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Die Niklauskirche
Auch in Seebach stand die Kirche einst im Dorf. Als die Niklauskirche 1664 erbaut wurde, zählte Seebach knapp 400 Einwohnerinnen und Einwohner, um 1850 waren es 800. Später stieg die Einwohnerzahl kräftig an. 1934 wurde das Dorf in die Stadt Zürich eingemeindet und entwickelte sich zum bevöl-kerungsreichen Zürcher Vorort, der 1948 mit der Markuskirche eine der Grösse des Ortes angepasste neue Kirche erhielt. Seither ist die Niklauskirche bloss noch das «alte Kirchlein», wie es in der Seebacher Ortsgeschichte heisst. Sie feierte 2014 ihr 350-Jahr-Jubiläum. Das gibt die Gelegenheit für einen Rückblick in die Zeit, als Seebach noch ein Dorf und die «alte» Kirche die einzige war. Die Erhebung der Filiale zur Kirchgemeinde. Aus heutiger Sicht ist die 1863 erfolgte Erhebung der Filiale Seebach zur eigenen Pfarrei ein Markstein in der Geschichte der Kirchgemeinde. ln zeitgenössischen Akten wird darüber jedoch wenig Aufhebens gemacht. Es fehlte jede Spur von einem ideellen Wunsch nach Unabhängigkeit oder gar von einem Kampf um kirchliche Selbstständigkeit. Dazu bestand im mittleren 19. Jahrhundert vorerst auch wenig Grund. Die Situation der Zürcher Filialen hatte sich laufend verbessert. Seit Inkrafttreten der neuen Kantonsverfassung von 1831 durften auch Filialgemeinden wie Seebach ihren Pfarrer selber wählen. Zudem wohnte der Pfarrer neuerdings nicht mehr in der Stadt, sondern mietweise in einem Privathaus im Dorf. Die Regierung gewährte ihm dafür eine entsprechende Zulage. Für Seebach war das eine durchausgünstige Lösung. Die Frage nach einer Erhebung zur Pfarrei stellte sich erst. als diese aufgrund von veränderten Rahmenbedingungen finanzielle Vorteile versprach. Den Anlass dazu bot das neue Kirchengesetz von 1861. Der Staat strich die Wohnzulagen für Filialpfarrer und forderte von den Filialgemeinden, die Beherbergung des Pfarrers durch den Bau eines Pfarrhauses oder die Miete einer Pfarrwohnung selber zu übernehmen.