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Die Gründung der Projektgesellschaft Visaginas Nuclear Power Plant AB durch die LEO LT ist ein weiterer Schritt zum Ersatz des Kernkraftwerks Ignalina und zur Schaffung neuer Stromerzeugungskapazität im Baltikum. Neben der litauischen Lietuvos Elektros Organizacija AB (LEO LT) beteiligen sich am Projekt die lettische AS Latvenergo, die estnische Eesti Energia AS und die polnische Polska Grupa Energetyczna SA. Geplant ist der Bau zweier Blöcke mit einer Gesamtleistung von bis zu 3400 MW. Sie sollen ab 2015 ans Netz gehen.
UVP in Arbeit
Der Standort des neuen Kernkraftwerks ist noch nicht endgültig bestimmt. Mehrere Varianten werden im Rahmen der laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) evaluiert. Das Ergebnis soll im Februar 2009 vorliegen. Im Vordergrund steht offenbar der bestehende Standort Ignalina. Dieser ist nach seinem Standortbezirk im Osten des Landes benannt. Für die neue Projektgesellschaft hat die LEO LT den Namen Visaginas nach der Satellitenstadt gewählt, die 1975 beim Bau des Kernkraftwerks Ignalina für die Mitarbeiter gegründet wurde.
An der im Mai 2008 konstituierten LEO LT ist der litauische Staat zu 61,7% und die NDX Energija - ein Unternehmen des grössten litauischen Privatkonzerns, der Vilniaus Prekyba Grupe - zu 38,3% beteiligt. Der Zweck der Holding ist die Finanzierung von Projekten zur Sicherung der litauischen Stromversorgung. Dazu gehören der Ausbau des Transportnetzes, seine Anbindung an Nord- und Westeuropa sowie ein neues Kernkraftwerk. Block 1 des Kernkraftwerks Ignalina mit der exsowjetischen RBMK-Technik wurde gemäss dem Beitrittsabkommen Litauens zur Europäischen Union bereits Ende 2004 stillgelegt, Block 2 soll Ende 2009 folgen.
Quelle
P.B. nach Lietuvos Energija, Dokumentation, und World Nuclear News, 30. Juli 2008