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Angesichts der Ukraine-Krise schicken die USA rund 3000 Soldaten zu Manövern ins Baltikum. Sie sollen sich demnächst in Marsch setzen und an Übungen in Estland, Lettland und Litauen teilnehmen, sagte Pentagonsprecher Major James Brindle am Montag. Die Entsendung sei Teil einer bereits geplanten Truppenrotation zur Stärkung der Nato in der Region. Rund 750 Panzer und anderes schweres Gerät seien bereits in der Region eingetroffen.
Panzer und gepanzerte Fahrzeuge für Lettland
Als Abschreckung gegenüber Russland übergaben die USA den drei Baltenstaaten am Montag rund hundert Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und andere Rüstungsgüter. Die Lieferung solle Russlands Präsident Wladimir Putin «unsere Entschlossenheit zeigen, dass wir zusammenstehen», sagte US-Generalmajor John R. O'Connor der Nachrichtenagentur AFP bei der Übergabe der Rüstungsgüter im Hafen von Lettlands Hauptstadt Riga.
Zu der Lieferung an Lettland, Litauen und Estland gehören Panzer vom Typ «Abrams» und Kampffahrzeuge vom Typ «Bradley». Dazu kommen leichtere gepanzerte Fahrzeuge und andere Ausrüstungsgüter. Sie würden den Ländern überlassen, solange dies «zur Abschreckung der russischen Aggression erforderlich ist», sagte O'Connor.
Sehr klare Kräfteverhältnisse
Die drei früheren Sowjetrepubliken sind seit 2004 in der Nato. Auf sich allein gestellt hätten sie Russland militärisch nicht viel entgegenzusetzen.
Die Lieferung des Militärgeräts stelle keine echte Eskalationsstufe dar und werde von Moskau wohl auch nicht so beurteilt, sagt SRF-Auslandredaktor Fredy Gsteiger. Die Militärlieferung der USA ins Baltikum müsse auch im Verhältnis der Zehntausenden von gepanzerten Fahrzeugen Russlands betrachtet werden. Dagegen seien die baltischen Staaten mit durchschnittlich um die 7000 ständigen Soldaten und gleich vielen Reservisten militärisch sehr schwach.
Moskaus Annexion der Krim und die Unterstützung der prorussischen Rebellen in der Ostukraine führten den Ländern die eigene Verletzlichkeit vor Augen. Verstärkt wird die Sorge durch russische Militärmanöver in der Region.
Russland sieht sich provoziert
Russlands Aussenminister Sergej Lawrow wirft der Nato eine Aufrüstung an Russlands Grenzen vor. Das trage nicht zur Vertrauensbildung bei, kritisierte er. Zugleich warf er der EU vor, eine Konfrontation zwischen Moskau und Brüssel zu schüren. Die EU tue so, als gäbe es keine Fortschritte bei der Umsetzung des Friedensplans für die Ostukraine.