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KFZ Kennzeichen begegnen uns heute alltäglich auf unseren Straßen. Sie sind aus dem modernen Straßenverkehr nicht mehr wegzudenken. Jedes zulassungspflichtige Kraftfahrzeug muss mit solchen Nummernschildern ausgestattet sein. Über die eindeutige Buchstaben- und Ziffern-Folge lässt sich jederzeit der verantwortliche Halter des jeweiligen Fahrzeuges feststellen. Dies ist insbesondere wichtig bei der Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten und bei Unfällen. Dabei haben die Nummernschilder eine lange und traditionsreiche Geschichte.
Inhaltsverzeichnis
Die ersten KFZ Kennzeichen wurden Ende des 19. Jahrhunderts von den Behörden vorgeschrieben. Ursprünglich handelte es sich hierbei um Nummernschilder für Fahrräder, da sich insbesondere um 1870 herum die Fahrerflucht bei Unfällen mit Fahrrädern vermehrte. Erst 1896 wurde das erste KFZ Kennzeichen in Baden an einem Automobil festgestellt. Wegweisend waren die einheitlichen Regelungen, die am 01.10.1907 für alle 26 Länder des Deutschen Reichs Gültigkeit bekamen. So wurden in diesem Jahr 10.115 Personenkraftwagen, 15.954 Krafträder und schließlich 957 Lastkraftwagen zugelassen.
Von den uns bekannten Buchstaben-und Ziffernkombinationen war man noch weit entfernt. Zu jener Zeit begannen die KFZ Kennzeichen in den größeren Ländern mit einer römischen Ziffer. Die römische I stand beispielsweise für Preußen. Anschließend folgte ein großer Buchstabe für den jeweiligen Verwaltungsbezirk, beispielsweise A für Berlin. Erst zuletzt folgte eine Ziffernfolge. Einige wenige Länder wiesen andere Kennzeichen auf. Besonders interessant ist jedoch, dass die freien Hansestädte, wie Hamburg, Bremen oder Lübeck mit den gleichen Städtekürzeln wie heute gekennzeichnet wurden. So steht HH auch heute noch für die Hansestadt Hamburg. Während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg besaßen die Nummernschilder einen farbigen Untergrund, die hierüber auf die jeweilige Besatzungszone hinwiesen.
Ende 1949 wurde festgestellt, dass durch die zunehmende Motorisierung die bis dahin geltenden Kennzeichnungssysteme nicht ausreichten. So wurde im März 1956 mit der Verordnung zur Änderung von Vorschriften des Verkehrsrechts für die Bundesrepublik Deutschland und Westberlin ein neues KFZ-Kennzeichensystem beschlossen, welches am 01.07.1956 eingeführt wurde. Die geltenden Regelungen haben bis heute Bestand und sind in § 10 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom April 2006 geregelt. Sie gelten auch seit dem 01.01.1991 für die neuen Bundesländer.
In Deutschland gelten heute zwei Versionen von KFZ Kennzeichen. Hierbei handelt es sich zunächst um die seit 1956 genutzten DIN-Kennzeichen mit schwarzer Schrift auf weißem Grund, sowie schwarzer Rahmenlinie. Die Schriftart ist eine nach DIN 1451 festgelegte Mittelschrift. Seit 1994 gibt es zudem das sogenannte Euro-Kennzeichen. Hierbei wird eine FE-Schrift verwendet, bei denen die Buchstaben viel deutlicher voneinander zu unterscheiden sind und damit Verfälschungen erschwert werden. Ebenso dient diese neue Schrift dazu, dass Kamerasysteme, zum Beispiel für die LKW-Maut diese besser erkennen können. Schließlich wurden auch solche Buchstaben, wie B, F, G, I, O oder Q durch Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung dank des Euro-Kennzeichens freigegeben, welches dazu führt, dass nun wesentlich mehr Kombinationsmöglichkeiten den Straßenverkehrszulassungsbehörden zur Verfügung stehen. Euro-Kennzeichen machen auch das frühere Nationalitätszeichen D an deutschen Fahrzeugen überflüssig.
Die heute vornehmlich ausgegebenen EU-Kennzeichen sind ebenfalls mit einem schwarzen Rahmen umgeben. Im linken Bereich befindet sich auf blauem Grund oberhalb der Sternenkranz der Europäischen Union und darunter in Weiß dass D für Deutschland. Das eigentliche Nummernschild besteht aus zwei Teilen. Auf der linken Seite ist das Unterscheidungszeichen aus bis zu drei Buchstaben zu finden. Es repräsentiert den jeweiligen Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt. Danach folgt die Erkennungsnummer, die sich aus einem oder zwei Buchstaben und bis zu vier Ziffern zusammensetzt. Zusammen dürfen es nicht mehr als acht Zeichen, bei Saison Kennzeichen maximal sieben Zeichen sein. Der frühere Bindestrich zwischen Unterscheidungszeichen und Erkennungsnummer wurde beim EU-Kennzeichen weggelassen. Der hierdurch freigewordene Platz wird heute für die Prüfplaketten, sowie das Siegel der Straßenverkehrszulassungsbehörde eingenommen.
