Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03425.jsonl.gz/662

Laut Aussage von Roland Guignard ist dieser Zyklus das erste grosse ungegenständliche Werk in seinem Schaffen und stellt in seiner künstlerischen Entwicklung den Übergang von einer noch gegenständlichen zu einer vollkommen ungegenständlichen Malerei dar.
Fenster zu den beiden letzten Bitten des Unservater
|Zwei Glasfenster im Seitenschiff

von Roland Guignard
«Und führe uns nicht in Versuchung»
Das Fenster besteht aus düsteren und fahlen Farben in unregelmässigen und schiefen Formen. Ein ebenfalls unregelmässiger, verzerrter Kreis wird von halbrunden Blasen am Rand magnetartig hin- und hergezogen und fällt in einen bestimmungslosen Taumel. Dieses Fenster ist als negativer Gegensatz zum vorhergehenden (hier nicht dargestellt) zu sehen, bei dem das Kreuz über die ganze Fensterfläche ausstrahlt, währenddessen hier die Versuchung durch dumpf abgeschlossene und richtungslose Formen augenfällig versinnbildlicht wird.
«Sondern erlöse uns von dem Bösen»
Als Summe sämtlicher Fenster nimmt dieses letzte nochmals alle Farben auf und schlägt mit seiner Spiralform den Bogen zum Anfangsfenster (im nördlichen Seitenschiff). Das Böse ist in Form von kleinen spitzwinkligen Dreiecken dargestellt, die als Stacheln zwar noch sichtbar sind, das erlöste Gesamtgefüge aber nicht mehr zu beeinträchtigen vermögen.
Die Umsetzung der Worte in Bilder – in diesem Falle des Gebets in ungegenständliche Kompositionen – erarbeitete der Künstler zusammen mit seiner Frau, Elise Guignard. Der Zyklus beginnt mit dem westlichsten Fenster des nördlichen Seitenschiffs und setzt sich im Uhrzeigersinn fort.