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Bei den Oscars wurde wie erwartet gegen Donald Trump gestichelt. Der Präsident sass derweil bei einem wichtigen Dinner.
Mit Spannung wurde heute Nacht das grosse Fernduell zwischen Hollywood und Donald Trump erwartet. An der Westküste die chicen Stars im «Dolby Theatre», an der Ostküste Donald Trump im Bademantel; bereit, für einen Twitter-Krieg.
Doch es wurde eine ziemlich einseitige Angelegenheit. Vorerst.
Es dauerte nur wenige Sekunden, dann war der Bann bereits gebrochen. Jimmy Kimmel, der Gastgeber des Oscar-Abends, feuerte seine erste Salve gegen Donald Trump bereits in der Eröffnungsrede.
Was er jetzt sagen werde, sei vielleicht nicht so populär im Moment, so Kimmel zu Beginn seines Auftritts. «Aber ich möchte dem Präsidenten Danke sagen.» Erstaunen. Ja, für was denn? «Letztes Jahr wurden noch die Oscars als rassistisch bezeichnet.» Gelächter. Zur Erinnerung: Bei der Ausgabe 2016 machte der Hashtag #OscarsSoWhite die Runde.
Für viel Erheiterung im Publikum sorgte Kimmel auch, als er fragte, ob jemand von «CNN», der «Los Angeles Times» oder der «New York Times» im Raum sei. Diese hätten die Lokalität nämlich umgehend zu verlassen, «Fake News» seien hier nicht geduldet, nur «Fake Tan».
Einige Stars trugen zudem eine blaue Schlaufe, wie zum Beispiel Ruth Negga. Sie ist eine Trump-Protest-Schleife, welche die Nichtregierungs-Organisation American Civil Liberties Union (ACLU) repräsentiert. Die ACLU protestierte als erste gegen Trumps Einreisesperre.
Der Iranische Regisseur und Drehbuchautor Asghar Farhadi verzichtete derweil ganz auf eine Teilnahme an der diesjährigen Oscar-Verleihung. Aus Protest gegen Trumps Einreisesperre.
Und prompt gewann er den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Bei der Siegesrede wurde ein Statement von Farhadi vorgelesen, in dem der Iraner den Einreisebann als «inhuman» bezeichnete.
Doch was machte Trump während der Show? Normalerweise folgt auf eine Provokation in Richtung des Präsidenten sofort eine giftige Reaktion.
Während den Oscars blieb auf dem Twitterkanal von Donald Trump jedoch ruhig. Offenbar hatte der mächtigste Mann Amerikas Wichtigeres zu tun, als vor dem Fernseher zu sitzen. Die letzte Nachricht setzte er am frühen Sonntagabend ab. Er habe ein wichtiges Dinner im Weissen Haus, so der Präsident.
Kommt hinzu, dass zwischen Washington und Los Angeles drei Stunden Zeitdifferenz liegen. Während der Show im «Dolby Theatre» war es an der Ostküste bereits Nacht. Gut möglich, dass sich der Präsident erst in ein paar Stunden an den Computer setzt ... (cma)