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Wenn du im Jahr 2020 lebst, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass du in letzter Zeit einen Negroni bestellt hast. Was, wenn wir dir sagen, dass du den Drink auch ziemlich einfach daheim zubereiten kannst? Lass uns von vorn beginnen: Zu verdanken hast du die Köstlichkeit im Tumblerglas einem Grafen mit dem Nachnamen Negroni.
Jener Graf war Stammgast im Café Casoni in Florenz. Laut dem damaligen Barmann mit dem wohlklingenden Namen Fosco Bruno Sabatino Scarselli war er ein geübter Trinker und trank teilweise bis zu 40 Americanos an einem Abend.
Ein Americano besteht traditionellerweise zu gleichen Teilen aus rotem Wermut, Bitterlikör und Soda.
Der Legende nach betrat der Graf irgendwann im Jahre 1919 das Café und bat Fosco darum, seinen Americano mit etwas Gin zu verstärken. Schnell wurde diese Mischung auch bei den anderen Stammgästen der Bar so beliebt, dass meist ein «Americano nach Art des Grafen Negroni» bestellt wurde.
Der Negroni war geboren.
Wie bei vielen Drinks gibt es auch beim Negroni mehrere Personen, welche für sich beanspruchen, sein Erfinder zu sein. Allerdings ist davon auszugehen, dass wir das Rezept tatsächlich dem Grafen Camillo Negroni verdanken.
Da der Kreativität der Bartender und Drink-Enthusiasten keine Grenzen gesetzt sind, haben sich aus der so genialen wie einfachen Rezeptur in der Vergangenheit einige genauso bekömmliche Cocktails entwickelt.
Der Boulevardier etwa, erfunden von einem US-amerikanischen Schriftsteller, der in den 1930er-Jahren ein gleichnamiges Magazin in Paris verlegte. Anstelle des Gins verwendete er bevorzugt Bourbon Whiskey.
Oder der Negroni Sbagliato, was in etwa «falscher oder verkehrter Negroni» bedeutet. Dieses Rezept soll zufälligerweise entstanden sein, als der Barkeeper der Mailänder Bar Basso, Mirko Stocchetto, eines Abends in der Hektik unbemerkt Prosecco statt Gin in den Negroni mixte. Der Gast, dem der Drink serviert wurde, war so begeistert, dass sich diese Variante zu einer der beliebtesten überhaupt mauserte.
The Bitter the Better
Das Schöne am Negroni ist seine simple Handhabe. Gemixt wird im Glas; das Rezept ist zwar einfach, garantiert jedoch beeindruckte Gesichter. Und du kannst dich beim Mixen entfalten, je nachdem, für welche Zutaten du dich entscheidest.
Zuerst der Bitterlikör. Der Botanic Bitter aus dem Hause Carpano bildet eine herbe Basis ohne zu viel Zuckersüsse. Carpano macht es einem leicht und liefert auch gleich den passenden Classico Wermut zum Bitter. In informierten Kreisen sagt man, der Classico suche in Sachen Balance und Tiefe seinesgleichen. Kein Gerücht ist, dass ebenjener Wermut bereits vor über 230 Jahren erfunden wurde und somit der älteste Wermut der Welt ist.
Interessanter historischer Fakt am Rande: Der Erfinder des Carpano-Wermuts hiess Antonio Benedetto Carpano und sein Getränk war so populär, dass sein Geschäft rund um die Uhr (ja, 24 Stunden täglich!) geöffnet war.
Mit diesen beiden amici in Flaschenform lassen sich je nach Geschmack allerlei Gins kombinieren: entweder eher in die klassische Richtung mit deutlicher Wacholder-Note oder in Kombination mit weicheren, New Western Style Gins. Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Hören wir etwa Sommer-Revival? Ein Negroni mit dem Hendrick’s Midsummer Solstice? Herrlich!
Nun zum Rezept. So simpel, dass du es in den nächsten 15 Sekunden auswendig gelernt haben wirst. Salute!