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Lass dich nicht durch verwendeten Begriffe Ziehen und Blasen verwirren. Denke zunächst an deine natürliche Atmung im entspannten Zustand. Auch wenn das Ein- und Ausatmen ein automatischer Vorgang ist, den wir nicht bewusst in Gang setzen und aufrecht erhalten, können wir lernen ihn bewusster wahrzunehmen und bis zu einem gewissen Grad zu steuern. Natürliche Grenzen sind uns gesetzt z.B durch das Lungenvolumen und dadurch dass wir die Atemluft nicht zeitgleich "auftanken" und "aufbrauchen" können (ausser mit Hilfe Zirkulärer Atmung).
Praxistipp:
Ein wichtiges Ziel ist es, unseren Lufthaushalt beim Spielen so zu "verwalten", dass nicht plötzlich zu wenig oder zuviel Luft in der Lunge ist. Gerade Anfänger tendieren dazu, zuerst einmal tief Luft zu holen, vermutlich aus der Analogie zu anderen Instrumenten, die mit Blasen gespielt werden. Nun spielt aber bei der Bluesharp das Einatmen tendenziell eine wichtigere Rolle als das Ausatmen. Zumindest wenn man sich mit den grundlegenden Bluesrhythmen befasst, beginnt das Spiel oft mit einem Ziehton oder Ziehakkord (Kanzellen 1 bis 6). Hat man nun die Lunge schon vor dem Spielen "vollgetankt", kommt man schnell an die Grenze mit der möglichen Luftaufnahme, was nicht zuletzt zu einer verkrampften Haltung mit angehobenen Schultern verleitet.
Wenn ich hingegen die Atemluft ganz rauslasse, kurz innehalte und dann wieder entspanne, füllt sich die Lunge wieder von alleine. Beim Spielen geschieht das Gleiche wie beim Ein- und Ausatmen und kann je nach gewünschter Dynamik von einer oberflächlichen Atmung bis zu einer tiefen Zwerchfellatmung variert werden.
Grundsätzlich verlangen die unterschiedlichen Spielweisen keinen besonders starken und willentlich erzeugten Druck beim Ein- und Ausatmen.