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Die Szene der Verklärung Jesu auf dem Berg wirft Licht auf die Natur der Freude, die beim Kommen und bei der Erscheinung unseres Herrn Jesu Christi unser Teil sein wird.
«Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, dass er Petrus und Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg, um zu beten. Und während er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders und sein Gewand weiss, strahlend.» – Als Er betete, als Jesus seine Abhängigkeit zum Ausdruck brachte, fand diese Veränderung statt, die uns zeigt, welche Veränderung sich auch in den lebenden Heiligen vollziehen wird, wenn der Herr Jesus wiederkommt.
«Und siehe, zwei Männer unterredeten sich mit ihm, welche Mose und Elia waren.» Diese Erlösten waren bei Ihm – und auch wir werden diese unaussprechliche Freude haben: Wir werden bei Jesus sein. Im vierten Kapitel des ersten Thessalonicher-Briefes, nachdem Er gezeigt hat, in welcher Ordnung die Auferstehung der in Christus Entschlafenen und der lebenden Heiligen vor sich gehen wird und wie sie dann zusammen in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft entrückt werden, fügt der Apostel hinzu: «Und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein.»
In dieser Szene auf dem Berg waren die beiden Männer nicht nur bei Christus, sondern befanden sich auch in einem vertrauten Verhältnis zu Ihm: «Zwei Männer … unterredeten sich mit ihm.» Es wird nicht gesagt, dass Er mit ihnen redete, obwohl dies zweifellos auch der Fall war; aber dies hätte Er aus einer gewissen Distanz tun können. Wenn sie sich jedoch, wie wir lesen, mit Ihm unterredeten, so gibt uns dies einen Begriff von ihrem freien und sehr vertrauten Umgang mit Ihm. Petrus und seine Begleiter wussten, was es bedeutete, mit Jesus solche Beziehungen auf der Erde, während den Tagen seiner Erniedrigung, zu pflegen. Aber welche Freude musste es für sie sein, nun den Beweis zu erhalten, dass sie auch im Himmel diese Beziehungen mit Ihm geniessen würden.
Lukas fährt fort: «Diese erschienen in Herrlichkeit.» Diese Mitteilung knüpft an das Vorangegangene an. Wir lesen zuerst, dass sie mit Ihm waren und erst nachher, dass sie in Herrlichkeit erschienen. Sie hatten teil an derselben Herrlichkeit, in der Er sich offenbarte. – So ist es auch für uns: «Wenn der Christus, unser Leben, offenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbart werden in Herrlichkeit» – «Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind; ich in ihnen und du in mir, damit sie in eins vollendet seien und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast» (Kol 3,4; Joh 17,22.23).
Aber da ist noch eine andere Einzelheit. Wir lernen nicht nur, dass sie hier bei Ihm waren, sich mit Ihm unterredeten und in Herrlichkeit mit Ihm erschienen. Auch der Gegenstand ihrer Unterredung wird uns mitgeteilt: «Sie besprachen seinen Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte.» In jener Herrlichkeit waren das Kreuz, die Leiden Christi, das Erlösungswerk, das Er in Jerusalem erfüllen sollte, Gegenstand ihrer Unterredung. Dies wird gewiss auch unsere Freude sein, wenn wir mit Christus in der Herrlichkeit sind. Während der ganzen Ewigkeit werden wir beschäftigt sein mit diesem Gegenstand – mit seinem Leiden und Sterben in Jerusalem.
Dann lesen wir, dass Petrus und die anderen vom Schlaf beschwert waren. Dies zeigt uns, was in Gegenwart der Herrlichkeit Gottes das Fleisch ist.
Petrus täuschte sich gewaltig in dem, was er vorschlug, denn «er wusste nicht, was er sagte. Als er aber dies sagte, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke eintraten; und eine Stimme erging aus der Wolke, die sagte: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn hört.» Petrus schreibt in seinem zweiten Brief, dass diese Stimme aus der prachtvollen Herrlichkeit gekommen sei. «Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der prachtvollen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: ‹Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe›» (2. Pet 1,17). Petrus und die übrigen waren in die Wolke eingetreten. Das illustriert uns die wunderbare Tatsache, dass die Gläubigen in der Herrlichkeit, aus der die Stimme kam, einen Platz haben und teilnehmen werden am Wohlgefallen des Vaters an seinem geliebten Sohn. Wir sind nicht nur in die Gemeinschaft Jesu Christi, des Sohnes Gottes, berufen, sondern auch in die Gemeinschaft mit dem Vater; Gott, der Vater, nimmt uns auf, damit wir teil hätten an der Wonne, die Er an seinem Vielgeliebten findet.
«Und als die Stimme erging, wurde Jesus allein gefunden.» Die Vision verschwand, die Wolke, die Stimme, die Herrlichkeit, Mose und Elia; aber Jesus blieb, und die Jünger hatten ihren Weg mit Jesus fortzusetzen, indem sie Ihn jetzt in dem Licht dieser Szene der Herrlichkeit betrachteten, die sie vor Augen hatten. – Diesem Zweck dienen auch uns die lebhaften Eindrücke von geistlichen Dingen, die uns dann und wann geschenkt sind. Wir können sie nicht immer unter Ausschluss alles anderen geniessen.
Aber wenn sie hinter uns liegen, wie die Vision auf dem heiligen Berge für die Jünger, so lassen sie uns mit Jesus allein zurück, um den Weg unserer Pilgerschaft im Geist mit Ihm zurücklegen zu können, in dem Licht und in der Kraft einer tieferen Erkenntnis von Ihm, und in der Gemeinschaft mit der Freude des Vaters in Ihm, die wir auf dem Berg gefunden haben. Alles das begleitet uns hier auf der Erde, in Erwartung des Augenblicks, in dem Er wiederkommen wird. Dann wird die ganze Herrlichkeit, weit mehr als unsere Herzen je erfassen konnten, für immer vor uns ausgebreitet sein.