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Augsburg, Hamburg etc. Mit Rinds- und Hammelfett versetzte S. kommt neuerdings mehr und mehr
in den Handel; Zusätze derart vermindern den Wohlgeschmack, erniedrigen aber den Preis. Der Zusatz ist leicht erkennbar
an der Farbe. Reine S. ist dunkelgelb. - Zoll s.
Butter.
(frz. creuset; engl. crucible oder melting-pot).
Es sind dies Gefäße von verschiednem Material, welche dazu dienen, starre Körper zu schmelzen, oder
auch nur einer hohen Temperatur auszusetzen. Das Material, aus welchem die S. gefertigt werden, richtet sich teils nach der
Höhe der Temperatur, die sie auszuhalten haben, teils nach der Natur der Stoffe, die man darin erhitzt.
Die Form, die man dem S. gibt, ist eine von unten nach oben zu sich konisch erweiternde mit kreisrundem Querschnitte; nur
die sog. hessischen S. haben zuweilen einen abgerundet dreieckigen Querschnitt. Diese letzteren
kommen aus Großalmerode und Ebterode in der Provinz Kurhessen; sie werden aus feuerfestem
Thon und Quarzsand gefertigt
und in großen Mengen versendet. Man erhält sie gewöhnlich in Sätzen von sechs Stück, die genau in einander passen; die
größeren werden auch einzeln verkauft. Ferner hat man Chamottetiegel zum Schmelzen von Gußstahl und
Glas.
Sehr beliebt sind Graphittiegel; sie werden aus
Graphit und feuerfestem
Thon gefertigt und zum Schmelzen
von
Gold,
Silber,
Messing, Neusilber, Gußstahl etc. verwendet; sie werden bei Passau in Bayern, Ips an der
Donau (Ipser oder Ypser Tiegel) und in Dresden gefertigt, ferner in England. Gußeiserne Tiegel eignen sich nur für ganz
gewisse Zwecke. Porzellantiegel, Platintiegel und Silbertiegel verwendet man nur für Arbeiten im kleinen (in
chemischen Laboratorien); sie werden gewöhnlich mit abnehmbarem Deckel verkauft. Zum Schmelzen von
Platin verwendet man Kalktiegel.
- Zoll: S., irdene, auch aus
Graphit,
Kalk,
Kreide oder Chamottemasse s. Tarif Nr. 38 b;
aus Gußeisen Nr. 6 e 2 α u. β: aus
Platin oder
Silber Nr. 20 a.
oder Smirgel (lat. lapis smiridis, frz. émeri
oder corindon granulaire, engl. emery). Ein äußerst wichtiges und massenhaft gebrauchtes Mittel
zum
Schleifen und Polieren von Metallen, Steinen und
Glas. Er ist seiner Art nach ein
Korund, ein Mineral, das aus reiner
Thonerde
besteht, und hiernach dasselbe wie
Rubin und
Saphir, nur ohne deren Farbenpracht, denn er ist derb, undurchsichtig,
in der Farbe meist dunkel bläulichgrau oder von verwandten Nüancen. Als eingemengten Bestandteil führt er in der Regel
Magneteisen.
Das Mineral tritt in kompakten Massen auf und muß zum Gebrauch erst gestoßen und geschlämmt werden; es besitzt in seinen
kleinsten Teilen eine solche Härte, daß es das wirksamste Schleifpulver nach dem Diamantstaub gibt,
ist aber nicht an allen Orten seines Vorkommens gleich gut; es sind daher die Fundorte im sächsischen Erzgebirge und dem
benachbarten Böhmen, die übrigens auch wohl erschöpft sind, in Spanien, Persien, England, Schweden etc.
von geringer Bedeutung.
Die Bezugsquelle der besten und gesuchtesten Ware
ist vielmehr nur eine einzige, die griechische Insel
Naxia, mit ihrem alten Namen Naxos. Dort findet sich der Stoff nicht nur in bester Güte, sondern auch noch immer in ungeheuren
Massen, trotz einer bereits sehr lang dauernden Ausbeutung, die jährlich etwa 50000 Ztr. entführt.
Der dortige S. ist von gleichmäßig dunkelgrauer Farbe, sein Korn von besonderer Härte und Feinheit.
Der Preis dafür ist hoch und in letzter Zeit noch erhöht worden, da die griechische Regierung die Brüche an eine englisch-französische
Gesellschaft verpachtet hat und diese sogleich mit den Preisen aufgeschlagen ist.
Dies hat die Aufmerksamkeit wieder mehr auf den kleinasiatischen, sog. türkischen
S., gelenkt, dessen Vorhandensein längst auch bekannt war, da ja der Name selbst von dem Namen der Stadt Smyrna herkommen
soll; nur war die Qualität dieser Ware nicht genügend. Es sind indes in den letzten Jahren und noch bis in die jüngste
Zeit bei besserm Nachsuchen Lager gefunden worden, welche geeignet sind, mit denen von Naxos wenigstens
für gewisse Zwecke zu konkurrieren, namentlich zum Stahlpolieren, während Spiegelfabrikanten und Edelsteinschleifer, wie
es scheint, auf Naxos angewiesen bleiben.
