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Mädchen in Uniform
Regie: Géza von Radványi
Darst.: Romy Schneider, Lilli Palmer, Therese Giehse, Blandine Ebinger, Adelheid Seeck, Gina Albert, Sabine Sinjen, Christine Kaufmann, Danik Patisson u.a.
Nach dem Tod ihrer Mutter wird Manuela von Meinhardis in ein preussisches Mädcheninternat geschickt, in dem militärische Zucht und Ordnung herrschen. Das sensible Mädchen leidet sehr unter der Lieblosigkeit und Härte. Die einzige, die den Schülerinnen mit Verständnis und Wärme begegnet, ist die unkonventionelle Lehrerin Elisabeth von Bernburg. Als Manuela nach einer Theateraufführung im Alkohol- und Glücksrausch Fräulein von Bernburg öffentlich ihre Liebe gesteht, kommt es zum Skandal. Die Verfilmung mit Romy Schneider und Lilli Palmer, denen Therese Giehse und die angehenden Stars Sabine Sinjen und Christine Kaufmann zur Seite standen, ist die zweite Verfilmung von Christa Winsloes autobiografischem Theaterstück. Leontine Sagans Adaption von 1931 gilt als einer der ersten Filme, der eine Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen schildert, was ihm 1931 ein Jugendverbot einbrachte; von den Nazis wurde er 1934 ganz verboten. Obwohl Regisseur Géza von Radványi die Annäherung zwischen Manuela und ihrer Lehrerin ebenfalls unverblümt schildert und die Kussszene zwischen Romy Schneider und Lilli Palmer Kult ist, liegt sein Fokus eher auf einer Charakter- und Milieuschilderung als auf der lesbischen Liebesgeschichte: Die 1950er-Jahre waren deutlich prüder als die 1930er-Jahre. «Mädchen in Uniform» war der dreizehnte Film der 19-jährigen Romy Schneider und ihre erste Charakterrolle. Zum ersten Mal wandte sie sich von der Rolle des lieben, sittsamen Mädchens ab und konnte zeigen, dass sie über künstlerische Qualitäten verfügte, die weit über ihr Sissi-Image hinausgingen. Nach der Premiere 1958 schrieb Der Tag: «Positiv zu werten in diesem Film sind zwei schauspielerische Leistungen: Lilli Palmer als angeschwärmte Lehrerin und Romy Schneider als das Mädchen, das sich nach dem Tod der Mutter in ihrem verwaisten Liebesbedürfnis dieser Erzieherin zuwendet und im Überschwang der Gefühle fast eine Katastrophe herbeiführt. Frau Palmer entwickelt wiederum ein wirklich nobles, kultiviertes Spiel, und Romy Schneider überrascht hier (nach den vielen Rollen, in denen sie kindlich-süssen Charme entwickeln musste) mit einer imponierenden darstellerischen Eindringlichkeit. Sie wirkt echt in ihrer anfänglichen Scheu und ihrer seelischen Verklemmung, aber auch in ihren späteren Gefühlsausbrüchen.»