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Der Gumpesel zählt zu den kulinarischen Besonderheiten von Meiringen. Der erste gewerbliche Gumpesel ist vermutlich Ende 19. Jahrhundert in der dem Gasthof Hirschen angegliederten Metzgerei gemacht worden. Der Gasthof Hirschen gehört zu einem der vielen typischen Bauten, die nach dem grosse Brand vom 25. Oktober 1891 nach fast städtisch wirkendem Vorbild erstellt wurden. Die Metzgerei existiert nicht mehr, das letzte Familienmitglied ist schon lange verstorben, und Papiere mit Notizen oder Rezepten sind der Nachwelt nicht überliefert. Ein befragter Metzger meinte, dass die Metzgerei Hirschen eine Art Patent auf den Gumpesel gehabt hätte.
Rohwürste vom Typ Salami, wie der Gumpesel eine ist, gibt es in der Schweiz erst seit dem 18. Jahrhundert. Diese Technik war vorher hier nicht verbreitet. Dass man eine solche gerade in in Meiringen findet, einem wichtigen Transitknotenpunkt zwischen Italien und der Schweiz ist dabei sicherlich kein Zufall.
Doch nicht nur in gewerblichen Metzgereien wurde damals der Gumpesel hergestellt. Der besuchte Produzent berichtet, dass er als junger Mann, noch vor seiner Metzgerlehre, eine Zeit lang mit einem Störmetzger unterwegs gewesen war. Damals sah er, wie beliebt der Gumpesel auch bei den Bauern war, so dass er häufig bei der Hausmetzgete hergestellt worden ist. Als er dann nach der Lehre als Angestellter bei einem Metzger arbeitete, verfeinerten die beiden Männer Anfangs der 1970er Jahre ein übernommenes Rezept und passten es der Produktion von grösseren Mengen an. Bei der Hausmetzgete verarbeitete man etwa zehn Kilo Brät zu Gumpeseln, eine Metzgerei produziert natürlich einiges mehr aufs Mal.
Laut Aussagen dieses Produzenten soll für den Gumpesel im 19. Jahrhundert hauptsächlich Pferdefleisch verwendet worden sein, da dieses viel billiger als Rindfleisch war. Diese Aussage lässt sich leider nicht belegen. Sollte es jedoch stimmen, dass einst Pferde- oder gar Eselfleisch in dieser Wurst verarbeitet wurde, dann stösst man auf ein sehr emotionales Thema. Pferdefleisch zu essen, galt lange als etwas, dass nur die armen Schlucker machten.
Quelle: www.kulinarischeserbe.ch