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(Brunner von Wattenwyl, 1861)
- DE: Brunners Schönschrecke
- EN: Balkan Pincer Grasshopper
- Syn.: Paracaloptenus typus Bolívar, 1878
Morphologie
Paracaloptenus caloptenoides gleicht sehr den nahe verwandten Calliptamus-Arten. Die Grundfarbe bilden braune bis graue Farbtöne, wobei helle bis dunkle Tiere vorkommen. Ebenso variabel kann die Art mit unregelmässigen schwarzen Flecken überzogen sein. Die Fühler sind bei hellen Tieren weiss und bei dunkleren Individuen gegen die Fühlerenden etwas angebräunt. Die Augen sind wie bei den Calliptamus-Arten sehr gross und schwach längsgestreift. Die Halsschild-Seitenkiele sind schwach ausgebildet und nach hinten leicht divergierend. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern stark reduziert und bilden ovale Flügelschuppen, die etwa der Länge des Halsschilds entsprechen. In der Verlängerung der Halsschild-Seitenkiele kann ein heller Streifen über den Flügel verlaufen. Die Cerci sind wie bei den Calliptamus-Arten zu langen, fingerförmigen Zangen ausgebildet und am Ende zweilappig ausgeformt. Die Hinterschenkel-Unterseite ist gelblich gefärbt und die Hinterschienen können leuchtend rot sein.
Gesang
Aufgrund der reduzierten Flügelschuppen ist Paracaloptenus caloptenoides nicht in der Lage Gesänge zu erzeugen. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Art Mandibelgeräusche erzeugen kann, wie dies von den Calliptamus-Arten bekannt ist.
Verbreitung
Paracaloptenus caloptenoides ist eine südosteuropäische Art. Die nördlichsten Inselvorkommen befinden sich in Österreich, der Slowakei und in Ungarn. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich von Bosnien-Herzegowina und Serbien bis nach Griechenland und in die Türkei im Süden. Im Osten erreicht die Art die Schwarzmeerküste. In Österreich wurde die Art nach knapp 100 Jahren im Jahr 2007 wiederentdeckt und kann seither an der Thermenlinie in Niederösterreich bei Pfaffstätten regelmässig beobachtet werden. Die Höhenverbreitung reicht von der Küste bis auf über 1600 m im Gebirge.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Paracaloptenus caloptenoides können von Juni bis September beobachtet werden.
Die Art ist nicht flugfähig, weshalb sie eher unauffällig ist und im Lebensraum unter anderen Calliptamus-Arten schnell übersehen wird. Mit weiten Fluchtsprüngen rettet sich Paracaloptenus caloptenoides oft in die dichte Vegetation und verbirgt sich dort für längere Zeit.
Lebensraum
Paracaloptenus caloptenoides besiedelt felsige oder sandige Trockenwiesen und -weiden mit einer lückigen Krautschicht und guter Besonnung. Man trifft die Art auf Kiesflächen, an Strassenböschungen, in Felsensteppen, im Flussschotter oder auf Sandflächen an der Küste. Häufig kommt sie gemeinsam mit Calliptamus-Arten vor.
Gefährdung & Schutz
Im Hauptverbreitungsgebiet ist Paracaloptenus caloptenoides nicht gefährdet, auch wenn die Art nicht flächendeckend vorkommt. So ist sie häufig und teilweise individuenreich anzutreffen. Die nördlichen Vorkommen sind hingegen klein und stark isoliert. In Österreich muss die Art nach deren Wiederentdeckung als vom Aussterben bedroht eingestuft werden. Sie ist eine von vier Heuschreckenarten Österreichs, die in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) gelistet sind. Die aktuelle Rote Liste von 2005 datiert jedoch noch vor der Wiederentdeckung im Jahr 2007, weshalb die Art hier nach wie vor als ausgestorben kategorisiert ist. Auch in Ungarn wurde ein kontinuierlicher Rückgang der Art festgestellt. Die grössten Gefährdungsursachen sind die Nutzungsaufgabe von traditionell beweideten Gebieten und die damit einhergehende Verbuschung, sowie die Nutzungsintensivierung von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen.
- CH: Abwesend
- DE: Abwesend
- AT: RE (In Österreich ausgestorben)
- Europa: NT (Potenziell gefährdet)
Ähnliche Arten
Paracaloptenus caloptenoides gleicht sehr stark den Calliptamus-Arten und unterscheidet sich klar anhand der Flügellängen. Alle anderen Calliptamus-Arten (Calliptamus italicus, Calliptamus barbarus und Calliptamus siciliae) sind flugfähig und haben lange Flügel, die mindestens die Hinterknie erreichen. Vorsicht ist bei den Larven geboten. Die Larven der Calliptamus-Arten können leicht mit Paracaloptenus caloptenoides verwechselst werden. Die Flügel der Larven sind jedoch dreieckig und es ist keine netzartige Aderung sichtbar. In den spanischen und französischen Pyrenäen kommt mit Paracaloptenus bolivari in Südwesteuropa eine ähnliche Art vor, deren Verbreitungsgebiet sich nicht mit jenem von Paracaloptenus caloptenoides überschneidet. Von Istrien entlang der Adriaküste kommt mit Paracaloptenus cristatus eine weitere sehr ähnliche Art vor, deren Verbreitungsgebiet in Bosnien-Herzegowina und Montenegro auf jenes von Paracaloptenus caloptenoides trifft.