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Karl Glatt
1. August 1912 – 27. April 2003
Als zweites von fünf Kindern erblickte Karl Glatt am 1. August 1912 in Magden (AG) das Licht der Welt. Offiziell aber bereits am 30. Juli 1912, dies in Folge einer Zerstreutheit seines Vaters Gustav, der bei der Anmeldung des kleinen Karls das Datum falsch angab. 1919 verlegten Gustav Glatt und Anna Marie Glatt-Gisin das Familiendomizil nach Birsfelden (BL). Nach einer abgebrochenen Grafikerlehre in Basel, dem Lehrbetrieb wurde die Erlaubnis zur Lehrlingsausbildung entzogen, nahm der leidenschaftliche Zeichner Karl seine Ausbildung in die eigene Hand und liess sich an der Basler Gewerbeschule im künstlerischen Malen und Zeichnen unterrichten. In Begleitung seiner Freunde Willy Roth und Karl Weber machte sich Karl Glatt im Alter von 18 Jahren auf den Weg nach Wien, wo er sich 1932 erfolgreich bei der Wiener Kunstakademie bewarb und Meisterschüler mit eigenem Atelier von Prof. Karl Sterrer wurde. 1934 zwang ihn eine ausbrechende Lungentuberkulose zur Rückkehr in die Schweiz. Nach einem einjährigen Sanatoriumsaufenthalt verbrachte er ein halbes Jahr in österreichischen Galtür bei Bergbauern bevor er 1936 nach Birsfelden zurückkehrte. 1937 bestritt Glatt seine erste öffentliche Ausstellung im Gemeindehaus Birsfelden. Im gleichen Jahr zog er nach Basel, wo ab 1939 weitere Ausstellungen folgten und er seine spätere Frau Lucie Notz kennenlernte, die in Basel ein Hutatelier führte. Die beiden heirateten 1942 und wurden Eltern zweier Kinder. Glatt wird Mitbegründer des Kreis 48, tritt in die Gesellschaft schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSAMBA) ein und wird 1961 vom Bundesrat in die eidgenössische Kunstkommission berufen. 1956 kauft er ein kleines Haus im Jura, wo Glatt die Landschaft lieben lernte, die zeitlebens ein wichtiges Motiv für seine Werke wurde. Aber auch seine Portraits fanden grossen Anklang. Er gestaltete Glasbilder, Mosaike und grossformatige Wandbilder für öffentliche Gebäude. Reisen nach Spanien, auf die Balearen und die Kanarischen Inseln inspirierten Karl Glatt zu einer Fülle von Aquarellen. Sein expressiver Stil verändert sich, wird flächiger, abstrahierender und bietet eine reichhaltige Auswahl an Motiven. Karl Glatt trat mit vielen Ausstellungen in Erscheinung. Wie 1986 in Berlin, wo er im Berliner Innovations- und Gründerzentrum (BIG) beachtlichen Erfolg geniessen konnte. 1995 ehrte ihn der Kanton Baselland mit dem Kulturpreis. Nach 55 jähriger Ehe stirbt 1996 seine Frau Lucie. Bei ihrem Begräbnis inspirierte ihn ein Blumenstrauss zu einer neuen Form seines künstlerischen Ausdrucks, die er «Vegetative Formen und Farben» nannte. Am 27. April 2003 starb Karl Glatt im Alter von 91 Jahren an den Folgen eines Sturzes in seinem Jurahäuschen.