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In den angrenzenden Staaten im Nahen Osten, Kaukasus und auf dem Balkan herrschten die Osmanen bis 1923 Jahrhunderte lang. Daher bestehen aus dieser Zeit immer noch Ressentiments. Zudem leben in den Nachbarstaaten noch türkische Minderheiten für die sich die Türkei verantwortlich fühlen.
Ein Prinzip der Politik von Atatürk nach der Republikgründung 1923 war die aussenpolitische Neutralität und der Ausbau von guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu Nachbarstaaten und vor allem europäischen Ländern. Die aussenpolitische Neutralität wurde nach dem Zweiten Weltkrieg, im Zuge des sich abzeichnenden Ost-West-Konflikts, nicht gewahrt. Die Westorientierung der Republik wurde deutlich und insbesondere nach dem Beitritt zur NATO 1952 manifestiert und weiter gefestigt.
Zu den aussenpolitischen Konstanten gehören daher heute für die Türkei der angestrebte Beitritt zur Europäischen Union, die Zugehörigkeit zum Verteidigungsbündnis NATO, die Westbindung und die Ablehnung der Gründung eines eigenständigen kurdischen Staates.
Die geostrategische Bedeutung der Türkei ist seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wieder stark gestiegen, nachdem sie nach Beendigung des Ost-West-Konflikts extrem gesunken bzw. nahezu bedeutungslos geworden war. Die Bedeutung lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass die Türkei der einzige demokratische Staat mit überwiegend moslemischer Bevölkerung ist. Als „Modellstaat“ für die anderen islamischen Staaten ist für den Westen daher der Erfolg der Türkischen Demokratie entscheidend. Darüber hinaus entwickelt sich die Türkei zu einem wichtigen Transferland für Erdöl und Erdgas.
Die Türkei betrachtet sich selbst auch als Schutzmacht der Turkmenen auf dem Balkan und im Nord-Irak. Darüber hinaus versucht die Türkei eine Führungsrolle bei den Turkstaaten (Aserbaidschan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan und Kasachstan) Zentralasiens einzunehmen.
Ungewöhnlich für einen mehrheitlich von Muslimen bewohnten Staat sind die guten Beziehungen der Türkei zu Israel. Regelmäßig werden gemeinsame Militärmanöver durchgeführt.
Die türkische Regierung wehrt sich gegen die Einstufung der nachgewiesenen Massendeportationen und Morden an Armeniern 1915 als Völkermord. Zu diplomatischen Verstimmungen mit Frankreich kam es, als das französische Parlament bereits im Jahr 2006 die Ereignisse von 1915 offiziell als Völkermord anerkannte.