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Über Sabine Haupt
Sabine Haupt ist Professorin für Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft an der zweisprachigen Universität Fribourg. Ihr Interesse gilt den vielfältigen historischen, politischen und literarischen Beziehungen zwischen den europäischen Kulturräumen, insbesondere zwischen dem deutschen und dem französischen Sprachraum seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. In Forschung und Lehre befasst sie sich vor allem mit Themen am Schnittpunkt von Literatur und anderen Bereichen wie: Kunst und Philosophie (Ideengeschichte und Ästhetik), Medien (Film und Fotografie), Technik (Künstliche Intelligenz), Medizin und Naturwissenschaft (Physik und Geologie). Ausserdem ist sie als Schriftstellerin tätig. Im April 2021 erschien ihr neuer Roman „Lichtschaden. Zement“.
Zweisprachiges (deutsch-französisch) Master-Seminar: Mehrsprachige Literatur / Littérature plurilingue
Das Seminar ist Bestandteil des zweisprachigen Studiengangs „Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft“ an der Universität Fribourg. Anhand literarischer und theoretischer Texte werden diverse Formen, aber auch Kontexte und Poetiken mehrsprachiger Texte untersucht. Dabei geht es zum einen um literarische Darstellungen des Themas „Mehrsprachigkeit“, zum anderen um die verschiedenen ästhetischen, linguistischen und historischen Facetten mehrsprachiger Texte, aber auch um das Phänomen des Sprachwechsels, d.h. wenn AutorInnen in verschiedenen Sprachen schreiben.
Literarische Mehrsprachigkeit ist zwar kein neues Phänomen. Seit der Verschriftlichung der Vernakularsprachen (Volkssprachen) kennt die Literaturgeschichte zahlreiche Beispiele von Mischformen mit dem Lateinischen. Kolonialismus und Globalisierung haben das Phänomen der literarischen Mehrsprachigkeit jedoch massiv verstärkt und in neue Kontexte gestellt, die seit einigen Jahrzehnten in verschiedenen Disziplinen theoretisch aufgearbeitet werden. Stichwörter sind hier u.a.: Weltliteratur, World literature, Négritude, Migrationsliteratur, Übersetzungspolitik, Code-Switching, Hybridisierung, Interkulturalität, Polyphonie u.v.m.
Untersucht werden Fragen wie z.B.: Welche Auswirkungen hat der Sprachwechsel auf die Identitätserfahrung von SchriftstellerInnen? Gibt es, z.B. bei Samuel Beckett, Verbindungen zwischen den ästhetischen Leitgedanken der klassischen Moderne und der Auseinandersetzung mit sprachlicher Identität? Was kommt hinzu, was geht verloren, wenn eine Schriftstellerin wie Anne Weber ein Buch in zwei Sprachversionen schreibt und sich dabei gewissermassen selbst übersetzt?
D’autres questions fondamentales du séminaire sont par exemple: Quels sont les aspects politiques, linguistiques et esthétiques d’une écriture interculturelle ou hybride ? Quels sont les mythes et motifs de l’imaginaire du multilinguisme, ses narratifs historiques et idéologiques ? Où, comment et par qui se définit l’identité culturelle et linguistique, quel est le potentiel innovateur d’une créolisation ? Quels sont les contextes historiques, culturelles et sociaux dans lesquelles ces littératures et discours évoluent et se transforment ? Comment agissent concrètement les divers acteurs dans le « third space » (Homi K. Bhabha), les intersections de rencontre interculturelle ? Dans quel mesure, un texte plurilingue est lui-même un « third space » ?