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Architektur: von Ballmoos Krucker Architekten, 2012
Ausgangspunkt der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit der Erscheinung von Architektur. Beschichtungen, Materialien, Oberflächenstrukturen entfalten ihre Wirkung in einem klar definierten Resonanzraum: bezogen auf die erfasste Bauform, den unmittelbar angrenzenden Leerraum und auf die weitere Umgebung, das Quartier und die Stadt.
Das untersuchte Gebäude ist das Baudienstzentrum der SBB, das von Ballmoos Krucker Architekten 2012 erbaut haben.
Es steht am Rand des Gleisfeldes, an einem Übergangspunkt zwischen Blockrandstruktur und den unbebauten Gleisen. Vom Wohnquartier her kommend ist man verwirrt: steht man vor einer Hochsicherheitszentrale oder wird der futuristische, riesige Pilz bewohnt? Klar ist, dass er anders ist, als die umliegenden gebauten Strukturen. Er hebt sich durch seine Form und vor allem durch die Materialisierung der Fassade klar von den umgebenden Gebäuden ab.
Die gerasterte Fassade ist in zwei Materialien gehalten, Glasfenster und emailliertes Glas wechseln sich mit vertikalen Blechbahnen ab. Je nach Lichteinfall ändern sich Farbton und Helligkeit.
Durch mehrmaliges Knicken wird das Licht auf der hermetisch glatten Fassadenoberfläche reflektiert und ein Flirt mit dem Primetower gewagt. Obwohl das Baudienstzentrum eine vergleichsweise profane Nutzung beinhaltet, zählt es sich nicht zu verwandten Gebäuden wie dem Stellwerk sondern es will im Sinne des Primetowers Ikone sein. Dies gelingt allerdings nur dort, wo der Sichtbezug perspektivisch hergestellt werden kann.