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Im Jahr 2015 soll weltweit jedes Paar Zugang zu Verhütungsmitteln haben. Dies ist eines der sieben Ziele, das die UNO zusammen mit internationalen Finanzinstitutionen bei der Folgekonferenz zum Weltsozialgipfel am Montag (26.06.) in Genf vorstellte.Dieser Inhalt wurde am 26. Juni 2000 - 16:26 publiziert
In 15 Jahren soll es zudem weltweit kein Kind im Schulalter mehr geben, das nicht wenigstens die Grundschule besucht. In einem Bericht forderten UNO, Weltbank, Internationaler Währungsfonds (IWF) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zudem die Halbierung der Armut bis im Jahr 2015 sowie die Verwirklichung nationaler Programme für nachhaltige Entwicklung in allen Entwicklungsländern.
Der Bericht mit dem Titel "Eine bessere Welt für alle" fordert gleiche Ausbildungschancen für Mädchen und Jungen sowie eine erhebliche Reduzierung der Müttersterblichkeit. Zu den sieben Zielen gehören zudem verstärkte Massnahmen zum Umweltschutz.
Hindernisse
Grösste Hindernisse auf dem Weg zu diesen Zielen seien unter anderem Menschenrechtsverletzungen sowie bewaffnete Konflikte, hiess es in dem Bericht. In den Entwicklungsländern werde die Umsetzung sozialer Ziele zudem durch den eingeschränkten Zugang zu den Weltmärkten, die Schuldenlast und durch den Rückgang bei der Entwicklungshilfe behindert.
Rund 1,2 Milliarden Menschen leben heute gemäss den Bericht in absoluter Armut; vor zehn Jahren waren es noch 1,3 Milliarden. In Afrika ist die Zahl der Menschen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen, in den letzten zehn Jahren konstant geblieben. In den Staaten der früheren Sowjetunion verdreifachte sich die Zahl seit Beginn der 90er Jahre.
In den Entwicklungsländern leben laut dem Bericht rund 150 Millionen unterernährte Kinder. In Afrika ist die Zahl der unterenährten Kinder in den letzten zehn Jahren sogar gestiegen.
Die gemeinsame Bericht der UNO und der drei Institutionen wurde auch als Beitrag zum G-8-Treffen in Okiwana am 22. Juli erstellt. An der Folgekonferenz des Weltsozialgipfels nehmen diese Woche in Genf Delegationen von rund 190 Regierungen teil. Neben einer Bilanz fünf Jahren nach dem Weltsozialgipfel in Kopenhagen werden neue Initiativen zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen diskutiert.
Parallel dazu findet das "Forum Genf 2000" statt, an dem unter anderem Vertreter von Nichtregierungsorganisationen über die soziale Entwicklung diskutieren. Das Forum wird von der Schweiz finanziell unterstützt.
Couchepin: Auch NGO müssen mitreden können
Auch die Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) müssen laut Bundesrat Pascal Couchepin bei den Regeln der Globalisierung mitreden. Die NGO könnten von der Diskussion nicht mehr ausgeschlossen werden, sagte Couchepin am Montag an einem Symposium parallel zum UN-Sozialgipfels in Genf.
Die Schweiz habe das Symposium organisiert, um den Einbezug aller Akteure zu ermöglichen, sagte Couchepin. Die offiziellen Ländervertreter an der UN-Konferenz könnten nicht allein die Bilanz nach dem Kopenhagener Sozialgipfel von 1995 ziehen. Es müssten neue Wege beschritten werden, um alle Menschen am Wachstum zu beteiligen.
swissinfo und Agenturen
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