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Was hat ein hörgeschädigtes Kind vom Staat zu gut?
Was hat ein hörgeschädigtes Kind vom Staat zu gut? Ein provokativer Titel - insbesondere, da die Situation für hörgeschädigte Kinder in der Schweiz im Allgemeinen gut ist. Die Invalidenversicherung fördert die Integration in Beruf und Gesellschaft, indem sie ihre Mittel vor allem für die Schulung einsetzt. Auch bei der beidseitigen Versorgung mit Hörgeräten und Cochlea Implanten ist die Schweiz voran. Das führt dazu, dass in der Schweiz nur wenige Renten wegen Hörbehinderungen ausgesprochen werden müssen.
Und dennoch ist es gut, seine Rechte zu kennen.
Mit der Einführung des Neuen Finanzausgleichs (NFA) am 1. Januar 2008 zwischen dem Bund und den Kantonen, wurde die IV teilweise kantonalisiert. Die Einzel-leistungen, wie zum Beispiel die Batterien, sind beim Bund geblieben, während die Sonderschulen, und dazu zählen die Audiopädagogischen Dienste (APD), zu den Kantonen gekommen sind.
Die einzelnen Kantone sind noch nicht alle gleich weit bei der Umsetzung ihrer kantonalen Sonderschulkonzepte. Zürich ist führend, andere haben noch gar nichts. Die kantonalen APDs führen die Früherziehung der Hörgeschädigten Kinder durch (im allgemeinen sind das etwa 2-6 Stunden pro Woche pro Kind).
Mit dem Eintritt in die Schule unterstützt der APD das Kind individuell (2-4 Stunden pro Woche) und zusätzlich den Lehrer und die Schule. Hörbehinderte Kinder besuchen heute normalerweise dieselben Schulen wie ihre nichthörbehinderten Kameraden. Sonderschulen für hörbehinderte Kinder gibt es nur in wenigen Kantonen. Meist besuchen Kinder, die eine Sonderschule brauchen, dann eine Sprachheilschule.
Wie viele Wochenstunden ein hörgeschädigtes Kind vom APD erhält, wird zwischen dem APD und kantonaler IV-Stelle individuell ohne die Eltern (warum eigentlich?) verhandelt. Nach der Schulpflicht wird die junge Frau/der junge Mann von der kantonalen IV-Stelle zur Berufsberatung aufgeboten. Diese kann von sehr unterschiedlicher Qualität sein, gehört aber zum Ritual. Dafür funktioniert die Unterstützung bei der Erstausbildung wieder. Auch Ausbildungen im Ausland gab es schon, wenn eine gleichwertige Ausbildung in der Schweiz nicht möglich war.
Die IV bezahlt Pauschalen für Batterien. Auch notwendige Transporte werden übernommen, zum Beispiel in die Spielgruppen des APD im Vorschulalter. Cochlea Implante, Hörgeräte bis zum 18. Lebensjahr und FM-Anlagen werden von der IV zur Verfügung gestellt. Sie gehören also nicht dem Kind. Deshalb ist eine Versicherung bei Kindern nicht nötig.
Anpassung, Reparaturen, neue Ohrstücke und Schläuche werden dem Akustiker mit einer Pauschale vergütet. Mit der Hörbehinderung zusammenhängende medizinische Kosten (z. B. CI-Operation) werden von der IV übernommen. Bei kleinen Kindern ist es möglich eine Hilfslosenentschädigung zu erhalten. Die Praxis ist kantonal unterschiedlich. Die Eltern können bei den Steuern einen Abzug von Fr. 2500.-- beim Einkommen geltend machen. Wer wegen einer Hörschädigung (im Schnitt mehr als 55 dB) dienstuntauglich ist, muss keine Ersatzabgabe leisten.
Schweizerische Vereinigung der Eltern hörgeschädiger Kinder SVEHK