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Patenschaften und Spenden für Kinder in Ghana
In den vergangenen Jahren verzeichnet Ghana ein dynamisches wirtschaftliches Wachstum, das nicht zuletzt auf die reichen Rohstoffvorkommen des Landes zurückzuführen ist. Obwohl sich die Lebensverhältnisse im Allgemeinen verbessert haben, profitiert nicht die gesamte Bevölkerung von dieser Entwicklung. Unsere Arbeit in Ghana setzt dort an, wo die Armut am größten ist. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende.
Ein Überblick
Das westafrikanische Land grenzt im Norden an Burkina Faso, im Westen an die Elfenbeinküste und im Osten an Togo. Im Süden erstreckt sich die Küste zum Golf von Guinea. Ghana ist überwiegend flach, die höchsten Erhebungen reichen kaum über 900 Meter. Während im Süden artenreiche Regenwaldgebiete vorherrschen, dominieren im trockeneren Norden die Savannen. Der riesige Volta-See ist, bezogen auf seine Fläche, das größte künstliche Gewässer weltweit. In Ghana herrscht eine große ethnische und kulturelle Vielfalt.
Die Oberhäupte (chiefs) der verschiedenen Völker haben vor allem auf lokaler Ebene großen politischen Einfluss und sind verfassungsgemäß über die regionalen und nationalen Houses of Chiefs organisiert. Über die Hälfte der Bevölkerung Ghanas ist jünger als achtzehn Jahre. In der Vergangenheit gab es immer wieder politische Auseinandersetzungen. Nach der Unabhängigkeitserklärung von England im Jahre 1957 rissen wiederholt Militärs die Macht an sich.
Zur Situation heute
In den vergangenen Jahren verzeichnet Ghana ein dynamisches wirtschaftliches Wachstum, das nicht zuletzt auf die reichen Rohstoffvorkommen des Landes zurückzuführen ist. Obwohl sich die Lebensverhältnisse im Allgemeinen verbessert haben, profitiert nicht die gesamte Bevölkerung von dieser Entwicklung. Immer noch lebt knapp ein Viertel der Ghanaer in extremer Armut. Ghana weist derzeit eine funktionierende Demokratie auf, die seit knapp zwanzig Jahren Bestand hat und ein hohes Maß an innerer Stabilität gewährleistet. Das Land gilt als Vorbild für den afrikanischen Kontinent. Seit Januar 2017 ist Nana Addo Dankwa Akufo-Addo Staatsoberhaupt und Regierungschef des Landes.
Plan International in Ghana
Wir arbeiten seit 1992 in Ghana und erreichten Ende 2017 das Umfeld von über 28.000 Patenkindern und ihren Familien, die in besonders armen und strukturschwachen Regionen leben. Plan International intensiviert derzeit sein Engagement im Nordwesten des Landes, da hier keine anderen größeren Hilfsorganisationen aktiv sind und besonderer Handlungsbedarf besteht.
Arbeitsansatz von Plan International
Unser Arbeitsansatz, die kindorientierte Gemeindeentwicklung, beruht auf den Grundrechten von Kindern: das Recht auf Leben, Entwicklung, Mitwirkung und Schutz. Kindorientierte Gemeindeentwicklung bedeutet mit und für Kinder arbeiten. Mädchen und Jungen, Jugendliche, ihre Familien und Gemeinden sind an der Planung und Durchführung von Programmen und Projekten beteiligt, um ihre eigene Entwicklung voranzubringen. Die Gemeinde trägt Verantwortung für die Programme, damit deren Nachhaltigkeit gesichert wird, auch nachdem wir die Arbeit in diesem Gebiet beendet haben. Von zentraler Bedeutung ist es daher, überholte Denkweisen zu ändern und die Kompetenzen von Gemeindemitgliedern zu stärken, damit sie sich mit den Herausforderungen ihrer Gemeinden aktiv auseinandersetzen können. Dies trägt dazu bei, strukturelle Kinderarmut zu beseitigen.
Da der Staat eine wichtige Rolle bei der Umsetzung und Einhaltung der Kinderrechte spielt, arbeitet Plan International mit Regierungsstellen zusammen und unterstützt sie darin, ihre Verpflichtung gegenüber den Gemeindemitgliedern wahrzunehmen und vorhandene Gesetze und Vorgaben umzusetzen. Gleichzeitig informieren wir die Menschen in den Gemeinden über ihre Rechte und bestärken sie darin, diese einzufordern. Wir setzen uns besonders für ausgegrenzte und benachteiligte Kinder ein, damit sie ihre Rechte wahrnehmen und den Kreislauf von Diskriminierung, gesellschaftlicher Nichtteilhabe und Kinderarmut durchbrechen können.
