Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03144.jsonl.gz/2900

Patricia Kopatchinskaja
“Naturgewalt” Tagesspiegel (Berlin)
Patricia Kopatchinskajas Repertoire reicht von Barockmusik auf Darmsaiten über Klassik, Romantik und Moderne bis zu Uraufführungen und sogar Stimmrollen.
Höhepunkte der Saison 2018/19 sind die Europatournée mit dem Giardino Armonico und Giovanni Antonini in einem innovativen Vivaldi-Programm; Mit Kirill Petrenko führt sie das Schönberg Violinkonzert auf und zwar sowohl mit seinem Bayerischen Staatsorchester als auch mit den Berliner Philharmonikern; Tschaikovskys Violinkonzert wird mit Teodor Currentzis und seiner MusicAeterna in Moskau und Japan aufgeführt, anschliessend auch unter Mirga Gražinytė-Tyla mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra and der Philharmonie von Los Angeles. Mit Kent Nagano erfolgt das Debut mit dem Orchestre symphonique de Montréal.
Ein Schwerpunkt Kopatchinskajas sind inszenierte Konzerte: 2016 wagte sie in Hamburg «Bye-Bye Beethoven» mit dem Mahler Chamber Orchestra und am Lucerne Festival 2017 thematisierte sie die Umweltkrise im Projekt «Dies irae». Beide Projekte wurden 2018 am Ojai-Festival in Kalifornien wiederholt, «Bye-Bye Beethoven» auch am Aldeburgh-Festival, und «Dies irae» wird Ende der Saison 2018/19 auch mit der Berliner Staatskapelle stattfinden. Nachdem Kopatchinskaja 2014-18 als Artistic Partner des Saint Paul Chamber Orchestra in den USA amtierte, hat sie Ende 2018 die künstlerische Leitung der Camerata Bern übernommen, mit der sie inzwischen die Projekte «Krieg und Chips», sowie «Zeit und Ewigkeit» inszeniert hat. «Zeit und Ewigkeit» wurde auch am Beethovenfest Bonn und in Gent aufgeführt.
Neu erobert hat sich Patricia Kopatchinskaja Stimmrollen: Schönberg’s “Pierrot lunaire” interpretierte sie mit ihrem eigenen Ensemble aus der Camerata Bern, aber auch mit Musikern der Berliner Philharmoniker, des Amsterdamer ASKO-Ensembles, des Orchestre Symphonique de Montréal und bald auch der Göteborger Philharmoniker. Mit der Camerata Bern wagte sie sich in 2019 erstmals an die Stimmrolle von Ligeti’s «Mysteries of the Macabre».
In Recitals tritt sie wiederum mit den Cellisten Sol Gabetta und Jay Campbell auf. Mit der Pianistin Polina Leschenko spielt sie in dieser Saison wiederum in ersten Häusern Europas, der USA und Japans. Mit Markus Hinterhäuser spielte sie die Violinwerke von Ustwolskaja an den Salzburger Festspielen.
Die beiden letzten CD-Neuerscheinungen Kopatchinskajas haben hervorragende Kritiken erhalten: Einerseits das Violinkonzert von Michael Hersch mit dem International Contemporary Ensemble bei New Focus Recordings und andererseits das Album «Deux» mit der Pianistin Polina Leschenko. Unter den Aufnahmen der letzten Jahre finden sich drei CD’s bei ECM: Werke von Tigran Mansurian mit Amsterdam Sinfonietta, Werke von Kancheli mit Gidon Kremer, sowie Werke von Ustwolskaja mit Polina Leschenko und Reto Bieri. Bei Alpha Classics erschien die innovative Duo-CD “TAKE TWO” und die ebenfalls bei Alpha erschienene CD “Der Tod und das Mädchen” mit dem Saint Paul Chamber Orchestra gewann 2018 einen Grammy. Mit Heinz Holliger und dem WDR-Orchester nahm Kopatchinskaja das Schumann Violinkonzert und dessen Fantasie bei Audite auf. Die Aufnahme mit Konzerten von Bartók, Ligeti und Peter Eötvös für Naïve holte den Gramophone ‘Recording of the Year’ Award 2013 und 2014 eine Grammynomination.