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Vitamine sind für HIV-Patienten gesund
Die Einnahme von Vitaminpräparaten durch gesunde, normal ernährte Personen ist von umstrittenem Nutzen. Bei HIV-infizierten Personen sind sie aber vielleicht sinnvoll.
S. Jiamton et al. veröffentlichten in der Ausgabe von AIDS 2003; 17(17):2461-2469 eine randomisierte, placebokontrollierte doppelblinde Studie mit 481 thailändischen HIV -Patienten, wo sie den Einfluss von Multivitaminpräparaten auf den Verlauf der HIV-Erkrankung untersuchten. Alle Patienten durften in den 30 Tagen vor Screening keine antiretrovirale Therapie einnehmen. Zehn gaben aber die Einnahme von AZT während der Studie zu, jeweils 5 in der Placebo und 5 in der Multivitamingruppe. Zwar zeigten sich nach 48 Wochen keine Unterschiede bezüglich CD4-Werten und Viruslast, die Mortalität war aber bei den Patienten mit weniger als 100 CD4 in der Multivitamingruppe signifikant tiefer; p=0.03 (die Autoren erwähnen auch einen signifikanten Unterschied bei Patienten mit weniger als 200 CD4, allerdings mit einem p-Wert von 0.052 knapp nicht signifikant).
Insbesondere in Afrika, wo noch mehr Mangelernährung herrscht, könnten diese Ergebnisse von Interesse sein, da Multivitamine ziemlich harmlos und billig sind. In industrialisierten Ländern könnten sie bei mangelernährten drogenabhängigen HIV-Patienten von Nutzen sein. Wie gross der Einfluss bei Wohlernährten ist, bleibt aber fraglich. Ebenso unklar ist es, ob Patienten, welche mit HAART therapiert werden, auch profitieren, aber – wenn es auch nichts nützen sollte, der Schaden (auch finanziell) ist wohl gering.