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In mehreren Medien wird die Empörung der linken Gutmenschen zum Auftritt von Roger Köppel am Trauermarsch in Chemnitz ins Lächerliche gezogen. Ganz so einfach ist das aber nicht. Meine Meinung dazu
Unbestritten, dass Roger Köppel sich als Journalist vor Ort begibt ist völlig korrekt. Eigentlich sollte das auch kein Thema sein, weil es für Journalisten, die vertieft über das Thema berichten möchten, eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein müsste. Soweit ein Lob an Herrn Köppel.
Was aber gerne vergessen geht ist, dass Roger Köppel mit einer Gruppe mitläuft, die bei jeder Gelegenheit „Lügenpresse“ schreit. Eine Gruppe, die undifferenziert eine gesamte Branche pauschal diskreditiert und auch gerne mal tätlich angreift. Herr Köppel gibt sich, so lassen es die Bilder vermuten, als Journalist zu erkennen (wenn er nicht bereits durch seine Auftritte im Deutschen Fernsehen und seiner ehemaligen Arbeit als solcher erkannt wird). Ja, er kann im Gegensatz zu vielen seiner Berufskollegen, völlig unbehelligt Gespräche führen, Notizen anfertigen und Selfies mit besorgten Bürgern schiessen. Es entsteht folglich der Eindruck, dass Presse nicht gleich Presse ist und das Herr Köppel hier eine gewisse Sonderbehandlung erfährt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.
Es ist demnach durchaus relevant, ob Herr Köppel mit den „besorgten Bürgern“ mitmarschiert oder nicht. Man darf ihn für seinen Vor-Ort Einsatz loben, aber sollte auch sein persönlichen Ansichten und sein politisches Engagement nicht ausser Acht lassen. Schliesslich sitzt er im Vorstand einer Partei und sitzt als gewählter Nationalrat im Parlament.
Übrigens der Journalisten-Kodex des Schweizer Presserates meint dazu:
Die Ausübung des Berufs der Journalistin, des Journalisten ist grundsätzlich nicht mit der Ausübung einer öffentlichen Funktion vereinbar. Wird eine politische Tätigkeit aufgrund besonderer Umstände ausnahmsweise wahrgenommen, ist auf eine strikte Trennung der Funktionen zu achten. Zudem muss die politische Funktion dem Publikum zur Kenntnis gebracht werden. Interessenkonflikte schaden dem Ansehen der Medien und der Würde des Berufs. Dieselben Regeln gelten auch für private Tätigkeiten, die sich mit der Informationstätigkeit überschneiden könnten.
Dass Herr Köppel dazu (die Einhaltung des Journalistenkodex) nicht in der Lage ist, beweist er in seinen regelmässigen Editorials in der Weltwoche, wie auch im Parlament, wo er als schon mal eine Ausgabe der Weltwoche in die Luft hält und sich lächelnd damit fotografieren lässt: Link