Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03177.jsonl.gz/540

Er sieht gruselig aus: Der ganze Körper des Dornteufels ist mit großen, harten Stachelschuppen und Dornen besetzt. Aber ist er wirklich gefährlich? Und wie kann der Moloch mit der Haut trinken? Mehr dazu hier. Im Clip: Der giftigste Kontinent Australien.
Dornteufel: Steckbrief
- Systematik: Der Dornteufel wird auch Wüstenteufel oder Moloch genannt. Er gehört zur Klasse der Reptilien, zur Familie der Agamen und ist die einzige Art der Gattung Moloch.
- Größe und Gewicht: Der ausgewachsene, weibliche Dornteufel hat eine Kopf-Rumpflänge von 8 bis 11 Zentimetern und wiegt bis zu 89 Gramm. Das Männchen ist mit maximal 9,6 Zentimetern deutlich kleiner und wiegt nur etwa 49 Gramm.
- Lebensdauer: Die Lebenserwartung liegt bei etwa 20 Jahren.
- Nahrung: Der Moloch ernährt sich ausschließlich von kleinen, schwarzen Ameisen, davon frisst er täglich etwa 750 bis 1.000 Stück.
- Verbreitung und Lebensraum: Der Dornteufel gehört zu den Wüstenreptilien und ist in Australien heimisch. Dort ist er hauptsächlich in den Trockengebieten Zentral-Australiens zu finden. Er lebt vorwiegend in der Steppe, normaler Sandwüste oder trockener Buschwüste.
- Feinde: Greifvögel, Schlangen, Dingos, Füchse und Warane sind die natürlichen Feinde der Dornteufel.
- Fortbewegung: Der Dornteufel läuft mit ruckartigen Bewegungen, dabei hält er seinen Schwanz kurvenartig nach oben. Der männliche Moloch legt im Schnitt 66,6 Meter pro Tag zurück, das Weibchen nur 31,7 Meter.
Merkmale und Besonderheiten
🦎 Er sieht aus wie eine stachelige Kröte: Der ganze Körper des ungiftigen und harmlosen Dornteufels ist mit großen, harten Stachelschuppen und Dornen besetzt. Auf seinem Nacken sitzt ein besonders stacheliger Fettbuckel und über den Augen befinden sich seine größten Stacheln.
🛡 Der Dornteufel benutzt die Stacheln nur zur Verteidigung und nicht zum Angriff. Selbst im Magen oder Darm von Fressfeinden können die Stacheln keine Schäden anrichten, dazu sind sie nicht hart genug.
🎨 Der Dornteufel besitzt die Fähigkeit zum physiologischen Farbwechsel und kann sich so in seiner Umgebung fast unsichtbar machen.
🦩 Wenn sich ein Feind nähert, macht sich der Dornteufel fast unsichtbar. Sie erstarren in ihrer Position, oft sogar mit einem angehobenen Bein. Durch ihre Tarnfarbe und die Stacheln verschmelzen sie praktisch mit der Umgebung und sind kaum zu erkennen.
💩 Der Kot eines Dornteufels ist praktisch unverwechselbar: schwarz, glänzend und eiförmig. Dornteufel legen spezielle Orte an, an denen sie regelmäßig ihren Kot absetzen. Ansammlungen von bis zu 20 Kotbällchen sind keine Seltenheit.
Lebensweise: So verbringt der Moloch seinen Tag
Der Dornteufel ist ein tagaktiver Einzelgänger mit einem sehr geregelten Tagesablauf. Die Nacht verbringt er in seinem Versteck, am Morgen sonnt sich das Reptil gerne und ist häufig in Gesellschaft zu sehen.
Anschließend geht der Dornteufel auf Nahrungssuche, verbringt dann die heiße Mittagszeit wieder in seinem Unterschlupf und zieht am Nachmittag nochmals los, um Nahrung zu suchen.
Sein Versteck ist ein selbst gegrabener Bau mit einer Tiefe von 5 bis 10 Zentimetern.
Während der kältesten Monate Juni und Juli und während der heißesten Monate Januar und Februar zieht sich der Dornteufel weitestgehend inaktiv in sein Versteck zurück. Besonders aktiv wird er von spätem Winter bis zum frühen Sommer und im Herbst. In dieser Zeit finden auch die Paarung und die Ei-Ablage statt.
Lebensraum: Wo wohnt die Echse?
🌏 Der Dornteufel ist in den Trockengebieten Zentral-Australiens zu finden, insbesondere in South West Queensland, South Australia, dem südlichen Northern Territory und Western Australia. Auch in der Nullabor-Wüste und im Nordwesten von New South Wales ist ein Vorkommen des Dornteufels möglich.
🏜️ Der Moloch wohnt meist in Sandwüsten mit Spinifex-Gräsern, Akazien ("Mulga") und Eukalypten, den bevorzugten Nahrungsbäumen der Koalas. Auch in der in Australien vorkommenden Vegetationsform Mallee sind Vorkommen bekannt. Mallee besteht aus 2 bis 10 Meter hohe, verholzte und mehrstämmige Wurzelstöcke von Eukalyptus-Sträuchern. Auf Steinböden findet man sie selten.
