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Bildung und Erziehung
Autor(en): David Amherdt/Clemens Schlip. Version: 10.02.2023.
- Bildung und Erziehung im Geiste des Humanismus: einleitende Bemerkungen
- Pädagogische Tendenz der Schweizer Humanisten
- Organisation des Schul- und Hochschulwesens
- Zwei pädagogische Abhandlungen
- Das Erlernen der klassischen Sprachen und des Hebräischen
- Verleger, Drucker, Buchhändler
- Die Jesuiten in der katholischen Schweiz
- Mädchen- und Frauenbildung
1. Bildung und Erziehung im Geiste des Humanismus: einleitende Bemerkungen
Die besondere Eigentümlichkeit des humanistischen Bildungsprogramms besteht darin, dass die Bildung um ihrer selbst willen angestrebt wird; es zielt derart auf die Persönlichkeitsvervollkommnung des von ihr gebildeten Menschen. Diese Zielsetzung unterscheidet es einerseits vom mittelalterlichen Denken, das Bildung als «Vorbereitung auf die transzendente Sinnerfüllung des irdischen Lebens» auffasste, andererseits aber auch von allen geistigen Strömungen, die Sinn und Zweck von Bildung nur unter oberflächlichen Nützlichkeitsaspekten beurteilen. Das vorzügliche Bildungsmittel des Humanismus ist die intensive Beschäftigung mit den Autoren der Antike (und zwar nicht nur den heidnischen Klassiker, sondern auch den christlichen Schriftsteller), wobei zumindest dem Anspruch nach auch die griechischen Autoren herangezogen werden sollen (auch dies ein Unterschied zum Mittelalter, wenngleich nicht alle Humanisten diesem Anspruch gleichermassen gerecht wurden). Derartige Studien bezeichnen die Humanisten als studia humanitatis, bonae litterae, litterae humaniores, litterae humanae oder mit verwandten Ausdrücken; durch sie erst wird der Mensch wahrhaft zum Menschen (homo humanus). Die einzelnen Disziplinen der studia humanitatis hat der italienische Frühhumanist Tommaso Parentucelli (1397-1455, nachmals Papst Nikolaus V.) so aufgegliedert: Grammatik, Rhetorik, Geschichte, Dichtkunst und Moralphilosophie. Für diejenigen, die sich mit derlei Dingen beschäftigen, bürgerte sich ab dem späten 15. Jahrhundert von den italienischen Universitäten ausgehend die Bezeichnung humanista ein.
Es überrascht also nicht, dass Bildung und Erziehung im 16. Jahrhundert zentrale Themen des Humanismus sind; dies gilt ganz besonders auch für den christlichen Humanismus erasmischer Prägung. Man könnte sogar sagen, dass Bildung und Erziehung letztlich die Quintessenz des Humanismus sind; viele der anderen Themen, die auf diesem Portal betrachtet werden (wie etwa das Theater) erschliessen sich nur, wenn man sie vor dem Hintergrund des damaligen Bildungs- und Erziehungssystems betrachtet. Mehr noch als bei anderen Themen besteht bei diesem das Problem einer gewaltigen Stofffülle und damit verbunden die Gefahr, sich in Details und Einzelheiten (nicht zuletzt auf lokaler Ebene) zu verlieren, was dem Sinn einer der ersten Orientierung dienenden Einführung widerspräche. Weniger noch als bei anderen Themen kann diese Einführung daher der Mannigfaltigkeit ihres Themas gerecht werden, sie kann in vielen Fällen nur Andeutungen geben; dies freilich immer verbunden mit Hinweisen, wo sich genauere Informationen finden lassen. Etwas detaillierter gehen wir mitunter auf solche Autoren und Texte ein, die wir auf diesem Portal als Beispiele präsentieren.
Es muss von vornherein klargestellt werden, dass das humanistische Bildungsideal in seiner oben skizzierten Reinform nur einer der Faktoren des geistigen Lebens im 16. Jahrhundert war, wenngleich sicher einer der bedeutendsten. Es bestehen Wechselwirkungen zu anderen geistigen Erscheinungen wie der Reformation; die konkrete Gestalt, die der Humanismus im Bildungswesen annimmt, ist von solchen äusseren Umständen nicht unbeeinflusst.
2. Pädagogische Tendenz der Schweizer Humanisten
Die besondere Bedeutung von Bildung und Erziehung im Humanismus (allgemein, und damit auch in der Schweiz) wird schon rein äusserlich dadurch deutlich, dass die meisten Schweizer Humanisten in einer bestimmten Phase ihres Lebens oder sogar ihr ganzes Leben lang im Bildungswesen tätig waren: Glarean, Vadian, Montanus, Gwalther, aber auch Zwingli (als Zürcher Schulherr), Rhellicanus und viele andere. Manche von ihnen widmeten sogar ihr ganzes Leben dem Unterricht an Schulen oder Hochschulen. Das ist etwa der Fall bei Heinrich Glarean, den man mit vollem Recht als den praeceptor der katholischen Schweiz bezeichnen kann; bei allen seinen Tätigkeiten und in allen seinen Schriften verfolgte er eine pädagogische Absicht (auf sein Leben und Wirken gehen wir auf diesem Portal an anderer Stelle genauer ein).
