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Christoph Kühns Dokumentarfilm erzählt von der radikalen Lebenssuche des Schweizer Schriftstellers Paul Nizon (geboren 1929 in Bern), der in Paris zu dem geworden ist, als «der er gemeint» war.
Er ist einer der grossen Solitäre der modernen Literatur: Paul Nizon, geboren 1929 in Bern. Der Romancier und Familienvater verdient sein Geld zunächst mit journalistischen Arbeiten, in denen er mit spitzer Feder Heimatkritik übt. In den frühen 1960er-Jahren dann wendet sich Nizon ganz der Literatur zu. Obwohl er als Autor bald gefeiert wird, lässt er 1977 alles hinter sich: Nizon zieht nach Paris, wagt eine radikale Selbstbefreiung, um seinen Traum einer poetischen Existenz zu verwirklichen. Der «grösste Magier der deutschen Sprache», wie die französische Zeitung «Le Monde» ihn beschreibt, erhält für sein in mehrere Sprachen übersetztes Werk zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. «Paul Nizon: Der Nagel im Kopf» erzählt von der kompromisslosen Lebenssuche des Schriftstellers. Herzstück des Films ist Nizons menschliches Abenteuer in einer engen Hinterhofwohnung, wo er die ersten Pariser Jahre lebt: Eine Art Grenzstation, in der er damit ringt, in seinem anderen, dem poetischen Leben als freier Schriftsteller anzukommen. Wortgewandt, voller Humor und Ironie gewährt Paul Nizon dem Regisseur Christoph Kühn («Glauser», «Alfonsina») Einblick in seine Biografie und in sein Schaffen. Es entsteht das intime, facettenreiche Porträt eines grossen Literaten und scharfen Denkers, für den das Wagnis des Lebens und das Wagnis des Schreibens zu ein und demselben Kunstwerk verschmelzen.