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München - Der Schriftsteller Roberto Saviano ist für seinen Mut bei der Aufdeckung der Mafia-Machenschaften in Italien mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet worden.
In seinem Buch "Das Gegenteil von Tod", aber auch seinen anderen Werken, spreche Saviano Dinge aus, die sonst fast niemand zu sagen wage, hiess es in der Begründung. Nach Ansicht des Autors hat die Wirtschaftskrise der Mafia in ganz Europa einen Schub gegeben.
"Die Wirtschaftskrise war letztendlich ein Geschenk für die Mafia", sagte Saviano in München, wo der Preis am Abend überreicht werden sollte. Sogar staatliche Einrichtungen selber würden offen zugeben, dass der Umsatz, der dem italienischen Staat jährlich aus der Mafia entstehe, bei 100 Milliarden Euro liege.
Durch die Wirtschaftskrise seien diese Einnahmen noch unverzichtbarer geworden. Die Preisvergabe an ihn sei aber ein gutes Zeichen dafür, dass die Mafia kein Randthema mehr sei: "Das gibt mir sehr viel Hoffnung."
Saviano forderte, in ganz Europa einheitliche Gesetze für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen einzuführen. Der 30-Jährige hat unter anderem in "Gomorrha" die kriminellen Machenschaften der Mafia aufgedeckt. Heute lebt er unter Polizeischutz.
Den mit 10'000 Euro (22'600 Franken) dotierten Geschwister-Scholl-Preis vergeben jährlich der Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und die Stadt München.
Die Auszeichnung soll die Erinnerung an die Zivilcourage der Studenten Hans und Sophie Scholl wachhalten, die ihren Widerstand gegen das Terrorregime der Nationalsozialisten 1943 in München mit dem Leben bezahlten. Träger sind unter anderem Jürgen Habermas, Christa Wolf und die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja.
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