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23.–25.10.19 Besuch an der Partnerhochschule in Peking
Die Tagung wurde vom Präsidenten der CNU sowie dem Direktor des Departements für Lehrerinnen- und Lehrerbildung des chinesischen Erziehungsministeriums Peking eröffnet. Achtzehn internationale Expertinnen und Experten waren eingeladen worden, um einen Vortrag zu halten. Esther Brunner beleuchtete das Profil der Primarlehrpersonen in der Deutschschweiz, die sieben oder acht verschiedene Fächer unterrichten. Sie stellte am Beispiel des Fachs Mathematik vor, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit ein solches Profil erfolgreich umgesetzt werden kann und wie die Ausbildung an der PHTG dazu erfolgt. In China ist es üblich, dass eine Primarlehrperson bereits ab der ersten Primarklasse ein einziges Fach unterrichtet. Gegenwärtig wird an der CNU wie anderen chinesischen Universitäten eine Diskussion geführt, ob es für eine Mathematiklehrperson ausreichend ist, fundiertes mathematisches Wissen zu haben oder ob es auch mathematikdidaktische Kompetenzen braucht, um gut unterrichten zu können.
Internationale Partnerschaften pflegen
Die intensive Tagung liess aber auch Raum, damit sich Esther Brunner in Zwischenpausen auch noch mit ehemaligen und zukünftigen Exchange Studierenden der CNU treffen konnte. Dadurch konnte der Kontakt zu den beiden chinesischen Studentinnen, die im Frühlingssemester 2020 an die PHTG kommen, hergestellt und derjenige zu einem Studenten der CNU, der im Frühlingssemester 2019 an der PHTG war, gepflegt werden. Intensive fachliche Gespräche fanden aber auch mit den englischsprechenden Kolleginnen und Kollegen des Elementary Education College CNU statt.
Bildungsvermittlung im Wandel
Vorgängig zur Konferenz konnte Esther Brunner dank der Unterstützung und Übersetzung einer chinesischen Doktorandin auch eine Mathematikstunde in einer chinesischen Primarschule besuchen und die Lektion anschliessend mit den Lehrpersonen diskutieren. Deutlich wurde, dass es nicht mehr ausreichend ist, im Chor nachzusprechen und auswendig zu lernen, wie das noch vor wenigen Jahren in China vorherrschend war. Auch chinesische Primarschülerinnen und -schüler müssen heute erworbenes Wissen anwenden und für eine neue Problemlösung nutzen können. Wie überall wurde Esther Brunner auch in der Primarschule sehr herzlich willkommen geheissen und von der Schulleiterin und dem Direktor zusätzlich noch auf dem Campus herumgeführt.
Nebst dem wissenschaftlichen Austausch ist auch der kulturelle sehr wichtig. Das chinesische Schulsystem funktioniert anders und weist deutlich andere Rahmenbedingungen auf als das schweizerische. Gleiches gilt auch für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Diese kulturellen Unterschiede dienen immer wieder als Spiegel, um das eigene System kritisch reflektieren und einschätzen zu können.