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Bewegung ist ein grundlegendes und allgegenwärtiges Merkmal von Tieren, und die Bewegung einzelner Organismen ist ein wesentlicher Bestandteil vieler lebenswichtiger ökologischer und evolutionärer Prozesse. Wanderung ist eine der spektakulärsten Formen der Tierbewegung in der Natur und hat eine lange und aufschlussreiche wissenschaftliche Geschichte. Jahrhunderte lange Forschungen zur Tiermigration haben gezeigt, dass sich wandernde Individuen am häufigsten deutlich an die Wanderungsbewegungen anpassen und von den zeitlich veränderten relativen Vorteilen alternativer Lebensräume profitieren. Die Lebensweise der Wanderer bedeutet aber auch eine natürliche Selektion in mindestens zwei oft ganz verschiedenen Lebensräumen. Leider beschränkt sich unser Wissen über die Anpassung an einen migratorischen Lebensweise in der Regel auf die Anpassung an die Migrationsreise an sich. Um die ökologischen und evolutionären Aspekte der Tierwanderungen umfassend erforschen zu können, sind replizierte Studiensysteme erforderlich. Dies ist für viele der klassischen Migrationsstudiensysteme leider nicht der Fall, z.B. für die Wanderungen von grossen Pflanzenfressern oder für die meisten Vogelwanderungen. Die Wanderung von Saiblingen (Salvelinus alpinus) zwischen Bächen, Seen und Fjorden in Südgrönland bietet jedoch ein ideales Studiensystem mit Replikation auf individueller Ebene, auf Populationsebene und auf Ebene des gesamten Ökosystems. Mit diesem Projekt werden wir untersuchen, wie sich die Migrationsmuster und die Ökologie der wandernden Saiblinge sowohl im ansässigen als auch im wandernden Lebensraum unterscheiden. Wir werden weiter untersuchen, wie sich dies wiederum auf die Divergenz im ansässigen Lebensraum auswirkt.