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Wenn Venenabschnitte insbesondere in den Beinen dauerhaft erweitert sind, spricht man von Krampfadern (von Medizinern auch als Varizen bezeichnet). Erkennbar ist das Venenleiden anhand von Verästelungen, blauen Verfärbungen und knotigen Erhebungen vor allem an den Innen- und Aussenseiten der Unterschenkel. Wir erklären, wie Krampfadern entstehen und welche Ursachen sie haben, wie sie behandelt werden und wie und warum Varizen entfernt werden.
Ursachen und Risikofaktoren von Krampfadern
Krampfadern sind als Venenerkrankung weit verbreitet. Nur ein geringer Prozentteil der Bevölkerung ist nicht von Varizen betroffen, dabei leiden allerdings dreimal häufiger Frauen unter Besenreisern und anderen Formen von Krampfadern als Männer.
Sind die Venenwände und -klappen aufgrund diverser Ursachen und Risikofaktoren geschwächt, entstehen die Krampfadern. Eine familiäre Veranlagung für eine Bindegewebsschwäche ist häufig Grund für die Erkrankung der Venen. Zudem spielt auch das Alter eine wichtige Rolle in der Entstehung von Krampfadern.
Zu weiteren Risikofaktoren zählen in erster Linie Übergewicht, übermässiger Konsum von Genussmitteln wie Zigarettenrauchen und Alkohol, und Bewegungsmangel.
Wer eine rein sitzende oder stehende Tätigkeit ausübt, ohne in der Freizeit auf ein Ausgleichsprogramm zu setzen, setzt sich einem erhöhten Risiko aus. Wer häufig hohe Schuhe und hautenge Kleidung trägt, bringt ebenfalls die Durchblutung durcheinander, wodurch das Varizenrisiko deutlich ansteigt.
Einige Vorerkrankungen – sehr häufig insbesondere eine tiefe Beinvenenthrombose, bei der ein Blutgerinnsel ein Blutgefäss verstopft – rufen ebenso Krampfadern hervor. Zudem sind auch hormonelle Schwankungen, durch eine Schwangerschaft oder die regelmässige Einnahme einer Antibabypille etwa, dafür verantwortlich, dass die Beine schlechter durchblutet werden und Varizen entstehen können.
Symptome des Venenleidens
Zu Beginn werden Krampfadern sehr häufig nur als kosmetisch störend empfunden. Gerade Besenreiser, bei denen kleine Venen betroffen sind, und retikuläre Varizen schimmern bläulich unter der Haut, weshalb viele Betroffene auch im Sommer gerne auf kurze Hosen verzichten würden. Bei rein kosmetisch störenden Besenreisern kann die Situation durch eine ästhetische Behandlung verbessert werden.
Im Verlauf des Venenleidens kommen allerdings im Normalfall weitere Symptome hinzu. Dazu gehören Schwellungen und Ödeme an den Beinen, die sich abends in der Regel sehr müde und schwer anfühlen. Nachts wachen Menschen, die unter Krampfadern leiden, nicht selten auf Grund von Waden- und Fusskrämpfen auf. Wärme kann die Symptome zusätzlich verstärken.
Die Haut selbst kann sich ebenfalls krankhaft verändern. Sie ist leicht entzündlich, zum Zerreissen gespannt (‚Pergamenthaut‘), trocken und gereizt. Allerdings funktioniert in diesem Stadium die Durchblutung noch so gut, dass Wunden abheilen können. Werden die Varizen spätestens an diesem Punkt nicht umfassend behandelt, können sogar offene Unterschenkelgeschwüre (‚offenes Bein‘), die nur äusserst schlecht verheilen, die Folge sein. Gerade bei älteren Patienten kann dies zu schweren Komplikationen führen.
Formen von Krampfadern
Unterschieden wird aber nicht nur zwischen verschiedenen Stadien der Erkrankung, sondern auch zwischen einer primären und einer sekundären Form von Krampfadern. Die primäre Form hat keine erkennbare Ursache ausser den bereits erwähnten Risikofaktoren, aufgrund derer die Venenklappen nicht ausreichend schliessen. Die sekundäre Form von Krampfadern wird als solche bezeichnet, da sie infolge anderer Erkrankungen entsteht.
Behandlung von Krampfadern
Obwohl einige Menschen jahrelang ohne Beschwerden aufgrund ihrer Krampfadern durch das Leben gehen, sollte die Behandlung einsetzen, sobald neben kosmetischen Beschwerden weitere Symptome hinzukommen. Wichtig ist es, die Therapie möglichst früh, also vor Einsetzen von Komplikationen zu beginnen. Sie erfolgt abhängig vom Krankheitsstadium in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt und umfasst sowohl konservative als auch operative Behandlungsmöglichkeiten.
