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Inhalt
- Die Geschichte des Bearded Collies
- Die ersten Bearded Collies in der Schweiz – Bearded Collies von der Elsternhöh
- Zu wem passt der Beardie?
- FCI Standard
Die Geschichte des Bearded Collie
Die Geschichte des aus dem schottischen Hochland stammenden, rauhaarigen „bärtigen Collie“ ist mit der des aus den tiefer gelegenen Gebieten Schottlands kommenden Collies eng verbunden. Als Highland , Hairy Mou’ed oder Mountain Collie wurden sie Ende des 19. Jahrhunderts als wesentlich robuster, aber auch als eigensinniger als der Collie beschrieben.
Auch ihre Entstehung liegt wie bei fast allen Bauern- und Hütehunden im Ungewissen. Wie die Collies wurden auch die Bearded Collies nur auf ihre Nützlichkeit hin gezüchtet. Zuchtprogramme, wie man sie heutzutage erstellt und verfolgt, waren für die Schäfer nicht nötig. Sie brauchten gute Hunde zum Arbeiten und paarten ihren Vorstellungen entsprechend.
Die Aufgabe des Bearded Collie war es, die Schafe mit viel Gebell von den Bergen zu treiben. Dabei durften weder Lämmer verloren gehen, noch Muttertiere sich verletzen. Auch störrische Widder mussten mit sanfter Gewalt nach Hause gebracht werden. Der Hund musste stunden- und tagelang ohne jeglichen Kontakt zu seinem Meister in unwegsamen Gelände unterwegs sein.
Gesund, psychisch stabil, kräftig, zäh, wendig und ausdauernd musste er sein und das Haarkleid musste ihn vor Regen schützen und bei Kälte wärmen.
Im Gegensatz zum eleganten, allseits bekannten Collie kam der damals noch nicht ganz so attraktive Beardie, wie er heute liebevoll genannt wird, nicht in Mode. Grossgrundbesitzer fanden Gefallen daran, auf Ihrem Land Hirsche und Moorhühner zu jagen und damit wurde die Zahl der Schafzüchter, welche den Beardie als Hütehund noch hätten brauchen können, kleiner. Ja, der Bearded Collie geriet in Vergessenheit und nur sehr glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass einige wenige Exemplare die schweren Jahre der beiden Weltkriege wohlbehalten überstanden.
Aber auch dies hätte der Rasse wenig genützt, wäre da nicht eine Mrs. G.O. Willison gewesen.
Mrs. Willison hatte sich 1944 den damaligen Gepflogenheiten entsprechend bei einem Vertreter für landwirtschaftlichen Bedarf einen Sheltie – Welpen bestellt. Aus der Kiste krabbelte jedoch kein Sheltie, sondern ein braunes Wollknäuel, welches sofort die Herzen der ganzen Familie eroberte und den Namen „Jeannie“ erhielt. Wenige Monate später traf Mrs. Willison einen alten Schäfer, der den Welpen als Bearded Collie erkannte und ihn gern gekauft hätte. Da der Welpe ohne Ahnentafel geliefert worden war, musste Mrs. Willison viel Geduld und Ausdauer aufwenden, um die Eltern von „Jeannie“ ausfindig zu machen. Nachdem dies endlich gelungen war, liess sie die Hündin Jahre später unter dem Namen „Jeannie of Bothkennar“ beim Kennel Club eintragen. Jeannie wurde die Stamm – Mutter der modernen Bearded Collie Zucht.
Ebenso ungewöhnlich wie glücklich kam Mrs. Willison in den Besitz eines 16 ½ Monate alten Rüden. Am Strand vom Brighton sah sie den Rüden und konnte ihn von der Besitzerin, die in die Stadt umgezogen war und einen neuen Platz für den Hund suchte, übernehmen. Dieser Rüde, „Bailie of Bothkennar“, ist heute in allen Ahnentafeln vertreten.
Da die Zuchtbasis als enorm klein angesehen werden musste, suchten befreundete Liebhaber des Bearded Collie aber auch interessierte Züchter ständig und überall nach reinrassigen Beardies.