Johannes Rhellicanus (1478/88-1542) war auch als Erzieher tätig. Er war 1527 in Zürich Bullingers Griechischlehrer und wurde im Folgejahr Professor für Griechisch und Philosophie an der neuen Hochschule (Akademie) von Bern. Nach seiner Rückkehr nach Zürich 1538 unterrichtete er an der dortigen Lateinschule. Besonders bemerkenswert ist das von ihm verfasste Lehrgedicht anlässlich einer botanischen Exkursion, die er 1536 auf das Stockhorn unternommen hatte. Er übersetzte auch die Homervita des Plutarch (1537) und verfasste einen Caesarkommentar (1543). Rhellicanus schrieb ein 78 Verse umfassendes Gedicht in elegischen Distichen über die christliche Bildung mit dem Titel In bibliothecam Bernensem omnis generis librorum copia instructam […] elegia, einer «Elegie über die Berner Bibliothek, die mit einer Menge von Büchern zu jedem Themengebiet ausgestattet ist». In seiner Vorrede, die sich an den «christlichen Leser» (christiano lectori) richtet, geht er von der Feststellung aus, dass das Literaturstudium nachgelassen habe und dass viele die schuld daran dem Evangelium zuschöben. Sein Ziel ist es, den Leser mit der Studienmethode der Berner Schule bekannt zu machen und zu beweisen, dass Treue zum Evangelium kein Hindernis für ein ernsthaftes Studium ist. In der Vorrede zählt er auch die diversen Studiengebiete auf (Sprachen, Theologie etc.) und nennt die Namen der an der Schule unterrichtenden Lehrer; unter ihnen findet sich Rhellicanus selbst, ebenso der Theologieprofessor Kaspar Megander (1495-1545). Das Gedicht selbst, das in einem eher moralisierenden Tonfall gehalten ist, ist eine Hymne auf den christlichen Humanismus: die wahre Weisheit (Minerva, Pallas), die die Weisheit des himmlischen Vaters ist, ist an die Stelle von Krieg und Barbarei (Mars) getreten. Als Waffen dienen fortan die lateinischen, griechischen und hebräischen Bände der neuen Bibliothek. Diese Renaissance geht mit einem Niedergang des von geistiger Finsternis geprägten Papsttums einher, über den sich Rhellicanus sehr freut! Am Ende des Gedichtes zeigt der Autor, dass keiner, der weise werden will, Gott verachten darf; eine Wissenschaft ohne Gott ist gefährlich, sowohl für den, der sie betreibt, als auch für die anderen.
Man muss auch noch ein Wort über Rudolf Gwalther sagen, dessen 1549 in Zürich erschienenes Schulstück Nabal dem Erlernen der lateinischen Sprache, der moralischen Erbauung und einer dramatischen Spielpraxis dienen soll, die es den jungen Leuten ermöglicht, sich im unbefangenen öffentlichen Auftreten und Sprechen zu üben. Diese pädagogischen Ziele, besonders die literarische und moralische Bildung der jungen Leute, werden übrigens im gesamten Werk des Reformators sichtbar.
Die pädagogische Ader und das Interesse an der literarischen Bildung der Jugend des Johannes Fabricius Montanus wird in seiner Poemata-Sammlung deutlich, die man als enchiridion vatis christiani, als «Handbuch eines christlichen Dichters» bezeichnen könnte; denn dieses Buch hat zum Ziel, den jungen Leuten zu demonstrieren, wie man christliche Dichtung verfasst und sich dabei doch ganz eng an die heidnischen Vorbilder hält.
