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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
XVII. Kapitel
160.
1. Als Philosophie haben wir oft die in der Philosophie vorhandene Fähigkeit, die Wahrheit zu erlangen, bezeichnet, wenn es ihr auch nur teilweise gelingt. Ferner hat auch das in den Künsten vorhandene Gute, soweit davon bei den Künsten geredet werden kann, seinen Ursprung in Gott.
2. Denn wie die Fähigkeit, etwas kunstvoll zu machen, aus den Grundsätzen der Kunst hervorgeht, so ist das kluge Handeln der Klugheit untergeordnet; die Klugheit ist aber eine Tugend; und ihr eigentümlich ist es, sowohl das übrige als auch, und zwar dies noch viel früher, ihr eigenes Wesen kennenzulernen. Und die Weisheit, die eine Fähigkeit ist, ist nichts anderes als das Wissen um die göttlichen und menschlichen Güter.1
3. "Gottes ist die Erde und ihre Fülle",2 hat die Schrift gesagt, um damit zu lehren, daß das Gute von Gott zu den Menschen komme, indem durch Gottes Stärke das Gute verteilt wird, um den Menschen zu helfen.
4. Nun gibt es drei Arten von jeder Förderung und jeder Gabe, die dem einen von einem anderen zuteil wird; die eine besteht darin, daß man immer zur Seite steht und hilft, wie es der Gymnastiklehrer macht, der den Knaben an eine Haltung gewöhnen will; die zweite Art besteht in der Anregung zur Nachahmung, wie es der tut, der einen anderen zu einem Opfer antreibt, indem er selbst zuerst etwas hingibt; und der eine hilft zugleich dem Lernenden, der andere unterstützt zugleich den Empfangenden. Die dritte Art besteht darin, daß man Anweisungen gibt: das ist der Fall, wenn der Gymnastiklehrer den Lernenden nicht mehr selbst in eine bestimmte Form bringt und auch nicht selbst den Ringerkunstgriff dem Knaben zur Nachahmung vormacht, sondern ihn als einen, der schon recht geübt ist, den Kunstgriff zu machen heißt, indem er diesen nur mit seinem Namen bezeichnet.
1: Vgl. Paid. II 25,3 mit Anm.
2: Ps 23,1 (1Kor 10,26).