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Montag, 5.6.2023
Wir hatten vorher nachgeschaut…. das Museo Chillida Leku hat täglich geöffnet…. also auch heute am Montag!
Auf diesen Tag hatten wir uns schon lange gefreut. Die grossartigen Kunstwerke von Eduardo Chillida, vor allem Peine del Viento in Donostia-San Sebastián, haben uns tief beeindruckt und gefallen uns sehr. Als wir letztes Jahr in Donostia-San Sebastián waren, hatten wir das Museo Chillida Leku irgendwie nicht auf dem Radar. Damals hatten wir die Fundación Museo Jorge Oteiza besucht. Jorge Oteiza ist ebenso wie Eduardo Chillida ein baskischer Künstler, ihre bekanntesten Werke sind grosse Skulpturen mit raumgreifenden Strukturen.
Chillida Leku ist ein Museum, aber nicht irgendein Museum. Es erstreckt sich über 11 Hektar Land in der Nähe von Hernani, etwa 7 Kilometer vom Stadtzentrum von Donostia-San Sebastián entfernt. Die riesigen Stahl- und Granitskulpturen von Eduardo Chillida (1924-2002) verschmelzen dort regelrecht mit der Natur.
Im Skulpturenpark
Consejo al espacio VI (Ratschläge an den (Welt-)Raum VI), 1996
Lotura XXXII (Knoten XXXII), 1998
Diese kolossale Stahlskulptur mit einem Gewicht von mehr als 64 Tonnen wurde in der Industrieschmiede in Reinosa (Kantabrien) geschaffen. Chillida entschied sich für eine Schmiede anstelle einer Giesserei, da jeder Prozess radikal anders ist. Chillida arbeitete nicht mit Formen oder mit geschmolzenem Metall. Eisen zu schmieden ist, mit ihm zu kämpfen. Der Schmied kann nur mit dem erhitzten Teil arbeiten. Durch das Schmieden beugte Chillida das Eisen nach seinem Willen, während er dem Metall erlaubte, sich frei auszudrücken. Das Material dehnte sich natürlich aus und zog sich in Kurven zusammen. Sein gewähltes Material war in diesem Fall Cortenstahl, der auf der Oberfläche durch Verwitterung unter der eigentlichen Rostschicht eine besonders dichte Sperrschicht aus festhaftenden Sulfaten oder Phosphaten bildet, die das Stahlteil vor weiterer Korrosion schützt. Chillida erklärte seine Arbeit nicht für abgeschlossen, bis die erste Schicht aus extrem orangefarbenem Rost auf der Oberfläche erschien. Verschiedene Stahlfarben sind in den Skulpturen im Museum offensichtlich, je dunkler der Farbton, desto älter ist das Stück. Lotura, das baskisch für Knoten oder Vereinigung steht, besteht aus zwei Stücken aus massivem Stahl. Das obere Stück zeigt das charakteristische Merkmal dieser Serie: vier geknotete Arme, die aus einem Block hervorgehen. Das untere Stück bildet die Basis, auf der der obere Knoten befestigt ist.
Saludo a los Pájaros II (Grüsse an die Vögel), 2000
Beaulieu, 1991
Lo profundo es el aire XIV (Wie tief ist die Luft XIV), 1991
Der Titel dieses Werkes stammt aus einem Vers von Jorge Guillén, einem Dichter aus Valladolid und Mitglied der Generation von ’27. Die beiden Schöpfer trafen sich 1971 an der Harvard University und schlossen Freundschaft. Jahre später, als Chillida Guillén Tribut zollen wollte, fand er diesen Vers: Más allá, lo profundo es el aire (Darüber hinaus, wie tief ist die Luft). Es war die Verbindung zwischen den beiden Künstlern.
Peine del Viento XVII (Windkamm XVII), 1990
Elogio de la arquitectura XV (Lob für die Architektur XV), 1996
Consejo al espacio VIII (Ratschläge an den (Welt-)Raum VIII), 2000
Lo profundo es el aire XVIII (Wie tief ist die Luft XVIII), 1998
Lugar de Encuentros IV (Ort der Begegnung), 1973
Seit März 2023 beherbergt Chillida Leku die Monumentalskulptur Lugar de Encuentros IV, einen 13.5 Tonnen schweren Giganten aus grauem Stahlbeton, der in seiner Mitte in Form einer Traube hängt und von dort aus drei kräftige Arme ausbreitet, die die Besucher begrüssen, die sich ihm nähern. Das Werk, das sich jetzt im Wald rund um das Landgut Zabalaga befindet, wird nach Abschluss der für 2024 geplanten Umgestaltung des Museo de Bellas Artes de Bilbao in diesem Museum wieder seinen Platz finden.
So wurde das Werk bisher im Museo de Bellas Artes de Bilbao ausgestellt.
