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Der Generalrat hat an seiner Sitzung vom 15. Dezember 2020 den Studienkredit von 700 000 Franken zur Revitalisierung der Saane gutgeheissen. Ziel des Projekts ist es, «den Pflanzen, Insekten und sonstigen Tiere des Flusses wieder günstige Lebensbedingungen zu verschaffen und gleichzeitig den Lebensraum der Bewohner und Besucher der Stadt zu verbessern». Das tönt gut. Wer wollte dagegen sein, dass die Biodiversität entlang des symbolträchtigen Flusses der Kantonshauptstadt vermehrt geschützt wird?
Liest man die Botschaft des Gemeinderats jedoch genau, hat man bisweilen den Eindruck, dass der Schutz der Natur wichtiger sei als die Bedürfnisse der Bewohner und Bewohnerinnen der Altstadt.
Wie wäre es sonst zu erklären, dass man zum Beispiel die Thuja-Hecke, die anstelle einer Mauer das Kloster Magerau vor Einblicken schützt, durch eine Naturhecke, die den Blick auf das Klosterareal freigibt, ersetzen will? Wiegen die angeblichen Bedürfnisse der Vögel, die man mit dieser Naturhecke vermehrt anziehen will, schwerer als die Bedürfnisse der Zisterzienserinnen und die Integrität des Klosterkomplexes als eines erstklassigen Kulturguts?
Berücksichtigt das Revitalisierungsprojekt, dessen Umsetzung mit der Beseitigung von 70 Parkplätzen verbunden ist, tatsächlich die Bedürfnisse jener Anwohner, Gewerbetreibenden und Handwerker der Altstadt, die auf ein Auto und somit auf einen Parkplatz angewiesen sind? Laut der zuständigen Gemeinderätin sollen auch einige neue Parkplätze geschaffen werden. Das Ziel sei aber, nicht mehr Parkplätze zu schaffen als zuvor. (FN vom 1. 10. 2020) Wie ist diese gänzlich widersprüchliche Aussage zu verstehen? Wie viele der Parkplätze, die mit dem Revitalisierungsprojekt wegfallen, sollen tatsächlich ersetzt werden, und wo genau in der Altstadt sollen die neuen Parkplätze errichtet werden? Kann der Gemeinderat einfach darüber hinwegsehen, dass die massive Reduzierung von Parkplätzen negative Auswirkungen auf das wirtschaftliche Leben der Unterstadt haben wird, das nicht auf Rosen gebettet ist?