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Eine schwärmerische Welt der Illusionen
1894 besuchte Robert Walser mit seinem Bruder Karl eine Inszenierung von Schillers «Räuber» im Bieler Stadttheater. Die beiden waren leidenschaftliche Theatergänger und schwärmten besonders für den jugendlichen Rebellen Karl Moor. Hiervon zeugt ein kleines, von Karl Walser gemaltes Aquarellbild, das den jungen Robert in einem phantasierten Räuberkostüm zeigt. Jahre später, Robert Walser wohnte nun in Bern, tauchte das Bildchen wieder auf und inspirierte den Autor zu seinem «Räuber»-Roman, der erst 1972 – sechzehn Jahre nach Walsers Tod – erschienen ist. Das verwegen verworrene Buch, aus dem «absolut nichts gelernt werden kann», handelt von einem verträumten Tagedieb, einem veritablen «Nichtsnutz», der an der Hand eines geradezu haarsträubend unzuverlässigen Erzählers durchs Leben irrt.