Bis 1972 gestattete der Kennel Club rassetypische Hunde ohne Ahnentafel, nach genauer Prüfung in die Zucht zu integrieren.
Vielen für den Bearded Collie glücklichen Umständen verdanken wir es, dass diese so herzerfrischende, lebenslustige, gesunde und schöne Rasse nicht in Vergessenheit geraten ist.
Höhepunkt für die englische Bearded Collie Zucht war, als 1989 die Hündin „CH. Potterdale Classic of Moonhill“, Freunden besser bekannt unter dem Namen „Cassy“, anlässlich der weltberühmten Crufts’s den Titel „Best in Show “ gewinnen konnte. Für die Züchterin Mrs. Janet Lewis wie auch die Besitzerin Mrs. Brenda White war dies die höchste Ehrung innerhalb der kynologischen Welt.
An dieser weltberühmten, jährlich stattfindenden, grössten europäischen Hunde – Ausstellung, seit einigen Jahren findet sie nicht mehr in London, sondern in Birmingham statt, werden an vier aufeinanderfolgenden Tagen ca. 20’000 Hunde den Richtern vorgestellt. Der „Best in Show“ Gewinner, eben der beste aller ausgestellten Hunde, wird weltweit in allen kynologischen Zeitschriften publiziert und bringt der jeweiligen Rasse sehr viel Popularität.
Die ersten Bearded Collies in der Schweiz – Bearded Collies von der Elsternhöh
Wer sich mit der Geschichte des Bearded Collies und des Schweizerischen Bearded Collie
Clubs in der Schweiz beschäftigt, stösst unweigerlich auch auf die Bearded Collies „von
der Elsternhöh“.
1987 erschien folgender Artikel im deutschen Bearded Collie Handbuch, geschrieben von
Doris Grossenbacher.
Anna Kurzbein erinnert sich:
Vor 34 Jahren (Anm. der Redaktion: 1953) begannen mein Mann und ich mit der Colliezucht
„von der Elsternhöh“. Sechs Jahre später entdeckten wir in den englischen
Hundezeitschriften „Dog World“ und „Our dogs“ erstmals Berichte über den Bearded
Collie. Beschreibung und Bilder sprachen uns so an, dass wir mehr über diese Rasse wissen
wollten. Zunächst erkundigten wir uns in der Schweiz, ob hier schon Bearded Collies
lebten, später auch in den Nachbarländern. Ergebnislos – offenbar gab’s damals nur in
Grossbritannien Beardies. Schliesslich schrieb mein Mann der bekannten Züchterin Mrs.
G.O. Willison nach England. Daraus ergab sich ein reger Briefwechsel. Mrs. Willisons
Schilderung ihrer Beardies weckte in uns den Wunsch nach einer eigenen Hündin.
Zwar wurden uns verschiedene Rüden angeboten, zum Beispiel „Bencha of Bothkennar“ und
„Bravo of Bothkennar“ – doch eine geeignete Hündin war nicht erhältlich. Wir rechneten
mit Mrs. Willisons weiterer Hilfe und übten uns in Geduld.
Das lange Warten wurde belohnt: Nach rund zwei Jahren bot uns Mrs. Willison eine 2 1/2
jährige, schwarz geborene Hündin an, die in ihren Zwinger zurückgekommen war, aber von
ihren Hunden nicht mehr akzeptiert wurde. So kamen wir 1962 zu unserer ersten Beardie
Hündin; „Beautys Bairn of Bothkennar“ (von Blimber of Bothkennar aus CH. Beauty Queen
of Bothkennar). Wir nannten sie „Cindy“.
Die Hündin kam per Flugzeug nach Zürich-Kloten und wurde von dort per Bahn in meinen Nachbarort geschickt. Nie werde ich den Augenblick vergessen, als ich am Bahnhof die Transportkiste öffnete und mich unsere „Cindy“ schwanzwedelnd voller Freude begrüsste, als würde sie mich schon ewig kennen. Stolz marschierten wir nach Hause in ihr neues Heim.
