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Untitled, 2012
Der Clown als eine der traurigsten Figuren des Theaters, stets eine gefühlserstarrte Maskerade tragend, dient ausschliesslich zur Unterhaltung anderer. Handlungen folgen keinem tieferen Sinn, gelangen zu keinem Ziel und sein fortlaufendes Scheitern ist losgelöst von jeglicher Empathie.
Bei der Videoarbeit „Untitled“ sieht man einen jungen, unbekleideten, männlichen Protagonisten, der als Clown geschminkt ist. Dieser streicht mit seinen Händen ca. zwei Minuten lang über einen Kaktus, der eine phallische Form aufweist. Inhaltlich wird mit einer eindeutig bewusst gewählten, plakativen Bildsprache gearbeitet, welche die Thematik der Masturbation auf erster Ebene aufgreift. Zusätzlich wird durch die Virtuosität des Klanges, einem Wassergeplätscher ähnlich, das Gesehene auditiv untermalt. Der Betrachter nimt in erster Linie die Position des Voyeurs ein, bis zu diesem Augenblick wo der Protagonist direkt in die Kamera blickt und den Betrachter als Zusehenden entlarvt und involviert. Zusehen und gesehen werden, ist eine Frage der Position, welche hier im Medium Video durch den direkten Blick durchbrochen wird.