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Unser Projekt
1. Einleitung: Ausgangslage und Zielsetzung
Für viele Regionen der Deutschschweiz liegen bereits Wörterbücher vor, die den mundartlichen Wortschatz versammeln und dokumentieren, so zum Beispiel für die Regionen Davos, Zürich, Basel, Schaffhausen, Simmental, Berner Mittelland, Sensebezirk usw. (s. Literaturliste). Diese Mundartwörterbücher sind in der Regel auf die lokale Bevölkerung ausgerichtet und allgemeinverständlich gehalten, werden aber auch von der sprachwissenschaftlichen Forschung wahrgenommen und benutzt. Meist sind sie durch Freiwillige aus den jeweiligen Regionen, seltener teilweise oder ganz durch universitär ausgebildete Germanisten erarbeitet worden. Viele dieser Mundartwörterbücher wurden in die Reihe «Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen in allgemeinverständlicher Darstellung» aufgenommen. Diese Buchreihe wird vom Verein «Mundartforum» (ehemals «Verein Schweizerdeutsch») herausgegeben.
Für den Kanton Glarus existiert noch kein Mundartwörterbuch. Ein Bedürfnis für ein solches Werk ist in der Bevölkerung mit Sicherheit vorhanden. Mit dem geplanten Glarner Mundartwörterbuch vergleichbare Publikationen wie etwa das 2014 erschienene Werk «Prättigauer Dialekt» (mit einem Wörterbuch- und einem Geschichtenteil) erfreuen sich in der Bevölkerung grosser Beliebtheit und verkaufen sich gut. In der Deutschschweiz ist das Interesse an der Mundart derzeit im Allgemeinen hoch, was sich zum Beispiel an der Popularität von Mundartsendungen wie der SRF-Radiosendung «Schnabelweid» oder am Erfolg des seit 2017 jährlich in Arosa stattfindenden Mundartfestivals ablesen lässt.
Die Ausgangslage für die Schaffung eines Glarner Mundartwörterbuchs ist günstig, da bereits verschiedene Vorarbeiten existieren. Es stehen Sammlungen von Dr. Rudolf Trüb, Prof. Dr. Marianne Duval-Valentin und anderen sowie verschiedene Glossare zu Mundartpublikationen bereit, die für das Mundartwörterbuch ausgezogen werden können (für eine ausführliche Liste der vorhandenen Materialien s. Kap. 3 und Anhang). Somit ist also für die Schaffung eines Glarner Mundartwörterbuchs bereits eine gute Materialgrundlage vorhanden, auf der aufgebaut werden kann.
Ziel des Vorhabens ist es, ein Mundartwörterbuch für den Kanton Glarus zu schaffen, in welchem der Wortschatz der Glarner Mundart(en) gesammelt und dokumentiert wird. Für die Erarbeitung sollen dialektinteressierte Glarnerinnen und Glarner miteinbezogen werden. Das Glarner Mundartwörterbuch soll in erster Linie der lokalen Bevölkerung zugute kommen und ist auf sie als Zielpublikum ausgerichtet. Eine Ausführung bzw. Begleitung der Arbeiten durch germanistisch ausgebildete Fachpersonen soll sicherstellen, dass das Werk hohen Qualitätsansprüchen genügt und wissenschaftlich fundiert ist. Das Wörterbuch soll zur Auseinandersetzung mit und zum Nachdenken über die Mundart anregen und somit einen Beitrag leisten zur Wertschätzung und zum Erhalt der Mundart als wichtigem, regional verwurzeltem Kulturgut.
2. Arbeit der Konzeptgruppe, Pilotphase
Im Jahr 2019 formierte sich auf Initiative der Academia glaronensis ‒ einer Gruppierung, die sich für die Erhaltung und Pflege der Glarner Dialekte einsetzt ‒ eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel, ein Konzept für ein Glarner Mundartwörterbuch auszuarbeiten. Die Arbeitsgruppe besteht aus folgenden Personen: alt Rektorin Dodo Brunner und alt Landammann lic. iur. Marianne Dürst Benedetti, Vertreterinnen der Academia glaronensis, lic. phil. Christoph Landolt, Redaktionsleiter des Schweizerischen Idiotikons, Dr. Kevin Müller, Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Universität Zürich, und Dr. Luzius Thöny, Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Bern und Präsident des Vereins «Mundartforum».
