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js. Filme wie «SuperSizeMe» oder «Food, Inc.» und die mit bekannten Gesichtern gespickte Werbekampagne der Tierschutzorganisation Peta liefern die schockierenden Bilder, Bücher wie das von J.S. Foer «Tiere essen» und Ruby Roth «Warum wir keine Tiere essen» liefern Erwachsenen und Kindern die Argumente, und P. Singer liefert den ideologischen Unterbau mit seiner «Animal Liberation», der Tierbefreiungsbewegung.
Die Rede ist vom «Veganismus», einer Sonderform des Vegetarismus und einer Lebensweise, die die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ablehnt und in der Ernährung den Konsum von Fleisch, Fisch, Gelatine, Milch, Milchprodukten, Eiern und Honig sowie anderen tierischen Lebensmitteln untersagt. Bei der Kleidung werden Materialien wie Leder, Pelz und Wolle vermieden, bei Kosmetika achtet man darauf, dass sie ohne Tierversuche hergestellt werden. Begründet wird das Ganze mit einem Konglomerat unterschiedlichster Motive: entweder ethischer Art wegen der sogenannten Tierrechte oder ökologischer Art wegen der Ausbeutung der Böden oder gesundheitlicher Art wegen der angeblich gesünderen Lebensweise.
Dabei ist allen Argumenten gemein, dass sie in irgendeiner Form einen wahren Kern zu haben scheinen, den zu leugnen schwerfällt. Wer weiss nicht um die Ausbeutung der Land-, Energie- und Wasserressourcen durch industrielle Landwirtschaft, wer hat noch nie etwas von der Massentierhaltung und ihrem schädlichen Einfluss auf die Tiere und unsere Umwelt gehört, wer hat noch nie etwas über die gesundheitlichen Folgen von Fast food gelesen oder von der Überfischung der Meere? Irgendwie fällt es schwer, sich dem zu entziehen; zum einen, weil man in den Medien damit bombardiert wird, zum anderen aber oft auch nur aus Unkenntnis.
Betrachtet man einmal die Frage der veganen Ernährung etwas genauer, so stellt sich Folgendes heraus: Biologisch gesehen ist der Mensch ein Allesfresser, das heisst, er ernährt sich relativ ausgeglichen sowohl von Tieren als auch von Pflanzen. Und genau das tun die Menschen von jeher. Ihre Energie gewinnen sie vorwiegend aus Kohlenhydraten, die sich in Pflanzen in Form von Stärke finden (Kartoffeln, Reis, Getreide usw.). Die zum Erhalt und Aufbau aller Zellen notwendigen Eiweissstoffe (Aminosäuren) beziehen sie aus tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, wobei die tierischen Eiweissträger wie Fisch, Fleisch, Milch und Milchprodukte in ihrer Zusammensetzung höherwertig sind als das Eiweiss aus Pflanzen wie Bohnen, Linsen, Erbsen, Soja usw. Das bedeutet, dass auf Grund der Aminosäurenzusammensetzung jedes tierische Eiweiss dem pflanzlichen überlegen ist, weil es in sehr viel geringerer Menge bereits dazu dient, körpereigenes Eiweiss aufzubauen. Abgesehen davon braucht der Mensch noch Vitamine und Mineralstoffe, um Körpervorgänge zu regulieren und aufrechtzuerhalten. Wir alle kennen das: Bei einem Mangel an Vitamin C rät man uns, viel Obst und Gemüse zu essen, bei einem Mangel an Magnesium bekommen wir Wadenkrämpfe und sollen Bananen essen, bei Calciummangel werden unsere Nägel brüchig, und man rät uns zu vermehrtem Verzehr von Milch und Milchprodukten.
Bei einer veganen Ernährung fehlen sehr bald einige dieser Vitamine und Mineralstoffe, vor allem Vitamin B12, das für die Blutbildung wichtig ist. Die Symptome eines Mangels sind zunächst unspezifisch und äussern sich in Müdigkeit oder häufigen Atemwegserkrankungen, können aber auch zu Blutarmut und einem erhöhten Thrombose-Risiko ausarten. Kleinkinder, die von vegan ernährten Müttern gestillt werden, zeigen bereits im ersten Lebensjahr gefährliche Mangelsymptome, die zu bleibenden Nervenschädigungen, verzögerter neurologischer Entwicklung bis hin zu einem Verlust an Hirnsubstanz führen können. Ebenso laufen Veganer wegen des Verzichts auf tierische Nahrungsquellen, wie insbesondere Milch und Milchprodukte, Gefahr, dass ein Calcium-Mangel auftritt und die Knochendichte darunter leidet. Bei Frauen erweist sich die vegane Ernährungsweise auch nachteilig für die Eisenversorgung des Blutes, und insbesondere junge Veganerinnen leiden unter Eisenmangel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt wegen der damit verbundenen Risiken vegane Ernährung für keine Altersgruppe und rät besonders für Säuglinge, Kinder und Jugendliche dringend davon ab. Zu der gleichen Einschätzung kommt auch die Eidgenössische Ernährungskommission in einem Expertenbericht.1
Wozu also werden wir mit der veganen Propaganda überhäuft? Warum schreckt die Tierbefreiungsfront nicht vor Anschlägen zurück, bei denen Menschen und Tiere zu Schaden kommen2 und wegen denen militanten Tierschützer in den USA als Gefahr für die innere Sicherheit angesehen werden? Macht sich da eine neue Form von Öko-Diktatur breit, die uns vorschreiben will, was wir zu essen, zu tragen und zu konsumieren haben?
Ganz bestimmt müssen wir uns Gedanken machen, was die ernährungsbedingten Krankheiten in den sogenannt zivilisierten Ländern angeht. Die vernünftigen Antworten auf diese Fragen liegen alle vor, und jeder von uns ist in der Lage, diese in seine Lebensweise zu integrieren. So wissen viele Verbraucher längst, dass es besser ist, Lebensmittel regional und saisonal einzukaufen statt aus weitentfernten Gegenden der Erde, dass keinesfalls täglich Fleisch auf dem Speiseplan stehen muss und wir uns trotzdem ausgewogen ernähren können, dass Lebensmittel aus biologischem Anbau mehr Vitalstoffe enthalten und dass das Fleisch von Tieren aus artgerechter Haltung besser schmeckt. Der Welternährungsbericht hat uns auch deutlich gemacht, dass kleinräumige Strukturen und eine regional bezogene Landwirtschaft auf jeden Fall von Vorteil sind.
Wie wir leben wollen, sollte aber immer noch in der Entscheidung des Einzelnen liegen. •
1 vgl. dazu: DGE e.V.: Ist vegetarische Ernährung für Kinder geeignet? Gesundheitliche Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernährung, Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission, 2006
2 vgl. Anschlagserie auf Daniel Vasella durch militante Tierschützer 2009, Ermordung Pim Fortuyns durch einen Tierschutzaktivisten 2002, Aktionen gegen Zirkusunternehmen 2009 usw.
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