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Die Grynau mit ihrer markanten Brücke über die Linth war in allen Epochen der Geschichte ein wichtiger Übergang eines bedeutenden Handelsweges und eine umstrittene Zollstation, und hatte somit immer
einen strategischen Wert. So stritten sich um diesen Übergang die Truppen im alten Zürichkrieg (1450), die Truppen Napoleons mit den österreichischen Truppen (1799) und im Sonderbundskrieg drohte die
Grynau 1847 wieder ein Schlachtfeld zu werden.
Schon zwischen 1890 und 1900 gab es Pläne zur Befestigung der Grynau, welche aber nie realisiert wurden.

Aktivdienst und Bezug der Limmatstellung
Mit dem Beginn des Aktivdienstes und Bezug der Limmatstellung wurde der Buchberg bei Tuggen eine Schlüsselstellung. Von Herbst 1939 bis Sommer 1940 wurde der Stützpunkt Buchberg und die Sperre Tuggen
stark befestigt. Sie bildeten den linken Pfeiler der Linthstellung der 7. Division. Zur Verstärkung des Stützpunkts Buchberg wurde ein Infanteriewerk bei Grynau geplant. Unter Einbezug der geplanten
Überflutungen in der Linthebene sollte dieses IW den Gegner an der Überschreitung der Linth hindern. Am 23. März 1940 begann unter militärischer Bauherrschaft der Ausbruch der Stollen. Diese Arbeiten
dauerten aber nur bis zum 23.6.1940. Mit dem Fall Frankreichs hatte sich eine grundlegende Änderung der Situation ergeben und es wurde das Reduit National beschlossen. Darum sollten alle Arbeiten an
Befestigungsbauten in der bisherigen Armeestellung sofort eingestellt werden.
Die militärischen Bautrupps zogen ab und die Baustellen waren verwaist. Da es keine Notwenigkeit einer Bewachung mehr gab, war es nun deutschen Spionen möglich, die rohen Stollen auszuspionieren. Diese
gingen bei den umfangreichen Stollen, die sie vorfanden, davon aus, dass hier ein grosses Artilleriewerk gebaut werden sollte.
Kartenausschnitt der Anlagen und Sperrestellen bei Tuggen (1:25'000)
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Zentralraumstellung und Wiederaufnahme der Arbeiten
Knapp einen Monat später waren die definitiven Pläne der neuen Zentralraumstellung ausgearbeitet. Die nördliche Grenze des Reduits sollte wiederum an der Linth zu liegen kommen. Mit Befehl vom 28.7.1940
wurde dem BBB befohlen, die Arbeiten an den zuvor eingestellten Werken Grynau, Möslifluh, Oberurnen, Wäggithal und Linthkanal-Bunker wieder aufzunehmen.
Bis das BBB aber die Planung abgeschlossen hatte und die Vergabe an die zivilen Bauunternehmen abgeschlossen war, vergingen wieder einige Monate. Es mussten erst wieder die Konfigurationen der Werke und
die sich daraus ergebenden Panzerplatten und Ausführungen bestimmt werden. Das IW Grynau sollte mit einer IK, sechs MG und 3 Lmg bewaffnet werden. Dazu kam noch eine Artilleriebeobachterkuppel. Ab März
1941 gingen dann die Bauarbeiten an den Werken weiter. Bis Oktober 1942 waren dann die Bauarbeiten mit Ausnahme des Eingangs E beendet. Im Werk waren 1.4 km Stollen ausgebrochen worden, davon 1000 Meter
ausbetoniert. Das Werk verfügte über eine eigene Wasserfassung und autonome Energieversorgung. Die Munitionsvorräte wurden aufgefüllt und das Werk war bereit für seinen Einsatz.
Plan des Infanteriewerks Grynau A6913
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Einsatz der Festung Grynau
Mit der Fertigstellung des Werks übernahmen die Soldaten des Ter Bat 146 das Werk. Ende Oktober rückte die erste Kompanie dieser Truppe zum Dienst in das Werk ein. Im Laufe des Aktivdienstes wechselten
sich die Kompanien im Werk regelmässig ab. Immer wieder kam es zu Einsatzüberprüfungen, die mehr oder weniger gut ausfielen.
Das Werk wurde in den 60er Jahren modernisiert und die Bewaffnung wurde auf MG 51 und 9 cm Pak modernisiert.
Mit dem Ende des 2. Weltkrieges und der Gründung der Reduit Brigade 24 mutierte die Werkstruppe zum Füs Bat 146 und leistete in diesem Werk Dienst, bis die Linthebene 1978 in das FAK 4 wechselte. Diese
hat keine Verwendung mehr für das Werk und somit wurde die Anlage desarmiert. Bis zu ihrer Entklassifizierung Ende der 1980er Jahre wurde das Werk immer mal wieder als Unterkunft oder Unterstand genutzt.
Eine eigentliche militärische Nutzung fand nicht mehr statt.
Neue Verwendung als Festungsmuseum
Im Jahre 2000 kam neues Leben in dieses Werk. Die Stiftung Schwyzer Festungswerke kaufte das Werk. Die Stiftung
restaurierte das Werk in zahllosen Stunden mit ihren Freiwilligen. Das Werk wurde wieder in den Originalzustand versetzt, wie es während des Zweiten Weltkrieges ausgesehen hatte. Dazu wurden sowohl
die MG11 als auch die seltenen IK 35/41 wieder eingebaut. Die Anlage kann in geführten Besichtigungen durch Gruppen erforscht werden.
Kontaktaufnahme für Führungen: <email-pii>, oder Werkchef Stefan Beutler: 079 737 59 06
An dieser Stelle danken wir der Stiftung Schwyzer Festungswerke und unserem Führer durch das Werk herzlichst für die Möglichkeit, dieses wunderschön restaurierte Werk besuchen und fotografieren zu
dürfen. Jeder, der ein komplettes Infanteriewerk in seinem Originalausbau kennen lernen möchte, sollte sich einmal nach Tuggen begeben und dieses sehr gut erhaltene Werk besuchen. Die Reise lohnt
sich.

Kapitel Hauptseite
IW A6913 Grynau
Aussen
IW A6913 Grynau
Gänge und Stollen
IW A6913 Grynau
Kampfstände Innen
IW A6913 Grynau
Infrastruktur und Technik
Sperrstelle Linthkanal
Bunker
Stützpunkt Buchberg
Abschnitt Ost
Schiesspanorama 1943/68
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