So pflanzt sich der Moloch fort
Mit etwa 3 Jahren erreichen Dornteufel die Geschlechtsreife und sind bereit zur Paarung. Anschließend legen sie in einer selbst gegrabenen Nistkammer ihre 3 bis 10 Eier ab, aus denen nach 90 bis 128 Tagen die Jungen schlüpfen - komplett mit ihrer stacheligen Haut ausgestattet! In Gefangenschaft können Dornteufel nicht leben: Häufig verweigern sie die Nahrung und sterben nach wenigen Wochen.
Systematik: So kann der Moloch eingeordnet werden
- Erstmals wurde der Dornteufel 1841 durch den Zoologen John Edward Gray beschrieben - Er bezog sich auf ein von John Gold ausgestelltes Exemplar.
- John Edward Gray gab der Gattung den wissenschaftlichen Namen "Moloch" und der Art den wissenschaftlichen Namen "Moloch horridus", wobei "horridus" für die raue, stachelige Haut des Dornteufels, oder aber für "schrecklich" stehen kann.
- Vom Dornteufel sind keine weiteren Unterarten bekannt.
Ernährung: Der Moloch auf Ameisenjagd
🐜 Der Dornteufel ernährt sich ausschließlich von kleinen, schwarzen Ameisen. Um möglichst schnell viele der kleinen Tiere aufnehmen zu können, sucht er sich eine Ameisenstraße und fängt dort die Ameisen mit der Zunge.
👅 Dazu platziert er sich sehr nahe an der Ameisenstraße, öffnet blitzschnell sein Maul und lässt die klebrige Zunge hervorschießen. Die Beute bleibt daran kleben und wird sofort unzerkaut verschluckt. So verspeist ein Dornteufel bis zu 45 Ameisen pro Minute.
🌳 Nicht nur auf dem Boden, auch an Baumstämmen sind die Ameisen nicht vor dem Moloch sicher. Er legt sich vor den Ameisenstraßen auf die Lauer, wartet geduldig auf seine Beute und streckt dann in schnellem Tempo seine klebrige Zunge heraus.
Wasserhaushalt: Trinkt der Dornteufel mit der Haut?
Der Dornteufel trinkt nicht, sondern nimmt die Feuchtigkeit aus Nebel, Tau oder nassem Sand mit der Haut auf.
💧 Über die rauen Schuppen läuft das Wasser dann wie in einem Kanal-System zu den Mundwinkeln des kleinen Molochs.
💧 Dafür befinden sich in den Hautschuppen winzige Furchen, in denen sich das Wasser sammelt.
💧 Durch Röhrchen gelangt es in das Kanalnetz zwischen den Schuppen.
💧 Dort wird das Wasser durch Kapillar-Kräfte nach oben zum Mund des Dornteufels gezogen - wie bei einem Schwamm.
Stehendes Wasser ist in den Trockengebieten Australiens selten verfügbar und wird vom Dornteufel nicht getrunken. Er benötigt täglich nur etwa 0,3 Milliliter Wasser, das sind ungefähr 6 Tropfen! Über das Schuppenkleid verdunstet der Dornteufel praktisch gar kein Wasser und scheidet auch nur die fast unlösliche Harnsäure aus.
Natürliche Feinde des Dornteufels
Die natürlichen Feinde des Molochs sind Greifvögel, Schlangen, Füchse, Dingos und Warane. Aber auch hier hat sich der Dornteufel seinem Lebensraum perfekt angepasst: Wenn sich ein Räuber nähert, bleibt er bewegungslos stehen. Durch seine der Umgebung angepassten Körperfärbung wird er für den Feind fast unsichtbar.
Dornteufel giftig: Ist das australische Reptil gefährlich?
Der Dornteufel sieht mit seinem stacheligen Körper zwar gefährlich aus, diese dienen ihm aber nur zur Tarnung und Abschreckung. Das harmlose Wüstenreptil ist weder gefährlich noch giftig und verbringt den sonnigen Vormittag gerne in Gesellschaft anderer Dornteufel.
👉 Anders ist es beim Schnabeltier: Die Tiere sehen zwar putzig aus, aber die Männchen besitzen einen Giftsporn, mit dem sie beim Menschen starke Schmerzen verursachen können.
👉 Im Gegensatz zum putzigen Dornteufel, ist die unscheinbare weiße Zecke, die in Australien beheimatet ist, besonders gefährlich. Sie überträgt nicht nur Krankheiten, sondern ist auch noch giftig.
Den Dornteufel als Haustier halten?
❌ Als Haustier ist der Dornteufel nicht geeignet. Er ist so spezialisiert auf seine Ameisen-Nahrung, dass er in Gefangenschaft die Nahrung verweigert, wenn er mit anderen kleinen Insekten, zum Beispiel Mücken, gefüttert wird. Innerhalb weniger Wochen würde er sterben.
🐜 Nur in einem Reptil-Zentrum in Alice Springs ist die Dornteufel-Haltung gelungen. Um das Freigehege herum wurden extra Ameisen-Kolonien angesiedelt und mit Futterstoffen in das Gehege der Dornteufel gelockt.