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de Bagnes eine Wasserleitung abgezweigt haben, sind seit einigen Jahren auf den Gedanken verfallen, mittels eines oberhalb der Einmündung des Merdenson eingerichteten Turbinenwerkes die regelmässige Bewässerung des grössten Teiles ihrer Felder und Wiesen zu sichern. Ferner ist ein Konsortium aus Martinach schon seit fünf Jahren im Besitz einer Konzession zur Wasserentnahme aus der Dranse zu industriellen Zwecken bei den Hütten von Les Granges Neuves.
2. Die Dranse d'Entremont,
bis zur Einmündung der Dranse de Ferret 19 und von da (Som la Proz) bis Sembrancher 6, d. h. im Ganzen 25 km lang; Einzugsgebiet 302 km2. Entsteht in ca. 2100 m 1,5 km n. unter, dem Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard aus der Vereinigung von mehreren kleinen, von den Hängen des Mont Mort und der Pointe de Barasson herabkommenden Wildbächen, nimmt nach ihrem Austritt aus dem engen und öden Thälchen von L'Hospitalet von links als ersten nennenswerten Nebenarm den Abfluss der am Fusse der Monts Telliers gelegenen Seen auf und mündet durch den Pas de Marengo auf die Ebene von Proz (Cantine) aus, wo ihr von links der Wildbach Les Planards, von rechts mehrere kleine Wasseradern aus dem Thälchen von Menouve und die von den untern Hängen des Mont Vélan herkommenden Wildbäche Perche und Le Pieudet zukommen.
Unterhalb der Ortschaft Bourg Saint Pierre hat sich die rasch dahineilende Dranse ein enges und tiefes Bett geschaffen und nimmt hier von rechts den durch eine wilde Felsschlucht ausmündenden und ihr Wasservolumen verdoppelnden, unbändigen Wildbach von Valsorey auf. Zwischen Alpweiden und steilen Waldungen rechts und stufenförmig übereinanderliegenden, mit ergibigen Feldern bestandenen und von den Wildbächen La Croix, Allèves und Palazuit durchsägten Terrassen links rauscht die Dranse in immer tiefer werdendem Tobel weiter, fliesst unterhalb der fruchtbaren schiefen Terrasse von Liddes durch einen kleinen ebenen Thalboden, in dem behaglich der Weiler Dranse ruht, und empfängt von rechts den Wildbach Arron, von links den ca. 10 km langen, bedeutenden Abfluss der Combe de Lâ.
Schon vom Wildbach Allèves an ist die bisanhin streng nördliche Richtung des Flusslaufes allmählig in eine nw. übergegangen, die sich vom Dorf Fontaine an noch verschärft. Nach dem Austritt aus einer bewaldeten Schlucht, in der sie dem Auge beinahe entschwunden, nimmt die Dranse d'Entremont in den Wiesengründen von Orsières in 900 m Höhe die ihr an Wasserführung gleichkommende Dranse de Ferret auf, biegt wieder in n. Richtung ab, durchfliesst den grossen Flecken Orsières und seine weitausgedehnten Baumgärten, schneidet sich in engem, tannen- und erlenumrahmten Pass, auf den zahlreiche mitten in fruchtbaren Feldern gelegene Weiler herabschauen, zwischen dem Catogne und dem Six Blanc durch, tritt 5,5 km n. Orsières in die Ebene von Sembrancher aus und vereinigt sich in 714 m Höhe mit der Dranse de Bagnes, deren W.-Richtung ihr Wasser von da an folgt. Auf dieser letzten Strecke ihre Laufes vor der Mündung liegt der Spiegel der Dranse d'Entremont in gleicher Höhe wie die von ihr durchflossenen Wiesen, ohne dass ihr Wasser austreten könnte, da die spornartig in das Flussbett hineingebauten Dämme von mächtigen Protoginblöcken die Macht der Strömung immer wieder brechen.
Nach ihrer Vereinigung schäumen die beiden Dranse auf eine Strecke von 7 km bis Les Valettes über Bergsturzschutt, ohne einen nennenswerten Zufluss aufzunehmen. Unterhalb des eben genannten Dorfes ist das Flussbett durch die Trümmer des im April 1901 vom Mont Chemin herabgekommenen Felssturzes zur Hälfte abgedämmt und das Wasser gestaut worden. Nicht weit von da mündet von links der Durnand ein; dann beschreibt die Dranse einen Halbkreis, tritt von SW. her in die von ihren, die Rhone nach N. abdrängenden Schwemmprodukten mit fruchtbarem Boden überführte Ebene von Martinach aus, wird hier von einem mächtigen, zum Schutze des Fleckens Martinach erbauten Damm begleitet und folgt bis zur Brücke von La Bâtiaz dem Fusse des Mont Ravoir, um dann in gut festgelegtem Bett rasch der Rhone zuzueilen.
3. Die Dranse de Ferret
(19 km lang; Einzugsgebiet 121 km2) entspringt dem kleinen Glacier des Angroniettes, der zwischen dem Grand Golliat und der Pointe de Belle Combe in nö. Richtung von 2567 m zum obersten Abschnitt des Val Ferret absteigt. Unterhalb der Alpweide Le Ban d'Arrey kommt ihr von links als erster Nebenarm der vom Col du Ban d'Arrey abfliessende kleine Bach zu, dann biegt sie rasch nach NW. ab, empfängt unterhalb des Plan de la Chaux von links die Wasser vom Col und von der Tête de Ferret und tritt in die von ihr in die Alpweidenterrasse von La Peulaz eingeschnittene Schlucht, ihren einzigen wirklichen Engpass, ein, um - ganz unähnlich dem stürmischen Mittellauf ihrer beiden Schwestern - nach diesem ersten, 5 km langen Stück ihres Laufes mit ihrer doppelten Umrahmung von alluvialen Alpweiden und sanft zu ihr niedersteigenden Tannenwaldungen beständig auf gleichem Niveau zu fliessen. Unterhalb der Alpweide von Ferret ¶