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Die nächste Managergeneration will mehr mit Videokonferenzen arbeiten, sagt Cisco.
Der Netzwerk-Komponentenhersteller Cisco engagiert sich stark im Markt der Systeme für Videokonferenzen. Das macht Sinn, denn Kunden, die Videokonferenz-Systeme benützen, brauchen mehr Bandbreite und stabilere Netzwerke, müssen also mehr Cisco-Geräte kaufen. Dass der Hersteller in diesem Markt ein grosses Potential sieht, kann deshalb nicht überraschen.
Trotzdem finden wir einige Aussagen, die eine von Cisco finanzierte Umfrage unter 1'315 jungen Managern in den USA und in Europa (aber nicht in der Schweiz) hervorbrachte, interessant. Denn offenbar sind die Chefs der Zukunft, Manager, die heute unter 34 Jahre alt sind, eher bereit, Videokonferenz-Systeme zu benützen und glauben, dass solche ihnen in Zukunft Vorteile bringen werden.
So sagt eine starke Mehrheit von über 60 Prozent, dass sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren wesentlich mehr Videokonferenz-Systeme benützen werden als heute. Sie glauben insbesondere, dass diese Systeme in Zukunft wesentlich besser sein werden und zum Beispiel Funktionen für die automatische Übersetzung haben werden. Eine noch grössere Mehrheit (87 Prozent) sagt sogar, dass die Verfügbarkeit von Videokonferenz-Systemen wichtig bei der Jobwahl sei.
Hinderungsgrund: "Puff auf dem Pult"
Vor allem Jungmanager von kleineren Firmen glauben, dass Videokonferenzen helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Dies ist nachvollziehbar, da man die non-verbale Kommunikation der Gesprächspartner sieht und deshalb leichter erkennt, wenn ein Gesprächspartner einem nicht versteht. Dies kann zum Beispiel für die Kommunikation zwischen Software-Entwicklern an verschiedenen Orten entscheidend sein.
Sind automatische Übersetzungshilfen in die Systeme integriert, so werden diese natürlich in einer globalisierten Wirtschaft noch attraktiver.
Cisco liess ebenfalls fragen, was gegen die Einführung von Videokonferenz-Systemen am Arbeitsplatz spreche. Der wichtigste Grund für Kamerascheue ist die Angst, dass das Gegenüber das "messy office" sehe. Vor allem bei Videokonferenzen im Zusammenhang mit Home Office ist dies ein nachvollziehbarer Einwand. Der zweitwichtigste Grund ist der Zwang, immer gut auszusehen. Auf Rang drei folgt das Bedenken, dass der Zwang, vieles gleichzeitig zu machen, bei Videokonferenzen noch grösser wird. Nummer 4 in der Rangliste der Gründe für Kamerascheue scheint uns hingegen sehr amerikanisch: man kann während Videokonferenzen nicht essen.
Glaubt man der von Cisco finanzierten Umfrage, so wird die Nachfrage nach Videokonferenz-Systemen also stark ansteigen und Anbieter und Systemintegratoren gehen goldigen Zeiten entgegen. (hc)