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Dabei stehen nach Berichten des Tagesanzeigers und des britischen Guardian derzeit zwei Themenkomplexe im Zentrum: Die Geschäftsbeziehungen zwischen Glencore und dem israelischen Geschäftsmann Dan Gertler beim Erhalt von Schürfrechten für die Mine Katanga in der Demokratischen Republik Kongo sowie Währungs-Swaps der australischen Einheiten im Milliardenumfang.
Aus den "Paradise Papers", die in den vergangenen Monaten vom International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) studiert wurden, gehe hervor, das sich Glencore bei den Verhandlungen um Schürfrechte im Kongo in den Jahren 2007 bis 2009 auf die Dienste des Diamantenhändlers Dan Gertler verlassen habe, schreibt der Guardian am Montag.
Erwerb der Schürfrechte
Eine Firma Gretlers erhielt wie bekannt 2009 einen Kredit in Höhe von 45 Mio USD, um sich an einer geplanten Kapitalerhöhung von Katanga Mining zu beteiligen. Aus den geleakten Appleby-Dokumenten gehe hervor, dass als Bedingung dabei vereinbart wurde, dass die Verhandlungen um Schürfrechte mit dem Staatskonzern Gécamines zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht würden, wie die Schweizer und britischen Zeitungen schreiben. Gretler, dem eine grosse Nähe zu Präsident Joseph Kabila nachgesagt wird, wurde bereits mehrfach im Zusammenhang mit Korruptionsfällen in dem zentralafrikanischen Land genannt. Die Verhandlungen waren schlussendlich erfolgreich und Glencore übernahm bei einer Kapitalerhöhung den Mehrheitsanteil an Katanga Mining.
Glencore sieht in dem damaligen Vorgehen keine Probleme. Der Kredit sei zu geschäftsüblichen Bedingungen geschlossen worden und auf "Armeslänge" Abstand verhandelt worden, heisst es in einer Stellungnahme vom Montagmorgen.
Zins-Swaps
Ein weiterer Punkt, der Vom Guardian beleuchtet wird, ist die Verwendung von komplexen währungsübergreifenden Zins-Swaps durch die australischen Einheiten von Glencore. Im Jahr 2013 habe der Konzern etwa über zwei in Bermuda ansässige Töchter 25 Mrd AUD über die Glencore Australia Investment Holdings in US-Dollar getauscht. Auch wenn solche Transaktionen legal sind, seien sie in der Vergangenheit von den australischen Behörden untersucht worden, da Unternehmen so Einkünfte zwischen Konzernteilen und Ländern verschieben können und Steuern vermeiden. Laut Glencore hätten die Transaktionen dazu gedient, sich gegenüber Währungsrisiken abzusichern, wie es heisst.
(AWP)