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Regierung will Praktikumsplätze nicht fördern
Frauenfeld/TG. Praktikumsplätze für Studienabgänger sind knapp. Trotzdem will die Thurgauer Regierung Unternehmen nicht finanziell unterstützen, um weitere Praktikumsplätze zu schaffen, wie der Regierungsrat am Freitag in einer Antwort auf eine einfache Anfrage mitteilte.
Mehrere Gründe sprechen nach Meinung der Regierung gegen die von Thomas Böhni (GLP) geforderte finanzielle Förderung. So suchten Studienabgänger in der Regel keine Praktikumsplätze, sondern den direkten Einstieg ins Berufsleben. Ein Praktikum nach abgeschlossenem Studium sei eher eine Verlegenheitslösung.
Im Interesse der Unternehmen
Im europäischen Raum spricht man bereits von der „Generation Praktikum“, die ohne oder mit sehr schlechter Bezahlung arbeitet und kaum eine Chance auf eine feste Anstellung hat.
Praktikumsplätze anzubieten, liege deshalb im Interesse der Unternehmen, denn damit können sie Kontakte zu späteren Mitarbeitern knüpfen, schreibt der Regierungsrat.
Wenn aber viele Studienabgänger keinen Einstieg ins Berufsleben finden, stelle sich die Frage, ob ihre Ausbildung bedürfnis- und marktgerecht sei. Sei dies nicht der Fall, muss nach Ansicht der Thurgauer Regierung das Bildungssystem angepasst werden. Eine Subventionierung von Praktikumsplätzen würde dies verhindern oder verzögern und sei daher nicht sinnvoll.
Eine einseitige Unterstützung von Unternehmen für Praktikumsplätze für hochqualifizierte Studienabgänger sei ausserdem nicht zu rechtfertigen. Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden, müssten die Kosten auch selbst tragen.
Schul- und Studienabgänger, die bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet sind, können über verschiedene Institutionen Praktika absolvieren, um fehlende Berufspraxis zu erwerben. Dafür erhalten sie ein Taggeld. Die Praktikumsfirma trägt dabei 25 Prozent der Kosten, mindestens jedoch 500 Franken pro Monat.