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Geschichte und Trägerschaft
Die vier Phasen der Klosteranlage Kappel
Klosterzeit (1185 bis 1527)
Um 1185 stifteten die Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg in Kappel ein Kloster. Mit dem Aufbau wurden Zisterziensermönche aus Hauterive beauftragt. Ihr Wirken – bestimmt vom benediktinischen Motto: ‚Bete und arbeite' - hatte eine überaus grosse Ausstrahlung auf die Landwirtschaft und Bautätigkeit der damaligen Zeit.
Zeit der Amtsleute (1541 bis 1803)
In der Reformationszeit wurde das Kloster aufgehoben. Abt und Konvent übergaben es 1527 ihrer Schirmherrin, der Stadt Zürich. Amtsleute verwalteten die ehemaligen Klostergüter und kümmerten sich um die Armenfürsorge.
Armenanstalt (1836 bis 1983)
Nach dem liberalen Umschwung in Zürich im Jahr 1830 beschloss der Kanton, alle entbehrlichen Staatsdomänen zu veräussern. Die gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Knonau erwarb die ehemalige Klosteranlage für die Kirchgemeinden des Bezirks, die 1836 eine Armenanstalt eröffneten. Zeitweise wurde auch eine Schule für Waisenkinder geführt, 1876 eine "Korrektionsanstalt" angegliedert und 1894 ein "Bezirkskrankenasyl für Einkommensschwache" geschaffen. Die erste Sozialeinrichtung im im Bezirk Affoltern, die einst bahnbrechend war, genügte allerdings mit der Zeit den Anforderungen nicht mehr. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man, neue Nutzungen für die ehemalige Klosteranlage zu prüfen.
Seminarhotel und Bildungshaus (seit 1983)
Nach wie vor ist die ehemalige Klosteranlage im Besitz des Vereins Kloster Kappel. Zu ihm gehören die 13 umliegenden Kirchgemeinden und die Evangelisch-reformierten Landeskirche. In den historischen Gebäuden führt die Zürcher Landeskirche seit 1983 ein Seminarhotel und Bildungshaus, zunächst unter dem Namen „Haus der Stille und Besinnung", seit dem 1. Mai 2008 unter dem alt-neuen Namen Kloster Kappel. Das Haus wird in vielfältiger Weise vom Freundeskreis Kloster Kappel unterstützt und ist Mitglied der Gemeinschaft der evangelischen Zisterzienser-Erben. Kirche und Pfarrhaus sind im Besitz des Kantons Zürich.
Einen umfassenden Überblick bietet das Buch "800 Jahre Kloster Kappel. Abtei, Armenanstalt, Bildungshaus" von Thomas Huonker und Peter Niederhäuser.