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Planēten
(grch.) oder Wandelsterne, diejenigen Himmelskörper, die sich in kreisähnlichen
Bahnen um die
Sonne
[* 2] bewegen. Die
Planeten
[* 3] sind
an sich dunkle Körper, die von der
Sonne beleuchtet und uns dadurch sichtbar werden.
Auch die Erde
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ist ein Planet. Die mit bloßem Auge
[* 5] sichtbaren
Planeten Merkur,
[* 6] Venus, Mars,
[* 7] Jupiter und Saturn waren schon den Alten bekannt und wurden
von ihnen
Planeten oder Wandelsterne genannt, da sie ihren Ort am Himmel
[* 8] veränderten und sich zwischen den Fixsternen fortbewegten.
Uranus wurde erst 1781 mit dem Fernrohr
[* 9] entdeckt; die Entdeckung des Neptuns fällt sogar erst in das J. 1846. Außer
diesen 8 großen
Planeten, einschließlich der Erde, bewegen sich zwischen Mars und Jupiter noch eine große Zahl kleiner
Planeten oder
Planetoiden (s. d.). Die Reihenfolge der
Planeten ist, von der Sonne aus gerechnet, die folgende: Merkur, Venus, Erde, Mars, Planetoiden,
Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.
Zwischen den Abständen der einzelnen
Planeten von der Sonne besteht ein eigentümliches Zahlenverhältnis. (S. Bode-Titiussche Reihe.)
Ähnlich wie man aus den Uranusstörungen das Vorhandensein des äußersten
Planeten Neptun erkannte, glaubte man
in neuerer Zeit aus noch nicht erklärten Unregelmäßigkeiten in der Bahn des Merkurs auf das Vorhandensein
eines noch unbekannten
Planeten zwischen Sonne und Merkur schließen zu müssen, ohne denselben indessen bis jetzt auffinden zu können.
(S. Intramerkurieller Planet.) Andererseits liegen auch in der Bewegung einzelner Kometen
[* 10] gewisse Anzeichen dafür vor, die auf
die Existenz von
Planeten noch weit jenseit des Neptuns schließen lassen. Wegen ihrer enormen
Entfernung werden uns dieselben aber wohl kaum anders als wie schwache Sterne mit verhältnismäßig großer und unregelmäßiger
Eigenbewegung erscheinen, und ihr Erkennen als
Planeten dürfte so bald kaum zu erwarten sein.
Außer Merkur und Venus werden alle großen
Planeten von Nebenplaneten (s. d.) oder Monden umkreist, die dem bloßen
Auge unsichtbar sind und daher erst nach Erfindung des Fernrohrs entdeckt wurden. Was das äußere Aussehen der
Planeten betrifft,
so kann man sie mit bloßen Augen nur an ihrem mattern und ruhigern Lichte erkennen, das eine Folge davon ist, daß sie nicht
selbstleuchtend, wie die Sonne und die Fixsterne,
[* 11] sondern dunkle Körper sind, die ihr Licht
[* 12] erst von der
Sonne erhalten. Im Fernrohr erscheinen alle
Planeten (mit Ausnahme der Planetoiden) als Scheibchen, die eine von der gegenseitigen
Stellung von Sonne, Erde und
Planeten abhängige Phase zeigen. Bei Merkur und Venus, deren Bahnen zwischen Sonne und Erde liegen, treten
genau die Phasen wie beim Erdmond auf, von der vollerleuchteten Scheibe bis zur schmalen Sichel und bis
zur völligen Unsichtbarkeit.
Die Bewegungen der
Planeten an der Himmelskugel sind scheinbar sehr unregelmäßig, indem sie sich bald nach Osten, bald nach Westen,
bald schneller, bald langsamer bewegen, zuweilen auch ganz stillzustehen scheinen. Die Erklärung dieser
Erscheinungen hat den frühern Astronomen viele Mühe gemacht, und erst Kopernikus erkannte den Zusammenhang zwischen den
scheinbaren und den wahren Bewegungen. (S. Weltsysteme.) Thatsächlich bewegen sich die
Planeten infolge der allgemeinen Anziehung
oder Gravitation (s. Schwere) in elliptischen Bahnen um die im Brennpunkt stehende Sonne.
Die Bewegung in diesen Bahnen erfolgt nach den Keplerschen Gesetzen (s. d.). Zur Festlegung der Bahn eines Planeten ist die Angabe von sechs Bestimmungsstücken, den Elementen (s. d.), notwendig. Namentlich für die großen Planeten, von denen schon lange Zeit Beobachtungen vorliegen, sind die Elemente mit außerordentlicher Schärfe bestimmt. Auf Grund derselben sind die ^[] Planetentafeln berechnet worden, mit deren Hilfe man leicht jederzeit den Ort finden kann, wo der Planet am Himmel steht.
