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Sonnenblumen gehören zur Familie der Korbblütler und wurden als Zierpflanze im 16. Jahrhundert aus Amerika nach Europa eingeführt. Erst im 18. Jahrhundert begann man in Russland, die Pflanze für die Ölgewinnung zu nutzen. Die Ukraine hat Russland in der Produktion mittlerweile überholt, aber Russland bleibt zweitgrösster Produzent, vor Argentinien.
In der Schweiz verzeichnete der Anbau ab 2007 rückläufige Zahlen und erreichte 2011 den Tiefpunkt. Seither steigt der Anbau und erreichte 2019 einen Höchstwert von 5'780 Hektaren. Das ist gut ein Viertel der Rapsfläche, die zur gleichen Zeit in der Schweiz angebaut wurde. Auch bei den Sonnenblumen gibt es HO-Sorten, die einen hohen Ölsäure-Anteil aufweisen und für die warme Küche gut geeignet sind.
Sonnenblumen werden im September geerntet und mitsamt der Schale zu Öl gepresst. Sie enthalten nebst 49 Gramm Fett, 23 Gramm Eiweiss, 12 Gramm Kohlenhydrate und 6 Gramm Ballaststoffe. Die Vitamine und Mineralstoffe befinden sich in der silbernen Haut auf dem Kern, besonders der Anteil an B-Vitaminen ist beachtlich.
Der Boom beim Raps bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Die Ölwerke gelangen trotz Ausbau des Schichtbetriebes an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Menge bei den Sonnenblumen wird 2020 gekürzt. Es kann nicht die ganze angemeldete Menge von 17'500 Tonnen zugeteilt werden. Die Ölmühlen können gemäss Rahmenvereinbarung 9'700 Tonnen übernehmen, sind aber bereit, die Menge auf maximal 12'000 Tonnen zu erhöhen. Der Schweizer Getreideproduzentenverband fordert die Bauern auf, die Anbauflächen zu reduzieren, um Kürzungen der Zuteilungsmenge zu vermeiden. So soll verhindert werden, dass zu viel Sonnenblumenkernen auf den Markt gelangen, die weder verarbeitet werden können, noch eine gesicherte Abnahme haben.
Wie können sich die Blüten zur Sonne hinwenden?
Der Vorgang nennt sich Heliotropismus. Ein spezieller Botenstoff sorgt dafür, dass die Pflanze auf der Schattenseite schneller wächst, wodurch sie sich automatisch nach der Sonnenseite ausrichtet.