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Eine der schwierigsten Aufgaben, die der designierte US-Präsident Donald Trump rasch zu lösen hat, ist die Besetzung seines Kabinetts. Die Aufgabe wird dadurch erschwert, dass der Quereinsteiger aus der Geschäftswelt in Washington nicht sonderlich gut vernetzt ist.
Zudem hat er viele Parteikollegen mit seiner aggressiven Kampagne verprellt. Es sind vor allem weisse Männer fortgeschrittenen Alters, die von den US-Medien als Favoriten für sein Regierungsteam genannt werden:
Der Politveteran Newt Gingrich war während des Wahlkampfs einer der prominentesten Trump-Unterstützer. Nun wird er als Aussenminister gehandelt. Auch der Name von Senator Bob Corker fällt, derzeit Vorsitzender des aussenpolitischen Ausschusses im Senat. Angeblich denkt Trump auch über John Bolton nach, den früheren UNO-Botschafter der USA.
Gingrich ist in Washington gut vernetzt, aber auch umstritten. Als Chef des Repräsentantenhauses verfolgte er in den 90er Jahren einen überaus aggressiven Oppositionskurs gegen Präsident Bill Clinton. Während er das letztlich gescheiterte Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten wegen dessen Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky anführte, hatte Gingrich selber insgeheim eine aussereheliche Beziehung.
Der 73-Jährige hat ein ähnlich hitziges Temperament wie Trump und ist mit diesem während der Kampagne auch mehrmals aneinandergeraten.
Belohnung für Rudy Guiliani
Der Ex-Bürgermeister von New York, Rudy Guiliani, hat Trump im Wahlkampf ohne Vorbehalte unterstützt. Dafür wird er nun womöglich mit dem Justizministerium belohnt. Der 72-Jährige eiferte Trump in den Wutattacken auf die Rivalin Hillary Clinton nach - für seinen wild gestikulierenden Parteitagsauftritt erntete er viel Spott aus der US-Comedybranche.
Bei vielen US-Bürgern hat Giuliani durch seine Allianz mit Trump an Ansehen eingebüsst. Wegen seiner Erfolge bei der Kriminalitätsbekämpfung in New York und vor allem seinem beherztem Einsatz nach den Anschlägen des 11. September 2001 wurde er einst parteiübergreifend bewundert.
Auch Chris Christie wird als Justizminister und Generalbundesanwalt gehandelt. Er hatte sich selber um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beworben und sollte zeitweise auch mal Vizepräsident werden. Nach seinem Ausstieg schloss er sich Trump an.
Nun leitet der 54-Jährige das Übergangsteam, das den Machtwechsel im Januar vorbereitet. Der bullige Gouverneur von New Jersey wird für mehrere Regierungsposten gehandelt, darunter den des Handelsministers.
Auch er ist ein Hitzkopf. Christie hängt ein Skandal über die Schliessung einer Brücke an - eine Massnahme, mit der er angeblich einen mit ihm verfeindeten Bürgermeister bestrafen wollte.
Ein Schlichter als Stabschef
Reince Preibus, der Parteichef der Republikaner, hatte die heikle Aufgabe, die tiefen Risse zwischen dem Kandidaten und grossen Teilen des Partei-Establishments zu übertünchen. Der 44-Jährige kritisierte Trump gelegentlich, so etwa für dessen frauenverachtende Sprüche.
Aber zugleich forderte Priebus auch immer vehement die Solidarität der Partei mit ihrem Kandidaten ein. Der Jurist könnte nun Trumps Stabschef werden. Von dieser Schlüsselposition aus wäre er ein Verbindungsmann zum Kongress. Priebus ist ein Vertrauter von Paul Ryan, dem Sprecher des Repräsentantenhauses.
Jeff Sessions, der erzkonservative Senator aus dem Südstaat Alabama hat Trump von früh an vehement unterstützt. Das Mitglied im Streitkräfteausschuss wird als Verteidigungsminister gehandelt. Der 69-Jährige hat in den vergangenen Jahren einen rigiden Oppositionskurs gegen Präsident Barack Obama verfolgt.
Ein pensionierter General ins Pentagon
Ebenfalls für den Posten des Verteidigungsministers gehandelt wird der Name von General Michael Flynn. Der pensionierte Oberstleutnant sorgte dafür, dass die Verbindungen Trumps, der nie in der Armee gedient hat, zur wichtigen Wählergruppe der Veteranen gestärkt wurden.
Der 57-Jährige bringt auch Expertise aus der Geheimdienstarbeit mit: Zwischen 2012 und 2014 leitete er den militärischen Nachrichtendienst DIA. Flynn könnte auch Nationaler Sicherheitsberater werden.
Banker und Filmproduzent
Der Schatzmeister der Trump-Kampagne, Steven Mnuchin, gilt als Favorit für den Finanzministerjob. Er arbeitete 17 Jahre lang für die Investmentbank Goldman Sachs, später reüssierte er als Produzent von Hollywoodfilmen.
Seine Nominierung wäre ein Signal, dass Trump einen engen Kontakt zur Finanzbranche sucht - im Wahlkampf hatte der künftige Präsident noch wütende Attacken gegen das «System» geritten, womit er die Verquickung von Politik- und Finanzelite meinte. (sda/afp/dpa)