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Dass ein ehemaliger Kadetten-Tambour und nicht mehr aktiver Trommler den offiziellen Auftrag erhält, die Geschichte eines der innovativsten Vereine der Stadt Wädenswil zu schreiben, ist Würde und Bürde zugleich. Kann man, als nicht dem «Inner Circle» des Vereins Angehörender, dieser grossen Aufgabe gerecht werden? Ich wage den Versuch! Die folgende Vereinsgeschichte soll nicht bloss ein chronologischer Ablauf des Geschehens der vergangenen fünfzig Jahre darstellen, sondern ein lebendiges Bild eines jung gebliebenen Jubilars vermitteln. Die Quellen dazu stammen aus den Fotoarchiven von Prof. Dr. h.c. Peter Ziegler, von Aktiven, Ehemaligen, von Gert Kraft und aus eigenem Archiv. Im Weiteren leisteten die diversen Chroniken, Zeitungs- und Erlebnisberichte von Aktivtambouren wertvolle Dienste.
Das Wort Tambour benannte ursprünglich eigentlich nicht den Trommler, sondern ein Instrument, nämlich eine Art Schlagzitter. «Tambour» wird vom arabisch-persischen tanbúr (sprich tambür) abgeleitet. Die Franzosen übernahmen das Wort und änderten es französisch zu Tambour. Jetzt bezeichnete es eine Handtrommel (Tamburin). Im Mittelalter wurde das Wort in grossen Teilen Europas aus dem Französischen entlehnt: Tambúr. Der Schlegel hiess Tambúrer. Im 17. Jahrhundert wurde der Name des Instrumentes dann auf den Trommler selbst bezogen. Auch im brandenburgischen Heer um 1650 verdrängte der französische Name «Tambour» die deutsche Bezeichnung «Drommelschläger». Fortan sprach man nur noch vom Tambour, und wie im Lied «Ich hatt’ einen Kameraden» beschrieben, war es anfangs die Aufgabe des Trommlers, die Krieger zum Streite zu rufen.
Fast wäre man geneigt zu behaupten, dass zu Beginn des Trommelwesens fast durchwegs nur gewirbelt wurde, um die Reisläufer unter die Fahne zu rufen. Gesichert ist aber, dass es vor allem die alten Eidgenossen waren, die das Trommeln als Verständigung in der Schlacht, aber auch als hörbares Zeichen für die Änderung der Kampfstrategie benutzten. Da sich dieses Trommeln bald zu einer eigenen Sprache entwickelte, erstaunt es auch nicht, dass sich in der Folge in der Schweiz verschiedene Trommelschulen mit eigenen Grundlagen entwickelten. Zu nennen wäre hier die Ordonnanzschule, welche in der Armee gelernt wird und die eigentliche Grundlage des modernen Trommelns bildet. Völlig eigene Grundlagen werden in den Basler Trommelschulen gelernt, deren Klänge das Herz des Trommel- und Pfeifenspielliebhabers an jeder Basler Fasnacht höher schlagen lässt. Nicht zu vergessen seien hier die Schwyzer Nüssler und die Walliser Tambouren und Pfeifer von Guttet-Feschel. Es ist gerade diese Vielfalt an Interpretation und Kreativität, die die Schweizer Trommelszene so einzigartig macht.
Bald aber zeigte sich, dass nicht nur «gewirbelt» werden konnte. Märsche und andere Kompositionen wurden geschrieben und so, wie der Schütze mit dem Gewehr, massen sich die Tambouren mit ihren Instrumenten im friedlichen Wettstreit, um den besten Trommler zu erküren. Diese Tradition hat sich bis in die Gegenwart in Form von Eidgenössischen Tambouren- und Pfeifer-, Unterverbands- und Kantonalen Anlässen erhalten.
