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Mit der Gründung des Betriebswissenschaftlichen Instituts ETH 1929 war die Schaffung einer Bibliothek verbunden, welche ausdrücklich nicht nur internen, sondern auch externen und dabei vor allem industriellen Kunden zur Verftigung stehen sollte. In der Periode von Prof. de Valliere entwickelte sich die ursprünglich auf das Sammeln und Auswerten von Richtlinien angelegte Bibliothek zu einer Fachbibliothek auf dem Gebiete der Betriebswissenschaften (heute: Unternehmenswissenschaften).
Die Bibliothek war Eigentum der Fördergesellschaft und dann ab 1984 der Stiftung für betriebswissenschaftliche Forschung und Beratung am BWI. 1996, im Rahmen der Abspaltung der Beratungsabteilung der Stiftung, ging sie ans ETH-lnstitut über. Dieses suchte nach Möglichkeiten, die Bibliothek nach dem plötzlichen Hinschied des Bibliothekars so zu betreiben, dass der Institutsbetrieb möglichst nicht belastet wurde. Gleichzeitig ging die ETH-Bibliothek daran, ein zuvor von der Schulleitung abgesegnetes Konzept umzusetzen, welches daraufhin zielt, nach und nach die vielen Instituts- und anderen Bibliotheken an der ETH unter der Führung der ETH-Bibliothek in ein umfassendes Netzwerk einzubinden. Wesentliche Ziele sind ein wirtschaftlich optimaler Mitteleinsatz bei der Bestandesentwicklung und eine (weitere) Professionalisierung der Bibliothekstätigkeit. Mit der BWI-Bibliothek fand sich eine erste, sehr geeignete Bibliothek und eine interessierte Trägerschaft für die Umsetzung des erwähnten Konzepts. Daraus resultierte ein Vertrag zwischen BWI-Institut und ETH-Bibliothek.
Nachdem die BWI-Bibliothek von 1996 bis 1999 interemistisch von einem Mitarbeiter der ETH-Bibliothek, Fritz Krebs, weitergeführt worden war, übernahm am 1.2.1999 Dr. Hanspeter Schwarz, langjahriger Mitarbeiter der ETH-Bibliothek, die definitive Leitung. Die Sammelpolitik wurde nun neu definiert und dabei deutlicher als früher auf die Unternehmenswissenschaften fokussiert. Die Bibliothek wurde so positioniert, dass sie als eigenständige Institution wahrnehmbar ist und sich von anderen Bibliotheken, vor allem von den die allgemeine Betriebswirtschaft pflegenden, unterscheidet. Ferner wurden und werden die Dienstleistungen konsequent kundenorientiert gestaltet.
Die BWI-Bibliothek, mit der starken ETH-Bibliothek im Rücken, erhielt nun ein ausreichend dotiertes Erwerbungsbudget, zu dem auch das Institut seinen Teil beitragt. Das schlug sich sofort nieder in einer gezielten Literaturauswahl- und -erwerbungspolitik mit einer bewusst gestalteten Bestandesentwicklung sowie höherem jährlichem Bestandeszuwachs als früher. Und mit ihrer informationstechnischen Einbindung ins Netzwerk und Angebot der ETH-Bibliothek bietet sie nun rationellere Arbeitsweisen für das Bibliothekspersonal sowie ein erstklassiges Informationssuch-Angebot vor Ort. Die enge Zusammenarbeit mit der ETH-Bibliothek erwies sich als wesentlicher Erfolgsfaktor in der Weiterentwicklung der BWI-Bibliothek.
Der neue Schwung brachte sofort auch einen starken Zuwachs der Ausleihen. Von 1999 bis 2004 stieg die Zahl der Ausleihen urn 60% bis auf knapp 16'000 im Jahre 2004. Die Reaktion auf die Kundenorientierung war und ist überaus positiv.
Die BWI-Bibliothek verfügt momentan über einen Bestand von ca. 30'000 Büchern sowie 130 laufenden Zeitschriften. Jedes Jahr kommen ca. 800-900 Bucher hinzu. Im Rahmen der Neuorganisation des Departementes am 1.10.2004 wurde die BWI-Bibliothek, nachdem sie diese Rolle schon vorher informell gespielt hatte, auch formal zur Departementsbibliothek erklärt. Die Übernahme des wertvollen Bücherbestandes des Instituts fur Arbeitspsychologie reiht sich ein in die anhaltenden Bestrebungen, die Betreuung von Bibliotheksbeständen zu professionalisieren und Bestände, die vorher nur lokal zur Verfügung standen, neu allgemein zugänglich und ausleihbar zu machen. Die Neuorganisation des Departements wird noch weitere Aufgaben bereithalten; die BWI-Bibliothek ist bereit dafür.
In der Bibliothek arbeiten 3 Personen, der Leiter (100%-Stelle), ein ausgebildeter Allround-Bibliothekar (75%), Daniel Bührer, und eine für die Zeitschriften zuständige Bibliothekarin (60%), Kanika Chhim.
©
2011
ETHistory 1855-2005
| Last update:
3.3.2005 |
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