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Gründung: 1914
Lage: 164 Meter über Meer
Bevölkerungszahl: 256.088 (Stand 11/2010)
Grösse/km2: 618 km2
Bevölkerungsdichte/km2: 414,58 Einw./km2
Regenzeit: unterschiedlich je nach Jahreszeit
DIE STADT „FOZ DO IGUAÇU
Sie liegt an der Einmündung des Rio Iguaçu in den Rio Paraná – genau im Dreiländereck Brasilien, Argentinien, Paraguay – im äussersten Westen des Bundesstaates Paraná, 639 Kilometer von der Hauptstadt Curitiba entfernt. Landverbindung zwischen den beiden Städten ist die Bundesstrasse BR-277 – aber die meisten Besucher kommen auf dem Luftweg hierher – im Direktflug von Rio de Janeiro oder São Paulo. Die Stadt ist Eingangstor zu einer der grössten touristischen Attraktionen Brasiliens, den Cataratas do Iguaçu – jenen weltberühmten Wasserfällen 28 Kilometer südöstlich der Stadt, innerhalb des Parque Nacional do Iguaçu, an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien gelegen.
Presidente Tancredo Neves
Die Brücke verbindet Foz do Iguaçu mit Puerto Iguazú, in Argentinien – sie wurde am 29. November 1985 (nach fast 3 Jahren Bauzeit) eingeweiht, von den Präsidenten José Sarney (Brasilien) und Raul Alfonsín (Argentinien). Die Brücke erhielt ihren Namen zu Ehren des brasilianischen Präsidenten aus Minas Gerais, der bereits gewählt, kurzfristig verstarb, ohne sein Amt angetreten zu haben. Die Brücke hat eine Länge von 489 m, eine Breite von 16,50 m und 220 m Abstand zwischen den mittleren Pfeilern – sie verbindet die RN-12 auf argentinischer Seite, mit der BR-469 in Brasilien.
Internacional da Amizade (Brücke der Freundschaft)
Verbindet Foz do Iguaçu mit Ciudad del Este, in Paraguay – sie wurde 1965 (nach 9 Jahren Bauzeit) von den Präsidenten Castello Branco (Brasilien) und Alfredo Stroessner (Paraguay) eingeweiht. Damit die Schifffahrt während der Hochwasser-Periode nicht beeinträchtigt würde, hat man ihre Länge auf insgesamt 552,40 m ausgedehnt – mit einem freitragenden Bogen zwischen den beiden mittleren Pfeilern, von 303 m (der bisher grösste freitragende Brückenbogen der Welt) – Breite 13,50 m, die Höhe vom Flussbett gemessen beträgt 78 m und 32 m über dem normalen Wasserspiegel. Die Brücke befindet sich am westlichen Zipfel der Stadt und dem Ende der BR-277 – sie verbindet mit der Strasse Ruta-01 nach Assuncion (305 km).
Marco das Três Fronteiras
Wo die Grenzen aller drei Länder zusammenstossen, haben Brasilien, Argentinien und Paraguay bereits im Jahr 1903 beschlossen, diese Stelle von allen drei Seiten her zu markieren. Also stellte jedes Land einen Obelisken auf – jeder bemalt mit den Farben seines Landes. Der brasilianische hat die Form einer Pyramide, und eine Aussichtsplattform, welche eine gute Panoramasicht hinein in die drei Länder bietet. Von hier aus kann man ebenfalls den Zusammenfluss des Rio Iguaçú mit dem Rio Paraná überblicken. Am gleichen Ort befindet sich auch ein Gedenkstein zu Ehren des Alvaro Nuñes Cabeza de Vaca, der im Jahr 1542 die Iguaçu-Wasserfälle entdeckt hat.
Die Wasserfälle von Iguaçu sind für viele Brasilienbesucher die grösste Attraktion überhaupt: Sie werden vom Fluss gleichen Namens gespeist – entdeckt hat sie der Spanier Alvaro Nuñes, im Jahr 1542, der in die Geschichte als Cabeça de Vaca (Kuhkopf) eingegangen ist. Er nannte die Fälle Saltos de Santa Maria – dieser Name verlor sich jedoch im Lauf der Geschichte, und man übernahm die Bezeichnung Iguaçú von den lokalen Tupi-Guaraní-Indianern, die in dem „Grossen Wasser“ als heilige Begräbnisstätte, ihre Toten versenkten.
