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Interesse am Hochwasserschutz
Die von der Gruppe DU Dorf & Umwelt organisierte Exkursion zum neu erstellten Holzrückhalt in der «Papieri» stiess auf überraschend grosses Interesse.
Das Hochwasserschutz-Bauwerk am Ausgang des Littenbachtobels war offiziell am Freitag fertig geworden. Auf Samstagnachmittag hatte die engagierte Gruppe DU unter Karl Schwendener die Bevölkerung zu einer Begehung unter der Führung des beteiligten Ingenieurs Reto Walser eingeladen. Man rechnete mit etwa 20 Personen, zur Überraschung der Organisatoren kamen aber fast 80 Interessierte. Beim Wendeplatz hinter dem imposanten Holzrechen, wo früher eine Papierfabrik, die Papieri, stand, fasste Reto Walser die Hochwasserschutz-Projekte in der Gemeinde zusammen.
Schutzmassnahmen haben eine lange Geschichte
Erste Abklärungen begannen nach dem grossen Hochwasser im Jahr 1998. Kaum war eine Gefahrenkarte erstellt, bestätigte ein neues Hochwasser-Ereignis 2002 die Dringlichkeit weiterer Massnahmen. Man vergrösserte den Geschiebesammler bei der Schlossbrugg und baute zwei Jahre später im Dürrenbommert eine Sperre, die Schwemmholz bis zu 8000 Kubikmeter auffangen sollte. Ende Juli 2014 kam es zu schweren Hochwassern; der Dürrenbommert-Rückhalt reichte nicht mehr für all das mitgerissene Holz, die Stämme verklausten die Littenbach-Brücken, das Wasser überflutete Keller und Tiefgaragen. Neue Berechnungen ergaben Zahlen von 9800 m3 bei einem 100-Jahr-Ereignis, sogar 12400 m3 Holz und Geschiebe bei einem 300-Jahr-Ereignis. Fazit: Die Kapazität der bisherigen Schutz-Bauwerke reichte nicht, es brauchte einen weiteren Holzrückhalt von 4400 m3, der in der Folge am Standort Papieri realisiert wurde. Da der Wasserlauf an dieser Stelle eine Kurve macht, wird das Schwemmholz am äusseren Rand des Gewässers mitgeführt. Darum baute man einen Rechen in Längsrichtung ein. Bei wenig Hochwasser transportiert der Bach das Holz neben der Sperre weiter zum Sammler im Dürrenbommert, bei Starkregen tritt er in der Papieri über die rechte Böschung, das Wasser reisst das Holz nach aussen, wo es in den Verbauungen hängen bleibt.
Mit Interesse verfolgten die Besucher die Ausführungen von Ingenieur Walser und stellten zahlreiche Fragen. Wie es möglich sei, das Holz aus dem Rechen zu entfernen, wurde gefragt. Walser bestätigte, dass ein Bagger die Baumstämme mit einem Kran-greifer herausholen könne. Anwohner aus dem Quartier beim Schützenhaus sorgten sich, ob der Bach bei Hochwasser nicht einen Ausweg über die neue Zufahrt suchen würde. Walser erklärte, eine Strassensenke vor der Papieribrücke und die Querneigung zum Bach hin sollten das verhindern. Ein Votant wies auf die weiter bestehende Gefahr von Fallholz aus den Hängen des Littenbachtobels hin. Gemeindepräsident Bruno Seelos sagte, man arbeite daran. Eine Wiedereröffnung des Wanderwegs ins Tobel konnte er allerdings nicht versprechen, die Sanierung der unstabilen Hänge sei zu unsicher und teuer. Die angeregten Diskussionen unter den Exkursionsteilnehmern gingen auch nach dem Augenschein im Dürrenbommert und beim abschliessenden Umtrunk weiter.