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Intel hat erstmals konkrete Pläne zur Produktion von Speichermodulen verkündet, die auf der "3D XPoint"-Technologie basieren. Dies hat einige Zeit länger gedauert, als man ursprünglich dachte. Intel und Micron haben die Entwicklung der Technologie schon vor drei Jahren angekündigt
. Bisher waren aber nur einige SSDs unter dem Markennamen "Optane" mit dieser Technologie erhältlich. Nun wird sie erstmals für den Bereich eingesetzt, für den sie eigentlich gedacht war: Als Speicherriegel in DIMM-Form, die herkömmliches RAM in Servern ersetzen können.
Der grosse Unterschied zu herkömmlichem RAM ist, dass 3D-XPoint-Speicher wie Harddisks oder Flash-Speicher Daten permanent speichern können, auch wenn die Stromzufuhr unterbrochen wird. Trotzdem sollen sie leistungsmässig dem normalen RAM ungefähr ebenbürtig sein. Bis die ersten Servermodelle mit dem neuen persistenten Memory erhältlich werden, muss man aber noch etwas länger warten. Intel hat begonnen, erste Module in kleinen Mengen zu Testzwecken an Serverhersteller zu verteilen. Die Produktion in grösseren Mengen soll erst "im Jahr 2019" beginnen. Genauer wollte sich Intel dazu noch nicht äussern.
Nicht schneller, aber mehr und billiger
Die neuen, von Intel "Optane DC Persistent Memory" genannten Speichermodule sollen gegenüber herkömmlichem RAM einige Vorteile bieten. Sie weisen eine höhere Speicherdichte auf, was den Bau von DIMMs mit höheren Kapazitäten als bisher erlaubt. So kann man CPUs und ganze Server mit mehr Speicher bestücken. Intel hat zwar bisher nur Riegel mit bis zu 512GB Kapazität angekündigt, aber es müsste auch noch mehr möglich sein. Die neue Speicherform soll pro Gigabyte Kapazität zudem billiger sein als normales RAM. Allerdings verrät Intel noch nicht, um wieviel.
Software muss umgeschrieben werden
Und der Hauptunterschied ist natürlich, dass Persistent Memory Daten eben permanent speichert. Das könnte vor allem Applikationen, die auf grosse Datenbanken zugreifen müssen, stark beschleunigen, weil Daten nicht kontinuierlich vom Memory auf Massenspeicher geschrieben werden müssen. Auch das Starten oder Neustarten von Servern dürfte sich deutlich beschleunigen, wenn Daten nicht erst ins Memory geladen werden müssen.
Genau diese Eigenschaft könnte aber die Verbreitung der neuen Speicherform auch zumindest vorerst bremsen. Sowohl Betriebssysteme als auch Applikationen müssen angepasst werden, damit sie mit persistentem Speicher umgehen und die Vorteile nutzen können. Entwicklern stellt Intel dafür ein spezielles Toolset, das Persistent Memory Development Kit (PMDK) zur Verfügung.
Eine weitere Bremse dürfte sein, dass Optane-Memory zumindest anfänglich nur auf Servern mit Intel-Hardware-Plattformen der kommenden Generation funktionieren wird. Ob Intel später eine Öffnung plant, so dass es auch auf nicht-Intel-basierenden Servern eingesetzt werden kann, ist unbekannt. (hjm)