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Vor rund 700’000 Jahren war diese imposante Grosskatze der Vorfahre des später folgenden Höhlenlöwen, der in Europa und Asien heimisch war. Seinen Ursprung hatte er allerdings, wie der Mensch, in Afrika. Man fand in der Olduvaischlucht einen 1,75 Millionen Jahre alten Löwenschädel, der jenem des Mosbacher Löwen sehr ähnlich sah. Vor 300’000 Jahren verschwand er und somit die grösste Raubkatze, die je existierte. An die Stelle des Mosbacher Löwen trat nun der kleinere Höhlenlöwe.
Der Höhlenlöwe war der Nachfahre des Mosbacher Löwen und war vor 300’000 Jahren bis vor 10’000 Jahren in Europa und Asien verbreitet. Er vermochte sich auch an die Eiszeiten anzupassen und verschwand während des Kältemaximums (Dryas) am Ende der Würmeiszeit. Felszeichnungen stellen diese Löwenart immer ohne Mähne dar. Der Höhlenlöwe gehörte zwar zur Gattung Panthera Leo, gilt aber nicht als der Vorfahr der noch heute lebenden Löwen.
Von den Säbelzahnkatzen existierten durch die Jahrmillionen hindurch verschiedene Arten und Unterarten. Der Hoplophoneus primaevus lebte vor ungefähr 35 Millionen Jahren in Nordamerika. Diese leopardengrosse Raubkatze konnte ihre Kiefer in einem 90 Grad Winkel öffnen, um ihre Beute zu packen. Vor 15 Millionen Jahren bis vor 2 Millionen Jahren lebte in Europa, Asien und Afrika Machairodus. Vor 12 Millionen Jahren erschien Smilodon, (echte Säbelzahnkatze), die bis vor 10’000 Jahren in Amerika weit verbreitet war. Dinofelis lebte vor 5 Millionen Jahren bis vor 1,5 Millionen Jahren in Eurasien und Afrika. Homotherium besiedelte vor 3 Millionen Jahren bis vor 50’000 Jahren Nordamerika, Afrika, Europa und Asien. Quellen: Fossilienrekonstruktion.
Vor 600’000 Jahren entwickelten sich die Wollmammuts, die einzige Elefantenart, welche sich auf die Kälte spezialisiert hatte. Ein Wollmammut verschlang täglich bis zu 300kg Gräser, Moos und Zweige. Es hatte mehr als 3 Meter Risthöhe und wog 4 bis 6 Tonnen. Zwei Fetthöcker, einer auf dem Schädel und einer auf dem Rist, und der steil abfallende Rücken, prägten sein markantes Profil. Die Stosszähne waren nach oben und aussen gedreht und konnten bis zu 4.5 Meter lang und 120 kg schwer werden. Quelle: paleojura.ch
Dieser Allesfresser hatte die Grösse eines heute lebenden Grizzlybären und erschien vor 500’000 Jahren. Mit der Zeit entwickelte er sich zum Pflanzenfresser und ernährte sich von Rinden, Blättern, Gräsern, Früchten, Wurzeln und Beeren. Diese Umstellung auf Pflanzenkost könnte mitunter ein Grund für sein Aussterben am Ende der Eiszeit gewesen sein. Vermutlich wurde ihm das hereinbrechende Dryas und die damit verbundene Wandlung der Vegetation zum Verhängnis. Er verschwand vor ungefähr 13’000 Jahren. Quelle: lonetal.net
Das Wollnashorn
Coelodonta antiquitatis
Wie das heute lebende Nashorn, war wie sein früher Vetter, das Wollnashorn ein Tier, das in offenen Gebieten, wie Steppen oder Tundren heimisch war. Seine Schulterhöhe betrug rund 2 Meter. Wollnashörner hatten sich vorzüglich mit einem dichten, braunen Fell an die eiszeitlichen Bedingungen angepasst. Sie waren in Europa und Asien vor rund 500’000 Jahren heimisch. Vor 10’000 Jahren starben die Tiere aus. Quelle: lonetal.net
