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12 | Gartenstadt Liebefeld | Detail
Behutsam erweitern und verdichten
«Wo und wie wohne ich in Bern am gesündesten, am billigsten und idealsten???» - «In der Gartenstadt Köniz!»Mit diesen Worten empfahl 1915 der Architekt Philipp Hauser den potenziellen Käufern sein Projekt auf dem Areal des ehemaligen Neuhausguts. Hauser initiierte das Gartenstadt-Konsortium vor dem Hintergrund von Bodenspekulation, dem «Wohnungselend» der Städte, der Erfolge der Musterhäuser der Landes-Ausstellung 1914 und von ausländischen Vorbildern. Die von ihm entworfene Siedlungsstruktur beinhaltete ein dem Gelände angepasstes Strassensystem sowie Typenhäuser auf 222 Parzellen, zu einem selbst für damalige Verhältnisse günstigen Quadratmeterpreis von Fr. 1.80 bis 3.80. Zum Vergleich: In der Stadt Bern bezahlte man bereits Fr. 15.-- bis 25.-- pro Quadratmeter.
Die Gemeinde half
Die beachtliche Grösse des Quartiers, die fehlende Etappierung der Infrastruktur und die Konjunkturlage der Kriegsjahre und der Zwischenkriegszeit standen der raschen Vollendung im Weg. Ab 1927 nahm sich die Gemeinde Köniz der Gartenstadt an, indem sie schrittweise die Infrastruktur übernahm und Baulinienpläne erliess (1927 resp. 1962). Die Realisierung zog sich in die Länge, neue Planungskonzepte überlagerten die ursprüngliche Idee.
Ab 1929 kam der Autobus
Um die Interessen der Gartenstadt-Bewohner gegen aussen zu vertreten und um die Anbindung an die Stadt mit dem öffentlichen Verkehr zu sichern, wurde 1919 die Verkehrsgenossenschaft gegründet. Ab 1929 verkehrte der Autobus bis zum Neuhausplatz, wo er um das legendäre «Fadenspüeli» (Kiosk) wendete. In den Unterlagen von 1915 wird die Autobusverbindung K als Vorgängerin der projektierten Trambahn bezeichnet. Doch erst heute, fast 100 Jahre später also, ist in der Gemeinde Köniz ein Tram geplant.
Schutz und Verdichtung unter einem Hut
Mit dem 2001 erlassenen Überbauungsplan versucht die Gemeinde, die Themen «Schutz des Wertvollen» und «Verdichtung» unter einen Hut zu bringen. Wichtig dabei sind die offene Bauweise, Einzelbauten, die Ausrichtung der Hauptfassaden, Durchblicke, grosse Grünflächen und die Respektierung des Geländecharakters. Das Ziel ist nicht primär, mit den Umbauten (inkl. Dachausbau) und Neubauten mehr Bausubstanz zu schaffen, sondern es sollen mehr Bewohner Platz finden. Tatsächlich kommt es vor, dass nach einem Um- oder Neubau mehr Familien auf der gleichen Parzelle wohnen – bei gleicher oder besserer Wohnqualität.