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2016-2017 Jahreschronik
Totengedenken
Fernand „Sepp“ Rausser, der berühmte Fotograf und Inhaber des Wegwarte-Verlags, starb in Bolligen (BE) am 25. März 2016 mit 90 Jahren. Seine fotografische Handschrift war in vielen Büchern und Printmedien zu finden, so mehrmals auch in der Kapuziner-Zeitschrift „ite“.
Mutter Mary Angelica vom Orden der Klarissen von der Ewigen Anbetung starb in Haceville (Alabama) am 27. März 2016 in hohem Alter. Sie war die Gründerin des katholischen Fernsehsenders Eternal Word Television Network (EWTN)
Raphael Buzzi-Weibel starb in Adliswil (ZH) am 17. Mai 2016 mit 86 Jahren. Er war Vizedirektor der ehemaligen Buchdruckerei AG Baden, die bis zu dessen Einstellung Ende Oktober 1992 das „Aargauer Volksblatt“ herausgab. Über viele Jahre setzte er sich vehement für die katholische Presse ein, so auch bei der Kipa und beim Schweizerischen Katholischen Presseverein.
Felix Wäger-Zimmermann starb in Bern am 1. September 2016 mit 85 Jahren. Er war ein Leben lang Redaktor bei den „Freiburger Nachrichten“ (FN). Den Journalismus hatte er im Blut: Sein Vater war Redaktor katholischer Zeitungen und sein Bruder Franz (+ 2006) war der letzte Redaktor der 1971 eingestellten “Neuen Berner Nachrichten“.
P. Othmar Lustenberger OSB starb in Einsiedeln am 9. September 2016. Der Benediktinerpater, in Grosswangen (LU) aufgewachsen, war von 1965-2001 Leiter des Einsiedler Wallfahrtsbüros, zudem viele Jahre Informationsbeauftragter des Klosters.
Sr. Claudia Bachmann vom Augustinuswerk in St-Maurice starb in Martigny am 27. September 2016 mit 60 Jahren. Als Polygrafin arbeitete sie viele Jahre für die Pfarreiblätter, die das Werk herausgibt, und unterstützte die Arbeit des Katholischen Pressevereins.
Robert Lenz starb in Bern am 5. Januar 2017 mit 96 Jahren. Der gewiefte Berner Rechtsanwalt war in den Sechzigerjahren Präsident der „Neuen Berner Nachrichten“ (NBN), die im Sommer 1971 aufgegeben werden mussten.
Persönlich
Encarnación Berger-Lobato heisst die erste Leiterin des von der Schweizer Bischofskonferenz im Freiburger Generalsekretariat im Sommer 2016 neu eingerichteten Bereichs „Marketing und Kommunikation“. Berger ist gebürtige Bernerin mit Zürcher Bürgerbrief, mit Erfahrung in grösseren Institutionen und reichen Sprachkenntnissen.
Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Medienrates, ging im Sommer 2016 in den Ruhestand. Er war 2007 in sein Amt berufen worden. In seiner Amtszeit weitete der Rat die Aktivität vor allem in den digitalen Medien aus. Da aber 2015 der «Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel» im neu geschaffenen vatikanischen Kommunikationssekretariat aufging, das alle Aktivitäten in diesem Bereich bündelt, verlor Celli seine Leitungsfunktion.
André Kolly wurde im Mai 2016 zum neuen Präsidenten von Cath-Info gewählt. Dieses ist das welsche Pendant zum Katholischen Medienzentrum in Zürich. Kolly war früher Direktor des Centre catholique de Radio et Télévision (CCRT).
Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, wurde mit der Franz-von-Sales-Tafel der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) in Deutschland ausgezeichnet. Gewürdigt wurden seine stets offene Informationstätigkeit und seine Vermittlerrolle zwischen kirchlichen Entscheidungsträgern und Öffentlichkeit.
