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Schon 1987 hat sich Tess Gerritsen als Romanautorin versucht, 14 Jahre bevor ihr erster Jane-Rizzoli-Thriller erschienen ist und immer noch 9 Jahre bevor ihr mit dem nur noch romantisch angehauchten Medizin-Thriller Harvest (in deutscher Übersetzung Kalte Herzen) der Durchbruch gelungen ist. Der Anruf kam nach Mitternacht war ihr erster Thriller und ganz in der Tradition von US-Bestsellerautoren eine Art Spionageroman (auch Dan Brown legte mit Digital Fortress/Diabolus einen Agenten-Thriller als Debüt vor) der im Gegensatz zur Konkurrenz sehr stark auf Romantik setzt.
Simon Dance soll sterben, doch stattdessen ermordet das Opfer seinen Mörder und verbrennt diesen, so dass es keine Spuren gibt, dass nicht er ermordet wurde. In Amsterdam erfährt ein zwielichtiger alter Mann schließlich dass Geoffrey Fontaine tot sein soll, doch er zweifelt und befiehlt dass von nun an auch die Fontaines Frau beschattet werden soll. Geoffrey und Sarah Fontaine waren erst seit knapp 2 Monaten verheiratet, als Sarah kurz nach Mitternacht in Washington einen Anruf aus dem Außenministerium erhält. Nicholas O'Hara muss ihr mit Bedauern mitteilen, dass Geoffrey in Berlin bei einem Brand ums Leben gekommen ist. Sarah kann und will das nicht glauben. Könnte es eine Verwechslung sein? Schließlich war Geoffrey doch geschäftlich in London und nicht Berlin. Auf Sarahs Fragen hat Nick keine Antworten, also beschließt er sie zu sich ins Außenministerium vorzuladen und beginnt weiterzurecherchieren, wobei er feststellt, dass der Tote bis vor ein paar Jahren noch nicht einmal existierte...
In Anbetracht von diesem Debüt ist man beinahe verwundert, dass Tess Gerritsen heute ein Bestellerautorin ist, doch Übung macht bekanntlich den Meister. Man soll und darf daher diesen Erstling einfach nicht mit anderen Werken vergleichen, die über 10 Jahre danach erschienen sind, Gerritsens frühe Romantik-Schaffensperiode war eindeutig nicht ihre goldene. Bei manchen Anrufen sollte man es einfach läuten lassen, besser wäre das auch für Sarah Fontaine gewesen, sie hätte uns damit einen durchschaubaren Plot mit ebenso durchsichtigen Charakteren und einem plumpen Romantik-Element erspart. Leider steht "Der Anruf kam nach Mitternacht" programmatisch für einen Großteil Tess Gerritsens früher Werke und setzt auf die gleichen Elemente wie alle dieser Romantic Thriller. Indes ist das Buch sehr gefühlvoll, denn ein Gefühl für den Verlauf der Geschichte entsteht relativ bald, auch wenn das Ende noch weit entfernt sein mag.
Fazit:
Selbst für Fans ein Buch dass man nicht gelesen zu haben braucht.
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