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El Niño ist zurück
2010 trocknete El Niño den Las Canoas See im Zentrum Nicaraguas aus. (Reuters)
Neue Daten weisen darauf hin, dass El Niño bereits im Gange ist, wie der japanische Wetterdienst erklärt. Es war der bislang klarste Hinweis einer nationalen Behörde auf das Wetterphänomen. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass diese gefürchtete Erwärmung der Wassertemperatur im tropischen Pazifik bis zum Winter anhalte.
Gestörte Wasserströme im Pazifik
Der US-Wetterdienst hatte am Donnerstag gewarnt, dass El Niño in diesem Jahr so gut wie sicher sei. Durch die ungewöhnlich starke Erwärmung des Wassers vor der lateinamerikanischen Pazifikküste geraten die dort üblichen Meeresströmungen durcheinander, die wiederum weltweit das Klima beeinflussen. El Niño tritt in der Regel alle vier bis zwölf Jahre auf.
Im Jahr 1998 starben rund 2000 Menschen an seinen Folgen. Die Schäden durch Ernteausfälle gingen damals in die Milliarden. Vor drei Jahren verzögerte El Niño den Beginn des Monsuns in Indien und trieb dadurch den Zuckerpreis auf den höchsten Stand seit 30 Jahren.
Regen in Südamerika, Dürre in Australien und Indien
Die grosse Frage nun ist, wie stark das Phänomen diesmal ausfällt und wie lange es anhält. Ein starker El Niño kann zu grossen Dürren in Australien, Teilen Afrikas, in Südostasien und Indien führen. Während verbesserte Ernten von Mais und Soja in Südamerika zu erwarten sind, dürfte die Getreideernte in Australien schwer getroffen werden, ebenso die Kaffee-, Kakao-, Reis- und Zuckerproduktion in Südostasien.
Japan und Teilen Nordamerikas könnte El Niño wärmeres und feuchteres Wetter bringen, wohl aber zu spät für die von der schlimmsten Dürre seit 56 Jahren betroffene US-Maisernte. Indien droht dagegen ab September ein deutlicher Rückgang der Regenmengen, und das nach einer bereits unberechenbaren Monsunzeit in diesem Jahr.
Noch höhere Lebensmittelpreise
Die Auswirkungen El Niños könnten auch zu einem weiteren Preisschub bei Lebensmitteln führen. Vor allem wegen der US-Dürre kletterte der Preis für Mais in den vergangenen zwei Monaten um 60 Prozent.
Am Donnerstag warnten die Vereinten Nationen vor dem Ausbruch einer ähnlich verhängnisvollen Krise wie 2008, als steigende Preise in vielen Ländern zu gewaltsamen Protesten führten. Damals trug ein Mix aus einer ganzen Reihe von Faktoren wie hohen Ölpreisen, schlechtem Wetter, Exportbeschränkungen zu gewaltsamen Protesten in armen Ländern wie Ägypten, Kamerun und Haiti bei, weil sich die Menschen immer weniger zu Essen leisten konnten. Auch Spekulationsgeschäfte auf Ernte-Ausfälle und die zunehmende Produktion von Biokraftstoffen sollen die Nahrungsmittelpreise in die Höhe getrieben haben. (nab;pet, reuters/sda)
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