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Seit 1927 führt die Operette Möriken-Wildegg (inzwischen im Zweijahresturnus) auf der Bühne im Gemeindesaal Möriken ein Werk aus der Operetten-Literatur auf. Als nächstes Werk führen wir im Herbst 2017 "Gräfin Mariza" von Emmerich Kálmán auf. Premiere ist am 21. Oktober, und bis am 3. Dezember spielen wir rund 20 Vorstellungen.
Die Operette spielt in einer kleinen Hafenstadt im Golf von Neapel Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Werk ist reich mit sprühenden Melodien ausgestattet. Neben den Sologesängen kommen auch Ensemblesätze und Aufgaben für das Ballett nicht zu kurz. Als musikalische Höhepunkte seien lediglich Malandrinos Lieder Südliche Sonne, blauer Himmel und Süß lockt ihr Bild sowie der vom Chor gesungene Walzer Lass den Kopf nur nicht hängen hervorgehoben.
Mary, eine verwöhnte reiche Amerikanerin, besucht mit ihrem Sekretär Bondy einen Balkanstaat, um sich dort ein Königsschloss zu kaufen. Dessen Besitzer, Erbprinz Sandor, gibt sich als sein eigener Adjutant aus und verkauft sein Schloss, um bitter benötigte Devisen für sein Land aufzutreiben. Als Mary seine wahre Identität erfährt, schreibt sie ihrem Vater, sie werde nicht nur das Schloss, sondern auch den Prinzen kaufen.
Ollendorf, sächsischer Besatzungsoffzier in Krakau, will Rache nehmen an einer jungen Frau, die ihn in der Öffentlichkeit geohrfeigt hat – als Quittung für einen unerwünschten Kuss auf die Schulter. Jene Laura ist eine von zwei Töchtern einer verarmten Aristokratin, die mit Mühe die vornehme Fassade aufrecht erhält. Ollendorf fädelt seine Rache ein, indem er zwei arme Sträflinge unter der Bedingung frei lässt, dass sie gegenüber Laura als reicher Prinz und dessen Sekretär auftreten. Der „Prinz“ soll erst Lauras Herz gewinnen und sie dann beleidigen. Ob dieser Plan wohl aufgeht? Karl Millöckers Operettenklassiker besticht durch seine eingängige, kunstvolle Musik mit vielen bekannten Melodien und eine turbulente, witzige Handlung ohne Längen.
Für eine halbe Million Francs erklärt sich ein verarmter Graf bereit, eine ihm unbekannte Opernsängerin zu heiraten und sich nach einem Vierteljahr von ihr scheiden zu lassen. Die Dame soll dann, als Aristokratin, Braut des Fürsten werden können. Doch wie in Operetten üblich, kommt es immer anders, aber immer wieder gut.
Die Premiere der Operette «Die Banditen» in Möriken-Wildegg war ein voller Erfolg. Wie der lang anhaltende Applaus sowie die Stimmen der geladenen Gäste zeigen, hat der Operettenverein Möriken- Wildegg mit der Wahl dieser nicht oft gespielten Operette von Jacques Offenbach ins Schwarze getroffen. Durch die dreidimensionale Bühne, farbenfrohe Kostüme und vielen speziellen Details von Regisseur Jean Claude Bordet wirkt die Operette sehr lebendig, und dynamisch. Die 22 Solisten sowie der 40-köpfige Chor und das Orchester, das zum ersten Mal im Orchestergraben spielte, absolvierten gesanglich und musikalisch eine grosse Leistung. Angenehm waren für die Besucher auch die grosszügigen Platzverhältnisse im neu sanierten Gemeindesaal.
Die unter dem Namen «Der lustige Krieg» komponierte Operette von Johann Strauss verzeichnete nach ihrer Uraufführung im Jahre 1881 einen Riesenerfolg, weniger wegen der etwas verwirrlichen Handlung, als vielmehr wegen der herrlichen Musik, und sie war ebenso populär wie etwa die «Fledermaus» oder der «Zigeunerbaron». Zu Beginn des 20. Jahrhunderts geriet das Werk – zu Unrecht – allerdings etwas in Vergessenheit; das kriegsgeplagte Europa mochte nichts von einem «lustigen Krieg» hören.
