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Eurizon : 2021 deutet sich ein Wachstumsjahr für die Weltwirtschaft an.
In den ersten Monaten des Jahres 2021 wird es noch ein Nebeneinander von Lockdown-Maßnahmen und geld- bzw. fiskalpolitischen Maßnahmen zur Stimulierung geben. In der zweiten Jahreshälfte wird man mit der Bewertung der Wirksamkeit der Impfungen beginnen, damit die Volkswirtschaften sowohl intern als auch gegenseitig wieder geöffnet werden können.
Risikoszenarien 2021
Für das Jahr 2021 gibt es zwei gegensätzliche Risikoszenarien:
1. Mögliche Enttäuschungen im Zusammenhang mit der Impfstoffverteilung, etwa Verzögerungen bei der Verabreichung oder eine geringere Wirksamkeit als erwartet, könnten zu einer Abwärtskorrektur der Wachstumsprognosen führen. In diesem Fall wäre eine Volatilitätsphase wahrscheinlich, aber auch eine Wiederaufnahme der Konjunkturmaßnahmen durch Zentralbanken und Regierungen. An diesem Punkt werden die Anleger wie schon 2020 erneut nach einer Rendite in Risikoanlagen suchen, da dies vor dem Hintergrund niedriger Anleihezinsen über einen längeren Zeitraum die einzige Alternative darstellt.
2. Nichtsdestotrotz wäre ein unerwartet starkes Wirtschaftswachstum wünschenswert und käme in der Anfangsphase in Kombination mit steigenden Renditen bei Staatsanleihen den Risikoanlagen zugute. Ab einem gewissen Punkt würde ein Anstieg der langfristigen Zinsen jedoch als Hindernis für die Wirtschaftserholung wahrgenommen werden und wie in der Vergangenheit zu einer erhöhten Volatilität führen. Der anschließende Zinsrückgang könnte wie ein automatischer Stabilisator wirken und für eine Erholung der Aktienmärkte sorgen.
Beide Szenarien, Enttäuschung und Überschwang, können für Volatilität sorgen. Aber sie dürften nicht den Makrozyklus stören.
In den USA und Europa, wo sich die Pandemie noch ausbreitet, wird der Fokus zunächst auf der Wirksamkeit der Impfstoffe liegen, während später möglicherweise die Gefahr einer „wirtschaftlichen Überhitzung“ entsteht. In China hingegen wäre die eigentliche Überraschung ein Wiederanstieg der Infektionszahlen. Realistischerweise wird hier, früher als anderswo, die Debatte darüber beginnen, ob die steuer- und geldpolitischen Anreize reduziert werden sollen, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden.
Investmentausblick
Der expansive Kurs der Geld- und Fiskalpolitik in der ersten Jahreshälfte und die ersten Auswirkungen der in der zweiten Jahreshälfte beginnenden Impfung erlauben es uns, das günstige Referenzszenario für 2021 zu bestätigen. Wir behalten eine prozyklische Positionierung in unserer Anlageauswahl bei, indem wir Core-Staatsanleihen untergewichten und Spread-Anleihen übergewichten. Unsere Positionierung bei Aktien ist neutral, da die kurzfristige Bewegung die für Anfang 2021 erwarteten positiven Nachrichten bereits einzupreisen scheint.
Beurteilung der Anlageklassen
Staatsanleihen: Negative Beurteilung für die Duration von US-amerikanischen, deutschen und den Wertpapieren der Quasi-Core-Länder. Neutrale Beurteilung für die Staatspapiere der Euro-Peripherieländer.
Anleihe-Spreads: Die Übergewichtung der Spread-Märkte wird bestätigt. Somit wird auch die Priorisierung bestätigt: (1) Schwellenländer, (2) High Yields, (3) Investment Grades.
Aktien: Die neutrale Beurteilung für Aktien wird bestätigt. Dabei wird eine kurzfristige Bewegung berücksichtigt, welche die für die ersten Monate des Jahres 2021 erwarteten positiven Ereignisse bereits weitgehend einzupreisen scheint. Die Reihenfolge in Sachen geografischer Präferenz sieht wie folgt aus: (1) Schwellenländer, (2) USA, Europa, Japan, (3) Pazifik ohne Japan.
Währungen: Die positive Beurteilung für die Währungen der Schwellenländer wird bestätigt, während der Dollar eine Untergewichtung erfährt.
Quelle: BondWorld.ch