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Rebellinnenrätsel: Kurt Cobains weibliche Vorbilder
Es ist nicht immer einfach als einzige Frau in einer Band. Diese beiden wissen das.
Die eine ist in Kalifornien aufgewachsen. Heute denkt man bei ihrem Namen aber viel eher an New York. Dort gründete sie Anfang der achtziger Jahre mit ihrem späteren Ehemann und zwei weiteren Musikern eine Band, die in der alternativen Rockszene enorm einflussreich werden sollte. Diese Band verband Popmelodien mit rohem Lärm und experimentierte mit epischen, dissonanten Teppichen aus Gitarrenklängen; bei kaum einem Song waren die Saiten konventionell gestimmt. Die Gruppe war eng mit der New Yorker Kunstszene verbunden – aber zu dieser Kunst konnte man Pogo tanzen. Das Paar, das gemeinsam eine Tochter aufzog, wurde für viele zum Vorbild für eine coole, gleichberechtigte Rock-’n’-Roll-Beziehung – bis es 2011 seine Trennung bekannt gab. Er hatte eine andere. Das war leider auch das Ende der Band. Sie lebt seit einiger Zeit in der Provinz, widmet sich der bildenden Kunst und hat kürzlich ihre Autobiografie veröffentlicht.
Auf weniger romantischem Weg kam die andere zu ihrer Band: Sie meldete sich 1986 auf ein Zeitungsinserat, mit dem zwei Studienfreunde weitere MusikerInnen suchten. Eine der eigenwilligsten und seltsamsten Bands der achtziger Jahre entstand: Musikalisch eine Mischung aus Surf, Punk und Rock ’n’ Roll, in den Texten eine wilde Bildwelt – Gewaltfantasien, Surrealismus, Christentum, zwischen Euphorie und Düsternis schwankend. Als eine von wenigen US-Bands der damaligen Zeit schaute sie über die Landesgrenzen hinaus: Ein Mitglied stammte von den Philippinen, der Sänger hatte in Puerto Rico studiert und spielte in seinen Texten immer wieder mit spanischen und lateinamerikanischen Motiven. Er schrieb grossartige Songs, sie auch, und das passte ihm gar nicht, denn er wollte die absolute Kontrolle über die Band. Bald eskalierte die Situation; bei einem Konzert in Deutschland versuchte er, ihr eine Gitarre an den Kopf zu werfen. Als er 1993 genug von seinen MitmusikerInnen hatte, erzählte er das zuerst am Radio und informierte die anderen erst hinterher – per Fax. Doch sie hatte vorgesorgt und bereits mit zwei Frauen eine Band gegründet, die in den neunziger Jahren ziemlich erfolgreich wurde. Auch bei der Wiedervereinigung ihrer ersten Band war sie dabei, ist inzwischen aber wieder ausgestiegen.
Beide Frauen spielen das gleiche Instrument und tragen den gleichen Vornamen. In den neunziger Jahren nahmen sie zusammen einen Song auf. Kurt Cobain war Fan von beiden. Wie heissen sie?
Gesucht sind Kim Gordon (geboren 1953), von 1981 bis 2011 Bassistin von Sonic Youth, und Kim Deal (geboren 1961), von 1986 bis 1993 und von 2004 bis 2013 Bassistin der Pixies und Mitgründerin der Band The Breeders. Kim Gordons Autobiografie «Girl in a Band» ist letztes Jahr auf Englisch und Deutsch erschienen.