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Die Flussblindheit (Onchozerkose) ist eine chronische Erkrankung, die durch den Fadenwurm Onchocerca volvulus hervorgerufen wird. Die Erkrankung kommt vor allem in Afrika sowie vereinzelt in Zentral- und Südamerika vor.
Die Fadenwürmer werden durch den Stich der tagaktiven Kriebelmücke, die in der Nähe von Flüssen brütet, auf den Menschen übertragen. Die Larven entwickeln sich dann nach mehreren Monaten im Menschen zu geschlechtsreifen Würmern. Diese nisten sich bevorzugt im Unterhautgewebe ein und führen so zur Bildung von typischen Hautknoten: den sogenannten Onchozerkomen.
Die Larven der Fadenwürmer können sich im Körper ausbreiten, indem sie die Hautschichten entlangwandern. So gelangen sie auch nach Jahren ins Auge, wo sie unbehandelt zur Erblindung führen können. Durch eine Therapie mit dem Wirkstoff Ivermectin lässt sich der Larvenbefall erheblich verringern und die Flussblindheit dadurch aufhalten.
Die Flussblindheit (Onchozerkose) ist eine Fadenwurm-Erkrankung, die zur Erblindung führen kann. Weltweit sind etwa 17 Millionen Menschen von der Flussblindheit betroffen, 99 Prozent der Fälle treten dabei in Afrika auf sowie vereinzelt auch im Jemen und in sechs Ländern Zentral- und Südamerikas.
Auslöser der Flussblindheit ist die Fadenwurm-Art Onchocerca volvulus. Mediziner bezeichnen Fadenwürmer als Filarien – Erkrankungen durch Filarien heissen deshalb auch Filariosen. Filariosen können bei Menschen und Tieren auftreten. Der Fadenwurm Onchocerca volvulus wird durch den Stich der Kriebelmücke (Simulium) auf den Menschen übertragen.
Erreger der Flussblindheit (Onchozerkose) ist der Fadenwurm Onchocerca volvulus. Der ausgewachsene weibliche Fadenwurm erreicht im Durchschnitt eine Länge von 30 bis 40 Zentimetern. Der ausgewachsene männliche Fadenwurm wird lediglich 2 bis 7 Zentimeter lang. Die Larven (Mikrofilarien) von Onchocerca volvulus sind mit etwa 0,3 Millimeter Länge sehr klein. Sowohl die ausgewachsenen Würmer als auch die Mikrofilarien können im Körper über zehn Jahre lang überleben.
Die Flussblindheit wird durch den Stich der tagaktiven Kriebelmücke Simulium übertragen. Diese kann sich nur in schnell fliessenden, sauerstoffreichen Gewässern entwickeln. Die Erkrankung entsteht deshalb vor allem in Flussnähe, was zu der umgangssprachlichen Bezeichnung Flussblindheit geführt hat. Die mit Fadenwürmern (Filarien) infizierte Kriebelmücke gibt beim Blutsaugen Larven des Parasiten ab, die durch die Haut in das Bindegewebe des Menschen gelangen. Innerhalb von 3 bis 15 Monaten werden die Larven geschlechtsreif. Die ausgewachsenen Würmer lagern sich bevorzugt knäuelartig aufgewunden im Unterhautbindegewebe ab. Dabei entstehen schmerzlose Knoten (sog. Onchozerkome) in der Haut, die mehrere Zentimeter gross sein können und von einer bindegewebigen Kapsel umgeben sind. Ein einzelnes ausgewachsenes Weibchen kann täglich Hunderte von Wurmlarven (Mikrofilarien) «gebären». Diese bewegen sich, oftmals von aussen gut sichtbar, im Unterhautgewebe und in den Lymphgefässen der Haut. Über Letztere können sie nach Jahren bis in die Hornhaut des Auges gelangen.
Von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) vergeht im Durchschnitt ein Jahr, manchmal auch mehr. Die Inkubationszeit endet mit dem Auftreten der ersten Mikrofilarien.
Bei der Flussblindheit (Onchozerkose) entstehen die Symptome weniger durch den Parasiten selbst, als vielmehr durch die Abwehrreaktionen des Immunsystems. Die Symptome variieren deshalb abhängig davon, wie stark der Befall ist und wie gut die Abwehrkräfte des Einzelnen sind.
Erster Hinweis auf eine Flussblindheit ist ein flüchtiger Hautausschlag mit juckenden Knötchen. Typisch für die Flussblindheit sind die mehrere Zentimeter grossen, meist schmerzlosen Hautknoten: die sogenannten Onchozerkome. In ihnen befinden sich die ausgewachsenen Fadenwürmer. Als Folge der Onchozerkome können sich die Lymphgefässe entzünden und gelegentlich Lymphödeme entstehen. Ein lang anhaltender Befall schädigt die Haut: Sie verliert an Elastizität und weist Pigmentstörungen auf. Wandern die Wurmlarven (Mikrofilarien) nach einigen Jahren ins Auge, besteht die Gefahr einer Bindehaut- oder Hornhautentzündung, die schliesslich zur Erblindung führen kann.
