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DMZ – POLITIK ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦
Verringertes Verkehrsaufkommen während der COVID-19-Pandemie führte zu Rückgang der gemeldeten Vorfälle
Wien (PK) – Der jährliche Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) gibt Auskunft über die sicherheitsrelevanten Ereignisse im Verkehr abseits der Straße, die an die Stelle gemeldet wurden. Die gemeldeten Ereignisse betreffen die Schiene, die Schifffahrt, die Seilbahnen und die Zivilluftfahrt in Österreich. Der Bericht für das Jahr 2020 liegt nun dem Nationalrat vor (III-442 d.B.). Die Restriktionen der COVID-19-Pandemie führten zu einem leichten Rückgang der gemeldeten Vorfälle. Allerdings hatte diese Entwicklung vor allem bei den Eisenbahnen keine merklichen Auswirkungen auf die Zahl der als Unfälle qualifizierten Ereignisse.
Die SUB nimmt ihre Aufgaben unabhängig von allen Behörden und Parteien sowie öffentlichen und privaten Stellen, deren Interessen mit ihren Aufgaben kollidieren könnten, wahr. Ihre zentrale Aufgabenstellung ist die Untersuchung von Unfällen und Störungen durch ein qualifiziertes Untersuchungsverfahren, die Feststellung der möglichen Ursachen und die Ausarbeitung von Sicherheitsempfehlungen als Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, nicht jedoch die Klärung von Schuld- oder Haftungsfragen. Der Jahresbericht 2020 führt elf Sicherheitsempfehlungen an, die von der SUB im Bereich Zivilluftfahrt im Berichtsjahr ausgesprochen wurden. Sie betreffen Vorfälle der Jahre 2016, 2018 und 2019. Für die anderen Verkehrsbereiche gab es keine Empfehlungen seitens der SUB.
Unfälle im Schienenverkehr im Jahr 2020
Der Anstieg der Meldungen von Vorfällen im Schienenverkehr schwächte sich 2020 mit 3.195 etwas ab (2019: 3.433 Meldungen, 2018: 2.750 Meldungen). In zwei Fällen musste die SUB 2020 eine Sicherheitsuntersuchung einleiten, dieselbe Zahl wie 2019, während es 2018 fünf waren. Der Bericht hält fest, dass die Zahl der Fälle über einen längeren Zeitraum sehr stabil ist und auf ein hohes Sicherheitsniveau des Schienenverkehrs hinweist. Die steigende Zahl der Meldungen von Störungen wertet die SUB als Ergebnis einer verbesserten Meldekultur.
20 Personen erlitten 2020 im Schienenbereich tödliche Unfälle, wobei 16 bei tödlichen Unfällen auf Eisenbahnkreuzungen starben. 2019 und 2018 wurden jeweils 16 getötete Person verzeichnet. 21 Personen wurden 2020 bei Unfällen mit Schienenfahrzeugen schwer verletzt (2019: 42, 2018: 66 Personen). Außerdem waren 82 Todesfälle im Schienenbereich aufgrund von Suiziden zu verzeichnen, wobei 74 auf Bahnstrecken und acht mit U-Bahnen verzeichnet wurden (2019: 76, davon 71 auf Bahnstrecken, fünf mit U-Bahnen).
Zahl der Vorfälle im Bereich Schifffahrt bleibt gering
In der Binnenschifffahrt, die vor allem auf der Wasserstraße Donau stattfindet, gibt es laut SUB eine recht konstante Zahl von Meldungen. Insgesamt wurden 31 Meldungen über Vorfälle erstattet, wobei neun als Unfälle, sieben als Störungen und fünfzehn als schwere Störungen qualifiziert wurden (2019: 50 Meldungen, 36 Unfälle; 2018: 29 Meldungen, fünfzehn Unfälle). An Personenschäden wurden 2020 vier leicht verletzte Personen verzeichnet. 2019 wurde nach Unfällen Meldung über eine vermisste Person sowie eine schwer verletzte Person erstattet. 2018 wurden zwei Schwerverletzte verzeichnet.
