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Nichts ist so kostbar wie die Zeit
Es läuft die 75. Minute, Team A führt mit 1:0. Wie vom Blitz getroffen fällt Stürmer A auf den Rasen, windet sich und schreit. Weit und breit ist kein Gegenspieler zu sehen. Der Kontrahent lebt den Fairnessgedanken und spielt den Ball ins Aus. Die Betreuer stürmen aufs Feld und «behandeln» Stürmer A. Der Schiedsrichter schaut sich das Ganze ruhig an. Aber auch seine Geduld ist irgendwann zu Ende. Mehrmals fordert er Stürmer A und seine Betreuer auf, die Behandlung ausserhalb des Feldes zu beenden. So überraschend Stürmer A umgefallen ist, so überraschend steht er wieder auf – und rennt Minuten später wie ein junges Reh über den Platz. Es läuft die 82. Minute. Torhüter A setzt sich das Leder, um einen Abstoss auszuführen. Er läuft an, bricht ab und geht wieder zurück. Er läuft an, bricht wieder ab und fuchtelt mit den Armen. Der Schiedsrichter rennt in seine Richtung und hält die Hand an die Brusttasche, in welcher sich die gelbe Karte befindet. Endlich führt Torhüter A den Abschlag aus. Es läuft die 86. Minute. Verteidiger A wird ausgewechselt. Er ist so müde, dass er eine gefühlte halbe Stunde bis zur Seitenlinie braucht. Nicht fehlen darf der Handshake mit dem Referee. Weshalb um alles in der Welt gibt es im Fussball Torlinientechnik und Videobeweis, aber keine Nettospielzeit wie in den meisten anderen Teamsportarten? Die Zuschauer und selbst die Spieler wären dankbar dafür.