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Distale Radiusfrakturen sind sehr häufig, entweder isoliert oder im Verbindung mit anderen Frakturen und Verletzungen.
Mit Ausnahme der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen sind DR-Frakturen die häufigste Fraktur der oberen Extremität. Die Gesamtinzidenz der jährlich auftretenden DR-Frakturen nimmt weltweit zu. Bei Kindern liegt die höchste Inzidenz von distalen Radius Frakturen im Alter von 12-14 Jahren bei Jungen und 10-12 Jahren bei Mädchen. Der zweite Gipfel für distale Radiusfrakturen tritt bei Erwachsenen im Alter von über 50 Jahren auf. Nach der Hüftfraktur sind sie die zweithäufigste Fraktur bei älteren Menschen. Die höchste Inzidenz findet sich bei Frauen, die älter als 65 Jahre sind. Osteoporose ist hier ein häufiger Risikofaktor.
Zur Behandlung gibt es verschiedene Therapieoptionen, die einerseits aus einer konservativen Behandlung mittels Gipsschienen und andererseits aus operativen Interventionen bestehen.
Der Begriff “distale Radiusfraktur” ist ein Sammelbegriff für alle Frakturen des Radius, die in der Nähe des Handgelenks auftreten. Diese Bezeichnung allein kann irreführend sein, da es viele Arten von distalen Radiusfraktur gibt. Sie können sich alle unterschiedlich präsentieren, haben unterschiedliche Verletzungsmechanismen und erfordern eine unterschiedliche Behandlung.
Diese Frakturen treten am häufigsten als Folge von Stürzen auf die ausgestreckte Hand auf.
Bei älteren Menschen sind sie oft die Folge von Stürzen mit geringer Energie aus einer stehenden oder sitzenden Position. Bei Kindern und Jugendlichen sind isolierte distale Radiusfrakturen häufiger die Folge von Stürzen mit hoher Energie auf dem Spielplatz oder bei Sportveranstaltungen.
Die wichtigsten Anzeichen für eine Radiusfraktur sind:
Allerdings können die Symptome auch weniger ausgeprägt sein. Das ist etwa der Fall, wenn der Radius zwar gebrochen ist, sich die Knochenteile aber nicht verschoben haben und sich noch in der ursprünglichen Lage befinden. Dann treten meist ausser Druckschmerz und Schwellung keinen weiteren Anzeichen auf.
Zeigen sich nach äusserer Krafteinwirkung, etwa nach einem Sturz, eines oder mehrere dieser aufgeführten Symptome, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Speichenbruch handelt. Lassen Sie das bitte möglichst rasch von uns abklären.
Ein systematisches Vorgehen in der Unfallsituationen verhindert, dass Radiusfrakturen übersehen werden. Die Anamnese konzentriert sich auf den Mechanismus der Verletzung, die Dauer und die Qualität der Symptome. Bei der gezielten körperlichen Untersuchung werden grobe Deformitäten und das allgemeine Erscheinungsbild des Unterarms beurteilt. Röntgenaufnahmen sind die Standard-Bildgebungsmodalität bei der Diagnose von distalen Radiusfrakturen. Bei der Röntgenuntersuchung werden bestimmte Parameter beurteilt, z.B. die radiale Höhe, radiale Neigung, radiale Verschiebung, volare Neigung, ulnare Varianz, das Vorliegen begleitender ulnarer Styloidfraktur und Verbreiterungen im Gelenk zwischen Elle und Speiche.
Eine Computertomographie (CT) kann notwendig sein, wenn die Röntgenbilder nicht eindeutig sind. Die CT-Bildgebung kann auch bei der Planung der operativen Frakturversorgung nützlich sein, insbesondere bei intraartikulären Frakturen.
Die einzige Möglichkeit, wie Sie einen Speichenbruch vermeiden können: Fallen Sie nicht hin, beugen Sie Stürzen möglichst vor. Bei Kindern ist diese Präventionsmassnahme sicherlich schwierig durchzusetzen, wenn nicht gar unmöglich. Trotzdem sollten sie bei sturzgefährlichen Sportarten die entsprechende Schutzkleidung tragen, etwa Handprotektoren beim Inline-Skaten.
