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Was antwortest du mir, wenn ich dich frage, wer du bist. Deinen Namen? Wo du lebst und herkommst? Deinen Familienstand, ob du Mutter oder Vater bist? Was du arbeitest? Was du alles besitzt? Was du magst, was du nicht magst? Woran du glaubst?
Für Menschen ist es schwierig zu sagen, wer sie sind, ohne dabei über ihre Vergangenheit zu sprechen. Zu sagen, wie man gerne sein möchte, ist das Gegenteil, von dem was man nicht mehr sein will und damit wieder an die Vergangenheit gebunden.
Und was wäre, wenn ich dich in einem Jahr fragen würde? Wäre dann alles gleich? Vielleicht bist du umgezogen, hast deine Arbeit verloren, bist geschieden, deine Einstellungen haben sich geändert und du magst jetzt ganz andere Dinge.
Du kannst nicht etwas sein, dass du mit der Vergangenheit verknüpfst. Denn das existiert alles nur zeitweilig. Und wenn es sich verändert, ist es nicht mehr. Doch du bist immer.
FALSCHE IDENTIFIKATION MIT DEINEM EGO
Menschen identifizieren sich mit Dingen und Empfindungen. Im Laufe des Tages verwechseln sie „wer sie sind“ mit vielen oft widersprüchlichen Gedanken und Emotionen. Es ist, als würden sie mehrmals am Tag die Kleider und damit ihr Aussehen verändern. Doch unter den Kleidern sind sie immer der gleiche Mensch.
„Ich bin glücklich“ denken sie beim Aufwachen. Der Tag ist sonnig: „Mich kann heute nichts erschüttern“. Dann die ersten Nachrichten auf dem Handy: „Ich bin schockiert und traurig“. Etwas später: „Ich bin angespannt und nervös“. Am Abend: „Ich habe Angst“.
Am Ende des Tages haben sie sich als glücklich, zufrieden, schockiert, traurig, angespannt, nervös und ängstlich erlebt. Vielleicht kennst du solche Tage, an denen es dir am Abend schwerfällt, zu sagen wie es dir geht. Bist du glücklich oder nicht. Tage an denen du dein Spiegelbild am Morgen mit Liebe betrachten und am Abend nicht mehr sehen kannst.
Beobachte wie oft du einen Satz mit „ich bin…“ beginnst, wenn du gefragt wirst, wie es dir geht. Damit identifizierst du dich mit deiner Stimmungslage und deiner aktuellen Emotion. Beides bist nicht du, denn sonst könnte sich deine Identität ja in sekundenschnelle ändern.
Menschen denken oder sagen im Schnitt mehr als tausend Mal pro Tag „ich“. Aber wer ist dieses „ich“? Das griechische Wort für „ich“ ist „Ego“. Ego lässt sich definieren als die Gewohnheit, sich mit seinen Gedanken und Emotionen zu identifizieren.
»Alle Erfahrungen finden im Aussen statt. Du bist nicht diese Erfahrungen. Du kannst dich jederzeit und bewusst von ihnen lösen.« Arthur
GEWOHNHEITEN
Immer wenn du etwas wiederholt denkst oder fühlst, bildet sich eine Gewohnheit. Deine inneren Gehirnlappen programmieren deine Gewohnheiten, um deine Reaktionen auf äussere Reize zu vereinfachen. Die Art, wie du gehst, redest, denkst, andere behandelst, was du magst und nicht magst, basiert auf diesen Gewohnheiten.
Gewohnheiten sind die Konsequenzen deiner früheren Gedanken, Worte und Handlungen. Sie zeigen sich als Kindheitsprägungen, Muster und Glaubenssätze aus diesem Leben und als karmische Verstrickungen in Form von gebundenen Energien aus anderen Leben.
Die bedeutsamste Gewohnheit ist, dass sich Menschen mit ihren Gedanken, Emotionen und Empfindungen identifizieren. Sie sagen oder denken „Ich bin müde“, „ich bin traurig“, „ich habe Angst“. Dennoch sind sie in Wahrheit keine dieser Erfahrungen. Richtig wäre, zu sagen, „Mein Körper ist müde“, „ich fühle mich deswegen traurig“, „das macht mir Angst“.
