Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/216713

<h2>SubmittedText<h2><p>SRF strahlte vor wenigen Wochen einen Dokumentarfilm SRF DOK über "Schweizer Grossbanken und die Klimakrise" aus. Er portraitiert unter anderem zwei von CS und UBS finanzierte Firmen: RWE und Diamondback Energy. Letztere ist auf die höchst umstrittene Förderung von Erdöl und Gas durch Fracking fokussiert. Zusätzlich wird berichtet, dass Diamondback Energy überdurchschnittliche Mengen an Gas abfackelt bzw. unverbrannt direkt in die Luft leitet, anstelle es als Energieträger nutzbar zu machen.</p><p>Gemäss dem US-amerikanischen Börsengesetz, dem "Securities Exchange Act", sind institutionelle Investoren mit einem Anlagevolumen über 100 Millionen US Dollars verpflichtet, vierteljährlich offenzulegen, welche Wertpapiere, die an einer US-amerikanischen Börse gehandelt werden, gehalten werden. Die SNB fällt unter diese Berichtspflicht der der "U.S. Securities and Exchange Commission" (SEC). Deshalb ist ersichtlich, dass die SNB in Diamondback Energy investiert ist. </p><p>Die SNB investiert gemäss ihren Anlagerichtlinien nicht in Unternehmen, die unter gewisse Ausschlusskriterien fallen. Einer der Ausschlüsse der SNB bezieht sich auf Unternehmen, die systematisch gravierende Umweltschäden verursachen. </p><p>In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Ist die SNB auch in RWE investiert?</p><p>2. Wie ist die Anlage der SNB in Diamondback Energy mit den eigenen Anlage-Richtlinien zu vereinen, die ein Engagement in Unternehmen ausschliesst, die gravierende Umweltschäden verursachen? Welche Indikatoren respektive Kriterien werden herangezogen, um zu beurteilen, ob ein Unternehmen "systematisch gravierende Umweltschäden" verursacht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat hat keine Kenntnis darüber, ob die SNB Anteile von RWE hält/besitzt. Die SNB macht keine Angaben zur Aufschlüsselung ihrer Finanzanlagen nach Industriesektoren und Einzelfirmen. </p><p>2. Die SNB kommentiert den Ausschluss oder Nichtausschluss einzelner Anlagen nicht. Zur Auswahl der auszuschliessenden Unternehmen überprüft die SNB das ganze Anlageuniversum mittels eines zweistufigen Prozesses. Die erste Stufe umfasst die Sichtung und Verarbeitung von öffentlich zugänglichen Informationen mit dem Ziel, Unternehmen zu identifizieren, deren Aktivitäten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit unter die definierten Ausschlusskriterien fallen. Bei der zweiten Stufe wird für jedes identifizierte Unternehmen eine ausführliche Beurteilung darüber erstellt, ob es ausgeschlossen werden soll oder nicht. Die SNB stützt sich beim Entscheid über den Ausschluss von Unternehmen auf die Empfehlungen von spezialisierten externen Dienstleistern und überprüft ihre Entscheide regelmässig. Im Dezember 2020 hat die SNB das Ausschlusskriterium bezüglich Umweltschäden erweitert, indem sie zusätzlich Klimaaspekte einbezieht. Neu schliesst die SNB sämtliche Unternehmen, die primär Kohle abbauen, aus ihren Portfolios aus. Sie begründet dies damit, dass sich in der Schweiz über die letzten Jahre ein breiter Konsens für den Kohleausstieg herausgebildet habe. Die anderen konkreten Ausschlussindikatoren veröffentlicht die SNB zurzeit nicht. </p>  Antwort des Bundesrates.