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Die Fütterung und Gesundheit der Muttersau, des Ferkels und des Mastschweins sind ausschlaggebend für eine wirtschaftlich erfolgreiche Schweinefleischproduktion: Diese soll zudem dem Schweizer Konsumenten ein Produkt - Schweinefleisch - von höchster Qualität garantieren. Die Schwerpunkte des Projektes liegen deshalb im Bereich der Fleischqualität (vgl. Ziel 1 & 2), Fütterung (vgl. Ziel 1 & 3) sowie der Tiergesundheit (vgl. Ziel 4), mit dem Ziel die relevanten produktionstechnischen Parameter bzw. Lösungsansätze für die Schweineproduktion zu erarbeiten und gleichzeitig die Empfehlungen im „Gelben Buch" zu aktualisieren.
Fütterung der Muttersau während der Trächtigkeit
Die Fütterungsempfehlungen für Zuchtsauen im Gelben Buch basieren grösstenteils auf französischen Arbeiten. Auffällig ist, dass diese Empfehlungen im Vergleich zu den vorherigen Empfehlungen wesentlich höher ausgefallen sind. Es wird heute allgemein anerkannt, dass die Fütterung auf Körperkondition der Sau entscheidend für eine optimale Reproduktionsleistung ist. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Sauen mit den neuen Empfehlungen zu schwer werden. Sie müssen deshalb noch auf ihre Umsetzung im Stall überprüft werden.
Die pränatale Entwicklung der Embryonen/Föten hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab wie z.B. dem spezifischen Nährstoffbedarf in bestimmten Abschnitten der Trächtigkeit, der Uterus-Kapazität, der Ovulationsrate und der Effizienz der Plazenta. Gleichzeitig ist die Anzahl der lebend geborenen Ferkel pro Sau und Jahr in den letzten Jahren dank der Zucht auf erhöhte Fruchtbarkeit angestiegen. Dies hat dazu geführt, dass im Durchschnitt das Geburtsgewicht abgenommen hat, jedoch die Streuung des Geburtsgewichtes innerhalb eines Wurfs zugenommen hat. Geringere Geburtsgewichte verringern nicht nur die Überlebenschance der Ferkel in den ersten Tagen nach der Geburt bzw. bis zum Zeitpunkt des Absetzens, sondern beeinflussen die Wachstumsleistung nach dem Absetzen und während der Mast sowie die Schlachtkörper- und Fleischqualität.
Fleischqualität
Die Erfassung wichtiger Fleischqualitätsparameter ist nicht nur arbeits- sondern auch zeitaufwendig. Deshalb sind Verfahren wie NIRS oder E-Nase von Interesse, auch im Hinblick auf eine Qualitätskontrolle bzw. Abschätzung der zu erwartenden Qualität des Endproduktes. Wichtige Fleischqualitätsparameter wie das Safthaltevermögen und die Zartheit werden während der Umwandlung vom Muskel zu Fleisch bestimmt. Ein besseres Verständnis der komplexen proteolytischen Vorgänge in den ersten 24 h nach der Schlachtung sind wichtig, damit spezifische Massnahmen (während der Mast bzw. während und nach der Schlachtung) zu deren Beeinflussung erarbeitet werden können.
Im Rahmen des Projektes „ProSchwein" konnte gezeigt werden, dass mit der E-Nase der Ebergeruch mit einer grossen Genauigkeit bestimmt werden kann. Diese Labormethode muss aber für den industriellen Einsatz angepasst werden. Unter der Voraussetzung, dass industrielle Partner Interesse an dieser Technologie bekunden, wird ALP das erworbene Know-how hinsichtlich der Problematik des Ebergeruchs und analytischer Verfahren (HPLC-Methode und Sensorik) einfliessen lassen und bei der industriellen Umsetzung dieser Technologie mithelfen.
Fütterung
In der Schweiz basiert die Energiebewertung der Futtermittel auf der verdaulichen Energie. Einige schweizerische Futtermittelfabrikanten, deren Mutterhäuser im Ausland sind, propagieren zunehmend das Energiebewertungssystem basierend auf Nettoenergie mit dem Argument der höheren Genauigkeit dieses Bewertungssystems. Ein Wechsel des Energiebewertungssystems bedarf jedoch einer genaueren Überprüfung, da die Nettoenergiegehalte einer Vielzahl in der Schweiz eingesetzter Futtermittel nicht bekannt ist.
