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Eulen und Käuze spielen wohl wegen ihrer geheimnisvollen Lebensweise eine wichtige Rolle im Volks- und Aberglauben. Sie kommen auch in zahlreichen Sprichwörtern und Redewendungen vor und fanden Eingang in die Literatur.
Der Ruf des Waldkauzes flösste früher den Leuten Angst ein. Woher kommt diese Angst?
In Zeiten, in denen noch keine Strassenlampen die Nacht erhellten, wusste man nicht, von welchen Unwesen die unheimliche Stimme stammte, die man vielleicht vernahm, wenn ein Kauz in der Nacht rief. Möglicherweise spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass in den Parkanlagen rund um Friedhöfe gerne Käuze brüteten. Schnell fand man so einen Zusammenhang zwischen deren Gesang und den Toten.
Das Sprichwort «Eulen nach Athen tragen» bedeutet «Etwas Überflüssiges tun».
Woher stammt diese Redewendung?
Es gibt zwei Erklärungen, wobei ich nicht weiss, welche richtig ist. In der Antike gab es in Athen sehr viele Steinkäuze – mehr als in der Umgebung. Weitere «Eulen nach Athen tragen» wäre also nicht sinnvoll gewesen.
Der Begriff «Eule» bezeichnete im alten Griechenland aber auch Geld, genauer gesagt eine Münze. Da Athen reicher war als die übrigen Gebiete, könnte das Sprichwort darauf hindeuten, dass die Griechen nicht gewillt waren, weiteres Geld nach Athen zu bringen.
Die Eule wird mit Weisheit in Verbindung gebracht. Weshalb bekam der Vogel diese Ehrbezeugung?
In der griechischen Mythologie war der Steinkauz der Lieblingsvogel von Athene, der Göttin der Weisheit.
Besondere Bekanntheit haben die Eulen durch Harry Potter erlangt. Welcher Art kann man «Hedwig», seine treue Begleiterin, zuordnen?
Die weisse Eule «Hedwig» ist eine Schneeeule.
Bei den Senslern heisst die Eule «Huuri». Woher stammt diese Bezeichnung?
«Huuri» dürfte darauf zurückzuführen sein, dass der Gesang des Waldkauzes, unsere häufigste Eulenart, etwa so tönt wie: «huuuu, hu huhuhu».
Wenn die Sensler jemanden als «komischa Chutz» oder eine Frau als «Wiggla» bezeichnen, ist das doch sehr abwertend gemeint. Woher hat der Vogel dieses negative Image?
Der Begriff «Wiggla» ist eine Deutschfreiburger Bezeichnung für den Steinkauz, der noch vor Jahrzehnten in tieferen Lagen häufig vorkam. Möglich, dass eine Frau, die etwas zurückgezogen und heimlich lebte, als «Wiggla» beschimpft wurde, da sie gewisse Wesenszüge eines Steinkauzes hatte. Ebenso bezeichnete man ursprünglich wohl Menschen, die zurückgezogen lebten und den anderen Leuten etwas unheimlich waren, als «a komischa Chutz».