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Innere Ursachen
Neben den Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, welche durch äussere Umstände wie Interkontinentalflug oder Schichtarbeit verursacht werden, kennt man aber auch Störungen dieses Schlaf-Wach-Rhythmus, welche sozusagen von Innen her kommen. Trotz eines stabilen äusseren Tag-Nacht-Ablaufes kommt es zu den gleichen Beschweden mit erschwertem Einschlafen und erschwertem Erwachen. Personen, bei denen die "innere Uhr" aus genetischen Gründen verzörgert abläuft, leiden an der "Kranheit der nachverschobenen Schlafphase" auf Englisch Delayed-sleep-phase-disorder (DSPD). Die nachverschobenen Schlafphase ist gar nicht so selten und betrifft ca. 5-10% der Jugendlichen. Insbesondere im Alter zwischen 15 und 25 Jahren verstellt sich die Innere Uhr auch bei gesunden Personen im Durchschnitt um ca. 2 Stunden nach hinten. Es ist also auch biologisch bedingt, dass junge Leute Mühe haben, am Abend früh zu Bett zu gehen und am Morgen Mühe haben, früh auf zu stehen. Es sind nun die sogenannten "Zeitgeber" die uns helfen, dem äusseren Tag-Nacht-Rhythmus möglichst nahtlos zu folgen. Der wichtigste Zeitgeber ist das Licht, welches uns tagsüber normalerweise in die Augen fällt und welches bewirkt, dass die "innere Uhr" jeden Tag neu auf den äusseren Rhythmus eingestellt wird. Etwas weniger starkt wirksame Zeitgeber sind auch die körperlichen Aktivitäten und die Mahlzeiten. Die genaue Ursache für das verzögerte Auftreten der Schlafphase bei diesen Patienten ist nicht eindeutig geklärt. Man kann sich aber vorstellen, dass entweder eine geringere Empfindlichkeit auf das Licht als Zeitgeber zu dieser Verzögerung führt, oder/und dass die Zyklusdauer bei diesen Personen deutlich länger ist als 24 Stunden. Man weiss, dass die Zyklusdauer auch bei gesunden Personen etwas länger ist, so um 24.25 Stunden, dass aber dieser kleine Unterschied durch die genannten Zeitgeber jeden Tag wieder korrigiert werden können. Falls dieser verschobene Schlaf-Wach-Rhythmus ein krankhaftes Ausmass erreicht und beispielsweise das zeitgerechte Aufstehen am Morgen verunmöglicht, so dass es zu Verspätungen am Arbeitsplatz oder zum Verschlafen der Schulzeit kommt, muss eine Behandlung diskutiert werden. Die optimal wirksame Behandlung ist die Kombination möglichst vieler Zeitgeber, insbesondere des Lichts im richtigen Moment mit der Gabe von Melatonin, einem Chronotherapeutikum, am Abend. Ganz entscheidend ist jedoch das dabei der richtige Zeitpunkt gewählt wird und in der Regel ist die Gabe des Melatonins genau 12 Stunden vor der Lichttherapie anzusetzen.