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Titel
Basel-
Land.
Der Kanton Basel-
Land gehörte bis zum Jahre 1833 zur Stadt
Basel und bildete mit dieser den Kanton Basel.
Infolge
politischen Zwistes haben sich Stadt und
Land im genannten Jahre getrennt und bilden nun sog. Halbkantone.
Basel-Land, das «Baselbiet», liegt in der nordwestl.
Ecke der
Schweiz zwischen 47° 20' 18“ und 47° 33' 54“ nördl. Breite
und zwischen 5° 9' 45“ und 5° 37' 35“ östl. von Paris oder zwischen 7° 29' 59“ u. 7° 57' 49“ östl. Greenwich.
In unregelmässig verlaufender Linie grenzt der Kanton
Basel-Land im O. an den Kanton Aargau;
im S. bilden die Juraberge
die natürliche Grenze gegen die Kantone Solothurn
und Bern;
im W. liegen Teile von Solothurn,
Basel-Stadt und des Elsass, und im N. endlich stösst der Kanton
an die Stadt
Basel, einen Teil des Aargau
und, durch den
Rhein abgegrenzt, an das Grossherzogtum Baden.
Orographie
Der ganze Kanton liegt im Gebiet des Jura; doch lassen sich leicht zwei Teile erkennen, ein östlicher und ein westlicher, die in der Hauptsache durch die im Unterlaufe fast direkt nach N. fliessende Birs von einander geschieden werden.
Der östliche, zugleich das Gebiet der drei Verwaltungsbezirke Liestal, Sissach und Waldenburg, ist der grössere. An seinem Südrande steigt, ein mächtiger Wall, in langer Kette der Jura empor. In einer Länge von ca. 25 km und in Höhen von ca. 700-1160 m zieht er sich von SW. nach NO. Von diesem Walle dacht sich der ganze östliche Kantonsteil allmählich ab, nach Norden gegen den Rhein bis hinunter auf eine Höhe von noch ca. 260 m.
So bildet der ganze Osten des Kantons ein reiches Wirrwar von wellenförmig verlaufenden, sich hauptsächlich nach N. ziehenden Bergen und Hügeln, die durch zahlreiche, in gleicher Richtung laufende kleinere und grössere Thäler unterbrochen werden.
Die höchsten Erhebungen gehören dem Kettenjura im S. an: nur wenige hundert Meter n. vom Passwang liegt der Vogelberg (1120 m), das Kellenköpfli (1160 m), der höchste Punkt des Kantons, der Bölchen (1102 m), die Schmutzfluh und der Wiesenberg (1002 m). Hier an der S.-Grenze finden wir überall Lagerungsstörungen der Gesteinsschichten mannigfaltigster Art, deren gemeinsame Ursache auf einen von S. herkommenden horizontalen Schub, verbunden mit einer Absenkung des n. vorgelagerten Vorlandes zurückzuführen ist. Oft treten in dieser sogenannten Ueberschiebungszone tertiäre Gesteine neben dem Muschelkalk auf, und Ueberlagerungen von jüngern über ältere Schichten gehören zu den gewöhnlichen Erscheinungen.
Die Berge des ganzen übrigen Kantons gehören dem Plateaujura an. Bei aller Steilheit der meist bewaldeten Gehänge haben diese Berge einen flachen Rücken. Viele von ihnen stellen Schollen dar, zwischen welchen das zwischenliegende Gebiet durch Grabenbrüche eingesunken ist. Auf diesen von Wiesen und Ackerland bekleideten Hochebenen liegen eine ganze Anzahl Ortschaften, wie Ramlinsburg 520, Lampenberg, Titterten 661, Arboldswil 633, Seltisberg 502, Anwil 603 m ü. M.
Zu den nennenswerten Erhebungen im Gebiete des Tafeljura gehört die Fluh bei Rotenfluh (680 m), der Farnsberg mit der historisch berühmten Farnsburg (758 m), der Staufen (702 m), die Sissacher Fluh (702 m), der Domberg (624 m), der Grammont (591 m), der Schleifeberg (611 m) bei Liestal, der durch einen eisernen Aussichtsturm noch um 30 m erhöht worden ist, der Blomd bei Bubendorf (554 m), die Schauenburgerfluh mit dem weitbekannten Bade an ihrem Fusse (666 m). Gegen die n. und nw. Kantonsgrenze verflachen sich die Berge des Tafeljura.
