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Chemieriese Huntsman hat nicht nur in der US-Wirtschaft viel Gewicht. Der künftige Clariant-Partner hat auch ein politisches Schwergewicht in der Familie - das bald Trumps Regierung angehören dürfte.
Clariant fusioniert mit Huntsman und wird zu HuntsmanClariant. Durch den Zusammenschluss verbinden sich die Basler mit einem Namen, der nicht nur in der US-Wirtschaft viel Gewicht hat. Huntsman ist ein Chemiegigant, und zugleich das Imperium der Familie Huntsman. Das berühmteste Mitglied des Clans von Firmengründer John Huntsman senior ist sein Sohn Jon Huntsman junior.
Jon Huntsman jr. ist der Bruder von Huntsman-Konzernchef Peter Huntsman. Amerikaner kennen ihn spätestens, seit er 2012 versuchte, US-Präsident zu werden. Die Republikaner gaben aber schliesslich Mitt Romney den Vorzug, der dann an Barack Obama scheiterte. Vor der Kandidatur fürs Weisse Haus war Huntsman jahrelang der Gouverneur von Utah.
Jetzt steht er vor dem nächsten Karriereschritt – er soll Donald Trumps Botschafter in Moskau werden. Zuvor war er auch im Gespräch als möglicher Aussenminister. Angesichts der Affäre um Trumps Verbindungen zu Russland ist dieser Botschafterposten in Moskau momentan besonders heikel. Huntsman besetzte bereits einen heiklen Posten in der Diplomatie: Er war unter Barack Obama der Botschafter in China.
Das Familienimperium als Hypothek
Huntsman Karriere ist eng mit dem Konzern seiner Familie verknüpft. Jahrelang war der 56-Jährige als Manager für den Chemiegiganten tätig – zuletzt übernahm er 2015 ein befristetes Mandat als Berater für das Asiengeschäft. Finanziell ist der Politstar aber nicht mehr mit dem Konzern verbunden. Er verkaufte seine Anteile, als er Botschafter wurde. 2015 trat er auch aus dem Verwaltungsrat von Huntsman zurück.
Die Verbindung mit dem Chemiekonzern hat ihn in seiner politischen Karriere immer wieder behindert. Besonders bei seiner Kandidatur für die Präsidentschaft wurden seine engen Banden zum Chemiekonzern zum Problem. Gegner attackierten ihn, weil das Unternehmen angeblich Jobs aus den USA nach Asien verlagert hatte. Auch die Geschäfte des Chemiegiganten im Iran oder eine durch die Huntsman Corporation verursachte Umweltverschmutzung wurden dem Politiker angelastet.
Geld vom Vater für die Karriere
Ohne das Imperium seiner Familie wäre Huntsmans politische Karriere aber nicht so erfolgreich gewesen. Es hat ihm erst die Mittel ermöglicht, um bekannt zu werden.
Mehrmals finanzierte Huntsman einen Wahlkampf teilweise mit eigenem Geld: Beispielsweise steckte er laut dem Magazin «Politico» 300'000 Dollar in in die Kampagne für die Wiederwahl als Governeur von Utah. Sein Vater zahlte über 2 Millionen Dollar für seine Präsidentschaftskandidatur.
Trumps Mannschaft ist schwerreich
Nach letzten Angaben der Agentur «Bloomberg» besitzt Huntsman bis zu gut 71 Millionen Dollar. Wesentlich mehr Vermögen hat sein Vater Jon Huntsman senior: Der Gründer des Chemiekonzerns ist ein Milliardär.
Wird Jon Huntsman junior tatsächlich Botschafter in Russland, wäre er nur eines von mehreren schwerreichen Mitgliedern in der Administration von Donald Trump: Trumps Regierung gilt als eine der vermögendsten der US-Geschichte. Familienministerin Betsy DeVos, Handelsminister Wilbur Ross oder Aussenminister Rex Tillerson besitzen jeweils hunderte von Millionen Dollar.
Das ist das «Who is who» der Schweizer Pharma- und Chemiebranche: