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Nahrungsmittel-Allergien: Viele Kinder erleiden schwere Reaktionen
Jedes zweite Kleinkind mit einer Nahrungsmittel-Allergie erleidet einen allergischen Zwischenfall, mit teilweise schweren Reaktionen und nur knapp ein Drittel wird im Notfall richtig betreut, wie Amerikanische Allergologen konsterniert festgestellt haben.

Nahrungsmittel-
Allergien nicht auf die
leichte Schulter nehmen

Die Experten des Consortium of Food Allergy Research (CoFAR) haben 512 Kinder im Alter von 3 bis 15 Monaten mit einer Nahrungsmittel-Allergie über 3 Jahre hinweg begleitet.
Zu Beginn waren die Kinder lediglich auf Milch oder Eier allergisch. Im weiteren Verlauf reagierten sie zusätzlich auf Erdnuss, Weizen, Fisch, Nüsse und andere Nahrungsmittel allergisch. Die Eltern respektive die Betreuer wurden angehalten, diese Nahrungsmittel strikte zu meiden.
Resultat: Trotz der Warnung vor diesen Lebensmitteln kam es in den 3 ersten Beobachtungsjahren zu 1‘171 allergischen Reaktionen - auch aufgrund von Kreuzreaktionen (im Schnitt 0.81 pro Jahr). Knapp über die Hälfte der Kinder erlitt mehr als einen allergischen Zwischenfall.
In den meisten Fällen wurde das bekannte allergene Nahrungsmittel nicht bewusst gefüttert; in 11% der Fälle allerdings bewusst. In 50% der Fälle waren es nicht die Eltern, die diese Nahrungsmittel den Kindern geben hatten, sondern andere Personen.
In insgesamt 11% der Fälle kam es zu schweren allergischen Reaktionen mit Schwellungen im Rachen, Atemschwierigkeiten, Blutdruckabfällen bis zur Bewusstlosigkeit. Zu Todesfällen aufgrund solcher anaphylaktischen Reaktionen kam es nicht.
Fatal: In nur 30% der schweren Reaktionen konnte das Kind sofort mit Adrenalin-Injektion behandelt werden. Grund: Entweder war kein Notfall-Adrenalin zur Hand, die Eltern oder Betreuer hatten sich nicht getraut dem Kind die Spritze zu geben oder hielten dies für nicht notwendig. Warum bekamen die Kinder trotz striktem Verbot solche Nahrungsmittel? Häufiger Grund: Entweder hatten die Betreuer Angaben zu Inhaltsstoffen der Nahrungsmittel falsch interpretiert oder nicht beachtet.
Warum in etwa 11% der Fälle mehr oder weniger bewusst das allergieauslösende Nahrungsmittel gefüttert wurde, ist aus der Studie nicht ersichtlich. Normalerweise machen eher Teenager „Selbstversuche“, um zu testen, ob sie tatsächlich nochauf ein Lebensmittel allergisch sind,, so der Studienleiter und warnt davor, Nahrungsmittelallergien auf die leichte Schulter zu nehmen.
Pediatrics 2012
27.06.2012 - dzu