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nachdem
sie im Altertum vom Megarenser Stilpo angedeutet, in neuerer Zeit aber von DavidHume (s. d.) wieder aufgenommen
worden war, genauer bestimmt worden und hat in der Anwendung auf einzelne Fälle ihre eignen Schwierigkeiten. Wenn man nämlich
bestimmen soll, ob im Prädikat dasselbe gedacht wird wie im Subjekt, so muß man genau auf die Bedeutung der Worte achten.
Sagt man z. B.: »AlleLuft ist elastisch und flüssig«, und geht man dabei von der Definition aus: »Luft
ist die permanent elastisch-flüssigeMaterie«, so ist jenes Urteil ganz analytisch;
geht man hingegen von der gemeinen Vorstellung
der Luft aus, so liegt die Elastizität nicht notwendig darin, und dann kann auch das obige Urteil nur als ein synthetisches
gefaßt werden.
Daher kann die Unterscheidung solcher Urteile nur in der wissenschaftlichen Sprache,
[* 6] in
welcher die Definitionen ganz feststehen, volle Anwendung finden. Unter analytischem Beweis versteht man diejenige Beweisform,
wo man von gegebenen Bedingungen ausgeht, um die Prinzipien aufzusuchen, von welchen das Gegebene abhängt (regressus a principiatis
ad principia), während die synthetische das umgekehrte Verfahren ist (progressus a principiis ad principiata).
Darum heißt jene auch die regressive, diese die progressive Methode oder jene die heuristische (»auffindende«),
weil nach
ihr das unbekannte Höhere aus dem Bekannten gefunden wird, z. B. aus einzelnen Naturerscheinungen ein allgemeines
Naturgesetz, diese die didaktische (»lehrende«). Während man nach
der analytischen Methode das Thema an die Spitze stellt und dieses dann erörtert und ausführt, ergibt
sich bei der synthetischen Methode das Resultat erst am Ende.
In der Grammatik nennt man Analyse die Bestimmung der einzelnen Wörter eines Satzes nach ihren grammatischen Verhältnissen. - Über
die mathematische s. Analysis.