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72 mit Patienten mit einer diagnostizierten Zöliakie (Gebewebeprobe positiv) wurden befragt.
35% der Teilnehmer wiesen in ihrer Krankengeschichte psychische Störungen wie Depressionen, Persönlichkeitsveränderung oder Psychosen auf.
Etwa ein Drittel der Teilnehmer gab an, unter Migräneattacken zu leiden. Bei den meisten von ihnen waren die Migräneattacken nach einer strikt eingehaltenen glutenfreien Diät in der Häufigkeit und Heftigkeit deutlich weniger.
20% der Teilnehmer litten unter einem Karpaltunnelsyndrom (Gefühlsstörungen im Handgelenk aufgrund einer Nerveneinklemmung im Handwurzelbereich).
Atypische neurologische Ereignisse wie Störungen in der Bewegungskoordination (Ataxie) beklagten 6%; 6% klagten über Schwindelsymptome und etwa ein Drittel klagte über Gehschwierigkeiten, und zwar nicht ausgehend von einer Ataxie. 14% gaben an, unter Blasenstörungen zu leiden.
Inwiefern eine Glutenunverträglichkeit neurologische Störungen provoziert, ist den Experten nicht klar. Sicher ist, dass die wenigsten Zöliakie-Patienten unter Vitaminunterversorung leiden und auch sonst keine nahrungsspezifischen Defizite aufweisen. Dennoch seien Zusammenhänge zwischen einer Zöliakie und neurologischen Störungen nicht von der Hand zu weisen; zumal eine strikte glutenfreie Diät die Beschwerden meistens lindere.
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Mov Disord. 2009;24:2358-2362
18.01.2010