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Bruxelles verbindet Charles Liebherr mit Heimkommen. 1999, beim ersten Bewerbungsgespräch beim damaligen Radio DRS in Bern, fragte ihn nämlich die damalige Abteilungsleiterin, ob er einmal EU-Korrespondent werden wolle. Das war peinlich. Denn, beworben hatte er sich als Leiter der ersten Internet-Redaktion des Radios.
Also folgten sieben spannende Jahre Pionierarbeit in der Online-Redaktion. Er installierte gegen viel Widerstand die erste Webcam im Studio von DRS3. Zum 60. Geburtstag des «Echo der Zeit» schenkte sein Bereich dem Schweizer Radio den allerersten Podcast. Später schrieb er das Konzessionsgesuch für die Lancierung des Digitalradios SRF 4 News.
Der Floh im Kopf blieb
Also ging er zurück zu den Wurzeln. Seine Wurzeln sind der Journalismus, also Geschichten erzählen, etwa am Radio. Einige Jahre in der Wirtschaftsredaktion folgten, und dann setzte der Floh zum Sprung an.
Von 2014 bis 2018 berichtete Charles Liebherr als Frankreich-Korrespondent über blutige Anschläge, belanglose Streitigkeiten in Regierungen und von einem Aufsteiger, den niemand kommen sah: Emmanuel Macron, heute Präsident im Elyssée-Palast.
Der Wechsel nach Brüssel ist nur scheinbar Neuland. In belgischen Kinos laufen alle französischen Filme zeitgleich zu Paris an. Im Quartier Ixelles gibt es guten Käse. Flämisch zu lernen, erinnert ihn daran, wie er als Basler lernte, Berndeutsch zu verstehen. Und an die Wurzeln Europas erinnert Charles Liebherr täglich seine Büroadresse am Boulevard Charlemagne, Karl der Grosse.