Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03234.jsonl.gz/2791

Schütz / Mendelssohn
Maria / Simeon
Die Todesnachricht seiner geliebten Schwester Fanny erreichte Felix Mendelssohn im Mai 1847 in Frankfurt. Die Heimreise nach Berlin konnte er darauf hin nicht ertragen und fuhr mit seiner Familie weiter nach Baden-Baden. Zunächst konnte er nur noch zeichnen, doch anfangs Juni gelang ihm die Fertigstellung zweier Lobgesänge für den anglikanischen Abendgottesdienst: der Lobgesang der Maria (Magnificat) und der Lobgesang des Simeon (Nunc dimittis) op. 69. Einige Tage später reiste die Familie Mendelssohn in die Schweiz, via Rheinfall und Luzern nach Interlaken, wo sie sich im Juli und August erholten.
Heinrich Schütz verwendet im II. Teil seiner musikalischen Exequien den Psalm 73 und lässt darauf das Nunc dimittis folgen. Auf die vielfältigen kammermusikalischen Besetzungen der lutherischen Begräbnismesse des I. Teils folgt ein Doppelchor im Teil II und ein fünstimmiger Hauptchor mit drei Solostimmen als Fernchor.
Die Aufführung der Lobgesänge der beiden Komponisten gestalten wir zusammen mit Posaunenconsort und Orgel. Mit dieser Aufführungspraxis rücken die beiden Komponisten näher zusammen, wird das Moderne bei Schütz und das Traditionelle bei Mendelssohn erfahrbarer. Beide Komponisten verwenden Mehrchörigkeit, Polyphonie, schlichte Vier- und Fünfstimmigkeit, diese Techniken verbinden und kontrastieren über die Epochengrenzen hinweg. Während der Woche werden wir die Probenarbeit mit kleineren Kompositionen der beiden Komponisten auflockern und bereichern.