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Anhang 9.4
Spezial-Report Christine Flender:
Musikwissenschaftliche Forschung im Internet
-- das deutschsprachige Netz
Die Tatsache, daß ein Institut mit einer Homepage im WorldWideWeb vertreten ist, läßt keinen Rückschluß auf die Internetnutzung der Institutsanghörigen und ihrer Studierenden zu. Zum einen ist das WorldWideWeb neben dem älteren Gopher, persönlicher E-mail, Mailinglisten, Newsgroups, IRC und FTP nur eine von mehreren Medienanwendungen für das Internet, zum anderen ist die Präsentation der Institute an verschiedenen Universitäten unterschiedlich geregelt. Manche Universitäten, wie z.B. die Universität Karlsruhe, erstellen die Web-Seiten zentral für alle Institute. Hierbei ist die dafür zuständige Stelle natürlich auch auf die Mitarbeit der einzelnen Institute angewiesen. Besteht von seiten der Institute kein Interesse, so stellt der Web-Server immerhin einige formale Informationen wie die Postadresse und die Namen der Institutsmitarbeiter zur Verfügung. Andere Universitäten belassen die Zuständigkeit für die Präsentation im WorldWideWeb bei den einzelnen Instituten, was diesen größere Freiheiten bezüglich Gestaltung und Umfang der Web-Site gibt. Dieses Verfahren kann aber auch zur Folge haben, daß keinerlei Informationen über ein Institut im Netz verfügbar sind.
Ist eine Institution im WorldWideWeb präsent, lassen sich auch hier wieder unterschiedliche Strategien beobachten: Der primäre Nutzen scheint zumeist in der Öffentlichkeitsarbeit gesehen zu werden. Darunter werden im universitären Bereich die Bereitstellung von Kontaktadressen, Studien- und Prüfungsordnungen, Vorlesungsverzeichnissen und Lageplänen verstanden. Dieses Angebot richtet sich also an auswärtige Besucher und mögliche neue Studierende. Weniger Beachtung finden Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der internen Kommunikation und der Bindung von Institutsangehörigen und Studierenden an das entsprechende Institut, sowie der gezielten Kontaktpflege mit anderen Institutionen.
Ein wichtiges Prinzip von HTML, der Sprache, in der Web-Dokumente kodiert sind, ist die Hypertextualität. Dieser Begriff steht für die Möglichkeit, von einem Dokument aus ein anderes Dokument aufzurufen. Teil der Netiquette, des Ehrenkodexes der Autoren von Web-Dokumenten, ist es, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen: Ein Benutzer des WorldWideWeb sollte also idealerweise nie in eine "Sackgasse" geraten, sondern immer die Chance haben, von einer Web-Site aus mit anderen Sites -- möglichst zu verwandten Themen -- verlinkt zu werden. Auf den Bereich der musikwissenschaftlichen Forschung übertragen bedeutet dies, daß interessante musikwissenschaftliche Angebote im WorldWideWeb von der Web-Site einer mit Musikwissenschaft befaßten Institution aus erreichbar sein sollten. Weltweite Web-Sites können von den Homepages der einzelnen Mitarbeiter aus verlinkt sein; gebräuchlich ist aber auch die Erstellung einer Linkpage oder der Verweis auf die Linkpage einer anderen Institution.
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