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schliessen, Schloss, geschlossen
Peter steckte den Schlüssel ins Schloss und schloss die Wohnung ab. Er blieb stehen, unschlüssig, ob er nichts vergessen hatte.
Dann treppte er die Treppe hinunter, trat durch die dürre Haustüre auf den Platz hinaus. Der Platz platzte vor Leuten. Es war Sonntag und die Sonne schien. Es schien also eine schöne Reise zu werden. Er bahnte sich einen Weg durch die Leute, um zur Trambahn zu kommen, die ihn zum Bahnhof brachte. Höflich verlangte er am Bahnschalter eine Bahnfahrkarte.
Im Zug nahm er die Zeitung aus der Tasche, mit der er sich die Zeit zu vertreiben gedachte. Aber bevor er zu lesen begann, las er die Münzen auf, die der Frau gegenüber aus der Hand gefallen waren. Das gefiel der Frau natürlich und sie sagte: Herzlichen Dank.
Der Sitz neben ihm war besetzt, dort sass ein Mann, der sich schwer atmend hingesetzt hatte. Seinen Koffer hatte er ins Gepäcknetz gelegt, wo schon der Koffer von Peter lag.
Peter erinnerte sich, als er das sah, dass legen ein schwaches Verb war und liegen ein starkes. Legen, legte, gelegt, und liegen, lag, gelegen. Obwohl es ja umgekehrt sein müsste, da man, um etwas abzulegen mehr Kraft brauchte als für das Herumliegen. Das Gleiche galt für sich setzen und sitzen. Sich setzen war ein schwaches Verb, obwohl sich setzen eindeutig anstrengender war als sitzen. Verkehrte Grammatikwelt!
Sophie
Allmählich wurde es warm im Abteil und Peter zog den Mantel aus und hängte ihn an den Haken, an dem schon die Jacke der Frau hing. Wieder so ein Verb. Hängen, hing, gehangen ist nicht dasselbe wie hängen, hängte, gehängt.
Was soll man machen, dachte sich Peter und schaute aus dem Zug. Er sah einen Zug Vögel ziehen, wahrscheinlich nach Afrika. Auf einem Hügel stand ein Schloss und Peter kam zum Schluss, dass es Schloss Arenenberg sein musste. Das erinnerte ihn wieder an das Schloss zu seiner Wohnung, und er suchte den Schlüssel in seiner Tasche und fragte sich, ob er wirklich abgeschlossen hatte.
Aber auch wenn er abgeschlossen hatte: War es dann wirklich ausgeschlossen, dass Einbrecher das Schloss aufbrechen konnten?
Aber darüber wollte er sich jetzt nicht länger den Kopf zerbrechen. Er entschloss sich, in den Speisewagen zu gehen und ein Bier zu trinken. Gehen und trinken waren ja beides starke Verben, da konnte nicht viel passieren. Können hingegen war weder stark noch schwach. Es war etwas dazwischen. Kann, konnte, gekonnt. Eigentlich müsste es ja: können, könnte, gekönnt heissen. Oder aber können, konn, gekonnen. Aber es heisst: können, konnte, gekonnt.
Kennen, kannte, gekannt ist dann wieder etwas anderes.
Dann haltete der Zug und Peter standete auf und nahmte seinen Mantel und den Koffer und stiegte aus. Er gingte durch den Bahnhof, (oder sagt man besser gangte oder gehte?) und kamte auf den Bahnhofplatz, der vor Leute platzte. Es war immer noch Sonntag immer noch schien die Sonne auf die Tramschienen. Immer noch läuteten irgendwo Kirchenglocken. Er nehmte das Tram Nummer vier, das ihn in den Westen der Stadt bringte, wo seine Schwester wohnte. (Aber hiess es wirklich bringte, hiess es nicht eher brachte oder brach und gebringt oder gebrachen?) Komisch diese Verben.
Er läutete an der Wohnungstür und die Schwester öffnete die Tür. In der Wohnung rochte es nach Sonntagsbraten. Oder sagte man riechtete oder gar roch? Nein roch konnte es nicht sein, das tönte zu komisch!