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KLASSIFIKATION FCI: Standart Nr. 223, Gruppe 1: Huetehunde und Treibhunde, Sektion 1: Schäferhunde Ohne Arbeitsprüfung
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:
Die Hauptaufgabe des Holländischen Schäferhundes war ursprunglich die eines Schäferhundes auf dem Land. Die Holländer hatten schon sehr früh eine landwirtschaftliche Kultur, die unter anderem von Schafherden in Stand gehalten wurde. Die Hunde mussten die Herden von den Feldern fern halten, welches sie durch das patrolieren der Grenzen von Strassen und Feldern taten. Ausserdem begleiteten sie die Herden auf ihrem Weg zu den gemeinsamen Wiesen, Märkten und Häfen. Auf dem Bauernhof hielten sie Hühner fern von den Küchengärten, sie hüteten die Kühe und brachten sie zum Melken und zogen die Milchkarren. Ausserdem machten sie die Bauern auf Fremde, die sich dem Hof näherten, aufmerksam. Um 1900 gab es kaum noch Schafherden in den Niederlanden. Durch seine flexiblen Fähigkeiten war der Holländische Schäferhund sehr für Hundetraining geeignet, welches zu dem Zeitpunkt beliebt wurde. So startete er also eine neue Karriere als Polizeihund, als Such-und Fährten-Hund und als Blinden-Hund. Trotzdem ist er aber immer noch fähig Schafe zu hüten. Der erste Rasse-Standard datiert vom 12. Juni 1898.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Mittelgroßer, mittelschwerer, gut bemuskelter Hund von kräftigem, gut proportioniertem Korperbau. Ein Hund mit viel Ausdauer, einem lebhaften Wesen und intelligentem Ausdruck. Die Rasse ist vom Haar abhängend in die folgenden Varitäten unterteilt: Kurz-, Lang-und Rauh-Haar.
WICHTIGE PROPORTIONEN: Die Länge des Körpers (von der Spitze des Brustbeines bis zum Ende des Sitzbeinhockers gemessen) ist grosser als die Hohe am Widerrist, ungefähr 10:9, was zu einem trabenden Hund passt. Die Proportionen der Länge des Schädels und des Fangs sind 1:1.
VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN): Sehr treu und zuverlässig, immer aufmerksam, wachsam, aktiv, unabhängig, mit großer Ausdauer, intelligent, bereit folgsam zu sein und mit den Eigenschaften eines echten Schäferhundes ausgestattet. Der Holländische Schäferhund arbeitet gerne mit seinem Besitzer zusammen und erledigt unabhängig jegliche Aufgaben, die ihm gestellt werden. Beim Hüten von großeren Herden muss er die Fähigkeit haben mit mehreren anderen Hunden zusammen zu arbeiten.
KOPF: In guter Proportion zum Körper. Von oben und von der Seite gesehen ist er keilformig. Seine Form ist ziemlich länglich, ohne Falten, trocken, mit flachen Wangen und ohne ausgeprägtes Jochbein. Bei der Rauhhaarvarietät scheint der Kopf eine mehr viereckige Form zu haben, was nur eine optische Täuschung ist.
OBERKOPF :
Schädel : Flach
Stopp: Wenig ausgeprägt aber klar sichtbar.
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm : Schwarz
Fang Etwas länger als der flache Schädel. Nasenrücken gerade und parallel mit der oberen Linie des Schädels.
Augen: Dunkele Farbe und mittelgroß. Die Augen sind mandelformig und etwas schräg platziert. Die Augen sollten nicht zu weit auseinander stehen und auch nicht hervor stehen.
Ohren : Mittlere Große. Im Erregungszustand stehen die Ohren hoch aufgerichtet.
HALS: Nicht zu kurz, trocken, ohne Wamme, allmählich in den Körper ubergehend.
KÖRPER: Kräftig aber nicht ohne Adel.
Ruckenlinie : Sanfter und weicher Ubergang vom Hals zur oberen Linie des Korpers, in welcher der Kopf und Hals in einer naturlichen Pose gehalten werden.
Rücken: Gerade und kräftig.
Lenden: Kräftig, weder lang noch schmal.
Kruppe: Etwas abfallend, nicht kurz.
Brust: Tief und lang genug, nicht schmal, Rippen etwas gewolbt.
Untere Profillinie und Bauch: Etwas hochgezogen.
