Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03575.jsonl.gz/196

Inmitten des Zentrums von Basel liegt der beschauliche Münsterplatz. Wonach er benannt wurde, wird sofort klar, wenn man sich auf dem grossen Platz umschaut: eine grosse, ehemalige Bischofskirche ragt in romanischem und gotischem Baustil aus dem Asphalt auf, das Basler Münster. Es ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten und ausserdem das Wahrzeichen der Stadt. Die Krypta, der Chor, die Galluspforte und die beiden Kreuzgänge zeugen von bewegter Baugeschichte mehrerer Jahrhunderte.
Geschichte
Schon vor dem Bau des Basler Münsters war der Hügel, auf dem die heute evangelisch-reformierte Kirche steht, besiedelt. Quer durch den heutigen Kirchenbau führt eine Strasse, die dies bezeugt. Nachdem sich erst die Kelten auf dem Hügel niedergelassen hatten, waren es drei Jahrhunderte später die Römer, die hier ihre militärischen Stützpunkte errichteten. Nach der Vertreibung der römischen Truppen durch die Westgoten entstand auf dem Hügel im Mittelalter ein Bischofssitz der in der Spätantike durch eine kleine Kirche ergänzt wurde. Die Kirche wie man sie heute sieht, wurde zwischen 1019 und 1500 erbaut, dabei entstammen die frühesten Teile des Münsterbaus bereits dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Auf harmonische Weise vereint das Basler Münster Baustile mehrerer Epochen sakraler Architektur und bildet so die gewaltige Erscheinung am höchsten Punkt der Stadt.
Architektur
Die Hauptfassade der Kirche, die nach Westen zeigt, wird von zwei Türmen nominiert: dem Georg- und dem Martinsturm. Sie sind beide nach den Ritterheiligen Georg und Martin benannt, welche sich am jeweiligen Turm auch als Reitstandfiguren bestaunen lassen. Nordöstlich gelegen ist der romanisch gehaltene Chor, der die Fassade mit viel Skulpturenschmuck umspielt. Unter anderem finden sich hier groteske Gestalten, Elefanten und Halbwesen. Vor dem Basler Erdbeben, bei dem die Kirche fast vollständig zerstört wurde, befand sich im Basler Münster laut Urkunden aus dem Jahr 1303 die älteste Orgel der ganzen Schweiz. Nachdem diese allerdings bei dem Erdbeben zerstört wurde, ist sie durch eine Schwalbennestorgel ersetzt worden. Die heutige Orgel, entworfen von Peter Märkli, wurde erst 2003 eingeweiht. Sie wurde beim Bau geteilt, um das Fenster an der Frontseite des Kirchenschiffes nicht zu verdecken. Auch die Krypta, welche die Gräber Basler Bischöfe birgt und die beiden Kreuzgänge sind einen genaueren Blick wert.
Führungen
Eine Führung durch die eindrucksvolle Kirche kann man sowohl in der Sommer- als auch in der Wintersaison buchen. Die 1 bis 1,5 Stunden langen Führungen mit geschultem Personal sind in mehreren Sprachen möglich und beinhalten unter anderem eine Umgehung der Kirche vom Münsterplatz aus, sowie eine kleine Führung innerhalb des Gebäudes, mit kunst- und religionshistorischem Hintergrund.