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Die Wissenschafter von der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben für die Studie 41 junge Border Collies, die als Familienhunde bei ihren Besitzern leben, in Gruppen eingeteilt. Während den einen vom Welpenalter an möglich war, durch ausgefeilten Spielzeuge einfache physikalische Zusammenhänge zu lernen, bekamen die anderen typische Hundespielsachen wie Bälle, Beissseile und Gummispielzeug.
Ausserdem testeten sie, wie gut die Impulskontrolle der Hunde war, also ihre Geduld und Selbstbeherrschung. Etwa, ob sie einen Hundekeks oder Ähnliches, der vor ihrer Nase lag, nicht gleich schnappten, sondern auf das Signal ihres Besitzers warten konnten, oder ob sie geduldig um eine Laternenstange zurückgingen, wenn sich die Leine darum gewunden hatte.
Als die Border Collies zwischen 18 und 28 Monate alt waren, durften sie sich an einfachen physikalischen Problemstellungen versuchen. Zum Beispiel lagen Hundekekse ausserhalb ihrer Reichweite auf oder neben Brettern, die die Hunde heranziehen konnten. Die Tiere mussten herausfinden, dass sie nur an ein Leckerli kamen, wenn es auf dem Brett und nicht daneben lag.
In einer anderen Übung prüften die Forscher das Verständnis der Hunde, dass Objekte ihre Grösse nicht verändern. Sie legten einen Ball hinter eine niedrige Abdeckvorrichtung, die ihn nur zur Hälfte verbarg, oder hinter eine höhere, wo er komplett verschwand. Wenn die Hunde erkannten, dass hinter der niedrigen kein Ball versteckt sein kann und nur bei der höheren suchten, hatten sie die Aufgabe gelöst.
Solche Aufgaben fielen allerdings den Hunden, die mit dem Spezialspielzeug geschult worden waren, nicht leichter als den an Ball-, Seil- und Gummispielsachen gewöhnten Border Collies.
“Wir haben den Hunden quasi eineinhalb Jahre lang versucht, ein gewisses physikalisches Verständnis beizubringen, aber das ist uns nicht gelungen”, sagte Friederike Range im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA. “Die Hunde scheinen Wissen, das sie während der Beschäftigung mit dem Spielzeug erlangt haben, nicht auf neue Aufgaben umlegen zu können. Sie beginnen offenbar jedes Mal neu”, so die Forscherin.
Allerdings gab es einen Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der Impulskontroll-Tests und dem Problemlösevermögen, wenn auch auf komplexe Weise. Während Coolness und Selbstbeherrschung förderlich bei der Aufgabe mit den Brettern zum Heranziehen der Leckerlis waren, schnitten nicht so ruhige Hunde bei der Grössen-Aufgabe mit dem Ball besser ab.
Ausserdem zeigten sich bei den unterschiedlichen Impulskontrolle-Tests nicht die gleichen Zusammenhänge. “Impulskontrolle besteht vermutlich aus ganz unterschiedlichen Aspekten, die wir mit den Tests unterschiedlich erfasst haben, und die unterschiedlich auf das Problemlöseverhalten Einfluss nehmen”, meint Range.
Man sei nun aber der offensichtlich komplexen Beziehung zwischen Impulskontrolle und Leistungsfähigkeit bei Problemlösungsaufgaben auf der Spur und wolle sie in Folgestudien aufklären. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie erschienen im Fachjournal “PLOS One”.
(SDA)