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ACTARES, AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften, lehnt den Vergütungsbericht ab, der am 5. Mai 2009 an der Generalversammlung von ABB zur Abstimmung vorgelegt wird. Seit 2006 haben sich die Vergütungen für das bestbezahlte Mitglied der Konzernleitung verdreifacht. Dabei sind die 13 Millionen Franken, die der Geschäftsleiter Joseph Hogan bei seinem Amtsantritt erhalten hat, nicht berücksichtigt. Weder die Umsatz- noch die Gewinnentwicklung, geschweige denn der Aktienkurs können diese Zahlungen rechtfertigen. ACTARES befürchtet, dass ABB die Lektion aus dem Skandal um die «goldenen Fallschirme» für die ehemaligen Konzernleiter Percy Barnevik und Göran Lindahl nicht gelernt hat. ABB fällt offensichtlich in die Gewohnheiten der Vergangenheit zurück, die den Ruf des Unternehmens arg geschädigt haben.
ACTARES, AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften, begrüsst zwar den Entscheid von ABB, den Vergütungsbericht den Aktionärinnen und Aktionären zur Konsultativabstimmung vorzulegen. Dennoch lehnt ACTARES den Bericht ab und erläutert an der Generalversammlung vom 5. Mai 2009 die Gründe dafür. Seit 2006 haben sich die jährlichen Vergütungen für das bestbezahlte Mitglied der Konzernleitung – Antrittsprämien nicht eingerechnet – verdreifacht. Damit hat ABB die branchenüblichen Standards bei weitem überschritten. Die Entwicklung der Vergütungen steht in einem deutlichen Widerspruch zu jener der Unternehmenskennzahlen, handle es sich nun um den Umsatz, den Gewinn, die Dividenden oder den Aktienkurs.
ACTARES beanstandet ausserdem die Antrittsprämien und Abgangsentschädigungen, die ABB 2008 ausbezahlt hat. Die Zahlung von 8 Millionen Franken an Fred Kindle mag 2005 vertraglich festgelegt worden sein, die Antrittsprämie von 13 Millionen Franken im Jahr 2008 für Joseph Hogan ist dagegen schlicht inakzeptabel.
ACTARES befürchtet einen Rückfall von ABB in Praktiken, die das Unternehmen zu Beginn dieses Jahrzehnts in Verruf gebracht haben. Der Skandal um die überrissenen Pensionszahlungen für Percy Barnevik und Göran Lindahl war der Auslöser für eine Revision des schweizerischen Pensionskassengesetzes. ABB hat damals die Lehren aus dieser Affäre gezogen und erhebliche Anstrengungen unternommen, um den Ruf als «Selbstbedienungsladen» für Manager loszuwerden und zu einem Vorzeigeunternehmen punkto Governance und Unternehmensführung zu werden. Es wäre bedauerlich, wenn die Bemühungen der vergangenen Jahre zunichte gemacht würden.