Das jeweilige Kennzeichen ist direkt dem Fahrzeug zugeordnet und nicht dem Halter. Es wird ein Fahrzeug daher veräußert, bietet das Nummernschild auch auf den neuen Halter über. Eine Ausnahme hiervon besteht nur, wenn der letzte Halter sein Fahrzeug selbst bei der Behörde meldet, dass Fahrzeug mit einem Überführungskennzeichen von einem Käufer gekauft wird und dieser dann das Fahrzeug wieder mit einem neuen Kennzeichen anmeldet.
Nummernschilder werden vornehmlich auf einem genormten Aluminiumsstreifen mithilfe des Heißprägeverfahren muss geprägt. Neuerdings müssen sie reflektierend sein, um bei Dunkelheit besser erkannt werden zu können. Man unterscheidet einzeilige Kennzeichen in der Größe von 52 x 11 cm, zweizeilige Kennzeichen mit einer Breite von höchstens 34 cm, sowie einer Höhe zwischen 20 und 28 cm, Kraftradkennzeichen mit einer Breite von 18 bis 22 cm und einer Höhe von 20 cm und schließlich zweizeilige verkleinerte Kennzeichen mit einer höchsten Breite von 25,5 cm und einer Höhe von 13 cm. In der Regel werden Nummernschilder in Waageweise vorne und hinten gut lesbar am jeweiligen Fahrzeug fest montiert. Es handelt sich hierbei um eine amtliche Urkunde, die nicht verändert werden darf. Aus diesem Grunde besitzen zulassungspflichtige Fahrzeuge auf dem Nummernschild ein amtliches Siegel. Dieses bleibt dort so lange erhalten, wie auch für das Fahrzeug ein gültiger Versicherungsschutz besteht. Neben dem amtlichen Siegel verfügt ein Nummernschild noch über eine entsprechende Prüfplakette, aus der hervorgeht, wann das Fahrzeug zur nächsten Hauptuntersuchung vorgestellt werden muss.
Da es keine gesetzlichen Vorschriften bezüglich des Preises bei der Prägung von Nummernschildern gibt, sind die Preisgestaltungen je nach Händler sehr unterschiedlich. So verlangen lokale Prägestellen je nach Standort eine Gebühr von 25 – 30 Euro pro Paar.
Deutlich günstiger hingegen sind hierbei Onlinedienstleister, welche die Kennzeichen nach der Prägung auf dem Postweg versenden. So kostet ein Nummernschild bei den Herstellern www.guenstige-kennzeichen.de 7,90 Euro pro Stück und bei www.kfz-kennzeichen-koeln.de 14,90€ Euro pro Paar. Zu bedenken gilt bei Bestellungen über das Internet jedoch, dass der Hersteller in den meisten Fällen eine Versandpauschale in Rechnung stellt.
In Deutschland herrscht Kennzeichenpflicht an Kraftfahrzeugen. Das heißt, dass jeder der ein Kfz auf öffentlichen Straßen führt, an dieses zugelassene Kennzeichen anbringen muss. Wird dies nicht berücksichtigt, kommen auf den Fahrer bzw. Fahrzeughalter empfindliche Strafen zu.
Strafenkatalog seit dem 01.Mai.2014
|Verwarngebühr||Bußgeld||Punkte|
|Führen von Kfz auf öffentlichen Straßen und Plätzen|
|– ohne Kennzeichen||–||70 Euro||1 Punkt|
|– mit abgelaufenem Saisonkennzeichen||40 Euro||–||–|
|– mit abgelaufenem Kurzzeitkennzeichen||50 Euro||–||–|
|Kurzzeitkennzeichen an mehreren Fahrzeugen verwendet||50 Euro||–||–|
Strafenkatalog bis zum 30.April.2014
|Bußgeld||Punkte|
|Führen von Kfz auf öffentlichen Straßen und Plätzen|
|– ohne Kennzeichen||70 Euro||1 Punkt|
|– mit abgelaufenem Saisonkennzeichen||50 Euro||3 Punkte|
|– mit abgelaufenem Kurzzeitkennzeichen||50 Euro||3 Punkte|
|Kurzzeitkennzeichen an mehreren Fahrzeugen verwendet||50 Euro||3 Punkte|
Um diese Strafen zu umgehen sollte man sein Kfz daher nur in bestimmten Ausnahmefällen ohne zugelassene Kennzeichen betreiben.