Zum zweiten Mal nach 1967 zaubert die Operette Möriken-Wildegg die Lagune von Venedig, Gondoliere und San Marco in den Möriker Gemeindesaal. Nach 36 Jahren lockt Caramello wieder sehnsuchtsvoll «Komm in die Gondel, mein Liebchen!» und schwärmt der Herzog von Urbino im Dreivierteltakt «Ach, wie so herrlich zu schaun, sind all die reizenden Fraun». Ja - das sind sie tatsächlich: Barbara Delacqua, ihre Zofe Ciboletta, die gepuderten Senatorenfrauen unter ihren weissen Perücken...
Mit «Die Tochter des Tambour-Majors» gelingt der Operette Möriken-Wildegg eine deutschsprachige Schweizer Erstaufführung. Uniformierte Tambouren schlagen ihre Trommeln schon auf dem Vorplatz, Tambouren und Gewehre beherrschen bald die Bühne, und doch fällt während des ganzen Abends kein Schuss. Zum Glück, denn ein so feuriges Stück wie Jacques Offenbachs «Die Tochter des Tambour-Majors» kommt auch ohne aus.
Der Dichter von Florenz, Freier Platz vor der Kirche St. Maria Novella. Fröhlich feiert das Volk den Johannistag. Ein Kolporteur bietet die neuesten amüsanten Novellen Boccaccios an - sehr zum Verdruss der Männer, die an die Treue ihrer Frauen glauben und den Verfasser all der beliebten, angeblich wahren Liebesgeschichten gerne verhauen möchten.
Zeller wurde als Sohn eines Arztes geboren und besuchte in seinem Geburtsort die Volksschule. Schon als Kind spielte er mehrere Instrumente. Im Alter von elf Jahren wurde er Sängerknabe in der kaiserlichen Hofkapelle (Wiener Sängerknabe). Carl Zeller absolvierte die Unterstufe des Josefstädter Gymnasiums in Wien und dann die Oberstufe des bekannten Stiftsgymnasiums Melk, wo er auch mit Auszeichnung maturierte. Danach studierte er Rechtswissenschaften in Wien und zugleich Komposition bei Simon Sechter in Wien. Nach seiner Promotion zum Dr. jur. in Graz war Zeller zuerst an verschiedenen Gerichten tätig. Aus dem Justizdienst wurde er von Minister Stremayr 1873 in das Ministerium für Kultus und Unterricht berufen, wo er in der Folge Leiter des Kunstreferates wurde und bis zur Dienstklasse Ministerialrat aufstieg. Am 15. Mai 1875 heiratete Carl Zeller Anna Maria Schwetz, Tochter eines Wiener Schneidermeisters. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Carl Zeller komponierte sein Leben lang nur nebenberuflich, aus Liebhaberei. Dennoch steht sein musikalisches Werk in einer Reihe neben den drei Großmeistern der klassischen Wiener Operette, Karl Millöcker, Franz von Suppé und Johann Strauss. Insgesamt hat Zeller in knapp 20 Jahren sechs abendfüllende Bühnenwerke komponiert, wenn man von seinen unveröffentlichten Vorarbeiten und eigenhändigen Nachbearbeitungen seiner Werke absieht. Seine frühesten Kompositionen sind Lieder, Männerchöre und zyklische Liederspiele wie Das kölnische Narrenfest (Wien 1868). An seinem ersten Bühnenstück, der komischen Oper Joconde (Wien 1876), arbeitete sein unentbehrlicher Librettist Moritz West mit. In den 1880er Jahren ging Zeller ganz zur Operette über und fand sogleich Anklang mit seinen Werken im neapolitanischen und tscherkessischen Milieu: Die Carbonari (Wien 1880) und Der Vagabund (Wien 1886). Die erfolgreichsten Operetten Der Vogelhändler (Inbegriff der deutsch-österreichischen Heimatoperette) und Der Obersteiger werden noch heute von zahlreichen Bühnen gespielt. Daraus wurden Lieder wie „Grüß euch Gott, alle miteinander“, „Wie mein Ahnl zwanzig Jahr“, „Ich bin die Christel von der Post“, „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ und „Sei nicht bös’“ zu Weltschlagern. Aus seinem Nachlass wurden später die Operetten Der Kellermeister von Johann Brandl sowie Die Rosl vom Wörthersee von seinem Sohn Carl Wolfgang Zeller in Verbindung mit Rudolf Kattnigg fertiggestellt. Carl Zeller verlebte seine letzten Jahre als schwerkranker Mann, von der Öffentlichkeit wahrgenommen durch die peinliche Affaire eines Erbschaftsstreites und eines damit zusammenhängenden Criminalprocesses. Am 31. März 1897 wurde Zeller am Oberlandesgericht Wien wegen Ablegung eines falschen Eides zu einem Jahr schweren Kerkers verurteilt. (Die Anklage selbst hatte zur Folge gehabt, dass Hofrath Zeller aus seiner amtlichen Stellung schied und pensioniert wurde.) Da Zeller in krankheitsbedingter Abwesenheit verurteilt worden war, wurde von Zellers Frau (und nicht von Zeller selbst) Nichtigkeitsbeschwerde erhoben. Am 18. Juni 1897 kassierte der Oberste Gerichtshof das Urteil und wies die Affaire zur neuerlichen Verhandlung an das Wiener Schwurgericht. — Zu dieser Verhandlung kam es nicht mehr, da Carl Zeller am 17. August 1898 in Baden bei Wien im Alter von nur 56 Jahren an einer Lungenentzündung verstarb.
