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Die meisten Menschen fühlen sich bei einem Ferritinwert (Beckman-Methode) von 100-200 ng/ml beschwerdefrei. Der Mensch ist aber keine Maschine. Es gibt Menschen, die sich auch bei einem Ferritinwert unter 50 ng/ml gesund fühlen. Wenige andere hingegen benötigen einen Wert von über 150 ng/ml für Beschwerdefreiheit. Im SIS wird diese Individualität berücksichtigt. Bei der Dosierung gilt deshalb das Credo: so viel wie nötig und so wenig wie möglich (Grenznutzen-Prinzip).
Das Swiss Iron System SIS wurde in der Schweiz nach der Entdeckung des Eisenmangelsyndroms von 1998 bis 2005 entwickelt. Es ging zunächst darum, diejenigen Patienten zu erkennen, welche Eisen wirklich benötigen, ohne dass dabei andere medizinische Probleme übersehen werden.
Die schwierigste Aufgabe bestand darin, die individuell optimale Dosierung herauszufinden, die für eine nachhaltig erfolgreiche Therapie notwendig ist. Als Leitgedanke diente das Grenznutzenprinzip: so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Die meisten Betroffenen fühlen sich dadurch schon nach vier Wochen beschwerdefrei oder zumindest deutlich besser.
Das SIS unterscheidet zwischen drei Phasen:
Aufsättigungstherapie (T1 – T2)
Für eine wirksame Behandlung findet nach einer fundierten Diagnostik zunächst eine Aufsättigungstherapie statt, deren Therapieerfolg zwei Wochen später dokumentiert und beurteilt wird (etwa vier Wochen nach Therapiebeginn). Bei Patienten, die gemäss SIS behandelt werden, liegt der Ferritinwert zwei Wochen nach der letzten Infusion mit Eisensaccharose im Durchschnitt bei 200 ng/ml (wie bei erwachsenen Männern).
Durchschnittlich braucht eine Frau im Menstruationsalter etwa 0.9 Gramm Eisen für eine erfolgreiche Aufsättigungstherapie. (Idealerweise zwei mal 200 mg pro Woche).
Beobachtungsphase (T3 – T4)
Nach dieser wichtigen ersten Therapiekontrolle muss eine weitere Kontrolle nach drei Monaten stattfinden, um den Zustand und die Nachhaltigkeit einer erfolgreichen Behandlung erneut zu beurteilen. Im Durchschnitt liegt der Ferritinwert bei Frauen im Menstruationsalter nach drei Regelblutungen bei 140 ng/ml. Dabei fühlen sich praktisch alle noch gesund. In der Regel treten die ersten Rückfallsymptome erst wieder auf, wenn der Ferritinwert unter 100 ng/ml (Beckman-Methode) oder 150 ng/ml (Roche-Methode) abfällt. Der Ferritin-Schwellenwert, unter dem Mangelsymptome auftreten, ist individuell und sehr verschieden.
Erhaltungstherapie (nach T4)
Sobald der Ferritin-Schwellenwert bekannt ist, unter dem „altbekannte“ Eisenmangelsymptome wieder aufzutreten beginnen, muss die Eisenmenge pro Jahr berechnet werden, die – fraktioniert in intelligenten Abständen – verabreicht werden muss, um Rückfälle zu vermeiden.
Für eine nachhaltig wirksame Erhaltungstherapie braucht eine Frau im Durchschnitt etwa ein Gramm Eisen pro Jahr, in individuell zu berechnenden Einzeldosierungen in geeigneten Intervallen verabreicht.
T1: Erster Zeitpunkt
- Diagnosestellung (Dokumentierung der Laborwerte und Symptome)
- Präzise Berechnung der individuell notwendigen Eisendosis und Wahl des optimalen Präparates für die Durchführung der Aufsättigungstherapie
T2: Zweiter Zeitpunkt
- Erste Nachkontrolle 2-3 Wochen nach der letzten Infusion (Dokumentierung der Veränderungen der Laborwerte und Symptome)
T3: Dritter Zeitpunkt
- Zweite Nachkontrolle drei Monate später zur Qualitätssicherung und Prüfung der Nachhaltigkeit (Dokumentierung der Veränderungen der Laborwerte und Symptome)
T4: Vierter Zeitpunkt
- Dritte Nachkontrolle drei Monate später beziehungsweise früher, sofern Rückfallsymptome auftreten (Dokumentierung der Veränderungen der Laborwerte und Symptome)
- Festlegung des individuellen Optimalbereichs
- Planung und Berechnung der Dosis für die Erhaltungstherapie
T5: Fünfter Zeitpunkt und spätere Zeitpunkte
- Weitere Nachkontrollen, koordiniert mit den individuell zu verabreichenden Erhaltungsdosen.