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Das Musikkollegium Winterthur ist das älteste noch existierende Collegium musicum der Schweiz. Gegründet wurde es im Jahr 1629 von einem Kreis von musikbegeisterten Bürgern der Stadt, die sich wöchentlich zum Musizieren einfanden. Heute ist es eine professionelle Musikgesellschaft, die in der zweitgrössten Zürcher Stadt ein eigenes Orchester unterhält, den Konzertbetrieb organisiert sowie Musikschule und Konservatorium führt.
Den Anlass des vorliegenden Neujahrsblatts bildet das 375-jährige Bestehen des Musikkollegiums Winterthur im Jahr 2004. Das Buch befasst sich mit dessen Geschichte im Musikleben der Stadt von seinen Anfängen bis zur Gegenwart, wobei das besondere Augenmerk den Ereignissen der jüngsten Jahrzehnte gilt. Zwischen 1920 und 1950 erlebte das Winterthurer Musikleben unter dem einflussreichen Gastdirigenten Hermann Scherchen und dank dem Mäzen Werner Reinhart seine bedeutendste Zeit, während der es auch international wahrgenommen wurde. Der Anbruch der fünfziger Jahre markierte für das Kollegium einen Epochenwechsel: 1950 verliess Scherchen Winterthur, 1951 verstarb Werner Reinhart.
Die letzten fünfzig Jahre waren geprägt von den Anstrengungen der Institution, im Bewusstsein seiner Tradition der Provinzialisierung seines Konzertlebens zu widerstehen, von seinem Kampf um die Gunst des Publikums, um Subventionen, um den Erhalt des eigenen Orchesters und der eigenen Musikschule. Die Stadt Winterthur hat heute ein vielfältiges Musikleben, in welches das Musikkollegium eingebettet ist und das nicht zuletzt auch dank ihm von überregionaler Ausstrahlung ist.