Eigentlich fehlte dieses Stück schon lange auf dem Spielplan der Möriker Operette. Nachdem unsere frühere Diva Rosmarie Hoffmann den Wunsch hatte, nochmals an die Wirkungsstätte ihrer ersten Erfolge zurück zu kehren, entschloss man sich zur Aufführung dieser Operette von Franz Lehàr. Neben Rosmarie Hoffmann als Hanna Glawari sangen Margot Senn und KarinNauer alternierend als Valencienne. Guido Keller, erstmals auf der Möriker Bühne, spielte den Danilo, Ueli Amacher den Camille de Rossillen und Jakob Zumbühl den Baron Mirko Zota. In weiteren Rollen agierten Hanspeter Kern sowie Felix Müller, Erwin Studer und Marie-Louise Lüpold. Die musikalische Leitung teilten sich Marc Kissoczy und Cristoforo Spagnuolo. Regie führte wieder David Geary. In diesem Spieljahr kam es zu einer Premiere in der Geschichte der Operette Möriken: "Möriken" spielte auswärts! Dies an einer sehr erfolgreichen Sylvester-Aufführung im Gemeindesaal Buchs, nach der bei einem anschliessenden Bankett noch bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert wurde.
Erstmals traut man sich in Möriken an eine Offenbach Operette. Bis zu diesem Zeitpunkt sah man seine Werke auf Landbühnen eher selten. Die musikalische Leitung hatten wiederum Marc Kissoczy und Cristoforo Spagnuolo inne, die Regie ebenfalls wieder David Geary. Die grosse Besetzungsliste enthielt Jakob Zumbühl als Baron Gondremare, Vreni Sidler als seine Frau Christine, Reto Hofstetter als Raeoul de Gardefeu und Erich Zwahlen als Bobinet. Die Lebedame Metella sang Hanna Matti mit ausladendem Mezzosopran und den Schuster Frick verkörperte Silvan Isenring. Margot Senn und Karin Nauer als Handschuhmacherin, bzw. Pauline, sowie Josef Erni, Hanspeter Kern, Reto Jörg, Erwin Studer, Ruth Zschokke, Marie-Louise Lüpold, Esther Gebhard, Doris Schneiter und Albert Obrist vervollständigen das ungewöhnlich grosse Ensemble. Die Bedenken, die man dem Offenbachschen Meisterwerk entgegenbrachte, bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht und die Inszenierung konnte sich mehr als sehen lassen.
Eine echte Ausgrabung wurde in diesem Jahr einstudiert. Die Millöcker-Operette, welche kaum auf Theaterplänen erscheint, erwies sich als echte Trouvaille. Eine tolle Handlung mit geschichtlichem Hintergrund (Schlacht bei Waterloo) und darin eingebettet eine Aschenbrödel-Geschichte! Tolle Musik mit spanischem Kolorit, und zu guter Letzt stammt das berühmte Lied "Dunkelrote Rosen" aus diesem Werk; im Original allerdings ein Terzett mit dem Titel: "Gehn wir in den Garten." Für die Titelrolle holten wir zum ersten Mal Anton Kuhn nach Möriken. Der Matrose Punto wurde von Peter Schaffner gesungen, Don Maribolante gab Jakob Zumbühl und seine beiden bösen Töchter Serafina und Sybillina waren bei Vreni Sidler und Brigitte Anneler bestens aufgehoben. Das Aschenbrödel Ines verkörperte Margot Senn. Hanspeter Kern begab sich diesmal zu den Damen und spielte die Rolle der sehr burschikosen Admiralswitwe Donna Candida. Deren Söhne Deodato und Narcisso spielten Marc Frey und Urs Mathys. Weitere Chargen waren bei Josef Erni, Albert Obrist, Mathias Frey und Reto Jörg bestens aufgehoben. Die Regie führte die diesem Stück wiederum David Geary. Als musikalischer Chef amtierte diesmal Marc Kissoczy und als zweiter Dirigent war Cristoforo Spagnuolo erstmals in Möriken tätig.
