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The origin of this issue was the power of the images that Lausanne photographer Leo Fabrizio, with years of research, made of Fernand Pouillon’s work in Algeria: the dignity and diversity of the architecture, the melancholy of its decay, the masterly photographs in the warm light of the Mediterranean deeply impressed us when, around a year ago, we encountered the book Fernand Pouillon et l’Algérie. Bâtir à hauteur d’hommes, which Leo Fabrizio published together with the photographer Daphné Bengoa. For the current issue he opened his archiv to us. As a result, his large stock of images becomes accessible here for the first time.
Ostracised in his own country for a long time, French architect Fernand Pouillon (1912–86) is no longer omitted from any current standard work on the history of architecture. But, in contrast to his housing developments in Paris, Marseille or Aix-en-Provence, his works in Algeria remain hardly known at all. Between 1953 and 1958 he erected three urban districts in Algiers with a total of 6700 planned and 4200 realised apartments, most of them built of solid stone blocks. He developed characteristic compositions, which today still possess an enormous charisma. Twelve years ago, Aita Flury acknowledged these buildings in this periodical (wbw 7/8 – 2009), today they have been further researched. In 2020 our author Michaela Türtscher wrote a dissertation that deals with aspects of the composition, construction, and building processes and offers a critical review of the reception of Pouillon’s work.
After his conviction by French courts Fernand Pouillon returned in 1966 to Algeria, which had gained its independence a few years earlier. Thanks to several old contacts up until 1984 he built dozens of further big projects, in particular for the emerging tourism industry. In formal and construction terms Pouillon liberated himself from solid stone and followed new paths. We would like to thank Leo Fabrizio for his willingness to take us on this journey which, through his large-format photos, can be explored in greater depth in the exhibition at the Architekturforum Zurich.
Der 1976 geborene Lausanner Fotograf Leo Fabrizio verfolgt seit Jahren die Spuren des Architekten Fernand Pouillon in Algerien. Zum Einstieg zeigen wir seine Bilder von drei städtischen Wohnanlagen: Diar es Saâda, Diar el Mahçoul und Climat de France. Fabrizios Bilder sprechen davon, wie die Bauten heute noch geschätzt werden, wie darin gelebt wird und wie die Häuser dem Verfall trotzen.
In nur fünf Jahren löst Fernand Pouillon die Wahlversprechen des Bürgermeisters von Algier, Jacques Chevallier ein und realisiert 4200 Wohnungen für europäische und algerische Einwohner. Mit seinem ausgeklügelten System des modularen Entwurfs, dem kostengünstigen Bauen mit Naturstein aus Frankreich, rationalisierten Konstruktionsmethoden und Bauprozessen gelingt dem Architekten dieses Kunststück. Welche Hürden dabei zu überwinden waren und wie es ihm gelang, gleichwohl eine hohe Qualität im städtebaulichen Entwurf umzusetzen, erklärt unsere Autorin.
In Fernand Pouillons verschiedenen Werkphasen ändern sich Konstruktion und Ausdruck grundlegend. Immer aber geht es um eine soziale, den Voraussetzungen des Orts und den Bedürfnissen der Nutzer angepasste Architektur, deren Kraft auch dem Zerfall infolge mangelnden Unterhalts standhält. Eine Hommage des Fotografen. Originaltext Französisch
In den 1960er Jahren kehrt Pouillon nach Algerien zurück. Zusammen mit dem alten Freund J. Chevallier startet er eine zweite Karriere mit einem enormen OEuvre. Er baut Dutzende von Hotels und Ferienanlagen, manche davon sind veritable Kleinstädte. Dabei verlässt er die «Spur der Steine» und experimentiert mit anderen Materialien sowie mediterran-orientalischen Ausdrucksformen. Er hinterlässt ein vielgestaltiges Werk, das auch in formaler Hinsicht interessant und bis heute kaum bekannt ist. Die zweite Bildstrecke von Leo Fabrizio entführt uns in die Tourismusanlagen von Sidi Fredj und Tipasa westlich von Algier.
1954 beginnt der bewaffnete Kampf um die Unabhängigkeit Algeriens, der in einen blutigen Befreiungskrieg mündet. Der langjährige Nordafrika-Korrespondent von Radio SRF erklärt die Wirrnisse im damaligen Algerien und die Spannungen, die heute noch den politischen Alltag des Landes prägen. Nur aus dem kolonialen und postkolonialen Kontext lässt sich Fernand Pouillons Arbeit in Algerien verstehen.
Der Architekt Georges Descombes hat den Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim gewonnen. Der Genfer hat sich zeitlebens für einen starken Bezug zur Landschaft in der Stadtplanung eingesetzt. Zuletzt realisierte er die Renaturierung des Flusses Aire in Genf.
Redaktor Tibor Joanelly spinnt das Gespräch um den Hintergrund der Architektur weiter. Dabei öffnen sich hinter den blinden Flecken des Diskurses Perspektiven auf die Erneuerung der Stadt und, nicht zuletzt auf Schönheit.
Access for All im Schweizer Architekturmuseum Basel überzeugt schon beim Auftakt – in Form einer offenen Zugangsrampe auf dem Trottoir. Das eröffnet einen ungewöhnlichen Blick auf das Thema in São Paulo sowie neue Blicke auf die Stadt Basel. Wir kündigen zudem eine Ausstellung zum Werk Aldo Rossis in Rom an.
Mit dem neuen Buch sei auch dies geklärt: Die Russen waren die Vorreiter der Moderne, meint Christian Sumi. Er hat für uns das ziegelsteindicke Buch von Anna Bokov über die russische Kunstschule Wchutemas gelesen: eine Mischung aus Bauhaus und Volkshochschule. Im einflussreichen Vorkurs von Noklai Ladovski in Moskau stand Architektur bereits 1920 im Programm. Ausserdem: Seng Kuans neue Monografie über Kazuo Shinohara.
Das riesige Bauwerk The Circle am Flughafen Zürich ist eröffnet. Redaktor Tibor Joanelly hat den Architekten Riken Yamamoto mit seinen Fragen konfrontiert. Woher kommt die Idee der kleinteiligen Räume, die das kolossale Programm bändigen?
Primarschule in Riaz FR, FAZ architectes
Originaltext Französisch
Hortpavillon in der École Geisendorf in Genf, David Reffo
Originaltext Französisch