Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03509.jsonl.gz/2560

(dpa) Wegen des Einbruchs des Reisegeschäfts infolge der Coronavirus-Pandemie startet die amerikanische Fluggesellschaft American Airlines an diesem Donnerstag mit der Zwangsbeurlaubung von 19 000 Mitarbeitern. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus einem Schreiben von Konzernchef Doug Parker hervor. In der Erklärung wird auf Verhandlungen des Weissen Hauses und Vertretern des amerikanischen Repräsentantenhauses und Senats verwiesen, die sich bisher nicht auf ein weiteres Hilfspaket im Zuge der Corona-Krise einigen konnten, das auch Hilfen für die Fluggesellschaften verlängern könnte.
Der American-Airlines-Angestellte Henry Gemdron (li.) bedient am Miami International Airport am 30. September eine Kundin. Dem Konzern steht eine massive Entlassungswelle bevor.
Einschnitte beim Personal beträfen bei United Airlines ab Donnerstag mehr als 13 400 Mitarbeiter, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf die Fluggesellschaft.
American Airlines und United Airlines hatten schon in den vergangenen Wochen mit Ankündigungen von drohenden Entlassungen und Zwangsbeurlaubungen Druck auf Washington gemacht, wo Vertreter des Kongresses und dem Weissen Haus seit Wochen um ein weiteres Konjunkturpaket in der Corona-Krise ringen. Ein Rettungspaket für die Fluggesellschaften lief Ende September aus.
Amerikanische Fluggesellschaften wie American Airlines hatten sich im Gegenzug für 25 Milliarden Dollar (23 Milliarden Franken) an Staatshilfen in der Corona-Krise verpflichten müssen, bis Ende September keinen Personalabbau vorzunehmen. Nun droht eine Entlassungswelle. American Airlines erklärte, betroffene Mitarbeiter könnten zurückgerufen werden, sollten die Verhandlungen über weitere Hilfen in den nächsten Tagen zu einer Einigung führen.
(dpa) Dank der Lockerung des Lockdowns in einigen seiner wichtigsten Partnerländer wegen der Corona-Pandemie hat Südkorea im September erstmals seit sieben Monaten wieder einen Exportanstieg verzeichnet. Die Ausfuhren hätten sich im Jahresvergleich um 7,7 Prozent auf wertmässig 48,05 Milliarden Dollar (etwa 44,2 Milliarden Franken) erhöht, teilte das Handelsministerium am Donnerstag mit. Es war zugleich der höchste Monatsanstieg seit Oktober 2018. Auch lag er deutlich über den Markterwartungen.
Südkorea ist die viertgrösste Volkswirtschaft Asiens. Zu den wichtigsten Exportgütern des Landes zählen Halbleiter, petrochemische Produkte, Autos, Schiffe, Maschinen sowie Smartphones und Flachbildschirme. Die Importe legten im vergangenen Monat um 1,1 Prozent auf 39,17 Milliarden Dollar zu.
Die Autoexporte kletterten laut den Angaben um 23,2 Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Dollar. Die südkoreanischen Hersteller profitierten dabei von einer langsamen Erholung der weltweiten Nachfrage. Bei den Chip-Exporten verzeichnete Südkorea den dritten Monat in Folge einen Anstieg.
Die Ausfuhren nach China, das Südkoreas grösster Handelspartner ist, expandierten um 8,2 Prozent, die Exporte in die USA um 23,2 Prozent und in die EU-Länder um 15,4 Prozent.
(dpa) Japans Grossindustrie ist nach den schweren Einbrüchen wegen der Corona-Pandemie nicht mehr ganz so pessimistisch wie noch vor drei Monaten. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Quartalsumfrage («Tankan») der Notenbank unter rund 10 000 Unternehmen des Landes hervorgeht, stieg der darin ermittelte Stimmungsindex für die grossen Produktionsunternehmen zum September von minus 34 auf minus 27. Ein negativer Index bedeutet allerdings, dass die Pessimisten weiterhin in der Mehrheit sind. Es ist jedoch das erste Mal seit elf Quartalen, dass sich die Stimmung besserte. Ökonomen hatten allerdings mit einem Index von minus 23 gerechnet.
Im Juli war die Stimmung in Japans Grossindustrie wegen der globalen Corona-Pandemie auf den tiefsten Stand seit Juni 2019 gefallen. Inzwischen kommt die Industrieproduktion der vor Deutschland drittgrössten Volkswirtschaft der Welt jedoch langsam wieder in Schwung. So stieg die Produktion im August um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Zwar ist die Stimmung weiterhin insgesamt gedrückt, doch für die kommenden drei Monate rechnet die Industrie immerhin mit einer weiteren Verbesserung. So dürfte der von der Bank of Japan ermittelte Stimmungsindex für Dezember weiter auf minus 17 steigen.
Eine Angestellte von Sanko Manufacturing Co. prüft Beatmungsgeräte vor dem Versand. Aufnahme vom 8. Mai 2020.
Der von der Zentralbank alle drei Monate erstellte Bericht ist eine Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. Demnach sind auch die nicht produzierenden Unternehmen des Landes inzwischen etwas weniger pessimistisch. Der entsprechende Stimmungsindex bei diesen Unternehmen stieg von minus 17 vor drei Monaten auf jetzt minus 12. Bis Dezember dürfte er jedoch nur geringfügig auf minus 11 steigen. Bis sich Japans Wirtschaft vollständig von den Folgen der Pandemie erholt, dürften nach Einschätzung von Ökonomen noch Jahre vergehen.
(dpa) Grossbanken in den USA müssen ihr Geld wegen der Corona-Krise weiter zusammenhalten. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hält angesichts der ungewissen Aussichten wegen der Pandemie an weitreichenden Auflagen zur Schonung der Kapitalausstattung der Geldhäuser im Land fest. Dies teilte sie am Mittwoch nach Börsenschluss in Washington mit.
Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen bleiben für die grössten Banken auch im vierten Quartal tabu. Die Notenbank hatte die Massnahme im Juni zunächst für die drei Monate bis Ende September beschlossen. Vorangegangen war ein Stresstest, der Risiken durch die Corona-Krise für den Finanzsektor offenbarte.