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Beim Weltcup in Albstadt geht Mathias Flückiger schon früh in Führung. Er schüttelt gegen Schluss seinen Begleiter Jordan Sarrou ab, der noch von Mathieu Van der Poel übersprintet wird. Florian Vogel und Nino Schurter belegen die Plätze fünf und sechs, Reto Indergand und Andri Frischknecht die Plätze acht und neun. Bei den U23-Männern gewinnt Filippo Colombo sein erstes Weltcup-Rennen.
Kaum sind die 150 Herren losgefahren, beginnt es in Albstadt zu regnen. Nino Schurter und Lars Forster gelingt es eine Lücke zu reissen und die 2.8 Kilometer lange Startrunde mit einem Vorsprung von 18 Sekunden hinter sich zu bringen. Doch in der ersten kompletten Runde wird der Regen stärker und das Bild ändert sich.
Forster und Schurter verlieren ihre Führung, Forster stürzt sogar zweimal und muss in die technische Zone. Er kann das Rennen nicht beenden.
Mathias Flückiger hat einen schlechten Start. Doch als er am Ende des Tages das Rennen Revue passieren lässt, sieht er das sogar als Vorteil. «An diesem Anstieg in der Startrunde kannst du dich so kaputt machen und weil ich weiter hinten war, wurde ich daran gehindert das zu tun», räsonierte Flückiger.
An 17. Stelle nimmt er die zweite Runde in Angriff und kann vor dem nächsten Anstieg zur Verfolgergruppe aufschliessen und gleich vorbei gehen. «Am Berg habe ich dann gemerkt, dass ich näher an Lars und Nino rankomme, ohne dass ich über das Limit gehe. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben. Ich habe mich von den anderen nicht beeindrucken lassen, sondern bin dann einfach meinen Rhythmus gefahren.»
Nachdem er aufgeschlossen und die Spitze übernommen hat, ist dieser Rhythmus auch Nino Schurter zu hoch. Nur der Franzose Jordan Sarrou folgt dem Berner. Zwei Runden vor Schluss kann aber auch der nicht mehr mithalten und in der Schlussrunde noch von Mathieu van der Poel übersprintet. Der niederländische Star konnte am Anfang das Tempo nicht mitgehen und hielt sich da noch zurück.
Der bedeutsamere Sieg
«Ich habe im Rennen nicht über einen Sieg nachgedacht. Irgendwann war das Ziel halt da», sagt Flückiger und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: «Wenn ich drüber nachdenke, dann bedeutet mir der Sieg mehr als der erste in Mont Sainte Anne letztes Jahr. Damals sagten manche Leute, ja, der Nino hat da einen Kettenriss gehabt. Ich habe im Winter Fortschritte gemacht und heute habe ich alle geschlagen.»
Florian Vogel kämpft mit Nino Schurter und Titouan Carod um Rang vier. «Ich wollte aus der vierten Reihe eigentlich vorsichtig starten, aber ich war erstaunlicherweise gleich weit vorne», erklärte Vogel. Nach dem Short Track hatte er Durchfall bekommen und war sich vor dem Rennen überhaupt nicht sicher, was ihm das Rennen bringen würde.
«Ich wusste nicht wie lange das Benzin reicht, deshalb habe ich vorsichtig agiert. Dass ich hier aufs Podium fahren kann, das hätte ich nicht gedacht. In der letzten Runde habe ich am Berg attackiert, weil ich wusste, dass ich gegen Carod der schlechtere Sprinter sein werde. Aber ich bin ihn nicht losgeworden.»
Nino Schurter war nach seinem sechsten Platz etwas ratlos. «Es ging heute nicht gut», meint der Weltmeister. «Vielleicht habe ich am Anfang überdreht, die Bedingungen waren auch nicht gut für mich. Ich habe einfach keinen Tritt gefunden. Die Reifenwahl war sicher auch nicht optimal. Aber solche Tage gibt es halt manchmal», erklärt Schurter.
Filippo Colombo feiert ersten Weltcupsieg
Der Tessiner Filippo Colombo feiert im U23-Weltcup-Rennen in Albstadts einen ersten Sieg. Nach 1:17:42 Stunden setzt er sich mit zwei Sekunden Vorsprung gegen den Rumänen Vlad Dascalu und den Franzosen Antoine Philipp durch. Joel Roth und Ursin Spescha belegen die Ränge elf und zwölf.
Es werden zuerst zwei verkürzte Runden von 2.8 Kilometern gefahren und als die beendet sind, hat sich eine Spitzengruppe gebildet, der auch Filippo Colombo angehört. Der Franzose Antoine Philipp diktiert dann das Tempo und Colombo hält sich meist an seinem Hinterrad auf um Kraft zu sparen, aber jederzeit reagieren zu können.
Philipp lancierte dann in der fünften Runde aus der noch sieben Fahrer starken Spitzengruppe eine Attacke. «Als Antoine attackiert hat, da hatte ich ein wenig Angst mitzufahren, aber ich habe es dann einfach gemacht», so Colombo.
Das Duo wird jedoch wieder eingeholt und so gehen fünf Fahrer gemeinsam in die letzte Runde.
«Ich hatte von Anfang an sehr gute Beine. Im Downhill vor dem letzten Anstieg konnte ich eine Lücke reissen und vor dem letzten Anstieg noch mal durchschnaufen», erklärt Colombo wie er sich seinen ersten U23-Weltcupsieg ans Revers heften kann. Er zog das Rennen von vorne durch und verteidigte seine erste Position.
Joel Roth und Ursin Spescha sind in der Verfolgergruppe unterwegs und verpassen die Top-Ten nur knapp. Roth fehlen mit 1:34 Minuten Differenz nur sechs Sekunden und Spescha liegt drei weitere Sekunden zurück an zwölfter Stelle.
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