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Obwohl es sich immer noch um einen sehr kleinen Frontier-Markt handelt, war es für Investoren entsprechend attraktiv, sich in Argentinien zu positionieren, meint Geer. "Da das Land unter einer steigenden Inflation, einem hohen Leistungsbilanzdefizit, niedrigen Devisenreserven, harten Haushaltszielen und einer Währungskrise leidet, wird der Peso jetzt mit Kapitalabflüssen belastet, denn ausländische Investoren versuchen verstärkt den Handel durch ein schmales Fenster zu beenden."
Unvermeidliche Rezession in Aussicht
Nachdem die Zentralbank die Zinsen auf 60 Prozent erhöht hat und der Internationale Währungsfonds (IWF) fiskalische Sparmassnahmen plant, scheint es gemäss Geer wahrscheinlich, dass die Wirtschaft in den nächsten zwölf Monaten auf eine harte Rezession zusteuert. Dies werde weiteren politischen Druck auf Präsident Macri im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Oktober 2019 ausüben, da er eine neue Amtszeit anstrebt.
Geer geht davon aus, dass die Inflation steigen wird, die Tarifverhandlungen im öffentlichen Sektor für die Regierung äusserst schwierig werden und im nächsten Jahr allgemeine Arbeitskämpfe stattfinden werden. "Das Potenzial zur Rückkehr des 'Peronismus' in die argentinische Politik wird die Märkte angesichts der schwierigen Beziehung, die die Investoren mit der Kirchner-Dynastie zwischen 2003 und 2015 hatten, stark beeinflussen", denkt der Experte.
Keine simple Lösung des Problems
Das Rückschlagpotenzial in den Schwellenländern schwebt wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Denn jedes Land mit akuten makroökonomischen Ungleichgewichten wird von den Märkten ins Visier genommen. Argentinien muss seine Wirtschaft neu ausbalancieren, ist Geer überzeugt. Die unvermeidliche Rezession werde zwar dazu beitragen, das derzeitige Problem des Leistungsbilanzdefizits zu lindern. Dennoch werde es schwierig für das Land, seine Haushaltsziele zu erreichen. Der Experte sagt abschliessend: "Das beste Szenario für Argentinien besteht darin, das Team, das die Wirtschaft und Finanzen des Landes verwaltet, auszutauschen und an der restriktiveren Sparpolitik festzuhalten. Der IWF sollte seine Ziele für eine allmähliche Neuausrichtung der Wirtschaft revidieren. Eine straffere Geldpolitik für Argentinien wird nicht ausreichen."