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"Camp West" ist eine westliche terroristische Organisation, die Mitglieder rekrutiert, um sie in einem Lager gegen eine vermeintliche Gefahr vorzubereiten, welche durch das Fremde ausgeht. Die beiden in Zürich lebenden Künstler Stefan Baltensperger (1976) und David Siepert (1983) gründeten eine fiktive Institution mit zwielichtigem patriotischem Gedankengut und inszenieren diese in der Realität medial.
Das Werk reflektiert die in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden fremdenfeindlichen Verhaltensmuster der westlichen Gesellschaft und untersucht deren Potenzial als Nährboden extremistischen Gedankenguts. Durch partielle Überzeichnung demaskiert "Camp West" die Funktion der Medien, indem es diese zielgerichtet manipuliert und sie als Generator persönlicher Meinungen benutzt.
Obwohl sich Siepert und Baltensperger nicht als Künstlerkollektiv verstehen, arbeiten sie zusammen in einem gemeinsamen Atelier an Fragestellungen zur Produktion von Identität innerhalb zeitgenössischer kultureller Strukturen. Für das letzte von Susanne König kuratierte Ausstellungsprojekt in der Kunstétage realisieren sie ein Experiment, das zwischen Realität und Fiktion balanciert. Die Ausstellung präsentiert die echten Kommentare aus dem Internet, welche auf das inszenierte Projekt „Camp West“ folgten. Sie lädt das Publikum ein, seine eigene Position zu definieren. Das Ziel der Ausstellung ist, die Leute zum Nachdenken zu bringen und einen Diskurs anzuregen.
"kunstetage" / Sihlquai 55, 8005 Zürich