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RCD Fehlerstromschutzschalter
Der RCD (Residual Current Device - Fehlerstromschutzschalter) oder früher auch FI-Schalter ist eine sichere Schutzmassnahme, welche auch in älteren Anlagen leicht nachgerüstet werden kann, sofern ein TN-S Netz vorliegt.
In TN-C Netzen funktioniert der RCD nicht.
Um die Schutzmassnahme zu erfüllen, muss die Auslösezeit bei Nennfehlerstrom geprüft werden.
GrundlagenDer Schutzschalter überwacht den korrekten Stromfluss eines Stromkreises zwischen L und N. Ströme, welche über einen unerwünschten Weg fliessen (gegen Erde oder PE), werden erkannt und der RCD schaltet den Strom aus.
- Der RCD soll bei einem Fehlerstrom von 0...49% seines Nennwerts nicht auslösen.
- Der RCD darf bei einem Fehlerstrom von 50...99% seines Nennwerts auslösen.
- Der RCD muss spätestens bei Nennfehlerstrom auslösen.
Zweck
- 30mA: Personenschutz
- 300mA: Brandschutz
Arten(gebräuchliche Typen - Aufzählung nicht vollständig)
- Nennfehlerströme: 10mA / 30mA / 100mA / 300mA
- S: Selektiver RCD (zeitlich verzögerte Auslösung z.B. bei 2 in Reihe liegenden RCDs)
Typen(gebräuchliche Typen - Aufzählung nicht vollständig)
Typ AC
Wechselstromsensitiv (nur Wechselfehlerströme werden erkannt > nicht mehr erlaubt)
Typ A
Pulsstromsensitiv (wechsel- und pulsförmige Fehlerströme werden erkannt)
Dieser Typ wird üblicherweise für Steckdosenstromkreise in Haushalten verwendet.
Typ F
Mischfrequenzsensitiv (Fehlerströme bis 1kHz werden erkannt) z.B. bei einphasigen Frequenzumrichtern.
In Kombination mit Typ A oder Typ B.
Typ B
Allstromsensitiv (wechsel-, pulsförmige und Gleich-Fehlerströme werden erkannt)
Einsatz in ein- und mehrphasigen Wechselstromnetzen (z.B. Wechselrichter).
Einem RCD Typ B dürfen keine RCD Typ A vorgeschaltet werden.
PV-Anlagen ohne Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite, erfordern einen RCD Typ B ≤30 mA
Nicht zum Einsatz in Gleichstromnetzen geeignet.
Typ B+
Wie RCD B, jedoch bis 20kHz (gehobener Brandschutz)
Typ A-EV (Electro vehicle)
Kombiniert einen RCD Typ A (wechsel- und pulsförmige Fehlerströme, meist 30 mA) mit einem Typ B (Gleichfehlerströme) meist 6mA.
Einsatz in ein- und mehrphasigen Wechselstromnetzen (z.B. bei Ladestationen für Elektrofahrzeuge).
Dem RCD A-EV dürfen RCD Typ A vorgeschaltet werden.
Mit seiner Auslöseschwelle von 6mA DC verhindert er das gefährliche Vormagnetisieren (und damit die Nicht-Auslösung) des vorgeschalteten RCD Typ A oder F. Die 6 mA DC Schwelle wirkt nicht als Personenschutz, sondern als Sachenschutz. Bei der Prüfung muss die Abschaltung bei spätestens 6 mA sichergestellt sein.
Typ MI (Mobile Installationen)
Kombination aus RCD Typ A und Typ B: Einsatz bei mobilen Installationen, wo nicht bekannt ist was für ein RCD vorgeschaltet ist. Mit seiner Auslöseschwelle von 6mA DC verhindert er das gefährliche Vormagnetisieren des vorgeschalteten RCD Typ A oder F.
Typ ST (Selftest)
Dieser RCD führt einen regelmässigen Selbsttest durch, ohne die Anlage spannungslos zu schalten.
Typ STR (Selftest/Restart)
Wie Typ ST, jedoch mit automatischer Wiedereinschaltung nach einer Auslösung. Dabei wird vor dem Wiedereinschaltversuch eine eine Isolationsprüfung durchgeführt. Bei einem vorliegenden Fehler wird kein Wiedereinschaltversuch durchgeführt.
MessgeräteGute Messgeräte bieten folgende Funktionen:
- Messung der Auslösezeit ta
- Messung des Auslösestroms Ia
- Messung der Berührungsspannung Ub
- ggf. Messung des Erdungswiderstandes Re
Grenzwerte (unverzögert)
- Auslösezeit: Der RCD muss bei Nennfehlerstrom in max. 300ms auslösen
(Automatische Abschaltung innert 0.4s)
Vorgehen
- Sicherheitsvorschriften für Arbeiten unter Spannung befolgen!
- Prüftaste am RCD betätigen: der RCD muss auslösen
- Das Messgerät erzeugt einen Fehlerstrom gegen Erde. Daher ist das Messgerät immer an L und PE anzuschliessen, ggf. kann mit einem Typ 12 Adapter gemessen werden.
- Prüfung der Auslösezeit bei Nennfehlerstrom
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