Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/1979

Um Stan Wawrinka (ATP 9) rankten sich in den letzten Tagen und Wochen viele Fragezeichen. Sein Comeback nach der halbjährigen Verletzungspause hatte er immer wieder verschoben, die Teilnahmen an den Exhibitions vor dem Jahreswechsel in Abu Dhabi und in dieser Woche in Melbourne kurzfristig abgesagt. Den Flieger nach Down Under bestieg er, ohne zu wissen, ob er am ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres tatsächlich auch antreten wird.
Zwei Tage vor Beginn des Turniers im Melbourne Park gab der Champion von 2014 zumindest teilweise Entwarnung. Wawrinka wird am Dienstag zu seiner Erstrundenpartie gegen Ricardas Berankis (ATP 138) aus Litauen antreten. "Ich fühle mich besser, auch wenn ich körperlich noch nicht auf dem Niveau bin, das ich mir wünsche." Der letzte Test am Samstag im Training mit dem Franzosen Pierre-Hugues Herbert sei positiv verlaufen. Das wegen eines Knorpelschadens operierte Knie hält, auch wenn Wawrinka gelegentlich noch immer Schmerzen verspürt.
"Dass ich hier spielen kann, ist ein grosser Sieg für mich", sagte Wawrinka. Hinter ihm liegt die schwierigste Phase seiner Karriere, in der sich auch Erfolgscoach Magnus Norman von ihm trennte. Einen neuen Coach hat Wawrinka noch nicht verpflichtet, sein Fokus gilt vorerst dem körperlichen Wiederaufbau. Sein bisheriger Teilzeitcoach Yannick Fattebert wird ihn bis auf weiteres intensiver begleiten.
In Melbourne absolvierte Wawrinka als Vorbereitung auf das erste Highlight des Jahres eine intensive Trainingswoche, in der er unter anderen auch mit Rafael Nadal, Novak Djokovic und Grigor Dimitrov trainierte. Noch sei es ein langer Prozess, bis sein Körper und sein Spiel wieder auf dem absoluten Toplevel seien, sagte der dreifache Major-Champion. "Dieses Level wieder zu erreichen, ist mein Hauptziel in dieser Saison."
Trotz der Ungewissheit über seine momentane Leistungsstärke tritt Wawrinka in Melbourne nicht ohne Ambitionen an. "Wenn ich nicht überzeugt wäre, dass ich hier Partien gewinnen kann, würde ich nicht auf den Platz gehen." Ob Berankis, gegen den er noch nie gespielt hat, ein guter Startgegner sei, wisse er allerdings erst nach der Partie. Die zumindest auf dem Papier nicht allzu schwierige Auslosung hatte auf seinen Entscheid, in Melbourne anzutreten, nach eigener Aussage keinen Einfluss.