Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03324.jsonl.gz/1034

Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen 1904
Mont Blanc-Gebiet.
Aiguille de Triolet über den Südgrat. 9. Juli. MM. J. H. Wiens,E. H. F. Bradby und C. Wilson mit Henry Rey verließen die Triolethütte um 3 Uhr 30 Min. morgens, frühstückten ( 6 Uhr 10 Min bis 6 Uhr 35 Min. ) unterhalb des Bergschrundes auf der Col de Trioletroute, wandten sich dann scharf rechts und erstiegen durch ein steiles Schnee- und Eiscouloir und über die Felsen an dessen Südseite eine Scharte im Südgrat, etwas südlich von dem Punkte, von welchem der Grat sich scharf zum Gipfel aufschwingt ( 8 Uhr 45 Min. ). Einige Felstürme wurden auf der Pré de Barseite umgangen und so der Fuß des steilen Aufschwungs erreicht ( 9 Uhr 30 Min. bis 10 Uhr 10 Min. ). Von diesem Punkte wurden meist die Felsen der Ostseite benutzt, der Grat nur auf einer kurzen Strecke, etwa in halber Höhe aufwärts, verfolgt. Der Gipfel wurde um 1 Uhr erreicht und um 1 Uhr 30 Min. wieder verlassen. Der Einschnitt zwischen Triolet und Petits Triolets wurde um 2 Uhr 15 Min., der Col de Triolet um 4 Uhr 5 Min., der Couvercle um 6 Uhr 30 Min. und Montanvert um 8 Uhr 50 Min. erreicht.
Aiguille du Talèfre über den Westgrat. 17. Juli. Die nämlichen ohne Rey erreichten den Col zwischen Talèfre und Petits Talèfres vom Pierre Josephgletscher aus und erstiegen von da den Gipfel über die nicht leichten Felsen des Westgrates ( 9 Stunden 40 Min. vom Montanvert aus ). Abstieg über die Südwestwand nach Montanvert in 7 Stunden 45 Min.
Aiguille de la Brenva von Nordwesten. 26. Juli. Die nämlichen brachen vom Col du Géant um 6 Uhr morgens auf und erreichten den Col zwischen Tour Ronde und Aiguille de la Brenva um 9 Uhr 10 Min. 1 Stunde 30 Min. wurden verloren bei einem fruchtlosen Versuch, den Gipfel über den Nordgrat zu erreichen, und schließlich wurde der AnDieses Verzeichnis umfaßt die während des letzten Jahres in den Schweizeralpen und deren Grenzgebieten neu oder auf neuem Wege ausgeführten Bergfahrten, soweit sie bis Anfang April, sei es durch direkte Mitteilung oder durch die alpine Literatur, zur Kenntnis der Redaktion gelangt sind. Nicht aufgenommen wurden die in den Tourenverzeichnissen des „ Echo des Alpes " oder anderswo angeführten ersten Ersteigungen, über welche keine nähern Angaben gemacht wurden. Auf die Berichte in der „ Alpina " wird hier nur kurz verwiesen.
l'!IOEedaktion.
stieg über die Felsen der Brenvaseite genommen. Der Gipfel wurde um 1 ühr erreicht, um 1 Uhr 50 Min. wieder verlassen, über den Sttdgrat und die Westwand abgestiegen und Courmayeur um 8 Uhr abends. erreicht. A.J.1 ), Nr. 166, pag. 319 f.
Aiguille Verte vom Glacier de Nant Blanc und Traversierung. 29. 30. Juli. S! E. Canzio, G. F. und G. B. Gugliermina und G. Lampugnani verließen Chamonix am 28. Juli nachmittags, erreichten ein Biwak auf dem obern Glacier de Nant Blanc, von da am 29. ein zweites Biwak in zirka 3900 m. Höhe in der Felswand der Verte. Am 30. erreichten sie um Mittag den Gipfel stock da, wo der Westgrat ansetzt, und waren auf dem höchsten Punkt um 6 Uhr 30 Min. Abstieg über die Ostwand und das Whympercouloir in der Nacht. K. M. 1904, pag. 268.
Aiguille $ Argentière über den Nordostgrat ( Variante ). 30. August. HH. K. P. Player, L. Spiro und C. Hermann verfolgten von der Basis des Nordostgrates aus zuerst die Felsen rechts im kleinen Couloir, das sich nördlich vom Couloir Barbey parallel zu diesem etwa 250 m. zu einem kleinen Sattel im Nordostgrat hinaufzieht. Von da in teilweise schwieriger Kletterei zum horizontalen Gratstück, zirka 3400 m. Umgehung einiger Gendarmen. Nunmehr leicht über lose Felsen, später Firn zur Spitze ( 2 Stunden vom Fuß des Nordwestgrates ).
Grande Luis vom Col de la Grande Luis und Petite Luis ( 3490 m ).? August. HH. C. Hermann und L. Spiro begingen im Anschluß an eine Querung der beiden Darrey den ganzen Grat vom Col de la Grande Luis über den auf keiner Karte benannten P. 3490 zum Col de Saleina und von diesem zur Grande Luis ( 2 Stunden ).
Aiguille de la Neuva, Südspitze. Die nämlichen mit dem Hüttenwart Droz erreichten vom Col supérieur du Tour noir aus den etwa 3740 m. hohen Südgipfel über den Südgrat in 25 Min. S.A.C. XL, pag. 23 ff. Alp. 1905, pag. 9, und persönliche Mitteilungen des Herrn C. Hermann.
Boc des Bavines Bousses, Ostgipfel. 17. Juni. Dr. Karl Frey bestieg, während sein Kamerad auf dem Hauptgipfel, 3264Siegfr ., zurückblieb, allein den Ostgipfel, die sog. Chandelle von der Lücke zwischen beiden Gipfeln in kurzer, aber sehr exponierter Kletterei über die Westkante. Persönliche Mitteilung von Dr. K. Frey.
Les Droites, Gratübergang vom Westgipfel zum Ostgipfel. 17. August. HH. L. Distel und H. Pfann verließen morgens 3 Uhr die Hütte am Couvercle und gingen auf den mittleren von drei Felskämmen los, welche das Massiv nach Süden und Südwesten aussendet. Erst über Firn der Ostseite des Felspfeilers entlang, dann durch kleine Séracs, über eine Eishalde und die Randkluft. An der Ostabdachung des genannten Felskammes führten Blockhänge zu einer Einschartung und zu einem Firnfleck empor, der in Stufen gequert wurde. Nun immer in ungefähr nördlicher Richtung über Rinnen und Felsrippen schräg links aufwärts; höher oben, nahe der Stelle, wo der westliche Zweiggrat sich vom Hauptkamm ablöst, bogen sie nach Nordost und Osten ab und kletterten über die Felsen gerade aufwärts auf den Grat ( 10 Uhr ). Diesen verfolgten sie nach Osten zum höchsten Punkt, zirka 4020 m. Zum Übergang nach dem Ostgipfel hielten sie sich meist auf der Gratschneide und traversierten nur, wo diese ungangbar war, in den Flanken. Durch Traversieren in der Südwand gelangten sie um 3 Uhr 15 Min. in die tiefste Einschartung und über Grataufschwünge, Wächten und Eiskämme um 4 Uhr 45 Min. zum Ostgipfel ( 4030 m ). Den Abstieg nahmen sie, wahrscheinlich neu, über den Firngrat, mit welchem der östliche Zweiggrat bedeckt ist, traversierten dann in Eisstufen in die Felsrinne, welche zum Talèfregletscher hinabzieht, verfolgten diese eine Zeitlang, gingen dann in die westliche Parallelrinne über, verließen auch diese wieder und gewannen, über leichte Schrofen etwas aufsteigend, den mittleren Zweiggrat und die Aufstiegsroute. A.A.V.M.., XII. Jahresbericht, pag. 42 f.
Aiguille de la République P. 3395? Kurz im Grand Charmoz-Grat. 29. Juli. Mr. H. E. Beaujard mit Joseph und Louis Simond und einem Träger verließen ein Biwak in den Charmozfelsen, zirka 3200 m. hoch, morgens 4 Uhr, erstiegen die Grands Charmoz, stiegen von da in der Richtung des großen Couloirs ab, welches sich zwischen den Charmoz und dem Grépon gegen den Glacier de la Thendia hinabzieht, benutzten dieses Couloir ziemlich weit nach unten, stiegen dann wieder empor auf eine kleine, weithin sichtbare Felsnadel und erreichten über einen langen und zerrissenen Grat den Rand einer etwa 200 m. tiefen und 100 m. breiten Scharte. Der Abstieg in diese war schwierig, noch schwieriger der Aufstieg aus derselben durch Kamine und über Platten, von einer Felsterrasse zur andern. Seilaufzug und „ Steigbaum " mußten mehrfach unter großer Gefahr angewendet werden. Der Fuß des 32 m. hohen Gipfelblocks wurde um 3 Uhr nachmittags erreicht, vermittelst einer Armbrust ein Seil über denselben geschleudert und mit dessen Hülfe um 5 Uhr 13 Min. der Gipfel erreicht. Abstieg auf dem nämlichen Wege und Ankunft, nach einem auf dem Grat in 3100 m. Höhe verbrachten Biwak, am 30. Juli, morgens 9 Uhr, im Plan des Aiguilles. Mont. I, pag. 16 ff.
