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Wenn das erste verkostete Bier einer bestimmten Brauerei ein Geschmacksbeben auslöst, bedeutet dies, dass wir entweder unglaubliches Glück hatten, das beste Produkt auf Anhieb zu finden, oder es ist der Beginn einer schwindelerregenden Serie. Ohne lange zu überlegen, beschloss ich, ein anderes Bier unter dem Zeichen „Ø“ zu probieren, das in diesem Fall eine sandgelbe Farbe hat. Während ich im Falle des robusten Porters mehr oder weniger wusste, was mich erwartet, ist es diesmal mein komplettes Debüt. Zu meiner Rechtfertigung muss ich schreiben, dass imperiale Versionen von Brown Ale von europäischen Brauereien relativ selten gebraut werden, und selbst in Amerika sind sie nicht so beliebt wie die bereits erwähnten Porters, Stouts, Pale Ales, Amber Ales oder Smoked Ales. Der Stil selbst ist eine Art Mischform oder, wenn Sie so wollen, eine „offene“ Kategorie. Wie bei Double Witbier, India Black Ale oder Imperial Porter gibt es keine eindeutigen Kriterien, nach denen die Biere beurteilt werden sollten. Einige Websites ordnen dieses Bier in Ermangelung einer besseren Alternative der Familie der American-Style Strong Ale zu, was mir als Rezensent einen relativ großen Spielraum bei der Beurteilung lässt.
Da Braunbiere hier im Blog nicht zum täglichen Brot gehören, zunächst ein paar Worte zum Stil selbst. Brown Ale ist ein süffiges, obergäriges Bier mit Ursprung in England. Es unterscheidet sich vom Bitter durch einen höheren Anteil an dunklen Malzen in der Hopfung und dadurch eine dunklere (braune) Farbe. Im Geschmack sollte es malziger, nussiger und karamelliger sein als ein Pale Ale, außerdem ist es weniger stark gehopft. Historische Interpretationen waren angeblich recht süß (manchmal mit mildem Ale gemischt); moderne Versionen sind eher trocken. Die amerikanische Bierrevolution, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die gesamte Brauereiwelt erschütterte, schuf ihre eigene Version dieses angelsächsischen Bieres. Wie Sie sich denken können, wurde das braune Ale von der anderen Seite des Wassers mit dem charakteristischen Geschmack und Aroma des lokalen Hopfens angereichert (analog zum American Mild Ale oder AIPA). Was soll die kaiserliche Version auszeichnen? Es sollte sicherlich einen höheren Extrakt und Alkoholgehalt haben, als vom Stilspektrum her zu erwarten wäre, und wahrscheinlich auch eine großzügigere Hopfung.
Genug der Spekulationen und Überlegungen, Zeit für ein paar weitere Fakten. Das betreffende Bier wurde erstmals 2006 im Nørrebro Bryghus in Kopenhagen gebraut. Es war das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den Brauern der dänischen Kleinbrauerei und den Norwegern aus Grimstad. Höchstwahrscheinlich war es als einmalige Aktion gedacht, aber das zufriedenstellende Endergebnis und die guten Verkaufszahlen müssen beide Handwerksbrauereien dazu veranlasst haben, es als ganzjähriges Angebot einzuführen. In Dänemark ist das Bier als Double Knot Brown bekannt.