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In «Atlas Shrugged», Ayn Rands Roman von 1957, leidet die amerikanische Bevölkerung unter einer Wirtschaftskrise mit steigenden Preisen. Die Staatsbeamten wollen die Entwicklung mit immer neuen Regeln in den Griff kriegen. Dazu erlassen sie die Direktive
10-289: Alle Preise, Löhne und Gewinne müssen per sofort auf dem Vorjahresniveau eingefroren werden. Den Kritikern der Direktive sagen die Beamten: «Wir haben die Macht dazu.»
Jean Castex, französischer Premierminister, verhält sich wie diese Beamten. Der französischen Bevölkerung, die unter steigenden Energiepreisen leidet, verspricht er kurzerhand, die Gaspreise über die Wintermonate zu deckeln. Er sagt: «Wir verhängen eine Tarifbremse.» Und seinen Kritikern: «Ich habe die Macht dazu.»
Castex steht stellvertretend für viele Politiker, die der Versuchung erliegen, Wähler mit Preisdeckelungen zu beruhigen. Sie sind allesamt gescheitert. Man kann an den römischen Kaiser Commodus, an die Jakobiner oder an Präsident Nixon erinnern. Sie alle erlebten, dass verordnete Höchstpreise grossen Schaden anrichten und immer wieder aufgehoben werden mussten.
Preise sind das Resultat des Zusammenspiels unzähliger Konsumenten und Produzenten. Sie zeigen den Beteiligten auf, welche Güter relativ knapp, also teuer sind, und welche relativ im Überfluss vorhanden, also billig sind. Flexible Preise führen dazu, dass Produzenten und Konsumenten ihr Verhalten an die Knappheit der Güter anpassen: Steigen die Preise, bieten Produzenten mehr an, während Konsumenten weniger kaufen. Mit der Einführung von Höchstpreisen wird dieser Mechanismus ausgehebelt und die Güterknappheit verschärft: Produzenten haben keinen Anreiz, mehr zu produzieren, und Konsumenten werden nicht sparen.
Steigen einzelne Preise an, kann der Staat die betreffenden Sektoren durch Deregulation oder durch das Senken von Transaktionskosten unterstützen. Er sollte jedoch immer die Hände von Preisdeckelungen lassen: Denn Preise sind viel mächtiger als Beamte.