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Indigene schützen die Regenwälder, die wir zerstören
Die indigene Bevölkerung in Ländern wie Brasilien, Peru und Kolumbien nimmt eine grosse Verantwortung für den Schutz der Regenwälder wahr. Dies zeigt ein umfassender Report der UNO. Länder wie die Schweiz dagegen tragen durch ihr Konsumverhalten zur fortschreitenden Zerstörung der grünen Lunge der Erde bei.
Waldbrände, Abholzung und Verschmutzung durch Ölförderung und Bergbau – die Zerstörung der Regenwälder spielt im Zusammenhang mit der Klimakrise und dem ökologischen Kollaps unseres Planeten eine zentrale Rolle. Doch wem gehören eigentlich die Wälder, wer schützt sie und wer beutet sie aus?
Ein umfassender Report der UN-Welternährungsorganisation über die Regenwälder in Lateinamerika liefert eine eindeutige Antwort auf diese Frage: Überall dort, wo die Verwaltung in den Händen von indigenen Gemeinden liegt, sind die Regenwälder besonders gut geschützt. Wo dagegen die Regierungen das Sagen haben oder Nutzungsrechte an Konzerne übertragen wurden, schreitet die Zerstörung und Abholzung in einem besorgniserregenden Ausmass fort. Dies belegen mehr als 300 Studien aus den letzten 20 Jahren, die in den Report der UNO eingeflossen sind.
Die Fläche, die in Lateinamerika noch von Regenwald bedeckt ist, ist so gross wie ganz Europa. Ungefähr die Hälfte davon befindet sich im Amazonasbecken, das sich über Peru, Bolivien, Brasilien, Venezuela und Kolumbien erstreckt. Das Problem besteht darin, dass diese Wälder voll von Bodenschätzen wie Erdöl, Kohle und Gold sind, deren Förderung für die Umwelt sowie auch für die Gesundheit der dort lebenden Menschen tödliche Folgen haben kann.
Damit dürfte es auch zusammenhängen, dass Natur und Umwelt in indigenen Gemeinden besser geschützt werden, denn sie sind diejenigen, die die Konsequenzen der Zerstörung als erstes zu spüren bekommen. Laut des UN-Reports wurden in indigenen Territorien zwischen 2003 und 2016 nur 0,3 Prozent der Kohlevorkommen abgebaut – in nicht geschützten Gebieten waren es 12 Mal mehr. Auch die Abholzungsrate liegt in indigenen Gebieten bedeutend tiefer – in Brasilien zwischen 1982 und 2016 um ganze 66 Prozent.
Dementsprechend betragen die CO2-Emissionen der indigenen Gemeinden nur 2,6 Prozent der Ausstösse der gesamten Region, obwohl sie 28 Prozent der Fläche ausmachen. Insgesamt werden im Amazonasgebiet von Bolivien, Brasilien und Kolumbien auf Grund des Verzichts auf Abholzung und Rohstoffförderung jährlich bis zu 60 Millionen Tonnen CO2-Ausstösse «vermieden» – so viel, als ob man mehr als 12 Millionen Autos aus dem Verkehr ziehen würde.
Und was hat das alles mit uns zu tun? Sehr viel. Nicht nur, weil der Klimakollaps früher oder später auch das Leben in Europa gravierend verändern wird. Sondern vor allem auch, weil die Hauptverantwortung für die Zerstörung der Regenwälder in Ländern wie der Schweiz liegt. Zum Beispiel im Zusammenhang mit unserem Fleischkonsum: Im Schnitt isst die Schweiz ein Kilo Fleisch pro Woche und Person – mehr als 400'000 Tonnen pro Jahr. Die Hälfte des Kraftfutters, das dafür nötig ist, wird importiert, zum Beispiel aus Brasilien, wo für dessen Anbau Regenwald im grossen Stil abgeholzt wird. Würden wir unseren Fleischkonsum auf die Hälfte reduzieren, müssten weder Fleisch noch Futtermittel importiert werden.
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