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Cochery
(spr. koscheri), Louis Adolphe, franz. Minister, geb. 1820 zu Paris, [* 2] wurde im Collège ¶
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Bourbon erzogen, besuchte dann die Rechtsschule und ließ sich als Advokat in Paris nieder. Nach der Februarrevolution ward er zum Kabinettschef des Justizministers ernannt, dann Substitut des Generalprokurators, legte indes diesen Posten bald nieder und kehrte zur Advokatur zurück; um besonders in politischen und Preßprozessen zu plaidieren. Bei den Neuwahlen zum Gesetzgebenden Körper 1869 trat er als unabhängiger Kandidat auf und trug in engerer Wahl den Sieg über seine offiziellen Mitbewerber davon. Er nahm in der Kammer seinen Sitz auf der Linken. Am gab er durch seine Interpellation über die spanische Thronkandidatur Gramont zu der kriegerischen Rede vom 6. Juli Gelegenheit, stimmte aber dann gegen den Kriegskredit. Am 4. Sept. versuchte er vergeblich eine Vermittelung zwischen dem Gesetzgebenden Körper und der provisorischen Regierung im Stadthaus und begab sich sodann nach Orléans, [* 4] wo er zum Generalkommissar der Verteidigung des Departements Loiret ernannt wurde.
Ende Oktober begleitete er Thiers nach Versailles [* 5] zu den Waffenstillstandsverhandlungen, erwarb sich dabei durch seine Geschicklichkeit dessen Beifall und blieb fortan sein treuer Anhänger und Freund. In die Nationalversammlung gewählt, trat er dem linken Zentrum bei. Seit 1876 Mitglied der Deputiertenkammer, ward er 1877 zum Mitglied des Weltausstellungskomitees ernannt und bei der Errichtung eines neuen Ministeriums für Posten und Telegraphen [* 6] mit diesem Amt betraut, das er bis zum April 1885 mit Erfolg verwaltete.