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Yvonne Zosso wurde am 4. September 1927 in Heitenried als Tochter der Emma Zosso geboren. Schon als Kleinkind wurde sie der Obhut der Vinzenzschwestern im Waisenhaus von Tafers anvertraut. Sie ging in Tafers zur Schule und verbrachte ihre ganze Kindheit im Waisenhaus. Als sie 1942 mit 15 Jahren aus der Schule kam, suchten die Nonnen einen geeigneten Platz für sie. Als Patin wurde Frau Blanchard gefragt, ob sie Yvonne aufnehmen könnte, da das Kind noch klein und schmächtig war, denn die Kriegsjahre hatten auch das Waisenhaus nicht verschont. Yvonne Zosso kam so als Kindermädchen ins Hintertann in Tafers und hat sich mit grosser Hingabe der drei Kinder angenommen. Als die Hausangestellte der Familie heiratete, kümmerte sich Yvonne auch um Haushalt, Garten und Hühner. 1947 wurde das letzte Kind der Familie geboren, was ihr grosse Freude bereitete. Für sie waren die Kinder der Mittelpunkt der Familie. Sie las ihnen stundenlang vor, spielte mit ihnen Lotto und sammelte viele Maggi-Punkte, um die Bücher zu illustrieren. Sie war eine gesellige Persönlichkeit, immer frohen Mutes und sehr selbstbewusst. Sie trat dem Marienverein bei, wo sie ihre Freundinnen traf, und hatte bis an ihr Lebensende eine grosse Verehrung für die Muttergottes.
Als 1965 der älteste der Söhne heiratete und 1966 die Tochter der zweiten Generation geboren wurde, übernahm sie wieder die Rolle des Kindermädchens und verwöhnte das Neugeborene und alle anderen, die nachkamen in der Familie Blanchard im Hintertann. Sie war auch die- ser Generation eine treue Gehilfin und Gespielin. Unvergesslich bleiben die Sonntagmorgen, an denen sie mit den Kindern Heintje-Schlager schmetterte. 1983 verliess sie die Familie Blanchard und fand eine Anstellung als Küchenhilfe bei den Schwestern des Guten Hirten in Übewil. Sie war eine fleissige und geschickte Hilfe für die Köchin. Mit ihrer frohen Natur, ihrer Gemütlichkeit und vor allem ihrem Gesang begeisterte sie alle. Sie war bei den Mitbewohnerinnen sehr beliebt.
Am 31. Dezember 1992 ging sie in Pension und zog in eine Wohnung im Schönberg, blieb aber mit dem Kloster in Verbindung. Sie nahm jeden Tag das Mittagessen mit den Angestellten ein. Vorher betete sie mit den Schwestern den Rosenkranz. Sie fühlte sich daheim. Bei Festen erfreute sie alle mit ihrem Gesang. Yvonne Zosso war sehr aktiv in der «Rose des Vents», wo sie bei der Gymnastik und an anderen Aktivitäten mitmachte.
Vor sechs Jahren musste sie sich einer Herzoperation unterziehen, von der sie sich gut erholte. Anfang Februar 2013 wurde Yvonne Zosso ins Spital Tafers eingeliefert. In ihren letzten Lebenstagen durfte sie viele ihrer Bekannten nochmals wiedersehen. Sie blieb bis zu ihren letzten Tagen fröhlich, sang für sich und für andere, und frischte viele Erinnerungen auf. Nach kurzem Unwohlsein verschied sie ganz unerwartet am 6. Februar 2013 im Alter von 85 Jahren im Spital Tafers. Eing.