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Erstarrt der Körper während einer traumatischen Situation, kann es auch zu Dissoziationen kommen. Diese Form der Wahrnehmungsveränderung ist eine Möglichkeit für einen bedrohten Menschen, den traumatischen Stress auszuhalten, indem er sich innerlich von der Bedrohung distanziert – als würde er ausser- oder oberhalb des Geschehens sein.
Dadurch verändert sich allerdings auch die Informationsverarbeitung. Während einer traumatischen Situation verarbeitet das Gehirn sämtliche Sinneseindrücke, die zu diesem Zeitpunkt wahrgenommen werden, als lebensgefährlich.
Die Arbeitsweise des Gehirns unter traumatischem Stress führt dazu, dass die etikettierten Erfahrungen schlecht in das Gesamt der Lebenserfahrungen eingeordnet werden können. Werden im Normalfall alle Sinneswahrnehmungen einer Situation (Bilder, Geräusche, Gerüche, taktile Erfahrungen etc.) und Emotionen zu einem vollständigen Ganzen zusammenfügt und im Grosshirn als vergangenes Ereignis abgelegt, funktioniert diese Abspeicherung während einer Dissoziation nicht mehr.
Statt einer geordneten Abspeicherung kommt es zu einer Fragmentierung der Erinnerungen, d.h. zu zusammenhangslosen Gedankensplittern und Erinnerungsfetzen, die vereinzelt und bruchstückhaft gespeichert werden, ähnlich einem zerbrochenen Spiegel. Die Erinnerungsfragmente können deshalb meist nicht in logischer oder zeitlich chronologischer Abfolge abgerufen und wiedergegeben werden.