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Akteure im Schweizer Finanzplatz
Der Finanzplatz ist mehr als die Summe der Banken in der Schweiz. Erfahren Sie hier, welche wichtigen Akteure den Finanzplatz prägen.
Bankengruppen
Der Bankensektor in der Schweiz zeichnet sich neben zahlreichen anderen Qualitäten durch seine Vielfalt und Heterogenität aus. Dabei haben sich im Laufe der Jahre sehr unterschiedliche Bankengruppen entwickelt und zum Teil spezialisiert.
Die Grossbanken bieten grundsätzlich alle Geschäfte an, insbesondere auch das Investment Banking (Kapitalmarkttransaktionen, Handel mit Wertschriften, Durchführung von Geldmarktgeschäften, Financial Engineering, Wertschriftengeschäft, Durchführung und Beratung bei Firmenzusammenschlüssen und Firmenübernahmen). Ein wesentliches Merkmal der Grossbanken ist ihre starke internationale Ausrichtung und Verflechtung. Zur Gruppe der Grossbanken gehören die UBS AG und die Credit Suisse AG. Beide Grossbanken sind in über 50 Ländern und an allen wichtigen Finanzplätzen der Welt mit Niederlassungen und Tochtergesellschaften vertreten.
Die Kantonalbanken sind meist in allen Geschäftsfeldern tätig, weisen aber ein ausgeprägtes Spar- und Hypothekargeschäft aus. In einzelnen Fällen spielt auch das Vermögensverwaltungsgeschäft mit inländischen Kunden eine wichtige Rolle. Kantonalbanken sind hauptsächlich im betreffenden Kanton tätig. Die Mehrheit der Kantonalbanken sind öffentlich-rechtliche Anstalten mit eigener Rechtspersönlichkeit. Daneben existieren auch gemischtwirtschaftliche oder privatrechtliche Aktiengesellschaften. Der Verband der Schweizerischen Kantonalbanken (VSKB) wurde 1907 gegründet. Er vertritt die gemeinsamen Interessen der Gruppe gegenüber Dritten und fördert die Zusammenarbeit seiner Mitglieder.
Die ausländisch beherrschten Banken sind oft in allen Geschäftsfeldern tätig. Teilweise konzentrieren sie sich aber auf das Vermögensverwaltungsgeschäft oder auf das Investmentbanking, wobei die Vermögensverwalter vor allem ausländische Kunden bedienen. Zudem sind einige Institute in der Handelsfinanzierung tätig. Seit 1972 sind alle ausländisch beherrschten Banken und Filialen ausländischer Banken im Verband der Auslandsbanken in der Schweiz (AFBS) zusammengeschlossen.
Die Raiffeisenbanken sind als einzige Bankengruppe genossenschaftlich organisiert und in der „Raiffeisen Schweiz“ Genossenschaft zusammengeschlossen. Zur Raiffeisen-Gruppe gehörten Anfang 2021 über 220 eigenständige, lokal verankerte und genossenschaftlich strukturierte Banken mit einer über 100-jährigen Tradition. Die Raiffeisenbanken konzentrieren sich vorwiegend auf das klassische Zinsengeschäft mit Hypothekar- und Unternehmenskrediten einerseits und Kundengeldern in Spar- und Anlageform andererseits. Die einzelnen Raiffeisenbanken sind vorwiegend regional tätig, als Gruppe jedoch landesweit zusammengefasst. Die Raiffeisen Schweiz Genossenschaft nimmt innerhalb der Raiffeisen Gruppe operative und strategische Aufgaben wahr und ist die übergeordnete Haftungsträgerin.
Die Börsenbanken sind hauptsächlich im Vermögensverwaltungsgeschäft tätig. Zu ihrer Kundschaft gehören sowohl inländische als auch ausländische Personen. Die Interessenvertretung wird seit 1981 von der Vereinigung Schweizerischer Assetmanagement- und Vermögensverwaltungsbanken wahrgenommen.
Die Banken dieser Gruppe konzentrieren sich vorwiegend auf das klassische Zinsengeschäft mit Hypothekar- und Unternehmenskrediten einerseits und auf Kundengelder in Spar- und Anlageform andererseits. Ihre Geschäftstätigkeit ist somit derjenigen der kleineren Kantonalbanken sehr ähnlich, ihr geographisches Tätigkeitsgebiet ist in der Regel jedoch kleiner. Ihr Vorteil ist Kundennähe, sie kennen die lokalen Verhältnisse und regionalen Wirtschaftskreisläufe. Die meisten Regionalbanken und Sparkassen haben ihren lokalen Charakter bewahrt und sind noch oft in Form einer Genossenschaft organisiert oder befinden sich als Aktiengesellschaft grösstenteils im Besitz der eigenen Kunden oder der lokalen Bevölkerung. Die meisten Regionalbanken haben sich im Verband der Schweizer Regionalbanken zusammengeschlossen.
