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Sitzen wir alle im gleichen Boot?
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Joachim Merz · 0 Kommentare
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Der Klimawandel trifft die Menschen im globalen Süden am heftigsten und verstärkt die bestehende Ungleichheit. Solidar Suisse unterstützt die arme Bevölkerung, damit sie sich besser gegen die Auswirkungen wappnen kann. Doch um die Ursachen zu bekämpfen, müssen wir im Norden Verantwortung übernehmen.
Was bedeutet Klimagerechtigkeit? Dass wir, die mit einer sehr ressourcenintensiven Lebens- und Produktionsweise den Klimawandel hauptsächlich verursachen, Anstrengungen unternehmen, die Schäden zu reparieren und den Klimawandel zu stoppen. Und dass diejenigen, die überproportional von den negativen Folgen des Klimawandels betroffen sind, auf die Solidarität der Verursacher*innen zählen können. Doch die Mehrheit der reichen Industrienationen und ihrer Bewohner*innen (z.B. in der Schweiz) wollen ihre täglichen Gewohnheiten bisher kaum einschränken, noch sind sie bereit die dringend benötigten Gelder für Schadenersatz und Anpassungsmassnahmen aufzustocken oder die Welthandelsregeln fairer zu gestalten.
Klimawandel verstärkt die soziale Ungleichheit
Der Klimawandel bedroht grundlegende und universelle Menschenrechte wie das Recht auf Leben, Wasser, Nahrung und eine angemessene Unterkunft und damit den Grundkodex menschlichen Zusammenlebens. Und er verschärft die bestehende soziale und ökonomische Ungleichheit zwischen und in den Ländern. Im September 2020 stellte die Entwicklungsorganisation Oxfam fest, dass die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung (wozu die Schweiz gehört) über die Hälfte aller globalen CO2-Emissionen verursachen, während die ärmste Hälfte der Erdbewohner*innen lediglich für sieben Prozent der Emissionen verantwortlich ist.
Klimagerechtigkeit braucht soziale Gerechtigkeit
Sitzen wir trotzdem alle im gleichen Boot? Nun ja, im Prinzip schon. Aber die Reichen haben die besseren Rettungsboote und werden später untergehen. Mit Klimaanlagen im Auto, Heim, Büro und Fitnessstudio, mit einem Haus in gemässigten Klimazonen lässt sich die Erderwärmung besser ertragen als im Slum von Nairobi oder in überfluteten Küstenstreifen von Bangladesch. Klimagerechtigkeit ist ohne soziale Gerechtigkeit nicht zu haben – und umgekehrt. Fortschritt und Entwicklung können nicht mehr ohne ökologische Nachhaltigkeit gedacht werden. Folgerichtig hat das Uno-Entwicklungsprogramm UNDP in seinem Bericht 2020 zwei zusätzliche Indikatoren für die Definition menschlicher Entwicklung aufgenommen: Neben den drei klassischen Indikatoren Gesundheit, Bildung und Einkommen sind es die CO2-Emissionen pro Kopf und der ökologische Fussabdruck jedes*r Einzelnen.
Anpassung an den Klimawandel
Partnerorganisationen und Begünstigte von Solidar Suisse sind bereits heute von klimabedingten Katastrophen betroffen – Tendenz steigend. Wir reagieren auf unterschiedlichen Ebenen darauf, doch eines ist klar: Auch wenn die guten Projekte in Lateinamerika, Sub-Sahara Afrika und Asien absolut notwendig sind, sind sie im wahrsten Sinne des Wortes nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Was es vor allem braucht, ist, dass wir im globalen Norden unsere Verantwortung wahrnehmen. Wir müssen bei unseren Lebens- und Konsumgewohnheiten ansetzen und Solidarität mit den Verletzlichsten zeigen. Jetzt, nicht in 20 oder 30 Jahren.
Infos zum Klimastreik am Freitag 21. Mai: www.strikeforfuture.ch
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Joachim Merz
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