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Ricciardo siegt überraschend, Verstappen bestraft
Der Grand Prix von Italien in Monza endet wie vor einem Jahr mit einer Überraschung. Daniel Ricciardo siegt im McLaren-Mercedes vor seinem Teamkollegen Lando Norris und Valtteri Bottas im Mercedes.
Der Grand Prix von Italien in Monza endet wie vor einem Jahr mit einer Überraschung. Daniel Ricciardo siegt im McLaren-Mercedes vor seinem Teamkollegen Lando Norris und Valtteri Bottas im Mercedes.
Schon vor einem Jahr standen mit Pierre Gasly, Carlos Sainz und Lance Stroll drei Fahrer auf dem Podest, von denen man dies nicht hatte erwarten können. Für McLaren war das Rennen im Königlichen Park in Monza der erste Triumph seit 2012 (Jenson Button in Brasilien) und der erste Doppelsieg seit 2010 (Hamilton vor Button in Kanada).
Ricciardos letzter Sieg liegt über drei Jahre zurück (2018 in Monaco), letztmals stand er 2020 in Monaco als Dritter auf dem Podest. Der 32-jährige Australier («Das war mein emotionalster Sieg») schlürfte wie nach jedem seiner zuvor sieben Siege den Champagner nicht aus der Flasche, sondern aus seinem Rennschuh.
Die Geschichte des Rennens schrieben aber die zwei Titelanwärter Max Verstappen und Lewis Hamilton. Beiden missglückte der Reifenstopp bei Rennhälfte: Red Bull (hält den Weltrekord mit 1,88 Sekunden) brauchte 11,1 und Mercedes 4,2 Sekunden. Als Hamilton zurück auf die Strecke fuhr, rauschte Verstappen von hinten heran und es kam zur heftigen Kollision in der zweiten Kurve. Verstappen flog mit seinem Red Bull-Honda ab und landete auf dem Mercedes von Hamilton. Nur dank Halskrause «Halo» kam Hamilton nur mit leichten Kopfschmerzen davon.
Strafe gegen Verstappen
«Er hat mich abgedrängt und zu wenig Platz gelassen», schiebt Verstappen die Schuld seinem Kontrahenten zu. Hamiltons Sicht der Dinge: «Es war eine ähnliche Situation wie nach dem Start, als ich in die Auslaufzone ausweichen musste, um eine Kollision mit ihm zu vermeiden. Max hätte dies beim zweiten Vorfall auch machen können, doch er wollte mir heute einfach keinen Platz lassen.»
Die Renn-Kommissäre untersuchten über zwei Stunden lang den Vorfall und hörten sich die Streithähne an. Ihr Fazit: Verstappen trägt die grössere Schuld. Er sei überwiegend verantwortlich gewesen für den Unfall und hätte mehr Platz lassen müssen. Konsequenz: Verstappen verliert beim nächsten Rennen, das in zwei Wochen mit dem Grand Prix von Russland in Sotschi stattfindet, drei Startplätze.
Für Hamilton war dieser Ausfall, nachdem er 2020 in Bahrain wegen Corona passen musste, der erste seit 63 Rennen (Österreich 2018), Verstappen sah letztmals Mitte Juli in Silverstone nach einer Berührung mit Hamilton die Zielflagge nicht. In der Gesamtwertung hat der Niederländer dank seinen zweiten Rang am Samstag im Sprintrennen seine Führung leicht ausgebaut und reist mit einem Vorsprung von fünf Punkten nach Russland.
Bottas erbt Podestplatz von Perez
Erwähnenswert im diesem 14. von 22 Saisonrennen sind auch der frühe Doppel-Ausfall von AlphaTauri mit Vorjahressieger Pierre Gasly und Yuki Tsunoda sowie die Aufholjagd von Valtteri Bottas, dem Sprintsieger vom Samstag.
Der Finne, der nächstes Jahr Kimi Räikkönen bei Alfa Romeo-Ferrari ersetzt, musste wegen eines Motorenwechsel vom letzten Startplatz aus losfahren und stürmte bis auf Rang vier vor und erbte am Schluss noch den Podestplatz. Dies, weil der vor ihm ins Ziel gekommene Sergio Perez im Red Bull-Honda eine 5-Sekunden-Zeitstrafe erhalten hatte (Abkürzung in der Schikane).
Alfa Romeo ausserhalb der Punkte
Wie schon in Zandvoort vor einer Woche hoffte der Hinwiler Formel-1-Rennstall Alfa Romeo-Ferrari auf Punktezuwachs, da Antonio Giovinazzi in beiden Rennen vom 7. Startplatz ins Rennen steigen konnte. In Zandvoort verhinderte ein Reifenschaden eine bessere Platzierung als Rang 14. Am Sonntag im Königlichen Park von Monza stoppte eine (selbst verschuldete) Berührung schon in der ersten Runde mit Ferrari-Fahrer Carlos Sainz die Punkte-Ambitionen.
Der 27-jährige Italiener wurde am Ende 13. direkt vor seinem Teamkollegen Robert Kubica, der erneut den an Corona erkrankten Kimi Räikkönen ersetzte.