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Kennen Sie die Situation? Sie und ein guter Freund sind in einer Bar, wobei Ihnen ein paar Tische weiter eine Person auffällt, die Sie interessiert. Daraufhin ermutigt Ihr Gegenüber Sie, hinüberzugehen und ein Gespräch zu beginnen. Sie würden die Person gerne kennenlernen, aber Sie haben Zweifel. Sie denken, dass sie ohnehin kein Interesse hätte; Sie sind überzeugt, dass Sie nur stören würden, wenn Sie sie ansprechen; Sie glauben, nicht die richtigen Worte finden zu können ... Deswegen vermitteln Sie Ihrem Gegenüber, dass heute Ihr Abend sei, und daher kein Platz für Flirts. Sie sagen, Sie hätten ohnehin kein allzu grosses Interesse und würden viel lieber hier sitzen bleiben. Beim nächsten Mal, das versichern Sie, würden Sie nicht zögern.
Kein Mut zum Flirten?
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Wissen Sie aber eigentlich ganz genau, dass Sie beim nächsten Mal wieder fadenscheinige Gründe vorschieben werden? Dass Sie auch dann nicht den Mut finden werden, jemanden anzusprechen? Glauben Sie, dass sich ohnehin niemand für Sie interessieren würde und Sie eh keine Chance haben, bei der Partnersuche erfolgreich zu sein? Wenn auch Sie sich des Öfteren solchen Selbstzweifeln und Minderwertigkeitsgefühlen ausgeliefert sehen, sei Ihnen der folgende Text an die Hand gegeben, der Ihnen hoffentlich dabei hilft, Ihre Empfindungen zu verstehen und Möglichkeiten aufzeigt, sich von Ihnen zu befreien.
Noch schüchtern oder schon gehemmt?
Ruhig, zurückhaltend und eher schüchtern zu sein, sind Eigenschaften, die viele Menschen innehaben. Gegen diese Facetten der Persönlichkeit ist absolut nichts einzuwenden, solange sie sich in einem Rahmen halten, der die Handlungsfähigkeit nicht einschränkt oder den Umgang mit anderen Menschen behindert. Sie werden selbst ein gutes Gespür dafür haben, ob sich Ihre Tendenz zur Zurückhaltung in einem Rahmen bewegt, der Sie zwar manchmal zögern lässt, aber letztlich nicht daran hindert, mit anderen in Kontakt zu treten, oder ob Sie, wie im oberen Beispiel, völlig von Ihrer Annahme der eigenen Minderwertigkeit gehemmt werden. Ist dem so, verspüren Sie bestimmt den Wunsch, etwas daran zu ändern, um vollends am Leben teilzuhaben und soziale Kontakte aufzubauen.
Woraus speisen sich Minderwertigkeitsgefühle?
Woher Selbstzweifel kommen, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Jeder, der an sich selbst zweifelt oder sich selbst für weniger wert erachtet, hat dafür unterschiedliche Gründe: Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens verschiedene Erfahrungen, die nach und nach zu einer Meinung über die eigene Person verschmelzen. So wie andere sich ein Bild über Sie machen, haben auch Sie selbst ein Bild davon, wer Sie sind, was Sie können und worin Ihre Schwächen liegen.
Dieses Selbstbild kann nun eher positiv oder negativ ausgeprägt sein, je nachdem, ob Sie in der Vergangenheit eher gute oder schlechte Erfahrungen in verschiedenen Lebensbereichen gesammelt haben und worin Sie die Gründe für den Erfolg oder Misserfolg sehen. So können einem gering ausgeprägten Selbstwertgefühl beispielsweise gescheiterte Beziehungen, nicht befriedigende Freundschaften und ähnliche Schwierigkeiten im sozialen Bereich vorausgehen, wobei die Probleme nicht in den Fehlern der anderen gesucht werden, sondern man überwiegend sich selbst dafür verantwortlich macht.
