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Weltweit sehr warmer August
Im globalen Mittel war der August 2021 der drittwärmste im Copernicus-Datensatz seit 1979, zusammen mit dem August 2017. Die Monatstemperatur stieg etwas mehr als 0,3 °C über den Durchschnitt 1991−2020. In Europa lag der August 2021 in der Nähe des Durchschnitts 1991−2020, allerdings mit gegensätzlichen Bedingungen auf dem Kontinent. Rekordverdächtige Höchsttemperaturen in den Mittelmeerländern standen unterdurchschnittlichen Temperaturen in einem grossen Gebiet gegenüber, das sich von West- über Zentral- und Osteuropa bis weit nach Nordeuropa erstreckte.
Nordhemisphäre
Wie der europäische Copernicus Climate Change Service berichtet, herrschten auf der nördlichen Hemisphäre vom Norden des Schwarzen Meeres bis nach Sibirien überdurchschnittlich warme Bedingungen, wobei die Wärme nördlich des Kaspischen Meeres am stärksten ausgeprägt war. Grönland wies ebenfalls einen grossen Wärmeüberschuss auf. Weiter war es im Nordosten Nordamerikas wärmer als im Durchschnitt. Zudem verzeichnete Nordafrika überdurchschnittliche Werte, was teilweise mit der Hitzewelle in Südeuropa zusammenhing.
Unter dem Durchschnitt 1991‒2020 blieb die Augusttemperatur nördlich der Hudson Bay in Kanada, im Norden Alaskas und in der angrenzenden Beaufortsee, im Nordosten Mexikos und in einem von Ost nach West verlaufenden Band über der Mongolei und China bis zur koreanischen Halbinsel.
Südhemisphäre
Auf der Südhemisphäre lagen die Temperaturen in den meisten Teilen Australiens über dem Durchschnitt, wobei die grössten Überschüsse im Norden des Landes verzeichnet wurden. Auch in weiten Teilen Südamerikas war der August wärmer als im Durchschnitt 1991‒2020.
In der östlichen Antarktis stieg die Temperatur weit über den Durchschnitt, während es in den meisten Teilen der westlichen Antarktis kälter war als im Durchschnitt. Auch im Osten Brasiliens und im zentralen südlichen Afrika zeigte sich der August kälter als im Durchschnitt 1991‒2020.
Europa mit grossen Temperaturunterschieden
Über ganz Europa gemittelt lag die Augusttemperatur 2021 im Bereich des Durchschnitts von 1991‒2020. Es gab jedoch erhebliche Temperaturunterschiede innerhalb des Kontinents. Im Süden und Osten Europas stieg die Temperatur über den Durchschnitt. In einem grossen Gebiet, das sich von West- über Zentral- und Osteuropa bis weit nach Nordeuropa erstreckte, blieben die Werte hingegen unter dem Durchschnitt.
Während der Hitzewelle im Süden Europas wurde am 11. August 2021 in Siracusa auf Sizilien ein Tageshöchstwert von 48,8 °C gemessen. Das ist die höchste jemals in Europa gemessene Temperatur, sofern der Messwert von der Weltmeteorologie Organisation WMO bestätigt wird.
Die durch eine anhaltende Hochdrucklage ausgelöste Hitzewelle betraf neben Italien insbesondere Griechenland, die Türkei und Spanien. In einigen der betroffenen Regionen begünstigte die extreme Wetterlage die Ausbreitung verheerender Waldbrände.
Ozeane
Die Lufttemperatur war im August 2021 über weiten Teilen des tropischen und subtropischen östlichen Pazifiks weiterhin unterdurchschnittlich (La Niña Phase). Im Nordpazifik und im aussertropischen Nordatlantik herrschten meist überdurchschnittlich warme Verhältnisse, wobei die Situation im Nordatlantik als "marine Hitzewelle" bezeichnet wurde.
