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Allardyce soll sich im August zweimal mit verdeckten Reportern getroffen haben. Im Glauben, es handle sich um Vertreter einer ostasiatischen Firma, habe der 61-Jährige erklärt, wie die Regeln des englischen Fussballverbands FA zum Besitz von Transferrechten umgangen werden können. Ausserdem habe Allardyce mit den angeblichen Investoren einen lukrativen Beratervertrag unterschrieben. Heimliche Filmaufnahmen der Daily Telegraph-Journalisten belegen dies.
Nach den Enthüllungen am Montagabend hatte sich der Verband am Dienstag zu Gesprächen getroffen. Dabei wurde eine Trennung in gegenseitigem Einvernehmen beschlossen. U21-Coach Gareth Southgate wird in den kommenden vier Spielen interimsweise auf der Trainerbank sitzen.
Das Statement der FA:
- «Das Verhalten von Allardyce war eines England-Managers nicht würdig.»
- «Er gesteht ein, dass er einen signifikanten Fehler gemacht hat und entschuldigt sich.»
- «Durch die Ernsthaftigkeit seiner Aktion haben die FA und Allardyce sich im gegenseitigen Einvernehmen geeinigt, den Vertrag per sofort zu beenden.»
- «Das war keine leichte Entscheidung, aber wir mussten die Interessen des Verbandes und den hohen Standard der Verhaltensregeln im Fussball schützen.»
Seit 2008 verbietet die FA, eine Teilhabe an Transferrechten von Spielern zu erwerben. Bei solchen Verträgen sichern sich Investoren einen Anteil an künftigen Transfersummen. Auch die Fifa untersagt diese Verträge, allerdings erst seit 2015.
Nur 1 Spiel an der Seitenlinie
Allardyce hatte erst im Juli das Amt übernommen und sein Debüt als Übungsleiter der «Three Lions» am 4. September im WM-Qualifikationsspiel in der Slowakei gegeben. Die Engländer setzten sich damals dank einem späten Tor von Liverpool-Spieler Adam Lallana mit 1:0 durch.
Allardyce äusserte sich nach seiner Demission betroffen. Es sei eine grosse Ehre gewesen, im Juli zum Trainer ernannt worden zu sein, so der Manager, «nun bin ich über den Ausgang sehr enttäuscht.»
Sendebezug: Radio SRF 3, Nachrichten, 27.09.2016, 22:00 Uhr