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20. April 05
Lukas
Bärfuss
Lukas Bärfuss
Lukas Bärfuss (*1971) ist in Thun geboren und hat nach der Schulzeit nebst anderen Beschäftigungen als Buchhändler gearbeitet. Seit vielen Jahren ist er nun als freier Schriftsteller tätig. In seinen Theaterstücken wie Die sexuellen Neurosen unserer Eltern oder Die Probe, die in viele Sprachen übersetzt werden, spürt er Themen auf, die politisch aktuell und gesellschaftlich brisant sind; er schreckt weder vor politischen Machthabern noch vor religiösen Fragestellungen zurück, noch scheut er sich, über Beziehungsprobleme oder Behinderungen zu schreiben. Wenngleich sein Blick auf den Gegenstand scharf ist, so sind die Texte dennoch human und interessiert an dem, was den Menschen wirklich betrifft.
Nach seinem ersten, vielfach ausgezeichneten Roman Hundert Tage (2008) legt er nun Koala (2014) vor. Es geht darin um einen ganz gewöhnlichen Menschen, dessen ganz gewöhnliches Leben und ganz gewöhnliches Ende. Aber wie stets bei Lukas Bärfuss ist auch diese Geschichte von Gewicht, von persönlichem Belang. Denn das erzählte Ende ist ein Suizid, und der ihn verübt hat, ist sein Bruder. Bärfuss spürt dem Schicksal des eigenen Bruders nach, über das er zunächst wenig weiss, und er begegnet einem grossen Schweigen. Bärfuss nimmt die Fährte jenes Tieres auf, das dem Bruder seinen Namen verliehen hat, und macht sich daran, das Geheimnis, das den Bruder zu umstellen scheint, aufzuhellen.