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Was bedeuten Psychotherapie und psychotherapeutisches Heilen? Welche Faktoren bewirken Heilung, und wie zeigt sich die Heilung im Verhalten der Menschen?
Die Menschen agieren ihre Schwierigkeiten in die psychotherapeutische Behandlung bzw. in die psychotherapeutische Gruppe hinein, sei es nun in der Einzeltherapie oder in der Gruppentherapie. Sie versuchen, ihre spezielle "Psychodynamik", ihre "Gruppendynamik im Kopf", in der Therapie durchzusetzen. Indem sich der Psychotherapeut bzw. die Psychotherapeutin, in der Psychotherapie oder in der Gruppe in Verbindung mit den gesunden Anteilen der fortgeschrittenen Gruppenmitglieder, gegen dieses Ansinnen stemmen, die persönliche Psychodynamik der Teilnehmer analysieren bzw. interpretieren und alternative, erfolgversprechendere Reaktionsweisen entgegensetzen, werden die betreffenden Menschen gezwungen, neues Verhalten zu erproben. Diese neuen Erfahrungen in der Einzeltherapie oder in der Gruppe sind es, die nach einiger Zeit und unzähligen Wiederholungen zu neuen Erlebnis- bzw. Reaktionsmustern, zu einer "korrigierten Psychodynamik" internalisiert werden. GRAWE et al. (1994) bezeichnen diese "Muster" in Anlehnung an PIAGET (1981) als "Schemata". Diese werden als grundlegende Organisationseinheiten des Verhaltens aufgefasst, die sich in der Auseinandersetzung des Individuums mit der Umwelt herausbilden. Im Gegenzug formen diese "Schemata" die Interaktion mit der Umwelt. "Heilung" bedeutet also, dass sich die "korrigierte Gruppendynamik im Kopf", diese veränderten "verhaltensorganisierenden Schemata", auf alle späteren Gruppen übertragen, dass sich die Gruppenmitglieder angepasster, echter, ihrer Individualität und Identität entsprechender in allen Gruppen des Lebens verhalten und daraus mehr Lebensfreude, Lust und Anerkennung gewinnen können.