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Neben dem Regenwald des Amazonas, Caatinga, Cerrado und Pantanal, sind die Campos (Grassteppen oder Grassavannen) ebenfalls ein interessanter Teil der brasilianischen Landschaft und sollen in dieser Relation nicht vergessen werden. Im Süden des Landes setzt sich die Vegetation aus so genannten „Campos Limpos“ zusammen, den feuchten Savannen.
In der Regel sind die „Campos Limpos“ durchsetzt von Bäumen in einer relativ einheitlichen Komposition und von dazwischen verteilten, einzelnen Büschen. Der Boden ist bedeckt von Gräsern, niedrigem Buschwerk und Kräutern.
DER GRÜNE TEPPICH DER GRASSTEPPE
Zwischen Rio Grande do Sul und Santa Catarina breiten sich die Campos aus nativen Gräsern und Leguminosen aus wie ein grüner Teppich über einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratkilometern. An ihren Rändern werden diese Campos dichter und artenreicher. In diese Region mit vielen eingeschlossenen Waldarealen, verteilen sich die Niederschläge regelmässig auf das gesamte Jahr, und die niedrigen Temperaturen reduzieren die Verdunstung. Solche klimatischen Bedingungen favorisieren das Wachstum von Bäumen.
Die Campos do Sul befinden sich in einer flachen Ebene, die „Pampa“ genannt wird, mit offener Vegetation von niedrigem Wuchs, die sich von Rio Grande do Sul bis hinter die Grenzen zu Argentinien und Uruguay hinzieht.
Wenn man zur Küstenlandschaft von Rio Grande do Sul hinunterfährt, ist die Landschaft geprägt von den „Banhados“, das sind überschwemmte Ökosysteme mit einer dichten Vegetation von Juncos, Gravatas und Aguapés, die ein ideales Habitat für eine grosse Vielfalt von Tieren darstellen, wie zum Beispiel Reiher, Flugenten, Hirsche, Jaguare, Fischotter und Wasserschweine. Der „Banhado do Taím“ ist der bedeutendste, wegen seines fruchtbaren Bodens. Extravagante Versuche, ihn zu entwässern und für die Landwirtschaft urbar zu machen, hat man definitiv aufgegeben im Jahr 1979, als dieses Gebiet in eine ökologische Station verwandelt wurde. Trotzdem bedeuten die illegale Jagd und das Pumpen von Wasser durch die umliegenden Fazendeiros immer noch eine Bedrohung für dieses Schutzgebiet.
Die Vorherrschaft der Wälder und der meridionalen Campos erstreckt sich von Rio Grande do Sul bis hinauf zu einem Teil der Bundesstaaten Mato Grosso do Sul und São Paulo. Das Klima ist mild und der Boden von Natur aus fruchtbar. Diese beiden Faktoren zusammen haben im vergangenen Jahrhundert eine Kolonisation beschleunigt, in erster Linie durch japanische und europäische Einwanderer, die in der Region einen hohen Index an Produktivität erreichten.
Wegen der exzellenten Bodenqualität breiteten sich die kultivierten Areale des Südens schnell aus, ohne ein adäquates System der Bodenbehandlung. Resultat waren Erosion und andere Probleme, die sich zunehmend verstärkten. Damals nutzte man den Boden für die Produktion von Reis, Mais, Weizen und Soja – manchmal in Verbindung mit der Aufzucht von Rindern. Die Unaufmerksamkeit hinsichtlich der Bodenvorbereitung führt zur Versteppung und schliesslich Verwüstung – und die ist inzwischen in verschiedenen Teilen von Rio Grande do Sul registriert worden.
Die Haltung von Rindern und Schafen ist ein Teil der lokalen Kultur. Jedoch wiederholt man leider die gleichen Fehler jener Bauern zuvor – die Überweidung laugt den Boden aus. Während der Trockenzeit, wenn die Weiden austrocknen, bestreitet dieselbe Anzahl von Tieren kleinere Areale. Und mit den völlig kahl gefressenen Weideflächen wächst der Druck auf den Boden, der dann aufreisst und in Spalten auseinanderklafft. Wenn dann die Niederschläge wieder einsetzen, versickert das Wasser sofort in diesen Erdrissen und –spalten – und dies ist der Beginn der Erosion. Und das Feuer, welches die ignoranten Menschen anzünden, um die Reste der Weide zu entfernen, laugt den Boden noch mehr aus!
Um ihre bepflanzten Flächen zu erweitern, begannen deutsche und italienische Kolonisten in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts mit der unkontrollierten Abholzung der Wälder – gigantische Bäume wurden gefällt und verbrannt, um Platz zu schaffen für den Anbau von Mais, Weizen und Weinstöcken, in erster Linie. Die Araukarien (Araucaria), charakteristische Nadelbäume des brasilianischen Südens, deren Wälder sich von Rio Grande do Sul bis zum Süden von Minas Gerais und São Paulo erstreckten, bedeckten damals zirka 100.000 Quadratkilometer. In ihrem Schatten wuchsen andere Arten wie der „Imbuia, Cedro, Canela“ und andere Bäume.
Mehr als einhundert Jahre lang ernährte der Araukarienwald die Holzindustrie des Südens. Der Nadelbaum wurde beim Bau von Häusern und als Möbelholz fast ausschliesslich eingesetzt. Heute sind lediglich 2% jener ursprünglichen Araukarienbewaldung übrig, und diese Reste befinden sich in Schutzgebieten des Staates.
- Die Grassavannen von Rio Grande do Sul werden im Gebiet der „Campanha“ als „Pampa“ bezeichnet.
- Auf dem „Planalto Gaúcho“ (Hochebene in Rio Grande do Sul) und der Hochebene von Santa Catarina nennt man die Savannen „Campos-de-cima-da-serra“ (Gebirgssavannen).
- Die Gesamtfläche der „Campos“ beträgt mehr als 210.000 Quadratkilometer.
- Die von der südlichen Savanne bedeckte Region präsentiert ein subtropisches Klima, mit milden Temperaturen und regulären Niederschlägen – ohne grosse Veränderungen pro Jahr.
- Die Grasvegetation (Herbacea) der Savannen wird zwischen 10 und 50 Zentimeter hoch.
- Der Araukarienwald – man nennt die Araukarien auch „Pinheiros-do-Paraná“ (Tannen aus Paraná), sie sind von sehr hohem Wuchs und haben eine tellerartige Krone – erstreckte sich vom Süden der Bundesstaaten Minas Gerais und São Paulo bis hinunter nach Rio Grande do Sul – auf einer Fläche von 100.000 Quadratkilometern.