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Habalukke
Irrtum eines Entdeckers

Bekanntlich wollte Kolumbus den Seeweg nach Indien erforschen. Als er vermeintlich in Indien an Land ging, nannte er die dort ansässigen Eingeborenen Indios zu deutsch Indianer. Natürlich sind heute die Indianer Amerikaner, aber diese passen nun mal als solche nicht in die blutbefleckten Kinderstuben des weissen Mannes. Der Mythos Indianer wird uns also erhalten bleiben.
Reisekarte der ersten zwei Reisen Dr. W. Affolters
Erst einige Jahre nach der ersten Grabung auf Sehnah erinnerte sich Dr. Walter Affolter eines seltsamen Fundes, welchen er vorerst zu den Funden der oberen Schichten gelegt hatte. Es handelte sich um Keilschrifttäfelchen, die er zwar sofort als nicht hiesige deklarierte, jedoch sein Interesse vorerst nicht weckten. Als ihm der Gedanke kam diese entziffern zu lassen, die Keilschrift war damals schon weitgehend bekannt ,
(Am 4. September 1802
befand sich auf einer der fragmentierten Tafeln der Name Habalukke Sohn des ??? (Fragmentierung).
Affolter nannte fortan seine Entdeckung Habalukke-Kultur.
Bereits 1939 meldete sich L. Legrain mit der Vermutung zu Wort, Affolter sei mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Irrtum erlegen.
Primary Publication UET 3, 0015 , Legrain, L. (1937)
Diese Botschaft wollte aber zu diesem Zeitpunkt niemand wahrhaben. Erst Ende 2003, auf Grund einer Internetpublikation taucht eine neue Publikation auf . http://cdli.ucla.edu/pubs/cdlj/2002/cdlj2002_002.html
Prof . Dr. G. Baumeier von der Universität Berena geht der Sache nach un d kommt schnell zum Schluss, Habalukke ist nicht Habalukke. Affolter sah in dem Namen "Habalukke Sohn des ???" den Empfänger einer Lieferung aus dem Zweistromland, einen habalukkischen Herrscher namens Habalukke. Seine Kultur sollte diesen Namen tragen. Braumeier meinte lakonisch, Affolter hätte ihr besser seinen Namen gegeben, es wäre weniger falsch gewesen. Habalukke der Stadthalter von Adab einer Stadt bei UR wird so auf Umwegen wichtiger als er es in Wirklichkeit war.
Die habalukkische Kultur
Ihre Entwicklung beginnt um 2800 vor unserer Zeitrechnung. Aus den einstigen neolithischen Wohnhöhlen werden Kult- und Begräbnisplätze, die nach und nach den großen, von Felsen geschützen oder eingefriedeten Rund- und Kuppelgräbern weichen. Dorfartige Siedlungen aus Holzfachwerk und rechteckigen Lehmziegelbauten entwickeln sich im Osten Sehnahs, während im sich im Westen das neolithische Rundhaus durchsetzt. Metallgegenstände sind zunächst noch Luxusgüter, da Bronze anfänglich nur durch Legierung mit Arsen hergestellt werden kann. Stein, Obsidian, Holz und Keramik bleiben also weiterhin die meistverwendeten Materialien für den alltäglichen und handwerklichen Gebrauch. Der steigende Metallbedarf sorgt für die Intensivierung von Schiffbau und Schifffahrt. Die Habalukker handeln mit ihren Erzeugnissen (Wein, Öl, Rosinen und Parfum) im gesamten Gebiet zwischen der italischen Halbinsel, Kleinasien und Ägypten.
Sehnahs Palastkultur beginnt um ca. 2000 v.d.Z. und charakterisiert sich durch eine offene und unbefestigte Bauweise. Der Mythos des Labyrinthes wurzelt vermutlich in der habalukkischen Eigenart, Wohn- und Lagerräume in verwirrender Anordnung auf mehreren Stockwerken um den repräsentativen Palastinnenhof herum zu bauen. Trotz einer starken Flotte war Sehnah eine sehr friedliebende Kultur, dies bezeugt die fehlende Darstellung von Krieg und Kampf in der habalukkischen Kunst. Bekannt ist vor allem der habalukkische Figurenkult mit seinen blauköpfigen Idolen, möglicherweise ein Zeugnis mesopotamischer Ursprünge.
Die habalukkische Religion kennt keine großen Tempel, sondern nutzt naturverbundene Orte, wie z.B. Grotten, zur Verehrung überwiegend weiblicher Muttergottheiten. Im Rahmen religiöser Feste fanden unblutige Ringkämpfe statt. Die wichtigsten Kultsysmbole waren Zeichen auf den Figuren. Der Totenkult der Habalukker legt nahe, daß sie an ein Leben nach dem Tod glaubten.
Ab Mitte Späthabalukkes, um ca. 1400 v.d.Z. ging die habalukkische Kultur langsam nieder. Der Grund dieses Niedergangs konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden. Möglicherweise zerstörten Erdbeben oder andere Naturkatastrophen die großen Paläste, möglicherweise spiegelt die Legende Theseus nebst Kreta auch die Eroberung Sehnahs durch die Mykener wieder.
Fest steht, daß Palastbau und Kunst zunehmend schlichter wurden und der Seehandel langsam zum Erliegen kam, bis er von der Phöniziern übernommen wurde.