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Während bei der Harnblase die Anwendung des Botox etabliert und wissenschaftlich ausgiebig geprüft ist, liegen zur Behandlung der Prostata mit Botulinumtoxin A (Botox) nur wenige Daten und Erfahrungen vor. Trotzdem macht das Thema "Botox" bei der Behandlung der Prostatavergrösserung immer wieder mal Schlagzeilen: „Spritzen statt Schneiden“ und „Injektion statt Operation“ versprechen ein neue und einfache Wundertherapie.
Erstmals wurden 1998 vier Patienten mit Prostatabeschwerden mit erschwertem Wasserlösen bei bestehender anhaltender, chronischer Prostataentzündung mit Botox behandelt und es kam bei allen 4 Patienten zu einer Verbesserung der Beschwerden. Weitere Studien folgten. Zusammenfassend kann aber gesagt werden, dass die Studien zur intraprostatischen BoNT/A-Injektion bei Prostatavergrösserung keine einheitlichen Ergebnisse zeigen. Für keines der verfügbaren Botox-Präparate liegt derzeit eine Zulassung zur intraprostatischen Injektion vor. Die Therapie ist daher „off label“ und wird aktuell nicht von den internationalen Leitlinien empfohlen. Es sind weitere und grössere Studien notwendig, um eine abschliessende Beurteilung treffen zu können.
Bisher wurden verschiedene Methoden untersucht. Die Injektione erfolgten in örtlicher Betäubung über die Harnröhre (transurethral), über den Enddarm (transrektal) oder über den Damm (perineal). Es wurden 100-300 IE Botox injeziert.
Unerwünschte Wirkungen wurden kaum beobachtet in den wenigen verfügbaren Studien. Sie dürften übertragen auf eine häufigere Anwendung denen der Probenentnahme aus der Prostata (Prostatabiopsie) entsprechen.
Auch hier gibt es kaum gute Studien und Untersuchungen dazu. Denkbar wäre aber, dass die Botox-Injektion hier wirklich Linderung verschaffen kann. Vor allem bei der Form der Prostataentzündung, bei der sich kein Infekt oder einen bakterielle Besiedelung nachweisen lässt und mit Beckenbodenverspannungen verbunden ist.
Hierzu gibt es Studien, allerdings mit viel zu wenig Patienten und sehr widersprüchlichen Ergebnissen. Eine breite Empfehlung wird deshalb von den urologischen Expertengremien und den Leitlinien für diese Therapie bisher nicht ausgesprochen.