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|WM Amsterdam: Letzter WM-Tag - Barnabé Delarze auf Rang 12|
Die Ruder-WM 2014 in Amsterdam ist heute mit den letzten Finalrennen beendet worden. Als einziger Schweizer startete heute Skiffier Barnabé Delarze, welcher im B-Finale im Männer-Einer Zwölfter wurde. Mit sechs Weltmeistertiteln und insgesamt 9 Medaillen ist Neuseeland die erfolgreichste Nation dieser Titelwettkämpfe vor Grossbritannien (4 Gold, 4 Silber, 2 Bronze) sowie Deutschland und Australien (je 2 Gold, 3 Silber und 3 Bronze). Erfolgreichste Mannschaft waren Eric Murray und Haimish Bond, welche sowohl im Zweier ohne Steuermann und im Zweier mit Steuermann überlegen gewannen und somit die einzigen Doppelweltmeister der Regatta sind.
>> Bild-Highlights WM Amsterdam (Bilder: D. Seyb, Swiss Rowing)
>> Zu den Resultaten WM Amsterdam 2014
>> WM-Highlight mit den Medaillengewinnen vom Freitagabend (bitte liken, kommentieren und teilen)
Die Weltmeisterschaften auf der Amsterdamer Hausstrecke, der „Bosbaan“, waren einwandfrei organisiert, mit den begeisterungsfähigen holländischen Zuschauermengen sehr stimmungsvoll, jedoch vom Wetter nicht begünstigt. Phasenweise dominierten kühle Temperaturen, Wind und Regen. Mit zunehmender Dauer der acht Tage dauernden Welttitelkämpfe, wurde der in Amsterdam gefürchtete Seitenwind zum Thema. „Bösbaan“ statt „Bosbaan“ wurde teilweise gemunkelt. Sowohl am Freitag wie am Sonntag waren die Ruderbedingungen wellig und somit technisch anspruchsvoll. Mit der Umverteilung der Bahnen, so dass die vermeintlich besten Bahnen an die in der Vorrunde am besten platzierten Boote zugeteilt wurden, musste die Rennleitung eingestehen, dass die Regattabahn nicht allen Booten faire Bedingungen offerierte. Die Show ist trotzdem weitergegangen und die Weltmeister sind gekürt. Es wurde von den Mannschaften hochstehender Rudersport geboten. Eine ganze Reihe von neuen Weltbestzeiten wurde realisiert. Die Sinkovic-Brüder aus Kroatien sind im Männer-Doppelzweier die erste Mannschaft, welche für die 2000 Meter lange Renndistanz unter sechs Minuten blieb, ein Meilenstein in der Rudersportgeschichte. Eine Weltbestzeit gehört neu auch einer Schweizer Mannschaft. Lucas Tramèr und Simon Niepmann löschten die seit 20 Jahren bestehende Weltbestzeit aus den ewigen Listen und sind nun Rekordhalter im leichten Zweier-ohne. Neuseeland trat wenig überraschend sehr stark auf. Zwar gewann Grossbritannien am meisten Medaillen (insgesamt 10 Stück Medaillen), aber Neuseeland vermochte am meisten Titel zu verbuchen (total 6 Gold, 2 Silber und 1 Bronzemedaille). Die Medaillen in den 27 Bootsklassen (inklusive Para-Rowing) verteilten sich auf 26 Nationen. 16 Nationen konnten Goldmedaillen gewinnen. Auch die Schweiz erscheint im Medaillenspiegel, auf Position neun. Mit einer Gold- und einer Bronzemedaille konnten SRV-Mannschaften die WM-Medaillen Nummer 38 und 39 für den Schweizerischen Ruderverband gewinnen.
12. Rang für Barnabé Delarze im Männer-Skiff
Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron), der heute als letztes Schweizer Boot, den B-Final im Männer-Einer absolvierte, ist im Ziel. Nach einem guten ersten Streckenviertel, wo er an Vierter Stelle gestoppt wurde, fiel er auf den sechsten Platz zurück. Diesen behielt er bis ins Ziel. Barnabé erzielte in 7:00,61 Minuten eine neue persönliche Bestzeit, blieb jedoch knapp über der magischen 7-Minuten-Marke. Mit dem 12. Schlussrang steuert Barnabé Delarze indes einen guten Rang im 31 Boote umfassenden Männer-Einer zur sehr sehenswerten Schweizer Mannschaftsleistung dieser WM bei.
