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In der ostukrainischen Industriestadt Donezk haben mehrere tausend Menschen gegen die landesweite Präsidentenwahl demonstriert. Auf dem zentralen Lenin-Platz seien mehr als 2500 Menschen versammelt, meldete die Agentur Itar-Tass am Sonntag. Eine Einheit bewaffneter Aufständischer sei mit Jubelrufen begrüsst worden, hiess es. Hunderte prorussische Aktivisten marschierten zudem zum Wohnsitz des aus Donezk stammenden Oligarchen Rinat Achmetow. Der vermutlich reichste Unternehmer des Landes hatte die geschätzt 300'000 Angestellten seiner Betriebe aufgerufen, sich dem Treiben der Separatisten zu widersetzen.
Im Osten der Ukraine halten prorussische Kräfte in mehreren Städten Verwaltungsgebäude besetzt. Vielerorts herrsche ein Klima der Angst, berichteten Augenzeugen. In weiten Teilen der an Russland angrenzenden Region gab es kaum Möglichkeiten zur Stimmabgabe. In den betroffenen Gebieten Donezk und Lugansk leben insgesamt mehr als 6,5 Millionen Menschen. Die proeuropäische Führung des wichtigsten Transitlandes für russisches Gas nach Westen hat eingeräumt, dass die Wahl nicht im ganzen Land stattfinden kann.
In der Hauptstadt Kiew tritt zugleich der frühere Boxweltmeister Vitali Klitschko als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl an. Umfragen sehen den 42-Jährigen deutlich in Führung. 2006 und 2008 hatte Klitschko die Bürgermeisterwahlen verloren. Das Amt hat vor allem repräsentative Funktion. Die Entscheidungen fällt vor allem der Chef der Stadtverwaltung, der vom Präsidenten ernannt wird.
Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge des nach Russland geflüchteten Staatschefs Viktor Janukowitsch gilt der Schokoladenfabrikant Pjotr Poroschenko. Erhält keiner der 21 Bewerber die absolute Mehrheit, ist im nahezu bankrotten Land eine Stichwahl nötig. Prorussische Separatisten halten im Osten der Ukraine weite Gebiete besetzt. Sie lehnen die Wahl als illegitim ab. Russlands Präsident Wladimir Putin hingegen kündigte an, das Ergebnis zu «respektieren». Er sprach aber nicht von «Anerkennung.»(sda/dpa)