Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/64509

<h2>SubmittedText<h2><p>Das Gleichstellungsgesetz ist seit gut zehn Jahren in Kraft. Eines der Hauptziele dieses Gesetzes ist es, die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt zu bekämpfen. Trotzdem verdienen Frauen heute im Durchschnitt immer noch 20 Prozent weniger als Männer.</p><p>Einer der Gründe für diese Ungleichheit sind die unterschiedlichen hierarchischen Stellungen und die unterschiedlichen Berufsfelder von Frauen und Männern.</p><p>Der Bund hat Vorbildcharakter für die kantonalen Verwaltungen und die Privatwirtschaft. Deshalb interessiere ich mich für die statistischen Daten zur Beförderung von Männern und Frauen beim Bund.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>Wie sieht die Beförderungsstatistik für die Bundesangestellten für die letzten fünf Jahre aus?</p><p>Wie sind die Frauen und die Männer auf die einzelnen Lohnklassen verteilt, aufgeteilt nach Beschäftigungsgrad?</p><p>Wie viele Männer und wie viele Frauen wurden in den letzten Jahren befördert? Wie viele Frauen und Männer, die teilzeitlich angestellt sind, wurden befördert?</p><p>Plant der Bundesrat den Genderaspekt in das System zur Beurteilung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzubeziehen?</p><p>Wie viele Frauen bzw. Männer sind vom Entlastungsprogramm, von Stellenkürzungen oder von Entlassungen betroffen? Welche Arbeitsbereiche sind von den Entlassungen am meisten betroffen, aufgeteilt nach Berufsgruppen und hierarchischer Stellung? Wurde in den betroffenen Teams die Möglichkeit einer Aufteilung der Arbeit diskutiert (z. B. Schaffung einer neuen Stelle über die Reduktion des Beschäftigungsgrads der Teammitglieder)?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Seit dem Inkrafttreten des BPG am 1. Januar 2002 und der Einführung des neuen Lohnsystems entspricht jede Funktion nur noch einer Lohnklasse. Seither wurden die automatischen Beförderungen aufgehoben, und es gibt keine eigentliche Beförderungsstatistik mehr. Es ist jedoch möglich, Auskunft über den Lohnanstieg von einer Lohnklasse in eine höhere Klasse zu geben. Der Lohnanstieg entspricht im Allgemeinen einem Funktionswechsel.</p><p>Zum Jahreswechsel 2002/03 verzeichneten 3317 von insgesamt 36 223 Angestellten einen Anstieg um eine Lohnklasse, davon 931 Frauen von total 10 380 Frauen (9 Prozent) und 2386 Männer von total 25 843 Männern (9,2 Prozent). Von diesen Personen arbeiteten 400 Teilzeit, davon 294 Frauen (73,5 Prozent) und 106 Männer (26,5 Prozent). Zum Jahreswechsel 2003/04 verzeichneten 2804 von insgesamt 37 567 Angestellten einen Anstieg um eine Lohnklasse, davon 873 Frauen von total 10 656 Frauen (8,2 Prozent) und 1931 Männer von total 26 911 Männern (7,2 Prozent). Von diesen Personen arbeiteten 376 Teilzeit, davon 281 Frauen (75 Prozent) und 95 Männer (25 Prozent). Zum Jahreswechsel 2004/05 verzeichneten 3233 von insgesamt 37 857 Angestellten einen Anstieg um eine Lohnklasse, davon 759 Frauen von total 10 881 Frauen (7 Prozent) und 2474 Männer von total 26 976 (9,2 Prozent). Von diesen Personen arbeiteten 303 Teilzeit, davon 219 Frauen (72 Prozent) und 84 Männer (28 Prozent).</p><p>In den einzelnen Lohnklassen präsentiert sich die Aufteilung der Geschlechter nach Beschäftigungsgrad im Oktober 2005 wie folgt: In den Lohnklassen 1 bis 11 arbeiten 68 Prozent Frauen und 5,7 Prozent Männer Teilzeit, in den Lohnklassen 12 bis 17 sind es 47,3 Prozent Frauen und 4,4 Prozent Männer, in den Lohnklassen 18 bis 23 sind es 47,9 Prozent Frauen und 9,8 Prozent Männer, in den Lohnklassen 24 bis 29 sind es 48,9 Prozent Frauen und 12,3 Prozent Männer und in den Lohnklassen 30 bis 38 schliesslich sind es noch 12,5 Prozent Frauen und 2,8 Prozent Männer. Teilzeitarbeit betrifft vorwiegend die Frauen, die in den unteren Lohnklassen eingereiht sind.</p><p>Der Genderaspekt wird im Reporting nach Artikel 5 BPG (Verteilung der Bewertungsstufen und Prämien), in den Schlüsselzahlen und im HRM-Cockpit (Entwicklung von Frauenanteil, Beschäftigungsgrad, Fluktuation und Lohnklassen) einmal pro Jahr evaluiert; die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2004. Der Genderaspekt ist ferner Gegenstand einer regelmässigen Evaluation im Zusammenhang mit dem Evaluationsbericht über die Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Bundesverwaltung; der jüngste Bericht bezieht sich auf den Zeitraum 2000-2003. Künftig sollen diese Berichte weniger den heutigen Zustand beschreiben, als den Blick auf die Zukunft richten. Sie sollen einen Vergleich zwischen den angestrebten Zielen und den erreichten Ergebnissen ermöglichen.</p><p>Im Zeitraum von Juli 2004 bis September 2005 waren 505 Mitarbeitende der Bundesverwaltung von einem Stellenabbau betroffen (79,6 Prozent Männer und 20,4 Prozent Frauen); am stärksten betroffen waren das VBS (361 Personen) und das EJPD (129 Personen). Zurzeit sind 105 Personen im Job-Center Bund angemeldet (33 Prozent Frauen und 67 Prozent Männer).</p><p>Über allfällige Vorschläge betreffend Job-Sharing in den von Abbau betroffenen Teams sind keine Angaben vorhanden.</p>  Antwort des Bundesrates.