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EU-Staat Zypern wählt neues Parlament
Im Süden der geteilten Mittelmeerinsel Zypern haben am Sonntag die Parlamentswahlen begonnen. Bis zum Mittag lag die Wahlbeteiligung bei 26 Prozent, wie es im Staatsrundfunk (RIK) hiess.
Alle Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der konservativen Partei Demokratische Gesamtbewegung (DISY) und der linken Aufbaupartei des Werktätigen Volkes (AKEL) hin. Die DISY-Partei unterstützt den amtierenden konservativen Präsidenten Nikos Anastasiades, der im politischen System Zyperns die Regierung führt und direkt gewählt wird. Die Wahlen gelten als Stimmungstest für die Präsidentenwahl im Jahr 2023.
Für Diskussion sorgte im Wahlkampf die Vergabe sogenannter Goldener Pässe an Nicht-EU-Bürger, die gegen Investitionen auf der Insel die zyprische Staatsbürgerschaft erhielten. Wegen politischer Verstrickungen in die Affäre trat im Herbst 2020 sogar der Parlamentspräsident zurück. Die Europäische Union hatte die Praxis ebenfalls angeprangert. Auch der seit mehr als 40 Jahren ungelöste Zypernkonflikt und die dadurch andauernde Teilung der Insel sind ein zentrales Thema.
Wahlberechtigt sind mehr als 550 000 Landesbewohner. Am Urnengang nehmen jedoch fast ausschliesslich die griechisch-zyprischen Bürger teil - die türkischen Zyprer ignorieren mehrheitlich die Wahl, weil sie die Republik Zypern nicht anerkennen. So werden bei der Wahl nur 56 griechisch-zyprische Abgeordnete ins Parlament mit 80 Sitzen gewählt - der Rest der Sitze bleibt leer. Insgesamt treten 15 Parteien an; mit ersten zuverlässigen Hochrechnungen zum Ausgang der Wahl wird nach 19.00 Uhr MESZ gerechnet.