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Ziel der Mittelschulbildung ist die ganzheitliche Bildung des Menschen. Mit Blick auf dieses allgemeine Bildungsziel fördert der Philosophieunterricht Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen, welche der Lebensbewältigung dienen. Die Kenntnisse umfassen Wissen um philosophische Begriffe wie etwa Metaphysik, Verstand und Vernunft, Sein und Nichts, Materie und Geist, Ich und Identität, Ethik und Ästhetik etc. Das Wissen über die Entwicklung des philosophischen Denkens fördert das Verständnis für unsere Kultur. Verschiedene Argumentationsweisen kennen und anwenden können befähigt zum fragenden Erfahren der komplexen Wirklichkeit. Das eigene Denken wird durch Prüfung am Denken der Mitmenschen geschärft. Die erworbenen Fertigkeiten sind bei der Bewältigung von Diskursen im öffentlichen Leben hilfreich. Die Philosophie nährt die Neugierde für die Welt, lässt Staunen zu, ist hilfreich bei der Bewältigung der Informationsflut, schärft das kritische Denken, fördert das Vertrauen zu sich selbst, weckt und stärkt die Verantwortung für das eigene Tun, schafft Verständnis für die andersdenkenden Menschen und vertieft die Einsicht in den Wert der persönlichen und politischen Freiheit.
Zur Diskussion stehen eigene und fremde Wahrnehmungen, Erfahrungen und Einstellungen. Anhand von philosophischen Texten und Themen werden verschiedene philosophische Epochen erarbeitet und zu den Wahrnehmungen in unserer Zeit in Beziehung gesetzt. Die Schülerinnen und Schüler begegnen einer Vielfalt von Inhalten aus den Gebieten der Metaphysik, der Erkenntnistheorie, der Logik und Sprachphilosophie, der Ästhetik, der Anthropologie, der Ethik und der politischen Philosophie. Ein spezielles Kapitel wird sich der Darstellung aussereuropäischer Philosophie widmen. Im Verlaufe des Philosophieunterrichts lernen die Schülerinnen und Schüler ein philosophisches Werk in seinem gesamten Aufbau kennen. Mit Kant lassen sich die Inhalte der Philosophie in vier Fragen zusammenfassen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?
Es wird Lektüre von bedeutenden Texten der Philosophiegeschichte von der Antike über das Mittelalter zur Neuzeit und Moderne studiert. Der Lektüre folgt der Diskurs in der Gruppe. Dabei werden die Gedanken vertieft, hinterfragt und dem eigenen Denken zugeordnet. Ausgehend von der Lektüre der philosophischen Texte werden Verbindungen zu verschiedensten Fächern und Sachgebieten geknüpft. Dem persönlichen Interesse gemäss können eigene Lösungen im Team oder in der Gruppe erarbeitet und Projekte wie etwa Erforschung von Meinungen und Haltungen durchgeführt werden.