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1. August 1291
Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Männer aus diesen drei Kantonen besiegelten "am Anfang des Monats August 1291" einen ewigen Bund, in dem sie sich gegenseitige Hilfe und Unterstützung gelobten. Das Bündnis sollte Schutz bieten in den unsicheren Zeiten der Wahl des deutschen Kaisers und gegen die Expansionsgelüste der Habsburger.
Seit 1891 wird in der Schweiz der 1. August als Nationalfeiertag begangen. Das Datum wird hergeleitet von einem der ersten Verträge zwischen den drei Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden, die den Kern der im Laufe von über fünf Jahrhunderten entstandenen heutigen Schweiz bildeten.
Über die Eidgenössische Volksinitiative für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag (1. August-Initiative) wurde am 26. Sept. 1993 vom Schweizer Volk abgestimmt. Mit 83% wurde die 1. August Initiative angenommen. Die Schweizer Bundesverfassung wurde wie folgt ergänzt:
Art. 116bis
Der 1. August ist in der ganzen Eidgenossenschaft Bundesfeiertag.
Er ist arbeitsrechtlich den Sonntagen gleichgestellt.
Der Bundesfeiertag wird der Zahl der Feiertage nach Artikel 18 Absatz 2 des Arbeitsgesetzes vom 13. März 1964 nicht angerechnet.
Der 1. August wurde 1994 erstmals als offizieller eidgenössischer Feiertag gefeiert.
2. August 1870
In London wird am 2. August 1870 die Tower Subway, die erste Untergrundbahn der Welt, eröffnet. Die Tower Subway ist ein 1869/70 erbauter Tunnel unter der Themse im Stadtzentrum von London. Er verläuft vom Tower Hill auf der Nordseite zur Vine Lane auf der Südseite. In diesem Tunnel verkehrte die erste U-Bahn der Welt, die in einer tief liegenden Röhre erbaut wurde. Die erste in offener Bauweise erbaute U-Bahn war die Metropolitan Railway im Jahr 1863. Ein kleiner Waggon, Omnibus genannt, pendelte zwischen den beiden Ufern durch den eingleisigen Tunnel, der eine Länge von 450 Yards (411,48 Meter) und einen Durchmesser von 7 Fuß (2,13 Meter) aufwies; die Spurweite betrug 2½ Fuß (762 Millimeter). Ähnlich einer Standseilbahn zog ein Stahlkabel den Wagen durch die Röhre, als Antrieb dienten zwei stationäre Dampfmaschinen mit einer Leistung von 4 PS. Die Fahrt dauerte 70 Sekunden. Das System ließ sich aber nie gewinnbringend betreiben, denn der einzige Wagen bot lediglich Platz für zehn Personen. Bereits im Dezember 1870 wurde der Betrieb wieder eingestellt.
3. August 1492
Am 3. August 1492 ließ Christoph Kolumbus die Segel setzen, um den westlichen Seeweg nach Indien zu finden. Der eiserne Willen des Seefahrers und der feste Glaube an seine Mission hatten sich bereits in dem jahrelangen Ringen um Auftrag und Geld für das Unternehmen bewährt. Kolumbus stach mit seinem Flaggschiff, der Karacke Santa Maria, sowie den beiden Karavellen Niña und Pinta von Palos de la Frontera bei Huelva aus in See. Die Karavellen wurden von den Brüdern Martín Alonso und Vicente Yáñez Pinzón aus Palos bereitgestellt und kommandiert.
4. August 1704
Während des Spanischen Erbfolgekrieges, der ganz Europa erschütterte, besetzte eine britische Flotte am 4. August 1704 den Felsen von Gibraltar. 1713 wurde das Gebiet im Vertrag von Utrecht formell den Briten zugesprochen. Seit 1830 ist Gibraltar britische Kronkolonie. Mit der Eröffnung des Suezkanals im 19. Jahrhundert stieg die strategische Bedeutung, denn nun führte der kürzeste Seeweg nach Asien und in den Pazifik durch das Mittelmeer. Der mit 426 Metern höchste Punkt der Kolonie galt in der Antike als eine der beiden Säulen des Herkules, die für die Kulturen des Mittelmeers das Ende der zivilisierten Welt darstellten. Auf dem Felsen leben die letzten wilden Affen Europas.
