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Bethan Huws überlagert, verschmelzt Zeiten und Räume, Arbeitsweisen und Mentalitäten.
Am Lehnenviadukt, das die Gottfried-Keller-Strasse gegen die Schlucht hin abstützt, wurde direkt oberhalb der Bögen eine weisse Neonschrift angebracht. Die Buchstaben ergeben über eine Länge von vierzig Metern den Satz: ‹ARTISTS INTERPRET THE WORLD AND THEN WE INTERPRET THE ARTISTS› (Künstler interpretieren die Welt, und anschliessend interpretieren wir die Künstler).
Ausgangspunkt der Idee bilden das Prinzip und der Aufbau mittelalterlicher Manuskripte. In Anlehnung an die damals übliche Art, Buchseiten mit Initialen und markant ausgeführten Titeln zu gestalten, wird hier der gesamte Landschaftsraum sozusagen als Buchseite aufgefasst. Zugleich wird der Gründungsmythos um Gallus und das Kloster mit dem künstlerischen Schöpfungsakt inhaltlich kurzgeschlossen. Artikel im Architectural Digest, Juni 2012Biografie
Bethan Huws, 1961 in Nordwales geboren, lebt in Berlin und Paris. Sie arbeitet mit verschiedenen Medien. Im Zentrum ihres konzeptuellen Schaffens steht die Sprache. Sie schafft Bezüge und ist gleichzeitig ein Instrument der Reflexion. Die zarten, oft filigranen Werke tragen immer einen geheimnisvollen, mystischen Kern in sich.