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In der Definition der Psychotherapie als „Seelenheilkunde” vom Schweizerischen PsychotherapeutInnen-Verband (SPV) wird die Seele als eine (konzeptuell) vom Körper abgegrenzbare Entität aufgefasst. So verstanden ist die Seele die Grundlage des Erlebens. Sie umfasst die unter anderem die Prozesse des Denkens, der Motivation, des Wollens und des Fühlens, somit z.B. auch die Kreativität, die Intuition sowie ästhetisches und religiöses Erleben. Auf dieser Unterscheidung zwischen körperlichen und seelischen Prozessen beruht die Unterscheidung der Gegenstandbereiche der somatischen Medizin einerseits (Körper) und der Psychotherapie andererseits (Seele). Die Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele sind Gegenstandsbereich der Psychotherapie und der psychosomatischen Medizin. Das oben angeführte Verständnis der Seele ist dichotom (zweiteilend) und psychologisch-funktional; es beruht auf der wissenschaftlichen Absicht, sich von jeglichem weltanschaulichen Gedankengut loszusagen. Eine solche erkenntnistheoretische Haltung hat zwar den Vorteil der weltanschaulichen Neutralität, verkennt aber die Unumgänglichkeit der soziokulturellen Verankerung des Menschen und riskiert, durch ihren Verzicht auf einen grossen kulturgeschichtlichen Erfahrungsschatz ihren Gegenstand letztlich zu verfehlen. Ein umfassenderes Verständnis der Seele wird unter Körper, Geist und Seele dargestellt.
Das oben erläuterte Verständnis der Seele ist rudimentär und funktional; eine umfassendere Sicht der Seele wird unter Körper, Geist und Seele dargestellt.