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Die Römer fanden Hosen barbarisch. In Rom war das Tragen von Hosen nicht erlaubt. Reitervölker wie die Germanen schätzten schon damals die Hose, weil sie wärmte und praktisch war beim Reiten. Die Männer trugen damals knöchellange Lederhosen. Damit die Beinkleider nicht rutschten, trugen sie Gürtel. Bereits im Mittelalter kam eine Art Stulpenhosen auf, die mit Bändern am Gürtel festgemacht wurden. Diese Beinlinge waren oft aus Leder, darunter waren die Unterhosen und die Strümpfe sichtbar.
Im ausgehenden Mittelalter wurde die Hose zum Status- und Erkennungssymbol des Mannes und der Männlichkeit.
Bei den Hosen kam damals der Hosenlatz auf.
Diese praktische Öffnung wurde bald genutzt zur Zurschaustellung der Männlichkeit, indem man sie grosszügig ausstopfte um die Wölbung grösser erscheinen zu lassen.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Schamkapsel als männliches Modeaccessoire populär.
Im Barock trugen die Adligen halblang (Culottes). Es traten die Strümpfe und die Beine zu Tage.
Gross ist die Sorgfalt, die der Beinkleidung beigemessen wurde. Aufwändige Verarbeitung, auffällige Farben und feinste Seide für Männerbeine. Die Standeszugehörigkeit zeigte sich an den Hosen.
Die unteren Stände, also Bauern und Handwerker, trugen damals in Frankreich keine Culotten (Kniebundhosen), sondern längere Beinkleider. Deswegen nannte man sie die Sans-Culottes, also diejenigen «ohne» Kniebundhosen.
Im 19. Jahrhundert war dann die Zeit der farbigen Kleidung für die Männer vorbei. Männer trugen keine seidenen Hosen mehr und es wurde kein bestrumpftes Bein mehr gezeigt. Die erwachsenen Männer aller Stände trugen lange Hosen.
Das Bürgertum grenzte sich vom buntgekleideten Adel ab. Männer trugen gedeckte Farben, ihre Frauen trugen die adlige Tradition der aufwändigen Kleider weiter. Sie sollten damit den demonstrativen Müssiggang zeigen. Die Männerkleidung wurde uniform und verdeckte die Körperlichkeit so gut wie möglich. Auch der Hosenlatz war nicht mehr sichtbar.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Herrenanzug noch einmal schlichter. Die Hosen waren fast ausschliesslich dunkel. Wer nicht körperlich arbeitete, trug einen Anzug. Die Herrenanzüge unterschieden sich in der Stoffqualität und in der Machart, sie wurden in Massenproduktion gefertigt und dadurch auch für Männer mit tiefen Einkommen erschwinglich.
Der Anzug wurde zur Arbeitsuniform der Bürolisten und später zum Markenzeichen für Leadership und Führungsanspruch. Er wird bis heute von Männern zu formelleren Anlässen getragen. Seit den 1970er-Jahren allerdings meist ohne Weste.
Etwa um die gleiche Zeit als der klassische Herrenanzug erfunden wurde, lancierten zwei Amerikaner blaue raue Denimhosen für amerikanische Arbeiter und Bauern: die Jeans. Diese Hose hatte ganz andere Eigenschaften als die klassische Herrenanzugshose. Es war eine unverwüstliche Arbeiterhose aus grobem blauem Baumwollstoff, dem Denim, die an den wichtigsten Stellen genietet waren für mehr Stabilität und Langlebigkeit. Die Jeans fanden in den 1950er-Jahren über die Cowboyfilme ihren Weg in die Mode und nach Europa.
In den 1960er-Jahren standen sie für das Anti-Establishment und wurden auch von den Intellektuellen entdeckt als die Hose der Rebellion.
Der amerikanische Schauspieler James Dean war einer der ersten Botschafter für die Jeans. Erstaunlicherweise hält sich die Jeans-Mode bis heute. Aus der Rebellenhose gegen das Establishment wurde eine Alltagshose für breite Bevölkerungsschichten, auch Frauen tragen seit den 1960er-Jahren ununterbrochen Jeans.
Ab den 1970er-Jahren begannen die Frauen in grosser Zahl im Alltag Hosen zu tragen. Nach anfänglichem Widerstand wurden Hosen für Frauen ebenso selbstverständlich wie für Männer.
In den letzten Jahren kam der Ruf der Männer nach kurzen Hosen auf. Seit 2003 dürfen Tramchauffeure in Zürich in kurzen Uniformhosen arbeiten, dazu werden allerdings Socken und geschlossene Schuhe vorgeschrieben.
Männer in Röcken sind in Europa eine folkloristische Kuriosität geblieben. Auch wenn Frauen heute mehrheitlich Hosen tragen, bleiben Männer den Hosen treu.