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Alse (frz. alose, engl. chad, shad), Mutterhäring,
Maifisch (Alausa vulgaris). Eine dem Häring verwandte Fischart, die in der Nordsee, dem Mittelmeer, in den nordamerikanischen
Gewässern lebt, im Frühjahr, um zu laichen, die Flüsse aufwärts zieht und hierbei sowie an den Küsten viel und eifrig
gefangen wird, denn der
Fisch wird bis zu 1 M Länge und 2-3 k Schwere gefunden und hat ein sehr wohlschmeckendes
Fleisch. Engländer wie Nordamerikaner treiben damit einen starken Handel, indem sie denselben gleich den Häringen einsalzen
und in Fässern verpackt, auch geräuchert versenden, die ersteren namentlich nach Portugal, Spanien und Italien. Die A. hat
das Eigentümliche, daß sie in der Jugend ein feines Zahngebiß besitzt, welches im reifern Alter verschwindet.
- Zoll: S. Tarif im Anh. gesalzene: Nr. 25 g 2., frische: Nr. 37 a
(zollfrei).
die mittlere der in den südamerikanischen Hochlanden, besonders in Peru, vorkommenden dreierlei Lamaziegen
oder Schafkameele,
Lama, Alpaka,Vicuna oder Vicogna, dient dort gezähmt als kleines Lasttier, nützt
durch ihr wohlschmeckendes
Fleisch und vorzüglich durch ihr feines, weiches und glänzendes, 16-22 cm langes Wollhaar. Das
Vlies des A. ist 3-8 k schwer und besteht eigentlich mehr aus Flaum als
Wolle. Die Feinheit des
Haares ist aber selbst an einem
und demselben Vlies sehr verschieden und daher das Sortieren des Stoffs behufs der Verarbeitung schwierig.
Die Naturfarben des Vlieses sind verschiedene Schattierungen von rotbraun bis schwarz, seltener, von scheckigen
Tieren, weiß
und grau. Die
Wolle wird meistens in ihren naturellen Farben verarbeitet. Ihr Preis ist bei uns 2-2.6 Mk. pro
k. In England ist dieser Rohstoff zuerst und schon seit einer Reihe von Jahren in Arbeit genommen worden
und die sämtliche nach Europa kommende
Wolle geht noch jetzt nach England, von wo sie teils zu Garn versponnen und als Gewebe,
teils roh auf den Kontinent kommt.
Jetzt werden auch hier, in Frankreich und Deutschland, Alpakastoffe vielfach erzeugt. Am häufigsten
wird die Alpakawolle im Gemisch mit andern Stoffen versponnen, nicht bloß mit einem, sondern selbst zweien und dreien, gewöhnlich
Baumwolle,
Mohair,
Seide oder Flockseide, Kammgarn. Andererseits werden mancherlei gemischte Gewebe fabriziert, z. B.
Alpakamixtur mit schwarzer oder farbiger Baumwollkette, indeß das Alpakagarn als Einschuß in irgend einer Naturfarbe die
Nüancierung erzeugt.
Die Alpakagarne werden auch gezwirnt und dadurch ein höherer Seidenglanz erzeugt. Andere Gewebe bestehen aus
Seide und Alpakagarn
oder aus abwechselnd seidenen und wollenen Kettfäden mit Alpakaeinschuß. Die Verwendung des Stoffs und die Webwaren, in
denen derselbe mehr oder weniger vertreten ist, sind
überhaupt so mannichfaltig, daß ins Speziellere
nicht eingegangen werden kann. Alpakastoffe dienen zu den verschiedensten Zwecken, zu Kleider-, Rock-, Hosen-, Mäntel-,
Möbelzeugen, namentlich zu
Shawls und den Franzen und Besätzen an denselben; dann auch für Regenschirme, die in ihren wohlfeilem
Sorten gewiß die allerwenigste A. erwarten lassen. Im Jahre 1879 wurden von diesem erst seit 1836 bekannten
Stoffe 2162892 k Alpakawolle eingeführt. Zollfrei. - Wahrscheinlich weil Alpaka gewissermaßen ein Modewort war, haben Wiener
Industrielle den Namen auch auf die unter dem Namen
Argentan,
Alfenid, Neusilber bekannte
Legierung aus
Kupfer,
Zink und
Nickel
übertragen. Mit A. bezeichnet man im besonderen versilbertes
Argentan. Verwendung findet dasselbe namentlich
zu Beschlägen von Schatullen und sonstigen eleganten Kunsttischlereien. Auch kommen sehr viele Eßbestecke aus Neusilber
unter diesem Namen in den Handel.
