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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Viertes Buch
XVI. Kapitel
101.
1. Und an so vielen Stellen gibt der göttliche Apostel einen Maßstab für den wahren Gnostiker. Das eine Mal schreibt er: "Denn ich habe gelernt mich zu begnügen, in welchen Verhältnissen ich auch sein mag. Ich verstehe es, mich in ärmliche Verhältnisse zu schicken; ich verstehe es auch, im Überfluß zu leben. In alles und jedes bin ich eingeweiht, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluß zu haben als Mangel zu leiden. Alles vermag ich in dem, der mich stark macht."1
2. Das andere Mal, wo er mit anderen Leuten spricht, scheut er sich nicht, zu ihrer Beschämung zu sagen: "Erinnert euch aber an die vergangenen Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden wart, einen heftigen Leidenskampf zu bestehen hattet und teils unter schimpflichen Bedrückungen zur Schau gestellt wurdet, teils an dem Schicksal derer Anteil nahmt, denen es ebenso erging. Denn ihr habt ja Mitleid mit mir gehabt, als ich gefangen war, und ihr habt es mit Freuden hingenommen, als man euch eure Habe raubte, in dem Bewußtsein, daß ihr selbst einen wertvolleren und bleibenderen Besitz habt.
3. Werft also euer freudiges Zutrauen nicht weg, dem ja eine große Belohnung in Aussicht steht! Denn ihr habt Geduld nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und die Verheißung erlangt. 'Denn es ist nur noch eine kleine, ganz kleine Spanne Zeit, dann wird der da sein, der kommen soll, und er wird nicht auf sich warten lassen. Mein Gerechter aber wird seines Glaubens wegen das Leben erlangen; und wenn jemand feige zurückweicht, dann hat meine Seele kein Wohlgefallen an ihm.'2 Wir aber haben es nicht mit dem Kleinmut zu tun, der zum Verderben führt, sondern mit dem Glauben, der das Leben gewinnen läßt."3
1: Phil 4,11-13.
2: Jes 26,20; Hab 2,3 f.
3: Hebr 10,32-39.