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Guinea beheimatet eines der grössten noch unerschlossenen Eisenerzreserven der Welt. Schürfrechte wurden bereits vergeben, aber noch hat kein Abbau stattgefunden. Chinesische Investitionen sollen dem Projekt neuen Schwung geben. Aber diese Investitionen bergen auch Risiken.
Ein teures und schwieriges Projekt
Die Simandou Minen gehören zu den grössten unerschlossenen Eisenerzreserven der Welt. Die Minen liegen in einer 110 km langen Bergkette 550 Kilometer südlich von Guineas Hauptstadt Conakry.
Bereits 1977 wurden erste Schürfrechte an die Rio Tinto-Gruppe vergeben. Die anglo-australische Gruppe gehört zu den grössten Minengesellschaften der Welt. Doch es gibt kaum Fortschritte im Projekt.
Die Hürden sind gross. Die grösste Herausforderung ist es, das Eisenerz zu einem Hafen zu transportieren. Benötigt wird eine 650 Kilometer lange Bahnlinie und einen Hafen, damit das geschürfte Erz exportiert werden kann. Die technischen und finanziellen Ansprüche, um eine solche Eisenbahnlinie zu bauen, sind hoch. Die Kosten für das Projekt dürften 20 Milliarden Dollar übersteigen.
China kauft sich in das Projekt ein
Die Rio Tinto-Gruppe versucht nun, zusammen mit chinesischen Partnern dem Projekt neuen Schwung zu verleihen. Diese Partner sollen neue finanzielle Mittel sowie technologische Unterstützung liefern.
Als grösster Stahlproduzent ist das Projekt für China von besonderer Bedeutung. Denn zur Produktion von Stahl wird Eisenerz benötigt. China bezieht einen Grossteil seines Eisenerzes von ausländischen Zulieferern, hauptsächlich Australien und Brasilien.
Somit ist China stark abhängig vom globalen Eisenerzpreis. Schon eine Erhöhung des Preises von 10 US-Dollar pro Tonne verteuert die Produktion in China pro Jahr um 10 Milliarden Dollar. Sobald in Simandou die Produktion läuft, könnte dies den globalen Preis von Eisenerz um 40-50 US-Dollar pro Tonne senken, und damit auch die Kosten für die Stahlproduktion in China.
China als Nothelfer oder Kolonialherr?
Die Hauptprobleme in Guinea für erfolgreiche Projekte sind vor allem der fehlende Zugang zu finanziellen Mitteln, Korruption und fehlende Infrastruktur, aber auch der Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften.
Die Investitionen Chinas in Guinea können eine neue Chance für das Projekt und das Land sein, bergen aber auch Risiken. China hat in der Vergangenheit schon mehrmals Kredite an Nationen für Infrastrukturprojekte vergeben. Kann das Land die Schulden nicht bezahlen, übernimmt China die Kontrolle über die Infrastrukturen. So geschehen im Jahr 2017 in Sri Lanka, als der Inselstaat wichtige Häfen an China abgeben musste.
So bekommt China Zugang zu Ressourcen und wird gleichzeitig eine mächtige Kraft in der Region. Dazu gibt es auch Beispiele aus Afrika wie Djibouti, Nigeria oder der Demokratischen Republik Kongos. So gewinnt China immer mehr die Kontrolle über Länder auf der ganzen Welt.
Für Simandou ist es darum wichtig, dass alle beteiligten Parteien zusammenarbeiten und ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln. Ansonsten wird auch dieses Projekt weiterhin nicht vom Fleck kommen. Die beteiligten Firmen sowie auch der Staat von Guinea müssen gemeinsam in eine Richtung ziehen und das Projekt zu einem Abschluss drängen. Nur so kann das Projekt für alle Beteiligten zu einem Erfolg werden.
Bildung als Schlüssel zum Erfolg
Die Fallstudie zu den Simandou Minen zeigt: Aufgrund schlechter politischer Steuerung schafft es das Land nicht aus eigener Kraft, den vorhandenen Rohstoffreichtum für sich nutzbar zu machen. Darum kommen ausländische Investoren zum Zuge, die primär eigene Ziele verfolgen und wenig Rücksicht auf die Interessen Einheimischer (z.B. gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne der Arbeiter) nehmen.
Weil die Menschen in Guinea aber relativ schlecht ausgebildet sind, bleibt ihnen zur prekären Arbeit in den Minen oftmals keine Alternative und sie lassen sich leicht ausbeuten. Mit einer besseren Schul- und Berufsbildung stünden ihnen wiederum andere Türen offen: Hier möchte KIRA ansetzen und den Jugendlichen eine Perspektive durch eine hochwertige Ausbildung ermöglichen.
Bildung ist jedoch nicht nur für den Einzelnen entscheidend, sondern zugleich ein wichtiger Grundpfeiler der Demokratie, denn sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen fähig sind, als Bürgerinnen und Bürger das öffentliche Leben aktiv mitzugestalten.
Auf unser Beispiel bezogen: Eine gut ausgebildete politische und wirtschaftliche Elite in Guinea könnte die Förderung von Bodenschätzen selbst organisieren und wäre weniger auf ausländische Hilfe angewiesen. Somit verbliebe der Profit im Land und könnte zur weiteren Reduktion von Armut und Ungerechtigkeit eingesetzt werden.