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Cloots,
Jean
Baptiste du
Val de
Grâce,
Baron von, gewöhnlich
Anacharsis
Cloots genannt, einer der seltsamsten
Schwärmer während der französischen
Revolution, geb. auf
Schloß Gnadenthal bei
Kleve, wurde vom elften Jahr an
zu
Paris
[* 3] erzogen. Durch das eifrige
Studium der Alten begeisterte er sich für die altgriechische
Demokratie so, daß er unter
dem
Namen
Anacharsis
Europa
[* 4] bereiste, um für Herstellung derselben zu wirken; die Vereinigung aller
Völker
zu einer
Familie war sein
Ideal.
Die französische Revolution schien ihm die Verwirklichung desselben zu verheißen; er erschien an der Spitze eines bunt gekleideten Haufens, der die Abgeordneten der verschiedenen Völker des Erdkreises vorstellte, vor der Nationalversammlung, überreichte ihr eine Dankadresse für die Erhebung gegen die Tyrannen und bat um Aufnahme aller in Paris befindlichen Fremden in die französische Gemeinschaft. Seitdem nannte er sich den Redner des Menschengeschlechts (orateur du genre humain). Er betrieb vor allem die Verbreitung der Revolution in den Nachbarlanden und steuerte 1792 zur allgemeinen Bewaffnung Frankreichs 12,000 Frank bei. 1793 von dem Oisedepartement in den Konvent gewählt, beantragte er als Feind des Königtums und des Christentums (er bezeichnete sich als persönlichen Feind Jesu) eine radikale Reform in Politik und Religion.
Für den Tod Ludwigs XVI. stimmte er im Namen des Menschengeschlechts. Als ein Adliger und Reicher wurde er endlich aus dem Klub der Jakobiner ausgeschlossen, in den Fall Héberts verwickelt, verhaftet und 24. März hingerichtet. Er hinterließ eine Menge Schriften, darunter: »Certitude des preuves du Mohammédisme« (Lond. 1780);
»L'orateur du genre humain, ou dépêches du prussiens
Cloots au prussien
Herzberg« (1791),
und »Base constitutionnelle de la république du genre humain« (1793).
Vgl. G.
Avenel,
Anacharsis
Cloots, orateur du genre humain (Par.
1865, 2 Bde.).