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Immuntoleranz in der Multiplen Sklerose durch peptid-gekoppelte rote Blutkörperchen - Studienstart: Oktober 2017
Die Multiple Sklerose ist eine chronische entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.
Die Schäden im Nervensystem werden durch eine Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe hervorgerufen. Hierbei lösen körpereigene Immunzellen (sog. T-Zellen) die Entzündung aus, was in der Folge zur Schädigung von Proteinen der Markscheide (Myelin) und von Nervenfasern führt.
Die ETIMSred Studie ist ein neuartiger Therapieansatz, in dem die fehlgelaufene Immunreaktion der T-Zellen gegen die Myelinpeptide gestoppt und sog. Immuntoleranz herbeigeführt werden soll.
Bei diesem Verfahren werden bei jedem MS Patienten die körpereigenen roten Blutkörperchen gewonnen, und in einem geprüften Verfahren mehrere spezifische Peptide (kurze Eiweissketten) chemisch gebunden. Diese Peptide repräsentieren die Myelinstruktur der Nervenzellen, welche wahrscheinlich in MS Patienten fälschlicherweise durch Abwehrzellen des Immunsystems angegriffen werden.
Nach der Kopplung dieser Peptide an die roten Blutkörperchen wird das Blut mehrfach gereinigt und geprüft, bevor es dem Patienten wieder zugeführt wird. Die peptid-gekoppelten Zellen sorgen dafür, dass die Peptide den Abwehrzellen präsentiert werden, und in Folge diese Zielstruktur im Gehirn nicht mehr angreifen.
Eine erste Studie mit weissen Blutkörperchen wurde als Phase I Studie in Hamburg im Jahr 2012 erfolgreich durchgeführt. Die Vorbereitung für eine Phase Ib/II mit roten Blutkörpchen (Erythrozyten) ist in Zürich nun in Vorbereitung.
Dieses Studienprojekt ist Teil des Wyss Translational Center Zurich.
Teilnahmebedingungen
Studienphase Ia ist geschlossen.
Studienphase II ist für das Frühjahr 2020 geplant.
Einschlusskriterien:
- MS Diagnose weniger als 5 Jahre her (RRMS und SPMS)
- Autoimmunreaktion gegen zumindest eines der in der Studie eingesetzten Myelinpeptide
- eine bestimmte Ausprägung des HLA Gens
- Alter: 18-55 Jahre
- EDSS: 1-5.5
Interventionen
- körperliche und neurologische Untersuchung
- Blutentnahmen (8 mal über die gesamte Studiendauer)
- Urinuntersuchung (8 mal über die gesamte Studiendauer)
- Leukapherese (Entnahme der weissen Blutkörperchen - 2 mal über die gesamte Studiendauer )
- Eigenblutspende zur Herstellung des Prüfpräparats
- Entnahme des Nervenwassers (Lumbalpunktion) (2 mal über die gesamte Studiendauer)
- MRT (Magnetresonanztomographie) (6 mal über die gesamte Studiendauer)
- Ausfüllen von verschiedenen Fragebögen zur Beurteilung ihres Wohlbefindens und ihrer Funktionsfähigkeit
- einmalige Infusion des Prüfpräparats
Während der Studie werden Sie gebeten für 9 bis 11 Visiten in einem Zeitraum von ca. 32 Wochen (= 8 Monaten) zur Klinik zu kommen. Ein einzelner Besuch dauert etwa 3-6 Stunden.
Datenschutz
Ihre Anfrage wird vertraulich behandelt.
Sind Sie interessiert?
Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf:
NIMS
Klinik für Neurologie
Universitätsspital Zürich
Tel: 044 255 8583
E-Mail:<email-pii>