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Mehr als einer von fünf Menschen erkranken vor dem 70. Lebensjahr an Krebs. Bis vor zehn Jahren stieg die Rate an Neuerkrankungen – bei sinkender Sterblichkeit. In den letzten Jahren ging auch die Neuerkrankungsrate zurück, wie die neuesten Zahlen des BFS zeigen.
Dies gilt allerdings nur unter Berücksichtigung der Alterung der Bevölkerung in sogenannten «altersstandardisierten» Neuerkrankungs- und Sterberaten, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Ansonsten haben die krebsbedingten Neuerkrankungen und Sterbefälle sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den beiden Beobachtungsperioden 2008-2012 und 2013-2017 zugenommen.
Bei den altersstandardisierten Zahlen zeigt sich ein markanter Geschlechterunterschied: Bei den Frauen blieben die Raten praktisch konstant, bei den Männern nahmen sie deutlich ab. Männer erkranken generell häufiger an Krebs. 2017 beispielsweise erhielten 24'154 Männer eine Krebsdiagnose, aber nur 20'051 Frauen.
Pro 100'000 Einwohner bekamen im Schnitt 428 Männer Krebs, aber nur 329 Frauen, also etwa ein Viertel weniger. Bei der Sterberate lagen die Männer sogar fast ein Drittel höher bei 154 pro 100'000 Einwohnern gegenüber 102 Frauen.
Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in der Schweiz, in den mittleren und höheren Altersklassen sogar die häufigste: Männer zwischen 45 und 84 Jahren und Frauen zwischen 25 und 84 Jahren sterben am häufigsten an Krebs. Bei den Jüngeren und Ältesten sind es Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die am häufigsten zum Tod führen.
Ausser das Geschlecht wirkt sich auch der Landesteil auf die Wahrscheinlichkeit aus, an Krebs zu erkranken: In der Westschweiz und dem Tessin ist sie gemäss BFS-Statistik leicht höher.
Im Beobachtungszeitraum 2013-2017 betrug die Europa-standardisierte Erkrankungsrate bei Deutschschweizer Männern 418,7, bei West- und Südschweizern 450.8. Deutschschweizerinnen wiesen eine Rate von 323.3 auf, Frauen aus der Romandie und dem Tessin 351.6. Bei der Sterberate betrug das Verhältnis bei den Männern 156.2 (Deutschschweiz) zu 171.9 (Romandie und Tessin), während sie bei den Frauen nur unwesentlich differierte im Verhältnis 104.6 zu 106.9.
(cki/sda)