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© 1990 Markus Kappeler
Turks- und Caicos-Inseln
(erschienen in der «Flags of the Nations» Stamp Collection)
«Westindien», die Inselwelt Mittelamerikas, gliedert sich in drei Gruppen: einerseits die Grossen Antillen und die Kleinen Antillen, welche das Karibische Meer gegen den Atlantischen Ozean abgrenzen, andererseits die Bahamas, welche sich zwischen der nordamerikanischen Halbinsel Florida und der Antilleninsel Hispaniola hinziehen.
Politisch bilden die Bahamas keine Einheit: Der südöstliche Ausläufer des langgezogenen Archipels mit der Turks und Caicos-Gruppe ist nicht Teil des seit 1973 unabhängigen «Commonwealth of the Bahamas», sondern bildet eine britische Kronkolonie mit dem Namen «Turks- und Caicos-Inseln.» Das kleine Territorium liegt etwa 900 Kilometer südöstlich von Miami (Florida) und 250 Kilometer nördlich von Hispaniola, und es besteht aus 42 flachen Inseln und Sandbänken («Cays») sowie zahllosen Felsklippen mit einer Gesamtfläche von 430 Quadratkilometern.
Einst waren die Turks- und Caicos-Inseln der Schlupfwinkel von Piraten gewesen - See- und Strandräubern, welche mit falschen Seefeuern und Signalen die zwischen der Neuen und der Alten Welt verkehrenden Handelsschiffe und deren Besatzungen ins Verderben lotsten. Diesen Schelmen (engl. «turks») und ihren Barken (engl. «caiques») verdanken die beiden Inselgruppen ihre Namen.
Boas, Flamingos und Mantas
Die Inseln der Turks- wie auch der Caicos-Gruppe bestehen aus porösem Kalk und Kalksandstein, in welchem Niederschlagswasser rasch versickert. Süsswasser ist darum - bei ohnehin geringen jährlichen Niederschlagsmengen (zwischen 500 Millimetern im Südosten und 800 Millimetern im Nordwesten) - an der Oberfläche rar, und die Pflanzendecke entsprechend schütter. Oberirdische Fliess- oder Stillgewässer fehlen gänzlich.
An den windexponierten nördlichen Küsten der Turks- und Caicos-inseln ragen die stark verwitterten Kalkfelsen schroff aus dem Meer auf, während sich an den windabgekehrten südlichen Küsten breite Sandstrände gebildet haben. Im Innern der Inseln ist der Kalkstein grösstenteils durch lockeren Korallensand überdeckt und mit trockener, oft dornenreicher Buschvegetation und Kakteen überwachsen. In den flachen Inselbereichen finden sich mancherorts seichte Salzseen und feuchte Salzwiesen. Die zentralen Caicos-Inseln sind überdies mit einem Netz von Meerwasser-Rinnen durchgezogen - Tummelplätze für Krebse, Krabben und Langusten.
Landsäugetiere haben - von den Haus- und Nutztieren des Menschen abgesehen - keine den weiten Weg vom Festland auf die abgeschiedenen Eilande gefunden. Als einzige grössere bodenlebende Wirbeltiere sind ein bis zu 75 Zentimeter langer Wirtelschwanzleguan und eine etwa meterlange ungiftige Schlankboa auf den Turks- und Caicos-Inseln heimisch.
Reichhaltiger ist demgegenüber die Vogelwelt: 36 verschiedene Arten brüten auf den Turks- und Caicos-Inseln, darunter der Rote Flamingo, der Weissschwanz-Tropikvogel und der Rubinkehl-Kolibri. Jeweils im Frühjahr und im Herbst gesellen sich zu diesen Inselsiedlern noch über hundert verschiedene Durchzügler, welche von ihren nordamerikanischen Brutgebieten «inselhüpfend» in ihre südamerikanischen Winterquartiere (beziehungsweise von da zurück) ziehen. Zu nennen wären etwa der Rotschwanzbussard, die Scharlachtangare und der Baltimore-Trupial.
Die Regierung der Turks- und Caicos Inseln hat Weitsicht bewiesen und in der jüngeren Vergangenheit eine ganze Reihe von Naturschutzgebieten eingerichtet, welche den geschuppten und gefiederten Inselbewohnern das Überleben in unserer modernen Welt erleichtern sollen, so zum Beispiel Round Cay östlich von Grand Turk, Iguana Cay nördlich von East Caicos und Chalk Sound (ein Bin nensalzsee) auf Providenciales.
