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Die weisse Rebsorte Petit Manseng ist eine ertragsschwache aber hochwertige Sorte mit kleinen und hartschaligen Beeren. Durch die harte Schale kann die Traube ohne Schäden lange am Stock reifen und bildet dabei einen sehr hohen Zuckergehalt durch Einschrumpfen aus. Sie gibt als Hauptbestandteil den süssen Weinen von den französischen Weinbaugebieten Jurançon und Pacherenc du Vic-Bilh ihren eigenwilligen Charakter und die Alkoholstärke.
Petit Manseng wird vor allem in der Gegend um Pau im Südwesten von Frankreich angebaut. Neben dem Jurançon wird sie in den Appellationen Béarn, Côtes de Saint-Mont, Floc de Gascogne und Tursan kultiviert. Zudem wird sie in Australien und Kalifornien angebaut. Ein baskischer Einwanderer importierte sie nach Uruguay, wo Ende der 1990er-Jahre fast 1000 Hektar mit Petit Manseng bestockt waren.
Die Petit Manseng gehört zu den relativ früh austreibenden Sorten; ihr Austrieb setzt nur zwei Tage nach dem der Referenzsorte Chasselas ein. Ihre volle Reife erreicht sie jedoch erst viereinhalb Wochen nach der Chasselas und gehört damit zu den Sorten der dritten Reifeperiode. Eine Traube, die sich Zeit lässt!
Die starkwüchsige Petit Manseng ist empfindlich gegen zu hohe Feuchtigkeit. Deswegen und um den Ertrag zu reduzieren, werden ihre Stöcke etwa im regenreichen Pyrenäenvorland bis zu einer Höhe von 1,70 Meter gezogen. Dadurch vermindert man auch das Risiko von Spätfrösten, die noch während des Austriebs auftreten können. Die Petit Manseng liefert geringe Erträge, da die Beeren sehr klein sind. Bei Süssweinen können die Erträge auf niedrige 15 Hektoliter pro Hektar sinken.
Die Petit Manseng bevorzugt tiefgründige, kieselreiche Böden. Diese gut drainierten Terroirs im Pyrenäenvorland kommen ihr sehr entgegen.
Die Sorte ist anfällig gegen die Pilzkrankheiten Echter und Falscher Mehltau.
Im vollreifen Zustand erbringt Petit Manseng Weine mit Duftnoten von Zimt, Zitrusfrüchten, exotischen Früchten wie Mango, Maracuja und Ananas, Honig und reifem Pfirsich.
Die Petit Manseng bildet oft bemerkenswert viel Zucker, behält dabei aber eine lebhafte Säure. Deshalb kann man aus ihr sehr gute liebliche Weine oder auch Süssweine keltern, die äusserst aromatisch sind. Sie werden zwar nur in geringen Mengen erzeugt, bestechen aber durch ihre lange Lagerfähigkeit, der sie einen Spitzenplatz in ihrer Kategorie verdanken.
Die Rebsorte Petit Manseng ist auch unter den Namen Escriberou, Ichiriota zuria tipia (spanisches Baskenland), Icribota (französisches Baskenland), Iskiriota zuri tipia, Mansein, Mansein blanc, Manseing, Mansenc blanc, Mansenc grisroux, Manseng Blanc, Manseng petit blanc, Mansengou (Bezeichnung in der Region Béarn), Mansic, Mansin, Mausec, Mausenc Blanc, Miot, Petit Mansenc und Petit Manseng blanc bekannt.
Zum Weinanbau sind in Frankreich die Klone 440, 573 und 1107 zugelassen. Südlich von Pau wurden 1996 über 100 Klone in einem botanischen Konservatorium gesammelt.
Zur gleichen Familie gehört die Rebsorte Gros Manseng. Eine im Jahr 2007 veröffentlichte Studie belegt, dass die Rebsorten Gros Manseng, Gros Manseng de Lucq, Manseng Wert und Petit Manseng genetisch sehr eng miteinander verwandt sind.