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Zurzeit lese ich ein Buch, das den Titel trägt: „Kann Kapitalismus moralisch sein?“ von André Comte-Sponville. Eine Frage die man sich in der westlichen Welt nicht jeden Tag stellt, vor allem auch darum weil wir Teil des ganzen Systems sind. Es wird als selbstverständlich angenommen, dass durch den Untergang der Sowjetunion und des Kommunismus das westliche System als Gewinner des kalten Krieges hervorgeht. Die Frage ob der Sieg des Kapitalismus eventuell nicht umsonst war, stand nie zur Diskussion. Sponville weisst darauf hin, dass durch die immer fortwährende Entzauberung der Welt durch den Untergang der Religion ein Stellvertreter an die Stelle der Religion treten muss. Das ist der Individualismus. Der Mensch will individuell sein und spielt somit dem Kapitalismus in die Karten, denn Individualisten sind gute Konsumenten. Um Individuell zu sein, macht man gerne Geld locker. Man denke nur an die ganze Hipster-Bewegung, für mich ein perfektes Beispiel wie Individualismus ein Stützpfeiler des Kapitalismus ist. Da jeder von uns auch Teil des Systems ist, wie ich oben schon erwähnt habe, ist die Frage nach der Moral des Kapitalismus durchaus berechtigt. Die wichtigste Aussage des ersten Kapitels ist für mich, die Eigennützigkeit mit der die Individuen im Kapitalismus agieren. Mit dem Begriff Eigennutz wären wir auch schon bei Kant. Jemand handelt aus Eigennutz wenn er seine Handlung nicht am kategorischen Imperativ misst. Kurz erklärt ist der kat. Imperativ ein Gedankenexperiment in dem man seine Handlung daran überprüft ob sie zum Gesetz aller werden könnte ohne andere einzuschränken in ihrer Handlungsfähigkeit. Man nehme nun den Eigennutz des Kapitalismus. Kann man wollen, dass der Eigennutz im alltäglichen Handeln zum Gesetz aller wird ohne dabei andere einzuschränken? Die Antwort kann sich jeder selber denken.