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Die Nummer 1 der Welt fühlt sich im Londoner Wimbledon wie zu Hause. Dort startet Titel-Verteidiger Roger Federer am Montag als Favorit.Dieser Inhalt wurde am 18. Juni 2005 - 19:41 publiziert
Die Laufbahn des "Königs des Rasens" erinnert mehr und mehr an jene des berühmten Pete Sampras, eine Referenz in diesem Bereich.
Nummer 1 im Welt-Tennis, zweifacher Wimledon-Sieger und vor allem grosser Favorit für seine eigene Nachfolge: Roger Federer ist der zu schlagende Mann des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon, das am Montag beginnt. Gemäss Wimbledon-Tradition gebührt dem Basler die Ehre, als letztjähriger Sieger das Turnier mit dem Match gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu (ATP 60) zu eröffnen.
Der Misserfolg des Schweizer Tennis-Crack am Roland-Garros-Turnier ist bereits vergessen. In Wimbledon befindet sich Federer in "seinem Garten" – wie nur wenige andere Champions vor ihm: der Schwede Bjorn Borg, fünfmaliger Sieger von 1976 bis 1980, der Deutsche Boris Becker, dreimaliger Sieger 1985, 1986 und 1989 sowie natürlich der Amerikaner Pete Sampras, mit dem Rekord von sieben Wimbledon-Siegen (1993 bis 2000, mit einem Unterbruch 1996).
"Wimbledon, das ist der Ort, den ich allen anderen vorziehe", sagt Roger Federer. "Wenn ich hierher komme, fühle ich mich wie zu Hause."
Wichtigstes Ziel
Wie für seine berühmten Vorgänger ist das Grand-Slam-Turnier in London für den Basler das höchste Ziel. Seit Anfang Jahr schon betonte Federer, sein oberstes Ziel fürs Jahr 2005 sei ein erneuter Sieg in Wimbledon.
Wenn ihm das gelingen sollte, würde Federer zu Borg und Sampras aufrücken, die als einzige Tennis-Champions drei Jahre nacheinander Wimbledon-Sieger waren. "Den Erfolg von Sampras nehme ich mir, sogar ohne Roland-Garros", sagte der Schweizer kürzlich, dessen Spielweise immer frappanter an jene des besten Spielers in den 90-er Jahren erinnert.
Im Juni 2001 hatten die Tennis-Fans einen richtig gehenden "Machtwechsel" erlebt, als der junge Federer, damals noch als Aussenseiter, der Vorherrschaft Sampras' ein Ende bereitete. Der Basler bezwang damals Sampras im Achtelfinal.
Seit drei Jahren hat die derzeitige Nummer 1 im Welt-Tennis den Rasen zum Ort gemacht, wo er seine Gegner noch klarer besiegt. Roger Federer erzielte auf dem Rasen eine Serie von 29 Siegen. Falls er jetzt in Wimbledon alle sieben Matchs gewinnen sollte, würde er sich dem bisherigen Rekord von Bjorn Borg mit 41 Match-Siegen annähern.
Volles Selbstvertrauen
Die Nummer 1 im Welt-Tennis hat vor zwei Wochen zum dritten aufeinanderfolgenden Mal das Rasen-Turnier in Halle gewonnen. Federer: "Ich bin in Form und voller Selbstvertrauen."
Federer ist von Natur aus ausgeglichen und ruhig. Nummer 1 weltweit, bereits 2005 sieben Turniersiege (darunter drei Masters Series, in Indian Wells, Miami und Hamburg) – in diesem Jahr hat der Basler nur zweimal verloren, jedes Mal im Halbfinal (gegen Safin in Melbourne, gegen Nadal beim Roland Garros).
Das zeigt, dass kein Champion gegen eine Niederlage gefeit ist, auch wenn er noch so brillant ist. Federer steht aber mit beiden Füssen auf dem Boden – und noch vielmehr auf dem Rasen.
swissinfo, Jonathan Hirsch
(Übersetzung aus dem Französischen: Jean-Michel Berthoud)
Fakten
Wimbledon 2005 beginnt am Montag und endet am 3. Juli.
Roger Federer, zweimaliger Titelhalter, gilt als grosser Favorit.
Vier weitere Schweizer Vertreter nehmen am Turnier in London teil: George Bastl, Stanislas Wawrinka, Patty Schnyder und Emmanuelle Gagliardi.
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