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Einleitung
Die Jahrestemperatur in der Schweiz lag im Jahr 2015 im landesweiten Mittel rund 2 Grad über der klimatologisch relevanten Referenz der Jahre 1961 bis 1990. Damit war das Jahr 2015 das wärmste in der Schweiz je gemessene Jahr. Der Sommer 2015 war nach 2003 der zweitwärmste Sommer seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahre 1864. Über den ganzen Sommer gesehen war es in der Schweiz 3,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. An den meisten Orten war der Sommer 2015 viel zu trocken. Vor allem anfangs Juli trocknete der Boden bei Hitze, Wind und 14 Tagen fast ungetrübtem Sonnenschein extrem aus. Erst in der zweiten Hälfte des Monats August fielen grössere Regenmengen. An den meisten Orten konnte das Niederschlagsdefizit nur zu einem kleinen Teil wettgemacht werden.
Das Jahr 2015 startete bereits mit einem überdurchschnittlich warmen Januar mit Temperaturen von teilweise gegen 20 Grad und kaum Frost. Nach winterlichem Beginn war der März sehr sonnig und trocken. Erst Ende April sorgten feuchte Luftmassen für den ersehnten Niederschlag. Die Monate Mai und Juni waren feucht und kühl. Insbesondere der Juni war von grossen Temperaturdifferenzen geprägt. Ende Juni setzte die sommerliche Hitzewelle ein. Im Herbst und bis in den Dezember hinein waren die Temperaturen schliesslich wieder überdurchschnittlich hoch. Insgesamt war es mit Ausnahme des Oktobers viel zu trocken.
Pflanzliche Produkte
Für den Pflanzenbau waren die Witterungsbedingungen im Jahr 2015 durchzogen. Abgetrocknete und warme Böden ermöglichten zeitige Frühjahrssaaten und -pflanzungen von Gemüse, Zuckerrüben, Getreide, Ölsaaten und Kartoffeln. Im Frühsommer verlangsamten Nässe und Kälte das Wachstum der Ackerkulturen und führten im Gemüsebau zum Teil zu Ertragseinbussen. Die Hochsommer-Hitze und -Trockenheit verlangten grossen Aufwand für Bewässerungsarbeiten und führten in den trockneren Regionen des Mittellandes und der Nordschweiz zu unterdurchschnittlichen Erträgen im Grasland, Maisanbau und beim Lager- und Verarbeitungsgemüse (ohne Karotten). Waren im Vorjahr lediglich 80% des geernteten Brotweizens backfähig, so erreichten durch das trockene Wetter in der Abreife- und Erntephase nahezu 100% des Weizens die Backfähigkeit. Nach Rekorderträgen im Vorjahr konnten wiederum sehr gute Rapserträge eingefahren werden. Die Kartoffeln und Zuckerrüben litten im Frühsommer verbreitet unter Staunässe und unter der nachfolgenden Sommertrockenheit.
Alles in allem kann über das Früchte- und Weinbaujahr eine positive Bilanz gezogen werden. Die Früchte reiften unter guten Bedingungen, was zu ausgezeichneten Qualitäten beim Traubengut und Obst führte. Jedoch war die Erntemenge im Weinbau in Folge Trockenheit eine der kleinsten der letzten Jahre. Dank Bewässerungsmöglichkeiten konnten im Obstbau generell durchschnittliche Erträge erzielt werden. Insbesondere Beeren litten aber unter der Sommerhitze. Die Kirschessigfliege war zwar jederzeit präsent, verursachte aber im Obstbau weniger Schäden als befürchtet und im Weinbau überhaupt keine Probleme.
Tierische Produkte
Die nach wie vor sinkende Tendenz bei den Rindviehbeständen hatte Auswirkungen auf die Inlandversorgung. Während die Produktion von Bankfleisch im Jahr 2015 zunahm, sank die Versorgung mit Verarbeitungstieren. Der Inlandanteil am Konsum betrug beim Grossvieh 80,6%. Die Kalbfleischproduktion ging im Berichtsjahr um 4% gegenüber dem Vorjahr zurück und lag bei rund 29 100 Tonnen Schlachtgewicht. Produktion und Pro-Kopf-Konsum gingen beim Schweinefleisch gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Gestiegen ist jedoch der Verbrauch von Schaffleisch. Schweizer Eier und Geflügelfleisch waren bei der Bevölkerung weiterhin beliebt, und konnten sich trotz grosser Preisunterschiede zu Importprodukten am Markt behaupten. Der Produzentenpreis für Milch kam insbesondere wegen den Schwierigkeiten auf dem internationalen Milchmarkt unter Druck. Die Käsehandelsbilanz Schweiz – EU fiel wertmässig weiterhin positiv aus, mengenmässig wurden die Exporte aber wie bereits im Vorjahr von den Importen übertroffen.
Marktentwicklungen
Die Bruttowertschöpfung des Primärsektors entwickelte sich 2015 negativ, ebenfalls leicht rückläufig war der Handel mit landwirtschaftlichen Produkten. Der Produzentenpreisindex für landwirtschaftliche Erzeugnisse zeigte 2015 eine leicht sinkende, der Index der Konsumentenpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke hingegen eine leicht steigende Tendenz. Und wie haben sich die Preise auf verschiedenen Handelsstufen entwickelt? Oder wie hat sich die Wettbewerbsfähigkeit im Schweizer Milchsektor entwickelt? Antworten dazu liefern die Artikel in der Unterrubrik «Marktentwicklungen».