Dôme de Rochefort über die Aiguille de Rochefort. 9. Aug. 1903. Dr. K. Blodig und Dr. M. Horten verließen um 4 Uhr 30 Min. morgens das Rifugio Torino am Col du Géant, gingen in breitem Bogen auf dem Glacier du Géant um die Aiguilles Marbrées herum zum Fußgestell der Dent du Géant und über leichte, gestufte Felsen zu einem Grate, den sie in östlicher Richtung verfolgten, bis an das untere Ende des ersten fixen Seiles. Hier bogen sie nach rechts ab über einen anfänglich breiten Firnrücken, der sich gegen die Aiguille de Rochefort hin in eine Firnschneide mit gelegentlichen Absätzen verwandelte. Da, wo der Grat sich steiler aufschwingt, betraten sie ( 8 Uhr ) die Nordflanke, über deren etwa 50 ° geneigte Eisfläche Stufen gehauen werden mußten ( 55 Min. ). Wieder auf der Gratschneide angelangt, verfolgten sie diese bis an den Fuß der Aiguille ( 9 Uhr 15 Min. ). Über die steile, aber nicht besonders schwierige Felswand auf den Gipfel ( 9 Uhr 45 Min. ). Von hier führte ein ziemlich breiter und mäßig steiler Firnrücken in 20 Minuten in die nächste Gratdepression hinab und von dieser wieder hinan auf eine Firnpyramide und über einen Wächtengrat und kleinere Felspartien zu P. 3955 Kurz, der wohl noch nie betreten worden ist. Von ihm über einen breiten Gratrücken und am Nordfuß einer Felsnadel vorbei zur Einsattelung vor dem Dôme de Rochefort ( 11 Uhr ). Die Gipfelfelsen boten keine größeren Schwierigkeiten mehr, und um 11 Uhr 45 Min. war der Dôme de Rochefort erstiegen. Abstieg auf dem nämlichen Wege nach dem Rifugio Torino, wo die beiden schon um 4 Uhr ankamen. Ö.A.Z. 1905, pag. 1 ff.
Alpen des Chablais und Deut du Midi.
Second Eperon de la Dent Jaune vom Col de la Cathédrale aus.? August 1903. MM. Frank Burlcy und Emüe-R. Blanchet mit Emile Revaz und Adolphe Goquoz umgingen den ersten Überhang von der Scharte am Westfuß der Cathédrale aus in der Nordwand und erstiegen die Grathöhe durch eine sehr enge Rinne. Den wackeligen Grat weiter verfolgend, gewannen sie auf der Seite von Salanfe über eine Vire den Fuß des Felssporns, den sie durch einen langen und steilen Kamin, welcher ihn beinahe spaltet, erstiegen. Zum Abstieg seilten sie sich ab und verfolgten den Grat weiter über den Eperon zur Dent Jaune, von welcher sie auf dem gewöhnlichen Wege nach Salanfe zurückkehrten. E.d.A.. 1904, pag. 164 ff.
Penninische Alpen.
Grand Combin von Nordosten. 29. August. Messrs. J. J. Withers und R. J. G. Mayor mit Ad. Andenmatten und Andr. Anihamatten verließen ein Biwak auf der Zessettaalp um 3 Uhr 30 Min. morgens und stiegen in das kleine Tälchen hinab, das zwischen der Moräne des Zessettagletschers und den Hängen im Norden liegt. Diesem Tälchen nach Nordwesten folgend, erreichten sie die linke Seitenmoräne des namenlosen Gletschers, der südlich von dem Südostgrat des Tournelon Blanc liegt. Dieser Moräne folgten sie bis zu ihrem oberen Ende und stiegen dann über steinige Hänge in gleicher Richtung empor an den Fuß der Felsbarriere ( 5 Uhr 15 Min. ). Diese Felsen wurden in 10 Minuten zum namenlosen Gletscher erstiegen und dieser selber unter Schwierigkeiten, besonders beim Bergschrund, gequert. Hier schwenkten sie nach links herum und erreichten über leichte Schneehänge den Sattel zwischen Tournelon Blanc und P. 3622 der Mulets de la Liaz. Von diesem Sattel in 10 Minuten zu P. 3622 und dann südlich absteigend zu der Einsenkung zwischen P. 3622 und P. 3695 ( 7 Uhr ). Von hier traversierten sie ziemlich horizontal und südwestlich die große Nordwand des Grand Combin unter einer Reihe von Séracs durch bis in die Nähe der gewöhnlichen Route durch den Korridor. Sie wandten sich daher südwärts und stiegen über steile Schnee- und Eishänge, zuletzt in einer Rinne durch einen Sérac empor, und eine kurze Wendung nach rechts brachte sie auf die gewöhnliche Route gerade oberhalb der durch Eissturz gefährdeten Stelle ( 10 Uhr ). Der Gipfel wurde um 12 Uhr und die Panossierehütte um 4 Uhr nachmittags erreicht. A.J. Nr. 166, pag. 320 f.
Mont Vélan über den ganzen Südgrat. 14. Juni. RYi S'Pantaleone Bovet und Giuseppe Henry wandten sich von Berruà aus gegen den niedrigsten Sattel in dem Kamme, welcher die Gemeinden Etroubles und Ollomont scheidet, südlich von P. 3402, und von welchem ein großes Couloir herabkommt. Indem sie dieses querten, folgten sie dem ersten Kamme nach rechts, welcher sie auf ein großes Schneefeld führte. Nachdem sie dieses erstiegen, verfolgten sie das Schlußstück des Südgrates und langten über P. 3709 und die Schneecalotte um 12 Uhr 30 Min. auf dem Gipfel an.
Becca di Lusenay, Abstieg über den Südgrat. 21. Juni. Die nämlichen verließen Bionnaz um 4 Uhr morgens, gelangten über Arbière und Pra Dieu an den Fuß der Becca und erstiegen diese über die Westflanke und den Nordwestgrat, welchen sie etwa 150 m. unter dem Gipfel betraten ( 11 Uhr 30 Min. ). Zum Abstieg nach Pra Dieu benützten sie den Südgrat, ein gefährliches Couloir und einige Schneeflecken.
Becca Crevayo, zirka 3300 m. 11. Juli. Die nämlichen mit dem Träger Teodoro Forclaz erstiegen diesen durch ein Felsenfenster charakterisierten Gipfel im Vorbau des Morion, zwischen Ollomont und Oyace, nahe dem Col Faudery von Valpelline aus in 9 Stunden 30 Min., ohne andere Schwierigkeiten zu treffen als einen etwa 7 m. hohen Schneeabsatz, dessen Bewältigung viel Zeit verlangte. R.M. 1904, pag. 230 f.
Becca di Luseney vom Livourneatälchen aus. 13. August. Messr. E. W. C. Saunders, J. H. Clapham mit Joseph Simond wandten sich, von Prarayé bei den Hütten von Chaz angekommen, westwärts und erstiegen ein Couloir zwischen Mont Gela und den steilen Felsen des Nordabsturzes der Cima de Livournéa; von dem kleinen Col am obern Ausgang des Couloirs über diese steilen und teilweise schwierigen Felsen ( 1 Stunde 45 Min. ) hinauf auf den Gratrücken und den Col de Luseney ( 35 Min. ). Von hier über die Felsen auf der Ostseite des Gipfelstocks auf den Gipfel ( 7 Stunden, Halte abgerechnet, von Prarayé ).
Bec d' Epiooun über den Nordostrücken vom Sassatälchen. 17. August. Die nämlichen und C. A. Werner gingen von Chamin das Sassatälchen hinauf an den Fuß der Felsen unter dem Gipfel. Über diese hinauf sich etwas östlich haltend zur Höhe des Grenzrückens zwischen Bec d' Epicoun und Grand Epicoun ( 1 Stunde 25 Min. ). Von hier über den Grat auf den Gipfel in 40 Min. A.J. Nr. 167, pag. 391 f.
Grand Tournalin über den Südwestgrat. Ohne Datum, 1904. S1 Ugo de Amicis und Guido Bey mit Amato und Angelo Maquignaz.
Cresta di Vaufrede, Gratwanderung von Torre di Créton zur Punta Budden. Die nämliche Partie mit den Trägern Battista Maquignaz und Giuseppe Pession. R.M. 1904, pag. 373 f.
Punta di Ciampono über den Südgrat und Corno Bianco über den Nordwestgrat. 19. August. Se Aldo Bonaeossa mit seiner Schwester Marcella und dem Träger Alb. Lasier erreichten von Gressoney aus in 3 Stunden 50 Min. den Passo di Eissuolo, stiegen über die guten Felsen und Trümmerhalden des Südgrates in 30 Min. zur Punta di Ciampono empor und in 30 Min. über den interessanten Nordostgrat zum Bocchetto di Netscio ab. Von hier zu P. 3279 auf dem Nordwestgrat des Corno bianco ( Grat des Uomo Storto, Variante ) und über diesen zum Gipfel. Sehr hohe und schwierige Felsen. 3 Stunden 25 Min. vom Bocchetto. R.M. 1904, pag. 429.
LysJcamm, P. 4538 über die Südostwand, Variante. 17. August. S1 Leonardo Gatto Roissard und Oscar Nerchiali mit Cesare Meynet und Luigi Maquignas verließen die Capanna Gnifetti um 5 Uhr 30 Min., verfolgten, sobald sie den Bergschrund überschritten hatten, kurze Zeit die Route von Miss Filder von 1903 ( siehe Jahrbuch XXXIX, pag. 320, verließen sie dann, indem sie sich an die nächste Felsrippe nach rechts hin hielten, und erstiegen, am Fuß der von Miss Filders Partie vermiedenen roten Felsen angelangt, diese direkt. In der Nähe des Ostgrates angelangt, verließen sie die Felsen nach rechts hin, um eine fast senkrechte Eismauer von zirka 15 m. Höhe zu ersteigen und oberhalb derselben ohne weitere Schwierigkeiten über Firn auf den Ostgipfel zu gelangen. Sie stiegen in 35 Min. zum Lysjoch ab und waren um 12 Uhr 30 Min. in der Capanna Gnifetti zurück. R.M. 1904, pag. 49 f.
