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Einer geht, alle jubeln.
Der Herr links auf dem Bild bleibt, zwangsläufig. Der andere ist weg. Nach dem erschreckend schlechten Auftritt von Newcastle United im Tyne-Wear-Derby vom letzten Samstag und dem darauffolgenden Blues machte gestern schon in aller Früh eine Botschaft wie ein Lauffeuer die Runde und brachte etwas Sonnenschein zurück in diesen düsteren Zeiten: Newcastle Uniteds "Sportdirektor" Joe Kinnear habe seinen Posten geräumt. Kinnear wurde vor acht Monaten vom Besitzer Mike Ashley zum Erschrecken aller Fans der "Magpies" in diesem Amt eingesetzt. Der ehemalige Tottenham-Verteidiger ist im Nordosten Englands kein Unbekannter: bereits 2008 wurde er Trainer von Newcastle United, nachdem er zwischen 1992 und 1999 mit dem Wimbledon AFC schöne Erfolge feierte, aber von 2004 bis 2008 keine Mannschaft mehr betreute. Bereits nach kurzer Zeit musste der Ire aber aus gesundheitlichen Gründen (das Herz!) vom Amt zurücktreten. Der Schaden war aber angerichtet, Newcastle stieg am Ende der Saison ab.
Gross war also der Groll der "Toon Army", als Kinnear wiederkehrte. Das Vertrauen in ihn war deutlich unter null. Natürlich half es der Glaubwürdigkeit auch überhaupt nichts, dass Kinnear gleich in einem der ersten Interviews den Spielmacher der Mannschaft, Yohan Cabaye, als Yohan Kebap bezeichnete, aus Hatem Ben Arfa einen Ben Arfree machte und aus den Ameobi-Brüdern die Anamobis. Ältere Leser erinnern sich, mit Namen hatte der Gute schon immer so seine Probleme. "Judge me by my signings", beurteilt mich nach meinen Transfers, versuchte Kinnear die feindseligen Medien und Fans zu beruhigen. Das hat nun offenbar auch Mike Ashley getan, der äusserst unbeliebte Besitzer von Newcastle, welcher sich selbst nie dazu äussert, was er mit dem Club eigentlich vorhat. Schauen wir also, was in den paar Monaten und zwei Transferfenstern unter Kinnear passiert ist: der beste Spieler der Mannschaft, eben dieser Kebap da, wurde für kolportierte 20 Millionen Pfund an PSG verkauft. Ein Ersatz scheiterte, wohl an der Unfähigkeit Kinnears. So bleiben auf der Haben-Seite nur die leihweisen Verpflichtungen von Loïc Rémy vom Absteiger QPR im Sommer und des holländischen Banddrückers Luuk de Jong (Mönchengladbach) letzte Woche.
"The Chronicle", das lokale Blatt, welches seit einiger Zeit Zutrittsverbot zum Presseraum von Newcastle United hat, wollte von den Lesern wissen, ob sie den Abgang des Sportdirektors befürworten oder ablehnen. Die Zustimmung erreichte zeitweise 97%...
Wichtig in solchen Krisenzeiten ist dann einfach, dass die PR-Abteilung des Clubs die Nerven behält und die sozialen Medien richtig bespielt. Was sollen wir Ihnen sagen - auch das ging natürlich wieder tüchtig in die Hosen, wie diese nach Kinnears Rücktritt via Twitter und Facebook veröffentlichte Meldung zeigt.