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Deborah Scanzio feiert ersten Weltcupsieg der Karriere - und für Swiss-Ski
28. Februar 2016
Moguls: Weltcup in Tazawako (JPN), Dual Moguls
Die 29-jährige Deborah Scanzio fährt in Japan ihren ersten Weltcup Sieg im Dual Moguls ein. Nachdem sie am Samstag bereits einen weiteren Top-10 Platz im Einzelrennen realisiert hatte, ist dies nun ein Meilenstein für die Tessinerin - und für Swiss-Ski.
In der ersten Runde schlägt sie die deutsche Laura Grasemann (GER) klar, im Achtelfinal trifft sie erneut auf eine Deutsche (Katharina Foerster), auch diese Entscheidung geht klar an die Schweizerin. Im Viertelfinal wartete mit Perrine Laffont (CAN) bereits die 3. Platzierte der Weltcuprangliste. Mit nur einem Punkt Unterschied (18-17) zieht Deborah Scanzio hauchdünn in den Halbfinal ein. „Das war der beste Lauf meiner Karriere“, erklärte Deborah Scanzio. „Ich fuhr wirklich sehr gut, überquerte die Ziellinie auch als erste und dann leuchtete dort für mich die Punktzahl 18 auf, das war ein unglaublicher Moment!“
Im Halbfinal stand keine Geringere als die Führende des Weltcup-Rankings am Start gegenüber: Chloe Dufour-Lappointe (CAN). Deborah Scanzio zeigte keinen souveränen Run, ihre Gegnerin hatte jedoch noch grössere Probleme beim zweiten Sprung und machte damit den Weg frei für den Finaleinzug der Schweizerin.
Im Final startete Audrey Robichaud (CAN) zwar besser, Deborah Scanzio verbuchte aber danach laufend mehr Punkte und verwies die Kanadierin mit drei Punkten Differenz auf den zweiten Rang. „Ich wusste, dass ich eine Chance habe, musste aber sehr aggressiv fahren und hatte keinen sauberen Run“, sagte Scanzio. „Wieder war ich zwar als erste im Ziel, war mir aber nicht sicher, ob es reichen würde.“
Mit diesem Sieg verbesserte sich die Tessinerin in der Saisonwertung vom 13. auf den 8. Rang. „Ich habe gar noch nicht realisiert, was heute geschehen ist. Die bisherige Saison war zwar nicht schlecht, aber auch nicht sehr gut, darum ist der Sieg umso schöner“, sagt die Tessinerin überglücklich. „Ich habe die letzten Jahre so viele Male versucht, nach den Podestplätzen im 2007 und 2008 endlich einen Weltcupsieg zu schaffen, heute ist es mir nun gelungen. Ich bin so glücklich!“
Die bisherigen Top-3-Resultate hatte sie in den Jahren 2007 und 2008 noch für Italien eingefahren. Die aus der Leventina stammende Doppelbürgerin entschied sich dann im Herbst 2014, nach zwölf Jahren einen Nationenwechsel zu beantragen. 2007 hatte Scanzio in Madonna di Campiglio für Italien zudem WM-Bronze gewonnen.
Historischer Sieg für Swiss-Ski
Dieser Sieg ist gleichzeitig der erste Sieg für Swiss-Ski im Dual Moguls seit Lancierung des Formats im 1995. Im Moguls (Einzeln) realisierte Conny Kissling 1985 und 1987 insgesamt 3 Weltcupsiege für die Frauen, bei den Männern findet sich der letzte Sieg im 1989 durch Bernard Brandt. Die ehemalige Freestyle-Skierin bekam erst kürzlich zu hören, dass es in „ihrer“ Sportart an guten Leuten fehle. „Endlich ist wieder jemand da“, freut sich Conny Kissling. Durch Erfolge wächst das Interesse an der Buckelpisten-Disziplin – auch bei ihr: „Ich werde die Augen nun noch mehr offen halten und hoffe, dass Deborah Scanzio weiter vorne dabei sein wird.“
Autor: ehg/sda
Fotos: Swiss-Ski/FIS