Gabelhorn bei St. Nikiaus ( 3135 m ) oder Fdelspitze. 13. August. MM. J. F. Kern und Monod-Herzen mit Ferdinand Furrer gelang es, diesen vielumstrittenen Felsturm nach dreitägiger Belagerung zu erobern. Alp. 1904, pag. 170; E.d.A.. 1904, pag. 337; R.M. 1904, pag. 371.
Balfrinhorn über den Nordostgrat. 4. September. Mr. Montague F. Tilleard mit Alex. Burgener verließen die Huteck um 2 Uhr 40 Min. und erreichten die Zunge des Balfringletschers um 5 Uhr 45 Min., folgten der westlichen Randmoräne bis an den Grat, dessen Kante, gerade aufwärts steigend, um 8 Uhr erreicht wurde. Sie folgten nun 11/% Stunden lang dem Grat, nur gelegentlich wegen überhängender Grattürme in die Ostwand ausbiegend. Dann brachte sie eine ständige Traverse in der Ostwand zu Platten, die unter den obwaltenden ungünstigen Verhältnissen nicht zu forcieren waren. Sie kreuzten also den Grat und stiegen in der Westwand etwas ab. Dann setzten sie die Traverse dort 2 Stunden lang fort und erreichten über eine Felsrippe in einstündiger Kletterei eine Gabel im Nordostgrat. Diesem folgten sie bis zu der Stelle, wo die Route von St. Niklaus heraufkommt, und erreichten auf dieser den Gipfel um 2 Uhr 40 Min. A.J. Nr. 167, pag. 392.
Berner Alpen.
Mosenhorn, Abstieg nach Osten. 16. Mai. G. Hasler mit Chr. Jossi sen. stiegen in l'/a Stunden direkt vom Gipfel über Felsen zum Fuß des Berges.
Nässihorn mit Abstieg nach Osten. 31. Mai. Die nämlichen stiegen, nachdem sie vom Großen Schreckhorn über den Nordwestgrat zum Nässi-horngipfel gelangt waren, von diesem in einer ziemlich geraden östlichen Linie über den verschrundeten oberen Teil des Lauteraarfirns ab und erreichten so den Lauteraargletscher am Fuß des Ewigschneehorns in 2 Stunden vom Nässihorn aus.
Mönch über die Nordwestwand. 20. Juni. Die nämlichen stiegen vom Eigergletscher zum südlichen Eigerjoch empor, gingen von dort in einer Stunde bis zum Bergschrund und stiegen stufenhackend über die Schnee- und Eiswand in 3x/4 Stunden zum Gipfel auf.
Ebnefluh über die Nordwestflanke ( Variante ). 23. Juni. Die nämlichen schlugen vom Bergschrund an, den sie in 3x/2 Stunden von der Rottalhütte erreichten, Stufen gerade über die Schneewand hinauf, immer rechts von den Felsen und Macdonalds Route von 1895 sich haltend, und erreichten so den Westgrat in 61/e Stunden und den Gipfel in 30 Minuten mehr.
Hugisattel von Nordosten. Herr G. Hasler mit Fritz Amatter stiegen 1/4 Stunde lang vom Finsteraarjoch in südöstlicher Richtung ab, folgten dem aus Schnee und Felsen bestehenden Rücken zur Rechten und erreichten, in harter Kletterei gerade aufwärts steigend und von Steinfällen bedroht, in 8x/2 Stunden den Hugisattel und das Finsteraarhorn in 30 Minuten mehr.
Finsteraarhorn über den Nordostabsturz. 16. Juli. Die nämlichen verließen den Pavillon Dollfus um 3 Uhr 30 Min. nachmittags und erreichten ein Biwak in den untersten Felsen der sehr steilen Felsrippe, welche direkt vom Gipfel kommt und genau südlich von der zweiten 0 der Quote 3300, Siegfr., gabelt, um 9 Uhr 30 Min. abends. Sie verließen dieses um 3 Uhr 30 Min. morgens und begannen den Anstieg über die Felsen des linken, südöstlichen Arms der Rippe. Um 7 Uhr 30 Min. wurden die Felsen in der Höhe des Studerhorns schwierig und die Rippe mußte auf der einen oder andern Seite durch glatte und schwierige Kehlen flankiert werden. Um 2 Uhr 40 Min. nachmittags kamen sie etwas oberhalb der Stelle, wo Miss Bell mit den beiden Führern 1902 hatte wegen schlechten Wetters umkehren müssen, ungefähr in der Höhe des Hugisattels, an den Fuß eines glatten, grauen Felsturms. Diesen umgingen sie nach links mit Hülfe eines Reserveseils, etwa 30 m. absteigend, und hatten den Felsturm durch ein vereistes Couloir um 3 Uhr 15 Min. überwunden. Sehr schwierige Felsen führten sie um 6 Uhr 20 Min. abends auf den östlichen und um 6 Uhr 25 Min. auf den höchsten Gipfel. Abstieg über die Grünhornlücke zur Konkordiahütte ( 11 Uhr nachts ). A.J. Nr. 166, pag. 321 ff.
Tieregghorn im Bietschhornsüdgrat. 13. August. Messrs. G. Winthrop Young und Robert Mayor mit einem Träger verließen die Hohwitzenhütte um 5 Uhr morgens und erreichten das Bietschjoch um 6 Uhr. Abstieg über den Bietschgletscher und die Séracs von Im Rämi ( l Stunde ). Ein Couloir in der Mitte des nördlichen Arms des Zirkus, das sich vom Tieregghornrücken westwärts krümmt, streifend, folgten sie seinem bröckligen Rande bis zu dem Ende eines kleinen Gipfels, genau nördlich des Tieregghorns selber ( 9 Uhr 10 Min. ). Die kleine Trennungsscharte wurde überschritten und der sehr scharfe, aus festem Granit bestehende Nordgrat in Angriff genommen. Ein einziger Turm kann auf der rechten Seite umgangen werden. Gipfel an 10 Uhr 15 Min. Abstieg um 11 Uhr 30 Min. über den Südgrat, der teilweise reitend oder hangelnd passiert wurde. Bei dem ersten Gratturm traten sie in die Westwand hinaus, wo leichte Kamine und eine allmähliche Traverse nordwärts, zuletzt ein Kamin, sie auf den Augstkummegletscher brachte ( 1 Uhr nachmittags ).
Strahlgrat = P. 3330, Siegfr., und der nächste Gipfel nach Norden gegen das Kleine Wannehorn. 3. August. Messrs. Winthrop und Hubert Young mit Joseph Lochmatter und Clemens Huppen verließen das Eggishorn-Hotel um 5 Uhr 45 Min., umgingen die niedrigeren Spitzen des Strahlgrates und stiegen über Grashänge und leichten Gletscher zu einem leichten Kamin in der Südwand des Rückens empor, der Südost -wärts von P. 3330 herunterkommt. Über diesen Rücken und einige ziemlich steile Klippen des Gipfelstockes selbst auf P. 3330 ( 9 Uhr 40 Min. ), für welche wegen ockergelber Felsen der Name Senfspitze vorgeschlagen wird. Von diesem gingen sie in der Richtung des Kleinen Wannehorns über den sehr langen und stark zerrissenen Grat zu dem ersten von zwei wie eine Hummerschere gegeneinander geneigten Felshörnern, dessen Ersteigung über einige große Platten und durch einen glatten Kletterspalt von 8 m. Höhe Schwierigkeiten machte ( 12 Uhr 30 Min. bis 6 Uhr 45 Min. ). Abstieg über den schneebedeckten Gletscher auf der Westseite zum Großen Aletschgletscher und Märjelensee.
Escherhorn, 3080 m., Siegfr. 6. August. Mr. G. Winthrop Young mit Joseph Lochmatter und Mr. Hubert Young mit Clemens Ruppen verließen den Pavillon Dollfus um 5 Uhr morgens, kreuzten den Oberaargletscher, umgingen den Fuß des Ostrückens über leichte Hänge und ein breites, geröllerfülltes Couloir. Die unteren Felsen des Ostrückens sind sehr morsch, aber der obere Teil ist eine scharfe Kante, unterbrochen von einer unersteigbaren Klippe, die nach links, in der Südwand, gerade über dem Tierberggletscher, umgangen wurde, über einige Rinnen hinweg. Die Westseite der am tiefsten eingeschnittenen von diesen Rinnen, etwas östlich vom Gipfel, wurde zum schwierigen Aufstieg benutzt. Gipfel 10 Uhr bis 10 Uhr 30 Min. Abstieg über den Südgrat gegen eine Scharte und einen etwas tieferen Gipfel, dann kurzer, aber nicht leichter Abstieg über die Westwand zu dem Hängegletscher, der nicht, wie die Karte angibt, über den Gratrücken streicht. Über Finsteraar- und Unteraargletscher zum Grimselhospiz ( 4 Uhr 30 Min. ). A.J. Nr. 166, pag. 323 ff.
