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Auf der Einladungskarte und dem Ausstellungsplakat sitzt der Künstler pfeifenrauchend auf der Spitze des Dachs der Kunsthalle und blickt in die Ferne. Während der Ausstellung wurde sein Körper durch eine ca. 2 m hohe Schlaufe ersetzt, sein Auge durch eine Kamera.
Die antennenartige Struktur auf der Pyramidenspitze ist weder Kugel noch Tetraeder, sondern die Summe aller Schnittpunkte zwischen diesen geometrischen Körpern. Sie bildet eine endlose, komplexe, in alle Richtungen sich windende Schlaufe, die sich zunächst einmal als eine Skulptur offenbart, deren Ansicht sich je nach Standort verändert und als Kugel, als auf der Spitze stehender Tetraeder oder als „strukturloses“ Liniengewirr aus Kreissegmenten erscheint. Zugleich fungiert sie aber auch als Schiene für ein Endlostravelling. Eine Videokamera, die mit Stromabnehmer, Motor und Sender auf einem eigens dafür gebauten Wagen installiert ist, fährt die ganze Schlaufe ab und schickt über Funk live-Bilder zu einem Empfänger, der sie mittels eines Projektors auf eine grosse Wand des Hauptsaals der Kunsthalle wirft. In der Projektion erscheint die Schlaufe als eine endlose gerade Linie. Die ständig kippenden Bilder des Himmels, der Altstadt, des Kunsthalle-Dachs und der umliegenden Strassen konnten auch gespeichert und zeitlich verzögert abgespielt werden.
Während der Basler Kunstmesse wurde eine zweite, identische Skulptur im Lichthof des Hauptgebäudes der ART installiert. Die Berner und die Basler Schlaufen korrespondierten über Satellit direkt, was ermöglichte, dass in der Kunsthalle Bern Bilder aus der Basler Kunstmesse und in Basel Bilder aus Bern empfangen werden konnten. Die Berner Endlosschlaufe bildet somit den Anfangspunkt eines schönen (im jetzigen Zeitpunkt noch) utopischen Projekts, das darin besteht, dass immer mehr dieser Strukturen in verschiedenen Grössen und in den verschiedensten Innen- und Aussenraumsituationen sich gegenseitig Bilder zuspielen und ein weltweites Netzwerk bilden. B.F.