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Geschichtlicher Abriss
Im Jahre 1991 feierte die Gemeinde Benken ihr 1250-Jahr Jubiläum. Neben vielen weiteren Attraktionen gab die Gemeinde auch ein Jubiläumsbuch heraus. In diesem Jubiläumsbuch ist über den damaligen «Landgasthof Krone» folgendes festgehalten:
(Zitat, zum Teil angepasst) "Das wahrscheinlich schon vor 1800 entstandene Haus steht im Zentrum der Gemeinde Benken und wendet seine Traufseite der Hauptstrasse im Dorf zu. Das Haus liegt an der linken Strassenseite, unmittelbar vor dem Anstieg auf den Benkner Büchel. Der geschweifte Mansardengiebel betont die Mittelachse des Hauptgebäudes. Diese Symmetrie ist durch den wahrscheinlich vor 1900 errichteten Anbau mit dem Saal im Süden aus dem Gleichgewicht gebracht. Das massiv gemauerte Erdgeschoss nimmt den Haupteingang und ein Ladengeschäft auf. Die darüber befindlichen Geschosse sind aus Fachwerk errichtet und verputzt. Schmückende Elemente des Baukörpers sind die klassizistischen Ecklisenen, einige erhaltene Fensterdächlein mit Klötzchenfriesen und das geschmiedete Wirtshausschild mit der hängenden Krone. Ungünstig hingegen wirken sich die veränderte Befensterung am Sockel und die mit Eternit verkleidete Südseite aus. Das Untergeschoss beherbergte um 1900 eine Bäckerei. Ab 1920 war dort der Laden der im gleichen Jahr gegründeten Konsumgenossenschaft Benken untergebracht, wo sich heute der Saal befindet. 1927 wurde der Annex gegen Osten mit Waschküche und Balkon erbaut, 1933 erfolgte der Einbau der Zentralheizung und eine Aussenrenovation.
Als um 1987 ein Baukonsortium mit dem Besitzer anstelle des jetzigen Gasthauses ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit neuem Restaurant und rückwärtiger Überbauung plante, erhob der Heimatschutz 1988 vorsorgliche Einsprache gegen das Vorhaben. Die «Krone» wurde zu einem interessanten Testfall, wo ein leicht angegrautes Ortsbild-Verständnis und ein forscher Neoliberalismus aufeinander prallten." (Ende Zitat)
Chronä Bänggä um 1900 - zentral gelegen an der Dorfstrasse
Verkauf 1991
Weil das Haus im Ortsbildinventar figurierte, konnten damals im Jahre 1991 die Pläne des Besitzers und des Baukonsortiums nicht im beabsichtigten Sinne verwirklicht werden. Geplant war der Abbruch des Hauses und der getreue Wiederaufbau nach gehabtem Vorbild, allerdings von der Strasse etwas zurückversetzt und - als Konzession an den Verkehr - allenfalls mit Arkade und dahinter liegenden Gewerbebetrieben im Erdgeschoss. Der Auseinandersetzungen mit den Ämtern und deren divergierenden Ansichten leid (die eine Seite forderte sowohl ausser- wie innerhalb des Gebäudes die Beibehaltung der gegebenen Strukturen, die andere Seite empfand die Decken im Haus als zu tief und für Gäste nicht zumutbar und verlangte neben diversen weiteren Auflagen in den der Öffentlichkeit zugänglichen Räumen deren Anhebung), verkauften die damaligen Besitzer Geri und Hedi Kühne-Kistler die «Krone» an die Generalunternehmung Josef Ramensperger/Willi Oberer AG.
Josef Ramensperger schied später aus dem Konsortium aus und Willi Oberer entschloss sich nach einem Brand in der «Krone» im Jahr 1996 für die Renovation des Hauses, dessen Wiedereröffnung im Herbst 2001 gefeiert wurde.
Drei Generationen
Der frühere Gemeindeammann und Gerichtspräsident Anton Küng war während Jahrzehnten Besitzer des Gasthauses zur «Krone» mit Bäckerei im Dorf Benken. Nach seinem Tod im Jahre 1894 betrieb dessen Gattin Christina, geborene Fäh aus dem benachbarten "Rössli" bis zu ihrem Tod im Jahre 1911 das Geschäft weiter. Die Bäckerei ging schon vorher ein. Von den Erben hatte niemand Interesse, das Geschäft zu erwerben, weshalb sie versuchten, das Objekt im freien Handel zu verkaufen, was jedoch nicht gelang. Waisenamtlich wurde die Liegenschaft deshalb an den "Meist- oder Zweitmeistbietenden" auf die Steigerung gebracht.
