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Seinen 75. Geburtstag heute verbringt Brian Wilson irgendwo zwischen Hawaii und Dänemark. Die Beach Boys-Legende ist auf Welttournee, Honolulu am 15. Juni, Odense am 29., danach geht es quer durch Europa und Nordamerika.
In den frühen 60er Jahren hatte Wilson, der als einer der grossen Visionäre der Pop-Geschichte gilt, die Beach Boys gegründet. Ihre sonnigen Songs mit Surf-Feeling gingen schnell um die Welt und begeisterten eine ganze Generation für das kalifornische Lebensgefühl: «Fun Fun Fun», «Good Vibrations», «Little Deuce Coupe», «Help Me Rhonda» und «Surfin’ USA».
Wilson schrieb die Hits und produzierte auch fast alle der mehr als zwei Dutzend Beach-Boys-Alben. Mit «Pet Sounds» gelang ihm 1966 nach Ansicht vieler Kritiker das «beste Popalbum des 20. Jahrhunderts». Sogar Paul McCartney sagte einmal, dass ihn «Pet Sounds» zum Beatles-Meisterwerk «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band» inspiriert habe.
So vergnügt wie seine Musik war Wilson nicht immer. Der Erfolg der Beach Boys und der selbstauferlegte Konkurrenzdruck zu den Beatles machten ihm zu schaffen. Er hatte Nervenzusammenbrüche, war süchtig nach Tabletten, nahm Haschisch, LSD, irgendwann auch Kokain, um seine Kreativität zu steigern.
Gleichzeitig setzten die Ängste ein: Er fürchtete sich vor dem Meer, scheute den Strand und die Sonne. So liess er den Sand tonnenweise in sein Wohnzimmer laden und tauchte die Füsse ein, während er am Klavier sass und neue Songs über das Surfen und die «California Girls» schrieb. Schliesslich zerstritt er sich auch mit seinen Bandkollegen.
Mit Mike Love und David Marks hat sich Wilson inzwischen wieder versöhnt. 2012 brachte die Band das Comeback-Album «That’s Why God Made the Radio» heraus und ging auf ausverkaufte Welttournee. Wilsons Brüder Dennis und Carl, Bandmitglieder der ersten Stunde, sind 1983 beziehungsweise 1998 gestorben.
(SDA)