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Insgesamt nimmt mehr als ein Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes die Anwesenheit von als "anders" empfundenen Personen als störend wahr. Das zeigt eine Erhebung zum Zusammenleben in der Schweiz, deren Resultate das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag veröffentlicht hat.
Sechs Prozent gaben in der Umfrage von 2016 an, sich durch Personen anderer Hautfarbe oder anderer Nationalität gestört zu fühlen. Etwa jede und jeder Zehnte stört sich an Personen anderer Religion und an anderssprachigen Personen. Gar mehr als ein Fünftel betrachtet Menschen mit nicht sesshafter Lebensweise als störend.
Regelrecht durch Ausländer "bedroht" sehen sich 16 Prozent der Bevölkerung. Die Mehrheit findet aber, dass Ausländerinnen und Ausländer mehr Rechte bekommen sollten. Zwei Drittel halten Rassismus für ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem, und mehr als die Hälfte ist überzeugt, dass die Integration in der Schweiz gut funktioniert.
Gegenüber den einzelnen betrachteten Bevölkerungsgruppen variiert jedoch der Grad der Offenheit. So empfinden 17 Prozent der Befragten Aussagen zu negativen Eigenschaften von Musliminnen und Muslimen als zutreffend. Bei der jüdischen und der schwarzen Bevölkerungsgruppe sind diese Anteile mit 12 respektive 4 Prozent deutlich geringer.
Auch ist die Feindlichkeit gegenüber Musliminnen und Muslimen mit 14 Prozent verbreiteter als bei Schwarzen (10 Prozent) und bei Jüdinnen und Juden (8 Prozent). Noch ausgeprägter als die Feindlichkeit gegenüber der muslimischen Bevölkerungsgruppe ist jedoch mit 33 Prozent das Misstrauen gegenüber dem Islam.
Die Erhebung des BFS gibt auch Auskunft über die persönliche Erfahrung von Diskriminierung. 2016 gaben 27 Prozent der Befragten an, in den letzten fünf Jahren aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe mindestens einer Form der Diskriminierung ausgesetzt worden zu sein. Nach eigenen Angaben haben 4 Prozent körperliche Gewalt, 13 Prozent psychische Gewalt und 21 Prozent Diskriminierung erfahren.
Bei den Personen, die in der Opfer von Diskriminierung waren, ist die Nationalität in mehr als der Hälfte der Fälle die Ursache. Knapp die Hälfte erklärte, in ihrem Arbeitsumfeld oder bei der Stellensuche diskriminiert worden zu sein.
Die Umfrage zum Zusammenleben in der Schweiz wurde vom BFS im Jahr 2016 erstmals durchgeführt. Insgesamt wurden 3000 Personen befragt.
(SDA)