Im Jahre 1912 ersteigerte der damals 23jährige Bauernsohn Alois Kühne ab dem Bachtal in Benken die «Krone» und zog anfangs Mai an einem Samstagmittag im Hause ein. Erster Gast war damals Katharina Fäh-Horat von der Metzgerei im Grüt (Chuttler Sepp). Weil verschiedene Arbeiten und Reparaturen anstanden, sollten so schnell wie möglich und fortan immer mehr Gäste in der «Krone» einkehren, um finanziell einigermassen auf einen grünen Zweig zu gelangen. Die Gäste kamen, so dass allmählich verschiedene infrastrukturelle Einrichtungen realisiert werden konnten und die Installierung des Telefons keineswegs mehr als Luxus galt. Als Illustration: Für eine Flasche Bier zahlte der Gast damals 30 Rappen, für einen Zweier Rotwein 25 Rappen und für ein Mittagessen 1.20 bis 1.40 Franken.
Chronä Bänggä um 1920 - vorne (wahrscheinlich): Emma und Alois Kühne mit den Kindern Alois (links) und Maria
Alois Kühne verehelichte sich im Oktober 1915 mit Maria Bisig aus Einsiedeln. Der jungen Familie mit zwei Kleinkindern starb die Mutter und tüchtige Wirtin im Oktober 1918 nach einer heimtückischen Krankheit weg.
Der junge Wittwer Alois Kühne lernte später seine zweite Frau kennen: Emma Grob aus Rufi. Diese führte er im Juni 1920 zum Traualtar. Die Ehe wurde mit neun weiteren Kindern, fünf Buben und vier Mädchen gesegnet.
Der Kronenwirt Alois Kühne-Grob engagierte sich stark für die Öffentlichkeit und die Gemeinde Benken. Er diente während über 46 Jahren der Ortsgemeinde als Schreiber und vor allem als deren Präsident, war von 1927 bis 1948 Gemeinderat, von 1918 bis 1948 Schulrat, von 1933 bis 1951 Kantonsrat und von 1911 mit einem Unterbruch zwischen 1918 und 1926 bis 1966 Aufsichts- und Verwaltungsrat der Raiffeisenbank Benken, die er ab 1950 während 16 Jahren präsidierte.
Im Jahre 1957 verkaufte Alois Kühne-Grob die «Krone» seinem Sohn Roman Kühne-Widmer. Auch dieser engagierte sich für die Öffentlichkeit in der Gemeinde und der Region. Leider verstarb Roman Kühne, der Vater von fünf Kindern, 1965 im noch jungen Alter von erst 43 Jahren an einem Herzinfarkt. Bis 1966 führte seine Ehefrau Anita Kühne-Widmer das Restaurant weiter.
Am 1. September 1966 zogen Sohn Geri Kühne, 22jährig, und dessen Ehefrau Hedi Kühne-Kistler, 20jährig, in die «Krone» ein, nachdem sie die «Krone» aus der Erbmasse käuflich erworben hatten. Die sehr jungen Wirtsleute hatten es anfänglich recht schwer, sich zu behaupten, obwohl vor allem die Wirtstochter aus dem Restaurant "Eintracht" viel Erfahrung mit ins Geschäft brachte. Mit neuen Ideen und kreativem Schaffen, aber auch mit einer guten Küche gewannen die jungen Wirtsleute immer mehr Kundschaft. Im «Landgasthof Krone» in Benken fanden auch kulturelle Anlässe statt: Ausstellungen, Konzerte, Fasnachtsbälle und Chilbitanz wechselten in bunter Folge mit Vereins-, Familien- und Firmenanlässen. Einen anerkannt guten Namen holte sich die «Chronä» in der Schweizer Volksmusikszene, gastierten dort doch immer wieder namhafte Ländlermusikformationen aus der ganzen Schweiz.
