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Der erste Monat des Jahres gehört zu den wichtigsten Tagen der Madagassen. Man trifft sich im Familienkreis, um zusammen das Neue Jahr anzugehen. Es wird gegessen und getrunken. Die Grosseltern – wenn sie noch am Leben sind – werden von ihren Kindern und Enkelkindern besucht. Zu diesem Anlass bringen die Letzteren Geschenke mit. Je nach den finanziellen Mitteln handelt es sich um eine Gans, ein Huhn, Geld oder was die Grosseltern bzw. Eltern gerade nötig haben. Früher war es oft ein Truthahn, aber in den jetzigen schwierigen Zeiten kann es vorkommen, dass anstatt Gans oder Huhn anderes Fleisch mitgebracht wird. Soweit der Brauch in der Stadt. Auf dem Land werden zudem während des Monats die Nachbarn und andere wichtige Personen des Dorfes mit Geschenken beehrt. Der Beschenkte serviert den Besuchern ein Essen.
Ab dem 6. des Monats werden die Weihnachtsbuden abgebaut und die Weihnachts-Dekorationen abgenommen. Die einen sind damit schneller als die anderen und Ende des Monats gibt es immer noch Läden, mit weihnachtlichem Outfit. Ansonsten nimmt das Leben wieder langsam seinen Lauf, die Feiertage sind vorüber, die damit verbundenen Schul- und Betriebsferien ebenfalls. Die Bauern sind auf den Reisfeldern beschäftigt. Wo zwei Kulturen pro Jahr möglich sind, wird jetzt geerntet und der Reis liegt zum Trocknen auf den Hof, am Strassenrand oder auf der Strasse selbst, so dass mancherorts die Autos drüberfahren müssen. Die anderen Felder müssen diesen Monat vorbereitet und bepflanzt werden, damit im Mai geerntet werden kann.
Die Regenfälle sind ausgiebiger als im Dezember. Auf dem Indischen Ozean bilden sich Zyklone, was Auswirkungen auf das madagassische Wetter hat, ob die Zyklone nun an Land kommen oder nicht. Es kommt nur alle paar Jahre mal vor, dass ein Zyklon bis aufs Hochland kommt. Entweder lösen sie sich auf dem Meer auf oder sie treffen auf die Ostküste. Manchmal machen sie einen Bogen nördlich ums Land und verwüsten dann auch Orte an der Westküste. Auf dem Hochland ist es dann ganztägig bewölkt, manchmal kann es auch den ganzen Tag über regnen und immer weht ein starker Wind. Morgens und abends sind die Temperaturen auf dem Hochland mit 19 bis 24 Grad sehr angenehm. Mittags ist es bei rund 30 Grad eher heiss, ausser wenn es regnet, weil dann die Temperatur bis auf 17 Grad abfallen kann. In den Häusern herrscht konstant eine Wärme von 23 bis 24 Grad. An der Küste liegt das Minimum bei 25, das Maximum bei 40 Grad. Ende Monat erscheint die Sonne eine halbe Stunde später als im Dezember – um 5h33 – geht aber nach wie vor um 18h30 unter. Wegen des vermehrten Regens steigt die Luftfeuchtigkeit und die Abfälle, die nur unregelmässig entsorgt werden, verströmen einen modrigen Geruch. Mindestens an der Hälfte der Tage muss auf dem Hochland mit Regen gerechnet werden. Die Leute tragen einen Schirm mit sich, der je nach Wetter vor dem Regen oder der Sonne schützt.
Äpfel, Birnen, Trauben und Granatäpfel bereichern das Früchteangebot. Mangos, Papaya, Pfirsiche, Pflaumen, Passionsfrüchte, Ananas, Corossol und Litschi sind nach wie vor erhältlich.