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Während Trockenperioden sinken der Abfluss und der Wasserstand der Fliessgewässer; die Wassertemperatur steigt und die Sauerstoffkonzentration nimmt ab. Ausserdem haben sie bedeutende Auswirkungen auf die Fliessgewässer:
- Die geringen Wassermengen haben eine verminderte Verdünnung der Abwässer aus Kläranlagen sowie Siedlungs- und Ackerbauflächen zur Folge. Dies kann vor allem an kleineren Bächen und Flüssen lokal zu erhöhten Konzentrationen der verbleibenden Schad- und Nährstoffe sowie von Bakterien und somit zu einer Abnahme der Wasserqualität führen.
- Die Wasserflora und -fauna leiden unter der Trockenheit, wobei es auch zu einem Fischsterben kommen kann.
Die hydrologische Trockenheit bezeichnet einen Zeitraum mit ausserordentlich trockenem Wetter, der lange genug andauert, um eine Wasserknappheit entstehen zu lassen, die sich in einer Absenkung weit unter die Normwerte des Fliessgewässerabflüsse sowie der See- und/oder Grundwasserstände und/oder in einer aussergewöhnlichen Austrocknung des Bodens bemerkbar macht [1].
Seit dem Beginn der Statistik im Jahr 1998 hat das Amt für Umwelt (AfU) 12 Trockenjahre erfasst: 1998, 2003, 2004, 2005, 2006, 2009, 2010, 2011, 2012, 2015, 2017 und 2018.
Laut Klimaszenarien CH2018 wird die mittlere Niederschlagsmenge in den Sommermonaten ab- und die Verdunstung zunehmen. Das heisst, die Trockenperioden werden häufiger auftreten und sie werden länger dauern.
[1] Originaldefinition (Französisch): https://www.dictionnaire-environnement.com/secheresse_hydrologique_ID1495.html
In Trockenperioden verfolgt das Amt für Umwelt täglich die Situation der Fliessgewässer und nutzt dafür folgende Instrumente und Daten:
- hydrometrische Stationen, welche die Abflüsse und Temperaturen verschiedener Fliessgewässer (Broye, Kleine Glane, Arbogne, Chandon, Bibera, Sense usw.) erheben;
- Daten, die von den Wildhüter-Fischereiaufsehern des Amts für Wald, Wild und Fischerei übermittelt werden;
- Informationen von MeteoSchweiz (Niederschlagssumme, kurz- und mittelfristige Niederschlagsvorhersagen).
Wasserentnahmen aus öffentlichen Gewässern sind nur mit einer entsprechenden Bewilligung erlaubt. Derzeit gibt es im Kanton Freiburg gut 70 bewilligte Wasserentnahmen, die meisten davon für die Landwirtschaft. Andere Entnahmen dienen dem Wärmeaustausch, der Kieswaschung, der Fischzucht oder der Speisung von Weihern.
Wenn die Situation es erfordert, beschliesst das Amt für Umwelt Wasserentnahmeeinschränkungen in einem Teil oder für das gesamte Kantonsgebiet. Dabei können Ausnahmen für bestimmte Wasserläufe gewährt werden, wenn deren Wasserstand es erlaubt. Die Kriterien für ein Verbot von Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern sind in einer Richtlinie definiert. Sie betreffen den Abfluss des Fliessgewässers, die Temperatur des Wassers, die Situation für die Wasserfauna sowie den Wasserbedarf der Vegetation.
Vom Verbot ausgenommen sind Entnahmen für die Trinkwasserversorgung durch Gemeinden oder Genossenschaften. Diese sind nämlich selber verantwortlich für die Verwaltung ihrer Ressourcen; ihnen obliegt es entsprechend, gegebenenfalls Einschränkungen aufzuerlegen.
Gewässerbewirtschaftung auf der Ebene von Einzugsgebieten
Der Kanton Freiburg hat eine gesamtheitliche Gewässerbewirtschaftung auf regionaler Ebene (Einzugsgebiet) eingeführt, um diese Ressource langfristig zu erhalten. Diese Art der Gewässerbewirtschaftung erlaubt es nicht nur, besser auf die Bedürfnisse der Wassernutzer einzugehen, sondern auch, die Verträglichkeit der Einleitungen für die Hydrodynamik der ober- und unterirdischen Gewässer zu verbessern, was während Trockenperioden besonders wichtig ist.
