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Die Medaillenchancen waren auch ohne Schurter intakt und nun ist es Gold geworden: Florian Vogel holt sich an den Europameisterschaften die Goldmedaille, neun Sekunden vor Julien Absalon. Dritter wird Manuel Fumic.
Zum Abschluss der Europameisterschaften in Darfo Boario Terme, Italien, landet Florian Vogel den Coup und beschert der Schweiz die siebte Medaille. Vogel bezwingt Titelverteidiger Julien Absalon aus Frankreich mit zehn Sekunden Vorsprung und den Deutschen Manuel Fumic mit 40 Sekunden Differenz in einem Rennen, das bis zum Schluss offen ist.
Florian Vogel ist über die gesamte Distanz in den Medaillenrängen vertreten. Allerdings ist er es, der den Fehler macht, der dem Franzosen Stephane Tempier ein Solo gewährt. «Ich bin dann erst mal für Mathias (Flückiger) gefahren, weil ich nach meinem Fehler die Verantwortung gespürt habe. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich am Berg der Stärkste bin», gibt Vogel Einblick in diese Situation.
Die Verfolgergruppe reisst auseinander, Mathias Flückiger kann nicht mehr mithalten und es ist Vogel, der sich 30 Sekunden hinter Tempier auf die Verfolgung macht. Die Franzosen Titouan Carod und Jordan Sarrou kostet das den Anschluss. Der für das italienische Bianchi-Team fahrende Tempier zeigt drei Runden vor Schluss langsam Schwäche zeigt, doch von hinten kommt der Spanier David Valero. Zwei Runden vor Schluss geht er an Vogel vorbei und überholt im Anstieg auch Tempier.
Valero setzt sich etwas ab, doch der Iberer erleidet dann in der Abfahrt einen schweren Defekt an der Schaltung. Damit ist das Rennen um den Titel neu eröffnet. Vogel holt Tempier ein und lässt den Franzosen zurück. Doch dessen Landsmann Julien Absalon hat eine Aufholjagd gestartet geht nur noch zehn Sekunden hinter Vogel in den Anstieg hinein. Oben werden vier Sekunden Differenz gemeldet, aber Vogel behält auch mit der Mountainbike-Legende im Nacken die Nerven und holt sich seinen zweiten Europameistertitel nach 2008 in St. Wendel.
«Ich hatte das Selbstvertrauen aus den letzten Rennen, in denen ich am Schluss immer stärker geworden bin. Das war früher anders, aber inzwischen habe ich meinen Stil geändert», so Vogel. «Aber es wäre für mich auch ein gutes Rennen gewesen, wenn Absalon mich überholt hätte. Ich hatte keinen Druck.» So nennt er den Titel für sich auch «sehr bedeutsam», auch weil er zeige, dass er über eine Dekade lang Weltklasse-Leistungen anbieten könne. «Meine Saison ist so ziemlich gerettet», meinte er mit einem, Schmunzeln.
Manuel Fumic hält sich dahinter den Italiener Daniele Braidot vom Leib und gewinnt Bronze. Die anderen Schweizer können bei Temperaturen von über 30 Grad nicht mithalten. Lukas Flückiger wird Elfter (+2:28), 20 Sekunden vor Marcel Guerrini (+2:48), der Zwölfter wird. «Es ist nicht total enttäuschend, aber ich bin auch nicht zufrieden. Ich hatte vorher ein besseres Gefühl», sagt Flückiger. «Aber gut, das Gefühl ist immer schwer einzuschätzen. Nach den Schweizermeisterschaften habe ich hart trainiert, aber meine Beine waren auch nicht schlecht.»
Für Marcel Guerrini war das Ergebnis aus seiner Sicht, «das, was ich machen kann.» Er teilt sich das Rennen gut ein und verbessert sich in der zweiten Hälfte des Rennens noch von Position 15 auf 12. «Ich habe bei der Hitze gelitten wie ein Schwein, aber wohl das Beste rausgeholt.»
Andri Frischknecht belegt den 14. Rang.