Die Scheide zwischen dem ö. und w. Kantonsteil bildet das Birsthal in seinem untersten Laufe, es ist von Angenstein (der Kantonsgrenze) weg in die flachen Diluvial- und Tertiärgebilde des Birsecks eingeschnitten.
Der kleinere, w. der Birs gelegene Teil des Kantons umfasst den Hauptteil des Bezirks Arlesheim. Es ist der ¶
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sogen. untere Kanton, das Birseck oder «Neubaselbiet». (Bis 1815 in der Hauptsache zum Bistum
Basel
gehörend; im genannten Jahre erst zu Basel
gekommen). Wie im S. des ö. Teils, so erhebt sich auch im S. des w. ein ansehnlicher
Bergzug, eine Jurakette, der waldige Blauenberg, dessen Kamm auf eine lange Strecke die Grenzlinie zwischen den Kantonen Bern
und
Baselland bildet. Nach N. fällt er ziemlich rasch ab und verliert sich in flachem, tertiärem Hügelland bis hinunter
in die oberrheinische Tiefebene.
Unter diesen Hügeln, den Vorhöhen des Plateaujura, ist am bekanntesten das Bruderholz (Gefecht zwischen Eidgenossen und Schwaben). Es ist ein stellenweise stark bewaldetes Plateau, das zwischen Birs und Birsig (zwischen den Dörfern Aesch und Ettingen) sich erhebt, eine Höhe von 395 m (durchschnittlich 340 bis 350 m) erreicht und erst s. von Basel plötzlich abfällt.
W. vom Birsigthale liegt eine ähnliche Höhe, die sogen. Allschwilerhöhe; sie dacht sich nach dem Elsass hin nach NW. ab, senkt sich aber, wie das Bruderholz, bei Basel plötzlich in die oberrheinische Tiefebene.
Die Thäler des Kantons sind ausserordentlich zahlreich. Während sie im Kettenjura vielfach als Längsthäler dem Streichen der Schichten parallel laufen, finden wir im Plateaujura Thäler, die als Grabenversenkungen zu betrachten sind. Die Hauptthäler im ö. Kantonsteil, das Thal der hintern und der vordern Frenke, das Diegter- und das Homburgerthal haben ziemlich genau SN.-Verlauf und münden in das fast rechtwinklig zu ihnen ow. verlaufende Ergolzthal ein. Die Thalgehänge sind meist steil und meist mit Wald oder Viehweiden bedeckt. Manche derselben bieten mit ihren kleinen Wasserfällen und Felspartien viele Naturschönheiten.
Im W. liegen die beiden parallel nach N. verlaufenden Thäler der Birs und des Birsig (dieses auch Leimenthal genannt). Beide sind landschaftlich schön zwischen die sie begleitenden Hügelzüge eingebettet und geben einer Reihe grösserer Dörfer Raum.
Stratigraphie.
Der Boden des Kantons wird durch eine bunte Musterkarte von Schichten zusammengesetzt, die sich mit Ausnahme der Kreide von der Trias bis zum Diluvium erstrecken.
Die ältesten Ablagerungen des Kantons gehören dem Muschelkalk und dem Keuper an. Ersterer bildet im S., an der Grenze des Ketten- und Tafeljura ein wenige Kilometer breites Band, das in ziemlich gerader Richtung von W. nach O., ungefähr von Bretzwil nach Läufelfingen, zieht. Seine auf ca. 200 m Mächtigkeit geschätzten Schichten sind in ihrer Lagerung stark gestört und oft über jüngere überschoben.
Auch an der N.- und NO.-Grenze tritt der Muschelkalk zu Tage, ein Fetzen liegt zwischen Muttenz und Mönchenstein, und ein schmales Band zieht sich über Giebenach nach Arisdorf, Wintersingen und Buus und findet seine Fortsetzung im Kanton Aargau. In der Anhydritgruppe der versunkenen Muschelkalkschichten des Rheinthales liegt das Salzlager der Saline Schweizerhall.
