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Die in dieser Bearbeitung vorgelegten, inhaltlich kommentierten Originaldokumente stammen ursprünglich aus dem Nachlass von Pionieraviatiker Oskar Markus Bider (1819–1919). Sie betreffen beinahe ausschliesslich das für Bider wichtige Pionieraviatik-Jahr 1913.
Die versandte und empfangene Korrespondenz erfolgte hauptsächlich via Biders Wohnadresse in Bern ab Anfang März 1913. Nach seiner Rückreise per Bahn aus Pau/Frankreich zog Bider bei seiner Cousinfamilie, Alpenstrasse 9, Bern, ein. Dort wohnte das Ehepaar Paul Robert und Marie Cardinaux-Gerster.
Paul R. Cardinaux (1876–1957) war der älteste Cousin von Oskar Bider. Er war Sohn von Biders Tante väterlicherseits, Sophie Cardinaux-Bider (1853–1908) – geboren in Langenbruck. Ihr Sohn Paul R. Cardinaux war ab den 1910er-Jahren Direktor des Schweizerischen Serum- und Impfinstituts in Bern und später auch Präsident der Fluggesellschaft Alpar/Belp.
Cardinaux verfügte bereits über eine Schreibmaschine und schrieb fliessend Französisch, Italienisch und Englisch. Sprachlich bildete er sich als kaufmännischer Stagiaire kurz vor der Jahrhundertwende 19./20. in mehrjährigen Aufenthalten in Florenz und in London weiter. Über jene Jahre hat Paul R. Cardinaux die Methode der Korrespondenz-«Kopienbücher» benutzt. Alle seine Briefe - und vereinzelt sogar Ansichtskarten - hat er vor dem Absenden gewissenhaft nach einem damals bereits bekannten ziemlich aufwändigen technischen Verfahren kopiert (Hinweise dazu auf Anfrage im Landesmuseum, Zürich). Danach hat er diese «fragilen» Papiere zu Büchern binden lassen («Kopienbücher» - «Copies des Lettres»). Dies beiden privaten Kopienbücher von Paul R. Cardinaux werden heute im Stadtarchiv in Bern aufbewahrt.
Beurteilt am Cardinaux'schen Schreibstil in diesen älteren (1895 bis ca. 1910) privaten Dokumenten ist Folgendes ziemlich sicher. Die meisten nachstehend präsentierten, Maschinen geschriebenen Texte sind von Paul R. Cardinaux formuliert und niedergeschrieben worden. Oskar Bider habe nur sehr ungern Texte verfasst und - laut Zeitungsberichten - während seinen Besuchen in der Romandie auch kein gutes Französisch gesprochen.
Daraus folgt:
Aus vorliegendem Material wird klar ersichtlich, dass Oskar Bider und Paul R. Cardinaux ein ausgezeichnet funktionierendes Cousins-Paar waren. Bider widmete sich seinen anspruchsvollen pionieraviatischen Aktivitäten und Cardinaux erledigte daheim die organisatorische und thematische «Schreibtisch»-Arbeit.
Die einleitend vorgestellte, pionieraviatische «Berner Korrespondenzen-Sammlung» (1913) nahm Oskar Bider später mit nach Dübendorf. Andernfalls wäre sie bei Cardinaux geblieben und befände sich heute mit Sicherheit im Cardinaux-Nachlass bei Pauls Urgrosssohn (lebt heute in Ungarn). Bider bewahrte den Briefstapel bis zu seinem Unfalltod im Juli 1919 höchstwahrscheinlich bei sich in seiner Dübendorfer Unterkunft auf.
Danach gelangte diese Dokumentation vermutlich direkt an seinen älteren Bruder, Georges Alphons «Schorsch» Bider (1890–1946). Jahrzehnte nach dessen Tod erwarb sie der in den "Vorbemerkungen" erwähnte, ferne Verwandte der Bider-Geschwister, Ernst Bider. Er die nachstehende Originalkorrespondenz rechtzeitig kopieren lassen.1
Die den einzelnen Kapiteln vorangestellten Erläuterungen dienen dem bessern Verständnis des Sachgehalts in den einzelnen Themen-Blöcke.
1 Zahlreiche Brief von und an Bider sind auch im Buch von O. Walter veröffentlicht worden (vgl. «Bider der Flieger», O. Walter Verlag, Olten, 1938). Sie sind nicht Gegenstand vorliegender Abhandlung. Diese Originalbriefe sind verschollen. Alle übrigen etwa 20 Originalbriefe aus dem Biderischen Nachlass hat J. Dettwiler-Riesen, Thun, inhaltlich sichergestellt (Verwandten-, Bekannten- und Kollegenkorrespondenz sowie «Schwärmerinnen»-Briefe). Diese Originale sind alle in privatem Besitz und nicht öffentlich zugänglich. Letztlich sind sie inhaltlich nur mit genauer Kenntnis des sozialen Umfelds der beiden Geschwister Oskar und Leny Bider verständlich.