Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03189.jsonl.gz/1209

In Singapur hat die Volksaktionspartei (PAP) von Regierungschef Lee Hsien Loong am Samstag erneut die Parlamentswahlen gewonnen. Sie konnte sich 81 der 87 Sitze im Parlament zu sichern, doch fiel ihr Stimmanteil auf ein historisches Tief von 60 Prozent.
Lees enger Vertrauter, Aussenminister George Yeo, verlor seinen Wahlbezirk an die Opposition, die ihre Sitzzahl von zwei auf sechs verdreifachen konnte. "Diese Wahl ist einen Wendepunkt", sagte Lee in einer Fernsehansprache. "Sie markiert eine bedeutende Verschiebung in unserer politischen Landschaft, der wir uns alle anpassen müssen."
Der 59-jährige Regierungschef, der den südostasiatischen Stadtstaat seit 2004 regiert, war zuletzt zunehmender Kritik der Opposition ausgesetzt, die von der Wut der Wähler über steigende Kosten, stagnierende Löhne und die Präsenz von mehr als einer Million ausländischer Arbeitskräfte profitierte.
Der Opposition gelang ihr bestes Wahlergebnis seit der Unabhängigkeit Singapurs von Malaysia im Jahr 1965. Insbesondere gelang es ihr, den Wahlbezirk von Aussenminister Yeo zu gewinnen. Trotz der Zugewinne der Opposition konnte die PAP wie erwartet erneut einen klaren Wahlsieg verbuchen.
Sie stellt seit 1959 die Regierungschefs in dem Stadtstaat. Rund 2,5 Millionen Singapurer waren zur Wahl aufgerufen. In Singapur leben etwa fünf Millionen Menschen, von denen rund eine Million Ausländer sind.
Lee gelang es, Singapur 2009 aus einer Rezession zu einem Rekordwachstum von 14,5 Prozent zu führen. Nach Japan hat Singapur das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Asien, doch ist der Wohlstand nicht gleichmässig verteilt. Offiziellen Statistiken zufolge wächst der Abstand zwischen arm und reich.