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Videokunst-Pionier Bruce Conner im Museum Tinguely Basel
Das Museum Tinguely Basel präsentiert im Dialog mit dem «Mengele-Totentanz» des Hauskünstlers Jean Tinguely eine Reihe von Filmkunst-Arbeiten von Bruce Conner. Mit seinen anarchisch-ironischen Filmsamples hat sich der Künstler als Vater des Videoclips etabliert.
Augenscheinlich wird diese Pionierrolle als «Godfather of Music Clips» (Museum of Modern Arts, Los Angeles) in der Arbeit «Looking for Mushrooms». Conner unterlegte das psychedelisch anmutende Sample von Filmschnipseln aus den Jahren 1959 bis 1967 mit dem ebenso psychedelisch anmutenden Song «Tomorrow Never Knows», mit dem die Beatles musikalisches Neuland betreten hatten.
In diesem und in allen weiteren Filmarbeiten offenbart Conner ein hohes Mass an Musikalität - auch wenn statt Musik, wie beim subversiven gesellschaftspolitischen «Report» zum Kennedy-Mord, auch mal die Stimme eines Radioreporters den Soundtrack ausmacht. Ansonsten unterlegt er seine Arbeiten mit originär entstandenen Kompositionen von Musik-Avantgardisten wie David Byrne und Brian Eno, aber auch mit klassischen Orchesterwerken.
Rauschhaft-beklemmende Bilderbogen
Eines dieser klassischen Werke, nämlich «Pini die Roma» von Ottorino Respighi, untermalt das pionierhafte Frühwerk «A Movie» aus dem Jahr 1958. In diesem radikal-subversiven Filmexperiment fügte Conner Schnipsel aus Nachrichtensendungen, B-Movies und filmtechnische Grafik zu einem rauschartigen und beklemmenden Bilderbogen zusammen. Wilde Verfolgungsjagden mit Indianern und Siedlern gehen in Autorennen und Bilder von Unfällen bis zu kriegerischen Katastrophen über.
Vor dem Portal zu Tinguelys apokalyptischer Werkgruppe «Mengele-Totentanz» wird dann schliesslich Conners Film «Crossroads» gezeigt. Während Tinguely die brutale Wirklichkeit in seiner Maschinenwelt abstrahiert, führt Conner die apokalyptische Vision in die Perversion, mit ästhetischen Bildern, Aufnahmen der Atombombenversuche beim Bikini-Atoll.
Die Kabinettausstellung «Bruce Conner». Light out of Darkness" im Museum Tinguely ist bis zum 28. November zu sehen.
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