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Vadodara, einst industrielle Metropole im indischen Bundesstaat Gujarat, erfährt einen den gesamten Subkontinent erfassenden, rasanten strukturellen Umbruch.
Eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt ist die Race Court Dutt Road, die auch den Bahnhof erschliesst. Die Strassenführung überlagert zum Teil die ehemalige Pferderennbahn, deren elliptische Form in aktuellen Luftbildern noch gut zu erkennen ist.
Quartiere, die an diese Einfallstrasse angrenzen, waren durch markante Gebäude aus verschiedenen Epochen und Residential Societies geprägt. Ein Netzwerk aus grosszügigen Gärten, Parkanlagen und Hofsituationen artikulierte die urbanen Überbauungen und deren soziale Räume.
Viele dieser ehemaligen Wohnhäuser sind seit Langem ungenutzt. Unterhalten oder restauriert werden nur noch wenige Liegenschaften. Steigende Grundstückspreise beschleunigen zudem deren Abriss. Gekoppelt mit stark erhöhten Ausnutzungsziffern verändert sich das etablierte Stadtgefüge unaufhaltsam und angestammte soziale Gefüge werden zusehends verdrängt.
Seit Jahrhunderten prägen Parallelwelten, deren Unausweichlichkeit und das so entstehende übergangslose Nebeneinander den alltäglichen Umgang. Die R. C. Dutt Road steht stellvertretend für die sozio-kulturelle Situation vergleichbarer oszilierender indischer Stadträume: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft finden verdichtet und immer gleichzeitig statt.
Eintritt 10.– / Mitglieder gratis