Äusserst bunt und vielfältig ist natürlich das Leben in den tropisch warmen Küstengewässern der Turks- und Caicos Inseln: Korallengärten von überwältigender Schönheit säumen die untermeerischen Schultern der Inseln und bieten einer verwirrenden Zahl farbenprächtiger Fische Nahrungsgrundlage und Zufluchtsort. Im Küstenbereich halten sich auch oft Karettschildkröten, Adlerrochen und Mantas auf. Und in den Monaten November und Dezember kann man mit etwas Glück Buckelwale durch die Turks Islands Passage ziehen sehen. Sie begeben sich zu den etwas weiter südöstlich gelegenen Silver Banks, wo die trächtigen Walweibchen alljährlich ihre Jungen zur Welt bringen.
Schon vor geraumer Zeit hat die Regierung der britischen Kronkolonie umfassende Gesetze zum Schutz ihrer prächtigen Unterwasserlebewelt erlassen. So dürfen beispielsweise keinerlei Korallen entfernt werden, und auch das Harpunieren von Riffischen ist streng verboten. Nicht zuletzt ihrer erstaunlichen Unversehrtheit wegen gelten die Küstengewässer der Turks- und Caicos-Inseln als ein Geheimtip unter Tauchern.
Nur sieben Inseln sind bewohnt
Die menschliche Bevölkerung der Turks- und Caicos-Inseln umfasst heute rund 8000 Personen und setzt sich hauptsächlich aus Nachkommen ehemaliger Negersklaven zusammen. 65 Prozent der Turks- und Caicos-Bewohner gelten als Schwarze, 35 Prozent als Mulatten. Die Weissen bilden in der Kronkolonie eine verschwindend kleine Minderheit.
Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt auf Grand Turk und Salt Cay, den beiden grösseren Inseln der Turks-Gruppe. Die andere Hälfte verteilt sich auf fünf Inseln der Caicos-Gruppe: South Caicos, Middle Caicos, North Caicos, Providenciales und Pine Cay. Auf East Caicos und West Caicos, welche von 1797 bis ungefähr 1850 ebenfalls bewohnt waren, sind heute lediglich noch halbwilde Rinder zu Hause.
Auf Grand Turk
befindet sich das Verwaltungszentrum der Inselkolonie: Cockburn Town. Es ist eine moderne Stadt. Besonders entlang der Duke Street und der Front Street, den beiden Hauptstrassen, sind aber eine ganze Anzahl schöner altbritischer Kolonialgebäude erhalten geblieben. Viel Betrieb herrscht auf Grand Turk jeweils Ende August, wenn der alljährliche Karneval stattfindet.
15 Kilometer südlich von Grand Turk liegt Salt Cay
, die zweitgrösste Insel der Turks-Gruppe, mit dem Hauptort Balfour Town, einer kleinen Ansammlung von Häusern im bermudianischen Baustil. Auf Salt Cay wurde in der Vergangenheit mit Hilfe des Sonnenlichts und schwarzer Sklaven viel Meersalz gewonnen. Hier und dort findet man noch heute alte «Salzpfannen», Deiche, Schleusen, halbverfallene Windmühlen und andere Zeugnisse aus der Zeit, als auf dem kleinen Eiland eine florierende Salzindustrie bestand.
South Caicos
ist die am stärksten besiedelte Insel der Caicos-Gruppe; ihr Hauptort, Cockburn Harbour, ist die zweitgrösste Stadt der Kolonie. Die Insel besitzt den besten Naturhafen des kleinen Inselterritoriums, und darum befindet sich hier das Zentrum der exportorientierten Fisch-, Hummer- und Meeresschnecken-Industrie. Besonders belebt ist South Caicos jeweils Ende Mai, wenn die populäre «South Caicos Regatta» ausgetragen wird.
Middle Caicos
ist mit einer Fläche von 188 Quadratkilometern die grösste Insel der Kolonie und wird deshalb auch «Grand Caicos» genannt. Eine Sehenswürdigkeit der Insel sind die Conch Bar Caves - riesige, noch kaum erforschte Kalksteinhöhlen mit kühlen, geheimnisvollen Höhlensalzseen und bizarren Stalagmiten und Stalagtiten. Bei der Ortschaft Lorimers befinden sich weitere Tropfsteinhöhlen, die einst - präkolumbianischen Funden zufolge - den Arawak-Indianern als Wohnstätten gedient hatten.
