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Pritzker-Preis für Arato Isozaki: "Überlegen, wie Menschen Häuser wieder aufbauen"
Aus der Vogelperspektive sah sie aus wie ein auberginenfarbenes Donut: die mobile, aufblasbare Konzerthalle «Ark Nova». Entworfen hatten sie der britische Künstler Anish Kapoor und der japanische Architekt Arato Isozaki. Sie ist auf Initiative des «Lucerne Festival»-Intendanten Michael Haefliger und Masahide Kojimoto, Präsident von Kajimoto Music, entstanden und war nach dem Erdbeben von Fukushima in den zerstörten Gebieten auf Tournee.
Damit passt sie gut zu weiteren Werken von Isozaki, der dieser Tage mit dem Pritzker-Preis geehrt worden ist: Der Wiederaufbau Japans nach dem Zweiten Weltkrieg hat den 1931 in Ōita auf Kyushu geborenen Architekten geprägt. «Als ich alt genug war, um die Welt zu verstehen, wurde meine Heimatstadt niedergebrannt. Auf der anderen Seite der Küste wurde über Hiroshima die Atombombe abgeworfen.» Es habe keine Architektur mehr gegeben, keine Gebäude und keine Stadt. «Ich begann zu überlegen, wie Menschen ihre Häuser und Städte wieder aufbauen könnten.» Vor allem in den 60erJahren hat er einiges zum neuen Gesicht von Ōita beigetragen: etwa mit dem Ärztehaus und dem dazugehörigen Annex, mit der Filiale der Fukuoka Sogo Bank oder der Bibliothek der Präfektur, das die Pritzker-Preis-Jury als ein «Meisterwerk des japanischen Brutalismus» bezeichnet.
Sie vermerkt in ihrer der Begründung aber auch, es sei ganz klar, dass Isozaki nicht Trends, sondern seinem eigenen Weg gefolgt sei. Weltweit hat er über hundert Bauten geschaffen. Zu den bekanntesten zählen das Museum für moderne Kunst in Los Angeles, das Olympia-Stadion von Barcelona und das Turiner Eishockey-Stadion. In den letzten Jahren habe Isozaki eine «aussergewöhnliche Dynamik» gezeigt, so die Jury und verweist unter anderem auf «Ark Nova». Als einer der einflussreichsten Figuren zeitgenössischer Architektur scheue er sich weder vor Veränderungen, noch davor, Neues auszuprobieren.