Schweinberg = P. 3550 in der Kette der Dreieckhörner. 19. August. Messrs. J. J. Withers und B. G. Mayor mit Adolf Andenmatten und Andreas Anthamatten verließen das Eggishornhotel um 3 Uhr 50 Min., erreichten den Aletschgletscher auf dem gewöhnlichen Wege, kreuzten ihn zu seinem rechten Ufer an einem Punkt unmittelbar östlich des Olmenhorns ( 6 Uhr 30 Min. ). Dann ein breites Schneecouloir, das vom Olmenhorn herunterkommt, ungefähr 45 Meter empor, dann nordwärts über Gras- und Steinhänge emporsteigend und allmählich um das Bollwerk herum, das in nordöstlicher Richtung herunterkommt. Unter dem Südkamm des Gletschers hindurch, der nördlich vom Olmenhorn liegt, erreichten sie einen Rücken zwischen dem Nord- und Südarm des Gletschers um 7 Uhr 30 Min. Sie verließen diesen Punkt um 8 Uhr, verfolgten den nämlichen Rücken bis zu seinem höchsten Punkt in 20 Minuten und gelangten über Schnee an den Fuß eines großen Couloirs, südlich von P. 3550; die Felsen auf der Nordseite dieses Couloirs wurden ohne Schwierigkeiten erstiegen zu einer Einsenkung im Hauptgrat ( 11 Uhr ). Von hier erstiegen sie den kleinen Gipfel unmittelbar nördlich vom oberen Ausgang des Couloirs, den Mr. Yeld 1899 erreicht hatte ( s. S.A.C. XXXV, pag. 304 f. ), von diesem Gipfel aus folgten sie dem Grat weiter, erst über loses Geröll, dann über gute, aber sehr steile Felsen, gelegentlich nach Westen ausweichend, zu P. 3550 ( 12 Uhr 10 Min. ). Sie verließen diesen um 12 Uhr 45 Min. und kehrten so ziemlich auf der gleichen Route zum Hotel Eggishorn zurück ( 6 Uhr 45 Min ). A.J. Nr. 166, pag. 326 f.
Torder-Tierberg — P. 3107, zwischen Tierberg und Hinter-Zinkenstock. 29. Juni. Dr. B. v. Wyß, A. Weber und P. Montandon erstiegen diesen auf der Karte unbenannten Gipfel von der Zinkenlücke aus, der tiefsten Einsattlung im Grat, der, von P. 3107 herkommend, hier nach Norden umbiegt, und stiegen über den Nordgrat zu einer Scharte südlich von P. 2806 und hier in der Westflanke zu einem kleinen Gletscher, dem Grünbergli, dem Unteraargletscher und Pavillon Dollfus ab. NB. In entgegengesetzter Richtung wurde der nämliche Gipfel am 5. August von Mr. Winthrop Young mit Joseph Lochmatter traversiert. Sie verließen das Grimselhospiz um 4 Uhr morgens und erreichten den kleinen Gletscher, nordöstlich von P. 3107, um 6 Uhr 30 Min. und P. 2806 um 7 Uhr. Der Anstieg über den Nordgrat war schwierig. Die erste Steilstufe wurde nach rechts, die dritte nach links umgangen. Die schwierigen Steilstufen in 2/s der Höhe wurden nach links über Platten umgangen und durch einen 20 m. hohen, nicht leichten Kamin erstiegen, der Gipfel schließlich von der Nordwestseite erreicht ( 9 Uhr ). Den Abstieg nahmen sie über den ganzen Grat bis zum Hinter-ZmTcenstocJc ( 11 Uhr 25 Min. bis 11 Uhr 40 Min. ) und weiter bis nahe dem Desorstock, der aber wahrscheinlich nicht erreicht wurde ( Nebel ). Rückkehr zum Pavillon über den kleinen Gletscher westlich vom Desorstock, den vom Hinter-Zinkenstock sich absenkenden Nordgrat und den schon am Morgen betretenen Gletscher östlich von P. 2806. S.A.C. XL, pag. 90 f.; A. .1. Nr. 16(1, pag. :S2:> f., Nr. K',7, pag. 408 f. A.A.C.Z. 1904, pag. 25.
Nördliches Lauteraar-Bothorn, 3478 m, und Höchstes Kleines Lauteraarhorn, 3742 m. 1. Juli. Dr. B. v. Wyß, A. Weber und P. Montandon. S.A.C. XL, pag. 92 ff. A.A.C.Z. 1904, pag. 26.
Kleines Lanier aarhorn, Südgipfel auf neuem Wege und Mittelgipfel. 24. Juli. Mr. Val. A. Fynn und I)r. E. Wettstein verließen den Strahleggfirn am Fuß des Südgipfels und südsUdwestlich von ihm um 5 Uhr 25 Min. und waren unter dem Bergschrund um 6 Uhr 40 Min. ( Der Gletscher am Fuß des Couloirs scheint nicht viel mit dem Hauptgletscher zu tun zu haben, der an der Sudwestseite des Großen Lauteraarhorns herunterkommt, der Westgrat des Mittelgipfels scheidet die beiden. ) Nach Über schreitung des bösen Bergschrundes am östlichen Ende, wegen Gefahr von Steinen aus dem Couloir, zogen sie sich zu den Felsen links, 150 m. oberhalb des Schrundes, ohne Schwierigkeit bis zu einem Punkt in der Wand, der ungefähr gleich hoch liegt, wie die Spitze des großen Gendarmen im Hauptgrat. ( Bis hierher morsche Felsen, von da an gutes Gestein und interessante Kletterei. ) Von der Schulter im Südsüdwest-grate traversierten sie längs der Westwand und erstiegen in einem guten Kamin mit schwierigem Ausgang eine kleine steile Plattform, die den Gletscher überhing. Von hier zum Südgipfel ( 3 Stunden vom Schrund an ). Sie stiegen leicht zur Lücke zwischen Süd- und Mittelgipfel ab, indem sie sich auf der Ostseite hart an den Hauptkamm hielten; hier blieb Dr. Wettstein zurück, Mr. Fynn erreichte über den Hauptgrat und die Ostflanke den Mittelgipfel ( za. 3700 m ) in guter Kletterei ( 40 Min. vom Südgipfel aus ). Von der Einsattlung zwischen beiden Gipfeln umkletterten sie leicht den Sttdgipfel auf der Ostseite und erreichten ihre Aufstiegsroute wieder bei der Schulter ( 1 Stunde 40 Min. vom Sattel zum Bergschrund ).
Persönliche Mitteilung von Mr. Murphy an Rev. W. A. B. Coolidge.
Blümlisalp-Bothorn, Abstieg über den Südgrat. Juli 1903. Dr. H. Biehly, E. Cardinaux und H. Kempf erstiegen den Gipfel auf dem gewöhnlichen Wege von der untern Öschinenalp aus in 6 Stunden und stiegen unter großen Schwierigkeiten und wiederholtem Abseilen über den sehr zerrissenen Südgrat in 7 Stunden zum Blümlisalpgletscher ab. D. A. Z. III, pag. 831 ff.
Kleines Grünhorn über den Nordwestgrat, vom Joch zwischen dem Fiescherhörnergrat und den Grünhörnern. 28. Juli 1903. Frl. Helene Kuntze. Ö.A.Z. 1904, pag. 227.
Adula-Alpen.
Torrone d' Orza, Abstieg über die Nordwand. 20. Juli. HH L. Lisibach und A. Negretti. S.A.C. XL, pag. 136 ff.
Vogelberg, neuer Abstieg nach Alpe Giumello. 23. Juli. Die nämlichen. S.A.C. XL, pag. 149 ff.
Urner und Unterwaldner Alpen.
Winterstock, Westgipfel ( za. " 3230 m ), über den Nordnordwestgrat. 1. August 1903. Dr. K. Beninger, Dr. Th. Herzog, Dr. G. Finckh und P. B. Roth. Von der Göscheneralp ( ab 5 Uhr ) auf gegebenem Weg zum unteren Ende der gegen die Winterlücke hinaufziehenden Muldenrinne. Diese und der zum Winterstock-Hauptgipfel hinanziehende steile Firnhang ( Nordwand ) wurden an ihrem Fuß gequert und so der Beginn des in steilen Stufen ansteigenden Nordnordwestgrates erreicht. Über dessen leichte Felsen kristallsuchend bis zu einem kleinen Schneesattel' empor ( von dem aus man westlich querend das Untere Gletschjoch erreichen kann ) Von hier westlich neben der Kante durch einen Riß mit eingeklemmtem Block schwierig empor und wieder zur Kante zurück, über deren Felsen direkt die Spitze des Westgipfels erreicht wurde ( 10 Uhr 30 Min. ). A.A.C.Z. 1904, pag. 38.
Wichelplankstoch, südlicher Gipfel. 19. August. Herr Hans Butter mit Jos. Zgraggen jun. erstiegen diesen deutlich abgetrennten Gipfel vom Meiental aus über den scharfen und steilen Südgrat und die Ostwand und nahmen den Abstieg über den mit Tritten und Griffen spärlich versehenen Nordgrat in die Scharte am Fuß des fast gleich hohen Hauptgipfels. Alp. 1904, pag. 160, und persönliche Mitteilung des Herrn Rütter.
Westlicher Blaubergstock ( zirka 2953 m ). Erste Ersteigung und Traversierung. Juni 1903. HH. P. Schucan und H. Hössli von der Alpligenlücke nordöstlich über den schmalen Blockgrat bis zu einer tieferen Scharte, dann rechts in die Südflanke ausweichend und immer dicht südlich unter der Gratschneide haltend zur Kulmination des Grates, der weiterhin verfolgt wurde bis zur Blauberglücke ( vgl. Kartenskizze im Jahrbuch des S.A.C. 1902, pag. 89 ). A.A.C.Z. 1903, pag. 25.
VHinter Feldscìiyn ( zirka 3035 m ). Variante. 2. August 1903. Dr. K. Beninger, Dr. T/(. Her sog, Dr. 2T. Finckh und P. iioi/t. Von der Schulter im Westgrat ( vgl. VII. Jahresbericht des A.A.C.Z., pag. 24 ) traversiert man fast horizontal auf einem schmalen, stellenweise überwölbten Band, das später in eine steile Platte hineinfuhrt, durch die Südwand bis zu dem großen Eiß, der den Gipfelkopf durchspaltet. Am Grunde der Kluft kriecht man fast auf die Nordseite des Gipfelkopfes durch, um von da durch dieselbe bis an ihren obera Abschluß emporzustemmen. An der Decke der Felsspalte stemmt man sich wieder nach der Südseite des Gipfelkopfes zurück und schwingt sich sehr exponiert aus der Spalte in die Wand hinaus, um dann, die linke Hand in den horizontalen Riß unter der Decke eingeklemmt, mittelst Freiaufstemmen in das bekannte Fenster zwischen den Gipfelblöcken einzusteigen. Durch das Fenster auf die Nordseite und zum Gipfel. Abstieg durch den Kamin auf die Platte. A.A.C.Z. 1903, pag. 26.