Die Arbeitsgruppe tagte zwischen Frühjahr und Herbst 2019 mehrmals, sichtete vorhandene Materialien (vgl. Kap. 3) und erarbeitete das vorliegende Konzept. Im Frühjahr / Sommer 2019 führte sie ein Pilotprojekt für die Erfassung der Wörterbuchartikel in einem elektronischen Redaktionssystem durch. Dabei wurden probeweise ca. 1'000 Lemmata aus mehreren Glossaren erfasst.
Bisher erfasste Glossare: Walter Elmer, «Welt am Pfiischter» und «Ufem Gadebänggli»; Hans Bäbler, «Häb Sorg zum Glarnertüütsch», Beispiele aus der «Glarner Sprachschuel»; Lina Zweifel, «Mir Glarner» und «Nüüt für uuguet»; Schaagg Höfti, «Fühnäwacht»; Georg Thürer, «Rund umme Blattetisch» und «Bim Brunnemeischter».
3. Bereits vorhandene Materialien
Es liegen bereits verschiedene Materialien (Karteikartensammlungen, Glossare) zur Glarner Mundart vor. Zusammengezählt beläuft sich die Menge an schon gesammeltem Wortmaterial grob geschätzt auf ca. 15'000 Stichwörter (kumulativ, mit Dubletten). Der erwartete Umfang nach redaktioneller Bearbeitung und Dublettenbereinigung beträgt ca. 6'000-8'000 Stichwörter.
Zum Vergleich: PrättWb.: ca. 3'500 L.; DavosWb.: ca. 5'800 L. (Schätzung) (261 S.); ZHWb.: 3. Auflage ca. 6'000 L. (354 S., 2. Aufl.), Neubearbeitung 2009: ca. 16'000 L. (695 S.); Neues Baseldeutsch Wörterbuch: ca. 10'000 L. (540 S.)
Eine detaillierte Auflistung und Kurzbeschreibung der vorhandenen Materialien ist im Anhang dieses Dokumentes (Kap. 10) zu finden.
Für die Wörterbucharbeiten werden die Materialien nach folgender Priorität behandelt:
| Priorität | Material (Ziffer: s. Anhang) | Scannen? | Kommentar
| 1. | Sammlung Trüb (1a., 1c., 1f.), Sammlung Stähli (1d.), Sammlung Meng (1e.), Wörterbuch Marti (2.), Glossare (3.) | Ja | Primäres Material, auf dem das Wörterbuch basieren wird
| 2. | Sammlung Duval (4.) | Ja | Weniger prioritär, wird ergänzend und zur Kontrolle verwendet
| 3. | Sprachgeographie Glarnerland (1b.) | Nein, höchstens einzelnes | Nicht prioritär, da andere Schwerpunkte (Hausbau); zudem viel Stenografie
4. Projektplan
4.1. Zu behandelnder Wortschatz, weitere Inhalte, Kapitelgliederung
Auswahl des zu behandelnden Wortschatzes: Im Wörterbuch soll der Wortschatz der Glarner Dialekte gesammelt und dokumentiert werden. Erfasst wird der für die Region typische, vom hochdeutschen abweichende Wortschatz sowie Teile des Grundwortschatzes. Der regionaltypische Wortschatz schliesst Wörter ein, die zwar weiter verbreitet sind, aber im Glarner Dialekt lautliche, grammatische oder semantische Besonderheiten aufweisen. Aus dem Grundwortschatz werden hochfrequente Wörter wie beispielsweise Hund, Wald, Fisch, essen usw. aufgenommen. Jüngere, allgemein verbreitete Lehnwörter wie Computer, Handy, Yoga, scannen usw. werden hingegen nicht berücksichtigt.
