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New York - Ein halbes Jahr nach dem schweren Erdbeben in Haiti haben Hilfsorganisationen den schleppenden Wiederaufbau in dem verarmten Karibikstaat kritisiert. Trotz massiver internationaler Hilfe leben noch immer 1,6 Millionen Menschen in Notlagern, die Hälfte davon sind Kinder.
Vor allem die Kinder seien "in hohem Masse von Krankheiten, Mangelernährung, Ausschluss von Bildung sowie Missbrauch und Gewalt bedroht", warnte das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF am Montag in einer in New York veröffentlichten Zwischenbilanz. Es rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Schutz und Hilfe für die besonders benachteiligten Kinder zu verstärken.
"Die Kinder brauchen weiter dringend unsere Unterstützung. Zu viele leben immer noch unter inakzeptablen Bedingungen", erklärte die UNICEF-Leiterin in Haiti, Françoise Gruloos-Ackermans.
Als grossen Erfolg der internationalen Hilfe werte UNICEF die Tatsache, dass es bisher gelungen sei, Hunger und Epidemien in Haiti zu verhindern. Allerdings sei ein nachhaltiger Wiederaufbau noch lange nicht erkennbar. Nach Einschätzung von UNICEF muss die eigentliche Nothilfe noch mindestens 18 Monate weitergehen, damit die humanitäre Krise sich nicht verschärfe.
Ministerien und öffentliche Verwaltungen seien nur eingeschränkt handlungsfähig. Darüber hinaus erwarten Meteorologen mit der beginnenden Hurrikan-Saison in den kommenden Wochen schwere Stürme und Regenfälle, durch die Überschwemmungen in den Notlagern drohen.
Bei dem Erdbeben der Stärke 7,0 am 12. Januar waren zwischen 250'000 und 300'000 Menschen ums Leben gekommen. Haitis ohnehin marode Infrastruktur wurde weitgehend zerstört.
SDA-ATS