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Die Hauptstadt des Bundesstaates São Paulo präsentierte am 20.09.2013 in einem Symposium seine Kandidatur für die Gestaltung der Weltausstellung, der Expo 2020. Dieser Event ist der drittgrösste der Welt, hinter der Fussball-WM und den Olympischen Spielen, er findet alle fünf Jahre statt. Delegierte des Internationalen Ausstellungs-Büros, von denen die veranstaltende Stadt im November diesen Jahres ausgesucht wird, wurden von Repräsentanten der Regierung empfangen, darunter São Paulos Präfekt Fernando Haddad, der Minister für Tourismus, Gastão Vieira, und der Vize-Präsident der Republik, Michel Temer.
Wie Temer erklärt, wird die Landesregierung die Präfektur São Paulos, wenn nötig, finanziell unterstützen, um den Event durchführen zu können. Er vertraut auf den Sieg der brasilianischen Metropole – deren Konkurrenten sind Izmir, in der Türkei, Ekaterinburg, in Russland, und Dubai, in den Arabischen Emiraten. “Wir haben eine grosse Chance, nachdem wir bereits die WM 2014 und die Olympiade 2016 zugesprochen bekommen haben“, sagte der Vize-Präsident.
Der Vize-Präsident kommentierte auch die Proteste gegen die Kandidatur São Paulos für die Expo 2020, die sich in einem Aufmarsch der Bürger auf der Avenida Paulista manifestierten. “Ich habe den Eindruck, dass diese erlaubten Bewegungen von den Beteiligten (den Delegierten der Expo) als Ausdruck der verschiedensten Forderungen innerhalb unserer effizienten Demokratie verstanden werden – schliesslich leben wir in einem liberalen Staat, mit allen individuellen, öffentlichen Freiheiten“, erklärte er.
Auch der Präfekt Fernando Haddad wies die Kritiken der Manifestanten zurück, indem er darauf hinwies, dass die grösste Investition für das Transportwesen vorgesehen sei. Wie er sagte, wird die Konstruktion der U-Bahnlinie 6, unabhängig von der Wahl São Paulos für die Expo 2020, durchgeführt werden. Die Linie 6 der “Metrô“, wie sie in Brasilien heisst, wird das Zentrum von Pirituba, an der westlichen Peripherie, mit der Metropole verbinden – hier in Pirituba plant man ein “Centro de Convenções“ (Konventions-Zentrum) zu errichten, um dort die Expo 2020 unterzubringen.
Haddad hob hervor, dass dieses Centro de Convenções unzählige Arbeitsplätze und Einnahmen für Pirituba bedeute. “Wir haben die Gelegenheit bekommen, Arbeitsplätze und Einkommen einer Bevölkerungsgruppe zu bieten, die heute von der wirtschaftlichen Entwicklung der Grossstadt ausgeschlossen ist – jene Bevölkerung von Brasilândia, Perus, Pirituba, befindet sich viel zu weit weg von einer gediegenen Arbeitsstelle. Und wir bringen nicht nur effektive Arbeitsplätze in diese Region, sondern auch das Beste an moderner Mobilität, die Linie 6 der Metrô“!
Ein weiterer Vorteil, so der Präfekt, besteht darin, dass dieser Event die Position der Stadt als Destination für den Business-Tourismus stärken wird. “Es wird ein Centro de Convenções, das dreimal grösser ist als das von Anhembi (gegenwärtiges Ausstellungsgelände in São Paulo), und dort werden wir dann weiterhin zukünftige Messen, Kongresse und Geschäfts-Events jeder Grössenordnung durchführen können“, ergänzt Haddad. Er ist ausserdem optimistisch bezüglich der touristischen Kapazitäten während der sechs Expo-Tage: “São Paulo ist drei bis viermal grösser als die Konkurrenten“!