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Tertullian († um 220)
Über das Fasten, gegen die Psychiker
(De ieiunio adversus psychicos)
Quellenangabe:
Tertullian, Apologetische, Dogmatische und Montanistische Schriften. Übersetzt von Heinrich Kellner (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 24) Kempten & München 1915.
Für die BKV im Internet bearbeitet von:
Eva-Marie Laumann
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Inhalt
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- 1. Kap. Da die Psychiker die montanistischen Lehren in Betreff der Ehe als Häresie bezeichnen, so wäre es zu verwundern, wenn sie nicht dasselbe hinsichtlich der strengeren Fasten täten; denn Fleischeslust und Gaumenlust hängen aufs engste zusammen und bedingen einander.
- 2. Kap. Die Psychiker wollen bloß einige bestimmte Fasttage halten und in leichter Weise. Sie verwerfen die Stationsfasten und besonders die Xerophagien als häretische Neuerung. Tertullian verhöhnt ihre Ansichten.
- 3. Kap. Da Befriedigung der Eßlust den Anlaß zur ersten Sünde und zur Erbsünde gab, so muß der Trieb nach Speise und Trank in besonders energischer Weise gezügelt werden.
- 4. Kap. Tertullian sucht dem Einwände zuvorzukommen, warum alsdann Gott nicht gleich nach dem Sündenfalle die sündhafte Schwäche des Menschen durch ein umfassendes Fastengebot zu heilen bestrebt gewesen sei.
- 5. Kap. Sobald Gott die Juden zu seinem Volke auserwählt hatte, gab er ihnen auch Speiseverbote zur Strafe für ihre Gier.
- 6. Kap. Ein gefüllter Magen macht den Geist zu göttlichen Dingen unlustig, das Fasten hingegen macht ihn dafür empfänglich.
- 7. Kap. Beispiele aus dem Alten Testament zum Beleg dafür, daß durch das Fasten die Gnade Gottes erlangt wird.
- 8. Kap. Im Neuen Testament haben wir gleich an der Schwelle das Beispiel der Prophetin Anna und das Fasten Christi.
- 9. Kap. Verteidigung der Enthaltung von einzelnen Speisen und der Xerophagie.
- 10. Kap. Verteidigung der montanistischen Praxis hinsichtlich der sogenannten Stationsfasten.
- 11. Kap. Verteidigung des Parakleten und seiner Prophetien, worin die genannte Praxis empfohlen wird, gegen den Vorwurf der Neuheit, der Häresie und diabolischer Inspiration.
- 12. Kap. Verhöhnung der Psychiker als Bauchdiener wegen eines Vorfalles, der sich mit einem Märtyrer bei der letzten Verfolgung zugetragen haben soll.
- 13. Kap. Der Behauptung der Psychiker, man dürfe in solchen Dingen am Herkommen nichts ändern, hält Tertullian ihre eigene Praxis entgegen, wonach die Bischöfe Fasttage anordnen. Auch bei Abhaltung von Konzilien wird gefastet. Die Konzilien in den griechischen Landesteilen.
- 14. Kap. Die Praxis der Montanisten in Bezug auf das Fasten wird durch den Tadel des Apostels (Gal. 4,10) nicht getroffen. Sie unterscheidet sich nicht einmal wesentlich von der der Psychiker oder überhaupt der in der Kirche herkömmlichen Praxis.
- 15. Kap. Die Ansichten des Apostels Paulus über das Fasten und den Unterschied der Speisen. Das Verhalten des Herrn in dieser Hinsicht.
- 16. Kap. Gott strafte die Übertretungen der von ihm gebotenen Enthaltsamkeit von Speisen. Beispiele dafür aus dem Alten Testament. Sogar Heiden und Juden üben sie und stehen darin über den Psychikern.
- 17. Kap. Bitterer Tadel der Agapen der Psychiker. Schluß.