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Unsere Geschichte
Am 9. September 2009 stimmten die Mitglieder der Traditionsvereine Reitverein Münsingen und Kavallerie Reitverein Aaretal der Fusion derbeiden Vereine zu. Daraus entstand der Reitverein Aaretal-Münsingen RVAM.
Ein Jahr später erfolgte der Spatenstich zum neuen Reitplatz auf der Schützerüti in Münsingen und im Frühjahr 2011 konnte der erste Pferdesportanlass auf dem 45x90m grossen Allwetterplatz durchgeführt werden. Im Frühling konnte der Allwetterplatz um den bis anhin nicht optimalen Abreitplatz vergrössert werden.
Interesse an der Vereinsgeschichte der Vereine Reitverein Münsingen und Kavallerie Reitverein Aaretal? Andreas Gäumann, der erste Präsident des RVAM hat einen ausführlichen Bericht über die beiden Traditionsvereine auf dem Weg zum RVAM verfasst:
Die Geschichte unseres Vereins:
ein Bericht von Andreas Gäumann (Präsident RVAM) anlässlich der Gründungsversammlung vom 9. September 2009
Als wir bei den Vorbereitungen für die Gründungsversammlung abgemacht haben, etwas über die Geschichte der beiden Vereine zu sagen, dachte ich zuerst, ich werde dafür jemand anders beauftragen. Als ich es mir recht überlegte, und in Anbetracht der Tatsache, dass schon mein Vater, Grossvater und Urgrossvater Mitglieder in diesem Verein waren, habe ich mich entschieden, selber etwas zur Geschichte des RV Aaretal zu sagen.
1894: Gründung RV Aaretal
Es ist nicht einfach, einen Verein zu dokumentieren, der mehr als 100 Jahre alt ist. Es sind auch nicht alle Protokolle lückenlos vorhanden. Ich habe aber die Festansprache eines ehemaligen Präsidenten gefunden, aus der meine Ausführungen stammen. Ich will euch heute ein paar Schwerpunkte aus der Vergangenheit unseres Reitvereins erzählen, der über Jahrzehnte vor allem durch die militärische Reiterei geprägt war.
Das wichtigste Dokument, das noch vorhanden ist, dürfte das Gründungsprotokoll des Reitvereins Aaretal aus dem Jahre 1894 sein.
Ich zitiere daraus:
„Seit geraumer Zeit gingen verschiedene hiesige Kavalleristen mit dem Gedanken um, einen Reitverein zu gründen. Es legten sich diesem Vorhaben jedoch auch Hindernisse in den Weg: Seit vielen Jahren existiert nämlich der Reitverein des Amtes Konolfingen, diesem Verbande waren auch einige Kavalleristen unseres Rayons einverleibt. Bevor wir die Konstituierung unseres Vereins vornehmen konnten, mussten wir uns mit obgenanntem Verein verständigen. In einer zahlreich besuchten Versammlung hat sich der RV Konolfingen unserem Vorhaben günstig ausgesprochen und unserem neu zu gründenden Verein die Kirchgemeinden Münsingen, Diessbach und Wichtrach zugeteilt. Einige Freunde aus dem Amt Seftigen reichten uns zum Vorhaben bereitwillig die Hand, indem sie dem Verein beizutreten versprachen. In einer Vorversammlung im Kreuz Oberwichtrach wurden die Grundsteine gelegt und die Initianten Feldweibel Ingold , Corporal Hofer und Dragoner Däpp beauftragt, einen Statutenentwurf auszuarbeiten.“
Das Jahresprogramm in den ersten Vereinsjahren bestand jeweils aus ca. 5 Ausritten und der Hauptversammlung. Diese Kavalleristen ritten damals aber Distanzen, die uns heute unmöglich erscheinen. So kam es schon mal vor, dass man um den Thunersee oder in 1 1⁄2 Tagen von Münsingen aus über den Jaunpass nach Zweisimmen ritt.
1921: Reitplatz der Aaretaler
Schon relativ früh in ihrer Geschichte kamen die Aaretaler in den Besitz des heutigen Reitplatzes, wie und von wem ist leider nicht bekannt. Es besteht aber ein Programm einer Springkonkurrenz aus dem Jahr 1921, wo bereits auf diesem Platz geritten wurde.
Der Reitverein musste sich auch immer wieder Veränderungen stellen, wie zum Beispiel 1948, als kurz nach dem 50 Jahr Jubiläum und der ersten Standartenweihe die Trinkwasserleitung durchs Aaretal gebaut wurde, und so der Reitplatz auf die Ostseite des Dammes verlegt werden musste. Dafür konnte die Giesse in den Platz integriert werden. Der Bau des Juryhauses und Materialmagazins fällt auch in diese Zeit.
Aufrichte war am 24. Mai 1949, es wurde 856 h Fronarbeit zu 1.25 Fr geleistet.
