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"Schleudertrauma"
(Der Begriff ist zwar eingebürgert, aber eigentlich nicht richtig.)
Bei der überheftigen Beschleunigung des Körpers wird der Rumpfs unter dem Kopf weggerissen.
Dabei können Gewebs-Strukturen beschädigt, zerrissen werden, können Blutergüsse entstehen.
Untersucht wurde das Phänomen zuerst bei Opfern von Auffahrunfällen in einer Zeit vor den Kopfstützen in den Autos.
Die biologischen Schäden sind die gleichen wie bei anderen Schädel-Hirn-Traumen:
- Schäden des Bewegungsapparates, speziell des Halses, der Halswirbelsäule und deren Muskulatur
- Schäden des Nervengewebes, des Hirns
Sowohl Wirbelsäulen- und Hirn-Schäden heilen je nach betroffener Region besser oder schlechter.
Im Hirn sind vorallem die Schäden im tiefen, anatomisch zentral gelegenen Stammhirn unerfreulich: Dort sind die Regenerationsmöglichkeiten beschränkt, die Funktionen nicht leicht ersetzbar.
Das Grosshirn hat im Gegensatz dazu eine grosse Flexibilität, kann neu lernen, kann Schäden kompensieren.
In den tiefen Hirnbereichen sind Funktionen wie Konzentrationsfähigkeit, Wachheit lokalisiert.
Nach einem 'Schleudertrauma' ist das Dokumentieren der unmittelbaren Symptome und Schäden juristisch wichtig.
Dabei besteht eine gewisse Gefahr der Verängstigung der Verletzten.
Gegen die Angst ist wichtig zu wissen: In der Statistik der SUVA verlaufen weitaus die Mehrzahl der Schleudertraumen harmlos! Nur 1% sind schwere Forme und diese zeigen sich durch eine unmittelbare Symptomatik.
Therapie
Therapeutische Möglichkeiten ..
- Frühphase:
- Spätphase
- ruhiges, ausdauerndes neu Eintrainieren von allenfalls verlorenen geistigen Fertigkeiten
- Nach Abklingen der Zerrungen langsam zunehmendes Muskeltraining der Halswirbelsäule.
- Bei den ganz schweren Fällen mit Instabilität von Wirbelsegmenten ist es möglich, dass orthopädisch stabilisierende Massnahmen indiziert sind.
Brisanz
Gesellschaftliche Relevanz des Themas ergibt sich aus der den langen juristischen Streitereien zwischen Versicherungen und Opfern um die schwierig nachzuweisenden Schäden.
Die fehlende Anerkennung der Schäden, aber auch die öffentliche Einschätzung der Verletzung als 'immer verheerend' haben zusätzlich ungünstige psychologische Wirkungen.
In der Praxis geht es darum den therapeutischen Handlungsspielraum möglichst auszunützen.
Lektüre
- Schönbucher Peter: Das cervicocephale Beschleunigungstrauma in der Statistik der SUVA, Dissertation 1990