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Bollettino e Rivista mensile del Club Alpino Italiano
Rivista mensile del Club Alpino Italiano, pubblicata per cura del Consiglio direttivo, redattore Prof. Carlo Ratti. Vol. XXVI, 1907.
Ich habe mich in meiner letztjährigen Berichterstattung geirrt, als ich annahm, das Bollettino 1906 werde ausfallen und durch einen „ Führer " ersetzt werden; es ist nur verspätet herausgekommen, und ich muß den Bericht hier nachholen. Es enthält eine Reihe sehr beachtenswerter Monographien: Brasca, L.: Le montagne di Val San Giacomo, regione della Spluga ( Introduzione, Gruppo del Tambò, Gruppo Quadro Sevino, Gruppo del Suretta, Gruppo d' Emet, Gruppo della Stella, conclusione, Itinerari, Bibliografia alpinisticaGayda, V.: La Savoia: Memorie e impressioni alpine ( Una variante al Passo di Chalanson, alla Punta settentrionale del Châtelard, Pointe de la Glière: prima ascensione italiana, alla Grande Casse, traversata del Dôme de Chassefôret, Note storiche; Rovereto, G.: Geomorfologia del Gruppo del Gran Paradiso ( stratigrafia e tettonica, rapporti del massiccio centrale con l' attuale ramificazione idro-grafica, condizioni morf ologiche dovute all' azione glaciale e fluvio-glaciale, la forma delle vette, canoloni e pareti delle alte vetteBofferio, A.: Quindici giorni nelle Dolomiti ( San Martino di Castrozza e Pala di San Martino, la Rosetta, Cimon della Pala, Torri de Vajolet: prima traversata italiana, Punta delle Cinque Dita o Fünffingerspitze, Croda da Lago, Piccola Cima di Lavaredo o Kleine ZinneG. V.: Carta della Colonia Eritrea; Ferber, Aug. C. F.: L' esplorazione del Passo Mustagh nel Kara Korum-Himalaya. Die erstgenannte Monographie, über die Berge des St. Jakobstales, steht uns stofflich am nächsten und ist in der Tat eine wesentliche Bereicherung unserer eigenen Literatur. Auch die Art, wie sie gemacht ist, möchte ich vorbildlich nennen. Es ist tatsächlich eine verbesserte Form unserer Itinerarien und ich kann, wenn ich solche Monographien durchlese, mich des Bedauerns nicht enthalten darüber, daß der S.A.C. ohne Not sich eines schönen Teiles seines alten Arbeitsprogramms begeben hat, ohne in den „ Clubführern " ein den großen finanziellen Opfern entsprechendes wissenschaftliches Äquivalent zu erhalten und indem er gleichzeitig die private Unternehmungslust auf diesem Gebiete lahm legte. Ich empfehle diese musterhafte Arbeit zum Studium denjenigen, welche sich mit der Besteigungsgeschichte der Schweizer Ostalpen aus dem einen oder andern Grunde zu beschäftigen haben. Auf die übrigen Monographien weise ich nur hin, da sie uns ferner liegen. Die Illustrationen im Bollettino ( große und kleine Veduten nach photographischen Aufnahmen, Skizzen, Karten, Zeichnungen, Profile ) sind zahlreich ( 98 im ganzen ) und instruktiv, aber künstlerisch hervorragend ist kein einziges Blatt, und der C.A.I. sollte hierauf mehr Sorgfalt verwenden. In früheren Jahrgängen war dies besser, und es scheint, daß die Mittel für die Ausstattung des Bollettino der Direktion des C.A.I. nicht in genügendem Maße zur Verfügung stehen. Und das ist zu bedauern, denn das literarische Ansehen eines alpinen Vereins hängt von diesen Dingen ganz wesentlich ab, was alle diejenigen auch bei uns bedenken sollten, welche meinen, diese Publikationsform habe sich überlebt gegenüber den praktischen Hülfsmitteln für den Touristen und speziell für den führerlosen Hochtouristen.