5. August 1955
Der millionste VW Käfer wurde am 5. August 1955 im Werk Wolfsburg gebaut. Die Form des Käfers war prägnant und das Motorengeräusch unverkennbar - wie kein anderes Produkt "Made in Germany" wurde der Käfer zum Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders. Der VW Käfer ist ein von 1938 bis 2003 von der heutigen Volkswagen AG produziertes Automodell und war bis Juni 2002 mit über 21,5 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Automobil der Welt.
6. August 1945
6. August 1945. 08.09 Uhr. An Bord der fliegenden US-Festung B-29 mit dem Kosenamen "Enola Gay" erblicken der Pilot Oberst Paul W. Tibbets und seine Crew die Silhouette der japanischen Stadt, die ihnen als Ziel des Sondereinsatzes Nr. 19 benannt worden ist: Hiroshima.
Um 08.15 Uhr ist es soweit: Der Bombenschacht öffnet sich, "Little Boy", die stumpfnasige, plumpe Geheimwaffe, schwebt an einem Fallschirm langsam herab. Viele Einwohner der Stadt betrachten gelassen den heute offenbar harmlosen Bomber und den weißen Fallschirm, der sich deutlich vom strahlend blauen Sommerhimmel abhebt. 43 Sekunden später ein gleißender Lichtblitz, eine Druckwelle rüttelt die B-29 durch. Eine gigantische Rauchsäule schießt empor und formiert sich zum schaurig-schönen Atompilz. Über Hiroshima bricht das Inferno aus.
7. August 1960
Elfenbeinküste ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana und im Süden an den Atlantischen Ozean. Das Land, das am 7. August 1960 die Unabhängigkeit von Frankreich erlangte, war jahrzehntelang politisch stabil und wurde durch die Einheitspartei PDCI des damaligen Präsidenten Houphouët-Boigny regiert. Exporterlöse aus Kakao und Kaffee garantierten einen relativen Wohlstand. Innere Spannungen führten 1990 zum Ende der PDCI-Herrschaft und zusammen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Verfall der Kakaopreise gipfelten die Konflikte in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand, der das Land 2002 in zwei Teile zerriss. Seit dem Friedensvertrag von 2007 wird an der Versöhnung und Wiedervereinigung der Elfenbeinküste gearbeitet. Im Entwicklungsindex der Vereinten Nationen steht die Elfenbeinküste im Jahr 2011 auf Platz 170 von 187. Seit 1983 ist Yamoussoukro die offizielle Hauptstadt, die frühere Hauptstadt Abidjan stellt aber weiterhin das wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes dar.
8. August 117
Der römische Kaiser Trajan, unter dessen Herrschaft das Römische Reich seine größte Ausdehnung erreicht, stirbt in Selinus, Kilikien. Trajans Tod wird von seiner Gattin Plotina jedoch bis zum 11. August verheimlicht. Trajan, der erste römische Kaiser, der aus einer Provinz stammte, gilt in der traditionell von Senatoren verfassten Geschichtsschreibung als bester römischer Princeps und war von Januar 98 bis 117 römischer Kaiser. Mit der Eroberung Armeniens, Mesopotamiens und vor allem des Dakerreiches erlebte das Römische Reich unter seiner Herrschaft seine grösste Ausdehnung.
