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Begegnet man dem Phänomen zum ersten Mal, staunt man nicht schlecht.
Wieso schneit es hier und ein paar Hundert Meter weiter nicht? Industrieschnee heisst das Kuriosum, das vor allem in Städten auftritt. Für Schneefall braucht es normalerweise Wolken, die Niederschlag abgeben, der wegen der Kälte zu Schnee wird. Bei besonderen Wetterlagen kann jedoch Schnee entstehen, der buchstäblich von Menschenhand gemacht ist und nur ganz lokal fällt. Er entsteht vor allem in tiefen Regionen, die im Winterhalbjahr in Nebel oder Hochnebel eingehüllt sind, in Verbindung mit Kaminen, die zusätzlich Feuchtigkeit abgeben. Da die Luft bereits mit Feuchtigkeit gesättigt ist, kann die zusätzliche Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf durch einen Kamin nicht mehr in der Luft aufgenommen werden – es fällt Schnee. Die Bildung dieses Industrieschnees wird zusätzlich noch durch kleinste Schmutzteilchen, die in der Luft schweben und als sogenannte Kondensationskeime wirken, wie beispielsweise Russ unterstützt. Das Wasser lagert sich an diese Teilchen an und beginnt im Winter einen Keim für eine Schneeflocke zu bilden. Der Industrieschnee ist feinkörniger als normaler
Schnee, da er aus geringen Höhen stammt und die Eiskristalle deshalb nicht genügend Zeit hatten, sich fertig auszubilden. Auch Kühltürme von Kernkraftwerken bilden grosse Wasserdampfquellen, trotzdem führen sie nicht zur Bildung von Industrieschnee, da der Wasserdampf infolge der Wärme durch den Auftrieb den Nebel durchdringen kann.
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