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Sind Screeningprogramme für kolorektale Karzinome sinnvoll?
|r -- Malila N, Oivanen T, Malminiemi O et al. Test, episode, and programme sensitivities of screening for colorectal cancer as a public health policy in Finland: experimental design. BMJ 2008 (6. Dezember); 337: 1328-31 [Link]|
|Zusammerfasser(in): Markus Battaglia|
|Kommentator(in): Markus Battaglia|
|infomed screen Jahrgang 13 (2009)
, Nummer 2

Datum der Ausgabe: März 2009
Studienziele
Mit dem Nachweis von okkultem Blut im Stuhl kann ein Teil der kolorektalen Karzinome frühzeitig entdeckt werden. In mehreren Studien wurde dokumentiert, dass sich mit dieser Screening-Methode auch die Mortalität reduzieren lässt. Mit der vorliegenden Studie untersuchte man, wie gross die Sensitivität eines Guajak-basierten Tests im Rahmen eines öffentlichen Präventionsprogrammes ist.
Methoden
Während der Einführungsphase eines öffentlichen Präventionsprogrammes wurden in Finnland 106'000 Frauen und Männer zwischen 60 und 69 Jahren in diese randomisierte Studie aufgenommen. Die Personen der Screeninggruppe erhielten alle zwei Jahre ein Testset (Haemoccult®) zugeschickt mit der Bitte, dieses zu verwenden und anschliessend zurückzuschicken. Bei einem positiven Testergebnis wurden die Betroffenen zu einer Koloskopie aufgeboten. Die Personen der Kontrollgruppe wurden nicht kontaktiert. Anhand der Daten des Krebsregisters wurde nach Neuerkrankungen an kolorektalen Karzinomen gesucht. Primäre Endpunkte der Studie waren die Sensitivität des einzelnen Tests, einer Screening-Episode (Test mit anschliessender Koloskopie) und des Screeningprogrammes insgesamt.
Ergebnisse
In der Screeninggruppe führten 71% den Haemoccult-Test durch. Bei 806 Personen (1,5%) fiel dieser positiv aus, bei 65 Personen (1,2‰) wurde auf Grund der Screeninguntersuchung ein kolorektales Karzinom diagnostiziert. Das heisst, 815 Personen mussten in das Präventionsprogramm aufgenommen werden, um ein Karzinom zu entdecken. In der Kontrollgruppe wurden während der knapp zweijährigen Beobachtungsdauer 98 neue kolorektale Karzinome entdeckt (Inzidenz von 98 pro 100'000 Personenjahre). In der Screeninggruppe wurden zusätzlich zu den 65 im Screening gefundenen noch 67 Karzinome diagnostiziert, 32 bei denjenigen, die den Test nicht gemacht hatten und 35 bei denjenigen, die mitgemacht hatten. In drei Fällen war der Stuhlbluttest positiv, aber die Koloskopie negativ ausgefallen. Daraus errechnet sich eine Sensitivität für den Stuhlbluttest von 55% und eine Sensitivität für eine Screening-Episode von 51%. Die Sensitivität des Screening-Programmes insgesamt betrug lediglich 38%.
Schlussfolgerungen
Aufgrund dieser randomisierten Studie müssen 815 60- bis 69-jährige Personen in ein Screeningprogramm eingeschlossen werden, um ein kolorektales Karzinom zu entdecken. Das Screeningprogramm ermöglichte die Diagnose von 38% aller kolorektalen Karzinome in dieser Bevölkerungsgruppe.
Zusammengefasst von Bettina Wortmann
Die finnischen Studienverantwortlichen haben es mit einem bewundernswerten logistischen Aufwand geschafft, über 50'000 Personen, verteilt über das Land, mit dem konventionellen Haemoccult-Test auf ein Kolonkarzinom zu untersuchen. Die Teilnahmerate von über 70% in dieser randomisierten Studie ist eindrücklich. Auch wenn die Sensitivität dieses Tests mit Werten um 50% bestenfalls als «mässig gut» zu bezeichnen ist, zeigt die Arbeit, dass ein breit geknüpftes Fischernetz, welches manch’ grösseren Fisch immer noch durchlässt, mit Fleiss und Geduld doch eine beachtliche Beute ergibt. Interessieren werden uns die Daten zu einer allfälligen Mortalitätsreduktion in einigen Jahren.
Markus Battaglia
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Sind Screeningprogramme für kolorektale Karzinome sinnvoll? (März 2009)
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