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Ernährungsprogramm für mehr Konzentration in der Schule
In zwei von Port-au-Princes grössten Armenvierteln – La Saline und Cité Soleil – führen die Salesianer Don Boscos die «Petites écoles de Père Bohnen» – die kleinen Schulen des Pater Bohnen. Sie geben mehr als 9000 Kindern und Jugendlichen aus ärmsten Verhältnissen eine schulische und berufliche Ausbildung und zeigen ihnen sinnvolle Freizeitbeschäftigungen auf. Damit wollen die Salesianer Don Boscos die Kinder vor den drohenden Gefahren der Strasse schützen: deren Gewalt, Prostitution und Drogen.
Land/Ort: HAITI – Port-au-Prince
Projektnummer: HAI 05-061-20
Projektziel: Den Kindern in den Armenvierteln eine reichhaltige, warme Mahlzeit bieten, damit sie lernfähig sind und vom Schulbesuch profitieren können.
Projektwirkung: Die Kinder erhalten eine gute Schulbildung und sind dementsprechend gerüstet für eine gute Arbeitsstelle und eine selbstbestimmte Zukunft.
Mittelbedarf: 75 000 CHF pro Jahr
Haiti liegt auf der westlichen Seite der karibischen Insel Hispaniola und ging als erstes Land, das sich von den kolonialen Zwängen losgesagt hat, in die Geschichte ein: am 1. Januar 1804 trat es die Unabhängigkeit von Frankreich an. Die Anerkennung durch Frankreich musste Haiti jedoch mit Zahlungsverpflichtungen, welche erst 1947 endgültig getilgt waren, teuer erkaufen. Diese Zahlungen überstiegen die Leistungskraft Haitis bei weitem. Kombiniert mit politischer Instabilität, Misswirtschaft und verheerenden Naturkatastrophen besiegelten sie Haitis wirtschaftlichen Abstieg zum ärmsten Land der westlichen Hemisphäre.
Heute leben etwa 80 Prozent der rund zehn Millionen Einwohner mit weniger als zwei US-Dollar am Tag. Die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt. Die Situation in Port-au-Prince, in dessen Ballungsraum etwa ein Fünftel der Einwohner Haitis leben, ist für viele Bewohner schwierig. Diebstahl, Vergewaltigungen, Drogenkonsum usw. sind weit verbreitet. Die Lebensmittelkosten steigen immer mehr an, wodurch die Eltern grosse Schwierigkeiten haben, ihre Kinder zu ernähren.
In den Armenvierteln La Saline und Cité Soleil von Port-au-Prince, auf welche sich die Arbeit der Salesianer konzentriert, leben etwa 800 000 Menschen unter schwierigen Bedingungen. Armut, Arbeitslosigkeit und Elend prägen das Bild des Besuchers. Die Kinder, geschwächt durch Hunger, haben Schwierigkeiten sich in der Schule zu konzentrieren – wenn sie denn überhaupt Zugang zu einer Schule haben.
Genau hier setzen die Salesianer an, die mit dem präventiven System Don Boscos den Kindern und Jugendlichen schulische und berufliche Bildung sowie ein positives Selbstwertgefühl vermitteln wollen. Dadurch erhalten die Mädchen und Buben eine Chance, ihre schwierigen Lebensumstände zu verbessern und eine geregelte Arbeit zu finden. Die Salesianer Don Boscos arbeiten seit 1935 in Haiti und versuchen mit ihrer Kinder- und Jugendarbeit zur Linderung der Not beizutragen. Aktuell sind 66 Salesianer an 11 Standorten im ganzen Land tätig.
Dieses Projekt unterstützt die «Kleinen Schulen von Pater Bohnen» («Oeuvre des Petites Ecoles de Père Bohnen») in ihrem täglichen Bestreben, die schulische und berufliche Ausbildung der Slum-Kinder von La Saline und Cité Soleil zu ermöglichen und ihnen so die Möglichkeit auf sozialen Aufstieg zu bieten.
Die Salesianer Don Boscos konzentrieren sich auf zwei Teilaspekte. Als erstes wird versucht, den Kindern eine effiziente Schulbildung zu bieten. In 52 Schulen werden rund 9000 Buben und Mädchen im Alter von 3 bis 15 Jahren – also vom Kindergarten bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit – unterrichtet. Der Schulabschluss ist vom nationalen Bildungsministerium anerkannt. Anschliessend an diese Grundschulbildung werden verschiedene zweijährige Berufskurse angeboten, die den Jugendlichen eine Arbeit in einer Bäckerei, Weberei oder Werkstatt ermöglichen.
Der zweite Teilaspekt ist mit dem Ersten eng verwoben: das Projekt soll den Schülerinnen und Schülern jeweils am Morgen Brot und Milch sowie am Mittag eine warme, reichhaltige Mahlzeit bieten. Dieses Ernährungsprogramm verbessert deren Leistungsfähigkeit in der Schule, stärkt ihre Gesundheit und fördert das Wachstum.
Das Haitianische Sprichwort «sak vid pa kanpé» (übersetzt aus dem Kreolischen: «Ein leerer Sack kann nicht aufrecht stehen») ist die Versinnbildlichung dieses Engagements. Das Ernährungsprogramm für die Schulen ist essentiell, da viele Kinder und Jugendliche sonst nicht aufnahmefähig wären. Denn nur ein voller Bauch erlaubt, dass der Kopf gefüllt werden kann. Die schulischen Fortschritte sind dank dem Ernährungsprogramm wesentlich grösser und erlauben den Kindern, optimistisch in die Zukunft zu blicken.
Neben dem Schul- und Berufsbildungsunterricht und dem Ernährungsangebot wird den jungen Menschen aufgezeigt, wie man die Freizeit sinnvoll gestalten kann. Dadurch sollen Alterativen zum Herumziehen in den Strassen gezeigt werden, welche die Kinder vor Gefahren wie Drogenkonsum, Kriminalität und Prostitution schützen soll. Zudem werden Kurse über Hygiene und kostenlose Gesundheitschecks angeboten.
Helfen auch Sie mit, dass die Kinder dank nahrhafter Mahlzeiten schulischen Erfolg haben können. Spenden Sie mit dem Vermerk HAI-05-061 und geben Sie diesen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!
Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Désirée Schöpfer.