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Vor zwei Monaten konnte Ruth Roduner-Grüninger ihren hundertsten Geburtstag feiern. Nun ist die Tochter von Paul Grüninger Ende Dezember verstorben.
Am Montag wurde der Tod von Ruth Roduner-Grüninger, der Tochter von Brühls Stadion-Namensgeber Paul Grüninger, mit zwei Todesanzeigen publik gemacht. Die Angehörigen der Verstorbenen wie auch die Paul Grüninger Stiftung teilten mit, dass Ruth Roduner-Grüninger am 28. Dezember 2021 verstorben sei, zwei Monate nach ihrem hundertsten Geburtstag, den wir hier ebenfalls erwähnten.
Ruth Roduner hatte sich stets für die Rehabilitierung ihres Vaters Paul Grüninger eingesetzt und war, nachdem diese erfolgte, auch Gründungspräsidentin der Paul Grüninger Stiftung und bis zum Lebensende deren Ehrenpräsidentin. Die Nähe ihres Vaters zum SC Brühl – er war einst Spieler und danach zweimal Präsident des Clubs (1924 bis 1927 und 1937 bis 1940) – führte dazu, dass auch die Tochter ein Leben lang eine enge Beziehung zum SC Brühl hatte. So führte sie immer wieder Menschen ins Paul-Grüninger-Stadion, die an der Geschichte ihres Vaters interessiert waren; und natürlich war sie auch dabei, als das neu renovierte und nach ihrem Vater umbenannte Stadion 2006 feierlich eröffnet wurde.
Das Leben von Ruth Roduner-Grüninger war verknüpft mit dem Schicksal ihres Vaters, der im Zweiten Weltkrieg als Polizeikommandant entlassen und zu einer Geldstrafe veurteilt worden war, weil er jüdischen Flüchtlingen die (illegale) Einreise in die Schweiz ermöglicht hatte. In Wikipedia ist dazu zu lesen: «Seine Tochter Ruth musste [1940] die Handelsschule in Lausanne abbrechen, sie kehrte zur Familie nach St. Gallen zurück und musste sich eine Stelle suchen: ‚Man sah meinen Vater als Verbrecher an. Ich bekam eine Absage nach der anderen, bis ich in einer jüdischen Textilfirma eine Anstellung fand.’»
Der SC Brühl trauert um Ruth Roduner-Grüninger und die Vereinsleitung entbietet den Angehörigen ihre tiefe Anteilnahme.
Lesen Sie hier den Nachruf auf Ruth Roduner-Grüninger im St .Galler Tagblatt (6. Januar 2022)