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Abbautechniken
Vor der Verwendung von Schießpulver kannte man zwei Techniken:
1. Die Arbeit mit Schlägel und Eisen:
In weichem, brüchigen Gestein konnte das Erz mittels “Hammer und Meißel” geborgen werden. Letzterer war auf der einen Seite stumpf, hatte in der Mitte ein Loch für einen Stiel und lief auf der anderen Seite spitz zu. Noch heute sind in derart hergestellten Stollen die sog, “Schrämspuren” zu sehen. Stollen, die mit dieser Abbautechnik hergestellt wurden, sind vergleichsweise schmal und niedrig und besitzen einen deutlich “kastenartigen” Querschnitt:
Schlägel- und Eisenarbeit Bergeisen Gezähe
(Werkzeuge: Bohrmeißel, Schlägel, Eisen)
2. Feuersetzarbeit:
Bei hartem Gestein brachte man Holz in den Stollen und entzündete es. Durch die Hitze und die unterschiedliche Ausdehnung der Gesteine wurde das Material spröde oder löste sich bereits von selbst von der festen Umgebung ab. Das so rissig gemachte Gestein konnte nun mit Schlägel und Eisen hereingewonnen werden. Der Querschnitt von feuergesetzten Stollen ist etwas größer und rundlich-oval. Oft sieht man in den Abbauen noch Reste von Holzkohle oder Ruß an den Wänden und Firsten (Decken) .
Feuersetzarbeit Schlägel-und Eisenarbeit, Schrämspuren
Sobald man einen Erzfall angefahren hatte, legte man entweder nach oben (“Überhauen”) oder nach unten (“Abteufen”) sogenannte Abbaue an. Dadurch entstanden über oder unter der Stollensohle mehr oder weniger große Hohlräume. Man beschränkte sich aber auch hier auf den Abbau der erzhaltigen Gangpartien. Oft finden sich in diesen Abbauen noch Reste von Gangart und Erzen.
3. Verwendung von Sprengstoffen
Nach der Entdeckung des Schießpulvers wurden die Stollenquerschnitte größer und die Suchörter länger. Die Sprenglöcher wurden von Hand mit Schlägel und Bohrmeissel gebohrt. Dabei brauchte ein Hauer für ein ca. 30 cm tiefes Sprengloch mit einem Durchmesser von etwa 2 cm eine Schicht von ca. 8 Stunden. Heute werden Preßluftbohrer zum Bohren der Sprenglöcher verwendet. Die Abbaumethoden wurden verfeinert und man unterschied in Firstenbau, Firsten-Strossenbau, Magazinbau u.a.
Firstenbau:
Vom Hauptförderstollen aus wurde zunächst ein Überhau angelegt, aus dem eine sogenannte Firstenstrecke aufgefahren wurde. Zwischen den beiden Sohlen blieb ein Teil des Erzganges stehen, man nannte dies eine Schwebe. Sie war zwischen 50 cm und einigen wenigen Metern dick. In diesem oberen Stollenniveau baute man den Gang ab, während der untere Stollen nur zur Förderung der Erze nach ausserhalb diente.
Firstenbau:
Magazinbau
Beim Magazinbau ging man ähnlich vor wie beim Firstenbau. Auch hier wurde oberhalb des Förderstollens eine Firstenstrecke aufgefahren. Danach erschloß man sich den gesamten Erzgang bis auf eine Höhe von 30 bis 50 Metern. Es wurde immer so viel Material abgezogen, damit ein Hohlraum zum Bohren der Sprenglöcher nach oben entstand. Dabei bewegte man sich immer auf dem hereingeschossenen Erz. Sobald die gewünschte Höhe des Abbaues erreicht war, warf man das in diesem Magazin gelagerte Material nach unten. Wurden die Wege zu weit, so sprengte man sich einen kurzen Schacht von der Firstenstrecke auf die Förderstrecke hinunter und füllte durch diese “Rollöcher” das Material in die darunter stehenden Loren.
Magazinbau:
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