Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03495.jsonl.gz/1201

Buchvernissage Adolf Collenberg: Die Bündner Parteien auf der Suche nach Identität und Macht 1880-1939. Paritäten, Dissidenzen und Allianzen.
Exkurs: Die schwarze Lawine
Ein 50-jähriger Richtungsstreit zwischen den ultramontanen Konservativen und den Katholisch-liberalen endete um 1890 mit einem Sieg der Konservativen um Placi Condrau und seine Gasetta romontscha. Während der nächsten drei Jahrzehnte teilten sich die Allianz der katholischen Konservativen und reformierten Föderalisten die politischen Mandate einvernehmlich mit den Liberalen. Die Einführung des Proporzes für die Wahl des Nationalrates 1919 brachte vier Parteien in die Arena und alle mussten ab dato im Kampf um Wähleranteile ihr Profil schärfen. Die politische und ideologische Entwicklung im permanenten Zusammen- und Gegenspiel der Parteien ist ein zentraler Gegenstand des vorliegenden Werkes. Ein weiterer Schwerpunkt bildet der Aufbau und die Vollendung der sogenannten Schwarzen Lawine/Lavina nera, eine politisch geschlossene, ideologisch einheitliche und nach Aussen geistig abgeschottete katholische Sondergesellschaft, die ab den 1970er Jahren zerfiel.