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Ohne Container und die dazugehörigen Schiffe würde der Welthandel nicht in dem Umfang und dem Vernetzungsgrad existieren, wie wir ihn kennen. Dessen Erfindung revolutionierte den Handel. Durch die Aufteilung der Waren in standardisierte Container wurde ein effizienter Transport von Waren in einem globalen Transportnetz ermöglicht. Doch mehr und mehr drängt sich die Frage auf: Ist Seefracht nachhaltig?
Der Container und die Entwicklung der Seefracht
Malcolm McLean gründete 1935 mit seinen Geschwistern Jim und Clara eine kleine Spedition. Er ärgerte sich zunehmend über den Zeitverlust beim Be- und Entladen eines Lkw’s. So entwickelte er in den nächsten Jahren folgende Idee: Statt mühevoll einzelne Kisten und Säcke zu verladen, sollte fortan einfach der komplette Auflieger eines Lkw’s verladen und am Zielort wieder auf ein Fahrzeug gesetzt werden. Dadurch können die zu transportierenden Güter innerhalb weniger Minuten verladen werden. Eine massive Zeiteinsparung. Das System war ideal für Eisenbahn und Schifffahrt. Nur konnte McLean keine Investoren davon überzeugen.
Nach vielen Jahren der Eigenentwicklung verkaufte er 1955 kurzerhand seine Anteile der Firma. Mit dem Erlös erwarb er eine kleine Reederei sowie zwei gebrauchte Tanker von der US-Marine. Nach dem Umbau zu Containerschiffen, startete er ein Jahr später mit der ersten Verschiffung.
Trotzt der offensichtlichen Vorteile setzte sich die Container-Schifffahrt vorerst aber nur in den USA durch. Wiederum war es McLean, der 1966 als erster einen Liniendienst nach Europa einrichtete. Erst daraufhin bestellten auch europäische Reedereien die ersten Containerschiffe. 1967 fuhr sodann das erste Schiff nach Asien.
Diese interaktiver Karte zeigt eine Übersicht der globalen Frachtschifffahrt im Jahr 2012. Mit einem bis dato unerreichten Detaillierungsgrad. In Bezug auf die Frage «Ist Seefracht nachhaltig?» zeigen sich oben links die direkten CO2-Emissionen. Mit dem Klick auf den Play-Button, erfahren Sie mehr darüber.
Die Vorteile liegen auf der Hand
Gegenüber dem klassischen Stückgutverkehr bringt der Container viele Vorteile. Statt mehrerer Kisten, Paletten oder Säcken muss nur noch ein einzelner Container verladen werden. Dank der festgelegten Abmessungen und Gewichte können Container gestapelt und einfach auf andere Transportmittel wie Eisenbahnwaggons, Lkw-Auflieger, Küsten- und Binnenschiffe verladen werden. Indem die Waren durch eine Stahlwand geschützt werden, steigt zudem die Sicherheit. Dadurch können Gefahrstoffgüter auf demselben Schiff transportiert werden, auf dem auch leicht brennbaren Materialien verstaut sind.
Diese Vorteile führten, nebst der immer grösser werdenden Schiffe, zu einer Effizienzsteigerung um ein Vielfaches. Hatte das erste Containerschiff noch eine bescheidene Kapazität von 58 TEU’s (Twenty feet equivalent unit = 20-Fuss-Container), so wurden alleine seit Juli 2021 sechs der grössten Containerschiffe aller Zeiten in Betrieb genommen. Sie fassen je 24’000 TEU’s und sind meist zwischen Asien und Europa unterwegs.
Die Nachteile werden verschwiegen
Die offensichtlichen Nachteile dieser Art des Transports sind bekannt: Die riesigen Schiffe benötigen für ihren Betrieb eine enorme Menge an Schweröl. Um diese direkten Emissionen zu reduzieren, optimieren Hersteller die Antriebstechnologie und Reedereien ihre Routen. Teilweise werden sogar wieder Segel eingesetzt um den Verbrauch zu reduzieren. Aufgrund der schieren Grösse, ist die direkte Umweltbelastung je Container verschwindend klein. Besonders im Vergleich zur Luftfracht.
Betrachtet man aber den gesamten Lebenszyklus eines solchen Schiffes, so fällt einem das dreckige Geschäft der Verschrottung auf. Mehrere hundert Frachtschiffe werden jährlich ausser Betrieb genommen. Ein Grossteil davon in Bangladesh. Unter katastrophalen Bedingungen, wie dieses aufschlussreiche Video von National Geographic zeigt. Die Arbeiter (teils noch Kinder) begeben sich täglich in Lebensgefahr und vergiften sich selbst und die Umwelt. Davon profitieren wir letzten Endes alle mit tieferen Transportkosten und billigerem Konsum.
Fazit
Die Idee von McLean war es, Potenziale umzusetzen und mehr Effizienz herbeizuführen. Das ist ihm auf jeden Fall gelungen. Und so hat der globale Wohlstand ein zuvor noch nie dagewesenes Niveau erreicht. Davon profitiert ein Grossteil der Menschheit. Doch die tiefen Kosten führten leider auch dazu, dass Ware um die halbe Welt geschifft wird, ohne einen Mehrwert zu schaffen. Beispielsweise wenn in Vancouver europäisches Mineralwasser verkauft wird. Denn in der Region ist ausreichend Grundwasser vorhanden. Es gehört zu den besten der Welt.
Der Einfluss auf die Umwelt kann nicht bloss an der direkten CO2-Bilanz festgemacht werden. Vielmehr müssen die gesamtheitlichen Einflüsse und Wechselwirkungen mit einbezogen werden. Fakt ist: Seefracht ist nicht nachhaltig. Und so haben die massiv gestiegenen Transportkosten und Lieferschwierigkeiten auch etwas gutes. In der Hoffnung, dass sinnlose Verschiffungen abnehmen und Produktionsstätten wieder näher bei ihren Märkten stehen.
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