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Das Kirchzentrum St. Agatha ist ein sakrales Spätwerk des Architekturbüros Studer Studer Naef. Es verbindet skulpturale Sichtbetonvolumen mit leuchtendbunten Farben. Die stark farbigen Akzente unterstreichen die additive Komposition der einzelnen Raumteile. Der Sakralbau wurde am Ende der Brutalismus-Ära sukzessive profaner: Das folgende Schulhaus Mattli in Sachseln OW von Studer Studer Naef weist ähnliche Gestaltelemente auf.
Chronologie
Die Pfarrei Buchrain existiert nachweislich seit 1257. In den Jahren 1970 bis 1972 errichteten die Zürcher Architekten Ernst Studer, Gottlieb Studer und Joachim Naef unweit der bestehenden Dorfkirche einen Neubau. Die Ausstattung übernahmen der Kunstmaler Camillo Jelmini und der Bildhauer Robert Lienhard. 2006 wurde ein Lift in das Kirchenzentrum St. Agatha eingebaut. Der Innenraum der Kirche wurde zuletzt 2014 saniert.
Lage
Das Kirchzentrum St. Agatha liegt westlich des Buchrainer Ortskerns. Es ist über die Rütiweidstrasse erschlossen, die südlich des Gebäudes vorbeiführt. Der Kirchweg verbindet den Ortskern und die beiden Kirchen. Trotz der zentralen Lage ist St. Agatha ein Solitärbau, der in Wiesen und landwirtschaftliche Flächen eingebunden ist. Der Friedhof ist im Norden situiert.
Beschreibung
Das Kirchzentrum weist eine L-förmige Grundfläche auf. Auf der Nordostseite kragt ein Glockenturm vor. Der Turm über organisch gerundetem Grundriss ist leuchtend blau gestrichen. Das Volumen ist aufgebrochen, die Innenseiten kontrastieren in Gelb. Der überhohe Kirchenraum nimmt den Nordteil des Baukomplexes ein. Das Sichtbetonvolumen ist weitgehend geschlossen ausgebildet. Für Licht sorgen drei abgerundete Erker an der Nordecke sowie je ein weiterer an der Nordwest- und Südwestseite. Diese skulpturalen Lichterker fassen jeweils ein Oberlicht sowie eine schräge Glasfläche als unteren Abschluss. Die Fensterprofile sind wiederum blau, die Laibungen gelb gestrichen. Im Untergeschoss ist ein grosser Saal angeordnet, der sich mit raumhohen Verglasungen nach Norden öffnet. Weitere Räume sind im Südteil des Baukomplexes gestapelt. Gegen Südosten ragt eine grosse, geschossübergreifende Glasfläche hervor, gedeckt von einem Pultdach. Das Foyer ist als massiver Baukörper in die Ostecke gesetzt. Der Eingang ist tief eingezogen, das Sichtbetonvolumen auf orangen Säulen gelagert. Eine blau gestrichene Freitreppe erschliesst das Obergeschoss extern. Die Tür wird von einer gelben Nische gefasst, die Fassung der Nische ist ebenfalls gelb.
Der Kirchenraum ist nach Süden orientiert. Die Bestuhlung ist fächerförmig und ansteigend um den Altar platziert. Der grosse Raum ist mit einer orthogonalen Kassettendecke überspannt – ein Kontrast zum amorphen Bauvolumen. Die Einrichtung wiederholt das Farbkonzept des Aussenbaus: Leuchtend bunte Farben kontrastieren mit Sichtbetonflächen. Die Lichterker sorgen für eine indirekte, stark atmosphärische Belichtung.
Literatur