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Am Anfang steht immer das Executive Summary
Der Adressat des Businessplans ist in der Regel jemand, der über ihn zu entscheiden hat. Das Summary muss den Adressaten erst einmal davon überzeugen, dass er den Plan überhaupt zur Entscheidung annimmt. Er muss ihm (durchaus als ‹eiliger Leser›) den Zweck des Vorhabens, den Hintergrund für die Grundidee, den Problemlösungsansatz, den Nutzen, den das Vorhaben zu stiften vermag, die dazu vorhandene Expertise und Erfahrung, das Geschäftssystem (‹Wie soll Geld verdient werden?›) und die Finanzierung im Zeitablauf des Vorhabens entnehmen können. Aus der US-amerikanischen Praxis stammen sechs Regeln, die so prägnant formuliert sind, dass sie hier in englischer Sprache wiedergegeben werden sollen:
- 1. You never get a second chance to make a first impression.
- 2. Keep the summary short and simple.
- 3. Be crystal clear.
- 4. Don't believe your product is selling itself.
- 5. Always prove your assumptions with independent sources.
- 6. Be positive.
Die Information, die das Summary enthält, muss sich natürlich auch in den entsprechenden Kapiteln des Businessplans wieder finden lassen. Es darf nicht einfach aus von dort übernommenen Textpassagen bestehen, sondern es muss ein eigenständiges Dokument sein. Häufig übersehen wird auch die obige Anforderung (5): Der Leser sollte gleich am Anfang einen Hinweis darauf erhalten, wie er die für den Plan getroffenen Annahmen eigenständig überprüfen (lassen) kann.
Nachstehend wird ein Businessplan Beispiel für ein gut aufgemachtes ‹Executive Summary› gezeigt. Es entstammt dem Businessplan für ein österreichisches Forschungsvorhaben (‹LITEC›).
EXECUTIVE SUMMARY FÜR DEN BUSINESSPLAN VON ‹LITEC›. Das Projekt LITEC verfolgt den Zweck, in der Steiermark ein Forschungs- und Technologiezentrum von europäischem Format zu errichten. Den Kern dieses Zentrums bildet eine Synchrotronstrahlungsquelle, die auf die Technologieentwicklung aus den Bio- und Nanowissenschaften heraus zugeschnitten ist. Dazu werden zwei Speziallaboratorien errichtet, die eine optimale Transmission zwischen den technologischen Zielen und dem Potenzial der Synchrotronstrahlung garantieren.
Hauptziel ist die Erschliessung der light-based technologies für industrielle Partner. LITEC dient aber auch als Knotenpunkt im europäischen Forschungsnetzwerk. Diese Funktion wird durch den Aufbau eines Hochleistungs-Datennetzes verstärkt. Schliesslich dient LITEC in Zusammenarbeit mit den Universitäten und der Industrie als Ausbildungsstätte.
Im Hintergrund steht die Tatsache, dass kurzwelliges Licht, UV- und Röntgenstrahlung, für die Analytik in der Bio- und Nanotechnologie eine strategische Ressource sind. Die Nachfrage wird in dem Masse steigen, wie der Innovationsdruck auf wichtigen High-Tech-Märkten zunimmt. Die direkte, industrielle Nutzung der Synchrotronstrahlung ist derzeit noch schwach entwickelt. Darin liegt für das Projekt LITEC, als technologie- und problemlösungsorientiertes Unternehmen, die grosse Chance. Durch Forschungspartnerschaften, und durch gemeinsames Forschen am Ort der Synchrotronquelle, wird ein Angebot aufgebaut, das es in dieser Form noch nicht gibt. Für die Errichtung von LITEC steht ein Team von Wissenschaftlern und Technikern zur Verfügung, das langjährige Erfahrung im internationalen Synchrotron-Business aufweist.
Das Geschäftssystem von LITEC wird sich auf zwei parallelen Schienen entwickeln: einerseits der Synchrotrontechnik, mit dem Betrieb und der Weiterentwicklung der Anlage, und andererseits der Forschung und Verwertung. Deren Aufgabe ist die Schaffung und Vermarktung von Intellectual Property mit strategischem Bezug zur Synchrotronstrahlung.
Für die Realisierung der gesamten Anlage ist eine Bauzeit von fünf Jahren vorgesehen, bei einem Kostenrahmen von 70 Mio Euro. Danach werden die jährlichen Betriebskosten, einschliesslich Personal und Erneuerung, ca. 8 Mio Euro betragen. Das Projekt ist auf eine Lebensdauer der Synchrotronanlage von 20 Jahren zugeschnitten.
Zur Finanzierung wird ein öffentlich-privates Partner-Modell (PPP-Modell) entwickelt: die Errichtung der Anlage und der Laboratorien wird zum Teil von der öffentlichen Hand (mit einem EU-Anteil von 10%) getragen. Die Einkünfte aus Forschungsverträgen sollen mittelfristig 20% der Betriebskosten decken, und in der Folge soll die Verwertung der Forschungsergebnisse (Patentlizenzen) Einkünfte in einer Höhe bringen, die eine volle Privatisierung auf dem Kapitalmarkt ermöglicht.
Das folgende Executive Summary aus einem Businessplan-Beispiel, veranschaulicht, da es sich an mehrere Adressaten richtet, dass auch eine kurz gefasste Information geeignet ist, unterschiedliche Interessengruppen anzusprechen (potenzielle Kapitalgeber, Forschungspartner, in Frage kommende Mitarbeiter).