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Durch die riesigen Distanzen in der Arktis, sind Flugverbindungen häufig die einzige Transportmöglichkeit für die Bewohner. Doch häufig sind diese umständlich, mit viel Umsteigen und hohen Kosten verbunden.Ausserdem können durch Wetterumschwünge Verbindungen teilweise lange Zeit ausfallen. Nun hat Charlie Watt, der Vorsitzende der Makivik Corp., einer der führenden Inuitgesellschaften, die kanadische Regierung aufgefordert, sich für bessere Verbindungen auch in die Nachbarstaaten einzusetzen und zu fördern.
Gemäss den Aussagen von Watts im Rahmen einer Grundsatzrede am diesjährigen Northern Lights Treffen in Ottawa, würden direkte Flugverbindungen zwischen Kanada, Alaska, der russischen Arktis und Grönland einen wichtigen und grossen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Inuit liefern. «Inuit-Einheit, nicht nur zwischen den Regionen in Kanada, sondern auch zwischen Inuit in Sibirien, Alaska und Grönland ist jetzt wichtiger denn je», erklärte Watts nach seiner Rede gegenüber den Medien am Rande des Treffens. Dieses Treffen ist eines der wichtigsten Treffen für Wirtschaft, Kultur und Handel der Arktisstaaten und wird jedes Jahr in Ottawa abgehalten. «Die Art der Geschäftsgrundlagen, die solche Luftverbindungen bilden könnten, sind unglaublich wichtig. Wir sind aber erst am Anfang davon», erklärt er weiter. Charlie Watts ist der Präsident der Makivik Corporation, die zum einen die Inuit in Quebec vertritt und zum anderen Besitzer der innerkanadischen Fluggesellschaft First Air ist. Diese ist zurzeit in Verhandlung mit der zweiten grossen, in Inuit Händen liegenden, Fluggesellschaft Canadian North zwecks einer Fusion. Canadian North gehört der Inuvialuit Development Corporation, welche die Inuit der westlichen kanadischen Arktis repräsentiert.
Watt’s Rede wurde durch ein 25-minütiges Video über die Geschichte der Makivik Corp. Unterstrichen, in der mehrfach auch das Thema der Flugverbindungen aufgegriffen wurde. Besonders hob Watts die Tatsache, dass Russland massive Investitionen in die Infrastruktur in seinen arktischen Regionen tätige, hervor. «Kanadas Regierung investiert keine bedeutenden Beträge in die Arktis», kritisierte Watts in seiner Rede. «Das muss sich ändern. Was wäre, wenn in der Arktis gebohrt würde und es käme zu einer massiven Ölpest?», ermahnte er in seiner Rede. Er zeigte auf, dass weder in den USA noch in Kanada die Möglichkeiten für schnelle Reaktionen auf Unfälle oder andere Aktionen bestehen, da kaum Infrastruktur bestehe. «Wir brauchen eine Art wirtschaftliche Aktivität mit Flügen zwischen Sibirien und Nordamerika. Das ist eines der Dinge, die meiner Meinung nach, mit den beiden Fluggesellschaften, die wir haben, die beiden Länder einander näherbringen könnte», sagte er in seiner Rede.
Gemäss Watts wären die Flugverbindungen ein erster Schritt im grossen Ganzen: eine Pan-Arktische Verbindungen der Inuit. Dies wiederum würde den Inuit auch ein grösseres politisches Gewicht geben. Für Watts ist dies im Hinblick auf die kommenden Herausforderungen äusserst wichtig. «Es ist unbedeutend, ob Inuit in Sibirien oder Alaska oder Kanada oder Grönland sind; wir sind alle eine Kultur», sagt er. «Die Frage nach arktischer Souveränität ist ein Aspekt, den wir Inuit, meiner Meinung nach, in Kapital umschlagen müssen… denn, wenn wir es nicht tun, wird von der internationalen Gemeinschaft ein grosser und schwerer Akzent gesetzt. Die Arktis muss von den Inuit geleitet werden, daran besteht für mich kein Zweifel. Wir kennen die Arktis, wir wissen, wie sie funktioniert und wie wir sie nutzen müssen. Jetzt ist die Zeit für uns gekommen, uns mit der Industrie zu beschäftigen.» Er meint zum Schluss: «Politiker kommen und gehen, aber die Industrie ist ein Gebiet, welches (wirtschaftliche Entwicklung) liefert und auch die Tendenz hat, das Leben der Menschen zu verbessern.»
Quelle: Eilis Quinn, Eye of the Arctic