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Nationalratskandidat Schlumberger fieberte den Wahlen einmal mehr mit ungebrochenem Optimismus entgegen, obwohl ausser ihm niemand damit rechnete, dass aus dem Kandidaten ein Nationalrat würde. Dabei hatte es Schlumberger gar nicht schlecht eingefädelt; nach wilden Kandidaturen in der Jugend schrieb er sich vor zwanzig Jahren in eine damals staatstragende Partei ein, buckelte und dienerte sich durch Gemeinde- und Vorortsparlamente, bis er zuunterst auf der Nationalratsliste landete und sich heuer auf einen einst aussichtsreichen Platz im oberen Drittel vorgekämpft hatte. Weil aber unterdessen seine Partei zur Randgruppe verkommen war, würde es wohl nie einen Nationalrat Schlumberger geben, ausser es wäre ein anderer.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.