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Grundlagen
Nach einem kühlen ersten Drittel war der September dank einer zweiwöchigen Hochdruckphase überdurchschnittlich warm und sonnig. Am Monatsende folgte wechselhaftes Wetter. Die Durchschnittstemperatur überschritt im September die Monatsnorm um 1,2 Grad. In den Zentralalpen und in Graubünden fielen leicht überdurchschnittliche Niederschläge, in der Westschweiz, im Wallis und im Mittelland nur 25 bis 50 % der normalen Septemberniederschläge. Mit 4,3 mm Niederschlag resultierte in Sion sogar der tiefste September-Niederschlagswert seit Messbeginn 1864. Die phänologische Entwicklung der Vegetation entsprach im September trotz dem bisher eher warmen Jahr dem langjährigen Mittel. Im August wurde mit 588 Meldungen eine unterdurchschnittliche Anzahl Hagelschäden gemeldet. Insgesamt sind die Zahlen des Jahres 2019 bis Ende August in etwa mit jenen von 2017 und 2018 vergleichbar. Auch Elementarschäden wurden mit 106 Meldungen eher selten registriert. Insgesamt liegt das aktuelle Jahr bei den Elementarschäden bis Ende August mit bisher 2147 Meldungen jedoch über den langjährigen Mittelwerten.
Pflanzenbau
2019 fiel die Heuernte quantitativ und qualitativ im Mittel sehr gut aus. Etwas schlechter sieht die Situation bei den folgenden Dürrfutterschnitten und bei der Grassilage aus, wo die Menge und Qualität im Mittel nur als gut beurteilt werden (Tabelle 2.1). Die Erträge des Getreides und der Hülsenfrüchte lagen 2019 zum Teil deutlich höher als im Vorjahr (Tabelle 2.2). Unbefriedigend waren zum zweiten Mal in Folge die Rapserträge. Diese waren noch tiefer als 2018. Bei einer fast konstanten Fläche von 10 968 ha (Abnahme um 1 %) fiel die Kartoffelernte 2019 mit geschätzten 414 337 Tonnen um 7 % tiefer aus als 2018 (Tabelle 2.3).
Milchwirtschaft
Für den Monat August wird gegenüber dem Vorjahr eine um 0,6 % höhere Milchmenge geschätzt (Tabelle 3.1). Der Anteil der zu Käse verwerteten Milch lag im Juli 2019 bei 48,5 %, gegenüber 46,6 % im Juli 2018 (Tabelle 3.2). Die Tiefkühllager enthielten mit 4481 Tonnen Ende Juli 16,2 % weniger Butter als im Vorjahr (Tabelle 3.5). Der Fettgehalt der Milch lag im Juli auf einem ähnlichen Niveau wie in den beiden Vorjahren, während der Eiweissgehalt mit 3,.21 % leicht tiefer lag (Tabelle 3.6).
Viehwirtschaft
Im August änderte sich das Schlachtgewichts nur bei den Kühen, Schafen und Ziegen mehr als 1 % gegenüber dem Vorjahr. Bei den Kühen führte im Vorjahr allenfalls das aufgrund des Futtermangels (Trockenheit) erhöhte Angebot von Schlachtkühen zum starken Rückgang der Schlachtgewichte (Tabelle 4.4). 2019 lagen die Schlachtzahlen der Kühe im August jedenfalls deutlich tiefer (-12,7 %). Auch bei allen anderen Kategorien war gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen (Tabelle 4.5). Bei den Schlachtschweinen betrug die Abnahme der Inlandschlachtungen 10,7 %. Entsprechend ging die inländische Fleischproduktion gegenüber dem Vorjahr generell zurück: Rindfleisch -7,5 %, Kalbfleisch -1,9 %, Schweinefleisch -11,0 % und Schaffleisch -8,2 % (Tabelle 4.8). Die Eierproduktion ist auch im August weiter angestiegen und zwar um 2,9 % (Tabelle 4.9). Die Produktion von Geflügelfleisch hat im August im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 % abgenommen (Tabelle 4.11). Kumuliert bis Ende August ergibt sich noch eine Zunahme von 0,4 %. Damit fällt das Wachstum bisher deutlich schwächer aus als im Vorjahr.
Aussenhandel
Die Käseexporte lagen im August mit 5353 Tonnen um 2,3 % tiefer als im Vorjahr. Kumuliert übersteigt die Exportmenge jene der Vorjahresperiode um 0,8 %. Die grössten Einbussen erfolgten beim anderen Hartkäse, dem Fertigfondue und dem Emmentaler AOP, während die grössten Zunahmen beim Frischkäse und beim Raclette Suisse® erfolgten. Auch die Importe nahmen gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,0 % ab. Kumuliert hat sich die Zunahme bei den Importen etwas abgeschwächt und betrug Ende August 1,2 %. Bei den Produktionsmitteln haben im August wie auch kumuliert gegenüber dem Vorjahr mengenmässig die Einfuhren von Futtermitteln und Dünger zugenommen, während die Einfuhren von Saatgut, Stroh und Pflanzenschutzmitteln rückläufig waren (Tabelle 5.15). Wertmässig waren auch die Importe von Maschinen und Geräten schwach rückläufig (kumuliert -1,2 %).
Preise
Im September stiegen die Preise für Muni, Ochsen und Rinder weiter, auf deutlich höherem Niveau als im Vorjahr (Tabelle 6.4). Die Preise für Verarbeitungstiere blieben stabil und deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Preise für Schlachtkälber legten im September deutlich zu, lagen jedoch im Mittel weiterhin deutlich unter dem Preisniveau der beiden Vorjahre (Tabelle 6.5). Die Tränkerpreise gingen im September saisongemäss stark zurück (Tabelle 6.6). Die Preise für Schlachtschweine gingen im September weiter zurück, lagen aber immer noch um 75 Rappen/kg SG höher als im Vorjahr (Tabelle 6.6). Schwierig bleibt die Situation bei den Bio-Schlachtschweinen. Die Jagerpreise stiegen im September erstmals seit längerer Zeit wieder an und dies ebenfalls auf deutlich höherem Niveau als im Vorjahr. Bei den Lämmern- und Schlachtschafen hielt der Abwärtstrend im September weiter an. Während der Preis für Weidelämmer jedoch leicht über dem Vorjahresniveau blieb, sank er bei den Schlachtlämmern mit Ausnahme der IP-Suisse-Tiere leicht darunter. (Tabelle 6.8). Bei den Schlachtschafen lagen die Preise zwar weiterhin auf tiefem Niveau aber leicht höher als im Vorjahr. Die Milchpreise stiegen im August weiter an und übertrafen ausser bei der Biomilch die Vorjahrespreise (Tabelle 6.9). Der Produzentenpreisindex lag im August um 2,3 % höher als im Vorjahr, ein Hauptgrund für die positive Entwicklung sind die Schweinepreise (Tabellen 6.14 und 6.15). Bei den Einkaufspreisen für landwirtschaftliche Produktionsmittel war die Jahresteuerung mit +0,1 % im August gering. Der Preisanstieg bei den Düngemitteln und den Maschinen wurde v.a. durch die sinkenden Preise der Energie- und Schmiermittel neutralisiert (Tabellen 6.17 und 6.18).