Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03140.jsonl.gz/1521

Ein Derbybild vom Oktober 2009 mit (v.l.n.r.) dem heutigen NHL-Star Roman Josi, Helfenstein, SCL-Goalie Conz, Bartecko, Reber und Lüthi. / Bild: Peter Eggimann (ped)
SCL Tigers:
Am 30. Januar dieses Jahres feiert der Emmentaler Klub sein 75-jähriges Bestehen. Die ereignisreiche Geschichte ist geprägt von jahrzehntelangen Rivalitäten.
Rivalitäten im Mannschaftssport sind das eine. Derbys innerhalb der Rivalitäten sind jedoch das Nonplusultra. Tagelang sind sie ein Gesprächsthema, sind Kassenschlager und füllen, ausser in Corona-Zeiten, die Stadien bis auf den letzten Platz. Derbys sind Spiele von überdurchschnittlicher Bedeutung, unter besonderen Bedingungen, ausgetragen in einer unvergleichbaren Atmosphäre. Ungeachtet, ob der Erste gegen den Letzten spielt, ob eine Mannschaft eine Siegesserie oder eine Niederlagenserie hinter sich hat. Derbys sind nicht Alltag, sie sind ein Ausnahmezustand. Und gerade deshalb werden die Langnauer Jules Sturny und Anthony Huguenin ihre Siegestreffer in den bisherigen zwei Derbys dieser Saison gegen den SCB zum 2:1-Auswärtssieg am 14. November und dem 4:3-Heimsieg am 30. Dezember nie vergessen. Derbysiege sind Siege für die Ewigkeit.
«Die Berner Meisterschaft»
Im Verlauf der 75-jährigen Geschichte des Langnauer Eishockeyklubs haben sich einige Rivalitäten entwickelt. Schon in der Serie A, in der Saison 1952/53, spielten die Emmentaler im Aufstiegs-Viertelfinal erstmals gegen Fribourg-Gottéron – auf Natureis noch und unter freiem Himmel. Vier Jahre danach folgten in der NLB die ersten Derbys gegen den SCB. Ebenfalls noch in der Zweitklassigkeit begannen die Rivalitäten unter anderem mit Kloten, dem Zürcher SC sowie den Altmeistern Visp und Arosa. Nach dem Aufstieg in die NLA kamen Davos und Ambri hinzu. Der Höhepunkt aller Derby-Rivalitäten waren jedoch die NLA-Meisterschaften von 1975 bis 1981. In diesen sieben Saisons gewannen der damalige SC Langnau (1-mal Gold, 2-mal Silber und 3-mal Bronze), der SC Bern (3/1/2) und Biel (2/2/1) nicht weniger als 17 von 21 möglichen Medaillen. Man sprach nicht mehr von einer Schweizer, sondern von einer Berner Meisterschaft. Das Glanzstück der Emmentaler war der Gewinn des bisher einzigen Meistertitels. In der 28. und letzten Runde verteidigten sie am 2. März 1976 in der Ilfishalle den ersten Rang mit einem 6:3-Heimsieg gegen das vor dem «Final» nur einen Punkt weniger aufweisende Biel. Die Emmentaler sind besonders stolz da-rauf, dass die Basis ihrer beeindruckend langen Erfolgsserie in der eigenen, von Hans Brechbühler geführten Nachwuchsabteilung gelegt wurde. Mit den Eigenen waren sie am stärksten. In der Meistersaison kamen 22 Spieler zum Einsatz und nur vier waren keine waschechten Langnauer. Diese blieben gegen den SCB in vier Derbys ungeschlagen und erkämpften sich sieben von acht Punkten. Seit den «Goldenen Zeiten» sind schon 45 Jahre verflossen. Dorfmannschaften wie seinerzeit der SCL gibt es nicht mehr. Auch das Eishockey von damals kann nicht mehr mit dem Eishockey von heute verglichen werden. Eines jedoch ist unverändert geblieben: ein Sieg, ganz besonders gegen den SCB, so wie das 4:3 kurz vor Silvester 2020, ist mit nichts zu vergleichen.