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1528: Klosterkirche wird Pfarrkirche
Müstair blieb dem katholischen Glauben treu
Die Äbtissin Barbara von Castelmur, hatte die Herausforderungen von Pest und Reformationswirren zu bestehen. Sie versprach der Bevölkerung von Müstair die immerwährende Benützung der Klosterkirche als Pfarrkirche. Es gab eine Abstimmung, die Stoff für Legenden lieferte. Fazit ist, dass Müstair als einziges Dorf im schweizerischen Val Müstair katholisch blieb. Als sichtbares Zeichen für die Pfarrkirche entstand um 1530 der Kirchturm.
Der Kirchturm wurde in mehreren Etappen errichtet
Die ersten drei Geschosse des Turms wurden innert vier Jahren errichtet, die Glockenstube entstand über 50 Jahre später. Der heutige Glockenstuhl wurde um 1644 eingebaut. Im Turm befinden sich vier Glocken, die beiden kleinsten entstanden kurz nach der Calvenschlacht 1504 und sind die ältesten Glocken im ganzen Tal. 1558 entstand die grösste, 107 Jahre später die vierte. Das Glockengeläute ist heute elektronisch programmiert. Der Akkord der vier Glocken d' / e' / cis'' / f'' ist sehr speziell. Diese Tonfolge ist unüblich und gibt dem Geläut eine starke Charakteristik und Originalität.
Kirchturm, Kirche und Plantaturm bilden eine unverwechselbare Silhouette
Das flache Satteldach und die Proportionen des Kirchturms lassen vermuten, dass der Turm nicht fertig errichtet wurde. Nun ist es fast eine Binsenwahrheit, dass Provisorien am längsten dauern. Heute prägen Kirchturm, Apsiden der Klosterkirche und der angrenzende Plantaturm mit seinen Schwalbenschwanzzinnen die unverwechselbare Silhouette des Klosters St. Johann in Müstair.