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Der Arbeitgeber hat – wenn es notwendig ist – den Arbeitnehmenden zumutbare PSA kostenlos zur Verfügung zu stellen. Er muss dafür sorgen, dass die PSA jederzeit bestimmungsgemäss verwendet werden.
Der Arbeitnehmer ist seinerseits verpflichtet, die ihm zur Verfügung gestellten PSA zu benützen und ihre Wirksamkeit nicht zu beeinträchtigen.
PSA, die gegen tödliche Gefahren oder ernste bzw. irreversible Gesundheitsschäden schützen und bei denen der Benutzer die unmittelbare Wirkung der Gefahr nicht rechtzeitig erkennen kann. Beispiele sind: PSA zum Schutz vor chemischen und biologischen Einflüssen, Stürzen aus der Höhe, Kälte (–50°C oder kälter), Stromschlag sowie Atemschutzgeräte, Tauchgeräte und PSA für den Brandschutz.
PSA der Kategorien II und III müssen einer EG-Baumusterprüfung durch eine zugelassene Prüfstelle unterzogen werden.
Als Arbeitgeber sind Sie gesetzlich verpflichtet, den Arbeitnehmenden die erforderlichen PSA zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass sie getragen werden. Die Arbeitnehmenden haben die PSA zu benutzen, wo es notwendig ist.
Für Kaderleute bedeutet dies, dass sie die PSA selber konsequent tragen müssen – getreu dem Grundsatz: Der Chef geht mit gutem Beispiel voran. Sie haben die Aufgabe, die Arbeitnehmenden zu unterstützen und zu motivieren, aber auch zu überwachen.
Die rechtlichen Bestimmungen sind klar: Durch das Tragen und Benutzen von PSA ist zu verhindern, dass Arbeitnehmende verletzt oder in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden.
Bevor PSA in einem Betrieb eingeführt werden, ist aber immer zuerst zu prüfen, ob Möglichkeiten bestehen, die Gefahren durch Ersatzmassnahmen, technische oder organisatorische Massnahmen zu vermeiden.
Vor der Beschaffung von PSA, müssen Sie deshalb als Verantwortlicher für die Arbeitssicherheit in einem Betrieb folgende Punkte abarbeiten:
Um die Arbeitsplätze (Zonen, technische Einrichtungen, Tätigkeiten) zu beurteilen, erstellen Sie am besten einen Anforderungskatalog, der auf einer Gefährdungsbeurteilung beruht. Erfassen Sie dazu unter anderem folgende Angaben:
Die besonderen Bedingungen am Arbeitsplatz müssen bekannt sein, damit die richtigen Massnahmen bzw. die passenden PSA gewählt werden können. Zu diesen Bedingungen gehören beispielsweise:
Beziehen Sie für diese Beurteilung die Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA) des Betriebs und die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ein, damit sie ihre Erfahrung und ihr Wissen einbringen können.
Das sogenannte S-T-O-P-Prinzip bestimmt die Reihenfolge, in der Schutzmassnahmen gegen Gefahren zu treffen sind:
Das S-T-O-P-Prinzip kann nicht immer angewendet werden. Zum Beispiel kann bei Notfällen der Gefährdung von Personen oft nur durch die Verwendung von PSA begegnet werden.
In anderen Fällen ist der Einsatz von PSA gesetzlich zwingend vorgeschrieben:
Manchmal kommen PSA anstelle von technischen Lösungen zur Anwendung, wenn Arbeitseinsätze nur sporadisch oder selten erfolgen, zum Beispiel:
Eine abschliessende Aufzählung von Arbeitsplätzen bzw. -verfahren, die das Tragen von PSA erforderlich machen, gibt es nicht.
Keine PSA ohne Informationsbroschüre. Ihr Lieferant ist nach Ziffer 1.4 von Anhang II der Richtlinie 89/686/EWG verpflichtet, Ihnen Informationsbroschüren mit folgenden Inhalten auszuhändigen:
PSA wie Handschuhe oder Hitzeschutzanzüge können den Träger behindern oder sein Körpergefühl erheblich verändern. Möglicherweise verändert sich die Schwerpunktlage, zum Beispiel beim Tragen von Atemschutzgeräten. Ungünstige Bedingungen wie Hitze am Arbeitsplatz erhöhen die Belastung.
