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Gartenteich
Ich bin am Bodensee aufgewachsen und vermisse das Leben am Wasser immer noch ein wenig. Jetzt kann ich mich doch immerhin an unseren Gartenteich setzen!
Wir geniessen das sehr!
Auch wenn wir aus den entsprechenden Fenstern schauen, sehen wir ihn, den Teich.
Der Teich hat eine Wasserfläche von 25m2 und er ist 1.20 m tief. Eine eingegrabene Kunststoffolie hält das Wasser zurück.
Er hat keinen Wasserzulauf, er wird einzig durch das Regenwasser gespeist. Damit er bei starken Regenfällen nicht unkontrolliert überläuft hat er einen Überlauf.
Der Teichrand ist innerhalb der Folie mit verschiedenen Sumpfpflanzen bepflanzt, ausserhalb wachsen Ruderalpflanzen.
Sumpf- und Wasserpflanzen
Wir haben unseren Teich mit ca. dreissig verschiedenen Sumpfwasserpflanzen bepflanzt, alles einheimische Wildpflanzen.
Wasserpflanzen nehmen die Nährstoffe aus dem Wasser auf und konkurrenzieren auf diese Weise die Algen. Algen sind pflanzliche Einzeller, sie sind überall vorhanden und können sich schnell vermehren.
Unterwasserpflanzen bringen zusätzlichen Sauerstoff ins Wasser, sie sind deshalb in einem Teich unentbehrlich.
Bei uns hat sich der gewöhnliche Wasserschlauch, eine auch fleischfressende Unterwasserpflanze, im Teich ausgebreitet.
Schwimmblattpflanzen, wie Seekanne und Seerosen, beschatten den Teich. Dadurch können sich Algen weniger schnell ausbreiten.
Wenn zu viele Nährstoffe und wenig Wasserpflanzen im Teich sind, vermehren sich die Algen bei Sonnenschein zu stark und es bilden sich Algenteppiche auf der Wasseroberfläche.
Diese können leicht mit einem Kescher abgefischt werden.
Verschieden Algenarten gehören jedoch zu einem natürlichen Gartenteich. Sie dürfen sich nur nicht zu stark vermehren.
Algen sind weltweit ein wichtiger Sauerstofflieferant.
Tiere im Wasser
Ganz von alleine ziehen viele Tiere im Teich ein.
Amphibien, Libellen, Fliegen, Schwebfliegen, Mücken etc. leben zu Beginn ihres Lebens viele Wochen oder gar Jahre als Larven im Wasser.
Nach einer längeren oder kürzeren Metamorphose (Verwandlung) sind sie dann Landtiere oder fliegende Insekten.
Sie suchen sich Partner und sorgen für Nachwuchs.
Libellen
Libellenlarven leben als unscheinbare Tiere ein bis mehrere Jahre auf dem Teichgrund.
Sie sind grosse Räuber und ernähren sich von anderen Kleininsekten und auch von Kaulquappen.
Schliesslich klettern sie an Pflanzenstengeln in die Höhe und schlüpfen aus ihren Hüllen.
Sie pumpen Blut in ihre Flügel und lassen diese aushärten.
Nun zirkulieren sie als wunderschöne und elegante Flieger über dem Teich und fangen kleinere oder grössere Insekten.
Sie paaren sich und legen Eier. Nach wenigen Wochen ist ihre Lebenszeit jedoch bereits zu Ende.
Amphibien
Die meisten Amphibien kommen im Frühling ans Wasser und legen dort ihren Laich ab.
Nach ein paar Tagen schlüpfen die Kaulquappen. In einer mehrere Monate dauernden Metamorphose verwandeln sie sich in erwachsene Lurche und verlassen den Teich.
In unserem Teich haben im ersten Jahr Bergmolche und im zweiten auch Erdkröten gelaicht.
Erdkröten und Bergmolche leben an schattigen und feuchteren Stellen im Garten, z.B. in Ast- oder Steinhaufen. Bergmolche werden unter günstigen Umständen 15 - 20 Jahre alt, Erdkröten leben maximal 10 - 12 Jahre.
Erdkröten gelten in der Schweiz als gefährdet.
Teich mit drei Tiefenstufen
Der Teichgrund ist gestuft, denn verschiedene Wassertiefen bieten auch verschiedene Lebensräume für Tier und Pflanzen.
Am Teichrand befindet sich mit 0 - 20 cm Wassertiefe die Sumpfzone, anschliessend mit 20 - 50 cm Wassertiefe die Flachwasserzone und in der Teichmitte mit 50 - 120 cm Tiefe die Tiefenzone. Je nach Wassertiefe gedeihen andere Pflanzen.
Grössere Tiefenzonen schaffen im Sommer kühlere und im Winter wärmere Lebensräume.
Unser Teich hat eine relativ grosse Sumpf- und Flachwasserzone und ist damit ein feines Bad für die vielen Vögel in unseren Büschen und Sträuchern.
Viele kleine Tiere, wie Vögel, Igel, Insekten etc., kommen zum Trinken an den Teich.
Wespen und Hornissen holen bei Hitze Kühlwasser für ihre Nester.
Rauchschwalben und Fledermäuse trinken im Flug vom Teich.
Wasserqualität
In einem neuen Teich stellt sich allmählich ein Gleichgewicht zwischen pflanzlichen und tierischen Kleinlebewesen ein. Sie kommen alle ohne unser Zutun in den Teich.
Unser Teich ist mit einer Wasserpumpe ausgerüstet. Das Wasser wird über den Einlaufstein in den Teich geleitet. Auf diese Weise erhält das Teichwasser zusätzlichen Sauerstoff.
Die Pumpe liegt in einem Schacht auf halber Tiefe, wir hoffen, dass so weniger kleine Teichbewohner durch die Pumpe verletzt werden.
Die Pumpe schalten wir vor allem im Frühling und im Herbst ein.
Bildergalerie Teichbau