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Zum ersten Mal seit dem Jahr 1836 leben mehr Männer als Frauen in der Stadt Zürich, wie die Stadt Zürich schreibt.
Das sei vor allem auf die Zu- und Wegzüge im letzten Jahrhundert zurückzuführen. Diese Wanderungsbewegungen haben je nach Generation unterschiedliche Geschlechteranteile bewirkt.
Der aktuelle Wandel zu mehr Männern als Frauen habe folglich weniger mit neuen Trends als mit der Stadtzürcher Migrationsgeschichte des letzten Jahrhunderts zu tun. Seit September 2018 wohnen mehr Männer als Frauen in der Stadt Zürich.
Das war letztmals bei der Volkszählung im Jahr 1836 der Fall. In den letzten 180 Jahren lebten stets deutlich mehr Einwohnerinnen als Einwohner in Zürich: Von 1931 bis 1989 wurden mindestens 20 000 mehr Frauen als Männer gezählt; von 1949 bis 1959 betrug die Differenz sogar stets über 30 000 Personen.
Seit den 1980er-Jahren nahm die Mehrheit der Frauen jedoch kontinuierlich ab. So betrug sie im Jahr 2000 noch 12 000, im Jahr 2010 sogar nur noch 4000 Personen.
Per Ende September 2018 zählt die Stadt knapp hundert mehr Männer als Frauen.Vor allem Zu- und Wegzüge waren verantwortlich für Veränderungen in der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung nach Geschlecht. Geburten und Veränderungen in der Lebenserwartung hatten dagegen eine geringere Bedeutung.
Auch wenn aktuell ein Wandel zu einem höheren Männeranteil stattfindet, waren nicht die Zu- und Wegzüge des letzten Jahrzehnts ausschlaggebend; bei diesen war das Geschlechterverhältnis nämlich annährend ausgeglichen. Es gab keinen erhöhten Zuzug von Männern an den Technologiestandort Zürich (ETH, Google usw.) – und damit auch keinen «Google-Effekt».
Die heutige Trendänderung zur Männerüberzahl habe vielmehr mit der Stadtzürcher Migrationsgeschichte seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu tun.In der Zeitperiode von 1910 bis 1939 war der Wanderungssaldo – Zuzug minus Wegzug – bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Es zogen unter anderem Frauen zu, die als Bedienstete, in der Gastonomie und in der Industrie arbeiteten.
Von den damals zuziehenden Ausländerinnen kamen viele aus dem süddeutschen Raum. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg – und namentlich im Jahr 1947 – zogen deutlich mehr Ausländerinnen als Ausländer nach Zürich.
Ein anderes Bild zeigte sich in den 1960er- bis zu den 1990er-Jahren: Damals war der Wanderungssaldo bei Männern deutlich höher als bei Frauen, das war insbesondere in den Jahren 1961 (hoher Zuzug männlicher Arbeitskräfte aus Südeuropa) und 1991 (Balkankonflikte) der Fall.Die Wanderungsbewegungen des letzten Jahrhunderts hatten Einfluss auf die Geschlechterverteilung in den verschiedenen Generationen. Aufgrund der starken Zuwanderung junger Frauen in den 1910er- bis 1930er-Jahren seien in der Wohnbevölkerung von 1941 die Frauen vor allem in der Altersklasse der 25- bis 49-Jährigen gegenüber den Männern stark übervertreten.
Im Jahr 1980 – vierzig Jahre später – sieht das anders aus: Die frauenstarken Jahrgänge finden sich nun bei den 65- bis 89-Jährigen. Weil inzwischen vor allem junge Männer zugezogen sind, befinden sich diese bei den 20- bis 39-Jährigen in der Überzahl.
Bis 2017 setzt sich dieser Trend fort: Die Generationen mit starker Frauenvertretung erreichen nun den Altersbereich mit hoher Sterblichkeit; demgegenüber rücken jüngere Generationen mit hohem Männeranteil nach. Das führt dazu, dass aktuell mehr Männer als Frauen in der Stadt Zürich leben. .
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