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Aufbau und Oberflächengestaltung des Berner Seelandes und seiner Nachbargebiete
Mit einer Karte der VergletscherungVon Walther Staub
zur Würmeiszeit.Bern ).
Auf jeder Höhenschichtenkarte des Berner Mittellandes treten drei Stufen klar heraus: die Flächen der Juraseen mit den angrenzenden und zwischengeschalteten jungen Aufschüttungsebenen, wie der breiten Talfläche der Thiele bis Entreroches, des Broyetales bis Payerne, des Grossen Mooses und des sich gegen Solothurn hin verengenden Aaretales. Diese heute fruchtbaren und gut drainierten Ebenen, die im Norden durch die Seenkette des Juragebirges begrenzt sind, liegen in einem niederen Hügelland eingebettet. Dessen östlicher Teil bis zum Grossen Moos stellt mit seinen grossen Dörfern, alten Städtchen und einstigen Klöstern ein Kernland alemannischer Siedlung dar, während der Westen, der romanische Teil des Seelandes, die Ruinen des römischen Aventicum birgt und auf römischen Trümmern aufbauend burgundisches Siedelungs- und Kulturgebiet geworden war. Der felsige Untergrund dieses Hügellandes besteht aus der weichen, unteren Süsswassermolasse aus roten und grauen Ziegeleitonen und aus Knauersandsteinen, die da und dort grössere Felswände bilden ( Chattien, Aquitanien ). Tone und Sandsteine sind überkleistert mit Grundmoräne des letzten Rhonegletschers, der sich einst bis unterhalb von Solothurn ausbreitete und welcher der Hügelzone die fruchtbare Erde brachte. Den Flanken des Aaretals entlang finden sich unter der Grundmoräne, doch z.T. dem Fels aufliegend, Schotterbildungen zwischen-geschaltet, heute ein gesuchtes Rohmaterial für Betonherstellung, von jeher aber wichtige Wasserspeicher für gutes Quellwasser. In einer Flucht südlich von Schwarzenburg, Bern, Burgdorf, Wynigen steigt das Mittelland zu seiner dritten Stufe, zu dem stellenweise reichlich durchtalten und stärker bewaldeten Molassebergland an, dessen Untergrund von einer härteren und jüngeren Sandsteinfolge aufgebaut ist, der marinen Molasse. Diese Sandsteine bilden steile Felswände, ihre Oberfläche hilft mit, der Westschweiz den plateauartigen Charakter zu verleihen. Die Bausandsteine des Burdigalien gaben den Städten Bern, Freiburg und Murten ihr graues Aussehen. Dem Jura entlang ist diese Stufe als Muschelsandstein ausgebildet, der bei Brüttelen und Port ( bei Nidau ) durch die Einschlüsse von Haifischzähnen und Schalenresten von Schildkröten bekannt wurde. Dieser Muschelsandstein wurde früher gebrochen und ist heute noch als Treppenstein in den alten seeländischen Häusern und Schlossbauten vielfach zu treffen. Alpenwärts wird diese Sandsteinfolge überlagert vom Helvétien, das am Belpberg, Imihubel, aber auch im Schwarz-wasser- und Sensegebiet Zweischaler und die Steinkerne von Schnecken, ferner Austernschalen von mittelmeerischem Charakter einschliesst.
Im Chattien treten am Jurarand, so bei Orbe und etwas weiter entfernt bei Chavornay, Ölsande auf, in den darunter liegenden Kreidekalken im Jura- gebirge, bei St. Aubin, Eclépens und schliesslich bei La Presta im Val de Travers, Asphalte. Sie deuten auf eine brakische Ausbildung des Chattien hin. Dieses liegt transgressiv auf der Unterlage. Zur Zeit seiner Ablagerung gelangten zum erstenmal alpine Gerolle und Sande bis in die Rheintalebene unterhalb von Basel. Kleine Nagerzähnchen, die herausgeschlämmt werden müssen, Schneckenschalen und Reste von Chara-Oogonien weisen darauf hin, dass im Seeland einst eine breite Flussmündung lag von der Art des heutigen Mississippi-Deltas und buschbestandene Sand- und Schlamminseln mit grossen brakischen Wasserlachen abwechselten.
