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47 Länder mit 800 Millionen Menschen und 1000 Sprachen erstrecken sich vor Patrik Wülsers Schreibtisch. «Das Andere, das Neue und das Fremde gehören zum Alltag eines Afrika-Korrespondenten.» So beäugt ihn jeden Morgen ein Chamäleon durchs Bürofenster. Wülser hat ihn mittlerweile Max getauft.
An eine Begegnung mit dem kenianischen Publizisten Koigi wa Wamwere erinnert sich Patrik Wülser gerne. Weshalb sich dieser Kontinent eigentlich mit der Demokratie so schwer tue, habe er den 66-jährigen Ex-Minister damals gefragt. Dieser antwortete stirnrunzelnd: «Hör mal, weisser Mann, wie lange habt Ihr in der Schweiz Eure viel gelobte Demokratie üben können? 400 Jahre? 500 Jahre? 700 Jahre? Siehst Du! Eben erst seid Ihr als Kolonialisten abgezogen, und schon kehrt Ihr wieder zurück und erteilt uns Ratschläge.»
Eben erst seid Ihr als Kolonialisten abgezogen, und schon kehrt Ihr wieder zurück und erteilt Ratschläge.
Gewöhnungsbedürftige Alltagsküche, aber wunderbare Rösti
Patrik Wülsers siebenjähriger Sohn Moritz spielt mit den Massai-Kindern Fussball. Er selbst sei angekommen, seit er lieber kenianischen Tee am lokalen Kiosk als Latte Macchiato im UNO-Einkaufszentrum trinke, so der Korrespondent. Aber mit der kenianischen Alltagsküche konnte er sich bis heute eher weniger anfreunden. Sie bestehe hauptsächlich aus Ugali (Maisbrei) und Zukumawiki (Spinat). In Afrika würden aber auch hervorragende Kartoffeln wachsen. Aus denen könne man selbst am Äquator eine wunderbare Rösti machen.