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Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Helmut Hubacher war ein Schweizer Politiker (SP), Gewerkschafter, Chefredaktor, Autor und Kolumnist. Von 1963 bis 1997 gehörte er dem Nationalrat an und von 1975 bis 1990 präsidierte er die Sozialdemokratische Partei der Schweiz, die sich unter seinem Präsidium von einer klassischen Arbeiterpartei zu einer Linkspartei der neuen Mittelschichten entwickelte: Zwar stand die soziale Frage weiterhin im Mittelpunkt, neu wurden aber auch Umwelt- und Frauenthemen breit diskutiert. 1953-1963 war er zudem als Gewerkschaftssekretär des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), 1963-1972 als Chefredaktor der Basler Arbeiterzeitung und 1972-1991 als Sekretär des Basler Gewerkschaftsbunds tätig.
Politisiert wurde der 1926 im bernischen Krauchthal geborene Helmut Hubacher von seinem beim Metallarbeiterverband aktiven Grossvater, bei welchem er aufwuchs. Im Rahmen seiner Lehre als Stationsbeamter bei der SBB (1942-1944) kam Hubacher nach Basel. 1947 schloss er sich der sozialdemokratischen Jugendorganisation an. Seine politische Karriere begann 1956 im Baselstädtischen Grossrat, bald darauf rutschte er in den Nationalrat nach. Im gleichen Jahr, in dem er sein Amt als Nationalrat antrat (1963), nahm er die Arbeit als Chefredaktor der Basler Arbeiterzeitung auf. Nationale Bekanntheit erlangte Helmut Hubacher erstmals 1965, als er als Mitglied der Finanzdelegation die geheimen Atombombenpläne der Schweiz aufdeckte.
Politisch engagierte er sich in den fünf ständigen Kommissionen des Nationalrats, unter anderem 1963-1969 in der Finanzkommission und 1972-1997 mit Unterbrüchen in der sicherheitspolitischen Kommission. In letzterer kritisierte er mehrfach die offizielle Politik des Eidgenössischen Militärdepartements (EMD), trat für eine Verkleinerung der Armee ein und opponierte gegen aus seiner Optik überrissene und überzahlte Rüstungsaufträge wie das Florida-Frühwarn-Radarsystem, den Panzer 68, den Leopard-2-Panzer und die Beschaffung der F/A-18-Kampfjets. Helmut Hubacher galt landesweit als geschickter Debattierer und scharfer Kritiker. Wegen seines Werks Schwarzbuch EMD (1979) wurde er vom Bundesrat getadelt, nachdem dieser ihm vorwarf, das «landesübliche Mass an Kritik» überschritten zu haben. Trotz seiner Kritik bekannte sich Hubacher jedoch auch stets zur Landesverteidigung. In den über 50 Jahren, in denen Helmut Hubacher politisch aktiv war, konnte die SP einige gewichtige Erfolge feiern. Neben dem Wandel innerhalb der Partei sind insbesondere die Einführung des Frauenstimmrechts und der Ausbau der AHV zu nennen. Helmut Hubacher mit seiner Hartnäckigkeit, Direktheit, Sachlichkeit und mit seinem Optimismus spielte dabei eine zentrale Rolle.
Auch nach seinem Rücktritt blieb Helmut Hubacher in der Öffentlichkeit präsent und gestaltete bis zu seinem Tod mit prägnanten Texten und Reden den politischen Diskurs mit. «Politik ist mein Leben. Ich kann das nicht einfach abstellen», sagte er an seinem neunzigsten Geburtstag. Zuletzt lebte er mit seiner Frau Gret im Kanton Jura, wo er Bücher schrieb und für die Basler Zeitung, den Blick und für die Schweizer Illustrierte Kolumnen verfasste – stets auf der Schreibmaschine.
Bewertung und Kassation
Kassiert wurden Dubletten und Mehrfachexemplare. Ferner wurden Amtsdruckschriften des Bundes (Bundesblatt, Amtliches Bulletin, Gechäftsberichte des Bundesrats) ausgeschieden und kassiert. Bei der Bearbeitung des Bestandes wurden Dossiers teilweise neu zusammengestellt und/oder chronologisch neu geordnet.