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1967 siedelte er von Belfast nach London über und tourte mit seiner Band Eire Apartment mit Pink Floyd, Soft Machine, The Jimi Hendrix Experience oder den Animals. Nach einem Abstecher zu den irischen Sweeny’s Men, einer frühen Folk-Rock Band, kehrte er 1969 nach London zurück und stiess zu Joe Cockers Grease Band, die ihren Höhepunkt beim Rockfestival in Woodstock erlebte. 1970 wurde McCullough Leadgitarrist im Musical «Jesus Christ Superstar» von Andrew Lloyd Weber und Tim Rice, 1976 spielte er in «Evita». Weitere Aufnahmen fanden in dieser Zeit mit Donovan, Eric Burdon, Marianne Faithfull oder Andi Fairweather-Low statt. McCullough ist auch am Ende von «Money» auf «Dark Side Of The Moon» von Pink Floyd mit den Worten «I don’t know, I was really drunk at the time» über einen Streit mit seiner Frau zu hören. Auf vielen Fotos aus den 70er-Jahren ist er mit Alkohol abgebildet. In den 80er- und 90er-Jahren trat er kürzer, in den 00er-Jahren spielte er auch als Solomusiker Alben ein.
1972/73, heuerte er für 70 Pfund die Woche als Leadgitarrist bei Paul McCartney und dessen Band Wings an. Der Anfang war schwer, die erste Single, «Give Ireland Back To The Irish», die McCartney 1972 drei Wochen nach dem Bloody Sunday über das Massaker englischer Fallschirmjäger an 13 Zivilisten in Derry veröffentlicht hatte, wurde von sämtlichen englischen Radios boykottiert, obwohl sie die oberen Chartregionen erreichte. McCulloughs Bruder, der weiterhin in Nordirland lebte, wurde im Pub wegen Henrys Gitarrenspiel von englischen Sympathisanten spitalreif geprügelt. Mit den Wings erlebte er auch den Erfolg des Bond-Songs «Live And Let Die». Und als die Band zusammen mit einem Orchester «My Love» einspielten, ging McCullough zu McCartney und bat ihn, anstelle von dessen Solo etwas eigenes spielen zu dürfen. Er reüssierte, das Billboard Magazine wählte «My Love» nach Marvin Gayes «Let’s Get It On» und «Killing Me Softly» von Roberta Flack auf Platz 5 der Hot 100 Singles von 1973.
Gitarristen unter sich: Jimi Hendrix (links) und Henry McCullough rechts.
Foto Daily Express.
McCulloughs Beitrag zu den Wings ist bis heute nur teilweise veröffentlicht, dabei prägte er, wie die zahlreichen Raubpressungen belegen, massgeblich den Klang der Band, die streckenweise als Bluesrockband durchging. Als McCartney 1973 das Album «Red Rose Speedway» von einem Doppelalbum auf eine Einzelscheibe reduzieren musste, setzte er auf Beatle Paul anstatt auf Gitarrist Henry und verzichtete auch auf die Veröffentlichung des Livealbums von der Europatour im Sommer 1972, die auch in Zürich und Montreux Station gemacht hatte. Im August 1973, sprichwörtlich am Tag vor dem Abflug nach Lagos, wo die Wings «Band On The Run» einspielten, verliess Henry McCullough wegen frustriert die Band. Der Rest ist Geschichte: «Band On The Run» wurde das erfolgreichste Album von 1974, Henry McCullough buk fortan kleinere Brote. Es bleibt zu hoffen, dass er durch die seit 2010 laufende Öffnung von McCartneys Archiv im Rahmen der «Archive Collection» postum die Anerkennung erfährt, die er verdient hätte. Solange kann man den Titel von seinem letzten Album, «Shabby Road» (2012) auch verbittert deuten.
Herny McCullough im 21. Jahrhundert.

Henry McCullough (1943-2016). Der ehemalige Leadgitarrist von Joe Cockers Grease Band und den Wings, fotografiert Anfang der 70er-Jahre. Unten ein Tourposter aus jüngerer Zeit, mit persönlichen Bezügen.
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