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19.09.08
- 20.09.08
Val de Bagnes
(hammerhai)

Kleinod im Unterwallis
Hallo zusammen,
Nach einer langen Anfahrt von Basel via Lausanne und Martigny stiegen wir in Le Châble in das Postauto nach Fionnay um. In Fionnay begann gleich hinter dem Rückhaltebecken der Wanderweg zu einer Privathütte, der Cabane de Louvie. Wir stiegen durch die steile Grasflanke "La Heu" bis zum Pt.1696 hinauf. Der namenlose Wasserfall, den wir während des Aufstiegs sahen, stürzt von der Alp "Le Follie" ins Tal hinunter.
Leicht ansteigend marschierten wir ab Pt.1696 durch das "Couloir des Montis". Anschliessend umrundeten wir den Südgrat des namenlosen Gipfels (Pt.2148) und wanderten wieder auf steilerem Weg das Tal des "Dyure de Louvie" hinauf. Während wir weiter steil zur Plan du Tsenau hinaufstiegen, konnten wir den hinteren Teil des Val de Bagnes überblicken. Am hinteren Ende des Tals sahen wir die Staumauer des Lac de Mauvoisin .
Unterhalb von Pt.2207 wurde es abrupt flacher und wir standen am Eingang der Alp Louvie. Wir folgten dem "Dyure de Louvie" bis zur Brücke, wo wir die Bachseite wechselten. Der Blick zurück zeigte uns das mit dicken Wolken verhangene Combinmassiv (Bild links). Vor uns sahen wir auf einem kleinen Hügel die Cabane de Louvie, in dessen Räumen wir uns kurz darauf bei einem heissen Tee aufwärmten.
Nach dem Nachtessen erfuhren wir von der Hüttenwartin, dass wir nicht wie geplant am nächsten Tag über die Panoramaroute nach zur Cabane de Mt. Fort wandern konnten. Der Wanderweg war wegen Steinschlaggefahr ab dem Col Termin gesperrt. Sie schlug uns einen anderen, einen etwas schwierigeren Weg über den Col de la Chaux vor.
2.Tag:
Als wir am anderen Morgen aufstanden hatten sich die Wolken verzogen und die ersten Sonnestrahlen trafen die Gipfel des Combinmassiv (die drei höchsten Gipfel links der Bildmitte), den Grand Combin, den Combin de Corbassière und den Petite Combin.
Nach dem Frühstück packten wir unseren Rucksack und stiegen zum noch im Schatten liegenden Lac de Louvie hinunter und folgten dem Wanderweg auf der linken Seite des Sees.
Kurz vor dem hinteren Ende des Sees stiessen wir auf eine Weggabelung. Auf beiden Wegen kommt man zum Col de la Chaux. Wir wählten den Weg über den noch bewanderbaren Teil des Panoramawegs zum Grat der Tête's de Louvie, Pt.2431, hinauf. Noch bevor wir den Grat erreichten schauten wir auf die, hinter den Gipfeln des Rosablanchemassivs aufsteigende Sonne.
Stetig steigend wanderten wir unterhalb des Grats durch die Alpwiesen der Ostflanke
zum Pt.2588. Ein wahrer Höhepunkt auf dem Panoramaweg! Der Blick reichte vom Combinmassiv (links im Bild) bis zu den Dents de Midi (rechts im Bild). Unter uns lag das vom Nebel bedeckte Val de Bagnes.
Die Tour Salliere (links) und die Dents de Midi (rechts) kannten wir bereits von einer anderen Wanderung .
Durch eine weitere Grasflanke liefen wir weiter, unterhalb des Grats in Richtung Col Termin. Unterwegs stiessen wir auf eine Herde weidender Gämsen
genossen die fantastische Aussicht auf das Combinmassiv
und den Blick in das nun fast nebelfreie Val de Bagnes.
Auf dem Col Termin, Pt.2648, verliessen wir den Panoramaweg
und liefen nordostwärts durch die Flanke des Bec Termin und des Bec des Rosses bis unterhalb des Gipfels des Pt. Mont Fort (Gipfel in der Bildmitte).
