Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03390.jsonl.gz/1274

Als Schreiben bezeichne ich die Produktion von Text. Bei der Herstellung von Text kann ich Werkzeuge verwenden, beispielsweise Bleistift, Schreibmaschine oder Computer.
Wenn ich schreibe - egal wozu und was ich schreibe - stelle ich ein Artefakt her, indem ich Material forme. Die Form ist vielfältig bestimmt, zuletzt dadurch, was ich in welcher Sprache wie sagen kann. Davor aber halte ich mich an die Vorgaben einer jeweils von mir gewählten Schrift. Jede mir bekannte Schrift beruht auf Schriftzeichen, die ich einer Grammatik folgend anordnen muss.
Zur Differenz zwischen Text und Schrift
zur Differenz zwischen Schreiben und Sprechen
zur Differenz zwischen Schrift und Sprache
zur Differenz zwischen Text und Zeichnung (Zeichnen)
"Es ist üblich, aber gleichwohl historisierend naiv, Text als Vergegenständlichung einer nicht-gegenständlichen Sprache aufzufassen, und so zu tun, als ob „Sprache" sehr viel mit Bewusstsein und Geist, aber nur ganz wenig mit konstruierten, materiellen Strukturen zu tun hätte" Todesco, R.: Was heisst Konstruktion.
Phaidros (enthält Kritik der Schrift)
Schreib-Strategien (yt)
Papyrus Autor8 Schreibstil-Hilfe
Online Schreibkurs Schreibstil-Hilfe
Literatur:
Diese drei Schreibweisen entsprechen ziemlich genau den drei verschiedenen Zuständen, unter denen man die in einer Nation zusammengefaßten Menschen betrachten kann. Das Malen von Gegenständen kommt den wilden Völkern zu; die Zeichen für Wörter und Sätze den barbarischen Völkern; das Alphabet schließlich den zivilisierten Völkern. (J. Rousseau, Essai sur l’origine des langues)
Die Buchstabenschrifl ist an und für sich die intelligentere. (Hegel, Enzyklopädie)
Vgl. als Pendent die Werkzeugherstellung in Keil-Slawik 1990 (2):143
"Über das Schreiben von Romanen: Piercy, M.: Die Stadt als Schlachtfeld: Schreiben als Waffe. In: Das Argument 205/1994, S. 333ff).
Vgl. Babel, 1994
Vgl. NZZ FOLIO Nr. 1, Januar 1995: "Warum man zuwenig schreiben sollte":
"Erstens: Sie geizen mit Wörtern (...). Die farbigsten Bilder entstehen im Kopf des Lesers dann, wenn er wenige kraftvolle Worte mit seinen eigenen Vorstellungen und Erfahrungen ergänzen kann."
"Zweitens: Grosse Schreiber geizen mit Einzelheiten. (...) Leser lechzen nach Details - nur eben nicht nach allen, sondern nach typischen, dem Pars pro toto, dem Teil statt dem Ganzen."
"Drittens: Sie beschreiben nur Handlungen und überlassen alle Gedanken dazu dem Leser."
"Viertens: Nicht einmal die Handlungen beschreiben sie ganz." Ein Beispiel ist Hemingways 'Wem die Stunde schlägt'. "Robert Jordan, der Held, liegt mit zerschmettertem Bein auf dem Waldboden und kämpft nur noch um eines: dass er, bevor er die Besinnung verliert, die Flucht seiner Freunde vor Francos Soldaten decken kann, indem er möglichst viele tötet. Als die Verfolger sich ihm ahnungslos auf zwanzig Meter genähert haben, schliesst der Roman mit dem Satz: 'Er spürte das Pochen seines Herzens auf dem Nadelboden des Waldes.' "