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Das international anerkannte Musée de l'Elysée ist eines der bedeutendsten reinen Fotomuseen. Seit seiner Gründung im Jahr 1985 hat es sich als Museum "für Fotografie" auf die Fotografie konzentriert und macht sie mit innovativen Ausstellungen, wegweisenden Publikationen und einem breiten Publikum zugänglichen Veranstaltungen bekannt.
Als Exzellenzzentrum für die Konservierung und Erschliessung des visuellen Erbes bewahrt das Museum eine einmalige Sammlung mit mehr als eine Million Fototypen darunter mehrere fotografische Sammlungen, insbesondere solche, die von Ella Maillart, Nicolas Bouvier, Charlie Chaplin, Sabine Weiss, Jan Groover und René Burri.
Das Musée de l'Elysée beschreitet neue Wege mit dem fotografischen Bild, indem es Nachwuchstalente fördert, neue Sichtweisen auf namhafte Fotografen eröffnet und die Fotografie anderen Bildformen gegenüberstellt.
Das Musée de l'Elysée ist in einem eleganten Herrenhaus untergebracht, das zwischen 1780 und 1783 von Henri de Mollins (1729-1811), einem Schweizer Offizier in Diensten Hollands und Major des Kontingents von Lausanne, auf den Ländereien von Petit-Ouchy errichtet wurde. Der Bau entstand unter der Leitung des Architekten Abraham Fraisse und gehört zu den für das späte 18. Jahrhundert charakteristischen, großen ländlichen Anwesen rings um die Stadt, die vorzugsweise in den Sommer- und Herbstmonaten bewohnt wurden. Die Villa de l'Elysée (wie sie seit 1834 genannt wird) verfügt über einen weitläufigen Park und erfreut sich einer außergewöhnlichen Lage oberhalb des Sees. Zu den berühmten Gästen des Hauses zählt Madame de Staël, die hier 1807 Andromache mit Benjamin Constant und Madame Récamier zur Aufführung brachte. Erwähnt seien auch die beiden prominenten Eigentümer, der Bankier William Haldimand (1784-1862) und Victor de Constant (1814-1902), der Bruder des in der Region bekannten Fotografen Adrien Constant de Rebecque, genannt Constant-Delessert (1806-1876).
1971 wurde das Haus durch den Kanton Waadt erworben, vollständig restauriert und für eine teilweise Museumsnutzung hergerichtet. Zwischen 1980 und 1985 war hier das Kupferstichkabinett des Kantons untergebracht. Es wurde ins Musée Jenisch in Vevey umgesiedelt, nachdem Charles-Henri Favrod im Oktober 1985 das Musée de l'Elysée als Fotografiemuseum gegründet hatte. Aus dem Reichtum der Sammlungen und den verschiedenen dem Museum anvertrauten Beständen heraus ist die Fotografie heute in ihren historischen und ästhetischen Zusammenhängen, von den frühen Bildern der 1840er Jahre bis hin zur Digitalfotografie, erfahrbar. In einem Zeitraum von 15 Jahren hat das Museum nahezu 350 Ausstellungen in seinen eigenen Wänden und mehr als 100 an anderen Spielorten gezeigt und wurde so mit der Zeit zu einer international renommierten Institution.
In der Anfangszeit lag der Schwerpunkt des Hauses auf klassischer Fotografie und Fotografiegeschichte. Heute räumt das Museum zeitgenössischem Schaffen einen größeren Platz ein. Aufgabe einer Institution wie dem Musée de l'Elysée ist es, fotografisches Erbe zu bewahren und zu restaurieren, und dabei das Bewusstsein von Privatpersonen für seine Bedeutung zu schärfen und Sammler dazu zu ermuntern, ihre Schätze an einem sicheren Ort unterzubringen. Es obliegt dem Museum, die ihm anvertrauten Bestände zu zeigen und einen Teil der Nachlässe in seine Sammlungen aufzunehmen. Gegenwärtig werden mehrere Bestände und Sammlungskonvolute des Musée de l'Elysée in einer Datenbank erfasst und digitalisiert.