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Taufpate des am 12. April 1648 geborenen Sohnes von Georg Schmid und der Anna Fessler aus Reichenbach ist der Schussenriedener Reichsprälat Matthäus Rohrer. Der Junge erhält deshalb den Namen Matthäus. Sein Vater ist Ammann des Klosters und Schenkwirt im Mauritiusgut. 1662 tritt er in das Kloster Schussenried ein und nimmt den Namen Innozenz oder Innocentius (Faber) an. 1664, nach dem Ablegen der Gelübde, erhält er im Kloster eine philosophische Grundausbildung und geht 1666 auf die Jesuitenuniversität nach Dillingen. 1671 erhält er die Priesterweihe und wird 1676 Grosskellerer, das heisst Verwalter des gesamten Wirtschaftsbetriebes. 1680 ist er Prior. 1683 hilft er bei der Absetzung des Abtes Vinzenz Schwab, den er als liederlichen Prälaten bezeichnet. Auch er wählt anschliessend den sieben Jahr jüngeren Tiberius Mangold zum neuen Abt. Innozenz steht ihm als Prior zur Seite, muss aber zwischen 1698 und 1705 insgesamt 27 Monate in Weissenau als Prior wirken, vorerst als Vorgesetzter eines schwachen Abtes, nach dessen Resignation 1704 an der Seite des neuen Abtes Leopold Mauch. Zurück in Schussenried, entwickelt er sich bei der internen Rebellion gegen die strenge Auslegung der Ordensregeln durch Abt Tiberius zu dessen Gegner. 1710 wird er Abt Tiberius, der nicht freiwillig resigniert, als Administrator vorgesetzt. Erst nach der offiziellen Abdankung kann unter der Leitung von Abt Leopold Mauch aus Weissenau am 27. Oktober 1710 der Prior Innozenz Schmid als 18. Abt von Schussenried gewählt werden. Er ist zu diesem Zeitpunkt 62 Jahre alt.
Sein Vorgänger hat die Abtei trotz enormen Kosten aus Einquartierungen und Kontributionen weitgehend schuldenfrei hinterlassen. Dessen Plan eines völligen Klosterneubaus kann auch der neue Abt nicht verwirklichen. Er knüpft 1714 an die Absichten des Abtes Tiberius zur Umgestaltung der mittelalterlichen Stiftskirche an und bestellt beim Überlinger Bildhauer Georg Anton Machein das neue Chorgestühl, das dieser 1717 einbaut. 1715 beauftragt er den Wangener Maler und Unternehmer Judas Thaddäus Sichelbein mit dem Hochaltar und zwei Nebenaltären. Der Münchner Maler Johann Caspar Sing liefert ihm das Hochaltarbild. Gegen internen Widerstand belässt Abt Innozenz die Chorgitter, die anstelle des früheren Lettners im Schiff die Laienkirche vom Chor trennen. Er lässt sie von Sichelbein in der Art des Hochaltars fassen. Mit diesen Baumassnahmen ist der Beginn zur vollständigen Barockisierung der Stiftskirche gemacht, die dann nachfolgende Äbte weiterführen.
Abt Innozenz Schmid stirbt am 25. September 1719 im Alter von 72 Jahren und wird in der alten Kapitelsaal-Kirche[1] beerdigt. Sein im Alter von 67 Jahren gemaltes Portrait zeigt ihn ohne Krummstab, das Haupt mit einem schwarzen Käppi (dem Piloleus) bedeckt. Er hält in der Hand ein Ovalbrustbild des Papstes Innozenz XI. Er wirkt auf dem Bild väterlich und gütig. Sein Wappen, ein silberner Schwan im roten Feld, der ein Hufeisen im Schnabel trägt, ist nicht nur auf dem Ölbild, sondern auch am Hochaltar und am Chorgestühl zu finden.
Pius Bieri 2009
Benutzte Literatur:
Kasper, Alfons: Das Prämonstratenser-Stift Schussenried, Teil 1 und 2, Schussenried 1960.
Kaufmann, Karl: Die Äbte des Prämonstratenser-Reichsstifts Schussenried 1404–1803, Schussenried 1985.
Anmerkung:
|Innozenz Schmid (1648–1719), Abt in Schussenried 1710–1719|
|Biografische Daten|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|12. April 1648||Reichenbach Baden-Württemberg D||Reichsabtei Schussenried|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt der Pämonstratenser-Reichsabtei Schussenried||1710–1719|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|25. Sept. 1719||Bad Schussenried Baden-Württemberg D||Reichsabtei Schussenried|
|Kurzbiografie|

Innozenz Schmid ist sieben Jahre älter als der Schussenriedener Abt Tiberius Mangold und schon 62, als er zu dessen Nachfolger gewählt wird. Er ist als Prior gleich bei zwei Amtsenthebungen in Schussenried massgeblich beteiligt, zuerst bei Vinzenz Schwab 1683 und nun 1710 bei Tiberius Mangold. Vor seiner Wahl ist er längere Zeit als Prior in Weissenau tätig. Seine kurze Amtszeit in Schussenried nutzt er, um die vom Vorgänger aufgegleisten Umbauvorhaben der Stiftskirche zu beginnen. Er kümmert sich hauptsächlich um die neue Ausstattung im Chor und im Vorchorbereich, wo sein Wappen auf dem neuen Gestühl an ihn erinnert.
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