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Sehr geehrte Medienschaffende
Pädiatrie Schweiz hat vor Kurzem eine Mitteilung zu SARS-CoV-2 an den Schulen veröffentlicht. Viele Medien und Politiker nehmen mittlerweile darauf Bezug und fordern im Gleichschritt die Aufhebung von Schutzmassnahmen und Quarantänen sogar für Kinder unter 12 Jahren, die sich noch nicht impfen lassen können. Das ist umso überraschender, als die WHO-Expertengruppe (WHO, 2021), die Swiss National COVID-19 Task Force (COVID-19 TF, 2021) sowie die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (CDC, 2021) klar empfehlen, Kinder unter 12 Jahren zu schützen (zum Beispiel mit Masken, Luftfiltern, CO2-Messgeräten usw.).
Das autorenlose Dokument wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Wir haben deswegen einen umfangreichen Fragenkatalog an Pädiatrie Schweiz geschickt (siehe unten). Wir wollen an dieser Stelle kurz drei Aussagen hervorheben, die wir für besonders problematisch halten:
1. Die Mitteilung stützt sich für ihre These auf wenige Quellen. Eine der wenigen Quellenangaben ist eine Studie (Gettings et al. 2020) der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC. Während Sie fordern, «Schutzmassnahmen auf ein unerlässliches Minimum zu reduzieren», verlangt die von Ihnen verlinkte CDC-Studie klar das Gegenteil: «Preventive measures to reduce transmission & severe outcomes in children & adolescents are critical, including vaccination, universal masking in schools & masking by persons aged ≥2 years in other indoor public spaces & child care centers.» Es stellt sich die Fragen, warum Pädiatrie Schweiz auf eine Publikation verweist, deren Kernaussage Pädiatrie Schweiz ablehnt?
2. Pädiatrie Schweiz spricht von einer auf Durchseuchung angelegten Strategie: «… die Teststrategie in der Schweiz seit Beginn der Pandemie so angelegt ist, dass die Durchseuchung bei den unter 6-Jährigen und (teilweise) auch bei den 6-12-Jährigen zugelassen wird.» Von einer solchen Strategie seitens der Regierung ist uns nichts bekannt.
-Wessen Strategie ist das?
-Welche Partei oder politische Institution unterstützt diese Position?
-Wann, von wem und auf welcher Rechtsgrundlage wurde sie beschlossen?
-Wie wurde die Öffentlichkeit darüber informiert?
3. Pädiatrie Schweiz unterlässt es, auf mögliche Langzeitfolgen einzugehen. SARS-CoV-2 gibt es seit 18 Monaten. Viruserkrankungen sind bekannt für Spätfolgen, die auch nach Jahren der Forschung unerkannt bleiben (Masern, Polio, Ebola, Windpocken etc.). Angesichts der Tatsache, dass SARS-CoV-2 erst seit Kurzem bekannt ist, gibt es zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit, die Langzeitfolgen realistisch abschätzen zu können - sie treten eben erst nach «langer Zeit» auf. Pädiatrie Schweiz scheint sie darum keine Gedanken zu machen. Wie kommt das?
Im Hinblick auf eine detaillierte und umfassende Information der Öffentlichkeit, liegt es in der Pflicht von Pädiatrie Schweiz, auf diese Fragen sowie die weiterführenden unseres offenen Briefes zu antworten. Denn um Alain di Gallo von der Swiss National COVID-19 Task Force zu zitieren: "... auch für Kinder gilt das Recht vor schweren Verläufen mit Hospitalisierungen oder Long Covid geschützt zu sein ..." Er wiederholt anschliessend die Empfehlung für Lüften, Masken, CO2-Sensoren und regelmässiges Testen.
Gleichzeitig sollte Pädiatrie Schweiz klar machen, für wen sie mit ihrer Mitteilung sprechen - für alle Pädiater der Schweiz? Für den Vorstand? Für eine ausgewählte Gruppe?
Mit freundlichen Grüssen,
#ProtectTheKids | BildungAberSicherCH | Schulcluster.ch
Offener Brief an Pädiatrie Schweiz:
Offener-brief.protect-the-kids.ch
Kontaktdaten:
<email-pii>
<email-pii>
<email-pii>
Über uns:
#ProtectTheKids ist eine Interessensgruppe, die sich für den bestmöglichen Schutz von Kindern in Schulen und Betreuungseinrichtungen stark macht. Kinder haben sowohl ein Recht auf Bildung als auch auf körperliche Unversehrtheit. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass bis zur Zulassung eines Impfstoffes für alle Altersstufen neben den repetitiven Tests auch präventive Massnahmen wie z.B. CO2-Sensoren, Luftfilter, Masken und einheitliche Quarantäneregelungen für alle Kinder zum Einsatz kommen.
Der Verein Bildung Aber Sicher CH setzt sich für den Gesundheitsschutz in Schulen während der aktuellen Pandemie ein. Wir repräsentieren Eltern, Grosseltern, Lehrpersonal und Kinder, die sich nicht mit dem Coronavirus infizieren wollen. Einige gehören zu einer Risikogruppe. Solange Kinder am Präsenzunterricht teilnehmen, können wir uns nicht schützen. Einige unserer Kinder gehören selber zur Risikogruppe. Ihr Recht auf Gesundheit wird ausser Acht gelassen und sie werden zum Präsenzunterricht gezwungen.
Schulcluster.ch akzeptiert keine grundlose Gesundheitsgefährung der Kinder in den Schulen und verlangt angemessene Schutzmassnahmen, wie sie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen umgesetzt und finanziert werden. In unserer Gesellschaft sollte die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen die höchste Priorität haben. Es ist wichtig, die Entscheidungsträger an diese Selbstverständlichkeit unserer Zivilisation zu erinnern.