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Fliessende Strukturen
Die charakteristische tropische Landschaft der Region und die besonderen Anforderungen, die sich aus der städtebaulichen Struktur von Haikou ergaben, verlangten nach einer ungewöhnlichen Herangehensweise bei der Gestaltung des Stadions. Harmonisch betteten die Architekten das grosse Bauvolumen in eine neu entstehende Natur- und Kulturlandschaft ein, die sich im Nordosten bis zum Ozean erstreckt. Im Sinne einer Übertragung der fliessenden Strukturen der natürlichen Umgebung auf den Bau führen vier stromlinienförmige Aufgänge die Zuschauer entlang der diagonalen Achsen ins Stadioninnere.
Das Bauwerk fällt in der Gebäudehöhe von Westen nach Osten ab. Diese Asymmetrie ist eine Reaktion auf die besonderen örtlichen Bedingungen. Dadurch werden die wertvollen Plätze auf der Westtribüne maximiert, die sich zum Meer orientiert. Neben der beeindruckenden Aussicht ermöglicht die Form der Arena eine natürliche Verschattung und Belüftung. Die rund 4000 Zuschauerplätze verteilen sich auf zwei Ränge auf der Westseite und einen Rang auf der Ostseite. Im Westteil befinden sich die Einrichtungen für die Sportler und die Medien, im Ostteil die Geschäfts- und VIP-Bereiche. Eine 400 Meter lange Laufbahn umfasst das Spielfeld im Zentrum des Stadions. Auf einem 2 Meter breiten Aussichtsring an den oberen Enden der Tribünen können Besucher das Stadion wie auf einem Panoramaweg umrunden und die Sicht auf die Stadt und das Meer geniessen. Auf der Ostseite befinden sich zwei markante, 60 Meter hohe Masten mit Flutlicht, das bei Veranstaltungen der Zusatzbeleuchtung dient.
Spezielle Dachkonstruktion
Das Tragwerk des Bauwerks muss extremen Witterungsbedingungen wie Taifunen und starkem Regen standhalten. In Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Schlaich Bergermann Partner entwickelte gmp hierfür eine spezielle Dachkonstruktion. Über der Westtribüne überspannt ein halbmondförmiges Membrandach eine Fläche von rund 10 000 Quadratmetern mit 270 Metern Länge und einer Tiefe von 65 Metern. Das transluzente Material der Membran sorgt für Tageslicht im Inneren. Die Dachkonstruktion besteht aus zwei äusseren Druckringen und einem inneren Zugring.
Das Wuyuanhe-Stadion erfüllt die Voraussetzungen des Zweisternestandards für umweltbewusstes Bauen in China. Sein Nachhaltigkeitskonzept sieht unter anderem eine Regenwassernutzungsanlage vor, die das Wasser mit einer Kapazität von über 700 Litern pro Sekunde in ein unterirdisches Becken leitet. In typischer Bauweise für Hainans tropisches Klima sorgt eine atmungsaktive Fassade, für die silberweiss eloxierte Aluminiumlamellen verwendet wurden, auch bei starker Sonneneinstrahlung und feuchtem Wetter für Schatten oder Halbschatten und für angenehme Temperaturen für die Zuschauer. b