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Beim Küssen verliert Mann und Frau öfters den Verstand, aber trotzdem sind 34 Gesichtsmuskeln in Bewegung, der Blutdruck steigt, Adrenalin und Glückshormone werden ausgeschüttet und der Puls rast auf 120 oder noch mehr Schläge pro Minute. Ein volles Sportprogramm läuft also ab - kurz gesagt: Küssen ist eine Alternative, wenn bei schlechtem Wetter der Vita Parcours nicht lockt!
Küssen ist gesund
Beim Küssen werden Bakterien ausgetauscht, dennoch ist Küssen gesund. Geküsste produzieren mehr Speichel, was beispielsweise Zahnbeläge bekämpft. Gemäss US-Forschern stärken Küsse das Immunsystem - regelmässiges Küssen soll auch das Leben bis zu fünf Jahre verlängern. Was bedeutet, dass auch ältere Menschen fleissig küssen sollen. Dank der aufgeregten Stimmung wird die Produktion des Stresshormons Kortisol eingeschränkt, das für Depressionen und Frustrationen verantwortlich ist. Zudem stellte man fest, dass frisch geküsste Autofahrer/-innen weniger aggressiv fahren und weniger Unfälle verursachen.
Kuss-Geschichten
Der Wissenschaft ist es bis heute nicht gelungen, einen verlässlichen Nachweis über die Entstehungsgeschichte des Kusses zu finden. Die am meisten verbreitete Theorie meint, beim Küssen bestehe ein Zusammenhang mit dem Füttern von Babys. Bei Gemeinschaften wie etwa den Pygmäen kaut die Mutter die Nahrung vor und schiebt sie dann von ihrem Mund direkt in den des Babys. Obwohl diese Fütterungsmethode auf verschiedenen Kontinenten verbreitet war und zum Teil noch heute ist, kennen längst nicht alle Völker den Kuss. Bei den Bewohnern der Polarregionen und einiger Südsee-Inseln ist das aneinander halten der Nase die übliche Geste zwischen Menschen, die sich mögen. Während langer Zeit meinten Ethnologen, Chinesen und Japaner küssen nicht. Erst ein Blick in die Schlafzimmer bewies das Gegenteil. Küssen gilt im fernen Osten als eine sehr intime Geste. Dafür hat sich in der Schweiz seit längerem der «soziale» Kuss eingebürgert. Ob bei Tag oder Nacht, im Restaurant oder auf der Strasse, Bekannte und Freunde werden mit drei Küsschen rechts-links-rechts begrüsst.
Literatur-Tipp
«Vom Küssen oder Warum wir nicht voneinander lassen können», Adrianne Blue, dtv.