Ein schönes Beispiel für die Früchte seiner Unterrichtstätigkeit und ebenso für die Art und Weise, wie er darin Literatur, Botanik und physische Aktivität miteinander verband, ist De itinere ad Montem Utliacum, ein Gedicht, das der junge Theodor Collinus (Ambühl) 1551 anlässlich einer Exkursion seiner Klasse zusammen mit seinem Lehrer Montanus auf den Uetliberg verfasste (der Uetliberg ist ein Hügel über Zürich); Montanus gab dieses Gedicht in seiner 1556 veröffentlichten Poemata-Sammlung heraus. Während dieser Exkursion deklamierten die Schüler Verse aus den Bucolica des Vergil, die auch das wichtigste Vorbild für dieses Gedicht sind. Die als locus amoenus beschriebenen Naturschönheiten werden in diesen Versen verherrlicht, und sie erheben die Seele zu Gott, zu dem Gott, zu dem die jungen Leute beten, und der gut mit den heidnischen Gottheiten auskommt, seien es die Göttinnen vom Uetliberg, Aurora, oder die Musen. Im Zusammenhang mit der Familie Ambühl kann man noch ein Werk von Theodors Bruder, Rudolf Collinus, erwähnen; er veröffentlichte 1565 ein moralisierendes Gedicht, das sich sicher an junge Leute richtete, das In imaginem ebrietatis carmen, «Ein Gedicht über eine bildliche Darstellung der Trunkenheit». Die 250 Verse (elegische Distichen) dieses Gedichtes beschreiben einen Stich, der am Anfang des Bandes abgedruckt ist. Er zeigt ein Kind, das von den unangenehmen Folgen der Trunkenheit heimgesucht wird. In dem Gedicht geht es dementsprechend um alle negativen Folgen, die ein übermässiger Alkoholkonsum mit sich bringt.
3. Organisation des Schul- und Hochschulwesens
Die einzige Universität auf dem Territorium der heutigen Schweiz war die am 12. November 1459 auf Bitten des Basler Rates von Papst Pius II. gestiftete und am 4. April 1460 unter massgeblicher Beteiligung des Basler Bischofs eröffnete Hochschule. Als «bürgerlich reichsstädtische Gründung mit dem städtischen Rat als Landesherr» nimmt sie unter den Universitäten der Zeit eine Sonderstellung ein. Ihre Geschichte und die Entwicklung ihrer inneren Organisationen können hier nur ausschnitthaft beschrieben werden. Im Zuge der Reformation kam es zu Spannungen, die nach der Basler Volkserhebung von 1529 und dem damit vollzogenen Sieg der neuen Lehre zur Abwanderung der katholischen Dozenten (darunter auch Glarean) und Studenten nach Freiburg i. Br. und nach einem dreijährigen Interregnum (mit eingeschränktem Lehrbetrieb) 1532 zum Erlass neuer Statuten führten, die den Einfluss des Staates stärkten und die Hochschulautonomie einschränkten. Auch in der reformierten Hochschule behielt der fortan in Pruntrut residierende Basler Bischof sein Kanzleramt und anders als in der Professorenschaft wurden unter den Studenten auch das katholische Bekenntnis oder andere protestantische Bekenntnisse als das in Basel herrschende toleriert.
Die Universität Basel bestand gemäss dem im Hochmittelalter in Paris entwickelten Modell aus vier Fakultäten: Theologie (die unbestrittene Leitwissenschaft des 16. Jahrhunderts), Jura, Medizin und der Artistenfakultät, die der heutigen Philosophischen Fakultät entspricht. Die Artistenfakultät diente in Basel, aber auch generell im Universitätssystem, als eine Art Einführungsstudium für Studenten aller Fakultäten (wobei aber kein akademischer Grad erworben werden musste und überhaupt ihr Besuch keine unbedingte Pflicht darstellte, aber doch aus praktischen Gründen die Regel war). Ihr Prestige war geringer als das der übrigen Fakultäten, die Gehälter ihrer Dozenten ebenso, und da viele von ihnen später in eine der anderen Fakultäten aufrückten, fluktuierte der Lehrkörper. Der eher schulmässig angelegte Unterricht in den sogenannten Artes Liberales war grundsätzlich auf sechs Semester angelegt. Als Abschlüsse konnten das Bakkalaureat und dann der Magistertitel erworben werden, während das Doktorat den höheren Fakultäten vorbehalten war. Aufgrund ihrer besonderen Funktion als «universitätsinternes Gymnasium» war sie nach der Anzahl der eingeschriebenen Studenten die grösste Fakultät; im Durchschnitt mindestens jeder zweite Student beschränkte an den Universitäten der Frühen Neuzeit seine Ausbildung auf die Artistenfakultät.
Aufgrund des Wegfalls der kirchlichen Pfründen und Stiftungen erhielten die Professoren in der reformierten Hochschule von Basel ihr Gehalt vom Staat. Da dieses trotz gelegentlich zugestandener Extraleistungen in Naturalien eher gering war, unterhielten viele zugleich private Studentenpensionate. Dass Hochschullehrer (unterstützt durch ihre Frauen) sich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit auch der Beherbergung von Studenten annahmen (womit immer eine gewisse Lern-, Erziehungs- und Lebensgemeinschaft verbunden war), ist im Übrigen keine Basler Spezialität; Glarean (um hier nur einen Schweizer als Beispiel anzuführen) hat es in Freiburg i. Br. Nicht anders gehalten.
