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«Bei wolkenloser Sicht, einer ruhigen Seeoberfläche und einer ausgeprägten Algenblüte ist es relativ einfach, die Wasserqualität in einem Satellitenbild zu bestimmen», sagt Odermatt. Die Schwierigkeit liege vielmehr darin, interpretierbare Pixel in mehreren hunderttausend Satellitenbildern zu erkennen. So tüftelten er und seine Forscherkollegen mehrere Jahre an Algorithmen, die die Bilder nach solchen Pixeln durchsuchen und aus deren Farbe Algengehalt, Trübung oder Blaualgenvorkommen bestimmen. «Da die Satelliten nicht nur eine Momentaufnahme liefern, sondern Bilder über längere Zeit in hoher Auflösung, können Umweltveränderungen viel eher erkannt werden als mit herkömmlichen Beprobungen», fügt Odermatt hinzu.
Zwar schickt der Satellit Envisat seit dem Jahr 2012 keine Bilder mehr, da die Kommunikation mit der Station auf der Erde aus noch unerklärten Gründen abrupt abgebrochen ist. Doch seit 2015 fliegen gleich mehrere Nachfolgesatelliten um die Erde, die sogar noch öfters und höher aufgelöste Bilder schiessen als Envisat. Dank dieser stetigen Satellitenüberwachung wird es künftig möglich sein, Einblicke in die Gesundheit von Seen in der ganzen Welt in Echtzeit zu gewinnen.