Privatbankiers sind meist als Vermögensverwalter tätig und als Einzelfirmen, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften organisiert. Ihre Kunden kommen aus dem In- und Ausland. Seit 1934 sind die Privatbankiers in der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers zusammengeschlossen. Die Hauptaufgabe der Vereinigung besteht in der Pflege und Wahrung der professionellen Interessen der Privatbankiers. Sie umfasst nur Banken der Bankengruppe Privatbankiers. Anfang 2014 wurde neben der bestehenden Vereinigung der Schweizerischen Privatbankiers die Vereinigung Schweizerischer Privatbanken gegründet. Sie vertritt die Interessen der auf Vermögensverwaltung spezialisierten Schweizer Banken in privater Hand. Die Gründung erfolgte im Zuge der Umwandlung von vier Privatbankiers in Aktiengesellschaften per 1. Januar 2014, die dadurch von der Bankengruppe Privatbankiers in die Bankengruppe Börsenbanken umgeteilt wurden.
In dieser Gruppe werden jene Banken zusammengefasst, die sich nicht in eine andere Gruppe einfügen lassen. Sie haben keine nennenswerten gemeinsamen Merkmale.
Akteure der Finanzmarktinfrastruktur
SIX betreibt die schweizerische Finanzplatzinfrastruktur und bietet weltweit umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wertschriftenhandel und -abwicklung sowie Finanzinformationen und Zahlungsverkehr. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner Nutzer: rund 140 Banken verschiedenster Ausrichtung und Grösse.
Der Bankenomudsman befasst sich mit konkreten Beschwerden von Kunden gegen eine Bank mit Sitz in der Schweiz. Der Bankenombudsman ist neutral und er behandelt Anfragen vertraulich. Das Schlichtungsverfahren beim Bankenombudsman ist für die Kunden kostenlos. Die Institution Schweizerischer Bankenombudsman hat ihre Tätigkeit im April 1993 aufgenommen. Sie behandelt heute rund 2000 Anfragen pro Jahr.
Der Bankenombudsman führt auch die zentrale Anlaufstelle für Personen, die nach nachrichtenlosen Vermögenswerten (schlafenden Konten) suchen.
Das Bankengesetz schreibt allen Banken und Wertpapierhäusern mit einer Geschäftsstelle in der Schweiz die Sicherung der privilegierten Einlagen durch esisuisse vor. Einlagen durch esisuisse vor. Wird eine Bank oder ein Wertpapierhaus zahlungsunfähig, stellen die anderen Mitglieder von esisuisse umgehend die benötigten Gelder bereit. Das solidarische System stellt sicher, dass die Kunden der zahlungsunfähigen Bank ihre gesicherten Einlagen innerhalb eines Monats ausbezahlt erhalten. Einlagen im Gesamtwert von maximal CHF 100 000 pro Einleger sind gesichert. Die Banken erhalten ihre Beiträge später bei der Liquidation der zahlungsunfähigen Bank zurückerstattet.
Als unabhängige Behörde über den schweizerischen Finanzmarkt hat die FINMA hoheitliche Befugnisse über Banken, Versicherungen, Börsen, Effektenhändler, kollektive Kapitalanlagen, deren Vermögensverwalter und Fondsleitungen sowie Vertriebsträger und Versicherungsvermittler. Die FINMA setzt sich für den Schutz der Gläubiger, Anleger und Versicherten sowie für den Schutz der Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte ein. Die FINMA hat ihre Arbeit am 1. Januar 2009 aufgenommen. Um die hoheitliche Funktion der Aufsicht über die Schweizer Finanzbranche wahrnehmen zu können, ist die FINMA institutionell, funktionell und finanziell unabhängig.
Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik des Landes. Sie muss sich gemäss Verfassung und Gesetz vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen, als vorrangiges Ziel die Preisstabilität gewährleisten und dabei die Konjunktur berücksichtigen. Sie setzt damit eine grundlegende Rahmenbedingung für die Entwicklung der Wirtschaft.
Weitere Akteure und Organisationen
- Asset Management Association Switzerland (AMA)
- Challenge Your Potential (CYP)
- Economiesuisse
- Konferenz der Geschäftsführer der Anlagestiftungen (KGAST)
- Schweizerische Kommission für Standardisierung im Finanzbereich (SKSF)
- Schweizerischer Versicherungsverband (SVV)
- Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (SIF)
- Swiss Finance Institute (SFI)
- Swiss Sustainable Finance (SSF)