Die Verwertung von Nebenprodukten aus der Lebensmittelindustrie durch das Schwein hat Tradition. In den nächsten Jahren werden neben den schon bekannten auch zunehmend neue Nebenprodukte auf den Markt gelangen, bedingt durch die grossen laufenden Bestrebungen vieler Staaten, Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen. Über diese Nebenprodukte, die möglicherweise auch aus wirtschaftlichen Gründen als Futterkomponenten interessant sein können, ist wenig bekannt hinsichtlich Nährwertgehalte, Einsatzgrenzen, toxikologischen Unbedenklichkeit und Eignung für Muttersau, Ferkel, und Mastschwein.
Ab dem Jahr 2009 wird die Kastration von männlichen Tieren nur unter Schmerzausschaltung möglich sein. Neben der Kastration unter Anästhesie kommt aber auch die Mast von Jungebern bzw. von immunokastrierten Schweinen in Frage, was gemäss informellen Berichten aus der EU in Zukunft mit grosser Wahrscheinlichkeit die Methode der Wahl sein wird. Um das anabole Potential dieser Tiere voll auszuschöpfen, sind Anpassungen der Nährstoffgehalte der Mastrationen notwendig. Für die Schweiz von grosser Bedeutung ist zudem die Frage der Fettqualität des Auflagenfettes der Schlachtkörper (Fettzahl) bzw. die Frage, ob die bis anhin verwendete PMI-Empfehlung den Anforderungen dieser Tiere, die für ihren geringen Fettansatz bekannt sind, genügen wird.
Aus Kapazitätsgründen sind im Bereich der Hofdünger seit mehreren Jahren von Agroscope keine Arbeiten mehr durchgeführt worden. Aufgrund eines Zusammenarbeitsvertrages unterstützt ein externer Experte Agroscope noch bis die aktuelle Revision der Grundlagen der Düngung im Acker- und Futterbau (GRUDAF 2007/2008) abgeschlossen ist. Da eine Weiterführung dieser Zusammenarbeit nach 2007 nicht mehr möglich ist, muss Agroscope diese Aufgaben ab 2008 übernehmen und hat beschlossen, dass die Bearbeitung dieses Bereichs zwischen ART und ALP aufgeteilt wird.
Während dem AP04/07 konnten Anliegen der Futtermittelindustrie (z.B. Prüfung von Futterzusätzen) nicht berücksichtigt werden. Diese Ressourcen sollen nun im AP08/11 eingeplant werden, damit solchen kurzfristigen Forschungswünschen in einem vertretbaren Rahmen nachgekommen werden kann.
Gesundheit
Die Sterblichkeit der neugeborenen Ferkel in den ersten Lebenstagen und die Erkrankungshäufigkeit in den ersten 2 Wochen nach dem Absetzen sind hoch und machen Zuchtfortschritte im Bereich Fruchtbarkeitssteigerung zum Teil zunichte. Kurz nach der Geburt besteht vor allem für leichte Ferkel grosser Würfe ein erhöhtes Risiko, ungenügend Kolostrum zu erhalten, schwach zu werden und in der Folge von der Sau erdrückt zu werden. Den nach dem Absetzen häufig auftretenden Verdauungsstörungen, welche in erster Linie durch den abrupten Übergang von einer milch- zu einer getreidebetonten Nahrung verursacht werden, wird in der Praxis meist durch den Einsatz von Antibiotika im Futter vorgebeugt.
Aus der Praxis wird zunehmend berichtet, dass bei Mastschweinen spontane Knochenbrüche auftreten. In der Folge wurden die Empfehlungen für die Ca- und P-Versorgung im Gelben Buch in Frage gestellt. Kürzlich an ALP durchgeführte Versuche haben jedoch gezeigt, dass die empfohlenen Ca- und P-Gehalten für eine optimale Knochenentwicklung ausreichend sind. Diese Versuche haben aber auch gezeigt, dass der Einsatz von Benzoesäure und die Verwendung von „Ökofutter" mit einem reduzierten Phosphorgehalt zur Minimierung der Umweltbelastung, die Knochenentwicklung beeinträchtigen können. Der Einfluss von organischen Säuren, insbesondere bei gleichzeitiger Verwendung von P-reduziertem Futter auf den Ca- und P-Stoffwechsel bzw. auf die Knochenmineralisierung bedarf einer genaueren Überprüfung. Zudem ist nur wenig über den Einfluss einer reduzierten P-Versorgung während der Aufzucht auf die Knochenstabilität von weiblichen Schweinen nach Erreichen der Geschlechtsreife bekannt. Diese Versuchserie über mehrere Reproduktionszyklen soll den Einfluss einer verminderten P-Zufuhr während der Aufzucht auf die Knochenmineralisierung und das Auftreten von Lahmheiten bei Zuchtsauen aufzeigen.
Fütterung der Muttersau während der Trächtigkeit
Fleischqualität
Fütterung
Gesundheit
Wissenstransfer
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