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„Möglicherweise ist die Marone lediglich in Wasser gekocht.“
„Das erspart dem Raum den Rauch.“
„Treffend gesagt.“
„Darum riechen wir nichts.“
„Vermutlich wird uns die Marone als Sushi serviert.“
„Kalt und gut durchgekocht.“
„Sushi wird nicht gekocht.“
„Im Fall der Marone schon.“
Das Gespräch ist wieder einmal ausser Rand und Band. Meine beste Freundin und ich teilen diese Einschätzung: So kommen wir unserem Nachtessen keinen Schritt näher.
Ich, die Protokollistin, die gewissenhaft arbeitet, habe aber keine Möglichkeit, die Entwicklung zu beschleunigen.
Ich könnte die Theke verlassen und Nachforschungen zum Verbleib der Marone anstellen, mich zur anderen Gruppe begeben, in deren Zentrum der Dicke sitzt. Dort wird möglicherweise weniger gesprochen. Ich muss geistig weniger notieren und habe darum Freiraum, um das Lokal diskret ausführlich zu inspizieren. Möglicherweise, wenn weniger geschwatzt wird, geht die ganze Geschichte schneller vorwärts.
Die Frage stellt sich natürlich sofort: Darf ich mich als Protokollistin, die sich verantwortungsbewusst einer präzisen Arbeit verpflichtet weiss, einfach aus meiner Pflicht stehlen und mich mit einer schwachen Ausrede von der Theke entfernen? Meine beste Freundin würde mir solches nie verzeihen. Denn sie will nachlesen, was sie selber gesagt hat und was die Anderen auf ihre Interventionen geantwortet haben. Sie will wissen, was dort geschieht, wo sie sich aufhält.
Mir bleibt also nichts anderes übrig, als mich trotz all meiner Einwände, weiterhin, wie öde oder abstrus die Gespräch an der Theke zum Teil auch verlaufen, auf meinen Auftrag zu konzentrieren. Ich will meine beste Freundin sicher nicht sitzen lassen und es so mit ihr wegen dieser Marone verderben, sondern getreulich wiedergeben, was ich höre, auch wenn ich als Nichteingeweihte nicht alle Finessen des Gesagten verstehe. Ich halte mich an die Devise meines Vordenkers: Der Protokollführer muss nichts verstehen von dem, was geschieht. Er muss lediglich aufmerksam und konzentriert mit dem Stift, der alles notiert, mithalten.
Meine beste Freundin findet diese Haltung völlig abwegig und sagt mir, ich solle nicht schwatzen, sondern in mich gehen und nicht ständig nach Ausflüchten suchen, um meiner Aufgabe nicht nachkommen zu müssen. Denn hier würden ausserordentlich kluge Dinge gesagt.
Davon habe ich noch nicht allzu viel gemerkt.