Möriken dürfte wohl die einzige Bühne weit und breit sein, Berufstheater ausgeschlossen, welche 3 Zeller-Operetten aufgeführt hat. Neben dem gängigen "Vogelhändler", dem sehr selten gespielten "Obersteiger" nun auch noch "Der Kellermeister". Wir sind der Meinung, dass dieses Stück in der Schweiz noch nie vorher zur Aufführung kam. Die Rolle des mittelalterlichen, den Frauen aber keineswegs abholden Kellermeisters Urban, war Jakob Zumbühl auf den Leib geschrieben. Eingängig und volkstümlich fliessen die Zeller-Melodien dahin. Die restlichen Rollen waren mit Margot Senn als Trix Holler, einer Essigproduzentin, der Generalin Baldauf mit Ruth Zschokke und deren Tochter Helene mit Vreni Sidler besetzt. Peter Schaffner spielte den Grafen Georg von der Klingen, Hanspeter Kern den Weinpanscher Dr. Pfisterschmid. In weiteren Rollen sahen wir Josef Erni, Reto Jörg und Felix Müller. Erstmals war die Regie in den Händen des Kanadiers David Geary. Für die musikalische Leitung kehrte Ernst Wilhelm nach Möriken zuirück, und als zweiter Dirigent amtierte Marc Kissoczy.
Das dritte Mal in der Geschichte der Möriker Operette startet am 10. Oktober "Gasparone", diesmal in der Urfassung von Carl Millöcker. Diese anspruchsvolle, klassische Operette wird von Verena Nägele, Regie und Daniel Schmid, musikalischer Leiter, einstudiert. Als junger Erminio spielt Hansueli Glarner, auch er in den Fusstapfen seines Vaters, Vreni Sidler ist seine Partnerin Carlotta. Margot Senn brilliert als Sora während Ruth Zschokke und Marie-Loise Lüpold die weiteren weiblichen Hauptrollen bestreiten. Sein Debut als Sindulfo gibt der junge Ueli Tanner. Von der alten Garde sind vier treue Solisten, welche bereits Rollenträger im Gasparone 1969 waren, wieder mit von der Partie: Jakob Zumbühl, Peter Schaffner, Josef Erni und HansPeter Kern.
Carl Michael Ziehrer ist bekannt als Komponist unzähliger Blasmusikstücke, vieler Märsche und Walzer. Er komponierte auch die selten gespielte volkstümliche Operette "Die Landstreicher". Das Libretto von L. Krenn und C. Lindau enthält viel Witziges und lustige Details. Unter der Regie von Frau Lotte Hofmann, Luzern, und der musikalischen Leitung von Daniel Schmid, erfolgen 32 Aufführungen dieser heiteren, lustigen Operette. Das Stück benötigt 14 Solisten: J. Zumbühl, H. Müller, A. Schärer, V. Sidler, H.U. Glarner, R. Zschokke, M. Frey, M.-L. Lüpold, M. Senn, P. Schaffner, Hp. Kern, J. Erni, M. Urech und E. Notter / P. Senn.
Die Königin aller Operetten "Die Fledermaus" von Johann Strauss, erlebt am 15. Oktober in Möriken eine glanzvolle Première: Noch nie war uns eine solch hochstehende Aufgabe gestellt worden. Dank der hervorragenden musikalischen Leitung von Lutz Harteck, welcher die Operette mit dem Chor, den Soli und dem Orchester in unzähligen Einzel- und Gesamtproben einstudierte, gelang es, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Die Regie führte wiederum Zdenko von Koschak. Gabriel von Eisenstein wird von unserem Bremgartner Sängerfreund Walter Staubli glänzend gespielt. In den weiteren Hauptrollen: Vreni Sidler, Hans Müller, Jakob Zumbühl, Markus Fricker, Hansueli Glarner, Margot Senn, Peter Schaffner, Annegret Schärer und in der Rolle des Frosch alternieren Josef Erni und Hanspeter Kern. 30 vollbesetzte Aufführungen krönen diese Spielzeit.
