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Borer Albert (Al), *21.12.1910 Olten, †20.12.2004 Olten
Grafiker, Plakate
Al Borer wurde 1910 in Olten geboren. Sein zeichnerisches Talent zeigte sich schon früh. Er konnte es jedoch erst nach Beendigung einer kaufmännischen Lehre beim damaligen Consumverein ausleben. Schon während der Lehrzeit wurde er von seinem Betrieb für grafische Arbeiten herangezogen.
Nach der Lehre erlaubten ihm die Eltern den Besuch der Grafikfachklasse an der Kunstgewerbeschule Basel. Noch während seiner Ausbildungszeit erhielt er beim Basler Kaufhaus „Globus“ eine Beschäftigung als Grafiker. Diese Anstellung fand jedoch ein jähes Ende während der Rezession 1934. Seine Ersparnisse erlaubten es ihm, weiterhin die Kunstgewerbeschule zu besuchen. 1935 zog er mit Herbert Leupin zusammen nach Paris. Dort beteiligte er sich an einem Plakatwettbewerb zur „Pariser Messe 1936“. Sein Entwurf wurde mit einem vierten Platz ausgezeichnet.
Anschliessend kehrte er nach Olten zurück. Der Anfang war nicht leicht, doch bald schon kam ihm seine Ausbildung im Modezeichnen zu gute: Er erhielt den Auftrag, die Titelblätter für Ringiers Modejournal zu gestalten. Mit diesen Arbeiten wurde er in der ganzen Textilbranche bekannt, und es ergaben sich weitere Aufträge, die schliesslich in einer jahrelangen Zusammenarbeit mit der deutschen Warenhauskette „Karstadt“ ihren Höhepunkt fanden.
Das Aufkommen der Modefotografie läutete langsam das Ende der Modezeichnung ein. Al Borer arbeitete sich in die neuen Techniken ein. Zwei Jahre vor seiner Pensionierung hängte er jedoch seine eigenständige Ateliertätigkeit an der Nagel und versuchte in der Werbeabteilung der Firma von Roll einen Neuanfang. Aber nach nur gerade zwei Jahren wurde diese Abteilung geschlossen.

|Werbung für Firmen aus der Region|
Nun verlegte sich Al Borer auf das Aktzeichnen und leitete jahrelang einen entsprechenden Kurs an der Migros-Clubschule Olten.
Liebevoll umsorgt von seiner langjährigen Lebenspartnerin verbrachte Al Borer seine letzten Lebensjahre in seiner vertrauten Umgebung und starb schliesslich am 20. 12. 2004 mit 94 Jahren.
Martin Ed. Fischer widmete dem Künstler in seinem Buch „Kultur-Stadt Olten“ ein Lebensbild mit dem Titel: Al Borer – Vom Werbezeichner zum Reklamefotografen. Man liest da: „Wenn nun Albert Borers Leben und Werk etwas näher betrachtet werden soll, so deshalb, weil einmal mehr in aller Stille ein Bürger unserer Stadt durch alle Netze der öffentlichen Kunst- und Kulturförderung geschlüpft ist, obwohl er weit über die Grenzen unseres Landes hinaus Beachtung gefunden hat.“
Die Oltner Kunstszene zeigte auch nach seinem Tod wenig Interesse. So ging sein gesamter Nachlass schliesslich über den Atlantik zu seinem Sohn Thomas, der in den USA lebt.
Quellen:
- Urs Huber: Oltner Tagblatt (OT), 4. April 2002
- Martin Ed. Fischer: Kultur-Stadt Olten, Weltbild 2008
Publiziert mit freundlicher Erlaubnis von M. Chiquet (Lebenspartnerin von Al Borer), Urs Huber (Redaktor OT), Martin Ed. Fischer (Alt Stadtarchivar)