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Ich lese kapitelweise aus der Summe der Theologie des mittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin (1225-1274). Im ersten Kapitel des ersten Teils geht es um Beschaffenheit und Umfang der heiligen Wissenschaft.
Er hebt den Offenbarungscharakter der Heiligen Schrift hervor. Durch diese wurden “dem Menschen einige Wahrheiten durch Offenbarung mitgeteilt …, welche die Begriffskraft der menschlichen Vernunft überragen.” Andererseits wäre der Mensch “durch Offenbarung von seiten Gottes unterrichtet …: nämlich für das leichtere Verständnis der rein natürlichen Wahrheiten.”
Jede Wissenschaft, so von Aquin, ist von ersten, nicht hintertragbaren Prinzipien geleitet. So müssen “jeglicher wahren Wissenschaft Principien (sic) zu Grunde liegen müssen, welche durch und aus sich allein anerkannt sind, nämlich keinerlei weiteren Beweises bedürfen”. So “nimmt die heilige Wissenschaft an und glaubt die Principien, welche von Gott geoffenbart worden.” Ja, “gerade die Offenbarung liefert ihr die maßgebenden Principien (sic) und somit den ganzen Grund ihres Seins”. “Sie entlehnt ihre Principien (sic) nicht der natürlichen Wissenschaft, sondern sie hat dieselben vermittelst der Offenbarung.”
Die Geschöpfe werden stets in Beziehung zu Gott gesehen, “weil sie zu Gott als ihrem ersten wirkenden Grunde und ihrem letzten Zwecke Beziehung haben”. Sie erstreckt sich auf die menschlichen Handlungen insofern, als “der Mensch durch dieselben zur vollkommenen Erkenntnis Gottes geführt wird, worin die Seligkeit des Menschen besteht”.