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Sektion Zürich
Nachruf Walter Wehrle
Walter Wehrle wurde am 30. Januar 2013 zu Grabe getragen. Er war im Alter von 86 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben. Sein berufliches Leben, insgesamt über 40 Jahre, widmete er der 1922 von seinem Vater gegründeten Nachrichtenagentur Sportinformation und war von 1964 bis 1986 deren Chefredaktor. Walter Wehrle, oder kurz "ww", wie er selbst genannt werden wollte und wie ihn alle nannten, war eine bekannte Figur der Schweizer Sportpublizistik. Er war Autor vieler Sportbücher, u.a. der über einen langen Zeitraum erschienenen jeweiligen Jahrbücher "Sport Schweiz Suisse Svizzera". Zudem war er aktiver Sportler und ein sehr engagierter Funktionär, der viele Ideen umsetzte, Events kreierte und durchführte. Bis ins hohe Alter war er in regionalen Zeitungen und der NZZ ein gern gelesener aufmerksamer Beobachter seiner Heimatgemeinde Wallisellen.
Auch bei den Zürcher Sportjournalisten, denen er 1948 beigetreten war, arbeitete er an vorderster Front mit, und führte in den frühen 60er Jahren die Sektion Zürich als Präsident. Für sein grosses Engagement für die Sportjournalisten wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.
Walter Wehrle ging, so schien es, nur mit Fliege und Anzug aus dem Haus. In diesem Outfit erschien er zum Beispiel auch als Aktiver der zweiten Fussballmannschaft der Zürcher Sportjournalisten, der er jahrelang angehörte. In der Kabine zog er sich dann aber das Spieler-Tenü über und machte darin eine ebenso gute Figur. Als Aussenverteidiger stellte er seinen Mann und feierte mit seinen in der Mehrzahl weit jüngeren Kollegen viele Erfolge - und "verarbeitete" mit ihnen wohl ebenso viele Niederlagen. Nach dem Duschen war er jeweils wieder "ganz Monsieur", erschien zum kollegialen Beisammensein mit den eigenen und den gegnerischen Kollegen wieder in voller Montour - mit Fliege. Er präsentierte, er war etwas Besonderes, nicht nur äusserlich, auch als Mensch, als Freund. Nicht nur deshalb wurde er meistens beauftragt, die Dankesrede an die Adresse des Gegners, der uns in der Regel eingeladen hatte, zu richten. Er tat dies jeweils mit Charme und Witz.
ww war ein aussergewöhnlicher Journalist, ein toller Mensch, ein guter Freund, den wir alle vermissen. Sicher nicht nur wegen der Fliege. Viele Kolleginnen und Kollegen nahmen bei der Abdankung in der Kirche in Wallisellen Abschied von ihrem ww.
Eugen Desiderato
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