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Bedeutende Burganlage und Vogtei im mittleren Prättigau bei Putz (Gem. Luzein), auf einem Felsplateau gelegen. Die Anfänge der Burg sind nicht mit Sicherheit fassbar. Ihre Weitläufigkeit und der von der Ringmauer abgesetzte Turm lassen auf eine Gründung vor 1200 schliessen. Um die längl. Anlage zieht sich ein polygonaler Bering, dessen älteste Teile wohl ins 12./13. Jh. zu datieren sind, während versch. Aufbauten und Verstärkungen ins 14./15. Jh. gehören. Ein nachträglich aufgesetzter Wehrgang mit Schlüsselscharten stammt erst aus dem 16. oder 17. Jh. In der Nordwestecke der Anlage steht ein viergeschossiger Viereckturm aus der Zeit um 1200, der auffallenderweise nicht in die Ringmauer eingebunden ist, sondern einen eigenständigen Baukörper bildet. Von weiteren Bauten im Süd- und Ostteil der Burg sind nur noch dürftige Spuren vorhanden. Ein schriftl. Inventar von 1616 vermittelt indessen wichtige Aufschlüsse über die nun verschwundenen Baukörper, insbesondere über ihre Innenausstattung. Ein Wohntrakt, wohl im Süden, enthielt diverse Gebäude mit versch. Schlafräumen, einer Schreibstube sowie einem reich ausgestatteten Raum -- wohl die Wohnstube der amtierenden Vögte -- mit Gemälden, Kasten und ital. Ledersesseln. Im Untergeschoss waren ein Kornlager und ein Weinkeller untergebracht. Weitere Bauten standen im Hof; u.a. ein von Teucheln (Holzleitungen) gespeister Brunnen. Im 17. Jh. diente der Turm nur noch als Gefängnis und Waffenmagazin.
Im 14. Jh. bildete C. das Herrschaftszentrum der Herren von Aspermont. 1338 erwarben Friedrich von Toggenburg und Ulrich von Matsch den Besitz des Hauses Aspermont, worauf C. während 150 Jahren zwischen beiden Fam. hin und her wechselte. 1496 wurde C. durch den verschuldeten Gaudenz von Matsch an Kg. Maximilian verkauft, worauf die Burg bis 1649 Herrschafts- und Verwaltungszentrum der Österreicher im Prättigau und Sitz der Landvögte von C. war. Diese entstammten meist der Bündner Aristokratie. Ab 1436 war C. ein Hochgericht des Zehngerichtenbunds, das 1662 in die Gerichte C.-Jenaz und C.-Luzein geteilt wurde. Im Prättigauer Aufstand von 1622 wurde C. durch die Bündner belagert und verwüstet, im selben Jahr aber von den Österreichern zurückerobert. Nach dem Freikauf der acht Gerichte der Vogtei C. aus österr. Herrschaft wurde die Burg 1649 geschleift.
Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 277-279
Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin