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Bild: Wikimedia Commons
100 Jahre Schweiz-Vatikan Beziehungen
Die Eidgenossenschaft hat beschlossen die Renovierung der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde, im Rahmen des hundertjährigen Jubiläums der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl, zu unterstützen.
Die Päpstliche Schweizergarde ist der Inbegriff für mehr als 500 Jahre Schweizer Präsenz im Vatikan. Seit 1506 schützt die Garde den Papst und überwacht seine Residenz. Im Laufe der Jahrhunderte wurden ihr weitere Aufgaben übertragen. Eine davon ist die Durchführung eines Ehrendienstes bei offiziellen Besuchen von Staatsoberhäuptern, Premierministern und Botschaftern beim Papst. Junge Schweizer begrüßen den Besuch mit militärischen Ehren. Einige ehrenamtliche Tätigkeiten werden auch bei Messen, Audienzen und an den Eingängen zur Vatikanstadt ausgeführt. Angesichts dieser starken Präsenz, verbreitet die Schweizergarde helvetische Werte wie Präzision, Treue, Pünktlichkeit und Pflichtbewusstsein. So tragen jungen Menschen, aus den vier Ecken der Schweiz, in der traditionellen Uniform der Renaissance, zum internationalen Ansehen der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei.
Der Bundesrat hat folglich an der Tagung vom 11. Dezember 2020 beschlossen, das Kasernensanierungsprojekt mit 5 Millionen Franken zu unterstützen. Dieser Betrag wird der Stiftung für die Renovierung der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde zugeführt, die im Herbst 2016 in Solothurn gegründet wurde, um die notwendigen finanziellen Mittel für dieses Projekt aufzubringen. Sie unterliegt den Aufsichtsbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft und des Kantons Solothurn. Der Gesamtbetrag des Projekts beläuft sich auf 55 Millionen Schweizer Franken. Der Stiftungsrat wird von Dr. Jean-Pierre Roth, dem ehemaligen Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, präsidiert.
Eine komplett renovierte Kaserne
Vor kurzem gab die Päpstliche Schweizergarde in einer Pressemitteilung bekannt, dass die im Jahre 2018 vorgenommenen Reformen der internen Organisation, im Januar 2021 abgeschlossen sein werden. Mit der Ankunft der neuen Rekruten wird das Korps seine anvisierte Personalstärke von 135 Personen erreichen. Die Renovierung der Kaserne wird somit den Bedürfnissen dieses Personalwechsels gerecht werden, aber auch den aktuellen Standards bezüglich Wohnbedingungen, Nachhaltigkeit und Ökologie zu entsprechen. Tatsächlich wurde Letzteres seit dem Kasernen-Bau zu Beginn des 19. Jahrhunderts nie vollständig renoviert. Die Renovierungsarbeiten werden von Schweizer Architektur- und Ingenieurbüros durchgeführt.
Diese Unterstützung ist Bestandteil des hundertjährigen Jubiläums der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl. Die wurden nämlich zwischen 1873 und 1920 im Rahmen des Kulturkampfes unterbrochen. Vor genau 100 Jahren eröffnete der Heilige Stuhl wieder eine permanente Vertretung in Bern. Auch während dieser Zeit sorgte die Päpstliche Schweizergarde weiterhin für die Sicherheit und den Schutz des Papstes. Letztendlich ist es im Zusammenhang der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Vatikan wichtig, daran zu erinnern, dass letzterer in bestimmten Bereichen, wie dem Kampf gegen die Todesstrafe, ähnliche Interessen hat.
Quellen: