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Auf Bildern kommerziell genutzter Satelliten sei zu erkennen, dass das radiochemische Labor, das als Anlage zur Wiederaufarbeitung benutzter Kranbrennstäbe dient, «nach einer fast zweijährigen Pause wieder in Betrieb ist», schrieben Experten der auf Nordkorea spezialisierten Nachrichtenseite «38 North» des Stimson Center. Beim Wiederaufarbeitungsprozess fällt unter anderem Plutonium an.
Die Autoren wiesen zugleich darauf hin, dass es schwierig sei, anhand des Bildmaterials die Aktivitäten in Yongbyon genau zu bestimmen. Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seitdem es vor einigen Jahren internationale Atominspekteure des Landes verwiesen hatte.
Aus dem Schornstein eines Dampfkraftwerks, das mit der Wiederaufarbeitungsanlage durch Rohre verbunden ist, stieg dem Expertenbericht zufolge zwischen Ende Februar und Anfang März zu verschiedenen Zeiten Rauch auf. «Das legt nahe, dass Vorbereitungen für die Wiederaufarbeitung gebrauchter Brennstäbe getroffen werden, um Plutonium zu gewinnen, das für Nordkoreas Atomwaffen gebraucht wird.» Es könnte aber auch schlicht bedeuten, dass dort radioaktiver Abfall verarbeitet werde.
Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Rafael Grossi, hatte bereits am Montag zum Auftakt des Gouverneursrats der Organisation in Wien mitgeteilt, dass es zuletzt Anzeichen für den Betrieb des Dampfkraftwerks in Yongbyon gegeben hat.
Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen. In einem internen UN-Bericht hatte es im Februar geheissen, dass Nordkorea das Programm trotz der Sanktionen weiter vorantreibe. Auch wenn 2020 weder Atomversuche noch Tests von ballistischen Raketen gemeldet worden seien, produziere Nordkorea weiter «spaltbares Material, unterhielt Kernanlagen und verbesserte seine Infrastruktur für ballistische Raketen».