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Der Eisbrecher «Healy» der United States Coast Guard erlitt einen elektrischen Brand in seinem Maschinenraum, bei dem der Steuerbord-Antriebsmotor und die Welle des Eisbrechers ausfielen. Infolge des Feuers musste das Schiff seine Arktis-Mission abbrechen und kehrt zur Reparatur in seinen Heimathafen nach Seattle zurück. „Infolge des Feuers wurden alle arktischen Einsätze abgebrochen“, sagte die Küstenwache in einer Erklärung.
Die «Healy», der jüngere der beiden noch einsatzbereiten Eisbrecher der Küstenwache, war auf dem Rückweg von einer 26-tägigen Patrouille in der Beringstraße. Mit der Operation Arctic Shield demonstrierte die US-Regierung die Präsenz und den Einfluss der USA im Beringmeer, entlang der amerikanisch-russischen Seegrenze in der Arktis.
Das Schiff hatte Seward, südlich von Anchorage, erreicht, als das Feuer am 18. August gegen 21.30 Uhr ausbrach. Der Bord-Feuerwehr gelang es das Feuer bis um 21.56 Uhr einzudämmen. Die Ursache des Brandes ist derzeit nicht bekannt.
Der Vorfall zeigt jedoch deutlich, wie begrenzt die Ressourcen der USA in der Arktis sind. Im Gegensatz zu Russlands umfangreicher Flotte nuklearer und konventioneller Eisbrecher verlassen sich die USA auf nur zwei Schiffe: die 44 Jahre alte «Polar Star» und die 21 Jahre alte «Healy».
Während die USA versuchen, ihre arktischen Anlagen zu verstärken und neue Eisbrecher bestellt haben, wird es noch mindestens fünf Jahre dauern, bis neue Schiffe in Betrieb genommen werden.
Zweiter Brand in zwei Jahren
Dies ist nicht das erste Mal, dass ein Eisbrecher der U.S. Coast Guard unter einem Feuer an Bord leidet. Erst letztes Jahr brach an Bord des anderen Eisbrechers der USCG, der «Polar Star», auf dem Weg in die Antarktis ein Feuer aus, das langwierige Reparaturen an den elektrischen Systemen erforderte.
Die Zeit drängt um alternde Eisbrecher zu ersetzen
Dieser jüngste Vorfall macht auch deutlich, wie die Rhetorik und die Fähigkeiten der USA in der Arktis voneinander abweichen. Erst letzten Monat prahlte Präsident Trump fälschlicherweise damit, dass die USA den größten Eisbrecher der Welt im Bau haben und zehn neue Schiffe bauen wollen, darunter auch nukleare Eisbrecher. In Wirklichkeit verlässt sich das Land auf zwei veraltete Schiffe, für die es zumindest bis zur zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts keinen Ersatz gibt.
Die gute Nachricht ist, dass die Arbeiten am ersten neuen schweren Polareisbrecher für die Küstenwache der Vereinigten Staaten seit 43 Jahren begonnen haben. Die schlechte Nachricht ist, dass es der erste neue schwere Polareisbrecher für die USCG seit 47 Jahren sein wird, wenn er in Betrieb genommen wird, was für 2024 erwartet wird.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs verfügten die Vereinigten Staaten über sieben Eisbrecher der Windklasse, die technologisch fortschrittlichsten Eisbrecher der Welt.
Diese wurden nach und nach aus dem Dienst genommen. Der Eisbrecher «Glacier» wurde 1955 als Eisbrecher der U.S. Navy in Betrieb genommen, 1966 an die Küstenwache übergeben und 1988 außer Dienst gestellt. Die beiden Eisbrecher der Polarklasse, USCGC «Polar Star» und USCGC «Polar Sea», wurden 1976 bzw. 1977 in Betrieb genommen. Die «Polar Sea» ist seit 2010 außer Dienst, als sie einen schweren Maschinenschaden erlitt. Die «Polar Star» wurde 2013 überholt und ist wieder in Betrieb genommen worden. Die Küstenwache betreibt auch den 1999 in Betrieb genommenen Mittelpolareisbrecher USCGC «Healy», der in der Arktis in erster Linie für Forschungsprojekte eingesetzt wird, aber auch eine Vielzahl anderer Aufgaben der Küstenwache erfüllen kann.
Heiner Kubny, PolarJournal