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Es regnete in Strömen im belgischen Waterloo an jenem Morgen des 18. Juni 1815. Napoleon Bonaparte quälten starke Hämorrhoidenschmerzen, weshalb er sich um zehn Uhr morgens noch einmal hinlegte. Erst eine Stunde später, gegen 11.30 Uhr, gab er den Angriffsbefehl gegen die englischen Truppen unter dem Befehl des Herzogs von Wellington. Statt früh am Morgen in den Kampf zu ziehen, dauerte die Schlacht in Waterloo bis spät in den Nachmittag.
Schon zwei Tage zuvor, als er die preussischen Truppen in Ligny besiegte, war Napoleon gesundheitlich angeschlagen. Er verzichtete sogar darauf, die preussischen Truppen nach ihrer Niederlage weiter zu schwächen oder sie gar – wie damals üblich – zu vertreiben. «Im Fall von Napoleon muss davon ausgegangen werden, dass die Schmerzen so stark waren, dass sie ihm sogar den Schlaf raubten», sagt Daniel Dindo, Proktologe an der Zürcher Klinik im Park.
Napoleon war an jenem 18. Juni 1815 geschwächt und hatte Verspätung, was zur Folge hatte, dass die besiegten preussischen Truppen zu Wellingtons Armee stiessen und die Schlacht für sich entschieden.
Reiten mit Hämorrhoiden?
«Napoleon war ein Feldherr», sagt Dindo, «normalerweise zog er hoch zu Ross in die Schlacht.» Vor genau 200 Jahren hat er höchstwahrscheinlich aufs Pferd verzichtet, oder so starke Schmerzen gehabt, dass er sich kaum im Sattel halten konnte. Von der Basis aus eine Schlacht zu dirigieren oder zu verfolgen, ist für Dindo undenkbar: «Das ist, als ob ein Fussballtrainer während des Matchs in den Zuschauerraum verbannt wird.»
Andere Quellen wiederum sagen, dass Napoleon der starken Opiate wegen lethargisch und müde wirkte. Für den Proktologen ein klarer Fall: «Opiate waren damals schon bekannt und die Dosierung ist bis heute schwierig. Das wird 1815 kaum anders gewesen sein.»