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Die Eidgenossenschaft
Heuer ist Ihnen das in Kantone aufgeteilte Land sicherlich unter dem Namen Schweiz bekannt. Doch vor über siebenhundert Jahren, urkundlich erwähnt erstmals im Jahr 1289, wurde die Region der heutigen Schweiz noch „Waldstatt“ genannt, bezugnehmend auf die bewaldete Gebirgslandschaft der Umgebung. „Schwyz“ war, neben Uri und Unterwalden, ein Urkanton der Region. Laut einer Urkunde aus dem Jahr 1291 schlossen sich diese drei Gemeinden zur „Alten Eidgenossenschaft“ zusammen. Angeblich wurde diese Eidgenossenschaft bereits am 1. August 1291 mit dem Rütlischwur besiegelt, mit der sich die drei Talschaften gegen die Vögte der Grafen von Habsburg auflehnen wollten, um für alte Autononmierechte zu kämpfen. Die Bewohner von Waldstatt und die Bündnispartner der „Alten Eidgenossenschaft“ bezeichneten sich damals weder als Waldstätter noch als Schweizer. Vielmehr fühlten sie sich mit ihren keltischen Vorfahren, den Helvetier, verbunden, was die lateinische Bezeichnung für die heutige Schweiz „Confoederatio Helvetica“ vermuten lässt.
Die Namensgebung
Die Namensgebung der heutigen Schweiz wird auf den damaligen Urkanton Schwyz zurückgeführt, da dieser als wichtigster galt. Denn im „Weissen Buch von Sarnen“ aus dem Jahr 1470 wird erzählt, dass die Gründung der „Alten Eidgenossenschaft“ auf den Schwyzer Landmann Werner Stauffacher zurückgeht, der vor dem Landvogt Gessler nach Uri floh, um daraufhin einen Geheimbund gegen das Haus Habsburg zu gründen. Ausschlaggebend für die verallgemeinerte Namensgebung der „Alten Eidgenossenschaft“ war aber letzten Endes die Schlacht bei Sempach im Jahre 1386, bei der die Mitglieder der Eidgenossenschaft aus Waldstatt einen glorreichen Sieg herbeiführen konnten. Danach wurde der Name „Sweiz“ oder „Swiz“ legendär. In den Chroniken der deutschsprachigen Schreiber wurden aber ab der Schlacht bei Sempach alle Eidgenossen so genannt. Aus Schwyz wurde durch die Übertragung ins Neuhochdeutsche alsbald „Schweiz„, das Sie heute kennen. Als wichtigster schriftlicher Beleg dafür gilt ein Rechtsdokument von König Sigismund aus dem Jahre 1415, indem bereits von „Schweizern“ gesprochen wird.
Tatsächlich bezeichneten sich die Mitglieder der Eidgenossenschaft nicht selbst als Schwyzer, Swizer oder Schweizer, da dieser Begriff damals als Schimpfwort benutzt wurde. Erst im Schwabenkrieg von 1499 nahmen die Eidgenossen trotzig den Namen „Schweizer“ an, jedoch nannten sie sich offiziell weiterhin „Eidgenossen“. Durch den Chronisten Johannes von Müller entstand im 18. Jahrhundert der Begriff „schweizerische Eidgenossen“, der im Jahr 1803 in der Meditationsverfassung auch amtlich eingesetzt wurde. 1798 fand die Alte Eidgenossenschaft ihr Ende und ein neues Staatswesen mit der Namensgebung „Helvetische Republik“ wurde gegründet, das sich unter dem lateinischen Namen „Confoederatio Helvetica“, abgekürzt auch „CH„, amtlich etablierte.
Die Schwyz
Das Wort Schwyz, das im heutigen schweizerdeutsch noch immer verwendet wird, bezieht sich auf die noch existierende Gemeinde mit ihrem gleichnamigen Hauptort. Aber auch der Begriff „Sviz“ wird von den etwa 35.000 romanisch sprechenden Menschen in der Schweiz benutzt. Die indogermanische Sprache wird von Linguisten auch als Bündnerromanisch bezeichnet. Sie wird derzeit noch im Kanton Graubünden verwendet, der zu früheren Zeiten als besonders abgeschieden galt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die heutige Namensgebung der Schweiz über Jahrhunderte hinweg eine von aussen auferlegte Fremdbezeichnung war und sich auf den Herkunftsort des Initiators der „Alten Eidgenossenschaft“ bezieht. Die Bewohner der Region und die tapferen Helden bei der Schlacht bei Sempach wollten lange nicht als Schweizer bezeichnet werden und fühlten sich damals ihren keltischen Vorfahren, den Helvetiern, verbunden. Der Begriff „Sviz“ existiert aber heute noch, insbesondere durch die mündliche Tradierung in einer Sprache, die derzeit nur noch von sehr wenigen Menschen im Land gesprochen wird.