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In sozial benachteiligten Familien zeigen Angebote der frühen Förderung insbesondere dann gute Wirkung, wenn sie Kinder sowohl in familienergänzender Betreuung fördern als auch die Eltern bilden und unterstützen. Dabei ist die Stärkung des Kohärenzsinns der Eltern besonders wichtig.
Der Kohärenzsinn beinhaltet ein überdauerndes Grundvertrauen in das Leben und in die eigenen Fähigkeiten und umfasst drei Komponenten (gemäss Leitfaden frühe Förderung, S. 8-11):
1. Die Verstehbarkeit von Ereignisse und Aufgaben des Lebens (und der Kindererziehung)
2. Die Handhabbarkeit dieser Aufgaben durch das Vorhandensein von eigenen Ressourcen oder Hilfestellungen
3. Die Sinnhaftigkeit, dass es sich lohnt Aufgaben und Anforderungen des Lebens in Angriff zu nehmen
Gelingt es, diese drei Komponenten bei den Eltern zu stärken, können viele förderliche Faktoren für Kinder erreicht werden.
Darauf basierend werden zwei angebotsübergreifende Good-Practice-Kriterien definiert: Die Stärkung der Eltern (1) und die kompetente Begleitung der Familie durch Fachpersonen (2).
Kriterium 1: Eltern stärken
Auf der Ebene der Organisation sollen Angebote der frühen Förderung Eltern in ihrer Überzeugung und in ihren Kompetenzen stärken, damit sie ihre (erzieherischen) Aufgaben reflektieren, bewältigen und sie als positive Herausforderungen wahrnehmen können.
Indikatoren dafür sind:
- Das Wohl der Kinder und der Eltern: Angebote für sozial benachteiligte Familien sind so ausgerichtet, dass sie sowohl Kinder als auch ihre Eltern stärken.
- Die Stärkung der Reflexion und des Engagements: In Angeboten für sozial benachteiligte Familien wird speziell darauf geachtet, die Eltern zu befähigen, erzieherische Aufgaben zu reflektieren und sie zu meistern, sowie darauf, ihr elterliches Engagement zu stärken.
- Adäquate spezifische Angebote: Familien mit gesundheitlich oder psychisch belasteten Elternteilen oder Kindern erhalten adäquate, spezifische Angebote.
- Entscheidungsspielräume: Angebote für sozial benachteiligte Familien sind so angelegt, dass Ideen und Anliegen von Kindern und Eltern aufgenommen werden und Fachpersonen wie Eltern den Kindern entwicklungsangemessene Entscheidungsspielräume gewähren.
Kriterium 2: Kompetente Familienbegleitung durch Fachpersonen
Fachpersonen, welche Eltern und Kinder aus sozial benachteiligten Familien betreuen, sollen über spezifische Kompetenzen in der Begleitung dieser Zielgruppe verfügen.
Indikatoren dafür sind:
- Die Identifikation und Stärkung von Ressourcen: Fachpersonen identifizieren und stärken die Ressourcen und Potenziale der Familien und ihrer sozialen Netze.
- Sensitivität: Fachpersonen achten auf ihre eigene Sensitivität in der Interaktion mit Kindern und unterstützen Eltern in den entsprechenden Verhaltensweisen.
- Stresserkennung: Fachpersonen erkennen Anzeichen von mütterlichem oder elterlichem Stress und beginnender Depressivität und intervenieren, indem sie den Eltern aktiv zusätzliche Unterstützung vermitteln.
- Methodenkompetenz: Fachpersonen beherrschen Methoden der kognitiven Förderung der Kinder und vermitteln diese den Eltern.
- Transkulturelle Kompetenzen: In Angeboten für sozial benachteiligte Familien mit Migrationshintergrund wird darauf geachtet, dass transkulturelle Kompetenzen der Fachpersonen gefördert werden und bei Bedarf mit interkulturellen Vermittlerinnen und Vermittlern zusammengearbeitet wird.
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