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Heute erhielt ich von einem Kollegen eine umfassende Mail betreffend das Thema „wie verhalten wir uns Menschen gegenüber, welche vor der Kirche BesucherInnen des Gottesdienstes um ein Almosen bitten?“.
Ich entnehme dem Schreiben, dass etliche Personen der Kirchgemeinde sich in den letzten Wochen überrumpelt fühlten.
Mein Kollege bittet um Gelassenheit, um ein höfliches und klares Verhalten den Bittenden gegenüber. Diese Frauen und Männer stellen KirchgängerInnen vor ein Dilemma.
In der Kirche bete ich beim Vaterunser darum, dass Gott mir Brot und Nachsicht schenke.
Wie verhalte ich mich dann 15 Minuten später jemandem gegenüber, der die Hand ausstreckt?
Ich kenne diese zwiespältigen Gefühle.
Vor einem Supermarkt in unserer Gemeinde kauerte wochenlang ein junger Mann in der Kälte.
Regelmässig kaufte ich etwas zum Beissen für ihn.
Vor 2 Wochen sprach er in sein intelligentes Gerät, welches mir folgende Botschaft übersetzte: „Nächste Woche ich nach Hause gehe, 100 Euro noch mir fehlen!“
Höflich fragte ich nach, ob er hungrig sei.
Ich glaubte „Pasta“ zu hören, kaufte 1 Kilogramm Nudeln und fand den jungen Mann beim Verlassen des Einkaufladens nicht mehr an seinem Platz vor.
1 Tag später informierte mich eine junge Rumänin, dass in ihrem Sprachraum ein ähnlich lautendes Wort für Geld verwendet werde.
3 Tage später wies der junge Mann das Nudel-Geschenk, welches meine Geliebte ihm offerierte, empört zurück.
Heute lud ich mir die App SayHi runter, um mich wenigstens sprachlich sicherer zu fühlen.
30. April 2021