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SI Style: Wie lang sitzen Sie auf Ihrem Chefsessel?
Franca Sozzani: 26 Jahre, seit Juli 1988.
Werden Modemagazine das digitale Zeitalter überleben?
Bei einem Heft wie der «Vogue», das Mode, Stil, Kunst und Fotografie zeigt, geht es um einen ästhetischen Moment. Den gibt es im Internet nicht.
Wie oft sind Sie online?
Ich schreibe jeden Tag auf meinem Blog und lade Bilder auf Instagram hoch.
Wie viel Zeit brauchen Sie am Morgen?
Über eine Stunde, für Haare und Pflege.
Verwenden Sie Anti-Aging-Produkte?
Ja. Speziell für mich gemischte Cremes.
In welchem Alter haben Sie sich am wohlsten gefühlt?
Ästhetisch mit vierzig – du hast Selbstvertrauen und bist noch jung.
Was sollte eine Frau mit fünfzig nicht mehr tragen?
Miniröcke.
Ihre Modeklassiker?
Ein Mantel und ein bodenlanges Kleid.
Was ist am längsten in Ihrem Besitz?
Eine Cartier-Uhr, die mir mein Vater zum achtzehnten Geburtstag schenkte.
Welchen Augenblick würden Sie gern noch einmal erleben?
Die Kindheit meines Sohnes.
Welchen nicht?
Die Pubertät meines Sohnes.
Wann weinten Sie das letzte Mal?
Ich weine oft. Besonders wenn ich wütend bin. Danach ist alles vergessen.
Was mögen Sie an unserer Zeit?
Dass alles erreichbar ist. Man kann mit jedem und allem in Kontakt treten.
Welche historische Epoche würden Sie, wenn möglich, bereisen?
Die Renaissance in Florenz.
Wofür nehmen Sie sich zu wenig Zeit?
Für mich selbst.
Mit wem würden Sie gern einen Tag verbringen?
Mit dem Papst.
Was langweilt Sie?
Wenn ich gesellschaftlich und politisch korrekt sein muss.
Was schieben Sie auf ?
Ganz ehrlich: alles!
Was würden Sie heute anders machen als mit zwanzig Jahren?
Nichts, denn hätte ich keine Fehler gemacht, wäre ich nicht die, die ich heute bin.
Sind Sie pünktlich?
Nie.
Woran krankt unsere Zeit?
Jeder will berühmt sein. Niemand folgt mehr einer Idee. Es ist so lächerlich, wie sich manche Menschen in der Öffentlichkeit entblössen.
Ihr Plan für die Zukunft?
Ich plane nicht mehr. Stattdessen entscheide ich immer im letzten Moment.
Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Ihnen die Zeit ausgeht?
Nein, aber ich habe den Wunsch, etwas zu verändern. Es gibt alle möglichen technischen Geräte, doch im Kopf sind wir noch so intolerant wie unsere Eltern. Darum benutze ich die Mode in meiner Arbeit oft als Botschaft.