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Die gegenwärtig in Frankreich betriebenen Kernkraftwerke werden in den Jahren nach 2020 das Ende ihrer theoretischen Betriebsdauer erreichen. Falls die Betreiberin der Anlagen, die Electricité de France (EDF), sich entschliessen sollte, diese Erzeugungskapazitäten nicht mehr durch neue Kernkraftwerke zu ersetzen, müssten Ersatzkapazitäten mit Gaskombi-Kraftwerken zur Verfügung gestellt werden. Dies würde die französischen Treibhausgas-Emissionen beträchtlich erhöhen und die Stromproduktion stark verteuern.
Aufgrund des vorauszusehenden Wettbewerbs auf dem europäischen Strommarkt könnten die erhöhten Erzeugungskosten nicht vollumfänglich auf die Kilowattstunden-Preise überwälzt werden und würden so hauptsächlich das Resultat der EDF belasten. Ein Ausstieg aus der Kernenergie in Frankreich würde damit den Wert des Elektrizitätsunternehmens vermindern und den französischen Staat als Hauptaktionär finanziell belasten.
Als makroökonomische Konsequenz eines allfälligen Ausstiegs wird ein negativer Einfluss auf das Bruttoinlandprodukt von einem halben Prozent (je nach Hypothese) vorausgesagt, dies verbunden mit einer Erhöhung der Arbeitslosenziffer in der Grössenordnung von 0,3 bis 0,6 Prozent.
Die Szenarien der Studie berücksichtigen weder Fragen der Unfallrisiken und der Entsorgung noch die Risiken hoher Preisvolatilitäten bei Gas und Erdölprodukten. Insgesamt scheint es für Frankreich sowohl mikro- wie makroökonomisch am besten zu sein, die bestehenden KKW mit Lebensdauermanagement lange zu betreiben. Sie werden abgeschrieben und produzieren günstigen Strom ohne die Emission von Treibhausgasen. Damit können auch Entscheidungen über den Ersatz auslaufender Erzeugungskapazitäten auf einen späteren Zeitpunkt mit besserer Informationslage verschoben werden.
Quelle
H.K. nach Carnot N., Gallon S.: "L'impact économique d'un abandon du nucléaire en France."