Der Riesenhirsch lebte in den offenen Tundren. Er erschien vor ungefähr 400’000 Jahren und verbreitete sich in ganz Europa und Asien. Seine Nahrung bestand aus Gräsern, Rinden, Flechten, Moosen und Buschlaub. Der Riesenhirsch erreichte eine Schulterhöhe von über 2 Meter. Doch das Gewaltigste an ihm, war das Geweih, das einen Durchmesser bis zu 3,7 Metern erreichen konnte. Am Ende der Eiszeit, als die Tundren den Waldlandschaften wichen, wurde der Riesenhirsch vermutlich aufgrund seines gigantischen Geweihes zur leichten Beute, zuweil es ihn an der Flucht durch den Wald hinderte. Er starb vor 8’000 Jahren schliesslich aus. Der Damhirsch ist der heute noch lebende Verwandte des einstigen Riesenhirsch. Quelle: lonetal.net / Wikipedia
Während der letzten Eiszeit lebte eine Unterart der Tüpfelhyäne in den Steppen Europas. Die Höhlenhyäne war sicherlich für die Neandertaler und für die Cro-Magnons, ein ernst zu nehmender Nahrungs- konkurrent , vor dem sie nach dem Erlegen ihrer Beute stetig auf der Hut sein mussten. Diese Hyänenart war übrigens grösser, als die heute lebenden Hyänen. Am Ende der Eiszeit starb sie aus.
Der Auerochse, auch als Ur bekannt, stammte ursprünglich aus Indien und breitete sich in Vorderasien, Europa und Nordafrika aus. In Mitteleuropa erschien der Auerochse vor 250’000 Jahren. In der jüngeren Altsteinzeit wurde er oft in Höhlenmalereien in Südfrankreich und Spanien abgebildet. Durch die intensive Bejagung wurde der Auerochse im Jahre 1627 ausgerottet. Aus der Kreuzung verschiedener alter Hausrinderrassen, wie zum Beispiel den spanischen und korsischen Kampfrindern, den Schottischen Hochlandrindern und Ungarischen Steppenrindern, gelang ein Rind zu züchten, das dem Erscheinungsbild eines Auerochsen sehr nahe kommt.
Quelle: Wikipedia / Tierpark Neumünster
Tiere, die in Mitteleuropa ausgestorben sind,
aber in anderen Regionen überlebt haben
Die genaue Abstammungslinie der Hauspferde ist bis heute noch nicht ganz geklärt. Als einer der Vorfahren kommt der Waldtarpan (Equus caballus silvaticus) in Frage, eine Pferdeart, die während der Steinzeit in Mittel-, und Osteuropa heimisch war, aber leider im Jahre 1805 durch den Menschen ausgerottet wurde. Ein zweiter Vertreter ist der Steppen-Tarpan (Equus caballus gmelini), welcher 1875 leider auch gänzlich ausgerottet wurde. Das letzte Opfer war das Przewalski-Pferd (Equus przewakskii), das um 1970 auch durch Menschenhand in freier Wildbahn ausgerottet worden war.
Nur dank dem glücklichen Zufall, dass 13 Pferde seiner Art zuvor domestiziert worden waren, konnte man diese Pferdeart für die freie Wildbahn nachzüchten. Das Przewalski-Pferd ist somit das einzig überlebende “echte” Wildpferd. Alle anderen, wie zum Beispiel die Mustangs, sind verwilderte Pferde, die von domestizierten Vorfahren abstammen.
Die Vorfahren der Moschusochsen entwickelten sich im Hochland Zentralasiens. Diese Tiere sind perfekt an ein Leben am Rand des Eises angepasst. Als sich die Gletscher nach der letzten Eiszeit aus Europa zurückzogen, wanderte der Moschusochse vor rund 10’000 Jahren in die kälteren Zonen ab, wo er heute noch lebt. Die Inuit nennen ihn „Oomingmak“, das bedeutet „der Bärtige“
Heute ist diese Art nur noch in den asiatischen Gefilden heimisch. Bis vor 3’700 Jahren war der Rothund auch in Europa unter den vierbeinigen Jägern zu finden. Mit seinen bis zu 50 cm Schulterhöhe und einem Gewicht bis zu 25 Kilo, sieht er aus, wie ein zu gross geratener Fuchs. Wölfe und Rothunde gehen sich gegenseitig aus dem Weg. Beide Arten leben in Rudeln. Der Rothund erbeutet hauptsächlich große Säugetiere wie Hirsche, Wildschafe, aber auch kleine Nagetiere. Seine Art ist heute vom Aussterben bedroht.
