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Ja oder Nein zum Weiterspielen, Ja oder Nein zur Zwölferliga: Am Freitag entscheiden die Klubs der Swiss Football League, ob die unterbrochenen Spielzeiten in den beiden Profiligen fortgesetzt werden. Noch einmal wird über eine Aufstockung der Super League abgestimmt.
Wie weiter im Schweizer Profifussball? Nach Monaten der Ungewissheit bringt der Freitag Klarheit in den wesentlichsten Punkten. An der ausserordentlichen Generalversammlung der Swiss Football League (SFL) in Bern stimmen die 20 Klubs über das weitere Vorgehen ab. Im Zentrum der unüblich langen Traktandenliste stehen zwei Fragen: Sollen Super League und Challenge League ab dem 19. Juni fortgesetzt werden? Soll die Super League nächste Saison von zehn auf zwölf Teams aufgestockt und die Challenge League damit auf acht Teams verkleinert werden?
Der Antrag der SFL auf eine Fortsetzung kommt dabei zuerst auf den Tisch, die Forderung nach einer Anpassung der Ligen-Grössen von aktuell je zehn Mannschaften auf 12 Super-League- und 8 Challenge-League-Teams im Anschluss. Bei der Frage über die Fortsetzung reicht das einfache Mehr, bei einem ausgeglichenen Ergebnis (10:10, 9:9 etc.) würde die Saison abgebrochen. Für eine Aufstockung der Super League braucht es eine Zweidrittelmehrheit – wie bei der letzten Abstimmung im April, als der Antrag mit dem Ergebnis von 10:10 verworfen wurde.
Im ersten Punkt geht die Tendenz Richtung Weiterspielen. In der Challenge League ist die Stossrichtung eindeutig, in der Super League sind die Teams gespalten, wobei die Abstiegskandidaten Sion, Lugano und Xamax vehement für einen Abbruch plädieren. Mit seinem Begehren nach einer Aufstockung der höchsten Liga auf Kosten der zweithöchsten dürfte Challenge-League-Leader Lausanne auch im Fall eines Saisonabbruchs einen schweren Stand haben, zumal die Spielmodi nicht gegeben und noch nicht definiert sind. Das Gros der Challenge League erachtet eine Achterliga in der zweithöchsten Spielklasse als Ding der Unmöglichkeit.
Obwohl es ein demokratisches Verfahren ist, kündigte Sions Patron Christian Constantin mit Verweis auf die per Ende Juni auslaufenden Spielerverträge auch schon ein juristisches Nachspiel an, sollte die Saison fortgesetzt werden. Constantin beruft sich auf das Wettbewerbsrecht, das verletzt würde. «Die Chancengleichheit wäre nicht mehr gewährleistet», sagt er. Für die Befürworter einer Fortsetzung, unter ihnen YB und Basel, sind die auslaufenden Verträge dagegen kein unüberwindbares Hindernis.
Es ist ein heikler Punkt, die SFL nennt es das «pièce de résistance». Allerdings sieht sich die Ligaspitze diesbezüglich abgesichert: mit einem Übergangsreglement, das im Fall einer Weiterführung greift. In diesem Werk steht unter anderem, dass Akteure, die den Klub wechseln, keine Spielberechtigung für die laufende Saison erhalten. Sion könnte den von Xamax zurückgeholten Geoffrey Serey Die somit nicht einsetzen. Für ihren bisherigen Klub könnten die Spieler, deren Verträge Ende Juni auslaufen, auch im Juli auflaufen, sofern sie sich mit ihrem Arbeitgeber darauf verständigen.
Wie auch immer die Abstimmungen am Freitag ausgehen, so oder so drohen juristische Nachspiele. Im Fall einer Absage geht der Liga rund ein Drittel der jährlichen Einnahmen verloren, bei einer gleichzeitigen Nichtaufstockung der Super League dürfte sich mindestens Lausanne übergangen fühlen. Unstrittig sind dagegen die Vorgaben des Bundesrats vom Mittwoch. Per 6. Juni erlaubt er wieder Sportveranstaltungen mit maximal 300 Personen, mehr als 1000 Zuschauer bleiben bis Ende August untersagt. (zap/sda)