Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03346.jsonl.gz/2484

Fallbeispiel 1: Wiederholte Konflikte zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem
1. Welche personengebundenen und situativen Ursachen führten zu P. M.s Fehlverhalten?
2. Besteht bei P. M. eine charakterliche Problematik, die dazu führt, dass auch in Zukunft von einem erhöhten Risiko für erneutes Fehlverhalten ausgegangen werden muss?
a. Falls ja: Bestehen Möglichkeiten, um erneutes Fehlverhalten zu verhindern?
b. Falls nein: Müssen Veränderungen an den situativen Rahmenbedingungen vorgenommen werden?
Im Rahmen der Begutachtung ergab sich, dass P. M. mit den inhaltlichen Anforderungen der Stelle überfordert war und aufgrund seiner geringen Frustrationstoleranz und seiner Neigung zur Externalisierung auf Konfrontationen mit seiner unzureichenden Leistung aggressiv und verärgert reagierte. Die Wahrscheinlichkeit für erneutes Fehlverhalten wurde als sehr hoch eingeschätzt und eine Versetzung auf eine Position mit geringeren Anforderungen oder die Beendigung des Arbeitsverhältnisses empfohlen. P. M. stimmte einer internen Versetzung in eine andere Abteilung zu und konnte dem Unternehmen erhalten bleiben.
Fallbeispiel 2: Verdacht auf Weitergabe von vertraulichen Informationen
1. Sind A. K.s Schilderungen betreffend die Umstände des ihr zur Last gelegten Fehlverhaltens glaubhaft und schlüssig?
2. Besteht bei A. K. eine erhöhte Neigung, vertrauliche Informationen weiterzugeben?
a. Falls ja: Bestehen Möglichkeiten, um erneutes Fehlverhalten zu verhindern?
Im Rahmen der Begutachtung wurde festgestellt, dass A. K.s Angaben zu den Vorkommnissen in Zusammenhang mit der mutmasslichen Weitergabe von Informationen schlüssig waren. Auf der Persönlichkeits- und Einstellungsebene konnte keine Problematik festgestellt werden, die zu einer erhöhten Neigung zur Weitergabe von vertraulichen Informationen geführt hätte. Die Weiterbeschäftigung von A. K. wurde empfohlen.
Fallbeispiel 3: Nichteinhalten von Vorschriften in der Nachtschicht
1. Ist M. L. willens und in der Lage, die ihr zugeteilten Aufgaben während der Nachtschicht vorschriftsgemäss auszuführen?
a. Falls nein: Bestehen Möglichkeiten, um erneutes Fehlverhalten zu verhindern?
Im Rahmen der Begutachtung wurde festgestellt, dass Frau M. L. eine geringe Normenorientierung und ein erhöhtes Spannungsbedürfnis aufweist. Dies führ dazu, dass sie bei eintönigen Arbeiten, die sehr präzis ausgeführt werden müssen, schnell abgelenkt ist und nicht die nötige Sorgfalt walten lässt. Zudem neigt sie dazu, selbst zu entscheiden, welche Vorgaben wichtig sind und welche nicht so strikte befolgt werden müssen. In Situationen, in denen keine Überwachung besteht, werden Vorschriften daher nicht immer eingehalten. Das Risiko für erneute Vorfälle wurde als hoch eingestuft, ein Wechsel in die Tagschicht wurde empfohlen, in der mehr Beaufsichtigung bestand und abwechslungsreichere Tätigkeiten anstanden. Der Arbeitgeber trennte sich schliesslich von der Mitarbeiterin, nachdem diese eine interne Versetzung abgelehnt hatte.
Fallbeispiel 4: Verweigerungsverhalten während einer Reorganisation
1. Welche Mitarbeiter können unter welchen Bedingungen zur Kooperation bewogen werden und von welchen sollte sich das Unternehmen trennen?
Die Abklärung ergaben, dass sich die Mitarbeiter durch eine erhöhte Anspruchshaltung dem Arbeitgeber gegenüber auszeichneten und nicht bereit waren, die eigenen Interessen im Sinne der Weiterentwicklung der Organisation zurückzustecken. Die Beeindigung der Arbeitsverhältnisse wurde empfohlen. Der Arbeitgeber trennte sich von drei der vier Mitarbeiter, einer wurde an einen anderen Standort versetzt.