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Die Stiftung Menschen für Menschen Schweiz macht es sich zur Aufgabe, auf dem Land wie in den Städten Verelend-
ung aufzuhalten und Lebenschancen aufzubauen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie die Menschen in Äthiopien unterstützen können. Hier finden Sie alle Spendenmöglichkeiten mit konkreten Beispielen.
Wiege der Menschheit, Herkunftsland des Kaffees, reiche Kultur und arme Familien. Über 100 Millionen Menschen leben hier: Auf Besuch in einem widersprüchlichen Land.
Ich bin 21 Jahre alt und die jüngste Auszubildende hier. Ich habe drei Schwestern und einen Bruder. Ich bin das jüngste Kind. Mein Vater starb, als meine Mutter mit mir schwanger war.
Als alleinerziehende Mutter hat sie viel durchgemacht, um uns grosszuziehen. Um uns durchzubringen, backte sie Injera und verkaufte das Fladenbrot in der Nachbarschaft. Manchmal hatte sie kein Geld, um die Zutaten zu kaufen. Also hat sie sich Geld geliehen. Irgendwann weigerten sich die Leute, ihr Geld zu geben. Sie war nie in einer Schule und sie wusste nicht, wie man ein Geschäft führt. Etwa, indem man Ausgaben und Einnahmen aufzeichnet.
Tzita Kasim: Ihr langfristiges Ziel ist es, einen Strassenimbiss zu eröffnen
Ich erinnere mich an Zeiten, in denen sie nicht gegessen hat, damit wir, ihre Kinder, mehr zu essen hatten. Regelmässig mussten wir Mahlzeiten auslassen, weil wir keine Lebensmittel hatten. Oft gingen wir ins Bett, ohne zu Abend gegessen zu haben.
Ich bin bis zur 10. Klasse zur Schule gegangen. Ich konnte dann nicht weitermachen, weil ich in der Prüfung durchgefallen bin. Danach konnte ich keine Arbeit finden. Ich begann einen Friseurkurs, aber ich bekam eine allergische Reaktion wegen den Mitteln, und ich musste aufhören. Zwei Jahre lang war ich arbeitslos.
Meine ältere Schwester war als Gastarbeiterin in Arabien. Die Leute, für die sie arbeitete, schlossen sie immer ein, wenn sie das Haus verliessen. Sie durfte kein Telefon benutzen, hatte Heimweh, weil sie nicht mit ihrer Familie kommunizieren konnte. Jetzt kämpft sie mit Depressionen.
In meiner Ausbildung lerne ich mehr als Lebensmittelzubereitung und Kinderbetreuung. Eine der wichtigsten Lektionen ist der Umgang mit Geld. Ich habe gelernt, wie man Ausgaben und Einnahmen verbucht, wie man den Markt untersucht und auch, wie man professionell kommuniziert.
Ich lerne auch viel von den anderen Frauen. Stärke vor allem. Die meisten haben viel durchgemacht. Ich habe hier eine Menge Freundinnen gefunden.
Wenn ich die Ausbildung abgeschlossen habe, möchte ich zurück in meinen Heimatort Woliso ziehen. Dort gibt es kein Fast-Food, deshalb möchte ich auf der Strasse Pommes Frites anbieten. Ich glaube, ich kann klein anfangen und mein Geschäft dann ausbauen. Mein langfristiger Plan ist es, ein Café zu eröffnen.
Nicht nur der praktische, sondern auch der theoretische Unterricht ist wichtig
Ausserdem möchte ich mich weiterbilden. Ich möchte an einem privaten College Buchhaltung und Rechnungswesen lernen.
Ich hoffe auch, dass ich mich um meine Mutter kümmern kann. Ich möchte an ihrer Seite sein. Meine Mutter ist über fünfzig Jahre alt, sie backt immer noch Injera. Sie hat Rückenschmerzen und ihre Beine sind geschwollen, weil sie beim Backen lange an offenen Feuerstellen steht.
Als Kind war es mein Traum, Krankenschwester oder Ärztin zu werden, aber das hat sich nicht erfüllt. Trotzdem möchte ich mich fortbilden und sehen, wohin mich das führt.
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