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Das Lipödem

Ein Lipödem (Lipohyperplasia dolorosa) ist eine unproportionale Häufung von Fettzellen an bestimmten Körperregionen, oft auch in Einheit mit einer vermehrten Wassereinlagerung.
Am häufigsten tritt das Lipödem an den Beinen und im Hüftbereich auf.
Da somit an diesen Stellen mehr Fettzellen vorhanden sind als am Oberkörper, kommt es zu dem sogannten Reiterhosenphänomen und zu säulenartig wirkenden Beinformen.
Selten tritt das Lipödem auch an den Armen – insbesondere an der Streckseite der Oberarme- auf.
Symptome
Die Symptome und Beschwerden sind vielgestaltig. Hauptproblem der Patienten ist die Berührungsempfindlichkeit, Druckschmerz bis zu ständigem Schmerz mit Bewegungseinschränkungen. Sehr leicht und teilweise auch spontan bilden sich Hämatome, blaue Flecken.
Bei Diäten nehmen diese Patienten meist nur am Oberkörper sichtbar ab, wobei Hüft- und Beinbereich in der ursprünglichen Form bleiben.
Diagnostik
An erster Stelle steht eine genaue Untersuchung des Patienten, um ein allgemeines Übergewicht vom Lipödem abgrenzen zu können.
Danach folgt eine moderne Ultraschalluntersuchung, die sowohl den Umfang der Wassereinlagerung darstellt, als auch einen genauen Befund ergibt über die bestehende Venensituation.
Therapie
Zunächst sollte eine Entstauung des Gewebes durchgeführt werden (Entwässerung). Dies kann, unterstützt mit einer speziellen, entstauenden Massage (manuelle Lymphdrainage), durch Kompression erreicht werden.
Danach erfolgt die Sanierung krankhaft veränderten Venen. Schlussendlich kann eine Absaugung des überschüssigen Fettgewebes durchgeführt werden (Liposuction).
Ziel ist es, körperliche Proportionen wieder herzustellen, die Bewegungseinschränkung zu minimieren, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und insbesondere die Schmerzhaftigkeit der gestauten Körperregionen zu reduzieren.
Das Lymphödem
Beim Lymphödem handelt es sich um meist unsymmetrisch auftretende, proteinreiche Wassereinlagerung im Gewebe. Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung.
Welche Ursachen gibt es?
Lymphödeme treten auf, wenn die Lymphgefässe geschädigt sind oder der Transport der Lymphflüssigkeit mechanisch behindert wird.
Daraus ergeben sich zwei Arten von Lymphödemen:
- das primäre, mit fehlendem oder verminderten Lymphabfluss und
- das sekundäre Lymphödem, welches durch mechanische Abflussbehinderung auftritt.
Die primäre Form ist angeboren, das sekundäre Lymphödem dagegen erworben (durch Folgen einer Operation, Infektion oder bösartigen Erkrankungen).
Welche Symptome haben die betroffenen Patienten?
Es liegt eine unsymmetrische Schwellung einer bestimmten Körperregion vor. Lymphödeme können an allen Körperregionen, nicht nur an den Extremitäten auftreten.
Unbehandelt schreitet die Schwellung voran, es kommt zur Weichteilinfektion, dem Erysipel oder auch als „Rotlauf“ bekannt und damit zur weiteren Schädigung der Lymphbahnen. Das Finalstadium ist die Elephanthiasis.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Nach einer genauen Untersuchung und Behandlung der Primärerkrankung beim sekundären Lymphödem ist die Komplexe Physikalische Entstauung (Komplexbehandlung) die wichtigste Massnahme. Diese besteht aus einer professionellen manuellen Lymphdrainage, der anschliessenden Kompression und der intensiven Hautpflege. Ergänzt wird diese Behandlung durch Bewegungstraining.
Selten erwähnte operative Methoden haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht und sind demzufolge in der internationalen Fachliteratur kontrovers diskutiert.
Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, ist die Therapie kontinuierlich erforderlich.