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Um die Sinnlosigkeit der Diskussion über die Strahlung von Handys aufzuzeigen, erwähne ich hier lediglich, dass
selbst das am geringsten strahlende Handy ein Energiefeld erzeugt, das etwa eine MILLION Mal stärker ist als die Felder der
Zellen in unserem Körper, die Mittels bioelektrischen Signalen kommunizieren. Meine Zellen fühlen sich also etwa so,
wie wenn ich in einer überlauten Disco zu hören versuche, was mir jemand zuflüstert. Den Effekt – gerade
über längere Zeit – darf sich jeder selber ausmalen …
So stark senden sie dann doch nicht – just a hoax ;-)
Wozu denn überhaupt ein Mobiltelefon mit geringem SAR-Wert suchen? Diese Frage muss sich jeder selber beantworten. Wenn
ich die Wahl habe, nehme ich sicher das Gerät mit weniger Strahlung. In meiner Liste finden Sie den Strahlungswert von so
ziemlich jedem seit 1997 in der Schweiz verkauften Mobiltelefon, und gewiss einem Grossteil der in Europa angebotenen
GSM-Geräte.
Die Angaben stammen durchwegs direkt vom jeweiligen Hersteller oder sehr zuverlässigen Quellen und sind nicht einfach
von anderen Listen abgeschrieben.
Vielen Dank an dieser Stelle den aufmerksamen Lesern, die mich auf neue Veröffentlichungen hinweisen! Sollten Sie
einen fehlenden SAR-level kennen, eine Angabe vermissen oder unstimmigkeiten feststellen, bitte ich um eine kurze
Mitteilung.
Grenzwerte
Die Spezifische Absorptions-Rate SAR nennt die vom Körpergewebe absorbierte Strahlungsenergie einer Mobilfunk-
oder Handy-Antenne in Watt pro Kilogramm W/kg, resp. Milliwatt pro Gramm mW/g.
Die SAR-Grenzwerte und Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung im Verlauf der Zeit:
1986:
1.6
NCRP
1992:
1.6
ANSI (American National Standards Institute) und
IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineeres)
Gemittelt über 1g Körpergewebe, zeigt die Spitzenwerte, die rund 50% über denen von ICNIRP liegen.
Gilt in Kanada, USA, Taiwan, Australien, Neuseeland.
199?:
0.5
Chinesische Umweltbehörde
1996:
2.0
Cenelec (Comité Européen de Normalisation Electrotechnique) und
ICNIRP (International Comission on Non-Ionizing Radiation Protection)
Gemittelt über 10g Körpergewebe, zeigt gemässigtere Werte, die rund ein Drittel unter denen von IEEE liegen.
Gilt in der Schweiz, Europa, Russland, Mittlerer Osten, Indien, China, Korea, Japan, Brasilien, Südamerika, Afrika.
1996:
0.2
Nova Vorsorgewert (Institut für politische und ökologische Innovation)
Faktor Hundert: Tages Anzeiger vom 3. September 2005 über eine Mobilfunk-Fachtagung an der ETH Zürich.
Messungen, Theorie
Zur Messung dient ein genormtes Messverfahren, das Niels Kuster, Strahlenexperte an der
Foundation for Research on Information Technologies Society ITIS an der
ETH Zürich entwickelt hat.
Das wohl führende Institut in Sachen SAR-Messungen, EMC Technologies
in Australien, misst seit jeher nach dem Verfahren von Kuster. Hier werden unter anderem die Messungen für die Schweizerischen
Konsumenten-Magazine K-Tipp und Saldo gemacht, welche meines Erachtens die Vertrauenswürdigsten sind.
Auch das Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik IMST
in Kamp-Lintfort macht Messungen, die sich aber oft erheblich von denen von EMC unterscheiden.
Anfangs 2001 hat auch das Schwedische Strahlenschutzinstitut SSI
eine grosse Messreihe durchgeführt.
Interessante Faktenblätter zu verschiedensten Elektrosmog-Themen www.bag.admin.ch
Weniger Strahlung
Das beste und einfachste Rezept gegen Strahlung heisst: Handy weg vom Körper und sicher weit weg vom Kopf. Wer trotzdem telefonieren will benutzt eine Freisprecheinrichtung, so ein Handfree-Kit ist schon ab 40 Franken (30€$) zu jedem Handy.
Falls Ihr Handy noch über eine ausziehbare Antenne verfügt, lohnt es sich immer, diese beim telefonieren auch wirklich herauszuziehen.
Nicht nur die Verbindung wird besser, auch die Strahlung wird markant verringert, wie aus den mit î markierten Tabellenzeilen ersichtlich ist.
Die Ermittlung des SAR Wertes jedes Mobiltelefon-Modells war schon immer gesetzlich vorgeschrieben und die Ergebnisse bei
den Behörden deponiert. Für die Öffentlichkeit gab es bis 2002 allerdings weder von Herstellern noch Behörden
irgendwelche Informationen, so dass man auf die mehr oder weniger verlässlichen Tests der Fachzeitschriften angewiesen war.
Erst im Jahre 2002 wurde per EU-Gesetz die Nennung des Strahlungswertes in Bedienungsanleitungen und im Internet Pflicht.
Trotzdem fehlen sie auf den Internetseiten vieler Hersteller noch immer, oder sie sind so gut auf immer neuen Seiten versteckt,
dass man sie nur mit viel Aufwand findet.
Die Handyantennen, die Telefonzentralen der einzelnen Mobilfunkzellen, senden üblicherweise mit 20 bis 50 Watt.
Das scheint gegenüber den maximal 2 Watt eines Mobiltelefons recht viel zu sein, doch davon ist schon nach wenigen
hundert Metern so wenig übrig, dass ein eingeschaltetes Handy im Raum stärker strahlt. Wer gar ein Handy auf sich
trägt, braucht sich ob der Sendeantennen keine Sorgen zu machen.
Leider kann man sie – im Gegensatz zum eigenen Handy – nicht einfach ausschalten ;-)
Tages Anzeiger
vom 13. Mai 2011 über elf Forschungsprojekte zum Thema Nichtionisierende Strahlung (NFP 57).
WiFi und DECT Netze
Wireless LAN (WLAN WiFi) und Funktelefon (DECT) Netze senden wie der Mobilfunk gepulste Wellen in hohen Frequenzen,
jedoch mit wesentlich geringerer Leistung. Einige SAR-Werte aus verschiedenen Quellen:
DECT Basis
1.8 GHz
0.05 - 0.15
DECT Telefon
1.8 GHz
0.01 - 0.10
WiFi Access Point
2.4 GHz
0.30 - 0.70
WiFi Gerät, Mobile im Flugzeugmodus
2.4 GHz
0.05 - 0.20
Bluetooth Class 1
2.4 GHz
0.50
Bluetooth Class 2
2.4 GHz
0.03
Bluetooth Class 3
2.4 GHz
0.01
Fazit: Nicht neben einem Access Point schlafen. Die restlichen Strahlungswerte sind im 'grünen' Bereich,
trotzdem würde ich die Geräte nicht dauernd mit mir herumtragen.
Und telefonieren mit dem Mobiltelefon über WLAN lohnt sich allemal, solange man nicht vergisst, den
Mobilfunk-Teil abzuschalten (Flugzeugmodus!).