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Gerade mal fünf Olympia-Tage haben wir hinter uns. Und die Schweiz hat schon sechs Medaillen gewonnen. Es könnten die erfolgreichsten Sommerspiele der Neuzeit werden.
Mindestens sieben Medaillen hatte Ralph Stöckli, Chef de Mission von Swiss Olympic, vor den Spielen als Zielsetzung ausgerufen. Nun sind gerade mal ein Drittel der Wettkampftage absolviert und um Stöcklis Vorgabe zu erreichen, fehlt nur noch ein Edelmetall.
Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Disziplinen mit guten Medaillenchancen noch bevorstehen, dann ist es durchaus realistisch, dass die Schweiz in Japan noch in den zweistelligen Medaillenbereich vordringen wird und wir gerade die erfolgreichsten Schweizer Sommerspiele der Neuzeit erleben.
Der beste Wert der Neuzeit: Neun Medaillen in Sidney
Diese stellten bislang die Olympischen Spiele im Jahr 2000 in Sidney dar, als die Schweiz neun Medaillen gewinnen konnte. Brigitte McMahon mit Gold im Triathlon und Gianna Hablützel-Bürki mit zwei Silbermedaillen im Fechten (Einzel und Team) waren damals die Aushängeschilder.
Um jedoch eine zweistellige Medaillenanzahl zu finden, muss man in den olympischen Büchern weiter zurückblättern. Viel weiter. Bis ins Jahr 1952 und zu den Sommerspielen in Helsinki. In der finnischen Metropole errangen die Schweizer 14 Medaillen.
Und damals waren es in der Tat noch Schweizer und nicht Schweizerinnen, denn sämtliches Edelmetall holten Männer. Wobei es vor 69 Jahren auch noch viel weniger Frauen-Wettbewerbe an Olympischen Spielen gab (lediglich 25) als beim männlichen Geschlecht. Die grossen Schweizer Figuren waren in Helsinki die Turner Hans Eugster (Gold, Silber, Bronze), Jack Günthard (Gold, Silber) und Josef Stalder (Silber, zweimal Bronze).
Fünf der sechs Medaillen gehen auf das Konto der Frauen
Aktuell sieht das komplett anders aus. Fünf der sechs Medaillen gehen dank Jolanda Neff, Sina Frei, Linda Indergand, Marlen Reusser und Nina Christen auf das Konto der Schweizer Frauen. Der einzige Mann, der bislang etwas zur starken Bilanz beitragen konnte, war Mountainbiker Matthias Flückiger. Was insofern umso bemerkenswerter ist, da sich die Frauen in der Schweizer Tokio-Delegation in der Minderzahl (55:61) befinden.
Und weitere Schweizer Frauenpower-Medaillen sind in Griffnähe: Etwa durch Belinda Bencic, die im Tennis gleich zwei Halbfinal-Chancen (im Einzel und im Doppel mit Viktorija Golubic) hat. Aber auch Ruderin Jeannine Gmelin, die beiden stark gestarteten Beachvolleyball-Duos oder die Schützinnen, die nochmals eingreifen, haben gute Chancen.
Noch zahlreiche Trümpfe in der Hand
Grandios ist auch die Bilanz von Swiss Cycling: Bislang gehen fünf der sechs Medaillen auf das Konto des Radsportverbandes, der offensichtlich alles richtig gemacht hat und noch weitere Trümpfe in der Hand hält. Auch im BMX und auf der Bahn sind weitere Podestplätze möglich.
Von den meist genannten Medaillenkandidaten stehen auch die Springreiter (Einzel und Team), die Fechter im Teamwettbewerb und Jérémy Desplanches (Schwimmen) noch vor vielversprechenden Wettkämpfen. Einiges zugetraut wird auch der Mixed-Staffel im Triathlon.
Das sind wahrlich gute Aussichten für Swiss Olympic, um die neun Medaillen aus dem Jahr 2000 zu übertreffen und für einen historischen Erfolg zu sorgen.