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Der sogenannte tourisme adapté stellt sich in Frankreich als Erbe einer Reihe von seit den 1930er-Jahren auftretenden Entwicklungen und Organisationen dar, namentlich der Pfadfinderbewegung, der Behindertenhilfswerke, der Organisation von Kuraufenthalten durch die sozialmedizinischen Einrichtungen sowie der Leistungen allgemeiner oder spezialisierter Ferienorganisationen. Eine Analyse der Zugangsmöglichkeiten für «Personen mit besonderen Bedürfnissen» zu touristischen Einrichtungen lässt eine doppelte Entwicklung erkennen. Auf der einen Seite gibt es einen abgegrenzten Bereich des Tourismus, der Ferienaktivitäten speziell für Menschen mit Behinderung anbietet. Für die Qualitätssicherung der Leistungen dieses Modells sorgte in den1990er-Jahren die Institution des Conseil National des Loisirs et du Tourisme Adapté (CNLTA). In einer zweiten Phase entwickelte sich gegen Ende der 1990er-Jahre ein anderes Modell. Mit Unterstützung des Secrétariat d’état au Tourisme wurde eine Kampagne zur Kennzeichnung aller Tourismusangebote hinsichtlich ihrer Funktionalität für Menschen mit Behinderung initiiert. Diese Doppelbewegung zeigt bestimmte Repräsentationen und Praktiken in Bezug auf Behinderung zwischen einer Politik der Nichtdiskriminierung einerseits und der positiven Diskriminierung andererseits auf. Unser Blick richtet sich nicht nur auf die Andersartigkeit» und ihre Inklusion in die Gesamtgesellschaft, sondern auch auf die Entwicklung von Formen des Zusammenlebens.
Erschienen in: traverse 2006/3, S. 125