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...Faxi, angesichts deines mal angegebenen Studiums wundert es mich sehr, dass du den Begriff "hermeneutisch" mit "senkrechten Tortenstücken" gleichsetzt ….
Danke für den Hinweis. In dem Satz muss es natürlich Hermetik heißen, statt Hermeneutik.
Das von mir angesprochene Problem sprachlicher Fehlinterpretationen hingegen ist – wie du richtig bemerktest - ein hermeneutisches.
Das falsche Verständnis einer Bedeutungslehre, bei der die dort formulierten Gesetze wörtlich genommen wurden, statt symbolisch, hat dazu geführt, dass besonders in der Astrologie ein falsches Verständnis entstand, gerade WEIL astronomische Überlegungen ANSTATT der metaphysischen bevorzugt wurden.
Die Begründung der Herkunft dieser Schieflage beim Verständnis zB des hermetischen Satzes: „Unten so, wie Oben!“ sollte sie historisch nachvollziehbar machen, denn das, was der legendäre griechische Lehrer Hermes einst unterrichtete, war ja alles Andere, als mystifizierter Unsinn, sondern bestand aus sehr vernünftigen, geistig nachvollziehbaren Überlegungen, die zu eben jenem, dem Tierkreis zugrundeliegenden hermetischen Weltbild führte, wie es später auch von Aristoteles formuliert wurde, und seitdem als aristotelisch bezeichnet wird.
Hier spielt sowohl die 4-Elemente-Lehre eine wesentliche Rolle, die allerdings mit der heutigen Elemente-Ordnung nichts zu tun hat, als auch das Körper-Seele-Geist-System, die beide die Grundlage jeder astrologischen Spekulation bilden.
Die Tatsache, dass zB auch nach heutigen Erkenntnissen alles organische Leben auf nur 4 chemische Elemente zurückführbar ist, verleitet zu der Irrmeinung, dass dies bereits schon unserer Vorfahren wussten, denn deren Denkansatz war ein völlig anderer, als der heutige.
Durch die Beschäftigung mit einem antiken Weltbild kann man allerdings auch heute noch einen geistigen Überbau über den Wust von Einzelteilen erlangen, der es leichter macht, Eines vom Anderen zu unterscheiden, oder Eines dem Anderen auf eine etwas andere Weise zuzuordnen, als es mittlerweile üblich ist.
Die Astrologie jedoch als Instrument zu benutzen, mit dem man eine Zukunft voraussagt, wie man sie vermutet oder gerne hätte, ist eindeutig ein falscher Ansatz, der auch schon früher gern dazu benutzt wurde, um verzweifelte Menschen in die Irre zu führen, so, wie es auch die Götzendiener bis zum heutigen Tage zu machtpolitischen Zwecken leider immer noch erfolgreich praktizieren.
@ Fumaria1
...Die heutige Astrologie ist ein in sich ruhendes Erkenntnissystem, das auf Symbolen und Ideogrammen und deren Sinninhalten besteht. Nur die Ephemeriden der Planeten sind noch aktuell ermittelt. ….
Wenn die Ephemeriden die Planetenpositionen auf dem tropischen Tierkreis verorten, statt auf dem siderischen, ändert sich auch ihre Bedeutung – logisch, oder?
Deshalb sollte man den tropischen Tierkreis nur für die Berechnung der Jahreszeiten benutzen, während man für die metaphysische Betrachtung von Planeten in den Sternbildern, die ihnen nach der hermetischen Lehre eine bestimmte Würde verleihen, den siderischen Tierkreis verwenden, wie es auch die Inder tun, wobei sie fatalerweise nicht den ursprünglich dafür vorgesehenen Antares im Skorpion, sondern Spica in der Jungfrau als unveränderlichen Bezugspunkt gewählt haben.
Mit dem dritten astrologische Zeitmess-System wird der Tag in 12 Häusern eingeteilt, durch welche die Sonne aufgrund der Erdumdrehung um ihre eigene Achse einmal pro Tag im Uhrzeigersinn zu wandern scheint. Sie entsprechen jeweils einer Doppelstunde und haben natürlich nichts mit der scheinbaren jährlichen Umlaufbahn der Sonne um die Erde bzw. der Erde um die Sonne zu tun, sodass man hier auch ohne die Ekliptik (Tierkreis) auskommt.
Daher sollte man weder die beiden sonnenbezogenen Zyklen durcheinander schmeißen, noch das Häusersystem mit dem System der Sternbilder und Sternzeichen verwechseln, auch wenns noch so verführerisch ist, alle drei Systeme in einem einzigen Schaubild darzustellen, wie es in einem heutigen "Horo-Skop" der Fall ist, welches eigentlich nur Stundenschau bedeutet, und nicht Tages- oder Jahresschau.
….Wie sich Verdienst und Glück verketten,
das fällt den Toren niemals ein.
(Mephistopheles in Goethes Faust)....
In diesem Spruch geht’s darum, zu beurteilen, wie groß beim Glück der Anteil der eigenen Leistung im Verhältnis zu den förderlichen (oder hinderlichen) Umständen steht, wobei der Mensch besonders von seiner eigenen Trägheit bestimmt wird, die man auch die süchtig machende Macht der Gewohnheit nennt.
Die richtige Beurteilung dieses Eigenanteils am eigenen Glück ist jedoch – wenn überhaupt – erst nachträglich möglich, und nicht bereits im Vorhinein, weil man da noch nicht wissen kann, ob man am Ende überhaupt glücklich sein wird, oder nicht.
So ist eine Beratung für den Klugen nur insoweit sinnvoll, als dass man ihm verschiedene Szenarien aufzeigt, sodass er sich für alle nur denkbaren Möglichkeiten wappnen kann, während der Dumme in seiner Eitelkeit den Rat sowieso in den Wind schlägt, weil er meint, er wüsste eh Alles besser.