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Brennweitenverlängerung – diese Bezeichnung wird oft verwendet, um den kleineren Bildausschnitt bei der Verwendung eines kleineren Bildsensors zu beschreiben. In Wirklichkeit ändert sich die Brennweite eines Objektives nicht – auch wenn es an Kameras mit unterschiedlich grossen Sensoren angedockt ist.
Klarer ist der aus dem Englisch stammenden Begriff Crop-Faktor (to crop = abschneiden, beschneiden).
Brennweitenverlängerung – Bildbeschneidung
In der analogen Fotografie war der Kleinbildfilm mit seinem Aufnahmeformat von 24x36mm stark verbreitet. Da die digtialen Bildsensoren sehr teuer sind, verbaut man solche, die deutlich kleiner sind als das analoge Kleinbildformat (heute bezeichnet man das oft als Vollformat).
Wenn Sie nun an einer Kleinbildkamera ein Weitwinkel-Objektiv mit 24mm Brennweite haben, erreichen Sie den grossen Ausschnitt des Bildes oben (dunkel). Das gleiche Objektiv an einer Halbformatkamera (Beispiel Nikon DX, Canon APS-C) bewirkt durch den kleineren Bildsensor eine Bildbeschneidung (heller Ausschnitt). Dieser Ausschnitt ist deutlich kleiner. Um diesen Ausschnitt an einer Vollformatkamera zu erreichen, müssten Sie eine längere Brennweite verwenden. Aus diesem Grund spricht man von der Brennweitenverlängerung.
Berechnung mit dem Crop-Faktor
Die Brennweitenverlängerung – beziehungsweise das Kleinbild-Äquivalent (entspricht der Brennweite des analogen Kleinbildformates) – können Sie mit dem Crop-Faktor berechnen:
Lange Seite Kleinbildformat (36mm) / lange Seite Bildsensor (24mm) = Crop-Faktor oder Brennweitenverlängerung
36mm / 23.6mm = 1.525, gerundet 1.5
Wenn Sie mit einer Halbformatkamera fotografieren und ein 35mm-Objektiv verwenden, haben Sie einen Bildausschnitt wie bei der Verwendung eines 50-mm-Objektivs (35mm * 1.5 = 52mm).
Vorteile einer Brennweitenverlängerung
Den grössten Vorteil einer Brennweitenverlängerung haben Sie, wenn Sie lange Brennweiten verwenden müssen (Sport-, Tierfotografie). Ein 70-200mm-Zoom wird durch die Brennweitenverlängerung oder den Crop-Faktor zu einem 105-300mm-Zoom (70*1.5, 200*1.5). Besitzen Sie ein 150-600mm-Zoom, bekommen Sie an einer Halbformatkamera ein 225-900mm-Zoom. Perfekt für das Fotografieren von Vögeln und wilden Tieren.
Nachteile der Brennweitenverlängerung
Wenn Sie Landschaften fotografieren, spüren Sie den Nachteil am ehsten: Ein Weitwinkel-Objektiv von 18mm wird durch den Crop-Faktor zu einem 27mm-Objektiv. Sie bekommen damit viel weniger auf das Bild, weil dieses ja durch den kleineren Bildausschnitt beschnitten wird (Bildvergleich ganz oben). Im Bild unten verwendete ich die Einstellung 38mm an meinem 18-105mm-Zoom. Effektiv entspricht der Ausschnitt einer Brennweite von 57mm.
Warum muss ich das alles wissen?
Wenn Sie ein Objektiv für eine Halbformatkamera kaufen, müssen Sie sich bewusst sein, dass der Bildwinkel deutlich kleiner ist (entspricht einer längeren Brennweite), als Sie sich das von der normalen Brennweite gewohnt sind. Ein 50-mm-Standardobjektiv wird an einer APS-C-Kamera zu einem 75-mm-Portrait-Objektiv. Eine 35-mm-Festbrennweite verwenden Sie an einer APS-C-Kamera als Normalobjektiv (ca. 50mm).
Wenn Sie eine neue Ausrüstung kaufen und zum Beispiel Vögel fotografieren wollen, greifen Sie zu einer APS-C-Kamera und erhalten beim Kauf von Teleobjektiven viel mehr Brennweite.
Brennweite in der Exif-Datei
Die Brennweitenverlängerung, beziehungsweise das Brennweiten-Äquivalent können Sie aus den Exif-Dateien Ihrer Bilder sehr einfach auslesen. Öffnen Sie in einem Bildbearbeitungsprogramm die Meta- oder Exif-Datei. Unterhalb der Brennweite finden Sie den Begriff Brennweite/35 mm. Dort wird die Brennweitenverlängerung bereits fertig berechnet angegeben. Im Beispiel 300mm.
Weitere Infos finden Sie unter Crop-Faktor.
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