Wirderberg. Abstieg durch die Nordostwand. 7. Juni 1903. Herren //. Hössli und Schucan. Voralphütte ab 5 Uhr 30 Min. Winterberg an 9 Uhr 30 Min.; ab 10 Uhr. Vom Gipfel in gerader Richtung zirka 100 m. hinunter; dann rechts über Platten hinaustraversiert zu einem markanten Grätchen. Dieses bis 50 m. vor den Absturz verfolgt, hierauf schräg links abwärts in eine Firnkehle, welche bis zum Bergschrund verfolgt werden konnte. Bergschrund an 6 Uhr abends. Dörfli ( Meiental ) 8 Uhr 45 Min. A.A.C.Z. 1903, pag. 26.
Wasenlwrn. Erste Ersteigung und Traversierung. 1. Juni 1903. Herren O. Fischer, Fr. Weber mit Träger J. Indergand. Von Meiendörfli auf der Sustenstraße bis vor den Sustlibach; über Peschenalp zur Sustlialp, dann links empor auf den nördlichen Teil des Sustlifirns. Dem untern Teil des Südostgrates vom Wasenhorn entlang, dann nordwärts über gute Felsen auf den Grat, dessen Höhe da erreicht wurde, wo auf zirka 20 m. Länge der schmale Felsgrat horizontal verläuft ( ziemlich genau in der Mitte der ganzen Länge des Südostgrates, auf der Karte beim ersten n ). Über den noch stark verschneiten und vergwächteten Grat mühsam, aber ohne bedeutende Schwierigkeiten zum Ostgipfel ( zirka 2923 m ). Der hier Ost-West gerichtete Grat biegt in seinem weitern Verlauf nach Norden um. Kurz vor dieser Umbiegung zweigt ( etwa 30 m. westlich vom Ostgipfel ) fast rechtwinklig als Verbindung mit dem Hauptgipfel ein schmales Grätchen ab und bildet die Scharte, aus der ein steiles Schneecouloir auf den breiten Firnhang zwischen Südost- und Südgrat hinabführt. Nach Überschreitung des schmalen Verbindungsgrätchens wurde nach links hin der senkrecht abfallende Ostfuß des Gipfelturms erreicht, längs welchem ein steiler Schneehang zu einer Schulter östlich unter dem Gipfel emporzieht. Etwa 2 m. unterhalb dieser Schulter führt ein enger Riß auf eine kleine abschüssige Terrasse empor, von der aus der Gipfel unschwer erklettert werden kann. Abstieg auf der Südwestseite des Turmes durch Abseilen über die steilen Platten. Der Südwest- gipfel wurde zuerst auf seiner Südseite zum Südwestgrat hinunter umgangen, dann über dessen Kante erklettert. Abstieg über den Südwestgrat zur Gratlücke 2795 und über den Sustlifirn abfahrend zur Sustlialp und nach Meiendörfli. A.A.C.Z. 1903, pag. 26 ff.
Wasenhorn, Nordgipfel. 27. Juli. HH. C. Bäschlin und J. und W. Baumgartner. Alp. 1904, pag. 158.
Schloßberg von der Schloßberglücke aus. 18. August. Herr Hans Butter mit Jos. Zgraggen jun. Alp. 1904, pag. 168.
Uri-Rotstoch. Erste Begehung des Nordgrates. 20. Juni 1904. Dr. Th. Herzog. Von der Musenalp im Kleintal zum Kleintalfirn und über den Kesselfirn bis knapp unter die Lücke zwischen Schlieren und Urirotstock ( Schlierenlücke ). Von Osten durch eine steile Rinne auf den Grat oberhalb des Abbruchs in die Schlierenlücke. Weiter über den Grat bis zu dem ersten Aufschwung ( Malm ). Die zwei ersten quer über dem Grat verlaufenden Felscoulissen östlich umgangen, dann steil durch eine seichte Rinne auf die Höhe der Steilstufe ( zuletzt auf dem Grat ) empor. Weiter auf Schutt zum zweiten Steilabsatz ( Dogger ), der, größtenteils östlich neben der Kante am Rand eines Schneecouloirs aufsteigend, zum Schluß über die Gratfelsen selbst erstiegen wurde.Vom Kesselfirn zum Gipfel 1 Stunde. A.A.C.Z. 1904, pag. 27.
Eggstock, neuer Anstieg von Osten. 20. Juli 1904. Dr. B. Helbling ( mit Peter Mattli ). Vom Kehlengletscher in ziemlich schwieriger Kletterei auf den Nordwestgrat des Eggstocks, der etwas südlich vom Eggjoch ( C. Seelig, 15. VII. 1888 ) erreicht wurde. Über den Nordwestgrat zum Gipfel. Abstieg zum Rhonefirn. A.A.C.Z. 1904, pag. 27.
( Jlarner Alpen.
Scheienberg. 6. Juni. HH. Gebhard Guyer und Dr. Theodor Herzog. A.A.C.Z. 1904, pag. 33.
Älplertorstock: P. 2613 neben der Schächentaler Windgälle. B. Juli. Die nämlichen. Nähere Angaben siehe A.A.C.Z. 1904, pag. 32.
Bienzenstocli über den Nordgrat. 16. Oktober. Dr. Theodor Herzog, P. Schucan und H. Pfister. Beschreibung siehe A.A.C.Z. 1904, pag. 27 f.
Pfaffenturm, zirka 2400 m, und Pfaffenstock, westliche Spitze, zirka 2450 m. 23. Oktober. Dr. Theodor Herzog und Dr. Fr. Weber. Nähere Angaben siehe A.A.C.Z. 1904, pag. 32.
Düssistocli, Abstieg über die Nordwand. B. August. Dr. Wilhelm Dörpinghaus, Wilhelm Kissenbert und Dr. Kirschner. Der Westgrat wurde zunächst etwa 10 m. weit verfolgt, dann stiegen sie in die Nordwand ein, die in furchtbarer Steilheit zum Hüfigletscher abbricht. Über ein System von Bändern ging 's nun hinab, bis ein senkrecht abfallender Wand-absturz jedes weitere Vordringen zu hemmen schien. Den Schlüssel für den weiteren Abstieg bildete schließlich ein westlich an der brüchigen Wand hinziehendes schmales Band, welches um eine Felsrippe herum sehr exponiert zu einem enorm brüchigen Kamin hinführte. In diesem unter ständiger Steingefahr hinab auf leichtere Felsen, über welche sie den Hüfigletscher an der am weitesten in die Felsen hinaufragenden Stelle betraten. A.A.V.M.. 1904, pag. 44.
Bocktschingel über den Nordostgrat. 1. Mai. Dr. Karl Frey und Dr. B. Helbling. Vom Sattel zwischen Teufelsstock und Bocktschingel, sogen. Teufelspaß, den sie vom Claridengletscher aus erreicht hatten. Persönliche Mitteilung von Dr. Egger nach Angaben von Di-. Frey.
BocMschingel über die Nord wand. 10. Juli. A. Saxer und E. Schaufelberger. Alp. 1904, pag. 147.
Sogenannter Teufelspaß x ), Übergang vom Urnerboden zum Claridenpaß. 9. Juli. HH. H. Escher, C. Egger und P. Bits. Alp. 1904, pag. 147, und persönliche Mitteilung des Herrn C. Egger.
Hinteres Zwölfihorn ( zirka 2740 m ). 7. August. Dr. Karl Frey mit Mathias Zentner und Jakob Kubli. Alp. 1904, pag. 147.
.'Mittelstock. 31. Mai 1903. HH. V. de Beauclair, H. SandkuM und Stephan. Von der Alp Tießenbruimcn oberhalb Amsteg ab ( i1/^ Uhr morgens. Am Anfang des Südgrates des Mittelstocks an 9 Uhr 30 Min. Überkletterung aller Gendarmen des Südgrates bis zum großen Gipfelturm, an 11 Uhr. Bis dahin ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Um die großen Abstürze des Gipfelturms zu umgehen, wurde ein Couloir westlich der Gratkante — sehr schwer — begangen, das wieder zum Grat führt. Von da leicht und rasch zum Gipfel, an 3 Va Uhr. Der Abstieg wurde auf bedeutend einfacherem Weg bewerkstelligt. Vom Gipfel zur Scharte zwischen 2585 und 2508 und von dort direkt die leichte Wand meistens auf dem Schnee abfahrend, hinab zum Niedersee und auf in die Kante eingezeichnetem Weg durch das Leutschachtal nach Amsteg. A.A.C.Z. 1903, pag. 27.
Bristenstock. Abstieg über die Ostflanke. 23. August 1903. Herren Fr. Weber und H. Sandlmhl. Vom Kleinen Bristen ( Vereinigungspunkt von Nordost- und Nordwestgrat ) erst etwas über den Nordostgrat absteigend, dann rechts abbiegend auf die breite Schuttterrasse, die auf der Karte nördlich vom Hangfirn zwischen zwei Felsrippen eingezeichnet ist. Vom obern ( nördlichen ) Ende der großen Schuttterrasse wurde über felsdurchsetzten steilen Rasen und Felsstufen in Südost-Richtung abgestiegen ( nicht immer leicht ) zur nördlichen von zwei Bachrinnen, diese dicht über einem hohen Absturz überschritten, dann in der gleichenAnmerkung: Herr Egger schreibt mir, der Name Teufelspaß ist eine Erfindung Dr. Naïfs; ich bin prinzipiell solchen Xeubenennungen abgeneigt; unser Anstieg auf den Bocktschingel vom Grat zwischen diesem und Großem Teufelsstock war nicht neu, und ich hätte das kleine Stückchen, weil zu unbedeutend, nicht angemeldet, da ich nur auf den neuen Übergang vom Urnerboden auf den Claridengletscher Wert lege.
