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Wo ist Sam Querrey? Die US-amerikanische Weltnummer 49 wäre aktuell eigentlich beim ATP-500-Turnier von St. Petersburg dabei, wurde wegen seiner Coronainfektion aber aus dem Turnier gestrichen. Statt sich in Quarantäne zu begeben, ist der 33-Jährige jetzt offenbar untergetaucht.
Wie der Tennis-Journalist Ben Rothenberg auf Twitter berichtet, wurde Querrey vor seinem Auftaktspiel in St. Petersburg positiv auf das Coronavirus getestet – genauso wie seine Frau Abby und sein acht Monate alter Sohn Ford. Der Plan war danach, dass sich die Querreys in ihrem Luxushotel in St. Petersburg in Quarantäne begeben, wozu sich die Familie auch bereit erklärt hatte.
Doch dann erhielt Sam Querrey einen unerwarteten Anruf von jemandem der russischen Gesundheitsbehörde, der ihm mitteilte, dass sie nun Besuch von einem Arzt bekommen würden. Dieser würde auch die Frau und seinen Sohn untersuchen, und wenn Symptome festgestellt würden, könnte die Familie gezwungen werden, ins Spital eingeliefert zu werden.
So sass der Schock bei den Querreys, die offenbar nur unter milden Symptomen leiden, tief. Weil sie befürchteten, in einem anderen Land von ihrem kleinen Sohn getrennt zu werden. Der Wimbledon-Halbfinalist von 2017 arrangierte kurzerhand einen Privatjet, um seine Familie über die russische Grenze zu bringen – ausserhalb der Reichweite der russischen Gesundheitsbehörde.
Gemäss Ben Rothenberg wurden die Querreys in ein «nahe gelegenes europäisches Land» gebracht, für dessen Einreise kein negativer Test erforderlich ist. Da wurden sie in einer Privatunterkunft untergebracht. Womöglich aus Angst vor einer Auslieferung will die Weltnummer 49 ihren genauen Standort nicht preisgeben. Rothenberg geht davon aus, dass sich die Querreys an der Ostsee befinden.
ATP spricht von «schwerwiegendem Verstoss» – Sperre droht
Mit seiner Flucht aus Russland hat Querrey gegen das Gesundheitsprotokoll der ATP verstossen, was beim Tennis-Verband erhebliche Bestürzung ausgelöst hat. Das Handeln des US-Amerikaners sei ein «schwerwiegender Verstoss», schreibt die ATP in einer Mitteilung. Man nehme diese Angelegenheit äusserst ernst und Ermittlungen seien aufgenommen worden.
Die ATP appelliert an die Spieler, dass ein solcher Schritt «die Funktionsfähigkeit eines Events gefährden und Auswirkungen auf den Rest der Tour haben könnte». Solche Verstösse von Spielern könnten dem Verband beim Einholen von Genehmigungen für weitere Tennis-Veranstaltungen auf der ganzen Welt Schwierigkeiten bereiten.
Querrey hatte eigentlich vor, länger in Europa zu bleiben und weitere Turniere zu bestreiten – etwa das in zwei Wochen startende ATP-1000-Turnier von Paris-Bercy. Dass ihn die ATP nun aber für einige Wochen aus dem Verkehr zieht – sprich eine Sperre ausspricht –, ist sehr wahrscheinlich. Zunächst muss Querrey aber wohl aus seinem Versteck kommen.