Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03386.jsonl.gz/2128

Der Rhode-Island-Klub ist über 100-Jahre alt. Hierzulande wurde die nach dem US-Bundesstaat benannte Rasse vor allem auf ihre Legeleistung hin gezüchtet. Mit 734 Tieren an der Nationalen 1948 war die Rasse am meisten verbreitet.
Vor 100 Jahren, am 19. März 1911, gründeten 12 begeisterte Züchter in Basel den Spezialklub Rhode Island. Die Zahl der Mitglieder stieg rasant. 1929 waren bereits 229 Mitgliedern eingeschrieben und 440 Rhode Island wurden an der Nationalen ausgestellt. Bereits 17 Jahre später kamen 734 Tiere zur Nationalen in Basel. Die Rhode Island stammen von der Ostküste in Amerika. Um 1900 brachten die vielen Handelsschiffe immer wieder asiatische Hühner mit. Die Bewohner der US Halbinsel waren von den kräftigen, rot gefiederten Hähnen mit ihrem imposanten Aussehen angetan. Da die nasskalte Witterung eine robuste und widerstandsfähige Hühnerrasse verlangte, wurden die prächtigen Hähne eingekreuzt. Die erzüchteten Tiere bestachen nebst der guten Legeleistung durch ihre rote Gefiederfarbe, die man damals als Farbwunder ansah. Damit war die Grundlage der Rhode Island gelegt. Keine andere Rasse (ausser den Leghorn) war je so stark um den ganzen Erdball verbreitet. In die Schweiz kamen die ersten Tiere 1905 durch J. Keller aus Zürich-Wollishofen. Besonders in den Wintermonaten vermochten die Hühner Eier zu legen. Dies war sehr willkommen, da damals mit Wintereiern ein höherer Preis erzielt werden konnte. In alten Unterlagen des Rassenklubs wird der Preis für ein Brutei im Jahr 1917 mit 66 Rappen beziffert. Umgerechnet auf heutige Verhältnisse, würde ein solches Brutei 4.25 Franken kosten. Die Küken waren damals für 1.60 Franken zu haben, was heute 12 Franken entspräche.
"Die Tiere legten auch auf 2323 Meter über Meer regelmässig ihre Eier. "
Die hervorragenden Legequalitäten verhalfen der Rasse zum Durchbruch So führte bei dieser Rasse nicht die planmässige Zucht zur Weiterentwicklung, sondern vielmehr der gemeinsame Wille der Eierproduzenten, eine Rasse mit hervorragenden Legeresultaten zu züchten. Die Verbreitung der Rhode Island war kaum zu stoppen. Obwohl die Mobilität vor 100 Jahren noch nicht so gross war wie heute , wurde den Klubmitgliedern in der Schweiz ein Kükenfutter aus Berlin angeboten. Es bestand aus sechs verschiedenen Sämereien und beeinflusste die Entwicklung der Tiere positiv. Im Jahr 1927 legten die Rhode Island in 350 Tagen bis zu 224 Eier. Diese Zahlen wurden von der staatlichen Legekontrollbehörde ermittelt. Im gleichen Jahr sind auch 23 Rhod e Island erwähnt, die im höchstgelegenen Geflügelstall Europas lebten: in einem Stall bei der Bergstation am Eigergletscher auf 2323 Meter über Meer. Die in Amerika herangezüchtete Widerstandsfähigkeit stellten sie dort eindrücklich unter Beweis. Von November bis Juni lag meterweise Schnee und es herrschten teilweise Temperaturen von minus 28 Grad. Trotzdem legten die 23 Hennen in dieser Periode 3161 Eier. Leistungszucht stand immer im Vordergrund 1928 wurden die Rhode Island in der «Tierwelt» farbig abgebildet, was die Nachfrage zusätzlich ankurbelte. Im Jahr 1949 gewann ein Schweizer mit ihnen an der Europäischen Geflügelausstellung in Paris den ersten Preis.
Dies führte dazu, dass die deutschen Züchterkollegen in der Schweiz einkauften. Hierzulande stand die Leistungszucht stets im Vordergrund, und so erreichte 1961 eine Henne die Legeleistung von 247 Eiern à 63 Gramm innert 350 Tagen. Diese Aufzählung aus der Vergangenheit zeigt, dass die Rhode Island eine leistungsfähige Rasse für die Produktion von Eiern und Fleisch sind. Das 100-Jahr-Jubiläum wird auch an der Klubschau 2011 in Volketswil abgerundet. Dort werden die Tiere in natura zu betrachten sein. Wer nicht so lange warten möchte, nimmt am besten an der Jubiläumsversammlung teil. (#Rhodeländer #ursprüngliche Legerasse)