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„Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn...“
Jakob Philipp Hackert (1737-1807) : Landschaft mit Tempelruinen auf Sizilien (St. Petersburg, Ermitage), 1778, Öl auf Leinwand, 123 × 170 cm
So beginnt ein Gedicht in Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, das weit über die Lebtage des Dichters hinaus unzählige Komponisten zu Vertonungen anregte. Dabei hatte Goethe als er das Gedicht niederschrieb italienischen Boden noch nicht einmal betreten, sondern nur vom Gotthard aus den Blick über dieses Sehnsuchtsland schweifen lassen.
Die Faszination von Italien im 18. und 19. Jahrhundert ist reich dokumentiert und war eine große Inspiration für eine Reihe von Künstlern aus dem nördlicheren Europa, die Bildungsreisen in das verheißungsvolle Land unternahmen.
Felix Mendelssohn Bartholdy reiste durch Italien, im Gepäck Goethes autobiografisches Werk „Italienische Reise“, das ihm als literarischer Reiseführer diente. „Das Land der Künstler ist nun einmal Deutschland“, schrieb Mendelssohn 1831 während seiner Reise aus Italien in die Heimat, „hier aber ist das Land der Kunst.“ Seine Eindrücke verarbeitet er in seiner 4. Sinfonie, auch als die „Italienische“ bekannt.
Richard Wagner dagegen begnügte sich nicht damit, Italien nur als Reisender zu besuchen, sondern verlegte seinen Wohnsitz zeitweise nach Italien. Nach seiner überstürzten Abreise aus Zürich aufgrund der „Affäre Wesendonck“ wählte er Venedig zum Wohnort und führte seine Arbeit an „Tristan und Islode“ fort, die er in Zürich begonnen hatte.
Unter dem Motto „Kennst du das Land...“ entsteht ein musikalisches Programm, dessen Werke in enger Verbundenheit mit den Italienaufenthalten der Komponisten stehen. Nicht zuletzt sind auch die Bewohner des Engadins mit Italien weit über die Sprachverwandtschaft hinaus eng verbunden. Durch die zahlreichen Emigranten nach Italien und deren Rückkehr – auch heute noch werden die Nachkommen „Randulins“ (Schwalben) genannt – entstanden in manchen Bergdörfern imposante „Palazzi“, die bis heute italienisches Lebensgefühl in die Schweizer Bergwelt bringen.