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„Die alten Mühlen im Thurgau“ Hans Nater, Buch- und Offstedruckerei W. Sonderegger Weinfelden, 1. Auflage 1971, Seite 52-53
„Die Chronik der Burgmühle (Hagenwil)“, Paul Angehrn, SBZ Schweizerische Bodensee-Zeitung/Der Oberthurgauer, Arbon, SBZ 9. VIII.
Aus der Geschichte (Nater 1971):
Amriswil TG Burgmühle Hagenwil
Die Burgmühle um 1940 (Foto.R.Cieli 2020)
Als oberste Mühle am Hegibach erstmals 1300 erwähnt: Am 8. 3. 1300 bekennen Adelheid von Güttingen und ihr Sohn Ulrich, Ritter, dass sie die Burg Hagenwil mit zugehörigen Gütern und der Mühle als Burglehen von St. Gallen empfangen haben. Am 3. 7. 1323 verleiht Abt Hiltbold von St. Gallen dem obigen Ritter wiederum das Burglehen mit der Mühle. Am 21. 5. 1325 vermacht Ritter Ulrich das Lehen seinem Bruder Wilhelm. Am 5. 12. 1341 verkauft Abt Hermann von St. Gallen dem Ritter Hartmann von Breitenlandenberg die Burg mit der Mühle. Am 16. 11. 1374 verschreiben die Brüder Ritter Eglof und Hermann von Landenberg für sich und ihren Bruder Ritter Albrecht von Landenberg ihrem Vater Ritter Hermann von Breitenlandenberg die st.gallischen Lehen und eigene Güter, welche ihnen der Vater abgetreten hat, als Leibding auf Lebenszeit, unter vielen die Burg Hagenwil mit der Mühle. 1412 gingen die Burg und die Mühle an die Payer von Konstanz über. Im Urbar der Burgherrschaft Jacob und Dorothea Payer von 1417 wird der Zins, den der Müller jährlich zu entrichten hat, mit 6 Mütt Kernen St. Galier Mass, 10 Schilling Pfennig, 12 Herbsthühnern und 50 Eiern an-gegeben. Wie dann 1450 die Veste Hagenwil von den Geschwistern Payer an Burkart Schenk von Kastel verkauft wurde, wechselte auch die Mühle den Lehensherrn. Der Müller Hermann Lübmann bestritt, dass der Schlossherr über sein Haus verfügen könne, denn die Mühle sei von jeher in seiner Hand und der seiner Vorfahren gewesen. Das Gericht entschied aber z. Gunsten des Junkers: Er könne mit der Mühle wie mit eigenem Gut verfahren. Ebenso wurde 1505 die Mühle dem Burgherrn, diesmal dem Junker Wilhelm von Bernhausen, zugesprochen. Der Müller Hans Bumann, genannt Phellini, blieb dem Schlossherrn Jacob Christoph von Bernhausen 19 Gulden Zins schuldig und musste deshalb 1515 von der Mühle weichen. 1603 empfing Jacob Germann die Mühle wie sie schon sein Vater gehabt hatte. Er entrichtete dem Junker Hs. Wilh. von Bernhausen zu Eppishausen als Zins 1 Gulden, 7 Mutt Kernen Konstanzer Mass, 2 Viertel Muesmehl St. Galier Mass, 15 Herbsthühner, 1 Fasnachthuhn, 100 Eier und 4 Kloben Werg (Abfall bei der Verarbeitung von Flachs und Hanf). Die Verwaltung der von Bernhausen’schen Herrschaft verlieh die Mühle 1660 dem Konrad Angehrn. Im folgte 1677 Johann Conrad, dann dessen ältester Sohn Johannes. Der diesbezügliche Revers um die Erblehensmühle von 1729 schliesst sich dem Vertrag von 1659 an, wonach die Mühle jeweils an den ältesten Sohn fallen soll. So blieb die Schlossmühle Hagenwil bis zu ihrem Ende in der Familie der Angehrn. Die alte Mühle musste 1914 nach einem Hochwasser wegen Bruches des Wuhres im Hegibach geschlossen werden. Der Weiher, der sich der St. Gallerstrasse entlang zog, trocknete aus. Der Müller Joh. Baptist Angehrn röstete aber noch bis 1920 die beliebte Hagenwiler Hafergrütze. Mit dem Tode von J. B. Angehrn starb auch das Geschlecht der Angehrn auf der Mühle aus. 1963 wurde die alte Mühle von seinem Schwiegersohn Anton Würth-Angehrn abgerissen.
Der Nachfolgebau Schlossstrasse 20 (Foto R. Cieli 2019)
Statistische Angaben 1914:
Schweiz. Departement des Innern, Veröffentlichungen der Abteilung für Wasserwirtschaft, herausgegeben unter der Leitung von Dr. Leon Collet
„Die Wasserkräfte der Schweiz (Band 4), II.Teil, Ausgenutzte Wasserkräfte (Bestehende Wasserkraftanlagen) am 1. Januar 1914“