Die Hündin hatte einen wunderbaren Charakter und war sehr wesensfest. Unsere Collies
vertrugen sich sofort mit der Neuzuzüglerin. „Cindy“ wurde dann als erster Bearded Collie
in der Schweiz an der Collie Clubshow 1962 ausgestellt. Sie war in England schon öfter
gezeigt und immer sehr gut beurteilt worden von den Richtern. Auch an der Clubshow
wurde sie von einem bekannten englischen Richter mit „Vorzüglich“ bewertet. Natürlich
stiess „Cindy“ auf grosses Interesse, war doch ihre Rasse bei uns praktisch noch unbekannt. Wir entschlossen uns, eine Beardie Zucht aufzubauen.
Aber das war gar nicht so einfach. Zunächst mussten wir einen geeigneten Rüden finden.
Als wir erfuhren, dass der Rüde „Bencha of Bothkennar“ (von CH. Benjie of Bothkennar aus
Baidh of Bothkennar) nach Italien verkauft worden war, reisten wir an die Hundeausstellung
in Bellagio.
Dort wurde der schwarz geborene Rüde mit 8 Monaten präsentiert. Wir einigten uns mit dem
Besitzer und reisten zum geeigneten Zeitpunkt mit „Cindy“ nach Mailand zum Decken. Neun
Wochen später warf unsere Hündin zwei Welpen: den Rüden „Aias“ und die Hündin „Andra“,
beide braun geboren. „Andra von der Elsternhöh“ behielten wir zur Zucht, für „Aias“ fanden
wir erst nach mehrmaligem Inserieren einen geeigneten Käufer.
Der Anfang unserer Bearded Collie Zucht von der Elsternhöh war also recht mühsam, zumal
auch die Nachfrage nach den noch weitgehend unbekannten Hunden gering war. Doch mit der Zeit wuchs das Interesse an diesen prächtigen Hunden auch in der Schweiz. Beim Kauf eines eigenen Rüden half uns wiederum Mrs. Willison. Im Januar 1963 bekamen wir den 10 Wochen alten, blau geborenen Rüden „Bluejacket of Bothkennar“ (von CH. Bravo of Bothkennar aus CH. Blue Bonnie of Bothkennar). Auch er wurde ein sehr schöner Hund mit einem ausgezeichneten Wesen. Wir haben ihn oft ausgestellt, und bald war er Schweizer und Internationaler Champion. Aus einem Wurf von ihm und unserer „Andra“ behielten wir eine schwarz geborene Hündin zur Zucht: „Doret von der Elsternhöh“. Zum Glück, denn „Andra“ wurde leider in einer Gewitternacht von einem Blitzschlag getötet.
Als „Bluejacket of Bothkennar“ mit erst sechs Jahren unfruchtbar wurde, half uns ein Zufall
weiter. In einer englischen Fachzeitschrift stiessen wir auf ein Inserat, in dem die Züchterin
Mrs. K. Jamber einen Wurf Beardies ausschrieb. Sie verkaufte uns den schwarz geborenen
„Hyfield Myrmidon“ (von Cannamoor Cameroon aus Wishanger Bluebell). Er kam mit sechs Monaten zu uns. Bald merkten wir jedoch, dass ihn unser Rüde „Bluejacket“ nicht neben sich duldete.
Schweren Herzens verkauften wir „Hyfield Myrmidon“, behielten aber das Zuchtrecht.
Leider starb er mit sechs Jahren bei einem Autounfall.
