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Neben den grossen Schaureliquiaren, die besonders an Feiertagen zum Einsatz kamen, gibt es auch kleine Reliquienbehälter, die im Alltag verwendet wurden.
Bemerkenswert sind zwei Reliquienkapseln. Das sind kleine dosenförmige Behälter mit Reliquien, die mit einer Kette um den Hals als Amulett getragen werden konnten. So erwartete man Kraft und Beistand der Reliquien im Alltag.
In den Kapseln findet sich je eine Wachsmedaille, die von sogenannter Klosterarbeit gerahmt ist. Klosterarbeit bezeichnet eine filigrane Volkskunst, die im Mittelalter wahrscheinlich in Klöstern entstanden ist. Die Reliquien befinden sich in kleinen, verzierten Paketchen; ihr Inhalt ist mit einem Schriftband bezeichnet. Diese sogenannte «cedula» dient zur Identifikation und als Beweis für die Echtheit der Reliquie. Klosterarbeiten entstanden etwa ab dem 15./16. Jahrhundert. Damals wurden in Rom die zwischenzeitlich vergessenen Katakomben wieder entdeckt und zahlreiche Gebeine vermeintlicher Märtyrer über die Alpen in Klöster transportiert, wo sie mit grosser Kunstfertigkeit verziert wurden.
Auch an einem Rosenkranz aus Silberfiligran aus dem 18. Jahrhundert ist neben einem Anhängermedaillon eine Reliquienkapsel befestigt. Der Rosenkranz ist Zeugnis mittelalterlicher Frömmigkeit. Die heute gebräuchliche Form kennt man seit dem 16. Jahrhundert.