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von Suzette Sandoz, Pully
Die Westschweizer haben es gewagt, General Guisan als «Romand des Jahrhunderts» zu ernennen! Eine Historikerbeleidigung, die nicht hätte begangen werden dürfen! Angesichts einer solchen Untat, einer solchen Fehleinschätzung, fühlte sich die Universität bemüssigt zu reagieren! Die «historische Wahrheit» über die bürgerlichen, herzlosen Offiziere, über die egoistischen, nazi-nahen helvetischen Behörden und die Kriegsgewinnler des Zweiten Weltkrieges musste wiederhergestellt werden! Und dazu wurde nun eine öffentliche Weiterbildungsveranstaltung organisiert, um den Bergier-Bericht wieder aufleben zu lassen!
Am kommenden 21. März um 18 Uhr und am folgenden Tag, der für Gymnasiasten reserviert ist, wird dieser Bericht vorgestellt werden; ein Bericht, der in einer unruhigen Zeit und unter grossem Druck verfasst, von anerkannten Historikern bestritten und demontiert wurde, verachtet von vielen Zeugen der Epoche, die er zu analysieren vorgibt, und der sich hütete, diejenigen zu befragen, die diese Zeit persönlich erlebt haben. Nun soll dieser Bericht von einer Gruppe von «Persönlichkeiten» vorgestellt werden, deren «wissenschaftliche Objektivität» mit der grössten Vorsicht zu geniessen ist. Ich nenne Frau Ruth Dreifuss und die Herren Jost, Guex, Perrenoud und Boschetti. Vergeblich sucht man zum Beispiel nach den Herren Langendorf, Streit oder Jagmetti.
Die Universität von Lausanne verrät ihre historische Aufgabe, indem sie einem so umstrittenen Bericht eine vollkommen einseitige Diskussion widmet, einem Bericht, über den kein Wissenschaftler, der diesen Namen verdient, sprechen würde, ohne gleichzeitig auch verschiedene Gegner zu Wort kommen zu lassen.
Ich habe als damaliges Mitglied des Nationalrates die ganzen Ereignisse um die nachrichtenlosen Vermögen und die Erpressungen durch Bronfman, D’Amato und weitere Übeltäter sehr genau verfolgt. Ich erinnere mich an die Verzweiflung einiger Nationalratskollegen angesichts der allgemeinen Geschichtsunwissenheit unserer Bundesräte, zu denen damals auch Frau Dreifuss gehörte. Ich erinnere mich bestens, wie ein ehemaliger Neuenburger Rektor und Historiker seine Wut zum Ausdruck brachte angesichts der Namen der Experten, die die Kommission bilden sollten, die für den späteren Bergier-Bericht verantwortlich zeichnete. Diese Personen hatten die glückliche Situation, sich gemütlich auf Kosten des Schweizer Steuerzahlers bereichern zu können, auf dessen Heimat sie sich zu spucken vergnügten. Wie üblich, leider, ging die Mehrheit des Parlamentes in die Knie und ein Teil der Linken war überglücklich, ihre eigene Spucke mit derjenigen der Experten vereinen zu können. Wenn Sie, so wie ich, gehört hätten, wie der Delegationschef des Jüdischen Weltkongresses an einer parlamentarischen Sondersitzung sagte, die Schweiz müsse jetzt «etwas Illegales» (sic) tun, damit man ihr ihre Haltung während des Krieges verzeihen könne, dann wüssten Sie, dass alles, was an Offiziellem nach dieser Periode herausgegeben und unter internationalen Drohungen finanziert wurde, mit der Pinzette angefasst werden muss.
Die Universität muss unnachgiebig sein. Ihre Aufgabe ist es, die intellektuelle Aufrichtigkeit und die Ausgeglichenheit der Diskussionen gegen ideologische und totalitäre Verführungen zu verteidigen und zu vertreten. Die Lausanner Universitätsbehörden machen das Gegenteil, indem sie eine Operation ermöglichen, die nichts anderes ist, als die Manipulation des menschlichen Geistes! •
Quelle: La Nation vom 9. März 2012
(Übersetzung Zeit-Fragen)
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