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Seine Bodenfläche beträgt etwa 6250 ha. Vom S.-Fuss des eben genannten Schuttkegels der Aare fällt es langsam und gleichmässig
in der Richtung NO.-SW. Mitten in ihm streicht in seiner Längsrichtung von Siselen bis Walperswil ein Hügelzug, der eine
Moräne mit erratischen Blöcken ist und das Grosse Moos im engern Sinn von der Senke Brüttelen-Hagneck-Epsach
scheidet. Eine zweite bedeutende Moränenablagerung findet sich ferner noch zwischen der Molassehöhe des sog. Grossholzes
bei Brüttelen und dem Jolimont.
Der Hauptabschnitt des Grossen Mooses, le Chablais genannt, liegt zwischen dem Murten- und dem Neuenburgersee. Hier wird die
einförmige Ebene nur von den im Landschaftsbild wenig hervortretenden Hügeln des Dählisandhubel und
Islerenhölzli, zwei längst festgelegten Dünenzügen äolischen Ursprunges, unterbrochen. Das Grosse Moos ist ein Torfmoor
und ruht einem lehmigen Untergrund auf, in dem man Reste von mächtigen Eichenstämmen aufgefunden hat, was beweist, dass
diese Gegend nicht immer Sumpf gewesen sein kann.
Entwässerungsarbeiten sind im Grossen Moos vor dem Jahr 1850 kaum vorgenommen worden. Die wenigen Gräben, die man von Zeit
zu Zeit zu öffnen pflegte, verschlammten gewöhnlich bald wieder. Die Ebene wird von keinem nennenswerten fliessenden Gewässer
durchzogen, und nur dem S.-Rand zwischen beiden Seen folgt die Broye. Die Barre zwischen Aarberg und Bühl
bewirkt, dass die Aare, so lange sie über ihren alten Schuttkegel fliesst, das ziemlich starke Gefälle von 1,25‰ aufweist.
Nördl. von Meienried folgt eine weitere Alluvialebene, die beinahe horizontal liegt und den
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Ueberschwemmungen durch die Aare ausgesetzt ist. Ebenso stand einst auch das Grosse Moos bei Hochwasser des Murten- und Neuenburgersees
und bei lange dauerndem Regenwetter unter Wasser, da dieses hier weder einsickern noch abfliessen konnte. Es unterliegt keinem
Zweifel, dass dieses ganze Gebiet zusammen mit seinen Anhängseln (der Ebene zwischen Büren und Solothurn,
sowie
den Senken von Brügg und Hagneck) einst einen einzigen grossen See gebildet hat, der sich vom Mormont bis Solothurn
dem Jurafuss entlang
zog.
Die allmählige Ausfüllung dieses Sees begann während der verschiedenen Vorstoss- und Rückzugsphasen der diluvialen Gletscher
und wurde nach dem Ende der Eiszeit durch die Anschwemmungen der verschiedenen Flüsse, in erster Linie
der Aare, soweit fortgesetzt, dass als Reste schliesslich nur noch die drei heutigen Seen erhalten geblieben sind. (S. die
Art. Neuenburgersee und Seeland). Als unmittelbar nach der Eiszeit die grosse Stirnmoräne des Rhonegletschers bei Solothurn
das Wasser
der Aare aufstaute, hatte sich der genannte ursprüngliche See mit einem merklich höheren Wasserstand
von neuem gebildet.
Dieser Zustand war jedoch nur von kurzer Dauer, da mit zunehmender Durchsägung der Moränenbarre bei Solothurn
einerseits und durch
das Abschmelzen des beim Mormont momentan vorhandenen Gletscherdammes andererseits das Wasser des Sees rasch wieder abfloss
und den jetzigen Umfang der drei Seebecken wiederherstellte. Längs den Ufern derselben haben sich seiner
Zeit die Pfahlbauer angesiedelt; Reste ihrer Bauten sind nahe Port bei Nidau in einer Tiefe von 2,3 m unter der oberflächlichen
Torfschicht, bei der Zihlbrücke in 5 m Tiefe und bei St. Johann aufgefunden worden.
Aus der Lage dieser Pfahlbauten lassen sich zwei wichtige Schlüsse ziehen: 1. muss der Seespiegel zu
jener Zeit merklich (etwa um 4,5 m) tiefer gelegen haben als der Spiegel der Seen vor der Juragewässerkorrektion und zugleich
immer noch um 2 m tiefer als bei heutigem Hochwasserstand;
2. muss der Bielersee damals noch um ein gutes
Stück weiter nach S. gereicht haben als jetzt. Es ist also seit der Zeit der Pfahlbauer der Wasserspiegel langsam um mehrere
Meter höher gestiegen, und zwar fand dies noch während der Römerzeit statt, wie dies durch Strassenreste bewiesen wird,
die heute von Alluvionen bedeckt sind und an mehr als einer Stelle sogar noch unter Wasser liegen.
