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Forró - Der Tanz aller Brasilianer
Ein fröhlicher Tanz für alle! Forró ist Musik, Tanz und Tanzfest zugleich und stammt aud dem Nordosten von Brasilien. Forró wird eng und auch mit Figuren getanzt.
Forró - der brasilianische Tanz
Forró ist ein brasilianischer Musik- und Tanzstil aus dem Nordosten des Landes. Die typischerweise dominierenden Instrumente sind Zabumba (Trommel), Sanfona (Handharmonika) und der Triangel. Er ist mittlerweile in ganz Brasilien bekannt und populär; in den Städten des Nordostens wie Fortaleza, Recife oder Natal gibt es häufige Forró-Feste, die die ganze Nacht dauern. Das Wort Forró wird sowohl als Bezeichnung für einen bestimmten Rhythmus, als auch als Oberbegriff für eine ganze Stilrichtung verwendet. Auch die Tanzfeste bei denen diese Musik gespielt wird, werden als Forró bezeichnet.
Forró -hautnah
Forró kann auf sehr sinnliche Art getanzt werden, zum Teil eng umschlungen oder Wange an Wange, je nachdem, wo er in Brasilien getanzt wird. Es hat sich auch ein moderner Stil entwickelt, parallel zur Entwicklung der Musik selber.
Geschichte des Forró
über die Herkunft des Begriffes Forró gibt es zwei Theorien: Forró ist eine Verballhornung des englischen For all; er soll beim Bau der Great-Western-Eisenbahn durch eine englische Firma entstanden sein, die Tanzveranstaltungen zur Unterhaltung der Arbeiter organisierte, die dann eben "For all", für alle, offen waren. Die des englischen nicht mächtigen Arbeiter haben das dann zu Forró gemacht. Oder Forró ist eine Verkürzung des Begriffs forrobodó, welcher so viel wie "Tanz des Pöbel" heisst.
Obwohl Forró ursprünglich ein regionaler Musikstil war und in den anderen Staaten Brasiliens eher von oben herab betrachtet wurde, hat er sich mittlerweile auf ganz Brasilien ausgebreitet, dies vor allem durch Migranten, die den armen Nordosten verlassen und in den Süden ziehen. In den grossen Städten des Südens nach und nach Lokale eröffnet, wo die Migranten aus dem Nordosten ihre Kultur praktizieren konnten.
Auf die Música Popular Brasileira hat der Forró insofern Einfluss gehabt, als viele Stars der MPB auf Forró-Musikmaterial zurückgriffen und diese in ihr Repertoire aufnahmen. Ein Beispiel dafür ist Gilberto Gil, der mit Forró-Stücken schon einige Hits gelandet hat.
Fünf Rhythmen werden unter dem Begriff Forró zusammengefasst: Forró selbst, Baião, Xaxado, der schnelle Arrasta-pé und der mit leichten shuffle-feel gespielte Xote (von schottisch). Interessant ist, dass man deutlich osteuropäischen Einfluss heraushören kann; so besteht enge Verwandtschaft zur Polka und auch ähnlichkeit mit Sinti und Roma-Musik.
Der bekannteste Forró-Musiker ist wohl Luiz Gonzaga (1912-1989) aus Exu, im Bundesstaat Pernambuco. Er wird noch immer als O Rei do Baião bezeichnet. Inzwischen gibt es neben dem traditionell im Trio gespielten Forró auch eine Pop-Version dieser Musik, den forró universitário, wie z.B. von Elba Ramalho oder der Gruppe Falamansa.