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Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Sprache und Kognition in der Entwicklung eines Kindes miteinander interagieren. Dies soll am Beispiel der Kausalität untersucht werden. Kausalität ist ein allgegenwärtiges Merkmal der menschlichen Erkenntnis und Kommunikation. Sie wird allen Sprachen der Welt ausgedrückt, oft aber in unterschiedlicher Form.
In einem ersten Teilprojekt wird untersucht, wie die unterschiedliche Verwendung von Kausalität in der Sprache das Verstehen wahrgenommener kausaler Ereignisse beeinflusst. Dazu wird die Entwicklung des nicht-sprachlichen Kausalitätsverständnisses bei Kindern aus der Schweiz und der Türkei untersucht. Schweizerdeutsch und Türkisch unterscheiden sich insbesondere durch den Ausdruck von kausalen Ereignissen. In einem zweiten Teilprojekt wird das Lernen von sprachlichen Kausalstrukturen längsschnittlich im Altersbereich zwischen 2 und 3 Jahren für 9 Sprachen untersucht die sich in Bezug auf grammatikalische Strukturen stark unterscheiden.
Die erwarteten Ergebnisse dieses interdisziplinären und kulturvergleichenden Projekts leisten einen wesentlichen Beitrag zur Frage nach den treibenden Faktoren des Spracherwerbs und der Entwicklung des Zusammenhangs zwischen Sprache und Kognition. Es wird aufgezeigt, wie Kinder lernen, kausale Strukturen zu verstehen und wie dieses Verständnis durch den sprachlichen Ausdruck von Kausalität in der jeweiligen Sprache, die sie lernen, beeinflusst wird.