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Meine Gedichte sind Briefe; ursprünglich Liebesbriefe. Oder Tagebucheinträge. Eher selten handelt es sich dabei um Reden, Voziferationen; doch in letzter Zeit häufiger.
Sie sind also stumme Zeugen. Dem Blatt und weniger der Zunge verpflichtet. Zuerst.
Natürlich wohnt in ihnen der Laut genauso wie in jedem Buchstaben, in jeder Ziffer. Ist er denn auch berechnet, mitgerechnet?
Geht mein Gedicht aus dem Laut oder aus dem Blatt hervor; aus dem Wort oder dem Inhalt?
Ich beschreite beide Grenzen, das Spiel und die Aussage, das Zeugnis und die (hintersinnige?) Scharade.
Der Anfang eines Gedichts ist ganz dem Laut verpflichtet. Gewisse Laute kommen ganz natürlich: die Kombination von A mit U, verbunden mit einem Konsonanten (Tagundnachtgleiche, aber auch Nonsens-Wörter wie Nagular), sehr häufig auch die Verbindung eines hellen Vokals wie Ä mit einem noch helleren wie E: woher mein „Zeichen-Wort“ „während“ kommt. Bald aber macht sich der Drang nach Aussage breit, die Wörter werden zweckdienlich, sehr zweckdienlich. Der Laut bleibt dominant, aber ist jetzt eher dem Lautspiel verpflichtet, das den Zweck kaschiert.
Und hier stecke ich fest. Was geschähe, entwickelte ich eine oralere Form meiner Gedichte?