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Legislaturindikator: Modalsplit im alpenquerenden Güterverkehr
Auszug aus dem Legislaturziel 6: Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur sind höhere Kapazitäten sowohl im Strassen- als auch im Schienenverkehr notwendig. […] Der Bundesrat wird auch im Schienenverkehr notwendige Ausbauschritte in Angriff nehmen, um mit den wachsenden Kapazitätserfordernissen Schritt zu halten und das Leistungsangebot auszubauen.
Bedeutung des Indikators: Aufgrund ihrer geografischen Lage nimmt die Schweiz im europäischen Verkehrsnetz eine besondere Stellung ein. Ein bedeutender Teil des internationalen Güterverkehrs zwischen Nord- und Südeuropa nutzt die Schweizer Alpenübergänge. Um das Land und die Alpenregionen vor den negativen Auswirkungen des alpenquerenden Lastwagenverkehrs zu schützen, verfolgt die Schweizer Verkehrspolitik eine Verlagerung des Strassengüterverkehrs auf die Schiene.
Der Indikator stellt den Anteil der auf der Schiene transportierter Güter, gemessen an der Gesamtmenge der transportierter Güter des gesamten alpenquerenden Güterverkehrs (Schiene, Strasse), dar. Eine Veränderung des Modalsplits zugunsten der Schiene kann auch bei zunehmenden Transportmengen auf der Strasse auftreten, nämlich wenn die Zunahme auf der Schiene stärker ist als auf der Strasse.
Quantifizierbares Ziel: Der Anteil des alpenquerenden Güterverkehrs, der auf der Schiene abgewickelt wird, nimmt während der Legislaturperiode 2019–2023 zu.
Kommentar
Rund 90% der Güter wurden Anfang der 1980er-Jahre auf der Schiene durch die Schweizer Alpen transportiert. Bis 2009 ist dieser Anteil auf 61% gesunken, seither hat er wieder zugenommen. 2019 wurden 70,5% des Transportguts per Bahn und 29,5% auf der Strasse durch die Schweizer Alpen befördert. In Österreich ist das Verhältnis in etwa umgekehrt, in Frankreich dominiert der Strassengüterverkehr mit rund 90% noch stärker.
Abgangs- wie auch Bestimmungsort der auf der Schiene über die Schweizer Alpen transportierten Güter lagen 2014 mehrheitlich im Ausland: Zu 87% passierte der alpenquerende Schienengüterverkehr die Schweiz im Transit. Die verbleibenden 13% entfielen auf den Binnen-, Import- und Exportverkehr.
Die auf Strasse und Schiene über die Schweizer Alpen transportierte Gütermenge belief sich 2019 auf insgesamt 37,8 Millionen Nettotonnen. Das ist mehr als doppelt so viel wie 1981, dem Jahr nach der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels. Der Strassengüterverkehr hat dabei stärker zugenommen als der Schienengüterverkehr. Dieser Umstand wird durch die Entwicklung der Anzahl Fahrten schwerer Strassengüterfahrzeuge über die Schweizer Alpenübergänge verdeutlicht. Diese erreichte im Jahr 2000 mit 1,4 Millionen Fahrten ihren Höchststand und ist im Anschluss wieder zurückgegangen. Im Jahr 2019 überquerten 898 100 dieser Fahrzeuge einen Schweizer Alpenübergang, wovon rund drei Viertel die Gotthard-Route wählten. Im Vergleich zu 1981 entspricht dies einer Verdreifachung der Anzahl Fahrten.
Der gesamte innere Alpenbogen (Fréjus bis Brenner) wurde 2018 von 5 Millionen schweren Strassengüterfahrzeugen gequert. Der grösste Teil davon benutzte die österreichischen-italienischen Alpenübergänge (53%), gefolgt von den französischen-italienischen (28%). Der Anteil der Schweiz betrug 19%.