Das oberste Glied der Trias, der Keuper, tritt als dunkel bis buntgefärbter Mergel, als Mergelschiefer, Dolomite und Sandstein auf. Von Neuewelt bei Basel über Pratteln nach Arisdorf, Olsberg und Giebenach zieht sich ein schmales Keuperband, und weiter ö. wird der Stauffen- und Farnsberg von Keuperschichten eingerahmt. Im S. zieht sich ein Keuperband dem Muschelkalk des Ueberschiebungsgebietes entlang, von Bretzwil über Reigoldswil nach Niederdorf. Ueberall liefert der leicht verwitternde Keuper einen vorzüglichen Ackerboden. Die untern Keuperschichten (Lettenkohle) von Neuewelt schliessen eine reiche fossile Flora von Pterophyllen, Equiseten und Farnen ein. Eine ähnliche Flora weisen die auch technisch verwerteten Keupersandsteine von Hemmiken auf. Das Bonebed von Niederschönthal bei Frenkendorf ist die Fundstätte der gewaltigen Wirbel- und Schenkelknochen des Gresslyosaurus ingens Rütim.
Der weitaus grösste Teil des Kantons wird von den verschiedenen Schichten der Juraformation gebildet: Der Lias bildet meistens die Basis der Thalgehänge und wird dort hauptsächlich von den Bächen angeschnitten, nur an verhältnismässig wenigen Orten, wie z. B. in der Gegend von Mönchenstein, Pratteln und Sissach tritt er in grösserer Flächenausdehnung zu Tage.
Die grösste Flächenverbreitung hat der braune Jura. Seine untersten Schichten, die mergeligen und thonigen, oft sehr fossilreichen Opalinus- und Humphriesianusschichten bilden viele Thalgehänge des mittlern Kantonsteiles, liefern durch Verwitterung einen guten Wald- und Wiesenboden und sind ihrer Wasserundurchlässigkeit wegen wichtig als Quellenhorizonte. Die Plateauflächen und der oberste Teil der Thalgehänge des mittleren Kantonsteiles bildet der Hauptrogenstein, eine ca. 70-80 m mächtige, durch Spalten und Erosion vielfach zerrissene Kalktafel, deren Mächtigkeit von W. nach O. (gegen den Aargauer Jura) abnimmt. An seiner Basis liegt der weitverbreitete Horizont der Cainocrinusschichten, dünnplattige Kalke ganz aus den Ueberresten von Cainocrinus Andreae gebildet. In der Nähe von Liestal sind diese Haarsterne in ihrer Totalität erhalten. Der Hauptrogenstein liefert einen guten, wenn auch nicht wetter festen Baustein; an zahlreichen Orten, wie Arlesheim, Muttenz, Lausen etc. wird er in grossem Massstabe ausgebeutet; die neuen Quartiere Basels sind hauptsächlich aus Baselbieter Hauptrogenstein aufgebaut.
Nach oben geht der Hauptrogenstein in einen grobkörnigen Kalk, den «groben Oolith», über, der seinerseits von den wenig mächtigen, mergeligen und äusserst fossilreichen Kalken der Variansschichten überlagert wird.
Im S. und SO. des Kantons finden wir den weissen Jura und zwar hauptsächlich in seiner untern und mittlern Abteilung, dem Oxfordien und Rauracien (koralligene Facies des Argoviens), vertreten. Mitten durch den Kanton, von Augst über Liestal u. Bubendorf nach S., geht die Grenzlinie, in welcher die beiden verschiedenen Ausbildungen der untern Malmschichten, die West- und die Ostfacies, ineinander übergehen. Beide Facies unterscheiden sich schon in Ausbildung ihrer untersten Stufe, des Oxfordien. W. der genannten Linie finden wir gelbe oder blaue Thone und Letten, die eine reiche Fauna kleiner verkieselter Ammoniten einschliesst, dann kopfgrosse kieselreiche Knollen (Chailles), ö. davon treten eisenoolithische Kalke mit derselben Fauna auf. Auf diesen lagern im O. ziemlich mächtige Thonkalke (Argovien) mit einer Menge wohlerhaltener Spongien (Scyphien), während im W. die gleichalterigen Schichten als rauhe Kalkmergel ausgebildet sind, die schönsten Seeigel, Seelilien, u. s. w. führen (Glypticien). Ueber diesem «Glypticien» erheben sich im W. die ¶
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ungeschichteten, massigen Korallenkalke, noch jetzt zusammenhängende Riffe bildend. Durch vertikale Zerklüftung vielfach zerrissen und durch Atmosphärilien angenagt, bildet der Korallenkalk die landschaftlich schönsten Partien des ganzen Kantons. (Schauenburger Fluh, Reichensteinerfels bei Arlesheim, Schloss Birseck, Pfeffingen).
