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St.Gallens kleine Säugetiere
Nicht alle kleinen Säugetiere sind Mäuse. Und nicht alle Mäuse sind auch echte Mäuse. So gibt es Mäuse, welche zu den Nagetieren gehören und andere Mäuse, welche zu den Insektenfressern zählen.
Zu den Nagetieren gehören die Langschwanz-, die Wühl- und die Bilche oder Schlafmäuse.
Die Spitzmäuse tragen zwar den Namen Maus. Sie gehören jedoch nicht zu den echten Mäusen. Alle Spitzmäuse gehören zur Ordnung der Insektenfresser.
Langschwanzmäuse
Zu den Langschwanzmäusen gehören zum Beispiel die Waldmaus und die Gelbhalsmaus. Beide Arten sehen sich sehr ähnlich und sind nicht immer einfach zu unterscheiden. Alle Langschwanzmäuse haben einen langen Schwanz, grosse Augen und gut sichtbare Ohren.
Die Gelbhalsmaus ist etwas grösser und kräftiger als die Waldmaus und besitzt fast immer ein deutliches ockergelbes Kehlband. Beide Arten leben im Wald. Die Waldmaus findet man auch gerne im Feld und in Siedlungen.
Eine weitere Art, welche den beiden Mäusen sehr ähnlich ist, ist die Alpenwaldmaus. Im Kanton St.Gallen wurde die Alpenwaldmaus 2017 zum ersten Mal im Calfeisental nachgewiesen.
Auch die Hausmaus gehört zu den Langschwanzmäusen. Sie ist aber deutlich seltener anzutreffen als die Waldmaus. Die Hausmaus bevorzugt Lebensräume nahe dem Menschen, sei es in einem Stall oder im Haus selber.
Weiter gehören die Zwergmaus, die Wandermaus und die Hausratte zu den Langschwanzmäusen.
Wühlmäuse
Zu den Wühlmäusen gehören unter anderem die Rötelmaus, die Feldmaus, die Schneemaus, die Erdmaus, die Südliche Erdmaus, die Kleinwühlmaus und die Ostschermaus.
Wühlmäuse graben unter der Erdoberfläche ganze Gangsysteme. Die Ostschermaus, unsere grösste einheimische Wühlmaus, hat auf dem Rücken eine braun-gräuliche Farbe und am Bauch ist das Fell grau-beige. Der Schwanz ist relativ kurz. Sie macht bei ihrer Wühltätigkeit ganze Erdhaufen und diese Haufen werden oft mit den Maulwurfshügeln verwechselt. Die Ostschermaus kann sogar dicker und schwerer werden als der Maulwurf. Der Maulwurf ist übrigens ein Insektenfresser und gehört nicht zu den Mäusen.
Die häufigste einheimische Wühlmaus ist die Rötelmaus. Sie hat einen langen Schwanz, erstaunlich grosse Augen und die Ohren ragen deutlich aus dem Fell.
Die Schneemaus kommt in den Alpen zwischen 1000 und 2500 m ü. M. vor, zum Beispiel in zerklüfteten Felspartien, in Geröll- und Schutthalden.
Schlafmäuse
Die Schlafmäuse, auch Bilche genannt, machen alle einen Winterschlaf. Im Herbst suchen sich die Tiere einen geschützten Ort auf, zum Beispiel eine Baumhöhle oder einen Nistkasten. Hier schlafen sie bis in den Frühling hinein.
Der Siebenschläfer fällt mit seinem buschigen Schwanz und seinen schwarzen Knopfaugen auf. Er bevorzugt den Lebensraum hoch in den Sträuchern, d.h. entlang von Hecken und Waldrändern. Er verschläft den Tag in Bäumen und Büschen und geht in der Nacht auf Nahrungssuche.
Der Gartenschläfer ist sehr auffällig gezeichnet mit einem schwarzen Band von den Augen bis unter und hinter die stark hervortretenden Ohren. Auch er ist vorwiegend nachtaktiv. Neben Samen, Obst, Beeren und Knospen frisst er auch gerne Insekten, Spinnen, Schnecken und sogar kleine Wirbeltiere.
Eine weitere in der Schweiz heimische Schlafmaus, ist die Haselmaus. In den letzten Jahren konnte die Haselmaus jedoch im Kanton St.Gallen nicht mehr nachgewiesen werden.
Spitzmäuse
Die Vielfalt an Spitzmäusen ist gross. Als Insektenfresser sind Spitzmäuse auf tierische Nahrung angewiesen. Spitzmäuse besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume. So findet man die nur genetisch unterscheidbaren Wasser- und Sumpfspitzmäuse in Lebensräumen mit Wasser. Die Wasserspitzmaus geht sogar auf Tauchgänge und schnappt sich auch gerne einen kleinen Fisch.
Im Wald und Feld zu Hause sind die Waldspitzmaus, die Zwergspitzmaus, die Schabrakenspitzmaus und die Feldspitzmaus. Die Hausspitzmaus lebt in der Nähe vom Menschen und die Alpenspitzmaus kommt in den höheren Lagen vor.
Die Bisamratte – ein Neobiont unter den Mäusen
Die Bisamratte ist eine sehr grosse Wühlmaus und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Früher wurde sie auf Farmen zur Pelzproduktion gehalten. Vor knapp 100 Jahren sind die ersten 500 Tiere im Elsass entwichen. Auch in der Nähe von Prag wurden vor etwas mehr als 100 Jahren bereits die Bisamratten zur Pelzzucht angesiedelt. Entlang der Wasserläufe haben sich die Bisamratten rasch ausgebreitet. Anfang der 1980 Jahre erreichten die Bisamratten die Ostschweiz und den Bodensee. Die Verbreitungskarte der Bisamratte zeigt, dass sie heute von der Nord- bis in die Ostschweiz vorkommen. Die Bisamratte ist in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie legen in den Uferböschungen Erdbauten an. Im Herbst bauen sie als Winterquartier häufig eine Burg. Sie ernährt sich hauptsächlich von Schilf und anderen Wasserpflanzen. Die Bisamratte ist zwar deutlich kleiner als der Biber und doch wird sie gerne mit einem jungen Biber verwechselt. Ein ganz klarer Unterschied ist der seitlich abgeplattete Schwanz der Bisamratte, welcher nicht flach und breit ist wie beim Biber.
Der Igel
Als Kulturfolger hat sich der Igel die reich strukturierten Gärten und Parks in den Siedlungen als Lebensraum erobert. Es gibt wohl kaum ein Wildtier, welchem wir in unseren Gärten so oft begegnen wie der Igel.
Für Igel in Not gibt es die Igelpflegestation im Walter Zoo Gossau.