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Das Familienleben der Kantanterers wurde einer erheblichen Belastungsprobe ausgesetzt. Die Eltern, die um den Lehrerberuf aus Überzeugung einen grossen Bogen gemacht hatten, sahen sich gezwungen, dem Nachwuchs Dinge beizubringen, von denen sie bei genauem Hinschauen keine Ahnung hatten. Das entging der Tochter, die ohnehin ziemlich schlau war, nicht, und gekonnt transformierte sie das Homeschooling in ein Selfschooling um, wobei die Elternschaft vom Pädagogen- in den Dienstbotenstand herabgesenkt und einem strengen Betreuungs- und Verpflegungsregime unterworfen wurde. Ihr Bruder hingegen, der zur Freizeitgestaltung bis anhin ins Freie geschickt worden war, entwickelte eine kreative Energie, die der Wohnungseinrichtung einen kaum reparablen Schaden zufügte.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi «Pöschwies» im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.