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Neuseeland hat im Januar 2020 seine Vorschriften zur Verhinderung des Beifangs von Seevögeln durch die Langleinenfischerei geändert. So soll der Tod von tausenden Seevögeln verhindert werden. Schrittweise werden in den nationalen Gewässern die Fischereischiffe mit «Hookpods» ausgerüstet.
Seit der wissenschaftlichen Veröffentlichung im Jahr 2017 ist aus Versuchen über einen Zeitraum von 7 Jahren bekannt, dass der «Hookpod» die wirksamste verfügbare Maßnahme zur Eindämmung des Beifangs von Seevögeln ist. Allerdings ist die vollständige Eliminierung des Beifangs während des Aussetzens in einer kommerziellen Umgebung besser, als erwartet.
Igor Debski vom neuseeländischen Naturschutzministerium sagte: „Neuseeland ist ein globaler Hotspot für Seevögel, und dies stellt besondere Herausforderungen an die Vermeidung des Beifangs beim Fischen. Hookpods sind eine willkommene Alternative, um den Beifang von Seevögeln während des Aussetzens der Langleinen einzudämmen, und sie wurden von vielen Fischern bereitwillig angenommen. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend und haben im Vergleich zu den bestehenden Maßnahmen eine verbesserte Wirksamkeit gezeigt, was Neuseeland dabei hilft, auf einen Null-Beifang hinzuarbeiten“.
Becky Ingham, CEO von Hookpod, ist mit den Ergebnissen zufrieden. „Insgesamt 15 Schiffe fischen jetzt kommerziell mit Hookpods in den Gewässern Neuseelands, und wir freuen uns, berichten zu können, dass es beim Auslegen der Leinen auf diesen Schiffen NULL Beifang von Seevögeln gegeben hat. Diese Ergebnisse sind ein echter Meilenstein in der Erhaltung der Seevögel“, sagte sie. „Seit vielen Jahren wird daran gearbeitet, den Beifang von Seevögeln zu unterbinden, aber noch nie mit so großem Erfolg im kommerziellen Betrieb“.
Wo liegt das Problem?
Wie der Name schon sagt, werden bei dieser Fischfangtechnik sehr lange Leinen mit Köderhaken verwendet. Ein einzelnes Schiff kann eine Leine von 130 km Länge verwenden, an der bis zu 10-20.000 Haken hängen können und an denen jeweils ein Stück Fisch oder Tintenfisch als Köder hängt. In vielen dieser Praktiken ist über dem Haken ein chemischer Einweg-Lichtstab angebracht, um Köderfische anzulocken.
Jedes Jahr setzen Thunfisch-Langleinenfischer etwa drei Milliarden Haken aus und töten dabei schätzungsweise 300.000 Seevögel, davon 100.000 Albatrosse. 15 von 22 Albatrosarten sind derzeit vom Aussterben bedroht. Die Verluste bei der Langleinenfischerei stellt eine der größten Bedrohungen für die Mehrheit der aufgelisteten Arten dar.
Wenn die Köderhaken vom Heck des Schiffes ausgesetzt werden und bevor sie sinken, sind sie noch in der Nähe der Meeresoberfläche sichtbar. In diesem Stadium werden die Vögel bei der Nahrungssuche entdeckt und versuchen, den Köder zu schnappen, bevor er versinkt. Dabei können die Vögel am Haken hängen bleiben und unter Wasser gezogen werden. Das sind schlechte Nachrichten für die Vögel, aber auch für die Fischer, die lieber Fische fangen würden.
Heiner Kubny, PolarJournal