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HCM und Sport: Wie viel ist gesund?
Bisher wurde Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie (HCM) geraten, intensive körperliche Aktivität zu vermeiden. Man ging davon aus, dass sie bei starker Beanspruchung ein höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen oder plötzlichen Herztod haben. Forscher haben nun im Rahmen einer prospektiven multizentrischen Kohortenstudie überprüft, ob diese Annahme tatsächlich zutrifft.
Professor Dr. Rachel Lampert von der Yale School of Medicine in New Haven und ihre Kollegen schlossen 1.660 Patienten in ihre Studie ein.
Die Teilnehmer hatten entweder bereits eine klinisch manifeste HCM (phänotyppositiv) oder waren genetisch positiv, aber noch nicht phänotypisch manifest (genotyppositiv). Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 39 Jahren und 60 Prozent von ihnen waren männlich.
Viele HCM-Patienten trainierten sogar für Wettkämpfe
Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden die Teilnehmer alle sechs Monate zu ihren alltäglichen Bewegungsgewohnheiten und möglichen Symptomen befragt.
Dabei stellte sich heraus, dass 252 Patienten inaktiv waren, 709 moderaten Sport trieben und 699 intensiv trainierten. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer trainierte sogar für Wettkämpfe.
Von den 1.534 Teilnehmern mit offensichtlicher HCM berichtete etwa jeder vierte über Belastungsdyspnoe (NYHA-Klasse II). 126 Teilnehmer trugen eine genetische Variante für HCM, zeigten jedoch keine linksventrikuläre Hypertrophie.
Sport ohne Einfluss auf den Studienendpunkt
Während der dreijährigen Nachbeobachtungszeit erreichten 77 Teilnehmer den primären kombinierten Endpunkt der Studie. Dieser umfasste Tod, plötzlichen Herzstillstand, arrhythmische Synkope und adäquate Schockabgabe durch einen implantierten Kardioverter-Defibrillator.
Von diesen Ereignissen betrafen 44 Patienten, die keinen oder nur moderaten Sport trieben, und 33 Ereignisse traten bei intensiv trainierenden Patienten auf. Angesichts der unterschiedlichen Gruppengrösse war dies nahezu ausgeglichen (4,6 vs. 4,7 %). Bezogen auf 1.000 Patientenjahre betrug die Rate 15,3 bzw. 15,9 Ereignisse. Es zeigte sich also, dass intensives Training nicht zu vermehrten lebensbedrohlichen arrhythmischen Ereignissen führte (Hazard Ratio 1,01).
Die Ergebnisse dieser Studie können als Grundlage für Gespräche dienen, um gemeinsam mit dem Patienten das individuell sinnvolle Mass an körperlicher Aktivität festzulegen.