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Die Buchserin Aline Seitz fährt im Scratch als Siegerin über die Ziellinie (Bild: zVg)
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Ein Sieg zum Jahresende
Im Tissot Velodrome in Grenchen wurde während zwei Tagen die Track Cycling Challenge ausgetragen. Dem Veranstalter gelang es, mit einem hochkarätigen Startfeld mit internationalen und nationalen Fahrern, das Publikum anzuziehen. Bei den Elite Frauen starteten auch fünf Schweizerinnen, darunter Aline Seitz. Die Buchserin siegte im Scratch.
Das erste Rennen, das Scratch, geht über 40 Runden, was einer Distanz von 10 km entspricht. Die Fahrerin, welche als erste und nicht überrundet die Ziellinie überquert, gewinnt. Das Rennen hatte von Beginn ein hohes Tempo. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 47 km/h.
Aline versuchte mit einer passiven Fahrweise Kräfte zu sparen. Immer wieder gab es aus dem Feld Angriffe. Als die favorisierten, starken Britinnen zur Flucht ansetzen, klemmte sich Aline an ihre Hinterräder. Zwei weitere Fahrerinnen taten es ihr gleich. Das Feld erhöhte nochmals das Tempo. Die Fünfergruppe harmonierte jedoch gut und so schafften sie es gemeinsam das Feld zu überrunden. Fünf Runden vor Schluss versuchte jede Fahrerin sich möglichst gut für den Schlusssprint zu positionieren.
Aline gelang es, sich zwei Runden vor Schluss an die Spitze des Feldes zu setzen. Diese Position kostet viel Kraft und ist gefährlich, da man von hinten übersprintet werden kann. Aline versuchte vorne das Tempo zu kontrollieren. In der letzten Runde verschärfte sie die Geschwindigkeit. Die Britinnen reagierten sofort und versuchten Aline zu überholen. «Ich wollte diesen Sieg und habe alles gegeben.» Unter starkem Applaus des Heimpublikums fuhr sie als erste über die Ziellinie.
Das spätere Punktefahren verlief durchzogen, Aline konnte in zwei Wertungen Punkte ergattern und dank den zwei Punkten vom Schlussprint erreichte sie den 7. Schlussrang.
Im letzten Rennen des Tages, dem Madison, startete Aline gemeinsam mit der Westschweizerin Léna Mettraux. Die Zweierteams versuchen über 80 Runden Punkte zu sammeln.
Alle 10 Runden erfolgt eine Wertung. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bertrug 49,5 km/h, also erneut sehr schnell. Aline und Léna fanden zu Beginn schlecht ins Rennen. Die Wechsel klappten nicht alle wie gewünscht und so konnten sie nur in einer Wertung punkten.
Nun fokussierte sich Aline voll auf den Schlusssprint. Dieser gibt die doppelte Punktzahl. Sie wusste, dass Léna infolge des Wechsels den Schlusssprint austragen muss. Aline attackierte in der zweitletzten Runde. Sie sprintete, angefeuert vom tobenden Publikum los und riss eine grosse Lücke auf. Eine Britin versuchte anzugreifen. Beim Wechsel schrie Aline «Rapide!» und schickte Léna damit auf die entscheidende, letzte Runde. Die Lücke schmolz. Nun erhob sich das Publikum und peitschte die Westschweizerin ins Ziel. Léna ging aus dem Sattel und unter tosendem Applaus sicherte sie den Sieg in der letzten Punktewertung. Diese 10 erkämpften Punkte katapultierten Aline und Léna auf den 3. Rang.
Am zweiten Tag der Challenge stand das Omnium an. Dies beinhaltet vier Rennen. Für jedes Rennen gibt es Punkte, wer am Ende die meisten hat, gewinnt das Omnium. Aline liefen die Rennen nicht ganz wie gewünscht, auch die Beine machten sich langsam bemerkbar. Dennoch fuhr sie mit dem 8. Rang erneut in die Top Ten. Rückblickend auf die zwei anstrengenden Tage strahlt Aline: «Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, so vom Heimpublikum getragen zu werden».