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Kei Nishikori und Marin Cilic haben überrascht. Nicht nur Novak Djokovic und Roger Federer, sondern auch die Statistiker.
Zuerst kam Kei Nishikori. Der Japaner, in seiner Heimat schon vorher äussert populär, warf mit Novak Djokovic die Weltnummer 1 aus dem Turnier und löste so eine noch grössere Tennis-Euphorie auf dem asiatischen Kontinent aus.
Als dann noch Roger Federer nur wenig später gegen einen entfesselten Marin Cilic die Segel streichen musste, waren vier Dinge klar:
Nach 38 Grand-Slam-Turnieren hintereinander oder mehr als neun Jahren (!) wird also nicht einer aus dem Trio Federer/Nadal/Djokovic im Kampf um den Turniersieg bei einem der vier grössten Tennisevents des Jahres eingreifen können.
Diese unglaubliche Zahlen beweisen die unglaubliche Klasse der drei Ausnahmeathleten. Wer Tennis verfolgt oder selber spielt, weiss aus Erfahrung, wie eng Matches verlaufen können – als letztes Beispiel etwa der knappe Viertelfinalsieg von Federer über Monfils, wo der Schweizer zwei Matchbälle abwehrte – und wie sehr die Tagesform entscheidend sein kann.
Die Tatsache, dass trotzdem immer einer aus dem illustren Kreis es in einen Grand-Slam-Final geschafft hat, spricht deshalb vor allem für die unglaubliche mentale Stärke der aktuellen Top 3 der ATP-Weltrangliste.
Und vor allem die Bilanz von Roger Federer macht Eindruck, womit er auch der erfolgreichste Tennisspieler seit 1877 ist. Seit dem Beginn seiner Profikarriere 1999 hat der 33-Jährige 17 Grand-Slam-Titel ansammeln können, drei mehr als Pete Sampras und Rafael Nadal, der noch fünf Jahre jünger ist als der Schweizer. Zehn Stück dahinter folgt dann der Serbe Djokovic, der ein Jahr jünger als der Spanier ist.
Gerademal drei Spieler konnten die Sieger-Phalanx des Trios durchdringen: Juan Martin del Potro (US Open 2009), Andy Murray (US Open 2012, Wimbledon 2013) und Stanislas Wawrinka (Australian Open 2014).
Die Einschaltquoten der TV-Stationen ausserhalb Japans und Kroatiens werden beim Finale zwischen Nishikori und Cilic ohne das Trio in den Keller fallen. Zu unrecht, wie auch Federer findet: «Das ist doch eine interessante Affiche. Wer ist der Favorit? Keiner weiss es. Deshalb sollte man zuschauen.»
Was man sicher zu den beiden Finalisten sagen kann: Sie nehmen die Bälle extrem früh und schlagen immer hart auf die Bälle drauf, um dem Gegner keine Zeit zu geben. Der 25-jährige Cilic überzeugte bereits vor dem US Open mit zwei Turniersiegen (Zagreb und Delray Beach) sowie dem Wimbledon-Viertelfinal (Fünfsatz-Niederlage gegen Djokovic) und gehörte zu den Aufsteigern der Saison.
Im vergangenen Jahr war er noch wegen eines Dopingvergehens vier Monate gesperrt gewesen, unter anderem während des US Open, und begann danach die Zusammenarbeit mit Ivanisevic, die nun Früchte trägt.
Nishikori, der in New York hintereinander Milos Raonic (ATP 6), Stan Wawrinka (ATP 4) und Djokovic bezwang, hat fünf von sieben Begegnungen gegen Cilic gewonnen, darunter die letzten drei in den vergangenen 18 Monaten. Dem Kroaten ist aber mittlerweile alles zuzutrauen.
Zudem ist er genau gleich gross wie Juan Martin Del Potro, der 2009 als grösster Spieler der Geschichte ein Grand-Slam-Turnier für sich entschied.
Mit Material der Sportinformation.