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Keine Goldmedaille für Marathonläufer Vanderlei Cordeiro de Lima
Monaco, 09. Oktober 2004
Die International Association of Athletics Federations (IAAF) teilte gestern mit, dass der Fall des brasilianischen Marathonläufers Vanderlei Cordeiro abgeschlossen sei. Dem Athleten wird, entgegen den Wünschen der Brasilianer, keine Goldmedaille nachträglich zugesprochen werden. Vanderlei hatte im Marathonlauf der Olympiade in Athen nach 36 Kilometern in Führung gelegen, als er von dem fanatischen Iren Cornelius Horan umklammert und aus der Bahn gerissen wurde. Trotz der unfairen Attacke hatte der Brasilianer noch die Bronzemedaille holen können. Auf Beschwerde des Brasilianischen Olympischen Komitees wurde jetzt nochmals geprüft, ob Vanderlei Anspruch auf eine Goldmedaille hat. César Moreno, Ratsmitglied der IAAF, erklärte gestern sein Bedauern über die Absage: “Die IAAF hat den Protest der Brasilianer nicht akzeptieren können, da es niemanden gab, den man hätte disqualifizieren können. Es gibt jemanden, den man ins Gefängnis werfen sollte, aber keinen Athleten, dem man die Goldmedaille abnehmen könnte.“
Brasilien auf der besten Position aller Zeiten
Auch wenn die brasilianischen Leistungen in Athen kaum mit denen der Amerikaner, Chinesen oder Russen zu vergleichen sind, hat das Land mit einem 21. Platz im Medaillenspiegel die beste Position in seiner olympischen Geschichte errungen, die 1920 begann. Vier Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen sind der absolute Rekord, zwar nicht von der Quantität, doch von der Wertung her, mit denen sich Brasilien erstmals unter den ersten zwanzig teilnehmenden Ländern positionierte. Gesunken ist die Zahl der Sportarten, in denen Medaillen geholt wurden, von neun in Sydney auf sieben in Athen. Herausragend waren seine Leistungen im Segeln mit dem Gold in der Laser-Klasse von Robert Scheidt und in der Klasse Star von Torben Grael und Marcelo Ferreira. Ebenso fast unschlagbar zeigten sich die Volleyballteams: Gold für die Herren in der Halle und im Beachvolleyball, Silber für die Damen im Beachvolleyball, nur die Damen in der Halle enttäuschten ohne Medaille. Die grosse Überraschung kam im Fussball: Während die männlichen Stars sich nicht einmal für die Olympiade qualifiziert hatten, konnten die Damen ein unerwartetes Silber erobern. Silber erreichte auch der Springreiter Rodrigo Pessoa, der allerdings in Belgien lebt und kaum eine neue Welle von Reistsportbegeisterung in Brasilien auslösen wird. Die Bronzemedaillen wurden zweifach im Judo und schliesslich im Marathonlauf errungen, der eigentlich Gold wert war. Ohne Medaillen gingen die brasilianischen Turnerinnen aus, doch mit den besten Plätzen, die jemals in der Sportart von Brasilien besetzt wurden. Daiane dos Santos, grosse Hoffnung der Olympiade, die aber unter dem Druck der Erwartungen das Gleichgewicht verlor, dient weiter als Idol einer ganzen Reihe von jungen Turnerinnen.