Zeitrahmen und Aktualität des Wortschatzes: Die bereits vorhandenen Materialien (Sammlungen und Glossare, s. Kap. 3 und Anhang) beziehen sich hauptsächlich auf die Sprachsituation im 20. Jahrhundert. Durch den Einbezug der Lokalbevölkerung soll in geringerem Mass auch die Situation im 21. Jahrhundert berücksichtigt bzw. die Aktualität des Wortschatzes überprüft werden. Der Schwerpunkt wird auf Grundlage des vorhandenen Materials in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegen. Es ist daher zu erwarten, dass ein nicht geringer Teil des in den Sammlungen enthaltenen Wortschatzes heute veraltet ist. In den Fällen, wo eine gesicherte Aussage möglich ist, soll dies im Wörterbuch mit einem Vermerk («alt», «älter», «veraltet») dokumentiert werden.
Umgang mit regionaler Variation: Für bestimmte Wörter gibt es innerhalb des Kantons unterschiedliche Lautungen, so dass keine einzelne Form als für den ganzen Kanton gültig angesehen werden kann. Im Fall der markanten Vokalunterschiede innerhalb des Glarnerlandes, die für die Identifikation und das Selbstverständnis der Dialektsprecherinnen und Dialektsprecher von Bedeutung sind, wie beispielsweise bei Spägg gegenüber Spegg, soll dies mit Doppelansätzen berücksichtigt werden, d.h. das «Stichwort» des Artikels lautet Spägg, Spegg. In weiteren, weniger bedeutsamen Fällen soll nach dem Grundsatz verfahren werden, dass systematische, regelhafte Unterschiede nur im Vorwort des Buches einmalig beschrieben, aber nicht in jedem einzelnen Artikel abgebildet werden. Sonstige, unregelmässige Abweichungen werden immer im Wörterbuchartikel dokumentiert, wenn nötig mit geografischem Hinweis auf den Ort oder das Gebiet, in dem die Lautung gilt. Für manche Dörfer oder Regionen gibt es eventuell lexikalische Besonderheiten, die wenn immer möglich im Wörterbuch dokumentiert und mit einem geografischen Hinweis versehen werden.
Neben dem Wortschatz, welcher den Hauptteil des Buches ausmachen wird, werden darin in kleinerem Umfang auch noch Glarner Rufnamen und Redensarten dokumentiert. Eine provisorische Kapitelgliederung des Buchs präsentiert sich wie folgt:
1. Vorwort
2. Einleitung: Zur Sprache im Kanton Glarus (knappe Lautlehre,
grammat. Skizze), Aufbau der Artikel, Abkürzungen usw.
3. Wörterteil (Dialektwortschatz in alphabetischer Ordnung)
4. Rufnamen
5. Redensarten
6. Register Schriftsprache → Dialekt
7. Evtl. Anhänge, z.B. Sachgruppen (Pflanzennamen usw.)
8. Literaturliste
Der Wörterteil wird optisch durch Informationsboxen oder Bilder/Zeichnungen aufgelockert, welche einzelne Wörterbuchartikel illustrieren, vertiefen oder in einen kulturellen / sachlichen / sprachlichen Zusammenhang stellen.
4.2. Schreibweise
Die Schreibweise soll sich nach Vorbild der meisten anderen deutschschweizerischen Mundartwörterbücher an der Dieth-Schrift orientieren (vgl. Dieth/Schmid 1986). Die Dieth-Schrift stellt einen in der Praxis bewährten Kompromiss zwischen Nähe zur Mundartlautung und Anlehnung an die Schriftsprache/leichte Lesbarkeit dar. Die Dieth-Schrift kommt zudem in der Mundartliteratur verbreitet zur Anwendung und ist somit vielerorts schon bekannt und etabliert.
