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||2019:

2018:
- Im westlichen Teil des Augstbordgebietes wurden im Winter 2019 wiederholt bis zu vier Wölfe gemeinsam nachgewiesen. Nicht alle konnten genetisch erfasst werden. Der Vergleich mit den Daten des Wolfsgebietes Mittelwallis zeigt, dass es sich mittlweile um ein gemeinsames Wolfsvorkommen zu handeln scheint. Das mindestens vierköpfige Wolfsrudel hat ein Streifgebiet, welches vom Val d'Hérens bis zum Turtmanntal reicht.
- In den Gebieten Augstbord und Mittelwallis wurden 2018 und 2019 drei Individuen genetisch erfasst: M59, F24 und M73. M59 und M73 sind direkt aus den italienisch-französischen Südwestalpen zugewandert, F24 ist ein weibliches (mittlerweile geschlechtsreifes) Jungtier von M59 aus dem 2016er-Wurf mit der mittlerweile verschollenen Wölfin F14. Es ist davon auszugehen, dass das mindestens vierköpfige Rudel aus diesen drei Individuen sowie aus einem weiteren, genetisch noch nicht erfassten Tier besteht. Bei diesem vierten Tier dürfte es sich um ein Jungtier von 2018 handeln. Vermutlich hat das Rudel 2018 jedoch nicht im Augstbordgebiet, sondern im Mittelwallis reproduziert.
2017:
- Auf den Frühlingsweiden gab es 2018 erneut gehäuft Risse an Nutztieren zu verzeichnen. Diese geschahen fast alle in komplett ungeschützten Situationen. Bei den wenigen Angriffen auf vorgeblich geschützte Herden war jeweils ein erhebliches Verbesserungspotential beim Herdenschutz auszumachen. Die Risse wären, ebenso wie alle anderen im 2018, vermeidbar gewesen. Keine Schäden wurden im Sömmerungsgebiet verzeichnet.
- Die Präsenz von vier Wölfen (zwei Rüden, zwei Fähen) im Winter 2018 im Augstbordgebiet wies eine anhaltende Rudelpräsenz nach. Verschiedene Risse im Frühling und weitere Nachweise den ganzen Sommer 2018 über und im Herbst, auch von mehreren gemeinsam lebenden Wölfen, belegen die fortwährende Wolfspräsenz. Eine Reproduktion wurde 2018 nicht nachgewiesen.
2015 und 2016:
- Anfang März 2017 konnte in der Fährte eines Wolfspaares im Augstbordgebiet Läufigkeitsblut nachgewiesen werden. Dies und die Präsenz von adulten Wölfen und Jährlingen im Umfeld der Wurfhöhle im Frühling und Frühsommer 2017 wiesen deutlich auf eine erneute Reproduktion im Augstbordrudel hin. Ein Nachweis für eine erneute Reproduktion konnte aber nicht erbracht werden.
- Trotz fehlendem Nachweis einer Reproduktion im 2017 kann weiterhin von der Präsenz eines Rudels gesprochen werden. Zum einen sind auch in Rudeln Jahre ohne Reproduktion möglich, zum anderen wurde auch im Augstbordgebiet in der biologischen Periode 2017/18 (1.5.2017-30.4.2018) der Nachweis von drei gemeinsam lebenden Wölfen erbracht, womit die Rudeldefinition erfüllt ist. Im Winter 2018 konnten mit M59 und F24 sowie M73 und F24 regelmässig sogar zwei Wolfspaare mit insgesamt vier Wölfen im Gebiet nachgewiesen werden.
- Aufgrund der starken Verbesserungen im Herdenschutz gab es 2017 nur zwei erfolgreiche Wolfsangriffe im Streifgebiet des Augstbordrudels, wovon einer eine geschützte Herde betraf. Dies obwohl im Frühling und Sommer Wölfe nachweislich in den selben Zonen anwesend waren, wo auch Kleinvieh (Schafe und Ziegen) weidete. Für den erfolgreichen Angriff war das neu nachgewiesene Weibchen F28 verantwortlich, das nicht aus dem Rudel stammt. Im Gegensatz zum Vorjahr, als bereits auf den Frühlingsweiden mehrere Dutzend mehrheitlich ungeschützte Nutztiere von den Wölfen gerissen wurden, werden dieses Jahr deutlich bessere Zäune und vermehrt auch Herdenschutzhunde eingesetzt. Keinen Zusammenhang dürfte das Ausbleiben von Rissen hingegen mit dem Regulierungsabschuss vom Dezember 2016 haben, da dieser weder in der Nähe von Nutztieren, noch in unmittelbarer Siedlungsnähe erfolgt ist.
- Im Augstbordgebiet haben sich die ansässigen Wölfe im Jahr 2016 erstmals erfolgreich fortgepflanzt. Somit lebt seither ein Wolfsrudel im Gebiet. Fotografisch und genetisch bestätigt konnten 2016 vier Welpen, drei Fähen und ein Rüde (F22, F23, F24, M72). Die Elterntiere sind M59 und F14. Die junge Fähe F22 wurde Ende Dezember 2016 im Rahmen eines Regulationsabschusses erlegt. F23 wurde im Sommer 2017 im Turtmanntal und im Winter 2018 an mehreren Orten im Augstbordgebiet weiterhin genetisch nachgewiesen. Sei scheint gemeinsam mit ihrem Vater M59 unterwegs zu sein. F24 wurde im Oktober 2017 ausserhalb des Streifgebietes des Augstbordrudels im Mittelwallis zusammen mit M73, mit welchem sie ein Paar bildet, nachgewiesen. Dieses Paar hielt sich im Winter 2018 zumindest zeitweise ebenfalls im Augstbordgebiet auf. Über den Verbleib von M72 ist nichts bekannt. Im Sommer und Herbst 2017 und im Winter 2018 konnte M59 mehrfach genetisch im Gebiet nachgewiesen werden, zusammen mit F23. Von F14 fehlen neuere Nachweise. Dafür konnte im Sommer 2017 mit dem Weibchen F28 ein neu zugewanderter Wolf im Streifgebiet des Rudels nachgewiesen werden, der jedoch weitergezogen ist und im Winter 2018 illegal getötet wurde.
- Im Augstbordgebiet hielten sich bereits zur Ranzzeit im Februar und März 2016 drei bis vier verschiedene Wölfe auf, zwei Weibchen und ein bis zwei Männchen. Drei dieser Tiere wurden genetisch erfasst (F14, F16, M59). Da zur Ranzzeit die beiden Tiere F14 und M59 zusammen unterwegs waren, ist davon auszugehen, dass diese die Elterntiere des Wurfes 2016 sind. Die genetischen Resultate bestätigen dies. Das Weibchen F16 wurde im Februar 2017 im Val d'Anniviers illegal erschossen. Sie bildete zu diesem Zeitpunkt ein Paar mit dem neu eingewanderten Rüden M73.
- Durch die Präsenz von mehreren adulten Wölfen beiderlei Geschlechtes sprachen schon vor dem Reproduktionsnachweis von Ende August 2016 sämtliche Indizien dafür, dass 2016 eine Fortpflanzung stattgefunden hat.