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Josef Würsch wurde am 12. März 1924 als achtes von neun Kindern der Eltern Emil und Philomena Würsch (geb. Meier) in Birmenstorf AG geboren.
Nahe der Kirche betrieben die Eltern einen kleinen Bauernhof, zu welchem auch ein Rebberg gehörte. Die Kinder mussten bereits früh bei der Hofarbeit und in den Reben mithelfen. Der Vater arbeitete in Baden bei Brown Boveri & Cie (heute ABB), um in den wirtschaftlich schweren Zeiten mit der Familie bestehen zu können.
Mit vier Schwestern und vier Brüdern erlebte Josef eine schöne, unbeschwerte Kindheit. Die Primar- und Sekundarschule besuchte er in Birmenstorf.
Da es damals wenige Lehrstellen gab, arbeitete Sepp nach der obligatorischen Schulzeit zwei Jahre als Briefträger. Durch Vermittlung des Dorfpfarrers konnte Sepp dann bei der Firma Lüscher in Windisch eine Elektrikerlehre absolvieren. Unter der Woche war er mit Velo und schwer beladenem Anhänger unterwegs, um auf den Baustellen die elektrischen Installationen auszuführen. Samstags war der Besuch der Gewerbeschule in Brugg angesagt.
Nach der Rekrutenschule als Telefon-Pionier wurde Sepp 1944 direkt zum Aktivdienst eingeteilt. In den Fünfzigerjahren trat Sepp beim Aargauischen Elektrizitätswerk (AEW) eine Stelle als Freileitungsmonteur an. Dies war auch der Grund, dass er in der Bremgarter Unterstadt ein Zimmer bezog. Er identifizierte sich völlig mit seinem neuen Arbeitgeber, obwohl die Arbeiten teils auch gefährlich und beschwerlich waren. Oft mussten die elektrischen Störungen nachts, bei Regen, Wind und Sturm gesucht und repariert werden, damit die Freiämter Gemeinden und Bauernhöfe wieder mit Elektrizität versorgt werden konnten. Sepp blieb dem AEW Bremgarten bis zur Pensionierung treu.
Schon bald lernte er im Restaurant Bären die hübsche Serviceangestellte Helen kennen. Sie genossen Ausfahrten mit dem Töff und beschlossen, den weiteren Lebensweg gemeinsam zu gehen. Am 18. August 1956 heirateten Josef Würsch und Helen Ulrich in der Kirche Birmenstorf. Das junge Paar bezog eine kleine Wohnung an der Schulgasse.
Im März 1958 wurde eine Tochter geboren. Später kamen noch zwei Söhne dazu und die Wohnverhältnisse wurden eng.
Im Dezember 1962 durfte die junge Familie das Eigenheim in Zufikon beziehen.
Mit dem Umzug nach Zufikon wurde Sepp auch in der Gemeinde aktiv. Bei der örtlichen Raiffeisenbank war er viele Jahre Mitglied des Aufsichtsrats und in der Feuerwehr Zufikon führte er während Jahren das Elektrokorps. Während vieler Jahre gehörte er der Betriebsleitung der Elektra Zufikon an. In dieser Funktion verbrachte er viel Zeit beim Studium von Plänen des elektrischen Netzes der Gemeinde. Er ergründete, wie die elektrische Stromzufuhr und Spannung, trotz zunehmender Bautätigkeit ud vermehrtem Stromkonsum in Zufikon aufrechterhalten werden konnte.
Eine Leidenschaft von Sepp und Helen waren die Berge. Als Mitglied der SAC-Sektion Lindenberg übernahm Sepp das Amt des Seniorenobmanns. Mit Freude organisierte er zahlreiche Wanderungen und Wanderwochen für seine Klubkameraden. Bis ins hohe Alter nahm er noch gerne an den Klubaktivitäten teil.
Im Pensionsalter packte Josef die Reiselust. Zusammen mit Helen entdeckte er Europa von Sizilien bis zum Nordkap während vieler Carreisen. Auch seine USA- und Kanada-Reisen haben bleibende Eindrücke hinterlassen, an die er sich immer wieder gerne erinnerte.
Die Entwicklung seiner beiden Grosskinder erfüllte Sepp mit Stolz. Er erzählte ihnen gerne über das Leben in früheren Zeiten und genoss mit ihnen das gemeinsame Werken und Wirken in Werkstatt und Garten.
Bis zum letzten Tag verfolgte Sepp mit wachem Geist das politische und wirtschaftliche Geschehen und bildete sich dazu seine Meinung.
Am 19. Dezember 2015 ist Sepp kurz nach Mitternacht überraschend verstorben.
Wir sind dankbar für die vielen Jahre, die wir mit ihm verbringen durften.