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Basketball-Superstar LeBron James kam die Erkenntnis 2014, als er von Miami zurück nach Cleveland ging, um wieder mit den Cavaliers zu spielen: Er konnte seine Beweggründe für den Wechsel nirgendwo vollständig und unkontrolliert darstellen.
Mit seinem Geschäftspartner Maverick Carter gründete er deshalb «Uninterrupted», eine Online-Plattform für Sportlerinnen und Sportler. Daraus wurde das Medien-Imperium «SpringHill Entertainment». Benannt ist es nach dem Viertel in Akron, Ohio, in dem der Ausnahmeathlet aufgewachsen ist.
«Wir wollen Geschichten erzählen, mit denen sich möglichst viele zu Hause identifizieren können», erklärte James in einem Bloomberg-Interview: «Sie sollen sagen: ‹Das kenne ich› oder ‹Das kann ich auch schaffen›.»
Mehr als Klappe halten und spielen
Vier Jahre später, 2018, kritisierte LeBron James auf einem seiner Medienkanäle den US-Präsident Donald Trump. Eine FOX-Moderatorin forderte den Ausnahmeathleten, Link öffnet in einem neuen Fenster daraufhin auf, seine Klappe zu halten und sich aufs Spielen zu konzentrieren.
Das kam nicht nur bei James, sondern bei tausenden US-Athletinnen und Athleten nicht gut an. Die waren sowieso schon politisch aktiver geworden. Polizeibrutalität und Rassismus machten gerade Schlagzeilen.
LeBron James stellte klar: Sportler werden nicht die Klappe halten – im Gegenteil. Viele folgen seinem Vorbild.
Eigene Medienunternehmen als Plattform
Sportlerinnen und Sportler schaffen sich eigene Plattformen, um Geschichten aus ihrer Perspektive zu erzählen. Oder sie machen Verträge mit Medienunternehmen, die ihnen grossen Einfluss garantieren.
Colin Kaepernick, ehemaliger NFL-Quarterback, wurde von der Liga wegen seines politischen Protests kaltgestellt. Jetzt hat er er einen Deal mit Disney unterzeichnet. Kaepernick entwickelt dort Projekte, bei denen Schwarze und Latinos das Sagen haben sollen.
Weitere ziehen nach: NBA-Star Stephen Curry produziert mit seinem Unternehmen «Unanimous Media» Familienfilme und Gameshows. Skiass Lindsey Vonn entwickelt mit ihrer Firma «Après Productions» Geschichten von Sportlerinnen.
Athleten machen Politik cool
Fussballweltmeisterin Megan Rapinoe hatte gerade Premiere mit ihrer eigenen Interviewshow auf HBO: «Seeing America with Megan Rapinoe». Sie interviewt progressive Politikerinnen, Journalisten, Komiker und Künstlerinnen.
Ihr Ziel: Politik cool machen. Engagement wecken. Zuschauer zum Wählen motivieren. «Ich möchte mehr Leute dazu bringen, für mehr Gerechtigkeit und bessere Bedingungen ihre Stimmen zu erheben.»
Die Zeit scheint in den USA so reif wie nie zu vor, diese neuen Stimmen zu fördern. Athletinnen und Athleten schaffen Plattformen, um diese Stimmen zu Gehör zu bringen.
LeBron James «SpringHill»-Medienfirma hat übrigens gerade 100 Millionen Dollar von Investoren für den Ausbau ihrer Inhalte bekommen. «Klappe halten und spielen», das lässt sich jedenfalls niemand mehr sagen.