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Die Entstehungsgeschichte des Taiji-
Das Taiji-
Über den Aspekt als Kampfkunst und Selbstverteidigung hinaus wird Taijiquan häufig als allgemeines System der Bewegungslehre oder als Gymnastik betrachtet, das einerseits der Gesundheit sehr förderlich ist, andererseits der Persönlichkeitsentwicklung und der Meditation dienen kann. Besonders im Westen tritt der Kampfkunstaspekt häufig hinter diesen Aspekten zurück.
Entstehungslegenden und Verbindungen zum Daoismus
Über die Entwicklungsgeschichte des Taijiquan gibt es widersprüchliche Angaben. Die meisten der heute Taijiquan Praktizierenden berufen sich auf Vorläufer oder Wurzeln aus dem 15. Jahrhundert oder früher. Des Weiteren sollen die Wurzeln oder Vorläufer nur einem engen Personenkreis zugänglich gewesen sein, etwa einem Kloster oder einer Familie. Entsprechend entziehen sich diese auch der offiziellen Geschichtsschreibung. Erschwerend kommt hinzu, dass es im chinesischen Kaiserreich üblich war, sich in eine Reihe von Vorfahren oder Lehrern zu stellen, die möglichst hoch angesehen oder gar Sagengestalten waren, d.h. es wurden nicht immer die tatsächlichen Sachverhalte weitergegeben. All dies leistete der Mythenbildung Vorschub.
Unsicher ist, ob es eine historische Verbindung zwischen dem philosophischen Daoismus (im Gegensatz zum religiösen Daoismus) jener Zeit und der Entstehung des Taijiquan gibt. In den klassischen Schriften des Taijiquan gibt es zahlreiche Punkte, die einen besonderen Bezug zum Daoismus nahelegen und diesbezüglich auch zu dem heiligen Wudang Gebirge. Wann diese Schriften entstanden sind, ist jedoch umstritten.
Vorläufer des Taijiquan
Einige Namen werden immer wieder genannt, die als Vorläufer des Taijiquan betrachtet werden können. Für die Schreibweisen der im Folgenden aufgeführten Techniken und deren Begründer gibt es Varianten.
Sanshiqi -
Xiantianquan -
Shaoxiutian -
Hutianfa -
Zhang Sanfeng
Innerhalb der Kampfkünste (chin. Wushu) wird Taijiquan zu den inneren Kampfkünsten (chin. Neijia) gerechnet. Als legendärer Begründer der inneren Kampfkünste und damit auch des Taijiquan wird Zhang Sanfeng betrachtet. Der Legende nach entdeckte er die Prinzipien der inneren Kampfkünste in den Wudang-
Unter Anhängern der Wudang-
Die Wudang-
Heutzutage wird in den Wudang-
Entstehung der "5 Familienstile"
Verlässlich lässt sich die Geschichte des Taijiquan bis etwa zur Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Damals schrieb Qi Jiguang "Die 32 Arten der Boxformen". Obwohl darin kein Taijiquan erwähnt wurde, enthält das Buch dennoch einige Techniken und Namen für diese, die auch heute noch im Taijiquan zu finden sind.
Mitte des 17. Jahrhunderts tauchte im Dorf Chenjiagou ein innerer Boxstil auf. Zum Ursprung des Stils gibt es verschiedene Ansichten. Der Überlieferung der Familie Chen zur Folge wurde der Stil von Chen Wangting aus seinen bestehenden Kenntnissen der Kampfkünste entwickelt. Wie intensiv die Einflüsse anderer Künste auf diesen Boxstil tatsächlich waren, ist nicht mehr nachzuvollziehen, oder ob Chen Wangting einen Lehrer hatte. Einer anderen Überlieferung zufolge brachte ein Reisender namens Wang Zongyue oder Jiang Fa den Stil nach Chenjiagou. Nachdem er sich dort erfolgreich einigen Herausforderungen gestellt hatte, wurde er darum gebeten, seinen Stil zu lehren.
Fest steht, dass der Stil seit dieser Zeit zunächst als Familiengeheimnis der Familie Chen weiterentwickelt und tradiert wurde. Das Taijiquan der Chen-
So wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Grundlage für die sogenannten 5 Familienstile gelegt, benannt nach den Familiennamen der Stilbegründer. Dies sind:
Chen-
Yang-
Wu/Hao-
Wu-
Sun-
Man beachte, dass das "Wu" in "Wu Yuxiang" ein anderes Schriftzeichen ist als in "Wu Jianquan" -
Ausbreitung des Taijiquan im Westen
Im Westen wurde das Taijiquan in der Mitte des 20. Jahrhunderts bekannt. Dabei tat sich insbesondere Zheng Manqing (W.-
Vermutlich ist es der Einfachheit der Kurzform und der Offenheit von Zheng Manqing zu verdanken, dass sich seine Form im ganzen Westen verbreitete und damit maßgeblich zur Ausbreitung des Taijiquan im Westen beitrug. Dabei ist sowohl Zheng Manqing als auch seine Form nicht unumstritten, und seine Form wird von den Vertretern des Yang-
Neuere Geschichte
Seitdem sich das Taijiquan zunächst in China und später auch im Westen zunehmender Beliebtheit erfreute, ist eine sehr große Diversität von Stilen zu beobachten. Es haben sich unzählige Weiterentwicklungen, Abkömmlinge und Mischungen entwickelt, die unter der Bezeichnung Taijiquan gelehrt und praktiziert werden.
Dabei herrschen zwei Tendenzen vor:
Zurück zu den Wurzeln: ein Teil der Stile berufen sich auf möglichst alte, "authentische" Wurzeln. Diese Stile tragen meistens den Namen eines der Familienstile oder auch noch älterer Stile.
Das Beste von Allem: der andere Teil der Stile sind Neuentwicklungen, welche die "besten" Eigenschaften der anderen Stile kombinieren sollen. Dabei werden gerne auch Elemente aus anderen Kampfkünsten, aus dem Tanz, oder von Meditationstechniken übernommen. Ein Beispiel dafür ist das Tang Lang Taijiquan.
Im Jahre 1956 wurden von offizieller Seite in der VR China die Pekingform mit 24 Bildern eingeführt. Diese Form basiert auf dem Yang-