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<h2>SubmittedText<h2><p>Würde der Bundesrat die Einführung eines umfassenden Nachhaltigkeitslabels im Gebäudebereich in der Schweiz positiv beurteilen? </p><p>Könnte sich der Bundesrat vorstellen, die Lancierung eines solchen Labels zu unterstützen, und wenn ja, in welcher Weise?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Vorab stellt sich die Frage, wie ein Nachhaltigkeitslabel im Gebäudebereich definiert wird und welche Vorteile es gegenüber den bestehenden schweizerischen Labels bringt. Der Bund hat keine Befugnis, derartige Labels zu definieren und auf den Markt zu bringen. Labels wie z. B. Minergie  werden durch private Trägerschaften realisiert. Zudem sind im Gebäudesektor vor allem die Kantone zuständig, welche Minergie unterstützen und die im Jahre 2009 den Gebäudeenergieausweis der Kantone (Geak) auf den Markt gebracht haben, welcher allerdings nur Betriebsenergie-Aspekte abdeckt.</p><p>Wie in der Begründung der Interpellation erwähnt, ist es das schweizerische Label Minergie-ECO, das die meisten Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Damit dieses Label verliehen wird, müssen nicht nur Anforderungen bezüglich Komfort und Energieeffizienz erfüllt sein, verlangt wird auch eine gesunde und ökologische Bauweise. Der Bund hat sehr aktiv an der Entwicklung dieses Labels mitgearbeitet, das in Richtung eines "umfassenden Nachhaltigkeitslabels" gehen könnte, selbst wenn diese Strategie noch nicht festgelegt worden ist.</p><p>Das Minergie-ECO-Label ist in konstanter Entwicklung, enthält jedoch noch nicht alle Nachhaltigkeitskriterien. Insbesondere fehlen die sozialen Kriterien. Das Label eignet sich nicht für die Zustandsbeurteilung eines bestehenden Gebäudes. Eine Weiterentwicklung des Labels für den Bereich Gebäudesanierung ist in Planung.</p><p>Derzeit sind weniger als 100 Gebäude mit dem Qualitätslabel Minergie-ECO oder Minergie-P-ECO ausgezeichnet. Insofern und unter Berücksichtigung der Grösse des Schweizer Markts sollte sich ein neues Label höchstwahrscheinlich auf die Struktur des bestehenden Minergie-Labels stützen, das allmählich auch international bekanntwird.</p><p>Neben Minergie unterstützt der Bund weitere Projekte, die in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen sind:</p><p>1. Der Bundesrat widmet ein Kapitel seines Aktionsplans Strategie nachhaltige Entwicklung dem nachhaltigen Bauen. Eines der Ziele ist die Stärkung des Netzwerks zum nachhaltigen Bauen in der Schweiz. Im Auftrag der KBOB (Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren) und in Zusammenarbeit mit Eco-Bau hat die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ein Dokument erarbeitet, das in einem Kapitel das Interesse für ein Nachhaltigkeitslabel resp. die Anpassung eines bestehenden internationalen Labels behandelt. Eine erste Version dieses Dokuments liegt bereits vor.</p><p>2. Die Bundesämter für Energie und für Raumentwicklung haben im Juni 2009 ein Projekt zur Entwicklung eines Instruments für die Nachhaltigkeitsbeurteilung von Quartieren lanciert. Dieses Instrument berücksichtigt sowohl ökologische wie auch ökonomische und soziale Aspekte, also die drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung. Es wird den Gemeinden und andern Projektträgern ab Anfang 2011 zur Verfügung gestellt. Offen bleibt die Frage, ob gewünscht wird, dass dieses Werkzeug in ein Label mündet.</p><p>3. Das Bundesamt für Wohnungswesen hat ein Wohnungs-Bewertungs-System (WBS) erstellt, das die Grösse und Möblierbarkeit der Wohnung, das Angebot an gemeinschaftlichen Einrichtungen der Wohnanlage, die Nähe zu Schulen und Einkaufsmöglichkeiten sowie die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel berücksichtigt. Das WBS soll in Kürze revidiert werden. Ausmass und Inhalt der Änderungen sind aber noch nicht bekannt. Das "ETH-Wohnforum" hat im Rahmen eines Projekts der Förderagentur für Innovation KTI ein Konzept für ein Qualitätslabel für das Wohnungswesen entwickelt, das die drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt; es hat sich zu diesem Zweck auf das WBS und andere Evaluationsinstrumente abgestützt.</p><p>Die im Rahmen dieser Projekte gewonnenen Erfahrungen müssen in eine allfällige vertiefte Machbarkeitsstudie einfliessen. Die bestehenden Labels auch auf internationaler Ebene sowie die Möglichkeiten, sie zu adaptieren oder daraus das Beste für ein schweizerisches Label zu ziehen, müssen berücksichtigt werden, so, wie dies bei der Entwicklung des Minergie-ECO-Labels der Fall war. Die Schweiz könnte eine Pionierrolle einnehmen, wenn sie ein Label entwickeln könnte, das so weit als möglich einen Vergleich mit den existierenden internationalen Labels gestattet und dadurch einen Standard setzt.</p>  Antwort des Bundesrates.