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Britische Forscher haben einer Tomate Farbstoff-Gene eingesetzt, die den Antioxidantienanteil erhöhten. Bei Mäusen wirkten sie lebensverlängernd.

Durch genetische Manipulation entstehen violette Tomaten mit dreimal so viel Antioxidantien. Bild: manipuliert (elektronisch, nicht gentechnisch)
Britische Forscher haben mit Hilfe von Gentechnik violette Tomaten mit besonders vielen Anthocyanen gezüchtet. Diese Farbstoffe wirken als starke Antioxidantien
und sind damit gesundheitsfördernd. Krebsanfällige Mäuse, die mit den violetten Tomaten gefüttert wurden, lebten länger als Tiere, denen gewöhnliche rote Tomaten zugefüttert wurden, berichten die Forscher um Eugenio Butelli vom John Innes Centre in Norwich. Sollte sich diese Wirkung bei Studien am Menschen bestätigen, könnte dies eine Möglichkeit sein, die Gesundheit zu schützen, ohne echte Medikamente einnehmen zu müssen, erklären die Wissenschaftler.
Die Forscher bauten in das Erbgut von gewöhnlichen roten Tomaten zwei Gene ein, die dem Löwenmäulchen seine Farbe verleihen. Durch diese genetische Manipulation entstanden violette Tomaten, die fast dreimal so viele Antioxidantien enthielten wie die Originale. Mit dieser neuen Tomatenart testeten Forscher die gesundheitsförderliche Wirkung von Antioxidantien.
Dazu untersuchten sie Mäuse, die besonders anfällig für bestimmte Krebsarten sind und daher auch nur eine geringe Lebenserwartung haben. Ein Drittel dieser Mäuse bekam normales Futter und ein zweites Drittel normales Futter, das zu zehn Prozent aus einem Extrakt aus roten Tomaten bestand. Der Rest der Mäuse erhielt eine normale Ration mit zehn Prozent Extrakt aus violetten Tomaten. Während die Mäusegruppe mit dem Zusatz aus roten Tomaten genauso lange lebte wie ihre Artgenossen mit normalem Futter, lebten die Mäuse mit dem violetten Tomatenextrakt 40 Tage länger als die Tiere mit dem Standardfutter.
Auch wenn das Untersuchungsergebnis vielversprechend wirkt, müsse erst getestet werden, wie die lebensverlängernde Wirkung der violetten Tomaten zustandekommt, erklärt Cathie Martin, die ebenfalls an der Studie beteiligt war. Vermutlich sei die Wirkung nicht komplett auf die Antioxidantien zurückzuführen. Erst wenn der Wirkmechanismus geklärt sei und giftige Nebenwirkungen ausgeschlossen werden können, soll dieses funktionelle Lebensmittel am Menschen getestet werden. Als nächstes werde daher erst die Wirkung der violetten Tomaten auf verschiedene Tumorarten erforscht.
Anthocyane sind natürliche Farbstoffe, die in besonders grossen Mengen in dunklen Beeren, wie Brombeeren, vorkommen. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Farbstoffe gewissen Krebsarten, kardiovaskulären Erkrankungen, Alterserscheinungen, Übergewicht und Diabetes vorbeugen. Ausserdem sollen Anthocyane entzündungshemmend wirken und das Sehen verbessern. Eugenio Butelli (Quelle: John Innes Centre in Norwich, Grossbritannien) et al.: Nature Biotechnology, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nbt.1506. / ddp)
(gb)
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