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Um 1280 rum lebte im Niederdorf der Bäckermeister Wackerbold. Weil er zu leichte Brote verkauft habe, oder weil er Sägemehl unter das Mehl gemischt hatte, so genau ist das nicht überliefert, wurde er an den Pranger am Limmatufer beim Rathaus gestellt.
Er wurde in einen Korb gesperrt, und immer wieder in die Limmat getaucht. Die Leute beschimpften und bespuckten ihn während er wehrlos zur Schau gestellt war.
Wackerbold beschloss eine schlimme Rache. Er füllte seine Bäckerei und sein Haus im Niederdorf mit dürrem Reisig und beim nächsten Fönsturm zündete er es an. Das Niederdorf brannte lichterloh!
Der unglückselige Bäcker verschwand und ward nie mehr in der Stadt gesehen.
Kennst du das Haus Zum schwarzen Garten in Zürich? Es liegt im Niederdorf, an der Stüssihofstatt. Im 15. Jh wurde es bewohnt von Felix Glöckner und seiner Glockengiesser Familie. 1453 machte Felix sich auf einen Kreuzzug nach Ägypten. Das wertvollste Juwel, dass er zurück brachte war eine wunderschöne schwarze Frau. Die Zürcher hatten noch nie zuvor einen dunkelhäutigen Menschen, geschweige denn eine solche Schönheit gesehen. Um sie vor den neugierigen Blicken zu schützen sperrte er sie in sein Haus ein. Um ihr das Paradies auf Erden zu bieten, verwandelte er den Innenhof in einen wunderbaren tropischen Garten.
Noch heute ist nicht klar, weshalb das Haus Zum schwarzen Garten heisst. Wegen der schwarzen Frau? Oder weil es einen Brand gegeben haben soll, um diese tragische Geschichte zu beenden?