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Bei der Suche nach Geschenken für kleine und grosse Kinder ist es nicht immer einfach, Produkte zu finden, insbesondere Spiele und Spielzeug, die nachhaltig sind, möglichst lange genutzt werden, Spass machen (schliesslich steht der ja im Vordergrund) und frei von Geschlechterstereotypen sind. Das gilt insbesondere für jüngere Kinder, ob Mädchen oder Jungen.
Als Eltern ist man wahrscheinlich versucht, das Kind selbst zu fragen, was es sich wünscht. Aber wenn man die ausgetretenen Pfade verlassen, etwas anderes als die Modeprodukte, die in jedem Supermarkt angeboten werden, ausprobieren und qualitativ hochwertige Artikel kaufen möchte, die die Entwicklung des Kindes fördern, ohne es einzuschränken, muss man wissen, wo man suchen muss. Und man muss auch wissen, warum es notwendig ist, bestimmte Artikel zu meiden.
Markenhersteller haben ab den 1980er-Jahren gezielt bestimmte Spiele und Spielzeuge für Mädchen und Jungen entwickelt, die auf der Verpackung Fotos von Mädchen oder Jungen zeigen und eine geschlechterspezifische Sprache und Farbe verwenden. Denn sie haben erkannt, dass sie mehr Produkte verkaufen und mehr Gewinn machen können, wenn sie den Eltern den Eindruck vermitteln, dass diese Produkte für das eine Geschlecht geeignet sind, für das andere aber nicht.
Das Problem liegt dabei nicht in erster Linie in der Abbildung von Mädchen oder Jungen auf der Verpackung oder in der Farbwahl, sondern in der Art der Produkte, die Mädchen oder Jungen vorbehalten sein sollen. Abgesehen von der Tatsache, dass es auch im Jahr 2021 noch negativ wahrgenommen werden kann, wenn ein Junge ein «Mädchenprodukt» benutzt (nicht aber im umgekehrten Fall!), lassen sich bei einem Blick in die Regale grosser Spielzeuggeschäfte verschiedene Gender Bias feststellen:
Produkte, die auf Mädchen ausgerichtet sind, werben oftmals für passive Aktivitäten oder drehen sich rund um die Bereiche Kommunikation oder Care (d. h. die Pflege anderer).
Häufige Merkmale von Spielzeug für Mädchen:
— Sie sind oft weich und kuschelig, wie zum Beispiel Plüschtiere, Stoffpuppen, Taschen …
— Sie kommen in sanften, pastelligen oder warmen Farben daher (Rosa, Lila, Rot).
— Sie haben abgerundete, niedliche, glitzernde Motive.
— Ihre Struktur ist einfacher, sie haben weniger Reliefs oder sind sogar flach.
— Sie legen viel Wert auf die körperliche Erscheinung.
— Sie fördern nicht die Bewegung.
— Sie umfassen häusliche Aktivitäten (Basteln, Kochen, Putzen, Kommunikation, Dekoration …).
— Sie sind weniger technisch, weniger ausgeklügelt, daher billiger und kleiner.
Produkte, die auf Jungen abzielen, fördern dagegen mit dunklen, kalten Farben, schlagkräftigen oder historischen Themen, wie Burgen oder Weltraumraketen, oder bewegten Objekten, wie zum Beispielen Traktoren oder Superheld-Figuren, viel stärker das Handeln, das Eingehen von Risiken, Macht, das Entdecken und Erobern der Umwelt sowie logisches und wissenschaftliches Denken. All das sind Kompetenzen, die später in der Gesellschaft in der Regel oft stärker gewürdigt werden.
Dabei sind Mädchen nicht weniger fähig als Jungen, ihre Umwelt dreidimensional wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen oder andere herauszufordern!
Es ist daher wichtig, ihnen in den ersten Jahren ebenfalls Spiele und Spielsachen anzubieten, die ihnen helfen, diese Fähigkeiten zu entwickeln. Es geht natürlich nicht darum, irgendjemandem zu verbieten, mit der Puppenküche zu spielen oder Perlenketten herzustellen. Es geht vielmehr darum, sich bewusst zu machen, dass Aktivitäten und Produkte, die nicht versuchen, Geschlechterstereotype zu verstärken, zu bevorzugen sind, um die Chancen für Mädchen zu erhöhen, eines Tages ihre Träume verwirklichen zu können: sei es, eine Superheldin in einer Trollwelt, eine Professorin für Astrophysik oder eine Opernsängerin zu werden!
Julie Tai ist seit mehreren Jahren im Onlinehandel tätig und vertreibt Kinderprodukte, insbesondere für den Shop Boueb.ch, in dem ausschliesslich geschlechtsunspezifische Produkte angeboten werden. Sie unterstützt zudem Kaleio bei der Kommunikation in der Romandie.