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Die arktische Tundra hat einige interessante Besonderheiten auf Lager. Zwei davon sind in der baumlosen Landschaft kaum zu übersehen – Fuchsbauten und Pingo.
Füchse graben ihre Höhlen gerne an wärmeren, nach Süden gerichteten Gegenden. Das Graben belüftet den Boden und beschleunigt das Kompostieren von Kot, Urin, Nahrungsresten und Pflanzenmaterial. Der Kompost wiederum ermöglicht ein verstärktes Pflanzenwachstum um und auf dem Fuchsbau. Über die Zeit führt dies zu einer merklichen Erhöhung der Vielfalt von Fauna und Flora an dieser Stelle und damit der Biomasse – ein länglicher Erdhügelhügel beginnt zu entstehen und wächst weiter, lange nachdem die Füchse den Bau verlassen haben!
Rundliche Hügel in der Landschaft sind hingegen keine Fuchsbauten sondern Erdhügel bzw. Pingoes. Das Innere der Hügel besteht aus einem Eiskern, der mit einer Vegetationsschicht bedeckt ist. Voraussetzung für die Entstehung eines Pingo ist Permafrost sowie eine wasserhaltige aber noch nicht gefrorene Schicht im Erdreich. Gefriert dieses zufliessende Wasser, dehnt es sich aus, kann aber wegen des darunterliegenden Permafrosts nur in die Höhe wachsen – ein Pingo entsteht. Je nach Grösse dieser Wassermenge können Pingoes einen Durchmesser von bis zu 600 Metern und eine Höhe von bis zu 60 Metern erreichen.
Sollte der Eiskerns irgendwann mal schmelzen, fällt der Pingo in sich zusammen und bildet eine Krater-ähnliche Vertiefung im Boden.