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Sie hängt an Balkonen, weht in Gärten oder leuchtet auf schwul-lesbischen Demos: die Regenbogenfahne. Sie steht weltweit als Symbol für die Homosexuellenbewegung.
Vor 40 Jahren entwarf der US-amerikanische Künstler Gilbert Baker die bunte Flagge. Anlass war die Gay Freedom Day Parade am 25. Juni 1978 in San Francisco.
Ein gerechterer Ort
Dabei ist die Symbolik des bunten Regenbogens schon viel eher aufgetaucht: Zum ersten Mal im Jahr 1969, beim Begräbnis von Judy Garland. Die Schauspielerin war unter Schwulen sehr beliebt.
Die Regenbogenfahne war eine Anspielung auf ihren bekannten Song «Over the Rainbow» aus dem Film «Der Zauberer von Oz»: Ein Lied über einen Ort, an dem alles besser und gerechter zu sein scheint, als in der Wirklichkeit.
Der Regenbogen sei das perfekte Symbol für die Homosexuellenbewegung, weil er so gut zur Vielfalt von Rasse, Geschlecht und Alter passe, sagte der Künstler Gilbert Baker einmal gegenüber dem Museum of Modern Arts in New York.
Regenbogen statt Rosa Winkel
Gemeinsam mit anderen Künstlerinnen und Künstlern schloss er sich 1978 zusammen, sie färbten die bunten Stoffstreifen selbst und nähten sie anschliessend zusammen. Es galt etwas zu finden, das den Rosa Winkel ablöste, den die Nazis in Konzentrationslagern genutzt hatten, um homosexuelle Männer zu kennzeichnen.
Bei der ersten Regenbogenfahne verwendete Baker acht Farben und wies jeder eine Bedeutung zu: Pink für die Sexualität, rot für das Leben, orange für die Gesundheit, gelb für das Sonnenlicht, grün für die Natur, türkis für die Kunst, indigoblau für Harmonie und violett für den Geist.
Weil aber das von Baker selbst gefärbte grelle Pink in den späten 1970er-Jahren industriell nicht herstellbar war, musste die Fahne auf sieben Streifen reduziert werden.
Ein Geschenk an die Welt
Seitdem hat sich die Farbzusammensetzung immer wieder verändert: Die Farbe Türkis wurde entfernt und aus dem Indigoblau wurde Königsblau. Diese Version ist bis heute in Gebrauch.
Die originale Regenbogenfahne von Gilbert Baker ist im Besitz des MoMA und wird dort ausgestellt., Link öffnet in einem neuen Fenster Markenrechtlich schützen liess sich der Künstler die Fahne nie – mit der Begründung, sie sei sein Geschenk an die Welt.