Das gepflegte Trommelspiel weist in Wädenswil eine über 150 Jahre alte Tradition auf. Dass die Wurzeln des Tambourenvereins Wädenswil im 1853 gegründeten Kadettenkorps Wädenswil liegen, wurde schon verschiedentlich erklärt und kommentiert. Ebenso ist dem kundigen Leser bekannt, dass bereits im Folgejahr nach der Gründung des Kadettenkorps vier Trommeln angeschafft wurden. 1888 übernahm der Coiffeur Heinrich Funk die Ausbildung der Kadetten-Tambouren und amtete in dieser Funktion während rund vierzig Jahren. Damit war der Grundstein für die Tradition des gekonnten Trommelspiels in Wädenswil gelegt.
Den Unterlagen des Korpsarchivs sind einige köstliche Episoden zu entnehmen. So vermerkt der Chronist 1888, dass «die Trommeln in Zukunft nur noch für den Kadetten- und Schuldienst verwendet werden dürfen. Da sie auch der Turnverein und die Rekruten benützt haben, sind Schäden entstanden.» Am 29. September 1894 findet der traditionelle Ausmarsch nach Hütten statt. Die Tambouren führen wie immer den Ausmarsch an und, man stelle sich das heute vor, erhält jeder Kadett «nach dem Schiessen Wurst, Brot und zwei Deziliter Rotwein». 1917 wird den «von Coiffeur Funk ausgebildeten Tambouren eine Pfeifergruppe angegliedert». 1945 «tragen die Tambouren anlässlich der Einweihung des umgebauten Engel-Saals einige Stücke vor, zudem wirken sie an der Bundesfeier mit».
Nachdem nun zur Genüge in den Annalen geblättert wurde, ist es an der Zeit, sich der Neuzeit zuzuwenden.
Emil «Miggel spezial» Leoni Tambourinstuktor und begnadeter Koch
Ruedi Ziegler Tambour und erster Präsident.
Olten 1962. Von links nach rechts: Ruedi Ziegler, Peter Spörri, Peter Langendorf, Peter Brupbacher, Kurt Theiler, Walter Theiler, Emil Leoni, Willy Bryner, Max Langendorf.
1993: 17. Ostschweizer Tambourenfest in Schaffhausen, Leitung Beat Landis: 1. Rang Kategorie 2.

Eidgenössische Tambourenfeste
|1958||12. ETF||Grenchen||7. Rang (Kadetten)||Emil Leoni|
|1962||13. ETF||Olten||20. Rang||Emil Leoni|
|1982||18. ETF||Schwyz||26. Rang||Max Langendorf|
|1986||19. ETF||Burgdorf||11. Rang||Beat Landis|
|1990||20. ETF||Naters||5. Rang||Beat Landis|
|1994||21. ETF||Gossau SG||4. Rang||Hans Peter Andreoli|
|1998||22. ETF||Solothurn||5. Rang||Beat Landis|
|2002||23. ETF||Sierre||2. Rang||Hans Peter Andreoli|
|2006||24. ETF||Basel||2. Rang||Hans Peter Andreoli|
|2010||25. ETF||Interlaken||12. Rang (Kat. 1)||Hans Peter Andreoli|

Ostschweizerische Feste
|1985||15. OTV||Herisau||3. Rang||Beat Landis|
|1989||16. OTV||Gossau SG||5. Rang||Beat Landis|
|1993||17. OTV||Schaffhausen||1. Rang||Beat Landis|
|1997||18. OTV||Domat Ems||1. Rang||Hans Peter Andreoli|
|2001||19. OTV||Lüchingen||2. Rang||Hans Peter Andreoli|
|2005||20. OTV||Wil||1. Rang (Verband)||Hans Peter Andreoli|
|2009||21. OTV||Winterthur||9. Rang (Kat. 1)||Hans Peter Andreoli|

Zentralschweizerische Feste
|1984||15. ZTPV||Biberist||5. Rang||Beat Landis|
|1988||16. ZTPV||Liestal||3. Rang||Beat Landis|
|1992||17. ZTPV||Grenchen||9. Rang||Beat Landis|
|1996||18. ZTPV||Olten||8. Rang||Hans Peter Andreoli|
|2000||19. ZTPV||Basel||10 Rang||Hans Peter Andreoli|
|2004||20. ZTPV||Langenthal||17. Rang||Beat Liscioch|
|2008||21. ZTPV||Biberist||14. Rang||Pascal Destraz|
1986: 18. OTV in Domat Ems 1. Rang Hans Peter Andreoli
2006: Eidg. Tambourenfest in Basel, 2. Rang, 2. Kategorie, stolz präsentiert sich der Tambourenverein Wädenswil.
