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Nach Auszählung fast aller Stimmbezirke in South Carolina lag der populistische Immobilienmagnat Trump mit 32,5 Prozent deutlich in Führung. Auf dem zweiten Rang folgte mit 22,5 Prozent der Senator aus Florida, Marco Rubio, dicht gefolgt vom texanischen Senator Ted Cruz mit 22,3 Prozent. Die beiden trennen wenige hundert Stimmen.
Knapp zwei Wochen nach seinem Erfolg bei der Vorwahl in New Hampshire zeigte Trump erneut, dass er seine guten Umfragewerte auch in einen Wahlsieg verwandeln kann. Beim Vorwahl-Auftakt Anfang Februar in Iowa hatte Trump den zweiten Platz hinter Cruz belegt. Trump und Cruz sind bei der Parteiführung unbeliebt, ihre Tiraden gegen die Eliten in Washington treffen an der Basis aber einen Nerv.
Einen bitteren Abend erlebte Bush, der mit nur knapp acht Prozent der Stimmen Platz vier holte, obwohl er in South Carolina viele Auftritte absolviert und Millionensummen für Wahlspots ausgegeben hatte. “Die Menschen in Iowa und in New Hampshire und in South Carolina haben gesprochen, und ich respektiere ihre Entscheidung”, sagte der Ex-Gouverneur in einer emotionalen Rückzugsrede.
Wegen seiner engen Kontakte zum republikanischen Establishment und zu finanzkräftigen Spendern hatte der Sohn und Bruder zweier Ex-Präsidenten ursprünglich als ein Favorit gegolten. Doch seine Wahlkampagne dümpelte in den vergangenen Monaten dahin, sein Hauptkritiker Trump warf ihm mangelnde Energie vor.
Nach Bushs Abgang macht sich Rubio Hoffnungen, die Stimmen aus dem bislang zersplitterten gemässigt-konservativen Lager auf sich zu vereinen. “Nach heute Nacht ist dies ein Dreikampf, und wir werden die Nominierung gewinnen”, sagte der Senator.
Dieses Ansinnen verfolgt allerdings auch Ohios Gouverneur John Kasich, der in South Carolina auf 7,6 Prozent kam. Der frühere Neurochirurg Ben Carson holte 7,2 Prozent.
Trump wies die Einschätzung einiger Experten zurück, dass sein Stimmenanteil in einem ausgedünnten Bewerberfeld automatisch schrumpfen werde. “Sie sind Genies”, spottete er in seiner Siegesrede. “Sie verstehen nicht, dass ich auch viele dieser Stimmen bekomme, wenn Leute sich zurückziehen. Man addiert sie nicht einfach zusammen. Ich glaube, wir werden sehr, sehr gut abschneiden.”
Auch auf demokratischer Seite wurden Vorwahlen abgehalten: In Nevada gewann die favorisierte frühere Aussenministerin Hillary Clinton gehen ihren Bernie Sanders, dem Senator aus Vermont. Clinton holte rund 53 Prozent der Stimmen, Sanders kam auf rund 47 Prozent.
Nachdem Clinton bei den letzten Vorwahlen in New Hampshire noch deutlich unterlegen war, sagte sie nun an der Seite ihres Ehemanns, Ex-Präsident Bill Clinton: “Einige mögen an uns gezweifelt haben, aber wir haben nie an uns selbst gezweifelt”. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten sei “begierig nach echten Lösungen”.
Sanders gratulierte seiner Kontrahentin, machte aber deutlich: “Wir haben Rückenwind.” Der 74-jährige selbsterklärte “demokratische Sozialist” konnte in landesweiten Umfragen zuletzt fast zu Clinton aufschliessen. Auch in Nevada hatte er vor fünf Wochen noch 25 Prozentpunkte zurückgelegen.
In Nevada kamen die Demokraten zu Wahlversammlungen zusammen, den sogenannten Caucuses, um ihren Kandidaten zu wählen. Die Republikaner hielten ihre Vorwahl in South Carolina dagegen nach dem Primary-Prinzip ab, sie konnten den ganzen Tag über ihre Stimme für einen der Kandidaten abgegeben.
(SDA)