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Die Ausgrabungen von Crestaulta in Surin sind Zeuge, dass unsere Landschaft bereits in der Bronzezeit bevölkert war. Etwa 500 Jahre v. Chr. sind Illyrische Völker in unsere Berge eingewandert. Aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich der Name Vrin, nämlich von der alten Stadt Virunum in Kärnten, welche heute Maria Saal heisst. Im zweiten und dritten Jahrhundert vor Christus haben sich Völker aus Norditalien mit dem ansässigen Volk vermischt. Um das 13. Jahrhundert wird Vrin von einer kleinen Kolonie der Walser aus Zervreila beeinflusst. Der Name Vrin ist erstmals am 6. Mai 1209 in einem Brief von Papst Inocens dem III. dokumentiert.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich Vrin aus den Fraktionen ‚Dadens‘ und ‚Dado la Punt‘ zusammen. Die zwei Nachbarschaften hatten eigene Weide-, Alp-, Wald- und Gemeinatzungsrechte. Neben Vrin Dorf und Vrin Dado werden die ‚Hofs‘ von Mons, Cons, Camadrein, Ligiazun, Foppa, Vilegn, Tgamanada, Camplun, Puzatsch, Pignola, Schareida, Vanescha und Blengias genannt.
Am markantesten wurde Vrin lange vom Süden her beeinflusst. Ehemalig herrschte ein enger Kontakt mit den Nachbarn der Val Blegn. Im Jahre 1887 wurde Vrin dann von Ilanz her mit der Kantonsstrasse verbunden und orientierte sich seither immer mehr in diese Richtung.
Die heute weithin bekannte Greinaebene war seit jeher sehr wichtig für Vrin. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Greinapass für den Güter- und lokalen Viehverkehr genutzt. Danach sind verschiedene Projekte für den Bau von Elektrizitätswerken mit einem Staudamm in der Greinaebene in Diskussion gewesen. Diese konnten jedoch erfolgreich verhindert werden und seit 1996 ist die Greina unter Naturschutz. Im Sommer 2019 wurde die neue Greinabrücke eingeweiht. Diese verbindet die Greinaebene mit der Terrihütte und hat diesen Aufstieg erheblich sicherer gemacht. Die Brücke wurde von der Institution Schweizer Wanderwege mit dem Prix Rando ausgezeichnet. Dieser wird für besonders schonende und nachhaltige Bauweise verliehen und ist mit einem Preisgeld von CHF 15'000 dotiert.
Im Verlauf der letzten Jahrzehnte ist Vrin bekannt geworden durch sein intaktes Dorfbild. Mit Sensibilität für das Detail ist eine Entwicklung für den Bau in hoher Qualität möglich gewesen. Es wurde grossen Wert auf die architektonische Bildung des Neuen und Alten im Dorf gelegt. Dieser Weg wurde mit einigen Preise geehrt, wie zum Beispiel mit dem Wakker-Preis, dem Preis ArgeAlp, SIA-Umsicht oder mit dem europäischen Preis für eine stetige Entwicklung. Vrin wird mehr und mehr als Modell einer anderen Entwicklung im Gebiet der Alpen erwähnt.
Um die Entvölkerung zu bremsen, hat die Nachbarschaft Bauland für Einheimische gesichert. Die kommunale Infrastruktur ist in gutem Zustand und einige Betriebe haben Fuss fassen können, indem sie Arbeit von guter Qualität exportieren konnten. Die Gesamtmelioration hat die Landwirtschaftsvoraussetzungen beträchtlich erleichtert und auf Initiative einer Gesellschaft wurde eine Metzgerei für die Ausarbeitung der einheimischen Produkte und Förderung des direkten Verkaufs realisiert worden.
Seit 2012 gehen die Kinder nach Vella und Cuschnaus in die Schule. Die Mehrzweckhalle und einige Räume des ehemaligen Schulhauses in Vrin stehen weiterhin den Vereinen zur Verfügung und ein Teil wurde zu Büroräumlichkeiten umfunktioniert.