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Obergoms im Oberwallis
Zum Oberwallis zählt man heute in der Regel den deutschsprachigen Abschnitt des Rhontetals flussaufwärts östlich von Sierre (Siders, 533 m ü.M.). In historischen Zeit wurde auch noch Sitten (Sion, 491 m ü.M.) aus politischen und sprachlichen Gründen zum Oberwallis gezählt.
Zur Tourismusregion Obergoms gehören allen Gemeinden östlich von Fiesch (1'049 m ü.M.). Der Sitz der Tourismusregion befindet sich im Münster (1'390 m ü.M., Gemeinde Goms).
Zur politischen Gemeinde Obergoms zählen die drei Gemeinden Oberwald (mit Unterwassern, 1'377 m ü.M.), Obergesteln (1'355 m ü.M.) und Ulrichen (1'346 m ü.M.). Die Verwaltung der Gemeinde Obergoms befindet sich in Obergesteln. Die politische Gemeinde Goms mit Sitz in Gluringen (1'336 m ü.M.) umfasst alle 13 Gemeinden von Niederwald (1'251 m ü.M.) und bis hinauf nach Geschinen (1'351 m ü.M.) .
Das Obergoms ist während den Sommermonaten über Alpenpässe Grimsel (aus Richtung Meiringen BE), Furka (aus Richtung Andermatt UR) und Nufenen (aus Richtung Airolo TI) erreichbar. Ganzjährig führt die Kantonsstrasse von Brig (mit Autoverlad Lötschberg aus/in Richtung Kandersteg - Bern) über Fiesch bis nach Oberwald. Diese Strassenverbindung kann temporär wegen Lawinengefahr gesperrt werden.
In Oberwald besteht die Möglichkeit des Autoverlads durch den Furka-Basistunnel nach Realp UR (in Richtung Andermatt - Altdorf bzw. in den Wintermonaten über den Oberalppass in Richtung Sedrun - Chur). Mit den Autozügen werden verschiedene Arten von Motorfahrzeugen (Auto, Motorrad, Cars und LKW bis zu einer vorgegebenen Eckhöhe) transportiert.
In einem Zukunftsprojekt wird von einem Initiativ-Komitee das Projekt Grimseltunnel vorangetrieben, welcher künftig von Innertkirchen (Kanton Bern) nach Oberwald (Kanton Wallis) führen soll. Der Bahn-Teil zur Finanzierung des Grimseltunnels soll in denAusbauschritt 2030/35 des Bundes aufgenommen werden. Die Realisierung dieser Projektidee ist gegenwärtig noch ungewiss.
Klima im Wallis
Das Wallis gehört zu den trockensten Gebieten der Schweiz. Das Rhonetal im Wallis ist in alle Himmelsrichtungen von hohen Gebirgen umgegeben. 45 der 48 Viertausender der Schweiz stehen ganz oder teilweise auf dem Gebiet des Kantons Wallis. Das Haupttal liegt immer im Regenschatten der verschiedenen Windströmungen. Für ergiebige Niederschläge können die Wärmegewitter in den Sommermonaten sorgen. Die Wetterstation von MeteoSchweiz in Sion hat von 1881 bis 2010 durchschnittlich nur 603 mm Niederschlag pro Jahr gemessen.
Ein Spitzenwert erreichte in derselben Zeitspanne Lugano mit 1'559 mm N./J.; Samaden im Engadin brachte es auf 1'011 mm Niederschlag pro Jahr. Sion wartet mit einem Spitzenwert bei Sonnenscheindauer auf. In der Hauptstadt des Kantons Wallis wurden von 1881 bis 2010 durchschnittlich 2'093 Std. Sonnenschein aufgezeichnet. Lugano brachte es auf 2'067 Std. und Samaden auf 1'733 Std.
Ein Blick auf die täglichen Wettervorhersagen zeigt, dass für das Wallis ab und zu wesentlich schöneres Wetter vorhergesagt wird als für die restlichen Landesteile in der Schweiz.
Auswirkungen des Klimawandels
Metorologen gehen davon aus, dass die Klimaänderung einen Einfluss auf die Naturgefahrensituation in den Gebirgsregion wie dem Wallis hat und langfristig zu einer mit Naturereignissen verbunden Risiken (Murgänge, Rutschungen, Berg- und Felstürze usw.) zunehmen werden. Die Veränderung der Niederschlagsmuster, die Verschiebung der Permafrostgrenzen sowie das Abschmelzen der Gletscher werden die Naturgefahrensituation an vielen Orten im Gebirge nachhaltig beeinflussen. Das Zusammenwirken der verschiedenen Einflussfaktoren auf die lokale Gefahrensituation ist vielschichtig und die Zusammenhängen oft schwierig erkennbar. Für jede einzelne Gefahrenstelle muss daher eine separate Risikoanalyse veranlasst werden.
