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Das musst du wissen
- Das Genfer Ökokonzept-Zentrum Environmental Action EA lancierte Anfangs April 2020 die Datenbank Plasteax.
- Die Datenbank umfasst Kennzahlen unter anderem zum Verbrauch, Sammeln und Recyceln von Plastik von über 200 Ländern.
- Damit will sie Transparenz zwischen Ländern schaffen und insgesamt die Datenqualität im Kunststoffbereich erhöhen.
Warum dies wichtig ist. Obwohl weithin sichtbar, vor allem in den Ozeanen, ist die Plastikverschmutzung schwer zu beziffern. So sammeln und recyceln verschiedene Länder beispielsweise unterschiedlich. Das macht es schwierig, Schwachstellen im Abfallmanagement zu erkennen und Massnahmen zu ergreifen, um die Abfallberge, die in die Umwelt gelangen, zu begrenzen. Dabei sollen die aktuellen internationalen Verpflichtungen, wenn sie eingehalten werden, diese Verschmutzung bis 2040 um sieben Prozent reduzieren.
Langfristig sollen Nichtregierungsorganisationen, Regierungen und Industrien ein Arbeitsinstrument erhalten, damit sie die Effektivität der ergriffenen Massnahmen und den Fortschritt im Kampf gegen die Plastikverschmutzung bewerten können. Sarah Perreard, Mitbegründerin von Plasteax sagt:
«Internationale Abkommen, die sich mit wichtigen Umweltthemen wie Treibhausgasemissionen oder FCKW befassen, erfordern solide Datenbanken, auf die man sich beziehen kann, um Fortschritte darzulegen.
Das fehlt noch für die Plastikverschmutzung und wir hoffen, dass Plasteax zu dieser Mission beitragen wird.»
Methodik. Das Ökokonzept-Zentrum Environmental Action sammelte und standardisierte die verfügbaren Informationen, unter anderem mit der Weltnaturschutzunion IUCN und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP. Die Daten umfassen den internationalen Handel mit Kunststoffprodukten und -abfällen, die Produktion innerhalb der einzelnen Länder sowie Daten über die Sammlung, das Recycling und die Lagerung dieser Abfälle. Die Informationen sind für jeden Polymertyp, beispielsweise PET, PVC, Polyester, detailliert aufgeführt.
Das Ergebnis ist ein detaillierter Bericht über den Fussabdruck jedes Landes und für jeden Kunststofftyp sowie den Mismanaged Waste Index MWI. Dieser Index berücksichtigt Abfälle, die nicht gesammelt und nicht ordnungsgemäss entsorgt werden. Beispielsweise solche auf einer unzulänglichen Deponie, die undicht ist. Auch wenn die Schweiz sich für ihren MWI von rund einem Prozent nicht schämen muss, zeigen die Daten von Plasteax: Pro Jahr fallen in der Schweiz rund 900 000 Tonnen Plastikabfall an. Vom gesammelten Plastik werden rund vierzig Prozent recycelt.
Im Aufbau. Das Zusammentragen dieser Informationen hat ihren Preis. Die Daten aus einigen Ländern konnten dank der Finanzierung durch bestimmte Regierungen, NGOs oder Akteure des privaten Sektors gesammelt werden, aber die erhaltenen Budgets decken noch nicht alle notwendigen Investitionen, so die Gründer von Plasteax. In der Tat verfügt die grosse Mehrheit der Nationen der Welt nur über allgemeine Daten.
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Ausserdem ist der Zugang zu detaillierten Daten für bestimmte Länder, für die die Kosten noch nicht gedeckt sind, immer noch nicht kostenlos. Dies ist der Fall für die Vereinigten Staaten, die Europäische Union, China und die Schweiz. Diese Daten werden unentgeltlich, sobald die Investition ausgeglichen ist.
Schliesslich sind einige Quellen der Plastikverschmutzung in dieser ersten Version von Plasteax noch nicht berücksichtigt, wie beispielsweise Mikroplastik. Oder auch die direkte Ableitung von Abfällen in die Umwelt, da dies nur schwer zu messen ist. Julien Boucher, Mitbegründer von Plasteax, sagt:
«Wir planen, Plasteax bald um die Dimension der unkontrollierten Abfallentsorgung zu erweitern. Wir arbeiten mit mehreren Partnern zusammen, um das Modell zu entwickeln, verwertbare Daten zu generieren und sie in die Plattform zu integrieren.»