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Botanische Eigenschaften
Ginseng ist eine mehrjährige Staudenpflanze (Araliacee = Efeugewächs) aus Ostasien, die eine Höhe von ca. 50 cm erreicht. Der Stängel weist drei bis fünf Verzweigungen auf, die jeweils bis fünf Blätter besitzen, die wiederum wie Kastanienblätter angeordnet sind. Die grünlich-gelben Blüten bilden eine Dolde und entwickeln sich zu roten, erbsengrossen Beeren, die jeweils zwei Samen enthalten. Zwischen der Aussaat und der Ernte der Wurzeln liegt ein Zeitraum von vier bis sieben Jahren. Die Wurzel wächst alraunartig aus. Die Wurzeln sind bei der Ernte 8 bis max. 20 cm lang und etwa 2 cm dick. Sie weisen mehrere Verzweigungen auf.
Wirkung
Die Ginsengwurzel (chin. "renshen" = Menschenwurzel) ist ein uraltes chinesisches Universalheilmittel. Sie hat inzwischen auch in der westlichen Medizin als Stärkungsmittel eine Bedeutung erlangt. Als effektive "Wirkstoffe" gelten die pharmakologisch bereits intensiv untersuchten Ginsenoside. Sie wirken alle der allgemeinen Ermüdung des Organismus entgegen. Der Körper soll sich in der Folge besser an Stresssituationen anpassen können, die physische Leistungsfähigkeit soll gesteigert werden und die Ermüdung nach sportlichen Leistungen soll vermindert werden. Auch sollen Reaktionsvermögen und Konzentrationsfähigkeit gesteigert werden.
Es werden vor allem Ginseng-Extrakte in Form von Kapseln, Dragées oder Flüssigkeiten vertrieben.
Anbau und Wachstum
Die Samen werden jeweils im Herbst (September, Oktober) auf Hochbeeten ausgesät und danach mit einer Schicht von ca. 5 cm Stroh bedeckt.
Im Frühling keimen die Samen etwa im April aus und stossen durch das Stroh. Die kleinen Pflanzen werden 5-10 cm hoch und haben vorerst noch drei kleine Blätter von 2 bis 4 cm Länge. Im Herbst verfärbt sich der oberirdische Teil der Pflanze und stirbt ab. Die Wurzel (Länge 2-5 cm; Durchmesser 2-3 mm) überwintert im Boden, um im folgenden Frühling wieder zu keimen.
Im dritten Jahr beginnen die Knospen an den Wurzeln zu spriessen und der Stengel verzweigt sich bald y-förmig in zwei Blattstände, die je zwei bis fünf Blätter tragen. Die Wurzel wächst während der Wachstumsphase auf ca. 6 cm Länge und einen Durchmesser von ca. 5 mm heran. Die Wurzel beginnt sich ausserdem zu verzweigen und bildet feine Seitenwurzeln.
Im Herbst stirbt der oberirdische Teil der Pflanze wieder ab, um ab dem vierten Jahr 20-50 cm hohe Stauden mit drei bis fünf Blattständen zu bilden. Im Verzweigungspunkt zwischen den Blattständen entsteht ab dem fünften Jahr ein Blütenstand in Form einer Dolde mit 10-30 kleinen grünlich-gelben Blüten. Im Herbst reifen daraus rote Beeren heran, die jeweils zwei Samen enthalten.
Die reifen Beeren werden gepflückt, während zwei Wochen in einem Jutesack nass gehalten und regelmässig bewegt. Dadurch verfault das Fruchtfleisch und die harten Samen werden freigelegt. Sie werden dann mit feuchtem Sand vermischt und für zwölf Monate etwa 60 cm tief im Boden vergraben. Erst der Frost und die folgenden warmen Sommermonate machen die Samen keimfähig (Dieser Prozess wird Stratifizierung genannt.).
Die Wurzeln werden jeweils erst nach 4 bis 7 Jahren im Herbst geerntet, indem sie sorgfältig mit allen Seitenwurzeln ausgegraben werden. Die Wurzeln weisen den höchsten Wirkstoffgehalt auf, wenn die Blätter verwelkt sind und die Wurzeln den Saft zurückgezogen haben. Sie werden danach gewaschen und schonend bei 40 °C getrocknet.
Anbauorte
Ginseng wird in Korea, Nordchina und Kanada kommerziell angebaut. Auch in der Schweiz gibt es ein Projekt, das sich mit dem Anbau von Ginseng befasst. Mehr dazu erfahren Sie hier...