9. August 1945
Nachts gegen 2:00 Uhr am 9. August 1945 startete der 25-jährige Pilot Charles W. Sweeney den Bomber Bockscar mit teilweise neuer Besatzung und zwei Begleitflugzeugen. Sein Ziel war Kokura, eine Stadt mit grosser Rüstungsindustrie. Bei der Ankunft lag Kokura unter einer dichten Wolkendecke. Bei drei Anflügen war die Sicht so stark behindert, dass Sweeney den Angriff abbrach. Er durfte die Bombe nur nach Sicht abwerfen. Da dies nicht möglich war und das Flugbenzin zur Neige ging, flog er das Ausweichziel Nagasaki an. Da in Nagasaki aber ebenfalls schlechte Sichtverhältnisse herrschten, konnte kein exakter Zielabwurf durchgeführt werden. Der Pilot hätte den Angriff unter solchen Umständen abbrechen müssen, entschied sich jedoch für einen Radaranflug. Die Bombe wurde um 11.02 Uhr Ortszeit nordwestlich des geplanten Ziels über dicht bewohntem Gebiet abgeworfen. Sie sollte eigentlich den Mitsubishikonzern treffen, verfehlte ihr Ziel aber um mehr als zwei Kilometer. Sie zerstörte fast das halbe Stadtgebiet. Die Explosion in etwa 470 Metern Höhe über dem Boden vernichtete im Umkreis von einem Kilometer 80 Prozent aller Gebäude, zumeist Holzhäuser und ließ nur wenige Überlebende zurück. Der Atompilz erhob sich 18 Kilometer in die Atmosphäre.
Auf Grund von Protesten von Veteranen des 2. Weltkrieges veröffentlichte die US-Post diese Marke im Gedenken an die Atombomben-Abwürfe vom 6. und 9. August 1945 über Hiroshima und Nagasaki nicht.
10. August 1881
Internationale Elektrizitätsausstellung in Paris. 1768 Aussteller aus 15 Ländern zeigten ihre Entwicklungen. Die Messe gab entscheidende Impulse für die Elektrifizierung Europas. Absolutes Highlight der Ausstellung war die Glühlampe - am 10. August 1881 erstrahlten 1000 "Edison-Leuchten" gleichzeitig und machten die Nacht zum Tag. Die Besucher sind von den von Thomas Alva Edison gemeinsam mit Sigmund Bergmann entwickelten Glühlampen fasziniert.
11. August 1778
Friedrich Ludwig Jahn, auch Turnvater Jahn genannt, wird am 11. August 1778 in Lanz geboren († 15. Oktober 1852 in Freyburg, Unstrut). Er war der Initiator der deutschen Turnbewegung, die von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war. Sie war unter anderem mit der Zielsetzung entstanden, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preussens und Deutschlands vorzubereiten. Den ersten Turnplatz schuf er 1811 in der Berliner Hasenheide. Die von Jahn und seinen Mitstreitern demonstrierten Vorstellungen von der Deutschen Turnkunst sind im heutigen Turnbetrieb noch wiederzufinden. Neben Fechten, Schwimmen und Laufen wollte er auch seine politischen Ideale vermitteln: Jahn war bis 1825 inhaftiert, danach bis 1840 unter Polizeiaufsicht gestellt, da seine Ideen nicht denen der Regierenden entsprachen. 1848 war Jahn Mitglied der ersten Nationalversammlung.
12. August 1960
Am 12. August 1960 startete die NASA den ersten Nachrichtensatelliten der Welt. Er reflektierte als passiver Satellit ankommende Telefonie- und Funksignale, konnte selbst aber keine aussenden. Der Start erfolgte mit einer Trägerrakete vom Typ Delta. Der mit dünnem Aluminium überzogene Ballon aus dem Polyester-Kunststoff Mylar (einer nur Bruchteile von Millimeter starken Folie) wurde erst aufgeblasen, als die Höhe von etwa 1500 km erreicht war. Die Umlaufzeit betrug knapp zwei Stunden. Die zunächst 30 Meter große, stark reflektierende Kugel, die bereits nach einem Jahr auf einen Durchmesser von 18 Metern geschrumpft war, konnte als heller Stern 1. Größe gesehen werden. Gegen Ende seiner Lebenszeit und kurz vor dem Verglühen im Jahr 1968 war die Bahnhöhe von 1500 auf etwa 1000 km gesunken.
