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Konosuke Matsushita - haben Sie schon von ihm gehört?
Konosuke Matsushita - haben Sie schon von ihm gehört? Dem erfolgreichsten Unternehmer des 20. Jahrhunderts?
... da er wenig Kontakt zu dem "grossen alten Herrn" hatte, freute er sich auf das gemeinsame Mittagessen und blickte ihm gespannt, aber auch mit einer gewissen Beklommenheit entgegen. Die sechs Männer trafen sich kurz nach zwölf Uhr. Nach Begrüssung und höflicher Konversation bestellten alle Steak. Matsushita trank zwei Gläser Bier und erzählte von dem Unternehmen und seiner Entstehungsgeschichte. Als alle sechs Teilnehmer den Hauptgang beendet hatten, beugte sich Matsushita zu Ogawa hinüber und bat ihn, den Küchenchef holen zu lassen, der sein Steak zubereitet hatte. Er bestand darauf: "Nicht den Geschäftsführer, den Küchenchef!". Ogawa bemerkte, dass Matsushita sein Steak nur zur Hälfte aufgegessen hatte. Ogawa machte sich auf eine äusserst peinliche Szene gefasst, holte den Küchenchef und geleitete ihn an den Tisch. Dieser machte einen verstörten Eindruck, denn er wusste, dass der Kunde, der Ihn hatte rufen lassen, eine ausserordentlich wichtige Person war. "Ist etwas nicht in Ordnung?" fragte er nervös. "Sie haben sich soviel Mühe mit dem Steak gemacht" sagte Matsushita, "aber ich habe es nur zur Hälfte geschafft. Nicht, weil es nicht gut wäre. Es schmeckt ganz vorzüglich. Aber sie müssen verstehen ich bin achtzig Jahre alt, und mein Appetit ist nicht mehr das, was er einmal war." Der Küchenchef und die fünf anderen Gäste wechselten irritierte Blicke. Es dauerte einige Sekunden, bis sie begriffen, was hier vorging." Ich wollte mit Ihnen sprechen", fuhr Matsushita fort, "weil ich fürchtete, Sie könnten gekränkt sein, wenn mein Teller mit dem halben Steak darauf in die Küche zurückgebracht wird."
Selbst hartgesottene Geschäftsleute zeigen sich gelegentlich von ihrer netten Seite, üblicherweise als Mittel zum Zweck. Über Matsushita aber kursieren zahlreiche solcher Geschichten, die alle von einfachen Handlungen erzählen, welche bei einer Person seines Ranges so unwahrscheinlich anmuten. Aus Umfragen geht hervor, dass Matsushita mehr Bewunderung entgegengebracht wurde als Filmstars und Spitzensportlern. In einer Zeit, da erfolgreiche Unternehmensführer in aller Welt oft mit Argwohn oder gar Verachtung betrachtet werden, starb er in Japan als Nationalheld.
Konosuke Matsushita wurde Ende des 19. Jahrhunderts geboren. In seiner Jugend erlebte er viel Not und Entbehrung. Als er sich 1917 selbständig machte, besass er gerade 100 Yen, hatte weniger als vier Jahre lang die Schule besucht, verfügte über keinerlei Beziehungen zu wichtigen Personen und blickte auf eine tragische Familiengeschichte zurück. Und doch florierte sein kleiner, mit kargen Finanzmitteln ausgestatteter Betrieb unter der leitenden Hand des immer geschickter agierenden Kaufmanns und Unternehmers. Seine Devise aus dieser Zeit war marktorientiert und sehr pragmatisch.
"Behandle die Leute, mit denen du Geschäfte machst so, als ob sie zu deiner Familie gehörten. Ob sich ein Geschäft gut entwickelt, hängt davon ab, wieviel Verständnis dir die Leute, mit denen du deine Geschäfte machst, entgegenbringen ...
Kundendienst ist wichtiger als Beratung vor dem Verkaufsabschluss. Durch solche Dienstleistungen baut man sich eine Stammkundschaft auf ...
Verkaufe dem Kunden keine Waren, die ihnen verlockend erscheinen, verkaufe ihnen Waren, die ihnen einen Nutzen bringen ...
Jede Vergeudung, und sei es auch nur ein Blatt Papier, erhöht den Preis eines Produktes um genau die Kosten dieses einen Blattes ...
