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Der Begriff «Funktionelle Lebensmittel» mag sich für viele fremd anhören. Doch jeder hat schon mal eines dieser mit Zusätzen angereicherten Produkte gegessen.
Zu den bekanntesten Lebensmittel-Zusätzen gehören Calcium (z.B. in Müeslimischungen), Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Margarine oder Brot), Probiotika (z.B. Joghurts mit Bakterienkulturen), Ballaststoffe (z.B. in Riegeln), Jod (z.B. in Salz) und Folsäure (in Crackern). Die beigefügten Stoffe haben laut Herstellern eine besonders gute Wirkung auf die Gesundheit.
Obwohl funktionelle Lebensmittel immer beliebter werden, gibt es in der Gesetzgebung bisher weder eine einheitliche Definition noch Standards zur Förderung. Man ist sich aber einig, dass Lebensmittel ihre natürliche Form beibehalten müssen, womit Nahrungsergänzungsmittel wie Tabletten oder Pulver wegfallen.
Funktionelle Lebensmittel sind keine Wundermittel
Entwickelt wurden funktionelle Lebensmittel in erster Linie als Antwort auf das veränderte Konsumverhalten der Gesellschaft. Einerseits fällt es Berufstätigen in der Alltagshektik oft schwer, sich ausgewogen zu ernähren, andererseits kann eine Mangelernährung in gewissen Lebenssituationen (Schwangerschaft, Wachstum, Alter) ein grosses gesundheitliches Risiko sowie hohe Gesundheitskosten verursachen.
Sinnvolle Beispiele funktioneller Lebensmittel
- Jodierung von Salz: Dadurch konnte vor allem die Kropfbildung eliminiert werden. Aber auch eine Störung der geistigen Entwicklung, Wachstumsdefizite und Fruchtbarkeitsprobleme sind bei einem Jodmangel ein Risiko.
- Anreicherung mit Folsäure: Durch die Anreicherung von Broten, Crackern etc. mit Folsäure sowie die Folsäure-Supplementierung von Frauen mit Kinderwunsch konnte die Gefahr der Geburt von Babys mit Spina Bifida bereits stark gesenkt werden.
Positiv, aber nur beschränkt wirksam
- Die Anreicherung von Jogurt mit probiotischen Kulturen, die die Verdauungsfunktionen verbessern können.
- Die Anreicherung von Margarinen mit Pflanzensterinestern, die den Cholesterinspiegel günstig, jedoch zu maximal 10% beeinflussen können.
Tatsächlich konnte der Nutzen vieler Produkte als Ganzes bisher nicht wissenschaftlich belegt werden. Deshalb dürfen sie in der Werbung auch nicht als Wundermittel angepriesen werden. So ist im Gesetz streng reglementiert, welche gesundheitsbezogenen Angaben zu welchen Inhaltsstoffen gemacht werden dürfen.
Auch wenn viele funktionelle Lebensmittel eine gesundheitsfördernde Wirkung besitzen, lohnt es sich dennoch, die Produkte und immer mit einem kritischen Blick zu hinterfragen – beispielsweise bei Süssigkeiten mit zugesetzten Vitaminen, die aber dennoch viel Zucker enthalten.
Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung ist davon überzeugt, dass bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung keine Functional Foods nötig sind. Genauso wenig kann funktionelles Essen eine grundsätzlich ungesunde Ernährungsweise wieder ausgleichen.
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