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11. April 2018
„Mr Krabs“
Städtebau / Integration in Umgebung
Der Erweiterungsbau führt das ursprüngliche, städtebauliche Konzept der Schulanlage Grentschel fort: Niedrige, grossflächige Bauten werden in das Terrain des Grentscheltals eingebettet. Während der Schulraumtrakt noch die Bebauungsstruktur des Quartiers übernimmt, gliedert sich die Aula in die Struktur des Grentscheltals ein. Im Wettbewerbsprojekt aus dem Jahr 2000 reihen sich die Aula und die in einer zweiten Etappe vorgesehene Turnhalle mit Rasenspielfeld zusammen mit der Försterschule entlang des Grentschelbachs auf. Die Erweiterung fügt sich statt der Turnhalle in diese Reihe ein und bildet zusammen mit der Aula einen weiteren niedrigen, grossflächigen Körper, der sich in die Topographie des Grentscheltals einfügt.
Umgebungskonzept
Die Umgebung des Schulhauses Grentschel wird in zwei Bereiche gegliedert: Richtung Westen rund um das bestehende Schulhaus der befestigte, städtische Pausenplatz und Richtung Osten der naturnahe Grünraum.
An der Hardernstrasse – auf der durch den abgebrochenen Pavillon frei werdenden Fläche – entsteht ein neuer, grosszügiger Ankunfts- und Pausenbereich, der die Schüler aus dem bestehenden Schulraumtrakt und die Schüler aus dem Neubau zusammenbringt. Die trennende Stützmauer wird durch eine weich abfallende Fläche ersetzt, die die Niveaus von Pausenplatz und Strasse zusammenbringt. Der bestehende, harte Pausenplatz auf dem unteren Niveau wird erweitert. Das obere Niveau wird im Gegensatz dazu mit Grünflächen und heimischen Bäumen naturnah gestaltet und lädt zum Verweilen und Spielen ein.
Von Nord-Osten her wird ein weiterer Zugang zur Hardernstrasse geschaffen. Von hier erfolgt auch ohne Beeinträchtigung des Pausenplatzes die Anlieferung der Tagesschule. Eine Fusswegverbindung nördlich des Neubaus verbindet aussenräumlich die beiden neuen Zugänge und ermöglicht die Durchwegung des Schulareals von der Bushaltestelle bis zur Försterschule und HPS.
Der Fussweg entlang des Grentschelbachs wird erhalten und erschliesst den Kindergarten. Der Kindergartenaussenraum befindet sich hier gut besonnt und abseits des Hauptpausenbereichs Richtung Grentschelbach und gliedert sich mit seiner naturnahen Gestaltung gut in die Ufervegetation ein.
Östlich des Neubaus werden im Anschluss an den Kindergartenaussenraum der Aussenraum der Tagesschule und das Rasenspielfeld angelegt. Die Tageschule kann so von Synergien mit den anderen beiden Aussenräumen profitieren. Südlich des Rasenspielfeldes wird eine Sickermulde für das Dachwasser in die Landschaft eingebettet.
Tragwerk
Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus Stahlbetondecken, -wänden und –stützen. Optimale Spannweiten und eine direkte, vertikale Lastableitung stellen die Material- und Kosteneffizienz der Gebäudestatik sicher. Die Aussteifung und die Gewährleistung der Erdbebensicherheit erfolgt durch die Sanitärkerne sowie die Wände zwischen Klassenzimmern und Mittelzone. Die Wände zwischen Klassenzimmern und Gruppenräumen sind dagegen nichttragend und können zukünftigen Bedürfnissen angepasst werden.
Energie / Gebäudehülle / Gebäudetechnik
Das Gebäude wird dem Gebäudestandard 2015 entsprechend in Minergie-P-Eco konzipiert. Durch das kompakte Gebäudevolumen und die optimal gedämmte, luftdichte Gebäudehülle kann der Energieverbrauch für den Bau und Betrieb des Gebäudes auf ein Minimum reduziert werden. Grosszügige Fensteröffnungen reduzieren den Bedarf an elektrischer Energie für die Beleuchtung und steigern gleichzeitig die Erträge aus der passiven Solarenergienutzung. Ein aussen liegender, tageslichtoptimierter Sonnen- und Blendschutz verhindert die sommerliche Überhitzung der Räumlichkeiten. Ausserdem kommt eine energieeffiziente Beleuchtung zum Einsatz. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und der damit verbundene CO2-Ausstoss wird durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen in Form von Erdwärmesonden und einer Photovoltaikanlage gesenkt.
Materialisierung
Das Materialkonzept orientiert sich am Eco-Standard und setzt auf natürliche, schadstofffreie Materialien mit einem tiefen Bedarf an grauer Energie von der Herstellung bis zur Entsorgung. Die tragenden Elemente werden, wo möglich, aus Recyclingbeton hergestellt. Eine konsequente Trennung von Komponenten unterschiedlicher Lebenserwartung vereinfacht nicht nur den langfristigen Werterhalt des Gebäudes, sondern minimiert auch den Aufwand für Wartung und Unterhalt und vereinfacht allfällige spätere Umnutzungen oder Sanierungen des Gebäudes.
Die Fassade ist dem entsprechend mit einem Wärmdämmverbundsystem aus Steinwolle, mineralischem Dickputz und mineralischem Anstrich versehen. Die Holz-Metall-Fenster sind langlebig und ermöglichen durch Öffnungsflügel den Kontakt nach aussen. Die Fenstereinfassungen sind mit hervortretenden Betonfertigteilen versehen, in die die Verbundraffstoren und Storenschienen integriert sind. Das Dach ist extensiv begrünt und mit einer Photovoltaikanlage versehen. Die klar lasierten Holzrahmen der Fenster und der Parkettboden geben dem Innenraum einen wohnlichen Charakter.
Nutzung: Kindergarten, Schule, Veranstaltung
Projektwettbewerb
Auftraggeber: Stadt Lyss
Jurierung: 2018