Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03290.jsonl.gz/495

19.-21.9.2022 Cape Disappointment SP – Salt Creek RA, WA
Leider hat uns das gestrige, leckere Eis nicht so gutgetan, aber mit den Kohletabletten, bekommen wir alles wieder in den Griff.
Wir besuchen das Museum von «Lewis und Clark» und folgen ihrer Expedition. Präsident Thomas Jefferson ermöglichte 1803 Lewis und Clark den Missouri River im Gebiet, Nähe Pittsburg, Richtung Pazifik zu erkunden. Der historische Pfad windet sich über 4'900 Meilen, quer durch Nordamerikas östliche Wälder und die Grat Plains. Über hohe Wüsten, die Rocky Mountains und weiter zum Pazifischen Ozean. An den Ufern des Ohio, Missouri, Yellowstone, Clearwater, Snake und Columbia River entlang, begegneten sie vielen unbekannten Indianerstämmen. Sie dokumentierten und zeichneten alles auf. Tiere, Pflanzen, Wege zu Land und zu Wasser und natürlich auch, wie die Indianer, die ihnen meistens freundlich gesonnen waren, lebten und arbeiteten. Eine riesige Herausforderung. Als sie im Herbst 1806 Washington erreichten, wurden sie als Helden gefeiert. Die Männer erhielten doppelte Bezahlung und 320 Hektar Land und die Kapitäne 1'600 Hektar geschenkt. Auf unserem Weg treffen wir oftmals auf «Lewis und Clark» Parks.
Der Weg führt weiter auf einer schmalen Landzunge. Hier finden jeweils Mitte August internationale Drachenflieger Meisterschaften statt. Die führende Nation ist meistens China, die ja für ihre Drachenflieger bekannt sind. Im kleinen Museum bestaunen wir die unglaublich kreativen Drachen. Die einten wurden sogar im zweiten Weltkrieg benutzt. Wir fahren auf der 101 um die «Willage Bay». Die bewegte Strasse führt an vielen Sümpfen, Buchten, Lagunen und viel Wald vorbei. Die Leute leben hier von der Austernfischerei und der Seafood-Fabrikation.
Bei Raymond biegen wir in die 105 und fahren in den verlassenen «Twin Harbors SP». Die Bezahlung lösen wir wieder mit dem Couvert und gehen im nahen Dorf für 10$ einen grossen Stapel Holz einkaufen. Die Familie freut sich sehr, denn sie wohnen in einem abgewrackten Wohnwagen und haben nicht viel zum Leben. So grillen und wärmen wir uns an diesem etwas verwunschen und naturbelassenen Ort.
11° aber schön. Strassenarbeiter bespritzen das Wiesenbord mit blauer Flüssigkeit. Chemie lässt grüssen! Es geht dem «Grays Harbor» entlang nach Aberdeen. Als wir an einer Lichtsignal-Anlage halten, kurbelt der Buschauffeur das Fenster hinunter und fragt tatsächlich, was das für ein Toyota-Modell ist….
Es begegnen uns immer wieder viele LKW’s, die mit dicken Holzstämmen beladen sind. Bei der «Alta Forest Products» gibt es ein riesiges Holzlager. Da werden alle fein säuberlich und nach Grösse abgeladen. «Alta Forest Products» ist der grösste Hersteller von Zaunbretter aus Holz, spezialisiert auf Western Red Cedar und anderer Prämien Arten, welche in nordwestlichen Wäldern, vom Pazifik bis ins Landesinnere vorkommen. Sie betreiben vier Sägewerke in der Region und beschäftigen mehr als 400 Personen. Alta ist ein täglicher Käufer von Rundholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Neben der Herstellung von Zaunbrettern und Palettenholz, produzieren Altas Zero-Wood-Waste-Sägewerke Nebenprodukte wie Holz-Chips, Sägemehl, Mulch und Biokraftstoff. Die Zaunbretter werden in der gesamten USA in «The Home Depot» und «Lowe’s» verkauft. Wir übernachten im schönen «Bogachiel SP».
Es sind immer noch kühle 11° am Morgen und wir fahren auf der 101, 113 und 112 durch dichten Wald und sehen, wie ganze Bergkämme abgeholzt werden. Unterwegs zum nordwestlichsten Punkt, beim «Cape Flattery», geht es sehr kurvenreich mit 10 – 45 km/h auf und ab. Wir befinden uns im Gebiet der «Makah». Ferien- und Wohnhäuser aller Art sind zu sehen. Wir staunen auch hier, wie die Menschen ihre Chalethäuser gestalten. Hinten, vorne und seitwärts wird an- oder ausgebaut. Die einten recht hübsch, andere wiederum haben eine ganze Auslegung um ihre «Hütte».
Zu Fuss steigen wir zur «Neah Bay» hinunter, an die Ecke vom Pazifik und dem Strait of Juan de Fuca. Unten angekommen tauchen plötzlich drei Buckelwale auf. Was für eine tolle Show! Auf der 112 geht es noch ein Stück weiter zum «Salt Creek Erholungsgebiet», auf den sehr gepflegten Campingplatz. Die nette Dame von nebenan sagt, dass ein kurzer Weg zu einem wunderschönen Aussichtspunkt führt. Gesagt getan und tatsächlich offenbart sich uns eine spektakuläre Sicht nach Vancouver Island in Kanada. Auf der Landzungenspitze fotografiert Fredy dann einen traumhaften Sonnenuntergang.