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Weinanbau gab es im Piemont schon, als der ligurisch-keltische Stamm der Tauriner in dieser Gegend lebte. Ihm verdankt die Hauptstadt Turin übrigens ihren Namen gaben. Die alten Römer kannten zwar bereits Weine aus dem Piemont, doch Plinius der Ältere (23-79) hat in seiner Aufstellung der besten (antiken) Weine keinen einzigen aus dieser Region erwähnt. Im Mittelalter hingegen wurden die Weine von Minnesängern für ihre ausgezeichnete Qualität gerühmt. Viele Jahrhunderte stand das Piemont unter französischem Einfluss, und das wirkte sich natürlich auch auf den Weinbau aus.
Obwohl das Weinbauzentrum des Piemont im Umkreis der Städte Alba und Asti auf dem selben Breitengrad liegt wie das französische Bordeauxgebiet, herrscht hier ein gänzlich anderes Klima: Kurze, trockene Sommer, lange Herbste und für Italien ungewöhnlich kalte Winter sorgen dafür, dass Weinreben v. a. dort wachsen, wo Flussläufe für moderate Bedingungen sorgen oder geschützte Südhänge es erlauben, die Sonneneinstrahlung optimal zu nutzen.
Die Böden dieser zentralen Hügellandschaft wurden im Tertiär gebildet, als das Piemont noch eine Meeresbuchtung der Adria war. Maritime Sedimente – vorwiegend Mergel und Kalk – auf festem Sandsteinsockel bilden die vorherrschenden Formationen, die reich an Spurenelementen wie Eisen, Phosphor, Mangan und Magnesium sind. Während in der Langha graublaue bis gelb-braune Mergel vorherrschen, sind es im Roero, am linken Ufer des Flusses Tanaro, Schotterablagerungen auf felsigem Untergrund.