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«Der Sündenfall, der passierte ja lange vor dem Dienstantritt von (US-Präsident) Joe Biden», sagte der ehemalige Botschafter am Freitag im Deutschlandfunk. «Der Sündenfall war das Abkommen, das unter Donald Trump mit den Taliban geschlossen wurde.» Die militanten Islamisten hätten dann nur noch auf den Abzug der US-Truppen warten müssen.
Aus einer solchen Position der Schwäche mit den Taliban zu verhandeln, wünsche man nicht einmal seinem Feind, sagte Ischinger. «Da war ja nichts mehr zu retten.» Mit Blick auf die aktuelle Lage fügte er hinzu: «Das ist ein Debakel, das kann man nicht schönreden.» Gewiss habe sich auch Biden ein anderes Ende vorgestellt - auch wenn ihm wohl klar gewesen sei, dass der Abzug nicht in bürokratisch geordneten Formen ablaufen werde. «Man wusste im Weissen Haus, dass das womöglich schmutzig und schrecklich und auch mit unangenehmen Bildern versehen sein würde.»
Ischinger betonte, die Schuld für die aktuelle Lage sei nicht allein bei der afghanischen Armee zu suchen, deren Streitkräfte sich schnell ergeben haben. Vielmehr hätte eine reduzierte militärische Präsenz der Nato, auch mit wenigen Tausend Soldaten, dieses «schlimme Debakel» vielleicht verhindern können.