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Kindesschutz
Kooperation von Schulsozialarbeitenden und Lehrpersonen bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung
Der Schutz der Kinderrechte ist ein weltweites Anliegen. Der international wichtigste normative Bezugsrahmen stellt die UN-Kinderechtskonvention von 1989 dar. In der Schweiz gehört Kindesschutz zu den Aufgabenbereichen der Sozialen Arbeit. Kinder und Jugendliche verbringen einen grossen Teil ihrer Zeit an der Schule, was diese zu einem Ort macht, an dem gefährdete Kinder und Jugendliche durch Fachpersonen erkannt werden können. Schulsozialarbeitende, deren primäres Handlungsfeld in der Schule liegt, nehmen bei der Wahrnehmung von möglichen Kindesschutzfällen eine wichtige Funktion wahr. Die Schulsozialarbeit als eigenständiges Handlungsfeld der Jugendhilfe ist dabei auf die Zusammenarbeit mit der Schule und insbesondere den Lehrpersonen angewiesen. Die gelingende Kooperation der unterschiedlichen Professionen ist zentral, damit das gemeinsame Ziel der Gewährleistung des Kindeswohls erreicht werden kann.
Die Ziele der vorliegenden Arbeit liegen darin, auf die Relevanz von Schulsozialarbeit und Schule in Bezug auf den Kindesschutz hinzuweisen. Dabei soll verdeutlicht werden, wie wichtig die Kooperation von Schulsozialarbeitenden und Lehrpersonen ist. Des Weiteren sollen Faktoren für eine gelingende Kooperation der zwei Professionen eruiert werden, damit abschliessend Empfehlungen für die Praxis abgegeben werden können. Folgende Fragestellung steht dabei im Zentrum: «Wie kooperieren Schulsozialarbeitende und Lehrpersonen bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung?»
Um die Frage zu beantworten, werden die Grundstrukturen der unterschiedlichen Systeme theoretisch beleuchtet und die Zusammenarbeit von Schulsozialarbeitenden und Lehrpersonen empirisch untersucht. Der Fragestellung wird in einem ersten Schritt mithilfe von Fachliteratur nachgegangen. Im empirischen Teil werden anhand eines eigenständig konzipierten Leitfadens zwei Expertinnen- und Experteninterviews durchgeführt. Die Auswertung der Daten erfolgt anhand von Transkriptionen und mithilfe der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Die Resultate geben Auskunft darüber, welche Faktoren Kooperation begünstigen und deshalb berücksichtigt werden sollten. Sie zeigen des Weiteren auf, dass die Kooperation zwischen Lehrpersonen und Schulsozialarbeitenden stark personenabhängig ist. Vorliegende Arbeit verdeutlicht gesamthaft, wie relevant die Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeitenden und Lehrpersonen hinsichtlich der Früherkennung und -erfassung von gefährdeten Kindern und Jugendlichen ist.