Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03243.jsonl.gz/835

Mit dem medizinischen Begriff "Inkontinenz" wird der Verlust der Fähigkeit bezeichnet, Urin und oder Stuhl bewusst zurückzuhalten und den Zeitpunkt der Entleerung selbst zu bestimmen. Urininkontinenz ist keine Krankheit, sondern ein Symptom für eine Störung im Organismus. Erst nach der ärztlichen Diagnose kann die Entscheidung darüber getroffen werden, ob eine Behandlung der Grunderkrankung möglich ist oder ob lediglich das Symptom - die Inkontinenz - behandelt werden kann. Jede vierte Frau ab 35 hat Erfahrung mit einer sensiblen Blase und in der Schweiz sind in etwa 500'000 Personen von einer Blasenschwäche betroffen. Damit ist Blasenschwäche alles andere als aussergewöhnlich.
Die Inkontinenz-Betroffenen leiden unter den Auswirkungen, wie dem unangenehmen Geruch, der Angst vor Verschmutzung und der dauernden Unsicherheit. Ärzte, die hier allein schon durch Information über Hilfsmittel so viel helfen könnten, werden oft aus Scham nicht zu Rate gezogen.
Bei dieser Art von Inkontinenz wird nur eine kleine Menge an Urin verloren und entsteht durch eine kurzfristige unübliche körperliche Anstrengung, wie beispielsweise beim Niesen, Husten oder Lachen. Die Ursache kann auf eine Schwächung des Beckenbodens, welche wiederum die Funktion des Schliessmuskelsystems beeinträchtigt, zurückgeführt werden. Vor allem liegt eine solche Muskel- und Bindegewebeschwäche nach einer Schwangerschaft, Geburt oder bei Östrogenmangel vor. Zudem kann sie auch angeboren sein. Da die genannten Gründe auf weibliche Personen zutreffen sind hauptsächlich Frauen von dieser Form der Inkontinenz betroffen.
Diese Art von Inkontinenz ist die häufigste Blasenschwäche, die bei Männern auftritt. Im Gegensatz zu den anderen Formen der Inkontinenz betrifft die Störung die Blasenentleerung und nicht die Harnspeicherung. Durch eine Verengung der Harnröhre aufgrund zunehmendem Alters oder Medikamente, kann es zum Urin-Stau kommen. Aus diesem Grund wird der Urin vom Körper dann nur durch dauerhaftes Tropfen abgelassen.
Die Symptome dieser Form der Inkontinenz sind Verlust von grösseren Urinmengen, häufiges aufsuchen der Toilette am Tag sowie in der Nacht und ständiger massiver Harndrang. Die Gründe für eine Hyperaktive Blase sind sehr verschieden. Einerseits kann eine Harnweginfektion, eine chronische entzündliche Erkrankung oder ein eingeschränktes Fassungsvermögen die Ursache für eine Hyperaktive Blase oder Reizblase sein. Andererseits treten diese Symptome auch oft bei Morbus Parkinson, Multipler Sklerose oder Diabetes mellitus Patienten auf. Zudem kann die Hyperaktive Blase auch eine Folge einer neurologischen Grunderkrankung sein oder ohne bestimmten Auslöser erscheinen.
Bei der Reflexinkontinenz kann die Blasen- und Schliessmuskelfunktion nicht mehr bewusst kontrolliert werden. Der Grund dafür ist eine Beschädigung durch eine Erkrankung oder Verletzung der Nervenbahnen im Gehirn oder Rückenmark, die für die Steuerung der Blase zuständig sind.
Die Stuhlinkontinenz kann unterschiedliche Gründe haben sowie verschiedene Schweregradstufen. Auf jeden Fall sollte man sich bei dieser Art von Inkontinenz ärztliche Hilfe holen und es nicht als Alterserscheinung abstempeln.