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News
Besuch von Papst Franziskus in der Aula
Pater General? Nein, "Padre Arturo"
Interview des neuen P. Generals mit Radio Vatikan.
Informationsveranstaltung:
Neues aus dem Jesuitenorden und Bericht zur 36. GK
Am 19. / 20. November 2016 findet im Lassalle-Haus, Bad Schönbrunn ein offenes Treffen für Freunde und Bekannte der Jesuiten statt.
Pater Arturo Sosa Abascal zum 31. Generaloberen der Jesuiten gewählt
Pater Arturo Sosa Abascal wurde am 14. Oktober 2016 zum neuen Generaloberen der Gesellschaft Jesu gewählt. Er folgt in diesem Amt auf den bisherigen Generaloberen Adolfo Nicolás, dessen Rücktritt am 4. Oktober nach achtjähriger Amtszeit von der 36. Generalkongregation angenommen worden war.
Pater Arturo Sosa (67) wurde am 12.11.1948 in Caracas (Venezuela) geboren, trat 1966 in das Noviziat der Venezuela-Provinz ein und wurde 1977 zum Priester geweiht.
An der Universidad Central de Venezuela absolvierte er ein Promotionsstudium.
Zuletzt war Pater Arturo Sosa Delegat in der Generalskurie für die Internationalen Häuser und Werke des Ordens in Rom.
Jesuiten wählen am Freitag neuen Generaloberen
Rom: Rücktritt des Generaloberen angenommen
Die 36. Generalkongregation hat am Montag das Rücktrittsgesuch des bisherigen Generaloberen P. Adolfo Nicolás SJ angenommen und damit den Weg zur Wahl eines Nachfolgers in den kommenden Tagen frei gemacht. Bis dahin leitet der amerikanische Generalsassistent P. James E. Grummer SJ als Generalvikar den Orden. Die Delegierten drückten ihre Dankbarkeit in "standing ovations" aus. Der frühere Pressesprecher des Vatikans, P. Federico Lombardi SJ, ebenfalls Generalsassistent, dankte dem scheidenden Generaloberen für seinen achtjährigen Dienst, während dessen er den Orden zu grösserer Tiefe und zu einer universaleren Vision seiner Sendung aufgerufen habe.
Im Anschluss begannen die 215 Delegierten in Rom ihre Beratungen über die Lage und Herausforderungen der Gesellschaft Jesu. Erst im Anschluss daran beginnen vier Tage des Gebets und der gemeinsamen Unterscheidung, die die Phase der murmurationes (Gemurmel) genannt wird. Die traditionelle Wahlordnung für den Ordensgeneral der Jesuiten sieht keine Kandidaturen und Personaldebatten vor. Jedes stimmberechtigte Mitglied der Generalkongregation bittet in Zweiergesprächen unter vier Augen um Informationen zu dem Kandidaten, den er für geeignet hält. Der Befragte muss wahrheitsgemäss antworten, darf aber selbst keine eigene Empfehlung aussprechen. Wenn ein Elektor sich nachweislich selbst ins Spiel bringt, um General zu werden, verliert er sogar das aktive und passive Wahlrecht. Mit der Wahl des Generaloberen wird erst zu Beginn der kommenden Woche gerechnet.
«Schwarzer Papst» tritt zurück
36. Generalkongregation des 1540 gegründeten Jesuitenordens wählt neuen General.
Die 36. Generalkongregation
Zur Wahl eines neuen Generaloberen ist für den 2. Oktober 2016 die 36. Generalkongregation nach Rom einberufen.
Der derzeitige Generalobere P. Adolfo Nicolás SJ hatte seinen Rücktritt aus Altersgründen bereits im Mai 2014 angekündigt. Wenn die Generalskongregation seinen Rücktritt annimmt, wird er nach Peter-Hans Kolvenbach SJ der zweite Generalobere sein, der mit Zustimmung des Hl. Vaters vorzeitig aus seinem Amt ausscheidet.
