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Facettenkonzert XII: Geister
Irene Abrigo, Violine – Benjamin Kellerhals, Klavier – Emanuel Rütsche, Violoncello
Dimitri Schostakowitsch (1906-1975) schrieb sein erstes Klaviertrio Op. 8 mit gerade mal 17 Jahren. Das einsätzige Werk ist hoch emotionale Kunst und besticht durch grosse Kontraste, mit denen Schostakowitsch die Schnitttechnik des Stummfilms aufzugreifen scheint. Diese war ihm besonders vertraut, da er seinen Lebensunterhalt zu dieser Zeit als Pianist in einem Kino verdiente.
Ludwig van Beethoven (1770-1827) steht mit seinem Trio Op. 70/1 Schostakowitsch in Sachen Dramatik in nichts nach. Die Atmosphäre etwa des zweiten Satzes ist so spukhaft und abgründig, dass Beethovens Schüler Carl Czerny das Werk kurzerhand „Geistertrio“ taufte und unter diesem Etikett bewarb. Während der Entstehung des Stücks soll Beethoven gleichzeitig an einem Chor zu einer nie vollendeten Oper „Lady Macbeth“ gearbeitet haben. Ob ihm wohl Skakespeares drei Hexen die Musik zum zweiten Satz eingeflüstert haben?