Herausforderung: Eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten
Zu wenige Kinder erreichen in Ghana einen Schulabschluss. In einigen abgelegenen ländlichen Regionen brechen bis zu 35 Prozent der Schülerinnen und Schüler den Grundschulbesuch vorzeitig ab. Dazu gehören vor allem Kinder aus armen Familien. Mädchen sind dabei besonders benachteiligt. Ihrer Bildung wird traditionell wenig Bedeutung beigemessen. Oftmals werden sie zudem früh verheiratet. Hinzu kommt, dass 40 Prozent der Lehrkräfte keine entsprechende Ausbildung erhalten haben.Viele von ihnen sind unmotiviert und es bestehen kaum Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Schulen sind schlecht ausgestattet. Oft gibt es weder sanitäre Anlagen noch Zugang zu sauberem Trinkwasser. Teilweise findet der Unterricht sogar im Freien statt. Die schlechte Unterrichtsqualität trägt dazu bei, dass viele Schülerinnen und Schüler den Schulabschluss verfehlen. Weniger als die Hälfte der Absolventen beginnt im Anschluss, eine weiterführende Schule zu besuchen. Generell bestehen für Kinder und Jugendliche an den Schulen kaum Teilnahmemöglichkeiten.
Plan-Programm: „Inklusive qualitative Bildung für benachteiligte Kinder“
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die frühkindliche Förderung. Wir unterstützen in den Gemeinden Einrichtungen wie Kindergärten oder Vorschulen. Mit unseren Partnern schulen wir Lehrpersonal, vermittelt werden kindgerechte und geschlechtersensible Methoden des Lehrens und Lernens. Wir wollen verstärkt Kinder mit Behinderung und stark benachteiligte Kinder fördern. Vor allem in strukturschwachen Regionen bauen wir Schulen und statten sie mit Lehr- und Lernmaterialien aus.
Ein wichtiges Anliegen ist dabei, den Kindern den Übergang zur weiterführenden Schule zu ermöglichen. Dies gelingt unter anderem durch Stipendien. Plan International kooperiert zudem intensiv mit dem Bildungsministerium. Hier geht es darum, regionale Arbeitsgruppen aufzubauen, die den Unterricht an den Schulen regelmäßig begleiten und analysieren, um so die Unterrichtsqualität kontinuierlich zu verbessern. Zusätzlich werden Initiativen wie Lesewettbewerbe, Lerngruppen oder Bildungscamps für Mädchen gefördert. In den Gemeinden führen wir Aufklärungskampagnen durch, um den Eltern die Bedeutung von Schulbildung zu erklären. Außerdem stärken wir Partizipationsstrukturen an Schulen und unterstützen Eltern- und Lehrervertretungen, Komitees zur schulischen Selbstverwaltung sowie Schülerforen. In Workshops lernen Eltern und Kinder, sich für das Recht auf Bildung einzusetzen.
Herausforderung: Mangelnder Schutz von Kindern, auch in Katastrophensituationen
Viele Kinder in Ghana sind nicht behördlich registriert, lediglich 65 Prozent haben überhaupt eine Geburtsurkunde. Viele Kinder und Jugendliche erleben Gewalt in ihren Schulen und zu Hause. Plan International geht davon aus, dass 14 Prozent aller schulpflichtigen Kinder sexuellen Missbrauch erlebt haben. Gerade Mädchen leiden zudem in einigen Regionen des Landes unter schädlichen traditionellen Praktiken wie früher Verheiratung und weiblicher Genitalbeschneidung.
Immer noch werden viele Kinder vernachlässigt, durch Kinderarbeit ausgebeutet oder sind vom Kinderhandel bedroht. Gleichzeitig steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Doch die Kapazitäten und Kompetenzen der Justizbehörden sowie der Polizei sind unzureichend und der Umgang mit den minderjährigen Straftätern ist zumeist nicht altersgerecht. In Ghana leiden gerade die Kinder unter den Folgen von Katastrophen wie Dürren, Überflutungen oder Flächenbränden, die das Land immer wieder heimsuchen. Der staatliche Katastrophenschutz arbeitet nicht präventiv, sondern beschränkt sich überwiegend auf die Verteilung von Hilfsgütern im Notfall.
Plan-Programm: „Schutz von Kindern und kindzentrierte Katastrophenvorsorge und -hilfe“
Mit unserem Programm tragen wir dazu bei, Kindesschutzsysteme in den Gemeinden und auf nationaler Ebene zu stärken und vorhandene Gesetze besser umzusetzen. Dazu gehört, die örtlichen Meldebehörden technisch zu unterstützen sowie Arbeitsprozesse und Strukturen zu verbessern. Ziel ist es, das Meldewesen durch die Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung zu dezentralisieren. In Ghana ist die Geburtenregistrierung bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres kostenlos.