Mit der Wahl von "Der liebe Augustin" wird in Möriken erstmals eine Leo Fall - Operette inszeniert. Die Uraufführung erfolgte 1905 unter dem Titel "Der Rebell".Der Erfolg stellte sich allerdings erst nach der Überarbeitung zum "lieben Augustin" 1912 ein. Die gar nicht einfache Orchestrierung bereitet einige Mühe. Kammermusikalische Züge lösen sich mit Ensembelsätzen ab. Walzer und Märsche, sind vergleichbar mit denen des Zeitgenossen von Fall, Franz Lehar. Unter gleicher Leitung und mit denselben Solisten wie 1979 können 25 Aufführungen gespielt werden.
Es folgt eine weitere unbekannte Operette: "Der Obersteiger". Der Komponist Carl Zeller ist einer der Repräsentanten der klassischen Wieneroperette des 19. Jahrhunderts. Er verkörpert mehr als alle anderen Operettenklassiker das Volkstümlich- ländliche. Wohl bleibt "Der Vogelhändler" Zellers berühmteste Operette, doch steht ihm der "Obersteiger" an melodischem Reichtum kaum nach. Wiederum unter der Regie von Zdenko von Koschak und der musikalischen Leitung von Ernst Wilhelm spielen die Hauptrollen: Jakob Zumbühl, Vreni Sidler, Hanspeter Kern, Ruth Zschokke, Hans Müller, Josef Erni, Markus Fricker und Margot Senn.
Eine neue Aera wird eingeleitet. Nach all den bekannten Werken, ist man nun der Ansicht, man müsse dem Publikum etwas ganz Neues bieten. Für die Inszenierung von 1977 gräbt man ein selten gespieltes Werk aus, "Banditenstreiche" von Franz von Suppé. Eine herrliche Operette mit vielen anspruchsvollen Rollen, welche gut besetzt werden konnten. Erstmals wird ein Berufsregisseur beigezogen. Zdenko von Koschak aus Zürich übernimmt diese Aufgabe. Auch wird zum ersten Mal ein Bühnenbild durch Erhard Schaab, Bühnenbildner am Stadttheater Luzern, erstellt. Der Trend zum Professionalismus ist deutlich spürbar. Walter Staubli aus Bremgarten übernimmt die Hauptpartie des Malandrino und interpretiert diese glänzend. Die positive Erfahrung mit einer unbekannten Operette hat dazu geführt, dass in den kommenden Jahren eher auf Operetten-Ausgrabungen tendiert wird als auf das gängige Repertoire. Neben den bereits genannten Protagonisten glänzen in diesem Werk Vreni Sidler als Lydia, Madeleine Zumbühl als Räuberbraut, Rudolf Bruder als Bürgermeister Babbeo, Hanspeter Kern als Schulmeister Doktor Tondolo, Markus Fricker als schmachtender Liebhaber Gaetano - übrigens zum ersten Mal in Möriken auf der Bühne - und Josef Erni als köstlicher Polizist Spaccamonti.
Unter neuer musikalischer Leitung von Ernst Wilhelm erfolgen 24 Aufführungen von "Der Zigeunerbaron", Johann Strauss. Nachdem Margot Senn-Wydler bereits im "Bettelstudent" vom Orchester zu den Solisten gewechselt hat, übernimmt sie erstmals eine Soubretten-Rolle. Vreni Sidler aus Cham, welche wir als liebe Kollegin kennen- und schätzengelernt haben, erlebt ihr Möriker Debut in der Rolle der Saffi. Den Zigeunerbaron singt Jakob Zumbühl, den Schweinezüchter Zsupàn Rudolf Bruder und die Zigeunerin Czipra Madeleine Zumbühl. In den weiteren Hauptrollen: Lotti Bryner-Frey, Hanspeter Kern und Hans Müller. Ein interessantes Detail bei dieser Einstudierung ist, dass Graf Homonay 1949 und 1964 von Fritz Rohr gesungen wurde, in dieser Inszenierung tritt nun sein Sohn Fritz Rohr jun. in die Fusstapfen des Vaters und macht als erhabener Graf beste Figur.
