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Praxis
Das Gesetz verbietet den Verkauf von Bier und Wein an Personen unter 16 Jahren und von Spirituosen an Personen unter 18 Jahren (im Kanton Tessin werden alle alkoholischen Getränke nur an Personen ab 18 Jahren verkauft).
Hauptzweck der Testkäufe ist die Prävention. Sie sollen das Verkaufspersonal auf das Verbot der Abgabe von alkoholischen Getränken an Jugendliche unter 16 respektive 18 Jahren aufmerksam zu machen. In Ermangelung einer gesetzlichen Grundlage können die Ergebnisse dieser Käufe nicht als Beweismittel in Strafverfahren verwendet werden oder zur Verhängung einer Geldstrafe führen. Ihnen können jedoch Verwaltungsmassnahmen wie die Rücknahme des Wirtepatents folgen. Testkäufe werden sowohl von privaten Institutionen als auch von den Behörden durchgeführt.
Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit veröffentlicht jährlich einen Bericht über die Praxis der Alkoholtestkäufe in der Schweiz.
Ergebnisse 2021
Im Jahr 2021 wurden 8038 klassische Testkäufe und 341 Online-Testkäufe gezählt. Diese Zahl stellt eines der besten Ergebnisse in Bezug auf die Teilnahmequote im Zeitraum 2009-2021 dar.
Zu den klassischen Testkäufen: 2021 führten sie in 33,5 Prozent der Fälle zum Verkauf von Alkohol, was einen starken Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt, insbesondere im Vergleich zu 2018 und 2019 (Referenzjahre, da keine Pandemie), wo die Quoten um die 28 Prozent lagen. Diese schlechten Ergebnisse werden unter anderem auf die Maskenpflicht während dieses Jahres zurückgeführt, die die Aufgabe des Verkaufspersonals schwieriger machte.
In 72,4 Prozent der Fälle führte das Verkaufs- oder Servicepersonal eine mündliche Altersüberprüfung durch oder verlangte einen Ausweis.
Zu den Online-Testkäufen: Nicht nur war die Alterskontrolle bei Online-Bestellungen deutlich geringer als bei herkömmlichen Testkäufen, sondern wenn das Alter bekannt war, wurde der Alkohol in den meisten Fällen auch verkauft. Alkohol wurde an 75 Prozent der Testkäuferinnen und Testkäufer abgegeben, die ihr Alter bei der Bestellung wahrheitsgemäss angegeben hatten (n=16), und an 58,6 Prozent der Testkäuferinnen und Testkäufer, die ihr Alter bei der Lieferung angegeben hatten (n=29).
Ergebnisse variieren je nach Verkaufsstelle
Wie in den Vorjahren variierten die Ergebnisse der Testkäufe, die 2021 durchgeführt wurden, je nach Verkaufsstelle.
An Tankstellen wurde weniger häufig Alkohol verkauft (23,5 Prozent Verkäufe), während Bars die Verkaufsstellenart mit der höchsten Verkaufsrate waren (38,1 Prozent). Testkäufe in Restaurants oder Cafés führten zu 32,9 Prozent Verkäufen, etwas weniger als bei Ladenketten (34,6 Prozent). Bei Events lag die Verkaufsrate bei 31 Prozent.
Leitfaden
Das Handbuch für Testkäufe dient als Standardwerk für die ganze Schweiz und enthält zahlreiche praktische Anleitungen. So verwenden Kantone, Gemeinden und NGOs die gleiche Basis für ihre Testkäufe und können die erhobenen Daten schweizweit vergleichen. Das Handbuch enthält die Konzepte und Grundlagen, die von den Organisationen im Präventionsbereich, den kantonalen Instanzen und dem Blauen Kreuz entwickelt wurden und sich bewährt haben.
Web-Plattform für die Erfassung der Daten
Die Plattform www.tkdb.ch basiert auf einem Modell des Blauen Kreuzes. Sie sorgt für eine koordinierte und einheitliche Erfassung der Daten in der ganzen Schweiz.
Mithilfe der Plattform können Fragebögen erarbeitet und Rubriken nach Zielgruppe ausgewählt werden. Die Plattform lässt sich auch für Testkäufe anderer Produkte wie Zigaretten oder Spiele nutzen. Die Daten sind in geschützten Bereichen abgelegt, sodass deren Sicherheit gewährleistet ist.
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