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Infliximab und Clozapin beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Erhöhtes Agranulozytose-Risiko
Mechanismus
Für beide Arzneistoffe sind Blutbildveränderungen beschrieben. In Kombination kann das Risiko für myelosuppressive Effekte bis hin zur Agranulozytose erhöht sein.
Effekt
Die Kombination wurde in der Literatur nicht gezielt untersucht. Generell gibt es zur gleichzeitigen Therapie mit Immunsuppressiva und Clozapin nur wenige Fallberichte in der Literatur. Aufgrund der gewichtigen Indikationen der beiden Arzneistoffe besteht ein therapeutisches Dilemma: Unter Therapie mit Infliximab werden Leuko- und Neutropenien als gelegentliche unerwünschte Wirkungen beschrieben, Agranulozytosen sind als sehr seltene UAWs aufgeführt. Clozapin weist als bekannte und gelegentliche Nebenwirkung das Auftreten von Granulozytopenien bis hin zur Agranulozytose auf [Dean L, 2012]. In Kombination kann es zu additiven Effekten kommen.
Empfehlung
Gemäss der Schweizer Fachinformation für Clozapin ist die gleichzeitige Anwendung mit möglicherweise Agranulozytose-induzierenden Wirkstoffen kontraindiziert. Die Kombination sollte sicherheitshalber vermieden werden. Ist eine gleichzeitige Gabe notwendig, ist eine sorgfältige Überwachung des Blutbildes durchzuführen. Auf Hinweise von verstärktem oder vermehrtem Auftreten unerwünschter Wirkungen der beiden Arzneistoffe ist zu achten. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis muss patientenindividuell abgewogen werden und sollte regelmässig re-evaluiert werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018