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Kranbeerensaft zur Prävention von Harnwegsinfektionen ineffektiv
Die Moosbeere – auch Kranbeere genannt – enthält starke Antioxidantien. Kranbeerensaft wird vor allem in den USA zur Prophylaxe von rezidivierenden Harnwegsinfektionen eingenommen. Eine effektive präventive Wirkung konnte aktuell in einer randomisierten Studie jedoch nicht bestätigt werden.
319 durchschnittlich 21-jährige Frauen mit einem akuten unteren Harnwegsinfekt (HWI) nahmen an der randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie teil. Während 6 Monaten nahmen die Frauen zur Rezidivprophylaxe entweder zweimal täglich knapp 2.5 dl 27%igen Kranbeerensaft oder jeweils einen Placebococktail zu sich. Primärer Endpunkt war das Auftreten eines symptomatischen HWI-Rezidivs, welches in der Urinkultur mikrobiologisch bestätigt wurde.
Insgesamt betrug die Rezidivrate 16.9%. Der Unterschied zwischen der Kranbeerensaftgruppe und der Placebogruppe (20% unter Kranbeeren und 14% unter Placebo) war statistisch nicht signifikant. Harnwegsbeschwerden nach 3 Tagen, 1-2 Wochen und ungefähr einem Monat waren in beiden Gruppen gleich häufig.
Konklusion der Autoren: Bei jungen Frauen mit einem akuten Harnwegsinfekt scheint der Konsum von Kranbeerensaft ein Rezidiv nicht besser zu verhindern als Placebo.
Clin Infect Dis 2011;52:23-30 - Barbosa-Cesnik C et al
23.12.2010 - dde