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Die Erdbeben von Sarnen 1964 - (10/15) – Zwei Jungen am Seismograph
Die Erdbeben von Sarnen 1964 - (10/15) – Zwei Jungen am Seismograph
Die Messinstrumente wurden vom Erdbebendienst aufgestellt, aber es gab keine ständige Überwachung durch Mitglieder dieses Dienstes. Die Überwachung und Wartung (Auswechseln der Papierstreifen, Weiterleitung usw.) wurde den Patres des Kollegiums übertragen, die auch Lehrer waren. So ist es vielleicht nicht ganz verwunderlich, dass sie uns freien Zugang zum Instrumentenraum gewährten. Wenn zwei Gymnasiasten extra aus dem Tessin kommen, muss man ihnen alles zeigen und erklären! Rechts mein Freund Gianni Corridori beim Betrachten eines Signalbandes und links am Seismographen meine Wenigkeit.
Kontext:
Ab Februar 1964 ereigneten sich in der Region Sarnen mehrere Erdbeben. Es waren Hunderte. Die beiden stärksten Beben ereigneten sich am 17. Februar (Mag 4,8) und am 14. März (Mag 5,3). Es gab keine Toten oder Schwerverletzten, aber in Sarnen und Kerns blieb kaum ein Gebäude unbeschädigt: Sedimente und Flussablagerungen verstärken die seismischen Wellen). Dieser Erdbebenschwarm dauerte mehrere Monate. Mein Freund Gianni Corridori und ich, damals 15-jährige Gymnasiasten mit ausgeprägtem Interesse an Naturwissenschaften, waren fasziniert: Wir mussten hin! Die Gelegenheit bot sich in den Osterferien (Ende März - Anfang April). Ich hatte eine Tante in Sarnen, und so fuhren Gianni, ich und mein 9-jähriger Bruder von Lugano nach Sarnen, sogar mit einem selbstgebauten Seismometer, das nie richtig funktionierte. Aber man gewährte uns Zugang zu den Räumlichkeiten des Kollegiums, wo der Erdbebendienst seine Instrumente aufgestellt hatte (heute kaum mehr vorstellbar!) Während der «Erdbebenwoche» spürten wir über 30 leichte Erschütterungen und einige stärkere Beben, insbesondere das vom 3. April um 12.09 Uhr (Mag. über 3). Die Woche war ein Erlebnis und wir haben einige Fotos gemacht, die 2014 im Historischen Museum Obwalden im Rahmen einer kleinen Ausstellung zu «50 Jahre Erdbeben» gezeigt wurden. Natürlich würden heute kaum mehr Eltern ihre Kinder in ein Erdbebengebiet schicken... aber damals stand unser wissenschaftliches Interesse im Vordergrund!
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