Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03219.jsonl.gz/1136

Die Regierung lässt sich Zeit: Die geplante Genehmigung der TAP-Privatisierung in diesem Monat verschiebt sich nach hinten.
Ende April hat die portugiesische Regierung in Auftrag gegeben, die Fluggesellschaft von unabhängigen Begutachtern bewerten zu lassen, denn bereits in diesem Monat sollte die Privatisierung der Nationalairline TAP Air Portugal genehmigt werden. Doch obwohl immer mehr Airlines und Unternehmen ihr Interesse an einer Übernahme bekunden, gerät der Prozess jetzt ins Stocken, berichtet Reuters. Bis zur Genehmigung der Privatisierung von TAP könnten noch Monate vergehen.
Genehmigung könnte erst im Herbst erfolgen
Bei Portugals Plänen zur Privatisierung der staatlichen Fluggesellschaft TAP kommt es zu Verzögerungen. Die von der Staatsholding Parpublica engagierten Gutachter, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH und die portugiesische Bank Banco Finantia, haben erst vor wenigen Tagen mit der Ermittlung des Verkaufswertes von TAP begonnen. Infrastrukturminister João Galamba bestätigt nun, dass die Genehmigung für die Privatisierung nicht wie geplant im Juli erfolgen kann, sondern sich um Wochen bis Monate verzögern könnte.
Die Regierung wolle sicherstellen, dass alle notwendigen Bedingungen für den Verkauf erfüllt seien. Minister Galamba teilte diese Entwicklungen während einer von CNN Portugal veranstalteten Konferenz mit und betonte, dass alle Einzelheiten des Privatisierungsprozesses in einem Regierungserlass dargelegt würden:
Wir konzentrieren uns auf den Privatisierungsprozess, aber die Genehmigung des Dekrets wird nicht in diesem Monat erfolgen.João Galamba, Infrastrukturminister Portugal
Ohne nähere Details zu nennen, stellt er jedoch in Aussicht, dass die Genehmigung vonseiten der Regierung “sicherlich vor Oktober” erfolgen wird.
Regierung will an TAP festhalten
Die portugiesische Regierung beabsichtigt, eine strategische Beteiligung an der Nationalairline TAP beizubehalten, die derzeit im Rahmen eines Rettungsplans der Europäischen Union in Höhe von 3,2 Milliarden Euro umstrukturiert wird. Dieser Schritt steht im Einklang mit den Bemühungen Portugals, die Zukunft der Fluggesellschaft unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen des Landes zu sichern und gleichzeitig potenzielle Investoren anzuziehen.
Trotz der Herausforderungen durch die Pandemie zeigt TAP Anzeichen einer Erholung und beförderte im ersten Halbjahr dieses Jahres 7,58 Millionen Fluggäste. Dies entspricht einer Steigerung von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch haben die Passagierzahlen noch nicht das Niveau von vor der Pandemie erreicht.
Mehrere grosse Global Player der Luftfahrtindustrie haben bereits Interesse an TAP gezeigt, darunter Lufthansa, die International Airlines Group (IAG) und Air France-KLM sowie drei weitere Unternehmen. Die Interessenbekundung dieser Branchenriesen zeigt den potenziellen Wert, den die Fluggesellschaft auf dem Luftfahrtmarkt entfalten könnte. Insbesondere das Drehkreuz Lissabon, welches den Südamerika-Korridor, insbesondere die Verbindungen nach Brasilien, erschliesst, macht TAP für alle Interessenten so attraktiv.
Fazit zu der Verzögerung bei der TAP-Privatisierung
Die Regierung Portugals hatte die Genehmigung der TAP-Privatisierung für diesen Monat in Aussicht gestellt. Da die Wertermittlung der portugiesischen Nationalairline durch externe Beratungsunternehmen allerdings erst vor etwa einer Woche gestartet ist, verzögert sich nun der Prozess. Infrastrukturminister João Galamba stellt jedoch in Aussicht, dass die Genehmigung voraussichtlich noch vor Oktober erfolgen soll. Ob dieses Versprechen eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten.