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<h2>SubmittedText<h2><p>Dank einer sehr gut ausgebildeten, innovativen Holzbaubranche und dank neuer Holzverbindungstechnologien sowie angepasster Brandschutznormen ist in den letzten Jahrzehnten ein eigentlicher Boom beim Bauen mit Holz in der Schweiz im Gange. 15-stöckige Holzbauten sind heute auch in der Schweiz möglich. Insbesondere werden in zunehmendem Masse auch öffentliche Gebäude mit Holz gebaut, womit ein wichtiger ökologischer Beitrag geleistet wird, insbesondere in der langfristigen Speicherung von CO2.</p><p>Zu einem beträchtlichen Teil und wegen fehlenden Industriekapazitäten basiert dieser Boom jedoch weitgehend auf importierten Holzbauprodukten. Diese Entwicklung führte zu einer stetigen Abnahme bei der einheimischen Stammholznutzung und deren Verarbeitung in der Schweiz. So hat die Nadelstammholznutzung gemäss Jahrbuch Wald und Holz 2019 des BAFU zwischen 2005 und 2017 um rund 30 Prozent abgenommen.</p><p>1. Wie schätzt der Bundesrat das in der "Ressourcenpolitik Holz 2017 bis 2020 " formulierte Ziel "Die Nachfrage nach stofflichen Holzprodukten nimmt in der Schweiz zu, besonders jene nach Holz aus Schweizer Wäldern" heute ein? Ist das Ziel aufgrund der vorherrschenden Markt- und Preispolitik überhaupt realisierbar?</p><p>2. Welche Art von Anreizen ist der Bundesrat bereit zu schaffen um die Wettbewerbsfähigkeit inländischer Holzbauprodukte zu steigern?</p><p>3. Derzeit wird das Instrument der CO2 Kompensationsprojekte lediglich von der Waldwirtschaft und der Holzindustrie genutzt. Ist der Bundesrat bereit, den Anwendungsbereich der biologischen CO2 Sequestrierung im Rahmen der Bemühungen zur Emissionsverminderung im Inland, auf die gesamte Wertschöpfungskette auszudehnen?</p><p>4. Weshalb werden in diesem Zusammenhang die verarbeitenden Branchen wie der Schweizer Holzbau und der Verband Holzwerkstoffe Schweiz (HVVS) welche den Substitutionseffekt von konventionellen Bau- und Werkstoffen durch die Verwendung von Holz direkt beeinflussen, nicht berücksichtigt?</p><p>5. Was hält der Bundesrat davon, die Anforderungen an das Label Schweizer Holz (HSH) anzupassen, dass auch Holzbauprodukte, welche im benachbarten Ausland aus Schweizer Holz produziert werden, unter Einhaltung der Swissness-Gesetzgebung als HSH Label Holz anerkannt werden?</p><p>6. Ist der Bundesrat bereit dafür, zu sorgen, dass die Statistiken der schweizerischen Wald- und Holzwirtschaft den Bedürfnissen einer wirksamen Erfolgsanalyse angepasst werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1) Die Ziele der "Ressourcenpolitik Holz" des Bundes wurden bewusst ambitioniert formuliert. Die bisherigen Investitionen in den Ausbau von Verarbeitungskapazitäten bei Halbfertigprodukten und Holzwerkstoffen mit Holz aus dem Schweizer Wald haben noch nicht zu einem Angebot geführt, welches der Grösse und Breite der inländischen Marktnachfrage entspricht. Grund dafür sind die knappe Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Industriestandorten und die nicht ausreichende Sicherheit bei der Holzversorgung. Die staatliche Förderung der Industriekapazitäten zur Weiterverarbeitung in den EU-Ländern sowie die zurzeit günstigen Preise von Importen haben die Zielerreichung bisher erschwert.</p><p>2) Basierend auf Art. 34a des Bundesgesetzes über den Wald (WaG, SR 921.0) fördert der Bund den Absatz und die Verwertung von nachhaltig produziertem Holz. Gestützt auf Art. 34b WaG fördert er die Verwendung von nachhaltig produziertem Holz bei eigenen Bauten und Anlagen. Die wichtigsten Umsetzungsinstrumente sind der "Aktionsplan Holz" und die Empfehlung 2020/1 "Nachhaltiges Bauen mit Holz" der Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB). Der Bundesrat prüft zudem, wie im Rahmen des Bundesgesetzes über die Reduktion der CO2-Emissionen (CO2-Gesetz, SR 641.71) das Klimapotenzial von Wald und Holz mittels des Kompensationsinstrumentes für die Treibstoffimporteure erschlossen werden kann. Für innovative Projekte und Technologien im Holzbau könnte zudem der neu geschaffene Klimafonds finanzielle Unterstützung bieten. Ergänzende Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen zu verbessern, prüft der Bundesrat derzeit im Rahmen der Umsetzung des Postulates Noser (18.3509).</p><p>3) Grundlage für die Kompensationspflicht der Treibstoffimporteure ist das aktuelle CO2-Gesetz, in dem die Anforderungen an die Projekte zur Emissionsverminderung im Inland ("Kompensationsprojekte") präzisiert sind. Der Bund überprüft die Einhaltung der Anforderungen und bescheinigt die erzielten Emissionsverminderungen ("Bescheinigungen"). Die Verteilung der Erlöse aus dem Verkauf von Bescheinigungen ist Sache der Gesuchsteller. Im totalrevidierten CO2-Gesetz wird neu grundsätzlich auch die aufgrund von umgesetzten Massnahmen zusätzliche CO2-Senkenleistung des Waldes als Emissionsverminderung anerkannt werden. Die Entwicklung eines Kompensationsprojektes, das die gesamte Wertschöpfungskette vom Wald bis zum Holzbau umfasst, liegt in der Verantwortung der Akteure. Idealerweise finden sich diese im Sinne einer Branchenlösung.</p><p>4) Gemäss dem geltenden CO2-Gesetz ist eine zusätzliche Senkenleistung von verbautem Holz anrechenbar, wenn dafür ein genehmigtes Kompensationsprojekt vorliegt. Die Unternehmen des Holzbaus und der Holzwerkstoffverarbeitung können dementsprechend bereits heute ein eigenes Kompensationsprojekt durchführen; hierfür sind lediglich die Vorgaben der geltenden bzw. künftigen Verordnung über die Reduktion der CO2-Emissionen (CO2-Verordnung, SR 641.711) zu berücksichtigen.</p><p>5) Es obliegt den relevanten Unternehmen, das von ihnen getragene Label Schweizer Holz (HSH) entsprechend anzupassen.</p><p>6) Der Bundesrat ist bereit, dieses Anliegen entlang der Wertschöpfungskette bezogen auf Bauen und CO2-Effekte von Holz im Rahmen der Weiterentwicklung der bestehenden Statistiken zu prüfen.</p>  Antwort des Bundesrates.