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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Sechstes Buch
2. Was Hilarius zur Widerlegung veranlaßt.
[Forts. v. [S. 264] ] Außer der Verpflichtung meines Berufes und Amtes, vermöge deren ich als Bischof der Kirche die Handreichung der evangelischen Lehre zu leisten habe, war darüber hinaus die Sorge zur Abfassung (dieses Buches) um so bereitwilliger, je zahlreicher diejenigen waren, die in der Gefahr falschgläubiger Erkenntnis festgehalten wurden. Reichere Freude möchte ich aus der Rettung vieler gewinnen, wenn sie die Geheimnisse vollkommenen Glaubens an Gott erkennten und die ehrfurchtslosen Erfindungen menschlicher Torheit verließen; wenn sie die Irrlehrer zurückwiesen und sich Gott wiedergäben; wenn sie von der tödlichen Lockspeise, mit der man gewöhnlich die Vögel in die Schlinge lockt, sich zum Fluge freier Sicherheit erhöben; wenn sie Christus als ihrem Führer folgten, den Propheten als Lehrern, den Aposteln als Wegekundigen; wenn sie dem vollendeten Glauben und vollkommenen Heile im Bekenntnis des Vaters und des Sohnes Folge leisteten; wenn sie endlich auf das Wort aus dem Munde des Herrn sich besännen: „Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt auch nicht den Vater, der ihn gesandt hat”,1 und sich zurückfänden, um den Vater durch die Ehrung des Sohnes zu verehren.
1: Joh. 5, 23.