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Ich habe im Frühjahr einen Japanischen Ahorn 'Fire Glow' (Acer palmatum) in einen geräumigen Topf gepflanzt. Seit ca. 2 Wochen vertrocknen die Blätter an den Spitzen und fallen ab. Die Äste haben viele schlitzartige Löcher. An gewissen Stellen hat es neue Knospen und neue Blätter. Die Pflanze steht auf dem Balkon. Der Standort erhält nur Morgensonne. Es ist relativ windig. Der Topf enthält ca. 1/3 Blähton, dann Erde obendrauf mit etwas Blähton vermischt. Gelegentlich dünge ich. Üblicherweise wird die Pflanze durch den Regen bewässert. Das Wasser kann gut ablaufen. Haben Sie eine Idee, wie sich die Pflanze wieder erholen könnte?
Unsere Antwort
Anhand der Risse (Rindenaufplatzungen) an den Trieben dürfte es sich um einen Befall durch die Verticillium-Welke (Verticillium dahliae) handeln. Dies jedoch nur, wenn auch auf der sonnenabgewandten Seite Risse sichtbar sind. Die ersten Anzeichen zeigen sich normalerweise bei beginnenden Hitzeperioden im Frühsommer. In der Folge können einzelne Triebe, starke Äste oder ganze Kronenbereiche absterben. Wie lange es dauert, ist von der Witterung sowie der Vitalität des Baumes abhängig. Ein Befall erfolgt meist durch Verletzungen der Wurzeln, wobei der Pilz in die Leitungsbahnen gelangt und diese zunehmend verstopft. Dabei behindert er den Transport von Wasser sowie Nährstoffen und scheidet zudem Welketoxine aus, welche die Schädigung der Pflanze zusätzlich fördern. Der Erreger besiedelt nicht immer sämtliche Leitungsbahnen, wodurch das Gehölz viele Jahre mit der Krankheit leben kann. Steht in warmen oder gar heissen Witterungsperioden der Pflanze nicht ausreichend Wasser zur Verfügung und ist aufgrund der verstopften Leitungsbahnen ein Transport kaum mehr möglich, beginnen die Blätter zu welken. Im Gegensatz ist bei feuchtem Wetter der Wasserbedarf wesentlich geringer, wodurch nur teilweise verstopfte Leitungsbahnen zur Versorgung noch ausreichen. Sind jedoch in fortgeschrittenem Krankheitsverlauf die Leitungsbahnen total verstopft, was bei Ihnen nicht der Fall sein dürfte, da die Pflanze wieder austreibt, stirbt der darüber liegende Pflanzenteil ab. Um jedoch sicher zu gehen, dass es sich wirklich um die Verticillium-Welke handelt, schneidet man einen befallenen Trieb ab. Sind im Übergangsbereich vom welkenden zum gesunden Triebmaterial braune bis grüne Verfärbungen sichtbar, ist die Pflanze befallen.
Ist dies nicht der Fall, könnten Sonnenbrand sowie weitere physiologische Störungen in Frage kommen. Letztere können zurückzuführen sein auf die herausfordernden, sehr wechselhaften Witterungsbedingungen in den letzten Monaten, insbesondere bei Pflanzen, die an exponierten Orten in Gefässen gehalten werden. Dabei kommt es zu einem Wasser-Transportproblem und die Pflanze fühlt sich nicht mehr in der Lage ihr Blattwerk ausreichend mit Feuchtigkeit aus den Wurzeln zu versorgen, wobei es nicht an Feuchtigkeit im Erdreich fehlt. Bei anhaltend feuchter Witterung ist diese Pflanze noch kein Problem, da sie kaum Wasser verdunstet und daher die Zirkulation des Wassers innerhalb der Pflanze praktisch ruht. Abrupt einsetzendes, heisses Wetter zwingt die Pflanze jedoch ihre interne Zirkulation gewissermassen vom Ruhestand auf Vollbetrieb zu setzen, was zu Versorgungsstörungen führen kann. Zudem verhindert der im Verhältnis zum Blattvolumen noch kleine Wurzelballen eine vernünftige Aufnahme des Wassers aus dem Erdreich. Als Schutzmassnahme gegen den Stress wirft die Pflanze einen Grossteil des Blattkleides ab, wodurch die Verdunstungsoberfläche reduziert und somit der Feuchtigkeitshaushalt angepasst wird. Bei diesen Rahmenbedingungen ist das momentane Abwerfen des Laubkleides als "normal" einzustufen, denn Ihr Ahorn versucht dabei nur sein Blattvolumen mit dem Wurzelvolumen in Einklang zu bringen. Zur Stärkung der Pflanze kann, neben der Düngung im Frühjahr, im September ein Herbstdünger ausgebracht werden.
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