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«Bis gleich» und auch die ähnlichen Grussformeln «bis nachher» und «bis später» werden verwendet, wenn die Absicht besteht, sich wiederzusehen, zu schreiben oder zu hören. Es ist klar, dass man bald wieder kommunizieren wird – meist besteht auch schon ein vereinbarter Termin. Man sieht sich beispielsweise in einer halben Stunde im Online-Meeting, man besucht die gleiche Vorlesung, oder man verspricht – wie im Einstiegssatz – sich wieder zu melden. Zudem kann man bei diesen Formulierungen davon ausgehen, dass das Wiedersehen noch am selben Tag stattfinden wird. Denn «bis nachher» zu sagen, wenn man sich erst am folgenden Tag wieder trifft, würde das Gegenüber wohl etwas verwirren.
Ich würde sagen, dass «bis gleich» am unmittelbarsten ist – also in ein paar Minuten bis zu einer Stunde. Müsste ich viel länger als eine Stunde auf eine Antwort warten, würde ich wohl schon ein bisschen nervös werden. Unter «bis nachher» verstehe ich einen späteren Zeitpunkt als unter «bis gleich», doch definiere es immer noch als sehr zeitnah. «Bis später» hingegen würde ich auch verwenden, wenn ich mit der Empfängerin oder dem Empfänger meiner Nachricht erst am Nachmittag oder Abend wieder Kontakt hätte.
Man sieht oder hört sich wieder – irgendwann
Was bedeuten zudem ähnliche Formulierungen wie «bis dann», «bis demnächst» und «bis bald»? Auch hier ist klar, dass man sich wieder sehen, schreiben oder hören wird. Diese Formulierungen kommen aber eher zur Anwendung, wenn kein weiteres Treffen ausgemacht ist – sie sind also unverbindlicher als die ersten drei genannten Beispiele. Die Dudendefinition für «demnächst» lautet: in nächster Zeit, bald, in Kürze. Schreibt oder sagt mir jemand «bis bald», habe ich nicht die Erwartung, dass ich noch am gleichen oder am nächsten Tag etwas von ihr oder ihm höre. Ich sehe es eher als Floskel an, um beispielsweise einen Mailwechsel zum Abschluss zu bringen.
Privatleben vs. Geschäftswelt
Gibt es bei der Auffassung solcher Abschiedsformeln Unterschiede zwischen dem Privatleben und der Geschäftswelt, oder kann man davon ausgehen, dass ein privates «bis gleich» so zu verstehen ist wie ein geschäftliches? Im Privatleben erlebte ich jedenfalls schon Unstimmigkeiten diesbezüglich. Wahrscheinlich hängt es unter anderem damit zusammen, dass man etwas als verbindlicher ansieht, wenn es im geschäftlichen Rahmen stattfindet und es im Privaten eher etwas lockerer sieht.
Was sind Ihre Gedanken zu diesem Thema? Wann ist für Sie «bis gleich»? Oder verwenden Sie lieber keine solchen Formulierungen, um Missverständnisse zu vermeiden? Wir freuen uns auf Ihre Inputs.
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