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Kirche von England
Die Kirche von England (Church of England) ist die bedeutendste Kirche Grossbritanniens. Sie hat bei allen im Laufe der Zeit vollzogenen Veränderungen wesentliche Grundzüge aus der Reformationszeit beibehalten. Die vielfältige Verwendung der Bibel in den Gottesdiensten und der Sinn für die Ausgestaltung der Liturgie gehen auf Thomas Cranmer, Erzbischof von Canterbury (1489–1556), zurück. Auch das «Common Prayer Book» ist hauptsächlich sein Werk. Neben der Bibel sind die «39 Artikel» von 1571 massgebend für Glaube und Lehre. Von Bedeutung sind die drei Richtungen: Die hochkirchliche Richtung, «High Church», betont eher die Verbindung mit der alten Kirche und die Katholizität. Die «Broad Church» lehnt katholisierende Tendenzen ab. Ihre Anhänger werden oft als «Modernisten» bezeichnet. Die Anhänger der «Low Church» werden heute vielfach «Evangelicals» (Evangelikale) genannt. Bei ihnen macht sich der Einfluss der Gebrüder Wesley, der Gründer des Methodismus, bemerkbar. Ohne dass sie aus der Kirche aus treten, betonen sie die Notwendigkeit der Bekehrung, des Bekenntnisses zu Jesus Christus und des aktiven Christenlebens. Sie sind die hauptsächlichsten Förderer der Mission. Die Kirche von England versteht sich nicht als Staats- aber als Nationalkirche. Der Königin oder dem König kommt bei der Auswahl von Bischöfen, die durch die Dekane und Diözesankapitel gewählt werden, ein gewisses Mitspracherecht zu. Für bedeutende Änderungen an der Ordnung der Kirche ist die Zustimmung des Parlaments nötig. Die Kirche von England ist Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen. Der amtierende Erzbischof von Canterbury ist Justin Welby, der 1956 in London geboren wurde. Sein Vater war ein deutscher Jude, der nach England floh und dort eine Britin heiratete.
England über 30 Mio M.