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(spr. anggäng),
Louis
Antoine
Henri von
Bourbon,
Herzog von, Sohn des
Herzogs
Louis
Henri
Joseph von
Bourbon-Condé,
geb. zu
2. Aug. 1772 Chantilly, verließ im Juli 1789 mit seinem
Vater und Großvater
Frankreich, trat in das
von seinem Großvater am
Rhein gesammelte Emigrantenkorps und kommandierte 1796-99 die
Avantgarde desselben. Nach der
Auflösung
des
Korps zog er sich 1801 nach dem badischen Städtchen
Ettenheim zurück, wo die
Prinzessin
Charlotte von
Rohan-Rochefort lebte,
für die er eine romantische
Neigung hegte. Er bezog zwar eine englische
Pension und war bereit, für die
Sache seines
Hauses und des
Königtums das
Schwert zu ziehen, hielt sich aber von allen
Verschwörungen fern.
Straßburg
* 5
Straßburg.
Als jedoch
Napoleon nach dem
Komplott von
Cadoudal und
Pichegru die
Bourbonen durch einen Gewaltstreich einschüchtern wollte,
befahl er, Enghien als das am leichtesten erreichbare Mitglied der Königsfamilie zu verhaften.
Am ward der
15. März 1804 Herzog unter grober
Verletzung des
Völkerrechts in
Ettenheim festgenommen, erst nach
Straßburg,
[ * 5] dann
nach
Vincennes gebracht und hier 20. März sofort vor ein
Kriegsgericht gestellt, welchem der
General
Hulin präsidierte. Mit stolzer
Verachtung wies er jede
Anschuldigung einer
Teilnahme an einer
Verschwörung gegen das
Leben des Ersten
Konsuls
zurück und verlangte eine Unterredung mit demselben, die jedoch abgeschlagen wurde, da
Napoleon die sofortige
Vollstreckung
des Todesurteils befohlen und sich überdies von
Paris entfernt hatte.
Anfangs unschlüssig, fällten die
Richter 21. März um 4
Uhr
[ * 6] morgens das Todesurteil über Enghien, welches eine
halbe
Stunde später im
Graben des
Schlosses mit
Pulver und
Blei
[ * 7] vollstreckt ward.
Napoleon, auf dessen Rachsucht allein die schändliche
That zurückzuführen ist, suchte später die
Schuld auf den damaligen Polizeiminister
Savary und auf
Talleyrand abzuwälzen
und behauptete in den
», es sei ihm ein
Mémoires de Ste-Hélène« Brief des
Herzogs erst zwei
Tage nach dessen
Tod von
Talleyrand überreicht worden; Enghien hat aber gar keinen
Brief geschrieben.
Savarys Rechtfertigungsschrift
» Sur la catastrophe
de M. le duc d'E.« (Par. 1823) veranlaßte mehr als 20 verschiedene
Schriften, die einen der
Bände der »Collection de bilden, aber eben nur
mémoires
sur la révolution française« Napoleons
Schuld konstatieren; auch
Talleyrand wußte sich bei
Ludwig XVIII.
zu rechtfertigen.
Dupin hat die Aktenstücke bekannt gemacht und das Gesetzwidrige in dem
Verfahren gegen den
Herzog aufgedeckt.
Nach der
Restauration ward Enghiens
Leichnam ausgegraben und ihm von
Ludwig XVIII. und den
Kammern in der
Kirche zu
Vincennes ein Denkmal gesetzt.
Titel
Elemente zu
England:
Areal und Bevölkerung
Bodenbeschaffenheit.
Bewässerung.
Klima.
Pflanzen- und Tierwelt.
Bevölkerung.
Nationalität.
Religion.
Bildung.
Charakter und Sinnesart.
Ackerbau.
Viehzucht.
Bergbau und Hüttenwesen, Erden etc.
Industrie.
Verkehr.
Armenwesen.
Rechtspflege.
1) auf Streitigkeiten wegen liegenden Eigentums (assize)
Lokalverwaltung.
Großbritannien
* 8
Großbritannien.
( Anglia, nach den
Angelsachsen so genannt), der südliche Teil der
Insel
Großbritannien,
[ * 8] umfaßt das eigentliche
England nebst den Küsteninseln, darunter
Sheppey,
Wight und die
Scillyinseln.
Politisch gehört dazu noch das westlich davon gelegene
Fürstentum
Wales. Von
Frankreich wird England durch die nur 22 km breite
Straße von
Dover
[ * 9]
( Straits of
Dover,
Pas de Calais)
getrennt; im O. grenzt es an die
Nordsee, im
S. an den
Englischen
Kanal
[ * 10]
( English channel,
la Manche), im
W. an den Atlantischen
Ozean und die
Irische
See. Der südlichste
Punkt ist die Lizardspitze (40° 58' nördl.
