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Herzinfarkt oder Schlaganfall? Beachten Sie unsere Hinweise, damit Sie diese beiden Gefässnotfälle unterscheiden können. Lernen Sie auch, wie Sie die Symptome eines Herzinfarkts erkennen und Ihren Lebensstil anpassen können, um das Infarktrisiko zu senken. In jedem zweiten Fall lassen sich Risikofaktoren nachweisen. Werden diese beachtet und rechtzeitig behandelt, lässt sich das Infarktrisiko verringern.
Wie unterscheidet sich ein Herzinfarkt von einem Schlaganfall?
Das sollten Sie wissen: Hirnschlag und Herzinfarkt sind zwei verschiedene Gefässnotfälle.
Herzinfarkt
Der Herzinfarkt wird auch als Herzanfall, Myokardinfarkt oder akutes Koronarsyndrom bezeichnet. Er entsteht durch eine Blockierung der Blutversorgung des Herzens. Blutgerinnsel in den Herzkranzgefässen, den sogenannten Koronararterien, verhindern, dass der Sauerstoff und die Nährstoffe im Blut zu den Zellen des Herzmuskels gelangen. Ohne diese lebensnotwendigen Stoffe sterben die Zellen ab: Der Herzmuskel wird geschädigt (Nekrose) oder es kommt gar zu einem Herzstillstand.
Der Herzinfarkt ist das Ergebnis von zwei ineinander greifenden Prozessen:
- Alterung der Arterien (Arteriosklerose), die zu einer allmählichen Verhärtung des Arteriengewebes führt;
- Ablagerung von Fetten (Cholesterin) an den Arterienwänden in Form von weisslichen Plaques, die als Atherome bezeichnet werden.
Der Prozess der Arterienverhärtung und der Ablagerung von Cholesterin in diesen Gefässen wird auch als Atherosklerose bezeichnet. Obwohl sich die Arterien bei einem Herzinfarkt ganz plötzlich verschliessen, ist dieser Verschluss auf einen langen Prozess zurückzuführen, der mit der Ernährung zusammenhängt.
Schlaganfall
Ein Hirnschlag kann auf zwei Arten entstehen:
- durch eine Verlegung der Arterien, die das Gehirn versorgen (80% der Fälle). Dies wird als ischämischer Schlaganfall bezeichnet. Manchmal ist eine Gehirnarterie nur vorübergehend verlegt: Dann kommt es zu einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) oder Streifung, bei der in der Regel keine Spätfolgen zurückbleiben. Dabei treten die gleichen Symptome auf wie bei einem «klassischen» Hirnschlag, aber nach etwa einer Stunde verschwinden sie wieder. Dennoch dürfen sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden: Oft sind sie die Vorboten eines manchmal schwerwiegenden Hirnschlags, der in den darauffolgenden 48 Stunden auftreten kann;
- durch eine Gehirnblutung (20% der Fälle), die schwerste Form eines Schlaganfalls. Die Ursache ist meist ein schon lange bestehender Bluthochdruck oder das Reissen einer Gehirnarterie. Durch die Blutung erhält ein Teil des Gehirns keinen Sauerstoff mehr und zusätzlich entsteht ein zerstörerischer Druck auf weitere Zellen.
Jeder zehnte Herzinfarkt verläuft tödlich.
Die Symptome eines Herzinfarkts
Achten Sie auf die ersten Anzeichen eines Herzanfalls. Sie können je nach Person unterschiedlich sein und treten nicht unbedingt plötzlich, akut oder alle gleichzeitig auf. Das bekannteste und häufigste Symptom sind Brustschmerzen, doch andere Symptome sind weniger offensichtlich und alltäglicher. Sehr oft macht sich ein Herzinfarkt während einer ruhigen Phase in der Nacht oder in der Freizeit bemerkbar. Die nachstehende Übersicht zeigt Ihnen, welche Symptome auf einen Herzinfarkt hindeuten können.
Schmerzen oder Engegefühl in der Brust
Es können heftige Schmerzen oder ein starkes Engegefühl im Brustkorb auftreten. Das Engegefühl kann sich als Druck, Beklemmung, Brennen oder Schweregefühl in der Brust äussern. Manchmal löst ein Herzinfarkt ähnliche Schmerzen aus wie eine Angina pectoris. Doch bei einem Herzanfall sind die Schmerzen stärker, halten länger an und klingen nach der Einnahme von Nitroglyzerin nicht ab.
