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Court’In Peace ist ein Projekt, das von einer Arbeitsgruppe von Lehrpersonen der Schule Courtepin erarbeitet wurde. Die Grundlagen dieses Projekts basieren auf dem bekannten Programm "Peacemaker" des NBCI Instituts. Dieses Projekt hat zum Ziel, Gewalt an der Schule abzubauen und ein friedliches Zusammenleben zu fördern.
Kurzer geschichtlicher Rückblick
Die Schule Courtepin hat Interesse am Projekt "Les pacificateurs", das vom Kanton Freiburg initiiert wurde, gezeigt. Nach verschiedenen Treffen und Schritten haben wir beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu bilden, um das vorgeschlagene Modell an die Bedürfnisse der Schule Courtepin anzupassen. Nach zahlreichen Diskussionen und Recherchen stellte die Arbeitsgruppe das Projekt Court'In Peace im August 2021 den Lehrkräften vor.
Wie wird man Peacemaker?
Ab der 5H üben zwei Kinder pro Klasse während eines Schuljahres die Rolle des Peacemakers aus. Sie können sich freiwillig melden und werden von ihrer Klasse demokratisch gewählt.
Peacemaker nehmen an den Pausen teil und tragen eine blaue Weste, damit sie für die anderen Kinder gut erkennbar sind. Ihre Anwesenheit trägt massgeblich dazu bei, auf dem Pausenhof eine gesunde Kultur des Zusammenlebns zu etablieren.
Was macht ein Peacemaker?
Die Peacemaker unterstützen die Schülerinnen und Schüler der gesamten Schule bei kleinen Problemen und Konflikten. Sie intervenieren, wenn sie darum gebeten werden. Falls ein Peacemaker einen Konflikt sieht, kann auch Unterstützung bei der Lösung angeboten werden - die Kinder, die in den Konflikt involviert sind, entscheiden, ob sie diese Hilfe annehmen möchten oder nicht.
Um Konflikte zu schlichten, nutzen die Peacemaker Werkzeuge, die einen Raum für einen einfühlsamen Austausch und Zuhören zu schaffen: die "drei Finger" (1-4H) und die "Friedensbrücke" (5-8H). Der Umgang mit diesen Instrumenten wird auch in den Klassen von den Lehrpersonen thematisiert. Auf dem Schulareal gibt es mehrere Stellen, an denen die "Friedensbrücke" markiert ist: hier können Kinder, die die peacemaker nicht einschalten möchten, Konflikte eigenständig lösen.
Die Peacemaker werden von den Lehrpersonen unterstützt und von ihren Coaches beraten. Sie nehmen regelmässig an Schulungen teil, um über ihre Erfahrungen nachzudenken und neue Praktiken in Rollenspielen zu erproben. Das Gelernte setzen sie im Verlauf des Jahres praktisch um. Dabei entwickeln und vertiefen sie Fähigkeiten in Zusammenarbeit und Kommunikation.
Ein sich entwickelndes Projekt
In den letzten drei Jahren hat sich das Projekt, basierend auf den Erfahrungen der Kinder, Coaches und Lehrpersonen, kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.
Im Jahr 2023 erhielten die Peacemaker die zusätzliche Aufgabe, die Friedensbrücke in ihrer Klasse zu präsentieren, um sie als Instrument zur Konfliktbewältigung auch in ihren Schulklassen zu nutzen. Das vereinfachte Werkzeug der "drei Finger" haben sie neu gelernt und im Zyklus 1 (1-4H) vorgestellt.
Die "Friedensbrücke" und die "drei Finger"
Die Dokumente der "Friedensbrücke" und der "drei Finger" stehen weiter unten auf der Seite als Download bereit, falls Sie diese zu Hause nutzen möchten.
Kurz erklärt:
- Der Mund steht für das Erzählen oder Erklären, was passiert ist. Ziel ist, dass jedes Kind sich ausdrückt und so ehrlich wie möglich ist. Sobald jede:r sich geäussert und zugehört hat, geht man zum nächsten Schritt über.
- Das Herz steht für das Ausdrücken, welche Emotionen man erlebt oder empfunden hat. Ziel ist es, dass jedes Kind sagt, was es im Herzen/im Körper gefühlt hat.
- Die Glühbirne steht für das Finden von Lösungen. Ziel ist es, dass man Bedürfnisse klärt und Ideen findet, damit sich diese Situation nicht wiederholt. Man etabliert neue Grundlagen für ein friedliches Miteinander.
- Das Handgeben steht für eine gemeinsame Abmachung. Ziel ist es, gemeinsam eine Lösung zu wählen und eine mündliche Vereinbarung zu treffen.