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Eine junge Frau zieht um 1898 nach Chicago, um dort ins vergnügliche Stadtleben einzutauchen. Träume von schicken Kleidern, Theaterbesuchen und gehobener Gesellschaft treiben sie an, jedoch wird sie rasch bitter enttäuscht. Es gibt kaum Arbeit für eine Frau, welche diesen Luxus ermöglichen könnte. Jedoch ist schnell ein Mann gefunden, der sich ihrer annimmt, bald taucht noch ein zweiter auf. Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Unabhängigkeit und der Verlockung des Geldes wird Carrie natürlich auch mit der Gesellschaft konfrontiert, welche das Fehlen eines Eheringes stark verurteilt.
Theodore Dreiser porträtierte den «American Dream» mit einem unglaublichen Gefühl für die Beweggründe und Motive seiner Charaktere. Keine der Hauptfiguren ist besonders sympathisch, alle sind im patriarchisch-kapitalistischen System gefangen, ohne Fähigkeit zur Selbstreflexion. Trotz ihrer Oberflächlichkeit ist Carrie ihrer Zeit jedoch weit voraus, dasselbe gilt auch für den Roman, der erstmals 1900 erschienen ist.
Marion Troxler