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Es begann bei meinem Eintritt ins FAI im Jahr 1962. Eine Generation nach Kriegsende machten sich, wie zu erwarten, langsam gewisse Zeichen des Vergessens bemerkbar. Zunehmender Wohlstand und Überfluss führten in der Armee und auch im Pilotenkorps zu Fällen von Trainingsmangel und Fettleibigkeit. Es ging so weit, dass Brigadier Troller, Kdt der Flugwaffenbrigade, von meinem Vorgänger verlangt hatte, dass Piloten, die gewisse Standards unter-, respektive überschritten, im Flugdienst einzustellen seien, bis die Toleranzwerte wieder erreicht seien. Die Stimmung zwischen FAI und Pilotenkorps, insbesondere dem UeG, erreichte einen Tiefpunkt.
Auch unter meinen Assistenten machte sich eine gewisse Bequemlichkeit bemerkbar. Ich beschloss deshalb etwas Dampf aufzusetzen und überlegte mir 1965, ob wir nicht an den Flugwaffenmeisterschaften AMEF teilnehmen könnten. Kkdt Arthur Moll, damals noch Oberst, war damals Organisator der AMEF. Er war von dieser Idee sofort begeistert. Es gelang mir eine "Doppelpatrouille" zusammenzustellen, bestehend aus zwei meiner Assistenzsärzte, dem FAI-Sekretär Lt Mani Lüdi, Pilot auf Venom, und mir. Ich selbst besass ein Privatpilotenbrevet mit Kunstflugerweiterung und eine Doppelsteuerbewilligung auf zweisitzigen Militärflugzeugen.
Auf dem Programm des Wettkampfes standen ein nächtlicher Orientierungslauf, Pistolenschiessen, Kenntnis der neuen Armeesignaturen und des Spaghetti-Codes. Diese Disziplinen mussten von der ganzen Gruppe bestritten werden. Für eine Blindflugaufgabe im Jet-Trainer, einen Erdkampfauftrag und die Bückerakrobatik (BRB-Programm) waren je zwei Piloten vorgesehen. Ich einigte mich mit Oberst Moll dahin, dass die fliegerischen Disziplinen von Mani Lüdi geflogen werden sollten und man dessen Resultate einfach doppelt zähle. Die Bückerakrobatik hätte ich eigentlich gerne selber geflogen. Ich wäre dazu auch durchaus fähig gewesen; aber das scheiterte am Amtsschimmel. Auf dem militärischen Bü 131 hätte ich einen Militärpiloten als "Anstandswauwau" mitnehmen müssen, was mich natürlich gewichtsmässig benachteiligt hätte. Das Einfliegen eines privaten Bü 131 auf einem Militärflugplatz wurde nicht bewilligt. Mani Lüdi musste das BRB-Programm also alleine fliegen. Die Aufgabe im Jet-Trainer übernahmen Mani Lüdi und ich selbst.
Nun gingen wir ans Trainieren und Lernen. Meine Assistenten, zwei kürzlich brevetierte San Of, mussten sich vor allem mit dem Spaghetti-Code auseinandersetzen. Die neuen Signaturen hätten sie ja sowieso lernen müssen. Ich erweiterte meine Jet-Trainer-Erfahrung bei Herrn Bieri in der Blindflugzentrale.
Natürlich durfte ein Kampfslogan nicht fehlen. Wir entschlossen uns für: "Hart, hager, hungrig und gefährlich", mit der Idee, dass ein kampftauglicher Pilot nie satt und übergewichtig sein dürfe, dazu hart trainiert und für den Feind gefährlich zu sein habe.
Der Wettkampf verlief ohne Besonderheiten. Ich hatte einzig etwas Schwierigkeiten mit dem NAFU, einer Art sprechendem VOR, welches soeben eingeführt, wenige Jahre später aber wieder abgeschafft wurde. Im Pistolenschiessen und beim Orientierungslauf waren wir den Piloten ebenbürtige Konkurrenten. Am Abend fand dann die Rangverkündigung im Rahmen eines Nachtessens mit Ball in einer geräumten Flugzeughalle statt. Oberst Moll verkündigte belustigt: „Wir haben eine neue Staffel erhalten, die Patrouille des FAI“. Wir erreichten Rang 17 von 22 teilnehmenden Doppelpatrouillen.
In der Folge hat sich das Verhältnis FAI zu Pilotenkorps wesentlich gebessert. Wir waren jetzt Kameraden und nicht mehr die "unangenehmen Gesundheitspolizisten".