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Die soziokulturelle und städtebauliche Entwicklung städtischer Quartiere ist immer auch Ausdruck von Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Akteurgruppen, die den Quartierraum nach ihren Vorstellungen und Idealen gestalten wollen. Dabei sind die Möglichkeiten der Einflussnahme auf politische Entscheide oder auf die öffentliche Meinung sehr unterschiedlich. Die vorliegende Studie befasst sich mit vier Akteurgruppen (Stadtplanung, bürgerliche Quartiervereine, parlamentarische Linke, ausserparlamentarische Linke), welche die Entwicklung der Quartiere Lorraine und Breitenrain beeinflussen. Zur Bestimmung der jeweiligen Einflussmöglichkeiten werden die Akteurgruppen anhand der Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu analysiert. Ausserdem wird – ausgehend von Friedrich Neidhardts Öffentlichkeitskonzept – bestimmt, welche Ebenen von Öffentlichkeit die einzelnen Akteurgruppen anstreben. Basierend auf Experteninterviews mit Vertretern der Akteurgruppen werden die Strategien der vier Gruppen, das Verhältnis ihrer quartierpolitischen Positionen und die Verschiebung ihres Einflusspotentials vergleichend herausgearbeitet. Anhand dieser Analysen und der jüngeren Quartiergeschichte werden schliesslich Szenarien für die Zukunft der beiden Quartiere skizziert.