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Warum kann dasselbe homöopathische Arzneimittel (zum Beispiel Rhus toxicodendron) bei rheumatischen Schmerzen, Gelenkschmerzen und bei Husten verabreicht werden?
Homöopathische Arzneimittel werden für jeden Menschen immer individuell verordnet. Bei einer Anamnese nimmt der Homöopath alle Beschwerden, aber auch alle Besonderheiten, was diesen Menschen ausmacht auf. Aufgrund dieser Angaben sucht er das ähnlichste homöopathische Arzneimittel, welches zu diesem Menschen passt. Zwei Patienten haben dieselben Beschwerden, zum Beispiel haben beide am rechten Knie stechende Schmerzen, welche sich bei beginnender Bewegung verschlimmern. Das Gelenk ist rot und heiss. Beim ersten Patienten helfen warme Auflagen, beim zweiten Patienten helfen kalte Anwendungen. Die beiden Patienten bekommen nicht dasselbe homöopathische Arzneimittel. Der erste Patient bekommt Rhus toxicodendron, der zweite Patient Pulsatilla. Hat der erste Patient später eine Blasenentzündung oder hustet stark und ihm helfen wiederum warme Auflagen, dann erhält er wiederum Rhus toxicodendron. Der zweite Patient erhält, falls wiederum kalte Anwendungen bessern, Pulsatilla. In der Homöopathie wird normalerweise nicht ein einzelnes Symptom behandelt, sondern immer versucht, den ganzen Menschen zu erfassen.
Sitzbad/Vollbad bei Blasenentzündungen
100 gr. getrocknete Kräuter pro Sitzbad oder 200 gr. getrocknete Kräuter für ein Vollbad nehmen. Oder alternativ kann ein Eimer (6-8 Liter) voll frische Kräuter für ein Vollbad oder ein halber Eimer voll frische Kräuter für ein Sitzbad genommen werden.
Ganze Pflanze über Nacht in kaltem Wasser ziehen lassen, am nächsten Tag erwärmen, absieben und ins Badewasser giessen, Badedauer 20 Min. Das Badewasser muss bis über die Nieren reichen, das Herz muss ausserhalb des Wassers sein. Nach dem Bad nicht abtrocknen, sondern sich mit einem Badetuch hinlegen und eine Stunde nachdunsten.
Blütenköpfe pflücken.
Heisser Bauchwickel mit Kamillentee
Anwendungsbereich: angespannter Bauch, Magen- Darmkrämpfe, Blähungen, träge Verdauung, Babys mit Dreimonatskrämpfen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Durchfall
Zubereitung Auflage:
1 bis 2 Esslöffel Kamillenblüten (oder 2 Kamillenbeutel) mit 1 Liter heissem Wasser übergiessen und 5-10 Min. zugedeckt ziehen lassen und absieben. Ein Tuch ca. 30 x 30 cm gross in den Kamillentee eintauchen und sehr gut auswringen und auf den Bauch legen. Das Tuch so heiss wie möglich auflegen, aber Vorsicht wegen Verbrennungen! Wenn vorhanden, ein grösseres Baumwoll- oder Frotteetuch um den Rumpf wickeln und ein wollenes Tuch darüberlegen und mit Sicherheitsnadeln befestigen. Das Kamillentuch bleibt so länger warm. Der Wickel kann so lange wie er angenehm ist, auf dem Bauch gelassen werden, sogar über Nacht.
Die Haut mit einer fettenden Salbe vorher einreiben, damit es keine Hautirritationen gibt.
Apis (Gift der Honigbiene)
Bei Insektenstichen, wenn die betroffene Stelle geschwollen, gerötet und heiss ist. Apis ist auch nützlich bei Blasenentzündung mit brennenden Schmerzen, bei Gelenkentzündungen oder stechenden Halsschmerzen. Der Patient hat keinen Durst.
Arnika (Bergwohlverleih)
Bei jeder Art von Verletzung wie Schock, Blutungen, Muskelkater, Überanstrengung, Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Zerrungen
Cantharis (Spanische Fliege)
Bei Verbrennungen, Verbrühungen, Sonnenbrand oder Blasenentzündung mit stark brennenden Schmerzen.
Ledum (Sumpfporst)
Bei Stichwunden, eingetretenen Nägeln, Nadelstichen, Messerstichen, Zeckenstiche, Tierbissen von Katzen, Hunden, Ratten, Mücken- und Bienenstiche. Wärme verschlechtert die Beschwerden und Kälte lindert die Beschwerden.
Die Einnahme aller Globuli: vor und nach der Einnahme 15-30 Minuten nichts essen, trinken, rauchen, Zähne putzen. Die Globuli im Mund (z.B. Wange) langsam zergehen lassen. Die Globuli in der Apotheke in der Potenz C30 einkaufen und einmal täglich 3 Globuli während 5 Tagen einnehmen. Sollte früher eine Besserung eintreten, muss die Einnahme gestoppt werden.