Der Rio Iguaçu entspringt unweit von Curitiba in dem Küstengebirge Serra do Mar, auf einer relativ bescheidenen Höhe von 1.300 Metern und fliesst über eine Länge von 1.320 km von Ost nach West dem Rio Paraná zu. Unterwegs nimmt er das Wasser von mehreren Dutzend Nebenflüssen auf, und 15 km vor seiner Einmündung stürzt er, inmitten eines 250.000 Hektar grossen Urwaldgebietes, mit grossem Getöse über ein hufeisenförmiges Felsenrund von 2.700 Metern Ausdehnung. Der Fluss teilt sich in 20 grosse und über 250 kleinere Fälle, die im Sommer 300 Kubikmeter/Sekunde und in der Regenzeit 6.500 Kubikmeter/Sekunde an Wasservolumen über die Felsenterassen transportieren. Die Iguaçu-Fälle sind in Ihrer Ausdehnung breiter als die Victoria-Fälle, höher als die des Niagara und schöner als beide. Weder Worte noch Fotos werden ihnen gerecht – man muss sie gesehen und gehört haben.
Das Urwaldgebiet rund um die Fälle – insgesamt 250.000 Hektar schönsten tropischen Regenwaldes, eine der grössten Waldreserven Südamerikas – wurde als Parque Nacional de Iguaçu (185.000 ha), auf der brasilianischen Seite, und als Parque Nacional Iguazu (65.000 ha), auf der argentinischen, bereits 1939 unter Naturschutz gestellt. Im Jahre 1986 wurde das Gebiet von der UNESCO – zusammen mit dem Pantanal – zum Heritage of Mankind erklärt. Das einzigartige Naturschauspiel wird jährlich von über 1,5 Millionen Besuchern aus aller Welt bewundert.
Die Iguaçu-Fälle bilden eine natürliche Grenze zwischen Brasilien und Argentinien. Allerdings entfällt das grössere Stück der Fälle auf Argentinien – deshalb sollte man, um die Wasserfälle auch in ihrem Gesamt gesehen zu haben, auf beiden Seiten gewesen sein. Von der brasilianischen Seite aus bekommt man einen besseren Gesamteindruck, während man auf der argentinischen Seite näher an sie herankommt. Die beste Zeit, sich die Fälle anzusehen, ist von August bis November. Von Mai bis Juli sind sie zwar gewaltig, durch ihr Hochwasser, man kommt aber aus demselben Grund nicht nahe genug an sie heran.
Die brasilianische Seite der Wasserfälle ist, wie gesagt, die in ihrem Gesamtbild imposantere: Man hat von hier einen Blick auf den schäumenden unteren Rio Iguaçú und hinauf zur herabstürzenden 800 Meter breiten Wasserfall-Front. Der brasilianische Park rundherum ist mit 1.850 Quadratkilometern, gegenüber dem argentinischen mit nur 650 Quadratkilometern, zwar der grössere, aber der argentinische ist in einem besseren Zustand. Wenn Sie Mut haben, dann leisten Sie sich einen Helikopter-Rundflug über den Fällen: Überwältigende Eindrücke während dieses 8-Minuten-Vergnügens in der Luft erwarten Sie.
Die argentinische Seite der Wasserfälle ist dafür bekannt, dass man hier die Fälle nicht nur aus nächster Nähe betrachten, sondern auch zwischen ihnen spazieren gehen kann. Die Gesamtausdehnung der hufeisenförmigen Wasserfall-Front auf argentinischer Seite beträgt 1.900 Meter, sodass sich insgesamt – auf brasilianischer und argentinischer Seite – eine Wasserfall-Front von 2.700 Metern ergibt! Es gibt im argentinischen Park drei Wanderwege, von denen man sich den zur Garganta del Diablo, dem Teufelsschlund, wegen des dramatischen Effekts bis zum Schluss aufsparen sollte: über ein System von Holzstegen gelangt man zu einem Kessel, in den 14 gewaltige Fälle pro Sekunde 13.000 Kubikmeter Wasser in 90 Meter Tiefe hinabschleudern. Man steht dicht über diesem Abgrund – die Aus- beziehungsweise Einsicht ist hypnotisierend: das Donnern im Ohr – riesige Regenbögen vor Augen – alles durchnässender Dunst – ein urgewaltiges Schauspiel.
