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Yak (Bos Grunniens)
Yaks gehören zur Gattung Rinder und stammen aus dem Himalaya Gebirge, wo sie auf 3000 bis 5000 Meter über Meer leben. Die Wildyaks sind sogar bis auf Höhen von 6000 Meter zu finden, wo die Temperatur acht Monate im Jahr unter Null liegt. Da die Vegetation in diesen Gebirgswüsten sehr spärlich ist, legen die Yaks grosse Distanzen zurück um ihre Nahrung zu finden und klettern in die entlegensten Winkel der Berge.
Die domestizierten Hausyaks sind kleiner als ihre wilden Verwandten. Dank ihnen können die Nomaden auf den kargen Hochebenen oberhalb der Waldgrenze überleben: der Yak gibt ihnen Milch, Fleisch, Wolle für Kleidung und Zelte, grobes Haar für Seile, Felle, Leder, Hörner und Knochen für Werkzeuge und Kunsthandwerk und schliesslich Dung zum Kochen und Heizen. Lange waren die Yaks das einzige Transportmittel in den Bergen und Hochebenen des Tibets und die einzigen Tiere, die schweres Gepäck über Pässe von 6000 Meter Höhe tragen konnten und wurden deshalb „the boat of the plateau“ genannt. Yaks werden als Lasttiere, sowie auch zum Pflügen oder sogar zum Reiten gebraucht. Man sagt, die Yaks könnten mit einer Last von 50-80kg 20-30km pro Tag zurücklegen, kürzere Distanzen auch mit Lasten bis zu 100kg. In unserer eigenen Erfahrung haben wir auf einer zweimonatigen Reise einen Durchschnitt von ungefähr 12-15km pro Tag zurückgelegt, die Yaks trugen etwa 40kg. Bei diesem Rhythmus blieben die Yaks in guter Gesundheit und hatten genug Zeit zum Widerkàuen, Fressen und Ruhen.
Eine Yakkuh hat eine Widerristhöhe von 100-120cm und wiegt zwischen 200-300kg; der Stier erreicht eine Höhe von 130-155cm mit einem Gewicht von 400-600kg. Yaks haben einen ausgeprägten Buckel beim Widerrist durch die verlängerten Dornfortsätze der Halswirbel und ein pferdeähnlicher Schwanz, den sie beim Galoppieren gerade in die Höhe stellen. Sie haben einen langen Behang unter dem Bauch, der sie vor der Kälte schützt, wenn sie sich im Schnee hinlegen, eine Mähne und meist lockige Stirnfransen. Eine dicke Schicht Unterwolle schützt die Yaks im Winter vor der Kälte; im Frühjahr verlieren sie diese Wolle, die man dann zur Verarbeitung ausbürsten kann. Yakwolle ist weicher und ca. 10% wärmer als Merinowolle, sie erinnert an Kaschmir, ist aber strapazierfähiger. Die Fasern sind relativ kurz, können aber mit etwas Geschick gesponnen oder zu Filz verarbeitet werden. Yaks kommen in allen Farben vor: am häufigsten sind schwarze, aber es gibt auch braune, silbrige, weisse und gescheckte Tiere. Die ursprüngliche Farbe des Wildyaks ist schwarz mit silbriger Nase und einem silbrigen Aalstrich. Die Hörner der Yaks sind lang und nach hinten geschwungen, es existieren aber auch genetisch hornlose Yaks, die man vor allem in der Mongolei findet.
Yaks sind Gebirgstiere von grosser Ausdauer mit kräftigen Beinen und kleinen, harten Klauen, die ihnen auch auf dem Eis Halt geben. Ihre anatomische Konfiguration erlaubt ihnen sich in steilen Hängen (bis zu 55%) fortzubewegen. Stoisch, bewahren sie Ruhe in schwierigen Situationen. Sie können durch reissende Bergbäche schwimmen und baden gerne, wenn es heiss ist. Sie springen auch sehr gut und leichtfüssig.
