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Jubiläumszyklus: 30 Jahre Kino in der Reitschule sind nicht genug!
Bereits eine Woche nach der Reitschulbesetzung am 24. Oktober 1987 gab es eine erste Filmvorführung. DIese wurde organisiert vom Kellerkino, das sich beim legendären Kulturstreik wie viele andere kulturelle Institutionen Berns mit der Reitschulbewegung solidarisierte und seine Vorstellungen aufs Reitschulareal verlegte. In den Wintermonaten formierte sich eine Kinogruppe, die in Fronarbeit den ehemaligen Reitstall zu einem Kino umbaute. Seit dem Sommer 1988 finden regelmässig Filmvorstellungen statt – derzeit sind dies die monatlichen Filmzyklen zu politisch aktuellen Themen, die von Diskussionen und Referaten begleitet werden. Zudem steht das Kino experimentellem Filmschaffen, diversen Reihen wie dem Unikino, Ethnokino, dem queer-feministischem Kino, Gastveranstaltungen von AktivistInnen* oder NGOs und Filmschaffenden, Kollektiv-übergreifenden Anlässen und Festivals offen.
Zum 30-Jahr-Jubiläum des Kinos gibt es einen kleinen Zyklus, der mit drei Filmen des inoffiziellen Hofchronisten Andreas Berger beginnt. Die stellenweise grimmig-finstere, am 1. August 1990 uraufgeführte Tränengasoper «Berner beben» zeigt das Kino wie auch viele andere Reitschulräume in noch archaischem Zustand. Der Fortsetzungsfilm «Zaffaraya 3.0» dokumentiert Verhandlungen an allen Fronten (Zaffaraya, Wagenplätze, Reitschule) und schildert unter anderem einen Apéro im Sous le Pont mit einem führenden Polizeioffizier; das Kino ist mit einer Vorführung von «Nosferatu» in der Grossen Halle präsent. Der ums 25-Jahr-Jubiläum der Reitschule herum gedrehte «Welcome to Hell» präsentiert gleich mehrere Happenings im Kinoraum, darunter eine Fotosession mit einem Pferd, und lässt mit Lilo Spahr auch eine Kinofrau der ersten Stunde zu Wort kommen.
Die Filmreihe wird im Dezember fortgesetzt.