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Hotellerie
Campingferien könnten 2023 bis zu 20 Prozent teurer sein
Die Online-Campingsuchmaschine JetCamp hat eine Umfrage unter 100 Campingplatzbesitzern und -betreibern aus 15 europäischen Ländern durchgeführt. Ziel war es, mit den Ergebnissen den Urlaubern bei der Planung ihrer Ferien und den Campingplatzbesitzern bei ihren Geschäftsentscheidungen in der gegenwärtigen unsicheren Wirtschaftslage zu helfen.
90 Prozent der befragten Campingplätze wollen die Preise für 2023 erhöhen. 70 Prozent planen Preiserhöhungen von ein bis 20 Prozent, fast die Hälfte davon will die Preise um sechs bis zehn Prozent erhöhen. Weitere 13 Prozent der Befragten geben an, dass sie eine dynamische Preisgestaltung verwenden werden, bei der der Preis durch Steigerungen oder Senkungen der Betriebskosten bestimmt wird.
Bei einer Branchenveranstaltung im Papillon Country Resort (NL) in der vergangenen Woche riet Hans van Leeuwen, Freizeitberater bei Pleisureworld, den Zuhörern, die Preise bis 2023 um 20 Prozent anzuheben: «Nicht nur wegen der Energieproblematik, sondern auch wegen des Inflationsausgleichs, der Verbraucherpreisindex und der bevorstehenden Lohnexplosion in den Bereichen Reinigung, Sicherheit und so weiter.»
Die Jetcamp-Umfrage bestätigt Van Leeuwens Ansicht. Die drei wichtigsten Faktoren, die bei den Antworten auf Preiserhöhungen genannt wurden, sind die Gas- und Strompreise (81 Prozent), die Kosten für externe Dienstleistungen (31 Prozent) und die Arbeitskosten (28 Prozent). Elf Prozent der Campingplätze geben an, dass sie aufgrund der besonders hohen Auslastung in dieser Saison auch die Preise anheben.
Der allgemeine Kostenanstieg veranlasst die Campingplätze auch dazu, folgende Pläne zu verschieben oder zu streichen: geplante Erweiterungen (27 Prozent), energieintensive Dienstleistungen (27 Prozent), geplante Wartungsarbeiten (10 Prozent) und Personalaufstockung (6 Prozent).
Betreiber wollen Preiserhöhungen durch gezielte Massnahmen minimieren
Die Befragten wurden auch gefragt, ob sie Pläne haben, die Saison zu verkürzen oder die Veröffentlichung der Preise 2023 zu verschieben. 14 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit der Veröffentlichung der Preise für 2023 warten würden, und 19 Prozent planen, die laufende Saison um zwei bis zwölf Wochen zu verkürzen.
Die gute Nachricht ist, dass 80 Prozent der Campingplatzbetreiber Massnahmen ergreifen wollen, um Preiserhöhungen zu minimieren. Ein Beispiel für eine solche Initiative liefert Aurélie vom Campingplatz Les Lavandes Valensole in Valensole (FR): «Wir haben ein angeschlossenes Duschsystem, um den Wasserverbrauch auf dem Campingplatz zu senken.»
Die folgenden Massnahmen wurden am häufigsten genannt: Aufforderung an die Gäste, Energie zu sparen, zum Beispiel durch Begrenzung der Duschzeit (33 Prozent), Installation von Sonnenkollektoren (32 Prozent) und Einbau intelligenter Thermostate und/oder intelligenter Stromzähler (13 Prozent). Erwin Hoevenaar, CEO von JetCamp: «Dies ist eine willkommene und lang erwartete Initiative, die zur Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit dieses Teils der Reisebranche beitragen wird.»
Campingbesitzer suchen nach Möglichkeiten, nicht nur ihre eigenen Kosten zu senken, sondern auch die ihrer Kunden, und zwar mithilfe allerlei cleverer Tipps. «Unser Campingplatz verwendet Propangas, das weniger von Preisschwankungen abhängig ist. Dies wäre für mehr Menschen in ländlichen Gebieten eine billigere Lösung als Erdgas. Ich rate unseren Wohnmobilkunden, Infrarotpaneele zu verwenden. Das ist billiger und zielgerichteter», Arnold Peters, Eigentümer von Camping Rutjensland.