Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03129.jsonl.gz/2341

Ibaraki: Die LGBT-freundlichste Präfektur
In Japan hat sich in den letzten Jahren einiges getan für die LGBT-Gemeinde. Rund 15 Städte anerkennen heute die eingetragene Partnerschaft. Die Tokioter Bezirke Shibuya und Setagaya haben 2015 den Anfang gemacht (Asienspiegel berichtete). Später stiessen Städte wie Naha, Sapporo (Asienspiegel berichtete), Takarazuka (Asienspiegel berichtete), Osaka, Fukuoka oder Kumamoto dazu.
Diese eingetragene Partnerschaft ist rechtlich nicht bindend, sie trägt jedoch dazu bei, im Alltag Diskriminierungen, wie beispielsweise bei der gemeinsamen Wohnungssuche oder bei einem Besuch des Partners im Krankenhaus, beseitigen zu helfen. Ausserdem können einige Behörden Leute und Unternehmen bestrafen, denen man ein diskriminierendes Verhalten gegenüber sexuellen Minderheiten nachweisen kann.
Bislang beschränkte sich diese Massnahme auf einzelne politische Gemeinden. Auf nationaler Ebene hat sich diesbezüglich nichts getan. Der konservative Premierminister Shinzo Abe liess 2015 verlauten, dass die jetzige Verfassung die Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe nicht anerkenne. Eine entsprechende Verfassungsänderung müsse man extrem bedachtsam überprüfen (Asienspiegel berichtete). Der Druck von unten bewirkte jedoch, dass die Regierung inzwischen die gesellschaftliche Akzeptanz für sexuelle Minderheiten fördern möchte (Asienspiegel berichtete).
Eine Präfektur macht den nächsten Schritt
Die Präfektur Ibaraki ist trotz aller Hürden daran, den nächsten Schritt in dieser Entwicklung zu vollziehen, wie die Mainichi Shimbun berichtet. Die dortige Regierung möchte per Verordnung in der gesamten Präfektur die gleichgeschlechtliche Partnerschaft erlauben. Es wäre das erste Mal, dass nicht nur auf Gemeinde-, sondern auf Präfekturebene dieses System eingeführt würde. Im Februar 2019 soll das Präfekturparlament darüber abstimmen, wie die Huffington Post Japan berichtet. Wird die neue Verordnung angenommen, dann möchte man frühestens im April die ersten Partnerschaftszertifikate für LGBT-Paare ausstellen.
Der Standort der Präfektur Ibaraki
Folgen Sie Jan Knüsel und Asienspiegel auf YouTube, Instagram und Facebook:
UNTERSTÜTZEN SIE DEN ASIENSPIEGEL
Sponsoring-Beiträge vieler treuer Leser ermöglichen diesen Blog, den Jan Knüsel seit 2009 täglich schreibt. Ohne diese Grosszügigkeit würde es diesen Blog nicht geben. Arigatō gozaimasu!
- Zahlungsmittel: Master, Visa, PayPal
- Für Einzahlungsschein hier klicken.