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Kim Novak wurde im rigorosen Studiosystem von Hollywood gross. Darin verpflichteten sich die Schauspieler über Jahre einem einzigen Filmstudio. Die Bosse entschieden, in welchen Filmen und mit welchen Kollegen sie auf der Leinwand erschienen. Und die Bosse entschieden auch, mit wem sie welche Partys zu besuchen hatten. Das war Kontrolle pur. Doch es garantierte meist auch Arbeit und Ruhm.
Kim Novak «gehörte» den Paramount Studios. Sie stand mit den ganz Grossen vor der Kamera. Mit Jack Lemmon in «Phffft!» (1954), mit Frank Sinatra in «The Man With the Golden Arm» (1955), oder mit Kirk Douglas in «Strangers When We Meet» (1960). «Vertigo» (1958) war ihr elfter Film in nur sechs Jahren.
Von der Studio-Sklavin zum Weltstar
Kim Novak gewann zwei Golden Globes. Den ersten 1955 als bestes Nachwuchstalent, den zweiten 1957 als weltbeste Schauspielerin. Ein kometenhafter Aufstieg, der eine lange Karriere versprach.
Doch als das Studiosystem in den frühen 1960er Jahren zusammenfiel, war es auch vorbei mit Kim Novaks Star-Dasein. Sie zog die Konsequenzen und verliess Hollywood. Mit der Schauspielerei hörte sie zwar nicht ganz auf, doch ihre Filmauftritte wurden immer seltener, genauso wie ihre Auftritte in der Öffentlichkeit.
Wäre da nicht dieser Hitchcock-Streifen
Kim Novak fand dann Erfüllung im Privatleben. Auf einer Ranch in Oregon, wo sie zusammen mit ihrem zweiten Ehemann Pferde und Lamas züchtet. Ausserdem malt und fotografiert sie, schreibt Gedichte und scheint ganz einfach ihr Leben zu geniessen.
Die Welt hätte sie wohl vergessen – wäre da nicht dieser Hitchcock-Streifen. Und hätte das britische Kinomagazin «Sight & Sound» im Jahr 2012 den Film «Vertigo» nicht zum besten Film aller Zeiten gekürt.
Der hellste Stern in Cannes
Jetzt steht sie aber wieder im Rampenlicht, wenn auch nur für kurze Zeit: In Cannes wird «Vertigo» in einer restaurierten Fassung gezeigt, und die mittlerweile 80jährige Kim Novak tritt als Stargast des Festivals auf. Hollywood-Glamour in Cannes ist zwar nichts Neues, doch dieser Star wird die Côte d’Azur noch ein weniger heller erscheinen lassen.