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In einem "Leitfaden für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt" lese ich, dass neben Obst und Gemüse die meisten Milchprodukte "die wichtigsten Quellen für basische Vitalstoffe" seien und deshalb auf dem Speiseplan überwiegen sollten. Stimmt das?
Wenn ja, solIlte ich, wenn ich keine Milchprodukte konsumiere, eine Nahrungsergänzung in Form von Tabletten als basische Mineralsalze (Kalzium- und Kaliumcitrate, Lactose, Natrium-, Magnesium-, Eisen- sowie Mangancitrate und Kieselerde) zu mir nehmen?
L.S.P., CH-3030 Bern
Antwort: In den Säure-Basen-Tabellen ist die Kuhmilch als leicht basisch eingereiht. Wenn Sie auf diese Milch verzichten, aber viel Obst und Gemüse verzehren, leiden Sie kaum Mangel, und auch Ihr Säure-Basen-Gleichgewicht gerät schon gar nicht aus den Fugen. Denn die Kuhmilch ist ja für Kälber vorgesehen, und es sagt ja auch niemand, ein Esel könne nur gesund bleiben, wenn er täglich 3 Tassen Kamelmilch trinke.
Die Kuhmilch ist vor allem aus landwirtschaftspolitischen Gründen mit dem damit verbundenen Marketing zu Ansehen gelangt. Sie wird heute kaum noch roh (und damit in der wertvollsten Form), sondern fast ausschliesslich in verarbeiteter Form getrunken oder anderweitig konsumiert. Es gibt durchaus Milchprodukte, die wegen bakterieller Einflüsse, Fermentationen usf. günstige Eigenschaften erhalten haben (so Sauermilchprodukte, Käse, Joghurt, Kefir), die nicht zu unterschätzen sind. Joghurt wirkt u.a. belebend auf Verdauung, Leber und Nieren ein und soll sogar Fieberblasen (Herpes simplex) zum Verschwinden bringen, wenn man es täglich 3 x einnimmt.
Durch Pasteurisieren, Homogenisieren, Uperisieren und Pulverisieren büsst die Milch erheblich an Wert ein; wegen der Überstrapazierung der Euter bei überzüchteten Hochleistungskühen (Entzündungen) kommt man fast nicht mehr um Keimfreimachungen herum. Sogar Bio-Milch kommt dem Convenience-Trend allmählich zum Teil entgegen, vor allem wegen der Verlängerung der Haltbarkeit, auch wenn sie glücklicherweise noch nicht zur UHT-Konserve degradiert worden ist.
Es gibt bessere Kalziumquellen als die Milch; denn Milch enthält verhältnismässig wenig Magnesium, kaum genügend, damit alles in der Milch enthaltene Kalzium resorbiert werden kann. Diese besseren Quellen sind Salate, Gemüse, Vollkorngetreide und Obst. Und auch hartes (mineralstoffreiches) Trinkwasser ist in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen.
Falls Ihre Ernährungsgewohnheiten diesbezüglich nicht optimal sind und Sie vielleicht durch Schäden an Knochen und Zähnen darauf aufmerksam gemacht worden sind, dann können Kalziumsupplemente nützlich sein, auch wenn diese nie denselben Wert wie Mineralstoffe innerhalb des natürlichen Verbundes haben. Wenn schon Kalziumergänzungen eingenommen werden, dann sollten diese von alledem begleitet sein, was zur Kalzium-Verwertung benötigt wird: Vitamin D3, Vitamin C und Magnesium. Die Versorgung mit Kalzium und Magnesium (Weizenkeime sind eine gute Quelle) sollte mit zunehmendem Alter ebenfalls zunehmen.
Zu Silizium kommen Sie, wenn Sie eine faserreiche Nahrung einnehmen. Kalium seinerseits, das für die Zellen lebenswichtig ist, findet sich reichlich in ungeschälten Früchten, grünem Blattgemüse, wenn es nicht blanchiert worden ist, Kartoffeln, Datteln, Nüssen und Samen, auch im Fleisch.
Ihre Frage lässt erkennen, dass Ihnen an einer Nährstoffbilanz gelegen ist, welche die Gesundheit erhält. Wenn dies mehr Menschen tun würden, wäre es um die Volksgesundheit besser bestellt.
h.
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