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Hunde sind die besten Freunde des Menschen – und ein Leben ohne Hund ist möglich, aber nicht erstrebenswert. Wer’s nicht glaubt, kennt folgende sieben Geschichten der mutigsten vierbeinigen Helden nicht.
Togo – der Langstreckenläufer
Im Winter 1925 brach in der abgelegenen Hafenstadt Nome, Alaska, die Diphtherie aus – und bedrohte das Leben von rund 10’000 Menschen. Zwar existierte ein Serum – doch ein Blizzard verhinderte den Lufttransport und der nächstgelegene Bahnhof, in Nenana, lag 674 Meilen entfernt. In der Not wurde eine Schlittenhundestaffel aus 20 Teams zusammengestellt – und diese transportierte das lebensrettende Serum in nur fünfeinhalb Tagen nach Nome. Lange Zeit galt Leithund Balto, der die 53 Meilen lange Schlussetappe lief, als Held der Stunde. Doch später fanden Historiker heraus: Der Musher Leonhard Seppala und sein Siberian-Husky-Rüde Togo legten gesamthaft unglaubliche 264 Meilen zurück! Heute erinnert eine Statue im Seward Park in New York an Togo und 2019 wurde seine Geschichte im Disney+-Streifen Togo verfilmt – mit Togos direktem Nachfahren Diesel und Willem Dafoe als Leonhard Seppala in den Hauptrollen.
Todd – der lebende Schutzschild
Der Golden-Retriever-Rüde Todd stellte sich im Juli 2018 zwischen seine Besitzerin Paula Godwin und eine Klapperschlange. Anstatt ins Bein von Paula biss diese in das Gesicht des Hundes. Tierärzte behandelten den mutigen Vierbeiner mit einem Gegengift – und nach zwölf Stunden konnte Todd die Tierklinik wieder verlassen – mit dick geschwollenem Gesicht. Ende 2018 wurde sein Mut mit dem «Milk-Bone Dog of the Year»-Preis ausgezeichnet.
Summer – die Kriegsheldin
Summer, eine neunjährige Labrador-Retriever-Hündin, arbeitet an der Seite von Sergeant Micah Jones als Bombenspürhund bei der Transportation Security Administration (TSA) des Amtrak Police Departments in Washington,
D.C. – und «erholt» sich dort von ihrem früheren Dienst als Armeehund des Marine Corps in Afghanistan. Im Fronteinsatz, anno 2012, setzte Summer mehrfach ihr Leben aufs Spiel, klärte Routen für die Truppen, spürte unzählige Waffenverstecke und improvisierte Sprengkörper auf und überlebte diverse Feuergefechte – unverletzt.
Roselle – die Evakuationsspezialistin
Am 11. September 2001 um 8.45 Uhr donnerte ein Flugzeug in den ersten Turm des World Trade Centers. In dessen 78. Stockwerk sass der von Geburt an blinde Verkaufsdirektor Michael Hingson an seinem Schreibtisch. Bei ihm seine Blindenhündin Roselle. Nach dem Einschlag des Flugzeugs schnappte die damals vierjährige Labrador-Retriever-Dame ihren «Schutzbefohlenen» und führte diesen über die Nottreppe abwärts, quer durch Rauch, Schutt und Menschenhorden. «Just als wir die Lobby verliessen und auf den Bürgersteig traten, raste das zweite Flugzeug in Turm 2.
Es klang wie ein Wasserfall aus Metall und Beton», erinnert sich Hingson. Roselle rannte los, in einen U-Bahn-Eingang und dann weiter – bis zur etwa 40 Blocks (!) entfernten Wohnung eines Freundes von Hingson. Nach 9/11 kehrte Hingson in seine Heimat Kalifornien zurück. Dort engagierte er sich für die Blindenführhunde-Organisation, die Roselle ausgebildet hat. Die Hündin wurde 2002 mit dem «Award für Canine Excellence» geehrt und starb im Juni 2011 im stolzen Alter von 14 Jahren. Michael Hingson widmete ihr zwei Bücher: «Thunder Dog» und «Running with Roselle».
