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19.07.2018 09:38:24

a) Römerzeit80
Am sanften Hügel der Steinmöri stand ums Jahr 80 n.Chr. ein ausgebautes römisches Landgut. Im oberen Teil der Anlage erhob sich die Villa des Gutsherrn, ein Haupttrakt mit zwei vorgezogenen Flügeln mit der komfortablen Badeanlage. Vom urbanen Teil durch Mauer und Tor abgetrennt zog sich der rustikale Teil gegen den Bach hinunter. An die Umfassungsmauer angelehnt reihten sich die schlichten Wohnungen der Landarbeiter und die Oekonomiegebäude.
Die Agrarfläche, die die römischen Landleute bewirtschafteten, erstreckte sich nicht nur über die 20 bis 30 Hektaren eines heutigen Bauernguts, sondern dehnte sich auf 2000 Hektaren aus, was der landwirtschaftlich genutzten Fläche eines ganzen Dorfes entspricht. Auf den Feldern wurden Gerste, Hirse, Hafer, Weizen und Bohnen kultiviert, während man sich für die Fleischproduktion vorwiegend der Rinderzucht widmete.
Die Ackerbaufläche vermochte sich der sich ausdehnenden Waldgebiete kaum zu erwehren. Diese waren die Jagdgründe für den Gutsherrn und seine Jagdgesellen, in denen sie Auerochsen, Bären und Wildschweine zur Strecke brachten. Ihre grosse Vorliebe aber galt der Hatz auf den Hirsch; dessen Fleisch war für den Export bestimmt. In den stehenden Gewässern des Talgrundes stellte man dem Biber und seinem Pelz nach.
Um die Mitte des 3. Jahrhunderts brachen unstabile Zeiten an. Die Alamannen brachen ein, und politische Umbrüche führten dazu, dass die Ansiedlung teilweise abbrannte und in der Folge verlassen wurde. Kurz nach 265 wurde unter einem Bodenbrett ein Münzschatz versteckt. In einem bronzenen Weingefäss lagen in Rollen aufgereiht 6 kg Silbermünzen. Vor der Ueberbauung dieses Gebietes wurde in den Jahren 1986–1990 eine Notgrabung durchgeführt und dabei dieses Gefäss mit samt Inhalt fast unbeschädigt entdeckt.
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