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Grösste Solaranlage der Welt liegt in China
In Bezug auf die Stromproduktion mit Solarzellen ist China Spitzenreiter mit einer installierten Photovoltaik-Leistung von 77,73 GW. Die gegenwärtig grösste Anlage für die Produktion von Solarstrom ist der Longyangxia-Solarpark auf dem tibetischen Hochplateau, der in den letzten Jahren zur grössten Solaranlage der Welt angewachsen ist. Das zeigen eindrückliche Sateliten-Bilder der Nasa.
In den letzten Jahren hat ein eigentliches Wettrennen um den Titel „grösste Solarnlage der Welt“ stattgefunden. 2014 galt die „Topaz Solar Farm“ mit einer Kapazität von 550 Megawatt in Kalifornien als grösste Einrichtung dieser Art. Ein Jahr später lief ihr eine andere Anlage im selben US-Bundestaat den Rang ab: die „Solar Star“ mit 579 Megawatt. 2016 landete das „Kamuthi Solar Power Project“ in Tamil Nadu an der Weltspitze mit 648 Megawatt.
Nun wandert der Titel nach China: der Longyangxia-Solarpark in der Nähe des gleichnamigen Staudamms verfügt über eine Kapazität von 850 Megawatt. Die Anlage auf dem tibetischen Hochplateau ist so gross, dass sie auch aus dem Orbit zu sehen ist. Dieser Tage von der Nasa veröffentlichte Aufnahmen zeigen nicht nur dass, sondern auch, wie die Anlage im Lauf der Jahre gewachsen ist: Bevor sie mit rund 27 Quadratkilometern die heutige Grösse erreicht hatte, bedeckte sie 2013 erst neun Quadratkilometer und wies eine Kapazität von 320 Megawatt auf. Zum Vergleich: Sämtliche in der Schweiz installierten Solaranlagen (ohne Kleinstinstallationen) bedeckten 2016 rund 11,5 Quadratkilometer mit einer Leistung von zirka 1560 Gigawattstunden pro Jahr entsprechend einer Versorgung von zirka 390'000 Haushaltungen (à 4000 Kilowatt pro Jahr). Dies bedeutet etwa 2,5 Prozent Anteil am gesamtschweizerischen Stromverbrauch. Das Photovoltaik-Investitionsvolumen der Schweiz im 2015 betrug übrigens rund 790 Millionen Franken.
Lange wird der Longyangxia-Solarpark seinen Rekord kaum halten. Der US-Ausgabe des Wirtschaftsnachrichtenportals bloomberg.com zufolge ist bereits ein weiteres Projekt in Planung. Im autonomen Gebiet Ningxia, in Chinas Nordwesten, soll eine Anlage mit einer Kapazität von 2000 Megawatt entstehen. China, das Land mit 1400 Millionen Einwohnern, investiert schon länger in erneuerbare Energien. Getrieben wird diese Entwicklung durch die immer prekärer werdende Luft- und Umweltverschmutzung, auch durch Kohlekraftwerke. Was die Inlandsinvestitionen in umweltfreundlichen Strom anbelangt, gilt das Land als Spitzenreiter: mehr als 100 Milliarden Dollar wurden bereits in den Ausbau von Solar- und Windenergie gesteckt, berichtete kürzlich Bloomberg Energy Finance. Die USA haben dagegen bis heute nicht einmal die Hälfte für grüne Energie ausgegeben. (mai)
So sieht die Solaranlage heute aus.
Und so sah sie noch vor rund vier Jahren aus.