Auch diese Molasse ist gefaltet. Sie wurde zugleich mit dem Juragebirge in Wellen gelegt, und wie im Juragebirge setzte zugleich mit der Faltung der Abtrag ein. Dem Juragebirge entlang ziehen sich zwei ausgesprochene Falten. Die kürzere Gottstatt-Antiklinale, welche zwischen dem Büttenberg und dem Bürenberg über Gottstatt streicht, und südlich von ihr die viel ausgeprägtere Mörigen-Antiklinale. Diese taucht am Dorf Jens vorbei aus dem Aaretal empor, erreicht im Wald nahe dem Zinshölzligraben bei Mörigen ihren Höhepunkt und sinkt über Mörigen, von Brüchen durchsetzt, gegen den Bielersee ab. Ihre westliche Fortsetzung ist zwischen dem Jolimont und dem Schalten-rain-Grossholz festzustellen. Dank der verstärkten Faltung der Molasse nahe am Jurarand ist in den Muldenregionen zwischen der Gottstatt- und Mörigen-Antiklinale das weichere tonig-sandige Helvetien erhalten geblieben. Postglaziale Schichtschlipfe, die bei der Pfeidmatt von der Zihl durchbrochen worden sind, halfen am Nordhang des Jensberges mit, das Tal unterhalb Brügg-Ägerten zu verengen. Die Mörigen-Antiklinale steht in einem gewissen Gegensatz zu den viel flacheren Wellen der Molasse am Nordrand des Vully, im Broyetal und am Frienisberg. Eine Abweichung im Streichen zeigt die östlich Laupen und im Forst nachgewiesene Wohlen-Antiklinale, die bei Münchenbuchsee endet.
Der Abtrag führte zu einer Umkehr des Reliefs. Die Muldenzonen blieben als Hügel stehen; so ist der Seerücken zwischen Neuenburger- und Murtensee mit dem Vully leicht muldenförmig gebaut. Der Längsverlauf der Falten ist nicht einfach. Die Falten machen das Auf- und Absteigen der Juraketten mit. Die Inselberge des Seelands mit ihrer Kappe von härteren Muschelsandsteinen sind nicht nur Muldenberge, sondern sie sind in flachen Querdepressionen erhalten geblieben. Der Murtensee mit dem Vully liegt in einer quer zum Jura verlaufenden flachen Muldenzone. Jolimont, Schaltenrain, Frienisberg zeigen eine weitere westöstlich verlaufende Querdepression an, während das Grosse Moos in einer Queraufwölbungszone liegt, in der die jüngeren und härteren Gesteine alle ausgeräumt worden sind. Auffallend bleibt, dass das alte Aaretal in der Verlängerung der Rheintalflexur liegt und dass die Axen der Antiklinalen gegen das Aaretal abtauchen.
Die starke Durchtalung des Seelandes war, wie im übrigen Teil der Schweiz, am Ende der grossen, vorletzten Zwischen-Eiszeit beendet. Längs dem Innenrand des Faltenjura lag damals schon wie heute noch die grosse Abflussrinne, welche die Gewässer des Mittellandes und die Flüsse der Alpen, wie Aare und Emme, auffing und weiterleitete. Unschwer lässt sich erkennen, dass alle drei Juraseen aus der Anlage von je zwei parallelen Talfurchen entstanden sind. Im Neuenburgersee haben die Tiefenmessungen einen subaquatischen Rücken nur 30 m unter der Seefläche nachgewiesen. Er liegt in der Verlängerung des Jolimont und der Petersinsel. Auch im Murtenseebecken, das nur 30 m Tiefe erreicht, haben die Lotungen zwei flache Rinnen festgestellt. Die Molasseschichten des Mittellandes heben sich gegen die Wasserscheide zum Genfersee hin heraus. Bei La Sarraz sperrt der Mormont, ein vom Juragebirge abgesprengter Kreidekalkrücken, das Tal ab. Die Wasserscheide besteht im übrigen aus oligozäner Molasse. Im grossen ganzen genommen ist der Südwestteil des schweizerischen Mittellandes leicht wannenförmig gebaut, und dieser Schüsselform entspricht auch die Entwässerung gegen den Fuss des Juragebirges hin. Die Zihl ( Thiele ) hat eine SN-Richtung. Buron, Mentue, Broye, Saane fliessen nach NNO; Sense und Aare endlich von SSO nach NNW. Zwischen der Saane und der Sense liegt ein Gebiet mit vielen Flussverschiebungen und alten Talläufen. Im einzelnen freilich zeigen die verschiedenen Talabschnitte eine starke Beeinflussung aus der Eiszeit und geben uns gerade durch ihren Verlauf den ehemaligen Rand des Eises an, das in Etappen langsam zurückschmolz.
