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<h2>InitialSituation<h2><h2 class="Titel_d"><strong>Medienmitteilung des Bundesrates vom 09.06.2023</strong></h2><p class="Standard_d"><strong>Bundesrat verabschiedet den Bericht Lagebeurteilung Beziehungen Schweiz–EU</strong></p><p class="Standard_d"><strong>An seiner Sitzung vom 9. Juni 2023 hat der Bundesrat den Bericht über die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union definitiv verabschiedet und der Bundesversammlung übermittelt. Der Bericht war im Dezember 2022 beraten und unter Vorbehalt der Ergebnisse der Konsultation der Aussenpolitischen Kommissionen verabschiedet worden.</strong></p><p class="Standard_d">Der Bericht «Lagebeurteilung Beziehungen Schweiz–EU» enthält eine Auslegeordnung der bestehenden bilateralen Beziehungen mit der EU, eine Standortbestimmung zur Europapolitik und einen Ausblick. Er kommt zum Schluss, dass der bilaterale Weg für die Schweiz weiterhin die vorteilhafteste Lösung ist. Der Entwurf wurde bereits nach der Bundesratssitzung vom 9. Dezember 2022 publiziert.</p><p class="Standard_d">Die Aussenpolitischen Kommissionen (APK) der eidgenössischen Räte berieten den Entwurf an ihren Sitzungen im Januar und Februar. Der Bundesrat hat die Konsultationsergebnisse bei der Erstellung der definitiven Fassung des Berichtes berücksichtigt. Mit der Konsultation trug der Bundesrat dem Wunsch des Parlaments Rechnung, enger in die Europapolitik eingebunden zu werden. Im Anschluss an die heutige Bundesratssitzung wurde die definitive Fassung der Bundesversammlung übermittelt.</p><p class="Standard_d">Der Bundesrat lässt gegenwärtig die Eckwerte eines Verhandlungsmandats erarbeiten. Gleichzeitig setzt er die Gespräche mit der EU fort, mit dem Ziel, die gemeinsame Basis im Hinblick auf Verhandlungen zu finalisieren. Er wird bei den anstehenden europapolitischen Schritten wie bis anhin eng mit den Aussenpolitischen Kommissionen der Bundesversammlung zusammenarbeiten.</p><p>&nbsp;</p><p><a href="https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/79359.pdf">Bericht</a></p><h2>Proceedings<h2><h4 class="SDA_Meldung_d">SDA-Meldung</h4><h3 class="Debatte_sda_linksbündig_d"><span style="color:#221E1F;"><strong>Debatte im Nationalrat, 28.09.2023</strong></span></h3><p class="Standard_d"><strong>Mehrheit des Nationalrats will mehr Tempo im EU-Dossier</strong><br><strong>Der Nationalrat hat am Donnerstag den den Bericht des Bundesrats zum Stand der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU diskutiert und zur Kenntnis genommen. Obwohl der Bericht inhaltlich wenig Neues brachte, entwickelte sich wenige Wochen vor den Wahlen eine lebhafte Debatte. Mit Ausnahme der SVP forderten alle Parteien vom Bundesrat mehr Tempo im Europadossier.</strong></p><p class="Standard_d">Der Inhalt des Berichts war schon seit vergangenem Dezember bekannt. Es handelt sich um eine Auslegeordnung. Der Bericht zieht eine Zwischenbilanz des bilateralen Wegs und evaluiert die gegenwärtigen europapolitischen Handlungsoptionen der Schweiz.</p><p class="Standard_d">Zur Diskussion standen die Optionen einer reinen Freihandelsbeziehung, der Fortsetzung des bilateralen Wegs, eines EWR-Beitritts oder eines EU-Beitritt.</p><p class="Standard_d">&nbsp;</p><p class="Standard_d">"Ausloten, was machbar ist"</p><p class="Standard_d">Der Bundesrat kommt dabei zum Schluss, dass der bilaterale Weg für die Schweiz weiterhin die beste Lösung sei. Allerdings könne man diesen nur weiter beschreiten, wenn die EU dazu bereit sei, sagte Aussenminister Ignazio Cassis in Rat. Und sie mache eine Weiterentwicklung von der Klärung institutioneller Abkommen abhängig.