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Sommer, Sonne, Hitzestress und Pansenübersäuerung
Bei steigenden Umgebungstemperaturen und starker Sonneneinstrahlung kommt nicht nur der Bauer ins Schwitzen. Temperaturen ab 20°C belasten den Stoffwechsel von Kühen enorm. Die Kuh neigt zum selektiven Fressen und vermeidet faserhaltige Futterkomponente, da die Verdauung von Fasern mehr Wärme erzeugt. Daraus Folgt eine reduzierte Futteraufnahme, eine verringerte Wiederkauaktivität, eine geringere Speichelproduktion und Schlussendlich eine Pansenübersäuerung.
Bei einer Pansenübersäuerung oder auch Pansenacidose handelt es sich um eine Störung des Gleichgewichts im Pansen. Faserarme Futtermittel enthalten viele Kohlenhydrate. Werden diese im Pansen verdaut, entstehen flüchtige Fettsäuren wie Essigsäure, Propionsäure oder Milchsäure. Die Fettsäuren werden durch die Pansenzotten aufgenommen und via Blut abtransportiert. Eine Pansenübersäuerung entsteht, wenn mehr Säure entsteht als abtransportiert werden kann. Insbesondere die Milchsäure lässt den pH-Wert im Pansen unter 6.0 sinken, was als saures Milieu gilt. Es folgt ein Massensterben von Mikroorganismen, was die Pansenaktivität verringert. Der Panseninhalt wird nicht mehr ausreichend verdaut und wird wider ausgeschieden. Das saure Milieu greift zudem die Pansenschleimhaut an, was zu Entzündungen oder Geschwüren führen kann. Die Leber wird geschwächt und Klauenprobleme enstehen.
Anzeichen einer Pansenübersäuerung
tiefer Fettgehalt der Milch
Leistungsabfall
verdreckte Flotzmaul mit Futterresten und Nasenausfluss
Fett/Eiweissquotient unter 1
Müdigkeit
verringertes Wiederkauen
unverdaute Pflanzenrückstände im Kot
Ration anpassen, aber wie?
Um einer Pansenübersäuerung entgegen zu wirken muss zwangsläufig der pH-Wert stabilisiert werden. Dabei sollte der Rofasergehalt jedoch nicht stark erhöht werden, da wie oben beschrieben die faserhaltige Futterkomponente in der Hitzezeit nicht gern gefressen werden. Die Situation würde sich weiter verschärfen. Da der TS-Verzehr und somit die Nährstoffaufnahme der Kuh bei warmen Temperaturen sinkt, ist es wichtig, die Mischration schmackhaft zu gestalten. So kann der Verringerten Futteraufnahme entgegengewirkt werden. Jedoch muss die fehlende Struktur durch Puffer ersetzt werden. Nur so kann eine Pansenacidose verhindert werden.
Druch den Einsatz von Puffer werden die gebildeten Säuren neutralisiert. Der pH-Wert im Pansen steigt auf ein neutrales Niveau. Eine Mischung aus verschiedenen Puffersubstanzen hilft Schwankungen des Säuregehaltes im Pansen aufzufangen.