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Um zu verstehen, warum wir dick werden, müssen wir uns erst von dem Gedanken befreien, dass unser Gewicht durch die tägliche Kalorien- und Energieaufnahme bestimmt wird. Stattdessen sollten wir lieber über die Menge der täglich zugeführten
Kohlenhydrate und die Art, wie unser Körper diese verwendet, nachdenken.
In diesem dreiteiligen Artikel klären wir folgende Fragen:
1. Welcher Trugschluss dominiert unsere Ansicht übergewichtig zu sein?
2. Wie und warum machen uns Kohlenhydrate dick?
3. Wie bekommen wir unser Gewicht in den Griff?
Menschen, welche mehr Kalorien konsumieren als sie verbrennen, werden dick: Ein weit verbreiteter Irrtum
Die überwiegende Mehrheit der Ernährungsexperten glauben, dass es eine einfache Formel zum Übergewicht der Menschen gibt: "Wenn Sie mehr Kalorien konsumieren, als Sie verbrennen, werden Sie dick."
Sie behaupten, dass der Grund für das Übergewicht so vieler Menschen ist, dass sie zu viele ungesunde, kalorienreiche Nahrung zu sich nehmen und gleichzeitig die überschüssige Energie nicht verwenden. Zum Beispiel weil wir zu viel Zeit mit Sitzen am Arbeitsplatz, im Auto oder vor dem Fernseher verbringen.
Auf der Grundlage dieser Theorie könnte man schließen, dass dicke Menschen einfach faul und gefräßig sind und dass unser Körper wie ein Ballon ist, der sich streckt, wenn wir Energie hinein stopfen und schrumpft, wenn wir Energie herausnehmen.
Allerdings bedeutet diese Vereinfachung nicht, dass all der komplexen Prozesse im Körper Rechenschaft getragen wurde. Und die Theorie scheint speziell nicht zu erklären, warum gerade einige Leute mehr Kalorien verbrauchen, als sie tatsächlich benötigen.
Auch haben viele Studien gezeigt, dass selbst verarmte und unterernährte Menschen dick werden können. Zum Beispiel wurden um die Wende des 20. Jahrhunderts die einheimischen Völker Amerikas, welche in bitterer Armut gelebt haben, gezwungen mit nur spärlichen Mengen an Nahrung aus zu kommen. Während ihre Kinder Mangelerscheinungen zeigten, waren viele Mütter massiv übergewichtig. Der Grund dafür war nicht, weil sie mehr aßen und ihre Kinder verhungern liessen.
Unterliegen wir einem Dogma, das zwar überzeugend klingt, aber nicht der Realität standhält?
Jedenfalls ist es den vorherrschenden Erklärungsmodellen noch nicht gelungen, die Adipositas-Epidemie zu stoppen oder zu erklären, warum bei Menschen, die ähnliche Lebensweisen teilen, einige übergewichtig sind und andere gar nicht.
Schlussfolgerung: Das Menschen zunehmen, wenn Sie mehr Kalorien essen als sie verbrennen, ist ein weit verbreiteter Irrtum.
Die gängige Erklärung für Übergewicht ist auf die fehlerhafte Logik zurückzuführen, dass Fett uns dick macht
Wir wussten in den 1960er Jahren genug, um die Ausbreitung von Fettleibigkeit früh zu stoppen, aber Gesundheitsexperten beschlossen, die vorliegenden Erkenntnisse zu ignorieren.
Bis in die 1950er Jahre hat kaum ein Zweifel bestanden, dass Übergewicht durch ein hormonelles Ungleichgewicht verursacht wird. Aber nach dem Zweiten Weltkrieg ist diese Idee allmählich verschwunden, nur um durch die Auffassung ersetzt zu werden, dass Übergewicht durch eine Essstörung verursacht wird. Was war der Grund für diese Veränderung?
Der Paradigmenwechsel wurde im wesentlichen durch den drastischen Anstieg der Fälle von Herzkrankheiten und der damit verbundenen Öffentlichkeitsarbeit verursacht. In den 1970er Jahren dominierte dieses Problem das öffentliche Interesse und wiederum die wirtschaftliche und politische Szene.
Übergewicht, verstopfte Arterien und Herzkrankheiten konnten einfach und plausibel durch die Aufnahme von fetthaltigen Lebensmitteln erklärt werden. Niemand zweifelte an der (wenn auch falschen) Logik, dass Fett zuerst dick und dann krank macht.
Ärzte und öffentliche Gesundheitsbehörden warnten die Menschen vehement vor den Folgen einer fettreichen Ernährung. Dies wurde nicht nur ein fester Gedanke in den Köpfen der Menschen, sondern hat auch eine ganze Generation von Medizinstudenten beeinflusst.
Die Tatsache, dass die heutigen medizinischen Gutachten durch ein fehlerhaftes
Erklärungsmodell dominiert werden, bedeutet nicht notwendigerweise, dass die Ärzte und Ernährungsexperten nachlässig handeln.
Vielmehr werden sie in einem Paradigma so überzeugend und ansprechend gefangen, dass es schwierig ist, dies in Frage zu stellen, von der Hand zu weisen oder als falsch zu bezeichnen. Es ist nicht leicht, einen festen Glauben zu entwurzeln.
Und so verbreitet die Wissenschaft die Lehre, dass wenn wir Gewicht verlieren wollen, sollten wir weniger Fett essen. Aber die Leute verlieren nicht an Gewicht. Im Gegenteil, im Laufe der Jahre sind sie dicker geworden und die Fälle an Herzerkrankungen sind auf dem Vormarsch.
