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Städtisches Naherholungsgebiet
Das Wohnviertel liegt im Osten der Stadt Basel. Nach einem der dortigen Landgüter erhielt das Quartier Anfang der 1930er-Jahre den Namen Hirzbrunnen.
Anfangs spärliche Besiedlung
1924 verfasste das Statistische Amt folgende Beschreibung des damals noch «Hinter dem Badischen Bahnhof» genannten Gebiets: «Das letzte Wohnviertel der Stadt hat noch keinen eigentlichen Namen erhalten; auch sein Charakter ist durchaus unbestimmt, da die Besiedelung noch allzu spärlich ist. Hier berühren sich die äussersten Extreme von Landhäusern und Mietskasernen.»
Die Entstehung des Claraspitals
Auf dem Hirzbrunnengut, das sich inmitten von Genossenschaftseinfamilienhäusern befindet, wurde von den Schwestern des Klosters Ingenbohl das Claraspital errichtet, dessen Eröffnung 1928 erfolgte. Das Spital erfuhr über die Jahre einige Gebäudeerweiterungen. Die Hirzbrunnen-Villa sowie der grösste Teil des baumbestandenen Parks konnten jedoch bis heute erhalten bleiben.
Der «Landauer» am Stadtrand
Während des Zweiten Weltkriegs ruhte die Bautätigkeit im Stadtgebiet fast gänzlich. Jedoch erstellte man in dieser Zeit im Hirzbrunnenquartier den «Landauer». Die ausschliesslich aus Wohnbauten bestehende Siedlung kam an den Rand zu Riehen gelegen. Ihre höchstens zweistöckigen, aus Holz gebauten Häuser haben ein auffälliges, wenig städtisch anmutendes Erscheinungsbild. Generell fällt im Wohnviertel Hirzbrunnen der grosse Anteil an ein- oder zweistöckigen Reihenhäusern auf, die dem Quartier ein eigenes Gepräge geben.
Wohngebiete und Sportanlagen - Quartierzentrum fehlt
Die Ausweitung des geschlossenen Siedlungsgebiets ging in der Folge zwischen Bäumlihofstrasse und deutscher Bahnlinie weiter; dort entstanden neben einem Kindergarten ebenfalls fast ausnahmslos Wohnüberbauungen. Daran anschliessend bis zum Rhein nutzte man das Gelände für die Errichtung grösserer Sportanlagen (Rankhof, Satusgrund, Landauer) und zweier weiterer Siedlungen – die Hochhäuser der Genossenschaft «Rankhof» und die staatlichen Wohnhäuser «Im Rheinacker». Auffallend ist das Fehlen eines eigentlichen Quartierzentrums, welches Versorgungs- und Dienstleistungsfunktionen übernimmt. An öffentlichen Einrichtungen befinden sich im Quartier das Gartenbad sowie die Eisbahn Eglisee. Zudem wurde Anfang der 1970er-Jahre auf freiem Feld das Gymnasium Bäumlihof errichtet. Vom Schulhaus nordwärts erstreckt sich eine unbebaute Fläche, welche ebenfalls den Namen Bäumlihof trägt; sie gehört zum Landgut gleichen Namens, das bereits auf Riehener Boden liegt. Ab den 1960er-Jahren wurden verschiedene Projekte zur Überbauung des Areals ausgearbeitet. In den 1970er-Jahren stimmten die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Basel-Stadt gegen eine Grossüberbauung und 1983 wurde der Kanton in einer weiteren Volksabstimmung verpflichtet, das Gebiet zu naturschützerischen Zwecken zu erwerben.
Die grüne Lunge des Kleinbasel
Das Wohnviertel Hirzbrunnen verfügt über den grössten Grünflächenanteil aller Kleinbasler Stadtquartiere. Die Freiflächen bestehen zur Hauptsache aus dem bereits erwähnten Grüngürtel mit dem Bäumlihofareal, zum anderen aus den «Langen Erlen», einem Waldgebiet entlang des Flusses Wiese, das sich bis in die Nachbargemeinde Riehen erstreckt. Der Wald ist ein Überrest der alten Wiesenaue, des Überflutungsgeländes des Flusses, bevor dieser kanalisiert wurde. Heute dient der Auenwald der Trinkwasseraufbereitung, indem Waldstücke kontrolliert überflutet werden und das Wasser versickert. Die Filterwirkung des Bodens reinigt das Wasser, das von Pumpanlagen ins Versorgungsnetz der Stadt eingespeist wird. Die Langen Erlen haben ausserdem eine wichtige Funktion als Naherholungsraum. Dieser bietet neben zahlreichen Spazierwegen im ganzen Waldgebiet und entlang des Flusses, dessen Ufer zum Teil renaturiert wurden, einen Tierpark am westlichen Ende des Waldes. Trotz Protesten wurde im nördlichen, bereits zu Riehen gehörenden Teil der Langen Erlen, die sogenannte Zollfreistrasse gebaut. Die Strasse verbindet die deutschen Städte Weil und Lörrach über schweizerisches Territorium direkt miteinander und entspringt einem Abkommen aus dem Jahre 1977. Sie wurde im Oktober 2013 eröffnet.
Weiterführende Informationen
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