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Tantal zählt zur Gruppe der Übergangsmetalle und verfügt über einen hohen Schmelzpunkt (3017 Grad Celsius) und eine hohe Dichte (16,65 g/cm3), die nur rund ein Fünftel unter der von Gold liegt. Seiner Widerstandsfähigkeit wegen wird Tantal vielseitig industriell verwendet. Durch seinen Glanz und seine Hautfreundlichkeit ist es aber auch für die Uhren- und Schmuckherstellung geeignet.
Als eigenständiges Element ist Tantal seit Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt. Weil es Säuren und anderen Flüssigkeiten gegenüber nicht reagiert, benannte es sein Entdecker, der schwedische Forscher Anders Ekeberg, nach dem griechischen Halbgott Tantalos. Der Sage nach war dieser von Zeus wegen eines Diebstahls in die Unterwelt verbannt worden, wo er in grösster Hitze – unter sprichwörtlich gewordenen Tantalusqualen – vor sich hin schmachten musste. Nach Ekebergs Entdeckung dauerte es ein weiteres Jahrhundert, bis Tantal Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals auf chemischem Weg in reiner Form hergestellt worden ist. Gediegen kommt es in der Natur nicht vor. Häufige Ausgangsmaterialien zur Gewinnung von Tantal bilden Minerale wie etwa Ferrotapiolith oder Manganotantalit. Die jährliche Fördermenge von Tantal beträgt etwa 1500 Tonnen, wobei die Mehrheit tantalhaltiger Erze in Australien und Brasilien abgebaut wird.
Lila-grau glänzende Oberfläche
Rund die Hälfte der jährlichen Tantalfördermenge wird für die Produktion von Kondensatoren (etwa für Mobiltelefone) eingesetzt. Bei Raumtemperatur und bis zu einer Temperatur von 300 Grad Celsius ist reines Tantal durch eine dünne Schicht aus Tantaloxid passiviert und damit vor Oxidation geschützt. Die hautfreundlichen Eigenschaften und seine enorme Härte haben dazu geführt, dass Tantal auch in der Uhren- und Schmuckherstellung eingesetzt wird. In der Uhrenindustrie wurde das Material in den letzten Jahren immer wieder (etwa von Marken wie Blacksand, Vacheron Constantin oder Hublot) für limitierte Auflagen herangezogen, eine grössere serielle Verwendung von Tantal zur Herstellung von Gehäusen fand bislang allerdings nicht statt.
Im Schmuckbereich wurde Tantal bislang ebenfalls selten verwendet, obwohl es sich seiner lila-grauen Farbe wegen beispielsweise effektvoll mit Farbsteinen kombinieren lässt. Als Ausgangsmaterial sind auf dem Markt hochreine Blech- oder Ringrohlinge erhältlich. Spanende Bearbeitung von Tantal durch Fräsen, Feilen, Sägen oder Bohren ist möglich, da Tantal jedoch äussert zäh ist, stumpfen herkömmliche Werkzeuge schnell ab. Wegen des hohen Schmelzpunkts kann Tantal nicht gelötet werden, während Schweissen, etwa mit einem Laserschweissgerät unter Vakuumatmosphäre, bedingt möglich ist. Weil Tantal trotz seiner Zähigkeit relativ weich ist, sind mechanische Bearbeitungsschritte wie Ziehen, Walzen oder Drücken anwendbar. Tantal besitzt zudem die Eigenschaft, im glühenden Zustand Sauerstoff aufzunehmen, wodurch es versprödet und für keine weitere Verwendung verwendbar ist. Durch diesen Schritt gewinnt es aber an Härte und Flexibilität, wodurch auch Schmuckstücke geringer Materialstärke (etwa Drähte oder Bleche) bei ausreichender Stabilität realisiert werden können.