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Die Zwischenbilanz der besten Schweizer Beachvolleyball-Teams nach der ersten Saisonhälfte fällt durchzogen aus. Die Frauen, die im letzten Jahr mit mehreren Podestplätzen überzeugen konnten, blieben bislang ohne Topresultat. Sowohl die letztjährigen EM-Zweiten Tanja Hüberli/Nina Betschart wie auch die Olympia-erprobten Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré kamen bei keinem internationalen Turnier über die Achtelfinals hinaus.
Dies ist im Fall von Heidrich/Vergé-Dépré auch damit zu erklären, dass die Blockspielerin Heidrich nach einem im letzten Juli erlittenen Bandscheibenvorfall eine lange Pause einlegen musste und verspätet mit den Vorbereitungen beginnen konnte. Dem Duo fehlt deshalb noch etwas die Spielpraxis. Die Leistungen der letzten Wochen stimmen jedoch zuversichtlich. Zuletzt erreichten Heidrich/Vergé-Dépré bei den World-Tour-Turnieren in Ostrava und Warschau jeweils den 9. Rang.
«Eine Top-10-Klassierung ist zwar ein solides Resultat, aber die Ansprüche sind natürlich höher», sagt Philippe Saxer, der Direktor Beachvolleyball im Schweizer Volleyballverband. «Was noch fehlt, ist die Konstanz. Rein vom Potential her sind wir optimistisch, dass es auch wieder für Podestplätze reicht.»
Dies gilt auch für die amtierenden Schweizer Meister Hüberli/Betschart. Die Schwyzerin und die Zugerin konnten 2019 noch nicht an ihre guten Leistungen anknüpfen, die sie vor allem gegen Ende der letzten Saison gezeigt haben.
An der WM erhalten Hüberli und Betschart in der Vorrunde die Chance, sich gegen die Niederländerinnen Madelein Meppelink/Sanne Keizer für die Niederlage im EM-Final vom letzten Sommer zu revanchieren. Heidrich/Vergé-Dépré treffen in ihrer Gruppe unter anderem auf die Weltranglistenersten Heather Bansley/Brandie Wilkerson aus Kanada. Für die Schweizer Frauen-Duos gilt es, ihren 9. WM-Rang von vor zwei Jahren in Wien zu toppen.
Nachdem 2017 erstmals überhaupt eine WM ohne Beteiligung eines Schweizer Männerteams stattfand, kann Swiss Volley mit Joana Heidrichs Bruder Adrian und Mirco Gerson in diesem Jahr wieder ein Duo stellen. Sie überzeugten beim Saisonauftakt in Den Haag mit dem 5. Rang, schafften es danach aber nur noch bei einem grossen Turnier in die Achtelfinals. In Hamburg bekommen es Heidrich/Gerson in der Vorrunde unter anderem mit den letztjährigen EM-Zweiten Aleksandrs Samoilovs/Janis Smedins aus Lettland zu tun.
Beim Turnier in der Hansestadt nicht dabei sind Nico Beeler und Marco Krattiger. Die Schweizer Meister, die dann Anfang August an der EM in Moskau startberechtigt sein werden, gehörten am Stichtag nicht den Top 23 der Weltrangliste (Jahresranking) an.
Den Schweizer Beachvolleyballer stehen auch im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele in einem Jahr in Tokio vor wegweisenden Wochen. Weil an der WM und an den darauffolgenden Major-Turnieren in Gstaad und in Wien viele Punkte für das Qualifikationsranking vergeben werden, lohnt sich ein gutes Abschneiden. «Die nächsten drei bis fünf Wochen sind deshalb sehr wichtig. Wer an diesen drei Turnieren gut abschneidet, ist für Tokio auf gutem Weg», so Saxer. «Natürlich hoffen wir auf einen Exploit.» Er sei zuversichtlich, dass alle Schweizer Duos die Gruppenphase überstehen werden, so Saxer.
Die Chancen, dass sämtliche Schweizer Teams weiterkommen, stehen nicht allzu schlecht. Alle drei Duos haben auf dem Papier einen klaren Aussenseiter in ihrer Vierergruppe, ein weiterer Gegner befindet sich auf Augenhöhe. Für die erste K.o.-Runde (Sechzehntelfinals) qualifizieren sich alle Gruppenersten und -zweiten sowie die besten vier Gruppendritten. Die übrigen acht Gruppendritten ermitteln in Playoff-Spielen die verbleibenden vier Tickets für die Sechzehntelfinals. Ab dann geht es im K.o.-Modus weiter.
Gespielt wird im Hamburger Stadion am Rothenbaum, wo sich sonst - ebenfalls auf Sand - in der zweiten Juli-Hälfte die Tennisprofis duellieren. Es ist das zwölfte Mal seit der Erstaustragung 1997 in Los Angeles, dass im Beachvolleyball WM-Medaillen vergeben werden. Edelmetall gab es für die Schweiz bislang erst zweimal: 1999 sicherten sich die Gebrüder Paul und Martin Laciga in Marseille Silber, sechs Jahre später schaffte es Paul Laciga in Berlin an der Seite von Sascha Heyer erneut als Zweiter aufs Podest. Die Schweizer Frauen gingen bisher leer aus.