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Kernaussagen
- Die Struktur der Kernfamilie, dem ersten sozialen Umfeld der Kinder, verändert sich: Die Anzahl der Einelternfamilien hat sich seit 1970 verdoppelt, auch die Patchworkfamilien nehmen zu. Deutlich abgenommen hat die Anzahl der Geschwister, mit denen ein Kind aufwächst: Heute leben 41% der Kinder ohne ein Geschwister, 42% mit nur einem Geschwister in einem Haushalt.
- Ein Grossteil der knapp 1,5 Millionen in der Schweiz wohnhaften Kinder und Jugendlichen wächst in einem unterstützenden und ressourcenreichen familiären Klima auf. Rund 90% der Kinder und Jugendlichen fühlen sich von ihrer Familie gut unterstützt.
- Rund 70 000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz waren 2014 von absoluter Armut betroffen. Sie sehen sich oft vor kumulierte Problemlagen gestellt. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, welche in belastenden familiären Situationen aufwachsen, ist aber deutlich höher. So leiden beispielsweise rund 8% der Eltern unter mittleren bis schweren Depressionssymptomen.
- Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund verfügen wie diese selbst über geringere soziale Ressourcen. Sie vermissen häufiger eine Vertrauensperson in ihrem Freundeskreis, weisen nur ein kleines Unterstützungsnetz auf und sind auch seltener in Freizeitvereinen aktiv.
- 10% der männlichen und 18% der weiblichen Jugendlichen (15–16 Jahre) erlebten in den vorhergehenden zwölf Monaten Gewalt durch ihre Eltern. 7% der 11- bis 15-jährigen Mädchen und 6% der Jungen gaben an, Mobbing durch Gleichaltrige erfahren zu haben, das heisst mehrmals im Monat bis zu mehrmals die Woche verletzenden Äusserungen oder Handlungen ausgesetzt gewesen zu sein.
- Die Gesundheitschancen in der Schweiz werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Dies zeigt sich unter anderem bei den sozialen Ressourcen, am deutlichsten aber bei den Bildungschancen: 32% der Kinder, deren Eltern keine nachobligatorische Schulbildung aufweisen, erreichen ebenfalls nur diesen Bildungsabschluss. Bei Kindern von Eltern mit Hochschulabschluss beträgt dieser Anteil 2%.
- Die Ziele der UN-Konvention der Kinderrechte sind gemäss Einschätzung der befragten Expertinnen und Experten in der Schweiz weitgehend anerkannt. Was die Körperstrafe als Erziehungsmittel betrifft, wird das Recht auf Schutz vor Gewalt aber nicht umfassend anerkannt. Die Umsetzung der Kinderrechte wird in Bezug auf die Chancengleichheit und das Recht auf Mitbestimmung eher kritisch beurteilt.