Von „ Hyfield MYrmidon“ und unserer „Doret“ stammen aber immerhin so bekannte und erfolgreiche Beardies ab wie „Fant von der Elsternhöh“, „Hylas von der Elsternhöh“ und „Muschka von der Elsternhöh“. „Fant“ behielten wir als Zuchtrüden. Er war lange Zeit der dominierende Bearded Collie auf Ausstellungen in der Schweiz und im Ausland. Von verschiedensten Richtern aus der Schweiz, aber auch aus England und Deutschland, erhielt er zehnmal hintereinander das CACIB. Er war auch der erste Champion aus Schweizer Zucht. „Fant“ hatte einen ausgewogenen, kräftigen Körperbau, ein sehr schönes, dunkles rehbraunes Haarkleid und einen ausgezeichneten Charakter. Und er war der geborene Show-Hund. Er liebte es sich zu präsentieren. Oft wurde er auch im Ausland als Deckrüde eingesetzt, und so bleibt er als Vater vieler schöner Welpen unvergessen. Über 15 Jahre lang durfte ich an ihm Freude haben, und er blieb auch bis ins hohe Alter immer gesund und sehr vital.
Auch „Hylas von der Elsternhöh“ wurde Schweizer und Internationaler Champion.
Wir verkauften den schwarz geborenen Rüden an Mrs. Trevisan. Als sie mit ihrer
Familie nach England zurückkehrte, nahm sie ihn mit- trotz sechsmonatiger Quarantäne. „Hylas“ hat sich von dem gesetzlich vorgeschriebenen Zwangsaufenthalt bestens erholt, wurde in England mehrfach mit Erfolg ausgestellt und auch als Deckrüde eingesetzt.
„Muschka von der Elsternhöh“ schliesslich, eine schwarz geborene Hündin, kam nach
Österreich zu Familie Schaffer und wurde dort als erster Beardie in diesem Land auf
Ausstellungen mit Erfolg gezeigt. Familie Schaffer hat mit „Muschka“ dann die erste
Beardie Zucht in Österreich aufgebaut: „von der Silbermine“.
Obwohl sich die Geschichte des Bearded Collie im Dunkel früherer Jahrhunderte verliert, ist die Rasse erst seit 1964 erstmals mit einem klaren Standard vom britischen Kennel Club offiziell anerkannt worden. Die Züchterin Mrs. Willison hat dazu Pionierarbeit geleistet. Aber die Basis ihrer Zucht, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg aufzubauen begann, war schmal. Darum konnten wir beim Aufbau unserer Zucht „von der Elsternhöh“ weder auf reiche Literatur noch auf gesicherte Erkenntnisse eines Rasseclubs zurückgreifen. Wir waren gezwungen, eigene Erfahrungen zu sammeln. So war etwa sehr wenig bekannt über mögliche rassetypische Krankheiten oder Erbfehler. Man sprach weder von Hüftgelenksdysplasie noch von Augenkrankheiten wie CEA oder PRA. Die Beardies, die man damals züchtete, gaben auch keinen Anlass zu Untersuchungen in dieser Richtung. Um Erfahrungen mit allfälligen verdeckten Erbfehlern zu sammeln, deckten wir „Doret“ mit ihrem Sohn „Fant“. Die Welpen waren alle kerngesund und rassetypisch.
Zur Ausweitung der Zuchtbasis erwarben wir dann 1972 von Mrs. Osborne die
schwarz geborene Hündin „Broadholme Elegant Miss“ (von Osmart Bonnie Blue Braid aus Broadholme Bonnie Jean), aus der Zucht von Mrs. Hale. Wir nannten sie „Cindy“, in Erinnerung an unseren allerersten Beardie. Von „Cindy“ und „Fant“ stammen viele sehr schöne Beardies ab; alle hatten einen vorzüglichen Charakter, einige wurden erfolgreich ausgestellt (Schweizer und Internationale Champions).
Im Oktober 1973 importierten wir eine weitere Hündin aus England: die damals 5 Monate alte, schwarz geborene „Black Ruffles of Beagold“ (von Davealex Royle Baron aus Hyfield Musette) von Mrs. J. Collis. Wir nannten sie „Röffi“. Sie war sehr temperamentvoll, im Freien dauernd in Bewegung, aber sehr ruhig im Haus. Auch „Röffi“ warf sehr schöne Welpen. Sie selbst wurde aber nie ausgestellt – sie mochte den Rummel nicht.