Gunther – der Trostspender
Der sechsjährige Rottweiler-Rüde Gunther ist ein von der Alliance of Therapy Dogs zertifizierter Therapiehund – und kümmert sich gemeinsam mit seinem Besitzer John Hunt um Opfer von Amokläufen und Massentötungen, darunter die Schiessereien im Pulse Nightclub in Orlando (2016; 49 Tote), die Amoktaten beim Harvest Festival in Las Vegas (2017; 58 Tote) und in der First Baptist Church in Sutherland Springs (2017; 26 Tote), das Schulmassaker von Parkland (2018; 17 Tote), das Attentat in der Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh (2018; 11 Tote), der Amoklauf in Virginia Beach (2019; 12 Tote) und der Walmart-Amok in El Paso (2019; 22 Tote). Ausserhalb solcher Einsätze, bei denen auch die Rettungssanitäter, Polizisten, Feuerwehrleute und andere Hilfskräfte die Dienste der Notfall-Trostspender gerne annehmen, schenken Gunther und John den Patienten ihres regionalen Krankenhauses Liebe und ein Lächeln. 2018 gründete John Hunt die gemeinnützige Gruppe «Crisis Response Canines» für die Ausbildung und den landesweiten Einsatz von Krisenreaktionshunden.
Molly – die Feuerwehrhündin
Molly, eine siebenjährige Dalmatinerin, ist das Maskottchen der «Keep Kids Fire Safe Foundation» (KKFSF), einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich dafür einsetzt, die Zahl der brandbedingten Todesfälle und Verletzungen bei Kindern und ihren Familien zu verringern. Molly ist gemeinsam mit Frauchen Dayna Hilton, die selbst 18 Jahre bei der Feuerwehr diente, von Welpenpfoten an dabei – und der Star von Präsentationen zum Thema Brandschutz. Jährlich reist sie rund 25’000 Meilen quer durch die USA, um vorzuführen, wie man einen Rauchmelder mit der Nase «testet» und im Brandfall unter dem Rauch hindurchkriechen sollte.
Cairo – der vierbeinige Navy Seal
Der Malinois-Rüde Cairo ist der wohl berühmteste Armeehund der Welt, denn er war an der Seite seines Hundeführers Will Chesney am 2. Mai 2011 in die «Operation Neptune Spear» involviert, als 20 Navy Seals in Abbottabad, Pakistan, Terrorführer Osama bin Laden töteten. Fast auf den Tag genau neun Jahre nach dem Einsatz, am 21. April 2020, erschienen Will Chesneys Memoiren unter dem Titel «No Ordinary Dog: My Partner from the Seal Teams to the Bin Laden Raid». In dem knapp 340 Seiten dicken Buch blickt Chesney auf seine 13 Jahre währende Karriere im Dienst der Navy Seals zurück und erzählt, was er dort ab 2008 mit seinem treuen Begleiter Cairo erlebte. Wie er um dessen Leben bangte, als Cairo 2009 in Afghanistan bei einem Feuergefecht lebensbedrohliche Verletzungen an Brust und Bein erlitt – und nur überlebte, weil er noch vor Ort von einem in taktischer Einsatz-Medizin versierten Kameraden behandelt wurde, ehe er nach Bagram, dem nächstgelegenen Militärstützpunkt mit Veterinärstab, geflogen wurde. Wie Cairo nochmals Chesneys «ziviles» Leben rettete, als dieser 2013 infolge einer Granatenexplosion, bei der er eine Hirnverletzung erlitt, eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelte und an Suizidgedanken litt. Und wie Chesney rund ein Jahr später Cairo beistand, als dieser ihn am meisten brauchte ... Wer gerne englischsprachige Bücher liest, findet in diesem Buch eine lesenswerte Lektüre für die kommenden langen Winterabende. Mitreissend, wahr und berührend – nicht nur für Hundefreunde.