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In die Landvogtei Knonau integrierter, ursprünglich habsburg. Herrschaftskomplex. F. bezeichnete im MA nicht ein Gebiet, sondern einen Personenverband von freien Bauern, die einem (gräfl.) Gericht unterstellt waren. Die habsburg. Gerichtsstätten des F.s befanden sich gemäss dem Habsburg. Urbar im 13. und 14. Jh. in Rifferswil, Affoltern am Albis und Berikon. Die Personen, die diesen Gerichten unterstellt waren, stammten aus den Gerichtsorten selbst sowie aus den Dörfern und Weilern Bonstetten, Hedingen, Aesch, Dachelsen, Lunnern, Zwillikon, Aeugst am Albis, Mettmenstetten, Rossau sowie den abgegangenen Siedlungen Ernbrechtikon, Gangolzwil und Zweiern. Weiter gehörten auch die Hochgerichte über Steinhausen sowie über das Kelleramt zum F. Über die Struktur des Personenverbands des F.s, der ca. 300 Bauern umfasste, informiert die Offnung des Freiamtsgerichts zu Affoltern aus dem 14. Jh. Im Zusammenhang mit der Eroberung des Aargaus 1415 liess die Stadt Zürich das F. besetzen; nach versch. Rückforderungen wurde die Annexion 1433 von Ks. Sigismund sanktioniert. Zürich teilte das F. der Vogtei Maschwanden bzw. 1507 der Landvogtei Knonau zu, in welcher es einen Gerichtskreis bildete. Eine privilegierte Rechtsstellung der vormals freien Bauern ist nach der Einverleibung in den Stadtstaat Zürich nicht nachweisbar, obwohl allein schon der Name F. das Selbstbewusstsein der Zürcher Untertanen stärkte (Freiamtsgemeinde in Mettmenstetten bis 1795). Die Randgebiete des F.s, in denen Zürich nur über die Hochgerichte verfügte, schieden 1798 bzw. 1803 aus dem zürcher. Hoheitsgebiet aus. Der Name F. lebte v.a. in der 1532 geschaffenen Ordnung der Zürcher Landeskirche weiter; die Bezeichnung "Freiamtskapitel" war bis 1831 gebräuchlich (dann Bezirkskapitel Knonau bzw. seit 1839 Affoltern).
Literatur
– Gesch. der Gem. Obfelden, 1947
– S. Brändli, Der Ämtlerhandel, 1995
Autorin/Autor: Martin Illi