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Über 300’000 Schweizer sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Armut in unserem Land entflohen und ausgewandert. Viele Gemeinden zahlten den ärmsten Einwohnern die Schiffsreise, damit diese der Gemeinde nicht mehr zur Last fielen.
In den USA wurde die Ankunft solcher Wirtschaftsflüchtlinge zum Teil mit harscher Kritik aufgenommen. Die «New York Times» verlangte sogar eine Untersuchung. Die Zeitung ärgerte sich besonders darüber, dass Schweizer Behörden das Ausreisen ihrer Verarmten zahlte.
«New York Times» vom März 1855 unter dem Titel «Noch mehr Almosenempfänger aus der Schweiz – wieder eine Schiffsladung unterwegs»: Weitere 320 der ärmsten Einwohner aus der Aargauer Gemeinde Niederwil (heute Rothrist) seien unterwegs in die USA.
«Ein weiterer verarmter Immigrant»
Dieser Ausschnitt aus der «New York Times» stammt aus dem Jahr 1879: Schon wieder sei ein «verarmter Schweizer» aufgefallen: Der 43-jährige Theodor Meier aus dem solothurnischen Bärschwil. Er habe erklärt, zu Hause dem Vater auf einem kleinen Bauernhof geholfen zu haben. Doch der Betrieb sei bankrott gegangen. Statt wie ihm wie verlangt zu helfen, habe Gemeinde-Vizepräsident Holzherr ihn gedrängt, in die USA auszuwandern.
Nach seiner Ankunft in New York sei Meier rasch das Geld ausgegangen. Deshalb sollte er gemäss «New York Times» ausgeschafft werden. Doch er habe sich geweigert, in die Schweiz zurückzukehren. «Aber die Migrationsbeamten sind entschlossen, ihn zurückzuschicken», berichtete die «New York Times». Nur so könnten Schweizer Kantone davon abgeschreckt werden, weitere unerwünschte Bürger «zulasten des amerikanischen Steuerzahlers» auf Reise zu schicken.
Die Schweiz war offensichtlich nicht das einzige Land Europas, das die Ärmsten in die USA verschiffte.
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Infosperber stiess zuerst am 6. September in einem Facebook-Eintrag von Marc Brupbacher auf die abgebildeten Zeitungsausschnitte der «New York» Times.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine