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Der Pembroke Corgi in der
Vergangenheit

Von Thelma Gray (1946)
Sie sind ein "alter Hase". Was halten Sie von den heutigen Pembrokes?
Diese Frage konnte ich nicht beantworten ohne einige Überlegung. Fast zwanzig Jahre sind vergangen, seit ich mich für Corgis zu interessieren begann, und das ist eine lange Zeit in der Evolution einer Rasse, besonders wenn es sich um eine Rasse handelt, die sich so schnell entwickelt hat wie unsere. Veränderungen waren unvermeidlich und einige haben sich so langsam eingeschlichen, dass es schwierig ist zu sagen, wann sie definitiv wurden. Gewisse Veränderungen, die nach und nach vorgenommen wurden, verblieben unbemerkt bis sie eines Tages weit verbreitet waren.
Zum Beispiel die Grösse. Früher kümmerten wir uns wenig um das Gewicht eines Hundes. Wir hatten sehr grosse und sehr kleine Hunde, waren aber so mit Fronten, Köpfen, Ohren und Haarkleid beschäftigt, dass die Grösse keine grosse Rolle spielte. Die grossen und mittelgrossen Corgis übertrafen zahlenmässig eindeutig die kleinen, die relativ selten waren. Es gab jedenfalls weniger kleine Corgis mit leichten Knochen als heute. Wann und wie schlich sich diese Tendenz zu kleinen Hunden ein? Diese gefährliche Tendenz, die zu ständigen Auseinandersetzungen führte, und die ein oder zwei Jahre vor dem Krieg begann und bis heute andauert. Es ist schwierig, den genauen Zeitpunkt festzusetzen, aber vermutlich begannen die Corgis ein bis zwei Jahre vor 1939 kleiner zu werden.
Aber wie konnte das geschehen, wenn die Züchter sich nicht um die Grösse kümmerten und auch nicht versuchten, auf ein Standardgewicht hin zu züchten?
Nun, es geschah wahrscheinlich infolge von In- und Linienzucht. Wegen der begrenzten Auswahl an hervorragenden Blutlinien und dem vernünftigen Bestreben, gewisse Eigenschaften zu standardisieren, paarten die Züchter Rüden und Hündinnen, die eng miteinander verwandt waren. Dass sie dabei die gewünschten Eigenschaften festigten, zeigt sich an dem ausgezeichneten allgemeinen Typ, den wir heute auf allen grossen Ausstellungen antreffen. Es ist jedoch eine bekannte Tatsache, dass Inzucht zur Verminderung der Grösse führen kann, und so begannen die Corgis kleiner zu werden. Mit der Zeit wurden sie so klein, dass die Liebhaber des alten Typs den Warnfinger erhoben. Wenn die Auszeichnungen auf den gegenwärtigen Ausstellungen eine wahres Bild des heutigen Standards sind, und ich denke, sie sind es, dann wurde diese Warnung beherzigt, denn die Mehrheit der ausgestellten Corgis sind weder zu klein noch zu leicht.
Somit ist die Rasse heute von mittlerer Grösse und scheint im Grossen und Ganzen keine der grossen Abweichungen in Grösse und Gewicht aufzuweisen, die früher charakteristisch waren.
Ohren. Wie oft sehen wir heute einen Corgi mit weichen Ohren? Glücklicherweise selten, aber früher waren sie zahlreich. Der Fortschritt ist markant, hatte aber seinen Preis, denn im Gegensatz zu früher, als wir selten einen Corgi mit Kätzchen-Ohren sahen, gibt es heute allzu viele davon. Natürlich stehen kleine Ohren eher aufrecht, aber sie sind unerwünscht, genau wie grosse Fledermausohren, obwohl wir solche heute weniger oft sehen als früher. Es sollte jedoch möglich sein, die Grösse der Ohren im Verhältnis zur Grösse des Kopfs des Hundes anzupassen, und es wäre gut, wenn die Züchter sich diesen Punkt bei der Paarung von Rüden und Hündinnen als Neujahrsvorsatz nehmen würden.
Fronten sind besser - viel besser. Die Pembrokes hatten oft krumme Vorderbeine mit nach aussen gedrehten Pfoten oder Ellbogen, was einen schlechten Bewegungsablauf zur Folge hatte.
Fluffy Pembroke
Das Haarkleid variiert immer noch zu stark, aber wir sehen weniger Fluffies und weniger Corgis mit sehr kurzem Haar.
Das Gebiss ist auch besser geworden. Es war normal, dass in einem Wurf ein Welpe, manchmal sogar zwei oder drei Welpen mit Rückbiss waren. Wie oft geschieht das heute? Sehr, sehr selten.
Augen. Diese haben sich sehr wenig verändert. Es gibt immer noch zu viele Pembrokes mit hellen Augen, und das war schon immer der Fall. Sehr dunkle Augen waren noch nie üblich.
Die Köpfe sind in gewissen Beziehungen besser geworden, in andern jedoch nicht. In den 1930er Jahren hatten wir viele recht grobe, aber auch viele perfekt proportionierte Köpfe, die an einen Fuchs erinnerten. Ich finde, dass wir jetzt eine begrenzte Anzahl wirklich hervorragender Köpfe haben und nur wenige schwere, jedoch eine alarmierende Zahl kleiner Köpfe mit langer, spitzer Schnauze, auffälligem Hinterhauptbein und "Glubschaugen". Diese sind äusserst untypisch und hässlich.
Körper - sind stark verbessert. Wir hatten zu viele kurze Körper, zu viele "Röhren" und nicht genug Corgis von mittlerer Länge. Heute haben die meisten Corgis einen ausgewogenen Körper, aber einige sind zu kurz. Ganz wenige sind überlang.
Früher hatten wir Hunde mit besseren und kräftigeren Knochen und die heutige Tendenz zu leichten Knochen könnte korrigiert werden, wenn die Züchter Rüden und Hündinnen mit kräftigen Beinen für die Zucht einsetzen und der trächtigen Hündin und den wachsenden Welpen passende Mengen eines Qualitätsfutters verabreichen würden.
Das sind die Hauptpunkte, die heute einem "alten Hasen" auffallen. Wir haben seit den Anfängen gute Fortschritte gemacht, aber es gibt noch viel zu tun. Unkritisches Züchten bringt uns nicht ans Ziel und der Gebrauch des Rüden aus der Nachbarschaft, nur weil er in der Nähe wohnt, wird uns nie Corgis bringen, die dem Idealbild voll oder beinahe voll entsprechen. Studiere jede Eigenschaft und jeden Namen der ersten Generationen in den Stammbäumen - und wähle dann den geeignetsten Rüden für deine Hündin. Lasst uns zusammen weiter gehen - mit dem gemeinsamen Ziel - bessere Corgis.
Aus The Welsh Corgi League Handbook 1946
Fotos aus The Welsh Corgi League Handbook 1949
Übersetzung ANo