Die Grenzen zwischen dem schulischen Bereich, das heisst den oberen Gymnasialklassen, und der Artistenfakultät waren im Allgemeinen in der Frühen Neuzeit noch fliessend. Dies zeigt sich gut an einem Basler Beispiel. Thomas Platter d. Ä. war als Rektor der Basler Lateinschule (1544-1578) zunächst unter Anfeindungen vonseiten der Artistenfakultät ausgesetzt, weil er mit seinen Schülern anspruchsvollere Autoren las als im Pädagogium (der Artistenfakultät) behandelt wurden, und weil er Dialektik lehrte; die Universitätsvertreter betrachteten diese als ihre Domäne und fürchteten durch Platters Praxis eine Abnahme der Immatrikulationen am Pädagogium.
Andernorts in der reformierten Schweiz entstanden zwar keine Universitäten, dafür aber Akademien, die der Ausbildung des geistlichen Nachwuchses, aber auch der evangelischen Belehrung der existierenden Geistlichkeit und des gebildeten Publikums dienen sollten. Den Anfang machte 1525 in Zürich die unter massgeblichem Einfluss Zwinglis ins Leben gerufene Prophezey, mit der eine den neuen Lehren entsprechende und von auswärtigen Universitäten unabhängige Theologenausbildung garantiert werden sollte. Sie wurde Vorbild für die Hohe Schule in Bern (1528), die Akademie im damals bernischen Lausanne (1537) und die Akademie in Genf (1559). Neben Theologie wurden an diesen Hochschulen Philosophie und besonders auch die klassischen Sprachen und Hebräisch unterrichtet. Diese Sprachenausbildung war die notwendige Vorbedingung, um eine Bibelexegese in den Originalsprachen betreiben zu können. Anders als Universitäten erteilten sie keine akademischen Grade und kannten neben ihrer relativen Beschränkung im Fächerkanon auch deshalb keine Aufgliederung in Fakultäten. In solchen Einrichtungen schuf «sich die Reformation in einer universitätslosen Stadt die universitätsähnlichen Institutionen [...], die sie benötigte». Es lag nahe, sie organisatorisch mit den örtlichen Lateinschulen zu verbinden, wie dies besonders mustergültig in Zürich und Bern durchgeführt wurde; deren fortgeschrittene Schüler durften jeweils bereits die öffentlichen Vorlesungen der Zürcher Prophezey bzw. des Collegiums zum Barfüssen in Bern besuchen; im Übrigen waren alle Lateinschulen im Berner Bereich (neben der in Bern auch die von Thun, Burgdorf, Brugg, Zoffingen, Aarau und das damals bernische Murten) als Vorbereitungsinstitute auf die Hohe Schule ausgerichtet (in der von Bern eroberten Waadt galt das analog für die diversen lokalen Lateinschulen in ihrem Verhältnis zur Lausanner Akademie).
Als Zeichen für den Geist der Prophezey und der ihr verwandten Einrichtungen mag hier das Gebet zitiert werden, das Zwingli für die Eröffnung der täglichen Vorlesungen am 19. Juni 1525 verfasste:
Omnipotens sempiterne et misericors Deus, cuius verbum est lucerna pedibus nostris et lumen semitarum nostrarum, aperi et illumina mentes nostras ut oracula tua pure et sancte intelligamus et in illud quod recte intellexerimus transformemur, quo maiestati tuae nulla ex parte displiceamus: per Jesum Christum dominum nostrum. Amen.
Allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dessen Wort eine Kerze ist, die unsere Schritte führt, und eine Leuchte, die unsere Pfade erhellt, öffne und erleuchte unseren Geist, damit wir Deine Prophezeiungen rein und heilig verstehen und in das umgewandelt werden, was wir richtig verstanden haben, damit wir Deiner Majestät in keiner Weise missfallen: durch Christus unseren Herrn. Amen.
Einen konkreten Einblick in die innere Organisation des Zürcher höheren Bildungswesens im Jahr 1554 und in seine impliziten Zielsetzungen bietet auf diesem Portal der an einen interessierten Marburger Theologen gerichtete Brief De moribus aus der Feder des Johannes Fabricius Montanus, der die Lateinschulen ebenso in den Blick nimmt wie die theologische Lehranstalt. Er macht deutlich, was es bei jeder Beschäftigung mit dem reformierten Hochschulwesen zu berücksichtigen gilt: Humanistische Bildungsinhalte sind hier keineswegs autonom, sondern werden in eine einem ganz konkreten Zweck – der reformierten Seelsorge – dienende Theologenausbildung eingebettet.
4. Zwei pädagogische Abhandlungen
Das Interesse der humanistisch geprägten Schweizer Reformatoren an der Jugendbildung wird auf diesem Portal in zwei pädagogischen Abhandlungen deutlich; die eine stammt von Ulrich Zwingli und wurde rasch herausgegeben und neuaufgelegt; die andere stammt von seinem späteren Nachfolger an der Spitze der Zürcher Kirche, Heinrich Bullinger, und erschien erstmals am Ende des 16. Jahrhunderts.
