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Basel
Inv. 2004.94. - 2004.111.
Die runden Porträt-Medaillons (Dm 7,6cm) stellen achtzehn der zwanzig Basler Fürstbischöfe dar, die zwischen den Jahren 1507 und 1828, den drei Jahrhunderten zwischen Reformation und französischer Revolution, dem Bistum Basel vorstanden. Damit ist die Zeitspanne vom Bildersturm 1529 bis zur Kantonstrennung 1834 dokumentiert, in welcher der Basler Münsterschatz, ohne Funktion und von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, weiterhin in der alten Sakristei des Münsters - der ehemaligen Bischofskirche - aufbewahrt wurde. Die Basler Bischöfe hatten die Stadt seit der Einführung des neuen Glaubens definitiv verlassen und residierten in Pruntrut im Jura. Das Domkapitel war nach Freiburg i. Br. geflohen und liess sich schliesslich im Jahre 1678 in Arlesheim nieder.
Die achtzehn Miniaturporträts entstanden nach vorhandenen Bildnissen wohl im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts. Möglicherweise hat sie der fürstbischöfliche Hofmaler Arbogast Jacobus Moosbrugger (1727 - 1782) im Auftrag des Basler Fürstbischofs Simon Nicolaus von Froberg (de Montjoie) gemalt, den er zwischen 1764 und 1775 nachweislich sechzigmal porträtierte. Der Maler der Medaillons folgte jedoch nicht den gleichen Vorlagen wie der Autor der fünfundsiebzig ovalen (32 x 27 cm) Bischofsporträts (vom Frühmittelalter bis zur französischen Revolution), die heute im Hôtel des Halles in Pruntrut hängen.
Die ersten sechzehn Bildnisse (der sechzehnte ist der oben erwähnte Simon Nicolaus von Froberg) sind auf Leinwand gemalt worden. Die letzten zwei sind von einer anderen Hand wohl zu Lebzeiten der Dargestellten Ende des 18. Jahrhunderts in Gouache auf Papier gebracht (Nr. 17) bzw. in Aquarell auf Elfenbein (Nr. 18) gefertigt. Da diese zwei letzten Porträts den gleichen hölzernen Rahmen aufweisen wie die sechzehn früheren, könnten diese Rahmen in Zweitverwendung von den einzigen zwei fehlenden Basler Bischofsporträts der Serie stammen oder den alten Rahmen nachgebildet worden sein.
Vergleichbare Miniaturporträt-Reihen besitzt das Historische Museum Basel z.B. auf den in Relief geschnitzten hölzernen Spielsteinen des 16. Jahrhunderts aus dem Amerbach-Kabinett(1874.65.1. - 30.). Grossformatige Porträt-Serien sind oft in Rats-häusern, Universitäten oder in Fürstenresidenzen ausgestellt. Sie dokumentieren die Abfolge der jeweiligen Amtsinhaber und damit die Kontinuität eines Staates, einer Herrschaft oder einer Institution. In Basel sind im ehemaligen Bischofshof, dem heutigen Sitz der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, die Porträts der Antistites (Antistes = oberster reformierter Pfarrer der Stadt) seit der Reformation und damit die Parallele zu den Bischöfen dieser Zeit zu sehen. In der Aula der Universität an der Augustinergasse befinden sich die Porträts der Universitätsprofessoren.