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Mit dieser Saison darf ich zufrieden sein. Schön zu sehen, dass man wieder einen weiteren Schritt Richtung Weltcupspitze machen konnte.
Doch nach der Saison ist bereits vor der Saison - nämlich vor der Olympia Saison. Mit den perfekten Bedingungen die wir momentan in Davos vorfinden, sammeln wir fleissig Schneekilometer. Gleichzeitig wird die ganze Saison analysiert und man bespricht wie man die nächsten Sommermonate vorgehen will.
Die Meisterschaften auf nationaler Ebene fanden in diesem Jahr in Sedrun statt. Da konnte ich zwei Medaillen gewinnen.
Beim Einzelstart über 15 Kilometer Skating wurde ich Schweizermeister.
Bei der Königsdisziplin über 50 Kilometer im klassischen Stil wurde ich hinter Dario Cologna Vize-Schweizermeister.
Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass trotz der aktuellen Pandemie die Mehrheit aller Weltcuprennen wie geplant durchgeführt werden konnten! In unserem Team musste während der ganzen Saison niemand in Quarantäne und es gab keinen einzigen Corona-Fall.
Anfangs Saison konnte ich meine Leistungen vom Herbst nicht bestätigen. Ich startete mit etwas angeschlagenen Beinen in die ersten Wettkämpfe und konnte mich im Verlauf der Saison nie vollumfänglich erholen. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaften musste ich anschliessend die Tour de Ski abbrechen. Nach dieser kurzen Pause bestätigte ich meine gute Form mehrmals und lief in jedem Weltcup bis zu den Weltmeisterschaften in die Top 20.
Mit knapp 70 Punkten konnte ich mehr als das doppelte an Weltcuppunkte wie letzte Saison ergattern.
An der Konstanz muss im Sommer weiter gearbeitet werden, sodass ich diese Platzierungen regelmässig und mögliche Exploits erzielen kann.
Das Hauptziel in dieser Saison waren ganz klar die Weltmeisterschaften in Oberstdorf.
Mit den Einzelresultaten kann ich sehr zufrieden sein. In allen 4 Distanzdisziplinen lief ich unter die besten 20. Mein bestes Resultat war der 11. Schlussrang in der Königsdisziplin über 50 Kilometer im klassischen Stil.
Als Team war unser grösstes Ziel eine Staffelmedaille zu ergattern. Dies verpassten wir nur knapp. Im Hinblick auf die kommende Olympia-Saison werden wir diesen Sommer noch härter daran arbeiten, sodass wir dann im nächsten Jahr wieder um eine Medaille mitkämpfen können!
Kurz nach dem Nordisch-Weekend stürzte ich mit den Rollskis und brach mir dabei den rechten Daumen. Die Beugesehne wurde dabei auch noch angerissen. Am nächsten Morgen wurde ich in St. Gallen von einem Handchirurgen operiert. Die OP verlief sehr gut und ich befinde mich schon wieder im Training. Mental ist diese Zeit nicht einfach, gerade wenn man weiss, dass die Form sehr gut wäre. Ich trainiere eigentlich fast normal, ausser dass ich nur einen Stock benützten kann und die intensiven Einheiten noch etwas reduzieren muss. Die kommenden Schneetrainings wurden für mich gestrichen sowie das geplante Höhenprojekt Ende Oktober. Bis zum Saisonstart werde ich in Davos bleiben und das Training stetig steigern, solange es der Heilungsprozess zulässt.
Anfangs März absolvierte ich meinen ersten 50 Kilometer Wettkampf auf Weltcupniveau. Von Anfang an haben die Spitzenläufer bereits ein hohes Tempo angeschlagen. Da war es für mich hart mit der hohen Startnummer nach vorne zu laufen. Anfangs versuchte ich Positionen gut zumachen, büsste aber bereits nach 15 Kilometer für mein hohes Anfangstempo ein. Am Schluss erreichte ich den 39. Rang. Mit diesem Resultat war ich nicht zufrieden aber ich sehe es als eine gute Erfahrung für die zukünftige Langdistanzwettkämpfe.
