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Seit 1931 besitzt der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) in Davos einen neben dem Waldfriedhof Wildboden gelegenen jüdischen Friedhof.
In den ersten Jahren wurden dort vorwiegend in Davos verstorbene Menschen beerdigt. Dabei handelte sich zum grossen Teil um Lungenkranke aus verschiedenen Ländern, die sich in Davos Heilung von ihrem Leiden erhofft hatten. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges waren bereits 50 Gräber belegt. Während und nach dem Krieg starben im Ort ausser den in Davos Genesung Suchenden auch Flüchtlinge, welche die Schweizergrenze legal oder illegal überschritten hatten.
Ende 1950 zählte man auf dem Friedhof 110 Gräber, darunter eine Grabstätte besonderer Art: Im Jahr 1945 wurden Überreste menschlicher Asche und Knochen unbekannter Juden aus dem Konzentrationslager Buchenwald nach Davos verbracht und dort am 6. September 1946 beigesetzt. Ein Gedenkstein, der an dieses traurige Kapitel der Menschheitsgeschichte erinnert, befindet sich rechts vom Eingang zum Friedhof.
Gedenkstein für Gebetsbücher
Am 4. November 1963 wurden Gebetbücher, die nach einem Lawinenniedergang im Jahr 1962 auf die jüdische Heilstätte Etania in Davos unbrauchbar geworden waren, gemäss jüdischem Brauch auf dem Friedhof Davos vergraben. Auch an dieser Stelle befindet sich heute ein Gedenkstein.
Am 2. August 1923 verunglückten im Jungfrau-Gebiet drei jüdische Bergsteiger aus Wien. Sie wurden auf dem Friedhof von Lauterbrunnen im Kanton Bern begraben. Erst als das betreffende Gräberfeld aufgehoben werden sollte, erhielt der SIG davon Kenntnis. Er organisierte die Exhumierung unter Beachtung aller halachischen Erfordernisse. Am 10. Juni 2004 wurden die sterblichen Überreste der drei Verunglückten auf dem Friedhof Davos zur letzten Ruhe gebracht und der ursprüngliche Gedenkstein wieder errichtet. Er trägt ausser den Namen der Verunglückten auch die Inschrift: „Ihrer Liebe zu den Bergen zum Opfer gefallen“.
Vereinzelt finden auf dem Friedhof auch jetzt noch Beerdigungen von jüdischen Menschen statt, die in Davos lebten oder mit diesem Ort eng verbunden waren. Der Friedhof mit heute rund 185 Grabstätten strahlt eine würdige Ruhe aus und ist einen Besuch wert.