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Ein Pilot der United Airlines hatte auf einem Flug nach München unerlaubt Munition bei sich. Er wollte die Patronen unbemerkt verschwinden lassen – zuerst im Mülleimer, schliesslich auf der Bordtoilette. Doch eine Stewardess war aufmerksam.
Ein Pilot der United Airlines ist auf einem Flug von Houston nach München in eine missliche Situation geraten. Der Mann fand in seiner Tasche Munition. Auf einem Inlandsflug in den USA wäre das kein Problem gewesen, dort dürfen Piloten von Passagiermaschinen seit den Anschlägen vom 11. September 2001 Pistolen und Munition bei sich führen, um Flugzeugentführungen zu verhindern.
Doch der Flugzeugführer fürchtete die scharfen Waffengesetze in der Bundesrepublik. Also wollte er die insgesamt zehn Patronen unbedingt loswerden. Er warf die Munition in einen Abfalleimer. Dort sei sie aber von einer Stewardess gefunden worden, die den verlorenen Ring einer Passagierin suchte. So schildert es der «Aviation Herald», der als erster über den Vorfall berichtete, der sich bereits am 24. Juni ereignet hatte.
Die Flugbegleiterin gab die Munition dem Piloten. Dieser entschloss sich nun, die Patronen loszuwerden, indem er sie das Flugzeugklo herunterspülte. Doch später erkundigte sich die Stewardess nach dem Verbleib der Munition. Offenbar wurde dem Mann klar, dass sie den Vorfall melden würde. Daraufhin informierte er selbst das Bodenpersonal am Münchner Flughafen.
Die Boeing 767-400 wurde nach ihrer Landung zu einer abgelegenen Parkposition geleitet. Feuerwehrmänner in Schutzanzügen leerten und filterten die Abwassertanks. Schliesslich wurden die Patronen gefunden und das Flugzeug konnte mit vierstündiger Verspätung in die USA zurückkehren.
«Der Pilot hat die Munition unsachgemäss entsorgt», bestätigte United-Airlines-Sprecherin Karen May. «Aber es ist unwahrscheinlich, dass er deswegen strafrechtlich verfolgt wird.» Die Fluglinie und die US-Bundesbehörde für Verkehrssicherheit TSA untersuchen den Vorfall.
Der Pilot sei weiterhin bei United Airlines beschäftigt. Ob er trotz des Zwischenfalls derzeit fliege, wollte May nicht sagen. (syd/AP)