1968 –71 kam der Bau der Autobahn. Der Concoursplatz musste wieder zurückverlegt und das Juryhaus abgeändert werden, damit die Sicht auf den Springplatz Richtung Aare gewährt wurde. Mehrere Male wurde während dieser Zeit der alle 2 Jahre stattfindende Concours auswärts organisiert. 2 Mal in Wichtrach, 1 Mal beim Spital und 1 Mal auf einer Parzelle der Gebrüder Kobel.
1962: Gründung Reitverein Münsingen
Ende der Fünfziger-, anfangs der Sechzigerjahre wurde das Pferd zum Sportkamerad vieler Pferdefreunde. Den damaligen Kavallerie-Reitvereinen war es aufgrund ihrer Statuten nicht möglich, zivile Reiter aufzunehmen.
1962 schlossen sich deshalb einige private Sportreiter zusammen und gründeten den Reitverein Münsingen und Umgebung. Dem Reitverein fehlte jedoch damals der Reitplatz. Aus diesem Grunde kauften Gönner des neu gegründeten Reitvereins und Mitglieder des Reitverein Münsingen unterhalb des Kavallerie-Reitvereins-Platzes an der Aare eine Staudwaldparzelle. In der Hoffnung, darauf einen Reitplatz erstellen zu können, wurde dieses Vorhaben jedoch vom damaligen Regierungsrat nicht bewilligt. Lediglich eine Rundbahn durfte realisiert werden. Diese wurde von den Mitgliedern des Reitvereins Münsingen rege benutzt.
1966 wurde die Reithalle Münsingen gebaut.
1967 wurde die Anlage dann verpachtet und es entstand die Reitschule Münsingen unter Leo Aerni. Leo Aerni, dem Einen oder Anderen noch mit seinem „eigenen Stil“ die Reitschule zu führen, in bester Erinnerung, gab dem Reitverein Gastrecht. Für einige Zeit war diese Reitanlage auch der Standort des Reitvereins Münsingen.
Nach dem Verkauf der Reitschule war der Reitverein wieder ohne festen Standplatz. Die Reitsportanlässe mussten bald hier, bald da durchgeführt werden.
1971 durfte der Verein das erste Mal die ZKV Generalversammlung durchführen, mit reiterlichen Einlagen der Aaretaler.
Eine Veränderung gab es sicher auch nach dem Jahr 1972, als die Kavallerie abgeschafft wurde. 1978 war es dann möglich, das Land von Ruedi Löffel in der Stockrüti zu pachten. Mit enorm viel
Fronarbeit entstand hier der Reitplatz wie er allen bestens bekannt ist.
Hier führte der Reitverein nun auch über Jahre, regionale und nationale Reitsportanlässe durch. Mit Dressurprüfungen bis Kategorie S und Springkonkurrenzen bis Kategorie M, sowie durch die regelmässigen, regionalen Lizenzprüfungen wurde der Reitverein und der Austragungsort Münsingen landauf landab bekannt.
1994: 100 Jahr Jubiläum Reitverein Aaretal
Ein wichtiges Jahr für den Reitverein Aaretal war sicher 1994, als das 100 Jahr Jubiläum und die ZKV Delegiertenversammlung durchgeführt wurden.
Damals wurde auch die WC-Anlage und der Aufenthaltsraum im Juryhaus geschaffen.
Ein weiterer wichtiger Punkt waren auch der Einbau der Beleuchtung und die Bewässerung. Dank weitsichtigen, initiativen Präsidenten und fleissigen Mitgliedern herrschte immer eine rege und erfolgreiche Vereinstätigkeit.
2009: Zusammenschluss Reitverein Aaretal und Kavallerie Reitverein Münsingen zum RVAM
Ungefähr alle 15 Jahre überarbeiten die Gemeinden ihre planungs- und baurechtlichen Ordnungen im Rahmen einer Ortsplanungsrevision. Die heutige noch gültige Ortsplanung der Gemeinde Münsingen, bestehend aus dem Zonenplan und Baureglement, wurde letztmals am 6. Juli 1993 von der Baudirektion des Kantons Bern genehmigt.
Mit einem neuen Baureglement und dem Zonenplan 2010 will nun die Gemeinde Münsingen die bestehende Grundordnung auf die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse anpassen. Dabei müssen ebenfalls übergeordnete kantonale Vorgaben wie z.B. die Gefahrengebiete (Gewässerschutzzonen etc.) berücksichtigt werden. Dass damit verschiedene private Interessen tangiert und nicht allen Vorstellungen entsprechend auch berücksichtigt werden können, liegt auf der Hand.