Das Ren oder Rentier ist die einzige Hirschart, bei welchen auch die Weibchen Geweihe tragen. Die Geweihe sind bei jedem Tier unterschiedlich, sozusagen wie ein Fingerabdruck. Während der Eiszeit lebte das Ren in weiten Teilen Europas und war die Hauptbeute des Menschen. Das Fell des Rentieres ist sehr isolierend gegen Kälte, zumal die Haare innen hohl und luftgepolstert sind. Der einzige Nachteil ist, dass die Haare dadurch brüchig sind. Rentierfelle werden heute noch im Norden für warme Mäntel verwendet. Das Rentier zog am Ende der letzten Eiszeit gen Norden und Nordosten, wo es heute noch lebt.
Grosse Saigaherden auf den weiten Tundren waren für unsere Vorfahren während der Eiszeit sicherlich ein vertrauter Anblick. Diese Tiere sind an die Kälte angepasst. Ihre rüsselhaft anmutende Nase sorgt dafür, dass sich die Luft erst aufwärmt, bevor sie in die Lungen gelangt. Mit der Verdrängung der Tundren durch die Wälder nach der letzten Eiszeit, wanderten auch die Saigas ab. Heute leben sie in Russland, Kasachstan und in der Mongolei. Leider sind die Saigas eine stark gefährdete Art.
Der Vielfrass gehört zur Familie der Marder. Sein Name leitet sich aber nicht von “Viel fressen” ab, sondern stammt vom altnordischen “Fjellfräs”, was ihn als “Gebirgskatze” beschreibt. In Mitteleuropa ist er ausgestorben. In den nördlichen Zonen, wie zum Beispiel in Skandinavien, Sibirien und Alaska, existieren noch Populationen. Während der Eiszeit war dieses Tier vor allem in schneebedeckten Zonen gefährlich, zumal sich der Vielfrass auf dem Schnee sehr gut und lautlos fortbewegt und dann Großwild und sogar kleinere Raubkatzen erbeuten kann. Der Vielfrass stellte für die Menschen wohl einen harten Nahrungskonkurrenten dar, dem sie sicherlich nachstellten. Doch er wurde auch wegen seines stark isolierenden Pelzes oft gejagt. In Skandinavien ist er noch heute bei Rentierzüchtern nicht gerne gesehen, zumal er gerne Rentiere reisst.
Der europäische Elch erschien erst am Ende der Eiszeit, gehört aber zu den kälteliebenden Tieren und wurde nach dem Rentier zu einem der begehrtesten Beutetiere, nebst dem Hirschen. Elche leben bevorzugt in Wäldern. Der Elch ist eine relativ junge Art, wahrscheinlich nicht älter als zwei Millionen Jahre. Die ausgestorbene nordamerikanische Gattung Cervalces gilt als ein naher Verwandter. Bekannt ist auch der ausgestorbene Riesenelch (Alces latifrons) mit einem ansehnlichen Geweih von 2 Metern. Wahrscheinlich starb diese Spezies während des Einzugs der Holozänwarmzeit in Europa aus. Der berühmteste Fund seiner Art ist wohl der Elch vom Hansaplatz.
Tiere, die seit der Steinzeit in Mitteleuropa überlebt haben,
aber vom Aussterben bedroht sind
Der Steinbock ist eine Ziegenart, oder vielmehr ein Vertreter der vielen Wildziegenarten. Steinböcke werden etwa 70-80 cm gross und wiegen zwischen 40 und 50 kg. Sie ernähren sich im Sommer von Kräutern und Gräsern und im Winter von Moos, Flechten und Rinden. Heute leben sie in den Gebirgen. Während der Eiszeit gehörte auch das Flachland der weiten Tundren zu ihren natürlichen Lebensräumen. Da Steinböcke den Wald strikt meiden, zogen sie sich am Ende der Eiszeit in die Berggebiete zurück. Alle Ziegenarten, so auch der Steinbock sind sehr geschickte Kletterer. In der jüngeren Altsteinzeit war der Steinbock ein begehrtes Beutetier. In der Schweiz wurde der Alpensteinbock durch Überjagung im 20. Jahrhundert ausgerottet, wurde aber erfolgreich neu angesiedelt.
