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General-GuisanStraße, General Guisan-Straße, General-Guisanstraße, General Guisanstraße oder General Guisan Straße? Wer sich in unsern Städten und Dörfern umsieht, findet bald diese, bald jene dieser fünf Schreibweisen, nur selten allerdings die regelrichtige: General-Guisan-Straße. Namentlich der erste dieser beiden Bindestriche ist allenthalben auf Widerstand gestoßen. In Zürich ist er durch einen Stadtratsbeschluß vom 29. Juni 1951 sogar in aller Form wegdekretiert worden. (Die PTT hat, wenigstens im roten Straßenverzeichnis der Telefonbücher, den Mut, sich über den unlogischen und zudem regelwidrigen Beschluß hinwegzusetzen.)
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Heuer, Walter
Am 20. August tritt in Zürich die schweizerische Konferenz für Rechtschreibreform zusammen. Ihr ist die Aufgabe gestellt, die Vorschläge, die von offizieller deutscher und österreichischer Seite in dieser Sache vorliegen, zu beraten und eine Stellungnahme festzulegen, die an einer demnächst in Wien stattfindenden Orthographiekonferenz aller deutschsprachigen Länder von der schweizerischen Delegation zu vertreten sein wird. […] Man sieht: die eigentliche Pièce de résistance der Stuttgarter Vorschläge bildet den wichtigsten Punkt auch dieses neuen Reformprogramms. Die Forderung nach Kleinschreibung der Substantive […] steht wiederum an der Spitze, und sie dürfte auch in den künftigen Diskussionen das meistumstrittene Postulat bleiben. […] Die Verantwortung, die dieser Konferenz zufällt, ist nicht gering. […] Die Konferenz dürfte also gut daran tun, es in weiser Beschränkung bei jenen Aenderungen bewenden zu lassen, bei denen mit allgemeiner Zustimmung gerechnet werden darf.
Sein Name steht als Titel auf Millionen von Bänden, die täglich unschätzbare Dienste leisten in Schulstuben, Bureaus, Kanzleien, Redaktionen und Druckereien, kurz: überall, wo deutsche Sprache gesprochen, geschrieben und gedruckt wird. […] Könnte Duden heute die weitere Entwicklung seines Werkes überblicken, er wäre wohl erfreut und betrübt zugleich. Erfreut dürfte er sein über das hohe Ansehen, das sein Name im ganzen deutschen Sprachraum genießt […]. Betrübt wäre er wohl, zu sehen, wie sein Werk so oft durch engstirnige Interpreten in Verruf gebracht und wie es in unverantwortlicher Weise zu politischen Zwecken mißbraucht wurde und wird.
Zieht man aus der bisherigen Diskussion die Bilanz, so ist nicht daran zu zweifeln, daß eine Orthographiereform im Ausmaß der Stuttgarter Vorschläge keine Aussicht hat, durchzudringen. Das soll nun freilich nicht heißen, es müsse alles bleiben, wie es ist. Man wird im Gegenteil gut daran tun, den vorgesehenen Kongreß nicht etwa abzublasen; man soll ihn, wenn auch vielleicht etwas später, ruhig einberufen. Nach gut fünfzig Jahren ist es wohl an der Zeit, unsere Rechtschreibung wieder einmal gründlich zu bereden und die wirklich fälligen Aenderungen vorzunehmen.
Das schroffe Nein, das die Zeitungsverleger- und Buchdrucker-Fachverbände als erste der geplanten Rechtschreibreform entgegengeschleudert haben, bedarf der Begründung vor der Oeffentlichkeit. […] Niemand kennt die Schwächen der heutigen Orthographie besser und niemand empfindet ihre Unzulänglichkeit schmerzlicher als gerade die Buchdrucker. Wenn sie sich trotzdem in die vorderste Reihe derer stellen, die einer abrupten, tiefgreifenden Umgestaltung den Kampf ansagen, so vor allem deshalb, weil sie eine zwar keineswegs ideale, aber doch festgefügte und gut eingespielte Ordnung einer jahre-, ja gar jahrzehntelangen Unordnung vorziehen. […] Kein Berufsstand – auch die Schule nicht – ist in so hohem Maße auf eine fest geordnete, allseits anerkannte Rechtschreibung angewiesen wie das Buch- und Zeitungsgewerbe; nirgends würde sich Unsicherheit, Nebeneinander und Gegeneinander ganz verschiedener Regeln so unheilvoll auswirken wie in den Tempeln der Schwarzen Kunst. Die Tauglichkeit von Reformvorschlägen darf also […] nicht allein vom Schreibtisch des Philologen oder gar nur von der Schulstube her beurteilt werden. […] In der Schweiz wird man übrigens gut tun, auf die große Konferenz hin mit Forderungen zu rechnen, die weit über das hinausgehen, was die «Arbeitsgemeinschaft» jetzt vorschlägt Diese Empfehlungen stellen ja ein Kompromißwerk dar, viel zu zahm, um jene einflußreichen Mitglieder der «Arbeitsgemeinschaft» zufriedenzustellen, die, wie ein Augenzeuge der Stuttgarter Verhandlungen schreibt, «die Orthographie so gründlich meucheln wollten wie nur möglich».
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