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|Etappen

|Schwierigkeit
||Text und Bilder erhalten von https://www.kolumbansweg.ch, April 2021

|21

|T1-T2

|Kolumbansweg - der Erinnerungsweg von Nordirland durch Frankreich und die
Schweiz/Österreich/Fürstentum Liechtenstein nach Bobbio (Norditalien)|
Kolumbansweg
In 21 Tagesetappen auf den Spuren Kolumbans durch die Schweiz (und Grenzregion)
Geschichte
Irische Mönche um Kolumban christianisieren den Kontinent
Ende 6. Jahrhundert verlassen Kolumban und 12 Gefährten, darunter
Gallus und Ursicinus, ihr Kloster im heimatlichen Bangor in Nordirland und queren
hinüber auf den europäischen Kontinent. Der eigentliche Grund für
diesen Abschied von der Heimat ist die Suche nach dem weissen
(ultimativen) Martyrium. In Frankreich werden sie vom König willkommen geheissen und eingeladen,
zu bleiben und die Bevölkerung zu christianisieren. Dazu wird ihnen in
den Vogesen ein Stück Land sowie Schutz zugesprochen. Es entstehen insgesamt drei Klöster in der Umgebung des heutigen
Luxeuil-les-Bains.
Nach 20 Jahren kommt es zum Zerwürfnis mit dem
Königshaus, und die Mönche werden vertrieben, kehren an die Küste bei
Nantes zurück, kehren aber wieder um und gelangen via Koblenz in
Deutschland in die heutige Schweiz. In Tuggen, wo sie eine Zeitlang bleiben, werden sie vertrieben, ebenso in
Bregenz, wo sie sich ebenfalls eine Zeit aufhalten. Beide Male sind
ihre Bekehrungsbemühungen für die Bewohner zu handfest, was deren Zorn
hervorruft.
Schliesslich ziehen sie nach Italien, wo sie in Bobbio (Norditalien) das
letzte Kloster gründen, und wo Kolumban auch stirbt. Sein Gefährte
Ursicinus ging nach St-Ursanne, wo er als Eremit lebte und verehrt
wurde. Gallus war bereits in
Bregenz geblieben, nach Arbon zurückgekehrt und
von dort ins Steinachtal gewandert, wo er seine Klause errichtete und
bis zu seinem Tod blieb. Über seinem Grab gründete Othmar 100 Jahre
später das berühmte Kloster St. Gallen, das heute ein
UNESCO-Weltkulturerbe ist.
Der Kolumbansweg soll die Bedeutung von Kolumban und dieser Mönchsgruppe
für die Entwicklung des europäischen Kontinents wieder in Erinnerung
rufen.
Kolumbansweg Schweiz
Der schweizerische Teil des rund 500 km langen Weges führt
von Basel nach Zürich-Tuggen-Arbon-St. Gallen-Bregenz-Chur und über den
Septimerpass nach Chiavenna. Insgesamt 21 Tagesetappen ermöglichen dem
Wanderer/Pilger, einen schönen Teil der Schweiz zu entdecken, entlang
von Flüssen und Seen, durch wunderschöne Naturschutzgebiete, in
interessanten Städten und über attraktive Alpenpässe.
Kommen Sie mit auf den schweizerischen Kolumbansweg!
1. Etappe Basel - Rheinfelden
19 km, 4.45 Std., +260m / -250m
Gestartet wird am Münsterplatz in Basel, von wo es ans Rheinufer geht.
Der Weg folgt ab Basel dem historischen Weg Via Rhenana (als Nr. 60 auf
den Wanderwegweisern gekennzeichnet).
Auf schönen Wegen dem Rhein entlang erlebt der Wanderer lauschige
Waldstücke, angenehm zu gehende Wege sowie die in der Region bedeutsame
Industrie.
Im Rheinhafen von Birsfelden wird die Bedeutung der Rheinschifffahrt
für den Warentransport in die Schweiz deutlich sichtbar, und in
Schweizerhalle ist es die Salzgewinnung, die ins Auge sticht.
Augst und Kaiseraugst warten mit ihren Ruinen aus der Römerzeit auf, die
eine Besichtigung unbedingt lohnen. In Kaiseraugst erinnern zwei
Kirchen an Gallus: die alte christ-katholische Kirche aus dem 11.
Jahrhundert und die neuere, Gallus und Othmar geweihte Kirche.
Rheinfelden, der Etappenort, begrüsst den Pilger mit dem weithin
sichtbaren Feldschlösschen, aber auch mit der gepflegten Altstadt
(älteste Zähringerstadt der Schweiz) und einem Thermalbad. Wir erholen
uns von unserer ersten Etappe im warmen Wasser.
- Infos und Karte SchweizMobil: Via Rhenana Basel - Kreuzlingen
2. Etappe Rheinfelden - Laufenburg
29 km, 7.15 Std., + 260m / -225m
Durch das eindrückliche Stadttor verlassen wir Rheinfelden und bleiben
auf der Via Rhenana (Nr. 60). Statt via Möhlin direkt Stein-Säckingen
anzustreben, folgen wir dem Rheinlauf, der hier einen grossen Bogen
beschreibt.
Von der deutschen Seite des Rheins grüsst Schwörstadt mit seinem imposanten Schloss.
In Stein-Säckingen verbindet die längste Holzbrücke Europas das
schweizerische Stein mit dem deutschen Säckingen. Säckingen mit seinem
Fridolinsmünster ist einen Besuch wert.