Eine Ware nicht vorrätig zu haben bedeutet Nachlässigkeit. Tritt dieser Fall ein, so entschuldige dich bei dem betreffenden Kunden, frage ihn nach seiner Adresse und versprich, ihm die Ware unverzüglich nach Erhalt zuzustellen."
Portrait
Matsushita war eines der bewegensten Rollenvorbilder, das die Welt jemals gesehen hat. Er wurde im Alter von vier Jahren in die Armut gedrängt und durch den frühen Tod mehrerer Familienmitglieder vom Schicksal hart getroffen. Mit neun Jahren trat er eine Lehre an, in der ihm 16-Stunden-Arbeitstage abverlangt wurden. Er kämpfte mit all den Problemen, die in Zusammenhang mit einer Unternehmensgründung ohne Kapital und Beziehungen entstehen. Er musste den Tod seines einzigen Sohnes, die Weltwirtschaftskrise, die Schreicken des Zweiten Weltkrieges in Japan und vieles mehr erleben. Doch dadurch liess sich Matsushita nicht entmutigen und baute einen Riesenkonzern mit einem Jahresumsatz von 65 Milliarden US-Dollar auf. Seine Leistungen und Errungenschaften als Unternehmensführer, Autor, Erzieher, wohltätiger Stifter und innovativer Manager sind erstaunlich und stellen selbst jene eines S. Honda. Mr. Penny, S. Walton und Henry Ford in den Schatten. Die Lebensgeschichte Mtsushitas erweitert unseren Begriff des Machbaren, dessen, was selbst ein kränklich junger Mann zu leisten im Stande war, dem kein priviligierter Hintergrund zugute kam. Durch seine Geschichte erfahren wir viel über Unternehmensführung, Unternehmertum, das Streben nach lebenslangem Lernen und die Wurzeln, auf die alles zurückzuführen ist. Hier geht es um die Kraft einer langfristigen Perspektive, um idealistische Ziele und Demut im Lichte grossen Erfolges.
Index
Einleitung - Weltanschauung - Das 21. Jahrhundert
Aufgrund obiger Ausführungen und Informationen über diesen weltgrössten – und offenbar unbekannten Unternehmer, masse ich mir an, im Sinne eines kurzen Ausflugs in frühzeitig erkannte, und durch Erfolg bestätigte, Managementlehren unserer heutigen Zeit, als kurze, lose Zusammenfassung die wichtigsten Elemente und Inhalte wieder zu geben. Die Notizen beschränken sich auf das Umfeld der Unternehmensführung und die damit verbundenen direkten und indirekten Aspekte. Die Basis bildet die Buchausgabe von Herrn John P. Kotter, einer herausragender Kapazität für Unternehmensführung und Professor für Unternehmungsführung mit dem Konosuke-Matsushita-Lehrstuhl an der Havard Business School.
Berühmte Unternehmer des 20. Jahrhunderts
|Name||Firma||Umsatz in Mrd. US$ (1994)|
|K. Matsushita||Matsushita Electric||49,5|
|S. Honda||Honda Motor Corp. Ltd.||35,5|
|S. Walton||Wal-Mart Stores, Inc.||35,0|
|A. Morita||Sony Corp.||33,7|
|D. Packard / W. Hewlett||Hewlett-Packard Corp.||20,6|
|J.C. Penney||J.C. Penney Corp.||17,4|
|Ken Olsen||Digital Eq. Corp. DEC||14,5|
|Henry Ford||Ford Motor Corp.||10,3|
|Andy Grove||Intel Corp.||8,9|
|Ray Kroc||McDonald's Corp.||4,7|
|Bill Gates||Microsoft Corp.||3,8|
Die Aufgabe eines Industriellen
Die Aufgabe eines Industriellen besteht darin – erklärte er 1932 seinen Mitarbeitern – Abhilfe gegen die Armut zu schaffen, die Gesellschaft insgesamt vom Elend der Armut zu befreien und in den Wohlstand zu führen. Produktion und Handel dürfen nicht nur die Fabriken oder Geschäfte des betreffenden Unternehmens bereichern, sondern müssen auch der übrigen Gesellschaft Nutzen bringen.
