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Nicht immer vor aller Augen und Ohren – Grossratssitzungen sind erst seit 1833 öffentlich
Zum Kern einer Demokratie gehört die öffentliche Debatte im Parlament. In Basel durften erstmals 1798 ganz normale Leute im Rathaus mithören, dies jedoch nur für zwei Monate. Danach schlossen sich die Ratstüren wieder – bis 1833.
In den ersten Jahrhunderten ihres Bestehens entscheiden der Kleine Rat (damalige Regierung) und der Grosse Rat nach eigenem Gutdünken, was das Volk draussen vom Verlauf der Ratsverhandlungen drinnen wissen darf. Und in der Regel ist dies wenig bis nichts. Nur die städtischen Räte haben Zugang zu den Sitzungen im Rathaus und zu den Sitzungsprotokollen.
Premiere am 6. Februar 1798
Im Zuge der französischen Revolution fordern jedoch auch in Basel liberale Kräfte ein demokratisches Gesicht für die Stadt. 1798 löst eine «Nationalversammlung» von städtischen und ländlichen Volksvertretern den Grossen Rat als kantonales Parlament ab. An dessen konstituierender Sitzung vom 6. Februar 1798 dürfen erstmals in der Basler Geschichte ganz normale Leute hören und sehen, was in einem Parlament geschieht.
Wie der Grosse Rat heute stellt die Nationalversammlung dem Publikum eigene Sitzplätze zur Verfügung (hinten im damaligen Saal, eine Galerie gibt es nicht) und publiziert die Protokolle ihrer Verhandlungen in gedruckter Form. Die Öffentlichkeit ist auch durchaus präsent: So berichtet die Zeitung «Neue Oberrheinische Mannigfaltigkeiten» aus der Basler Politik. Ganz wohl ist es den Volksvertretern nicht immer mit dem Volk im Nacken. Als ein Gerücht durch die Stadt geht, es drohe ein militärischer Angriff, stürmt eine erregte Menge den Grossratssaal.Weiterlesen ...