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Mit der ersten tragbaren Nähmaschine Elna hält in den 1940er-Jahren die Maschinenästhetik Einzug in den modernen Haushalt. Wie die Maschinen in der Industrie hat die Elna einen Freiarm, der das Nähen von Ärmeln oder Hosenbeinen erleichtert.
Der spanische Feinmechanik-Ingenieur Ramon Casas Robert (geb. 1905) wollte die Vorteile der pedalbetriebenen Nähmaschine seiner Mutter mit denen von elektrisch angetriebenen Nähmaschinen mit Freiarm aus der Industrie verbinden. Um den Wirren des spanischen Bürgerkriegs zu entgehen, emigrierte er Ende der 1930er-Jahre in die Schweiz und arbeitete in seinem Genfer Hotelzimmer am Prototyp einer portablen, elektrischen Nähmaschine mit Freiarm. Die in der Rüstungsindustrie tätige Genfer Firma Tavaro S.A. übernahm Casas Patente, denn sie wollte ihre Produktepalette in den zivilen Bereich ausdehnen. Sie konnte die Nähmaschine am Fliessband im Austauschbau herstellen, ein in der Waffenfabrikation übliches Herstellungsverfahren. 1940 führte Tavaro die Elna als Weltneuheit ein und bewarb das Produkt gezielt für die moderne Hausfrau. Als erste tragbare Nähmaschine mit Freiarm konnte sie platzsparend im Koffer aufbewahrt und leicht aufgebaut werden. Der Kofferdeckel wurde zum Nähtisch, eine eingebaute, blendfreie Leuchte vervollständigte den temporären Arbeitsplatz. Das ungewöhnlich kantige Gehäuse und die Farbe der Nähmaschine entsprechen einer Maschinenästhetik. Die einzelnen Gerätefunktionen lassen sich ablesen: Lüftungslamellen zeigen das Motorgehäuse an, der Kunststoff-Riemen den Antrieb. Der verschiebbare Hebel zur Stichlängenregulierung sowie der ausklappbare Kniebügel sind klar von der Form abgesetzt. Die beweglichen Teile sind verchromt und reflektieren das Licht, der Körper hingegen ist in einem für die Augen angenehmen Industriegrün lackiert und wirkt in sich ruhend und stabil. (Renate Menzi)