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Meereszwicken... ein Versuch von Anna Veen.
Ein Science Fiction zum Thema Big Data? Nichts einfacher als das. Big Data, daraus besteht die Zukunft. Aber in drei Minuten einen Text schreiben, der die oben abgebildeten, zufällig gewürfelten Icons als Worte enthält?
Ich sitze am Strand meiner einsamen Insel unter einer Palme in meinem Liegestuhl, das Smartphone in der Hand und warte darauf, dass es mit mir kommuniziert. Mir mitteilt, wann meine Haare trocken sind. Oder mir meldet, dass es zu kalt ist, um draussen zu sitzen. Oder zu dunkel. Oder dass meine Haut von der Sonne überreizt ist.
Mit jedem meiner Herzschläge übermittelt mein Smartphone Daten. Nicht einzelne Tropfen, wie bei einem undichten Wasserhahn. Nein, sie strömen, Gigabyte für Gigabyte strömen meine Daten. Meine Körpertemperatur, der Blutdruck, der Hautwiderstand und ihre Feuchtigkeit in Echtzeit. Mein Blutfettwert und der Fettanteil meines Körpergewebes. Der Seratonin- und Adrenalinspiegel, Östrogenwerte und die anderer Hormone.
Das Tablet, auf dem ich surfe, sammelt die Begriffe, die mich interessieren. Speichert die Texte, die ich lese. Und wie lange mein Blick auf welchen Wörtern in dem Text ruht. Und die Stelle, an der ich den Text wegklicke. Was ich höre, rieche, sehe, spreche, wie ich mich bewege, all das wird digitalisiert und fliesst in einem dicken Strom gen Ozean.
An einem weit entfernten Ufer macht ein neuer Barkeeper von sich reden. Er ist der Beste weit und breit. Mit seiner Kelle schöpfte er aus dem Ozean und füllt unterschiedlichste Gläser. Longdrink Gläser, Martinigläser, Champagnerkelche. Seine Cocktails sind für ihre erlesenen Zutaten bekannt. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, für den Besitzer vom Jeansshop, für den Versicherungsagenten, den Hausarzt, für das statistische Bundesamt, den Nachrichtedienst und für den kleinen Diktator. Mit jedem der Cocktails trifft der clevere Barkeeper, der früher mal als Mathematiker seine Brötchen verdiente, den Geschmack seines Gastes so zielsicher wie der Profigolfer das Loch beim Putten aus einem Meter Entfernung und verdient sich eine goldene Kelle.
Und ich? Ich will aufstehen, will weg vom Meer, in dem es zunehmend zwickende Krebse geben soll. Denn ich bin ein kleiner Feigling.
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Zugegeben, ich brauchte etwas mehr als drei Minuten.
Versuchen Sie es auch einmal. Und schreiben Sie Ihren Icon Poetry direkt ins Kommentarfeld.
Unter den Teilnehmern wird ein Buch aus der "Doris Hauser" Reihe von Anna Veen verlost.