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Ein 49-jähriger Konstrukteur erregt eines Tages Aufmerksamkeit, als er in seiner Wohnung sämtliche Elektrokabel durchschneidet und danach nackt in der Strassenbahn in sein Stammlokal fährt. In Gewahrsam der Polizei wird er auf die Notfallstation gebracht. Die persönliche Anamnese ist bis auf einen Alkoholüberkonsum von 3-4 l Bier/Tag und massiven Nikotinabusus unauffällig. Der Patient ist örtlich, zeitlich und autopsychisch orientiert, situativ jedoch völlig desorientiert. Die körperliche Untersuchung ist unauffällig, fokalneurologische Ausfälle lassen sich nicht dokumentieren. Ein Schädel-CT schliesst wichtige intrakraniale Pathologie aus. In der Laboruntersuchung fällt eine hypoosmolare Hyponatriämie von 117 mmol/l (Norm 135-145) auf, die Urinosmolarität beträgt 504 mosm/kg (Norm 50- 1200), und es kann kein Blutalkohol nachgewiesen werden. Nach Ausschluss einer Nebennieren- und Schilddrüsenfunktionsstörung wird die Verdachtsdiagnose eines SIAD gestellt und primär eine Flüssigkeitsrestriktion durchgeführt. Die Ursachenabklärung ergibt ein metastasiertes Bronchialkarzinom.
Trotz Einleitung einer palliativen Chemotherapie und Weiterführen der Flüssigkeitsrestriktion kann die Hyponatriämie nur schlecht kontrolliert werden. Der Patient verstirbt nur wenige Monate nach der Diagnosestellung an den Folgen des Tumorleidens.