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Im Gegensatz zu früher liegt heute ein sehr viel höheres Zahnbewusstsein vor, auch die Behandlungstechniken sind sehr weit fortgeschritten, deshalb wird bei unzähligen Kindern bzw. jugendlichen Patienten eine kieferorthopädische Behandlung durchgeführt. Die Ursachen für Zahn- und Kieferfehlstellungen können grundsätzlich in 2 Hauptgruppen unterteilt werden:
Unter angeborenen Entwicklungsstörungen versteht man das Entstehen einer Gebiss- bzw. Kieferabweichung, ohne Einfluss von äusseren Faktoren. Solche Entwicklungsstörungen können auch vererbt sein, wie z.B.: Progenie (grosser Unterkiefer), Zahnüberzahl, Zahnunterzahl usw.
Unter erworbenen Entwicklungsstörungen versteht man eine Fehlentwicklung bedingt durch äussere Faktoren, wie z.B. eine Fehlfunktion von Weichteilen (Lippenbeissen, falsche Zungenlage usw.) oder lang andauernde Lutschge-wohnheiten mit dem Daumen oder dem Nuggi. Solche Lutschangewohnheiten sind bei ca. 30% der 3-Jährigen und ca. 10% der 10-Jährigen noch vorhanden. Siehe auch unter der Rubrik: Vorsorge.
Der Zeitpunkt für eine kieferorthopädische Behandlung hängt von der Art der Fehlstellung ab.

Der durchschnittliche Behandlungsbeginn liegt bei ca. 9-12 Jahren. Ausnahmen, welche einen früheren Behandlungsbeginn erfordern, sind z.B. ein sehr schmaler Oberkiefer (Behandlungsbeginn mit ca. 8 Jahren) oder der sogenannte "progene Zwangsbiss", hier "rutscht" der Unterkiefer beim Zusammenbeissen nach vorne und liegt weiter vorne als der Oberkiefer. In dieser Situation sollten die Oberkieferfrontzähne möglichst frühzeitig (ca. 6.-8. Lebensjahr) vor die Unterkieferfrontzähne gestellt werden, um das weitere Kieferwachstum positiv zu beinflussen. Ebenfalls gibt es Fälle, welche erst behandelt werden sollten, wenn alle bleibenden Zähne vollständig durchgebrochen sind (ca. 12.-13. Lebensjahr). Das sind Fälle, in denen zwar die Kieferknochen aufeinander passen, aber die Zähne nicht. Beispiele dafür sind: Platzmangel, Lückengebiss, rotierte Zähne usw.
Welche Spange zur Korrektur verwendet wird, hängt in jedem Fall von der individuellen Kiefer- und Zahnstellung ab. Bei Kindern und Jugendlichen wird häufig eine Kombination aus abnehmbaren und festen Spangen angewendet. Die durchschnittliche, aktive Behandlungsdauer beträgt bei Kindern ca. 3 Jahre und bei Jugendlichen ca. 2 Jahre. In einigen Fällen, mit stark ausgeprägten Kiefer-und Zahnstellungsabweichungen, kann die Behandlung auch länger dauern. Vor allem dann, wenn die Behandlung schon frühzeitig begonnen wurde. Danach muss das erreichte Resultat unbedingt für eine gewisse Zeit stabilisiert werden. Wie die Retention stattfindet, hängt vom Ausmass der durchgeführten Korrektur ab - siehe unter der Rubrik: Retention.
Mögliche Gründe für eine längere Behandlungszeit können auch sein: