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Angst vor Impfungen
Die Angst vor Impfungen gehört zu den spezifischen Phobien und bezeichnet die Angst vor Impfungen, Impfstoffen und deren eventuellen Folgen. Die Angst vor Impfungen ist selten isoliert und wird daher meist unter dem Begriff Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie (BVS-Phobie abgekürzt) katalogisiert.
Die Spritzenphobie ist häufiger als von den meisten angenommen. So leiden etwa 2-3 Prozent der Erwachsenen und ca. jeder 15. Jugendliche unter der sogenannten Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie.
Folgen und Risiken der BVS-Phobie
Man muss deutlich unterscheiden zwischen Menschen, die eine leichte Nervosität oder Unbehagen beim Blutabnehmen oder beim Impfen fühlen, und denjenigen, die eine ausgewachsene Panikattacke erleiden. Wenn die Panik so gross ist, dass eventuell dringende Behandlungen und Eingriffe nicht oder nur sehr schwer durchzuführen sind, kann diese Phobie grosse gesundheitliche und sogar lebensbedrohliche Folgen haben.
- Betroffene vermeiden notwendige Blutuntersuchungen
- Schwangere Frauen oder Frauen mit Kinderwunsch vermeiden wichtige Blutuntersuchungen und Impfungen zum Schutz des Ungeborenen
- Betroffene vermeiden notwendige und lebenswichtige Schutzimpfungen, wie z.B. die Tetanus-Schutzimpfung
- Betroffene schieben dringend notwendige Eingriffe lange hinaus
- Manche haben schon seit vielen Jahre keinen Arzt mehr besucht
- Manche Auslandsreisen können nicht gemacht werden, weil bestimmte Impfungen vorgenommen werden müssen
Betroffene wissen, dass ihre extreme Reaktion gegenüber den genannten ärztlichen Massnahmen rationell gesehen unbegründet ist, können aber gegen die Angst nicht ankommen.
Symptome
Die Symptome sind denen anderer Phobien gleich. Zu ihnen gehören u.a.:
- Zittrigkeit
- Herzklopfen
- Beklemmungsgefühle
- Schweissausbrüche
- Übelkeit
- Atemnot bis hin zur Hyperventilation und Ohnmacht
Ursachen
Wie bei jeder Phobie sind die Ursachen vielseitig und liegen tief verwurzelt im Unbewussten.
Die Spritzenphobie entwickelt sich in aller Regel in der Kindheit. Hierbei sind in diesem speziellen Fall auch neurobiologische Aspekte entscheidend, denn das schmerzverarbeitende System ist im Kindesalter sehr aktiv und muss noch reifen. So ist beispielsweise die Schmerzintensität bei Kindern deutlich höher.
Die meisten Betroffenen erwähnen traumatisierende Erfahrungen während einer Blutentnahme. Sie berichten, wie sie sich als Kind dabei schutzlos und ausgeliefert gefühlt haben. Oft haben diese Kinder auch empfunden, dass ihre Eltern sie im Stich gelassen haben. Bei Kindern kann ebenfalls ein langer, schmerzhafter Krankenhausaufenthalt zum Auslöser der BVS-Phobie werden.
Hypnosetherapie zur Bewältigung der Angst vor Impfungen
Während der Hypnosebehandlung werden unbewusste Prozesse der Angsterfahrungen, wie z.B. die kindliche Hilflosigkeit bei der Blutabnahme oder bei schmerzhaften Behandlungen, aufgesucht. Im Anschluss daran wird das Gefühl durch Suggestion aufgelöst, wodurch der alte ängstliche Bezugsrahmen verändert wird. Mit dem wachsenden Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten können die betroffenen Menschen beginnen, der ärztlichen Behandlung zu vertrauen und somit Spritzen und Nadeln an ihren Körper herankommen zu lassen.
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