North Caicos
ist die niederschlagsreichste und fruchtbarste Insel der Kolonie. Sie widerspricht der gängigen (und sonst auch durchaus begründeten Information), dass auf den Turks- und Caicos Inseln kaum etwas wächst. Die rund 1300 Bewohner von North Caicos vermögen jedenfalls auf ihrer Heimatinsel Limonen, Papayas, Tomaten, Bohnen und viele weitere Baum- und Feldfrüchte zu ernten. Südlich der Ortschaft Whitby erstreckt sich der Flamingo Pond, ein Binnensalzsee, der einer grösseren Kolonie der recht selten gewordenen Roten Flamingos als Brutstätte dient.
Providenciales
, zumeist kurz «Provo» genannt, ist von der Regierung der Turks und Caicos-Inseln zum Touristenzentrum der Kolonie entwickelt worden. Dies nicht zuletzt seiner besonders prächtigen Strände und wundervollen Korallenbänke wegen. Nebst einem grossen internationalen Flughafen finden sich heute auf Providenciales modernste Hotels und Bungalowdörfer, Segel-, Windsurf- und Tauchschulen, Tennisanlagen, Discos und was das Herz des Touristen sonst noch alles begehrt. Im übrigen wird hier eine der ersten auf kommerzieller Basis arbeitenden Meeresschnecken-Farmen des westindischen Raums betrieben.
Pine Cay
schliesslich ist eine zwischen Providenciales und North Caicos gelegene, lediglich drei Quadratkilometer grosse Insel, die sich in Privatbesitz befindet. Nur 40 Personen wohnen permanent auf der Insel. Sie betreuen den «Meridian Club», eine prachtvolle 12-Zimmer-Ferienanlage, die zu den exklusivsten der westlichen Hemisphäre zählt.
Seeräubernest und Drogenumschlagplatz
Die ersten Bewohner der Turks- und Caicos-Inseln waren Arawak-Indianer gewesen, jene friedfertigen, Äcker bestellenden und Fische fangenden Ureinwohner des karibischen Raums, welche zum einen durch die von Südamerika her einwandernden kriegerischen Kariben und zum anderen durch die von Europa her eindringenden weissen Eroberer immer weiter zurückgedrängt wurden, bis sie schliesslich, um die Mitte des 16. Jahrhunderts, ausstarben. Einige wenige, aber für die Archäologen hochinteressante Siedlungszeugnisse finden sich beispielsweise auf der als Nationalpark ausgewiesenen Fort George Cay westlich von North Caicos oder in den bereits erwähnten Kalksteinhöhlen bei Lorimers auf Middle Caicos.
Für das Abendland entdeckt wurden die beiden Inselgruppen dann im Jahr 1515, und zwar durch den spanischen Seefahrer Ponce de Leon. Mangels fruchtbarer Böden oder anderer nutzbarer Güter wurden sie aber vorerst weder offiziell in Besitz genommen noch besiedelt. Dadurch ergaben sie viele Jahrzehnte lang ein ideales Tummelfeld für allerlei düstere Gestalten, die sich hier als Strand- und Seeräuber betätigten. Vielen spanischen Schiffen wurden damals die Riffe im Süden der Caicos-Gruppe zum Verhängnis, wo der Meeresboden abrupt von 2000 Metern auf 10 Meter aufsteigt. Dass die ansässigen Piraten dabei gerne mit irreführenden Leuchtfeuern ein bisschen nachhalfen, ist kein Geheimnis. «Wrecking», das Bergen von Wrackladungen, war dank der «hauseigenen» Riffe ihr bedeutendster Erwerbszweig.
Im Verlauf des 17. Jahrhunderts liessen sich dann bermudianische Händler auf Grand Turk, Salt Cay und South Caicos nieder. Mit Waffengewalt vertrieben sie zuerst das Seeräuber-Gesindel und importierten dann schwarze Sklaven, deren Aufgabe es war, Meersalz-Gewinnungsanlagen aufzubauen und zu betreiben. Das Salz wurde sodann nach Ber muda und in die britischen Kolonien auf dem nordamerikanischen Festland verkauft.
