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Falsch eingesetzt, werden die Wunderwaffen zu Killern.
Unnötig verabreichte Antibiotika befördern tödliche Viruserkrankungen, an denen über 80 Prozent der Individuen sterben. Das zeigen Versuche von US-Wissenschaftlern. Sie wollen ergründen, warum manche Menschen besonders schwer an Zikaviren, Denguefieber oder am West-Nil-Virus erkranken, andere dagegen kaum.
In ihren Experimenten erhielten gesunde Mäuse ein Erfrischungsgetränk mit vier Antibiotika ins Wasser oder ins Futter. Diese Behandlung dauerte im Minimum drei Tage, maximal mehrere Wochen. Dann wurden die Mäuse mit Zika-, Dengue- oder West-Nil-Viren infiziert.
Selbst wenn die Antibiotikagabe schon sieben Tage zurücklag oder nur drei Tage gedauert hatte, verendeten rund 80 Prozent der Mäuse am West-Nil-Virus, im Vergleich zu 20 bis höchstens 40 Prozent bei den Mäusen, die kein Antibiotikum erhalten hatten. Und sogar wenn sie nur ein Antibiotikum, zum Beispiel Penicillin, bekamen, starben etwa doppelt so viele Mäuse an dem Virus wie ohne Antibiotikum.
Der Grund: Das Immunsystem der Tiere bildete nach den Antibiotikagaben weniger «Killerzellen», die für die Abwehr wichtig sind. Vermutlich hängt dies damit zusammen, dass die Antibiotika die gesunde Darmflora zerstörten.
«Transplantierten» die Forscher nämlich Kot von einer Maus, die Antibiotika bekommen hatte, in den Darm einer Maus, die keine erhalten hatte, stieg bei ihr das Risiko einer tödlichen Virusinfektion ebenfalls.
Offen ist, ob diese Ergebnisse auch für Menschen gelten und ob Antiobiotika auch andere Virusinfekte als die drei genannten begünstigen. Es sei wichtig, daran zu denken, dass Antibiotika Nebenwirkungen haben können, mahnt der Studienautor Michael S. Diamond. «Sie könnten damit Ihre Immunantwort auf bestimmte Virusinfektionen beeinflussen.»
Quelle: «Cell Reports»