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Titel
Beschlag,
in der Chemie und Technologie die Bezeichnung für vier verschiedene Dinge.
1) Ein
Überzug, mit dem man gewisse
Utensilien umhüllt, um sie widerstandsfähiger gegen Hitze zu machen
oder die Poren ihrer Wandungen zu verstopfen. Gläserne
Retorten, die man bei freiem
Feuer hohen Wärmegraden aussetzen will,
beschlägt man mit einem dünnen Thonbrei, der nach dem jedesmaligen
Trocknen in mehrern Schichten aufgetragen wird. Thonröhren
werden, um sie für
Gase
[* 2] undurchlässig zu machen, auf ihrer Innenfläche mit einem leicht schmelzenden
Glassatz
beschlagen.
2) Der Anflug von aus der Luft kondensierter Feuchtigkeit, der sich auf allen Gegenständen bildet, deren Temperatur unter dem Taupunkt der umgebenden Atmosphäre liegt.
3) Eine von selbst entstehende
Veränderung der äußern Oberfläche verschiedener Gegenstände.
Blanke Metalle
beschlagen
durch Oxydbildung, feuchte
Mauern durch
Auswittern von
Salzen (s. Mauerfraß), die Kruste des
Brotes durch
sich darauf ansiedelnde
Schimmelpilze.
4) In der
Lötrohranalyse ein auf der Unterlage der
Probe sich bildender
Anflug von
Oxyden flüchtiger Metalle, deren
Farbe Auskunft
über die Natur derselben giebt. Der
Beschlag ist z. B. weiß bei Gegenwart von
Zink, gelb deutet auf
Blei,
[* 3] braun auf
Kadmium. (S. auch
Anflug und
Auswittern.) - In der
Baukunst
[* 4] heißen
Beschlag bei
Thüren, Fenstern, Schränken u. s. w. alle Metallteile,
als
Angeln,
Angelbänder, Scharnierbänder, Schloßschilder, wohl auch die Schlösser selbst, u. s. w.
Der
Beschlag ist oft Gegenstand künstlerischer Behandlung, wie bei Möbeln im Barockstil, bei den
Thüren got.
Kirchen u. s. w.
(S. Fenster.)