Wesentlich für die Dieth-Schrift ist das Prinzip «schreiben, wie man spricht». Einige zentrale Regeln sind (für Genaueres vgl. Dieth/Schmid 1986):
· Langvokale und Geminaten werden konsequent durch Doppelschreibung markiert: schǜǜ, tüütsch, gschiider, erligge, zette, Angge
· Auf Dehnung mit -h- oder -ie- wird verzichtet: gschiider, nicht gschihder oder gschieder
· Apostrophe und sonstige Sonderzeichen (ausser Akzente) sind zu vermeiden: d Sach, nicht d'Sach, aagleit, nicht aa'gleit
· St- und Sp- werden im Wort- und Stammsilbenanlaut so, ansonsten als -scht- und -schp- geschrieben: Stiil, Striit, bstelle, ischt, jüngscht
· Abweichend von den Regeln der Dieth-Schrift werden die Diphthonge wie in der neuhochdeutschen Schriftsprache als <eu>/<äu>, <ei> geschrieben: speuze / späuze, nicht spoize oder spaize; Seil, nicht Säil
Einige Beispielsätze für die Schreibweise (adaptiert aus dem Glossar zu Häb Sorg zum Glarnertüütsch von Hans Bäbler):
Ich hätti geere es halb Pfund Angge. Gib dr Mamme nuch e Chuss. Nimm ds Bieli mit em länge Stììl. Stand mer nüd vor ds Liecht. Si händ Striit überchùù. Ettis zur Spraach bringe. Si isch schǜǜ aagleit. Jetz han i s erliggt.
Besondere Regelungen
Langes, offenes -ī-, -ū- und -ǖ-: Eine spezielle Markierung braucht es für die langen, offenen Vokale -ī-, -ū- und -ǖ- (in der Position vor Nasal). Diese werden in der Dieth-Schrift mit Akzent gravis geschrieben:
nìì 'nehmen', gùù 'gehen', lùù 'lassen', schǜǜ 'schön'
Reduktionsvokal: Der Reduktionsvokal ('Schwa') in nebentonigen Silben wird zur Erhöhung der Lesbarkeit als <e> verschriftet, auch wenn die Aussprache z.T. näher an -ä- liegen mag: nigge, erligge, nicht niggä, ärliggä
Affrikate aus *ge-(c)h-: Für die aus *ge-(c)h- entstandene Affrikate kann nach etymologischem Prinzip gch- geschrieben werden: gchiit 'gefallen', nicht kiit oder khiit
Partizip Perfekt: Beim Partizip Perfekt, wo ge- mit dem Stammanlaut des Verbs zu einer Geminate -gg- geworden ist, wird diese durch Doppelschreibung verschriftet: gumpe – ggumpet
4.3. Lemmatisierung und Beispielartikel
Ein Wörterbuchartikel besteht grundsätzlich aus dem Lemma (evtl. mit Varianten), grammatischen Angaben (bei Substantiven: grammatisches Geschlecht, Mehrzahlform; bei Verben: Partizip Perfekt, Konjunktiv; bei Adjektiven: Steigerungsformen), Bedeutungsangaben, evtl. idiomatischen Wendungen und Beispielsätzchen.
Einige Artikel können auch idiomatische Wendungen erhalten, wobei das bedeutsamste Wort (meist ein Substantiv) als Stichwort vorgestellt wird, z.B. Leche, ke ... 'kein bisschen'.
Durchsichtige Ableitungen (z.B. Diminutiva) werden im Artikel der Basis eingeordnet. Sie schliessen hinten an den Artikel der Basis an. Semantisch oder formal stärker abweichende, verdunkelte Ableitungen erhalten hingegen einen eigenen Artikel.
Präfixverben mit abtrennbarem Präfix werden grundsätzlich bei der Basis eingeordnet (aaluege unter luege), solche mit nicht-abtrennbarem Präfix erhalten eigene Artikel (erschwigge unter e-, verdregge unter v-). Bei grösserer semantischer Abweichung können auch die abtrennbaren Präfixverben einen eigenen Artikel erhalten.
