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Das Migazin berichtet am 09.12.2021: Sommer 2021 im französischen Lyon. „Der 23. August 2020 ist der Tag meiner Rettung“, sagt Cisse. Sie sitzt auf einer Bank auf einem Spielplatz. Ihr zweijähriger Sohn Ali hat gerade das Fahrrad eines anderen Kindes in Beschlag genommen und freut sich riesig über das Spielzeug. Im August vor einem Jahr saß die heute 28-jährige Frau von der Elfenbeinküste noch an Deck des Seenotrettungsschiffes „Sea-Watch 4“, den kleinen Jungen in einem Tuch um die Brust gewickelt und in Ungewissheit darüber, was in Europa auf sie zukommen würde. Die „Sea Watch 4“, ein auf Initiative der evangelischen Kirche in Deutschland gekauftes Schiff, lief damals zu seiner ersten Rettungsmission ins zentrale Mittelmeer vor der libyschen Küste aus.
Die Überfahrt über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bislang mindestens 1.650 (Stand: 3.12.) Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Cisse und Ali sind zwei von 353 Menschen, die die zivilen Seenotretter der „Sea-Watch 4“ auf ihrer ersten Fahrt aus dem Meer bargen.