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Die ‹Steig›-Parzelle in Kaisten bot sich mit ihrer steilen Böschung und westlichen Ausrichtung ideal für eine Terrassenüberbauung an: Sie liegt unterhalb einer Quartierstrasse (Steig) und wird an der untersten Linie von einem Bach mit natürlichem Ufergehölz begrenzt. Für die Bauleitung aber erwies sich die Lage als knifflig. Denn die Platzverhältnisse auf der Baustelle waren äusserst eng: Von unten und von den Seiten (bestehende Einfamilienhäuser und Gärten) her war kein Zugang möglich, es blieb einzig die Steigstrasse – und diese musste für den Quartierverkehr jederzeit durchgängig bleiben. Erschwerend kam hinzu, dass die Baugrube gleich neben der Strasse vorgesehen war. Dank einem minutiösen Terminplan und der Bereitschaft der Nachbarn, auf ihrem Grundstück einen provisorischen Parkplatz für die beteiligten Baufirmen einzurichten, konnte das Projekt aber ohne Zeitverzögerungen und Störungen realisiert werden.
Die ‹Steig› ist als Doppel-Terrassenhaus mit insgesamt acht Wohnungen konzipiert. Auf der Rück- bzw. Strassenseite der zwei gespiegelten Häuser sind je vier Garagen angeordnet. Zwischen den Baukörpern gelangt man über ein paar Treppenstufen oder einen rollstuhlgängigen Weg in einen unbeheizten Erschliessungstrakt mit Lift- und Treppenanlage. Zu beiden Seiten hin führen überdachte Laubengänge in die Wohnungen. Diese sind jeweils um eine halbe Etage versetzt zueinander angeordnet, weil die zwei Häuser dem Niveau der leicht ansteigenden Strasse folgen: Haus B liegt rund eineinhalb Meter höher als Haus A. Die Differenz schafft insbesondere auf den Terrassen zusätzliche Privatsphäre.
Rückseitig sind die Wohnungen alle auf derselben vertikalen Linie angeordnet, auf der Vorderseite aber gewinnen sie – dem natürlichen Hang folgend – auf jeder Unteretage an Grösse: Das Raum- programm reicht von 2,5 Zimmern (3.OG) bis zu 4,5/5,5 Zimmern (EG/1.OG). Das Erd- und das Obergeschoss verfügen zudem über interne Kellerräume.
Im Grundriss sind sich die Wohnungen sehr ähnlich. Im vorderen Bereich ist jeweils ein offener Küchen-/Ess-/Wohnraum untergebracht, mit einer raumhohen, fast durchgängigen Fensterfront auf der Westseite. Über eine Schiebetüre gelangt man hier auf eine grosszügige Terrasse (bzw. einen Aussenplatz im EG mit direktem Bachanstoss), die eine wunderbare Aussicht auf den Kaisterberg bietet. Im hinteren Bereich sind zum Erschliessungstrakt hin der Eingangsbereich, die Nasszellen und ein Büro-, Ankleide- oder Réduitraum angeordnet und an den Aussenseiten die Schlafzimmer. Auf den oberen Etagen nimmt das (hintere) Raumprogramm entsprechend den Wohnungsgrössen ab: statt 3 Schlafzimmer (EG/1.OG) bietet die Attikawohnung nur 1 Schlafzimmer; im vorderen Bereich hingegen sind die Wohnungen nahezu identisch.
Auffallend an dieser Überbauung sind der hohe Ausbaustandard und die grosszügig bemessenen Innen- und Aussenräume. So erstreckt sich beispielsweise die Terrasse im 1. OG über rund 54 Quadratmeter. Auch gefällt, wie sich der Bau harmonisch in den Hang und die Siedlungssituation fügt. Als erstes Terrassen-MFH in Kaisten könnte die ‹Steig› zu einem Wegweiser werden für verdichtetes Bauen an den vielen Hängen dieses Dorfs.
Auftraggeber: JKB Immobilien AG
Baujahr: 2016-2017