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Nach der Primarschule in La Joux besucht Michel Pittet die (landwirtschaftliche) regionale Schule in Bulle. Bis zum Alter von 18 Jahren hilft er seinem Vater und Bruder auf dem Hof, damit Letzterer diesen später übernehmen kann. Da er sich weiterbilden will, besucht er 1961/62 die Ecole Bénédict für eine kaufmännische Ausbildung und bereitet sich dann autodidaktisch auf die Handelsmatura des Kollegiums St. Michael vor, die er 1967 besteht.
Anschliessend besucht er die Universität, zunächst als Hörer, dann als Student. Mangels Stipendien finanziert er seine Studien selber. Er arbeitet bei der Post (nachts), in einem Privatbetrieb und vor allem als Lehrer an der Ecole Bénédict. 1976 legt er sein Doktorat in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ab. Einen weiteren Zusatzverdienst verschafft ihm die Arbeit, die er 20 Jahre lang, unterstützt von seiner Frau, als Gemeindesekretär seines Wohnorts La Joux leistet.
1973 findet er eine Beschäftigung im Amt für Wirtschaftsförderung des Kantons Freiburg, das er von 1985 bis 1991 leitet. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die regionale Entwicklungspolitik, die Gewährung von Krediten an Bergregionen und die Wirtschaftsförderung, die den Aufschwung der bestehenden Firmen und die Ansiedlung neuer in- und ausländischer Unternehmen im Kanton
gewährleisten soll.
1991 kandidiert er auf der christlichdemokratischen Liste, die fünf Namen umfasst, für den Staatsrat mit dem Ziel, den Süden des Kantons in der Regierung zu vertreten. Im ersten Wahlgang vom 17. November, in dem niemand die absolute Mehrheit erreicht, landet er auf dem zweiten Platz von 21 Bewerbern. Im zweiten Wahrgang vom 8. Dezember belegt er mit 45% der Stimmen den ersten Platz. Michel Pittet übernimmt die Volkswirtschafts-, Verkehrsund Energiedirektion, die er während drei Amtszeiten bis 2006 leitet. In diesen Jahren ist er dreimal (1995, 1999,
2004) Staatsratspräsident.
Will man die Bilanz seiner Regierungszeit ziehen, drängt sich eine Feststellung auf : Die Beschäftigung steht im Mittelpunkt. Dies zeigt sich in der französischen Bezeichnung der Direktion, die 2002 zur Direction de l’économie et de l’emploi wird. Am Ende der beiden ersten Amtszeiten erklärt Michel Pittet : « Zehn Jahre lang habe ich für die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen gekämpft. » Nun stellt er sich einer neuen Herausforderung : « Das neue Ziel ist, zur Erhöhung der Einkommen beizutragen. » Es geht jetzt darum, das Erreichte zu konsolidieren, indem Wirtschaftszweige mit hoher Wertschöpfung gefördert werden, ein Bereich, den Pittet « die neue Wirtschaft » nennt. Zu ihr gehören fünf Tätigkeitsgruppen : Maschinen, Chemie, Kommunikation, Förderung der internationalen Finanzoperationen und Unternehmensdienstleistungen.
In den anderen Sektoren seiner Tätigkeit legt Michel Pittet dem Grossen Rat folgende Gesetze vor : Verkehr (1994), Energie und Rechtsform der Freiburgischen Elektrizitätswerke FEW (2000), Stromversorgung (2003) und Wirtschaftsförderung (2006). Hinzu kommen das Gesetz über die Beschäftigung und die Arbeitslosenhilfe (1993), ergänzt durch die Einrichtung eines kantonalen eschäftigungsfonds – eine absolute Neuheit –, der durch den von den Steuern abgezogenen « Solidaritätsrappen » gespeist wird.
Was die interkantonale Zusammenarbeit betrifft, präsidiert er von 1994 bis 1997 den Regierungsausschuss des Espace Mittelland, dem die Kantone Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg und Solothurn angehören. Seit 1992 präsidiert er zudem den Verwaltungsrat der FEW, der späteren Groupe E. Eines der Hauptdossiers in diesem Zusammenhang ist die Fusion von FEW und ENSA (Energie neuchâteloise S.A.), zu der die Erarbeitung der Strategie im Zusammenhang mit der Öffnung des expandierenden Strommarkts hinzukommt. 2011 tritt er als Präsident der Groupe E zurück.