Entlang des Rheins fallen uns immer wieder Bunker auf, die im 2. Weltkrieg die nördliche Schweizergrenze schützte.
In Laufenburg passieren wir vorerst das Rheinkraftwerk, das hier den
Rhein staut, bevor wir die interessante Altstadt betreten. Auch
Laufenburg kennt einen schweizerischen und deutschen Teil.
3. Etappe Laufenburg - Koblenz
21 km, 5.15 Std., + 290m / - 280m
Der Rhein zu unserer Linken bildet weiterhin die Landesgrenze zu
Deutschland. Wir folgen gemütlich seinem Lauf und seinen Windungen,
ergötzen uns immer wieder an den Biberbissen an den Bäumen und stellen
uns vor, wie diese putzigen Kerle in der Nacht hart arbeiten um die zum
Teil dicken Stämme durchknabbern.
Schon von weitem werden wir der Dampffahne gewahr, die aus dem riesigen
Betonschlund des Kernkraftwerks Leibstadt in den Himmel steigt. Ein
Sechstel des schweizerischen Elektrizitätsbedarfs wird durch dieses
Kraftwerk gedeckt. Eindrücklich!
Bei Full passieren wir ein Militärmuseum, dessen Besuch sich für jeden
lohnt, der nicht nur die schweizerischen sondern auch ausländische
Waffen kennen lernen möchte. Um das Thema Militär abzurunden empfiehlt
es sich, nach Reuenthal ins Festungsmuseum abzuzweigen und von dort
direkt Koblenz anzustreben.
Bei Koblenz vereinigen sich zwei Flüsse: Aare und Rhein. Die Aare wird
dabei vom Rhein aufgenommen und gibt damit ihre Existenz auf. Die
Überquerung der Aare auf der Stahlkonstruktion der gebogenen
Eisenbahnbrücke ist eindrücklich.
4. Etappe Koblenz - Baden
24 km, 6.0 Std., +265m / -200m
In Koblenz sagen wir Rhein und Via Rhenana adieu und folgen nun bis kurz
vor Baden der Aare. Im Klingnauer Stausee legt sich die Aare einen
ordentlichen Bauch zu, bevor sie in Döttingen wieder zum normalen Fluss
wird. In seinem Bachbett beherbergt eine künstliche Insel das
dienstälteste Kernkraftwerk der Welt.
Das Paul Scherrer Institut PSI bei Würenlingen ist das grösste
Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften der Schweiz.
Schon kurz darauf gelangen wir bei Turgi ins Wasserschloss der Schweiz: hier
vereinigen sich Limmat, Reuss und Aare zur breiten Aare, die dann wie
gesagt bei Koblenz im Rhein untergeht.
Wir verlassen die Aare, bleiben dafür der Limmat bis nach Zürich treu .
Die Bäderstadt Baden blickt auf eine lange und reiche Geschichte zurück:
in seiner Nähe, bei Brugg, erbauten die Römer bereits eine Stadt,
Vindonissa, und wichtige Römerrouten führten durch die Gegend.
Die alten Eidgenossen tagten hier mehrfach, auch der Friede von Baden
zum Ende des spanischen Erbfolgekrieges wurde 1714 in Baden geschlossen.
Baden ist selbstverständlich auch als Industriestadt bekannt - BBC (heute ABB) wurde hier gegründet.
5. Etappe Baden - Zürich
27 km, 6.45 Std., +260m / -235m
Grundsätzlich kann auf beiden Seiten der Limmat gewandert werden.
Der Weg ist gut markiert und wir folgen den Wegweisern Zürich Landesmuseum Limmatuferweg Agglopark.
In Wettingen legen wir einen Halt ein, denn das ehemalige Kloster lädt
zu einem Besuch ein. Desgleichen lohnt sich eine kurze Rast im Gasthof
Sternen, dem ältesten Gasthof der Schweiz mit einer beeindruckenden
«Ahnengalerie» seiner illustren Gäste.
Über eine Holzbrücke begeben wir uns auf die linke Flussseite (in
Fliessrichtung gesehen) und wandern Richtung Spreitenbach, wo wir die
Autobahn unter- und die Limmat überqueren um dann auf dem (in Fliessrichtung) rechten Ufer
Zürich zuzustreben.
Vorher ist ein Besuch des Klosters Fahr angesagt. Das
Benediktinerinnenkloster gehört zum Kloster Einsiedeln. Sehenswert sind
neben der Paramentenwerkstatt auch der barocke Klostergarten und die
Klosterkirche. An Sonntagen führt eine kostenlose Fähre die Wanderer auf's andere Ufer.
Der nächste Fixpunkt ist Zürich. Schöner Weg der renaturierten Limmat entlang - ab Oberengstringen am rechten Ufer, nach der Autobahnbrücke am linken Ufer. Ab Flussbadi Werdhölzli wechselt man mit Vorteil wieder das Ufer, ein letztes Mal beim Zusammenfluss Sihl/Limmat, wo man durch den Park des Landesmuseums direkt zum Hauptbahnhof Zürich gelangt.
Die grösste Schweizerstadt geht auf die
Römer zurück (Turicum). Der Reformator Huldrych Zwingli hat hier
gewirkt und seine Spuren hinterlassen (Fraumünster mit den berühmten
Fenstermalereien von Marc Chagall sowie das doppeltürmige Grossmünster).
In Zürich ist alles etwas grösser: der grösste Bahnhof der Schweiz, der
grösste Flughafen, die zwei grössten Universitäten und das grösste
Bankenzentrum.
