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Thomas Zehetmair versteht es wie kaum ein anderer, seine facettenreichen musikalischen Vorlieben miteinander zu verbinden. Er genießt nicht nur als Violinist, sondern auch als Dirigent und Kammermusiker weltweit großes Ansehen und ist somit einer der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart. Seine internationale Karriere als Dirigent wird insbesondere von der Position des Artistic Partners beim Saint Paul Chamber Orchestra (USA) sowie ab 2019/2020 des Chefdirigenten des Kammerorchesters Stuttgart und parallel ab 2021 auch des Orchestre national d’Auvergne bestimmt. Als Chefdirigent der Royal Northern Sinfonia stand er dem Orchester von 2002 bis 2014 vor und prägte es zu einem der führenden Orchester Englands. Als Conductor Laureate ist er dem Orchester seitdem eng verbunden geblieben. Die äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit ist durch eine Reihe von Einspielungen dokumentiert: Brahms’ Violinkonzert und Schumanns Sinfonie Nr. 4, Sibelius’ Sinfonien Nr. 3 und 6 sowie Strawinskys Violinkonzert in D–Dur, Schuberts Symphonien Nr. 6 und Nr. 9 ebenso wie die Symphonien Nr. 1 und Nr. 2 von Hans Gál. Ferner nahm er mit dem Musikkollegium Winterthur, dem er von 2016 bis 2021 als Chefdirigent vorstand, alle vier Brahms-Symphonien (Claves) sowie die Dritte Bruckner-Symphonie (Deutsche Grammophon) auf. Als gern gesehener Gast dirigiert er das Orchestre symphonique de la Radio finlandaise Helsinki, das Konzerthausorchester Berlin, das Mozarteum-Orchester Salzburg, das Orchestra of the Eighteenth Century, das Scottish Chamber Orchestra, das Irish Chamber Orchestra, das Svetlanov Symphony Orchestra, die Philharmonie Helsinki, die Philharmonie Seoul, die Philharmonie Rotterdam, das Seattle Symphony Orchestra und viele andere.
Zehetmair hat den größten Teil des Violinrepertoires eingespielt; zahlreiche seiner CDs sind vielfach ausgezeichnet, so etwa B. A. Zimmermanns Violinkonzert mit dem WDR Sinfonieorchester unter Heinz Holliger („Diapason d’Or de l’Année“ 2009), die 24 Paganini-Capricen (Bestenliste „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ 2009, Midem Classic Award 2010), eine Einspielung von Elgars Violinkonzert mit dem Hallé Orchestra Manchester unter Sir Mark Elder (Gramophone Award 2010) sowie Mozarts Violinkonzerte mit dem Orchestra of the Eighteenth Century unter Frans Brüggen, die als Referenzaufnahme bezeichnet werden. Gleiches gilt schon jetzt für seine Einspielung der Sonaten und Partitas für Violine solo von Bach (EMC 2019), die von der New York Times zu “The 25 Best Classical Music Tracks of 2019” gekürt wurden; Die Zeit zählt sie ebenfalls zu ihren bevorzugten CDs des Jahre 2019; ausserdem wurde sie mit dem Opus Klassik 2020 in der Kategorie Beste Soloeinspielung ausgezeichnet.
1994 gründet er das Zehetmair Quartetts, mit dem er im November 2014 für dessen herausragende musikalisch Leistungen von der Stadt Hanau mit dem Paul-Hindemith-Preis ausgezeichnet wurde. Die Einspielungen des Zehetmair Quartetts der Streichquartette von Schumann, Bartók und Hartmann werden von Kritik und sachkundigem Publikum hoch gelobt.
Für seine vielseitige künstlerische Tätigkeit erhielt Thomas Zehetmair u. a. die Ehrenurkunde des Preises der Deutschen Schallplattenkritik sowie den Karl-Böhm-Interpretationspreis des Landes Steiermark. Thomas Zehetmair ist Ehrendoktor der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und der Newcastle University.