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Audiodeskription und Audioeinführung
Audiodeskription soll die Zugänglichkeit visueller Medien für Blinde und Sehbeeinträchtigte erhöhen: Filme, Bilder und andere visuelle Darstellungen werden in gesprochene Beschreibungen übersetzt.
Die Audioeinführung kann vor dem Betrachten des Films als Text (Audiodatei oder für ein Text-to-Speech-System formatiert) zur Verfügung gestellt werden. Eine Audioeinführung empfiehlt sich beispielsweise, wenn im Film sehr viel gesprochen wird. Tests im Projekt haben ergeben, dass Studierende, die vor dem Betrachten eines Lehrfilms eine Audioeinführung rezipieren, den Film besser verarbeiten als Studierende, die im Vorfeld keine Audioeinführung rezipieren.
- 2018 haben Masterstudierende der Vertiefung Fachübersetzen in Zusammenarbeit mit der Hörfilmredakteurin Dr. Eva-Maria Hinterwirth vom ORF die Audiodeskription des Spielfilms «Professor Love» (Tom Vaughan, 2014) erstellt. Die Ausstrahlung erfolgte am 30.7.2018 um 20.15 Uhr im Programm «Das Erste». Sehen Sie sich einen Ausschnitt aus dem Film «Professor Love» mit Audiodeskription an.
- In der Schweiz werden Audiodeskriptionen auch in Schweizer Mundart erstellt. Sehen Sie sich dazu einen Ausschnitt aus dem Film «Achtung, Fertig, WK!» an. Die Audiodeskription wurde 2015 von ZHAW-Studierenden in Zusammenarbeit mit dem SRF erarbeitet.
Bislang werden Audiodeskriptionen vor allem im Fernsehen, insbesondere zur Beschreibung von Spielfilmen, eingesetzt. So entstehen Hörfilme, die aus dem Original-Filmton und der Audiodeskription bestehen. Allerdings existieren für die Erstellung von Audiodeskriptionen im deutschsprachigen Raum unterschiedliche, zum Teil widersprüchliche Anwendungsregeln. So fordert Benecke (2014) u.a., dass in der Filmbeschreibung keine Interpretationen vorgenommen werden sollen (z. B. «Sie sieht wütend aus»). Vielmehr sollten Beschreibungen erstellt werden, welche der sehbeeinträchtigten Person die Interpretation selbst überlassen (beispielsweise «Sie zeigt ihre Zähne und zieht die Stirn in Falten»). Im Gegensatz dazu vertritt Fix (2005) die Position, dass eine Interpretation in der Filmbeschreibung erlaubt sein sollte.
Für die Audiodeskription von Dokumentar- und Unterrichtsfilmen, die bei der Unterstützung von blinden und sehbeeinträchtigten Studierenden im Fokus unseres Projekts stehen, gibt es bisher noch gar keine Regeln.
Benecke, Bernd, 2014. «Audiodeskription als partielle Translation. Modell und Methode.» Berlin: LIT.
Fix, Ulla, Hrsg., 2005. «Hörfilm. Bildkompensation durch Sprache.» Berlin: Schmidt Verlag GmbH & Co.