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"Irreführende Pressemitteilung"
Firmen, die mit gebrauchten Lizenzen von teurer Business-Software handeln, sind den Herstellern ein Dorn im Auge. Denn für einen Software-Hersteller ist es lukrativer, wenn ungenutzte Lizenzen, zum Beispiel bei einem Konkurs oder Massenentlassungen, einfach verfallen.
Doch das Tun von Occasionshändlern wie etwa der deuschen usedSoft ist in den meisten Fällen legal. In einem speziellen Fall hat nun aber Oracle - nicht eben für preisliche Bescheidenheit bekannt - gegen usedSoft gewonnen. Ein Gericht in München befand, dass es sich bei bei Oracle-Software, die über das Internet erworben wurde, um einen Spezialfall handle und man die Lizenz nicht weiterverkaufen dürfe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräfigt, da usedSoft den Fall an ein höheres Gericht weiter gezogen hat.
Oracle packt den groben Hammer aus
Oracle hat den Sieg vor dem Münchner Landgericht sofort ausgenützt. In einer Pressemitteilung von Oracle (Titel: "Handel mit gebrauchten Software-Lizenzen rechtswidrig") heisst es abschliessend: "Die rechtliche Grundlage für Geschäftsmodelle dieser Art ist somit nicht mehr gegeben."
Diese Behauptung konnte usedSoft wiederum nicht stehen lassen. Denn das Münchner Urteil bezieht sich ausdrücklich auf den Umstand, dass die Software von Oracle nicht auf einer CD-ROM gekauft wurde, sondern vom Internet heruntergeladen und dann mit einem "gebrauchten" Lizenzschlüssel aktiviert wird. Auch das Landgericht München stellte dies in einer Pressemitteilung fest.
Oracle versucht offensichtlich, das Geschäftsmodell von usedSoft und anderen Occasions-Softwarehändlern als illegal darzustellen. Pikant: usedSoft hatte nicht einmal Oracle-Lizenzen verkauft, sondern diese nur im Auftrag eines Kunden angeboten. (Christoph Hugenschmidt)