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Landquart Wuhrung
Ein Fluss wird gezähmt
Pünktlich um 09.09 Uhr begann der spannende Vortrag von Andri Bischoff im Clubhaus des Tennisclubs Landquart. Mit Beamer und einigen Folien über alte Dokumente, Schemata der Flussführung und Erklärungen, wie es zum heutigen Fluss Landquart gekommen ist, werden uns die geschichtlichen Hintergründe erläutert.
Das Problem des Flusses lag immer in den enormen Wassermassen, die durch die Chlus herunterdonnerten. Der Wildbach führte eine grosse Menge an Geschiebe vor sich hin, bis zur Mündung in den Rhein.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts nach sich Pfarrer Pol der Sache an. Er wusste dass der wilde Bach das Ackerland rund um den Fluss fruchtbar machte. Während seines Gefängnisaufenthalts besuchte er die Hochschule und lernte modernste Wuhrungstechniken kennen. Diese Techniken wurden auf Höhe Grüsch Danusa installiert - leider ohne Erfolg.
Rund um 1870 - also 50 Jahre später - wurde eine erfolgreichere Lösung gefunden. Grosse Umbauten wurden getätigt, zu denen die Anwohner per Gesetz verpflichtet wurden.
*** Auszug ***
Jeder Malanser Haushalt hatte jährlich mindestens 14 Tage unbezahltes Tagwerk zu leisten. Wer Ochsen besass, leistete "Oxentagwen" und wer keine Zugtiere besass, leistete "Libtagwen". Wer zu alt oder zu krank war, musste seine Wuhrpflicht mit Geld abtragen. Sogar auswärtige Bodenbesitzer verpflichtete man zu Wuhrarbeiten.
Wer Malans verliess, verlor automatisch sei Bürgerrecht, wenn er aber seinen Wuhrpflichten nachkam, behielt er seine "Dorfrechti". Der Lohn war bescheiden und im Taglohn war ebenfalls ein halbes Mass Wein enthalten.
Quelle: Robert Donatsch, Malanserbüchlein
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Das Hochwasser 1910 wütete stark. Brücken zwischen Küblis und der Mündung wurden zerstört. Durch die Begradigung war der Wasserlauf viel zu schnell und stark, was eine hoher Materialabtransport zur Folge hatte.
Die ETH und verschiedene Modelversuche brachten dann eine Lösung mit 13 Schwellen. Der Fluss wurde gezähmt - die Fische konnten jedoch nicht mehr flussaufwärts schwimmen. Die Schwellen waren unüberwindbar. Glücklicherweise wurde 2000 eine Sanierung mit Blick auf das ökologische System in Angriff genommen. So wurden die hohen Schwellen mit 23 "natürlichen Schwellen" mit grossen Steinblöcken realisiert. So kennen wir unseren Fluss heute noch.
Für diesen gelungenen Anlass möchten wir Danke sagen:
- Andri Bischoff für seine spannenden Geschichten rund um die Landquart
- Dem Tennisclub Landquart mit seinem Pächter Leo Mändli für die Bewirtung vor dem Anlass
- Dem Herrn mit unbekanntem Namen, der für Andri Bischoff das Megaphon in die Höhe hielt :)
- Natürlich allen Interessierten, die uns am diesem Samstagmorgen am Ufer der Landquart begleitet und Andri Bischoffs Geschichten gelauscht haben.
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