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Adullam / Christlicher Informationsdienst Wattwil
Gründer des Christlichen Informationsdiensts (CID, sprich «zid») Wattwil/CH und des Altersheims Adullam am selben Ort war der ehemalige Volksschullehrer Werner Arn (1942-2016). Reformiert aufgewachsen, trat Arn nach einer Bekehrung und dem vergeblichen Versuch, seiner speziellen Theologie in der reformierten Kirche Nachdruck zu verschaffen, aus dieser aus.
Daraufhin blieb Arn ohne Kontakt zu irgendeiner anderen Gemeinschaft, denn, so Arn, alle Kirchen und Freikirchen seien falsch, von der biblischen Lehre abgefallen und charismatisch unterwandert. Nur in Arns Gemeinschaft würde biblischer Glaube ernst genommen. Arns Anhängerschaft versammelt sich in lokalen Bibelkreisen und zu Gottesdiensten in den Räumen des ehemaligen Hotels Traube in Ebnat-Kappel oder im Pflegeheim Adullam in Wattwil, dessen Name von Aussenstehenden in Ermangelung einer anderen Bezeichnung für die Gemeinschaft als Ganzes verwendet wird.
Nach Werner Arns Tod im November 2016 hat sein Sohn Josua Arn (geb. 1977) die Leitung der Gemeinschaft übernommen. Inzwischen liegt die Leitung aber beim Ältesten Roger Bachmann. Roger Bachmann ist reformiert aufgewachsen, hat sich als junger Mann bekehrt und Werner Arn angeschlossen, stieg in Adullam zum jüngsten der Ältesten auf und galt schon zu Werner Arns Lebzeiten als Nr. 2 der Gemeinschaft und als möglicher Nachfolger.
Adullam vertritt ein fundamentalistisches Bibelverständnis.
Von seinen Anhängern wurde Werner Arn als Posaune Gottes oder als Sprechrohr Gottes bezeichnet, er galt als Verkündiger der biblischen Wahrheit. Wie die Bibel richtig zu verstehen ist, das war aus Sicht seiner Anhängerinnen und Anhänger bei Werner Arn zu erfahren.
In ethisch moralischen Fragen lehrte Werner Arn gesetzlich und rigoros. Schon ein falscher Gedanke genüge, um zur Hölle zu fahren, war in seinem Schulungsmaterial zu lesen.
So wurden etwa Kleidervorschriften detailliert vorgegeben, z.B. die Rocklänge für Frauen.
Die Gemeinschaft Adullam ist informell organisiert, es existiert keine rechtliche Struktur.
An der Spitze der Gemeinschaft stehen die Ältesten um Roger Bachmann. Absolventen der dreijährigen Missionarsausbildung in der Missionsschule in Ebnat-Kappel leiten lokale Gruppen und Missionsstationen im Ausland.
Lokale Gemeinschaften nennen sich „Bibelkreis“.
Werner Arn wurde kritisiert für seine gesetzliche und rigorose Theologie sowie seine Verdammung aller anderen christlichen Gemeinschaften.
Ehemalige Anhänger berichten davon, dass Werner Arn den Zehnten „für den Herrn“ gefordert habe. Da aber alle anderen Kirchen und Organisationen aus Arns Sicht nicht „im Herrn“ waren, lief diese Forderung in den Ohren der Anhänger auf eine Zahlung des ganzen Zehnten an Werner Arn hinaus.
Bei einem Vortrag im Januar 1999 meinte Werner Arn zum damals trendigen Thema Apokalyptik, dass es bis zum Weltuntergang zwar noch fünf, zehn oder auch 20 Jahre dauern könne, dass es im Moment aber nicht danach aussehe. Da mittlerweile auch der letzte dieser Termine verstrichen ist, steht Arn in den Augen von Kritikern als Verbreiter von Weltuntergangspanik und als falscher Prophet da.
Kritisiert wurde Werner Arn auch für seine Verteidigung von Körperstrafen in der Erziehung.
Es existiert keine geregelte Mitgliedschaft, zum Zeitpunkt des Todes von Werner Arn ist von ca. 500 Anhänger und Sympathisanten auszugehen, darunter rund die Hälfte in der Schweiz. Inzwischen soll die Gemeinschaft kleiner geworden sein.
CID – Christlicher Informationsdienst
Waisenhausstr. 25
9630 Wattwil