Vanderlei Lima wird trotz einer unsportlichen Attacke, sensationeller 3. im abschliessenden Marathon
Athen, 29. August 2004
Zehn Kilometer fehlten nur noch im Marathonlauf, den der Brasilianer Vanderlei Cordeiro de Lima anführte, als der irische Demonstrant Neil Horan sich auf den Läufer stürzte, ihn umklammerte, aus der Bahn schubste und zu Boden riss. Der Publicity-Wahn des Störenfriedes sorgte für die Verspätung Vanderleis und verhinderte die fünfte Goldmedaille Brasiliens in Athen. Die Goldmedaille im Marathonlauf fiel an den Italiener Stefano Baldini, der die 42,195 Kilometer in 2h10min54 zurücklegte, Silber an den Amerikaner Mebrahtom Keflezighi mit 2h11min28. Vanderlei Cordeiro de Lima schaffte immerhin noch die Bronzemedaille mit 2h12min10 und erntete rasenden Applaus. Trotz des unfairen Zwischenfalls eroberte er die einzige Medaille Brasiliens in der Leichtathletik und die einzige in der Geschichte des Landes im Marathon. Auch wenn nicht feststeht, ob Vanderlei ohne den Iren gewonnen hätte, protestierte das Brasilianische Olympische Komitee bei der Organisationskommission der Spiele und appellierte für die Gewährung der Goldmedaille. Die Jury der International Association of Athletics Federations (IAAF) allerdings lehnte den Widerspruch gegen die Entscheidung ab und erhielt das Ergebnis aufrecht. Der Vorsitzende der Jury, Amadeo Francis, erklärte, dass die Regeln keine Änderungen der Ergebnisse aus dem vorliegenden Grunde vorsähen, bedauerte aber den Vorfall. Das Brasilianische Olympische Komitee kündigte daraufhin an, Widerspruch gegen die Entscheidung beim internationalen Sportschiedsgericht der Schweiz einzulegen. Das Internationale Olympische Komitee, das in technische Fragen nicht eingreifen kann, verlieh Vanderlei Cordeiro de Lima die Ehrenmedaille Baron Pierre de Coubertin für die Beendigung des Rennens trotz der Attacke. 1988 hatte das Internationale Olympische Komitee in Seoul mit der Medaille einen Segler geehrt, der aus dem Rennen schied, um einen Zuschauer zu retten, der ins Wasser gefallen war.
Volleyballer sind nach 1992 zum 2. Mal Olympiasieger
Athen, 29. August 2004
Das Spiel war nicht leicht, doch die brasilianischen Volleyballer gewannen gegen die Italiener mit weniger Anstrengung als in der ersten Phase der olympischen Spiele: in drei zu eins Sätzen (25:15, 24:26, 25:20 und 25:21). Mit der errungenen Goldmedaille, der vierten Brasiliens in Athen, konnte das Land die beste jemals in einer Olympiade gezeigte Leistung erreichen, auch wenn es von der Quantität nicht den bisherigen Rekord von 15 Medaillen in Atlanta brechen konnte. Volleyballer Maurício, der schon 1992 in Barcelona Gold gewann, sagte heute nach dem Spiel: “Dafür haben wir vier Jahre trainiert. Jetzt sind wir dort, wovon wir geträumt haben.“ Das brasilianische Herrenvolleyballteam ist nebenbei aktueller Weltmeister, Meister des Worldcups und Meister der Weltliga. Grosser Star der Spiele ist Trainer Bernadinho, der heute seine vierte Medaille eroberte: Silber als aktiver Spieler in Los Angeles, zweimal Bronze als Trainer der Damenmannschaft in Atlanta und Sydney und heute Gold. Die Spieler bedauerten nur, dass sie ihren Trainer nicht mit aufs Podium nehmen konnten.
Hallenvolleyball der Damen endet ohne Medaille
Athen, 28. August 2004
Ähnlich wie dem Basketballteam der Damen ging es heute den brasilianischen Volleyballspielerinnen. Das Team, das alle Chancen hatte, eine Goldmedaille zu gewinnen, verlor auf unerklärliche Weise im Halbfinale gegen die Russinnen. Fast apathisch und weit entfernt von den heiss umkämpften, hochkarätigen Partien, die bisher ausgetragen wurden, war heute sein Einsatz gegen Kuba im Spiel um die Bronzemedaille. Die Niederlage in drei zu eins Sätzen (25:22, 25:22, 14:25 und 25:17) brachte den Kubanerinnen die Bronzemedaille, die das brasilianische Team in Atlanta und Sydney erobern konnte. Die letzte Chance auf eine Goldmedaille im Volleyball liegt jetzt bei der Herrenmannschaft, die morgen gegen die Italiener spielen wird.