Willy Huber, 1. Wädenswiler Kranzgewinner 1982 am Eidg. in Schwyz.
2006: 24. Eidg. Tambourenfest in Basel. Thomas Schneider als frisch gekrönter Schweizermeister in der Kategrorie T2.
2011: Magic StiXX in der Kulturhalle, mit einer Auswahl von Wädenswiler Militärtambouren beim Vortrag. v.l.n.r.: Nils Landis (Militärtambour Uof Wm); Melvin Landis (Militärtambour); Michael Läng; Pascal Destraz (Militärtambour); Fredi Hagedorn; Hanspeter Andreoli (Militärtambour); Beat Landis (Militärtambour); Daniel Läng (Militärtambour); Elyas Sugiarto (Militärtambour Uof Wm).hauerkulisse am Fasnachtsumzug in Wädenswil.
Die stattliche Anzahl von aus den eigenen Reihen hervorgegangenen Militärtambouren zeigte immer wieder eine regelrechte Sogwirkung. Wann immer solche Könner nach Wädenswil zogen, um hier zu leben oder zu arbeiten, fanden sie alsbald den Weg in den Tambourenverein Wädenswil. Durch diesen Zuzug steigerten sich sowohl Technik wie Klasse. Immer schwierigere Kompositionen mit immer neuen Rhythmusinstrumenten bereicherten das Repertoire und rissen die Zuhörer zu Begeisterungstürmen hin. So erstaunt es nicht, dass der Tambourenverein Wädenswil Mitte der 1980er-Jahre zum ersten Mal die Pauke an einem Sechseläutenumzug ins Spiel brachte. Willy Huber, der Kranzgewinner vom «Eidgenössischen» 1982 in Schwyz, sorgte mit seiner Virtuosität für einen durchschlagenden Erfolg dieses reinen Rhythmusinstruments in einer Trommelformation. Heute ist die Pauke ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil jedes Tambourenvereins.
Liste der Militärtambouren
Max Langendorf, 1. Militärtambour aus Wädenswil; Beat Landis; Willy Huber; Stefan Röllin; Hanspeter Andreoli; Christoph Eberle; Stefan Stehrenberger; Roland Baron; Rolf Meister; Reto Treichler; Pascal Destraz; Nils Landis; Daniel Läng; Elyas Sugiarto; Etienne Destraz; Melvin Landis; Matthias Bachmann; Reto Barmettler; Alois Eleganti; Fredi Haug; Rolf Joos; Rainer Kunz; Beat Liscioch; Thomas Schneider; Werner Weidmann.
Besonders erwähnenswert ist die Idee von Beat Landis, 1994 zusammen mit dem Damenturnverein eine eigentliche Tanzshow einzustudieren. Susanne Riesen zeichnete als Choreografin für den Tanzpart verantwortlich. Diese Vorführung fand einen Riesenanklang beim Publikum und man entschloss sich, die Schau auch am Sechseläuten zu zeigen. Vor dem Fraumünster verfolgten Hunderte von Zuschauern die Darbietung. Während die Tambouren trommelten, tanzten die Damen, begleitet vom frenetischen Applaus der Zuschauer, auf dem Kopfsteinpflaster ihre Tanznummer. Diese Schau war für Zürich und das Sechseläuten einmalig und wurde nicht mehr wiederholt.