57 Meter tiefer liegt der mittlere Spiegel des Genfersees ( 372,3 m ) als derjenige des Neuenburgersees ( 429,2 m ). Die dem Genfersee nahegerückte Wasserscheide hat mehr den Charakter einer Gefällsstufe als eines trennenden Höhenzuges. Zweimal füllte im jungem Abschnitt der Eiszeit der Rhonegletscher das Genferseebecken und zweimal, während der vorletzten und der letzten Eiszeit, kam es zum Überborden des Eises nach Nordwesten hin. Während der Hauptarm des Rhonegletschers jeweilen das Rhonetal hinunter gegen Lyon sich bewegte, floss infolge einer Stauung an den innern Juraketten ein Teil des Gletschers über die Wasserscheide weg bis in die Gegend von Solothurn. Diese Rhonegletscherarme haben das Seeland umgeprägt, verbreiterten die alten Flussläufe zu Wannen, schufen die Seebecken, überkleisterten die Molasse mit ihrer Grundmoräne und liessen verstreut die erratischen Blöcke aus dem Wallis liegen. Beim höchsten Stand des würmeiszeitlichen Gletschers erreichte das Eis im Wasserscheidegebiet die Höhe von etwa 1300 m ü. M., war also über dem Jorat noch 350 m dick. Die Endmoränen liegen als niedere Wälle zwischen Niederbipp, Wangen an der Aare und Bannwil. In der vorletzten Eiszeit bildete der Eisrücken an der Wasserscheide einen Teil der Firnregion und gehörte zum Bestand des Inlandeises.
Das Eis überbordete zunächst die zwei niedrigsten Stellen. Die breitere Eiszunge ergoss sich im Nordwesten des Jorat bei La Sarraz-Pompaples ( 500 m ü. M. ) hinüber ins Tal der Thiele zum Neuenburgersee. Die schmalere floss im Südosten des Jorat bei Puidoux-Chexbres ( 690 m il. M. ) ins Tal der Broye. Dieser Übergang wird heute von der Eisenbahn Lausanne—Romont-Freiburg benutzt. Ein etwas höherer Zufluss ( 754 m ü. M. ) lag ebenfalls über Vevey und führte nach Attalens. Diese beiden südöstlichen Übergänge vereinigten sich bei Palézieux-Oron. Bei sinkendem Eisstand war es wiederum der Jorat, der den Eisstrom in zwei Arme teilte.
Topographisch sind Seeland und unteres Aaretal das tiefstliegende Gebiet des bernischen Mittellandes. Die tiefste Stelle im Neuenburgersee liegt bei 276 m ü. M., also nur etwa 23 m höher als der Rhein bei Basel. Im Jüngern Abschnitt des Quartärs fand im Seeland eine bedeutende Aufschotterung statt. Es können zwei Gruppen von Schottern unterschieden werden: die Plateau-schotter, sicher die altern Schotter der Gegend, halten sich im allgemeinen an Höhen etwa 100 m über den Talsohlen, bedecken auf grosse Strecken die Oberfläche der isolierten Hügelzüge und weisen eine Verkittung auf, ähnlich den Deckenschottern der Ostschweiz. Diesen Schottern fehlen die Rhone-gerölle. Sie setzen sich zusammen aus Geschieben, die dem Einzugsgebiet der Saane, Sense und Aare entstammen. Fr. Antenen und Fr. Nussbaum stellen sie dem Jüngern Deckenschotter der Ostschweiz gleich und halten sie für eine Ablagerung vor der grossen Durchtalung. Da aber diese Schotter auch an den Gehängen herabsteigen, so am Bucheggberg, wurden sie z.B. von E. Baumberger mit den Hochterrassenschottern der Ostschweiz in Parallele gesetzt. Die Aufschotterung war also sehr mächtig. Für die älteren Seelandschotter hat Fr. Nussbaum klargestellt, dass es sich um fluvioglaziale Ablagerungen handelt, die in einer Höhe von etwa 440-490 m das Aaretal zu beiden Seiten von Solothurn bis gegen Avenches begleiten. Auch bei Sutz-Lattrigen bilden sie eine mächtige Terrasse. Diese Schotter enthalten Rhonegerölle. F. Nussbaum fand eine Verzahnung dieser Schotter mit Rhonegrundmoräne