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Seit fast zehn Jahren wird in Kanada aus Teersand Erdöl gewonnen. Dies benötigt enorm viel Energie, verschmutzt die Umwelt und verwandelt nicht zuletzt naturnahe Landschaften in „Mondlandschaften". Der geforderte Import-Stopp dieses „schmutzigen" Öls scheiterte auf Druck der Öllobby.
Da der Abbau von Ölschiefern und Teersanden sowie die damit verbundene Gewinnung des Öls wesentlich teurer ist als die traditionelle Bohrmethode für flüssiges Rohöl, wurde dieses Verfahren ironischerweise erst mit dem globalen Anstieg der Erdölpreise rentabel.
Im Interesse der Ölkonzerne, welche Milliardensummen in das Athabasca-Ölsandprojekt investiert haben, sowie der Regierung von Kanada läuft der Abbau ungehindert weiter, obwohl dies unweigerlich zur Erschöpfung der Vorräte führen wird.
Was auf Seiten des Präsidenten der Shell Canada als „neue, umfangreiche und sichere Lieferquelle für den nordamerikanischen Markt" propagiert wird, ist in Wirklichkeit eine extrem klimaschädliche Ausbeutung. Das Öl muss aus dem Sand destilliert werden und mit heissem Wasser und chemischen Hilfsmitteln verflüssigt werden. Durch eine fast 500km lange Pipeline wird es zur Aufbereitung weiter transportiert und dann direkt an die Raffinerien geliefert. Die zwei grössten Abnehmer dieses Öls sind Shell und BP. Im Interesse dieser Ölkonzerne, welche Milliardensummen in das Athabasca-Ölsandprojekt investiert haben, sowie der Regierung von Kanada läuft der Abbau ungehindert weiter, obwohl dies unweigerlich zur Erschöpfung der Vorräte führen wird.
Dieses Öl wird auch nach Europa geliefert. Die Europäische Union könnte den Import dieses aus Teersand und Ölschiefer gewonnenen Erdöls zwar stoppen, doch ein entsprechender Antrag für höhere Einfuhr-Hürden scheiterte bereits Anfang Februar 2012 im deutschen Parlament. Dieses Verbot wäre jedoch aufgrund der schlechten Klimabilanz des Öls nicht nur sinnvoll, sondern notwendig gewesen. Die Lobbyisten konnten dies leider verhindern.
Immerhin erteilte Barack Obama einer geplanten Pipeline, die massive Eingriffe in die Landschaft verursacht hätte, vorerst eine Absage. Diese hätte vom kanadischen Alberta bis zum Golf von Mexiko gereicht, was angesichts der Ölkatastrophe 2010 besonders widersinnig gewesen wäre.
(Foto: Darren Kirby)