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Bioaktionspläne umfassen in der Regel eine Reihe von Massnahmen, mit denen der Biolandbau in einem Land oder einer Region gefördert wird. Dazu gehören Massnahmen wie:
- Information und Bewusstseinsbildung
Das Wissen über Biolebensmittel und Biolandwirtschaft ist bei den Konsumentinnen und Konsumenten und anderen Marktakteuren sehr unterschiedlich.
Viele haben ein Interesse daran, mehr über Biolandwirtschaft zu wissen, haben aber keinen sofortigen Zugang zu Informationen oder sehen solche nicht als direkt relevant für ihre Arbeit an. Die aktive Hervorhebung der Vorteile von Biolebensmitteln und der Biolandwirtschaft - einschliesslich der Förderung der nationalen Biolabels und des EU-Biologos - können helfen die Anerkennung dieser Produktionsweise zu erhöhen oder falsche Vorstellungen zu korrigieren.
- Aus- und Weiterbildung
Obwohl der biologische Landbau eine wissensintensive Art der Landwirtschaft ist, wird er oft nur ungenügend in Ausbildung und Beratung berücksichtigt. Viele der landwirtschaftlichen Praktiken in der biologischen Produktion sind bei den Lehr- und Beratungskräften zu wenig bekannt.
Menschen, die im Handel und im Verkauf mit Bioprodukten zu tun haben, benötigen ein besonderes Verständnis der Besonderheiten dieser Produktion und des Wertes für die Konsumentinnen und Konsumenten. Dieses Verständnis kann mit Weiterbildungs- und Beratungsangeboten gefördert werden.
- Forschung und Innovation
Weltweit wird nur ein Prozent der landwirtschaftlichen Forschungsförderung gezielt im Biosektor eingesetzt. Diese Finanzierung ist unzureichend, um Investitionen und Innovationen zur Entwicklung dieses schnell wachsenden Sektors zu stimulieren, insbesondere bei KMU.
Bioaktionspläne können darauf abzielen, dies zu korrigieren, insbesondere durch die Ermittlung des Forschungsbedarfs des Biosektors und die Bereitstellung finanzieller Mittel, damit dieser auf die gesellschaftlichen Herausforderungen und politische Ziele reagieren kann.
- Unterstützung der Produktion
Zur Verbesserung des Angebotes an Bioprodukten verwenden die meisten Länder - auch solche ohne Bioaktionspläne - Direktzahlungen sowohl für die Umstellung als auch die Beibehaltung.
Bioaktionspläne können auch dazu beitragen, spezielle Sektoren zu entwickeln wie etwa die Milch- oder die Obstproduktion. Sie können die Produktionskapazitäten in speziellen Bereichen stärken, etwa durch Beratungsangebote oder Investitionen in die Infrastruktur.
- Marktentwicklung
Historisch gesehen war die öffentliche Unterstützung für den Biolandbau vor allem auf die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion mittels Direktzahlungen fokussiert.
Vermehrt werden in Bioaktionsplänen auch die Werbung und Marktentwicklung, einschliesslich Unterstützung kurzer Versorgungsketten gefördert und priorisiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Lebensmittelbeschaffung für öffentliche Einrichtungen und der Förderung des Exports gegeben.
- Kontrolle, Zertifizierung und gesetzliche Regelung
Der Biosektor entwickelt und verbessert sich kontinuierlich. Deshalb kann es notwendig werden, die Kontrolle und Zertifizierungssysteme an die veränderten Gegebenheiten anzupassen und zu optimieren. Auch ist es wichtig, die entsprechenden gesetzlichen Verordnungen/Richtlinien anzupassen und die Änderungen zu kommunizieren.