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Tempranillo ist Spaniens bekannteste rote Rebsorte. Laut einer Legende sollen Zisterziensermönche aus der Abbaye de Cîteaux im Burgund auf der Pilgerreise nach Santiago de Compostela eine Pinot-Variante mitgebracht und in der Rioja zurückgelassen haben. DNA-Analysen haben diese Geschichte zwar ins Reich der Märchen verbannt, dennoch könnte Tempranillo (von «temprano», früh) aus Rioja und Navarra stammen, wie es die Arbeiten des Ampelologen Clemente y Rubio zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahelegen.
Genetische Untersuchungen von alten Klonen aus ganz Spanien haben zu sehr uniformen Resultaten geführt, so dass man annimmt, dass Tempranillo vor hundert und mehr Jahren in relativ kurzer Zeit über ganz Spanien verbreitet wurde. Tempranillo hat wohl deshalb so viele Namen erhalten, etwa Tinta del País oder Tinto Fino (Ribera del Duero) oder Cencibel (La Mancha, Extremadura und andere). Die Sorte gilt als iberische Rebe schlechthin, in Portugal heisst sie zum Beispiel Tinta Roriz.
Man findet die Rebsorte Tempranillo auch in Südfrankreich und natürlich in Spaniens ehemaligen Kolonien. Sie ist recht fruchtbar, die Beeren sind klein und haben eine dicke Schale. Die farbintensiven Weine schmecken von kernig-komplex bis wuchtig-weich und verfügen über kräftige Tannine, nicht allzu viel Säure sowie Aromen von Gewürzen, Leder bis Tabak.