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Die Internetverbindung auf der Insel St. Helena ist noch - sagen wir es so - überschaubar. Die Regierung von St. Helena machte sich vor gut einem Jahr selber ein Weihnachtsgeschenk und unterschrieb kurz vor Weihnachten 2019 einen Vertrag mit Google für den Anschluss der Insel St. Helena ans Breitband-Internet.
Ein erster Plan, sich an das SAEx-Kabel anzuschliessen, das ursprünglich auf seinem Weg von Südafrika in die USA nur 60 Kilometer von der Insel St. Helena entfernt hätte vorbeiführen sollen, konnte nicht realisiert werden. Als Alternative schliesst sich die Insel St. Helena jetzt dem von Google finanzierten Equiano-Unterwasserkabel an, das von Südafrika der afrikanischen Küste entlang nach Portugal führen wird. Das vom Hauptkabel abzweigende Kabel nach St. Helena wird 1'140 Kilometer lang sein.
Im November 2020 begannen auf St. Helena die Arbeiten für die Kabelstation in Ruperts Bay, wo das Unterwasserkabel an das lokale Netz angeschlossen werden wird. Das Kabel soll die Insel St. Helena im Verlauf des Jahres 2022 erreichen. Ob dann die noch bis Ende 2022 als Monopol-Provider auf St. Helena agierende Telekommunikationsfirma SURE aber technisch bereit und willig ist, ihr aktuell lukratives Geschäftsmodell aufzugeben, ist eine andere Frage. Die Regierung von St. Helena lädt jedenfalls seit November 2020 in einem Bieterverfahren mögliche Interessenten ein, sich für die nächste Vertragsperiode zu bewerben.
Tristan da Cunha, nun wirklich nicht der Nabel der Welt und mit aktuell 246 Einwohnern weit entfernt vom Stadtrecht, kann aber trotz seiner Abgeschiedenheit viel für die Natur tun. James Glass, der Chief Islander von Tristan da Cunha, verkündete diesen Monat stolz, dass 754'000 Quadratkilometer ( = 18 x die Schweiz!) rund um das Tristan da Cunha Archipel im Rahmen des Blue Belt Programms der britischen Regierung als Meeresschutzzone ausgewiesen werden.
Das von der britischen Regierung initierte Projekt "Blue Belt" umfasst insgesamt mehr als 4 Millionen Quadratkilometer Schutzzone in Gebieten, die unter britischem Einfluss stehen: Ascension Island (440'000 km2), British India Territory (640'000 km2), Pitcairn (830'000 km2), St. Helena (440'000 km2), Südgeorgien und Südliche Sandwich Islands (1,2 Mio km2) wie auch das British Antarctic Territory. Speziell an der Schutzzone um Tristan da Cunha ist, dass 80 % des Einkommens der Insel durch das Fischen von Langusten und St. Pauls Five-Fingers generiert wird und die Schutzzone deshalb einen markanten Einfluss auf die Einkünfte der Insel hat.
Chief Islander Glass und die Insulaner begrüssen die Marineschutzzone ausdrücklich, da es auch dem langfristigen Schutz ihres Einkommens dient. Glass weist jedoch darauf hin, dass der Insel durch den Verlust von Einnahmen durch die Fischerei weniger Geld für die öffentlichen Dienste zur Verfügung stehen: weniger Geld für die Infrastruktur, Bildung oder Gesundheit. Auch die Verbindungen der Insel nach/von Kapstadt können tangiert sein, wenn weniger Fischerboote Tristan da Cunha mit Südafrika verbinden. Er bedankt sich deshalb beim britischen Naturschutzbund RSPB, der verschiedene Spenden von Organisationen als Ausgleich für den Einkommensverlust vermitteln konnte.
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Die regulären militärischen Versorgungsflüge von der englischen Militärbasis Brize Norton zu den Falkland Inseln können seit 2017 nicht mehr auf Ascension Island landen, da die Landebahn Schlaglöcher aufweist. Anfang 2020 erhielt die texanische Firma Fluor vom amerikanischen Militär den Auftrag zu deren Ausbesserung. Diese Woche erreichte die unter US-amerikanischer Flagge fahrende "SLNC Magothy" Ascension Island und ankert vor Georgetown. Der 2009 erbaute Stückgutfrachter soll in den nächsten 14 Tagen 6000 Tonnen Material für die Reparatur der Landebahn entladen. Der provisorische Pier wurde vom holländischen Schlepper "Marylin M" schon mal in Position gebracht, da es auf Ascension keine geeignete Kaikante gibt, wo die "SLNC Magothy" anlegen könnte. In der zweiten Hälfte 2022 soll der Flughafen dann wieder voll funktionsfähig sein.
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Nur weil eine Insel isoliert von der Aussenwelt ist heisst das noch lange nicht, dass immer alles friedlich verläuft: Zwischen dem 5. und 18. Oktober 2020 wurde die Polizei 71 mal angerufen. Während viele Anfragen oder Einsätze sich mit Bagatellen befassten wie einem unglücklich parkierten Auto, einem Auto ohne funktionierendem Rücklicht respektive mit einem Blechschaden, so sind durchaus auch ernsthaftere Einsätze zu verzeichnen: Die Polizei fand eine kleine Haschischplantage und musste in medizinischen Notfällen unterstützen. Aber auch zwei Anzeigen wegen sexueller Belästigung gingen ein. Ausserhalb des Berichtszeitraumes wird noch ein Feuer untersucht, das im beliebten Restaurant Anne's Place im Castle Gardens in Jamestown ausbrach. St. Helena ist eine wirklich schöne Insel mit ganz lieben Menschen - aber wie überall auf der Welt gibt es Licht und Schatten. Den aktuellen Wochenrapport der St. Helena Polizei findet man auf ihrer Facebookseite: