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Die Begriffe Übertragung, Differenz und Wiederholung stehen meist in jenem grösseren theoretischen Rahmen zur Debatte, in dem es um die Kritik der Repräsentation geht. Diese Kritik spielt sich auf dem Grenzgebiet zwischen Literatur und Philosophie ab und ist zugleich relevant für die Literaturkritik im engeren Sinne. Jeder dieser Begriffe beschreibt eine bestimme Darstellungsweise in Texten. Von Übertragung kann in der Literatur in vielfachem Sinne die Rede sein, beispielsweise dann, wenn Fragen der Übersetzung, der Rhetorik (Metapher, Metonymie) und der Wiederholung diskutiert werden. Literatur selbst konstituiert sich durch vielfältige Wiederholungen und Übertragungsleistungen und stellt diese Prozesse zugleich immer dar. In welcher Weise die genannten Begriffe also auch untereinander einen Zusammenhang bilden, soll im Seminar genauer beobachtet werden. Man wird z.B. besser verstehen können, wie die Wiederholung und Übertragung einen literarischen Text strukturieren, wenn man dabei die jeweilige Differenz beobachtet.
In diesem Seminar sollen grundlegende Texte zu den drei genannten kritischen Grundbegriffen gelesen und diskutiert werden; des weiteren werden wir an literarischen – fiktionalen – Beispielen das Arbeiten mit diesen Aspekten vertiefen. – Fragen, die dieses Seminar näher beschäftigen werden, sind z.B.: Was ist der Unterschied zwischen Wiederholung und Mimesis? Wie kann man Formen nicht-identischer Wiederholung denken? Auf welche Weise tragen die Wiederholung und die Übertragung zur Kritik der Repräsentation bei? Was versteht man unter Differenz und différance im Kontext der Dekonstruktion?
Zusammen mit den unten erwähnten theoretischen Lektüren werden literarische Texte von Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, E.T.A. Hoffmann, Gottfried Keller, Goethe u.a. diskutiert werden. Zur Vorbereitung empfohlen:
Vorbesprechung: 30. Januar 2007, 12:00 Uhr (Raum: s. Aushang im Deutschen Seminar und Ankündigung auf den Websites der AVL und des DS).
Wann: Di 14:00-15:45 / Beginn: 27.03. 07
Wo: Raumangabe folgt