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Angefangen hat es 1935 in einem Iglu. Heute arbeiten die SchneeforscherInnen des SLF mit Radarmessungen und Computer Tomographie. Aber je nach Situation auch noch mit Lupe und Raster – wie vor 80 Jahren.
Als Forscher 1935 in Davos die ersten systematischen Schneemessungen durchführten, arbeiteten sie in einem Laborgebäude aus Schnee (Abb. 1). Da bei Wärmeeinbrüchen nicht nur die Experimente, sondern die ganze Behausung dahinzuschmelzen drohte, erstellten sie im darauf folgenden Winter auf dem Weissfluhjoch eine Forschungsstätte aus Holz und errichteten ein Versuchsfeld. Dort arbeiteten sie, bis 1943 das SLF sein neues Institutsgebäude auf dem Weissfluhjoch einweihen konnte. Die wissenschaftliche Disziplin der Schnee- und Lawinenforschung erforderte neben Räumlichkeiten auch eine eigene Methodik und eigene Messinstrumente. In den Anfangsjahren entwickelten die Wissenschaftler deshalb verschiedene Messgeräte wie die Rammsonde, Scherapparate oder ein Gerät zur Bestimmung der Luftdurchlässigkeit des Schnees. Einige dieser Instrumente werden noch heute, teilweise natürlich mit verfeinerter Technik, verwendet. Seit 1944 die ersten Kältelaboratorien in Betrieb genommen wurden, können ganzjährig Experimente mit Schnee durchgeführtwerden.
Versuchsanlagen heute
Mittlerweile betreiben wir mehrere Versuchsflächen und Labors in der Umgebung von Davos, aber auch im Wallis. Neben der Schneemechanik und der Lawinenbildung werden dort z.B. die optischen Eigenschaften von Schnee oder atmosphärische Prozesse in Wechselwirkung mit der Schneedecke untersucht. Wir forschen in Windkanälen, untersuchen im Schneesportlabor die Gleiteigenschaften von Skibelägen und können mit dem Mikrocomputertomographen Schnee während seiner Metamorphose scannen.
Gemeinsam mit den Kantonen betreiben wir ein Netzwerk von automatischen Wind- und Schneemessstationen (IMIS), das uns Wind- und Schneedaten aus grösseren Höhenlagen liefert. Zusammen mit den täglichen Messungen und Beobachtungen von mehr als 200 Beobachtern, sind diese Daten eine wichtige Grundlage für das tägliche Lawinenbulletin. Und die tägliche Schneemessung am Versuchsfeld Weissfluhjoch wird auch heute noch durchgeführt – unter anderem mit Lupe und Raster, wie vor 80 Jahren.