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Beheimatet im Nordatlantik und westlichen Polarmeer verbringen Papageientaucher einen Grossteil ihrer Lebenszeit auf dem offenen Meer. Nur während der Brutzeit kommen sie in grossen Kolonien ans Land und besetzen Klippen, Höhlen und Felswände. Hierbei können sich Gruppen von mehreren tausend Tieren formen!
Die Vögel sind ausserordentlich treue Tiere. Ein Pärchen, das sich einmal gefunden hat, bleibt für den Rest seines Lebens zusammen. Es errichtet gemeinsam ein Nest (selbstgegrabene Bruthöhlen oder verlassene Kaninchenbauten) und wechselt sich ab beim Ausbrüten des Eies. Ist der Jungvogel nach 36 Tagen geschlüpft, wird er von beiden Elternteilen bewacht und regelmässig mit Nahrung versorgt, die hauptsächlich aus Fischen und Krebstieren besteht. Bei der Nahrungssuche nehmen die Vögel ihren Schnabel buchstäblich ziemlich voll - bis zu 60 kleine Fische können sie gleichzeitig halten! Wie der Name schon andeutet tauchen Papageientaucher auf der Jagd durchs Wasser. Bis zu 70 Meter unter der Oberfläche suchen sie ihre Beute und bewegen sich hierbei mit ihren Flügeln vorwärts.
Papageitaucher gehören zu den Zugvögeln. Bevor der Winter einbricht verlassen sie die kalten Polargebiete und ziehen gen Süden oder Südwesten, z.B. nach Neufundland, zur Nordsee, nach Frankreich, ins Mittelmeer oder sogar bis nach Nordafrika. Hierbei sind sie überaus flott unterwegs. Bis zu 400 Flügelschläge pro Minute bringen sie auf eine Fluggeschwindigkeit von fast 90 km/h - eine Leistung, die man den eher kleinen Vögeln, auf den ersten Blick gar nicht zutrauen würde.
Aktuellen Schätzungen zufolge beläuft sich der Bestand der Papageitaucher auf fünf bis sieben Millionen Tiere. Die grösste Population findet sich in der Gegend um Island, aber auch Norwegen, Grossbritannien und die Färoer beherbergen einige Kolonien. Die Besiedlung des Landes durch den Menschen hat der Population der Papageitaucher in den vergangenen Jahrzehnten zugesetzt, so dass der Bestand der Tiere zu sinken begonnen hat. Jungvögel, die ihre Nester zum ersten Mal verlassen und den Weg zum Meer suchen, verlieren durch die vielen Lichter und Geräusche unserer Zivilisation oftmals die Orientierung und verirren sich ins Landesinnere. Auf den Westmännerinseln haben die Bewohner der Siedlung Heimaey ein besonderes Ritual, um die Tiere zu schützen. Jeden Abend ziehen Kinder und Jugendliche, manchmal unterstützt von Touristen, durch die Strassen, und sammeln die gestrandeten Vögel vorsichtig auf, um sie am nächsten Morgen an den Strand zu bringen. Es ist genau diese Art von Respekt, Verantwortung und Fürsorge, mit der jedes Volk seine heimische Natur- und Tierwelt behandeln sollte.
Photo by Richard Bartz - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27624174