Bei der Weiterzucht baute ich dann vor allem auf zwei Linien auf: Bothkennar und Hyfield. Für die braune Hündin „Quina v.d Elsternhöh“ (aus der Inzuchtpaarung „Fant“ und „Doret“) nahm ich zum Decken einen englischen Importrüden von der Familie Grimm in Deutschland: den schwarz geborenen „Seykore Commodore“ (von Davealex Royle Baron aus Cannamoor Cornflower). Aus dieser Paarung stammt unter anderem meine Zuchthündin „Zosi v.d. Elsternhöh“. Sie wurde mit 12 Monaten an der Berner Welthundeausstellung 1979 Weltjugendsieger und erhielt auch später an Ausstellungen immer die Qualifikation vorzüglich. Heute (Anm. der Redaktion: 1987) ist sie 9 1/2 Jahre alt, kerngesund und noch sehr vital.
Als der Zuchtrüde „Fant“ 10 Jahre alt wurde, kaufte ich im Februar 1980 bei Familie Schaffer in Österreich einen neuen Deckrüden, den damals 5 Monate alten, schwarz geborenen „Frederic-Black von der Silbermine“ (von Ch. Orora’s Merry Month of May aus Andra v.d. Silbermine). Auch „Ricky“ wurde öfter an Ausstellungen gezeigt und immer mit vorzüglich bewertet. Heute (Anm. der Redaktion: 1987) ist er 8 1/2 Jahre alt.
Aus Würfen von „Ricky“ und „Zosi“ stammen meine jetzigen Zuchthündinnen: die braune „Kara“ und die blaue „Piggy“. Vor allem „Kara“ zeichnet sich durch ihr ausgeglichenes Wesen, eine vorzügliche Rückenlinie und hervorragende Winkelungen aus. Sie wurde an Ausstellungen einige Male mit dem res. CACIB ausgezeichnet. Für „Kara“ und „Piggy“ habe ich einen Rüden aus Deutschland zum Decken verwendet: den schwarz geborenen, sehr gut pigmentierten „Hatsch v.d. Flack“ (von Yuki v.d. Einkornblick aus Brambledale Butterfly).
Seit über 10 Jahren führe ich jetzt meine Zucht alleine. Darum kann ich nicht mehr wie
früher an allen Ausstellungen teilnehmen oder an die Crufts nach London reisen. Aber
geblieben ist mein Bemühen, wesensfeste, gesunde Bearded Collies zu züchten, mit einem
rassetypischen Exterieur. Und mit dem rauhen Deckhaar, wie es für die ursprünglichen
Beardies so kennzeichnend war.
Und geblieben ist auch meine konsequente Haltung als Züchterin, der jeder Welpe gleich
nah am Herzen liegt: Ich will möglichst genau wissen, an welchen Platz und in welche
Verhältnisse meine Hunde kommen. Daraus haben sich viele schöne, oft jahrelang dauernde
Kontakte zu Käufern ergeben, die schliesslich am 8.9.1979 auch zur Gründung des
Schweizerischen Bearded Collie Clubs (SBCC) führten.
Um die Zukunft meiner Bearded Collie Zucht zu sichern, habe ich aus dem letzten Wurf von
„Zosi“ und „Ricky“ die vielversprechende, schwarz geborene „Merena v.d. Elsternhöh“
behalten. Sie ist jetzt im schönsten Flegelalter. Zur Zucht wird sie natürlich noch nicht
verwendet – aber ihre Beardie Kollegen und mich hält sie schon ganz schön auf Trab.
Im März 1990 fiel der letzte Wurf von der Elsternhöh. Frau Kurzbein hatte gesundheitliche Probleme, so dass es ihr nicht mehr möglich war weiterhin zu züchten. Sie starb im Jahre 2001 im 77. Altersjahr.
Doris Grossenbacher
Zu wem passt der Beardie?
