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entspringt mit zwei Quellarmen, ö. der
Ecorcheresses in 870 m und 2 km n.
Plain Fahyn in 980 m, entwässert ein schmales und wenig fruchtbares Thal, durchfliesst
Perrefitte und mündet nach 6,5 km langem
Lauf von W.-O. bei
Münster in 534 m.
545 m. Kleine Kirche, mitten im Friedhof von
Münster, 1 km s. der Ortschaft
an der Strasse nach
Perrefitte. An dieser Stelle stand ursprünglich ein ganzes Dorf mit eigener Gemeindeverwaltung, das nach
Urkunden aus dem 13. Jahrhundert den Namen Sarrière oder Zcholiers trug und dessen Kirche eine Filiale derjenigen von
Münster
war und durch einen eigenen Geistlichen versehen wurde, dem Chalières,
Perrefitte und
Champoz unterstanden.
Dekanat Salignon.
Das Dorf hatte viel zu leiden: im Schwabenkrieg wurde es von den Kaiserlichen geplündert und in
Brand
gesteckt;
1439, 1595, 1608, 1611 und 1634 trat die Pest auf und zwar im letztgenannten Jahre derart verheerend, dass dadurch
das Dorf völlig vernichtet wurde.
Die wenigen Ueberlebenden zogen fort, die
Häuser zerfielen, der ganze
Ort verschwand endlich
völlig vom Erdboden, und nur die kleine Kirche blieb bestehen. Um das Grundeigentum der untergegangenen
Siedelung entstand unter den Nachbargemeinden ein langer Streit, der nach endlosen Prozessen endlich dahin entschieden wurde,
dass der grössere Teil an
Münster, der kleinere an
Perrefitte fiel.
Die Kirche dient heute dem Gottesdienst der deutschen
reformierten Gemeinde von
Münster.
(Le) (Kt. Bern,
Amtsbez.
Münster, Gem.
Court). Thalschaft des
Berner Jura, zwischen dem
Graitery im
N. und dem
Envers du Montoz im S., senkt sich von O.-W. und mündet am Eingang zu den
Schluchten von
Court auf das Birsthal
aus. Bergweiden und einige Aecker, an den Hängen des
Graitery und Montoz prachtvolle Tannenwälder. Wird von einem in 1068 m
an der Grenze gegen den Kanton Solothurn
entspringenden
Wildbach entwässert, der zuerst nach N. fliesst, dann in scharfem Knie nach W. abbiegt
und nach 6,3 km langem
Lauf etwas unterhalb
Court in 665 m von rechts in die
Birs mündet.
Sein Einzugsgebiet umfasst 390 ha. Man zählt
im Thal von Le Chaluet 12
Höfe mit 59 Ew., die zum grössern
Teil Wiedertäufer sind. Dem Thal folgt auf seine ganze Länge die Strasse
Court-Gänsbrunnen
(SaintJoseph)-Welschenrohr (Rosière)-Balsthal.
Le Chaluet ist ein Teil der grossen Molassemulde, die, zu beiden
Seiten von Jurafalten begrenzt, von
Tramelan im W. bis Oensingen
im O. reicht und der Reihe nach von der
Trame, der
Birs (bis
Court), dem
Wildbach Le Chaluet und der
Dünnern
entwässert wird.
Die dieser Mulde folgende Strasse bildet zugleich den kürzesten Fahrweg zwischen dem Hochplateau der
Freiberge und
Olten.
Ehemals
Eisen- und
Glashütten. Als im 17. Jahrhundert Bern
die Wiedertäufer aus seinen Landen vertrieb, fanden
sie
Schutz beim Fürstbischof von Basel,
auf dessen Gebiet sie sich nunmehr ansiedelten. So liessen sie sich zum Teil auch
im Thal
von Le Chaluet nieder, dessen bisher unbebauten Boden sie als treue und ergebene Untertanen der
Bischöfe in
Frieden urbar
machten.
Sitz der grossen Anglo-Swiss Condensed
MilkCo., deren Fabriken auf der ganzen
Erde zerstreut sind. Hauptfabrik in Cham mit 350 Arbeitern;
kauft die Milch von 8000 Kühen der Umgegend auf. Eine bedeutende Papierfabrik beschäftigt nahe an 200 Arbeiter.
Die auf eine Anhöhe 1784 erbaute und 1867 renovierte Kirche ist mit ihrem schlanken
Turm weitherum sichtbar. Sie ist eine
der schönsten Dorfkirchen der
Schweiz und birgt Malereien von P. M. von Deschwanden († 1881) aus
Stans und Reinhard aus
Luzern
(† 1824). Entwickeltes Unterstützungswesen, so eine Alterskasse, zwei Krankenkassen, Waisenhaus. Oeffentliche
Gartenanlagen.
Alte Urkunden erwähnen ein Geschlecht «von
Kam», dem zahlreiche wohlthätige Stiftungen zugeschrieben werden.
Cham ist eine der ältesten Siedelungen des Kantons Zug;
erscheint schon 857 als Chamo in pago Thurgauense und 858 als curtis regia
in der von Ludwig dem Deutschen zu Gunsten seiner Tochter Hildegard, der Aebtissin vom
¶
mehr
Frauenmünster zu Zürich,
aufgesetzten Schenkungsurkunde der Villa Cham. ^[Note:] Diese blieb bis 1477 im Besitz und unter der Verwaltung
des Fraumünsters, kam dann durch Kauf an Zug
und wurde von dieser Stadt verwaltet, bis sich der Ort 1798 als eigene politische
Gemeinde constituierte. Doch zahlte Cham der Stadt Zug noch einen Collaturzins,^[Berichtigung: ein Kollaturrecht.]
von welcher Verpflichtung es sich erst 1873 durch eine fixe Summe loskaufte. Heimat des religiösen Schriftstellers Franz
Suter (1654-1691), des Professors an der Universität Freiburg
im Breisgau J. Caspar Hildebrand († 1772), des Schriftstellers
und Philosophie- und Theologieprofessors G. J. Suter († 1860) und des Landammannes Hildebrand (1835-1891).
Pfahlbauten neolithischen Alters zu St. Andreas und beim Bachgraben. In der benachbarten Pfahlbaustation des Koller ist ein Kupferbeil,
bei der Ziegelei St. Wolfgang ein Bronzebeil gefunden worden. Römische Münzfunde besonders bei St. Andreas und im Städtli.