Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/2684

Menashe lebt in Borough Park in Brooklyn, einer der grössten jüdisch-orthodoxen Gemeinden ausserhalb Israels. Nach dem Tod seiner Frau kommt Menashes Sohn Rieven in die Obhut seines Schwagers, bis Menashe wieder heiratet – so schreibt es das orthodoxe Recht vor. Doch der «Schlimazel» (Jiddisch für Pechvogel) nimmt es weder mit dem Glauben so genau, noch hegt er Heiratspläne. So oft er kann, trifft er Rieven und kämpft für sein Sorgerecht.
«Die Entscheidung, alle Rollen mit wirklichen Haredim (Ultraorthodoxen) zu besetzen, verwandelte, was als Spielfilm gedacht war, in eine ethnographische Dokumentation, die es erlaubt, den Haredim in ihrem eigenen Raum und in ihrer eigenen Dignität zu begegnen. Das geschieht durch die Sprache. Der Film wurde in Jiddisch gedreht, das Weinstein und sein Team nicht verstehen. Den Schauspieler*innen wurden durch Übersetzer nur ungefähre Anweisungen gegeben, was sie zu sagen hätten, den Rest machten sie selbst. So entstand ein Film von grosser emotionaler Direktheit und sprachlicher Authentizität. (…) Das unaufgeregte Pas de deux von Lustig (Menashe) und Niborski (Rieven) und die Musik der jiddischen Sprache machen diesen Film zu einem einundachtzig Minuten lang verzaubernden Erlebnis.» (Susanne Klingenstein, FAZ, 19.8.2017)