Die thonigen Kalke des Oxfordien u. des Rauracien (Argovien) werden mehrerenorts (Lausen, Itingen, Thalhaus bei Bubendorf) zur Cementfabrikation ausgebeutet.
Von den höhern Malmschichten ist nur an wenigen Stellen (Niederdorf, Wasserfalle) das Sequan vertreten.
Von Kreidebildungen fehlt jede Spur. Die Tertiärgebilde treten im Kanton nur in Fetzen von grösserer oder geringerer Ausdehnung auf. Sie finden sich hauptsächlich in der nw. Ecke des Kantons, bei Basel, Binningen, Bruderholz, Therwil, Ettingen, Arlesheim und gehören hier dem Oligocän (Meeressand) an. Sie bestehen bald aus Sandsteinen und Sanden, bald aus Thonen und Thonmergeln und liefern einen vortrefflichen Ackerboden. Der blaue Letten von Neuallschwil bietet zwei grossen Thonwarenfabriken ein treffliches Rohmaterial. Die Sandsteine schliessen bei Neuallschwil Blattreste in reicher Anzahl ein, unter welchen Zimmtbäume (Cinnamomum, Salix, Daphnogene etc.) die grösste Rolle spielen (Blättermolasse).
Im s. und mittlern Kantonsteil fehlen die Sandsteingebilde des Oligocäns. Was an kleinen Fetzen von der Erosion verschont geblieben ist, gehört der Juranagelfluh und dem miocänen Süsswasserkalk an. Erstere, ein Konglomerat von gerollten Kalksteinen, Quarziten und Buntsandsteinen, bedeckt, zungenartig von S. nach N. verlaufend, die Höhe von Bennwil bis zur Zunzgerhard, die Höhen von Känerkinden, Wittinsburg, sowie die Anhöhe zwischen Hersberg, Nusshof und Sissach. Der miocäne Süsswasserkalk findet sich in kleinen Resten in Tenniken, Anwil, Waldenburg und schliesst hie und da viele Landschnecken, Säugetierzähne und Kohlenfetzen ein.
Die Sohlen der beiden grössern Flussthäler der Ergolz und der Birs bestehen aus Geröllen und Sandablagerungen der Glacialzeit, und zwar sind die von den Schmelzwassern der Gletscher nach den beiden grossen Eiszeiten abgelagerten Kiesterrassen, die Hochterrasse und die Niederterrasse, überall leicht zu erkennen. Die erstere, ältere enthält viele alpine Gerölle (Schanzenau bei St. Jakob, Bahnhof Liestal, Bad Bubendorf), die letztere ist meist aus Jurageröllen zusammengesetzt. In ihr eingebettet liegen die Reste jener grossen Landsäugetiere wie Elephas primigenius, Bos primigenius und priscus, und in der Hardt bei Birsfelden fand sich das Geweih vom Rentier (Cervus larandus).
