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weltweite Patentanmeldungen pro 1 Million Einwohner verzeichnete die Schweiz 2017. Damit lag sie unter allen Ländern mit mehr als 5 Millionen Einwohnern nach Südkorea und Japan weltweit auf Platz drei – vor den USA und China. Neu ist die Innovationsfreude der Schweiz nicht: Schon bei der Weltausstellung 1851 in London war die Schweiz mit 110 Exponaten pro 1 Million Einwohner vertreten. Nur England hatte deutlich und Belgien knapp mehr Exponate ins Rennen geschickt. Dass die Schweiz Staaten wie Sachsen, Württemberg, Preussen, Schweden, Norwegen und Bayern zum Teil deutlich hinter sich liess, ist umso erstaunlicher, als es in der Schweiz – anders als in den übrigen Staaten – 1851 noch kein Patentrecht gab. Ein solches wurde rudimentär 1888 und vollumfänglich 1907 eingeführt.
Das offenbart zweierlei. Erstens: Patente sind für Innovationen keine unbedingte Voraussetzung. Zweitens: Es ist nicht sicher, ob die Innovationsanreize von Patenten durch eine vorübergehend garantierte Monopolstellung überwiegen oder ihre innovationsabschreckende Wirkung durch drohende Konflikte mit etablierten Patentinhabern. Ausser Frage steht, dass die Anzahl von Patentanmeldungen angesichts der Präsenz des Patentrechts ein Indikator für Innovationskraft ist. Das gilt für Industrien wie Chemie und Maschinenbau, in denen Patente regelmässig eingesetzt werden, ganz besonders – aber auch für andere Branchen, in denen nicht wie in der Finanzbranche nahezu ausschliesslich auf Geheimhaltung oder first mover advantages zur Monetarisierung von Innovationen gesetzt wird.
Es wird immer wieder gern behauptet, der Wohlstand der Schweiz sei allein ihrer Attraktivität als Finanzstandort geschuldet. Die zahlreichen Patentanmeldungen hingegen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass sie auch heute viel mehr ist als das.