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Pantographen
Der Pantograph ist ein Hilfsmittel zum Vergrössern oder Verkleinern von Zeichnungen. Dazu wird den Konturen auf der Vorlage mit einem am Pantographen befindlichen Stift (Fahtstift) nachgefahren. Ein ebenfalls am Pantographen befestigter Zeichenstift zeichnet eine verkleinerte oder vergrösserte Kopie des Originals. Diese Art der Abbildung wird auch als zentrische Streckung bezeichnet. Oft kann der gewünschte Verkleinerungs- oder Vergrösserungsmassstab durch Verschieben der Gelenke und Stäbe eingestellt werden. Der Beweis, dass ein Pantograph tatsächlich eine massstäbliche Vergrösserung oder Verkleinerung erzeugt, kann mit Hilfe der Strahlensätze geführt werden.
Pantographen wurden vor allem in der Kartographie verwendet, um Karten oder Pläne in einen anderen Massstab zu übertragen. Ihre Entwicklung geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Offiziell gilt Christoph Scheiner (1573–1650) als Erfinder des Pantographen. Seither wurden die Pantographen laufend weiterentwickelt und verbessert, u.a. durch den Zürcher Mechaniker Jacob Goldschmid (1815–1876) sowie durch Gottlieb Coradi (1847–1929).
Goldschmid's schwebender Pantograph
Jacob Goldschmid stellte 1864 den ersten freischwebenden Pantographen her. Im Gegensatz zu älteren Modellen ruhte das Instrument nicht mehr auf Stützrollen, sondern war über zwei Drähte an einem festen Gestell aufgehängt. Dadurch wurde das Vergrössern und Verkleinern von Zeichnungen deutlich einfacher, insbesondere auch auf unebener Unterlage. Zudem verfügten die Instrumente über einen Schnurzug, mit dessen Hilfe der Zeichenstift angehoben und abgesenkt werden konnte.
Coradis Pantographen
Zuletzt war es Gottlieb Coradi (1847–1929), der Goldschmid's Pantographen perfektionierte. Bis gegen Mitte des 20. Jahrhunderts hat er solche freischwebenden Präzisionspantographen in nahezu unveränderter Form hergestellt und verkauft.