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Swissgrid kann mit den Montagearbeiten für die Verstärkung und den Neubau der Masten beginnen. Das Projekt dient dem Ausbau der Versorgungssicherheit im Kanton Graubünden und erhöht die Importkapazität. Als Ersatzmassnahme des Projekts wird die Landschaft von 1100 Masten befreit.
Zwischen Pradella und La Punt wird eine Höchstspannungsleitung von Swissgrid ausgebaut, die die Landschaft nur wenig beeinträchtigt, denn sie führt vor allem durch Wälder. Zurzeit tragen die Masten zwischen Zernez bis La Punt nur auf einer Seite Leiterseile, denn als die Leitung im letzten Jahrhundert gebaut wurde, reichte das für den damaligen Bedarf an Transportkapazität aus. Da der künftige Bedarf grösser sein wird, wurde der Ausbau der bestehenden Leitung beschlossen. Er ist Teil des Strategischen Netzes 2025 von Swissgrid. Um die Versorgungssicherheit des Kantons Graubünden und den Abtransport der Engadiner Wasserkraft zu gewährleisten, ergänzt Swissgrid die Leitung nun somit um weiteres «System». Die Masten tragen dann auf beiden Seiten je eine 380-kV-Leitung mit je 3 Leiterseilen.
Eine Bodenverlegung der Höchstspannungsleitung wurde von Swissgrid sorgfältig geprüft, aber die Landschaft würde dadurch nur teilweise entlastet werden. Zudem wären die Kosten unverhältnismässig hoch. Als Ersatzmassnahme für den Ausbau wurde eine Leitung mit niedrigerer Spannung (110 kV) zwischen Pradella und Bever unter die Erde verlegt und Ende 2019 in Betrieb genommen. Anschliessend konnte man mit dem Rückbau von 1100 Freileitungsmasten beginnen. Dies entlastete nicht nur die Landschaft, sondern ermöglichte auch den Anschluss verschiedener Gemeinden ans Breitbandinternet, da gleichzeitig ein Glasfasernetz in den Boden eingezogen wurde.
Herausforderungen
Nun, da die Baubewilligung für den Ausbau vorliegt, beginnt man mit der Beschaffung der benötigten Materialien. Damit im Mai 2021 mit dem Bau und der Verstärkung der Masten von Pradella bis Zernez begonnen werden kann, mussten die Grundlagen für die Beschaffung bereits im Dezember 2019 erarbeitet werden. Die Lieferzeiten für gewisse Materialien sind sehr lang, beispielsweise betragen sie beim Stahl für die Freileitungsmasten rund 12 Monate. Insgesamt werden 3500 t Stahl, 670 km Leiter- und Erdseile und über 3200 Isolatoren beschafft. Es werden über 100 Personen für das gesamte Projekt vor Ort sein.
Netzstabilität als oberste Priorität
Das Projekt kostet 75 Millionen Franken. Darin enthalten sind der Bau der Mastfundamente, der Freileitung, aber auch die Ersatzmassnahmen. Für die Arbeiten muss die bestehende Leitung ausser Betrieb genommen werden. Um die Netzstabilität und die Versorgungssicherheit garantieren zu können, muss dies mit den europäischen Übertragungsnetzbetreibern im Voraus abgesprochen sein. Man weiss bereits heute, dass die Bauarbeiten im August pausieren müssen, weil die Ausserbetriebnahme in dieser Zeit für die Gewährleistung der Netzstabilität zu riskant wäre. Die Höchstspannungsleitung soll Ende Oktober 2022 in Betrieb genommen werden.