Einen großen Bereich neben den herkömmlichen Kennzeichen nehmen die Sonderkennzeichen ein. Insbesondere Behördenfahrzeuge, wie zum Beispiel die Polizei oder die Bundeswehr nutzen diese Sonderkennzeichen. So bestehen die Kennzeichen der Fahrzeuge der Bundeswehr aus einem Y, gefolgt von einer Ziffernfolge. Das Technische Hilfswerk beginnt beispielsweise mit THW. Ebenfalls zu den Sonderkennzeichen gehören auch die Saisonkennzeichen. Hinter ihrer Erkennungsnummer haben sie übereinander durch einen waagerechten Strich getrennt, den ersten und letzten Monat des Gültigkeitszeitraums angegeben. Saisonkennzeichen werden immer dann benötigt, wenn der Halter sein Fahrzeug nicht über das ganze Jahr hindurch anmelden möchte. Hierzu zählen beispielsweise die Motorrädern, die vornehmlich im Sommer fahren oder die große Gruppe der Wohnmobile.
Ebenfalls zu den Sonderkennzeichen gehören die Nummernschilder für historische Fahrzeuge. Man erkennt sie an dem abschließenden Großbuchstaben H. Historische Fahrzeuge müssen nachweislich die mindestens 30 Jahre alt sein, um ein solches steuervergünstigendes Kennzeichen zu erhalten. Eine besondere Gruppe nehmen die Rote Nummernschilder ein. So handelt es sich beispielsweise um Wechselkennzeichen, wenn sie mit den Nummern 05 und 06 beginnen. Diese Kennzeichen sind Kfz-Händlern und Kfz-Betrieben vorenthalten. Zu dieser Gruppe gehören auch die Kurzzeitkennzeichen, die mit 03 oder 04 beginnen. Sie sagen aus, dass das jeweilige Fahrzeug nur über einen kurzen Zeitraum angemeldet ist. Ebenfalls zu den roten Kennzeichen gehören auch die Oldtimerkennzeichen, die mit 07 beginnen. Zwischenzeitlich sind aber auch die Kurzzeitkennzeichen in schwarzer Schrift auf weißem Grund erhältlich.
In früheren Zeiten war es nicht möglich, sich für sein Fahrzeug ein sog. Wunschkennzeichen auszusuchen, doch heute sieht es anders aus. Bei einem Wunschkennzeichen handelt es sich letztlich um ein herkömmliches EU-Kennzeichen, deren Erkennungsnummer von jedem Fahrzeughalter frei gewählt werden darf. Selbstverständlich besteht die einzige Ausnahme, dass die gewünschte Buchstaben und Ziffern Folge bei der jeweiligen Straßenverkehrsbehörde noch frei ist und auch nicht einem festgelegten Sonderkennzeichen, beispielsweise einem Behördenkennzeichen entspricht.
Wunschkennzeichen kann man bequem und Zeit sparend online reservieren lassen. Recht praktisch ist es, wenn man sich an ein Onlineportal wendet, bei dem man über eine Suchmaske zunächst den zuständigen Verwaltungsbezirk, also der Landkreis oder die kreisfreie Stadt, in dem man wohnt, ein gibt. Anschließend kann die gewünschte Erkennungsnummer eingegeben werden. Das jeweilige Onlineportal leitet die Suchanfrage automatisch an die zuständige Straßenverkehrsbehörde weiter. Unter der Voraussetzung, dass die Erkennungsnummer auch noch frei ist, kann man das Wunschkennzeichen reservieren bei kroschke.de. Vielfach verwenden Halter als Buchstabenfolge Vor-und Zunamen, sowie als Ziffernfolge wichtige Datumsangaben, wie zum Beispiel das Geburtsdatum oder der Hochzeitstag. Mit einem Wunschkennzeichen kann man sich somit ein individuelles und persönliches Fahrzeug-Kennzeichen schaffen. Wer ein Wunschkennzeichen reservieren möchte, muss in der Regel hierfür 10,20 Euro an Gebühren für das Kennzeichen und 2,60 Euro für die Online-Reservierung bezahlen. Danach hat man in der Regel zwischen 5 und 90 Tagen Zeit, sein Fahrzeug bei der örtlichen Zulassungsbehörde anzumelden. Die Gebühren werden erst am Tag der Anmeldung fällig. Auf jeden Fall sollte man die ausgedruckte Reservierungsbestätigung mitbringen. Um viele Zeit und Geld zu sparen bieten online Portale auch den Service, neben einer Reservierung auch die Herstellung und kurzfristige Versendung der Kennzeichen zu bewerkstelligen. Auf diese Weise klappt jede Fahrzeuganmeldung ohne umständliche Wege, da sämtliche benötigten Unterlagen vorhanden sind. Man sollte jedoch für das neue Fahrzeug nicht die erforderliche Versicherungsbestätigung vergessen.