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57 Athletinnen waren an Tag zwei der Judo WM in Tokio in der Kategorie -52kg am Start. Unter ihnen waren Fabienne Kocher und Evelyne Tschopp, die als erste Kämpferinnen die helvetische Flagge bei der diesjährigen Weltmeisterschaft repräsentieren durften. Der Einstieg gestaltete sich zäh.
Achtelfinal-Aus für Evelyne Tschopp
Evelyne Tschopp, die sich erst kürzlich von einer Verletzung erholen musste, verpasste ein Top-7-Resultat nur um einen gewonnenen Kampf. Nach einem Freilos, das sie sich als gesetzte Athletin aufgrund ihrer Weltranglistenposition verdient hatte, stand sie im ersten Kampf der Spanierin Estrella Lopez Sheriff gegenüber. Die bisherige Bilanz sah negativ aus für die Schweizerin, denn im einzigen Duell beim Grand Slam Düsseldorf 2018 konnte sich die Spanierin durchsetzen. Umso wichtiger war es für Evelyne, sich in diesem Duell nun erfolgreich zu behaupten – schliesslich konnte sie sich in der Zwischenzeit in der Weltrangliste von Lopez Sheriff absetzen.
Der Auftakt glückte sodann. Nach der Hälfte der Kampfzeit gelang der Schweizerin ein Harai-Goshi über die linke Seite, der vom Kampfrichter mit Waza-Ari bewertet wurde. Den Vorsprung hielt Evelyne über die Zeit und grüsste als verdiente Siegerin ab.
Mit der aufstrebenden Chelsey Giles (GBR) wurde das Achtelfinale zur entsprechenden Herausforderung. Seit 2018 zeigt die junge Britin sehr starke Leistungen auf dem höchsten internationalen Parkett, zuletzt holte sie Bronze bei den European Games in Minsk (BLR). Trotz entschlossener Startphase liess sich Evelyne früh vom Durchsetzungswillen ihrer Kontrahentin überraschen. Der Kampf endete nach einem Koshi-Guruma-Angriff mit Nachdruck schliesslich am Boden durch eine Festhaltetechnik. Da Evelyne vor dem Viertelfinal ausgeschieden war, gab es keinen weiteren Hoffnungslauf.
«Ich hatte keinerlei Probleme mit dem Fuss, konnte konsequent in den ersten Kampf starten und auch meist die Linie halten. Im zweiten Kampf gegen Giles (GBR) machte ich erneut den selben Fehler, der gleichermassen bestraft wurde. Es ist enttäuschend so auszuscheiden, da ich mich gut fühlte », so Evelyne Tschopp nach ihrem Einsatz.
Déjà-vu für Fabienne Kocher
Auch Fabienne Kocher bekam das hohe Leistungsniveau bereits in Runde eins gegen die Kanadierin Ecaterina Guica zu spüren. Wer die WM 2018 noch in Erinnerung hat, wird beachtenswerte Parallelen festgestellt haben – nur leider mit dem schlechteren Ende für Fabienne in diesem Fall. Vor einem Jahr bei der WM in Baku hiess Fabiennes erste Gegnerin ebenfalls Ecaterina Guica. In der «richtungsweisenden Prüfung» – wie das Duell damals charakterisiert wurde – konnte sich Fabienne mit einem gelungenen Sankaku-Gatame am Boden erfolgreich behaupten. 2019 misslang die Prüfung leider. Es war schliesslich genau umgekehrt der Fall – Ecaterina Guica setzte nach einem Stand-Boden-Übergang zum Sankaku an und beendete die Aktion erfolgreich. Der Sport schreibt interessante Geschichten, auch wenn wir in diesem Fall lieber vom wiederholten Sieg von Fabienne gelesen hätten. Manchmal muss man es akzeptieren. Die Geschichten gehen weiter.
«Heute sind wir enttäuscht, denn wir haben deutlich mehr von unseren beiden Athletinnen erwartet. Evelyne zeigte in ihrem ersten Kampf trotz allem, dass sie sich vollständig von ihrer Operation erholt hatte. Mit zwei Siegen (1 Freilos) holte sie für die Olympiaqualifikation dennoch wichtige Punkte. Fabienne war leider sehr früh aus dem Turnier gegen eine Gegnerin ausgeschieden, die sie im vergangenen Jahr bei derselben Meisterschaft besiegt hatte», so das Resümee von Chef Leistungssport Dominique Hischier