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Swimmingpool
Wasser, Energie und chemische Produkte
Ein Swimmingpool macht viel Freude. Es ist für den, der sich um ihn kümmert, eine verantwortungsvolle Aufgabe, aber für die Umwelt stellt er eine Belastung dar. Denn er braucht regelmässig frisches Wasser, Strom für die Pumpe, chemische Desinfektionsmittel und Energie für die Heizung, falls eine solche Ausrüstung vorhanden ist. Die negativen Auswirkungen können stark eingeschränkt werden, wenn einige nützliche Massnahmen befolgt werden.
Für weitere Informationen berühren Sie die Objekte.
Decken Sie den Pool wann immer möglich zu
Das ist DIE Massnahme: Decken Sie den Pool zu, wenn Sie ihn nicht benutzen. 1. Das verhindert die Verdunstung, der Hauptgrund der Wasserabkühlung. 2. Mit regelmässigem Zudecken können 30 bis 50% der Wassermenge und der chemischen Produkte eingespart werden. 3. Die Abdeckung schützt vor Staub und Schmutzteilen, die den Filter verunreinigen.
Die Abdeckungen sind je nach Modell unterschiedlich stark isolierend und transparent für das Sonnenlicht, was einer kostenlosen Heizung gleichkommt. Es sind Sommerabdeckungen (Aufwärmung und Isolierung) und Winterabdeckungen (Schutz und Sicherheit) erhältlich. Informieren Sie sich auch über die Lebensdauer des Materials: Die UV-Strahlen können eine Abdeckung innerhalb 2 oder 3 Jahren beschädigen.
Wind = erhöhte Verdunstung = Abkühlung
Genauso wie man auf die heisse Suppe bläst, um sie abzukühlen, senkt der Wind die Wassertemperatur im Pool, denn er erhöht die Verdunstung. Eine Mauer, eine Stellwand oder eine Hecke können den Luftzug abhalten, vorausgesetzt der Windschutz ist hoch genug, so dass sich keine Turbulenzen auf dem Wasser bilden können.
Verdunstung = Abkühlung
Das ist der Hauptgrund für die Wasserabkühlung. Die Verdunstung von einem Liter Wasser benötigt eintausendmal mehr Energie, als die Erwärmung um ein Grad Celsius. Ungefähr 70% des Wärmeverlusts in einem Pool ist auf die Verdunstung zurückzuführen, 20% auf die Umgebungsstrahlung und 10% auf den Kontakt mit der Umrandung und dem Boden. Die Sonne ist die beste Heizung, sie erhöht allerdings die Wasserverdunstung (die bei jedem Wetter stattfindet). Eine gute Sommerabdeckung ist lichtdurchlässig, schützt vor Verdunstung und Wärmeverlust und erhöht die Wassertemperatur um 3 bis 5° C.
Die Pumpe... ein Stromfresser
Je leistungsfähiger eine Pumpe ist (1 PS = 736 Watt), desto teurer ist sie und desto mehr Strom verbraucht sie. Man kann eine kleinere Pumpe wählen, und sie mit einem grösseren Filter kombinieren, denn er wird so weniger Widerstand bieten. Grundsätzlich gilt: Wenn alles vermieden wird, was die Wasserzirkulation beeinträchtigt, kann man bis zu 40% Strom sparen: Schmutzansammlungen in den Wasseranschlüssen vermeiden, Filter regelmässig reinigen, lange Schläuche und rechtwinklige Knickstücke vermeiden sowie die Pumpe mit Zeitschaltuhr ausstatten. Eine Pumpe mit variabler Geschwindigkeit (beim Baden die höhere Durchflussgeschwindigkeit wählen) benötigt weniger Elektrizität.
LEDs sparen Strom und leben länger
Heute sind LED-Leuchten (lichtemittierende Dioden) erhältlich, die 6 bis 10-mal weniger Elektrizität verbrauchen als traditionelle Spots. LEDs haben zudem eine längere Lebensdauer als gewöhnliche Scheinwerfer. Sie werden mit der Zeit schwächer, fallen aber in der Regel nicht plötzlich aus, weshalb der Pool zum Auswechseln einer Lampe nicht mehr geleert werden muss.
