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Im Januar 1901 wurde auf der Strasse vor dem Grand Hotel et de Milan in Mailand Stroh ausgelegt, um die Geräusche zu dämpfen. Denn in einer Suite des Hotels lag Giuseppe Verdi im Sterben. Weitere Anekdoten kann man in Drehtür in die grosse Welt von Silke Behl und Eva Gerberding nachlesen.
Jedes Mal, wenn Salvador Dalì abgereist war, musste seine Suite im Meurice in Paris renoviert werden. 1909 scheuchte ein übereifriger Portier im Grand Hotel in Stockholm eine Frau vom roten Teppich, der für die Nobelpreisträger ausgerollt worden war – er wusste nicht, dass es sich um die Preisträgerin Selma Lagerlöf handelte. Theo Lingen bestellte im Vier Jahreszeiten in Hamburg mit Vorliebe den Eintopf aus der Personalkantine. Im Claridge’s in London musste selbst Marlene Dietrich den Nebeneingang benutzen, wenn sie als Frau Hosen trug. Hans Christian Andersen fühlte sich im Hotel d’Angleterre in Kopenhagen sehr wohl. Auf einem Wissenschaftler-Kongress im Metropole in Brüssel trafen sich 1911 Marie Curie und Albert Einstein. Anna Seghers und Bertolt Brecht hatten einen Literaten-Stammtisch im Fürstenhof in Leipzig. Trotz der ganzen Pracht war Richard Wagner vom Danieli in Venedig enttäuscht. Als 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit stattfinden sollten, logierten die Organisatoren vom IOK im Hôtel Grande Bretagne in Athen. Das Negresco in Nizza wurde 1913 mit grossem Trara eröffnet, doch schon ein Jahr später waren die schönen Zeiten vorbei.
Die Autorinnen haben in diesem Buch die 50 schönsten Grandhotels Europas zusammengestellt. Auch die Schweiz ist vertreten. Das Dolder in Zürich galt schon früh als Hochburg der Sportler (Tennis, Golf usw.).