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Im direkten Umfeld der Lärche findet eine grosse Veränderung statt, die das Wachstum nachhaltig einschränkt.
Über die Ursache des Wachstumseinbruchs eines Einzelbaumes wie dieser Lärche können die Forschenden nur Hypothesen aufstellen.
Eine Möglichkeit wäre der Verlust eines Teils der Krone, beispielsweise wegen einer Lawine, eines Blitzeinschlags oder Steinschlags. Somit stehen weniger Nadeln für die Photosynthese zur Verfügung. Der Baum kann weniger Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre aufnehmen und folglich weniger Kohlenstoff zu Holz verarbeiten. Die Jahrringe werden um den ganzen Stamm herum abrupt schmaler.
Gegen diese Hypothese spricht, dass in den Jahren nach dem Wachstumseinbruch keine traumatischen Harzkanäle sichtbar sind. Diese sind typische Reaktionen auf Verletzungen. Zudem würden nach einer Erholung der Krone die Jahrringe wieder etwas breiter werden. Ausserdem hat der Förster keine alte Kronenverletzung beobachtet, als er die Lärche gefällt hat.
Eine weitere Hypothese wäre eine plötzliche Veränderung der Wasserführung im Untergrund des Baumstandorts. Dadurch wird die Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit dauerhaft eingeschränkt.
Ursache einer solchen Veränderung könnte ein Hangrutsch oder der Bau einer Suone sein.
Suonen sind historische, meist offene Wasserleitungen mit leichtem Gefälle, die im Wallis das Wasser von Wildbächen und Gebirgsflüssen zur Bewässerung von Feldern, Mähwiesen und Kulturen führen. Manche Suonen wurden im Mittelalter erstellt.
In der Tat gibt es 50 Meter oberhalb des Ortes, wo die Lärche stand, eine Alp, was die Wahrscheinlichkeit einer damaligen Suone vor Ort erhöht. Um diese Hypothese zu belegen, müssten die Forschenden die lokalen hydrologischen Verhältnisse untersuchen.