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Die kapitalistische Gesellschaft produziert intensiver als je eine zuvor. Waren können dank maschineller Hilfe in einer schier unfassbaren Geschwindigkeit und Anzahl hergestellt werden. Jedoch erfolgt dieser Prozess unter einer kritikwürdigen Voraussetzung: Den Produzierenden gehört nichts von dem, was sie selber herstellen. Die Produkte sind Eigentum der Kapitalisten, an welche die Produzierenden nur kommen, wenn sie sie kaufen.
Vieles was hergestellt wird, kommt nicht an die Menschen, die es brauchen, weil diese es nicht bezahlen können, oder weil es nicht den Massstäben von Kapital und Konkurrenz entspricht. Dann wird es weggeworfen oder gar nicht erst produziert. Dies wird zum Beispiel bei Lebensmittelläden ersichtlich, die bis kurz vor Ladenschluss Brot aufbacken, damit auch jeder Kunde ein Brot kaufen kann und nicht zur Konkurrenz geht. Das führt dazu, dass massenweise Brot weggeworfen wird. Andere Lebensmittel finden den Weg in die Läden gar nicht, da sie nicht den Massstäben der Grossverteiler entsprechen: Zu grosse Kartoffeln und zu krumme Gurken sind nur die bekanntesten Beispiele.
Bei einer weltweiten Überproduktion von Nahrungsmitteln verhungern locker 40 000 Menschen pro Tag. Zehntausende weitere sterben an den Folgen von behandelbaren Krankheiten.1 Die Medikamente für ihre Behandlung werden gar nicht erst produziert, da diese Menschen eh kein Geld haben, um die Medikamente zu bezahlen. Es geht noch weiter: Mit Patenten wird sogar verhindert, dass Generika auf den Markt kommen, die die Leute eher bezahlen könnten.
Für die allermeisten Menschen, auch in Europa, wäre ein höherer Lebensstandard möglich, würde nicht nach kapitalistischen Massstäben produziert.
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1 Jean Ziegler, UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung