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Das Streicherensemble Adligenswil hat in der Vergangenheit an verschiedene junge Komponisten Kompositionsaufträge erteilt. Die Stücke mussten für ein Laienorchester spielbar sein. Meist war ein Soloinstrument vorgesehen, das von jungen MusikerInnen gespielt wurde. Dank verschiedenen grosszügigen Sponsoren und Gönnern konnten diese Projekte finanziert werden. Für das Ensemble war und ist es immer interessant, zusammen mit einem Komponisten ein Musikstück zu erarbeiten und zum Klingen zu bringen.
Auftrag 2015 an Susannah Snow
"CH: in & out" Op.70 Nr.1 für Streichorchester und Chor
Uraufführung 10. / 11. Juni 2017
mit dem Streicherensemble Adligenswil
und dem Sankt-Martins-Chor Adligenswil, Einstudierung Josef Kost
Leitung: Simone Baumeler Vogler
Susannah Snow ist in Adelaide, Australien geboren. Mit 6 Jahren begann sie mit Klavierunterricht bei Dorothy Terry und schloss ihr Studium am Elder Conservatorium in Adelaide mit Klavier, Querflöte, Gesang und Orgel ab. Parallel dazu spielte sie Geige. Sie ist Preisträgerin des Josephine Christiansen Stipendiums für Orgel.
Ihr erstes Werk komponierte sie an einem Novembermorgen 2009 mit dem Titel: „A Christmas Song“. Dazu verwendete sie erstmals das Pseudonym Susannah Snow und verwendet dabei ihren chinesischen Mittelnamen Yim Ping, was „Glitzernder Schnee“ heisst.
Susannah Snow hat bis heute über 60 Werke komponiert, die uraufgeführt wurden und Konzertauftritte und Aufnahmen in Radio und TV-Stationen in Australien, Europa, Asien und der Schweiz durchgeführt. Sie wirkte an verschiedenen Theater- und CD-Produktionen mit und kombiniert Musik mit Kunst, Reisen, Fotografie und Film. Sie lebt seit 1988 in der Schweiz, wohnt heute in Beromünster und unterrichtet an der Kantonsschule Sursee. Sie ist auch Organistin in Kleinwangen und in der Kirche St Peter und Paul in Zürich.
Zuletzt komponierte sie den Liederzyklus "A School of Fish", eine Vertonung von Paul Klee's "Fischbild" (1925). Dieses Werk wurde im November 2015 mit der Sopranistin Carmela Konrad in der Sammlung Rosengart uraufgeführt.
"CH: in & out" beinhaltet eine musikalische Weltreise in 6 Strophen. Der Text ist per Klick abrufbar.
Auftrag 2013 an Philipp Leon Fankhauser
„Zeitbogenmädchen“ Für Streicherensemble und Soloflöte, Uraufführung 15. Februar 2014
Solistin: Eva-Maria Boppart, Flöte
Leitung: Simone Baumeler Vogler
Philipp Leon Fankhauser, aufgewachsen in Adligenswil, machte das Musikstudium in klassischer Gitarre und Komposition an der Hochschule Luzern. Seither ist er frei schaffender Musiker und Dozent für Gitarre an der pädagogischen Hochschule in Luzern. Seine Arbeiten bestehen aus zeitgenössischen Kompositionen unter anderem für das Streichorchester Uri, das Jugend-sinfonieorchester Aargau, Chamber Soloists Lucerne. Zudem macht Philipp Leon Fankhauser Produktionen in Pop / Rock / Jazz, unter anderem für den Zirkus Tortellini, sowie auch für eigene Soloprojekte.
Gedanken zum Werk
Das Zeitbogenmädchen erzählt eine Geschichte mit Tönen und Klängen. Wie in jeder Geschichte kommen die Akteure mehrmals vor. Mit jedem weiteren Erscheinen aber zeigen sie sich verändert, erscheinen in anderem Licht, wechseln ihre Bedeutung und durch ihre Wandlung verändert sich auch ihr Umfeld. Das Zeitbogenmädchen spielt mit unserer Erinnerung. Einmal Gehörtes kehrt wieder. Ist es aber wirklich immer dasselbe? Inwiefern kann von uns etwas als Wiederholung, als „alt“ wahrgenommen werden? Macht dieses Erkennen des Wiedererscheinens nicht gerade durch den Umstand, dass es als solches erkannt wird, wieder neu? Wohin würde uns diese Geschichte dann wohl überall mitnehmen?
