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Der AGO-Planetenweg von Visp nach Stalden
Die alten Griechen nannten die Planeten "Wandelsterne". Sie beobachteten diese Himmelsobjekte von blossem Auge und stellten fest, dass sich ihre Position gegenüber dem übrigen Sternenhimmel in regelmässigen Zeitabschnitten verändert. Sogar die seltsamen Vor- und Rücklaufbewegungen wurden aufmerksam verfolgt.
Ptolemäus (100-170 n. Chr.) versuchte, mit einem komplizierten System aus grossen und kleinen Kreisen eine Erklärung für solche Abläufe zu finden. Er ging aber noch von einem geozentrischen Weltbild aus (Erde im Mittelpunkt).
Erst die Einführung des heliozentrischen Systems, in dem die Erde und die anderen Planeten um die Sonne kreisen, führte zur genaueren Kenntnis der Planetenbahnen. Schon der griechische Gelehrte Aristarchos von Samos (320-250 v Chr.) vertrat diese Theorie. Definitiv durchsetzen konnte sie aber erst der polnische Domherr, Arzt und Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543). Sorgfältige Beobachtungen und exaktes Vermessen der Planetenpositionen durch den dänischen Astronomen Tycho Brahe (1546-1601) und die Berechnungen seines Assistenten, des deutschen Mathematikers Johannes Kepler (1571 - 1630), unterstützen die Theorie von Nikolaus Kopernikus. Mit den drei Keplerschen Gesetzen wurden die Grundlagen für das heliozentrische Weltbild definitiv niedergeschrieben:
- 1. Keplersches Gesetz: Die Planeten bewegen sich auf elliptischen Bahnen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht.
- 2. Keplersches Gesetz: Ein von der Sonne zum Planeten gezogener Fahrstrahl überstreicht in gleichen Zeiten gleich große Flächen.
- 3. Keplersches Gesetz: Die Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten verhalten sich wie die Kuben der großen Bahnhalbachsen.
Aufgrund dieser Gesetze war es jetzt möglich, die Planetenbahnen genauer zu berechnen. Vor einem halben Jahrhundert begann man Sonden zu den Planeten und Monden zu schicken und auf ihnen zu landen. Das reiche Bild- und Datenmaterial, das durch diese Roboter gesammelt und zur Erde gesendet wurde, erweiterte unser Wissen über die anderen Mitglieder unseres Sonnensystems enorm.
Der Planetenweg will uns die Distanzen und Grössen der Planeten im Vergleich zur Sonne begreiflicher machen. Zudem möchte der Abstecher zu den Planeten in Modell und Schrift dazu anregen, unsere Weltraum-Nachbarn etwas besser kennenzulernen und einen ersten mutigen Schritt in die schier unermesslichen Räume des Weltalls zu wagen.
Domherr, Josef Sarbach
Gründungspräsident der Astronomischen Gesellschaft Oberwallis
Allgemeine Angaben
Der Planetenweg ist ein Modell des Sonnensystems im Massstab 1:1 Milliarde, d. h.
- 1 mm im Modell = 1'000 km in Wirklichkeit
- 1 m im Modell = 1 Million km in Wirklichkeit
- 1 km im Modell = 1 Milliarde km in Wirklichkeit
Das trifft sowohl auf die Grösse der einzelnen Planeten wie auch auf den Abstand zwischen den Planeten zu.
Wie alle Modelle zeigt auch ein Planetenweg gewisse Nachteile: er kann die Bewegung der Planeten und ihre Umlaufbahnen nicht zeigen. Auf diesem Wanderweg stehen die Planeten alle in einer Reihe. In Wirklichkeit ist das extrem selten. Da sie sich auf ihren elliptischen Bahnen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen, ändert ihre relative Lage ständig.
Grafik: AGO - Planetenstellungen am 17. Januar 2015
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