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© Marcel Burkhardt
Corticosteron ist ein Stoffwechselhormon und das vorherrschende Glucocorticoidhormon der Vögel. Während Corticosteron bisher vor allem im Blut bestimmt wurde, untersuchen wir in diesem Projekt Corticosteron in Federn von Alpenseglern und Steinadlern.
Nachdem eine Validierungsstudie gezeigt hat, dass die Analyse von Federcorticosteron eine geeignete Methode ist, Stress rückwirkend und über den Zeitraum der Mauser zu erfassen (Jenni-Eiermann et al. 2015), soll diese Methode in ökologischen Studien angewendet werden.
Alpensegler: In Zusammenarbeit mit Pierre Bize von der Universität Aberdeen werden Körperfedern von Nestlingen auf Corticosteron untersucht. Die Corticosteronkonzentrationen können in Abhängigkeit von diversen individuellen Daten sowie klimatischen Faktoren ausgewertet werden. Es sollen Zusammenhänge zwischen Stress während der Nestlingszeit und der Rückkehrrate sowie dem Einfluss von Wetter- und Nahrungsbedingungen auf die Stressachse analysiert werden. Ferner soll auch die Frage untersucht werden, ob die Reaktion der Stressachse vererbt wird.
Bleimunition und Steinadler: Kathrin Ganz hat in ihrer Masterarbeit Steinadlerfedern gleichzeitig auf Blei und Corticosteron untersucht und gezeigt, dass Federsegmentanalysen ein geeignetes Mittel sind, um Daten rückwirkend über eine längere Zeitspanne und mit einer hohen zeitlichen Auflösung zu erhalten (Ganz 2016, Ganz et al. 2018). Die Messung von mehreren Substanzen in denselben Federsegmenten ermöglicht, Umweltschadstoffe und Stressreaktion bei Vögeln mit einer nicht-invasiven Probenahme zu bestimmen.
Bisher wurde Corticosteron vor allem im Blut-Plasma bestimmt. Die Plasmakonzentration des Corticosterons spiegelt die aktuelle Corticosteronausschüttung wider und lässt Rückschlüsse auf den gegenwärtigen physiologischen Zustand eines Individuums zu. Es wurde gezeigt, dass Corticosteron auch in Federn zuverlässig nachgewiesen werden kann. Dieses wird während der Mauser eingelagert und bildet ein „physiologisches Archiv“. Die Messung des Federcorticosterons ermöglicht Rückschlüsse auf den physiologischen Zustand eines Individuums während der Mauser und erlaubt, Übertragungseffekte auf die nächste Lebensphase zu untersuchen.