Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03520.jsonl.gz/123

Basmati-Fälschung mit wachsender Opposition konfrontiert
4. Januar 2000
Mohan Lal Direktor des indischen Ministeriums für Industrie und Entwicklung bekräftigte den Entschluss der indischen Regierung das Patent zu bekämpfen und in nächster Zeit einen Rekurs beim amerikanischen Patentamt (US Patent and Trademark Office) einzureichen. Die Kritik am Patent wird unter anderem von Dr. Gordon Conway, Präsident der Rockefeller Foundation (eine führende Investorin in der Reisforschung) und von M.S. Swaminathan, ehemaliger Direktor des Internationalen Reisforschungsinstitutes (IRRI) und Gewinner des "World Food Prize" unterstützt.
Unabhängig von der Patentfrage, wird auch der Schutz der geographischen Herkunftsbezeichnung "Basmati" weiterverfolgt. Eine Koalition verschiedener Staaten, der neben Indien auch die Schweiz angehört, versucht im Rahmen der laufenden TRIPs-Verhandlungen der WTO landwirtschaftlichen Produkten einen umfangreichen Schutz zu gewähren, der bisher nur Weinen und Spirituosen zukommt. Auf diese Weise könnte die Herkunftsbezeichnung von Schweizer Käse oder tschechischem Bier, aber auch die Bezeichnung "Basmati" wirksamer geschützt werden.
Dass die Produkte der Firma RiceTec die Bezeichnung "Basmati" zu Unrecht tragen, wird durch eine umfangreiche DNA-Analyse des Britischen Landwirtschaftsministeriums bestätigt. Der Schlussbericht der Analyse hält fest, dass die RiceTec Sorten viel eher amerikanischem Langkorn-Reis gleichen als südasiatischem Basmati.Auch Mars Inc., alleinige Besitzerin des Reis-Giganten Uncle Ben’s, teilt die Meinung, dass RiceTec Sorten nicht mit echtem Basmati verglichen werden können und bekräftigte erneut nur Basmati aus Indien oder Pakistan zu beziehen.
RAFI, Gene Campaign und die Erklärung von Bern fordern deshalb RiceTec und den Fürsten von Liechtenstein erneut auf, auf das Patent und die Verwendung des Namens Basmati zu verzichten. Sollte dies nicht geschehen werden Nichtregierungsorganisationen weiterhin die Konsumenten über diesen Fall von Biopiraterie im Speziellen und die Problematik der Patentierung von Leben im Allgemeinen informieren und die Kampagnen fortführen.