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Nun wurden also die Protestanten, mittlerweile ebenfalls eine politische Kraft im Reich, zum Gipfeltreffen, d.h. zum Reichstag nach Augsburg eingeladen. Diese Gelegenheit nutzten sie, um ihre Überzeugungen dem Kaiser darzulegen. Im Grunde aber, und auch das haben Gipfeltreffen so an sich, war schon vor dem Reichstag klar, dass sich die Positionen der beiden Parteien nicht annähern würden. Der Kaiser versuchte sogar, das Haupttraktandum der Protestanten zu übergehen. Das gelang aber nicht, und so wurde heute vor 491 Jahren ein Text verlesen, der später als das Augsburger Bekenntnis bekannt werden sollte.
Die Verlesung nahm zwei Stunden in Anspruch. Doch der Lektor las so klar und deutlich, dass alle Anwesenden problemlos jede Silbe verstanden. Daraufhin verfasste ein ganzer Stab von katholischen Theologen eine Widerlegung des Augsburger Bekenntnisses, welche der Kaiser sogleich billigte. In einigen Punkten stimmten sie den Protestanten ausdrücklich zu. In wichtigen anderen aber lehnten sie deren Haltung ab und forderten eine Rückkehr zur katholischen Überzeugung.
Der Augsburger Reichstag war wohl in jeder Hinsicht ein Gipfeltreffen. Man kam sich nicht wirklich näher, und doch war es gut, dass man miteinander geredet hatte. Immerhin konnten so gewisse Gemeinsamkeiten ausdrücklich festgehalten werden. Das ist nicht nichts.