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Ernährung bei Gesundheitsproblemen
Blutverdünner und Vitamin K
Ich nehme Blutverdünner, muss ich nun auf Vitamin-K-reiche Produkte verzichten?
Vitamin K wird für die Bildung von Gerinnungsfaktorenbenötigt und spielt daher bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle. Da bei der Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten eine Verzögerung der Blutgerinnung erreicht werden soll, wirkt Vitamin K als Gegenspieler. Deshalb wird die Zufuhr von Vitamin K in Zusammenhang mit der Einnahme von Blutverdünnern immer wieder diskutiert und auf den Packungsbeilagen der Medikamente davor gewarnt. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass sogar eine sehr hohe Zufuhr von Vitamin K über die Ernährung (z.B. über Spinat, Blumenkohl oder Weisskohl) die Blutgerinnung nicht oder nur unwesentlich beeinflusst. Daher ist eine Einschränkung von Vitamin-K-reichen Lebensmitteln auch nicht nötig.
Vitaminpräparate mit Vitamin K sollten allerdings aufgrund der Gefahr einer möglichen Überdosierung gemieden, bzw. deren Einnahme mit dem zuständigen Arzt abgesprochen werden.
März 2011
Favismus
Muss man bei einem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel) auch auf andere Lebensmittel als auf Favabohnen (Saubohnen, Dicke Bohnen) verzichten?
Unter Favismus («Bohnenkrankheit») leidende Menschen weisen einen erblich bedingten Mangel des Enzyms Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD) auf. Es sind unterschiedliche Ausprägungen bekannt. Personen mit einem G6PD-Mangel sind in der Regel gesund, es kann aber nach dem Verzehr von bestimmten auslösenden Substanzen eine sogenannte Hämolyse (schnelle Zerstörung der roten Blutkörperchen) eintreten. Auslöser sind in erster Linie Medikamente, aber auch Favabohnen, daher der Name der Krankheit. Am häufigsten tritt der G6PD-Mangel bei Menschen auf, die aus dem Mittelmeerraum, Südostasien und Afrika stammen. Betroffenen wird geraten Favabohnen in jeder Form zu meiden (frisch, getrocknet, als Mehl etc.). Einige Quellen empfehlen auch bestimmte andere Lebensmittel zu meiden, wobei die Wissenschaft zurzeit keine Anhaltspunkte dazu liefert.
Dezember 2016
Gicht
Ich hatte nach der letzten Party einen Gichtanfall. Woher kommt das, und wie kann ich dem in Zukunft vorbeugen?
Die Veranlagung für Gicht ist meistens vererbt. Es handelt sich um die verminderte Fähigkeit der Nieren, Harnsäure auszuscheiden. Die Harnsäure ist das Stoffwechselprodukt von Purinen, die in allen Zellkernen enthalten sind. Die Purine stammen einerseits aus der Nahrung, andererseits aus der körpereigenen Produktion. Wenn Harnsäure ungenügend ausgeschieden wird, konzentriert sie sich im Blut. Übersteigt die Harnsäurekonzentration im Blut eine bestimmte Grenze, kristallisiert sie aus und lagert sich in den Gelenken ab (Gichtknoten). Es kann dabei zu einem sehr schmerzhaften Gichtanfall kommen. Um zukünftigen Anfällen vorzubeugen, heisst das für Ihre Ernährung Folgendes:
- Erhöhen Sie die Trinkmenge auf 2 bis 3 Liter pro Tag. Dadurch wird die Harnsäurekonzentration im Blut gesenkt. Trinken Sie hauptsächlich Wasser, Mineralwasser und Kräutertee. Bevorzugen Sie dabei bikarbonatreiches Mineralwasser (z.B. Rhäzünser, Passugger, Alpina) und meiden Sie Getränke, welche mit Fruchtzucker gesüsst sind.
- Verzichten Sie auf Alkohol, denn Alkohol wirkt sich in doppelter Hinsicht negativ aus: Zum einen entzieht er dem Körper Wasser und vermindert die Fähigkeit der Nieren, Harnsäure auszuscheiden. Zum anderen regt Alkohol die körpereigene Harnsäureproduktion an.
- Festen und Fasten ist für Gichtpatienten gefährlich. Beides lässt die Harnsäurekonzentration im Blut ansteigen; die Gefahr für einen schmerzvollen Gichtanfall steigt.
- Essen Sie viel Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Nahrungsfaserreiche Lebensmittel enthalten zwar mehr Purine als nahrungsfaserarme Lebensmittel, sie führen aber nicht zu einem erhöhten Gichtrisiko und verbessern sogar die Purinausscheidung. Eine isolierte Einnahme von Kleie hingegen ist nicht sinnvoll.
- Schränken Sie die Purinzufuhr aus tierischen Nahrungsmitteln ein, wenn die erwähnten Massnahmen keine Linderung bringen. Das heisst: Meiden Sie stark purinhaltige Nahrungsmittel wie Fleischextrakt, Innereien, Thunfisch und Sardellen möglichst ganz; essen Sie höchstens einmal täglich Fleisch oder Fisch; schalten Sie fleischlose Tage ein; entfernen Sie die Haut von Geflügel und Fisch. Konsultieren Sie zur Sicherheit eine dipl. Ernährungsberaterin oder einen Ernährungsberater.
Juni 2012