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Der früheste Hinweis auf eine Wirtschaft zur Sonne stammt aus dem Jahr 1641. Urkundlich festgehalten ist dann erst die Übergabe der Sonne an Hans Ulrich Alder und seine Frau Barbara Schädler in einem Lehensvertrag von 1704. Die Eheleute übernahmen das Wirtshaus, an welches ein Tavernenrecht gebunden war, von den Zürcher Stadtherren Johann Ludwig und Hans Jacob Hirtzel.
Ausser dem eigentlichen Wirtshaus, das direkt an den vermutlich aus dem 14. Jh. stammenden Turm anschloss, umfasste das Lehen eine Bestallung, einen Holzschopf, ein Hühnerhaus und das dazugehörige Land. Den Wein, den die neuen Wirtsleute ausschenkten, mussten sie von den Stadtherren beziehen, die den Preis festlegten und im Wirtshaus anschlagen liessen. Ihnen kam auch der gesamte Gewinn aus dem Weinverkauf zu. Die Geschäfte scheinen günstig verlaufen zu sein, denn die Wirtsleute Alder konnten den Betrieb einige Jahre später ihrer Tochter Elisabeth und Heinrich Guggenbühl, den sie 1711 geheiratet hatte, als Erbschaft übergeben. Damit begann eine Verbindung zwischen der Sonne und der Familie Guggenbühl, welche mehr als zwei Jahrhunderte andauern sollte.
Bis zu Beginn des 19. Jh. konnte der Betrieb fortlaufend erweitert werden und landwirtschaftliche Grundstücke, eigene Reben und neue Gebäude wurden dem Familienbesitz angegliedert. Die Wirtschaft genoss inzwischen einen über Küsnacht hinausreichenden Bekanntheitsgrad und fand in zeitgenössischen Reisebeschreibungen Erwähnung. Die Sonnenwirte und -wirtinnen begannen das Angebot ihres Hauses auf die zürcherische Stadtbevölkerung auszurichten, um deren Gunst mit sonntäglichen Tanz- und Musikveranstaltungen geworben wurde. Die Landbevölkerung hingegen bewirtete man bis 1830 getrennt von den städtischen Gästen mit einfacher Kost und bescheidenem Wein.
Der wachsende Andrang städtischer Kundschaft ermöglichte den Sonnenwirtsleuten bauliche Erweiterungen: 1839, ein Jahr nach der Fertigstellung der Seestrasse, welche die Stadt mit den nahe gelegenen Seegemeinden verband, wurde der neue Tanz- und Festsaal eröffnet, vor dem Haus ein Platz für Kutschen und Stallungen hinzugefügt und 1863 ein Wirtschaftsgarten angelegt. Immer mehr Gäste kamen mit den Dampfschiffen über den Zürichsee angereist. Für sie liess der damalige Sonnenwirt Hans Caspar Guggenbühl-Abegg einen Steg anlegen, an welchem fortan auch dreimal täglich die Postschiffe hielten.
Inzwischen hatte sich die Sonne zu einem feinen Lokal entwickelt, welches auch grosszügige Hochzeitsbankette mit kostspieligen und auserwählten Menus anbot. Mitte des 19. Jh. umfasste der Betrieb nebst der Wirtschaft eine eigene Bäckerei, eine Metzgerei, ein Trottgebäude zur Herstellung des eigenen Weines, eine Essigfabrikation und eine ausgedehnte Landwirtschaft mit Rebbau.
Über ihre vielseitige Geschäftstätigkeit waren die Sonnenwirte in ein weites wirtschaftliches und politisches Netzwerk eingebunden. Als Teil der lokalen Elite beteiligten sie sich im ausgehenden 19. Jh. aktiv am wirtschaftlichen und technischen Aufschwung der Zeit, sei dies mit Blick auf die Eröffnung der rechtsufrigen Zürichsee-Bahn oder der Einführung des elektrischen Lichts. Vor allem von den schnelleren und bequemeren Verkehrsverbindungen zur Stadt Zürich profitierte der Sonne-Betrieb. Im neu erstellten Gesellschaftssaal mit Bühne konnte seit 1911 sowohl die Stadtbevölkerung empfangen wie auch dem lokalen gesellschaftlichen und kulturellen Leben Raum geboten werden.
Den gut laufenden Geschäften in der Sonne bereitete der Erste Weltkrieg ein jähes Ende und erst in der Zwischenkriegszeit erholte sich der Betrieb langsam. Eduard und Martha Guggenbühl-Heer, die damaligen Sonnenwirte, leiteten in diesem Zeitraum den Wandel vom Gasthaus mit vielseitigen wirtschaftlichen Aktivitäten zu einem neuzeitlichen Hotel ein. Der in der ganzen Region zurückgehende Rebbau wurde in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. aufgegeben. Die Bäckerei und die Metzgerei waren bereits im 19. Jh. im Zuge von Erbschaftsteilungen von der Sonne getrennt worden.
Die Hotelgäste kamen inzwischen nicht mehr nur aus den verschiedenen Schweizer Städten, sondern auch aus dem umliegenden Ausland sowie aus Übersee. Die Bedeutung der Region Zürich als Treffpunkt eines internationalen Publikums und in den 1930er-Jahren zunehmend von politischen Migranten, fand auch in den Gästebüchern der Sonne ihren Niederschlag.
Interessante Hintergrundinformationen unter http://www.sonne.ch/shared/pdf/Buch_HotelSonne_WEB.pdf