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Geschichte
Gemeinsam mit Raphaël Simi und Philippe Seux, zwei Männern mit einer kognitiven Beeinträchtigung, die zuvor in einer psychiatrischen Anstalt lebten, gründete Jean Vanier 1964 die erste Archegemeinschaft in Trosly, nördlich von Paris.
Begegnungen
Jean hatte beim Besuch von psychiatrischen Anstalten eine ihm bis dahin noch unbekannte Welt kennen gelernt. Die Begegnungen mit den dort lebenden Menschen berührten ihn zutiefst. Die Umstände, in denen sie lebten, waren oft trostlos und bedrückend. Aber die Menschen empfingen ihn mit grösster Freude und Herzlichkeit. Am Schluss der Besuche wurde ihm immer wieder die Frage gestellt: „Wann kommst Du wieder?“
Ein Ruf Gottes
Jean verspürte in dieser Frage auch einen Ruf Gottes, was ihn schliesslich dazu führte, sein Leben völlig neu auszurichten. Er gab seine Stelle als Dozent in Toronto auf, um sich ganz auf ein Projekt einzulassen, das für ihn einen Antwortversuch auf das in den Anstalten Erlebte darstellte.
Verbreitung
Bereits 1969 wurden die ersten Archegemeinschaften ausserhalb Frankreichs gegründet: die Gemeinschaft „Daybreak“ in Toronto, Kanada und die Gemeinschaft „Asha Niketan“ in Bangalore, Indien. In den 1970er Jahren konnten eine gemeinsame Struktur und gemeinsame Leitlinien entwickelt werden. Es entsteht als wichtige Grundlage die Charta der Gemeinschaften der Arche.
Neue Bewegungen
Aus der Arche heraus wurde 1971 die Bewegung Foi et Lumière (Glaube und Licht) angeregt, die Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung, ihre Eltern und Freunde zusammenführt.
Ebenfalls aus der Arche heraus entstand 1972 das Katimavic. Katimavics sind ökumenische Begegnungstage, zu denen alle eingeladen sind, die einige Tage des Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderungen erleben wollen. KATIMAVIC ist ein Wort aus der Sprache der Inuit und steht für den Gemeinschaftsiglu, den „Ort der Begegnung“. Gespräch und Gebet, Singen und liturgisches Feiern, Stille und gemeinsam erlebte Festfreude bilden den Inhalt dieses Treffens.