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Der Konflikt in Syrien hat weitreichende Auswirkungen auf die politische, soziale und wirtschaftliche Lage im Libanon. Seit Beginn des Konfliktes sind Armutsrisiko und humanitäre Bedürfnisse rasant gestiegen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 3,3 der 5,9 Millionen (56%) im Libanon ansässigen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Dazu gehören 1,5 Millionen Libanesen, 1,5 Millionen Syrer und 0,3 Mio. Palästinenser. Der plötzliche Bevölkerungsanstieg hat den Druck auf das öffentliche Schul- und Gesundheitswesen erhöht. Hohe Arbeitslosigkeit und weit verbreitete Arbeit im informellen Sektor bestanden zwar schon vor dem Konflikt; nach dem Zuzug von Geflüchteten steht der Libanon jedoch vor grossen Herausforderungen.
Inzwischen hat sich die Situation von syrischen Geflüchteten und armutsbedrohten Libanesen verschlimmert. 87% der Syrer im Libanon haben sich verschuldet und 76% leben unter der Armutsgrenze. Inzwischen haben sie ihre Ersparnisse aufgebraucht und können nur noch mit Mühe ihre Grundversorgung an Nahrungsmitteln, Unterkunft, Gesundheitsversorgung und Bildung decken. Die stetig abnehmende internationale Hilfe und der fehlende Zugang zu Erwerbsmöglichkeiten haben ihre Situation extrem verschärft.
Das vorliegende Projekt ist in der Bekaa-Ebene angesiedelt, welche an Syrien grenzt und 36% aller im Libanon registrierten syrischen Flüchtlinge beherbergt. Mit ihren fruchtbaren Böden und ganzjähriger Wasserversorgung zählt die Bekaa-Ebene zu den wichtigsten und vielseitigsten landwirtschaftlichen Gebieten des Libanon. Dennoch ist es für viele Kleinbauern schwierig, einen landwirtschaftlichen Betrieb aufrechtzuerhalten. Zu den dringendsten Herausforderungen gehören die hohen Kosten für Saatgut und Dünger sowie die fehlende Anwendung von optimierten Nacherntepraktiken. Bauern könnten allerdings ihre Einkommen durch eine verbesserte Sortierung, Reinigung und Verpackung von Ernteprodukten deutlich steigern. Jedoch fehlen derzeit innovative Impulse, um Anbaumethoden zu verbessern und neue Technologien einzuführen. Weiterhin erleiden die Landwirte in der Bekaa-Ebene Einkommenseinbussen, da der Krieg in Syrien den traditionellen Export auf dem Landweg durch Syrien verhindert.
Im Rahmen dieses Vorhabens wird eine Nachernteverarbeitungsanlage für Kartoffelbauern in dem Dorf Ghazze errichtet. In der Umgebung von Ghazze werden vornehmlich Kartoffeln angebaut und über leicht zugängliche Hauptverkehrsachsen an die lokalen Märkte geliefert.