Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03641.jsonl.gz/2264

Overview
Anstoss für die Studie: Ein wichtiges Ziel des Nationalen Programms Alkohol (NPA) für den Zeitraum 2013– 2016 ist es, problematischen Alkoholkonsum zu reduzieren und dessen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, wozu auch Gewalthandlungen zählen. 2007 wurde im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) mittels einer Erhebung bei Polizeiangestellten alkoholassoziierte Gewalthandlungen im Kanton Bern untersucht.1 Ausgehend von dieser Untersuchung möchte das BAG nun repräsentative und vertiefte Erkenntnisse zum Thema Alkohol und Gewalt im öffentlichen Raum in der Schweiz erlangen. Zu diesem Zweck wurde das Forschungsteam von Interface Politikstudien Forschung Beratung sowie der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit mit der Durchführung der vorliegenden Studie beauftragt.
Kernelement der Studie ist eine Online-Befragung von rund 1’300 Polizeiangestellten in vier ausgewählten Regionen, flankiert von 19 Interviews mit Fachpersonen und einer Literatur- und Medienanalyse. Die Resultate der Untersuchung zeigen, dass Alkohol bei bestimmten Gewalthandlungen eine bedeutende Rolle spielt. Die häufigsten alkoholassoziierten Gewalthandlungen waren Tätlichkeiten, Körperverletzungen, Streitigkeiten, Ruhestörungen sowie Sachbeschädigungen.
Beschreibungen von konkreten Vorfällen durch die Polizeiangestellten ermöglichen die Charakterisierung typischer Merkmale alkoholassoziierter Gewalthandlungen im öffentlichen Raum. Am häufigsten finden diese im Kontext des Nachtlebens, an den Wochenenden auf Ausgehmeilen, öffentlichen Plätzen oder der Strasse und in den Städten statt. Typischerweise sind Männer in kleineren Gruppen in den Altersgruppen 19 bis 24 Jahre und 25 bis 35 Jahre involviert. Jedoch sind auch bei einem Drittel der Vorfälle Frauen beteiligt und rund ein Viertel der Vorfälle wurde aus einer ländlichen Gemeinde oder aus der Agglomeration berichtet. Die Studie kommt zum Schluss, dass die Begleitforschung präventiver Massnahmen intensiviert sollte und dafür verschiedene Methoden kombiniert werden sollten.
Die Fachpersonen der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit haben in Teilen der Studie den Lead übernommen und mit dem Team des Büro Interface, Luzern eng zusammengearbeitet:
- Erarbeitung des Konzepts der Literaturanalyse
- Durchführung der Recherche und Auswertung der Fachliteratur (aktueller Wissenstand)
- Konzept, Durchführung und Auswertung von Interviews
- Konzept, Analyse und Auswertung der Darstellung des Themas in den Medien
- Begleitung und Beratung der Projektleitung Interface (z.B. Fragebogen)
- Verfassen der relevanten Kapitel im Schlussbericht