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Bei chinesischem Tee denken viele als erstes an Grüntee. Natürlich gibt es noch viele andere Tees, aber grüner Tee ist tatsächlich einer der beliebtesten Teesorten in China. Neben Grüntee aus China sind auch japanische Grüntees sehr bekannt, zudem gibt es grünen Tee in verschiedenen anderen Ländern wie Korea, Indien, Sri Lanka, Indonesien, Nepal oder Kenia.
Was ist grüner Tee?
Grüntee wird aus den Blättern der Teepflanze Camellia Sinensis hergestellt. Dazu erntet man die jungen Triebe, je nach Sorte nur die Knospen, nur die Blätter oder Knospen und Blätter. Je nach dem, welche Teile man erntet, schmeckt der Tee anders. Grüner Tee ist im Gegensatz zu Schwarztee ein nicht-oxidierter Tee (früher sprach man von «fermentiert», das ist aber nicht korrekt, da keine Mikroorganismen im Spiel sind). Weil Grüntee nicht oxidiert ist, schmeckt er besser, je frischer er ist. Man sollte Grüntee also nicht über mehrere Jahre hinweg lagern, sondern innerhalb eines Jahres trinken.
Grüner Tee – Herstellung
Die Hauptpflückzeit dieses Tees ist im Frühling, weil die Tees dann einen besonders frischen, süssen Geschmack bekommen. Man kann grünen Tee aber auch im Sommer und Herbst ernten, wenn ein stärker adstringierender Geschmack das Ziel ist.
Nach dem Pflücken werden die Blätter kurz stark erhitzt, um so die Enzyme zu zerstören, welche für die Oxidierung verantwortlich sind. Dies kann auf verschiedene Arten getan werden: typisch für chinesischen Grüntee ist das Rösten, während man japanische Grüntees in der Regel durch Wasserdampf erhitzt.
Dann folgt das Rollen der Blätter, das je nach Art des Grüntees intensiver oder sanfter ausfällt und den Blättern ihre Form gibt. Anschliessend trocknet man die Blätter entweder durch Backen, Rösten oder Sonnentrocknen. Mehr Details zur Herstellung einzelner Sorten findest du unten.
Grüntee Anbaugebiete in China
Die wichtigsten Anbaugebiete für chinesischen Grüntee sind die Provinzen Zhejiang, Anhui, Jiangxi, aber auch Hunan, Hubei, Jiangsu, Henan und Guizhou. Der Grüntee von Queen T stammt aus der Provinz Yunnan, die keine typische Grünteeregion und wenig bekannt ist, aber auch sehr feinen grünen Tee hervorbringt.
Grüner Tee: Sorten
Es gibt viele Varianten von grünem Tee, sowohl unter den verschiedenen Anbaugebieten als auch innerhalb der einzelnen Anbaugebiete. Es ist unmöglich, alle Formen aufzuzählen, hier aber eine kleine Übersicht über typische Arten von Grüntee:
Chinesische Grüntees
Grüntee findet man in China an unzähligen Orten. Unter den berühmtesten Tees Chinas sind zahlreiche grüne Tees. Hier seien ein paar der bekanntesten Sorten erwähnt und ihre Herstellung vorgestellt. Wo nicht anders angegeben, stammen die Informationen aus dem 中国茶经.
Xihu Long Jing (西湖龙井, auch: Lung Ching, Dragon Well, Drachenbrunnentee)
Longjing-Tee ist ein grüner Tee aus dem Gebiet Longjing in der Nähe vom Westsee (Xihu) bei Hangzhou (Provinz Zhejiang). Er ist einer der berühmtesten und ältesten Grünteesorten Chinas.
In unserem ausführlichen Artikel über Long Jing Grüntee findest du mehr Infos über die Herstellung und die Zubereitung: Link zu Long Jing im Tee-Lexikon.
Bi Luo Chun (碧螺春, auch: Pi Lo Chun, Biluochun)
Bi Luo Chun stammt aus dem Dongting-Gebirge bei Suzhou in Jiangsu und hat eine Geschichte, die bis in das Ende der Ming-Dynastie reicht.
Details zu diesem grünen Tee findest du hier: Link zum Tee-Lexikon-Artikel über Bi Luo Chun.
Huangshan Maofeng (黄山毛峰)
Der Tee mit «behaarten Spitzen aus Huangshan», so die wörtliche Übersetzung von «Huangshan Maofeng», ist wegen seiner Berühmtheit auch ein beliebter Tee für Geschenke, vielleicht hast du ihn auch schon einmal von chinesischen Bekannten geschenkt bekommen.
Zum Artikel über diesen fienen grünen Tee geht es hier: Link zum Artikel über Huangshan Maofeng im Tee-Lexikon.
Lu’An Gua Pian (六安瓜片, auch Lu’an Melon Seed)
Der Grüntee Lu’an Gua Pian stammt aus Lu’An in der Provinz Anhui. Die Teeblätter haben eine Form wie getrocknete Sonnenblumenkerne. Deshalb heisst der Tee «Gua Pian», «Sonnenblumenkern».
Mehr über diesen Grüntee erfährst du hier: Link zum Artikel im Tee-Lexikon über Lu’An Gua Pian.
Xinyang Maojian (信阳毛尖)
Dieser grüne Tee aus der Gegend um Xinyang in der Provinz Hunan hat einen besonders intensiven Duft und eine feine Maroni-Note.
Tai Ping Hou Kui (太平猴魁, auch Taiping Houkui, Monkey King Tea)
Auch dieser Grüntee stammt wie Huangshan Maofeng und Lu’An Gua Pian aus der Provinz Anhui und sogar aus der gleichen Gegend wie der Huangshan Maofeng. Dieser Tee ist für seine Exklusivität berühmt und wird auch für Staatsgeschenke verwendet.
Chun Mee (珍眉 Zhen Mei, auch Chunmee)
Chun Mee ist ausserhalb Chinas ein sehr bekannter und beliebter grüner Tee. Es handelt sich dabei aber weniger um eine Teesorte, sondern um einen Sammelbegriff.
Ehrfahre mehr darüber in unserem Tee-lexikon: Link zum Artikel über Chun Mee.
Gunpowder Grüntee (珠茶)
Gunpowder ist eine Teesorte, die vor allem ausserhalb Chinas bekannt ist. Der Name bezieht sich auf wie Schiesspulver-Perlen zusammengerollten Teeblätter.
Details zu diesem grünen Tee gibt es hier: Link zum Artikel über Gunpowder Tee.
Unser Grüner Tee
Der Grüntee von Queen T stammt aus Menghai, Yunnan. Speziell ist an diesem Tee nicht nur die Region: Yunnan ist kaum bekannt für grünen Tee. Er schmeckt aber sehr fein und hat eine besondere Honigsüsse. Anders als andere Grüntees ist er aus den Knospen der Variante «Assamica» der Teepflanze Camellia Sinensis gemacht. In den meisten anderen Regionen werden die kleineren «sinensis»-Varianten verwendet. Assamica-Tees haben besonders grosse Knospen und Blätter, wie du im Bild unten gut sehen kannst.
Für den Tee pflückt man nur die Knospen, die man daran erkennt, dass sie noch mit einem pelzigen Flaum beeckt sind. Nach dem Pflücken werden sie kurz geröstet, um die Oxidation zu stoppen. Dann werden sie ausgelegt, damit sie abkühlen und anschliessend leicht gerollt, damit sie eine gleichmässige Nadelform erhalten.
Danach breitet man die Teeknospen auf Bambuskörben aus und trocknet sie bis zur Hälfte in der prallen Sonne. Nun folgt ein weiteres Mal das Rollen, um die Form zu festigen. Schliesslich legt man sie wieder in die pralle Sonne und trocknet sie, bis sie ganz trocken sind.
Durch das Trocknen an der Sonne gewinnt dieser Tee sein charakteristisches, mildes Aroma. Zudem hat er viele florale Noten und hat auch nach mehreren Aufgüssen noch einen guten Geschmack.
Wir haben uns für diesen Grüntee entschieden, weil er uns geschmacklich überzeugt hat. Queen T setzt nicht so sehr auf die grossen Namen (wie die obigen Tees, die alle sehr bekannt sind), da diese in der Regel teurer sind, auch wenn sie nicht sorgfältig verarbeitet wurden. Uns liegt mehr an der Verarbeitungs- und Produktionsqualität und möchten sicherstellen, dass der Preis diese auch reflektiert.
Japanische Grüntees
Ebenso wie in China gibt es in Japan auch unzählige Grünteesorten. Anders als bei chinesischen Grüntees unterscheidet man bei japanischen Grüntees mehr die Verarbeitungsart als die Herkunftsregion. Hier seien die Hauptgruppen genannt:
Sencha
Sencha ist der am weitesten verbreitete japanische Grüntee. Der Name Sencha (煎茶) heisst übersetzt «gedämpfter Tee» und deutet auf die Produktion hin: Anders als die chinesischenGrüntees wird dieser Tee mit Wasserdampf erhitzt und nicht geröstet. Er wird vom Frühling bis in den Herbst geerntet. Es gibt verschiedene Varianten von Sencha, die sich in ihrer Verarbeitung unterscheiden.
Bancha
Bancha wird von denselben Pflanzen wie Sencha geerntet. Dabei werden aber die später nachwachsenden Triebe verwendet, weshalb dieser Tee qualitativ unter dem Sencha liegt. Darauf deutet auch der Name hin: Bancha (番茶) heisst «gewöhnlicher Tee».
Genmaicha
Dieser Tee ist eine Mischung aus Grüntee und braunem Reis, der entweder geröstet oder gepufft wurde. Für den Tee wird in der Regel Sencha oder Bancha verwendet.
Gyokuro
Dieser Tee ist einebesondere Spezialität. Der «Jade Tau» (玉露), das bedeutet «Gyokuro», wird nämlich vor dem Pflücken mindestens 20 Tage beschattet. So bekommt er einen besonders milden, süssen Geschmack. Er wird nur einmal im Jahr geerntet und ist dementsprechend auch teuer. Kabusecha ist wird ähnlich wie Gyokuro beschattet, aber für kürzere Zeit und bei mehr Lichtdurchlässigkeit. Dieser Tee ist deshalb zwischen Sencha und Gyokuro anzusiedeln und auch preiswerter als Gyokuro.
Matcha
Matcha ist gemahlener Grüntee, wie auch der Name «抹茶»verrät. Der Ausgangstee ist meist Gyokuro oder Tencha. Letzterer ist ein Schattentee wie Gyokuro, allerdings werden vor dem Trocknen die Stängel entfernt, sodass er nur aus Blattstücken besteht. Die Zubereitung von Matcha unterscheidet sich stark von den anderen Grüntees: Während man diese meist im Wasser ziehen lässt und dann die Blätter entfernt, löst man das Matcha-Puder im Wasser auf mit Hilfe eines speziellen Besens. Mit Matcha trinkst du also nicht nur ein Extrakt aus den Teeblättern, sondern die Blätter selber, aufgelöst in Wasser.
Grüntee Zubereitung (Glas, Gaiwan, Becher)
Grüntee kann auf verschiedene Arten zubereitet werden. Am besten probierst du aus, was für dich einfach umzusetzen ist und auf welche Art dir der Tee am besten schmeckt. Unabhängig von der Zubereitunsart gilt für chinesische Grüntees:
1) Hohe Temperaturen meiden, statt kochendem Wasser verwendest du besser Wassertemperaturen um 70°C.
2) Den Tee weder zu lange ziehen lassen noch die Blätter zwischen den Aufgüssen lange im Trockenen liegen lassen. Grüntee kann bitter werden, wenn du ihn zu lange ziehen lässt. Deshalb lasse ihn nicht länger als ca. 2 Minuten ziehen (ausser natürlich, du magst den Geschmack). Da Grüntee nicht oxidiert ist, reagiert er stärker auf Einflüsse wie Luft oder Wasser. Wenn du die Blätter also einmal angefeuchtet hast, ist es besser, sie immer in etwas Wasser schwimmen zu lassen, sonst oxidieren sie und verlieren ihren Geschmack. Am besten trinkst du fortwährend ein bisschen Tee und giesst dann wieder frisches Wasser nach. Auch wenn die Blätter dann effektiv lange ziehen, wird der Geschmack nicht bitter.
Im folgenden Video («3 häufige Fehler bei Grüntee) haben wir dir diese Punkte noch einmal zusammengefasst:
Die einfachste Zubereitungsartist die in einem Glas oder Becher. Diese Zubereitung ist auch in China am meistenverbreitet. In einem Glas macht sich der grüne Tee auch deshalb besonders gut,weil du dann zuschauen kannst, wie sie sich langsam entfalten und auf und abtanzen. In China unterscheidet man drei verschiedene Methoden: Du kannst entweder die Teeblätter zuerst in das Glas geben und dann das Wasser hinzugeben (下投法), oder zuerst das Glas zur Hälfte füllen, dann den Tee dazugeben und das Glass ganz mit Wasser füllen (中投法), oder du füllst das Glas zuerst mit dem Wasser und fügst dann erst die Blätter dazu (上投法). Hier gilt generell: Je feiner und zarter die Teeblätter, desto mehr eignen sie sich für die letzten beiden Methoden, während Tee aus kräftigen, grossen Blättern oder auch eher billiger Tee besser zur ersten Methode passt.
Du kannst Grüntee auch im Gaiwan oder Aufgusskrug zubereiten. Dann achte aber wie gesagt darauf, dass die Blätter nie ganz im Trockenen liegen, sonst verlieren sie den Geschmack. Du kannst einfach immer ein wenig Wasser in der Schale behalten unddann für jeden Aufguss neu Wasser hinzufügen. Bei dieser Aufgussart ist eine Ziehzeit von 30 Sekunden bis 1 Minute pro Aufguss empfehlenswert.
Grüntee & Koffein
Für Details siehe unseren Beitrag zum Thema Tee und Koffein. Hier die wichtigsten Punkte in Kürze:
- Die Sorte der Teepflanze beeinflusst den Koffeingehalt. Grüntee wird typischerweise aus der Variante Camellia sinensis sinensis gemacht, welche einen etwas tieferen Gehalt hat als Tees aus Camellia sinensis assamica (siehe Bild oben bei “Grüntee von Queen T”).
- Tee mit vielen Knospen hat einen höheren Koffeingehalt als Tee ausBlättern. Die meisten Grüntees bestehen aus jungen Trieben mit Knospen, weshalbsie tendenziell mehr Koffein haben als Blättertees. Wie du aber auch in der Beschreibung der einzelnen Grünteesorten sehen konntest gibt es Ausnahmen: Lu’An Gua Pian besteht nur aus Blättern. Bei den japanischen Grüntees besteht Tencha nur aus Blättern, da er aber i.d.R. zu Matcha verarbeitet wird, ist hier die Situation anders: Da du beim Matcha das ganze Blatt einnimmst und nicht nur einen Auszug wie bei anderen Tees, ist hier der Gehalt sehr viel höher.
Schliesslich beeinflusst die Zubereitung den Koffeingehalt erheblich. Wenn du wenig Koffein zu dir nehmen möchtest, empfehlen wir dir folgendes:
- Verwende eher wenig Tee auf viel Wasser. Indem du die Menge an Teereduzierst, verringerst du auch den Koffeingehalt.
- Verwende tiefe Temperaturen: Dies ist für Grüntees eigentlich selbstverständlich. Du kannst auch einmal mit Temperaturen unter den empfohlenen 70°C experimentieren (oder auch mal einen cold brew machen).
- Giesse den ersten Aufguss weg: Mit dem ersten Aufguss löst sich ammeisten Koffein aus den Teeblättern verglichen mit den späteren Aufgüssen. Wenn du ihn also weggiesst, hast du schon einen grossen Teil des löslichen Koffeins entfernt.
Mit Grüntee Abnehmen
Es kann sein, dass Grüntee beim Abnahmen hilft. Queen T wird dich aber nicht dazu ermutigen, abzunehmen. Wir möchten, dass du dich wohl fühlst in deinem Körper und unsere Tees mit Freude und Genuss trinkst. Das kannst du unabhängig von deinem Gewicht.