Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03241.jsonl.gz/2860

Für drei Bären, die unter schrecklichen Verhältnissen im offiziell bereits geschlossenen serbischen Zirkus »Corona” in der serbischen Stadt Srbobran gehalten wurden, hatte am Montag eine lange Leidensgeschichte ein Ende: Mit der tatkräftigen logistischen Unterstützung von der international tätigen Tierschutzstiftung VIER PFOTEN und serbischen Tierexperten, konfiszierten Beamte der Umweltabteilung der Provinzregierung, gemeinsam mit dem serbischen Landwirtschafts- und Umweltschutzministerium, die Tiere.
Die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN hat angeboten, die drei Bären in den zur Organisation gehörenden BÄRENWALD Müritz in Deutschland und TANZBÄRENPARK Belitsa in Bulgarien zu überführen. Beide Parks bieten riesige, artgemässe Gehege mit Bächen, Teichen, zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten und sonstige Einrichtungen, die den Bedürfnissen der Bären entgegenkommen.
Fast alle Wildtiere des Zirkus sind in den letzten Jahren einfach verschwunden.
Bären lebten in schrecklichen Verhältnissen
Das Rettungsteam fand die Tiere in winzigen, verrosteten und vermüllten Metallkäfigen vor, die keinerlei Schutz vor Regen und Sonne boten. Aufgrund einer Verletzung, die sie sich einige Jahre zuvor zuzog, fehlt dem Bärenweibchen ein Teil einer Vorderpfote. Die anderen Bären haben vor allem schwere Zahnschäden. Das Team betäubte die Tiere, führte eine medizinische Grunduntersuchung durch, chippte und impfte sie. Danach wurden die Bären in die Transportfahrzeuge verladen.
Zoos bieten Zwischenlösung
Nach einer kurzen Reise kamen die zwei zwölfjährigen Braunbären im Zoo Belgrad an, während der zehnjährige Bär, eine Kreuzung aus Polar- und Braunbär, weiter in den Zoo Palic in der Nähe der ungarisch-serbischen Grenze gebracht wurde. Dort werden die konfiszierten Tiere bleiben, bis das behördliche Verfahren um ihre endgültige Unterbringung abgeschlossen ist
Konfiszierung der letzten Zirkusbaeren in Serbien.
Serbisches Wildtierverbot für Zirkusse
Serbien hat 2009, nach dem Inkrafttreten des Tierschutzgesetzes, ein Verbot des Einsatzes von Wildtieren zu Unterhaltungszwecken eingeführt. Es umfasst auch das Abrichten von Tieren zu diesen Zwecken. Trotzdem gab es im Zirkus «Corona» in 2014 noch insgesamt 24 Wildtiere, die, wie die Bären weiterhin zu Unterhaltungszwecken genutzt werden sollten. Bis auf die drei Bären sind alle dieser Tiere, darunter ein Tiger, ein Jaguar, Berberaffen und Wölfe, verschwunden. Es gibt bisher keinerlei Informationen darüber, was mit ihnen passiert ist.
Zirkus-Situation in Deutschland
Deutschland ist Schlusslicht in Europa: In 20 EU-Ländern gilt längst ein, zumindest eingeschränktes, Wildtierverbot in Zirkussen. Viele deutsche Städte und Gemeinden, darunter auch einige Landeshauptstädte, haben bereits vollständige oder teilweise kommunale Verbote für Wildtierzirkusse beschlossen. Vor kurzem haben auch die Regierungen Norwegens und Schottlands ein solches Verbot in ihren Ländern veranlasst. VIER PFOTEN pocht auf ein bundesweites Verbot der Wildtierhaltung in deutschen Zirkussen.
VIER PFOTEN im Einsatz in Serbien
2009 wurden die letzten drei serbischen Tanzbären in den von VIER PFOTEN geführten TANZBÄRENPARK Belitsa gebracht. 2012 half die Organisation, drei konfiszierte Löwen aus einem geschlossenen Zoo in Novi Pazarto im Süden Serbiens in das VIER PFOTEN Grosskatzenreservat LIONSROCK in Südafrika zu überführen. Im Juni 2014 unterstützte VIER PFOTEN das serbische Landwirtschafts- und Umweltschutzministerium beim Transfer von drei Bärenwaisenkindern in die BÄRENWAISENSTATION Harghita in Rumänien. Im gleichen Jahr führte die Tierschutzstiftung einen Nothilfeeinsatz während der Flutkatastrophe in Serbien und Bosnien durch. Nach der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zwischen VIER PFOTEN und dem Landwirtschafts- und Umweltschutzministerium half die Tierschutzorganisation ausserdem beim Transport von vier Wölfen in das Schutzzentrum ARCTUROS in Griechenland sowie beim Rücktransport eines serbischen Bärenjungen von Rumänien nach Serbien im Jahr 2015.
Content - Text