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Breisach, 899/911
Königliche Münzstätte.
Ludwig IV. das Kind (899-911),
Vs. Kreuz in Perlkreis Rs. Ortsname kreuzweise angeordnet
Silber, geprägt Dm. 22 mm, Gewicht 1,468 g
Inv. 2008.226.
Dieses unpublizierte Unikum aus dem Nachlass von Dr. Bernhard Schulte, Basel (2007), ist ein wichtiges Zeugnis für die frühmittelalterliche Geschichte der weiteren Basler Regio. Bis zu seiner Identifizierung als Breisacher Münze galt das Stück nur als verwilderter Denar der Münzstätte Strassburg. Die Quellen über die Festung Breisach im (!) Rhein sind zwischen der Spätantike und dem 10. Jahrhundert sehr spärlich, doch ist die grosse Bedeutung dieses Ortes schon daraus ersichtlich, dass der Breisgau nach ihm benannt wurde, und seit der Übergabe an die Bischöfe von Basel im frühen 11. Jahrhundert gehörte er auch zu deren wichtigsten Besitzungen. Für die 930er Jahre ist bezeugt, dass die sich gegen den König auflehnenden Herzöge von Schwaben die Festung nutzten und zudem sind für diese Zeit Breisacher Münzen der schwäbischen Herzöge bekannt. Dieser Denar, der sich typologisch an Strassburger und Basler Denare anlehnt, wurde im Namen des letzten ostfränkischen Karolingerkönigs, Ludwigs IV. des Kinds, geprägt und belegt damit zweifelsfrei, dass Breisach zunächst eine königliche Festung war, bevor es in die Hände der Herzöge von Schwaben geriet. Mithin stellt dieser Denar ein weiteres Mosaiksteinchen für die Frage des Ursprungs der herzoglichen Rechte und Güter im Hochmittelalter dar.