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Text: Claudia Hottiger / Foto: Alamy
Du regst dich drüber auf, wie viel männliche Fussballstars verdienen? Dann stell dir vor, wie sich Fussballerinnen fühlen. Denn für viele Nationalspielerinnen ist das Kicken kein Vollzeitjob – weil es sich oft finanziell nicht lohnt. Die Spielerin, die am meisten abkassiert, ist die Australierin Sam Kerr, die beim FC Chelsea rund 500 000 Dollar pro Jahr verdient. Zum Vergleich: Cristiano Ronaldo kommt auf 214 Millionen.
Das Team, das die diesjährige Fussball-WM der Frauen gewinnen wird, kann pro Kopf um 270 000 Dollar reicher werden. Doch solche Prämien gabs nicht immer – zumindest nicht für Frauen. Als das deutsche Frauennationalteam 1989 den EM-Titel holte, bekam jede Spielerin vom Deutschen Fussballverband ein geblümtes Kaffeeservice, kein Witz! Franz Beckenbauer konnte nach dem WM-Titel 1970 hingegen mit einem Auto und 70 000 Mark nach Hause fahren.
Das erste Frauenfussballspiel, das ausgetragen wurde, fand am 23. März 1895 zwischen England Nord und England Süd statt. Absurd: Damals trugen die Spielerinnen kurze Röcke mit Knickerbockers darunter und einen Hut – nicht gerade praktisch.
Die Brasilianerin Marta schoss bei Weltmeisterschaften insgesamt 17 Tore – eines mehr als der treffsicherste Fussballer, Miroslav Klose aus Deutschland.
Während bei uns Fussball immer noch als DAS Männerding gilt, sieht es in den USA ein bisschen anders aus. Dort ist nämlich die Hälfte der fussballspielenden Bevölkerung weiblich. Kein Wunder, dass die US-Amerikanerinnen mit vier WM-Titeln die Fifa-Weltrangliste als erfolgreichstes Team anführen – gefolgt von Deutschland mit zwei WM- und acht EM-Titeln.
Erst 1968 wurde in Zürich mit dem Damenfussballklub der erste Frauen-Fussballverein der Schweiz gegründet.
Den grössten Aufschwung erlebte der Frauenfussball während des Ersten Weltkriegs – klingt komisch, ist aber so. Das lag vor allem daran, dass viele Männer in den Krieg zogen. Somit fehlten den Verbänden ihre männlichen Spieler, an einen regulären Betrieb war nicht mehr zu denken. Dank dieser schlimmen Umstände wurde dem Frauenfussball plötzlich viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Mehr Mittel wurden den Klubs zugesprochen und mehr Spielerinnen meldeten sich bei den Vereinen an.
Der Frauenfussball-Boom während des Ersten Weltkriegs (siehe Nr. 7) bekam in den 1920ern einen grossen Dämpfer. Am 5. Dezember 1921 verbot die Football Association den Frauen in England das Benutzen der Stadien. Mit der absurden Begründung, Fussball sei für Frauen «nicht geeignet». Das führte zum Ende des Frauenfussballs – nicht nur in Grossbritannien, sondern auch in anderen Ländern. Erst 1970 wurde das Verbot wieder aufgehoben. So wurde auch in der Schweiz erst 1970 die Nationalliga A der Frauen und 1972 die Frauen-Nati gegründet.
Der erfolgreichste Schweizer Frauenklub ist der FC Zürich Frauen mit 24 Meistertiteln und 15 Schweizer-Cup-Siegen.
1991 fand in China die erste Fussball-WM der Frauen statt.
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