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Das musst du wissen
- In den ersten 58 Tagen der Pandemie gab es in den USA 3,4 Millionen Suchanfragen zu Panikattacken oder Angstattacken.
- Das sind rund 375 000 Suchanfragen mehr, als wenn es Corona nicht gegeben hätte.
- In den letzten 16 Jahren waren die Zahlen noch nie so hoch wie während dem Lockdown.
Viele Gesundheitsexperten sind besorgt, dass die Corona-Pandemie unsere Psyche belasten könnte. Dies insbesondere, weil wir uns vor der Krankheit und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen fürchten. Belastungen nachzuweisen, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber schwierig. Suchanfragen im Internet können hierzu aber Hinweise geben: In den USA führte die Pandemie zu einem Rekord an Anfragen mit den Stichworten Panikattacke oder Angstattacke, wie eine neue Studie unter der Leitung der Universität von Kalifornien, San Diego zeigt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift JAMA International Medicine veröffentlicht.
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Das amerikanische Forschungsteam analysierte Google-Suchanfragen aus den USA, die die Wörter «Panikattacke» oder «Angstattacke» enthielten. Dazu gehörten beispielsweise: «Habe ich eine Panikattacke?», «Anzeichen einer Panikattacke» oder «Symptome einer Panikattacke». Sie wählten akute Angstzustände, weil diese häufiger sind als andere psychische Probleme. Zudem können diese zu Depressionen führen und sind durch äussere Stressfaktoren bedingt.
Science-Check ✓Studie: Internet Searches for Acute Anxiety During the Early Stages of the COVID-19 PandemicKommentarDies ist ein Kommentar der Autorin / des AutorsDie Studie hat nur die Veränderung der Suchanfragen untersucht und nicht die Anzahl Panikattacken oder Angstattacken selber. Sie kann daher nicht bestätigen, dass die Suche mit einer richtigen Attacke in Verbindung steht. Sie weist aber auf eine psychische Verunsicherung hin. Auch bezieht sich die Studie auf die USA – allgemeingültig ist sie nicht.Mehr Infos zu dieser Studie...Zuverlässigkeit: peer-reviewed, Suchanfragen vom 1. Januar 2004 bis 9. Mai 2020 mit Google Trends ausgewertet.Studien-Art: Beobachtungsstudie/Comuptersimulation.Geldgeber: University of California Office of the President Emergency Grant, Division of Infectious Diseases und Center for Data Driven Health am Qualcomm Institute, Bill and Melinda Gates Global Good Fund.Alle Informationen zum higgs-Science-Check
Die Forschenden betrachteten den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis zum 9. Mai 2020. Um den Einfluss von Corona zu messen, schauten sie sich an, wie sich die Suchanfragen ab dem 13. März – dem Tag an dem Präsident Trump den nationalen Notstand ausgerufen hatte – entwickelten. Anhand der Daten der letzten 16 Jahre simulierten sie die Anzahl Anfragen, wenn es Corona nicht gegeben hätte. Diese Zahlen verglichen sie anschliessend mit den aktuell gemessenen Werten.
Die aktuelle Studie zeigt nun: In den ersten 58 Tagen der Corona-Pandemie gab es in den USA schätzungsweise 3,4 Millionen Suchanfragen zu Panikattacken oder Angstattacken. Das sind rund 375 000 mehr als im Vergleich zu den letzten 16 Jahren zu erwarten gewesen wären. Am grössten war der Anstieg zwischen dem
16. März 2020 und dem 14. April 2020. Also drei Tage nachdem der Notstand ausgerufen wurde. Nach dem 15. April lagen die Suchanfragen wieder auf dem typischen Niveau.
Diese Zahlen zeigen, dass akute Angstzustände während dem Lockdown in den USA ein grosses Thema waren. Nicht klar ist aber, ob es auch tatsächlich zu mehr Panikattacken kam. Die tatsächlichen psychischen Folgen bleiben vorerst also noch im Dunkeln. Adam Poliak, einer der Studienautoren, sagt in einer Mitteilung: «Es kann Jahre dauern, die gesellschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 zu verstehen».