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Der neue Kanton Thurgau wurde in 7 Distrikte eingeteilt, die man später Bezirke nannte. Für die Grossratswahlen wurde er in Kreise eingeteilt; Egnach bildete einen solchen mit dem Kreisgericht und einem Friedensrichter, der später Kreisamtmann genannt wurde. Die evangelische Kirche war jeweils zum Bersten voll, wenn an den Kreisversammlungen 500 – 1000 Männer zusammen kamen. Egnach war aber auch eine Munizipal- und eine Bürgergemeinde. Sie war weiter aufgeteilt in 4 Agentschaften: Winzelnberg, Peierslehn, Buberg und Kratzern. Es fällt auf, dass der Name Neukirch noch gar nicht vorkommt, weil es als Dorf noch nicht existierte. In diesem damals modernen Staatswesen konnte jeder in ein höheres Amt gewählt werden, wenn er ein gewisses Vermögen auswies. Die Gleichheit war eben doch nicht für alle ganz gleich. In diesem Jahrhundert des Umbruchs wurden die Binnenzölle im Land abgeschafft, welche den Handel stark hinderten. Gulden und Kreuzer wurden durch Franken und Rappen ersetzt, und es fand auch das französisch-metrische Dezimalmass überall Verbreitung. In der ersten Volkszählung von 1850 war das ‚Egni’ die zweitgrösste Gemeinde im Thurgau. Die Kreise erhielten einen Notar, und 1876 wurde das Zivilstandsamt eingeführt.
1905 entschieden sich die Egnacher dann für die Herausgabe einer eigenen Lokalzeitung, die bis heute geblieben ist. Damit verschwand der Weibel, der bis anhin von Siedlung zu Siedlung zog, um wichtige Anlässe zu verkünden. Am Sonntag hatte er das jeweils vor der Kirche gemacht.
Gebietsveränderungen im 19. Jahrhundert
siehe auch im Kapitel "kriegerische Zeiten"
Die beiden Rotten Frasnacht und Feilen, welche seit dem Kirchenbau bei Arbon geblieben waren, lösten sich 1857 endgültig vom Egnach ab und gründeten eine eigene Gemeinde ‚Frasnacht’. Allerdings wurde diese im Jahre 1997 aufgelöst und der Stadt Arbon einverleibt – trotz massiven Widerstands der Bevölkerung.
Mit der Ablösung verlor aber das Egnach 91 von 516 Haushaltungen und gehörte nicht mehr zu den grössten Gemeinden im Kanton. Doch im Südwesten meldeten sich die beiden Weiler Ballen und Lengwil. Sie gehörten zur weit abgelegenen Gemeinde Roggwil und wollten sich von dort ablösen. 1859 wurden sie ans Egnach angeschlossen.