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Die südwärts gelegenen
Häuser
gehören zur Gemeinde
Merzligen und zur Pfarrei
Bürglen, die nordwärts gelegenen zur Gemeinde
Belmund
und zur Pfarrei
Nidau. Am fand hier zwischen den Vorposten der Franzosen unter
Schauenburg und den Waadtländer Truppen
unter Ferdinand von Rovéréa ein Gefecht statt, an welches Ereignis ein die Namen der Gefallenen tragendes Denk mal erinnert,
das 1824 vom Herrn von
Mülinen aus
Nidau errichtet und 1885 von der Bernischen Offiziersgesellschaft restauriert
worden ist.
Den Kampf stellt auch ein im Besitz der Familie Gremaud in Freiburg
befindliches Aquarell von Niklaus Müller dar.
Zahlreiche
Steinbrüche,
in deren Umgebung viele Landhäuser stehen.
Die männlichen Bewohner arbeiten in den
Steinbrüchen oder
in den Uhrenfabriken und andern industriellen Betrieben der Umgebung.
Neben der auf dem bewaldeten Hügel stehenden Pfarrkirche
St. Niklaus befindet sich ein bemerkenswerter Friedhof, wo der ehemalige Bundespräsident Munzinger, der Geologe Amanz
Gressly, der Romanschriftsteller Karl Postl (unter dem Pseudonym Sealsfield bekannt), der
Maler Frank
Buchser, der Bildhauer Max
Leu, der Dialektschriftsteller
Schild, der von
Napoleon I. hochgeschätzte Bildhauer Pankraz Eggenschwyler
und die beiden Aerzte Kottmann, Vater und Sohn, ruhen.
Der lateinische Poet Barzaeus war 1664 Pfarrer zu
St. Niklaus. Oestl.
der Kirche steht mitten in einem prachtvollen Park das grosse
SchlossWaldegg, das wertvolle Gemälde enthält.
Die Kirche wird durch einen senkrecht dahinter aufsteigenden
Felsen bedroht, von dem schon oft einzelne Teile sich losgelöst
haben und niedergestürzt sind. An der nämlichen Stelle mündet auch ein Lawinenzug aus. Es wurde die Kirche z. B. 1749 verschüttet,
während der Glockenturm stehen blieb, in dem der Sigrist eben mit dem Morgenläuten beschäftigt war,
ohne dass er - ausser einem starken Windzug - etwas von der Zerstörung der Kirche bemerkt hatte. Die an derselben Stelle
wieder aufgebaute Kirche wurde dann durch das Erdbeben von 1855 neuerdings beschädigt. Die Gemeinde zerfällt in die vier
QuartiereSt. Niklaus Dorf,
Gasenried auf einer Terrasse ö. über der Thalsohle (bis 1850 eigene Gemeinde),
Schmiedern und Herbriggen. Zusammen 922 kathol. Ew.; Dorf: 30
Häuser,
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Dieser letztere steigt über die gut angebauten Terrassen von Emd und Törbel empor und erreicht über Birchen, Unterbäch und
den Kreuzesweg an der Wandfluh den WeilerTurtig und den FleckenRaron. In St. Niklaus beginnt ferner die thaleinwärts bis Zermatt
ziehende Fahrstrasse, während thalauswärts bis Stalden blos ein ziemlich gefährlicher Saumweg führt,
der oft in den Fels eingehauen ist und am Rand von Abgründen hinzieht. Haupterwerbszweige der Bewohner sind Land- und Alpwirtschaft
mit Viehzucht.
Daneben ergreifen auch manche Männer den Bergführerberuf, in dem sie sich als unerschrocken, umsichtig und ausdauernd auszeichnen.
St. Niklaus, das schon sehr frühe zur Kirche Sitten gehört haben muss, besass seit dem 13. Jahrhundert
seinen eigenen Vitztum und Meier. Das Vidomnat gehörte zu ⅔ den Edeln von Sitten und zu ⅓ den Edeln von Ollon und kam
seit dem 15. Jahrhundert an die aus St. Niklaus stammende Familie derer von Riedmatten, die schon seit
dem Ende des 13. Jahrhunderts genannt werden.
Das Majorat war dagegen in den Händen der Edeln von Visp. Wie Zermatt trug auch St. Niklaus ursprünglich einen welschen Namen,
der sich mit der Zeit langsam umwandelte. 1218: Chouson;
1234: Gauson;
1272: ecclesia Sancti Nicolai de Chouson;
1291: vallis
de Zauxon;
1330: Chauson;
1362: Schosun;
1401: vallis de Gason;
1114: Chouson. Dieser alte Name hat sich im heutigen Ortsnamen
Gasenried noch erhalten, während Dorf und Gemeinde heute nur noch unter dem Namen des Kirchenpatrones St. Niklaus bekannt
sind.
Oestl. der Visp und 1 km vom Dorf entfernt hat man ein Grab aus der Eisenzeit entdeckt.