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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Ist der Bau des Forums für Schweizer Geschichte in Schwyz, so wie er jetzt zu Ende konzipiert wurde, tatsächlich museumstauglich? Trägt der Umbau seiner Zielsetzung, nämlich der optimalen Präsentation historischer Objekte, tatsächlich Rechnung?</p><p>2. Sind die in der Öffentlichkeit hörbar gewordenen Vorbehalte gegenüber dem Bau, dessen Zweckmässigkeit und dessen Ästhetik als Museum gerechtfertigt? Wie beurteilt insbesondere das zuständige Bundesamt (AFB) diese geäusserten Vorbehalte?</p><p>3. Sind in der Endabrechnung des Projektes "Forum für Schweizer Geschichte" Kostenüberschreitungen zu erwarten?</p><p>4. Wurde durch das zuständige Bundesamt der Planungs- und Ausführungsauftrag an die Architektengemeinschaft nach den Kriterien einer öffentlichen Konkurrenz vergeben oder - falls nicht - aufgrund welcher Kriterien erfolgte die Vergabe dieses Planungsauftrages?</p><p>5. Warum wurde die frühere Projektleitung für das Forum Ende Oktober 1993 bzw. Anfang 1994 abgelöst und aufgrund wessen Veranlassung? Waren fachliche oder organisatorische Gründe massgebend?</p><p>6. Hatte dieser Wechsel an der Spitze der Projektleitung auch Konsequenzen auf die übrigen bestehenden Arbeits- und Auftragsverhältnisse?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Vorhaben, in einem Anfang des 18. Jahrhunderts als Kornhaus gebauten und zuletzt als kantonales Zeughaus genutzten Gebäude ein in Zielsetzung, Gestaltung und Betriebsführung neuartiges Museum der Schweizer Geschichte einzurichten, konfrontierte die Beteiligten mit bisher unbekannten Fragestellungen und Problemen. Dies gilt sowohl für die Projektverantwortlichen im Museumsbereich als auch insbesondere für die Architekten, die über keine Erfahrung im Museumsbau verfügten.</p><p>Das historische Gebäude war ursprünglich für ganz andere Zwecke errichtet worden. Im Unterschied zu einem Neubau mussten daher bei dessen Umbau zu einem Museum gewisse strukturelle Gegebenheiten des Baukörpers, wie z. B. die Anordnung der Fenster oder die Dachkonstruktion, als unveränderbar hingenommen werden. Dennoch kann der Bau trotz solcher unvermeidbarer Abstriche als museumstauglich bezeichnet werden. Die Präsentation historischer Objekte ist zwar im Vergleich mit einem rein als Museum konzipierten Neubau nicht in allen Teilen ideal, doch konnte auch so die Zielsetzung durchaus erreicht werden.</p><p>2. Oberstes Organ der Projektausführung ist die Projektkommission, welche unter der Leitung des Direktors des Bundesamtes für Kultur (BAK) als Vertreter der Bauherrschaft die Leitungsorganisationen für das Bauprojekt und das Museumsprojekt vereinigt. Wir verweisen hierzu auf die Ziffern 31 und 32 sowie auf Anhang 1 der Botschaft vom 6. September 1989 (BBl 1989 III 857). In den ersten drei Jahren der Projektrealisierung wurden jedoch die fachspezifischen Fragen von seiten der Direktion des Schweizerischen Landesmuseums (SLM) in der Kommission ungenügend eingebracht. Erst nach der Einsetzung eines neuen Projektbeauftragten Ende 1993 wurde die Projektkommission von dieser Seite auf verschiedene Mängel in Planung und Ausführung des Bauprojektes sowie des Gestaltungskonzeptes aufmerksam gemacht, die eine optimale Betriebsführung erschweren. Seither werden nun diese Fragen offen diskutiert und schrittweise bereinigt.