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13. April 2007 07:30
Wir starten auf dem Highway 191 Richtung Süden, zum Grand Canyon. Hier scheint die Ammenhaltung die häufigste Form der Viehzucht zu sein, heute Morgen ziehen Hunderte Kälbchen mit der Mutter über die – im Vergleich zur Schweiz – kargen Weiden.
13. April 2007 08:15
Wir erreichen Bluff. Eine Oase zwischen berühmten Felsen, die man in jedem Reiseführer der Gegend findet, wenn man nach indigenem Handwerk sucht: Twin Rocks. Esel, Lamas und dazu ein Freilicht-Siedlermuseum.
13. April 2007 08:45
Mexican Hat. Wir überqueren den San Juan River und sind jetzt im Navajo Country. Die Grenze zwischen Utah und Arizona liegt mitten im Monument Vally. Mehr und mehr erkennen wir die Gegend aus den Büchern wieder, Leaphorns und Chees Land. (R.I.P. Tony Hillerman 1925 – 2008)
Es gibt zahlreiche Angebote für traditionelle Übernachtungen im Hogan. Ich kann mir schlecht vorstellen, zum Abendessen auf dem Boden zu sitzen und einen traditionellen Fladen zu verzehren, während die Navajos ihre Pizza in die Mikrowelle schieben und im Wohnmobil nebenan TV gucken.
13. April 2007 10:00
Wir erreichen Kayenta und halten in einem Trading Post mit Campingware und Hot Chocolate. Mehl wird in 25-Kilo-Säcken verkauft, Alkohol sehe ich keinen. An der Kasse wird für die Eltern eines toten Kindes gesammelt, das nur wenige Tage älter war als unseres.
In und um Kayenta fahren meistens die Frauen die Pick-Ups. Auch die Tankstelle wird von mit Türkis geschmückten Navajo-Damen geführt, die auftanken und Reparaturen vornehmen.
13. April 2007 11:20
Wir erreichen Tuba City. Ich sehe die erste Solarzelle und gewinne eine Wette. Sie steht auf Hopi-Land. Wir folgen dem Pfeil zu den „Dinosaur Tracks“, wo wir mit so gastfreundlich empfangen werden, dass unser Kommunikationskontingent rasch ausgeschöpft ist. Unser Guide sieht aus wie ein Ur-Rapper aus der Bronx und trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift:
Er erklärt neben den Dinospuren auch die Sommerzeitregelung und die Bittschrift an die UNO der Navajos. Er sei ein politischer Mensch und liebe die Schweiz für ihre Selbständigkeit und Demokratie.
13. April 2007, im frühen Nachmittag
(Die Navajo-Zeitzone überfordert mich.)
Den ersten Blick werfen wir vom Hopi Tower in den Canyon. Ich mag nicht fotografieren, ich will das alles im Original und nicht durch die Linse sehen.
Die vielen Warnungen („How often do people fall over the edge?“) auf Plakaten, in Broschüren und auf jedem Tischset sind für uns schwierig zu interpretieren. Wir entscheiden, ein Stück dem South Kaibab Trail zu folgen.
Als wir nach wunderbarer Aussicht in die Ferne und Nähe (Flora, Fauna, Versteinerungen) fast wieder oben sind, fragt uns eine Frau, die auf einem Vorsprung in der Sonne liegt, wie es denn weiter unten sei? Wir tun unser bestes, aber sie winkt ab und legt sich wieder zurück. Sie brauche das nicht.
Unsere Lodge liegt im Pinienwald. Dass ich mir je den Luxus leisten könnte, direkt an einem der meist bereisten Orte der Welt zu übernachten, hätte ich mir nie träumen lassen. Aber der Sonnenuntergang über dem Grand Canyon macht mich nicht überschwänglich. Eher demütig.