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Ein enttäuschender Husemann-Roman . Ich habe mehr erwartet, anhand des Klappentextes. Irgendwie hatte ich das Gefühl, der Autor hatte keine Vorstellung von seiner Story. Wenn schon ⅔ des (470 S.-)Buches Ende Dezember 1851 spielen, ⅓ wenigstens schon Januar 1852, und dann gleich an 3 Schauplätzen, da frage ich mich, ob der Autor seine Helden mit der Concorde fliegen liess, die 100 Jahre später in Betrieb kam. Baden-Baden, Paris, Brüssel, London bis St.Petersburg in knapp 30 Tagen? Unwahrscheinlich. Hätte er statt Dezember die Jahreszeit (Winter) genommen, ok, ich hätte mich nicht daran gestossen. So aber kam die Story wie Gelee vor, das auf dem Tisch liegt, Klassiker von Jules Verne, Tolstoi usw. daneben samt namhafter Persönlichkeiten und Museen als Garnitur. Eine Art “80 Tage in 3 Metropolen”, die Abenteuer der (gehbehinderten) Helden auch unglaublich, wie die Szene, wo ihr der Russe den Rollstuhl abtrotzt und sie in der Gasse zu landen scheint. Oder Dumas im Newgate-Castle. Viele Episoden, die keinen roten Faden ergeben. Und am Ende hat die Heldin sogar einen Rollator! Nicht ganz nachvollziehbar oder durchdacht. Dank des Nachworts, weiss ich jetzt auch, warum mich die Story enttäuscht: der Autor Husemann hat die Story mit einer Co-Autorin geschrieben! Da verwundert mich der Tenor nicht. Schade. Ich hätte mehr erwartet, im Stile von “Der Bücherdieb” oder “Seidendiebe”. Dort war dessen Handschrift klar und deutlich herauszulesen. So aber schwanke ich lieber zu Ken Follett über, der richtige historische Romane - und keine Fantasmen - schreibt. Ok, bei historischen Romane ist etwas künstlerische Freiheit erlaubt, aber nicht so, dass diese schmerzt oder einen erdrückt, wie es bei mir der Fall war.