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Im Rahmen der aktuellen Situation in dieser Welt habe ich mir Gedanken zum Wort "Freiheit" gemacht. Was ist eigentlich Freiheit und woher stammt dieses Wort?
Das Wort "Frei" entspringt der indoeuropäischen Wurzel prāi- = schützen, schonen, gerne haben, lieben. Zur selben Wortfamilie gehören: der Friede und der Freund und der Freier.
Etymologischen Vermutungen zufolge hat das Wort seine heutige Bedeutung über das germanische *frī-halsa = „jemand, dem sein Hals selbst gehört“, der also über seine Person selbst verfügen kann, erhalten.
Daraus kann folgendes abgeleitet werden: Wenn ich über mich selber frei verfügen möchte, ("meinen Hals frei haben möchte") schütze ich mich vor Fremdbestimmung und Eingrenzung. Menschen mit einem gesunden Mass an Selbstliebe sorgen also gut für sich und lassen sich nicht fremdbestimmen, weil sie sich selbst lieben. Oder anders ausgedrückt: Was man liebt, schützt man vor fremdem Zugriff.
Ein gesunder Mensch mit Selbstliebe greift andere Menschen nicht an. Die Grundhaltung ist also: Ich schütze mich vor fremdem Zugriff. Ich schone mich und meine Ressourcen und verhalte mich friedlich. Ich behandle andere Menschen respektvoll. Menschen die sich so verhalten sind frei von äusseren Einflüssen. Sie akzeptieren das was gerade ist und bleiben liebevoll bei sich. Stell dir selber folgende Fragen:
Schütze ich mich vor fremdem Zugriff?
Bin ich mir selber eine gute Mutter und schaue liebevoll auf meine Bedürfnisse?
Bin ich mir selber ein guter Vater und bin stolz auf mich?
Verhalte ich mich friedlich und akzeptiere ich andere Menschen in ihrem Sein?
Bin ich fremdbestimmt und wie fühlt sich das an?
Gehe ich haushälterisch mit meinen Ressourcen um und schaue zu meinem Körper, meiner Seele, meinem Geist?
Bin ich in Akzeptanz mit meiner Umwelt und nehme hin, was sich gerade zeigt in meinem Leben?
Kurz gesagt können drei Begriffe hinter das Wort Freiheit gelegt werden:
Schützen, Schonen, Lieben
Unweigerlich kommen da Bilder der französischen Revolution hoch. Der Leitspruch der französischen Revolution liberté, égalité, fraternité nennt Freiheit an erster Stelle. Ein guter Griff! Denn alle Belange des Lebens befassen sich mit Gewinn und Erhalt von Freiheit.
Liberté geht auf lateinisch liber = "frei, freimütig, ungebunden" zurück, dem das griechische eleutheros = "frei, edel" entspricht. Einigen mag der Klang des griechischen e-leuthe-ros an das deutsche Wort Leute erinnern. Ist das ein Zufall? Keineswegs. Sowohl "Leute" als auch "eleutheros" gehen auf die indoeuropäische Wurzel leudh = "wachsen" zurück; von der leuthero = "zum Volk gehörig, frei" abgeleitet ist.
Freiheit hat also mit den Grundbedürfnissen des Menschen zu tun, nämlich dem inneren Wunsch nach Bindung und Zugehörigkeit, nach Wachstum und Selbstwerterhöhung und nach innerer Orientierung und Selbstkontrolle.
Der Begriff liberté umfasst diese Motive:
Die ebenbürtige Zugehörigkeit zur Gemeinschaft des Volkes; in der Antike als Gegensatz zum Status Kriegsgefangener oder Sklaven gedacht.
Wachstum, also das Gedeihen der Einzelnen und der Gemeinschaft; jedes wahre Wachstum steigert Freiheit.
die Verknüpfung von Freiheit und Wert; nur der Freie ist ebenbürtig und damit gleichwertig. (Sonst wäre er ein Sklave).
Freimut als Recht und Mut zur freien Rede.
Heute wird der Begriff "Freiheit" oft der allgemeinsten und ursprünglichsten Bestimmung gleichgesetzt: Die Abwesenheit von Zwang und die Unabhängigkeit von einer Notwendigkeit.
Diese Definition greift nach meinem Dafürhalten zu kurz. Freiheit ist viel umfassender und vielschichtiger. Ganze Generationen der dichterischen und schreibenden Gilde haben sich intensiv mit dem Thema Freiheit auseinander gesetzt. Wie wäre es, wenn du auch darüber reflektierst?
Schreibe für dich auf, was für dich Freiheit bedeutet, welche Arten von Freiheit du kennst und wo das Wort heute überall eingesetzt wird... Du wirst erstaunt sein.