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Nekromantie
(grch.), im
Altertum die
Weissagung durch Abgeschiedene, deren Seelen man heraufbeschwor, um sie über die
Zukunft zu befragen.
In den
Schriften des Alten
Testaments wird die
Nekromantie als zur Abgötterei gehörig bezeichnet und deshalb verboten.
Im 11.
Buche der Odyssee, welches daher Nekyia (oder auch Nekromanteia) genannt wurde, ruft Odysseus den
Schatten
[* 2] des
Teiresias aus der
Unterwelt hervor, um unter Spenden und Opfern sich von ihm weissagen zu lassen. Wesentlich für
die
Beschwörung ist dabei das Ausgraben einer Grube, in die das
Blut der schwarzen Opfertiere fließt.
Dieses Blut trinkt der Tote, der wieder auf einige Zeit ins Leben gerufen werden soll, um so das Haupterfordernis des Lebens in sich aufzunehmen. Auch Menschen wurden oft zu diesem Zweck geschlachtet. Ohne Zweifel gab es seit alten Zeiten in manchen Gegenden Griechenlands und Unteritaliens sog. Nekyomanteia (auch Nekromanteia genannt) oder Totenorakel, welche durch besondere Priester verwaltet wurden. Später aber wurden Beschwörungen durch Zauberer (Psychagogen) und Zauberinnen, die ein Geschäft aus dergleichen machten, gewöhnlich an Gräbern vorgenommen. -
Vgl. Rohde, Psyche (Freiberg [* 3] 1894). -
Auch im altdeutschen und nordischen Heidentum findet sich diese Art der Wahrsagung durch Geisterbeschwörung.