Stephan Leimgruber, früher Professor für Religionspädagogik in München und bis Mitte 2017 Spiritual am Priesterseminar Luzern, wirkt seit November 2016 als Fachredaktor Theologie bei den Zeitschriften „Sonntag“ und „Doppelpunkt“ der Dornbusch-Medien in Baden.
P. Federico Lombardi SJ, Leiter des vatikanischen Presseamtes, ging im Sommer 2016 in Pension und übergab seine Aufgabe an seinen bisherigen Stellvertreter, den US-Amerikaner Greg Burke. Lombardi war 2006 von Benedikt XVI. berufen worden. Als Generaldirektor von Radio Vatikan war Lombardi bereits früher zurückgetreten.
Paloma Garcia Ovejero wurde von Papst Franziskus im Sommer 2016 zur stellvertretenden Leiterin des vatikanischen Presseamtes ernannt. Sie folgte auf Greg Burke, den neuen Chef, und ist damit die erste weibliche Pressesprecherin des Vatikans. Seit 1998 war sie als Redaktorin, Moderatorin und später Chefredaktorin des katholischen spanischen Radiosenders «Cadena Cope» tätig, für den sie ab 2012 als Korrespondentin aus Rom berichtete.
Peter Rothenbühler, langjähriger Journalist und Redaktor bei verschiedenen Ringier-Zeitschriften, wurde Mitte 2016 in den Vorstand der „Reformierten Medien“ gewählt. Er ist der Sohn des 2007 verstorbenen reformierten Pfarrers Heinz Rothenbühler-Ryser (Rothenburg LU). Die Reformierten Medien sind das Kommunikationsunternehmen der Evangelisch-reformierten Kirchen der Deutschschweiz.
Alois Schuler hat im Herbst 2016 die Redaktion des Basler Pfarrblatts „Kirche heute“ an Urs Zimmermann abgegeben. Schuler übernahm am 1. Oktober 2016 die Pfarreileitung in Reinach (BL).
Mariano Tschuor, SRG-Kadermann, wurde von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) im Dezember 2016 zum Präsidenten der Medienkommission gewählt. Der gebürtige Bündner ist bereits seit vier Jahren in der Kommission aktiv. Bei der SRG ist Tschuor Leiter des Stabsbereichs Märkte und Qualität und damit für das Qualitätsmanagement zuständig. Die Kommission war seit dem Abgang von André Kolly Ende 2012 ohne Präsident.
Matthias Zehnder, bisher Chefredaktor der „Basellandschaftlichen Zeitung“, wurde im Frühjahr 2016 zum neuen Sprecher der Evangelisch-reformierten Kirche Basel berufen. Er folgt auf Roger Thiriet, der in Pension ging.
Kirchen und Medien
Mit Statut aktionsfähig. Das vatikanische Mediensekretariat erhielt im Herbst 2016 ein Statut, womit es seine Tätigkeit endgültig aufnehmen konnte. Das Sekretariat soll alle Medienaktivitäten des Vatikans bündeln. Eine Sonderstellung behält lediglich das vatikanische Presseamt.
Präsenz unabdingbar. Für den Präfekten des vatikanischen Mediensekretariates, Dario Edoardo Viganò, ist die Präsenz des Papstes in den sozialen Netzwerken trotz möglicher Risiken unabdingbar. Der Papst als Verkünder der Heilsbotschaft müsse in Kauf nehmen, dass gelegentlich pietätlose Kommentare auftauchten
Agenturen
„Apic“ gestrichen. Das Katholische Medienzentrum cath.ch verabschiedete sich mit Beginn 2017 von der Bezeichnung „Apic“ (Agence Catholique Internationale). Es bestehe kein Bedarf mehr, das Kürzel der früheren Agentur beizubehalten.
70 Jahre jung. Die österreichische katholische Nachrichtenagentur Kathpress feierte anfangs Februar 2017 ihr 70-jähriges Bestehen. Kirchliche und Medienprominenz feierten die Agentur und setzten sich mit der Frage auseinander, warum die Kirche eigene Medien betreiben müsse.
