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De Chaunac
Herkunft
Die blaue Rebsorte De Chaunac ist eine Neuzüchtung des französischen Züchters Albert Seibel (1844-1936). Zur Kreuzung, die ums Jahr 1860 gemacht wurde, benutzte er zwei von ihm gezüchtete Rebsorten: Seibel 5163 x Seibel 793. Deshalb wird sie oft auch nur Seibel genannt. De Chaunac ist eine französische Hybridrebe. Sie wurde in Ontario gekreuzt und ist dem französisch-kanadischen Weinbaupionier Adhemar de Chaunac gewidmet.
Verbreitung
Die Rebsorte De Chaunac eignet sich besonders für kühlere Gegenden. An der US-amerikanischen Ostküste (Staat New York, Finger Lake) und in Kanada (Provinz Ontario und Provinz Neuschottland) in größerem Umfang verbreitet. In der Schweiz gibt es ebenfalls kleine Rebflächen, die mit De Chaunac bestockt sind. In Kanada fällt die Rebsorte jedoch nicht unter die zugelassenen Sorten für den Qualitätsweinbau. Dort reichen der Sorte ca. 160 frostfreie Tage, um voll ausgereiftes Traubenmaterial zu liefern.
Eigenschaften
Die Triebspitze ist sehr schwach behaart, ebenfalls die Blätter. Die Blätter sind dreilappig. Die Traube ist kompakt, geschultert und mittelgroß. Die Farbe der Beeren ist schwarzblau und sie sind klein und rund. De Chaunac gilt als sehr ertragreiche Sorte. Sie verfügt über eine gute Resistenz gegen den Falschen Mehltau und den Echten Mehltau. Diese Sorte ist sehr frostempfindlich.
Weintyp
Aus De Chaunac werden fruchtige und tanninreiche Rosé- und Rotweine erzeugt. Sie wird auch als Verschnittpartner mit Cabernet Sauvignon genutzt.
Synonyme
Cameo, De Chaunac, De-Chaunac, Dechaunac, Seibel 9549
Seibel-Reben
Als Seibel-Reben bezeichnet man eine Gruppe von Rebsorten, die vom französischen Rebzüchter Albert Seibel entwickelt wurden.
Ziel der Züchtungen war es die Widerstandsfähigkeit gegen Frost und Pilzkrankheiten zu verbessern und eine frühe Reife zu erreichen. Ab der raschen Verbreitung der Reblaus die im späten 19. Jahrhundert europaweit den Weinbau bedrohte, sollten sie eine Antwort darauf sein. Die Arbeiten Albert Seibels beschränkten sich dabei auf Kreuzungen von reblausresistenten amerikanischen Reben mit europäischen Rebsorten, den sogenannten französischen Hybridreben. Er kreierte ca. 16.000 Neuzüchtungen, die alle nach dem Züchter benannt und durchnummeriert wurden. Die Nummern starten mit 1 und enden mit 19975, jedoch sind nicht alle Positionen besetzt. Ca. 500 Rebsorten erlangten gewerblich Bedeutung. Seine kommerziell erfolgreichsten Sorten erhielten später Namen.
Im Jahr 1960 nahmen die Seibel-Reben mehr als 128.000 Hektar der Rebfläche Frankreichs ein. Das entspricht etwa 5/4 der gesamten Rebfläche Deutschlands. Der US-Amerikaner Philip Wagner brachte ab Beginn der 1940er Jahre viele Rebsorten der Seibel-Gruppe nach Amerika, wo sie an der ganzen Ostküste Verbreitung fanden. Nach dem Verbot von Hybridreben durch die EU wurden die Flächen größtenteils aufgegeben oder gerodet. Mittlerweile sind sie mit Ausnahmen von kleinen Beständen, hauptsächlich in den US-amerikanischen Bundesstaat New York, sowie im kanadischen Ontario und kleinsten Mengen in Europa, verschwunden.
Nachdem die Sorten lange Zeit in Europa fast vergessen waren, besinnt man sich in Zeiten des ökologischen Anbaus auf die Pilzresistenz dieser Rebsorten. Aufgrund dieser Resistenz kann man im Weinberg fast vollständig auf Fungizide verzichten.
Seibel-Reben spielten und spielen heute wieder eine Rolle bei der Neuzüchtung von Rebsorten. So fanden sie beispielsweise Eingang in die erfolgreichsten Züchtungen des Rebzuchtbetriebs Seyve-Villard und wurden für viele Neuzüchtungen der Gruppe der Landot-Reben verwendet.