Das Lieblingsgedicht von Matsushita
Jugend ist nicht an ein Lebensalter gebunden, sondern eine Geisteshaltung: hier geht es nicht um rosige Wangen, rote Lippen und gelenkige Knie; hier geht es um einen festen Willen, um Vorstellungsvermögen und die Kraft der Emotionen; Jugend hat mit der Frische der tiefen Quellen des Lebens zu tun.
Jugend bedeutet naturgegebenes Überwiegen des Mutes über die Zaghaftigkeit, der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit. Diese Merkmale sind bei einem Sechzigjährigen oft stärker ausgeprägt als bei einem Jungen von zwanzig Jahren. Niemand altert alleine durch die Anzahl seiner Lebensjahre. Alt werden wir dadurch, dass wir unsere Ideale aufgeben.
Die Jahre mögen die Haut in Falten legen, gibt man jedoch seine Begeisterungsfähigkeit auf, so wird die Seele zerfurcht. Sorge, Angst und mangelndes Selbstvertrauen beugen die Seele und verwandeln den Geist wieder zu Staub. Ob mit sechzig oder sechzehn, jeder Mensch trägt in sich die Lockung des Wunders, die unfehlbare kindliche Sehnsucht nach dem, was als nächstes kommt, und die Freude am Spiel des Lebens.
Im Zentrum deines und auch meines Herzens befindet sich ein Rundfunkempfänger; solange dieser Botschaften über Schönheit, Hoffnung, Frohsinn, Mut und Kraft von den Menschen und vom Unendlichen empfängt, so lange bist du jung. Sind die Antennen eingezogen und ist dein Geist mit dem Schnee des Zynismus und dem Eis des Pessimismus bedeckt, dann bist du alt geworden – auch wenn du erst zwanzig bist. Solange du aber deine Antennen auf Empfang gestellt hast, um die Wellen des Optimismus einzufangen, besteht die Hoffnung, dass du mit achtzig jung sterben wirst.
Lektion für das 21. Jahrhundert
In einem sich wandelnden Umfeld wird lebenslanges Lernen eher zu grossem Erfolg und aussergewöhnlichen Leistungen und Errungenschaften führen als ein hoher Intelligenzquozient, der soziale und wirtschaftliche Status des Elternhauses, Charisma und Schulbildung.
Lebenslanges Lernen steht in engem Zusammenhang mit Demut, Aufgeschlossenheit, Risikobereitschaft, der Fähigkeit zuzuhören und dem ehrlichen Überdenken des eigenen Handelns.
Grosse idealistische, humanitäre Ziele und Überzeugungen sind mit geschäftlichem Erfolg nicht unvereinbar. Dadurch, dass diese Ziele eine wachstumsfördernde Einstellung unterstützen, zeichnen sich Erfolge vielleicht sogar rascher ab – zumindest unter sich rasch verändernden Rahmenbedingungen.
Wirtschaftlich schwierige Zeiten müssen weder Karrierekiller sein noch unbedingt lebenszerstörend wirken. Unter entsprechenden Bedingungen können harte Zeiten grosse idealistische Ziele nähren, kontinuierliches Wachstum fördern und grossartige Leistungen hervorbringen.
Falls sich das 21. Jahrhundert zu einer Periode des immer turbulenteren und rascheren Wandels entwickelt, lässt sich aus der Lebensgeschichte Matsushitas ableiten, dass die in der Vergangenheit üblichen Geschäftsstrategien, Organisationsstrukturen und Karrierenpfade keine grossen Erfolge versprechen. Die leitbildorientierte, kundenbezogene, hochproduktive, auf Mitarbeiterkompetenz bauende und sich ständig verbessernde Unternehmung wird vielleicht ein wesentliches besseres Rollenbild und Resultat abgeben.
Aus dem Leben – Durch harte Zeiten wesentliches gelernt und umgesetzt
Die Ausbildung Matsushitas war höchst pragmatisch: Alles drehte sich um Kosten, Kunden und Vermarktung. Noch wichtiger ist vielleicht, dass man lernte, wo und wie man seine Energie einsetzte, um sich grosse – wenn auch vage – Hoffnung und Träume erfüllen zu können.
Über Geschäft und Vermarktung, über Durchsetzungsvermögen gegenüber anderen, Gewinnmöglichkeiten, Sinn für Selbständigkeit und Risikobereitschaft.
