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Die Windsors sind ausser sich vor Freude. Kein Wunder: Am Wochenende konnten sie ein neues Familienmitglied in ihren Reihen begrüssen! Prinzessin Beatrice, 33, und ihr Ehemann Edoardo Mapelli Mozzi, 38, sind am Samstag kurz vor Mitternacht Eltern geworden! Ihr kleines Mädchen ist kerngesund und macht ihre Familie «hocherfreut», wie der Palast am Montagnachmittag mitteilte.
Auf persönlich vorbeigebrachte Geburtsgeschenke haben Beatrice und ihr Ehemann für die Kleine allerdings bislang verzichten müssen. Das zumindest lässt Beas Schwester Eugenie, 31, durchblicken, die in einem emotionalen Instagram-Post festhielt, sie könne es «kaum erwarten», ihre Nichte kennenzulernen. Blumen, Schöggeli und Bodys gibt es auf persönlichem Wege also wohl erst, wenn das Ehepaar mit seinem Neugeborenen wieder zuhause ist. Doch auf ein Geschenk darf es so oder so nicht hoffen: einen Titel.
Dass Beatrice' Baby keine Prinzessin wird, mag im ersten Augenblick erstaunen. Schliesslich ist das Mädchen die Urenkelin von Queen Elizabeth II., 95. Allerdings liegt diesem Titelregime eine lange Tradition zugrunde: Wie die Titel verliehen werden, basiert auf einer Verfügung von König George V. aus dem Jahr 1917.
Der Monarch legte damals fest, dass der Titel «Prinz» oder «Prinzessin» nur dem- oder derjenigen verliehen wird, der oder die …
- … Sohn oder Tochter des Monarchen ist (in konkretem Fall beispielsweise Prinzessin Anne als Tochter der Queen)
- … Sohn oder Tochter eines Prinzen ist (in konkretem Fall beispielsweise Prinzessin Eugenie als Tochter von Prinz Andrew)
- … ältester Sohn des ältesten Sohnes des Prince of Wales ist (in konkretem Fall Prinz George als Sohn von Prinz Charles' Sohn Prinz William)
Diese Verfügung hat seit nunmehr über 100 Jahren ihren Platz. Zusätzlich wurde sie per Ende 2012 von Elizabeth dahingehend geändert, dass alle Kinder des ältesten Sohnes des Prince of Wales HRH Prinz oder HRH Prinzessin sind. Entsprechend sind neben Prinz George auch seine Geschwister Charlotte und Louis Prinzessin respektive Prinz inklusive des Prädikats His/Her Royal Highness.
Der zweite Punkt der obengenannten Möglichkeiten, wie man in der Royal Family zu einem Prinze(ssinn)en-Titel kommt, ist im Falle von Beatrice der entscheidende. Denn einen Prinzessinnen-Titel erhält nur, wer Tochter eines Prinzen ist – nicht etwa einer Prinzessin. Wäre Beatrice also ein Mann und entsprechend ein Prinz, wäre ihre beziehungsweise seine Tochter ebenfalls Prinzessin. Weil sie eine Frau ist – das ist tatsächlich auch 2021 noch so –, ist ihre Tochter keine Prinzessin.
Die Situation ist damit dieselbe wie bei Beatrice' Schwester Eugenie. Sie ist als Prinzessin ebenfalls nicht befähigt, ihren Titel zu vererben. Sohn August ist daher keine His Royal Highness. Wäre Augusts Vater Jack Brooksbank nicht Unternehmer, sondern hätte die Verbindung zur royalen Familie innerhalb der Ehe gelegt, wäre der sieben Monate alte August ebenfalls ein Prinz.
Puh, wie kompliziert! Royal-Historikerin Carolyn Harris hat dies gegenüber «Town & Country» allerdings relativ einfach erklärt. «Prinzessin Eugenies Kinder werden keine Titel haben, ausser die Queen entscheidet sich dazu, Jack Brooksbank in den Grafenstand zu erheben», so die Expertin. Ebenso sieht es bei ihrer Schwester aus. Da Mapelli Mozzi keinen englischen Titel hat, wird das Mädchen von Beatrice auch keinen kriegen.
So kompliziert die Vergabe der Titel für Aussenstehende wirkt, kann sie für die Betroffenen ebenfalls herausfordernd sein. So gibt es innerhalb der Royal Family einige Beispiele, bei denen die Titelvergabe anders gelaufen ist, als dies George V. vor über hundert Jahren vorgesehen hatte.
Prinzessin Annes Kinder Zara und Peter etwa haben keine Titel – obwohl die Queen Prinzessin Annes erstem Ehemann Mark Phillips eine Peerswürde angeboten hatte, welche ihn zu einem Mitglied des Hochadels gemacht hätte. Entsprechend wäre auch den Kindern automatisch ein Titel verliehen worden. Anne entschied sich allerdings dagegen. «Ich habe schon damals erkannt, dass es Fluch und Segen zugleich ist, einen Titel zu haben», erklärte die Prinzessin ihre Entscheidung in «The Australian Women's Weekly».
Ebenso gegen die automatische Verleihung des Titels entschieden sich Prinz Edward, 57, und Gräfin Sophie von Wessex, 57, bei ihren Kindern Lady Louise, 17, und James, Viscount Severn, 13. Die sollen zu ihrem 18. Geburtstag selber wählen, ob sie doch noch Prinzessin und Prinz werden wollen – eine Entscheidung, die bei Louise kurz bevorsteht und die ihr Leben verändern könnte.
Denn mit einem hübschen Titel schmücken darf sich natürlich nur, wer auch etwas dafür tut – und das Königshaus in der Öffentlichkeit repräsentiert. Damit gehen Aufgaben und Pflichten einher. Anne ist ein «senior working royal» wie etwa ihr Neffe William. Das heisst: Sie ist als Vollzeit-Royal im Dienste der Krone, erhält ihren «Lohn» direkt von ihrer Mutter und geht keinem anderen Beruf nach. Ihre Kinder hingegen sind dahingegen lediglich nebenberuflich royal. Sie nehmen nur gelegentlich Termine wahr, allerdings vertreten sie dabei nicht die Queen. Zudem haben sie einen «normalen» Job und erhalten in der Regel auch keine finanziellen Zuwendungen der Queen.
Es kann für Beatrice' Baby damit auch ein Segen sein, keinen britischen Titel zu tragen. Das zumindest findet seine Grosstante Anne, die «unheimlich stolz» ist, dass ihre Kinder «ihre eigenen Karrieren aufgebaut» haben, wie sie sagte. Ein Umstand, der als Prinz oder Prinzessin nicht in dieser Art möglich gewesen wäre.
Und ein kleines Trostpflaster gibt es für das neugeborene Mädchen auch: Wenn es schon keine Prinzessin ist, dann ist es eben eine Nobile Donna! Edoardo Mapelli Mozzi nämlich ist von Haus aus selber ein Royal: Er ist italienischer Graf. Entsprechend steht dem Mädchen von Papas Seite her ein Adelstitel zu, wie Edoardos Vater Graf Alessandro Mapelli Mozzi der «Daily Mail» erläuterte. «Edoardo ist der einzige männliche Nachkomme, der die Familie in die nächste Generation führt. Er ist ein Graf, seine Frau wird automatisch eine Gräfin und alle ihre Kinder werden Grafen oder eine Nobile Donna sein.»