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Unser Gehirn ist ein faszinierendes Gebilde. Es ermöglicht uns, unsere Umwelt wahrzunehmen, zu deuten und uns mit ihr auszutauschen. Dabei arbeitet unser Gehirn im Verborgenen und wir bekommen nicht immer mit, was das Gehirn mit der Information anstellt, die wir über unsere Augen, Ohren und die Haut wahrnehmen.
Besonders deutlich wird das bei Täuschungen unserer Wahrnehmung. Diese sogenannten Täuschungsphänomene sind Beispiele dafür, wie sich unsere Wahrnehmung unserer Umgebung anpasst. Das menschliche Gehirn nimmt nicht einfach nur alles wahr, was auf der Oberfläche der Sinnesorgane eintrifft. Ganz im Gegenteil: Es wählt aus und tut dies oft, indem es auf Vorwissen und allgemeine Annahmen aufbaut wie zum Beispiel der Tatsache, dass Dinge, die weiter von uns entfernt sind, kleiner erscheinen als Dinge, die näher bei uns sind.
In der Vorlesung werden wir uns anschauen, wie sich das menschliche Gehirn vom Säuglingsalter bis zum Erwachsenenalter entwickelt und wie sich die Wahrnehmung in dieser Zeit verändert (oder auch nicht).
Die Entwicklung der Wahrnehmung werden wir anhand verschiedener faszinierender optischer Täuschungen diskutieren. Bei den beiden Abbildungen unten glaubt man zum Beispiel, ein weisses Quadrat zu sehen, obwohl gar keines da ist (links) oder die diagonalen Linien erscheinen gekrümmt, obwohl sie tatsächlich gerade und parallel verlaufen (rechts).