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Generelles Projektziel ist es, eine umweltverträgliche urbane Landwirtschaft im Westjordanland zu etablieren und zu konsolidieren, um die Lebensmittelversorgung von Familien in Armut sicherzustellen. Im Detail konzentriert sich dieses Projekt auf die Unterstützung von 130 marginalisierten und benachteiligten Familien in Armut, deren Fähigkeit zur Eigenversorgung gefördert werden soll. Zu den Begünstigten des Projekts zählen arbeitslose Jugendliche, Beduinen, Familien in Flüchtlingslagern sowie Familien in extremer Armut. Vorrang erhalten Haushalte mit einem weiblichen Familienoberhaupt oder mit behinderten oder chronisch erkrankten Personen.
Unser Projektpartner ARIJ (Applied Research Institute Jerusalem) besitzt über 25 Jahre Erfahrung in der Erprobung und Einführung neuer umweltverträglicher landwirtschaftlicher Verfahren zugunsten palästinensischer Gemeinden. ARIJ engagiert sich für die Entwicklung von effizienten Methoden, Verfahrensweisen und geeigneten Technologien zur Nutzung und zum Schutz wertvoller Ressourcen.
Im Mittelpunkt dieses Projekts stehen selbstbewässernde Beete; dabei handelt es sich um ein unabhängiges wasserbasiertes Verfahren in der Landwirtschaft. Bei dieser innovativen Technologie zum Anbau von Pflanzen wird Wasser durch natürliche Osmose oder Pflanzenwurzeln aus einem unterirdischen Wasserreservoir nach oben gesaugt. Das Pflanzenbeet mit wasserdichter Verkleidung enthält ein wachstumsförderndes Medium (z. B. vulkanischen), in dem die Pflanzen Wurzeln schlagen können. Auch Kompost wird in das System eingebracht. Der Unterschied zu einem häuslichen Garten besteht darin, dass das System transportiert werden kann, sich an unterschiedliche Umweltbedingungen anpasst (auch in trockenen Regionen), weniger Wasser erfordert, potenziell höhere Erträge liefert und frei von Bodenschäden ist. Nach einer einmaligen Einweisung kann das System von allen Familienmitgliedern gepflegt werden. Die Bestandteile und Materialien werden überwiegend von Palästinensern hergestellt, sind also zu günstigen Preisen sofort erhältlich. Die Beete können an beliebigen Stellen im Freien platziert werden, auch auf Dächern, und der Aufbau und die Instandhaltung sind sehr leicht. Abhängig von der Art der Nutzpflanzen sind pro Jahr bis zu fünf Pflanzzyklen möglich. Zu den geeigneten Pflanzen zählen Salate, Tomaten, Petersilie, Spinat, Pfeffer, Erdbeeren, Frühlingszwiebeln, Salbei, Thymian, Blumenkohl, Rettich, Kohl, Auberginen, Bohnen und Minze. Im Durchschnitt lassen sich mit einer Einheit 112 kg an Erträgen pro Jahr erzeugen.
Während der zweijährigen Projektdauer und nach der Auswahl passender Begünstigter anhand von sozialen Kriterien erhalten die Familien Zugang zu ihren eigenen selbstbewässernden Beeten aus je vier Containern mit Verkleidung (je 1 m2), Tuff, Kompost und organischem Dünger, Netzen und Abdeckungen als Sonnen- und Winterschutz sowie Wassertanks für Gebiete ohne Wassersysteme (z. B. bei Beduinen). Die nötigen Werkzeuge und Pflanzmaterialien werden ebenfalls bereitgestellt. In zweitägigen Workshops lernen die Teilnehmenden alles Wichtige zur Technik und Instandhaltung von selbstbewässernden Beeten sowie zur Auswahl geeigneter Pflanzen, Pflege, Wässerung, Düngung und Ungeziefer-/Krankheitsbekämpfung. Während der gesamten Laufzeit des Projekts werden die teilnehmenden Familien durch technische Fachkräfte von ARIJ unterstützt, die ausserdem bewährte Verfahrensweisen dokumentieren und nach potenziell wirkungsvolleren und günstigeren Alternativen suchen, z. B. für Düngemittel.
Im Ergebnis können die 130 Familien nach Projektabschluss eine beträchtliche Menge an Pflanzen für ihren Eigenbedarf anbauen und dadurch ihre Ernährung gesünder gestalten und wertvolle Haushaltsressourcen anderweitig nutzen. Auch die Kinder in diesen Familien wachsen gesünder auf und erhalten hoffentlich durch die niedrigeren monatlichen Ausgaben eine Chance auf eine gute Ausbildung und andere Vorteile.