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Die traditionelle chinesische Medizin entstammt dem Gesundheitssystem der asiatischen Länder, welches seit Jahrtausenden alle Beschwerden und Krankheiten der Bevölkerung dokumentiert und behandelt. Es deckt alle Beschwerden von einer Erkältung bis hin zu schwerwiegenden Krankheiten. In der neueren Zeit werden in Asien die TCM und westliche Medizin parallel angewendet. Somit wenden sie eine integrative Medizin an, in der die beiden Systeme sich gegenseitig ergänzen. Auch in den USA zeichnet sich eine klare Tendenz zur integrativen Medizin ab: Da werden zum Beispiel in Krebskliniken TCM-Abteilungen integriert.
Somit stellt sich also die Frage, in welchen Aspekten die TCM erfolgreicher und in welchen Gebieten die westliche Medizin sinnvoller ist.
In vielen Bereichen kann die westliche Medizin nur Symptome unterdrücken und kommt nicht an den Ursprung der Erkrankung. Bei einer Unterdrückung verschwinden vielleicht die ungewünschten Symptome in kürzester Zeit, aber jedes Medikament hat auch Nebenwirkungen. In gewissen Fällen kommt es mit solchen Nebenwirkungen sogar zu einem Teufelskreislauf, der nur schwer zu durchbrechen ist. Eine Symptomunterdrückung kann auch verheerend sein, weil die Grundproblematik nicht gelöst wurde und sich nachher in einem anderen Organsystem bemerkbar machen kann. In solchen Fällen ist die TCM vorzuziehen. Beispiele dafür sind Schlafprobleme, Infektanfälligkeit (wiederkehrende Erkältungen, Heuschnupfen), gynäkologische Beschwerden, Verdauungsprobleme, Schmerzen wie zum Beispiel Kopfschmerzen.
Bei Schlafproblemen ist die westliche Medizin hilflos und kann nur Schlaftabletten, Psychopharmaka oder Psychotherapie verschreiben.
Häufig wiederkehrende Erkältungen und andere Infektanfälligkeiten sind eine Belastung, weil wir am Arbeitsplatz nicht fehlen können, um uns auszukurieren oder unsere Kleinkinder zu betreuen. Wer bei Erkältungen zu medikamentöser Unterdrückung greift, belastet sein System mit bleibender Feuchtigkeit, Hitze oder Kälte. Damit ist er bei der nächsten Grippewelle noch empfänglicher für die Keimlinge. So kann eine unterdrückte Erkältung zu chronischen Nebenhöhlenentzündungen, Asthma oder zu Lungenentzündungen führen.
In der Schweiz ist der Griff zu Schmerztabletten bei Mensproblemen Hauptursache für spätere Medikamentenabhängigkeit. Viele Mädchen konsumieren schon als Teenager Schmerztabletten, ohne dass dies die Öffentlichkeit wahrnimmt, weil es für uns ein Tabuthema ist. In China gelten Menstruationsschmerzen wie auch andere Frauenprobleme als Krankheit und werden dementsprechend ernst genommen und behandelt. Auch Beschwerden in der Abänderung sind in Asien viel weniger verbreitet als bei uns. In neuster Zeit gewinnt auch die Fertilitätsbehandlung der TCM an Gewicht.
Bei Verdauungsproblemen (Blähungen, saures Aufstossen, Reizdarm, Verstopfung, Durchfall, etc.) ist unser Verdauungssystem überfordert. Die TCM kann das Verdauungssystem stärken, krankhafte Hitze ausleiten und Schleim umwandeln. Ein geläuterter Magen und Darm sowie neue Antriebkräfte für die Verdauung helfen uns, wieder neue Lebensenergie zu tanken dank einer intakten Verdauung. Eine anfällige Verdauung haben besonders Babys, stark gestresste oder ältere Menschen. Bei den Babys tauchen Verdauungsprobleme auf, weil das Verdauungssystem noch nicht reif ist. Druck und Stress können auf den Magen schlagen und zu rebellierendem oder blockiertem Qi (Lebensenergie) führen. Bei älteren Personen lassen die Kräfte und das Lebensfeuer (Ming men auf Chinesisch) nach und dementsprechend muss die Mitte aufgebaut werden.
Die TCM ist auch in der Prävention und Gesunderhaltung förderlich. Sie erfasst Ungleichgewichte, welche sich energetisch viel früher als die physische Erkrankung manifestieren. Die TCM geht von der Homöostase (Gleichgewicht) aus und kann energetische Entgleisungen feststellen, bevor die Situation aus dem Ruder läuft. Die westliche Medizin erkennt Erkrankungen erst, wenn sie sich bereits körperlich manifestieren. Auch gesunden Menschen verhelfen Qi Gong oder Kräuter zu mehr Lebensenergie und Lebensqualität.
In der Pharmakologie bietet der Westen Medikamente gegen Symptome an. Diese Medikamente wirken zwar schnell, aber haben ebenso starke Nebenwirkungen. Der grösste Unterschied In der TCM ist, dass wir zwar einzelne Arzneimittel gegen bestimmte Symptome haben, diese aber immer zusammen mit anderen Arzneimitteln mischen, um die Nebenwirkungen möglichst aufzufangen. Wenn wir zum Beispiel bei Eiter Kräuter verwenden, die toxische Hitze ausleiten (entsprechend den Antibiotikas im Westen), mischen wir Kräuter dazu, die die stark abkühlende Wirkung auf das Verdauungssystem ausgleichen. Somit erzielen wir neben einer antibiotischen Wirkung auch schützende Wirkungen auf die Darmflora und den gesamten Verdauungstrakt. Auch hier zeigt sich wieder der gesamtheitliche Aspekt der TCM, der nicht nur das eine Symptom, sondern den ganzen Körper betrachtet.
