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HONDA-IKONEN
JEAN-MICHEL BAYLE
Das Multitalent
Jean-Michel Bayle kann zweifellos als der vielseitigste Motorradfahrer aller Zeiten bezeichnet werden. Er war einer der besten Motocross-Fahrer und gewann Supercross-Titel, bevor er erfolgreich in die Strassen-Grand-Prix-Kategorie wechselte. Vor ihm hatte das noch keiner gewagt. Und höchstwahrscheinlich wird es auch keiner nach ihm tun.
ZWEIFACHER WELTMEISTER
Die Geschichte dieses Multitalents aus dem französischen Manosque begann in den 1980er-Jahren, als Bayle seine ersten Erfolge im Motocross erzielte. Damals begann sein kometenhafter Aufstieg. Er wurde Weltmeister in der 125er-Klasse auf einer Honda CR125. Ein Jahr später gewann er sogar auf Anhieb die Weltmeisterschaft in der 250-cm³-Klasse. Bayle und seine Honda CR250R deklassierten die Konkurrenz auf so eindrückliche Art und Weise, dass der Franzose entschied, dass er in Europa nichts mehr zu beweisen hatte. Bayle zog in die USA, das damalige Motocross-Mekka.
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ABSOLUT EINZIGARTIG
Er erreichte, was vor ihm noch kein Europäer geschafft hatte. Nach einer kurzen Anpassungszeit gewann Jean-Michel Bayle in einem Jahr die Meisterschaften Outdoor 250 cm3, Outdoor 500 cm3 und Supercross, immer mit Honda. Absolut einzigartig! Trotz dieser erstaunlichen Erfolge war Bayle in den USA nicht besonders beliebt. Die Amerikaner mochten es nicht, dass ihnen ein Europäer eine Lektion erteilte. Bayle hatte es allen bewiesen und brauchte deshalb eine neue Herausforderung. Am besten eine noch grössere, als sein Umzug von Europa nach Amerika. Er wechselte deshalb vom Motocross in eine andere Disziplin.
DIE EROBERUNG DER STRASSE
Die Eroberung der 1993 begann Bayle mit Strassenrennen. Viele hielten es für unmöglich, auf höchstem Niveau von einer Disziplin zur anderen zu wechseln, und «Jean-Mi» schien zunächst selbst nicht ganz von der Idee überzeugt. Bei seinem Debüt 1993 stand er in der letzten Startreihe, nachdem er die schlechteste Zeit in den Zeittrainings erreicht hatte. Seine Gegner nannten ihn schon bald Jean-Michel Snail (Schnecke). Doch der Franzose liess sich nicht unterkriegen. Ab 1994 erhielt er einen offiziellen Lenker und schaffte es sogar ins Werksteam von Wayne Rainey in der 500er-Klasse. Bayle gewann zwar keinen Grand Prix, war aber während sieben Jahren Werkspilot und konnte sich über drei Pole-Positions freuen. Sein bestes Grand-Prix-Resultat war ein vierter Platz.
2002 war es wieder Zeit für neue Ziele. Jean-Michel Bayle versuchte sein Glück in der Langstrecken-Weltmeisterschaft und gewann den Bol d’Or und das 24-Stunden-Rennen von Le Mans zusammen mit Sébastien Gimbert und Nicolas Dussauge. In diesem Jahr stürzte er schwer. Seine Verletzungen waren der Grund, weshalb der Alleskönnner 2003 seine Karriere an den Nagel hängte.
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UND HEUTE?
Das bedeutete aber nicht, dass Bayle von der Bildfläche verschwand. So war er in den letzten Jahren als Berater des HRC-Teams bei der MXGP-Weltmeisterschaft tätig und in seiner Freizeit nimmt der inzwischen 50-Jährige an der französischen Trial-Meisterschaft teil. Eine Disziplin, in der er unseres Wissens noch nie an einem Grand Prix teilgenommen hat. Aber bei ihm weiss man ja nie ...