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|Auszüge aus dem Buch

Foundation for Shamanic Studies Schweiz (FSS)
Der Schamanismus gilt als das älteste bekannte Heilungssystem der Menschheit, manche betrachten ihn auch als Ursprung von Religion und Medizin. Schon vor Jahrtausenden versetzten sich Männer mit besonderen geistig-seelischen Kräften durch Tanz, Gesang, Musik und berauschende Kräuter in einen anderen Bewusstseinszustand, um so Kranke zu heilen, allgemeine Umstände zu verbessern und Jagderfolg oder Wetter zu beeinflussen. Durch schamanische ausserkörperliche Reisen suchten die Schamanen verborgene Welten auf Welten, die dem Normalsterblichen meist nur in Mythen und Legenden, in Träumen und in Nahtodeserfahrungen begegnen. Eine weitere Aufgabe war es, die Beziehung von MenschGottheit zu verbessern oder in Ordnung zu bringen. Die Bezeichnung «Schamane» stammt aus der tungusischen Sprache, welche in Teilen Russlands und in China gesprochen wird, und wurde (und wird auch heute noch) dort für Medizinmänner und Medizinfrauen verwendet. Der Schamanismus ist an keine bestimmte Religion gebunden und vor allem in Nordasien und Nordamerika verbreitet.
Mit dem Esoterikboom der letzten 20, 30 Jahre ist auch der Schamanismus vermehrt in Erscheinung getreten. So gibt es inzwischen auch in der Schweiz verschiedene Institute, die sich auf Schamanismus spezialisiert haben oder die schamanische Elemente in ihr Seminarprogramm einbauen. Auch gibt es Gruppen dieser «neuen» Schamanen, die sich regelmässig treffen, um gemeinsam zu trommeln, Erfahrungen auszutauschen oder die Intuition zu trainieren.
Der wiederbelebte Schamanismus verdankt einen grossen Teil seiner Popularität dem Anthropologen und Professor Michael Harner (geb. 1929), der als einer der ersten westlichen Wissenschaftler über längere Zeit mit nativen (eingeborenen) Schamanen in deren Kulturen zusammenlebte. Harner betrieb während 38 Jahren ausgiebig Feldforschung bei den nord- und südamerikanischen Indianern, in Mexiko, in der kanadischen Arktis, ausserdem in Lappland sowie in Zentralasien und veröffentlichte mehrere Bücher darüber. Harner gilt als Pionier auf dem Gebiet der Schamanismusforschung. In dem von ihm entwickelten Core-Shamanismus machte er die Erfahrungen der Schamanen für die Menschen des Westens versteh-, erlehr- und erlebbar. Der Core-Schamanismus bietet einen eigenen Ansatz im Umgang mit Schamanismus und seinen Techniken. Darin werden die grundlegenden Methoden der verschiedensten schamanischen Traditionen auf das Wesentliche, auf kulturunabhängige schamanische «Kern»-Techniken reduziert und für westliche Menschen lernbar gemacht. Harner ist Gründer und Leiter der 1985 ins Leben gerufenen Foundation for Shamanic Studies in Mill Valley, Kalifornien.
Seit 1995 bietet die FSS auch in der Schweiz Seminare in der Tradition Harners an. Ziel der FSS ist es, dem Schamanismus wieder einen festen Platz im Leben der Menschen zu geben. In den drei- bis fünftägigen Seminaren werden die uralten Heiltechniken der alten Schamanen vermittelt, ebenso dienen sie als heilende Kreise für die Teilnehmer/-innen. Nach Angaben der FSS Schweiz werden bei den Basisseminaren auf unspektakuläre Weise wesentliche Schritte einer Visionssuche und der schamanischen Initiation vollzogen. Die Teilnehmer/-innen werden in Kontakt mit der nichtalltäglichen Wirklichkeit gebracht, einer Sphäre der Kraft ausserhalb von Raum und Zeit. Dort finden sie ihr Krafttier (in der Form eines Wolfes, Adlers oder eines anderen Tiers) sowie ihren spirituellen Lehrer. Diese sind fortan Verbündete und Helfer auf dem schamanischen Weg, vor allem bei der Suche nach Heilkraft für sich selbst, für andere und die Welt. Alle Heilrituale basieren auf der schamanischen Reise. Neben dem Basisseminar gibt es die Fortgeschritten-Seminare, wo die Teilnehmer/-innen die wichtigsten schamanischen Heiltechniken erlernen können, wie zum Beispiel Disharmonien mit spirituellen Methoden zu erkennen und zu entfernen oder die Seelenrückholung, bei der bei traumatischen Lebensereignissen verlorene Seelenteile zurückgebracht werden. Weitere Seminare befassen sich mit Tod und Sterben oder mit Naturgeistern, das heisst mit den Wesenheiten und Kräften der Bäume, Pflanzen und Steine sowie anderen Kräften der Natur.
Die Seminare beginnen mit einer Einführung ins jeweilige Seminarthema, danach stimmen sich die Teilnehmer/-innen mit Trommeln, Rasseln, Pfeifen und anderen Hilfsmitteln (manchmal auch mit Tänzen) auf ihre Trancereise in die andere Wirklichkeit ein. Die meditativen Reisen finden im Liegen, manchmal auch im Sitzen statt. Dabei sollen Entwicklungsräume geschaffen werden für die eigene Spiritualität, jedoch auch für Personen, die im Umfeld der heutigen Medizin und Psychotherapie heilend tätig sind. In der Schweiz werden die Seminare von Dr. Carlo Zumstein, der eng mit Michael Harner zusammenarbeitet, sowie anderen Personen der FSS angeboten. Zudem bestehen mehrere Trommelkreise und Erfahrungsaustauschgruppen, so auch in Zürich.
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