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In die Kategorie der Schmalfilme fallen alle Filmformate, die schmaler als 35 Millimeter sind. Zum Vergleich: die Bänder von VHS-Kassetten sind 127 Millimeter breit. Der Vorläufer der Schmalfilme wurde bereits im Jahr 1889 entwickelt, allerdings noch auf leicht entzündlichem Nitratfilm. 1923 kamen die ersten 16 Millimeter breiten und sicheren Schmalfilme auf den Markt und wurden zunächst vor allem für Dokumentationen und als Werbefilme sowie Lehrfilme eingesetzt. In den 1930er Jahren eroberte das Filmen mit Schmalfilm schliesslich den Bereich der Privat- und Amateurfilmer. Und die Filme wurden noch schmaler: Die Firma Kodak entwickelte als erste einen 8 Millimeter breiten Filmstreifen, der in den 60er und 70er Jahren seine Blütezeit erlebte.
Ein besonderer Trick ermöglichte auch das Aufnahmen von 8-Millimeter-Filmen auf 16-Millimeter-Filmstreifen. Diese unter dem Namen Doppel 8 bekannten Filme wurden doppelt perforiert und zunächst nur auf einer Seite belichtet. War die Filmspule auf der einen Seite bis zum Ende bespielt, wurde sie umgedreht und die zweite Filmhälfte belichtet. Am Ende wurde der 16-Millimeter-Film in zwei Streifen á 8 Millimeter zerschnitten.
Schmalfilme = Stummfilme?
Die Schmalfilme waren aufgrund ihrer geringen Grösse leicht zu handhaben, hatten allerdings in den ersten Jahrzehnten ihrer Existenz den Nachteil, dass neben den Bildern nicht gleichzeitig auch noch Töne aufgenommen werden konnten. Die meisten Schmalfilme sind also Stummfilme. Während die breiten Filmstreifen der späteren VHS-Kassetten eine Tonspur enthalten, musste man beim Filmen mit Schmalfilm parallel ein extra Tonband mitlaufen lassen.
Schmalfilme mit Tonspur sind eine relativ neue Erfindung: erst im Jahr 1973 gab es von Kodak den ersten Schmalfilm, der gleichzeitig auch Tonaufnahmen speichern konnte. Auf manchen älteren Filmstreifen ist auch eine Tonspur zu finden. In diesen Fällen wurde der Ton separat aufgenommen und nachträglich als Magnettonspur auf den Schmalfilm aufgeklebt.
Ein weiterer Nachteil der Schmalfilme ist die Tatsache, dass das Vervielfältigen der Filmstreifen sehr aufwändig und kostenintensiv war und daher kaum praktiziert wurde. Es gibt die meisten Schmalfilme daher nur als Unikate. Die Filme sind heute mehrere Jahrzehnte alt und werden mit der Zeit trocken und brüchig oder verblassen durch den natürlichen Zerfall des Filmmaterials. Umso wichtiger ist es, heute noch existierende Schmalfilme digitalisieren zu lassen.
Wie Schmalfilme abgespielt wurden
Um die Aufnahmen von Schmalfilmen betrachten zu können, waren spezielle Projektoren nötig, welche die auf Spulen gewickelten Schmalfilme abspielten. Schmalfilme wurden auf Filmrollen verkauft und waren mehrere Meter lang. Es gab Spulen von 30 Metern Filmband und bis zu 600 Metern Filmband. Nahezu 90 Prozent aller Amateurfilme wurden allerdings auf 120 Meter-Spulen aufgenommen.
Wie lange die Filme anschliessend beim Betrachten dauerten, das hing von der Zahl der Einzelbilder pro Sekunde ab. Die Schmalfilmtechnik erlaubte hier 18 oder 24 Bilder pro Sekunde – das führte dazu, dass die Filme beim Betrachten etwas ruckeln. Ein 120 Meter langer Filmstreifen konnte mit einer Bildsequenz von 24 Bildern pro Sekunde rund 11 Minuten Film aufnehmen. Es folgt eine kleine Übersicht über die Filmdauer von Schmalfilmen in Abhängigkeit von den Bildern pro Sekunde:
Schmalfilme mit 30 Metern Filmband:
- bei 18 Bildern pro Sekunde: 4 Minuten
- bei 24 Bildern pro Sekunde: 3 Minuten
Schmalfilme mit 60 Metern Filmband:
- bei 18 Bildern pro Sekunde: 8 Minuten
- bei 24 Bildern pro Sekunde: 6 Minuten
Schmalfilme mit 120 Metern Filmband:
- bei 18 Bildern pro Sekunde: 16 Minuten
- bei 24 Bildern pro Sekunde: 11 Minuten
Schmalfilme mit 240 Metern Filmband:
- bei 18 Bildern pro Sekunde: 33 Minuten
- bei 24 Bildern pro Sekunde: 22 Minuten
Schmalfilme mit 300 Metern Filmband:
- bei 18 Bildern pro Sekunde: 41 Minuten
- bei 24 Bildern pro Sekunde: 27 Minuten
Schmalfilme mit 600 Metern Filmband:
- bei 18 Bildern pro Sekunde: 82 Minuten
- bei 24 Bildern pro Sekunde: 55 Minuten
Haltbarkeit von Schmalfilmen
Schmalfilme wurden bis in die 1990er Jahre hinein produziert, danach machte diese Filmtechnik Platz für VHS-Kassetten samt der dazugehörigen Rekorder und Kameras. Die Produktion von Schmalfilm-Projektoren wurde sogar schon in den 80er Jahren eingestellt. Wer heute noch Schmalfilme besitzt, wird also Schwierigkeiten haben, einen noch intakten Schmalfilm-Projektor zu finden. Auch wissen heute und zukünftig immer weniger Menschen, wie man ein solches Gerät fachmännisch bedient. Daher sollte man seine Schmalfilme digitalisieren lassen, um die Aufnahmen zeitgemäss betrachten zu können.
Heutige Schmalfilme sind in unterschiedlichem Zustand. Das Besondere an Schmalfilmen ist die sehr lange Haltbarkeit bei entsprechender Lagerung. Je nach Materialqualität können Schmalfilme nach mehr als 40 Jahren ohne nennenswerte Qualitätsverluste abgespielt werden.
Wichtig ist jedoch, das hierfür eine hochwertige Überspieltechnik und keine Amateurgeräte verwendet werden. Je nach Aufnahmejahr können Schmalfilme heute aber auch bis 90 Jahre alt sein. Auch wenn diese Filme viele Jahrzehnte überdauert haben, halten die Filmstreifen nicht ewig.
Unter dem Einfluss von Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit verändert sich das Filmmaterial, die Schmalfilme drohen zu verblassen oder die Filmstreifen werden porös. Wer seine Schmalfilme digitalisieren lässt, rettet seine Filme vor dem Verfall, der früher oder später einsetzen wird, und ermöglicht das Betrachten der Aufnahmen auf dem Fernseher oder Computer.
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