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Erstmals in der Schweiz haben die Organisatoren einer Sportveranstaltung den Läuferinnen Urinale zur Verfügung gestellt. Dies geschah am vergangenen Wochenende während des Genf-Marathons.
OK-Chef Benjamin Chandelier erklärt, dass er die Idee hatte, als er eine TV-Sendung sah. «Einige Mitglieder des Organisationskomitees und ich hatten eine Sendung auf dem französischen Kanal M6 gesehen. Wir fanden heraus, dass eine in Dänemark lebende Französin Frauenurinale entwickelt hatte. Wir waren sofort überzeugt, dass wir so etwas unbedingt haben mussten und bestellten sechs Stück.»
Für Männer sei Pinkeln vor einem Rennen vielleicht kein Thema, meint Chandelier. «Aber es ist sehr wohl eines für Frauen. Es musste einfach Gerechtigkeit herrschen!»
Unsere Kollegin Marie-Adèle, eine erfahrene Marathonläuferin, hatte gerade am Start ihrer Wettkämpfe ziemlich viel Ärger, weil es keine Toiletten gab, die für Frauen reserviert waren. Urinale eigens für Frauen aufzustellen, sei eine super Idee, findet Marie-Adèle:
Die Urinale von Lapee hingegen haben nicht einmal mehr eine Tür. Es handelt sich um drei Plätze, die in einer spiralförmigen Struktur verschachtelt sind. Die Wände ermöglichen den Benutzerinnen ein besseres Gleichgewicht während des Vorgangs.
Isabelle war am vergangenen Wochenende nicht in Genf, aber wenn die Marathonläuferin aus Morges dort gewesen wäre, hätte sie «zweifellos» diese etwas seltsam aussehende Dreierkabine getestet. «Ich hätte vielleicht gewartet, um zu sehen, wie die anderen Frauen herauskommen, aber dann wäre ich auch hingegangen», sagt sie, die wie Marie-Adèle findet, dass «ein sauberer Ort fehlt, an dem sich Frauen vor dem Start schnell erleichtern können».
Margaux stellt das Gleiche fest. Aber etwas stört sie, als wir ihr Bilder der Urinale zeigen. «Ich darf daran erinnern, dass wir Frauen keinen Penis haben, der uns einen kleinen, geraden und gleichmässigen Strahl ermöglicht. Bei uns ist es ein bisschen so, wie wenn man dir das Wasser abgestellt hätte und du nach einer Pause den Wasserhahn wieder aufdrehen musst. Deshalb brauchen wir ein ausreichend grosses Gefäss, das wir im echten Leben … Toilette nennen!»
Die Urinale, die in Genf zum Einsatz kamen, seien ähnlich wie Einrichtungen in anderen Ländern, meint Margaux: «Du musst in ein Loch pinkeln und hoffen, dass du dir nicht die Füsse nass spritzt.»
Hatten die Genfer Marathonläuferinnen dieselben Zweifel wie Margaux? Offenbar nicht. «Die Urinale waren ein kleiner Erfolg», berichtet Benjamin Chandelier, der auf die Rückmeldungen aus der Zufriedenheitsumfrage wartet, um sich ein besseres Bild von der allgemeinen Meinung zu machen. «Wir werden die Ergebnisse aufmerksam verfolgen, auch wenn wir wissen, dass es sich um eine Premiere handelte und einige sich vielleicht nicht getraut haben.»
Der Renndirektor hofft, dass seine Initiative andere Schweizer Veranstalter dazu bewegen wird, das Gleiche zu tun. «Unser Dienstleister hat zwei Strukturen mit je drei Urinalen gekauft und sie uns dann vermietet», sagt Chandelier. «Ich hoffe, dass er sie diesen Sommer auch anderen anbieten kann.» Da der Preis «viel höher» sei als der für Männer-Pissoirs, muss die Installation dieser rosa Wirbel einem echten Willen der Organisatoren entsprechen.
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