Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/3870

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) warnt vor dramatischen Folgen der Drogenproduktion für Sicherheit und Wirtschaft in Afghanistan. Die Drogenproduktion habe in mehreren Staaten deutlichen Einfluss auf das Staatsgefüge, schreibt der deutsche Auslandsnachrichtendienst in einer Analyse über den internationalen Rauschgifthandel.
Als besonders negatives Beispiel wird die Lage in Afghanistan genannt, dem grössten Anbauland von Schlafmohn und Heroin-Lieferanten sowie dem weltweit grössten Cannabis-Anbaugebiet. Dort profitierten die islamisch-fundamentalistischen Taliban, heisst in dem Bericht, welcher der Deutschen Presseagentur dpa vorliegt.
«Durch die generierten Gelder werden Patronage-Netzwerke und unterschiedliche bewaffnete Gruppierungen, hier insbesondere auch die Taliban, finanziert, sowie die Korruption im Land massiv gestärkt», heisst es in der BND-Analyse.
Unabhängig von ethnischer, politischer, religiöser oder sozialer Zugehörigkeit profitiere eine Vielzahl von Gruppierungen in Afghanistan von der Drogenproduktion. Der Jahresumsatz des weltweiten Drogenmarkts liege nach UNO-Schätzungen bei rund 390 Milliarden US-Dollar, heisst es weiter. Dies liege im Bereich der fünf grössten Unternehmen der Welt.
Der BND warnt, die Bekämpfung des internationalen Drogenhandels werde «durch die stetig zunehmende Diversifizierung von Schmuggelrouten und die Nutzung der legalen Warenströme erschwert».
Massgeblicher Schmuggelkorridor für Heroin aus Afghanistan nach West- und Zentraleuropa sei die Balkanroute über den Iran, die Türkei und die Balkanstaaten. In den vergangenen Jahren hätten sich zusätzlich zahlreiche Unterrouten gebildet. «So hat sich Ostafrika als wichtige Drehscheibe für den Heroin-Umschlag etabliert.»
Die Drogenlieferungen kämen auf dem Seeweg aus dem Iran und aus Pakistan und würden dann von Flugkurieren oder per Luftfracht nach Europa gebracht, schreibt der BND. Zum direkten Transport des Heroins aus dem Iran und aus Pakistan in westeuropäische Häfen würden zunehmend Container genutzt. (sda/dpa)