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Auszeit:
Der eine Gesichtspunkt ist: Du bist seit mehreren Generationen heimatlos. Wegen deines Glaubens wurde deine Familie mehrmals vertrieben. Ihnen wurde teilweise Entsetzliches angetan. Jemand, den du nicht persönlich kennst, verspricht dir ein Stück Land. Ein spezielles Grundstück soll es sein, nämlich das, auf dem deine Vorfahren lebten und es Heimat nannten. Und du wirst es auch wieder Heimat nennen, hier waren deine Vorfahren verwurzelt und lebten ihren Glauben. Hier entsteht
deine neue alte Heimat.
Der andere Gesichtspunkt ist: Deine Familie wohnt seit Generationen auf dem gleichen Grundstück. Du sagst: «Das ist mein eigener Boden.» Plötzlich kommt eine andere Familie, übernimmt dein Land und Haus. Sie sagen: «Dies hier war schon immer mein Grundstück, seit jeher.» Sie zwingen dich in die Flucht. Deinen Gebetsteppich haben schon deine Vorfahren hier ausgebreitet. Einige
haben sogar für das Land gekämpft und ihr Leben gelassen. Doch jetzt gelten neue Regeln. Du fängst neu an, an einem fremden Ort.
Beiden Konfliktparteien geht es um Land, Heimat, Identität, um Religion, Gerechtigkeit und Sicherheit. Dieser Konflikt geht zurück auf ihre Stammväter im Alten Testament. In neuerer Zeit, sowohl nach dem Ersten wie dem Zweiten Weltkrieg, bestimmten die Europäer bei der Landverteilung tatkräftig mit. Gefühle und «angestammtes» Recht wurden verletzt.
Wem gehört das Wasser in einem solchen Konflikt? Ein Jude setzte sich mal auf den Brunnenrand und ergriff das Wort mit einer Frau aus einer anderen Kultur, mit denen Juden keinen Kontakt pflegten, und bat sie um etwas Trinkwasser aus dem Ziehbrunnen. Es entwickelte sich ein längeres, verständnisvolles Gespräch zwischen zwei Menschen, die «offiziell» nicht miteinander redeten. Daraus entstand ein Besuch von zwei Tagen in einem, für den Juden Jesus, fremden Dorf. Er hatte den Mut, mit den Fremden Gemeinschaft aufzubauen, mit ihnen zu essen, zu reden. Sie begannen sich zu verstehen, zu akzeptieren und genossen das Leben spendende Wasser.