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Denis Shapovalov sorgte beim Masters-Turnier in Rom für einen Eklat, als er in seiner Partie sowohl den Schiedsrichter als auch die Zuschauer beleidigte.
In der Startrunde bei den Italian Open traf Denis Shapovalov am Montag mit Lorenzo Sonego auf einen unbequemen Gegner. Es brauchte dann auch drei Stunden und elf Minuten, bis der Lokalmatador mit 7:6, 3:6, 6:3 besiegt war.
Dabei kam es zu viel Drama. Im ersten Satz wurde der hitzköpfige Kanadier wegen einer hörbaren Obszönität verwarnt, weil er seinen Frust über einen verlorenen Punkt durch lautes Fluchen rausliess. Doch die Weltnummer 16 liess sich davon nicht beirren und holte sich den Startsatz.
Shapovalov mit einem No-Go
Im zweiten Durchgang war noch alles ausgeglichen zwischen den beiden Kontrahenten, als Shapovalov beim Stand von 3:4 und Einstand ein Ass schlug. Doch Sonego nahm die Challenge, der Schiedsrichter gab ihm recht. Shapovalov hatte für den Entscheid wenig Verständnis. Er stieg über das Netz, um dem Unparteiischen die richtige Stelle auf dem Platz zu zeigen, wo der Ball aus seiner Sicht aufgeschlagen war.
Damit verstiess der 23-Jährige gegen ein ungeschriebenes Gesetz, welches einst auch Martina Hingis im French-Open-Final 1999 zum Verhängnis wurde.
Der Schiedsrichter bestrafte die Aktion – mit der Verwarnung aus dem 1. Satz – mit einem Punktabzug. Shapovalov zeigte sich einsichtslos, nannte es eine «Bulls***»-Strafe und «dumm». Gleichzeitig verlangte er wütend nach dem Supervisor, der aber auch nichts am Verdikt änderte.
Pfiffe für die Aktion lassen Shapovalov noch mehr ausrasten
Das Publikum hatte für das ganze Theater von Shapovalov kein Verständnis und buhte ihn für die Spielverzögerung gnadenlos aus. Für das dünne Nervenkostüm des Kanadiers zu viel – er beleidigte die Zuschauer mit «Shut the f**k up» (dt: Haltet die Fresse).
Immerhin liess sich der heissblütige Profi dadurch nicht ganz aus dem Konzept bringen. Zwar musste er den zweiten Durchgang abgeben, im dritten Satz behielt Shapovalov aber die Oberhand und holte sich das Match.
An der anschliessenden Pressekonferenz gab sich der schlaggewaltige Linkshänder reuig: «Ich muss mich besser benehmen.» Er habe nicht gewusst, dass ein Überschreiten des Netzes gleichbedeutend mit einem Regelverstoss sei. Es werde sicher nie mehr vorkommen, so Shapovalov, der aber bereits in der Vergangenheit schon mehrmals gegenüber Schiedsrichtern die Beherrschung verlor. Sein Fazit: «Es war in der Hitze des Gefechts, also wurde ich emotional. Es war mein Fehler.»
In der zweiten Runde trifft Shapovalov am Dienstag auf Nikoloz Basilashvili. Die Partie gegen den Georgier ist auf 16 Uhr angesetzt.