Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/114088

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die schweizerische Preisstatistik mit den Immobilienpreisen zu ergänzen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Meinung, dass die Immobilienpreise eine grosse makroökonomische Bedeutung haben. Sie sind auch ein wichtiger Konjunkturindikator, dessen Einfluss gerade in den letzten Jahren noch zugenommen hat.</p><p>Die Erstellung eines Immobilienpreisindexes ist eine komplexe Aufgabe, da Immobilien sehr heterogene Güter sind und von einer Vielzahl von verschiedenen Faktoren wie Wohnfläche, Zimmerzahl, Ausstattung, räumliche Lage, Zonenzugehörigkeit, Immissionen, Erschliessungsgrad, Steuerkraft der Gemeinde usw. bestimmt werden. Bei einer Statistik über Immobilienpreise ist zudem zu unterscheiden zwischen den Anschaffungspreisen für eine Immobilie als Investitionsgut und den Preisen für die Nutzung selbstgenutzten Wohneigentums als Konsumgut. Die Preisentwicklung für selbstgenutztes Wohneigentum könnte in Zukunft in den Landesindex der Konsumentenpreise integriert werden, dies anstelle der bisher unterstellten Mietpreisentwicklung. Die Revision des Landesindexes 2015 wird unter anderem die Frage prüfen, ob und wie sich ein spezifischer Index für das selbstgenutzte Wohneigentum in den Landesindex integrieren lässt.</p><p>Schon in den Neunzigerjahren nahm das Bundesamt für Statistik aufgrund einer im Jahr 1986 eingereichten Motion Ruffy die Arbeiten zur Erstellung einer schweizerischen Bodenpreisstatistik auf. Nachdem 1996 das Detailkonzept vorlag, wurden die Arbeiten im Dezember 1997 aufgrund einer Interpellation Bonny abgebrochen.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, im Hinblick auf die Erstellung eines Immobilienpreisindexes in einem ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie bis Mitte 2012 durchzuführen. Diese soll den konkreten Bedarf der potenziellen Nutzergruppen prüfen, die methodischen und erhebungstechnischen Fragen sowie den Finanzbedarf für eine solche Erhebung klären. Zudem soll die Studie den aktuellen internationalen Stand bezüglich Methode und Erhebungspraxis berücksichtigen, insbesondere die Entwicklung von Immobilienpreisindizes im Rahmen des harmonisierten Verbraucherpreisindexes durch das Statistische Amt der EU (Eurostat). Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wird die nötigen Informationen liefern, um über das weitere Vorgehen zu befinden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.