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Der Europarat sagt, dass die Schweizer Behörden vorrangig kantonale und/oder lokale Gesetze über den Gebrauch von Französisch und Deutsch im öffentlichen Leben in Gemeinden verabschieden sollten, in denen Französisch und Deutsch die inoffizielle Minderheits- oder Mehrheitssprache sind.
Dieser Inhalt wurde am 28. September 2022 – 15:01 veröffentlicht
swissinfo.ch/ts
In einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht gab der Sachverständigenausschuss des Europarates eine Erklärung ab Europäische Charta für Regional- oder MinderheitensprachenExterner Link (ECRML) empfahl der Schweiz zudem, zusätzliche Massnahmen zu ergreifen, um den Gebrauch des Italienischen und Rätoromanischen im wirtschaftlichen und sozialen Leben zu fördern.
+ Sprachen in der Schweiz
Generell begrüsst der Bericht des Europarates – ohne Bezug zur Europäischen Union – die finanzielle Unterstützung der Bundesbehörden für die Bemühungen der Kantone Bern, Freiburg, Graubünden und Wallis zur Förderung der Mehrsprachigkeit. Es bestätigte auch, dass die Schweiz alle Charta-Verpflichtungen in Bezug auf Italienisch im Kanton Tessin erfüllt hat.
Obwohl Italienisch und Rätoromanisch auf allen Bildungsebenen verwendet werden, wurden in dem Bericht Verzögerungen bei der Veröffentlichung von Unterrichtsmaterialien festgestellt. Ich habe jedoch zur Kenntnis genommen, dass neue Unterrichtsmaterialien für die italienische Sprache entwickelt werden.
Italienisch und teilweise Rätoromanisch werden vor Gericht verwendet. Während sich die Verwendung des Italienischen durch die Verwaltung des Kantons Graubünden – des einzigen Schweizer Kantons, der offiziell drei Sprachen spricht – verbessert hat, „bestehen noch Mängel in der Verwendung dieser Sprache auf institutionellen Websites“, sagen die Autoren.
Zu den im Bericht aufgeführten positiven Entwicklungen gehören die Schaffung einer neuen Koordinationsstelle zur Unterstützung der Verwaltung von Kantonen und Gemeinden sowie ein Aktionsplan zur Förderung des Italienischen und Rätoromanischen.
Rätoromanischer Rundfunk
Darüber hinaus werden Italienisch und Rätoromanisch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen sowie in der Presse verwendet. Rätoromanisch wird auch in privaten Fernseh- und Radioprogrammen verwendet, aber kein privater Radiosender sendet ausschließlich auf Rumänisch.
Der Bericht begrüßte die Gründung der staatlich finanzierten Fundaziun Medias Rumantschas im Jahr 2020, deren Aufgabe es ist, rumänische Medien mit journalistischen Inhalten auf Rumänisch zu versorgen. Der Bericht schlägt die Einrichtung eines Radiosenders in rätoromanischer Sprache und Maßnahmen vor, um romanischsprachige Personen zu ermutigen, ihre Sprache vor Justizbehörden zu verwenden.
Der Bericht empfiehlt zudem, für jene Gemeinden, in denen Deutsch eine informelle Minderheiten- oder Mehrheitssprache ist, Deutschunterricht von der Vorschule bis zur Sekundarschule anzubieten und kantonale und/oder lokale Gesetze zum Gebrauch der deutschen Sprache zu verabschieden.
Europäische Charta für Regional- oder Minderheitensprachen
Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen trat 1998 in der Schweiz in Kraft und gilt für Italienisch und Rätoromanisch als die am wenigsten verbreiteten Amtssprachen. Darüber hinaus gilt es für Französisch und Deutsch in Gebieten, in denen sie traditionelle Minderheitensprachen sind, sowie für Jenisch als nicht regionale Sprache.
Dieser achte Sachstandsbericht des Expertengremiums basiert auf der politischen und rechtlichen Situation zum Zeitpunkt des Feldbesuchs des Expertengremiums in der Schweiz im Mai 2022.
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