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Zwischen 1990 und 2015 ist die Sterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren weltweit um 53% gesunken. Trotzdem sind immer noch 250 Millionen Kinder in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen von beeinträchtigter Entwicklung aufgrund von extremer Armut und Unterernährung betroffen. Das hält das britische Fachjournal "The Lancet" in seiner Serie "Advancing Early Child Development: from Science to Scale" fest.
Mit der Artikelreihe möchte The Lancet auf neue Forschungsergebnisse im Bereich der frühkindlichen Entwicklung aufmerksam machen und mögliche Wege für die Einführung von Massnahmen zur Förderung der frühkindlichen Entwicklung aufzeigen. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von Kindern unter 3 Jahren und multisektoralen Massnahmen.
Gemäss dem Artikel "Early childhood development: the foundation of sustainable development" vom Oktober 2016 haben in den letzten Jahren diverse Regierungen neue Massnahmen im Bereich der frühkindlichen Entwicklung eingeführt und in deren Finanzierung investiert. Der Handlungsbedarf in der frühkindlichen Entwicklung, die grundlegend ist, um die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen zu erreichen, sei jedoch nach wie vor gross. Die Autoren verweisen dabei darauf, dass die SDG als internationale politische Zielsetzung die Vision und die Rahmenbedingungen für Investitionen in die frühkindliche Entwicklung darstellen (vgl. Entwicklungsziel 4.2).
Die kindliche Entwicklung wird bereits während der Schwangerschaft entscheidend geprägt. Faktoren wie die Ernährung und Gesundheit der Mutter und des Kindes beeinflussen dessen individuelle Entwicklung während des ganzen Lebens. The Lancet empfiehlt deshalb, dass Massnahmen für frühkindliche Entwicklung einen Fokus auf diese prägende Phase, von der Empfängnis bis ins Alter von 2-3 Jahren, legen. Massnahmen müssen zudem sektorenübergerifend und ganzheitlich sein. Dazu gehören Gesundheit, Ernährung, Bildung sowie Kinder- und Sozialschutz.
Auch die kognitive Entwicklung im frühen Kindesalter hat langfristige und weittragende Auswirkungen. Studien in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen zeigen, dass Programme zur Förderung der kognitiven Entwicklung von unterernährten Kindern zu durchschnittlich 25% mehr Einkommen im Erwachsenenalter führen. Umgekehrt haben Wachstumsstörungen in den ersten zwei Lebensjahren negative Auswirkungen auf die Gesundheit als Erwachsener, das Bildungsniveau und das spätere Einkommen. Solche Nachteile, wie Armut und niedrige Bildung, würden von einer Generation auf die nächste übertragen. Nur wenn dieser Zyklus durchbrochen werde, können gemäss den Autoren die SDG erreicht werden.
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