Am Samstag war ein 15 Kilometer klassisch Wettkampf in Lahti und am Sonntag eine Staffel. Ich freute mich riesig auf den Sonntag da wir als Team schon lange über eine Staffelmedaille sprechen.
Nach dem Einzelstart am Samstag konnte lediglich Dario Cologna knapp in die Top 30 laufen. Dies war eine schwache Teamleistung und wir wussten nicht warum wir nicht unser Potenzial abrufen konnten. Nichts desto trotz wollten wir eine Reaktion am Sonntag zeigen. Nachdem alle vier Staffelläufer ihr ganzes Potenzial abrufen konnten, erreichten wir den hervorragenden zweiten Platz hinter der dominierenden Nation Norwegen und vor Russland.
Zum ersten mal fand eine Ski Tour in Skandinavien statt. Auf dem Programm standen über 100 Wettkampfkilometer, was deutlich mehr ist als bei der diesjährigen Tour de Ski.
Wie schon während der ganzen Saison, kann ich mein Potenzial nicht auf der mittleren Distanz (15 Kilometer) abrufen, was normalerweise meine stärkste Disziplin ist. Bei den Wettkämpfen über 30 Kilometer konnte ich wiederum bei jedem Weltcuprennen in die Top 30 laufen. So lief ich auf den 33. Platz bei der Gesamtwertung. Dieses Resultat ist besser als bei der Tour de Ski aber nicht dort wo ich sein will.
Nach ein paar lockeren Tagen begann bereits die Vorbereitung für Oberstdorf. Diesen Wettkampf habe ich dick in meinem Kalender angestrichen, da in Oberstdorf nächstes Jahr die Weltmeisterschaften stattfinden werden.
Beim Skiathlon konnte ich mein zweitbestes Saisonergebnis herauslaufen und wurde 23. Auf die Top 20 fehlten nur wenige Sekunden. Der Wettkampf war ziemlich hart. Anfangs musste ich einige Positionen gutmachen, da ich mit der Startnummer 62 ins Rennen ging. Nach der Aufholjagd konnte ich mich gut erholen und konnte meine Position bis ins Ziel halten.
7 Wettkämpfe in 9 Tagen ist eine harte Tour und es war meine erste, welche ich bis zum Schluss gelaufen bin.
Anfangs Tour konnte ich mein potenzial nicht abrufen und verlor bereits viel an Zeit bei der Gesamtrangliste. Je länger die Tour desto bessere Leistungen konnte ich zeigen. Die Tour konnte ich als 40. beenden. Bei der Tageszeit auf die Alpe Cermise konnte ich einen Platz unter den besten 30 herauslaufen.
Mit dieser Tour war ich nicht zufrieden. Dennoch war es eine grossartige Erfahrung für die Zukunft.
Beim Heimweltcup in Davos konnte ich eine gute erste von drei Runden zeigen und lag auf Zwischenplatz 20. Leider verlor ich viel Zeit auf der letzten Runde und verpasste die Weltcuppunkte um 12 Sekunden.
Beim Skiathlon in Lillehammer erreichte ich den 22. Schlussrang über 15 Kilometer klassisch mit anschliessenden 15 Kilometer skating. Wenn man die Schlussrangliste etwas genauer betrachtet, fällt einem auf dass 10 Norweger vor mir waren und ich zweitbester Mitteleuropäer war. Dies ist mein zweitbestes Weltcupergebnis.
Dieses Resultat zeigt mir, dass ich auf einem guten Niveau Langlaufen kann und ich mich vom Übertraining erholt habe. Dies gibt mir Selbstvertrauen für die kommende Wettkämpfe dieser Saison sowie auch für die kommenden Jahren.
