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Donald Trump (73) schiesst via Twitter mit Giftpfeilen auf seine Gegner. Wer gefährlich wird, kriegt einen bösen Spitznamen.
Sein jüngstes Opfer: Michael Bloomberg (78), Ex-Bürgermeister von New York. Der Milliardär hat seinen Namen als möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten in den Ring geworfen, will im November gegen Trump antreten.
«Sie lachen über dich»
«Mini Mike», spottet der amtierende US-Präsident über den 1,73 Meter grossen Bloomberg. Auf Twitter giftet er weiter gegen seinen Konkurrenten: Bloomberg sei ein «Verlierer», der zwar Geld habe, «aber nicht debattieren kann».
Bloomberg kontert scharf. «Wir haben viele gemeinsame Bekannte in New York. Hinter deinem Rücken lachen sie über dich und nennen dich einen Jahrmarkt-Clown», schreibt der Milliardär. Er habe die «Fähigkeiten und die Ressourcen», um den US-Präsidenten zu schlagen. Siegessicher fügt er hinzu: «Und das werde ich.»
Umfragen sehen Bloomberg auf dem dritten Platz
Der laut einer Schätzung von «Forbes» 62 Milliarden US-Dollar schwere Bloomberg wird im Vorwahlkampf der Demokraten als ernst zu nehmender Kandidat gehandelt. Die Wähler der Demokraten sehen in ihm nach Bernie Sanders (78) und Joe Biden (77) gemäss den neusten Umfragen den besten Kandidaten, um Trump bei der US-Präsidentschaftswahl im November zu schlagen.
Und das sogar, obwohl er bei den ersten beiden Vorwahlen in Iowa und New Hampshire gar nicht antrat. Während sich das restliche Bewerberfeld bereits zerfleddert, konzentriert sich der Superreiche, der im US-Wahlkampf 2016 Hillary Clinton unterstützte, auf die grossen Staaten wie etwa Kalifornien und teure TV-Werbung.
Auch andere Favoriten haben fiese Spitznamen
Mit Trump zofft sich Bloomberg schon länger. Nach Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag kündigte der Milliardär an, den bereits zugesagten Beitrag der USA (4,5 Millionen US-Dollar) aus eigener Tasche zahlen zu wollen.
Trumps Twitter-Tirade zeigt, dass ihn Bloombergs steigende Umfragewerte nervös machen. Mit der Bezeichnung «Mini Mike» adelt Trump ihn zusätzlich. Auch den anderen Favoriten hat der twitterfreudige US-Präsident bereits einen Spitznamen verpasst.
Joe Biden (77) nennt er «Sleepy Joe»
Auf Barack Obamas Ex-Vize hat sich Trump zuerst eingeschossen. Trump ätzt gegen Biden als «Sleepy Joe» und wiederholt immer wieder die als haltlos gewerteten Korruptionsvorwürfe gegen ihn und seinen Sohn Hunter Biden (50). Die brachten dem US-Präsidenten im Zuge der Ukraine-Affäre zwar das Impeachment-Verfahren ein, Biden allerdings auch sinkende Beliebtheitswerte. Bei den als richtungsweisend geltenden Vorwahlen in Iowa (3. Februar) und New Hampshire (11. Februar) holte Biden jeweils nur den vierten Platz.
Elizabeth Warren (70) nennt er «Pocahontas»
Trump nennt die linksgerichtete Senatorin nach dem Disney-Charakter Pocahontas. Damit erinnert er an den hässlichen Streit um die Herkunft von Warren, die behauptet, von den indigenen Cherokee abzustammen. Doch ihre Herkunft gilt als umstritten, Warren wurde «kulturelle Aneignung» vorgeworfen. Sie sank in den Beliebtheitswerten, erholte sich jedoch im Herbst 2019 und führte das Kandidatenfeld eine Zeit lang an. Bei den ersten beiden Vorwahlen war sie jedoch wie Biden weit abgeschlagen.
Pete Buttigieg (38) nennt er «Bootedgeedge»
Gegen den pragmatisch-moderaten Shootingstar, der die Vorwahl in Iowa überraschend gewann und in New Hampshire nur knapp hinter Bernie Sanders lag, hat Trump noch wenig in der Hand. Einen wunden Punkt hat er bei dem jungen Bürgermeister aus Indiana allerdings gefunden: Selbst Amerikaner straucheln bei der richtigen Aussprache des maltesischen Namens. Richtig ausgesprochen wird er übrigens so: «Butidschidsch».
Bernie Sanders (78) nennt er «Crazy Bernie»
Wenn Trump nichts Besseres einfällt, bezeichnet er seine Kritiker schlicht als «crazy». So auch beim ultralinken Senator Bernie Sanders, der Joe Biden diese Woche in den landesweiten Umfragen unter den Wählern der Demokraten überholt hat. In Iowa verlor Sanders nur hauchdünn gegen Buttigieg, in New Hampshire führte er das Feld an. Sanders werden sehr gute Chancen auf eine Nomination ausgerechnet, wenn er Warren aus dem Rennen kegelt und sich die Stimmen moderater Wähler auf die restlichen Kandidaten verteilen.
Wer auf der Liste bislang noch fehlt: die moderate Aufsteigerin Amy Klobuchar (59). Die erfahrene Senatorin aus Minnesota arbeitet sich im Bewerberfeld immer weiter nach vorne, erzielte in New Hampshire überraschend den dritten Platz. Geht ihr Erfolgszug in Nevada (22. Februar) und South Carolina (29. Februar) weiter, dürfte einer von Trumps Spitznamen nicht lange auf sich warten lassen.