Wie viele berühmte Unternehmer brach er aus einer konventionellen Laufbahn aus und trat in eine Branche ein, die sich in der Wachstumsphase befand und ständigen Veränderungen unterworfen war. Die Risiken eines solchen Wechsels waren damals nicht unbeträchtlich und sind es auch heute nicht. In jungen Branchen scheitern viele Unternehmen. Jedoch bieten sich dort auch grosse Chancen – viel Geld zu verdienen, beruflich weiterzukommen – und jene Art der Herausforderung, die das persönliche Wachstum fördert.
Vorrangig ging es bei dem Auftrag um die Kundenzufriedenheit. War die Unternehmensleitung des Kunden nicht zufrieden, so würde Matsushita keine Folgeaufträge mehr erhalten und auch nicht weiter empfohlen werden. So würde er über kurz oder lang in Schwierigkeiten geraten.
Bei Bedarf übernahm Matsushita jede Arbeit, auch die niedrigsten Tätigkeiten selbst. Wie das bei Unternehmern oft der Fall ist, sah er alles im Detail, in Nahaufnahme.
Sein Arbeitseifer war ausserordentlich gross – während den Mahlzeiten – so erzählte man – sprach Matsushita so viel über das Geschäft, dass er im nachhinein gar nicht wusste, was er gegessen hatte.
Bei den Produkten handelte es sich um verbesserte Ausführungen von Konkurrenzprodukten die billiger angeboten wurden. Die Kosten sollten durch minimale Gemeinkosten, lange Arbeitszeit und äusserste Sparsamkeit gering gehalten werden. Der Betrieb sollte ohne Beteiligung seitens der Geldgeber, durch kreative Finanzierungsmethoden finanziert werden. Die Mitarbeiter sollten wie Familienmitglieder behandelt werden. Und grossen Wert sollte man nach wir vor auf Flexibilität, Schnelligkeit und die laufende Einführung neuer Produkte legen.
Unkonventionelle Strategien
Durch Versuch und Irrtum erkannte Matsushita, dass die ideale Produkteneuheit um 30 Prozent besser, gleichzeitig um 30 Prozent billiger als die Standardware sein musste. Mit einem solchen Artikel konnte man bedeutende Marktanteile für sich gewinnen und alle damit verbundenen Grössenvorteile nutzen.
Verkauf im Aussendienst: Ohne sofortige Bezahlung zu verlangen, hinterliessen seine Vertreter in jedem Geschäft, einige Musterexemplare und plazierten eine eingeschaltete Lampe im Schaufenster. Sie erklärten den Einzelhändlern, die Zahlung werde nur dann angenommen, wenn die Produkte verkauft und die Händler von der Zufriedenheit ihrer Kunden überzeugt wären.
Matsushita führte das neue Produkt ein, indem er 10'000 Gratismuster an Gross- und Einzelhändler verteilen liess. Um die Einführungskosten der Verkaufsförderungsaktion zu senken, kam er mit seinem Batterielieferanten überein, dass dieser die Batterien für die Gratismuster ebenfalls gratis liefern würde, wenn Matsushita innerhalb von einem Jahr zusätzliche 200'000 Stück abnahm.
Ansatzpunkte der Strategie war ein feines Gespür für die Bedürfnisse der Kunden, gepaart mit dem Einsatz neuer technologischer Fertigkeiten, welche die Befriedigung dieser Bedürfnisse ermöglichten.
Das Marketing war innovativ, insbesondere was verkaufsfördernde Massnahmen und Werbung betraf. Matsushita: Ich unterzog meine eigenen Managementmethoden einer genauen Prüfung und bemerkte, das ich sie in vielerlei Hinsicht verbessern konnte. Des weitern stellte ich fest, dass ich noch mehr Sorgfalt auf die Einschulung meiner Mitarbeiter verwenden sollte und sie bei der Entwicklung neuer Produkte, beim Aushandeln von Liefer- und Zahlungsbedingungen mit unseren Kunden und bei der Preisgestaltung entsprechend führen musste.
Matsushita stellte hohe Ansprüche an seine Mitarbeiter, behandelte sie jedoch auch mit Respekt und Rücksicht. Flexibilität und Schnelligkeit mass das Unternehmen einen hohen Stellenwert bei, von langer Beschaffungsdauer oder hohen Forschungs- und Entwicklungsbudgets hielt es nicht viel. Sämtliche Produkte und Geschäftsfelder des Unternehmens mussten Gewinne abwerfen.
