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Grundsätzlich gelten die Allgemeinen Regeln zur Haftung des Beauftragten.
Die Haftungsvoraussetzungen sind:
- Vertragsverletzung
- zB Unsorgfalt
- Vorliegen eines Schadens
- Verschulden des Anwalts
- Fahrlässigkeit genügt
- Kausalzusammenhang zwischen Vertragsverletzung und Schadenseintritt
(vgl. WEBER ROLF, a.a.O., N 30 zu OR 398).
Bei der Beurteilung der Anwaltshaftung wird faktisch berücksichtigt, dass der Anwalt berufsbedingt eine Monopolstellung geniesst und für die Laien bei ihrer Rechtsverfolgung unentbehrlich ist.
Die Gedanken des Klienten, seinen Anwalt zu belangen, sind meistens nicht grundlos. Ob das beanstandete Anwalts-Verhalten aber haftungsbegründend war, ist eine andere Frage.
Nicht selten deckt sich die Erwartungshaltung des Klienten nicht mit der anwaltlichen Funktion, zB wenn der Mandant meint, sein Anwalt „zeige“ der Gegenpartei – auf emotionaler Ebene – den „Meister“; der Anwalt ist von Berufsstands wegen und im Hinblick auf die Zielerreichung gerade gehalten, die Angelegenheit zu versachlichen; der Mandant ist natürlich im Rahmen der Instruktion entsprechend zu belehren, wenn sich falsche Erwartungshaltungen abzeichnen.
Anzutreffen ist auch ein – nicht tolerables – reduziertes Anwalts-Engagement, weil er die Erfolgschancen zum Vorneherein als gering einschätzt; dem ist entgegenzuhalten, dass das Mandat entweder mit vollem Engagement geführt wird oder abzugeben ist; das reduzierte Engagement kann auch Folge einer nicht zugegebenen eigenen Ratlosigkeit des Anwalts sein.
Ein Grossteil der Haftungsprozesse gegen Anwälte scheitern, weil eine oder mehrere Voraussetzungen für die Schadenersatzpflicht nicht gegeben sind.