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Die Mythen und Legenden der Südseevölker stiessen bei Gauguin auf lebhaftes Interesse. Die Geschichte der schönen Sterblichen Vairaumati, die zur Frau eines mächtigen Maohi-Gottes namens Oro wurde, entnahm der Künstler den Erzählungen seiner tahitischen Geliebten Teha’amana sowie mündlichen Überlieferungen der Inselbewohner. Vor dem Hintergrund einer üppigen tahitischen Landschaft – die Steinstatue in ihrer Mitte ist der Mondgöttin Hina geweiht – sitzt Vairaumati auf einem mit prächtigem Stoff geschmückten Stein, ihr zu Füssen ein kleiner Tisch mit Früchten und Blumen. Hinter ihr steht wohl ihr Geliebter Oro, der der Legende nach vom Himmel den Regenbogen entlang zu ihr herabgestiegen ist. Die Gestalt der Vairaumati und ihre königliche Körperhaltung muten jedoch kaum tahitisch an.
Sie entsprechen eher dem Darstellungskanon altägyptischer Reliefs. Gauguin war überzeugt, dass die Denkmäler der alten Kulturen untrennbar mit der Natur verbunden sind. Der Künstler besass eine Sammlung von Fotografien und Abbildungen solcher Kult- und Kunstdenkmäler, die ihm als
Bildquellen für seine Figuren und Motive dienten.
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