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Ein Kind macht zwischen der ersten und der 2. Beobachtung kaum Fortschritte.
Das kann verschiedene Gründe haben:
- Das Kind kann in seiner Entwicklung trotzdem fortgeschritten sein, die Beobachtungspunkte erfassen allerdings diese Entwicklungen nicht (z.B., weil sie v.a. strukturell oder qualitativ sind)
- der zweite Beobachtungszeitpunkt wurde zu früh gewählt
- bei der ersten Beobachtung wurde sehr grosszügig grün eingefärbt, und das Kind ist nun bis zur zweiten Beobachtung in diese Items„hineingewachsen“.
Was tue ich bei vielen Lücken?
Lücken sind Beobachtungspunkte, die ein Kind unterhalb seiner Lebensalterslinie, resp. unter der Linie seiner durchschnittlichen Entwicklung, nicht erfüllt.
- Hier ist genau zu prüfen, ob das Kind diese Fähigkeit einmal gezeigt hat, nun aber nicht mehr: in diesem Fall handelt es sich nicht um eine echte Lücke, der Punkt kann gegeben werden (Beispiel: A30 Es kann noch nicht wieder absitzen, wenn es steht und lässt sich deshalb zum Sitzen fallen: Wenn das Kind einmal gelernt hat, sich aus dem Stand zu setzen, ist dieser Punkt nicht mehr erfüllt).
- Bei Kindern mit einer festgestellten Beeinträchtigung weisen die Tabellen immer wieder eine gewisse Anzahl echter Lücken auf. Wenn diese durch die diagnostizierte Beeinträchtigung erklärbar sind, können diese Informationen der Handlungs- und Therapieplanung dienen.
- Sind die Lücken so nicht erklärbar, sind weitere Überlegungen oder Abklärungen angezeigt, sie könnten auf eine spezifische oder zusätzliche Schädigung hinweisen, beziehungsweise an einen Mangel an Gelegenheit, Anregung, Übung oder angemessener Unterstützung.
Haben die isolierten Einzelleistungen eine Bedeutung?
Isolierte Einzelleistungen sind einzelne Beobachtungspunkte, die ein Kind erfüllt oberhalb der Linie seiner Fähigkeiten. Diese können darauf hinweisen, dass das Kind eine besondere Begabung oder besondere Fähigkeiten hat.
- Trifft man auf solche Einzelleistungen in der Skala B (die viele Items enthält, die auf kognitive Entwicklung hinweist), kann manchmal die Hypothese einer kognitiven Beeinträchtigung verworfen werden.
- Im Bereich E sind solche Einzelleistungen sehr häufig. Diese weisen hingegen nicht auf eine „emotionale Hochbegabung“ hin – die es nicht gibt – sondern eher auf ein gutes Gespür der beobachtenden Person für das Kind.