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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Erachtet der Bundesrat die Speicherung von CO2 in Beton als relevante Technologie, um die Klimaziele im Inland durch Binden von bereits ausgestossenem CO2 zu erreichen?</p><p>2. Wäre es zur Umsetzung der Klimastrategie hilfreich, wenn für Bauprojekte des Bundes und bundesnaher Betriebe ausschliesslich Beton verwendet würde, der aus der Atmosphäre entferntes CO2 speichert und dessen Produktion dank verringertem Zementgehalt weniger CO2 generiert?</p><p>3. Verfügt der Bund bereits über eine Strategie, im Hoch- und Tiefbau CO2-Emissionen zu verringern oder zu vermeiden?</p><p>4. Wie hoch schätzt der Bundesrat das jährliche Einsparungspotential bei eigenen und bundesnahen Bauprojekten, wenn konsequent Beton mit gespeichertem CO2 zur Anwendung gelangt?</p><p>5. Sieht der Bundesrat wissenschaftliches und wirtschaftliches Potential für den Forschungs- und Industrie-Standort Schweiz durch Förderung der Entwicklung und Markteinführung von Technologien und Verfahren zur CO2-Speicherung in Beton?</p><p>6. Ist der Bundesrat bereit, Kantone, Gemeinden und private Bauherrschaften zusammen mit den Organisationen der Bauwirtschaft in geeigneter Weise auf diese Neuerung und ihre Vorzüge aufmerksam zu machen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./5.) Die Speicherung von CO2 in Beton (sog. Rekarbonatisierung) hat der Bundesrat in seinem Bericht in Erfüllung des Postulats 18.4211 Thorens Goumaz "Von welcher Bedeutung könnten negative CO2-Emissionen für die künftigen klimapolitischen Massnahmen der Schweiz sein?" als möglicher Ansatz für die Erzeugung von negativen CO2-Emissionen beleuchtet. Das theoretische CO2-Speicherpotenzial mittels gezielter Rekarbonatisierung wird von Stakeholdern auf bis zu 2,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr geschätzt. Da die Technologie noch in Entwicklung ist, fördert der Bund geeignete Projekte, so beispielsweise ein Pilotprojekt des ETH- Startups Neustark im Rahmen der Umwelttechnologieförderung des Bundesamts für Umwelt (BAFU).</p><p>2.) Heute fehlen die rechtlichen Grundlagen, um negative Emissionen, bspw. aus der Rekarbonatisierung, an das langfristige Klimaziel der Schweiz anzurechnen. Neue Möglichkeiten sind aber im totalrevidierten CO2-Gesetz (via Kompensationspflicht der Treibstoffimporteure) angelegt. Der Rückgang der CO2-Emissionen in der Zementproduktion ist hingegen im Treibhausgasinventar ersichtlich. Wenn mehr rekarbonatisierter Abbruchbeton für neue Bauten genutzt wird, braucht es weniger Frischbeton. Das verbessert die Treibhausgasbilanz der Schweiz.</p><p>3.) Die Klimapolitik des Bundes adressiert primär die direkten CO2-Emissionen, die durch Heizen im Gebäudebereich oder bei der Zementherstellung anfallen. Zurzeit gibt es keine Massnahmen, die eine verminderte Nutzung von CO2-intensivem Beton im Hoch- und Tiefbau zum Ziel haben. Das Postulat 20.4135 Schaffner "Was heisst netto null für den Hochbau, und wie kann dieses Ziel erreicht werden?" verlangt eine Auslegeordnung der Möglichkeiten zur Verringerung der CO2-Emissionen im Hochbau. Die Beratung im Nationalrat ist pendent, der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulats.</p><p>4.) Das Einsparpotenzial hängt von der Entwicklung der Technologien (u.a. CO2-Speicherleistung, Materialeigenschaften) und von der langfristigen Bauplanung des Bundes ab. Entsprechend können zurzeit keine belastbaren Schätzungen gemacht werden.</p><p>6.) Der Bundesrat begrüsst einen intensiveren Austausch mit den Kantonen, Gemeinden, Bauherren und der Bauwirtschaft zum Thema, bspw. im Rahmen der Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren KBOB.</p>  Antwort des Bundesrates.