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In der Schweiz töten rund 150’000 Angler jedes Jahr unzählige Fische. [1] Wenn jeder dieser Angler im Jahr durchschnittlich zehn Fische fängt, bedeutet das den Tod von 1,5 Millionen Fischen. Die Fische werden mit Futter angelockt. Sobald sie versuchen, es zu essen, bohrt sich ein Haken schmerzhaft durch ihren Mund oder Rachen. Sie werden mit ihrem ganzen Gewicht an diesem Haken hängend an Land gezogen, wo sie nicht atmen können. Diese Tortur erleiden Millionen von Fischen, obwohl die Tiere nachweislich Angst, Freude und Schmerz empfinden können und die Rechtslage das Angeln nicht eindeutig erlaubt.

Inhaltsverzeichnis:
Angeln ist Tierquälerei
Wenn Fische schreien könnten, würde mit Sicherheit niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung, die der Erholung dient. Beim Angeln werden die empfindungsfähigen Tiere in eine Futterfalle gelockt. Dann bohrt sich ein spitzer Haken durch ihren Mund oder Rachen, an dem sie mit ihrem ganzen Gewicht hängend aus dem Wasser in die Luft gezogen werden. Da sie dort nicht atmen können, ersticken sie langsam. Der Haken wird meist unsanft entfernt, und die Fische werden mit einem mehr oder weniger treffsicheren Schlag auf den Kopf betäubt, während sie noch um Sauerstoff ringen. Einige ersticken langsam und qualvoll über Minuten oder Stunden. Danach wird der Bauch der Tiere aufgeschlitzt, um die Organe zu entfernen. Die Fische sind hierbei teilweise bei Bewusstsein, was reinste Tierquälerei ist.
Beim Hochseefischen werden die Fische zu Tausenden aus den Tiefen der Meere gezogen, wobei aufgrund des schnell abfallenden Drucks die Schwimmblase reissen, der Magen aus dem Mund und die Augen aus den Höhlen quellen können.
Fische empfinden Schmerzen
Wie wir Menschen sind auch Fische Wirbeltiere mit einem Gehirn, Schmerzrezeptoren und einem Zentralnervensystem. Da ihre Schreie für uns nicht hörbar sind, fällt es vielen Menschen schwer, ihr Leid nachzuvollziehen und Mitgefühl zu empfinden. Die Tatsache, dass Fische beim Fang heftig zappeln und nach Sauerstoff ringen, verdeutlicht jedoch, dass sie verzweifelt um ihr Leben kämpfen. Verschiedene Studien bestätigen, dass Fische Schmerzen empfinden. Untersuchungen in Verhaltensbeobachtungen haben zudem gezeigt, dass sich das Verhalten der Tiere nach der Gabe von Schmerzmitteln wieder normalisierte. [2, 3, 4, 5, 6, 7] Trotz dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse wird die grauenhafte «Praxis» des Angelns weiter ausgeübt, und viele Tiere sind noch bei Bewusstsein, wenn sie aufgeschnitten, ausgenommen, lebend auf Eis gelegt werden oder stundenlang an der Luft nach Sauerstoff ringen und dann qualvoll ersticken.
Die rechtliche Lage in der Schweiz
Die Schweizer Tierschutzgesetzgebung behandelt Fische wie andere Wirbeltiere, was ihre Leidensfähigkeit und ihr Schmerzempfinden anerkennt. Laut Artikel 4 des Schweizer Tierschutzgesetzes darf niemand einem Wirbeltier – somit auch Fischen nicht – ungerechtfertigt Ängste, Leiden, Schäden oder Schmerzen zufügen oder ihre Würde missachten. [8] Doch genau das ist der Fall, wenn sich ein Angelhaken in das Gewebe eines Fisches bohrt. Teilweise hängen die Fische mehrere Minuten am Haken oder werden in die Luft gezogen, wo sie nicht atmen können. In dieser gesamten Zeit empfinden die Tiere Angst, Panik und Schmerz. Laut Tierschutzgesetz müssen die Tiere vor ihrer Tötung betäubt werden. [8] Allerdings wird der Angelhaken VOR der Betäubung durch den Mund oder Rachen der Fische gebohrt, was zusätzliche Schmerzen auslöst.
Catch and Release – eine grausame «Methode»
«Catch and Release» bedeutet «Fangen und wieder Freilassen». Was sich zunächst als humane Angelpraxis anhören mag, ist jedoch alles andere als schmerz- und leidfrei. Auch beim «Catch and Release» werden die Fische an einem Angelhaken hängend aus ihrem natürlichen Lebensraum, dem Wasser, entnommen. Dabei erleiden sie körperliche Schmerzen und Todesangst und ersticken langsam. Bei der Entfernung des Angelhakens kommt es oft zu teils schweren Verletzungen der Fische. Dies kann dazu führen, dass sie nach dem späteren Zurücksetzen ins Wasser schlechter Nahrung aufnehmen können. Viele sind stark traumatisiert und werden zur leichten Beute für andere Fische. Andere sterben sogar an den Verletzungen.
