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Die ersten graphischen Werke Lucas Cranachs entstanden während seines Aufenthalts in Wien um 1501/03. Von Beginn seiner Künstlerischen Laufbahn fasste Cranach die Druckgraphik als wichtige Aufgabe ins Auge. Ökonomische Überlegungen veranlassten ihn den Holzschnitt dem Kupferstich vorzuziehen. Beim Holzschnitt können Abzüge in fast unbegrenzten Mengen auf derselben Tiegelpresse hergestellt werden, welche auch durch den Buchdruck genutzt wird. Bild – und Textdruck waren bei Einblattholzschnitten und Buchillustrationen rasch und mit wenig Aufwand zu kombinieren. Beim Kupferstich hingegen als Tiefdruckverfahren muss die Farbe aus den gravierten Linien gezogen werden, wofür eine Walzenpresse mit viel höherem Druck benötigt wird.
Die Herstellung eines Holzschnitts erforderte eine Arbeitsteilung zwischen dem Entwerfer, dem Reisser und dem Formschneider. Wegen der sehr unterschiedlichen Schnittweisen bei Cranachs Arbeiten ist anzunehmen, dass dieser in Wittenberg mehrere Formschneider beschäftigte. Druckstöcke bildeten. Als Hofmaler von 1505 bis zu seinem Tode 1553 bestimmte Cranach die bildliche Aussendarstellung des wohl mächtigsten Fürstengeschlechtes, nach dem habsburgischen Kaiserhof. Neben den üblichen Handwerklichen Tätigkeiten wie Anstreicher und Vergoldungsarbeiten beschäftigte sich der Hofmaler auch mit Entwürfen für Hofgewandungen, Fahnen und Festdekorationen. Seine Vorranginge Tätigkeit bestand jedoch repräsentative Bilder zu Schafen, die der Ausstattung der Kurfürstlichen Residenzen dienten, jedoch ebenso im diplomatischen Verkehr als Geschenke an befreundete Höfe dienten. Zu diesem Zweck entstanden in der Werkstatt Cranachs zahllose Porträts, mythologische und biblische Historien sowie Jagd- und Turnierdarstellungen. Die frühzeitige Parteinahme der sächsischen Kurfürsten für Luther und dessen Verbundenheit zur Cranachfamilie bedingte das die Cranachwerkstatt eine wesentliche Rolle an der Verbreitung des reformatorischen Gedankengutes innehatte. Unmittelbar mit Beginn der Reformation begann Lucas Cranach mit der Anfertigung von propagandistischen Druckgraphiken und Spottbildern welche als Flugblätter eine immense Verbreitung erfuhren. Dabei vollzog sich insbesondere in der protestantischen Welt eine Veränderung der Bildsprache. Der Hof als wichtigster Auftraggeber der Künste begann die Kirche langsam abzulösen. Der Verweis auf den Auftraggeber wird durch das sächsische Doppelwappen bekräftigt, welche Cranach von Beginn seiner Tätigkeit als Hofmaler anwendete.