13. August 1961
Sonntag früh um 1.54 Uhr. Am Grenzbahnhof Gesundbrunnen sei jeglicher Zugverkehr zwischen Ost und West eingestellt, erfährt der Diensthabende im West-Berliner Polizeipräsidium. Bei Tagesanbruch zeigt sich die ganze Tragweite dieser Meldung. Der Bau der Berliner Mauer beginnt. 16 Millionen Deutschen ist der Weg nach Westen abgeschnitten. Die DDR rechtfertigt sich ideologisch: "Die Grenze wo wir stehen, die Waffe in der Hand, ist nicht nur eine Grenze zwischen Land und Land. Das ist die Grenze zwischen gestern und heut."
14. August 1956
Bertolt Brecht; gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht; (*10. Februar 1898 in Augsburg), stirbt am 14. August 1956 in Ost-Berlin. Er war ein einflussreicher deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden weltweit aufgeführt. Brecht hat das epische Theater beziehungsweise dialektische Theater begründet und umgesetzt. Brecht stand im April 1933 auf der Schwarzen Liste. Deshalb wurden seine Bücher am 10. Mai 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt und am Tag darauf seine gesamten Werke verboten. Brecht wurde 1935 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Bertolt Brecht floh 1933 ins skandinavische Exil, später in die USA. Dort wurde er 1947 vor das Komitee für unamerikanische Tätigkeit geladen und verhört. Der Autor verliess daraufhin die USA und ging in die DDR, die ihm beste Arbeitsmöglichkeiten bot.
15. August 1947
Indien erhielt nach Jahrzehnte langen Auseinandersetzungen mit der britischen Kolonialmacht unter dem Namen Indische Union am 15. August 1947 die Unabhängigkeit von Grossbritannien. Der gesamte indische Subkontinent wurde in einen hinduistischen (Indien), einen moslemischen (Pakistan) und einen kleineren buddhistischen Staat (Sikkim) geteilt. Das moslemische West- und Ostpakistan lagen 1500 Kilometer auseinander. Indien blieb vorerst eine Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth. Staatsoberhaupt blieb König Georg VI. von Grossbritannien. Das Amt des Regierungschefs übernahm Jawaharlal Nehru (1889–1964). Er war zuvor einer der zentralen Führer im indischen Freiheitskampf.
16. August 1896
Gold im Klondike! Der US-Amerikaner George W. Carmack entdeckte im kleinen Nebenarm Rabbit Creek des Flusses Klondike, im kanadischen Yukon-Territorium, ein ergiebiges Goldlager. Zurück in Kalifornien berichtete er von seinem Fund. Bald schon wussten die ganzen Vereinigten Staaten von den Vorkommen und die Nachricht gelangte auch nach Europa, Asien und Australien. Immer mehr Menschen, die nach schnellem Reichtum suchten, trafen im Gebiet des Flusses Yukon ein. Für das Jahr 1897 schätzt man deren Zahl auf rund 100‘000. Die wenigsten aber waren auf das Klima mit extremer Kälte und Schneestürmen vorbereitet, und während des darauf folgenden Winters starben Tausende Goldsucher.
17. August 1960
Am 17. August 1960 gab eine Gruppe im Hamburger Rotlichtviertel St. Pauli ihr erstes Konzert unter dem Namen The Beatles. Von nun an spielten sie täglich im Indra, einem Stripclub an der berüchtigten Grossen Freiheit. Nach und nach passten sich die Gruppenmitglieder dem spannungsgeladenen Umfeld aus Gewalt, Alkohol, Drogen und Sex an. Durch die bis zu neun Stunden dauernden Arbeitstage wurden Repertoire, Spontaneität und Selbstbewusstsein vergrössert. Die Aufforderung des Clubbesitzers, eine Schau zu machen, mündete in wüsten Bühnenauftritten, die das Publikum anlockten und die Band zum angesagtesten Geheimtipp der Grossen Freiheit machten. The Beatles, mit mehr als 600 Millionen, nach Schätzungen ihrer Plattenfirma EMI sogar mehr als einer Milliarde verkauften Tonträgern gehören sie zu den kommerziell erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte.
