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Konzert
Montag, 8. Juli 2019, 19:30 Uhr
Josué Meléndez, Zink
Bork-Frithjof Smith, Zink
Ekaterina Kofanova, Orgel
Werke von Senfl, Mealli
Konzertinformationen
Unter dem reichhaltigen Instrumentarium der Renaissance und des Frühbarock zählt Zink (bzw. Cornetto) zweifelsohne zu den beliebtesten und anspruchsvollsten Blasinstrumenten jener Zeit. Er hat den Ruf, die menschliche Stimme besonders gut imitieren zu können. Sogar in frühen Werken von Bach findet Zink noch Verwendung. Seine Blütezeit hatte aber dieses Instrument (oder, genau genommen, eine ganze Instrumentenfamilie in verschiedenen Tonlagen) im frühen 17. Jahrhundert. Musik aus dieser Zeit wird in unserem Programm erklingen, wobei Werke des bedeutendsten Schweizer Komponisten der Renaissance Ludwig Senfl eine besondere Stellung einnehmen.
Der älteste und wohl am wenigsten bekannte Komponist in diesem Programm, Giovanni Pandolfi Mealli war bereits um 1660 ein Hofmusiker in Innsbruck, zu dieser Zeit ein Zentrum des europäischen Musiklebens. Dort entstanden seine 12 Sonaten «à Violino solo, per Chiesa e Camera», die jeweils nach einer Person aus dem privaten und beruflichen Umfeld des Komponisten benannt sind. Diese Sonaten sind höchst ausdrucksvoll und unvorhersehbar, ganz im Sinne des Stylus Phantasticus (des fantastischen Stils). Pandolfi verstand es, aus einfachsten Ideen neuartige und unverwechselbare Stimmungen entstehen zu lassen.
Über die Musizierenden
Josué Meléndez
begann seine musikalischen Studien in Costa Rica am Conservatorio Castella. Von 1991-1996 studierte er an der Escuela Nacional de Música, Universität von Mexiko und gründete das erste Festival für Alte Musik Mexikos; Festival Santo Domingo de Música Antigua, wo er L’Orfeo von Claudio Monteverdi und viele andere Projekte dirigierte. 1997 zog Josué nach Den Haag, wo er zwei Blockflöten-Diplome am Koninklijk Conservatorium abschloss, darunter eines mit Auszeichnung für Neue Musik. Von 2002 bis 2006 studierte er Zink an der Schola Cantorum Basiliensis bei Bruce Dickey. Seitdem arbeitet er als Zinkenist und Blockflötist weltweit in Konzerten und CD Aufnahmen mit führenden Ensembles der Alten Musik, wie Concerto Palatino, La Fenice, Les Cornets Noirs, Musica Fiata, Oltremontano, Nederlandse Bach Vereniging und mit renommierten Dirigenten wie Ton Koopman, Jordi Savall, Gabriel Garrido, Rinaldo Alessandrini, Claudio Cavina, Phillip Herreweghe, Paul van Nevel, Thomas Hengelbrock, Sigiswald Kuijken u.a. Josué Meléndez ist Spezialist für barocke Improvisation und unterrichtet an der Hochschule für Musik Trossingen und den Sommerakademien von Nepi und Urbino.
Bork-Frithjof Smith
geboren in Hannover, begann seine musikalische Ausbildung auf der Blockflöte, dem Violoncello und der Trompete im Alter von fünf Jahren. Als Zwölfjähriger entdeckte er den Zink, der nach und nach zu seinem Hauptinstrument wurde. Er studierte an der Schola Cantorum Basiliensis Alte Musik mit Hauptfach Zink bei Bruce Dickey und erhielt 1999 sein Diplom. 1997 gründete er zusammen mit Gebhard David das Ensemble Les Cornets Noirs. Bork-Frithjof Smith spielt seit Jahren mit vielen bekannten Gruppen für Alte Musik wie Akadêmia, Concerto Köln, Musica Fiata, Huelgas Ensemble, His Majesty's Sagbutts & Cornetts, Weser-Renaissance, L'Arpeggiata, La Petite Bande und Concerto Copenhagen oder bei den bedeutendsten Festivals in ganz Europa und Israel, in Nord- und Südamerika. Mehr als 60 CD-Einspielungen bei verschiedensten Labels dokumentieren seine bisherige Laufbahn. Seit 2008 unterrichtet Bork-Frithjof Smith Zink und Diminution an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. Ab September 2017 hat er die Nachfolge von Bruce Dickey als Dozierender für Zink/Cornetto an der Schola Cantorum Basiliensis angetreten.
Ekaterina Kofanova
wurde 1973 in Minsk (Belarus) geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Ihre vielseitige musikalischeAusbildung erhielt sie am Musiklyzeum ihrer Heimatstadt, welches sie 1991 mit Auszeichnung abschloss. 1991 bis 1999 studierte Ekaterina Kofanova Musikwissenschaft (u.a. bei Prof. Dr. Inna Barsova) und Orgel bei Prof. Alexei Parschin am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau. Nach ihrer Promotion erhielt Ekaterina Kofanova einen Lehrauftrag für Musikgeschichte und Orgel an der Musikakademie in Minsk und eine Stelle als Organistin an der Belarussischen Staatlichen Philharmonie. Ekaterina Kofanova setzte ihr Orgelstudium bei Prof. Martin Sander an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg fort. Dort schloss sie ihr Solistendiplom mit Auszeichnung ab und absolvierte ihr kirchenmusikalisches Studium (A-Diplom). Anfang 2009 wurde sie zur Kirchenmusikerin und Leiterin der Konzertreihe an der Friedenskirche in Bern gewählt. Seit März 2016 ist Ekaterina Kofanova Titularorganistin an der Peterskirche Basel und künstlerische Leiterin des Orgelvereins St. Peter.
Als Organistin übt Ekaterina Kofanova eine rege Konzerttätigkeit in Deutschland, in der Schweiz sowie anderen europäischen Ländern aus. Sie nahm an Meisterkursen namhafter Interpreten teil und erhielt Auszeichnungen bei bedeutenden internationalen Orgelwettbewerben. Ausserdem ist sie als Kammermusikerin, Continuospielerin und Chorleiterin aktiv.
Eintritt frei, Kollekte