Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03360.jsonl.gz/345

Wer sein Shen nährt,
wird nicht sterben;
dies nennt man das geheimnisvolle Weibliche;
das Tor des geheimnisvollen Weiblichen nennt man die Wurzel von Himmel und Erde;
endlos wie ein Seidenfaden ist es vorhanden,
mühelos kannst du es nutzen.
Feuer 1
Organe: Dünndarm und Herz
Schädigung durch zu viel reden
Hormonsystem: Herz
Funktionssystem: Arterielles System
Positive Eigenschaften: Geistige Klarheit, Loyalität, Glück, Kontaktfreudig,
Begeisterungsfähigkeit.
Negative Eigenschaften: Melancholie, Gefühlskälte, Einsamkeit, Hysterie, Gier,
übersteigerte Genusssucht.
Sinnesfunktionen/Organe: Sprechen/Zunge
April, Dünndarm
Der Dünndarm hat die Aufgabe, verschiedene Substanzen aus dem Nahrungsbrei zu resorbieren und zu verstoffwechseln. Die verschiedenen Stoffe sind sehr wichtig für die Synthese von Hormonen und der zellulären Funktion. Dadurch wird der Dünndarm in der chinesischen Medizin auch als sehr wichtiger Bestandteil der psychischen Verfassung angesehen.
Da der Dünndarmmeridian das Kiefergelenk und die Ohrspeicheldrüsen versorgt, hat er bereits im Mund einen sehr grossen Einfluss auf die Verdauungsfunktion. Im Dünndarm kann sich ein Ungleichgewicht der Darmflora oder eine Pilzinfektion bemerkbar machen. Ebenfalls wird im Dünndarm ein Enzym (Diaminoxidase) produziert, welches Histamin abbaut. Histamintolleranzen machen sich unter anderem bei der Nahrungsaufnahme bemerkbar.
Mai, Herz
Das Herz kontrolliert in der Chinesischen Medizin vor allem die intellektuellen und emotionalen Eigenschaften des Menschen und steuert so unser Innenleben, was wir in der APM-Radloff als Shen (Geist) bezeichnen.
Funktionell gesehen steuert das Herz das Blut, dessen vielfältigen physiologischen Eigenschaften und die Blutgefässe. Das vegetative Nervensystem des Herzens reagiert sehr stark auf psychische Eindrücke. In der Chinesischen Medizin spricht man deshalb bei Herz-Beschwerden auch von den „emotionalen Belangen“, woraus seit einigen Jahren das sogenannte „Broken-Heart-Syndrom“ bekannt ist.
Herzerkrankungen nehmen bei Frauen und Männer immer mehr zu. Es sind Unglück, Unzufriedenheit, Hoffnungslosigkeit und wenig Liebe und Anerkennung, die das Risiko fördern.
Der deutsche Humanmediziner und Psychotherapeut Ruediger Dahlke bringt es auf den Punkt. „Herzerkrankungen wie beispielsweise der Herzinfarkt, der sich als Untergang von Herzgewebe bezeichnet, ist die medizinische Quittung der unter Hockdruck schuftenden Leistungsgesellschaft. Beim Herzinfarkt verhungert das Herz im wahrsten Sinne des Wortes. Seine Ernährung wird durch Verengung der Herzkranzgefässe tendenziell unterbrochen. Letztlich wird das Herz stranguliert und stirbt beim Infarkt in Teilen ab. Als Deutung drängt sich auf, dass hier jemand zum Zentrum seines Lebens, den wahren Herzensangelegenheiten, zu wenig Energie zukommen lässt.
Auch die Steuerung der Bewegung, des Schlafes und des Träumens gehen vom Herzen aus.
Der Bezug zur Zunge lässt sich durch eine gut funktionierende Kommunikationsfähigkeit erklären, die von der zerebralen Durchblutung abhängig ist.
Mein Tipps:
Die APM-Radloff wirkt hier unterstützend und gleicht Körper, Geist und Seele aus.
Bitterstoffe: Fast alle Kräuter, die jetzt in unseren Gärten wachsen, verhelfen uns, das Feuer zu unterstützen. Basilikum, Löwenzahn, Bohnenkraut, Bockshornklee, Oregano, Rosmarin, Thymian, Wacholderbeeren.
Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen heute, dass Bitterstoffe durch ihren hohen Gehalt an Flavonoiden und Polyphenolen entzündungshemmend und vorbeugend bei z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken. Bitterstoffe beruhigen den Geist und leiten feuchte Hitze aus. Ausserdem befreien sie den Darm von Störungen und reinigen ihn.
Weiter unterstützen sie den
-Stoffwechsel/wirken entgiftend
-mildern Krämpfe, Unruhe und Stress im Zusammenhang mit Verdauungsstörungen -verbessern die Kreislauffunktion
-helfen bei Verstopfung, Blähungen -straffen schlaffes Bindegewebe -wirken lindernd bei Reizdarm, Reizmagen
-wirken stärkend auf das Nervensystem
-mobilisieren die Abwehrkraft (mehr als 70% des Immunsystems sind in der Darmschleimhaut lokalisiert. Demzufolge wirkt eine trainierte Darmschleimhaut wirksamer gegen Krankheitserreger)
-wirken Blutbildend, verbessern die Eisenresorption und wirken so Anämien entgegen
-regulieren den Appetit/reduzieren aber auch den Heißhunger
-halten den Insulinspiegel niedrig und sorgen so für einen guten Ausgleich der Glukose-Homöostase
-Wirken bei Menstruationsbeschwerden unterstützend im Hormonstoffwechsel, ebenso bei Kopfschmerzen
-Anti-Aging-Mittel
-Beleben Denkvermögen und Psyche, lindern Müdigkeit, Schwäche und Konzentzrationsstörungen
-wirkt bei Schlafstörungen, Unruhe, Schwitzen
-antidepressive Wirkung -Burn-out-Syndrom
Der bittere Geschmack ist in der chinesischen Medizin dem Feuer, der Hitze, dem Intellekt, dem Handeln, der Freude, dem Lachen und dem Wachstum zugeordnet. Das Feuer ist das Element, aus dem die Magie des Lebens herausströmt. Die Stärke eines Menschen, der ein ausgeglichenes Feuer in sich brennen lässt, ist das er mit Lebensfreude und einem friedlichen, offenen Herzen motiviert durch das Leben geht.
Feuer 2
Organe: Kreislauf, 3E/SJ
Schädigung durch zu viel reden
Hormonsystem: 3E - vor allem die Schilddrüse
Funktionskreislauf: arterielles System
Juni, Perikard
Das Perikard, auch als Herzbeutel bekannt, liegt schützend um das Herz. Durch seine Absonderung des Hormones ANP (atriales natriuretisches Peptid) reguliert es das Blutvolumen durch Einfluss auf den Salz- und Wasserhaushalt. Ebenso hat es Einfluss auf die Erweiterung der Gefässen, der Herzfrequenz und des Blutdrucks.
Juli, 3 Erwärmer
Der 3 Erwärmer ist ein sehr wichtiger Faktor in der APM-Therapie nach Radloff und wird in drei Abschnitten unterteilt.
Der obere Erwärmer befindet sich oberhalb des Zwerchfells und enthält die Organe Herz und Lunge.
Der mittler Erwärmer befindet sich zwischen dem Zwerchfell und dem Bauchnabel und enthält die Organe Milz - Bauchspeicheldrüse, Magen, Leber - Gallenblase und Darm.
Der untere Erwärmer enthält die Urogenitalorgane.
Der untere Erwärmer kann als Feuer betrachtet werden, der den Kochtopf des mittleren Erwärmers erhitzt. Durch den aufsteigenden Dampf entsteht Energie (Qi), die im ganzen Körper verteilt wird. Dadurch entsteht eine Gruppe von physiologischer Aktivitäten, welche die gesamten Organe betreffen und welche die Sicherung der Resorption von Nahrungssubstanzen und der Entgiftungsvorgänge gewährleisten. Dies funktioniert aber nur, wenn alle beteiligten Organe optimal zusammenarbeiten und genügend Feuer besteht.
Gleichzeitig spielt der untere Erwärmer eine sehr wichtige Rolle in der Hormonfunktion des Wasser-Funktionskreislaufes.