Der Teufelskreis der Unsicherheit
Wer einmal zu dem Schluss gekommen ist, nicht gut genug oder der Liebe nicht wert zu sein, passt sein Handeln und seine Sicht auf die Welt unbewusst an dieses Selbstbild an. So kommen solche Situationen, wie die oben geschilderte, zustande.
Wer überzeugt ist, nicht interessant zu sein, nicht die richtigen Worte zu finden oder nicht attraktiv genug zu sein, der scheut die Konfrontation und weicht aus. Somit bleiben die Selbstzweifel im Raum stehen (wohlbemerkt: ohne sich je tatsächlich zu bestätigen!), was das Selbstwertgefühl immer weiter sinken lässt. Sollte es dann durch Zufall doch einmal zu einem Gespräch oder ersten Flirtversuchen kommen, übermannen einen die Minderwertigkeitsgefühle, die sich so lange aufbauen konnten, und hemmen derart, dass es tatsächlich zum Scheitern kommt.
Ist es Ihnen auch schon einmal so ergangen? Und viel wichtiger: Sehen Sie ein, dass Ihr Verhalten und Ihre Wirkung auf andere nicht zwangsläufig den Tatsachen entsprechen müssen, sondern dass viel von Ihrer eigenen Einstellung und Ihrer Sichtweise abhängt?
Sie haben es selbst in der Hand
Sind Sie also gewillt und bereit, etwas für Ihr Selbstbewusstsein zu tun? Möchten Sie sich nicht länger selbst im Wege stehen, wenn es darum geht, jemanden kennenzulernen, sondern endlich einen Partner finden? Dann dürfte es Sie positiv stimmen zu hören, dass Sie es in der Hand haben. Natürlich erfordert es Überwindung, sich trotz etwaiger Zweifel wieder zu trauen, mit anderen in Kontakt zu treten und auf Menschen zuzugehen, die Ihnen gefallen. Aber: Sie können es schaffen! Im Folgenden einige konkrete Tipps, die Ihnen die Wiederaufnahme der Partnersuche erleichtern.
- Die Psychologie der Minderwertigkeitsgefühle verstehen
Wenn Sie sich ausserstande sehen, selbst aus dem Teufelskreis von Unsicherheit herauszutreten, gibt es Stellen, an die Sie sich für professionelle Unterstützung wenden können. Je nachdem, wie tiefgreifend Sie Ihr Problem empfinden, können Sie Hilfe in Selbsthilfegruppen, entsprechenden Kursen der Volkshochschule, Beratungsstellen oder im Rahmen einer Psychotherapie finden. Auf diese Weise erhalten Sie die Möglichkeit, mehr über Ihre Gefühle zu erfahren und können an einem individuellen Konzept arbeiten, Ihren Komplex zu überwinden.
- Selbstakzeptanz - Imperfektion anerkennen
Niemand ist perfekt; Fehler und Unzulänglichkeiten gehören zum Menschsein dazu. Diese anzuerkennen und als zu sich gehörig zu akzeptieren, kann dabei helfen, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Denn nur, wer sich selbst schätzt und sich als vollwertig wahrnimmt, kann diese Einsicht auf andere ausstrahlen. Wer also akzeptiert, dass er bei Weitem nicht fehlerlos, deswegen aber nicht im Mindestens weniger liebenswert ist, hat schon viel gewonnen. Vor allem in der Liebe sind es die kleinen Makel, derentwegen der Partner einen liebt; kleinere Eigenheiten, die unsere Individualität ausmachen. Auf diese Weise können Sie die Dinge, die Sie bisher hindern, mit anderen in Kontakt zu treten, ins Positive kehren. Also akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind. Denn genau so sind Sie für sich einzigartig und vollkommen.
