Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/30997

<h2>SubmittedText<h2><p>In seiner Antwort vom 25. Februar 1998 auf die Einfache Anfrage 97.1183 "Mobbing in der Bundesverwaltung" gab der Bundesrat zwar zu, dass auch in der allgemeinen Bundesverwaltung eine Zunahme von Mobbingfällen zu verzeichnen sei. Die Schaffung einer Stelle, die ausschliesslich für Mobbingprobleme zuständig wäre, dränge sich allerdings nicht auf. Im Bereich der Prävention existiere ein rege benütztes Ausbildungsangebot, und zudem beschäftige sich die Sozialberatung der Eidgenössischen Versicherungskasse (EVK); (zur Zeit der Anfrage im Frühjahr 1998) mit der Prüfung weiterer Massnahmen zur Verhinderung von Mobbing in der allgemeinen Bundesverwaltung.</p><p>Auf dem Hintergrund der damaligen Antworten stellen sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende weiterführende Fragen:</p><p>1. Können in der Zwischenzeit genauere Angaben über das Ausmass von Mobbing in der allgemeinen Bundesverwaltung gemacht werden?</p><p>2. Welche Personengruppen sind von Mobbing besonders betroffen?</p><p>3. Genügen die bestehenden Beratungsangebote, oder sind Engpässe festzustellen?</p><p>4. Hat die Sozialberatung der EVK seither neue Massnahmen zur Verhinderung von Mobbing eingeführt?</p><p>5. Bestehen Instrumente zur Erfolgskontrolle über die Beratung und Prävention von Mobbing?</p><p>6. Falls eine solche Erfolgskontrolle durchgeführt wurde, zu welchen Resultaten ist sie gekommen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Es wurden bis heute in der Bundesverwaltung keine Statistiken bezüglich Mobbing geführt. Die Reorganisationen sind in der allgemeinen Bundesverwaltung noch nicht abgeschlossen. Dies erhöht immer noch die Gefahr, dass Mobbing vermehrt auftreten kann, als in so genannten "Normal-Zeiten". Die Thematisierung dieser Konfliktart in der Öffentlichkeit trägt dazu bei, dass vermehrt Hilfe bei der Personal- und Sozialberatung geholt wird. Eine Datenerfassung ist hier im Aufbau.</p><p>2. Mobbing kann grundsätzlich jeden treffen. In der Bundesverwaltung trifft Mobbing auffallend oft Personen, welche sich auch sonst in einer schwierigen Lebenssituation befinden.</p><p>3. Grundsätzlich bestehen für die Bundesangestellten genügend Beratungsangebote, die bereits in der Antwort auf die Einfache Anfrage vom 25. Februar 1998 geschildert wurden (z. B. Personalausschüsse/Betriebskommissionen, Ombudsmann des VBS, Personaldienste). Erweitert wurde das Angebot mit der Besetzung von Vertrauensstellen für die zivilen Departemente. Die Arbeit kann im September 2000 aufgenommen werden. Eine entsprechende Information der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird stattfinden. Gelegentlich auftretende Engpässe bei der Personal- und Sozialberatung haben ihre Ursache nicht in der Anzahl von Mobbingfällen.</p><p>4. Die Sektion Sozialwesen ist heute unter dem Dach des Eidgenössischen Personalamtes und trägt den Namen Personal- und Sozialberatung. Damit diese Beratungsstelle mit Regionalstellen in Zürich, Luzern, Thun und Lausanne allen Mitarbeitenden bekannt ist, wurde im Mai 2000 an die Lohnadresse ein Prospekt versandt. Im Weiteren wird Ende Oktober 2000 eine Dokumentation zur Verfügung stehen, inklusive Leitfaden für die Lösung von Mobbingkonflikten. Diese Dokumentation/Informationsschrift (analog zur sexuellen Belästigung, jedoch in einem kleineren, kompakten Umfang) wird sowohl breit gestreut werden als auch über das Intranet zugänglich sein und soll einen Beitrag zur Verhinderung von Mobbing leisten. </p><p>Weitere Massnahmen sind geplant (z. B. Modul in den Führungsausbildungen und Informationsveranstaltungen).</p><p>5. Zurzeit bestehen keine Instrumente zur Erfolgskontrolle über die Beratung von Mobbing. Die Personal- und Sozialberatung hat viele Beratungen in Konflikten (systematische Erfassung ist im Aufbau), die nicht in jedem Fall bis zu Mobbing gehen, aber als solches von der Rat suchenden Person bezeichnet werden. Es geht immer darum, eine konstruktive Lösung zu finden. Wenn diese gefunden werden kann, dann ist dies als Erfolg zu bezeichnen.</p><p>Eine eigentliche Erfolgskontrolle ist schwierig. Die Auswirkungen von Prävention, z. B. in der Führungsschulung und in den Seminaren "Konfliktmanagement", können kaum gemessen werden, tragen aber zum "Erfolg" bei.</p><p>6. Es wurden bis heute keine Erfolgskontrollen durchgeführt. Diskussionen zur Definition von dafür geeigneten Instrumenten werden im Eidgenössischen Personalamt geführt.</p>  Antwort des Bundesrates.