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Deutsche Transkriptionsübungen
Hier lernst Du deutsche Handschriften lesen und transkribieren.
Rezess zum letzten Hansetag zu Lübeck 1669
Über 300 Jahre versammelten sich die Hansestädte, um gemeinsame Interessen zu besprechen, Beschlüsse zu fassen und Aktionen zu beschließen. Vom 29. Mai bis 11. Juni 1669 fand zum letzten Mal ein solcher „Hansetag“ in Lübeck statt – auch wenn die beteiligten Städtevertreter nicht wussten, dass es ihr letztes hansisches Treffen sein sollte.
Der hier zu transkribierende Rezess, das Beschlussdokument der Versammlung, ist nur 16 Seiten lang. Bemerkenswert ist bei Hanserezessen, dass sie in verschiedenen Parallelhandschriften vorliegen konnten, die sich meist nur in Kleinigkeiten unterschieden. In 19 Sitzungen verhandelten Vertreter von neun Städten die zuvor ausgeschriebenen Punkte, die vor allem die Erneuerung der „Hansischen Union“, die Finanzen der Gemeinschaft, die gemeinsamen Handelsprivilegien und überhaupt gemeinsame Wirtschaftsinteressen betrafen. In den Verhandlungen hält man sich an die Reihenfolge der Punkte in der Ausschreibung, nach denen der Text auch in Abschnitte strukturiert ist.
In der Hansegeschichte waren die Rezesse der Hansetage meist Verlaufs- und Beschlussprotokolle, in denen die Beratungen umfangreich dokumentiert wurden. Der Rezess von 1669 enthält im Unterschied dazu nur die offiziellen Beschlüsse in Zusammenfassung – zusätzlich gibt es ein knapp 60 Seiten umfassendes Protokoll, das den Verlauf der Verhandlungen festhält. Während der Aufbau des Rezesses ansonsten insgesamt in der Tradition der hansischen Versammlungsschriftlichkeit bleibt, verschwindet das Niederdeutsche langsam aus der Schrift. Insofern ist das Dokument hier typisch für eine Zeit der Auflösung der Hanse, in der der Dokumenttyp sich an alten Traditionen orientiert, aber bereits von diesen Abstand nimmt.
Proposition de citation
Ad fontes, Transkriptionsübung: Rezess zum letzten Hansetag zu Lübeck 1669, URL: https://www.adfontes.uzh.ch/370490/