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Dass sich die beiden bürgerlichen Kandidaten im ersten Wahlgang um das Oberamt des Saanebezirks gegenseitig das Wasser abgraben würden, war zu erwarten. Dass die Sozialdemokratin Lise-Marie Graden aber gleich so stark obenaus schwingt, ist nun doch eine Überraschung. Und es zeigt: Die Schlappe von Carl-Alex Ridoré bei der Ständeratsersatzwahl im September war definitiv keine SP-Schlappe, sondern an die Person gebunden.
Wie bei den Staatsratswahlen holte die linke Kandidatin Graden für das Oberamt Saane deutlich mehr Stimmen als Christian Clément, der Mann der Mitte.
Und SVP-Grossrat Nicolas Kolly schnitt klar besser ab als seine Parteikollegen in den Staatsratswahlen: Er liegt relativ knapp hinter Clément und hat damit einen Achtungserfolg erzielt.
Einmal mehr müssen es die bürgerlichen Parteien bereuen, dass sie sich nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen konnten: Ein einziger bürgerlicher Kandidat oder eine einzige bürgerliche Kandidatin wäre Lise-Marie Graden viel gefährlicher geworden.
Trotz des Glanzresultats von Lise-Marie Graden im ersten Wahlgang hat sie die Wahl jedoch nicht auf sicher: Im zweiten Wahlgang gelten wieder neue Regeln. Sie tritt nur gegen einen einzigen Kandidaten an. Darum wird nun entscheidend sein, ob die bürgerlichen Parteien es schaffen, dass sich ihre Wählerinnen und Wähler hinter den verbleibenden Kandidaten stellen – und ob die SVP-Wählerschaft überhaupt noch an die Urne geht. Die linken Parteien ihrerseits müssen ihre Wählerschaft erneut mobilisieren, wenn sie das Oberamt Saane in linker Hand halten wollen.