Um bei einer Flussblindheit (Onchozerkose) die Diagnose zu stellen, entnimmt der Arzt eine kleine Hautprobe, sogenannte Skin-snips (engl. skin = Haut, snip = Schnitt), die er in Kochsalzlösung legt. Betrachtet man diese unter dem Mikroskop, kann man sehen, wie innerhalb weniger Minuten durchschnittlich ein Dutzend Mikrofilarien aus dem Hautstück austreten. Alternativ kann der Arzt zur Diagnose einen der Hautknoten (sog. Onchozerkom) entfernen, um ausgewachsene Fadenwürmer nachzuweisen. Ist das Auge bereits von der Flussblindheit betroffen, sind im Auge die Wurmlarven (Mikrofilarien) mithilfe einer Spaltlampe erkennbar.
Bei der Flussblindheit (Onchozerkose) setzt der Arzt zur Therapie den Wirkstoff Ivermectin ein, bei dem er die Dosis nur langsam steigert. Der Wirkstoff bekämpft nicht die ausgewachsenen Fadenwürmer, sondern die zahlreichen Wurmlarven (Mikrofilarien), die sich im Körper befinden. Durch die Therapie mit Ivermectin sterben die Larven ab und setzen dabei grosse Mengen an bestimmten Eiweissen frei, auf die das Immunsystem stark reagiert. Unbehandelt entsteht dadurch in der Regel bei den Betroffenen durch massive allergieähnliche Reaktionen ein unerträglicher Juckreiz oder sogar ein lebensbedrohlicher allergischer Schock. Aus diesem Grund setzt der Arzt in der Therapie normalerweise zusätzliche Medikamente ein, die entweder die allergieähnliche Reaktion mildern (Antihistaminika) oder die Entzündungsreaktion abschwächen (Kortikoide, z.B. Kortison). Die wurmhaltigen Hautknoten (Onchozerkome) lassen sich chirurgisch entfernen, damit weniger ausgewachsene Würmer neue Mikrofilarien produzieren.
Da Ivermectin nur die Larven, nicht jedoch die ausgewachsenen Würmer abtötet, kann man die Erkrankung so zurzeit zwar stoppen, nicht jedoch heilen. Abhilfe bietet möglicherweise in der Zukunft der Wirkstoff Moxidectin, der die ausgewachsenen Würmer angreift. Kombiniert mit Ivermectin wäre die Onchozerkose daher unter Umständen heilbar. Moxidectin ist jedoch momentan noch nicht für den Menschen zugelassen und befindet sich in Phase III des Zulassungsverfahrens. Schätzungen zufolge ist eine Zulassung des Wirkstoffs für den Menschen ab 2014 möglich. Bisher wendet man Moxidectin nur bei Tieren an.
Eine Flussblindheit (Onchozerkose) entwickelt sich etwa 3 bis 15 Monate nachdem die Larven der Fadenwurm-Art Onchocerca volvulus über Kriebelmücken auf den Menschen übertragen wurden. Unbehandelt kann der Parasitenbefall im Verlauf zur Erblindung führen.
Als erstes Anzeichen einer Flussblindheit entwickeln sich in der Regel schmerzlose Knoten (Onchozerkome) in der Unterhaut, welche ausgewachsene Fadenwürmer enthalten. Diese produzieren massenhaft Larven (sog. Mikrofilarien), die sich in der Haut verbreiten. Anfangs sind vor allem die Füsse und Beine betroffen, nach mehreren Jahren wandern die Mikrofilarien über die Hautschicht in obere Körperregionen, mitunter auch in den Kopf und in die Augen. Abgestorbene Mikrofilarien lösen in den Augen schliesslich entzündliche Reaktionen aus, die das Auge erblinden lassen. Bis zur totalen Erblindung können mehrere Jahrzehnte vergehen. Rechtzeitig behandelt kann man die Erkrankung stoppen, nicht jedoch heilen.
Einer Flussblindheit (Onchozerkose) können Sie nur indirekt vorbeugen, indem Sie sich in von der Erkrankung betroffenen Ländern vor Mückenstichen schützen. Hierzu empfiehlt es sich, langärmelige Hemden und lange Hosen zu tragen. Schlafen Sie nachts unter einem Mückennetz und verwenden Sie tags und nachts Mückenabwehrmittel. Halten Sie sich für längere Zeit in einem Onchozerkose-Gebiet auf (z.B. aus beruflichen Gründen), kann Ihnen Ihr Arzt zur Vorbeugung den Wirkstoff Ivermectin verschreiben.