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Osteopathische Dysfunktionen sind Funktionsstörungen in verschiedenen Geweben unseres Körpers. Sie entstehen, wenn der Körper seine Anpassungsfähigkeit verloren hat. Das kann geschehen durch Unfälle, Krankheiten, Verletzungen, Infektionen oder einfach durch den natürlichen Alterungsprozess. Mit anderen Worten wird dadurch die Stoffwechselsituation auf lokaler oder zentraler Ebene gestört und Heilungsmechanismen können nicht stattfinden.
In der osteopathischen Behandlung werden mit manuellen Techniken Verspannungen in den Geweben gelöst, Gelenke deblockiert und innere Organe wie zum Beispiel die Nieren und der Darm entstaut. All diese Techniken führen direkt oder indirekt zu einer Veränderung der Gewebswiderstände und somit zu einem verbesserten Flüssigkeitsaustausch im Körper. Die Bedingungen für den Stoffwechsel im Gewebe werden optimiert und Selbstheilungsprozesse aktiviert.
Die Osteopathie wurde vom amerikanischen Arzt Andrew T. Still in der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. entwickelt. Still hat sich seit seiner Jugend für Medizin interessiert. Er versuchte, gestützt auf das damals verfügbare anatomische und physiologische Wissen, die Funktionen des Stütz- und Bewegungsapparates und die der Eingeweide zu verstehen.
Enttäuscht von der klassischen medizinischen Denkweise, gründete er 1894 die Schule der Osteopathie, deren Lehre sich sehr rasch ausbreitete. Sein Motto war: „Der Organismus kann sich selber heilen, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gibt, und ihn dabei gezielt unterstützt“. Das Ziel von Stills Arbeitsweise war es, allen Strukturen ihre gegenseitigen, physiologischen und anatomischen Verhältnisse wiederzugeben, was ausnahmslos zu einer Verbesserung oder sogar totalen Genesung führte.
Nach dem Prinzip der Osteopathie sind alle Bereiche des Körpers voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig. Die Osteopathie wir in 3 Gebiete geteilt:
Die parietale Osteopathie
Beschäftigt sich mit Faszien, Muskeln, Knochen und Gelenken, also mit Störungen des Bewegungsapparates. Störungen, wie etwa Gelenkblockierungen, werden durch sanfte Techniken gelöst, Verspannungen werden gelockert. Dieser Teil ist der älteste der Osteopathie, die Basis, aus der sich die Heilmethode bis zu ihrem heutigen Stand weiterentwickelte. Diese Basis ist am ehesten mit der so genannten "Manuellen Medizin" vergleichbar, die auch die Chiropraxis bzw. Chirotherapie einschließt.
Die Wirbelsäule ist das Kompensationssystem für den Menschen. Mit anderen Worten heisst das: Wenn wir an einem Ort der Wirbelsäule eine Beweglichkeitseinschränkung haben, dann muss ein anderer Ort dafür umso mehr bewegen. Kann das System über die Zeit nicht mehr Ausgleich schaffen, dann entstehen Schmerzen, Einschränkungen in der Bewegung und später sogar Abnützungen an den Gelenken.
Die viszerale Osteopathie
Beschäftigt sich mit den inneren Organen und deren Verbindungen untereinander und den Verbindungen zum Bewegungsapparat. Funktionelle Bewegungsverluste kann es an verschiedenen Orten im Organsystem geben. Dies kann zu Verstopfung, Durchfall, Blähungen und anderen Symptomen im Verdauungssystem führen.
Zudem kann eine Einschränkung in einem Organ zu Beschwerden in der Wirbelsäule führen und umgekehrt. Durch indirekte und direkte Techniken im Bauchraum werden funktionelle Einschränkungen in der Beweglichkeit der Organe gelöst und damit die Zirkulation im Gewebe verbessert.
Die craniosacrale Osteopathie
Dieser Teilbereich der Osteopathie befaßt sich mit der Behandlung des Schädels, des zentralen und peripheren Nervensystems mit Gehirn, Rückenmark und Nerven. Dabei werden Muskeln, Knochen, Gelenke und Faszien untersucht und Störungen wie Gelenkblockaden oder Verspannungen sanft gelöst.
Der Name leitet sich von der anatomischen Bezeichnung der beiden zentralen knöchernen Bereiche Cranium (Schädel) und Os Sacrum (Kreuzbein) ab. Das verbindende Element zwischen den drei Bereichen sind die Faszien (Bindegewebe).
Bewegungsapparat
Bei allen funktionellen Beschwerden wie zum Beispeil: Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Gelenkblockierungen, Sportunfällen, Kniebeschwerden, Skoliosen, Wachstumsstörungen, Haltungsschäden, Tennis- und Golferellbogen,Schleudertrauma und Sehnenscheidenentzündungen.