Basketball-Damenteam verliert Kampf um Bronze
Athen, 28. August 2004
Frustriert schieden heute die brasilianischen Basketballspielerinnen aus der Olympiade aus. Der Traum von einer Goldmedaille war schon gestern durch den Sieg des australischen Teams mit 88 zu 75 Punkten im Halbfinale zunichte gemacht worden. Das endgültige Aus kam heute über die Brasilianerinnen mit dem undankbaren vierten Platz durch die Niederlage gegen die Russinnen. Das Spiel begann noch gut für die Brasilianerinnen, die durch ihre gezielte Verteidigung ihre Gegnerinnen dazu zwangen, aus weiter Entfernung auf den Korb zu werfen, wobei den Russinnen von 17 Versuchen nur drei Treffer gelangen. Nach zwei Dritteln des bis dahin ausgeglichenen Spiels verstärkten die Brasilianerinnen den Angriff und vernachlässigten die Abwehr. Die Russinnen nutzten die Nervosität der Brasilianerinnen und gewannen 71 zu 62. Das brasilianische Team verlor damit seine die Medaille, die nach Silber in Atlanta und Bronze in Sydney die dritte gewesen wäre.
Rodrigo Pessoa gewinnt Silbermedaille im Springreiten
Athen, 27. August 2004
Nach der Enttäuschung von Sydney vor vier Jahren, wo Rodrigo Pessoa als Favorit antrat, aber im Finale nicht die Qualifikation schaffte, konnte der brasilianische Springreiter heute die Silbermedaille im Einzelspringen erobern. Im Team gewann Pessoa bislang zwei Bronzemedaillen, 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney. Sein bereits 15jähriges Pferd Baloubet du Rouet, das in Sydney vor einem der Hindernisse scheute, zeigte sich diesmal als perfekter Partner. Die beiden lieferten heute in der Endausscheidung ein fehlerloses Einzelspringen. Heute morgen hatte Pessoa acht Punkte verloren durch zwei in der Qualifikation begangene Fehler. Mit einem weniger hätte er reelle Chancen auf die Goldmedaille gehabt, die somit dem Iren Cian O’Connor zufiel. Die Silbermedaille krönt heute die Karriere des besten brasilianischen Reiters aller Zeiten, der derzeit Zweiter der Weltrangliste ist.
Silbermedaille für die Brasilianerinnen im Fussball
Athen, 26. August 2004
In einem dramatischen Spiel verloren die brasilianischen Fussballerinnen heute gegen die Amerikanerinnen mit einem 2:1 in der Verlängerung. Unter Tränen nahmen sie ihre Silbermedaille entgegen, die erste, die Brasilien im Fussball der Damen jemals erobern konnte. Als Favoritinnen waren die Amerikanerinnen gehandelt worden, die in 20 Begegnungen 17 Siege und zwei Unentschieden für sich verbuchen konnten und nur eine einzige Niederlage erlitten. Die Amerikanerinnen erzielten ihr erstes Tor in der ersten Halbzeit durch Lindsay Tarpley, nachdem die Brasilianerinnen bereits in den ersten zehn Minuten drei Torchancen verpasst hatten. Erst in der 28. Minute der zweiten Halbzeit schaffte Brasilien den Ausgleich durch das Tor von Pretinha, dem nur noch zwei Pfostenschüsse der Brasilianerinnen bis zur Verlängerung folgten. Nach wiederum mehreren verpassten Chancen Brasiliens verwandelte schliesslich die Amerikanerin Wambach in der zweiten Spielzeit der Verlängerung eine Ecke durch einen Kopfball in die Goldmedaille.
