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Geschichte des Weinbaugebiets Burgenland
Der Beginn des Burgenländischen Weinbaus reicht mindestens bis ins 7. Jahrhundert vor Christus zurück. Ausgrabungen belegen, dass bereits die Kelten die Kulturrebe Vitis vinifera anbauten. Auch die Römer hinterliessen ihre Spuren. Im 1. Jahrhundert vor Christus dehnten sie ihr Reich bis zur Donau aus. Um den Durst der römischen Legionäre zu stillen, vergrösserten sie die Rebflächen. Die spätantike Völkerwanderung ließ den Weinbau des Burgenlands einbrechen. Erst im Frühmittelalter wurden wieder Reben kultiviert. Das ist Karl dem Grossen zu verdanken, der um diese Zeit wichtige Qualitätskontrollen einführte. Die Winzer durften ihre Gärten nun nur noch mit hochwertigen fränkischen Sorten bestocken. Diese bildeten eine Vorstufe des heute die Rebflächen dominierenden Blaufränkisch.
Massgeblich prägten die Zisterzienser die Weinbaugebiete des Burgenlands. Sie schufen die Basis für eine grössere landwirtschaftliche Nutzung. Um die Anbauflächen zu erweitern, legten sie das einstige Sumpfgebiet trocken und rodeten Wälder. Bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts wies der Weinbau des Burgenlands eine Vielzahl an Rebkulturen auf.
Eine Blütezeit erlebte die Region im 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit gehörte sie zum Königreich Ungarn. Königin Maria, in dieser Zeit ungarisches Staatsoberhaupt, förderte die Weinbauern und räumte ihnen beim Verkauf ihrer Erzeugnisse umfassende Rechte ein. Nach ihrer Herrschaft war es Graf Nikolaus Esterházy, der den Handel vorantrieb und burgenländische Produkte über die Grenzen des Königreichs bekannt machte.
Trotz einiger kriegs- und unwetterbedingter Rückschläge dauerte das goldene Zeitalter des Burgenländischen Weinbaus bis ins 18. Jahrhundert an. Sogar der österreichische Kaiser freute sich regelmässig über ein Glas vom Neusiedler See. Der Wiener Hof feierte den Süsswein <i>Ruster Ausbruch</i> beispielsweise als „Vinum imperatorum“.
Missernten und die Reblaus-Epidemie bereiteten dieser Glanzzeit ein jähes Ende. Erst im 20. Jahrhundert erholte sich der Weinbau des Burgenlands von diesen Rückfällen und findet für seine Erzeugnisse bis heute in aller Welt begeisterte Anhänger.