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Österreich fühlt sich beim milliardenschweren Kauf der Kampfflugzeuge Eurofighter über den Tisch gezogen. Das Verteidigungsministerium hat am Donnerstag eine Klage in Wien gegen Airbus und Eurofighter eingebracht.
Es bestätigte entsprechende Medienberichte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Es geht um den Verdacht auf arglistige und betrügerische Täuschung unter anderem beim Kaufpreis der Jets.
Österreich schliesst sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligter an und verlangt Schadenersatz in Millionenhöhe. Grundlage für den Schritt seien neueste Ermittlungen der seit 2012 tätigen «Task Force Eurofighter».
Der Kauf ist seit Jahren von schweren Korruptionsvorwürfen begleitet. In verschiedenen Ländern laufen Ermittlungen. Die Alpenrepublik hatte 2003 den Vertrag zum Kauf von 18 Eurofighter für rund zwei Milliarden Euro sowie vier Milliarden Euro in Gegengeschäften abgeschlossen.
Nach einem Regierungswechsel in Wien folgten vergebliche Verhandlungen zur kompletten Auflösung des Vertrags. 2007 kam es zum Vergleich, die Stückzahl wurde auf 15 reduziert. Der Kaufpreis wurde um 250 Millionen Euro gesenkt.
Besonders wendig und manövrierfähig
Der Eurofighter ist ein typischerweise einsitziger Kampfjet. Die 15.9 Meter lange Maschine fliegt mit zweifacher Schallgeschwindigkeit und hat ein Abfluggewicht von maximal 23 Tonnen.
Sie kann mit Luft-Luft-Raketen als Abfangjäger eingesetzt werden. Ausserdem soll mit Bomben und Raketen zur Bekämpfung von Zielen am Boden ausgerüstet werden können. Die Maschine ist wegen ihrer geringen Grösse besonders wendig und manövrierfähig.
An der Entwicklung waren Deutschland, Grossbritannien, Italien und Spanien beteiligt. Pro Stück kostet ein Jet mehr als 100 Millionen Euro. Bisher (Stand November 2016) wurden weltweit 747 Eurofighter bestellt, von denen 488 ausgeliefert wurden. Auf den Exportmärkten wird der Eurofighter als «Typhoon» vermarktet. (sda/dpa)