Eine weitere Ablagerung aus der Quartärzeit, der als «Löss» bezeichnete Lehmsand, dessen Entstehungsweise heute noch umstritten ist, findet sich an der sw. Ecke des Kantons, so am Bruderholz und in den Gruben der Thonwarenfabriken von Neuallschwil. Sie schliesst fast ausschliesslich Reste von Landtieren ein, unter denen zahlreiche Arten von Landschnecken (Helix, Succinea, Pupa, Clausilia) die grösste Rolle spielen. Vielerorts treffen wir verschleppten und entkalkten Löss (Lösslehm); stets liefert derselbe einen vortrefflichen Kulturboden (Spitalwald bei Arlesheim). Bei Mönchenstein findet sich noch über der Hochterrasse eine mehrere Meter mächtige Bank aus faust- bis kopfgrossen alpinen Geröllen, deren Verfrachtung einer ersten Gletscherzeit zugeschrieben wird.
Gewässer.
Das mächtigste Gewässer ist natürlich der Rhein als Grenzstrom im N. des Kantons, mit raschem Laufe und einem Gefälle von ca. 7 m von der Landesgrenze bei Augst bis gegen die Stadt Basel. Es soll in den nächsten Jahren durch die Anlage eines grossen Kanals bei Augst durch den Kanton Basel-Stadt zur Gewinnung elektrischen Stromes ausgenützt werden. Von den übrigen Gewässern (Flüssen) sind zu nennen: die Ergolz (Quelle an der Schafmatte) mit den linksseitigen Nebenflüssen Homburger-Bach, Diegter-Bach, Vordere Frenke und Hintere Frenke und den rechtsseitigen Hemmikerbach und Rickenbächli;
die Birs im Unterlaufe und der Birsig mit drei Quellen aus dem Kanton Solothurn und dem Elsass.
Die Flüsse und Bäche besitzen meist so viel Gefäll, dass sie für industrielle Zwecke Kraft abgeben können, allerdings in ungleichmässiger Weise, da ihre Wassermengen nicht konstant sind. Zur Regenzeit schwellen sie plötzlich zu oft wilden Gewässern an; in heissen Sommermonaten liegen die Flussbette beinahe leer. So klein ¶
Im Geographisches Lexikon der SCHWEIZ, 1902
Titel
* Basel Land
(Kanton). Verschiedene statistische Angaben. Nach der Zahl der Betriebe dominiert die Landwirtschaft, nach der Zahl der Personen die Industrie. Wenn wir annehmen, der Kanton habe im Jahr 1905 rund 71000 Ew. gezählt, so kamen damals auf 100 Ew.
|.||Basel Land||Ganze Schweiz||Basel Stadt|
|Tätige in der Landwirtschaft||19.9||23.0||1.2|
|Tätige in der Industrie||23.3||20.7||25.7|
|Tätige im Handel||3.9||6.3||9.9|
|Tätige im Verkehr||1.5||2.5||5.0|
|Tätige in Verwaltung, Kunst und Wissenschaft||0.5||1.0||1.3|
|Total Tätige rund||49.0||53.5||43.1|
Von je 100 Tätigen sind
|.||männlich||weiblich|
|in der Landwirtschaft||66.3||33.7|
|in der Industrie||52.9||47.1|
|im Handel||36.4||63.6|
|im Verkehr||80.7||19.3|
|in Kunst und Wissenschaft||56.8||43.2|
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Der grosse Anteil an Weiblichen in der Industrie ist in der sehr stark verbreiteten, für Frauen geeigneten Seidenbandweberei, die vor allem als Heimarbeit betrieben wird, begründet.
Ergebnisse der eidg. Betriebszæhlung von 1905.
