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Eine neue Vergleichsstudie der Universität von Helsinki belegt, dass die geprüften Baumwoll- und Papierhandtücher mehr Bakterien von den Händen entfernen als die ebenfalls untersuchten Luftstrom- und Warmluft-Händetrockner. Die wenigsten Bakterien befanden sich auf den Baumwollhandtuchspendern und in dessen Umgebungsluft.^
Händewaschen ist wichtig, um Infektionen vorzubeugen. Da Bakterien mit höherer Wahrscheinlichkeit bei feuchter als bei trockener Haut übertragen werden, spielt das richtige Trocknen der Hände eine entscheidende Rolle bei der Handhygiene. Somit kann das richtige Trocknungsverfahren helfen, Bakterien von den Händen zu entfernen, um eine Kreuzkontamination in Sanitärräumen zu verhindern.
Ziel der Studie war es, die Ergebnisse von vier verschiedenen Handtrocknungsmethoden hinsichtlich der Hygiene zu vergleichen: Baumwollhandtücher, Einweg-Papierhandtücher, einen automatischen Warmluft-Händetrockner und einen Luftstrom-Händetrockner. Die Verminderung der Anzahl an Mikroorganismen nach dem Händetrocknen wurde ebenso untersucht wie die Hygiene der Oberfläche der Trockner bzw. Spender sowie der Umgebungsluft.
Schutz vor E.-coli und anderen Bakterien
Vor der Untersuchung der Hygienewirkung der Trocknungsmethoden wurden die Hände von 20 Freiwilligen mit E.-coli-Bakterien kontaminiert. Danach wurden die Hände fünf bis acht Sekunden lang mit nicht antiseptischer Seife gewaschen – was der Realität im Alltag entspricht. Alle Teilnehmer machten den Test mit jeder der vier Trocknungsmethoden. Somit wurden insgesamt achtzig Einzeltests durchgeführt. Dabei wird die Anzahl Bakterien, welche von der Haut oder von einer leblosen Oberfläche entfernt wird, wird als log-Reduktion berechnet. Während der Tests ergab sich nur beim Trockenreiben der Hände sowohl bei Baumwoll- als auch bei Papierhandtüchern eine beträchtliche Reduktion der Bakterien. Anders ausgedrückt: Es wurde eine log-Reduktion um 4,41 festgestellt. Das ist mehr als die Mindestanforderung von 3 log, welche in der europäischen Norm EN 1499 (2013) für hygienische Händewaschung vorgesehen ist. Diese Norm wurde als Grundlage für das Messen der Reduktion von Bakterien während des Trocknungsprozesses herangezogen. Beim Luftstrom- und Warmluft-Händetrockner war eine Reduktion um 2,48 log bzw. 1,79 log festzustellen, was unter der Mindestanforderung der Norm liegt. Sogar ohne Verwendung von Seife entfernt die mechanische Reibbewegung beim Trocknen mit Baumwolle oder Papier mehr Bakterien als die Mindestanforderung der Norm EN 1499 vorgibt.
Kreuz- und Oberflächenkontamination verhindern
Prüfungen des Kreuzkontaminationseffekts der vier Trockner und Spender ergaben, dass die Luftkontamination im Umkreis von einem Meter um das jeweilige Gerät am grössten ist. Die höchste Anzahl an Bakterien (94), darunter E. coli, fand sich in der Luft in einem Meter Entfernung vom Lufstrom-Trockner. Einen Meter vom Warmluft-Trockner entfernt wurden noch 27 Bakterien festgestellt. In der Nähe der Papier- und Baumwollhandtuchspender war so gut wie keine Luftkontamination vorhanden.
Beim Prüfen der Kontamination der vier Geräte fand sich die geringste Bakterienzahl auf dem Baumwollhandtuchspender, anschliessend auf dem Warmluft-Händetrockner und danach auf dem Papierhandtuchspender. Die höchste Bakterienzahl fand sich auf dem Lufstrom-Trockner, mit einer hohen Konzentration von E. coli am Boden des Geräts.
Methodik
Die Studie erfolgte im Auftrag der European Textile Services Association (ETSA). Die in der Studie verwendeten Produkte waren ein Papierhandtuchspender «Easy Cut Electronic» mit Virgin Grite 1-lagig, 40 g/m2 (einem 100%-ig reinen Zellstoffpapier); ein Baumwollhandtuchspender «Paradise Dry Slim» mit einem schmalen weissen Handtuch aus 100 % Baumwolle (Handtuchportion 32 cm je Trocknungsvorgang); einem Warmluft-Händetrockner «Dan Air Dryer» und einem Lufstrom-Händetrockner «Dyson Airblade». Die Hände wurden 10 Sekunden lang mit Baumwolle, Papier und dem Luftstrom-Trockner sowie 20 Sekunden lang mit dem Warmlufttrockner getrocknet. Die Studie fand zwischen April und Juni 2013 statt und wurde vom Hjelt Institut der Universität von Helsinki durchgeführt.