Während der amerikanischen Revolution im 18. Jahrhundert, als sich die britischen Nordamerika-Kolonien von England lossagten, suchten manche britischen Loyalisten auf den Turks- und Caicos-Inseln Zuflucht. Sie brachten ihre Negersklaven mit und errichteten mit deren Hilfe grossflächige Baumwoll- und Sisal-Plantagen. Für eine Weile verschaffte nun der Export von Baumwolle und Sisalfasern den Turks- und Caicos Inseln eine wirtschaftliche Blütezeit. Doch beide Produktionszweige wurden aufgrund übermächtiger Konkurrenz aus der karibischen Region schon bald unrentabel und mussten wieder aufgegeben werden. Die meisten weissen Pflanzer verliessen daraufhin die Inseln; nur die Salzteiche blieben noch in Betrieb.
Bereits 1766 waren die Turks- und Caicos-Inseln von den Briten in Besitz genommen und der britischen Kronkolonie der Bahamas angegliedert worden. Die Regierung der Bahamas im weit entfernten Nassau war aber bei den Bewohnern der Turks- und Caicos-Inseln von Anfang an unpopulär und es kam zu grösseren Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Lagern. 1874 erfolgte darum der politische Anschluss der Turks- und Caicos-Inseln an Jamaika, das damals ebenfalls britische Kronkolonie war. Kingston, die Hauptstadt Jamaikas, lag zwar ebenso weit entfernt von den beiden Inselgruppen wie Nassau, doch die Turks- und Caicos-Inselbewohner fühlten sich dieser karibischen Kolonie näher verbunden, weil die britischen Schiffe auf dem Weg von England nach Jamaika und zurück regelmässig auf South Caicos Station machten.
Als Jamaika 1962 die Unabhängigkeit erlangte, wurden die Turks- und Caicos Inseln erneut den Bahamas angeschlossen, und als sich 1973 auch die Bahamas selbständig machten, erhielt das kleine Territorium den Status einer eigenständigen britischen Kronkolonie mit (seit 1975) weitgehender innerer Autonomie.
Grossbritannien kümmerte sich in der Folge wenig um seine abgelegene, wirtschaftlich unbedeutende Kolonie. Dies trug wesentlich dazu bei, dass sich die Turks- und Caicos-Inseln in den frühen achtziger Jahren zu einem wichtigen Stützpunkt der südamerikanischen Drogenkartelle entwickeln konnten. Von hier aus liess sich das Rauschgift leicht nach Florida einschleusen. Mit stillschweigender Duldung bestochener hoher Regierungsbeamter fanden zeitweise bis zu zehn Kurierflüge wöchentlich statt. 1985 flog die Sache dann aber auf und es kam zu verschiedenen Verhaftungen: Norman Sanders, der damalige Chef-Minister der Turks- und Caicos-Inseln, wurde in Miami festgenommen und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er nachweislich in Drogenschiebergeschäfte verwickelt gewesen war. Natürlich musste er umgehend von seinem führenden Posten zurücktreten.
Sein Nachfolger im Amt hiess Nathaniel Francis. Doch auch er liess sich alsbald diverse Unregelmässigkeiten in der Amtsführung zuschulden kommen, was 1986 zu seinem Rücktritt führte. Mit ihm zusammen wurden fünf weitere hohe Beamte der Kolonie aus dem Dienst entlassen, darunter Oswald Skipping, der dann aber trotz seiner nicht ganz makellosen Vergangenheit in den allgemeinen Wahlen vom März 1988 zum Chef-Minister der Kolonie ernannt wurde und dieses Amt noch heute bekleidet.
Haupteinnahmequelle ist der Fremdenverkehr
Da auf den Turks- und Caicos-Inseln nur ein kleiner Bruchteil der Landfläche landwirtschaftlich genutzt werden kann, sind Ackerbau und Viehzucht seit jeher einzig für die Eigenversorgung betrieben worden. Wichtigstes Ausfuhrgut war lange Zeit das Meersalz gewesen. Es hatte die Turks- und Caicos-Inselbewohner mit den für den Import von Nahrungsmitteln und Konsumgütern notwendigen finanziellen Mitteln versorgt. 1964 musste die traditionelle Salzgewinnung jedoch eingestellt werden, da mit Meersalz kein Geld mehr zu machen war.