Unter den 215 Provinziälen und gewählten Delegierten aus den weltweit 77 Provinzen und 10 Regionen vertritt der Provinzial P. Christian Rutishauser die Schweizer Provinz.
Was ist eine Generalkongregation?
Seit Gründung des Ordens 1540 haben insgesamt erst 35 Generalkongregationen stattgefunden, die letzte vom 7. Januar bis zum 6. März 2008, bei der P. Adolfo Nicolás SJ zum Generaloberen gewählt wurde.
Während sich die Gesellschaft Jesu nicht als demokratisch verfasste Organisation versteht und alle Oberenämter (bis auf den Generaloberen) ernannt werden, ist eine Generalkongregation das höchste Beschluss fassende Gremium der Jesuiten. Bei ihr liegt die oberste Gesetzgebungs- und Kontrollgewalt des Ordens, und sie wählt den Generaloberen auf Lebenszeit. Generalkongregationen werden nur dann einberufen, wenn ein Generaloberer zu wählen ist oder wenn andere wichtige Fragen anstehen, die auf Weltebene geklärt werden müssen. Dazu konnten im Vorfeld sogenannte "Postulate" (Anregungen und Wünsche) eingereicht werden.
Frühere Generalkongregationen dauerten oft mehrere Monate — und die 31. Generalkongregation fand 1965 und 1966 statt, d.h. sie traf sich für mehrere Monate und trat nach einer Unterbrechung von mehr als einem Jahr für zwei Monate erneut zusammen.
Die erste Generalkongregation konnte erst 1558, zwei Jahre nach dem Tod des Ignatius, zusammenkommen, weil zwischen König Philipp II. von Spanien und Papst Paul IV. Krieg war. Diese Generalkongregation wählte P. Diego Laynez zum Generaloberen.
Für die 36. Generalkongregation wurde der Ablauf erstmals in der Geschichte so geändert, dass wichtige Vorarbeiten schon im Vorfeld stattfinden konnten. Seit über einem Jahr arbeiten bereits Delegierte in verschiedenen Kommissionen mit, um der Generalkongregation bereits Vorschläge vorbereiten zu können.
Papst Franziskus, der selbst Jesuit ist, nahm an zwei Generalkongregationen teil — an der 32. (1974-75) und an der 33. Generalkongregation (1983).
Wer nimmt an der Generalkongregation teil?
Die Mitglieder der Generalkongregation setzen sich zusammen aus allen Teilen des Ordens, der weltweit in 77 Provinzen, 4 unabhängige und 6 abhängige Regionen untergliedert ist, sowie aus dem Leitungsteam des Generaloberen.
Über die Zusammensetzung entscheidet ein Schlüssel, der die einzelnen Provinzen und Regionen nach ihrer personellen Stärke gewichtet. Jede Provinz entsendet meist ihren Provinzial und, je nach Größe, einen oder mehrere Delegierte, maximal sechs pro Provinz. Die Schweizer Provinz sendet einen Delegierten zur 36. Generalkongregation.
Wenn eine Provinz so klein ist, dass sie nur einen einzigen Mann entsenden kann, ist dieser nicht automatisch der Provinzial, sondern ein gewählter Delegierter; dieser kann der Provinzial sein, muss es aber auch nicht. Die Generalkongregation muss so zusammengesetzt sein, dass mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder gewählte Delegierte sind. Die Wahl der Delegierten findet auf Provinzkongregationen im Vorfeld statt. Alle Delegierten sind dem Gesamtwohl des Ordens verpflichtet; sie dürfen sich nicht als Interessenvertreter ihrer Provinzen oder von apostolischen Schwerpunkten verstehen.
Die Gesamtzahl der Mitglieder 36. Generalkongregation beträgt 215 Teilnehmer, davon sind 209 "Elektoren", also stimmberechtigt bei der Generalswahl, sowie sechs weitere, nicht stimmberechtigte Jesuiten aus der Generalskurie. Für die Zeit der Beratungen wohnen die Delegierten in den verschiedenen Häusern des Ordens in Rom.
