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Ich bin so eine bloggende Mutter, die über die Entwicklung ihres 1jährigen Jungen schreibt. Was ist daran so schlimm? Katja, 32
Liebe Katja
Daran ist doch nichts schlimm.
Sie fänden es ja sicher auch gar nicht schlimm, wenn Ihr Mann einen Blog über Ihre Entwicklung als Ehefrau und Mutter (vorausgesetzt, es gibt diesen Mann und Sie sind tatsächlich verheiratet,) führen würde. Wenn hin und wieder eine kleine Filmsequenz zeigte, wie rasend eifersüchtig Sie sich benehmen, wenn er mit Ihnen am Arm am Samstagmorgen vor dem Sprüngli seiner schönen Ex über den Weg läuft.
Ab und an würde er über Euer vermutlich beruhigtes Sex-Leben plaudern und ab und an würden ein paar Leser die Blogeinträge kommentieren und Ratschläge erteilen. Vielleicht würden ein paar Fotos zeigen, dass Ihr Haushalt zwar schlampig geführt ist, Ihre Unterwäsche aber leider wenig schlampenhaftes hat. Eine Statistik und ein paar Nacktfotos würden Ihre Gewichtsentwicklung aufzeigen und ein Zähler ausrechnen, wie alt Sie gerade sind.
Das alles könnte die ganze Welt auf diesem Blog tagtäglich über Sie lesen und Sie hätten kein Mitspracherecht. Ich weiss beim besten Willen nicht, was daran schlimm sein soll. Sie etwa?
Herzlich! Ihre Kafi.