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Das Ziel der Krebs-Immuntherapie besteht darin, das Immunsystem zu stärken und die Krebszellen gegenüber dem Immunsystem sichtbarer zu machen. Entweder, indem das Immunsystem als Ganzes stärker aktiviert und geschärft wird. Oder durch das Markieren der Krebszellen, zum Beispiel mit Hilfe von monoklonalen Antikörpern – ein interessanter und bereits erfolgreich eingeführter Ansatz (siehe dazu Kapitel „Monoklonale Antikörper“). Die monoklonalen Antikörper binden spezifisch an die Krebszelle, markieren diese ähnlich einer roten Flagge, und geben diese Zelle damit gegenüber dem Immunsystem zum Abschuss frei.
Voraussetzung, um eine solche rote Flagge setzen zu können, ist ein sogenanntes Tumorantigen. Das ideale Tumorantigen ist ein Molekül, das ausschliesslich an der Oberfläche von Krebszellen vorkommt, nicht aber auf der Oberfläche von gesunden Zellen – ein Alleinstellungsmerkmal von Krebszellen sozusagen. Zu diesem Tumorantigen könnte man dann im Labor den passenden monoklonalen Antikörper entwickeln, der an dieses andockt und die Krebszelle markiert. Alle Krebszellen würden zerstört, alle gesunden Körperzellen blieben unangetastet. Nebenwirkungen: fast keine.
Das Problem ist, dass es das perfekte Tumorantigen nicht gibt. Es sind heute etwa 2000 verschiedene Tumorantigene bekannt (z. B. CD19, siehe Tabelle), aber keines von ihnen kommt ausschliesslich bei Krebszellen vor, sondern stets auch auf gesunden Zellen. Es ist eine Frage der Häufigkeit: Tumorantigene kommen auf Krebszellen häufiger vor als auf gesunden Zellen. Trotzdem bedeutet das, dass auch gesunde Zellen angegriffen werden, was Nebenwirkungen auslösen kann. Dies ist ein Grund, weshalb viele klinische Studien mit Immuntherapien scheitern.