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Die tansanische Regierung hat ihre Bereitschaft erklärt, den Zugang zu Vorschulbildung zu erweitern und die Qualität der Vorschulbildung zu verbessern. Der Besuch des Kindergartens ist seit 2014 für alle Kinder obligatorisch und an staatlichen Schulen kostenlos. Der erweiterte Zugang zu Bildung soll begleitet werden von einer qualitativen Verbesserung des Bildungsangebots insgesamt. Die «Tanzania Development Vision 2025» besagt, dass gut ausgebildete Leute eine Voraussetzung dafür sind, dass Tansania bis zum Jahr 2025 zu einem «middle-income country» wird. (Seit 2020 hat Tansania den Status eines «lower-middle-income country».)
In Übereinstimmung mit den Plänen und Zielen der tansanischen Regierung engagiert sich die Arthur Waser Stiftung dafür, einen Beitrag zur Verbesserung der frühkindlichen Erziehung („early childhood education“, kurz ECE) zu leisten. Die Stiftung fördert und vernetzt Organisationen, bei denen die langfristige Bereitschaft vorhanden ist, qualitativ hochstehende Angebote im Bereich der ECE bereitzustellen. Diese Angebote sollen Wissen auf der Grundlage einer soliden Wertebasis vermitteln, Kinder zu freiem Denken und eigenständigem Lernen anleiten und möglichst allen Bevölkerungsschichten zugutekommen. In Tansania ist die Montessori-Pädagogik weit verbreitet und gut verankert, weil an lokalen Trainingszentren seit den 1970er Jahren insgesamt rund 5000 Montessori-Lehrpersonen ausgebildet worden sind und die Pädagogik an die lokalen Umstände angepasst worden ist. Aus diesen Gründen fördert die Arthur Waser Stiftung in Tansania hauptsächlich den nationalen Verband der Montessori-Lehrpersonen sowie Organisationen, die Montessori Trainingszentren und Kindergärten betreiben.
Nationale Vorschulbildungsstrategie der tansanischen Regierung
Die Regierung Tansanias ordnet der frühkindlichen Bildung eine grosse Wichtigkeit zu, wie die Einführung des obligatorischen Kindergartenjahres deutlich macht. Bereits 1995 wurde eine «Education and Training Policy» verabschiedet, welche eine Kindergartenklasse für jede Primarschule vorsah. Damals wurden allerdings keine öffentlichen Gelder bereitgestellt und keine Regularien für den Unterricht verfasst. In der Folge etablierten sich an vielen Schulen Kindergärten, an denen nicht-spezialisierte Lehrpersonen unterrichteten, die durch kleine Beiträge der Elternschaft finanziert wurden. Seit der Verabschiedung einer neuen «Education and Training Policy» im Jahr 2014 ist das Kindergartenjahr obligatorisch und kostenlos an staatlichen Schulen. Der Zugang zu Vorschulbildung konnte seither kontinuierlich ausgeweitet werden. Laut UNICEF Tanzania Reports besuchten im Jahr 2016 34% und im Jahr 2017 bereits 45% aller 5-jährigen Kinder in Tansania einen Kindergarten.
Die Qualität des Bildungsangebots in Tansania soll auf allen Stufen verbessert werden. Dies beschreibt die tansanische Regierung sowohl in der «Tanzania Development Vision 2025» als auch im «Five-Year Development Plan 2016/17-2020/21». Die «Education and Training Policy» von 2014 besagt für die Vorschulstufe, dass diese die Entwicklung der Kinder, ihr Lernverhalten und ihre Bereitschaft für die Primarschule fördern soll. Im Jahr 2015 wurde dazu ein Lehrplan ausgearbeitet, welcher die Themen Lesen, Schreiben und Rechnen in den Mittelpunkt stellt. Die Qualität der Vorschulbildung ist derzeit jedoch noch ungenügend, weil nur gut die Hälfte der Lehrpersonen eine fachspezifische Ausbildung abgeschlossen haben. Die Anzahl Kinder pro Lehrperson mit Ausbildung beträgt auf der Vorschulstufe 131:1. In staatlichen Kindergärten ist das Verhältnis gar 169:1, in privaten Kindergärten 24:1. Momentan fallen lediglich 6% des Budgets für Bildung auf die Vorschulbildung. Kindergärtner*innen, welche an den Montessori Trainingszentren ausgebildet worden sind, können zurzeit nicht als Lehrpersonen an staatlichen Vorschulen angestellt werden.
Herausforderungen in der Technischen Bildung
Im Fünfjahresentwicklungsplan Tansanias wird ebenfalls eine erhebliche Qualifikationslücke in der Technischen Bildung beschrieben. Eine der wichtigsten Erkenntnisse jüngster Studien ist ein signifikanter Mangel an qualifizierten Lehrkräften für die technische Bildung, sowohl auf fachlicher wie auf pädagogischer Ebene. Dies ist zu einem grossen Teil auf den Mangel an angemessenen Ausbildungseinrichtungen für Ausbildner*innen zurückzuführen. Eine andere zentrale Erkenntnis ist der nach wie vor begrenzte Zugang zu qualitativ hochwertiger technischer Bildung, die den Bedürfnissen der Wirtschaft entspricht. Daraus resultiert letztlich, dass Jugendliche auch mit Abschluss oft Schwierigkeiten haben, eine Beschäftigung zu finden und sich der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften akzentuiert.
Die Lücken müssen geschlossen und der Zugang zu technischer Bildung erleichtert werden, um eine starke, diversifizierte, widerstandsfähige und wettbewerbsfähige Wirtschaft zu erreichen. Vor diesem Hintergrund werden Anstrengungen unternommen, das Bildungssystem qualitativ umzugestalten, wobei der Schwerpunkt auf der Förderung von Kreativität und Problemlösung liegt.