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Benedikt Meyers Zeitreise
Das Imperium schlug zurück. Auf die Angriffe der Barbaren auf das römische Reich folgte militärsche Vergeltung. Doch die Erfolge gegen Germanen, Perser und weitere Gegner waren oft Pyrrhussiege: Die römische Kriegsmaschinerie verschlang enorme personelle und finanzielle Ressourcen, die an anderer Stelle dringend fehlten. Das Bruttoinlandprodukt schrumpfte, die Steuern stiegen und mit der römischen Wirtschaft ging es in Richtung Hades, pardon: in Richtung Pluto.
Dies auch, weil der Handel mit dem wichtigen «Absatzmarkt Barbaricum» erheblich schwankte. Immer wieder trat die potenzielle Kundschaft die Ladentür ein und bediente sich selbst. Sprich: sie überrannte Grenzen, verwüstete Landschaften und plünderte Städte. Entsprechend unbefriedigend lief das Geschäft.
Dabei bildeten die Stämme jenseits des Limes in friedlichen Zeiten eine wichtige Einnahmequelle. Und nicht nur Händler und Produzenten, auch der Staat verdiente kräftig mit. Was das Reich verliess oder eingeführt wurde, bekam einen Zoll von 10 bis 25 Prozent aufgedrückt. Im Vergleich dazu waren die Binnenzölle mit 2 bis 3 Prozent moderat.
Roms Grenzen waren Verteidigungslinien und Zollstationen. So war es auch am obergermanisch-rätischen Limes, aber dieser liess sich zwischen 260 und 285 n. Chr. nicht mehr halten und so verliessen die Legionäre die eher schwach befestigten Palisaden und zogen sich zurück an den Rhein. Dieser hatte schon zwei Jahrhunderte zuvor die Grenze gebildet und war mit steinernen Kastellen verstärkt. Mit zusätzlichen Kastellen im Hinterland schützten die Römer zudem auch strategisch wichtige Orte und Strassen im Reich.
Eines dieser Verstärkungs-Forts war das Kastell von Irgenhausen. Dieses thronte auf einem kleinen Hügel über der Strasse zwischen Vitodurum (Winterthur) und dem oberen Zürichsee. Es hatte einen quadratischen Grundriss mit Seitenlängen von beachtlichen 60 Metern Länge. Die Ruine des vermutlich um 295 erbauten Kastells erhebt sich heute noch über Irgenhausen und bleibt eines der eindrücklichsten römischen Relikte der Nordostschweiz.
Digital in die Vergangenheit
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