6. Etappe Zürich - Wädenswil
23 km, 5.45 Std., +360m / -360m
Während Kolumban und seine Gefährten höchstwahrscheinlich in Zürich aufs
Schiff gestiegen sind, um nach Tuggen zu gelangen, wählen wir den Weg
zu Fuss auf dem Zürichsee-Rundweg 84 dem Südufer des Zürichsees entlang.
Bis Wollishofen geniessen wir tolle Wegstücke durch Parks. Danach wäre
leider ein grosser Teil des Weges entlang stark befahrener Strassen zu
bewältigen, weshalb wir uns entschliessen, dem Zürichsee-Rundweg in die
Höhe zu folgen. Ca. 100 Höhenmeter über dem See verlassen wir den 84er
Weg und wandern in leichtem Auf und Ab bei wunderschöner Aussicht
auf den See und das gegenüberliegende Ufer (Goldküste) nach Horgen.
Unter anderem kommen wir vorbei am Forschungszentrum der IBM in
Rüschlikon ebenso wie am Park im Grüene (vom Migros-Gründer Gottlieb
Duttweiler initiierter Erholungspark mit schönen Picnic-Plätzen und
Einkaufsmöglichkeit).
In Horgen steigen wir zum See hinab und wandern auf dem Uferweg nach
Wädenswil, wo wir das prächtige evang. ref. Kirchgemeindehaus im
Rosenmattpark besichtigen.
7a. Etappe Wädenswil - Rapperswil
17 km, 3.45 Std., +315m / -315m
Wädenswil verlassen wir wieder auf dem Seeuferweg Richtung Richterswil.
Kurz vor Erreichen des Ortes führt uns der Weg überraschend auf einem
hölzernen Steg über dem Wasser.
In Richterswil wenden wir uns vom See ab und steigen 130 Höhenmeter
hinauf, um erneut dem Verkehr auf der Strasse auszuweichen. Nomen est
Omen - der Aufstieg erfolgt zu einem Teil auf dem Pilgerweg und dann auf
dem Zürichsee-Rundweg Nr. 84 bis zum «Schwellenboden».
Dort verlassen
wir den 84er Weg (er würde steil hinauf und hinab über den Etzel führen) und wandern durch Rebberge nach Wollerau und Wilen bei
Wollerau. Von dort steigen wir wieder abwärts zum Seeuferweg bei Freienbach. Der
Eisenbahnlinie folgend erreichen wir Pfäffikon ZH und übernehmen nun die
Wegführung durch den Jakobsweg (Nr. 4 auf den Wegweisern). Über den
Seedamm gelangen wir nach Rapperswil, nicht ohne kurz vor Ankunft erneut
auf einem schönen Holzsteg über dem Zürichsee gewandert zu sein.
Das markante Schloss und die Kirche von Rapperswil sind bereits von
weitem zu sehen und ebenso wie die Rosengärten, das Wappensymbol von
Rapperswil, einen Besuch wert. Der Schweizer Nationalzirkus Knie hat
hier sein Hauptquartier.
Die Etappe lassen wir auf dem schönen Fischmarktplatz gemütlich ausklingen.
7b. Etappe Wädenswil - Tuggen
26 km, 6.30 Std., +530m / - 530m
Die alternative Route zu Wädenswil - Rapperswil führt auf demselben Weg bis Pfäffikon ZH.
Dort bleiben wir auf dem 84er Zürichsee-Rundweg Richtung Lachen und wandern
zuerst etwas durch Industriegebiet, bevor wir auf schönem Weg mit tollen
Aussichten auf Rapperswil am gegenüberliegenden Ufer vorbei an Altendorf
nach Lachen gelangen.
Die Uferpromenade lädt zum kurzen Verweilen ein. Dann folgen wir weiter
dem 84er Weg, der uns entlang des Flugplatzes durch ein
Naturschutzgebiet nach Nuolen bringt.
Die herrliche Aussicht auf das Linthgebiet und den oberen Zürichsee
entschädigt für den Aufstieg zum Buechberg - ca. 150 Höhenmeter. Vorbei
am attraktiv gelegenen Golfplatz verlassen wir den Zürichsee-Rundweg vor
dem Eintreten in den Wald. Wir bleiben auf der Strasse bis zum Weiler
Weingarten, wandern abwärts, queren die Strasse und treffen ca. nach
weiteren 300m wieder auf den Jakobsweg (Nr. 4), unseren «Führer» nach
Tuggen.
Tuggen war der erste Aufenthaltsort von Kolumban und seiner Mönchsgruppe
in der Schweiz. In der Krypta unter dem Chor der Kirche finden sich
Überreste einer ersten Kirche aus dem ersten Drittel des 7.
Jahrhunderts, also kurze Zeit nach dem Aufenthalt der Mönche im Dorf
(610). Der Gallusbrunnen erinnert an die Iren.
8a. Etappe Rapperswil - Ricken - Wattwil
27 km, 7.30 Std., +915m / -710m
Die Wegführung ist wiederum sehr einfach: wir wandern auf dem Jakobsweg
(Nr. 4) über den Ricken. Zwischen Rapperswil und Jona sticht uns eine
Tafel ins Auge: wir befinden uns auf der Verzweigung zweier Jakobswege:
der Eine führt Richtung Rüti und Fischingen nach Konstanz. Dem Anderen
folgen wir (er weist den Weg nach St. Gallen und Rorschach).
