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Carlos Alcaraz und Casper Ruud spielen am Sonntag im US-Open-Final darum, wer ab nächster Woche die Nummer 1 der Welt ist.
Der Spanier Alcaraz gewann im zweiten Halbfinals gegen den als Nummer 22 gesetzten Amerikaner Frances Tiafoe mit 6:7 (6:8), 6:3, 6:1, 6:7 (5:7), 6:3 seinen dritten Fünfsätzer in sechs Tagen. Zuvor gewann der Norweger Ruud ebenfalls in vier Sätzen 7:6 (7:5), 6:2, 5:7, 6:2 gegen den als Nummer 27 gesetzten Russen Karen Chatschanow durch.
Für Alcaraz wird es der erste Grand-Slam-Final sein, für Ruud der zweite, nachdem er am French Open gegen Rafael Nadal verlor. Der Sieger des Finals wird den bereits im Achtelfinal gescheiterten Daniil Medwedew am Montag als Leader der Weltrangliste ablösen.
Marathon-Man Alcaraz wieder in fünf Sätzen
Alcaraz würde mit 19 Jahren und vier Monaten Lleyton Hewitt als jüngste Nummer 1 der Geschichte entthronen. Obwohl er zwei Tage zuvor fünfeinviertel Stunden und bis um 2:50 Uhr in der Früh gegen Jannik Sinner gekämpft hatte, war er im fünften Satz erneut nicht zu bezwingen.
Tiafoe verbesserte seine Tiebreak-Bilanz im Turnier auf unglaubliche 8:0, während Alcaraz alle seine vier verloren hat Im Duell der beiden Halbfinal-Debütanten war er aber insgesamt der bessere Spieler. Die erneut 4:22 Stunden Spielzeit dürfte er aber am Sonntag noch spüren. Eine Stunde weniger wäre es gewesen, hätte der Spanier einen Matchball im vierten Satz genützt. Die USA warten nun schon seit 2003 und Andy Roddick auf einen Champion am Heimturnier.
Der ebenfalls erst 23-jährige Ruud ist für viele der überraschendere Anwärter auf die Nummer 1. Still und heimlich brachte sich der einstige Sandspezialist und je zweifache Sieger der ATP-Turniere in Genf und Gstaad in diese Position – und erreichte nun erstmals am US Open den Final. Der Gewinn des ersten Satzes brachte gegen Chatschanow bereits eine kleine Vorentscheidung. Den Punkt zum 7:5 im Tiebreak gewann der Norweger nach einem Ballwechsel mit 55 (!) Schlägen.
Auch auf den Verlust des dritten Satzes reagierte er postwendend mit zwei Breaks. Der 26-jährige Russe konnte in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinal nicht an seine Glanzleistung beim Fünfsatz-Erfolg gegen Nick Kyrgios anknüpfen, der nach seinem Sieg gegen Titelverteidiger Medwedew zum Topfavoriten aufgestiegen war.
Kein Gegner aus den Top Ten
Weder Alcaraz noch Ruud mussten auf dem Weg in den Final einen Gegner aus den Top Ten bezwingen. Diese wurden ihnen von anderen aus dem Weg geräumt. Als Lohn spielen sie nun um die Spitze der Weltrangliste. «Da werden sicher auch die Nerven eine Rolle spielen», glaubt der Norweger. Er hat beide bisherigen Duelle gegen Alcaraz verloren, zuletzt im April in Miami im Final, und geht eher als Aussenseiter ins Endspiel.
Dafür hat er dem Spanier die Erfahrung eines Grand-Slam-Finals voraus – und bestimmt auch die grössere Frische. «Er spielt unglaublich, aber ich werde nochmals alles geben. Und hoffentlich den Final auch geniessen.»