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Der Jesuit und Zen-Meister Niklaus Brantschen im Gespräch mit der Theologin Regula Tanner
Kann ein Mensch, der nicht glaubt, ein spi-ritueller Mensch sein? Und wie ist es mit den Agnostikern, die die Frage nach Gott nicht mit «Ja» oder «Nein» beantworten, sondern mit: «Es ist nicht geklärt» oder «Es kann sein» oder «Ich weiss es nicht»? Und wie ist es mit Buddhisten, denen nicht selten vorgehalten wird, sie könnten nicht beten, da sie nicht an Gott glaubten? Und wenn sie doch beten? Wie sieht dieses Be-ten aus? Und was meint der heute vielzi-tierte deutsche Mystiker Meister Eckhart mit dem Wort: «Das Höchste und das Äus-serste, was ein Mensch lassen kann, das ist, dass er Gott um Gottes willen lasse»? Darf ich oder muss ich gar – um auf die rechte Weise beten zu können – Gott loswerden, gottlos werden? Niklaus Brantschen gibt auf diese Fragen keine fixfertigen Antworten. Und schon gar nicht Antworten auf Fragen. Wohl aber ermutigt er, in die Fragen hinein zu stehen, einen Weg zu gehen, Antworten zu suchen und zu finden.