</p><p class="Standard_d">Neue Angaben zum Stand der Sondierungsgespräche mit Brüssel machte Cassis nicht. Es gehe darum, auszuloten, was politisch machbar sei.</p><p class="Standard_d">Nach dem Scheitern des Rahmenabkommens sei aus Sicht seiner Fraktion ein Beitritt zum EWR der "goldene Schlüssel" zu Europa, sagte Roland Fischer (GLP/LU) namens seiner Fraktion. Der bilaterale Weg hingegen erweise sich immer mehr als Sackgasse.</p><p class="Standard_d">Fischer warf dem Bundesrat vor, in den Verhandlungen mit Brüssel zu passiv vorzugehen und zu nachgiebig zu sein gegenüber den Partikularinteressen einzelner Wirtschaftsverbände und der Gewerkschaften. "Die Schweiz gehört zu Europa, ohne wenn und aber", schloss er sein Votum.</p><p class="Standard_d">&nbsp;</p><p class="Standard_d">"Uns läuft die Zeit davon"</p><p class="Standard_d">Hans-Peter Portmann (FDP/ZH) verwies auf die volkswirtschaftlichen Kosten, falls es nicht zu einer Einigung mit der EU komme - und die zunehmende geopolitische Blockbildung. In dieser Lage brauche es "sektorielle und bilaterale" Zusammenarbeit mit Partnern weltweit. Portmann beklagte, dass es zum Stand der Sondierungsgespräche mit Brüssel noch immer viele Unklarheiten gebe: "Es sind Fragen über Fragen, und dabei läuft uns inzwischen die Zeit davon."</p><p class="Standard_d">Der Brexit habe Grossbritannien in eine Krise gestürzt, sagte Nicolas Walder (GE) namens der Grünen. Es sei vor diesem Hintergrund bedauerlich, dass der Bundesrat einen EWR- oder EU-Beitritt nicht sorgfältiger geprüft habe. Walder forderte den Bundesrat auf, schnell ein Mandat für Verhandlungen mit der EU zu verabschieden.</p><p class="Standard_d">&nbsp;</p><p class="Standard_d">Nachteile des Status quo</p><p class="Standard_d">Wie die Landesregierung sehe auch die Mitte-Fraktion die Bilateralen nach wie vor als Königsweg, sagte Elisabeth Schneider-Schneiter (BL). Der Status quo sei aber keine Option, denn er bedeute die langsame Erosion der Bilateralen. Der Bundesrat müsse sich zusammenraufen und Lösungen finden. Dies sei vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs umso wichtiger, teilten die EU und die Schweiz doch grundlegende Werte.</p><p class="Standard_d">Ohne eine institutionelle Lösung mit der EU könne die Schweiz immer weniger am Binnenmarkt teilnehmen, sagte Claudia Friedl (SP/SG). Das sei schädlich für die Wirtschaft. Und dass die Schweiz an EU-Programmen nicht mehr teilnehmen könne, schade namentlich der Wissenschaft. Was der Bundesrat seit dem Abbruch der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen erreicht habe, sei schlicht zu wenig. Auch Friedl forderte ein Verhandlungsmandat bis spätestens Ende Jahr.</p><p class="Standard_d">&nbsp;</p><p class="Standard_d">"Alter Wein in neuen Schläuchen"</p><p class="Standard_d">"Hören wir auf, den Leuten Unwahrheiten zu erzählen", sagte dagegen Roger Köppel (SVP/ZH). Die vom Bundesrat angestrebten sektoriellen Abkommen seien alter Wein in neuen Schläuchen. Wie beim Rahmenabkommen seien darin fremde Gesetzgeber, fremde Richter und ein Verlust an Unabhängigkeit enthalten. Köppel forderte stattdessen eine Rückbesinnung auf die Selbstbestimmung der Schweiz.</p><p class="Standard_d">&nbsp;</p><h3 class="Debatte_sda_linksbündig_d"><strong>Debatte im Ständerat, 28.09.2023</strong></h3><p class="Standard_d">Kenntnisnahme</p>