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Diese Woche beginnt die "heisse Phase" in der Champions League. Im Viertelfinal kommt es zu folgenden Begegnungen: Juventus Turin gegen FC Barcelona, Borussia Dortmund gegen AS Monaco, Atlético Madrid gegen Leicester City und Bayern München gegen Real Madrid. Zusammen haben diese Viertelfinalisten die Champions League bzw. deren Vorgänger, den Europapokal der Landesmeister, bereits 24 Mal gewonnen. Real Madrid ist Rekordsieger mit elf Erfolgen. Bayern und Barcelona haben je fünfmal, Juventus zweimal und Dortmund einmal gewonnen.
Am Dienstag und Mittwoch kommt es zunächst zu den Hinspielen. Die Rückspiele finden dann in einer Woche statt. Aus jeder Paarung qualifiziert sich jeweils die Mannschaft, die in den beiden Spielen mehr Siege erringt. Haben beide Mannschaften die gleiche Anzahl an Siegen, entscheidet das Torverhältnis. Ist auch dieses ausgeglichen, werden die auswärts erzielten Tore doppelt gezählt. Herrscht dann immer noch Gleichstand, geht das Rückspiel in die Verlängerung. Falls selbst dann noch keine Entscheidung gefallen ist, kommt es zum Elfermeterschiessen.
In den Hinspielen versuchen jeweils beide Mannschaften, sich eine möglichst gute Ausgangslage für das Rückspiel zu verschaffen. Aber was ist eine gute Ausgangslage? Diese Frage haben Ramón Flores von der Universität Carlos III in Madrid, David Forrest von der Universität Liverpool, Cesar de Pablo von dem Analyseunternehmen Daedalus und J.D. Tena von der Universität Carlos III in Madrid in einem Forschungsbeitrag untersucht, der im European Journal of Operational Research erschienen ist.
Fast 7000 Spiele analysiert
Die Autoren haben insgesamt 6975 Hin- und Rückspielpaarungen der Champions und Europa League bzw. deren Vorgängern untersucht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die Antwort auf die Frage, was eine gute Ausgangslage für das Rückspiel ist, im Zeitverlauf verändert hat. In den 1960er und 1970er Jahren bedeutete ein 1:0 zwischen zwei Mannschaften mit ähnlicher Spielstärke im Hinspiel eine nahezu ausgewogene Ausgangslage für das Rückspiel. Die Mannschaft, die zu Hause 1:0 gewann, erreichte in diesem Zeitraum mit einer Wahrscheinlichkeit von 53 Prozent die nächste Runde. Seit Ende der neunziger Jahre hat sich diese Wahrscheinlichkeit auf 65 Prozent erhöht. Ein 1:0 Sieg im Hinspiel ist also mittlerweile eine gute Ausgangslage für das Rückspiel.
Ähnliches gilt für ein 2:1 im Hinspiel. Bis Ende der 1970er Jahre lag die Wahrscheinlichkeit mit einem 2:1 Heimsieg im Hinspiel weiterzukommen bei 38 Prozent. Seit Ende der 1990er Jahre hat sich diese Wahrscheinlichkeit auf 55 Prozent erhöht. Ein 2:1 ist heute neben einem 0:0 das Hinspiel-Resultat, das am meisten Spannung für das Rückspiel verspricht.
Die Forschungsergebnisse zeigen darüber hinaus, dass sich der Heimspielvorteil im Laufe der Zeit erheblich verringert hat. Dies kann unter Umständen darauf zurückzuführen sein, dass sich die Reisebedingungen verbessert und damit der Reisestress verringert haben und Fussballprofis heutzutage besser mit dem psychischen Druck in Auswärtsspielen umgehen können.
Keinen Gegentreffer zulassen
Aufgrund der Auswärtstorregel ist es für die Heimmannschaft im Hinspiel wichtig, keine gegnerischen Tore zuzulassen. Beispielsweise erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für ein Weiterkommen der Heimmannschaft im Hinspiel bei einem Sieg mit einem Tor Unterschied um über 10 Prozentpunkte, wenn sie kein Gegentor hinnehmen musste. Ein 1:0 ist also deutlich besser als ein 2:1 oder 3:2.
Dies gilt analog für ein Unentschieden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mannschaft, die im Hinspiel Heimrecht hatte, die nächste Runde erreicht, ist bei einem torlosen Remis um über 10 Prozentpunkte höher als bei einem 1:1 oder 2:2.
Juventus, Dortmund, Atlético und Bayern sollten also in erster Linie versuchen, bei ihren Heimspielen keinen Gegentreffer zuzulassen. Wenn ihnen darüber hinaus ein Tor gelingt, hätten sie der Studie zufolge eine gute Ausgangslage für das Rückspiel. Aber glücklicherweise lässt sich im Fussball nicht alles vorausberechnen. Manchmal reicht selbst ein 4:0 im Hinspiel nicht um weiterzukommen, wie Paris Saint-Germain im diesjährigen Achtelfinalrückspiel in Barcelona leidvoll erfahren musste.