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Mitte des 19. Jahrhunderts ist Basel eine Kleinstadt mit knapp 30 000 Einwohnern. Dem aufstrebenden Bürgertum stehen nur so genannte Lohnkutscher zur Verfügung. Diese Klein- und Kleinstunternehmer besitzen Hinterhof-Stallungen am Rande der Innenstadt und in den Vorstädten. Wenn zum Beispiel ein Bankier eine Kutsche benötigt, muss er sie in der Regel bereits am Vortag bestellen, indem er einen Angestellten oder eine Dienstmagd beim Lohnkutscher vorbei schickt. Denn dieser muss zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein. Und er benötigt für das Schirren und Einspannen des Pferdes gegen eine Stunde. Pünktlichkeit, Höflichkeit und gepflegtes Material bleiben dabei oft auf der Strecke. Das Bedürfnis nach einem geregelten Droschkendienst erwacht. Im Januar 1852 schreibt das «Intelligenzblatt der Stadt Basel», die Vorgängerin der «Basler Nachrichten»: «Fast in allen Städten findet sich nun ein Stadtdroschkendienst eingeführt und die Unternehmen finden dabei meist Ihre gute Rechnung.» Der Autor fährt fort: «Billig wundern darf man sich, dass hier in Basel noch keine solche Fahranstalt eingerichtet ist, während solche in Städten von kaum der Hälfte Einwohnerzahl und fast keinem Geschäftsverkehr längst eingeführt sind.»
Ein Jahr später wird der Ruf des «Intelligenzblattes» erhört. 102 Aktionäre - die meisten prominente Kaufleute, Industrielle und Bankiers - gründen am 31.Oktober 1853 die «Baslerische Droschkenanstalt». Sie soll der Stadt einen «tadellosen Droschkendienst» anbieten. Am 1. Mai 1854 nimmt das Pionierunternehmen von der Elsässerstrasse 4 (heute: St. Johannspark) aus seinen Betrieb auf. Dafür stehen ihm zwölf Droschken und acht zentrale Standplätze zur Verfügung. Von der Stadt erhält sie 20 Droschkenkonzessionen. Droschkenzahl und -dichte steigen 40 Jahre lang kontinuierlich bis 1895 in Basel die elektrische Strassenbahn eingeführt wird. Der Droschkenbestand reduziert sich um gut 10%, aber erst das Taxi wird ab Beginn der 1920er Jahre das langsame aber sichere Absterben des Basler Droschkengewerbes einleiten. 1936 geht Basels letzter Droschkier - ein Settelen-Mitarbeiter - in Pension.