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- Das Drama «To Kill a Mockingbird» von 1962 ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Harper Lee.
- Hauptdarsteller Gregory Peck bekam den Oscar für Darstellung des Atticus Finch.
- Es geht um Rassismus und Intoleranz.
Wer ist Atticus Finch? Der Klang des Namens kann nicht mit 007 und Indiana Jones mithalten. Sein Darsteller allerdings schon: Gregory Peck. Der gehört wie Harrison Ford oder Sean Connery zu den ganz grossen Hollywoods. Peck ist Atticus Finch, der stille Held in «To Kill a Mockingbird» (USA 1962).
Historischer Erstlingsroman
Die Vorlage für den Film entstand 1960. Der gleichnamige Roman, der Erstling der jungen US-Autorin Harper Lee, gewann sogleich den Pulitzerpreis. Die Geschichte spielt zu Beginn der 1930er Jahre, während der Wirtschaftskrise. Lee erzählt vom unerschrockenen weissen Provinz-Anwalt Atticus Finch, der den schwarzen Hilfsarbeiter Tom Robinson vor Gericht verteidigt – im Angesicht von Rassismus und Intoleranz.
Der Roman ist konsequent aus der Sicht von Scout geschrieben, der kleinen Tochter des Anwalts. Diese muss zusammen mit ihrem Bruder Jem im Lauf der Verhandlung erkennen, dass der Mut und die Fähigkeiten ihres Vaters zementierte Ungerechtigkeiten nicht beseitigen können.
Angeblich kein echter Filmheld
«To Kill a Mockingbird» war als Roman eine Sensation. 30 Millionen Exemplare wurden verkauft und es folgten Übersetzungen in 40 Sprachen.
Trotz dieser Popularität konnte sich keiner der etablierten Produzenten in Hollywood für eine Verfilmung erwärmen. Der Story fehlte es an Action und Romantik. Und einen klassischen Filmhelden gebe es auch nicht.
«Ich bin euer Mann!»
Der Auftrag ging letztlich an den jungen Produzenten Alan J. Pakula («Sophie’s Choice»). Für die Regie wurde Robert Mulligan verpflichtet, der schon zuvor mit Pakula Filmprojekte realisiert hatte. Gregory Peck, dessen Karriere damals bereits in voller Blüte stand, war vom Drehbuch so begeistert, dass er es in einer Nacht durchlas. Am nächsten Morgen liess er Produzent Pakula wissen: «Ich bin euer Mann!»
Kurze Karriere
Für die Rolle der Kinder wurden keine Schauspieler engagiert, sondern zwei filmunerfahrene Laien. Die damals 10-jährige Mary Badham spielte Scout – die Rolle ihres Lebens. Bereits 1966, vier Jahre nach den Dreharbeiten, zog sie sich ganz aus dem Filmgeschäft zurück. Obwohl ihr die Kritiker für die Darstellung der Anwaltstochter grossen Respekt gezollt hatten.
Sie und Gregory Peck blieben bis zu dessen Tod eng befreundet. Peck nannte Mary Badham stets bei ihrem Filmnamen: Scout.
Noch im Erscheinungsjahr 1962 wurde «To Kill a Mockingbird» zur Kino-Sensation. Aus insgesamt acht Oscar-Nominierungen resultierten letztlich drei Auszeichnungen.
Prämiert wurden Gregory Peck als «Bester Hauptdarsteller», Horton Foote für das «Beste adaptierte Drehbuch», sowie die Ausstattungs-Crew. Damit hatte niemand gerechnet.
Wahl zum grössten Filmhelden
Heute gilt der Film als historisches Meisterwerk. Seit 1995 steht er im nationalen Filmregister der USA. Zwischen 1998 und 2007 kletterte er in der Top-Liste des American Film Institute (AFI) von Rang 34 auf Rang 25.
Und wer thront im Rating des AFI der «grössten Helden des amerikanischen Films» bis heute auf dem ersten Platz? Atticus Finch – vor James Bond und Indiana Jones.