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Die japanische Teezeremonie (jap.chadõ) auch bekannt als Teeritual ist eine nach bestimmten Regeln ablaufende Zusammenkunft, bei dem der Gastgeber einen oder mehrere Gäste bewirtet, und ist in der japanischen Kultur eine seit mehreren Jahrhunderten verankerte Tradition.
Die Ursprünge dieser japanischen Tradition reichen zurück bis ins 12. Jahrhundert, wo der buddhistische Staatspriester Musõ Kokushi erstmals bestimmte Regeln der Teezeremonie festlegte. Die Philosophie, der die Teezeremonie zugrunde liegt, ist dem Zen angelehnt. Ein Anstoss dazu war das Geschenk eines Daisu an Musõ Kokushi.
Ein Daisu ist ein regalähnliches Gestell, das für den Aufbau der Utensilien für die Teezeremonie benutz wird. Musõ Kokushi benutze diesen Daisu bei der Zubereitung des Tees und begann damit erste Regeln für die Teezeremonie festzulegen.
Wie bei fast jeder Zeremonie oder rituellen Handlung gibt es auch bei der japanischen Teezeremonie in den verschiedenen Schulen unterschiedliche Abläufe. Eine gewisse Gemeinsamkeit im Ablauf ist jedoch bei allen Zeremonien gemeinsam erkennbar.
Die Gäste die zu einer Teezeremonie eingeladen werden, wandeln zunächst auf einem Gartenpfad (Roji). Dieser Pfad stellt die erste Stufe der Erleuchtung dar und symbolisiert damit das Abstreifen des Alltags und die Gäste bereiten sich so auch mental auf die eigentliche Zeremonie vor. Im Anschluss daran nehmen die Gäste im Garten des Teehauses ihres Gastgebers in einem Warteraum Platz und werden dort mit heissem Wasser begrüsst. Dieses Wasser wird in der späteren Zeremonie zur Zubereitung des Tees verwendet.
Im Anschluss an diese erste Begrüssung gehen die Gäste zurück auf den Gartenpfad, wo eine Bank (Wartebank = Machiai) zur Überbrückung steht - vielfach unter bzw. in einem offenen Pavillon. Unterdessen bereitet der Gastgeber weiter die Teezeremonie vor und füllt dazu frisches Wasser in ein steinernes Becken und zieht sich dann in den eigentlichen Teeraum zurück.
Mit dem frischen Wasser reinigen sich die Gäste im Machiai unterdessen Mund und Hände. Symbolisch waschen sie damit alle schlechten Taten ab. Danach betreten die Gäste nacheinander das eigentliche Teehaus ihres Gastgebers.
Das Teehaus ist traditionell in einem kleinen japanischen Garten angesiedelt und kann selbst als eines der Geräte oder Utensilien für die Teezeremonie angesehen werden. Der Bau hat meistens zwei Räume und besteht zumeist aus Holz und Bambus und der einzige Eingang ist eine Schiebetüre, die die Aussenwelt von dem Inneren auch symbolisch abtrennen soll.
Als Zeichen und Symbol der Demut wird der Raum auf Knien betreten und alle gesellschaftlichen Standesunterschiede werden dadurch abgelegt. Der Teeraum (Chashitsu) als Hauptraum, den man traditionell nur durch einen Kriechgang erreicht, ist ein relativ kleiner Raum mit wenig oder gar keinem Mobiliar. Nur die notwendigen Einrichtungen wie die Grube für das Holzkohlefeuer (ro) und etwas Dekoration ist üblicherweise vorhanden. Der zweite Raum des Teehauses ist nur für die Vorbereitung des Tees ausgerichtet.
Nachdem alle Gäste auf dem mit Tatamimatten bedeckten Fussboden Platz genommen haben, werden verschieden Speisen wie Reis, Suppe, Gemüse und Reiswein angeboten – das Kaiseki. Hiernach gehen die Gäste zurück in den Warteraum und warten auf das Zeichen des Gastgebers für den Beginn der eigentlichen Teezeremonie – das fünfmalige Ertönen eines Gongs.
Zurück im Teeraum hat der Gastgeber oder Teemeister bereits alle nötigen Utensilien (Dõgu) für die japanische Teezeremonie bereitgelegt. Dazu gehören Teeschalen (Chawan), die Teedosen und Behälter für Pulvertee, Matchaschalen, Teelöffel aus Bambus (Chashaku), das Frischwassergefäss (Mizusashi) und der Wasserkessel, Wasserabkühler (Yuzamashi), der Teebesen (Chasen) und die Seitengriffkännchen (Kyũsu). Das Teetuch aus Seide bewahrt der Gastgeber an seinem Oki auf.
In der Zeremonie die rund vier Stunden dauern kann werden nacheinander verschieden Teesorten zubereitet und den einzelnen Gästen gereicht. Dabei wird für jede Teesorte jeweils nur eine Teeschale oder Matchaschale verwendet, die nacheinander an jeden Gast gereicht wird. Nachdem der Gast von dem Tee getrunken hat, reicht er die Tee- oder Matchaschale wieder zurück an den Gastgeber, der diese nach einem speziellen Verfahren reinigt und für den nächsten Gast erneut Tee zubereitet.
Ebenso wie die eigentliche Teezeremonie, die auf eine mehrere hundert Jahre alte Tradition zurückblickt, sind auch die Utensilien die der Teemeister benutzt und benötigt in langer Tradition entstanden und gewachsen. Wer Interesse hat einmal an einer japanischen Teezeremonie teilzunehmen findet im Internet dazu Adressen und weiterführende Informationen.
Bildquelle: Ingrid Nickel / pixelio.de