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Für drei bis fünf Jahre sollten die EU-Gesetze weiter gelten und der Europäische Gerichtshof als oberste Instanz für Fragen der Branche zuständig sein, heisst es einem Rechtsgutachten, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.
Sonst drohe der britischen und der europäischen Wirtschaft ein Schock, weil entscheidende Dienstleistungen wegfallen könnten. Laut einem Bericht der "Financial Times" soll der britische Brexit-Minister David Davis allerdings kein grosses Interesse an einer solchen Regelung haben.
Eine Sprecherin von Regierungschefin Theresa May sagte zu dem Bericht, das dort zitierte Memo sei eine Interpretation der Diskussion. Das Blatt zitierte ein Protokoll eines privaten Treffens von Davis mit Vertretern der Londoner City Mitte November.
Britische Banken befürchten, dass es ohne Übergangsfristen manchen Instituten nicht gelingen könnte, wichtige Bereiche von Grossbritannien in EU-Länder zu verlagern beziehungsweise eigene Abteilungen in Grossbritannien zu gründen. Das könne dazu führen, dass sie womöglich manche Angebote abrupt einstellen müssten, hiess es in dem Gutachten.
Das Finanzministerium erklärte, Minister Philip Hammond achte grundsätzlich genau auf die Einschätzungen der Branche. Zu dem Dokument selbst lehnte das Ministerium eine Stellungnahme ab. Auch die mit dem Gutachten beauftragten Rechtsanwaltskanzleien Linklater, Freshfields und Clifford Chance äusserten sich nicht.
Der britische Notenbankchef Mark Carney hatte sich unlängst deutlich für eine längere Übergangsfrist ausgesprochen, um Verwerfungen zu vermeiden. Die EU und Grossbritannien streben derzeit einen Abschluss der Brexit-Verhandlungen bis Oktober 2018 an.
(AWP)