Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03285.jsonl.gz/3314

Irak: Mehr als 12‘000 Privathäuser in der Ninive-Ebene durch den IS beschädigt
27.03.2017 – Über 12‘000 Privathäuser in 12 christlichen Dörfern der Ninive-Ebene sind durch den IS beschädigt worden. 669 Häuser wurden total zerstört. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die «Kirche in Not» (ACN „Aid to the Church in Need“) initiiert hat. Die Kosten für den Wiederaufbau belaufen sich der Studie zufolge auf mehr als 200 Mio. US-Dollar. Radio Life Channel: Radio-Interview mit Lucia Wicki-Rensch vom 7.4.2017 Besuch von Patriarch Louis Raphaël I. Sako in Einsiedeln am 21.05.2017
Im Rahmen der Studie wurden ausserdem 1‘500 aus den betroffenen Regionen nach Erbil geflüchtete Familien in einem Fragebogen darüber befragt, ob sie die Absicht haben, in ihre mittlerweile befreiten Heimatorte zurückzukehren, von denen 1‘308 geantwortet haben. 41 Prozent der Befragten gaben an, in ihre Heimatdörfer zurückkehren zu wollen, 46 Prozent äusserten, dies in Erwägung zu ziehen. Bei einer ebenfalls von «Kirche in Not» durchgeführten Befragung von 5‘762 Binnenvertriebenen im November 2016 wollten lediglich 3,28 Prozent der Befragten in ihre Heimatdörfer zurückkehren, da zu diesem Zeitpunkt die Sicherheitslage in dem befreiten Gebiet noch fragil war und es zu Kampfhandlungen kam.
57 Prozent der Befragten gab an, ihr Eigentum sei geplündert worden, 22 Prozent antworteten, ihre Häuser seien zerstört. Der Rest konnte zum derzeitigen Zustand ihrer Häuser und ihres Hab und Gutes keine Angaben machen. Etwas mehr ein Viertel (25,46 Prozent) der Befragten gab an, die Terroristen des IS haben ihnen ihre Dokumente gestohlen. In Erbil halten sich derzeit noch 14‘000 registrierte aus Mossul und der Ninive-Ebene geflohene Familien auf. Dies entspricht einer Personenzahl von rund 90‘000 von ursprünglich 120‘000 im Jahr 2014. 12‘000 Familien sind derzeit noch immer auf humanitäre Hilfe von «Kirche in Not» angewiesen.
Die von «Kirche in Not» mit Hilfe lokaler Kirchenmitarbeiter durchgeführte Studie besteht aus drei Teilen: Zunächst wurden die Schäden ermittelt, die durch den IS an Privathäusern verursacht wurden. Die Ergebnisse der Ermittlung der an sozialen Einrichtungen wie Schulen und Kliniken sowie der an kirchlichen Gebäuden entstandenen Schäden werden folgen.
Im Jahr 2015 unterstützte «Kirche in Not» die Kirche und die Christen im Irak mit insgesamt CHF 12 Millionen. Louis Raphaël I. Sako, Patriarch von Babylon Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche nimmt auf Einladung von «Kirche in Not» an der Jubiläumswallfahrt (70 Jahre «Kirche in Not») nach Einsiedeln teil.
Fotos:
1) Eine Karte über zerstörte, beschädigte und verbrannte Wohngebäude (Bild: «Kirche in Not»)
2) Kinderwagen in den Trümmern von Batnaya (Bild: «Kirche in Not»)
3) Zerstörungen in einem Geschäftsgebäude in Karakosch
4) Ein zerstörtes Kreuz in der Ninive-Ebene (Bild: «Kirche in Not»)
5) Ein zerstörtes Wohnhaus in der Ninive-Ebene (Bild: «Kirche in Not»)