|Betriebsgruppen.||Zahl der Betriebe||Beschäftigte Personen männlich||weiblich||Total||Betriebe %||Personen %||Von den Betrieb. sind Alleinbetr.|
|1. Landwirtsch. Forstw., Bergbau etc.||5827||9358||4743||14101||44.5||40.5||589|
|2. Industrie und Handwerk||5567||8744||7792||16536||42.5||47.5||1862|
|3. Handel||1243||1013||1770||2783||9.5||8.0||249|
|4. Verkehr||270||844||202||1046||2.1||3.0||43|
|5. Verwaltg., Wissenschaft und Künste||187||192||146||338||1.4||1.0||135|
|Total||13094||20151||14653||34804||100.0||100.0||2878|
Die einzelnen Branchen der Industrie sind in folgendem Masse besetzt:
|Betriebsarten der Industrie||Anzahl der Betriebe||Personen männlich||weiblich||Total||%||Auf 100 Einwohner|
|Textilindustrie (beinahe alles Seidenbandweberei)||3078||2306||5989||8295||50.2||11.7|
|Kleidung und Putz||903||556||1014||1570||9.5||2.2|
|Baugewerbe im weitesten Sinn||756||2784||106||2890||17.5||4.1|
|Uhrenindustrie||203||650||434||1084||6.5||1.5|
|Uebrige Maschinen- und Metallindustrie||214||1391||49||1440||8.7||2.0|
|Nahrungs- und Genussmittel||305||577||158||735||4.4||1.0|
|Uebrige Industrien||108||480||42||522||3.2||0.7|
|Total||5567||8744||7792||16536||100.0||.|
Die Hälfte der industriell Tätigen gehört der Bandweberei an. Die Uhrenindustrie beschäftigt erst 6,5% der Industriellen, die Metall- und Maschinenindustrie (am wichtigsten Fabrik. elektr. Maschinen) 8,7%. Im Baugewerbe arbeitet etwa 1/6. Von sämtlichem Betriebspersonal arbeitete 11,7% in der Bandweberei, 1,5 in der Uhrenindustrie und 2,0 in der Metall- und Maschinenindustrie.
Betriebe von Heimarbeitern (in obigen Zahlen inbegriffen) waren es:
|Betriebe||Personal männl.||weibl.||total|
|Bandindustrie||3022||1560||4358||5918|
|Seidenspinn., Zwirnerei||22||3||23||26|
|Uebrige Textilindustrie||4||1||3||4|
|Uhrenindustrie||165||87||125||212|
|Kleidung und Putz||53||5||62||67|
|Korbmacherei, Strohflechterei||3||6||2||8|
|Total||3269||1662||4573||6235|
Von sämtlichen Industriebetrieben sind 58,7% Heimarbeitsbetriebe, und vom gesamten in jenen Betrieben tätigen Personal sind 37,7% Heimarbeiter. Von 7557 schweizer. Seidenbandweberei-Heimarbeitern befanden sich 78,3% in Basel Land, von 12071 heimindustriellen Uhrenarbeitern 1,8%. Von allen schweizer. Heimarbeitern wohnen 6,8% in Basel Land.
Unter den Handelsbetrieben sind als wichtigste zu nennen:
|Betriebe||Personal männl.||weibl.||total|
|Gastwirtschaftswesen||518||284||1037||1321|
|Lebensmittelhandel||360||232||399||631|
|Mercerie, Tuchwarenhand.||69||65||76||141|
|Glas, Metallwaren etc.||51||49||47||96|
|Handel mit lebend. Tieren||50||58||7||65|
|Sonstiger Handel aller Art||195||325||204||529|
|Total||1243||1013||1770||2783|
Im Verkehr waren tätig: bei Eisenbahnen, 405 Personen in 13 Betrieben;
bei der Post, 273 in 79;
beim Telegraph und Telephon, 134 in 62;
Fuhrhalterei, 148 in 92;
Uebrige Arten, 86 in 24;
Total, 1046 in 270.
Von den 187 Betrieben mit 338 Personen in der Branche «Oeffentl. Verwaltung, künstlerische und wissenschaftl. Gewerbe» entfallen auf Gesundheits- und Krankenpflege 139 Betriebe mit 125 männl., 126 weibl., total 251 Personen.
In der Rangordnung der 25 Kantone nach ihrem besondern gewerblichen Charakter steht Basel Land
|im Rang|
|in der Landwirtschaft||17|
|in der Industrie||10|
|im Handel||24|
|im Verkehr||23|
|in künstler. und wissensch. Gewerben||24|
Er zählt somit zu den Industriekantonen.
