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Eine ausführliche Anamnese ist nötig, folgende Faktoren sollten beachtet werden [5] [6]:
Die häufigste Symptomatik ist asymmetrische Hautschwellung [1]. Die Prädilektionsstellen sind das Gesicht, Genitalien, Gesäß und Extremitäten. Die häufigste Lokalisation von Schwellungen im Gesicht ist der Periorbitalbereich und die Lippen [1]. Es gibt Prodromalzeichen (zB Kribbeln) in dem betroffenen Gebiet mehrere Stunden vor der Schwellung. Die Schwellung ist selbstlimitierend und vergeht nach 12 bis 36 Stunden [1]. Es gibt keine Verfärbung der betroffenen Hautstelle. Gastrointestinale Beteiligung kann mit oder ohne Übelkeit und Erbrechen bestehen [1]. Die Bauchschmerzen sind schwer und ahmen ein akutes Abdomen nach. Kehlkopfödem ist ein schwerwiegendes Symptom von HAE. Komplette obere Atemwegsobstruktion kann entstehen, wenn nicht sofortige ärztliche Hilfe erfolgt.
Die quantitativen und funktionellen Untersuchungen des C1-Esterase-Inhibitors sind im Gegensatz zu HAE Typ 1 und 2 normal. Bei einem Teil der Patienten können Mutationen in Exon 9 des Faktor XII-Gens nachgewiesen werden [7] [8]. Weitere, bislang unbekannte genetische Ursachen für HAE Typ 3 scheinen zu existieren.
Im Akutfall muss Icatibant, ein Bradykininrezeptorantagonist oder C1-Esterase-lnhibitor-Konzentrat verabreicht werden [10] [11] [12] und sollten daher im Zuhause des Patienten vorhanden sein bzw. mitgeführt werden. Prophylaktische Behandlung mit C1-Esterase-lnhibitor-Konzentrat ist nötig, wenn Patienten von häufigen und/oder schweren Episoden betroffen sind. C1-Esterase-lnhibitor-Konzentrat dient auch der Kurzzeitprophylaxe vor Operationen oder Zahnbehandlungen [13].
Eine frühzeitige Behandlung akuter Attacken ist nötig, weil die Symptome stark schmerzhaft und lebensbedrohlich sein können. Obstruktion der oberen Atemwege sollte sofort behandelt werden, um Erstickung vermeiden [9]. Das gleiche gilt für Bauchschmerzen, da sie akutes Abdomen nachahmen und zu überflüssigen chirurgischen Behandlung führen können.
Für den HAE Typ 3 ist bei einem Teil der Patienten eine Mutation verantwortlich, die im Exon 9 des Faktor XII-Gens, dem Hagemann-Faktor, liegt.
Die Erkrankung betrifft zumeist nur Frauen, da der Faktor XII Östrogen-abhängig synthetisiert wird.
Die unkontrollierte Stimulierung des Kinin-Systems ruft das Angioödem in erster Linie hervor [2]. Unkontrollierte Aktivität von Faktor XII aktiviert Pre-Kallikrein in Kallikrein. Kallikrein spaltet dann das hochmolekulare-Kininogen, um das vasoaktive Polypeptid Bradykinin zu erzeugen [1]. Überschüssiges Bradykinin fördert die Gefäßdurchlässigkeit, Vasodilatation, erhöhte Stickoxidsynthese und Kontraktion der glatten Muskulatur in den Atemwegen und Magen-Darm-Trakt [1]. Das Ergebnis ist das Krankheitsbild des HAE. Erhöhte Durchlässigkeit und Vasodilation [3] [4] führt zu lokalisierten Ödemen, an denen die tiefe Schicht der Dermis und des subkutanen Gewebes beteiligt sind. Rezidivierende gastrointestinale Symptome und Laryngospasmus können als Folge der Bradykinin-induzierten Kontraktion der glatten Muskulatur auftreten. Schmerzen und Schwellungen ergeben sich aus der erhöhten Freisetzung von Eicosanoid-Stoffwechselprodukten und Zytokinen.
Auslösende Faktoren sollten identifiziert und vermieden werden.
Das hereditäre Angioödem Typ 3 (HAE Typ 3) ist eine seltene Erkrankung. Bei einem Teil der Patienten wurden Mutationen im Faktor-XII-Gen festgestellt. Frauen sind häufiger betroffen. Klinisch ist das hereditäre Angioödem durch episodische Ödeme der Haut, des Gastrointestinaltrakts und der Atemwege gekennzeichnet [1]. Der meist fehlende Pruritus (Juckreiz) ist charakteristisch für die Erkrankung.
Das hereditäre Angioödem (HAE) Typ 3 ist eine seltene Krankheit, die typischerweise lokalisierte Schwellungen verschiedener Körperteile verursacht. HAE Typ 3 entsteht bei einigen Patienten durch Mutationen im Faktor-XII-Gen. Schwellung des Gesichts, Gesäßes, der Geschlechtsorgane und Gliedmaßen sind typisch. Bauchschmerz tritt auf, weil die Schleimhaut des Magens und des Darmes anschwellen. Schwellungen der oberen Atemwege benötigen eine sofortige ärztliche Behandlung, um Erstickung zu verhindern. Die Behandlung besteht aus Arzneimitteln, die die Ansammlung von Bradykinin verhindern, C1-INH-Konzentrat und Bradykininrezeptorantagonisten.