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Anfangs unterrichteten Lehrer an normalen Tischen und Bänken. Doch bald entdeckten sie das Pult als Disziplinierungsapparat. 1780 sinnierte Ernst Trapp, erster deutscher Pädagogikprofessor, über das Ideal: eine nur zum Lehrer offene Box, die jede Ablenkung verhindere. «Die Tische sollten, ausser an den Stellen, wo der Schüler sein Buch hinlegt und schreibt, voll in die Höhe stehender eiserner Nadeln sein, damit alle Versuchung, über die Tische zu steigen oder sich darüberzulegen, wegfiele.»
Bis um 1900 entstanden 200 Pult-Typen, alle aus einer Idee: Wie ein Korsett soll das Pult die richtige Haltung erzwingen. Akribisch vermass man Kinder, formalisierte Abstände und Winkel. Ergebnis waren Standardpulte, fest mit Zweierbänken verbunden. Verstellbare Pulte und Stühle kamen erst ab 1930 – und mit ihnen die Einsicht, dass Kinder besser lernen, wenn sich das Mobiliar ihnen anpasst und nicht umgekehrt.