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In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bildete für die gerade gegründete Deutsche Bundesbahn die Entwicklung zukunftsträchtiger Konstruktionen, vor allem auf dem Dieselsektor, eine vordringliche Aufgabe. Daher beschloss die DB, die nicht mehr einsatzfähigen DRG-Triebwagen VT 872 und 874 als Versuchsträger zu nutzen. Diese schweren vierachsigen, dieselelektrischen Fahrzeuge waren 1932 für den Pendelverkehr zwischen Frankfurt und Wiesbaden beschafft worden. Sie markierten das Ende der aus schweren, genieteten Reisezugwagen abgeleiteten Triebwagen, doch die erstmalige Verwendung des leistungsfähigen 410 PS-Motors von Maybach war wiederum der Anfang des Hauptbahneinsatzes von Dieseltriebwagen. In verbesserter Form wurde dieser Motor später einer der am meisten verbreiteten bei der DRG und sowohl in Schnell- als auch Regionaltriebwagen genutzt.
1949 erhielt MAN daher den Auftrag, die beiden VT als Versuchsträger für neue Antriebsanlagen umzubauen. Als neue Betriebsnummern waren VT 92 501 (ex VT 872) und VT 92 502 (ex VT 874) vorgesehen. Tatsächlich umgebaut wurde aber nur der VT 872. Sein alter Motor wurde entfernt und an seine Stelle traten wahlweise die neuen Einheits-Maschinenanlagen von MAN, Maybach oder Daimler-Benz. Der elektrische Antrieb wurde aufgegeben und durch hydraulische Getriebe von Maybach oder Voith ersetzt. Doch nicht nur das Innenleben wurde komplett umgekrempelt sondern vor allem eine äußerliche Metamorphose vorgenommen. Das Fahrzeug erhielt einen ganz neuen Aufbau in Stromlinienform („Eierkopf“) und wurde damit zum Vorbild für alle Triebwagen des ersten Neubauprogramms der DB (ET 30/56, ETA 176, VT 08/12). Daneben leistete der VT 92 501 aber auch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Großdiesellok V 200. In seiner ersten Lackierung zeigte sich der VT 92 501 mit einem orangebraunen Fensterband und darunter einem rotbraunen Anstrich, woher auch der Spitzname „Kartoffelkäfer“ resultierte.
Nach Abschluss der Versuche erhielt der VT 92 501 eine purpurrote Regellackierung, war ab 1956 beim Bw Nürnberg Hbf beheimatet und lief als „Lokomotive“ vor Eil- und Personenzügen nach Amberg, Bayreuth und Furth im Wald, da ein Fahrgastraum nicht mehr vorhanden war. In den ersten 1960er Jahren wurde er dem AW Nürnberg als Schleppfahrzeug zugeteilt, um schadhafte oder zur Untersuchung anstehende Dieseltriebfahrzeuge sowie Bei- und Steuerwagen zu überführen. 1978 liefen die Fristen des seit 1968 als 692 501 bezeichneten Triebwagens ab. Da kein zwingender Grund zu seiner weiteren Unterhaltung bestand, wurde der Triebwagen am 21. Dezember 1978 ausgemustert.
Nach einiger Zeit im Bestand des Verkehrsmuseums Nürnberg wurde er schließlich Ende 2005 an eine Gruppe von Eisenbahnfreunden verkauft, welche ihn wieder auf Vordermann bringen wollen.