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Die umfassende Gesamtsanierung der Spreuerbrücke ist abgeschlossen
Nach der Gesamtsanierung, die rund vier Monate dauerte, ist die Spreuerbrücke seit anfangs April 2011, wieder für die Fussgänger geöffnet und normal begehbar. Die Gesamtsanierung kostete 2.3 Millionen Franken, daran leistete die Denkmalpflege von Bund und Kanton einen Beitrag von 560‘000 Franken.
Die Spreuerbrücke ist eine der bedeutendsten und ältesten gedeckten Holzbrücken der Schweiz. Sie besteht noch heute weitgehend aus originalen Konstruktionsteilen des 16., 18. und 19. Jahrhunderts und umfasst so Brückenbaukunst aus mehreren Jahrhunderten.
An der Stelle des heutigen nördlichen Brückenarmes bestand um 1300 ein Steg von den Stadtmühlen zum Quartier der Bäcker. Erst in einem zweiten Schritt entstand die Verbindung zum linken Ufer. Die Spreuerbrücke als Verbindung der beiden Ufer wurde erst nach der Kapellbrücke, also nach den 1360er-Jahren, aber mutmasslich noch vor 1400 errichtet. Nach einem Hochwasser in Sommer 1566 wurde der südliche Brückenarm mit drei Brückenfeldern neu errichtet. Der nördliche Teil, der sogenannte Mühlesteg, wurde 1591 ersetzt und 1785 als offener befahrbarer Brückensteg erneuert. 1785 wurde das mittlere Brückenfeld des südlichen Brückenarms wegen zu starkem Durchhang erneuert. Schliesslich wurde der nördliche Brückenarm zwischen 1803 und 1805 von Holzwerkmeister Joseph Ritter als sogenannte Bogenträgerkonstruktion neu gebaut.
Denkmalpflegerische Begleitung
Die Denkmalpflege begleitete die Gesamtsanierung von der Planung bis und zur Ausführung. Sie hat sich fachlich eingebracht, damit bei der Gesamtsanierung der Brücke zentrale denkmalpflegerische Grundsätze eingehalten wurden. So ist es beispielsweise ein wichtiges Prinzip, dass schadhafte Elemente, wenn immer möglich, repariert und nicht einfach ersetzt werden, um so möglichst viel originale Substanz zu erhalten und an die kommenden Generationen zu übertragen . Die aus verschiedenen Bauzeiten stammenden Brückenkonstruktionen sind als anschauliche Entwicklung der Brückenkonstruktion der letzten Jahrhunderte besonders wertvoll. Unumgängliche Reparaturen und Ergänzungen wurden mit grosser Sorgfalt und handwerklichem Können ausgeführt, um in der Qualität der Ausführung den historischen Teilen ebenbürtig zu sein. Die Gesamtsanierung kostete inkl. Vorarbeiten 2.3 Millionen Franken, daran leistete die Denkmalpflege von Bund und Kanton 560‘000 Franken.
Durchgeführte Massnahmen
Die Gesamtsanierung wurde auf Grund statischer Mängel notwendig und umfasste zahlreiche Verstärkungsmassnahmen am historischen Tragwerk der Brücke. Der gebrochene Tragbalken im südlichsten Brückenfeld wurde mit Stahlplatten verstärkt. Die im Jahr 2005 als Notsicherung angebrachten Stahlträger konnten dadurch wieder entfernt werden. Zahlreiche Holzverbindungen wurden statisch verstärkt. Beim südlichen Brückenarm wurden zusätzlich unter der Brücke Windverbände zur Aussteifung eingefügt. Die nachweislich ursprünglich vorhandenen Bugstreben (schräge Abstützungen zu den Brückenpfeilern) wurden wieder angebracht, um die Tragfähigkeit zu verbessern.
Nebst den Massnahmen an der Tragkonstruktion wurden die Bodenbretter (Verschleissteile) erneuert. Die Brüstungsbretter, welche die historische Brückenkonstruktion vor Verwitterung schützen, mussten zu einem grossen Teil ersetzt werden. Die starke Verwitterung des Holzes macht diese Massnahme periodisch notwendig. Die Brüstungsschalung wird dadurch anfänglich ungewohnt hell in Erscheinung treten, bald aber nachdunkeln. Das Dach wurde gereinigt und umgedeckt. Die Bildtafeln des Gemäldezyklus wurden ebenfalls gereinigt. An einzelnen Bildtafeln wurden konservatorische Massnahmen durchgeführt.
Mit der Spreuerbrücke verfügt Luzern über eindrückliche Brückenkonstruktionen aus mehreren Jahrhunderten und ein einmaliges Freilichtmuseum. Mit den durchgeführten Massnahmen ist die Spreuerbrücke auch für die kommenden Generationen gesichert.