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Drei Schädel, einen Messbecher, einen Zylinder, eine PET-Flasche mit Plastikkügelchen – mehr braucht Alexandra Kissling nicht, um die Hirngrösse eines Gorillas, eines südafrikanischen Mandrills und eines fossilen Hominiden zu bestimmen.
Konzentriert schüttet sie die Kügelchen in den vor ihr liegenden Primatenschädel, bis er randvoll ist, anschliessend füllt sie den Inhalt in einen Messbecher. Die Menge an Kügelchen, die in den Schädel passt, liefert ihr einen fixen Wert hinsichtlich seines Volumens.
Die Masterstudentin hat eine Datenbank für ihre Ergebnisse angelegt, um die Zahlen in Relation zu ökologischen und sozialen Parametern, zum Beispiel Lebensraum, Nahrungsangebot und Gruppenverhalten, zu setzen. In intensiver Laborarbeit will sie sich vertieft mit der für die anthropologische Forschung relevanten Frage beschäftigen, unter welchen Bedingungen ein Hirn evolutionsgeschichtlich wachsen kann.
Dafür muss sie neue statistische Auswertungsmethoden erlernen, vor allem aber sehr eigenständig und lösungsorientiert arbeiten. Der Weg zum Ziel ist nicht vorgegeben, die Ergebnisse sind offen. Dafür erlaubt ihr der dreieinhalb Wochen dauernde Blockkurs, ausgiebig an einem Problem herumzuknobeln, verschiedene praktische Methoden anzuwenden, mit Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren, aus Irrwegen zu lernen, neue Messreihen zu starten und damit typische Schritte eines wissenschaftlichen Forschungsprozesses durchzuspielen. Der Lerneffekt könnte kaum grösser sein. Was man selbst ausprobiert und herausgefunden habe, meint Alexandra Kissling denn auch, begreife und merke man sich wesentlich besser.
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