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Der Kanton Bern ist wie bekannt knapp bei Kasse und muss überall sparen. Gleichzeitig nimmt die Verkehrsnachfrage ständig zu und die Kapazitäten von Strasse und Schiene stossen an ihre Grenzen. In dieser Situation, würde ein Roadpricing nicht nur die Nachfrage dämpfen sondern auch zusätzliche finanzielle Mittel für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur beschaffen. Die heute vorgestellte Studie (Bericht pdf) zur Wirkung von Roadpricing in der Agglomeration Bern ist zwar interessant, mir fehlt aber ein Szenario, das sich vor allem auf Abgaben während den Stosszeiten konzentriert. Im Gegensatz zum Grossraum Zürich beschränken sich die Kapazitätsprobleme im Raum Bern in absehbarer Zeit auf die Morgen- und Abenstunden an den Werktagen. Ein Roadpricing, das dem nicht Rechnung trägt, ist meiner Meinung nach nicht vertretbar.
Umfrage: Soll in der Agglomeration Bern Roadpricing eingeführt werden?
Soll in der Agglomeration Bern Roadpricing eingeführt werden?
- Nein, ich stehe lieber im Stau (39%, 29 Votes)
- Ja, den ganzen Tag wie in London (33%, 25 Votes)
- Ja, aber nur zu Spitzenzeiten (21%, 16 Votes)
- Nein, lieber höhere Motorfahrzeugsteuern (7%, 5 Votes)
Total Voters: 75
Medienmitteilung vom 9.3.2011
Mit der Einführung einer Strassennutzungsabgabe (Roadpricing) könnten die Strassen im Kern der Agglomeration Bern um 15 bis 20 Prozent entlastet und dringend benötigte Einnahmen für neue Verkehrsinfrastrukturen erzielt werden. Zu diesem Schluss kommt eine gemeinsame Studie von Kanton, Region und Stadt Bern. Der Bund soll nun die rechtlichen Voraussetzungen für Pilotversuche schaffen.
Kanton, Region und Stadt Bern haben in einer gemeinsamen Studie untersucht, welche Auswirkungen die Einführung einer Strassennutzungsabgabe (Roadpricing) für die Region Bern hätte. Ausgangspunkt dieser Überlegungen waren der wachsende Verkehrsdruck in der Agglomeration und die schwierige finanzielle Situation der öffentlichen Hand. In zwei Szenarien wurde die Wirkung von Tagespauschalen von fünf bzw. neun Franken für Fahrten innerhalb des Roadpricing-Gebietes untersucht. Dieses umfasst den Kern der Agglomeration, d.h. die Stadt und angrenzende Gemeinden, ohne den Transitverkehr auf den Nationalstrassen.
Mit einer Abgabe von fünf Franken pro Tag könnten die Strassen um 15 bis 20 Prozent entlastet werden. Mit einer Abgabe von neun Franken pro Tag würde sich der Verkehr sogar um fast 30 Prozent verringern. Mehr als die Hälfte des Verkehrs würde sich auf Bahn, Bus und Tram verlagern. Viele Wege würden aber auch zu Fuss zurückgelegt. Es könnten Nettoeinnahmen in der Höhe von rund 230 bzw. 370 Millionen Franken pro Jahr erzielt werden. Diese Mehreinnahmen könnten für den notwendigen Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Entlastung der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler eingesetzt werden.
Kanton, Region und Stadt Bern ziehen aus der Studie den Schluss, dass die Einführung von Roadpricing auch in der Region Bern die gewünschte Verkehrsentlastung und dringend benötigte finanzielle Mittel bringen könnte. Allerdings fehlen derzeit noch die Voraussetzungen im Bundesrecht. Sie fordern deshalb den Bund auf, als nächstes die notwendigen gesetzlichen Grundlagen für die Durchführung von Pilotversuchen zu schaffen. Damit wäre der Weg frei für eine breite politische Diskussion.