- Selbstliebe - Wie ich mir, so du mir
Der Selbstakzeptanz folgt der Schritt der Selbstliebe. Heisst also, sich nicht nur so zu akzeptieren, sondern vor allem so zu lieben, wie man ist. Warum sollten Sie es auch nicht? Sie sind liebenswert, egal, was Sie zu glauben meinen oder was Menschen aus Ihrer Vergangenheit Sie glauben liessen. Sie sind es wert! Trauen Sie sich, sich anderen gegenüber zu öffnen und zuzulassen, geliebt zu werden. Tragen Sie nach aussen, dass Sie nicht fehlerfrei sind, dies anerkennen, akzeptieren und sich trotzdem lieben. Diese positive Einstellung wird wettmachen, falls sich die alte Unsicherheit mal wieder in Ihre Gedanken schleicht. Denn wenn Sie sich selbst schätzen, werden Sie sich zugestehen, mal nervös zu sein, angesichts der Tatsache, neue Leute kennenzulernen. Wer wäre das nicht?
- Negative Gedanken entkräften
Befreien Sie sich von negativen Gedanken
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Hinterfragen Sie die Gedanken, die Sie zu dem Schluss kommen lassen, Sie wären minderwertig. Prüfen Sie sie kritisch auf ihren Wahrheitsgehalt. Sicherlich werden Sie die meisten von Ihnen verwerfen und durch positive Argumente ersetzen können. Denn Minderwertigkeitsgedanken verursachen, wie eben schon angemerkt, einen Teufelskreis, der dazu führt, dass Sie sich mental festfahren. Sie denken: "Ich finde eh nicht die richtigen Worte", weshalb Sie einem Gespräch vorsorglich aus dem Weg gehen. Damit hat es sich für Sie erledigt, Sie denken nicht einmal weiter, was passieren könnte. Gesetz dem Fall, Sie würden tatsächlich nicht die richtigen Worte finden, was würde denn passieren?
Nun, schlimmsten Falls ernten Sie einen skeptischen Blick des Gegenübers, woraufhin dieser sich abwendet. Aber sich derart ins verbale Fettnäpfchen zu setzen ist wirklich schwierig; viel wahrscheinlicher ist doch, dass Ihr Gegenüber eine Gegenfrage stellt, schmunzelt, Sie verbessert oder kurz schweigt. Wie dem auch sei: Sie erhalten in jedem Fall die Möglichkeit, sich zu verbessern. Ausserdem gehören zu einem Gespräch immer zwei: Wenn Sie einmal ins Stocken kommen, nichts zu sagen wissen oder aufgrund von Nervosität etwas zu viel reden, wird der andere schon entsprechend darauf reagieren. Gleiches gilt für Gedanken wie "Er/Sie wird sich eh nicht für mich interessieren", "Ich bin langweilig", "Ich bin nicht attraktiv genug", "Er/sie fühlt sich durch meinen Kontaktversuch gestört" usw. Woher wollen Sie das wissen?!
- Versuchen Sie es einfach!
Zugegebenermassen, dieser Ratschlag ist einfacher gesagt als getan. Dennoch sollten Sie Ihren Selbstzweifeln nicht die Macht über Sie zugestehen, wegen ihnen handlungsunfähig zu werden. Wenn Sie im Vorfeld schon einmal kritisch prüfen, welcher Wahrheitsgehalt hinter Ihren Annahmen steckt und was schlimmstenfalls passieren kann, sollten Sie für sich zu dem Schluss kommen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Sie sich irren. Deswegen trauen Sie sich so oft wie möglich, wider Ihrer ersten Impulse zu handeln und sprechen Sie Menschen an bzw. gehen Sie auf Kommunikationsgesuche ein. Sie haben wirklich nichts zu verlieren. Das werden Sie selbst merken, wenn Sie sich erst einmal darauf einlassen und mit Menschen sprechen, sich für Dates verabreden usw. Natürlich sind Sie nicht gefeit davor, dass auch mal ein Gespräch nicht so gut läuft oder ein Treffen gar nicht schnell genug vorbei sein kann. Aber selbst daraus werden Sie Positives ziehen können: Es ist kein Weltuntergang, wenn es nicht klappt. Manchmal harmonieren Menschen einfach nicht; so schlecht es mit einer Person läuft, so gut läuft es mit einer anderen. Deswegen: Trauen Sie sich. Denn, wie heisst es, "Übung macht den Meister".