In Neuhaus setzen wir uns für ein paar Minuten in die Jakobuskapelle und
denken an die zahllosen Pilger, die seit Jahrhunderten auf dem
Jakobsweg nach Santiago de Compostela ziehen. Auch in Neuhaus befindet
sich eine Verzweigung des Jakobsweges: via Schmerikon und Siebnen
gelangt man über den Etzelpass nach Einsiedeln.
St. Gallenkappel erinnert gleich zweifach an Gallus: im Wappen der Gemeinde sowie in der Kirche St. Laurentius und Gallus.
Auf gut 900 müM befinden wir uns auf der Passhöhe des Rickens.
Der Weg nach Wattwil führt vorbei an der Iburg und am ehemaligen
Kapuzinerinnenkloster St. Maria der Engel, heute eine Wohngemeinschaft
für junge Menschen mit Problemen. Die Facenda bietet auch Pilgern
Unterkunft.
Wattwil war einst ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie und beherbergt auch heute noch eine Textilfachschule.
8b. Etappe Tuggen - Wattwil
24km, 6.30 Std., +835m / -635m
Für die weitere Wanderung überlassen wir uns wieder der Führung durch den Jakobsweg Nr. 4 bis nach Wattwil.
Etwas ausserhalb von Tuggen steht die Linthbordkapelle, die einen Besuch
lohnt. Die Geschichte der Kapelle ist in Wandbildern dargestellt.
Beim Übergang über den Linthkanal steht das Schloss Grynau mit seiner
Kapelle der 14 Nothelfer. Dem Linthkanal folgend treffen wir in
Schmerikon ein, wenden uns dem Berg zu und steigen - vorbei an der
Kirche - ca. 100 Höhenmeter zum Goldberg hinauf. Rückblickend geniessen
wir die wunderschöne Aussicht über den oberen Zürichsee, die Linthebene
und in die Glarner Alpen hinein.
Leicht hinunter geht es nun nach Neuhaus zur Jakobuskapelle und hinauf
auf den Ricken. Die Jakobuskapelle lädt zu einem kurzen Verweilen ein
und in St. Gallenkappel werden wir sowohl in der St. Laurentius und
Gallus-Kirche wie auch im Wappen der Gemeinde an Gallus, den Begleiter
von Kolumban erinnert.
Über den Rickenpass (ca. 900müM) erreichen wir im Abstieg kurz vor
Wattwil die Iburg sowie das ehemalige Kapuzinerinnenkloster St. Maria
der Engel, heute Wohngemeinschaft für junge Menschen mit Problemen. Die
Facenda bietet Unterkunft für Pilger.
Wattwil, ehemals bedeutendes Zentrum der Textilindustrie, beherbergt
auch heute eine Textilfachschule, ein international anerkanntes
Kompetenz-Zentrum der schweizerischen Textilindustrie.
9. Etappe Wattwil - Magdenau/Flawil
19km, 5.30 Std., +720m / -770m
Wir befinden uns nun im Toggenburg und verlassen Wattwil, dem Lauf der
Thur in Fliessrichtung folgend bis Lichtensteig. Das mittelalterliche
Städtchen gehört zum Verein der schönsten Schweizer Dörfer. Auffällig
ist die moderne Kirche St. Gallus, etwas oberhalb der Altstadt.
Von Lichtensteig steigen wir auf den nächsten Pass: die Wasserfluh. Auf
848 müM überqueren wir die Passhöhe und steigen ins Neckertal hinunter
nach Brunnadern. Dem mäandernden Necker bleiben wir treu bis zum Weiler
Rennen. Der nächste Anstieg bringt uns nach Mogelsberg mit seiner
paritätischen St. Jakobuskirche.
Hinunter nach Böschenbach und wieder hinauf auf eine Anhöhe bei Nassen.
Auf diesem Hochplateau wandern wir durch einige Weiler, nicht ohne
gelegentlich einen Blick zurückzuwerfen auf die prächtige
Alpstein-Gebirgskette in unserem Rücken.
Angenehm zu gehende Waldpfade bringen uns nach Magdenau zum
Zisterzienserinnen-Kloster. Sehenswert ist hier auch die alte
Verenakirche, ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Weitere 2km später
befinden wir uns in Flawil.
10. Etappe Magdenau/Flawil - St. Gallen
22km, 6.0 Std., +440m / -500m
In Flawil wenden wir uns nach Osten und streben nun direkt St. Gallen
zu. Wir kommen durch die Weiler Landberg und Burgau, erreichen das Ufer
des Flusses Glatt, steigen hinauf zur Burguine Helfenburg und kommen in
der Nähe der Kolumbanshöhle vorbei (100m Abstieg, Höhle geschlossen, bei
schlechten Wetterbedingungen nicht empfohlen).
Ein längeres Waldstück liegt vor uns bis Marstal. Dann geht´s hinauf
nach Schochenberg, wo uns ein Stück auf dem Robert Walserweg zur
Burguine Rosenberg (Picnic-Platz) geleitet.
Nach einem kurzen Abstieg - wir geniessen schöne Ausblicke auf Herisau
und den Alpstein mit dem imposanten Säntis (2502müM) - erreichen wir
wieder den Jakobsweg Nr. 4. Diesem folgend passieren wir eine Ecke des
Gübsensees und wandern abwärts nach Winkeln, wo wir die Sitter
überqueren. Die 4er Wegweiser zeigen uns den Weg nach St. Gallen zum Stiftsbezirk mit
Kathedrale und Stiftsbibliothek (UNESCO-Weltkulturerbe).