"Der Bettelstudent" von Karl Millöcker erlebt seine dritte Auflage in Möriken. Die altbekannten Melodien und die immer wieder gern gehörten Chorsätze bringen auch dieser Aufführung viele erfolgreiche Wiedergaben. Unter der musikalischen Leitung von Hans Jakob Bruderer und unter der Regie von Hanspeter Kern singt Rosmarie Hofmann zum letzten Mal. Sie zieht sich von der Bühne zurück und beginnt eine Karriere als Konzertsängerin. Neben ihr wirken Lore Gebhard als Bronislava und Trudi Kündig als Gräfin Palmatica mit. Jakob Zumbühl singt den Bettelstudenten Simon und Hanspeter Kern den Freund Jan. Oberst Ollendorf spielt Rudolf Bruder und den Kerkermeister Enterich verkörpert Josef Erni.
Mit "Der Graf von Luxemburg" von Franz Lehàr betritt man wieder Neuland: die erste Lehar-Operette. Nachdem Rudolf Bruder bei den letzten drei Inszenierungen Regie geführt hat, übergibt er diese Arbeit Hanspeter Kern. Mit dem seit Jahren gut eingespielten Ensemble erntet man mit diesem im Pariser Künstlermilieu spielenden Werk bei Publikum und Presse einen rauschenden Erfolg. Mit dieser Inszenierung beginnt die durch Herrn Beat Peterhans eingeführte Zusammenarbeit mit der Firma Schwarz & Co. AG in Lenzburg. Diese Firma hat für ihre Kunden eine ganze Vorstellung gekauft und der Erfolg ist so gross, dass später zwei Vorstellungen reserviert werden müssen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Eine weitere Reprise erfolgt im Jahre 1969 mit "Gasparone" von Karl Millöcker in der Paul Burkhard-Fassung. Wiedertum muss die Zahl der angesetzten Vorstellungen erhöht werden. Es zeigt sich deutlich, dass sich ein festes Publikum herangebildet hat, welches sich mit jedem neu inszenierten Stück um viele begeisterte Anhänger vergrössert. Hans Jakob Bruderer dirigiert dieses Werk und Rudolf Bruder führt Regie. Die Gräfin Carlotta wird von Rosmarie Hofmann gesungen, als Erminio hören wir Jakob Zumbühl. Das Buffopaar Sora-Benozzo geben Lore Gebhard und Hanspeter Kern, den Podestà Nasone singt Rudolf Bruder und den Massaccio Josef Erni.
Für die Inszenierung der Jahres 1967 fasst man den Entschluss, keine Reprise einzustudieren. "Die Csàrdàsfürstin" soll aufgeführt werden. Kaum ist dieser Beschluss gefasst, vernimmt man, dass kurz vor der geplanten Saison im Herbst ein Tourneetheater im ganzen Aargau dieses Stück spielen wird. Also kommt man von dieser Operette ab und einigt sich auf "Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauss. Die Zusammenarbeit mit dem früheren Dirigenten des "Zigeunerbarons" ist inzwischen aufgehoben worden. Als neuer Männerchor- und Operetten-Dirigent figuriert ab 1967 Hansjakob Bruderer aus Seengen. Die Inszenierung der musikalisch vorzüglichen Strauss-Operette mit einem etwas faden Libretto gelingt in Möriken sehr erfolgreich. In bester Erinnerung bleiben Rosmarie Hoffmann als Anina und Lore Gebhard als Ciboletta. Peter Remund als Herzog von Urbino, Jakob Zumbühl als Caramello, Rudolf Bruder als Maccaronikoch Pappacoda und Hanspeter Kern als Senator Delaqua verkörpern die männlichen Hauptrollen.
Nach dem Tode von Karl Zehnder muss ein neuer musikalischer Leiter gefunden werden. Hans Bertschi, Lehrer in Niederlenz, der 1962 die Leitung des Männerchors übernommen hat, ist bereit, auch die musikalische Leitung der Operette zu übernehmen Damit trennt man erstmals Musik und Regie. Bereits im Jahre 1964 ist es dann soweit. "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauss wird einstudiert. Als Inszenator auf der Bühne wird in der Person von Rudolf Bruder ein wahrer Könner für dieses Metier aus den eigenen Reihen erkoren. Neben seinem Regie-Debut singt er den Schweinezüchter Zsupän und ist gleichzeitig Präsident des Männerchors. Als neuer Sopran von höchster Güte stellt sich Rosmarie Hofmann als Saffi zur Verfügung. Der junge Jakob Zumbühl singt in dieser Aufführung den Ottokar. "Der Zigeunerbaron" 1964 geht als sehr erfolgreiche Inszenierung in die Annalen des Männerchores ein und allen fällt ein Stein vom Herzen, glaubte man doch, ohne Karl Zehnder sein Werk nicht weiterführen zu können.
