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Therapie des Speiseröhrenkarzinoms (Ösophaguskarzinom)
Für die Behandlung des Speiseröhrenkarzinoms stehen heute verschiedene Verfahren zur Verfügung, die je nach Stadium angewendet werden. Eine sorgfältige Abklärung mittels Endoskopie, endoskopischem Ultraschall und bildgebenden Verfahren (CT, PET, PET-CT) und eine anschliessende Entscheidung im interdisziplinären Tumorboard bezüglich der individuellen weiteren Therapie ist daher von besonderer Wichtigkeit.
- Die chirurgische Entfernung des Tumors samt den zugehörigen Lymphknoten ist die Standardtherapie bei einem bösartigen Krebs der Speiseröhre. In Abhängigkeit von der Lage des Tumors und auch von bestimmten feingeweblichen Eigenschaften des Gewebes muss entweder ein Teil der Speiseröhre oder auch das gesamte Organ reseziert werden. Als Ersatz wird im Regelfall der Magen verwendet; in Ausnahmefällen ist auch eine Interposition des Dickdarmes oder Dünndarmes erforderlich. Nach einer Eingewöhnungsphase ist die Lebensqualität nach diesen Eingriffen in der Regel gut; die meisten Betroffenen können völlig problemlos feste und flüssige Nahrung zu sich nehmen.
- Frühe Stadien des Speiseröhrenkrebs werden entweder durch eine lokale endoskopische Therapie (EMR = endoskopische Mukosaresektion; ESD = endoskopische Submukosa-Dissektion) oder durch eine limitiert-radikale Operation (OP nach Merendino) behandelt.
- Die weitaus häufigeren fortgeschrittenen Karzinome werden heute üblicherweise mit einer Kombination aus präoperativer Strahlen-Chemotherapie (neoadjuvante Therapie) und nachfolgender radikaler Operation behandelt. In einer Reihe von Studien konnte nachgewiesen werden, dass diese Strategie zu einer signifikanten Verbesserung der Heilungschancen gegenüber einer alleinigen chirurgischen Therapie ohne entsprechende Vorbehandlung führt (The Lancet Oncology 2015).
Innovation in der Behandlung von Speiseröhren-Krebs
Bei einer Ösophagektomie kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Ein neues Verfahren minimiert das Risiko, wie eine neue klinische Begleitstudie am USZ zeigt.
Operationstechnik bei Speiseröhrenkrebs
Für viele Patientinnen und Patienten mit einem Karzinom der Speiseröhre bedeutet die radikale chirurgische Entfernung des Tumors zusammen mit den benachbarten Lymphknoten die einzige realistische Chance auf Heilung. Wie gut diese Chance ist, hängt letztendlich von einer Reihe individueller Parameter (Grösse und Ansprechen des Tumors auf die neoadjuvante Therapie, Anzahl der tumorbefallenen Lymphknoten) ab. In Abhängigkeit von diesen Faktoren variiert die krankheitsspezifische 5-Jahres-Überlebensrate zwischen 25 % und über 90 %.
Die von uns als Standardeingriff durchgeführte Operationstechnik wurde im Jahre 1946 von dem englischen Chirurgen Ivor Lewis erstmals beschrieben (British Journal of Surgery 1946) und sieht die Entfernung der Speiseröhre zusammen mit den umliegenden Lymphknoten über einen rechtsseitigen Brustkorbzugang vor. Der hierbei entstandene Defekt wird mit Hilfe des zu einem Schlauch umgewandelten Magens wieder überbrückt. Das Verfahren wurde über die Jahre technisch immer weiter verbessert und kann heute auch über minimal-invasive Zugänge und in geeigneten Fällen sogar mit einem Operationsroboter durchgeführt werden. In spezialisierten chirurgischen Abteilungen ist die Komplikationsrate dieser Operation niedrig und die postoperative Lebensqualität erreicht bei etwa der Hälfte der Patienten und Patientinnen die von Gesunden (Langenbeck’s Archives of Surgery 2013).
