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Die Prostata ist eine Drüse, welche unterhalb der Blase die erste Wegstrecke der Harnröhre umschliesst. Sie produziert einen wesentlichen Teil der ernährenden Flüssigkeit für die Samen. Diese werden bei einem Samenerguss (Ejakulation) von den Hoden über die Samenleiter transportiert, welche in die Prostata münden. Hier mischt sich die Flüssigkeit der Prostatadrüse mit Flüssigkeit aus den Samenblasen, welche unmittelbar an der Prostata anliegen, und dem Samen aus den Hoden zum Samenerguss (Ejakulat), welcher über die Harnröhre abgegeben wird. Die Drüse hat eine kugelige Form und ist im Normalfall so gross wie eine Kastanie. Unterhalb der Blase liegt sie zudem in unmittelbarer Nachbarschaft zum Enddarm, weswegen man die Prostatadrüse mit dem Finger über den After tasten kann. Ihre Entwicklung und auch ihre Funktion wird wesentlich durch das männliche Hormon Testosteron, welches in spezialisierten Hodenzellen produziert wird, gesteuert. Dies hat, wie weiter unten aufgeführt, therapeutische Konsequenzen.
Im Laufe des Lebens wird die Prostatadrüse bei den meisten Männern grösser. Man spricht von einer gutartigen Prostatahyperplasie, welche zur Verengung der Harnröhre und damit auch zu Schwierigkeiten beim Wasserlösen führen kann. Viele Männer müssen in höherem Alter deswegen die Prostata chirurgisch verkleinern lassen. Vorzugsweise wird dieser Eingriff direkt über die Harnröhre durchgeführt. Im Volksmund spricht man von der kleine Prostataoperation. Man kratzt die inneren Anteile der Drüse weg und schafft dadurch wieder Platz für die Harnröhre. Da bei dieser Operation aber nicht alles Prostatagewebe entfernt wird, bietet der Eingriff keinen vorbeugenden Schutz gegen den Prostatakrebs, welcher eher in den äusseren Anteilen der Drüse seinen Ausgang nimmt. Prostatakrebs entsteht, wenn sich über Zellteilungen bösartige Zellen entwickeln, die sich unkontrolliert vermehren und zu einem Knoten führen, den man unter Umständen mit dem Finger über den After (Rektaluntersuchung) bereits tasten kann.