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In den USA wird Strom verbraucht und verschwendet, wie wenn Russland keinen Krieg gegen die Ukraine führen würde. Amerikanische Energiekonzerne überweisen dem russischen Rosatom-Konzern jedes Jahr rund eine Milliarde Dollar für günstiges angereichertes Uran. Darüber informierte die «New York Times» am 16. Juni.
Rosatom gehört dem russischen Staat und produziert schwach angereichertes Uran für Kernkraftwerke und stark angereichertes Uran für militärische Zwecke. Die USA importieren etwa ein Drittel des für Atomkraftwerke benötigten angereicherten Urans aus Russland. Dort ist es am günstigsten zu haben. «Die Zahlungen der USA gehen an eine Tochterfirma der Rosatom, die wiederum eng mit dem russischen Militärapparat verflochten ist», berichtete die «New York Times».
Um die CO2-Emissionen der USA zu halbieren, müsste man die Kapazität der Kernkraftwerke verdoppeln, schätzt das US-Energiedepartement. Die von Bill Gates gegründete Firma TerraPower beabsichtigt, in einer stillgelegten Kohlemine im US-Bundesstaat Wyoming eines Tages Uran anzureichern. Auch in Ohio ist eine Zentrifugenfabrik geplant. «Doch es werden Jahre vergehen und es braucht mehr staatliche Subventionen», schreibt die «New York Times».
Unterdessen könnten die USA mit Sparprogrammen, Aufrufen an Wirtschaft und an Haushalte sowie mit finanziellen Abgaben ihren Stromkonsum reduzieren, um die russische Kriegsmaschinerie möglichst wenig zu finanzieren. Doch eine solche ohnehin zweckmässige Sparpolitik ist in den USA nicht populär. So musste der Demokrat Joe Manchin III, Vorsitzender des Senatsausschusses für Energie, resigniert feststellen:
«Wir können uns nicht zur Geisel von Nationen machen, die unsere Werte nicht teilen, aber genau das ist geschehen.»
Europa dagegen hat gehandelt: Die meisten Staaten verzichten freiwillig auf viel günstiges russisches Öl und sogar ganz auf russiches Erdgas, damit Russland möglichst wenig Devisen erhält. Dabei nehmen die Staaten Europas hohe Preise und eine Inflation mit allen Folgen in Kauf.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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