Ulrich Zwinglis Quo pacto ingenui adolescentes formandi sint
Das kleine Werk stammt aus dem Jahr 1523; es wurde mehrfach neuaufgelegt und zweimal ins Deutsche übersetzt. Der Adressat dieses Textes ist Gerold Meyer, ein adolescens optimus, der damals 14 Jahre alt war; er sollte 1531 in der Schlacht bei Kappel (wie auch Zwingli selbst) den Tod finden.
In dem am Anfang stehenden Brief erklärt Zwingli seine Absichten: Er will sowohl der geistigen wie der körperlichen Gesundheit einen Dienst erweisen. Im ersten, eher theologischen Teil betont Zwingli die Bedeutung eines soliden Religionsunterrichts für einen jungen Mann in Gerolds Alter. Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Disziplinen, mit denen sich der junge Mann bekannt machen soll: den heiligen Sprachen (Latein, Griechisch, Hebräisch), die man kennen muss, um die Heilige Schrift zu verstehen; der Rhetorik (Zwingli widmet der Bedeutung der Redekunst eine ausführliche Darstellung); und einigen mathematischen Grundkenntnissen. Hierauf gibt Zwingli Ratschläge zur Lebenskunst: Der junge Mann soll sich vor Trägheit, dem Spiel und übermässigem Genuss von Wein und Nahrung hüten; und er soll sich auch vor dem Liebeswahnsinn in Acht nehmen. Der dritte Teil beschäftigt sich mit den Pflichten gegenüber anderen: Man muss im Geiste der christlichen Liebe und der Diensteifrigkeit leben, man muss seine Eltern ehren und es vermeiden, sich von der Spielleidenschaft packen zu lassen; auch von der Notwendigkeit körperlicher Übungen ist die Rede: dem Laufen, dem Springen, dem Diskuswurf, der Gymnastik, dem (typisch schweizerischen!) Ringkampf; man muss sich auch vor der Lüge hüten, und ebenso vor einem affektierten Gang.
Die Studiorum ratio des Heinrich Bullinger
Es handelt sich um ein Jugendwerk von Heinrich Bullinger (1504-1575), das er 1527/1528 für seinen Freund Werner Steiner verfasste. Das kleine Werk war nicht zur Publikation bestimmt; erst 1594 erschien eine erste Ausgabe. Die Studiorum ratio präsentiert in Briefform sowohl einen humanistischen Studienplan als auch zugleich eine Methode für das Theologiestudium. Das Zielpublikum ist der literarisch gebildete Christ, nicht speziell der Theologe oder der Inhaber eines Kirchenamtes. Bullinger greift auf zahlreiche Quellen zurück: Man findet so auch Spuren von Zwinglis Quo pacto, man muss aber betonen, dass die beiden Werke sich stark voneinander unterscheiden.
Auf kurze Kapitel über die auf das Studium aufzuwendende Zeit, über die Ernährung, den Schlaf und die Entspannung, beschäftigt sich der grösste Teil von Bullingers Studiorum ratio mit der Lektüre (lectio): zum einen der profanen Lektüre (lectio prophana: Philosophen, Dichter, Redner, Historiker, Mathematiker und Ärzte; er schlägt vor allem einen Lektürekanon vor), zum anderen der geistlichen Lektüre (lectio sacra: ihre Ziele, die Art des Lesens, die Allegorien; die historischen und prophetischen Bücher, die Psalmen, die Evangelien, die Briefe, die Kommentare etc.); die profane Lektüre dient dabei der Vorbereitung auf die geistliche Lektüre. Für Bullinger – und dies entspricht der humanistischen Tradition – ist die Lektüre die Basis des Denkens, das heisst, dass man jedes Wissen durch das Studium der Autoren (und vor allem der alten Griechen und Römer) erwirbt. Für Bullinger besteht auch die Arbeit eines Theologen vor allem in der Lektüre von Texten, und die biblische Exegese beruht nicht grundsätzlich auf den Interpretationen, denen die Heilige Schrift schon unterworfen worden ist; er sagt: scripturam sui ipisus esse commentarium, «die Schrift ist ihr eigener Kommentar». Bullingers Studiorum ratio richtete sich, wie bereits erwähnt, nicht an ein grosses Publikum, und sie hatte daher auch keinen besonderen Einfluss; sie zeugt aber von der intellektuellen Regsamkeit in Zürich im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts.
