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16.12.2018 07:08:03

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Helvetik1798 - 1803
Von 1798 bis 1803 war die Schweiz ein von Frankreich abhängiger und nach französischem Vorbild organisierte Einheitsstaat. Die Kantone hatten nur noch die Funktion von Verwaltungsbezirken. An die Stelle der früheren Landvogteien und Obervogteien waren im Kanton Zürich 15 Distrikte getreten. An der Spitze des Kantons standen der Regierungsstatthalter und die Verwaltungskammer, als gerichtliche Instantz das Kantonstribunal. Die Distikte – so auch der Distrikt Horgen, zu dem Hütten gehörte - wurden von je einem Distriktstatthalter oder Unterstatthalter geleitet. Als seine Vertreter in den Gemeinden setzte er Agenten ein. Nach Artikel 103 der Helvetischen Verfassung war der Agent „für die Handhabung der öffentliche Ruhe und die Vollziehung der sowohl vom Statthalter als von den Gerichtshöfen oder der Verwaltungskammer ergehenden Befehle“ verantwortlich. Auch in Hütten wurde 1799 ein Agent eingesetzt. Es war der angesehene Chirurg Hans Caspar Bär (1737 – 1807). Der 1779 Goethe in Hütten empfangen hatte. Im Zürcher Regierungsetat wird auch im Jahre 1800 Caspar Bär von Hütten als Agent aufgeführt; 1803 hatte Heinrich Lattmann dieses Amt inne.
Mit einer neuen Gemeindeorganisation schuf man 1798 die Einwohnergemeinde, damals Munizipalitätsgemeinde geheissen. Auch Hütten bildete eine Munizipalitätsgemeinde mit eigener Behörde, der Munizipalität, die bis 1803 amtete. Als eigentliche Gründungsdatum der Politischen Gemeinde Hütten kann man den 15. Dezember 1799 ansehen. An diesem Tag fand die erste Gemeindeversammlung in der neu gebildeten Munizipalitätsgemeinde statt. Das Protokoll ist im Staatarchiv Zürich erhalten.
Die Munizipalität Hütten hatte sich im Jahre 1800 mehrmals mit den Kriegsschäden zu befassen, die entstanden waren, als französische und österreichische Besatzungstruppen sich in dieser Gegend Gefechte geliefert hatten. Als Schreiber der Munizipalität – gewissermassen als erster Gemeinderatsschreiber – amtete Schulmeister Lattmann.
Im Frühling 1802 fanden in Hütten Neuwahlen statt. Als Munizipalitätsbeamte wurden gewählt:
1. Heinrich Hauser, Langmoss
2. Caspar Baumann, Hängerten
3. Hans Heinrich Hofmann, Langmoos
4. Conrad Hauser, Schönau
5. Heinrich Höhn, Boden
Die Munizipalitätsgemeinde der Helvetik entsprach der Einwohnergemeinde. Daneben existierten ältere Bürgergemeinden weiter. Diese verwalteten vor allem gemeinsamen Besitz, zum Beispiel Allmenden und Wälder. Ihre Behörde hiess Gemeindekammer. Neben der Munizipalität gab es auch in Hütten eine Behörde zur Verwaltung des Bürgergutes. 1802 wurden vier „Gemeindsverwalter“ gewählt:
1. Johann Scherer auf Oerischwand
2. Heinrich Isler im Segel
3. Jacob Leemann auf Mistlibüel
4. Caspar Bär in Hütten, Agent
Im August 1802 zog Napoleon Bonaparte die französischen Truppen aus der Eidgenossenschaft ab. Darauf brach der Bürgerkrieg aus zwischen Unitariern, welche den Einheitsstaat befürworteten, und den Föderalisten, den Anhängern eines Staatenbundes. Napoleon vermittelte. Er liess die Schweiz erneut besetzen und übergab am 19. Februar 1803 den nach Paris befohlenen Abgeordneten der Kantone die Mediationsverfassung.
Quelle: Prof. Peter Ziegler, Wädenswil
letzte Nachführung: 1987
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