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Weitere Luftaufnahmen von Grandcour
Das Renaissance-Schloss ist heute eines der Höhepunkte unseres Dorfes. Vor ihm stand dort ein feudales Herrenhaus, flankiert von vier Türmen und einem Wachtturm. Es wurde von einem Graben umgeben, und stammt vermutlich aus die Zeit zurück, als Königin Berthe, die über dieses Land herrschte, ihre Städte verstärkte, um ihre Verteidigung zu gewährleisten, also zu Beginn des 10. Jahrhunderts.
Dieses Schloss, von dem keine Überreste übrig bleiben, wurde zweifellos in den Kriegen, die die Prinzen zu dieser Zeit führten, um sich dieser Region zu bemächtigen, besonders die Herzöge von Zähringen, die Grafen von Savoyen, oder auch die Könige von Burgund, geschadet, bevor die Berner das Waadtland definitiv an sich nahmen in 1536. In der Tat, gemäss gewissen Erzählungen, blieb von diesem Schloss in 1600 nur ein niedergerissener Turm, der aus 1700 datierte, und im Nordwesten des Schlosses stand, der durch Abram de Sinner in 1738 gebaut wurde.
In einer von seinen Chroniken, untersuchte Henri Perrochon die Geschichte dieses Schlosses; hier ist das, was er darüber sagte:
- Jeder kennt diesen weitläufigen Wohnsitz aus Ziegelsteinen, mit seinen Rahmen aus gelben Steinen, seinen zentralen Körper, seinen beiden Flügeln, seinen Fassaden an der Strassen- und Parkseite, seiner schönen Brüstung. Früher gab es einen Französischen Garten mit einem monumentalen Springbrunnen und die Gräber der Herren, und auch das eines tapferen Bauern, Constant Marmier, der in 1381 bei Champvent bei einem Kampf zwischen den Herren dieses beiden Baronien getötet wurde.
In 1712 übergab der Herr Jean Laurent d' Estavayer seine Rechte auf die Baronnie von Grandcour an Abram de Sinner, Vogt aus Bern von Lenzburg in Aargau, für einen Betrag von 5000 Silbertaler und 25 Goldtaler für die Reben, die an dieser Stelle gediehen.
Der Sohn von Abram, Fréderich, war ein Politiker, der eine grosse Rolle bei der Lösung der Konflikte spielte, von Genf gegen das Fürstentum von Neuenburg. Er verkaufte seinerseits die Herrschaft für 80'000 Pfund an einem Genfer mit Französischen Ursprung, namens Jean-Louis Labat, ein ehemaliger Diplomat am Französischen Hof. Sein Sohn, der auch Jean-Louis hiess, folgte ihm. Eine malerische Persönlichkeit, er liebte es, die grosse Welt einzuladen und organisierte oft Empfänge, zu denen er Herzöge und Herren der Umgebungen einlud. Er empfing seine Gäste als ländlicher Edelmann, bekleidet in grünem Satin, mit einem gewaltigen Hut und einer Art Zepter. Seine Frau, Julie Thellusson, hinterliess eine Chronik ihres Lebens als Schlossherrin von Grandcour, und bei ihrem Tod ging ein Teil ihre Güter zugunsten der Schulen und der Kirchengemeinde von Grandcour.
Bei der Liquidation der feudalen Rechte, die ihm durch die waadtländische Revolution aufgedrängt wurden, hatte der Baron Labat, der sich, um modern zu sein nun „Bürger Labat“ nannte, einige Schwierigkeiten, seine Güter zu bewahren; er musste schliesslich das Schloss sowie die Felder, die Wiesen, die Reben, die Wälder und das malerische Dickicht von Bellevue verkaufen. Die Gebrüder Oulevey, die von Chesalles-sur-Moudon abstammten, wurden die glücklichen Eigentümer für 80'000 Franken.

Hier eine Beschreibung, aus dem letzten Jahrhundert von einer Person, die ihre Erzählung mit O.R. unterzeichnete:
- Das Schloss Grandcour nimmt in meinen Kindheits-Erinnerungen einen grossen und schönen Platz ein. Jede Woche trafen wir uns dort zwei, oder dreimal, um den Nachmittag dort zu verbringen, manchmal ganze Tage, und immer schien mir das ein Aufenthalt in einem idealen Land zu sein, wo die Langeweile unbekannt ist... Das Schloss Grandcour ist auf dem Gipfel des Abhanges gebaut, der sich dort in eine sanft wellenförmige Ebene entfaltet. Es steht unabhängig, mit Abstand vom Dorf, von dem man die hohen und dichten Häuser als eine lebende Erinnerung an das Mittelalter sieht.
