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Im Kanton Freiburg gibt es derzeit einen Wolf. Der Freiburger Staatsrat schreibt in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage, dass Wölfe keine Bedrohung für den Menschen seien und betont, die Zusammenarbeit zwischen dem Kanton und den Landwirten sei gegeben.
Am 12. Januar 2022 kam es im Dorf Chandon im Broyebezirk zu einem Wolfsangriff auf Nutztiere. Daraufhin reichten die Grossräte Jean-Daniel Chardonnens (SVP, Fétigny) und Ivan Thévoz (EDU, Russy) eine parlamentarische Anfrage ein. Darin schrieben sie, dass laut der Vollzugshilfe des Bundesamts für Umwelt zum Wolfsmanagement in der Schweiz die Wiederbesiedlung einer Region durch den Wolf in drei Phasen erfolge. Der Kanton Freiburg befinde sich derzeit in der ersten: der Einwanderung von einzelnen jungen Männchen. Die Grossräte wollten von der Freiburger Regierung wissen, welche Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung und Unterstützung der Viehzüchter getroffen werden und wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, dass sich ein Rudel im Flachland niederlasse.
Nicht kantonal geregelt
In seiner Antwort stellt der Staatsrat klar, dass das Wolfsmanagement nicht auf kantonaler Ebene, sondern innerhalb von Kompartimenten, die aus mehreren Kantonen bestehen, erfolge. Der Kanton Freiburg gehöre zu drei Teil-Kompartimenten: Ia (Jura Süd), IVa (Simme-Saane) und IVc (Rhone Nord). Derzeit befinde sich der Grossteil des Kantons Freiburg in der ersten Phase.
Unterstützung für Landwirte
Seit der Rückkehr des Wolfs im Jahr 2007 arbeiten die kantonalen Ämter eng mit den Landwirtinnen und Landwirten zusammen, um sie bei der Umsetzung von Präventions- und Schutzmassnahmen zu beraten. Finanzielle Unterstützung für Viehzüchter sei in den Bestimmungen des Bundes geregelt. Halter von Tieren, die von grossen Raubtieren getötet oder verletzt werden, werden vollständig entschädigt. Bei einem Angriff werden Landwirtinnen und Landwirte in der Region zudem benachrichtigt, damit sie entsprechend reagieren können.
Wolf ist keine Bedrohung für den Menschen
In seiner Antwort betont der Staatsrat, dass der Wolf keine Bedrohung für den Menschen darstellt und trotz der allgemeinen Zunahme des Wolfsbestands in Europa die Angriffe auf Menschen nicht zugenommen haben. Der Wolf sei ein anpassungsfähiges Tier, «es wäre jedoch unzutreffend zu sagen, dass er sich in jedem Fall und in negativer Weise gegenüber Haustieren und Menschen verändern wird», schreibt der Staatsrat. Sollte dies jedoch geschehen, seien regulierende Eingriffe möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Rudel im Flachland niederlasse, sei von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Derzeit gebe es ein Männchen in der Region, das noch kein Revier begründet hat. Das letzte Rudel im Kanton Freiburg gab es im Jahr 2017.