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Das Herzschlagfinale von 1989 kennt Tadej Pogacar nur aus Youtube-Videos und alten Erzählungen. Der am 21. September 1998 geborene Slowene war noch nicht einmal auf der Welt, als Greg Lemond in jenem denkwürdigen Zeitfahren auf den Champs-Elysées in Paris den Tour-Sieg noch an sich riss.
Wie Lemond 1989
In einem famosen Bergzeitfahren nach La Planche des Belles Filles überholte nun Pogacar seinen zuvor so souveränen Landsmann Primoz Roglic in der Gesamtwertung noch. So wie Lemond 1989, damals aber noch am Schlusstag in Paris.
Ich habe vor dem Fernseher geschrien, so wie ich 1989 auf den Champs-Elysées bei meinem Sieg geschrien habe.
Der Amerikaner war hellauf begeistert von der Triumphfahrt des Slowenen. «Ich habe vor dem Fernseher geschrien, so wie ich 1989 auf den Champs-Elysées bei meinem Sieg geschrien habe. Das ist die Geburt eines grossen, grossen Champions», sagte Lemond der französischen Zeitung L'Equipe.
Auch Merckx voll des Lobes
Auch weitere Grössen des Radsports verneigten sich vor Pogacar. «Ich wusste schon nach der letzten Vuelta, dass er ein Grosser ist. So eine Nummer macht man nicht, wenn man kein Talent hat», sagte der fünffache Tour-Sieger Eddy Merckx.
Und der einstige Patron Lance Armstrong, inzwischen in Radsport-Kreisen geächtet und wegen seiner Doping-Vergangenheit lebenslang gesperrt, sprach von einer «Leistung für die Ewigkeit». Vielleicht sei es die beste jemals gewesen.
Internationale Pressestimmen
- L'Équipe (FRA): «Jung und unbekümmert. Genau wie Laurent Fignon 1983 hat der 21 Jahre alte Tadej Pogacar gestern Geschichte geschrieben, in dem er die Tour bei seiner ersten Teilnahme gewann.»
- The Guardian (GBR): «Der jüngste Gewinner der Tour de France seit einem Jahrhundert fuhr am Sonntag bei Sonnenuntergang in die Stadt des Lichts, und er sah von Kopf bis Fuss wie ein ehrfürchtiges Kind aus.»
- Marca (ESP): «Tadej Pogacar, es kann kein anderer sein. Champion der Tour, Träger des Gelben Trikots, obwohl er es während des gesamten Rennens nur an einem Tag, dem letzten, trug.»
- La Gazzetta dello Sport (ITA): «Sein Schicksal trägt Tadej in seinem Namen geschrieben, der so viel wie tapferes Herz bedeutet. So gewann der junge Slowene aus Komenda, einem kleinen Dorf in Alta Carniola, die 107. Tour de France. Mit Herz und Klasse rächte er sich an dem Wind, der sein Feind gewesen war, und gestern kippte er die Tour und täuschte die Stoppuhr auf den 36 Kilometern von Lure bis zur Planche des Belles Filles. Diejenigen (Kilometer), die sein Leben für immer verändert haben.»