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Im ganzen Tohuwabohu um den Ryder Cup in Hazeltine ging die traurige Nachricht fast etwas unter: Arnold Daniel Palmer, eine Ikone des Golfsports, verstarb am vergangenen Montag im Alter von 87 Jahren.
Die beeindruckende Karriere von Palmer – der von seinen Fans und den Medien „The King“ genannt wurde – nahm 1955 mit dem Gewinn der Canadian Open (Siegercheck $2‘400!) richtig Fahrt auf. Es folgten 95 Siege als Profi, davon 62 auf der US PGA Tour. Der Zenit seiner Laufbahn war im Vergleich zu anderen Spielern relativ kurz. „Arnie“ gewann zwischen 1958 und 1964 sieben Majortitel (4x Masters, 2x Open Championship, 1x US Open). Seinen letzten Erfolg auf der Tour feierte er 1973 an der Bob Hope Classic. 1980 wechselte er auf die US Seniors Tour und konnte dort weitere 10 Siege einfahren.
Das Vermächtnis von Palmer dessen Popularität noch Jahrzehnte nach seiner Spielerlaufbahn ungebrochen anhielt, ist aber nicht in erster Linie sein Erfolg auf den Golfplätzen. Er war der erste massentaugliche Sportstar mit einer riesigen Fangemeinde, bekannt als „Arnie‘s Army“. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Sohn eines Greenkeepers in Latrobe (Pennsylvania) befreite Golf fast im Alleingang endgültig vom Nimbus des etwas angestaubten Gentlemans Game, machte den Sport für die breite Bevölkerung attraktiv und versetzte mit seinem furchtlos-angriffigen Spiel die Zuschauer in Begeisterung.
Palmer’s Schwung war nie bilderbuchmässig, aber seine „alles-oder-nichts“-Philosophie mit der er alle Herausforderungen auf dem Golfplatz anging, hatte vielleicht sogar Vorbildfunktion für Spielertypen wie Greg Norman, Tiger Woods oder Rory McIlroy die oft mit ähnlicher Einstellung agier(t)en. Arnie wird folgendes Zitat zugeschrieben: „Wenn ich den Ball sehen kann, vermag ich ihn zu schlagen. Und wenn ich ihn schlagen kann ist es auch möglich, ihn einzulochen“. Kritiker hielten ihm vor, dass er mit dem einen oder anderen taktisch gespielten Ball wohl noch mehr Turniere gewonnen hätte. Seine Antwort war typisch: „Ich war der junge Bengel, der immer mit dem zweiten Schlag aufs Green wollte – und der bin ich immer geblieben.“
Zusammen mit seinen beiden grossen Kontrahenten Jack Nicklaus und Gary Player und seinem langjährigen Manager Mark McCormack (er war dessen erster Klient) bereitete er in den 1950er und 60er Jahren den Weg zur Kommerzialisierung von Golf. Die nächsten Generationen von Greg Norman über Nick Faldo, Seve Ballesteros bis hin zu Tiger Woods und anderen haben Arnie sehr viel zu verdanken. Das gilt auch für den Golfsport weltweit: Palmer verhalf der Open Championship durch seine Teilnahmen zu weltweit grösserer Beachtung, denn die US-Profis reisten wegen der langen Wege und des damals relativ geringen Preisgeldes früher nur ungern auf die britischen Küstenplätze. Und auf seine Initiative wurde 1988 in China sogar der erste Golfcourse (natürlich unter dem Siegel „Palmer Design“) gebaut.
Man könnte problemlos dicke Bücher über das Leben von „Arnie“ verfassen. Sein Engagement für viele wohltätige Zwecke, dass er nie einen Autogrammwunsch ablehnte, jedem die Hand schüttelte und offen in die Augen sah… Das letzte Wort überlassen wir seinem langjährigen Widersacher und Freund Jack Nicklaus: „Niemand hat jemals mehr dazu beigetragen, den Golfsport populär zu machen. Seine schillernde Persönlichkeit und Präsenz haben das Spiel aus den noblen Country Clubs herausgeholt. Einfach ausgedrückt, er hat Golf cool gemacht.“
[Peter Hodel]