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Die Old Marylebone Town Hall im Zentrum von London ist eine Ikone. Nicht nur aufgrund ihres viktorianischen Baustils, sondern auch in Hinblick auf die Hochzeiten, die in den feudal ausgestatteten Räumen stattfinden. 1969 gaben sich Sir Paul und Linda McCartney hier das Jawort. 2012 wurde das Rathaus an prominente Mieter übergeben: Die London Business School LBS, deren Hauptgebäude nur wenige Gehminuten entfernt am St. Regent’s Park liegt, richtete sich in den alten Mauern ein neues Unterrichtsgebäude ein: das Sammy Ofer Centre. Dafür finanzierte die Schule die aufwändige Sanierung des Gesamtgebäudes über ein Fundraising, zu dem die Idan and Batavia Ofer Family Foundation einen großen Betrag spendete; es wurden mehrere Räume als Zeremoniezimmer für die Bürger und ein Ratssaal für die Politiker erhalten.
Klarer Komplementär
Mit der architektonischen Modernisierung wurde das britische Architekturstudio Sheppard Robson beauftragt, das einige Jahre zuvor bereits die Überarbeitung des Stammhauses der LBS verantwortet hatte. Zum Townhall-Projekt gehört sowohl das Rathaus selbst als auch das Nebengebäude. Die Lücke zwischen den beiden historischen Häusern verbindet nun eine aufwändige Stahl-Glas-Konstuktion, die gleichzeitig den Eingang der Hochschule markiert, um die Wegeführung für Öffentlichkeit und Studentenschaft zu trennen. In dem transparenten Kubus „schweben“ die tragenden Metallverstrebungen wie herabgefallene Mikado-Stäbe. Die darunter liegende beeindruckende Halle wird als Foyer und Aufenthaltsbereich genutzt. Von hier aus haben die Studenten Zugang zu 37 Seminarräumen, sechs Hörsälen, einer Bibliothek, Pausen-Arealen und einem Alumni-Hub.
Die zweite architektonische Erweiterung ist ein neuer Block mit Auditorien, der an die Rückseite des Gebäudes angeschlossen wurde. Auch er setzt auf den formalen Kontrast zum Bestand. Mit Kalksandstein haben die Architekten zwar ein Material gewählt, das sich nahtlos an die gereinigten Fassaden der Rathaus-Gebäude anschließt, mit einer oberhalb des Gehwegs auskragenden massiven Fassade jedoch ein markantes bauliches Statement gesetzt. Über Entwurf und Kontext sagen die Architekten selbst: „Wie die meisten ehrgeizigen Projekte in Central London ist auch die Geschichte der Neugestaltung des Campus‘ der London Business School eine Kombination aus Kreativität und Ausdauer. Die durchdachte Sanierung und das kompromisslose moderne Design sprechen für die Ambition der Schule.“
Auch wenn es in den öffentlich genutzten Hochzeitsräumen mit Holzpaneelen, Stuck und Kaminen recht pompös zugeht, wird in der Hochschule die historische Pracht mit geradliniger Strenge und zeitgenössischem Mobiliar kontrastiert. Dazu gehören auch die Polsterbänke Asienta von Wilkhahn. Mit ihrer eleganten Silhouette und dem feingliedrigen Gestell bieten sie sowohl im gläsernen Atrium als auch in den Aufenthaltsbereichen stilvolle Sitzgelegenheiten. Als Bestuhlung für die Konferenzzimmer und Seminarräume wählten die Architekten den Wilkhahn-Freischwinger Neos. Sein schlankes Stahlrohrgestell mit der eleganten Kombination aus einteiliger Sitzschale und sich verjüngendem Rückenbügel unterstützt formal das reduzierte Konzept der Architekten und sorgt für flexiblen Komfort. Während also nebenan auf steifen Hochlehnern Ehen geschlossen werden, ist für die Studenten beim Lernen selbst das Zurücklehnen dynamisch.
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