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Im Jahr 1891 gründeten Charles Brown und der zwei Jahre jüngere Walter Boveri die «Brown, Boveri & Cie.» in Baden. Dies war der Beginn einer beispiellosen Schweizer Erfolgsgeschichte: Schon wenige Jahre danach wurde das Unternehmen weltweit berühmt und erhielt zahlreiche Grossaufträge aus ganz Europa. Die beiden hatten sich als ajunge Angestellte in der Maschinenfabrik Oerlikon kennengelernt und stellten rasch fest, dass sie sich auf ideale Weise ergänzten: Brown war der geniale Erfinder und Innovator, während Boveri mit seinem hohen unternehmerischen Talent die Firma organisierte, die Umsetzung betreute und das Geschäft leitete. Der Reichtum wuchs rasant. Auf den kometenhaften Aufstieg zur Weltmarktführerschaft folgten jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Spannungen und Krisen. Im Herbst 1911 trat Brown als BBC-Verwaltungsratspräsident zurück. Beide Firmengründer starben im gleichen Jahr, 1924.
Erste Pionierleistungen und Weltmarktführerschaft
Als Sohn eines britischen Ingenieurs, der bei Sulzer in Winterthur gearbeitet und seinerseits schon vielbeachtete technische Erfindungen geschaffen hatte, erkannte Charles Brown die Bedürfnisse der Industrialisierung und setzte sie genial in die Realität um. Die Übertragung von Strom über weite Distanzen durch neuartige Wechselstrom-Technologie, die Elektrifizierung der Stadt Baden, der Bau des grössten Elektrizitätswerks Europas für die Stadt Frankfurt am Main machten das Unternehmen schnell berühmt. Die Nachfrage nach Grosskraftwerken stieg und die Elektrifizierung der Eisenbahn schritt in ganz Europa zügig voran. Schon 1910 war die BBC der grösste Schweizer Maschinenbau-Konzern. Tochtergesellschaften wurden in mehreren Ländern gegründet.
Herrschaftlicher Lebensstil
Was Wunder? Brown und Boveri wurden in kurzer Zeit sehr reich und pflegten bald einen sehr luxuriösen Lebensstil. Sie liessen sich Villen im romantischen Stil bauen – Brown nannte die seine «Römerburg» (erstellt 1898, abgebrochen 1957) – leisteten sich Heerscharen von Bediensteten und hielten sich private Pferdeställe. Das Wohlergehen ihrer Arbeiter interessierte sie weniger; 1899 kam es zu einem Streik, und die Maschinen standen neun Tage lang still. Im langsam wachsenden Badener Villenviertel liessen Charles’ Sohn Sidney und seine Frau Jenny, geborene Sulzer, von namhaften Architekten die «Villa Langmatt» erbauen, welche bis heute einen faszinierenden Einblick in die noble Wohnkultur der Belle Époque bietet und dank der Kunstleidenschaft ihrer Besitzer eine grossartige Gemäldesammlung enthält.
Ein Juwel für Kunstbegeisterte: das Museum Langmatt in Baden
Als «einmaliges historisches Ensemble von Architektur, Kunstsammlung und Park» wird diese grossartige Liegenschaft auf der Website www.langmatt.ch beschrieben. Für uns eine ideale Gelegenheit, diese Zeit neu zu erkunden, einzutauchen in die vornehme Welt der Industriepioniere und zu geniessen, was damals die Brown-Sulzers und ihr illustrer Freundeskreis um sich versammelt haben. Lifestyle von anno dazumal – neu entdeckt.
Einblicke in die Villa Langmatt der Familie Brown.