Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03111.jsonl.gz/2312

Fluchttüren sind sehr wichtige Bestandteile jedes grösseren Gebäudes. Sie bestehen aus vielen Komponenten, müssen verschiedene Bedürfnisse erfüllen und sind entsprechend diversen Normen konzipiert. Hier finden Sie eine Zusammenstellung der wichtigsten Normen und Begriffe rund um die Fluchttüre.
Fluchttüren
Fluchttüren
sind Türen, die mit Schlössern und Beschlägen nach SN EN 179 oder SN EN 1125 und optional mit elektrischen Verriegelungen und Steuerungen nach SN EN 13637
ausgestattet werden. Diese geprüften Fluchtkomponenten müssen so in den verschiedenen Türkonstruktionen eingesetzt werden, dass sie die geforderten Fluchtfunktionen erfüllen.
Für den korrekten Einbau der geprüften Fluchtwegkomponenten und somit der Fluchtfunktionen an der Tür ist der Türbauer verantwortlich.
Um Missverständnisse zu vermeiden, werden einige Sammelbegriffe, die innerhalb der Normen verwendet werden und mehrere Varianten beinhalten, hier erläutert.
Bedienelemente
Bedienelemente werden in verschiedenen Normen unterschiedlich bezeichnet.
Nach SN EN 179 sind dies der «Drücker» und die «Stossplatte».
Die SN EN 179 beschreibt mechanische Fluchttürkomponenten für Notausgangstüren.
Nach SN EN 1125 sind dies die Begriffe «Griffstange» und «Druckstange».
Die SN EN 1125 beschreibt mechanische Fluchttürkomponenten für Paniktüren.
Um verständlich zu bleiben, werden meist die Begriffe «Drücker» für SN EN 179 und «Panikstange» für SN EN 1125 verwendet, ohne dabei eine der beschriebenen Varianten auszuschliessen.
Türsteuerterminal (TST)
Das Türsteuerterminal (TST) beinhaltet:
- Steuerungselemente
- einen rastenden «Nottaster»
- ein Rückstellungselement, wie z.B. einen Schlüsselschalter
- verschiedene Anzeigeelemente
Das TST wird in der SN EN 13637 nicht erwähnt. Dort werden teilweise auch andere Begriffe genutzt.
Begriffe innerhalb der SN EN 13637
Elektrisch gesteuerte Fluchttüranlagen nach SN EN 13637 bestehen mindestens aus folgenden Elementen (einzeln oder kombiniert):
- Auslöseelement (entspricht dem Nottaster) zur manuellen Freigabe der elektrischen Verriegelung für den Ausgang
- Elektrische Verriegelung zum Sichern der Fluchttüre
- Elektrische Steuerung für die Versorgung, den Anschluss und die Steuerung der elektrischen Verriegelung und des Auslöseelements
- Piktogramm, das in Grösse und Farbgebung definiert ist und die Funktionsweise des Auslöseelements eindeutig erkennbar macht.
Zusätzlich in die Fluchttüranlage integrierbar sind:
- Zeitverzögerung mit einer definierten verzögerten Freigabe der Fluchttüre
- Klasse t1 entspricht einer einfachen Zeitverzögerung mit maximal 15 Sekunden.
- Klasse t2 entspricht einer zweifachen Zeitverzögerung mit maximal 15 Sekunden und zusätzlich maximal 180
Sekunden.
- Die zweite Zeitverzögerung wird ausschliesslich manuell aus einer 24 Stunden besetzten Sicherheitszentrale
(zentrale Fluchtwegsteuerung) ausgelöst. Dafür muss die Situation vor der entsprechenden Fluchttüre direkt oder
über Videoüberwachung einsehbar sein.
- Als Option kann die Zeitverzögerung in der Fluchtsteuerung jederzeit über ein Evakuationssignal, zum Beispiel die
Brandfallsteuerung, vorzeitig abgebrochen und die Türe freigegeben werden.
- Modus zur Sperrung der Freigabe für die vollständige Sperrung der Fluchttürfunktion
Autoren: Werner Frei, Hanspeter Link