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«Kurz gesagt» – die Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich
Wer kennt sie nicht, die berühmte „Maslow-Pyramide“? Der amerikanische Psychologe Maslow hat die menschlichen Bedürfnisse in einer Pyramide dargestellt: Zuerst kommen Grundbedürfnisse (Schlaf, Essen, …), dann die Sicherheit, gefolgt von sozialen Bedürfnissen und Individualbedürfnissen. Die Selbstverwirklichung schliesst die Pyramide ab. Maslow ging davon auf, dass das eine Bedürfnis erst erfüllt werden kann, wenn das untere erfüllt ist. Man kann zum Beispiel sagen: Eine unsichere Energieversorgung kann dazu führen, dass soziale Bedürfnisse nicht mehr bedient werden können.
Bis zum Ausbruch der Pandemie im Jahr 2020 scheint sich die Politik vor allem um die Spitze der Pyramide gekümmert zu haben. Die Selbstverwirklichung oder im Volksmund genannte „Wohlstandsprobleme“ standen oftmals im Vordergrund der Debatte. Mit der Pandemie und dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine haben sich die Bedürfnisse geändert.
Plötzlich debattieren wir – lieber spät als nie – wieder grundlegende Themen wie die Sicherstellung einer ausreichenden Energieversorgung, eine engere Kooperation in Sicherheitsfragen mit der NATO oder die Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts in Zeiten von zunehmenden Zinsen.
Ich bin überzeugt: Wir müssen uns in der Politik unbedingt wieder auf diese Kernthemen fokussieren.
Zur Sicherstellung der Energieversorgung muss der Bundesrat endlich transparent kommunizieren und handeln. Es sind Reserven aufzubauen und für die kommenden Winter sicherzustellen, dass das Angebot an neuen (mehrheitlich erneuerbaren) Energiequellen aufgebaut wird. Mir scheint, dass nicht alle den Ernst der Lage erkannt haben. Um zu handeln, müssen alle aufeinander zugehen. Ein erster konkreter Schritt wäre, wenn man sich zusammen mit den Naturschutzverbänden zur Erhöhung einiger Staumauern und somit zum Ausbau der Wasserkraft einigen könnte. So, dass die grundsätzlichen Maslow’schen Bedürfnisse wieder erfüllt werden. Denn dafür wurden wir nach Bern gewählt.