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Marcel Wick, CEO der Bodensee-Arena
Am 30. April erhielt der «Fanclub SCL Tigers» eine Mail mit diffamierendem Inhalt über Tigers-Geschäftsführer Wolfgang Schickli. Solche Mails kursieren seit zwei Monaten in Langnau. Absender: Marcel Wick, CEO der Bodensee-Arena, und Vater des ZSC-Stürmers Roman Wick.
Zuerst «informierte» er die Verwaltungsräte und die Sponsoren. Doch als weder die Einen noch die Andern reagierten, legte Marcel Wick noch einen drauf. Am 30. April erhielt auch der «Fanclub SCL Tigers» eine Mail vom Niveau «unterste Schublade». Der Inhalt: Übelste Beschimpfungen und Verunglimpfungen der Person Wolfgang Schickli. «Versager» und «Hochstapler» waren die harmlosesten der dargebrachten Schimpfwörter. Zudem folgte die Aufforderung, mitzuhelfen, «diesen Schickli» aus der Eishockey-Szene zu entfernen. Besonders brisant:: Wick verschickte die Mail vom Account seines Arbeitgebers «Bodensee Arena». Vermutlicher Hintergrund: Marcel Wick ist auch der Agent seines Sohnes Roman. Im Frühjahr kündigten die Kloten Flyers den aus ihrer Sicht viel zu teuren Vertrag mit Roman, um ihm danach zu verträglicheren Konditionen einen Achtjahresvertrag anzubieten. Vater und Sohn Wick lehnten jedoch das Angebot ab, mit der Folge, dass Im Sommer 2012 Nationalstürmer Roman Wick zu den ZSC Lions wechselte. Presseberichte und Interviews zeigten, dass dieser spektakuläre Wechsel nicht ohne negative Begleitumstände über die Bühne ging.
Nach Beendigung der Saison 2011/12 hatten die Kloten Flyers ihre massiven finanziellen Probleme zu bereinigen. Verbandspräsident Philippe Gaydoul kaufte den Klub und rettete diesen vor dem Kollaps. Es fand eine personelle Flurbereinigung statt, welche sowohl den beiden Coachs Anders Eldebrink und Felix Hollenstein als auch Sportchef Jürg Schawalder den Job kostete, und zum Abgang von Roman Wick zu den ZSC Lions führte. Klub-Eigner Philippe Gaydoul, der diese Massnahmen anordnete, überliess die «Drecksarbeit» seinem CEO Wolfgang Schickli, der sich darob prompt den Unmut der mit Felix Hollenstein sympathisierenden Zürcher Sportjournalisten zuzog. Von da weg wurde jeder Schritt Schicklis kritisch überwacht und kommentiert. Für viele war er über Monate derjenige, der für die Entlassung der Klotener «Lichtgestalt» Felix Hollenstein verantwortlich war. Erst im vergangenen Februar stellt Flyers VR-Präsident und Eigentümer Philippe Gaydoul klar, dass er selbst die Entlassung Hollensteins befahl.
Wolfgang Schickli äusserte sich sehr enttäuscht und verärgert über die schikanöse Kampagne aus dem Thurgau, die bereits vor 2 Monaten begann. «Herr Wick konnte es offenbar nicht verkraften, dass er nicht mehr so viel Geld aus dem Engagement seines Sohnes bei den Kloten Flyers heraus schlagen konnte, wie er wollte. Was jetzt stattfindet, kann deshalb nur ein Racheakt sein. Offenbar macht mich Marcel Wick für Dinge verantwortlich, die nicht auf meinem Mist gewachsen sind.» Das perfide und hinterhältige Vorgehen von Marcel Wick schadet nicht nur Wolfgang Schickli, sondern auch den SCL Tigers. Die Mails, die auch an einige Sponsoren und Mitglieder des Club 76 gingen, könnten diese verunsichern, und die Geschäfte, die Schickli für das Langnauer Eishockey-Unternehmen tätigen sollte, behindern. Schickli ist sich deshalb bewusst, dass diese Kampagne auch im Interesse der SCL Tigers beendet werden muss, und er überlegt sich deshalb juristische Schritte. «Bisher reagierten wir nicht auf diese geschäfts-schädigenden Mails, denn sowohl der Verwaltungsrat wie auch ich selbst gingen davon aus, dass dies nur eine Phase sein würde, und Herr Wick die Lust am mailen schnell vergehen würde, wenn seine Versuche keine Reaktionen nach sich ziehen. Doch da wir uns mit dieser Annahme täuschten, überlege ich mir, Marcel Wick anzuzeigen, damit er strafrechtlich belangt werden kann. Zudem habe ich den Verwaltungsrat seines Arbeitgebers informiert, dessen Mail-Account er benützte.»
Bewertung
Marcel Wick tut so, als würde er sich Sorgen ums Eishockey machen, und versucht, Wolfgang Schickli auf übelste Weise in ein schlechtes Licht zu stellen. Er scheut sich nicht, mit Schimpfwörtern aus der untersten Schublade aufzutrumpfen. Doch auch auf mehrmalige schriftliche Nachfrage konnte der ehemalige Nationalverteidiger (57 Länderspiele) keinen einzigen konkreten Vorwurf an Schickli formulieren. Es blieb bei den Schimpfwörtern.
Trotzdem: Die fehlerfrei abgefassten Schimpftiraden sind so formuliert, dass sie durchaus geeignet sind, die Leser zu verunsichern. Gerade in Langnau, wo es noch keine 10 Jahre her ist, dass ein gewisser Armin Müller für das «Müller-Loch» sorgte, dessen immer wieder nur ungenügende Stopfung im Sommer 2009 schliesslich fast in den Untergang der SCL Tigers führte, stossen derartige perfide «Informationen» oft auf fruchtbaren Boden.
Wir tun jedenfalls gut daran, Wolfgang Schickli, der kaum vier Wochen im Amt ist, und der nach dem Abstieg der Tiger in die NLB bereits unpopuläre Entscheide zu vertreten hatte, allein nach dessen Arbeit in Langnau zu beurteilen, und uns nicht von irgendwelchen Attacken von ausserhalb ablenken zu lassen. Solche Miesmacher haben nämlich nicht das Wohl der SCL Tigers oder Langnaus im Sinn, sondern lediglich die Demontage einer Person. Wolfgang Schickli können wir aufgrund seiner Arbeit in etwa einem halben Jahr einigermassen schlüssig beurteilen.