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Wie ist Ihre momentan Befindlichkeit?
Gut. Ich habe keine Schmerzen mehr, ich kann wieder schmerzfrei Gartenarbeiten verrichten.
Wie kam es zu Ihrem Unfall?
Ich fiel beim Pilze sammeln in ein gedecktes Loch. Ich merkte sofort, dass mit meinem Handgelenk etwas nicht stimmte. Mein Kollege
fuhr mich ins Spital in Interlaken.
Was geschah dann?
Es war ein schlimmer Bruch, der Unterarm wurde eingegipst. Ich trug den Gips während 7 Wochen, dann erhielt ich eine Stützschiene.
Die Hand war während der ganzen Zeit geschwollen. Bis anhin hatte ich nie Therapie gehabt.
Wie erfuhren Sie vom Krankheitsbild „Morbus Sudeck“?
Ich zeigte die Hand einem anderen Arzt. Dieser meinte das Handgelenk sei nicht optimal, eher verdreht zusammengewachsen und man
erkenne einen „Sudeck“. Er erklärte mir, dass die Hand geschwollen bleiben würde, fest und steif würde und mit der Zeit nicht mehr
einsetzbar wäre.
Wie fühlten Sie sich danach?
Ich war mit dieser Antwort nicht zufrieden. Ich ging zu einem Handchirurgen in Bern. Dieser stellte eine genaue Diagnose. Er
verordnete 3 x wöchentlich Ergotherapie und 2 x wöchentlich Lymphdrainage an meinem Wohnort. Ich hatte ein gutes Gefühl.
Haben Sie gewusst was Ergotherapie ist?
Nein. Ich hatte noch nie zuvor davon gehört.
Hatten Sie sich im Voraus gedacht, dass die Nachbehandlung so intensiv sein würde?
Nein, ich war aber bereit dazu, 5 x in der Woche in die Therapie zu gehen. Ich spürte die Notwendigkeit und auch sehr rasch eine Veränderung.
Welche therapeutischen Massnahmen lernten Sie kennen und welche schätzten Sie?
- Ich erhielt eine dynamische Beugeschiene für den Tag und eine dynamische Streckschiene für die Nacht.
- Ich bekam einen Kompressionshandschuh gegen die Schwellung.
- Sie gaben mir eine Knetmasse und instruierten mir ein Heimprogramm. Ich bekam einen Schwamm, den ich zu Hause im warmem Salzbad knete.
- Meine Hand wurde regelmässig mobilisiert, Wachsbäder bereiteten sie darauf vor.
Die Schienen waren sehr gut, stabil konstruiert, ich konnte sogar damit schlafen ohne, dass sie sich verstellten. Ich wurde gut damit
betreut. Auch die Wärme der Wachsbäder in Kombination mit dem Durchbewegen der Gelenke ist sehr wohltuend. Deshalb komme ich auch heute
noch in die Therapie.
Welche Erwartungen hatten Sie? Wurden sie erfüllt?
Zuerst wollte ich, dass es wieder so kommt wie vorher. Ich merkte jedoch, dass es wegen der knöchernen Versteifung im Handgelenk nicht
gleich kommen würde. Bezüglich Fingerbeweglichkeit habe ich ziemlich viel erreicht.
Wurden bis anhin gewisse Erwartungen an die Ergotherapie nicht erfüllt?
Nein, ich fühlte mich sehr gut betreut. Mir ist es ein grosses Anliegen, dass die Mobilisation der Gelenke in der Ergotherapie
weitergeführt wird.
Welche Ziele möchten Sie noch erreichen?
Ich möchte die Fingerbeweglichkeit noch verbessern und weiter stabilisieren. Ich möchte auch eine bessere Handgelenksbeweglichkeit. Ich
wäre bereit für eine Handgelenksoperation. Auch das viele Reisen nach Bern in die Therapie würde ich gerne auf mich nehmen.
Herzlichen Dank, dass sie uns durch dieses Gespräch ermöglicht haben, das Thema Sudeck aus einer ganz persönlichen Perspektive
zu betrachten.