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Eine Magenperforation (MP) ist ein medizinischer Notfall. Ein perforiertes peptisches Ulcus ist eine Form der MP, aber auch der langfristige Einsatz nicht-steroidaler Antiphlogistika, Komplikationen chirurgischer Eingriffe und Krebs können eine MP provozieren. Obwohl es sich hier um eine potenziell lebensbedrohliche Kondition handelt, zeigen nicht alle Betroffenen deutliche Symptome. Zu den häufigsten Beschwerden, die im Rahmen einer MP auftreten, zählen Schmerzen im Epigastrium, die so stark sein können, dass ein akutes Abdomen diagnostiziert wird. Die Diagnose erfolgt mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik, im Idealfall mit Hilfe der Computertomographie.
Eine MP führt zum Tode, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. In der Literatur sind zahlreiche Ursachen für einen Magendurchbruch beschrieben: Am häufigsten kommt es bei Patienten mit Helicobacter-pylori-Infektion und peptischen Ulzera oder Magenkarzinomen zur Perforation des Hohlorgans, aber auch die Inzidenz von MP nach langfristigem Einsatz nicht-steroidaler Antiphlogistika ist nicht zu unterschätzen. Diese Medikamente reduzieren die Sekretion gastroprotektiven Schleims und vermindern gleichzeitig die Regenerationsfähigkeit der Magenschleimhaut, weshalb sich Geschwüre bilden, die ähnlich wie das Helicobacter-assoziierte Ulcus zur MP prädisponieren. Seltenere Ursachen einer MP sind chirurgische Eingriffe am Magen-Darm-Trakt, Intubationen und das Abschlucken scharfkantiger oder spitzer Gegenstände, z.B. Teile von Zahnstochern und Büroklammern [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]. Weiterhin kann der Magen durch eine Bruchpforte vorfallen, beispielsweise als Bruchinhalt einer Hiatushernie, inkarzerieren und perforieren [8].
Das klinische Bild gestaltet sich sehr heterogen; das Spektrum der Symptome reicht vom Appetitsverlust über abdominale Distension, einem abnormen Empfinden im Epigastrium und lokalisierten, mäßigen Bauchschmerzen bis hin zum akuten Abdomen. Die Schmerzen ergeben sich aus einer Peritonitis, die wiederum das Ergebnis des Austritts von Mageninhalt in die Bauchhöhle ist [9]. Allerdings kommt es nicht notwendigerweise zu einer diffusen Verteilung von Mageninhalt in der Bauchhöhle und ein kleinerer Defekt in der Magenwand kann von anderen Strukturen wie dem Netz nahezu verschlossen werden. Punktförmige Perforationen werden zum Beispiel durch Fremdkörper verursacht und tatsächlich ist für diese Ätiologie eher ein chronischer Krankheitsverlauf zu erwarten [3] [9]. Während die Entwicklung eines akuten Abdomens zur sofortigen Aufarbeitung des Falles führt, sind chronische oder gar asymptomatische Fälle von MP mit bedeutenden Verzögerungen in der Diagnosestellung verbunden [9].
Aufgrund des wenig spezifischen klinischen Bildes wird immer wieder die Bedeutung einer gründlichen Anamnese und Allgemeinuntersuchung betont [3] [7]. Die Patienten sollten nicht nur bezüglich des Einsetzens und der Entwicklung von Symptomen befragt werden, sondern es sind unbedingt auch Risikofaktoren zu identifzieren. Viele MP-Patienten wissen, dass sie an Magengeschwüren oder Magenkrebs leiden, oder geben auf Nachfrage an, Medikamente eingenommen zu haben, die Ulzera hervorrufen. Bei Kindern ist immer auch an die Möglichkeit einer MP durch Fremdkörper zu denken.
Das Ziel der vorgenannten Maßnahmen ist es, die Ursache der erfahrenen Beschwerden im oberen Gastrointestinaltrakt zu lokalisieren und entsprechende bildgebende Studien zu veranlassen. Auf die Applikation von Kontrastmitteln wie Bariumsulfat ist bei Verdacht auf eine Perforation des Magen-Darm-Traktes zu verzichten, aber selbst nativen Röntgenaufnahmen lassen sich in der Regel deutliche Hinweise auf eine MP entnehmen: Bei etwa drei Vierteln der Betroffenen ist unterhalb des Diaphragmas freies Gas im Abdomen zu erkennen [6] [10]; laterolaterale Aufnahmen sind anteroposterioren dabei vorzuziehen. Als Goldstandard zur Diagnose der MP gilt jedoch die kontrastverstärkte Computertomographie [10]. Ein charakteristischer Befund neben dem deutlich erkennbaren freien Gas in der Bauchhöhle ist hier der Austritt von Kontrastmittel entlang des Defektes in der Magenwand, während die übrigen Bauchorgane unauffällig bleiben. Bei eingeschränkter Verfügbarkeit oder Realisierbarkeit von Röntgen und Computertomographie kann auch versucht werden, eine MP sonographisch darzustellen.
Falls eine MP bestätigt wird, aber keiner Grunderkrankung zugeordnet werden kann, sollte in Erwägung gezogen werden, eine Magenbiopsie durchzuführen, um Gewebeproben auf Malignität zu untersuchen [11].