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Kleine Tsunamiwellen Schweres Erdbeben in Mexiko fordert über 60 Todesopfer
- Aktualisiert am Samstag, 9. September 2017, 5:36 Uhr
- Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,2 vor der Pazifikküste hat Mexiko kurz vor Mitternacht (Ortszeit) erschüttert.
- Mehr als 60 Menschen kamen ums Leben, über 200 wurden verletzt. Es werden weitere Opfer befürchtet.
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Laut zuständigem Tsunami-Warnzentrum löste das Beben kleinere Tsunamiwellen von
bis zu 70 Zentimeter Höhe aus.
- Das Epizentrum befand sich im Pazifik, 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Meerestiefe.
- Es kam bis jetzt zu mindestens 185 Nachbeben, das stärkste mit einer Magnitude von 6,1. Präsident Peña Nieto sagte, es seien Nachbeben bis zu einer Stärke von 7,0 möglich.
Rund 50 Millionen Menschen spürten die heftigen Erdstösse. «Es ist das stärkste Erdbeben innerhalb eines Jahrhunderts», sagte Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto.
Mindestens 45 Menschen seien allein im Bundesstaat Oaxaca ums Leben gekommen, teilte der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, mit. Es gab mindestens 200 Verletzte, rund 1800 Soldaten wurden in die Katastrophenregion geschickt, sagte Peña Nieto, der zuvor rasche Notfallmassnahmen angekündigt hatte.
Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Spital wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet, wie der dortige Gouverneur Arturo Núñez mitteilte.
Am schlimmsten wurde bisher die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen, wo 17 Menschen starben. Dort stürzte auch ein Teil des Rathauses ein. Nach Angaben lokaler Medien stürzte in der Stadt Matías Romero im selben Bundesstaat ein Hotel ein. Auch aus anderen Städten wurden Bilder eingestürzter Gebäude und von Autos verbreitet, die von Steinbergen begraben wurden.
Stärkstes Beben in der Geschichte
Auch in Guatemala spürbar
Nach dem Erdbeben werden auch im Nachbarland Guatemala Schäden befürchtet. Präsident Jimmy Morales sagte, dass man sich einen Überblick verschaffe. Den Behörden zufolge hatte das Beben in Guatemala eine Stärke von 7,7.
Das Epizentrum des Erdbebens mit einer Stärke von 8,2 lag im Pazifik vor der Küste im Südosten Mexikos. Das Beben ereignete sich in rund 19 Kilometern Tiefe. Das Seismologische Institut hatte zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt. Beide Werte wären die bisher stärksten gemessenen Werte in Mexiko.
Die Erdstösse waren auch in der rund tausend Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt sowie in anderen Bundesstaaten zu spüren. In der Hauptstadt zerbrachen Fenster im Flughafen. Viele Menschen rannten in ihren Schlafanzügen auf die Strasse. Die Elektrizitätswerke meldeten zahlreiche Stromausfälle. Alarmsignale waren zu hören. Das Beben ereignete sich kurz vor Mitternacht (Ortszeit). Auch in Guatemala war das Beben stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7,7.
Kleinere Tsunamiwellen ausgelöst
In Chiapas und im Bundesstaat Oaxaca riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen, da zunächst mit einem Tsunami gerechnet werden musste. Die Tsunamiwarnung umfasste auch mehrere Staaten in Mittelamerika und Ecuador in Südamerika. Die zunächst befürchteten über vier Meter hohen Wellen blieben aber zum Glück aus.
Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in der Nähe der Grenze zu Guatemala, seien wegen der Tsunamigefahr vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden, teilte die Zivilschutzbehörde von Chiapas mit.
Videos auf Twitter zeigen das Beben am späten Donnerstagabend (Ortszeit).
