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Il punto
Suggestions for Anthropology: The Machine which Observes and Describes

Silvo Ceccato - als studierter Musiker und Philosoph - befasst sich mit Theorien der Semantik und gründet einen interdisziplinären Kreis (Logiker, Linguist, Psychologe, Physiker, Ingenieur, Computerspezialist [1945!]): die 'Italienische operationistische Schule'. Diese Gruppe beschäftigt sich damit, Semantik auf mentale Operationen zurückzuführen. Ernst von Glasersfeld wird der Uebersetzer der Gruppe und arbeitet die nächsten sechs Jahre als Fachjournalist für die Zeitschrift 'Methodos'. 1951 wird Ceccato von Colin Cherry dazu aufgefordert, seine operationalen Analysen auf maschinelle Uebersetzungsaufgaben anzuwenden. Ceccato gründet in Milano das erste 'Zentrum für Kybernetik' und arbeitet für die amerikanische Luftwaffe. Ernst von Glasersfeld wird sein Forschungsassistent.
Aufmerksamkeit als mentalisierte Beobachtung
Spiel heisst "eine Tätigkeit, die Vergnügen bereitet, nicht als Endergebnis, sondern während man sie ausführt" (Ceccato, zit in von Glasersfeld: Wege des Wissens: 57)
so habe ich Marco Bettoni verstanden:
"Eine wichtige Grundlage dabei bilden die Arbeiten von Silvio Ceccato. Er hat eine sogenannten 'Operative Methodologie' entwickelt. Der Grundsatz dieser Methodologie besagt, dass man versuchen soll mentale Inhalte - z.B. 'diesen', 'Raum', 'Pavillon' - als Ergebnisse von Operationen zu verstehen. Der wahrnehmende Mensch leistet diese Operationen und das Ergebnis davon sind die mentale Inhalte. Diese Operationen sind konstruierende Operationen nicht abbildende Operationen. Die Beziehung zwischen Erfahrung und Realität ist nicht eine Abbildung (abbildende Beziehung). Wie Kant ausdrücklich formuliert hat - das ist die Grundannahme der 'Kritik der reinen Vernunft' - ist die Beziehung so - bzw. versucht er sie so zu verstehen - dass die Gegenstände sich nach den mentalen Funktionen richten."
Ceccato dachte in einer bestimmten Hinsicht sehr konventionell: er diskutiert die Wahrnehmung anhand eines Fotoapparates und sagt, dass der Mensch innerhalb des Bildes focusiert, respektive die "Aufmerksamtkeit" steuert. Dabei bleibt begrifflich wegen des abstrakten Operationsbegriff vieles unklar.

Ceccato gibt ein - in vielen Hinsichten - interessantes Beispiel: Er analysiert die Operationen bei der Wahrnehmung einer (gedehnten Kreis-)Figur. Man kann eine Tischplatte von oben sehen, wenn man alles, was innerhalb der gezeichneten Linie als Vordergrund auffasst, oder eine Fenster, wenn man alles, was ausserhalb der Linie ist als Vordergrund auffasst, oder ein Kettenglied, wenn man die Linie selbst als Vordergrund auffasst. Normalerweise sieht ein Mensch keine Strichzeichnungen, sondern Tischplatten oder Fenster. Ceccato ist in seinem Beispielen von der Gestaltpsychologie (Figur-Hintergrund) geprägt.
Phänomen werden wahrgenommen, nicht konstruiert. Erklärungen werden "konstruiert". Eine in meinen Augen unsinnige Kritik am Radikalen Konstruktivismus beruht auf dem Verständnis, dass Konstruktivisten Phänomene "konstruieren". Konstruktivisten selegieren, wie andere Menschen auch, was sie als Phänomen betrachten. Dann konstruieren sie Erklärungen. Und da es davon immer verschiedene gibt, sind nicht nur die Phänomene, sondern auch die Erklärungen vom Erklärer abhängig.
Was Ceccato mit seiner "Aufmerksamkeit beschreibt, ist eine Auswahl oder Selektion innerhalb des Bildes. Seine Operationen, etwa Hintergrund schaffen durch weglassen eines Teiles, sind konstruktive Tätigkeiten, die in der Konstruktion eines Tisches oder eines Hauses mit Fenstern nicht vorkommen, sondern nur bei der Interpretation von Wahrgenommenem.
Ich würde sagen: Dass ich ein Tisch oder ein Fenster sehe, beruht darauf, dass ich mir bestimmte Eigenzustände mit einem Tisch oder einem Fenster erkläre. (Quine hat dagegen eingewendet, man solle nicht so kompliziert reden),
Fragmente eines Vortrag über Ceccato
S. Ceccato auf youtube
S. Ceccato auf youtube
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