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Weisses Kreuz auf rotem Grund
Eine 1. August-Frage: Wo kommt eigentlich das Schweizerkreuz her? Laut dem historischen Lexikon der Schweiz gibt es mindestens drei Antworten: Es verweist erstens auf den heiligen Mauritius, dann auf die Leidenswerkzeuge Christi und schliesslich auf die Schlacht bei Laupen.
Mauritius’ Wappen
Der heilige Maurice wird oft mit einem Banner dargestellt, das dem Schweizerkreuz auffällig ähnlich sieht: Weisses Kreuz auf rotem Grund. Mauritius gilt als Soldatenheiliger und sein Banner sei deshalb nicht selten auch in die Schlacht mitgeführt worden und so zum Urbild des Schweizerkreuzes geworden.
Die frommen Schwyzer
Auch aus der Verehrung der Leidenswerkzeuge Christi könnte sich das Schweizerkreuz entwickelt haben. Die Leidenswerkzeuge sind jene Gerätschaften, die in den Passionsberichten der Evangelien erwähnt werden: das Kreuz unter anderem, die Dornenkrone oder die Geisselsäule. Im Kanton Schwyz sei die Verehrung dieser Leidenswerkzeuge so gross gewesen, dass man Darstellungen der Leidenswerkzeuge auf ihr rotes Banner geheftet habe. Irgendwann sei davon nur noch das Kreuz übriggeblieben und daraus habe sich das Schweizerkreuz entwickelt
Um Freund und Feind zu unterscheiden
Wenn nicht Mauritius oder die Leidenswerkzeuge, dann ist doch sicher, dass sich die Berner vor der Schlacht bei Laupen (1339) ein weisses Kreuz auf ihr Kettenhemd nähten, um Freund und Feind auf dem Schlachtfeld unterscheiden zu können. Die Kreuze wurden später zwar auch von anderen Eidgenossen übernommen, ein gemeinsames Wappen hatte die alte Eidgenossenschaft damit aber noch nicht.
Mit Dufour kam die Wende
Erst 1840 kam zum ersten Mal eine gesamtschweizerische Truppenfahne zum Einsatz: ein freischwebendes, weisses Kreuz auf rotem Grund. 1848 wurde diese Fahne dann endgültig Hoheitszeichen des Landes und in der Verfassung festgeschrieben.
Gegen Morgenrot chancenlos
Ginge es nach der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft würde das weisse Kreuz auf rotem Grund auch in der Nationalhymne genannt und zwar ganz prominent. Der 2015 erkorene Text für eine neue Hymne beginnt mit «Weisses Kreuz auf rotem Grund, unser Zeichen für den Bund: Freiheit, Unabhängigkeit, Frieden.» Sinnvoll eigentlich. Gegen Morgenrot und Strahlenmeer aber chancenlos.
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