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Werte AVIAnerinen und AVIAner
Das Jahr 2015 ist für die Luftwaffe gut gestartet. Wir haben Projekte wie BODLUV2020 und ADS15 welche in Kürze umgesetzt werden sollen und wir haben nun zwei wichtige Dokumente welche die Entwicklung der Luftwaffe thematisieren. Lassen Sie mich kurz darauf eingehen.
Das erste Dokument ist die Antwort des Bundesrates auf die Motion von Frau Nationalrätin Galladé zum „Konzept zur langfristigen Sicherung des Luftraumes“ vom 27.8.2014 (http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/36338.pdf) Der Bundesrat hat darin seine Strategie dargelegt und zeichnet ein Bild, welches der Wichtigkeit des Luftraumes in der absehbaren Zukunft gerecht werden dürfte. In Bezug auf die Wirkung im Luftraum wird dabei die „Integrierte Luftverteidigung“ bestehend aus Überwachungsmitteln, Kampfflugzeugen und Fliegerabwehrsystemen sowie den dazugehörigen Führungseinrichtungen, proklamiert. Dass dies keine Luftblase ist beweist der Fakt, dass das Projekt BODLUV2020 um zwei Jahre vorgezogen wird und die Luftwaffe bei der Planung der Investitionen in den Rüstungsprogrammen der nächsten 10 Jahre, hervorragend berücksichtigt werden wird. Programme wie ADS15 (Aufklärungsdrohne), Modernisierungen für FLORAKO und F/A-18 und die Werterhaltung der Mittelkaliberflab, sowie die Planung und Umsetzung der Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges sind in der Planung enthalten und werden die technologische Zukunft der Luftwaffe sicherstellen. Bezüglich der heiss diskutierten Frage der Kampfflugzeuge äussert sich der Bundesrat wie folgt: Für länger anhaltenden Luftpolizeidienst mit 2-4 Flugzeugen permanent in der Luft wären an sich 5 Staffeln mit insgesamt 55 Kampfflugzeugen nötig. Luftverteidigung ist noch anspruchsvoller.
Die Konsequenz daraus ist, dass für ein minimales Genügen für den Verteidigungsfall die 55 Kampfflugzeuge zu wenig sind und – um glaubwürdig zu bleiben – deutlich mehr Kampfflugzeuge verfügbar sein müssten.
Die AVIA hatte die Gelegenheit, die Sichtweise der Luftwaffenoffiziere in ein zweites relevantes Dokument einzubringen. Die Schweizerische Offiziersgesellschaft hat, anlässlich der Delegiertenversammlung vom 14.3.2015 in Locarno, einstimmig ein Positionspapier zur Schweizer Sicherheitspolitik und Armee verabschiedet. Darin sind die Forderungen der AVIA, in diversen relevanten Textpassagen, wie folgt eingeflossen:
Die Luftwaffe muss zur Luftverteidigung, zum Erdkampf, zum Luftpolizeidienst, zur Aufklärung und zum Lufttransport befähigt sein. Die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges ist weiterzuführen. Der Erneuerung der Luftabwehr und der Ersatzbeschaffung der Aufklärungsdrohne ist entsprechende Priorität einzuräumen.
Kampfflugzeuge: Die Zielflottengrösse ist 70 Kampfflugzeuge (6 Staffeln) diese darf nichtunterschritten werden. Das könnte auch mit einer Übergangslösung, basieren auf Leasing oder Miete, erreicht werden. Der F-5 Ersatz in erster Priorität zu beschaffen und dies unter Berücksichtigung, dass der F/A-18 ab Ende der Zwanzigerjahre ebenfalls ersetzt werden muss. Der F/A-18 muss ab 2020 nochmals modernisiert werden. Eine Einflottenstrategie ist anzustreben weshalb die Beschaffung des F-5 Ersatzes mit genügender Weitsicht anzugehen ist.
BODLUV: Ersatz aller bestehenden Systeme Führungsunterstützung:
Modernisierung FLORAKO sowie der Mittel der LW EKF Abt. Die Beschaffung von ADS15 (Aufklärungsdrohe) ist wie geplant durchzuführen. Die Finanzierung soll durch das ordentliche Rüstungsprogramm erfolgen. Auf Sonderfinanzierungen soll künftig verzichtet werden.
Der Infrastuktur der Luftwaffe, insbesondere der Militärflugplätze, ist bei der Dezentralisierung, besondere Beachtung zu schenken. Damit kann die Flexibilität und die Sicherheit gewährleistet werden. Bei den Militärflugplätzen ist auf der Basis einer Flottenstärke von 70 Kampfflugzeugen auch das Konzept von „Sleeping Bases“ zu berücksichtigen. Die Luftwaffe ist für die Ausbildung auch weiterhin auf die internationale Zusammenarbeit angewiesen und muss dies in Zukunft eher ausbauen können.
Die Forderung nach 70 Kampfflugzeugen wird abgeleitet aus der bundesrätlichen Feststellung, dass mit 55 lediglich der Luftpolizeidienst zu erfüllen ist und konsequenterweise damit keine Verteidigungsfähigkeit zu erreichen ist. Mit der nun von den Offizieren mit 70 Kampfflugzeugen geforderten Flotte ist eine minimale Verteidigung möglich und die Schweiz kann sich auch 70 Kampfflugzeuge leisten. Die in den letzten Monaten leider zu emotional geführte Diskussion um die Weiterverwendung des F5 kann mit der Forderung nach einem Aufrechterhalten der Mindestflottengrösse entschärft werden. Es geht darum, das System welches den Einsatz von 70 Kampfflugzeugen ermöglicht, aufrecht zu erhalten.
Unser Symposium zum Thema der langfristigen Sicherheit im Luftraum kommt somit genau im richtigen Moment – die über 150 gemeldeten Teilnehmer bestätigen dies. Wir werden die beiden für die Entwicklung der Luftwaffe aus Sicht AVIA Luftwaffe relevanten Dokumente diskutieren können und uns das weitere Vorgehen zur Einforderung der gemachten Aussagen des Bundesrates und der SOG überlegen.
Ich kann hier schon einige Informationen zur Planung der GV der ZentralAVIA machen. Wir werden die GV wie angekündigt am 13.6.2015 durchführen. Wir gehen diesmal ins Fliegermuseum nach Altenrhein und werden uns dort ca 1100 treffen, einige relevante Beiträge aus Politik und VBS hören und dann nach einem Stehlunch die ordentliche GV durchführen. Ende wird ca 1430 sein. Ich werde anlässlich der kommenden GV, nach 7 Jahren, das Präsidium meinem designierten Nachfolger Oberstleutnant Patrick Richter übergeben. Es würde mich freuen, wenn möglichst viele Mitglieder anwesend wären.
Beste AVIA-grüsse
Oberst Fabian Ochsner
Zentralpräsident