Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03327.jsonl.gz/2113

darunter: Hauptstadt
des County Venango in
Pennsylvanien, in einer an Petroleum und natürlichem
Gas reichen Gegend, an der Mündung des French-Creek
(Venango) in den
Alleghany, hat (1890) 6000 E., Petroleumgewinnung und Schmierölfabrikation.
Mißhelligkeiten, in die er mit seinem Bruder geriet, bewogen ihn, Boston zu verlassen und nach
Philadelphia
[* 7] zu gehen. Er begab sich 1724 nach London,
[* 8] wo er bis 1726 blieb. Nach seiner Rückkehr errichtete er in Phila- delphia
eine eigene Druckerei und trat zugleich mit großem Erfolg als polit.
Schriftsteller auf. Sein Geschäft,
das er durch einen Papierhandel erweiterte, hatte glücklichen Fortgang, und durch die geschickte Leitung einer Zeitung und
eines Almanachs, die er herausgab, wurde er in immer weitcrn Kreisen bekannt. In dieser Zeit sing er auch an, sich mit dem Studium
der Physik, namentlich der Elektrici- tät zu beschäftigen, das ihn in der Folgezeit zu der Erfindung
des Blitzableiters und des elettrifchm Drachens führte und ihm die Ernennung zum Mit- glied der I^0)'ll1 8oci6t^ in London
und zum Dok- tor der Universitäten Oxford
[* 9] und Edinburgh eintrug. Gleichzeitig war er fortwährend in uneigennütziger Weise
für das Gemeinwohl thätig. Er gründete eine Bibliothek in Philadelphia, entwarf den Plan der Philos.
Von dem aufrichtigen Wunfch befeelt, den
Bruch mit dem Muttcrlande zu verhindern, wirkte er doch in un- erschrockenster Weise für das Interesse der Kolonien und machte
sich dadurch bei der Regierung sehr miß- liebig.
Seines Postens enthoben und in Gefahr, verhaftet zu
werden, kehrte er 1775 nach Phila- delphia zursck, wo zu jener Zeit der sog. Konti- nentalkongreh (s. d.)
versammelt war. Er wurde sofort zum Mitglied desselben gewäblt und war einer der Mitunterzeichner der Unabhängigkeits-
erklärung vom Noch in demselben Jahre ging er als Gesandter der VereinigtenStaa- ten nach
Paris,
[* 11] und seiner Wirksamkeit ist haupt- sächlich das Zustandekommen des Vertrags vom mit Frankreich zuzuschreiben,
das die Unabhängigkeit der Kolonien anerkannte und ihnen seine Hilfe in dem Kampf mit England zusicherte. Franklin blieb bis zum
Sept. 1785 Gesandter in Frank- reich und unterzeichnete mit den engl. Kommissaren zu Paris die
Prälimiuarien des Friedens von Versailles,
[* 12] der seinem Vaterlande die Unabhängigkeit zusicherte. Er bekleidete noch in einem
Alter von 78 I. die Stelle eines Präsidenten des Rats von Pennsylvanien, war eins der hervor- ragendsten Mitglieder des Verfassungskonvents
von 1787 und starb in Philadelphia.
Mit ruhiger Klarheit durchschaute er die Verhält- nisse des Lebens im Großen
wie im Kleinen, und sein edles Herz umfaßte das Wohl der ganzen Menfchhcit.
Unübertrefflich war er in der Kunst, die Lehren
[* 13] der Moral zu entwickeln und sie in populären Darstel- lungen aus die Pflichten der Freundschaft und
der Vrockhaus' Konvcrsations-Lexikon.
14. Aufl.. VII. Humanität anzuwenden. In dieser Beziehung sind hervorzuheben seine
«Sprichworter des alten Hein- rich, oder die Weisheit des armen Richard» (Philad. 1757),
die das Muster einer Volksschrift sind.
D'Alembert bewillkommnete den Erfinder des Blitz- ableiters und den Befreier feines Vaterlandes bei feiner
Aufnahme in die Französische Akademie mit dem Hexameter: «Nri^nit coslo iulinen 806ptruin-
HU6 tvi'^niiiL» («Er entriß dem Himmel
[* 14] den Blitz, den Tyrannen das Scepter»).
Für seinen Grabstein bestimmte Franklin selbst
folgende In- schrift: «Hier liegt der Leib Benjamin F.s, eines Buchdruckers (gleich dem Deckel eines alten Buchs, aus welchem
der Inhalt herausgenommen und der seiner Inschrift und Vergoldung beraubt ist), eine Speise sür die Würmer;
[* 15] doch wird das Werk
selbst nicht verloren sein, sondern (wie er glaubt) einst er- scheinen in einer neuen schönern Ausgabe,
durchge- sehen und verbessert von dem Verfasser». ^cin einziger (unehelicher) Sohn, William Franklin, geb. 1729 in
Philadelphia, gest. 1813 in England, hielt zum Schmerze des Vaters an England fest und blieb als Gouverneur von Ncujersey in
dessen Diensten. Ausgaben der Werke F.s haben William TempleFranklin, einer seiner Enkel (3 Bde., Lond. 1806 u.
1811), und vollständiger Sparks (10 Bde., Vost. 1840; neue Aufl.
1858) besorgt.
Sparks (Vost. 1856); I. Parton, I.it6 anä timos ol 5'. (2 Bde., ebd. 1887);
Mac Master, 1?. «3 a mau of iettm-s (Lond. 1888); I. T. Morse,BenjaminFranklin (Vost. 1889). Franklin (spr. fränklln),Sir John,
engl. Nord- polfabrer, geb. zu Spilsby in Lin- colnshire,
trat 1800 als Midshipman in den Marine- dienst, wohnte 1801 der Beschießung von Kopen- hagen bei, begleitete 1803 Kapitän
Flinders (s. d.) nach der Südsee, litt aber an der KüsteAustraliens Schifjbruch. 1805 war er Signalkadett des Bellero- phon
bei Trafalgar und geriet 1815 beim verun- glückten Angriff auf Neuorleans in Gefangenschaft. 1818 machte er unter KapitänBuchan eine Polar- fahrt nach Spitzbergen. Franklin erhielt 1819 den Auf- trag, in Begleitung Nichardsons und
Backs (s. d.) eine Landrelse von der Hudsoubai aus nach der Mündung des
Kupferminenflusfes zu machen, wäh- rend Parry diese Gegenden zu Schiff
[* 17] befuchen sollte. Auf dieser Reise verfolgte er vom 18. Juli bis 22. Aug. 182 l
die Küste des Eismeers von der Mün- dung des Kupferminenflusses bis zum Kap Turna- gain auf der Halbinfel
Kent und kehrte, nachdem er nur durch den Beistand einiger Indianer vom Tode errettet worden, 1822 nach England zurück.
Zum
Marinekapitän befördert und von der Ro^ai 8oei6t^ zum Mitglied erwählt, trat er Febr. 1825 mit denfelben Gefährten eine
zweite Entdeckungsreise den Mackenziestrom hinunter nach dem Polarmecre an, auf der Richardson und Kundall
mit Booten die Nordküste nach O. bis zum Kupferminenflusse befuhrcn, während Franklin mit Back nach W. ebenfalls
¶