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Gallensteine (Cholecystolithiasis)
Was sind Gallensteine und wo entstehen sie?
Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet und in der Gallenblase gespeichert und eingedickt. Von dort aus fliesst sie über die Gallengänge in den Dünndarm. Sie ist für die Fettverdauung im Darm notwendig.
Die Gallenflüssigkeit besteht aus Wasser und verschiedenen Stoffen, die zum Teil nicht wasserlöslich sind: Cholesterin, Calcium und Bilirubin (gelbes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes). Wenn diese Stoffe verklumpen, entstehen Gallensteine. Diese entstehen somit in der Gallenblase und liegen entweder hier oder in den Gallengängen.
Wie häufig sind Gallensteine?
Statistisch gesehen leiden zwischen 5 und 25 % der Bevölkerung an Gallensteinen. Frauen sind dabei häufiger als Männer betroffen.
Was sind Risikofaktoren für Gallensteine?
- fettreiche, zuckerreiche Kost
- Übergewicht
- weibliches Geschlecht
- Schwangerschaft
- Hormonersatztherapien
- genetische Veranlagung
- Alter > 40 Jahr
Welche Symptome können Gallensteine machen?
Viele Patienten habe keine oder nur sehr unspezifische Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen etc.). Ob und was für Symptome auftreten, hängt davon ab, wo die Steine liegen, wie groß sie sind und ob sie Komplikationen verursachen.
Typische Symptome für Gallensteine sind starke, krampfartige und wellenförmig auftretende Oberbauchschmerzen (Koliken). Diese können entstehen, wenn die Gallensteine den Ausgang der Gallenblase oder die Mündung des Gallengangs in den Dünndarm blockieren. Sie können in den Rücken und in die rechte Schulter ausstrahlen.
Bei Steinen im Gallengang kann es zudem zu einer Gelbsucht (Ikterus) kommen, erkennbar an einer gelblichen Verfärbung der Haut und der Augen. Ein Ikterus entsteht, wenn die Steine im Gallengang den Abfluss von Gallenflüssigkeit blockieren. Dann kann der in der Leber gebildete Gallenfarbstoff (Bilirubin) nicht mehr mit der Galle abfließen. Es tritt mehr gelbes Bilirubin ins Blut über und bewirkt so die Verfärbungen. Zusätzlich können der Urin dunkel und der Stuhl hell verfärbt sein.
Welche Komplikationen können Gallensteine machen?
Gallensteine können zu Komplikationen wie zum Beispiel einer Entzündung der Gallenblase (Cholecystitis) oder der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) führen. Das Risiko für Komplikationen durch Gallensteine ist erhöht, wenn bereits typische Beschwerden wie beispielsweise Koliken aufgetreten sind.
Wie wird die Diagnose Gallensteine gestellt?
In einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) erfragt der behandelnde Arzt die Symptome des Patienten. An dieses Gespräch schliesst sich die körperliche Untersuchung an. Die Diagnose wird schliesslich mittels Ultraschall gesichert.
Wenn sich die Steine im Gallengang befinden, kann die Diagnosestellung komplizierter sein: Bei Verdacht auf Gallengangsteine wird ebenfalls ein Ultraschall durchgeführt. Dieser Ultraschall erfolgt aber endoskopisch im Rahmen einer Magenspiegelung . Seltener wird eine sogenannte endoskopisch-retrograde Cholangiografie (ERC) zur Diagnostik durchgeführt. Sie wird meist erst dann angewendet, wenn man sich sehr sicher ist, dass sich Steine im Gallengang befinden, denn bei dieser Untersuchung, kann man solche Steine direkt entfernen. Dabei schiebt die oder der Untersuchende ebenfalls ein Endoskop über die Speiseröhre, den Magen und den Anfang des Dünndarms bis zur Mündung des Gallengangs vor. Hier wird dann ein Kontrastmittel in den Gang gespritzt, um Steine auf dem Röntgenbild sichtbar zu machen. Die beiden letzten Untersuchungen erfolgen selbstverständlich unter Sedation.
Was ist die Therapie von Gallensteinen?
Asymptomatische Patienten müssen nicht behandelt werden. Menschen mit sehr großen Gallenblasensteinen oder mit bestimmten Formen einer Porzellangallenblase (dabei ist die Wand der Gallenblase verkalkt) haben ein erhöhtes Risiko für Gallenblasenkrebs. Dann kann eine Entfernung der Gallenblase auch infrage kommen, wenn keine Beschwerden bestehen.
Die schmerzhaften Koliken werden mit verschiedenen Schmerzmitteln und krampflösende Medikamenten behandelt.
Befinden sich Gallensteine in der Gallenblase, ist eine Entfernung der Gallenblase die einzige Möglichkeit, um schmerzhaften Koliken dauerhaft vorzubeugen.
Was passiert in der operativen Entfernung der Gallenblase?
Gallenblasen werden heute meist im Rahmen einer Bauchspiegelung entfernt, der sogenannten Laparoskopie (Schlüssellochmethode). Bei deiesem Eingriff werden unter Vollnarkose 4 kleine Schnitte (zwischen 0.5 und 1cm) in die Bauchdecke gemacht. Durch diese führt die Chirurgin oder der Chirurg dünne Röhrchen ein, durch die feine Operationsinstrumente bis zur Gallenblase vorgeschoben werden. Um die Gallenblase zu entfernen, ist nur selten eine offene Bauchoperation mit grossem Bauchschnitt nötig – etwa wenn während einer Bauchspiegelung Probleme auftreten.
Wie lange dauert die Genesung?
Meist bleibt man 2 bis 3 Tage im Krankenhaus. In den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff sollte man sich schonen und für etwa vier Wochen schweres Heben und Kontaktsportarten meiden.
Nach einer offenen Operation erholt man sich langsamer als nach einer Bauchspiegelung. Zudem entzündet sich die Operationswunde häufiger.
Kann man ohne Gallenblase leben?
Fehlt die Gallenblase, fließt die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit ohne Zwischenspeicherung direkt über den Gallengang in den Dünndarm. Manche Menschen haben deshalb etwas häufiger und weicheren Stuhlgang als vorher. Dies vor allem in den ersten postoperativen Wochen wenn die Leber das Fehlen der Gallenblase noch nicht „bemerkt“ hat und somit mit der Gallenbildung etwas hinterher hinkt. Es ist jedoch nicht nötig eine Diät einzuhalten. Die meisten Patienten ernähren sich wie vor der Operation.