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AGROSCOPE
Posieux (FR), 02.02.2010 – Die Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP hat den Auftrag, alle in den Handel gebrachten Futtermittel für Heim- und Nutztiere zu kontrollieren. Damit stellt sie die erste Kontrollinstanz in der Lebensmittelkette dar. 2009 hat sie 1’727 Proben erhoben und analysiert. Die Anzahl beanstandeter Proben lag im Bereich des Vorjahrs.
Im Rahmen der amtlichen Futtermittelkontrolle hat ALP im Jahre 2009 1’460 Proben von Nutztierfuttermitteln sowie 267 Proben von Heimtierfuttermitteln erhoben (2008:1231 / 227). Die in mehr als 570 Produktions- oder Handelsbetrieben durchgeführten Inspektionen zeigten, dass die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit und die Selbstkontrollmassnahmen gemäss HACCP-Konzept immer besser verstanden und angewandt werden. Die Unternehmen erfüllen die Anforderungen generell gut und die Futtermittel können als sicher eingestuft werden.
Stabile Lage bei den Futtermitteln für Nutztiere
Wie 2008 gab mehr als die Hälfte der Nutztierfuttermittelproben keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Die Anzahl Proben mit kleineren Mängeln (unvollständige Etikettierung, von der Deklaration geringfügig abweichende Gehalte) blieb praktisch stabil (26,8% gegenüber 26,5% im Jahr 2008). Hingegen stieg die Anzahl Beanstandungen mit finanziellen Konsequenzen auf 19.5% an (2008: 17%).
Wie auch im Jahr 2008 musste in einem einzigen Fall Strafanzeige eingereicht werden: In einer von 461 Proben wies das ALP-Labor Antibiotika nach. Alle übrigen Analysen auf unerlaubte oder unerwünschte Substanzen (Schwermetalle, Dioxine und Aflatoxine) ebenso wie auf Salmonellen erwiesen sich als negativ.
Wirtschaftlicher Druck auf Unternehmen
Die Beanstandungen mit finanziellen Folgen betreffen Werte, die ausserhalb der offiziellen Toleranzgrenzen liegen oder beziehen sich auf inakzeptable Deklarationsfehler. ALP geht davon aus, dass nicht in allen diesen Fällen mutwilliger Betrug vorliegt, stellt jedoch auch fest, dass die Unternehmen aus Gründen der wirtschaftlichen Rentabilität oftmals im Grenzbereich der gültigen Normen arbeiten. Die erhöhte Anzahl an Beanstandungen ist auch darauf zurück zu führen, dass im Rahmen einer risikobasierten Kontrollorganisation ein grösserer Druck auf diejenigen Unternehmen ausgeübt wurde, die bereits in den Vorjahren Anlass zu Beanstandungen geliefert hatten.
Deutliche Verbesserung im Bereich Heimtierfuttermittel
Von den 267 bei Herstellern und Wiederverkäufern von Heimtierfuttermitteln vorgenommenen Proben wiesen 44.6% (2008: 54,6%) kleinere Mängel auf, während 27% der Proben Anlass zu Beanstandungen mit finanziellen Folgen gaben, was einem Rückgang von 4.2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der erfreuliche Rückgang der Proben mit leichten Mängeln beruht auf der Tatsache, dass sich die Unternehmen grosse Mühe geben, die Etikettierungen an die gesetzlichen Vorschriften anzupassen. Die nach wie vor hohe Anzahl an Beanstandungen mit finanziellen Folgen bezogen sich vor allem auf Gehalte, welche ausserhalb der amtlichen Toleranzwerte lagen.
GVO unter Beobachtung
Von den insgesamt 1’460 Nutztierfuttermittelproben wurden 241 Mischfutter und 96 Rohstoffe auf gentechnisch veränderte Organismen (GVO) untersucht. Keine dieser Proben musste beanstandet werden.
Bei Heimtierfuttermitteln dagegen entsprachen acht von 138 analysierten Proben nicht den Vorschriften. Sie enthielten GVO, obwohl keiner der enthaltenen Rohstoffe als gentechnisch modifiziert deklariert wurde.
Fütterungsarzneimittel
Gemäss einer Vereinbarung mit dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic kontrolliert ALP seit 2008 auch die Konformität von Fütterungsarzneimitteln mit der Futtermittelgesetzgebung. Nur zwei der 18 kontrollierten Fütterungsarzneimittel mussten wegen zu hohen Mengen an Spurenelementen beanstandet werden.
Kasten
Die amtliche Futtermittelkontrolle
ALP führt im Mandat des Bundesamts für Landwirtschaft BLW die Kontrolle der Produktion und des Handels von Nutztier- und Heimtierfuttermittel durch und lässt neue für die Tierfütterung bestimmte Substanzen zu. Ein wichtiges Ziel dieser Tätigkeit von ALP ist zu verhindern, dass toxische oder unerwünschte Substanzen an Tiere verfüttert werden und via Lebensmittel tierischen Ursprungs auf die Teller von Konsumentinnen und Konsumenten gelangen. Die Kontrollen tragen auch dazu bei, Tierhalterinnen und Tierhalter vor Täuschung zu schützen und bei der Verwendung von Futtermitteln Tiergesundheit und Umwelt zu respektieren.
Adresse für Rückfragen
Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP
Michel Geinoz
Tioleyre 4
Postfach 64
1725 Posieux
Tel. : +41 26 407 73 92
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