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siehe auch Exkursion «Wege zur Schweiz – Bundesverfassung 1874»
Mit der Bundesverfassung von 1848 lag zwar ein Staatsgründungsdokument vor, aber noch fehlte eine Infrastruktur. Ein republikanischer Staat auf nationaler Ebene war aufzubauen: Der Bundesrat musste einen repräsentativen Sitz erhalten – mit genügend Platz für die Vewaltung in räumlicher Nähe. Das Gleiche galt für die anderen zwei Gewalten, die Legislative und die Judikative. Es waren aber auch Masse, Gewichte und Zölle zu vereinheitlichen, eine Post und eigene Währung einzuführen sowie eine nationale Landesverteidigung anzustreben. Eine Herkulesaufgabe!
1874 wurde aus der repräsentativen Schweizer Demokratie von 1848 ein in Europa einzigartig moderner Staat, der sogar ein direktdemokratisches Vetorecht erhielt. Direktdemokratische bürgerliche Bewegungen werden in den 1860ern stärker. Sonderbundsverlierer und Radikale können sich zunehmend mehr einbringen. Die dynamische und rücksichtslose Industrialisierung führt zur sozialen Frage und fördert gewerkschaftliche Reaktionen und linkspolitische Parteien. Das Vetorecht des Volkes wird populär und letzlich als fakultatives Referendum eingeführt.
Jürg Stadelmann ist Geschichtsvermittler, Historiker und ehemaliger Geschichtslehrer am Alpenquai und an der Maturitätsschule für Erwachsene in Luzern. Inhaber des Büros für Geschichte, Kultur und Zeitgeschehen GmbH.
15 CHF für Vereinsmitglieder
35 CHF für Nichtmitglieder
Vergünstigter Eintritt mit Vortragsabo 2024