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Die Biene verdankt ihren ökologischen und wirtschaftlichen Erfolg ihrer Fähigkeit, Nahrungsreserven pflanzlichen Ursprungs einzulagern. Pollen und Nektar werden in den Wabenzellen zwischengelagert, um das Überleben des Volkes auch dann zu ermöglichen, wenn die klimatischen Bedingungen keine Sammelflüge ermöglichen. Dies ist im Winter der Fall oder wenn aufgrund des Wetters kein Bienenflug möglich ist oder die verfügbaren Ressourcen knapp sind. Der auf den Staubblättern der Blüten gesammelte Pollen wird für seine endgültige Lagerung umgehend in den Zellen abgelegt, wohingegen der Nektar vorher in Honig umgewandelt wird.
Weltweit wird die Anzahl der Bienen auf etwa 30‘000 geschätzt. In Mitteleuropa sind gegen 1000 Bienenarten bekannt. Die Zahl der in der Schweiz vorkommenden Bienenarten liegt bei fast 620. Die meisten Arten leben einzeln (solitär). Nur etwa 10 Prozent leben sozial wie die Honigbiene.
Viele Insekten, jedoch vor allem Bienen, leben in wechselseitiger Beziehung zu Blütenpflanzen. Auf der Nahrungssuche nach Nektar und Pollen bestäuben die Insekten die Blüten, so dass die Pflanzen Samen bilden und sich vermehren können. Von dieser engen Bindung profitiert der Mensch. Er erntet Beeren, Früchte und Samen der Pflanzen sowie den Honig und das Wachs. Der Wert der Bestäubungsleistung der Bienen übersteigt denjenigen der Honig- und Wachsernte bei Weitem. Aus diesem Grund stellen die Honigbienen hinter den Kühen und Schweinen die drittwichtigste Nutztierart dar.
Bienen sammeln Nektar, Pollen (Blütenstaub) und Honigtau (süsse Pflanzensäfte) von Blattläusen. Für ihre Sammeltätigkeit ist ihr Körper bestens ausgerüstet: ihre Mundwerkzeuge sind zum Saugen von Nektar ausgebildet. Für den Transport des Pollens dienen spezielle Haarbürsten an den Hinterbeinen.
Genetische Untersuchungen zeigen, dass die ursprüngliche Heimat der Honigbiene (Apis mellifera) in Afrika zu finden ist. Nordeuropa und Osteuropa/Asien wurden dann durch zwei verschiedene Wanderbewegungen besiedelt.
Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) hat sich in etwa 25 geografische Rassen aufgespaltet, die besondere Anpassungen an ihre Lebensräume zeigen. Sie lassen sich aufgrund ihres Aussehens und Verhaltens unterscheiden.
In Europa drängten die Gletscher der letzten Eiszeit (bis vor 12‘000 Jahren) die Westliche Honigbiene an die Mittelmeerküste zurück. Die Honigbienen überdauerten diese Zeit in vereinzelten, voneinander isolierten Populationen. Vermutlich entstanden damals regional angepasste Unterarten, wie zum Beispiel die Carnica-Biene (Apis mellifera carnica) auf dem Balkan, die Mellifera-Biene (Apis mellifera mellifera) im südfranzösischen Raum und die Ligustica-Biene (Apis mellifera ligustica) in Italien.
(aus: Das Schweizerische Bienenbuch)