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Das Duo Infernal SZ/Tagi kann’s nicht lassen.
Nun also New Hampshire. Diesmal ist Fabian Fellmann für die «Süddeutsche Zeitung» und Tamedia am Gerät, Burghardt muss sich wohl noch die Frostbeulen auskurieren.
Vor dem Caucus lief sich Fellmann schon mal warm: «Aus Iowa bringt Haley einige gute Argumente mit. Anders als DeSantis gelang es ihr, in zumindest einem der 99 Bezirke zu siegen.» Sie siegte in einem von 99 Bezirken? Im Ernst ein gutes Argument? Aber noch mehr gute Argumente: «Sie ist in den Umfragen auf 30 Prozent geklettert, Trump ist mit 43 Prozent in Griffnähe.» 13 Prozent Unterschied ist «in Griffnähe»? In welchem Paralleluniversum lebt Fellmann?
In einem weit entfernten, denn nun liegen die Resultate vor: «Trump siegt, aber nicht nach seinem Geschmack». Nun ja, 54 Prozent zu 44, aber: «der Unterschied lag damit knapp unter 10 Prozentpunkten, unter dieser psychologisch wichtigen Schwelle die Trump unbedingt knacken wollte». Nein, Fellmann lebt in einem schwarzen Loch, in das die ganze Realität hineingesaugt wird.
Was gibt es über Trumps Siegesrede zu sagen? Sie war «besonders gehässig», er «zischte verächtlich», er «ärgerte sich sichtlich». Ts, ts.
Dann aber die tapfere Haley: «Dieses Rennen ist noch lange nicht vorbei», ruft sie vergeblich in den Wald. Also eigentlich ist noch alles offen, will Fellmann insinuieren. Wobei er am Ende seines Illusionsartikels doch ein wenig Pessimismus versprüht: «In South Carolina, ihrem Heimatstaat, liegt Haley in den Umfragen weit hinter Trump zurück. Dort muss sie diese Erwartungen noch viel deutlicher übertreffen als in New Hampshire, um ihre Kampagne in Schwung zu halten.»
Noch deutlicher übertreffen? Welche Erwartungen? Dass sie verliert, aber nicht haushoch? Absurd. Und nur in einem Nebensatz erwähnt Fellmann einen entscheidenden Punkt, wieso Haley in New Hampshire viel mehr Stimmen holte als in Iowa. Hier dürfen auch sogenannte Unabhängige bei den Parteivorwahlen mitstimmen. Also hier eingetragene Republikaner und Wahlberechtigte, die keiner Partei angehören, und das sind immerhin 40 Prozent. Die haben mehrheitlich für Haley gestimmt, was aber für ihre Kandidatur bei den Republikanern überhaupt keine Rolle spielt.
Fakt ist: damit hat Trump die Nomination im Sack. Fakt ist: das werden Fellmann & Co. erst dann einräumen, wenn Trump genügend Delegierte eingesammelt hat. Vorher werden sie ihre zunehmend unwirschen Leser mit Berichten von einer Parallel-Erde, aus einem schwarzen Loch beschallen, in dem nicht nur die Realität, sondern alle handwerklichen Grundregeln des Journalismus verschwunden sind.