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Kabul - Nach vierjährigem Einsatz in der südafghanischen Provinz Urusgan hat die niederländische Armee am Sonntag mit ihrem Abzug vom Hindukusch begonnen. Die 1950 niederländischen Soldaten werden durch Soldaten aus den USA, Australien, Singapur und der Slowakei ersetzt.
"Die niederländischen Kräfte haben sich in Urusgan ausgezeichnet", erklärte die NATO-Truppe ISAF anlässlich der Übergabe des Kommandos. Die NATO werde nach dem Abzug der niederländischen Soldaten in der Provinz "ihre derzeitigen Kapazitäten beibehalten, vor allem mit Blick auf Kampftruppen, Ausbildung und Wiederaufbau".
Die Niederlande hatten sich seit dem 1. August 2006 an dem internationalen Afghanistan-Einsatz beteiligt. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte die Arbeit der Niederländer als "Massstab für andere" gelobt.
Die Militärallianz hatte sich eigentlich eine Verlängerung des Einsatzes um ein Jahr bis zum August 2011 gewünscht. Innenpolitisch war das Engagement der niederländischen Streitkräfte am Hindukusch aber äusserst umstritten. Im Februar zerbrach die Regierung in Den Haag an dem Streit über den Abzugstermin.
Bei einem Bombenanschlag wurden derweil im Süden Afghanistans sechs Zivilisten getötet. Weitere neun Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der Provinz Kandahar.
Der Sprengsatz traf am Rande der gleichnamigen Provinzhauptstadt das Fahrzeug, mit dem die Zivilisten unterwegs waren. In ihrem Kampf gegen NATO- und Regierungstruppen legen die radikal-islamischen Taliban Bomben bevorzugt an wichtigen Durchgangsstrassen.
Die Sprengsätze treffen aber häufig zivile Fahrzeuge statt militärische Konvois. In der vergangenen Woche sind Regierungsangaben zufolge mindestens 40 Zivilisten in verschiedenen Teilen des Landes getötet worden.
SDA-ATS