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Das Jahr 1984 hatte es für Manuela Maleeva in sich: Nachdem sie zwei Jahre zuvor noch auf der Juniorinnen-Tour gespielt hatte, eroberte die gebürtige Bulgarin die Profitour mit grossen Schritten.
Im Januar erreichte sie im Alter von 16 Jahren ihren ersten Final bei der Elite, einige Monate später liess sie im Mai in Lugano den ersten Titel folgen. «Die Schweiz hatte deshalb immer einen besonderen Platz in meinem Herzen», erinnert sich Maleeva im Interview mit SRF.
Drei Siege an einem Tag
In der Woche darauf sollte sie beim WTA-Turnier von Perugia etwas schaffen, das vor und nach ihr keiner Spielerin gelang: Maleeva gewann drei Spiele an einem Tag. Bei den Italian Open wurde der Viertelfinal der 17-Jährigen gegen Virginia Ruzici am Freitag wegen Regens unterbrochen – das schlechte Wetter liess erst am Montag wieder Spiele zu.
Ich spielte gegen mein Idol, Evert hatte seit Jahren auf Sand nicht mehr verloren.
Maleeva schlug die Rumänin, musste aber kurz darauf schon zum Halbfinal antreten. Denn da die French Open am selben Tag begannen, musste das Turnier in Perugia schnellstmöglich zu Ende gespielt werden. Maleevas Lauf hielt an.
Duell gegen die grosse Evert
Nach einer kurzen Mittagspause stand dann auch schon das Endspiel gegen Chris Evert an. «Der Finaleinzug war auch für mich eine Überraschung», erinnert sich die heute 53-jährige Maleeva. «Ich spielte gegen mein Idol, Evert hatte seit Jahren auf Sand nicht mehr verloren.» Mit einem 6:3, 6:3-Sieg gegen die langjährige Weltnummer 1 sorgte Maleeva dafür, dass sie den 28. Mai 1984 nie mehr vergass.
Als erst siebte Spielerin schlug die junge Bulgarin die langjährige Weltnummer 1, die einst 125 Spiele in Serie auf Sand gewonnen hatte. Die Revanche folgte indes schnell: In Roland Garros gewann Evert den Achtelfinal.
Ab 1990 für die Schweiz am Start
Doch das trübte das erfolgreiche Jahr für Maleeva keineswegs. 5 weitere Einzeltitel folgten 1984, in ihrer Karriere sammelte sie insgesamt 19 Turniersiege. 1987 heiratete die einstige Nummer 3 der Welt den Schweizer François Fragnière. Ab Januar 1990 trat die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von 1988 bis zu ihrem Rücktritt 1994 für die Schweiz an.