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Hans Holdener-Marty
NEKROLOGE
Johann Josef (S’Hannes Marty Hans) wurde am 15. Juli 1930 als drittes von acht Kindern in Unteriberg geboren. Seine Eltern waren Martin Holdener sowie Anna Holdener (geborene Ziegler). Die Eltern betrieben in der Schmalzgrube einen Landwirtschaftsbetrieb sowie in den Sommermonaten den Alpbetrieb Sädel/Steinhüttli auf der Chäseren.
Die jungen Jahre waren hart und Hans musste schon früh zu Hause anpacken. In unseren Gesprächen erwähnte er oftmals, dass ihn diese Jahre geprägt hatten. Er war stets ein Chrampfer und half, wo immer Not am Manne war.
Anfang der 50er-Jahre zog er als Knecht und Melker für einige Jahre in das Freiamt (Aargau), wo er auf zwei grossen Landwirtschaftsbetrieben mitwirkte. Im September 2019 machten wir mit Hans einen Ausflug dorthin, wo wir per Zufall auf seine früheren Meistersleute trafen. Ein Treffen, das ihn sehr berührte und er noch oft in meinen Besuchen davon erzählte.
Nach seiner Rückkehr arbeitete er unter anderem in der Milchgenossenschaft Einsiedeln. Zusätzlich ging er sehr oft und gerne ins Holz oder stellte Holzschindeln her. Da er in dieser Zeit schon ein Motorrad fuhr, war er bei den jungen Damen gefragt, denn alle wollten mit ihm eine Runde drehen. Im Jahre 1959 lernte er Victoria Agatha (genannt Agi) kennen und lieben und schon am 17.August 1959 wurde in Unteriberg geheiratet. Die Ehe hielt lange 49 Jahre.
In dieser Zeit übernahm er auch den Elternbetrieb in der Schmalzgrube und wurde Landwirt. Darüber hinaus war er auch in vielen verschiedenen Vereinen und Organisationen tätig wie Samariter, Genossenschaften, Bauernverband und so weiter. Von 1970 bis 2000 war er auch Totengräber in Unteriberg. In den Wintermonaten war er bei der Hoch-Ybrig AG Patrouillier und Pistenchef. Nach einem tödlichen Unfall im Jahre 1987 gab er das Amt des Pistenchefs ab.
Die unerschöpfliche Kraft seines Helfens zeigte sich auch darin, dass er und seine Frau die Pflege von seinem Bruder Jost übernahmen, als dieser an Kinderlähmung erkrankte und jahrelange intensive und schwierige Pflege benötigte. Agi und Hans kümmerten sich liebevoll um Jost bis zu seinem Tod.
Später übernahmen sie im Sommer auch die Alp Hesisbohl auf dem Hoch-Ybrig, welche sie einige Jahre bewirtschafteten. Trotz all den verschiedenen Arbeiten und Aufgaben fanden Hans und Agi auch immer wieder die Zeit für Reisen. So entdeckten sie zusammen unter anderem Länder wie die USA, Mexiko und Russland.
Als seine Frau Agi schwer erkrankte war Hans an ihrer Seite und kümmerte sich liebevoll um sie bis zu ihrem Tod im Jahre 2008. Im Jahre 2016 zügelte er von der Schmalzgrube in eine Wohnung an der Waagtalstrasse 9, wo er zwei Jahre zu Hause war. In seinem fortgeschrittenen Alter zeigten sich langsam körperliche Beschwerden und ein Eintritt ins Alters- und Pflegeheim Langrüti wurde unausweichlich. Trotz eines Schlaganfalls im Jahre 2019 erholte sich Hans wieder recht gut und er konnte wieder Geschichten erzählen, wie in seinen besten Jahren. Im Sommer 2020 feierte er noch seinen 90. Geburtstag im Restaurant Brunni in Alpthal mit Verwandten und Freunden, umrahmt von wunderbaren Jodelklängen, welche ihn zu Tränen rührten.
Im November 2020 erkrankte Hans an Corona. Trotzdem kämpfte er sich erneut zurück und erholte sich recht gut. Mitte Januar nahmen die Beschwerden jedoch immer mehr zu und sein Zustand verschlechterte sich täglich. Am 1. Februar 2021 wurde er erlöst und er konnte friedlich einschlafen. Auf dem Tageskalender in seinem Zimmer stand der Vers von Johannes 19, 30 (Apostelgeschichte 17) – «Es ist vollbracht!» Irgendwie sinnbildlich für das Leben und Wirken von unserem Hannes Marty Hans.
Mögest Du in Frieden ruhen!