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Schnarchen: Ursachen
Jedes Kind weiss, wie Schnarchen klingt und kann die charakteristischen Geräusche, die dabei entstehen, nachahmen. Aber warum schnarcht man überhaupt? Was steckt hinter Schnarchen bei Frauen? Weshalb kommt Schnarchen bei Kindern vor? Und unterscheiden sich die Ursachen für lautes Schnarchen von denen für ein leises Schnorcheln? Die Antworten auf diese Fragen lesen Sie hier.
Schnarchen: Was passiert im Körper?
Warum schnarcht man eigentlich? Und was passiert dabei im Körper? Im Endeffekt entsteht Schnarchen dadurch, dass die Atemwege verengt werden, weil Muskeln und Gewebe im Mund- und Rachenraum erschlaffen. An den Engstellen kommt es dann aufgrund verschiedener Gründe zu Vibrationen des erschlafften Gewebes. Diese Vibrationen hören wir als Schnarchen.
Die Hauptursachen für Schnarchen sind dementsprechend:
- Erschlaffung des Gewebes in den Atemwegen: Im Schlaf lässt die Spannkraft der Muskeln (sog. Muskeltonus) nach. Bei Schnarchern erschlafft das Gewebe aber so stark, dass beispielsweise die Rachenwände komplett aufeinander liegen. Bei manchen erschlafft auch im Schlaf die Zunge so sehr, dass sie in den Rachen zurückfällt und so die Atemwege blockiert. Das Ergebnis bleibt gleich: Die Atemluft, die durch die Nase in den Rachen strömt, versetzt das schlaffe Gewebe – in den meisten Fällen das Gaumensegel (sog. weicher Gaumen) in Bewegung. Durch diese Vibration entsteht das lästige Schnarchgeräusch.
- Bildung von Unterdruck in den Atemwegen: Die Lunge erzeugt natürlicherweise bei jedem Einatmen einen leichten Unterdruck in den Atemwegen. Ist das Gewebe im Mund- und Rachenraum im Schlaf zu stark erschlafft, kann es durch den Unterdruck zusammengezogen werden und auf diese Weise die Atemwege verengen. An diesen Engstellen kommt es beim Einatmen zu Luftverwirbelungen und somit zu Vibrationen des schlaffen Gewebes. Auch in diesem Fall sorgt das für die typischen Geräusche beim Schnarchen.
Schnarchen: Ursachen im Überblick
Was genau dazu führt, dass das Gewebe in den Atemwegen und im Rachenraum erschlafft, ist sehr individuell. Besonders häufig kommen folgende Gründe für Schnarchen vor:
- Allgemeine Gewebeschwäche: Eine Schwäche des Gewebes wirkt sich nicht nur an Bauch, Beinen oder Po aus, sondern auch im Rachenraum. Entsprechend schnarchen Menschen mit einer generellen Gewebeschwäche häufiger als andere.
- Infektionen der oberen Atemwege: Erkältung und Schnupfen, geschwollene Nasenschleimhaut, akute Nasennebenhöhlenentzündung – das sind häufige Ursachen für das sogenannte „einfache“ Schnarchen. Denn die Nasenatmung ist dann eingeschränkt, man atmet verstärkt durch den Mund und das begünstigt wiederum das Schnarchen.
- Allergien: Ähnlich wie bei Infektionen der oberen Atemwege ist auch bei Allergien die Nasenatmung oft eingeschränkt. Denn der allergische Schnupfen geht oftmals mit Schwellungen der Nasenschleimhaut einher.
- Anatomische Veränderungen im Bereich der Nase oder des Rachens: Schnarcht jemand aufgrund dauerhafter Veränderungen im HNO-Bereich, führt das oftmals zu einer sogenannten Schlafapnoe, bei der es zu Atemaussetzern kommt. Zu den Ursachen zählen u. a. vergrösserte Nasenmuscheln oder Rachenmandeln, Nasenpolypen, eine zu grosse Zunge, ein zu kleiner oder nach hinten fallender Unterkiefer, ein vergrösserter weicher Gaumen mit vergrössertem Zäpfchen, erschlaffte Rachenwände oder eine verkrümmte Nasenscheidewand.
Schnarchen bei Frauen und Männern: Wo liegen die Unterschiede?
