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Der Spielfilm «The Climb» ist eine vergnügliche Tragikomödie um zwei Freude, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mike hat ein Talent dafür, Ärger anzuziehen, und ist auch sonst ein schwieriger Typ. Kyle hingegen will es allen recht machen und eigentlich nur ein ruhiges Leben führen. Doch Kyle kommt ohne den Chaos stiftenden Mike nicht lange aus. Und Mike möchte seinen Freund davor bewahren, einen – aus seiner Sicht – schwerwiegenden Fehler zu machen. Die beiden kommen nicht voneinander los. Selbst dann nicht, als Mike seinem Freund ein folgenschweres Geständnis macht. Während eines Aufstiegs auf eine Passhöhe beichtet er Kyle, dass er eine mehrjährige Affäre mit dessen Freundin und zukünftiger Frau hatte.
«The Climb» basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm aus dem Jahr 2017. Michael Angelo Covino und Kyle Marvin wollten wissen, ob es ihnen gelänge, einen Kurzfilm einzig und allein mit ihnen beiden als sich unterhaltenden Charakteren zu schaffen. Covino und Marvin hatten sich elf Jahre zuvor in New York während der Dreharbeiten zu einem Werbefilm kennengelernt. Die Chemie stimmte, und so realisierten sie zusammen weitere Auftragsarbeiten. Dabei eigneten sie sich einiges an Fachwissen an und vernetzten sich mit anderen Filmschaffenden. Die beiden Freunde produzierten je eine Handvoll Filme und arbeiteten auch als Schauspieler und Drehbuchautoren. Daraus entstand die Idee zu dem nun vorliegenden gemeinsamen Film, in dem sie selbst die Hauptrollen spielen.
Eine Pässefahrt mit Folgen
Die Idee, ihre Protagonisten Velo fahren zu lassen, kam von Covino, selbst ein begeisterter Rennvelofahrer. «Wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist, gehen dir eine Menge Gedanken durch den Kopf. Auf einer Ausfahrt erzählte mir ein enger Freund über seine Beziehung mit meiner Ex-Freundin. Von da stammt auch die Idee zum Kurzfilm», erzählt Covino. Nördlich von Los Angeles, in den Bergen rund um Fillmore, fanden die zwei Filmemacher einen Drehort. Die Urfassung von «The Climb» dauerte nur acht Minuten. Dennoch vermochte er am Sundance-Filmfestival Publikum und Kritiker gleichermassen zu überzeugen.
Angespornt vom Erfolg ihres Kurzfilms machten sich Covino und Marvin an die Umsetzung eines abendfüllenden Spielfilms. Ausgehend von der «Beichte» erzählt dieser die Geschichte einer Männerfreundschaft, die Höhen und Tiefen durchläuft. Das Budget war klein, und so waren die beiden Filmschaffenden zusammen mit dem Kameramann Zach Kuperstein und der restlichen Crew auf eine straffe und bis ins Detail ausgefeilte Drehbuchumsetzung angewiesen. So wurde etwa vor den eigentlichen Dreharbeiten viel geprobt, um bei den Hauptszenen mit insgesamt 14 Single-Takes durchzukommen. Die Eröffnungsszene wurde in Frankreich auf dem Col de Vence im Hinterland der Côte d’Azur gedreht. Der Bezug zu Frankreich ist kein Zufall, lebt doch Corvinos Familie in Frankreich. Die Liebe zum Land offenbart sich auch in der Filmmusik und einer Reverenz an einen französischen Kinofilm. In Cannes erhielt «The Climb» 2019 die Jury-Auszeichnung «Un Certain Regard». Diese geht an Filme, die zu «untypisch» für den Hauptwettbewerb des Filmfestivals sind. Das trifft wohl auch auf «The Climb» zu. Er ist aber vor allem ein äusserst unterhaltsamer und interessanter US-Indie-Streifen, an dem Film- wie Velofans gleichermassen Freude haben.
«The Climb»
USA 2019
Regie: Michael Angelo Covino
Drehbuch: Michael Angelo Covino und Kyle Marvin
Darsteller: Kyle (Kyle Marvin), Mike (Michael Angelo Covino), Marissa (Gayle Rankin), Suzi (Talia Balsam), Jim (George Wendt), Ava (Judith Godrèche) u. a.
Sprache: Englisch
Bemerkungen: Voraussichtlicher Filmstart ist Ende April.
Bild: ZVG