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"Ich bin von der Finma am 1. November 2017 darüber informiert worden, dass im Zuge des Verfahrens gegen Raiffeisen Schweiz auch gegen mich persönlich ein Enforcement-Verfahren bezüglich Handhabung von Interessenskonflikten während meiner Zeit bei Raiffeisen Schweiz eröffnet worden ist", lässt sich Vincenz in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung zitieren.
"Ich bin der Ansicht, potenzielle Interessenskonflikte mit der notwendigen Sorgfalt behandelt zu haben, und habe der Finma für die Untersuchung meine volle Unterstützung zugesichert", heisst es weiter in der Mitteilung, in der ansonsten keine weiteren Informationen mehr enthalten sind.
Erst am vergangenen Montag wurde bekannt, dass die Finma die Unternehmensführung der Raiffeisen-Gruppe unter die Lupe genommen hat. Sie hat ein Verfahren zu Corporate-Governance-Themen bei der Bankengruppe eingeleitet. Ein Raiffeisen-Sprecher bestätigte damals entsprechende Information der Wochenendpresse. Genaueres dazu wollte er allerdings nicht sagen: Zu laufenden Verfahren der Finma könne Raiffeisen keine Auskunft geben.
Corporate-Governance-Themen
Die Finma selbst bestätigte, einen Beauftragten eingesetzt zu haben, um Corporate-Governance-Themen bei der Raiffeisen zu untersuchen. Nachdem der Beauftragte seine Ergebnisse vorgelegt hatte, eröffnete die Finma demnach ein Verfahren. Weitere Auskünfte erteilte auch die Aufsichtsbehörde mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.
Laut dem Zeitungsbericht liegt ein von der Finma angeforderter Bericht der Revisionsfirma Deloitte inzwischen bei der Aufsichtsbehörde. Untersucht worden seien auch Übernahmen durch Raiffeisen oder verbundene Unternehmen. Raiffeisen hatte unter anderem die Privatbank Wegelin gekauft und war beim Finanzunternehmen Leonteq eingestiegen.
Zum Verfahren gegen Vincenz publizierte am Sonntagabend auch die Helvetia Holding, bei der Vincenz VR-Präsident ist, eine Stellungnahme: "Helvetia Versicherungen nimmt davon Kenntnis, dass die Finanzmarktaufsicht Finma eine Untersuchung führt, welche sich gegen den Verwaltungsratspräsidenten von Helvetia, Pierin Vincenz richtet", heisst es dort. Der Verwaltungsrat sehe aber keinen Anlass, das VR-Präsidium von Herrn Vincenz in Frage zu stellen. Helvetia sieht sich von dieser Untersuchung nicht betroffen, denn diese stehe in keinem Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei Helvetia.
Vincenz war von 1999 bis im September 2015 Chef der Raiffeisen Gruppe. Danach übernahm er das Verwaltungsratspräsidium der Versicherung Helvetia.
(AWP)