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Dr.med.Christian Schibler, Facharzt für Innere Medizin, 9014 St.Gallen, Tel 071/ 277 57 57

Zeckenstich - was tun?
Begriffsklärung: Nach einem Zeckenstich gibt es zwei verschiedene Erkrankungen, die durch Viren bedingte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine grippeartige Hirnhautentzündung, und die durch Bakterien verursachte Borreliose, welche am häufigsten unter dem Bild der sog.Wanderröte auftritt.
Die Zecken (auch Holzböcke genannt) leben in Gebüschen (sog.Zeckenbiotopen) und sind mit verschiedenen Viren verseucht; sie breiten sich in der Schweiz in der letzten Zeit zunehmend von Westen nach Osten aus. Davon betroffen ist vorallem der Kanton Thurgau, im Kt. St.Gallen ist dies bisher nicht der Fall. Über 1000 m gibt es zudem keine Zecken mehr. Die Verteilung in Europa kann auf Karten eingesehen werden, welche vor den Ferien studiert werden sollten.
Das Risiko einer Ansteckung mit FSME beträgt je nach dem Durchseuchungsgrad der Zecken zwischen 1:100 bis 1:1000, ist somit relativ klein. Im Falle einer Erkrankung kommt es ca 10 bis 14 Tage später nach dem oft unbemerkten Stich zu einem grippeartigen Zustand mit hohem Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen.
Da es keine Therapie dieser Hirnhautentzündung mit Nervenlähmungen gibt, muss mit einer Impfung vorgebeugt werden. Während in Oesterreich bei weit höherem Risiko die ganze Bevölkerung geimpft wird (und damit praktisch keine Erkrankungsfälle mehr vorkommen), wird in der CH nur die Impfung von Risikogruppen empfohlen (Waldarbeiter, Freizeitsportler, Pfadfinder, Pilzsammler etc).
Die vollständige Immunisierung beinhaltet 3 Impfungen verteilt über 9 bis 12 Monate (am besten während der kalten Jahreszeit). Kinder unter 6 Jahren sollten nicht geimpft werden (kleineres Erkrankungsrisiko).
Ganz selten kann auch die Impfung neurologische Nebenwirkungen wie Fieber, Nervenentzündung oder Lähmungen machen, glücklicherweise sind diese Störungen aber nur vorübergehend.
Neben den FSME-Viren und anderen Viren tragen Zecken auch Bakterien in sich, die sie beim Stich ins Blut des Menschen abgeben. Gegen Borrelien gibt es keinen Impfstoff, die Krankheit kann aber glücklicherweise mit Antibiotika behandelt werden, allerdings nur wenn sie rechtzeitig erkannt wird.
Die Frühform der Erkrankung ist eine auf die Haut beschränkte Infektion, die sog.Wanderröte, welche nach etwa 10 – 30% aller Zeckenstiche auftritt. Allerdings entwickeln nur etwa die Hälfte der Gestochenen eine Wanderröte.
Unbehandelt geht die Krankheit über Monate und Jahre weiter, bis sich in Spätstadien chronische Erkrankungen der Haut- (Akrodermatitis), der Gelenke (Lyme-Arthritis) und des Nervensystems (die seltene aber gefürchtete chronische Neuroborreliose) entwickeln. Im Gegensatz zur virusbedingten FSME kann die bakterielle Borreliose mit verschiedenen Antibiotika behandelt werden. Je früher der Therapiebeginn mit Antibiotika, desto besser sind die Heilungsaussichten.
Das Risiko in der Bevölkerung an einer Borreliose zur erkranken wird etwa auf 1% pro Jahr geschätzt. In besonderen Situationen kann unmittelbar nach einem Zeckenstich mit einer Einmaldosis eines Antibiotikums eine prophylaktische Behandlung durchgeführt werden.
Weitere Informationen:
· Bei Ihrem Hausarzt Zecken-Verbreitungskarten
· Info-Broschüre Zeckenschutzimpfung
·
Internet
unter
www.zecken.ch