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Das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) konzentriert sich auf die Armutsbekämpfung, die nachhaltige Entwicklung und die Krisenprävention. In Entwicklungsländern lebt noch immer jede fünfte Person mit weniger als 1.25 USD pro Tag. Um Armut in all ihren Formen zu überwinden, unterstützt das UNDP Entwicklungsländer in der Erarbeitung von sozialverträglichen und nachhaltigen Entwicklungsstrategien.
Entwicklungsprogramm UNDP
Das UNDP spielt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Mit seiner Präsenz in 170 Ländern verfügt das Programm über das grösste Aussennetz innerhalb der UNO und ist der wichtigste UNO-Partner der DEZA. Das UNDP unterstützt Entwicklungsländer bei der Erarbeitung von Strategien und Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung, bei der Stärkung ihrer institutionellen Kapazitäten, bei der Anpassung an den Klimawandel, bei der Krisenbewältigung und in der demokratischen Regierungsführung. Durch seine Partnerschaft mit dem Kapitalentwicklungsfonds der UNO (UNCDF) verfügt das UNDP zudem über ein Instrument, das den ärmsten Menschen Zugang zu Finanzmärkten und lokalen Entwicklungsfinanzierungssystemen verschafft. Das UNDP trägt damit insbesondere zu den Nachhaltigkeitszielen 1 (keine Armut), 10 (weniger Ungleichheiten) und 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) bei.
Hintergrund
Trotz historischer Fortschritte in der Armutsbekämpfung leben weltweit nach wie vor rund 800 Millionen Menschen in extremer Armut. Nach Projektionen der Weltbank werden im Jahr 2030 60% der ärmsten Menschen in fragilen oder von Konflikten betroffenen Kontexten leben. Zudem gefährden Klimakatastrophen, die an Zahl und Ausmass zunehmen, die bereits erreichten Entwicklungserfolge.
Die Ursachen von Armut, Krisen und Umweltkatastrophen sind eng miteinander verknüpft. Seit der Annahme der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat das UNDP den Auftrag, die Kohärenz und Effizienz der Entwicklungsagenturen in der Umsetzung dieser Agenda sicherzustellen. Durch ihr grosses Aussennetz in 170 Ländern ist die Organisation ein ideales Instrument, um Schweizer Expertise (etwa in demokratischer Regierungsführung und im Aufbau starker Institutionen) an jene Orte zu bringen, wo sie den benachteiligten Menschen helfen kann.
Ziele
Das UNDP definiert seine Ziele im strategischen Plan 2018-2021 wie folgt:
- Beseitigung der Armut in all ihren Formen;
- Beschleunigung des Strukturwandels im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung, insbesondere durch die Unterstützung von nachhaltigen Entwicklungspolitiken und -programmen in über 170 Ländern;
- Stärkung der Widerstandskraft von Menschen und staatlichen Institutionen gegen Naturkatastrophen und Gewaltkonflikte; sowie
- Koordination des Beitrags der UNO-Entwicklungsagenturen in der Umsetzung der Agenda 2030 und operationelle Unterstützung der UNO-Leitung vor Ort.
Resultate
Im Zeitrahmen von 2014-2017 schuf das UNDP mit seinen Projekten über zwei Millionen neue Arbeitsplätze und verbesserte die Lebensgrundlagen von 25 Millionen Menschen. Das UNDP förderte in 58 Ländern – darunter wichtige Partnerländer der Schweiz wie Sudan, Georgien und Tansania –, den Aufbau von Koordinationsmechanismen für die Katastrophenvorsorge sowie von insgesamt 240 neuen Frühwarnsystemen im Falle extremer Naturereignisse. In 50 Ländern betrieb das UNDP zusammen mit dem Departement für politische und friedensbildende Angelegenheiten (DPPA) der UNO aktive Konfliktprävention, unter anderem in West-, Zentral- und Ostafrika sowie in Zentralasien. UNDP-Projekte unterstützten Wahlprozesse in 90 Ländern. So hat das UNDP beispielsweise in Nepal 2016 die Eintragung einer halben Million wahlberechtiger Personen in ein biometrisches Wahlregister ermöglicht. Insgesamt ermöglichten UNDP-Projekte 75 Millionen Wählerinnen und Wählern, sich neu zu registrieren und fast 300’000 Frauen, sich als Kandidatinnen aufzustellen. Gleichzeitig wurden 50 Parlamente, 34 Verfassungsgremien und 41 Wahlbehörden in ihrer Amtsausübung gestärkt, indem das dortige Personal geschult wurde.
Engagement der Schweiz
Prioritäten der Schweiz
Die Prioritäten des UNDP stehen im Einklang mit den Zielen der Schweiz: Die Strategie der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz 2021-2024 definiert die Prävention und Bewältigung von Krisen, Katastrophen und Fragilität als essentielles Ziel der internationalen Zusammenarbeit. Auch wird die Stärkung des Rechtsstaats und der demokratischen Mitsprache als Ziel genannt.
Die Schweiz stärkt darum das UNDP in seiner Arbeit in den folgenden Punkten:
- in den Bereichen der Konfliktprävention, der Rechtsstaatlichkeit und in der Stärkung von staatlichen Institutionen;
- in der Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Menschen und Institutionen im Umgang mit natur- und menschenbedingten Krisen;
- in der Verbesserung des Zugangs der Ärmsten zu inklusiven Finanzmärkten und lokalen Entwicklungsfinanzierungssystemen;
- in der institutionellen Wirksamkeit von UNDP selbst, indem die Schweiz insbesondere auf Evaluation, finanzielle Nachhaltigkeit und Geschlechterparität in der Organisation achtet;
- in den Reformbestrebungen des Entwicklungspfeilers der UNO.
Beiträge der Schweiz
Die Schweiz ist im Rahmen eines Rotationsystems im Verwaltungsrat des UNDP vertreten. Dies bietet der Schweiz die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen und wichtige Entscheidungen zu beeinflussen. Schweizer Anliegen finden dank ihrer Expertise Gehör.
Die Schweiz beteiligt sich für die Periode 2018-2020 mit einem Kernbeitrag von insgesamt 156,40 Millionen CHF. Davon sind für diese drei Jahre 147,40 Millionen CHF für UNDP und 9 Millionen CHF für den Kapitalentwicklungsfond der UNO (UNCDF) vorgesehen. Die Zahlungen erfolgen jährlich, d.h. etwas mehr als 49 Millionen pro Jahr für UNDP und 3 Millionen für UNCDF. Auf Länderebene leistet die Schweiz auch projektbezogene Beiträge an das UNDP.
Das UNDP spielt bei der Umsetzung der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 eine entscheidende Rolle. Diese Ziele stehen in Einklang mit den Interessen der Schweiz, reduzieren sie doch Ungleichheit, Armut, Konflikte und weitere Bedrohungen, die sich weit über die Entwicklungsländer hinaus auswirken. Als stark globalisiertes und wirtschaftlich vernetztes Land ist die Schweiz für ihre Sicherheit und ihren Wohlstand auf eine solche Stabilität angewiesen.