Tourismus
Der Tourismus ist neben der Landwirtschaft der wichtigste Erwerbsektor im Obergoms. Im Obergoms vereinen sich die Schönheiten einer unberührten Naturlandschaft mit einer von Menschen gestalteten Kulturlandschaft.
Im Sommer sind vor allem Wanderungen und Fahrradtouren bei den Besucherinnen und Besuchern aus allen Altersgruppen sehr beliebt.
Im Winter bieten die Talebenen Raum für ein ein Langlaufparadies. In der Region Münster und Reckingen gibt es auch Skilifte, welche für Familien mit Kinder ideal sind. Luftseilbahnen, welche Schneesportler in grosse Höhen bringen und Pisten, welche von dort hinunter ins ins Tal führen, kann das Obergoms nicht anbieten.
Eine touristisch attraktive Kulturlandschaft wäre ohne die Arbeit der Bauern undenkbar. Die regelmässige Nutzung der alpinen Graslandschaft verhindert das Verbuschen (Verganden) der auch für das Auge reizvollen landwirtschaftlich bearbeiten Berglandschaft. Der regelmässige Schnitt der alpinen Matten fördert die Artenvielfalt. Besonders empfindliche Ökosysteme wie die alpinen Auen- und Moorlandschaften werden von den Bergbauern so weit als möglich geschont oder von den kantonalen bzw. nationalen Behörden unter Schutz gestellt.
Das flache Gelände eignet sich bestens für Velotouren oder gemütliche Wanderungen. Im Winter werden sie gerne von Langläuferinnen und Langläufern genutzt, welche über die gespurten Loipen gleiten. Der Flugplatz bei Münster wird von den Segelfliegern genutzt. Das Militär hat sich von den Flugplätzen im Goms zurückgezogen.
Die Obergommer Gemeinden haben bei ihrer Entwicklung besonders auf ein intaktes Dorfbild geachtet. Die zahlreichen Neubauten mit ihren Ferienwohnungen haben sich dem ursprünglichen Baustil dieser Gegend angepasst.
Ein Walliserhaus ist ein Blockhaus, welche auf einem gemauerten Fundament steht.
Gebäude vom Typ "Walserhaus" sind Häuser, welche von die aus dem Oberwallis ausgewanderten Volksgruppe, den Walsern, in ihrer neuen Heimat errichtet wurden. Die Erbauer von Walserhäusern liessen sich von einer Bautechnik leiten, welche schon im Mittelalter im Obergoms gepflegt wurde. Je nach Region unterschieden die Häuser der einzelnen Haustypen in zahlreichen, vom lokalen Gegebenheiten inspirierten Details.
Naturlandschaften als touristisches Potenzial
Auf dem Gebiet der Gemeinde Obergoms befinden sich geschützte Auengebiete von nationaler Bedeutung wie die alpinen Auengebiete Gletschboden / Rhonegletscher bei Gletsch, Schweif im Geretal und Sand bei Oberwald.
Die Moorgebiete im Bärfel sowie auf der Blasestafel wurden ins Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung aufgenommen. Daneben wurden einige Areal wie die Flachmoore beim Mutterseewji oder auf dem Nassbode nach kantonalem Recht geschützt.
Die meisten geschützten Flachmoore befinden sich auf sehr kleinen Geländeflächen. Das Naturschutzgebiet auf dem Nassbode ist lediglich 1,2 ha gross, was der Fläche eines Quadrats mit Seitenlängen von ca. 110 m entspricht.
Wölfe und Bären im Goms
Wölfe sind bereits heute wieder in weiten Teil des Kantons Wallis verbreitet. Ab und zu wagen sie sich auch hinauf ins Goms. Möglicherweise halten sich häufiger Wölfe im Goms auf als es die allgmeine Öffentlichkeit erfährt. Die Alpenübergänge Oberalp und Furka eignen sich bestens für Ausflüge der aus der Calanda-Population abstammenden Rudel und Einzeltiere. Ausserdem bildete sich 2018/19 in der Region Sierre - Leuk ein weiteres Wolfsrudel im Kanton Wallis, welches von einer italienischen Population abstammt.
Im Urserental im angrenzenden Kanton Uri beklagen sich Schafhalter schon seit langem über unerwünschten Wolfsbesuch.
Im Juni 2019 hat offenbar der wanderfreudige, aber menschenscheue Bär M29 dem Wallis einen Besuch abgestattet.