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Einen professionellen Übersetzer mit einem Auftrag betrauen mag eine kostspielige Alternative zur Verwendung eines Online-Übersetzungsprogramms sein. Aber wie intelligent ist Google Translate? Kann man es mit dem Können eines menschlichen Übersetzers vergleichen? Wir haben den Test gemacht und uns die maschinelle Übersetzung der deutschen Version des klassischen Märchens „Dornröschen“ genauer angesehen.
Übersetzungsfehler Nr. 1
Einen schlechteren Start konnte es wohl kaum geben. Die Übersetzungssoftware hat das wichtigste Wort in der gesamten Geschichte nicht korrekt übersetzt – den Namen der Hauptfigur, wenn diese das erste Mal erwähnt wird! Für den Fall, dass der Leser begriffsstutzig (oder sehr müde) ist, wird das Schlafen gleich zweimal erwähnt…
Übersetzungsfehler Nr. 2
Die Prinzessin betritt den Raum und fragt die alte Frau, was sie tut. Sie sollte hier eigentlich antworten, dass sie spinnt (mit der Spindel, an der Dornröschen sich später ihren Finger sticht). Laut Übersetzungssoftware blökt sie aber Dornröschen mit „Ich bin verrückt“ an. Das deutsche „ich spinne“ kann natürlich beides bedeuten. Was Google Translate hier allerdings spektakulär ignoriert hat, ist der Kontext.
Übersetzungsfehler Nr. 3
Nun kommt also der Höhepunkt der Geschichte. Alles ruht auf diesem Augenblick. Der tapfere Prinz hat Leib und Seele riskiert, um die Prinzessin im Turm zu erreichen. Er beugt sich nieder, um Dornröschen zu küssen, die – so etwas kommt doch nicht einmal im Märchen vor – ein Mann geworden ist!
Tja, Google Translate kann einfach nicht verarbeiten, dass „das“ Dornröschen, ebenso natürlich wie „das“ Mädchen und alle anderen Wörter auf „-chen“, grammatikalisch zwar neutral, aber im echten Leben und im Märchen doch feminin ist.
Drei böse Fehler, die nicht etwa auf eine Fee im schwarzen Gewand zurückgehen, sondern darauf, dass die Übersetzungssoftware nicht dazu in der Lage ist, den Kontext der Wörter zu erkennen.
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