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Ein Gammelfleischskandal erschüttert den grössten Fleischexporteur der Welt, Brasilien. Bisher wurden im Zuge der Operation «Carne Fraca» («Schlechtes Fleisch») über 20 Personen festgenommen.
Nach Razzien in dutzenden Produktionsstätten wurden 27 Haftbefehle erlassen. Die Festgenommenen sollen den Verkauf grosser Mengen von Gammelfleisch, das mit noch haltbarem Fleisch gemischt worden war, organisiert haben. Betroffen ist auch der grösste Fleischproduzent der Welt, JBS.
Dutzende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um den Verkauf von verdorbenem Fleisch zuzulassen. Drei Betriebe wurden geschlossen und 21 weitere unter Beobachtung gestellt. Auch 33 Lebensmittelkontrolleure wurden bisher entlassen. Rund 1100 Polizisten waren an den zweijährigen Ermittlungen beteiligt.
Abgelaufenes und vergammeltes Fleisch sei mit chemischen Produkten wieder ansehnlicher gemacht und zurück in den Verkauf gebracht worden. Nach Angaben der Behörden wurden in einigen Fällen krebserregende Stoffe beigemischt, um den Geruch des verdorbenen Fleisches zu überdecken. Zudem sollen Schweineköpfe zu Wurst verarbeitet worden sein, berichtete das Portal «O Globo».
Ob und welche Mengen des Fleisches auch in den Export gegangen sind, war zunächst noch unklar. Die Europäische Union, China und die USA verlangten dazu Informationen. Brasilien exportiert Fleisch in über 160 Länder.
Präsident Michel Temer berief sein Kabinett zu einer Krisensitzung ein. An dem Treffen am Sonntag nehmen unter anderem Landwirtschaftsminister Blairo Maggi und Aussenhandelsminister Marcos Pereira teil, wie das Präsidentenbüro mitteilte. Der Skandal könnte weitreichende Folgen für die Wirtschaft des Landes haben.
Das Ministerium betonte, man habe ein strenges Kontrollsystem für insgesamt 4837 Produktionsstätten, die den Export von Fleisch absichern. Der Export bringt jedes Jahr über 14 Milliarden Dollar ein, nach langen Diskussionen hatten auch die USA im Juli 2016 ihren Markt für brasilianisches Fleisch geöffnet.
Die Regierung von Präsident Temer setzt auf einen Ausbau der Agrarwirtschaft. Neben Fleisch exportiert Brasilien riesige Mengen Soja für Tierfutter. (sda/dpa/afp)
Drei Tage nach der gewaltigen Eruption des Untersee-Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai im Pazifik sind das Ausmass der Schäden und die Zahl möglicher Opfer weiter unklar. Speziell zur Inselgruppe Ha'apai gebe es bisher keinen Kontakt, teilte das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit. Sorge gebe es nach dem von dem Vulkan ausgelösten Tsunami vor allem um die tiefliegenden Inseln Mango und Fonoi. Von Mango sei ein Notsignal empfangen worden.