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Verkürztes Zungenbändchen: So erkennt und behandelt man es
Einige Kinder kommen mit einem verkürzten Zungenbändchen auf die Welt. Das sollte möglichst früh entdeckt und operiert werden, um Komplikationen zu vermeiden.
Es gibt Kinder, die mit einem verkürzten Zungenbändchen geboren werden – einer sogenannten Ankyloglossie. Das tönt nach einer Kleinigkeit, kann aber tatsächlich auf viele Mechanismen Auswirkungen haben.
Meist hat man als frisch gebackene Eltern noch nie davon gehört, bis es das eigene Kind betrifft.
Zwischen Mundboden und Zungenspitze
Die Ankyloglossie ist eine angeborene Besonderheit im Mundraum, bei der die Beweglichkeit der Zunge eingeschränkt ist. Ursächlich dafür ist ein verkürztes Frenulum linguae.
Schauen Sie einmal in Ihren eigenen Mund: Es ist das Bändchen, das die Unterseite der Zunge mit dem Boden des Mundes verbindet.
Das Frenulum linguae entsteht während der embryonalen Entwicklung als Leitstruktur für das Wachstum Ihrer Zunge. Ein ähnliches Gewebeband finden Sie zwischen Ihrem Oberkiefer und Ihrer Oberlippe.
Anatomische Vielfalt: Klassifikation von verkürzten Frenuli Linguae
Nicht jede verkürzte Version des Frenulums sieht gleich aus. Die Art der Ankyloglossie hängt davon ab, wo das Frenulum an der Zunge befestigt ist.
Die klassische (vordere) Form, bei der das Verbindungsgewebe bis zur Zungenspitze reicht und sichtbar wird, wenn man die Zunge hebt, ist die am häufigsten bemerkte. Manchmal hat die herausgestreckte Zunge eines betroffenen Säuglings eine herzförmige oder gespaltene Erscheinung.
Dann gibt es noch den hinteren Typus: Hier sitzt das Bändchen weiter hinten auf der Zunge und ist schwer zu erkennen, da es unterhalb der Schleimhaut liegt. Das vordere Drittel und die Seiten der Zunge können sich frei bewegen, im mittleren Bereich bleibt sie fest verankert.
Warum ist ein verkürztes Frenulum problematisch?
In den ersten Lebensmonaten kann eine Ankyloglossie Stillprobleme verursachen. Dazu gehören beispielsweise ein flacher Saugrythmus, schmerzhafte Brustwarzen für die Mutter oder eine geringe Gewichtszunahme des Kindes.
Auch später kann eine Ankyloglossie zu Schwierigkeiten führen. Das geht von Sprachproblemen über Schluckbeschwerden bis hin zu orthodontischen Problemen.
Viele Neugeborene werden bereits im Kreisssaal auf eine mögliche Ankyloglossie untersucht und gegebenenfalls behandelt. Wenn das Bändchen zu kurz ist, sollte es chirurgisch entfernt werden.
Auch ältere Kinder können betroffen sein – hier hilft dann eine Untersuchung durch einen erfahrenen Mediziner oder Logopäden.