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11. Jahrhundert
DAS HEILIGE REICH
Die Chronik des 11. Jahrhunderts nach Christi Geburt mit den berühmten und wichtigen Persönlichkeiten, den grossen Köpfen des 11. Jahrhunderts, die in den hundert Jahren zwischen 1000 und 1099 lebten und wirkten. Zu ihnen zählen etwa Wilhelm I. der Eroberer und Heinrich IV.
Das 11. Jahrhundert am Beginn des zweiten Jahrtausends n. Chr. ist die Zeit des zu Ende gehenden Frühmittelalters und Beginn des Hochmittelalters.
Im Jahr 1001 segelt der Wikinger Leif Eriksson, Sohn von Erik dem Roten, nach Westen und betritt als erster Europäer auf Neufundland amerikanischen Boden. Die Wikinger haben Amerika entdeckt. Doch schon 1066 endet im Norden Europas mit der Schlacht bei Hastings, bei der Wilhelm der Eroberer gegen die Angelsachen erfolgreich ist, die Wikingerzeit. Der Herzog der Normandie wird noch im selben Jahr zum englischen König gekrönt.
Die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches sind um die Jahrtausendwende Reisekönig ohne feste Hauptstadt. 1007 gründet der letzte Ottone Heinrich II. das Bistum Bamberg. Es ist das Jahrhundert der Salier, die mit Konrad II. das Zepter von den Ottonen übernehmen. 1025 gibt dieser mit dem Dom in Speyer den Bau der grössten Kirche der Welt in Auftrag. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts entbrennt der Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst, der einen auch weltlichen Herrschaftsanspruch geltend macht. 1077 leistet der vom Papst gebannte Heinrich IV. mit dem Gang nach Canossa bei Gregor VII. Abbitte, 1084 wird er zum Kaiser gekrönt.
Ende des Jahrhunderts beginnt mit dem 1096 von Papst Urban II. veranlassten ersten Kreuzzug das Zeitalter der Kreuzzüge. Nach drei Jahren erobern die christlichen Kreuzfahrer Jerusalem.
Im Südosten Europas erreicht das Byzantinische Reich um das Jahr 1000 seine grösste Ausdehnung. An der Grenze zwischen Ost und West ist Konstantinopel, das heutige Istanbul, eine interkulturelle Metropole und mit etwa 400.000 Einwohnern die grösste Stadt Europas dieser Zeit. Der Handel floriert.
Fernöstlich im China der von Song Taizu begründeten Song-Dynastie 960–1279 leben in der Hauptstadt Kaifeng rund eine Million Einwohner. Es ist um die Jahrtausendwende die vermutlich grösste Stadt der Welt. In dieser Zeit wird in China als erstem Land weltweit bereits mit Papiergeld bezahlt. Im noch jungen Reich von Angkor im heutigen Kambodscha entstehen die ersten grossen Tempel und die Ingenieurskunst erreicht einen Höhepunkt. Mitte des 11. Jahrhunderts wird in nur drei Jahren mit dem Westlichen Baray das 2x8 Kilometer messende und bis heute grösste jemals von Menschenhand geschaffene künstliche Wasserreservoir angelegt. Es versorgt ein komplexes Bewässerungssystem.