Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03317.jsonl.gz/2903

Wenn plötzlich alle E-Mail-Empfänger sichtbar sind: Die Verwendung von CC statt BCC bei E-Mails beschäftigte die Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich im letzten Jahr.
Die Datenschutz-Aufsichtsbehörde des Kantons Zürich beschreibt das Problem in ihrem Tätigkeitsbericht 2021 wie folgt:
«Versand von E-Mails mit sichtbarem Adressverteiler
E-Mails sind schnell versendet. Schnell sind die Mailadressen in das Adress- oder ins Cc-Feld eingegeben, ein Betreff und ein Text hinzugefügt und mit einem Klick auf ‹Senden› ist das Unglück geschehen. Beim Ablegen der Nachricht oder nach einer Rückmeldung einer Person, die das E-Mail erhalten hat, fällt dann auf, dass die Mailadressen aller Empfängerinnen und Empfänger sichtbar sind.
Die Datenschutzbeauftragte bekam im Jahr 2021 mehrere solche Vorfälle gemeldet. Die Inhalte der versendeten Mails liessen Schlüsse zu auf den gesundheitlichen Zustand oder die wirtschaftliche Situation der Empfängerinnen und Empfänger.»
Ich empfehle, CC nur ausnahmsweise zu verwenden und BCC gar nicht mehr:
- Für E-Mails an mehrere einzelne angesprochene Personen genügt die direkte Adressierung, wobei man ausnahmsweise mit CC eine zweite Hierarchiestufe bilden kann.
- Zur Information über einzelne E-Mails kann die verschickte E-Mail an die betreffenden Personen weitergeleitet werden. Bei BCC besteht das Problem, dass die informierte Problem allenfalls BCC übersieht und allen sichtbaren Personen antwortet, was normalerweise unerwünscht ist.
- Für E-Mails an (mindestens) mehrere Personen, die nicht voneinander erfahren sollen, kann ein Newsletter-Dienst verwendet werden.
In einer aktuellen Folge der Datenschutz Plaudereien diskutierte ich das Thema mit Andreas Von Gunten. Wir stellten fest, dass sich die Problematik nicht auf «CC statt BCC» beschränkt.