Ein gewisser Ersatz dieses Wirtschaftszweigs ergab sich zwar aus dem Fang von meeresbewohnenden Krusten- und Schalentieren (vor allem Hummer und Fechterschnecken) und deren Export in die Touristenzentren der umliegenden Inselnationen. Trotzdem sah sich die britische Regierung gezwungen, eine Studie in Auftrag zu geben, welche die Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Entwicklung der Turks- und Caicos-Inseln abklären sollte. Die Untersuchung kam zum Schluss, dass sich einzig durch die Förderung des Tourismus die Wirtschaftslage - und damit der Lebensstandard der Bevölkerung - entscheidend verbessern lasse. Schliesslich haben die Turks- und Caicos Inseln dem Urlauber ja einiges zu bieten: Es gibt über 300 Kilometer teils weissen, teils goldgelben Sandstrand. Die jährlichen Niederschlagsmengen sind gering. Die Tagesdurchschnittstemperaturen liegen ganzjährig zwischen 27° und 33° Celsius. Und die Küstengewässer sind erstklassige Tauch- und Windsurfreviere.
Um das Geschäft anzukurbeln und ausländische Investoren zu ermutigen, liess England für viele Millionen US-Dollar einen internationalen Airport errichten, Yachthäfen anlegen und erste Hotelanlagen bauen. Tatsächlich kam der Tourismus alsbald in Schwung: Heute beträgt die Zahl der Gäste etwa 40 000 pro Jahr, die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr belaufen sich auf über 25 Millionen US-Dollar, und rund 2000 Personen, also ein Grossteil der erwerbsfähigen Inselbevölkerung, findet im Tourismusgewerbe Beschäftigung und Verdienst. Die Turks- und Caicos-Inseln stehen unterdessen finanziell «auf eigenen Beinen» und sind kaum mehr auf die Unterstützung durch das britische Mutterland angewiesen, das denn auch die Finanzhilfen an seine kleine Kolonie im Nordatlantik in den letzten Jahren massiv eingeschränkt hat.
Bildlegenden
Cockburn Harbour, an der Südwestküste von South Caicos gelegen, besitzt einen ausgezeichneten Naturhafen, und darum hat diese zweitgrösste Siedlung der Kolonie seit langem Bedeutung als Zwischenstation britischer Handelsschiffe sowie als Standort einer exportorientierten Hummer- und Meeresschnecken-Industrie.
Auf den Turks- und Caicos-lnseln leben zur Zeit etwa 8000 Menschen. Sie sind zum weit überwiegenden Teil dunkelhäutige Nachfahren ehemaliger afrikanischer Sklaven und gehören zumeist protestantischen Religionsgemeinschaften an.
Mit ihren kristallklaren Küstengewässern, den intakten Korallengärten und den feinkörnigen Sandstränden gehören die Turks- und Caicos-Inseln zu den schönsten Bade, Schnorchel- und Tauchrevieren der Welt. Opuntien und andere Kakteenarten weisen auf die hohen Durchschnittstemperaturen und spärlichen Niederschläge hin, welche für das Klima der kleinen Kolonie kennzeichnend sind.
Auf den Turks- und Caicos-lnseln sind einige interessante Zeugnisse britischer Kolonialbauweise erhalten geblieben, die zum Teil bis auf das 16. Jahrhundert zurückgehen. Ein hübsches Beispiel ist das Postgebäude auf South Caicos, vor dem der «Union Jack», die britische Nationalflagge, weht.
Eine nicht unbedeutende Einnahmequelle der Turks- und Caicos-Inselbewohner ist der Fang und Export von Krusten- und Schalentieren; das Geschäft bringt gegenwärtig rund zwei Millionen US-Dollar pro Jahr. «Vote PDM» («Wählt PDM») - der T-Shirt-Slogan bezieht sich auf «People's Democratic Movement», die politische Partei, welche derzeit die Mehrzahl der Sitze im Legislativrat innehat.
Am Rand der Hauptstadt Cockburn Town auf Grand Turk findet man einige stillgelegte «Salzpfannen». Diese künstlich angelegten und mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem versehenen Salzgewinnungsteiche waren lange Zeit eine wichtige Einnahmequelle der Inselbewohner gewesen, wurden aber aus Rentabilitätsgründen in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts aufgegeben.
Im Verlauf der achtziger Jahre wurde der Tourismus auf den Turks- und Caicos-lnseln massiv gefördert und ist mittlerweile zum Hauptwirtschaftszweig der britischen Kolonie avanciert. Bei den Urlaubern beliebt sind allerlei wassersportliche Aktivitäten, so zum Beispiel Segelkurse, wie sie hier der «Club Mediterranee» auf Providenciales durchführt.
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