5. Das Erlernen der klassischen Sprachen und des Hebräischen
Das gründliche Erlernen des Lateinischen und Griechischen, der beiden klassischen Sprachen, ist von Anfang an ein Kernanliegen des humanistischen Projekts. Was das Lateinische angeht, das für Gebildete ja auch eine aktive Gebrauchssprache war, so wollte man sich von dem als barbarisch empfundenen mittelalterlichen Sprachgebrauch absetzen. Auch wenn Griechisch und Hebräisch dem Lateinischen theoretisch gleichgestellt waren (oder dem Geschmack mancher Humanisten oder Reformatoren nach sogar wichtiger erschienen), so dominierte die Sprache der Römer in der Realität das Unterrichtswesen in unübersehbarer Weise; diese Dominanz setzt sich im Übrigen in der literarischen Produktion der Humanisten fort, in der schon Griechisch verfasste Schriften ein klares Minderheitenphänomen sind (vom Hebräischen ganz zu schweigen). Die Griechischstudien bezeichneten im Westen im Wesentlichen einen Neubeginn nach jahrhundertelanger Unterbrechung im Mittelalter; einen wichtigen Beitrag zu ihrer Wiedergeburt leisteten griechische Gelehrte, die sich unter dem Eindruck der osmanischen Invasion und des Endes des byzantinischen Reiches nach Italien begaben. Beginnend mit den Hebräischstudien zum Beispiel eines Johannes Reuchlin (1455-1522), ganz entschieden aber mit den beispielsweise von Erasmus verkörperten reformtheologischen Strömungen, die nicht nur das auf Griechisch verfasste Neue Testament, sondern auch das Alte Testament in seiner Ursprache lesen wollten, kam auch das Hebräische hinzu, wobei man aber nicht übersehen sollte, dass für Erasmus das Hebräische den klassischen Sprachen eindeutig nachgeordnet blieb, wie er auch das Neue Testament über das Alte stellte. Ganz besonders galt diese Wertschätzung des Hebräischen im Folgenden für das Bildungswesen in protestantischen Gebieten. Generell darf man die realen Sprachkenntnisse und die wirkliche Vertrautheit mit hebräischem Schrifttum, die Studenten der hebräischen Sprache normalerweise erreichten und sich bewahrten, nicht überschätzen; Erasmus selbst hat es übrigens im Hebräischen trotz seines grundsätzlichen Interesses nicht sehr weit gebracht.
Solche vertieften Sprachstudien machten in den Augen der Humanisten neue Hilfsmittel nötig. Als erster sei hier Jakob Ceporin (1500-1525) erwähnt, der 1522 eine griechische Grammatik für die öffentlichen Schulen von Basel verfasste. Er sah sie zweimal durch (1522 und 1526), und nach seinem frühzeitigen Tod (er war noch zum Professor für Griechisch und Hebräisch in Zürich ernannt worden) wurde sie oftmals neuaufgelegt, und dies in Basel und Zürich, aber auch in Paris (1529), Köln (1533, etc.), Antwerpen (1534 und 1540), Venedig (1540) und London (1585). In den Zürcher Schulen fand diese Grammatik bis die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts Verwendung.
1528 veröffentlichte der aus Winterthur stammende Basler Humanist Alban Thorer (1489-1550) eine lateinische Kurzfassung der griechischen Grammatik des Emmanuel Chrysoloras. 1541, und ein weiteres Mal 1542, veröffentlichte er in Basel das Werk Familiarium colloquiorum formulae Graece et Latine, das auch den Titel Cottidiani colloquii libellus trägt; es handelt sich um nebeneinander abgedruckte Redewendungen und Alltagsphrasen in Griechisch und Latein, die für Griechischschüler bestimmt sind und sie zum aktiven Sprachgebrauch anleiten sollen (die für dieses didaktische Verfahren notwendigen Lateinkenntnisse werden vorausgesetzt). Thorer griff dafür auf die antiken (kaiserzeitlichen) Hermeneumata Pseudodositheana zurück, die ursprünglich Schülern im griechischsprachigen Osten beim Erlernen des Lateinischen hatten helfen sollen. Er fügte noch weitere Texte hinzu, die sich für den Schulunterricht eigneten, so etwa die Tabula Cebetis (einen kaiserzeitlichen Dialog, der in Form einer allegorischen Bildbeschreibung das menschliche Leben schildert) oder die pseudohomerische Batrachomyomachia («Froschmäusekrieg»), ein parodistisches Kleinepos; auch hier wird den griechischen Texten jeweils eine lateinische Übersetzung zur Seite gestellt.
Petrus Dasypodius (Hasenfratz) stammte aus Frauenfeld. Der Zwinglifreund lehrte die klassischen Sprachen erst in Zürich und später in Strassburg; 1536 veröffentlichte er bei Wendelin Rihel (Strassburg) ein lateinisch-deutsches Schulwörterbuch, das Dictionarium Latinogermanicum, das zahlreiche Neuauflagen erfuhr.
