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Solin, das antike Salona, ist eine vom illyrischen Stamm der Dalmaten gegründete Siedlung. Im 4. Jahrhundert v. Chr. war der Ort von den Griechen erobert und ausgebaut worden. Julius Caesar verlieh der Stadt den Status einer römischen Kolonie (Colonia Martia Iulia Salona) und erhob sie zum Verwaltungszentrum der ganzen Provinz Dalmatien. Die Stadt wurde prachtvoll ausgebaut und erhielt ein Forum, Thermen und ein Theater. Ausserhalb der Stadt, in nordwestlicher Richtung, wurde längs der Strasse eine Nekropole angelegt.
Mit der Ausbreitung des Christentums entstand ab dem 3. Jahrhundert in Salona eine christliche Gemeinde, deren Anhänger jedoch unter Kaiser Diokletian auf brutale Weise verfolgt wurden. Nach der Mailänder Vereinbarung, einem Erlass von Kaiser Konstantin aus dem Jahre 313, wurde die christliche Religion zur „erlaubten Religion“ und Salona entwickelte sich zu einem religiösen Zentrum mit Bischofssitz. Christen, die während der Verfolgungen ums Leben gekommen waren, wurden als Märtyrer verehrt. Zu den Opfern gehörte auch Bischof Domnius, ein Syrer aus Antiochien, der nach Salona gekommen war, um den christlichen Glauben zu predigen. Er war enthauptet und von Christen in einem Grab in Manastirine in der Nähe der römischen Nekropole beigesetzt worden. Um 400 n. Chr. wurde über seinem Grab eine Gedächtniskapelle (cella memoriae) errichtet, und bald begannen die Christen von Salona, ihre Toten im Umfeld dieses Grabes zu bestatten. Ein Begräbnis war mehr oder weniger von der Vermögenssituation des Verstorbenen abhängig: Arme wurden einfach in die Erde gelegt und mit ein paar Ziegeln bedeckt, Reiche hingegen leisteten sich teure und aufwändig gestaltete Sarkophage. Gemeinsam war aber allen der Wunsch, in der Nähe eines Märtyrers bestattet zu werden, um von dessen Strahlkraft zu profitieren.
Als am Ende des 4. Jahrhunderts germanische Stämme in der Region einfielen, wurde die Kapelle teilweise zerstört. Im 5. Jahrhundert wurde über den Ruinen eine dreischiffige Basilika mit Apsis errichtet, wobei im Zuge der Bauarbeiten die Sarkophage in den Gräbern zugeschüttet wurden. Die Gedächtniskapelle bzw. das Grab des Domnius wurde jedoch in den Altarraum der Basilika integriert. Im 6. Jahrhundert wurde der Bau nochmals erweitert – ein eigener Bereich für den Chor wurde eingerichtet und ein Narthex hinzugefügt. Während der Völkerwanderung zerstörten Awaren und Slawen Salona fast vollständig und auch der Bezirk Manastirine fiel den Verwüstungen zum Opfer.
Etwas ausserhalb von Salona befindet sich der Friedhofkomplex Marusinac mit dem Mausoleum für den Märtyrer Anastasius sowie eine Doppelbasilika. Anastasius war während der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian vom römischen Gericht zum Tode verurteilt worden, weil er angeblich ein Kreuz in seine Haustür graviert hatte. Er war mit einem Stein um den Hals ins Meer geworfen worden. Nach der Legende soll eine reiche römische Christin mit Namen Asclepia ihren Dienern befohlen haben, den Leichnam zu bergen. Er wurde in einem Sarkophag in der Krypta des Familienmausoleums auf dem Landgut der Asclepia beigesetzt. Bei Ausgrabungen wurde festgestellt, dass auch Asclepia und ihr Ehemann in dem Mausoleum ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts wurde östlich von diesem Mausoleum eine dreischiffige Basilika errichtet, in deren Altarraum der Sarkophag des Anastasius gebracht wurde. Neben dieser Basilika, die dem Gedächtnis des Anastasius geweiht war, wurden die Reste einer weiteren Basilika entdeckt, die dem Gottesdienst für die Gemeindemitglieder gedient hatte. Im 6. Jahrhundert wurden auf dem Friedhofsareal auch Bischöfe und Priester beigesetzt.
Um ihren Glauben zu praktizieren, versammelten sich die ersten Christen von Salona in einem Privathaus. Es wird vermutet, dass dieser Versammlungsraum das sogenannte Oratorium A auf dem riesigen archäologischen Gelände von Salona ist. Dazu gehört auch ein kleineres Gebäude, das Oratorium B. Nach der Mailänder Vereinbarung wurde an dieser Stelle ein bischöfliches Zentrum gebaut, das zwei Basiliken, eine Taufkapelle und einen Bischofspalast umfasste. Im 5. Jahrhundert wurde der Komplex mit weiteren Bauten ergänzt.
Am rechten Ufer des Flusses Jadro befindet sich die archäologische Stätte Suplja crkva mit den Überresten einer dreischiffigen Basilika aus dem 11. Jahrhundert, die dem Hl. Petrus und Moses geweiht war. 1075 wurde hier der kroatische König Zvonimir gekrönt. Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert aufgegeben und ist heute vom Grundwasser überschwemmt.
Im Archäologischen Museum von Salona sind vor allem Objekte aus dem frühen christlichen Mittelalter ausgestellt. Viele Stücke sind als Kopien vorhanden oder sind rekonstruiert. Ein Beispiel für „Recycling“ in der Antike: ein Architravblock, der ausgehöhlt zu einem Sarkophag umfunktioniert wurde. Zu sehen ist hier auch ein Giebel aus dem Gelände von Suplja crkva mit einer Weiheinschrift für den Hl. Petrus.