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Die Frage, wer behindert ist und wer nicht, kann nicht beantwortet werden, weil alle mehr oder weniger behindert sind. Auch die Frage, ob jemand lebenslänglich schwerstbehindert bleibt, kann nicht beantwortet werden. Wir spielen da nicht Gott; das macht Herr Urbaniok, und das reicht.
Immerhin kann man sich bei der Selbsteinschätzung an gewisse Massstäbe halten. Wer sich als 40-jähriger Erwachsener immer noch wie ein Häfelischüler oder bereits wieder wie ein Zittergreis benimmt, der ist in der Tat erheblich behindert. Auch die Beobachtung von IV-Klienten ist hilfreich; wir sprechen hier aus Erfahrung. Eine «Grundregel» ist zum Beispiel die, wonach mit ansteigendem Invaliditätsgrad auch das Verlangen nach Teigwaren und Coca Cola zunimmt. Dasselbe gilt hinsichtlich der Vergötterung von Haustieren, Smartphones, Autos und Flugzeugen.
Selbstverständlich ist es keine Schande, behindert zu sein. Wer jedoch über das Potenzial verfügt, sich aus seinen Behinderungen hinauszuarbeiten, sollte dieses auch nutzen.