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Als Dienstleistung bezeichne ich eine Ware, die nicht als materielles Produkt, sondern als vertragliche geregelte Arbeitsleistung erscheint. Im gängigen Recht werden Werk- und Dienstvertrag unterschieden. Beim Werkvertrag verpflichtet sich der Leistungserbringer zu einem konkreten Resultat, die Autowerkstatt etwa schuldet die Reparatur. Beim Dienstvertrag wird der Leistungserbringer lediglich zu qualifizierten Aufwendungen verpflichtet, ein Arzt schuldet eine Behandlung, aber keine Heilung.
Der Dienstleistungsvertrag reflektiert, dass der Warenwert auf der Arbeit beruht und dass es Arbeiten gibt, die sich nicht in materiellen Produkten niederschlagen.
Moralisch problematische Dienstleistung bieten beispielsweise Huren (Prostitution) und bestimmte Kreditinstitute (Zins) an. Prostitution und Zinsnehmen wird in allen Religionen als unmoralische Aneignung dargestellt. Jede Moral hat einen Kontext.
Die politische Ökonomie unterscheidet Wirtschaftssektoren, wobei im tertiären hauptsächlich Dienstleistungen anfallen.
Literatur:
Buchenberg, W.: Marx über Dienstleistungen
„Ein Schauspieler z.B. ... ist hiernach ein produktiver Arbeiter, wenn er im Dienst eines Kapitalisten ... arbeitet, dem er mehr Arbeit zurückgibt, als er in der Form des Lohns von ihm erhält, während ein Flickschneider, der zu dem Kapitalisten ins Haus kommt und ihm seine Hosen flickt, ihm einen bloßen Gebrauchswert schafft, ein unproduktiver Arbeiter ist. Die Arbeit des ersteren tauscht sich gegen Kapital aus, die des zweiten gegen Revenue (= Konsumausgaben). Die erstere schafft einen Mehrwert; in der zweiten verzehrt sich eine Revenue.“ K. Marx, Theorien über produktive und unproduktive Arbeit, MEW 26.1, 127.