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Bei 25° schönem Wetter befahren wir die 16/431/120 nach Cody. Die «Bighorn Mountains sind wunderschön zu fahren. Einmal befinden wir uns auf 3'000 m in einem gesunden Wald, das
andere Mal im «Bighorn Basin», wo es nach Ten Sleep sandig, rötlich und karstig wird. Viele Ölpumpen und stinkende Raffinerien sehen wir vor Worland. Die Stadt selber ist sehr schön, es gibt viele Kirchen und sogar eine «Wyoming
Boy’s School».
Dicht zusammen gedrängt stehen Rinderherden in Gehegen und harren der Dinge, die da kommen werden. Da geht es den freilaufenden Tieren doch viel besser. Wir sehen grosse Felder Zuckerrüben, Korn, Gras und Mais.
In Cody angekommen, stellen wir uns beim «Ponderosa Campground» für zwei Nächte hin. Wir sind im Buffalo Bill’s Gebiet. Der Westernort bietet viel für den Touristen. Museen, Schiessshows, Rodeos, Diner und Show u.a. mehr.
Aber alles ist sehr konservativ. In einer Broschüre lesen wir, dass es 31 verschiedene religiöse Gruppierungen gibt! Eine davon möchte ich speziell erwähnen. Das ist die «Christ Episcopal Church», die Poker-Kirche. Diese kleine
Kirche wurde 1902, an Hand einer Pokerrunde, gegründet. Die Spieler, einschliesslich Buffalo Bill Cody entschieden, dass der «Gewinn» zu hoch für einen Mann sei, er solle einer neuen Kirche des Gewinners zukommen. Cody’s Freund,
George Beck gewann und baute damit diese Episcopal Kirche. Mit Hilfe von Freunden und Gemeindemitgliedern, bauten sie die erste Rohrorgel in Wyoming, sowie Buntglasfenster und eine goldene Glocke ein.
Wir gehen zum «Cody Stampede Rodeo».
1919 fand an diesem Ort das erste Rodeo statt und viele bekannte Cowboys starteten hier ihre Karriere. Das Nachtrodeo wird täglich, in der Sommerzeit, durchgeführt. Wir freuen uns auf das Schauspiel und sichern uns schon früh unsere Plätze
über dem Platz, wo sie die Pferde und Bullen bereitmachen. Zuerst wird ein Gebet gesprochen, dann die Nationalhymne gesungen und eine Reiterin zieht mit der USA Flagge, zu einer Hymne, ihre Runden. Dann geht’s los mit dem Spektakel. Rodeo auf Pferden
und Stieren, Kälber werden mit dem Lasso eingefangen, Speedrennen, Reitervorführung und zwischendurch gibt’s Unterhaltung mit einem Clown. Hoppala, was kommt denn da von hinten geflogen? Eine Art Eiscreme, alles über mich. Was für
eine Sauerei!
Bei der letzten Runde Rodeo kommen die grossen Bullen mit den starken Jungs. Die Bullen sind unruhig in ihren Gehegen und einer will sogar herausspringen. Die Cowboys bleiben nicht lange im Sattel und der eine verrückte Bulle, verletzt
sogar seinen Reiter so stark, dass er mit einer Trage abgeholt wird. Darauf wird das Rodeo abgebrochen und alle gehen nach Hause.
Besuch im «Buffalo Bill Center of the West». Fünf Museen sind hier untergebracht und man könnte sich
stundenlang verweilen. Wir schauen uns die Geschichte von Buffalo Bill, Cody’s Werdegang an. William F. Cody war einer vom Westen. Er wurde 1846 am Mississippi River geboren. William ging nicht gerne in die Schule, er lernte lieber ausserhalb. Landwirtschaftliche
Aufgaben, Pferde reiten, Fallen stellen. In Kansas spielte er mit Kickapoo Indianern, welche ihm ihre Sprache lernten und andere Fähigkeiten und er verbrachte seine Zeit mit Cowboys und Jägern. Als die USA sich nach Westen ausbreitete, ging er 1867
als Pfadfinder mit der Armee mit. Seine vielseitigen Talente und Kenntnisse brachten ihn weit herum. Er schrieb Westernstorys, war Showmaster, investierte in div. Minen, war Vermittler etc. und tat viel Gutes. Als das Kino kam, waren seine Shows nicht mehr
gefragt und er verschuldete sich stark. Inzwischen heiratete er Louisa und hatte vier Kinder. Die Ehe war eher turbulent, weil er nie zu Hause war und er verstarb 1917.
Dann gehen wir zur «Old Trail Town». Bob Edgar, ein Ureinwohner vom
Wyoming Big Horn Basin, arbeitet als Archäologe. Im Frühling 1967 begann er alte interessante Gebäude aus der Gegend zu sammeln und stellte sie als erste Westernstadt als «Cody City» von 1895 zusammen. Der Name wurde, zu Ehren an
William F. Cody, gewählt. Alle Gebäude wurden rekonstruiert und es befinden sich heute 28 Gebäude aus den Jahren 1879 bis 1901, einhundert Pferdefahrzeuge, eine umfangreiche Kollektion von der unvergesslichen Wyoming Grenze und authentischer
amerikanischer Ureinwohner Artefakte, in diesem Ort. «Old Trail Town» ist die grösste Ausstellung dieser Art in Wyoming.
Drei Plätze möchte ich noch erwähnen. Das «Hole in The Wall» Gang Hangouts. Das Gebäude
aus dem Jahr 1883, war ein berühmtes Versteck für die Gangs, einschliesslich von Butch Cassidy und Sundance Kid. Der «Rivers Saloon» aus dem 1888, war ein berühmter Ort für Butch Cassidy, von wo aus er zwei verschiedene Banküberfälle
plante und die «Mud Spring Cabin», wurde von Kid Curry und Sundance Kid als Versteck genutzt, bevor sie versuchten im 1897 die Red Lodge Bank zu überfallen. So gäbe es noch vieles zu erzählen. Alles wurde liebevoll hergerichtet und
dargestellt.
Nun gehen wir zum Nachtessen mit Musik in eine Eventhalle, der «Cody Cattle Company». Das Essen war gut und die Show von «The Triple c Cowboy’s» Band hat uns sehr gefallen. Die Musiker spielten zwar keine eigenen
Songs, dafür tolle bekannte Countrysongs. Zurück auf dem Camping, setzen wir uns mit Peter und Brigitte zusammen und lassen einen wunderschön, interessanten Tag ausklingen.