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Tod des Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez
Der eng mit dem Lucerne Festival verbundene französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez ist laut Angaben seiner Familie gestern Nacht in Baden-Baden im Alter von 90 Jahren verstorben.
Historisch betrachtet, verdanke Luzern die Bekanntschaft mit Pierre Boulez seinem grössten Freund und Förderer Paul Sacher, schreibt Lucerne-Festival-Intendant Michael Haefliger in einer ersten Würdigung. Als Mitglied der damaligen Programmkommission habe Sacher bereits in den 1960er Jahren Boulez als Dirigenten empfohlen. In einem Gesprächskonzert stellte er den Komponisten 1983 dem Luzerner Publikum vor, nachdem Boulez erstmals 1975 mit dem New York Philharmonic in zwei Konzerten hier gastiert hatte.
Lucerne Festival, so Haefliger weiter, danke Pierre Boulez «für seinen unschätzbaren Beitrag zur Weiterentwicklung eines Festivals, in dessen Herzen das Engagement für die Musikergeneration von morgen und die Musik unserer Zeit eine bestimmende Rolle spielt und spielen wird».
Der 1925 in Montbrison geborene Pierre Boulez studierte bei Olivier Messiaen und René Leibowitz. Mit Douze Notations (1945) und zwei Klaviersonaten (1946/48) trat er erstmals als Komponist in Erscheinung; seinen weltweiten Ruf festigte vor allem die Uraufführung der Kammerkantate Le Marteau sans Maître (1955) in Baden-Baden.
Als Dirigent war er Musikalischer Leiter des BBC Symphony Orchestra (1960–72) und des New York Philharmonic (1971–75). Anschliessend war er von 1976 bis 1991 als Leiter des von ihm gegründeten IRCAM, des Forschungsinstituts für zeitgenössische Musik am Centre Pompidou, und des Ensemble intercontemporain in Paris tätig.
2003 begründete er die Lucerne Festival Academy. Pierre Boulez war Träger des Siemens-Musikpreises, des «Praemium Imperiale», des Theodor-W.-Adorno-Preises, des «Polar Music Prize», des «Kyoto Prize» und des Adenauer-de Gaulle-Preises.