Kennst du solche Momente, in denen du todmüde warst, dann ist etwas schönes geschehen, du hast dich ausgedehnt und plötzlich war die Müdigkeit verflogen? Oder du warst in grosser Sorge um dein Kind, das sich von der Schule verspätete. Dann kam es durch die Türe und alle Sorgen waren auf einen Schlag weg und du warst voller Liebe und Zuneigung.
Alle Erfahrungen finden im Aussen statt. Du bist nicht diese Erfahrungen. Du kannst dich jederzeit und bewusst von diesen Gedanken und Emotionen und damit den Gewohnheiten lösen. Genauso wie du dich um dein Kind Sorgen kannst, kannst du schon voller Liebe und Zuneigung sein, wenn es noch nicht zu Hause ist. Es ist dein freier Entscheid.
ERINNERE DICH, WER DU WIRKLICH BIST
Menschen suchen ausserhalb ihrer selbst nach Dingen, die ihnen geben, was ihnen fehlt. Doch wahres Glück und Zufriedenheit lässt sich nur im Innen finden.
Bewusstwerdung bedeutet, dich daran zu erinnern, dass du dein wahres Selbst bist und alles loszulassen, was du nicht bist. Du bist nicht dein Ego, du bist nicht dein Verstand, du bist nicht deine Erinnerungen, du bist nicht deine Gedanken und du bist nicht deine Emotionen.
In deiner Essenz bist du eine wunderschöne, lichtvolle und vollkommene Seele. Du bist heil, warst es schon immer und wirst es immer sein. Da gibt es nichts zu tun. Du darfst einfach sein. In deinem wahren Selbst ist nur Liebe, Ruhe und Frieden.
Du bist inkarniert um dieses All-Wissen in der Dualität des Lebens, in Raum und Zeit zu erfahren. Indem du dir erlaubst, dich tiefer mit deiner Essenz zu verbinden, dich zu reflektieren und zu beobachten, kannst du die Anhaftungen im Aussen immer besser erkennen und damit lösen.
DEIN EGO LÄSST DICH LEIDEN
Wenn du dich mit deinem Ego identifizierst, kommst du schnell in ein Leiden. Du bist von deinem wahren Selbst abgekoppelt und es ist für dich schwieriger, deine wahren Wünsche und Bedürfnisse zu spüren und zu leben.
Kindheitsprägungen, Muster und Glaubenssätze lassen dich eine Rolle in deinem Leben spielen. Weil du tief innen spürst, dass es sich falsch anfühlt, dass da mehr in dir steckt, als du lebst und dass du deine Potentiale und Möglichkeiten nicht nutzt, entsteht Leiden. Leiden blockiert deinen Lebensfluss. Zuerst nimmst du es nur unbewusst wahr. Doch je reflektierter du wirst, desto schwieriger wird es daran vorbei zu schauen und es zu ignorieren.
SO KANNST DU DEIN EGO ERKENNEN
Wenn du dein Ego beobachten möchtest, können dir folgende Beschreibungen helfen. Überall wo du eine Resonanz spürst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Es können sich Muster und Glaubenssätze zeigen, die dich daran hindern, ganz mit deiner Präsenz verbunden zu sein.
Resonanz bedeutet „das kenne ich von mir“ und auch „ich auf keinen Fall“. Wenn du eine Ablehnung spürst, dann beobachte genau, wo diese her kommt. Meistens ist es ein Hinweis auf etwas, dass sich im Unbewussten verbirgt.
Verlangen (Wunsch, Sehnsucht):
Du knüpfst dein Glück an Dinge oder Umstände und lehnst alles ab, von dem du unangenehme Folgen erwartest.
Verlangen ist eine Falle. Denn jedes Verlangen wird dich davon überzeugen, dass du „besser dran“ wärst, wenn sich das Verlangen erfüllen würde. Es brennt in dir, bis es befriedigt ist. Dann setzt es kurzzeitig aus, bis das nächste Verlangen erscheint. Verlangen ist endlos.
