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Der seinerzeit zugkräftigste Grund eine Zeiss Ikon Contax zu kaufen waren die Objektive von Carl Zeiss mit – für die damalige Zeit – hoher Lichtstärke. Besonders interessant war dabei das Sonnar 1:1.5 f=5 cm, so die damalige korrekte Bezeichnung für die Brennweite 50 mm. Berühmt wurden auch das Sonnar 1:2 F=8.5 cm oder das «Olympia-Sonnar» 1:2.8 f=18 cm. Zu Beginn noch alle Angabe zur Brennweite in cm statt den heute üblichen mm angegeben.
Der Name Sonnar soll auf das Sonnensymbol im Wappen der Stadt Sontheim am Neckar zurück gehen. Die einst hier tätigen Nettel Kamerawerke verwendeten in den 1920-er Jahren den Begriff Sonnar als Warenzeichen für ein wenig gebräuchliches, der Tessar-Konstruktion ähnlichem Objektiv. Erst nach der Übernahme von Nettel durch die Zeiss Ikon AG im Jahr 1926 wurde die Bezeichnung Sonnar breiter genutzt und bekannt. Das Sonnensymbol stand fortan für einen neuen Typ von Foto-Objektiven mit grosser Frontlinse und mit grosser Blendenöffnung. Dadurch wurde eine spektakulär hohe Lichtstärke erzielt. Ludwig Bertele als Zeiss-Optikkonstrukteur meldete noch im selben Jahr seinen Sonnar-Entwurf für Zeiss Ikon und deren Contax zum Patent an.
Sonnar stand nun viele Jahre lang als Name und Bezeichnung für einige sehr erfolgreiche Serien von Foto-Objektiven. Richtig populär wurde der Begriff durch das 1931 patentierte, von Carl Zeiss Jena für Zeiss Ikon hergestellte, lichtstarke 50 mm Normalobjektiv für die Contax Messsucher-Kamera. Gedacht als Gegenentwurf zur damaligen Leica.
Wikpedia schreibt dazu: «Die in den Handel gekommenen Carl Zeiss Jena 50 mm Sonnare – sowie die zur selben Zeit bzw. wenige Jahre später herausgebrachten Sonnare mittlerer und längerer Brennweiten – galten den Foto-Objektiven ihrer Zeit als überlegen, da sie gegenüber anderen Entwürfen gleichzeitig lichtstärker, kontrastreicher und höher auflösend waren. Diese Führungsposition konnte bis nach 1945 über zwei Jahrzehnte hinweg behauptet werden, nicht zuletzt durch Leistungsverbesserungen wie durch die seit Anfang der 1940er Jahre verwendete T-Vergütung und weiterer Optimierungen Berteles auf der Grundlage neuer optischer Gläser».
Rückblickend betrachtet waren besonders hohe Lichtstärken jedoch mehr dem Prestige geschuldet, als der tatsächlichen optischen Leistung nicht abgeblendeter Objektive.
Seit dem Ende der Zeiss Ikon Werke 1972 wurde und wird der Name Sonnar überwiegend aus Marketing-Gründen bis heute weiter benutzt. So unter anderem für Teleobjektive für die «neue» Contax RTS aus der Kooperation von Carl Zeiss mit Yashica / Kyocera von 1974 bis September 2005, als die Auslieferung von Kameras und Zubehör eingestellt wurde. Von meiner damaligen Neuerwerbung einer Contax MD137 1982 stammt auch meine Affinität für Sonnare, Planare und Distagone.
Heute wird der Name Sonnar von Carl Zeiss nur noch für wenige Objektive verwendet. So für das C Sonnar 1.5/50 ZM, dessen optisches Design und die Blendenform auf dem klassischen Sonnar 1.5/50 der 1930-er Jahre beruhen. Weiter für das Sonnar 1.8/24 ZA das von Carl Zeiss für Sony entwickelt wurde. Die heutige Objektiv-Entwicklung, die sich auch an den Anforderungen spiegelloser Systemkameras wie der Fuji ausrichten muss, führte praktisch zu einem Verschwinden der «klassischen» Sonnare vom Markt.
Mit dem Kauf einer Contax IIIa zum Jahresanfang gelangte ich den Besitz eines Carl Zeiss Sonnars 1.5/50. Es entspricht der letzten Variante die nach dem zweiten Weltkrieg von Carl Zeiss in Oberkochen gefertigt wurde und besitzt die berühmte T-Vergütung.
Während Bilder mit der Contax IIIa auf Film noch ausstehen habe ich meinen Kurzurlaub im Tessin dazu benutzt erste Bilder mit dem Objektiv, adaptiert an meine Fuji X-Pro2, zu machen. Die Bildwirkung ist überraschend, die Farben schön, leicht abgeblendet mit guter Bildqualität, leider aber bei voll geöffneter Blende für heutige Massstäbe grenzwertig. Etwas hinderlich auch die minimale Aufnahmedistanz von geschätzten 90 cm.
Alle Bilder mit meinem Carl Zeiss Sonnar 1.5/50, einem Amedeo-Adapter und der Fuji X-Pro2 aufgenommen. Um die Leistungsfähigkeit des Objektivs zu zeigen sind alle Aufnahmen als JPEGs OOC, out of cam, mit Filmsimulation Provia eingestellt. In Lightroom wurde nur die Belichtung wo nötig leicht angepasst und einige der Bilder minimal beschnitten.
Quellen: