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Axel Marion erklärt, weshalb SWITCH der wichtigste IT-Partner von swissuniversities ist.
Seit Jahrzehnten nimmt die Schweiz in der Forschung eine Spitzenstellung unter den Ländern ein. Die Leitidee des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG), das am 1. Januar 2015 in Kraft trat, war, dass die Schweiz ohne eine Koordination der verschiedenen Institutionen der Hochschulbildung nicht mehr in der Spitzengruppe der Länder im Bereich Forschung und Bildung bleiben konnte.
Es ist nicht immer leicht, eine gemeinsame Sprache, die gleichen Ziele oder das gleiche Programm zu finden, aber ich stelle mit Vergnügen fest, dass der Wille, einen gemeinsamen Weg zu finden, vorhanden ist und erste Ergebnisse zeitigt. Die verschiedenen Akteure haben perfekt verstanden, dass sie allein nicht gleich erfolgreich sein können wie zusammen. Oder anders gesagt: Trotz der Situation eines gesunden Wettbewerbs zwischen den verschiedenen Institutionen, um ihr Wachstum sicher zu stellen oder die besten Forscher zu finden, herrscht unter Rektoren ein starker Geist für die Zusammenarbeit.
swissuniversities kann jedoch nichts allein machen. Ein gutes Beispiel dazu ist das Programm SUK P-2 "Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung", an dem SWITCH wesentlich beteiligt ist. Es handelt sich um ein ambitioniertes Projekt, das zum Ziel hat, den Zugriff auf ein breites Spektrum von wissenschaftlich relevanten digitalen Inhalten sowie auf die geeigneten, zu verwendenden Instrumente in allen Schweizer Hochschulen, insbesondere Bibliotheken, zur Verfügung zu stellen. Interessant ist dabei bezüglich P-2, dass es sowohl als Programm zur Bereitstellung von Informatikwerkzeugen in der wissenschaftlichen Information als auch als ein Projekt angesehen werden kann, das die Informatik als integralen Teil der Wissenschaft betrachtet, zum Beispiel in den digitalen Gesellschaften. Diese sind ohne die Digitalisierung, ohne grosse Datenbanken und ohne Zugriffswerkzeuge auf diese Daten nicht möglich. Diese beiden Ziele bestehen nebeneinander und bedingen sich gegenseitig. Unser Auftrag, eine Schweizer Strategie für den freien Zugang auf wissenschaftliche Publikationen zu definieren, ist ebenfalls eng mit P-2 verbunden. Darin liegt die beträchtliche Herausforderung, aber die Idee bleibt streng die gleiche: die besten Experten zur Mitarbeit zu gewinnen und das gesteckte Ziel zu erreichen
In diesem Jahr haben wir ebenfalls begonnen, unsere Aktion auf der Ebene der politischen Kommunikation zu koordinieren. Sie hat nicht viel mit Informatik zu tun, aber sie beleuchtet einen andern Aspekt der Arbeit der Gemeinschaft bei swissuniversities. Nach der Annahme der Volksinitiative "gegen die Masseneinwanderung" 2014 haben wir alle die grossen Probleme festgestellt, die diese für die Institutionen der Hochschulbildung hervorgerufen hat. Vor der Abstimmung dachten viele Hochschulen, keine politischen Aussagen machen zu können, da sie öffentliche Organismen seien. Das hat sich geändert. Im Januar dieses Jahres, vor dem Inkraftsetzen der Initiative, haben die Mitglieder von swissuniversities beschlossen, eine Stellungnahme zu diesem Thema abzugeben. Wir wollten die Risiken aufzeigen, die diese Abstimmung uns auf der Ebene der Beziehungen zur EU gebracht hat. swissuniversities sollte verständlich machen, dass eine Übernahme der Initiative im Bereich Forschung und Bildung Konsequenzen haben würde. Da swissuniversities alle Hochschultypen vereint, konnten wir rasch und sehr koordiniert handeln.
In vielen unserer Projekte spielt SWITCH eine Schlüsselrolle. Wir betrachten SWITCH als unseren Hauptpartner für alle Belange der Informatikdienste. Es ist auch sehr wichtig, dass wir dem Stiftungsrat und dem Ausschuss angehören. Wenn wir vom freien Zugang, von P-2 oder der e-Infrastruktur sprechen, ist SWITCH unausweichlich. Die langfristige Vision von P-2 besteht darin, eine nationale Organisation im Bereich wissenschaftliche Information zu bilden, und wir können nur eine nachhaltige Lösung erreichen, wenn SWITCH sowohl Partner als auch Teilnehmer ist. Es ist für uns daher wichtig, dass SWITCH seine Strategie weiterhin auf die Institutionen der Hochschulbildung ausrichtet. Gleichzeitig wünsche ich, dass sich die Hochschulen gegenüber SWITCH stärker einbringen, nicht nur finanziell, sondern auch im Bereich Forschung, der Kontakte, der Beziehungen und der Koordination. Gegenwärtig ist ein gutes Gleichgewicht vorhanden und wenn dieses so bleibt, wird es auch für die Zukunft eine erfolgreiche Formel sein.