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In den Favelas Rio de Janeiros bereiten sich einige Bewohner ganz besonders auf die Fußballweltmeisterschaft vor. Sie bieten den Touristen ihre Zimmer und Appartments für Übernachtungen während der Copa 2014 an. Gebucht werden können diese sogar über das Internet.
Zur Fußballweltmeisterschaft im Juni und Juli dieses Jahres werden nach offiziellen Angaben 600.000 ausländische Besucher erwartet. Etwa die Hälfte davon wird Rio de Janeiro besuchen. Die Stadt unter dem Zuckerhut bietet allerdings lediglich 55.400 Hotelzimmer. Angeboten werden aber auch Zimmer in Privathäusern, unter anderem in Favelas, wie der Comunidade Rocinha, in der etwa 250.000 Menschen leben. Sie wurde im September 2012 mit Spezialeinheiten und Militär besetzt und anschliessend „befriedet“, in dem Einheiten einer speziellen Friedenspolizei (UPP) dort dauerhaft stationiert wurden. Allerdings bedeutet dies nicht, dass es aufgrund der Präsenz der UPPs keine Verbrechen oder keinen Drogenhandel mehr gibt.
Dennoch breiten sich auch in den Favelas, die oft aufgrund ihrer Lage an den Hängen überwältigende Ausblicke auf die berühmten Strände und Stadtviertel Rio de Janeiros bieten, Pensionen und Hotels aus. Der Amerikaner Elliot Rosenberg beispielsweise hat dieses Potential erkannt und vor einem Jahr die Website Favela Experience eingerichtet. Über diese werden Unterkünfte in Favelas angeboten. Die meisten der Zimmer sind klein und einfach ausgestattet. Allerdings sind auch die meisten Preise günstiger als in anderen Stadtteilen. Je nach Lage und Ausstattung kostet die Übernachtung pro Person zwischen 11 und 60 Euro, in einigen Fällen auch etwas mehr.
Manche der Unterkünfte bieten neben Familienanschluss auch einen Zugang zu einer Art Dachterrasse an. Die Zahl der Betten ist unterschiedlich. So sind auch Zimmer mit sechs Stockbetten zu mieten. Wer will kann auch einen Rundgang durch die Favela buchen beispielsweise über „Favela Adventures“. Unauffällige Kleidung und gutes Schuhwerk sind die einzige Voraussetzung für die etwa fünfstündige Tour mit Informationen in englischer, spanischer und portugiesischer Sprache.