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Beeinflusst die Erziehung die Hirnstruktur?
Die Werbung, in welcher ein bekanntes Schokoladenei Kinder um den Verstand bringt, ist in Wahrheit die Darstellung eines ganz besonderen Experiments, das zeigte: Selbstregulierung ist Gehirnsache. Sie wird vom Präfrontalen Cortex aus gesteuert. Doch was bedeutet das für Eltern? Klar ist, dass die biologische Reifung dieses Gehirnareals von der Erziehung beeinflusst werden kann, die Verzicht und Liebe verbindet.
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Selbstregulierung und Selbststeuerung - wichtige Eigenschaften für die Zukunft
"Warte bis ich wieder da bin und du bekommst einen zweiten Marshmallow." Ungefähr so muss das Experiment stattgefunden haben, das Walter Michael in den 60er Jahren durchführte, um Kenntnisse über die Selbstregulierung und Selbststeuerung von Kindern zu erfahren. Tatsächlich konnten Unterschiede zwischen jenen Kindern festgestellt werden, die der süssen Versuchung nicht widerstehen konnten und jenen, die auf die grössere Belohnung gewartet haben. Letztere zeichneten sich durch hohe Sozialkompetenz, ein gesteigertes Selbstbewusstsein und eine höhere Konzentrationsfähigkeit aus und waren darüber hinaus resistenter gegenüber Stress.
Viele Jahre nachdem das Experiment durchgeführt worden war, wurde ausserdem herausgefunden, dass Menschen, deren Impulskontrolle im Kindesalter nicht besonders hoch war, anfälliger sind für Suchtkrankheiten und psychische Störungen.
Erziehung für Selbstregulierung und Selbststeuerung in der Familie
Ein Kind macht stets soziale Erfahrungen. Vom ersten Tag an ist es den Reizen aus seiner Umgebung ausgesetzt, beispielsweise seitens der Familie oder den verschiedensten Eindrücken, die während eines einzigen Spaziergangs auf es einprasseln. Soziale Erfahrungen formen die Hirnstruktur, was sich auf das spätere Verhalten auswirkt.
In Bezug auf die Selbststeuerung sind alle notwendigen Grundvoraussetzungen im Gehirn vom Kind vorhanden. Jetzt ist es lediglich eine Frage der Erziehung, um die Selbstkontrolle des Kindes zu beeinflussen. Eltern können jedoch beruhigt sein. Vor dem zweiten Lebensjahr ist das Stirnhirn von Kindern noch nicht bereit, Impulskontrolle zu lernen. Strafen und Tadel wirken in diesem Alter in die negative Richtung und können im schlimmsten Fall Traumata mit weitreichenden Folgen auslösen, da dadurch auch die Entwicklung des Gehirns negativ beeinflusst wird.
Wie lernen Kinder Selbstkontrolle
Es kommt nie darauf an, was für ein Erziehungsziel du dir stellst. Wichtig sind viel Liebe und eine trotzdem konsequente Haltung. Zwei Begriffe, die sich in keinem Fall ausschliessen. Schon gar nicht, wenn es darum geht, Kindern Selbstregulierung und Selbstkontrolle beizubringen.
Grundlage jeder Erziehung ist ein liebevolles und gefestigtes Verhältnis zu den Eltern. Wenn die Bindung stark ist, können Erziehungsmassnahmen viel leichter aufgenommen werden. Strafen, Tadel und laute Worte gehören trotzdem nicht zur Erziehung. Kinder lernen Impulskontrolle, wenn Eltern nein sagen und dieses nein auch gilt. Auf diese Weise lernt dein Kind, dass es nicht alles haben kann oder einige Zeit auf etwas warten muss.
Weitere Erziehungs-Grundsätze, die für eine gesunde Entwicklung dazugehören:
- Stärke stets die positiven Eigenschaften deines Kindes.
- Schenke negativen Verhaltensweisen nicht unnötige Aufmerksamkeit.
- Lasse dein Kind bei Entscheidungen mitbestimmen.
- Besprecht bestimmte Sachverhalte und Lösungen als Familie, in der jedes Mitglied gleichgestellt ist (Hier gibt's weitere Informationen zum "Familienrat").
- Sorge dafür, dass dein Kind genug qualitative Zeit mit dir verbringen darf. Spielen, ein Buch lesen oder auf den Spielplatz gehen, stärken die Bindung und festigen den Charakter deines Kindes.
In der Kindheit ist alles erlernbar. Dazu zählt auch die Impulskontrolle. Am Ende ist es immer die Aufgabe der Erwachsenen, die Weichen rechtzeitig zu stellen, um dem Kind bestimmte Werte zu vermitteln und ihm liebevoll und ohne Strafen zu begegnen. Denn dann wird es im Erwachsenenalter weniger Schwierigkeiten und die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft haben.
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