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Kaum ein Land treibt die Bitcoin-Adoption so sehr voran wie El Salvador. Nachdem das mittelamerikanische Land als erstes Land überhaupt den Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt hat, plant es nun den Bau der weltweit ersten „Bitcoin City“. Hierbei handelt es sich um eine ganze Stadt, die durch Bitcoin-Anleihen finanziert wird. Geothermie von einem der vielen Vulkane des Landes soll derweil den Betrieb der Stadt sicherstellen.
Bei einer fünftägigen Veranstaltung zur Förderung von Bitcoin im Land (LaBitConf 2021) sagte Präsident Nayib Bukele, dass die Stadt am Meer dazu beitragen wird, Investitionen in El Salvador anzukurbeln und einen Flughafen, Wohn- und Gemeinschaftsbereiche mit einem zentralen Platz aufweisen wird, der dem Bitcoin-Symbol aus der Luft ähnelt.
Bukele: „Verdienen Sie so viel Geld, wie Sie wollen“
In typisch euphorischer Manier verkündete Bukele das Vorhaben. „Investieren Sie hier und verdienen Sie so viel Geld, wie Sie wollen“, so Bukele und verglich den Plan sogar mit Städten, die von Alexander dem Grossen gegründet wurden. „Wenn Sie möchten, dass sich Bitcoin über die ganze Welt verbreitet, sollten wir einige Alexandrias bauen.“
Bukele sorgte zuletzt für Kontroversen, als er sich auf Twitter offenbar scherzhaft als „Diktator“ von El Salvador bezeichnete. Der Witz des als autoritär geltenden Präsidenten kam auf Twitter jedoch alles andere als gut an.
Milliardenkosten für Bitcoin City
Die Stadt kostet schätzungsweise 300.000 BTC (das entspricht 17,224 Milliarden US-Dollar nach aktuellem Kurs). Die ersten Anleihen werden voraussichtlich 2022 in etwa 60 Tagen ausgegeben. Außer der Mehrwertsteuer würde die Stadt keine Steuern erheben; die Hälfte des so eingenommenen Geldes würde zur Finanzierung der Anleihen verwendet, die zum Bau der Stadt verwendet wurden, und die andere Hälfte würde für Dienstleistungen wie die Müllabfuhr verwendet.
Ebenfalls auf der Veranstaltung erklärte der Chief Strategy Officer des Blockchain-Technologieanbieters Blockstream, Samson Mow, dass die erste 10-Jahres-Emission einen Wert von 1 Mrd. haben würde. Die Hälfte der Summe aus den Anleihen, bekannt als „Vulkananleihe“, würde für den Kauf von Bitcoin auf dem Markt verwendet, weitere Anleihen sollen folgen. El Salvador arbeitet derzeit an einem Wertpapiergesetz, um diesen Prozess zu ermöglichen und die erste Lizenz zum Betrieb einer Börse soll an Bitfinex gehen. „Dies wird El Salvador zum Finanzzentrum der Welt machen“, sagte Mow bei der Veranstaltung.
Gemischte Reaktionen
Die Reaktionen auf die Meldung fallen gemischt aus. Während ein Grosteil der Bitcoin-Anleger dies als einen weiteren revolutionären Schritt ansieht, gibt es auch Kritik. Dies war bereits der Fall, als El Salvador den Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einführte.
Neben der Opposition mehren sich die Stimmen, die dem Präsidenten Grössenwahn nachsagen. Tatsächlich handelt es sich beim Projekt „Bitcoin City“ um das wahrscheinlich grösste Projekt überhaupt im Kryptowährungssektor. Bisher hat sich die Strategie von Präsident Bukele allerdings bezahlt gemacht. Es bleibt spannend, ob El Salvador dieses große Vorhaben meistert.