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INNOVATIVE IDEEN FÜR AFRIKA
Alternative Behandlungen für Malaria?
geschrieben von Dr. Klaus Schustereder
Jeder neue Weg in der Medizin braucht eine solide wissenschaftliche Basis. Nur was genau ist Wissenschaft? Ich persönlich definiere Wissenschaft als eine ganzheitliche Herangehensweise, die aus Sammeln und Evaluieren von Daten besteht und sich nicht zwangsläufig dem gegenwärtigen Konsens unterwirft. Natürlich haben auch rein empirische Studien ihre Berechtigung, genau wie Untersuchungen im Labor. Die Methodik ist das wesentliche Element verlässliche Daten zu gewinnen.
Von 2005 bis 2007 arbeitete ich in der Zentralafrikanischen Republik in einem Regierungskrankenhaus im Nordosten des Landes, wo ich mich zwangsläufig neuen medizinischen Ansätzen öffnen musste. Dieser Sinneswandel war hauptsächlich verursacht durch den weitreichenden Mangel an Medikamenten in diesem Land.
In Afrika als Mediziner zu arbeiten ist ganz anders als im europäischen Kontext. Die Lebensumstände sind nicht ansatzweise vergleichbar mit der westlichen Welt. Die schlechte Versorgungslage und die interkulturelle Erfahrung animierten mich wesentlich offener und kreativer mich den unzähligen Herausforderungen zu stellen.
Unsere Erfahrungen zeigten, dass eine der schwierigsten Aufgaben darin liegt, funktionierende Verfahrensweisen in der medizinischen Grundversorgung in Ländern mit niedrigstem Einkommen zu finden. Die daraus folgende Erkenntnis verdeutlicht, dass der interkulturelle Kontext und die interdisziplinäre Arbeit, die Konzeption solcher Gesundheitsprogramme in der Entwicklungshilfe sehr komplex macht.
Wir konten die folgenden Parameter identifizieren, die für für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung in dem Kontext wichtig sind:
- Effektivität
- Ungiftigkeit
- Nachhaltigkeit
- Leistbarkeit
- der Ansatz muss in den gegebenen kulturellen Kontext integrierbar sein
Es wurden von uns bereits in der Vergangenheit wissenschaftliche Untersuchungen in Bangui in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) und dem Institute Pasteur (IP) durchgeführt. Eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem Natioallabor der ZAR in Bangui ist bereits in der Planungsphase.
Seit dem Bürgerkrieg und den darauf folgenden Unruhen von 2012 und 2013 in der Zentralafrikanischen Republik sind Kooperationen mit Partnern vor Ort zwar möglich, aber noch immer schwierig. Kräfte der Vereinten Nationen versuchen die Situation zu stabilisieren. Das Reisen innerhalb des Landes wird nur empfohlen im Rahmen von Konvois, die durch Blauhelm-Soldaten gesichert werden. Die Hauptstadt Bangui ist weitestgehend befriedet, auch wenn es wie bei unserem letzten Besuch im Mai/Juni zu sporadischen Kämpfen in einigen Stadtteilen kommt. Dies ist eines der Gründe, warum wissenschaftliche Untersuchungen in der ZAR sehr schwierig sind. Ein weiterer Ursache liegt darin, dass einige wissenschaftliche Vorgehensweisen schwer umzusetzen sind, was die erhobenen Daten weniger verlässlich macht. Die formellen Protokolle der nationalen Dienstellen müssen zwar respektiert werden, aber generell stellt die nationale Bürokratie überraschender Weise keine besondere Hürde dar.