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Spirulina, Vitamin D und C und Magnesium sind hervorragende Hausmittel. Doch zwei Esslöffel Apfelessig pro Tag schlägt sie alle.
Die Erkenntnis ist nicht neu. Schon der Vermonter Landarzt Clinton Jarvis berief sich auf uralte Traditionen als er in den Sechziger Jahren mit seinem Apfelessig-Honig-Trunk weltbekannt wurde. Allein damit heilte er unter anderem Arthritis, Gicht, Bettnässen, Fettleibigkeit, saures Aufstossen und Energielosigkeit.
Inzwischen ist die Wirkung von Apfelessig auch wissenschaftlich solide erforscht. Gute populärwissenschaftliche Zusammenfassungen findet man unter anderem auf den Webseiten von Eric Berg, Michael Greger oder Josef Mercola. Der wichtigste Wirkstoff im Apfelessig ist die Essigsäure. Sie aktiviert unter anderem das Enzym AMPK, was wiederum für die Synthese vom ATP, dem Treibstoff unserer Zellen, wichtig ist. Vereinfacht ausgedrückt, Apfelessig beschleunigt die Verbrennung von Fett und Glukose und erhöht damit unser Energielevel.
Dass Essig beim Abnehmen hilft, ist zwischen auch durch Doppelblindstudien belegt. Greger zitiert eine Studie mit 150 leicht übergewichtigen Japanern, die 12 Wochen lang täglich entweder ein Placebo oder 1 bzw. 2 Esslöffel Apfelessig zu sich nahmen. Obwohl alle Versuchspersonen in etwa gleich viel assen und sich bewegten, nahm die Gruppe mit den 2 Esslöffel um 2 Kilo und die mit der halben Dosis um 1,2 Kilo ab. Die Kontrollgruppe legte 0,4 Kilo zu.
Doch die Gewichtsreduktion ist nur eine Nebenwirkung. Wichtiger ist, dass die Einnahme von Apfelessig, kurz vor, nach oder während dem Essen den Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels um etwa 20 bis 30 Prozent dämpft. Das entspricht in etwa der Wirkung des führenden Medikaments Metformin. Auch die Cholesterin und Blutfettwerte verbessern sich erheblich. Zudem sättigen etwa Brot oder Reis rund doppelt so stark und doppelt so lang, wenn man es zusammen mit etwas Essig verzehrt. Studien zeigen, dass die Kalorienaufnahme dank dem reduzierten Hungergefühl um 200 bis 275 Kalorien pro Tag sinkt. Kurz: Apfelessig verbessert den Stoffwechsel erheblich.
Noch wichtiger ist aber der positive Einfluss auf das Säure-Basen-Gleichgewicht. Nach Eric Berg ist die grosse Mehrheit seiner Patienten nicht etwa übersäuert, wie allgemein gesagt wird, sondern sondern zu alkalisch. Sie leiden unter der Ablagerung von basischen Mineralstoffen in Form von Arterienverkalkung, Nierensteinen, Gicht usw. Bei der Verdauung von (saurem) Eiweiss bildet sich Guanidin, das als einer der stärksten organischen Basen gilt.
Auch die Magensäure ist bei älterem Menschen ab 40 oft zu wenig sauer. Dadurch kann unter anderem Eiweiss nicht mehr gut verdaut werden, was wiederum den Darm belastet und die Aufnahme von Mineralstoffen erschwert und die Immunabwehr schwächt. Auch saures Aufstossen ist eine Folge einer zu basischen Magensäure.
Mit Hilfe von Säuren können die abgelagerten Basen wieder aktiviert und dann ausgeschwemmt werden. Apfelessig gilt deshalb als eines der wichtigsten Hausmittel gegen Gicht. Das Säure-Basen-Gleichgewicht wird verbessert und der Alterungsprozess wird gestoppt.
Welche Dosis ist optimal? Greger und Berg empfehlen zwei Esslöffel pro Tag. Am besten würzt man damit den Salat, weil Blattgemüse eine optimale Quelle von Vitaminen, sowie Mineral- und Pflanzenstoffe sind. In südlichen Ländern wird Brot oft zusammen mit Olivenöl und Essig genossen. Sushi-Reis wird traditionell mit Essig versetzt. Saure Gurken sind ebenfalls eine gute Säure-Quelle, genauso wie Ricotta.
Muss es unbedingt Apfelessig sein? Jein. Essig ist das Produkt von fermentierten Kohlehydraten und je nach Ausgangsmaterial enthält es unterschiedliche Mineralstoffe und Polyphenole. Im Apfelessig enthält unter anderem auch Catechine und Chlorogensäure, die beim Abnehmen helfen sollen. Nach Berg ist aber vor allem die Säure wichtig, sei es nun Essig- Zitronen- oder Ascorbinsäure (künstliches Vitamin C). Wer Essig nicht mag, kann auch Zitronen-oder Limettensaft nehmen. Oder man kann den sauren Geschmack mit etwas Honig neutralisieren und damit die Wirkung vermutlich noch verstärken.
PS: „Flacher Bauch in nur fünf Wochen“, unter solchen Titeln werden im Internet Wunderdrinks angeboten, welche die Fettverbrennung beschleunigen sollen. Sie beruhen fast alle auf einer Mischung von dreimal täglich Apfelessig und/oder Zitronen- bzw. Limettensaft plus Honig zum Abschmecken. Dazu kommen Zutaten wie Grünteepulver, schwarzer Kümmel (10 Minuten gekocht und abgesiebt) , Cranberrysaft (ungesüsst) oder Pfefferminz.
In Einzelfällen mag dies tatsächlich genügen, um die hormonelln Veränderungen zu bewirken, die uns in ein gesundes Gleichgewicht zurückbringen. Meist braucht es aber noch mehr, um den Teufelskreis von schwacher Fettverbrennung und zu viel Cortisol (Stress) zu durchbrechen. Siehe dazu hier und hier. Und hier noch drei zusätzliche Tipps.
Nach Dr. Erich Berg sind fast alle seine Patienten gestresst, weshalb anstrengender Sport wie Joggen oder Radfahren bergauf kontraproduktiv ist. Er rät zu langen Spaziergängen von deutlich über 25 Minuten. Dann setzt die Fettverbrennung ein. Viele seiner Patienten haben so den Teufelskreis überwunden.
Wer keine Lust auf Ausdauer hat, dem helfen vielleicht zwei Tipps von Josef Mercola. Erstens- Kniebeugen. Dadurch werden alle grossen Muskelgruppen gekräftigt – und verbrennen während dem Schlaf Fett. Zweitens: Das Frühstück so lange hinauszögern, bis der Mangen knurrt. Dann den Hunger mit Nüssen, dunkler Schokolade (70% und mehr) oder mit Proteinen stillen. Nicht lange hungern, weil sonst ein Cortisol- und Insulinschub die Fettverbrennung stoppt.