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WM Bogense
Nahe am Podest
An den Radquer-Weltmeisterschaften in Bogense (DEN) stand der Sonntag im Zeichen der Holländer. Schweizerseits setzte Nicole Koller das Ausrufezeichen.
Im Eliterennen reüssierte der Favorit. Mathieu van der Poel, in diesem Winter ungeschlagen, verwies die von Titelverteidiger Wout van Aert angeführten Rivalen aus Belgien auf die Ränge 2 bis 5. Der 24-jährige van der Poel, Enkel des legendären Raymond Poulidor, lässt sich als Radsport-Multitalent bezeichnen. Im August 2018 wurde er an der EM in Glasgow Zweiter im Strassenrennen, anderthalb Monate später gewann er an der Mountainbike-WM in der Lenzerheide hinter Nino Schurter und Gerhard Kerschbaumer die Bronzemedaille.
Auf der dänischen Insel Fünen überquerte Simon Zahner die Ziellinie als erster Schweizer. Der 35-jährige Zürcher belegte bei seiner 17. WM-Teilnahme Rang 22 und war damit um sieben Positionen besser klassiert als der um fast 13 Jahre jüngere Landesmeister Timon Rüegg. Derweil Zahner einen furiosen Start hingelegt hatte, es danach ruhiger angehen liess und gegen Ende noch über Reserven verfügte, zollte Rüegg seiner erstaunlichen Darbietung Tribut. War er nach zwei Dritteln des Kurses noch auf Platz 20 unterwegs gewesen, vermochte er den Rhythmus in den letzten beiden Runden nicht mehr zu halten. Rüegg jedoch hat noch reichlich Zeit. Er befindet sich im ersten Elite-Jahr, von den Teilnehmern mit Jahrgang 1996 waren lediglich zwei Holländer schneller als der aufstrebende Athlet aus Oberweningen.
«Zu lieb», zu wenig radikal
Auf dem letzten Kilometer des U23-Frauenrennens schuf der orangefarbene Express die Differenz. Es reüssierte Inge van der Heijden, Silber und Bronze wurden ebenfalls von Holländerinnen gewonnen. Nicole Koller reihte sich mit 17 Sekunden Rückstand als Achte ein, die Differenz zum Podest belief sich auf lediglich 9 Sekunden. Mit ihrer Darbietung sei sie zufrieden, befand die 21-jährige Mountainbike-Spezialistin. «Ich war lange mit den Besten unterwegs. Taktisch jedoch würde ich rückblickend einiges anders machen.»
Ab der zweiten von sechs Runden befand sich Koller in der Spitzengruppe, in der vierten Runde diktierte sie vorübergehend gar das Tempo. «Ich fühlte mich sehr gut und zog einen Angriff in Betracht», hielt die St. Gallerin fest. Letztlich obsiegten die Zweifel – wohl auch, weil sich die Kräfteverhältnisse schwerlich einschätzen liessen. Im Weltcup gibt es für die U23-Athletinnen keine eigenen Rennen. Sie treten mit der Elite an, zum Direktvergleich kommt es daher selten.
Als die Holländerinnen in der Schlussrunde das Feuerwerk zündeten, verlor Koller an Terrain. «Zu lieb» sei sie in diesen Momenten gewesen, zu wenig radikal gefahren, liess sie verlauten. «Als sich vor mir eine Lücke öffnete und ich voll im Wind fahren musste, konnte ich nicht mehr aufschliessen.» Noemi Rüegg reihte sich auf Platz 22 ein, was einer guten Darbietung gleichkommt. In der inoffiziellen U19-Wertung belegte die 17-jährige Zürcherin Platz 7. An der WM 2020 in Dübendorf wird erstmals eine U19-Weltmeisterin ermittelt – im Rahmen eines separaten Rennens.