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Für eine andere Mobilität
Essen im Tank
Gründlich und ausführlich legt Knierim dar, dass es so wie bisher mit dem motorisierten Verkehr und seinen Folgen für Mensch und Umwelt nicht weitergehen darf und kann, auch wenn dabei pflanzliche Treibstoffe verwendet werden.
Der Autor, der selbst an der Entwicklung von sogenannten "Biokraftstoffen" mitgearbeitet hat, zeigt anhand vieler Studien und Überlegungen, dass Treibstoffe vom Acker und neue Technologien keine Alternative zu den fossilen Energieträgern bieten, wenn weiterhin so viel Energie verbraucht wird. Im Buch geht es dabei um den Verkehr, der in Deutschland etwa 20 % der Kohlendioxidemissionen verursacht und der europaweit als einziger Bereich (neben der Industrie, Haushalten, Energiewirtschaft und Kleinverbrauchern) weiter deutlich zunehmend Treibhausgase freisetze. Knierim übt dabei berechtigte Kritik am westlichen Lebensstil, so hat beispielsweise die BRD einen höheren Kohlendioxidausstoß als der gesamte afrikanische Kontinent. Analytisch stark ist die erste Hälfte des Buches, in der Knierim in den ersten beiden Kapiteln die Problematik des Verkehrs darstellt und die Hoffnung auf die neuen Technologien als Trugschluss entlarvt.
Obwohl Knierim darlegt, dass ein weiteres Wachstum zwangsläufig mit dem erhöhten Verbrauch natürlicher Ressourcen verbunden ist (er also dem "Green New Deal" eine Absage erteilt), geht er darauf nicht weiter ein, sondern fordert schlicht eine Gesellschaft, die "mit einem "Postwachstum" gut leben kann" (S. 198). Wie so eine Gesellschaft aussehen könnte, bleibt leider im Dunkeln, es gibt diesbezüglich nicht mal einen Verweis auf Literatur. Nach der politischen Analyse des Buches sind bestimmte Lobbygruppen mit ihrem Einfluss auf die Politik und die daraus resultierenden Subventionen des motorisierten Individualverkehrs das entscheidende Problem. Dabei wird Lobbyismus und die Form der Politik nicht grundsätzlich kritisiert - die Lobby komme nur von der falschen Seite. Knierim setzt als Lösung auf einen starken Staat, der Kfz-Steuern und Parkgebühren erhöht sowie das Gehen und Fahrradfahren statt Autos fördert.