Mit dem Vertrieb neuer Lampenprodukte würde jedoch einzig und alleine der Konzern zuständig sein. Mit dieser denkwürdigen Entscheidung legte Matsushita Electric den Grundstein für den Aufbau eines eigenen Vertriebssystems, ein in der damaligen, japanischen Konsumgüterindustrie völlig unübliches Vorgehen mit weitreichenden Langzeitfolgen.
Zwanzig Jahre später beschritt Sony einen ähnlichen Weg. Morita dazu: Im Rahmen des traditionellen Vertriebssystems für Konsumgüter ist die Distanz zwischen Hersteller und Konsumenten sehr gross. Grosshändler der dritten oder vierten Handelsstufe konnten ganz einfach nicht dasselbe Interesse bzw. die gleiche Begeisterungsfähigkeit für unsere Produkte und Ideen, wie wir selber hatten, an den Tag legen ..... also mussten wir eigene Vertriebsstellen und Vertriebswege einrichten, um die Produkte auf den Markt zu bringen.
Ein Leitbild für das Unternehmen
Die Grundaufgabe jedes Industriellen begründete er unter anderem mit dem Beispiel des Leitungswassers: Dieses sei ein wichtiges Produkt, das so billig produziert und vertrieben werde, dass es sich praktisch jeder leisten könne.
Die Geschäftsgrundsätze wurden in Form eines Kommuniquäs des Vorstandsvoritzenden am 27. Juli 1933 bekanntgegeben. Matsushita drängte darauf, dass sich sämtliche Mitarbeiter zu bestimmten Idealen bekennen sollten:
Der Öffentlichkeit einen Dienst zu erweisen: qualitativ hochwertige Güter und Leistungen zu erschwinglichen Preisen anzubieten und damit zum Glück und Wohlergehen der Menschen in aller Welt beizutragen.
Ehrlichkeit und Fairness: in allen Geschäftsangelegenheiten und im persönlichen Verhalten ehrlich und fair zu sein und sich stets vorurteilsfrei eine objektive Meinung zu bilden.
Teamwork im Sinne der gemeinsamen Sache: gemeinsam Fähigkeiten und Problemlösungen zu erarbeiten, um in gegenseitigem Vertrauen und unter voller Anerkennung der Eigenständigkeit des einzelnen gemeinsame Ziele erreichen zu können.
Unermüdliches Streben nach Verbesserung: ständig nach Verbesserung der persönlichen Leistung sowie der Leistung des Unternehmens zu streben, und das auch in schlechtesten Zeiten, um das oberste Unternehmensziel, nachhaltigen Frieden und Wohlstand zu schaffen, erfüllen zu können.
Höflichkeit und Demut: stets freundlich und demütig zu sein und die Rechte und Bedürfnisse anderer zu respektieren, um dadurch einen Beitrag zur Bereicherung des unmittelbaren Umfeldes und zur Wahrung der sozialen Ordnung zu leisten.
Einklang mit den Naturgesetzen: den Naturgesetzen Folge zu leisten und die Denkweise und das Verhalten an sich laufend ändernde Bedingungen anzupassen, um so schrittweise, aber kontinuierlich den Fortschritt herbeizuführen und jedes Vorhaben mit Erfolg krönen.
Dankbarkeit für erwiesene Aufmerksamkeiten: immerwährende Dankbarkeit für alle Aufmerksamkeiten und Liebenswürdigkeiten zu empfinden, damit wir in Friede und Freude leben können und stark genug sind, jegliche Hindernisse auf dem Weg zum wahren Glück zu überwinden.
Leadership by example: aus Matsushitas Verhalten sprach sein tiefer Glaube an sein Unternehmensleitbild und an seine Geschäftsgrundsätze. Seine sichtbaren Handlungen standen in Einklang mit den festgelegten Werten und Ziele. Auch schuf er Systeme und Strukturen, die mit den Leitgedanken übereinstimmten.
Firmenprofil mit Geschäftsgrundsätzen – Bei der Aktienemission sah Matsushita eine Reihe von Plänen zur Förderung einer Mitarbeiterbeteiligung vor. Um die physiologische Miteigentümerschaft der zu seinem Vertriebsnetz gehörenden Firmen weiter voranzutreiben, entwarf er für alle MEI-Vertragshändler eine Broschüre, aus der das Leitbild und die Geschäftsgrundsätze des Unternehmens hervorging. Das sich ständig vergrössernde Einzelhandelsvertriebsnetz erwies sich immer mehr als entscheidender Wettbewerbsvorteil; daher arbeitete er sehr eng mit den Vertragshändlern zusammen.
