Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/166280

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, den Preisunterschied zwischen Konsumgütern und Dienstleistungen, die speziell an Frauen gerichtet sind, und Konsumgütern und Dienstleistungen, die speziell an Männer gerichtet sind, zu untersuchen. Er wird gegebenenfalls Massnahmen vorschlagen, um ungerechtfertigte Ungleichheiten zu beseitigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es ist aus Sicht des Bundesrates nicht sicher, ob die in New York beobachteten Preisdifferenzen im gleichen Ausmass auch in der Schweiz vorkommen.</p><p>So kommt zum Beispiel ein auf einer breit abgestützten statistischen Umfrage basierender Bericht der französischen Regierung vom Dezember 2015 zuhanden des Parlamentes (vgl. <a href="http://www.economie.qouv.fr/files/files/PDF/rapport parlement woman-tax.odf">http://www.economie.qouv.fr/files/files/PDF/rapport parlement woman-tax.odf</a>) zum Schluss, dass Mehrkosten für Frauen nicht erwiesen seien, zumal die Preisdifferenzen zwischen den Geschlechtern je nach Produkt sowohl zum Nachteil der Männer als auch zum Nachteil der Frauen ausfallen können.</p><p>Es ist folglich durchaus möglich, dass auch in der Schweiz je nach Konsumentensegment geschlechterspezifische Preisunterschiede bestehen. So ist beim erwähnten Beispiel der Coiffeurgeschäfte davon auszugehen, dass einige Salons unterschiedliche Tarife anwenden, während andere für Frauen und Männer die gleichen Preise festsetzen. Ein Teil der Preisdifferenz ist unter Umständen aber auch darauf zurückzuführen, dass sich die Qualität der Dienstleistung unterscheidet, andere Produkte verwendet werden oder der Stil ein anderer ist usw.</p><p>Aus Sicht des Bundesrates ist es nicht nötig, über die bereits bestehenden Regulierungen hinaus weitere Massnahmen festzulegen. Es reicht, wenn lautere Geschäftspraktiken zur Anwendung kommen, das heisst insbesondere, dass die Preise klar ausgewiesen und angeschrieben sind.</p><p>Im Rahmen des Legislaturprogramms hat der Bundesrat im Bereich der Gleichstellung die Umsetzung der Lohngleichheit sowie die Förderung der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Prioritäten definiert. Die verlangten Untersuchungen sind aufwendig und würden aus Sicht des Bundesrates unverhältnismässig hohe Kosten verursachen. Diese Mittel würden dann aber für die Umsetzung der Prioritäten des Legislaturprogramms fehlen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.