Durchsichtige Komposita (Zusammensetzungen) werden grundsätzlich unter dem Bestimmungswort eingereiht, d.h. Chaarteteggel unter Chaarte. Es wird also das gleiche Prinzip angewendet wie beim Simmentaler Wörterbuch, wo Ranzewee unter Ranze steht.
Die Reihenfolge der Hauptstichwörter ist alphabetisch, wobei gilt: 1) Doppelvokale sind wie Einfachvokale behandelt, 2) Diakritika werden für die Sortierung nicht beachtet, 3) anlautendes gg- und bb- wird wie einfaches g- und b- behandelt.
Es folgen hier einige Beispielartikel, wie sie im fertigen Buch aussehen werden:
Abebutz m. scharfer Tadel, Rüffel, Strafpredigt. Der Chnecht het e gchörige Abebutz überchùù, wil er zum Melche nüd heichùù ischt.
abetroole (abetroolet) hinunterfallen. Dr Chnab hät nüd uufpasst und isch ab dr Muur abetroolet.
Leche, ke... kein bisschen. Dr Frigg isch ke Leche besser as dr Jaagg.
määrterli «mordsmässig», heftig, marternd. Er laat määrterli Schrei ab.
schleigge (gschleiggt) schleifen, schleppen.
4.4. Redaktionsarbeiten
Die Redaktionsarbeiten werden von einem Redaktionsteam sowie von freiwilligen Helfern ausgeführt. Die Arbeiten umfassen für jeden Artikel folgende Arbeitsschritte:
1. Digitalisierung des Materials (Scannen)
2. Aufnahme in das Redaktionssystem (Datenbank)
3. Erstbearbeitung durch RedaktorIn
4. Besprechung des Artikels im Redaktionsteam
5. Überarbeitung des Artikels durch RedaktorIn, Umsetzung der vereinbarten Änderungen
6. Überprüfung des Artikels in Zusammenarbeit mit lokalen Informanten
7. Schlussredaktion
Elektronisches Redaktionssystem
Für die Redaktionsarbeiten wird ein elektronisches Redaktionssystem zum Einsatz kommen. Dieses baut auf einer 2013/2014 von L. Thöny für das Prättigauer Mundartwörterbuch entwickelten Software auf. Im Frühling 2019 wurde diese im Rahmen des Pilotprojektes für das Glarner Projekt angepasst und war im Sommer 2019 bereits im Einsatz. Für den Vollbetrieb muss diese aber noch in einigen Punkten erweitert und um gewisse Funktionen (Suchfunktionen usw.) ergänzt werden.
Dieses elektronische, webbasierte Redaktionssystem ist eine uns zur Verfügung gestellte Eigenentwicklung von L. Thöny auf Basis von PHP/MySQL und läuft kostenlos auf der Webhosting-Infrastruktur des Vereins «Mundartforum» (im Internet erreichbar unter www.mundartforum.ch/glwb).
Digitalisierung
Für die Digitalisierung der Materialien wurde uns von der Redaktionsleitung des Schweizerischen Idiotikons Unterstützung (Erlaubnis, Scan-Geräte auf der Idiotikon-Redaktion zu benutzen; beratende/begleitende Mitwirkung) zugesagt. Für das Scannen der Karteikartensammlungen steht ein Stapel-Scanner zur Verfügung (Besitz L. Thöny).
4.5. Überprüfung des Materials in Zusammenarbeit mit lokalen Informanten
Sobald das Wortmaterial im Redaktionssystem eingetragen und provisorisch redigiert ist, sollen die Wörterlisten mit lokalen Informanten durchgegangen, korrigiert und ergänzt werden. Hierfür werden Freiwillige möglichst aus verschiedenen Regionen des Kantons Glarus rekrutiert.
Diese zeitaufwändige Arbeit dient der Sicherstellung der Qualität sowie der Prüfung der Aktualität des Wortschatzes.
