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Das Klima hat das Verteilungsmuster von Adéliepnguinen seit Jahrmillionen beeinflusst. Die geologischen Funde erzählen, dass bei Gletschervorschüben die Kolonien verlassen wurden und dass während der Warmzeiten die Pinguine positiv beeinflusst worden waren und zu ihren felsigen Brutgebieten zurückkehren konnten. Aber jetzt hat die Erwärmung gemäss einer neuen Studie von Forschern der Universität Delaware einen Kipppunkt erreicht.
Der Adéliepinguin brütet als Art rund um den gesamten antarktischen Kontinent. Auf der westlichen antarktischen Halbinsel sind die Populationszahlen seit Jahren rückläufig aufgrund der schnellen Erwärmung. Doch in anderen Gebieten, wo das Klima noch stabiler und kälter ist, sind die Zahlen stabil oder sogar steigend. In einer neuen Studie der Fachzeitschrift Scientific Reports, errechnen Forscher, dass rund 30 Prozent der gegenwärtigen Kolonien bis 2060 einen Rückgang verzeichnen werden und bis 2099 sogar rund 60 Prozent. „Wir wissen es seit wenigen Jahren, dass die Rückgänge bei Adéliepopulationen mit der Erwärmung zusammenhängen. Dies suggeriert, dass viele Regionen Antarktikas sich zu stark erwärmt haben und das eine weitere Erwärmung nicht mehr sich positiv auf die Tiere auswirkt“, erklärt Hauptautorin Megan Cimino von der Universität Delaware.
Das Ziel der Forscher war das Verständnis über die Effekte des Klimawandels auf die Kolonien von Adéliepinguinen. Die Studie baute auf frühere Arbeiten auf und nutzte Satellitendaten und globale Klimamodellvorhersagen, um die gegenwärtigen und zukünftigen Populationstrends über den ganzen Kontinent zu errechnen. „Unsere Studie nutzte unglaubliche Datenmengen, um Habitatstauglichkeitsmodelle zu erstellen. Als wir diese Daten mit den Satelliteninformationen und zukünftigen Klimavorhersagen zur Meeresoberflächentemperatur und Meereis verbunden haben, konnten wir so einen Blick auf die vergangenen und zukünftigen Veränderungen in der Habitatstauglichkeit für Adéliepinguine erhalten“, erklärt Cimino das Vorgehen.
Gemäss Cimino sind die südwestliche antarktische Halbinsel, die nahegelegenen Inseln und die nördlichen Teile der antarktischen Halbinsel, die alle bereits grosse Pinguinrückgänge verzeichneten, die höchste Zahl von Temperaturanomalien aufgrund der höheren Wassertemperatur erfahren. Dies deutet darauf hin, dass die warmen Oberflächentemperaturen des Wassers einen Rückgang der Tauglichkeit der Brutgebiete in den nördlichen Breiten Antarktikas verursachen werden. „In dieser Region haben wir die meisten neuklimatischen Jahre festgestellt, im Vergleich zum Rest des Kontinents. Das bedeutet, die meisten Jahre mit wärmeren Meeresoberflächentemperaturen als normal. Diese zwei Faktoren scheinen auf der Westseite der antarktischen Halbinsel schneller und häufiger zu geschehen, als in anderen Regionen im gleichen Zeitrahmen“, meint Cimino weiter.
Doch im Gegensatz dazu beschreibt die Studie auch einige Refugien, Gebiete mit relativ stabilem Klima, die in Antarktika auch nach 2099 bestehen werden und einen artenweiten Rückgang ausgleichen könnten. Das Verständnis, wie diese Refugien funktionieren, könnte den Schlüssel zum Verständnis über die Zukunft von Adéliepinguinen beinhalten. „Die Region Kap Adare im Rossmeer beheimatet die früheste bekannte Pinguinkolonie und auch gleichzeitig die grösste Adéliepinguinkolonie der Welt. Obwohl erwartet wird, dass sich das Klima dort ein wenig wärmer wird, schaut es wie ein Refugium für die Zukunft aus. Und wenn wir geologisch zurückblicken, war es sicherlich auch eines in der Vergangenheit“, sagt Cimino. Die Forscher berichten, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Pinguine sicherlich ortsspezifisch unterschiedlich ausfallen werden, je nach regionalen Trends und dass eine südliche Konzentration im Verbreitungsgebiet der Adélies in den nächsten hundert Jahren zu erwarten sein wird. „Studien wie diese sind wichtig, denn sie fokussieren unsere Aufmerksamkeit auf Gebiete, in denen eine Art am gefährdetsten ist“, fasst Cimino zusammen. „Die Resultate können nun für Managementaufgaben genutzt werden; sie können Auswirkungen für andere Arten, die auch in diesen Gebieten leben, haben und auch auf andere Ökosystemprozesse.“
Quelle: Karen B. Roberts, University of Delaware
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