Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03107.jsonl.gz/436

Das Instrumentenlandesystem für Südlandungen ILS33 wurde Ende 2007 in Betrieb genommen. Die binationale Vereinbarung hierzu beschränkt die Südlandequote im Jahresschnitt: Wird die 8%-Marke überschritten, muss der Grund eruiert werden; fällt die Quote höher aus als 10 % aller Landungen, müssen Möglichkeiten geprüft werden, den Anteil an Südlandungen wieder zu senken.
Von keiner anderen Flugprozedur am EuroAirport sind so viele Personen von geringen Überflughöhen betroffen wie von den ILS33-Landungen.
Südlandungen waren im früheren Sichtflugverfahren flugtechnisch anspruchsvoll, weshalb sie erst bei höheren Rückenwindkomponenten praktiziert wurden. 2002 wurde die Limite der Windstärke jedoch auf >5 kn gesenkt, was logischerweise zur Erhöhung der Südlandequoten führte. Ein weiterer sprunghafter Anstieg erfolgte mit der Inbetriebnahme des radarstrahl-geleiteten ILS-Verfahrens. Die deutliche Zunahme der Südlandungen ist nur zum Teil durch die meteorologischen Bedingungen erklärbar.
Seit 2008 wurde die 8%-Limite sechsmal und die ultimative 10%-Limite zweimal überschritten. Letzteres wird mit grosser Wahrscheinlichkeit auch 2022 wieder der Fall sein. Von konkreten Gegenmassnahmen ist der Öffentlichkeit nichts bekannt.
In der völlig veralteten Risikoanalyse von 2001 wurde von 7.7 % Südlandungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten Mai-Oktober ausgegangen. Auch diese Limite wurde seit 2008 zehnmal überschritten (Höchstwert 13.8 %).