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Ungleichheit ist eines der zentralen Themen der Soziologie. Seit Karl Marx die enormen sozialen Ungleichheiten zu Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschrieben hat und vor allem ihr Potenzial für gesellschaftlichen Wandel – um es vorsichtig zu formulieren – aufzeigte, wird in der Soziologie diskutiert wie Ungleichheit entsteht, welche Folgen sie hat und wie viel Ungleichheit eine Gesellschaft erträgt. Unsere Disziplin hat sich dem Thema in allen sozialen Bereichen angenommen beginnend mit Untersuchungen zu ungleichen Bildungschancen, ungleichen Arbeitsmarktchancen, ungleichen Einkommensverteilungen, der Ungleichheit der Lebensbedingungen der Geschlechter, ungleicher Gesundheit und Lebenserwartungen – die Aufzählung liesse sich problemlos fortsetzen. Entsprechend viele Kongresse nationaler und internationaler soziologischer Gesellschaften wurden dem Thema gewidmet. Braucht es weitere Kongresse zu diesem Thema? Ist Ungleichheit immer noch ein Problem unserer Gesellschaft?