Für die zweite Risikogruppe, den älteren Menschen, ist es sinnvoll, Osteoporose möglichst frühzeitig zu entdecken. Die Knochendichtemessung ist hier eine sichere Möglichkeit zur Früherkennung von Osteoporose. Daneben ist Sturzprophylaxe wichtig – etwa durch das Üben von Balance und Trittsicherheit.
Einfache distale Radiusfrakturen heilen in der Regel gut und haben selten langfristigen Komplikationen. Komplexe Frakturen haben variable Prognosen, die multifaktoriell bedingt sind. Komplexe Frakturen haben eine höhere Rate an Fehlverheilungen und verzögerter Knochenheilung, verminderter Gelenkfunktion, neuropathischen Schmerzen und posttraumatischer Arthritrose.
Zur Vorbeugung dieser Komplikationen kommt regelhaft eine fokussierte Handtherapie im Behandlungsverlauf zum Einsatz.
Bei einer unkomplizierten Radiusfraktur kann es möglich sein, dass eine konservative Behandlung ausreicht. Das bedeutet, der Bruch wird manuell von uns „eingerichtet“, also in die normale Lage gebracht (Reposition). Danach wird der Unterarm eingegipst.
Liegt aber ein instabiler Bruch vor, ist die operative Versorgung die Therapie der Wahl, zur optimalen Wiederherstellung der Anatomie mit dem Ziel langfristig >Funktion zu erhalten.
Der Eingriff erfolgt entweder in Plexusanästhesie oder in Narkose. Der Chirurg oder die Chirurgin bringt dabei die Bruchstücke wieder in ihre richtige Position und fixiert sie mit Schrauben, Platte und/oder Drähten. In bestimmten Situationen kann eine definitive Fixierung der Bruchfragmente nicht direkt erfolgen, dann kann initial die Anlage eines Fixateur externe notwendig sein und die definitive Versorgung erfolgt nach Abschwellen des Unterarms im Verlauf.
Fixierung mit Draht: Diese historisch oft verwandte OP Methode kommt beim erwachsenen Patienten oder bei erwachsener Patientin nur noch in Ausnahmefällen zum Einsatz. Eine Kombination von Drähten mit anderen OP Methoden ist aber möglich.
Fixateur externe: Oft ist aufgrund der Weichteilsituation eine definitive Platten- und/oder Schraubenosteosynthese nicht möglich. In diesen Situationen montieren wir initial einen Fixateur externe. Dies ist eine externe Stabilisation mit einzelnen Metallstiften in der Mittelhand und der Speiche für einige Tage. Nach Abschwellen der Weichteile wird der Fixateur externe in einer erneuten Operation wiederum abgenommen und der Bruch definitiv versorgt.
Verschraubung: In bestimmten Bruchkonfigurationen, können wir die Bruchstücke operativ miteinander verschrauben. Die Schrauben sind üblicherweise unter die Knochenoberfläche versenkt und werden dauerhaft belassen.
Implantation von Metallplatten: Üblicherweise erfolgt die Fixierung der eingerichteten Bruchfragmente mit einer Platte auf die Unterarminnenseite, zum Teil ist auch eine Platte auf die Rückseite des Radius notwendig.
Bei komplexen Brüchen kann eine Handgelenksspiegelung während der operativen Versorgung notwendig sein, um die Gelenkfläche optimal einzurichten. Ist der Bruch verheilt, können je nach Symptomen die Metallplatten wieder entfernt werden. Oft werden sie auch lebenslang belassen. Ziel der Fixierung mit Schrauben und Platten ist jeweils eine rasche Mobilisation nach der Operation.
Bei einem operativen Eingriff wird vom Institut für Anästhesiologie das individuell auf Sie angepasste Anästhesie-Verfahren ausgewählt.