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Seit Jahren verläuft das Leben des Berner Lehrers Raimund Gregorius (Jeremy Irons) in festen Bahnen, ohne Inspiration. Doch eines Tages, auf dem Weg zur Schule, kann er eine junge Frau (Sarah Spale-Bühlmann) gerade noch davon abhalten, von der Kirchenfeldbrücke zu springen. Spontan nimmt er sie in seine Klasse mit. Doch die geheimnisvolle Fremde verschwindet so schnell, wie sie aufgetaucht ist, lässt nur ihren roten Mantel zurück. In dessen Tasche findet Raimund ein Buch, «Um ourives das palavras» (Ein Goldschmied der Worte), geschrieben von einem gewissen Amadeu Inácio de Almeida Prado - und ein Zugticket nach Lissabon.
Als Raimund am Bahnhof die junge Portugiesin nicht antrifft, steigt er selbst in den Zug ein und beginnt, das Buch zu lesen. Ein Foto des Autors zeigt einen jungen Mann mit melancholischem Blick. Dessen leidenschaftliche Worte sprechen Raimund aus der Seele und lassen ihn nicht mehr los.
In Lissabon macht Raimund das Haus des Arztes Amadeu Prado ausfindig. Dessen Schwester Adriana (Charlotte Rampling) behauptet, Amadeu sei nicht zu Hause. Doch Raimund bringt in Erfahrung, dass der Bruder bereits vor über 30 Jahren gestorben ist - am Tag der Nelkenrevolution, welche die Diktatur in Portugal beendete.
Endlich treibt Raimund wieder etwas an: Er will wissen, wer dieser Amadeu war. Die Augenärztin Mariana (Martina Gedeck), die er wegen seiner zerbrochenen Brille aufsucht, macht ihn mit ihrem Onkel, einem ehemaligen Widerstandskämpfer, bekannt. Und von Pater Bartolomeu (Christopher Lee), vor über vierzig Jahren Amadeus Lehrer, erfährt Raimund, wie Amadeu schon als Schüler mit brillantem Freigeist das Establishment brüskierte.
Raimunds Wunsch, in Amadeus kurzes, aber intensives Lebens einzutauchen, wird immer stärker. Nach und nach enthüllt er die ganze tragische Geschichte: diejenige zweier ehemals bester Freunde, die im politischen Untergrund zu Nebenbuhlern um die Gunst einer ebenso klugen wie schönen Widerstandskämpferin (Mélanie Laurent) wurden.
Sendeplatz
Mittwoch um 20:00 Uhr auf SRF zwei