Flora und Fauna
Die Flora im Nationalpark von Iguaçu setzt sich grundsätzlich aus zwei Vegetations-Gruppen zusammen: dem stationären tropischen Regenwald und dem Araukarien-Wald. Die Fauna ist von repräsentativem Charakter: mehr als 200 Vogelarten, vertreten durch Papageien, Tukane, Falken, Kolibris, Jabiru-Störche – unter ihnen so seltene Arten wie der Arara-Canindé oder der Papagaio-de-peito-roxo, der Gavião-pega-macaco oder die Tauchente. Hier hat man allein 257 Schmetterlingsarten identifiziert, 18 Fisch-Arten, 12 Amphibien-Arten, 41 Schlangen-Arten, 8 Eidechsen-Arten, 3 Leguan-Arten und 45 Arten von Säugetieren. Unter den Säugetieren sind auch so gefährdete Arten wie der gefleckte Jaguar (Panthera onca) und der Puma (Puma concolor), Raubtiere, die einen relativ grossen Lebensraum beanspruchen und die in diesem Park das letzte Refugium dieser Region gefunden haben.
Im Jahr 2.000 trat eine völlig neue Besuchs-Struktur des Parque Nacional do Iguaçu in Kraft, die dem Besucher mehr Sicherheit und Qualität des Service garantiert und gleichzeitig beabsichtigt, den Besucher für den Umweltschutz zu motivieren und zu erziehen.
Parque das Aves
Dies ist ein Vogelpark innerhalb des Nationalpark-Geländes, der 1994 gegründet wurde. Ein Erlebnis der besonderen Art, dass man als Besucher auf keinen Fall auslassen sollte, denn auf eine sehr einfühlsame Art und Weise – und vor allem, mit viel Platz – hat man hier auf 16,5 Hektar Fläche innerhalb nativen Waldbestandes zirka 900 Exemplare von 180 verschiedenen Vogelarten untergebracht. In ihrer Mehrheit brasilianische Arten, aber auch Spezies aus Afrika, Asien und Australien, sind in grosszügigen, durch Maschendraht getrennten und zwischen der nativen Vegetation eingerichteten Lebensräumen untergebracht, die der Besucher auf einem insgesamt 1.000 Meter langen Pfad jeweils betritt und wieder verlässt.
Darüber hinaus gibt es ein Schmetterlingshaus, in dem -zig Arten von Schmetterlingen den Besucher umflattern – ein Kolibri-Haus, in dem man die kleinen Nektar-Sauger beobachten kann – und ein Reptilien-Haus, mit Schlangen und Kaimanen.
Es gibt im brasilianischen Teil des Nationalparks von Iguaçú einen sehr empfehlenswerten Ausflug, der eine fantastische Gelegenheit darstellt, sowohl von der exuberanten tropischen Vegetation als auch von der Imponanz der Wasserfälle einen unvergleichlichen Eindruck mit nach Hause nehmen zu können – er nimmt etwa 2 Stunden in Anspruch:
Die Tour beginnt am Kilometer 23 der Rodovia das Cataratas – der Strasse, die von Foz do Iguaçu zu den Fällen führt.
Hier werden die Besucher auf offenen Allrad-Fahrzeugen (über eine Strecke von zirka 3 km) ganz langsam durch den Urwald gefahren, um ihnen auf diese Weise eine gute Sicht auf die umgebende Pflanzenvielfalt zu ermöglichen. Ein spezialisierter Guide erklärt die ökologischen Zusammenhänge.
Am Ende dieser Strecke laufen die Besucher etwa 600 m zu Fuss – auf schmalen Pfaden und über Holzbrückchen erreichen sie den Macuco-Wasserfall, der vom Rio São João gebildet wird, der hier über eine 20 Meter hohe Klippe schiesst und ein herrliches Natur-Schwimmbecken geformt hat.
Ein Stück weiter erreichen die Teilnehmer den Rio Iguaçu, wo Schlauchboote auf sie warten: mit denen fahren sie dann 5 Kilometer bis zu den Hauptfällen stromauf – innerhalb eines Canyons, gegen eine reissende Strömung. Die starken Aussenborder überwinden alle Stromschnellen und die Passagiere erreichen schliesslich, dank der Geschicklichkeit der Piloten, ein Wasserbecken in welches die Fälle des Iguaçú aus 70 bis 80 Metern Höhe herabdonnern – ein fantastischer Blick aus der Froschperspektive – und die Gischt benetzt die staunenden Gesichter.
Den Rio Paraná hat man 15 km oberhalb seiner Vereinigung mit dem Rio Iguaçu durch das zweitgrösste Wasserkraftwerk der Welt, die Hidrelétrica de Itaipu, aufgestaut. Für technisch Interessierte ein bemerkenswerter Ausflug: Viermal täglich finden Führungen innerhalb des Projektes statt – sie dauern etwa eine Stunde und sind kostenlos. Auf Wunsch kann diese Führung auch auf einige technische Einzelheiten im Innern der gewaltigen Turbinen ausgedehnt werden.
