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Ästhetische Endokrinologie bei Hautalterung
Die Endokrinologie befasst sich mit den Drüsen innerer Sekretion und mit der Hormonausschüttung insgesamt. Eine Behandlung von Patientinnen mit Sexualhormonen (Östrogene, Gestagene) wirkt sich auch positiv auf die Haut, die Haare und Schleimhäute aus. Dieser willkommene Begleitumstand wird in der Anti-Aging-Medizin gezielt durch den Einsatz von Hormoncremes herbeigeführt. Je nach eingesetztem Präparat werden dabei bestimmte kosmetische Effekte erzielt.
Hautalterung
Die Haut besteht aus mehreren Schichten. Man unterscheidet zwischen einer äusseren (extrinsischen) und einer inneren (intrinsischen) Hautalterung, also der Alterung der Haut in den äausseren oder in den inneren Schichten.
Extrinsiche Hautalterung
Zu einer verstärkten äusseren Hautalterung führen z.B. UV-Strahlen, Alkoholkonsum, Rauchen, Essgewohnheiten, unadäquater Lebensstil sowie toxische Umweltfaktoren. Ungefähr 80% der Hautschäden und ein Grossteil der Hautfalten rühren von einer übermässigen Sonneneinwirkung (UV-SBerahlung) her. Inzwischen wird dafür der Begriff "Photoaging" verwendet.
UV-Strahlen bewirken, dass in der Haut freie Radikale entstehen, und diese schädigen die Zellstrukturen der Lederhaut (Dermis) durch Oxidation. Extrazelluläre Fasern degenerieren und Matrix-Metalloproteinasen werden vermehrt produziert. Die Folge ist ein verstärkter Abbau des Kollagens vom Typ 1. Ausserdem wird vermehrt "elastotisches", degeneriertes Material angesammelt und abgelagert. Die Haut wird ledrig und es bilden sich zunehmend Furchen und Falten, die an Tiefe zunehmen.
Intrinsische Hautalterung
Bei der inneren Hautalterung spielt einerseits die genetische Veranlagung, andererseits der Hormonhaushalt eine Rolle. Mit zunehmendem Alter wird die Haut in allen drei Hautschichten (in der Epidermis, der Dermis sowie der Subcutis) dünner. Dabei atrophieren die Haarfollikel und Talgdrüsen, d.h. sie bilden sich zurück.
Die Keratinozyten und die Fibroblasten der Epidermis sind hormonabhängig und verringern sich im Alter. Nach Einsetzen der Wechseljahre nehmen die dermalen Kollagenfasern innerhalb von etwa fünf Jahren um bis zu 30% ab. Der Mangel an Hormonen bewirkt auch den kontinuierlichen Schwund an Hyaluronsäure, wodurch die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden, abnimmt. Der Hormonmangel hat trockene, dünne Haut mit sehr feinen Fältchen zu Folge.
Anti-Aging-Mittel
In der kosmetischen Industrie wurde viel geforscht um die Hautalterungsprozesse besser zu verstehen und ihnen effektiver entgegenzuwirken. So konnten Gegenmittel wie die diversen Hautpflegeprodukte oder "Anti-Aging-Substanzen" entwickelt werden. Substanzen zum besseren Feuchthalten der Haut (Moisterizer) wurden gefunden, neuartige Antioxidantien und Lichtschutzcremes konzipiert und hergestellt. Diese Mittel wirken äusserlich und reduzieren nur die extrinsische Hautalterung, das Photo-Aging.
Weil die intrinsische Hautalterung vor allem durch Hormonmangel hervorgerufen wird, und Hormone medizinische Wirkstoffe sind, handelt es sich bei Mitteln solcher Inhalte um Arzneimittel und nicht um Kosmetikartikel. Hormoncremes fallen unter die verschreibungspflichtigen Medikamente. Ihr Einsatz liegt entsprechend in der Verantwortung des behandelnden Arztes.
Die Wirkung von Östrogenen auf die Haut
Patientinnen, die die Menaopause durchschritten haben und sich dann einer Hormonersatztherapie unterziehen, haben im Vergleich zu nicht behandelten Patientinnen deutlich mehr Hautsubstanz und Hautdicke sowie auch eine bessere Hautfeuchtigkeit. Der Anteil an Kollagenen und an Elastinen ist in ihrer Haut ebenfalls signifikant höher. Die Unterschiede sind messbar und auch sichtbar. Sie lassen sich anhand der Faltentiefe sowie durch histologische Methoden nachweisen.
Ähnliche Ergebnisse werden auch mittels einer äusseren Anwendung östrogenhaltiger Cremes erzielt. Es gibt Studien, die den positiven Effekt belegen. Die Cremes wirken den Faktoren der Hautalterung entgegen: Der Kollagengehalt der Haut und die Konzentration an Hyaluronsäure steigen, die Feuchtigkeit der Hornschicht und Hautdicke werden verbessert.
Wichtig beim Einsatz von hormonhaltigen Präparaten im Rahmen einer Behandlung ist nicht allein das erzielte Resultat und die positive Wirkung. Mindestens ebenso viel Augenmerk sollte darauf liegen, unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, indem sie von vorne herein ausgeschlossen werden bzw. indem im Verlauf der Behandlung genau beobachtet wird, ob es zu Veränderungen kommt.
Auswahl der richtigen Östrogen-Präparate
Hormonkosmetika, die das in alten Rezepturen noch verwendete 17-beta-Östradiol enthalten, sollten vermieden werden! Der Wirkstoff wird zu stark resorbiert und kann an der Gebärmutterschleimhaut systemische Wirkungen (wie beispielsweise irreguläre uterine Blutungen) auslösen.
Der Wirkstoff Östriol hat auf die Haut einen vergleichbar guten Effekt wie das 17-beta-Östradiol, wirkt als Hormon aber viel schwächer hat systemisch kaum Nebenwirkungen. Ein Einsatz von 17-beta-Östradiol hiesse, nicht Hormonkosmetik, sondern einen transdermalen Hormonersatz zu betreiben. Ziel einer Behandlung ist jedoch, Erfolge an der Haut zu erreichen ohne dabei systemische Wirkungen hervorzurufen!
Um gleichzeitig beide, die extrinsische und die intrinsische Hautalterung zu bekämpfen, werden in die Hormonkosmetika zusätzliche Substanzen eingearbeitet: Antioxidantien (Vitamine C, E), oberflächlich wirksame Feuchtigkeitsspender sowie Vitamin-A-Derivate (Retinol).Die richtige Galenik (pharmazeutische Herstellung) des Präparats ist ebenso entscheidend wie die Rezeptur selber. Nur dann sind die Erfolge garantiert.