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Rückkehr des Vinyl
So wie sich die Musik im Laufe der Zeit ändert, hat sich auch die Form des Mediums stetig geändert. Vom Schellack über die MD zu iTunes und Co. hat sich viel getan – und trotzdem ist gerade vor allem die Vinyl-Schallplatte wieder sehr angesagt. Ein Blick in die Vergangenheit.
Eine kurze Geschichte des Mediums
Bereits 1896 wurde ein Patent für die erste Schellackplatte abgegeben, ein Musikformat das lange Zeit als der Standard galt. Der Vorgänger der Schallplatte wurde mit 78 Umdrehung pro Minute auf dem Grammophon gespielt und war äußerst zerbrechlich. Nach langen Versuchen wurde daher in den 1930er Jahren die erste Schallplatte aus PVC wie sie heute noch bekannt und beliebt ist, von RCA Victor in England veröffentlicht. Das Format mit 33 Umdrehungen pro Minute für Alben und 45 Umdrehungen pro Minute für Singles war lange Zeit Standard, bis 1963 die Musikkassette als Nachfolger der großen Schallplatten gefeiert wurde. Mit ihr war es erstmals möglich, Musik auch unterwegs zu hören. Bei Kassetten wurde die Musik auf einem Magnetstreifen gespeichert. Der Nachteil: die Bänder waren nicht vor dem Altern gefeit und leierten nach mehrmaligem Spielen aus. Trotzdem war die MC lange Zeit die günstige und portable Alternative zur LP. Bis schließlich 1982 die erste CD auf den Markt kam. Sie war so konzipiert, dass sie Beethovens Neunte Sinfonie am Stück auf einer Seite erfassen konnte und wurde als „Vinyl-Killer“ gefeiert. Sie galt außerdem als deutlich stabiler und langlebiger als Vinyl und Kassette.
Durch die Digitalisierung der Musik kam es zu immer schnelleren Entwicklungen. Über missglückte Versuche wie die MiniDisc oder SACD setzte sich die CD als Standard hinweg und wurde erst mit Einführung von iTunes 2001 langsam immer unbeliebter.
Die Rückkehr des Vinyls
Lange Zeit galt Vinyl also als obsolet, digitale Dienste wie iTunes oder Amazon MP3 galten als der neue Weg, Musik platzsparend zu kaufen. Als dann Streaming-Anbieter wie Spotify oder Napster auf den Markt kamen, sah es gar so aus als wäre das physische Medium ganz ad acta.
Nichtsdestotrotz kam es seit 2010 zu einem explosiven Anstieg im Vinyl-Verkauf: junge Menschen entdeckten zunehmend das Format der Schallplatte für sich. Vor allem im Bereich der elektronischen Musik, in dem Vinyl nie ausgestorben war und lange Zeit als das Medium hochgehalten wurde, wurde Vinyl wieder immer mehr für DJs interessant.