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Partner-Hopping nützt den Kindern
Bisher gelten Männer als Experten in Sachen Partner-Hopping. Wenn sie sich wegen immer jüngeren Frauen scheiden lassen, können sie problemlos neuen Nachwuchs zeugen und untermauern damit ihre Potenz. Nun zeigt eine Studie, dass vielleicht die Frauen auch mehr Partner-Hopping betreiben sollten. Denn es nützt den Kindern.
Serielle Monogamie, wie das in der Fachsprache heisst, ist meist das männliche Verhalten, mit möglichst vielen Frauen möglichst viele Nachkommen zu zeugen. Das ist gut für die Geburtenrate.
Frauen dagegen sagt man nach, dass sie – kaum ist das erste Kind da – möglichst stabile Verhältnisse anstreben. Dieses Sicherheitsdenken hat allerdings Nachteile. Der gute Ratspruch „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht doch was bessres findet“, müsste ausgedehnt werden. Eigentlich sollte frau jederzeit prüfen und sich vor allem nicht ewig binden. Forscherinnen der University of California haben nämlich – so berichtet die Sonntagszeitung – herausgefunden, dass beim afrikanischen Volk der Pimbwe gerade die Kinder von der seriellen Monogamie ihrer Mütter sehr profitieren.
In einzelnen Regionen haben die Frauen mit durchschnittlich fünf Partnern Kinder – und diese überleben häufiger die kritischen ersten fünf Lebensjahre als Kinder von weniger wechselfreudigen Müttern. Die Strategie von Männer und Frauen könnte unterschiedlicher nicht sein. Plakativ könnte man behaupten: Männer wechseln die Partnerin, um mehr Kinder zu haben. Frauen wechseln den Partner, um die vorhandenen Kinder zu erhalten.
Die Pimbwe-Frauen jedenfalls wählen ihre Männer strategisch aus, lassen sie sitzen und heiraten den nächsten, wenn es die wirtschaftliche Situation erfordert. Von den Männern werden sie dafür nicht etwa gering geschätzt, sondern im Gegenteil als besonders wertvolle Gefährtinnen angesehen: Sie arbeiten hart und sind sehr verlässlich. Diese Frauen kämpfen ums Überleben ihrer Kinder. Sie sind unabhängig, findig und den Männern ebenbürtig. Sie erweitern den Kreis der Versorger und ermöglichen es ihrem Kindern damit, auf mehr Fürsorge und bessere soziale Beziehungen zurückzugreifen. Dies ist durchaus eine Strategie, die sie zu guten Müttern macht.