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Bei der qualitativen Forschung geht es darum, diejenigen Fälle für die Erhebung auszuwählen, welche für die Beantwortung der Fragestellung besonders relevant sind (Flick, 2009). Für die qualitative Forschung charakteristische Auswahlverfahren sind das theoretische, selektive und purposive Sampling.
Theoretisches Sampling
Im Gegensatz zum statistischen Sampling (quantitative Forschung) orientiert sich das theoretische Sampling am wechselseitigen “Spiel” zwischen Empirie und Theorie. Das theoretische Sampling geht auf Glaser und Strauss (1967/2005) zurück, bei der die Entwicklung einer Theorie aus den Daten im Vordergrund steht. Die Auswahl der Fälle und Untersuchungsgruppen erfolgt hierbei im Prozess der Datenerhebung und -auswertung. Die Auswahl weiterer Fälle wird beendet, sobald die „theoretische Sättigung“ eintritt, welche dann erreicht ist, wenn die weiteren Fälle und Analysen keine neuen Erkenntnisse mehr liefern (Flick, 2009). Der Umfang, die Grösse und die Merkmale des Samples können also nicht am Anfang einer Studie festgelegt werden
Selektives Sampling
Beim selektiven Sampling werden ausgehend von der Fragestellung vorab relevante Kriterien für die Auswahl festgelegt. Bestimmte allgemeine Kriterien können z.B. Geschlecht, Alter und Bildungsstand sein. Diese Kriterien sind insofern abstrakt, da sie unabhängig vom konkret untersuchten Material und vor dessen Erhebung und Analyse entwickelt wurden (Flick, 2010). Zusätzlich sollten für die Fragestellung wichtige Vergleichsdimensionen identifiziert werden, bspw. grosse vs. kleine Organisationen, Unternehmen aus verschiedenen Branchen, leitende Angestellte und Mitarbeitende, etc. Ziel ist es, die relevanten Phänomene und Erfahrungsbereiche im untersuchten Feld möglichst breit zu erfassen.
Purposive Sampling
„Purposive Sampling“ bedeutet eine gezielte Auswahl der zu untersuchenden Fälle. Patton (2002) schlägt folgende Arten vor: Extreme Fälle, typische Fälle, maximale Variation der Fälle, Intensitäts-Sampling, kritische Fälle, politisch wichtige oder sensible Fälle oder Fälle, die einfach zugänglich sind (Flick, 2009).