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Am 28. April 2022 verstarb Ingrid Stosch-Sarrasani im Alter von 88 Jahren in Radebeul. Nach einem Klinikaufenthalt befand sie sich in der Kurzzeitpflege, wo ihr Herz nach einem bewegten Leben unerwartet aufhörte zu schlagen. Als Artistin, Direktorin und als Grand Dame des traditionsreichen Familienunternehmens widmete sie ihr ganzes Leben dem Circus.
Ingrid Wimmer erblickte am 28. Juni 1933 in Hannover das Licht der Welt. Bereits im Alter von 16 Jahren war sie für ihre Lasso-Kunststücke bekannt. Als Teil der Cowboy-Truppe Cordon bereiste sie die ganze Welt. Fritz Mey (1904-1993) hob 1956 den deutschen Circus Sarrasani der Nachkriegszeit aus der Taufe und engagierte die 23-jährige Ingrid. Aus dieser Bekanntschaft entwickelte sich eine grosse Liebe. Fritz Mey heiratete Ingrid, die im November 1972 den Sohn André zur Welt brachte.
Beim Familienzweig des "alten" Sarrasani blieb die 1935 geschlossene Ehe zwischen Hans Stosch-Sarrasani (1897-1941) und seiner Frau Trude – geborene Kunz, Schauspielerin und Musikern aus dem Zürcher Seefeldquartier – kinderlos. 1976 wurde Ingrid Mey im Alter von 43 Jahren von Trude Stosch-Sarrasani adoptiert.
Der Sarrasani der Nachkriegszeit gastierte in den 60er- und 70er-Jahren sechsmal in der Schweiz. 1980 übernahm Ingrid Stosch-Sarrasani die Circusleitung. Trotz behördlicher Spielgenehmigung für ein Schweizer Gastspiel im Jahre 1988 sah Sarrasani von einer erneuten Einreise ab. Im Jahr 2000 betraute sie ihren Sohn André mit der Führung des Circus Sarrasani. Nach ihrer intensiven Reisezeit um die ganze Welt setzte sie sich in Dresden zur Ruhe, wo sie nun 88-jährig verstorben ist. Wir entbieten seinem Sohn André mit seiner Lebensgefährtin Edith und ihren Kindern Satin und Noah unser tief empfundenes Beileid und werden der Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren.
Filip Vincenz
Bild: Steffen Füssel