Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03149.jsonl.gz/1715

Yamagishi
Yamagishi wurde vom japanischen Reisbauern Miyozo Yamaghishi (gest. 1961) begründet und 1953 in Japan offiziell eingetragen. 1958 entstand das erste Yamagishi-Dorf.
Seit den Achtzigerjahren ist Yamagishi auch im deutschen Sprachraum aktiv, in der Schweiz seit 1983. Erste Zentren waren Seelmatten in Turbenthal, wo immer noch Yamagishi-Kurse durchgeführt werden, und der Chuderboden in Schachen, der heute Permakultur pflegt. Im Jahr 1994 wurde der Yamagishi-Hof in Hagenbuch begründet.
Yamagishi will eine ideale Gesellschaft ohne Aggression und ohne Geld erschaffen. Ziel ist der „ittai-“ oder „Einkörper-Zustand“, ein Einssein mit allem, das zu einer mit „heiter, heiter“ beschriebenen Gemütshaltung führen soll.
Der einführende Kurs „Tokkoh“ (von jap. tokko = Sonderstudium), der nur einmal besucht werden kann, und die daran anschliessenden „Kensan-Treffen“ (jap. kensan = eine Sache genau anschauen) sollen über die Analyse des eigenen Verhaltens einen Verzicht auf Aggression ermöglichen.
Wo möglich, leben Yamagishi-Praktizierende in sog. „Dörfern“ zusammen, die kommunitär organisiert und meist landwirtschaftlich aktiv sind. Auf Privateigentum wird verzichtet. Über die stetige Ausbreitung der Yamagishi-Dörfer soll am Ende das Ziel einer friedlichen und geldlosen Gemeinschaft erreicht werden.
Die Yamagishi-Dörfer finanzieren sich durch den Verkauf ihrer Produkte.
Nach eigenen Angaben existieren weltweit 80 Dörfer mit insgesamt 30’000 Mitgliedern.
Der Yamagishi-Hof in Hagenbuch umfasste um die Jahrtausendwende 30 Erwachsene und 20 Kinder, verlor in der Folge aber rund die Hälfte seiner Mitglieder.
Der einführende Kurs Tokkoh teilt die Problematik anderer Gruppen-Psychotrainings.