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Sie werfen dem Unternehmen vor, Vereinbarungen mit dem IS getroffen zu haben, um in den Jahren 2013 und 2014 den Betrieb des Zementwerks in Dschalabija nordöstlich von Aleppo weiterführen zu können. Lafarge habe damit erreichen wollen, dass Mitarbeiter und Lastwagen die Kontrollpunkte des IS in der Region hätten passieren können, hatten mehrere Medien berichtet. Zudem soll Lafarge für den Betrieb des Werks auch noch Öl vom IS gekauft haben.
Die Menschenrechtsorganisationen Sherpa und ECCHR sowie elf ehemalige Mitarbeiter werfen Lafarge deshalb Terrorfinanzierung vor und reichten Klage in Paris ein. Lafarge fusionierte vor einem Jahr mit dem Schweizer Zementkonzern Holcim. Dieser wies die Vorwürfe zurück und leitete eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge in Syrien durch mehrere Anwaltskanzleien ein.
Der Verhaltenskodex von LafargeHolcim schreibe die strikte Einhaltung von geltendem Recht, einschliesslich internationalem Recht, vor. Die Untersuchung werde zeigen, ob die Regeln befolgt worden seien und Anpassungen bei den Abläufen nötig seien. "Wir nehmen Anschuldigungen sehr ernst", sagte Konzernchef Olsen am Freitag in einer Telefonkonferenz zum Investorentag.
WERK GESCHLOSSEN
Der Bürgerkrieg in Syrien hatte die Gegend des Zementwerks in Dschalabija 2013 erfasst. Dabei habe der Konzern stets grössten Wert auf die Sicherheit seiner Mitarbeiter und deren Familien gelegt, teilte LafargeHolcim in einem Communiqué mit. Als der Konflikt in der Gegend im Sommer 2014 eskaliert sei, habe Lafarge einen Plan zur schrittweisen Evakuierung der Mitarbeiter umgesetzt.
Bei der Schliessung des Werks im September 2014 seien noch 30 der ursprünglich 240 Mitarbeiter vor Ort gewesen. Diese habe man sicher evakuiert. Die Löhne seien noch bis Ende 2015 bezahlt worden. Derzeit sei das Werk von ausländischen Spezialkräften der Koalition besetzt, hiess es.
(AWP)