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Die Befürchtung der Uhrenindustrie, dass die Allgegenwart von Handys der Uhr am Handgelenk den Garaus machen könnte, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Bei den jüngeren Generationen gibt es weniger Armbanduhr-Muffel als bei den älteren.
So tragen bei den Baby-Boomern (Jahrgang 1964 und älter) 26 Prozent keine Uhr am Handgelenk, wie aus einer Uhrenstudie des Beratungsunternehmens Deloitte hervorgeht, für die über 5500 Konsumenten online befragt wurden. Bei der folgenden Generation X (1965-1980) schnallen sich 27 Prozent keine Armbanduhr um.
Deutlich weniger sind es bei den Millenials (1981-1996) mit nur 15 Prozent, während die Zahl der Nichtträger bei der Generation Z (1997-2012) sich auf 23 Prozent beläuft, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Studie hervorgeht.
Jüngere bevorzugen Smartwatches
Dies ist allerdings nicht den klassischen Uhren, sondern den Smartwatches zu verdanken, welche die «Generation Handy» denn auch häufiger trägt als traditionelle Uhren. So bevorzugen bei die unter 40-Jährigen zu 29 Prozent Smartwatches und lediglich 23 Prozent herkömmliche Uhren. Aber die jüngeren Generationen brechen nicht als Käufer traditioneller Uhren weg. Denn bei den 26- bis 41-Jährigen trägt ein Drittel beides, sowohl eine Smartwatch als auch eine klassische Uhr.
Dagegen bevorzugen bei den Baby-Boomern über die Hälfte eine traditionelle Uhr, während nur 12 Prozent eine Smartwatch tragen und 11 Prozent beides.
Briten am konservativsten
Den grössten Anteil an Traditionalisten gibt es in Grossbritannien (45 Prozent). Dagegen sind die Smartwatches in den USA (31 Prozent) am beliebtesten. In China ist die Wahrscheinlichkeit am grössten (44 Prozent), dass beide Uhrenformen getragen werden, während in Japan der Anteil der Nichtträger (44 Prozent) am grössten ist.
In der Schweiz gab ein Viertel der Befragten an, traditionelle Uhren nur zu speziellen Anlässen zu tragen. In Deutschland und Japan ist der Anteil jener hoch, die Smartwatches nur für den Sport umbinden. Dagegen ist es in Hongkong am beliebtesten, Smartwatch und klassische Uhr gleichzeitig zu tragen.
Die Online-Umfrage wurde zwischen Mitte August und Mitte September in der Schweiz und in den grössten Exportmärkten der Schweizer Uhrenindustrie durchgeführt: China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Hongkong, Italien, Japan, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate und USA. Zudem wurden 70 leitende Führungskräfte der Branche befragt.
Uhrenkauf am meisten im Laden
Dabei zeigte sich, dass auch bei den jüngeren Generationen immer noch mehr als die Hälfte ins Geschäft geht, um eine neue Uhr zu kaufen. Der Online-Anteil macht bei den Millenials und Generation Z 43 Prozent aus. Allerdings ordern die unter 25-jährigen Internetkäufer ihre neue Uhr vermehrt direkt im Onlineshop des Uhrenproduzenten statt auf einem Mehr-Marken-Online-Marktplatz (23 contra 19 Prozent). Bei den Baby-Boomern liegt das Verhältnis umgekehrt (8 contra 20 Prozent).
Am tiefsten ist die Zahl der Onlinekäufer in Hongkong mit lediglich einem Fünftel. In der Schweiz besorgen sich ein Drittel der Leute eine neue Uhr im Internet. Am meisten aufs Internet setzen die Konsumenten in China, den Golf-Emiraten, Deutschland und Grossbritannien, wo jeweils rund die Hälfte der Uhren online geordert werden.