Ein hohes Eisentor mit zwei Flügeln öffnet sich zur Mitte, bei einem Türmchen, das zum Taubenschlag wurde. Zwei ausgedehnte Gärten in Rechteckform stehen vor dem Schloss. Eine doppelte Treppe führt von der Terrasse ins Schloss selbst, darunter die Fassade mit nobeln Aussehen. Im Innern befindet sich das weitläufige Vorzimmer. Die Korridore sind breit und mit Fliessen bedeckt, genau wie die inneren Treppen; die Decken sind hoch. Die Herren der vergangenen Zeit machten ihre Sache gut. Von den Wohnräumen und von der Terrasse geniesst man eine schöne panoramische Sicht auf die Alpen am Horizont.
Im Norden, an der Seite von Chevroux, dehnen sich die Obstgärten aus, und ein Weg mit einer doppelten Reihe von jungen Ulmen trifft die Strasse wieder. Wenn Sie dazu einen Bach hinzufügen, der diesen Weg entlangführt, und dass ausser dem Haus des Landwirtes eine Anzahl Dependenzen das Schloss umgibt, zwei oder drei Scheunen, Höfe, können Sie daraus folgern, dass es dort für Kinder eine wahre verzauberte und verzaubernde Welt gab.
Fünf Haushalte bewohnten den alten herrschaftlichen Wohnsitz: drei Brüder Oulevey, einer ihrer Schwager und der Pasteur der freien Kirche, der für alle mein Onkel war, der später zum Pasteur Clément in Lausanne wurde.
Der Salon und der Park des Schlosses Grandcour kannten glorreiche Zeiten. Unterschiedlichste Freuden und Sitzungen fanden in diesen heute verlassenen Orten statt. Während mehrerer Jahrzehnte wurde der Salon durch das Blaue Kreuz und von den christlichen Unionen benutzt. Bei der Restaurierung der Kapelle der freien Kirche wurde er den "Libristes" durch Frau Thévoz-Oulevey zur Verfügung gestellt, die Schwester von Emile Oulevey. Sie gab eine Dependence des Schlosses auf, um dort die Kapelle einzurichten, deren Eröffnung am 25. November 1900 stattfand und die Einweihung von Pasteur Adamina am 2. Dezember desselben Jahres, und der die Psalme 32 sprach.
Bei dieser Eröffnung wurden die Behörden von Grandcour durch Herrn Charles Ruchat vertreten, ein Rechtsberater und M. Fritz Marcuard, der Berater der Kirchengemeinde und Friedensrichter, beide gehörten zur nationalen Kirche.
Im Bezug auf die Baronen von Grandcour, insbesondere auf Labat, erzählten die alten manche Anekdoten und sagten, dass sie stolz seien. Es war einer von ihnen von dem man sagte, dass er bei einem Streit mit einem seiner Untergebenen ihn mit "niedrigem Insekt" behandelte. Darauf antwortete der Bauer:
- Was wollen Sie, Herr le Baron, es können nicht alle grosse Tiere sein!
Man erzählt auch, dass der Baron Labat, der seine letzte Stunde kommen fühlt, den Arzt zu sich rief. Dieser erklärte, dass nichts mehr gemacht werden kann, und dass das Pasteur der sich am Kopfende des Sterbenden aufhielt, ihn so gut wie möglich ermahnte mit evangelischen Worten, und dann hörte er, wie der Patient laut ächzte. Er fragte ihn:
- Sie leiden also so sehr, Herr le Baron?
Und der Baron antwortete:
- Es ist nicht, weil ich so sehr leide, sondern weil ich es so sehr bedauere, nicht mein eigener Erbe zu sein!
Zum Zeitpunkt, als das Schloss zu verkaufen war, boten es seine Eigentümer der Gemeinde an. Es war das private Interesse, das vorherrschte. Man zog es vor, ein altes Gebäude zu kaufen, das dem Schulhaus angrenzte, in dem man drei Klassen dort unterbrachte, darunter die der Mädchen, und eine Wohnung für den Direktor und man erhält zwei Klassen im alten Gebäude aufrecht, das im Jahre 1900 angezündet wurde.
Bibliographie