Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03217.jsonl.gz/2148

Bonn Mehlemer Lichtspiele
Die Mehlemer Lichtspiele waren ein zwischen 1950 und 1970 bestehendes Kino im Bad Godesberger und späteren (ab 1969) Bonner Ortsteil Mehlem. Das auch MELI genannte Filmtheater befand sich in der Villa Friede an der Mainzer Straße 141/143 und verfügte zunächst über 251, später 269 Plätze. Betrieben wurde das Kino von Edmund Epkens. Das MELI-Theater schloss am 30. Juni 1970.
Geschichte
Eröffnet wurden die Mehlemer Lichtspiele mit dem Film Nachtwache am 2. November 1950. Im Bonner General-Anzeiger warben die Mehlemer Lichtspiele mit dem von Freitag (3. November 1950) bis Montag (6. November 1950) laufenden Eröffnungsprogramm. Vor dem Hauptfilm zeigte das Kino im Vorprogramm Fox Tönende Wochenschau. Darüber hinaus warben die Lichtspiele mit „Radwache und Parkplatz“.
Der Bonner General-Anzeiger sprach in der Wochenendausgabe vom 4./5. November 1950 im Abschnitt Bad Godesberger Nachrichten von einem „verheißungsvollen Auftakt“ und schrieb weiter:
„An der festlichen Eröffnungsvorstellung nahmen u.a. Bürgermeister Hopmann, Stadtdirektor Hermanns sowie die Geistlichkeit teil. In seiner Begrüßungsansprache nach einleitenden musikalischen Darbietungen betonte der Leiter der Lichtspiele, Edmund Epkens, es werde sein Bestreben sein, in Mehlem nur gute Filme zu zeigen. Bürgermeister Hopmann begrüßte es, daß der langgehegte Wunsch der Mehlemer Bevölkerung nach einem Kino endlich erfüllt werde. Das Kino habe große Aufgaben zu erfüllen, erfülle es sie, sei es ein bedeutsamer Kulturfaktor. Daß dies die Mehlmer Lichtspiele werden, sei sein Wunsch.“
Nach 1970 wurde die Villa Friede, die vor dem Zweiten Weltkrieg ein Hotel gewesen war und nun der Stadt Bonn gehörte, von Mehlemer Vereinen für diverse Zwecke benutzt. Im Jahr 2006 wurde das Gebäude von der Stadt Bonn zum Verkauf angeboten. Das Exposé der Stadt Bonn beschrieb die Liegenschaft wie folgt:
„Bei der Liegenschaft handelt es sich um ein überwiegend zweigeschossiges, teilunterkellertes Gebäude. 1906 im Stile des Historismus als Hotel und Pension „Villa Friede“ errichtet, wurde die Immobilie in den Folgejahren gemischt genutzt. So diente der ehemalige Fest- und Speisesaal zeitweilig als Kino („Mehlemer Lichtspiele“) und wird – seit der Übernahme des Anwesens durch die Stadt Bonn – von den ortsansässigen Vereinen als Proben-, Veranstaltungs- und Versammlungsraum genutzt. Im Erdgeschoss des Vordergebäudes befindet sich ein (zur zeit leerstehendes, zuletzt gastronomisch genutztes) Ladenlokal, darüber – verteilt über zwei Geschosse – eine Wohnung. Im mittleren Gebäudetrakt wurde in der Vergangenheit erdgeschossig eine öffentliche Toilettenanlage betrieben. Die Einrichtung wurde im Jahre 2003 geschlossen. Darüber befinden sich die ehemaligen Gästezimmer, die derzeit von den Ortsvereinen als Vereinszimmer genutzt werden. Den rückwärtigen Grundstücksteil bildet der oben erwähnte Saal. In Ermangelung einer alternativen Veranstaltungs- und Versammlungsstätte im Ortsteil Mehlem würde einem Verkauf des Gebäudes unter Beibehaltung dieser Nutzungsmöglichkeit durch die ortsansässigen Vereine - gegen Zahlung einer angemessenen Überlassungsgebühr – der Vorzug gegeben; alternative Konzepte sind jedoch nicht ausgeschlossen.“
Heutige Nutzung der Villa Friede
2007 erwarb der deutsche Künstler chinesischer Herkunft Ren Rong das Gebäude und baute es bis 2013 zu einem Kulturzentrum um. Im Kunstraum Villa Friede finden seitdem regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler statt.