Printmedien
SKZ mit Übergangsleitung. Nach dem Abgang von Redaktor Urban Fink (s. Medienchronik 2015-2016) wird die Schweizerische Kirchenzeitung (SKZ) seit Mitte 2016 übergangsweise vom Theologen Stephan Schmid-Keiser und vom Journalisten Walter Bucher betreut.
Die Jungen im Blick. Mit einem neuen Angebot fordert der Verlag Saint-Augustin in St-Maurice die Westschweizer Pfarreiblätter heraus. Im Januar 2017 begann die Testphase für einen multimedialen Internet-Auftritt. Er umfasst – als Ergänzung zu den bisherigen Printausgaben – Blogbeiträge, Facebook, Instagram und Newsletters. Damit soll vor allem die Jugend besser erreicht werden.
Für kirchliche Mitarbeiter. Die Dornbusch-Medien in Baden geben seit Herbst 2016 neu das Servicemagazin «Kirche!» heraus. Es richtet sich an kirchliche Mitarbeiter und gibt praktische Tipps zu Reinigung und Renovationen, zur Pflege technischer Anlagen usw. Das Verlagshaus ist vor allem mit dem katholischen Wochenmagazin «Sonntag» und dessen evangelischen Pendant «Doppelpunkt» bekannt.
Vor allem online! «Ferment», die Pallotiner-Zeitschrift, richtet sich neu aus. Statt des bisherigen Abo-Magazins, das sechsmal jährlich erschien, setzt «Ferment» ab 2017 stärker auf Online-Möglichkeiten. Die Printversion erscheint jährlich nur noch zweimal, mit einer Auflage von jeweils 25‘000 Exemplaren.
Unter neuem Dach. Die deutsche «Zeit» übernahm im Oktober 2016 die seit 2010 wöchentlich erscheinende Beilage «Christ & Welt» in Eigenregie und gründete dafür die Tochtergesellschaft «Zeit: Credo». „Zeit“-Chefredaktor Giovanni di Lorenzo stellte dazu fest: «Wir wollen bei der ‘Zeit’ nicht missionieren, aber uns war es immer wichtig, die Themen Religion und Sinnsuche im Blatt zu verankern.» Die Beilage «Christ & Welt» ging 2010 aus der traditionsreichen Wochenzeitung «Rheinischer Merkur» hervor, der sich zuletzt im Eigentum von acht katholischen Bistümern und der Deutschen Bischofskonferenz befand, 2010 jedoch eingestellt wurde.
Vollständige Loslösung. Die Zeitschrift «Wendekreis» löst sich, wie sie im März 2016 festhielt, explizit von der „katholisch-christlichen Weltsicht“. Die Neuausrichtung erfolgte nach dem Zusammenschluss von «Bethlehem Mission Immensee» mit zwei anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit zur neuen Organisation «Comundo».
Radio und Fernsehen
Sendungen gerettet. Das Streichkonzert bei den religiösen Sendungen in Radio und Fernsehen der Westschweiz findet nicht statt. Die Partner RTS und Kirchen fanden im Sommer 2016 einen gemeinsamen Nenner für die Weiterführung bedrohter Sendungen und trugen damit der öffentlichen Kritik und den Forderungen der katholischen Journalistinnen und Journalisten (GV vom März 2016) Rechnung. Änderungen gibt es bei den Gottesdienstübertragungen. Statt bisher 30 sind es jährlich nur noch 20 Gottesdienste auf RTS, teils übernommen aus dem Tessin und der deutschen Schweiz. Die Produktion von Übertragungen in der Westschweiz selber geht aus Kostengründen von zwölf auf zwei Sendungen zurück.
Soziale Netzwerke
Neue Domain. Der Vatikan lanciert eine neue Internet-Domain mit der Endung „catholic“, damit katholische Institutionen die Möglichkeit erhalten, sich im World Wide Web als „katholisch“ zu präsentieren. Eine Arbeitsgruppe soll die Einführung vorbereiten.
