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Die wichtige Frage liege aber woanders, sagte Fyrwald im Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Temps" vom Freitag. "Wir sind beunruhigt, dass in Europa der regulatorische Prozess politischer wird". Natürlich müsse man die möglichen schädlichen Auswirkungen der Pestizide untersuchen - "aber auf einer wissenschaftlichen Basis".
Die Bio-Industrie bezeichnete der Syngenta-Chef als "interessant, weil die Konsumenten einen höheren Preis für Bio bezahlen." Allerdings sei in der Schweiz nur 8% der Produktion biologisch, global 3%. Damit bleibe es eine Nische. "Zudem würde die biologische Landwirtschaft niemals genug produzieren, um die Welt zu ernähren."
Die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden voraussichtlich im November über die Zukunft des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat abstimmen. Es geht um die Verlängerung der Lizenz für die Chemikalie.
Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine Verlängerung um zehn Jahre vorgeschlagen. Das Europaparlament verlangte am Dienstag in einer Resolution aber ein endgültiges Aus für das Herbizid bis spätestens zum 15. Dezember 2022. Am Freitag schlug die EU-Kommission als Kompromiss vor, die Lizenz um fünf Jahre zu verlängern.
Im zuständigen EU-Fachausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel wird per qualifizierter Mehrheit entschieden. Nötig sind für einen Beschluss mindestens 16 Mitgliedstaaten, die für 65% der EU-Bevölkerung stehen. Bisher gibt es keine Mehrheit für oder gegen eine Verlängerung.
Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Untersuchungen von europäischen Lebensmittelsicherheits- und Chemiebehörden sowie aus Kanada und Japan bestätigen den Verdacht nicht.
ra/
(AWP)