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Lehrveranstaltung von Christian Schorno im Herbstsemester 2013 am Institut für Populäre Kulturen der Universität Zürich.
Im Seminar «Retromania. Gegenwarts-Popmusik und ihre medialen Bedingungen» am Institut für Populäre Kulturen IPK schrieben die Studierenden unter der Anleitung des Dozenten, Christian Schorno, einen einen öffentlichen Blog. Die Motivation dafür war eine doppelte: Erstens werden populärmusikalische Inhalte heute statt in Magazinen und Heften meistens in Blogs publiziert und zweitens erhielten die studentischen Arbeiten durch dieses Szenario mehr Relevanz als in vielen sonstigen Seminaren. Relevanz heisst Praxisbezug – in diesem Fall zum Onlinejournalismus. Der Einsatz der Studierenden ist in diesem didaktischen Szenario grösser, weil für sie etwas mehr auf dem Spiel steht als bei einer relativ anonymen Seminararbeit, die in der Regel nur die Dozentin oder der Dozent liest. Die Studierenden erhielten dafür ausgiebiges Feedback zu den geschriebenen Beiträgen (nicht nur in Form einer Note). Eine wichtige Voraussetzung war, dass die Studierenden für das Vorhaben vorbereitet wurden: Schriftliche Arbeiten müssen in eine für die Publikation angemessene Form und Qualität gebracht werden, Texte so lange überarbeitet, bis sie Publikations-Standards genügen. Auf dem «Retromania»-Blog sind in sechs Rubriken insgesamt 245 meist 1000 Zeichen lange Texte entstanden, von denen 206 veröffentlicht wurden und 48 unveröffentlicht geblieben sind. Dazu kommen vier kommentierte Playlisten, an denen alle Studierenden gearbeitet haben und die nicht als Posts sondern als Seiten publiziert sind.
Die Evaluation der Veranstaltung zeigte, dass sich die Verunsicherung bei mindestens einer Person nicht ausräumen liess, die fragte, wann sie ihre Texte wieder löschen dürfe, weil sie diese für «Karriere-hemmend» einschätzte. Der grösste Teil der Studierenden äusserte sich aber positiv über die Seminarform, in der sie gelernt hätten, sachlich über Musik zu schreiben – auch über Neuerscheinungen oder über Musik, für die sie keine persönliche Affinität haben.