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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz verfügt über ungenügende Diagnosekapazitäten im Falle einer H5N1-Human-Pandemie.</p><p>Hintergrund:</p><p>- Die H5N1-Grippe unterscheidet sich in den ersten 48 Stunden nicht von einer normalen Grippe. Sie kann nur mit einer sogenannten PCR-Diagnose (Labor) nachgewiesen werden.</p><p>- Für die erfolgreiche Behandlung ist die Früherkennung (innerhalb der ersten 48 Stunden) aber überlebenswichtig.</p><p>Situation in der Schweiz:</p><p>- Die Schweiz befindet sich in Pandemiestufe 3.</p><p>- Alle Spitäler und Labors in der Schweiz verfügen über eine ungenügende H5N1-Laborkapazität (einige Hundert Analysen pro Tag).</p><p>- Ab Pandemie Stufe 4 werden mehrere Tausend, ab Stufe 5 mehrere Zehntausend Labordiagnosen H5N1 erstellt werden müssen.</p><p>1. Wer ist für die präventive Sicherung der Diagnosekapazitäten zuständig (Bund, Kantone, Gemeinden)?</p><p>2. Wie stellen sich das BAG und das VBS zu dieser gravierenden Unterkapazität?</p><p>3. Gibt es aktuelle Empfehlungen seitens des BAG oder des VBS an Kantone und Gemeinden hinsichtlich der Verantwortlichkeiten und der getroffenen oder zu treffenden Massnahmen zur Sicherung der Diagnosekapazitäten?</p><p>4. Wer betreut die H5N1-Datenbank? Das Virus mutiert ständig. Es ist deshalb unabdingbar, eine zentrale Datenbank zu errichten, in welcher im Notfall alle vorhandenen Virusdaten gespeichert werden können.</p><p>5. Im Pandemiefall ist ein rasches Handeln zwingend. Wer stellt die Logistik sicher?</p><p>6. Im Pandemiefall ist die Sicherheit von zentraler Bedeutung, um die Pandemie eindämmen zu können. Welches Sicherheitsdispositiv steht hier zur Verfügung?</p><p>7. Wie werden im Pandemiefall die Lebensmittelversorgung sowie die wichtigsten Dienstleistungen des Landes (SBB, Post, Banken, Behörden) aufrechterhalten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Für eine wirksame Behandlung der Patientinnen und Patienten ist die Früherkennung effektiv unerlässlich. Sie erfolgt jedoch mit klinischer Diagnostik und nicht durch Bestätigung mittels PCR (Polymerase Chain Reaction). Wie auch bei der saisonalen Grippe ist die Aufgabe der Laboratorien in erster Linie die Bestätigung der Fälle und die Überwachung der Resistenzen. In den Pandemiephasen 4 und 5 wird der Bedarf auf einige Hundert Analysen pro Woche geschätzt.</p><p>1. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist zuständig für die Überwachung, und das Nationale Zentrum für Influenza (NZI) ist das Referenzzentrum für die Schweiz. Ein Vertrag mit dem BAG gewährleistet den Betrieb des NZI. Werden zusätzliche Diagnosekapazitäten benötigt, so stellt das NZI sein Know-how dem Swiss Influenza Laboratory Network (SILN) zur Verfügung. Die Laboratorien in der Schweiz, die diesem Netzwerk angeschlossen sind, sind in der Lage, das Influenzavirus mit verschiedenen Methoden nachzuweisen.</p><p>2. Es besteht keine Unterkapazität. Eine Analyse der Laboratorien des SILN </p><p>(z. B. das NZI und das Institut für Virologie und Immunprophylaxe) hat gezeigt, dass in allen Pandemiephasen genügend Kapazitäten vorhanden sind. Zudem könnten die Laboratorien des Regionallabornetzwerkes, z. B. das Labor Spiez, hinzugezogen werden. Während der jährlichen Grippesaison führt das NZI etwa 1000 Analysen durch. Im Bedarfsfall könnte die Analysenzahl auf einige Hundert pro Woche erhöht werden. In den Pandemiephasen 4, 5 und 6 verfügen die Laboratorien des SILN über Kapazitäten für mehr als 1500 Proben pro Woche. </p><p>3. Das SILN stellt unter der Kontrolle des NZI die Analysekapazitäten für die ganze Schweiz sicher. Dabei handelt es sich nicht um eine Aufgabe der Gemeinden oder Kantone, sondern des Bundes. Für den Transport der Proben existieren Richtlinien. </p><p>4. Das NZI verfügt über eine Datenbank mit den in der Schweiz zirkulierenden Viren. Es übermittelt den Referenzzentren der WHO jeweils eine repräsentative Probe der Viren und steht im Rahmen des weltweiten Netzwerkes im Austausch mit anderen nationalen Zentren. Auf diese Weise können Referenzvirusstämme gesammelt, methodische Vergleiche vorgenommen und die Laborverfahren standardisiert werden. Zudem bietet das von der WHO anerkannte Projekt Global Initiative on Sharing Avian Influenza Data (Gisaid) Zugang zu einer weltweiten Datenbank über die H5N1-Viren.</p><p>5. Für die logistischen Fragen in den Bereichen Gesundheit und Zivilschutz sind  die Kantone zuständig. Die Logistik im Zusammenhang mit den Proben und den Spezialverpackungen wird wie üblich durch die Post sichergestellt. </p><p>6. Die Kantone haben ihre eigenen Krisendispositive, die im Pandemiefall zur Anwendung gelangen. Diese ermöglichen es, die üblichen Dienstleistungen zu verstärken, um sicherzustellen, dass den verschiedenen Sicherheitselementen im Pandemiefall Rechnung getragen wird. Die Vorbereitungsarbeiten sind in den meisten Kantonen bereits weit vorangeschritten. </p><p>7. Die Unternehmen des öffentlichen wie auch des privaten Rechts wurden aufgefordert, einen eigenen Pandemieplan auszuarbeiten, um das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz zu verringern und den Betrieb im Rahmen des Möglichen aufrechtzuerhalten.</p>  Antwort des Bundesrates.