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Sphärolithe
(grch.) oder Sphärulite, in der Petrographie Bezeichnung für Kügelchen oder Kugeln von radialstrahliger oder radialfaseriger Struktur, die oft in großer Menge in der Masse rasch erkalteter Eruptivgesteine liegen, in Obsidianen, Perliten, Pechsteinen, vielen Felsitporphyren und Rhyolithen. Die um den Mittelpunkt herum angeschossenen Strahlen gehören bald einer und derselben Mineralsubstanz an, bald sind sie untereinander nicht gleichartig (gemengte S., wozu die aus weißem Feldspat und grüner Hornblende [* 3] bestehenden großen Kugeln in dem corsischen Diorit gehören); auch beteiligen sich Strahlen von Glas [* 4] oder von mikrofelsitischer Materie an der Zusammensetzung der S., immer aber werden die eigentlichen S. chemisch aus Silikaten gebildet, und deshalb pflegt man z. B. die Kügelchen des Erbsensteins (s. d.) nicht als S. zu bezeichnen. Die höher entwickelten derselben zeigen im centralen Schnitt zwischen gekreuzten Nicols oft ein schönes dunkles Interferenzkreuz. In den Gesteinen sinken die S. häufig zu mikroskopischer Kleinheit herab. Auch in künstlichem Glas bilden sich mitunter S. aus.