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Das Schweizer alpine Männerteam wird wohl Salt Lake City ohne Medaillen verlassen. Dass Urs Imboden oder Michael von Grünigen im Slalom reüssieren, ist unwahrscheinlich.Dieser Inhalt wurde am 22. Februar 2002 - 12:14 publiziert
Im Slalom liegt der letzte Schweizer Medaillengewinn 22 Jahre zurück: Jacques Lüthy gewann 1980 in Lake Placid Bronze. Der bisher einzige Olympiasieger war Edi Reinalter, vor 54 Jahren in St. Moritz.
Sollten Urs Imboden oder Michael von Grünigen, die beiden einzigen Schweizer Starter, ausgerechnet im Slalom die so triste Bilanz noch entscheidend verschönern, wäre dies eine kleinere Sensation.
So gesehen wird es erstmals seit 1964 keine alpine Olympia-Medaille für die Schweizer Männer geben. Mit dieser Prognose wird man wohl kaum falsch liegen.
Der Bündner und der Berner
Der Bündner Urs Imboden qualifizierte sich mit einem 12. (in Schladming) und einem 15. Platz (in Kranjska Gora) für Salt Lake City und müsste wohl die Olympia-Expedition als geglückt werten, wenn er in die Top 10 vorstossen könnte.
Im letzten Winter realisierte Imboden in Park City als Fünfter das bisher beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere, doch der Olympia-Slalom findet wenige Kilometer von Park City entfernt in Deer Valley statt. "Der Hang ist zwar ein anderer, aber die Luft ist dieselbe", macht sich Imboden Mut.
Michael von Grünigen bestreitet nach seiner Enttäuschung im Riesenslalom auch noch den Slalom, aber auch er darf sich wohl keine grossen Ambitionen machen. 1996 in der Sierra Nevada gewann der Berner Oberländer zwar WM-Bronze im Slalom, doch in dieser Saison bestritt er wegen seiner Verletzungen nur gerade die ersten beiden Slaloms der Saisons in Aspen. Dort belegte er die respektablen Ränge 7 und 14. Doch dies war Ende November, und seither blieb er ohne Ernstkämpfe in seiner zweiten Disziplin.
Favorit heisst Miller, USA
Die zentrale Frage wird sein, ob es dem Amerikaner Bode Miller gelingt, seinen Olympia-Auftritt zu einem goldenen Abschluss zu bringen. Zwei Silber-Medaillen hat er schon - errungen in der Kombination und im Riesenslalom.
Im Slalom ist er der Mann, den es zu schlagen gilt. Der 24-Jährige mit dem "unmöglichen" Stil begeht zwar sehr oft Fehler, aber wenn er die zu reduzieren weiss, ist er kaum zu schlagen.
swissinfo und Werner Eisenring (si)
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