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Titel
Habsburg
(s. v. w. Habichtsburg), alte Burg im schweizer. Kanton Aargau, [* 2] auf dem Wülpelsberg, Stammhaus der österreichischen Kaiserfamilie, 1028 erbaut, jetzt von einem Feuerwächter bewohnt, mit 2½ m dicken Turmmauern, mehr Ruine als bewohnbares Gebäude. Am Fuß des Bergs das Bad [* 3] Schinznach (s. d.).
Als eigentlicher
Gründer der
Habsburg, welche jedoch kein
Wohnhaus,
[* 4] sondern
Wartburg und
Festung
[* 5] war, kann nach zwei verschiedenen,
sich gleichsam ergänzenden
Überlieferungen
Werner I.,
Bischof von
Straßburg,
[* 6] gelten, der unter den
Kaisern
Heinrich II. und
Konrad II. eine große, auch in die Reichsgeschäfte eingreifende Thätigkeit entfaltete (1001-1029).
Sein
Bruder oder
Schwager war Radbod, Sohn eines
Grafen von
Altenburg,
[* 7]
Namens Kanzelin. Radbod wurde
Besitzer und Namensträger der und zugleich
Vogt über das
Kloster
Muri, dessen
Gründung ebenfalls dem
Bischof
Werner zugeschrieben ward.
Obwohl nun Radbod
Brüder hatte, so scheinen dennoch die
Erbgüter seines
Hauses ganz auf sein von der
Habsburg benanntes
Geschlecht übergegangen zu sein, da der väterliche
Name von
Altenburg völlig verschwand. Die älteste
Urkunde jedoch, in welcher
wahrscheinlich ein Sohn Radbods, der jedenfalls der
Neffe jenes
Werner von
Straßburg war und auch seinen
Namen trug, sich als
Graf von
Habsburg bezeichnet, betrifft die
Einweihung des
Klosters
Muri durch
Bischof Rumolt von
Konstanz,
[* 8] bei welcher
Gelegenheit
»Werner
Graf von
Habsburg« die von seinen Vorfahren gemachten
Stiftungen erneuerte.
Doch erst im folgenden
Jahrhundert erlangte die
Genealogie des schon angesehenen
Geschlechts eine größere Sicherheit. Wenn
man die zuverlässig überlieferten
habsburgischen
Namen bis auf die
Zeiten
Kaiser
Friedrichs I., bis 1152,
verfolgt, so würden auf 1½
Jahrhundert nur vier
Generationen kommen, weshalb man auf die
Aufstellung eines gesicherten
Stammbaums
vor der Mitte des 12. Jahrh. verzichten muß. Um diese Zeit findet man einen
Werner II. als
Grafen von und dessen Sohn
Albrecht
der
Reiche kommt urkundlich als
Graf von
Habsburg vor.
Der letztere ist der Begründer der Familie in höherm Sinn. Denn die guten, vielleicht verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem staufischen Haus führten die Erhebung Albrechts zum Landgrafen des Oberelsaß unter Kaiser Friedrich I. herbei, wozu noch die Erwerbung der Grafschaft im Zürichgau und die Erlangung der Vogteien von den Klöstern Säckingen und Murbach hinzukam. Albrechts Sohn Rudolf der Alte folgte dem 1199 verstorbenen Vater im Hausbesitz und in den mannigfaltigen Herrschaftsrechten als das Haupt einer der hervorragendsten Familien des obern Schwaben. Das rasch emporgekommene Haus versuchte damals seine Ahnentafel auf einen im Anfang ¶
mehr
des 10. Jahrh. genannten Grafen Liutfried zurückzuführen, welcher sich in ältern Urkunden der Abtei St. Trudpert im Schwarzwald
als Wohlthäter derselben genannt findet und ein Abkömmling jenes Geschlechts der Etichonen sein mochte, welche im 8. Jahrh.
