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Das Verschwinden der dreijährigen Britin Madeleine McCann vor zehn Jahren in Portugal zählt zu einem der Aufsehen erregendsten Fälle weltweit. Die Eltern haben bis heute die Hoffnung nicht aufgegeben, ihr Kind wiederzufinden.
Scotland Yard teilte diese Woche mit, dass weiterhin vier Beamte mit einer «kleinen Zahl von entscheidenden Ermittlungssträngen» befasst seien. «Wenn wir nicht dächten, dass sie bedeutend sind, würden wir nicht weitermachen», sagte Mark Rowley, Leiter für Sonderermittlungen bei Scotland Yard. Weiterhin könne nicht ausgeschlossen werden, dass Maddie noch am Leben sei.
Eine Chronik des mysteriösen Verschwindens der kleinen Maddie.
Kurz vor ihrem vierten Geburtstag verschwindet Maddie aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve-Küste. Madeleines Mutter fleht im Fernsehen mögliche Entführer an, das Kind freizulassen. Fotos des blonden Mädchens gehen um die Welt.
Die Eltern gelten zu diesem Zeitpunkt als Verdächtige. Medien berichten, die Polizei gehe von einem Unglücksfall aus – die Eltern hätten die Leiche verschwinden lassen.
Die portugiesische Polizei stellt die Ermittlungen ohne Ergebnis ein. Für ein Verbrechen gebe es keine Beweise.
Ein Team ehemaliger Fahnder von Scotland Yard hat sich nach britischen Medienberichten im Auftrag der Eltern auf die Suche nach Madeleine gemacht. Ein Geschäftsmann finanziere die Aktion.
Zwei Jahre nach Maddies Verschwinden flehen die Eltern mögliche Entführer erneut an, ihre Tochter freizulassen. Sie nutzen dazu ein Gespräch mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey, das Millionen Zuschauer sehen.
Madeleines Eltern protestieren vergeblich gegen den Verkauf eines Buches, das der portugiesische Ex-Chefermittler Gonçalo Amaral über den Fall geschrieben hat. Er vertritt die These, das Kind sei bereits im Ferienhotel der Familie gestorben und nicht entführt worden. Die Eltern hätten mit dem Verschwinden zu tun, schreibt Amaral.
Die Mutter, Kate McCann, veröffentlicht ein Buch mit ihrer Version der Geschichte. Die Ermittlungsakten würden erneut überprüft, kündigt der damalige britische Premierminister David Cameron an.
Laut britischer Polizei ist Maddie möglicherweise noch am Leben. Es gebe Anhaltspunkte für Ermittlungslücken.
Die portugiesischen Behörden nehmen die Ermittlungen wieder auf, da es neue Indizien gebe.
Eine erneute Suche nach Spuren des verschwundenen Mädchens auf drei Brachflächen in der Nähe der portugiesischen Ferienanlage bringt keine Hinweise.
Die britische Polizei hat die Hoffnung auf eine Lösung des Falls nicht aufgegeben. Vier Beamte seien weiter mit einer «kleinen Zahl von entscheidenden Ermittlungssträngen» befasst, teilt Scotland Yard mit. (sda/dpa)