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Um der Unsicherheit und Armut in ihrer Heimat Venezuela zu entkommen, begab sich Almendra (33) mit ihrer Familie auf die Flucht nach Ecuador. Ihre neunjährige Tochter musste sie zurücklassen.
Almendras Ehemann Carlos verliess sein Heimatland Venezuela bereits Anfang 2019 auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Es verschlug ihn nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Mehr als 1500 Kilometer legte er dafür zurück. Natürlich in der Hoffnung, dass seine Frau und seine Kinder später nachkommen könnten. Leider führte die Regierung in Ecuador eine neue Visagebühr ein, welche sich die Familie nicht leisten konnte. Almendra und ihr jüngster Sohn Mario (3) flohen über inoffizielle Wege nach Ecuador. Ihre neunjährige Tochter Maria musste bei ihrer Oma in Venezuela bleiben, weil die Familie sich kein weiteres Ticket leisten konnten.
Auf der Flucht vor einer unsicheren Zukunft
Almendra und ihre Familie gehören zu der wachsenden Gruppe an Menschen, die wegen der anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Krise Venezuelas in die Nachbarländer geflohen sind. Davon befinden sich etwa 365.000 in Ecuador. Die Regierung dort ist nicht in der Lage, diesen Zulauf zu bewältigen. Die meisten Flüchtlinge leiden Not, da sie keinen Zugang zu einer angemessenen Arbeit und zu öffentlichen Dienstleistungen wie Gesundheit und Bildung haben.
Vater Carlos hat zum Glück eine Arbeitserlaubnis erhalten und einen Job als Automechaniker gefunden. Almendra kümmert sich um Mario, verkauft gelegentlich Käsebrötchen und bietet Maniküre für ihre Nachbarn an. «Wir kommen mit dem wenigen Geld, das wir verdienen, kaum über die Runden», erzählt Almendra. «Mein kleines Mädchen nach Quito zu holen, kostet insgesamt mehr als 300 Franken. Das geht weit über unsere aktuellen Möglichkeiten.»
Unterstützung für Familien auf der Flucht
Seit kurzem sind sie Teil eines gemeindebasierten Familienstärkungsprogramms, das von SOS-Kinderdorf Ecuador in Zusammenarbeit mit dem UNHCR (=Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) getragen wird. Es greift Familien in Not mit monatlichen Barzahlungen unter die Arme. Für Almendra und Carlos deckt das Geld die Miete ihrer kleinen Wohnung und ermöglicht Almendra, Maniküre-Werkzeuge zu kaufen. Wie andere Familien auch erhalten sie Besuche von einem SOS-Psychologen und einem Sozialarbeiter, und nehmen an Workshops zur Elternbildung teil, die vom SOS-Team und anderen Organisationen durchgeführt werden. «Ich möchte Quito nicht verlassen», gibt Almendra zu. «Wir wollen nur eine Chance auf ein besseres Leben, zusammen mit unseren Kindern.»
So wie Almendra und ihrer Familie geht es laut der UNO-Flüchtlingshilfe mehr als fünf Millionen weiteren Venezolanern, die bis Ende 2020 ihr Land verlassen haben. Viele von ihnen suchen ein neues Zuhause in den Nachbarländern wie Kolumbien und Brasilien, doch die Möglichkeiten sind begrenzt. Viele treibt es weiter, nach Peru oder eben Ecuador, noch weiter weg von den Verwandten, noch stärker entwurzelt ohne eine sichere Perspektive. Helfen Sie uns, Kinder und Familien in dieser prekären Lage zu unterstützen.