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Keine Gleichstellung im Kulturbetrieb
Frauen sind im Schweizer Kulturbetrieb in vielen Bereichen markant untervertreten. Am grössten ist der Handlungsbedarf in den Sparten Musik und Visuelle Kunst. Dies belegt eine Vorstudie des Zentrums Gender Studies der Universität Basel, die heute veröffentlicht wurde.
Die Studie liefert laut einer Mitteilung der Kulturstiftung Pro Helvetia neue Zahlen zu den Geschlechterverhältnissen in den Sparten Darstellende Künste, Musik, Literatur und Visuelle Kunst. Die Unterschiede zwischen den Sparten sind ausgeprägt, am grössten ist der Handlungsbedarf in den Bereichen Musik und Visuelle Kunst.
Frauen sind in Führungsfunktionen untervertreten. Während in der Literatur auf der Ebene Direktion/Intendanz 55 Prozent Frauen tätig sind, ist in den untersuchten Musikinstitutionen keine einzige Frau auf dieser Stufe zu finden. Auch in künstlerischen Leitungsfunktionen sowie als Urheberinnen von künstlerischen Werken sind Frauen stark in der Unterzahl.
In lediglich sieben Prozent der Konzerte stehen Frauen am Dirigentenpult. Von den gespielten musikalischen Werken stammen nur zwei Prozent von Komponistinnen.
Frauen erhalten in der Musik zudem unverhältnismässig wenig Auftrittsmöglichkeiten: Liegt der Frauenanteil bei klassischen Konzerten noch bei 34 Prozent, so ist er im Rock/Pop und im Jazz bei Live-Performances bei nur noch 9 bis 12 Prozent.