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Agkistrodon (bilineatus) taylori
Agkistrodon (bilineatus) taylori
Mexikanische Mokassinotter (Burger und Robertson, 1951)
Die Agkistrodon (bilineatus) taylori ist eine Grubenotter mit einem breiten, dreieckigen Kopf, der sich deutlich vom Hals absetzt. Neun grosse Schilde bedecken die Kopfoberseite. Das Auge besitzt eine senkrecht geschlitzte Pupille. Das Schwanzende ist auffallend lang und dünn. Die Anzahl der Oberlippenschilde schwankt zwischen 7 und 9. Die Schuppen sind gekielt und umgeben die Körpermitte in 23 bis 25 Reihen. Die Anzahl der Bauchschilde schwankt zwischen 127 und 143, die der Schwanzschilde von 52 bis 71.
Die Grundfärbung des Körpers ist bei taylori dunkelrot, rostrot bis rostbraun. Die schmalen Querbänder werden von weissen oder gelben Schuppen gesäumt, die senkrecht aufeinanderstehend, ein feines Linienmuster bilden. Zwei fast parallel verlaufende weisse Streifen verlaufen auf jeder Schläfenseite von der Nasenspitze zum Halsansatz. Eine weisse Linie, die von der Mitte der Schnauzenspitze ausgeht, teilt Ober- und Unterkiefer farblich in symmetrische Hälften. Die Schwanzspitze ist weiss bis gelblich.
Länge: 60 bis 90 cm. Ausnahmen bis 120 cm.
Lebensweise
Agkistrodon taylori bewohnt das südliche Nuevo Leon, San Luis Potosi und Tamaulipas in Mexiko. Sie bewohnt das Hügelland zwischen 300 und maximal 1500 m Höhe. Sie lebt an feuchten, aber auch an trockenen, oft dicht bewachsenen Stellen in unmittelbarer Nähe von verschiedenen Gewässern. Sie wurde jedoch auch schon in trockenen Lebensräumen, weit entfernt von Flüssen und Teichen gefunden. In ihrem gesamten Verbreitungsgebiet bewohnt sie tropische Trockenwälder, Dornbuschwälder und savannenähnliche Landstriche. Die tag- und nachtaktive Giftschlange, die in Mexiko Cantil oder Metapil genannt wird, tritt stellenweise ziemlich häufig auf. Sie ist von leichter erregbarer Wesensart. Auf Bedrohung reagiert sie mit einem ruckartigen Anheben des Vorderleibes und stösst blitzartig ein oder mehrere mal zu.
Das gelbstichige Gift ist etwas stärker als bei den Kupferköpfen. Ein voller Biss kann zu starken Nekrosen und lebenslangen Gliedmassenverstümmelung führen.
Sie ernährt sich von Mäusen, Ratten, Vögel, Eidechsen, Fröschen und Fischen. Mit Hilfe ihrer Schwanzspitze, die sie in die Höhe hebt, lockt sie Eidechsen oder Frösche an, die glauben einen Wurm zu sehen.
Agkistrodon taylori ist Ei-Lebendgebärend und kann bis 20 Jungtiere, meistens 8 bis 15, gebären.
Haltung und Zucht
Die Mexikanische Mokassinotter ist ein ausdauernder Terrarienpflegling. Sie fühlt sich wohl in einem hell stehenden Terrarium mit einem Bodengemisch aus Erde und Waldhumus, einigen Versteckplätzen unter Steinen oder Zierkork, einem Trinkgefäss und bei einer Luft- und Bodentemperatur zwischen 24 und 28° C. In der Nacht sollte die Temperatur auf 20° C sinken. Als Futter bietet man Mäuse oder Ratten an.
Die Kopulation (Paarung) erfolgt von Oktober bis Dezember. Die Trächtigkeit kann über acht Monate dauern. Die Jungtiere nehmen schon bald nach der ersten Häutung nackte Mäuse an.
Nachzucht-Beispiele:
Am 22.07.03 gab es unverhofft Nachwuchs. Unverhofft daher, weil sie im Juli 03 erst drei Jährig wurden. Deshalb haben wir gar nicht damit gerechnet.
Die Jungen haben sich alle innerhalb den ersten 24 Stunden gehäutet. Sie waren zwischen 4- und 6 Gramm schwer, und hatten eine Länge zwischen 21 und 22 cm. Am 14.08.03 haben zwei Junge gefressen und am 26.08.03 haben auch die anderen ihre erste Malzeit, eine behaarte Maus, selbständig gefressen. Als Futter bietet man behaarte Mäuse, Pelze, oder kleine Springermäuse an. Erst wenn es herumkrabbelt oder springt erregt es genügend Aufmerksamkeit und wird gepackt.
Am 15.07.2005 wurden 10 Babys von unserem Weibchen geboren. Die Geschlechtsverteilung war 4,6. Das Gewicht war zwischen 12 und 14g, bis auf eine Ausnahme von 8 gramm. Die länge der Jungen war zwischen 22 und 26cm lang. Die erste Häutung erfolgte bei allen am 24.07.2005
Am 20.07.2006 wurden 9 junge geboren, wovon wir ein Tier wegen einem geschwollenen Kopf eingefroren haben. Die anderen, 2,6 an Geschlechter waren zwischen 12,4 und 15 gramm bis auf eine Ausnahme von 18,3 g. Die Länge Varierte zwischen 26 und 29cm.
Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:
Autopharmakologische Gifteffekte
- Übelkeit, Erbrechen
- Lokale Gifteffekte:
- Lokale Schmerzen, lokales Erythem, lokale Ekchymosis, lokales Ödem
- Regionale Schwellung
- Druckschmerzhafte regionale Lymphknoten
Erste Hilfe
- Notarzt- Krankenwagen Anrufen und Ruhe bewahren
- Kompressionsbinde anlegen
- Seitenlagerung durchführen
Antivenin
- Wyeth Antivenin (Crotalidae)
Über die Wirksamkeit des Antivenin bei taylori liegen keine Studien vor, weil keine Fälle bekannt sind, wo es wirklich nötig war. Bei zwei bekannten Fällen, die eine Antiveningabe hatten, geht man davon aus, dass es auch ohne Antivenin keine grösseren Komplikationen gegeben hätte.