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Dorf: 208
Häuser, 1854 Ew. Ackerbau und Industrie, Weinbau und -handel, Gartenbau.
Rührige Uhrenindustrie, Druckereien.
Sekundarschule und zahlreiche Pensionen. Kleine Sammlung von Altertümern aus der Pfahlbauten- u. Römerzeit.
Gasfabrik.
Seit 1850 ist Colombier, das das kantonale
Zeughaus birgt, eidgenössischer Waffenplatz. Das ehemalige
Schloss in eine
Kaserne
umgewandelt; Exerzierplatz La
Planeyse, Schiessplätze bei
Bôle und
Bevaix. Die 1314 erbaute reformierte Kirche 1828 renoviert;
katholische Kirche seit 1884. Der Name Colombier leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen columbarium = Aschenurnen-Friedhof
her; 1841 Entdeckung eines römischen Grabfeldes und von Resten ziemlich bedeutender römischer Bauten.
Die
Herrschaft Colombier, 1263 im Besitz der gleichnamigen Familie, ging Ende des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht derer
von Chauviray, dann an die von
Wattenwil über, die sie 1563 um 60000 Goldgulden an die Gräfin vonNeuenburg
verkauften.
Die schönen Baumalleen, eine Zierde der Gegend, wurden auf Wunsch des hier 1657 auf Besuch weilenden Heinrich II. von Longueville
angepflanzt. 1871 lieferte die auf Schweizer Gebiet übergetretene französische Ostarmee ins
Zeughaus von Colombier 200 Kanonen
und 1390 Caissons und Armeefuhrwerke ab. Das heutige
Schloss stammt wahrscheinlich aus dem Beginne des 16. Jahrhunderts
und wurde 1754-1770 von Lord Keith, Marschall von Schottland, bewohnt. Von bekannten Persönlichkeiten lebten in Colombier
ausserdem noch Chaillet, Glieder der Familien v. Muralt und von Gélieu, sowie die 1805 hier gestorbene
Frau von
Charrière.
Das Dorf ursprünglich
Lehen der Könige von Burgund;
hier wurden die Heirat der Königin Bertha und 938 die Verlobung ihrer Tochter Adélaide gefeiert.
Später eine von der Baronie Cossonay abhängige Herrschaft, die zusammen mit dem benachbarten Vullierens
lange Zeit der Familie de Colombier angehörte, vom 17. Jahrhundert an aber in eine Reihe von anderen Händen überging.
Das Schloss zu verschiedenen Malen zerstört und wieder aufgebaut;
heute steht davon noch ein Ecktürmchen mit einer gotischen
Türe aus dem 17. Jahrhundert.