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Nach mehr als einem halben Jahrhundert der auf Repression und Prohibition basierenden Drogenpolitik, ist es wichtig einigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Hat sich die Repression mit einem milliardenlästigen Budget als wirksam erwiesen? Ist der globale Gebrauch gesenkt? Ist das Netz der Produktion und der Verteilung verschwunden? Haben wir eine drogenfreie Gesellschaft erreicht? Meiner Meinung nach ist das Versagen dieser Politik eindeutig: Obgleich Milliarden investiert wurden und der Unterdrückungsapparat jeden Tag komplexer wird wurde das Drogenproblem nicht gelöst.
Ohne das Thema zu banalisieren glaube ich, dass ein Paradigmenwechsel auf der politischen Ebene wichtig ist. Dafür setzte ich mich auch als Präsidentin der Nationale Arbeitsgemeinschaft der Suchtpolitik. Wir müssen stärker auf die Prävention und auf das kontrollierte Legalisierungsmodell der Cannabis setzten. Dieser Schritt hätte meiner Meinung nach verschiedene Vorteile. Man würde die soziale Ausgrenzung des Konsumenten, der als Junkie welcher Straftaten begeht um seinen Konsum zu finanzieren, verhindern. Man würde so auch verhindern, dass es überhaupt zu solchen Befangenheiten kommt. Es ist unnötig zu leugnen, dass ein problematischen Verbrauch der Cannabis existiert; aber es existiert zum Beispiel auch der problematische Verbrauch von Alkohol. Die Substanz zu verbieten ist nicht die Lösung und es hindert die Menschen daran die Hilfe zu bekommen die sie brauchen. Gleichzeitig würde mit der Reglementierung die Qualität der Cannabis im Umlauf, welche gegenwärtig durch gefährlich Pestiziden und dem sehr hohen THC Stand verunreinigt wird, verbessert werden. Zuletzt, würde dieser Vorschlag es wirklich möglich machen den Schwarzmarkt zu bekämpfen, in dem er hunderte Millionen von Franken der Kriminalität entziehen würde mit der Möglichkeit diese in soziale Projekte zu investieren.
Das Thema ist sehr aktuell: Mehrere Städte der Schweiz haben Pilotprojekte lanciert bei denen eine eingeschränkte Anzahl an Personen die Möglichkeit haben wird, Cannabisprodukte direkt in der Apotheke zu kaufen. Weiter hat der Verein “legalize It!” die Lancierung einer Volksinitiative im Sommer 2017 angekündigt.
Hier kannst du meine Artikel zum Thema lesen:
Artikel auf „Spectra. Gesundheitsförderung und Prävention“, 20.04.2017.