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Johannes Binotto (Zürich)
Zusammenfassung: Ausgehend von einer Kinderanalyse Françoise Doltos, sowie Freuds Bezugnahmen auf technisches Gerät in seinen Texten zur analytischen Praxis schlägt dieser Aufsatz vor, den zentralen Begriff der Übertragung auch in einem medientechnischen Sinn zu verstehen: Zwischen AnalytikerInnen und AnalysantInnen sind unweigerlich immer auch Medienapparate zwischengeschaltet, welche Kommunikation zugleich ermöglichen und stören. Tatsächlich liegt aber gerade in solchen Übertragungsstörungen das eigentliche psychoanalytische Potential medialer Vermittlung. Wie sich anhand des Gebrauchs von Ton und Stimme in der Analyse, aber auch in Tonkünsten wie den Filmen von Jerry Lewis oder der zeitgenössischen Popmusik zeigen lässt, macht sich das Unbewusste besonders dort vernehmbar, wo der direkte Kontakt gestört ist und wo es stattdessen knistert, knackt und rauscht. Die Zukunft der Psychoanalyse wird vielleicht auch davon abhängen, wie sehr sie in ihrer Praxis auch jene (Ton-)Maschinen miteinbezieht, die ohnehin immer mitsummen, wenn zwei Menschen miteinander sprechen.
Sie sehen hier das Video des Vortrags, den Johannes Binotto an der Veranstaltung Passagen, Übertragungen, Medialitäten gehalten hat. Im Ordner Zusatzdateien auf der rechten Spalte oben finden Sie das PDF des Textes von Johannes Binotto aus der Print-Ausgabe.
Die Übertragung ist das Mittel, mit dessen
Hilfe die Kommunikation des Unbewussten
sich unterbricht. (Lacan, 1978b, S. 136)
Wenn jemand spricht, wird es heller.
(Freud, 1916-1917, S. 422)