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(Zürich)(PPS) Save the Children veröffentlicht zum internationalen Weltmädchentag eine Rangliste vom besten zum schlechtesten Land für Mädchen. Die Schweiz landet unter den Top 10 – bleibt allerdings hinter Ländern wie Slowenien oder Portugal zurück. Entscheidende Faktoren sind mitunter Frühverheiratung und Frauenanteil im Parlament. Weltweit wird weiterhin alle sieben Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet.
Erstmals veröffentlicht Save the Children in seinem Bericht «Jedes Einzelne Mädchen» eine Rangliste der besten und schlechtesten Länder weltweit für Mädchen. Der Index umfasst 144 Länder und beruht auf fünf Indikatoren: Frühverheiratung, Schulbildung für Mädchen, Schwangerschaft bei Jugendlichen, Müttersterblichkeit und Frauenanteil im Parlament. Die Schweiz erreicht im Index Platz 9 – hinter Ländern wie Schweden (Platz 1), Slowenien (Platz 7) oder Portugal (Platz 8); und vor Deutschland (Platz 12) oder den USA (Platz 32).
Niger landet auf dem letzten Platz der untersuchten Länder (144). Hier werden 76% aller Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Die 20 letztplatzierten Länder liegen allesamt in Sub-Sahara Afrika, wo die Frühverheiratung weit verbreitet und die Schulbildung für Mädchen tief ist.
Ömer Güven, Geschäftsführer von Save the Children Schweiz, sagt: «Unser Index zeigt, wie ungerecht die Welt für Mädchen ist. Und das, obwohl Investitionen in die Gesundheit, die Bildung und die Selbstbestimmung von Mädchen ein sicherer Garant für die Entwicklung ganzer Gesellschaften wären. Wenn Mädchen die Schule abschliessen, wenn sie nicht vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet werden, haben sie später weniger, dafür gesündere und besser gebildete Kinder.»
1,2 Milliarden frühverheiratete Mädchen bis 2050
Die internationale Gemeinschaft hat sich in den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) dazu verpflichtet, Frühverheiratung bis 2030 zu eliminieren. Doch wie der neue Bericht von Save the Children zeigt, wird weltweit nach wie vor alle sieben Sekunden ein Mädchen unter 15 Jahren verheiratet.
Wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, wird die totale Anzahl Frauen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden, von heute 700 Millionen bis 2030 auf 950 Millionen und bis 2050 sogar auf 1,2 Milliarden ansteigen.
Save the Children fordert Regierungen und Entscheidungsträger zum Weltmädchentag dazu auf, in die Bildung, den Schutz und die Förderung von Mädchen zu investieren und entschieden gegen Frühverheiratung und andere diskriminierende Praktiken vorzugehen.
Zweithäufigste Todesursache bei Mädchen: Schwangerschaft & Geburt
Der neue Bericht von Save the Children zeigt ausserdem:
- Jedes Jahr bringen 2,5 Millionen Mädchen unter 16 Jahren ein Kind zur Welt. 75.000 Mädchen sterben jährlich an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt. Damit bilden Schwangerschaften die zweithäufigste Todesursache bei Mädchen zwischen 15 und 19 (nach Suizid).
- Mädchen, die von Konflikten betroffen sind, werden häufiger im Kindesalter verheiratet. Flüchtlingsfamilien gehen so mit schwindenden Ressourcen um.
- Mädchen aus armen Familien sind häufiger von Frühverheiratung betroffen. In Nigeria werden 40% aller Mädchen aus armen Familien vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. In wohlhabenderen Familien sind nur 3% betroffen.
- In absoluten Zahlen sind am meisten Mädchen in Indien von Frühverheiratung betroffen. 47% aller Mädchen werden hier vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet – das entspricht 24,6 Millionen.
Save the Children
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