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1990 hat sich über CML und dessen Entstehung so viel Wissen angehäuft, dass auch Forscherinnen und Forscher der Ciba-Geigy (eine Vorgängerin der Novartis) aufhorchen. Ein Team unter der Leitung von Alex Matter beginnt die Suche nach einem Wirkstoff gegen CML. Aufbauend auf früheren Kenntnissen über Tyrosinkinasen entwerfen und testen sie 350 Verbindungen. Jede Woche entwickeln die Chemiker neue Substanzen, die das Fusionsprotein hemmen sollen und in fast allen Fällen ist das Resultat negativ: die Substanzen waren giftig. Nach jahrelangen Recherchen sticht jedoch eine Substanz besonders hervor, sie trägt die Abkürzung STI-571. Die Substanz stoppt in Experimenten mit Zellen die Entstehung von Leukämie am effektivsten und zeigt wenig unerwünschte Wirkungen. Auch erste Tests an Mäusen verlaufen positiv.
Im April 1999 fällt Novartis den definitiven Entscheid für Glivec. Zu diesem Zeitpunkt kommen sehr überzeugende Testresultate auf das Pult der Verantwortlichen. Forschende haben nach jahrelanger Forschung im Labor die Substanz erstmals an Menschen getestet: Bei allen setzte eine unmittelbare gesundheitliche Verbesserung ein. Bei Novartis hat das Medikament nun oberste Priorität, die Produktionsstätte im irischen Ringaskiddy wird aufgebaut, obwohl abschliessende Resultate über die Wirksamkeit des Präparates noch nicht vorliegen.
Im Dezember 1999 läuft die Phase II für Glivec an, in der die Substanz an 500 CML-Patienten getestet wird - mit erfolgreichem Ausgang. Am 27. Februar 2001 reicht Novartis die Unterlagen bei verschiedenen Gesundheitsbehörden zur Prüfung ein. Nur zehn Wochen später gibt die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA grünes Licht: Das Medikament wird zugelassen und ist nun in Apotheken erhältlich.
Mehr als 50'000 Patienten haben seither von Glivec profitiert. Das Medikament wurde auch für die Behandlung anderer Krebsarten zugelassen, etwa für einen seltenen Magen-Darm-Krebs.