Seit 1537 beteiligte sich Conrad Gessner an der Herausgabe eines Lexicon Graecolatinum, der revidierten Fassung eines berühmten griechisch-lateinischen Wörterbuchs, das verschiedenen Autoren auf Basis des Dictionarium des Guarino de Favera zusammengestellt hatten. Eine zweite Auflage erschien 1541. In der De utilitate […] Graecae linguae betitelten Vorrede zur dritten Auflage, die 1543 in Basel bei Hieronymus Curio erschien, geht Gessner ausführlich auf die Bedeutung ein, die das Griechische in seinen Augen besitzt, und auf die Überlegenheit über das Lateinische, die er ihm zuschreibt. Erhalten sind uns ausserdem handschriftliche Aufzeichnungen, in denen er auf der Basis mehrerer griechischer Autoren griechische Wendungen für das Alltagsgespräch und die Briefkorrespondenz unter verschiedenen thematischen Rubriken (wie Anrede oder Ausdruck der Verachtung) zusammenstellt. Abschliessend sei noch das 1504 in Strassburg erschienene Werk De modo legendi et intelligendi Hebraeum von Konrad Pellikan erwähnt; es handelt sich um die erste hebräische Grammatik.
Um die Schüler im aktiven Gebrauch des Lateinischen trainieren, griff man auf das Mittel des Schultheaters zurück, wobei sowohl klassische Autoren wie Terenz wie auch (im Bereich der reformierten Schweiz) neugeschaffene protestantische Bibeldramen (wie Rudolf Gwalthers Nabal, der Philargyrus des Petrus Dasypodius oder der Philargirus des Heinrich Pantaleon) zur Aufführung kamen; wir gehen auf dieses Thema näher in unserer Einführung zur dramatischen Gattung ein.
6. Verleger, Drucker, Buchhändler
Spricht man vom Bildungswesen im 16. Jahrhundert, so muss man auch den zeitgenössischen Buchhandel erwähnen, der ihm die notwendige Literatur zur Verfügung stellte. In unserem Zeitraum (und noch bis ins 18. Jahrhundert) kann man Verlagswesen, Druckergewerbe und Buchhandel im Wesentlichen nicht getrennt voneinander betrachten, wenngleich im Laufe des 16. Jahrhunderts zunehmend auch Verleger und Buchhändler auftraten, die keine eigene Druckerei mehr unterhielten. Typisch ist aber für diese Epoche die Figur des Drucker-Verlegers, der sich auch buchhändlerisch betätigte. Es ist kein Zufall, dass sich gerade die Universitätsstadt Basel zu einem Zentrum des Buchgewerbes entwickelte. Namhafte Basler Drucker-Verleger-Persönlichkeiten waren Johann Amerbach (ca. 1440-1513) und Johann Froben (1491-1527), an dessen grosser Hieronymusedition sich Erasmus von Rotterdam beteiligte. Auch Amerbach zählte Erasmus zu seinen Mitarbeitern; an seiner Augustinusedition wirkte als Lektor der junge Franziskanermönch und spätere Zürcher Professor Konrad Pellikan mit, der davon noch Jahrzehnte später in seinem Chronicon berichtet. Unter Humanisten am Beginn ihrer Karriere waren derartige Tätigkeiten im Verlagsbereich im Übrigen typisch. Die damalige lateinische Buchproduktion ist gekennzeichnet durch zahlreiche Neuausgaben antiker Klassiker sowie weiterer Werke für den Schul- und Universitätsgebrauch; daneben machten theologische oder, allgemeiner gesprochen, religiöse Titel einen wichtigen Teil des Angebots aus. Dieses Portal bietet für die genannten Bereiche viele Beispiele. Die seit der Erfindung des Buchdrucks zunehmend unüberschaubare Anzahl gedruckter Titel schuf ein bibliographisches Orientierungsbedürfnis, dem als erster Conrad Gessner mit seiner Bibliotheca Universalis zu begegnen versuchte, die alle bis dahin erschienenen lateinischen, griechischen und hebräischen Bücher aufzählen sollte. Dieses Buch erschien in Zürich, neben Basel und Genf seit der Reformation das dritte grosse Zentrum des Buchdrucks auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.
