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Über uns
Kirche St. Johannes
Im Laufe der Zeit blieben einzelne Familien zur Winterzeit im Ibrig wohnhaft und ihre Anzahl mehrte sich zusehends. Sie wohnten ohne Priester, ohne Gotteshaus, ganz verlassen im Gebirge. Die Errichtung einer selbständigen Pfarrei und die Anstellung eines eigenen Priesters wurde immer mehr zur Notwendigkeit und gelangte endlich zur Ausführung.
Es erfolgte der Neubau einer Kirche, bei der ein Friedhof angelegt wurde mit einem Beinhaus, dem sogenannten «Kerchel». Am 31. August 1481 fand die feierliche Konsekration der neuen Pfarrkirche mitsamt dem «Kilchhof» durch Weihbischof Daniel von Konstanz statt.
Ebenso weihte er von neuem im Chor der Kirche einen Altar. Die Kirche hatte ein ihr dienendes Stück Land, einen sogenannten «Widmen», heute «Kirchenland» genannt, und einiges Kapitalvermögen.
Der Mangel an Geistlichen machte aber die Besetzung der Pfründe oft unmöglich. Deshalb schlossen die Bergleute am Iberg mit der Kirchengemeinde in Schwyz am 24. Juni 1493 folgendes Convenium: Wenn die Iberger nicht innert Jahresfrist einen eigenen Geistlichen erhalten können, bezahlen sie jährlich an die Freitagsmesse in der Pfarrkirche zu Schwyz und an die dortige Kaplaneipfründe 23 Pfund Gelds und lassen mit 30 Gld. und 20 Pfd. die Altartafel auf dem St. Johannesaltar machen. Hierfür haben sie mit den Kirchenvögten zu Schwyz das Recht, den Kaplan zu wählen und ihn während des Jahres zu berufen, «wenn sy gern wellent und sy das Notdürftig dunket». Die Anstellung eines eigenen Priesters in Iberg wird ihnen vorbehalten und sollen ihnen alsdann die Kapitalien wieder zugestellt werden.
Die Pfarrei Iberg wurde also in geistlichen Dingen durch die Kapläne von Schwyz aus versehen. Der Rat wählte den Kirchenvogt, der über seine Verwaltung ihm Rechnung abzulegen hatte. So verblieb Iberg mehr als 200 Jahre lang unter der Vormundschaft von Schwyz. Von 1600 an wählten zwar die Kirchengenossen einzelne Geistliche selbst, doch wurde ihnen später dieses Recht bestritten und ihnen erst im Jahre 1657 das Recht der freien Pfarrwahl wieder zuerkannt. Den Kirchenvogt aber konnten die Iberger erst von 1730 an selber wählen. Die Erinnerung an die ehemalige Pfarrei Iberg von 1481 erhielt sich aber beim Volke stets wach und so entstand nach und nach die Sage über das hohe Alter der Pfarrei. Noch heute behauptet Iberg als «älteste Pfarrei» beim jährlichen Bittgang nach Einsiedeln den Vorrang.
Trotz Mangel an einem ständigen Geistlichen herrschte in der Zwischenzeit in Iberg reges religiöses Leben. Es wurde eine neue Glocke angeschafft, 1567 an der Friedhofmauer der bis 1876 existierende Schwibbogen errichtet und in der Kirche ein Sakramentshäuschen eingesetzt. Es folgte die Aussen- und Innenrenovation des Pfarrhauses, der Kirche und des Glockenturmes und die Erbauung zweier neuer Altäre in der Kirche. Am 25. April 1581 weihte der Weihbischof Balthasar von Konstanz die zwei Nebenaltäre auf der Evangelien- und Epistelseite.
Im Jahre 1572 wurde ein Jahrzeitbuch angeschafft und es fanden Bittgänge von Einsiedeln, Schwyz, Steinen, Muotathal und Illgau nach Iberg statt. Es folgten ca. 1600 die Ausmalung der Kirche, 1616 die Anschaffung einer neuen silbernen Monstranz und 1622 die Errichtung eines Taufsteines.
Als die Pfarrkirche wegen ihrer geringen Grösse der anwachsenden Volkszahl nicht mehr genügte, entschloss man sich zur Vergrösserung derselben. Der Chor der Kirche wurde 1684 erhöht, ein Gewölbe aus Ziegeln gemacht, die ganze Kirche verlängert, repariert, und in den folgenden Jahren wurden drei neue Altäre errichtet. Da die Bevölkerung der Pfarrei Iberg bedeutend anwuchs, erfolgte 1707 die Gründung der Frühmesspfründe. Im Jahre 1750 wurde der Glockenturm der Pfarrkirche vergrössert und neu aufgebaut und zwei neue Glocken angeschafft. 1782 wurde die Pfarrkirche vergrössert und verschönert und das Beinhaus, welches unterhalb der Kirche stand, abgebrochen und an einer anderen Stelle 1784 neu errichtet. Die Kirche wurde um 20 Schuh verlängert, um 4 erhöht, mit einem Gipsgewölbe versehen, mit einigen Gemälden geziert und alle Fenster neu gemacht. Die Altäre blieben die nämlichen. Die Länge der Kirche betrug nun 85 Schuh, die Breite 30, die Höhe 25.
Doch auch diese Vergrösserung reichte bald nicht mehr aus. Die Bevölkerung der Pfarrgemeinde Iberg zählte 1743 lediglich 295 Seelen, wuchs aber innert 90 Jahren bis 1833 auf 1404 an. Das bisherige Gotteshaus genügte für das zahlreich gewordene Volk keineswegs mehr. Dass eine neue Kirche gebaut werden sollte, dessen waren sich alle einig, strittig blieb über Jahre hinweg die Frage, wo sich errichtet werden sollte: Am alten Standort zu St. Johann oder unten in der Niederung. Das Volk schied sich in zwei Parteien: Die Oberen und Untern.
Schliesslich wurde an beiden Orten eine neue Kirche gebaut. Die jetzige Pfarrkirche St. Johannes von Oberiberg konnte am 15. Oktober 1876 eingeweiht werden.
In den Jahren 1983 / 84 fand die Innenrenovation der Pfarrkirche Oberiberg statt. Die Ausstattung der Kirche war künstlerisch eher von bescheidenem Wert. Es wurde deshalb entschieden, den alten, ehrwürdigen Hochaltar von der Friedhofskappelle wieder in die Pfarrkirche zu versetzen. Er hat seine ursprüngliche Grösse zurück erhalten und durch seine grosse künstlerische Ausstrahlung viel zur richtigen Einstimmung beigetragen.
Röm.-kath. Kirchgemeinde Oberiberg
Die Trennung von Kirche und Staat im Kanton Schwyz hatte zur Folge, dass für die Kirchgemeinde Oberiberg ein eigener Kirchenrat bestellt wurde. Nach einer Wahl durch die Kirchgemeindebürgerinnen und -bürger von Oberiberg konnte der «erste» Kirchenrat im Januar 1998 sein Amt antreten. Die Amtsdauer der einzelnen Kirchenräte beläuft sich auf 4 Jahre.
Jedes Jahr im Herbst findet die Kirchgemeindeversammlung statt, zu welcher im Voraus mit einer Publikation eingeladen wird. Die Kirchgemeindebürgerinnen und -bürger werden an der Versammlung über die Geschäfte der Kirchgemeinde informiert, stimmen jeweils über die laufende Rechnung und den Voranschlag für das kommende Jahr ab, und können jedes zweite Jahr die Hälfte des Kirchenrates neu wählen.