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Im Rahmen einer Pressekonferenz hat das BSV die Publikation der von ihm bei c-alm in Auftrag gegebenen Studie über die Vermögensverwaltungskosten in der 2. Säule lanciert. Die Untersuchung bringt erstmals Klarheit in den Bereich der Kosten von Kollektivanlagen und zeigt deren grosse und wohl meist unterschätzte Bedeutung auf. In der Tat umfassen die in den Betriebsrechnungen erfassten und in der PK-Statistik dargestellten Kosten nur ein gutes Viertel der Gesamtkosten. Die Untersuchung hat aber keine grundsätzlichen Missstände oder grössere Mängel bei der Vermögensverwaltung der Kassen zu Tage gebracht.
Die offizielle Pensionskassenstatistik weist lediglich aus, was in den Betriebsrechnungen der Vorsorgeeinrichtungen tatsächlich abgebildet ist: 795 Mio. Franken für 2009. Die Rechnungen der Lebensversicherer weisen zudem 286 Mio. Franken aus. Gesamthaft ergibt dies Kosten von rund 0.15 Prozent des gesamten Vorsorgevermögens. Die Studie ermittelt hingegen Vermögensverwaltungskosten von durchschnittlich 0,56 Prozent.
Grundlage der Daten bilden die Angaben von 73 Vorsorgeeinrichtungen mit einer Bilanzsumme von 230 Mrd. Franken für den Zeitraum 2005-09. Die mit der Kostendefinition in der Stichprobe erhobenen Vermögensverwaltungskosten liegen in einem Bereich zwischen 0.15% und 1.86% des Vorsorgevermögens. Der volumengewichtete Durchschnittswert beträgt 0.45%. Darin nicht enthaltene Kosten betreffen in erster Linie Gebühren und Transaktionskosten, die innerhalb von kollektiven Anlagegefässen anfallen. Zur Beurteilung der Frage, inwieweit die Vorsorgeeinrichtungen in der Produktauswahl den verfügbaren Wettbewerb spielen lassen, wurden zusätzlich die Staffeltarife der in diesem Segment marktführenden Produktanbieter in allen relevanten Anlagekategorien respektive Umsetzungsarten erhoben. 28 Vermögensverwalter haben an der Kostenerhebung teilgenommen. Die Autoren vermerken nicht ohne Genugtuung, dass eine ähnliche Studie bisher weder im In- noch im Ausland bisher je durchgeführt wurde.
Für die Messung der Vermögensverwaltungskosten wurde im Rahmen dieser Studie eine grundlegend neue Kostendefinition entwickelt. Diese erfasst neben den fakturierten Aufwendungen auch die nicht fakturierten Vermögensverwaltungskosten. Die Kostendefinition unterscheidet die drei Kostenaggregate Total Expense Ratio (TER), Transaktionskosten & Steuern (Transaction and Tax Cost TTC) sowie übrige Kostenbestandteile (Supplementary Cost SC). Dieses dreiteilige Kostenkonzept wird so weit als möglich in allen Anlagesegmenten beziehungsweise Durchführungswegen der Vermögensanlage verwendet.
Werden die in der Stichprobe gemessenen Kosten den mit den Vermögensanlagen über den Zeitraum 2005-2009 erzielten Nettorenditen gegenübergestellt, so zeigt sich ein hochsignifikanter Zusammenhang zwischen den gemessenen Vermögensverwaltungskosten und der über die Jahre 2005 bis 2009 realisierten Nettorendite: je höher die Kosten, desto tiefer die realisierte Nettorendite. Es zahlt sich gemäss den Autoren also aus, in der Vermögensanlage Kostendisziplin walten zu lassen.
Bei der Hochrechnung wurde insbesondere der Tatsache Rechnung getragen, dass die Stichprobe eine Konzentration in den grossen Bilanzvermögen aufweist. Mit der Bereinigung dieses Grösseneffekts resultieren auf Stufe der 2. Säule Vermögensverwaltungskosten von 0.56% (Stichprobe 0,45%) des verwalteten Vermögens. Bei der Hochrechnung wurde mit 698 Mrd. Franken die gesamte Bilanzsumme der 2. Säule berücksichtigt – also die Summe der Anlagevermögen bei den Vorsorgeeinrichtungen (599 Mrd.) sowie der Aktiven aus Versicherungsverträgen (99Mrd.). Damit resultiert für die gesamten Vermögensverwaltungskosten in der 2. Säule ein Betrag von CHF 3,9 Mrd. Franken.
Während der Vertreter der c-alm an der Pressekonferenz den schweizerischen Gesetzgeber dazu aufforderte, die Anbieter von Finanzprodukten zu vermehrter Transparenz zu verpflichten, vertrat Martin Kaiser vom BSV die Meinung, mit den in der Strukturreform resp. den Verordnungen vorgesehenen neuen Regelungen würden die bestehenden Lücken beseitigt.