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In Frankreich sorgt das Vorgehen von Grenzbeamten an einem Pariser Flughafen für Aufregung: Zwei Mädchen sollen dort mehrere Tage lang festgesetzt worden sein - ohne ihre Eltern.
Um ihre Papiere zu überprüfen, sollen zwei kleine Kinder tagelang ohne ihre Eltern an einem Pariser Flughafen festgehalten worden sein. Eine sechsjährige Französin habe vier Tage am Flughafen Charles-de-Gaulle verbringen müssen, bevor sie nach einer Anhörung durch einen Richter am Dienstag freigelassen worden sei, sagte Anwältin Sidonie Leoue.
Die Grenzbeamten hatten demnach den Verdacht, dass der Pass nicht dem Mädchen gehörte, da das Foto ihr angeblich nicht ähnelte. Der Richter konnte dieser Argumentation aber nicht folgen. Laut der Anwältin lebt die Kleine bei ihrer Grossmutter in Kamerun und wollte die Ferien bei ihrer Mutter in Frankreich verbringen.
Die Sechsjährige wurde in einem Bereich des Flughafens für Reisende ohne gültige Papiere untergebracht. Minderjährige erhalten dort eine besondere Betreuung. Die Anwältin will nun den Staat auf Entschädigung verklagen.
An dem Flughafen wurde auch eine Dreijährige aus der Elfenbeinküste fünf Tage lang festgehalten, wie ihr Vater und ein Anwalt erklärten. Das Kind wurde erst am Mittwoch nach einer Anhörung durch einen Richter freigelassen.
Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf nicht genannte Quellen, es sei äusserst ungewöhnlich, dass ein so kleines Mädchen am Flughafen ohne seine Eltern festgehalten werde. Die Grenzbeamten hätten aber überprüfen wollen, dass es sich bei ihrem Begleiter tatsächlich um ihren Vater handelte, und sie nicht ihrer ivorischen Familie entrissen wurde.
Der Vater sagte, er habe seine Tochter mit einem gefälschten Pass nach Frankreich bringen wollen, weil ihr in der Elfenbeinküste die Beschneidung drohte. Er wolle nun Asyl für sie beantragen. Der Vater befand sich selbst illegal in Frankreich. Eine unabhängige Instanz zur Verteidigung der Rechte der Bürger wurde eingeschaltet, um die Rechtmässigkeit des Vorgehens der Behörden in dem Fall zu überprüfen. (tat/wit/AFP)