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Ben Moore, Professor für Astrophysik an der Universität Zürich und «Mond-Biograf», hielt für die Studierenden der KME einen lehrreichen und unterhaltsamen Vortrag über unseren Mond. Darin schilderte er die Herausforderungen der ersten Mondlandung und gab Tipps für eine Astronaut:innen-Karriere.
Das Apollo-Programm als enormer Schritt für die Menschheit stand im Fokus des Vortrags von Ben Moore. Er machte klar, wie gewaltig die Kraftanstrengung der USA damals war, die das Budget der NASA auf 5% des Staatsbudgets erhöhten, insgesamt 400’000 Menschen am Apollo-Programm arbeiten liessen, viel neue Technologie entwickeln mussten und enorme Risiken eingingen. So schickten sie Menschen auf den Mond, ohne die Landung zuvor getestet zu haben. Und das alles mit einem Bordcomputer, der nur 1/100’000 der Rechenleistung eines modernen Handys hatte und bei der Landung überlastet war, so dass Neil Armstrong von Hand steuern musste.
«… welche wichtigen Teile des Apollo-Programms von anderen Nationen als der USA stammten.»
Ben Moore unterhielt das zahlreich erschienene Publikum an der KME mit vielen Anekdoten. Er erzählte, wie er einst als junger Astrophysiker ein Teleskop auf den Mond richtete und dabei das hochempfindliche Instrument so sehr mit Photonen überflutete, dass die Kühlflüssigkeit des Teleskops verdampfte und das Observatorium sich mit Schwaden füllte. Für einige Lacher sorgte die Tatsache, dass die Russen die Rückseite des Mondes mit einem weltraumtauglichen Film aufgenommen hatten, den sie, weil sie ihn nicht selber hatten herstellen können, aus einem abgeschossenen amerikanischen Spionagesatelliten geborgen hatten.
Wiederholt wies Ben Moore darauf hin, welche wichtigen Teile des Apollo-Programms von anderen Nationen als den USA stammten. Zum Beispiel erfanden die Russen die mehrstufige Rakete; die Deutschen leisteten während des Zweiten Weltkriegs viel grundsätzliche Arbeit zu Raketen, leider um damit England zu bombardieren. Viele missratene Starts von solchen deutschen Raketen in einem Zusammenschnitt machten klar, wie schwierig es war, funktionierende Raketen zu entwickeln.
«Die nächste Person auf dem Mond wird eine Frau sein.»
Am Ende des Vortrags gab es zahlreiche Fragen. Zum Beispiel wollte jemand wissen, wie man als Schweizerin Astronaut oder Astronautin werden könne. Moore erklärte, dass der beste Weg wohl über eine Kampfpilotausbildung und die ESA führe, er empfahl aber auch aufgrund der hohen Risiken und des grossen Andrangs auf den Job, sich eine Lokführerausbildung zu überlegen.
Weiter fragte jemand, ob es stimme, dass Frauen in der Zentrifuge damals besser abgeschnitten hätten als die Männer, was Moore bejahte. Er zeigte sich überzeugt, dass die nächste Person auf dem Mond eine Frau sein werde.