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Kathrin Halter
04. Februar 2022
Wie eben erst bekannt wurde, ist Marc Wehrlin, der frühere Leiter der Sektion Film und stellvertretende Direktor des Bundesamtes für Kultur, gestorben. Er wurde 73 Jahre alt.
Marc Wehrlin ist in Bern geboren, wo er auch Jus studierte und den grossen Teil seines Lebens verbrachte. Ein Leben (auch) für die Filmpolitik, lässt sich bilanzieren: Von 1975 bis 1995 war er selbstständiger Rechtsanwalt mit eigener Advokatur. Daneben amtete er als Präsident und Sekretär des Filmverleiherverbands (1977-89), war von 1978-1994 Mitglied der Eidgenössischen Filmkommission. Er engagierte sich gegen die Piraterie und gründete die Urheberrechtsgesellschaft Suissimage, den Dachverband Cinésuisse und Focal mit. Er engagierte sich aber auch in der Politik, im Stadtrat und Grossrat des Kantons Bern, für das Junge Bern und später die Grüne Freie Liste.
1995 bis 2008 war Marc Wehrlin im Bundesamt für Kultur tätig, zuerst als Leiter der Sektion Film (bis 2005). Unter ihm entstand ein neues Filmgesetz, die erfolgsabhängige Filmförderung Succès cinéma und der Schweizer Filmpreis. Auch der Wiederbeitritt der Schweiz zu den MEDIA-Programmen der EU gelang unter seiner Leitung. 2005 wurde er stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Kultur, wo er für Ressourcen, internationale Dossiers und die Memopolitik zuständig war.
Seit 2008 war Marc Wehrlin als Mediator tätig und beriet Firmen, Institutionen, Private und die öffentliche Hand. Von 2008 bis 2009 war er interimistischer Direktor der Cinémathèque suisse und überbrückte so die Lücke zwischen dem Rücktritt von Hervé Dumont und dem Amtsantritt von Frédéric Maire (nachdem der zum Nachfolger Dumonts gewählte Vinzenz Hediger auf das Amt verzichtet hatte), von 2010 -2016 war er Präsident des Stiftungsrats.
Lesen sie hier
> den Nachruf von Frédéric Maire, Direktor der Cinémathèque suisse.
> einen weiteren Nachruf vom Berner Stadtpräsidenten Alec von Graffenried im Journal B
Pascaline Sordet
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