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Übergewichts-Chirurgie
Krankhaftes Übergewicht (morbide Adipositas) kann die Lebenserwartung beträchtlich verkürzen. Grund dafür ist das gehäufte Auftreten von Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Leberverfettung, Arterienverkalkung, nächtliches Schnarchen (Schlaf-Apnoe-Syndrom) oder Beschwerden mit den Gelenken. Von krankhaftem Übergewicht sprechen wir bei einem Body-Mass-Index (BMI) von über 35kg/m2 (z. B. Grösse 170 cm, Gewicht 105 kg).
Manchmal reichen konservative Massnahmen (Ernährungsberatung, Diäten und/oder Medikamente) für eine dauerhafte Gewichtsabnahme nicht aus. Unter Umständen kann ist eine Operation der geeignete Weg, um das Gewicht bleibend zu reduzieren. Unser Adipositasspezialist klärt in einem ersten Gespräch mit Ihnen zusammen, ob eine Operation für Sie sinnvoll ist.
Operationsmethoden
Die die Operationsverfahren werden in zwei Gruppen aufgeteilt: restriktive und malabsorptive Verfahren. Eine Restriktion wird in der Regel durch eine Magenverkleinerung und eine Verengung des Abflusses aus dem Magen erreicht. Klassischer Vertreter dieser Technik ist das so genannte «Magenband» (laparoscopic adjustable gastric banding, LAGB). Malabsorptive Verfahren hingegen bewirken eine verminderte Nahrungsaufnahme («Resorption») durch eine Verkürzung der funktionellen Länge des Dünndarmes. Die Transitzeit der Nahrung wird verkürzt und die resorbierende Oberfläche vermindert, was zu einer geringeren Aufnahme von Kalorien führt. Typische Beispiele rein malabsorptiver Verfahren sind die so genannte «biliopankreatische Diversion» mit oder ohne Duodenal Switch (BPD, BPD/DS).
Proximaler Magenbypass
Die derzeit in der Schweiz weitaus am häufigsten durchgeführte bariatrische Operation ist der proximale Magenbypass (Roux-en-Y gastric bypass, RYGB), eine Kombination aus Restriktion und Malabsorption. Durch die Bildung einer relativ kleinen Magentasche von 20 - 30 ml wird die Nahrungszufuhr mengenmässig erheblich verringert. Gleichzeitig wird über eine funktionelle Verkürzung des Dünndarmes die Transitzeit der Nahrung verkürzt und die Resorption vermindert. Diese Massnahmen führen zu einer nachhaltigen Gewichtsreduktion.
Magenschlauchbildung (Sleeve-Gastrektomie)
Ein neueres Verfahren ist die Schlauchmagenbildung (Sleeve-Gastrektomie, SG). Bei dieser Methode wird durch die Entfernung von 80 - 85 % des Magens ein enger Magenschlauch gebildet. Dadurch wird nicht nur eine Restriktion erreicht. Durch den Wegfall von Magenfundus und -korpus werden vermutlich auch die von der Magenschleimhaut produzierten Inkretine (Sättigungs- und Hungerhormone) entfernt. Das Verfahren wurde ursprünglich als erster Schritt eines Magenbypasses oder einer so genannten «biliopankreatischen Diversion» mit Duodenal Switch für schwerst übergewichtige Patienten (BMI > 50 kg/m2) mit erhöhtem Operationsrisiko entwickelt. Die Idee war, mit einer relativ risiko- und komplikationsarmen Operation eine Gewichtsreduktion zu erreichen, um den Patienten dann zu einem späteren Zeitpunkt definitiv mit einem Magenbypass oder einer biliopankreatischen Diversion mit Duodenal Switch zu versorgen. Es hat sich aber mittlerweile gezeigt, dass dieses Verfahren alleine schon bei vielen Patienten zu einer effektiven und andauernden Gewichtsreduktion führen kann, welche durchaus mit derjenigen des Magenbypasses vergleichbar ist.
Individuelle Wahl des Eingriffes
Trotz intensiver Forschung und zunehmender Evidenz gibt es in der Bariatrischen Chirurgie bis heute keinen «Gold-Standard». Die Wahl des Eingriffes ist eine individuelle Entscheidung, basierend auf der Erfahrung des Chirurgen und patientenspezifischen Kriterien, einschliesslich psychosozialer Faktoren.
Vorbereitung auf eine Operation
Falls eine Operation in Ihrem Fall in Frage kommt, führen wir interdisziplinär bei uns am GZO Spital Wetzikon die notwendigen präoperativen Untersuchungen durch: Herz- und Lungenabklärung, Kontrastmitteldarstellung des Magen-Darm-Traktes, Magenspiegelung, Bauchultraschall sowie eine ausgedehnte Blutuntersuchung. Zusammen mit der Ernährungsberatung und unseren Psychologen und Psychiatern des Clienia Psychiatriezentrums Wetzikon werden Sie auf die Zeit nach der Operation vorbereitet. Die Nachbetreuung übernehmen der zuständige Arzt und die Ernährungsberaterin.