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Wie die Nazis Architektur für ihre Propaganda nutzten
Neuer «Lebensraum» war das zentrale ideologische Ziel der Nationalsozialisten. Mit der Eroberung neuer Gebiete sollten Raumplanung, Städtebau und Architektur als Ausdruck der neuen Siedlungspolitik eine zentrale Rolle spielen. Davon erzählt ein Buch.
Quelle: zvg
Die Ansicht Prags sollte sich komplett verändern. Unter anderem wurde für die Neustadt der Bau von Hochhäusern diskutiert.
Die Architektur und Stadtplanung in der Zeit des Nationalsozialismus orientierte sich stark am Baustil der Antike. Propaganda-, Staats- und Parteibauten wurden bevorzugt im Stil des Neoklassizismus errichtet. Zudem prägten Siedlungsbauten im Heimatschutzstil, Wohn- und Verwaltungsbauten im Stil der moderaten Moderne oder Kasernen, Heeres- und Industrieverwaltungsbauten im pathetischen Funktionalismus das Baugeschehen im faschistischen Deutschland.
Hitler mass die Grösse einer Epoche an den Zeugnissen ihrer Kultur. Je beeindruckender sie sich präsentierten, desto bedeutender die Zeitepoche. Die Architektur nahm dabei eine besondere Rolle ein. Die repräsentativen Bauten der Machthaber und ihrer Planer und Architekten waren vor allem in den Städten zu finden.
Doch nicht nur hier sollten die umfangreichen Baumassnahmen und Umgestaltungen ein Abbild der herrschenden Ideologie und bleibendes Zeugnis geben. Die neu okkupierten oder annektierten Territorien im Osten sollten der Ansiedlung «Volksdeutscher» dienen. Oft war die Vertreibung der angestammten Bevölkerung vorgesehen. Gleichzeitig sollten die Zeugnisse dieser Kulturen ausgelöscht werden. Architektur, Raumplanung und Städtebau spielten hierfür eine Schlüsselrolle.