Das Mammut-Projekt wurde zwischen 1974 und 1984 erstellt, das heisst, 1984 wurde dir erste Turbinen-Einheit in Betrieb genommen, während die letzte (die 18te) erst am 9. April 1991 anlief. Itaipú gibt mit seinen Erstellungskosten von 25 Milliarden Dollar eine Antwort auf die Frage, warum Brasiliens Schuldenberg auf 110 Milliarden Dollar angewachsen ist. Es ist eine Gemeinschaftsproduktion von Brasilianern und Paraguayern und hat eine Gesamtkapazität von 12.600 MW – Energie, die aus 18 Turbinen zu je 700 MW geliefert wird. Das ist genügend Energie, um Paraguay und den Süden von Brasilien mit Strom zu versorgen. Der Damm hatte zwar keine Auswirkungen auf den Fluss Iguaçú, zerstörte aber die Sete Quedas des Paraná-Flusses – sieben Wasserfälle und Stromschnellen, durch die das Dreissigfache des Wasservolumens von Iguaçu herabstürzte. Der Damm staute sie auf und der 1.350 Quadratkilometer grosse See, der sich über 15 Distrikte des Bundesstaates Paraná und einen von Mato Grosso do Sul erstreckt, verschluckte sie.
Lago do Itaipu
Im Jahr 1982 füllte man den Stausee zum ersten Mal auf, indem man den Kanal schloss, durch den man den Rio Paraná während acht Jahren umgeleitet hatte. Der See bedeckt heute eine Fläche von 1.350 km², hat eine mittlere Tiefe von 22 Metern – vor dem Damm erreicht er 170 Meter. 66 kleine Inseln befinden sich innerhalb dieser Wasserfläche – 44 auf brasilianischer und 22 auf paraguayischer Seite. Der See hat eine Reihe von wirtschaftlichen Alternativen geschaffen, die im Lauf der Zeit von der lokalen Bevölkerung genutzt werden können. Besonders zu erwähnen sind die vielen Freizeit-Möglichkeiten, wie Clubs, künstliche Strände, Boots-Anlegeplätze und Parks. Solche Investitionen bringen jährlich Tausende von einheimischen Touristen in diese Gegend, motiviert durch regionale Feste, sportliche Wettkämpfe oder kulturelle Veranstaltungen. Die Landwirtschaft, ehemals Basis der regionalen Wirtschaft, ist von touristischen Aktivitäten verdrängt worden.
Als Teil des Itaipu-Projekts werden die Naturschutz-Programme im Einzugsbereich des Sees durchgeführt: Flora und Fauna des Gebiets werden, an beiden Ufern, durch insgesamt zwei Wald-Reserven und fünf biologische Schutzgebiete, die zusammen 35.858 ha Fläche ausmachen. Diese Fläche wird zusätzlich von einem wieder aufgeforsteten Streifen mit 13 Millionen Bäumen begrenzt – entspricht noch einmal zirka 64.000 ha – um so Erosion und Luftverschmutzung zu verhindern.
Der Rio Paraná
Der Fluss, der mit seinem enormen Wasservolumen und seinem günstigen Gefälle dieses Weltwunder moderner Ingenieurs-Kunst möglich machte, entsteht aus dem Zusammenfluss des Rio Paranaíba mit dem Rio Grande – an der Grenze der Bundesstaaten Minas Gerais, São Paulo und Mato Grosso. Nach dem Zusammenfluss, auf der Höhe von Aparecida do Taboado, hat der Fluss eine Breite von 1 km und die typischen Charakteristika eines Flusses der Hochebene – mit hohem hydraulischen Potential.
Sein hydrografisches Becken umfasst zirka 3 Millionen km2 – darin sind der gesamte Verlauf des Paraná und seiner Zuflüsse Paranaíba und Grande enthalten. Entsprechend seiner Länge und der Fläche seines hydrografischen Beckens, gehört der Rio Paraná zu den sieben grössten Flüssen der Welt!
Anmerkung:
Um von dem Naturschauspiel Iguaçu einen einigermassen umfassenden Eindruck zu bekommen, empfehlen wir wenigstens 2 Tage und 1 Nacht in Ihrem Programm vorzusehen.
zum Exklusiv-Interview über die Cataratas do Iguaçu »
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