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Bolivien
Bolivien, benannt nach dem Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar, ist ein Binnenstaat in Südamerika, der im Norden und Osten an Brasilien, im Süden an Paraguay und Argentinien sowie im Westen an Chile grenzt.
Bolivien ist topografisch und ethnisch ein vielfältiges Land. Es umfasst sowohl tropische Gebiete (Tiefland) als auch kühle und karge Hochlagen. Laut der Volkszählung 2012 leben rund 10 Millionen Menschen in Bolivien – einem Land, das flächenmässig circa 26 Mal so gross ist wie die Schweiz. 41 Prozent der Bevölkerung identifizieren sich als Indigene. Es gibt insgesamt 36 verschiedene Ethnien – Quechuas und Aymara stellen jedoch den grössten Teil der indigenen Bevölkerung. Nach Haiti und Paraguay ist Bolivien das drittärmste Land Lateinamerikas. Trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren gelten immer noch mehr als 50 Prozent der Menschen als arm. Beim Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index) rangierte Bolivien 2016 auf Rang 118 von insgesamt 188 Ländern.
CBM fördert bessere Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen
Die CBM unterstützt in Bolivien ein landesweites Netz von Partnern, welche gemeindebasierte Rehabilitation zu den Menschen mit Behinderungen bringen.
Im Bereich Ohrengesundheit arbeitet die CBM mit mehreren Institutionen, die sich einerseits um die Förderung der einzelnen Betroffenen kümmern: die Behinderung erkennen, untersuchen, behandeln, die Personen mit Hilfsmitteln ausrüsten, Familien in der Betreuung unterstützen, in Gebärdensprache schulen, die Einschulung in Regelschulen oder Berufsbildung ermöglichen. Andererseits engagieren sich die Partner zusammen, um die inklusive Bildung voranzubringen (gesetzliche Grundlagen und Richtlinien, Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen, Bereitstellen der didaktischen Materialien).
Zudem arbeitet die CBM an der Verbesserung der augenmedizinischen Versorgung. Die Partnerorganisation «Ojos de Bolivia» bildet medizinisches Personal aus und weiter, damit mehr Behandlungen und Augenoperationen durchgeführt und vermehrt auch abgelegene Gebiete mit augenmedizinischen Kampagnen und Reihenuntersuchungen erreicht werden können.
Bolivien in Kürze
Nach jahrzehntelangen Militärdiktaturen begann Bolivien Mitte der 1980er-Jahre mit der Privatisierung staatlicher Betriebe und mit Reformen zur Bevölkerungsbeteiligung, zur Dezentralisierung der Verwaltung im Erziehungs- und Gesundheitswesen und in der Justiz. Im Dialog mit der Bevölkerung wurde erstmals eine nationale Armutsbekämpfungsstrategie erarbeitet.
Der Trend der Privatisierung nahm 2006 ein Ende: Nach einem Erdrutschsieg seiner «Bewegung für den Sozialismus» (MAS) übernahm Evo Morales bei den vorgezogenen Parlamentswahlen als erste indigene Person in der Geschichte Boliviens das Präsidentenamt. Er initiierte eine umfassende, von den Interessen der ländlichen, indigenen und zumeist gewerkschaftlich organisierten Bevölkerungsmehrheit geprägte Veränderung von Wirtschaft und Politik, und damit eine Neuorientierung des Landes. So prägte Morales unter anderem den Begriff «Vivir bien» (gutes Leben). Sozialprogramme in Form von Direktzahlungen an Schulkinder, Schwangere, junge Mütter sowie Senioren sollen für eine gesellschaftliche Umverteilung sorgen.
Im Januar 2009 verabschiedete Bolivien eine neue Verfassung, welche die Werte «Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Demokratie, Gleichberechtigung, Dezentralisierung und Autonomie» des nun als «plurinationaler Staat Bolivien» bezeichneten Landes betont.
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