Hat sich dein Verlangen eingestellt, hast du bekommen was du wolltest, dann beginnen die Ängste und Sorgen es wieder zu verlieren. Ein ewiger Kreislauf des Leidens der sich im Materialismus der westlichen Zivilisation manifestiert.
Wut:
Beinhaltet all die heftigen und leidenschaftlichen Gefühle, die du etwas oder jemandem gegenüber hast, wenn deine Wünsche nicht erfüllt werden.
Wut schadet immer dem am meisten, der sie hat. Entweder als Wut dir selber gegenüber in Form von Selbstverurteilung oder als Wut die du nach aussen projizierst und die dann energetisch so wieder auf dich zurückfällt.
Gier:
Du bist gierig, wenn du mehr für dich als für die anderen willst. Egal ob es sich dabei um finanziellen Wohlstand, Essen, sinnliche, emotionale oder spirituelle Belohnung handelt.
Stolz:
Stolz zeigt sich, wenn du dich über andere erhöhst. Dich als etwas Besseres fühlst und damit andere Menschen gering schätzt und schlecht behandelst.
Neid (Böswilligkeit, Eifersucht):
Neid ist die Emotion die du empfindest, wenn du anderen Menschen ihr Glück oder ihren Besitz nicht gönnst, weil du es selbst nicht hast.
»Der bewusste Beobachter wertet und urteilt nicht. Verbinde dich ganz bewusst mit deiner innersten Essenzenergie und spüre die Verbundenheit und das Mitgefühl mit allem was ist.« Lisa Maria
NUTZE DEINEN BEOBACHTER
Du entwickelst dich in deinem Bewusstwerdungsprozess, in dem du dich mehr und mehr mit deinem wahren Selbst identifizierst. In diesem reinen Bewusstsein bist du Zeuge oder Beobachter.
Der Beobachter tut oder denkt nichts. Er betrachtet nur die Handlungen und die Emotionen, Gedanken und Empfindungen, die kommen und gehen. Er verweilt in einem Zustand nicht bewertender Aufmerksamkeit. Wie ein blauer Himmel, an dem die Wolken vorbeiziehen. Der Himmel bleibt von den Wolken unberührt.
Dein Beobachter nimmt wahr, er denkt nicht (siehe Blog: Wahrnehmen statt denken). Du kennst dieses Gefühl vielleicht aus tiefen Meditationen, in denen du alles loslassen konntest. Erlaube dir, dieses Gefühl immer mehr in deinen Alltag zu integrieren. Denn Mediation ist nicht etwas, was du tust. Mediation ist das, was du bist.
So kannst du Routinetätigkeiten dazu nutzen, dich aktiv zu beobachten. Während du Geschirr spülst, Rasen mähst oder Auto fährst, kann sich ein Teil deines Bewusstseins mit dieser Aktivität beschäftigen, während der Beobachter beobachtet. Beobachte deine Gedanken und Emotionen und lass sie wie die Wolken weiterziehen.
SELBSTVERWIRKLICHUNG
Es braucht etwas Übung, dich immerzu an dein wahres Selbst zu erinnern und dich von deinen Gedanken und Emotionen zu distanzieren. Nutze daher jede Gelegenheit dich aktiv in deinen Tätigkeiten zu beobachten.
Schnell wirst du feststellen, dass es dir einfacher fällt, dich von den Ereignissen und Umständen im Aussen abzukoppeln. Du kannst dich von der gewohnheitsmässigen Reaktion deines Verstandes, deinen Mustern und Prägungen lösen, die nach Vorliebe oder Abneigung. Gut oder Schlecht, Verlust oder Gewinn suchen.
Indem du dich in deinen Begegnungen mit Menschen und in deinen Tätigkeiten beobachtest, kannst du immer besser erkennen, wer du wirklich bist und alles loslassen, was du nicht bist. So kannst du dich über die begrenzte Perspektive von „ich, mich, mir“ erheben und in Tiefe erfahren: „Ich bin nicht mein Ego“.