Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03580.jsonl.gz/2629

Diese Burgstelle, im Herzen der Ajoie gelegen, befindet sich etwas oberhalb der alten Kirche von Courchavon. Die Burg bestand einst aus zwei in Form eines T aneinandergebauten Teilen, etwa 32 Meter in der Länge und 20 Meter in der Breite messend. Ein kräftiger Halsgraben sicherte die Anlage gegen die Bergseite hin; ein Ringgraben umzog überdies die Burg. Von der ganzen Burgenherrlichkeit sind heute nur noch einige Mauerreste, u. a. solche eines Kellers, übriggeblieben.
Hier wohnte einst der Vogt über den Elsgau und Pruntrut, woran ja der Name deutlich erinnert: Châtel-Vouhay castrum advocati - Burg des Vogtes. Die Burg gehörte dem Bischof von Basel, der das Schloss mit dem Dorfe Courchavon und den zugehörigen Rechten zu Lehen gab. Ein Edelgeschlecht mit dem ursprünglichen Namen "von Châtel-Vouhay" ist nicht bekannt. Als erste dortige Herren und Vögte erscheinen die Edlen von Bonfol-Vendlincourt, deren einer Zweig sich fortan Herren von Châtel-Vouhay nannte. So erscheinen in den Akten im 14. und 15. Jahrhundert Renaud de Châtel-Vouhay, Ritter, gestorben vor 1. Juni 1333; Ulrich (Hurry) gen. Maillar, Edelknecht, Vogt des Elsgaus und von Pruntrut, gestorben um 1345; Etienne von Châtel-Vouhay, der ebenfalls die genannte Vogtei innehatte und damit 1398 von der Gräfin Henriette von Montbéliard belehnt worden war (Afterlehen ?). Zur Herrschaft Châtel-Vouhay gehörten damals die Burg und die Dörfer Courchavon und Mormont mit den dortigen Zehnten, Bodenzinsen, Weiden, Wäldern, Wasserläufen und den Hörigen. Die Familie starb 1470 im Mannesstamme aus.
Die Burg war nun nicht mehr fortwährend bewohnt und zerfiel im Laufe des 16. Jahrhunderts. Die Güter und Rechte kamen an den Bischof zurück, der sie vereinzelt weitergab.
Bibliographie