Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03136.jsonl.gz/1823

Goldman Sachs hat die Anlageempfehlung für die Aktie von Tesla Motors in dieser Woche abgestuft und damit eine Kaufempfehlung vom Mai über Bord geworfen, als die US-Investmentbank eine 1,4 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro) schwere Zweitplatzierung für den Elektroauto-Hersteller mit durchführte.
Auch wenn Banken Analyse und Konsortialgeschäft strikt trennen, ist es doch ein Beispiel dafür, wie sie mehrere und manchmal gar kontroverse Rollen spielen.
Goldman-Analyst David Tamberrino stufte Tesla am Donnerstag von Kaufen auf Neutral ab. Er verwies in einer Notiz an Kunden darauf, dass die geplante Fusion mit SolarCity Corp. das Unternehmen zu einer riskanteren Wette mache. Das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten wurde zudem von 240 Dollar auf 185 Dollar nach unten korrigiert.
Warten auf das Modell 3
"Wir sehen jetzt zunehmende Risiken für das Geschäft in Bezug auf den Willen des Managements, Kapital für Fusion und Übernahmen einzusetzen. Und wir glauben, dass jeder Verzug beim Zeitplan des Unternehmens, das neue Modell 3 vorzustellen, sich nachteilig auf die Aktien auswirken wird", schrieb Tamberrino in der Kundennotiz.
Tesla-Vorstandschef Elon Musk hatte unlängst angekündigt, dass das Unternehmen mehr Barmittel einsammeln müsse. Die Pläne der Firma würden vorsehen, dass dies im vierten Quartal dieses Jahres oder Anfang des kommenden Jahres geschehe.
Goldman-Analyst Patrick Archambault hatte die Aktie von Tesla am 18. Mai hochgestuft - just an jenem Morgen, als der Autokonzern eine Sekundärplatzierung startete. Goldman und Wettbewerber Morgan Stanley waren bei der Transaktion die Konsortialführer.
Wechsel bei den Analysten
Goldman Sachs hatte damals erklärt, dass die Empfehlung für die Tesla-Aktie unabhängig von der Abteilung erfolgt sei, die sich um die Aktienemisson kümmere.
Archambault hat inzwischen die Bank verlassen. Tamberrino, der jetzt die Kaufempfehlung zurücknahm, war bereits damals in seinem Team.
Unabhängig von diesem Vorgang hatten Fondsmanager von Goldman im zweiten Quartal des laufenden Jahres im grossen Stil Aktien von Tesla verkauft. Die New Yorker Grossbank senkte ihre Beteiligung an dem Autobauer um die Hälfte auf nur noch 1,4 Millionen Aktien in den drei Monaten bis zum 30. Juni, wie Pflichtmitteilungen zeigen. Dennoch bleibt Goldman Sachs einer der 20 grössten Aktionäre von Tesla. Die Beteiligung der Bank belief sich zuletzt auf etwas unter ein Prozent der Aktien.
Tesla-Aktien reagieren prompt
Goldman-Sprecherin Leslie Shribman betonte auf Nachfrage von Bloomberg erneut, dass die Analysen und das Underwriting der Bank unabhängig voneinander erfolgen würden. "Wir haben alle unsere Richtlinien für Standards und Prozesse bei unserer heutigen Analyse-Publikation eingehalten", schrieb sie am Donnerstag in einer E-Mail.
Nach Bekanntwerden der Goldman-Abstufung geriet die Aktie von Tesla unter Druck. Der Aktienkurs schloss am Donnerstag mit einem Minus von 3,6 Prozent.
Vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen den Markt noch mit Zahlen begeistern können, die oberhalb der Erwartungen lagen. So hatte Tesla im dritten Quartal insgesamt 24.500 Fahrzeuge ausgeliefert. Der Wert war positiv und schlug die meisten Prognosen, urteilte Analyst Jeffrey Osborne von Cowen & Co. Sein Unternehmen sei für das dritte Quartal lediglich von 20.500 ausgelieferten Fahrzeugen ausgegangen.
(Bloomberg)