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Instandsetzung Wohnsiedlung Nordstrasse (Schindelhäuser)
Die Instandsetzung der «Schindelhäuser» sichert den Erhalt des Quartierbildes und ermöglicht preisgünstigen Wohnraum in Wipkingen. Der auf das Nötigste reduzierte Eingriff beinhaltete zudem eine Heizzentrale mit erneuerbarer Energie und einen Kindergarten mit Hort.
Nach dem ersten Weltkrieg herrschen Teuerung und Wohnungsnot in Zürich. Vor diesem Hintergrund gibt der Stadtrat 25 von den Architekten Pfleghard und Häfeli entworfene Doppelbünder in Auftrag, die sich in 10 Baukörpern von der Nordstrasse aus den Hang hinab entwickeln. Die ersten 21 werden 1918 innert sechs Monaten als Fachwerkbauten ausgeführt und im Folgejahr durch die zwei südlichsten Doppelhäuser in konventionellem Mauerwerk ergänzt. Angesichts des Zeitdrucks ist seinerzeit bei der ersten Etappe feuchtes Holz verbaut worden, so dass schon bald Putzschäden auftreten. 1922 erhalten die Häuser deshalb eine Haut aus Eternitschindeln und somit ihren bis heute gültigen Rufnamen «Schindelhäuser».
Während der Nachkriegskonjunktur weichen die Selbstversorgergärtchen grossen Wiesen, die Bauten altern dahin und schon bald scheint ihr Erhalt wenig lohnenswert. 1976 genehmigt der Stadtrat eine Neuüberbauung, doch der Widerstand im Quartier und die kommunale Unterschutzstellung der Schindelhäuser 1988 verhindern diese Abbruchpläne. Es folgt eine mieterindividuelle Renovation, ein zeittypisch-partizipatives Vorgehen, das eine Heterogenisierung des Bestandes zur Folge hat: Rund ein Drittel der bislang lediglich mit einem WC ausgestatteten Wohnungen erhält eine Dusche mit Zugang aus dem WC, andernorts werden Duschen in der Küche eingebaut und wieder andere Wohnungen teilen sich fortan Gemeinschaftsduschen im Keller oder in der Waschküche.
Aufgrund der notwendig gewordenen Instandsetzung der Siedlung gibt die Stadt 2004 eine Machbarkeitsstudie beim Architekten Kurt Odermatt in Auftrag. Neben dem Erhalt funktionstüchtiger Bausubstanz für eine weitere Generation wird eine Plafonierung der Mietzinsen sowie eine Vereinheitlichung und massvolle Verbesserung des Standards beabsichtigt. Den Teilleistungswettbewerb für die Ausführungsphase zwischen November 2009 und August 2012 gewannen Schäublin Architekten.
- Bauherrschaft: Stadt Zürich
- Eigentümervertretung: Liegenschaften Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung: Amt für Hochbauten
- Architektur: Schäublin Architekten AG, Zürich
- Erstellungskosten: 1.1 Mio. Franken
- Bauzeit: 2009 – 2010