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LCHF – das steht für „low carbohydrate, high fat“, also eine kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung, auf die manche Athleten im Training schwören. Der Nutzen oder Nicht-Nutzen dieser Ernährungsform ist allerdings ausgesprochen umstritten. Das liegt vor allem daran, dass sich in der Sportwissenschaft seit den 90er-Jahren eigentlich zunehmend durchgesetzt hat, dass hohe Kohlenhydratmengen den wichtigsten Faktor für sportliche Hochleistungen darstellen, nicht Fett.
Studie zu den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Ernährungsformen
Kürzlich hat das australische Sportinstitute AIS allerdings eine Studie unternommen, um genau das zu überprüfen und die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Ernährungsformen im professionellen Training systematisch miteinander zu vergleichen. Während eines dreiwöchigen Trainingsblocks haben sie 21 Sportler in drei Gruppen unterteilt, die jeweils unterschiedliche Ernährungspläne erhielten.
Die erste Gruppe erhielt dabei Nahrung, die zu 60 bis 65 % aus Kohlenhydraten, zu 15 bis 20 % aus Eiweiß und 20 % aus Fett bestand, ein bekannter Standard aus den 1990er-Jahren. Die zweite Gruppe erhielt ebenfalls kohlenhydratlastige Ernährung, allerdings war das Timing der Einnahme ein anderes und variierte nach Trainingsintensität. Diese Art der Ernährung entspricht dem heutigen Forschungsstand. Die dritte Gruppe schließlich erhielt fettlastige, extrem kohlenhydratarme Nahrung – Ernährung nach dem LCHF-Prinzip also. Sie nahmen bis zu 80 % ihrer Nährstoffe durch Fett zu sich. Vor und nach dieser dreiwöchigen Trainingsphase wurden Leistungs- und Stoffwechseltests durchgeführt, um die Ergebnisse der Probanden miteinander vergleichen zu können.
Ergebnisse der Studie
Die Ergebnisse waren mehr als eindeutig: die Gruppe, die LCHF-Ernährung erhielt, konnte sich über den dreiwöchigen Trainingsblock hinweg praktisch nicht in ihrer Leistung verbessern. Die beiden anderen Gruppen konnten ihre Leistungen hingegen im gleichen Zeitraum deutlich erhöhen. Es wurde außerdem nachgewiesen, dass die LCHF-Gruppe im Test deutlich ineffizienter war und für die gleiche Leistung mehr Sauerstoffzufuhr benötigte.
Ein weiteres nachvollziehbares Ergebnis der Studie war, dass die LCHF-Gruppe höhere Werte der Fettoxidation aufzeigt, da weniger Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. Es gibt allerdings widersprüchliche Meinungen, ob das denn nun gut oder schlecht ist. Eine verbesserte Rate der Fettoxidation könnte nämlich durchaus auch eine verschlechterte Kohlenhydratoxidationsrate bedeuten, was sich im Wettkampf negativ auswirkt, da auch LCHF-trainierte Athleten im Wettkampf selbst Kohlenhydrate als Kraftstoff benötigen.
Fazit LCHF
Auch wenn diese Effekte nicht zweifelsfrei nachgewiesen wurden und es durchaus möglich ist, dass es letztlich irrelevant ist, woher der Kraftstoff kommt, scheint es eindeutig, dass eine LCHF-Ernährung für Leistungssportler kein sinnvoller Weg ist. Eine gut balancierte Kohlenhydratdiät führt in den Tests schlicht zu viel besseren Leistungen.