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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Zweiundsechzigstes Hauptstück.
Auf vielfache Weise ist, wie man sieht, durch die Berathschlagungen und Aussprüche der Bischöfe die Wahrheit gesucht, und der Sinn und Inhalt durch einzelne niedergeschriebene Glaubensbekenntnisse ausgelegt worden; indem eine jede Art der gottlosen Lehre vernichtet wurde. Denn der unendliche und unermeßliche Gott konnte durch kurze Ausdrücke der menschlichen Sprache nicht erkannt oder dargethan [S. 13] werden. Die Kürze der Worte täuscht nämlich sehr oft sowohl die Zuhörer, als auch die Lehrer; und die Gedrängtheit des Vortrages verursacht, daß entweder dasjenige nicht verstanden werden kann, was untersucht wird, oder daß dasjenige sogar entstellt wird, was man mehr angedeutet, als erklärt hat, da die Beschaffenheit desselben nicht vollständig und deutlich dargestellt ist. Und darum haben die Bischöfe, welche nach ihrer Einsicht und Erkenntniß sprachen, wegen der Schwierigkeit, zur gründlichen Erkenntniß des Wesens der Sache zu gelangen, zum Behufe der Belehrung nicht nur sehr viele Bestimmungen festgesetzt, sondern auch sehr weitläufige Erörterungen vorgenommen, um theils den Verstand der Zuhörer durch eine genaue Darlegung der weitläufig besprochenen Wahrheit zu unterrichten, theils über die göttlichen Dinge nichts anders Gefährliches oder Dunkles bei dieser vielartigen Erklärung mehrerer Sätze auszusprechen.