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Langsam aber sicher wird's ernst in London: Heute beginnen an der Darts-WM die Achtelfinals. Dabei kommt es unter anderem zu einem mit Spannung erwarteten Kracher zwischen zwei Holländern.
Das Achtelfinal-Tableau ist komplett. Heute Nachmittag gewann Jelle Klaasen gegen Mervyn King. Der Holländer wird damit in der Runde der letzten 16 der Gegner der Darts-Überfigur Phil «The Power» Taylor sein.
Die Spieler, die vor dem Turnier am häufigsten als Favoriten genannt wurden, sind alle noch dabei. Die Übersicht:
«Mighty Mike» war gegen den Deutschen René Eidams mühsam gestartet. In der 2. Runde liess der holländische Weltmeister des Jahres 2014 aber seine Klasse aufblitzen: Darren Webster fegte er 4:0 weg. Van Gerwen gestand seinem Gegner nur ein einziges Leg zu, hatte am Ende einen Drei-Pfeile-Schnitt von 109 Punkten und war nach 28 Minuten bereits eine Runde weiter.
Nun steht ein holländisches Gipfeltreffen an: Die Weltnummer 1 fordert den Altmeister Raymond van Barneveld. «Barney», fünf Mal Weltmeister, setzte sich mit 4:3 gegen Stephen Bunting durch und gibt sich angriffig: «Ich kann van Gerwen schlagen!» Doch «Mighty Mike» lässt diese Kampfansage kalt: «Wenn ich so weiterspiele, sollte mir nichts passieren. Dann bin ich der klare Favorit.»
Der Titelverteidiger ist an der WM noch nicht getestet worden. Gegen Andy Boulton (3:0) und Daryl Gurney (4:1) kam Gary Anderson souverän weiter. In den Achtelfinals trifft er nun auf den Holländer Vincent van der Voort, ein Liebling des Publikums im «Ally Pally».
Das Rezept des «Flying Scotsman» Anderson ist es, ruhig zu bleiben: «Was auch immer passiert, ich werde für immer Weltmeister sein. Das kann mir niemand nehmen.» Anderson hofft, dass ihm diese Gelassenheit einen weiteren Titel bringt.
«The Power», der 16-fache Weltmeister, startete zwar mit einem lockeren 3:0 gegen den Japaner Keita Ono ins WM-Turnier. Doch in der 2. Runde kam Taylor gegen Kevin «The Artist» Painter eher glücklich weiter. Insbesondere beim Auschecken auf die Doppelfelder hatte er grosse Mühe.
Taylor wird sich steigern müssen und er ist überzeugt, dass ihm dies gelingen wird. «Jetzt geht das Turnier richtig los», sagt der Routinier im Brustton der Überzeugung, «ich muss bloss auf der Bühne das umsetzen, was ich momentan im Training abliefere.» Taylor wechselte vor der WM seine Pfeile und behauptete, nun sei das Set-Up perfekt. In Runde 2 wechselte der Rekord-Weltmeister aber wieder zu den alten Darts.
Der schottische Paradiesvogel gab bislang noch keinen Satz ab. In der 2. Runde gegen den Belgier Ronny Huybrechts warf er neun 180er zum sicheren Sieg. Die Fans lieben «Snakebite» und er kann mit der bierseligen Stimmung im «Ally Pally» umgehen wie kaum ein anderer Darts-Spieler.
Im Achtelfinal trifft Wright auf den Engländer Dave Chisnall und er weiss, dass dieser Gegner das Potenzial hat, ihn zu besiegen: «Chizzy spielt seit längerer Zeit stark, ich muss aufpassen.»
2011 und 2012 wurde «The Jackpot» Weltmeister, doch bei den drei Turnieren seither kam er bloss noch einmal in den Halbfinal. In diesem Jahr wirkt Lewis wieder stärker, bissiger. In der 2. Runde gegen Andrew Gilding war er extrem «on fire». Er könne nicht glücklicher sein, sagte Lewis nach dem 4:0: «Ich bin wirklich bereit und nicht bloss hier für eine gute Platzierung. Ich will Weltmeister werden!»
Jackpots nächster Gegner kommt aus Österreich. Mensur Suljovic kam in einem Thriller gegen David Pallet weiter und hat nichts zu verlieren. «The Gentle» liess sich von der Stimmung anstecken und schwärmte: «Ich weiss nicht, ob 3000 oder 100'000 Österreicher da waren. Aber es waren viele da, sie haben richtig geschrien, es war absolut super.»
Die Weltnummer 7 kam ohne Satzverlust durch. Nun hat «The Machine» Wade aber einen äusserst interessanten Gegner: Jamie Caven. «Jabba» hat sich in seinen beiden bisherigen Auftritten zum heiss gehandelten Aussenseiter entwickelt.
Der 39-jährige Caven hat eine bewegte Lebensgeschichte. Im Säuglingsalter stach ihm eine Biene ins Auge, seither ist er auf einem Auge blind. Mit 20 erkrankte er an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Caven überlebte, muss aber seither vier Mal täglich Insulin spritzen. An einer WM ist der Vater von sieben Kindern noch nie so weit gekommen und deshalb «überglücklich, dass ich es endlich einmal in die Achtelfinals geschafft habe.» Wird der Einäugige zum Darts-König, schreiben sich die Schlagzeilen von alleine.