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Entlastung Zentrum Uznach
Nur die regionale Verbindungsstrasse A15-Gaster löst das Verkehrsproblem
In den letzten 50 Jahren wurden diverse Massnahmen zur Entlastung des Uzner Zentrums geprüft: Kernumfahrung, Bahnunterführung, Grosskreisel, Stauspur und andere. Die Massnahmen waren technisch nicht umsetzbar, erwiesen sich als unzweckmässig und/oder nicht mehrheitsfähig. Eine Übersicht.
Idee Kernumfahrung
In den 1990er-Jahren bestanden Pläne für eine 600 Meter lange Kernumfahrung. Das Vorhaben erwies sich als unzweckmässig. Die Kernumfahrung hätte zwar das Städtchen, nicht aber die Ausfallstrassen entlastet. Für Fussgänger/innen und Velofahrer/innen hätte sich der Zugang zum Städtchen massiv verschlechtert. Die Entwicklung des Zentrums wäre verunmöglicht worden.
Umfangreiches Massnahmenpaket genügt nicht
Im Jahr 2000 hat die damalige Arbeitsgruppe Verkehrs- und Entwicklungsplanung ein Verkehrskonzept samt Massnahmenpaket erstellt. Die Massnahmen wurden – sofern umsetzbar - grösstenteils realisiert oder hängen mit dem heutigen Projekt RVS zusammen. So wurde u.a. das Fuss- und Radwegnetz saniert, ausgebaut und mit Veloabstellplätzen ergänzt. Im Strassenraum, an den Fussgängerstreifen sowie an den Ortseingängen wurden zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bauliche, betriebliche und gestalterische Massnahmen umgesetzt. Der Bahnhof und der Bushof wurden umgestaltet, eine Park&Ride-Anlage realisiert und das öV-Angebot verbessert. Der Aufwand war gross, zeigt aber kaum Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen und den Stau im Städtchen.
Stauspur: Von der Bevölkerung abgelehnt
Zwischen Ochsen-Kreuzung und Bahnübergang war der Bau einer zweiten Spur vorgesehen. Damit hätte im Städtchen die Staubildung reduziert werden können, nicht aber das Verkehrsaufkommen selbst. Die Uzner/innen lehnten das Vorhaben 2007 an der Urne ab.
Grosskreisel: Der Durchgangsverkehr bleibt
Zur Lösung des Verkehrsproblems im Uzner Städtchen wurde immer wieder ein Grosskreisel im Bahnhofsgebiet vorgeschlagen. Der motorisierte Verkehr würde im Einbahnregime über die Zürcher-, Letzi-, Bahnhof- und Grynaustrasse geführt. Die stehenden Fahrzeugkolonnen würden dadurch aber nicht eliminiert, sondern lediglich auf die Letzi- und die untere Bahnhofstrasse verlagert. Diese Strassen hätten einen enormen Mehrverkehr zu verkraften. Die Kies- und übrigen Schwertransporte müssten über die Bahnhofstrasse und damit unmittelbar am Bahnhof vorbeigeführt werden, wo der Gemeinderat grossflächig eine Begegnungszone einrichten will.
Ein Grosskreisel hilft nicht, den Durchgangsverkehr aus dem Städtchen zu schaffen.
Bahnunterführung und weitere Brücke Steinenbach
Im Jahr 2007 zeigte eine Machbarkeitsstudie des kantonalen Tiefbauamts, dass das Vorhaben zu Umwegen und Anschlussverschlechterungen und im Städtchen zu Mehrverkehr führen würde. Zudem wäre die Bahnunterführung aufgrund des Steinenbachs einem immensen Hochwasserrisiko ausgesetzt. Um dieses Risiko zu eliminieren, wäre eine Umlegung des Baches erforderlich. Eine im Jahr 2020 erstellte Machbarkeitsstudie bestätigt allerdings, dass eine Bachumlegung aus hydraulischen Gründen unrealistisch ist.
