Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/1787

1. Überblick
Eine Hydrozele (Wasserbruch) ist eine gutartige und meist schmerzfreie Veränderung am Hoden, bei der sich Flüssigkeit im Hodensack ansammelt. Häufig bildet sich die Hydrozele von selbst zurück. Wenn nicht, lässt sie sich durch eine Operation beheben, wobei die Prognose gut ist.
Ein Wasserbruch beim Mann ist entweder angeboren (sog. primäre Hydrozele) oder entwickelt sich im Lauf des Lebens (sog. sekundäre Hydrozele). Als Ursachen für sekundäre Hydrozelen kommen zum Beispiel Hodenentzündungen beziehungsweise Nebenhodenentzündungen, Operationen, Verletzungen oder Gewalteinwirkungen und auch Hodentumoren infrage.
Typisches Anzeichen für eine Hydrozele ist ein infolge der Wasseransammlung oft einseitig geschwollener Hoden. Je nachdem, wo sich der Wasserbruch bildet und wie viel Flüssigkeit sich ansammelt, kann das Ausmass der Hodenschwellung unterschiedlich sein. In der Regel zeigt sich eine Hydrozele durch nur gering ausgeprägte Symptome. Häufig verläuft sie – besonders im Frühstadium – ohne Beschwerden. Mit zunehmender Schwellung des Hodens sind allerdings Schmerzen, Druck- oder Schweregefühl möglich.
Zur Diagnose der Hydrozele sind verschiedene Untersuchungen geeignet. Bei der sogenannten «Diaphanoskopie» durchleuchtet der Arzt den Hoden im abgedunkelten Raum. Dies ist eine sinnvolle Methode, um die Verdachtsdiagnose zu erhärten. Für die endgültige Diagnose kommt eine Ultraschalluntersuchung zum Einsatz, in seltenen Fällen auch eine Magnetresonanztomographie. Da die Hydrozele in vielen Fällen von selbst verschwindet, ist eine Behandlung nicht immer erforderlich. Bildet sich die Flüssigkeitsansammlung am Hoden erst nach der Geburt, genügt es häufig, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Nur wenn sich der Wasserbruch nicht von selbst zurückbildet, ist eine Operation ratsam, um ihn zu beheben.
Eine Hydrozele (Wasserbruch) ist eine Ansammlung von Flüssigkeit im Hodensack (Skrotum). Diese gutartige Veränderung am Hoden ist meist nicht schmerzhaft.
Die Hydrozele kann auf den Hoden (lat. testis) beschränkt sein – dann liegt eine sogenannte Hydrocele testis vor. Daneben kann gleichzeitig (oder ausschliesslich) ein Wasserbruch am Samenstrang (lat. Funiculus spermaticus) bestehen, was fachsprachlich Hydrocele funiculi spermatici heisst.
Die Hydrozele kann primär angeboren sein oder sekundär aufgrund verschiedener Ursachen im Lauf des Lebens entstehen. Die primäre Hydrozele tritt ein- oder beidseitig auf und verschwindet meist ohne Behandlung von selbst (spontan) in den ersten Lebensmonaten. Diese angeborene Wasseransammlung im Hoden ist kein seltenes Ereignis: Ein Wasserbruch liegt bei männlichen Kindern mit einer Häufigkeit von etwa ein bis zwei Prozent schon bei der Geburt vor.
Der akute Wasserbruch ist eine Sonderform der Hydrozele. Diese Form tritt in der Regel in Verbindung mit einem Trauma, einer Infektion oder einer Einblutung auf und äussert sich durch starke Schmerzen.
Einer Hydrozele (Wasserbruch) beim Mann können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Die Wasseransammlung im Hoden kann angeboren oder erworben sein.
Primäre Hydrozele
Eine Hydrozele (Wasserbruch) mit angeborenen Ursachen (sog. primäre Hydrozele) entsteht dadurch, dass sich beim Ungeborenen Flüssigkeit im sogenannten Processus vaginalis peritonei ansammelt. Dies ist eine trichterförmige Ausstülpung des Bauchfells in den Hodensack, die sich während der Entwicklungsphase des Fötus im Mutterleib vorübergehend entwickelt und später bis auf einen kleinen Rest zurückbildet. Die Hoden reifen beim Fötus nicht im Hodensack aus, sondern in der Bachhöhle. Vor der Geburt, gleich nach der Geburt oder innerhalb der ersten Lebensjahre steigen die Hoden von der Bauchhöhle in den Hodensack hinab. Sie gleiten dabei durch die trichterförmige Ausstülpung (Processus vaginalis peritonei) in den Hodensack hinein. Dieses Stück des Bauchfells bildet danach einen kleinen Spaltraum, der sich zum Bauchfell hin meist schon vor der Geburt, manchmal erst im ersten Lebensjahr, verschliesst. Tritt der Verschluss nicht oder unvollständig ein (Obliteration), kann sich gegebenenfalls eine Hydrozele ausbilden. Bleibt der Verschluss vollständig aus, zeigt sich neben dem Wasserbruch bei den betroffenen Kindern häufig ein weiteres Krankheitsbild: der Leistenbruch (Hernie).
