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Tyrann von Akragas (Agrigent), 565-549 v. Chr., aus Astypaläa gebürtig, wanderte nach Akragas aus, bemächtigte
sich, da er als Bauherr eines Zeustempels daselbst viele Werkleute und Arbeiter in seinem Sold hatte, mit
ihrer Hilfe der Burg und der Herrschaft, vergrößerte und verschönerte die Stadt, führte glückliche Kriege gegen die Nachbarn,
ward aber nach 16jähriger Herrschaft von dem EumenidenTelemachos gestürzt. Er galt für einen grausamen, blutgierigen Tyrannen,
durch den dieser Titel in der Geschichte zuerst gebrandmarkt wurde.
Berüchtigt war besonders der von Perillos verfertigte eherne Stier, in welchem er Menschen verbrennen ließ, eine Erinnerung
an den in Akragas herrschenden Molochsdienst. Nach einigen büßte der Tyrann seine Blutschuld später selbst darin. Entschieden
unecht und ein Machwerk aus der Zeit der Antonine, wie Bentley bewiesen hat (»Die Briefe des Phalaris«, deutsch
von N. Ribbeck, Leipz. 1857), sind die sogen. 148 Briefe des Phalaris, in welchen Phalaris als ein milder Herrscher sowie als ein Freund
der Bildung und Dichtung erscheint. Herausgegeben wurden sie unter andern von Schäfer (Leipz. 1823).