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Während dem Lockdown hat sich gezeigt, bis zu welchem Grad der direkte und persönliche Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern unverzichtbar ist. Er kann durch nichts ersetzt werden. Es muss daher alles unternommen werden, dass er erhalten bleibt.
Es braucht mehr Ressourcen zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler
Jedes Jahr gibt es Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten, aber dieses Jahr sind es mehr als sonst. Trotz grosser Anstrengungen der Lehrpersonen war es nicht möglich, während des Lockdowns eine ausreichende Verbindung mit allen Schülerinnen und Schülern aufrecht zu halten.
Jetzt braucht es zusätzliche Ressourcen, für Stützunterricht, geteilte Klassen, Team-Teaching etc., um die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und die Lücken zu schliessen.
Einige Kantone haben zwar Massnahmen angekündigt. Tatsächlich sind die Ressourcen jedoch weitgehend ungenügend oder sogar inexistent. Es sind jedoch massive Investitionen erforderlich, um zu verhindern, dass sich die sozialen Ungleichheiten in der "Corona-Generation" noch weiter verschärfen
Darüber hinaus zeigt sich das Problem der überfüllten Klassen durch die Pandemie noch verschärft (Unmöglichkeit Abstand zu halten). Die VPOD-Forderung nach einer Senkung der Klassengrössen ist daher umso mehr gerechtfertigt.
Gefährdete Lehrpersonen, schwangere Lehrerinnen
Gefährdete Personen müssen ein Recht auf bezahlte Freistellung von der Arbeit haben, wenn ihnen keine sichere Arbeit angeboten werden kann (mit Lohnfortzahlung zu 100%). Das gilt namentlich auch für schwangere Lehrpersonen (die gemäss Art. 35a Arbeitsgesetz sowieso jederzeit von der Arbeit fernbleiben können).
Eine entsprechende Arbeitsabwesenheit darf nicht als Krankheit gerechnet werden oder zu einer Kürzung des Urlaubs führen.
COVID-Schutzmassnahmen
Wenn die Schülerinnen und Schüler Masken tragen müssen, sollen sie ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus muss alles darangesetzt werden, dass so schnell wie möglich nachhaltige und umweltfreundliche Lösungen gefunden werden (wiederverwendbare Masken).
Masken machen das Lippenlesen unmöglich. Das ist sehr problematisch für Lehrpersonen, die mit sehr jungen, mit anderssprachigen, mit tauben oder autistischen Schülerinnen und Schülern arbeiten. Sobald transparente Masken verfügbar sind, sollen sie vorrangig diesen Lehrpersonen zur Verfügung gestellt werden.
Zusätzliches Putzen und Desinfizieren führt zu einem deutlichen Anstieg der Arbeit bei den Hauswarten und beim Putzpersonal. Diese Zusatzarbeit muss anerkannt und kompensiert werden.
Fernunterricht und digitale Hilfsmittel
Fernunterricht ist nur eine Notlösung und führt bei manchen Schülern zu Defiziten, das hat die Corona-Krise deutlich gezeigt. Er kann also nur das letzte Mittel sein. Dagegen gehört der Einsatz von digitalen Mitteln im Kontext des Präsenzunterrichts selbstverständlich zu den verschiedenen Unterrichtsmethoden dazu.
Die Corona-Krise darf kein Vorwand für eine übereilte generelle Einführung digitaler Mittel sein. Statt multinationalen IT-Firmen neue Märkte anzubieten, sollten ausserdem öffentliche Lösungen entwickelt oder Open-Source-Software bevorzugt werden.
Im Falle einer erneuten Umstellung auf Fernunterricht
Falls wieder weitergehende Massnahmen erforderlich sind, sollten die Erfahrungen der Schulschliessungsperiode als Grundlage herangezogen werden (siehe dazu die Ergebnisse der Lehrpersonenbefragungen des VPOD).
Es muss alles unternommen werden, um eine weitere Umstellung auf den Fernunterricht zu vermeiden. Dazu sollten begrenzte, abgestufte Quarantänemassnahmen eingesetzt werden, auf Ebene der SchülerInnen, wenn nötig der Klassen und zuletzt der Schulen.
Im Falle von Fernunterricht fordert der VPOD folgende Massnahmen:
- Allen Schülerinnen und Schülern, die zu Hause keine ausreichende Ausrüstung haben, muss das notwendige Material (vom Farbstift bis zum Laptop) zur Verfügung gestellt werden. Sie müssen Anleitungen zur Nutzung der Arbeitsmittel erhalten wie auch Support für alle technischen Fragen.
- Für Lehrpersonen wie für andere Angestellte gilt: Es ist Aufgabe des Arbeitgebers, die nötigen Arbeitsmittel und den technischen Support zur Verfügung zu stellen.
- Es braucht klare Regeln zum Datenschutz und zu Bildrechten.
- Für Kinder, welche zuhause keine angemessene Arbeitsumgebung haben, muss in geeigneten Räumen der Schule eine Betreuungsmöglichkeit und professionelle Unterstützung angeboten werden.
- Den Lehrpersonen darf keine Doppellast in Form von gleichzeitigem Präsenzunterricht und Fernunterricht für Kinder in Quarantäne aufgebürdet werden.
- Die Schulleitungen müssen klare Ansprechzeiten festlegen, damit die Lehrpersonen nicht ständig kontaktiert werden. Kommunikation mit den Lehrpersonen, mit den Eltern und mit den Schülerinnen und Schülern sollen ausschliesslich in den vorgesehenen Zeiten stattfinden.
- Fernunterrichten und Betreuung von eigenen Kindern kann nicht gleichzeitig erledigt werden. Die Schulleitungen müssen mit den betroffenen Personen jeweils passende Lösungen besprechen.
- Es braucht eine Ansprechstelle beim Kanton für überlastete Lehrpersonen. Alle Lehrpersonen sollen sich dort anonym hinwenden können.
- Es braucht klare und regelmässige Kommunikation durch die Schulleitungen und Schulverwaltung.
Hier geht es zur VPOD-Umfrage bei den Lehrpersonen (Deutschschweiz)