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François Gremaud, geboren 1975 in Bern und aufgewachsen in Freiburg i.Ü., studierte an der Ecole cantonale d’art de Lausanne (ECAL), bevor er in Brüssel eine Ausbildung zum Regisseur am Institut National Supérieur des Arts du Spectacle (INSAS) absolvierte. Nach seinem Diplom 2002 spielte und assistierte er bei Philippe Adrien, Nicolas Rossier, Geneviève Pasquier, Gisèle Sallin und Sylvaine Tille. 2005 gründete er in Lausanne die 2b company, die seit 2006 von Michaël Monney administrativ betreut wird. 2009 formierte sich um die beim Festival Les Urbaines gezeigte Produktion «KKQQ» die Zusammenarbeit mit Tiphanie Bovay-Klameth und Michèle Gurtner. Im Kollektiv Gremaud/Gurtner/Bovay entstanden zwischen 2009 und heute u. a. «Récital», «Western dramedies» oder auch der Film «Vernissage». «Phèdre !» (2017), ein Solo mit Romain Daroles nach Jean Racines Tragödie, wurde zum Schweizer Theatertreffen 2019 eingeladen. François Gremaud unterrichtet ausserdem regelmässig an der Theaterhochschule La Manufacture in Lausanne.
Bereits François Gremauds erstes Werk «My Way» (2006), das von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen wurde, und in dem ein Interpret Gebärdensprache integrierte, zeigte sein Interesse an der spielerischen Mischung von Genres, Ideen und Publikum. 2011 erhielt «Re» den ersten Label+ romand arts de la scène. Eingeladen zur ersten Sélection suisse en Avignon 2016 war «Conférence de choses» (2013), ein mit Pierre Mifsud entwickelter, witzig zwischen Themen von Descartes bis Haribo mäandernder enzyklopädischer Monolog, der von 45 Minuten bis zu acht Stunden dauern kann. Parallel zu seinen Arbeiten mit der 2b company entstehen verschiedenste Projekte, beispielsweise die Regiearbeit «Comme un vertige» (2011) an der Comédie de Genève mit der Hans-Reinhart-Ringpreisträgerin von 2013, Yvette Théraulaz. In den Jahren 2014 und 2015 entwickelte das Kollektiv Schick/Gremaud/Pavillon mit «X minutes» ein Projekt, das sich am jeweiligen neuen Ort um fünf Minuten erweitert. Zwischendurch komponiert François Gremaud minimalistische oder auch festliche Lieder – unter dem Label Grema & Mirou seit 2008 jedes Jahr ein Weihnachtslied – und schreibt Bücher, beispielsweise zusammen mit Martin Schick «This Book is Great» zum 30-jährigen Jubiläum des Belluard Festivals.
«Hinter der erhabenen Einfachheit der Arbeit von François Gremaud ist die ganze Theatergeschichte zu erkennen. Das gefällt mir an dieser Kunst, die uns beschenkt und überrascht. Es ist eine Kunst der Übermittlung, ein Verschieben von Bildern, Wörtern und Tönen, das heimlich geschieht und mit Klischees spielt. Die scheinbare Naivität seiner Stücke mit bekannten Themen, alltäglichen Situationen und klassischen Texten verwandelt sich in komische oder dramatische Fragen der Existenz. François Gremaud nimmt uns mit in sein spielerisches und enzyklopädisches Universum, um uns etwas über die Komplexität der Welt zu erzählen.»