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Kerman ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Iran und zählt rund 250.000 Einwohner. Gegründet wurde die Stadt, deren Name von der elamischen Bezeichnung für die Region, Caramania, stammt, vermutlich von dem Sassaniden Ardashir I. Allerdings ist eine Vorgängersiedlung an diesem Platz bereits auf Täfelchen, die in Persepolis gefunden wurden, belegt. Diese Stadt am Rand der Wüste Lut ist ein bekanntes Zentrum der Teppichfabrikation, und bereits Marco Polo erwähnt die besondere Qualität der hier gefertigten Textilien, Stick- und Lederarbeiten. Durch die isolierte Lage in der Wüste ist die wirtschaftliche Lage der Stadt allerdings schwierig. In Kerman lebt – nach Yazd – die zweitgrößte zoroastrische Gemeinde des Iran.
Vermutlich aus seldschukischer Zeit stammt ein oktogonaler Grabbau mit sehr schönen Ziegelsetzungen: der Gonbad-e Djabaliyeh (Steinerner Kuppelbau). Die Ziegelarchitektur als Datierungskriterium weist auf die Seldschukenzeit, aber da der Bau nicht nach Mekka ausgerichtet ist, könnte er auch vorislamisch sein, eventuell ein zoroastrisches Heiligtum, auch deshalb, weil in dieser Gegend viele Anhänger dieser Religion lebten – eine hypothetische Vermutung. Die Kuppel, die den Stufenbau krönt, ist die älteste im Iran bekannte Doppelkuppel.
Mitten in Kerman liegt der Meydan-e Towhid, ein grosser, von Arkaden eingefasster Platz. Von dort aus gelangt man in den Wakil-Basar. Der Hauptplatz des Bazars ist der Chahar Suq, ein überkuppelter Platz. An der Südseite des Basars befindet sich der aus safawidischer Zeit stammende Gandj Ali Khan-Hammam. Benannt ist das Badehaus nach dem Gouverneur Gandj Ali Khan, der im 17. Jahrhundert die Provinz Kerman regierte. Das Gewölbe über dem Eingang ist äusserst fantasievoll bemalt, der Hammam selbst wurde in ein ethnologisches Museum umgewandelt. In den ehemaligen Baderäumen sind die Abläufe eines Hammambesuches szenisch nachgestellt. An der Ostseite des Platzes befindet sich eine ehemalige Karawanserai, heute eine Kunstschule. Am Ende des Wakil-Basars lieg die Freitagsmoschee.
Die älteste Moschee in Kerman ist die Masdjid-e Imam. Mit dem Bau war schon im 11. Jahrhundert begonnen worden, fertig gestellt wurde sie im 13. Jahrhundert. Wenn man Glück hat, begleitet der Moschee-Aufseher die Besucher hinauf zum Raum unter dem Dach der Moschee, wo man nicht nur kunstvoll geschnitzten Steintafeln betrachten kann, sondern von wo aus man auch einen grossartigen Blick über den ganzen Moscheenkomplex hat. In Kerman gibt es auch ein Eishaus, Yakhdan-e Moayyedi: diese Bauten sind typisch für am Rande der Wüste gelegenen Städte – das Eis aus dem Gebirge wird darin aufbewahrt und hält sich bis in den Sommer.