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Nach der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, ist laut Weidmann vielmehr die Politik gefragt. Politische Unsicherheit könne nicht durch eine noch so lockere Geldpolitik aus dem Weg geräumt werden. "Die nun entstandene Krise der Europäischen Union ist eine politische Krise und sie muss politisch gelöst werden", sagte Weidmann. Die politischen Folgen seien derzeit noch nicht absehbar.
Die Konjunktur der Eurozone könnte laut Weidmann durch den Brexit leicht gebremst werden. "In Deutschland wird der 'Brexit' der Konjunktur wohl ebenfalls einen Dämpfer verpassen, zumal das Vereinigte Königreich das drittwichtigste Exportland für die deutsche Wirtschaft ist." Am stärksten werde jedoch Grossbritannien selbst leiden.
Chancen könnten sich laut Weidmann aber für den Finanzplatz Frankfurt ergeben. "Dafür bedarf es aber auch politischer Rückendeckung, sagte Weidmann. "Wir sollten diejenigen, die ihr Geschäft von London nach Frankfurt verlagern, willkommen heissen."
Weidmann sprach sich zudem für zügige Verhandlungen über das zukünftige Verhältnis zwischen der EU und Grossbritannien aus. "Am Aufbau von Handelshemmnissen kann keine Seite ein Interesse haben." Das Land dürfe im Vergleich zur Schweiz und Norwegen aber nicht bevorzugt behandelt werden. "Es sollte allerdings auch nicht das Ziel sein, an den Briten ein politisches Exempel zu statuieren", sagte Weidmann.
Voraussetzung für einen vollen Zugang zum Binnenmarkt ist bisher die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Diese wird von den Befürwortern eines Austritts in Grossbritannien strikt abgelehnt./jsl/tos/das
(AWP)