Dem praktischen Zwecke der Auskunft über die kurrenten alpinen Begebenheiten wie dem literarischen und künstlerischen Interesse, das sich an größere Beschreibungen von Hochtouren oder wissenschaftliche Artikel alpinen Charakters knüpft, entspricht in gleichem Maße die Rivista mensile. In ausgezeichneter Weise und mit großer Umsicht versteht es der Kollege Prof. Ratti, von überall her die kleinen so nützlichen Tagesnotizen zu sammeln, die Literatur zu durchstöbern und doch noch Raum zu lassen für Erzählungen von interessanten Fahrten oder Diskussionen über alpine Fragen. Ich will nur auf wenige Artikel ausdrücklich aufmerksam machen, die mir besonderer Beachtung für uns wert oder von ganz allgemeinem Interesse zu sein scheinen. In zwei Artikeln spricht die Redaktion von der „ alpinistisch-wissenschaftlichen Expedition des Herzogs der Abruzzen in Afrika und der ersten Ersteigung des Ruwenzori ". Das nämliche Thema behandelt auch F. Mader: I più alti monti del-1'Africa. Vom Matterhorn handeln zwei Artikel: De Amicis, U.: La cresta e la parete italiana del Cervino: prima salita fino alla Cravatta ( 4 illustr. ), und Piacenza, M.: Ascensione invernale del Cervino ( 2 illustr. ). Dem Mont Blanc-Gebiet gehört an: Castelnuovo, A.: Les Dames anglaises, prima ascensione della Punta centrale ( 5 illustr.der Berninagruppe: Bertani, F.: Il Monte Rosso di Scerscen ( 3 illustr. ). Von dem guten Einvernehmen zwischen dem C.A.I. und der S. A. T., von dem ich oben pag. 433 gesprochen habe, zeugen die Artikel: De Amicis, U.: Nel Cadore e nel Trentino ( 4 illustr. ), und C. G.: Inaugurazione del Rifugio al Passo del Mulàz ( 1 illustr. ). Von einem eben solchen mit dem C.A.F. der Artikel der Redaktion: I congressisti francesi a Torino et nelle valli di Lanzo. Diejenigen meiner Leser, denen die Widersprüche in den Erfahrungen Dr. Täubers und Prof. Walders bezüglich des Colle della Traversetta aufgefallen sind ( siehe oben pag. 16 und 225 ), können das Genauere nachlesen in Valbusa, A.: La riapertura della Galleria della Traversetta o Buco di Viso ( 10 illustr. ). Liebhaber alter Geschichten verweise ich auf: Coolidge, W. A. B.: Il Monte Rosa nel XVIII secolo mit zwei Veduten aus der Broschüre von Nicolis de Robilant von 1790. Diejenigen unter uns, die mit mehr Zuversicht als Erfolg Kapital in den Goldshares von Gondo und Pestarena angelegt haben, mögen sich bei der Lektüre von Pagliano, E.: La Miniera d' oro del Monte Rosa mit den Erfahrungen trösten, welche andere gemacht haben. Kürzlich ging durch die Zeitungen eine Kunde, der h. Bundesrat sei von Italien darum angegangen worden, den Durchpaß für die telephonische Verbindung zwischen dem Observatorium auf dem Colle d' Olen und der Capanna Reghina Margerita auf der Punta Gnifetti über Schweizergebiet zu erlauben. Ich begreife zwar nicht, wie das zugehen, eigentlich auch nicht, warum das notwendig sein soll, aber jedenfalls verdient der Artikel von Toesca di Castellazzo, C.: L' Inaugurazione dell' Istituto scientifico internazionale presso il Colle d' Olen, wie alles, was sich auf diese höchst verdienstliche Unternehmung des italienischen Alpenclub bezieht, auch von uns im S.A.C., die wir in wissenschaftlicher Hinsicht offiziell herzlich wenig leisten, gelesen und beherzigt zu werden.
Redaktion.