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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

XIX. Rede
7.
Jeder soll, was er kann, Gott opfern zu jeder Zeit, in jeder Lebenslage nach dem Maße seines jeweiligen Vermögens und der ihm geschenkten Gaben, [S. 395] damit wir alle himmlischen Wohnungen mit lauter Tugenden anfüllen und ernten, was wir gesät haben, bzw. in den göttlichen Scheunen aufspeichern, was wir gearbeitet haben. Der eine bringt als Opfer Geld, der andere seine Armut, der eine seinen guten Willen, der andere die Aufnahme eines gutwilligen Menschen, der eine eine lobwürdige Tat, der andere eine treffliche Idee, der eine ein zeitgemäßes Wort, der andere vernünftiges Schweigen, der eine eine korrekte Lehre und ein unanstößiges Leben, der andere einen willigen und verständigen Gehorsam, der eine eine heilige, von der Welt vollständig trennende Jungfräulichkeit, der andere eine würdige, sich nicht ganz von Gott trennende Ehe, der eine ein bescheidenes Fasten, der andere ein nicht ausschweifendes Genießen, der eine das Verharren im Gebete und in geistigen Gesängen, der andere die Armenfürsorge, alle aber Tränen, Läuterung, Aufstieg und „Streben nach dem, was vorwärts liegt1”.
1: Phil 3,14