Einbezug der Bevölkerung
Unter Berücksichtigung aller Fakten sieht der Gemeinderat Uznach für eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde keine alternative Lösung zur regionalen Verbingungsstrasse A15-Gaster (RVS). In Anbetracht der von der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission festgestellten Beeinträchtigung des Schutzgebiets Kaltbrunner Riet begrüsst der Gemeinderat deshalb die Absicht des kantonalen Tiefbauamts, den Abschnitt Rotfarb-Grynaustrasse unter Einbezug der Bevölkerung weiter zu optimieren. Flankierend sollen aber Massnahmen umgesetzt werden, die das Umsteigen aufs Velo oder den öV erleichtern bzw. attraktiver machen. Dazu zählen u.a. der Ausbau und die Optimierung von Fuss- und Radwegen sowie des öffentlichen Verkehrs (z.B. Doppelspurausbau/Taktverdichung), Sensibilisierungskampagnen etc.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Flankierende Massnahmen Uznach
Mitwirkung zeigt vielseitiges Stimmungsbild
Flankierende Massnahmen sollen den Verkehr effizient auf die regionale Verbindungsstrasse A15-Gaster (RVS) lenken und das Zentrum vom Durchgangsverkehr befreien. Im März 2021 informierte der Uzner Gemeinderat mittels Beilage im Gemeindemitteilungsblatt «Linthsicht» über den Planungsstand. Im Mitwirkungsverfahren wurden die FlaMa zur Diskussion gestellt.
Visualisierung Kirchplatz
Es gingen 19 Stellungnahmen von Privatpersonen sowie verschiedenen Gruppierungen und politischen Parteien ein. Der Gemeinderat hat im Juni 2021 dazu Stellung genommen. Die verschiedenen Dokumente können weiter unten heruntergeladen werden.
Zusammenfassung
Zusammenfassend wird für das Städtli die zu erwartende Verkehrsreduktion von 55% als ungenügend beurteilt. Es werden weitere Massnahmen wie Zubringerdienst, Nachtfahr- und LKW-Fahrverbot gefordert. Der Gemeinderat befürwortet das LKW-Verbot und setzt sich dafür ein.
Die Einführung von Tempo-30- bzw. Tempo-20-Zonen im Zentrumsgebiet werden unisono begrüsst. Die Meinungen über den richtigen Zeitpunkt der Einführung und die Ausdehnung dieser Zonen gehen aber auseinander. Der Gemeinderat ist der Meinung, dass die Temporeduktionen auf den Hauptstrassen nur zusammen mit der RVS den gewünschten Effekt erzielen.
Das angedachte Parkierungsregime im und ums Städtli wird von den Mitwirkenden unterschiedlich beurteilt. Die Vorstellungen über die Anordnung und die Anzahl Parkplätze gehen auseinander. Der Gemeinderat möchte sich in Zukunft unabhängig von der RVS und den FlaMa mit der Parkierung befassen und plant ein Parkierungskonzept.
Die Meinungen über die Verlagerung der Bushaltestelle vom Burgplatz ins Städtli gehen auseinander. Die bessere Erreichbarkeit des Uzner Zentrums wird anerkannt. Andererseits werden Lärm- und Geruchsemissionen befürchtet. Der Gemeinderat rechnet damit, dass die Emissionen durch den zunehmenden Einsatz elektroangetriebener Fahrzeuge abnehmen wird. Ebenso geht er davon aus, dass die Verlegung der Bushaltestelle ins Städtli den Verkehr zusätzlich beruhigt.
In der Mitwirkung wurde verschiedentlich darauf hingewiesen, dass die Abklassierung der Kantons- zu Gemeindestrassen weitere Kosten mit sich bringt. Der Gemeinderat verfolgt deshalb konsequent das Ziel, dass insbesondere die aufwendigen Streckenabschnitte (Grynaustrasse mit Bahnübergang und grosse Teile der Zürcherstrasse) weiterhin Staatsstrassen bleiben.
Weiteres Vorgehen
Die detaillierte Stellungnahme des Gemeinderats zu den Rückmeldungen kann hier heruntergeladen werden. Der Gemeinderat beabsichtigt, die weitere Planung für die FlaMa einstweilen ruhen zu lassen und erst wieder aufzugreifen, wenn die Grundsatzfrage zur RVS geklärt ist.
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