Im Indischen Ozean und im westlichen Weddellmeer (Antarktis) sowie unmittelbar nördlich davon im Südatlantik stieg die Lufttemperatur verbreitet über den Durchschnitt 1991‒2020. In der Meeresregion zwischen der Antarktis und Südafrika hingegen sank die Lufttemperatur auf ungewöhnlich tiefe Werte. In den übrigen Meeresgebieten der südlichen Hemisphäre herrschten uneinheitliche Bedingungen.
Die globale Sommertemperatur
Die weltweite Sommertemperatur 2021 (Juni bis August, nordhemispärischer Sommer) zeigt weitgehend das Muster der Augusttemperatur. Vor allem in weiten Gebieten Süd- und Osteuropas, Nordafrikas, des Nahen Ostens und Nordsibiriens stieg die Sommertemperatur über den Durchschnitt 1991‒2020. Die weit überdurchschnittlichen Werte im westlichen Nordamerika sind die Folge der dortigen extremen Hitzewelle zu Beginn des Sommers.
Im tropischen und subtropischen östlichen Pazifik blieb die Sommertemperatur unter dem Durchschnitt (La Niña Phase). In den meisten aussertropischen Gebieten des Nordatlantiks und des Nordpazifiks stieg die Sommertemperatur über den Durchschnitt. Die Sommertemperatur über dem Südatlantik war ebenfalls verbreitet überdurchschnittlich. In den übrigen Ozeangebieten der Südhalbkugel herrschten uneinheitliche Bedingungen, ebenso auf dem antarktischen Kontinent.
Warmer Sommer in Europa
Gemittelt über Europa lag die Sommertemperatur (Juni bis August) 0,96 °C über dem Durchschnitt 1991‒2020. Es war der wärmste Sommer im Copernicus-Datensatz ab 1979. Allerdings liegt die Sommertemperatur 2021 nur 0,1 °C über den beiden bisherigen Sommerrekorden aus den Jahren 2010 und 2018. Auch in europäischen Datensätzen mit Messbeginn um 1850 waren die Sommer 2010 und 2018 die bisher wärmsten. Der aktuelle Sommer 2021 ist für diese Messreihen aber noch nicht verfügbar.
Nasser Sommer in Mitteleuropa
Im Sommer 2021 stiegen die Niederschlagssummen in Mitteleuropa verbreitet deutlich über den Durchschnitt 1991−2020. Dazu beigetragen haben insbesondere die starken Regenfälle im Juli. In der Region des Schwarzen Meeres brachte der Sommer ebenfalls überdurchschnittlich viel Regen. Im übrigen Europa blieben die sommerlichen Niederschlagssummen meist unter dem Durchschnitt. In den Regionen um die Adria und um den Balkan sowie in Teilen Skandinaviens und Nordwestrusslands gab es besonders niedrige Bodenfeuchtewerte für die Jahreszeit.
Die Copernicus Mitteilung zum August und zum Sommer 2021 ist in englischer Sprache verfügbar.
August und Sommer in der Schweiz
Der August 2021 zeigte sich in den meisten Gebieten der Schweiz kühler als die Norm 1981−2010 und die Regenmengen blieben verbreitet unterdurchschnittlich. Auf der Alpensüdseite führten starke Gewitterregen im ersten Monatsdrittel lokal zu deutlich überdurchschnittlichen Monatssummen. In der zweiten Monatshälfte breitete sich auf der Alpennordseite an mehreren Tagen herbstlich anmutender Hochnebel aus.
Der Sommer 2021 war nördlich der Alpen einer der nassesten seit Messbeginn. In den Zentralalpen war es lokal der deutlich nasseste Sommer in den über 100-jährigen Aufzeichnungen. Der Sommer brachte in der Schweiz gebietsweise den nassesten Juni und den nassesten Juli seit Messbeginn. Die anhaltend grossen Regenmengen liessen gegen Julimitte nördlich der Alpen mehrere Flüsse und Seen über die Ufer treten.