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Das Elektrophysiologielabor bietet die Möglichkeit von elektrophysiologischen Messungen und Stimulationen, insbesondere im Kontext von Schlafmessungen. Dazu stehen verschiedene Mess- und Stimulationsgeräte zur Verfügung, die beispielsweise zur Erfassung von Gehirnaktivitäten (EEG, NIRS) oder zur Stimulation von Muskelkontraktionen (EMS) eingesetzt werden können. Zwei Schlafkabinen bieten eine komfortable Umgebung für Schlaf- und Traumexperimente bei Überwachung der Datenaufnahmen mittels eines massgeschneiderten Experiment-Management-Systems durch die Versuchsleitung in einem benachbarten Kontrollraum.
Schlafkabinen: Zwei Schlafkabinen bieten Platz für die polysomnographische Messung von zwei Versuchsteilnehmenden. Die Kabinen sind elektromagnetisch geschirmt und sämtliche Geräte sind über ein optisches System frei von elektromagnetischen Störgrössen (z.B. 50 Hz).
Kontrollraum: Im Kontrollraum wird über das Experiment-Management-System das Verhalten – insbesondere der Schlaf – der Versuchsteilnehmenden überwacht (z.B. EEG) und je nach Experiment stimuliert (z.B. EMS). Weiterhin kann mittels Intercom mit den Schlafkabinen kommuniziert (z.B. für Traumweckungen) und mittels Infrarot-Kameras die schlafende Person beobachtet werden.
Elektroenzephalographie: Für die polysomnographische Aufzeichnung steht ein EEG-Verstärker (g-Amp) mit maximal 32 Kanälen zur Verfügung mit der Option der modularen Trennung bei simultaner Aufzeichnung von zwei Personen (je 16 Kanäle). Für die Aufzeichnung können sowohl aktive als auch passive Elektroden verwendet werden. Alternativ ist ein ambulanter Langzeit-EEG-Recorder (XLTEK Trex) verfügbar.
Elektromyographie: Das Myon-320-System überträgt kabellos EMG-Signale (32 Kanäle mit 4 kHz pro Kanal) zu einem Receiver über eine Entfernung von bis zu 30 Metern. Die EMG-Elektroden sind über ein kurzes Kabel mit leichtgewichtigen, beliebig am Körper zu platzierenden Transmittern (19 g) verbunden. Zur Reduzierung von Artefakten wird das EMG-Signal vor der Übertragung verstärkt und digitalisiert.
Nahinfrarotspektroskopie: Zur Erfassung von Gehirnaktivitäten steht ein 16-Kanal-NIRS-Messgerät (Shimadzu FOIRE-3000) zur Verfügung. Mit 8/16 Optoden können genaue Echtzeitmessungen der relativen Sauerstoffsättigung des Gehirns (SmO2) gemacht werden. zu Das Gerät ist eine Leihgabe des Instituts für Psychologie der Universität Bern.
Elektromuskuläre Stimulation: Bei der Elektromuskulären Stimulation (EMS) mit dem RehaMove 3 (HASOMED) werden elektrische Impulse über Elektroden an Nerven geleitet. Die Nerven geben die Impulse an Muskeln weiter, die sich daraufhin kontrahieren und äusserlich sichtbare Bewegungen verursachen.
Experiment-Management-System: Für eine intuitive Benutzerführung bei zugleich maximaler experimenteller Kontrolle sorgt ein von der fakultätseigenen Technologieplattform entwickeltes Experiment-Management-System. Während ein webbasiertes User-Interface die Konfiguration und Ansteuerung sämtlicher Funktionen erlaubt, gewährleistet die Koordinationssprache Streamix die Synchronität der Datenströme.