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Simba Chips ist eine grosse südafrikanische Firma, die Kartoffelchips herstellt. Seit 1999 gehört sie dem multinationalen Unternehmen PepsiCo. Ein grosser Teil der Angestellten ist nicht von Simba Chips direkt angestellt, sondern von einer Temporärarbeitfirma, einem sogenannten Labour Broker. Seit 2016 kämpfen die TemporärarbeiterInnen dafür, den Festangestellten im Betrieb gleichgestellt zu werden: Sie forderten feste Arbeitsverträge, Lohnerhöhungen und die gesetzlich vorgeschriebenen Sozialversicherungen. Simba Chips wehrte sich gegen die Forderungen, versetzte ArbeiterInnen willkürlich oder schüchterte sie mit Entlassungsdrohungen ein.
Entschädigungen und Festanstellungen
Mit Unterstützung der Solidar-Partnerorganisation Casual Workers Advice Office (CWAO) in Johannesburg brachten 400 TemporärarbeiterInnen den Fall schliesslich vor das südafrikanische Schiedsgericht CCMA. Dieses entschied am 28. Juni, dass das Unternehmen die Stundenlöhne der Arbeitenden von 22 Rand (ca. 1.60 Franken) auf 32 Rand anheben und weitere 15 Rand als Bonuszahlungen für Krankheitsfall, Rente und Transport draufzahlen muss. Ausserdem sollen alle ArbeiterInnen rückwirkend 7500 Rand (555 Franken) als Entschädigung erhalten. Und der wichtigste Punkt betrifft den Status der Angestellten: Ab 1. September 2018 muss Simba Chips diesen TemporärbeiterInnen feste Arbeitsverträge geben und darf sie nicht anders behandeln als die Festangestellten.
Entlassungen folgten auf Gerichtsentscheid
Die Freude über diese wegweisende Entscheidung des Schiedsgerichts war gross. Die böse Überraschung am Tag darauf: Keine 24 Stunden nach der Bekanntgabe des Urteils bekamen 142 ArbeiterInnen die Kündigung ausgehändigt. Doch sie lassen sich nicht unterkriegen, wie es ein Arbeiter es auf den Punkt bringt: “Du kannst dieser Firma nicht trauen. Sie sind nicht integer. Wir können ein solches Verhalten nicht akzeptieren. Wir werden kämpfen.“ CWAO wird ihren Arbeitskampf weiterhin unterstützen.