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Im Rahmen der sogenannten DART Mission möchte die Nasa einen Asteroiden abschiessen. Damit soll zum ersten Mal überhaupt getestet werden, ob man die Erde im Ernstfall vor einem auf sie zu rasenden Asteroiden retten könnte.
Dafür wird eine 550 Kilogramm schwere Sonde ins All geschickt, die dann mit hoher Geschwindigkeit mit dem Asteroiden kollidieren soll. Danach soll überprüft werden, wie sich die Kollision auf die Umlaufbahn des Asteroiden auswirkt. In anderen Worten: Wäre es möglich, im Ernstfall die Umlaufbahn des Asteroiden durch eine geplante Kollision so zu verändern, dass er nicht mehr auf die Erde zufliegt?
Die 325 Millionen Dollar teuere DART Mission – Abkürzung für Double Asteroid Redirection Test – soll um 01:21 Uhr ET von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien starten.
Bis es zur tatsächlichen Kollision kommt, muss man sich allerdings noch etwas gedulden. Die Sonde wird 10 Monate benötigen, um zum anvisierten Asteroidensystem zu gelangen. Dieses liegt 10,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Ziel der Mission ist es, die Sonde auf Dimorphos zerschellen zu lassen.
Dimorphos ist ein Minimond mit 1,1 Kilometer Durchmesser, der um den viel grösseren Asteroiden namens Didymos kreist. Während Didymos etwa so gross ist wie das grösste Gebäude der Welt – der Burji Khalifa –, ist Dimorphos mit der Grösse des Kolosseums in Rom vergleichbar. Dagegen ist die Raumsonde mit 550 kg Gewicht natürlich um einiges kleiner. Was kann diese kleine Sonde mit einer Kollision überhaupt anrichten?
Mit 24'000 km/h wird die Sonde nach einer 10-monatigen Reise an der Oberfläche Dimorphos zerschellen. Die Kollision wird den Mini-Mond dadurch minim abbremsen und einen Einschlagskrater hinterlassen. Gemäss Berechnungen soll sich die Geschwindigkeit des kleinen Gesteinsbrockens um 0,4 Millimeter pro Sekunde verändern.
Eine winzige Veränderung also, die aber dennoch messbar ist. Schon seit Jahrzehnten werden der Asteroid Didymos und sein Mini-Mond Dimorphos beobachtet, weshalb genau bekannt ist, wie sich die beiden Objekte durch das All bewegen. So umkreist beispielsweise Dimorphos den grösseren Asteroiden alle 11 Stunden und 55 Minuten – noch. Nach der Kollision soll untersucht werden, wie sich die Umlaufbahn des Mini-Mondes verändert. Die Forschenden rechnen mit einer mindestens 73 Sekunden langsameren Umlaufzeit.
Dieser Test ist wegweisend, denn er wird Erkenntnisse liefern, wie ein Asteroid in ähnlicher Grösse im Ernstfall «angegriffen» werden müsste.
Als besonders gefährlich werden Asteroiden mit einer Grösse von über 140 Metern eingestuft. Ein Asteroideneinschlag dieser Grösse wäre in der Lage ganze Städte und Regionen auszulöschen. Doch die gute Nachricht: Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten 100 Jahren ein solcher Asteroid mit der Erde kollidiert ist klein, sagt die NASA. Gleichzeitig räumt sie aber auch ein, dass bisher nur 40 Prozent aller Weltraumgesteine dieser Grösse bekannt sind. Von Gesteinsbrocken mit einer Grösse von 25 Metern sind nur gerade mal 0,4 Prozent identifiziert. Ihr Einschlag wäre zwar weniger verheerend, könnte aber noch immer zu vielen Verletzten führen.
Es ist die Aufgabe des Planetary Defense Coordination Office der Nasa, erdnahe Objekte zu suchen, die eine Gefahr für die Erde darstellen könnten. Dazu gehören Objekte, die sich weniger als 8 Millionen Kilometer von der Erdumlaufbahn befinden, sowie solche, die bei einem Aufprall auf der Erdoberfläche erheblichen Schaden anrichten könnten.
Es kommt sehr selten vor, dass ein Asteroid auf die Erde trifft, sagt Lindley Johnson, der als Beauftragter für planetarische Verteidigung der Nasa arbeitet. Aber: Man wolle frühzeitig wissen, was man dagegen tun könnte. (saw)
Als Kind las er Bücher über das Universum und baute mit seinem Bruder Raketen zusammen. Dann aber geriet der Weltraum für Marco Sieber etwas in Vergessenheit. Jetzt ist er ihm so nah wie nie zuvor: Er ist Teil der 17-köpfigen Astronauten-Klasse, die die europäische Weltraumorganisation ESA aus 22’500 Bewerberinnen und Bewerbern zusammengesetzt hat. Im Frühjahr nächsten Jahres startet die Ausbildung im europäischen Astronautenzentrum in Köln.