In der Regel sind es die Männer des Hauses, die sämtliche Familienmitglieder – oder zumindest ihren Bettpartner – durch lautes Schnarchen wachhalten. Die Gründe sind noch nicht genau erforscht. Man weiss allerdings, dass bei Männern der Rachen in der Regel enger ist als bei Frauen. Ausserdem ist ihre Rachenmuskulatur weicher. Man vermutet, dass bei Frauen das Östrogen für eine stärkere Muskelspannung im Rachen sorgt.
Tatsächlich beobachtet man Schnarchen bei Frauen vor allem in Situationen, in denen ihr natürlicher Östrogenspiegel absinkt, nämlich…
… nach den Wechseljahren,
… in der Schwangerschaft und
… bei Einnahme der Antibabypille.
Schnarchen bei Kindern: Was steckt dahinter?
Selbst bei Kindern kann es zu Schnarchen bis hin zur Schlafapnoe kommen. Bei ihnen liegen aber im Gegensatz zu Erwachsenen fast immer anatomische Ursachen zugrunde. Besonders häufig stecken hinter Schnarchen bei Kindern folgende Ursachen:
- Schnupfen & Co.: Kinder fangen sich besonders häufig eine Erkältung ein – denn ihr Immunsystem „trainiert“ noch. Das bedeutet auch: Die Nase von Kindern ist besonders häufig verstopft und ihre Nasenatmung entsprechend oft eingeschränkt. Dadurch atmen Kinder im Schlaf viel durch den Mund, was wiederum Schnarchen begünstigt.
- Polypen: Diese gutartigen Wucherungen der Nasenschleimhaut haben zur Folge, dass der Luftweg durch die Nase eingeengt wird. Sind Polypen die Ursache für das Schnarchen bei Kindern, werden diese in der Regel abgetragen. Hierzu ist nur ein kleiner Eingriff nötig.
- Vergrösserte Rachen- oder Gaumenmandeln: Sie sind sehr häufig schuld, wenn Kinder schnarchen. Vergrösserte Rachenmandeln können in der Regel mithilfe eines kleinen Eingriffs entfernt werden. Anders ist es bei den Gaumenmandeln. Führen diese wegen ihrer Grösse „nur“ zu Atem- und Schluckbeschwerden, ohne jedoch chronisch entzündet zu sein, wird heute oftmals lediglich zu einer Teilentfernung (sog. Tonsillotomie) geraten. Die Vorteile gegenüber einer vollständigen Entfernung: Die wichtige Abwehrfunktion der Mandeln bleibt erhalten, der Eingriff ist deutlich weniger schmerzhaft und es kommt seltener zu Nachblutungen. Was im Fall Ihres Kindes die geeignete Massnahme ist, sollten Sie mit Ihrem Kinder- bzw. HNO-Arzt besprechen.
- Übergewicht: Wie bei Erwachsenen, erhöht auch bei Kindern Übergewicht die Wahrscheinlichkeit zu schnarchen. Denn es lagert sich dann auch mehr Fett im Rachenraum an, sodass die Atemwege verengt sind. Bringt ein schnarchendes Kind einige Kilos zu viel auf die Waage, sollte daher zunächst Normalgewicht angestrebt werden. Denn diese Massnahme ist in jedem Fall schonender als jeder operative Eingriff.
- Rauchende Eltern: Dass Passivrauchen der Gesundheit schadet, ist heute hinlänglich bekannt. Was viele nicht wissen: Kinder, die Zigarettenrauch ausgesetzt sind, schnarchen auch eher als die Kinder von Nichtrauchern. Das liegt unter anderem daran, dass der blaue Dunst die Schleimhäute in Mund- und Rachenraum schädigt. Dadurch kann es zu Entzündungen und Schwellungen kommen, die die Atmung behindern können. Auf diese Weise erhöht sich das Schnarchrisiko.
Wichtig: Schnarcht Ihr Kind häufig, ist das grundsätzlich ein Fall für den Arzt. Der Kinderarzt kann eine erste Untersuchung durchführen und gegebenenfalls zum HNO-Arzt überweisen. Beachten Sie auch: Probleme wie Konzentrationsschwierigkeiten, Tagesmüdigkeit und Hyperaktivität können manchmal auch auf Schnarchen oder sogar Schlafapnoe bei Kindern hindeuten.