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Luzerner Theater | Tschechows Kirschgarten
Die aktuellen Diskussionen über die Grenzen des Wachstums und die Notwendigkeit gravierender Veränderungen unseres Wirtschaftssystems zeugen von der Brisanz der Tschechowschen Gesellschaftsanalyse.
Die ökonomischen Zwänge der Gegenwart
Ljubow Andrejewna Ranjewskaja kehrt nach längerem Aufenthalt in Paris auf ihr hochverschuldetes Landgut nach Russland zurück. Einzige Möglichkeit, den drohenden Ruin abzuwenden, wäre der Verkauf des jahrhundertealten Kirschgartens, der abgeholzt, parzelliert und als Bauland ausgeschrieben werden könnte. Unfähig, sich den ökonomischen Zwängen der Gegenwart anzupassen, bleibt die Ranjewskaja der Vergangenheit verhaftet und sieht ihrem schleichenden Bankrott tatenlos entgegen. Der Kaufmann Lopachin, Sohn eines ehemaligen Leibeigenen, erwirbt schliesslich Gut und Kirschgarten.
Soziale Utopien
Gemeinsam ist Tschechows Figuren die Einsicht, dass sich die Vorherrschaft ihrer gesellschaftlichen Schicht überlebt hat und tiefgreifende Reformen notwendig sind. Was ist geblieben von den sozialen Utopien jener Jahre?
CULTURESCAPES
Das Luzerner Theater kooperiert zu Beginn der Spielzeit mit CULTURESCAPES, einem schweizweiten Festival mit Schwerpunkt in Basel, das es sich zum Ziel gesetzt hat, den Kulturaustausch zwischen der Schweiz und anderen Ländern zu fördern. Ein serbisches Inszenierungsteam wirft mit Schauspielern des Luzerner Ensembles und serbischen Akteuren einen heutigen Blick auf Anton Tschechows «Kirschgarten», in dem sich auf vielschichtige Weise gesellschaftliche Umbrüche widerspiegeln.