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Wing
Modifizierter Originaltext/Bilder von Wilke Reints
Im technischen Bereich des Tauchens ist es erforderlich, dass der Taucher einen freien Oberkörper hat, der nicht von dem Auftriebskörper verdeckt wird und dass sich der Auftriebskörper frei entfalten kann ohne dabei den Taucher einzuengen. Zudem erhöht es die Stabilität des Tauchers unter Wasser.
Die Auftriebsmenge ist bei idealer Konfiguration eher gering, so dass mit Doppel-20 ein Wing von 25 Liter Auftriebsvolumen genügt. Andere Konfigurationen hingegen, die z.B. Stahlflaschen als Stages verwenden, müssen hier mit 40 Litern und mehr arbeiten. Neben dem Wing ist natürlich das so genannte Backplate mit dem Harness von grosser Bedeutung. Diese Kombination stellt die Verbindung zwischen dem Taucher, dem Wing und den Flaschen her.
Horseshoe vs. Donut Wing
Es gibt zwei grundsätzliche Wing-Varianten. Die erste Variante ist die so genannte "Horseshoe" (dt. Hufeisen) Form. Diese Form befindet sich bereits seit einigen Jahren auf dem Markt und hat sich als sehr robust und gut erwiesen. Eine Weiterentwicklung dieser Form sind so genannte "Donut" Wings. Diese Form bietet dem Taucher eine vollständig umlaufende Blase. Beide Formen gibt es sowohl als Mono- als auch als Doppelflaschenvariante. Vor- und Nachteile der beiden Varianten sind minimal, so dass es oft in einer Glaubensfrage endet, welcher Wingtyp besser ist.
Ein Argument für die "Donut" Variante ist, dass die Luft in keinem der Flügel eingeschlossen sein kann und somit immer bestmöglich entlüftet werden kann. Argument für die "Horseshoe" Wings ist, dass diese seitenstabiler sind und damit im Höhlen- und Wrackbereich besser einsetzbar sind. Bezüglich Stabilität und Trimm sind keinerlei nennenswerte Unterschiede festzustellen.
Leistungsmerkmale
Das Wing muss folgende Leistungsmerkmale aufweisen:
- Doppelschalig
- Blase vorzugsweise aus 1000er Cordura/Nylon
- Kurzer Inflatorschlauch
- Fein dosierbarer Inflator, ohne Schnellablass mit identischen Kupplungen innerhalb des Teams und beim Trockentauchanzug/DSMB (Dies erlaubt eine Doppelverwendung im Notfall)
- Maximal 1 Schnellablass mit Zugseil ohne Bommel
- Gute Passform, die "Flügel" müssen sich ungehingert um die Flaschen legen können
- Backplate ist mechanisch entkoppelt
Der Lochabstand für die Befestigung am Backplate ist mit 11“ (27.94cm) bei nahezu allen Wings vereinheitlicht.
Auftriebsvolumen
Das Auftriebsvolumen muss mindestens 40lbs/18l betragen (1lbs entspricht ca. 0.45l). Dementsprechend ergeben sich folgende Winggrössen für verschiedene Flaschenpakete:
|40 lbs||ca. 18l||D7 bis D10|
|45 lbs||ca. 20l||D12|
|55 lbs||ca. 24.9l||D12 bis D20|
Material
Das Material aus dem das Wing besteht muss extrem robust sein, dazu zählt nicht nur die Aussenhülle des Wings. Die Blase selber muss auch aus einem reissfesten Material bestehen und darf nicht aus einer verstärkten Folie bestehen, da diese einfach zu schnell reissen kann, insbesondere dann, wenn sich spitze Gegenstände wie z.B. beim Wracktauchen in die Nähe des Tauchers geraten. Der Einsatz von Bungees am Wing ist eine ewige Diskussion zwischen Wrack- und Höhlentauchern verschiedener Ausbildungsverbände. Beim Defekt eines Wings scheint die Version ohne Bungees eine bessere Kontrolle des Auftriebsverlusts zuzulassen. Die richtige Wahl des Wings (Grösse) verhindert ebenfalls eine unabsichtliche Punktuation.
Inflatorschlauch
Der Inflatorschlauch muss relativ kurz gehalten werden und sollte spätestens bei dem linken Brust-D-Ring enden. Nimmt ein Taucher eine horizontale Lage im Wasser ein und wird ein langer Inflatorschlauch verwendet, baumelt dieser am Taucher. Sobald Stages verwendet werden, kommen sich Automat der Stage und der Inflatorschlauch zu nahe und das Ende des Inflatorschlauches verkantet siche gerne mal zwischen dem Finimeter und dem Atemregler der Stage. Die sichere Erreichbarkeit ist nicht mehr gewährleistet. Ein weiterer Punkt der für einen kurzen Inflatorschlauch spricht ist, dass das entlüften des Wings mit einem sehr geringen Bewegungsablauf verbunden ist. Da der Inflatorschlauch sehr kurz ist, ist der Hebel ebenfalls klein und der Taucher muss sich unter Wasser nicht "verrenken" um das Wing zu entlüften. Dadurch das der Inflatorschlauch immer über ein Gummiband am Gurtband, also dem Harness, fixiert ist, kann dieser auch nicht wegrutschen und sich zwischen Wing und Flaschen verhaken. Die Bedienung mit einer Hand ist somit problemlos möglich.
Der Inflator sollte ebenfalls ohne Schnellablass versehen sein, um einem unbeabsichtigten Auftriebsverlust zu verhindern. Schnellablässe sind eine häufige Fehlerquelle und führen auch im oben genanntem Zusammenhang mit zu langen Inflatorschläuchen zu Auftriebsverlust.
Der Inflator
Die Dosierung über den Inflator muss möglichst fein sein, dass heisst: so genannte "Power-Inflator", die 20 Liter in 5 sek. "aufblasen" können sind fehl am Platz. Mit zunehmender Tiefe wird das Tariergas zwar dichter und somit die Reaktion beim Tarieren langsamer. Besonders im Flachwasserbereich, also während der Dekompressionsphase sind solche Inflatoren unbrauchbar für die Feintarierung. Da man beim Abtauchen kontinuierlich Gas in das Wing einfügt, besteht auch sonst kein Anlass einen solchen "Power-Inflator" zu verwenden.
Doppelwings
Die Verwendung eines zweiten Inflators und einer damit verbundenen 2. Blase ist normalerweise nicht erforderlich. Ist die trotzdem erforderlich wird der Inflatorschlauch vom Backupautomaten/Secondary hinter dem Taucher befestigt und eindeutig markiert bzw. der Inflatorschlauch nicht angesteckt, um einen Inflatorfehler auszuschliessen.
Es scheint oberflächlich gesehen, dass eine zweite Blase eine höhere Form der Redundanz darstellt. Dies ist jedoch normalerweise nicht notwendig. Einige technische Verbände erlauben jedoch den Einsatz von Stahlstages, einen vergleichsweise hohen Abtrieb aufweisen. Einem solchen Taucher ist es niemals möglich über den Trockentauchanzug ausreichend Auftrieb herzustellen um die Oberfläche sicher zu erreichen. In solchen Fällen ist eine zweite Blase fast Pflicht. Jedoch sorgt eine zweite Blase und dessen Inflator für neue Ausrüstungsgegenstände im "Arbeitsbereich" des Tauchers. In Stresssituationen kann es leicht zu einer Verwechslung bzw. Überforderung des Tauchers kommen. Sind zusätzliche Flaschen, seien es Stages oder Argon Tanks stets aus Aluminium, reicht der Trockentauchanzug immer aus um sicher aufzutauchen.