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Pascale Hugues erzählt in ihrem Buch "Marthe & Mathilde" die Geschichte ihrer Großmütter. Es ist eine fast französische, nicht ganz deutsche Familie. Die Großmütter hießen Marthe und Mathilde. Ihre Vornamen begannen mit denselben Buchstaben. Sie sind im selben Jahr, 1902, geboren. Mathilde am 20. Februar, Marthe am 20. September. Sie sind beide im Jahr 2001 gestorben. Mit ein paar Wochen Abstand, am Anfang des neuen Jahrhunderts, kurz vor ihrem hundertsten Geburtstag. Marthe und Mathilde haben das zwanzigste Jahrhundert Seite an Seite durchwandert. Sie waren Freundinnen, seit sie sechs waren. Auf den Stufen der Vortreppe, die am Vogesenwall 6 im Viertel Saint Joseph hinter dem Bahnhof von Colmar zu einem winzigen Gärtchen hinunterführt, sind sie sich zum ersten Mal begegnet.
«(...) Bis an ihr Lebensende telefonierten Marthe und Mathilde täglich miteinander, um sich über die kleinen Ereignisse des Tages auszutauschen. Die Schneiderin geht nächstes Jahr in Rente, der Doktor hat neue Tabletten verschrieben, in der Rue des Clefs ist eine Baustelle, und beim Gemüsehändler sind frische Schwarzwurzeln eingetroffen. Marthe und Mathilde sehen am Ende aus wie ein Gespann zweier untrennbarer Gäule, die sich, vom Alter gebeugt, aneinander klammern, um nicht zu stolpern. (...)»