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Die Besitzerin berichtet, dass Roma seit einiger Zeit erbricht. Zwar zeigt die Hündin weiter einen guten Appetit und Allgemeinzustand, und es kommen auch Tage vor an denen kein Erbrechen stattfindet. Das chronische Erbrechen hat aber trotzdem zu einem Gewichtsverlust des Hundes geführt.
Die körperliche Untersuchung des Hundes fördert keine Auffälligkeiten zutage, auch ein Röntgen des Bauches zeigt einen normalen Befund und enthält keine Hinweise auf einen Darmverschluss oder Fremdkörper. Roma wird deshalb vorerst symptomatisch mit Medikamenten gegen den Brechreiz behandelt.
Leider bessert sich das Erbrechen nicht, Roma muss sich weiterhin beinahe täglich übergeben. Auch der Einsatz eines speziellen Diätfutters bringt keine Besserung der Symptomatik. Nun wird eine schrittweise Abklärung durchgeführt, um die Ursache des Problems zu eruieren.
Eine Blutuntersuch zeigt keine Hinweise auf Veränderungen der inneren Organe wie Leber und Nieren, auch die Bauchspeicheldrüse scheint nicht entzündet zu sein. Die Nebenniere zeigt im Test eine normale Funktion, und ein Ultraschall der Bauchhöhle fördert keine Auffälligkeiten zutage - der Darm erscheint durchgängig, Darm- und Magenschleimhaut sind nicht verdickt, auch werden keine Hinweise für ein Magengeschwür gefunden. Auch eine Entwurmung verbessert das Problem nicht.
Nun wird als letzter Schritt das Problemorgan Magen direkt inspiziert. Unter Narkose wird eine Magenspiegelung durchgeführt - über die digitale Optik kann so die Magen- und Darmschleimhaut begutachtet werden.
Bei Roma zeigt sich, dass die Magenschleimhaut über weite Strecken glasig-weisslich erscheint. Sie enthält aber keine Blutungen, auch scheint der Magenausgang normal durchgängig und die Darmschleimhaut des oberen Dünndarms scheint normal. Durch einen Arbeitskanal im Endoskop werden mittels einer Biopsiezange mehrere Gewebeproben der Schleimhaut entnommen und in einem externen Labor untersucht.
Der Gewebebefund erscheint auf den ersten Blick wenig spektakulär - die Magenschleimhaut enthält etwas mehr Entzündungszellen als normal und trägt an der Oberfläche eine mässige Anzahl von Helikobaktern. Diese Bakterien sind beim Menschen mit einem erhöhtem Risiko einer Bildung von Magengeschwüren in Verbindung gebracht worden. Die Bedeutung des Keims beim Hund ist gegenwärtig noch nicht schlüssig geklärt - seltsamerweise kann man die Bakterien auch bei völlig gesunden Tieren finden.
Trotzdem nicht klar ist, ob die beobachteten Helikobakter die Ursache für das Erbrechen sind, wird eine antibiotische Therapie gegen den Keim eingeleitet. Der Erfolg der Behandlung spricht für sich - schon nach wenigen Tagen hört das Erbrechen auf, und auch nach Abschluss der Behandlung tritt das Problem nie mehr auf. Allerdings erhält Roma weiterhin ein Diätfuttermittel um den Auswirkungen einer möglichen Futterintoleranz vorzubeugen.
Helikobakter werden in Hundemägen häufig gefunden. Die Bedeutung dieser spiralförmigen Bakterien, welche im sauren Milieu des Magens überleben können, ist zur Zeit noch nicht abschliessend geklärt. Ob die Keime beim Hund wie beim Menschen Schäden der Schleimhaut bewirken können und zu einem erhöhten Risiko für Magengeschwüre und Magenkrebs führen, ist nicht bekannt. Finden sich keine andere Ursachen für eine Magenschleimhautentzündung, ist jedoch eine Therapie des Erregers angezeigt - wie der Fall von Roma zeigt, kann dies durchaus zur Lösung des Problemes führen.