Gold im Segeln mit Torben Graels und Marcelo Ferreiras Sieg in der Klasse Star
Athen 26. August 2004
Mit der Goldmedaille im Segeln in der Klasse Star erreichte heute Torben Grael an der Seite von Marcelo Ferreira den Titel des Brasilianers mit der besten Leistung aller Zeiten in olympischen Spielen. Neben der heutigen Medaille konnte der 44jährige Brasilianer Torben Grael bislang vier weitere Medaillen erobern: Gold in Atlanta 1996, Silber in Los Angeles 1984 und zweimal Bronze in Seoul 1988 und in Sydney 2000. Marcelo Ferreira gewann heute seine dritte Medaille. Die beiden Segler konnten sich in allen in Athen ausgetragenen Regatten unter den ersten halten und eroberten heute ihr Gold, ohne an der letzten Regatta am kommenden Samstag teilzunehmen. Heute morgen brauchten die beiden nur einen zehnten Platz in der zehnten Regatta und segelten ruhig auf ihr Gold zu, das sie sich mit einem vierten Platz garantierten. Bei seiner Anreise nach Athen wurde das Duo nicht als Favorit in der Klasse Star gehandelt, da es sich nur auf dem 14. Platz der Weltrangliste befindet. Grael erklärte sich heute den Sieg mit den Wasser- und Windbedingungen in Athen, die denen der Guanabarabucht in Rio de Janeiro ähneln, wo die beiden trainieren. Brasilien stieg mit der Goldmedaille auf den 16. Platz in der Gesamtwertung.
Goldmedaille im Beach-Volleyball für Ricardo und Emanuel
Athen, 25. August 2004
Während Adriana Behar und Shelda sich gestern mit einer Silbermedaille begnügen mussten, konnte das brasilianische Herrendoppel im Beach-Volleyball heute die Goldmedaille erobern. In zwei zu null Sätzen (21:16 und 21:15) besiegten die Brasilianer souverän ihre spanischen Gegner Javier Bosma und Pablo Herrera, was ihnen die erste Goldmedaille Brasiliens im Herren-Beachvolleyball einbrachte. Sogar das spanische Team applaudierte anerkennend. Das brasilianische Duo gewann alle sieben Spiele der Olympiade und verlor insgesamt nur drei Sätze. Damit wurde ihre frustrierende Erfahrung von Sydney ausgeglichen, wo Emanuel, zusammen mit Loyola, schon im Achtelfinale aus den olympischen Spielen ausgeschieden war und Ricardo, der mit Zé Marco spielte, im Finale gegen die Amerikaner Blanton und Fonoimoana verloren hatte. Mit der zweiten Goldmedaille in Athen befindet sich Brasilien derzeit auf dem 23. Platz.
Die sympathischen Schweizer-Beachvolleyballer Patrick Heuscher und Stefan Kobel verlorenen den ersten Satz im Spiel um Bronze gegen die Australier Prosser/Williams. Sie drehten das Spiel in einer spannenden Partie noch einmal zu ihren Gunsten um und haben den Entscheidungssatz 15:13 und die Bronzemedaille gewonnen.
“Bimba“ segelt an Medaille vorbei
Athen, 25. August 2004
Nur eine Tragödie könnte verhindern, dass Ricarco Winicki, “Bimba“, eine Medaille im Windsurfen gewinne, hatten gestern noch die brasilianische Nachrichten berichtet. Heute passierte das Unerwartete: Bimba beendete seine letzte Regatta in der Klasse Mistal auf dem 17. Platz mit einem Fehlerpunkt zuviel, insgesamt 54, für die Bronzemedaille. Gold erhielt Gal Fridmann aus Israel (42 Fehlerpunkte), Silber der Grieche Nikolaos Kaklamanakis (52) und Bronze der Engländer Nick Dempsey (53), der die heutige Regatta als Sieger beendete und damit die 15 Fehlerpunkte aufholte, die ihn von Ricardo Winicki getrennt hatten. Die dritte Boje erreichte der Brasilianer heute noch vor Kaklamanakis, doch der Grieche kam 15 Sekunden vor Bimba ins Ziel, der damit auch die Bronzemedaille verpasste und auf den undankbaren vierten Platz in der Gesamtrechnung abrutschte.