Natürlich sieht ein in der Nacht beleuchteter Pool schön aus. Aber das ist ein doppelter Energieverlust: Einmal, da die Lampen Strom brauchen, und dann auch durch den Wärmeverlust des Wassers, das sich wegen der Verdunstung ohne Abdeckung schnell abkühlt. Hinzu kommt, dass das bläuliche Wasser Nachtfalter und kleine Tiere anzieht, die im Pool ertrinken...
Heizung
In der Schweiz unterliegen Schwimmbeckenheizungen einer Bewilligungspflicht, und die Einschränkungen sind Kantonal geregelt (Adressen der kantonalen Dienststellen für Energie finden Sie auf der Einstiegsseite unter dem Link "Kontakt"). Einige Kantone bewilligen nur Systeme mit erneuerbarer Energie (wie Sonnenkollektoren) oder die Verwendung von Abwärme. Andere bewilligen auch Wärmepumpen (WP).
Mit einer guten Sommerabdeckung – die das Sonnenlicht durchscheinen lässt, die die Wärme zurückhält und so die Wasserverdunstung verhindert – kann in der Regel auf eine Heizung verzichtet werden.
Chlor und Säuren für den Pool
Chlor darf nie neben anderen Chemikalien zur Poolpflege wie ph-Minus oder ph-Plus etc. stehen, denn der Kontakt von Chlor mit Säuren bildet giftige Dämpfe, die entweichen. Ob als Tabletten, Granulat oder Pulver: Atmen Sie nie direkt über den Behältern, die immer gut verschlossen sein müssen. Tragen Sie bei der Handhabung sicherheitshalber Handschuhe. Am besten ist ein Desinfektionssystem ohne Chlor – z.B. Elektrolyse für Swimmingpools -, so vermeiden Sie die Substanz, die Hände und Lungen angreift.
Vor dem Baden duschen
Es ist sehr wichtig, sich vor dem Bad im Pool zu duschen, um Schweiss sowie Schüppchen, die sich natürlicherweise von der Haut lösen, abzuwaschen. Im Kontakt mit diesen organischen Partikeln (inklusive Urin), wandelt sich Chlor in toxische und flüchtige Substanzen um: Trihalomethane und Chloroamine, die in die Lunge eindringen und die Haut schädigen. Diese Substanzen können bei bestimmten Personen Asthma verschlimmern oder Asthma-Anfälle auslösen (die nicht mit Asthma zusammenhängen müssen). Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Wasserqualität eines Schwimmbeckens mehr von der Sauberkeit der Badenden abhängt als von der Anzahl!
Regen
Wenn es stark und viel regnet, verändert sich die Wasserzusammensetzung. Es wird saurer und kann sogar "grünlich" werden (durch Grünalgen). Da der Swimmingpool stark gefüllt ist, ist man zudem versucht, ihn teilweise zu leeren, um den Wasserspiegel zu senken. Das ist aber nicht erlaubt: Es darf kein zusätzliches Wasser in Flüsse und Kläranlagen geleitet werden, wenn diese bereits durch die Regenfälle überlastet sind!
Wasser an den richtigen Ort ableiten
Wasser aus Schwimmbecken gilt als unverschmutzt und darf in die Regenwasserkanalisation geleitet werden. Aber Vorsicht: Damit die Pflanzen- und Tierwelt der Seen und Flüsse keinen Schaden nimmt, muss die Wasserbehandlung unbedingt mindestens 48 Stunden vor der Entleerung des Bassins eingestellt werden. Am sichersten ist es, mittels Messapparaten zu überprüfen, ob die Chlorkonzentration (und diejenige der anderen Produkte) vernachlässigbar gering ist.
Das Reinigungswasser des Filters und des geleerten Bassins muss hingegen in die Schmutzwasserkanalisation eingeleitet werden. Es wird anschliessend in der Kläranlage gereinigt.
Sicherheitsausstieg
Es kann vorkommen, dass ein Frosch, eine Kröte, ein Molch oder ein Igel aus Versehen ins Schwimmbecken fällt. Ist kein Ausstieg vorhanden, muss das Tier solange am Rand entlang schwimmen, bis es aus Erschöpfung ertrinkt. Ist jedoch eine kleine Rampe befestigt (zum Beispiel ein einfaches Holzbrettchen mit Rillen oder Leisten), kann es das Becken lebend verlassen. Die Rettung funktioniert leider nicht in jedem Fall, denn einige Tiere geraten in Panik oder finden die Rampe nicht. Da so ein Not-Ausstieg aber wirklich nicht teuer ist, lohnt es sich ihn anzubringen.