Viehbestand.
|.||Pferde||Rindvieh||Schweine||Schafe||Ziegen|
|1901||2713||19739||6513||600||4968|
|1906||2818||24376||6398||581||5439|
|.||+105||+4637||-115||-19||+471|
Bevölkerung. 1907:
|Bezirke||Arlesheim||Liestal||Sissach||Waldenb.||Total|
|Eheschliessungen||245||114||106||75||540|
|Geburten||921||439||415||207||1982|
|Sterbefälle||438||324||242||167||1171|
|Sterbeziffer ‰ der Lebenden||16.3||18.2||15.2||14.1||16.2|
|Davon infolge von Tuberkulose||28.7||30.6||20.8||21.2||26.3|
Dem Fabrikgesetz waren am 108 Betriebe unterstellt: Arlesheim 40, Liestal 38, Sissach 22, Waldenburg 8. Unfälle aus haftpflichtigen Betrieben 1907: 625, 1908: 592. Oeffentliche Telephonbureaux 1908: 37 (auch zur Annahme von Telegrammen), ferner 8 nur für Gespräche.
Verkehr.
Auf den ist ein Gesetz betr. die finanzielle Beteiligung von Kantonsgemeinden beim Bau von Eisenbahnen in Kraft getreten. Neue ¶
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Strassenbahnlinien:
1) Basel-Münchenstein-Arlesheim-Dornach;
2) Basel-Ruchfeld-Reinach-Aesch;
3) Basel-Allschwil. Die Birsigthal-Bahn wird nun elektrisch betrieben.
Militärwesen. Stand am
|.||Auszug||Landwehr|
|Infanterie||2480||1057|
|Kavallerie||123||111|
|Artillerie||456||179|
|Genie||112||48|
|Sanität||43||17|
|Verwaltung||31||7|
|Festungstruppe||60||-|
|Radfahrer||25||-|
|Linientrain||24||-|
|Höhere Stäbe||-||-|
|Total||3354||1419|
.
|Landsturm|
|Infanterie||1038|
|Artillerie||40|
|bewaffnet:||1078|
|Pioniere||1678|
|Spezialabteilung||3933|
|unbewaffnet:||5611|
|Total||6689|
Insgesamt 11462 Mann (1901: 11404 Mann).
Staatshaushalt.
|Staatsrechnung 1908:||Fr.|
|Einnahmen||1627138|
|Ausgaben||1713497|
|Defizit:||86359|
Staatssteuereinnahme: 475406 Fr. Die Steuereinnahmen der Gemeinden verteilen sich wie folgt:
|Fr.|
|Gemeindesteuer||883208|
|Armensteuer||36890|
|Kultursteuer||23315|
|Wasserzinse||169340|
|Verschiedenes||46313|
|Total||1159066|
|Fr.|
|Gemeindevermögen, netto: 1905||20178334|
|1906||20484003|
|1907||20783196|
|Staatsvermögen 1908||1633588|
Steuerpflichtiges Bruttovermögen (ohne Staats- und Gemeindevermögen) in Tausenden von Fr.:
|Jahr||Gebäude||Grundst.||Viehbes.||Kapital||Total|
|1902||104144||81312||26497||50867||262820|
|1905||116088||82186||28314||59046||285634|
|1908||134683||89548||30569||64966||319766|
Schulden in Tausenden von Fr.:
|Jahr||Hypotheken||Andre||Total||Netto-Vermögen|
|1902||89977||14227||104204||158516|
|1905||101267||12077||113346||172288|
|1908||115017||13903||128920||190846|
Das macht per Kopf der Bevölkerung im Jahr 1908 = 2688 Fr.
|.||Fr.||% Verschuld.|
|Katasterschätzung 1908:||224230930||.|
|Hypotheken||115016560||.|
|Ueberschuss:||109214370||= 51,3%|
|1905||.||= 51,0%|
|1902||.||= 48,5%|
Feuerversicherungsschatzung aller Gebäude Ende 1907 135838550 Fr.
|.||Fr.|
|Reineinkommen 1905||22775791|
|Reineinkommen 1908||27560885|
|Mobiliarversicherung 1908||127475360|
Krankenkassenwesen nach der eidgen. Erhebung von 1903: Zahl der Krankenunterstützungskassen aller Art 60 mit rund 6600 Mitgliedern.
|.||Fr.|
|Einnahmen||153000|
|Ausgaben||133000|
|Vermögen||656000|
[Dr. F. Mangold.]