</p><p>Die Vorbehalte gegenüber dem Bau stammen grösstenteils aus Fachkreisen der Museumsgestaltung und Museumsführung und gehen teilweise von Idealvorstellungen aus, deren Verwirklichung aufgrund der erwähnten Einschränkungen, denen der Umbau eines geschützten historischen Gebäudes unterliegt, vorweg gewisse Grenzen gesetzt waren. Andererseits waren die Architekten bemüht, beim Umbau nach Möglichkeit auch bauästhetischen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen. Diese Grundkonstellation - historischer Baukörper, praktische Anforderungen eines künftigen Museumsbetriebes, Bauästhetik - war also von Beginn weg gegeben und enthielt ein gewisses Spannungspotential. Die geäusserten Vorbehalte sind insgesamt jedoch, wie bereits in der Antwort auf die Frage nach der Museumstauglichkeit dargelegt, nicht derart, dass ein ordentlicher Museumsbetrieb nicht gewährleistet werden kann. Diese Auffassung teilt auch das Amt für Bundesbauten (AFB), das in der Projektkommission mitwirkt.</p><p>3. Der Objektkredit von 14,948 Millionen Franken wird eingehalten. Infolge der vor allem durch Baueinsprachen aufgetretenen Verzögerungen haben sich Terminkollisionen mit anderen Grossprojekten des Landesmuseums, insbesondere mit der Einrichtung eines Kulturgeschichtlichen Rundgangs im Hauptgebäude, ergeben. Dadurch mussten für die Restaurierungsarbeiten und die Einrichtung des Forums für Schweizer Geschichte vermehrt externe Fachkräfte herangezogen werden. Der entsprechende Mehraufwand von insgesamt 407 300 Franken wurde in der Botschaft zum Voranschlag 1995 begründet. Es sind keine weiteren Kostenüberschreitungen zu erwarten.</p><p>4. Das Projektvorhaben wurde zunächst nicht nach der Bauverordnung abgewickelt. Das BAK hatte zu Beginn der Projektarbeiten die Initiative selber an die Hand genommen und mittels persönlicher Kontakte zu den Schwyzer Behörden einen Schwyzer Architekten mit der Ausarbeitung einer kurzfristigen Baukörperuntersuchung beauftragt. Aufgrund der vorgelegten Arbeit und seiner in der Zwischenzeit erworbenen spezifischen Gebäudekenntnisse wurde derselbe Architekt auch für den Planungsauftrag vorgesehen. Auf dessen Wunsch wurde die Bildung einer Architektengemeinschaft beschlossen, wofür das SLM direkt verschiedene Architekturbüros zur Beteiligung einlud.</p><p>5. Der zu Beginn eingesetzte Projektbeauftragte wurde wenig später zum Vizedirektor des Landesmuseums gewählt. Auf seinen Wunsch behielt er auch in dieser Funktion die Projektleitung für das Forum. Es zeigte sich jedoch im weiteren Projektverlauf, dass er mit dieser Doppelfunktion fachlich und organisatorisch überfordert war. Auf Antrag des Direktors des SLM, seines direkten Vorgesetzten, wurde der Betreffende schliesslich im Oktober 1993 durch Entscheid der Direktion des BAK in dieser Funktion abgelöst.</p><p>6. Mit dem Wechsel an der Spitze der musealen Projektleitung wurde das Arbeitsverhältnis mit sechs wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Ende Februar 1994 aufgelöst. Bei den Gekündigten handelte es sich nicht um Festangestellte, sondern um Personen, die projektbezogen für die Erarbeitung der Grundlagen des Forums im Expertenstatus mit zeitlich beschränktem Vertrag verpflichtet worden waren. Die Vertragskündigungen erfolgten vorsorglich, da zu diesem Zeitpunkt noch keine Klarheit über die noch verfügbaren Finanzmittel bestand. Zwei der Betroffenen verliessen das SLM aus eigenem Entschluss bereits Ende 1993 definitiv, da sie eine Daueranstellung gefunden hatten, eine dritte Person trat Ende Januar 1994 aus. Die übrigen drei erhielten inzwischen neue Verträge. Ebenfalls aufgelöst wurde der Vertrag mit dem bisherigen Gestalter. Dessen Arbeiten wurden vom SLM übernommen und können vom inzwischen neu verpflichteten Gestalter teilweise weiterverwendet werden.</p>  Antwort des Bundesrates.