Beinwurz-Tinktur täglich bei Rheuma und Gelenkschwellungen einreiben.
Bei Verletzungen aller Art, Quetschungen, Blutergüssen und Knochenbrüchen Umschläge mit Beinwurz-Tinktur machen.
Beinwurz-Tinktur herstellen: frische Beinwurzwurzeln waschen, klein schneiden und in eine Flasche füllen. Mit Obstschnaps übergiessen, so dass die Wurzeln bedeckt sind. 14 Tage an der Sonne oder in Herdnähe stehen lassen, dann absieben.
Achtung! Haut vor dem Einreiben mit der Beinwurz-Tinktur mit einer fettenden Salbe einreiben, da es bei längerer Anwendung zu Hautrötungen führen kann.
Wallwurz-Salbe ist hilfreich bei Knochenhautentzündung, Verstauchung, Blutergüssen, Quetschungen, Sport- und Unfallverletzungen Narbenschmerzen, Nervenschmerzen, Phantomschmerzen, rheumatischen Gelenkserkrankungen, Kniegelenksbeschwerden, Ischias, Sehnenscheidenentzündungen, Venenentzündungen, Arthrose.
Wallwurz-Salbe Herstellung: 250 g Butter in einer Pfanne schmelzen, eine Handvoll frische und klein geschnittene Wallwurz-Wurzeln dazugeben und während einer halben Stunde köcheln lassen. Zwischendurch umrühren, das ganze durch ein Tuch filtrieren und in Gläser abfüllen. Das Wasser, welches sich auf der Oberfläche gebildet hat, abgiessen. Erkrankte Stellen zwei bis drei Mal täglich einreiben. Diese Salbe ist im Kühlschrank ca. ein halbes Jahr haltbar.
Beinwellblätter können in Omelettenteig getaucht und wie Omeletten zubereitet werden.
Johannisöl bei Rückenschmerzen, Hexenschuss, Ischias, Rheumatismus, Schulter-, Nacken-, Muskelverspannung einreiben. Schmerzende Stelle warmhalten.
Johannisöl herstellen: bei Sonnenschein Blüten pflücken, die frischen Blüten in eine Flasche füllen und mit Olivenöl übergiessen. Das Öl muss die Blüten bedecken. Gut verschlossen die Flasche zwei Wochen in die Sonne oder Herdnähe stellen. Nach einiger Zeit erhält das Öl eine rote Farbe. Durch ein Tuch filtern, Rückstände auspressen und in einer dunklen Flasche aufbewahren.
Johannisöl wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und heilend.
Brennnesseltee: 4 gehäufte Teelöffel getrocknete Brennnesselblätter mit einem Liter kochendem Wasser übergiessen, nur kurz ziehen lassen.
Brennnesselspinat: frische junge Brennnesseln mit frischem Bärlauch wie Spinat zubereiten.
Brennnesselmost: Brennnesseltee mit Süssmost 1:1 mischen, ein herrlich erfrischendes Getränk zu jeder Mahlzeit, auch im Sommer!
Brennnesseljauche: im Frühling frische Brennnesseln (Blätter und Stängel) mit der Gartenschere kleinschneiden und in ein Gefäss legen, mit Wasser übergiessen. Nach zwei bis drei Wochen kann die Brennnesseljauche als Dünger über die Pflanzen gegossen werden. Stärkt die Abwehrkräfte der Pflanzen! Brennnesseljauche unbedingt mit Wasser im Verhältnis 1:10 verdünnen!
Brennnesselwurzel-Essig-Haarwasser: Brennnesselwurzeln ausgraben, waschen und kleinschneiden. In ein Schraubglas legen und mit Apfelessig übergiessen, das Glas verschliessen und vier Wochen stehen lassen. Die Flüssigkeit durch ein dünnes Tüchlein absieben und in dunkle Gläser füllen. Das Haarwasser fördert den Haarwuchs, wirkt gegen juckende Kopfhaut und Schuppen und macht das Haar weicher. Verdünnt oder pur regelmässig in die Kopfhaut einmassieren.
Brennnessel-Energie-Kugeln: 5 getrocknete Datteln, 5 gedörrte Pflaumen kleinschneiden. Die klebrige Masse mit einem Esslöffel Wasser mischen. 1 EL Honig, 1 EL Kakaopulver, 50 g geriebene Haselnüsse und etwas Zimt dazugeben. Eine kleine Schüssel Brennnessel-Samen etwas anmörsern und etwa die Hälfte der Samen unter die Masse mischen. Die Hände leicht befeuchten und aus dieser Masse ca. 15 kleine Kugeln formen. Die Kügelchen durch die restlichen Brennnesselsamen rollen.