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Überraschend, aber sicher in Erinnerung bleibend: Der neue Stadtteil wurde "Osiris" genannt, in Anlehnung an den Gott des Pantheons und mythischen König des alten Ägyptens, Beschützer der Vegetation und Entdecker des nahrhaften Getreides. Ein Name, der für den Öko-Bezirk Crepon gewählt wurde, in Anspielung auf die landwirtschaftliche Geschichte des Ortes und auf die Wiederbelebung, zu der das Gebiet tendiert. Mit dem Entwurf wurden drei Architekturbüros - Bauart, Plarel und Fehlmann - betraut, die die verschiedenen Lose aufteilten. Diese Fachleute arbeiten nach einem gemeinsamen Ansatz, der darin besteht, die Materialien an der Fassade zu kombinieren, wobei Holz überwiegt, und die Rücksprünge zu vervielfachen, um den Effekt von Gebäuderiegeln zu vermeiden.
Der Stadtteil ist um einen zentralen Nord-Süd-Weg organisiert, der das eigentliche Rückgrat des Geländes bildet. Diese Achse beginnt auf einem Empfangsplatz, durchquert dann das Viertel bis zu einem Aussichtspunkt, der sich auf die ländliche Landschaft des Gros de Vaud öffnet. Verteilt auf beiden Seiten der Route werden 14 Gebäude mit maximal vier Stockwerken (Erdgeschoss, zwei Stockwerke + Dachgeschoss) entstehen; sie werden einen Mix aus Wohnungen von 1,5 bis 5,5 Zimmern sowie Aktivitäten und lokale Dienstleistungen anbieten. Außerdem soll neben dem Ökoquartier eine regionale Sporthalle gebaut werden.
Landschaftsgestaltung mit hoher Umweltqualität
Alle im Projekt entwickelten Konzepte hatten das gleiche Ziel: die Auswirkungen auf die Umwelt zu begrenzen und die Lebensqualität und das Wohlbefinden der zukünftigen Bewohner zu fördern. Um die Gesamtkohärenz sicherzustellen, wurde ein Landschaftsarchitekt - Verzone Woods - mit der Gestaltung der Außenanlagen beauftragt. Es wird eine große Vielfalt an Vegetation vorhanden sein: große Bäume, Sträucher, Schutzhecken, Park, blühende Wiesen, Obstgärten usw. Gemüsegärten und Spielplätze/Sportplätze sind ebenfalls geplant. Das Wassermanagement im Freien wird durch ein System von Gullys und Rückhaltebecken maximiert. Unterschlüpfe für Insekten und Kleintiere werden über das gesamte Gelände verteilt sein und auch eine pädagogische Funktion erfüllen. Diese Gruppe von Vorschlägen zielt darauf ab, reiche ökologische Umgebungen zu schaffen und gleichzeitig die soziale Dimension zu fördern (Aneignung, Austausch und Durchmischung zwischen den Generationen).
Die Gebäude werden das Minergie P-Eco-Label erfüllen, das die Erreichung sehr ehrgeiziger Energieziele sicherstellt. Das Quartier wird daher vollständig beheizt und mittels Photovoltaik-Solarkollektoren und geothermischen Wärmepumpen mit Strom versorgt. Das Öko-Quartier Crépon wird 463 Parkplätze umfassen, die meisten davon unterirdisch. Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Mobility-Fahrzeuge werden den Anwohnern zur Verfügung stehen. Fahrräder werden die Hauptattraktion in diesem Bereich sein, mit mehr als 800 Parkplätzen. Darüber hinaus wird der Wunsch, die sanfte Mobilität zu fördern, durch ein Netz von Alleen, Gassen und Wegen verwirklicht, die speziell für Fußgänger und Fahrräder bestimmt sind. Ein Prozess voller Fallstricke Das Öko-Nachbarschaftsprojekt geht auf das Jahr 2009 zurück, als die Gemeinde Échallens ein Grundstück kaufte. Im Mai 2017 wurden der Teilzuweisungsplan (PPA) für das "Record-Crépon Est" und seine Vorschriften sowie die neue Zufahrtsstraße von Crépon von den betroffenen Departements validiert. Gleichzeitig wird auf Initiative der Kommune eine "Öko-Bezirkscharta" erarbeitet, die eine Ergänzung zu den regulatorischen Bestimmungen des PPA darstellt. In diesem Dokument werden die verschiedenen Bereiche, die bei der Gestaltung eines Öko-Distrikts zu berücksichtigen sind, wie z. B. Wohnqualität und Aktivitäten, nachhaltiges Management von Ressourcen und Governance, detailliert beschrieben. Im November 2018 genehmigte der Gemeinderat den Verkauf eines Teils des Flurstücks Nr. 1834 und die Vergabe eines separaten und dauerhaften Flächenrechts an eine Investorengruppe, die aus den 27 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt wurde. Es folgte eine öffentliche Befragung, die zur Formulierung von etwa 20 Einsprüchen führte, von denen die meisten nach Klärung in den Beratungsgesprächen zurückgezogen wurden. Im Mai 2020 beschloss die Stadtverwaltung schließlich, die verbleibenden Einwände aufzuheben und die sechs Baugenehmigungen zu erteilen.
Die Vergrößerung der Gebäudefläche um 1600 m² zwischen dem PPA und dem endgültigen Projekt hatte die Kritikpunkte herauskristallisiert. Ökoquartiere mit dem Minergie-P-Eco-Label, wie z.B. das Ökoquartier Crépon, haben jedoch Anspruch auf eine Marge von 5% auf der zulässigen Gebäudefläche. Die andere Sorge der Anwohner war der zusätzliche Autoverkehr, der durch die Anwesenheit von 800 neuen Einwohnern entsteht. Um Lösungen zu finden, wurde von der Generaldirektion für Mobilität und Straßen eine Mobilitätsstudie durchgeführt. Es ist zu beachten, dass viele Bewohner des Öko-Bezirks wahrscheinlich den Zug (LEB) nehmen werden, der Echallens mit Lausanne verbindet.
Sicher ist aber: um die Challensois für ihre Sache zu gewinnen, müssen die Osiris-Partner beweisen, dass sie die für den Öko-Bezirk definierten tugendhaften Prinzipien umsetzen können.
von Véronique Stein
Artikel erscheint im Magazin immobilier.ch von Dezember 2020 - Januar 2021