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Städtische Parkanlagen im Wandel
Otaru, O., 2015: Städtische Parkanlagen im Wandel. Master thesis. 134 p.
Otaru, O. 2015: Städtische Parkanlagen im Wandel. Aufarbeitung der Parkgeschichte für die Stadt Bern mit einer raumzeitlichen Datenbank. Masterarbeit geleitet von PD Dr. Matthias Bürgi (WSL) und Prof. Dr. Robert Weibel (Uni ZH). Geographisches Insititut, Universität Zürich.
Städtische Grünräume bieten einen wichtigen Ausgleich zum bebauten Siedlungsgebiet. Sie erbringen urbane Ökosystemleistungen, welche ökologisch, ökonomisch und sozial bedeutungsvoll sind. Obwohl diese Leistungen unbestritten sind, stehen urbane Grünräume unter Druck. Zurzeit muss das Bestehen von städtischen Grün- und Freiräumen ständig legitimiert werden. Das Aufzeigen der historischen Grünraumentwicklung kann solche Legitimations- gründe liefern.
In der vorliegenden Arbeit wird das Augenmerk auf städtische Parkflächen gelegt. In einem explorativen Ansatz zeigt die Studie anhand ausgewählter Parkflächen die Entstehung und Entwicklung von Parkanlagen in Bern auf. Die Entwicklung bis hin zum aktuellen Zustand 2014 wird aus drei Perspektiven betrachtet. Es werden räumliche Veränderungen in der Parkausdehnung festgemacht und sowohl die strukturelle als auch die funktionale Entwick- lung untersucht. Die dazu benötigten Daten werden aus Archivmaterial extrahiert und mittels eines raum-zeitlichen Datenbankansatzes für die Analyse aufgearbeitet.
Die Ergebnisse zeigen, dass die ausgewählten Parks der Stadt Bern im 19. und mehrheitlich 20. Jh. entstanden sind. Der zeitliche Vergleich zeigt auf, dass die ältesten Parks auf bereits in der Gemeinschaft genutzten städtischen Flächen gegründet werden. Im 20. Jh. erfolgen vermehrt Übernahmen von privaten Grünanlagen. Erst zum Ende des 20. Jh. zeigen sich auch Parkentstehungen auf Flächen, welche von der Industrie oder dem Verkehr zurückge- wonnen werden können. Parkanlagen werden insbesondere zur Sicherung und Aufwertung eines Freiraums gegründet. Die betrachteten Parkentstehungen sind von ca. 1880 bis 1930 als Bottom-up Prozesse zu verstehen. Die Entstehungen können überwiegend als partizipative Prozesse beschrieben werden. Der Prozess der Ausdehnungsänderung ist weniger von partizipativem Charakter. Ausdehnungsänderungen von Parkflächen können seit Ende des 19. Jh. verzeichnet werden. Es handelt sich primär um Flächengewinne. Die Bedeutung einer Parkfläche nach ihrem Entstehen ist mehrheitlich anerkannt.
Die Parkstruktur ist auf den einzelnen Parkflächen zeitlich relativ konstant verlaufen. Veränderungen betreffen insbesondere die Spiel- und Verpflegungseinrichtungen sowie die Verkehrsflächen. Dies zeigt, dass städtische Parks zunehmend auch soziale Funktionen aufweisen. Zudem stehen sie unter dem Einfluss von sich wandelnden Stilrichtungen. Auch die Parknutzung zeigt im zeitlichen Vergleich einige Persistenzen. Veränderungen lassen sich mehrheitlich auf die neu hinzukommenden strukturellen Elemente zurückführen. Aber auch ohne spezifische Ausstattung können Parks multifunktional interpretiert werden.