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Vor knapp drei Jahren ist das Velodrome Suisse eröffnet worden und seither zum Zentrum des Schweizer Radsportes geworden. Hier bereitet sich zum Beispiel die Schweizer Bahnnationalmannschaft auf die olympischen Spiele in Rio vor.
Daneben hat sich das Velodrome in Grenchen als Veranstaltungsort für Messen und Generalversammlungen etabliert. Hier finden zum Beispiel die Landi-Messe oder die Swatch-Generalversammlung statt. Es gibt einen Veloladen, ein Restaurant und ein Hotel.
Ausbau unter dem Dach
Nun will das Velodrome ausbauen und sucht dafür Donatoren, heisst es in einer am Montag verschickten Medienmitteilung. Für den Ausbau von Restaurant und Hotel hatte das Velodrome Fremdkapital aufgenommen. Dank der Donatoren soll das Fremdkapital nun verkleinert werden und das Velodrome ganz unabhängig von einer Bank werden.
Die stellvertretende Betriebsleiterin Michèle Tanner wird auf Anfrage konkreter, wie ein Ausbau aussehen könnte: «Ein Beispiel ist eine mögliche Aufstockung innerhalb des Gebäudes, wo die Büros von Swiss Cycling sind. Dort gibt es unter dem Dach Volumen, wo man ein zweites Stockwerk bauen könnte, entweder für mehr Zuschauerplätze oder mehr Büros.»
Mehr Kommerz möglich, aber nicht erwünscht
Die Velodrome Suisse AG, welche das Velodrome betreibt, hat von Anfang an schwarze Zahlen geschrieben. Auch 2015 konnte «ein moderat positives» Ergebnis erzielt werden. Allerdings ist dies nur dank den erwähnten Grossanlässen wie Messen und Generalversammlungen möglich.
Warum setzt das Velodrome dann nicht mehr auf solche Anlässe, die Geld bringen, und finanziert den Ausbau durch höhere Gewinne? «Das wäre die einfachere Lösung als die Suche nach Donatoren», gibt Michèle Tanner zu. «Es ist aber so, dass das Velodrome Suisse als Zweck die Förderung des Radsports in der Schweiz hat. Dieser Zweck steht über allem, was wir hier im Velodrome machen».
Lässt man in der Halle mehr kommerzielle Veranstaltungen stattfinden, würde das den Sport mehr einschränken. Betroffen wäre auch das Lehrlingsturnen, für welches sich der Kanton Solothurn im Velodrome einmietet. «Wir können deshalb nicht endlos mehr kommerzielle Anlässe im Velodrome Suisse organisieren», erklärt Tanner.
Raiffeisen-Velodrome?
Heisst das Velodrome also bald Credit Suisse-Velodrome oder Dosenbach-Velodrome? «Wir sind offen für fast jede Idee», sagt Michèle Tanner. Wieviel Geld sich das Velodrome von den Donatoren erhofft, gibt sie nicht bekannt.
Und wenn die Geldgeber nicht gefunden werden? «Dann geht es im Velodrome genau gleich weiter. Dann können wir die Ausbaupläne halt einfach nicht sofort oder nicht in naher Zukunft realisieren.»
Velodrome: Stiftung und AG
Das Velodrome in Grenchen gehört einer Stiftung. Deren Präsident ist Velohersteller Andy Rihs. Die Stiftung hat den Bau finanziert und vermietet ihn jetzt der Betriebs-AG. Der Bau kostete 16,7 Millionen. Neben Privaten (v.a. Andy Rihs) haben der Bund (5 Mio.), sowie Kanton und Stadt Grenchen (je 2 Mio.) Beträge beigesteuert.