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Was ist eine Allergie?
Bei einer Allergie reagiert der Körper überempfindlich auf normalerweise harmlose Stoffe. Kommen die Betroffenen mit einem Allergen in Berührung, zum Beispiel beim Einatmen oder durch Nahrungsmittel, zeigt der Organismus eine unpassende Abwehrreaktion. Tränende und geschwollenen Augen, Hautausschläge oder Atembeschwerden sind typische Symptome, die auftreten können.
Wie entstehen Allergien?
Bevor sich eine Allergie entwickelt, ist in der Regel ein wiederholter Kontakt mit dem Allergen nötig. Zu Beginn verlaufen die Begegnungen mit einem Allergen häufig unauffällig und es zeigen sich meist keine Symptome. Durch mehrmaligen Kontakt kann jedoch eine Sensibilisierung stattfinden, die in einer Allergie mündet.
Wer ist von Allergien betroffen?
Rund ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung zeigt allergische Symptome. Das Allergierisiko ist ungleich verteilt. Kinder, deren Eltern oder Geschwister bereits an Allergien leiden, weisen ein höheres Risiko auf, ebenfalls allergische Reaktionen zu entwickeln, als Kinder aus allergiefreien Familien. Weshalb einige Menschen auf gewisse Stoffe allergisch reagieren und andere nicht, ist noch nicht gänzlich geklärt. Jedoch konnten bereits mehrere Faktoren nachgewiesen werden, die das Risiko einer Allergieerkrankung erhöhen. Wer beispielsweise an Heuschnupfen leidet, entwickelt eher weitere Allergien. Zudem scheinen übertriebene Hygiene, Rauchen sowie ungesunde Ernährung das Allergierisiko zu steigern. Doch auch die Luftverschmutzung und immer «aggressivere» Pollen tragen zu einer steigenden Zahl von Allergiegeplagten bei. Wer mit Haustieren lebt oder als Baby nicht gestillt wurde, entwickelt in der Tendenz ebenfalls vermehrt eine ungewünschte Reaktion auf ein Allergen.
Was tun bei einer Allergie?
Es ist wichtig zu wissen, worauf der Körper allergisch reagiert. Nach einer Abklärung des Allergens oder der Allergene gilt es, den Kontakt wenn möglich zu vermeiden. Ist dies nicht umsetzbar – beispielsweise bei Heuschnupfen –, können vorbeugende Massnahmen, wie zum Beispiel mehrmals täglich das Gesicht waschen, lindernd wirken. In jedem Fall ist es aber wichtig, eine passende Therapie zu finden, damit man nicht zu stark unter den Symptomen leidet. Diese können sich zudem verschlimmern, wenn sie unbehandelt bleiben. Daher ist es ratsam, sich an eine Fachperson zu wenden und sich bezüglich der besten Behandlungsmöglichkeiten beraten zu lassen.
Warum entwickeln immer mehr Menschen eine Allergie?
Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Einerseits fördert der Klimawandel einen stärkeren und längeren Pollenflug, anderseits haben wir Zugang zu einer immer grösseren Auswahl an exotischen Nahrungsmitteln, die ebenfalls zu Allergien führen können. Hinzu kommt, dass der menschliche Körper bei der heutigen westlichen Lebensweise immer seltener mit Parasiten oder Keimen zu kämpfen hat und das Immunsystem entsprechend weniger stark gefordert ist. Von Nahrungsmittelallergien sind jedoch weniger Personen betroffen, als viele meinen. Damit man sich keiner unnötigen, strengen Diät unterzieht, ist ein AllergieCheck in jedem Fall zu empfehlen.
Warum muss eine Allergie abgeklärt werden?
Unbehandelte Allergien können sich mit der Zeit verschlimmern oder gar den sogenannten Etagenwechsel auslösen. Dabei weitet sich die Allergie von den oberen auf die unteren Atemwege aus. In der Folge führt dies zu Asthma, was nicht nur wesentlich unangenehmer, sondern auch gefährlicher ist.
Wer also regelmässig juckende und gerötete Augen, eine laufende Nase und Niesattacken hat, sollte eine mögliche Allergie bei der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke abklären lassen. Erst wenn das Allergen bekannt ist, können geeignete Behandlungsmethoden gefunden und Symptome gelindert werden.
( Dipl. med. Oliver Das, Facharzt für Dermatologie und Venerologie FMH, Allergologie (D), Tropen- und Reisemedizin (D))