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Étier
(Kt. Wallis, Bez. Entremont, Gem. Vollège). 750 m. Gruppe von 6 Häusern, am rechten Ufer der Dranse de Bagnes und am Eingang ins Val de Bagnes, mitten in Wiesen und Baumgärten, einige Schritte links der Poststrasse Sembrancher-Le Châble, 1 km sw. vom Pfarrdorf Vollège, 800 m von Sembrancher und 13 km osö. der Station Martinach der Simplonbahn. 42 kathol. Ew. Hier stand im Mittelalter eine Burg, Sitz der Vitztume (Statthalter) von Vollège, die heute völlig verschwunden ist.
Die Zeit ihrer Erbauung ist unbekannt; 1179 erscheint aber ein Renaud d'Oitiez als Dienstmann der Grafen von Savoyen, und 1249 sassen hier die Edeln von Ayent als Lehensleute von Savoyen. 1630 im Besitz des Edelmannes Balthasar Fabri, dem die Ober Walliser ihren von Rom heimkehrenden und soeben von ihnen auf dem grossen St. Bernhard festgenommenen Bischof Hildebrand Jost in Gewahrsam gaben. Nach drei Wochen dauernder Gefangenschaft erhielt er seine Freiheit wieder, nachdem er auf die Regalienrechte Verzicht geleistet hatte, die er und seine Vorgänger als ihnen von Karl dem Grossen verliehen stets beansprucht hatten und die daher Caroline genannt wurden. Dieses wichtige Ereignis hat die Burg Vollège zu einem in der Walliser Geschichte berühmten Ort gemacht. Im 12. Jahrhundert hiess das ganze Gebiet des heutigen Vollège Octiart;
1179: Oitiez;
1245: Othiez;
1249: Oytier;
1315: Octyez.