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Auf die Menschheit rollt nach den Worten von Ärzten ein "Tsunami der Fettsucht" zu: Mehr als eine halbe Milliarde Menschen leiden laut einer am Freitag veröffentlichten Studie an gefährlicher Fettleibigkeit, weitere knapp 1,5 Milliarden haben Übergewicht.
Damit hat sich die Zahl der Fettleibigen in den vergangenen 30 Jahren nahezu verdoppelt. Sie sind zudem nicht mehr allein Phänomen der reichen Staaten.
Für ihre Studie, die in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlicht wurde,untersuchten Forscher aus Harvard, dem Imperial College in London und dem Bevölkerungsforschungsinstitut in Hamilton CAN mit Unterstützung der Weltgesundheitsbehörde WHO die Entwicklung des Übergewichts bei Erwachsenen zwischen 1980 und 2008.
2008 war demnach bereits jeder dritte Erwachsene übergewichtig und jeder neunte Erwachsene fettleibig. Laut WHO sterben drei Millionen Menschen jährlich vorzeitig, weil sie zu stark übergewichtig sind. "Dieser Tsunami trifft letzten Endes alle Regionen der Welt", warnten die Forscher Sonia Anand und Salim Yusuf.
Schlanke Schweizerinnen
Demnach ist starkes Übergewicht nicht mehr nur ein Problem der westlichen Industriestaaten, sondern breitet sich zunehmend auch in den wirtschaftlich aufstrebenden Staaten - vor allem im Nahen Osten - aus. Die meisten Dicken hat laut der Studie der kleine Pazifikstaat Nauru, gefolgt bei den Männern von den USA.
Die wenigsten Übergewichtigen leben in den asiatischen Staaten Bangladesch und Indien sowie in der afrikanischen Republik Kongo. Auf Platz eins der schlanksten Frauen Europas findet sich die Schweiz, gefolgt von Frankreich und Italien.
Für ihre Studie übernahmen die Forscher die WHO-Einteilung der Bevölkerung in die drei Gruppen Normalgewicht, Übergewicht und Fettleibigkeit. Ihr liegt der Body Mass Index (BMI) zugrunde, der das Verhältnis zwischen Gewicht und Körpergrösse abbildet.
Ab einem BMI von 30 gelten Menschen als fettleibig. Starkes Übergewicht ist laut WHO häufige Ursache von Herzerkrankungen, Diabetes, Krebs und anderer Gesundheitsstörungen. Es führt zudem zu erhöhtem Blutdruck und einem erhöhten Cholesterinspiegel.
SDA-ATS