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Jeder zweite Bäcker schenkt Kaffee aus
Konkurrenzierung des herkömmlichen Gastgewerbes
Dreissig Prozent aller Bäckereien führen ein räumlich getrenntes Café und 19.6 Prozent betreiben eine Kaffee-Ecke. Das ergab eine Befragung von 1903 Bäckern in der Deutschschweiz durch GastroCall. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Expresso.
Der Anteil der Bäckereien mit separatem Café hat innert fünf Jahren von 27 auf 30 Prozent zugenommen. Noch schneller an Bedeutung gewinnen aber "Kaffee-Ecken". Fast die Hälfte dieser harmlos klingenden Betriebsform verfügt über mehr als neun Innenplätze. Jede fünfte Kaffee-Ecke hat mehr als 20 Innenplätze. Hinzu kommen meistens noch Aussenplätze.
Bäckereien, die weniger als zehn Prozent ihres Umsatzes mit dem Verzehr vor Ort erzielen, bezahlen auf diese gastronomische Dienstleistung nur 2.4 Prozent Mehrwertsteuer. Ein Wirt bezahlt pro Kaffee also rund 20 Rappen mehr Steuern als ein Bäcker.
Nicht unbedeutend ist in vielen Fällen auch das Mitnahmegeschäft. Auch dort profitieren die Bäckereien vom reduzierten Steuersatz und somit über einen staatlich verordneten Wettbewerbsvorteil von 5.2 Prozent (ab 2011 sind es gar 5.5 Prozent).
In zahlreichen Kantonen benötigt man zur Führung eines Bäckerei-Cafés bis zu einer bestimmten Grösse keinen Fähigkeitsausweis. In Bern liegt diese Grenze bei dreissig Plätzen, in Basel-Stadt bei zehn Plätzen. Anbieter von Kaffee-Ecken verfügen sehr oft über keine Gästetoiletten.