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Seit über 40 Jahren wird die Karst- und Höhlenwelt Obwaldens mit Schwerpunkt Melchsee-Frutt von einer kleinen Forschungsgruppe lückenlos dokumentiert. Schon bei der ersten Erkundungstour im Jahr 1976 entdeckten die Höhlenforschenden Gebrüder Trüssel gleich mehrere, bislang unbekannte Höhleneingänge.
Seit der Aufnahme der Höhlenforschung auf der Melchsee-Frutt konnten 200 Höhleneingänge inventarisiert und insgesamt 64 km Höhlengänge vermessen werden. Über 2000 Tierskelette von über 50 Tierarten wurden geborgen. Zahlreiche Projekte mit verschiedenen Forschungsdisziplinen konnten initiiert werden.
Heute steht fest: Die Melchsee-Frutt beherbergt die bedeutendsten Karstgebiete der Schweiz – eine dreidimensionale Landschaft, die mit ihren Karströhren und unterirdischen Wasserläufen tief unter die Erde reicht. Abgeschlossen ist die Forschung aber noch lange nicht. Nachfolgend ein kurzer Rückblick auf die Forschungsgeschichte in Obwalden:
Die Höhlenforschung in Obwalden wurde auf der Melchsee-Frutt 1976 von den Höhlenforschenden Gebrüdern Trüssel (HGT) aufgenommen, bestehend aus den vier Brüdern Pankraz (1953), Christoph (1954), Clemens (1956) und Martin Trüssel (1960). Bereits zwei Jahre zuvor fand eine Expedition ins Mondmilchloch am Pilatus statt.
Anfang der 1990er-Jahre erweiterten die vier Brüder die Gruppe zur Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel. Heute beteiligen sich an der Höhlenforscher-Gemeinschaft Trüssel neben den vier Brüdern Trüssel der Geologe Thomas Gubler (seit 1988) sowie Franziska Spahr Trüssel (ebenfalls seit 1988) und die initiativen Nachwuchsforscher Simon Berger und Thomas Breu. Kurze Zeit später kamen Angelina Huwiler sowie die beiden Geschwister Katharina und Ueli Fischer hinzu. Über all die Jahre stellte Martin Trüssel die Forschungskoordination sicher.
Schon in der Jugendzeit entwickelten Clemens und Martin Trüssel eine neue Vermessungstechnik (die heute im Stollenbau Anwendung findet). Für diese Erfindung erhielten die beiden zuerst die Goldmedaille am Wettbewerb Schweizer Jugend forscht und in der Folge den ersten Preis am European Philips Contest for Young Scientists and Inventors in den Niederlanden. Seither sind verschiedene Neuentwicklungen und Forschungsprojekte initiiert worden.