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Lola Montez
Regie: Max Ophüls
Darst.: Martine Carol, Peter Ustinov, Anton Walbrook, Oskar Werner, Will Quadflieg, Henri Guisol, Lise Delamare, Paulette Dubost, Jean Galland, Héléna Manson, Werner Finck u.a.
Eine riesige Zirkusmanege in den 1850er-Jahren in New Orleans: Die ehemalige Tänzerin Lola Montez wird vom geschäftstüchtigen Impresario als europäisches Exotikum und männerbetörende Femme fatale präsentiert. Die skandalträchtigsten Stationen ihrer Vita werden in «lebenden Bildern» vor dem sensationshungrigen Publikum inszeniert; in den Pausen lässt die inzwischen schwerkranke Lola ihr Leben in filmischen Rückblenden Revue passieren. Mit 16 Jahren floh sie mit dem Geliebten ihrer Mutter vor einer arrangierten Ehe, es folgte eine romantische Affäre mit dem Komponisten Franz Liszt und als gesellschaftlicher Höhepunkt die Liaison mit dem Bayernkönig Ludwig I., die zu den Unruhen von 1848 und schliesslich zu dessen Abdankung führten. Max Ophüls’ grossartiger Cinemascope-Film, sein letzter und einziger Farbfilm, ist ein Meisterwerk der Eleganz und ein grossartig inszeniertes Welttheater unter der Zirkuskuppel. Künstlerisch setzte der Film Massstäbe: Mit einer achronologischen Rückblendenstruktur vermischt Ophüls die Zeitebenen, um deutlich zu machen, wie Vergangenheit Gegenwart bedingt und umgekehrt Vergangenes in der Gegenwart nachwirkt. Er arbeitet mit einer ausgeklügelten Bilddramaturgie, für die er auch ein spezielles Farbkonzept entwickelte, um Stimmungen zu evozieren. Dazu liess er die internationale Geschichte in drei Sprachfassungen drehen. Die Produktionsfirma glaubte, mit dem reich an pikantem Material ausgestatteten historischen Stoff und Martine Carol in der Hauptrolle, dem französischen Sexsymbol der Fünfzigerjahre, einen todsicheren Kassenhit zu landen, doch das Publikum lehnte den Film ab. In der Hoffnung, ihre Investitionen doch noch zu retten, liessen die Produzenten daraufhin den Film kürzen und neu schneiden – gegen den Willen des Regisseurs. Erst 2002 gelang es dem Filmmuseum München, aus alten Negativen und erhaltenen Kopien eine Fassung zu rekonstruieren, die der deutschen Premierenfassung wieder so nahe wie möglich kommt.