Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03203.jsonl.gz/2318

St. Katharina Werk
Kontakt
Das St. Katharina-Werk entstand, als die Baslerin Frieda Albiez 1913 begann, sich um verwahrloste Mädchen und junge Frauen zu kümmern. Die jungen Frauen arbeiteten und wohnten gemeinsam mit ihren Betreuerinnen in einem Haus, und schliesslich gaben sich die Frauen eine feste Konstitution mit den Gelübden von Armut, Gehorsam und Jungfräulichkeit. Die Schwesterngemeinschaft, die Katharina von Siena als Patronin wählte, gründete in der ganzen Schweiz Heime für Kinder und Jugendliche, Haushaltungsschulen usw. In Basel richteten die Schwestern ein sozialpädagogisches Fürsorgeseminar ein, als sie merkten, dass sie für ihre Arbeit eine psychologische und pädagogische Ausbildung brauchten. 1952 wurde die Gemeinschaft vom Bischof von Basel als «Säkularinstitut» anerkannt.
In den sechziger Jahren wirkten sich der gesellschaftliche Umbruch wie der Nachwuchsmangel auf das Katharina-Werk aus. Im Neuaufbruch der siebziger Jahre wurde die Spiritualität, beeinflusst von den Ideen Teilhard de Chardins, neu formuliert. Seit 1977 ist die Gemeinschaft auch offen für Männer und Ehepaare, sie sucht die Begegnung mit den Weltreligionen und will die Entwicklung eines spirituell-politischen Bewusstseins fördern. Daher engagiert sich das Katharina-Werk auch politisch für die Schöpfung, den Frieden und die Flüchtlinge.
Heute ist das St. Katharina-Werk eine Gemeinschaft, in der Frauen, Männer (auch Priester) und Ehepaare (aller christlicher Konfessionen) ihr Leben an den Evangelischen Räten ausrichten. Ihr spirituelles Zentrum ist die Verehrung des universalen Christus, aus dem sich ihr spezielles Charisma ableitet: Dienst an der Versöhnung für das Wachstum von Einheit und Liebe in der Welt (Leib Christi). Das Engagement und die Projekte des Werks sind dem Anspruch der Versöhnung verpflichtet:
Heimerziehung, Erwachsenenbildung, politisches und ökologisches Engagement.
Das Werk will unter Berücksichtigung psychologischer und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse christlichen Glauben zeitgemäss verwirklichen, zum Beispiel im Einüben kollegialer Leitungs- und Gemeinschaftsstrukturen, im partnerschaftlichen Zusammenleben von Frauen und Männern usw. Dies entspricht der Aufforderung von Papst Paul VI., der die besondere Berufung der Säkularinstitute als «Versuchslaboratorium für das Verhältnis Kirche Welt» formulierte. Die Mitgliedschaft ist in verschieden intensiven Bindungsformen möglich, im Inneren bzw. Äusseren Kreis.
Das Katharina-Werk hat etwa 150 Mitglieder. Es unterhält in der Schweiz ein Bildungshaus, ein Therapie-Heim für jugendliche Mädchen und die Zentrale an der Holeestrasse.
Zeitschrift:
[int.Nr.: 1159]