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Der gebürtigen Argentinierin Amalia Ulman steht der grosse Durchbruch als international bekannte Künstlerin bevor: Das Tate Modern in London stellt ab Mitte Februar im Rahmen der Ausstellung "Performing for the Camera" ihr provokatives Social-Media-Kunstprojekt aus, das Mitte 2014 auf Instagram zu Ende ging. Kein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst wird weltweit häufiger besucht als das Tate.
Amalias Projekt "Excellences & Perfections" ist von den Erlebnissen ihrer Escort-Freundinnen und den stereotypen Darstellungen von Frauen in den Medien inspiriert. Das Instagram-Projekt besteht aus drei Phasen: In Phase eins trennt sie sich von ihrem Freund und geht nach L.A., um Model zu werden. In der zweiten Phase stürzt sie ab, nimmt Drogen, landet in der Reha. In der dritten fängt sie sich wieder und ist komplett im Health-Yoga-Fieber. Was ihre Instagram-Follower nicht wussten: Alles war inszeniert.
Die 26-Jährige, die am St. Martins College in London Bildende Kunst studiert hat, will mit ihrem Projekt den Narzissmus der Social-Media-Nutzer aufzeigen - und auf weibliche Stereotype aufmerksam machen: Zuerst verkörpert sie die typische Frau auf Social Media, die viel nackte Haut zeigt und dickes Make-up trägt. Nach ihrem Breakdown verwandelt sie sich dann in den zweiten allgegenwärtigen Typus: Ständig treibt sie Sport und optimiert ihre Ernährung. Ihr fiktiver Charakter war dabei so glaubwürdig, dass zehntausende Follower Teil des Kunstprojekts waren, ohne es zu wissen.