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Ein Partizipationsprozess ist eine Folge von Partizipations-Aktivitäten (z.B. zuerst eine Umfrage ausfüllen, dann Vorschläge machen, diese face-to-face oder in virtuellen Events diskutieren, und sie schliesslich priorisieren) mit dem Ziel, ein bestimmtes Thema zu definieren und darüber zu entscheiden.
Beispiele für partizipative Prozesse sind: ein Verfahren zur Wahl von Ausschussmitgliedern (bei dem die Kandidaturen zuerst präsentiert, anschliessend debattiert und schliesslich eine Kandidatur ausgewählt wird), die Bürgerhaushalte (bei denen Vorschläge gemacht, wirtschaftlich bewertet und mit dem verfügbaren Geld abgestimmt werden), ein strategischer Planungsprozess, die gemeinschaftliche Ausarbeitung einer Vorschrift oder Norm, die Gestaltung eines städtischen Raums oder die Erstellung eines öffentlichen Planes.
Project Owner Anthony Smith, InnoSmith GmbH, <email-pii>
Kernteam: Verein Smart Regio Thunersee, Stadt Thun, eine weitere Gemeinde in Diskussion, BLS Infrastruktur, BEKB, Puzzle ITC
Die digitale Transformation der Gesellschaft fördert und fordert mehr direkte und schnellere Interaktionsmöglichkeiten zwischen der Bevölkerung, öffentlichen Diensten und weiteren Organisationen, welche mit denselben Stakeholdergruppen direkt und indirekt interagieren. Beispiele hierfür können u.a. sein: Durchführung von Ideenwettbewerben zur Gestaltung von öffentlichen Räumen, partizipative Erstellung von Texten im Rahmen von Vernehmlassungen oder auch partizipative Budgetprozesse, bei welchen die Bevölkerung aktiv mitreden kann, wofür gewisse Budgets eingesetzt werden sollen. Weitere mögliche Bedürfnisse im Kontext könnten eine gemeindeübergreifende Organisation zur Nutzung von Turnhallen sein, Umfragen zum geeigneten Tag für die Abfallentsorgung, Koordination von Freiwilligenarbeit durch z.B. die Vereine selbst organisiert, das Abtauschen von Stimmenzählern oder auch als Wahlkampfplattform für die Lokalpolitik.
Das Bedürfnis nach digitalen Plattformen, welche solche Anforderungen unterstützen, wächst. Eine digitale Plattform benötigt je nach Scope eine gewisse Netzwerkgrösse, um nachhaltig nutzenbringend zu sein; oder im Falle von kommerziellen Plattformen auch gewinnbringend zu sein.
Zentrale Fragestellung für BOLD Ideas
Netzwerkgrösse, Zusammensetzung und Anwendungsfälle: Welche Stakeholdergruppen und Anwendungsfälle werden sinnvollerweise auf einer – oder mehreren - gemeinsamen Plattform(en) vernetzt, um ein genügend grosses Netzwerk (lokal vs. regional vs. überregionale Netzwerke auf einer Plattform) bilden und entsprechend zivilgesellschaftlichen Nutzen generieren zu können?
Welche Eigenschaften muss ein Geschäftsmodell und Lösung mitbringen, um eine offene Partizipations- und Ideenplattform auf Open Source Basis professionell und kostengünstig für solche Netzwerke gemeinsam betreiben zu können? Die Alternative dazu wäre, dass eine Lead-Organisation die komplette Finanzierung und Wissensaufbau bewerkstelligt oder auf eine geschlossene Lösung eines kommerziellen Anbieters setzt mit entsprechendem Support.
Mögliche Lösungsansätze
Basierend auf der international verbreiteten Open Source Partizipations- und Ideenplattform decidim.org prüfen wir die Schaffung eines Geschäftsmodells zur professionellen Bereitstellung einer technischen Decidim-Plattform (einzel- oder mandantenfähig), welche für viele Organisationen mit professionellem Support beim z.B. Onboarding oder der Erstellung von Partizipationsprozessen genutzt werden kann. Durch dieses Nutzungsmodell sinken automatisch die Kosten für jede einzelne Organisation.
Beispiel-Anwendungsfälle im Kontext BOLD Ideas und deren Stakeholder:
- Mit der Partizipations- und Ideenplattform können wir als Prototypen während BOLD Ideas 2021 Interessierte – auch nicht Anwesende – digital informieren, diskutieren und über Ideen abstimmen lassen. Im Nachgang zu BOLD Ideas könnte über den Fortschritt der Projekte informiert werden. Mögliche Stakeholdergruppen sind Mitglieder der Hauptstadtregion Schweiz und weitere interessierte Organisationen.
- Mit der Stadt Thun, der BLS, dem Verein Smart Regio Thunersee und der BEKB Oberland im Team könnten wir die Planung und Umbau z.B. des Bahnhofs Thun mit Einbezug der Bevölkerung und weiterer Organisationen prüfen.
- Eine Partizipations- und Ideenplattform z.B. in der Region Thunersee mit Einbezug weiterer Gemeinden. Eine solche Netzwerkbasis könnte dann wiederum Grundlage für das BOLD Ideas Projekt «Vision Energieregion Thunersee» werden.
Nutzen
- Für die Anwenderorganisationen: eine in anderen Städten etablierte, offene Partizipationsplattform mit niedriger Eintrittsschwelle (Knowhow und Kosten) nutzen zu können. Z.B. um innovative Geschäftsideen für eine Hauptstadtregion nicht nur während BOLD Ideas zu fördern, sondern fortwährend mittels digitaler Plattform. Für Gemeinden, zivilgesellschaftliche oder andere Organisationen eine offene Partizipationsplattform, welche basisdemokratische Werte unterstützt und nicht durch intransparente Algorithmen gesteuert wird.
- Das Projektteam: ein passendes Geschäftsmodell zu finden, welches nicht nur für die Hauptstadtregion Schweiz mit u.a. der Initiative BOLD Ideas, sondern auch andernorts mit ähnlichen Anforderungen direkten Mehrwert mit tiefer Eintrittsbarriere bieten kann.