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Ernst Haefliger in Luzern
Im Festspielsommer 1943 debütierte Ernst Haefliger bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern (wie das Lucerne Festival damals hiess); auf dem Programm standen Schubert-Lieder. Bereits ein Jahr später stellte Volkmar Andreae, Haefligers «Entdecker» von 1943, den jungen Tenor in Bruckners Te Deum vor. Bis 1970 kehrte Haefliger insgesamt zwanzig Mal zu den Musikfestwochen zurück. Allein Beethovens neunte Sinfonie sang er hier viermal – 1948 und 1954 unter Furtwängler sowie 1958 unter Karajan und 1970 unter Kubelik. Unter Karajan wirkte er auch in Bachs h-Moll Messe mit, unter Kubelik in Haydns «Jahreszeiten», in Janácˇeks «Glagolitischer Messe» sowie in Dvorˇáks Stabat mater. An der Seite von Maria Stader sang er 1946 in der Jesuitenkirche Mozarts Requiem, mit Elisabeth Schwarzkopf Händels «Messias». Im Festspielsommer 1958 trat er unter Fricsay in Rossinis Stabat mater auf, im Sommer 1964 in Haydns «Jahreszeiten» unter Karl Richter. Bachs Magnificat sang er sowohl unter der Stabführung Karajans wie Hindemiths.
Von Beethovens Neunter 1954 unter Furtwängler – seiner letzten Aufführung dieses Werks, das er in seinem Leben insgesamt 103 Mal dirigiert hatte – hat sich ein klanglich durchaus akzeptabler Mitschnitt erhalten, veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem Lucerne Festival bei audite (95.641).