18. August 1959
Der Mini war ein revolutionärer und origineller Kleinwagen, der von Sir Alec Issigonis für die Austin Motor Company und die Morris Motor Company entworfen wurde. Die Besonderheit der Mini-Konstruktion bestand in erster Linie im Quereinbau des Frontmotors, dessen Getriebe unterhalb des Motors angeflanscht war und mit dem Motorblock eine Einheit bildete. Dadurch und wegen der kleinen Räder (10 Zoll) mit kurzem Karosserieüberhang ließ sich die Fahrzeuglänge auf nur wenig über drei Meter bringen. Anstoß für die Entwicklung des kleinen und sparsamen Automobils war die Suezkrise von 1956, die erste Energiekrise mit deutlich spürbaren Auswirkungen für die westliche Welt. Die ersten in Birmingham hergestellten Fahrzeuge kamen am 18. August 1959 auf den Markt.
19. August 1893
Der Reißverschluss wurde ab 1851 von mehreren Erfindern entwickelt. Die erste praktikable Idee dazu hatte der US-Amerikaner Whitcomb L. Judson aus Chicago im Jahr 1890. Er meldete sie am 19. August 1893 zum Patent an. Im selben Jahr wurde der Reissverschluss von seinem Erfinder auf der Weltausstellung in Chicago präsentiert. Erst 1912 stellte der Schwede Gideon Sundbäck dank einiger Verbesserungen die Kunden zufrieden. 1923 erwarb Martin Othmar Winterhalter aus St. Gallen das Patent für Europa, entwickelte den ursprünglich aus Kügelchen und Klemmbacken bestehenden Verschluss weiter und ersetzte diese durch die noch heute üblichen Rippen und Rillen. Er gab dem Produkt den Namen RiRi (= Rippen und Rillen). In seiner Firma RiRi in Wuppertal (später in Mendrisio) wurde dann der erste serienmässig gefertigte Reissverschluss der Welt produziert.
20. August 1968
Am 20. August 1968 marschierten sowjetische Truppen im Verbund mit Einheiten aus anderen Staaten des Warschauer Paktes in der CSSR ein, wo sich unter Dubcek eine für den Ostblock bislang beispiellose Liberalisierung entwickelt hatte. Der "Prager Frühling" wurde gewaltsam beendet. Mit dem Ausdruck "Prager Frühling" verbindet man vor allem eins: sein gewaltsames Ende. Die Reformbewegung in der damaligen Tschechoslowakei, die einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz zum Ziel hatte, wurde von breiten Teilen der Bevölkerung unterstützt. Dass sie von den Panzern und Truppen der sozialistischen Bruderstaaten unterbunden wurde, wurde weltweit mit Entsetzen verfolgt.
21. August 1911
Leonardo da Vincis Mona Lisa wurde vom 31-jährigen italienischen Handwerker Vincenzo Peruggia, der im Louvre tätig war, aus dem Louvre geraubt. Erst durch diese Entführung, die fast eine europäische Kulturkrise ausgelöst hatte, wurde das Gemälde weltberühmt. Mona Lisa ist der deutsche Titel des weltberühmten Ölgemäldes von Leonardo da Vinci. Das italienische Original heißt La Gioconda, die Heitere. Es ist auf dünnem Pappelholz gemalt, nur 77 cm × 53 cm gross und entstand wahrscheinlich in den Jahren 1503 bis 1506. Am 31. Dezember 1913 kehrte das Gemälde in den Louvre zurück.
22. August 1864
Vertreter von 12 Staaten (Baden, Belgien, Dänemark, Frankreich, Hessen, Italien, die Niederlande, Portugal, Preussen, die Schweiz, Spanien und Württemberg) unterzeichneten am 22. August 1864 in Genf eine Konvention über die Behandlung von verwundeten Soldaten im Krieg. Initiator war der Schweizer Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes. Die Genfer Konventionen, auch Genfer Abkommen genannt, sind zwischenstaatliche Abkommen und eine hauptsächliche Komponente des humanitären Völkerrechts. Sie enthalten für den Fall eines Krieges oder eines internationalen oder nicht-internationalen bewaffneten Konflikts Regeln zum Schutz von Personen, die nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen.
