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Die Holländer haben so ihre Geschichte. Sie wurden Zweite an der WM 1974. Damals sassen wir als kleine Kinder in der Stube vor dem Schwarz-Weiss-Fernseher und sahen, wie Gerd Müller sich drehte und zum 2:1 traf. Das blieb bis zum Ende so und der erste Familienkrach, an den ich mich aktiv erinnere, war Tatsache, weil die Grossmutter unflätigerweise die Deutschen unterstützt hatte und sich Ende still freute.
Sie wurden auch Zweite an der WM 1978. Das war die WM mit den Hunderttausend Papierschnitzeln auf dem Rasen und mit Mario Kempes, dem Argentinier, der die holländischen Weltmeisterträume neuerlich zerstörte. Holland wurde dann zwar Europameister, 1988, aber 2010, in Südafrika, war der zweite WM-Platz mal wieder für sie reserviert.
Mit grossen Hoffnungen fuhren sie zur EM. Mindestens Zweiter hätten sie werden können, Arjen Robben hatte mit Bayern München nochmals fleissig geübt in der letzten Saison. Zweiter in der Champions League, Zweiter in der Bundesliga, Zweiter im DFB-Pokal. Aber das sollte ja keine Rolle spielen, Holland hatte auch noch van Persie, Huntelaar, Snejider, van der Vaart – und sie hatten van Bommel und de Jong, die den Künstlern den kreativen Rücken freihalten sollten.
Doch, und das wissen wir nun nach drei Spielen und null Punkten: sie hatten keine Abwehr, und sie hatten keinen Torhüter. Beinschuss im Spiel gegen Dänemark, Winkel schlecht verkürzt gegen Mario Gomez und dem diskussionslossen 0:2 gegen Deutschland.
Flach rausgekommen sind sie die Holländer. Berge gibts ja keine in den Niederlanden. Vielleicht reichts deshalb nie auf den Gipfel. Vielleicht stellen wir ihnen mal einen hin. Es muss ja nicht gleich das Matterhorn sein…