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Der in Yaoundé geborene Künstler lebt und arbeitet heute in Gent, Belgien. Pascale Marthine Tayou befasst sich in seinen Arbeiten häufig mit der weltweiten Zirkulation von Menschen und Gütern und legt dabei immer wieder auf humorvolle Weise postkoloniale Konstellationen offen.
Für das Projekt Afro kreierte Tayou eine utopische Währung für den afrikanischen Kontinent. Deren Name „Afro“ verweist ironisch auf den Euro. Grosse Leuchtkästen zeigten Tayous Entwürfe der Geldscheine. Daneben entwickelte der Künstler Schaubilder, welche die geplante Afrikanische Union (AU) und die Akzeptanzkampagne des Afro veranschaulichen sollten. Auch wenn dem „Afro“-Projekt eine humoristische Komponente nicht abzusprechen ist: Mit dem utopischen Zusammenschluss der Länder Afrikas verbindet Tayou einige Hoffnung. Aussenpolitisch würde durch die AU Afrika mehr Gewicht in den weltpolitischen Entscheidungsgremien eingeräumt.
Innenpolitisch könnte die Afrikanische Union die Stabilität des von postkolonialen Konflikten und Ausbeutung gezeichneten Kontinents wiederherstellen. Tayous Installation wartete zudem mit zahlreichem Werbematerial auf, das diese Zielsetzung vermitteln und die Akzeptanz der AU in der Bevölkerung verbreiten sollte. Mit Rücksicht auf die regionalen und sprachlichen Besonderheiten der zukünftigen Mitgliedstaaten liess Tayou Kugelschreiber, Krawatten, Poster, Broschüren, Videos, T-Shirts, Kondome und Kappen produzieren, die die Idee des vereinten Afrikas bewerben. Die ‚Hunderternote’ des Afro, Afro (100), entstand 2005. J. R. (Julian Reidy)