Die neuesten und am meisten angewandten Planetentafeln sind die von Leverrier in den «Annalen der Pariser Sternwarte» [* 13] veröffentlichten, die den Ort der Planeten bis auf wenige Bogensekunden genau angeben. Die Neigung der Bahn gegen die Erdbahn ist bei den großen Planeten fast durchweg sehr klein; die größte Neigung, 7°, besitzt Merkur. Hingegen schwanken die Neigungen der Planetoiden zwischen 1° und 35°. Auch die Excentricität der Bahn ist bei den Planetoiden viel beträchtlicher als bei den großen Planeten, so daß die Bahnen einzelner der erstern ziemlich stark von der Kreisform abweichen.
Aus dem dritten Keplerschen Gesetz erhellt, daß die Planeten hinsichtlich ihrer Umlaufszeit dieselbe Reihenfolge beobachten, wie hinsichtlich ihres Abstandes von der Sonne. Je weiter sie von der Sonne entfernt sind, desto größer ist auch ihre siderische Umlaufszeit, d. h. der Zeitraum eines vollständigen Umlaufs um die Sonne. In Bezug auf ihre Größe kann man drei Klassen von Planeten unterscheiden: die kleinen oder Planetoiden; die vier mittlern: Merkur, Venus, Erde, Mars; die vier großen: Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.
Die mittlern sind der Sonne am nächsten, die großen am entferntesten; zwischen jenen und diesen stehen die kleinen. Die großen Planeten zeichnen sich, soweit bis jetzt bekannt, auch durch ihre schnelle Achsendrehung, 10h, aus. Die scheinbare Größe der Planeten hängt nicht nur von ihrer wirklichen Größe, sondern auch von ihrem Abstande von der Erde ab. Von allen Planeten kommt aber Venus zu gewissen Zeiten der Erde am nächsten, bis auf 38 Mill. km, und dann erscheint sie uns größer als irgend ein anderer Planet, indem ihr größter scheinbarer Durchmesser dann 63 Sekunden beträgt, während er zur Zeit ihres größten Abstandes von der Erde auf 9 Sekunden herabsinkt.
Schon im Altertum teilte man die Planeten (ohne die Erde) in obere und untere ein in Bezug auf ihre scheinbare Stellung zur Sonne und nannte diejenigen untere, die immer nur nahe bei der Sonne zu sehen sind, obere diejenigen, die auch in den späten Nachtstunden am Himmel stehen und sogar um Mitternacht kulminieren können. Hiernach gehören nur Merkur und Venus zu den untern, alle übrigen aber zu den obern Planeten. Die untern Planeten können sowohl in obere wie in untere Konjunktion mit der Sonne kommen, nie aber in Opposition, die obern Planeten aber nur in obere Konjunktion, wohl aber auch in Opposition. (S. Aspekten.) Auch zeichnen sich die untern Planeten dadurch aus, daß sie, allerdings nur selten, vor der Sonnenscheibe [* 14] vorübergehen und auf dieser als dunkle Scheibchen gesehen werden können. (S. Durchgang.) Die Untersuchung der Planeten mit dem Spektroskop [* 15] hat ergeben, daß ihre Spektra Ähnlichkeit [* 16] mit dem Spektrum der Sonne haben, doch sind bei Jupiter im Rot und Gelb beträchtlich mehr dunkle Linien erkannt, die der Jupiteratmosphäre zugeschrieben werden. Das Spektrum des Saturns hat zahlreiche Absorptionslinien, die als Zeichen einer wasserdampfhaltigen Atmosphäre anzusehen sind; bei Uranus und Neptun sind mehrere schwarze breite Streifen in Blau, Grün, Gelb und Orange gefunden.
Auf der Karte zum Artikel Sonnensystem sind die Bahnen der Hauptplaneten nach ihrer Form und gegenseitigen Lage verzeichnet. Der von den Planetoiden eingenommene Raum ist durch dunklere Farbe ausgezeichnet. Jeder Planetenbahn ist ¶
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das astron. Zeichen des betreffenden Planeten beigesetzt. ☊ und ☋ bezeichnen die Lage des aufsteigenden und des absteigenden Knotens, π den Punkt der größten Sonnennähe (Perihel). Der südlich von der Ekliptik gelegene Teil der Bahn ist punktiert. Der die [* 19] Figur umgebende Kreis [* 20] trägt die den einzelnen Längengraden in der Ekliptik entsprechende Bezifferung. Außerdem zeigt diese Tafel auch die Größenverhältnisse der einzelnen Planeten untereinander und zur Sonne und ihre mittlern Abstände von der Sonne.