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Ein Führungsrezept Hubers lautet, die Firma in überschaubare Einheiten zu gliedern und jeder einen klaren Leistungsauftrag zu erteilen.
Würde es nach der Mutter gehen, übernähme Hans Huber 1943 das Schuhgeschäft des früh verstorbenen Vaters. Doch der Sechzehnjährige zieht eine dreijährige kaufmännische Lehre in der Eisenwarenhandlung B. Stadler in Altstätten/SG vor. Arbeitszeit 62 Stunden pro Woche, 30 Fr. Monatslohn im ersten Jahr.
In sehr bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, will Hans Huber möglichst bald unternehmerisch tätig werden. Beim Schuhhändler Bata lernt er die Profit-Center-Idee kennen. 1949 kommt die Chance, für den früheren Lehrmeisterbetrieb eine Filiale in Heerbrugg aufzubauen – der Start zu fünf Jahrzehnten Unternehmertum und fruchtbarer Zusammenarbeit mit der Familie Stadler. Hans Huber ist die treibende Kraft in der Entwicklung der industriellen Aktivitäten, während Josef Stadler sich mehr auf den Handelsbereich und Aufgaben im Verwaltungsrat konzentriert. Nach sieben Jahren erwirtschaftet das Unternehmen die erste Umsatzmillion.
Ein Führungsrezept Hubers lautet, die Firma in überschaubare Einheiten zu gliedern und jeder einen klaren Leistungsauftrag zu erteilen. Das fördert die Motivation der Belegschaft ebenso wie der Leitsatz «Jeder Mitarbeiter ein Unternehmer». Schon bei der Gründung des ersten Produktionsbetriebs in Heerbrugg um 1960 werden viele der Beschäftigten Mitaktionäre. Zudem werden ab 1984 alle am Gewinn beteiligt. Verlust schreibt SFS (SFSN 75.55 -0.85%) nie. Hans Huber selbst wird 1972 zu 50% Miteigentümer der SFS Stadler, wie die Gruppe mittlerweile heisst. Neben seinem Hauptengagement hilft er in den Siebzigerjahren, das in Schwierigkeiten geratene Textilunternehmen Heberlein (heute Gurit (GUR 1'380.00 -0.72%) und Medisize) zu sanieren. Er engagiert sich auch mit privatem Geld. Kraft schöpft er aus Familienleben und Sport. Hans Huber ist begeisterter Alpinist und Skifahrer. Dreiundzwanzig Mal absolviert er den Engadiner Skimarathon auf schmalen Latten. Nach fünfzig Jahren zieht sich Hans Huber aus dem operativen Geschäft zurück – «nicht gerne, aber ich muss», meint er dazu. Er bleibt indessen aktiv, als engagierter Hauptaktionär von SFS und privater Investor in anderen Firmen.
Aufgrund eigener Erfahrung liegen ihm das duale Ausbildungssystem und der Werkplatz Schweiz besonders am Herzen. Zu seinem 70. Geburtstag gründet er eine Stiftung zur Förderung der Berufslehre und dotiert sie mit 500’000 Franken. 2013 zeichnet ihn Ernst & Young als «Master Entrepreneur of the Year» aus. Hans Huber stirbt Anfang August 2018, wenige Wochen vor seinem 91. Geburtstag.