Zusätzlich können der Temperaturunterschied zwischen Land und Wasser oder die rasche Druckabnahme beim Herausziehen aus tiefem Wasser tödlich enden. Berührungen der menschlichen Hand beschädigen die Schuppen und empfindlichen Schleimhäute der Tiere, was sie nach dem Freilassen anfälliger für Bakterien, Parasiten und Pilze macht. Eine Studie verdeutlichte, dass rund 40 Prozent der mit der «Catch and Release»-Methode gefangenen Fische nicht überleben. [9]
Aber warum praktizieren Angler überhaupt «Catch and Release»? Meist aus Wettbewerbsgründen oder um mit den leidenden Tieren vor der Kamera zu posieren. Gemäss Artikel 23 Tierschutzverordnung (TSchV) ist diese Form des Angelns in der Schweiz verboten, wie auch die Verwendung von lebenden Köderfischen, Angeln mit Widerhaken oder der Lebendtransport von Fischen auf Eis oder in Eiswasser. Jedoch gibt es zahlreiche Ausnahmen zu diesen grundsätzlichen Verboten. [8] Beispielsweise werden Wettveranstaltungen durchgeführt, bei denen die Fische nach dem Fangen wieder freigelassen werden. Oftmals kommen die Tiere hierbei zu Schaden oder sterben sogar. [10]
Angeln ist kein Naturschutz
Viele Angler geben vor, die Natur und das Wasser zu lieben und schützen zu wollen. Tiere zu quälen und zu töten, hat jedoch nichts mit Naturschutz zu tun, sondern steht vielmehr im Widerspruch dazu. Denn alle Tiere sind Teil der Natur. Man kann die Natur geniessen, ohne Tiere dabei zu verletzen oder gar zu töten. Das Angeln führt nicht zu mehr Respekt gegenüber wild lebenden Tieren, sondern vielmehr zu einer zunehmenden Empfindungslosigkeit gegenüber Fischen und Lebewesen im Allgemeinen. Wenn Angler für die «Catch and Release»-Methode Gewässer künstlich mit Fischen besetzen, nur um diese anschliessend wieder zu fangen, dann ist das kein praktizierter Naturschutz, sondern dient lediglich der eigenen Unterhaltung auf Kosten anderer Lebewesen.
Ein weiterer Grund gegen das Angeln liegt in der Gefahr durch weggeworfenes oder zurückgelassenes Angelzubehör. Vögel und andere Wildtiere verheddern sich häufig in den Schnüren oder können sich an Angelhaken schwer verletzen.
WAS SIE TUN KÖNNEN
- Bitte entscheiden Sie sich für eine Sportart, die für alle Beteiligten fair ist und bei der niemand zu Schaden kommt.
- Es gibt etliche Möglichkeiten, sich an der Natur zu erfreuen und sie aktiv zu schützen, ohne dabei Tiere zu quälen oder gar töten. Dazu zählen beispielsweise Campen, Kanufahren, Schwimmen, Wandern oder das Abfallsammeln an Gewässern. Hierbei kann man auch gestrandete Tiere wieder ins Wasser zurückbringen oder verletzten Tieren helfen.
- Sprechen Sie mit Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern über das Schmerzempfinden von Fischen und zeigen Sie ihnen das Leid auf, das Angler den Tieren zufügen. Bitten Sie die Menschen in Ihrem Umfeld, nicht zu angeln.
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QUELLEN
[1] Blick: Die Jungen hängen an der Angel!, https://www.blick.ch/news/schweiz/fischen-so-beliebt-wie-nie-die-jungen-haengen-an-der-angel-id9063591.html, (eingesehen am 07.04.2021)
[2] Sneddon, L. U. (2003): The evidence for pain in fish: the use of morphine as an analgesic. Applied Animal Behaviour Science, 83(2), 153-162. DOI: 10.1016/S0168-1591(03)00113-8.
[3] Sneddon, Lynne U. (2011): Pain perception in fish, Evidence and implications for the use of fish, Journal of Consciousness Studies, 18, No. 9-10, 209-229
[4] Braithwaite, Victoria A. (2010): Do Fish Feel Pain?, Oxford: Oxford University Press
[5] Segner, Helmut (2013): Nociception and pain, A biological perspective, Contributions to Ethics and Biotechnology 9, 94
[6] Wild, Markus (2013): Fische, Kognition, Bewusstsein und Schmerz, Eine philosophische Perspektive, Beiträge zur Ethik und Biotechnologie 10, 187
[7] Sneddon, L. U., Braithwaite, V. A., & Gentle, M. J. (2003): Do fishes have nociceptors? Evidence for the evolution of a vertebrate sensory system. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 270(1520), 1115–1121. http://doi.org/10.1098/rspb.2003.2349, (eingesehen am 07.04.2021)
[8] Tier im Recht: Fischerei, https://www.tierimrecht.org/de/recht/lexikon-tierschutzrecht/fischerei/, (eingesehen am 07.04.2021)
[9] Sitar, S. P., Brenden, T. O., He, J. X., & Johnson, J. E. (2017): Recreational postrelease mortality of lake trout in Lakes Superior and Huron. North American Journal of Fisheries Management Vol. 37, Iss. 4.
[10] Shawn P. Sitar, Travis O. Brenden, Ji X. He & James E. Johnson: Recreational Postrelease Mortality of Lake Trout in Lakes Superior and Huron, https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/02755947.2017.1327903, (eingesehen am 07.04.2021)