in einer Kiesgrube zwischen Faoug und Avenches und wieder bei Hofmatt bei Ins. Einem Gletscherstadium von Avenches entsprach also ein solches von Ins. Als ein Gletscherarm bis Biel reichte, endete der andere am Nordostufer des Murtenseebeckens. Vor Überkleisterung mit Grundmoräne sind diese Schotter stellenweise abgetragen worden, weshalb Fr. Nussbaum sie für Riss-Rück-zugsschotter hält. Andere Forscher bringen ihre Ablagerung mit Schwankungen des vorrückenden würmeiszeitlichen Rhonegletschers in Verbindung. Eis schützte wohl die Seebecken vor Zuschüttung. Durch das letzte Überfahren von Schotter und Moräne durch den Gletscher sind die unterliegenden Ablagerungen zu Drumlins umgeformt worden. Diese länglich-rundlichen Hügel geben der Landschaft südlich vom Grossen Moos ihr glaziales Gepräge und wurden wichtig für die Anlage mittelalterlicher Städtchen wie Payerne, Avenches, Murten.
Nach dem Zurückweichen des Eises aus dem Mittelland entstand am Fuss des Juragebirges ein langgestreckter See, der Solothurnersee, dessen Spiegel bei 448-450 m Meereshöhe lag und der mit seinen Inseln und Halbinseln ein abwechslungsreiches Bild geboten haben muss. Er reichte mit 100 km Länge von Solothurn bis nach Entreroches bei La Sarraz, bedeckte die Gegend des Grossen Mooses, das Aaretal, Murtensee und Broyetal. Etwa 50 m höher gelegene auch von Eratica freie Terrassenreste deuten jedoch auf einen noch höheren, früheren Seestand hin. So liegen die Deltaflächen Planeyse und La Forêt ob Boudry bei 490 und 500 m Meereshöhe, südlich Yverdon liegen die Terrassen von Sermuz-Gressy bei 500 m; südlich Murten solche bei München-wiler-Courgevaux, und weitere solche Terrassen finden sich südwestlich Payerne bei Granges und broyeaufwärts. In der Höhe von 500 m liegen auch einige grössere Kalksteinhöhlen der Seenkette, die auf frühere Austrittstellen des Wassers hinweisen, so das Höhliloch ob Twann. Umstritten ist noch die Einheitlichkeit einer Seefläche in dieser Höhe.
In den Solothurnersee ergossen sich Broye, Thiele, Areuse und die Schuss, die der Zihl ihren Weg wies, und mit ihrem Schuttkegel das Pieterlenmoos vom Bielersee getrennt hat. Die Aare mündete bei Aarberg mit einem mächtigen Schuttkegel und brachte den See gegen Westen und Osten zum Ver-landen. Am untern Ende bei Solothurn konnte jedoch die Aare ihren Durchbruch wohl ziemlich rasch vertiefen, die Seefläche sank und der See teilte sich in die drei noch heute vorhandenen Seebecken. Zu jener Zeit erlebten die Seen einen Tiefstand, dessen erste Stabilisierung wohl hauptsächlich durch den Emmeschuttkegel hergestellt wurde. Nun setzt die postglaziale Geschichte des Seelandes ein, die W. Lüdi eingehend geschildert hat. Nach der Birken-und Föhrenzeit hob sich für Jahrtausende der Wasserspiegel wieder etwas, wobei die Spiegelschwankungen für das ganze Seengebiet gleichartig blieben. Die Aare floss im Neolithicuin dem Neuenburgersee zu. Bewaldung der Gegend brachte eine Verminderung der Schuttzufuhr aller Flüsse, mit Ausnahme derjenigen der aus den Alpen kommenden Aare. Im Moos kam es zu Lagunen-und Dünenbildungen. Im Neolithicum bedeckte Eichenmischwald seine Fläche. Diese Zeit endete mit einer grösseren Überflutung, wobei mächtige Eichenstrünke im Moos begraben wurden; dann setzte, klimatisch bedingt, der bronzezeitliche Tiefstand im Moos und im Seeland ein, der wie Th. Ischer vortrefflich geschildert hat, mit der Verlegung der Uferlinie auch ein Ein-wärtsrücken der Pfahlbauten zur Folge hatte.
