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Moore könnten nur erhalten bleiben, wenn die künstliche Entwässerung oder der Eintrag von Nährstoffen eingedämmt werde, erklärt Pro Natura in einer Medienmitteilung. Um das Hochmoorwachstum in den Bannzöpfen in Rothenthurm wieder in Gang zu setzen, wird nun ein Regenerationsprojekt gestartet.
Damit wird beabsichtigt, die ursprüngliche Fliessrichtung des Moorwassers wieder herzustellen. Das saure Moorwasser soll mit Spundwänden und kleinen Torfdämmen besser zurückgehalten werden. So könne sich die moortypische Fauna und Flora wieder ausbreiten.
Die Arbeiten sind vom Kanton Schwyz und von der Gemeinde Rothenthurm bewilligten worden. Sie starten in der kommenden Woche und dauern je nach Wetter bis Ende September oder Ende Oktober. Um das Moor zu schonen, bewegen sich die Baumaschinen in den nassen Flächen auf so genannten Holzmatrazen.
Quelle:
Bote der Urschweiz
http://www.suedostschweiz.ch/vermischtes/rothenthurmer-hochmoor-soll-wieder-auf-touren-kommen
Kommentar & Ergänzung:
Was ist überhaupt ein Moor?
Moorbiotope entstehen über wenig wasserdurchlässigem Untergrund und zeichnen sich durch grosse ständige Feuchtigkeit aus, was zu einem unvollständigen Abbau der pflanzlichen Reste und zu Torfbildung führt.
Man unterscheidet zwischen Hochmooren und Flachmooren. Der Unterschied besteht aber nicht etwa in der Höhenlage, sondern in der Dicke des torfhaltigen Untergrunds: Hochmoore entstanden vor Tausenden von Jahren und weisen häufig meterhohe Torfschichten auf, ihre Feuchtigkeit stammt vollständig aus (nährstoffarmem) Regenwasser. Flachmoore (“Sümpfe”) sind jünger, ihre Feuchtigkeit stammt zu einem bedeutenden Teil aus (nährstoffreicherem) Grundwasser.
Mit “Moorlandschaft” wird ein Landschaftsgebiet bezeichnet, das mehrheitlich, aber nicht ausschliesslich, aus einzelnen Elementen von Moorbiotopen besteht.
Die Auseinandersetzung um die wenigen verbliebenen Moor-Biotope in der Schweiz entbrannte in voller Stärke 1987, als gegen ein Projekt des damaligen Eidgenössischen Militärdepartements EMD, im Hochmoor bei Rothenthurm im Kanton Schwyz einen Waffenplatz zu bauen, eine Volksinitiative lanciert wurde. Die Hochmoore zählen in der Schweiz zu den seltensten Lebensräumen überhaupt.
Die Initiative wurde in der Volksabstimmung vom 6.Dezember 1987 überraschend deutlich angenommen.
Die Armee hatte 1987 noch einen Status, der kaum antastbar war. Der Erfolg der Moorinitiative war deshalb nicht selbstverständlich.
Seit diesem Abstimmungserfolg gilt “Rothenthurm” als Symbol für den Willen des Schweizer Volkes, wertvolle Lebensräume und die Artenvielfalt in der Schweiz zu schützen.
Die Revitalisierungsmassnahmen im Hochmoor von Rothenthurm sind übrigens ein Beispiel dafür, dass Naturschutz oft nicht einfach darin bestehen kann, die Natur quasi einfach in Ruhe zu lassen.
Viele Naturschutzgebiete brauchen intensive Pflege, damit die Artenvielfalt erhalten bleibt.
Hochmoore sind aber nicht nur wichtig für viele Pflanzenarten, die sich auf diese speziell nährstoffarmen Standorte spezialisiert haben. Moore sind auch ein ästhetisch faszinierender Landschaftstyp.
Im Hochmoor wachsen auch spezielle Heilpflanzen, vor allem der insektenfressende Sonnentau (Drosera rotundifolia), eine Hustenpflanze, die man aber selbstverständlich aus Gründen des Naturschutzes nicht selbst sammeln sollte.
Siehe:
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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