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Für viele Schildkrötenhalter*Innen ist es wichtig, bei der Zusammenstellung einer Zuchtgruppe den Überblick über die Geschlechterverteilung im Bestand zu haben. Da eine deutliche Ausprägung der Geschlechtsmerkmale bei Astrochelys radiata aber erst spät mit der sexuellen Reife, in Gefangenschaft ca. ab 15 Jahren einsetzt, ist eine Geschlechtsbestimmung juveniler Exemplare anhand äußerer Merkmale oft sehr schwierig und braucht etwas Erfahrung und Fachwissen um einigermassen eine sichere Prognose über das Geschlecht erstellt zu können. Es kommen auch immer wieder Exemplare vor, die widersprüchliche äussere Geschlechtsmerkmale zeigen. So gibt es Weibchen, die einen konkaven Plastron aufweisen, und Männchen, die neben schmalen Analschildwinkeln auch kleine Schwänzchen haben.
Manchmal zeigen junge Weibchen schon früh um die Kloake deutliche Ansätze von Analwulsten. Dieses sackartige und äusserst dehnbare Gewebe ist bei Weibchen deutlicher ausgebildet als bei Männchen. Es dient vermutlich dazu, um grosse Eier leichter und ohne Verletzung aus der Kloake auspressen zu können. Juvenile Männchen lassen sich manchmal durch das sanfte Überbrausen mit warmen Wasser dazu stimulieren, den Penis aus der Kloake zu stülpen. Auch beim entspannten Baden in warmen Wasser oder beim Urinieren ist manchmal die Penisspitze kurz sichtbar. Ein ausgestülpter und errigierter Penis eines adulten Männchens kann 2/3 der gesamten Panzerlänge betragen.