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Als eines der Wahrzeichen New York City kann man sie sich aus dieser Stadt kaum wegdenken. Sie ist eines der ältesten Hängebrücken der USA und war bei ihrer Fertigstellung die längste Hängebrücke der Welt…
Ihr ursprünglicher Name war New York und Brooklyn Bridge. Heute ist sie bekannt als Brooklyn Bridge, die Brücke, die den Stadtteil Manhattan mit Brooklyn verbindet und dabei den East River überspannt.
Der Bau begann 1869 und die Baukosten betrugen 18 Millionen Dollar. 14 Jahre arbeiteten 6000 Arbeiter und die Unfallsquote war für die damalige Zeit recht tief. Nur 27 Arbeiter verloren ihr Leben beim Bau der Brücke. Als dieses brückenarchitekonische Wunderwerk am 24 Mai 1883 eröffnet wurde, überquerten 1800 Fahrzeuge und 15’300 Fussgänger die Brücke. Damals war die Überquerung noch kostenpflichtig. Fahrzeuge mussten 5 Cent bezahlen, Fussgänger immerhin noch einen Cent.
Ein Baumeister aus Deutschland
Die Brückenplanung geht auf den deutschstämmigen Ingenieur John August Roebling zurück. Roebling war fasziniert von Hängebrücken, seit dem er als Student auf dem Weg nach Bamberg eine kleine Hängebrücke, die die Regnitz überspannte, gesehen hatte. Das Konstruktionskonzept der kleinen Brücke, aufgehängt an vier Ketten, bildete schon 1826 das Thema seiner Abschlussarbeit am königlichen Polytechnikum in Berlin. Der Student und spätere Ingenieur sollte das Bild der kleinen Regnitzbrücke nie vergessen und Jahre später war dieses das Vorbild für die imposante Brooklyn Bridge. Leider sah Roebling seinen Traum nur in Realität. Kurz zu Beginn der Bauarbeiten erlitt er einen Unfall und starb an Folge einer Tetanuserkrankung.
Washington, der Sohn Roeblings übernahm die Projektleitung, doch auch er konnte die Fertigstellung nur per Fernrohr beobachten. Zur Errichtung des Pfeilerfundaments wurden so genannte Senkkästen ins Wasser gebaut. Dies ermöglichte den Tauchern längere Zeit unter Wasser zu arbeiten als mit einer Tauchglocke. Allerdings bargen diese Senkkästen die Gefahr der Dekompressionskrankeit. Washington fiel dieser Krankheit 1872 zum Opfer und war seitdem am Rollstuhl gefesselt und sein Sprechvermögen war extrem eingeschränkt. Jetzt übernahm seine Frau Emily das Projekt, und sie war auch die erste Person, die am 24. Mai 1883 die Brücke offiziell überquerte.
Eine Brücke der Superlative
Die Brooklyn Bridge war die erste Brücke bei der die Tragseile aus Stahl bestehen und für diese Seile wurden insgesamt 24.000 km Draht verwendet. Der Sicherheitsfaktor, den Roebling hier einplante war eine sechsmal höhere Belastung als erforderlich. Die Pylone sind im neugotischen Stil gehalten und bestehen aus Sandstein und Granit. Als Vorlage galten dem deutschstämmigen Ingenieur die Kirchenfenster aus seinem Heimatort in Mühlhausen in Thüringen. Der Brückenzug ist insgesamt 1825 m und besteht aus den Rampenbrücken und der Hauptbrücke.
Oberhalb der Hauptfahrbahn, die 25,9 m breit ist und Platz für insgesamt sechs Fahrstreifen bietet, befindet sich der Überweg für Fussgänger und Radfahrer. Täglich passieren rund 100.000 Fahrzeuge die Brücke.
Mehr als Technik
1977 wurde die Brücke in das National Register of Historic Places der USA aufgenommen und steht somit auf der Liste der schützenswerten Bauten. Zu ihrem hundertsten Geburtstag erhielt sie den Titel „National Historic Engineering Landmark“
Die Brooklyn Bridge, die auch als Bridge of Dreams bezeichnet wird, spielt eine zentrale Rolle in Kunst, Literatur und Film. Sie symbolisierte den Weg in eine neue Welt, vom ärmeren Brooklyn ins reichere Manhattan. Aus dem Stadtbild New York City ist sie nicht mehr wegzudenken.
Photos & Story: Sabina Herbst