Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/158087

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, den Aufbau einer nationalen Datenbank zur Interpretation und Vergleichbarkeit ausländischer Diplome zu prüfen. Damit soll ein zentrales Hindernis für Unternehmen beseitigt werden, um gut qualifizierte Migrantinnen und Migranten aus Drittstaaten, die bereits in der Schweiz leben, in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Diese Massnahme ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels, da viele dieser etwa 50 000 Personen sehr gut qualifiziert, aber erwerbslos sind oder einer Erwerbstätigkeit nachgehen, für die sie überqualifiziert sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Ansicht, dass der Bildungs- und Arbeitsintegration gut qualifizierter Migrantinnen und Migranten ein hoher Stellenwert zukommt. Das inländische Potenzial an Fachkräften ist verstärkt auszuschöpfen. Dieses Ziel ist integraler Bestandteil der vom WBF lancierten Fachkräfte-Initiative.</p><p>Die Integration von Migrantinnen und Migranten aus Drittstaaten in den Schweizer Arbeitsmarkt beinhaltet zahlreiche Parameter. Die Anerkennung von beruflichen Qualifikationen repräsentiert nur eine Facette unter zahlreichen Kriterien (Kenntnisse der Sprache, der Kultur, des lokalen Arbeitsmarkts usw.). Migrantinnen und Migranten haben bereits heute ein breites Spektrum an verfügbaren Möglichkeiten, ihre in einem Staat ausserhalb der EU/Efta erworbenen Qualifikationen anerkennen zu lassen. Neben der Anerkennung ausländischer Diplome bieten die Kantone Verfahren zur Validierung vorhandener Kompetenzen an. Im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens namentlich an den Hochschulen ist es möglich, bereits erworbene Kenntnisse anrechnen zu lassen.</p><p>Eine Anerkennung von Diplomen ist nur für reglementierte Berufe erforderlich. Abschlüsse von Berufen, deren Ausübung nicht reglementiert ist, machen in der Schweiz die grosse Mehrheit aus. Für solche Berufe ist die Diplomanerkennung nicht nötig. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ist die zentrale Kontaktstelle des Bundes, welche ausländische Diplome einer ersten Prüfung unterzieht und die Inhaberinnen und Inhaber an die richtige Stelle verweist. Sowohl die Kontaktstelle als auch die Informationen auf der Website des SBFI sind in drei Landessprachen sowie auf Englisch zugänglich. Unternehmen erhalten bei der Kontaktstelle des SBFI zudem eine auf ihren Fall zugeschnittene Einschätzung.</p><p>Ausländische Abschlüsse unterscheiden sich nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Institution zu Institution und nach Abschlussjahr. Es wäre nicht zielführend und mit einem enormen Mitteleinsatz verbunden, die Vielzahl der weltweit vorhandenen Abschlüsse in einer Datenbank zu sammeln, zu katalogisieren, regelmässig zu aktualisieren und auf Schweizer Abschlüsse zu referenzieren. Die Ressourcen beim Bund sind vielmehr in bedarfsgerechte Abklärungen individueller Dossiers zu investieren.</p><p>Zur Frage, wie eine allfällige weitere Optimierung der Übertragung von im Ausland erworbenen beruflichen Kompetenzen und Diplomen auf den Schweizer Arbeitsmarkt zu erreichen ist, laufen verschiedene Projekte in unterschiedlichen Zuständigkeiten. Unter anderem hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) im Jahre 2012 das Pilotprojekt "Potenziale nutzen - Nachholbildung" gestartet. Es soll aufzeigen, welche Hindernisse für gut qualifizierte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen in der Praxis bestehen und mit welchen Ansätzen und Massnahmen diese Hindernisse abgeschafft oder erfolgversprechend angegangen werden können. Gestützt auf Zwischenergebnisse dieses Pilotprojekts (2012 bis 2018) und in Abstimmung mit laufenden Arbeiten des SBFI wie dem Projekt "Berufsabschluss und Berufswechsel für Erwachsene" werden SBFI und SEM, auch unter Einbezug von im Ausland gemachten Erfahrungen, den Handlungsbedarf und gezielte Massnahmen zuhanden der zugewanderten Bevölkerung prüfen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.