St. Gallen ist sicher einen Aufenthalt wert. Neben dem ausgiebigen
Besuch der Sehenswürdigkeiten im Stiftsbezirk (auch die Mühlenenschlucht
mit dem Platz, an dem Gallus seine Klause errichtete) ist ein
gemütliches Schlendern in der Altstadt mit seinen schönen Häusern und
ihren Erkern ein Erlebnis.
Selbstverständlich ist der Verzehr einer richtigen St. Galler Bratwurst hier ein Muss!
11. Etappe St. Gallen - Rorschach
22km, 5.30 Std., +140m / -415m
Im Osten der Stadt, in der Nähe des Bahnhofs St. Fiden, nehmen wir den
als "Gallusweg" beschilderten Pfad durch das eindrückliche Galgentobel.
Vorbei an Mörschwil und der Steinerburg und durch Steinach gelangen wir
ans Bodensee-Ufer und nach Arbon.
In Arbon haben Kolumban und seine Gefährten eine Christengemeinde
angetroffen mit dem Diakon Willimar, der ihnen Bregenz als zu
missionierenden Ort empfahl. Die Galluskapelle lädt zu einem Besuch ein,
und auch in der Kirche St. Martin erkennen wir in den Fenstern des Chors
links und rechts von Martin die Gestalten von Gallus und Kolumban.
Gemütlich wandern wir nun am Seeufer nach Rorschach, wo wir im Hafen das
Kornhaus erblicken und auf dem Kronenplatz die Jakobsstatute auf dem
gleichnamigen Brunnen.
Die Kolumbanskirche lohnt einen kleinen Abstecher vom Weg.
12. Etappe Rorschach - Bregenz
31km, 8.0 Std., +60m / -60m
Die Etappe ist nicht anstrengend, aber recht lang. Die Mönche dürften
sie wohl auf dem Schiff absolviert haben. Sie kann etwas abgekürzt
werden, indem man mit dem Schiff bis Rheineck fährt und von dort zu Fuss
weiter. Dadurch reduziert sich die Diestanz um rund 9km.
Wer den ganzen Weg zurücklegen will, wandert von Bregenz dem See entlang nach
Altenrhein, umrundet den Flughafen und gelangt neben der Autobahn und
dem Alten Rhein nach Rheineck.
In Rheineck überqueren wir den Alten Rhein und gleichzeitig die
schweizerisch-österreichische Grenze. Gaissau, Höchst und Fussach sind
die nächsten Gemeinden, bevor wir den Neuen Rhein überquerend nach Hard
und auf dem Bodenseeweg Bregenz erreichen.
Zwischen den Mündungen des Alten und des Neuen Rheins erstreckt sich das
2000ha grosse Naturschutzgebiet Rheindelta. Dieses wurde in die Liste
der Natura-2000-Gebiete der EU aufgenommen. Wir durchwandern einen Teil
davon.
Am Eingang von Bregenz steht das Kloster Mehrerau. Es handelt sich um
eine Zisterzienser-Abtei, die um 1850 die fliehenden Mönche von
Wettingen aufnahm und deshalb Wettingen-Mehrerau heisst.
Bregenz ist die Landeshauptstadt von Vorarlberg. Speziell bekannt
ist Bregenz durch die Festspiele auf dem See. Vom Hausberg «Pfänder»,
erreichbar mit einer Luftseilbahn, geniesst man herrliche Ausblicke auf
den Bodensee, das deutsche Lindau und die Schweizer Voralpen.
Kolumban und seine Mönchsgruppe hatte sich zwei Jahre hier aufgehalten,
bevor sie vertrieben wurden und weiter Richtung Italien wanderten.
Gallus blieb zurück und begab sich wieder nach Arbon, wo ihm der Diakon
Willimar den Weg in die Wildnis an der Steinach zeigte und wo Gallus
dann seine Klause errichtete. Heute zeugen in Bregenz die alte Gallus-
und die moderne Kolumbanskirche von der Beziehung zu den irischen
Mönchen. Bregenz unterhält zudem eine Partnerschaft mit der irischen
Stadt Bangor, Ausgangspunkt der Mönche.
13. Etappe Bregenz - Hohenems
24km, 6.0 Std., +120m / -95m
Vorbei an der Kolumbanskirche wandern wir Rheintal aufwärts und befinden
uns schon bald an der Bregenzer Ache. Auf den gelbweissen Wegweisern
folgen wir dem Begriff «Lauterach» und später «Jannersee». Mitten im
Lauteracher Riet treffen wir auf diesen kleinen See mit sehr schönen
Picnic-Möglichkeiten (inkl. Kiosk).
Weiters auf dem geraden Weg legt sich quer zu uns die Dornbirner Ache,
die wir über die Holzbrücke überqueren und dann gleich nach links
abbiegen, um der mäandernden Ache bis nach Dornbirn Gesellschaft zu
leisten. Ein Besuch im Zentrum von Dornbirn mit dem schönen Marktplatz,
dem Roten Haus und der Kirche St. Martin lohnt sich.
Für den weiteren Weg bleiben wir am Fusse des Berges und erreichen nach
zwei Wanderstunden Hohenems. Imposant das Palais Hohenems, interessant
der vorgelagerte Nibelungenbrunnen (Erinnerung an das Nibelungenlied,
dessen Handschriften hier gefunden wurden). Die Schubertiade, das
alljährlich stattfindende weltbekannte Musikfestival, zieht jeweils
zahlreiche Besucher an.
