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Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat die Auswirkungen der Klimaänderung auf den Wasserhaushalt der Schweiz bis zum Jahr 2100 untersuchen lassen und die Ergebnisse heute in Bern vorgestellt. Das Abflussregime der Schweiz wird sich verändern und die jahreszeitliche Verteilung der Abflüsse sich langfristig verschieben. Vermehrte Hochwasser- und insbesondere Niedrigwasserereignisse sind wahrscheinlich. Die Untersuchung im Rahmen des Projekts Klimaänderung und Hydrologie in der Schweiz (CCHydro) erlaubt es der Schweiz, sich frühzeitig auf Veränderungen vorzubereiten.
In den nächsten 20 Jahren wird sich das jährliche Wasserdargebot der Schweiz nur wenig verändern. Eine Ausnahme stellen die stark vergletscherten Einzugsgebiete dar, in denen der Abfluss aufgrund der Eisschmelze vorübergehend zunehmen wird. Langfristig werden aber die verfügbaren Wasserressourcen leicht abnehmen. Dies, weil sich wegen der Klimaänderung die Lufttemperatur erwärmt und deshalb die Schneefallgrenze steigt. Die in den Alpen gespeicherten Schnee- und Eismassen nehmen deshalb stark ab. Zusammen mit einer saisonalen Umverteilung des Niederschlags (weniger Niederschlag im Sommer, mehr Niederschlag im Winter) werden sich die Abflüsse verändern.
Dies sind die Hauptresultate des Projekts „Klimaänderung und Hydrologie CCHydro“ im Auftrag des BAFU, welche heute in einem Synthesebericht vorgestellt wurden. CCHydro hatte zum Ziel, für die Schweiz Szenarien des Wasserkreislaufs und der Abflüsse für die Zeitperioden um 2035 und 2085 bereitzustellen. Die Szenarien basieren auf gleichzeitig berechneten nationalen Klimaszenarien. Zentral waren für das BAFU die Fragen, wie sich in den nächsten 100 Jahren der Wasserhaushalt, die Risiken für Hoch- und Niedrigwasser und die Wassertemperatur verändern wird.
Das Projekt CCHydro zeigt, dass Hochwasser- und insbesondere Niedrigwasserereignisse zunehmen werden; dies vor allem im Mittelland, dem Wallis oder dem Tessin – was wiederum Auswirkungen auf die Ökosysteme und die Bewirtschaftung der Fliessgewässer im Sommer haben wird. Diese hydrologischen Veränderungen, welche bereits heute zu beobachten sind, sind durch die veränderten klimatischen Bedingungen erklärbar.
Für Bundesrätin Doris hat der Synthesebericht grosse Bedeutung: „Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt der Schweiz stellen uns vor neue Herausforderungen beispielsweise im Hochwasserschutz, in der Landwirtschaft, in der Siedlungswasserwirtschaft und in der Energieversorgung. Wir werden sie meistern, wenn wir uns damit frühzeitig auseinandersetzen und die nötigen Massnahmen einleiten – wie etwa beim Hochwasserschutz, wo der Raumbedarf der Fliessgewässer zu sichern und anzupassen ist. Zum Nulltarif wird die Anpassung an den Klimawandel nicht zu haben sein. Wer jedoch heute handelt, kann die Kosten von morgen und übermorgen tiefer halten, als jener, der nichts unternimmt und später für die entstandenen Schäden teuer bezahlen muss.“
Bild: Earth explorer (Wikimedia Commons)