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Rauchverbote im öffentlichen Raum senken die Zahl der Herzinfarkte. Das zeigt nicht nur die 2010 und 2011 veröffentlichten, auf den Kanton Graubünden fokussierten Studien des Bündner Herzspezialisten Piero Bonetti. Auch eine am 2013er Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam vorgestellte nationale Erhebung von Medizinern des Ospedale San Giovanni in Bellinzona kommt zum selben Schluss.
So gab es im Kanton Tessin nach dem Rauchverbot von 2007 ein Fünftel weniger Herzinfarkte eines Typs, der besonders lebensgefährlich ist. In Basel-Stadt, wo es zu jener Zeit kein Rauchverbot gab, blieb die Zahl der Fälle konstant. Die Mediziner führen die Abnahme vor allem auf den Schutz von Nichtrauchern vor dem Passivrauchen zurück.
Ein Fünftel weniger Infarktpatienten
Die Tessiner Ärzte hatten die durchschnittliche Anzahl der jährlichen Spitalaufnahmen wegen einer besonders gefährlichen Form des Herzinfarktes (STEMI) drei Jahre vor und drei Jahre nach der Einführung des Rauchverbots erhoben. Diese verglichen sie mit den entsprechenden Herzinfarktzahlen aus dem Kanton Basel-Stadt.
Das Ergebnis: Im Tessin sind in den drei Jahren nach der Einführung des Rauchverbots gut ein Fünftel weniger Patienten mit dieser Art von Infarkt ins Spital eingeliefert worden. In Basel-Stadt hingegen zeigte sich kein vergleichbarer Effekt.
«Der Rauchstopp senkte das Vorkommen von STEMIs in der Tessiner Bevölkerung deutlich und langfristig», hält Studienleiterin Alessandra Porretta fest. Der Nutzen sei für Frauen über 65 Jahre am grössten gewesen. Gesetze, die den Tabakkonsum und das Passivrauchen reduzierten, seien somit äusserst empfehlenswert.
Weniger Infarkte bei Nichtrauchern
Die Resultate stimmen mit vergleichbaren Resultaten aus anderen Ländern überein. In Bremen gingen die STEMIs nach Einführung der Nichtrauchergesetze in den Jahren 2008 bis 2010 um 26 Prozent zurück – und zwar bei Nicht- oder eben Passivrauchern, wie die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie mitteilte. Bei Rauchern sank die Rate um vier Prozent und in der Gesamtgruppe um 16 Prozent.