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Denn bereits als junger Befehlshaber eines mittelgrossen Kriegsschiffes bewies er heute vor 223 Jahren nicht nur eine schnelle Auffassungsgabe, sondern auch das Selbstbewusstsein, schnell und mutig zu handeln.
Vor der portugiesischen Küste am Kap St. Vincent trafen die Briten auf eine zahlenmässig überlegene Flotte der Spanier. Die Briten griffen sogleich an und die Spanier wichen aus. Nelson, der sich am Ende der britischen Formation befand, erkannte jedoch, dass das Ausweichmanöver der Spanier ebenso gut in einen Gegenangriff münden konnte. Entgegen dem ausdrücklichen Befehl seines Admirals Jervis, scherte er aus der Formation aus und griff die Spitze der Spanier an. Schnell stand sein Schiff unter Beschuss von vier spanischen Schiffen, die ihm alle hinsichtlich der Anzahl Kanonen überlegen waren.Dieses Manöver ist seither als Mad-man-Manöver bekannt. Überdies gelang es Nelson, ein spanisches Schiff zu entern, und er nutzte dieses gleich, um ein weiteres spanisches Schiff in seine Gewalt zu bringen. Durch sein völlig unübliches Handeln vereitelte Nelson die Pläne der Spanier und ermöglichte so den Briten einen spektakulären Sieg.
Bemerkenswert jedoch ist meines Erachtens mindestens ebenso, dass Admiral John Jervis seinen Kommodore für sein mehr als gewagtes Manöver lobte. Es war sicherlich auch Glück dabei, dass Nelsons Schneid Erfolg beschieden war. Und es zeugt von Grösse des Chefs, dass er Nelsons Befehlsverweigerung loben konnte. Nelsons selbständiges Handeln hatte für beide positive Konsequenzen: Sie wurden beide befördert. Das kann man nicht von jeder Befehlsverweigerung sagen.