Sekundäre Hydrozele
Eine Hydrozele (Wasserbruch) mit erworbenen Ursachen (sog. sekundäre Hydrozele) besteht nicht schon bei der Geburt, sondern kann auch ältere Kinder und Erwachsene betreffen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Mögliche Auslöser für die Entstehung einer sekundären Hydrozele sind eine Hodenentzündung beziehungsweise Nebenhodenentzündung, Verletzungen oder Gewalteinwirkungen und auch Hodentumoren. Auch nach Operationen können Hydrozelen auftreten: So hat beispielsweise die Operation zur Behebung einer Varikozele (= Krampfadern am Hoden) in etwa fünf Prozent der Fälle eine Hydrozele zur Folge. Die Ursache für die Wassereinlagerung beim sekundären Wasserbruch ist ein Ungleichgewicht zwischen der Bildung der Hodenhüllenflüssigkeit und deren Wiederaufnahme (Resorption): Der Körper bildet entweder zu viel Hodenhüllenflüssigkeit oder nimmt zu wenig wieder auf.
Die für eine Hydrozele (Wasserbruch) typischen Symptome sind meist einseitig geschwollene Hoden. Das Ausmass dieser Hodenschwellung hängt davon ab, wo sich die Hydrozele bildet und wie viel Flüssigkeit sich ansammelt. Vor allem im Frühstadium bereitet die der Hodenvergrösserung zugrunde liegende Flüssigkeitsansammlung im Hodensack (Skrotum) häufig keine Beschwerden.
Mit zunehmender Vergrösserung der Hoden können bei der Hydrozele jedoch weitere Symptome in Form von Schmerzen und einem Druck- oder Schweregefühl auftreten. Eine Sonderform der Hydrozele ist der akute Wasserbruch, bei dem ein sogenanntes akutes Skrotum mit plötzlich einsetzenden, starken Schmerzen auftritt.
Bei der Hydrozele (Wasserbruch) lässt sich die Diagnose in der Regel einfach durch verschiedene Untersuchungen stellen. Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Hodensack, der bei einem Wasserbruch meist geschwollen ist, mit den Hoden ab und sucht nach Auffälligkeiten. Anschliessend durchleuchtet er den Hoden mit einer Lampe im abgedunkelten Raum. Diese sogenannte Diaphanoskopie ist ein einfaches Verfahren, um den Verdacht auf eine Hydrozele zu erhärten: Liegt eine Wasseransammlung vor, ist dabei durch die Hodensackhaut ein durchscheinender, hellerer Bereich sichtbar.
Um die Diagnose der Hydrozele zu sichern, kommt in der Regel eine Ultraschalluntersuchung zum Einsatz, selten eine Magnetresonanztomographie (MRT).
Bei der Hydrozele (Wasserbruch) richtet sich die Therapie nach der Ursache für die Flüssigkeitsansammlung im Hodensack und den daraus entstehenden Symptomen.
Primäre Hydrozele
Eine primäre Hydrozele (Wasserbruch) ist an sich harmlos. Wenn nicht gleichzeitig ein Leistenbruch mit dieser angeborenen Form von Hydrozele vorliegt, benötigt das betroffenen Baby vorerst keine Therapie. Erst wenn sich der Wasserbruch nicht innerhalb des ersten Lebensjahrs zurückbildet, ist eine Operation zur Behandlung ratsam. Um die Wasseransammlung zu beseitigen, legt der Operateur die Hydrozele in Narkose über einen kleinen Leistenschnitt frei und verschliesst die Verbindung zwischen Bauchraum und Hodensack.
Sekundäre Hydrozele
Die gegen eine sekundäre Hydrozele (Wasserbruch) eingesetzten Therapie zielt zunächst am besten darauf ab, die auslösende Ursache zu beseitigen. Dadurch bildet sich die Flüssigkeitsansammlung im Hoden häufig von selbst zurück. Ist keine Ursache feststellbar oder bleibt die Hydrozele trotz fehlender Ursache bestehen, ist es ratsam sie bei Beschwerden durch eine Operation zu beseitigen. Dazu legt der Operateur die Hydrozele über einen Hodensackschnitt frei. Anschliessend kann er die angesammelte Flüssigkeit und überflüssige Hodenhaut entfernen. Durch diese Operationstechnik tritt die Hodenerkrankung in der Regel nicht erneut auf. Von wiederholtem Absaugen (Punktion) der angesammelten Flüssigkeit über eine Kanüle ist abzuraten, da sich der Wasserbruch ansonsten erneut bilden kann.
Die Hydrozele (Wasserbruch) nimmt in der Regel einen günstigen Verlauf mit guter Prognose: Die mit ihr einhergehende Veränderung am Hoden ist gutartig und meist schmerzfrei. Die primäre (angeborene) Form der Hydrozele bildet sich in den meisten Fällen ohne Behandlung von selbst zurück. Bei der sekundären Form der Hydrozele genügt es meist, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Bleibt ein Wasserbruch über einen längeren Zeitraum bestehen, eignet sich eine Operation zur Behandlung. Auch hier ist die Prognose günstig. In seltenen Fällen tritt die Hydrozele nach der Operation erneut auf (sog. Rezidiv).
Es sind keine Massnahmen bekannt, mit denen sich einer Hydrozele (Wasserbruch) sicher vorbeugen lässt. Sie können jedoch versuchen, das Risiko für die Entstehung einer erworbenen Hydrozele gering zu halten, indem Sie mögliche Auslöser wie eine Hodenentzündung oder Nebenhodenentzündung konsequent behandeln lassen und sich so weit wie möglich vor Verletzungen oder Gewalteinwirkungen im Genitalbereich schützen.