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<h2>SubmittedText<h2><p>Prof. Dr. Cajochen, Leiter der Abteilung für Chronobiologie an der Universitären Psychiatrischen Klinik Basel, beschäftigt sich mit der Frage, wie lange Menschen ohne Schlaf auskommen können und wie sich der Schlafmangel auf sie auswirkt.</p><p>Bekannt ist: Assistenzärzte, welche eine 24-Stunden-Schicht hinter sich haben, verursachen 165 Prozent mehr Verkehrsunfälle als ihre Kollegen, welche eine kürzere Schicht absolvieren.</p><p>Fehler bei der Behandlung und Verkehrsunfälle, verursacht durch Schlafmangel, wurden in den USA untersucht und führten dazu, dass die Arbeitszeiten für Mediziner begrenzt wurden. </p><p>Fragen:</p><p>1. Sind diese Erkenntnisse dem Bundesrat bekannt?</p><p>2. Was hat er vor zu unternehmen, damit die Sicherheit der Patienten, welche behandelt werden, aber auch Verkehrsteilnehmer von an Schlafmangel leidenden Ärzten in der Schweiz nicht gefährdet werden?</p><p>3. Mit der Einführung der Sommerzeitumstellung im Frühjahr wurden ähnliche Zustände festgestellt. Sieht er trotz dieser negativen Auswirkungen keinen Handlungsbedarf?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Es ist allgemein bekannt, dass überlange Arbeitstage und Schlafmangel zu Übermüdung führen und daraus vermehrt Fehler bei der Arbeit und Unfälle resultieren. Es leuchtet auch ein, dass dies im Arbeitsbereich der Assistenzärzte besonders gravierende Folgen haben kann, auch wenn die Patientensicherheit bei Weitem nicht alleine vom Müdigkeitszustand der Ärzte abhängt. Diese Tatsache war aber mit ein Grund dafür, dass alle Assistenzärztinnen und -ärzte per 1. Januar 2005 dem Arbeitsgesetz (ArG; SR 822.11) unterstellt wurden. Die zeitliche Arbeitsbelastung dieser Personenkategorie wurde damit klar begrenzt, und eine 24-Stunden-Schicht ist in der Schweiz nicht zulässig. Weiter müssen alle angestellten Mediziner, die regelmässig Nachtarbeit leisten, alle zwei Jahre medizinisch untersucht werden, um ihre Eignung für Nachtarbeit zu überprüfen.</p><p>Diese Untersuchung umfasst auch eine Beratung, um Sekundäreffekte der Nacht- und Schichtarbeit früh zu erkennen und zu reduzieren. Die Arbeitgeber tragen die Verantwortung dafür, dass die Regelungen des Arbeitsgesetzes in ihrem Betrieb eingehalten werden. Die Überprüfung geschieht gemäss der vom Gesetzgeber vorgegebenen Aufgabenteilung durch die Kantone (Art. 41 ArG). In den letzten Jahren haben diese ihre Kontrollen zur Durchsetzung der gesetzlichen Vorgaben in den Spitälern verschärft. Als Oberaufsichtsbehörde unterstützt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die kantonalen Behörden in ihren Vollzugsaufgaben und stellt auch Informationsmaterial zur Verfügung. So wird es im Herbst 2018 eine überarbeitete Broschüre zu Schicht- und Nachtarbeit mit praktischen Tipps unter anderem für eine gute Schlafqualität herausgeben.</p><p>3. Trotz aller allfälligen Unannehmlichkeiten bei der Umstellung im Frühjahr spricht eine Güterabwägung immer noch für das Beibehalten der Zeitumstellung, damit die Schweiz die gleiche Zeitregelung hat wie die sie umgebenden Nachbarstaaten. Zudem weist der Schlafforscher Prof. Dr. Cajochen auch darauf hin, dass z. B. schon langes Aufbleiben am Wochenende für den Körper deutlich anstrengender ist als die Umstellung auf Sommerzeit. Gemäss den Auswertungen der Suva steigen die Unfallzahlen nach der Zeitumstellung nicht. Als entscheidendere Faktoren für die Zunahme von Unfällen erweisen sich das Wetter und Feiertage.</p>  Antwort des Bundesrates.