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Eine Dame kommt an die Bar und bestellt wie folgt: „Ach Herr Tietze, nur eine Kleinigkeit aber zuerst ein Glas Champagner.“ Ich weiss schon, die Bestellung ist wie immer. Also nehme ich einen grossen Teller. Sie gibt mir die Reihenfolge an. Diese ist immer gleich, zwei Scheiben Auberginen, drei Scheiben Zucchetti, nur rote Peperoni, keine gelben und keine grünen. Eigentlich wäre die Kleinigkeit fertig.
„Ach, Herr Tietze, zwei Fleischbällchen noch und haben Sie noch etwas Senf? Ihr Büffelmozzarella ist fantastisch, davon nehme ich auch ein bisschen. Und die gefüllten Peperoncini – diese Oliven sind auch sehr lecker. Und drei von den Artischockenherzen auch noch dazu.“
Während ich den Teller anrichte, darf ich die Dame mit Canapés zum Champagner verwöhnen. Wir haben fünf verschiedene Sorten. Bevor ich die Antipasti reiche, hat die Dame mindestens eines pro Sorte probiert. Zwischenzeitlich sind wir beim dritten Glas Champagner angelangt und die Dame weiterhin in Plauderlaune.
Als die Dame dann bei der Sfogliatelle und beim fünften Glas Champagner angekommen ist – ich schäume gerade Milch auf für einen Cappuccino – gibt es einen dumpfen Knall. Ich erschrecke, drehe mich um… und sehe die Dame nicht mehr. Stille; nur den Blues von BB King summt aus dem Lautsprecher.
Ich gehe um die Bar herum und sehe den Barhocker umgekippt auf dem Boden liegen – die Dame daneben. Ich helfe ihr auf, platziere sie in der Lounge und gebe ihr einen Whiskey.
Sie kommt immer an Tagen mit „D“.