Bewässerung in der Landwirtschaft
Der Wasserbedarf für die landwirtschaftliche Bewässerung nimmt im Sommer deutlich zu, während die Fliessgewässerabflüsse in dieser Periode abnehmen.
Um dieser Situation zu begegnen gibt es verschiedene Lösungen:
- Anpassung der Landwirtschaft (Wahl der Pflanzen, Anbaumethoden usw.);
- neue wassersparende Bewässerungssysteme;
- Wasserentnahmen aus Seen statt aus Fliessgewässern.
Seit einiger Zeit werden allmählich Bewässerungsnetze realisiert, bei denen das Wasser direkt aus Seen entnommen wird. So konnte beispielsweise 2015 eine bedeutende Wasserentnahme aus der Kleinen Glane aufgehoben werden, nachdem das Bewässerungsnetz Delley-Portalban mit Entnahme aus dem Neuenburgersee in Betrieb ging.
Das Pilotprojekt «Integrales Wassermanagement Seeland-Broye» wurde mit dem Ziel durchgeführt, die Investitionen zu fördern, die für eine wasser- und bodenverträgliche landwirtschaftliche Produktion, welche die Lebensqualität der Bevölkerung erhöht, nötig sind. Der Klimawandel und die Bedürfnisse der Lebensmittelsicherheit stellen für dieses Gebiet eine grosse Herausforderung dar. Der Synthesebericht zum Projekt wurde im Januar 2018 veröffentlicht.
Im Kanton Freiburg gibt es sechs Bodenfeuchtemessstellen. Die Daten werden auf der Website www.bodenmessnetz.ch fortlaufend aktualisiert. Dieses Instrument kann unter anderem als Entscheidungshilfe bei der Planung der landwirtschaftlichen Bewässerung während Trockenperioden dienen.
Ableitung und Reinigung von Abwasser
Das Amt für Umwelt hat eine Strategie entwickelt, um die Einleitungen in die kleinen Fliessgewässer zu begrenzen, da solche Fliessgewässer bei Trockenheit besonders stark belastet werden. Dies betrifft das Abwasser aus den Kläranlagen und aus der Siedlungsentwässerung.
Zusammen mit den Abwasserverbänden und Gemeinden hat das AfU die Regionalisierung der Abwasserreinigung und die Verbesserung der Abwasserbehandlung – vor allem durch die Elimination der Mikroverunreinigungen in den ARA – geplant.
Damit sollen insbesondere in Trockenperioden die Wasserqualität der Fliessgewässer und die Qualität der Trinkwasserreserven sichergestellt werden.
Grundwasser
Das Amt für Umwelt zieht eine quantitative Überwachung der Grundwasserressourcen in Betracht, um die Auswirkungen der wiederholten Trockenperioden auf die Reserven für die Trinkwasserversorgung (80 % des Trinkwassers stammt von den unterirdischen Gewässern) zu bewerten. Die Wirkung ist unbestreitbar, doch ist es zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht möglich, sie zu quantifizieren.
In der Schweiz braucht eine Person pro Tag 160 Liter Wasser (dazu kommt der virtuelle Wasserverbrauch). In Trockenperioden sollten wir alle unseren Wasserverbrauch senken. Dies geht mit ein paar einfachen Massnahmen:
- Wasser nicht unnötig laufen lassen und undichte Stellen reparieren;
- Duschen statt baden;
- den Rasen nicht bewässern;
- das Auto nicht waschen;
- den Swimmingpool nicht füllen;
- die Spül- oder Waschmaschine nur starten, wenn sie gut gefüllt sind.
Die Gemeinden publizieren Empfehlungen oder erlassen Einschränkungen der Wassernutzung, wenn Wasserknappheit auf ihrem Gebiet herrscht.
Selbstverständlich können die einfachen Massnahmen, mit denen diese lebenswichtige Ressource geschont werden kann, immer getroffen werden, nicht nur dann, wenn das Trinkwasser knapp zu werden droht.
Baden von Tieren in Fliessgewässern und Seen: Laut Gesetz über die Fischerei ist es untersagt, Haustiere in den Regalgewässern frei herumlaufen zu lassen. Damit sollen die Fauna und Flora geschützt werden. Zudem dürfen Pferde und andere Reittiere Flussläufe nur auf dem kürzesten Weg überqueren.