Ende November werde ich in Goms beim Swisscup meine ersten Wettkämpfe bestreiten bevor es weiter nach Lillehammer (NOR) an den ersten Weltcup dieser Saison geht. Am 7. Dezember findet ein Skiathlon über 30 Kilometer statt und am 8. Dezember wird der erste Staffelwettbewerb dieser Saison ausgetragen.
Dieses Jahr hatten wir erst anfangs Oktober den ersten Schneekontakt. In den letzten Jahren waren wir bereits im August wieder auf dem Schnee. Dieses Jahr haben wir stattdessen ein Höhenprojekt in Sierra Nevada (ESP) gemacht. Seit dem 26. Oktober können wir auch wieder unsere Runden auf der Snowfarming Loipe in Davos drehen, bevor es weiter in den Norden geht.
Mitte September fand das alljährliche Nordic Weekend in Andermatt statt. Bei diesen drei Testwettkämpfen, welche ich aus einem Motorenblock startete, beendete ich auf dem 5. Schlussrang.
Bei den halbjährlichen Leistungstests konnte ich anfangs Oktober wieder nahe an meine persönliche Bestleistungen kommen. Diese Testergebnisse geben mir Sicherheit für den kommenden Winter.
Im August war ich für zwei Wochen in Norwegen. In der ersten Woche nahm ich mit ein paar Trainingskollegen beim Toppidretsveka teil. Dieser Anlass ist einer der grössten Rollskianlässe von ganz Norwegen. Über 140 Topathleten aus über 20 verschiedenen Nationen nahmen teil. Diese Rollski Tour beinhaltet 4 Wettkämpfe in 3 Tagen und wurde live im norwegischen Fernseher übertragen. Um dies verfilmen zu können flog jeweils ein Helikopter über uns und mehrere Motorradfahrer begleiteten uns auf der Strecke.
Mit den Wettkämpfen war ich durchaus zufrieden. Im Schlussklassement konnte ich mich unter den ersten 30 behaupten. In der zweiten Woche war ich mit Livio Bieler in Oslo und da konnten wir viele schöne Rollskikilometer sammeln.
Der Swiss Alpine Marathon ist jeweils ein guter Feldtest für mich, um meine Form und Fortschritte mit den vergangenen Jahren zu vergleichen. Da konnte ich meine Bestzeit um 2 Minuten unterbieten und lief zum ersten Mal beim Halbmarathon aufs Podium.
Bei den Langlaufspezifischen Feldtests konnte ich an den Leistungen anknüpfen, welche ich vor vor meinem Übertraining gemacht habe, was mir aufzeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Anfangs Juni sind wir mit Swiss-Ski nach Spanien geflogen. Auf über 2400 Meter über Meer lebten und trainierten wir für einen halben Monat. Dieses Projekt sind für die nächsten Olympischen Spiele und auch als neuer Reiz für den Körper gedacht. Am Anfang hatten alle ein wenig Mühe mit der dünnen Luft, sei es mit schlafen und auch mit dem langsamen Trainingstempo. Doch der Körper hat sich schnell daran gewöhnt.
Bei diesem Camp war ich mit meiner Schulter noch leicht eingeschränkt und die Bewegungen sahen dadurch etwas komisch aus auf den Rollskiern, da ich den rechten Arm noch nicht richtig ansteuern konnte. Die Trainingseinheiten konnte ich aber allesamt mitmachen.
Es war der 11. April als ich mir beim Krafttraining die Schulter ausgekugelt habe, dies kurz vor meinem Abflug in die Ferien. Zuerst dachte ich, nicht weiter schlimm, bis man in einem MRI einen lädierten Nerv entdeckt hat. Darauf hat mir der Arzt mitgeteilt, dass die Heilung eines Nerven sehr viel Zeit braucht und man diesen im schlimmsten Fall operieren muss. Nach dieser Diagnose war ich am Boden zerstört und dachte so einen Rückfall kann ich nicht nochmals auf mich hinnehmen. Nach einer zweiwöchigen Auszeit in der Wärme, konnte ich den rechten Arm noch immer nicht ansteuern. Der Neurologe teilte mir mit, dass er mich im Juni nochmals untersuchen will und dann möchte er entscheiden ob man den Nerv operieren muss oder nicht, und dies würde für mich bedeuten, dass die Saison vorbei wäre bevor sie überhaupt angefangen hat.
