Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03366.jsonl.gz/1027

Gehirn / Schädel
Wasserkopf / Hydrocephalus
Der Inhalt des Schädels kann vom Volumen grob in 3 Kompartimente eingeteilt werden: Das Gehirn, das Blut und die Hirnflüssigkeit (Liquor). Kommt es zu einer Verschiebung/Volumenzunahme in einem dieser 3 Kompartimente, können sich die anderen Kompartimente nur bedingt anpassen. Kommt es zu einer Zirkulationsstörung des Liquors, einer Überproduktion oder ungenügendem Abbau von Nervenwasser, entsteht ein Wasserkopf (Hydrocephalus), welcher akut oder chronisch auftreten kann.
-
Ursachen
Hirnwasser wird an verschiedenen Orten in den Liquorräumen produziert. Die Liquorräume werden in innere, das heisst innerhalb des Gehirns liegende und äussere das Gehirn umgebende Räume eingeteilt. Die Produktion von Liquor findet grösstenteils innerhalb der Inneren Liquorräume statt, während der Abbau hauptsächlich in den äusseren Liquorräumen stattfindet. Ein Wasserkopf entsteht durch eine Zunahme der Inneren Liquorräume im Vergleich zu den äusseren Liquorräumen und damit in Zusammenhang stehendem Druckanstieg. Ursächlich ist eine verminderter Abbau des Liquors (z. B. nach Blutung oder Infektion) oder eine gestörte Liquorzirkulation durch Verschluss einer Verbindung zwischen den einzelnen Liquorkammern (z. B. Tumor, Blutung).
-
Symptome und Beschwerden
Bei allen Formen von Hydrocephalus ist das Leitsymptom Kopfschmerz. Beim chronischen, dass heisst langsamer Zunahme der Inneren Liquorräumen kommt es zusätzlich einer Gangunsicherheit, Inkontinenz und Störungen des Gedächtnisses. Bei einem akuten Aufstau mit raschem Druckanstieg kommt es zu einer Bewusstlosigkeit.
-
Untersuchung
Bei chronischen Formen des Wasserkopfes wird primär die Ursache meist mittels Magnetresonanz des Kopfes gesucht. Bei einem kommunizierenden Hydrocephalus, also wenn keine mechanische Behinderung des Liquorverlustes besteht, erfolgt eine weitere Abklärung mittels Ablassens von Liquor über eine lumbale Liquorpunktion oder –drainage und anschliessende Beurteilung der Symptomatik. Bei einer Besserung kann eine dauerhaft Liquorableitung in Erwägung gezogen werden.
-
Behandlung
Die Behandlung erfolgt, wenn immer möglich ursächlich. Das heisst wenn ein Abflusshindernis vorhanden ist wird dieses wenn immer möglich chirurgisch entfernt. Wenn dies nicht gänzlich möglich ist kann minimalinvasiv über ein Endoskop ein Umgehungskreislauf vom Boden der 3. Hirnkammer zu den äusseren Liquorräumen geschaffen werden.
Bei einem Hydrocephalus ohne Ablusshindernis ist eine Ableitung des überschüssigen Liquors aus den inneren Liquorräumen via ein Differentialdruckventil in den Bauchraum oder die obere Hohlvene. Bei akutem Liquoraufstau wird primär bis zur Behebung der Ursache in der Regel eine temporäre Liquorableitung nach Aussen eingelegt.