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Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1201 unter dem Namen Mahtstetten. Später erschienen die Bezeichnungen Mattstetin (1231) und Matstetten (1257).
Die Geschichte von Mattstetten ist zunächst fast ausschliesslich diejenige der Ritter von Mattstetten. In einer der wenigen Urkunden von anno dazumal wird Mattstetten erstmals 1201 erwähnt. Ein gewisser Kuno von Mattstetten wirkte als Zeuge bei einer Besiegelung eines Tauschvertrages des Klosters St. Urban mit. Dieser Kuno zählte zum zähringischen Tross, welcher des Statthalters Macht über Land und Leute sichern sollte. Zum Lehen des Ritters Kuno gehörte Mattstetten: ein paar bäuerliche Anwesen in einer seit Menschengedenken von Menschen bewohnten, den Wäldern durch Rodung abgerungenen, vom Urtenenbach häufig überschwemmten Gegend.
Seit dem Mittelalter bildete Mattstetten eine eigene kleine Herrschaft, die unter der Oberhoheit der Grafen von Kyburg stand. Die Herren von Mattstetten hatten bis 1426 die niedere Gerichtsbarkeit inne, danach gab es verschiedene Besitzerwechsel. Unter Berner Oberhoheit (seit 1406) war das Dorf dem Landgericht Zollikofen zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Mattstetten während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.
Gestützt auf das erste bernische Gemeindegesetz aus dem Jahre 1833 erfolgte die Gründung der heutigen Einwohnergemeinde. Ihr am 13.4.1935 von der Gemeindeversammlung angenommenes Wappen ist wie folgt beschrieben: „In Rot zwei schwebende, abgewendete silberne Schwanenrümpfe mit goldenen Schnäbeln“. Es ist das Wappen der Ritter von Mattstetten. Das Rittergeschlecht „derer von Mattstetten“ erlosch zum Ende des Mittelalters, doch das Wappen blieb als Siegel auf Urkunden erhalten. Dank Lehrer Friedli wurde es 1935 wiederentdeckt und als Gemeindewappen anerkannt.
Mit 581 Einwohnern (Ende 2008) gehört Mattstetten zu den kleineren Gemeinden des Kantons Bern. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl stetig zu.
Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen:
Ein paar merkwürdige Informationen aus längst vergangenen Zeiten aus dem Buch „Vor den Toren der Stadt Bern“ von Rudolf Theodor Weiss:
Bodenzins im Jahr 1535 für einen kleinen Bauernhof, Eintrag aus einem Bodenzins-Rodel: Der Bodenzins wurde auf „zwei Mütt Dinkel, ein altes Huhn, drei Hennen und 20 Eier“ festgesetzt. Ein „Mütt“ = 168 Liter
Beschreibung eines Besitzesstandes auf der Zelg beim Grindelmoos
im Jahr 1535: „Der Spitzacker von anderthalb Jucharten stösst auf das Grindelmoos und fürhin auf Uttingers Gut von Mattstetten. Der Mattenbühlacker von einer Jucharte liegt der Länge nach an der Strasse nach Münchringen und stösst fürher auf Rüttlingers Gut und hintenhin auf dasselbe Gut.“
im Jahr 1575: „Der Spitzacker von zwei Jucharten stösst bysenhalb an das Grindelmoos, windeshalb an Beat Leus und zu beiden Seiten an Bendicht Hubachers Acker.“
im Jahr 1691: „Der Spitzacker von zwei Jucharten stösst Sonnenaufgangs an das Grindelmoos, Mittags an Hans Jacob Ruffers, Sonnenniedergangs und Mitnachts an Beat Leus Acker.“
Im Hinterdorf von Mattstetten deuten Flurnamen auf die wirtschaftliche Ordnung des frühern Mittelalters, nämlich das Zelgli und der Zelgli-Acker. Zur Zeit der Alemannen wurde für die Landwirtschaft, ausgerichtet auf Ackerbau, die Dreizelgen- oder Dreifelder-Ordnung verpflichtend. Sie blieb das während eines Jahrtausend oder gar länger, bis vor die Schwelle des 19. Jh. Die zur landwirtschaftlichen Nutzung vorgesehenen Felder für den einseitigen Körneranbau waren in drei Zelgen aufgeteilt, drei abgegrenzte Flurgebiete. Die eine Zelg trug Winterfrucht (Korn, Weizen, Roggen), die zweite Sommerfrucht (Hafer, Erbsen, Bohnen, Rüben), die dritte jedoch lag „zum Kräfte sammeln“ brach. Im nächsten Jahr wurde auf jeder Zelg mit Anbau bzw. Brachland gewechselt, im übernächsten nochmals. Dann begann die Reihenfolge wieder von vorne. Die Dreizelgen-Ordnung bedeutete Flurzwang.
In Mattstetten gab es die Zelg beim Rormoos „gegen Bern“, die Zelg beim Aespli „gegen Bäriswil“ und die Zelg beim Grindelmoos „gegen Münchringen“. Jeder Bauer musste in jeder Zelg über mindestens eine Parzelle verfügen, was eine buntscheckige Zersplitterung der Grundstücke und Ungemein aufwendige Arbeit zur Folge hatte. Zu einer jeden der drei Zelgen führten Feldwege. Doch innerhalb einer Zelg fehlten Wege; wer das Feld bestellte musste über nachbarliche Äcker schreiten oder fahren. Die Grundstücke waren nur kümmerlich durch Steine, Sträucher oder Bäume abgesteckt, Grundbuch und Vermessungen unbekannt. Ähnlich verhielt es sich mit der primitiven, bestenfalls eingezäunten March-Abgrenzung von Dorf zu Dorf, von Herrschaft zu Herrschaft. An den Wegen standen bei den Marchgrenzen mehr oder weniger symbolische Tore. Das Mattstetten-Türli, ein Name im Grauholz, ist noch heute an der Gemeindegrenze dafür Zeuge.
Über den Urtenenbach: Überschwemmungen waren häufig. Allein zwischen Urtenen und Münchringen, somit vor und nach Mattstetten, verzweigte sich der Bach in zwei und zuweilen gar in mehr Arme. Im Dorfkern von Mattstetten vereinten sie sich, konnten in einer Furt durchwatet, später auf einem Steg und endlich auf einer Brücke überschritten werden – am Standort der heutigen Brücke.
Falls Sie mehr über die Geschichte von Mattstetten lesen möchten, können Sie das Buch „Vor den Toren der Stadt Bern“ auf der Gemeindeschreiberei beziehen.
Urtenenstrasse 2
3322 Mattstetten
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