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Ausgabe Juli 2016
Schweizer Wirtschaft und Temporärmarkt
Das BIP Wachstum der Schweizer Wirtschaft war im ersten Halbjahr bescheiden und lag unter den Erwartungen. Für das gesamte Jahr 2016 wird aber unverändert ein moderates Wachstum von 1,4% erwartet.
Die Arbeitslosenquote ist Ende Juni 2016 auf 3,1% gesunken. Für das gesamte Jahr 2016 wird mit einer Arbeitslosenquote von 3,6% gerechnet.
Der Temporärmarkt ist im ersten Halbjahr 2016 um 0,9% gestiegen. Die Regionen Jura, Zentralschweiz und Tessin liegen unter dem Vorjahr, die Genfersee Region und die Ostschweiz liegen darüber.
Realisator Temporär-Index
(von temporären Mitarbeitern geleistete Stunden pro Arbeitstag, indexiert auf 1. Januar 2015)
Der Index lag im ersten Halbjahr 2016 um 0,9% höher als im Vorjahr, wobei es allerdings grosse regionale Unterschiede gibt. Der Index der Regionen Jura und Zentralschweiz liegt deutlich unter dem Vorjahr:
Temporärmarktentwicklung 2015-2016 nach Regionen
Realisator Festvermittlungs-Index
(Honorare für Festvermittlungen von Temporärunternehmen, indexiert auf 1. Januar 2015)
Der Index lag im ersten Halbjahr 2016 um 5,4% tiefer als im Vorjahr.
Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote ist Ende Juni 2016 auf 3,1% gesunken. Es waren 206‘000 Personen als Stellensuchende gemeldet (registrierte Arbeitslose plus registrierte, nicht arbeitslose Stellensuchende, die an Aktivierungsprogrammen des ALV teilnehmen) (Quelle: SECO).
In den kommenden Monaten dürfte die Arbeitslosigkeit leicht ansteigen, ehe die konjunkturelle Erholung im nächsten Jahr allmählich auch auf den Arbeitsmarkt übergreift. Für 2016 wird eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,6% und für 2017 von 3,5% erwartet (Quelle: SECO).
Risiken
Die Auswirkungen der Abstimmung vom 23. Juni 2016 über einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU (Brexit) sind heute unklar und stellen einen erheblichen Risikofaktor dar für Wechselkurse, Unternehmensinvestitionen und möglicherweise auf den Welthandel. An den Finanzmärkten ist zudem auch eine latente Nervosität in Bezug auf die finanzielle Situation vieler chinesischer Unternehmen spürbar, da diese nicht klar offengelegt wird. Ebenfalls bereitet die ungenügende Kapitalbasis mehrerer italienischer Banken Sorgen.
Ausblick
Der konjunkturdämpfende Effekt des überbewerteten Schweizer Frankens hat leicht nachgelassen. So sind beispielsweise im 1. Quartal 2016 die Warenexporte im vierten Quartal in Folge gewachsen. Dieses Wachstum deutet nicht nur darauf hin, dass sich die schweizerische Exportwirtschaft an die Frankenstärke allmählich anzupassen vermochte, sondern reflektiert auch die sich langsam verbessernde internationale Konjunktur.
Die BIP-Wachstumsprognosen betragen wie bisher 1,4% für 2016 und 1,8% für 2017 (Quelle: SECO).