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Immer wieder hört man Stimmen, die sich für eine Trennung des Shar Pei in zwei separate Rassen aussprechen. So etwas hat es bei anderen Rassen in der Vergangenheit bereits gegeben, die Idee ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen
Akita Inu
Eine andere asiatische Rasse, der Akita Inu aus Japan, hat eine vergleichbare Geschichte wie der Shar Pei und wird gerne als Beispiel für eine offizielle Teilung herangezogen.
Ebenso wie der Shar Pei hat der Akita Inu eine sehr lange Geschichte, auch wenn die selektive Rassezucht beim Akita Inu schon vor mehreren Hundert Jahren begann, beim Shar Pei erst wesentlich später. Beide Rassen gelten als altertümliche Hunderassen, beide Rassen sind genetisch kaum mit anderen Rassen verwandt und bei beiden Rassen finden sich noch „neuere“ genetische Anteile von chinesischen Wölfen.
In Japan erhielt der Akita Inu 1931 sogar den Status als japanisches Kulturgut und auch der Export der Rasse war bis 1945 verboten. Während des zweiten Weltkrieges hat sich die Anzahl der Hunde jedoch so stark dezimiert, das auch diese Rasse als kurz vor dem Aussterben galt. Durch amerikanische Soldaten gelangten nach dem Krieg dann die ersten Exemplare in die USA.
Der Akita Inu, wurde ab 1956 in den USA in eine Richtung gezüchtet, die von Japan nicht mehr als dem Standard entsprechend anerkannt wurde. Daraufhin entwickelte sich die Rasse in beiden Enden der Welt noch weiter auseinander. In folge dessen hat die FCI die Rasse offiziell geteilt und sie werden seit dem Jahr 2000 als Akita und American Akita geführt. Hauptsächliche Unterschiede des American Akitas zum Akita Inu sind die Größe, der viel stärkere Knochenbau und die vielen unterschiedlichen Fellfarben
Eine fast identisch unterschiedliche Entwicklung, wie beim Chinesischen und beim Westlichen Shar Pei.
Sprechen wir also über eine Teilung der Rasse, nach Beispiels des Akitas, dann müssten wir den ursprünglichen Typ aus China als Chinesischen Shar Pei anerkennen und die gesamte westliche Shar Pei Population umbenennen
Ursprungsland und Patronat
Die FCI wäre verantwortlich für das Erstellen separater Standards und die Zuweisung in die korrekten Gruppen. Normalerweise gehört jede einzelne Hunderasse zu einem bestimmten Mitgliedsland der FCI, dem Ursprungsland. Der Zuchtverband dieses Ursprungslands erstellt den Rassestandard. Für Rassen, deren Ursprungsland nicht der FCI angehört, übernimmt entweder ein nationaler Zuchtverband oder die FCI selbst das Patronat und erfüllt die entsprechenden Aufgaben gegenüber der FCI. Der Shar Pei ist seit 1981 als Rasse durch die FCI anerkannt. Das Ursprungsland ist China, das Patronat für den Shar Pei liegt jedoch bei der FCI
Warum ist das so?
Die China Kennel Union (CKU) besteht seit 2006 und ist seitdem Vollmitglied der FCI. Wurde also erst Mitglied, nachdem die Rasse 25 Jahre zuvor anerkannt wurde. China gilt also als Ursprungsland der Rasse, hat aber nicht das Patronat und hat aktuell keinerlei Einfluss auf den Standard. Ein Punkt, der sich bei einer Teilung in zwei eigenständige Rassen ändern sollte. China, Ursprungsland des Chinesischen Shar Pei, sollte das Patronat für die Rasse erhalten und hätte so die Möglichkeit direkten Einfluss auf den Standard und die Gruppeneinteilung zu nehmen. Das Patronat für den westlichen Shar Pei würde weiterhin bei der FCI liegen
Aus meiner persönlichen subjektiven Sicht klingt das alles eigentlich ganz sinnvoll und nachvollziehbar. Bisher war ich immer gegen eine Trennung der Rasse, muss nun jedoch zugeben, dass ich nach dem Schreiben und der Überarbeitung dieses ersten Teils meine persönliche Meinung revidiert habe.
Und eigentlich bleiben jetzt nur zwei Fragen zu dem Thema zu beantworten
Welchen Nutzen hat die Rasse von einer Trennung?
Dem einzelnen Hund ist es absolut egal wie seine Rasse sich nun nennt und in welcher FCI Gruppe er ist. Dem Hund ist es also absolut gleichgültig, solange sein Napf am Ende des Tages voll ist! Ebenso sieht es sicherlich die Gesamtpopulation der Rasse, könnte man sie befragen
Also muss der Nutzen bei uns Menschen liegen. Doch selbst hier sehe ich, zumindest außerhalb Chinas, keinen Nutzen bei einer Trennung der Rasse nach dem Beispiel des Akitas. Aber China hätte bei einer Trennung die Möglichkeit den Chinesischen Shar Pei besser zu schützen und hätte aktive Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft der Rasse.
Was würde das für die Rasse insgesamt bedeuten?
Für den Chinesischen Shar Pei in China würde sie gar nichts bedeuten, denn sie ist fast eine auf Landesgrenzen bezogene eigenständige Zuchtpopulation mit einer soliden genetischen Varianz. Damit gemeint ist ausschliesslich die Shar Pei Population des ursprünglichen Typs, nicht die, des westlichen Typs, der seinen Weg in der Vergangenheit auch vom Westen nach China gefunden hat und mit dessen rassetypischen Krankheiten konfrontiert ist.
Und für den Rest der FCI Welt? Der ursprüngliche Chinesische Shar Pei und der westliche, moderne Shar Pei haben zur Zeit fast keinerlei Berührungspunkte. Der Chinesische Shar Pei befindet sich fast ausschließlich innerhalb Chinas.
Die einzige Bedeutung, die es für die westliche Shar Pei Population hätte, ist, das es nach einer offiziellen Trennung eventuell unmöglich wäre, in Zukunft neue Gene in der Rasse zu etablieren. Mit der Konsequenz, das die genetische Varianz der Rasse weiterhin abnimmt.
Meine persönliche Schlussfolgerung
Wenn eine Rassetrennung, wie zuvor erläutert, nach dem Vorbild des Akita vorgenommen werden würde, dann unterstütze ich dieses.
Für mich ist der Schutz der Rasse in China eine Herzensangelegenheit und eine Trennung wäre eine grosse Chance, diesen Schutz auch auf lange Sicht zu gewährleisten. Mir ist der westliche, moderne Shar Pei nicht egal, im Gegenteil. Und ein genetischer Austausch, zumindest in eine Richtung wäre eine wichtige Möglichkeit Allerdings sehe ich sie inzwischen fast nur noch als „Tropfen auf den heißen Stein“, denn der Großteil der weltweiten westlichen Shar Pei werden außerhalb der FCI oder ihrer kooperierenden Organisationen „gezüchtet“.
Ich persönlich schätze es als realistischer ein, das zu schützen was wir in China noch haben, als das, was wir außerhalb Chinas verloren haben