Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/119232

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Ausführungsbestimmungen zum Bundespersonalrecht im Bereich der Lohnentwicklung (aktuell Art. 39 der Bundespersonalverordnung) insofern abzuändern, dass den zuständigen Stellen eine grössere Freiheit bei der Gewährung von Lohnerhöhungen für Leistungen der Beurteilungsstufen 2 bis 4 gewährt wird. Namentlich soll die Erbringung einer genügenden oder guten Arbeitsleistung nicht zu einer automatischen Lohnerhöhung führen. Gleichzeitig soll bei Mitarbeitenden mit entsprechenden Leistungen und Entwicklungspotenzial nicht eine Limitierung auf 5 Prozent erfolgen müssen.</p><p>Die Massnahme soll kostenneutral ausgestaltet werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Lohnsystem der Bundesverwaltung ist ein austariertes Gesamtsystem. Die Motion greift indes nur einen Einzelaspekt auf. Die verschiedenen Systemelemente sind aufeinander abgestimmt und können nur mit Blick auf das Gesamtsystem angepasst werden. Nicht zuletzt muss noch der Heterogenität der Bundesverwaltung angemessen Rechnung getragen werden. Veränderungen und Anpassungen in einem Bereich haben immer auch Auswirkungen auf das Gesamtsystem.</p><p>Das Mitarbeitergespräch mit der Vereinbarung von Leistungs- und Verhaltenszielen bildet die Grundlage der Personalbeurteilung. Diese ist massgebend für die Lohnentwicklung und allfällige Leistungsprämien.</p><p>Für die Bewertung des Zielerreichungsgrads stehen vier Stufen zur Verfügung. Diese zeichnen sich durch prozentuale Bandbreiten der Lohnentwicklung aus und gewähren den Führungskräften einen grossen Spielraum bei der Honorierung der Arbeitsergebnisse.</p><p>Die Leistungsprämie dient ebenfalls der Honorierung überdurchschnittlicher Leistungen und besonderer Einsätze. Sie beträgt maximal 15 Prozent des Höchstbetrags der vertraglich vereinbarten Lohnklasse pro Kalenderjahr.</p><p>Das Zusammenspiel von Anfangslohn, flexibler Lohnentwicklung und Leistungsprämie eröffnet vielfältige Möglichkeiten für massgeschneiderte und situationsgerechte Lösungen. Trotz aller Individualität wahrt das System eine gewisse Konsistenz und bleibt für die Führungskräfte und Mitarbeitenden nachvollziehbar. Dies ist für eine öffentliche Verwaltung unabdingbar. Eine völlige Flexibilisierung der Lohnentwicklung wäre für eine öffentliche Verwaltung aus Gründen der Transparenz und Verlässlichkeit undenkbar. Zusätzlich bestünde das Risiko einer nicht steuerbaren Kostensteigerung.</p><p>Der Bedarf nach einem modernen und flexiblen Lohnsystem, das die Mitarbeitenden anforderungs-, markt- und leistungsgerecht honoriert, wurde vom Bundesrat im Rahmen der am 10. Dezember 2010 verabschiedeten Personalstrategie der Bundesverwaltung bekräftigt. In diesem Zusammenhang wird auch die von der Finanzkommission geforderte grössere Flexibilisierung der Lohnentwicklung geprüft.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.