Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03468.jsonl.gz/3091

Latinum an der Philosophischen Fakultät
Allgemeines
Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich setzt für eine grosse Zahl von Studiengängen (Fächerkatalog) Kenntnis des Lateinischen voraus, insbesondere für die Sprach-, Literatur- und Geschichtsfächer aus dem europäischen und gesamtamerikanischen Raum, für die wissenschaftlichen Disziplinen im Kontext der antiken Welt, für den Gesamtbereich der Philosophie, der Kunstgeschichte und der Musikwissenschaft. (Massgebend hierfür ist § 14 der Rahmenordnung für das Studium in den Bachelor- und Master-Studiengängen an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich vom 24. Oktober 2005 bzw. § 4 der Prüfungsordnung über das Lizenziat an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich vom 26. Februar 2001.) Das Lateinobligatorium gilt auch dann, wenn ein solches Fach nur als Grosses Nebenfach studiert wird, in einigen Fällen auch in Bezug auf das Kleine Nebenfach. Auch beim Studium eines der grossen sozialwissenschaftlichen Fächer der Philosophischen Fakultät (Psychologie, Soziologie, Ethnologie etc.) führt die Kombination mit einem Fach aus den Sprach-, Literatur- und Geschichtsfächern zur Lateinpflicht.
Die Fakultät verzichtet für bestimmte Studiengänge auf das Lateinobligatorium (Fächerkatalog) . Es ist allerdings zu beachten, dass für ein Fach, bei dem nur im Kleinen Nebenfach das Lateinobligatorium entfällt, die Lateinpflicht gilt, wenn es später zum Haupt- oder Grossen Nebenfach (auch im Rahmen des Lehrdiploms für Maturitätsschulen/Höheren Lehramts) oder zum Promotionsfach aufgewertet wird.
In folgenden Fällen ist die Lateinpflicht erfüllt:
a) Maturitätszeugnis mit obligatorischem Latein
Alle Studierenden, die ein Maturitätszeugnis mit obligatorischem Latein (als Grundlagen- oder Schwerpunktfach) besitzen, erfüllen die Vorbedingung.
b) Fakultative Lateinkurse am Gymnasium
Studierende, die am Gymnasium fakultativen Lateinunterricht mit Erfolg besucht haben, können von der Ergänzungsprüfung befreit werden. Die Bedingungen für eine Anerkennung finden sich unter Orientierung der Mittelschulen.
c) Studierende mit einer Griechisch-Matur ohne Latein
Studierende, die am Gymnasium eine Griechisch-Matur ohne Latein erworben haben, können von der Ergänzungsprüfung befreit werden.
d) Latein an einer anderen Hochschule als der Universität Zürich
Studierende, die an anderen Hochschulen aussermaturitäre Lateinprüfungen mit Erfolg standen haben, können unter bestimmten Bedingungen von der Ergänzungsprüfung befreit werden.
e) Lateinkurse der Theologischen Fakultät der Universität Zürich
Die Lateinkurse der Theologischen Fakultät werden von der Philosophischen Fakultät wegen ihrer spezifischen Ausrichtung nicht anerkannt. Anerkannt wird hingegen das erfolgreiche Absolvieren des Latein- und des Griechischkurses der Theologischen Fakultät. Umgekehrt anerkennt die Theologische Fakultät die Latein- und Griechisch-Ausweise der Philosophischen Fakultät.
In den Fällen b) bis e) (bei fakultativem Lateinunterricht, bei Griechisch-Maturen ohne Latein, bei Lateinausweisen anderer schweizerischer und ausländischer Universitäten, bei den Kursen der Theologischen Fakultät) ist eine Äquivalenzbescheinigung erforderlich. Diese wird vom Latinumsbeauftragten der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Ulrich Eigler, Klassisch-Philologisches Seminar, Rämistrasse 68, 8001 Zürich (Sprechstunde: Do 14-15, Zi 107), E-Mail: <email-pii>, ausgestellt. Er erteilt auch Auskunft über Einzelheiten und über die Anerkennung auswärtiger Ausweise.
Wer sich nicht im oben genannten Sinne über Lateinkenntnisse ausweisen kann, hat die obligatorische Ergänzungsprüfung in Latein abzulegen. Die dafür nötigen Kenntnisse können während des Grundstudiums des Bachelorstudiums erworben werden.
Anstelle der Ergänzungsprüfung in Latein kann auch eine entsprechende Prüfung in Griechisch abgelegt werden (Graecum). In der Musikwissenschaft und der Romanistik besteht diese Wahlmöglichkeit nicht, Studierende am Historischen Seminar haben diese Wahlmöglichkeit nur nach Absprache mit den zuständigen Fachvertreterinnen und Fachvertretern.
Zur Vorbereitung auf die Lateinprüfung hat die Philosophische Fakultät Elementarkurse von zwei Semestern Dauer zu je sieben Wochenstunden eingerichtet ( Kurskonzept), die parallel zum Grundstudium des Bachelorstudiums besucht werden können. Die Kurse werden von der Abteilung Alte Sprachen des Sprachenzentrums durchgeführt (Fachschaftsleitung: Dr. Martin Amann/Dr. Christian Utzinger) ( Kurse).
Für die Teilnahme an den Elementarkursen ist eine Immatrikulation nicht zwingend. Die Kurse können auch vor der eigentlichen Immatrikulation im Auditorenstatus besucht werden (Zulassung). Allerdings ist für dasjenige Semester, in dem die Schlussprüfung abgelegt wird, die Immatrikulation vorgeschrieben ( Prüfung).
Der Besuch der universitären Kurse ist nicht unerlässliche Bedingung für die Anmeldung zur Prüfung. Diese kann auch abgelegt werden, wenn die Lateinkenntnisse anderswo erworben worden sind.
Bei Unklarheiten steht die Abteilung Alte Sprachen des Sprachenzentrums (E-Mail: <email-pii>; Tel. 044 634 52 84) für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Gemäss Beschluss der Philosophischen Fakultät vom 13.11.2009 gilt folgende Regelung: Für die Absolvierung des Latinums werden maximal 12 ECTS-Punkte anerkannt. Diese Punkte dürfen aber in den lateinpflichtigen Fächern nicht im Rahmen der 180 bzw. 120 Credits des Bachelor- bzw. Masterstudiengangs angerechnet werden, auch nicht für das Studium generale (gemäss Empfehlungen der CRUS; diese Punkte werden lediglich ausgewiesen).
Wird nur der Zwischentest abgelegt (Kurskonzept), so werden 6 ECTS-Punkte ausgewiesen (diese können an anderen Fakultäten unter Umständen angerechnet werden). Wer am Zwischentest ein ungenügendes Resultat erzielt, wird dennoch zum zweiten Kurssemester zugelassen und kann sich für die Schlussprüfung („Latinumsprüfung“) vorbereiten. Die Schlussprüfung umfasst die gesamten Kenntnisse; deshalb werden 12 ECTS-Punkte gutgeschrieben. In diesem Fall können die 6 Punkte des Zwischentests nicht nochmals gesondert ausgewiesen werden.