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Die Forscher um Elisabetta Rapiti vom Genfer Krebsregister an der Universität Genf untersuchten die Daten von rund 6'700 Frauen, bei denen zwischen 1980 und 2003 Brustkrebs festgestellt worden war. 46% von ihnen erhielten so genannte Anti-Östrogene zur Behandlung, meist das Medikament Tamoxifen.
40 der Frauen bekamen nach dem Brustkrebs auch noch einen Lungenkrebs. 12 Fälle von Lungenkrebs bei der Anti-Östrogen-Gruppe standen dabei 28 Fälle bei den anderweitig behandelten Frauen gegenüber, wie Rapiti auf Anfrage zu einer Mitteilung der Amerikanischen Vereinigung für Krebsforschung mitteilte.
Die Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken war damit in beiden Gruppen etwa im Rahmen der Quote in der allgemeinen Bevölkerung. Ein klarer Unterschied fand sich aber bei den Todesfällen: 18 der 40 Frauen starben an Lungenkrebs - doch nur zwei von ihnen waren zuvor mit Anti-Östrogenen gegen Brustkrebs behandelt worden.
Bereits frühere Studien deuteten laut Rapiti darauf hin, dass Östrogene - die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone - bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Lungenkrebs eine Rolle spielen könnten. Momentan liefen klinische Studien, um den Nutzen einer Anti-Hormon-Therapie als Zusatz zur traditionellen Chemotherapie zu testen.