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Medienmitteilung 5.12.2006
Gymnasien: Teilrevidiertes Anerkennungsreglement in Vernehmlassung
Bern, 5. Dezember 2006. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) haben Vorschläge für eine Teilrevision des Maturitätsanerkennungsreglementes (MAR) in Vernehmlassung gegeben. Die Teilrevision betrifft unter anderem Veränderungen beim Fachangebot sowie eine Veränderung bei den Maturitätsnoten.
Anfang 1995 haben die Erziehungsdirektorinnen und -direktoren und der Bundesrat das neue Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) verabschiedet. Die jetzt vorgesehene Teilrevision stützt sich auf die bisherigen Erfahrungen mit der Umsetzung des MAR und auf eine Ende 2004 abgeschlossene gesamtschweizerische Befragung zur Maturitätsreform bei insgesamt rund 24'000 Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und Schulleitungen in der ganzen Schweiz.
Die wichtigsten Inhalte der Teilrevision
Eine von EDK und EDI eingesetzte Arbeitsgruppe unterbreitet namentlich folgende Vorschläge:
- Naturwissenschaften: Biologie, Physik und Chemie werden im Fächerkanon wieder einzeln aufgeführt und mit einer eigenen Note ausgewiesen. Die Interdisziplinarität soll wie bis anhin gefördert werden. Der Anteil für die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer wird auf 25-35% (heute 20-30%) erhöht.
- Geisteswissenschaften: Geschichte und Geographie werden im Fächerkanon wieder einzeln aufgeführt und mit einer eigenen Note ausgewiesen. "Einführung in Wirtschaft und Recht" wird obligatorisches Fach.*
- Informatik wird neu Ergänzungsfach.
- Philosophie kann als kantonales Grundlagenfach geführt werden.
- Noten: Für das Bestehen der Maturität wird neu die Note für die Maturaarbeit mitgezählt. Doppelt gewichtet werden neu die Noten für die Erstsprache, die Mathematik und das Schwerpunktfach.
- Qualität: Die Maturitätsschulen führen ein systematisches Qualitätsmanagement durch.
Die Arbeitsgruppe empfiehlt, weitere Fragen (Dauer des Gymnasiums, Bildungsziele und zweisprachige Maturität) zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer Totalrevision zu klären. Diese wird sich auf die momentan laufende Evaluation der Maturitätsreform Phase II stützen (umfasst unter anderem Leistungsmessungen bei Maturandinnen und Maturanden, die Ergebnisse werden ab Mitte 2008 vorliegen).
Ablauf der Vernehmlassung
Die Vernehmlassung dauert bis am 31. Dezember 2006. Sie richtet sich an die kantonalen Erziehungsdepartemente, die Rektorenkonferenzen (Universitäten, Pädagogische Hochschulen und Gymnasien) sowie an die auf nationaler Ebene organisierte Lehrerschaft.
* Korrigenda vom 8.12.2006:
Die Aussage:"Einführung in Wirtschaft und Recht" wird obligatorisches Fach." ist missverständlich. Genauer müsste es heissen: "Auch die "Einführung in Wirtschaft und Recht" wird als eigenständige Einführung ausgewiesen."
Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK, Tel. 031 309 51 11