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Auf der den Ranftkapellen gegenüberliegenden Talseite liegt auf einer kleinen Schulter der Schlucht diese Kapelle. Sie ist über einen Steg über die Melchaa und durch einen steilen Treppenweg zu erreichen. Ihr Entstehen verdankt sie einem Jünger Bruder Klausens. Bruder Ulrich, ein Priester, hatte sich hier 1469 niedergelassen und eine Holzklause errichtet, die schon lange nicht mehr besteht. Die erst später zu einem kleinen Raum und mit der Kapelle verbundene Felsenhöhle wird zu Unrecht als Ulrichs-Zelle bezeichnet. An dieser Stelle stand vielleicht die alte Holzklause. Die Kapelle wurde 1484 gebaut, aber erst nach dem Tod des Eremiten 1504 geweiht. Bruder Ulrich verfügte über eine kleine Bibliothek. Er starb 1491 und wurde, weil das Mösli zur Pfarrei Kerns gehört, in der dortigen Kirche begraben. Heute ruhen seine Gebeine in einer Mauernische des Chores.
Die Kapelle ist eines der sehenswertesten spätmittelalterlichen Bauwerke Unterwaldens. Sie besitzt eine vorzüglich erhaltene Walmdecke mit prächtigen Masswerkschnitzereien auf farbigem Grund, ein Werk des Peter Tischmacher.
Über dem niedrigen Chorbogen hängt eine barocke Kreuzigungsgruppe. Diese und ähnliche Kreuzdarstellungen gehen auf die Legende zurück, wonach der Gekreuzigte einem Pilger, der an der Vergebung seiner Sünden zweifelte, dadurch Gewissheit der Verzeihung gab, dass er die rechte Hand vom Kreuzesbalken löste und zum Segen erhob.
Die Hochaltargemälde, St. Anna, und die Bilder der Seitenaltäre, Maria Hilf und St. Wendelin, sind Werke von Martin Obersteg aus dem Jahre 1764. Sie wurden 1985 sichergestellt und in die Pfarrkirche Kerns gebracht. Die Möslikapelle erhielt Photokopien. Bei der Renovation von 1935 kamen auf der Süd- und Westwand 14 in der Mitte des 16. Jahrhunderts gemalte Bilder aus der Passion Christi - Einzug in Jerusalem bis Auferstehung - zum Vorschein.
Die zwanzig Tafelbilder, die das Leben Bruder Ulrichs darstellen, sind das Werk eines ländlichen Meisters aus dem 18. Jahrhundert. Dieser naiv gemalte Zyklus strahlt in seiner Einfachheit eine tiefe Gläubigkeit aus und lässt den Geist der Volksfrömmigkeit jener Zeit erahnen.