Radiotherapie bei Speiseröhrenkrebs
Eine weitere Therapie-Möglichkeit ist die Radiotherapie. Eine Bestrahlung kann grössere Tumore verkleinern und im Anschluss eine Operation ermöglichen oder in Kombination mit Chemotherapie auch als alleinige Therapieoption angewandt werden. Eine Radiotherapie lindert zudem die Beschwerden von Speiseröhrenkrebs. Vor allem Schluckbeschwerden bessern sich deutlich. Details zur Radiotherapie bei Speiseröhrenkrebs finden Sie hier.
Brachytherapie bei Speiseröhrenkrebs
Die Brachytherapie (Kleinraumbestrahlung, Afterloading) ist eine Bestrahlung von innen. Dazu schiebt die Ärztin oder der Arzt einen dünnen Schlauch in die Speiseröhre und platziert eine winzige radioaktive Strahlenquelle in die Nähe des Tumors. Die Bestrahlung von innen kann den Tumor verkleinern oder zumindest sein Wachstum bremsen. Umliegendes Gewebe bleibt dagegen weitgehend von der Strahlung verschont.
Chemotherapie bei Speiseröhrenkrebs
Bei einer Chemotherapie erhalten Sie zellwachstumshemmende Medikamente, sogenannte Zytostatika. Die Wirkstoffe in Zytostatika blockieren das Zellwachstum der Krebszellen. Bei grossen Tumoren kombinieren Ärztinnen und Ärzte manchmal eine Strahlen- und eine Chemotherapie. Diese sogenannte Radiochemotherapie wird eingesetzt, um den Tumor vor einer Operation zu verkleinern (neoadjuvante Therapie). Eine Radiochemotherapie lindert zudem die Symptome, wenn eine Operation nicht möglich ist.
Lasertherapie bei Speiseröhrenkrebs
Behindern Tumore das Schlucken, kann die Ärztin oder der Arzt diese während einer Spiegelung der Speiseröhre per Lasertherapie teilweise entfernen. Bei der Lasertherapie verdampft er einen Teil des Tumors. Diese Behandlung hat den Nachteil, dass sie den Tumor nur oberflächlich erreicht und der Krebs schnell wieder nachwächst. Diese Behandlung muss daher in regelmässigen Abständen wiederholt werden.
Photodynamische Therapie bei Speiseröhrenkrebs
Bei der photodynamischen Therapie (PDT) handelt es sich um ein alternatives Verfahren. Die PDT wird nur in frühen Stadien von Speiseröhrenkrebs angewendet. Bei der photodynamischen Therapie verabreicht die Ärztin oder der Arzt ein Medikament, dass das Körpergewebe extrem lichtempfindlich macht. Drei Tage darauf bestrahlt die Ärztin oder der Arzt den Tumor mit Laserlicht. Durch die PDT wird die Haut vorübergehend sonnenempfindlicher.
Perkutane endoskopische Gastrostomie bei Speiseröhrenkrebs
Zur palliativen Therapie legt die Ärztin oder der Arzt eine dünne Schlauchverbindung durch die Bauchdecke in den Magen. Die Magensonde ermöglicht die Ernährung ohne Schluckbeschwerden.
Nachsorge und Rehabilitation
Nach einer Speiseröhrenkrebs-Operation ist eine regelmässige Nachsorge wichtig. Die Nachsorge erfolgt symptomorientiert. Die Ärztin oder der Arzt kontrolliert während der Nachsorgeuntersuchung beispielsweise, ob der Krebs nach der Operation wieder auftritt (Rezidiv). Scheuen Sie sich nicht, auch ausserhalb der vereinbarten Termine zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen, wenn Sie Beschwerden wie Schluckstörungen haben.
Ob nach einer Speiseröhrenkrebsbehandlung eine Rehabilitation sinnvoll und möglich ist, hängt von Fall zu Fall ab. Es gibt spezielle Tumor-Nachsorgekliniken, die einen stationären Reha-Aufenthalt nach der Operation anbieten. Diese sind mit den Erfordernissen von Patientinnen und Patienten mit Speiseröhrenkrebs vertraut. Die Reha wird dem individuellen Bedarf angepasst. Sie umfasst zum Beispiel medizinische, pflegerische, trainierende und psychosoziale Massnahmen. Für Betroffene mit Alkoholproblemen und Speiseröhrenkrebs stehen ebenfalls spezialisierte Reha-Kliniken zur Verfügung.
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