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Jura Ost und Zürich Nordost: Diese beiden Standorte schlägt die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) für die Lagerung sowohl von schwach- und mittelradioaktiven als auch von hochradioaktiven Atomabfällen vor. Vier weitere Gebiete, die ebenfalls für den Bau eines geologischen Tiefenlagers untersucht wurden, dürften damit vorerst aus dem Spiel sein.
Und so geht die Suche weiter
- Die Nagra muss die sechs potentiellen Regionen sicherheitstechnisch vergleichen und sich für zwei Vorschläge entscheiden (jetzt geschehen).
- Das Ensi und die Kommission für nukleare Sicherheit prüfen die Berichte der Nagra.
- Das BFE nimmt eine Gesamtbeurteilung der geprüften Vorschläge vor.
- 2016 gehen sämtliche Berichte, Gutachten und Stellungnahmen in eine dreimonatige öffentliche Anhörung.
- Bundesrat entscheidet voraussichtlich 2017 über die Standortvorschläge der Nagra.
- Die Nagra nimmt vertiefte Untersuchungen in den zwei Regionen vor und entscheidet sich bis 2020 für eine provisorische Standortwahl und stellt Rahmenbewilligungsgesuche.
- Der Bundesrat entscheidet frühestens 2027 über die Rahmenbewilligungsgesuche. Sein Entscheid muss dem Parlament zur Genehmigung vorgelegt werden und unterliegt dem fakultativen Referendum.
Vielen dürfte ein Stein vom Herzen fallen
Etwas Luft erhalten mit dem Nagra-Entscheid die Menschen um den Jura-Südfuss, in der nördlichen Lägern, am Südranden und am Wellenberg. Die Nagra hatte in einer ersten Etappe insgesamt sechs Standorte identifiziert, welche als Tiefenlager geeignet scheinen.
Alle sechs Regionen wären geeignet
In diesen Gebieten führte sie seit 2011 geologische und sicherheitstechnische Untersuchungen durch. Der Auftrag bestand darin, mindestens je zwei Vorschläge für hochradioaktive sowie für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu präsentieren.
Die vorgelegte Empfehlung der Nagra umfasst nun lediglich zwei Standorte. Beide eigneten sich sowohl für ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle als auch für hochradioaktive Abfälle oder für ein Kombi-Lager, heisst es in einer Mitteilung.
Bei ihren Abklärungen ist die Nagra zum Schluss gekommen, dass alle sechs Gebiete die geforderten geologischen und sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen. Die Standorte Jura Ost und Zürich Nordost wiesen jedoch günstigere Bedingungen auf, als die vier anderen. Sie sollen darum in einer dritten Etappe vertieft untersucht werden.
Das Eidgenössische Nuklearsicherheits-Inspektorat ENSI hingegen will zwar die Vorschläge der Nagra aufnehmen, sich aber selber vertieft mit Sicherheitsfragen zu allen sechs Standorten beschäftigen, erklärt Michael Wieser, Leiter des Aufsichtsbereichs Entsorgung beim ENSI.
Das Volk hat das letzte Wort
Die Berichte und Analysen, auf welche die Nagra ihren Entscheid stützt, werden nun den Bundesbehörden zur Überprüfung und den Standortkantonen zur Stellungnahme unterbreitet. 2016 soll eine öffentliche Anhörung durchgeführt werden. Voraussichtlich Mitte 2017 wird der Bundesrat auf Grundlage aller Ergebnisse entscheiden, ob er den von der Nagra vorgeschlagenen Gebieten zustimmt.
Ein definitiver Standortentscheid soll 2027 fallen. Das letzte Wort hat das Volk.