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|Projekt||Ereignisanalyse Hochwasser 2005|
|Auftraggeber||Bundesamt für Umwelt BAFU, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL|
|Jahr||2006 – 2008|
Grossflächige und langanhaltende Niederschläge führten im August 2005 zu aussergewöhnlichen Abflüssen und Seeständen in den Gewässern der Alpennordseite. Das Unwetter forderte in der Schweiz 6 Todesopfer und verursachte Sachschäden von 3 Mrd. Franken. Im Rahmen einer Ereignisanalyse wurde das aussergewöhnliche Hochwasser 2005 umfassend untersucht. Die Flussbau AG SAH wurde beauftragt, die aufgetretenen flussmorphologischen Prozesse in Wildbächen, Gebirgs- und Talflüssen zu untersuchen. In einer Datenbank wurden insgesamt fast 100 Einzelereignisse mit Angaben zur Art der Gerinne-, Gefahren- und Schadenprozesse und (sofern bekannt) zu Abflussmengen und Feststofffrachten erfasst.
In einer zweiten Phase wurden die massgeblichen Prozesse Ufererosion sowie Sohlenveränderungen und Geschiebefrachten in Gebirgs- und Talflüssen vertieft untersucht. Die Sohlenveränderungen wurden anhand von Sohlendifferenzen aus Querprofilen, Volumenbilanzen und Transportrechnungen analysiert. Um die Seitenerosionen näher zu analysieren, wurden für rund 120 Erosionsstellen Parameter zu Ausmass, auslösenden Prozessen und Uferbeschaffenheit in einer Datenbank zusammengestellt und ausgewertet.
Rickenmann D., Hunzinger L. und Koschni A. (2008):
Interpraevent, Dornbirn, Austria, 26.–30. Mai 2008
Durch die hohen Abflüsse und teilweise sehr hohen transportierten Feststofffrachten während des Hochwassers im August 2005, kam es in der Schweiz an vielen Orten zu grossen Schäden durch Überschwemmungen, Übersarungen oder Murgänge. Hohe Feststofftransporte in Form von Geschiebe und Schwemmholz traten hauptsächlich in den Bergregionen auf. Die grösseren Flüsse des Schweizer Mittellandes wiesen hohe Abflüsse auf; der Geschiebetransport spielte dort eine geringere Rolle. An vielen Stellen reichte die Gerinnekapazität nicht mehr aus, um die auftretenden Abflüsse innerhalb des Bachbettes abzuführen. Die beobachteten Geschiebefrachten sind ab Gerinnegefällen von mehr als 5% deutlich geringer als die mit einer einfachen Geschiebetransportformel berechneten Werte. Mögliche Gründe dafür sind bedeutende Formverluste, welche die für den Geschiebetransport verfügbare Abflussenergie vermindern, sowie eine beschränkte Geschiebeverfügbarkeit in steileren Gerinnen.
The flood events of August 2005 in Switzerland were associated with high water discharges and very high transported sediment loads in some channel reaches. This caused large damage in many places due to flooding, sediment deposition, debris flows, and woody debris. High sediment transport occurred primarily in mountain regions where intense bank and channel bed erosion was observed, and where deposition of sediment and woody debris also occurred outside of the channel. The larger rivers of the Swiss plateau had high flow discharges but sediment transport played only a minor role. In many places the channel conveyance capacity was too small in comparison to the high discharges. For channel reaches steeper than about 5% observed bedload volumes are significantly smaller than values calculated with a simple bedload transport equation. Possible reasons for this discrepancy are large form resistance losses, which reduce the flow energy available for sediment transport, and limited sediment availability in steeper streams.
Bezzola G.R., Hegg C. (Ed.) (2007):
Umweltwissen, Nr. 0707, Bundesamt für Umwelt BAFU, Eidgenössische Forschungsanstalt WSL
Bezzola G.R., Hegg C. (Ed.) (2008):
Umweltwissen, Nr. 0825, Bundesamt für Umwelt BAFU, Eidgenössische Forschungsanstalt WSL