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Der Bau einer Tennishalle war beim TC Frick schon lange ein Thema, 2018 ergab sich dann eine ideale Konstellation: Mit der Tennisschule RETURN verfügte man über eine solide Trainingsbasis; die Juniorenzahlen waren über mehrere Jahre konstant hoch (ca. 90); Clubmitglieder zeigten sich bereit, günstige Darlehen zu geben; und der national erfolgreiche Squash Club Fricktal, mit dem der TCF das Clubhaus und die Garderoben teilt, äusserte den Wunsch, einen zusätzlichen dritten Squash-Court zu bauen. Diese einmalige Gelegenheit wollte der Vorstand nutzen. Und die Mitglieder folgten ihm: An der a. o. Generalversammlung vom 5. April 2019 stimmten sie dem 3,5 Millionen-Projekt
ohne Gegenstimme zu.
Das Projekt umfasst neben der Tennishalle (drei Plätze) eine Erweiterung des Clubhauses, vier neue Aussenplätze, Tribünen, einen überdeckten Sitzplatz, einen Kids-Trainingsplatz und einen neuen Squash-Court. Finanziert wird es mit Eigenmitteln, Beiträgen aus dem Swisslos-Fonds, Darlehen, Hypotheken, Crowdfundings und Clubaktionen; rund 400 000 Franken steuert der Squash-Club Fricktal bei. Bereits im Frühjahr 2021 konnten die neuen Aussenplätze in Betrieb genommen werden, die Eröffnung der Halle folgte im Juni 2021, nach knapp 8-monatiger Bauzeit.
Die Halle wurde direkt an das um einen Holzbau erweiterte Clubhaus und die vergrösserte Squash-Anlage gesetzt, auf jenes Grundstück, wo zuvor die Aussenplätze 1 und 2 waren. Aufgrund der engen Platzverhältnisse entschied man sich für eine Konstruktion aus Stahl. «Mit einem Metall-Gerippe lässt sich deutlich schlanker bauen als mit Holz», erklärt Projektleiterin Regula John. Die Fassade wurde mit Alu-Sandwichpaneelen angefertigt, die Decke mit Akustikpaneelen bestückt: Diese absorbieren den Schall der Schläge und sorgen für eine angenehme Atmosphäre in der Halle. Dazu trägt auch die minimalistisch gehaltene Farbgebung bei: Neben den blauen Spielfeldern ist fast alles in grau und schwarz gehalten.
Das auffälligste Element ist die Galerie im Südwesten. Sie führt auf einer Höhe von 2,5 Metern über die gesamte Länge der Halle und ermöglicht es, das Spielgeschehen auf allen drei Plätzen von Nahem zu verfolgen, was insbesondere bei Turnieren ein grosser Gewinn ist. Ein zweites auffallendes Element ist die hochgelegene, leicht vorversetzte und schwarz umrandete Glasfront des neuen Clubraums. Vom Spielfeld erhält man den Eindruck eines schwebenden Aquariums. Im Clubhaus bietet die langgezogene, nur mit feinen Kittfugen durchsetzte Glasfront den Gästen von jedem Tisch aus einen freien Blick in die Halle.
Die Belüftung der Halle erfolgt natürlich – über das gelegentliche Öffnen der Oblichter und Fluchttüren. Beheizt wird die Anlage über ein Bodenheizsystem, das in die Betonbodenplatte eingegossen wurde. «Aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse entschieden wir uns für einen Unterbau aus Beton anstelle von Asphalt», sagt Regula John. «Damit bot sich die Installation einer Bodenheizung an.» Eine wirtschaftlich interessante Verwendung fand man für die 2 000 m2 grosse Dachfläche. Der TCF vermietet die Fläche an die AEW Energie AG, die darauf eine Photovoltaikanlage betreibt. Aus den Mieteinnahmen kann der TCF einen Teil seiner Investitionskosten refinanzieren.
Auftraggeber: Tennisclub Frick / Squash Club Fricktal
Baujahr: 2021