Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/137

Die Preisverleihung (v.li.): Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen, Pfarrerin Sylvia Michel, die Preisträgerinnen: Esther Mombo und Dorkas Wamalwa, Patricia Sheeratan-Bisnauth vom Reformierten Weltbund
Foto:
Mirjam Stutz, Lenzburg
Aarau: Internationaler Sylvia-Michel-Preis vom Reformierten Weltbund an ein Frauenforschungsprojekt in Kenia verliehen
Medienmitteilung vom Sonntag, 8. März 2009
Am 8. März,
dem Internationalen Tag der Frau, hat Reverend Patricia
Sheerattan-Bisnauth vom Reformierten Weltbund in Aarau den ersten
internationalen «Sylvia-Michel-Preis» an zwei Theologieprofessorinnen
aus Kenia verliehen. Der «Sylvia-Michel-Preis» wurde von der
Reformierten Landeskirche Aargau in Zusammenarbeit mit den
Präsidentinnen der reformierten Landeskirchen der Schweiz gestiftet. Er
soll Frauen in kirchlichen Leitungspositionen weltweit fördern, damit
mehr Frauen in den Kirchen oder in kirchennahen Institutionen
Leitungsfunktionen wahrnehmen können. Das prämierte „Forschungsprojekt
Frauenordination in Kenia“ sieht eine Analyse der Frauendiskriminierung
in der Reformierten Kirche Ostafrikas (RCEA) vor.
Reverend Patricia Sheerattan-Bisnauth von der Presbyterianischen Kirche in Guyana, Exekutivsekretärin für Gerechtigkeit und Partnerschaft im Reformierten Weltbund mit Sitz in Genf, überreichte den mit 5000 US-Dollar dotierten Preis am 8. März in der reformierten Stadtkirche Aarau an die Professorinnen Esther Mombo und Dorcas Chebet Wamalwa aus Kenia. Claudia Bandixen, Präsidentin der Reformierten Landeskirche Aargau, würdigte die Preisträgerinnen: «Es handelt sich um ein nachhaltiges Projekt mit grossem Symbolwert und dem hoch angesetzten Ziel, die Verfassung der Reformierten Kirche Ostafrikas im Sinne der gleichen Würde von Mann und Frau umzugestalten.»
In Kenia werden Frauen systematisch von Führungspositionen in der Reformierten Kirche Ostafrikas und von der Pfarrordination ausgeschlossen. Der Sylvia-Michel-Preis 2009 geht an die Professorinnen und Studierenden, die in Kenia eine detaillierte Analyse der Situation von Frauen innerhalb der RCEA vornehmen. Fernziel ist die Änderung der dortigen Kirchenverfassung, die ausschliesslich Männer zur Ordination als Pfarrer zulässt.
Der 2007 international lancierte Preis, der nun zum ersten Mal verliehen wurde, trägt den Namen der ersten Präsidentin einer Kirchenexekutive in Europa, Sylvia Michel, die 1980 zur ersten Kirchenratspräsidentin der Reformierten Aargauer Landeskirche gewählt wurde. Der Preis soll alle zwei Jahre verliehen werden. Das Engagement der Schweizer Kirchen geht darauf zurück, dass in den Spitzenpositionen der reformierten Kirchen der Schweiz die Gleichstellung der Frau so weitgehend realisiert ist wie in keinem anderen Kirchenverband weltweit.
Die Jury setzt sich aus den «amtierenden und nicht amtierenden Präsidentinnen der reformierten Kirchen der Schweiz» (PanKS) und einer Vertreterin des Reformierten Weltbunds zusammen. Sie haben aus 32 Bewerbungen aus aller Welt das Forschungsprojekt Frauenordination in Kenia ausgewählt. Der Reformierte Weltbund will in Folge der Preisverleihung zum Handeln zugunsten der Frauen aufrufen und damit auch gesamtgesellschaftliche Signale in Ostafrika aussenden.
Meldung verfasst von: Informationsdienst.
Hintergrund:
Die weltweit einmalige Gleichstellung von Mann und Frau in den Leitungspositionen der reformierten Kirchen der Schweiz wurde in dem 2006 im Theologischen Verlag Zürich erschienenen Buch dokumentiert: «Wenn Frauen Kirchen leiten - ein neuer Trend in den reformierten Kirchen der Schweiz», mit einem Vorwort von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey.
Seit 1980 leiten in der Schweiz auch Frauen reformierte Kirchen. 12 der 24 Kantonalkirchen haben oder hatten bereits Präsidentinnen. Acht Kirchen werden zurzeit von einer Frau geführt.
Aufgeschaltet am 10. März 2009
zurück...