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Benzol hat gesundheitsschädigende Auswirkungen auf die Gesundheit. Die WHO und die EU haben die Substanz auf die Liste der Krebs erregenden Stoffe aufgenommen. Zudem wurde festgestellt, dass die Folgen von der Intensität und der Dauer abhängen, mit der die Personen der Belastung ausgesetzt sind.
Im Tessin führte die VCS-Sektion der Italienischen Schweiz in Zusammenarbeit mit dem WWF, Greenpeace, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz und dem lokalen Umweltverband SOS Ambiente Mendrisiotto 2001 und 2002 Benzolmessungen durch. Die Ergebnisse waren Besorgnis erregend: Bei den 10 Personen, die das Radiello getragen hatten, betrug der Durchschnitt 9 μg/m3, mit Werten bis gegen 12 μg/m3 für einen Velokurier sowie einer durchschnittlichen Belastung von 8 μg/m3 für einen Büroangestellten.
In der Schweiz liefert das Nationale Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe (NABEL) keine Daten zur Benzolkonzentration in der Luft. Der VCS hat deshalb mit Unterstützung der Krebsliga beschlossen, mehrere Personen mit einem Gerät auszustatten, um genauere Hinweise auf die Werte zu erhalten, denen wir uns im Alltag aussetzen.
Benzol (C6H6) ist ein entzündbares und giftiges Lösungsmittel. Es ist die einfachste Verbindung der aromatischen Kohlenwasserstoffe. Benzol entsteht bei der Erdölraffinierung und wird in der chemischen Industrie breit eingesetzt. Zudem ist es ein Bestandteil des Benzins und erhöht, zusammen mit anderen Kohlenwasserstoffen, dessen Explosionssicherheit. Wegen seiner Gesundheitsgefährdung ist sein Volumen im Benzin in Europa und der Schweiz auf maximal 1% beschränkt. Weil Benzol im bleifreien Benzin Verwendung findet, ist der städtische Verkehr die grösste Ursache für die Benzolverschmutzung in der Stadtluft.
Die EU hat zudem mit der Richtlinie 2000/69/EG vom 16. November 2000 einen Grenzwert für Benzolkonzentrationen in der Aussenluft von 5 μg/m3 festgelegt.
In der Schweiz hat die Eidgenössische Kommission für Lufthygiene diesen Grenzwert als unangemessen eingestuft, denn in Bezug auf die Krebs erregenden Folgen der Substanz akzeptiert die EU ein mindestens 20fach höheres Risiko als das schweizerische Umweltschutzgesetz. Im Gesetz wurde jedoch kein Grenzwert für Benzol bestimmt.