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Légitimation et délégitimation de l’internement administratif
Legitimierung und Delegitimierung der administrativen Versorgung
Texte deutsch, französisch oder italienisch
In der Schweiz ermöglichte es ein rechtliches Instrumentarium bis 1981, Personen aus sozialprophylaktischen Gründen jenseits des Legalitätsprinzips die Freiheit zu entziehen. Diese Anlage der administrativen Versorgung bewirkte eine Diskriminierung von Bürgerinnen und Bürgern: Personen, die als randständig galten und deren Lebensweise gegen die herrschenden Normen bezüglich Arbeit, Familie oder Sexualität verstiess, wurden vom gemeinen Recht ausgeschlossen.
Dieses Buch behandelt die über hundertjährige Rechtsgeschichte der administrativen Versorgung in der Schweiz. Es legt die politischen, sozialen und wissenschaftlichen Schichten frei, die sich in den Gesetzen zur administrativen Versorgung ablagerten, und gleichzeitig die Spannungen und Widersprüche, die diese Gemengelage erzeugte. Anhand von Fallstudien werden die Logiken bei der Einführung der administrativen Versorgung sowie die Bedingungen für deren Fortbestand und Aufhebung aufzeigt.
Der Bundesrat beauftragte Ende 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen in der Schweiz vor 1981. Dazu gehörten insbesondere die Auseinandersetzung mit der Perspektive von Betroffenen und Opfern sowie die Analyse staatlicher Interventionen und behördlichen Handelns. Die UEK sollte dabei auch die Bezüge zu allen anderen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen berücksichtigen. Die Kommission veröffentlicht ihre Forschungserkenntnisse in neun Monografien sowie einem Synthesebericht zuhanden des Bundesrates.
Die UEK Administrative Versorgungen wurde interdisziplinär zusammengesetzt: Sie besteht aus neun Mitgliedern, hauptsächlich Historikerinnen und Historiker, aber auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialwissenschaften, der Psychiatriegeschichte/Psychiatrie und der Rechtswissenschaften.