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thut man gut, am besten durch einen Vermerk auf dem Etikett, das Publikum darauf hinzuweisen, dass möglichst wenig vom Gurgelwasser herunterzuschlucken ist. Eine Stärke von 2-4% für Gurgelwasser ist die passende. Bei der Benutzung des chlorsauren Kali zu Feuerwerkskörpern ist die grösste Vorsicht nöthig. Einmal darf nie rohe Schwefelblüthe dazu verwandt werden, weil die derselben anhängende freie Schwefelsäure eine Zersetzung des chlorsauren Kalis und damit eine Selbstentzündung des Feuerwerksatzes hervorrufen kann; immer muss gewaschener Schwefel angewandt werden! Ferner darf eine derartige Mischung nie in einem Mörser mit schwerem Pistill vorgenommen werden, Man verfährt am besten in der Weise, dass man die Mischung aller anderen Körper ohne das chlorsäure Kali zuerst bewerkstelligt und dieses, für sich vorsichtig fein gerieben, mit den Händen zumengt. Andernfalls sind die gefährlichsten Explosionen leicht möglich!
Für den Eisenbahntransport existiren besondere Vorschriften.
Identitätsnachweis. Die wässerige Lösung, mit Salzsäure erwärmt, färbt sich grüngelb und entwickelt reichlich Chlor; mit Weinsäurelösung giebt sie allmälig einen weissen, krystallinischen Niederschlag.
Prüfung. Die wässerige Lösung (1:20) darf weder durch Schwefelwasserstoffwasser, noch durch Ammoniumoxalat-, noch durch Silbernitratlösung verändert werden.
20 ccm der ebengenannten wässerigen Lösung dürfen durch 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht verändert werden.
Erwärmt man 1 g des Salzes mit 5 ccm Natronlauge, sowie mit je 0, 5 g Zinkfeile und Eisenpulver, so darf sich ein Geruch nach Ammoniak nicht entwickeln.
Kalium chromicum (flavum). +
Kaliumchromat, gelbes chromsaures Kali.
K2CrO4 .
Kleine gelbe, luftbeständige Krystalle, geruchlos, von herbem, metallischem Geschmack; löslich in 2 Th. Wasser, unlöslich in Alkohol. Die Lösung reagirt alkalisch. Giftig!
Wird dargestellt, indem man in eine Lösung von Kaliumbichromat (s. folgenden Artikel) so lange Pottasche einträgt, als Aufbrausen erfolgt und die Lösung dann zur Krystallisation abdunstet.
Anwendung in der Färberei und Tintenfabrikation, in gleicher Weise wie das rothe chromsaure Kali.
Kálium bichrómicum (Káli chrómicum rubrum oder acídulum). +
Kaliumbichromat, doppelt chroms. Kali, rothes chroms. Kali.
K2Cr2O7 ^[K2CrO7].
Grosse, gelbrothe, rhombische Krystalle, geruchlos, von herbem, bitterem, metallischem Geschmack; löslich in 10 Th. kaltem, leichter in heissem Wasser, unlöslich in Alkohol. Giftig! ¶
Wird dargestellt durch Zusammenschmelzen von gemahlenem Chromeisenstein mit Pottasche und Salpeter. Das hierbei sich bildende einfache Kaliumchromat wird ausgelaugt und durch Zusatz einer hinreichenden Menge Salpetersäure in Kaliumbichromat umgewandelt. Das daneben sich bildende Kaliumnitrat wird durch Krystallisation davon getrennt und zu neuen Schmelzungen verwandt.
Anwendung. Medizinisch so gut wie gar nicht; technisch dagegen sehr viel in der Färberei, Photolithographie, zur Herstellung von Tinten, Chromleim; als oxydirendes Mittel in der Theerfarbenindustrie, sowie überhaupt bei chemischen Operationen.
Beim Arbeiten und Dispensiren von Kaliumbichromat ist stets auf seine grosse Giftigkeit Rücksicht zu nehmen; 0,5-1,0 gelten als tödtliche Dosis. Ebenso ruft die Lösung, in Wunden gebracht, zuweilen Blutvergiftung hervor. Chromtinten sind daher, ganz abgesehen von ihren sonstigen schlechten Eigenschaften, nicht zu empfehlen.
Identitätsnachweis. Die wässerige Lösung (1:20), welche saure Reaktion besitzt, färbt sich beim Erhitzen mit dem gleichen Volumen Weingeist unter Zusatz von Salzsäure grün. - Die wässerige Lösung mit Weinsäure versetzt, giebt einen weissen, krystallinischen Niederschlag.
Kálium ferro-cyanátum flavum, Kali zoóticum, Kali Borussicum.
Gelbes Blutlaugensalz, Kaliumeisencyanür (fälschlich auch blausaures Kali).
K4FeCy6 + 3 H2O .
Bildet gelbe, tafelförmige, ziemlich luftbeständige, weiche, zähe, daher schwer zu pulvernde Krystalle, gewöhnlich zu grossen Klumpen zusammenhängend. Es ist geruchlos, von schwach süsslich salzigem Geschmack; löslich in 2 Th. siedendem und 4 Th. kaltem Wasser, nicht löslich in Alkohol. Bei 100 ° giebt es sein Krystallwasser ab und verwittert zu einem weissen Pulver. Mit Säuren erhitzt entwickelt es Blausäure. In der Rothglühhitze schmilzt es unter Abgabe von Stickstoff, Abscheidung von Eisen und Bildung von Cyankalium.
Identitätsnachweis. Mit Eisenoxydsalzen giebt es sofort einen tiefblauen Niederschlag von Berliner Blau, mit Eisenoxydulsalzen dagegen einen weissen, an der Luft erst allmälig blau werdenden Niederschlag.
Es wird bereitet durch Eintragen von stickstoffhaltigen Substanzen, wie Lederabfälle, Horn, früher auch Blut (daher der Name Blutlaugensalz), in ein geschmolzenes Gemisch von Pottasche und Eisenfeile. Der chemische Vorgang bei der Bildung des Doppelsalzes, bestehend aus Cyankalium und Eisencyanür, ist ein ziemlich komplizirter. Die entstandene Schmelze wird ausgelaugt und liefert das gelbe Blutlaugensalz, allerdings noch ver-
^[Abb: Fig. 192. Blutlaugensalz-Krystalle.] ¶