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Mein Opa führte mich in das erste Theater in meinem Leben, in das „Kalugaer Theater für Drama“. Es wurde „Aladin und die Wunderlampe“ gespielt. Den Zusammenhang zwischen gerade diesem Märchen und der Neujahresfeier in Kaluga werde ich dem westeuropäischen Leser nicht erklären können. Dem russischen eigentlich auch nicht. Ich kann nur vermuten, dass es etwas mit Wünschen zu tun hat, aber mit Sicherheit werde ich das nicht behaupten. Wie auch immer, wir Kinder hüpften zuerst mit dem Väterchen Frost um die geschmückte Tanne und dann liess man uns in den grossen Saal mit Balkonen. Der gigantische Kronleuchter erlosch feierlich, der rotsamtene Vorhang ging auf und das Wunder begann.
Von meinem Sitz im Parterre konnte ich nichts sehen und stand deswegen hinter der Rückenlehne der vorderen Reihe. Was auf der Bühne geschah, daran kann ich mich jetzt nicht erinnern, bis der Aladin seine Lampe rieb. Da fiel plötzlich eine Rauchwolke von der Bühne, eine riesige, hässliche Visage erschien und eine Stimme donnerte.
Die ganze Wucht der kalugaer dramatischen Kunst traf mein kindliches Gemüt völlig unvorbereitet und schleuderte mich in den Sessel zurück. Den Rest der Vorstellung habe ich mich nicht gewagt zu rühren.
Neulich war ich in der Oper von Tschajkowski im Bolschoj Theater.
Und fühlte mich wieder in die Kindheit versetzt.
*Ich bin geboren und aufgewachsen in Kaluga (Калуга) , einer Stadt an der Oka mit rund 325.200 Einwohner, ca.190 km südwestlich von Moskau .