Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/2560

Einführung
Noel Brennan hat in einer retrospektiven Studie mit über 700 Kontaktlinsenträgern den Tragekomfort von Silikon-Hydrogel-Linsen untersucht.1 Die Testpersonen haben einen Monat lang verschiedene Kontaktlinsen getragen. Dabei wurden die Unterschiede im Tragekomfort verschiedener Materialien festgehalten. Diese Daten wurden mit den Materialeigenschaften der Silikon-Hydrogele verglichen, um herauszufinden, ob es hier Beziehungen gibt.
Prof. Noel Brennan über seine Untersuchungen zum Tragekomfort von Kontaktlinsen (Englisch)
Ergebnisse
Es wurde keine Beziehung zwischen dem Dk/t-Wert und dem Tragekomfort festgestellt.2 Nachdem bereits gezeigt wurde, dass die Messung des Dk/t-Wertes nicht geeignet ist, um die Sauerstoffdurchlässigkeit von Silikon-Hydrogelen zu vergleichen, weist diese Studie nun darauf hin, dass der Dk/t-Wert auch keinen Einfluss auf den Tragekomfort besitzt. Vielmehr folgert Noel Brennan, dass eine Silikon-Hydrogel-Linse nach anderen Kriterien ausgewählt werden sollte als nach dem Dk/t-Wert.2
Zwischen dem Tragekomfort und dem Modulus wurde hingegen eine Beziehung festgestellt.2 Diese ist in der folgenden Grafik zu sehen. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Je niedriger der Modulus, desto höher der Tragekomfort.
Der deutlichste Zusammenhang zeigt sich zwischen dem Reibungskoeffizienten (der Oberflächenlubrizität) und dem Tragekomfort.2 Eine Kontaktlinse mit glätterer Oberfläche hatte einen höheren Tragekomfort zur Folge. Prof. Noel Brennan glaubt daher, dass die Oberflächenbeschaffenheit einer Linse das entscheidende Merkmal für deren Tragekomfort ist.2
Es gibt viele Theorien über die Gründe für mangelnden Tragekomfort. Die vorliegenden Ergebnisse tragen jedoch dazu bei, die mögliche Ursache besser zu verstehen. Offensichtlich führt die Interaktion zwischen der inneren Oberfläche des Augenlids und der Kontaktlinsenoberfläche zu mangelndem Tragekomfort.2 Die damit verbundene Symptomatik ist die sogenannte „Lid-Wiper Epitheliopathy“. Darüber hinaus wurde ein starker Zusammenhang zwischen Rötungen dieses Bereiches und dem Tragekomfort festgestellt.3
Prof. Noel Brennan über seine Forschungsergebnisse (Englisch)
1. Brennan N. Contact lens based correlates of soft lens wearing comfort, Optom Vis Sci 2009; 86: E-abstract 90957.
2. Sulley, A. The best CL for my patient. Optician, March 2011; 30-34.
3. Korb, D et al. Lid-Wiper Epitheliopathy and Dry-Eye Symptoms in Contact Lens Wearers. CLAO. October 2002; 28:4 211-216.
Fazit
Materialien aus Silikon-Hydrogel lösen das Problem, die Hornhaut ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Kontaktlinseninduzierte hypoxische Veränderungen gehören damit der Vergangenheit an.
Die Methode der Dk/t-Messung ist nicht länger geeignet, um Materialien aus Silikon-Hydrogel in Bezug auf Sauerstoffdurchlässigkeit und Tragekomfort zu vergleichen. Alle Silikon-Hydrogele sind sehr sauerstoffdurchlässig und alle aktuell verfügbaren Kontaktlinsen erlauben der Hornhaut einen Sauerstoffverbrauch von 100%.
Der Tragekomfort hängt mit dem Modulus und vor allem mit dem Reibungskoeffizienten der Kontaktlinse zusammen. Eine Verbesserung des Tragekomforts resultiert aus einem niedrigeren Modulus sowie Materialien, die eine geringe Reibung aufweisen.
Eine ausgewogene Kombination der Produkteigenschaften ist bei Silikon-Hydrogel-Linsen demnach der Schlüssel zu einem verträglichen und komfortablen Kontaktlinsentragen. Bei der Empfehlung der richtigen Kontaktlinsen ist es hilfreich, auf eine Balance von Modulus und Reibungskoeffizient zu achten.