Wie die meisten Hütehunde ist auch der Bearded Collie ein ausgezeichneter Familienhund. Kindern ist er ein liebevoller Begleiter und nimmermüder Spielkamerad. Sein enormes Bewegungsbedürfnis macht ihn aber nicht zu einem einfach zu haltenden Hund. Mindestens zwei Stunden pro Tag muss man ihm Gelegenheit zum herumspringen, toben und laufen geben. Ist man hierzu nicht bereit oder in der Lage, so wird er den Garten umgraben, in der Wohnung alles auf den Kopf stellen und sich auch sonst noch viele kleine oder grössere Dummheiten einfallen lassen. Sein ausgesprochen quirliges Temperament kann für weniger aktive Menschen zur Plage werden. Möchte man ihn jedoch regelmässig zum joggen mitnehmen, kann man sich keinen besseren Kollegen vorstellen. Die meisten Beardies werden sehr alt. 12 bis 14 jährige Hunde, denen man das Alter weder ansieht noch anmerkt, sind keine Seltenheit.
Als immer freundlicher Hund geht er Streitereien mit Artgenossen wenn möglich aus dem Wege. Im Gegensatz dazu ist er aber jederzeit bereit, seine Familie und das dazugehörende Eigentum wachsam gegen Gefahr zu verteidigen.
Erziehen lässt sich der Beardie gut und gern, sogar das Bellen kann unter Kontrolle gebracht werden, wenn es dabei liebevoll konsequent und nicht hart zu und her geht, denn Härte verträgt er nicht.
Für Agility ist er auf Grund seiner guten Auffassungsgabe, Spielfreudigkeit und Schnelligkeit bestens geeignet. Prüfungen zum Schutzhund, wie sie z.B. für den deutschen Schäferhund abgehalten werden, sollte man aber nie anstreben. Das Wesen des Beardies ist hierfür nicht geeignet.
Die Pflege des langen Fells ist zeitaufwendig, aber nicht sehr schwierig.
Liebhaber langhaariger Rassen, welche einen mittelgrossen, nicht zu schweren, springlebendigen, äusserst aktiven und langlebigen, gelehrigen Hund suchen, werden das Temperament und den Charme des Beardie geniessen und mit ihm glücklich werden.
FCI Standard
Der Standard
F C I – Standard Bearded Collie
No. 271, 1.12. 1989 Ursprung : Grossbritannien / 24.6.1987
Übersetzung: Frau Dr. Elke Jarnut
Allgemeines Erscheinungsbild:
schlanker, drahtiger, aktiver Hund, länger als hoch im Verhältnis von ungefähr 5 : 4, gemessen vom vordersten Punkt des Brustbeins bis zu den Sitzbeinhöckern. Hündinnen dürfen geringfügig länger sein. Trotz kräftigen Körperbaus sollte der Hund einen guten Bodenabstand zeigen und nicht zu schwer wirken. Der aufgeweckte, forschende Ausdruck ist ein kennzeichnendes Merkmal dieser Rasse.
Charakteristika:
aufmerksam, lebhaft, selbstsicher und aktiv.
Wesen:
zuverlässig, intelligenter Arbeitshund, ohne Anzeichen von Nervosität oder Aggressivität.
Kopf und Schädel:
Kopf in richtigem Verhältnis zur Körpergrösse. Schädel breit, flach und quadratisch. Der Abstand zwischen Stop und Hinterhauptbein ist gleich der Breite zwischen den Ohröffnungen. Der Fang ist kräftig und entspricht in der Länge dem Abstand zwischen Stop und Hinterhauptbein. Der Gesamteindruck ist der eines Hundes mit kräftigem Fang und einem Schädel der viel Raum für das Gehirn bietet. Mässiger Stop. Nasenschwamm gross und quadratisch, meist schwarz, bei blauen und braunen Hunden jedoch normalerweise der Hautfarbe entsprechend. Nasenschwamm und Lefzen einfarbig ohne Tupfen oder Flecken. Die Pigmentierung der Lefzen und der Lidränder ist der Farbe des Nasenschwamms angepasst.
Augen:
im Farbton auf die Farbe des Haarkleides abgestimmt, weit auseinanderliegend und gross, sanft und liebevoll, nicht hervortretend. Augenbrauen nach oben und nach vorn gewölbt, jedoch nicht so lang, dass die Augen verdeckt werden.
