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Hallo,
ich habe seit November 2012 bemerkt, dass mein Kiefer knackte, ich dachte, dass daran mein vielleicht zu weich gewordenes Nackenkissen schuld sei, und besorgte mir ein neues, elastisches, das anfangs auch zu helfen schien. Da ich aber eh wegen Kariesverdacht zum Zahnarzt musste, ließ ich mir dort 6 Zähne behandeln im Dezember/Januar. Beim linken, letzten Backenzahn bekam ich eine Spritze. Meine alten Amalgamfüllungen kamen heraus und wurden bei allen 6 Zähnen durch Kunststofffüllungen ersetzt. Bisher hatte ich damit keinerlei Probleme.
Kurz darauf fingen sie aber an: Plötzlich tat mir der ganze untere Kiefer weh. Bei einem Einkauf Anfang Januar war es kälter (als von mir erlaubt , mein neuer Schal schützte nicht richtig und ich spürte einen Zug auf dem Kiefer, der höllisch weh tat. Also wieder hin zur Zahnärztin, die mir mit einem Eistest einen gesunden Zahn aufbohrte, 20 min mit einer Medikamentenbehandlung den Kiefer aufsperrte und dann eine provisorische Plombe setzte. Wirklich viel half es nicht, und ein paar Tage später spürte ich einen Infekt im Körper, mir wurde während der Arbeit schwindelig, sodass mich sogar meine Studenten (ich unterrichte Deutsch als Fremdsprache an der Uni) zum Taxi begleiteten, das mich nach Hause fuhr. Zwei Wochen wurde ich krank geschrieben und lag auch fast nur im Bett. Der Infekt war dann zwar ausgestanden, nicht aber der Zahnschmerz, der im Liegen glücklicherweise sich nur einmal meldete. Die provisorische Plombe musste eh raus, und die ganze Prozedur mit der Zahnnervbehandlung geschah ein zweites Mal. Die erneute Kiefersperre tat mir gar nicht gut, ich merkte, dass sich was "überzogen" hatte. Die anschließenden Schmerzen sollte ich mit Ibuprofen abtöten. Ich nahm nur 300 mg oder 200 mg, um meinen Magen nicht zu überlasten, aber die Tablette wirkte erst nach 30 min, und bis dahin ging ich schon am Rad. Ich hatte das Gefühl, dass sich zwischen Kiefer und Ohr etwas krampfte, konnte es aber partout nicht lokalisieren.
Kurz vor Ostern - bis dahin hatte ich Weinkrämpfe und massenweise Ibuprofen vor Schmerzen geschluckt - war es besonders schlimm, und natürlich kein anderer Arzt, den ich kannte, mehr zu erreichen. Dann wurde es etwas wärmer und im April ging ich schließlich zu meinem Hausarzt und schilderte, dass ich Kieferschmerzen hätte und nicht mehr wüsste, in welche Richtung ich meinen Kopf bewegen sollte. Gehen tat schon weh.
Er machte daraufhin erst mal das übliche zweijährliche Check-up, und außer, dass der CRP-Wert erhöht war, waren alle anderen gemessenen Werte top. Die Kiefergeschichte müsste ich weiterhin bei der Zahnärztin abklären lassen. Die hatte in der Zwischenzeit eine Nachtschiene anfertigen lassen, gegen das CMD. Diese trug ich nun nachts.
Zwei Wochen lang hatte ich dann Ruhe, kaum noch Schmerzen außer unter dem Kinn in den Muskeln. Dann besuchte mich mein Vater, wir gingen lecker essen (ich Lammfleisch, weil das sehr zart war) und in eine Eisdiele. Ein Löffel Eis kam leider wieder hinten am Backenzahn dran, sofort Schmerzen. Aber erst nach 2 Tagen ging so richtig die Hölle los: jede Nacht 60 min, 2 Stunden lang höllische Schmerzen, der Weg zum Unterrichtsort= 20 min Busfahrt und 10 Fußweg, wurde immer beschwerlicher. Nach der Frühstückspause konnte ich gar nicht mehr sprechen und brauchte wieder Schmerztabletten. Es ging so nicht weiter, besonders, als ich schon kaum noch allein in den Bus einsteigen konnte, so stark waren die Krämpfe.Wieder zum Hausarzt, krank schreiben lassen mit Verdacht auf akuter Trigeminus-Neuralgie mit Lyrica und Novalgin. Das war Mitte Mai.