Einen
sichern Beweis für diesen Umstand liefern auch die auf der kleinen Ile des Lapins im Bielerseeunter Wasser aufgefundenen Reste
von römischen Bauten. Wenn wir ferner in den einstigen Römersiedelungen des Mittellandes Bausteine aus Steinbrüchen am Jurafuss
finden, so geht daraus hervor, dass die Römer auf der Zihl und Aare, von einem der Seen in den andern und
weiterhin Waren transportiert haben. Um aber diese Schiffahrt zu ermöglichen, mussten schon sie darauf bedacht gewesen sein,
den Wasserstand dieser Flüsse durch Anlage von Schleusen zu regulieren.
Und in der Tat haben sie es versucht, den damals noch einen kleinen See bildenden Sumpf von Hagneck dadurch
trocken zu legen, dass sie einen - allerdings nicht ganz vollendeten - unterirdischen Stollen durch den Hügelrücken von
Täuffelen-Hagneck trieben. Aus den Grössenverhältnissen dieses 2,5 m hohen und 1,3 m breiten Tunnels lässt sich schliessen,
dass damit vielleicht auch noch eine teilweise Ablenkung der Aare geplant war. Es hat sich also der allgemeine
Wasserspiegel zum Teil noch in
der nachrömischen Zeit erhöht.
Andererseits aber zeigen uns Weizenvorräte, die bei Altreu westl. von Solothurn
unter dem Spiegel der Aare aufgefunden worden sind, dass
ein grosser Teil unseres Gebietes (mit Ausnahme des kleinen Sees von Täuffelen) einst auch bei Hochwasser
trocken liegen musste, und die dem Torfmoor aufgesetzten äolischen Sanddünen zwischen Ins und Gampelen zeugen sogar dafür,
dass das Land kurz nach der Glazialzeit den Charakter einer Sandwüste gehabt hat. Wie erklärt sich nun dieses Ansteigen
des Wasserspiegels, das die Bildung eines Sumpfes von mehr als 6000 ha Fläche zur Folge hatte, den dann
der Mensch nachher unter Aufwand so hoher Kosten der Kultur wieder zurück erobern musste? Der Grund liegt einfach in den
Anschwemmungen der dieses Gebiet durchziehenden Flüsse, unter denen die Aare in erster Linie zu nennen
ist.
Die Wasser der von Oeltigen an in gemeinsamem Bett fliessenden Aare und Saane führen eine Unmenge von Geschieben mit sich, woraus
eine Erhöhung der Flusssohle und damit sowohl häufiges Uebertreten des Wassers über die Ufer als zugleich auch eine gelegentliche
völlige Verschiebung des ganzen Flusslaufes folgt. Auf diese Art ist die mehrere Kilometer breite Ebene
zwischen Büsswil, Brügg und Solothurn
beträchtlich erhöht worden, zu welcher Erhöhung auch die Emme dadurch noch kräftig beigetragen
hat, dass sie die Aare unterhalb Solothurn
oft zurückgestaut hat.
Die Zihl wurde bei Brügg bedeutend gestaut und so am Ausfliessen gehindert. Dieser ganze Vorgang musste
natürlich auch den Wasserstand der drei Seen heben, da nur unter dieser Bedingung die Zihl im Stande war, ihr Wasser abzuführen.
Schon früher hatten übrigens die Schuttablagerungen der Schüss der Zihl ihren möglichen Lauf durch die Senke von Mett-Pieterlen
abgeschnitten. Nachdem dann die den Status quo aufrecht erhaltende Tätigkeit der Römer mit dem Fall
ihrer Herrschaft erloschen war, veranlassten die für mehrere Jahrhunderte sich selbst überlassenen Gewässer eine allmählige
Versumpfung des Seelandes, die dessen Urbarmachung durch eine neue Zivilisation zu einem sehr schwierigen Unternehmen gestaltete.
In der Gegend von Studen (dem Petinesca der Römer) hatte sich unterdessen der Aarelauf nach N. verlegt
und bei Brügg mit einem Arm der Zihl vereinigt, und zugleich war auch der Wasserstand der drei Seen derart gestiegen, dass
die dazwischen liegenden Landstriche beinahe völlig unter Wasser lagen.
Der Neuenburgersee reichte jetzt bis in die Nähe von Orbe und der Murtensee bis Avenches. Eine der ersten
Arbeiten der Kolonisten der burgundischen Epoche bestand darin, die Aare nach N. abzulenken, wodurch sich die Spiegel der Seen
wieder soweit senkten, dass der tiefere Abschnitt des Grossen Mooses, das sog. Chablais, als Viehweide benutzt werden konnte.
Für die günstigen Verhältnisse jener Zeit zeugen die Stiftung des KlostersSt. Johann (1091) und die
Gründung von Schloss und Stadt Nidau (1242 und 1338) mitten im Moos. Nachher ist dann aber der Wasserspiegel durch den Einfluss
der Emme einerseits und die Flussanschwemmungen im Gebiet der Vereinigung von Zihl und Aare andererseits gestiegen, so dass
wir aus dem 16., 17. und besonders 18. Jahrhundert zahlreichen Klagen darüber begegnen. Es ist von hohem
Interesse, die Geschichte der Versuche zu verfolgen, die diesen bejammernswerten Zuständen abhelfen sollten. Ein schon zu
Beginn des 18. Jahrhunderts aufgetauchtes Projekt, die Schlinge der
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