In der Broschüre war unter anderem zu lesen: Wenn Sie in einem Hersteller die den Vertragshändler beliefernde Fabrik sehen und den Vertragshändler als Niederlassung eines Herstellers erachten, werden Sie verstehen, warum beide alle Anstrengungen zu ihrer gegenseitigen Unterstützung unternehmen müssen. Wir werden Sie bei der Verwaltung Ihrer Niederlassungen nach bestem Wissen beraten. Wir möchten eine enge Beziehung fördern, innerhalb derer wir einander helfen, uns geistig weiterzuentwickeln, und den Weg zur zeitgemässen Wahrheit in geschäftlichen Belangen ebnen und verfestigen. Ich bin nach und nach zu der Ansicht gelangt, dass wir zusammenarbeiten müssen, um unseren Unternehmen gegenseitig zum Aufschwung zu verhelfen und den Menschen ein Leben in Wohlstand zu ermöglichen. Allerdings ist mir klar, dass Grössenwachstum eines Unternehmens Nachlässigkeiten in der Unternehmensführung Tür und Tor öffnet und das Personal leicht überheblich werden lässt. Wir müssen alles daransetzen, um dies zu verhindern.
Die Vision von Matsushita erfüllte letztlich eine ganze Reihe wichtiger Zwecke: Sie motivierte die Mitarbeiter, förderte intensives Arbeiten und half den Mitarbeitern, sich nicht allzusehr in ihren Erfolgen zu sonnen. Als vielleicht wichtigsten Beitrag lieferte sie dem Unternehmensführer eine mögliche Antwort auf die Frage nach seinem Schicksal. Es war ein Ziel, das man ein ganzes Leben lang verfolgen konnte: eine Organisation aufzubauen, die der Welt im Laufe der Zeit helfen würde, die Armut und die damit verbundenen Probleme, die er in seiner Jugend erlebt hatte, zu beseitigen.
Die Gliederung des Unternehmens in "eigenständige Geschäftsbereiche" und die Führung eines Wirtschaftsimperiums
Im Mai 1933 reorganisierte Matsushita die Firma nach Produktebereichen. Der erweiterte Verantwortungsbereich liess den Bereichsleiter als Geschäftsmann und Unternehmer wachsen. Die Unabhängigkeit von der restlichen Organisation förderte Kreativität und Eifer der Mitarbeiter. Die geringe Grösse und die klare Zielvorgabe ermutigten alle Beteiligten, das Geschäft als ein abgerundetes Ganzes aufzufassen und nicht nur ein enges Aufgabengebiet vor sich zu sehen.
Die Unternehmensführung hoffte, durch Divisionalisierung "fähige Führungskräfte heranziehen zu können", da nun mehr Mitarbeiter umfangreichere Kompetenzen übertragen wurden und man ihnen mehr Chancen bot, mit ihrer Aufgabe zu wachsen.
Erstens sollten mehr Mitarbeiter für das Geschäftsergebnis Mitverantwortung tragen, zweitens sollten Manager herangebildet werden.
Da die Gliederung in Geschäftsbereiche die Produktionsfelder eingrenzte und Herstellung und Verkauf direkt miteinander verknüpfte, konnte die Produktion durch umsichtiges Management so flexibel gestaltet werden, dass man auf Marktströmungen unverzüglich reagieren konnte. Das ist eine der grössten Stärken eines kleinen Unternehmens.
Mittels kleiner Strukturen sollten die einzelnen Produktelinien weiterhin imstande sein, auf die jeweiligen Märkte sensibel zu reagieren.
Matsushitas Erklärungen zu der neuen Organisationsform: Gewissenhaftes Arbeiten alleine reicht nicht. Gleichgültig welche Aufgabe Sie erfüllen, Sie sollten sich selber uneingeschränkt zuständig und voll verantwortlich fühlen, so als ob Sie der Generaldirektor Ihres eigenen Unternehmens wären. Auf diese Weise werden nicht nur brauchbare Geräte hergestellt und Neuentdeckungen gemacht werden, Sie werden auch in Ihrer persönliche Entwicklung einen grossen Schritt nach vorne tun.
