Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03293.jsonl.gz/223

Das Dorf «Siglistorf» wird erstmals 1113 erwähnt, und zwar im Zusammenhang mit der Vergabung von Gütern in Siglistorf durch die Herren von Waldhausen. Die St. Margrethen-Kapelle in Siglistorf wurde schon 1370 als Filiale der Pfarrei Schneisingen erwähnt. Bereits im Spätmittelalter lagen zwei grosse Anwesen im Areal des Rütihofes, die später wieder aufgegeben wurden.
1487 wurde erstmals eine Taverne in Siglistorf bezeugt. Es scheint, dass diese Taverne seither wahrscheinlich ohne Unterbruch geführt worden ist bis zum heutigen renovierten Gasthaus Löwen.
Die Strasse durch Siglistorf geht auf eine alte Handelsroute des Spätmittelalters zurück. Kaufleute zogen von Süddeutschland über Schaffhausen, Kaiserstuhl nach Baden, Bern, Genf und weiter nach Südwesteuropa. Besonders bedeutend war die Verbindung für den spätmittelalterlichen Salzhandel. Das Salz stammte hauptsächlich aus dem Salzkammergut. Die Teerung der Strasse erfolgte erst in den sechziger Jahren.
Das Studenland
Siglistorf war lange eine reine Bauerngemeinde. Der Verdienst resultierte aus Tierzucht, Ackerbau und Holzschlag. Der Hochwald verschwand mit der Zeit wegen der Beweidung und der Holznutzung und wurde zu Busch- oder „Studenland“. Als Selbsthilfeorganisation gründeten 17 Landwirte im April 1910 die Landwirtschaftliche Genossenschaft. Aus dem 1925 erstmals geführten Brotgetreideregister ist zu entnehmen, dass von den 46 Familien 43 Selbstversorger waren. Die anderen hielten Kleintiere und betätigten sich als Taglöhner.
Durch die Güterregulierung in den Jahren 1960 bis 1977 wurden für die Landwirtschaft gute Voraussetzungen geschaffen. Neben den bestehenden vier Höfen entstanden drei neue landwirtschaftliche Siedlungen in den Jahren 1967/69.
In der Zeit von 1964 bis 1966 erfolgte der Ausbau der Dorfstrasse mit Trottoir. Zur gleichen Zeit wurde der Bach eingedolt sowie die Kanalisationen und die Kläranlage gebaut. Seit 1968 kann Siglistorf ab den Bahnhöfen Mellikon-Rümikon und Niederweningen ZH mit dem Postauto erreicht werden.
In den Jahren 1965 bis 1972 haben sich kleine bis mittlere Gewerbe mit ca. 25 Arbeitsplätzen angesiedelt. Am Rande des Dorfes bildeten sich zwei Einfamilienhaussiedlungen. Drei Wohnblöcke mit total 25 Wohnungen wurden in den Jahren 1971/73 gebaut. Das Dorf hat aber seinen landwirtschaftlichen Charakter behalten. In den Jahren 1984/1985 und 1988/1989 wurden die Gebiete Büntli und Leiacher erschlossen.
Siglistorf heute
Die katholischen Einwohner gehören zur röm.-kath. Kirchengemeinde Schneisingen-Siglistorf und die reformierten zur evang.-ref. Kirchengenossenschaft Niederweningen. Die Kapelle aus dem Jahre 1832 wurde 1971 abgerissen. Die neue Kapelle ist Sankt Fridolin geweiht und entstand in den Jahren 1968/70. Sie ist Eigentum der Ortsbürgergemeinde Siglistorf und wurde mit viel Frondienstarbeit der Ansässigen gebaut.
Im Jahre 1965 wurde die Schulanlage SchĂĽppel eingeweiht. Der Bau konnte 1981 mit Turnhalle, Kindergarten, Feuerwehrmagazin und Zivilschutzanlage erweitert werden.
Durch regionale Zusammenarbeit entstanden der Postautokurs im Jahre 1968, die neue Wasserversorgung mit Schneisingen im Jahre 1974 und die regionale Zivilschutzorganisation “Belchen“ mit den Gemeinden Fisibach, Kaiserstuhl und Wislikofen. 1979 wurde der regionale Krankenpflegeverein Schneisingen, Wislikofen, Rümikon, Fisibach, Kaiserstuhl und Siglistorf ins Leben gerufen. Im Jahre 1990 wurde der Gemeindeverband Sozialdienste Bezirk Zurzach gegründet.
Die dazugehörigen Amtsstellen sind: Amtsvormundschaft, Jugend-, Familien- und Eheberatung, Berufsberatung, Mütterberatungsstelle, Suchtberatungsstelle und Schulpsychologischer Dienst. Eine Zusammenlegung der Feuerwehren Siglistorf und Wislikofen erfolgte 1999.
Der Wald ist vielfach Ausflugsziel der Erholungssuchenden aus Städten und Dörfern. 180 ha des Waldes gehören der Ortsbürgergemeinde Siglistorf. Die gepflegten Waldstrassen laden zu Wanderungen und vielem mehr ein. Mit dem Reservoirbau wurde auf dem Buechstock ein Aussichtspunkt mit Feuerstelle/Grill, Tisch und Bänken geschaffen. Im Grund findet man ein Naturschutzgebiet mit Weiher (welcher Wasserpflanzen und viele kleine und grössere Wassertiere beherbergt), Rietgraswiese und Hecke. Entlang der Waldränder stehen Bänkli zum Verweilen zur Verfügung. Auch existiert in Siglistorf ein interessantes Pilzgebiet. (Quelle: Auszug aus Geschichte)
Kurzporträt: