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Letzte Aktualisierung am 28. September 2023
These
Betriebssysteme verfügen wie psychische Systeme über Motive und Gründe, sich an künstlicher Kommunikation zu beteiligen.
Beobachtungen
Gemäss der von Spencer-Brown entwickelten Zwei-Seiten-Form ist ein Motiv erforderlich, damit eine Unterscheidung getroffen wird. Ein Motiv liegt dann vor, wenn sinnprozessierende Systeme die Inhalte einer Unterscheidung als von verschiedenem Wert ansehen. Hätten beide Seiten einer Unterscheidung den gleichen Wert, gäbe es kein Motiv, eine Unterscheidung zu treffen.
Luhmann skizziert in «Erziehungssystem der Gesellschaft» zwei Theorielinien, die sich mit Motiven beschäftigen (2020: 36ff).
Die erste Theorielinie versteht unter Motiven interne Wirkungsursachen psychischer Systeme, die ein bestimmtes Verhalten verursachen. Wenn man psychische Systeme allerdings als komplexe, dynamische Systeme auffasst, so Luhmann, dann wird es schwierig, in diesen Systemen nach verhaltensbestimmenden Motiven zu forschen. Insofern ist die Angabe von Motiven eine hoch selektive Form der Selbstbeschreibung und setzt immer erst retrospektiv ein.
Die zweite Theorielinie versteht Motive nicht als Ursachen für ein bestimmtes Verhalten, sondern als rechtfertigende Gründe des Handelns. Solche Motive bzw. Gründe werden nach Luhmann in der Kommunikation für Kommunikation erzeugt. Es handelt sich dabei um Beschreibungen, die das Handeln als nicht willkürlich erscheinen lassen und Rückschlüsse auf Anschlusshandlungen zulassen. Motive werden auf Personen zugerechnet. Als Gründe lösen sie in Kommunikationen soziale Resonanz aus. Sei es, dass sie forciert werden, sei es, dass sie mit Blick auf geltende Normen abgelehnt werden.
Personen handeln motiviert und können in Kommunikationen für ihr Handeln Gründe angeben.