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Depression: Wird die Psychotherapie überschätzt?
Vor einigen Jahren deckte eine Studie Unrichtigkeiten bei Studien zu Therapien mit Antidepressiva auf: Studien mit schlechteren Ergebnissen seien zum Teil gar nicht erst veröffentlicht worden oder sie wurden in einer geschönten Form dargestellt. Nun weist eine weitere Analyse, auf dasselbe Problem mit Psychotherapie bei Depressionen hin.
In der aktuellen Untersuchung analysierten Forscher Studien des National Institute of Health, NIH, die in den Jahren 1972 bis 2008 zur Wirksamkeit der Psychotherapie bei Depression durchgeführt worden waren. Zum Gesamtergebnis wurden auch andere unveröffentlichten Daten und Studien zum Thema mitberücksichtigt.
Insgesamt fanden die Forscher 55 Studien des NIH, wovon 16 aufgrund weniger guten Ergebnissen nie veröffentlicht wurden. Zwei Studien wurden gar nicht erst begonnen. Nach Einbezug der unveröffentlichten Daten zeigte sich, dass der positive Effekt der Psychotherapie um 25% geringer war als wenn nur die ''guten'' Daten veröffentlicht wurden.
Aufgrund Nichtveröffentlichungen von Studien mit unvorteilhaften Ergebnissen in Studien, wird die statistisch belegte Wirksamkeit der Psychotherapie bei Depression überschätzt.
Nutzlos sind Psychotherapien oder Behandlungen mit Antidepressiva mit Sicherheit nicht. Sie sind aber wahrscheinlich um gut ein Viertel weniger wirksam als die veröffentlichten Studien erwarten liessen, so die Autoren.
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19.10.2015