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Parafencing
Das Fechten will durch seine Werte und Stärken ein Sport für Alle sein und dies ohne Ausnahme! Auf Basis dieser Philosophie entwickelte sich das Behinderten-Fechten bei Swiss Fencing. Und so kann der Fechtsport auch im Rollstuhl aber auch für Sehbehinderte, und das ab 6 Jahren, praktiziert werden!
Das paralympische bzw. das Behinderten-Fechten besteht schon seit einigen Jahren in der Schweiz. Aber erst 2020 wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, um den französischen Behindertensport dem Originalsport und der internationalen Entwicklung anzugleichen.
Es ist eng verbunden mit dem Fortschritt der Disziplin aufgrund der aussergewöhnlichen Erfolgsbilanz, der Organisation internationaler Wettkämpfe, der Ausarbeitung von Reglementen und der Entwicklung eines Originalgestells zur Befestigung der Rollstühle.
Weil das Rollstuhlfechten nun auf allen Kontinenten präsent ist, hat die Schweiz 2021 beschlossen, diese Entwicklung gemäss der Anzahl und Qualität der Fechter: innen mit kompetenten und engagierten Trainern zu fördern. Heute ist die Entwicklung durch die Bildung von Behindertensport-Abteilungen innerhalb der Clubs von Swiss Fencing in den traditionellen Fechtsälen verbunden.
Die 1980 zwischen Swiss Fencing und der FFH unterzeichnete und 2005 aktualisierte Übereinkunft beinhaltet die Organisation von Wettkämpfen, gemeinsamen Trainingslagern sowie den Zugang zur Ausbildung von Lehrmeistern, Betreuern und Fechtmeistern.
Die Organisation der Weltmeisterschaften 2010 in Paris, die gemeinsam im Grand Palais durchgeführt wurden, war für den Fechtsport im Allgemeinen und für das paralympische Fechten im Besondern eine aussergewöhnliche Gelegenheit. Diese hervorragend durchgeführte Weltmeisterschaft bestätigte, dass das Fechten eine grosse Familie, ohne Einschränkungen, ist.
Vorteile
Die verschiedenen Bewegungsabläufe beim Fechten fördern die Motorik, die Koordination, die Präzision und die Geschwindigkeit. Die Fechter lernen zu beobachten und zu analysieren. Das Körpergefühl und die Wahrnehmung der Umgebung werden ständig verbessert. Sie lernen, sich selbst besser einzuschätzen. Die zunehmende Beweglichkeit von Körper und Geist verbessert die Einstellung zum täglichen Leben. Sie fühlen sich dynamisch und frei. Mit diesem neuen Bewusstsein werden die Menschen offener, kommunikativer und leistungsfähiger.
Die Regeln für Fechter im Rollstuhl sind analog zum Fechten für Fussgänger. Die Fechter bewegen sich nicht mit dem Rollstuhl auf der Fechtbahn – wie allgemein immer wieder angenommen wird -, sondern sind in so genannte Fechtrahmen eingespannt. Der Abstand zwischen den Fechtern wird anhand der Armlänge bestimmt.
Kategorien
Die einzige international anerkannte Ausübung des Fechtsports ist das Fechten im Rollstuhl.
Der Begriff der Mindestbehinderung bedeutet, dass der Fechter dauerhaft nicht in der Lage ist, seine Tätigkeit in aufrechter Position auszuüben.
Je nach Grad der Behinderung werden die Fechter in drei Kategorien eingeteilt:
- Fechter der Kategorie A haben ein gutes Gleichgewicht des Rumpfes (Querschnittslähmungen mit niedrigem Rückenmark, Amputationen der unteren Gliedmaßen, Halbseitenlähmungen, Folgen von Kinderlähmung, einige IMC),
- Fechter der Kategorie B haben kein Rumpfgleichgewicht (Querschnittsgelähmte mit hohem Rückenmarkschaden),
- Fechter der Kategorie C (Tetraplegiker) haben kein Gleichgewicht des Rumpfes und eine funktionelle Beeinträchtigung der oberen Gliedmaßen, insbesondere beim Greifen. Aus diesem Grund wird die Waffe mit einer Bandage an der Hand befestigt, um einen sicheren Halt zu gewährleisten.
Menschen mit einer Sehbehinderung können auch ausschließlich mit dem Degen fechten. Die Regeln sind die der FIE mit einigen behinderungsbedingten Anpassungen. Es gibt keine Klassifizierungen, da das Fechten nicht international anerkannt ist.