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Die seit Jahrzehnten verschwundene Automarke Hispano Suiza versucht sich zum 89. Genfer Auto-Salon mit einem Revival. Die spanische Marke präsentiert den "Carmen", einen elektrischen Supersportwagen, von dem es 19 Exemplare gibt. Der Auftritt ist eine Art Rückkehr zu den Wurzeln, denn ein Genfer Ingenieur spielt die Schlüsselfigur in der Geschichte dieser Automobillegende.
Hispano Suizaexterner Link… Dieser Name sagt den meisten vermutlich nicht viel. Bei Auto-Fans hingegen lässt er Erinnerungen an eine prestigeträchtige Marke erwachen, die in der Zwischenkriegszeit in der gleichen Liga spielte wie Rolls-Royce, Jaguar oder Mercedes. Hispano Suiza wird mit leistungsstarken Luxusautos in Verbindung gebracht.
Revolutionärer Motor
Die Entwicklung der Marke geht auf einen Genfer namens Marc Birkigt (1878-1953) zurück. Mit einem Abschluss der Schule für Mechanik in der Tasche, folgt er 1899 einem Kommilitonen nach Barcelona. Nach einer ersten industriellen Erfahrung, die im Konkurs endet, gründet er 1904 mit zwei spanischen Geldgebern, Damián Mateu und Francisco Seix, die Firma "Hispano Suiza Fábrica de Automóviles".
Vor allem dank der Unterstützung von König Alfonso XIII., der einer der Hauptaktionäre war, floriert das Unternehmen. 1911 zieht Birkigt nach Frankreich, wo er eine Tochtergesellschaft gründet. Während des Ersten Weltkriegs wird sein Unternehmen beschlagnahmt, der Ingenieur kehrt nach Barcelona zurück, wo er auf Wunsch der spanischen Armee ein Flugtriebwerk entwickelt. Das Genie in Mechanik entwickelt einen revolutionären Motor, den flüssigkeitsgekühlten Hispano-Suiza-Acht-Zylinder-Motor in einer V-Form.
Frankreich kauft diesen Flugzeug-Motor, dank dem das Land die Kontrolle des Luftraums wiedererlangt. Der Storch auf der Kühlerhaube der Hispano-Suiza-Autos erinnert an diese Zeit. Denn dieser Vogel war das Emblem einer Fliegerstaffel, der die besten Kampfjetpiloten Frankreichs angehörten. Sie flogen die Maschinen, die mit diesem berühmten Motor ausgestattet waren.
Bis zum Ende des Krieges wurden fast 50'000 solcher Motoren produziert – Birkigt war reich geworden. Nach Kriegsende kehrt er nach Frankreich zurück. 1923 gründet er die von der spanischen Muttergesellschaft unabhängige "Société française Hispano Suiza" und widmet sich der Herstellung von Luxusautos und Flugmotoren.
Verstaatlichung und Auflösung
Die Machtübernahme durch linke Regierungen in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre kommt Hispano Suiza nicht gut zu stehen. Die Unternehmen auf beiden Seiten der Pyrenäen werden verstaatlicht, die Produktion von Luxusautos wird 1938 eingestellt.
In Spanien wurde Hispano Suiza 1946 an die ENASA (Empresa Nacional de Autocamiones) verkauft, die in den 1950er-Jahren hauptsächlich Nutzfahrzeuge, aber auch einige Sportwagen unter der Marke Pegaso produzierte. Seit 1990 gehört alles zur Fiat-Iveco-Gruppe. Die französische Niederlassung wurde in die Luftfahrtindustrie integriert und gehört heute zur Safran-Gruppeexterner Link, einem Triebwerkshersteller für die zivile und militärische Luftfahrt sowie die Raumfahrtindustrie.
Zurück in Genf eröffnet Marc Birkigt Ende der 1930er-Jahre eine weitere neue Hispano-Suiza-Fabrik, die sich auf Rüstungsgüter spezialisiert. Sie erwirbt sich einen guten Ruf, insbesondere in der Herstellung von Luftwaffen. Die Industriegruppe Oerlikon-Bührle kauft das Werk 1970 und schliesst es 1985.
Versuche der Wiedergeburt
Im Automobilsektor gehört die Marke "Hispano Suiza Fábrica de Automóviles" den Nachkommen des Gründers Damian Mateù. Sie besitzen den familieneigenen Industriekonzern Peraladaexterner Link, der insbesondere in den Bereichen Weinbau, Tourismus und Freizeit tätig ist.
Versuche, die Marke wiederzubeleben, wurden bereits Anfang der 2000er-Jahre mit der Entwicklung einiger Concept Cars unternommen. Ein Supersportwagenprojekt auf Basis eines Audi R8 wurde auf dem Genfer Automobilsalon 2010 vorgestellt. Aber das Projekt erreichte nie die Kommerzialisierungsphase.
Nun versucht es Hispano Suiza also erneut. Mit 19 Wagen ist "Carmen" die erste Serienproduktion der Marke seit 1938. Es bleibt abzuwarten, ob die zurzeit sehr beliebte Vollstromversorgung die Wiedergeburt der Automarke ermöglicht.
(Übertragung aus dem Französischen: Kathrin Ammann)