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Der Blog-Beitrag zur Veranschaulichung, wie die Kundensegmentierung, Personas, User Stories, das Value Proposition Canvas (VPC) und das Business Model Canvas (BMC) die Kundenzentrierung zum Leben erwecken können, beantwortet bloss Teile der Fragestellung, wie passende Produkte - von den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden ausgehend - entwickelt werden können. Und hat bestimmt Laune auf mehr gemacht... voilà ;-):
Eine Option, wie ausgehend von einem Value Proposition Canvas eine initiale Liste von strukturierten und priorisierten Benutzeraufgaben (aka. Product Backlog) erstellt werden kann, sodass darauf basierend zielgerichtet ein minimal überlebensfähiges Produkt (minimal viable product, MVP) entwickelt werden kann, anbei:
Nach dem das VPC in iterativer Form kreativ entwickelt wurde, empfiehlt es sich, die so identifizierten Aufgaben des Kunden (Customer Jobs) jeweils hinsichtlich deren Dringlichkeit zu bewerten - z. B. anhand dem Eisenhower-Prinzip oder der MoSCoW-Priorisierung. Damit wird erstmals ersichtlich, was zwingend (must), was wirklich wichtig (should), was denkbar (could) ist und was aktuell keinen Sinn (won't) ergibt.
Die Priorisierung ermöglicht es, die (Weiter-) Entwicklung des Produktes entlang der realen Bedürfnisse der Kunden anzugehen - im Sinn einer iterativen, adaptiven Vorgehensweise und entsprechend der Hauptaufgabe des POs: den Wert des Produktes zu maximieren, welcher sich aus der Arbeit des Entwicklungsteams ergibt.
The Product Owner is responsible for maximizing the value of the product resulting from work of the Development Team. How this is done may vary widely across organizations, Scrum Teams, and individuals. (The Scrum GuideTM)
Nun verbinden wir die Methoden: Customer Jobs aus dem Value Proposition Canvas setzen wir gedanklich gleich mit User Activities der Methode Story Mapping. Methoden-Mix! Sauber Zauber!
Ein Hinweis zur "Flughöhe", auf welcher wir uns gedanklich bewegen: User Activities (zu Deutsch: Benutzeraktivitäten) sind eher "grosse Dinge". Stellen wir uns mal kurz das Thema "E-Mails senden und empfangen vor", so sind dazu z. B. folgende User Activities notwendig:
Die zeitliche Reihenfolge der User Activities ist nicht immer zwingend gleich und von Beginn weg klar. So kann z. B. die Installation des Viren-Schutzes vor der Installation eines E-Mail-Servers erfolgend. Das spielt ggf. aber auch eine untergeordnete Rolle. Take it easy - chunt scho guet!
Der Methode Story Mapping entsprechend, arbeiten wir nun jede User Activity aus und verfeinern diese durch sog. User Tasks. Um beim Beispiel der Kommunikation via E-Mail zu bleiben: Die "Verwaltung von E-Mails anhand eines E-Mail-Clients" lässt sich z. B. durch folgende User Tasks verfeinern:
Jeder User Task einzeln kann durch sog. Tasks noch weiter verfeinert werden, wie z. B. bei "E-Mail-Client konfigurieren":
Um allzeit den Überblick über die User Activities, die User Tasks und die Tasks zu bewahren, empfiehlt es sich, diese jeweils auf ein Post-It zu schreiben und folgendermassen anzuordnen:
Und nochmals verbinden wir Methoden: User Tasks der Methode Story Mapping überführen wir in das Product Backlog gem. Scrum. Ihr wisst schon... Methoden-Mix! Sauber Zauber!
Je nachdem ergibt es gar Sinn, User Tasks (und ggf. Tasks) als User Stories zu formulieren. So können die Anforderungen mit wenig Aufwand in das Product Backlog überführt werden:
Da immer mal wieder die Frage auftaucht, wie man die Methode im Alltag anwendet, möchte ich dazu meine "Eselsbrücke" mit euch teilen:
Um mir User Tasks vorstellen zu können, versetze ich mich mental jeweils in die Rolle eines Filmregisseurs, welcher (Teil-)Geschichten filmt, in dem er Szene um Szene filmt und zusammenfügt, um so einen Handlungsstrang festzuhalten. Ähnlich wie bei den Six Thinking Hats von De Bono (aka Denkhüte von De Bono) versetze ich mich also in eine Rolle, welche eine spezifische Betrachtung einnimmt: In erster Linie versetze ich mich in die Lage einer Kundin oder eines Kunden, welche/r das Produkt nutzt. Ich halte fest - horizontal anhand Post-Its -, welche einzelnen Schritte für die Benutzung des Produkts notwendig sind und bilde so einen Handlungsstrang - oder halt eben eine User Activity. Die Szenen sind User Tasks und bilden das Rückgrat des Handlungsstranges (einzelne Wirbel). Pro Szene benötigt es unterschiedliche Bühnenbilder mit unterschiedlichen Ausstattungen: User Tasks und Tasks bilden so die Rippe. Nice, nicht?
Persönlich hat mir dieser Methoden-Mix bereits mehrmals geholfen in Vorhaben, welche über Monate dauerten und entsprechend finanzielle Ressourcen adressierten, den Überblick zu bewahren. Uff! Gerade die Story Map lässt sich sensationell zur transparenten Kommunikation des Vorhabens nutzen: Immer ist ersichtlich, weshalb wir als Team gerade jetzt tun, was wir tun. I like it!
BTW: Eine Impact Map zeigt auch sehr schön auf, weshalb wir tun, was wir tun - #justsaying ;-).
Welche Erfahrungen hast du mit dem Value Proposition Canvas gemacht? Welche mit der Methode des Story Mappings? Wendest du diese Methoden aktiv an? Welche Methoden verbindest du gekonnt? Welche Tricks kennst du? Gerne würde ich mehr erfahren - #followerpower! Lass uns in Kontakt treten!