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Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschen selbst. Fasziniert blickten unsere Vorfahren bis weit zurück in den Himmel und beneideten andere Geschöpfe, denen es vergönnt war, frei durch die Lüfte zu ziehen. Ehrfurcht ging aber lange Zeit mit der Fliegerei einher. «Der Ritt auf einem Adler» ist ein Motiv aus der sumerischen Mythologie, das auf das 24. Jahrhundert vor Christus zurückgeht. In der Fabel steigt der Hirte Etana in den Himmel hoch, um das «das Kraut des Gebärens» zu pflücken, das seine Gattin fruchtbar machen würde. Kurz vor dem Ziel stürzte er aber ab. Im alten Griechenland wiederum erzählte mensch sich die Gesichte des Ikarus. Dieser konnte fliegend aus dem Labyrinth des Minotauros auf Kreta fliehen. Weil er aber übermütig wurde und zu hoch in den Himmel emporstieg, stürzte er ebenfalls ab und verunglückte tödlich im Meer.
Die Menschen gaben aber nicht auf und verzeichneten bald erste Erfolge: Am Anfang des 19. Jahrhunderts gelangen dem schweizerisch-österreichischen Uhrmacher, Erfinder und Flugpionier Jakob Degen über dem Wiener Prater der erste gesteuerte Freiflug. Es dauert aber nochmals rund 100 Jahre, bis der deutsche Tüftler Gustav Weißkopf den ersten gesteuerten Motorflug über eine Strecke von einer halben Meile zurücklegen konnte. Etwa zur gleichen Zeit – am Anfang des 20. Jahrhunderts – beeindruckten in Amerika die Brüder Wright ihre Zeitgenoss*innen mit ihren Erfindungen. Am 17. Dezember 1903 gelang dem Brüderpaar der erste gesteuerte Motorflug. Und gut zwei Jahre darauf schafften sie es, während knapp 40 Minuten in der Luft zu bleiben.
In der Folge entwickelte sich die Aviatik rasant. So weit, dass ein kontinentaler Flug für viele ein so natürlicher Teil des Lebens war wie Zähneputzen. Zumindest bis vor Ausbruch der Pandemie. Einziger Wermutstropfen für viele: Mensch musste auf den Passagier-Rängen Platz nehmen und sich die Erfahrung der – zumindest temporären – Eroberung der Lüfte mit anderen Menschen teilen.
Aber auch das sollte bald überwunden sein. Vorausgesetzt mensch verfügt über das nötige Kleingeld und besitzt genug Privatgrund, um darauf herum zu fliegen. Die schwedische Firma Jetson Aero kann im nächsten Jahr nämlich das einlösen, was sie 2018 angekündigt hat: Die Herstellung einer Elektro-Drohne für den Personentransport. Der Jetson One ist ein Einsitzer, der nach allen Seiten offenen ist. Und mit seinen 86 Kilogramm dürfte er in die Kategorie Leichtgewicht fallen. Dennoch bringt er einiges an Leistung mit sich: Die acht Elektromotoren erzeugen 120 PS. Damit lassen sich Pilot*innen bis 95 Kilogramm in die Lüfte hieven – bis zu 1500 Meter hoch! Und auch schnell ist die Drohne: Bis zu 100 km/h bringt das Gerät auf das Tacho.
«Nichts für mich, ich hab ja keinen Flugschein…?» Falsch gedacht! Den Jetson One darf ohne Lizenz geflogen werden. Dafür nur auf Privatgrundstücken. Will heissen: neben dem nötigen Kleingeld – der Senkrechtstarter kostet knapp 80 000 Euro – braucht mensch den nötigen Umschwung, um abheben zu können. Wer sich um diese beiden Punkte keine Gedanken machen muss, braucht dann nur noch etwas Geduld. Das Unternehmen ist nämlich bis Anfang 2023 komplett ausgelastet.