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Im Schatten des Vaters
«Ich bin in den Strassen von San Francisco aufgewachsen», erinnert sich Hosanna Wong. «Mein Vater war heroinabhängig und kämpfte für eine chinesische Gang. Er hatte Einschusslöcher an den Waden, weil er vor der Polizei weglaufen war. Er brach immer wieder irgendwo ein.»
Er lernte dann jedoch Jesus kennen, sein Leben wurde dadurch auf den Kopf gestellt. Er gründete eine Hilfsorganisation für Obdachlose, die auf den Strassen von San Francisco lebten und gegen eine Sucht kämpften. So weit, so gut...?
Der Verlust
Als Hosanna Wong 18 Jahre alt war, erkrankte ihr Vater an Krebs und verstarb. Ihr zwölfjähriger Bruder Elijah verschloss sich emotional komplett. «Ich versuchte ihm zu dienen, doch ich war schlecht darin.»
Alles, worüber er reden wollte, waren Superhelden. «Er war besessen von Comic-Büchern und Superhelden-Comics. Irgendwann wurde mir klar, dass Elijah sich nicht in meine Welt begeben würde. Ich musste in seine eintreten. Als Marvel anfing, all diese Filme herauszubringen, fuhr ich hin, trug ein Marvel-T-Shirt, wir trugen unsere T-Shirts zusammen, holten uns Popcorn und sahen uns die Filme an.»
Eines Tages fuhr Hosanna mit Elijah zu einem Baseballspiel der «San Francisco Giants». «Wir konnten nicht ins Stadion gehen, weil wir arm waren, aber wir liefen mit einem tragbaren Radio um die Sportstätte rum. Ich fragte Elijah, was er über Gott dachte. Und er sagte: 'Ich bin wütend.' Das war eine Menge Gefühl für ihn. Er hatte sich mir gegenüber noch nie so sehr geöffnet.»
Die Fragen
Er erzählte von dem, was er ohne seinen Vater vermisst und von den Fragen, die er an Gott hat. «Ich hatte die Antworten nicht. Ich wusste, dass ich ihm einfach nur zuhören und jedes seiner Gefühle bejahen und ihm zustimmen musste. Was wir gemeinsam hatten, war, dass ich auch nicht wusste, warum uns das passiert war. Ich war auch irgendwie wütend. Ich hatte auch Fragen. Doch wir konnten Gott gemeinsam fragen und versuchen, es gemeinsam herauszufinden.»
Es dauerte aber noch elf Jahre, bis Elijah zu Hosanna sagte, dass er diesen Frieden, den sie hat, auch haben will.
Die Lüge
Hosanna Wong erkannte: «Eine der Lügen, an die ich die meiste Zeit meines Lebens geglaubt habe, ist die Lüge, dass ich etwas Grosses tun muss, damit es wichtig ist. Eine weitere Lüge ist die, dass ich etwas Beeindruckendes tun muss, damit es wirkungsvoll ist. Ich glaube, ich habe diese Lüge geglaubt, weil mein Vater – als ich ein kleines Mädchen war – dieser eindrucksvolle Pastor mit einer verrückten Geschichte war.»
Doch sie erinnerte sich angesichts dieser Lügen daran, dass sie ihren Vater einmal gefragt hatte, wer ihn zu Jesus geführt hat. Sie dachte, dass sich eine spektakuläre Story dahinter verbarg. «Er erzählte mir, wie er von Haus zu Haus ging, um Staubsauger zu verkaufen und mehr Geld für Drogen zu bekommen. Er kam dabei mit einer über 60-jährigen Frau ins Gespräch. Er erzählte ihr von den Männern, die es auf ihn abgesehen hatten. Sie reagierte nicht schockiert, sondern hob stattdessen die Gemeinsamkeiten hervor, die sie hatten.»
Die ältere Dame sagte Hosannas Vater: «Ich habe auch versucht, eine Leere in meinem Leben zu füllen, und ich habe mich an die falschen Leute und die falschen Dinge gewandt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mein Leben jemals ändern könnte. Aber dann habe ich Jesus gefunden, und er ist die Antwort auf die Fragen von uns beiden.» Dadurch wurde sein Leben völlig verändert.
Die Wahrheit
Vor einigen Jahren packte Hosanna Wong ihre Koffer, um durch Spoken Word Poetry über Jesus zu sprechen. Sie rechnete mit einer dreimonatigen Tour, die sich dann aber über viereinhalb Jahre erstrecken sollte, in denen sie von Gästezimmer zu Gästezimmer, von Hotelzimmer zu Hotelzimmer, von einem Feldbett im Wohnzimmer zum nächsten Feldbett im Wohnzimmer zog.
«Diese Tournee öffnete mir die Augen und zeigte mir die Wahrheit, als ich mit all diesen Familien zu Abend ass, in ihren Gemeinden sprach und ein paar Tage blieb, um Teil ihrer Kleingruppen zu sein. Ich arbeitete über Konfessionen, Kulturen und Staatsgrenzen hinweg.»
Fühle man Druck auf den Schultern, dann komme das nicht von Gott, sagt Hosanna Wong. «Sein Wort gibt uns die Wahrheiten, die wir brauchen, um zu leben.»
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Datum: 24.06.2022
Autor: Jesus Calling / Daniel Gerber
Quelle: Jesus Calling / gekürzte Übersetzung: Jesus.ch