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Die gestohlene Kunst
Wenn ein Gesellschaftssystem sich ändert, ändert sich auch der Blick auf Kunst. Wenn ein Regime sich ändert, ändern sich die Besitzer von Kunstwerken. Dies wird eindrücklich dargestellt im Film Die Frau in Gold von 2015.
Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt der Film die Geschichte des Gemäldes Adele von Gustav Klimt: Anfang des 20. Jahrhunderts malte der Künstler das Bild von und für die jüdische Wienerin Adele Bloch-Bauer. Nach ihrem Tod 1925 und der Machtergreifung der NSDAP in Österreich wurde das Gemälde der Familie Bloch-Bauer von den Nazis beschlagnahmt. Adeles Nichte Maria Altmann, dargestellt von Megastar Helen Mirren, versucht in den 1990er-Jahren von den USA aus, das Bild zurückzuerhalten. Da es mittlerweile in der Nationalgalerie hängt, verklagt Maria den österreichischen Staat.
Trotz Kritik an der Authentizität von im Film dargestellten einzelnen Begebenheiten kann man sich als Zuschauer der spannenden Erzählung nicht entziehen.
Die Enteignungen und der Kunstraub von jüdischen wohlhabenden Familien durch das nationalsozialistische Regime auch in Österreich ist eine historische Tatsache. Der Prozess um das Klimt-Gemälde ebenfalls. Was der Film darüber hinaus in die Geschichte interpretiert, ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Gerechtigkeit und Andenken: Maria Altmann erstreitet das Kunstwerk, um das Leid, das ihre Familie erfahren musste, ein winziges Stück zu lindern,und setzt damit ein Denkmal.