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Der Regisseur Paul Schrader hat dich im Film «Light Sleeper» verewigt. Wie ist das abgelaufen?
Paul Schrader rief mich an und sagte mir, ich käme als Nebenrolle in einem seiner Filme vor. Die Nebenfigur heisst «Tis» und wird von Victor Garber gespielt, einem der grossen Theaterschauspieler der Gegenwart. Damals traf ich Victor in New York und wir unterhielten uns lange. Es war toll! Victor wollte zum Beispiel hören, wie ich Englisch rede, damit er meinen Akzent kopieren konnte. In anderer Form hat Rosa von Praunheim für Arte einen Dokumentarfilm über mich gedreht.
Wie viele Filme schaust du pro Tag?
Im Rahmen von Festivals sehe ich nach wie vor vier bis sechs Filme pro Tag. Für die erwähnte Filmcollage «Beauties and Bitches on the Beach» sind es im Moment jedoch etwa 20, allerdings nur im Schnelllauf. Es ist eine einsame Arbeit vor dem Computer, sie dauert stundenlang. Dabei habe ich andauernd alte italienische Lieder für die Soundtrack-Mischung, bei der mir auch Angelo Caltagirone freundlicherweise helfen wird, in den Ohren.
Gibt es für dich so etwas wie einen Lieblingsfilm?
Nein, es gibt schlicht zu viele Filme, die ich liebe. Einen Lieblingsfilm zu wählen wäre für mich etwa so, wie wenn ein Vater unter seinen 30 Kindern ein Lieblingskind bestimmen müsste! Ich kann aber Lieblingsregisseure benennen. Dazu gehören Douglas Sirk, Vincente Minnelli, Robert Bresson oder Carl Theodor Dreyer.
In seiner Hommage beschreibt Stefan Zweifel deine Augen als «Kristallisationspunkte, in denen sich die Lust am Leben, die Liebe zum Risiko bündeln.» Welches war das grösste Risiko, das du in deinem Leben genommen hast?
Das war zweifellos meine erste Arbeit im Kunstbereich, die Filminstallation «Magnificent Obsession». Zum Glück kam das Werk extrem gut an, was mir den Mut gab, weiterzumachen. Wenn es nicht so gut gelaufen wäre, hätte ich wohl aufgehört und die Projekte, die seither entstanden sind, nicht realisiert.
Und welches Risiko bist du nie eingegangen?
Ich erhielt mehrfach das Angebot, in Los Angeles eine Studiofilmkette aufzubauen, analog zur Arthouse-Kette in Zürich. Ich sagte ab, denn ich liebe mein Zürcher-, Engadiner- und Schweizer Umfeld zu sehr. Ich reise viel und komme immer sehr gerne zurück. L.A. und New York sind toll für ein paar Wochen, doch dann reicht es jeweils. Und jetzt – mit der hässlichen Aussicht auf Trump – ohnehin!
Interview: Markus Stehle