Silber statt Gold im Beach-Volleyball der Damen
Athen, 24. August 2004
Adriana Behar und Shelda verloren heute im Beach-Volleyball gegen das amerikanische Duo Misty May und Kerri Walsh und mussten mit der Silbermedaille vorlieb nehmen. Damit wiederholte sich die Niederlage der beiden in Sydney, die sie vor vier Jahren im Endspiel gegen Cook und Pottharst aus Australien erlitten hatten. Die Amerikanerinnen liessen den Brasilianerinnen heute keine Chance und gewannen das Spiel mit Leichtigkeit in zwei zu null Sätzen (21:17 und 21:11). Vor allem die 1,85 Meter grosse Kerri Walsh überragte Adriana und Shelda beim Abblocken der Bälle, was dazu führte, dass die Brasilianerinnen endgültig die Kontrolle über das Spiel verloren. Mit der Silbermedaille im Beach-Volleyball steht Brasilien derzeit auf dem 32. Platz der Rangliste, zusammen mit Südafrika und Indonesien.
Daiane verliert das Gleichgewicht und landet auf dem 5. Platz
Athen, 23. August 2004
Nach zwei kippligen Landungen nach schwierigen Sprüngen war der Traum von einer Medaille für die brasilianische Bodenturnerin Daiane dos Santos heute abend aus. Ebenso der Traum, als erste Farbige sowie als erste Brasilianerin Gold im Turnen zu gewinnen. Ohne auch nur auf die Wertung zu warten, wandte sich Daiane zu ihrem ukrainischen Trainer und meinte enttäuscht: “Es ist aus!“ Die niedrige Punktzahl von 9,375 reichte nur für einen fünften Platz. Gold und Silber gingen an die Rumäninnen Catalina Ponor und Nicoleta Sofronie, Bronze an die Spanierin Patrícia Moreno. Daiane, die mit dem hohen Schwierigkeitsgrad ihres Programms als eine der Favoritinnen im Bodenturnen galt, litt bis zuletzt unter dem starken Druck sowie noch immer an den Folgeerscheinungen ihrer kürzlich durchgeführten Knieoperation. Ihr fünfter Platz ist die beste Position, die Brasilien jemals in einer Olympiade im Turnen erreicht hat.
Robert Scheidt gewinnt die erste Goldmedaille Brasiliens in Athen
Athen, 22. August 2004
Der 31jährige Segler Robert Scheidt gewann heute die erste Goldmedaille Brasiliens in Athen in der Laser-Klasse, die dritte Medaille seiner Karriere: 1996 erreichte Scheidt seine erste Goldmedaille in Atlanta, wo die Laser-Klasse erstmals in die Olympischen Spiele aufgenommen wurde, und in Sydney die Silbermedaille. Damit ist Robert Scheidt der erfolgreichste Sportler Brasiliens in olympischen Wettkämpfen. Brasilien schnellte mit der Medaille von einem undankbaren 51. Platz unter den teilnehmenden Ländern auf den 28., zusammen mit Belgien. Die heutige 11. Regatta, die aufgrund zu schwachen Windes um 90 Minuten aufgeschoben wurde, wurde im ersten Versuch abgebrochen. Kurz vor dem Ablauf des angesetzten Zeitlimits wurde ein zweiter Versuch gestartet, ohne den Scheidt schon Sieger gewesen wäre. Trotz schwachen Windes und aufgewühltem Meer gelang es dem Brasilianer mit 55 Fehlerpunkten auf dem sechsten Platz einzulaufen, vor seinem härtesten Konkurrenten Andreas Geritzer aus Österreich, der mit 68 Fehlerpunkten die Silbermedaille gewann. Der Slowene Vasilij Zbogar erreichte Bronze.
