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Artikel MAZ
|Rutschungen am Wartenberg, rot eingetragen die alte Grube

Karte geoview.bl.ch
|Blick vom Sulzchopf auf die Rutschstelle|
|Zuschauermenge beobachtet von vis-à-vis||Bammerthäuschen (Bannwarthäuschen) aus dem 18. Jh.,|
Alle Fotos: Theodor Strübin, 9.4.1952, Archäologie und Museum Baselland, CC BY-SA 4.0
Das Ereignis
Vor 70 Jahren, vom 7. bis 9. April 1952, ereignete sich am Südwestabhang des Wartenbergs eine ausgedehnte Rutschung. Dabei wurde zur Hauptsache mit Reben bepflanztes Kulturland zerstört. Die durch das Gebiet führenden Gemeindestrassen (Schauenburgstrasse, Neusetzstrasse), wurden teilweise verschoben, teilweise verschüttet. Ein Doppelwohnhaus sowie ein Gartenhaus stürzten ein. Ein altes Bannwarthaus und ein militärischer Bunker wurden schief gestellt. Die sich bewegende Rutschmasse bedrohte ein nahgelegenes Bauernhaus, welches geräumt werden musste. Der an Kulturland und Kulturen entstandene Schaden wurde von der kantonalen Gebäudeversicherung damals auf Fr. 84’583.- veranlagt.
Die Rutschung
Beobachtungen zeigten, dass die gesamte Rutschmasse bereits in den vorangehenden 1 bis 2 Monaten in langsamer Bewegung war.
Die Fläche des gesamten Rutschgebietes betrug 480 Aren, das Volumen der Rutschmasse rund 310 000 m3.
Mehrere Faktoren haben die Rutschung verursacht. Eine mächtige, vor vielen Jahrhunderten schon einmal abgerutschte Schuttdecke (Gehängeschutt) lag auf dem Felsuntergrund des Abhanges und bildete die Grundlage für die Rutschung. Das durch die Schuttdecke versickernde Wasser sammelt sich auf der Oberfläche des wasserundurchlässigen tonig-mergeligen Felsuntergrundes.
Ab 1951 führten stärkere Niederschläge zu ersten Bewegungen im Hang. Sie sind erstmals vom 21. Juli 1951 an durch die Verluste in der Wasserleitung am Hallenweg nachgewiesen. Das letzte Drittel des Monats März, sowie der 1. April 1952 brachten weitere aussergewöhnliche Niederschläge.
Ausserdem hat wahrscheinlich der Abbau von Schutt in der Grube (rot markiert in der Karte) mit zur Destabilisierung beigetragen Auch der abgerutschte Bunker soll durch sein Gewicht für zusätzliche Belastung gesorgt haben.
Alte Rutschungen am Nord-West-Hang
Der Nord-Westhang des Wartenberges besteht ebenfalls aus tonig-mergeligen Gesteinen, welche auch von Schutt bedeckt sind. Diese Rahmenbedingungen führten in früheren Zeiten schon zu ausgedehnten Rutschungen. Zumindest im oberen Teil des Hanges haben die niedergegangenen Rutschungen einen ähnlichen Charakter wie die 1952 am Südwestabhang niedergegangene Rutschung.
Das Alter der Rutschungen im oberen Teil ist unbekannt. Mündliche oder schriftliche Überlieferungen über dort stattgefundene Bewegungen fehlen. Es muss deshalb angenommen werden, dass in jüngerer Zeit keine oder keine ohne weiteres bemerkbare Bewegungen stattgefunden haben.
Nach Gefahrenkarte des Kantons Basel-Landschaft auf geoview.bl.ch besteht heute in beiden erwähnten Gebieten ein mittlere Gefahr für eine Rutschung.
Auf www.heimatkunde-muttenz.ch ist ein Film über den Rutsch zu sehen.
Weitere Einzelheiten findet man unter Erdrutsch am Wartenberg