Richtung weiter absteigend eine kleinere, sich nach Südosten hinabziehende Schuttterrasse erreicht, deren oberste Ecke vom südlichen der beiden Rinnsale gekreuzt wird. Wenig östlich unter dieser obersten Ecke gelangt man unschwierig, wenn auch etwas naß, über die steile Wand in den untern Teil eines großen Grabens. Abfahrt über Lawinen-schnee.Vom Ende der nördlichen Felsrippe nordöstlich über stark coupiertes Weideterrain zur Klüsterstockalp, von wo Abstieg über Läucherstockalp in den vordem Etzliboden. A.A.C.Z. 1903, pag. 27 ff.
Mutsch ( 2750 und 2792 m ). Über die Südwand und Traversierung. 11. Oktober 1903. HH. P. Schucan und Fr. Weber. Von Bristen ( ab 6 Uhr 15 Min ) durchs Etzlital zur Müllersmatt ( 9 Uhr 25 Min bis 10 Uhr 35 Min. ) und in südwestlicher Richtung zum Fuß des großen Schuttcouloirs, das nördlich von P. 2750 in Nordostrichtung herunterführt und den Kleinen Mutsch abschneidet. In tiefem, pulvrigem Neuschnee durchs Couloir hinauf auf den Grat ( zirka 2560 m; 1 Uhr bis 1 Uhr 15 Min.über diesen leicht zu P. 2750 ( 2 Uhr bis 2 Uhr 15 Min. ), dann steil hinab in die Scharte zwischen beiden Gipfeln und aus dieser zum Gipfel ( 2 Uhr 45 Min. bis 4 Uhr 15 Min. ), der keine Anzeichen einer Besteigung aufwies. Abstieg über die Südwand über Felsstufen und steile verschneite Rasenplanken in Südostrichtung auf die breite Talterrasse, in östlicher Richtung über die Steilwand hinunter durch eine schneeerfüllte Bachrinne in die Val Milar und über Ruèras nach Sedrun ( an 7 Uhr 20 Min. ). A.A.C.Z. 1903, pag. 28.
„ Strimspüzen " ( 2654, 2775, 2810, 2835, zirka 2865 m ). Erste Besteigung und Traversierung. 12. Oktober 1903. HH. P. Schucan und Fr. Weber. Von Sedrun ( ab 7 Uhr ) über Cungieri und den Grat zwischen Druntobel und Val Bugnei auf den breiten Weiderücken Culm da Vi. Nach Überschreitung von P. 2438 wurde über steile, felsdurchsetzte Grasplanken der südlichste Gipfel ( P. 2654 ) erreicht ( 11 Uhr 30 Min. bis 12 Uhr 40 Min ). Aus der folgenden ersten Scharte wurde zunächst ein größerer Gratzacken überstiegen, darauf erst etwas westlich von der jäh aufsteigenden Gratscheide, dann über diese selbst der zweite Gipfel gewonnen ( 12 Uhr 55 Min. bis 1 Uhr ). Weiterhin konnte überall die Gratscheide benutzt werden, nur bisweilen wurde dicht unter derselben in die Westflanke ausgewichen; das Gestein ( Granit ) ist auf dem Grat meist ziemlich solid, in den Wänden aber faul und locker. Von den beiden Gipfelblöcken des P. 2810 wurde der südliche auf der Westseite umgangen, der nördliche, eine große, schiefe Platte, erstiegen ( 2 Uhr ). Aus der nun folgenden Scharte türmt sich P. 2835 aus gewaltigen Blöcken auf und gibt tüchtige Kletterarbeit; ein senkrechter, glatter Turm dicht unterm Gipfel wird entweder nach rechts mittelst eines engen Stemmkamins umgangen, oder auf der Westseite, indem man sich kriechend durch ein enges, horizontales Schlupfloch zwischen zwei großen, liegenden Platten zwängt. Von P. 2835 ( 2 Uhr 35 Min. bis 2 Uhr 45 Min ) steiler Abstieg über die Nordwestflanke, dann nach rechts wieder auf den Grat und über diesen zur Kulmination dieses Kammes, einem flachen, breiten Blockgipfel, zirka 2865 m. ( auf der Karte nicht quotiert, nur angedeutet, zirka 200 m. südwestlich von der Lücke 2839 gelegen ). Von diesem nördlichsten Gipfel ( 3 Uhr 05 Min. ) an beständig in Nebel und zeitweise im Schneegestöber über den Grat zum Piz Giendusas ( 3 Uhr 40 Min. bis 4 Uhr ) und über den zerhackten Felsgrat hinüber zum Piz Ault ( wahrscheinlich erster Gratübergangauf diesen durch ein steiles Couloir in der Südwand, das wenige Meter unter dem Gipfel zum Ostgrat führt. Vom Piz Ault ( 6 Uhr ) über Brunnigletscher und durchs Brunnital zum Hotel S.A.C. ( an 1 Uhr 15 Min. nachts ). A.A.C.Z. 1903, pag. 29.
Hutstöcldi ( 2699 m ), 5. September 1903. Fr. Weber mit Führer J. Zgraggen, Sohn. Von Alp Gnof ( Heulager ) über den Schwarzifad zum Älpli und über die glatten Platten unterm Kalkschyen zum Bocktschingelfirn. Über den zerschrundeten Firn auf der Ostseite des Hutstöckli empor zu dessen Nordfuß, der durch ein schmales Eisgrätchen mit dem Firn verbunden ist. Nach Überwindung der wenige Meter hohen untersten Wandstufe traversiert man in etwas exponierter Kletterei nach rechts empor und gewinnt einen Felsrücken, über dessen horizontal geschichtete Kalkplatten man ohne Schwierigkeiten ostwärts ansteigt, um dann über ein kurzes Grätchen an dessen Südende den höchsten Punkt zu erreichen. Die Höhendifferenz zwischen Nordfuß und Gipfel beträgt etwa 50 m. und erfordert zirka 20 Minuten. A.A.C.Z. 1903, pag. 29 ff.
Klein Buchen über den Ostgrat. 5. September 1903. Fr. Weber, mit Führer J. Zgraggen, Sohn. Vom Nordfuß des Hutstöckli in westlicher Richtung über den Bocktschingelfirn, dann nördlich über geneigte Platten auf den Grat dicht westlich von P. 2745. In hübscher, unschwieriger Gratwanderung auf den Gipfel. A.A.C.Z. 1903, pag. 30, Saüelhörner ( 2882, 2821, 2590 m. ) I. Besteigung und Traversierung. 5. September 1903. Herr Fr. Weber, mit Führer J. Zgraggen, Sohn. Von Klein Rüchen über den Westgrat absteigend in die Lücke zwischen Klein Rüchen und östlichstem Sattelhorn und leicht über den Grat auf das letztere ( von Jägern bestiegen ). Über den ganzen Grat der Sattel-hörner in hübscher Kletterei ohne erhebliche Schwierigkeiten bis zum Endpunkt 2590. Dann südwärts im Zickzack über einen steilen Plattenhang von 80 m. Höhe absteigend, zuletzt nach links gegen eine Rinne haltend und durch diese hinunter in die Ruchkehle zur Brunnialp.
Groß Buchen über die Nordwand. 6. September 1903. Herren O. Fischer, P. Schucan, Fr. Weber.
Von der Brunnialp ( Heulager: ab 4 Uhr 30 Min. ) erst in südlicher, dann südöstlicher Richtung zwischen zwei Bächen empor und über Schutt und einen schmalen Firnstreifen zum Fuß der Wand ( 6 Uhr 15 Min. bis 6 Uhr 30 Min ). Auf einem Schutt- und Grasband ostwärts zur Höhe eines Felsvorsprungs ( 6 Uhr 45 Min. ). Von dessen Kante direkt südlich in unschwieriger Kletterei steil empor zum Schneefleck auf der ersten Schuttterrasse ( zirka 2100 m; 7 Uhr 15 Min. ); von deren Südwestecke nach rechts hin ansteigend wird über Wandstufen ( ausgewaschene Felsen ) und schmale Bänder der Schneefleck auf der zweiten Schuttterrasse ( 2300 m; 8 Uhr ) erreicht; von hier führt unter einer hohen senkrechten Wandstufe entlang ein Fels- und Schuttband mit schwacher Steigung nach rechts hinauf bis zu einer Wasserrinne, von der es in einer luftigen Felskanzel endet ( 2340 m; 8 Uhr 15 Min. bis 9 Uhr ). Diese bildet den westlichen Punkt der Anstiegsroute, der hier fast rechtwinklig nach Südost umbiegt. Von der Felskanzel wird in geringer Entfernung östlich von der Wasserrinne möglichst direkt in der Richtung gegen den Gipfelkopf angestiegen zu einem großen Schneefleck ( 9 Uhr 45 Min. bis 10 Uhr ); längs seinem östlichen Rande empor, dann nach links hin ( direkt Ostrichtung ) über Schuttbänder und Felsstufen zu einer Gratrippe und über diese ( wieder südöstlich ) gerade aufwärts, im obern Teil über einige schwierige Absätze. An ihrem obern Ende ( 2880 m; 12 Uhr 15 Min. bis 12 Uhr 45 Min. ) wird ein unter 50° geneigter Eishang stufenhackend nach links traversiert zum westlichen Fuß einer mächtigen Felsbastion, die mit dem Gipfelkopf durch einen steilen Firnrücken verbunden ist. Durch die nördlichste der Rinnen, die vom Eishang durch die obersten Wandfelsen zu jenem Firnrücken emporführen, erreicht man die Höhe der Ruchenwand wenige Meter südlich von dem am weitesten in die Wand hinausragenden Felskopf ( 2980 m, 200 m nördlich vom Gipfel; 1 Uhr 30 Min. bis 2 Uhr ). Über den Firnrücken in südlicher Richtung zum obersten Gipfelbau und über leichte Felsen zum Gipfel ( an 2 Uhr 45 Min. ). Abstieg nach Alp Gnof. A.A.C.Z. 1903, pag. 30 ff.
