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Wissenswertes über den Degu
Allgemeines
Der Degu(Octodon degus) gehört zu der Familie der Trugratten, die Gattung der Strauchratten. Bisher zählt der Degu zu den Meerschweinchenverwandten(Caviomorpha). Der lateinische Name Octodon bedeutet übersetzt Achtzähner was somit schon etwas über den Degu verrät.
Herkunft
Der Degu kommt aus Chile(Südamerika). Natürlicherweise findet man sie entlang der nördlichen Pazifikküste bis auf ungefähr 1200m in den Anden. Meist leben sie in grösseren Kolonien von mehreren hudert Degus zusammen. Sie zeigen ausgeprägtes Sozialverhalten wie auch eine breite Vielfalt an Lauten. Bevorzugt leben sie in offenen Landschaften mit Steinhügeln und grossen Büschen. Gerne klettern die Degus und graben unterirdische Gänge. In ihrer Kolonie wird anhand der Höhe eines Hügels oder einer Erderhöhung vor dem eigenen Bau die Rangordnung gemessen. Je höher der Hügel, desto höher der Rang. Wird ein Hügel zerstört, ist auch der Rang wieder ganz unten. Sie beleben meist im Familienbund von einem Männchen und drei Weibchen ihre unterirdischen Gänge und Kammern welche ca. zwischen 20 und 40cm lang und breit sind.
Haltung
In Gefangenschaft soll man Degus immer mindestens zu zweit halten, besser zu dritt oder in grösseren Gruppen. Man kann sowohl Männchen wie auch Weibchen zusammen halten was keine Rolle spielt im Bezug auf Zutraulichkeit sowie dem allgemeinen Verhalten. Der Käfig/das Terrarium muss laut Tierschutz hier in der Schweiz für 2-
Gewicht
Ein Degu wiegt meist zwischen 200-
Geschlechter
Die Geschlechter von Degus sind auch für ungeübte leicht zu unterscheiden. Bei männlichen Tieren ist der Abstand zwischen Harnröhrenzapfen und After um einiges grösser(ca. 1cm) als bei Weibchen(wenige mm). Bei weiblichen Degus liegen die Scheidenöffnung und der Harnröhrenzapfen dicht beieinander. Auch sind bei ein wenig älteren, männlichen Tieren meist die Hoden, welche innerhalb liegen, durch beidseitige erhöhte Stellen hinter dem After sichtbar. Leicht zu sehen indem man den Degu in der Hand auf den Rücken dreht. Sollte der Degu nicht zahm sein, kann man auch einen Handschuh dazu nehmen oder aber den Degu in ein durchsichtiges Gefäss rein tun und von unten darunter schauen.
Pflege
Degus benötigen für die Pflege ihres Fells und zur Verminderung von Flöhen und Milben dringend regelmässige Sandbäder. Für das Fell ist dies sehr wichtig. Meiner Meinung nach ist es am besten, den Degus das Sandbad durchgehend zur Verfügung zu stellen und einmal pro Woche zu erneuern. Empfohlen wird feinen oder auch ein wenig gröberen Chinchillasand oder sonst halt auch Vogelsand wenn nichts anderes zur Verfügung steht. Weiter sollte man das Trinkwasser täglich erneuern. Geeignet sind zur Trinkwasserversorgung Wasserschalen oder auch Trinkflaschen wobei man hier beachten sollte, dass nicht alle Tiere bereits gelernt haben aus den Trinkflaschen zu trinken. Dazu ist es von Vorteil zu Beginn noch eine Wasserschale anzubieten und die Trinkflasche in der Nähe dieser zu platzieren. Auch ist es nötig den Tieren immer frisches Heu zur freien Verfügung anzubieten. Futter muss auch immer vorhanden sein, da die Tiere ansonsten alles auf einmal fressen aus Angst nichts mehr zu bekommen und schnell dick werden. Das Substrat, welches am besten aus nicht sehr staubigem Material bestehen sollte (wir verwenden seit Beginn Hanfstroh womit wir gute Erfahrungen machen), muss regelmässig gewechselt werden. Wie oft ist Erfahrungssache. Je nach Grösse des Käfigs und Menge des Materials sowie auch der Art des Substrates ist es schneller oder weniger schnell nötig das Substrat zu erneuern.
