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Paganini sind Top 15 zuzutrauen
Bei den heute beginnenden Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Mailand ruhen die grössten Schweizer Hoffnungen auf Alexia Paganini. Die Mehrheit der Medaillengewinner von Pyeongchang fehlt.
Der zweifache Weltmeister Stéphane Lambiel attestiert Paganini, "etwas Spezielles zu haben". Tatsächlich trat die erst 16-Jährige in ihrer ersten Saison bei den Erwachsenen schon sehr abgeklärt auf. Im Januar erreichte sie an den Europameisterschaften in Moskau den erstaunlichen 7. Platz. Bei den Winterspielen gelang ihr eine persönliche Bestleistung im Kurzprogramm, ehe sie in der Kür etwas schwächelte und den 21. Schlussrang belegte.
Die in den USA geborene und lebende Paganini, deren Vater aus Brusio in Graubünden stammt, weshalb sie nun für die Schweiz startet, verfügt über stabile Sprünge. In Südkorea war aber auch zu sehen, dass es für sie im künstlerischen Bereich noch einiges zu tun gibt, was angesichts ihres Alters jedoch logisch ist. Lambiel sieht bei ihr in der zweiten Note "viel Potenzial".
An Ehrgeiz, es an die Weltspitze zu schaffen, mangelt es Paganini auf jeden Fall nicht. Sie ordnet dem Eiskunstlauf alles unter, weshalb sie nicht mehr zur Schule geht, sondern online lernt. In Mailand ist ihr, wenn sie ihre Möglichkeiten ausschöpft, eine Platzierung in den Top 15 zuzutrauen, auch weil fünf in Pyeongchang vor ihr klassierte Läuferinnen nicht dabei sind. Das Kurzprogramm findet am Mittwochmorgen statt.
Walkers vierte WM
Bei den Männern nimmt Stéphane Walker zum vierten Mal an Weltmeisterschaften teil. Bislang schaffte der 27-jährige Walliser einzig bei seiner Premiere 2014 die Qualifikation für die Kür der besten 24. Für die Paarläufer Ioulia Chtchetinina/Mikhail Akulov, die erst seit dem vergangenen Sommer zusammenlaufen, ist schon die WM-Teilnahme ein Erfolg.
In drei der vier Kategorien gibt es klare Favoriten auf die Goldmedaille. Bei den Frauen ist das die erst 15-jährige Olympiasiegerin Alina Sagitowa aus Russland, die in dieser Saison noch ungeschlagen ist. Daran dürfte sich deshalb nichts ändern, als ihre Landsfrau Jewgenia Medwedewa, die Weltmeisterin der letzten beiden Jahre, wegen einer Fussverletzung Forfait erklären musste.
Bei den Paaren strebt die Deutsche Aljona Savchenko ihren sechsten WM-Titel an, den ersten mit Bruno Massot, mit dem sie den Olympiasieg feierte. Der Triumph in Südkorea war die Krönung ihrer Karriere, hatte ihr doch die Olympia-Goldmedaille im eindrücklichen Palmarès noch gefehlt. Ihre Hauptkonkurrenten in Pyeongchang, die Chinesen Sui Wenjing/Han Cong, fehlen an den Weltmeisterschaften ebenso wie die zurückgetretenen Olympia-Dritten Meagan Duhamel/Eric Radford aus Kanada.
Im Eistanz dürften die französischen Olympia-Zweiten Gabriella Papadakis/Guillaume Cizeron nicht zu bezwingen sein, da die kanadischen Olympiasieger Tessa Virtue/Scott Moir nicht am Start sind und wohl auch keine Wettkämpfe mehr bestreiten werden.
Ohne Olympiasieger Hanyu
Offener präsentiert sich die Ausgangslage in der Männer-Konkurrenz, in der mit Yuzuru Hanyu wie im Eistanz der Olympiasieger fehlt. Dem Japaner bereitet nach wie vor eine Fussverletzung Probleme, die er sich im vergangenen November zugezogen hat. An den Winterspielen trat er mit Schmerzen an. Die heissesten Kandidaten auf Gold sind der japanische Olympia-Zweite Shoma Uno und der Amerikaner Nathan Chen, der in Pyeongchang nach einem völlig missratenen Kurzprogramm die beste Kür (sechs Vierfach-Sprünge) zeigte.Zurück zur Startseite
SDA