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«Sah mich in deinen Augen
und dacht' an deine Seele.»
Gedichte von Federico Garcia-Lorca und Gitarrenmusik von Manuel Maria Ponce mit Peter Kner, Sprecher
Eine Auswahl von Federico García-Lorcas frühen Gedichten und Canciones umrahmt von der Gitarrenmusik seines Zeitgenossen: Manuel María Ponces Variationen über «Folía d'España». – Eine sorgfältige und einfühlsame Vergegenwärtigung von Lorcas Dichtkunst und Vorstellungswelt.
Zum Programm
Als 1955 eine italienische Zeitschrift in einer literarischen Umfrage von berühmten Literaturkritikern wissen wollte, welche Bücher des XX. Jahrhunderts sie im Fall einer neuen Sinflut retten würden, wählten sie unter anderen auch den «Romancero Gitano» von Federico García Lorca aus. Es stand schon damals ausser Frage, daß eine solche Anthologie Lorca miteinbeziehen und gleichlaufend sein ganzes Werk mit dieser tief andalusischen Gedichtesammlung identifizieren musste. Denn die Wucht, mit der dieses Werk in den frühen 20er Jahren auf das literarische Bewusstsein Europas aufprallte, liess kaum die Möglichkeit, Federico García Lorca anders als aus einem einseitigen Blickwinkel aufzufassen, der den Dichter zu Unrecht auf Stereotype reduzierte: Lorca und die Zigeuner. Lorca und das maurische, viszerale Spanien.
Aber Lorcas breitgefächertes Werk überschreitet die Grenzen der Dolche, der Halbmonde, der dürren Oliven («Man verwechselt mein Leben und meinen Charakter. Das will ich nicht. Die Zigeuner sind ein Thema, nicht mehr. Ich könnte genauso Dichter der Nähnadel oder der Wasserwerklandschaften sein.» Brief an Jorge Guillén, 1927). Er war in der Tat auch Dichter des stillen Aufschreis der Schwarzen von Harlem und Havanna. Er durchmass im ähnlichen Schritttempo die Betonhaine Manhattans und die Labyrinthe der weiblichen Psyche. Er war sowohl im Neopopularismus wie im Surrealismus zu Hause, musizierte mit Manuel de Falla und suchte neue Gestaltungsformen mit Dalí und Buñuel.
Nun versuchen - sehr im Sinne von Lorcas experimentellem Geist - Christian Hostettler und Peter Kner diese mindestens bei uns unbekannte Seite der vielfältigen künstlerischen Persönlichkeit des spanischen Dichters wiederzugeben. Mit einer Auswahl aus frühen Gedichten und Canciones, kontrastiert und ergänzt durch die Musik Manuel María Ponces (1882-1948), gelingt ihnen eine sorgfältige und einfühlsame Vergegenwärtigung von Lorcas Dichtkunst und Vorstellungswelt.
Ada Abela
Demoaufnahme
Peter Kner
Sprecher
Christian Hostettler
Gitarre