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(lat., Stabreim), die älteste Reimform der german. Volksstämme, beruht auf dem
vokalischen Anlaut oder der Wiederholung gleichklingender Konsonanten am Anfang der einzelnen Wörter oder Silben und stellt
sich in der einfachsten Form in volkstümlichen Redefiguren dar, wie: Mann und Maus, Land und Leute, Haus und Hof.
[* 4] Künstlerischen
Gebrauch haben von der Allitteration die altdeutsche und die nordische Dichtkunst gemacht. Als Gesetz für die strengere
Allitteration galt hier, daß jede epische Langzeile, welche aus acht Hebungen bestand, drei derselben mit gleichen Anfangsbuchstaben
enthielt, von denen zwei in den ersten, die dritte in den zweiten Abschnitt des Verses fielen.
Die Verse werden nicht nach Silben, sondern nach jenen acht Hebungen gemessen, unter denen die drei allitterierenden
als ganz besonders bedeutungsvoll hervorragen. Dem Dichter gewährt daher die Allitteration größere Freiheit als unsre Reimversmaße
und den Vorteil, daß er besondern Nachdruck auf gewisse Wörter legen kann, wodurch nicht selten ein überraschender Effekt
hervorgebracht wird. Soll der Stabreim gut sein, so dürfen in den Versen keine andern allitterierenden
Wörter vorkommen; auch vier Reimbuchstaben in einer und derselben Langzeile gelten nach der alten Regel für fehlerhaft.