Vorderbrust : Ziemlich gut entwickelt.
RUTE:
In Ruhe gerade nach unten hängend oder leicht gebogen reicht sie bis zu den Sprunggelenken. In der Bewegung wird sie elegant höher getragen jedoch nie seitlich oder als Ringelrute.
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GLIEDMASSEN:
VORDERHAND:
Allgemeines: Die Vorderbeine sind kräftig, von guter Länge und gut bemuskelt. Die Knochen sind solide aber nicht schwer. Immer senkrecht, in Form einer Geraden aber mit ausreichender Federung im Vorderfusswurzelgelenk.
Schulter: Schulterblätter gut am Brustkorb anliegend und schräg.
Oberarm: Ungefähr von gleicher Länge wie die Schulterblätter und gut gewinkelt mit den anschliessenden Knochen.
Ellbogen: Gut anliegend.
Vorderpfoten : Oval. Zehen eng aneinanderliegend und gewölbt. Nägel schwarz und elastische Ballen von dunkeler Farbe.
HINTERHAND:
Allgemeines: Die Hinterbeine sind kräftig und gut bemuskelt. Der Knochenbau ist solide aber nicht schwer. Nicht ubermäßig gewinkelt.
Schenkel und Unterschenkel: Von ungefähr gleicher Länge.
Sprunggelenk: Senkrecht unterhalb des Sitzbeinhockers.
Afterkrallen: Nicht vorhanden.
Hinterpfoten: Oval. Zehen eng aneinanderliegend und gewölbt.
Nägel schwarz und elastische Ballen von dunkeler Farbe.
GANGWERK: Der Holländische Schäferhund ist ein Traber mit einem fließenden, gleichmäßigen und geschmeidigen Gangwerk, ohne übertriebenen Schub oder zu weit ausgreifend.
HAARKLEID
Haar :
Kurzhaar: GewÜnscht wird am ganzen Korper ein recht hartes nicht zu kurzes Haar mit Unterwolle. Kragen, Hosen und befederte Rute mussen deutlich sichtbar sein.
Langhaar: Am ganzen Körper langes, gerades, anliegendes sich grob anfühlendes Haar ohne Locken oder Wellen und mit Unterwolle. Deutliche Kragen und Hosen.
Rute rundum reichlich behaart. Kopf, Ohren und Pfoten und auch die Hinterbeine unterhalb der Sprunggelenke sind kurz und dicht behaart. Die Rückseite der Vorderbeine haben ein stark entwickeltes Haar, das nach unten zu den Pfoten in Länge abnimmt, die sogenannten Federn. Keine Fransen an den Ohren.
Rauhhaar: Am ganzen Körper -abgesehen vom Kopf-dichtes, hartes, buschiges Haar und dichte Unterwolle. Das Haarkleid muss dicht geschlossen sein. Ober-und Unterlippe sollten reichlich behaart sein (der sogenannte Schnauz-und Kinnbart) und zwei gut entwickelte, struppige, harsche Augenbrauen, welche auffällig sind aber nicht ubertrieben. Die Befederung ist nicht weich. Das Haar auf dem Schädel und an den Wangen ist nicht so stark entwickelt. Im Profil gesehen erscheint der Kopf quadratisch. Stark entwickelte Hosen sind erwünscht. Die Rute ist rundum stark behaart. Die gestromte Farbe kann etwas weniger offensichtlich sein auf Grund des zerzausten Haares. Das Rauhaar sollte im Durchschnitt zweimal jährlich handgestrippt werden.
Farbe: Gestromt. Die Grundfarbe ist Gold oder Silber. Die goldene Farbe kann von heller Sandfarbe bis zu kastanienrot variieren. Die Stromung erstreckt sich klar uber den ganzen Körper, auch an Kragen, Hosen und Rute. Zu viel schwarz ist unerwünscht. Eine schwarze Maske ist bevorzugt. Grosse weisse Markierungen an der Brust oder den Pfoten sind nicht erwünscht.
GRÖSSE UND GEWICHT:
Widerristhöhe: Rüden: 57 - 62cm ca. 30 kg. Hündinnen: 55 - 60 cm ca. 28 kg.
FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.
DISQUALIFIZIERENDE FEHLER:
• Aggressive oder übermässig ängstliche Hunde
• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, mussen disqualifiziert werden.
• Fehlender Rassetyp
N.B.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im odensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschliesslich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.