23. August 1913
Im Kopenhagener Hafen wird die Kopie der Skulptur Kleine Meerjungfrau des Bildhauers Edvard Eriksen aufgestellt, die zum Wahrzeichen Kopenhagens werden sollte. Der Künstler ließ sich von der Figur der Jeanne d’Arc von Henri Michel Chapu inspirieren. Den Kopf gestaltete er nach dem Vorbild der Primaballerina Ellen Price (1878-1968), die 1909 in Kopenhagen als Hauptdarstellerin eines Balletts gleichen Namens sehr beliebt war, und den Körper nach dem seiner Ehefrau Eline (1881-1963), da Price es abgelehnt hatte, dem Künstler als Aktmodell zu dienen. Auftraggeber war der Kunstmäzen und Sohn des Firmengründers der in Kopenhagen ansässigen Carlsberg-Brauerei, Carl Jacobsen. Am 23. August 1913 wurde eine Kopie der Figur, die 175 kg wiegt und 125 cm groß ist, an ihrem heutigen Platz an der Uferpromenade Langelinie aufgestellt.
24. August 79
Die Stadt Pompeji am Golf von Neapel wurde durch den Ausbruch des Vesuv vollständig verschüttet. Millionen von Tonnen vulkanischen Gesteins und Asche wurden in die Luft geschleudert und regneten im Umkreis von 70 Kilometern nieder. Pompeji und seine 2000 Bewohner wurden unter einer über 5 Meter dicken Schicht begraben. Erst im Jahre 1748 entdeckte man die Stadt wieder und begann mit den Ausgrabungen. Diese sind bis heute noch nicht abgeschlossen - nur drei Viertel von Pompeji wurden bis jetzt freigelegt. Die Stadt hat die nahezu 2000 Jahre gut erhalten im Boden überdauert.
25. August 1944
Am Mittag des 25. August, gegen 12:20 Uhr, wurde die Trikolore auf dem Eiffelturm und wenig später auf dem Arc de Triomphe gehisst. Entgegen den Befehlen Adolf Hitlers, die forderten, dass Paris bis zum letzten Mann verteidigt und danach zerstört werden sollte, kapitulierte der deutsche General Dietrich von Choltitz nach anfänglichem Widerstand gegen die vorrückende 2. Französische Panzerdivision und übergab Paris nahezu unversehrt am 25. August 1944 gegen 14:45 Uhr an den französischen General Leclerc und Henri Rol-Tanguy, den Führer der Pariser Résistance.
26. August 1789
Einen Monat nach Beginn der Französischen Revolution wurde die 17 Artikel umfassende Erklärung der Menschenrechte von der Nationalversammlung beschlossen. Sie basierte unter anderem auf der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776, der "Virginia Bill of Rights". Die französische Menschenrechtserklärung bezweckte, die für jeden Menschen als unantastbar geltenden Rechtsprinzipien festzusetzen. So sollte dem absolutistischen Machtanspruch des Königs entgegengewirkt werden. Die Menschenrechtserklärung dient bis heute als Grundlage der demokratischen Verfassungen.
27. August 1770
Georg Wilhelm Friedrich Hegel wird am 27. August 1770 in Stuttgart geboren († 14. November 1831 in Berlin). Er war ein deutscher Philosoph, der als wichtigster Vertreter des Deutschen Idealismus gilt. Hegels Philosophie erhebt den Anspruch, die gesamte Wirklichkeit in der Vielfalt ihrer Erscheinungsformen einschließlich ihrer geschichtlichen Entwicklung zusammenhängend, systematisch und definitiv zu deuten. Sein philosophisches Werk zählt zu den wirkmächtigsten der neueren Philosophiegeschichte. Nach Hegels Tod kam es zu einer Aufspaltung seiner Anhänger in eine rechte und eine linke Gruppierung. Die Rechts- oder Althegelianer wie Eduard Gans und Karl Rosenkranz folgten der hegelschen Philosophie, während die Links- oder Junghegelianer wie Ludwig Feuerbach oder Karl Marx das Staatstragende in Hegels Philosophie kritisierten. Insbesondere Karl Marx wurde von Hegel nachhaltig geprägt. Seine Philosophie gilt als einer der zentralen Ausgangspunkte für den Marxismus. Die Methode Hegels, den Gegenstand dadurch zu begreifen, dass alle seine Ansichten zur Darstellung gebracht werden, erlaubte es, dass sich die gegensätzlichsten Vertreter auf Hegel berufen haben und noch heute berufen.