Es ist eine extensive Robustrinderrasse, die sich für das Gebirge eignet und sich in steilen kargen Hängen wohlfühlt. Sie können das ganze Jahr draussen sein, und brauchen nur einen einfachen Unterstand. Wenn man sie auf der Alp freilässt, so klettern sie in die Höhe um zu schlafen und weiden oft im Geröll an der Vegetationsgrenze. Im Winter, in Schnee und Kälte, spart der Yak seine Energie und überlegt bevor er sich verausgabt. Wenn es jedoch langsam Frühling wird, kann man sie oft spielen, kämpfen und Schwanz in der Luft die Hänge hinuntergaloppieren sehen. Trotz ihrer scheinbaren Ruhe können sie, wenn etwas sie beunruhigt, sehr schnell und heftig reagieren.
Yakzucht in der Schweiz
Die Schweiz ist das einzige Land in Europa, das seit 2003 ein Herdenbuch für Yaks führt. 35 Züchter sind Mitglied der Schweizerischen Yakhalter Vereinigung . Von total 501 in der Schweiz lebenden Yaks sind 332 im Herdenbuch des SYV registriert. Das Herdebuch ist seit 2005 dem Züchterverband für seltene Nutztierrassen (ZV SNR) angeschlossen. Die Reglemente der Leistungsprüfungen für Grossvieh des ZV SNR verlangen die Lineare Beschreibung und Bewertung (LBE) der Herdenbuchtiere, sowie eine Erbfehlerkontrolle und eine Fruchtbarkeitsprüfung für die Kühe.
Das Herdenbuch des SYV ist das einzige weltweit, das sowohl die Abstammung festhält, als auch diese mit DNA-Proben belegen kann: alle Zuchtstiere werden beprobt und sind mehrere Stiere auf einem Betrieb, wird die Abstammung aller Kälber mit einer DNA-Probe kontrolliert.
In einem Forschungsprojekt des Yakexperten Professor Han Jianling wurden rund 50 DNA Analysen von Yaks aus der Schweiz und Deutschland mit Analysen von Yaks aus den Ursprungsländern verglichen. Das Ergebnis stellte Han Jianling am 15.2.2011 an der SHL Zollikofen vor: „The origin and genetic diversity oft he European yak“. Er erklärte, dass die Analysen zeigten, dass die europäischen Yaks reinrassig sind und die gesamte genetische Breite der Ursprungsländer vorhanden ist. Ein gewisser Prozentsatz an Inzucht konnte festgestellt werden, was man von der Zoohaltung in kleinen Gruppen schon vermutete. Bei der breiten genetischen Basis, die vorhanden ist, sollte dies bei einer gezielten Zucht nach Herdenbuch jedoch kein Problem darstellen. Professor Han vermutet, dass die grössten Inzuchtprobleme während den 100 Jahren, seit denen die Yaks in Europa isoliert sind, schon ausgeschieden sind. Die europäischen Yaks beginnen durch die Isolation von 50-100 Jahren eine klare genetische Untergruppe zu formen. Aber äusserlich kann Han Jianling keine grossen Veränderungen durch die Adaptation an das europäische Klima feststellen. Das einzige was auffällt, ist, dass die europäischen Yakkühe etwas kleiner sind als die Yakkühe im Himalaya. Es könnte damit zusammenhängen, dass die Kühe in Europa wegen dem günstigen Klima und der guten Winterfütterung oft schon mit zwei Jahren das erste Kalb zur Welt bringen. Die Trächtigkeit verlangsamt ihr Wachstum. Es könnte jedoch auch eine Folge der Inzucht sein. Um genau zu verstehen, wo das Problem liegt, müssten über Jahre regelmässige Messungen der weiblichen Kälber und Kühe durchgeführt werden.
Seit einigen Jahren werden die Yaks in der Schweiz nicht mehr zu den Wildtieren gezählt, sondern gehören zu den exotischen Robustrindern und berechtigen zu Direktzahlungen wie jede andere Rinderart. Lange waren Yaks eine Seltenheit und sämtliche weibliche Nachkommen konnten als Zuchttier verkauft werden. Doch seit etwa zwei Jahren ist eine Sättigung des Marktes zu spüren. Da die Schweizer Yakbevölkerung immer vernetzter ist und in allen Herden beinahe alle Linien vertreten sind, wird es auch immer schwieriger im Inland Zuchtstiere zu verkaufen. Das Fleisch (cholesterinarm, schmackhaft, mager) hingegen ist sehr gefragt und meistens gut absetzbar.