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Sullana sucht Souvenirs
Habt Ihr Erinnerungen an Sullana oder jemanden gekannt, der Sullanas geraucht hat?
…rauchende Mamis und Papis, Grosseltern, Onkels und Tanten? Habt Ihr vielleicht selbst in der Fabrik gearbeitet?
Sendet uns Eure Erinnerungen zu – wir freuen uns über jede Geschichte!
Kontakt: <email-pii>
oder per Post: Sullana GmbH, Müllerstrasse 34, 8004 Zürich
1916 gründete Feiwel – genannt Philipp – Beer seine Zigarettenfabrik an der Badenerstraße in Zürich. Damals hieß sie noch Cigarettenfabrik «Union». Ihre Produktpalette setzte sich aus solch entrückten Namen wie Hera, Péra, Apollon, Stamboul und Byzanz zusammen. In den 20er–Jahren zog die Zigarettenfabrik Beer in die noch heute am Zürcher Sihlquai stehende Fabrik. In jener Zeit kam Sullana als Zigarettensorte der Beer Fabrik auf den Markt und war so populär, dass – als 1939 die Beer & Cie. in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde – die Sullana A.G. entstand. In den 30er bis 50er–Jahren pries sich Sullana als die meistverkaufte 1-Franken Zigarette der Schweiz an. Die kleine Fabrik am Zürcher Sihlquai exportierte in die ganze Welt, wobei Cigarettes Orientales, Zigaretten mit Orienttabak, für besten Geschmack garantieren sollten. Die Sorte Pérémochez, der so genannte Orienttabak, bildet auch den entscheidenden geschmacklichen Unterschied der neuen Sullana Tabakmischung.
Der letzte Zeitzeuge, der um 1950 als Lernender in die Sullana eintrat, erinnert sich an einen Charakterkopf von Chef, der bei den Mitarbeitenden für seine Launen ebenso gefürchtet, wie für spontane Momente der Wohltätigkeit bestaunt wurde. Die Anschaffung eines ersten von Hand zu bedienenden Gabelstaplers durch dessen Sohn Daniel Beer soll von ihm mit dem Ausruf quittiert worden sein: «Wir sind hier doch nicht Escher Wyss!» und Bestellungen wurden gefälligst per Post aufgegeben und nicht etwa mit dem damals teuren Telefon.
1967 zog SULLANA nach Wetzikon und schaffte sich unter anderem einen Ruf als Fabrik, in deren Hallen Gegenwartskunst hing, die von jungen Künstlerinnen und Künstlern erworben, über den Köpfen der Arbeitenden sukzessive an Wert gewann.
Die Kultur der «Kunst in der Fabrik» wurde auch von ihrem letzten Direktor hochgehalten und führte dazu, dass anstatt Canyoning und Bowling gemeinsame Kunstprojekte mit der Belegschaft realisiert wurden. In dieser Zeit gehörte Sullana dem niederländischen Rothmans Konzern, für welchen sie in kleinen Auflagen die Luxuszigarettenmarken Peter Stuyvesant, Dunhill, Cartier und Vogue herstellte – Sullana hieß nur noch die Fabrik.
Nach der Wende produzierte SULLANA kurze Zeit die Marke Fjodor aus russischen Tabaken, während ihre Eigenmarken, wie Palette, Effendi und Club seit Langem aus den Regalen verschwunden waren.
Als der Rothmans-Konzern Niederlande die Firma Burrus SA in Boncourt aufkaufte war klar, dass die Tage der Fabrik in Wetzikon gezählt sein würden. Zu jener Zeit rauchte längst niemand mehr Zigaretten des Namens Sullana. Die Fabrik produzierte stattdessen die Luxuszigarettenmarken des Rotmanns Konzerns. Ihre Spezialität war, kleine Auflagen besonders wirtschaftlich zu produzieren. Nicht zuletzt diese Indienststellung des Standorts Wetzikon für Kleinserien anderer Marken hatte ihren Beitrag dazu getan, dass der Name Sullana im Jahr 1997, bei der endgültigen Stilllegung der Fabrik, längst Geschichte war.