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Der Escher-Wyss-Platz ist als regionaler Verkehrsknoten weitherum bekannt. Ausserdem ist er für Zürich-West sowohl der wichtigste Ankunfts- und Umsteigeort als auch das Eingangstor zum Quartier. Der Platz hat mit dem Umbruch im Quartier nicht Schritt gehalten, seine heutige Erscheinung stammt aus der Zeit des Baus der Hardbrücke in den 1970er-Jahren.
Der motorisierte Verkehr wird mit der Einweihung des neuen Trams Zürich-West, die voraussichtlich 2011 erfolgt, nur entlang der Nord- und die Westseite des Escher-Wyss-Platzes geführt. Im östlichen Bereich, also der Ecke bei der Pizzeria Il Gallo, entsteht eine zusammenhängende Fläche für Fuss- und Veloverkehr. Die Neugestaltung des Platzes soll mit dieser Umorganisation einhergehen.
Für diese Neugestaltung hat die Stadt Zürich einen nicht anonymen, einstufigen Studienauftrag im selektiven Verfahren durchgeführt. Dabei handelte es sich erstmals um einen kombinierten Kunst- und Architekturwettbewerb. Als Vorgabe galt, dass die Kunst am Escher-Wyss-Platz nicht nur die Architektur verschönern, sondern inhaltliche und ästhetische Eigenständigkeit zeigen soll.
Das Beurteilungsgremium entschied sich für das Projekt «Nagelhaus» von Caruso St John Architects LLP, London, und Studio Thomas Demand, Berlin. Das Projekt setzt zwei Gebäude unter die Hardbrücke. Das kleinere dient als begehbarer Kiosk mit Aussenbestuhlung. Das grössere eignet sich für einen Restaurationsbetrieb, wo ebenfalls Tische im Freien stehen können. Für die Neuordnung des Aussenraumes sieht das Projekt die Entfernung des orangefarbenen Brunnens „Sirius“ aus dem Jahr 1972 vor. Ob es dafür andernorts eine Verwendung geben soll, ist noch nicht bestimmt.
Die beiden Gebäude verbinden Architektur und Kunst und erzählen eine wahre Begebenheit. Im Chinesischen wird ein widerspenstiger Mensch als herausstehender Nagel bezeichnet. Eine Hausbesitzerin in der chinesischen Stadt Chongquing weigerte sich drei Jahre lang, ihr Grundstück für den Bau eines Einkaufszentrums an Investoren zu verkaufen. Das Bild mit der riesigen Baugrube, in der mitten drin das Haus der widerspenstigen Frau stand, ging um die Welt. Das kleine Stück Land mit dem klaffenden Loch rundherum erinnerte an einen Nagel. Im vergangenen Frühjahr gab die Frau ihren Widerstand auf, das Haus wurde umgehend abgerissen.
Das Projekt «Nagelhaus» erzählt diese Geschichte und bildet unter der Hardbrücke das Haus sowie ein Nachbargebäude nach. Die Häuser erscheinen wie ein Überbleibsel der Hardstrasse aus der Zeit vor dem Bau der Hardbrücke. Das Thema des Umbruchs in Zürich-West wird so veranschaulicht, die Architektur wird zu einer künstlerischen Auseinandersetzung. «Diese markante Gestaltung wird dem Escher-Wyss-Platz, diesem faszinierenden und zugleich schwierigen Ort, gerecht», zeigte sich Stadtrat Martin Waser an der heutigen Medienorientierung überzeugt.
Für die Platzbeleuchtung sieht das Projekt Lampions vor. Ob deren Befestigung und elektrische Erschliessung unter der Hardbrücke möglich ist, gilt es aber noch abzuklären.
Der Start der Arbeiten für die Neugestaltung ist für 2009 vorgesehen. Der neue Escher-Wyss-Platz soll 2011, gleichzeitig mit dem Tram Zürich-West, fertig sein.
Für die Neugestaltung stehen rund 3,2 Millionen Franken zur Verfügung.
Das Siegerprojekt «Nagelhaus» und die anderen vier Vorschläge für die Neugestaltung des Escher-Wyss-Platzes sind in einer Ausstellung im Infocenter Zürich-West zu sehen. Das Infocenter befindet sich an der Hardstrasse 301. Die Ausstellung ist noch bis und mit 21. Dezember offen, und zwar zu folgenden Zeiten:
Montag bis Freitag: 16:00 - 20:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 10.00 - 16:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.