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| Tertullian († um 220) - Gegen Hermogenes. (Adversus Hermogenes)

43. Cap. Fortsetzung.
Hinsichtlich der Bewegung möchte ich noch eine Bemerkung machen. Entsprechend dem Gleichnis vom siedenden Topfe — sagst Du nämlich, „die Bewegung der Materie war, bevor sie geordnet wurde, verworren, unruhig und unfassbar wegen des zu grossen Kampfes”. Danach bemerkst Du: „Sie stand aber still, um sich von Gott ordnen zu lassen, und ihre ungeordnete Bewegung war unmerklich wegen ihrer Langsamkeit.” Oben schreibst Du der Bewegung etwas Stürmisches, eine Art Kampf zu, hier Langsamkeit. Lass Dir doch sagen, wie vielmal Du von der Natur der Materie abkommst! Oben sagst du: „Wenn die Materie von Natur schlecht wäre, so hätte sie sich die Umbildung zum Bessern nicht gefallen lassen und Gott ihr keine Ordnung beigebracht; er hätte sich vergeblich bemüht.” Damit hast du zwei Behauptungen ausgesprochen: 1. die Materie sei nicht von Natur schlecht, 2. ihre Natur hätte auch von Gott nicht können geändert werden. Dies ganz vergessend stellst Du nachher den Satz auf: „Sobald sie aber von Gott ihre Ordnung und ihren Schmuck empfing, entsagte sie ihrer Natur.” Wenn sie zum Bessern herangebildet wurde, so war sie offenbar vorher schlechter, und wenn sie infolge der ordnenden Thätigkeit Gottes ihrer von Natur aus schlechten Beschaffenheit entsagte, dann entsagte sie folglich ihrer Natur, war vor dem Eintritt der Ordnung von Natur aus schlecht und vermochte nach ihrer Verbesserung ihre Natur aufzugeben.