7. Die Jesuiten in der katholischen Schweiz
Sieht man von Ausnahmen wie dem eingangs erwähnten pädagogischen Praktiker Glarean ab, führten uns die meisten der bisher betrachteten Namen und Schriften in den reformierten Bereich. Das ist eine Folge der historischen Tatsache, dass in den eindeutig katholisch bleibenden Regionen der Schweiz sich ein höheres (humanistisches) Bildungswesen erst mit einiger Verzögerung entwickelte. Angesichts der Erfolge der Reformation wurde dies rasch als dringliches Problem erkannt, da es nicht unproblematisch war, junge Katholiken an die Bildungsstätten der neugläubigen Orte zu schicken. Schon 1531 debattierten die als geschlossener Machtblock auftretenden «fünf Orte» (Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug und Luzern) über dieses Problem, und 1548 brachte sich Freiburg auf einer Tagsatzung der sieben katholischen Orte (die fünf Vorgenannten mit Solothurn und Freiburg) als Ort für eine höhere Schule ins Gespräch – doch es sollte einige Zeit ins Land gehen, bis wirklich konkrete Massnahmen getroffen wurden. Eine wichtige Rolle spielte dabei der 1534 von Ignatius von Loyola (1491-1556) gegründete und 1540 päpstlich anerkannte Jesuitenorden. 1574 begannen Jesuitenpatres in Luzern mit ihrer Unterrichtstätigkeit (die offizielle Einrichtung des dortigen Kollegs erfolgte 1577); an dieser Gründung hatte auch der Mailänder Kardinal-Erzbischof Karl Borromäus (1538-1584), eine der Schlüsselgestalten der katholischen Reform, mitgewirkt. Herausragender Bedeutung gewann das Freiburger Jesuitenkolleg St. Michael (gegründet 1580, Unterrichtsbeginn 1582), an dessen Einrichtung der «zweite Apostel der Deutschen» (nach Bonifatius), Petrus Canisius (1521-1597), persönlich teilnahm. Das Freiburger Kolleg war auch eine der Geburtsstätten des nicht anders als die oben bereits erwähnten protestantischen Bibeldramen pädagogischen Zwecken und der Einübung rhetorischer Fähigkeiten dienenden Jesuitentheaters. Hervorzuheben ist hier Jakob Gretser (1562-1625), der in seiner Freiburger Zeit (1584-1586) mehrere bemerkenswerte Stücke verfasste und dort bzw. in Luzern zur Aufführung brachte (z. B. den Timon oder das Bruder-Klausen-Spiel). Auch wenn die Ratio Studiorum mit ihren offiziellen Anweisungen für den Lehrplan der Jesuitengymnasien erst 1599 erschien, lassen sich daraus Rückschlüsse auf die Praxis in den Vorjahren ziehen. Die späteren Kolleggründungen – Pruntrut (1591), Solothurn (1646), Bellinzona (1646), Brig (1662) und Sitten (1734) seien hier nur kurz erwähnt.
Wie in den reformierten Bildungsstätten, so war auch den Jesuiten(hoch)schulen die Beschäftigung mit humanistischen Bildungsinhalten kein Selbstzweck, sondern eingeordnet in einen letztlich christlich-religiösen Zwecken dienenden Bildungsbetrieb (wobei man in diesem Fall auch an die Rekrutierung eines qualifizierten Ordensnachwuchses zu denken hat). Von den Früchten, die der sprachliche und poetische Unterricht an diesen Schulen dessen ungeachtet reichlich trug, zeugen auf diesem Portal die Gedichte von Franz Guillimann, einem der ersten Freiburger Jesuitenschüler, besonders seine Weihnachtsode, die sowohl seine klassische Bildung wie seine katholische Frömmigkeit bezeugt.
Eine den Verlust Basels ausgleichende Universität wurde in der katholischen Schweiz im 16. Jahrhundert dagegen nicht gegründet. Das sollte erst im Jahr 1889 mit der Einrichtung der Universität Freiburg (im Üechtland) geschehen.
8. Mädchen- und Frauenbildung
Der Bereich der Mädchen- und Frauenbildung kann im Rahmen unserer Themenstellung nur ex negativo eine Rolle spielen, da Frauen an dem Unterricht in den klassischen Sprachen und dem System der höheren Schulen und dem Hochschulwesen nicht partizipierten. Anders als in anderen Gegenden Europas begegnen auf dem Gebiet der Schweiz auch keine weiblichen Ausnahmeerscheinungen. Der Typus der humanistisch gebildeten, selbst dichtenden und forschenden und mit männlichen Gelehrten relativ ebenbürtig korrespondierenden mulier docta (bzw. puella/virgo/uxor docta), der seit dem Quattrocento erst in Italien (Isabella dʼEste, Cassandra Fedele, Isotta Nogarola, Vittorio Colonna, Veronica Gambara, ...), dann auch in Frankreich, Spanien und England (z. B. die Töchter des Thomas Morus) auftrat und sich mit zeitlicher Verzögerung auch in Deutschland manifestierte (man denke an Caritas Pirckheimer die Schwester des Nürnberger Humanisten Wilibald Pirckheimer, Margarete Peutinger, die Gattin des Augsburger Gelehrten Konrad Peutinger und die aus Ferrara stammende und mit einem Schweinfurter Arzt verheiratete Olympia Morata), war hier nicht vorhanden. Immerhin gab es auch in der Eidgenossenschaft eine Gestalt wie die letzte Äbtissin des Zürcher Fraumünster, Katharina von Zimmern, Tochter eines humanistisch gebildeten Adeligen, die an den theologischen Debatten ihrer Zeit vermutlich einen gewissen Anteil nahm und bei der Gestaltung eines Zimmertrakts im Fraumünster Kunstsinnigkeit bewies; man wird sich bei der Beurteilung ihrer Gestalt jedoch vor Übertreibungen hüten müssen.
Bibliographie
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