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Nach Thailand, Sri Lanka, Singapur und Indien folgte auch Kambodscha mit der Wiedereröffnung seiner Grenzen für Reisende aus der Schweiz. Myanmar, das beliebte Reiseziel, möchte mithalten und kündigte die Wiedereröffnung des Landes an. Obwohl diese Nachricht für vielen grossartig erscheinen mag, ist es in Myanmar zurzeit kompliziert.
Die meisten Länder haben in den letzten zwei Jahren ihre Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Myanmar hingegen hatte aber auch mit den Nachwirkungen eines Militärputschs vom Februar 2021 zu kämpfen, bei dem eine Militärjunta die demokratisch gewählte Regierung des Landes stürzte.
Myanmar, das ein jahrzehntlang vom Militär regiert wurde, stellte Reisenden schon immer vor ein Dilemma: Unterstützen sie mit ihrer Reise das in der Vergangenheit als unterdrückerisch empfundene Regime oder die Einheimischen, die auf die Hilfe von aussen angewiesen sind? Die Frage lautet nun aber eher, ob überhaupt jemand nach Myanmar reisen wird, angesichts der Tatsache, dass Covid immer noch ein aktuelles Problem ist, sowie die politischen Unruhen, welche derzeit im Land herrschen.
Beamte haben eine Website eingerichtet, die das touristische Interesse antizipiert, haben jedoch klargestellt, dass jede Öffnung von einer erfolgreichen Covid-Eindämmung abhängig ist. Zeyar Htun, stellvertretender Direktor der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit und Information im militärisch geführten Ministerium für Hotels und Tourismus, bestätigt gegenüber CNN Travel: «Wir planen den Tourismus für geimpfte Touristen wieder zu öffnen, wenn die Pläne für ein sicheres und bequemes Reisen gut vorbereitet sind».
Unterdessen werden einige internationale Reisende von ihren eigenen Regierungen gewarnt, sich aufgrund des Virus sowie der Instabilität nach dem Putsch, nicht in das Land zu reisen. Das US-Aussenministerium hat beispielsweise zwei Warnungen der Stufe vier «nicht besuchen» für Myanmar herausgegeben. Eine Warnung bezüglich der Fallzahlen im Lande und die andere betreffend der aktuellen politischen Lage. In einer separaten Empfehlung heisst es: «Myanmar befindet sich in einer schweren politischen, wirtschaftlichen, menschenrechtlichen und humanitären Krise, die aufgrund des brutalen Vorgehens des Militärs ausgelöst wurde».
Stromausfälle und Schliessungen
Auf der offiziellen Tourismus-Website von Myanmar finden sich derzeit nur wenige Details zu den Wiedereröffnungsplänen, aber Berichten zufolge will die Regierung zunächst Besucher aus Südostasien ansprechen. Sobald sich Myanmars Türen öffnen, werden Reisende, die in das Land zurückkehren, grosse Veränderungen seit ihrem letzten Besuch feststellen.
Laut CNN-Quellen vor Ort wurde die Infrastruktur erheblich geschwächt. Viele Geschäfte wurden aufgrund des wirtschaftlichen Drucks oder weil die Besitzer das Land verlassen haben, geschlossen. Die Tourismusindustrie wird von den Militärgenerälen geleitet und im Lande gibt es sogar zeitweilige Stromausfälle und gelegentliche Internetabschaltungen. Betroffen sind unter anderem auch internationale Marken. Das Fünfsternehotel in der Hauptstadt, Kempinski Nay Pyi Taw, ist laut seiner Website seit Mitte Oktober «vorübergehend geschlossen». Der Grund dafür ist nicht bekannt.
Reisen nach Myanmar – ein Risiko
Internationale Reisende, die sich für eine Reise nach Myanmar entscheiden, sollten sicherstellen, dass sie auf alle Eventualitäten vorbereitet sind, sagt Todd Handcock, der als Präsident von Collinson International für den Asien-Pazifik-Raum Firmenkunden in Sachen Reisesicherheit und Risikomanagement berät. Myanmar gelte jetzt leider als ein Gebiet mit höherem Risiko.