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Berichterstattung über die Geldpolitik 1997
Ankündigung der Fortführung einer grosszügigen Geldpolitik
Ende 1996 hatten wir eine Fortführung der grosszügigen Geldpolitik in Aussicht gestellt. Dies geschah vor dem Hintergrund einer ungünstigen Wirtschaftslage und möglicher Auswirkungen der europäischen Währungsintegration. Wir machten auch auf das starke Geldmengenwachstum aufmerksam und betonten die damit verbundenen Risiken für die Preisstabilität auf mittlere Frist.
Reichliche Geldversorgung
Im Jahre 1997 berücksichtigten wir neben der Entwicklung der Geldmengen besonders Wechselkurse und Konjunkturverlauf. Bis zum Spätsommer waren wir bestrebt, mit einer reichlichen Geldversorgung einen Anstieg der Geldmarktzinsen zu verhindern und damit einer Höherbewertung des Frankens entgegenzuwirken. Als sich die Anzeichen einer deutlichen Konjunkturbelebung verdichteten, stellte sich die Frage, ob unsere grosszügige Geldpolitik noch angemessen sei. Wir strebten eine Normalisierung der Lage an und liessen deshalb den Anstieg der Geldmarktzinssätze zu, welcher nach der Heraufsetzung des Pensionssatzes durch die Deutsche Bundesbank im Oktober eintrat. Wir sorgten jedoch dafür, dass die Geldmarktzinssätze unter 2% blieben. Angesichts der Höherbewertung des Frankens im Zusammenhang mit der Finanzkrise in Ostasien lockerten wir im November die Geldpolitik erneut. In der Folge bildeten sich die Geldmarktzinssätze wieder zurück.
Überraschend starker Anstieg der Notenbankgeldmenge
Während das Wirtschaftswachstum und die Teuerung im Jahre 1997 weitgehend unseren Annahmen entsprachen, stieg die Notenbankgeldmenge stärker als erwartet. Dies war teilweise auf den Rückgang der Sparzinsen zurückzuführen, die von durchschnittlich etwas mehr als 2% zu Beginn des Jahres auf 1,6% im Oktober sanken, wodurch die Notennachfrage stimuliert wurde. Dazu kam eine massive Zunahme des Umlaufs an Tausendernoten, deren Ursache weitgehend unklar ist. Da auch die Giroguthaben der Banken bei der Nationalbank etwas stärker als ursprünglich vorgesehen stiegen, erhöhte sich die saisonbereinigte Notenbankgeldmenge zwischen dem vierten Quartal 1996 und dem vierten Quartal 1997 um 3,1%. Sie übertraf damit ihren mittelfristigen Zielpfad um 3,6%.
Überzeichneter Expansionsgrad der Geldpolitik
Aufgrund der Verschiebung der Notennachfrage mussten wir davon ausgehen, dass der Anstieg der Notenbankgeldmenge den Expansionsgrad der Geldpolitik überzeichnete. Vergleichbare Nachfrageverschiebungen hatten wir bereits im Jahre 1996 beobachtet. Diese waren vor allem auf das Bestreben einiger Banken zurückzuführen, ihre Kassaliquidität von Postkontoguthaben auf Giroguthaben bei der Nationalbank umzuschichten. Die in den Jahren 1996 und 1997 aufgetretenen Verschiebungen erklären einen grossen Teil der Abweichung der Notenbankgeldmenge vom mittelfristigen Zielpfad.
Normalisierung des Wachstums der breit definierten Geldaggregate
Aufgrund der Unsicherheiten, die sich in den letzten beiden Jahren bei der Interpretation der Entwicklung der Notenbankgeldmenge ergaben, richteten wir unser Augenmerk vermehrt auf die breit definierten Geldaggregate, insbesondere auf M3. Ende 1995 hatte sich das Wachstum von M3 infolge unserer grosszügigen Geldpolitik deutlich beschleunigt. Der starke Anstieg von M3 normalisierte sich im Laufe des Jahres 1997 allmählich. Im vierten Quartal lag M3 um 3,5% über dem entsprechenden Vorjahresstand. Diese Wachstumsrate liegt in einem Bereich, der längerfristig mit der Preisstabilität in Einklang steht.