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Die Entwicklung der Reformation / Bild: emersonkent.com
Europa um 1500: In weiten Teilen herrschte Not. Nicht einmal jedes zweite Kind erreichte das Erwachsenenalter. Der Tod war durch die rund etwa alle zehn Jahre auftretenden Pestzüge allgegenwärtig. Die Armut in der Landbevölkerung war gross. Die durch den aufblühenden Handel reich gewordenen Städter, die Fürsten und auch die Geistlichkeit unterdrückten die einfachen Menschen. Der Klerus – häufig vom wahren Inhalt des Glaubens abgekommen, feilschte um Seelen. Der Ablasshandel, bei dem man sich und seine Lieben mit Geld von seinen Sünden befreien konnte, blühte und wurde schamlos als Geldmaschine für den Bau prunkvoller Kathedralen genutzt.
Diese Umstände führten zu einer der grössten Bewegungen der Neuzeit: der Reformation der Kirche. Die prominentesten Wortführer waren Martin Luther in Deutschland und Ulrich Zwingli sowie Johannes Calvin in der Schweiz. Doch mit ihnen – und häufig auch gegen Sie – kämpften, stritten und debattierten Hunderte weitere wortgewandte Reformatoren und ihre Anhänger. Die reformatorischen Ideen und deren Durchsetzung waren derart fundamental, dass sie nicht nur die Kirche spalteten und erneuerten – sie hatten grundlegenden Einfluss auf das gesellschaftliche Zusammenleben, die Wirtschaft und die Politik, und haben diese nachhaltig bis heute geprägt.