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Lohn-gleichheit
Lohngleichheit
Warum ist das wichtig?
Gemäss Angaben des Bundesamtes für Statistik unterscheiden sich die Löhne von Männern* und Frauen* im Durchschnitt um 19,4% (Pro Monat verdienen Frauen* durchschnittlich 1412 CHF weniger als Männer*). 58% dieser Lücke lassen sich durch objektive Faktoren erklären (z.B. arbeiten Frauen* häufiger Teilzeit als Männer* und «typische Frauen*berufe» werden im Allgemeinen weniger gut bezahlt als «typische Männer*berufe»). 42% dieser Differenz, im Durchschnitt 599 CHF pro Monat, lassen sich jedoch nicht durch objektive Faktoren erklären. Das bedeutet in der Praxis, dass zumindest ein Teil dieses «unerklärlichen Unterschiedes» auf die Diskriminierung von Frauen* zurückzuführen ist.
Was wurde bis jetzt unternommen?
Im Dezember 2018 wurde ein Gesetz verabschiedet, das Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden (das sind 0,9% der Unternehmen in der Schweiz, welche 46% aller Arbeitnehmer*innen beschäftigen) zur Durchführung einer Analyse des Lohngefälles zwischen Männern* und Frauen* verpflichtet. Sollte diese Analyse ergeben, dass eine solche Differenz besteht, ist das Unternehmen verpflichtet, die Analyse nach 4 Jahren zu wiederholen. Ergibt die Analyse keine Lücke, muss sie nicht wiederholt werden. Diese Maßnahme gilt für einen Zeitraum von maximal 12 Jahren. Es gibt jedoch keine Sanktionen gegen Unternehmen, die nicht genügend Maßnahmen ergreifen, um diese Lücken zu schließen.
Was sind die Positionen der verschiedenen Parteien?
Obwohl sich die meisten Parteien einig sind, dass gleiche Bezahlung erreicht werden sollte, variieren die vorgeschlagenen Lösungen. Der Hauptunterschied betrifft die Rolle der Regierung bei der Förderung und Durchsetzung des gleichen Entgelts. Die Grünen und die SP sind der Ansicht, dass eine direkte Beteiligung des Staates und Sanktionen gegen Unternehmen, welche die Bedingungen nicht erfüllen, notwendige Voraussetzungen für die Erreichung der Lohngleichheit sind. Sie gehen über «gleiches Entgelt für gleiche Arbeit» hinaus und argumentieren, dass alle Arbeitsplätze mit dem gleichen Wert für die Gesellschaft gleichwertig bezahlt werden sollten - was zu einer verbindlichen Erhöhung der Gehälter in vielen klassischen «Frauen*berufen» führen könnte.
Der CVP appelliert an die Verantwortung der Wirtschaft zur Verhinderung weiterer staatlicher Regulierungen und hat sich daher einstimmig für das geltende Recht ausgesprochen. Die GLP hält die Formulierung des aktuellen Gesetzes für unzureichend und fordert Transparenz und interne Kommunikation zu diesem Thema in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden, transparente Kommunikation in Großunternehmen, regelmäßige Überprüfung der Gehaltsqualität in öffentlichen Einrichtungen und Lohngleichheit als verbindliche Bedingung für das staatliche Auftragswesen. Die BDP lehnt Rezepte wie die Lohnpolitik ab und fördert «bürgerliche Lösungen», mit höchstens minimalen staatlichen Maßnahmen, z.B. in Form von Anreizen oder erhöhter Transparenz und eine zwingende Berichtserstattung. Die FDP ist gegen jegliche Massnahmen, welche die Schweizer Unternehmen belasten und hat gegen das geltende Recht gestimmt. Sie argumentiert, dass die Lohngleichheit durch Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreicht werden könne, z.B. durch Massnahmen wie Krippengutscheinen in den Kantonen und Gemeinden und einen höheren Steuerabzug für externe Betreuungskosten. Die SVP hat keine offizielle Position zu diesem Thema.
Lohngleichheit
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