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Basel, frühes 20. Jh.
Bildhauer: August Heer (7. Juni 1867 - 7. März 1922)
Gips, gefasst
H. 24,6 cm, B. 9,2 cm, T. 9,5 cm
Inv. 2010.286.
Zum Werk des Basler Bildhauers August Heer, der seine Lehrjahre in Berlin und Paris verbrachte, zählen einige Grabmäler, Denkmäler und Bauplastiken in der Schweiz. Darüber hinaus schuf er eine Anzahl von überwiegend lebensgrossen Porträtbüsten. Kleiner bemessen ist diese Gipsbüste mit der charakteristischen Physiognomie Jacob Burckhardts (1818-1897). Sie entstand sicher im Zuge der fortschreitenden postumen Glorifizierung des berühmten, zu Lebzeiten kaum porträtierten Kulturhistorikers. Dafür sprechen vor allem die heroische Nacktheit der Brustpartie und der schmalbrüstige stelenartige Sockel, aus dem die Büste vertikal emporwächst. Diese Strenge formuliert ein diszipliniertes und elitäres Ethos, das dem Selbstbild des Basler Denkers durchaus entsprochen haben dürfte.
Der Büste lassen sich zwei weitere, fast identische Exemplare im HMB an die Seite stellen: Die eine ist ebenfalls von Gips, ist allerdings deutlich weniger kleinteilig modelliert (Inv. 1953.408.). Das andere, in Bronze gegossene Bildnis (Inv. 1964.371.) teilt mit der jüngst erworbenen Gipsbüste die detaillierte Ausbildung der Gesichtszüge und der Haarpartien. Da es sich bei den drei bekannten Büsten vermutlich nicht um Unikate handelt, kann derzeit noch keine Aussage darüber getroffen werden, ob das vorliegende Bildnis das unmittelbare Modell oder ein Abguss der Bronze ist. Immerhin ist die Gipsbüste auf der Rückseite mit der eigenhändigen Signatur „Aug. Heer“ bezeichnet.