Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03649.jsonl.gz/2051

Der Friede ist dort, wo die Gerechtigkeit ist:
Der Friede ist nicht etwas, sondern jemand: der Friede ist Jesus Christus. Der Weg des Friedens hat folgende Etappen: die Gerechtigkeit, die Ordnung, den Frieden. Was ist die Gerechtigkeit? Gerecht ist jener, der jedem das gibt, was ihm zusteht. Dazu brauchen wir jemand, der uns zu verstehen hilft, was dem anderen zusteht. Wir sind nicht von uns aus fähig, gerecht zu sein, wir brauchen Gottes Hilfe. Wenn du nicht gerecht bist, dann gibst du Gott, dir selber, dem Nächsten und der ganzen Schöpfung nicht das, was einem jeden von ihnen zusteht. Wenn wir nicht das geben, was einem jeden zusteht, dann gibt es auch keine Ordnung, keine Gerechtigkeit und somit auch keinen Frieden. Um den Nächsten als Bruder anzunehmen, muss man anerkennen, dass er sowohl von der Natur wie auch von der Gnade her ein Kind Gottes ist und somit deine Liebe verdient. Wer ungerecht handelt, der zerstört die Ordnung, die Gott bestimmt hat. Der Bruch mit Gott ist nicht einfach nur eine Disharmonie, sondern er bringt ein Chaos mit sich. Dieses Chaos ist heute omnipräsent: in der Kirche, in den Familien, in den Institutionen, in der Politik, in der ganzen Menschheit. Wer kann heute sagen, dass er gemäss der Ordnung Gottes lebt, gerecht ist und stabil am rechten Platz bleibt? Die Ordnung ist nur mit Jesus möglich, denn er gibt uns die Kraft, wie der Hl. Franziskus im Mitmenschen den Bruder / die Schwester zu sehen. Jesus gibt uns die Kraft, am rechten Platz zu sein als Priester, als Vater, als Mutter, als Kind, als Berufstätiger. Bist du am rechten Platz? Führst du ein Leben, das gerecht und geordnet ist? Jesus ist der Gerechte, der dir zu verstehen hilft, was den Mitmenschen zusteht. Er hilft dir zu verstehen, was du gemäss dem Gebot Gottes den Mitmenschen geben sollst. Wenn du das Gesetz Gottes nicht respektierst, dann bist du ein Dieb und ein Betrüger, denn du gibst den Mitmenschen nicht das, was ihnen zusteht: alles gerät in Unordnung und in ein Chaos. Das grösste Chaos entsteht durch die grösste Ungerechtigkeit, indem man Gott durch die Sünde nicht das gibt, was ihm zusteht. In der Sünde bringt der Mensch die Unordnung hervor und genau diese Unordnung raubt den Frieden im Herzen und den Frieden mit den Mitmenschen. Die ersten, die im Ungehorsam gegen Gott ankämpften, waren Adam und Eva: Durch ihre Sünde kam der Unfriede und die Unordnung in die Welt.
Don Pierino Galeone
Hl. Pater Pio: Friede ist die Ordnung, die Harmonie in uns allen; er ist die anhaltende Freude, die einem guten Gewissen entspringt, ist die heilige Fröhlichkeit eines Herzens, in dem Gott wohnt. Friede ist der Weg zur Vollkommenheit, ja, im Frieden findet man die Vollkommenheit. Und der Teufel, der all dies nur zu gut weiß, tut alles, um uns den Frieden zu rauben. Achten wir gut auf jedes kleinste Anzeichen von Unruhe, und sobald wir gewahr werden, dass wir in Schwermut verfallen, müssen wir uns mit kindlichem Vertrauen an Gott wenden und uns vollkommen auf ihn verlassen. Jede Unruhe in unserer Seele mißfällt Jesus sehr, da diese immer mit Unvollkommenheit einhergeht und ihren Ursprung stets im Egoismus und in der Eigenliebe hat. Nur eines darf die Seele betrüben, nämlich, wenn sie Gott gekränkt hat, und selbst dabei muß man sehr vorsichtig sein. Wir müssen zwar über unsere Fehler bekümmert sein, aber mit einem friedlichen Kummer, der uns immer auf die göttliche Barmherzigkeit vertrauen läßt.
(Epistolarium I, Brief 268)