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In der aktuellen Flüchtlingskrise fällt es zum Teil schwer, den Überblick zu behalten, wo wie viele Menschen ankommen und in welchen Ländern schlussendlich wie viele Asylanträge gestellt werden. Die neusten Zahlen, die den Zeitraum April bis Juni – also das zweite Quartal diesen Jahres –betreffen, erlauben eine Einordnung der momentanen Situation.
In dieser Zeitspanne haben 213'200 Personen in der Europäischen Union erstmals einen Asylantrag gestellt. Dazu kommen 2760 Erst-Anträge in Norwegen und 7010 in der Schweiz. Zählt man diese drei Zahlen zusammen, kommt man auf mehr als 220'000 Erst-Asylanträge allein in Europa.
Wirft man einen Blick auf die totalen Zahlen der Gesuche, werden einem die verschiedenen Dimensionen nicht unbedingt klar. Vergleicht man beispielsweise Deutschland (80'935 Asylbewerber) mit Österreich (17'395 Asylbewerber), scheint die Aufgabe, die Deutschland zu bewältigen hat, ungleich grösser.
Rechnet man dagegen aus, wie viele Asylbewerber pro eine Million Einwohner in ein Land gekommen sind, kann man sich ein viel klareres Bild machen. Wie gross diese Zahl ist und in welchen Ländern die Dichte an Asylanträgen besonders hoch, zeigt unsere Karte (siehe oben).
Verglichen mit dem ersten Quartal ist die Anzahl der Personen, die zum ersten Mal in der EU einen Asylantrag gestellt haben, um 15 Prozent gestiegen. Vor allem von Menschen aus Syrien (44'000) und Afghanistan (27'000) wurden in diesem Zeitraum besonders viele Anträge gestellt. Aus diesen beiden Ländern stammen somit ein Drittel aller erstmaligen Asylbewerber.
In den folgenden europäischen Ländern stellten die Syrer im zweiten Quartal 2015 die grösste Gruppe der erstmaligen Asylbewerber dar: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Spanien, Zypern, Österreich, Rumänien und Schweden. In Ungarn und der Slowakei stellen Asylbewerber aus Afghanistan die grösste Gruppe dar.
In der Schweiz sieht die Lage etwas anders aus: Die Personen, die hierzulande zwischen April und Juni 2015 einen erstmaligen Asylantrag gestellt haben, stammen vor allem aus Eritrea (3210 Personen), Somalia (440 Personen) und Sri Lanka (380 Personen).
Die genannten Zahlen stammen aus dem aktuellen Bericht des Statistischen Amtes der Europäischen Union Eurostat.