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Nicht selten wurde geschimpft über die Musik, die der Jugendliche in seinem Zimmer hörte. Der Jugendliche wiederum hatte auch nicht immer etwas für die Musik übrig, die seine Eltern als Hörgenuss empfanden. Die grössten Konflikte gab es wahrscheinlich zu den Zeiten, als die Beatles und Rolling Stones erstmalig die Bühne betraten.
Hier entstanden Konflikte zwischen der beginnenden Popkultur in oftmals konservativen Elternhäusern. Aber wieso gibt es denselben Generationenkonflikt noch heute, obwohl der heutigen Generation der Älteren ihn aus dem eigenen Leben kennt?
Warum mag man bestimmte Musik und andere nicht?
Der Musikgeschmack ist nicht genetisch vorbestimmt. Meistens gefällt uns die Musik, die in unserem Kulturkreis üblich ist und die wir in der Zeit, in der wir aufwachsen, in unserem Umkreis hören. Freunde und Familie beeinflussen uns dabei.
Je mehr wir uns mit einem bestimmten Lied auseinandersetzen, umso positiver wird es häufig bewertet. Wenn ein Lied im Radio gespielt wird, das wir vielleicht zunächst ablehnen, kann es passieren, dass wir es nach einer bestimmten Zeit plötzlich mögen.
Allerdings kann man sich ein Lied auch überhören. Dass wir einige Lieder und Musikrichtungen bevorzugen und andere ablehnen, kann verschiedene Gründe haben. Manches verknüpft man mit bestimmten Erfahrungen oder Vorlieben, anderes mit Abneigungen oder es ist einem zu langweilig.
Auch das Geschlecht und das Alter können eine Rolle spielen. Hierbei vergleiche man die Besucher bei einer Oper und einem Boyband-Konzert der späten 90er und 00er Jahre.
Was waren die typischen Musikrichtungen, die die letzten Jahrzehnte geprägt haben?
- 50er Jahre: Rock´n´Roll
- 60er Jahre: Beat, Soul, Rock
- 70er Jahre: Disco, Rock, Glam Rock
- 80er Jahre: New Wave, Pop, Neue deutsche Welle, Rock
- 90er Jahre: Techno, Dance, Rave, Grunge, Hip Hop
- 00er Jahre: Pop, Hip Hop, Black, Trance, House
Wer grenzt sich ab: Jung oder Alt?
Würde man diese Frage heute anhand vieler Diskussionen in Kinderzimmern oder über die Kommentare in den sozialen Medien beurteilen, dann wäre es klar: Die Alten meckern mehr und machen ständig die neue Musik schlecht.
Tatsächlich grenzen sich Jugendliche jedoch während der Pubertät häufig vom Elternhaus ab und beziehen das auch auf ihren Musikgeschmack. Dieser spielt sogar eine gewisse Rolle auf der Suche der Identität eines Heranwachsenden. Jugendliche versuchen sich mit bestimmten Dingen zu identifizieren, um sich selbst zu finden und weiterzuentwickeln.
Man kann also feststellen, dass hier von Jung und Alt beiderseits eine Abgrenzung zueinander gibt.
Warum hören Generationen unterschiedliche Musik?
Biologisch existiert wahrscheinlich ein Phänomen, dass Unterschiede zwischen verschiedenen Akkorden, Rhythmen und Melodien zunehmend schlechter wahrgenommen werden können, je älter der Mensch wird.
Das würde erklären, wieso ältere Menschen weniger offen für neue Musik sind. Allerdings spielen hier auch wieder die Pubertät und die damit verbundenen Erinnerungen eine Rolle. Psychologisch ist es belegt, dass die Gefühle, die man während der Pubertät empfindet, als besonders stark empfunden werden.
Nicht ohne Grund erinnern sich viele Menschen bis ins hohe Alter noch an bestimmte Erlebnisse aus dieser Zeit sehr intensiv. Die Musik aus der Zeit verbinden sie mit diesen Erinnerungen und vergleichen die vertrauten Klänge mit denen der neueren Musikrichtungen, mit denen sie wiederum nichts verknüpfen.
Würden sich ältere Menschen intensiv mit neuen Musikrichtungen auseinandersetzen, würden sie ihnen vielleicht auch gefallen. Nur fehlt den meisten Menschen vermutlich die Zeit oder die Motivation.