Schlussfolgerung: Die übliche Erklärung für Übergewicht liegt der fehlerhaften Logik zugrunde, dass Fett uns dick macht.
Mehr Sport zu treiben und weniger zu essen wird uns nicht zwingend vor Übergewicht bewahren
Ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung sind die beiden üblichen Verdächtigen, wenn es um die Schuld geht, was uns fett macht.
Aber was ist es, das uns zu Stubenhockern macht? Sind wir wirklich in den Bann der Kartoffelchips gefallen? Definitiv nicht. Wir werden faul, weil wir nicht das Gefühl verspüren, aktiv zu sein. Und wir müssen diese Energielosigkeit behandeln, wie wir einen übermäßigen Appetit behandeln - als ein Symptom eines hormonellen Ungleichgewichts.
Kinder welche Wachstumsschübe haben, sind ernsthafte Muffel - nicht weil sie faul sind, sondern weil sie eine Tonne Energie für das Wachstum verwenden. Sie wollen nicht an anderen Aktivitäten teilnehmen, weil sie einfach nicht genug Energie dafür haben.
Das gleiche passiert, wenn Menschen dick werden. Ihr überschüssiges Fettgewebe, welches für mehr Energie schreit, macht sie hungriger, und die wachsenden Fettzellen machen sie lustlos und faul. Sie zu beschuldigen faul und willensschwach zu sein, ist unfair. In der Tat ist es körperlich viel schwieriger für dicke Menschen, ihr Gewichtsproblem zu überwinden.
Die Behauptung, um Gewicht zu verlieren, sollten wir mehr trainieren, während wir weniger Kalorien aufnehmen, ist problematisch, denn je mehr wir trainieren, desto mehr Energie braucht unser Körper und desto größer wird unser Appetit.
Darüber hinaus gibt es unzählige Fälle, die der Idee widersprechen, dass jeder der Gewicht verlieren möchte, einfach nur mehr körperliche Bewegung ausüben muss und weniger essen sollte.
Eine Studie aus 1983 fand heraus, dass unter einer Gruppe mexikanischer Einwanderer im Süden von Texas die in Armut lebten und harte Arbeit ausführten, etwa 40 % von ihnen trotz ihrer intensiven körperlichen Anstrengung, übergewichtig waren.
Wenn Bewegung und niedrige Kalorienzufuhr Menschen dünn machen soll, warum war Fettleibigkeit so häufig unter diesen Menschen?
Schlussfolgerung: Es ist weder Faulheit noch übermäßiges Essen das uns dick macht: Es ist das, was wir essen. Die Ausübung von mehr Sport und weniger essen wird nicht unbedingt verhindern, dass wir übergewichtig werden.
Insulin macht uns dick und Kohlenhydrate kontrollieren die Insulinproduktion
Einfach gesagt, ist Insulin die Reaktion unseres Körpers auf eine Zufuhr von
Kohlenhydrate. Insulin spielt eine sehr wichtige Rolle in unserem Stoffwechsel, weil es verantwortlich für das Recycling von Kohlenhydraten, Fetten und Protein ist. Dies sind die Stoffe, welche unseren Körper mit Energie versorgen. Insulin vereinfacht die Energiezufuhr in das Muskelgewebe, wo es verbrennt wird. Gleichzeitig stimuliert es unser Fettgewebe, um überflüssige Energie zu speichern.
Wenn wir eine Mahlzeit zu uns nehmen, versucht unser Körper die Energie von den Kohlenhydraten in den Muskeln zu verbrennen. Unser Blutzuckerspiegel schießt sofort hoch, wenn die Kohlenhydrate in Form von Glucose unseren Blutkreislauf erreichen.
Hohe Blutzuckerwerte sind wie Gift für viele Zellen, darum muss unser Körper die Zuckerwerte stets im Gleichgewicht halten. Die ausgeschüttete Menge an Insulin hängt dabei von der Menge an konsumierten Kohlenhydraten ab.
Übermäßige Energie in Form von Kohlenhydraten, Proteinen oder Fetten werden für "schlechte Zeiten", wenn unser Körper weniger Energie von außen erhält, aufgehoben und in Form von Fettzellen gespeichert.
Lebensmittel welche reich an Kohlenhydraten sind wie Süßigkeiten, Brot, Kartoffeln, Nudeln oder Reis, zwingen unseren Körper mehr Insulin zu produzieren. Aber je höher unser Insulinspiegel steigt, desto mehr wird unser Körper stimuliert, Fettpolster anzulegen.
Schlussfolgerung: Kohlenhydrate haben den größten Einfluss auf den Mechanismus der unsere Fetteinlagerung reguliert. Am Ende sind sie es, die uns dick machen.
Lesen Sie hier den zweiten Teil unseres 3-teiligen "Warum wir dick werden" Artikels: Hier geht es zum Teil 2.
Fazit
Warum wir dick werden, hängt häufig mit einer übermäßigen Zufuhr an Kolhenhydraten zusammen. Eine ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zu einer Gewichtsreduzierung. Haben auch Sie Probleme Ihr Gewicht ins Gleichgewicht zu bringen? Möchten Sie mehr über die "guten" und die "schlechten" Kohlenhydrate erfahren? Dann helfen wir Ihnen gerne bei Ihrer Ernährungsumstellung. In unserem Ernährungsprogramm erfahren Sie alle wichtigen Dinge, um gesund an Gewicht zu verlieren und dauerhaft schlank zu bleiben. Melden Sie sich hier zu einem ersten, kostenfreien Informationsgespräch an:
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Dieser Artikel basiert auf dem Bestseller Buch «Good Calories, Bad Calories» von Gary Taubes.