Wie wird der Generalobere gewählt?
Die Generalkongregation beginnt mit einem Gebet um den Heiligen Geist. Eine ihrer ersten Aufgaben wird die Wahl des neuen Generaloberen sein. Der Wahl selbst gehen vier Tage zur Sammlung von "Informationen" voraus, die Zeit der sogenannten "Murmurationes" (Gemurmel). Jeder "Elektor" (stimmberechtigtes Mitglied der Generalkongregation) darf dabei jedem Teilnehmer Fragen über einen Jesuiten stellen, der in Frage kommt, die Gesellschaft Jesu zu leiten. Es gibt keine Kandidatenlisten, keine Wahlprogramme, keine Kandidatenbefragung, keinen Wahlkampf. Der einzelne Elektor bittet in Gesprächen unter vier Augen um Informationen zu dem Kandidaten, den er für geeignet hält. Der Befragte muss wahrheitsgemäss antworten, darf aber selbst keine eigene Empfehlung aussprechen. Wenn ein Elektor sich nachweislich selbst ins Spiel bringt, um General zu werden, verliert er sogar das aktive und passive Wahlrecht.
Wählbar ist prinzipiell jedes Professmitglied der Gesellschaft Jesu, jeder Jesuit also, der neben den Gelübden von Armut, Keuschheit und Gehorsam auch noch einen besonderen Gehorsam gegenüber Sendungen durch den Hl. Vater versprochen hat. Um zum Generaloberen gewählt zu werden, muss ein Jesuit kein Mitglied der Generalkongregation sein, in der Vergangenheit war dies bisher aber immer so.
Der Tag der Generalswahl beginnt mit einer Messe zum Heiligen Geist. Während der eigentlichen Wahlzeit dürfen die Elektoren die Aula erst wieder verlassen, wenn ein neuer General gewählt ist. Jeder Elektor verspricht feierlich, dass er den zum General wählt, den er vor Gottes Angesicht für am besten geeignet hielt. Keiner darf sich selbst wählen. Danach erfolgt die geheime Abstimmung. Gewählt ist, wer eine einfache Mehrheit an Stimmen erhält. Am 19. Januar 2008 wurde P. Adolfo Nicolás bereits im zweiten Wahlgang gewählt.
Sobald der Papst über den Gewählten informiert ist, wird sein Name bekannt gegeben. Die Ordenssatzungen erfordern keine ausdrückliche päpstliche Bestätigung, aber der Papst erteilte bisher jedem Gewählten immer seinen Segen. Erstmals in der Geschichte der Gesellschaft Jesu wird im Oktober 2016 ein neugewählter Generaloberer diesen Segen von einem Papst erhalten, der selbst dem Jesuitenorden angehört.