Ebenso grossen Anklang fand die Idee, an der Fasnacht 1991 mit der «Galüpso Schtiel Band» eine musikalische Symbiose zu finden. Auch wenn es nicht einfach war, beide Musikrichtungen unter einen Hut zu bringen, verstand es Hanspeter Andreoli vortrefflich, Trommel und Fass zu einer Einheit zu vereinigen. Bekannte Melodien wie «Cucaracha», «La Paloma» und weitere Ohrwürmer wurden gekonnt umgesetzt, sodass dem Part für die Steelfässer jeweils mit Vehemenz der Trommelteil folgte und die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hinriss. Für dieses Unterfangen erhielten beide Formationen grossen Applaus von den Wädenswiler Fasnächtlern, und man durfte gespannt sein, welche weiteren verrückten Ideen in den Köpfen der Tambouren schlummerten.
Diese liessen nicht lange auf sich warten. 1997 starteten Hanspeter Andreoli und Pitsch Wissmann von den «Wadin Schränzern» ein Projekt, das in Basel als Sakrileg empfunden worden wäre. Zum ersten Mal in der Geschichte der Wädenswiler Fasnacht sollte der Tambourenverein zusammen mit einer Guggenmusik auf der Engelbühne stehen und ein gemeinsames Konzert zum Besten geben. Eine Idee, für die sich in Basel keine Clique und schon gar keine Guggenmusik gefunden hätte. Aber eben, Basel ist nicht Wädenswil und in Basel gab es eben keinen Tambour mit Namen Hampi Andreoli. In wochenlangen Proben wurden die Stücke einstudiert. Man wollte den Beweis erbringen, dass es möglich sein muss, mit Willen und Proben kakophonische Klänge mit gepflegtem Trommelspiel zu vereinen. Jeder Vortrag an den Schnitzelbankfesten, am Turnerball oder beim Plätzlikonzert wurde mit «Standing Ovations» bedacht. Wie sagte Hampi immer: «Gaat nööd, gits nööd».
Die Liste aller innovativen Ideen hier vervollständigen zu wollen, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Vielfältigkeit, Mut zu Neuem, ausgefallene, um nicht zu sagen verrückte Ideen entpuppten sich im Verlauf der Jahre zu einem Markenzeichen des Tambourenvereins. Eine Tradition, die von den neuen und jungen Exponenten gewissenhaft weiter gepflegt wird. Dies zur Freude aller Freunde des Tambourenvereins und der Trommeltradition.
Ein Glanzstück gelang den Tambouren mit der Show «d Boustell». Hier wurden sämtliche Werkzeuge, Behältnisse, Schaufeln, Hinweistafeln, einfach alles, was auf einer Baustelle zu finden ist, eingesetzt. Was anfänglich leicht kakophonisch klang, entpuppte sich als ein Rhythmusstück der Sonderklasse. Es «chlefelte», «tängelte», «schepperte», «schärbelte» und «toggte» was das Zeug hergab. Das Volk tobte und die Tambouren bewiesen einmal mehr, «dass es nichts gibt, was es nicht gibt».
Schon wieder hatten die Tambouren Neuland beschritten und damit einen Meilenstein in der Trommelszene gesetzt. Der Grundstein für diese Idee wurde 1982 an einem Harmonie-Chränzli gelegt. Dabei wurden aber noch allerlei traditionelle Instrumente wie Bongos, Congas, Schlagzeug und dergleichen verwendet. Daran erinnerte man sich Jahre später und setzte sie im Stück «d Baustell» um einiges verrückter, aber sehr gekonnt um.
Das grösste Anliegen eines jeden Vereins ist die «Aufzucht» des eigenen Nachwuchses. Diesem Grundsatz kommt gerade beim Tambourenverein zentrale Bedeutung zu. Das einst selber Erlernte weiter zu geben, junge und begeisterte Anfänger dazu zu animieren, täglich mindestens eine Stunde auf dem «Böckli» zu üben, um nach einer langen Durststrecke Grundlagen wie den «Schlepp», «Triole», «Fünferruf» oder «Wirbel» so zu beherrschen, dass nach einer ersten Prüfung in einer Zeremonie die Trommel an den Jungtambour abgegeben werden kann, ist die Aufgabe der Instruktoren und des Jungtambourenleiters. Mit Elyas Sugiarto, der den technischen Teil der Ausbildung leitet, und Dani Läng, welcher für die administrativen Belange verantwortlich ist, haben zwei versierte «Eigengewächse» die Jungtambouren übernommen. Beide wissen aus eigener Erfahrung, welche Bedeutung der Ausbildung von Jungtambouren zukommt. Als Militärtambouren und ideenreiche Drummer sind sie Vorbilder und Idole zugleich. Die Arbeit der Ausbildner und Instruktoren kann nicht hoch genug bewertet werden. Ohne Nachwuchsausbildung gäbe es heute keinen Tambourenverein mehr und man könnte sich nicht am Bild erfreuen, wenn Gründungsmitglieder mit Knaben und Mädchen auf der Bühne stehen und zusammen ein Trommelstück zum Besten geben. Die Jungtambouren sind die Zukunft des Vereins, auch wenn der Weg zum Aktivtambour steinig und schwer ist.
