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Die Argovia Pirates blieben auch gegen die routinierten Thun Tigers zuhause ungeschlagen und haben sich mit dem vierten Sieg im vierten Heimspiel sensationell für das Finale gegen die Luzern Lions qualifiziert. Sogar der Meistertitel ist dieser Mannschaft zuzutrauen. Gegen die Lions sind sie in dieser Saison ungeschlagen
Claudio Ferrari, der Quarterback der Argovia Pirates erzielte nicht weniger als vier Touchdowns durch seine unwiderstehlichen Läufe gleich selber. Es gibt wohl keinen Sport, der so exemplarisch für Teamwork steht wie American Football. Ohne die hervorragende Blockarbeit der Offense, wären die vier Touchdownläufe von Claudio Ferrari nicht möglich gewesen. Die Defense hielt zudem in den schwierigsten Phasen dicht. Die Pirates zeigten ein weiteres Mal, dass sich ein Besuch auf Tortuga lohnt. Tortuga nennen die Piraten ihre Heimat auf der Suhrenmatte in Buchs.
Nach dem ersten Quarter stand die Partie gegen die favorisierten Thuner 7:7. Claudio Ferrari hatte die Pirates mit einem Lauf in Führung gebracht. Die Thuner konnten postwendend ausgleichen. Kurz vor dem Ende des ersten Quarter verloren die Pirates den Ball durch einen Fumble. Kurz nach dem Seitenwechsel nutzten die Thun Tigers diese Eroberung zur 7:14 Führung. Die Defense beider Teams spielten stark und liessen zu Beginn der Partie, wie auch nach dem 7:14 wenig zu. Bis Philipp Koch einen Pass zum Ausgleich verwerten konnte, musste jedes Team je zweimal punten. Den nächsten Tigers Angriff konnte Robin Grylka abfangen. Nach der Balleroberung lief Claudio Ferrari zu seinem zweiten Touchdown. Da der PAT (Point after Touchdown) geblockt wurde, stand es zur Pause 20:14 für die Pirates.
Die erste Angriffsphase der Thuner dauerte ganze 21 Spielzüge. Dabei spielten sie dreimal den vierten Down aus und krönten ihren Mut zum Risiko mit der erneuten Führung zum 20:21. Gegen Ende des dritten Quarters wurde ein Pass von Claudio Ferrari seltsamerweise als incomplete gewertet. Ferrari reagierte mit einem Lauf über das halbe Feld (42 Yards) und erzielte seinen dritten Touchdown zum 27:21. Den Pirates misslang im vierten Quarter ein Punktgewinn aus aussichtsreicher Position. Sie kamen bis vier Yards an die Endzone der Tigers, wurden dann etwas zurück gedrängt und versuchten es im vierten Down mit einem Fieldgoal. Die Tigers konnten den Versuch blocken kamen ihrerseits wieder zum Angriff. Sie schlossen ihn mit einem Touchdown und der 27:28 Führung ab. Bereits mehrmals in dieser Saison haben die Pirates bewiesen, dass sie sich von solchen Rückschlägen nicht beunruhigen lassen. Ihren nächsten Angriff schloss wieder Claudio Ferrari mit einem Lauf zum Touchdown ab. Nach der erfolgreichen Two-Point-Conversion (Spielzug anstatt Kick nach dem Touchdown) führten sie 35:28. Die Tigers fanden darauf keine Antwort mehr.
Finale am Sonntag in Luzern
So stehen die Argovia Pirates ein Jahr nach ihrem Aufstieg in die NLB bereits im Finale. Sie können am nächsten Sonntag in Luzern gar den Meistertitel holen. Gegen die Luzern Lions haben sie in dieser Saison kein Spiel verloren. In dieser hervorragenden Saison ist auf jeden Fall alles möglich. Präsident Viktor Gegeckas: „Diese Saison ist der Wahnsinn, wer hätte sowas je gedacht! Geniessen wir den Moment.“
Das Finalspiel der NLB findet am Sonntag, 25.06.2017 um 14:00 im Leichtathletikstadion Allmend in Luzern statt.
(Foto: Roman Schläpfer)