4.6. Wissenschaftliche Begleitung
Für die Durchführung des Buchprojektes wird das Team wissenschaftlich beraten und begleitet von Christoph Landolt, Redaktionsleiter des Schweizerischen Idiotikons.
Durch die vorgesehene Besetzung der Personalstellen ist zudem eine Verbindung an die germanistischen Institute der Universitäten Zürich und Bern gegeben.
5. Aufwandschätzung und Personalbedarf
Wir schätzen, dass für die Erarbeitung des Glarner Mundartwörterbuchs rund 4'200 Arbeitsstunden geleistet werden müssen.
Projektleiter ist Dr. Luzius Thöny, Dozent am Institut für Germanistik an der Universität Bern und Präsident des mundartforums. Die Redaktions-arbeiten übernimmt Dr. Kevin Müller, Dozent Linguistik an der Universität Zürich. Sirkka Marti, Studentin an der Universität Bern arbeitet mit als studentische Hilfskraft, und die drei Vorstandsmitglieder des Vereins Glarner Mundartwörterbuch, Dodo Brunner, Marianne Dürst Benedetti und Käthy Rhyner-Freitag übernehmen ehrenamtlich (Redaktionsarbeiten, Durchführen von Informanten-Befragungen, Mithilfe bei der Aufnahme von Materialien ins Redaktionssystem) während rund 1350 Stunden.
6. Zeitplanung
Vor dem Projektstart ist eine Vorbereitungsphase (3 Monate) nötig, in der Organisatorisches und Personelles geregelt wird. Für die eigentliche Projektdauer sind drei Jahre vorgesehen, vom 1. Januar 2021 bis Ende 2023.
7. Finanzen
7.1. Bedarf
Die Kostenschätzung für das Gesamtprojekt inkl. Druck beläuft sich auf rund CHF 220'000.
7.2. Verwaltung der Finanzen
Für die Verwaltung der Gelder, Auftragserteilungen, Ausführung von Honorarzahlungen usw. muss eine geeignete Lösung gefunden werden. Es wird abgeklärt, ob der «Historische Verein des Kantons Glarus» diese Aufgaben übernehmen könnte oder ob eine geeignete Trägerschaft für das «Glarner Mundartwörterbuch» gegründet werden muss. Mit dem bezahlten Personal werden Aufträge / Werkverträge abgeschlossen.
7.3. Mögliche Geldgeber
Als mögliche Geldgeber kommen in Betracht:
· Kanton Glarus (Kulturfonds)
· Firmen im Kanton Glarus
· Stiftungen
· Private Spender
Es können ferner bei Institutionen Gelder beantragt werden, die wissenschaftliche Projekte mit Beteiligung von Personen aus der Bevölkerung fördern («Citizen Science»). In Betracht kommen:
· Schweizerischer Nationalfonds SNF (Fördergefäss «Agora»)
· Universität Zürich (Partizipative Wissenschaftsakademie, «Seed-Grant»).
8. Publikation
8.1. Aufnahme in Buchreihe
Das Wörterbuch kann in der Reihe «Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen in allgemeinverständlicher Darstellung» erscheinen. Die Buchreihe wird vom Verein «Mundartforum» betreut, welcher gerne bereit wäre, das Glarner Mundartwörterbuch in die Reihe aufzunehmen. Die Aufnahme in die Reihe soll dem Buch zu mehr Beachtung und weiterer Verbreitung verhelfen.
8.2. Druckvorbereitung, Layout und Satz, Druck
Das Buch soll vor Ort im Kanton Glarus gelayoutet, gesetzt und gedruckt werden. Mit dem Verlag Baeschlin Bücher AG ist vereinbart, dass er Produktion (Auflage von 2'000 Stück), Vermarktung und Vertrieb übernimmt, jedoch wird eine Defizitgarantie gewünscht (allfälliger Abverkauf der Bücher über drei Jahre).
Wenn du an das glaubst, was du tust, kannst du Großes erreichen. Das ist der Grund, warum ich dir bei der Erreichung deines Ziels helfen möchte.