Weitere Highlights im Leben eines Jungtambours bilden die wie bei den Aktiven seit Jahren eingeführten Übungswochenenden. Fanden diese anfänglich auf dem Gätterlipass, später dann im Naturfreundehaus in Kaien AR, nachher einige Jahre auf der Auenalp ob Haslen im Glarnerland statt, ist seit langem jetzt das Mistlibühl ob Hütten Heimat der Jungtambouren an den Übungswochenenden. Die seit 1978 gezielte und seriöse Ausbildung der Jungtambouren hat schon lange Früchte getragen und dem Verein ungezählte schöne Stunden beschert.
Manch einer dieser Jungtambouren hat den Schritt zu den Aktiven geschafft. Diejenigen, denen es nicht dazu reichte, verlebten schöne und lehrreiche Stunden im Kreise Gleichgesinnter. Stunden und Erlebnisse, die ihnen niemand mehr wegnehmen kann und an die sie sich zeitlebens erinnern werden. Auch dies ist ein Erfolg der Ausbildung und der gezielten Jugendarbeit.
Natürlich freuen sich die Jungtambouren vor allem auf die Wädenswiler Fasnacht. Hier dürfen sie im gleichen Kostüm wie die Grossen während drei Tagen ihr noch junges Können beweisen. Hier merken sie, dass sie Teil des Tambourenvereins sind. Ein herrliches Gefühl.
Im Jubiläumsjahr sind es wieder sieben Mädchen und dreizehn Knaben, die sich für das anspruchsvolle Trommelspiel begeistern konnten. Die seit Jahren konstant hohe Anzahl an Jungtambouren zeigt zum einen, dass sich das Trommeln nach wie vor einer grossen Beliebtheit erfreut, und zum anderen, dass die konsequente Jungendarbeit des Tambourenvereins hoch geschätzt wird. Der einstmals eingeschlagene Weg hat sich als richtig erwiesen und garantiert dem Verein eine gute Zukunft.
1986: Übungswochenende der Jungtambouren auf der Auenalp, Leitung Wisi Eleganti.
Wädenswiler Fasnacht. Voll konzentriert machen sich die Jungtambouren bereit für den nächsten Auftritt am Schwanenplatz.
Auch im Umzug bleibt immer Zeit für ein Spässchen.
Ein stattliches Jungtambourenkorps mit grosser Zuschauerkulisse am Fasnachtsumzug in Wädenswil.
1981: Der Tambourenverein mit dem Motto «Hormonkälber» am Schnitzelbankfest im «Engel».
Im gleichen Jahr: die «Schlegelchätscher» in Aktion. v.l.n.r.: Max Langendorf, Hanspeter «Tupamaro» Huber, Jacky Gattiker.
1988: Die Jungtambouren am Fasnachtsumzug in Wädenswil.
1994: Die Tambouren im «Rössli».
1992: Max Langendorf, ein kurzer Zwischenhalt.
1994: Beat Landis, der Engel vom Dienst.
2009: Die Tambouren geben sich geheimnisvoll und mystisch.
2012: «Rockabilly»; bei den Zuschauern kamen schönste Erinnerungen hoch.
