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Mehr Urbanität, weniger Landwirtschaft
Zwischen 1985 und 2009 nahm die Siedlungsfläche der Schweiz um 584 Quadratkilometer zu. Dieser Zuwachs geht vorwiegend auf Kosten von Landwirtschaftsflächen, wie die am Freitag veröffentlichte Arealstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigt. Besonders ausgeprägt war diese Tendenz in den städteübergreifenden Metropolitanräumen, wie etwa zwischen Genf und Lausanne oder Olten und Zürich, aber auch im ländlichen Raum des Mittellandes, in den Talebenen im Alpenraum sowie in Teilen des Juras. Das Siedlungswachstum schwächte sich jedoch zuletzt ab. In der ersten Hälfte der untersuchten Zeitperiode (1985-1997) war es stärker als in der zweiten (1997-2009). Das Wachstum verlagerte sich zudem: In den letzten zwölf Jahren nahm die Siedlungsfläche vor allem in ländlichen und touristischen Gemeinden zu, während vorher vor allem grössere Orte betroffen gewesen waren.
Grosse Kulturlandfläche verschwunden
Die neuen Siedlungsflächen entstanden zu 90 Prozent auf Kulturland, vor allem auf Wiesen, Weiden und Ackerland. Siedlungsflächen bedeuten aber nicht automatisch zubetonierte Böden: Rund ein Drittel der Siedlungsflächen ist nicht versiegelt. Innert den untersuchten 24 Jahren verschwanden in der Schweiz 850 Quadratkilometer Kulturland, was der zehnfachen Grösse des Zürichsees entspricht. Die landwirtschaftliche Gesamtfläche verkleinerte sich somit um 5,4 Prozent. Pro Sekunde gingen 1,1 Quadratmeter Kulturland verloren. Am stärksten war der Rückgang im Mittelland mit 1,6 Quadratmeter pro Sekunde. Die verschwundenen Landwirtschaftsflächen wurden mehrheitlich in Siedlungsflächen und zu einem kleineren Teil in Wald, Gehölze und unproduktive Flächen verwandelt.
Im Alpenraum: Wälder top, Gletscher flop
Die Waldfläche hat innert 24 Jahren um 3,1 Prozent zugenommen. Der Zuwachs beschränkte sich hauptsächlich auf den Alpenraum; im Mittelland blieb die Waldfläche praktisch gleich. Stabil zeigte sich insgesamt auch der Anteil der sogenannten unproduktiven Flächen – obwohl rund ein Viertel der Gletscher verschwand. Der Gletscherschwund hatte ein Ausmass von 390 Quadratkilometern, was der zehnfachen Grösse des Bielersees entspricht. Kompensiert wird dies im Gegenzug durch die Zunahme der vegetationslosen Flächen, wie etwa von Fels oder Geröll.
Ein Siebtel der Schweiz umgestaltet
Innert der untersuchten 24 Jahre ist eine starke Wandlung festzustellen: Zwischen 1985 und 2009 wurde rund ein Siebtel der Landesfläche umgestaltet. Besonders stark waren die Veränderungen im südlichen Alpenraum (Tessin und Wallis) sowie in den Metropolitanräumen Genf-Lausanne und Zürich. Nur in den hochalpinen Lagen sind grössere zusammenhängende Flächen ohne Veränderungen zu finden. (gd)