Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03604.jsonl.gz/1411

Der G4-Prototyp verkörperte bereits all das, was Volvo suchte: Er hatte Vorderradantrieb und verbreitete puren Fahrspass; der Innenraum war trotz kompakter Abmessungen geräumig.
Die Arbeiten am Volvo 440 hatten bereits 1978, also zehn Jahre vor der offiziellen Markteinführung im Juni 1988 begonnen. Wir stellten uns für die Zukunft auf und entwickelten dafür passende Fahrzeuge. Die Devise damals war: Die Gedanken sind frei, das Streben nach den Sternen ausdrücklich erwünscht. Entsprechend wurde das Projekt auf den Namen „Galaxy“ getauft.
Der Volvo 440 versprach puren Fahrspass
Auffällig waren insbesondere die kantenreichen Konturen sowie seine Mischung aus Schräg- und Stufenheck. Und der G4 genannte Prototyp verkörperte all das, was Volvo suchte: Er hatte Vorderradantrieb und verbreitete puren Fahrspass; der Innenraum war trotz kompakter Abmessungen geräumig.
Das erste Modell mit der neuen Frontantriebs-Architektur war das Sportcoupé Volvo 480, das 1986 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt wurde. Dieses unverwechselbare Nischenmodell ebnete den Weg für den Volvo 440, der zwei Jahre später folgte und am Ende um die Autokäufer in der Kompaktklasse buhlte.
Schrägheck mit Vierzylindern und modernen Sicherheitssystemen
Der Volvo 440 war ein modernes Schrägheckmodell, das über eine praktische, zweigeteilte Rückbank verfügte. Die Mittelkonsole war dem Fahrer zugeneigt, was die Bedienung vereinfachte. Typisch für Volvo war auch die umfangreiche Sicherheitsausstattung: Das Antiblockiersystem (ABS) war schon 1989 als Sonderausstattung erhältlich.
Ein englischer TV-Spot aus dem Jahr 1991 dramatisierte die neue Verfügbarkeit von Airbags im Volvo 440. 1994 kam der Seitenaufprallschutzsystem SIPS hinzu.
Gebaut wurde der Volvo 440 in Born in den Niederlanden, wo auch schon die Vorgängermodelle Volvo 340/360 und der Volvo 480 vom Band liefen. 1989 folgte zudem eine weitere Modellvariante: der Volvo 460, eine zehn Zentimeter längere Limousinen-Version des Volvo 440. Schluss war für den Volvo 440/460 erst im November 1996: Zu diesem Zeitpunkt lief die Produktion der Nachfolger Volvo S40 und Volvo V40 bereits ein Jahr lang parallel.
Bereits damals fortschrittlich in der Kommunikation: “Video-Brochure” für den Volvo 440 aus dem Jahr 1990
Acht kaum bekannte Fakten über den Volvo 440:
- Der Volvo 440 war auch als Polizeiauto erhältlich und kam sowohl bei der nationalen Polizei wie auch bei regionalen Polizeikräften z.B. in den Niederlanden zum Einsatz.
- Die Volvo 400er Baureihe umfasste zwar nie einen Kombi, aber zwei externe Designfirmen hatten entsprechende Vorschläge: ASC Detroit aus den USA entwarf eine Designskizze, während Heuliez aus Frankreich sogar Kombi-Prototypen baute. Einer davon steht heute im Volvo Museum.
- Eine niederländische Firma bot ein Kombi-Umrüst-Set an. Die Heckklappe des Schräghecks wurde entfernt und durch Dach, Seitenfenster und Kofferraumdeckel aus Fiberglas ersetzt. Volvo war nicht beteiligt – und erteilte auch keine Genehmigung für den Umbau.
- Eine Rallyecross-Version des Volvo 440 mit 2,3-Liter-Motor, 16 Ventilen und 526 kW (715 PS) trat 1992 in Wettbewerben an – natürlich mit Allradantrieb.
- Der Volvo 440 verfügte serienmässig über einen Bordcomputer. Er zeigte Kraftstoffverbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit, Reichweite, Öl- und Kühltemperatur sowie Aussentemperatur an. Beim Starten des Motors erschien ein „OK“ im Bildschirm, wenn der Ölstand stimmte.
- Am 1. Dezember 1991 übertrug Volvo Car B.V. die Produktion der Volvo 400er Modellreihe auf NedCar B.V. Das neue Unternehmen wurde vom niederländischen Staat, der Volvo Personvagner AB und Mitsubishi Motors betrieben.
- Das Konzeptfahrzeug LCP 2000 war ein Vorgänger der Volvo 400er Familie. Das sogenannte „Light Component Project“ wurde im Frühjahr 1983 als Prototyp eines künftigen leichten Fahrzeugs vorgestellt. Neben unterschiedlichen Leichtbau-Materialien verfügte der LCP 2000 über Vorderradantrieb und einen quer eingebauten Motor.
- Das Design des Volvo 440 geht auf Peter van Kuilenberg zurück, der damals in der Designabteilung von Volvo Car B.V. arbeitete. Die eigentliche Form basiert jedoch auf dem G4 Prototypen, den Volvo Chefdesigner Jan Wilsgaard entwickelte.