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„Wir wünschen uns, dass die Menschen ihre Herzen öffnen“
Zur 70. Plenarsitzung trafen sich die Delegierten der Versammlung der katholischen kirchlichen Körperschaft des Kantons Freiburg am 03. Oktober im Saal von Christ-König in Freiburg. Um das Wahlverfahren und Protokoll zu vereinfachen, nahmen die Delegierten eine erste Lesung zu diesbezüglichen Änderungen im Geschäftsreglement vor. Ebenfalls wurde einer Motion der Ordensvertreter zugestimmt, die in Zukunft statt fünf nur noch zwei Vertreter für die Versammlung stellen möchten. Bischofsvikar Rémy Berchier berichtete von ersten Reaktionen auf den Aufruf der Kirchen, Flüchtlinge aufzunehmen und zu begleiten.
Arnold Schöpfer, Vize-Präsident der Versammlung, begrüsste die
Anwesenden und entschuldigte den Präsidenten Laurent Passer.
Die beiden Vizepräsidenten der Versammlung: Arnold Schöpfer und Célia Lopes
Postulat zum vereinfachten
Wahlverfahren
Zwei Ämter als Ersatzstimmenzähler hat die Versammlung neu besetzt. Und
obwohl es nur zwei Kandidaten gab, wählte die Versammlung die Delegierten Michel Danniau und Marguerite
Beaud in einer zeitaufwändigen geheimen Wahl. Dieses Verfahren soll in Zukunft
verändert werden.
Schon auf der letzten Sitzung im Mai wurden Postulate des Delegierten
Bertold Rauber durch die Versammlung angenommen, in welchen dieser sich für
eine Vereinfachung des Wahlverfahrens und des Protokolls einsetzte. Der
Exekutivrat sowie eine Spezialkommission stellten Vorschläge zur Änderung der
Geschäftsreglements vor, die vorsehen, dass im Fall, dass es nur einen
Kandidaten für ein Amt gibt, eine stille Wahl ausreicht, um den Kandidaten
durch die Versammlung zu bestätigen. Auch für die Wahl der Mitglieder des
Exekutivrats schlug der Exektutivrat vor, dass eine stille Wahl ausreiche, wenn
die Anzahl der Kandidaten die Anzahl der zu besetzenden Ämter nicht übersteige;
ein Vorschlag, der von den Delegierten akzeptiert wurde. Jedoch wird eine geheime
Wahl durchgeführt, sobald es ein Delegierter wünscht und ein Fünftel der
Versammlung dies unterstützt. Die Wahlen des Präsidenten der Versammlung, des
Präsidenten des Exekutivrats und des Präsidenten der Justizkommission erfolgen dagegen
weiterhin in geheimer Wahl. Das Protokoll der Versammlung wird künftig
innerhalb von 30 Tagen den Delegierten zugestellt und nach der Annahme auch auf
der Homepage www.kath-fr.ch bzw. www.cath-fr.ch verfügbar gemacht werden. Nach
dieser ersten Lesung werden die Delegierten in einer späteren Sitzung eine
zweite Lesung vornehmen.
Weniger Vertreter der Orden
Ebenfalls behandelt wurde die Motion von Pater Philippe Hennebicque, der
im Namen der ASCOREF (Association des communautés religieuses du canton de
Fribourg) vorschlug, die Anzahl der Vertreter der Ordensgemeinschaften von fünf
auf zwei zu reduzieren. Grund dafür sei, dass es aufgrund des Alters und der
abnehmenden Anzahl der Ordensmitglieder immer schwieriger werde, VertreterInnen
für die Versammlung zu finden. Auch habe er den Eindruck, dass die
Ordensgemeinschaften übervertreten seien. Derzeit besteht die Versammlung aus
neunzig Delegierten: sechzig Vertreter
der Pfarreien, zehn Delegierte der Priester, Diakone und Laienseelsorger, fünf
Vertreter der Ordensgemeinschaften, fünf Vertreter der von der Diözesanbehörde
anerkannten Bewegungen und zehn vom Bischof bezeichnete Delegierte.
Der Exekutivrat und das Sekretariat der kkK
Der Exekutivrat schlug der Versammlung vor, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. „Die ACOREF ist nicht die einzige Vereinigung, die Schwierigkeiten bei der Aufstellung neuer Delegierter hat", so der Bericht des Exekutivrats. Die Umwandlung in ein Postulat gäbe Gelegenheit, grundsätzlich über eine allfällige Verkleinerung der Versammlung nachzudenken und dies in Pfarreien, Seelsorgeeinheiten und auf anderen pastoralen Ebenen zu besprechen. Allerdings sprach sich die Versammlung dagegen aus, aber akzeptierte die Motion von Pater Hennebicque, die Anzahl der Vertreter der Orden in der Versammlung zu verringern.
Mein Nächster – ein Geschenk Gottes
Von ersten Reaktionen auf den Aufruf der evangelisch-reformierten Kirche und der katholischen Kirche „Mein Nächster – ein Geschenk Gottes" berichtete Rémy Berchier, Bischofsvikar des französischsprachigen Kantonsteils. Mitte September war die Aufforderung an alle Pfarreien, Seelsorgeeinheiten, Kirchgemeinden und Ordensgemeinschaften gerichtet worden, Flüchtlinge aufzunehmen und Begleitgruppen aufzubauen. „Mich berührt es, dass sich so viele Männer und Frauen bei uns gemeldet haben." Für die Deutschsprachigen wird am 11. November, um 20.00 Uhr, im Reformierten Zentrum in Düdingen zusammen mit Vertretern beider Kirchen und des Staates ein Informationsabend für alle Interessierten aus Pfarreien, Kirchgemeinden und Orden stattfinden, die sich engagieren möchten. „Wir wünschen uns, dass die Menschen ihre Herzen öffnen als Gläubige und als Christen, und wir erhoffen uns eine Sensibilisierung der Pfarreien für den Umgang mit Flüchtlingen."
Philippe Micheloud informierte die Delegierten, dass spätestens Anfang 2017 ein Umzug anstehe, der die Körperschaft und die Bischofsvikariate an einem Ort zusammenführen soll: im Gebäude der Ordensschwestern des Pauluswerkes auf dem Boulevard de Pérolles 38. Ein Umzug ist nötig, da das Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit auch den derzeit noch gemieteten Flügel des Diözesanzentrums in Villars-sûr-Glâne übernehmen möchte.
Der Präsident des Exekutivrates, Georges Emery, stellte Umstrukturierungen in der Administration der Körperschaft vor. Eine neue Stelle wurde kreiert, um die Register der Pfarreien zu führen, sich um die Informatik zu kümmern und als Webmaster für die Homepages der kath. Kirche zu fungieren. Diese Stelle wird der bisherige Generalsekretär Hans Rahm übernehmen, weswegen seine Stelle bald durch den Exekutivrat ausgeschrieben werden wird.
Christina Mönkehues, Informationsbeauftrage des Bischofsvikariats Deutschfreiburg