Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03390.jsonl.gz/2490

Landwirtschaft – Landwirte von 1900 - heute – historisch
Frohbühlstrasse 49, wohnhaft gewesen im Bauernwohnhaus alte Assek-Nr. 84, neu 101+102, später auch noch 103+104. Erbaut wurde das Haus 1830, abgetragen 1989. Beruf Zimmermann. Robert Kuonen ist in Schwamendingen geboren und hat dort die Primarschule besucht. Sein Grossvater Arnold Kuonen wohnte an der Köschenrütistrasse 15 in Seebach. Robert Kuonens Eltern zogen von Schwamendingen nach Seebach, was nach 1931 gewesen sein muss. Das ist gesichert durch das Fehlen eines Eintrages im Adressbuch von Seebach von 1931. Robert Kuonen hat in Seebach die Sekundarschule im Schulhaus Buhnrain besucht. Bald nach der Lehre als Zimmermann heiratete er seine Vittoria und zog in den 1940er Jahren an die Friesstrasse 43. Dies bestätigt auch das Adressbuch der Stadt Zürich von 1950. Sie zogen gegen Ende der 1950er Jahre in das Bauernhaus von Fritz Krähenbühl weiter. Die Familie Kuonen stammt ursprünglich aus dem Kanton Wallis und zwar aus Guttet, welche heute Guttet-Feschel heisst und zum Bezirk Leuk gehört. Es wurde bereits 1261 als Gottet erstmal urkundlich erwähnt. In diesem Dorf heissen heute noch sehr viele Bewohner Kuonen.
Zum Familiennamen Kuonen ist zu vermelden, dass er ein typischer Walliser Familienname ist. Man trifft ihn dort besonders häufig zwischen Siders und Brig, während er weiter unten und oben im Tal nur noch selten auftritt. Der Familienname taucht in Seebach erst in den mittleren bis späteren 1930er Jahre auf in Form der Familie Robert Kuonen mit Frau und vier Kindern und zuvor durch dessen Eltern. Diese Familie lebte in der Zeit zwischen etwa 1935 und 1989 in Seebach. Ferner ist für 1950 noch der weiter oben erwähnte Arnold Kuonen an der Köschenrütistrasse 15 vermerkt.
Manuela Ramseier-Kuonen erinnert sich noch, dass ihr Urgrossvater von zwei Frauen 23 (!) Kinder hatte. Die erste Frau starb bei der Geburt des 16. Kindes. Der weiter oben erwähnte Arnold Kuonen war eines dieser 23 Kinder. Vor ein paar Jahren soll es in Guttet ein Kuonen-Treffen gegeben haben, welches von einem Remo Kuonen organisiert wurde, der zum obigen Zweig der Kuonens gehört.
Manuela Ramseier-Kuonen hat auch gehört, dass die Kuonens von den Wikingern abstammen sollen. Eine Überprüfung der Häufigkeit des Familiennamens Kuonen/Cuonen in Europa zeigt aber, dass der erdrückend grösste Teil von über 5600 Personen in der Schweiz leben und nur 33 in Frankreich, 12 in Deutschland, 5 in Österreich, 4 in Italien, 3 in Holland, 3 in Grossbritannien, 1 in Schweden, 1 in Finnland und ein paar weitere Einzelpersonen noch in weiteren Ländern Europas. Die grosse Zeit der Wikingerzeit war um 900 bis 1200 und sie stammten hauptsächlich aus Norwegen und Dänemark, siedelten in Frankreich, Schweden, Island und Grönland. Dass es aber ausgerechnet in den beiden wichtigsten Ursprungsländern keine Kuonen/Cuonen gibt, lässt an obiger Vermutung Zweifel aufkommen. Die Vokalfolge 'uo' ist heute in Europa nur noch in Finnland geläufig. Im deutschen Sprachgebiet entstammt sie dem Mittelhochdeutschen, doch trifft man sie gelegentlich noch in Familien- und Ortsnamen im ganzen deutschen Sprachgebiet, nicht aber im ehemaligen Wikingergebiet.
Da Robert Kuonen 'nur' das Bauernwohnhaus mietete, nicht aber die Scheunen und zusätzlich noch seinen Beruf als Zimmermann ausübte, war er quasi ein Freizeitbauer. Sie hielten vor allem zahlreiche Tiere wie Schweine, Enten, Hühner, Fasane und Perlhühner. Die Kuonens hatten vier Kinder: Robert (1948), Ingrid (1958), Armand (1960) und Manuela (1963). Die Krähenbühls wiederum zogen weiter nach Mettmenhasli. Da die Krähenbühls mehr als nur einem Bauernhof besassen, hätten die Kuonens auch einen anderen Hof mieten können, doch Vittoria Kuonen hing so an ihrem geliebten Seebach, das man sich darauf einigte, in das Haus an der Frohbühlstrasse 49 zu ziehen und weiterhin in Seebach zu bleiben. Die Kuonens wohnten in den rund 30 Jahren stets in Miete/Pacht, bis das Haus 1989 abgetragen wurde. Tochter Manuela Ramseier-Kuonen konnte sich noch an viele Details aus der damaligen Zeit erinnern, welche ihren Niederschlag in über einem Dutzend verschiedener Beiträge fanden. Es sei ihr an dieser Stelle ganz herzlich gedankt für die zahlreichen Informationen, welche sie der OGS zukommen liess.
Die Kuonens mieteten nur das Bauernwohnhaus, während der grosse Scheunenanbau entlang der Frohbühlstrasse von Abbé Pierre's Altpapiersammelstelle betrieben wurde. Die beiden hinter dem Anwesen stehenden kleineren Scheunen wurden von der Karosseriewerkstätte Hans Büsser und der Autogarage Fritz Flückiger gemietet.