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Die Kinhin Gehmeditation zeigt uns, dass auch traditionelle Meditationen bewegt sind? Wie wird Kinhin praktiziert?
Kinhin gehört zum Zen-Buddhismus. Diese Meditationsform ist eigenständig und steht dem Zazen gleichwertig zur Seite. Kinhin ist Gehen in Bewusstheit und Achtsamkeit.
Was ist Zen-Buddhismus?
Der Begriff Zen ist auch im Westen bekannt. Er bedeutet so viel wie meditativ oder kontemplativ und kann mit dem Zen-Buddhismus gleichgesetzt werden. Diese buddhistische Strömung wird aufgrund seines Charakters oft auch als Meditations-Buddhismus bezeichnet. Auch der chinesische Begriff „Chan“, der von dem Sanskritwort Dhyana abstammt, bedeutet Meditation, bzw. meditativer Zustand. Der Begriff Zen wird im Westen vor allem mit der japanischen Ausprägung assoziiert.
Was ist Zazen?
Wenn von Zen und Kinhin gesprochen wird, dann muss auch Zazen erwähnt werden. Dabei handelt es sich um die Meditation im Sitzen. Es ist die Meditationspraxis, durch die Buddha erweckt worden sein soll. Sie ist der Mittelpunkt im Zen. Kinhin wird zwischen zwei Zazen praktiziert.
Was ist Kinhin?
Die bewusste Meditation im Gehen wird je nach Betrachtung auch als eigene Meditationsform angesehen.
Beginnt Kinhin mit einem Mudra?
Üblicherweise beginnt Kinhin mit dem Shashu Mudra. Dabei wird der linke Daumen in die linke Faust gelegt. Die rechte Hand umfasst dann die linke Faust, die an den Solarplexus (zwischen Brustbein und Bauchnabel) gelegt wird. Die Unterarme werden parallel zum Boden gehalten und die Schultern sind entspannt. Der Oberkörper ist aufgerichtet und, Nacken gestreckt und der Blick gesenkt.
Die Augen sind nicht auf etwas Besonderes gerichtet, also wird der Blick weicher. Der Praktizierende konzentriert sich darauf zu fühlen, was in ihm vorgeht.
Platz für die Gehmeditation
Für eine Meditation muss es Platz geben, um in einem ziemlich grossen Kreis oder Oval zu laufen. Berechnet werden sollten mindestens zehn Schritte in eine Richtung. 30 Meter in eine Richtung wären ideal. In langen und schmalen Bereichen muss ausprobiert werden, wie gegangen werden kann.
Kinhin – Ferse – Fussballen und Zehen
Dann wird gegangen. Es muss sichergestellt sein, dass der rechte Fuss nach vorne geht und zuerst mit der Ferse, dann mit dem Fussballen und zuletzt mit den Zehen auftritt. Dann wird alles mit dem anderen Fuss wiederholt. Achtsam wird gefühlt, wie Ferse, Fussballen und Zehen den Boden berühren.
Kinhin – deine Atmung
Achtsam die Atmung beobachten. Das Bewusstsein ist nach innen gerichtet. Wenn Gedanken auftauchen, werden sie nicht beachtet. Es ist in Ordnung, dass sie existieren. Sie erscheinen im gegenwärtigen Moment und werden nicht abgelehnt. Es geht um das Beobachten des Atems und das Spüren der Füsse beim Gehen.
Formen des Kinhin
Einige Traditionen sind sehr sanft und langsam. Es wird langsam gegangen, während sich fast ausschliesslich auf das Gefühl konzentriert wird, dass die Füsse den Boden berühren. Andere sind lebhafter mit einem schnelleren Tempo. Es muss experimentiert werden um den eigenen Rhythmus zu finden.
Die Länge des Schrittes variiert ebenfalls. Es können kleine Schritte oder längere Schritte gemacht werden.
Bei der Kinhin-Meditation kann der Atem auch mit dem Gehen synchronisiert werden. Atmen durch die Nase. Beim Einatmen einen Fuss anheben und beim Ausatmen den Boden berühren lassen.
Es gibt viele Zen-Klöster, jedes mit seinen eigenen Methoden. Mit der Zeit wird man sich des Gehens, wenn der Boden berührt wird, immer bewusster ebenso wie der Atmung. Dabei ist es unabhängig, wie tief oder flach der Atem ist.
Kinhin in Gruppen
In klösterlichen Umgebungen wird die Zen-Walking-Meditation wie Kinhin ebenfalls genannt wird, häufig in Gruppen durchgeführt. Die Anweisungen hierfür sind oft sehr formalisiert. Einige Regeln verlangen, dass sie im Uhrzeigersinn laufen.
Fortgeschrittene Meditationstechniken beim Gehen beinhalten manchmal das gegenseitige Schlagen mit Stöcken.
Beim Üben, alleine oder mit ein paar Freunden, wird eine immer tiefer werdende Gelassenheit folgen.