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Die Gewässer der Schweiz werden intensiv beansprucht. Sie liefern Trink- und Brauchwasser, sie dienen der Energieproduktion, sind für Tiere und Pflanzen unentbehrlicher Lebensraum und ermöglichen dem Menschen eine hochwertige Erholung. Die vielfältigen Bedürfnisse der Gesellschaft und die intensive Landwirtschaft stellen für die Qualität der Gewässer eine Herausforderung dar.
Siedlungsdruck und Landnutzung
Die Fliessgewässer der Schweiz sind stark verbaut und in ihren natürlichen Funktionen eingeschränkt. Die zahlreichen Bauwerke für den Hochwas nnserschutz, die Energieproduktion und die Gewinnung von Landwirtschafts- und Siedlungsland haben dazu geführt, dass sich die Struktur eines Viertels aller Gewässer in einem schlechten ökologischen Zustand befindet. Davon muss wiederum ungefähr ein Viertel revitalisiert werden.
Geschiebehaushalt und Fischwanderung sind beeinträchtigt. Insgesamt behindern über 100'000 künstliche Hindernisse den Auf- und Abstieg der Fische in Bächen und Flüssen.
Nicht überall sind die Gewässer gleichermassen von diesen negativen Veränderungen betroffen:
- Am höchsten ist der Anteil der Gewässer, deren Struktur sich in einem unnatürlichen Zustand befindet, mit 52 % in den Alpentälern unter 600 m ü. M.
- Im Mittelland sind es 38 %, im Jura 36 %
- In den Alpen oberhalb der Talböden (über 600 m ü. M.) sind es nur 15%.
Für das Grundwasser ist zudem die intensive Bautätigkeit problematisch, da aufgrund fortschreitender Bodenversiegelung Niederschläge oberflächlich abfliessen, statt zu versickern und das Grundwasser zu speisen.
Wasserkraftnutzung
Die Wasserkraftnutzung hat unzureichende Restwassermengen in den Fliessgewässern zur Folge und beeinträchtigt durch den starken Wechsel zwischen Abflussspitzen und -tiefstständen (Schwall/Sunk) die natürlichen Funktionen der Gewässer.
Neue Stoffe
Die Gewässerqualität ist in der Schweiz generell gut. Dennoch beeinträchtigen beispielsweise Rückstände aus Dünge- und Pflanzenschutzmitteln oder Bestandteile von Körperpflege und Reinigungsprodukten sowie von Arzneimitteln das Grundwasser und die Oberflächengewässer. Diese sogenannten Mikroverunreinigungen können bereits in sehr niedrigen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die Wasserqualität haben.
In vielen mittleren und grossen Flüssen stammt der Hauptteil der Mikroverunreinigungen aus den Abwasserreinigungsanlagen (ARAs). Rund 4800 km des insgesamt 65'000 km langen Gewässernetzes sind in der Schweiz mit Abwasser aus diesen Punktquellen belastet.
Weiterführende Informationen
Dokumente
Massnahmen zur Reduktion von Einträgen von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer (PDF, 615 kB, 26.08.2015)Eine Auslegeordnung 2015 - Studie im Auftrag des BAFU
Erhebungsformular Hofdünger 2016 (PDF, 49 kB, 04.03.2016)Erhebung KVU – BAFU: Kontrollen bei Landwirtschaftsbetrieben und übrigen Betrieben mit gewerblicher Nutztierhaltung, Stand 1.1.2016
Letzte Änderung 30.01.2016