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Immer wieder ist die Ernährungssicherheit im Tschad ein Thema. Auch 2018 befindet sich das Land laut Welthungerindex in einer «Hungersituation». Der Grossteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und den Produkten, die er auf seinen eigenen Feldern produziert hat. Diese reichen nicht aus, um das ganze Land zu ernähren und es gibt häufig Ernährungsengpässe. Vor allem der Anbau von Getreide, das Hauptnahrungsmittel im Tschad, spielt eine zentrale Rolle. Dieses wichtige Gut wird mangelhaft produziert, weil die Bäuerinnen und Bauern kaum Zugang zu qualitativ hochwertigem Saatgut haben. Ein Problem ist nicht nur der Vertrieb, sondern auch die Produktion und die Entwicklung von Saatgut, das den klimatischen Bedingungen angepasst ist.
Obwohl es im Tschad bereits Institutionen gibt, die sich um die Produktion und Vervielfältigung; die Kontrolle und Aufsicht; die Verteilung und um die Schulungen und Rahmenbedingungen kümmern, kann man die genauen Zuständigkeiten bislang nicht trennen. Die Reichweiten der Organisationen sind beschränkt. Das Projekt der DEZA setzt hier an und leistet auf vier Ebenen Unterstützung:
- Sie berät das Land beim Entwerfen von Regelwerken für den Saatgutsektor
- hilft dabei, die Organisationen in ihren Rollen zu stärken und regt sie an, ihre Aufgaben proaktiv zu übernehmen
- fördert die lokale Produktion von Samen aus privaten Betrieben
- ermöglicht den Bäuerinnen und Bauern mit dem qualitativ hochwertigen Saatgut ihre Ernährung zu sichern und höhere Erträge zu erzielen
Ziel ist es, Ernährungssicherheit und höhere Einkommen zu gewährleisten, indem alle Zugang zu guten Samen haben, die den lokalen Bedingungen angepasst sind. Bereits im Frühling 2018 ist die Produktion des Getreides dank der klimatisch angepassten Saat um 20% gestiegen.
Konkrete Umsetzung
Projektverantwortliche verfolgen die Ziele auf lokaler und nationaler Ebene, um eine funktionierende und zuverlässige Saatgutkette zu errichten. Auf Staatsebene hat die Schweiz das Landwirtschaftsministerium dabei unterstütz, gesetzliche Rahmenbedingungen anzupassen, die speziell auf die Produktion und den Vertrieb von Saatgut eingehen. Diese Rahmenbedingungen wurden 2016 offiziell verabschiedet. Ausserdem hilft die DEZA dem landwirtschaftlichen Forschungsinstitut des Tschads, neues und an die lokalen Bedingungen angepasstes Saatgut zu produzieren. Ein weiteres Projektziel ist, effizientere Wege der Qualitätskontrolle im Tschad zu finden.
Vor Ort setzt die Schweizer Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) das Projekt in vier Regionen um. In diesen Regionen erhält die lokale Bevölkerung (zwei Millionen Menschen) bereits Zugang zu dem verbesserten Saatgut. Der Rest der Nation profitiert von den Veränderungen auf staatlicher Ebene.
Unterstützung der Bedürftigsten
Ein weiterer Fokus legt das Projekt auf die bedürftigsten Gruppen des Landes. So bietet es vor allem Frauen die Möglichkeit, sich in den neuen Bereichen zu engagieren. Im südlichen Tschad gibt es bereits verschiedene Frauengruppen, die das verbesserte Saatgut produzieren und verkaufen und so ihren Lebensunterhalt und die Schulen für ihre Kinder finanzieren.
Die Projektarbeit schliesst auch die Humanitären Hilfe ein. Im Tschad sollen intern Vertriebene und Flüchtlinge aus Zentralafrika mit dem verbesserten Saatgut beliefert werden. So würden die Bedürftigsten profitieren und könnten sich mit den qualitativ hochwertigen Samen eine Zukunft aufbauen.