Herzöge von Elsaß waren (s. Elsaß-Lothringen,
[* 10] S. 578). Indessen hielt man keineswegs an dieser Ahnenreihe
fest. Spätere Geschichtschreiber des Hauses leiteten im 13. und 14. Jahrh. die Abstammung der
Habsburger von der römischen
Familie der Pierleoni her, aus welcher im 12. Jahrh. auch ein Papst, Anaklet II., stammte. An diese Abstammung reihte sich
dann alsbald der Versuch, die Ahnenreihe der
Habsburger bis zu den altrömischen Aniciern oder, wie andre
wollten, zu den Scipionen hinaufzuleiten, während in Wahrheit die römischen Pierleoni jüdischer Abkunft waren.
Dagegen verwarf man später diese ganze Überlieferung und kehrte zu der in St. Trudpert aufbewahrten Abstammungssage von Liutfried
zurück. Schon Kaiser Maximilian I. soll sich der Ahnenreihe gerühmt haben, welche auf Eticho und seine
fromme Tochter Odilie weist; später wurde die in St. Trudpert entstandene Stammtafel zu einem Geschlechts- und Verwandtschaftssystem
entwickelt, welches man das Etichonische nennt, und nach welchem einerseits die Zähringer und
Habsburger, anderseits diese
und die Lothringer in ihren Urahnen zu nahen Verwandten gemacht wurden. Diesem von M. Herrgott (gest.
1762) begründeten System trat das von den gelehrten Mönchen der Schweizer Abtei Muri, Kopp und Wieland, verfochtene Guntramsche
System gegenüber, welches einen Guntram den Reichen im 10. Jahrh. als eigentlichen Ahnherrn verfocht.
Seitdem die Grafen von
Habsburg mit der Landgrafschaft im Elsaß und mit den Grafschaftsrechten im Zürichgau
ausgestattet waren, folgten zwei Generationen bis auf Albrecht den Weisen. Dieser Albrecht besaß einen jüngern Bruder, Rudolf,
mit welchem er auf Grund eines Schiedsspruchs das gesamte
habsburgische Erbe teilen mußte (1238). Von da unterschied man in
den schwäbischen Ländern zwei
habsburgische Linien: die ältere, von dem Stammschloß
Habsburg genannt, und
die jüngere, von einer neuerlich erworbenen Besitzung Laufenburg den Namen tragend.
Die Landgrafschaft im Elsaß sollte nach jenem Teilungsvertrag beiden Brüdern gemeinschaftlich bleiben. Aber seitdem der
jüngere, Graf Rudolf von
Habsburg, König geworden war, blieben die Laufenburger auf ihr vertragsmäßiges Erbteil, insbesondere
die Herrschaften Laufenburg und Waldshut, beschränkt und in diesem Besitz auch von der ältern Linie unangefochten.
Sie besaßen außer der Vogtei über das Kloster Othmersheim die von den Lenzburgern ererbten Güter in den heutigen Kantonen Luzern,
Unterwalden
und Schwyz.
Doch wurden diese und unter anderm die strategisch wichtige Stadt Rapperswyl (1359) großenteils von den Habsburgern wiedererworben.
Dagegen blieb den Laufenburgern die Landgrafschaft im Klettgau und eine Anzahl von Gütern, welche ebendaselbst wahrscheinlich noch von der altenburgischen Familienerbschaft herstammten. Die Laufenburger teilten sich übrigens selbst wieder in zwei Linien und sanken dadurch noch mehr zur Unbedeutendheit herab. Die eine der beiden Linien erlosch mit dem Grafen Johann IV. 1408, die andre mit Graf Egno 1415. Die Landgrafschaft im Klettgau kam durch Johanns IV. Erbtochter Ursula an die Grafen von Sulz und später an das Haus Schwarzenberg. Die übrigen laufenburgischen Güter wurden zur Zeit des Aussterbens dieser Grafen bei der allgemeinen Umwälzung der Besitzverhältnisse meist zu den Gebieten der Schweiz [* 11] herangezogen.
