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Tagesbericht vom 07.11.2002
Uns gefällt es in Guatemala und anderen Schweizern anscheinend auch. Als wir vom Hotel wegfahren wollen, sagt uns jemand: „Guete Tag.“ Es ist der Chef unseres Hotels ‚Camino Real'. Er ist Schweizer, seit sechsunddreissig Jahren hier, mit einer Schweizerin, geborene Gantenbein aus Grabs, Kanton St. Gallen, verheiratet. Vielleicht liest meine Schulkollegin Rosmarie diese Zeilen. Ja, Herr Sperisen behauptet, seine Frau sei verwandt mit Dir!
Tikal ist eine Maya Ruinenstadt, versteckt im tropischen Regenwald. Affen tanzen und grölen hoch oben in den Baumwipfeln, ganze Tapir-Familien rennen am Boden herum, Vögel zirpen in der Luft. Die Ruinen sind nur teilweise restauriert. Viele Konstruktionen lassen sich unter den vom Urwald überwucherten Hügeln vermuten.
Da wir bereits mehrere solche Stätte besucht haben, wissen wir – auch ohne Führung – worauf wir achten müssen. Zudem glauben wir, mehr oder weniger zu wissen, was die verschiedenen Gebäude für eine Bedeutung haben. Interessant ist, dass die Tempel in Tikal viel steilere Wände haben als die Gebäude, die wir bis jetzt gesehen haben. Die Akropolis von Tikal umfasst mehrere Gebäude, die dem Wohnen und nicht nur religiösen Zwecken dienten.
Um 14:00 Uhr ziehen wir weiter. Zuvor kleben wir Sir James noch einen Sticker mit der Aufschrift ‚Guatemala' auf. Unsere nächste Station heisst 'Flores'. Flores ist eine ganz kleine Insel (wir schätzen, etwa 0,2 Quadratkilometer gross) im ‚Lago de Peten Itza' gelegen. Sie ist von der Nachbarstadt Santa Elena über eine vierhundert Meter lange Dammstrasse erreichbar. Flores ist heute vor allem eine Touristenattraktion. Es gibt viele kleine Hotels und hübsche Restaurants. Die Wände der Häuser sind bunt, die engen Pflastersteinstrassen sind sauber. Flores finden wir richtig charmant. Wir kurven mit Sir James drei Mal durch die engen Einbahnstrassen rund um die Insel und steigen dann an Position Nord 16° 55' 45.8“ und West 89° 53' 34.4“ im Hotel Peten ab. Aus unserem Zimmer geniessen wir den Blick durch Kokospalmen auf den See. Wenn das keine Ferien sind!
Dann statten wir Santa Elena einen Besuch ab. Leider ist diese Stadt nicht so schön wie ihr Name. Auf einer Bank beziehen wir zu Lasten der Kreditkarte Quetzals (so heisst die Währung in Guatemala). Den Wechselkurs zum Schweizer Franken? Nein, davon habe er keine Ahnung, meint der freundliche Schalterbeamte. 1 US$ entspricht etwa 7.50 Quetzals. Als Tourist braucht man in Guatemala nur für kleinere Ausgaben die Landeswährung. An allen Touristenorten, in den besseren Restaurants und Hotels werden entweder Kreditkarten akzeptiert oder man kann mit US Dollars bezahlen. Selbstverständlich erhält man dabei nicht immer den besten Kurs. Das ist aber immer noch besser, als später zu viele Quetzals zu haben. Guatemala verbietet sowohl die Ein- als auch die Ausfuhr seiner Währung.