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„Minuten der Todesangst!“
Alter: 37
Beruf: irgendetwas mit Kommunikation
Zivilstand: laut Ausweis ledig, dabei belasse ich es
Wohnort: Berlin
Ungewöhnliche Information über mich: Ich esse gern mit den Händen.
Wenn dein Herz eine Weltkugel wäre, wo müsste man landen, um dich emotional zu berühren?
Madlen: Zwischen dem 4. südlichen und 12. nördlichen Breitengrad liegt es – erst war es Venezuela, der Bann der ersten Liebe, heute ist es Kolumbien.
Wie sieht es aktuell in deiner Innenwelt aus?
Madlen: Wenn man plötzlich ab Mitte Dreißig bei jedem Arztbesuch die Frage gestellt bekommt, wie es mit einem Kind aussieht und erwartet wird, dass man heiratet, fragt man sich irgendwann: bin ich wirklich anders?
Was triffst am besten auf dich zu: Lustig und lieb, frech und impulsiv oder hilfsbereit und offen?
Madlen: In vertrauter Atmosphäre frech und impulsiv, ansonsten ruhig und beobachtend.
Wen möchtest du im Jenseits treffen: Lady Diana, Michael Jackson oder Ernest Shackleton?
Madlen: Ernest Shackleton.
Bear Grylls möchte mit dir eine Staffel „Ausgesetzt in der Wildnis“ drehen. Wie viele Tage wirst du es mit ihm aushalten?
Madlen: Ausgesetzt in der Wildnis klingt gut, aber ohne militärischen Drill bitte.
Wie verhältst du dich in persönlichen Krisen?
Madlen: Rückzug ist meine beste Strategie – früher habe ich dann gemalt, später begann ich mit Schreiben. Das hilft.
Wovor hast du auf Reisen am ehesten Angst: Flugzeugabsturz, Busunfall oder Raubüberfall?
Madlen: Als ich im Monsterbus oder im Matatu auf einer Serpentinenstraße in Uganda saß, war es der Busunfall. Als ich über dem Atlantik acht Stunden unter Schweißperlen zitterte, weil der Flieger kurz vorm Absturz stand, war es der Flugzeugabsturz. Und Raubüberfälle, ja, auch diese Angst ist seit einem Vorfall in Kapstadt realer geworden. Aber generell halten sich alle Ängste in Grenzen.
Wovon hättest du gerne mehr im Leben?
Madlen: Reisen.
Wie viele Stunden im Monat bist du online?
Madlen: Ich würde sagen, dass ich nur im Schlaf und beim Sport offline bin.
Wann, wie und wo hat es zwischen dir und deinem Freund gefunkt?
Madlen: Ich bin Bloggerin, online natürlich.
Welches war eine wichtige Erkenntnis, die du im Ausland gewonnen hast?
Madlen: Man nimmt plötzlich seine Heimat und den Wert der Natur anders wahr. Ich war ein Stadtkind und plötzlich entdeckte ich auf meinen Reisen die Natur wieder.
Wo außerhalb Deutschlands hast du am meisten Tabletten geschluckt?
Madlen: In Ägypten hatte ich mit schwerer Diarrhoe zu kämpfen.
In welchem Land hast du einen magischen Moment erlebt?
Madlen: Das Feuer entfachte so richtig in Venezuela: Karibik, Anden, Llanos – ein Highlight jagte das nächste. Aber noch etwas passierte – hier begann sich das Gefühl in meinem Körper auszubreiten, das mich inzwischen vollkommen ergriffen hat – das Dschungelfieber!
Es gibt Menschen, die behaupten, wer viel reise, fliehe vor der Realität. Wie denkst du darüber?
Madlen: Reisen ist auch Realität, vielleicht eben eine etwas andere. Reisen ist aber auch eine Sucht. Der eine liebt Computerspiele, der andere dicke Autos und ich das Reisen.
Sollten alle Menschen Vegetarier werden?
Madlen: Jeder beantwortet das für sich selbst. Ich bin seit 22 Jahren Vegetarierin aus voller Überzeugung. Doch deshalb bin ich nicht besser oder schlechter als andere Menschen.
Was können Brasilianer besser als Europäer?
Madlen: Klangvoll reden. Jeder Satz ist Musik.
Wann hast du auf Reisen eine gefährliche Situation erlebt?
Madlen: In Kapstadt wurde in meine Wohnung eingebrochen. An einem Sonntagmorgen begegnete ich im Flur zwei Männern mit Pistole. Es folgten Minuten der Todesangst! Nach diesem Erlebnis bin ich schnell wieder gereist – auch nach Afrika. Das war das Beste, was ich tun konnte.
Wo hast du am meisten Sachen oder Geld verschenkt?
Madlen: In Uganda. Da lebt unser Patenkind und wir hatten dort auch ein eigenes Projekt.
Was wissen die meisten Menschen nicht von Berlin?
Madlen: Dass die Winter nicht so schlimm sind.
In welchem Bereich möchtest du deinen Horizont noch erweitern?
Madlen: Sprachen, der Schlüssel zu anderen Kulturen. Aber das fällt mir immer schwerer.
Wo hat dein Magen am meisten gelitten?
Madlen: Ich bin reisekrank. Dadurch übergebe ich mich regelmäßig unterwegs.
Was würdest du auf Reisen niemals tun?
Madlen: Mich in einer Hotelanlage zwei Wochen all inklusiv einbuchen.
In welchem Land hast du extrem wenig geschlafen?
Madlen: In Deutschland. Als ich von meiner mehrmonatigen Reise aus Südamerika zurückkam, war ich dauerwach. Diese Schlafstörungen haben monatelang angedauert.
Weitere Informationen zu Madlen Brückner sind unter www.puriy.de zu lesen.