Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/3318

Eine neue Computer-Simulation der Schweizerischen Vogelwarte Sempach zeigt auf, dass Windräder insbesondere für Greifvögel eine tödliche Gefahr darstellen. Der negative Einfluss von Windanlagen auf Greifvogel-Populationen ist jedoch kleiner, wenn Windräder in wenigen Windparks gruppiert sind, schreibt die Vogelwarte.
Greifvögel gehören zu den häufigsten Opfern von Windenergieanlagen, wenn sie mit den Rotorblättern zusammenstossen. Anhand einer virtuellen Rotmilan-Population – der Rotmilan brütet nur in Europa, und die Schweiz ist eines der wenigen Ländern, in denen sein Bestand zunimmt, weshalb man eine internationale Verantwortung für die Erhaltung der Vogelart trägt – welche jährlich um 5 Prozent wächst, sollte der Einfluss von Windrädern auf eine Greifvogel-Population simuliert werden. Das Resultat: die simulierte Rotmilan-Population wurde umso stärker negativ beeinflusst, je gleichmässiger die Windräder in der Landschaft verteilt waren.
Dieser Effekt fiel teilweise massiv aus. Standen in der Simulation die Windräder in einem Windpark an einem Ort gruppiert, wurde die Rotmilan-Population in ihrem Wachstum kaum gebremst. Wenn die gleiche Anzahl von Windrädern jedoch einzeln aufgestellt und über eine grössere Fläche verteilt war, nahm die Rotmilan-Population sogar ab!
Die Schweizerische Vogelwarte schlägt daher vor, Windräder generell an so wenigen Standorten wie möglich aufzustellen. Zudem sollen neue Standorte nicht nur nach dem Einfluss der neu zu errichtenden Windräder beurteilt, sondern alle schon bestehenden oder geplanten Anlagen in einem grösseren Umkreis bei der Planung mitberücksichtigt werden. Denn nur so ist festzustellen, inwieweit eine neue Anlage für eine Greifvogel-Population eine Gefährdung darstellt. Dies erfordert jedoch zwingend eine überregionale Planung.
Bild: © Christian Gelpke