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Ganz klar Magnus Carlsen. Wer auf seinen Sieg setzt, erhält etwa beim Buchmacher Bwin nur die Quote 1,22. Wer dagegen auf Jan Nepomnjaschtschi setzt, kann seinen Einsatz bei einem Erfolg vervierfachen.
Der Vorsprung von Carlsen in der Weltrangliste auf Rang 2 ist so gross wie der Abstand zwischen Rang 2 und Rang 17. Das sagt einiges über seine Dominanz aus.
Im Head-to-Head der beiden Spieler liegt allerdings Nepomnjaschtschi vorne: Vier Siege und eine Niederlage stehen aus Sicht des Russen zu Buche. Es ist ein Fakt, der Beobachter hoffen lässt, dass das WM-Turnier keine einseitige Sache wird.
Viel könnte davon abhängen, wie mutig Nepomnjaschtschi spielt. Bei Carlsen verhält es sich ein wenig wie bei Roger Federer zu seinen besten Tagen: Viele Gegner hatten schon verloren, wenn sie den Tennis-Court betraten. Von Carlsen heisst es, er sei besser als ein Computer, weil er im Gegensatz zu diesem die Schwächen der Gegner und ihre allfällige Nervosität genau spüre. Weil Carlens Widersacher dies wissen, agieren sie vielleicht erst recht zu defensiv und spielen dem Favoriten damit in die Karten. Das Problem dabei: Je länger eine Partie dauert und je weniger Figuren auf dem Brett sind, desto brillanter agiert Carlsen oft.
In Dubai. Austragungsort ist eine Messehalle der Weltausstellung, die dort seit dem 1. Oktober und noch bis am 31. März stattfindet.
Solange wird die Schach-WM aber nicht dauern. Spätestens am 16. Dezember wird sie beendet sein.
Es sind 14 klassische Partien angesetzt. Für einen Sieg gibt es einen Punkt, für ein Remis erhalten beide Konkurrenten einen halben Punkt. Wer am Ende mehr Punkte auf dem Konto hat, ist Weltmeister.
Die Ausrichter haben die Anzahl der Partien auch deshalb von 12 auf 14 erhöht, weil Carlsen und Fabiano Caruana an der WM 2018 das Risiko scheuten und sämtliche 12 regulären Partien unentschieden endeten. Mit der höheren Anzahl Partien hofft man, dass die Spieler dieses Mal etwas mehr riskieren werden, anstatt mit einem Remis auf Nummer sicher zu gehen.
Sollte es dennoch nach 14 Partien unentschieden stehen, wird die WM verlängert. Dann stehen zunächst vier Schnellschach-Partien auf dem Programm, sollte immer noch kein Sieger gefunden sein, folgen maximal fünf Blitzschach-Partien. Als letzte Entscheidung würde eine Armageddon-Partie über den Weltmeistertitel entscheiden.
Einerseits die Siegertrophäe: Sie ist rund fünf Kilogramm schwer und besteht aus Sterlingsilber und Gold sowie den Gesteinen Dolerit und Obsidian.
The FIDE World Championship Cup Dubai 2021 is made of 925 sterling silver with 999 gold plating, dolerite, and obsidian. The item is set with 39 pearls and a diamond.— International Chess Federation (@FIDE_chess) November 24, 2021
The trophy weighing more than 5 kilograms was presented for the first time at @expo2020dubai.#FIDEmatch2021 pic.twitter.com/NbTCevWdrz
Andererseits geht es natürlich auch um viel Geld. Im Pott liegen zwei Millionen Euro. Der Sieger erhält 1,2 Millionen Euro, der Verlierer 800'000 Euro. Sollte die WM erst im Tie-Break entschieden werden, lauten die Preisgelder 1,1 Millionen Euro für den Sieger und 900'000 Euro für den Verlierer.
Man kann der Öffentlichkeit kein Duell zwischen Rocky und Ivan Drago vermitteln, dazu kennen und mögen sich Carlsen und Nepomnjaschtschi zu gut. Der Russe wirkte 2013 in Beraterfunktion im Sekundantenteam des Norwegers mit, als dieser den WM-Titel errang.
Doch egal, wie gut man sich kennt und wie sehr man befreundet ist: Letztlich gilt eine einfache Weisheit, die Nepomnjaschtschi an der Medienkonferenz vor der WM in Dubai wiederholte: «Sobald du am Brett sitzt, gibt es keine Freundschaft.» Klingt immerhin ein bisschen nach Ivan Drago.
Schach ist hoch offiziell eine vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannte Sportart. Olympisch war es nie, die zuletzt angestrebte Aufnahme ins Programm der Sommerspiele 2024 in Paris scheiterte.
Es wird niemand bestreiten, dass es sich bei Schach um eine das Hirn stark fordernde Tätigkeit handelt – es wird daher als Denksport eingeordnet. Die körperlichen Voraussetzungen sind allerdings nicht zu unterschätzen. Magnus Carlsen gilt auch in dieser Hinsicht als herausragend, der Norweger ist topfit. Seine gute Physis hilft ihm dabei, in den entscheidenden Phasen einer Partie konzentriert zu bleiben. Und so ist Schach wohl eben doch mehr als reiner Denksport, sondern eine Verbindung von Körper und Geist.
Über Jan Nepomnjaschtschi schrieb die «NZZ am Sonntag», dass er bezüglich der Fitness als unstabil gelte. Das habe ihn schon manches Turnier gekostet. Allerdings hiess es zuletzt, dass der Russe daran gearbeitet habe und bei ihm in den vergangenen zwei Jahren ein Lebenswandel hin zu mehr Seriosität stattgefunden habe.
Hätte der Angriff auf Torhüter Ivars Punnenovs mit fünf Minuten plus Restausschluss bestraft werden sollten? So wie am Dienstag zuvor das Foul von HCD-Stürmer Enzo Corvi gegen Langnaus Robert Mayer? Die Hockeyrichter haben den Zwischenfall untersucht und kommen zum Schluss: zwei Minuten waren okay. Kein Verfahren. Keine Spielsperre. Ob Ivars Punnenovs am Dienstag in Ambri eingesetzt werden kann, wird am Dienstagvormittag entschieden.