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Zulu Dawn ist sowas wie das Prequel zu Zulu. In letzterem wird der heroische Kampf einer Handvoll Briten gegen das siegreiche Heer der Zulus (Zulu Dawn) beschrieben, während der 15 Jahre später gedrehte Zulu Dawn die eigentliche Schlacht beschreibt. Inszeniert wurde dieser von Daniel Hickox (Brannigan, Theatre of Blood) mit einem wahren Auflauf an Stars, in grösseren und kleineren Rollen, wie Burt Lancaster, Peter O’Toole, Denholm Elliot, Bob Hoskins, Simon Ward. Nigel Davenport u.a. Der Film ist bei uns meines Wissens leider nur als 4:3 Version erhältlich, für die 2.35:1 Fassung muss man den Import bemühen.
Zulu Dawn wird immer wieder als Elmer Bernsteins letzter grosser Abenteuerscore beschrieben. Die vorliegende CD von Buysoundtrax präsentiert exakt das gleiche Programm wie die vorangegangenen Scheiben von Cerberus und La-la Land Records. Wer also Bernsteins Score bisher verpasste, kann hier ohne Zögern zugreifen, denn Zulu Dawn ist eine prächtige Musik.
Bernstein beginnt nach dem kurzen, eher stillen „Morning (Main Title)“ mit dem fulminanten „The Chase“, hier hören wir das Haupthema gespielt von den Hörnern, begleitet von perkussiven Klängen, Trommeln, die wir sofort mit Afrika und vielleicht auch den Zulu in Verbindung bringen (aber abseits vom gängigen Hollywood-Klischee), und einem wortlosen, tiefen Chorgesang. Nach „The Chase“ mit dem Thema für die Zulus folgt ein schmissiges Stück: „Regimental March“. Das Thema extrahiert Bernstein häufiger während des Scores in diversen Kolorits (zB. „Glory“). Ein weiterer Marsch, diese Mal aber nicht aus der Feder von Bernstein, ist „March of Harlech“, dessen Ursprung ins 18. Jahrhundert zurück geht und der immer mal wieder in kurzen oder längeren Schnipseln Einzug in den Score findet.
„River Crossing“ eine deftige, wie es im Filmmusikvolksmund so schön heisst, Travelmusik zeigt, diese in ein durchaus marschähnliches Kleid schlüpfend, aber für volles Orchester geschrieben, alles wunderbar eingebettet, spektakulär und abwechsungsreich gestaltet. Einer der feinsten Cues des Scores. Aber auch die mit Action strotzenden, faszinierenden Stücke wie „The Chase“, „The Hunt“, „Escape“, „Zulus“ und, passenderweise, „More Zulus“ zählen zu den Höhepunkten von Zulu Dawn, ein Genuss. Kurz, so um die zwei Minuten Marke in „Glory“ und zu Beginn von „Into Battle“ schimmert gar Bernsteins beliebter und unverkennbarer Wildwest-Stil kurz durch. Ein weiteres Thema, gespielt von den Streichern, ist in „Dunford“ zu hören, dieses wird zuvor bereits in „River Crossing“ angespielt. Es ist eines der ruhigeren Passagen, wovon es in dem Score nicht viele gibt.
Zulu Dawn ist mehr als nur ein reiner Abenteuerscore. In der Musik sind Stolz und Britischer Kampfgeist zu hören, aber auch Vernichtung, Terror und Tod (gibt es einen besseren Cue als „Aftermath“ als Finish?). Das alles verpackt in mitreissende Farben und von einer famosen Einspielung des Royal Philharmonic Orchestras wiedergegeben. Bleibt noch die Frage ob es von Zulu Dawn vielleicht dereinst eine Lang-Film-Version geben wird?
Und für die Junghörer unter den Lesern: Hier unbedingt zugreifen – ob limitiert oder nicht -, denn Zulu Dawn gehört mit zum Feinsten was Bernstein in den 70er Jahren komponiert hat.