Bereits im kommenden Jahr folgt die nächste Inszenierung. Es ist auch die letzte unter der Leitung von Karl Zehnder. Mit den grossen, klassischen Chor-Operetten hat man sich in Möriken inzwischen einen guten Namen gemacht. Diese Werke sind nicht sehr zahlreich und deshalb werden auch immer wieder die gleichen Operetten einstudiert. Diesmal ist es wiederum "Der Bettelstudent" von Karl Millöcker. Die Besetzung der Hauptrollen bereitet einige Schwierigkeiten, müssen doch die beiden Tenöre von auswärts zugezogen werden. Neben Trudi Hui als Laura, welche mit dieser Inszenierung ihr langes Mitwirken abschliesst, stehen Rudolf Bruder als Ollendorf sowie Margrit Mognol als Gräfin Palmatica, Trudi Kündig als Bronislava, Georges Schönauer als Bettelstudent Simon, Carl Disch als sein Freund Jan auf der Möriker Bühne.
Ende Dezember 1959 finden die ersten Proben statt und bereits im Februar 1960 geht erneut "Der Vogelhändler" von Carl Zeller über die Möriker Bühne. Neu dabei ist Dr. Peter Remund aus Lenzburg als Vogelhändler Adam. Gertrud Kündig aus Zürich singt die Kurfürstin, Trudi Hui die Postchristl, Rudolf Bruder den Baron Weps und der junge Rudolf Kurz Graf Stanislaus. Dessen eigene Hochzeit fällt mit einer Extra-Aufführung zusammen, wobei die ganze Hochzeitsgesellschaft inklusive Braut am Abend in der ersten Parkettreihe der Aufführung beiwohnt.
Am 7. September 1955 sind die Würfel gefallen. Unser Dirigent hat Wilhelm Stärks Operette "Barbara fällt vom Himmel" gewählt. Das Stück findet nicht überall Zustimmung. Bisherige Operettensolisten haben die Rollen zurückgegeben. Die Stimmung ist miserabel. "Man darf den Karren nicht einfach im Dreck stehen lassen, das angefangene Werk muss trotzdem zur Aufführung gelangen." Hans Glarner springt ein! Gesucht: "Ein Sopran"! Am 2. November erhält der Vorstand vom Chor die Ermächtigung, die Operette mit einer auswärtigen Sopranistin, Frau Trudi Kündig aus Zürich, spielbereit zu machen. Am 7. Januar erfolgt die Première. Das Stück gefällt den Zuschauern, die Kritiken sind gut. 2 Aufführungen müssen wegen "heiserer Kehle von Dr. Hans" abgesagt werden. In den weiteren Rollen: Rudolf Bruder, Lotti Frey, Werner Wydler und Edy Schärer. Am 3. März 1956 erfolgt die letzte Aufführung und damit die allerletzte im alten Gemeindesaal von Möriken.
Trotz widriger Umstände findet am 13. Januar die Première von "Gasparone" statt. "Es darf von vornherein gesagt werden, dass wir mit dem heutigen Spiel mehr als zufrieden sein dürfen, war es doch das erste Mal, dass das ganze Stück zusammenhängend gespielt werden konnte. Den Solisten sei hier ein besonderes Kränzlein gewunden." (Berta Brack als Carlotta, Trudi Hui als Sora, Hans Glarner als Erminio, Willi Härdi als Nasone, Hans Bryner als Benozzo, Werner Wydler als Sindulfo und Jakob Gebhard als Massaccio.) Am 17. Februar geht "Gasparone" zum letzten und 20. Mal über die Bretter, eine gelungene Operette, obwohl sie nicht an den Erfolg des "Zigeunerbaron" anknüpfen konnte.
Mit dem "Zigeunerbaron" von Johann Strauss entschliesst sich der Männerchor für eine sehr anspruchsvolle Operette. Bei den Vorbereitungsarbeiten stossen wir im Protokoll auf folgende Anträge: "Der Präsident schlägt eine bequemere Bestuhlung vor. Zu diesem Zweck sind seitens der Direktion des Bad Schinznach bereits 70 Kissen zur Verfügung gestellt worden. Da diese jedoch nicht ausreichen, wird jedes Mitglied aufgefordert, seine Frau oder Braut zur Herstellung eines weiteren Kissens zu ersuchen. Die Probenarbeit ist anstrengend und die auf Sonntag, den 16. Januar 1949 um 14.00 angesetzte Premiere muss infolge ernstlicher Erkrankung des Dirigenten und Regisseurs, Karl Zehnder, verschoben werden. Am 22. Januar findet schliesslich die erste Aufführung der Operette "Der Zigeunerbaron" statt. In den Hauptrollen: Fritz Rohr, Edy Schärer, Hans Glarner, Ernst Tüscher, Seline Neukomm, Gertrud Scheuchzer-Fischer, Hans Bryner, Berta Brack und Trudi Hui.Die Kritiken in der Tagespresse sind gut. Die Operette wird 24 Mal gespielt.
