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Seine Musikausbildung
fängt er 1972 mit Querflöten-Unterricht bei G. Marini an (bis 1975), später nimmt er zusätzlich Schulmusikunterricht für Primarlehrerlnnen (1974-1976). Im gleichen Jahr fängt er mit dem Saxophon Unterricht bei R. Fisch an; 1977 wechselt er zu Ch. Bader und eignet sich dort auch theoretische Grundlagen der Musik an. 1991 nimmt er bei Franziska Heiniger Blockflötenunterricht für Mittelalter- und Renaissance-Musik. Er führt autodidaktisch Studien zur Entwicklung des Hard Rock, des Free Jazz und des Jazz Rock durch, sowie zur Musik des Mittelalters. Schon bald nimmt er seine eigene, sehr vielfältige musikpädagogische Tätigkeit auf, sowohl als Schulmusiklehrer, mit Lehrplanarbeit für die Orientierungsschule Basel, mit Fortbildungskursen für Musiklehrerlnnen, als auch als Saxophonlehrer bei Hug Basel und für private Schülerlnnen. Er geht aber auch auf sein Publikum zu, indem er Vorträge hält über Hard Rock, Jazz Rock und Free Jazz.
Diese ganze aktive Schulungs- und Lernzeit
ist seit 1970 aber eigentlich nur begleitend zu sehen zur Entwicklung des Saxophonisten Markus Stauss und des Leaders verschiedener Formationen des Free Funk, Jazz, Folk, Blues, Rock und Jazz Rock, aber auch des Querflötisten und Kammermusikers.
Nach `Whitchcraft‘
gründet er 1982 das `Trio Infernal‘ mit Jacques Widmer, die Formation, mit der er seine erste Platte herausgibt, `Zwischenspiel‘. Damit spielt er sich in Solothurnmanns DRS Jazzsendungen hinein, aber schon vorher in die Ohren von Veranstaltern: 1983 tritt er mit dem Trio Infernal und dem City-6-tett in Willisau auf, 1984 an den Jazzdays Biel und im gleichen Jahr mit einer Auftragskomposition am Belluard-Bollwerk Festival in Fribourg im Rahmen des Bigband-Summit, diesmal als Leader einer Grossformation, des Gezeitenorchesters. Im City-6-tett hat er schon 1983 gespielt und feiert 1992 das 10-jährige Bestehen dieser sehr groovigen Basler Formation, deren 2. Kassette noch immer zu den Perlen der Schweizer Jazz-Sounddokumente zählt.
Er ist bis 1985 aktives Mitglied der `Musikwerkstatt Basel‘
und gibt bei deren Label `Xopf-Records‘ später eine LP und vier CDs heraus. Diese Platten dokumentieren die Zusammenarbeit, die er seit 1988 mit der amerikanischen Free Funk und Noise Szene pflegt. Dimthingshine (dr), David Moss (dr, voc) und John King (g) von amerikanischer, Dieter Ulrich (dr), Joseph Poffet (s) und Rémy Sträuli (dr) von schweizer Seite sind zeitweise dabei, Jean Chaine (b) aus Vermont/U.S.A. ist der stetige Partner. Diese Zusammenarbeit findet 1996 einen neuen Höhepunkt in der Herausgabe der CD `Evergreen‘ der `Ulterior Lux‘ Formation. Im April 1997 ist die Einspielung einer weiteren CD von `Ulterior Lux‘ erfolgt.
Fünf Alben belegen die lange musikalische Arbeit (1984-1991) mit der Rockgruppe `Überfall‘, gegründet zusammen mit Pit Kayser. All das zeigt, dass Stauss Stetigkeit hat, er spielt jeweils lange mit den verschiedenen Formation und entwickelt dort seine Musik solange, als musikalisch Neuland in Sicht ist: „Abenteurern gleich, mit schlafwandlerischer Sicherheit, massives Dickicht durchdringen, nach verborgenen Schätzen graben, und faszinierende Kostbarkeiten, ans Tageslicht fördern“, so das Arbeitsprogramm seit 1997.
Das Abenteuer Musik
wird immer aufregender, aber Stauss zieht sich immer mehr aus dem Konzertbetrieb und von der Bühne zurück: er investiert seine Energie lieber ins eigene Musikmachen und -schreiben, als in die Suche nach Konzert-Veranstaltern und nach Orten, wo Auftritte noch möglich sind. Im letzten Jahrzehnt sind ihm Saxophon / Bass / Schlagzeug-Besetzungen wichtig, für sie schreibt er Musik, „entwirft Spielkonzepte“. Verbal und geschrieben äussert sich Stauss nur selten und dann kurz, mit Satzfetzen, Stücktiteln und eventuell deren Kommentare: `so froh‘- der Song für alle, die uns sagen wollen, wo’s lang geht. Es sind die Geschichten und Begebenheiten, die er erzählt, in denen seine Massstäbe und seine Referenzpunkte spürbar werden – ein Professioneller mit hohen Ansprüchen an das musikalische Handwerk, an die eigene Kreativität und an die der anderen, ein Mensch der politischen Moral am Arbeitsplatz – er verweigert der Sandoz ein Gig, als `Schweizerhalle‘ ausbricht.
Als Mensch
ist Stauss eher verhalten und sehr sich selber, als Musiker voll „ekstatischer Kraft“ und unerwartet konzeptuell und theoretisch. Er biedert sich nicht an, um verstanden zu werden – einige wenige `schnappen‘ es trotzdem, verstehen und können das formulieren, was (vermutlich) bei ihm ansteht.
03.1997 (aktualisiert 06.2003 & 02.2006), Hans – Christoph von Imhoff, Fribourg & Vicosoprano, Autor des Textes „Markus Stauss – Biografie“. Ab 2009 Aktualisierungen von Markus Stauss