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Üppigkeit, das Streben nach sinnlicher Betörung des Publikums - das ist es, was wir unter anderem mit barocker Kunst verbinden. Und das ist es auch, was der Genuese Giovanni Benedetto Castiglione (1609-1664) in seinen Werken widerspiegelt.
Der «innovative Meister», schreibt das Kunsthaus Zürich in einer Medienmitteilung, «der mit seinen Grafiken Rembrandt nacheiferte, erfand im 17. Jahrhundert die Monotypie». Bei dem Verfahren wird direkt auf eine Platte gemalt, die dann abgedruckt wird - es kann also nur ein Exemplar entstehen. Diese hybride, zwischen Zeichnung und Druckgrafik oszillierende Technik, weise Castiglione als Grenzgänger zwischen den Medien aus, heisst es weiter.
Der Künstler habe die Gabe besessen, seine Motive mit «stupender Nonchalance» auf das Papier «zu werfen». Dadurch, dass er seine Pigmente mit Leinöl mischte, konnte er je nach Sättigungsgrad des Pinsels eine ganze Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten abdecken: von einer malerisch fliessenden Linienführung bis hin zu spröden Strichen. «Grazioso» und «facile» wurde diese Methode schon zu Castigliones Lebzeiten genannt.
Eine weitere Besonderheit: Seine Ölpinselzeichnungen dienten nicht etwa der Vorbereitung eines grösseren Werkes. Sie liessen sich von Anfang an an als «gezeichnete Gemälde» deklarieren. In «Barockes Feuer» - es ist die erste monografische Ausstellung des Künstlers im deutschsprachigen Raum - zeigt das Kunsthaus Zürich Werke aus zahlreichen europäischen Sammlungen.