WeißstöchU(2409 m ). Erste Ersteigung und Traversierung. 9. Mai 1903. HH. O. Fischer, Fr. Weber und W. Noack. Von Unterschächen zur Brunnialp und in südlicher Richtung zur Felswand unterm „ Firnenband ". Etwa 200 m. westnordwestlich vom Firnabbruch führt ein von weitem erkennbares Band schief nach rechts über die Wand hinauf aufs Firnenband. Anstieg gegen den Jägerpaß ( Lücke 2327 ); etwa 300 m. östlich von diesem nach Norden abbiegend zum Fuß des Weißstöckli, der etwa beim „ W dieses Namens erreicht wird. Über steile Rasenbänder und Kalkplatten in Nordostrichtung hinauf auf den fast horizontalen Gratrücken. An seinem westlichen Ende liegt auf einem sehr schmalen, zu beiden Seiten in glatten Platten jäh abstürzenden Klettergrätchen die Kulmination, auf der keinerlei Anzeichen von einer frühern Besteigung zu erkennen waren. Vom horizontalen Gratrücken Abstieg nach Norden um zirka 30 m. und Traverse auf steilem Schneehang unter der Wand des Gipfelkopfes nach Westen in den Sattel zwischei; Weißstöckli und Schwarzstöckli und unter dessen Südostwand durch zum Jägerpaß, wo noch der Zahn mit dem Felsenfenster erklettert wurde. Abstieg über Seewli-See zum Höfli und durchs Evitai nach Erstfeld. A.A.C.Z. 1903, pag. 32.
Mürtschen-Buchcn über den Ostgrat. 3. Sept. 1903. HH. Dr. B. Helbling und P. Schucan verließen Mürtschenalp ( Oberstafel ) G Uhr, stiegen zunächst in nördlicher Richtung bis über das erste ausgeprägte Felsband, wandten sich dann rechts und gingen auf der Terrasse der Südwand des Rüchen entlang. Am östlichen Ende der Terrasse, wo sie sich zu einem schmalen, abschüssigen Band verengt, schräg links hinauf und über die folgende Rippe in eine steile Rasenkehle, durch welche der Ostgrat unmittelbar über seinem jähen Absturz gegen Robmen erreicht wurde ( 8 Uhr bis 8 Uhr 45 Min. ). Über den schwach ansteigenden Grat ohne Schwierigkeit bis zum plötzlichen steilen Abbruch in die etwa 25 m. tiefe, markante, anscheinend unüberschreitbare Scharte ( „ Ruchen-scharte " ). Die ersten zwei Drittel des Abbruches konnten sie erst auf der Süd-, dann auf der Nordseite hart unter der Gratschneide, frei hinunterklettern; die untersten zirka 8 m. erforderten Abseilen. Ein Seilstück wurde hier hängen gelassen. Im Grund der Scharte um 11 Uhr. Aus ihr schräg links aufwärts kletternd, erreichten sie wieder die Höhe des Grates, der nun mit Ausnahme einer überhängenden Stelle, die sie auf der Südseite umgingen, nicht mehr verlassen wurde. Gipfel an um 12 Uhr 20 Min. Abstieg zur Spannegg. A.A.C.Z. 1903, pag. 32 f. Kleines Panärahorn ( 3061 m ). Variante von Osten, 6. Sept. 1903. HH. Dr. R. Helbling, Dr. F. Grob, J. Giacometti und Förster von Sali » stiegen zur Lücke westlich der höchsten Orgel empor, durch ein stein-gefährliches Couloir, oben dessen östlichen Arm benutzend. Von der Lücke aus umgingen sie einen großen Gratturm auf der Nordseite, erklommen durch einen steilen Kamin wieder die Grathöhe, folgten dieser bis an den Gratabbruch, traversîerten am Fuß desselben in die Nordwand, worauf sie der Eckkante entlang die Schneide des Hauptkammes erreichten und diese bis über P. 2973 hinaus verfolgten ( von hier an ist die Route neu ). Dann traversierten sie auf der Südseite über plattige Felsen bis in den obersten Teil des großen Couloirs, welches in der Südwand östlich von P. 3061 den Grat erreicht. A.A.C.Z. 1903,. pag. 33.
Thnralpen.
VI. Kreuzberg. Erste Besteigung. 18. Sept. HH. Richard Güttier, Bernhard Schuh und Hans Blüttner. Persönliche Mitteilung von Herrn C. Egloff. NB. Die zweite Besteigung machten am ( ;. November die HH. Victor Sohm, Paul Rudolf und Hugo Rhomberg. Folgendes sind die Einzelheiten: Aus der höchsten Scharte zwischen V. und VI. Kreuzberg, in welche der Ostgrat des letzteren mit einem 25 m. hohen, senkrechten, teils überhängenden Turme abbricht, auf der Nordostseite des Turmes, einem 17 m. hohen, plattigen Risse entlang, der in seinem oberen Teile außergewöhnlich schwer und exponiert ist, in eine kleine Scharte, dann links um die Turmspitze herum und ohne weitere Schwierigkeiten zur Spitze des VI. Kreuzberges. Im Abstiege seilten sie sich von der Scharte etwa 8 m. ab. A.A.V.M.. 1904, pag. 56.
Über andere neue Touren in den Kreuzbergen 1904 schreibt Herr C. Egloff wie folgt: „ Herr Sohm hat auch mit Ingenieur Pichl einen direkten Abstieg vom VII. Kreuzberg zur Scharte zwischen VI. und VII. forciert, der auch nicht leicht sei, wie er behauptet. Sie hätten sich wenigstens an zwei Stellen abseilen müssen. Ebenfalls neu ist unser zuerst von Herrn Architekt Seiler ausgeführte direkte Gratübergang vom II. zum III. Kreuzberg, aber auch nicht leicht. "
Err- und Albnlagruppe.
Crestone Pinerocolo über die Südwand und Traversierung bis zur Punta Carducci. 14. August. Se Davide Pessima mit Batt. Scaramellini fu Lorenzo verließen Madesimo um 6 Uhr 30 Min. auf dem Wege zum Passo Emet, ließen den Lago Ghiacciato zur Linken und machten einen kurzen Halt am Fuß der Vedretta Pinerocolo, auf dem gegen die Valle Emet schauenden Südabbang bei Quote 2600. Darauf erstiegen sie den Gletscher und griffen die Südwand des Crestone Pinerocolo an, indem sie sich der Steingefahr wegen an die sehr steilen Felsen zwischen den beiden Couloirs hielten. Um 11 Uhr 45 Min. kamen sie auf einen kleinen Sattel des Westgrates ( 3020 m Aner. ). Von hier über die sehr brüchige Felskante auf den 1. Gipfel ( 3055 m Aner. ) ( 12 Uhr ). Von hier verfolgten sie den Gipfelgrat nach Osten über die Punkte 3010 m., 3055 m., Punta Scaramellini genannt zu Ehren eines Pioniers dieser Gegend, 3030 m., 3020 m., 3040 m., Punta Carducci. Diesen Gipfel erreichten sie um 2 Uhr 15 Min. und begannen sogleich den mühsamen Abstieg nach der östlichen Bocchetta, wo sie um 3 Uhr anlangten. Über den Ghiacciaio Suretta kehrten sie zum Endgrat des Pinerocolo gegen Westen zurück und kamen um 4 Uhr 20 Min. über die hintere Bocchetta alla Spadolazzo und die Vedretta Suretta oberhalb des Lago Ghiacciato an. Von hier über den Passo Emet nach Madesimo zurück. R.M. 1904, pag. 419 ff.
Pis Lagrev von der Fuorcla Gravasalvas aus. 17. Sept. Fräulein L. Grysperger mit Chr. Zuan. Alp. 1904, pag. 176.
Tinzenhorn, Variante über die Ostwand. 14. August. HH. Victor Sohm, Karl Hubert und Hugo Rhomberg verfolgten an der Stelle, wo der gewöhnliche Weg vom Beginne eines noch etwa 15-20 m. nach Süden weiterziehenden schmalen Schuttbandes direkt über steilen Fels auf einen Wandvorsprung hinaus und von diesem nach rechts ( nordwestlich ) in die Wand leitet, in welcher der weitere Anstieg bis zum Gipfelgrat vor sich geht, das erwähnte Schuttband bis zu seinem Ende, wo es in ein schmales, sehr ausgesetztes Gesimse übergeht, und kletterten über letzteres um die Ecke. Hier geht es einige Meter weit rechts aufwärts ganz leicht. Dann querten sie nach links zu einer plattigen Wandstufe, die von zwei Rissen durchzogen ist. Hat man den oberen passiert und die oben befindliche kleine Terrasse erreicht, so muß man schräg links ( südlich ) wieder etwa 8 m. absteigen, wo ein guter Stand ist. Von diesem gelangt man über ein sehr schmales, horizontales Felsband zu einer wagrechten Felsleiste. Man läßt sich auf das rechte Knie nieder, faßt die gutgriffige sichere Leiste und hangelt an ihr frei hinüber. Man steht nun auf einem breiten Geröllband in ziemlicher Nähe der großen Rinne, welche die Ostwand durchzieht. Auf breiten Bändern und Gesimsen allmählich ansteigend, querten sie die Rinne und kletterten zuletzt über brüchiges Geschröfe in die Scharte auf der Westseite des großen Gratturmes südöstlich des Südgipfels, worauf sie leicht letzteren und über dessen Grat den Hauptgipfel gewannen. A.A.V.M.. 1904, pag. 54.
