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Peter von Kant
Der 1967 in Paris geborene Regisseur und Drehbuchautor François Ozon zählt zu den renommiertesten Filmschaffenden seines Landes. Er studierte an der Filmhochschule La Fémis und wurde vor «Peter von Kant» bereits fünfmal in den Wettbewerb der Berlinale eingeladen: 2000 mit «Tropfen auf heisse Steine», der mit dem Teddy Award ausgezeichnet wurde, 2002 mit der Komödie «8 femmes», dessen Darstellerinnen-Ensemble den Silbernen Bären erhielt, 2007 mit «Angel», 2009 mit «Ricky» und 2019 mit «Gelobt sei Gott», für den Ozon den Grossen Preis der Jury erhielt. 2012 gehörte er der Wettbewerbsjury an.
Peter von Kant | Synopsis
Peter von Kant, ein passionierter Filmemacher, lebt in seiner elegant-gemütlichen Loft mit Karl zusammen. Dieser sagt nie auch nur ein Wort, kümmert sich um Peters Termine, bewirtet Gäste, schenkt Champagner nach, überarbeitet Drehbücher. Wertschätzung erfährt er keine. Respekt zollt Peter ausschliesslich seiner «Muse», der reifen Star-Schauspielerin Sidonie. Eines Tages bringt sie den blutjungen Amir mit. Peter ist völlig hingerissen, verliebt sich Hals über Kopf in den selbstbewussten Beau. Er bietet Amir an, bei ihm einzuziehen und ihm zu einer Schauspiel-Karriere zu verhelfen. Amir hat Talent, wird umschwärmt, ist bald schon überall gefragt. Doch je erfolgreicher er wird, desto gleichgültiger und arroganter behandelt er Peter … Mit «Peter von Kant» verneigt sich François Ozon vor der Regie-Ikone Rainer Werner Fassbinder: Er interpretiert dessen Stück «Die bitteren Tränen der Petra von Kant» und den gleichnamigen Film von 1972 auf kühne Art ganz neu. Einmal mehr erweist sich der französische Regisseur dabei als begnadeter Schauspieldirigent: Die Darsteller:innen sind herausragend – allen voran Denis Ménochet in der Hauptrolle und Isabelle Adjani, die ihren Auftritt als Diva Sidonie mit ein paar Prisen Selbstironie würzt. «Peter von Kant» erzählt von unstillbarer Liebesgier, von Machtverhältnissen, Besitzansprüchen, vom Zerfall eines Egomanen: ein fesselndes Kammerspiel und feines melodramatisches Gefühlskino in einem, umflort von bitterer Melancholie und schwarzem, ironisierendem Humor.
Peter von Kant | Stimmen
«Der beeindruckende Cast macht den schonungslosen Kommentar auf Berühmtheit und deren Schwächen zu einem Genuss: von Denis Ménochet, dessen Darstellung des gequälten Künstlers eine physische Meisterleistung ist, einer furchtlosen Isabelle Adjani, die bereitwillig ihr eigenes Filmstar-Image auf die Schippe nimmt, dem zurückhaltenden, aber strahlenden Stéfan Crépon als untröstlichem Assistenten, über das junge Talent Khalil Gharbia als grausamem Amir bis zu Hanna Schygulla in einem bewegenden Auftritt, der der Vorlage ehrfürchtig und aufrichtig Tribut zollt.» – Berlinale
Peter von Kant | Regie: François Ozon | Drama | 85 Minuten | Frankreich, 2022 | Verleiher: Filmcoopi
Kinostart
Deutschschweiz: 22. September 2022
Französische Schweiz: 13. Juli 2022