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Die Jakobskapelle
Einer der mittelalterlichen Pilgerwege (Jakobsweg) an das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostella führte von Deutschland herkommend über die Ostschweiz, Einsiedeln, Luzern, Tafers, Freiburg, Lausanne, Genf. In Tafers gab es spätestens 1620 eine Jakobsbruderschaft, welche in der Mitte des 20. Jahrhunderts „einschlief“ und seit 2002 unter dem Namen Gruppe Santiago neu belebt wurde.
Die bestehende Kapelle wurde erstmals 1665 erwähnt. Der schöne frühbarocke Altar von Hans Franz Reyff ist jedoch bereits um 1640 entstanden. Der Zyklus auf der Eingangsseite mit acht Szenen zur Compostella-Legende (das Hühnerwunder) des 11. Jahrhunderts, und die Figuren der Apostel Johannes und Jakobus hat der einheimische Jakob Stoll 1769 gemalt.
Die Darstellung der Legende des Hühnerwunders aus dem 11. Jahrhundert wurde 1790 von Jakob Stoll gemalt. Im Folgenden sind die Bilder 1–4 auf der linken und 5–8 auf der rechten Seite der Eingangstüre beschrieben:
- Während zwei Pilger (Vater und Sohn) schlafen, verstecken ein Wirt und seine Tochter einen goldenen Becher in deren Gepäck. Die beiden wollen sich rächen, weil der Sohn den Heiratsantrag der Tochter abgelehnt hat.
- Die Pilger werden auf der Weiterreise angehalten, ihr Gepäck wird kontrolliert und sie werden des Diebstahls angeklagt.
- Vater und Sohn stehen vor Gericht. Der Sohn ist bereit, an der Stelle seines Vaters am Galgen zu sterben.
- Der Sohn wird in Anwesenheit zahlreicher Gaffer an den Galgen gehängt.
- Der Vater setzt seine Pilgerfahrt fort, betet in Santiago vor dem Bild des heiligen Jakobus und bittet um die Rettung seines Sohnes.
- Die Bitte des Vaters wird erhört. Auf der Rückreise findet er seinen Sohn, der von Sankt Jakob gehalten wird, lebend am Galgen.
- In der Küche des Wirtes sagt der Vater: „Mein Sohn lebt.“ Der Wirt antwortet: „Wie diese Hühner am Spiess, so ist auch dein Sohn tot.“ Da fliegen die Hühner davon.
- Der Wirt wird gefangen genommen und für seine Untat mit dem Tod am Galgen bestraft.