Jupperhorn-Mazzerspitse, Gratttbergang. 10. Oktober 1903. Dr. B.Helb-ling allein. Vom Gipfeides Jupperhorns zunächst genau dem Kamin entlang, dann wenig unter dem Grat in der Südwand einige Zacken umgehend, hierauf abermals auf den Grat und direkt über einen Abbruch hinunter in die tiefste Lücke des Kammes, nun leicht über den Westgrat auf die Mazzerspitze.
Piz Salteras-Piz Val Lung. Erster Gratübergang. t>. Oktober 1903. Der nämliche.Vom Piz Saiteras leicht hinunter in die Kammlücke zwischen beiden Gipfeln, dann auf dem Südgrat des Val Lung weiter bis an einen Absturz, diesen umgangen auf exponiertem Band in der Westflanke. Nun über sehr brüchiges Gestein etwa 20 m. hinunter in eine kleine Lücke.Von da an leichter bis zum Gipfel.
Piz da Cucarnegl. Erste Ersteigung und erster Gratübergang zum Piz délias Calderas. 8. Oktober 1903. Der nämliche.Von der Alp da Flex an den Südwestfirn des Piz da Cucarnegl. Zu der Wand zunächst direkt hinauf, dann allmählich nach Ost über Felsrippen und Couloirs traversierend, bis fast direkt unter den Gipfel. Kletterei exponiert, sehr gutes Gestein. Etwas westlich vom Gipfel auf den Kamm, über diesen längere Zeit direkt auf dessen Schneide, dann einige Türme nördlich umgangen, hierauf ausbiegend in die Südwand, immer möglichst nahe am Kamme.Von der tiefsten Lücke in einem steilen Kamin etwas südlich des Kammes wieder hinauf, auf den Westgrat des Piz délias Calderas. Über Geröll leicht zu dessen Gipfel. A.A.C.Z. 1904, pag. 34 f.
Pis Julier, neue Route ( Nordkante ). 10. September 1903. H. Hößli, Dr. A. Hößli und Führer Gh. Klucker. Durch Val Suvretta bis zum obern Gletscher {2>l/-i Stunden von St. Moritz ) übereinstimmend mit der Route der „ Nordwand ". Vom Gletscher direkt auf die Nordkante des Piz Julier zuhaltend und über diese in schöner, oben ziemlich steiler Kletterei ( l1/« Stunden ) auf den Huberschen Nordwestgrat, eine halbe Stunde unter dem Gipfel. A.A.C.Z. 1903, pag. 35 f.
Berninagruppe.
Badüetto oder Punta Sont'Anna über den Mittelgrat der Nordwand. 22. Juni. Herr H. A. Tanner mit Chr. Klucker. Alp. 1904, pag. 125.
Piz Badile. Ostgipfel, 3307 m, auf neuem Wege mit Abstieg auf dein gewöhnlichen Wege.? August. Se Alfredo lïedaelli. R.M. 1905, pag. 52.
Monte Bellavista, Abstieg über die Südwand. 28. August 1903. S'Alfr .Corti, Mario Bezzi und Dom. Sangiorgi verließen um 4 Uhr 30 Min. morgens das Rifugio Mannelli, überschritten die Gandegg zwischen Ghiacciaio di Gaspoggio und dem obern Ghiacciaio di Fellaria und betraten den letztern. Durch seine Séracs sich hindurchwindend, kamen sie um 7 Uhr auf dem Sattel zwischen den Sassi Rossi und dem Piz Zupo an. Von dort umgingen sie längs den Falten des Zupo den Gletscherzirkus, überschritten den Bergschrund und erreichten über eine Felsrippe oder an deren Südwand den Sattel zwischen Zupo und Bellavista und erreichten in 11Jî Stunden von dort über den Westgrat um 11 Uhr den Gipfel. Den Abstieg nahmen sie kurz nach Mittag auf kurze Zeit dem Grate folgend, dann direkt die Südwand hinunter, übersprangen den Bergschrund und gelangten so in 21/ » Stunden vom Gipfel auf den Gletscher und erreichten unter den Séracs des Zupo und Argient hindurch die ebene Fläche des Fellariagletschers und von hier das Rifugio Mannelli. R.M. 1904, pag. 206 ff.
Piz Tschierva über die Südwestwand. 12. August 1903. M. Auguste Beynier mit Chr. Klucker verließen Pontresina und gingen zuerst zur Tschiervahütte, verfolgten von da während ungefähr einer Stunde die Route zum Piz Morteratsch, bogen dann links, westlich, ab und gewannen die Basis eines sekundären Grates roter Felsen; diesem folgten sie fast bis an sein Ende, verließen ihn aber, weil er etwas östlich vom höchsten Punkte endigt, und traversierten diagonal die Gipfelwand zum höchsten Punkte ( 3 Stunden von der Tschiervahütte, l1/^ Stunde vom Fuß des roten Grates ). Bull. 1903, pag. 277 f.
Piz Zupo, Aufstieg über den Südostgrat. 6. September 1903. Herr H. Hössli mit Führer Chr. Klucker. Von der Bovalhütte ( ab 3 Uhr ) auf dem Palüweg bis zur Fuorcla Bellavista, dann über den Fellariagletscher direkt zum Südostgrat, der das obere Gletscherplateau vom untern trennt. Der Grat wurde etwa 200 m. vor seinem Abbrechen in den Gletscher über ein Eiswändchen erreicht ( 7 Uhr 30 Min. ) und bis zum Gipfel verfolgt ( 9 Uhr ). A.A.C.Z. 1903, pag. 35.
Silvrettagrnppe.
Vorder - Platienhorn ( 3221 m ), von Norden ( aus dem Vernelatal ). 19. Juli 1903. HH. H. Hössli, P. Schucan und H. Escher. Von der Vereinahütte dem Alpweg nach bis zirka 500 m. hinter dem Hüttchen von Mittel-Vernela; dort über den Bach, nun in südwestlicher Richtung bis zum westlichen Ende eines ausgeprägten Felsrandes ( Quote zirka 2400 ). Hierauf im rechten Winkel nach links abgeschwenkt auf eine scharfe Lücke in dem östlichsten Grate, der sich von P. 3032 ins Vernelatal hinab senkt; da der obere, rückenartig verflachte Teil desselben den Eisstürzen des kleinen Gletscherchens nordwestlich des Vorder -Plattenhorns ausgesetzt ist, fanden sie einen Ausweg etwas weiter westlich über einen kleinen Felsabsatz und die oberste kleine Schuttterrasse in ein enges Couloir, das weiter zum Aufstieg benutzt wurde. Abwechselnd Eis und plattiger Fels. Nach zirka 200 m. Steigung läuft das Couloir in der Wand aus; nun direkt über die steilen, aber vorzüglich gestuften Felsen zum P. 3032. Über das Nordwestgletscherchen und das folgende kurze Gratstück zum Gipfel. Zeitbedarf: Vereinahütte-Vorder-Plattenhorn 51/2 Stunden exkl. Rasten. Vom Vorder-Plattenhorn bewerkstelligten sie den Übergang zum Mittel-Plattenhorn, der bisher nur in umgekehrter Richtung gemacht worden war. Abstieg via Miesböden ins Süsertal. A.A.C.Z. 1903, pag. 33 f.
Hinteres Plattenhorn. 24. Juni. Dr. Th. Herzog und P. Sclmcan. Aufstieg über die Nordwestwand, Abstieg über den Nordostgrat. Nähere Angaben siehe A.A.C.Z. 1904, pag. 36 f.
Fenvallgrnppe.
Mittlere'Fasulspitze ( zirka 2832 m ). 3. Oktober. HH. Viktor Sohm, Karl Huber und Hugo Rhomberg. Von der Konstanzer Hütte das Fasultal einwärts bis zum Talligerbach, dann zum Wannejöehl ( 3 Stunden ). Sie überschritten zunächst die nördliche Fasulspitze ( zirka 2830 m ) von Norden nach Süden und querten hierauf zur Scharte zwischen der mittleren und höchsten Nadel. Aus der Scharte über die fast senkrechte, aber gut erkletterbare, zirka 20 m. hohe Wand, einem tiefen, engen Risse entlang nach rechts in die schmale Gipfelscharte und zwischen deren glatten Wänden stemmend auf die ebene Schulter ( 4 m. ). Nun über die freie, nahezu senkrechte Schlußwand ( 8 m .) sehr schwierig und ausgesetzt zur Spitze. Abstieg auf gleichem Wege mittels Abseilen bis in die Scharte. A.A.V.M.. 1903, pag. 54 f.
Rhätikon.
Drusenfluli, neuer Abstieg nach Norden. 7. August. HH. Hermann Oswalt und H. Hœscli. Nachdem sie infolge Nebel und Gewitters die Imhofroute verfehlt hatten, vom Gipfel in der Südwestrinne auf Geröllstufe unter dem Gipfelfelsen und um diese, sie rechts lassend, auf erste Plattenterrasse nördlich derselben. Durch eine südnördlich verlaufende, wasserdurcliflossene Rinne auf ihrer linken Seite, sie zuletzt überschreitend, hinab zur zweiten Plattenterrasse ( rötliches Gestein ). An ihrem Absturz erst nördlich, dann sich links wendend, westlich über Grasbänder und kleine Wände, darunter ein kurzer, nicht leichter Kamin, zuletzt Platten, liinuntersteigend in das Schneekar, in welches ( orographisch ) links der Imhofweg einmündet. Auf dem untersten Teil desselben leicht zum Almboden hinab. A.A.V.M.. 1904, pag. 44.Redaktion.