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Am 4. September 2018 setzte der Taifun Jebi (Nr. 21) einen Teil des Flughafens Kansai, der sich auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Osaka befindet, unter Wasser. Ein Tanker beschädigte zudem einen Teil der einzigen Brücke zum Festland (Asienspiegel berichtete). Eine Nacht sassen 8000 Passagiere und Mitarbeiter im Flughafen fest. Man befürchtete, dass der drittgrösste Flughafen Japans mindestens eine Woche den Betrieb nicht mehr werde aufnehmen können. Doch vier Tage nach der Naturkatastrophe gab es einen ersten Lichtblick, wie NHK News berichtet.
Gestern konnte die Piste B, die unbeschadet blieb, wieder eröffnet werden. Die Airlines Peach und JAL konnte mit den ersten Inlandsflügen starten. Ab heute Samstag sollen nun wieder die ersten internationalen Verbindungen nach Seoul, Hongkong, Shanghai und andere Städte aufgenommen werden. Der Flughafen ist ein wichtiger Hub für Flüge innerhalb Asiens. Bis zur vollständigen Wiedereröffnung wird es aber noch rund eine Woche dauern, weil der so wichtige Terminal 1 noch nicht benutzbar ist.
Ein Flughafen auf einer künstlichen Insel
Der Kansai International Airport in Osaka gehört zu den ungewöhnlichsten Flughäfen weltweit. Er wurde 1994 auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Osaka gebaut. Man entschied sich für diese Option, um Lärmklagen und möglichen Protesten wegen Landenteignung wie in Narita zu verhindern (Asienspiegel berichtete). Der Standort im Meer hat zudem den Vorteil, dass man hier ungestört einen 24-Stunden-Betrieb einführen konnte.
10,5 Quadratkilometer gross war die Insel bei ihrer Eröffnung. Das 1,7 Kilometer lange durchgehende Terminal-Gebäude wurde vom renommierten Architekten Renzo Piano entworfen. Das Konzept war so erfolgreich, dass in den Nuller-Jahren gleich drei weitere Flughafeninseln in Japan entstanden (Asienspiegel berichtete).
Der folgenschwere Baufehler von 1994
Doch der Flughafen Kansai hat seit Eröffnung einen Schönheitsfehler. Die künstliche Insel sinkt wegen der Bodenbeschaffenheit jährlich ein paar Zentimeter ab. Die Start- und Landebahn A liegt so nur noch 1 bis 2 Meter über Meer. Um 3,4 Meter ist die Fläche gemäss Nikkei Shimbun seit der Eröffnung abgesunken. Trotz Gegenmassnahmen sinkt die Insel weiterhin um 6 Zentimeter jährlich ab. Nach einer ersten Überschwemmung 2004 zogen die Betreiber eine Schutzmauer von 5 Metern hoch.
Für Taifun Jebi (Nr. 21) war dies jedoch kein Hindernis. Um bis zu 50 Zentimeter wurde die Fläche rund um Piste A überschwemmt. Derweil blieb die Piste B mit dem kleineren Terminal-2-Gebäude praktisch unbeschädigt. 2007 wurde diese Start- und Landebahn eröffnet, die heute knapp 5 Meter über dem Meer liegt. Das war genug hoch, um den Wellen von vergangener Woche standzuhalten.