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Wer viel Kaffee trinkt, hat einen niedrigeren Blutdruck. Dieser neu entdeckte Zusammenhang liegt im Erbgut begründet, wie eine Studie unter Leitung des Universitätsspitals Lausanne aufzeigte. Die herzfreundliche Wirkung von Kaffee gilt allerdings nur für Nichtraucher.
Erhöhter Blutdruck über längere Zeit erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Hirnschlag. Eine Tasse Kaffee pro Tag kann diese Gefahr jedoch vermindern, wie ein Team um Murielle Bochud vom Universitätsspital Lausanne in der Fachzeitschrift "Human Molecular Genetics" berichtete.
Der Zusammenhang von Kaffeekonsum und Blutdruck war bisher nicht abschliessend geklärt gewesen. Nun entdeckte das Forscherteam, in dem auch Genfer, italienische und britische Forscher mitwirkten, dass eine Tasse am Tag den Blutdruck um bis zu 9 Millimeter Quecksilbersäule senkt. Für ihre Studie hatten sie den Blutdruck und die genetische Ausstattung von über 16'000 Personen mit der Menge an konsumiertem Kaffee verglichen.
Obwohl Kaffee dafür bekannt ist, dass er kurzfristig den Blutdruck erhöht, wirkt er sich auf Dauer genau umgekehrt aus. "Das ist vergleichbar mit Jogging: Auch wenn der Blutdruck während des Rennens steigt, schützt regelmässiger Sport vor Herzkreislaufschäden", sagte Erstautor Idris Guessous am Dienstag in einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds.
Kaffeekonsum genetisch bestimmt
Die konsumierte Kaffeemenge zeigte zudem einen überraschenden Zusammenhang mit verschiedenen Varianten eines bestimmten Gens. Dieses Gen namens CYP1A2 ist ein Bauplan für das gleichnamige Eiweiss, das beim Abbau von Koffein in der Leber eine entscheidende Rolle spielt.
Wer eine effizientere Variante des Eiweisses geerbt hat, konsumiert tendenziell mehr Kaffee und weist im Durchschnitt einen tieferen Blutdruck auf als Personen mit einer weniger leistungsstarken Variante von CYP1A2. Wieviel koffeinhaltige Getränke jemand täglich trinkt, sei also zum grossen Teil genetisch bestimmt, schreiben die Forschenden.
Mehr Kaffee trinken, um einen tieferen Blutdruck zu erzielen, ist aber nur bei Nichtrauchern hilfreich: Der Zigarettenrauch verstärkt die Aktivität von CYP1A2, was den Abbau des Koffeins - wie auch von anderen Wirkstoffen - in der Leber beschleunigt. Dies gilt auch für Personen, die mit einer weniger effizienten Eiweissvariante ausgestattet sind. "Dadurch vernebelt der Rauch den schützenden Effekt von Kaffee", sagte Guessous.
SDA-ATS