"Nachdem letzte Nacht auf der ganzen Welt "Ende Feuer" gegeben wurde und somit das unfassbare Elend des Krieges sein Ende gefunden hat, bin ich dankbar, unseren Männerchor in eine Friedensepoche hinüberleiten zu dürfen." Mit diesen Worten begrüsst der Präsident Ernst Tüscher die 49 Sänger an der Probe vom 15. August. Der Vorstand ist einstimmig der Ansicht, dass nach einer Pause von 7 Jahren wieder etwas "Grosses" erarbeitet werden muss. Die Dorfbewohner und ein Publikum im engeren und weiteren Umkreis erwarten eine Operettenaufführung. Unser Dirigent Karl Zehnder schlägt die Operette "Der Bettelstudent" von Karl Millöcker vor. Seinem Antrag wird entsprochen, und nach dreimonatiger Probezeit ist es soweit, die Vorstellungen können beginnen. Der Erfolg ist überraschend und der Andrang so gross, dass für Sonntag, den 2. Dezember abends eine weitere Vorstellung eingeschoben werden muss. Am Montag, den 10. Dezember, zwei Wochen nach Ablauf der offiziellen Spielzeit, geht die unwiderruflich letzte Aufführung über die Bühne. In den Hauptrollen: Marie Fischer, Trudi Hui, Berta Brack, Ernst Tüscher, Hans Glarner, Werner Wydler und Edy Schärer.
"Die Försterchristl" von Georg Jarno erlebte ihre Aufführung im Februar und März des jahres 1937. Bereits damals gab es Sponsoren, stiftete doch ein Unbekannter eine neue Szenerie für die Realisierung dieses Werkes, was für damalige Verhältnisse einem recht ansehnlichen Betrag entsprach. Allen Zuschauern dieser Aufführung blieb vor allem die liebliche Gertrud Hui als Försterchristl mit ihrem lebenden Reh auf der Bühne in bleibender Erinnerung. Die weiteren Protagonisten waren Berta Brack, Fritz Fischer als Kaiser und Jakob Gebhard als Förster.
"Der Vogelhändler" von Carl Zeller ging im Februar 1933 über die Bühne des alten Gemeindesaales. Karl Zehnder, der unermüdliche Animator, hatte neue Kräfte aus den eigenen Reihen gefördert. Fritz Frey blieb allen Zuschauern als Vogelhändler Adam unvergesslich. Als Christel stellte sich die junge Gertrud Hui-Zulauf vor, welche während langer Jahre eine Stütze des Möriker Operetten-Ensembles werden sollte. Auch diesmal war es nötig, die geplanten Aufführungen um zusätzliche fünf Vorstellungen zu verlängern. Die Kurfürstin Marie sang Berta Brack, Graf Stanislaus war Willy Härdi und Baron Weps Ernst Tüscher.
"Die goldene Meisterin" von Edmund Eysler wurde im Februar 1930 aufgeführt. Mit den bewährten Kräften und zum Teil neuen Protagonisten erlebte diese Einstudierung grosse Erfolge und die sieben vorgesehenen Aufführungen mussten auf elf erhöht werden. Lina Gebhard sang die begehrte Goldschmiedswitwe und Fritz Frey den Gesellen Christian.
Gegen Ende des Jahres 1927 hob sich der Vorhang zur ersten eigentlichen Operetten-Premiere in Möriken. Das "Dreimäderlhaus" von Schubert/Berté wurde neun Mal aufgeführt. Die Hauptrollen lagen in den Händen von Vater und Tochter Wydler vom Aarhof Wildegg, einer Familie, aus der auch in den folgenden Generationen öfters Solisten an unserer Bühne auftraten. Neben Erna Wydler spielten Lina Gebhard und Trudi Fischer die Titelfiguren. Otto Brunner sang den Franz Schubert und Ernst Tüscher den Baron Schober.