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Alles begann am 6. Juni 1933 in Camden, New Jersey. Richard Holleins Junior, ein Verkäufer von Auto-Pflegemittel hatte sich ein Patent für eine neue Art der Kinovorführung gesichert. Er projizierte einen Film auf eine weiss getünchte Steinmauer.
Davor gab es Platz für etwa 400 Autos. Der Ton wurde über drei riesige Lautsprecher wiedergegeben und kam dadurch bei den Zuschauern weiter hinten mit einer gewissen Verzögerung an.
Da sich ausserdem Anwohner über den Lärm beschwerten verkaufte Hollinger sein «Drive-in theatre» schon nach drei Jahren.
Streichelzoo, Spielplätze, Fastfood
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Idee wieder aufgegriffen. Und das Ton-Problem durch kleine Lautsprecher gelöst, die bei jedem Parkplatz zur Verfügung standen.
Die Autokinos wurden immer grösser und buhlten um Besucher: mit Streichelzoo, Spielplätzen für Kinder und vor allem mit einem reichhaltigen Angebot an Fastfood.
Zu Beginn der 60er-Jahre gab es in den USA bereits mehr als 4000 Autokinos, die vor allem in ländlichen Gebieten eine treue Anhängerschaft fanden.
Für Eltern waren sie praktisch, weil sie mit dem Baby auf dem Rücksitz keinen Babysitter mehr brauchten. Junge Paare entdeckten in den «Drive-ins» eine ganz neue Art der Privatsphäre.
Sex in der hintersten Reihe
So gerieten die Autokinos, die eigentlich für saubere amerikanische Familienunterhaltung standen, als «Passion pits» oder «Lustgruben» in einen gewissen Verruf als Ort wo junge Liebespaare bevorzugt in der hintersten Reihe – der «Lovelane» – parkierten, erste sexuelle Erfahrungen machten und sich an den Film wenn überhaupt nur noch bruchstückhaft erinnerten.
Siegeszug des Videorekorders
Die Ölkrise von 1973 und die anschliessende Verbreitung von Fernsehen und Videorekorder setzten der Popularität des Autokinos zu. Als in den 80er-Jahren auch noch die Grundstückspreise stiegen, mussten viele schliessen.
Andere versuchten mit mitternächtlichen Vorführungen verbotener Pornofilme oder mit einer zweiten Nutzung des riesigen Geländes wirtschaftlich über die Runden zu kommen.
Heute wieder Kult
So dienten viele Autokinos tagsüber, wenn es zu hell für Filmvorführungen war, als Flohmärkte oder Verkaufsflächen für Occasion-Autos.
Heute ist Autokino längst wieder Kult. Auch in der Schweiz werden an verschiedenen Orten Filmvorstellungen angeboten, die aus dem Auto geschaut werden können.