Berücksichtigen Sie solche Umstände bei der Gestaltung der Arbeitsplätze. Möglicherweise braucht es Verbesserungen am Arbeitsplatz selbst. Unter Umständen müssen Sie die Arbeitszeit verkürzen. Beurteilen Sie auch die Ausweich- und Fluchtmöglichkeiten für Träger von Schutzausrüstungen.
PSA müssen der körperlichen Konstitution des Trägers Rechnung tragen. Es ist wichtig, dass die richtigen Grössen zur Verfügung stehen und die Ausrüstungen sich anpassen lassen.
Berücksichtigen Sie die individuellen Wünsche der Mitarbeitenden. Dies gilt besonders für den Augenschutz, Gehörschutz, Fussschutz, Atemschutz und die Bekleidung.
Verzichten Sie, wenn möglich, auf PSA, die von mehreren Personen verwendet werden. Solche PSA müssen vor jedem Gebrauch individuell angepasst werden. Auch hygienische Aspekte sprechen gegen eine Verwendung durch mehrere Personen.
Wenn in einem Bereich eine Mehrfachgefährdung besteht, ist darauf zu achten, dass sich die Schutzausrüstungen kombinieren lassen.
Kombinierte PSA vereinfachen das gleichzeitige Tragen verschiedener notwendiger Schutzausrüstungen.
Für die Tragakzeptanz ist besonders die Mitsprache der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bedeutung. Die Mitarbeitenden sollen später ihre eigene Schutzausrüstung selber auch in der passenden Grösse und wenn möglich Farbe, Form usw. auswählen können.
Nachdem Sie die Arbeitsplatzbeurteilung sind Sicherheitsregeln zur Verwendung der PSA zu formulieren. Es ist sinnvoll, dabei die zuständigen Vorgesetzten mitarbeiten zu lassen. Denn sie sind es, welche die Regeln nachher durchsetzen müssen.Sicherheitsregeln, Weisungen, Vorschriften über das Verwenden von PSA sollen
Es ist Chefsache, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das PSA-Tragobligatorium zu informieren! Die Betriebsangehörigen müssen erkennen und spüren, dass die Geschäftsleitung dem Schutz der Mitarbeitenden grosse Bedeutung beimisst und dass das Obligatorium in der Praxis durchgesetzt wird.
Erklären Sie den Betroffenen, warum die Gefährdungen nicht mit technischen oder organisatorischen Massnahmen eliminiert werden konnten. Überzeugen Sie die Mitarbeitenden, dass sie sich selbst schützen müssen, wenn sie gesund bleiben wollen.
Ein wichtiges Hilfsmittel für die Instruktion ist die Informationsbroschüre des Herstellers. In der Informationsbroschüre zu Atemschutzgeräten ist zum Beispiel beschrieben, wie kontrolliert werden muss, ob die Schutzmaske dicht sitzt. Eine solche Kontrolle ist vor jedem Betreten des Gefahrenbereichs vorzunehmen.
Ziehen Sie für die Instruktion und das Anpassen spezieller PSA immer Fachleute bei.
Damit die PSA jederzeit in einwandfreiem Zustand ist, sind Pflege und Unterhalt der PSA klar zu regeln. Beachten Sie die Angaben des Herstellers über Nutzungsdauer, Pflege und Instandhaltung der PSA.
Beachten Sie folgende Tipps zu Unterhalt und Pflege der PSA
Wenn nötig muss der Arbeitgeber Bereiche bezeichnen, in denen die PSA gereinigt, desinfiziert sowie schmutzfrei und trocken aufbewahrt werden können. Die für das Reinigen bzw. die Dekontamination der PSA notwendige Zeit gilt als Arbeitszeit.
Die Nutzungsdauer von mehrfach verwendbaren PSA ist von mehreren Faktoren abhängig. Erfassen Sie in geeigneter Form die Information, wann ein bestimmter Schutzartikel in Gebrauch genommen wurde. Sobald PSA ihre Schutzfunktion nicht mehr voll erfüllen, sind sie zu erneuern. Verwenden Sie beispielsweise keine durchstochenen oder porösen Handschuhe oder Anzüge, kontaminierte Schutzausrüstungen und Kleidungsstücke oder defekte, gealterte oder schlecht gewartete Atemschutzmasken. PSA, die sich nicht mehr verwenden lassen, sind fachgerecht zu entsorgen (Art der Kontamination beachten).
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Die Inhalte auf dieser Webseite ersetzen die aufgehobene Publikation «Alles, was Sie über PSA wissen müssen» (Bestell-Nr. 44091.D).
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