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Werden Eltern gefragt, was sie sich für die Zukunft ihres Kindes wünschen, lautet die Standardantwort: «Hauptsache, es wird glücklich.» Ja, das kann sicher jeder so unterschreiben. Und trotzdem! Es passt zwar nicht zur Abgeklärtheit moderner Eltern, und vielleicht ist es ja eine Frage des Geschlechts oder eine Kompensationshandlung für die eigenen unerreichten Ziele – aber als Vater frage ich mich immer wieder, wie sich der Nachwuchs dereinst durchs Leben schlägt. Mal ganz bewusst, wenn ich das Kind anschaue, mal in einer schlaflosen Nacht, mal abwesend im Tram. Nicht, dass ich mir dann erträume, dass es mit 17 Jahren Wimbledon gewinnt oder mich wundere, ob es mal Astrophysik studiert. Es beschäftigen einen dann eher sorgenvolle oder triviale Fragen. Zum Beispiel: Wird es viele Freunde haben? Wie gross wird es sein? Heiratet es? Kriegt es eine Brille? Spielt es Gitarre? Ist es homosexuell? Hat es Kinder? Wie viele? Wie heissen sie? Raucht es? Kocht es gerne? Macht es eine Lehre? Geht es ans Gymnasium? An die Uni? Was arbeitet es? Arbeitet es gerne? Bekommt es eine Glatze? Hat es gerne Nebel? Braucht es Ritalin? Spart es Strom? Was ist seine Schuhgrösse? Wählt es rechts oder links? Welche Musik hört es? Wie sieht sein Partner aus? Trägt es Krawatten? Welchen Sport macht es? Wie viel verdient es? In welchem Jahr stirbt es? Glaubt es an Gott? An Ausserirdische? Spricht es spanisch? Wie schaut es auf seine Kindheit zurück? Gefällt ihm sein Name? Fährt es Auto? Was für eins? Ist es pünktlich? Wie hoch ist sein IQ? Bin ich ihm peinlich?Nimmt es Drogen? Welche? Lebt es in der Stadt oder auf dem Land? Wandert es aus? Wer ist sein bester Freund? Was ist seine grösste Angst? Hat es ein Lebensmotto? Ist es als Erwachsener traurig, dass es keine Geschwister hat? Mag es Sex? Was ist sein Lieblingsessen? Fährt es gerne in die Berge? Übernimmt es die Wohnung? Verkauft es das Ferienhaus? Gefällt mir sein Lebenspartner? Ist es in der Schule beliebt? Was ist sein Lieblingsfach? Wird es ein Sonderling? Was macht es wütend? Kriegt es noch AHV? Bleiben die Haare blond? Welches ist sein Lieblingsfilm? Mag es Leber? Wird es Vegetarier? Trinkt es zu viel? Hat es Schlafstörungen? Flugangst? Übergewicht? Erfährt es wahre Liebe? Glaubt es an Homöopathie? Macht es ein Auslandsjahr? Ist es faul? Eloquent? Kann es Witze erzählen? Was mag es an sich? Wem sieht es als Erwachsener ähnlich? Was sagt es an meiner Beerdigung? Was ist seine Lieblingspizza? Zeltet es gerne? Wann zieht es aus? Was macht es mal ganz anders als ich? Wird es glücklich sein? Man sagt, wer gut fragt, hat schon die halbe Antwort. Doch auf diese Frage gibt es natürlich genauso wenig eine Antwort wie auf die vorherigen. Que sera sera. So viel ist über das Kind immerhin sicher: Es kann Glück gut gebrauchen.