Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03187.jsonl.gz/2406

Lohn und Lohngleichheit
Mehr Lohn bei zusätzlicher Qualifikation?
Ein Mitarbeiter verlangte eine Überprüfung der Lohneinreihung mit der Begründung, er habe eine Zusatzausbildung absolviert, die ihm bei der Arbeit sehr nützlich sei.
Die Schlichtungskommission überprüfte die Arbeitsplatzbewertung anhand des für diese Funktion geltenden Arbeitplatzbewertungsprotokolls (ABAKABA: Arbeitsplatzbewertung nach Katz und Baitsch, das vom Kanton Aargau verwendete Bewertungstool). Sie kam zum Schluss, dass die zusätzliche Ausbildung für diese Stelle nicht notwendig war. Bewertet - und schliesslich bezahlt - werden nur die Mindestanforderungen, welche für eine Stelle notwendig sind. Insbesondere führen Überqualifikationen nicht zu mehr Lohn. Die Empfehlung der Schlichtungskommission lautete daher, die Lohneinreihung zu bestätigen.
Lohnvergleich mit Nachfolger
Die Gesuchstellerin bekleidete mehrere Jahre eine Kaderfunktion beim Kanton. Ihr Nachfolger erhielt bei seiner Anstellung frankenmässig gleich viel Lohn wie die Gesuchstellerin bei ihrem Austritt, obwohl er jünger war und über deutlich weniger Berufserfahrung verfügte.
Im Verlauf des Schlichtungsverfahrens zeigte sich, dass der Lohn des Nachfolgers aus einem zwar tieferen Positionslohn, aber einem umso höheren Leistungslohn als bei der Gesuchstellerin zusammengesetzt war. Der tiefere Positionslohn erstaunte zunächst, weil es sich um die gleiche Funktion handelte. Er erklärte sich aber damit, dass die Funktion unterdessen neu, das heisst tiefer bewertet worden war.
Weshalb der Leistungslohnanteil des Nachfolgers jedoch über 20% seines Gesamtlohnes ausmachte, während bei der Gesuchstellerin dieser Anteil nur gut 14% betrug, obwohl sie mehr spezifische Berufs- und Lebenserfahrung mitbrachte, blieb für die Schlichtungskommission nicht nachvollziehbar. Die Erklärung dieser beträchtlichen Lohndifferenz im Leistungsanteil, so dass jeglicher Diskriminierungsverdacht aus dem Weg geräumt ist, obliegt der Anstellungsbehörde.