Die Ortsplanungsrevision betrifft auch die beiden Reitvereine Aaretal und Münsingen, resp. deren Reitplätze. Beide Reitplätze liegen schon seit längerer Zeit in Grundwasserschutzzonen und angrenzenden Landschaftsschutzgebieten, die durch die neue Grundordnung noch mehr als bisher geschützt werden müssen (Zufahrtsbeschränkungen, Betriebsbewilligungen für Anlässe, etc.).
Diese örtlich besondere Situation und das ebenfalls im Jahre 2007 eingereichte Baugesuch für eine Erweiterung und Sanierung des Dressurvierecks mit Betriebsgebäude des RVM, haben die Behörden wachgerüttelt. Sie haben sich deshalb entschlossen, die entsprechend für diese Gebiete massgebenden Auflagen zu vollziehen. (Anmerk.: Allem Anschein nach konnten wir über all die Jahre in Schutzzonen, die mit recht strengen Auflagen versehen sind, privilegiert unserer Leidenschaft nachgehen.)
Fazit:
Die beiden Vereine haben nun nur noch bis zur Genehmigung der jetzigen, in der Vernehm- lassung befindlichen Ortsplanungsrevision die Möglichkeit, auf ihren angestammten
Reitplätzen den Reitbetrieb in gewohnter Weise aufrecht zu erhalten.
Nach Genehmigung der Ortsplanung 2010 befinden sich beide Reitplätze in nicht
zonenkonformen Nutzungsgebieten und stehen für die Zufahrt und das Durchführen von Reitveranstaltungen nicht mehr zur Verfügung (Parkplatzmöglichkeiten für Transporter und Autos, Entnahme von Wasser für die Platzbewässerung, und, und, und werden verboten sein.) Ausnahmen können für beide Reitplätze nicht mehr toleriert werden!
Wie weiter?
Die beiden Vorstände des RVM und RVA haben sich darum seit längerer Zeit mit diesen Situationen auseinandergesetzt. Auch die Gemeinde Münsingen in Zusammenarbeit mit den Infra-Werken Münsingen haben sich mit dem allfälligen Schicksal der beiden Vereine auseinandergesetzt und in etlichen Gesprächen Möglichkeiten aufgezeigt, die in Erwägung gezogen werden können, um den beiden Vereinen ein Weiterexistieren zu ermöglichen.
Die beste Variante wäre, die beiden Vereine an einem einzigen Ort zu zentralisieren und eine gute Infrastruktur aufzubauen. Als möglicher Standort wäre die Landparzelle Nr. 2536 angrenzend zur Tennishalle in Münsingen. Diese Landparzelle liegt bereits in der Sport- und Freizeitzone, befindet sich jedoch noch im Besitz der Erbengemeinschaft (EG) Lobsiger in Belp. Nach den bereits erwähnten verschiedenen Gesprächen mit den Vereinen und der EG Lobsiger wäre die Gemeinde Münsingen bereit, die besagte Landparzelle käuflich zu erwerben. Sie würde sie später – im Falle einer Fusion der beiden Vereine – diesen zu einem günstigeren Preis abtreten.
Im Sinne der Transparenz sei erwähnt, dass in der Ortsplanungsrevision das Reitsportzentrum Au neu aufgewertet und in der Sport- und Freizeitzone erweitert werden soll. Ein Abholzen und die Erweiterung der jetzigen Anlagen sind vorgesehen. Dieses Abholzen kann aber nur durch gleiche Flächen, die wieder aufgeforstet werden, realisiert werden. Um diesen Lastenausgleich zu realisieren, haben sich die Infra-Werke bereit erklärt, den Reitplatz des RVA zu einem angemessenen m2 Preis zu übernehmen, um diesen später aufforsten zu können.
Mit diesem Vorgehen kann beiden Vereinen die Möglichkeit gewährt werden, auch weiterhin einen eigenen Trainings- und Concoursplatz benützen zu können.
Bei der Verwirklichung eines solchen Projektes müssen logischerweise beide Vereine eng zusammenarbeiten, ja vielleicht sogar fusionieren.
Verschiedene externe – auch rechtlich gestützte – Abklärungen haben ergeben, dass eine Fusion der beiden Vereine die einfachste Art wäre, ein solches Projekt zu finanzieren, resp. zu bewirtschaften und zu unterhalten.
Mit Konsultativabstimmungen (nicht verbindlich) versuchten die Vorstände zu erfahren, ob sie die geführten Verhandlungen weiterführen sollen, und wie die Mitglieder der beiden Vereine zu einer eventuellen Fusion stehen.
Die Meinungsäusserungen der Vereinsmitglieder an der Versammlung vom 31. Oktober 2008 waren für die Zukunft der beiden Vereine von existenzieller Bedeutung!
Gründung RVAM
Am Freitag, 9. September 2009 stimmten die Mitglieder der Traditionsvereine Reitverein Münsingen und Kavallerie Reitverein Aaretal der Fusion zu.
Daraus wurde der Reitverein Aaretal – Münsingen (RVAM) gegründet.