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Wappen
In Gold ein roter Löwe mit gekreuztem Doppelschweif.
Syllenen, de Silinon, de Silinon. 1564 erloschenes, edles Urner Geschlecht, das in hohem Ansehen stand und seinen Namen vom festen Turm zu Silenen, zwischen Amsteg und Erstfeld, ableitete; es war ein Zweig der an der Matten von Silenen.
Im Wallis erscheint die Familie erstmals 1309 in Visp mit Konrad - Sohn des Arnold, Meier von Silinen, Landammann von Uri - der die reiche Aymonetta de Platea heiratete; dieser Heirat ist es wohl zuzuschreiben, dass ihre Nachkommen sich bald de Platea, bald Silinen nannten. Wifrid de Silignon alias de Platea, Junker, seit 1348 in Visp bekannt und begütert, war 1370 Meier von Goms und 1377 Feudalherr in Leuk; er starb zwischen 1378 und 1382. Die Brüder Erlinus und Wifrid waren 1378 Eigentümer der Suste (Lagerhaus) von Visp.
Heinzmann, von Visp, 1417 Vertreter des Zendens beim Bundesvertrag mit den Urkantonen, war zwischen 1431 und 1441 mehrmals Landeshauptmann.
Christoph, von Visp - der Isabella de Chevron ehelichte - war 1426 der erste bekannte Landeshauptmann-Statthalter vom Wallis; er war bischöflicher Richter in den Hexenprozessen 1429-1433 und starb nach 1436 auf seiner Burg in Küssnacht.
Jost oder Joddok, geb. ca. 1435 in Küssnacht, Sohn des Christoph, studierte in Pavia, wurde 1457 Chorherr in Luzern, 1469 Propst von Beromünster und war mit viel Erfolg im diplomatischen Dienst des Königs von Frankreich, Ludwig XI. tätig, als dessen Gesandter bei den Eidgenossen von 1473 bis 1480; Bischof von Grenoble im Jahre 1479, Bischof von Sitten 1482-1496, schloss er 1483 einen Vertrag mit den Walliser Zenden, erneuerte 1484 den Bund des Wallis mit Luzern, Uri und Unterwalden und schloss 1498 ein Bündnis mit Bern. Er liess die monumentale Rottenbrücke bei Saint-Maurice und die Kirche von Leukerbad erbauen; 1493 liess er sein Brevier drucken. Die blutige Niederlage bei Crevola und eine unglückliche Politik brachten ihn zu Fall; 1496 musste er - nachdem Georg Supersaxo gegen ihn einen Aufruhr angestiftet hatte - Bistum und Land verlassen; 1497 zum Titularbischof von Hierapolis ernannt, starb er im Dezember desselben Jahres in Rom.
Albin, Bruder des Bischofs, war 1475 Hauptmann der Besatzung von Yverdon, 1476 Hauptmann der Luzerner Truppen in der Schlacht bei Murten und 1477 bei Nancy, wo er zum Ritter geschlagen wurde. Er erwarb die Herrschaft Rüssegg, die er dann der Stadt Luzern verkaufte. Als Befehlshaber der Luzerner Truppen im Eschental, wo Jost eine Herrschaft für ihn errichten wollte, fiel er 1494 in diesem Feldzug; er wurde in Sitten begraben.
Im Wallis scheint das Geschlecht mit Katharina von Silinen, von Visp, Gattin des Grosskastlans Anton Kalbermatten, ebenfalls von Visp, nach 1504 erloschen zu sein.
Kaspar, Sohn des Albin, war 1505-1517 der erste Hauptmann der päpstlichen Schweizergarde; sein Sohn gleichen Namens, 1559-1564 ebenfalls Gardehauptmann, war der letzte der Familie.
Hier sehen Sie den Silenen-Turm auf dem Gräfibiel, südlich der Burgerkirche Der aus dem 13. Jh. stammende Wohnturm befand sich spätestens seit dem 15. Jh. im Besitz der Familie von Silenen. Beim Erdbeben von 1855 stürzte das Gebäude fast vollständig ein und wurde anschliessend als Wohnhaus mit Walmdach wieder aufgebaut. Landeshauptmann Simon In-Albon baute 1518 östlich an den Turm sein eigenes Haus mit Treppengiebel
Quellen
- Burgerarchiv Visp
- Neues Walliser Wappenbuch Band 2, 1984