Die ältere habsburgische Linie, die 1273 mit Rudolf I., Albrechts des Weisen und einer Gräfin von Kyburg Sohn (geb. 1218), zu ihrer Weltstellung gelangte und ihre Entwickelung später außerhalb der ursprünglichen Heimat suchte und fand, erweiterte ihre schwäbischen Besitzungen hauptsächlich durch die kyburgische Erbschaft, welche Rudolf I., noch bevor er zum deutschen König gewählt war, zufiel und die Burgen [* 12] Kyburg, Baden, [* 13] die Städte Winterthur, Frauenfeld, Diessenhofen und die Landgrafschaft im Thurgau umfaßte. So ausgedehnte Besitzungen, wie sie die Habsburger in Schwaben in Zeit von einem halben Jahrhundert erwarben, legten den Gedanken nahe, das Herzogtum Schwaben nach dem Tode des letzten Staufers, Konradin, für die Familie zu erwerben; dadurch hätte der Arrondierungstrieb des Hauses einen Abschluß gefunden, und die Habsburger hätten sich auf Grund ihrer erblichen Besitzungen und Rechte zu einer Territorialgewalt ohnegleichen im obern Schwaben erheben können.
Aber alle Bemühungen Rudolfs von Habsburg in dieser Beziehung blieben fruchtlos, selbst nachdem er die deutsche Krone erworben. Der Versuch, einem seiner jüngern Söhne das Herzogtum Schwaben zu verleihen, scheiterte einerseits an dem Widerstand der die Interessen des Pfalzgrafen bei Rhein wahrnehmenden Kurfürsten, anderseits an der natürlichen Opposition, welche die niederschwäbischen Herren unter Führung der Grafen von Württemberg [* 14] gegen die Wiederherstellung der alten Herzogsgewalt erhoben.
Ja, infolge der Verwickelungen mit den die Reichsunmittelbarkeit beanspruchenden Gemeinden am Vierwaldstätter See, die zu dem Bunde derselben von 1291 und dann zur Gründung der Eidgenossenschaft führten, wurde das Haus Habsburg in der Schweiz bis zum Ende des 15. Jahrh. allmählich und sowohl in gerichts- als auch in territorialhoheitlichem Sinn vollständig depossediert. Die Geschichte des Verlustes dieser Rechte und Besitzungen läßt sich bei einer ungeheuern Mannigfaltigkeit des Details insbesondere an vier Knotenpunkten übersichtlich darstellen und einigermaßen verständlich machen:
1) die thatsächliche Einbuße des Besitzes nach den unglücklichen Schlachten [* 15] bei Sempach 1386 und Näfels 1388;
2) die Verluste infolge der Ächtung des Herzogs Friedrich mit der leeren Tasche von Tirol [* 16] durch Kaiser Siegmund zur Zeit des Konstanzer Konzils;
3) die Verluste unter Kaiser Friedrich III. nach vergeblich ausgerufener französischer und burgundischer Hilfe;
4) die Verluste in der von Herzog Siegmund mit den Eidgenossen auf Grund französischer Vermittelung 1474 abgeschlossenen »ewigen Richtung«. Die Einbußen der ersten Epoche betrafen, geographisch betrachtet, die Gebiete der innern Schweiz: Rothenburg, [* 17] Sempach, Entlibuch, Vielensbach, Niederurnen, die Burgen Nidau, Büren, Unterseen, Bucheck etc. In der zweiten Epoche gingen auch die Besitzungen im Aargau mit der Feste Baden und der ganzen Grafschaft Kyburg, ferner Schaffhausen, [* 18] Waldshut, Säckingen u. a. verloren. Endlich schloß sich auch die Stadt Rapperswyl, welche am längsten zu Habsburg gehalten, den Eidgenossen an. Bald folgten die Abtretung von Sargans und der Rechte im Thurgau, der Verkauf von Winterthur, und endlich verzichtete Herzog Siegmund in der vorgenannten »ewigen Richtung« auf alles, was die Eidgenossen bis dahin erobert oder von dem ¶
mehr
Haus Habsburg erworben hatten. Das Schloß Habsburg hatte seine Bedeutung als fester militärischer Platz längst verloren. Die eigentliche Residenz der Fürsten in den obern Landen war auch in dem frühern Jahrhundert meistens Baden, wo sie auch ihr Archiv verwahrt hatten, von welchem nur spärliche Reste gerettet, ein großer Teil von den Eidgenossen bei der Eroberung in Besitz genommen und zerstreut wurde.
