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Die erste afrikanische Hungerkrise, die ich bewusst erlebt habe, war die Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhundert in Biafra.
Damals wurde die Bildsymbolik des afrikanischen Hungers geschaffen: unvorstellbar abgemagerte Kinder in den Armen von fast so unterernährten Müttern.
Wir waren erschüttert.
Auch darum, weil uns diese Bilder an die Aufnahme aus dem Warschauer Ghetto und aus den KZs erinnerten.
Immer wenn in Afrika gehungert wird, übermitteln uns die Bildreporter dieselben Bilder, dieses Mal aus den kenianischen Flüchtlingslagern.
Doch sie haben ihre Wirkung verloren.
Was als Bild – zumindest in der Schweiz – hängenbleibt, ist das von Frau Calmy-Rey. Ob heute am Filmfestival Locarno oder gestern im Flüchtlingslager in Kenia – immer ist Frau Bundesrätin passend angezogen.
Welche Irritation hätte die Frau ausgelöst, wäre sie in ihrem Kenia-Outfit am Festival erschienen.
Möglich, dass die Glückskette danach tatsächlich einen Sammeltag veranstaltet hätte.
PS: Jeden Tag sterben 24’000 Menschen auf diesem Planeten an Hunger. Das sind 8.8 Millionen im Jahr. Beispielsweise 70 Prozent der Bevölkerung in der sogenannt “Demokratische Republik Kongo” sind unterernährt. Alle Massnahmen, daran etwas zu ändern, laufen schon seit Jahrzehnten ins Leere.