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(Fomentatio), die Anwendung kalter oder warmer, trockner oder feuchter Umschläge auf leidende Teile des Körpers,
um denselben Wärme
[* 3] zuzuführen oder zu entziehen und verschiedenartige Heilzwecke zu erreichen. Feuchtwarme
Bähungen in Form von breiigen Substanzen werden Kataplasmen (Breiumschläge) genannt und gewöhnlich aus pflanzlichen Stoffen,
wie Leinsamen, Semmel, Grütze, schleimhaltigen Pflanzenblättern, welche am besten mit Wasser (nicht Milch) gekocht werden,
bereitet.
Die Temperatur der Umschläge soll zwischen 30-40° R. betragen, und der Umschlag muß, sobald er sich abgekühlt hat, wieder
erneuert werden, was längstens alle ½-1 Stunde geschehen muß. Die breiförmigen Massen streicht man
fingerdick auf Leinwand (oder Mull), schlägt diese von allen Seiten her ein und legt das Päckchen auf den leidenden Teil.
Stets muß man ein zweites Kataplasma vorrätig halten, um dasselbe unmittelbar nach der Wegnahme des ersten aufzulegen. Um
die Wärme desselben länger zurückzuhalten, bedeckt man das Kataplasma mit warmen wollenen Tüchern, mit Wachstaft oder Kautschuktuch,
welches insofern sehr zweckmäßig ist, als es auch die Vertrocknung hindert. Wo es nur auf die feuchte Wärme ankommt, genügen
in warmes Wasser getauchte Kompressen, welche sorgfältig vor rascher Abkühlung zu schützen sind.
Trockenwarme Bähungen werden benutzt, um die natürliche Wärme des Körpers zurückzuhalten, weshalb denn auch schlechte
Wärmeleiter, wie wollene Tücher, Watte aus Baumwolle,
[* 6] Pelz etc., hierzu verwendet werden. Die trockenwarmen Kräutersäckchen
und ähnliche Mittel leisten nicht mehr als jede andre warme Bedeckung des kranken Teils. KalteUmschläge haben eine Verminderung
des Säftezuströmens zur Folge, und man bedient sich ihrer, um erhöhte Wärme, Empfindlichkeit und Schmerzhaftigkeit
sowie die Blutüberfüllung zu vermindern.