Um so glänzender war die Entwickelung des Hauses Habsburg außerhalb der Schweiz infolge der Wahl Rudolfs I. von Habsburg zum deutschen König (vgl. die »Historische Karte von Österreich«). [* 20] Dieser zwang Ottokar von Böhmen [* 21] 1276 zur Abtretung von Österreich, Steiermark [* 22] und Krain, [* 23] die er 1282 seinem Sohn Albrecht verlieh, und erwarb so dem Haus eine ansehnliche Hausmacht. Die Kaiserkrone erhielt nach seinem Tod (1291) sein Sohn Albrecht nicht sofort, sondern erst nach Adolfs von Nassau Sturz 1298, und als Albrecht I. 1308 ermordet worden, wählte 1314 nur ein Teil der Kurfürsten seinen Sohn Friedrich den Schönen zum König, der 1322 seinem Gegenkaiser Ludwig dem Bayern [* 24] unterlag.
Auch die auf Holland, Zeeland, Thüringen und Böhmen gerichteten Vergrößerungspläne Albrechts I. scheiterten. Aber während die Habsburger im 14. Jahrh. hinter den aufstrebenden Luxemburgern zurücktraten, machten sie doch einige neue Erwerbungen: 1336 erwarb Albrecht II., Albrechts I. dritter Sohn, Kärnten, dessen Sohn Rudolf IV. 1364 Tirol, so daß die habsburgischen Besitzungen schon fast 90,000 qkm umfaßten. Nach Rudolfs IV. Tod (1365) teilte sich das Haus Habsburg in die österreichische (Albrechtinische) und die steirische (Leopoldinische) Linie.
Jener gehörte Albrecht V. an, Schwiegersohn und Erbe Kaiser Siegmunds, der von diesem Ungarn [* 25] und Böhmen erhielt und 1438 auch als Albrecht II. zum Kaiser gewählt wurde; doch starb er schon 1439 und sein Sohn Wladislaw Posthumus kinderlos 1457, so daß die Linie erlosch und Böhmen und Ungarn dem Haus Habsburg wieder verloren gingen. Die Leopoldinische Linie, die Leopold III. (1386 bei Sempach gefallen) gründete, erwarb 1369 Freiburg [* 26] i. Br. und 1375 die Grafschaft Feldkirch.
Sie teilte sich wieder in die steirische und tirolische Linie. Von der erstern Linie ward Friedrich V. 1440 als Friedrich III. Kaiser. Derselbe erwarb ganz Österreich und 1490 auch Tirol wieder und führte 1453 die seit 1389 übliche erzherzogliche Würde offiziell ein. Obwohl seine Herrschaft in den Erblanden unruhig, im Reich unrühmlich war, war er doch von dem zukünftigen Glanz seines Hauses überzeugt und deutete die Vokale, die er überall einschrieb, als Austriae Erit Imperium Orbis Universi (»Alles Erdreich Ist Oesterreich [* 27] Unterthan«). Auch bereitete er 1477 durch die Vermählung seines Sohns Maximilian mit der Erbin von Burgund, Maria, durch welche außer Burgund die reichen Niederlande [* 28] dem Haus Habsburg zufielen, die Größe desselben vor.
Mit Kaiser Maximilian I. (1493-1519) begann die Weltherrschaft der Habsburger. Sein Sohn Philipp der Schöne vermählte sich 1496 mit Johanna, der Erbin des spanischen Königspaars, Ferdinands von Aragonien und Isabellas von Kastilien. Von seinen Söhnen wurde der ältere, Karl, 1506 (nach Philipps Tod) Herr Burgunds und der Niederlande, 1516 König von Spanien [* 29] und 1519 als Karl V. (1519-56) Kaiser und Herr der österreichischen Erblande. Diese letztern trat er zwar 1521 an seinen Bruder Ferdinand ab, welcher 1526 die Königreiche Ungarn und Böhmen dazu erwarb. Dennoch blieb Karl V. Oberherr des Ganzen und konnte behaupten, daß in seinem Reich die Sonne [* 30] nicht untergehe. Die definitive Teilung des habsburgischen Besitzes erfolgte erst bei Karls V. Abdankung 1556, indem Karls V. Sohn Philipp II. die ältere spanische, sein Bruder Ferdinand I. die jüngere deutsche oder österreichische Linie des Hauses Habsburg begründete.
