Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03434.jsonl.gz/2426

Der Student Jean-Claude Roger Mbede wurde am 28. April 2011 wegen «homosexueller Neigungen» und dem «Versuch, homosexuelle Handlungen zu begehen» zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Nach dem kamerunischen Strafgesetzbuch stellt Homosexualität eine Straftat dar, die mit einer Haftstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren und Geldstrafen bis zu 270 Euro geahndet wird. Den Sicherheitskräften, die ihn festnahmen, waren zuvor Textnachrichten gezeigt worden, die Jean-Claude Roger Mbede an einen Bekannten gesendet hatte. Amnesty International betrachtet Jean-Claude Roger Mbede als gewaltlosen politischen Gefangenen, der sich lediglich aufgrund seiner tatsächlichen oder vermeintlichen sexuellen Orientierung in Haft befindet.
Jean-Claude Roger Mbede wurde am 2. März 2011 von Angehörigen des Verteidigungsministeriums festgenommen und sieben Tage in der Gendarmerie du Lac in Yaoundé in Gewahrsam gehalten, ehe Anklage gegen ihn erhoben wurde. Daraufhin wurde er in das Zentralgefängnis von Kondengui verlegt. Das Gefängnis dort ist überbelegt, die sanitären Einrichtungen sind unzureichend und das Essen mangelhaft.
Am 3. Mai 2011 legte die Rechtsanwältin von Jean-Claude Roger Mbede Rechtsmittel ein, allerdings kam es beim Prozess zu Verzögerungen. Der Student erhielt am 16. Juli 2012 – noch vor der Urteilsverkündung des Berufungsgerichts – vorübergehend seine Freiheit zurück. Am 15. Dezember 2012 wurde er von vier Unbekannten vor dem Campus der Universität Yaoundé angegriffen. Zwei Tage später bestätigte das Berufungsgericht Yaoundé den Schuldspruch gegen Jean-Claude Roger Mbede.
Aus Angst vor einer erneuten Inhaftierung und davor, den Rest seiner Strafe verbüssen zu müssen, ist Jean-Claude Roger Mbede untergetaucht. Er hat vor, gegen die Entscheidung des Berufungsgerichts Yaoundé Rechtsmittel einzulegen.