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Geschichte
1795 musste gemäss obrigkeitlicher Verfügung aus Zürich ein Schiessstand gebaut werden. Die grösseren Landgemeinden wurden verpflichtet, Milizsoldaten zu stellen und auszubilden. Der Wetziker Exerzierplatz befand sich in der "Henne", der Schiessstand bei der Linde beim Schloss, wo über die Strasse gegen den "Guldisloo" geschossen wurde.
Das erste Gesellschaftsschiessen fand 1863 statt, durchgeführt wurde es von der neu gegründeten Schützengesellschaft im Schiessstand von Medikon, zwischen "Erliriedt" und "Bodenacker". Schon 1866 stellt die Schützengesellschaft ein Gesuch an den Gemeinderat, er möge ihr zum Bau einer neuen Schiessanlage einen früher dem Armengut zur Aufbewahrung übergebenen Betrag von 800 Franken aushändigen. Aus der Chronik der Gemeinde Wetzikon geht hervor, dass später ein Schiessplatz an der Strasse oberhalb des "Kalberweidli" bestand, der dann aber im Dezember 1876 abbrannte.
Auf 450 Meter geschossen
1873 gründete der Militärschiessverein Robank und Umgebung einen neuen Schiessverein. In jener Zeit wurde auf Distanzen von 225 bis zu 450 Meter geschossen, das Obligatorium zählte 20 Schüsse. Der Schiessstand befand sich unterhalb des jetzigen Schulhauses im "Robank", auf grössere Distanzen wurde die Strasse überschossen. Sogar auf 500 Meter wurde von "Senggelen" aus gegen den Burghügel gezielt, was zu Reklamationen führte. Die Militärdirektion prüfte darauf die Verhältnisse, und der Schiessoffizier und der Gemeinderat erteilten dem Verein die Bewilligung, wenigstens dreimal im Jahr die Strasse zu überschiessen. Der Verein wurde verpflichtet, von Zeit zu Zeit das Feuer einzustellen, um Fuhrwerke und Fussgänger durchzulassen.
Im gleichen Jahr, 1873, wurde auch der Militärschiessverein Wetzikon ins Leben gerufen. Er hatte seinen Schiessstand im Robenhauser Ried, im sogenannten "Eich". Geschossen wurde in Richtung Pfäffikersee, worauf sich die Pfäffiker Behörden beschwerten. Eine statthalteramtliche Verfügung zwischen 9 und 11 Uhr dürfte nicht geschossen werden, wurde ignoriert.
1866 wurde im Auftrag der Schützengesellschaft der Bau eines neuen Schiessstandes vergeben. Kosten: 975 Franken. Standort: Spitalstrasse, im "Rötel". Schussrichtung: gegen das "Kronenhölzli". Schussdistanz: 280 Meter. Diese Anlage war bis 1908 in Betrieb.
Im März 1897 schliesslich wurde der Militärschiessverein Ettenhausen gegründet, unter anderem mit dem Ziel, die obligatorische Schiesspflicht in der Nähe erfüllen zu können. Die Ettenhauser mussten damals über eine Wegstunde in Kauf nehmen, um ihre Schiesspflicht zusammen mit den Wetzikern nachzukommen. Um dem abzuhelfen, wurde auf dem Areal des nun wiederaufgebauten Schiessstandes Erlosen ein einfacher Feldstand für zwölf Scheiben auf 300 und 400 Meter Distanz eingerichtet. Ein Schützenhaus bestand damals noch nicht, jedoch hatte der damalige "Bädli" Wirt seine Wiese, Tische, Stühle und Decken zur Verfügung gestellt.
Eine Gemeindeschiessanlage entsteht
Im selben Jahr fand in der Wetziker "Krone" eine Versammlung der Schiessvereine statt. Auf der Traktandenliste stand der Bau einer Gemeindeschiessanlage. Man wurde sich jedoch nicht einig. 1908 wurde die Schiessanlage an der Motorenstrasse in Betrieb genommen.
1939 schliesslich, als auch die Schützengesellschaft Wetzikon, der Militärschiessverein Wetzikon und der Militärschiessverein Robank und Umgebung zu Schützengesellschaft fusionierten, wurde die neue Gemeindeschiessanlage in Erlosen erstellt. Mitbenützer war auch der Militärschiessverein Ettenhausen.
Neue Wege im Schiesswesen wurden 1971 gegangen, als sieben Gemeinden einen Arbeitsausschuss für die Planung einer regionalen Schiessanlage im Betzholz bildeten. Diesem Zweckverband traten 1978 die Gemeinden Bubikon, Dürnten, Hinwil, Rüti und Wetzikon bei. Gossau und Grüningen verzichteten auf den Beitritt. Während die Dürntner Gemeindeversammlung am 25. Oktober über einen Beitritt zur Gemeindeschiessanlage (Gesa) Betzholz befindet - heute absolvieren erst die Gemeinden Hinwil, Bubikon und Rüti dort ihre Schiessübungen -, erwägt Wetzikon gar einen Austritt aus diesem Zweckverband.
Die jüngste Geschichte ist nicht weniger abwechslungsreich
Am 3. September 1989 fiel der Schiessstand Erlosen einem Vollbrand zum Opfer, der Gemeinderat entschied sich für einen raschen Wiederaufbau, so dass am 10. Juni 1990 an der Urne über den Kredit entschieden werden konnte. Die Vorlage war aufgeteilt in ein Kreditbegehren für die 300-m-Anlage und ein Zusatzkreditbegehren für eine 25-/50-Meter-Pistolenanlage. Während sich das Wetziker Stimmvolk mit 1741 Ja- gegen 1215 Nein-Stimmen für die 300-Meter-Anlage entschied, so lehnte es den Ausbau des Pistolenstandes mit 1753 zu 1155 Stimmen ab. Dennoch aber sollten die Pistolenschützen zu ihrem Stand kommen: Die Gemeindeversammlung vom Juni 1991 gewährte dem Verein Pistolenschützen ein zinsenloses Darlehen von 125'000 Franken um in Erlosen einen neuen Pistolenstand anzubauen. Erstellt wird der Bau zu einem grossen Teil in Fronarbeit der Vereinsmitglieder.
Für die 300-Meter-Anlage wurde im Oktober 1990 die Baubewilligung erteilt, im Februar 1991 die Baufreigabe verfügt und am 4. Oktober 1991 wurde Aufrichte gefeiert. Am Samstag, 12. Oktober 1991 um 9 Uhr haben Wetziker Behördenvertreter in Erlosen den ersten "offiziellen" Schuss abgegeben.