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Anfang der dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts hatte der junge Ingenieur Hans Widmer die Idee, das Wasser der Thermalquelle als Getränk in Flaschen abzufüllen. Er gründete 1935 die Weissenburg-Mineralthermen AG und nahm mit einigen Mitarbeitern und einfachen Hilfsmitteln den Produktionsbetrieb in einem Kellerraum des Kurhauses auf.
Weissenburger Mineralwasser am Bahnhof Weissenburg
Der Anfang war schwierig, nicht zuletzt wegen der grossen Konkurrenz. Erstmals in der Schweiz wurde Mineralwasser mit Zitronen- und Orangengeschmack auf den Markt gebracht, mit Erfolg. Als die holländische Königin sich Mineralwasser aus Weissenburg liefern liess, weil ihr Arzt ihr zu einer Trinkkur geraten hatte, war dies ein wirkungsvoller Werbeeffekt. Im dritten Betriebsjahr fand Hans Widmer in Fritz Wüthrich einen idealen Geschäftspartner.
Die beiden bauten das Unternehmen grosszügig aus und liessen in Därstetten einen modernen Abfüllbetrieb erstellen. Schwierigkeiten in der Material- und Maschinenbeschaffung während des Zweiten Weltkriegs und eine verheerende Lawine, die 1942 auf das Gebiet der Quellfassung niederging und dort einen 30 Meter hohen und 200 Meter langen Schuttkegel hinterliess, bereiteten dem Unternehmen jedoch Probleme.
Nach dem Krieg begann wieder ein Aufschwung. Die Produktionsanlagen wurden ständig modernisiert und die Kapazität der Abfüllanlage gesteigert. 1969 zogen sich die beiden Inhaber aus der Geschäftsleitung zurück und übergaben ihren Nachfolgern ein vorbildlich geführtes und erfolgreiches Unternehmen. 1985 wurde die Weissenburg-Mineralthermen AG und die Brauerei Feldschlösschen zusammengeschlossen. Verschiedene Faktoren, wie z.B. die Notwendigkeit enormer Investitionen zur Einhaltung der Mineralwasserqualität, führten jedoch zur Schliessung des Betriebs.
Weissenburger Thermalwasser kann man noch heute trinken. Wer möchte, kann bei der Bahnhaltestelle Weissenburg in einem kleinen Unterstand das heilkräftige Weissenburger-Wasser gratis in mitgebrachte Flaschen abfüllen.