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Unbekannter Zeichner
Basel, 1846/1847
Bleistift- und Federzeichnung,
laviert, auf Papier
H. 34,4 cm, B. 47 cm
Inv. 1940.24.
Der erste Schulhausneubau
Das Gebäude am Steinenberg 4–6 in der rechten Bildhälfte, in dem sich seit 1903 die Verwaltung des Historischen Museums Basel befindet, wurde 1822– 1823 als erster Schulhausneubau in Basel erstellt; alle früheren Schulen waren in bestehenden älteren Gebäuden untergebracht. Der mit 35 auf 15 Meter stattliche Bau wurde für vier Schulzimmer konzipiert, je zwei für Knaben und für Mädchen, jeweils mit getrennten Eingängen und Treppenhäusern. Auch zwei Lehrerwohnungen fanden Platz. Im neuen Schulhaus wurden zunächst in zwei Schulzimmern die alten Schulbänke ohne Lehnen aufgestellt, nur zwei Schulzimmer wurden neu möbliert. Die gegen Süden ausgerichteten Räume wurden erst nach längerem Prozedere 1828 durch Sonnenstoren geschützt.
Gleichzeitig mit der Eröffnung der neuen Schule nahmen Bürgermeister und Rat das «Gesetz wegen Vermehrung und Organisation der Mädchenschulen» an, das eine Schulzeit von vier Jahren bei einer Wochenstundenzahl von 33 Stunden vorsah (im Unterschied zu den Knaben mit 26 bis 28 Stunden).
Die Hälfte davon war für Handarbeit, sechs Stunden waren für Deutsch, fünf für Schreiben, vier für Rechnen und zwei für Bibelunterricht reserviert.
Mehrmals wöchentlich musste der Lehrer die Kielfedern schneiden.
Von 1858 bis 1893 befand sich im Gebäude die Zeichnungs- und Modellierschule, eine Einrichtung, die schon 1796 von der Gesellschaft zur Förderung des Guten und Gemeinnützigen (GGG) gegründet worden war und die 1887 in Allgemeine Gewerbeschule umbenannt wurde. Die Schulstatuten von 1858 sahen zwei aufeinander folgende Klassen für Freihandzeichnen für Knaben, von zehn bis dreizehn Jahren und zwei Parallelklassen für Kunstzeichnen, für junge Leute ab zwölf Jahren vor. Die Abendstunden waren den zeichnenden Handwerkern vorbehalten. 1863 musste der technische Unterricht eingestellt werden, da nur drei Schüler das volle Schulgeld zahlten und fünfzehn Gratisschüler aufgenommen worden waren. So zahlten z.B. Zöglinge des Waisenhauses nur die Hälfte. Seit 1869 nahmen auch Mädchen am Zeichnungsunterricht teil.