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Das Dorfmuseum Gontenschwil
Am Standort des heutigen Museums wurde 1498 das erste Pfarrhaus und damit das erste nicht landwirtschaftliche Gebäude von Gontenschwil gebaut. Um 1592 musste das Haus wegen schlechter Bausubstanz angerissen werden. Von 1498 bis zur Reformation 1528 wurde das Haus nacheinander von 2 katholischen Priestern bewohnt. Von 1528 bis zum Neubau des heutigen Dorfmuseums 1592 wohnten weitere 10 Prädikanten darin. Von 1866 bis 1868 wurde gegenüber ein neues Pfarrhaus am Standort der alten Pfrundscheune gebaut. Standort des heutigen Pfarrhauses. Von 1592 bis 1868 wohnten weitere 26 Pfarrherren und Prädikanten darin.
Das alte Pfarrhaus wurde vom neuen Besitzer in ein Zweifamilienhaus umgebaut und einem neuen Zweck zugeführt. Im Kellergeschoss wurde eine Spezereihandlung eingerichtet.
Betrachten wir das Haus etwas näher, so will es nicht recht in die damalige Bauweise eines Aargauer Hauses passen. Die Vermutung liegt nahe, dass für dieses öffentliche Gebäude ein Baumeister aus dem „Züribiet“ zugezogen wurde. Der Baustil erinnert eher an die Gegend jenseits der Reuss. Nach dem Wegzug des letzten Pfarrers wurde das Haus von der Gemeinde an Heinrich Bolliger, Gemeinderat und Negotiant für Fr. 5501.- verkauft
Entstehung des Museums
Ende der 1970er Jahre war die Liegenschaft „Merz“ (altes Pfarrhaus) zum Kaufe ausgeschrieben. Um einer Verschandelung des harmonischen Dorfbildes – altes Pfarrhaus – Kirche – altes Bauernhaus Jakob Haller – zuvor zu kommen, beantragten einige Gontenschwiler Bürgerinnen und Bürger den Kauf der Liegenschaft „Merz“ durch die öffentliche Hand.
An der Gemeindeversammlung vom 25. Juni 1971 wurde der Kauf zum Preise von Fr. 60‘000.00 mit grossem Mehr genehmigt. Weil die Investitionskosten für eine zeitgemässe Renovation der beiden Wohnungen (WC ohne Wasser, keine Badezimmer, veraltete Küchen, Fenster, Heizung usw.) zu hoch erschienen, suchte man einen neuen Verwendungszweck. Die Schaffung eines Dorfmuseums 1972 in diesen historischen Räumen drängte sich geradezu auf. Eine Handvoll Männer, Lehrer, Handwerker und sonstige Idealisten richteten alsdann mit viel Fleiss, Ausdauer und Umsicht das heutige Dorfmuseum ein.
Konzept
Wir möchten das Wohnen, die Arbeits- und Lebensweise unserer Vorfahren zeigen. Es wird versucht, ein Abbild der damaligen bescheidenen Verhältnisse zu geben. Auch möchten wir dazu beitragen, dass die Werke unserer einstigen „Dorfgrössen“ der Nachwelt in Erinnerung bleiben.
Durch Wechselausstellungen versuchen wir, eine Brücke zur Gegenwart zu schlagen. Einheimische Künstler, Handwerker, Sammler und Bastler sowie auch Interessantes aus der Umgebung sollen in Ausstellungen dem Museum ein aktuelles Gepräge geben.