Bildlich gesprochen kann man das so erklären: Einzelne Arzneimittel sind einzelne Blumen. Stellt man mehrere Blumen zusammen, bekommen wir ein Bouquet. Transferiert auf die TCM ergeben mehrere Arzneimittel zusammen eine Kräuterrezeptur (Bouquet aus mehreren einzelnen Blumen). Somit haben wir nicht nur die Wirkungen eines einzelnen Arzneimittels (eines einzelnen chemischen Stoffes), sondern sich ergänzende Wirkungen und die Interaktionen untereinander. Solche Rezepturen werden den Beschwerden laufend angepasst, indem man die Dosierung der einzelnen Kräuter anders gewichtet, ein Kraut hinzufügt oder weglässt. Das Verschreiben von Kräutern ist eine sehr subtile und kreative Arbeit. Kein Patient erhält genau dasselbe wie ein anderer mit den gleichen Symptomen. Es gibt keine vorgefertigen Packungen, welche man beim Lieferanten bestellt. Ein TCM-Therapeut kreiert eine Kräutermischung, welche dann speziell für diesen Patienten in einer Apotheke zusammengestellt wird.
Es gibt einen weiteren, sehr wichtigen Bereich, den wir mit den Kräutern aus der TCM abdecken können, den die Schulmedizin leider gar nicht kennt: Bei Schwächezuständen und Energielosigkeit, gibt es eine breite Palette an Qi, Blut, Yang oder Yin aufbauenden Kräutermischungen. Hier werden also keine Symptome beseitigt, sondern fehlende Vitalität (wieder) aufgebaut.
In der TCM gilt es auch als ganz selbstverständlich, dass zu jedem Körper eine Seele, Lebensumstände und äussere Einflüsse gehören. Der ganze Mensch wird als eine Einheit erfasst. Diese Einheit geht in der westlichen Medizin nur schon verloren, weil für jedes Organsystem ein anderer Spezialist zur Verfügung steht und verschiedene Symptome mit gleichem Ursprung nicht als zusammengehörend erkannt werden.
Für alles was zur Notfallmedizin gehört, hat die westliche Medizin schnell und zuverlässig wirkende Methoden. Für einen Beinbruch, Blinddarm oder extrem tiefe Werte im Blut (Eisen, Vitamin B12) ist die westliche Medizin angebracht. Wenn es hingegen um eine latente und immer wiederkehrende Anämie (Mangel an Eisen oder Vitamin B12) geht, ist es sinnvoll genauer hinzuschauen und sich auch die Frage nach dem „Warum?“ zu stellen. Um dieser Frage nachzugehen, hat die TCM mehr Möglichkeiten, weil es in der Analytik keine Trennung zwischen rein physischen und rein psychologischen Phänomen gibt. Körper und Seele bilden eine Einheit und beeinflussen sich gegenseitig. Ebenso werden äusserliche und innere Einflüsse berücksichtigt. So kann beispielsweise eine zu einseitige Ernährung mit viel Bitterstoffen (Kaffee, Schwarztee, etc.) über Jahrzehnte das Blut austrocknen. In einem solchen Fall geht es darum, die äusseren Lebensumstände umzustellen und sich mit einer Tasse Kaffee pro Tag zu begnügen. Es können aber auch ganz andere Hintergründe zu einer Erschöpfung aufgrund eines Blutmangels führen. Wer über lange Zeit mehr Energie ausgegeben als aufgebaut hat, lebt in einem Dauer-Energie-Defizit. Irgendwann zieht der Körper dann die Notfallbremse und bremst uns mit einer Erschöpfung aus. Damit spielt uns der Körper keinen Streich, sondern gibt uns die Chance, unser Energie-Defizit wahrzunehmen. Dank dieser Erkenntnis kann dann das Defizit wieder aufgefüllt werden. Vielleicht am Anfang mit Spritzen (Eisen, Vitamin B12), dann über eine längere Zeit mit Blut aufbauenden Kräutern und am allerwichtigsten mit einer neuen Lebensführung.
Bei schweren Erkrankungen wie Krebs macht es Sinn, die Nebenwirkungen der Chemotherapie mit TCM anzugehen. Im Fall von Krebs ist Qi Gong eine unentbehrliche Hilfe neben Akupunktur und Kräutern. Die Bewegungen des Qi Gongs regen die Meridiane an und lassen die Energie wieder durch alle Meridiane fliessen. Bei Krebs haben sich ja die Krebszellen von der Gesamtheit des Organismus abgespalten. Qi Gong hilft, wieder eine Einheit im Zellenstaat zu erfahren und Alles mit Allem in Verbindung zu setzen, indem die Energie frei durch alle Meridiane fliessen kann.
Ebenso können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kribbeln oder Gefühllosigkeit in den Fingern, etc. gelindert werden. In der Schweiz kann eine Chemotherapie nicht durch Kräuter ersetzt werden. Die Kräuter dazu sind – so wie auch die Chemikalien für die Chemotherapie – sehr toxisch und sind in der Schweiz nicht zugelassen.