Wurden Unzulänglichkeiten entdeckt, so versuchte er seinen Managern bei den erforderlichen Verbesserungsmassnahmen zu helfen.
Eine Schlüssellektion lautete: Sie arbeiten nicht für unsere Unternehmung. Sie arbeiten für sich selbst und für die Öffentlichkeit. Vergessen Sie niemals, dass jeder einzelne, auf den Sie treffen, Ihr Kunde ist. Der Verkauf ist ein wichtiger und edler Beruf.
Das Ziel der Unternehmensführung war es auch; den Leuten das Unternehmensleitbild, die Geschäftsgrundsätze des Unternehmens, eine Organisationsmethoden und Unternehmenskultur nahezubringen.
Das Wichtigste ist Aufgeschlossenheit. Man sollte nicht allein nach seinem eigenen Wissenstand handeln. Eine Redensart besagt, dass ein Mensch nicht irregeleitet wird, wenn er die Augen offen hält und anderen zuzuhören versteht. Gleichgültig wer Ihr Gesprächspartner ist, Sie werden Ihr Wissen ganz unerwartet vermehren, wenn Sie demütig und in der Hoffnung, etwas zu lernen, zuhören.
Matsushita kämpfte unermüdlich gegen die Einstellung "etwas sei unmöglich": Das Potential der Menschen ist grenzenlos, und es stehen ihnen unbegrenzte Möglichkeiten zur Verfügung. Jedoch zweifeln wir oft den Realitätsbezug solcher Aussagen an. Im Grunde unseres Herzens glauben wir nicht wirklich daran.
Er legte grossen Wert auf das "kollektive Wissen" als Taktik, um das scheinbar Unmögliche doch möglich zu machen. Wir müssen lernen, uns das Wissen von anderen zu holen, auch von Leuten ausserhalb des Unternehmens. Damit können wir unsere Perspektive erweitern. Wenn wir Probleme nur von unserem eigenen, erhabenen Standpunkt aus betrachten, können wir sie bloss in sehr begrenztem Masse lösen. Wenn wir uns aber das "kollektive Wissen" zunutze machen, können wir unser Ziel erreichen.
Wenn wir keine satten Gewinne machen, bedeutet das, dass wir der Gesellschaft gegenüber gewissermassen kriminell handeln. Wir nutzen das Kapital der Gesellschaft, ihre Menschen, und verwenden ihre Rohstoffe. Wenn es uns dann nicht gelingt, einen hohen Gewinn zu erzielen, vergeuden wir wertvolle Ressourcen, die anderswo besser eingesetzt wären. Wenn in einem Land viele Menschen ohne Gewinn arbeiten, wird das Land sehr rasch verarmen.
An keiner Stelle schreibt Matsushita über Gewinnmaximierung. Statt dessen beschreibt er "private" Unternehmen wie öffentliche Konzerne mit einem breiten Spektrum an Verantwortlichkeiten. Seiner Ansicht nach besteht die Aufgabe bzw. vorrangige Funktion der Unternehmensführung darin, den Wünschen der Menschen zu entsprechen und diese zu erfüllen, um ihnen mehr Lebensqualität zu verschaffen.
Als in den sechziger und siebziger Jahren in den USA neue Mischkonzerne entstanden und in Japan die alten Mischkonzerne grösser wurden schrieb Matsushita: Ich bin fest davon überzeugt, dass sich ein Unternehmen immer spezialisieren sollte, anstatt zu diversifizieren.
In erster Linie schrieb er jedoch an Stelle von Marketing- und Finanzstrategien über die Natur des Menschen, die Rolle des Gewinns, die Beziehung zum Kunden, die Kraft der Überzeugung und über die Bedeutung des Selbstvertrauens.
Ein Unternehmen ist nicht viel mehr als die kollektive Energie und die kollektiven Fähigkeiten seiner Mitarbeiter. Langfristig liegt der Schlüssel zum Erfolg immer in den Fähigkeiten und Fertigkeiten, der Entschlossenheit und Motivation der Mitarbeiter. Wesentlich ist das "kollektive Wissen".
