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Chariots of Fire (1981)
Die Stunde des Siegers
Chariots of Fire (1981) Die Stunde des Siegers
Oder: Rennen, rennen, rennen - für ihre Majestät, Gott und sich selber!
Harold Abrahams (Ben Cross) kommt an das renommierte Caius College in Cambridge um Jura zu studieren. Die Universität ist berühmt für seine Leichtathleten und Abrahams gelingt es gleich am Aufnahmetag einen Jahrhunderte alten Sprintrekord, der im Innenhof des Unigebäudes ausgetragen wird, zu brechen. Laufen ist für Abrahams die grösste Genugtuung, er gehört zu den schnellsten Läufern Grossbritanniens. Von Ehrgeiz gepackt will der gebürtige Jude es den Aristokraten, von denen er immer wieder Missachtung spürt, zeigen.
Zur gleichen Zeit kämpft der tief religiöse Eric Lidell (Ian Charleson) in Schottland mit anderen Sprintern um Siegeslorbeeren. Seine Schwester hat damit allerdings ihre Probleme, sieht sie doch die Aufgabe, in China eine Mission aufzubauen, gefährdet. Doch Lidell setzt sich mit seiner Überzeugung durch, dass Laufen eine ihm von Gott gegebene Gabe ist. Schliesslich treffen Lidell und Abrahams um den Titel des schnellsten Sprinters Grossbritanniens aufeinander. Abrahams muss dabei seine bisher schmerzlichste Niederlage einstecken.
Als das britische Team für die Olympiade 1924 in Paris einberufen wird, gehören auch Lidell und Abrahams der Mannschaft an. Abrahams setzt auf Professionalität und engagiert einen Coach (Ian Holm), was der Collegeleitung gar nicht gefällt, da traditionsgemäss der Amateursport im Königreich hoch angesehen ist.
Lidell seinerseits bekommt es mit seinem Glauben zu tun, als er erfährt, dass die Vorläufe zum 100m Lauf an einem Sonntag stattfinden. Er muss sich entscheiden ziwschen sportlichem Erfolg oder seiner Religiösität.
DVD-Rating
Chariots of Fire war an den Kinokassen und später bei der Oscarverleihung der grosse und unerwartete Überraschungserfolg. Dort schnappte er Steven Spielberg, der mit Raiders of the Lost Ark ins Rennen ging, die Goldmännchen in den Hauptkategorien Bester Film und Drehbuch weg. Spielberg hat es Hugh Hudson allerdings nicht verübelt und klopfte ihm bei jedem "and the Winner is..." zustimmend auf die Schulter.
Hudsons Werk ist einer der stärksten Sportlerfilme überhaupt. Er kombiniert faszinierende Laufstudien mit einer interessanten Geschichte zweier völlig unterschiedlicher Sportler. Visuell ist der Film ein Genuss! Die packenden Zeitlupenaufnahmen haben viele spätere, ähnlich gelagerte Genrefilme geprägt. Kombiniert mit der modernen Synthesizermusik von Vangelis, die im völligen Gegensatz zur Zeitepoche steht in welcher der Film spielt, ist das Resultat gleichzeitig kraftvoll und elegant. Nie wieder wurde der Laufsport so elegant und packend auf Film gebannt.
Das alles ist verbunden mit den Einzelschicksalen zweier hoffnungsvoller Sportler, für die es nichts Schöneres als das Laufen gibt. Gespielt werden sie von den damals eher unbekannten Ben Cross und Ian Charleson, die nicht nur schauspielerisch überzeugen, sondern auch als Sportler. Neben der physischen Präsenz muss insbesondere Charleson den kuriosen Laufstil (Kopf in den Nacken, Mund weit aufgerissen) Eric Lidells wiedergeben. Ihnen zur Seite stehen der charismatische Ian Holm als Abrahams Trainer, Nigel Havers als Hürdenläufer mit aristokratischen Wurzeln (im Training stellt er zur Kontrolle Sektgläser auf die Hürden) und der grosse John Gielgud in einer kleineren Rolle als Vorsteher des Colleges.
Chariots of Fire ist ein toll gemachter, zeitloser Film, der eines der am schwierigsten umzusetzenden Genres auf ein hohes filmisches Niveau hebt.
Extras: Das Bonusmaterial wird mit einem hervorragenden Making Of eröffnet, in dem sich die Beteiligten an die Dreharbeiten und Produktionsstrapazen erinnern. Danach folgen sieben nicht verwendete und erweiterte Szenen (eine davon beleuchtet die Beziehung von Liddle mit seiner Verlobten, von der im endgültigen Film nichts mehr zu finden ist). In einer kleinen Runde, "Wieder vereint", kommen vergnügliche Geschehnisse aus der Produktionszeit zur Sprache. Der matt wirkende Bildtransfer kann leider nicht überzeugen, was bei einem visuell starken Film sehr bedauerlich ist. Insbesondere Totalen wirken unscharf, ein leichtes Bildwackeln und eine leichte Grobkörnigkeit sind ausserdem zu erkennen. Auch die Tonspur ist nicht überragend, trotz DD 5.1 Mix. Allzu viel passiert im Surroundraum nicht und der Klang ist insgesamt etwas muffig ausgefallen. Die Stimmen der Synchroversion klingen demgegenüber frischer und präsenter.
OutNow.CH:
15.05.2008 / pb
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