Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03625.jsonl.gz/1040

Vor sieben Jahren wurde ich mit einer Weihnachtsgeschichte beschenkt. Die Geschichte kam sozusagen bei mir vorbei.
Es war der 21. Dezember. Ich saß am Schreibtisch und überlegte, was ich den Leuten in den Feiern an Heiligabend erzählen sollte. Plötzlich wurde ich durch lautes Blöken aus meinen Gedanken geholt. Ich blickte vom Schreibtisch auf und sah durchs Fenster eine Schafherde auf der Wiese am See. Die Schafe waren in Aufregung, denn sie hatten Angst, von einer breiten Wiese auf einem schmalen Weg weiterzugehen, der an einem steilen Bachufer entlangführte. Der Schäfer versuchte, die Tiere mit Rufen und mit Futter zu locken. Es nützte nichts. Die Schafe blieben stehen. Die Mitarbeiterin des Schäfers versuchte sie von hinten zu drängen. Da wichen die Schafe nach allen Seiten aus, kehrten um und rannten zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Nach etlichen Versuchen nahm der Schäfer das kleinste Lamm auf den Arm und ging voran. Das Mutterschaf folgte instinktiv seinem Kind. Danach getrauten sich auch die anderen Tiere und trippelten friedlich durch unser Städtli. Mir ging ein Licht auf:
Das ist ja Weihnachten! Das Kind macht den Anfang. Wir folgen ihm nach.