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Das kantonale Gesundheitsdepartement publizierte am Montag in Bellinzona erste Ergebnisse einer Studie zur Seroprävalenz. Diese zeigt die Ausbreitung des Coronavirus fünf Wochen nach dem Höhepunkt der ersten Welle. Demnach sind bis dahin zirka 9 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus in Kontakt gekommen und haben Antikörper entwickelt – dies entspricht zirka 30'000 Personen. Der Kanton Tessin zählt 350'000 Einwohner.
Während der Coronavirus-Krise wurden im Tessin insgesamt 3500 Personen positiv getestet und gut 1000 hospitalisiert. Von diesen wiederum sind 350 verstorben. «Der Faktor zwischen Bevölkerung, Infizierten und Verstorbenen ist zirka 10:10:10», bilanzierte Kantonsarzt Giorgio Merlani. «Diese Zahlen entsprechen ungefähr den Ergebnissen des Kantons Genf, wo 1 auf 10 Personen Antikörper aufweist», sagte Martine Bouvier Gallacchi, Leiterin der kantonalen Gesundheitsförderung.
Die Daten zur Studie wurden zwischen dem 16. Mai und 22. Juni erhoben und basieren auf einer Stichprobenerhebung, an der die kantonale Ärztevereinigung mitwirkte. Knapp 1000 Personen beteiligten sich an der Erhebung.
Letzter Patient verlässt Spital – neue Ansteckungen gemeldet
Das Tessin gehört zu den Kantonen, die vom Coronavirus am stärksten betroffen waren. Doch mittlerweile hat auch der letzte Covid-19-Patient das Spital wieder verlassen können, wie Kantonsarzt Giorgio Merlani am Montag im Rahmen einer Medienkonferenz in Bellinzona bekannt gab. Zum Vergleich: Anfang April befanden sich im Südkanton 400 virusinfizierte Personen in Spitalbehandlung, davon 76 auf der Intensivstation und von diesen wiederum waren 72 intubiert.
Die positive Entwicklung im Tessin hält an. Allerdings wurden in den letzten drei Tagen wieder zwölf neue positive Tests gemeldet, darunter solche von drei im Tessin stationierten Rekruten. Rund 450 Personen befinden sich derzeit in Quarantäne – darunter insbesondere mehrere junge Menschen, die sich in Bellinzona in einer Musikbar aufgehalten haben.