Die Geschichte des Tambourenvereins ist reich gespickt mit besonderen Anlässen. Um die ganze Fülle aufzählen zu wollen, würde das ganze Jahrbuch der Stadt Wädenswil nicht ausreichen. Darum sollen aus der Vielzahl davon zwei Ereignisse angesprochen werden, die die Kreativität des Vereins bestens aufzeigen.
«BEATNIXX» IN USTER
An zehn Vorstellungen im Fernsehstudio des Trümpler-Areals in Uster konnten die Tambouren ihr grosses Können unter Beweis stellen. Klassische und bekannte Trommelstücke wurden ergänzt durch gewagte Eigenkompositionen, die allesamt einen hohen Schwierigkeitsgrad aufwiesen. Das Publikum bedankte sich bei den Akteuren mit frenetischem Applaus und «Standing Ovations».
2005: Starke Vorstellung der Tambouren beim Stück «Classic Block».
«MAGIC STIXXS» IN DER KULTURHALLTE WÄDENSWIL
Dieser im November 2011 aufgeführte Event wird wohl genauso in die Geschichte des Vereins eingehen wie die Show in Uster oder das grosse Jubiläum im April 2012. Die gerappelt volle Kulturhalle erlebte einen Tambourenverein der Spitzenklasse. Sowohl das Bühnenbild wie auch die professionelle Präsentation durch den Radiomann Patrick Hässig liessen den gespannten Zuschauer Gutes erahnen. Sie wurden schon mit dem Intro, der Blaue Planet gefilmt im All, nach der Melodie von «also sprach Zarathustra», und die rauschende Fahrt zur Erde verwöhnt. Es folgten Stücke wie zum Beispiel «d Isebaan», bei dem man, wenn man die Augen schloss, wirklich das Gefühl hatte, dass dank des Trommelspiels der Zug direkt durch die Kulturhalle fuhr. Der dazu gezeigte Film der fahrenden Bahn verzückte das Publikum ebenso wie das gekonnte Trommeln. Und man bewunderte auch die Verwandlungskunst der Wädenswiler Tambouren. Die Vielfalt von klassischen und bekannten Kompositionen und modernen Eigenkompositionen – hier soll speziell Pascal Destraz eine lobende Erwähnung finden – verleitete die Zuhörer immer wieder zu spontanem Beifall. Es war aber auch das Wechselspiel zwischen Tambouren und dem starken Drummer Fränk Thommen, das wahre Begeisterungsstürme auslöste. Man wurde gewahr, dass die Moderne und Mut zu Neuem definitiv Einzug gehalten hatten. Ein grosser Tambourenverein und ein ebenso grosser Abend; man hätte noch lange zuhören wollen.
Dass sich der Tambourenverein Wädenswil einen Namen geschaffen hat, beweisen weitere Einladungen an grosse Veranstaltungen. Hierbei sind zu erwähnen: die Eröffnungsfeier zum Baustart des Uetlibergtunnels in Sellenbüren, das grosse Baustellenfest des SBB-Zimmerbergtunnels in der Zürcher Brunau, der Auftritt am Höngger-Fest, sogar zwei Mal lud der Maler- und Gipserverband des Kantons Zürich zum Fest ein, der legendäre Auftritt am Zürcher Langstrassenfest oder der Auftritt an der GEWA 2007 usw.
Während die vergangenen Jubiläen des Tambourenvereins Wädenswil immer eher im kleineren und familiären Rahmen begangen wurden, sollte zum Anlass des fünfzigjährigen Bestehens des Vereins eine Veranstaltung der Sonderklasse ins Auge gefasst werden. Das eigens dafür gegründete Organisationskomitee hatte es sich zum Ziel gesetzt, noch nie Dagewesenes in Sachen Trommelkunst nach Wädenswil zu holen. Gleichzeitig sollte es aber auch eine Leistungsschau des eigenen Vereins werden. Es soll hier schon einmal gesagt sein: beide Vorgaben wurden mit Bravour erfüllt.
Dank den vielen freiwilligen Helfern wurde eine imposante Infrastruktur in Form eines VIP-Zeltes erstellt und der Barwagen der «Dorfpüggel» erwies sich als Publikumsmagnet bis weit in den Sonntagmorgen hinein.
Das Plakat zum grossen Fest.
Stolz hängt die Vereinsfahne in der Kulturhalle.
Zum Start stiftete die Barbara-Zunft unter der Leitung des Zunftmeisters Fritz Treichler drei der bekannten Böllerschüsse, die aus der zunfteigenen Haubitze abgefeuert wurden. Die Ehre eines der Salutschüsse gebührte dem sichtlich stolzen Vereinspräsidenten Reto Treichler. Die weiteren Haubitzen-Schützen waren der OK-Präsident Hanspeter Andreoli und das immer noch aktive Gründungsmitglied Kurt Theiler.
Kurt Theiler feuert die Haubitze ab.
Der OK-Präsident begrüsst die VIP-Gäste.
Cheesy im Element.
Der OK-Präsident Hanspeter Andreoli begrüsste die geladenen Gäste im VIP-Zelt, unter ihnen der Wädenswiler Regierungsrat Ernst Stocker und der Wädenswiler Stadtpräsident Philipp Kutter, und gab einen kurzen Abriss über die vergangenen fünfzig Vereinsjahre. Er verstand es hervorragend, die Gäste auf einen Abend der Superlative einzustimmen und ihnen regelrecht «den Speck durch den Mund zu ziehen». Er stellte kurz den Mentor des Tambourenvereins, Hauptmann Anton Wymann, vor, und dankte ihm für seinen stetigen Einsatz für die Wädenswiler Tambouren. Bald darauf forderte er die Gästeschar auf, im Saal Platz zu nehmen. Nach der Begrüssungsansprache durch den Präsidenten Reto Treichler übernahm der Moderator Walter «Cheesy» Tessarolo das Zepter auf der Bühne und führte gekonnt durch den Abend. Seine Moderationen versah er jeweils mit historischen und zum Teil humorvollen Fotografien, die manchen spontanen Lacher auslösten.
Im ersten Akt des Programms stellte sich der Tambourenverein selber vor. Hier wurde der Beweis der Harmonie und Integration von Jung und Alt in der besten Art und Weise angetreten. Der Aufmarsch von Jungtambouren, Jungaktiven und altgedienten Tambouren gab ein Bild, das die Zuschauer zu spontanem Applaus animierte. Die gemeinsam getrommelte Nummer mit dem Namen «Hoppsala» meisterten die Akteure in der dem Verein eigenen Art. Das zweite Stück, eine Komposition von Elyas Sugiarto namens «Funky Beat Compilation», gehörte dann den Jungtambouren allein. Auch diese Nummer wurde mit Bravour vorgetragen. Am Schluss des Vereinsakts zeigten sich die Aktiven von ihrer besten Seite. Mit dem Stück «d Isebaan» trommelten sie sich in die Herzen der Zuschauer.
Zwischen den obligaten Grussnoten des Regierungsrates Ernst Stocker und des Stadtpräsidenten Philipp Kutter verzauberten die «Wadin Schränzer Wädenswil» das Publikum und führten noch einmal zurück in die drei tollsten Tage, die Wädenswiler Fasnacht. Die Wadin Schränzer gehören ebenso unabdingbar zur Wädenswiler Fasnacht wie der Tambourenverein. Manche gemeinsame schöne Erinnerungen verbinden beide Vereine.
Der Moderator liess es sich nicht nehmen, den nächsten Top Act des Abends auf spezielle Art anzusagen. Den Tambourenverein Domat-Ems, nota bene viermaliger Schweizermeister in der höchsten Stärkeklasse, musste er natürlich im astreinen Sursilvan-Romontsch ankündigen. Was diese Truppe dann auf der Bühne zeigte, insbesondere die letzte Nummer, «Rock Trap», verlangte eine Zugabe, war höchste Trommelkunst. Das sachkundige Publikum spendete frenetischen Beifall.
