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Life
Vergangene Woche ist in Argentinien eine Initiative zur Legalisierung von Abtreibungen gescheitert. Nun ist die erste Frau an den Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs gestorben.
Die 24-jährige Argentinierin Elizabeth versuchte vergangenen Sonntag bei sich eine Fehlgeburt auszulösen – sie ass Unmengen an Petersilie. Schon vor Hunderten von Jahren galt die Pflanze als Abtreibungsmittel, weil sie die Kontraktion der Gebärmutter stimulieren kann. Aber in so grossen Mengen ist Petersilie extrem gefährlich – bei Elizabeth führte sie zu einem septischen Schock. Obwohl sie kurz darauf ins Spital in Buenos Aires eingeliefert wurde, konnte die zweifache Mutter nicht mehr gerettet werden.
In Argentinien wurde letzte Woche die Forderung nach der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs vom Senat abgelehnt, obwohl sie von der Abgeordnetenkammer bereits angenommen worden war. So bleibt die Regelung von 1921 bestehen: In Argentinien darf eine Abtreibung weiterhin nur nach einer Vergewaltigung oder bei Lebensgefahr der Mutter vorgenommen werden. Elizabeth' Tod ist der erste bekannt gewordene Fall nach dem Ablehnen der Initiative. Er steht nun als Symbol dafür, dass die Tragödie hätte verhindert werden können.
"Abtreibungen wird es immer geben"
Senator Eduardo Aguilar äusserte sich via Twitter: "Schon wieder ein Todesfall wegen einer illegalen Abtreibung in Argentinien. Wie die Gesetzeslage auch aussehen mag – Abtreibungen wird es immer geben. Wenn dies illegal geschieht, wird es für Frauen lebensgefährlich."
Laut Schätzungen des Gesundheitsministeriums werden in Argentinien pro Jahr über 350’000 illegale Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Jährlich werden rund 50'000 Frauen nach diesen Eingriffen wegen gesundheitlichen Komplikationen in Krankenhäuser eingeliefert.
Raquel Vivanco, Leiterin der Beobachtungsstelle für Frauenrechte in Argentinien, sieht das Scheitern der Initiative als Rückschlag. Sie wird aber nicht aufhören, sich für die Legalisierung einzusetzen – auch für Elizabeth: "Liz ist das Ergebnis der Abstimmung. Der Senat interessiert sich nicht für das Leben der Frauen."