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Es gibt für Sportler kaum einen bittereren Moment, als wenn man realisiert «ich bin nur Vierter». Die «Leder-Medaille» will niemand. Aber auch in Sotschi wird sie bei jedem Wettkampf «verteilt».
Den meisten Athleten wäre bei Olympischen Spielen Rang 5 lieber oder 13 oder sogar 33. Von mir aus dramatisch gestürzt. Aber Vierter, nein, das will niemand werden. In Sotschi klagen bisher (Stand: Donnerstag, 14 Uhr) diese Nationen am meisten über «Leder» oder «Blech», wie der undankbare vierte Platz abschätzig genannt wird.
Doch eigentlich gibt es nicht viel zu klagen. Wer sich über viele 4. Plätze ärgern muss, der kann sich normalerweise auch über viele Medaillen in anderen Disziplinen freuen. Bei den Topnationen im Medaillenspiegel ist es meist so, dass sie auch viele vierte Plätze ausweisen. Kurz: Wer Medaillen gewinnen will, braucht viele Athleten auf hohem Niveau – einer wird knapp am Podest vorbeischrammen, ein anderer landet dafür auf dem Podium.
Ein sehr ähnliches Bild zeigt sich, wenn wir die Anzahl Platzierungen in den Rängen 1 bis 3 mit den Positionen auf den Plätzen 4 bis 6 vergleichen. Erneut sind China und Italien die Leidtragenden, während bei den meisten anderen Ländern sich die beiden Kategorien mehr oder weniger die Waage halten. Die Ausnahme bildet hier Holland: 22 Medaillen feierte Oranje bisher, nur zehnmal gab es einen Rang zwischen 4 und 6.
Am anderen Ende der Skala steht Weissrussland. Von den sechs Medaillen sind deren fünf aus Gold. Ränge zwischen 4 und 6 muss das Land nicht beklagen. Und die Schweiz? Auch wir haben bislang mehr Medaillen gefeiert als Diplomränge zwischen Rang 4 und 6 eingefahren.