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Schutz der Panda-Wälder in China durch effiziente Kochherde
Um den Lebensraum der Grossen Pandas zu schützen, fördert der WWF den Bau von effizienten Öfen in entlegenen Dörfern der Provinz Sichuan. Mit der Reduktion des Holzbedarfs werden die Wälder geschont, Kohlenstoff-Emissionen verringert und die Gesundheit der Bevölkerung verbessert.
Heimat von Pandas und indigenen Völkern
Bei meinen Projektbesuchen beeindruckt mich der Tatendrang der Yi-Familien immer wieder. Der Wille, die Natur zu schützen, ist spürbar, doch leider fehlen ihnen dazu oft die Voraussetzungen.
Im Autonomen Bezirk Liangshan in der chinesischen Provinz Sichuan leben rund 100 Grosse Pandas. Doch der Lebensraum der liebenswerten Vegetarier wird durch das Abholzen der Wälder zerstückelt.
Um Brennstoff zum Kochen und Heizen zu gewinnen, fällen die Angehörigen des Volkes Yi Bäume. Zum Kochen verwenden sie einen einfachen Topf auf einem Dreistand aus Eisen und Steinen. Diese Kochmethode verschlingt viel Brennholz: Der Verbrauch pro Haushalt beträgt durchschnittlich rund 26 Tonnen pro Jahr. Dieser Holzverbrauch gehört zu den höchsten im weltweiten Vergleich! Die Dorfbewohner verbringen mehrere Tage pro Monat damit, in den umliegenden Wäldern Bäume zu fällen und das Holz in die Dörfer zu tragen. Damit kommen sie dem Lebensraum der Grossen Pandas, die in den angrenzenden Wäldern leben, immer näher. Der enorme Brennholzverbrauch hat auch einen hohen Ausstoss an Kohlendioxidemissionen zur Folge. Die Rauchentwicklung im Haus führt vor allem bei den Frauen, die den grössten Teil des Tages im Haus verbringen, zu gesundheitlichen Problemen.
Ein Projekt für unser Wappentier
Geschützter Wald in Sichuan
Unser Ziel: 1200 effiziente Kochherde retten jährlich 168 Hektaren Wald im Naturschutzgebiet Meigu Dafengding.
Untersuchungen des WWF haben gezeigt, dass die Entwaldung hauptsächlich fortschreitet, weil es der Bevölkerung an Alternativen für die Energiegewinnung fehlt. Der Brennholzverbrauch in diesen abgelegenen Gebieten ist höher als anderswo, da veraltete Kochherde mit sehr geringer Wärmeeffizienz verwendet werden.
Der WWF hat zusammen mit den Dörfern im Naturreservat Meigu Dafengding und den lokalen Behörden ein Projekt zum Schutz des Lebensraumes des Grossen Pandas lanciert. In diesem Projekt wird ein nachhaltiger Gebrauch von natürlichen Ressourcen gefördert, von dem die lokale Bevölkerung und auch der Grosse Pandas profitieren. In den entlegenen Gemeinden in der Provinz Sichuan fördern wir den Bau von hocheffizienten Öfen, welche die offenen Feuerstellen ersetzen. Dadurch wird der Brennholzverbrauch um die Hälfte reduziert und 20'000 Tonnen Kohlendioxidemission pro Jahr eingespart. Bis 2020 wollen wir 5000 energieeffiziente Kochherde bauen.
Erste Öfen sind bereits in Betrieb
Weniger Holzverbrauch
Die neuen Öfen senken den Holzverbrauch um 50 Prozent.
Der WWF unterstützt die lokalen Partner finanziell und mit seinem Fachwissen, damit effiziente Holzöfen die alten Energieschleudern in den Wohnküchen ersetzen. Jeder Ofen ist mit zwei Kochplatten und einem Kamin ausgestattet.
Das Projekt schützt also nicht nur den Wald und das Klima. Die Arbeits- und Wohnbedingungen der Dorfbewohner verbessern sich ebenfalls. Die Zeit und der Aufwand, um das Holz zu schlagen und transportieren, verringert sich mit den neuen Öfen um fast die Hälfte. Die Luftqualität in den Wohnräumen wird durch die neuen Öfen ebenfalls verbessert, was sich positiv auf die Gesundheit der Bewohner auswirkt.
Die Holzöfen entstehen Schritt für Schritt
Ein Teil des Materials für die Holzöfen muss ausserhalb des Dorfs auf Motorräder und Pferde umgeladen werden. Denn die Strassenverhältnisse sind zu schlecht, als dass die Lastwagen die schmalen Strassen zu den Dörfern passieren könnten.
Öfen werden gebaut
Dorfbewohner wurden speziell dafür ausgebildet, Holzöfen zu bauen. Das Projekt bietet den Einwohnern neue Einkommensmöglichkeiten und Perspektiven.
Kamin bringt Rauch nach draussen
Jeder Holzofen ist mit einem Kamin ausgestattet. So gelangt der Rauch direkt nach draussen, und die Wohnräume haben saubere Luft.
Erleichterung des Alltags dank dem neuen Kochherd
Mit den neuen Kochherden sparen die Dorfbewohner viel Zeit ein: Sie müssen weniger Holz sammeln und das Kochen ist dank der Herdplatten einfacher.
Nachhaltige CO2-Kompensation
Das Projekt in Sichuan ist nach den Gold-Standard-Kriterien zertifiziert – dem strengsten Label für Klimaschutzprojekte. Das Label garantiert unter anderem, dass die Klimaschutz-Massnahme ohne das Projekt nicht erfolgt wäre. Dank der Zertifizierung generiert das Projekt Emissionszertifikate. Der Erlös aus den Zertifikaten hilft, das Projekt weiterzuführen und in Zukunft auf ein grösseres Gebiet auszudehnen. Die Finanzierung für die langfristige Wartung und den Betrieb der effizienten Herde ist dadurch trotzdem nicht zu 100 Prozent gesichert – zusätzliche Mittel sind nötig.
Das Projekt hat grosses Ausbaupotenzial
Ich musste früher jeden Tag 5 bis 6 Kilometer weit gehen, um ausreichend Brennholz zu finden. Jetzt habe ich viel mehr Zeit.
Damit das Projekt zukunftsfähig bleibt, hat der WWF für mehrere Einwohner aus den umliegenden Dörfern und Mitarbeitenden des Naturreservats eine Ausbildung im Ofenbau unterstützt. Die Teilnehmenden haben gelernt, wie die Kochherde am effizientesten gebaut werden. So können die energieeffizienten Holzöfen selbständig durch die Fachpersonen gebaut werden – auch nach WWF-Projektabschluss. Auf diese Weise wird das Wissen multipliziert und der Austausch zwischen den einzelnen Dörfern und den Naturreservaten gefördert.
Was Sie tun können
Helfen Sie uns mit einer Spende, weitere Holzöfen in den abgelegenen Dörfern im Südwesten von China zu finanzieren. Oder adoptieren Sie symbolisch einen Panda und schützen Sie so den Lebensraum unseres Wappentieres. Erfahren Sie mit unseren Umwelt-Tipps, wie Sie persönlich das Klima und unsere Umwelt schützen können.