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Die
Berner Regierung löste Sullens 1665 von
Cossonay ab, um es dem
Jean François
Charrière, Mitherrn von
Penthaz, zu verleihen, von welchem es 1692 an
Ant. Christophe
Correvon in
Yverdon überging. Erster
Herr von Sullens mit dem Recht
der Gerichtsbarkeit wurde 1712 Hans Rudolf Thormann, Ratsherr zu Bern.
Schon im folgenden Jahr kam Sullens an François Louis Mayor
aus
Morges und von diesem durch Erbschaft an das Edelgeschlecht der Albenas, das bis 1798 im Besitz der
Herrschaft verblieb. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besass der Pourtalèsspital in Neuenburg
grossen Landbesitz in
Sullens, der 1845 an einen aus dem
Ort selbst stammenden Privaten verkauft wurde. Sullens ist Hauptort eines im
Bergland des
Jorat gelegenen und den O.-Abschnitt des Bezirkes
Cossonay umfassenden Verwaltungskreises mit den Gemeinden Sullens,
Bettens,
Bournens,
Boussens,
Daillens,
Mex,
Penthaz und
Vufflens la Ville (zusammen 2123 Ew.).
(Kt. Bern,
Amtsbez. Interlaken).
2200 m. Alpweide in einem vom Sulegggrat, dem
N.-Hang der
Lobhörner und einem Ausläufer derselben
umrahmten Hochthälchen, das sich mit drei Stufen nach NO. senkt und hoch über
Isenfluh zum
Lauterbrunnenthal ausmündet.
Der das Thälchen entwässernde
Sulsbach vereinigt sich 3 km oberhalb
Zweilütschinen von links mit der
Weissen
Lütschine. Die bis in den Sommer hinein
Schnee tragende oberste Terrasse hat einen kleinen
See. Auf der zweiten Thalstufe,
dem sog.
Fürthal, liegt die
ObereSulsalp (2024 m), die nur während sehr kurzer Zeit benutzbare höchste Alpweide dieses
Gebietes mit reicher und interessanter Flora.
Die unterste Thalstufe trägt
die UntereSulsalp (1891 m) mit einem zweiten
kleinen
See.
Von hier an fällt das Thälchen mit steilem Gehänge zur
Lütschine herab.
Auch eine Reihe von Pässen gehen von da aus. Darunter hatte früher der
Scalettapass als kürzeste Verbindung zwischen
Davos
und
Ober Engadin grosse Verkehrsbedeutung, wovon die teilweise noch vorhandenen Stallungen und Herbergen in Sulsanna und
Dürrboden
(N.-Seite des Passes), sowie das völlig zerfallene Schutzhaus auf der Passhöhe Zeugnis ablegen. Jetzt
ist es auf dieser einst so belebten Passroute sehr stille geworden, obwohl der Weg gut erhalten und mit Wegweisern versehen
ist.
Touristisch kommen ferner noch in Betracht der
Sertigpass und die
Fuorcla d'Alp
Fontauna, beide als wichtige Zugänge zum
Piz Kesch,
jener von
Davos, dieser von
Bergün her. Am Rand des prächtigen, flachausgebreiteten Porchabellagletschers
steht die
Keschhütte der Sektion
Davos des S. A. C. Ein weiterer, jedoch seltener begangener
Pass führt an den Raveischseen
vorbei ins
Val Tuors und damit ebenfalls nach
Bergün. Von der Alp
Fontauna an abwärts ist das Val Sulsanna meist schluchtartig
eng, von hohen und steilen
Wänden eingeschlossen und vom wilden Sulsannabach durchrauscht.
Nur wo das
Val Viluoch einmündet, ist Raum für eine kleine Alp. Von da an abwärts stellt auch der
Wald sich ein, der an
den beidseitigen Gehängen zum Teil bis 2200 m und noch höher reicht. Der steinige, holperige Weg führt bald links,
bald rechts vom Bach entlang. Im untersten, wieder weiter gewordenen Thalabschnitt liegt der von prächtigen Bergwiesen und
dunkeln
Wäldern umgebene
Weiler Sulsanna. Von da gelangt man ohne grösseres Gefälle mehr in kaum ½ Stunde an die Engadinerstrasse
hinaus und auf dieser nach
Scanfs. Von
Capella (1666 m) bis zur Alp
Fontauna (2198 m) sind es 9 km Entfernung
und 532 m Steigung, von da zum
Scalettapass noch weitere 2½ km Abstand und 413 m Steigung, zusammen also mit einigen unvermeidlichen
Umwegen und Gegensteigungen für den Fussgänger rund 12 km Entfernung und 1000 m Steigung, wozu bei normalrüstigem
Gang
etwa 4 Stunden Marschzeit erforderlich sind.
(Ober und Unter) (Kt. Bern,
Amtsbez. Interlaken).
2194 und 1915 m. Zwei kleine Bergseen
im Thal der
Sulsalpen,
am O.-Fuss der
Sulegg und 5 km nw.
Lauterbrunnen. Der Ober Sulssee wird von den bis spät in den Sommer hinein liegen bleibenden
Schneefeldern gespeist und entsendet den
Sulsbach. Der dunkelgrüne Unter Sulssee bildet einen malerischen Kontrast zu den
hellfarbigen Felswänden der Thalseiten.
Für sich allein oder in Zusammensetzungen in fast allen deutschen Kantonen und namentlich in den Berggebieten
anzutreffender Ortsname.
Von der altgermanischen Wurzel suit, einer Nebenform des altgotischen sait (lateinisch sal, salsus)
Salz herzuleiten. Im Gebirge sind die «Sulzen» solche
Stellen, an denen man dem Vieh oder Wild ein Gemenge
von Salz, Krüsch, Hafer und allerhand Kräutern zu streuen pflegt (vergl. auch den Ausdruck Lecki).
Anderwärts bedeutet
Sulz einen
Ort mit noch bestehender oder auch bereits verschwundener Salz- oder
Mineralquelle.