28. August 1749
Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter und Denker wird in Frankfurt am Main geboren (†22.3.1832 in Weimar). Goethe studierte Jura in Leipzig. Dort entstanden seine ersten grösseren Werke. In den folgenden Jahren in Strassburg schrieb er die Urfassungen des Faust und des Götz von Berlichingen. In Frankfurt arbeitete er darauf als Rechtsanwalt und verliebte sich in Charlotte Buff. Aus dieser Liebe entstand 1774 der Briefroman "Die Leiden des jungen Werther", der Goethe zu Weltruhm verhalf. In Weimar wurde er kurz darauf Geheimer Rat und somit Mitglied der Regierung. 1782 wurde er Präsident der Finanzkammer und vom Kaiser geadelt. Goethe forschte zudem in der Morphologie und der Farbenlehre. Mit Schiller bildete er den Kern der Weimarer Klassik.
29. August 1885
Am 29. August 1885 wurde ein motorisierter Reitwagen auf zwei Rädern patentiert, den der schwäbische Erfinder Gottfried Daimler entwickelt hatte. Mit einer Geschwindigkeit von acht Stundenkilometern ein revolutionäres Fortbewegungsmittel. Aus Kostengründen entschieden sie sich für ein hölzernes, mit Stützrädern versehenes Zweirad. Den Rahmen bauten sie aus Hickory-Holz, das mit Eisenplatten verstärkt wurde. Der Motor wurde vertikal zwischen die Holzstützen und Kreuzstreben eingebaut. Über den an einer Scheibe lösbaren Antriebsriemen konnte die Kraft unterbrochen werden. Die Räder bestanden aus Holzspeichen, die mit Eisenringen beschlagen wurden; der Auspuff befand sich unmittelbar unter dem wie ein Reitsattel geformten Ledersitz. Mit seinen kleinen gefederten Auslegerädern war der Reitwagen zwar kein richtiges einspuriges Fahrzeug, aber doch ein direkter Vorgänger des Motorrads.
30. August 1871
Ernest Rutherford, britischer Physiker, wird geboren (†19.10.1937). Rutherford entdeckte, dass die radioaktive Strahlung aus mehreren Teilstrahlungen besteht. Rutherford studierte bei J. J. Thomson, dem Entdecker des Elektrons, und wurde mit 28 Jahren Professor in Montreal/Kanada. 1906 wechselte er an die Universität von Manchester. 1908 erhielt er den Chemie-Nobelpreis für seine Untersuchung über die Aufspaltung von Elementen und der Chemie radioaktiver Substanzen. 1911 entwarf er ein neues Atommodell. 1914 wurde er zum Ritter geschlagen. Er übernahm schließlich 1919 Thomsons Posten als Direktor am Cavendish-Laboratorium. Ebenfalls 1919 löste er die erste künstliche Kettenreaktion aus. Von 1925 bis 1930 war er Präsident der Royal Society.
31. August 1997
Diana, Princess of Wales; gebürtig Lady Diana Frances Spencer, (*1. Juli 1961 in Sandringham, Norfolk, England) kommt am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben. Diana war als erste Ehefrau des derzeitigen britischen Thronfolgers Prinz Charles von 1981 bis 1996 Kronprinzessin des Vereinigten Königreiches. Aus Dianas Ehe mit Charles stammen die Söhne William sowie Henry. Das tragische Ende der beliebten Lady Di löste weltweit Bestürzung und Trauer aus.