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Identifikation
Signatur:
Ar 103
Entstehungszeitraum / Laufzeit:
1897-1996
Umfang:
7.6 m
Kontext
Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Max Weber wurde am 2. August 1897 im Industrie- und Arbeiterquartier Zürich-Aussersihl geboren. Noch in seine Jugendzeit fällt der Verlust beider Eltern, so dass er im 18. Lebensjahr Vollwaise wird. 1919 schliesst er sein volkswirtschaftliches und juristisches Studium ab und tritt der sozialistischen Bewegung bei. Im Mai 1919 schliesslich wird er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. Es folgen Studienaufenthalte in Paris, England, den USA und Schweden, letztere in Begleitung von Margrit Pfenninger aus Stäfa, mit der er sich am 1. Oktober 1920 verheiratet hat. Aus dieser Ehe gehen vier Kinder hervor. 1922 wird Max Weber Redaktor der ‘Volksstimme‘ in St.Gallen, 1924 wird er Mitglied des St.Galler Grossen Rates. 1926 wird er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Wirtschaftsfragen zum Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) nach Bern berufen. Zugleich waltet er als Redaktor der ‘Gewerkschaftlichen Rundschau‘ und als Sekretär der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale. In dieser Zeit entwickelt er eine rege publizistische Tätigkeit, deren Schwerpunkt lange Zeit die Auseinandersetzung mit der Wirtschaftskrise der Dreissiger Jahre bildet. 1930 verweigert er aus pazifistischer Ueberzeugung den Militärdienst (1940 reicht er bei General Guisan ein Gesuch um Wiedereingliederung in die Armee ein). 1939 wird er als Sozialdemokrat in den Nationalrat gewählt, dem er bis zu seiner Wahl zum Bundesrat sowie erneut von 1955 bis 1971 angehört. 1940 wechselt Weber vom Gewerkschaftsbund zum Schweizerischen Bau- und Holzarbeiterverband (BHV), dessen Verbandspräsident er wird. Bereits 1944 erfolgt jedoch die Berufung in die Direktion des Verbandes Schweizerischer Konsumvereine (VSK) nach Basel, deren Präsidium er 1946 übernimmt. In dieses Jahr fällt auch die Gründung der Stiftung Schweizer Arbeiterschule durch Max Weber, welche 1965 in die ‘Stiftung für Förderung der Erwachsenenbildung‘ übergeht.
1948 erhält Weber eine ausserordentliche Professur für Sozialpolitik und Genossenschaftswesen (später auch Finanzwissenschaft) an der Universität Bern, die er bis 1966 innehat. 1951 wird er als Nachfolger von Ernst Nobs in den Bundesrat gewählt, in welchem er das Finanz- und Zolldepartement übernimmt. Nach der verlorenen Abstimmung über die Bundesfinanzreform vom 6. Dezember 1953 tritt Weber als Bundesrat zurück. 1954 übernimmt er eine ausserordentliche Professur an der Universität Basel für ‘Praktische Volkswirtschaftslehre‘, die er ebenfalls 1966 niederlegt. 1956 wird er wirtschaftspolitischer Mitarbeiter bei der ‘Berner Tagwacht‘. Max Weber stirbt am 2. Dezember 1974.
Übernahmemodalitäten
Der Nachlass Max Weber wurde dem Schweizerischen Sozialarchiv am 18.03.1975 übergeben. Damals wurden die persönlichen Dokumente (Ar 103.70) noch zurückbehalten. Diese Materialien gelangten Ende August 2000 ins Sozialarchiv.
Inhalt und innere Ordnung
Form und Inhalt
Der Nachlass Max Weber enthält: Ego-Dokumente; Unterlagen zur Person; Familienkorrespondenz; Briefe (u.a. von Robert Bratschi, Hendrik de Man, Valentin Gitermann, Arnold Gysin, Helmut Hubacher, Johannes Huber, Emil Klöti, Fritz Marbach, Ernst Nobs, Hans Schaffner, Franz Schmidt); Materialien zum Werk, Vortrags- und Vorlesungsmanuskripte; Unterlagen betr. parlamentarische Tätigkeit, v.a. Kommissionsakten; Unterlagen zur Tätigkeit in Partei und Gewerkschaft sowie zur Bundesratswahl 1951; Unterlagen der Stiftung Herzberg (Protokolle, Korrespondenz); Verschiedenes
Bewertung und Kassation
Es wurden keine Kassationen vorgenommen.
Neuzugänge
Es werden keine Neuzugänge erwartet.
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache
Sachverwandte Unterlagen
Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen
Verzeichnungskontrolle
Informationen der Bearbeiter*in
Die Verzeichnung der ersten Ablieferung erfolgte 1978 durch Karl Lang. Die Nachlieferung vom August 2000 wurde im Sommer 2001 von Ulrike Schelling bearbeitet. Bei der Erschliessung konnte die vorhandene Ordnung weitestgehend übernommen werden. Sie folgt innerhalb der thematischen Gliederung dem Prinzip der Chronologie. Neuverpackung und Überarbeitung der Verzeichnung durch H. Villiger im Februa 2020.