Beste Ergebnisse im Mehrkampf, aber ohne Medaillen
Athen, 19. August 2004
Die brasilianischen Turnerinnen Daniele Hypólito und Camila Comin, ohne Chance auf eine Medaille, versuchten heute wenigstens ihre persönlichen Rekorde zu brechen. Das Ergebnis des Finales im Mehrkampf Einzel im Bodenturnen, am Schwebebalken, Stufenbarren und beim Pferdsprung wurde heute Nachmittag in Brasilien als bestes gefeiert, das das Land jemals in einer Olympiade erreicht hat. Daniele Hypólito wurde mit insgesamt 36,961 Punkten zwölfte und Camila Comin mit 36,094 Punkten sechzehnte. Beide erhielten ihre höchsten Punktzahlen am Stufenbarren mit 9,562 bzw. 9,437 Punkten. Bislang war das beste Ergebnis einer Brasilianerin im Mehrkampf der 20. Platz von Daniele Hypólito in Sydney gewesen.
Zweite brasilianische Bronzemedaille im Judo
Athen, 17. August 2004
Der Judoka Flávio Canto holte heute die zweite Bronzemedaille für Brasilien in seinem Kampf gegen den Polen Robert Krawczyk im Mittelgewicht bis 81 kg. Wie gestern Leandro Guilheiro im Leichtgewicht bis 73 kg, besiegte Flávio Canto seinen Gegner durch Wazari, gegen den er im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften verloren hatte. Im Vorfeld hatte Canto den Kolumbianer Mario Antonio Valles in nur 37 Sekunden besiegt. Den zweiten Kampf gegen Aleksei Budolin aus Estland hatte Canto nur knapp gewonnen. Im Viertelfinale hatte er schliesslich gegen den Russen Dmitri Nossov verloren. Seine Medaille widmete Flávio Canto seinem Vater, der sich von einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt erholt, sowie den Schülern der Nichtregierungsorganisation, die er im Armenviertel Rocinha in Rio de Janeiro leitet.
Judoka Leandro Guilheiro holt die erste brasilianische Medaille
Athen, 16. August 2004
Der 21jährige Judoka Leandro Guilheiro holte sich heute mit seinem Sieg gegen Victor Bivol aus Moldawien im Leichtgewicht bis 73 kg die Bronzemedaille, und damit die erste brasilianische Medaille in Athen. Guilheiro siegte durch zwei Wazaris (= halbes Ippon, die höchste Punktzahl), indem er seinen Gegner zweimal auf den Rücken warf. Der Athlet aus São Paulo hatte bereits drei Kämpfe gewonnen, als er im Viertelfinale durch den Franzosen Daniel Hernandes geschlagen wurde und die Chance auf eine Goldmedaille verlor. Guilheiro, aktueller Juniormeister seiner Gewichtsklasse, wurde schon vor den Spielen als möglicher Überraschungssieger angekündigt.
Gustavo Borges verabschiedet sich von seiner Karriere als Schwimmer
Athen, 15. August 2004
Die brasilianische Schwimmstaffel der Männer 4 x 100 Meter mit den Schwimmern Jader Souza, Gustavo Borges, Carlos Jayme und Rodrigo Castro schied heute Morgen mit einem sechsten Platz aus der Olympiade aus. Das russische Team belegte den ersten Platz, gefolgt von den Australiern und den Franzosen. Unerwartet vorgezogen wurde damit das Ende der brillianten Karriere von Gustavo Borges, der bereits vor den Spielen die Teilnahme an der Olympiade als letzten Höhepunkt seiner Karriere angekündigt hatte. “Natürlich wäre ich gerne im Finale gewesen, aber traurig bin ich nicht. An diesem Wettkampf unter den Besten der Welt teilnehmen zu können, war schon wie eine Medaille für mich“, erklärte Borges heute nach dem Ausscheiden. Gustavo Borges ist neben dem Segler Torben Grael der Brasilianer, der bisher die meisten olympischen Medaillen erobern konnte: zweimal Silber, 1992 im 100-Meter-Freistil in Barcelona und 1996 im 200-Meter-Freistil in Atlanta, sowie zweimal Bronze, 1996 im 100-Meter-Freistil in Atlanta und 2000 in der Schwimmstaffel 4 x 100 Meter in Sydney. Borges wird die brasilianische Flagge bei der Endzeremonie der Olympiade in Athen tragen.
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