Bereich Hals-Nasen-Ohren
Hörsturz, Schwindel, Tinnitus, Kiefergelenkprobleme
Kinderheilkunde
Angeborene und geburtstraumatische Probleme wie Asymmetrien, Schiefhals, Fußdeformationen, Haltungsschwächen, „Spucken“, Verdauungsstörungen, „Schreikinder“, 3-Monats-Koliken
Internistischer Bereich
Alle funktionellen Beschwerden im Magen-Darmtrakt wie zum Besispiel: Blähungen, Durchfall, Verstopfung, saures Aufstossen, Magenbrennen, Reizdarm, kollikartige Schmerzen etc.
Urogenitaler Bereich
Inkontinenz und Entleerungsstörungen, Blasenentzündungen, Menstruationsbeschwerden, Nierenprobleme, Hypofertilität.
Als ausserordentlich sanfter Ansatz ist die Osteopathie gerade für Säuglinge und Babys gut geeignet und empfiehlt sich insbesondere in folgenden Fällen:
Bei Säuglingen: Bei typischen Funktionsstörungen wie Koliken, regelmässigem Erbrechen, Verstopfung, Schluck- und Saugstörungen, Schlafproblemen, Hyperaktivität. Bei mechanischen Störungen, wie Schiefhals, Schädelverformungen oder KISS-Syndrom, die auf eine lange und schwierige Geburt zurückzuführen sein könnten.
Bei Kindern jeden Alters: Bei Symptomen wie Bauchweh, Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen, wiederkehrenden Mittelohrentzündungen, chronischen Lungenerkrankungen. Bei Wirbelsäulenfehlstellungen (Skoliosen), Zahnstellungsfehlern und kieferorthopädischen Problemen.
Des Weiteren ist die Behandlung nach einem schweren Sturz oder Unfall ratsam, um allfälligen später auftretenden Funktionsstörungen vorzubeugen.
Die Ursachen der Beschwerden liegen häufig nicht dort, wo die Symptome wahrgenommen werden. Die erste Sitzung beginnt mit einer ausführlichen Befundaufnahme, in der sich der Osteopath über die Entstehungsweise der Beschwerden, über eventuelle Unfälle, nach vorausgegangenen medizinischen Abklärungen und Behandlungen informiert.
Die Ursache von einem Nackenschmerz kann zum Beispiel in der Lendenwirbelsäule liegen.
Auf Grund der Befundaufnahme wird eine osteopathische Hypothese des Beschwerdebildes aufgestellt. In der manuellen Untersuchung sollte der Osteopath über das Finden von Gelenkblockierungen und über spezifische Tests diese Hypothese bestätigen können.
Der Osteopath behebt durch gezielte manuelle Techniken die gefundenen Blockierungen und Störungen. Nach zwei bis vier Behandlungen sollte eine Verminderung der Beschwerden spürbar sein.
Falls sich in der ersten Sitzung Unklarheiten ergeben, wird der Osteopath den Patienten an ärztliches Fachpersonal weiterverweisen.
Osteopathie ist eine anerkannte Behandlungsmethode. Die Zusatzversicherungen für Komplementärmedizin vergüten die Behandlungen. Eine ärztliche Verordnung ist dazu nicht notwendig.
Falls Sie einen Unfall hatten, werden die Kosten über eine ärztliche Verordnung zum Teil von der Unfallversicherung übernommen.
Erkundigen Sie sich vor der Behandlung bei Ihrer Kasse oder Unfallversicherung, ob sie die Kosten übernimmt.
Die Kosten für eine Behandlung richten sich nach der Dauer, welche in der Regel zwischen 25-30 Minuten oder zwischen 50 -60 Minuten liegt. Die Behandlungsdauer ist abhängig von der osteopathischen Befundaufnahme.
Die Behandlungstarife richten sich nach dem Honorarrahmen des SVO-FSO:
25 - 30 Minuten = CHF 100.-
50 - 60 Minuten = CHF 160.-
Mit dem neuen Tarifsystem 2018 entspricht unser 5 Min Ansatz 16 CHF.
Die gesetzliche Anerkennung der Osteopathie ist in der Schweiz auf Kantonsebene gelöst. Der SVO-FSO (Schweizerischer Verband der Osteopathen) engagiert sich sehr aktiv in der gesundheits-politischen Verbandsarbeit. Als Ergebnis ist die Osteopathie heute in einigen Kantonen und deren Gesundheits- und Sanitätsdirektionen bereits anerkannt. Weitere Informationen über den Berufsverband und anerkannte Osteopathen und Osteopathinnen in der Schweiz finden Sie unter www.svo-fso.ch