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Uni Bern kämpft gegen die Afrikanische Schlafkrankheit
Die Patienten der Afrikanischen Schlafkrankheit können nur schwer behandelt werden: Viele Parasiten sind resistent gegen die veralteten Medikamente. Ein Forscherteam der Universität Bern studiert spezielle Reaktionswege in den Parasiten, die zur Entwicklung neuer Medikamente führen könnten.
Bei der Afrikanischen Schlafkrankheit handelt es sich um eine heimtückische Tropenkrankheit, die unbehandelt unweigerlich zum Tod des infizierten Patienten führt. Der Erreger der Krankheit ist der einzellige Parasit Trypanosoma brucei. Er wird durch eine Stechmücke, die Tsetsefliege, zwischen Säugetieren (hauptsächlich Antilopen, aber auch Haustieren und Menschen) übertragen. Die Krankheit tritt deshalb nur im Verbreitungsgebiet dieser Stechfliegen auf, also vor allem in ländlichen Gebieten zwischen dem Südrand der Sahara und Südafrika. Die Behandlung von infizierten Patienten ist schwierig, da die Krankheit oft erst spät diagnostiziert wird und die wenigen veralteten Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen. Zudem werden vermehrt Parasitenpopulationen beobachtet, die resistent sind gegen einzelne Medikamente.
Die Universität Bern ist in den letzten Jahren zu einem national und international viel beachteten Zentrum in der Parasitenforschung geworden. Mehrere Forschungsgruppen aus verschiedenen Fakultäten untersuchen aktuelle biologische Fragestellungen auf dem Gebiet der Parasitologie im Allgemeinen und zum Erreger der Schlafkrankheit im Speziellen. In der neusten Ausgabe der Fachzeitschrift «The Journal of Biological Chemistry» ist nun eine Arbeit der Forschungsgruppe um Prof. Peter Bütikofer vom Institut für Biochemie und Molekulare Medizin erschienen: Sie zeigt, dass die Herstellung von Membranlipiden in T. brucei bemerkenswerte Unterschiede zu den entsprechenden Reaktionswegen in Säugerzellen aufweist. Die Identifikation solcher Unterschiede zwischen Parasit und Wirtsorganismus bildet oft eine erste Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente, in diesem Fall gegen die Afrikanische Schlafkrankheit. Membranlipide sind Bestandteile von allen biologischen Membranen, die als Trennschicht zwischen verschiedenen Bereichen in einer Zelle dienen und damit eine strukturelle und funktionelle Unterteilung von Zellen ermöglichen. Auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse, die einen Teil der Doktorarbeit von Aita Signorell am Institut für Biochemie und Molekulare Medizin bilden, will die Forschungsgruppe das Überleben des Parasiten weiter studieren.
02.09.2008