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Status Impfungen
Aktuell sind in der Schweiz keine Impfungen verfügbar. Zur Immunisierung gegen Pocken bei Erwachsenen wurde ein Pockenimpfstoff der dritten Generation in Europa und den USA zugelassen. Dieser bietet auch einen guten Schutz gegen die Affenpocken (rund 85 Prozent). In der Schweiz ist dieser Impfstoff zurzeit nicht zugelassen. Die mögliche Beschaffung von Impfstoffen befindet sich aktuell in Abklärung durch das Bundesamt für Gesundheit.
Fälle in der Schweiz
Risikogruppe
Die WHO hat auf Grund des Ausbruchs der Affenpocken die internationale Notlage ausgerufen. Auch in der Schweiz werden seit Mai täglich neue Fälle gemeldet. Männer, die Sex mit Männern haben, gehören zu den Personengruppen mit einem erhöhten Risiko.
Symptome
In der Regel sind die ersten Anzeichen hohes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, vergrösserte Lymphdrüsen und starke Kopfschmerzen. 1 bis 5 Tage später tritt ein Hautausschlag auf. Bei dem aktuellen Ausbruch der Krankheit wurden aber auch oft atypische Verläufe beobachtet. Zum Beispiel hatten nicht alle Betroffenen Fieber, manche Personen hatten nur wenige oder gar keine Pusteln. Manche Personen klagen über Schmerzen oder Juckreiz an den Hautläsionen. Der Ausschlag verändert sich und durchläuft verschiedene Stadien, bevor er schliesslich einen Schorf bildet, der später abfällt und gesunde Haut darunter zurücklässt.
Übertragung
Die genauen Übertragungswege sind noch nicht vollständig geklärt. Heute bekannte Übertagungswege sind direkter Kontakt mit den Hautläsionen (Ausschlag, Picken, Pustel) oder dem Schorf. Beim Sex scheint sich das Virus besonders gut zu übertragen. Aber nicht ausschliesslich. So sind zum Beispiel Übertragungen beim Küssen oder auch bei Kontakt mit Kleidung oder Handtüchern (z. B. Bettwäsche oder Handtücher), die von einer infizierten Person benutzt wurden, sowie beim Einatmen von Tröpfchen beim Husten oder Niesen einer Person mit einer Affenpocken-Infektion bekannt.
Verlauf
Einige der Fälle sind leicht, aber ein erheblicher Teil der Personen hat starke Schmerzen und benötigt mehrere Tage bis Wochen nicht nur freiverkäufliche Schmerzmittel, sondern teilweise auch Morphinderivate. Einige Personen haben ausgeprägte Hautbefunde und sind möglicherweise durch die Vernarbung an Gesicht und Genitalien längere Zeit entstellt. In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen wie bakterielle Infektionen der Hautläsionen oder eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) kommen.
Verdacht auf Affenpocken?
Rufe uns an, wenn du dich mit Fieber unwohl fühlst und einige Tage später einen Ausschlag bekommst. Bitte komme nicht einfach so vorbei. Desinfiziere oder Wasche deine Hände regelmässig und trage eine Gesichtsmaske, wenn du unter anderen Menschen sein musst. Vermeide Hautkontakt mit anderen Menschen. Teile keine Teller, kein Besteck, kein Bettzeug, keine Handtücher und keine andere Wäsche. Vermeiden Sex, bis die Resultate des Abstrichs da sind.
Aussehen
Risiko minimieren
Grundsätzlich gilt: Achte auf dein Umfeld und erkennen mögliche Risikofaktoren für eine Übertragung. Orte mit vielen Kontakten und wenig oder gar keine Kleidung erhöhen das Risiko einer Übertragung. Rede offen mit deinen Sexpartnern über die aktuelle Situation. Reduziere deine Sexpartner oder vereinbare exklusive Sexdates-Zirkel. Nutze vermehrt Kondome (sie schützen schlechter als bei HIV, aber immer noch besser als direkter Haut-Haut-Kontakt), versuche neue Spielarten mit keinem oder wenig Körperkontakt und lasse dich – sobald angeboten – sofort impfen. Falls du oder dein Sexpartner Ausschläge hast/hat, verzichte auf jede Art von Sex – inklusive küssen oder berühren, solange du oder dein Sexpartner krank bist/sind.
Was wir tun
Die LGBT-Gemeinschaft flutet Bundesrat Alain Bersets Posteingang mit Forderungen nach einer schnelleren Impfstoffbeschaffung gegen das Affenpocken-Virus. Schuld an der Misere ist aber nicht nur die Politik.
Nun appellieren betroffene Gemeinschaften an Gesundheitsminister Berset, den Impfstoff zu erlauben. Statements Benjamin Hampel, Infektiologe und medizinischer Co-Direktor Checkpoint Zürich, Laurent Kaiser, Leiter Departement für Medizin, HUG.
Alleine im Checkpoint wurden rund 20% aller Fälle in der Schweiz festgestellt
Der jüngste Pockenausbruch hat weltweit die höchste Alarmstufe ausgelöst und wird entsprechend vehement bekämpft. Nur in der Schweiz nicht. Dafür gibt es leider Gründe.
In der Schweiz wurden bisher rund 40 Fälle nachgewiesen. Der Zürcher Infektiologe Benjamin Hampel betreut mehrere Patienten. Er beobachtet unerwartete Verläufe.
Hunderttausende feiern am Samstag in Zürich. Ein Experte des Checkpoints Zürich erklärt, wie gross die Gefahr ist, dass sich die Affenpocken dort verbreiten – und was am besten schützt.
Ganz anders und trotzdem ähnlich: Warum Affenpocken-Infizierte die Krankheit mit der Aids-Epidemie vergleichen – und was an diesem Vergleich dran ist
«Wer Aids erlebt hat, sagt zu mir: Das erinnert mich an damals», erzählt ein Arzt, der queere Menschen behandelt. Über den schmalen Grat zwischen Aufklärung und Panik.