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Adolf Follenweider, Basel, 1844
Temperamalerei auf dünnem Karton
H. 18 cm, B. 14,7 cm
Inv. 1986.56.
Kleine Puppenmutter
Der Maler blickt leicht von oben auf das Mädchen, das vor einem dunklen Hintergrund auf einem einfachen Riemenboden steht. Es hält im linken Arm eine grosse, kleinköpfige Puppe, die ein türkisfarbenes, tailliertes Kleid trägt.
An ihrem rechten, etwas pummeligen Arm hängt ein kleines Körbchen. Das lange hellbeigefarbene Kleid fällt ihr bis auf die Füsse, die in schwarzen Lackschuhen stecken. Im Vordergrund stehen links ein weisses Spielzeugschaf und rechts eine Puppenwiege. Ohne dass eine Lichtquelle im Bild erkennbar wäre, heben sich das Kind und das Schaf hell leuchtend vom dunklen Hintergrund ab. Diese Lichtführung und die Vermeidung von Überschneidungen des dargestellten Kindes und der Dinge sowie die geringen Schatten, die sie werfen, geben dem Bild eine beinah surreale Atmosphäre.
Der als Porträtist bekannte Maler Adolf Follenweider (1823–1895) hat sein Bild unten links signiert und datiert «Ad. F. 1844». Die rückseitige Inschrift auf dem Schutzkarton ist späteren Datums: «Hanna Sarasin-Bischoff, geb. Riis (1841–1929), gemalt von Adolf Follenweider, 1844». Ausserdem ist ein Foto der Dargestellten als junge Frau aufgeklebt, das Friedrich Hartmann, einer der ersten in Basel tätigen Fotografen, wohl um 1860 gemacht hat. Es handelt sich um eines der damals beliebten «carte-de-visite» genannten kleinformatigen Porträtkärtchen.
Adolf Follenweider ging 1839 beim Basler Maler Hieronymus Hess in die Lehre und arbeitete dann im Atelier seines Vaters Johann Rudolf (gest. 1847), der vor allem Landschaftsmaler war. In dieser Zeit malte er Hanna Riis.
Erst 1848/49 konnte er sich in München bei Joseph Bernhardt in der Bildnismalerei weiterbilden. In der Spätzeit hat Adolf Follenweider, sich dem Trend der Zeit anpassend, auch grossformatige Porträtfotografien fein aquarelliert und dann mit Bleistift signiert und datiert.