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Es scheint, als wurde Javier Bardem, 50, das Schauspiel in die Wiege gelegt. 1969 wird er auf der kanarischen Insel Gran Canaria in eine Schauspielerfamilie geboren. Doch so wandelbar sich Bardem seit über zwanzig Jahren in seinen Rollen zeigt, so vielseitig ist der Spanier privat.
Regelmässig schnürt Chico Javier die Rugby-Schuhe, bevor er in die Fussstapfen seiner Mutter und seiner Grosseltern tritt. Der Junior spielt als Teenager in der spanischen Nationalmannschaft, später ist er mit seinen 1,81 Metern Körpergrösse beim Madrider Verein CR Liceo Francés im Einsatz.
Doch so rau und körperlich sein Sport, so künstlerisch und kreativ ist sein intellektuelles Interesse: Bardem studiert Malerei und wechselt erst Mitte zwanzig ins Schauspielfach. «Es ist nicht so, dass es irgendwann Klick macht», so Bardem in einem «GQ»-Interview. «Es sind eher Zufälle und Unfälle, die einen dahinbringen.»
«Ich spiele viel lieber reale Menschen als Bösewichte»
Sein markantes Gesicht eignet sich für die Verkörperung von Bösewichten. Viermal spielt er äusserst erfolgreich unsympathische Charaktere, darunter auch den Bond-Gegner in «Skyfall». Für seine Darstellung des psychopathischen Serienkillers in «No Country for Old Men» erhält Javier Bardem 2008 den Oscar als bester Nebendarsteller. «Die Wahrheit ist: Ich spiele viel lieber reale Menschen als Bösewichte.»
Er drehte vier Filme an der Seite von Penélope Cruz
Sein Latino-Charme eignet sich für die Rolle des Verführers – auch dies erfolgreich. «Love in the Time of Cholera», «Vicky Cristina Barcelona» und «Eat Pray Love» sind nur drei seiner Kinohits. Während der Dreharbeiten zu «Vicky Cristina Barcelona» verliebt sich Bardem in Co-Partnerin Penélope Cruz, 45. «Aber da waren wir noch kein Paar … Aber wir waren ja bei der Arbeit. Und danach … danach haben wir gleich geheiratet!» Und zwar 2010, auf den Bahamas. Mit der Mutter seiner beiden Kinder hat Javier Bardem vier Filme gedreht. Das erste Mal standen sie für «Jamón Jamón» vor der Kamera. Er damals 21, Penélope süsse 16. Das letzte Mal war das Paar 2018 in «Todos lo saben» von Asghar Farhadi zu sehen.
Für seine Kinder verzichtet er auf Alkohol, Zigaretten und Zucker
Javier Bardem scheint sich für jeden Charakter zu eignen. «Die Seele eines Künstlers ist stets in Bewegung und fühlt sich meist wie Chaos an.» Privat ist er vorwiegend Ehemann und Padre. «Ich will sehen, wie meine Kinder erwachsen werden. Dafür lebe ich sehr gesund.» Für Leonardo, 8, und Luna, 6, verzichtet er auf Alkohol, Zigaretten und Zucker. «Vater zu sein bedeutet, ständig zu kämpfen, immer im Einsatz zu sein und Opfer zu bringen. Es bedeutet bedingungslose Liebe.» Im Alter, so hofft er, möchte er zudem mit der Rolle des Grossvaters belohnt werden.
Wichtige Filme
In «Sanctuary» spielt Javier Bardem für einmal keine Rolle, sondern ist als Privatperson zu sehen. Gemeinsam mit seinem Bruder Carlos – ebenfalls Schauspieler – reist er im Auftrag des Umweltschutzes, genauer der Meere, in die Antarktis. Regisseur Álvaro Longoria hat die Brüder begleitet. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Javier Bardem politisch äussert. Bei seinem zweiten «Goya»-Sieg 2003 nutzt er seine Dankesrede als Protest gegen den Irakkrieg. Selbst eine Waffe in der Hand hält er im Spielfilm der US-Brüder Ethan und Joel Coen. Als psychopathischer Killer mit schrecklicher Frisur gewinnt er 2008 den Oscar als «Bester Nebendarsteller». Javier Bardem war schon mehrmals nominiert, unter anderem für «Vicky Cristina Barcelona» und «Biutiful».