Ausstrahlung in andere Körperteile
Der Druck im Brustkorb kann in andere Körperteile wie Hals, Kiefer oder Schulter, in den linken Arm, den Ringfinger und den kleinen Finger der linken Hand oder auch in den Rücken (häufiger bei Frauen) oder Bauch ausstrahlen.
Schwindelanfälle
Es können Schwindelanfälle auftreten, die sich ähnlich auswirken wie eine Betrunkenheit.
Atemnot
Selbst in Ruhe kann es zu Atemnot oder Atembeschwerden kommen.
Übelkeit
Zusammen mit den oben beschriebenen Schmerzen können Übelkeit, Erbrechen, anhaltender Schluckauf oder ständiges Aufstossen (Eruktation) auftreten.
Schwitzen
Manchmal wird eine starke Schweissabsonderung in Verbindung mit kalter, feuchter Haut beobachtet.
Wenn die Symptome auf einen Herzinfarkt hinweisen, wählen Sie sofort die Notfallnummer 144. Jede Sekunde zählt !
Einem Herzinfarkt vorbeugen
Es gibt zahlreiche Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Dazu gehören Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte, Rauchen, Stress, Diabetes und Übergewicht. Die Fettablagerungen in Ihren Arterien sind vor allem auf Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren zurückzuführen. Deshalb sollten Sie die folgenden Lebensmittel meiden:
- Fettes Fleisch und Wurstwaren
- Eier
- Milch und Milchprodukte (Ärzte empfehlen, höchstens ein- bis zweimal pro Woche Käse zu konsumieren)
- Frittierte Produkte
- Backwaren, Schokolade und Biskuits
Welche Lebensmittel wirken sich günstig aus?
Um Ihr Cholesterin zu senken, können Sie – ohne zu übertreiben – viel fetten Fisch (Lachs, Makrelen, Sardinen, Thon), Nüsse oder Lebensmittel auf der Basis von Soja essen. Alle diese Lebensmittel enthalten Omega-3-Fettsäuren, die als essentielle Fettsäuren bezeichnet werden: Unser Körper braucht sie, kann sie aber nicht selbst bilden. Eine angemessene Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren hat verschiedene positive Wirkungen. Denn diese Fettsäuren stabilisieren den Herzrhythmus, senken den Blutdruck und beugen der Bildung von Gerinnseln in den Blutgefässen vor.
Sie können auch lösliche Ballaststoffe (in Schrot, Haferkleie, Puffbohnen, Erbsen enthalten) zu sich nehmen, die dazu beitragen, dass das Cholesterin wie ein Abfallstoff ausgeschieden wird. Studien zeigen, dass eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung den Gesamtcholesterinwert um 10 bis 15% verringern kann.
Auch Früchte und Gemüse sind sehr wichtig, um Ihren Cholesterinspiegel zu senken. Zudem sind sie reich an Antioxidantien, die der Zellalterung entgegenwirken (Kohl, Karotten, Avocado, Grapefruit, Heidelbeeren).
Getränke wie Cranberry-Saft oder Wein wirken sich ebenfalls günstig aus. Allerdings sollten Männer pro Tag höchsten 1,5 Gläser und Frauen nicht mehr als ein Glas trinken. Der Wein hilft Ihrem Körper bei der Bildung von gutem Cholesterin, dem sogenannten HDL-Cholesterin (high density lipoprotein, Lipoprotein mit hoher Dichte). Das HDL transportiert die Fette aus den Arterien zur Leber, damit sie ausgeschieden werden können. Es hat die gegenteilige Wirkung wie LDL (low density lipoprotein, Lipoprotein mit geringer Dichte), das die Ansammlung von Cholesterin in den Arterien fördert.
Einige Zahlen zum Herzinfarkt
In 10% der Fälle verläuft der Herzinfarkt tödlich. Zudem verursacht er 30% der Todesfälle, die auf Herz-Kreislauf-Krankheiten zurückzuführen sind. In der Hälfte aller Fälle ist zum Zeitpunkt des Infarkts kein Risikofaktor bekannt. Nutzen Sie unsere Tipps und entscheiden Sie sich für einen gesunden Lebensstil, um Ihr Infarktrisiko zu senken: Achten Sie vor allem auf eine ausgewogene Ernährung und legen Sie schlechte Gewohnheiten wie das Rauchen ab. Lernen Sie auch, die Symptome eines Herzinfarkts zu erkennen, damit Sie unverzüglich den Rettungsdienst rufen und schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen nach einem Infarkt verhindern können.