Lyrica half etwas, die Nebenwirkungen waren aber zu hoch: abgesehen von Taumel, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen hatte ich Wahrnehmungsstörungen (konnte nicht mehr mit dem Messer schneiden) in der Distanz der Dinge, lallte die Wörter fast. Die Zahnärztin riet mir zum Orthopäden zu gehen, der mich im Bereich der Halswirbel röntgte, aber nichts finden konnte, außer, dass die Bilder irgendwie schief aussahen (ich stehe ganz leicht schief durch einen Unfall). Weiter zum Neurologen, der mit der Medikation einverstanden war, nachdem er die Trigeminus-Diagnose bestätigte. Aber nach 3 Wochen Einnahme dieses Medis konnte ich nicht mehr und bat um einen Wechsel. Seitdem nehme ich Gabapentin (und Novalgin). Erst 600 mg, je 300 mg morgens und abends. Damit ging der Spaß von vorne los, die Krämpfe und Schläge(die nur bei Belastung auftraten) wurden wieder schlimmer, 4-5 am Tag und 1-2 in der Nacht.
Zwischendurch, nach 3 Wochen Lyrica, ging ich auch verzweifelterweise zu einem Arzt, der mit Naturheilmitteln und Homöopathika zu heilen versucht. Er deutete eine Kiefergelenkentzündung an, nachdem er auf die entsprechenden Akupunkturpunkte in meiner Hand gedrückt hatte und ich aufschrie. Der Trigeminus war nur schwach ausgeprägt. Ich bekam Enzyme, Weihrauchtabletten, Alpha-Liponsäure, diverse homöopathische Globuli gegen die versteckten Infekte, die ich im Winter durchgemacht hatte und meine Nasenschleimhaut anschwillen ließen. Auch Arnica D2 (weil ich ein anderes Mittel, in dem Echinacea ist, nicht vertrage), hochdosierte Zinktabletten. Alles (bis auf Arnica, das gar nicht!) half ca. 1 Monat, dann merkte ich keine Wirkung mehr bei den Globuli. Die anderen Kapseln nahm ich noch 2 Monate lang, in denen ich höllische Nächte durchmachte, weil die Enzyme ganze Arbeit leisteten.
In der 6. Woche Krankschreibung rief ich auch einen Osteopathen an, der mich annahm, obwohl es schwierig ist, bei einer TN große Erfolge zu erzielen. Zu ihm gehe ich einmal wöchentlich und seitdem haben sich die Symptome deutlich gebessert und die Schwellung vor dem linken Kiefergelenk ist zurückgegangen. Auch hinter dem Ohr tat es immer weniger weh. Ich war auch beim HNO-Arzt, der aber auch nichts finden konnte, mir aber den Tipp gab, zu einem anderen Zahnarzt zu gehen, der sich auf Kiefer/Ohrengeschichten spez. Trigeminus, spezialisiert habe. Auf den Termin durfte ich aber wieder 6 Wochen warten.
In der Zwischenzeit, als Gabapentin noch nicht so richtig griff, ging es auf 900 mg höher, aber teilweise versuchte ich auch 1200 mg, was aber zu stark war (mit ähnlich starken Nebenwirkungen wie Lyrica). Der dritte Ast des Trigeminus, am Auge, schwoll an und tat ziemlich weh, ein Zittern unterhalb des linken Auges war deutlich spürbar. Ich bekam es mit der Angst zu tun, rief abends den Notarzt an, um mich selbst ins Krankenhaus einweisen lassen zu können. Ein völlig überarbeiteter Assistenzarzt der Neurologie dieser Uniklinik machte mir kaum Hoffnung, weil der Oberarzt das wohl nicht gutheißen würde. Ich wäre noch nicht austherapiert und man könne mich nicht wochenlang stationär behandeln, um herauszufinden, welche Schmerzmittelkombi mir hilft. Die Angstzustände sollte ich mit Amitryptilin behandeln, also einem trizyklischen Antidepressivum.
Soweit so gut/schlecht. Ich nehme seitdem 900mg Gapapentin, 25 mg Amitryptilin morgens und nochmal abends, bei Bedarf Novalgin.
Der Neurologe war nicht davon begeistert, dass die Klinik mir Gabamarzepin (?), das stärkste wirksamste Mittel gegen TN, aufdrücken wollte. Der Osteopath machte eine biochemische Untersuchung, bei der herauskam, dass ich die Globuli nicht mehr bräuchte, ebenso wie meine Antihistaminikumtabletten. Gabapentin und das AD wären aber gut. Zwischendurch hatte ich sehr starke Schläge in einer Nacht, danach konnte ich den linken Arm nur noch schwach benutzen. Ich gab meine Vögel ab, ich konnte sie nicht mehr versorgen. Das war aber schwer!
