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Überblick
Unter dem Begriff metabolisches Syndrom werden verschiedene körperliche Krankheiten zusammengefasst, die sich gegenseitig beeinflussen und lebenswichtiger Organe schädigen. Die Lebensqualität ist stark eingeschränkt und die Lebenserwartung sinkt.
Häufige Fragen
Ursachen
Unter dem Begriff metabolisches Syndrom werden verschiedene körperliche Krankheiten zusammengefasst, die sich gegenseitig beeinflussen und lebenswichtiger Organe schädigen. Ein krankhaftes Übergewicht ist beim metabolischen Syndrom fast immer vorhanden. Unbestritten ist, dass ein ungesunder Lebensstil für einige Kilogramm des Körpergewichtes verantwortlich ist. Krankhaftes Übergewicht (Adipositas) wird jedoch mittlerweile als Erkrankung anerkannt, da eine krankhafte Funktion der Hormone in unserem Körper durch Gene vorbestimmt ist. Diese lösen ein Gefühl von ständigem Hunger und fehlender Sättigung aus, trotz grossen Mahlzeiten. In einer Umgebung, in der Nahrung immer im Überfluss vorhanden ist, kann dies zu grossem Übergewicht führen, Diese Hormone führen auch zu einer Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse und Diabetes mellitus Typ 2.
Symptome
- Viel Übergewicht
Diagnose
Um ein metabolisches Syndrom festzustellen wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt und es werden verschiedene Blutwerte überprüft. Wenn mindestens drei der folgenden Kriterien vorliegen, besteht ein metabolisches Syndrom:
- Schweres Übergewicht gemessen anhand des Bauchumfangs: grösser als 102 cm bei Männern oder 88 cm bei Frauen
- Bluthochdruck
- Zu hoher Blutzucker, Diabetes mellitus Typ 2
- Erhöhte Fettwerte im Blut
Verlauf
Langfristig kann das metabolische Syndrom zu zahlreichen weiteren Erkrankungen führen. Dazu gehören unter anderem die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Nierenversagen, Leberversagen, Erektionsstörungen, Unfruchtbarkeit, vermehrtes Auftreten von Krebs und generell alle weiteren Probleme, welche durch Übergewicht oder zu hohe Blutzucker- und Blutfettwerte verursacht werden
Behandlung
Ernährungsberatung, Sport und Verhaltenstraining
Eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität können das metabolische Syndrom enorm verbessern. Erfolg bedeutet dann eine Reduktion der Medikamente für Blutzucker, Bluthochdruck und Blutfette. Einige Kilogramm kann man mit Disziplin auch langfristig reduzieren. Eine massive Gewichtsreduktion auf Dauer gelingt aber in weniger als 10 Prozent der Fälle. Einen ernsthaften Versuch ist es jedoch wert!
Das Ergebnis verbessern kann auch eine langfristige Verhaltensänderung durch psychologische Unterstützung, welche am Luzerner Kantonsspital angeboten wird.
Medikamente
Eine konsequente Therapie der einzelnen Symptome ist beim metabolischen Syndrom äusserst wichtig. Dazu gehört die medikamentöse Behandlung der abnormalen Blutwerte. Zu hohe Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte können allesamt medikamentös behandelt werden.
in den letzten Jahren ist zudem das Verständnis gewachsen, warum manche Menschen übergewichtig sind und andere nicht. Die Hormone im Magen und Darmtrakt können durch Medikamente beeinflusst werden, sodass Hunger- und Sättigungsgefühl sich verändern. Im Durchschnitt kann so eine Gewichtsreduktion von sieben bis neun Prozent des Ausgangsgewichtes erreicht werden. Früher haben zudem die Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 zu einer Gewichtszunahme geführt. Auch diese Therapien haben sich in den letzten Jahren geändert, sodass durch eine neue Kombination von Medikamenten das Gewicht während einer Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 reduziert werden kann. Durch das bessere Verständnis der Zusammenhänge des metabolischen Syndroms führt diese Therapie zu einer deutlichen Verbesserung der einzelnen Symptome, der Lebensqualität und damit auch der Lebenserwartung.
Operation
Die langfristig grösste Gewichtsreduktion und somit auch die Behandlung des gesamten metabolischen Syndroms gelingt derzeit durch eine Operation. Mit einem Eingriff in Spiegelungstechnik und einem Spitalaufenthalt von drei Tagen kann ein sogenannter Gastric Bypass oder ein Magenschlauch angelegt werden. Hierdurch wird die Wirkung der Hormone im Magen und Darmtrakt wesentlich verändert. Nach der Operation verspüren Betroffene deutlich weniger Hunger und ein zuvor nicht bekanntes Sättigungsgefühl nach kleinen Mahlzeiten. Langzeitstudien zeigen auch, dass dadurch Diabetes mellitus Typ 2 geheilt oder zumindest die Blutzuckereinstellung wesentlich verbessert werden kann. Generell verbessern sich durch eine Operation die Blutwerte, Bluthochdruck, Schlafapnoesyndrom, Leber- und Nierenfunktion. Neben einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität durch einen Gewichtsverlust von etwa 30 Prozent steigt auch die Lebenserwartung.
Vorsorge
- Regelmässige Bewegung
- Gesunde, ausgewogene Ernährung mit wenig gesättigten Fetten und viel nährstoffreichem Obst und Gemüse
- Nicht rauchen
- Hin und wieder den Blutdruck und Blutwerte messen