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Im Sommer 2022 kam es in Pakistan zu sintflutartigen Regenfällen, die zu weitreichenden Überschwemmungen führten und über 1700 Menschen das Leben kosteten. Tausende wurden verletzt, mehr als 33 Millionen Menschen verloren ihre Lebensgrundlage und waren auf Nothilfe angewiesen – das heisst 15 Prozent der pakistanischen Bevölkerung. Die Überschwemmungen zerstörten Ernten und führten zum Tod von Millionen von Nutztieren, viele Menschen mussten ihren Wohnort verlassen. Solidar Suisse leistete unmittelbar nach der Katastrophe Nothilfe. Nun tragen wir zum Wiederaufbau der Gemeinschaften und der Wiederherstellung der Lebensgrundlagen bei, damit die Betroffenen wieder von der Landwirtschaft leben können.
Klimawandel verstärkt Unwetter
Nur ein Jahr nach den schweren Überschwemmungen, die fast 10 Millionen Hektar Land in Pakistan zerstört haben, werden die wirtschaftlichen Verluste und Schadenskosten des Landes auf über 30 Milliarden Dollar geschätzt. Die anhaltenden Folgen dieser Katastrophe erinnern daran, dass die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels eine Handvoll Länder betreffen, die am wenigsten auf seine Folgen vorbereitet sind – und kaum zu seiner Verursachung beigetragen haben. Pakistan ist für weniger als 1 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich, wird jedoch hart von Naturkatastrophen getroffen. Und die Uhr tickt: Überschwemmungen, Wirbelstürme und Dürren drohen aufgrund des Klimawandels noch intensiver zu werden. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung: zerstörte Häuser und Gesundheitszentren, verschmutzte Trinkwasserbrunnen, zunichte gemachte Ernten und hungrige Menschen ohne Saatgut.
Kinder und Frauen haben oft keinen Zugang zu notwendiger medizinischer Behandlung und Versorgung, sanitäre und hygienische Einrichtungen wurden beschädigt oder können wegen zerstörter Strassen nicht erreicht werden, sodass das Risiko von durch Wasser übertragenen Infektionen steigt. Die Zerstörung von Schulen gefährdet den Zugang der Kinder zu Bildung und somit ihre Zukunft.
Viele Menschen in Pakistan, darunter auch geflüchtete Afghan*innen in Peshawar, haben durch die Fluten ihre Lebensgrundlage verloren.
Humanitäre Intervention
Extreme Armut und schwache staatliche Institutionen führen dazu, dass solche Katastrophen die Menschen hart treffen und sie kaum die Mittel haben, um sich selbst zu helfen und den Wiederaufbau zu finanzieren.
Solidar Suisse reagierte sofort auf die Überschwemmungen und ermittelte den Bedarf der Menschen in den betroffenen Gebieten in den Provinzen Khyber Pakhtunkhwa und Sindh. Wir leisteten in der Anfangsphase der Flutkatastrophe rasch lebensrettende Hilfe für mehr als 25’000 Menschen, unter anderem für geflüchtete Afghan*innen in Peshawar: Solidar Suisse konzentrierte sich auf die Versorgung der am stärksten betroffenen Gruppen, zum Beispiel vertriebene Gemeinschaften, obdachlose Familien und Menschen, die ihre Lebensgrundlage verloren hatten. Den Schwerpunkt legten wir auf Schutz, Integration und Nichtdiskriminierung und stellten sicher, dass die am stärksten gefährdeten Personen sofortige Unterstützung erhielten, um ihre akute Ernährungsunsicherheit zu beheben.
Die humanitäre Hilfe von Solidar Suisse richtete sich nach dem Hochwasserreaktionsplan 2022 der Regierung und deren Rahmenplan für Wiederaufbau, Rehabilitation und Wiederherstellung. Die Hilfsmassnahmen wurden in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, lokalen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen an der Basis durchgeführt. Bis Ende 2023 will Solidar Suisse 50’000 Menschen in Pakistan mit Nothilfe unterstützen und dazu beitragen, dass sie wieder von der Landwirtschaft leben können.
Helfen Sie den Betroffenen in Pakistan
Dank Ihrer Unterstützung können sich die von den Fluten betroffenen Menschen wieder eine Lebensgrundlage aufbauen.