Ernährung
Degus sind sich an karges Futter gewöhnt was oftmals zu einer Überfettung in der Heimtierhaltung führt da Degus zu fettreiche Nahrung nicht verarbeiten können. Das Schwergewicht sollte daher auf Heu, Kräuter, Gemüse, Laub, Blüten und ähnliches gelegt werden und weniger auf Körner. Auf Früchte ist gänzlich zu verzichten, da Degus sehr anfällig auf Diabetes sind und schon Karotten in grösseren Mengen ausreichen um einen Degu erblinden zu lassen. Man sollte den Degus täglich frisches Gemüse geben. Ansonsten muss man Vitamintropfen ins Trinkwasser zugeben.
Die Sinne
Degus verfügen über sehr gute Sinne wobei der Sehsinn am schwächsten sein soll. Degus hören sehr gut. Ihre grosse Ohrmuschel hilft ihnen dabei. Die Zähne der Degus, welche praktisch jedes Material durchkauen sind dunkelgelb bis orange gefärbt. Dies ist aufgrund des starken Zahnschmelzes. Der Riechsinn ist auch stark ausgeprägt was ihnen schon als Jungtiere dabei hilft zu erkennen, was essbar und gut ist und was nicht. Leider kann es trotzdem sein, dass auch ein Degu mal etwas falsches, schlechtes oder ungesundes isst... Ihre Schnauzhaare sowie einzelne Haare am ganzen Körper stellen ihren Tastsinn dar. Dieser hilft vorallem auch blinden Tieren, sich gut zurecht zu finden. Erfahrungsgemäss ist ein blinder Degu nicht wahnsinnig eingeschränkt in seinem Verhalten da er die Sinne, wie auch ein blinder Mensch, gut ausgleichen kann. So sieht man auch einen erblindeten Degu quer durch das Terrarium hüpfen sofern die Einrichtung ungefähr gleich bleibt.
Krankheiten
Die vermutlich am häufigsten auftretende Krankheit von Degus ist die Diabetes -
Ansonsten gibt es auch noch ab und an flechtige Abschürfungen. Dies kann mehrere Gründe haben. Zum einen das Fellknabbern von Artgenossen was nicht weiter tragisch ist. Zum anderen kann es auch aufgrund von Milben oder Pilzen auftreten. Hier ist es wichtig, die Wunde genau anzuschauen, ob etwas darin sich bewegt, ob es nach einem Pilz aussieht oder ob sich die Tiere einfach stark und viel gegenseitig anknabbern. Auch ein Hinweis ist ob nur ein Tier befallen ist oder ob es alle/mehrere sind.
Sprache
Degus sind sehr kommunikative Tiere. Sie fiepen, pfeiffen, zwitschern und ähnliches. Wenn sie sich untereinander beim Fellknabbern unterhalten ist eine Art zwitschern zu hören. Beim Kämpfen oder auch nur Rumzicken ist es eher ein fiepen wobei man hier, meiner Meinung nach, die Aggressionen raushört. Wenn Degus richtig pfeiffen sind meist mehrere Pfiffe hintereinander zu hören. Hierbei handelt es sich um einen Warnruf welchen in der Natur von den Ranghöheren Tieren abgegeben wird um die anderen zu warnen. In Gefangenschaft kann es auch sein, dass sie bloss durch erschrecken oder fremde Personen verunsichert werden. Auch die Körpersprache der Degus untereinander ist sehr ausgeprägt und wichtig. So verstehen sie sich auch, wenn z.B. einer dem anderen das Hinterteil entgegen streckt und eventuell noch ein wenig dazu quietscht, dass derjenige nicht vom anderen belästigt werden will.
Der Kauf
Der Kauf eines jeden Tieres soll gut überlegt und geplant sein. So auch bei dem Degu. Bevor man sich eine Gruppe Degus anschafft sollte man sich ein paar Punkte gut überlegen;
Hat man die Zeit das Tier täglich mit frischem Futter, Wasser etc. zu versorgen?