., 5° 11' Br westl.
L. v. Gr.); der nördlichste liegt bei
Berwick (55° 49' nördl.
., 2° 3' Br östl. L.); der östlichste ist
Lowestoft
Neß an der
Küste von
Suffolk (52° 29' nördl.
., 1° 45' Br östl. L.), der westlichste
Landsend (50° 4' nördl.
., 4° 38' Br westl.
L.).
S.
Karte
». Großbritannien«
der
40
Grafschaften von England und von
Wales zeigt die folgende
Tabelle:
¶
England (Bodenbeschaff
* 11 Seite 5.630.
mehr
Bodenbeschaffenheit.
Der größte Teil Englands hat eine leicht wellige Oberfläche, ein andrer ist völlig eben, im N. und
. findet sich Gebirgsland.
Im allgemeinen ist der landschaftliche SW Charakter nicht großartig, aber lieblich und durch Abwechselung angenehm. Ebenen im
Schmuck des frischesten Grüns, von ansehnlichen, ruhig hinfließenden Strömen durchzogen, von bläulich
grünen Waldgruppen umsäumt und von zahlreichen Viehherden belebt, dehnen sich weit aus. Ohne große Wälder zu enthalten,
ist England doch gut bewaldet; charakteristisch sind die Hecken und Baumreihen, welche die gartenähnlichen Felder umgeben und dem
Fußreisenden die Aussicht oft entziehen; ferner die zahlreichen und prächtigen Landsitze des Adels, gewöhnlich von
unübertrefflichen samtartigen Grasplätzen und Gruppen mächtiger alter Bäume umgeben, zwischen denen sich malerisch geordnetes
Buschwerk und Unterholz hinzieht.
Nicht selten stößt diese englische
Landschaft mit ihrem milden und zugleich luxuriösen Charakter unmittelbar ans Meer. Im
S. wechseln häufig schon höhere Hügel mit Thälern; im N. und W. aber ragt eigentliches Gebirgsland
kahl über die umgebende grüne Landschaft hervor. Wohl in keinem andern Land läßt sich die Abhängigkeit der Terrainformen
von der geologischen Beschaffenheit des Bodens mit mehr Vorteil studieren als in England, wo fast alle geologischen Bildungen, von
den ältesten bis zu den jüngsten, vertreten sind.
Weide
* 12
Weide.
Von den Alluvialflächen an der Themsemündung in nordwestlicher
Richtung fortschreitend, durchkreuzen
wir sie sämtlich der Reihe nach, bis wir von den kambrischen Felsen der Insel Anglesey herab auf das Irische Meer blicken. Von
Schottland wird England durch die Cheviot Hills (s. Cheviots) getrennt, welche in ihrem Kulminationspunkt eine Höhe von 813 m erreichen.
Ihre Gipfel sind teilweise kegelförmig, felsig und kahl; die Abhänge, steil und durch tiefe Schluchten
und Thäler getrennt, bieten zahlreichen Herden eine fruchtbare Weide.
[ * 12]
Eine Einsenkung, durch welche die
Eisenbahn von Carlisle nach Newcastle
[ * 13] läuft (136 m), trennt dieses Grenzgebirge von dem breitbuckligen
Zug
der der Kohlenformation angehörigen Penninischen Kette (s. d.). Dieses » Nordenglands erstreckt
sich 245 km weit bis nach Rückgrat« Derbyshire hinein, wo es mit dem 351 m hohen Weaver Hill endet. Es bildet die Wasserscheide zwischen
der Nordsee und dem Irischen Meer. Sein höchster Punkt ist der Croß Fell (892 m). Nach O. fällt es sanft in die breite,
ergiebige Thalebene von York ab, westlich grenzt es steiler an die fruchtbare, vom Eden durchflossene Cumbrische Ebene und an
das Tiefland von Lancashire und Cheshire.
Eisen I
* 14
Eisen.
Das
Penninische Gebirge mit seinen meist abgerundeten Formen und großen Strecken von Torfboden und Heideland macht auf den Beschauer
einen höchst trostlosen Eindruck. Es wird aber durchzogen von malerischen Thälern, die im üppigsten
Grün prangen, und sein Reichtum an Steinkohlen und Eisen
[ * 14] hat selbst in seinen Einöden Hauptsitze der Industrie erwachsen lassen.
Durch den Sattel von Yap Fell, an den Quellen von Eden und Lune, steht die Penninische Kette mit dem Cumbrischen Gebirge in Verbindung,
welches die Halbinsel von Cumberland erfüllt und im Sca Fell zu 984 m ansteigt.
