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Wegen Covid-19 gab es im Frühjahr 2020 weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Einschränkungen, die die Lebensbedingungen der Schweizer Wohnbevölkerung verändert haben. Das BFS hat rasch neue Methoden eingeführt, um zeitnah Informationen zur Verfügung zu stellen.
Mit der Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) konnten die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Lebensbedingungen in der Schweiz gemessen werden. Gemäss der experimentellen Auswertung nahm das Vertrauen in das politische System in der ersten Hälfte des Jahres signifikant zu, während die selbst wahrgenommene Arbeitsplatzsicherheit deutlich zurückging. Hingegen hatte die Pandemie in dieser Zeit keinen Einfluss auf die Zufriedenheit mit dem jetzigen Leben und den persönlichen Beziehungen, das Gefühl von Glück oder den selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnten 2020 bei der Modernisierung der Sozialhilfestatistik (SHS) wichtige Etappenziele erreicht werden. In enger Abstimmung mit den Stakeholdern wurde eine Lösungsvariante erarbeitet. Dabei wurden zahlreiche Fachleute, Sozialdienste und weitere Stellen beigezogen und befragt. Die Lösungsvariante sieht eine Erhebung von monatlichen Daten mit einem reduzierten Variablenkatalog vor. So kommt es zu einer Entlastung der Erhebungsstellen, einer Verbesserung der Qualität und einer Stärkung der Analysen. Zudem kann die Dauer zwischen der Datenerhebung und der Publikation verkürzt werden. Die modernisierte Statistik soll 2025 eingeführt und die ersten Resultate sollen im ersten Halbjahr 2026 publiziert werden.
Die Statistik Soziale Verlaufsmuster (SHIVALV) wurde neu im BFS eingeführt. Sie gibt Auskunft über die Beziehenden in den drei Sozialleistungssystemen Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe und Invalidenversicherung. Eine weitere Innovation wurde mit der experimentellen Methode zum Einbezug der Vermögen in die Armutsmessung lanciert und als experimentelle Statistik publiziert: Zukünftig soll die Armutsstatistik um einen Indikator ergänzt werden, der auf den gesamten finanziellen Mitteln der Haushalte (Einkommen und Vermögen) basiert.
In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) wurde bereits im Jahr 2019 eine Datenbank für die Analyse der wirtschaftlichen Situation von Personen im Erwerbs- und im Rentenalter erstellt. Sie verknüpft Steuerdaten aus elf Kantonen (AG, BE, BL, BS, GE, LU, NE, NW, SG, TI, VS) mit Daten des BFS, der Zentralen Ausgleichsstelle (ZAS) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Die Datenbank wurde für Forschungsprojekte des BSV eingerichtet, konnte aber auch für Forschungsprojekte Dritter verwendet werden und stösst auf reges Interesse.Im Rahmen des Programms «Nationale Datenbewirtschaftung» wurde nun eine gesamtschweizerische Erhebung der kantonalen Steuerdaten angestossen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie wurde Ende November vom Bundesrat zur Kenntnis genommen. Dieser hat das BFS zusammen mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) beauftragt, alle für die Erhebung der kantonalen Steuerdaten notwendigen Schritte in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen auszulösen und bis Ende 2023 umzusetzen. Weiter hat der Bundesrat bestätigt, dass dem BFS alle benötigten Daten aus den bundeseigenen Datensammlungen und Erhebungen für statistische Zwecke ohne Restriktionen zur Verfügung gestellt werden müssen, wie es das Bundesstatistikgesetz (BStatG; SR 431.01) regelt.