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Das Thema der Ae 6/6 fasziniert mich noch immer. Nicht nur dass ich zufälligerweise der „Brugger“ und der „Aargauer“ – Lok kĂĽrzlich im Bahnhof Brugg begegnet bin, nein da gibt es mehr Verbindungen, noch aus der Zeit, als wir kleine Buben alle LokomotivfĂĽhrer werden wollten.
Die ersten 25 Lokomotiven des Typs Ae 6/6 sind mit den Kantonswappen und Chromverzierungen ausgestattet (Wappen Aargau wird von der Nr 11407 getragen). Nach dem Bau der beiden Prototypen in den Jahren 1952 und 1953 wurden die restlichen Loks der Serie bis zur Nummer 11425 in den Jahren 1955 bis 1958 gebaut. Ab der Loknummer 11426 wurden die Wappen der Kantonshauptorte angebracht. Die restlichen Loks ab der Nummer 11451 erhielten die Wappen von wichtigen Verkehrszentren (Wappen der Stadt Brugg trägt die Nr 11470). Die Nummern 11426 bis 11520 wurden in den Jahren 1958 bis 1966 gebaut. Insgesamt wurden somit 120 Loks gebaut und ausgeliefert. Bis auf eine (11410 Basel-Stadt) scheinen noch alle im Dienst zu stehen.
Die nach und nach abgelieferten Ae 6/6 lösten zunächst die Ae 4/7 und später auch die beim Personal unbeliebten Ae 4/6 am Gotthard ab – bzw. verdrängten sie in untergeordnete Dienste des GĂĽterzug- und Regionalverkehrs. Doch auch im GĂĽterverkehr bildeten die 120 Ae 6/6 schon bald das RĂĽckgrat der Traktion. Während rund 20 Jahren lasteten praktisch die gesamten schweren Gottharddienste auf dieser leistungsstarken Lokomotive. Mit den vielen Einsätzen auf der Gotthardstrecke erhielten die Ae 6/6 schon bald den Spitznamen „Gotthardlok“.
Für den schnellen Reisezugverkehr von heute ist die Ae 6/6 zu alt. Ihre zulässige Geschwindigkeit wurde auf 120 km/h herabgesetzt. Auch der recht gemächlich arbeitende Stufenschalter erweckt den Eindruck von Schwerfälligkeit. Gerade im Bereich des Güterverkehrs erweist sich die Lok aber als zuverlässiges Arbeitspferd.
Sie wird deshalb immer noch vor allem im Mittelland und als GĂĽterzugslok eingesetzt.
Zu den beliebtesten und bekanntesten Schweizer Lokomotiven gehört vor allem in Modellbahnerkreisen die Ae 6/6. Die Maschine mit dem Schweizerkreuz und den drei Zierstreifen auf der Front diente schon früh als Vorbild für Märklin und WESA Modelle.
Und hier beginnt auch meine Erinnerung: Auf meiner, damals von den Eltern zu Weihnachten geschenkt bekommenen Eisenbahnanlage stand eine Gotthardlok, auch im Modell mit den charakeristischen Chromstreifen versehen. Wie alle Modellloks trug sie damals das Wappen des Kantons Bern. Sogar im Modell, war sie die stärkste Lok und konnte die steilsten Berge mit den längsten Zügen hinauffahren. Rückblickend eigentlich klar, bestand doch das Gehäuse damals noch aus Gusseisen und brachte deshalb mit seinem Gewicht genügend Reibungswiderstand auf die Schienen.
In diese Zeit muss auch irgend ein Fest im Bahnhof Brugg gefallen sein, an dem vermutlich die Nr 11470 auf ihren Namen, die Stadt Brugg, getauft wurde. Jedenfalls durfte ich als kleiner Junge an diesem Tag, zwischen vielen grossen Männern, dem Hören und Sagen nach alles mindestens kleine Könige auf der Modellbahn, auf dem Lokführerstuhl Platz nehmen, während ein richtiger Lokführer alles mögliche über die Instrumente und vielen Vorteile der damals noch neuen Ae 6/6 erklärte.