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Neuer Präsident der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen EKDF
(Letzte Änderung 27.03.2012)
Bern, 27.03.2012 - Der langjährige Präsident der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen, François van der Linde, trat auf Ende 2011 zurück. Seit 1997 leitete und prägte er die Arbeit der Kommission und leistete in dieser Funktion einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und Verankerung der Vier-Säulen-Drogenpolitik der Schweiz. Als seinen Nachfolger wählte der Bundesrat Toni Berthel, ärztlicher Co-Direktor der Integrierten Psychiatrie Winterthur.
Per 1.1.2012 setzte der Bundesrat Dr. med. Toni Berthel als Präsident ein. Der ärztliche Co-Direktor der Integrierten Psychiatrie Winterthur arbeitet seit mehr als 30 Jahren im Drogen- und Suchtbereich und leitet gemeinsam mit Françoise Vogel von den Städtischen Sozialen Diensten die Integrierte Suchthilfe Winterthur. Ausserdem war er bis Ende 2011 zuständig für das Generalsekretariat der Swiss Society of Addiction Medicine SSAM und ist Mitglied mehrerer Expertengruppen.
Dr. med. François van der Linde präsidierte von 1981-1997 bereits die Vorgängerkommission der EKDF, die Sub-Kommission Drogen, die der damaligen Eidgenössischen Betäubungsmittelkommission zugeordnet war. Das Drogenelend, das in den offenen Drogenszenen am Letten in Zürich oder im Kocherpark in Bern gipfelte, beschleunigte den Wandel von einer vorwiegend repressiv ausgerichteten Drogenpolitik zu einer pragmatischen, um die Säule Schadensminderung erweiterte Vier-Säulen-Drogenpolitik. Wegen der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der „Drogenfrage" hob der Bundesrat die Betäubungsmittelkommission 1997 auf und setzte die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen ein. Nachdem die Vier-Säulenpolitik auf Bundesebene breite politische Akzeptanz gefunden hatte, wandte sich die EKDF unter van der Lindes Leitung vermehrt konzeptionellen Fragestellungen zu. Sie veröffentlichte mehrere Berichte, unter anderem den Cannabis-Bericht (1999); Psychoaktiv.ch (Würfelmodell; 2006); Herausforderung Sucht (2010 in Zusammenarbeit mit den Eidgenössischen Kommissionen für Alkoholfragen EKAL und Tabakprävention EKTP).
Die EKDF präsentierte gestern anlässlich eines Symposiums für Fachleute zu Ehren des scheidenden Präsidenten eine Publikation in Buchform[1]. Darin stellen verschiedene Autorinnen und Autoren die drogenpolitische Debatte in gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge und zeigen auf, wie bedeutsam der Umgang mit Drogen, Rausch und Sucht für die Gesellschaft im Allgemeinen ist.
Die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF) besteht aus 14 Expertinnen und Experten. Auch im revidierten Betäubungsmittelgesetz ist eine Expertenkommission vorgesehen (BetmG Artikel 29 Absatz 4). Der Bundesrat bestimmt Zusammensetzung und Auftrag der Kommission und wählt die Mitglieder auf Vorschlag des EDI. Gesetzlicher Auftrag der Kommission ist die Beratung des Bundesrates in grundsätzlichen Fragen der Suchtpolitik und Suchtproblematik und in der Umsetzung des Betäubungsmittelgesetzes.
[1] EKDF, Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (2012). Drogenpolitik als Gesellschaftspolitik. Ein Rückblick auf dreissig Jahre Schweizer Drogenpolitik. Zürich; Genève: Seismo Verlag.
Genf: Département de sociologie, UM. ISBN: 978-3-03777-114-3.
Interessierte Medienschaffende können ein Rezensionsexemplar anfordern bei <email-pii>.
Adresse für Rückfragen
Herr Toni Berthel, 079 232 47 57
Präsidium
Dr. med. Toni Berthel
Ärztlicher Co-Direktor
Integrierte Psychiatrie Winterthur
Postfach 144
8408 Winterthur
Tel. +41 52 267 59 04
<email-pii>
Herausgeber
Kommissionen des EDI
Bundesamt für Gesundheit
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Letzte Änderung 20.04.2018