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Eine Explosion in einem Passagierflugzeug in Somalia ist möglicherweise von einem Sprengsatz ausgelöst worden. Der Pilot und ein Luftfahrtexperte sagten am Mittwoch, sie hielten einen Bombenanschlag für wahrscheinlich.
Die somalische Regierung geht dagegen von einem technischen Problem aus. Die Explosion hatte sich am Dienstag kurz nach dem Start in Mogadischu ereignet. Nach Polizeiangaben wurden zwei Flugzeuginsassen leicht verletzt.
An Bord waren offiziellen Angaben zufolge 74 Passagiere. Die Explosion riss über der rechten Tragfläche ein Loch von rund einem Meter Durchmesser in den Rumpf. An den Lochrändern waren Russspuren zu sehen.
Der Flugsicherheitsexperte Xavier Tytelman, der Fotos von dem Loch im Rumpf mit Bildern von anderen Explosionen verglich, sagte der Nachrichtenagentur AFP, alle Anzeichen deuteten auf eine Bombenexplosion hin.
Die Detonation habe sich im Passagierraum ereignet und Metallteile nach aussen gedrückt - und nicht nach innen, wie es bei einem Problem mit dem Kabinendruck der Fall gewesen wäre. «Sie kam eindeutig von innen», erklärte Tytelman.
Minister: Luftdruckproblem
Der somalische Informationsminister Abdullahi Olad Roble sagte dagegen, die Regierung gehe nicht von einer Bombe, sondern von einem Luftdruckproblem aus.
Erste Ermittlungsergebnisse deuteten darauf hin, dass nach dem Start «viel Luft» im Innern des Flugzeugs gewesen sei, «und dass die Luft die Explosion ausgelöst haben könnte», sagte Roble. Ein «grosses Problem» sei an der Maschine aber nicht festgestellt worden.
Nach Angaben eines Flughafenvertreters verlief die Notlandung weitgehend glimpflich. Viele Passagiere hätten allerdings einen völlig verängstigten Eindruck gemacht.
Der Flughafen von Mogadischu ist wie eine Festung gesichert. Er grenzt an einen Stützpunkt der insgesamt 22'000 Mann starken Truppe der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom). Diese unterstützt Seit Jahren die schwache somalische Regierung im Kampf gegen die islamistischen Al-Shabaab-Milizen.
(sda/afp)