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Das Sechseläuten, auch bekannt als Sächsilüüte, ist ein Frühlingsfest in Zürich, das seit 1902 jeden Frühling in der Mitte des Sechseläutenplatzes stattfindet. Um 18 Uhr wird der Schneemann, der sogenannte «Böögg», verbrannt. Menschen versammeln sich am Sechseläutenplatz und schauen aufgeregt zu, wie lange es dauern wird, bis der mit Knallkörpern gefüllte Böögg den Kopf verliert. Je schneller er ihn verliert, desto schöner soll anschliessend der Sommer werden.
Die Verbrennung des Bööggs hat seinen Ursprung im sogenannten Kratzquartier, der sich zwischen Fraumünster und dem Bürkliplatz befindet. Die «Chrätzler-Bueben», die Knaben dieses Quartiers, verbrannten seit Jahrhunderten mehrere Bööggen zur gleichen Zeit wie die Zünfter ihr Sechseläuten begannen.
Ein Zünfter namens Heinrich Cramer integrierte den Brauch der «Chrätzler-Bueben» in das Sechsläutenfest und organisierte den ersten offiziellen Umzug. 1892 wurde die Bööggenverbrennung ein fester Bestandteil des Ablaufs des Sechseläutens. Der rund 3,4m hohe Böögg tritt erst seit dem 20. Jahrhundert in Gestalt eines Schneemannes auf. Früher wurde er als eine Schreckgestalt, eine Art vermummte Person, die Kinder erschreckt, Unfug treibt oder bettelnd durch die Strassen zieht, dargestellt. Der Name kommt vom «Sechs-Uhr-Läuten». Im Sommer wurde damit nämlich das Ende der Arbeitszeit festgelegt, während im Winter nur bis fünf Uhr gearbeitet werden konnte, aufgrund der Lichtverhältnisse.
Doch der Böögg ist noch lange nicht die einzige interessante Attraktion an diesem Fest: Rund 3500 Mitglieder von Zünften in ihren Kostümen, Trachten und Uniformen, über 350 Reiter und 50 von Pferden gezogene Wagen sind an diesem ereignisvollen Tag zu sehen! Der Marsch geht durch die Bahnhofstrasse und das Limmatquai und endet beim Sechseläutenplatz beim Bellvue.
Eine interessante Erweiterung dieser Tradition ist seit 1991 auch das Einladen anderer Gastkantone. Jedes Jahr wird ein anderer Kanton als Gast ans Sechseläuten nach Zürich eingeladen und präsentiert sich auf dem Lindenhof mit eindrucksvollen Ausstellungen, einem spannenden Unterhaltungsprogramm und köstlichen kulinarischen Spezialitäten. Das Hauptziel ist, das Wissen über die Schweiz und seine Kantone weiterzugeben.