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Die Bartagamen sind eine Gattung der Schuppenkriechtiere aus der Familie der Agamen.
Die Gattung ist mit derzeit sieben anerkannten Arten in Australien verbreitet.
Da wir aber nur Pogona Vitticeps halten, schreibe ich hier auch nur von denen.
Bartagamen sind mittelgroße bis große Echsen. Sie erreichen Gesamtlängen von 30 bis 60 cm, dabei ist der Schwanz die Hälfte bis zwei Drittel der Gesamtlänge. Sie haben einen recht flachen Körper, den sie aber bei gefahr auch aufblähen können. Ihr Trommelfell liegt frei, es sieht aus wie wenn sie auf jeder Seite des Kopfes ein kleines Loch haben würden. Auffallendstes Merkmal sind die vielen Stacheln auf Rumpf, Beinen und Schwanz. Der Flanke entlang bis hin zur Backe hin haben sie ausgeprägte Stacheln, die vom seitlich vom Körper abstehen. Diese Stacheln sehen sehr hart aus, sind aber eher weich.
Ihren deutschen Namen haben sie von ihrem Bart, den sie aufblähen können. Wenn sie dies machen, färbt sich der Bart schwarz und das ganze sieht doch eher gefährlich aus.
Wilde Bartagame nahe von Alice Springs, Oktober 2010
Die Tiere sind überwiegend grau-braun gefärbt. Es gibt allerdings auch in der Wildniss Tiere mit starken orange Färbungen. Gezüchtet werden viele Farbvarianten, welche unter anderem starke orange oder gelb Färbungen aufweisen.
Bartagamen brauchen ein grosses Terrarium. Sie sind zwar Ansitzjäger, die je älter sie werden, desto mehr auf ihre Beute warten, wie richtig zu jagen, doch trotzdem erreichen sie eine recht stattliche Grösse und man sieht sie öfters mal durchs ganze Terrarium sprinten.
Unser Päärchen lebte eine Zeit lang in einem 180*150*85 Terrarium. Da sie aber eben ihrem Namen wirklich entspricht, lebt Aceto nun alleine in einem Terrarium der selben Grundfläche, jedoch einer geringeren Höhe.
Da Bartagamen in der Wüste leben benötigen sie einerseits viel Wärme, aber auch eine gute UV Beleuchtung ist äusserst wichtig. Hierzu findet man auf der Seite auf www.dihu.ch die besten Infos.
In unseren Terrarien herrschen Temperaturen zwischen 26°C und 48°C.
Eingerichtet sind die Terrarien mit, je nach Stelle 2cm - 15cm Spielkastensand, verschiedenen Kletterästen, einer Rückwand und natürlich Wasser und Futterschale. Ich habe unsere Bartagamen seit wir sie haben noch nie baden oder trinken sehen, von dem her ist die Wasserschale für sie wohl eher Deko.
Ein weiteres wichtiges Thema ist das Futter. Pogona Vitticeps leben in der Wüste. Wenn nicht gerade mal wieder ausnahmsweise alles blüht in der Wüste, ist es da trocken und dürr. Salat, Zuchetti, Pepperoni, Fenchel, Karotten, etc sind zwar gut und auch gesund für Bartagamen, allerdings haben die alle auch viel zu viel Wasser drin. Um die Verdauung besser zu regulieren, schnippel, ich zu jedem Futter immer noch eine grosse Menge Heu dazu. Seit ich dies so mache hatten sie nie mehr Verdauungsschwierigkeiten.
Früchte enthalten zu viel Zucker und sind darum nicht zu oft zu geben. Unsere bekommen im Sommer ab und zu mal ein paar Beeren oder Bisschen Melone oder Mango, sonst bleibe ich bei Salat und Gemüse.
Eine ausgewachsene Bartagame benötigt etwa zu 70% Grünfutter und 30% Insekten. Fressen würden sie natürlich lieber mehr Lebendfutter, doch wir essen ja auch lieber unsere Lieblingsspeise wie dass, was eigentlich gesünder wäre...
Bei uns bekommen sie meist zwei bis drei mal wöchentlich frisches Grünfutter mit Heu. Darauf verstreue ich immer noch ein wenig Sepiaschale. Sie haben in ihrem Terrarium auch eine Schale mit zerribener Sepiaschale und Hühnergrit, doch da ich sie nie darauf picken sehe, streue ich es auch noch übers Futter. Einmal die Woche gibt es Schaben, Heuschrecken oder Heimchen. Die Futtertiere werden mit Kormivin eingestäubt, um die nötige Vitaminzufuhr abzusichern.
Unser Weibchen bekommt, wenn ich merke dass sie Eier trägt ab und zu zwei, drei Mäusepinkies.
Dieser Futterplan ist Variabel. Es kann auch mal sein dass sie drei Tage hintereinander nichts bekommen, oder auch dass es mal mehr gibt. Da sie im Frühling viel aktiver sind wie gegen Herbst zu, bekommen sie dann auch eher mehr Futter wie hier aufgeschrieben. Jedoch gibts dann ab Sommer auch weniger, da sie es eh nicht mehr alles fressen. Ab Ende August schalten meine Tiere um auf Herbst/Winter und beginnen langsam aber sicher sich zurück zu ziehen. Ab Anfang Oktober muss ich gar nicht mehr mit Grünzeug kommen, dann werden höchstens noch leckere Heuschrecken verzehrt, alles andere wird ignoriert.
Auch für diese Tiere ist bei einer Artgerechten Haltung eine Winterruhe nicht weg zu denken. In Australien in der Wüste wird es im Winter empfindlich kalt. Unsere Tiere verbringen jeden Winter bei ca 12°C-14°C im Kühlschrank. Der Winter ist meist um die drei, vier Monate lang.
Wenn sie wieder aufwachen, ist wie überall Frühling angesagt und die Paarungszeit beginnt. Die Männchen sind hier nicht wirklich nett zu ihren Weibchen und der Nackenbiss kann durchaus auch mal zu ein, zwei verletzten Nackenschuppen bei ihr führen. Aus diesem Grund und auch weil die Männchen viel mehr wollen als die Weibchen sollte immer eine Ausweichvariante zur Verfügung stehen.
Wenn unser Aceto wiedermal zu aufdringlich wurde, montierten wir in der Mitte des Terrariums einen grossen Karton und schon war für ein paar Tage Ruhe. Mittlerweile sieht er sie eh nur noch ca. zwei Wochen im Jahr und in diesen darf er seine Männlichkeit auch ausleben. Danach gehts wieder zurück in das eigene Terrarium.
Zur Inkubation der Eier und Aufzucht der Jungen schreibe ich hier nichts, weil wir keine Bartagamen ausbrüten. Der Markt ist eher zu voll mit kleinen herzigen Bartagamen, da wollen wir nicht auch noch mitmischen. Ich finde es bedenklich wenn man sieht, das es Leute gibt, die meinen mit ihren Tieren nicht zum Tierarzt gehen zu müssen, weil sie sich ja für weniger Geld wieder ein neues kaufen können. Darum, das www gibt viele Seiten her die sich mit der Zucht befassen.