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Welche Weine soll man lagern?
Die heutigen Durchschnittsweine werden in der Regel für den raschen Konsum hergestellt. Grosse Weine, Süssweine, Weine aus bestimmten Rebsorten, verstärkte Weine und Jahrgangschampagner können und sollten gelagert werden.
Nicht alle Weine werden durch eine längere Flaschenlagerung besser. Die meisten werden für einen raschen Verbrauch hergestellt und sollten innerhalb von zwei bis drei Jahren getrunken werden. Auch die hochwertigsten Qualitätsweine haben eine beschränkte Lebensdauer, die sehr vom jeweiligen Jahrgang abhängt. Ebenso ist die Flaschengrösse von Bedeutung, ideal sind Magnumflaschen, denn das Verhältnis zwischen weniger Sauerstoff und mehr Weinflüssigkeit lässt den Wein langsamer reifen.
Daher stellt sich die Frage: Welche Weine sind lagerfähig respektive entfalten während einer Flaschenreifung weitere und positive Eigenschaften?
Rotweine
Das Lagerpotenzial von Rotweinen ist von einem ausreichenden Gerbstoffgehalt abhängig. Aber ebenso sind Rebsorte, Ertragsbegrenzung, guter Jahrgang und Herstellungsart für die Alterungsfähigkeit von Bedeutung. Während der Flaschenlagerung werden die Tannine abgebaut, und der Wein erscheint anschliessend weicher.
Beispiele für lagerfähige Rotweine
• Bordeaux: grosse Châteaux aus guten Jahrgängen
• Burgund: vorzugsweise Grand Cru, Premier Cru und Kommunale-Appellationen
• Côtes du Rhône: Hermitage, Côte-Rôtie, Cornas und bester Châteauneuf-du-Pape
• Madiran und Cahors von Spitzenproduzenten
• Italienische DOCG: Brunello/Barolo, aber auch Sassicaia und Tignanello
• Spanische Gran Reserva, portugiesische Barca Velha, Colares, libanesischer Château Musar
• Gehobene Rotweine Amerikas, besonders Cabernet Sauvignon. Erlesener Cabernet Sauvignon und Shiraz aus Australien
Weissweine
Die Voraussetzung für die Lagerfähigkeit von Weissweinen ist ein bestimmter Säure- und Süssegehalt.
Trockene Weine müssen also einen hohen Weinsäuregehalt besitzen. Die Säure bedeutet für den Weisswein dasselbe wie Tannin für den Rotwein: Sie gibt dem Wein das Rückgrat. Besonders süsse Weissweine können wegen ihres hohen Zucker- und Säuregehaltes besonders lange aufbewahrt werden.
Beispiele für lagerfähige trockene Weissweine
• Grosser weisser Burgunder, Grand Cru und Premier Cru
• Grosser Sauvignon blanc aus Sancerre, Pouilly-Fumé oder Bordeaux
• Weisser Vouvray/Savennières
• Besserer Rieslingwein aus Deutschland oder dem Elsass
Beispiele für lagerfähige süsse Weissweine
• Sauternes, Barsac
• Süsser Loirewein
• Tokajer aus Ungarn
• Deutsche und österreichische Auslesen und Trockenbeerenauslesen (TBA)
Schaumweine
Ausser dem Champagner werden die wenigsten Schaumweine durch die Flaschenlagerung besser. Aber auch beim Champagner sind es fast nur Jahrgangs- und Prestigecuvées, die durch längere Reife an Qualität gewinnen. Ein gereifter Champagner ist ein besonderes Erlebnis und – Geschmackssache, denn der Kohlensäuregehalt ist deutlich reduziert.
Verstärkte Weine
Da sie mit Alkohol aufgespritet sind und über einen hohen Zuckergehalt verfügen, sind verstärkte Weine wie Portwein oft über 100 Jahre lagerfähig.
Beispiele für lagerfähige verstärkte Weine
• Portugiesischer Vintage Port
• Madeira, vor allem Bual und Malmsey
Fünf Beispiele von Weinen, denen man eine längere Flaschenlagerung zumuten kann: Jahrgangschampagner, Dessertwein, hochwertiger Bordeaux, weisser Loirewein (Savennières) sowie Vintage Port.
Text: List Medien AG/Belinda Stublia