Fähigkeiten können auf mannigfache Weise erworben werden: aus Büchern, in Schulen, am Arbeitsplatz und durch Lebenserfahrung. Nichts ist in diesem Zusammenhang wirksamer, als echte Kompetenz und Verantwortung zu delegieren, selbst wenn die Mitarbeiter dies anfangs als Härte empfinden. Mitarbeitern ständig Befehle zu erteilen, beraubt sie der Chance, zu lernen und persönlich zu wachsen. Aus den eignen Erfahrungen kann man bei ausreichendem Informationsstand wesentlich leichter lernen. Ohne Information können die Mitarbeiter einfach keine intelligenten Entscheidungen treffen bzw. die Folge ihrer Entscheidungen richtig einschätzen.
Entschlossenheit ist für den Erfolg eines Unternehmens besonders wichtig. Eine mit bescheideneren Finanzmitteln ausgestattete Firma mit geringerem Marktanteil gelingt es oft, einen grösseren Rivalen zu schlagen, wenn die Mitarbeiter dieser Firma wirklich an ihre Fähigkeiten glauben. Die persönliche Einstellung ist häufig ausschlaggebend für den Erfolg.
Eine Gruppe entschlossener Mitarbeiter legt viel Motivation an den Tag. Dem Unternehmensführer fällt die Aufgabe zu, diese Motivation weiter zu verstärken, und zwar durch eine gut kommunizierte, inspirierende Vision, durch Strukturen, welche die Verlagerung von Kompetenzen nach unten ermöglichen, und durch sein persönliches Vorbild.
In sehr fortgeschrittenem Lebensalter erklärte Matsushita seinem Leibarzt, er glaube, er werde noch viele Jahre leben. Der Doktor wies höflich darauf hin, dass kaum ein Mensch älter als hundert Jahre alt werde. Laut dem Arzt antwortete Matsushita darauf: "Aber Herr Doktor, ich habe mir grosse Aufgaben gestellt und möchte wichtige Ziele erreichen. Würden Sie grosse Herausforderungen in Angriff nehmen, wenn man Ihnen sagte, Sie hätten nur noch drei, fünf oder vielleicht zehn Jahre zu leben? Wenn wir glauben, dass wir noch dreissig oder vierzig Jahre vor uns haben, wissen wir, dass wir noch Grosses vollbringen können."
Um zehn Uhr vormittags, am 27. April 1989 tat Matsushita, 94jährig, seinen letzten Atemzug.
Nachwort - Wertschätzung
Der Erfolg, den er in seinen Anfangsjahren als Unternehmer erzielt hatte, hängt unmittelbar mit den Unternehmenstrategien und Geschäftspraktiken zusammen, durch die sich seine kleine Firma von den Mitbewerbern abhob. Ausgeprägte Kundenorientierung, bessenes Streben nach hoher Produktivität bei gleichzeitiger Kostenminderung, die Bereitschaft zur Übernahme von Risiken, um von anderen erfunden Produkte zu verbessern, innovatives Marketing, rasche Produkteentwicklung, Kundendienst, das Streben nach ständiger Verbesserung, der Glaube an die eigenen Mitarbeiter, ein spezielles Einzelhandelsvertriebssystem sowie die Tatsache, dass er nicht nur rein geschäftliche Ziele im Auge hatte – das alles trug zu raschen und gewinnbringendem Wachstum seines Unternehmens bei. Jahrzehnte bevor die meisten anderen japanischen Unternehmen die Vorteile der Massenproduktion und Massenvermarktung erkannt hatten, wies ihnen Matsushita als Vorreiter den Weg. Jahrzehnte bevor der Grossteil der Unternehmungen weltweit realisiert hatte, dass man Produktekategorien beherrschen konnte, indem man die Basiserfindungen anderen überliess, um selbst mit ganzer Kraft auf Produktion und Marketing zu konzentrieren, war MEI längst zum Rollenvorbild geworden.
Trotz dieser Zusammenfassung – dieses Buch muss Pflichtlektüre für jeden Manager sein. Das Buch erhalten Sie in jedem Buchverlag oder Buchversand unter der Nummer ISBN 3-7064-0345-5 – John P. Kotter – Matsushita – Der erfolgreichste Unternehmer des 20. Jahrhunderts.
Viel Spass und vor allem, viel Kraft und Umsetzungsvermögen wünscht Ihnen schon heute – Gisi Roger – SEMP – Marketing- und Informatik-Consulting.