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Unzählige Kinder haben keine Familie. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Verwandten verstossen. Viele wohlhabendere Familien ziehen solche Kinder gross. Ärmere, die das auch gerne tun würden, haben keine Mittel dazu.
Die Stiftung wählt seit Februar 2011 in der Region Recife verantwortungsbewusste, in der Regel alleinerziehende Mütter aus, die sich mit ihren Kindern schlecht oder recht durchschlagen. Wenn sie weiteren 1 – 3 Kindern eine Ersatzmutter sein wollen, ihnen Liebe, Zärtlichkeit aber auch Erziehung geben können, springt sie ein. – In Zusammenarbeit mit den Behörden vermittelt sie ihnen Kinder wie oben beschrieben und zahlt ihnen monatlich einen fixen Betrag (Kost, Logis, Entgelt) von R$ 400.- (ca. Fr. 100.-) pro Kind. Das gibt den Frauen einen Zustupf an die Haushaltskosten und den Kindern Familienanschluss mit ‚Nestwärme’. Per Januar 2020 betreut die Stiftung so 47 Kinder bei 16 Ersatzmüttern in Igarassu und Araçoiaba.
Das Projekt ist ein voller Erfolg. Die Jugendlichen entwickeln sich gut. Ohne uns wären wahrscheinlich einige von ihnen gestorben:
So setzte die Familie Sofia im Alter von 1 Monat aus. Das Mädchen ist HIV-positiv. Inzwischen ist Sofia 8jährig, nimmt immer ihren Medikamentencocktail und geht regelmässig zum Untersuch ins Spital. Sie besucht den Kindergarten.
Everton litt an Leukämie, als er mit seinem Bruder José Marcos von der Mutter ausgesetzt wurde. Seine Ersatzmutter fuhr mit ihm wöchentlich ins Kinderspital in Recife zur Chemotherapie. Everton ist 11jährig.
Sara leidet an Blutarmut, Taynara musste am Herzen operiert werden, Mariana und Alice haben eine Milchallergie, Luciana hatte Syphillis, usw.
Die 15jährige Gabriela und die 16jährige Maria Eduarda sind seit 8 bzw. 7 Jahren bei uns. Beide sind sehr gute Schülerinnen. Wir fördern sie, indem wir sie in eine Privatschule schicken. Seit 2018 schicken wir auch für Washington (12) und Pedro (13) an die gleiche Privatschule. 2019 kamen Ana Clara (11) und Lucas (11) dazu. Sie verdienen diese Förderung durch sehr gute schulische Leistungen. – In Araçoiaba förderten wir so während 3 Jahren João (14).
Erfüllt eine ‚Mutter‘ unsere Anforderungen und Bedingungen nicht mehr, ersetzen wir sie: Marta sorgte über drei Jahren für Maria Eduarda, Pedro und Kawan. Maria Eduarda erzählte im Mai, dass Marta wieder mit einem ehemaligen Lebenspartner zusammen sei und mit diesem zuhause Saufgelage durchführe. Sandra erwischte sie an einem Wochenende. Die Erwachsenen waren keine Vorbilder für die Kinder. – Sandra nahm die Drei sofort mit. Mit Maruza betreut sie jetzt eine andere Ersatzmutter. Eine solche Entwicklung ist schade, aber das Wohl der Kinder ist uns am wichtigsten. Mit Ausnahme der verheirateten Sandra sind alle Ersatzmütter alleinstehend. Wie oben mit Marta beschrieben, wollen wir vermeiden, dass die Kinder in schlechte Gesellschaft kommen, gar geschlagen oder missbraucht werden.
Für Maria Eduarda und ihren Bruder Pedro zahlten wir im 2018 eine private Zahnbehandlung. Beim öffentlichen Gesundheitswesen wären ihnen mehrere Zähne ausgerissen worden.
Luciene (20) und Ana Paula (19), die mit ihren Babies vor etwa 4 Jahren zu uns kamen, ermöglichten wir mit Darlehen den Schritt ins Berufsleben. So verkauft Luciene Kleider, die sie im Landesinnern einkauft und erledigt Putzarbeiten. Ana Paula absolvierte einen Coiffeusenkurs.