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Wenige schreiben, wie ein Architekt baut, der zuvor einen Plan entworfen und bis ins Einzelne durchdacht hat; vielmehr die meisten nur so, wie man Domino spielt.
– Arthur Schopenhauer (1788–1860)
Wie oft sitzt du in der Bibliothek, um einen Leistungsnachweis, ein Portfolio, die Vertiefungsarbeit zu verfassen und schlägst ohne Idee, Plan oder ein genaues Ziel in die Tasten? Das Schreiben ist ein aufbauender Prozess.
Kurz ausgedrückt: Bei manchen Texten ist es sinnlos, einfach mal drauflos zu schreiben, sowie man auch nicht einfach ein Haus bauen kann. Zumindest nicht, wenn man möchte, dass am Ende ein stabiles, schönes, erdbebensicheres und ansehnliches Haus dabei rausschaut. Die Essenz der Architektur liegt in der Planung und so ist es auch beim Schreiben. Du bist der Architekt deines Textes! Lass uns also anschauen, wie du zukünftig deine Texte planen kannst:
Der Schreibprozess beginnt mit der Planung. Du musst dir also überlegen, wie du zu deinem Endprodukt gelangst.
Zuerst generierst du Ideen und Wissen, welche du schriftlich sammelst. Dies könnte in einem Clustering oder einem Mindmap geschehen. An dieser Stelle ist es sogar sinnvoll, wenn du einfach drauflos schreibst. Die Ideen, die du gesucht hast, entwickelst du zu Argumenten weiter und suchst passende Theorien, die diese Argumente stützen oder auch widerlegen.
Die verschriftlichten Ideen oder Argumente organisierst du dann. Überleg dir, wie du deine Ideen in einen sinnvollen Aufbau bringst und wie dein Schreibstil sein soll. Einen Brief schreibst du anders als eine wissenschaftliche Arbeit.
Für dein Endprodukt formulierst du nun Ziele. Was möchtest du erfahren oder dem Leser näherbringen? Was du gerade erstellt hast, nennt sich Schreibplan. Dieser ist nicht in Stein gemeisselt, sondern ändert sich vielleicht fortan wieder (Vedral u. Ederer-Fick 2015).
Eine durchdachte Planung wird dir das Schreiben erleichtern und aus deinem kleinen Zelt wird ein prunkvoller Palast entstehen.
Vedral, Johanna und Elfriede Ederer-Fick. 2015. «Schreibforschung und Schreibdidaktik: Modelle und Theorien wissenschaftlichen Schreibens.» In Forschungsgeleitete Lehre in einem Massenstudium: Bedingungen und Möglichkeiten in den Erziehungs- und Bildungswissenschaften, hrsg. v. Rudolf Egger, Cornelia Wustmann u. Anke Karber, 217–238. Wiesbaden: Springer VS.
Alexandra Brogle ist Studentin auf der Kindergarten- und Unterstufe und Tutorin im Schreibzentrum der PH Zürich
Kennst du das? – Das Schreibzentrum bietet auch Hilfe bei Schreibblockaden an. Werde noch heute Mitglied.