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Pervi Svonok am 1. September: Sommerausklang und erster Schultag zwischen Minsk und Wladiwostok
Es gibt weltweit wohl keinen Kultur- und Sprachraum, der über eine so ausdehnte Geographie verfügt wie der postsowjetische. Von Minsk bis Wladiwostok sind es locker 10.000 Kilometer, und trotzdem sieht für Kinder aus Minsk in Belarus, aus Tschuchotka jenseits der Polarkreises im Fernen Osten, aus den Tiefen der Mongolei oder aus Tadschikistan der 1. September gleich aus. Es geht, für viele zum ersten Mal, in die Schule.
Der Ursprung dieses Feiertags wird offiziell auf das Jahr 1984 zurückgeführt, als ein entsprechendes Gesetz verabschiedet wurde, aber die sowjetischen Kinder begannen das Schuljahr bereits 1935 am 1. September. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs initiierten junge Sozialisten einen jährlichen Internationalen Jugendtag, um in den Schulen aller Sowjet-Staaten Anti-Kriegs-Aktionen und Friedensunterricht durchzuführen. Seit 1932 ist der 1. September auf Anregung der Komintern für die Jugend das Datum des Weltjugendtages. Und bereits am 3. September 1935 wurde durch einen Erlass des Rates der Volkskommissare und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei ein einheitlicher Unterrichtsbeginn in allen Schulen der UdSSR am 1. September eingeführt.
Zuvor gab es keinen festen Termin für den Beginn des Schuljahres. Im Russischen Reiches begannen die Schüler in den Städten Ende August bis Anfang September und in den ländlichen Gebieten am 1. Dezember mit dem Unterricht. Das lag daran, dass die Dorfkinder ihren Eltern bei der Bewirtschaftung der Höfe halfen und erst nach Beendigung der Feldarbeit zur Schule gehen konnten.
Der erste Schultag des Jahres beginnt mit der feierlichen Übergabe eines Lineals sowie einer Lektion über Frieden und Wissen, was zu einer guten Tradition geworden ist.
Es gibt noch eine weitere Tradition, die aus der Sowjetzeit stammt: den Lehrern zum Schuljahresbeginn Blumen zu schenken, so dass die Kinder am 1. September nicht nur mit Tüten, sondern auch mit Blumen in die Schule kommen, was dem ganzen eine sehr feierlichen Atmosphäre verleiht.
In diesem Jahr öffnete die Internationale Deutsche Schule ihre Türen, die erste in Minsk und überhaupt in Weißrussland. Hier lernen in Zukunft nicht nur Kinder aus belarussischen Familien, sondern auch aus Familien aus Deutschland und anderen Ländern. Agata Sidorowitsch, eine Deutsche, die sich nicht nur in Weißrussland, das Heimatland ihres Mannes verliebt hat, sondern es auch geschafft hat, ein Stück Deutschland in Minsk zu schaffen, hat dieses wunderbare Projekt realisiert. Das Projekt des deutschen Kindergartens, das seit 4 Jahren erfolgreich existiert, wuchs und wurde durch das Schulprojekt ergänzt, bei dem die Erstklässler nach belarussischer Tradition am 1. September, aber mit traditionellen deutschen Schultüten, in ihre erste Unterrichtsstunde gingen. Sie können sich das Interview mit Agata auf unserem YouTube-Kanal ansehen.