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"Wir haben mehrere Märkte, die sehr gute Fortschritte zeigen", sagte Olsen in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. "Die USA sind einer der Märkte, wo wir die stärksten Verbesserungen erwarten."
Erklärtes Ziel des von einer Gruppe von Grossaktionären eingefädelten Zusammenschlusses war es, die Rendite zu steigern. Doch der Start verlief holprig. Im ersten Quartal 2016 verbuchte der Branchenprimus einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 17%.
Damit lief es für das Zürcher Unternehmen deutlich schlechter als für den Rivalen HeidelbergCement oder auch die mexikanische Cemex. Gleichzeitig kündigte LafargeHolcim für das Gesamtjahr eine Verbesserung des operativen Ergebnisses um mindestens einen hohen einstelligen Prozentsatz an. "Ich überprüfe unsere Prognosen jeden Monat", sagte Olsen. "Ich fühle mich vollkommen wohl mit dem, was wir gesagt haben".
Analysten wie Phil Roseberg vom Broker Bernstein sind pessimistischer. Angesichts der schwierigen Verhältnisse in Schlüsselmärkten wie China, Indien oder Nigeria dürfte LafargeHolcim auch in den drei Quartalen bis zum Jahresende verhaltene Resultate liefern und das Ziel im Gesamtjahr verfehlen. Damit könnte sich Roseberg zufolge auch das mittelfristige Ziel als unrealistisch erweisen.
Der aus dem Zusammenschluss der französischen Lafarge und der Schweizer Holcim hervorgegangene Zementriese hat sich bis 2018 ein um Wechselkurseinflüsse und Verkäufen bereinigtes operatives Ergebnis von mindestens 8 Mrd CHF vorgenommen. 2015 kam das Unternehmen auf 5,75 Mrd CHF.
Das Misstrauen vieler Anleger zeigt sich auch in der Entwicklung des Aktienkurses. Seit dem Zusammenschluss im vergangenen Juli hat die Aktie 40% an Wert verloren. "Ich glaube, dass der Wert und das Potential von LafargeHolcim im gegenwärtigen Aktienkurs nicht erfasst sind", sagte Olsen.
Nach einer ganzen Reihe von überteuerten Übernahmen der beiden Vorgängerfirmen ächzt die in 90 Ländern rund um den Globus präsente LafargeHolcim unter einem Schuldenberg. Mit der Veräusserung von Geschäften in einer ganzen Reihe von Märkten will der Konzern 3,5 Mrd CHF erlösen und die Verschuldung bis Jahresende auf rund 13 Mrd CHF drücken.
KEINE AUSSAGE ZU WEITEREM STELLENABBAU
"Dieser Prozess ist auf gutem Weg", sagte Olsen. Er sei sogar zuversichtlich, dass die Marke von 3,5 Mrd CHF leicht übertroffen werden könne. Für 2017 plant Olsen keine grossangelegten Veräusserungen mehr. "Ich würde kein grosses Desinvestitionsprogramm erwarten", erklärte er. "Das wird mehr aktives Portfoliomanagement sein." Möglich sei auch, dass LafargeHolcim Werke mit anderen Zementkonzernen tauschen werde.
Zu einem möglichen weiteren Personalabbau wollte sich Olsen nicht in die Karten blicken lassen. "Die angepeilte Organisation steht im Wesentlichen." 2015 hatte sich LafargeHolcim im Zuge der Restrukturierung von 1600 Mitarbeitern getrennt und beschäftigt noch rund 100'000 Personen. "Wir suchen immer nach Wegen sicherzustellen, dass wir so effizient wie möglich aufgestellt sind", erklärte Olsen.
(AWP)