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Rafflesiaceen,
dikotyle Familie von zweifelhafter systematischer Stellung, zunächst mit den Aristolochiaceen verwandt, chlorophyllfreie Schmarotzergewächse von stark reduzierter Bildung, die mittels eines Thallus in Wurzeln, in wenigen Fällen, bei Apodanthes und Pilostyles, auch in Stengeln bestimmter Nährpflanzen wuchern und aus der Rinde derselben ihre mit schuppigen Deckblättern besetzten, meist beulenförmigen Blütenpolster hervortreten lassen.
Die
Blüten selbst sind bei den verschiedenen
Gruppen der
Rafflesiaceen abweichend gebaut. Die vorzugsweise im
Ostindischen Archipel einheimischen
Rafflesieae mit den
Gattungen
Rafflesia und Brugmansia besitzen ein in fingerförmige oder breite Zipfel
geteiltes Perigon, in dessen Mitte sich der Blütenscheitel in Form einer
oben kopfig erweiterten
Säule, der Kolumna, erhebt.
Rings unterhalb ihres
Kopfes steht ein
Kranz von
Antheren und darüber eine ringförmige, papillöse Narbenzone.
Der untere Teil der Blüte [* 3] bildet einen nicht von der Blütenachse differenzierten Fruchtknoten, der in unregelmäßigen Spalten die Ovula erzeugt.
Vgl. Solms-Laubach, Die Entwickelung der Blüte bei Brugmansia Zippelii Bl. (»Botanische Zeitung« 1876).
Die
Blüte der in den Wäldern
Javas einheimischen, auf
Cissus-Wurzeln schmarotzenden
Rafflesia
Arnoldi
R. Br. zeichnet sich durch
kolossale
Dimension
[* 4] und aasähnlichen
Geruch aus. Bei den zweihäusigen amerikanischen Apodantheae wird
eine wirkliche Fruchtknotenhöhle ausgebildet. Die in
Afrika
[* 5] und
Amerika
[* 6] einheimischen Hydnoreae haben meist
Zwitterblüten,
ein großes, dreiteiliges Perigon, drei den Perigonzipfeln gegenüberliegende
Gruppen von
Staubgefäßen und ein dreigliederiges
Ovar, das bei einer Art, der Hyduora americana
R. Br. oder Prosopanche Burmeisteri
De Bary, in den Placenten eingesenkte
Samenknospen
erzeugt. Auch die
Cytineen (s. d.) werden neuerdings zu den
Rafflesiaceen gezogen. Man
kennt im ganzen etwa 25
Arten der
Rafflesiaceen.
Vgl. Hooker, Cytinaceae, in De Candolles »Prodromus«.
Bd. 17.