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Therapiebedürftige Weichteil- und Knochendefekte der Extremitäten werden üblicherweise im Rahmen von Unfällen, Tumoren oder Infektionen angetroffen.
Die hochspezialisierte Funktion der oberen Extremität ist eng mit einem ausreichenden Weichteilmantel zusammenhängend. Sobald Sehnen, Nerven, Gefässe oder Knochen kritisch exponiert sind muss der Weichteildefekt rekonstruiert werden, um den Erhalt und die Funktion der Extremität zu gewährleisten. Im Bereich der unteren Extremität ist die Erhaltung der Gehfähigkeit zentral. Hierfür ist eine stabile Weichteildeckung ebenfalls unerlässlich.
Knochendefekte, welche die Stabilität des Skelettes oder die Funktion von Gelenken bedrohen, müssen ebenfalls rekonstruiert werden.
Für das Gelingen respektive die Planung einer Weichteil- oder Knochenrekonstruktion sind verschiedene Abklärungen notwendig. Essentiell ist die Analyse der Durchblutungssituation der Extremität. Dies wird in den meisten Fällen mit einer sogenannten Angiographie, also einer Darstellung der Arterien, durchgeführt. Im Anschluss kann ein rekonstruktiver Plan erstellt werden.
Oberflächliche Hautdefekte ohne Freiliegen von essentiellen Strukturen können mittels einfacher Hauttransplantation versorgt werden. Ist ein Defekt tief und liegen keine ausreichenden Gefässe für eine Lappenplastik vor, kann ein Unterhautersatz aufgelegt werden, welcher nach 3-4 Wochen ebenfalls mit einem Hauttransplantat gedeckt werden kann. In der Regel streben wir eine möglichst funktionelle und rasche Weichteilrekonstruktion mittels Lappenplastik an. Hierbei wird entweder Gewebe von der verletzten Extremität verschoben oder aber Gewebe mikrochirurgisch von einer anderen Stelle des Körpers transplantiert (sogenannte freie Lappenplastik). Freie Lappenplastiken sind aufwändige Operationen, die mehrere Stunden dauern, abhängig von der Komplexität des zu rekonstruierenden Defektes.
Knochendefekte können entweder mit einer Transplantation von Knochenmark (zum Beispiel von der Speiche oder vom Beckenkamm) oder aber mittels durchblutetem Knochentransfer rekonstruiert werden. Für grössere Defekte kann das Wadenbein vom Unterschenkel entnommen werden und als durchbluteter Knochentransfer eingebaut werden (freie Fibula).
Nach einer freien Lappenplastik müssen Patientinnen und Patienten in der Regel eine mehrtägige Bettruhe einhalten, da die unter dem Mikroskop verbundenen Blutgefässe ein Blutgerinnsel entwickeln können, was zu deren Verschluss und zum Verlust der Lappenplastik führen kann. Entsprechend wird das transplantierte Gewebe in den ersten Tagen nach dem Eingriff engmaschig kontrolliert, um bei Auftreten einer Komplikation sofort eingreifen zu können.
Nach der initialen postoperativen Phase beginnt für Patientinnen und Patienten eine intensive Nachbehandlung mit regelmässiger Hand- oder Physiotherapie. Nach aufwändigen Rekonstruktionen der Extremitäten vergehen üblicherweise Monate bis Jahre inklusive allfälliger Folgeoperationen, bis das endgültige funktionelle und ästhetische Resultat vorliegt.
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