Der gut ausgebauter Bergweg führte zuerst abwärts zum Pt.2628 wo wir auf den anderen Weg, der vom Lac de Louvie zum Col de la Chaux führte, trafen. Durch Grasflanken und Geröllhalden marschierten wir weiter in stetig ansteigendem Auf und Ab zum Pt.2715. Beim Blick zurück schauten wir auf den Lac de Louvie und das Combinmassiv.
Unterhalb des Lac du Pt. Mont Fort stiessen wir auf eine weitere Weggabelung. Der eine Weg führte nach Nordosten über den Col de Louvie (Sattel links im Bild)
und der andere, "unser" Weg, führte in Richtung Westen hinauf auf eine Seitenmoräne und weiter zum Col de la Chaux.
Beim kaum mehr erkennbaren Lac de Pt. Mont Fort (Pt.2764) - es waren nur noch ein paar gefrorene Tümpel übrig - machten wir eine ausgiebige Pause. Die Stille und die grandiose Aussicht auf das Combinmassiv machten diesen Platz zu einem weiteren Highlight auf dieser Wanderung.
Vom See aus wanderten wir zur Gletschermoräne hinauf, auf der anderen Seite zum Gletscher, oder das was von ihm übrig war, hinunter
und stiegen im Gegenanstieg auf die gegenüberliegende Seitenmoräne hinauf. Zahlreiche Steinmännchen zeigten uns den Weg über den schneebedeckten Grat der Gletschermoräne, bis wir vor dem letzten Aufstieg zum Col de la Chaux standen.
Beim Blick zurück überschauten wir eine einzigartige alpine Landschaft! Vor uns blickten wir auf das schneebedeckte Schotterfeld des ehemaligen Gletschers und in der Bildmitte ganz hinten sahen wir den Gipfel des Rosablanche.
Der steile Schlussaufstieg zum Col de la Chaux erforderte sehr gute Trittsicherheit. Der Untergrund gab bei jedem Tritt etwas nach und es hatte keine Ketten, die den Weg sicherten. Auf der anderen Seite des Passes schauten wir auf den Glacier de la Chaux zum namenlosen Gletschersee hinunter.
Auf den Wegspuren von zwei Wanderern, die wir auf der anderen Seite des Col de la Chaux getroffen hatten, liefen wir den schneebedeckten Gletscher zum See hinunter.
Vom See aus folgten wir der hässlichen,breiten und schneefreien Skipiste zur Cabane de Mont Fort hinab. Beim der Hütte angekommen schauten wir hinauf zum Col de la Chaux.
Auf der Terrasse der Hütte tranken wir einen heissen Tee und warteten darauf, dass sich der Nebel auf der anderen Seite des Val de Bagnes wieder verzog und wir freie Sicht auf den Mont Blanc bekämen. Dies stellte sich nach einer halben Stunde als Wunschdenken heraus und so machten wir uns auf den Abstieg in Richtung La Chaux hinunter. Wir folgten der Wasserleitung, eine Soune, von unterhalb der Cabane de Mont Fort bis wir bei "Les Fantanetes" den Fahrweg nach "Les Ruinettes" kreuzten.
Ab hier folgten wir dem breiten Fahrweg bis zur Bergstation der Seilbahn nach Verbier, nach "Les Ruinettes". Unterwegs hatten wir nochmals das Glück den Petit Combin für einen kurzen Moment wolkenfrei zu sehen.
Der schöne Ausblick in Richtung Martigny begleitete uns auf dem Rest des Weges zur Seilbahn.
Mit der Seilbahn fuhren wir anschliessend nach Verbier hinunter und weiter mit dem Postauto nach Martigny. Achtung: In der Nebensaison fährt der Bus nicht bis zur Talstation der Seilbahn hinauf!
Infolge der Sperrung der Panoramaroute ab Col Termin wurden wir in eine wunderschöne und unberührte alpine Landschaft umgeleitet. Wir würden für die Wanderung von Louvie nach Verbier wieder diesen Weg wählen.
Schwierigkeit: 1.Tag: T2, 2.Tag: T4, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
Wanderzeiten: 1.Tag: ca. 2 1/2 Std., 2.Tag: ca. 5 1/2 Std.
Karte: swisstopo Nr.1326, Rosablanche, 1:25'000
Grüssli und viel Spass beim Nachwandern!
Thomas & Christine
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