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In letzter Zeit taucht im Internet vermehrt Audio- und Videomaterial über Foucault auf. Egal, ob es sich um bisher unbekannte Mitschnitte von Vorträgen, wiederaufgetauchte Radio-Interviews oder ins Netz gestellte Fernsehaufzeichnungen handelt – die im Internet auffindbaren multimedialen Dokumente bringen ohne Zweifel neue und bestimmt auch buntere Facetten von Foucaults Schaffen zum Vorschein. In diesem Sinne sind diese Materialien ein angenehmer Zugewinn und ein eindeutiges Zeichen dafür, dass "Foucault" längst auch online stattfindet: eben nicht nur bei der ersten Informationsbeschaffung via Wikipedia, sondern genauso etwa bei der Referatsvorbereitung zum Thema "Macht" und der Frage, worin sich Foucaults Ansatz denn bitte schön von demjenigen eines Noam Chomsky unterscheidet, hatte man beide doch letztens bei einem Streitgespräch auf YouTube entdeckt.
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Der Mediziner und Philosoph Georges Canguilhem (1904-1995) war einer der massgeblichen Lehrer von Michel Foucault. Doch nicht nur für diesen, auch für viele andere Philosophen aus Foucaults Generation spielte Canguilhems historische Epistemologie des Lebens eine wegweisende Rolle. Merkwürdig ist dabei, dass diese Rolle vielen Zeitgenossen verborgen blieb. Ein kurzer Blick auf Canguilhems Wirken beweist aber das Gegenteil und zeigt auf, dass dessen Einfluss auf die französische Philosophie der Nachkriegszeit immens gewesen sein muss. Die Strukturalisten, Marxisten, Psychoanalytiker, Phänomenologen und Soziologen unter ihnen bildeten ein unsichtbares Kolleg von Adepten, die in die Lehre von Canguilhem gingen.
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Aristoteles: ein Spielverderber? Die Geschichte des philosophischen Denkens: ein tragisches Spiel mit der Wahrheit? Und Michel Foucault: der lachende Wettkönig dieser Wahrheitsspiele? So in etwa könnte das Bild aussehen, das von der Philosophie präsentiert wird, wenn man den 2012 auf Deutsch erschienenen Vorlesungsband mit dem Titel Über den Willen zum Wissen von Foucault aufschlägt und zu lesen beginnt. Bei diesen zwischen 1970 und 1971 am Pariser Collège de France gehaltenen Vorlesungen handelt es sich um die allererste reguläre Lehrveranstaltung, die der dorthin frisch berufene französische Philosoph direkt im Anschluss an seine, später unter dem Titel Die Ordnung des Diskurses berühmt gewordene Inauguralvorlesung vom 2. Dezember 1970 durchführte. Man entdeckt nun in diesen, auch in Frankreich erst 2011 publizierten Vorlesungen vor allem den Lehrer Foucault, der seinen Zuhörern die grossen Fragen der Philosophie nachvollziehbar zu vermitteln versucht und dies auf transparente Weise mit dem eigenen Forschungsprogramm koppelt, nämlich am eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl "Geschichte der Denksysteme" zu lehren und zu untersuchen.
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