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Dies war eher eine ruhige Woche, in der wir vor allem lasen oder in den Fernsehkasten glotzten (wir mussten schliesslich National Geographic Channel, History Channel und Discovery Channel noch nutzen, so lange wir sie noch hatten…). Weil Nicole ein neues Badekleid brauchte, der alte Bikini war schon buchstäblich fadenscheinig, gingen wir am Montag wieder einmal zum Dressmart, der Outlet Mall, wo Nicole hoffte, etwas günstiges und schönes zu finden. Sie musste aber bald feststellen, dass keines der angebotenen Badekleider ihrer ziemlich genauen Vorstellung entsprach: rund 90% waren Bikinis, und die Badekleider sahen nicht so sportlich aus, sondern schienen eher für ältere Damen gedacht zu sein. So hoffte sie dann am nächsten Tag, im Shopping Centre St. Lukes etwas zu finden oder wenigstens am Mittwoch in Downtown Auckland. Leider schien nicht gerade Saison für Badekleider zu sein, so musste sie ihre Suche erst mal aufgeben, und wir gönnten uns wieder einmal ein Abendessen beim Mongolen. Dieses Mal fragte er uns übrigens nicht mehr, ob wir schon mal da waren, sondern begrüsste uns mit "Ah, you're back...!" Er meinte, wir müssen nochmals kommen, bevor wir heimgingen, was wir durchaus auch dachten…
Am Donnerstag stand wieder einmal ein Ausflug auf unserem Programm. Nachdem wir am Morgen noch den recht witzigen Film Calendar Girls auf DVD schauten, fuhren wir am Nachmittag nach Muriwai, das westlich von Auckland am Meer liegt. Muriwai ist bekannt für seine Tölpel-Kolonie, aber wir besuchten es leider zur falschen Jahreszeit. Im Winter ist die Kolonie verlassen, weil die Jungvögel nach Australien fliegen und die älteren Vögel in küstennahen Gewässern in Neuseeland fischen. Der Ausflug hat sich aber trotzdem gelohnt, denn bei schönstem Wetter genossen wir einen Spaziergang auf den Klippen über dem Meer und beobachteten die Surfer, die sich trotz des recht kühlen Wetters ins Meer wagten, und die Fischer, die von allerlei Möwen umgeben waren, die scharf auf die frisch gefangenen Fische waren. Der Ort, an dem die Tölpel normalerweise nisten, war übrigens auch ohne Vögel sehr interessant, denn man konnte sehr gut sehen, wo die Neste gebaut werden, und die Klippen sind sowieso spektakulär.
Am Freitag gingen wir wieder einmal ins Kino. Schon lange hatten wir auf Troy mit Brad Pitt gewartet. Wie wir schon erwartet hatten, ging der Film mit seiner literarischen Vorlage, Homers Illias, etwas grosszügig um, und änderte einige Details. Aber der Film war alles in allem doch sehr gut gemacht, und die Rollen waren auch gut besetzt. Brad Pitt ist der perfekte Schauspieler für den Halbgott Achilles, und auch Orlando Bloom, den wir eigentlich beide nicht so toll finden, als Paris, und Eric Bana als Hektor spielten ihre Rollen sehr gut. Wir können den Film also nur empfehlen.
Über das Wochenende kamen dann Craigs Kinder zu Besuch, die normalerweise bei ihrer Mutter in Hamilton wohnen; Isabella ist 12 und Henry, übrigens ein Fan von Roger Federer, ist 9 Jahre alt. Die beiden Kinder brachten allerlei Jubel und Trubel mit sich, und das Nachtessen, bei dem sich Henry als ein kleiner Komiker herausstellte, war ziemlich turbulent. Craig fand dann allerdings, dass nun genug sei, und so "durften" wir wohl oder übel nicht mehr über Henrys Witze, die fürwahr nicht alle esstischtauglich waren, lachen. Am nächsten Morgen konnte Nicole dann Henry mit einigen Kartentricks verblüffen, die sie aus einem Buch gelernt hatte. Er schien recht beeindruckt zu ein, denn anscheinend fragte er Craig auf dem Heimweg, ob sie wohl beim nächsten Mal noch mehr wisse… Wir fuhren dann noch schnell zum One Tree Hill, wo wir wieder einmal ein Training absolvierten und das schöne Wetter genossen.
Am Montag gönnten wir uns wieder einmal das Hallenbad, und Nicole hoffte, im Shop dort noch ein Badekleid zu finden. Diesmal hatte sie endlich Glück: erstens hatten alle Badekleider 30% Rabatt, und zweitens fand sie endlich etwas das ihr sowohl gefiel, als auch passte. Mit dem neuen Badekleid machte ihr das Baden gleich doppelt so viel Spass, obwohl leider unser Lieblingspool immer noch geflickt wurde…
Am Dienstagmorgen hatten wir einen Termin für Lutz bei einer Garage für eine "Warrant of Fitness", sprich: wir mussten den Lutz vorführen. Da sich die Garage gleich am Ende unserer Strasse befand, beschlossen wir, heim zu laufen und Lutz später am Tag wieder abzuholen. Aber natürlich fing es gerade am Dienstag an, in Strömen zu regnen. So waren wir froh, dass sich ganz in der Nähe der Garage eine Bäckerei befand, wo wir uns ein feines Zmorgen gönnten. Die Bäckerei wurde von einem deutschen Paar geführt, und so konnten wir zu unserem feinen Brot, die deutsche Zeitung "Die Zeit" lesen, wo wir einiges interessantes über Europa lesen konnten, das nicht bis in die Neuseeländischen Medien gedrungen war. Am Abend holten wir dann Lutz wieder ab, und wir erfuhren, dass wir noch einiges flicken müssen, um eine neue "WOF"-Bescheinigung zu erhalten. Auch teilte uns der Garagist auf unsere Anfrage mit, dass das Auto nur noch NZ$500-800 wert sei, und so beschlossen wir, Lutz noch nicht flicken zu lassen, bis wir einen Käufer gefunden hätten. Wir hatten ja eigentlich immer noch gehofft, dass Nosers allenfalls Lutz kaufen würden, aber sie waren leider nicht mehr an ihm interessiert, wie sie uns am Abend am Telefon mitteilten. Sie luden uns ein, sie nochmals in Whananaki zu besuchen, wozu wir uns natürlich nicht zweimal bitten liessen.
Weil wir nicht ganz glauben konnten, dass Lutz nur noch so wenig wert sein soll, fuhren wir am nächsten Tag zu einem Autoauktionshaus, dass gratis Autos auf ihren Preis schätzte. Wir fanden, dass mindestens NZ$1500 noch drin liegen sollten, denn seit wir Lutz für NZ$2250 gekauft hatten, hat er sich sicher nicht verschlechtert. Aber auch bei Hammer Auctions wurde Lutz auf nur NZ$500 geschätzt und es fing uns an zu dämmern, dass die Autohändler wohl nicht mehr für ihn bezahlen würden, aber dass dann Lutz wohl wieder zu einem sehr viel teurerem Preis weiter verkauft würde. Wir beschlossen deshalb, unsere Verkaufsstrategie zu ändern, und in Backpackers und Internetcafés Inserate aufzuhängen. Wir sahen aber auch ein, dass wir so wohl noch das Schloss flicken müssten, das aufgebrochen wurde, denn wer will schon ein Auto, das man nicht einmal abschliessen kann? Wir fuhren deshalb zu einem Schlosser, wo uns ein sehr netter Angestellter für zehn Dollar das Schloss flickte und dann auch gleich in die Türe einsetzen wollte. Das Schloss war dann allerdings mehr kaputt, als zuerst gedacht und er hatte nicht so viel Zeit, so meinte er wir sollen doch am nächsten Tag wieder vorbei kommen. Am Abend gingen wir dann wieder einmal ins Planetarium. Die Show war zwar wiederum sehr interessant, aber leider lernten wir nicht allzu viel Neues. Nach der Show erzählte uns eine Frau allerlei interessantes über die Planeten, die Marsmission und Kometen, bevor wir dann nach draussen gingen, wo wir mit Teleskopen "unseren" Mond und Jupiter mit seinen vier Monden Io, Ganymed, Callisto und Europa beobachten konnten. Danach wurde ein Teleskop auf einen der Kometen gerichtet, die man im Moment über Auckland schwach sehen konnte (jedoch nicht mit blossem Auge), und das andere Teleskop würde auf die "Jewelbox" gerichtet, eine Ansammlung von Sternen, die sich neben dem linken Stern des Kreuz des Südens befindet, und die man von blossem Auge ganz Schwach als kleiner Punkt sehen kann. Mit dem Fernrohr sieht man dann allerdings hunderte von Sternen, die in allen möglichen Farben leuchten.