Ist man gewillt für einen Degu bis zu 9 Jahre zu sorgen?
Kann man sich Futter, Einstreu, Heu, Stroh und weitere Ausgaben leisten?
Ist es einem möglich auch bei gesundheitlichen Problemen die Tierarzt-
Was geschieht mit den Degus, wenn man selber in den Ferien ist?
Zum Degu, dann wenn es soweit ist;
Sieht das Tier im Grossen und Ganzen gut aus? Glatt anliegendes Fell, keine tränenden Augen, kein Röcheln zu hören?
Ist der Verkäufer/die Verkäuferin kompetent und weiss auch etwas über Degus?
Wird bereitwillig Auskunft gegeben?
Lässt sich das Tier ohne Probleme anfassen?
Zucht
Es ist immer schön, Jungtiere aufwachsen zu sehen. Allerdings sollte man sich vorher überlegen, ob man die Jungtiere behalten kann oder ob man genügend Abnehmer findet. Hat man die Möglichkeit, mehrer Käfige oder Terrarien aufzustellen? Mindestens zwei würden sicher benötigt. Wenn man dann die Zucht aufgeben möchte muss man für die Männchen und für die Weibchen je eine Unterkunft haben oder eine der Gruppen weggeben. Also das Mädel bräuchte Gesellschaft wie auch der Bock müsste mindestens einen Sohn behalten dürfen. Wenn man sich zu Würfen entscheidet sollte man Tiere haben, welche nicht verwandt sind um Inzucht zu vermeiden. Bei der Anschaffung sollte man schauen, dass die Mädels nicht vor halbjährig gedeckt werden, da ansonsten grosse Probleme bei der Trächtigkeit wie auch bei der Geburt auftreten können. Ist das Päärchen dann da und man hat sie zusammengeführt ist es eine Frage der Zeit bis sich die beiden verpaaren. Zur Paarung schnuppert der Bock zuerst an dem Mädel, danach folgt meist eine Verfolgungsjagd welche damit endet, dass das Weibchen den Schwanz zur Seite kippt und der Bock aufreiten kann. Danach dauert es allerdings rund drei Monate bis das Mädel wirft. Die Jungtiere kommen bereits mit Fell und halbgeöffneten Augen zur Welt. Frisch nach der Geburt beginnen sie bereits herum zulaufen. Die Entwicklung vom Baby-
Vererbung
Die Vererbung der Farben ist für uns ein spannendes Thema. Mittlerweile gibt es ja Agouti, Blaue, gescheckte sowie sandfarbene Degus. Die Gene vererben sich nicht bei allen Farben gleich. Während sich Agouti und Weiss dominant vererbt, vererben sich Blau und Sand rezessiv (versteckt). D.h. wenn also ein Tier Blau oder Sand als Vorfahren hat so ist es meist der Fall, dass auch das Jungtier Trägertier der Farbe ist und somit mit einem anderen Trägertier der selben Farbe wieder Jungtiere dieser Farbe entstehen können. Immer wieder kommt dabei aber die dominanteste Farbe Agouti (Wildfarbe) zum tragen. Reine Agouti Tiere vererben nur die Wildfarbe, selbst wenn ihre Vorfahren gescheckt sind. Ist also im Fell der Jungtiere der Schecken kein einzelnes weisses Haar so vererbt das Tier auch kein weiss weiter. Ist jedoch schon ein Haar sichtbar so vererbt es auch das weiss wieder. Somit existiert die weitverbreitete Annahme es gäbe "Scheckenträger" gar nicht. Doch wohl Blauträger und Sandträger. Die dominanten Gene entweder sichtbar oder eben, nicht vorhanden. Hat man also zwei Sand oder zwei Blaue Degus so kann es keine Agouti-
Fazit: Agouti und Weiss vererbt sich dominant; Blau und Sand rezessiv. Alle Farben die nicht natürlich (also Agouti) sind, sind Gen-
Siehe auch Seite FARBZUCHT!
Agouti (dominant)
Blau (rezessiv)
Weiss (dominant)
Sand (rezessiv)