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Schweizer Mittelwerte und Normwerte in der Phänologie
Das phänologische Beobachtungsnetz von MeteoSchweiz umfasst 160 Stationen, an denen Beobachterinnen und Beobachter die Entwicklung von 26 verschiedenen Pflanzenarten erfassen. Die ersten Beobachtungsstationen wurden 1951 eingerichtet. Über die Jahre sind weitere Stationen dazu gekommen. Die Beobachterinnen und Beobachter an diesen Stationen notieren den Zeitpunkt der Blüte, Blattentfaltung, Fruchtreife, Blattverfärbung und des Blattfalls der jeweiligen Pflanzenarten.
Die einzelnen Datenreihen an einem Standort weisen aufgrund verschiedener Einflussfaktoren Unsicherheiten auf, die nicht genau quantifiziert werden können. Zu diesen Einflussfaktoren gehören folgende:
- Trotz genauer Anleitung durch MeteoSchweiz ist eine Erfassung dieser phänologischen Daten immer bis zu einem gewissen Grad subjektiv.
- Pflanzen zeigen eine genetische Variabilität. Dies hat zur Folge, dass früh- und spätblühende Pflanzen derselben Art direkt nebeneinander wachsen können.
- Auch die Umgebung einer Pflanze und die lokalen Bodeneigenschaften spielen eine Rolle.
Robustere Aussagen zur Vegetationsentwicklung lassen sich machen, wenn Mittelwerte über mehrere Stationen gebildet werden. MeteoSchweiz hat Mittelwerte für verschiedene Höhenstufen und für die ganze Schweiz berechnet. Die Datenfiles stehen auf der MeteoSchweiz-Website zum Download bereit:
Vegetationsentwicklung
Der Frühling beginnt 4 – 10 Tage früher
Eine starke Verfrühung um 12 Tage zwischen den beiden Normperioden 1961-1990 und 1991-2020 weist die Blüte der Haselsträucher auf. In den letzten Jahren kam eine frühe Blüte besonders häufig vor.
Die Blüte der Obstbäume und von Blumen wie Löwenzahn, Buschwindröschen und Wiesenschaumkraut verfrühte sie zwischen den beiden Normperioden um 5 – 10 Tage. Den grössten Einfluss auf den Zeitpunkt der Entwicklung im Frühling hat die Temperatur von Februar bis April, die zwischen den Normperioden um 1.4 °C anstieg. Bei allen Datenreihen ist eine starke Verfrühung der jeweiligen phänologischen Phase ab 1989 auffällig, die mit einer Erhöhung der Februar-bis-April-Temperatur einhergeht.
Die Blattentfaltung und der Nadelaustrieb verfrühten sich etwas weniger stark, um 4 – 6 Tage. Bei der Buche weiss man, dass sie erst ab einer bestimmten Tageslänge stärker auf wärmere Temperaturen reagiert. Damit ist sie besser vor Spätfrösten geschützt und treibt nicht schon während einer warmen Phase im frühen Frühling.