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Paris - Mehr und mehr Männer in ostasiatischen Industriestaaten wie Japan, Südkorea und Taiwan suchen im Ausland eine Ehefrau. Im eigenen Land finden Männer aus diesen Staaten immer weniger heiratswillige Frauen.
Hauptgrund sei das steigende Bildungsniveau der Frauen, hielt die kanadische Soziologin Danièle Bélanger in einer am Montag vom französischen Institut für Demographie veröffentlichten Studie fest. Der Frauenmangel führe zu einer "sehr umfangreichen" Einwanderung von Frauen, vor allem aus China und aus Vietnam.
Immer mehr Japanerinnen, Südkoreanerinnen und Taiwanerinnen akzeptierten die Ehebedingungen in ihren Ländern nicht mehr. "Sie wollen berufstätig sein und bleiben lieber ledig."
Die Lage der Männer sei ganz anders. Sie fühlten sich verpflichtet, die väterliche Linie fortzusetzen und einen Sohn zu zeugen. Zudem müssten sie oft ihre alt gewordenen Eltern versorgen, stellte Bélanger fest. "Sie können nicht ledig bleiben."
Den Erhebungen zufolge waren in Taiwan im vergangenen Jahr 15 Prozent der frisch verheirateten Frauen Ausländerinnen. In Südkorea betrug ihr Anteil 8 Prozent und in Japan zwischen 5 und 6 Prozent. In allen drei Ländern waren Frauen, die für eine Heirat einreisten, unter allen Einwanderern die grösste Gruppe.
Die Frauen aus China und Vietnam wiederum geben sich der Studie zufolge immer weniger mit Männern aus armen und bäuerlichen Familien zufrieden. Sie suchen stattdessen einen Mann aus der städtischen Mittelklasse.
Zahlreiche Partnervermittlungsinstitute hätten sich auf dieses Geschäft spezialisiert, schrieb die Soziologin Bélanger. Für die Vermittlung einer Frau müsse die Familie des Mannes zwischen 5000 und 10'000 Euro aufbringen. Die Mehrheit der vermittelten Frauen komme freiwillig.
SDA-ATS