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Anhand des Beispiels des Kurzwellenempfängers NRD-535 möchte ich auf die wichtigsten Bedienelemente und Funktionen eines modernen Kommunikationsempfängers eingehen.
Nicht alle Empfänger sind mit allen genannten Features ausgestattet, die einfacheren Empfänger mit weniger Möglichkeiten sind dafür in der Bedienung einfacher.
Vor allen Empfangsversuchen muss der Empfänger mit Energie (Netzstrom, Batterien) versorgt sein, dazu muss mit einer Antenne ein Signal zugeführt werden. Bei einigen Empfängern muss nur die Teleskopantenne ansgezogen werden, die Profigeräte verlangen oft nach einer Aussenantenne, für die ersten Versuche reichen einige Meter isolierter Litze an der Klemme „Langdrahtantenne“ / „long wire“ aus.
1: Der Netzschalter dient zum Einschalten des Empfängers, eine dritte Stellung aktiviert den Timerbetrieb.
2: Bei den semiprofessionellen und professionellen Empfängern ist der Lautstärkeregler oft mit AF-Gain bezeichnet (Audio frequency).
2a: Der mit RF-Gain (Radio frequency) bezeichnete Regler dient zum Verstellen der Hochfrequenzverstärkung.Vor allem bei Verwendung von Langdrahtantennen welche hohe Signalspannungen liefern, kann es infolge Überladung der Eingangsstufe des Empfängers zu Übersteuerungserscheinungen kommen, welche sich als „Krächzen“ & „Scheppern“ bemerkbar machen. Dabei und bei Durchschlagen von „Geisterstationen“ welche gar nicht auf der eingestellten Frequenz senden, kann das Signal mit dem RF-Gain oder auch mit dem Abschwächer (Knopf ATT) gedämpft werden, wobei die Erscheinungen verschwinden.
Vorsicht: im Normalbetrieb muss der RF-Gain stets am rechten Anschlag stehen, ist er versehentlich heruntergedreht, kommt auch beim Empfang eines mittelstarken Senders nichts aus dem Lautsprecher, das S-Meter steht dabei meist stabil in Mittelstellung oder Rechtsanschlag
Vorsicht: bei manchen Empfänger wird bei Aktivieren des RF-Gain-Reglers die automatische HF-Verstärkungs- Regelung abgeschaltet, im Handbetrieb kommt es bei starken Signalen dann erst recht zu Verzerrungen.
3: Die Frequenz lässt sich mit dem Hauptabstimmknopf wählen, bei vielen Empfängern lässt sich die Schrittweite und somit die Abstimmgeschwindigkeit umschalten. Die grösste noch akzeptable Abstimmschrittweite beträgt 1 kHz, besser 0,1 kHz im AM-Empfang, zum SSB-Empfang sollten es zur Vermeidung des Tonleitereffektes maximal 40 - 50 Hz sein, einige Stationsempfänger verfügen schon über 1 Hz- Abstimmschritte. Der Drehknopf soll ein gewisses Eigengewicht haben, rund laufen, ohne Spiel soll die Abstimmung auch auf kleinste Vor- /Rückbewegungen reagieren. Einige Empfänger haben eine Bremse, mit der der Lauf der Abstimmung verstellt werden kann, bei anderen wurde eine Beschwerung eines allzu leichten Knopfes mit inwendig hineingeklebten Bleikügelchen empfohlen.
Ganz auf einen Abstimmknopf verzichten nur wenige Reiseempfänger, die mit Auf- /Ab-Tasten abgestimmt werden, einige seltene Kommunikationsempfänger arbeiten mit Dekadenschaltern, einer für jede Stelle der Empfangsfrequenz.
4: Mit dem Zehnertastenblock kann eine gewünschte Empfangsfrequenz direkt eingegeben werden, auf Knopfdruck ist der Empfänger sofort abgestimmt. Einige Empfänger, beispielsweise die von Lowe oder der AOR 7030, verfügen stattdessen über eine Fernbedienung zur direkten Frequenzeingabe.
Zumindest ein Rauschen sollte jetzt aus dem Lautsprecher hörbar werden.