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Falls dein Hund an der Leine zum Beispiel auf andere Hunde mit Bellen reagiert und er im Alltag plötzlich beginnt auch andere Sachen anzubellen, kann dir dieser Beitrag eine Erklärung dafür bieten.
In der Theorie des Erregungstransfers wird erklärt, dass eine 1. Erregung A gemeinsam mit einer 2. Erregung B nicht einfach nacheinander gereiht stattfinden, sondern dass sich die beiden Erregungen sogar kumulieren.
So entsteht also im Körper mehr Erregung als wenn die einzelnen Erregungen A und B getrennt voneinander stattfinden würden.
Dies hat einen Einfluss auf die Impulskontrolle deines Hundes!
So kann sich dein Hund z.B. bei einer 1. Erregung A noch gut hemmen und reagiert nicht auf einen Auslöser, da dieser noch unter der Hemmschwelle liegt.
Sobald nun aber eine 2. Erregung hinzukommt und die 1. Erregung im Körper noch nicht abgebaut ist, kumulieren sich die zwei Erregung und es entsteht mehr Erregung, wie in der Kurve C ersichtlich ist.
Die Krux an der Sache ist nun, dass dein Hund plötzlich auf Auslöser reagiert, die alleine noch unter seiner Reizschwelle liegen würde. Dadurch das sich die Erregung aber kumuliert hat dein Hund nicht mehr genug Impulskontrolle und reagiert auch auf andere Auslöser.
Deshalb ist es immer sinnvoll nach einer Steigerung des Erregungsniveaus deines Hundes zuerst einmal dieses wieder zu senken. Je mehr dein Hund die Erregung abbauen kann, desto weniger wird sich diese Erregung in die nächste Situation transferieren und sich auch weniger mit der nächsten Erregung kumulieren.
So sind zum Beispiel Schnüffelspiele oder auch sanfte Berührungen eine gute Möglichkeit deinen Hund zu beruhigen.
Verlasse den Ort der hohen Aufregung nicht direkt. Sonst speichert dein Hund diesen Ort zum Beispiel damit ab, dass dort zuletzt eine Katze war. Beim nächsten Mal, wenn dein Hund wieder dorthin kommt, wird er an dieses letzte Bild erinnert und seine körperliche Erregung steigt.