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Prostatakrebs ist in erster Linie ein Altersleiden. Zu den Risikofaktoren gehören eine erbliche Vorbelastung und vor allem ein hohes Lebensalter: Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen ist über 50 Jahre alt, etwa die Hälfte der Erkrankten hat zum Zeitpunkt der Diagnose bereits das 70. Lebensjahr überschritten.
Crashkurs: Was ist die Prostata?
Die etwa kastaniengrosse Vorsteherdrüse befindet sich unterhalb der Harnblase, wo sie die Harnröhre umschliesst und von Nervenbahnen umgeben wird, die für die Erektion des Penis zuständig sind.
Die Prostata wiegt im Normalzustand etwa 25 Gramm und besteht aus zirka 40 einzelnen Drüsen und Muskelfasern, die von einem kapselförmigen Bindegewebe umgeben werden. In den Drüsen wird das prostataspezifische Antigen (PSA) produziert, das bei einer Ejakulation mit den aus den Hoden hergeführten Spermien vermischt wird. Die Muskelkontraktion der Prostata beschleunigt das Ejakulat, das PSA ermöglicht die Befruchtung der Eizelle.
Prostatakrebs: Welche Anzeichen gibt es?
Angefeuert von dem Sexualhormon Testosteron, wächst die Vorsteherdrüse ab der Pubertät. Liegt Prostatakrebs vor, beschränkt sich das Wachstum allein auf die Drüsenzellen der Prostata und greift – unbehandelt – auf umliegende Gewebe und Organe über, deren Funktion dadurch beeinträchtigt wird.
Im Gegensatz zu anderen Tumoren entwickelt sich Prostatakrebs nur sehr langsam. Zu den Symptomen gehören Schmerzen, die sich in der Vorsteherdrüse bemerkbar machen oder in das Becken oder den Rücken ausstrahlen können. Auch kann die wachsende Prostata Druck auf die Harnröhre oder die umliegenden Nerven ausüben, wodurch das Urinieren oder die sexuelle Potenz beeinträchtigt werden.
Zu den Symptomen gehören:
- häufiger, auch nächtlicher Harndrang
- verzögertes Einsetzen des Urinierens
- dünner oder unterbrochener Harnstrahl
- Erektionsstörungen
- Schmerzen beim Samenerguss oder beim Wasserlassen
- Blut in Sperma oder Urin
Diese Symptome treten auch bei einem gutartigen Wachstum der Prostata oder bei einer eher harmlosen Entzündung der Drüse auf. Deshalb sind Beschwerden, die sich auf die Prostata zurückführen lassen, keine sicheren Indizien für einen Krebsbefall.
Untersuchungen: So wird der Krebs diagnostiziert
Bei der Untersuchung zur Vorsorge oder im Verdachtsfall wird zunächst die Prostata abgetastet, um ihre Grösse zu ermitteln und eventuelle Verhärtungen, die auf Krebs hindeuten, ausfindig zu machen. Die Diagnose wird durch eine Blutuntersuchung abgesichert: Da eine vergrösserte Prostata mehr PSA produziert, sind erhöhte PSA-Werte ein wichtiges Indiz für einen Krebsbefall. Allerdings lassen sich höhere Werte auch auf eine gesund wachsende Prostata oder eine weniger bedeutsame Erkrankung zurückführen. Auch kann körperliche Betätigung den PSA-Wert kurzfristig erhöhen.
Ist der PSA-Wert überdurchschnittlich hoch oder steigt über einen längeren Zeitraum stark an, wird mit einer Gewebeentnahme letzte Gewissheit gewonnen. Bei der sogenannten Biopsie werden – über in einen Ultraschallkopf platzierte Nadeln – bis zu zwölf Zellproben aus der Prostata entnommen und mikroskopisch untersucht. Bestätigt sich der Verdacht auf Prostatakrebs, können mit verschiedenen bildgebenden Verfahren die Grösse und Aggressivität des Tumors und auch seine mögliche Ausbreitung auf umliegende Gewebe ermittelt werden.
Behandlung: Viele Methoden sind möglich
Grundsätzlich stehen Betroffenen mehrere Behandlungsmethoden zur Auswahl. Für viele Männer mit Prostatakrebs sowohl im Früh- als auch im fortgeschrittenen Stadium ist das Abwarten eine gute Alternative zur aktiven Therapie: Verursacht der Krebs keine Beschwerden oder lassen sich diese einfach behandeln, ist es besonders für ältere oder gesundheitlich angeschlagene Patienten oft angenehmer, mit dem langsam wachsenden Tumor zu leben, anstatt sich einer aufwendigen Therapie zu unterziehen.
Wird der Krebs aktiv bekämpft, bietet sich zunächst die operative Entfernung der Prostata an. Sofern der Tumor auf diese Drüse beschränkt ist, sind die Erfolgschancen sehr gross. Hat sich der Krebs bereits ausgebreitet, wird die Behandlung mit einer anderen Methode ergänzt.
Die Hormonbehandlung zielt darauf ab, das Wachstum des Tumors durch den Entzug von Testosteron zu unterbinden. Dazu werden entweder die Hoden als Produktionsorte entfernt oder die Ablagerung von Testosteron in der Prostata medikamentös verhindert.
Bei einer Strahlentherapie werden energiereiche Strahlen von aussen oder über radioaktive Partikel im Körperinneren direkt auf die Tumorzellen gelenkt. Deren Kerne werden dadurch so sehr zerstört, dass die Zellen verenden. Eine Chemotherapie verhindert das weitere Zellwachstum medikamentös. Allerdings hemmen die per Infusion verabreichten Präparate alle Gewebe, deren Zellen sich schnell teilen – also auch die blutbildenden Zellen, die Schleimhäute und die Haarwurzelzellen.
Je nach Grösse und Aggressivität des Tumors, aber auch entsprechend dem Gesundheitszustand und den Wünschen des Patienten können die unterschiedlichen Behandlungsmethoden miteinander kombiniert werden. Hormon-, Strahlen- und Chemotherapie weisen allerdings zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen auf, die es parallel zur eigentlichen Therapie zu behandeln gilt. Daneben bietet sich für viele Patienten eine psychologische Betreuung an, um die seelischen Herausforderungen von Krankheit und Therapie zu verarbeiten.