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Die am 27. Februar 1897 in Russland geborene Künstlerin war wie viele ihrer weiblichen Zeitgenossen angezogen vom französischen Impressionismus und dessen Zentrum Paris. In Moskau studierte sie zuerst unter Leonid Pasternak, einem in seiner Zeit sehr bekannten russischen impressionistischen Maler bevor sie 1898 für zehn Jahre nach München ging um dort ihr Kunststudium fortzusetzen. In der Zeichen- und Malschule Schwabingen studierte sie zusammen mit Marianne von Werefkin sowie Wassily Kandinsky, dessen Phalanx Malschule sie anschliessend besuchte. In München verkehrte sie im Mittelpunkt der deutsch-russischen Avant-Garde. 1908 zog es sie jedoch endgültig nach Frankreich und sie siedelte nach Montparnasse um. Mit ihren Figurenbildern war Epstein 1906 und 1907 am Salon d'automne beteiligt und ihre Werke wurden in der Kunstzeitschrift Les Tendances Nouvelles veröffentlicht.
Wie viele ihrer Weiblichen Zeitgenossinnen erhielt Ihr Werk doch lange nicht die verdiente Aufmerksamkeit, die Ihren männlichen Zeitgenossen zu Gute kam. Mit Ihrem Text "Einige Gedanken über Bildentstehung" der 1913 in der Kunstzeitschrift 'Der Sturm, Wochenschrift für Kultur und die Künste' erschien, vergleicht Sie die Entstehung eines Bildes mit einer Schwangerschaft und einer Geburt. Der Vergleich des künstlerischen Schaffens mit diesem, an Weiblichkeit gebundenen Aktes ist eine bestechende und subtile Kritik. Mit einer präzisen ironie weist sie hier auf die Chancenungleichheit, hin denen Künstlerinnen ausgesetzt waren, in dem Sie einerseits die Künstlerrolle mit der klar weiblich konnotierten Mutterrolle gleichsetzt aber auch die Idee der Kreativität weiblich konnotiert, dies in einer Zeit in der künstlerisches Schaffen eine Eigenschaft war die nur Männern zugewiesen wurde.