Hausmittel gegen Krampfadern
Während von manchen experimentellen Hausmitteln, die der ohnehin schon strapazierten Haut an den Beinen schaden könnten, dringend abzuraten ist, sind andere Behandlungsmethoden, die vor allem darauf ausgerichtet sind, die Venen zu entlasten und Ödemen vorzubeugen, durchaus ratsam.
In erster Linie bedeutet dies, dass Bewegung und Sport im Alltag nicht fehlen sollten. Spezielle Venengymnastik zielt darauf ab, den Rückfluss anzuregen, Thrombosen vorzubeugen und die Beine zu stärken. Auch durch Sportarten wie Schwimmen, Walken oder Radfahren wird die Wadenmuskulatur gestärkt. Diese wiederum unterstützt die Venen in deren Funktion.
Gerade der Schwimmbadbesuch ist für die Beine erholsam, durch das kühle Wasser ziehen sich zusätzlich nämlich die Venen zusammen. Einen ähnlichen Effekt haben auch Kneiptherapien und Wechselbäder. Auf diese Weise werden die Venen nachhaltig trainiert.
Um Ödemen und Thrombosen vorzubeugen, bietet sich eine Kompressionstherapie mit entsprechenden Kompressionsstrümpfen, die auf ihren Träger individuell abgestimmt werden, an. Nach einem langen Tag und wenn die Beine schmerzen, dürfen die Beine ohne schlechtes Gewissen hochgelagert werden, damit das Blut erneut zu fliessen beginnt.
Medikamentöse Behandlung von Varizen
Eine Medikamententherapie erfolgt auf ärztliche Anweisung. Wenn Salben, Cremes und Co. als Wundermittel angepriesen werden, sollte nicht alles geglaubt werden, was gesagt wird, die Wirkung vieler Mittel ist nämlich bis heute nicht erwiesen. Allerdings können sich selbstverständlich kühlend und abschwellend wirken, weshalb sie nach subjektivem Empfinden durchaus angewandt werden können.
Zu den pflanzlichen Arzneimitteln gehören beispielsweise Rosskastanienextrakte. Die Kastanienart enthält Aescin, das die Gefässwände abdichtet und leicht entzündungshemmend wirkt. Mit Salbenwickeln können leichte Symptome gelindert werden. Auch rotes Weinlaub oder Arnika geben schweren, müden Beinen neuen Schwung. Zur Hemmung der Blutgerinnung verschreiben Ärzte unter Umständen Präparate, die Heparin oder Hirudin enthalten. Hat sich in den Beinen Wasser angesammelt, können Diuretika durch die Entwässerung Abhilfe schaffen.
Krampfadern entfernen: Operation oder Verödung
Bleiben nicht-operative Behandlungsansätze ohne Erfolg, gibt es die Möglichkeit, die Krampfadern durch verschiedene Methoden zu entfernen. Auch eine Teilresektion ist möglich. Die meisten operativen Eingriffe sind minimal-invasiv und ermöglichen eine schnelle Erholung. Zum Einsatz kommen:
Weitere Verfahren sind etwa das CHIVA-Verfahren oder eine externe Valvuloplastie (EVP). Welche Methode zur Entfernung von Krampfadern gewählt wird, ist abhängig vom Krankheitsstadium sowie der ärztlichen Weisung.
Schweren Beinen vorbeugen
Lassen sich Krampfadern oder deren Ausbreitung vermeiden, ist dies natürlich der bestmögliche Ansatz. Übergewicht, das neben Durchblutungsstörungen auch eine Belastung für die Gelenke darstellt, sollte dringend vorgebeugt werden bzw. eine Diät zur Gewichtsreduktion angestrebt werden. Einher gehen sollten die Abnehmbestrebungen mit Übungen für die Waden- und Beinmuskulatur. Langes Sitzen und Stehen wirkt sich negativ auf die Entstehung von Krampfadern aus. Auch heisse Temperaturen hemmen die Durchblutung. Wer flache Schuhe und lockere Kleidung trägt, tut den Venen in Unter- und Oberschenkel etwas Gutes.
Das beste Mittel gegen Krampfadern lautet also: Die eigenen Lebensgewohnheiten im Blick behalten und entsprechend anpassen. Wenn Krampfadern Beschwerden bereiten, sollten zeitnah die richtigen Therapiemassnahmen in Absprache mit dem behandelnden Arzt ergriffen werden.