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Fridolin wurde am 9. April 1935 als ältester Sohn der Familie Krämer in Winterthur geboren. Seine Eltern führten ein Möbel-und Vorhanggeschäft. 3 Schwestern, dann ein Bruder und wieder zwei Schwestern folgten in diese Gross-Familie. Nach ersten Jahren an der heimatlichen Kantonsschule trat Fridolin im Frühling 1951 in die dritte Klasse der Stiftsschule Einsiedeln ins Internat ein und zeigte sich den Kameraden gleich als guter Schüler, Fussballfan des Heimclubs und begeisterter Theaterspieler. Breits mit 16 Jahren durfte er, vor Stimmbruch, als „Iphigenie“ in Goethes „Iphigenie in Tauris“ seine grosse Rolle spielen, welcher noch einige im Stiftstheater folgten. In all den Jahren bis zur Matura A 1956 war er stets überzeugt von seinem Beruf als Architekt. Seine Formung durch das elterliche Geschäft liess da keine Zweifel aufkommen. Fridolin war in diesen Internatsjahren auch ein treuer Gehilfe des Präfekten als Schlüsselträger und Ordnungshüter bei den „Kleinen“ am Anfang oder am Ende der langen Reihen von Internen. Als Corviner „Bijou“ wurde Fridolin in Baden 1954 in den STV aufgenommen.
Mit dem Uebertritt an die ETH Zürich nahm Fridolin auch wieder Wohnsitz bei den Eltern in Winterthur und begann das Architekturstudium mit viel Elan. Er trat mit uns den Kyburgern bei, wurde vom „Bijou“ der Corvina zum „Filou“ der Kyburger, war aber da naturgemäss mit externem Wohnsitz nicht mehr so abrufbar. Sein Biervater war Berchtold v/o Quint und seine Biersöhne Fischer v/o Schütz und Grünenfelder v/o Pfoste. Das Studium an der Abteilung Architektur bezeichnete er schon bald als starr und nicht seinen Vorstellungen entsprechend. Er stellte seine Vorlesungen selber zusammen und zwar mehr in Wohn-und Bausoziologie und holte das architektonische Rüstzeug konkret bei Architekturbüros, vor allem für Schulbauten und Spitalbauten. 1961 schloss er seine Studien ab und trat in die Altherrenschaft ein… denn, er schickte sich an, eine Familie zu gründen und heiratete 1962 Monika Rechenmacher aus der Schar der Couleurdamen. Ihr Heim belebten schon bald 3 Mädchen und ein Bub.
In diesen Jahren, parallel zu seinen Architekturpraktika, erfüllte Fridolin auch seine militärischen Pflichten und zwar bis zum Hauptmann der Flieger-und Flabtruppen.
1970 bis 1975 diente Fridolin der Baudirektion des Kt. Aargau als Leiter des Beratungsdienstes für Schulbauten.
1975 wechselte er in die MOBAG-Generalunternehmung und kam da über SISKA AG wieder mit Winterthur in Berührung, sodass er 1980 dem Ruf von Stadtrat Arbenz in die Stadtverwaltung Winterthur folgte. Da war er im Element als Planungs- und Baukoordinator, insbesondere als es Ende der 80-er Jahre angesichts des Rückgangs der grossen Industriewerke galt, ein Stadtmarketing auf die Beine zu stellen. Die Kollegen der damaligen Stadtverwaltung haben Fridolin in einem Abschiedsbrief in der Kirche gewürdigt und seine Verdienste hervorgehoben.
Die Pensionierung mit 64 Jahren war für Fridolin Krämer nur oberflächliche Zäsur; er übte nun privat seine Beratertätigkeit aus und gab seine Erfahrung diversen Stadtbehörden weiter, wie auch als Referat bei den Hochschulstudenten.
Fridolin Krämer war schon in gymnasialen Jahren eine starke Persönlichkeit. Vor allem aber der nach eigenem Kopf zusammengestellte Studiengang an der Hochschule und die ergänzende Praxis zeigten diesen eigenwilligen Zug. Als Hochschulstudent mit Wohnsitz in Winterthur konnte er sich nicht so für die Verbindung einsetzen, wie wir das wünschten und er selber es auch gerne getan hätte. Eine Charge lag da nicht drin, ausser zweimaliger Ball-X. Aber noch als Altherr hat er mitten in den 60-er Jahren und im Vorfeld der 68-er Unruhen an der Diskussion über die damaligen Studentenwohnsituation teilgenommen und um Lösungen in der Verbindung mitgerungen an denen heute noch gearbeitet wird (Wohnungen und Mentoring). Das 6-malige Erscheinen eines mitredigierten eigenen „Kyburger“-heftes zeugt von seiner Initiative. Filou zeigte stets Freude an Diskussionen und sachlichen Auseinandersetzungen und wie der TA vom 26.2.99 mit einem Artikel zu seiner Pensionierung zeigte, war dieser Charakterzug auch seiner Tätigkeit in der Verwaltung nicht fremd. Fridolin liebte es, etwas zu organisieren, etwas anzureissen, auch wenn Vollenden nicht seine Stärke war. Seine zunehmende Behinderung durch die Parkinson‘sche Krankheit erkannte er vor 6 Jahren klar, versuchte sie zu beherrschen, fügte sich alsbald mit sukzessivem Abschiednehmen und harrte klaren Geistes der am 10. August 2018 für uns doch überraschend erfolgten Erlösung entgegen.
Deo puer, mundo vir! Tapfer und Treu!
Paul Schmid v/o Job, Consemester