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Abstract
In den letzten 20 Jahren ist der Weltmilchmarkt im Durchschnitt jährlich um 2,5% gewachsen. Dieser Boom ist auf den wirtschaftlichen Aufschwung in Asien, insbesondere in Indien und China, und auf die daraus resultierende zunehmende Nachfrage nach Milchprodukten zurückzuführen. Dieses kräftige Wachstum der Nachfrage hat zu einem starken Anstieg der Preise für Milchprodukte auf dem Weltmarkt geführt. Während der kombinierte IFCN-Weltmilchpreisindikator seit Anfang der 80er-Jahre bis 2006 zwischen 10 und 20 Dollar pro 100 kg fett- und eiweisskorrigierte Milch pendelte, bewegt sich der Indikator seit 2007 zwischen 25 und 50 Dollar pro 100 kg fett- und eiweisskorrigierte Milch. Aufgrund des anhaltenden weltweiten Bevölkerungswachstums und steigenden Lebensstandards erwartet das IFCN (International Farm Comparison Network) für die nächsten 20 Jahre eine Fortsetzung dieses Booms. Infolge des hohen hiesigen Milchpreisniveaus konnte die Schweizer Milchwirtschaft bisher vergleichsweise relativ wenig vom boomenden Weltmilchmarkt profitieren. Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass ein grosses Preisgefälle zwischen der Schweiz und dem Weltmarkt bestehen bleibt. Dementsprechend dürfte die Schweizer Milchwirtschaft an der erwarteten zukünftigen Fortsetzung des Booms auf dem Weltmarkt weiterhin nur beschränkt teilhaben können. Aufgrund des Anstieges der Kaufkraft in vielen asiatischen Ländern könnte sich aber die Nachfrage auf dem Weltmarkt in Richtung mehr hochwertige, verarbeitete Milchprodukte verlagern. Dieses könnte für die Schweizer Milchbranche, die mit hochwertigen Käsen im Exportbereich stark ist, eine Chance darstellen.