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Lebenslauf von Georges Baklanoff
Georges Baklanoff wurde am 18. Januar 1882 in St. Petersburg geboren.
Schon im Jugendalter erwachte sein Wunsch, Sänger zu werden. In Moskau studierte er Rechtswissenschaften und nahm gleichzeitig Gesangsunterricht. Er brach sein Studium jedoch ab, um in St. Petersburg beim berühmten russischen Tenor Ippolyt Pryanishnikov Gesangsunterricht zu nehmen. Ab 1902 studierte Baklanoff bei Vittorio Vanzo (Opern-Kappellmeister) in Mailand Gesang und lernte bei ihm, Rollen zu charakterisieren und dramatisch zu gestalten.
1903 erfolgte in Kiew sein Durchbruch als „Dämon“ in der gleichnamigen Oper von Anton Rubinstein.
Ebenso erfolgreich verlief sein Engagement – ab 1905 – am Bolschoi-Theater Moskau, wo er zum Kammersänger ernannt wurde.
Es folgten Gastspiele in Europa und Amerika: Covent Garden London, Scala di Milano, Wien, Berlin, Prag, Basel, Brünn, Monte Carlo, Mannheim, Dortmund, Essen, Metropolitan New York, Philadelphia, Chicago, Boston u.a.
Aus Überzeugung sang er seine Rollen in den jeweiligen Originalsprachen, um den Intentionen der Komponisten zu entsprechen. Er liebte Sprachen, sprach fliesssend Russisch, Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch.
Nach der russischen Revolution von 1917 wurde Georges Baklanoff amerikanischer Staatsbürger.
Er heiratete die deutsche Schauspielerin Aenne Gebhard, die als Anna Baklanoff sein Impresario wurde.
1920 kaufte er ein Landgut in der Nähe von Berlin. Dort verbrachte er die Zeit zwischen seinen ausgedehnten Gastspielreisen.
1922 kam seine Tochter zur Welt. Baklanoffs Gattin und seine Tochter begleiteten ihn weltweit auf allen seinen Tourneen.
Seit 1932 hatte die Familie ihren Wohnsitz in Basel (Schweiz), wo Baklanoff am 6. Dezember 1938 an Angina Pectoris starb.
Als Mephisto trat er am 15. Januar 1938 im Basler Stadt-Theater zum letzten Mal auf.
Am Lago di Lugano im Tessin (Schweiz), auf dem Friedhof von Morcote, befindet sich Baklanoffs Grab, in der Nähe jener des Schauspielers Alexander Moissi und des Komponisten Eugène D’Albert. In D’Alberts Oper „Tiefland“ sang Baklanoff den Sebastiano und in „Mister Wu“ (Erstaufführung in der Volksoper Wien, 1932 – 1933) die Titelrolle.
Georges Baklanoffs künstlerischer Nachlass (Platten, Fotos, Kritiken, Kostüme und Büsten sowie Noten und Briefe) wird im Institut für Theaterwissenschaft (vormals „Theatersammlung“) in Bern aufbewahrt.