Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03327.jsonl.gz/4063

Church
(spr. tschörrtsch), Frederick Edwin, amerikan. Landschaftsmaler, geb. zu Hartford (Connecticut). Mit großem künstlerischen Talent begabt, schloß er sich an den damals in Catskill lebenden englischen Landschaftsmaler Thomas Cole an und empfing hier die ersten Eindrücke für seine eignen Landschaften, in denen er vorzugsweise die Naturwunder Amerikas, die er im spätern Leben im Norden wie im Süden studierte, in idealer, künstlerisch effektvoller Weise schildert.
Leider wurde seine Verbindung mit Cole durch dessen Tod (1848) schon früh abgebrochen. Eins seiner ersten Werke war eine Ansicht von East Rock bei Newhaven, die, wenn auch noch mangelhaft im Kolorit, doch schon bedeutende Erwartungen erregte. 1853 machte er eine Reise nach Südamerika, deren Ergebnisse, darunter namentlich die große Bergkette von Neugranada, solchen Beifall fanden, daß er 1857 die Reise in die tropischen Gegenden noch weiter ausdehnte und bei dieser Gelegenheit in derselben Hütte wohnte, die einst das Obdach Alexander v. Humboldts gewesen war. Die Früchte dieser Reise waren die Bilder: der Cotopaxi, Regenzeit in den Tropenländern, der Chimborazo und namentlich das Herz der Anden, das, übergossen vom Zauber der tropischen Atmosphäre, von wunderbarem Lichteffekt erfüllt ist. Nach der Rückkehr malte er ein meisterhaftes ¶
mehr
Bild des Niagarafalls vom kanadischen Ufer aus, später denselben noch einmal von der Mitte des Flusses aus. Dann trat er eine Reise nach Labrador und dem eisigen Norden an und brachte 1863 auf die Londoner Ausstellung das allgemein bewunderte Bild der Eisberge. Nachdem er 1866 noch Jamaika besucht, auch dort viele Studien gemacht und ein großes Bild von Jamaika gemalt hatte, ging er 1868 nach Europa, nach dem Orient und Palästina, fing aber an, nach der Weise Turners, in den von dort gebrachten Bildern vom Parthenon, von Damaskus, von El Chasne, dem berühmten Felsentempel des Steinigen Arabien und in dem großen Bild von Jerusalem nach Effekt zu haschen. Außerdem beschäftigte er sich viel mit der physikalischen Geographie, um die er sich große Verdienste erwarb.