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Geschichte
Wie aus der Antennenanlage «Sood» ein TV-Kabelnetz für die Gemeinde Oetwil entstand.
Ab 1970 entwickelte sich in Oetwil eine rege Bautätigkeit, besonders in der oberen Hanglage von der Lettenstrasse bis zur Hüttikerstrasse. Üblicherweise verfügte zu dieser Zeit jedes Gebäude über eine eigene TV–Antenne auf dem Dach. Die ersten Neubauten oberhalb der Rainstrasse wurden dann ab 1973 in der Baubewilligung angewiesen, sich auf eigene Rechnung an einer 200 Meter entfernten, bestehenden Antenne bei der Lettenstrasse anzuschliessen. Einzelantennen wurden vom Gemeinderat nicht mehr bewilligt. Zu dieser Zeit kamen Grossantennen und Kabelnetze auf, die in der Lage waren, ausländische Sender zu verbreiten. Messungen im Bereich Rainstr. 5 und Bergstr. 16 zeigten, dass die deutschen Sender ADF und ZDF mit einem 7 m hohen Mast auch in Oetwil empfangen werden könnten. Die beiden Initianten suchten und fanden weitere 12 Interessenten im Bereich Rain-/Reservoir-/Berg- und Schulhausstrasse, sodass auf das Jahresende 1975 die «Einfache Gesellschaft GAA SOOD» als Quartieranlage gegründet werden konnte. Der Gemeinderat bewilligte darauf das Unternehmen mit dem Hinweis, dass es nicht profitorientiert geführt werden dürfe. Unter Bernhard Schweizer (Präsident) und Walter Diem (Technischer Leiter) wurde das Projekt in den Jahren 1976/77 realisiert.
Nachdem auch noch ORF empfangen wurde und die Gemeinde bei allen Strassenneubauten Leerrohre einlegen liess, stieg der Druck seitens des Gemeinderates nach weiterer Ausdehnung der einstigen Quartieranlage: Es sei ganz Oetwil zu erschliessen. Zu dieser Zeit (Anfang 1980) hatte die «nicht profitorientierte einfache Gesellschaft» schon über 142‘000 Franken ins Kabelnetz investiert und die meisten Liegenschaften bis und mit Limmattalstrasse erschlossen. Zudem lag ein Projekt zum Anschluss an der Autophon-Kopfstation «Rüsler» in Neuenhof vor. Mit einem Signalzubringer quer durchs Limmattal käme man so zu einer attraktiven Programmpalette. Nun «bockten» die einfachen Gesellschafter, sie sahen ein Risiko auf sich zukommen und gelangten an den Gemeinderat: Die Gemeinde solle doch das ganze Netz samt magerem Kässeli übernehmen und selbst weiter betreiben. An der Gemeindeversammlung vom 18. Juni 1980 wurde dieser Vorschlag angenommen unter «Verdankung an die Pioniere vom Sood». Ebenfalls angenommen wurde der Signalliefervertrag mit der Firma Autophon. Zum Jahresende 1980 war auch der Signalzubringer gebaut, die Oetwiler hatten nun alle damals üblichen Sender in der guten Stube – zu einem günstigen Preis von 10 Franken pro Monat. Nicht vergessen bei dieser Erfolgsstory in den Jahren 1976 – 1980 sollte man den damaligen Bauvorstand und Gemeinderat Hans Ingold: Er war zwar damals der «Vogt», der Einzelantennen verbot, aber bei Strassenneubauten ohne grosse Formalitäten günstig Leerrohre einlegen liess. So wurden die Trassekosten für das Kabelnetz enorm minimiert.
Autophon Signal «Rüsler» Abnahme der Signalübergabestelle Dezember 1980
Vorne: Bauvorstand Ingold
Hinten: Werkvorstand Gähwiler GAA Sood Techn. Leiter Diem