Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03518.jsonl.gz/2094

Wir wissen bereits, dass Winston Churchill ein Rassist war, der Kolonialist und Philanthrop Cecil Rhodes war ein Sklavenhalter, zwar wohlgelitten unter den meisten Einheimischen, aber trotzdem.
Diese beiden kann man als Leuchttürme der Vergangenheit getrost abhaken.
Jetzt kommt der Seefahrer Francis Drake an die Reihe, der im 16. Jahrhundert die spanische Armada vor der englischen Küste verscheuchte, Jahre früher aber als Offizier auf einem Sklavenschiff diente.
Ebenso ist Admiral Horatio Nelson in Ungnade gefallen, der England vor Napoleon verschonte. Nelson hatte im 19. Jahrhundert mit Sklaven zwar gar nichts zu tun, er soll sich aber einst abschätzig über einen Abolitionisten geäussert haben.
Drakes und Nelsons Statuen sollen nun von einem Universitätsgebäude in Südlondon verschwinden.
Auch Thomas Guye muss mutmasslich vom Sockel, er investierte im 18. Jahrhundert in die South Sea Company, die im Sklavenhandel tätig war. Guye machte ein Vermögen und begründete eines der wichtigsten Londoner Spitäler, in dem seither Tausende von Menschen gepflegt wurden.
Damit nicht genug, auch dem Maler William Turner ist nicht zu trauen: Dieser setzte sich zwar stets wortstark gegen den Sklavenhandel ein, aber er soll einmal etwas Geld in eine Farm in Jamaica investiert haben, auf der Sklaven arbeiteten.
Diesen Vorwurf brachte ausgerechnet der Direktor der Tate Britain Gallery aufs Tapet, der eben mit einer Turner-Ausstellung Kasse macht.
Die Lektion für unsere Generation: Ja, keine neuen Denkmäler errichten, unsere Nachfahren werden sie dereinst auch niederreissen – egal, wie gut wir es meinten.
Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.
Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.
Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.
Unzulässig sind Wortmeldungen, die
Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.