-
Abstecher: Wer sich etwas Zeit lässt, macht hier einen Halt und besteigt die
Seilbahn auf den Karren, einen schönen Aussichtsberg. Von dort führt ein
Bergweg hinunter in die wild-romantische Rappenlochschlucht (mit
Rolls-Royce Museum und Restaurant) und der Dornbirner Ache entlang
wieder zurück nach Dornbirn.
14a. Etappe Hohenems - Feldkirch
23 km, 5.45 Std., +390m / -270m
Auf unserem Weg aus Hohenems hinaus liegen innerhalb von drei Kilometern
die Friedhöfe dreier Religionsgemeinschaften: zuerst der christliche
Friedhof bei der St. Antonkapelle, dann der jüdische Friedhof und
schliesslich kurz vor Götzis der neue islamische Friedhof.
Die leicht erhöhte Kobel-Kapelle bei Götzis erinnert an die Kämpfe der
Bewohner gegen die Heere von Napoleon. Durch die Örflaschlucht gelangen
wir nach St. Arbogast mit seiner Wallfahrtskapelle.
Der nächste Wallfahrtsort ist Rankweil. Die auf einem Hügel erbaute
Liebfrauenbergkirche (zur basilica minor erhoben) weist schon von weitem
den Weg.
Von Rankweil nach Feldkirch ist es nicht mehr weit. Vorbei am Schloss
Amberg treffen wir in Feldkirch, der zweitgrössten Stadt von Vorarlberg ein, nicht
ohne die über der Stadt thronende Schattenburg gebührlich zu bestaunen.
Ein Bummel durch die Altstadt schliesst die Etappe ab.
14b. Etappe Hohenems - Haag
28km, 7.0 Std., +70m / -65m
Um Gallus die Referenz zu erweisen - er hatte sich eine Zeitlang in
Grabs aufgehalten - führt ein Alternativweg von Hohenems auf die
Schweizerseite nach Grabs.
Dazu streben wir vom Zentrum in Hohenems westwärts dem Rhein zu. Hier
bildet der Alte Rhein die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und
Österreich. Wir bleiben auf der österreichischen Seite und wandern
rheinaufwärts. Da der Fluss früher wiederholt über die Ufer trat und
grossen Schaden anrichtete und Leid verursachte, wurde er 1923 an zwei
Stellen begradigt: hier bei Diepoldsau und bei Hard am Bodensee.
Die Flüsse Frutz und Ill überqueren wir und gelangen zum Illspitz, dem Eintrittspunkt ins EU Schutzgebiet Bangs-Matschels.
Gemütlich im Wald wandernd betreten wir unbemerkt das Fürstentum
Liechtenstein. Bei Ruggel verlassen wir dieses Staatsgebiet wieder,
überqueren den Rhein und wandern dem Werdenberger Binnenkanal entlang
nach Haag.
15a. Etappe Feldkirch - Balzers
25km, 6.15 Std., +450m / -435m
Wir verlassen Feldkirch, vorbei am Katzenturm, über die Ill und
verlassen schon bald die Hauptstrasse. Ausserhalb Tisis lassen wir
Österreich hinter uns und betreten das Fürstentum Liechtenstein. Der
Panoramaweg 66/Fürstenweg führt uns nach Vaduz. Die
Wanderwegmarkierungen im Fürstentum sind dieselben wie in der Schweiz.
Leicht erhöht oberhalb des Talgrunds wandernd - unter uns Nendeln und
Schaan - geniessen wir eine tolle Aussicht über das Rheintal, auf die
gegenüberliegenden Berge in der Schweiz: Hoher Kasten, Kreuzberge und
Churfirsten.
Vaduz ist der Hauptort des Fürstentums mit dem Sitz der Regierung und
dem Fürstenschloss. Zu diesem gelangen wir im Vorbeigehen, ein Besuch
ist nicht möglich. Wir steigen hinunter in den Ort mit seinen
sehenswerten Museen: Kunstmuseum, Landesmuseum und Postmuseum. Auch die
Kathedrale und das Regierungsgebäude liegen an unserem Weg.
Am Ortsausgang wenden wir uns wieder dem Rhein zu, bleiben aber
diesseits und wandern an Triesen vorbei nach Balzers. Die Burg Gutenberg
ist unser von weither sichtbares Ziel.
15b. Etappe Haag - Sargans
28km, 7.0 Std., +370m / -330m
Ein Stück weit Richtung "Gams", dann dem Werdenberger Binnenkanal folgen
und schliesslich nach Grabs abzweigen. In Grabs erinnert das
Galluszentrum mit seiner Tafel an den Aufenthalt von Gallus in diesem
Ort.
Weiter führt der Weg hinauf zum Schloss Werdenberg (mit toller Aussicht
über das Tal) und durch das kleinste Städtchen der Schweiz, Werdenberg,
hinab an den gleichnamigen idyllischen See.
Durch den Ort Buchs wandernd erreichen wir den Bahnhof, unterqueren die
Eisenbahngeleise und folgen nun den Wanderwegweisern Richtung "Sargans".
In Trübbach wechseln wir wieder auf die andere Geleiseseite und wandern
nun auf dem alten Schollbergweg nach Sargans. Unterwegs fallen uns die
zahlreichen Bunker auf, die daran erinnern, dass hier eines der drei
grossen Festungswerke der Schweiz das Reduit an seiner Ostseite
sicherte.
Das markante Schloss Sargans auf seinem Felssporn macht deutlich, dass
dieser Ort schon immer eine grosse Bedeutung genoss, befindet sich das
Städtchen doch an einem Schnittpunkt: ein Weg führt der Seez entlang zum
Walensee und nach Zürich, der andere vom Bodensee dem Rhein entlang
nach Chur.