Bis dahin wollte ich mich voll auf das Training konzentrieren und den Fokus auf die Beinarbeit legen. Im Kopf hab ich mir stets eingeredet, dass sich die Nerven wieder zueinander finden.
Kurz vor dem Besuch beim Neurologen hatte ich wieder etwas Gefühl im Deltamuskel, aber wusste nicht recht ob ich mir das nur einrede oder ob es wirklich demnach ist. Als der Arzt mir dieses Gefühl bestätigen konnte, fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen und ich strotzte vor Freude.
Heute habe ich wieder volles Gefühl im rechten Oberarm und kann wieder alle Bewegungen problemlos meistern.
Seit dem 1. Mai trainiere ich unter der Leitung von Kein Einaste, einem estnischen Trainer mit Wohnsitz in Schweden. Er verfügt über viel Know-How und verfolgt die Trainingsphilosophie der Skandinavier, welche er bei uns auch umsetzt.
Die Trainingsgruppe besteht aus zwei Sprintspezialisten und fünf Allrounder Athleten. Dieser Mix der Athleten und die Philosophie von Kein hat mich zu einem Wechsel in diese Trainingsgruppe überzeugt. Dadurch kann ich mir einen neuen Reiz setzen und erhoffe mir einen weiteren Schritt in Richtung Weltspitze.
Ende Januar bekam ich die erfreuliche Nachricht, dass ich mich für die Weltmeisterschaften in Seefeld qualifiziert habe.
An welchen Wettkämpfen ich teilnehmen darf, ist noch nicht bestimmt worden. Dies wird erst kurz vor den Weltmeisterschaften bekannt gegeben, da der Weltcup in Cogne (ITA) noch Einfluss auf die Startplätze der WM hat.
Ende Januar wollte ich in Ulricehamn (SWE) meine Form unter Beweis stellen und mich für die Weltmeisterschaften behaupten.
Nach den Weltcuprennen in Otepää (EST) habe ich mich gut gefühlt und konnte mit einigen Weltcuppunkten im Gepäck weiter nach Schweden reisen.
Beim 15k Skating Einzelstart wurde ich in Schweden lediglich 45. und verlor zu viel Zeit. Am nächsten Tag war ein Staffelwettbewerb auf dem Programm. Mein letzter Einsatz bei einer Staffel war an der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Lahti (FIN) wo wir auf den starken 4. Rang gelaufen sind.
Schon beim Einlaufen hatte ich mit Müdigkeit zu kämpfen, habe dies aber versucht zu Unterdrücken. Während dem Wettkampf fühlte ich mich schlecht und hab zu viel Zeit verloren und übergab lediglich als 13. an den zweiten Läufer, Dario Cologna. Schlussendlich platzierten wir uns auf dem 7. Schlussrang.
Am Abend nach der Staffel hat sich eine Erkältung bereits erkennbar gemacht. Bei der Rückreise ist diese dann leider auch ausgebrochen und hat mich eine Woche zur Pause gezwungen.
Wer hätte anfangs Saison gedacht, dass ich mein zweit bestes Weltcupergebnis bisher in einem Sprint holen würde!
Ende Dezember holte ich zum ersten Mal Punkte in einem Sprint und wurde 30. Zwei Tage später habe ich den Cut wieder geschafft und wurde 23. in einem Sprint. Auf diesen Resultaten lässt sich aufbauen.