In der Vorstellung unseres Volkes ist das Seeland das Gebiet ehemaliger mächtiger Überschwemmungen. Dank der Tatkraft zweier Männer, des Arztes Dr. Schneider aus Meienried und des Oberingenieurs La Nicca, kam in den Jahren 1868-1878 die Juragewässerkorrektion zustande, bei der die Aare in den Bielersee geleitet und die Grundlage für die heutigen Landver-besserungen gelegt wurde. Die Seespiegel wurden um etwa 2,8 m tiefer gelegt.
Erste glaubwürdige Nachrichten von grossen Überschwemmungen im Seeland stammen aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts, und von da an füllen sich die Chroniken mit Klagen bis zur Zeit der Juragewässerkorrektion. Der Seespiegel der Juraseen wurde zeitweilig um 2-3 m gehoben. Die Überschwemmungen haben mitgeholfen, dem Seeland seinen vorwiegend bäuerlichen Charakter zu erhalten. Im Volk lebt wohl mit Recht die Auffassung, dass unvorsichtige Rodungen die Wildbäche und Nebenflüsse der Emme zu gesteigerter Abtragtätigkeit veranlasst haben. War früher der Schutt in den Talböden des Napf liegen geblieben, so brachte nun die Emme den Kies bis an ihre Mündungsstelle in die Aare, wo der Schuttkegel gewaltig anwuchs. Durch Rückstau und Überschwemmungen war die keltische Siedlung La Tene am Neuenburgersee, waren die tiefer stehenden Umfassungsmauern von Aventicum und die Brückenübergänge bei Port und Brügg unter Wasser geraten.
Nach der Juragewässerkorrektion und dem Bahnbau von Bern über Brügg nach Biel in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts i setzte eine Zeit der Neu- und Umsiedlung ein. Ortschaften wie Kerzers, Kallnach, Bargen, Lyss wuchsen gemeinsam mit der Stadt Biel und den Dörfern am Jurafuss stark an, während die Städtchen Büren, Aarberg, Murten, Landeron ihr altes Gepräge behielten. Der Boden des Grossen Mooses aber, einst nur Streuland, brachte nun, dank den grossangelegten Kultivierungen unter Führung der Strafanstalt Witzwil, den Anwohnern einen neuen Wohlstand.
Grössere Werke mit Literaturangaben ( 1—8 ). Joh. Rud. Schneider: Das Seeland der Westschweiz und die Korrektion seiner Gewässer.
Bern, 1881. W.F. von Mülinen: Das Bernische Seeland. Bern, 1895.
E. Burischi: Das westschweizerische Mittelland. Neue Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, 1913.
A. Peter: Die Juragewässerkorrektion. Bericht über die Vorgeschichte, Durchführung, " Wirkung und Neuordnung 1921 der Korrektion der seeländischen Gewässer von Entre- Roches bis Luterbach. Bern, 1922.
Th. Ischer: Die Pfahlbauten des Bielersees. Heimatkunde-Kommission Seeland. Biel, 1928. Bern h. Schmid: Das Cistercienser Kloster Frienisberg ( Aurora ) und seine Grundherrschaft, I. Teil; bis Ende des 13. Jahrhunderts. Bern, 1933. W. Lüdi: Das Grosse Moos im westschweizerischen Seelande und die Geschichte seiner Entstehung. Bern, 1935.
F. Antenen: Geologie des Seelandes. Heimatkunde-Kommission. Biel, 1936.
J. U. Hubschmied: Über Ortsnamen des Amtes Burgdorf. Heimatbuch Burgdorf, 1938.
— Sprachliche Zeugen für das späte Aussterben des Gallischen. Vox Romma, 1938.
— Deux noms de Rivières gaulois. Mémoires du ler Congrès international de toponymie et d' anthroponymie. Paris, 1938.
Fr. Nussbaum: Über Eiszeiten und Flussverschiebungen in der Westschweiz. Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern, 1938.
W. Staub: Die Molasse im Berner Seeland und ihre Durchtalung. Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern, 1938.
— Betrachtungen im Gebiet der Rhein-Rhone-Wasserscheide im schweizerischen Mittelland. Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern, 1939.