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Weder Oper noch Oratorium, Kantate oder Chorsymphonie die Faust-Szenen von Robert Schumann lassen sich kaum in ein gängiges Schema einfügen. Nicht zuletzt wegen einer Neubewertung der Faust-Szenen in der Fachwelt als ein Hauptwerk Schumanns trägt BR-KLASSIK mit seiner Einspielung dem erstarkten Interesse an einer Komposition Rechnung, die ihr Schöpfer selbst für eines seiner besten Werke hielt. Am Pult des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks: der herausragende englische Dirigent Daniel Harding. Er präsentiert mit den Faust-Szenen ein groß angelegtes Meisterstück, das die komplexe und hochphilosophische literarische Vorlage von Goethe in einer losen Szenenfolge musikalisch nachzeichnet. Immer wieder beschäftigte sich Schumann gerade in seinem letzten Lebensjahrzehnt mit den Möglichkeiten, die im vokal-symphonischen und musikdramatischen Komponieren liegen. Neben Genoveva , Manfred und Requiem für Mignon sind es die Faust-Szenen , in denen er jenseits von Oper, Oratorium und Kantate neue musikalische Wege beschreitet. Über ein Jahrzehnt währte der Entstehungsprozess, den Schumann nur kurz vor seinem gesundheitlichen Zusammenbruch 1853 abgeschlossen hatte. Was Schumann geschaffen hat, spannt mit lyrischen und dramatischen Sätzen den Bogen von Gretchen über Fausts Tod bis zur Verwandlungs- und Erlösungsmystik des abschließenden Chorus mysticus. Die Partie des Faust gestaltet der außergewöhnliche Bariton Christian Gerhaher, ihm zur Seite stehen Christiane Karg als Gretchen sowie weitere international hoch angesehene Solisten, der Kammerchor der Augsburger Domsingknaben und der Chor des Bayerischen Rundfunks.
Portrait
Robert Schumann, 1810 - 1856, nahm in Leipzig Klavierunterricht bei Friedrich Wieck, dem Vater seiner späteren Frau Clara. Er begann zunächst ein Jurastudium, ab 1830 widmete er sich ausschliesslich der Musik. Als Komponist und Musikschriftsteller (er begründete die "Neue Zeitschrift für Musik") ist Schumann der vielleicht typischste Vertreter der deutschen Romantik. Er schrieb 4 Sinfonien, Liederzyklen, grosse Vokalformen, Kammermusik und Klaviermusik, letztere z.T. auch für seine Kinder ("Album für die Jugend", 1848).