16a. Etappe Balzers - Chur
31km, 8.0 Std., +540m / -420m
Eine etwas lange Etappe liegt vor uns.
Im Aufstieg zur St. Luzisteig überqueren wir schon bald die
liechtensteinisch-schweizerische Landesgrenze. St. Luzisteig, schon zu
Römerzeiten ein wichtiger Übergang, denn die Rheinebene war weitgehend
Sumpfland und wurde deshalb über diesen kleinen Pass umgangen. Auf der
Passhöhe (gut 700müM) befinden sich die alte Festung St. Luzisteig
(heute ein Waffenplatz der Schweizer Armee) und die alte Steigkapelle. Im übrigen verläuft auch die Via Francisca Richtung Rom auf dieser Strecke.
Wir betreten nun das Ortsgebiet von Maienfeld und damit die Bündner
Herrschaft mit ihren bekannten Rebgebieten. Maienfeld ist uns auch
ein Begriff aus der Geschichte von Heidi, weshalb die Gegend auch
Heidiland genannt wird. In Maienfeld beeindrucken uns die beiden
Schlösser Salenegg und Brandis. Oberhalb des Ortes kann das Heidimuseum
besucht werden.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Tals grüsst etwas aus der Höhe Pfäfers mit seinem ehemaligen Kloster.
Wir ziehen weiter durch Jenins und Malans und steigen etwas hinab zum
Fluss Landquart, den wir überqueren und schon bald das Schloss
Marschlins gewahren. Igis und Zizers sind die weiteren Stationen auf
unserem Weg nach Chur.
Zizers mit seinem Johannesstift beherbergte Zita, die letzte Kaiserin von Österreich von 1962 bis zu ihrem Tod im 1989.
Dann empfängt uns Chur, die erste Stadt am Rhein und älteste Stadt der Schweiz mit seiner schönen Altstadt.
16b. Etappe Sargans - Chur
34km, 8.30 Std., +145m / -35m
Eine etwas lange Etappe, die jedoch unterteilt oder mit dem ÖV abgekürzt werden kann.
Vom Dorfzentrum streben wir wieder dem Rhein zu und folgen dem Fluss
aufwärts nach Bad Ragaz. Bekannt ist dieser Ort nicht nur für seine
Thermal-Bäder und Grand Hotels, sondern auch für die alle drei Jahre
stattfindende Skulpturenaussetllung im Freien.
Wir verlassen Bad Ragaz Richtung Maienfeld und begeben uns auf die
andere Seite des Rheins. Von hier haben wir zwei Optionen:
entweder wir steigen durch das Dorf hinauf auf den Weg der Etappe 16a
und wandern nach Chur oder wir wählen die einfache aber etwas monotone
Wanderung entlang des Rheins bis Chur.
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Abstecher: Wer sich etwas Zeit nimmt, besucht die Taminaschlucht mit der Thermalquelle.
: Chur - Chiavenna
- Infos und Karte SchweizMobil: Via Sett Chur - Chiavenna
17. Etappe Chur - Lenzerheide
20km, 6.0 Std., +1205m / -325m
Heute geht es erstmals richtig bergauf. Der Weg ist gut signalisiert,
können wir doch den Wanderwegweisern mit der Nr. 64 Via Sett folgen.
Zuerst der Plessur entlang, dann den Wald hinauf nach Passugg und Malix
mit seiner Burgruine Strassberg. Ein sehr schöner Picnic-Platz lädt zu
einer Rast ein. Die dortige Kirche steht unter dem Patrozinium von
Gallus.
In Churwalden existierte früher ein Kloster der Prämonstratenser. Heute ist die Kirche St. Maria und Michael einen Besuch wert.
Vorbei an Parpan steigen wir hinauf nach Lenzerheide. Sowohl Parpan wie
auch Lenzerheide sind bekannte Skigebiete. Der Heidsee zwischen Valbella
und Lenzerheide kann auf beiden Seiten umrundet werden. Seilbahnen
führen auf beiden Seiten auf die Berge.
18. Etappe Lenzerheide - Tiefencastel - Savognin
23km, 6.45 Std., +880m / -1145m
Über die Lenzer-Heide zu wandern ist ein reines Vergnügen. In Lenz
(romanisch Lantsch) besuchen wir die etwas ausserhalb gelegene alte
Kirche Sta Maria mit seinen schönen Grabkreuzen.
Auf dem weiteren Weg hinunter Richtung Tiefencastel treffen wir auf die
einzige unverbaute karolingische Dreiapsidenkirche der Schweiz St. Peter
in Mistail - ein Halt mit Besichtigung darf nicht fehlen.
Tiefencastel ist wiederum ein wichtiger Knotenpunkt: von der Lenzerheide
kommend führt geradeaus die Strasse über den Julierpass, nach links
über den Albulapass und nach rechts durch die Schinschlucht ins
Domleschg mit Thusis, Ausgangsort zum San Bernardino- und zum
Splügenpass.
Wir steigen Richtung "Julierpass" hinauf nach Salouf und hinunter nach Savognin. Auch Savognin ist ein bekannter Skiort.
19. Etappe Savognin - Alp Flix - Bivio
21km, 7.15 Std., +1350m / -780m
Heute geht es nochmals richtig zur Sache. Wir steigen hinauf bis auf
nahezu 2000müM und wandern über die wunderschöne Alp Flix. Sie wird auch
Schatzinsel der Artenvielfalt in einer beeindruckenden Natur
bezeichnet.