Plan International setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche auch nachträglich eine Geburtsurkunde erhalten können. Wir vermitteln Kindern, wie sie sich vor Missbrauch schützen können und unterstützen Kinder- und Jugendgruppen dabei, über Gewalt aufzuklären. In Schulen und Gemeinden richten wir Anlaufstellen ein, wo Kinderrechtsverletzungen angezeigt werden können und Betroffene Hilfe erhalten.
Plan International kooperiert außerdem mit den Polizeibehörden, um die strafrechtliche Verfolgung von Kindesmissbrauch zu intensivieren. Wir schulen Mitarbeiter von Justizbehörden für den altersgemäßen Umgang mit Jugendlichen im Strafvollzug und vermitteln internationale Standards der Jugendgerichtsbarkeit. Außerdem setzen wir uns dafür ein, die Haftbedingungen von Jugendlichen zu verbessern.
Ein anderes wichtiges Ziel ist der Katastrophenschutz. Die Gemeinden werden dabei unterstützt, Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen und Strategien zu entwickeln, um Risiken von Katastrophen zu minimieren und bestmöglich auf drohende Gefahren vorbereitet zu sein. Dabei werden Kinder aktiv eingebunden und ihr dringendes Schutzbedürfnis besonders berücksichtigt. Wir kooperieren auch mit den lokalen Behörden und arbeiten daran, den nationalen Katastrophenschutz weiterzuentwickeln und zu optimieren.
Herausforderung: Schlechte wirtschaftliche und gesundheitliche Situation
Viele Familien in den ländlichen Regionen leben unterhalb der Armutsgrenze. Die landwirtschaftlichen Erträge sind gering und reichen kaum, um den täglichen Bedarf zu decken. Es mangelt an alternativen Einkommensmöglichkeiten. Dabei sind Frauen wirtschaftlich stark benachteiligt. Für Kinder unter fünf Jahren liegt die Sterblichkeitsrate bei 78 pro 1.000 Lebendgeburten.
Sie erkranken vor allem an Malaria, HIV, Durchfall- oder Atemwegserkrankungen. Außerdem leiden viele Kinder unter Mangelernährung. Jugendliche und junge Erwachsene sind vergleichsweise häufig von sexuell übertragbaren Krankheiten sowie frühen oder ungewollten Schwangerschaften betroffen. Zudem hat ein Fünftel aller Familien keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Insgesamt sind die hygienischen Standards unzureichend. Nur etwa 10 Prozent der Haushalte verfügt über sanitäre Anlagen.
Plan-Programm: „Die wirtschaftliche und gesundheitliche Situation verbessern“
Unser Programm setzt auf verschiedenen Ebenen an, um die wirtschaftliche und gesundheitliche Situation der Familien zu verbessern: Zusammen mit unseren Partnern erweitern wir in ländlichen Gebieten den Zugang zu finanziellen Dienstleistungen. Wir unterstützen vor allem Frauen und Jugendliche dabei, Spargruppen zu bilden und informieren darüber, wie die Familien ihre landwirtschaftlichen Erträge steigern können. Frauen sollen Zugang zu Land erhalten, das bewässert werden kann. Plan International stärkt gezielt die wirtschaftliche Situation der Jugendlichen. Wir vermitteln wirtschaftliches Grundwissen und unterstützen sie dabei, ein Gewerbe, wie beispielsweise eine Kleintier- oder Bienenzucht, zu betreiben.
Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung in den Gemeinden zu verbessern. Wir setzen uns dafür ein, dass Angebote zur reproduktiven und sexuellen Gesundheit sowie zur Familienplanung vorhanden sind. Frauen sollen während der Schwangerschaft und nach der Geburt medizinische Betreuung erhalten. Wir klären die Familien über Kinderkrankheiten, Impfungen sowie gesunde Ernährung auf und informieren darüber, wie Kleinkinder in ihrer Entwicklung gefördert werden können.
Plan International unterstützt Frauen und ihre Familien dabei, in die nationale Krankenversicherung aufgenommen zu werden und setzt sich für Kinder ein, die besondere medizinische Betreuung benötigen. Jugendliche und junge Erwachsene werden gezielt über die Risiken von HIV/AIDS, Geschlechtskrankheiten oder ungewollten Schwangerschaften aufgeklärt. Schließlich verbessern wir gemeinsam mit unseren Partnern die Trinkwasserversorgung in den Gemeinden. Das erfolgreiche Projekt, alle Familien mit Latrinen auszustatten, wird weiter geführt und durch öffentliche Hygieneschulungen in Schulen oder Gesundheitszentren begleitet.