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Seit am Montag ein Wettskandal im Tennis publik wurde, spekuliert alle Welt über die Namen der möglichen Betrüger. Zwei Blogger wollen anhand von Ergebnislisten nun 15 mögliche Spieler identifiziert haben.
Wettskandal! – der grosse Knall kam gleich zu Beginn des Australian Open: Am Montag hatten die BBC und die US-Onlineplattform Buzzfeed News behauptet, Kenntnis davon zu haben, dass in den vergangenen zehn Jahren 16 Profis aus den Top 50 im Verdacht stünden, unzählige Spiele manipuliert zu haben.
Namen wurden jedoch keine genannt. Zwei Blogger behaupten nun aber unabhängig voneinander, 15 Spieler identifiziert zu haben, die am Wettbetrug beteiligt gewesen sein sollen. Dazu wurden die Buzzfeed-Daten mit den Sieg-Niederlagen-Statistiken aller ATP-Spieler der letzten fünf Jahre abgeglichen. Von den fünf Spielern mit den ähnlichsten Jahres-Bilanzen stimmte eine jeweils am genauesten mit derjenigen der (offenbar nicht kompletten) Buzzfeed-Daten zusammen.
Die Liste der Verdächtigten umfasst folgende 15 Spieler: Igor Andreev (RUS), Lukas Lacko (SVK), Ivan Dodig (CRO), Andrey Golubev (KAZ), Juan Ignacio Chela (ARG), Lleyton Hewitt (AUS), Jan Hajek (CZE), Albert Montanes (ESP), Daniel Gimeno-Traver (ESP), Janko Tipsarevic (SRB), Alex Bogomolov Jr (RUS), Matthew Ebden (AUS), Denis Istomin (UZB),Teymuraz Gabashvili (RUS) und Michael Russell (USA).
Acht der Spieler, die auf der Liste auftauchen, sind bei der aktuellen Austragung des Australian Open am Start. Mit Lleyton Hewitt findet sich auf der Liste auch ein Spieler, der in den letzten 15 Jahren einen Grand-Slam-Titel gewonnen hat.
Gemäss der Website sportdw.com sind 15 Partien des Australiers auffällig, 13 davon verlor Hewitt. Allerdings untersuchte die Website nach dem Zufallsprinzip acht der fraglichen Spiele und konnte keine Hinweise auf eine Manipulation finden. Das zeigt, dass für eine starke Veränderung der Wettquoten auch andere Gründe in Frage kommen können. So kann beispielsweise ein Spieler bei der Rückkehr nach einer längeren Verletzungspause von den Buchmachern stärker eingeschätzt werden, als er es tatsächlich ist.
Zwei der untersuchten Partien Hewitts waren Niederlagen gegen Stan Wawrinka: Im Davis Cup 2011 und in Indian Wells zwei Jahre später. Bei beiden Spielen gibt es Gründe, weshalb der Australier unterlag. Im Davis-Cup-Match über fünf Sätze konnte er am Ende kaum mehr gehen, nachdem er in den beiden Tagen zuvor jeweils Vier-Satz-Partien gegen Roger Federer und im Doppel absolviert hatte. Im kalifornischen Glutofen von Indian Wells war die Situation vergleichbar: Hewitt steckten zwei harte Drei-Satz-Partien in den Knochen.
Nach dem letzten Match seiner Karriere, dem Ausscheiden gegen David Ferrer, wurde Hewitt auf die mögliche Verwicklung in den Wettskandal angesprochen. «Eine absolute Farce» sei dies, sagte der Australier, und wünschte «allen, die darin herumstochern, viel Glück.»
Novak Djokovic, der in den letzten Tagen ebenfalls mit unter Verdacht geriet, ist auf der Liste nicht zu finden. Die Profi-Organisation ATP äusserte sich zu den Namen bislang nicht. Natürlich gilt für die auf der Liste aufgeführten Spieler die Unschuldsvermutung, solange keine eindeutigen Beweise vorliegen. Auffällige Wettquoten oder ungewöhnlich hohe Einsätze müssen schliesslich nicht zwingend ein Grund von Absprachen sein. (pre/ole/ram)