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1910 Zwischenbericht vom Monte Verità, Richard Seewald.
Richard Seewald war im Jahr 1910 zusammen mit seiner Frau Uli zum ersten Mal im Tessin. In seiner "Liebesfahrt nach Ascona" schildert er unter anderem seine Wahrnehmung zum Monte Verità: "Auf dem Monte Verità hausten damals die langhaarigen Lebensreformer, die dem bescheidenen Hügel erst den anspruchsvollen Namen gaben. Über sie und Ascona sind unzählige Zeitungsartikel und Bücher geschrieben worden. Die meisten von ihnen enthalten einen Haufen von Lügen, wie sie die Sensationslust von Journalisten zusammenträgt. Hier sei eine kleine Auswahl von Wahrheiten aufgezählt, die auf dem Berg der Wahrheit verkündet werden: Theosophie und Anthroposophie, Spiritismus und Okkultismus, Anarchismus und Kommunismus, Vegetarismus, Nacktkultur und freie Liebe. - Ich habe sie natürlich alle gekannt: die Ödenkoben, Gräser und Vester und wie sie alle hiessen. Aber ich habe einen grossen Bogen um sie gemacht, denn mir sind Idealisten ein Greuel. Ich habe Angst vor ihnen. Sie sind alle fähig, uns um ihrer Ideale willen eines Tages zu erschlagen."