Nach fast 26jähriger Wirtezeit verkauften Geri und Hedi Kühne-Kistler die «Chronä» 1991 an ein Baukonsortium, obwohl das älteste von vier Kindern, Tochter Stefanie, als gelernter Koch bereits die Wirtefachschule absolviert und den damals noch erforderlichen Fähigkeitsausweis erworben hatte und damit der Übergang auf die vierte Generation vorbereitet gewesen wäre. Die Zeit war einfach noch nicht reif ...
Chronä Bänggä um 1930 mit veränderter Front (ohne Klebedächli), vorn Alois Kühne-Grob im Chronä Gärtli
Der Brand
Ab der Fasnacht 1992 bis im Jahr 1994 war es dann still in und um die einst beliebte Dorfbeiz. Die neuen Besitzer waren bestrebt, das Restaurant wieder zu verpachten oder allenfalls gar zu verkaufen. Interessenten waren zwar vorhanden, zu entsprechenden Geschäften kam es jedoch nicht, offensichtlich auch darum nicht, weil die Renovation und Sanierung der «Krone» mehr als überfällig war. 1994 übernahmen dann Thomas und Sandrin Truffer als Pächter das alte Restaurant, das sie mit guten Kontakten zur Benkner Bevölkerung erfolgreich führten.
Am Sonntagabend, 30. Juni 1996, als der Turnverein Benken vom Eidgenössischen Turnfest in Bern heimkehrte und im benachbarten "Rössli" die am Fest errungenen Erfolge feierte, am selben Abend auch, als Oliver Bierhoff mit seinem Golden Goal der Deutschen Fussballnationalmannschaft im Finalspiel gegen Tschechien den Europameistertitel sicherte, wurde die «Krone» aus bis zum heutigen Tag nicht bekannten Gründen ein Raub der Flammen. Während Jahren stand das Haus als Ruine im Dorf, bis sich die Eigentümerin, die Oberer Immobilien AG in Glarus mit der Gebäudeversicherungsanstalt finanziell einigen konnte und damit der Wiederaufbau gesichert war.
Seit 2001 steht die «Krone» - neu aufgebaut - in alter Pracht da, wo sie immer schon gestanden hat. Ab Ende 2001 bis Anfang 2003 führten Daniel Okle und Remo Ninghetto die Krone, welche neu auch über eine Bar, respektive ein Bistro im Parterre – Eingang bei der Arkade – verfügt.
2003 - die vierte Generation ist da...
Seit Anfang 2003 stand das prächtige Wirtshaus wieder leer und unbeleuchtet an der Benkner Hauptstrasse mitten im Dorf. Eigentlich sehr schade - so beschlossen Stefanie und Hanspeter Ritz-Kühne, das Restaurant in vierter Generation zu übernehmen. Seit dem 10.10. 10.10 Uhr ist das Restaurant nun wieder offen - und alle Gäste sind herzlich willkommen! - zur Eröffnung gab's diesen Flyer.
Heute wird viel Wert auf eine abwechslungsreiche und moderne Küche gelegt. Allerdings sollen auch traditionelle Gerichte ihren Weg in die Speisenkarte finden. Von der Freude am Kochen zeugen auch die verschiedenen Spezialkarten, welche je nach Saison oder Anlass sehr interessante Kombinationen mit entsprechenden Gerichten beinhalten. Und schlussendlich sollen auch passende Weine zu den Speisen, spezielle Snacks in der Bar, Menüs für Kinder und vieles mehr erhältlich sein!
Ebenfalls besinnt man sich wieder zurück auf alte Traditionen, speziell in der Schweizer Volksmusik. Alljährlicher Höhepunkt in dieser Hinsicht ist die "Chronä Gala", welche immer am 31. Oktober stattfindet. Zusammen mit der Ländlerkoriphäe Willi Valotti versuchen die Wirtsleute Stefanie und Hanspeter Ritz-Kühne verschiedene Top-Formationen der Schweizer Volksmusik für ein spezielles, mehrgängiges Dinner - kombiniert mit aussergewöhnlichen "Ländler-Zwischengängen" - zu begeistern. "Ässä und Gnüssä" eben! Daneben sind an Dorfanlässen wie "Musignacht", "Fasnacht" oder "Chilbi" jeweils passende Formationen engagiert, mit dem Ziel, die Gäste zu erfreuen und zu begeistern.
Und hin und wieder steht mit den Kindern der Wirtsleute - Ladina, Severin und Marisa - bereits die fünfte "Chronä-Generation" im Restaurant im Einsatz...