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Kakteen werden im Landesinneren Spaniens oder an anderen trockenen, warmen Orten in Südeuropa erwartet, nicht in den Schweizer Alpen. Doch genau dort tauchen sie immer mehr auf.
Im Schweizer Kanton Wallis sind die Bewohner daran gewöhnt, den schneebedeckten Berghang im Winter und das Edelweiß im Sommer zu sehen. Aber aufgrund der Tatsache, dass die Temperaturen in dieser Region so stark ansteigen, verschwindet der Schnee und Kakteen erscheinen an seiner Stelle.
Und darauf warten sie nicht. Die Kakteen breiten sich schnell aus und stellen eine Bedrohung für die Artenvielfalt dar. Schätzungen zufolge machen Kakteen bereits 23 bis 30 Prozent der Vegetation an den unteren Hängen aus. Auch in den nahen Alpenregionen nehmen sie immer mehr Platz ein. „In einigen Teilen des Wallis können Kakteen ein Drittel der verfügbaren Fläche überwachsen“, sagte der lokale Biologe Yann Triponez dem Guardian.
Kakteen vertragen Kälte, aber keine Feuchtigkeit, deshalb hielten sie sich wegen des Schnees vom Alpenland fern. Aber dadurch, dass Schnee in den unteren Bereichen selten wird, bekommen die Pflanzen die Möglichkeit sich auszubreiten.
Die Anzahl der Schneetage unter 800 Metern hat sich seit den 70er Jahren halbiert. Die Alpen sind heute einen Monat kürzer mit Schnee bedeckt als im langjährigen Durchschnitt, so eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift Nature.
Die Alpen erwärmen sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt. In der Schweiz ist es bereits 2,4 Grad wärmer als im Durchschnitt zwischen 1871 und 1900. Damit ist die Kurve fast so steil wie in der Polarregion.