(Eibischwurzel,Altheewurzel,radixAlthaeae); ein Artikel des Droguenhandels, die Wurzel derselben Pflanze,
von welcher das
Althäkraut abstammt. Die Wurzel wird vor dem Trocknen geschält, sie ist fingerdick, etwas biegsam, gelblichweiß,
länglich runzelig, auf dem Bruche körnig, eben und weiß;
sie enthält neben etwas Asparagin sehr viel Schleim. Im Handel
unterscheidet man bairische,französische und belgischeAlthäwurzel;
die bairische ist von Ansehen
weniger weiß und markig, als die französische, wird aber hinsichtlich ihrer Wirkung mehr geschätzt;
die belgische kommt
seltener zu uns.
Die A. wird namentlich in der Gegend von Schweinfurt, Bamberg und Nürnberg stark angebaut, der jährliche
Ertrag wird auf 200000 bis 250000 k geschätzt. Man verkauft sie auch schon geschnitten in Form kleiner
Würfelchen (radix Athaeae consica (Anmerkung des Editors: richtig: radix Althaeae consica)) und als grobes und feines Pulver.
- Zollfrei.
(Thonerdemetall), das im
Alaun und in der
Thonerde enthaltene Metall; es kommt nicht unverbunden in der
Erde vor, sondern immer nur mit Sauerstoff vereinigt als
Thonerde oder Aluminiumoxyd, seltener mit Fluor verbunden, wie z. B.
im
Kryolith. Das A. ist ein weißglänzendes, sehr dehnbares Metall; es läßt sich zu
Blech auswalzen (Aluminiumblech) und
zu Drath ausziehen (Aluminiumdraht); man kann es auch, ähnlich wie
Gold und
Silber, in sehr dünne Blättchen
schlagen, die als Aluminiumfolie oder Blattaluminium¶
mehr
in den Handel kommen. Im polirten Zustande hält sich das A. an der Luft sehr gut blank. Bei etwa 700° C. schmilzt das A. und
läßt sich dann in Formen gießen. Das A. ist sehr leicht, in gegossenem Zustande hat es 2,56 specif. Gew.,
im gehämmerten 2,67. Das A. des Handels ist nie ganz chemisch rein, sondern enthält immer kleine Mengen
von Eisen und Silicium beigemengt. Früher stellte man das A. aus Chloraluminium - Chlornatrium durch Reduction mit Natrium
in der Glühhitze dar; jetzt reduziert man gewöhnlich den gepulverten Kryolith (Fluoraluminium - Fluornatrium) mit Natrium.
Wegen des hohen Preises, den das Natrium immer noch besitzt, ist auch der Preis des A. immer noch ein
ziemlich hoher, der seiner allgemeineren Verwendung hinderlich ist. Man benutzt es zu Schmucksachen, zu Gehäusen für Operngucker
und Fernrohre, zu den kleinsten Gewichten für chemische Wagen und zur Bereitung von Aluminiumbronze. Die Fabrikation von
Al. wird nur im beschränkten Maße, hauptsächlich in Frankreich und England,
betrieben; man erhält das Metall in kleinen Barren von 50 cm Länge und 3 bis 4 cm Breite und Dicke. Al.
in Barren ist zollfrei; Aluminiumwaren s. Zolltarif im Anh. Nr. 19 d 3 und
Nr. 20 b 2.