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Anchovis.
Kleine, den Sardellen ähnliche Fischchen, mit diesen oft verwechselt, aber durch Schuppenlosigkeit von ihnen unterschieden (Clupea encrasicholus). Sie sind etwa spannenlang, am Rücken blaubräunlich, sonst silberweiß. Die Länge steigt selten über 12-15 cm. Der Fisch lebt in der Nord- und Ostsee, in dieser am seltensten, um das ganze übrige Europa herum und im Mittelmeer von der griechischen Küste bis Gibraltar. Zur Laichzeit drängen sie sich in dichten Scharen wie die Sardellen an die Küsten und werden dabei massenhaft gefangen, meistens bei Nacht und Feuerschein, indem man das Fangnetz flach aufs Wasser breitet, so daß die von dem Licht angezogenen Tiere in die Maschen des Netzes eindringen und mit ihren Kiemen darin hängen bleiben.
Den Gefangenen wird sogleich Kopf und Eingeweide mit einem Ruck abgerissen, die Körper gereinigt, gleich in Fässer mit Salz geschichtet und möglichst dicht eingeschlagen. Das Fleisch der eingesalzenen Fische wird nach einigen Monaten nelkenfarbig. Andre werden wie die Sardellen nur leicht angesalzen und in Öl oder geschmolzener Butter gesotten in verlöteten Blechbüchsen oder in Gläsern in den Handel gebracht. Wieder andre werden geräuchert. Im frischen Zustande genossen schmeckt übrigens der Fisch am delikatesten.
Die Fangzeit ist vom Dezember bis April, doch fischt man ihrer auch im Sommer. Die aus Italien kommenden A. haben ihre Köpfe noch und sind größer als die spanischen und portugiesischen; die spanischen sollen sich nicht gut halten und leicht thranig werden. Die von der kleinen italienischen Insel Gorgona verschickten Fische sind die teuersten und werden für die einzig echten angesehen; geringer und viel wohlfeiler sind die französischen, sizilianischen und holländischen. Letztere sind schuppenlos, sehr groß und haben ein weisses grobes Fleisch. Die besten nordischen gesalzenen A. kommen aus Norwegen. Ihr Geschmack ist durch Beigabe von Dragunkraut (Estragon) würzhaft gemacht. Vergl. übrigens Sardellen. Anchovy-Pasta ist Sardellenbutter, die in Dosen von etwa 500 g Inhalt verkauft wird. - Zoll: S. Tarif im Anh. Nr. 37 a (frische); Nr. 25 g 2 (gesalzene); Nr. 25 p 1 (alle weiter zubereiteten oder in hermetisch verschlossenen Büchsen eingehenden).