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Die Diagnose metatarsale Stressfraktur (MSF) wird immer häufiger bei Athleten gestellt, die ihre Mittelfußknochen repetitiven, hohen Belastungen aussetzen. Per definitionem handelt es sich bei der MSF um einen Knochenbruch, der bei einem sonst gesunden Patienten auftritt, ohne dass er durch ein akutes Trauma erklärt werden könnte.
Die MSF ist eine Form der Metatarsalfraktur; weitere Formen sind die traumatische Fraktur und die pathologische Fraktur der Mittelfußknochen, die differentialdiagnostisch zu berücksichtigen sind. Besonders häufig wird die MSF bei Läufern, Fußball- und Tennisspielern gesehen, die ihre Füße bei intensivem Training wiederholt hohen mechanischen Energien aussetzen [1] [2] [3]. Es konnte gezeigt werden, dass Personen mit einem Pes cavus ein erhöhtes Risiko für MSF aufweisen [4].
Leitsymptom sind starke Fußschmerzen, die unter Belastung weiter an Intensität zunehmen, aber gewöhnlich auch unter Ruhebedingungen Probleme bereiten. Im Gegensatz zur akuten Fraktur entwickeln sich die Symptome der MSF oft schleichend und die Betroffenen geben an, seit längerer Zeit bei stärkerer Belastung Schmerzen zu verspüren. Die Fraktur ist unter dem Punkt des maximalen Druckschmerzes zu vermuten, allerdings strahlen die Schmerzen häufig aus und können vom Patienten nicht lokalisiert werden.
Die lokale Entzündung ist nicht auf skelettäre Strukturen beschränkt, sondern bezieht auch umgebende Weichteile mit ein. Entsprechend sind diese Gewebe geschwollen und vermehrt schmerzempfindlich [1].
Grundsätzlich kann jeder Metatarsalknochen betroffen sein und einige Patienten werden auch mit multiplen Brüchen der Mittelfußknochen vorstellig. Besonders anfällig sind die Metatarsalknochen II bis IV [5] [6] [7], aber auch MSF des fünften Mittelfußknochens werden regelmäßig gesehen. Frakturen sind meist in den proximalen Anteilen der Knochen zu finden. Bezüglich des Os metatarsale V besteht ein hohes Risiko für Frakturen der proximalen Diaphyse, die daher auch als "diaphysäre Stressfraktur" bezeichnet werden [8]. Eine Verlagerung der Frakturenden ist im Rahmen einer MSF nicht zu erwarten.
MSF lassen sich nicht zuverlässig im Röntgenbild darstellen; wenn diese Technik aber gewählt wird, dann sind anterior-posteriore und schräge Projektionen zu empfehlen. Eine Fraktur der Mittelfußknochen stellt sich ähnlich wie andere Brüche als Zone erhöhter Strahlendurchlässigkeit dar, die eine Unterbrechung der Integrität des oder der betroffenen Knochen bedeutet. Die Bedeutung des Röntgens liegt vor allem in der Diagnostik von traumatischen Metatarsalfrakturen wie der Jones Fraktur, die im distalen Bereich der Artikulation zwischen dem Os metatarsale IV und V auftreten.
Lässt sich ein Verdacht auf eine MSF im Röntgen nicht bestätigen, kann bei entsprechender Erfahrung des Untersuchers eine Sonographie Aufschluss geben [9]. Andernfalls müsste ein Knochenscan mit Technetium-99m oder eine Magnetresonanztomographie durchgeführt werden [10]. Die Indikation zu derartig aufwendigen Untersuchungen ist jedoch nicht zwangsläufig gegeben, wenn eine mehrmonatige Entlastung und Ruhigstellung eine Verbesserung der Beschwerden bewirkt.
Weil MSF das Ergebnis einer chronischen Überbelastung sind, lassen sich mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik regelmäßig Alterationen der Knochenstruktur nachweisen, nämlich eine intramedulläre Sklerose, eine kortikale Hypertrophie und Periostitis [2]. Diese können sich entwickeln, bevor es zur MSF kommt, oder gleichzeitig bestehen. In der Szintigraphie und Magnetresonanztomographie können sie klar von der tatsächlichen Fraktur unterschieden werden.
Frauen, bei denen eine MSF diagnostiziert wird, die nur unzureichend durch das Trainingspensum erklärt werden kann, sollten auf eine Osteoporose getestet werden.