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Sforza,
berühmtes ital. Geschlecht, welches Mailand [* 3] im 15. und 16. Jahrh. sechs Herzöge gab. Sein Stammvater Muzio d'Attandolo, geb. als Sohn eines Landmanns zu Cotignola in der Romagna, schwang sich durch Tapferkeit, Mut und Klugheit zu einem der berühmtesten Condottieri seiner Zeit empor, diente mit seinem ihm treu ergebenen Haufen Bewaffneter zuletzt dem König von Neapel [* 4] und galt bereits unter der Regierung der Königin Johanna II. als eine Stütze des Throns. Er fand beim Übergang über den Fluß Pescara den Tod.
Den Namen S. (»Erzwinger«) erhielt er von dem Grafen Alberigo von Barbiano, dem Stifter des italienischen Condottieriwesens. Sein natürlicher Sohn Francesco S., geb. diente in der Condotta seines Vaters und übernahm nach dem Tode des letztern deren Führung. Er stand nacheinander im Dienst von Mailand, Venedig [* 5] und Florenz, [* 6] ward Schwiegersohn des Herzogs Filippo Maria Visconti von Mailand, des letzten Sprößlings dieses Hauses, und erlangte nach dessen Tod (1447) durch die Gunst des Volkes 1450 die Herrschaft über Mailand. Er sicherte sich den Thron [* 7] durch weise Regierungsmaßregeln und vergrößerte sein Herzogtum 1464 durch Eroberung Genuas; er starb in Mailand, das Herzogtum seinem ältesten Sohn, Galeazzo Maria S., geb. hinterlassend, der, ein ausschweifender, grausamer Mann, durch Verschworne fiel. Da dessen Sohn Giovanni Galeazzo S. erst einige ¶
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Monate alt war, so bemächtigte sich der Oheim desselben, Lodovico il Moro, des Throns und beseitigte den Neffen 1494, wahrscheinlich durch Gift. Um die usurpierte Herrschaft zu behaupten, veranlaßte er den Kriegszug des französischen Königs Karl VIII. nach Neapel, brachte aber dadurch nur Unglück über dieses und sein eignes Haus. Denn nachdem er später dem Bund gegen Frankreich beigetreten, ward er von Ludwig XII. 1499 aus dem Herzogtum vertrieben, geriet 1500 in französische Gefangenschaft und starb 1510 zu Loche im Kerker.
Sein Sohn Maximilian S. vertrieb zwar mit Hilfe von Schweizertruppen die Franzosen 1512 aus Mailand; aber 1515 vom französischen König Franz I. bei Marignano geschlagen, mußte er Mailand gegen einen Jahrgehalt an Frankreich abtreten. Francesco Maria S., Bruder des vorigen, seit 1521 Herzog von Mailand, wurde 1529 vom Kaiser Karl V. wieder mit dem Herzogtum belehnt und starb worauf Karl V. 1540 Mailand als eröffnetes Reichslehen einzog. Von frühern Nebenlinien haben sich nur noch die Herzöge von S.-Cesarini in Rom [* 9] erhalten.
Vgl. Ratti, Della famiglia S. (Rom 1794).