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«Short Put»: Die Anlagestrategie, mit der eine marktunabhängige Rendite erzielt werden kann
Über einen Konjunkturzyklus von drei bis fünf Jahren hinweg erzielen Put-Verkaufs-Strategien attraktive Renditen, da sie Volatilitätsrisikoprämien einfangen.
6. Mai 2022
Coronavirus, Inflationsängste, Chipmangel, Zinswende und der Krieg in der Ukraine – gegenwärtig haben diverse Unsicherheiten das Geschehen auf den weltweiten Finanzplätzen fest im Griff. Aus Portfolioüberlegungen ist vor diesem Hintergrund ein umfassendes Risikomanagement ein Schlüsselfaktor für den langfristigen Anlageerfolg. Dabei spielt die Diversifikation des Portfolios eine zentrale Rolle.
Wichtig ist eine breite Vermögensverteilung zwischen den Anlageklassen, wie zum Beispiel Aktien und Anleihen, sowie innerhalb der jeweiligen Anlageklasse. In diesem Zusammenhang setzen vor allem professionelle Anlegerinnen und Anleger auch auf Absolute-Return-Strategien. Im Fachjargon bezeichnet man damit Anlagestrategien, die unabhängig von der jeweiligen Marktentwicklung positive Renditebeiträge erzielen können. Dazu gehört auch die sogenannte Put-Verkaufs-Strategie, die man auch als Short-Put-Strategie bezeichnet.
Optionsprämie als Gewinn
Eine Put-Verkaufs-Strategie beinhaltet den systematischen Verkauf oder das Schreiben von Put-Optionen. Der Verkäufer der Put-Option erhält als Gegenleistung eine Prämie dafür, dass er einer Gegenpartei das Recht, aber nicht die Pflicht einräumt, einen Vermögenswert zu einem vordefinierten Preis zu verkaufen.
In der Praxis bedeutet dies, dass bei steigenden Aktienmärkten die verkauften Put-Optionen wertlos verfallen und der Verkäufer die Prämie als Gewinn realisieren kann. Fallen die Märkte jedoch, wird die Option ausgeübt und der Verkäufer der Put-Option kann gezwungen sein, einen Vermögenswert über dem aktuellen Marktwert zu kaufen. In diesem Fall würde die Prämie aus dem Verkauf der Put-Option aufgezehrt und die Position einen Verlust aufweisen.
Weniger riskant als Buy-and-Hold
Die Mechanik von Put-Verkaufs-Strategien kann das Risiko-Ertrags-Verhältnis eines Portfolios im Vergleich zu einer traditionellen Buy-and-Hold-Strategie (Kaufen und Halten von Wertpapieren) verbessern und diversifizieren. Eine Put-Verkaufs-Strategie erwirtschaftet eine positive Rendite in steigenden‚ seitwärts und leicht negativ tendierenden Marktphasen. Die moderaten Renditeerwartungen für Aktien und Anleihen machen diese Strategien attraktiv. Des Weiteren weisen Volatilitätsrisikoprämien eine geringe Korrelation zu Anleihen- und Aktienmärkten auf.
So hat beispielsweise der EURO-Stoxx-50-Net-Return-Index, der die Wertentwicklung der Aktien der 50 grössten kotierten Unternehmen im Euroraum inklusive Dividendenzahlungen widerspiegelt, zwischen Januar 2008 und Februar 2019 eine Gesamtrendite von 5,25 Prozent erzielt. Im gleichen Zeitraum erzielte eine Put-Verkaufs-Strategie basierend auf Put-Optionen, die auf den
EURO-Stoxx-50-Index geschrieben wurden, eine Gesamtrendite von rund 39 Prozent. Darüber hinaus ist die Put-Verkaufs-Strategie im Vergleich zu einem konventionellen Buy-and-Hold-Ansatz für Aktien weniger riskant.
Allerdings macht eine solche Strategie aufgrund ihrer Komplexität nur für Anlegerinnen und Anleger Sinn, die neben dem nötigen Basiswissen vor allem auch über die entsprechende Risikoneigung und Risikofähigkeit verfügen.
Mehrere Optionen gleichzeitig
Um von den Vorzügen einer Put-Verkaufs-Strategie profitieren zu können, verspricht eine Strategie, die auf dem Verkauf nur einer einzelnen Put-Option basiert, im Portfoliokontext nicht den gesuchten Erfolg und reduziert das Risiko des Portfolios nur leicht oder gar nicht.
Wir empfehlen daher einen systematischen Verkauf von mehreren Optionen über verschiedene Laufzeiten und Investitionszeitpunkte mit einer konsequenten Risikoüberwachung. Put-Verkaufs-Strategien sehen wir als eine attraktive Beimischung in ein bestehendes Portfolio. Bei Interesse an einer solchen Anlagestrategie steht Ihnen das HBL Asset Management gerne zur Verfügung.
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