10.05.) ein speziell verpflichteter Sicherheitsdienst und zwei Polizeiwagen.
Der deutsche Polit-Aktivist hatte in seiner Produktion sechs aussteigewillige Neonazis auf die Bühne gebracht, die zum Schluss des Stückes von Drohungen unter anderem seitens ehemaliger Weggefährten berichteten. Aus dem Publikum waren einzelne Zwischenrufe wie "Nestbeschmutzer" oder "Verräter" zu hören.
Die sechs deutschen Rechtsradikalen - fünf Männer und eine Frau - spielten im 3. Akt in typischer schwarzer Lederkluft und sangen ein selbst getextetes Deutschlandlied zu Rock-Rhythmen.
Laute Töne, und viel Trockeneis: Schlingensief brachte einen radikal auf 90 Minuten gekürzten "Hamlet" auf die Bühne. Den grüblerischen, zögerlichen Dänenprinzen verkörperte Sebastian Rudolph. Irm Hermann war seine Mutter Gertrud, während sein Onkel und Stiefvater laudius von Peter Kern interpretiert wurde. In der Rolle der Ophelia war Bibiana Beglau zu sehen.
Von der Opernarie bis zum Marsch war im "Schlingensief-Entertainment" alles zu hören. Die mehr ironische als tragische Inszenierung des Dramas um den innerlich zerrissenen Prinzen wurde vom Publikum freundlich aufgenommen. Nur einige wenige Buhrufe mischten sich in den Schlussapplaus.
swissinfo und Agenturen
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