Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03175.jsonl.gz/329

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Studie zeigt: Migrantenkinder haben ein höheres Bildungsniveau als ihre Eltern.
- Kinder verschiedener Nationalitäten besuchen jedoch unterschiedlich oft eine Hochschule.
- Das weist darauf hin, dass einiges getan werden muss, um Chancengleichheit zu erreichen.
Migrantenkinder besitzen durchweg ein höheres Bildungsniveau als ihre Eltern, wie aus einer Studie zur generationenübergreifenden Mobilität von Secondos hervorgeht. Wesentlich mehr Kinder aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal absolvieren jedoch eine tertiäre Ausbildung als Kinder, die aus den Balkanländern stammen.
Der Demograf Philippe Wanner von der Universität Genf untersuchte für die in der Reihe «Social Change in Switzerland» erschienene Studie das abgeschlossene Bildungsniveau von 24'000 Eltern-Kind-Paare der neun grössten Migrantengemeinschaften in der Schweiz.
Aufwärtsmobilität trotz Diskriminierung und Sprachschwierigkeiten
Gemäss der Analyse verlaufe die intergenerationelle Mobilität viel häufiger aufwärts als abwärts, teilte «Social Change in Switzerland» am Dienstag mit. Zudem sei die Aufwärtsmobilität in Migrantenfamilien ähnlich hoch wie in Familien, die in der Schweiz geboren sind. Dies, trotz der identifizierten Bildungsbarrieren wie Diskriminierung oder Sprachschwierigkeiten, wie Wanner festhält.
Als mögliche Erklärungen nennt er die hohen Bildungsansprüche einiger Migrantenkinder sowie den Umstand, «dass Migrantenfamilien in der Schweiz ein integrativeres Bildungssystem zur Verfügung steht als in ihren jeweiligen Herkunftsländern.»
Studie deutet darauf hin, dass mehr für Chancengleichheit getan werden muss
So absolvierten 54 Prozent der aus Deutschland stammenden Migrantenkinder eine Ausbildung an einer Hochschule (+21 Prozentpunkte im Vergleich zur Elterngeneration). Auch in den anderen Ländern der Europäischen Union betrug der Prozentsatz zwischen rund 40 und 50 Prozent (+17 bis +30 Prozent). Am tiefsten liegt der Anteil bei Kindern aus Kosovo mit 20 Prozent (+10 Prozent).
Wie der Demograf Wanner schreibt, sei es wichtig zu überprüfen, «ob das Schulsystem jedem Schüler und jeder Schülerin unabhängig von der Herkunft die gleichen Erfolgschancen bietet.»
Die Ergebnisse der vorliegenden Studie für Kinder aus den Balkanländern deuteten zumindest darauf hin, dass noch «Anstrengungen und Anpassungen» erforderlich seien, um Chancengleichheit zu erreichen.