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Nicht weit entfernt von der Stadt Nevsehir befindet sich Saratli Belediyesi, eine der zahlreichen unterirdischen Städte in Kappadokien, welche die Menschen als Zufluchtsorte angelegt haben. Die Bewohner dieser Region mussten sich seit Urzeiten gegen fremde Eindringlinge und Aggressoren wehren und legten deshalb zu ihrem Schutz unterirdische Städte, in welchen sie sich im Notfall mitsamt ihrer Habe und ihrem Vieh in Sicherheit bringen konnten. Bis zu 1500 Personen konnte eine solche Stadt beherbergen. Diese Städte waren äusserst komplexe Anlagen und bestanden aus mehreren Etagen. Sie waren teilweise bis zu 100 m im Boden vertieft und enthielten alle Räumlichkeiten, die für einen längeren Aufenthalt notwendig waren. Es gab Wohnräume, eine Gemeinschaftsküche, Ställe, Zisternen, ein Luftschachtsystem und später, als sich die Christen in den Städten vor Verfolgungen schützen mussten, wurden auch Kirchenräume gebaut. In den unteren Stockwerken befanden sich Wohnungen und im obersten Stockwerk Stallungen. In Gefahrenzeiten hielt ein Posten Wache, um die Bewohner rechtzeitig vor den anrückenden Feinden zu warnen. Wenn sich Feinde der Stadt näherten, wurde der Eingang mit einem grossen Stein, vermutlich einem Mühlstein, verschlossen. Der die Landschaft prägende Tuffstein ist ein ziemlich weiches Gestein und lässt sich leicht bearbeiten – es wäre sonst auch kaum möglich gewesen, mit den damaligen technischen Hilfsmitteln dieses System aus unterirdischen Gängen und Räumen anzulegen.
Saratli Belediyesi ist eine unterirdische Stadt mit drei Etagen, die zwischen 1999 und 2001 begehbar gemacht wurde. Vor dem Betreten einer solchen Stadt sollte man jedoch sicher sein, dass man psychisch einem Gang in die „Unterwelt“ gewachsen ist. Es kommt immer wieder vor, dass Besucher von Panikattacken befallen werden, und es ist auch schon vorgekommen, dass ein Betroffener daran gestorben ist.