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Ein Imam hat in der Moschee des Hauses der Religionen in Bern Zwangsheiraten durchgeführt. Der Verein des interreligiösen Hauses verurteilt dies in aller Schärfe, wie er am Dienstag schrieb.
Nach ersten Erkenntnissen habe der Imam der Moschee nicht in allen Fällen geprüft, ob die Grundlagen für eine religiöse Eheschliessung erfüllt seien, heisst es in einer Mitteilung des Hauses der Religionen. Er habe damit das Primat der Zivilehe verletzt. Der Verein verurteile diese widerrechtliche Praxis. Es seien ihm aber keine Fälle bekannt, in denen ein Zwangskontext bestanden habe.
Die Fälle publik machte das Schweizer Radio und Fernsehen SRF am Dienstagabend. Laut seinen Recherchen soll es sich um ein Dutzend Fälle handeln, wie es in der Sendung «Echo der Zeit» hiess.
Der Leiter des Muslimischen Vereins Bern, Mustafa Memeti, zeigte sich fassungslos. Die Moschee sei missbraucht worden, sagte er. Aus dem vorliegenden Fall lasse sich schliessen, dass der Muslimische Verein im Haus der Religionen nicht genügend über die gesetzlichen Grundlagen im Bilde sei, schrieb der Verein Haus der Religionen.
Der Verein distanziert sich von jeglicher Form von Zwangsverheiratungen. «Eine Zwangsehe basiert auf veralteten patriarchalen Haltungen, die in Widerspruch zu unserer Grundhaltung im Haus der Religionen stehen», heisst es in der Mitteilung. Die Thematik werde im Vorstand ausführlich diskutiert werden, und es werde geklärt, welche Massnahmen notwendig seien, «damit solche Praktiken nicht vorkommen».