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Die Abteilung Amerikas befasst sich mit den politischen Beziehungen zu den insgesamt 35 Staaten auf dem amerikanischen Doppelkontinent, von Alaska bis Feuerland einschliesslich der Karibik. Ihre Hauptaufgabe ist die Koordination der schweizerischen Interessen zu den Ländern in dieser Region.
Die Abteilung steht in ständigem Kontakt zu den Auslandvertretungen der Schweiz in den Gebieten, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen (Botschaften, Generalkonsulate, Konsulate, Honorarkonsulate sowie Verbindungs- und Programmbüros der Schweiz). Sie wirkt bei der Festlegung und Umsetzung der bilateralen Aussenpolitik aktiv mit und verfolgt und analysiert laufend das Tagesgeschehen und die Entwicklung der politischen, wirtschaftlichen und humanitären Situation auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Zu den wichtigsten Aktivitäten zählen:
Koordination der bilateralen Aktivitäten der verschiedenen Dienststellen der Bundesverwaltung.
Erarbeitung von politischen Positionen und Umsetzung der schweizerischen Aussenpolitik auf bilateraler Ebene im Kontakt mit den diplomatischen Vertretungen der Schweiz vor Ort sowie den 15 Botschaften dieser Staaten in Bern.
Formulieren von politischen Empfehlungen und Strategien zur Gestaltung der schweizerischen Amerikapolitik.
Organisation, Vor- und Nachbereitung von Auslandsreisen des Departementsvorstehers und der Staatssekretärin EDA sowie Ausarbeitung von Beiträgen für die Vorbereitung der Reisen der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten und anderer Departementsvorsteher und -vorsteherinnen.
Vorbereitung von Besuchen ausländischer Delegationen beim Departementsvorsteher und bei der Staatssekretärin EDA.
Bereitstellen von Informationen über die bilateralen Beziehungen zu den Ländern der Amerikas für den Bundesrat, das Parlament, die Bundesverwaltung, die Medien sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Kontaktpflege mit interessierten Kreisen, z.B. Handelskammern, Parlamentariervereinigungen, Hilfswerken und Nichtregierungsorganisationen.
Betreuung von mehreren Schutzmachtmandaten für Drittstaaten durch den dieser Abteilung angeschlossenen Dienst für Fremde Interessen.
Die Abteilung Amerikas ist in zwei Regionalkoordinationsteams unterteilt: die Regionalkoordination Nord- und Zentralamerika, die sich auch mit der Karibik befasst, und die Regionalkoordination Südamerika. Die Regionalkoordinationsteams sind für die Koordination und die systematische Pflege der bilateralen Beziehungen zu den Ländern in der Region verantwortlich. Sie sind die Drehscheibe zwischen den Schweizer Vertretungen auf dem Doppelkontinent und der Bundesverwaltung und pflegen Kontakte zu den in der Schweiz akkreditierten Botschaften der amerikanischen Länder sowie zu externen Stellen, die sich mit der Region befassen.
Die drei Schwerpunkte sind dabei:
Stärkung der Beziehungen zu den Staaten der G20 und zu den Ländern, die die gleichen Werte haben wie die Schweiz (sog. gleichgesinnte Staaten), um gemeinsam auf Lösungen für die globalen Herausforderungen hinzuwirken;
Beitrag zur Stärkung des Rechtsstaats und der Menschenrechte zur Förderung von Demokratie und Entwicklung in der Region, insbesondere in Staaten mit schwachen Institutionen und in tendenziell autokratischen Ländern;
Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Schweizer Wirtschaft und Nutzung der Kooperationsmöglichkeiten in den zukunftsorientierten Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technologie.
Regionalkoordination Nord- und Zentralamerika
Die Regionalkoordination Nord- und Zentralamerika ist für die bilateralen Beziehungen der Schweiz zu den USA, zu Kanada, Mexiko, den zentralamerikanischen Staaten und den Staaten der Karibik zuständig. Die USA nehmen dabei eine dominierende Stellung ein, sind sie doch ausserhalb Europas der mit Abstand wichtigste Partner der Schweiz. Dies gilt für die wirtschaftlichen Beziehungen, aber auch für internationale und multilaterale Aktivitäten der Schweiz. Mit den USA finden jährlich Konsultationen auf politischer Ebene statt. Daneben wird am Rande von multilateralen Veranstaltungen der regelmässige Kontakt mit amerikanischen Gesprächspartnern gesucht. Zu Kanada und Mexiko – beides Mitglieder der G20 – pflegt die Schweiz ebenfalls regelmässige politische Kontakte. Beide Länder sind namentlich für die Wirtschaftsbeziehungen und für die Zusammenarbeit in multilateralen Foren wichtige Partner. In der Karibik liegen die Schwerpunkte bei Kuba und bei Haiti, wo die Schweiz ein substantielles Zusammenarbeits- und Wiederaufbauprogramm unterhält.
Regionalkoordination Südamerika
Die Regionalkoordination Südamerika ist für die bilateralen Beziehungen der Schweiz zu den 12 Staaten Südamerikas zuständig (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela) sowie die fünf südlichen Länder der kleinen Antillen und koordiniert die Politik des Bundes gegenüber diesen Ländern. Mit neun Botschaften verfügt die Schweiz über ein breites Netz diplomatischer Vertretungen. Die starken historischen Bande (Schweizer Migration im 19. und 20. Jahrhundert) äussern sich noch heute in den intensiven und diversifizierten bilateralen Beziehungen sowie in bedeutenden Investitionen. Regelmässige politische Kontakte pflegt die Schweiz mit Brasilien (BRICS und G20), Argentinien (G20) sowie Kolumbien, Chile und Peru (3 Länder, die zusammen mit Mexiko zur Pazifik-Allianz gehören, in welcher die Schweiz Beobachterland ist). Fokus der Entwicklungszusammenarbeit sind Kolumbien (SECO, DEZA, AMS), Bolivien (DEZA) und Peru als regionale Hubs der Abteilung Globalprogramm Wasser und der Abteilung Globalprogramm Klimawandel und Umwelt der DEZA.
Dienst für fremde Interessen
Der Dienst für Fremde Interessen betreut eine Reihe von Schutzmachtmandaten, u.a. USA im Iran, Iran in Ägypten, Russland in Georgien und Georgien in Russland. Die Interessenvertretung der USA im Iran basiert auf einem umfassenden (konsularisch und diplomatisch) Mandat. Die übrigen Mandate sind eher formeller Natur: Die Geschäfte vor Ort werden von Interessensektionen der entsprechenden Länder mit eigenem Personal wahrgenommen. Diese Sektionen für Fremde Interessen stehen völkerrechtlich unter schweizerischer Schutzherrschaft.
Die Interessenvertretung für die USA im Iran geht auf die Geiselkrise von 1980 zurück. Seither werden, mit Ausnahme von Visageschäften, sämtliche konsularischen Angelegenheiten für amerikanische Staatsbürger im Iran, wie Passanträge, Zivilstandänderungen, Sozialversicherung, konsularischer Schutz und notarielle Dienstleistungen durch den schweizerischen Dienst für amerikanische Interessen in Teheran und den Dienst für Fremde Interessen an der Zentrale in Bern abgewickelt. Letzterer fungiert als Verbindungsstelle zur amerikanischen Botschaft in Bern.