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«Bibel des Monats»: Katholische Fam...
7. Jul 2021
30. April 2021
Das Konzil von Trient legte 1545 den lateinischen Text der Bibel als die verbindliche Offenbarung des Wortes Gottes fest. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) förderte und empfahl die Verwendung der modernen Landessprache. Gibt es das Wort Gottes auch verbindlich auf Deutsch?
Ein einheitlicher Bibeltext für den deutschen Sprachraum war das Anliegen des Katholischen Bibelwerks, einem Verein bibelinteressierter Menschen in Stuttgart. Sie gaben dies 1960 als Anregung an die deutschen Bischöfe. Beschleunigt durch die Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils erschien so 1980 eine katholische Bibel. Sie wurde «Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift» genannt, weilsie für alle deutschsprachigen Bistümer der verbindliche Bibeltext sein sollte als einheitlicher Bibeltext für Gottesdienst, Bibellektüre und den Schulunterricht.
Nach mehr als 20 Jahren Erfolgsgeschichte dieser Übersetzung wurde 2003 eine Kommission zur Revision dieser Übersetzung eingesetzt. Die Sprache wandelt sich, die Bibelwissenschaft macht Fortschritte, Fehler waren zu beseitigen und das Empfinden für Gendergerechtigkeit hatte sich geändert. Aus diesem Grund sollte die Übersetzung überarbeitet und an den heutigen Sprachgebrauch angepasst werden. 2016 erschien dann die vorliegende Übersetzung, die heute der offizielle katholische Bibeltext für den Gebrauch in den Gottesdiensten ist.
Es ist eine katholische Übersetzung, die sich in Anzahl und Reihenfolge der biblischen Bücher an den im Konzil von Trient 1545 festgelegten Kanon hält. Der Sprachstil ist ein gehobenes Gegenwartsdeutsch, das einerseits bibelsprachliche Archaismen vermeidet, aber andererseits gegenüber der Erstausgabe nun einige charakteristische bibelsprachliche Wendungen (z.B. „siehe“) und Metaphern (z.B. „Hand“ für Macht/Gewalt/Herrschaft) wieder eingeführt hat. Vom Typ her ist es eine philologische Übersetzung mit kommunikativen Einschlägen, von Buch zu Buch in unterschiedlichem Ausmaß.
Beim gezeigten Buch handelt es sich um ein «Musterexemplar» aus dem limitierten Sonderdruck. Nach Vollendung der Revision wurde dieser Sonderdruck als Musterexemplar an Bischöfe, Theolog*innen, Journalist*innen und Bibelwerke noch vor dem offiziellen Verkaufsstart verteilt, damit diese vorab schon einen Eindruck hatten und entsprechende Rezensionen und Empfehlungen zum Verkaufsstart abgeben konnten.
Mir gelang es, ein solches Exemplar zu bekommen. Sie können es in der Peterskapelle besichtigen.
Winfried Bader
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