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Vor etwas mehr als zwei Wochen hatte Lufthansa-CEO Carsten Spohr gegenüber dem «Spiegel» erklärt, die Lufthansa Group werde «innerhalb der nächsten Jahre» nicht zu den 763 Flugzeugen zurückkehren, welche bis zum Ausbruch der Coronavirus-Krise in Betrieb waren. Er rechnete schon damals mit deutlich weniger Fluggästen.
Jetzt hat der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG genau auf dieser Einschätzung aufbauend heute (7. April) weitreichende Massnahmen beschlossen, um die Kapazität der Flugbetriebe sowie der Administration längerfristig abzusenken. Diese betreffen nahezu alle Flugbetriebe der Lufthansa Group.
Bei der Lufthansa Airline werden sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380 und sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kommen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. Die sechs A380 waren ohnehin ab 2022 für den Verkauf an Airbus vorgesehen. Die Ausflottung von sieben A340-600 und fünf Boeing 747-400 wurde vor dem Hintergrund der nachteilhaften Ökoeffizienz und Wirtschaftlichkeit dieser Flugzeugtypen entschieden. Mit diesem Schritt reduziert Lufthansa ihre Kapazitäten an den Hubs Frankfurt und München.
Aus Schweizer Sicht wichtig: Auch Swiss werde ihre Flottengrösse durch die verzögerte Auslieferung von bestellten Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen anpassen und prüft zudem die vorgezogene Ausmusterung älterer Flugzeuge.
Zusätzlich wird Lufthansa Cityline drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen. Seit 2015 hatte die Regionalfluglinie vor allem touristische Langstreckenziele für Lufthansa angeflogen. Eurowings wird ebenfalls die Zahl ihrer Flugzeuge weiter reduzieren. So sind im Bereich der Kurzstrecke zusätzlich zehn Airbus A320 zur Ausflottung vorgesehen. Das Langstreckengeschäft der Eurowings, das kommerziell von Lufthansa verantwortet wird, soll ebenfalls verkleinert werden. Auch dazu waren in den vergangenen Tagen bereits Gerüchte kursiert. Nicht soll die bereits vor der Krise festgelegte Zielsetzung von Eurowings, den Flugbetrieb auf eine Einheit zu bündeln, nun beschleunigt umgesetzt werden. Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet. Alle daraus resultierenden Optionen sollen mit den Sozialpartnern besprochen werden.
Die bereits begonnenen Restrukturierungsprogramme bei Austrian Airlines und Brussels Airlines werden durch die Coronakrise nochmals verschärft. Beide Gesellschaften arbeiten unter anderem an der Reduzierung ihrer Flotten. Die Passagierairlines der Lufthansa Group haben bereits nahezu alle Wetlease Vereinbarungen mit anderen Fluggesellschaften gekündigt.
Für alle Mitarbeitenden, die von dem Restrukturierungspaket betroffen sind, gilt weiter das Ziel, möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Lufthansa Group zu bieten. Dafür sollen mit den Sozialpartnern zügig Gespräche vereinbart werden, um unter anderem über neue Beschäftigungsmodelle zur Sicherung von möglichst vielen Arbeitsplätzen zu sprechen.