Auftrag 2010 an Sarah Haessig
„Poemas de amor“ über 5 Gedichte von Alfonsina Storni für Streicherensemble und Solostimme Uraufführung am 12. Februar 2011
Solistin: Regula Mühlemann, Sopran
Leitung: Simone Baumeler Vogler
1980 in Zürich geboren, im Tessin aufgewachsen, lebt sie heute wieder in Zürich. Nach dem Maturitätsabschluss studierte sie Klavier an der Musik-Akademie der Stadt Basel bei Jean-Jacques Dünki und schloss das Studium mit dem Lehrdiplom ab. An der Musikhochschule Luzern bei Ivan Klansky erreichte sie das Konzertdiplom. Seit 2003 widmet sie sich der Komposition. Unterrichtet wird sie von Roland Moser und Dieter Ammann. Meisterkurse absolviert sie bei Gerard Wyss (Liedbegleitung), See Siang Wong, Werner Bärtschi, Galina Vracheva (Improvisation). Sahrah Haessig hat verschiedene Werke komponiert und tritt mit Kammermusikformationen und als Liedbegleiterin auf.
Auftrag 2007 an Felix Schüeli
„Wallalaweia“ Für Streichorchester und ein Thema aus Wagners Rheingold
Uraufführung 23. Februar 2008
Leitung: Simone Baumeler Vogler
Der in Luzern wohnhafte Komponist und Cellist Felix Schüeli ist in Rapperswil aufgewachsen. Er studierte an der Musikhochschule Luzern Schulmusik mit Hauptfach Chorleitung, Violoncello und Komposition sowie an der Royal Academy of Music and Drama in Glasgow Komposition. Felix Schüeli schrieb die Musik zum Freilichttheater "Wagners Tribschen", welches im Sommer 2005 in Luzern zur Uraufführung gelangte, und er übernahm auch dessen musikalische Leitung. Seine Kompositionen haben verschiedene nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Felix Schüeli ist als Cellolehrer und Jugendorchesterleiter an verschiedenen Musikschulen tätig.
Auftrag 2003 an Luigi Laveglia
„Shai-hulud“ Konzert für Baritonsaxofon und Streichorchester, Uraufführung 31. Januar 2004
Solistin: Nicole Pürro, Saxofon
Leitung: Ruth Hodel
Das Konzert für Baritonsaxofon und Streichorchester
von Luigi Laveglia wurde im Auftrag des Streicherensemble Adligenswil, anlässlich seines 15 jährigen Bestehens, komponiert. Der Titel des Stückes “shai-hulud” stammt aus dem Buch “Dune” von Frank Herbert. Dune ist ein Wüstenplanet. Kargheit und Trockenheit, ein unberechenbares wildes Klima und unheimliche Wesen, aber auch eine seltsame Sinnlichkeit, ja fast Romantik zeichnen diesen Planeten aus. Und auf diesem Planeten gibt es eine Substanz, mit deren Hilfe man den Raum krümmen kann. Dies macht ihn einmalig im ganzen Universum. Diese Substanz ist jedoch schwer abzubauen und sie wird bewacht von riesigen Sandwürmern. Der grösste und älteste dieser Sandwürmer heisst “shai-hulud”… „So war für mich dieses Bild des Sandwurmes der in dieser Wüstenlandschaft lebt, auf- und abtaucht und unheimlich gross und alt ist, der Ausgangspunkt für die Komposition, die ich quasi mit Tönen auf Papier gemalt habe“.
Luigi Laveglia
Er wurde 1971 geboren und ist in Luzern aufgewachsen. Nach der Matura begann er das Klavierstudium bei H. Sakagami, das er 1995 mit dem Lehrdiplom abschloss. Danach studierte er in der Konzertklasse von Karl-Andreas Kolly in Winterthur. Nach zwei Jahren jedoch entschied er sich, ausschließlich Komposition und Musiktheorie zu studieren, und er begann 1999 an der Musikhochschule Basel das entsprechende Studium bei Detlev Müller-Siemens (Komposition und Kontrapunkt) und Roland Moser (Harmonielehre). Er hat mehrere Meisterkurse für Klavier und Komposition besucht (u.a. bei James Tocco, Heinz Holliger, Wolfgang Rihm) und hat 1999, 2001 und 2003 den Studienpreis für Komposition der Kiefer-Hablitzel-Stiftung gewonnen. 2001 wurde das Werk "Illuminations" 6 Lieder nach Gedichten von Arthur Rimbaud für Bariton und Klavier im Rahmen des Europäischen Musikmonats 2001 in Basel uraufgeführt (Klanginstallation BlackBox01). In der letzten Spielsaison wurde im UG des Luzernertheaterdas Stück "encantadas - die verwunschenen Inseln" für vier Musiker und einen Schauspieler (nach Texten von Herman Melville) gespielt.