Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03651.jsonl.gz/25

Weg der Menschenrechte
Am Samstag, 24. April, fand - wie jedes Jahr im Frühling - der "Weg der Menschenrechte" statt. Eine Gruppe von rund 60 Personen wanderte von Immensee nach Luzern ins RomeroHaus.
Auf diesem "Weg der Menschenrechte" liessen sich die Wandernden an verschiedenen Zwischenstationen von der Person Oscar Romeros inspirieren. Vor 30 Jahren wurde Erzbischof Oscar Arnulfo Romero wegen seines Engagements für die Menschenrechte der unterdrückten Campesinos und Campesinas von der damaligen Militärdiktatur El Salvadors ermordet. Unterdessen wurde Romero für das Volk von El Salvador zum Symbol des aufrechten Ganges. In verschiedenen Impulsen fragten sich die Teilnehmenden, wie «presente» Romeros Vision vom Leben heute in der salvadorianischen Theologie und Kirche ist und welche Herausforderung sie für uns Menschen in Europa bedeutet?
«In meinem Land wird abscheulich gemordet, wir sollten das Mindeste zu verteidigen suchen, was zugleich das grösste Geschenk Gottes ist: das Leben» bekannte der Erzbischof Oscar A. Romero gegenüber Leonardo Boff anlässlich der Bischofsversammlung von Puebla. Seit Juni 2009 bestimmt eine neue Regierung, die aus der Guerilla-Bewegung hervorgegangen ist, die Geschicke El Salvadors. Die Mordrate ist seither kaum gesunken: Mit rund 4'300 Mordfällen im vergangenen Jahr beherrscht die Gewalt im kleinsten zentral-amerikanischen Land weiterhin die Szene in Form von Korruption, Drogenhandel, Bandenkriegen, Bekämpfung von Oppositionellen wie Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten.
Romeros Prophezeiung, er werde im salvadorianischen Volk auferstehen, scheint sich zu bewahrheiten. Die Liebe des Volkes zu ihrem von Rom noch immer nicht «anerkannten» Heiligen ist allgegenwärtig. Der neue Präsident Mauricio Funes hat vor seiner Amtseidablegung das Grab Romeros besucht und die «vorrangige Option für die Armen» zu seinem Leitbild erhoben. Bei seiner Antrittsrede erhielt er am meisten Applaus, als er Romero als seinen «Lehrer und geistigen Führer» pries. Mitte März dieses Jahres hat er den 24. März zum nationalen Gedenktag erklärt.
Fotos Fritz Weber (weitere Fotos folgen!)