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Die Schiene hat 2016 im Güterverkehr zum vierten Mal in Folge Marktanteile von der Strasse zurückerobern können. Die Transportleistungen der Bahn stiegen um 0,9 Prozent, während der Strassengüterverkehr 1,5 Prozent einbüsste.
Gemäss der Gütertransportstatistik 2016 kamen die beiden Verkehrsträger zusammen auf 27,8 Milliarden Tonnenkilometer, 0,6 weniger als 2015. Ein Tonnenkilometer entspricht der Beförderung einer Tonne über einen Kilometer.
Der Anteil der Strasse an der gesamten Transportleistung lag 2016 bei 61 Prozent, jener der Schiene bei 39 Prozent. Damit hat der Marktanteil der Bahn wieder das Niveau von 2008 erreicht, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag ausführte.
2009 war der Anteil der Schiene im Güterverkehr infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise auf ein Allzeittief von 35,9 Prozent gesunken. 1980 hatte die Bahn noch mehr als die Hälfte (53 Prozent) der gesamten Transportleistung erbracht.
Die Schiene litt vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren unter der Konkurrenz der Strasse. Nach der Jahrtausendwende pendelte sich ihr Anteil zwischen 36 und 42 Prozent ein, obwohl die Gewichtslimiten für Lastwagen von von 28 auf 40 Tonnen erhöht wurden. Zum Vergleich: In der EU lag der Schienenanteil im Landverkehr 2015 bei 19 Prozent.
Nach wie vor punktet die Bahn vor allem bei längeren Transportwegen. Entsprechend dominiert nach den Angaben des BFS bei der Bahn der internationale Verkehr mit einem Anteil von mehr als zwei Dritteln an den Transportleistungen. Lastwagen und schwere Sattelschlepper befördern dagegen fast ebenso grosse Mengen im Binnenverkehr.
Die Güterverkehrsstatistik gibt auch Aufschluss über die Herkunft der ausländischen Lastwagen und Sattelschlepper, die in der Schweiz unterwegs sind. Auf deren Konto geht mit rund einer halben Milliarde Kilometern rund ein Fünftel der jährlichen Fahrleistung von schweren Güterfahrzeugen.
«Brummer» mit deutschen Kontrollschildern legten demnach mit Abstand die längste Strecke auf dem hiesigen Strassennetz zurück, nämlich 136 Millionen Kilometer. Auf den nächsten Rängen folgen italienische (74 Mio.), polnische (53 Mio.), rumänische (35 Mio.) und französische (33 Mio.) Fahrzeuge.
Gemäss BFS haben sich die Fahrleistungen von polnischen Güterfahrzeugen in der Schweiz seit dem EU-Beitritt Polens 2004 um den Faktor 7 erhöht. Jene der Fahrzeuge aus Rumänien steigerten sich seit dem Beitritt des Landes im Jahr 2007 gar um den Faktor 29. Unter dem Strich blieb die gefahrene Strecke ausländischer Camions in der Schweiz aber seit 2001 stabil. (sda)