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Am Ende war es eine Rückhand longline, der Paradeschlag des sechzehn Jahre jüngeren Russen, der ein dramatisches Tiebreak zur Enttäuschung der Fans in der Basler St. Jakobshalle beendete. Sie wollten unbedingt einen dritten Satz, und Stan Wawrinka unternahm alles, um diesen zu erzwingen.
Nach einem komplett missglückten Startsatz mit drei Aufschlagverlusten steigerte sich Wawrinka im zweiten Durchgang deutlich, fand aber kein Mittel gegen den Service des Qualifikanten aus Rostow. Bei seiner 16. Teilnahme in Basel wehrte er bereits bei 5:6 einem Ass ab, kam im Tiebreak selber zu zwei Satzbällen, jedoch nie bei eigenem Aufschlag. Zum 10:8 nutzte Schewtschenko, der in diesem Jahr mit drei Turniersiegen bei Challenger-Turnieren in die Top 100 vorgestossen war, seinen dritten Matchball.
Stricker wieder einmal mit einem Sieg
Immerhin sorgte Dominik Stricker (ATP 96) dafür, dass mindestens ein Schweizer in den Achtelfinals steht. Der Berner Linkshänder nutzte seine Chance gegen Benjamin Hassan (ATP 163) und gewann nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge 7:6 (7:2), 6:2. Er trifft nun am Donnerstag auf den als Nummer 2 gesetzten Casper Ruud oder den Kasachen Alexander Bublik (ATP 30).
Der Sieg gegen den Deutsch-Libanesen ist ein kleiner Befreiungsschlag für Stricker. Seit seinem begeisternden Lauf am US Open mit dem Sieg gegen die Weltnummer 6 Stefanos Tsitsipas und der erstmaligen Qualifikation für die Achtelfinals eines Grand-Slam-Turniers hatte das grösste Schweizer Talent fünf Partien in Folge verloren und drohte, wieder aus den Top 100 der Weltrangliste zu fallen.
Gegen Hassan zeigte Stricker aber eine konzentrierte Leistung und agierte vor allem bei eigenem Aufschlag überzeugend. Einzig Mitte des zweiten Satzes - mit einer beruhigenden 4:1-Führung im Rücken - musste er drei Breakchancen abwehren. Nach etwas über eineinhalb Stunden nutzte er schliesslich seinen dritten Matchball zum sicheren Erfolg.
Rune wendet Ausscheiden in extremis ab
Wenig fehlte hingegen, und die Swiss Indoors hätten ihr grösstes Aushängeschild verloren. Holger Rune wendete aber gegen Miomir Kecmanovic eine verloren geglaubte Partie.
Die Weltnummer 6 Rune knüpfte zunächst nahtlos an die desolaten Resultate der letzten Monate an. 1:6 und 3:4 mit Break lag der 20-jährige Däne mit dem feurigen Temperament gegen den Serben Kecmanovic (ATP 55) im Hintertreffen, ehe er das Blatt noch wenden konnte. Nach genau zwei Stunden durften Rune und sein neuer Coach Boris Becker aber dennoch den ersten Sieg in dieser Kombination bejubeln.