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Massgeschneiderter Textilbeton für Dachsanierung des Mariendoms in Neviges
Im Juli 2021 wurde die Dachsanierung des Mariendoms von Neviges nach über fünf Jahren abgeschlossen. Bei den Arbeiten am wohl bekanntesten Gebäude des unlängst verstorbenen Pritzkerpreisträgers Gottfried Böhm kam Textilbeton zur Anwendung.
Quelle: Robert Mehl
Die Dachlandschaft vom Wallfahrtsdom aus nordwestlicher Richtung, vom dazugehörigen Kreuzberg aus gesehen.
Quelle: Robert Mehl
Von nahem gesehen erinnert das Dachensemble durchaus an eine altägyptische Pyramidenlandschaft.
Neviges klingt ein wenig romanisch und Unwissende würden den Ort wahrscheinlich irgendwo in Frankreich suchen. Aber es ist ein Ortsteil von Velbert, nordwestlich von Wuppertal in Deutschland. An diesem Ort am Rande des Ruhrgebietes gab es seit Jahrhunderten eine rege Marienwallfahrt zu einem Gnadenbild, die vom dortigen Franziskanerkloster organisiert wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entschloss sich das zuständige Erzbistum Köln unter Joseph Kardinal Frings zum Bau eines Wallfahrtsdomes, der «Maria Königin des Friedens» gewidmet wurde.
Nach einem entsprechenden Architekturwettbewerb wurde Gottfried Böhm mit der Ausführung beauftragt. Dies geschah nicht zuletzt auch deshalb, weil das «Bauatelier Böhm», dessen Leitung er 1955 nach dem Tod seines Vaters Domenicus übernommen hatte, während des Wiederaufbaus bereits zahlreiche Sakralbauten für das Kölner Erzbistum realisiert hatte.
Darunter befindet auch Gottfried Böhm's erstes eigenes Werk, die Kapelle «Madonna unter den Trümmern», erbaut 1950 und besser bekannt als St. Kolumba. Dieser Sakralbau adaptierte einen im Krieg zerstörten Kirchenrest und wurde 2007 vom Architekten Peter Zumthor mit dem gleichnamigen Diözesanmuseum ergänzt.