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Dyskalkulie
Dyskalkulie ist eine Lernschwäche, welche das mathematische Denken betrifft. Etwa 5 Prozent der Kinder sind von einer Dyskalkulie betroffen.
Dyskalkulie ist eine Lernschwäche, welche das mathematische Denken betrifft. Etwa 5 Prozent der Kinder sind von einer Dyskalkulie betroffen. Weil hinreichende mathematische Kompetenzen heutzutage unabdingbar sind, um am schulischen, beruflichen und gesellschaftlichen Leben erfolgreich teilnehmen zu können, ist unser Ziel diese Lernstörung wissenschaftlich zu erforschen, um betroffene Kinder bestmöglich unterstützen zu können.
Mittels Magnetresonanztomographie ist es uns möglich, Abläufe im Gehirn darzustellen, welche zu mehr Klarheit über neuropsychologische Prozesse der Dyskalkulie beitragen. Dabei untersuchen wir die Hirnaktivität während numerischen Aufgaben (fMRI), aber auch die Hirnstruktur (VBM) oder die Faserverbindungen zwischen Hirnarealen (DTI, Connectivity) von Kindern mit und ohne Dyskalkulie. Unsere Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Hirnaktivität, in der Anatomie einzelner Hirnstrukturen und den Faserverbindungen bei Kindern mit Dyskalkulie.
In «cross-sectional» und Längsschnittstudien untersuchen wir die normale und atypische Entwicklung der Zahlenverarbeitung auf Verhaltens- und auf neuronaler Ebene. Unsere Ergebnisse deuten auf eine atypische Entwicklung der neuronalen Netzwerke für die Zahlenverarbeitung bei Kindern mit Dyskalkulie hin.
Wir untersuchen bei unseren Studien nicht nur die primären Beeinträchtigungen von Kindern mit Dyskalkulie, wie Rechnen, sondern uns interessieren auch die sekundären Probleme, wie die Mathematikangst und deren Zusammenhang mit neuronalen Grundlagen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Mathematikangst mit strukturellen Veränderungen in angstverarbeitenden Hirnstrukturen im Zusammenhang steht.
Weiter interessiert uns ebenfalls der Zusammenhang zwischen numerischen und visuell-räumlichen Fertigkeiten bei Kindern mit Dyskalkulie. So deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass wir wahrscheinlich eine Region im Gehirn besitzen, welche sowohl numerische als auch visuell-räumliche Grössenvergleiche verarbeitet. Weiter zeigen unsere Ergebnisse, dass Kinder mit Dyskalkulie vor allem Schwierigkeiten bei höheren visuell-räumlichen Grössenverarbeitungsprozessen haben.
Basierend auf unseren und anderen Ergebnissen haben wir in Zusammenarbeit mit weiteren Fachkräften das Trainingsprogramm Calcularis für Kinder mit Dyskalkulie entwickelt. Aufgrund der viel versprechenden Ergebnisse unserer Studien, in welchen wir das Training auf seine Wirksamkeit evaluiert haben, sind wir bestrebt dieses stets weiterzuentwickeln um betroffene Kinder, Erwachsene, Therapeutinnen, Therapeuten, Lehrkräften und Forschenden unterstützen zu können. Es freut uns, dass Calcularis nun hier erhältlich ist.