Der spezialisierte Zahnarzt riet mir, Basentabletten zu nehmen, denn durch die vielen Krämpfe sei meine Gesichtsmuskulatur komplett übersäuert und müsse sich erst mal lockern. Myopathie, Kapsulititis neben CMD waren seine Diagnosen. Er meinte, dass die Neuralgie nur durch die Verhärtung der Muskeln hervorgerufen wäre und verschwände, wenn sie wieder locker sind.
4-5 Monate daure das mindestens, bis die Kapillare, die durch die Krämpfe zerstört seien, wieder nachwachsen.
Ein Hoffnungsschimmer! Der Sommer kam mit aller Macht, 10 min in der Sonne sitzen - und gleich gekrampft. Das MRT daraufhin erbrachte gar nichts, außer dass die Nasenschleimhaut links stark geschwollen war. Nachdem ich das Antihistaminikum abgesetzt hatte, wurde es aber besser mit dem Atmen.
Komisch, oder?! Ich bin Allergikerin! Hatte aber trotzdem nur leichte Niesanfälle! (homöopath. Behandlung war vor mehr als 7 Jahren erfolgreich)
Wegen der starken Schmerzen wurde mir eine Operation in Aussicht gestellt. Davor schreckte ich aber zurück, ich hatte mich schon eingehend informiert und wollte es erst einmal weiterhin mit der konservativen Methode probieren. Wie gesagt, die osteopathische Behandlung schlug an. Mir ging es von Woche zu Woche besser, Busfahren zwar nur mit Ohrenstöpsel, denn ich war sehr lärmempfindlich, aber zur Zeit brauche ich diese kaum noch und einmal hin und zurück in die Stadt geht, ein 2. Mal am gleichen Tag nicht.
Wandern half, meinen persönlichen Druck abzubauen. Ich vermutete, dass der Arbeitsstress, die Probleme unter den Arbeitskollegen mit einer starken Demütigung meinerseits (auch durch mich hervorgerufen) mit eine Ursache für den Ausbruch der TN sein konnte.
Beim Essen verzichte ich seitdem auf Weizenprodukte, Fleisch, auch Aufschnitt und nehme weniger Zucker auf als früher. Basisches Frühstück und proteinhaltiges Abendessen versuche ich zu mir zu nehmen. Sowie sehr viel Gemüse+Obst. Ob's hilft, weiß ich nicht, aber mir ging es dadurch (auch geschmacklich) viel besser.
Bis Ende August sogar sehr. Die Trigeminus-Schmerzen kamen nur bei extremer Belastung (Kasten Wasser mal hochheben, ein Regal verstellen), ansonsten auch weniger Kieferschmerzen. Im September riet mir der Zahnarzt zu einer andersartigen Nachtschiene, die mehr mein Gelenk entlastet und die verkürzten Zungenbänder dehnt.
Interessanterweise trat der Schwindel 2 Tage nach der Abmessung des Kiefergelenks auf, nicht sofort. Die Schiene habe ich nun fast 2 Wochen und seitdem tut mir wieder alles linksseitig weh. Auch der Trigeminus meldet sich wieder. Liegt eher an der Schiene als an der kälteren Jahreszeit.
Sprechen kann ich immer noch nicht lange, sonst wieder myopathische Schmerzen. Ohne Novalgin komm ich nicht aus. Und das nehme ich schon viel zu lange. Gibt es da Alternativen, die magenschonend sind?
Weitere Vermutungen zur Ursache meiner TN sind: Wechseljahreshormonumstellung, Stoffwechselstörung, psychologische Probleme, Atlasgelenkverschiebung, Milch als Ursache der Stoffwechselstörung ...
Es kann ja auch eine Kombi aus verschiedenen Ursachen sein, aber den Neurologen interessiert das nicht weiter. Trotz der nur schwach ausgeprägten TN kann ich nicht wieder arbeiten, ich habe nicht die Kraft dazu (Schulter/Nackenmuskeln verhärtet).
Leider habe ich kein Geld mehr für weitere naturheilkundliche Behandlungen.
Zur Zeit bin ich seit 5 Monaten arbeitslos gemeldet. Ich habe schon einiges versucht, aber die homöopathischen Mittel gegen den TN habe nichts gebracht. Also waren es die falschen Mittel.
Was aber kann ich noch gegen die Entzündung tun? Was vermutet ihr? Kann es sein, dass ich wirklich auf alle Milchprodukte verzichten sollte (keine feststellbare Lactoseintoleranz, aber ich werde schnell nervös von Milch. Quark/JoghurtKäse vertrage ich besser.