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Anselm Stalder gehört zu jener Generation Schweizer Künstler, die in den frühen 1980er-Jahren mit eigenwilligen Bildfindungen und grosser Experimentierlust den Durchbruch erlebte. Sein Werk kreist um Themen der Wahrnehmung.
Stalders Werk zeichnet sich durch formale und inhaltliche Heterogenität aus. Es ist dem Versuch verpflichtet, in einem breiten Spektrum von Medien Gedankenräume zu materialisieren und die Wahrnehmung zu hinterfragen. Nach konzeptionellen Anfängen wechselt Stalder in den 80er-Jahren zu intuitiveren Schaffensprozessen und wird von dem legendären Schweizer Kurator Jean-Christophe Ammann gefördert. Anfang der 90er-Jahre kehrt er zu einer konzeptuelleren Schaffensweise zurück, in der er das Verhältnis von Malerei und Sprache untersucht. Die Reflexion des künstlerischen Prozesses ist dabei immer wesentlich. Besonderes Gewicht legt er auf die Ausstellungsinszenierung – die Ausstellung ist für ihn auch ein Medium.
Die Monotypien aus dem Jahr 1998 belegen Stalders grosse Experimentierfreude mit Medien. Hier malte er mit Linolfarbe auf Glas und rieb danach das Gemalte mit einem Gegenstand ab. Beim Abrieb entstanden Bilder von Insekten, von geometrischen Formen oder menschlichen Gesichtern. Die Drucke reihen sich ein in ein reiches Werk, das nebst Malerei und Zeichnung auch Holzschnitte, Linolschnitte und Plastiken umfasst.
Anselm Stalder hatte bereits als 25-Jähriger Museumsausstellungen. Seine Werke wurden u. a. im Kunsthaus Zürich und im Kunstmuseum Basel (1982) gezeigt, im Lehmbruck-Museum in Duisburg (1985), in der Kunsthalle Basel (1988), im Kunsthaus Zürich (1992), im Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen (1996), im Helmhaus Zürich (2000), in der Kunsthalle Basel (2003) und im Kunstmuseum Solothurn (2012). 1984 stellte er im Schweizer Pavillon der Biennale von Venedig aus. Er gewann mehrere Auszeichnungen, darunter den Prix Meret Oppenheim (1984). Stalder unterrichtet an der Hochschule der Künste in Bern.
Anselm Stalder wurde 1956 in Rheinfelden (DEU) geboren; er lebt und arbeitet in Basel und Bern (CHE).Tätigkeitsbereiche: Malerei, Plastik, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie