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Im oberen Stock hatte ich ein Zeichenstudio eingerichtet. Am Zeichentisch fertigte ich die Zeichnungen an. Ich arbeitete mit verschiedenen Stiften. Ebenfalls hatte ich auf dem Zeichentisch in einem grossen Glas eine Auswahl an Pinseln bereitgestellt. Mit den Pinseln malte ich die Hintergründe. Es gab dort grobe, schmale und auch solche, die extra viel Farbe aufnehmen konnten. Seit längerem arbeitete ich im Zeichenstudio an einem bestimmten Bild. Das Bild zeigte den Hinterausgang eines Gebäudes, und zwar denjenigen einer Bar. Der Hinterausgang auf dem Bild sollte vor allem eines; einen heruntergekommenen und zwielichtigen Charakter aufweisen und trotzdem, oder gerade deswegen, die Neugier des Betrachters wecken. Das Bild des Hinterausganges wollte ich später für die Rückseite eines Magazins verwenden. Ich stellte mir das so vor: Der Leser würde dann dieses Magazin nach der Lektüre durch den Hinterausgang verlassen, so als wäre es ein Gebäude gewesen, das er eben durchschritten habe. An den Rändern des Bildes musste man etwas Fläche zugeben. Die Bildfläche würde im Druck dort beschnitten werden, um ein Aufblitzen von unbedrucktem Papier zu verhindern. Ich hatte mich entschieden, das Mauerwerk des Hinterausganges als farbenfrohen Hintergrund anzulegen. Ein Graffiti sollte die Ziegelsteinwand auf ganzer Breite zieren. In dem Graffiti wollte ich den Namen des Magazins in anderer Form noch einmal zur Aufführung bringen; dem originalen Schriftzug würde der Leser ja auf der Vorderseite schon begegnet sein. Kleine Farbläufe sollten von dem Schriftzug aus die Mauer herunterfliessen, als hätte der Maler des Graffitis beim Auftragen in der Eile zu viel Farbe verwendet. Den Lichtkegel einer Glühbirne würde ich durch Veränderung der Farbtemperatur andeuten: Kühle Farbtöne für dunkle und warme Farbtöne für die erleuchteten Bereiche (auch die Farbigkeit des Schriftzuges müsste dieser Behandlung unterzogen werden). Ich beabsichtigte, die Türe später einen Spaltbreit geöffnet zu zeichnen und auf Höhe des Türgriffes eine grüne Klaue aus der dahinter liegenden Dunkelheit herausgreifen zu lassen. Zusätzlich zu der Klaue zog ich in Erwägung, auf Bodenhöhe auch noch den geringelten Schwanz der Kreatur aus dem Spalt hervorschauen zu lassen. Die Idee mit dem düsteren Eingang hatte ich früher schon einmal angewendet. Damals wurden im Dunkel der Höhle (ein Höhleneingang trat hier an Stelle des Hinterausganges) auch noch die leuchtenden Augen der Kreatur sichtbar, dieses Mal wollte ich darauf aber doch lieber verzichten. Die gemalten, flächigen Texturen wechselten sich ab mit gezeichneten, linearen Konturen. Ich arbeitete oft in dieser Technik. Der Blick des Betrachters konnte damit einfach auf das Wesentliche gelenkt werden. Die Herausgeber hatten beschlossen, mit der Veröffentlichung noch etwas zuzuwarten. Ich hatte also genügend Zeit, das Bild in aller Sorgfalt und in allen geplanten Details fertigzustellen. Ein grosses Fenster zog sich über die gesamte Front des Zeichenstudios. Nach getaner Arbeit trat ich oft noch ein Weile an das grosse Fenster und liess meinen Blick über die Landschaft schweifen, bevor ich das Zeichenstudio nach unten über die schmale Treppe wieder verliess.