Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03390.jsonl.gz/3119

Bevor man die Strömungsatmung durchführen kann, sollte man erfahren haben, wie das
Strömungsgeräusch/Reibelaut entsteht. Versuche das Strömungsgeräusch nach folgender
Anweisung durchzuführen:
Ein Reibelaut entsteht durch Kontraktion des oberen Schlundschnürers während der Ein- und der
Ausatmung. Die Kontraktion muss motorisch fein dosiert sein. Die Kontraktion muss während der
verschiedenen Atemphasen stabil gehalten und den Strömungsverhältnissen angepasst werden.
Der Reibelaut sollte konstant bleiben in Lautstärke und Frequenz während der gesamten Ein- und
Ausatmung.
Der obere Schlundschnürer ist ein Muskel, der am Schluckprozess beteiligt ist. Seine Form ist
röhrenförmig, seine Funktion ist der Transport der Nahrung während des Schluckvorganges.
Während vieler Verhaltensweisen kontrahiert jeder von uns den oberen Schlundschnürer unbewusst.
Zum Beispiel beim Stöhnen, beim Erschrecken, beim Sprechen und beim anhauchen eines Spiegels.
Durchführung von Strömungsatmung:
Die Einatmung erfolgt langsam mit konstantem Reibelaut. Während der Einatmung weiten
sich langsam die Flanken. Hierbei wird die Lunge zu etwa 80% gefüllt.
Die Pause nach der Einatmung:
Danach hält man eine kurze Atempause von etwa zwei Sekunden.
Hierbei die Atemwege offen halten!
Die Ausatmung:
Nun langsam mit konstantem Reibelaut ausatmen, hierbei die Flanken einziehen
und die Lunge maximal leeren.
Die Pause nach der Ausatmung:
Eine kurze Pause mit leerer Lunge von etwa zwei Sekunden halten.
Die Dauer:
Diese Form der Strömungsatmung kann solange geübt werden, wie es ohne Anstrengung möglich ist,
z.B. zwei Minuten.
Hinweis für Anfänger:
Die Dauer der einzelnen Atemphasen kann später bis zu 45 Sekunden betragen. Am Anfang genügen
bereits mehr als drei Sekunden. Wichtiger als die Dauer der Atemphase ist die Qualität der Atmung.
Funktion/Wirkung:
1. Training der Ausatemmuskulatur, besonders der Flankenmuskulatur.
2. Training der Schlundmuskulatur
3. Verlängerung der Atemphase
4. Erhöhung der Konzentration
Stossatmung:
Bevor man die Stossatmung durchführt, sollte man Kenntnis von der Atemmittellage haben,
da die Stösse von dort aus durchgeführt werden.
Atemmittellage:
Dies ist derjenige Bereich, von dem aus sowohl eine Einatmung als auch eine Ausatmung möglich ist.
Durchführung der Ausatmung:
Durch Oberbauch-Kontraktion, ähnlich wie beim Hecheln, wird der Oberbauch beim Ausatmen
stossartig nach innen gezogen. Hierbei muss in der Nase ein Ausatemgeräusch entstehen,
welches scharf und prägnant ist. Die Ausatemstösse werden von der Atemmittellage aus getätigt.
Die Einatmung:
Nach Beendigung des Stosses wird die Oberbauchdecke losgelassen, dadurch kommt passiv wieder
Atem in die Lunge hinein.
Grundsätzlich:
Die Einatmung ist also passiv und die Ausatmung aktiv ! Durch das rhythmische Aneinandersetzen
dieser Wechselvorgänge von passiv/aktiv und durch Konzentration auf die Nase, dort wo das
Ausatemgeräusch entsteht, entwickelt sich die Stossatmung. Die Frequenz liegt zwischen 2 Herz
und 0,5 Herz. Das heisst der Anfänger beginnt mit etwa einem Atemstoss innerhalb von zwei
Sekunden. Der Fortgeschrittene kann bis zu zwei Atemstösse pro Sekunde durchführen.
Die Dauer der Stossatmung sollte mindestens 30 Sekunden betragen. Der Fortgeschrittene
übt eine Dauer von bis zu zwei Minuten.
Funktion und Wirkung:
Kräftigung der Ausatmungs-Muskulatur des oberen Bauches und des Zwerchfells Erhöhung der
Konzentration Minimierung der Atembedürfnisse Steigerung der Wahrnehmung nach innen Erhöhung
der emotionalen Kontrolle
Die Lungenseitenatmung:
Die Lungenseitenatmung ist ein Wechsel zwischen der linken und der rechten Nasenöffnung bzw.
Lungenhälfte. Vor der Durchführung der Übung sollte man die Handhaltung beherrschen.
Mit der rechten Hand wird jeweils die linke oder die rechte Nasenöffnung verschlossen.
Geübte können dabei das Fingerzeichen benutzen. Hierbei werden Zeigefinger und der Mittelfinger
völlig gebeugt (in den Handteller). Ringfinger und kleiner Finger arbeiten dann gemeinsam mit dem
Daumen, um die Nasenöffnung jeweils zu verschliessen.
Durchführung der Lungenseitenatmung:
1. Die rechte Nasenöffnung wird verschlossen
2. Einatmung (EA) durch die linke Nasenöffnung EA
3. Linke Nasenöffnung verschliessen, rechte Nasenöffnung öffnen Wechseln
4. Ausatmung (AA) durch die rechte Nasenöffnung AA
5. Einatmung durch die rechte Nasenöffnung EA
6. Rechte Nasenöffnung verschliessen, linke Nasenöffnung öffnen Wechseln
7. AA durch die linke Nasenöffnung AA
8. weiter bei 2.
Die Qualität der Atmung sollte so gleichmässig, so selten und so lange wie möglich sein.
Durch diese Übung erreicht man eine Kräftigung der Ausatemmuskulatur der Flanken, eine
Harmonisierung des Befindens, Maximierung der Qualität der Atmung und eine Steigerung der
Wahrnehmung nach innen.
Die Inhalte sind von der Homepage von Benjamin Franz entnommen