Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/207584

<h2>SubmittedText<h2><p>Chemisch-synthetische Wirkstoffe zerfallen über die Zeit - es entstehen sogenannte Metaboliten (Abbauprodukte, z. B. Atrazin, Chlorothalonil mit dem Metaboliten Chlorothalonil-Sulfonsäure, Tolylfluanid mit dem Metaboliten DMS).</p><p>- Ist es grundsätzlich möglich, dass ein solcher Metabolit für Mensch und Umwelt problematischer, beispielsweise toxischer und/oder langlebiger ist als der Wirkstoff, aus dem er entstanden ist?</p><p>- Wenn ja, wie wird das Zulassungsverfahren für Pestizide diesem Umstand gerecht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Bereich der Pflanzenschutzmittel ist ein Metabolit ein Abbauprodukt eines Wirkstoffs oder eines anderen Bestandteils, der entweder in Organismen oder in der Umwelt entsteht. Grundsätzlich ist es möglich, dass ein Metabolit beispielsweise toxischer als seine Muttersubstanz ist. Im Zulassungsverfahren gemäss Pflanzenschutzmittelverordnung werden darum auch die Metaboliten beurteilt. Eine Zulassung für einen Pflanzenschutzmittelwirkstoff wird nur dann erteilt, wenn Einträge des Wirkstoffs und aller seiner relevanten Metaboliten in das Grundwasser von mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter ausgeschlossen werden können. Der Wert von 0,1 Mikrogramm pro Liter ist so tief angesetzt, dass nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu erwarten sind. </p>