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Die Ursprünge der japanischen Holzschnittkunst gehen auf das frühe 17. Jahrhundert zurück als illustrierte Bücher populär und zur Handelsware wurden. Der aus China übernommene Blockdruck als Textdruckverfahren ermöglichte die Massenproduktion, manche Werke erreichten für die damalige Zeit bemerkenswerte Auflagenzahlen von mehreren Tausend Stück. Die Zahl der Verleger und Händler wuchs, im späteren 17. Jahrhundert gingen einige Strassenhändler dann dazu über, auch Einzelblattdrucke anzubieten. So entstand eine Kunstform, die sich nicht nur eine kleine Elite leisten konnte, sondern breiten Bevölkerungsschichten zugänglich war. Es entstand ein regelrechter Markt, die Nachfrage beeinflusste die Motive. Hishikawa Moronobu (1618 - 1694), der sich in jungen Jahren als Buchillustrator in Edo niedergelassen hatte, gilt als Begründer der neuen Kunstform und Edo (heute Tokio) war ihr unumstrittenes Zentrum, später bildete sich in Osaka ein zweites Zentrum aus. Die wichtigsten Sujets waren erotische Szenen, schöne Frauen, Krieger, Tiere und populäre Schauspieler des Kabuki, des traditionellen japanischen Theaters, Motive also, die auch heute noch gute Absatzzahlen versprechen, ganz unabhängig von der Kunstform. Später wurden auch Landschaftsbilder sehr beliebt, was insbesondere auf Katsushika Hokusai zurückzuführen war. Hokusais Werk, "Die große Welle vor Kanagawa", ist das weltweit bekannteste Werk des japanischen Holzschnitts.
Andreas Marks, Curator of Japanese and Korean Art für die Mary-Griggs-Burke-Sammlung, Leiter der Abteilung für japanische und koreanische Kunst und Direktor des Clark Center for Japanese Art am Minneapolis Institute of Art, hat für den Taschen-Verlag 200 herausragende Werke der japanischen Holzschnittkunst von 89 Künstlern aus den Jahren 1680 bis 1938 zusammengetragen und in einem prachtvollen Buch versammelt. Das grossformatige Werk ist eine Augendweide, sechs Kilogramm schwer und von erstklassiger Druckqualität. In Englisch, Deutsch und Französisch wird über die Anfänge dieser unvergleichlichen Kunstform, ihre Krise, die mit der Industrialisierung und dem Aufkommen der Fotografie eintrat, und ihr Wiederaufleben, das u. a. auch der Entdeckung der japanischen Kunst ausserhalb Japans zu verdanken war, berichtet. Die Künstler werden in einzelnen Texten gewürdigt. Marks hat, wie er ausdrücklich in seinem einleitenden Essay erwähnt, den Fokus nicht auf die üblichen Stars wie Kitagawa Utamaro und Katsushika Hokusai gelegt, sondern auch weniger bekannte Künstler herausgesucht, die dennoch aussergewöhnliche Werke geschaffen haben, die von besonderer Qualität sind.