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Mama Africa (2011)
Mama Africa (2011)
Oder: Hihi ha mama, hi-a-ma sat si pata
Die Südafrikanerin Miriam Makeba begeisterte schon im zarten Alter von 20 Jahren mit ihrer Stimme. Bereits im Alter von 35 Jahren wird sie "Mama Africa" genannt. Sie wird nach Amerika geholt und darf in den bekanntesten Jazz-Clubs singen. Doch nicht alles läuft so toll für Miriam. Sie muss ihre Familie im Apartheid-Regime zurücklassen und darf für 30 Jahre nicht mehr zurück in ihre Heimat reisen. Ihre Stimme setzt die Sängerin in der Folge nicht nur zur Unterhaltung, sondern vor allem auch zur Anprangerung der Rassenverhältnisse in ihrem Heimatland Südafrika ein.
Familie, befreundete Musiker und Politiker äussern sich über Miriam Makeba und zeigen das Engagement und die Wirkung, die Mama Africa musikalisch, aber auch in der Politik hatte. Live-Auftritte zeigen die Leidenschaft, mit der die Frau ihr Leben lang Musik machte, trotz vielen Tragödien in ihrem Privatleben und den politischen Ungerechtigkeiten. Die lebensfrohe Sängerin selbst sah sich selbst nie als Politikaktivistin: Sie singe nur die Wahrheit.
Film-Rating
Miriam Makeba? Wer ist das, werden sich vor allem die jüngeren Kinogänger fragen. Ertönt dann aber ihr weltbekanntes "Pata Pata" oder "Malaika", kommt wohl bei jedem der "Aha"-Effekt. Auch das Lied "Qongqothwane", besser bekannt als der "Click Song", hat man schon gehört. Da viele Leute im Westen den Titel wegen der afrikanischen Click-Laute nicht aussprechen konnten, wurde das Lied umbenannt. Unbenannt wurde auch Miriam Makeba. Seit Jahrzehnten wurde sie, die eigentlich den Namen Zenzile Makeba Qgwashu Nguvama Yiketheli Nxgowa Bantana Balomzi Xa Ufun Ubajabulisa Ubaphekeli Mbiza Yotshwala Sithi Xa Saku Qgiba Ukutja Sithathe Izitsha Sizi Khabe Singama Lawu Singama Qgwashu Singama Nqamla Nqgithi trägt, "Mama Africa" genannt.
Mit einem Interview, in dem die noch junge Miriam Makeba ihren vollständigen Namen nennt, beginnt die Dokumentation über die wohl bekannteste afrikanische Sängerin der Welt. Ausser mit ihrer Stimme und den vielen Sprachen, die sie beherrscht, zieht Miriam Makeba einen vor allem mit ihrer Ausstrahlung in ihren Bann. Das macht auch Mama Africa. Mit viel Bild- und Filmmaterial von öffentlichen Auftritten, musikalischen Zusammenschnitten und Interviews mit befreundeten Musikern, der Familie und der Sängerin selbst bringt die Dokumentation ein stimmiges und sehr persönliches Bild der Weltmusikerin zusammen.
Neben ihrem musikalischen Werdegang, der zeigt, wie sie von Südafrika nach Amerika kommt und die westliche Welt kennenlernt, zeigt Mama Africa auch Makebas politisches Engagement und persönliches Schicksal. Der Film wühlt auf und lässt einem doch mit unbestimmbaren Gefühlen allein. Die Dokumentation will kein Mitleid für Miriam Makeba erwirken. Das hat die starke Frau während ihres gesamten Lebens nie gewollt. Und trotzdem zeigt das Filmmaterial, das teils Jahrzehnte zurückliegt, was Mama Africa während ihres Lebens durchmachen musste.
Dass sie die Freude am Leben nie verloren hat, zeigen die Aufnahmen von Makebas Konzerten. Während der Zeit der Rassentrennung vermochte Mama Africa als Dunkelhäutige selbst die weissen Westler mit ihrer jazzigen Musik mitzureissen. In persönlichen Momenten zeigt der Film etwa die Verwunderung der Sängerin, dass ausgerechnet ein Lied wie "Pata Pata" so bekannt sei, das von einem Tanz handle, sonst aber keine tiefere Bedeutung habe. In solchen Augenblicken macht der Film deutlich, dass Mama Africa viel mehr als eine Sängerin war und die Wahrheit über die politischen Verhältnisse öffentlich machen und ändern wollte. Dass sie ein ganz besonderer Mensch war, zeigen auch die Interviews mit ihrem ersten Ehemann Hugh Masakela, der noch immer verliebt scheint und mit einer grossen Bewunderung und Liebe von seiner Ex-Frau spricht.
Fazit: Auch wem der Name Miriam Makeba nichts sagt, der sollte sich dennoch ins Kino wagen. Der Film Mama Africa bringt ähnlich wie Mama Africa selbst zwei Dinge wundervoll zusammen: Musik und Politik. Durch die oft fröhlichen und immer mitreissenden Lieder sind die politischen Themen viel zugänglicher. Die Doku zeigt eindrücklich, wie ein Mensch eben doch etwas bewegen kann, wenn er bereit ist, etwas dafür zu opfern. Trotz traurigen Szenen wird man das Kino mit einem Lächeln verlassen.
OutNow.CH:
27.12.2011 / stb
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