Liste aller Generaloberen der Gesellschaft Jesu
1. Ignatius von Loyola, 1541–1556
2. Diego Laínez, 1558–1565
3. Franz Borgia, 1565–1572
4. Everard Mercurian, 1573–1580
5. Claudius Aquaviva, 1581–1615
6. Mutio Vitelleschi, 1615–1645
7. Vincenzo Carafa, 1646–1649
8. Francesco Piccolomini, 1649–1651
9. Luigi Gottifredi, 1652–1652
10. Goswin Nickel, 1652–1664
11. Giovanni Paolo Oliva, 1664–1681
12. Charles de Noyelle, 1682–1686
13. Thyrsus González de Santalla, 1687–1705
14. Michelangelo Tamburini, 1706–1730
15. Franz Retz, 1730–1750
16. Ignacio Visconti, 1751–1755
17. Luigi Centurioni, 1755–1757
18. Lorenzo Ricci, 1758–1775 (1773 Auflösung des Ordens durch Papst Clemens XIV.)
Während der Auflösung des Ordens führten ihn:
• 1782–1785 Stanislaw Czerniewicz (Generalvikar)
• 1785–1798 Gabriel Lenkiewicz (Generalvikar)
• 1799–1802 Franciscus Kareu (1799–1801 Generalvikar, 1801–1802 Generaloberer)
• 1802–1805 Gabriel Gruber (Generaloberer)
19. Tadeusz Brzozowski, 1814–1820 (1814 wurde der Orden durch Papst Pius VII. wiedererrichtet)
20. Aloisius Fortis, 1820–1829
21. Joannes Philippus Roothaan, 1829–1853
22. Pierre Jean Beckx, 1853–1887
23. Antonius Maria Anderledy, 1887–1892
24. Louis Martín, 1892–1906
25. Franz Xaver Wernz, 1906–1914
26. Wladimir Ledóchowski, 1915–1942
27. Jean-Baptiste Janssens, 1946–1964
28. Pedro Arrupe, 1965–1983
Paolo Dezza und Giuseppe Pittau, 1981–1983 (von Papst Johannes Paul II. als Apostolische Delegaten eingesetzt)
29. Peter Hans Kolvenbach, 1983–2008 (trat erstmals zurück)
30. Adolfo Nicolás, seit 2008
Zehn Fakten über Generalkongregationen
1. Die 1. Generalkongregation fand erst 1558, zwei Jahre nach dem Tod des Ignatius, statt, weil zwischen König Philipp II. von Spanien und Papst Paul IV. Krieg war. Diese Generalkongregation wählte P. Diego Laínez SJ zum Generaloberen.
2. Die 4. Generalkongregation wählte 1581 den bisher jüngsten Generaloberen - den 38-jährigen P. Claudius Aquaviva SJ.
3. P. Aquaviva amtierte 34 Jahre lang als Generaloberer - bisher die längste Amtszeit eines Generaloberen in der Geschichte des Ordens - und berief drei Generalkongregationen ein.
4. Die 6. Generalkongregation schrieb allen Jesuiten ein persönliches Gebet von einer Stunde täglich sowie jährliche Exerzitien von acht Tagen vor.
5. Entsprechend der Bandbreite der Kulturen und Bedingungen, in denen Jesuiten leben und ihren Dienst tun, sind auch die Debatten auf Generalkongregationen über wichtige und eher unwichtige Themen lebendig und vielfältig, vom interreligiösen Dialog über die Ausbildung der Jesuiten bis hin zur Länge der früher vorgeschriebenen Ordenstracht.
6. Einzig die 10. Generalkongregation wählte zwei Generalobere. P. Luigi Gottifredi wurde gewählt, starb aber, bevor die Generalkongregation endete. Dieselben Delegierten wählten also erneut, diesmal den deutschen P. Goswin Nickel SJ.
7. Die 20. Generalkongregation (1820) war die erste nach der Wiedererrichtung des Ordens 1814. Um zu unterstreichen, dass die Gesellschaft Jesu dieselbe war wie vor der Aufhebung 1773, erklärte sie feierlich dass alle Dekrete von früheren Generalkongregationen ihre Gültigkeit behielten.
8. Die 31. Generalkongregation fand während und nach dem II. Vatikanischen Konzil statt und wählte P. Pedro Arrupe SJ zum Generaloberen. Ihr Ziel war eine grundlegende Erneuerung des Ordenslebens und befasste sich daher mit sehr vielen Aspekten des alltäglichen Lebens und Wirkens von Jesuiten.
9. Ein Jesuit, der zum Generaloberen gewählt wird, muss bei einer Generalkongregation nicht notwendigerweise anwesend sein - aber dies wäre zumindest sehr unüblich.
10. Wenn die 215 Mitglieder der 36. Generalkongregation am 3. Oktober 2016 die "Aula" betreten, brauchen sie sich über ihre Sitzordnung nicht lange Gedanken zu machen. Ihre Plätze sind in alphabetischer Reihenfolge angeordnet.