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Autor: Toni Keppeler
Bild: Juli 2018: Paramilitärs kontrollieren die Stadt Masaya | Cristobal Venegas/ap
MASAYA taz | Wenn man einfach nur die Geschichte einer Familie erzählen will und dabei alle Namen weglassen muss, dann stimmt etwas nicht in diesem Land. Diese Geschichte handelt von einer Familie in Nicaragua und Namen werden nicht genannt. Nicht die von Personen, die geschützt werden sollen, damit sie nicht zu Opfern werden. Aber auch nicht die Namen von denjenigen, die auf der Seite der Täter stehen; weil von ihnen Spuren zu jenen führen, die Schutz bedürfen.
Die Geschichte spielt in Masaya, einer Provinzstadt mit knapp 150.000 Einwohnern, rund dreißig Kilometer südlich der Hauptstadt Managua. Masaya wirkt eher wie ein Dorf. Es gibt kaum ein Haus, das mehr als ein Geschoss hätte. Keine kolonialen Prunkbauten, eher geduckte zentralamerikanische Idylle mit Ziegeldächern. Die Luft ist heiß, das Leben träge. Es gibt genauso viele Pferdekutschen wie Taxis, und beide haben dieselbe Funktion.