Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/169747

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, wie hoch der jährliche Stromverbrauch für von Elektrizitätswerken gesteuerte Verbraucher wie Elektroboiler, Speicherheizungen, Wärmepumpen, Pumpspeicher usw. in der Schweiz ist. Im Bericht ist aufzuzeigen oder abzuschätzen, wie viel jährlicher Stromverbrauch von den Konsumenten absichtlich auf Niedertarifzeiten geschoben wird (z. B. zeitlich programmierbare Waschmaschinen, Geschirrspüler, Industriemaschinen usw.). Es soll dargestellt werden, zu welchen Tages-, Nacht- und Jahreszeiten diese steuerbaren Verbraucher heute betrieben werden. Daraus soll der natürliche, ungesteuerte Strombedarf in der Schweiz für typische Tage/Nächte/Wochen pro Jahreszeit abgeleitet und grafisch einfach verständlich dargestellt werden.</p><p>Der Bericht soll aufgrund dieser Erkenntnisse zuverlässige Aussagen zu den Chancen und Risiken von weniger Bandstrom im Schweizer Stromnetz machen und aufzeigen, welche allfälligen Massnahmen mittel- und langfristig ohne Schweizer Atomkraft im Bandenergiebereich sinnvoll oder notwendig werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Energieversorgungsunternehmen (EVU) können heute über Rundsteuerungen teilweise den Stromverbrauch für elektrische Speicherheizungen, Elektroboiler und Wärmepumpen in Wohngebäuden sowie für Anwendungsprozesse in Industrie- und Dienstleistungsunternehmen steuern. Zudem gibt die Tarifgestaltung in Hoch- und Niedertarif in vielen Verteilnetzen den Konsumenten Anreize, beispielsweise Geschirrspüler und Waschmaschinen in Niedertarifzeiten laufen zu lassen.</p><p>Im Rahmen der Elektrizitätsstatistik erhebt das Bundesamt für Energie (BFE) die Produktion und den Verbrauch von Strom auf monatlicher Basis sowie wöchentlich für jeden Mittwoch bei den EVU. Jeweils am dritten Mittwoch im Monat wird zudem der Belastungsverlauf für Produktion und Verbrauch im Tagesgang erfasst. Der Verbrauch der Speicherpumpen wird dabei separat ausgewiesen. Auch der jährliche Stromverbrauch für Elektrowärmepumpen wird in der Elektrizitätsstatistik publiziert. Es sind keine statistischen Grundlagen verfügbar, um den Verbrauch nach "gesteuert" und "nicht gesteuert" zu unterscheiden.</p><p>Zukünftig werden Lastverschiebungen, auch Demand Side Managements (DSM) genannt, über neue technologische Entwicklungen zunehmen. Intelligente Zähler, sogenannte Smart Meter, unterstützen Geschäftsmodelle auf Basis von Lastverschiebungen und sollen im Rahmen der Energiestrategie 2050 eingeführt werden. Die durch DSM so bereitgestellte Flexibilität für die Netze ist ein zentrales Element von intelligenten Netzen, sogenannten Smart Grids. Das BFE hat in den Untersuchungen zur Einführung von Smart Metering in der Schweiz erste Analysen zu Lastverschiebungspotenzialen in den Sektoren Haushalte, Industrie und Dienstleistungen durchgeführt (Bericht "Folgeabschätzung einer Einführung von 'Smart Metering' im Zusammenhang mit 'Smart Grids' in der Schweiz", abrufbar unter <a href="http://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/27519.pdf">www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/27519.pdf</a>). In weiteren Studien des BFE wurde das Thema ebenfalls bereits aufgegriffen (z. B. Trilaterale Studie Pumpspeicherkraftwerke 2014, vgl. Medienmitteilung des BFE vom 18. August 2014: <a href="http://www.bfe.admin.ch">www.bfe.admin.ch</a> &gt; Dokumentation &gt; Medieninformationen). Das DSM kann einen wichtigen Beitrag im zukünftigen Strommarkt liefern. Es liegen jedoch keine belastbaren Daten zu den heute mittels Steuerung verschobenen Lasten vor.</p><p>Das Postulat Nordmann 15.3583, "Ursachen des leicht rückläufigen Stromverbrauchs in den letzten Jahren", welches der Nationalrat angenommen hat, beauftragt den Bundesrat, einen Bericht über die Entwicklung der massgeblichen Faktoren des Stromverbrauchs zu erstellen. Es werden die Verwendungszwecke wie beispielsweise Raumwärme (Elektroheizungen, Wärmepumpen), Warmwasser (u. a. Elektroboiler), Elektrogeräte oder industrielle Antriebe und Prozesse seit 2000 dargelegt. Die quantitative Bedeutung potenziell steuerbarer Verbraucher kann zwar aufgezeigt werden, aufgrund fehlender Datengrundlagen können jedoch keine Aussagen zu den Tageslastgängen dieser Verbraucher gemacht werden. Die verfügbaren Grundlagen der Entwicklung des Elektrizitätsverbrauches werden bis Ende 2017 in diesem Bericht dargestellt. Zusätzliche Informationen, wie im Postulat gefordert, bedingten eine erhebliche Erweiterung der statistischen Grundlagen, die zu einem erheblichen zusätzlichen Aufwand für die Stromwirtschaft führen würde. Je nach Ausgestaltung der Darstellung verfügt die Stromwirtschaft nicht über alle statistischen Grundlagen, womit diese bei der Wirtschaft und den Haushalten direkt erhoben werden müssten, was auch für diese Stellen (und für die Verwaltung) einen grossen Mehraufwand bedeuten würde.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.