Buchhandlungen
Neuer Eigentümer. Die Kanisius-Buchhandlung am Freiburger Bahnhofplatz wurde auf den 1. November 2016 an das Buchhaus Lüthy Balmer Stocker (St. Gallen – Solothurn – Luzern) verkauft. Die Kanisius-Schwestern als bisherige Eigentümerinnen hatten wegen des fehlenden Nachwuchses keine andere Wahl.
Auszeichnungen und Preise
Verdiente Preisträger. Im Verlaufe des Jahres 2016 wurden wieder zahlreiche Preise an Journalisten und Redaktoren vergeben:
- Zwei Mitarbeiter des Katholischen Medienzentrums in der Westschweiz cath.ch sind im Januar 2017 durch das Medienunternehmen „Centre de formation au journalisme et aux médias“ (CFJM) in Lausanne ausgezeichnet worden. Pierre Pistoletti, Redaktor bei cath.ch, erreichte Platz zwei, Grégory Roth, Volontär bei cath.ch, erhielt die Erwähnung «gut».
- Am Filmfestival Locarno im August 2016 hat der Film «Godless» der bulgarischen Regisseurin Ralitza Petrova den Preis der Ökumenischen Jury erhalten. Der Film beschreibt den Weg einer jungen Frau in Bulgarien aus einer zerstörerischen und korrupten Gesellschaft.
- Die NZZ-Redaktorin Marie-Astrid Langer wurde mit dem «Nationalen Medienpreis 2016» des Schweizerischen Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) ausgezeichnet, und zwar für ihre Reportage „Amerika sperrt seine Kinder weg“. Die Autorin beschreibt darin das Schicksal jugendlicher Gefangener in den USA. – Ein weiterer Preis ging an Cyprien Lovis bei Radio Fréquence Jura für die Sendung «Viens chez moi». Darin interviewt Lovis regelmässig Hörerinnen und Hörer in ihrer Umgebung.
- Der Westschweizer «Good News-Preis» des Katholischen Medienzentrums der Westschweiz ging an die katholische Kommunikationsagentur „Attraction Communication de Pully“. Mit dem Preis wurde die Arbeit einer jungen Agentur gewürdigt, die seit 2014 katholischen Institutionen wichtige Dienste leistet.
Vereine und Verbände
Aufgelöst. Der Verein C@tholink hat an der Generalversammlung vom 2. Juni 2016 seine Auflösung beschlossen. Der Verein war 1998 gegründet worden, um das Westschweizer Internetportal cath.ch zu betreiben. Da inzwischen die Aktivitäten des Vereins an Cath-Info übergegangen waren, braucht es ihn nicht mehr.
Vorbereitet. Der Schweizerische katholische Presseverein (SKPV) mit Sitz in Freiburg hat sich an der GV 2016 auf sein grosses Jubiläum im Jahre 2017 vorbereitet: 100 Jahre Presseverein. Dazu gehörten die Erneuerung des Vorstands und die Vorbereitung einer Statutenrevision. Neu in den Vorstand wurden Beatrix Ledergerber (Zürich) und der Jurist Karl-Johann Heim (Binningen) gewählt. Ausgeschieden ist Anton Scherer (Freiburg). Eine unerquickliche Diskussion ergab sich zum Vereinsausschluss eines ehemaligen Vorstandsmitglieds. Doch die Versammlung folgte unisono dem Antrag des Vorstands.
Gesucht. Die GV des Schweizerischen Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) vom März 2016 musste erneut einen Rückgang der Mitgliederzahl feststellen. Sie beauftragte den Vorstand, mit neuer Energie auf die Suche nach neuen Mitgliedern zu gehen. Dem soll auch der Presseausweis dienen, den der Verein seit einigen Jahren den Mitgliedern zur Verfügung stellt. – Im thematischen Teil befasste sich die GV mit den Aufgaben des katholischen Missionswerks „Missio“ und mit den religiösen Sendungen im Westschweizer Radio und Fernsehen (s.o.).