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Bei der Parlamentswahl in Grossbritannien kann die konservative Partei von Regierungschef David Cameron der BBC zufolge auf eine eigene Mehrheit bei Abstimmungen hoffen. Die Konservativen kämen auf 325 der 650 Sitze im Parlament, berichtete die BBC am Freitagmorgen unter Berufung auf eine Hochrechnung.
Cameron hatte sich zuvor bereits praktisch zum Wahlsieger erklärt und gesagt, er werde bei seiner weiteren Arbeit die Interessen Aller vertreten. 325 Sitze könnten deshalb zur Mehrheit im Parlament reichen, weil die vier Abgeordneten der nordirischen Sinn Fein Partei üblicherweise ihre Mandate nicht wahrnehmen.
Die oppositionelle Labour-Partei unter Führung von Ed Miliband kommt Nachwahl-Befragungen zufolge auf 239 Sitze, die schottischen Nationalisten als drittstärkste Kraft auf 58. Miliband räumte seine Niederlage am Freitagmorgen bereits ein und sagte, er bedauere den Wahlausgang zutiefst.
Kopf-an-Kopf-Rennen
Die genaue Sitzverteilung dürfte erst feststehen, wenn die einzelnen Wahlkreise ausgezählt sind. In Grossbritannien gilt das Mehrheitswahlrecht. Nur der Abgeordnete mit den meisten Stimmen in seinem Wahlkreis ist gewählt. Die anderen Stimmen fallen unter den Tisch. In den vor der Wahl veröffentlichten Umfragen war mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Konservativen und Labour gerechnet worden.
«Die Konservativen haben die Wahl klar gewonnen», sagte deren Abgeordneter Michael Gove unmittelbar nach Veröffentlichung der Prognose. Die Chefin der schottischen Nationalistenpartei SNP, Nicola Sturgeon, riet dazu, die Nachwahlbefragung mit Vorsicht zu geniessen. Es sei unwahrscheinlich, dass ihre Partei 58 von 59 schottischen Parlamentssitzen errungen habe. Bislang hatte die SNP nur sechs Abgeordnete im britischen Unterhaus. Ein derart starkes Ergebnis schürt in anderen Teilen Grossbritanniens die Befürchtung, dass es in Schottland schon bald einen neuen Anlauf für ein Unabhängigkeitsreferendum geben könnte.
Jüngstes Mitglied seit 1667
Die SNP sorgte noch für ein anderes Novum: Die schottische Nationalistin Mhairi Black ist zur jüngsten Abgeordneten im Unterhaus seit Jahrhunderten gewählt worden. Wie am Freitag mitgeteilt wurde, bezwang die 20-jährige Politikstudentin bei der Wahl am Donnerstag im Wahlkreis Paisley and Renfrewshire South den Labour-Wahlkampfmanager Douglas Alexander.
Sie wird damit das jüngste Mitglied des britischen Unterhauses seit 1667. Ihr Sieg ist symptomatisch für den Siegeszug der Schottischen Nationalpartei (SNP) und den Niedergang von Labour in Schottland bei diesem Urnengang.
(reuters/dbe/gku)