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Der zweithäufigste Typ des Schilddrüsenkarzinoms wird als follikuläres Schilddrüsenkarzinom (FSK) bezeichnet. Obwohl es sich hierbei um einen gut differentierten Tumor handelt, wächst er doch intensiv und neigt zur Metastasenbildung.
Die Symptome, die sich im Zusammenhang mit einem FSK entwickeln, sind meist auf lokale Masseneffekte zurückzuführen, da dieser Tumor für gewöhnlich nicht hormonell aktiv ist. Betroffene werden daher mit einer asymmetrischen, palpierbaren Umfangsvermehrung unterhalb des Kehlkopfes vorstellig. Aufgrund der räumlichen Nähe zum Larynx sind viele Patienten heiser oder dysphonisch. Zum Teil klagen sie auch Schwierigkeiten beim Abschlucken fester Nahrung, seltener beim Schlucken von Wasser. Die Dysphagie kann mit einer Dyspnoe einhergehen. Wenn der Tumor Druck auf den Nervus laryngeus recurrens ausübt, verschlimmern sich die zuvor genannten Symptome und die Betroffenen husten. Eine FSK wächst in der Regel langsam.
In der Anamnese und in der Allgemeinuntersuchung sollten folgende Punkte abgeklärt werden:
Das FSK kann zum Zeitpunkt der Erstvorstellung bereits metastasiert haben. Deshalb ist es möglich, dass Symptome, die aus funktionellen Störungen der Lunge, Leber oder Knochen resultieren, dass klinische Bild dominieren. In diesem Kontext ist besonders auf eine Belastungsintoleranz, Schmerzen im Oberbauch, Ikterus und pathologische Frakturen zu achten.
Bei Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom ist zunächst sonographisch dessen genaue Lage und Größe zu bestimmen. FSK wachsen zumeist als solitäre Tumore, die die Kapsel der Schilddrüsenlappen nicht infiltrieren. Um Metastasen zu identifizieren, eignet sich die Szintigraphie besser. Da dieses Verfahren auf der Anreicherung von radioaktivem Jod im Gewebe basiert, ist seine Sensitivität zur Detektion von nicht hormonell aktiven Schilddrüsentumoren jedoch ebenfalls eingeschränkt. Falls histologische Ergebnisse also auf ein FSK hinweisen, ist eine Computer- oder Magnetresonanztomographie angezeigt [4]. Etwa 10% aller FSK-Patienten weisen bei der Diagnosestellung bereits Metastasen auf.
Die histologische Analyse einer Gewebeprobe ist notwendig, um herauszufinden, ob ein Schilddrüsentumor benigne oder maligne ist, und welchem Subtyp er zuzuordnen ist. Unter dem Mikroskop lässt sich ebenfalls erkennen, wie stark invasiv ein Karzinom wächst. Obwohl die Untersuchung von Feinnadelaspiraten diesbezüglich wertvolle Ergebnisse liefern kann - die Morphologie der Zellkerne lässt beispielsweise ein papilläres Schilddrüsenkarzinom erkennen - sind häufig umfangreichere Proben notwendig, um eine präzise Diagnose stellen und eine Prognose abgeben zu können. In Bezug auf das FSK stellt insbesondere die Beurteilung der Invasivität des Tumors eine Herausforderung dar [5], weshalb bei entsprechenden Verdacht nicht selten eine gleichzeitig therapeutische Resektion der Neoplasie erfolgt, um eine aussagekräftige Probe zu erhalten.
Die Serumkonzentrationen der Hormone TSH, T4 und T3 sowie des Thyreoglobulins sollten gemessen werden. Hormonell aktive Schilddrüsenkarzinome provozieren einen Anstieg der Konzentrationen von T4, T3 und des Thyreoglobulins, während der TSH-Spiegel aufgrund der autonomen Hormonproduktion sinkt. Ein TSH-Suppressionstest kann durchgeführt werden, um eben diesen Umstand zu bestätigen, aber falsch negative Resultate sind nicht selten. Ein wesentlicher Anteil hormonproduzierender Schilddrüsentumore reagiert durchaus auf eine TSH-Suppression. Es muss auch gesagt werden, dass es sich hierbei nicht um Ausschlusskriterien für ein FSK handelt, da dieser Tumor meist keine Hormone freisetzt.