Der Urbiber (Castorocauda lutrasimilis) lebte bereits vor 146 Millionen Jahren und hatte die Grösse eines Schnabeltieres. Seine Entdeckung überraschte die Welt, zumal man von der Annahme ausging, dass die Säugetiere in der Ära der Dinosaurier maximal die Grösse von Spitzmäusen erreicht hätten und nachtaktiv im Schatten der Dinosaurier leben würden. Der Urbiber aber jagte im Wasser und war vermutlich auch am Tag aktiv. Sein späterer Nachfahre, der Riesenbiber (Castoroides ohioensis) lebte bis vor 10’000 Jahren, wurde 2,5 Meter lang und wog stolze 200 kg. Verschiedene Biberarten (Castoridae) bevölkerten die Erde. Von all diesen Arten haben nur gerade zwei der Gattung Castoridae überlebt, nämlich der europäische Biber (Castor fiber) und der kanadische Biber (Castor canadensis). Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Biber durch die Menschen beinahe ausgerottet. Das Biberfell ist eines der dichtesten Felle in der Tierwelt. Die heute lebendenden beiden Biberarten werden zirka einen Meter lang und wiegen rund 30 kg.
Die Urform des Luchses entstand in Asien vor 4 Millionen Jahren. Lynx issidorensis verbreitete sich über die Kontinente. In Europa entwickelte er sich zum Pardell-Luchs (Lynx pardinus), der als heute bekannte Iberische Luchs. Dieser ist heute leider vom Aussterben bedroht. In Nordamerika entwickelte sich Lynx issidorensis zum Rotluchs (Lynx rufus). Dieser wurde aber vom Nordluchs (Lynx canadensis), der aus Asien einwanderte, zusehends in den Süden abgedrängt. Der heute in Europa lebende Luchs gehört zu Art Lynx Lynx und wird als eurasischer Luchs umschrieben. Seine Spezies gehört zur meist verbreiteten Luchsart. Quelle: http://www.carnivoreconservation.org/
Der Fischotter ist sozusagen ein Wassermarder. Potamotherium war der erste Vertreter der Otterartigen und lebte vor 20 Millionen Jahren. Genau wie der Otter heute, war dieses Tier gut an das Leben im Wasser angepasst. Der Fischotter gehört zu den besten Schwimmer unter den Raubtieren. Das Fell des Otters bietet besonderen Schutz gegen Nässe und Kälte. Sein Fleisch war in der Steinzeit begehrt. Die ältesten Fossilien, die man bisher vom eurasischen Fischotter gefunden hatte, sind 120’000 Jahre alt. Quellen: Wikipedia / Rekorde der Urzeit
Miacis war der erste Vorfahre der Wölfe, aber auch der Bären und lebte vor 54 Millionen bis vor 34 Millionen Jahren. In der Steinzeit waren sich Mensch und Wolf Nahrungskonkurrenten. Knochenfunde deuten darauf hin, dass die Menschen den Wolf erst als Beute jagten. Aus dieser Rivalität in der Nahrungskette, entwickelte sich aber allmählich eine enge Kooperation. Der Grauwolf ist der gemeinsame Vorfahr unserer Hunde. Lange nahm man an, dass diese Entwicklung vor 14’000 Jahren seinen Anfang nahm. Im mittelschwedischen Bohuslän fand man die Knochen eines Hundes in einem 15’000 Jahre alten Familiengrab. Genetiker vermuten, dass der Hund sich bereits vor 135’000 Jahren entwickelt hatte. In der südfranzösischen Chauvet-Höhle wurden Pfotenspuren gefunden, welche mit den Spuren eines deutschen Schäferhundes identisch ähnlich sind. Diese Spuren sind vermutlich 25’000 Jahre alt.
Quelle: Hundezeitung