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Organisation
Die Fidelitas kennt folgende Gliederung:
- Generalversammlung
- Stubenrat
- Kontrollstelle
Komitees und Komissionen:
- Archivkomitee
- Rüsako (Rüüdig Samschtig Komitee)
- Turmkomitee
- Umzugskomitee
- Vergnügungskomitee
- Vertreter im Fasnachtskomitee
- Aufnahme-Kommission
Chargierte:
- Archivarius mit besonderer Aufgabe
- Fähnrich und Vorreiter
- Brettmeister
Der Stubenrat
Die achtköpfige illustre Körperschaft bestand ursprünglich aus 5 Mann und war ein ganz gewöhnlicher Vereinsvorstand mit Präsident, Aktuar und Kassier. Erst nach und nach begann sich dieses Gremium mit einem zeremoniellen Nimbus zu umgeben. Als erstes Zeichen dieses Wandels darf die im Jahre 1899 innerhalb des Vorstandes geschaffene Funktion des Weibels betrachtet werden. Als nächster bedeutsamer Schritt folgte die allmähliche Umwandlung des Vorstandes zum hohen Stubenrat, und 1910 taucht erstmals die Benennung des Vorsitzenden als Stubenmeister auf. In dieser Zeit entstanden auch die Bezeichnungen des I. und II. Schrybers, des Säckelmeisters, denen sich später noch der I. und II. Byrath zugesellte. Nicht genau festgesellt werden kann leider, wann sich das Amt des Vizepräsidenten zu dem des Vice-Dominus durchgemausert hat und wie es zu dieser Bezeichnung gekommen ist.
1911 wurde der Stubenrat in Talare eingekleidet und über seine weisen Häupter Allonge-Perücken gestülpt. Um das allgemeine Ergötzen und den Eindruck der Gelehrtheit zu erhöhen, begann der Rat sich zu dieser Zeit für spezielle Anlässe und Zeremonien eine eigene Form der althochdeutschen Sprache zuzulegen, wie sie heute noch im Donatorenbuch, dem Liber honoris, zur Anwendung kommt. So viel Vornehmheit rief natürlich nach zusätzlichen, den Status unterstreichenden Attributen. So erhielt der Stubenmeister bald eine Kette mit einem Schautaler um den Hals gehängt, die um 1920 durch die heutige Prachts- und Prunkkette abgelöst wurde. Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass ein dermassen herausgeputzter Stubenmeister nicht mehr auf einem gewöhnlichen Wirtshausstuhl sitzen konnte, sondern dringend eines besonderen Thrones bedurfte. Er erhielt denn folgerichtig von einigen Freunden einen wunderschön geschnitzten Stubenmeisterstuhl geschenkt, worin er sich bis zum heutigen Tage von seinem Volke bewundern lassen kann. In dieser Form und Aufmachung besteht der Stubenrat, von kleinen Änderungen abgesehen, heute noch. Eine "einschneidende" Änderung - die die Gemüter auch entsprechend in Wallung brachte und die Gesellschaft beinahe in zwei Flügel spaltete - brachte erst die Statutenänderung von 1984, als die Bezeichnung "Stubenmeister" durch "Dominus" ersetzt wurde.
Kette des Dominus
Zepter des Dominus
Stubenmeisterstuhl
Die Gesellschafter
Die Gründer der Fidelitas haben sich keine Gedanken darüber gemacht, wie oder gar wie viele Mitglieder in ihren Kreis aufgenommen werden könnten. Es war ja eine Zusammenkunft von Zechbrüdern. Man traf sich im Restaurant des Hotels Rütli, war zwanglos und fröhlich und lieferte sich heitere Wortgefechte über die Tische hinweg. Wer zufällig anwesend war und mitzechte, wurde ohne weitere Zeremonie aufgenommen. So wuchs die Mitgliederzahl bis zum Jahre 1906 schon auf 200 Köpfe an. Weil sich herausstellte, dass diese Art von Rekrutierung doch nicht der Weisheit letzter Schluss war, wurde bei der ersten Statutenrevision von 1905 gefordert, es soll dafür gesorgt werden, dass nicht jeder Esel in die Gesellschaft aufgenommen werde. Der Antrag blieb vorerst ohne Erfolg. Erst bei der zweiten Revision von 1911 wurde die Mitgliederzahl auf 150 und dann bei der Revision von 1933 auf 100 beschränkt. Auch wurde von da an darauf geachtet, dass die Kandidaten Eignungen mitbrachen, die für das Gesellschaftsleben nützlich waren, z.B. musikalisch, handwerklich begabt, schreibgewandt usw. Die Begrenzung auf 100 Mitglieder sollte mehr als 50 Jahre Gültigkeit haben. 1989 wurde die maximale Mitgliederzahl neu auf 120 festgelegt. Damit zogen die Gesellschafter nach hartem Ringen die Konsequenzen aus der Tatsache, dass die gestiegene Lebenserwartung der heutigen Menschen auch vor den Fidelitässlern nicht halt gemacht hat. Der Anteil der dem aktiven Gesellschaftsleben "entwachsenen" Mitglieder vergrösserte sich massiv, ohne dass - zufolge der Begrenzung auf 100 - auf der anderen Seite neue, junge Mitglieder hätten aufgenommen werden können. Die Aufgaben der Gesellschaft konzentrierten sich deshalb auf immer weniger Schultern, was auf die Länge bei Einzelnen doch dann mehr Frust als Lust ausgelöst hat. Mit der Aufnahme von 9 vielversprechenden Neumitgliedern schickte sich die Gesellschaft im Jubilämsjahr 1992 an, diesen Mangel zu beheben und sich neue Energien zuzuführen. Während der ersten drei Mitgliedsjahre gelten Neumitglieder als Säuglinge. Sie werden vorwiegend im Vergnügungs- und Umzugskomitee eingesetzt. Erst ab dem 65. Altersjahr kann ein Fidelitässler die Übernahme einer ihm vom Stubenrat zugedachten Aufgabe ablehnen. Im allgemeinen besteht dazu auch wenig Neigung, ist doch die Arbeit in den Komitees zugleich auch der geeignetste Ort zum freundschaftlichen Zusammensein und für ungezählte Happenings und Streiche.
Generell sind die Gesellschafter sehr argwöhnisch, wenn Altersgrenzen zur Diskussion stehen. So scheiterte vor Jahren der Versuch kläglich, die zuvor erwähnte Altersgrenze auf 60 Jahre herabzusetzen. Als noch viel unmöglicher erwies sich das vom Stubenrat 1989 vorgetragene Ansinnen, die Gesellschafter ab dem 60. Altersjahr als "Senioren" zu bezeichnen. Älter werdende Fidelitässler wollen nicht auf diese Weise zum "alten Eisen" abgeschoben werden, wie sie in flammenden Worten erklärten. So kommt denn auch der Harmonie zwischen jüngeren und älteren Gesellschaftern eine absolut zentrale Bedeutung für die Kameradschaft innerhalb der Gesellschaft zu.