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Um 0,74 Grad Celsius hat die globale Durchschnittstemperatur seit 1906 zugenommen. Dass der Mensch Hauptverursacher des Klimawandels ist, wird vom neusten Wissensstandsbericht des IPCC (Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen) bekräftigt. Die Temperaturzunahme wird in erster Linie auf den Ausstoss von Treibhausgasen und grossflächige Waldrodungen zurückgeführt. Die globale Durchschnittstemperatur hat sich mehr oder weniger analog der Entwicklung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre verändert. Während mindestens 800'000 Jahren bewegte sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre in einer Bandbreite von 180 bis 300 ppmv (Anzahl Moleküle pro Million in einem bestimmten Volumen). Die CO2-Emissionen der Menschheit haben seit etwa 1850 zu einer erheblichen Zunahme dieses Wertes geführt. Heute liegt sie bereits über 380 ppmv.
Wissenschaftlich lässt sich gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) nicht eindeutig bestimmen, ab wann eine Veränderung des Klimasystems als gefährlich einzustufen ist, und ab welcher Erwärmung mit unveränderlichen und abrupten Folgen gerechnet werden muss. In der internationalen politischen Diskussion wird eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur um 2 Grad Celsius als kritische Schwelle bezeichnet, welche nicht überschritten werden sollte. Wird diese Marke übertroffen, hat dies weitreichende Auswirkungen auf das Klima. So sind der globale Wasserkreislauf, die Pflanzen- und Tierwelt, die globalen Stoffkreisläufe und viele Bereiche der Gesellschaft unmittelbar von einem Temperaturanstieg betroffen.
Der Wissensstandsbericht der IPCC zeichnet ein düsteres Bild der Auswirkungen aufgrund der klimatischen Veränderungen. Demnach wird sich die Verfügbarkeit von Wasser in zahlreichen Erdregionen verändern: Generell wird in Regionen und zu Zeiten, wo es heute viel regnet, noch mehr Regen fallen, während an Orten und zu Zeiten, wo es bereits heute trocken ist, die Niederschlagsmengen zurückgehen. Überschwemmungen und die von Dürren betroffenen Flächen werden zunehmen. Die Gletscherschmelze, der Rückgang der Schneebedeckung und der Rückgang des Meereises werden den Meeresspiegel weiter ansteigen lassen. Dies führt zu zunehmender Versalzung des Grundwassers und erhöht die Überflutungsgefahr in intensiv genutzten und dicht besiedelten Küstengebieten. Wie hoch der Meerespiegel ansteigen wird, lässt sich nicht definitv bestimmen. 18 ausgewählte Wissenschaftler aus zehn Ländern entscheiden derzeit darüber, welche Ergebnisse aus der Meeresspiegel-Forschung im neusten Uno-Klimabericht berücksichtigt werden.
Schwerwiegende Auswirkungen lassen sich vermeiden und Risiken verringern, wenn möglichst rasch Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemiisionen umgesetzt werden. Aber auch Massnahmen an ein verändertes Klima sind notwendig.