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Das Hepatitis-A-Virus (HAV) ist weltweit verbreitet und hat ganz unterschiedliche Auswirkungen: Während es in den Industrieländern nur zu vereinzelten Infektionen kommt, kann das Virus in Ländern mit einem Mangel an sauberem Wasser und schlechten sanitären Einrichtungen zu Epidemien mit zahlreichen Erkrankten führen. Das Virus ist sehr robust und überlebt auch hohe Temperaturen oder Desinfektionsmittel. Schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen stecken sich jedes Jahr mit Hepatitis A an. In der Schweiz wurden in den letzten Jahren jährlich 250 bis 350 Fälle mit Hepatitis A gemeldet. Da nur ein Teil der infizierten Personen akut erkrankt, liegt die Zahl der jährlichen Neuinfektionen vermutlich um das Zwei- bis Vierfache höher. Eine akute Hepatitis-A Erkrankung führt immer zur lebenslanger Immunität. Es gibt keinen chronischen Krankheitsverlauf.
Weil das Hepatitis-A-Virus über den Darm ausgeschieden wird, erfolgt die Übertragung hauptsächlich durch Trinkwasser oder Lebensmittel, die durch Kot verunreinigt sind. Besonders beim Verzehr von Muscheln oder mit Fäkalien gedüngtem Gemüse ist Vorsicht geboten. Weitere Übertragungswege sind enge Personenkontakte, insbesondere Sexualkontakte (vor allem bei Sex unter Männern) oder auch unzureichende Handhygiene. Die Ansteckung erfolgt am häufigsten bei Reisen in Ländern mit tiefen Hygienestandards. Deshalb spricht man bei der Hepatitis A auch von der „Reisehepatitis“.
Alle Personen, die nicht gegen Hepatitis A geimpft oder durch eine frühere Ansteckung immun geworden sind, können am Virus erkranken. Am stärksten betroffen sind Menschen in Entwicklungsländern mit schlechten sanitären Einrichtungen. Während sich in der Schweiz früher häufig intravenös konsumierende Drogenabhängige ansteckten, müssen heute vor allem Reisende in tropische Gebiete, in den Mittelmeerraum und nach Osteuropa mit einem erhöhten Hepatitis-A-Risiko rechnen. Männer, die Sex mit Männern haben, und Angestellte in Berufen, die in Kontakt mit fremdem Kot kommen, haben ebenfalls ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.
Die Infektion verläuft bei Kleinkindern meist ohne Symptome, bei Erwachsenen tritt eine akute Hepatitis A bei rund 50 bis 70 Prozent der Infizierten auf, begleitet von unspezifischen Magen-Darm-Symptomen. Die Inkubationszeit beläuft sich auf etwa 15 bis 50 Tage. Anzeichen können leichte Grippesymptome, Müdigkeit, Kopfschmerzen und leichtes Fieber sein, häufig begleitet von Übelkeit, Brechreiz, Verstopfung und Durchfall. Augen und Haut können sich gelb verfärben. Die Symptome klingen aber meist nach wenigen Wochen ab. Die Infektion wird nie chronisch und führt immer zur lebenslanger Immunität.
Die deutliche Erhöhung bestimmter Leberwerte im Blut weist auf eine Hepatitis-A-Erkrankung hin. Aufgrund der genauen Untersuchung der Antikörper gegen das Hepatitis-A-Virus kann zwischen einer frischen Infektion und Immunität unterschieden werden.
Sicheren Schutz vor Hepatitis A bietet nur die Impfung. Sowohl die Hepatitis-A-Impfung als auch die kombinierte Hepatitis-A-und-B-Impfung haben sich als hochwirksam und sicher erwiesen. Zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten bieten lebenslangen Schutz. Ärzte empfehlen die Impfung vor Reisen in Risikogebiete, für die Risikogruppen und für Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung oder einer anderen Hepatitis-Erkrankung.
Das Risiko einer Infektion mit Hepatitis A können Sie reduzieren, indem Sie Kontakt mit infizierten Exkrementen vermeiden und beim Essen und Trinken (vor allem in Entwicklungsländern) diese Hygienestandards einhalten:
- Trinken Sie nur abgefüllte Getränke aus Flaschen.
- Vermeiden Sie Eiswürfel und Speiseeis.
- Essen Sie nur selbst geschälte Früchte.
- Vorsicht beim Genuss von Salat, rohem Gemüse und Meeresfrüchten.
- Häufig die Hände gründlich mit Seife waschen, besonders nach jedem Toilettengang.
Nützlich ist auf Reisen der Merkspruch: «Cook it, boil it, peel it or leave it» (Gare es, koche es, schäle es oder lass es sein).
Es gibt weder antivirale Therapie noch andere Medikamente, um Hepatitis A zu behandeln. Die Erholung von einer akuten Hepatitis-A-Infektion kann mehrere Wochen oder Monate dauern und verlangt Bettruhe und körperliche Schonung. Wichtig ist eine ausgewogene, fettarme und kohlehydratreiche Ernährung und genügend Flüssigkeit. Auf Alkohol und leberbelastende Medikamente sollte verzichtet werden. So wird die Leber nicht zusätzlich belastet. Hepatitis-A-Patienten sind nicht ansteckend, wenn die Regeln für die Händehygiene bei der Pflege und beim Körperkontakt eingehalten werden.