Die spanische Linie erhielt außer Spanien und seinen überseeischen Kolonien Burgund, die Niederlande, Mailand, [* 31] Neapel, [* 32] Sizilien [* 33] und Sardinien. [* 34] Auf ihren Begründer Philipp II. (1556-98) folgten Philipp III. (1598-1621), Philipp IV. (1621-1665) und Karl II. (1665-1700). Mit letzterm erlosch die Linie der spanischen Habsburger im Mannesstamm. Sie hatte ihre Macht in den Dienst der katholischen Gegenreformation gestellt und dieselbe im vergeblichen Streben, die Ketzerei auszurotten, so geschwächt, daß sie im Lauf des 17. Jahrh. erhebliche Gebietsteile (Roussillon und Foix, die Franche-Comté und einen großen Teil der Niederlande) an Frankreich verlor. Nach ihrem Aussterben suchte Ludwig XIV. von Frankreich ihren ganzen Besitz für das Haus Bourbon zu erwerben, behauptete aber nach dem spanischen Erbfolgekrieg (s. d.) im Utrechter Frieden (1713) nur das eigentliche Spanien nebst den Kolonien; die Niederlande, Mailand, Neapel und Sizilien fielen an die österreichischen Habsburger.
Die deutsche oder österreichische Linie des Hauses Habsburg erhielt 1556 die im Haus Habsburg fast erblich gewordene Kaiserkrone, die österreichischen Erblande, Böhmen und Ungarn. Ferdinand II., Kaiser von 1556 bis 1564, teilte bei seinem Tod seinen Besitz so, daß Kaiser Maximilian II. (1564-76) Österreich, Böhmen und Ungarn, Ferdinand Tirol, Karl Steiermark, Kärnten und Krain erhielt. Maximilians II. direkte männliche Nachkommen erloschen mit seinen Söhnen, den Kaisern Rudolf II. (1576-1612) und Matthias (1612-19). Da inzwischen 1595 Ferdinand von Tirol ohne Söhne gestorben war, so folgte auf Matthias Karls von Steiermark Sohn Ferdinand II. als Kaiser (1619-37) und Herr aller Kronlande der deutschen Habsburger; nur in Tirol herrschte eine von seinem Bruder Leopold begründete Nebenlinie kurze Zeit (1625-65) selbständig.
Auf Ferdinand II. folgte sein Sohn, Kaiser Ferdinand III. (1637-57), diesem sein Sohn, Kaiser Leopold I. (1658-1705), der im spanischen Erbfolgekrieg vergeblich für seinen zweiten Sohn, Karl, Spanien zu erlangen suchte. Dieser kam, nachdem Leopolds erster Sohn, Kaiser Joseph I. (1705-11), ohne Söhne gestorben, als Kaiser Karl VI. 1711 in Deutschland [* 35] und Österreich zur Herrschaft und gewann 1714 die spanischen Nebenlande in Europa [* 36] (s. oben) zurück. Da er keine Söhne hatte, so vereinbarte er 1723 mit den Ständen der Erblande die Pragmatische Sanktion, die seiner ältesten Tochter, Maria Theresia, die Thronfolge in allen Landen zusicherte. Um die Garantie der Bourbonen für die Sanktion zu gewinnen, trat Karl VI. 1738 Neapel und Sizilien an Spanien ab. Mit dem Tod Karls VI. erlosch auch die österreichische Linie des Hauses Habsburg im Mannesstamm. In Österreich folgte nun Maria Theresia (1740-80) als letzte Habsburgerin, im Deutschen Reich nach der kurzen Zwischenregierung des Wittelsbachers Karl VII. (1742-45) Maria Theresias Gemahl Franz Stephan von Lothringen, Großherzog von Toscana, als Franz I. (1745-65). Mit seinem Sohn, Kaiser Joseph II. (1765-90), gelangte das Haus Lothringen, das auch Habsburg-Lothringen genannt wird, auf den österreichischen Thron. [* 37]¶