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Wo ist die Organisation für Städtebau überhaupt? Wir leben nach der gut gestalteten grossen Bauperiode Ende des vorletzten Jahrhunderts jetzt in der zweiten. Im 19. Jahrhundert ging es um die Eroberung und Gestaltung des Aussenraumes am See (Quaianlagen) und den Wachstumszonen ausserhalb der Altstadt (u.a. Bahnhofquartier). Ähnliche Aufgaben stellen sich heute nach der Aufhebung der Industriezonen und deren Zurverfügungstellung als grosses Gebiet der Stadterweiterung erneut. Sie werden im gestalterischen Sinn kaum bearbeitet – die Führung fehlt. Dazu der bekannte Städtebauer Vittorio Lampugnani in der NZZ vom 1. September: «Ich hätte Zürich ein besseres Quartier gewünscht als das, was um die Pfingstweidstrasse in Zürich West entwickelt wurde. Das ist nicht die Stadt der Zukunft». Norbert Novotny in einem Leserbrief im Tages-Anzeiger: «Der Umbau von Zürich in ein Little Swiss Manhattan muss verhindert werden». Diese Äusserungen mögen das Ungenügen des Zürcher Städtebaus aufzeigen.
Jetzt kommt noch der Klimawandel dazu. Das Pavé von Zürich überhitzt sich zunehmend. Es müsste über Durchlüftung und Grossbäume (Alleen) nachgedacht werden. Die Stadt Graz hat bereits im Jahr 2000 Klimakarten erstellt und darin unerwünschte Strömungshindernisse (Hochhäuser) festgehalten. Der Berg der offenen Fragen ist zu gross geworden, um nicht das Ganze visionär und neu zu organisieren. «Zuerivitruv» fragt: Wann organisiert sich Zürich für die Zukunft?