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Bestimmung seines Nahepunktes die Accommodationsweite desselben (s.
Accommodationsvermögen) festzustellen ermöglichen. Die
Optometer von Portesfield,
Young und
Stampfer beruhen auf dem Scheinerschen Versuche (s. d.).
Young wählte zum Sehobjekt eine vertikale,
schwarze Linie und machte seine Messungen bei kurzsichtigen
Augen direkt, bei nicht kurzsichtigen durch Einschaltung einer
sphärischen Konvexlinse von 10 cmBrennweite als Okular.
Stampfer verfuhr ähnlich, wählte indes statt
der schwarzen Linie eine vertikale
Spaltöffnung.
Eine andere Reihe von Optometer beruht auf
Sehprüfungen mit oder ohne Korrektionsgläser. Ein beliebtes Prüfungsobjekt hierbei
ist das Drahtoptometer
(Coccius und von Graefe), das aus einer Reihe parallel gestellter feiner Fäden besteht, die demAuge
[* 2] beliebig weit genähert werden können und gegen einen hellen Hintergrund zu betrachten sind. Auch feine Druckschrift wird
als Prüfungsobjekt benutzt. Hierher gehören das Optometer von Smee, Laurence,
Burow, Haßner (modifiziert von
Donders), bei denen
die Sehobjekte durch verschiedene positiv brechende
Gläser betrachtet werden.
Ein drittes Princip, nach dem Optometer konstruiert werden, ist das des holländ.
Fernrohrs. Mit Bestimmung derjenigen
Gläser, mittels deren am deutlichsten in die Ferne gesehen wird, ist gleichzeitig die
Bestimmung der
Refraktion getroffen. Das viele Probieren der verschiedenen
Gläser zu diesem Zwecke ist in mancher
Beziehung
unpraktisch; es läßt sich indes eine veränderliche Brechkraft durch
Verbindung eines positiven und
negativen sphärischen
Glases herstellen, deren gegenseitiger Abstand veränderlich ist.
Auf solcher Vorrichtung beruht das Optometer
(Refraktometer,
Refraktionskompensator) von
Albert von Graefe, bei dem ein Objektiv mit
verschiedenen Okularen in veränderliche gegenseitige Abstände gebracht werden kann. Snellen und
Landolt konstruierten auf
diesem Princip eine Doppelbrille aus zwei Paaren kombinierter
Gläser. Auch die chromatische
Aberration
[* 3] des
Auges kann zu optometrischen Bestimmungen benutzt werden. Ein sehr brauchbares Optometer hat Engelhardt konstruiert.
Mill., Fackeldistel, Feigendistel, Feigenkaktus, indische
Feige, eine zur Familie derKakteen
[* 5] (s. d.) gehörende und nur in
Amerika
[* 6] einheimische, jetzt aber in einigen
Arten und Formen auch nach
Asien,
[* 7]
Afrika
[* 8] und Südeuropa
verbreitete Pflanzengattung mit gegen 150
Arten; sie besitzen einen fleischigen, meist aus zusammengedrückten Gliedern bestehenden,
seltener walzlichen
Stamm, der nur an den jüngsten
Trieben kleine stielrunde oder pfriemenförmige, sehr hinfällige
Blätter trägt, sonst aber blattlos ist und aus den Stachelbüscheln oder dem Rande oder Scheitel der
Glieder
[* 9] einzelne oder
selten rispige gelbe, seltener weiße oder rote
Blüten treibt. Die hierher gehörenden
Pflanzen sind mit langen Stachelborsten
bewehrt. Die
Früchte sind feigenartig, nach Entfernung der äußern stachligen
Haut
[* 10] meistens eßbar, schleimig,
mehr oder minder süß oder fade.
Am bekanntesten ist die sog. indische
Feige oder echte Feigendistel (Opuntia vulgaris Mill., Cactus opuntiaL.), die, schon früh
aus
Amerika gebracht, in Südeuropa und Nordafrika angepflanzt und an Felsen und dürren Orten verwildert ist.
IhreFrüchte
sind groß
und werden in jenen Gegenden allgemein gegessen. Als Obstgehölz wird aber besonders Opuntia ficus
indica Mill. in vielen
Varietäten kultiviert. Eine zwerghafte Form dieser
Pflanze, die mit Unrecht für eine eigene Art (Opuntia nana)
gehalten worden ist, ist selbst in Südtirol und der südl.
Schweiz
[* 11] an sonnigen Felsen verwildert.
Wichtig ist für manche GegendenAmerikas der Cochenillekaktus (Cochenillopuntie) oder die Nopalpflanze
(Opuntia coccinellifera Mill., s.
Tafel:
Kakteen, Fig. 1), die sich durch rote, nicht ausgebreitete
Blüten und lang hervorragende
Staubgefäße
[* 12] unterscheidet. Sie wird gleich der Tunaopuntie (Opuntia tuna Mill.), die durch die Anwesenheit langer
Stacheln kenntlich ist, in
Südamerika
[* 13] im großen angepflanzt, weil auf ihnen die Cochenilleschildlaus
(s.
Cochenille) lebt. In neuerer Zeit hat man diese Kultur auch mit Erfolg in Südspanien,
Sicilien und
Algerien
[* 14] eingeführt.
Die Opuntien lassen sich leicht durch abgeschnittene
Stengelglieder vermehren, die man mit der Schnittfläche in den
Boden
(leichten, mit
Humus vermengten Sandboden) steckt, wo sie sich bald bewurzeln. Man zieht die Opuntia vulgaris
oft im Topfe als Zimmerpflanze,
[* 15] um ihre saftigen
Stengelglieder bei Wunden und Hautentzündungen, in
Stücke zerschnitten,
zur Kühlung aufzulegen, woher der
Name Wundfeige. Einige
Arten dieser Gattung ertragen den Winter im
Freien recht wohl; höchstens
daß sie bei starker Kälte eine leichte
Bedeckung erfordern. Sie werden deshalb neuerdings vielfach in
Gärten angepflanzt, vor allen andern Opuntia Rafnesquiana Engelm.
und ihre aus
Arkansas stammende Form (var. arkansana).
operātum (lat.), nach kirchlichem Sprachgebrauch jedes Werk, das, an dem
Menschen oder für den
Menschen vollbracht, auch ohne sein persönliches Zuthun demselben zu gute kommt.
Nach röm.-kath.
Lehre
[* 17] bedarf es, um den
Menschen zum
Heil zu führen, von seiner Seite weiter nichts, als daß er der Wirksamkeit
der kirchlichen Heilsveranstaltungen kein Hindernis entgegensetzt. So wirken namentlich die
Sakramenteex opere operato,
d. h. rein objektiv, ohne daß es erst des subjektiven
Glaubens bedarf, um sie wirksam zu machen. Die
Reformatoren haben diese
rein objektive (magische) Wirksamkeit der
Sakramente bekämpft und als unerläßliche
Bedingung ihrer Wirksamkeit den persönlichen
Glauben gefordert, obwohl nur die reform.
Kirche diese prot.
Grundanschauung festgehalten hat,
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