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Refazenda
Das Projekt Fazenda (formell: Fundação (Re)Fazenda) wurde 1999 von Marcelo Rodrigues mitgegründet. Zuletzt befand es sich an der Küste am Ortsrand des Städtchens Guaratuba. Zuvor war die Fazenda mehrere Jahre in Londrina beheimatet – einer Grossstadt im Zentrum Paranás – und betreute dort rund zwanzig ehemalige Strassenkinder.
Sommer 2011: Der Verein „Freunde brasilianischer Strassenkinder“ beendet die Unterstützung des Projekts Fazenda. Verschiedene Faktoren haben dazu geführt.
Seit 1999 hatte unser Verein die Fazenda unterstützt. Jetzt geht die Zusammenarbeit zu Ende, weil das Strassenkinderprojekt seine Aktivitäten einstellen musste. Projektleiter Marcelo Rodrigues, die treibende Kraft seit Beginn, sah sich bereits vor einiger Zeit gezwungen, wegen einer schweren und langwierigen Erkrankung kürzer zu treten. Sein Gesundheitszustand erlaubte es ihm nicht mehr, weiterhin ein Heim für ehemalige Strassenkinder zu betreiben. Vergangenes Jahr hat ihm unser Verein noch seinen Lohn bezahlt – als eine Art Krankentagegeld. Weil dem Projekt der Leiter fehlte, der sich mit viel persönlichem Einsatz um die meisten Arbeiten gekümmert hatte, war ein Weiterbetrieb der Fazenda nicht mehr möglich.
Bereits seit 2008 hatte die Projektleitung versucht, Kinder und Jugendliche aus dem Heim an einem passenden Ort unterzubringen. Viel der Knaben konnten zu ihren Familien, soweit vorhanden, zurückkehren. Andere kamen in passenden Institutionen unter. Die Fazenda-Leitung hat Kontakt zu ihren ehemaligen Bewohnern gehalten und konnte so sicherstellen, dass alle an einem geeigneten Ort untergekommen sind und weiterhin gut betreut werden.
Marcelo Rodrigues, einst Erzieher im Projekt Chácara, hat sich seit der Schliessung des Heims – soweit es seine Kräfte zuliessen – um Kinder und Jugendliche aus den ärmeren Gegenden des südbrasilianischen Küstenstädtchens Guaratuba gekümmert. Der Sozialarbeiter leistete dort mit anderen Engagierten Familien- und Aufklärungsarbeit.
Was geschieht nun mit dem Haus, in dem das Projekt stationiert war? Der Vorstand der Fazenda bemüht sich derzeit, eine passende Lösung zu finden. Das Haus konnte ursprünglich dank einer Grossspende aus der Schweiz erworben werden. Das brasilianische Stiftungsrecht verhindert es, dass Immobilien zu einem anderen Zweck als dem ursprünglich vorhergesehenen verwendet werden. Geplant ist deshalb nun, dass das Fazenda-Haus, ein einfaches einstöckiges Gebäude mit kleinem Umschwung, an das Projekt Chácara weitergegeben wird.
Der Vorstand des Vereins „Freunde brasilianischer Strassenkinder“ bedauert es, dass die Fazenda ihre Arbeit beenden muss. Er wünscht Marcelo Rodrigues gesundheitlich alles Gute. Wir danken ihm und seinen Mitstreitern dafür, dass sie zahlreichen Kindern und Jugendlichen mit sehr viel persönlichem Einsatz in schwierigen Situationen geholfen, über Jahre ein Zuhause geboten und eine Perspektive für das weitere Leben geboten haben.