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Rektale Mikrobizide – Prävention da, wo es wirklich juckt
Die Entwicklung von vaginalen Mikrobiziden wird mit grossem Aufwand vorangetrieben. Das ist auch wichtig, denn weltweit brauchen Frauen eine bessere Möglichkeit, um sich selbst zu schützen.
In unserem Umfeld, wo vorwiegend MSM von der HIV-Epidemie betroffen sind, ist jedoch die Entwicklung von rektalen Mikrobiziden eine wichtige Forderung.
In einer plazebo-kontrollierten Phase-1-Studie (Anton et al) wurde rektal appliziertes Tenofovir-Gel mit oralem prophylaktischem Tenofovir verglichen. Es wurde das gleiche vaginale Gel wie in der CAPRISA 004-Studie verwendet. Es ging hier hauptsächlich um die Überprüfung der Verträglichkeit und der Pharmakokinetik bei rektaler Anwendung.
Es zeigte sich, dass die die vaginale Galenik suboptimal bezüglich klinischer Sicherheit und Akzeptanz bei rektaler Applikation war. Die Absorption von rektal appliziertem Tenofovir-Gel entsprach ca. 2% der oralen Dosis. Die rektale Dosierung war assoziiert mit 100fach aktiveren TNF-Spiegeln in der Mukosa als bei oraler Dosierung. Diese hohe Dosis vor Ort wurde dann auch in vitro überprüft. Bioptisch entnommene rektale Gewebeproben konnten signifikant weniger gut mit HIV infiziert werden, wenn die Probanden Tenofovir topisch appliziert hatten (verglichen mit oraler Gabe).