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Aus der Geschichte
Zusammen mit Sumiswald gehört Ersigen zu den ältesten Hornussergesellschaften. Obschon das genaue Gründungsdatum nicht auszumachen ist, steht fest, dass die Ersiger auf der Schützenmatte in Burgdorf gegen Sumiswald im Jahre 1852 ihr erstes Wettspiel ausgetragen haben. Das Spiel ging zu Ungunsten der Ersiger aus, weil die Sumiswalder bereits Stecken aus Eschenholz einsetzen konnten, während Ersigen noch mit Träfen aus Tannenholz, die mit Draht und Schnüren am Stecken befestigt waren, antreten mussten. Nach Beendigung des Spieles gelang es den Ersigern ein Stecken der Sumiswalder unbemerkt zu entwenden, so dass sie in der Lage waren diesen Stecken selber zu produzieren. Das nötige Holz holten sie sich im Emmenschachen, bis das scharfe Auge des Gesetzes dem Frevel ein Ende setzte. Der Holzfrevel hatte noch ein gerichtliches Nachspiel. Das Urteil: Geldbusse und einen Tag Freiheitsentzug hinter schwedischen Gardinen. Vierzehn Tage nach dem ersten Wettspiel trafen sie erneut gegeneinander an. In Sumiswald gewannen die Ersiger das Revanchespiel mit ihrem neuen Material.
Das Schuldgefühl wegen des gestohlenen Steckens, wurden die Ersiger jedoch nicht mehr los. So brachten sie 100 Jahre später, anlässlich des Emmentalischen Hornusserfestes 1951, welches in Sumiswald stattfand, den gestohlenen Stecken wieder zurück.
An der Entwicklung von Hornusserwerkzeugen haben auch Männer von Ersigen grossen Anteil. Die Buchshornusse wurden bis zum Ersten Weltkrieg vom Drechsler Robert Zürcher in Ersigen hergestellt. Das Rohmaterial bezog er direkt aus Frankreich. Als der Erste Weltkrieg ausbrach wurden die Lieferungen eingestellt, und so musste nach neuem Material Ausschau gehalten werden. Als Steckenmacher war der Ersiger Wagner Hans Bütikofer mit seinen zügigen Eschenstecken in aller Hornussermunde.
Der erste Festbesuch
Das erste Fest, das sie besuchten, war das Schwing- und Aelplerfest 1889 in Zürich. Um den Festbesuch zu ermöglichen taten sie sich mit den Heimiswilern zusammen. Einige der Festbesucher seien noch nie so weit gereist und schon gar nicht mit der Schweizerischen Zentralbahn, welche bis 1925 mit Dampf betrieben wurde.
Das Symbol der Fahne
Die HG Ersigen war schon früh stolz auf ihr Vereinsbanner. Im Jahre 1898 wurde die Fahne von 1851 durch eine neue ersetzt, welche während sechzig Jahren manchen Erfolg erlebte und erst 1958 wieder durch eine neue ersetzt wurde. „Ueb Aug und Hand fürs Vaterland" dieser Spruch auf der Fahne von 1898 beweist wie wertvoll das Hornussen in Ersigen eingestuft wurde. Die Fahnen schmücken im Gasthof Bären in Ersigen die Gaststube.
Die Ehre als Paten kam 1898 der Gesellschaft Bigel-Goldbach und 1958 Biglen zu. Die gleiche Ehre wurde den Ersigern mehrfach zuteil. Sie bekleiden das Amt des Fahnengöttis bei Recherswil, Gerlafingen, Biglen, Rudswil und Burgdorf-Eintracht.
Initiative Organisatoren
Die schönen Wiesen und Felder um Ersigen eignen sich natürlich zur Durchführung von Anlässen bestens. So ist verständlich, dass durch die vielen Jahre hindurch verschiedene Feste an die Ersiger Hornusser vergeben wurden. So unter anderem die Eidg. Hornusserfeste 1927 und 1971 und das Jubiläumshornusset 1977. Das Emmentalische Verbandsfest wurde auch mehrmals durchgeführt. Das Jubiläumshornussen 1977 war verbunden mit den Festlichkeiten zur Einweihung der lang ersehnten Hornusserstube im Gasthof Bären Ersigen. Für viele, nicht nur Ersiger ist die Gastfreundlichkeit im Bären ein Begriff.
Die Erfolge
In der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg zählte Ersigen zu den besten Gesellschaften im Eidg. Verband. Das beweisen die Glanzresultate an den Eidg. Festen 1912 in Thun und 1924 in Basel, wo die Ersiger beide Male den ersten Rang belegten. Unter den insgesamt etwa 30 Trinkhörnern zählt auch der Sieg am Eidg. Schwing – und Aelplerfest in Schwyz 1974 zu den herausragenden Erfolgen.