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Wie ein Porzellankunstwerk: Wachsblumen Hoya
Ich besitze eine Wachsblume Hoya, die sich in langen Strängen mit zarten Blüten bemerkbar macht. Sie steht auf einem hohen Gläserschrank in der Nähe von grossen Fenstern. Sie sieht wunderbar aus; die herabhängenden oder wie Bordüren an der Diele befestigten, reich strukturierten, skurril geformten wachs- bis lederartigen Stränge erinnern an vollendete Keramikkunstwerke. Ich weiss leider aber nicht viel über diese Pflanze. Können Sie mir einige Informationen dazu beschaffen?
V.S., CH-5023 Biberstein
Antwort: Man nennt die Wachsblumen (Hoyas), von denen es unzählige Arten gibt, auch Porzellanblumen: wegen der hellroten oder weissen Blütendolden, die tatsächlich an zarte, kunstvolle Porzellanmalereien erinnern. Ihr angestammter Lebensraum sind Regenwälder von Südostasien, insbesondere von Burma; auch in Australien sollen sie vorkommen. Sie leben epiphytisch (sich selber ernährend) auf Bäumen, haben gern feuchte Luft und viel Licht (besonders jene mit behaarten Blättern), wobei es aber auch Schattenliebhaberinnen gibt. Sie sollen vom englischen Gärtner Thomas Hoy um 1800 erstmals kultiviert worden sein, auf dessen Namen sich der botanische Ausdruck bezieht.
Bei der von Ihnen beschriebenen Pflanze handelt es sich sehr wahrscheinlich um die Hoya Carnosa Compacta, die krausblättrige Wachsblume mit windenden Trieben und fleischigen Blättern, die wegen ihres tatsächlich skulpturellen Aussehens auch diesbezüglich an ein Kunstwerk aus einer Porzellanfabrik oder einer Bildhauerwerkstätte erinnert.
Erstaunlicherweise sind diese Pflanzen recht robust und anspruchslos. Eine normale, nicht zu leichte Blumenerde genügt. Die Wachsblumen nehmen den Betreuern nicht einmal übel, wenn sie gelegentlich vergessen, sie (mit Regenwasser) zu wässern, obschon sie im Wurzelbereich immer etwas feucht haben sollten, besonders wenn Blüten vorhanden sind, ansonsten diese bald abfallen. Die Carnosa braucht wie alle Wachsblumen nur wenig Dünger; wenn sie zu viele Nährstoffe hat, wird sie blühfaul; Licht aber bewirkt das Gegenteil. Die Kurztriebe, auf denen die Bouquets aus den sternförmigen Blüten erscheinen, dürfen nie abgeschnitten werden. Denn daran entwickeln sich ständig neue Blüten. Zugluft und ständige Neuausrichtungen schätzen sie weniger; sie wollen ihre Ruhe haben und sind für stille Geniesser und Freunde des Edlen wie gemacht.
Nach der altchinesischen Feng-Shui-Philosophie verhelfen die dekorativen Wachsblumen zu körperlichem Wohlbefinden durch die Herbeiführung des inneren Gleichgewichtes. Ich bin überzeugt, dass dies zutrifft.
wh.
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