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Vorgeschichte und zeitliches Umfeld des Films: Amerika im Jahr 1971. Der republikanische US-Präsident Richard Nixon ist an der Macht und das Land ist tief in den Vietnamkrieg verstrickt. Ein Konflikt, der weit zurückgreift und vielen jungen US-Soldaten schon das Leben gekostet hat. Den Verantwortlichen ist bekannt, dass der Krieg in Vietnam nicht zu gewinnen ist. Doch vordergründig gibt man sich gegenüber dem amerikanischen Volk optimistisch und zuversichtlich.
Ab dem Jahr 1967 wird im Auftrag des damaligen US-Verteidigungsministers Robert McNamara eine geheime und vertrauliche Studie unter dem Titel „Pentagon-Papiere“ erstellt, worin der Krieg in Indochina politisch und miliärisch dokumentiert wird. Die Autorenschaft aus staatlichen Stellen dieser Studie bleiben anonym.
Einer, der von dieser Studie Kenntnis hat, ist Daniel Ellberg, der für das Verteigigunsministerium arbeitet. Er kommt in Kontakt mit der Friedensbewegung und beschliesst die Papiere der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er wird so zu einem Whistleblower. So kopiert er heimlich nach und nach das 7000-seitige Dokument und sorgt dafür, dass die angesehene amerikanische Zeitung „New York Times“ eine Kopie dieser „Pentagon-Papiere“ erhält. Als diese beginnt, darüber in der Zeitung zu berichten, ist der Skandal in der Öffentlichkeit perfekt und die US-Regierung unter Richard Nixon versucht nun mit allen Mitteln, weitere Veröffentlichungen in dieser Zeitung zu verhindern.
Mit Ärger muss dabei Ben Bradlee, Chefredaktor der „Washington Post“, gespielt von Tom Hanks, zur Kenntnis nehmen, dass die „New York Times“ damit eine journalistische Sensation gelandet hat. Er ist ein ehrgeiziger Journalist, der aus seiner Zeitung, der noch etwas das Image eines Provinzblattes anklebt, eine angesehene Zeitung zu machen.
Gleichzeitig ist die Besitzerin und Verlegerin Katharine Graham, gespielt von Meryl Strepp, darum bemüht, nach dem Selbstmord ihres Mannes als einzige Frau in einer solchen Spitzenposition im Verlagswesen ihre Rolle zu finden und die Zeitung an die Börse zu bringen, um damit mehr Kapital für die Zeitung zu erwirken.
Als es einem Redaktor der „Washington Post“ gelingt, auch eine Kopie der Pentagon-Papiere von Ellsberg zu erhalten, stellt sich für Bradlee und Grahem die entscheidende Frage, ob dies nun in ihrer Zeitung publiziert werden kann. Es besteht die Gefahr, dass Graham alles verliert und sie und Bradlee deswegen vielleicht sogar ins Gefängnis müssen. Denn die US-Regierung hat es per Gerichtsbeschluss geschafft, dass die „New York Times“ nicht mehr darüber berichten darf…
Der sehr empfehlenswerte Film „The Post – Die Verlegerin“ beleuchtet jene aufregenden Tage, wo es um die Frage geht, wie weit man gehen soll, um eine Wahrheit der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Gerade in der heutigen politischen Situation in den USA ist dieser Film hochaktuell und zeigt auf, wie wichtig es ist, dass eine freie Presse berichten darf.
Meryl Streep verkörpert grossartig die verunsicherte Verlegerin, die im Laufe dieser Geschichte an Profil zulegt und Selbstbewusstsein entwickelt. Tom Hanks üerzeugt als entschlossender Vollblutjournalist Ben Bradlee. Eindrücklich ist auch, wie die 70er Jahre zu Leben im Film erweckt worden sind, sei es mit der Mode, den Münztelefonen oder klappernden Schreibmaschinen.
Am Schluss des Films wird ein Ausblick auf den noch grösseren Skandal gemacht und deren Berichterstattung und weitere Folgen die „Washington Post“ weltberühmt machen wird: Der Einbruch ins Watergate-Gebäude.
The Post – Die Verlegerin
Mit Meryl Streep, Tom Hanks, Alison Brie, Bob Odenkirk, Sarah Paulson, Carrie Coon, Jesse Plemons
Regie: Steven Spielberg
Länge: 116 Minuten
Verleih: Universal Pictures
Kinostart: 22. Februar 2018
Copyright Bild Filmcover: Universal Pictures