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Beim Phänomen des luziden Zustandes und der ausserkörperlichen Wahrnehmung bei klarem Bewusstsein handelt es sich um eine ganze Reihe unterschiedlicher veränderter
Bewusstseinszustände mit dissoziativem Charakter. Die Erfahrungen sind mannigfaltig und unter verschiedensten Begriffen bekannt, wie z.B. Astralreise, ausserkörperliche Erfahrung (AKE), Out of
Body Experience (OBE oder OOBE), oder pragmatischer Klartraum bzw. luzider Traum.
Auch Nahtoderfahrungen sind verwandt mit den außerkörperlichen Erfahrungen. Dabei ist oft nicht klar, was unter einem bestimmten Namen genau
verstanden wird. Viele Menschen, die von diesem Phänomen zum ersten Mal hören, meinen, dass es sich um eine Art Visualisierung oder um einen sehr lebendigen und realistischen Traum
handelt.
Um es klar zu stellen: Ein ausserkörperlicher Zustand ist keine Visualisierung und kein Meditations- oder Trancezustand. Es ist auch nicht das Gleiche, was ein Mensch unter Hypnose oder bei einer Rückführung erlebt. Der ausserkörperliche Zustand hat zwei grundlegende Charakteristiken: Erstens wird dieser Zustand bei klarem Bewusstsein erlebt und zweitens realisiert der Mensch dabei, dass er sich ausserhalb des physischen Körpers beﬁndet. Es fehlt zu diesem Zeitpunkt jegliches Gefühl für den eigenen Körper. Gleichzeitig wird die Umgebung nicht verschwommen wahrgenommen, sondern genauso klar wie in der physischen Realität.
Der luzide Zustand und die ausserkörperliche Wahrnehmung haben ihren Ursprung in physiologischen Prozessen und ﬁnden zum grössten Teil während der Phase des oberﬂächlichen Schlafs, der so genannten REM-Phase, statt. REM ist die Abkürzung vom englischen Begriff Rapid Eye Movement, was schnelle Augenbewegung bedeutet. Dieses Schlafstadium ist durch schnelle Augenbewegungen unter den geschlossenen Lidern gekennzeichnet – daher der Name. In dieser Phase wird besonders intensiv und viel geträumt. Der Körper hingegen beﬁndet sich zu diesem Zeitpunkt im Schlaf und ist bis auf die Augen und die Atmung zeitweilig gelähmt, was mit der allgemeinen Entspannung der Muskeln zu tun hat. Die Signale aus dem Gehirn erreichen dabei den Körper nicht. Diese Körperlähmung, oder Schlafparalyse ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der verhindert, dass der oder die Schlafende seine Träume physisch auslebt und sich womöglich verletzt.
Das Phänomen des luziden Zustandes wird ausgelöst durch die Aktivierung der frontalen Regionen des Gehirns während der REM-Phase. Diese elektrischen Aktivitäten können mit einem EGG-Gerät (Elektroenzephalograﬁe-Gerät) aufgezeichnet werden. Aus der normalen REM-Phase kann eine luzide Phase entstehen. Manchmal geschieht dies spontan, es kann aber auch willentlich mithilfe von spezifischen Techniken herbeigerufen werden.
Viele mystische, ungewöhnliche, oder paranormale Erscheinungen und Begebenheiten, wie z.B. das Treffen von Verstorbenen, Geistern, Engel, Außerirdischen, oder das Hören von geheimnisvollen Stimmen, finden oft unter ähnlichen Bedienungen bzw. in der REM-Phase, oder nah daran statt. Das Erlebnis eines «falschen Aufwachens» ist ein Vorbote der luziden Phase. So wie die Schlafparalyse, wenn ein Mensch nach dem Aufwachen seinen physischen Körper nicht bewegen kann, da die REM-Phase von der Körperlähmung begleitet wird.
Seit den 70er Jahren ist das Bestehen des Phänomens eine wissenschaftliche Tatsache. Anhand der REM in der gleichnamigen Schlafphase konnte der Nachweis erbracht werden. Seither wird das Phänomen der luziden Phase vielseitig genutzt, zum Beispiel in der Psychotherapie für die Behandlung von Ängsten, Albträumen und traumatischen Erlebnissen, oder im Sport, um komplexe Bewegungsabläufe zu trainieren.
Im Angesicht der speziﬁschen Eigenschaften der luziden Phase - realistische Wahrnehmungen in modellierbarer Umgebung - eröffnet sich ein unendlich breites Feld für die praktische Anwendung dieses Phänomens, welche überprüfbar sind und jedem Menschen offen stehen. Die luzide Phase ist eine unikale Möglichkeit in den Kontakt mit riesigen Ressourcen des eigenen Unterbewusstseins zu kommen und etwas Ungewöhnliches zu erleben. Zum Beispiel:
Dabei werden die Erlebnisse nicht verschwommen, sondern sehr real erlebt. Der einzige Unterschied zum alltäglichen Leben besteht darin, dass der Raum in der luziden Phase keinen physischen Gesetzen unterliegt. Daher ist es möglich in der luziden Phase zu fliegen, durch die Wände zu laufen und andere ungewöhnliche Dinge zu erleben.
Die luzide Phase ist einer der außergewöhnlichsten Dinge, welche ein Mensch erleben kann. Von vielen mystischen Traditionen wird dieses Phänomen als eine der höchsten Zustände der spirituellen Entwicklung angesehen. Als Nebeneffekt von dem schon erwähnten Nutzen wirkt die Praxis der luziden Phase stabilisierend auf die menschliche Persönlichkeit.
Die Praxis der luziden Phase kann als eine Selbstentwicklungsmethode angesehen werden, wodurch das Gedächtnis, die Konzentration, Achtsamkeit, Kreativität und Wahrnehmungsfähigkeit trainiert und bestärkt werden. Ein/e Praktizierende/r entwickelt eine sensibilisierte, achtsame Wahrnehmung für die innerlichen und äußerlichen Geschehnisse. Dies ermöglicht, diverse Probleme auf eine kreativere und konstruktivere Art zu verarbeiten und zu lösen.
Schon durch das bewusste Erleben der ausserkörperlichen Wahrnehmung an sich, lösen sich viele Ängste. Das Spektrum von der Weltauffassung wird erweitert, was die alltägliche, physische Welt bereichert. Die gesunde Neugier und Vitalität steigen, die Gesundheit verbessert sich, ein Mensch wird entschlossener und mutiger in seinem persönlichen Selbstausdruck.