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Über 150 Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 durchlaufen aktuell klinische Studien, 23 davon wurden in mindestens einem Land dieser Erde zugelassen.
Inzwischen werden laut Weltgesundheitsorganisation jeden Monat rund 1,5 Milliarden Impfdosen produziert. Laut Angaben der Hersteller (und diese sind erfahrungsgemäss eher optimistisch) sollen im Jahr 2021 insgesamt mehr als 12 Milliarden Dosen produziert werden.
Weil bei den meisten Herstellern zwei Impfdosen für einen vollständigen Impfschutz benötigt werden, wären rund 11 Milliarden Dosen erforderlich, um 70 Prozent der Weltbevölkerung zu impfen. Daher zeigt die folgende Grafik nicht die Anzahl Dosen, sondern die Anzahl Personen, die damit vollständig geimpft werden können.
Das «Duke Global Health Innovation Center», das diese Zahlen zusammengetragen hat und von der Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt wird, kommentiert dazu selbst: «Falls die Hersteller dieses Ziel von 12 Milliarden Dosen in diesem Jahr erreichen, diese dann auch gekauft werden und falls sie gerecht über die Weltbevölkerung verteilt würden, könnten wir 2021 einen grossen Teil des weltweiten Bedarfs decken. Aber es ist erwähnenswert, dass dies zwei grosse ‹falls› sind.»
Ausserdem können sich globale Bedürfnisse ändern. Durch das Aufkommen und die Verbreitung von neuen Virenvarianten kann es schnell passieren, dass mehr Impfstoffe benötigt werden. Auch die Handhabung von Booster-Impfungen oder die Zulassung bei Kindern hat einen Einfluss auf den Bedarf.
Bisher dominieren die Impfstoffe von Pfizer-BioNTech und Oxford AstraZeneca die Produktion. Für die kommenden Monate werden aber zusätzlich grosse Mengen von Moderna und dem chinesischen Impfstoff Sinopharm erwartet.
Die Schweiz hat Verträge mit sechs verschiedenen Herstellern abgeschlossen. Die Verträge umfassen insgesamt 57 Millionen Impfdosen. Eine Zulassung erhalten haben bisher erst die drei Impfstoffe Pfizer/BioNTech, Moderna und Janssen (Johnson & Johnson).
Schon im Jahr 2020 haben sich viele Länder mit hohem Einkommen vertraglich genügend Impfdosen gesichert, um ihre Bevölkerung zu impfen – noch bevor irgendwelche Kandidaten zugelassen wurden.
Aufgrund der beschränkten Produktionskapazität bedeuteten diese Direktgeschäfte von Ländern mit hohem Einkommen, dass Länder mit tiefen Einkommen kaum an Impfstoff herankamen. Zu letzterer Gruppe gehören Länder wie Uganda oder Somalia.
Vom Pfizer-Impfstoff gingen rund drei Viertel aller Dosen an Länder mit hohem Einkommen. Auch die anderen beiden auf der mRNA-Technologie basierenden Impfstoffe Moderna und CureVac (Deutschland) wurden überwiegend in Länder mit hohem Einkommen geliefert.
Der am zweithäufigsten produzierte Impfstoff AstraZeneca bediente zu rund einem Viertel Länder mit hohem, oberem und unterem Einkommen. Der verbleibende Viertel ging an Covax und wird dort an bedürftige Länder verteilt.
Längst nicht alle Länder kommen im Impfprozess so schnell voran wie Europa. Staaten, die sich selbst nicht mit (genügend) Impfstoff eindecken können, sind auf Spenden angewiesen. Der Grossteil davon wird über das Covax-Programm abgewickelt.
Die Schweiz will vier Millionen des hierzulande nicht zugelassenen Impfstoffs AstraZeneca spenden. In diesen Wochen werden die ersten 400'000 Impfungen nach Nigeria, Pakistan, Syrien, Sierra Leone und Ägypten verschickt.
In Zusammenarbeit mit Covax hat die Weltgesundheitsorganisation das Ziel definiert, bis Ende Jahr mindestens 40 Prozent der Bevölkerung jedes einzelnen Landes geimpft zu haben. Bis Mitte 2022 sollen es sogar 70 Prozent sein.
Ursprünglich wollte die WHO schon Ende September eine Impfquote von 10 Prozent in jedem Land erreichen – 56 Länder blieben allerdings unter diesem Zielwert. Die überwiegende Mehrheit davon sind Länder in Afrika und im Nahen Osten.
Selbst wenn 70 Prozent aller Menschen geimpft sind, heisst das noch nicht, dass die Pandemie überall unter Kontrolle ist. Dazu ist nämlich eine gut durchmischte geimpfte Bevölkerung nötig. Regionen mit grosser Impfskepsis oder auch neue Virenmutationen können diesen Weg erschweren. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ist aber überzeugt, dass die internationale Gemeinschaft das Ziel erreichen kann: «Wir haben die Werkzeuge, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, wenn wir sie richtig einsetzen und fair teilen.»
Die frisch ernannte Präsidentschaftskandidatin von Frankreichs konservativen Republikanern, Valérie Pécresse, erhält in aktuellen Umfragen viel Zuspruch. Zwei am Dienstag veröffentlichten Befragungen zufolge hätte Pécresse gute Chancen, in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Emmanuel Macron einzuziehen.