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Tambürlihaus Trottenstr. 2 + 4
Trottenstrasse 2 und 4
8400 Winterthur
Gemäss der Bauinschrift an den südlichen Flugpfettenbügen* wurde das mächtige Bauernhaus 1563 gebaut. Die Mehrständerkonstruktion** und die originale Dachabdeckung mit Rundziegeln sind gut erhalten. Die historische Nahumgebung ist ebenfalls nahezu vollständig erhalten geblieben.
Der Bautybus einer Mehrständerkonstruktion** war im 16. Jhdt. in der Region gebräuchlich und ist aber heute kaum mehr anzutreffen. Umso wertvoller ist dieses Tambürlihaus in Winterthur-Veltheim. 1994 stand dieses alte Bauernhaus leer und war zum Verkaufe ausgeschrieben. Der neue Besitzer ging bei der anstehenden Renovation in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege mit der Haussubstanz sehr rücksichtsvoll um.
Es wurde 1997 umgebaut. Der ehemalige Wohnteil zusammen mit dem Tenn soll eine Wohnung mit vier Zimmern ergeben. Die bestehende 3-Zimmerwohnung im westlichen Hausteil (ehemaliger Stall) sollte unverändert erhalten bleiben. Die gelungene und stilvolle Renovation stand unter der Leitung von Architekt Markus Jedele.
*: Eine Pfette oder Dachpfette ist ein waagerechter Träger in einer Dachkonstruktion.
**: Die Ständerbauweise ist eine Form des Fachwerkbaus, bei der Ständer durchgehend von der Schwelle bis zum Dach das tragende System eines Gebäudes bilden und gleichzeitig die Seitenwände darstellen.
In den Grundbuchprotokollen lässt sich diese Liegenschaft bis 1704 belegen. Das Haus gehörte einst den Gebrüdern Salomon und Jacob Siegrist. 1705 ging es für 350 Gulden in den alleinigen Besitz von Salomon Siegrist über.
1836 wurde das Haus an der ehemaligen Landstrasse (heute Bachtelstrasse) und dem zu den Äckern und Reben führenden Steig (heute Trottenstrasse) als Hofstatt mit Haus, Scheune, Stall, Schopf, Schweineställe und Krautgarten beschrieben.
Mit dem Kauf des Gebäudes am 21. September 1863 durch den Nachrichten-Tambour Johann Jakob Siegrist-Siegrist erhielt das Haus seinen noch heute geläufigen Namen „Tambürlihaus“. Bis in die erste Hälfte des 20. Jhdt. diente das edle alte Haus als Mehrzweckbauernhaus für Ackerbau, Viehzucht und Rebbau.
Die letzten Landwirtinnen –die Tambour-Marie und die Tambour-Elsi- veräussertes es am 7. Juli 1952. Mit diesem Verkauf ging das Tambürlihaus nach rund 250 Jahren im Besitz der Familie Siegrist in fremde Hände. In der Besitzergeschichte des Tambürlihauses ist auch der ehemals bekannte Gartenarchitekt und Inhaber eines Gartenbaugeschäftes in Veltheim Ernst Meili vermerkt.
Er nutzte das Gebäude als Unterkunft für Saisoniers. Später wurde das Haus nicht mehr richtig unterhalten bis es im August 1994, nach einer Versteigerung, in den Besitz von Ursula Bienz-Schudel kam.