Ohren:
von mittlerer Grösse und hängend. Bei Aufmerksamkeit heben sie sich im Ansatz bis zur Höhe des Schädels, aber nicht darüber hinaus und lassen den Schädel breiter erscheinen.
Fang / Gebiss:
Zähne gross und weiss. Kräftiger Kiefer, möglichst mit einem perfekten, reglmässigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.Zangengebiss erlaubt, aber nicht erwünscht.
Hals:
mässig lang, muskulös und leicht gebogen.
Vorhand:
Schultern gut schräg nach hinten liegend. Läufe gerade und senkrecht, mit kräftigen Knochen, rundherum mit zottigem Haar bedeckt. Vordermittelfuss biegsam, jedoch ohne Schwäche.
Körper:
die Rückenlänge ergibt sich aus der Länge des Brustkorbs nicht aus der Länge der Lendenpartie. Rücken gerade, Rippen gut gewölbt, aber nicht tonnenförmig. Lendenpartie kräftig, Brustkorb tief, mit viel Platz für Herz und Lunge.
Hinterhand:
gut bemuskelt mit kräftigen Unterschenkeln, gut gewinkelten Kniegelenken und tiefstehenden Sprunggelenken. Der Hintermittelfuss steht im rechten Winkel zum Boden und befindet sich im normalen Stand gleich hinter einer von den Sitzbeinhöckern gedachten senkrechten Linie.
Pfoten:
oval geformt mit gut gepolsterten Ballen. Zehen gewölbt und gut geschlossen. gut mit Haar bedeckt, auch zwischen den Ballen.
Rute:
tief angesetzt ohne Knick oder Drehung und so lang, dass der letzte Rutenwirbel mindestens bis zu den Sprunggelenken reicht. Im Stand oder im Gehen niedrig mit einem Aufwärtsschwung an der Spitze, bei schnellerer Gangart auch ausgestreckt getragen. Niemals über dem Rücken getragen. Üppig mit Haar bedeckt.
Gangart / Bewegung:
geschmeidig, gleichmässig fliessend und weit ausgreifend, bei einem Minimum an Anstrengung raumgreifend.
Haarkleid:
doppelt, mit weicher, pelziger und dichter Unterwolle. Deckhaar glatt, hart kräftig und zottig, weder wollig noch lockig, obgleich eine leichte Wellung erlaubt ist. Länge und Dichte des Haarkleides ausreichend, um Schutz zu bieten und die Form des Hundes zur Geltung zu bringen, jedoch nicht soviel, dass die natürlichen Linien des Körpers verwischt werden. Dass Haarkleid darf in keiner Weise getrimmt werden. Nasenrücken spärlich mit Haar bedeckt, wobei dieses an den Seiten etwas länger ist, gerade ausreichend um die Lefzen zu bedecken. An den Wangen, den unteren Lefzen und unter dem Kinn nimmt das Fell zur Brust hin an Länge zu und bildet den tpischen Bart.
Farbe:
schiefergrau, rötlich rehfarben, schwarz, blau, alle Schattierungen von Grau, Braun und Sandfarben, mit oder ohne weisse Abzeichen. Wenn Weiss vorkommt, tritt es am Fang, als Blesse auf dem Schädel, an der Rutenspitze, auf der vorkommt, darf der Ansatz der weissen Haare nicht über die Schulter hinausreichen. Weiss sollte oberhalb der Sprunggelenke nicht an den Aussenseiten der Hinterläufe auftreten. Leichte lohfarbene Abzeichen sind an den Augenbrauen, auf der Innenseit der Ohren, auf den Wangen, unter der Schwanzwurzel und an den Läufen an den Übergangsstellen zwischen Weiss und der Grundfarbe erlaubt.
Grösse / Gewicht:
ideale Schulterhöhe Rüden: 53 bis 56 cm, Hündinnen : 51 bis 53 cm. Die Gesamtqualität und Proportionen sollten vorrangig gewürdigt werden, übertriebene Abweichungen von der Idealgrösse sollten jedoch nicht gefördert werden.
Fehler:
jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler in genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Anmerkung:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.