Schweizer Delegation erfüllt in Amsterdam die SRV-Zielsetzungen
Der Schweizerische Ruderverband war mit sieben Booten an die Weltmeisterschaft in Amsterdam gereist. Die Zielsetzung für diese Titelkämpfe lautete, dass vier Boote eine Rangierung in den „Top 10“ erreichen sollen, davon zwei eine Finalplatzierung. Vier Boote erreichten die Top 10, drei waren in einem A-Final und zwei davon vermochten sogar eine Medaille zu gewinnen. Damit sind die WM-Zielvorgaben sehr gut erfüllt.
Lucas Tramèr und Simon Niepmann gelang nach der Verteidigung des Europameistertitels auch der nachmalige Gewinn des Weltmeistertitels im Zweier ohne Steuermann Leichtgewichte. Das Duo hat in den letzten beiden Jahren dieser Bootsklasse den Stempel aufgedrückt. Michael Schmid gewann im Skiff Leichtgewichte seine erste WM-Medaille. Der Männer-Doppelvierer vermochte mit der Finalqualifikation wie schon im Vorjahr zu überzeugen. Eine Finalqualifikation durfte im Vorfeld der Regatta nicht vorausgesetzt werden, was die Leistung der Mannschaft im Halbfinal unterstreicht. Die Konkurrenz ist sehr dicht und nur wenige Zehntel entscheiden über die Finalzugehörigkeit. Im leichten Männer-Doppelzweier wurden Mario Gyr und Simon Schürch Neunte. Die Silbermedaillengewinner aus dem Vorjahr hatten von sich mehr erwartet. Nach Finalplätzen an der Europameisterschaft und dem Weltcup-Final auf dem Rotsee war der Fokus nach vorne gerichtet. Nun steht der 9. Rang zu Buche. Ursachenforschung wird im Rahmen der Saisonanalyse notwendig sein, auch wenn die Ausgänge in dieser Bootsklasse traditionellerweise wie beim Männer-Doppelvierer sehr eng umkämpft sind. Doppelvierer-Ersatzmann Barnabé Delarze hat die Herausforderung, im Skiff starten zu müssen, angenommen und mit dem 12. Rang einerseits sein Können, andererseits auch seine Ambitionen auf ein Mannschaftsboot unter Beweis gestellt. Bei den Frauen wurde der Sprung in die Top 12 verpasst. Jeannine Gmelin klassierte sich im Frauen-Einer mit dem 15. Rang im Mittelfeld. Patricia Merz und Frédérique Rol sammelten WM-Erfahrungen im leichten Frauen-Doppelzweier und schlossen ihr WM-Debüt mit Rang 16 ab. Die Weltmeisterschaft und die Saison 2014 werden in den nächsten Wochen analysiert, um gut gerüstet das Training für die vorolympische Saison 2015 anzugehen. In just einem Jahr stehen wieder Weltmeisterschaften auf dem Programm. In der ersten September-Woche 2015 wird auf dem Lac d’Aiguebelette in Frankreich erneut um WM-Medaillen gerudert. Nebst den Medaillen wird es dannzumal auch um den Gewinn von Olympia-Quotenplätzen gehen. Die Qualifikation für Olympia wird somit zum Hauptthema der Rudersaison 2015.
Resultate von Rennen mit Schweizer Beteiligung.
Rudern: Weltmeisterschaften in Amsterdam (Niederlande) – 31. August 2014
Skiff Männer (Final B, Ränge 7-12): 1. Shcharbachenia (WRuss) 6:42,52. 2. Obreno (Bel) 6:43,85. 3. Braas (Ho) 6:43,96. 4. Bahain (Ka) 6:50,18. 5. Cardaioli (I) 6:54,53. 6. Barnabé Delarze (Sz) 7:00,61.
Final A: 1. Synek (Tsch) 6:37,12. 2. Drysdale (Neus) 6:37,85. 3. Fournier Rodriguez (Kub) 6:44,31. 4. Griskonis (Lit) 6:47,97. 5. Hacker (De) 6:52,02. 6. Alesksandrov (Aserb) 6:58,21.
Amsterdam, 31. August 2014/cs.