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Eine neue Aufgabe im Osten
Pfarrer Christoph Tapernoux (76) hat von 1973 bis 1988 in Hauptwil gewirkt. Dann zog er mit seiner Ehefrau Susi Tapernoux-Frey und seinen beiden Söhnen nach St. Gallen. In der Stadt lebt er mit seiner Frau noch heute. Von 1988 bis 2001 wirkte er als Pfarrer im Heiligkreuz, einem Kreis der Kirchgemeinde Tablat im Osten der Stadt. In St. Gallen fing insofern eine neue Epoche an, als sich Pfarrer Tapernoux vermehrt für die osteuropäischen Kirchen zu interessieren begann.
Im Sommer 1990 konnte er erstmals einen Priester-Freund in Rumänien besuchen. Dieser Freund wirkte in der orthodoxen Kirche in Arad in der Nähe der südlichen ungarisch-rumänischen Grenze. Pfarrer Tapernoux suchte auch den Kontakt zu den anderen Konfessionen in Arad – mit dem schönen Ergebnis, dass er die Kirchgemeinde Tablat für eine Art Partnerschaft gewinnen konnte, die unter anderem Hilfstransporte ausführte. Seine Kontakte mit dem Osten bestehen bis heute, insbesondere mit der Stadt Novi Sad im Norden von Serbien. Dort hatte das evangelische Hilfswerk HEKS während des Jugoslawien-Krieges eine starke Hilfsorganisation mit verschiedenen Kirchen der Region gegründet. «Diese engagierten Leute besuche ich noch mindestens einmal im Jahr», freut sich Christoph Tapernoux. Eine Zeitlang hat er in Novi Sad vor Studierenden Vorlesungen zu christlicher Hilfstätigkeit gehalten. «Heute beschränke ich mich auf gelegentliche Vorträge zur Reformation mit reformierten Pfarrer- Kollegen im Nordwesten Rumäniens und in St. Gallen.»
Welches sind die schönsten Erinnerungen an die Hauptwiler Zeit? Pfarrer Tapernoux zögert nicht mit der Antwort: «Zu meinen schönsten Erinnerungen gehört die Zusammenarbeit mit aktiven Gruppen wie der ökumenischen Erwachsenenbildung oder der Schulvorsteherschaft in Bischofszell und Hauptwil. Aber auch das aktive Mitwirken in der Thurgauer Kantonalkirche hat mir Freude gemacht.» Auch die vertrauensvollen Begegnungen mit Menschen, die ernsthafte Fragen zu Glauben und Leben stellten, würden zu den prägenden Erfahrungen gehören. «Einige Verbindungen bestehen noch, viele andere bleiben in dankbarer Erinnerung.»
(21. Januar 2019, Esther Simon)