Heiden kommen zwar auch hier vor, aber malerische Seen, saftige Wiesen und bewaldete Thäler sind tonangebend und haben diesen
» zu einer der besuchtesten Touristengegenden werden lassen. Die Lake District« Ebene von Cheshire trennt die Gebirge Nordenglands
von den Kambrischen Gebirgen in Wales (s. d.), welche im Snowdon bis 1074 m ansteigen. Als
Vorhügel dieses Gebirgslandes kann
man die Clee Hills (550 m) und die Malvern Hills (426 m) jenseit des Severn auffassen. Den Kanal von Bristol kreuzend, erreichen
wir die an malerischen Schönheiten so reiche Halbinsel Devon-Cornwall, wo der Dartmoor, eine wüste, sumpf-
und heidereiche Granitinsel, über eine üppig grüne Landschaft hervorragt und im Yeo Tor eine Höhe von 633 m erreicht. Andre
Höhenzüge sind hier der Exmoor im N., ein Schutz gegen Nordwinde, und die Cornischen Höhen ( Cornish Heights) im äußersten
Westen ( Brown Willy, 416 m).
Birmingham (in England
* 15
Birmingham.
Diese aus den ältern
Gesteinen bestehenden Bergländer Englands sind von Thälern oder niedern Tafelländern
begrenzt, durch die sie von den Hügellandschaften des südöstlichen England getrennt werden. Im N. liegt die fruchtbare
Thalebene von York, die in ausgedehnten, an der Verbindung von Ouse und Trent gelegenen Marschen ihre Fortsetzung findet. Die
Mitte des Landes nimmt das ausgedehnte Tafelland von Birmingham
[ * 15] ein, 100-200 m hoch, mit dem Wrekin (400 m) als isoliertem Gipfel
nahe seinem Westrand. Im O. geht dieses Tafelland in den Distrikt der Fens (s. d.) über, ein kleines » mit zahlreichen
Holland« Kanälen und saftigen Weiden, während es im W. mit den Tiefebenen von Lancashire und Cheshire in Verbindung
steht.
Letzteres läßt sich in südlicher Richtung längs des Severn (als Thalebene von Gloucester) verfolgen und setzt sich als Thalebene
von Taunton etc. jenseit des Kanals von Bristol bis zur Südküste Devons fort. In diesen weiten Gebieten herrschen Sandsteine,
Kalksteine, Thon und Mergel der Trias- und Liasbildungen vor, und wellenförmige Wiesen wechseln mit ergiebigen
Ackerfeldern und Obsthainen ab. Die Hügellandschaften des südöstlichen und östlichen England gehören fast ausschließlich
zwei geologischen Formationen an, nämlich der Oolithenbildung und der Kreide.
[ * 16]
Glied (künstliches)
* 17
Glied.
Die oolithischen Kalksteinhügel erstrecken sich von der
Küste Dorsets in nordnordöstlicher Richtung bis zum
Humber und treten nördlich desselben nochmals in dem » von Moor« Yorkshire (457 m) auf. Nach W. fallen sie steil ab, nach O.
haben sie eine sanfte Abdachung. Sie sind weidereich. Ihr wichtigstes Glied
[ * 17] sind die Cotswold Hills (346 m), welche das bereits
erwähnte fruchtbare Thal von Gloucester überschauen. Östlich von dieser Kalksteinregion betreten wir
die Region der Kreide, welche sich von der Küste des Kanals bis an die Nordküste Norfolks erstreckt und jenseit der seichten
Meeresbucht the Wash noch abgetrennt in den Wolds von Lincoln und Yorkshire auftritt. Am massenhaftesten entwickelt ist die Kreidebildung
in der Ebene von Salisbury (180 m), von wo ein Hauptarm nach . ausläuft, während sich zwei NO Arme in östlicher
Richtung abzweigen.
Zum erstern gehören die
Marlborough Downs, die Chiltern Hills (275 m) und die Ostanglischen Höhen ( East Anglian Heights). Die
östlichen Arme bilden die North Downs (Inkpen, 305 m), die in den Felsen von Dover enden, und die South Downs
(Butser Hill, 296 m), die im steilen Beachy Head ihr Ende finden. Diese Kreidehügel sind mit zartem Gras bewachsen und nähren
zahlreiche Schafherden. Sie umschließen sowohl die sogen. Becken von London
[ * 18] und von Hampshire, wo Kreide von Thon, Sand und Kalksteinen
jüngern Alters überlagert ist, als den reizenden Bezirk des Wälderthons (s. Weald), an dessen Nordrand
Leith
[ * 19] Hill (295 m), der höchste Punkt des südöstlichen England, liegt.
Die
Küsten haben eine Ausdehnung
[ * 20] von etwa 3060 km, und kein Punkt des Landes ist über 110 km von der Küste entfernt. Ihre Natur
entspricht
¶
Fortsetzung
England:
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