Die Ausfuhr aus Kleinasien hat sich demnach in letzter Zeit bedeutend gehoben, um so mehr, als die Preise
der dortigen Ware im Verhältnis niedrig sind. England mit seiner gewaltigen Stahlindustrie bezieht schon großartige Mengen;
die Ausfuhr geht aber auch nach Holland, Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Das an Naturprodukten
so reiche Amerika hat doch keinen S. Das Material geht von Smyrna, wie auch von Naxos im unzerkleinerten
Zustande fort und wird erst in den Verbrauchsländern durch Stampfen, Mahlen und Schlemmen gebrauchfähig gemacht.
Es werden eine Reihe von Sorten hergestellt, gröbere zum Rauhschleifen und feine zum Polieren, und entweder durch Nummern
oder die Zeitangabe des Schlemmens unterschieden. Wenn die gepulverte Masse in viel Wasser aufgerührt wird, so setzt
sich natürlich das Gröbere zuerst und in der Folge immer Feineres ab. Je länger daher gewartet wird, ehe man die noch
trübe Flüssigkeit abzieht, um so feiner wird der Stoff, der sich noch aus ihr absetzt. Hiernach hat man Sorten von 3, 5, 10 Minuten
etc. Im gewöhnlichen Verkauf kommt die Ware nur einfach pulverisiert und
in Körnern vor im Preise von 27, 30 bis 39 Mk. pro Ztr. Die Körner haben
die Größen des feinen bis groben
Schießpulvers.
Außer in Pulverform, meistens mit
Öl gemischt, wird der S. auch noch angewandt auf
Papier oder Zeug befestigt (Schmirgelpapier
und S.-Leinwand), um
Messing,
Argentan u. dgl. zu schleifen und Rostflecke
von Stahlwaren zu vertilgen, ferner mit Schellack eingeschmolzen und in Formen gegossen zu künstlichen Schleifsteinen, Scheiben
und Feilen. - Zoll: S., Schleifsteine, Scheiben und Feilen daraus, ebenso Schmirgeltuch sind zollfrei. (Vgl. Schleifsteine.)
Schmirgelpapier s. Tarif Nr. 27 b.
(GattungWeinbergsschnecke, Helix pomata) bilden in Italien, Österreich, in
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mehr
der Schweiz und in Süddeutschland ein beliebtes Volksnahrungsmittel (Fastenspeise), welches in besondern Schneckengärten
oder Schneckenbergen durch Mästen gefangener Tiere marktfähig gemacht wird und auch, in Säcken oder Fässern verpackt,
einen Handelsartikel bildet; der Verkauf geschieht nach Hundert oder Schock. Genießbar sind die S. vom Spätherbst an, im
ganzen Winter bis zum März, so lange sie mit Deckeln verschlossen sind; gemästet werden sie mit Salat,
Gemüseabfall, Kleie etc.
Das Gehäuse der Weinbergsschnecke ist gelb, graubraun gestreift, etwas durchscheinend, bis 9 cm im Durchmesser und etwa 9 cm
lang; zum Verspeisen wird der Deckel geöffnet, die Schnecke herausgezogen, von der schwarzen Haut, den
harten Teilen an Kopf und Schwanz und allen schleimigen Teilen befreit, mit Salz eingerieben, gut gewaschen und entweder gebacken,
gebraten oder gekocht, oder zu Schneckensalat verarbeitet oder als Zuthat zu Suppen (Kraftsuppe gegen Lungen- und Auszehrungskrankheiten)
oder zu Schneckenmilch, anderweitig auch zu Schneckendekokt (Decoctum helicum).
Der Handel ist ein ziemlich bedeutender und besonders für die Großstädte, in welchen oder in deren
Nähe auch die Mastanstalten sind. Außer der Weinbergsschnecke verwendet man noch zur Speise hier und da die Kreiselschnecke,
den Goldmund, das Midasohr und auf den ostindischen und australischen Inseln große, bis ½ kg schwere Seeschnecken, welche
auch als Handelsartikel nach China in Betracht kommen. Die Chinesen essen S. in großer Menge, besonders
mit Essig und Zitronensaft. Seeschnecken bilden, eingemacht in Gläsern, Büchsen oder Flaschen, oder frisch in Blechbüchsen
verlötet, einen auch weiterhin versendeten Handelsartikel. - Zoll: Landschnecken sind zollfrei. Seeschnecken Nr. 25 r;
in hermetisch verschlossenen Blechbüchsen etc. eingehende frische, marinierte
oder eingesalzene Nr. 25 p 1.