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Gebrochene Regeln bringen den Fortschritt
Gut einen Monat nachdem die Idee im R&D-Team präsentiert wurde, konnte eine kleine Gruppe von Experten die vereinfachte Darstellung des schweizerischen Höchstspannungsnetzes in Angriff nehmen. Teil der Gruppe waren unter anderem ein Senior Application Specialist, der als ehemaliger Operateur der Netzführung die Gegebenheiten des Höchstspannungsnetzes kennt und sich in Visualisierungstechniken weitergeschult hat, sowie ein gelernter Maschinenzeichner, der heute als Digital Media Manager tätig ist und Zeichnungssoftware im Griff hat.
Gemeinsam haben sie das gesamte Netz übersichtlicher visualisiert, um den Spezialisten in der Netzleitstelle eine bessere intuitive Orientierung zu ermöglichen. Dabei mussten einige Regeln über Bord geworfen werden. So wurde zum Beispiel die Topografie der Schweiz nicht präzise eingehalten. In der neuen Darstellung verlaufen die Leitungen nur horizontal, vertikal oder in einem 45° Winkel. Kreuzungen von Leitungen wurden soweit wie möglich eliminiert, enge Räume ausgeweitet oder grössere Räume besser ausgenutzt. Leitungssymmetrien wurden hergestellt und der Verlauf von Leitungsringen in ihrer Aussagekraft verstärkt.
Eine weitere Regel, die das Expertenteam gebrochen hat, ist die Farbgebung der 380-kV-Leitungen. Bis anhin wurden diese Leitungen rot dargestellt. Rot ist eine Signalfarbe und kommt auf der neuen Darstellung im Normalzustand des Netzes nicht mehr zum Einsatz. In logischer Konsequenz kann so die Palette mit weiteren Signalfarben, zum Beispiel gelb oder orange, ergänzt werden. Nun können Unregelmässigkeiten im Netz in klaren Dringlichkeitsstufen eingeteilt und für die Operateurinnen und Operateure der Netzleitstelle entsprechend erkennbar gemacht werden.