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Boeuf Stroganoff begegnet man auf vielen internationalen Speisekarten. Wann und wo genau das Rezept kreiert wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung eines Filet Stroganoff erfolgte durch Jelena Molochowetz in ihrem 1861 erschienenen russischen Kochbuch «Geschenk für junge Hausfrauen» (Podarok molodyn chosajkam). Nach ihrer Vorlage soll das in kleine Würfel geschnittene und mit Salz und Pfeffer eingeriebene Rindfleisch zunächst zwei Stunden lang ziehen. Die Sauce bereitet man aus Fleischbrühe, Butter und etwas Senf zu, bevor man das mit Zwiebeln angebratene Fleisch dazu gibt und bei schwacher Hitze kurz gart. Erst kurz vor Kochende wird das Ganze mit etwas saurem Rahm und Tomatenpaste verfeinert.
Die heute bekannten zahlreichen Abwandlungen sind in der ersten Rezeptvorlage nicht zu finden. Am meisten verbreitet ist das Rezept von William Pochljobkin. Er empfiehlt als Beilage Bratkartoffeln und ein paar Tomatenscheiben.
Namensgeber des Traditionsgerichts ist die russische Adelsdynastie Stroganow, die gut 400 Jahre lang zu den reichsten und bedeutendsten Familien Russlands gehörte. Als wahrscheinlich gilt, dass das Rezept unter Einfluss der französischen Küche entstanden ist, in der Fleisch üblicherweise in kleine Stücke geschnitten und angebraten wird. Bereits 1891 stellte der in St. Petersburg tätige Küchenchef Charles Brière sein Boeuf Stroganoff bei einem Kochwettbewerb in Paris vor. Auch im Standardwerk «La Guide Culinaire» des französischen Meisterkochs Auguste Escoffier wird das Gericht genannt.
In der Folge wurde das Rindfleischgericht zu einem Klassiker der gehobenen Gastronomie und erlangte Weltruhm. Zu literarischen Ehren kam das Gericht beim österreichischen Schriftsteller Johannes Mario Simmel, der das Rezept 1960 in seinen Roman «Es muss nicht immer Kaviar sein» aufnahm.