Die schlimmsten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte
|September|
2017
|Mexiko||Beim Erdbeben der Stärke 8,2 sterben im Süden Mexikos laut aktuellsten Angaben 58 Menschen.|
|August|
2016
|Italien||Fast 300 Menschen kommen bei einem Beben der Stärke 6,2 in Bergdörfern in Mittelitalien ums Leben.|
|April|
2016
|Ecuador||Bei einem Erdbeben der Stärke 7,8 sterben 673 Menschen.|
|Februar|
2016
|Taiwan||Mehr als hundert Menschen kommen bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 ums Leben.|
|April|
2015
|Nepal||Ein Beben der Stärke 7,8 reisst fast 8900 Menschen in dem Himalayastaat in den Tod.|
|August|
2012
|Iran||Zwei Erdbeben der Stärken 6,3 und 6,4 erschüttern das Land nahe der Stadt Tabris. Rund 300 Menschen sterben.|
|März|
2011
|Japan||Ein Beben der Stärke 9,0 erschüttert die Nordostküste Japans und löst einen gigantischen Tsunami aus. Knapp 18'900 Menschen sterben. Im Atomkraftwerk Fukushima kommt es zur Kernschmelze.|
|Oktober|
2011
|Türkei||Bei einem Erdbeben der Stärke 7,2 in der Osttürkei kommen mehr als 600 Menschen ums Leben.|
|April|
2010
|China||In der nordwestlichen Provinz Qinghai ereignet sich ein Beben der Stärke 6,9. Rund 3000 Menschen sterben oder gelten als vermisst.|
|Januar|
2010
|Haiti||Der Karibikstaat wird von einem Beben der Stärke 7,0 getroffen. Zwischen 250'000 und 300'000 Menschen kommen ums Leben.|
|Mai|
2008
|China||Mehr als 87'000 Menschen sterben oder gelten als vermisst, nachdem ein Erdstoss der Stärke 8,0 die südwestliche Provinz Sichuan erschüttert.|
|Mai|
2006
|Indonesien||In der Region Yogyakarta kommen rund 6000 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 6,2 ums Leben.|
|Oktober|
2005
|Pakistan||Im Nordwesten Pakistans ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 7,6. Mehr als 75'000 Menschen sterben.|
|März|
2005
|Indonesien||Auf der Insel Nias vor Sumatra sterben 900 Menschen bei einem Beben der Stärke 8,6.|
|Dezember|
2004
|Indischer Ozean||Vor der Küste Sumatras ereignet sich ein Seebeben der Stärke 9,1. Durch einen verheerenden Tsunami kommen in zahlreichen Anrainerstaaten 220'000 Menschen ums Leben, davon 168'000 in Indonesien.|
|Dezember|
2003
|Iran||Bei einem Beben der Stärke 6,7 in Bam werden mindestens 31'884 Menschen getötet.|
|Januar|
2001
|Indien||Im westlichen Bundesstaat Gujarat sterben 25'000 Menschen bei einem Erdbeben der Stärke 7,7.|
|Januar|
1995
|Japan||In Kobe kommen mehr als 6400 Menschen ums Leben, als ein Beben der Stärke 7,2 die Region erschüttert.|
|September|
1993
|Indien||Der westliche Bundesstaat Maharashtra wird von einem Erdstoss der Stärke 6,3 erschüttert. Rund 7600 Menschen sterben.|
|Oktober|
1991
|Indien||Eine Stärke von 6,6 hat das Erdbeben, das im Bundesstaat Uttar Pradesh 768 Menschen das Leben kostet.|
|August|
1988
|Nepal||Im Osten des Landes ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 6,8. In Nepal sterben 721 Menschen, im benachbarten indischen Bundesstaat Bihar mindestens 277.|
|Juli|
1976
|China||In der nördlichen Provinz Hebei ereignet sich ein Beben der Stärke 7,8. Die Zahl der Toten wird von den Behörden offiziell mit 242'000 angegeben, im Westen ist dagegen vielfach von einer höheren Opferzahl die Rede.|
Sendungsbeitrag zu diesem Artikel
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Schweres Erdbeben in Mexiko
Aus Rendez-vous vom 8.9.2017
Kurz vor Mitternacht Lokalzeit wurden in Mexiko und den Nachbarländern Millionen von Menschen aus dem Schlaf gerissen. Ein schweres Erdbeben vor der Küste des Bundesstaates Chiapas im Süden Mexikos erschütterte die ganze Region.
Daniel Voll
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