Basoa V (Wald V), 1997
Harri I (Stein I), 1991
In der Serie Harri (Stein) ist jeweils ein Steinblock bearbeitet. Auf den ersten Blick scheinen sie aus einzelnen, ineinander greifenden Elementen zu bestehen, doch in Wirklichkeit handelt es sich um Einschnitte in einem einzigen Block. In seinem Werk arbeitete er mit der Idee, den voluminösen Massen aus Stein oder Stahl Leichtigkeit zu verleihen und sie mit einer Spiritualität auszustatten, die sie über ihr Wesen erhebt.
Locmariaquer IX, 1989
Der Name stammt von einem Dorf in der Bretagne, das Chillida mit seiner Familie besuchte. Dort hatte der Künstler die Idee, eine andere Art der Suche nach Räumen und Volumen zu erforschen. Dieser Arbeitsprozess kam ihm in den Sinn, als er eine alte Axt entdeckte, die er bei einem Spaziergang fand und die seine Aufmerksamkeit erregte. Noch bevor er sie kaufte, wusste der Künstler, wofür er sie verwenden würde. Er wollte unbedingt nach Hause kommen, ein paar Schnitte machen und die Axt auf sich selbst zurückfalten, um durch die Falten einen Raum im Inneren zu schaffen.
Buscando la luz I (Suche nach Licht I), 1997
Die Schaffung dieses monumentalen 22-Tonnen-Stücks brachte grosse technische Schwierigkeiten mit sich. Die Arbeit besteht aus drei verschiedenen und vollständig asymmetrischen Stahlblechen, die durch eine Reihe von Nieten verbunden sind. Ein Rundgang um das Werk bietet zwei sehr unterschiedliche Perspektiven: den Kontrast zwischen voll und leer. Von hinten sieht der Betrachter ein solides Stück, das sich stolz in den Himmel erhebt. Von der Vorderseite, die Öffnung, der Raum, die Leere. Für Chillida sollte der Raum zugänglich sein. Im Inneren der Skulptur werden ihre eigenen Formen wellenförmig. Sie scheinen in Bewegung zu geraten und richten ihren Blick nach oben, um das Licht zu suchen, in der Hoffnung, es nicht nur physisch, sondern auch poetisch und spirituell zu erreichen.
Monumento a la tolerancia I (Denkmal für die Toleranz I), 1985
Im Bauernhaus Zabalaga aus dem 16. Jahrhundert sind die empfindlichen Werke des Künstlers gezeigt. Viele von ihnen sind aus Materialien hergestellt, die dem Wetter nicht standhalten könnten, wie Holz, Alabaster oder Wolle.
Homenaje a Gaston Bachelard…. Sueño articulado (Hommage an Gaston Bachelard…. Gelenkiger Schlaf), 1958
Espacios perforados (Perforierte Räume)
In der ersten Phase der Arbeit mit Eisen beginnt die Serie Perforierte Räume
Homenaje a la mar IV (Hommage an das Meer), 1998
Ein grossartiges Werk aus Alabaster!
La casa del poeta I (Das Haus des Dichters I), 1980
Im Gebäude findet eine Sonderausstellung der britischen Gegenwartskünstlerin Phyllida Barlow statt. Sie war Professorin für Bildende Kunst an der Slade School of Fine Art in London. Kurz vor Beginn dieser Ausstellung ist sie im Alter von 78 Jahren verstorben.
Aus der Beschäftigung mit Alltagsgegenständen entstehen Barlows Kunstwerke. Ihre Werke stellen die Rolle des bildhauerischen Gegenstandes in der zeitgenössischen Kultur in Frage. Von der Verarbeitung der Alltagsgegenstände inspiriert, soll der Betrachter die Welt mit anderen Augen sehen. Die meisten Werke werden nach einer Exposition zerstört*. Dies betont den Gegenwartsaspekt.
* Das hat natürlich auch praktische und logistische Gründe…. wie soll so etwas hinterher transportiert werden? 😀
Nun ja…. das ist jetzt nicht so unser Kunstgeschmack…. 😐 😉
…. das hier natürlich schon eher! 😀
Donosti war eine spanische Automarke aus Donostia-San Sebastián…. von diesem Sportwagen wurden 2 oder 3 Exemplare gebaut…. dieser hier ist das letzte verbliebene Fahrzeug!
Hispano-Suiza, spanisch, aber auch mit Schweizer Genen!
Bugatti gehörte auch mal eine Zeitlang zu Hispano-Suiza!
So…. fertig geschaut! Wir machen uns auf den Weg zum Camping Igara. Der liegt ausserhalb von San Sebastián im Grünen ganz in der Nähe des Stadtzentrums, nur 6 km von der Playa de Ondarreta und nur 9 km vom historischen Zentrum entfernt. Es gibt einen Shuttle-Bus zur ÖV-Busstation am Rand des Zentrums. Von dort aus kann man weiterlaufen oder den öffentlichen Bus nehmen.
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