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Blonay
(Kt. Waadt, Bez. Vevey). Gemeinde, mit drei Dörfern: Cojonnex in 624 m, Tercier in 628 m und Les Chevalleyres in 762 m, an der Strasse und der im Bau begriffenen Eisenbahnlinie Montreux-Châtel-Saint-Denis, 5 km ö. Vevey. Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, die drei Dörfer und die Weiler Vers-chez-Bonjour, Vers-chez-Cochard, Vers-chez-Cottier, Ressat und Tusinge inbegriffen: 172 Häuser, 1043 zum weitaus grössten Teil reform. Ew. Tercier am gänzlich (60 Häuser) und 1824 zum Teil durch Feuer zerstört.
Auf Gemeindegebiet grosse Nuss- u. schöne
Kastanienbäume, Obstbaumzucht. Hauptbeschäftigung der Bewohner ist der Weinbau.
Die Pfarrgemeinde umfasst ausser
Blonay noch
Saint-Légier-la-Chésiaz. Gegenwärtiger Pfarrer ist Alfred Cerésole, der geschätzte
Dichter vaterländischer Lieder, Verfasser von Waadtländer Novellen, Reiseführern und verschiedenen andern Schriften. Bemerkenswerte
Kirche. 1090: Bloniacum. Bekannt ist das alte
Schloss
Blonay, das seit dem Ende des 15. Jahrhunderts zu
verschiedenen Malen und in verschiedenen Baustilen umgebaut worden ist, seinen 1175 erbauten
Turm aber noch in der ursprünglichen
Gestalt erhalten zeigt.
War zu allen Zeiten Eigentum der Familie de
Blonay (mit Ausnahme einiger Jahre gegen Ende des 18. Jahrhunderts,
da die
Berner Familie von
Grafenried hier wohnte), die weitaus älteren
Ursprunges ist als das
Schloss, diesem und der Gemeinde
ihren Namen gegeben hat und im Mittelalter über 25
Dörfer herrschte. Zur Zeit der Reformation spaltete sich die Familie
in zwei Zweige, deren einer dem alten Glauben treu blieb und nach dem Chablais, der ursprünglichen Heimat
des Geschlechtes auswanderte, wo er heute noch nahe Evian eine alte Burg sein Eigen nennt.