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Krebszellen teilen sich häufig und benötigen deswegen viel Energie. Hat der Tumor eine bestimmte Grösse erreicht, ist eine eigene Blutversorgung erforderlich, damit er ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe bekommt. Um den hohen Energiebedarf des Tumors zu decken, bilden sich neue Blutgefässe zur Versorgung der Krebszellen. Das Wachstum von Blutgefässen heisst in der Fachsprache „Angiogenese“. Angiogenese-Inhibitoren verhindern die Neubildung von Blutgefässen.
Doch wie wirken Angiogenese-Inhibitoren genau? Ein Tumor kann bestimmte Signale aussenden, um das Wachstum von Blutgefässen anzuregen. Diese Signale sind sogenannte Wachstumsfaktoren, genauer gesagt Gefässwachstumsfaktoren (VEGFR = vascular endothelial growth factor) (1). Er teilt dem Körper so mit, was er benötigt und der Körper reagiert darauf, in dem er neue Blutgefässe bildet und den Tumor so mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Um das Wachstum von Blutgefässen zu verhindern, binden Angiogenese-Inhibitoren an diesen Wachstumsfaktor und blockieren ihn – sie fangen die Signale ab (2). Dadurch kann er Blutgefässen in der Umgebung des Tumors nicht das Signal übermitteln, weiterzuwachsen und den Tumor zu versorgen. Zusätzlich entwickeln sich bereits vorhandene tumorversorgende Blutgefässe zurück. Die Krebszellen bekommen nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe und sterben ab (3). Dadurch können Angiogenese-Inhibitoren auch der (weiteren) Bildung von Metastasen entgegenwirken.
Sie bekommen Angiogenese-Inhibitoren als Infusion in eine Armvene oder über einen Port verabreicht. Meist liegen drei Wochen zwischen den Terminen. Üblicherweise wird ein Angiogenese-Inhibitor zusammen mit einer Chemotherapie gegeben. Es ist auch möglich, einen Angiogenese-Inhibitor zusammen mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor oder einer Immuntherapie zu verordnen. Dabei ergänzen sich die Wirkungen der verschiedenen Präparate. In der Regel kann eine Therapie mit Angiogenese-Inhibitoren so lange verabreicht werden, bis die Krebserkrankung fortschreitet oder der Patient/die Patientin beziehungsweise der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen nicht weiterführen will.
Angiogenese-Inhibitoren können auch ausserhalb der Tumorumgebung die Bildung von Blutgefässen beeinträchtigen. Dadurch kann es zu Blutungen oder Wundheilungsstörungen kommen. Diese Nebenwirkungen treten jedoch nicht bei jedem auf. Mögliche Nebenwirkungen durch Angiogenese-Inhibitoren können sein:
Sollten Sie eine oder mehrere dieser Nebenwirkungen bei sich bemerken, informieren Sie Ihr Behandlungsteam. Die meisten Nebenwirkungen lassen sich medikamentös gut behandeln.
Die Therapieentscheidung ist ein essenzieller Punkt für die weitere Entwicklung Ihrer Gesundheit. Auch wenn Sie keine Zweifel an der gemeinsam getroffenen Entscheidung haben, können Sie sich trotzdem eine Zweitmeinung von anderen Onkologen einholen.