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Am 5. März 2017 entscheidet das Walliser Stimmvolk über die Zusammensetzung des neuen Staatsrates. Gleichzeitig werden die Sitze des Grossen Rats neu verteilt. Die Ausgangslage verspricht einen Wahlkrimi.
Staatsratswahlen
Gleich dreizehn Kandidaten stellen sich in diesem Jahr für die fünf Regierungssitze zur Wahl. Darunter sind mit Esther Waeber-Kalbermatten (SP), Oskar Freysinger (SVP) und Jacques Melly (CVP) drei bisherige Amtsträger im Rennen. Mit Christophe Darbellay, Stéphane Rossini und Roberto Schmidt schielen zudem mindestens drei politische Schwergewichte auf einen Sitz in der Regierung. Für Aufregung sorgte im Vorfeld vor allem die freie Liste der Walliser SP mit Waeber und Rossini als Kandidaten sowie die bürgerliche Liste mit Oskar Freysinger. Auf dieser ist neben dem «abtrünnigen» CVP-Kandidaten Nicolas Voide auch die Briger SVP-Stadträtin Sigrid Fischer-Willa aufgeführt.
Eine Übersicht zu allen Staatsratskandidaten gibt es hier. Sollte es zu einem zweiten Wahlgang kommen, findet dieser vierzehn Tage nach dem ersten Wahlgang statt. Um im ersten Wahlgang gewählt zu werden, benötigen die Kandidatinnen und Kandidaten jeweils das absolute Mehr (die Hälfte der Stimmen plus 1). Im zweiten Wahlgang reicht demgegenüber das relative Mehr für eine Wahl aus. Die Verfassung sieht gleichzeitig vor, dass nicht zwei Staatsräte aus demselben Bezirk stammen dürfen. Zudem müssen die drei Regionen Ober-, Mittel- und Unterwallis mit mindestens einem Regierungsmitglied vertreten sein.
Grossratswahlen
Ebenfalls am 5. März wird der Grosse Rat neu bestellt. Insgesamt je 130 Sitze für die Grossratsmandate sowie für ihre Suppleanten sind zu vergeben. Im Gegensatz zu den letzten Wahlen im Jahr 2013 hat das Oberwallis indes vier Sitze verloren und kann heuer noch 34 der Sitze für sich beanspruchen. Diese verteilen sich auf die Bezirke Goms (2), Östlich Raron (1), Brig (11), Visp (11), Westlich Raron (4) und Leuk (5). In diesem Jahr wird das Parlament erstmals durch ein Doppelproporzsystem gewählt - ein Bundesgerichtsentscheid von 2014 hatte den Kanton zu diesem Schritt gezwungen. Dafür wurden im Kanton neu in die sechs Wahlkreise Brig, Visp, Siders, Sitten, Martinach und Monthey gebildet. Die Bezirke sind diesen neuen Wahlkreisen zugeordnet.
Im Oberwallis sind das Goms, Östlich Raron und Brig einerseits sowie Visp, Westlich Raron und Leuk andererseits jeweils in einem Wahlkreis zusammengefasst. Für die Walliser Wähler und die Gemeinden ändert sich beim neuen Wahlsystem nichts. Die Stimmbürger wählen nach wie vor die Grossrats- und Suppleantenkandidaten ihres Wohnbezirks. Im Anschluss erfolgt eine Addierung der Resultate der Bezirke im Wahlkreis. Die Sitze werden in einem ersten Schritt auf der Ebene des Wahlkreises unter den politischen Kräften verteilt und anschliessend in den Unterwahlkreisen weiterverteilt. Im jeweiligen Unterwahlkreis liegt das Quorum - also die Anzahl der benötigen Stimmen, die eine Liste zu einem Sitz berechtigt - bei acht Prozent.