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| Augustinus (354-430) - Bekenntnisse (Confessiones)

Zwölftes Buch
7. Über die Schöpfung des Himmels, d. i. der Engel und der Erde, d. i. der gestaltlosen Masse aus dem Nichts.
Und woher war dieses unbestimmte Etwas, um die sichtbaren und wohlgebildeten Gestalten unserer Welt annehmen zu können, woher war es, wenn nicht von dir, von dem alles ist, insoweit es überhaupt ist? Allein je unähnlicher dir etwas ist, desto ferner ist es dir, allerdings nicht räumlich. Daher hast du, o Herr, der du nicht bald auf diese und bald auf andere Weise, sondern stets derselbe und in gleicher Weise bist, "der dreimal heilige, der Herr"1, der allmächtige Gott, im Anfange, der von dir ist, in deiner Weisheit, die aus deinem Wesen geboren worden, ein Etwas aus dem Nichts erschaffen. Denn du hast "den Himmel und die Erde" nicht aus dir geschaffen; sonst wäre es ja etwas, was deinem Eingeborenen und somit auch dir gleich wäre, und es geht doch gar nicht an, daß dir gleich ist, was doch nicht aus dir ist. Und etwas anderes außer dir war nicht da, woraus du, o Gott, du einige Dreifaltigkeit und dreifaltige Einheit, es hättest erschaffen können; und deshalb hast du "Himmel und Erde" aus nichts erschaffen, etwas Großes und etwas Kleines. Denn du bist allmächtig und gütig, um alles gut zu schaffen, den großen Himmel und die kleine Erde. Du warst, und sonst nichts, aus dem du "Himmel und Erde" schufest, ein Zweifaches, das eine das dir nahe, das andere, das dem Nichts nahe ist, das eine, über das du allein erhaben bist, das andere, unter dem sonst nichts mehr stehen sollte. [S. 306]
1: Is. 6,3.