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Prof. für Hydraulik und Wasserbau
Die drei Bäche Loch-, Oeschweid- und Halteweidbächli verursachten in der Vergangenheit immer wieder Probleme. Die Fliessgewässer werden offen geführt, ab dem Beginn des Siedlungsgebiets sind sie jedoch eingedolt. Die bescheidenen Rinnsale schwellen bei starken Gewittern rasant an, und da die vorhandenen Leitungsquerschnitte ungenügend sind, kommt es bereits bei kleinen Hochwasserereignissen zu Rückstau mit Überflutungen und Übersarungen.
Eine Studie soll Lösungen zum Beheben dieser Hochwasserproblematik bringen. Für jedes der zwei Einzugsgebiete (Loch- und Oeschweidbächli gehören zusammen zu einem Einzugsgebiet) wurde eine Bestvariante gewählt, die alle relevanten gesetzlichen, technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien berücksichtigt. Die Studienergebnisse dienen nun als Entscheidungsbasis für das weitere Vorgehen.
Projektgrundlagen
Für die Projektierung standen die Gefahrenund Intensitätskarten sowie der Ereigniskataster zur Verfügung, das Berechnen der hydrologischen Abflussdaten des Loch- und Oeschweidbächli erfolgte mit dem Programm HAKESC H des Bundesamts für Umwelt.
Vorgehen
Die Vorgaben von Bund und Kanton definierten in den zwei Gebieten die Schutzziele: Als A usbauwassermenge war ein 100-jährliches Hochwasserereignis (HQ100) anzunehmen. Eine Schwachstellenanalyse zeigte im Vergleich mit den vorhandenen Abflusskapazitäten (die kleiner als das 10-jährliche HQ10 sind) erhebliche Schutzdefizite im Siedlungsgebiet. Das Kernelement der Projektarbeit war ein Variantenstudium für die G efahrengebiete «Weier» (mit Lochund Oeschweidbächli) und «Häusernmoos» (mit Halteweidbächli) mit den möglichen Lösungsansätzen «Rückhalt», «Gerinneausbau», «Entlastung » und «Objektschutz».
Ergebnisse
Um die Bestvariante für jedes Gefahrengebiet zu ermitteln, untersuchte man neben der technischen Machbarkeit die Auswirkungen auf die verschiedenen Nutzungen und auf die Interessengruppen. Zur Abschätzung der Finanzierbarkeit führte man auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen durch. Der Entwurf der jeweiligen Variante berücksichtigt zudem die ökologischen Kriterien wie Gewässerraum, Längs- und Quervernetzung und bewertet diese im Variantenvergleich qualitativ.
Der Vergleich im Gebiet «Weier» zeigte, dass die Variante «Objektschutz» die beste Wirkung erzielte. Die gefährdeten Objekte im Überflutungsgebiet kann man mit verschiedenen Massnahmen wie Schutzdämmen und -mauern, Terrainanpassungen sowie Massnahmen an den Gebäuden schützen. Damit lässt sich ein Hochwasser kontrolliert abführen, ein Ausbau der bestehenden Gerinne und deren Eindolen ist nicht notwendig. Diese Variante setzte sich aus technischer und wirtschaftlicher Sicht gegen die Varianten «Entlastungsleitung» und «Offenlegung» durch.
Im Gebiet des Halteweidbächlis steht nach Abschluss der Studie eine Offenlegung des Gerinnes im Vordergrund. Im vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Gebiet steht der dafür notwendige Raum für das Fliessgewässer in genügender Menge zur Verfügung, und die bestehenden Strassen- und Bahnanlagen können mit entsprechend dimensionierten Wellstahldurchlässen unterquert werden. Eine mögliche Alternative zur Offenlegung des Gerinnes hätte im Bau eines Rückhaltebeckens bestanden (Abb. 01). Infolge der Lage des Beckens direkt oberhalb des Siedlungsgebiets und der Problematik im Überlastfall fällt das Becken unter die Stauanlagenverordnung des Bundes. Das darin geforderte Bemessungshochwasser HHQ1000 führt zu einem Stauvolumen von 28 000 m3 und damit zu einem entsprechend grossen Bauwerk. Aus wirtschaftlichen Gründen verwarf man diese Variante.