Wem die heutige Etappe etwas zu anstrengend ist oder wer einfach diese
wunderschöne Natur noch etwas geniessen möchte, kann im Berghotel auf
der Alp Flix übernachten.
In Salategnas verlassen wir für kurze Zeit die Via Sett, um ein paar
Höhenmeter zu vermeiden, und steigen hinab Richtung Marmorera und zum
gleichnamigen See. Dieser Stausee entstand in den 50er Jahren des
letzten Jahrhunderts und begrub in sich das ehemalige Dorf Marmorera,
das oberhalb des Sees wieder aufgebaut wurde.
In Bivio ist Etappenschluss. Bivio liegt wieder an einer Wegverzweigung:
zum Julierpass und zum Septimerpass (nur zu Fuss oder mit dem Velo zu
bewältigen).
20. Etappe Bivio - Septimerpass - Vicosoprano
20km, 6.30 Std., +620m / -1325m (Via Sett)
Wir verlassen Bivio wieder auf der Via Sett (Nr. 64) und steigen
gemächlich die rund 550 Höhenmeter hinauf zum Septimerpass. Auf der
Passhöhe erblicken wir etwas oberhalb des Weges eine in einen
Felsbrocken eingemauerte Plakette, die an Kolumban erinnert und von den
Freunden des Kolumban aus Luxeuil-les-Bains in Frankreich gespendet
wurde.
Der Septimerpass ist mit seinen 2310müM der höchste Punkt auf dem ganzen europäischen Kolumbansweg.
Vor uns liegt nun das Bergell mit seinen imposanten Bergriesen Piz Cacciabella, Piz Cengalo und Piz Badile.
Auf der erhaltenen Römerstrasse wandern wir hinunter ins Tal und treffen
nach einem Abstieg von über 800m in Casaccia ein. Casaccia liegt am
Fusse des Malojapasses, der ins Engadin nach St. Moritz und von dort
über den Berninapass ins Puschlav führt.
Ab Casaccia gibt es zwei Möglichkeiten des Weiterwanderns: Wir bleiben im
Talgrund folgen weiter der Via Sett nach Visosoprano.
- Variante: Auf dem Panoramaweg,
der oberhalb des Talgrunds an der Bergflanke entlang Richtung Soglio führt, wandern wir bis Roticcio 1269m oder Pt.1383m, von wo wir nach Vicosoprano absteigen.
21. Etappe Vicosoprano - Castasegna/Chiavenna
a) 12km, 3.0 Std., +115m / -485m (wenn wir im Talgrund bleiben)
b) 12.5km, 4.0 Std., +600m / -960m (wenn wir zum Panoramaweg hinaufsteigen)
a) Via Sett: Borgonovo und Stampa sind stark mit den Namen der Künstlerfamilie
Giacometti (Giovanni, Augusto und Alberto) verbunden. In Coltura lässt
sich der Palazzo Castelmur besichtigen.
Von Coltura geht´s hinab nach Promontogno und Bondo (Achtung: hier fand
im Jahr 2017 ein grosser Felssturz statt und die Wegführung kann vom
eingezeichneten Weg abweichen) und weiter nach Castasegna.
b) Panoramaweg: Nach einem Aufstieg von rund 450 Höhenmetern steigt man von Vicosoprano hinauf zum Panoramaweg. In stetem Auf
und Ab erreichen wir Soglio. Die Aussicht auf die Felszacken auf der andern
Talseite ist phantastisch. Soglio ist eine Sonnenterrasse, auf der sich ein kurzes Verweilen lohnt.
Dann geht es hinunter nach Castasegna.
Über die Landesgrenze kommen wir nach
Italien, wo der italienische Kolumbansweg uns aufnimmt und nach
Chiavenna geleitet.
Karten und Bücher:
Infos und Links
|Alte Kultur- und Pilgerwege durch die Schweiz

- Jakobsweg
/ ViaJacobi,
alte
Pilgerwege
quer durch die
Schweiz
- Via
Francigena,
Jura -
Waadtland -
Grosser
St.Bernhard -
Aosta (- Rom)
- Via
Francisca
Bodensee -
Lukmanier (-
Rom)
- Kolumbansweg, Pilgerweg Basel - St.Gallen - Chur - Chiavenna
- Pilgerweg Rhein - Reuss - Rhone, mit Anschluss an den Jakobsweg
- Via Rhenana Basel - Kreuzlingen
- Via Sett: Chur - Chiavenna
- Via
Valtellina -
durch
Graubünden ins
Veltlin, 7
Tage
- Via
Stockalper;
über den
Simplonpass
- Via
Gottardo:
Gotthardpass
- Alpenpässeweg: Olivone TI - Passo del Sole - Airolo - Nufenenpass - Ulrichen VS, 6 Tage
- Via
Spluga: Thusis
- Chiavenna,
4 Tage
- Via
Sbrinz:
alte
Käsetransport-Route
- Walserwege
- Furkapass
- Grimselpass,
Passwanderung
- Oberengadin
- Bergell:
Poschiavo -
Berninapass -
Maloja -
Soglio, 7
Tage
- Schanfigger
Höhenweg:
Chur -
Tschiertschen
- Arosa -
Strassberg -
Chur, 6 Tage
- Via
Surmirana;
Römerwege vom
Engadin nach
Thusis, 5
Tage
- Via
Sursilvana:
Oberalppass -
Disentis -
Chur, 7
Tage
PS: Wer diesen
Trek nachgewandert ist und seine Erfahrungen weitergeben
möchte, melde sich bitte bei: <email-pii>.