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Der Weg vom Zürichsee über den Etzel in Richtung Süden war schon den Pilgern auf dem Jakobsweg bekannt. So war der Etzelpass früher - neben der Schindellegi - der zweit wichtigste Zugang aus der Linthebene in
Richtung Sihlsee und den Raum Einsiedeln. Kein Wunder also, wurde beim Bezug des Reduits dem Etzel grösste Aufmerksamkeit geschenkt und der Übergang mit seinen Flanken massiv befestigt.

Baugeschichte der Sperrstelle
Mit Bezug des Reduits wurde die 7. Division in diesen Abschnitt befohlen. Mit dem Operationsbefehl vom Januar 1941 erhielt die Division vom 4. Armeekorps den folgenden Auftrag: "„Sperrt den Zugang zum
Wäggithal und deckt das obere Sihltal und den Raum von Einsiedeln mit Schwergewicht am Stützpunkt Etzel. Sperrlinie am Linthkanal und Sicherung am
oberen Zürichsee. Die bestehenden Stützpunkte sind auszunützen. Weitere Stützpunkte sind als Rückhalt für die bewegliche Verteidigung an den Höhen zwischen dem oberen Zürichsee und dem obern Sihltal
einzurichten“" In der Folge erliess der Divisionskommandant Hans Frick für die Kampfgruppe Etzel - bestehend aus dem Inf Rgt 33 - die Aufträge "- Verwehrt dem Gegner den Zugang in den Sihlseeraum
im Abschnitt Etzel- Übergang – Bühl; hält zu diesem Zweck die Linie Nordabfall des Etzel- Überganges und des Hohen Etzel – Bacheinschnitt von Bühl durch eine geschlossene und tief gegliederte Verteidigungsfront.
Der Etzelübergang selbst und die Kuppe des Hohen Etzel sind als geschlossene Stützpunkte durch Reserven zu halten. In der Beilage zu diesen Befehlen war noch eine Instruktion für die Kampfführung
der Divison enthalten. In dieser wurde festgehalten, dass im Raume Etzel eine durchgehende, tief gegliederte Verteidigung eingerichtet werden müsse, so dass der Gegner im schwierigen Gelände durch Infanteriefeuer
vor der Front zum Stehen gebracht werden könne.
Mit Bezug des Reduits im Sommer 1940 bis zum März 1941 waren erst wenige Strassensperren errichtet. Ab März 1941 wurden die Baukredite bewilligt, und es begann eine rege Bautätigkeit im Raum der 7. Division und
rund um den Etzel. Der Passübergang wurde geperrt mit zwei Panzerabwehrbunkern - ausgerüstet mit 24 mm Pz BK 38 - einer MG-Kavernen Batterie, sowie 4 Unterständen für die Aussenverteidigung. Das Vorfeld
wurde mit einer Reihe von GPH und Strassenbarrikaden verstärkt. Diese Anlagen waren bis Ende 1941 fertiggestellt.
Plan des MG Werks A7106 Etzel Ost
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Westlich des Etzelpasses klaffte zwischen Etzel Kulm und Büel befestigungsmässig jedoch eine Lücke, welche gegnerische Panzerkräfte geradezu einlud, hier den Pass zu umgehen. Mit zusätzlichen Kreditbegehren im
Februar 1942 wurden finanzielle Mittel beantragt, um die Lücke zu schliessen. Diese bestand aus neun Panzerabwehr- Bunkern - ausgerüstet mit IK - und einem Beobachterbunker. Die dazugehörende Tanksperre,
welche eine Länge von ca. 2 km umfasste, bestand aus einer Kombination von doppelten Höckersperren, Schienensperren, Tankmauern und Tankgraben.
Hindernis-Plan der Anlagen zwischen Bühl und Ragenau
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Neben den Kampfanlagen wurde zur artilleristischen Feuerleitung auf dem Etzel-Kulm von Ende 1942 bis Oktober 1943 noch ein Beobachterwerk erstellt. Dieses umfasste drei Beobachter- jedoch keine Kampfstände.
Plan des Beobachter-Werks A7107 Etzel Kulm
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Auch im Kalten Krieg wurden die Anlagen weiter genutzt. Mit den Jahren wurden die Werke wie überall umbewaffnet. Die PzBK 38 wurden ausgebaut und durch MG ersetzt, während die IK durch moderne 9 cm Pak ausgetauscht
wurden. Zur Verstärkung der Aussenverteidigung errichtete man noch Unterstände (U4, U22, ASU).
Die Sperren am Etzelpass heute
Mit Ende des Kalten Krieges kam auch das Ende für die Bunker rund um den Etzel. Sie wurden entklassifiziert und ausgeräumt. Im Herbst 1998 führte man beim Büel ein wohl einziartiges Rückbauprogramm durch. Hier wurden
alle 4 grossen Panzerabwehrbunker abgerissen, sämtliche Tankhindernisse abgebrochen oder aufgefüllt und die Landschaft in einen Zustand wie vor 1940 versetzt. Steht man heute beim Büel, erkennt man nirgends mehr,
dass hier einmal eine massive Verteidigungslinie stand. Einen solchen umfangreichen - und sicher sehr teuren Rückbau - haben wir bisher noch fast nirgends gesehen. Kein Wunder rechnet das VBS mit Rückbaukosten von
Milliarden, wenn die Landschaft überall wie hier wieder in seinen Ursprungszustand versetzt werden soll und alle Spuren von Befestigungen beseitigt werden.
Für die noch stehenden Anlagen sieht die Zukunft rosiger aus. Die beiden Bunker am Etzelpass (A7104 und A7105) und einige weitere wurden von der
Stiftung Schwyzer Festungswerke übernommen und wieder hergerichtet. Ein Kleinod ist dabei der Bunker A7104, welcher wieder über seine Originalbewaffnung - eine PzBK 38 - verfügt. Diese Bewaffnung ist heute
äusserst selten in einem Bunker anzutreffen, weswegen sich ein Besuch dieser Anlage besonders lohnt. Informationen zu Führungen sind auf der Homepage der Stiftung zu finden.
An dieser Stelle ein herzliches Danke an die Stiftung Schwyzer Festungswerke und im Besonderen dem Werkchef Didier Egger für seine Führungen durch die Anlagen rund um den Etzel.

Kapitel Hauptseite
T3605 und Bunker A7104
Bunker A7105
Beob Werk A7107
Eingang / Unterkunft
Beob Werk A7107
Stände / Infrastruktur
Anlagen Abschnitt
Ragenau
Anlagen Abschnitt
Enzenau
Bunker A7113