Nun war es an den «jungen Wilden» des Tambourenvereins, ihr Können unter Beweis zu stellen. Jetzt zeigte sich, dass sich die jahrelange, konsequente Ausbildung und die hervorragende Jugendarbeit ausbezahlt hatte. Unter der Leitung des frischgebackenen Militärtambours Melvin Landis brillierten die Jungaktiven mit der Eigenkomposition «Stick Battle». Hier paarte sich gewagte Schlegel-Akrobatik mit virtuos vorgetragener Trommelkunst.
Vor dem absoluten Höhepunkt des Abends betrat ein weiterer Gratulant die Bühne der Kulturhalle. Gäbe es diese Fasnachtsclique nicht, müsste sie sofort aus der Taufe gehoben werden. Die Panzerknacker Klicke aus Wädenswil, ein weiterer Diamant der Wädenswiler Fasnacht, gratulierte auf ganz spezielle Art: Unerreicht, die Knackis.
Mit der Aufzählung der Orte, an denen die Akteure des Höhepunkts des Jubiläumsabends schon Begeisterungsstürme auslösten, kündigte der Moderator das Top Secret Drum Corps aus Basel an. Deren Auftrittsorte waren Edinburgh, Paris, San Francisco, Düsseldorf, Berlin, Süd-Afrika, Hamburg, Sidney, Moskau, Quebec, Oslo, Bern, Basel und nun – Wädenswil.
Auch wenn die Gefahr besteht, dass man sich hierbei in Superlativen ergeht, gibt es für diesen Auftritt nur ein Wort: Megasupersensationell, und das am Jubiläum des Tambourenvereins und das in Wädenswil!
Jungtambouren und Aktive beim Vortrag «Hoppsala».
Sackstarker Vortrag der Aktivtambouren: «s Isebäänli».
Regierungsrat Ernst Stocker.
Stadtpräsident Philipp Kutter.
Die Wadin Schränzer Wädenswil grüssen den Jubilaren musikalisch und schaurig schön.
Die Schumbraders von Domat-Ems beim Vortrag «dr Zigüüner».
Die Supernummer «Rock Trap».
«Stick Battle», einfach sensationell.
«Top Secret Drum Corps» aus Basel.
50 Jahre Tambourenverein: Ein grosser Jubiläumsabend mit einem Superprogramm.
Ganz besonders stolz war an diesem Abend Elian Bruno. Nach bestandener Prüfung durfte er die heissersehnte Trommel in Empfang nehmen und sie in der Gruppe 2 sogleich auch benutzen.
Betrachtete man als stiller Zuschauer diese kleine, aber nicht minder aussagekräftige Leistungsschau, spürte man den frischen Wind, der durch die neue Führung bei den Jungtambouren Einzug gehalten hat. Man braucht sich um den Nachwuchs und Fortbestand des Tambourenvereins Wädenswil keine Sorgen zu machen. Man kommt zum Schluss: «Tambourenverein Wädenswil, still going strong.»

VORSTAND 2012
|Präsident||Reto Treichler|
|Vize-Präsident||Marco Hohl|
|Technischer-Leiter||Nils Landis|
|Leiter Jungtambouren||Elyas Sugiarto|
|Kassier||Ruedi Hohl|
|Material||Matthias Bachmann|
|Beisitzer||Dani Läng|
|Internet||Roman Galliker|

PRÄSIDENTEN
|1962 - 1966||Ruedi Ziegler|
|1966 - 1978||Marc Blattmann|
|1978 - 1991||Jacky Gattiker|
|2000 - 2001||Roman Galliker|
|2001 - 2006||Fredi Hagedorn|
|seit 2006||Reto Treichler|

TECHNISCHE LEITER
|1962 - 1965||Emil Leoni|
|1965 - 1978||Max Langendorf|
|1978 - 1980||Beat Landis|
|1980 - 1982||Max Langendorf|
|1982 - 1994||Beat Landis|
|1994 - 2007||Hans Peter Andreoli|
|2007 - 2008||Pascal Destraz|
|2008 - 2011||Hans Peter Andreoli|
|seit 2011||Nils Landis|
Walter «Cheesy» Tessarolo