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Brrr. Es war einer dieser Tage, an denen man lieber gar nicht erst aufstehen will. Ausser in Begleitung eines warmen Daunen-Duvets vielleicht. (Ja, ich weiss, in der Margiela-für-H&M-Kollektion hat es so einen duvetartigen Mantel gegeben. Komischerweise nur schwer zu verkaufen.) Jedenfalls war es so frostig und bitterkalt, dass der Schnee glitzernd zu Boden fiel und der Atem kleine Eis-Wölkchen machte.
Wenn überhaupt konnte man eigentlich nur in Begleitung eines ausgewachsenen Polarbären und eines Schlittens zum Tagwerk aufbrechen. Ich hingegen nahm das Tram.
Mit halb geschlossenen Augen beobachtete ich einen gut verpackten Mann auf der Strasse, der seinen Handschuh auszog, zärtlich «I love you» in den Schnee schrieb, schnell ein Foto davon machte und es seiner Liebsten schickte. Dann wischte er seine Liebeserklärung, beschämt und von seinem romantischen Anflug frühmorgens vermutlich selbst überrascht, hastig mit dem Fuss weg. Beim Blumenhändler erzählten bunte Ranunkeln von baldigen besseren Zeiten. Und dann sah ich zwei Elfen. Zwei wunderschöne, langhaarige Mädchen, die aussahen, als wären sie soeben der «Vogue» entstiegen.
Sie trugen superdünne, transparente Strumpfhosen, die eine von ihnen einen unverschämten Mini-Glitzerdress, die andere einen frechen Chiffonrock, der vorne kürzer war als hinten, dazu offene Jacken. Sie liefen auf ihren Wildlederpumps, die so aussahen, als wäre es schon längst Frühling, durch den Schnee. Dazu kicherten sie so laut, wie es nur solche Mädchen können. Ich beschloss auf der Stelle: Das kann also nur ein herrlicher Tag werden.