In den Weltcuprennen konnte ich bis jetzt 4 Mal in die Punkte laufen aber ein Exploit fehlt noch. Wenn ich aber zurückschaue, wo ich vor 2 Monate noch stand, muss ich mich mit diesen Ergebnissen zufrieden geben
Nach mehreren Rückschlägen in den letzten zwölf Monaten war es endlich wieder soweit und ich konnte anfangs Dezember wieder am Start eines Wettkampfes stehen. Dieses Gefühl, die Nervosität und das Adrenalin, welches durch den Körper schiesst kurz bevor es los geht, genau dieses Gefühl habe ich in den letzten Monaten vermisst.
In diesem Sommer konnte ich nur wenig trainieren da sich der Körper wieder an das Training gewöhnen musste. Somit waren die ich Erwartungen für die anstehende Saison tief. Die aktuelle Saison sehe ich mehr als «Übergangssaison».
Bei meinem ersten Weltcupeinsatz in diesem Jahr, konnte ich gerade noch in die Punkteränge laufen. Mit dem 30. Rang am Davos Nordic war ich sehr zufrieden.
Mitte Juli hatten wir einen intensiven Trainingskurs im bayrischen Oberstdorf. Neben vielen und langen Ausdauereinheiten absolvierten wir drei hochintensive Trainings.
Eines der intensiven Trainings war ein Testwettkampf den ich absolviert habe. Es fühlte sich gut an, wieder an einem Start zu stehen und sich voll auf die kommenden Kilometer des Wettkampfes zu konzentrieren.
Vor genau einem halben Jahr war ich zum letzten Mal an einem Start und ich konnte das Rennen in einem einigermassen guten Tempo durchstehen, was mich positiv für die Zukunft stimmt.
Anfangs Mai fühlte ich mich zum ersten Mal wieder frisch und erholt und war motiviert für das kommende Sommertraining. Dieses Gefühl wurde auch von verschiedenen Tests bestätigt und mein Hormonsystem funktioniert wieder einwandfrei.
Nach der ersten Woche Training zu Hause reiste ich mit meiner Familie nach Kreta um dort die ersten Kilometer auf dem Rennvelo zu spulen.
Doch bereits nach ein paar Trainingstage hat es mich mit einer Bronchitis erwischt und ich musste Antibiotika nehmen und eine weitere Woche pausieren.
Nach diesem kleinen Rückschlag trainierte ich eine Woche zu Hause und reiste danach nach Toscana (ITA) und trainierte seit langem wieder mit dem Team.
Die meisten Trainings habe ich allerdings alleine gemacht da ich die Form noch nicht dazu hatte, das geplante Pensum zu trainieren und mit meinen Teamkollegen mitzuhalten.
Doch zum ersten Mal fühlte ich mich gut und konnte wieder zweimal pro Tag trainieren auch wenn es nur zwei verkürzte Einheiten waren.
Motiviert reiste ich zurück in die Schweiz und konnte mein Pensum nochmals etwas steigern. Doch nach einer Woche Training zu Hause kam bereits der nächste Rückschlag.
Mein linkes Auge hat sich auf einmal entzündet und ich musste in den Notfall. Die Ärzte haben mich sofort weiter nach Luzern geleitet um die Entzündung zu entfernen.
In dieser Woche musste ich täglich nach Luzern um mein Auge kontrollieren zu lassen.
Nach diesem Rückschlag hoffe ich dass ich mich nun voll auf das Training konzentrieren kann. Seitdem sind knapp drei Wochen vergangen und ich konnte gut trainieren.
Im Februar, als ich die Saison abgebrochen habe, reiste ich für zwei Wochen nach Kanada zu meinen Verwandten. In dieser Zeit konnte ich gut vom Sport abschalten und meinen Kopf frei bekommen von dem was in den letzten Monaten alles geschehen ist.
Die Langlaufwettkämpfe habe ich aber dennoch verfolgt, weil ich bin und bleibe ein begeisterter Langläufer der auch dabei sein möchte, wenn seine Kollegen am Start einer Olympiade stehen.
Nach meiner Auszeit in Übersee ging ich dem Ganzen nochmals nach, weil ich genau wissen wollte, was genau mit meinem Körper los war. Nach mehreren Tests konnte man anhand einer Speichelprobe herausfinden, dass meine Niere verschiedene Hormone nicht mehr korrekt produziert hat, und mein Körper deswegen nicht fähig war sich zu erholen und zu regenerieren.
Letztes Wochenende lief ich knapp in die Punkteränge und konnte zum ersten Mal in dieser Saison ein gutes Rennen laufen. Am Freitag danach bekam ich die erfreuliche Nachricht, dass ich für die Olympischen Spielen in Pyeongchang (KOR) selektioniert wurde. Daraus wird leider nichts.
Seit November erhole ich mich schlecht vom Training und leide unter stetiger Müdigkeit. Diese Signale des Körpers habe ich versucht zu unterdrücken, da ich von Beginn an im Weltcup dabei sein wollte. Mitte November habe ich mich entschieden, nicht nach Kuusamo zum Weltcupstart zu reisen.
Nach einem Regenerationsblock habe ich wieder mit dem Training begonnen und fühlte mich bei den lockeren Einheiten gut. Der Schein trügte. Die ersten Belastungstests habe ich schlecht verarbeitet und ich musste meinen Regenerationsblock verlängern.
Mitte Dezember bestritt ich einen Trainingswettkampf. Das Resultat war schlecht und ich brauchte viel zu lange um mich zu erholen. Auf Empfehlung verzichtete ich eine Woche auf jegliches Training.
Anfangs Januar ging ich nach Magglingen, um einige Tests zu absolvieren. Man konnte sehen, dass der Körper das Training wieder besser verarbeitete. Später in Davos konnte ich auch ein intensives Training gut verarbeiten und der Körper hatte sich wieder an die Belastungen gewöhnt. Mitte Januar haben wir entschieden, dass ich den letzten Qualifikationswettkampf für die Olympischen Spiele in Planica bestreite. Ich habe mich die ganze Woche auf diesen Wettkampf mental vorbereitet und das Training nicht zu sehr forciert. Topfit fühlte ich mich in Planica nicht, aber ich wollte diese letzte Chance ergreifen. Über den 30. Platz im Weltcup habe ich mich sehr gefreut und hoffte, dass es jetzt nur noch aufwärts geht. Am Montag danach fühlte ich mich aber komplett leer und ausgelaugt. Darauf folgte erneut regeneratives Training in der Hoffnung, dass sich der Körper zuerst an die Wettkampfbelastung gewöhnen muss. Nach mehreren schlaflosen Nächten und keiner Besserung des Körpergefühls musste ich heute folgenden Entscheid fällen: Aus Rücksicht auf meine Gesundheit und demzufolge auch auf meine weitere Karriere macht es keinen Sinn, an den Olympischen Spielen in Südkorea teilzunehmen. Mein Körper braucht dringend Erholung und ich bin bereit, ihm diese zu gewähren. Ein Einsatz anfangs Februar an den Olympischen Spielen wäre unvernünftig und könnte meine spätere Karriere ernsthaft gefährden.
Angeschlagen möchte ich keinem Schweizer einen Startplatz an Olympia wegnehmen, weil dies in meinen Augen keinen Sinn macht.
Dies ist der härteste Entscheid in meiner noch jungen Sportkarriere, doch für die Zukunft erhoffe ich mir, dass es der richtige Entscheid ist, da ich noch grosse Ziele habe. Ich möchte an kommenden Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen mit dem Ziel, um Medaillen mitzulaufen und nicht einfach dabei gewesen zu sein.
Mit diesen Zielen vor Augen heisst es ab jetzt: Fokus WM Seefeld 19.