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…durften wir einen Artikel zum Thema “Pfeiffer’sches Drüsenfieber” einen Artikel verfassen.
Das Pfeiffer’sche Drüsenfieber (Mononukleose) ist eine Infektionskrankheit, die durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen wird. Benannt ist die Erkrankung nach dem deutschen Kinderarzt Emil Pfeiffer.
Das Virus ist sehr verbreitet. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung infizieren sich bis zum 30. Lebensjahr. Eine Impfung gegen das Virus gibt es nicht. Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene, die dieses Virus nicht in sich tragen, können sich durch infizierte Personen anstecken. Wer einmal Mononukleose hatte, kann nicht erneut erkranken.
Kusskrankheit
Wie steckt man sich an? Das Virus kann von asymptomatischen Personen über den Speichel ausgeschieden werden. Das Pfeiffer’sche Drüsenfieber wird auch «kissing disease» genannt, da sich Jugendliche beim Küssen anstecken können. Tröpfcheninfektionen durch Niesen und Husten sind seltener. Die Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten von Symptomen (Inkubationszeit) beträgt 10 bis 50 Tage.
Unter 10 Jahren verläuft die Erkrankung meist ohne Symptome oder als harmlose Rachen-Mandel-Entzündung. Dagegen treten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Teil über Wochen Müdigkeit, Krankheitsgefühl und Muskelschmerzen auf, gefolgt von Fieber, Halsschmerzen, Vergrösserung der Mandeln und Lymphknotenschwellungen.
Bei lang andauernder Müdigkeit, Fieber und/oder Lymphknotenschwellung ist ein Arztbesuch immer sinnvoll. Bei voller Ausprägung des Krankheitsbildes ist die Diagnosestellung problemlos. Das Blutbild weist die für Mononukleose typischen Zellveränderungen auf. Weitere Bluttests dienen zum Ausschluss ähnlicher Krankheitsbilder. Mit Ultraschall kann der Arzt eine Leber- oder Milzvergrösserung feststellen.
So therapiert man
Spezifisch wirkende Medikamente gibt es leider nicht. Antibiotika sind gegen Viren wirkungslos. Die Behandlung richtet sich deshalb nach den Symptomen. Schmerzstillende, fiebersenkende Medikamente können erforderlich werden. Auf ausreichende Flüssigkeit ist zu achten. Wichtig sind viel Ruhe und körperliche Schonung, weil das Immunsystem vorübergehend geschwächt ist.
Zu Ihrer Frage betreffend die Sportler: Dass sie betroffen sind, liegt einmal daran, dass die Mononukleose ihren Erkrankungsgipfel bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat, also in dem Alter, in dem jemand Spitzenleistungen im Sport erbringt. Andererseits wird vermutet, dass ständige körperliche Höchstleistungen mit nur kurzen Erholungsphasen und auch das Pfeiffer’sche Drüsenfieber selbst das Immunsystem schwächen können.
Das Pfeiffer’sche Drüsenfieber tritt bei Sportlern nicht unbedingt häufiger auf, aber es kann hartnäckiger sein: Wenn die Krankheit nur unspezifische Symptome zeigt, legen betroffene Sportler oft keine Trainingspause ein. Dabei würde es eben mehrere Wochen Schonung brauchen, um nachhaltig gesund zu werden und Komplikationen zu vermeiden.
Kurzantwort
Diese Infektionskrankheit ist weit verbreitet. Die meisten jungen Menschen infizieren sich einmal mit dem Virus. Vor allem bei Kindern unter zehn verläuft die Krankheit aber fast symptomlos. Spezielle Medikamente gibt es nicht, behandelt werden die Symptome.
Dr. med. Regine Class
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
Medicum Wesemlin AG, Luzern
www.medicum-wesemlin.ch