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Ursprünglich befindet sich die Eidgenössische Forschungsanstalt für viehwirtschaftliche Produktion in Liebefeld (BE). Aufgrund wachsender wissenschaftlicher Anforderungen werden Ende der 1960er-Jahre neue Versuchsgebäude unabdingbar. Der Bundesrat und die Bundesversammlung beschliessen daher den Umzug der Anstalt in die eigens zu diesem Zweck errichteten Gebäude in Grangeneuve (Posieux, FR).
Im Herbst 1970 beginnen die Architekten Schaller, Lateltin und Oberson die Bauarbeiten für das 57 Mio kostende Projekt. Nach einer vierjährigen Bauphase kann die Einrichtung der brandneuen Gebäude beginnen. Und die Eidgenössische Forschungsanstalt für viehwirtschaftliche Produktion von Grangeneuve (FAG) wird schliesslich 1976 eingeweiht.
Im Zuge der Hochkonjunktur der Viehzucht in der Schweiz, welche neue Herausforderungen, wie die Aufwertung der überschüssigen Lebensmittel tierischen Ursprungs, hervorbringt, verfolgt die FAG das Ziel, Probleme rund um die Rind- und Schweinefleischproduktion sowie die Futtermittellagerung zu analysieren. Die Nutzung von auf dem Hof produzierten Futtermitteln wird zu einem der Schwerpunktthemen in der Forschungsarbeit der FAG.
100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Ende der 1980er-Jahre bei der FAG beschäftigt. Zu diesem Zeitpunkt setzt sich der Viehbestand der Forschungseinheit aus 400 Rindern, 550 Schweinen sowie 100 Ziegen und Schafen zusammen. 67 Hektar (ha) werden für Feldversuche genutzt, davon sind 30 ha Dauergrünland, 28 ha Kunstwiese und 6 ha Mais.
1996 erhält die FAG einen neuen Namen und wird zur Eidgenössischen Forschungsanstalt für Nutztiere von Posieux (RAP). Seit dem Jahr 2000 ist die RAP schwerpunktmässig in zwei Bereichen tätig, nämlich der Forschung im Bereich Milch- und Fleischproduktion sowie der Kontrolle von Nutztierfutter. 2003 schliesst sich die RAP mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Milchwirtschaft Liebefeld zusammen, woraus die Eidgenössische Forschungsanstalt für Nutztiere und Milchwirtschaft von Liebefeld-Posieux wird. 2006 wird die Einrichtung in Agroscope Liebefeld-Posieux (ALP) umbenannt. Zwei Jahre später finden sich ALP und das Schweizerische Nationalgestüt von Avenches unter einer gemeinsamen Leitung zusammen, bevor die beiden Einheiten 2012 vollständig fusionieren.
Verschiedene Personen folgen an der Spitze der Forschungsanstalt aufeinander. Henri Schneeberger ist seit 1971 Direktor der Anstalt und begleitet aktiv die Planung sowie den Umzug der Institution nach Grangeneuve. Jacques Morel tritt 1989 dessen Nachfolge an und übergibt 1994 den Stab an Danielle Gagnaux-Morel, die die Anstalt bis 2005 leitet. Dann wird Michael Gysi Leiter der Anstalt und behält diese Funktion bis 2013, wonach er schliesslich die Zügel der zentralisierten Organisation Agroscope übernimmt.
Ab 2017 strukturiert Agroscope seine Aktivitäten neu in drei praxisorientierten 'Kompetenzbereichen für Forschungstechnologie und Wissensaustausch' sowie sieben 'strategischen Forschungsbereichen', die mit der Entwicklung wissenschaftlichen Know-Hows betraut sind. Gegenwärtig sind zwei Kompetenzbereiche in Posieux angesiedelt: 'Tiere und tierische Produkte' und 'Methodenentwicklung und Analytik'. Hinzu kommt der strategische Forschungsbereich 'Produktionssysteme Tiere und Tiergesundheit'.