Im Bereich der Wasserfahrzeuge wurden 2020 nur in einem Fall Erhebungen begonnen, wobei nach Abwägung der festgestellten Erkenntnisse keine Sicherheitsuntersuchung erfolgte. Damit war 2020 das vierte Jahr in Folge, in dem keine Untersuchung bei Wasserfahrzeugen eingeleitet werden musste.
Meldekultur für Vorfälle bei Seilbahnen hat sich verbessert
Die Anzahl der gemeldeten Vorfälle im Bereich der Seilbahnen ging 2020 deutlich zurück, was die SUB in erster Linie auf die COVID-19-Restriktionen zurückführt. Bei näherer Betrachtung der eingelangten Meldungen zeige sich keine Zunahme an sicherheitskritischen Vorfällen, hält die Stelle fest.
Insgesamt wurden 2020 zwölf Vorfälle bei Seilbahnen gemeldet, von denen neun als Unfälle und drei als Störungen qualifiziert wurden (2019: 22 Vorfälle, davon 21 Unfälle, eine Störung; 2018: 35 Meldungen, davon 33 Unfälle, zwei Störungen). Wie in den Jahren davor, ergab sich damit für die SUB 2020 keine Notwendigkeit, eine Sicherheitsuntersuchung einzuleiten. (2019: eine Person tödlich verletzt, neun schwer, 22 leicht verletzt; 2018: kein Todesfall, sechs Personen schwer, zwölf leicht verletzt).
Verkehrsbereich Zivilluftfahrt: Meldungen deutlich zurückgegangen
Die Anzahl der an die SUB gemeldeten Vorfälle bei der zivilen Luftfahrt lag bei 3.551, von denen 67 als Unfälle qualifiziert wurden, der große Rest als Störungen. Die Meldungen gingen damit im Pandemiejahr deutlich zurück, nach einem deutlichen Anstieg in den Vorjahren (2019: 8.339 Meldungen, davon 105 Unfälle; 2018: 6.747 Meldungen, 96 Unfälle). Die SUB führte den Anstieg der letzten Jahre auf die strengeren Meldeverpflichtungen zurück.
Die Anzahl der gemeldeten Vorfälle mit Motorflugzeugen sank 2020 auf 2.876 und lag damit deutlich niedriger als 2019 mit 7.180 Vorfällen und 2018 mit 5.812 Vorfällen. Besonders stark gingen die gemeldeten Vorfälle bei Motorflugzeugen mit einer höchstzulässigen Abflugmasse von mehr als 5,7 Tonnen zurück, wobei die SUB darauf hinweist, dass von Jänner 2019 bis Dezember 2020 die Anzahl der im österreichischen Luftfahrzeugregister eingetragenen Motorflugzeuge dieser Größe um ca. 10 % gestiegen ist. Die Anzahl untersuchungspflichtiger Vorfälle blieb auch 2020 mit fünf gemessen an der Flugverkehrsdichte niedrig (2019: vierzehn; 2018: neun). Die SUB sieht darin einen Hinweis auf das anhaltend hohe Sicherheitsniveau im Verkehrsbereich Zivilluftfahrt.
Die Zahl der Untersuchungen im Ausland, bei denen die SUB im Bereich der Zivilluftfahrt über so genannte akkreditierte VertreterInnen beigezogen wird, steigt seit einigen Jahren, da österreichische Unternehmen vermehrt als Hersteller von Motoren und Bauteilen in der internationalen Luftfahrt vertreten sind. 2018 waren es 94 akkreditierte VertreterInnen der SUB, die andere Staaten bei Untersuchungen unterstützten, 2019 waren es insgesamt 102. 2020 ging diese Zahl auf 64 zurück.
Herausgeber / Quelle: Parlamentskorrespondenz Österreich ¦
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