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Die Schweiz ist das reichste Land der Erde, mit einem theoretischen Vermögen von knapp 817'000 Franken pro Kopf. Das steht in einer Studie der Weltbank.Dieser Inhalt wurde am 13. September 2005 - 18:00 publiziert
Am anderen Ende der Rangliste stehen afrikanische Staaten: Äthiopien ist mit einem Vermögen pro Kopf von knapp 2500 Franken das ärmste Land der Erde.
Die reichen Schweizer: Überholtes Klischee oder gar Märchen? Oder steckt am Ende doch mehr dahinter? Ganz klar Letzteres. Zumindest, wenn wir der Studie "Wo ist der Reichtum der Nationen?" glauben wollen, welche die Weltbank am Dienstag in New York veröffentlicht hat.
Die Weltbank hat die nationalen Reichtümer völlig neu gemessen. Und ist dabei auch mit einer gesamtheitlicheren Berechnungsmethode zu einem altbekannten Schluss gekommen: Westeuropäische Staaten, die USA und Japan sind die Reichsten. Afrikanische Länder südlich der Sahara sind dagegen die ärmsten Nationen der Welt.
Fast eine Million
Das Ergebnis: Die Schweiz ist mit einem Pro-Kopf-Reichtum von umgerechnet knapp 817'000 Franken das reichste, Äthiopien mit knapp 2500 Franken Vermögen das ärmste Land der Welt. Die Deutschen sind die Fünftreichsten der Welt mit einem Pro-Kopf-Reichtum von 626'000 Franken.
Nach der Schweiz folgen laut Weltbank-Studie Dänemark, Schweden, die USA, Deutschland, Japan, Österreich, Norwegen, Frankreich, Belgien und Luxemburg. Die ärmsten Länder sind Nepal, Niger Burundi und Äthiopien.
Nicht alles Gold, was glänzt
Um Irrtümern vorzubeugen: Es ist keineswegs so, dass jeder Schweizer und jede Schweizerin tatsächlich ein Vermögen von einer knappen Million auf der hohen Kante hat. Vielmehr handelt es sich bei diesen Zahlen um theoretische Vermögens-Werte.
Die Realität in der Schweiz spricht denn auch eine andere Sprache: Der Anteil der so genannten Working Poor, also der Arbeitstätigen, die mit dem verdienten Geld nicht mehr über die Runden kommen, ist stetig am steigen.
Betroffen davon sind oft Familien mit vielen Kindern, aber auch Alleinerziehende. Und in den Städten ist mittlerweile jedes zehnte Kind auf Beiträge von der Sozialhilfe angewiesen. Wissenschafter, die die Armut in der Schweiz erforscht haben, sprechen von einem zunehmenden sozialen Sprengstoff, da der gesellschaftliche Zusammenhalt in Gefahr gerate.
Wichtige immaterielle Werte
In der Studie "Wo ist der Reichtum der Nationen?" sind zum Beispiel auch Naturressourcen und Bildungsniveau nach ihrem Geldwert berechnet worden.
Die Weltbank hat in ihre Berechnungen weiter auch Werte wie Fischbestände, Wälder, Bodenschätze und Energievorkommen aufgenommen. Über Indizes wurden auch immaterielle Güter wie Bildung, Regierungsführung und Behördenqualität berücksichtigt.
Während bei den Ärmsten ein Drittel bis zur Hälfte des Reichtums aus Naturressourcen besteht, liegt dieser Anteil in der Schweiz und Deutschland nur bei einem Prozent. In den reichen Ländern liegt mehr als 80 Prozent des Reichtums in so genanntem immateriellen Kapital wie Bildung und funktionierendem Rechtssystem.
Warnung vor Raubbau
Dabei kommt sie zu einem alarmierenden Schluss: Die armen Länder sind dabei, ihren Reichtum zu verlieren, sowohl durch Raubbau an der Natur als auch durch hohes Bevölkerungswachstum.
"Wenn eine Familie jeden Monat Geld vom Konto abhebt und Besitz wie ein Auto oder Nutztiere verkauft, um Essen auf dem Tisch zu haben, ist das auf Dauer nicht haltbar", sagte Kirk Hamilton, der Autor der Studie. Genauso verhalte es sich mit den Nationen.
Die Weltbank hebt unter den afrikanischen Ländern aber auch positive Beispiele hervor: So habe Mauretanien durch clevere Schutzmassnahmen seine Fischgründe langfristig geschützt. Botswana habe Einkommen aus Diamantverkäufen in Bildung, Gesundheitsvorsorge und Infrastruktur investiert.
Wenn aber die Naturzerstörung nicht gestoppt werde, seien alle Anstrengungen für eine nachhaltige Entwicklung in den armen Ländern gefährdet, heisst es im Bericht.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Die reichsten Länder der Erde:
Schweiz (knapp 817'000 Franken Vermögen pro Kopf)
Dänemark: 725'000 Fr.
Schweden: 647'000
USA: 646'000
Deutschland: 626'000
Die Ärmsten:
Äthiopien: 2480
Burundi: 3608
Niger: 4663
Nepal: 4800
Guinea-Bissau: 5015
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