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Die Chronik Rückblick 1987
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Rückblick
Bei einem so bedeutungsvollen Anlass, wie die Feier des hundertjährigen Bestehens eines Vereins darstellt, mag es wohl angezeigt sein, Rückschau zu halten auf all das Gesehene, das den Jubilar auf seinem Weg begleitete. Dabei ist allerdings zu bemerken, dass dies nur in ganz knapper Form möglich ist, wenn im Rahmen der vorliegenden Ausführungen geblieben werden soll.
Die Geburt des Turnvereins Tägerwilen fällt in jene Zeit vor hundert Jahren, in der man anfing allmählich den Wert der körperlichen Übungen zu erkennen. Im Jahrzehnt 1880 - 1890 entstanden im Thurgau und weitherum im Schweizerlande noch viele Turnvereine. Das will trotzdem nicht heissen, dass ihre Bestrebungen damit allgemein anerkannt und gutgeheissen worden wären, bei weitem nicht. Alle diese Vere.i.ne hatten mit dem Vorurteil der Bevölkerung zu kämpfen. Man erblickte in den turnerischen Übungen nur den Drang, überschüssige Kräfte und Energie auf zwecklose Art zu vergeuden und versuchte die neue Bewegung zu bekämpfen, wo es anging. Alles Mögliche und Unmögliche wurde ihren Anhängern unterschoben. Diese Einstellung dauerte oft Jahre, in denen dann die Vereine schwer um ihre Existenz zu ringen hatten. Die definitive Gründung des Turnvereins Tägerweilen, wie er damals noch hiess, erfolgte am 8. Mai 1887 in einer ersten Versammlung in der «Treu», nachdem am 3. Mai an einer Sitzung einiger Initianten die Sache vorbesprochen worden war, 16 turn begeisterte Jünglinge schlossen sich an.
Als 1. Präsident konnte der junge Sekundarlehrer Blattner gewonnen werden. Die ersten Protokolle wurden vom Vizeaktuar, Heinrich Lussi unterzeichnet, da der Aktuar, Konrad BaIdenweg im Militärdienst war.
Die Turngeräte wurden von Triboltingen her beschafft. Dort hatte wenige Jahre vorher ein turnfreundlicher Lehrer und eifriger Nationalturner einen Turnverein ins Leben gerufen, der aber wieder von der Bildfläche verschwand, als Lehrer Büchi sein Domizil wechselte und im Hinterthurgau eine Stelle antrat. Die Triboltinger waren daher froh, dass sie die unbenützten Geräte, ein Pferd, einen Barren, ein Sprungseil «und noch andere kleine Gegenstände», den Tägerwilern verkaufen konnten, über den Preis wird leider nichts berichtet.
In der ersten Zeit gab es für den jungen Verein manche Unannehmlichkeiten und Hindernisse zu überwinden. Doch das Ansehen und die Volkstümlichkeit des Präsidenten half über manche Schwierigkeit hinweg. Er verstand es, das Vereinsschifflein sicher durch alle Klippen und Fährnisse zu steuern. Das bewirkte, dass der Turnverein von den Tägerwilern verhältnismässig rasch anerkannt wurde.