Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03490.jsonl.gz/1711

Menschen mit Behinderung müssen sich ihren Lebensunterhalt im ersten Arbeitsmarkt ganz oder teilweise verdienen können. Sie benötigen also Arbeitsplätze. Dies entspricht dem Leitsatz der Invalidenversicherung (IV) - «Eingliederung vor Rente».
In unserer Gesellschaft ist Arbeit wahrscheinlich der wichtigste Faktor für gesellschaftliche Integration. Logischerweise sollen deshalb alle Menschen mit Behinderung, wenn sie dies wollen, eine befriedigende, ihren Bedürfnissen entsprechende Arbeit finden können.
Leider ist dieser Anspruch nicht erfüllt. Menschen mit Behinderung gehören zu jener Gruppe, die bei der Stellensuche diskriminiert wird und keine Arbeit findet – trotz der viel versprechenden Visionen der laufenden IV-Revision.
Zu wenig Arbeitgebende sind bereit, Menschen mit Behinderung einzustellen, auch wenn diese die Anforderungen der Stelle erfüllen:
Die Arbeitslosenquote ist bei Menschen mit Behinderung höher:
Ende der 90er Jahre betrug die Arbeitslosenquote der Menschen mit Behinderung 6,8 Prozent; für die Gesamtbevölkerung lag sie bei 3,3 Prozent (OECD, 2004)
Behinderte Jugendliche, welche die nötigen Fähigkeiten aufweisen würden, haben bei weitem nicht alle die Gelegenheit, eine Lehre oder eine schulische Regelausbildung zu absolvieren:
Menschen mit Behinderung werden auf unterschiedliche Weise diskriminiert
Menschen mit einer unsichtbaren Behinderung erwähnen diese Behinderung in bestimmten Situationen nicht.
Menschen mit Behinderung sind verschiedenen Vorurteilen ausgesetzt.
So wird bei Menschen mit einer cerebralen Behinderung angenommen, dass ihre kognitiven Fähigkeiten schwach entwickelt sind, was nicht der Realität entspricht (vgl. Alexandre Jollien). Oft wird auch davon ausgegangen, dass die Produktivität und die Kommunikationsfähigkeiten (je nach Behinderung) schlechter sind als jene einer nicht behinderten Person.
Vielfach glaubt man, dass Menschen mit einer psychischen Behinderung einfach der Wille fehlt.
Oft hört man, dass sie ihre Schwierigkeiten überwinden könnten, wenn sie sich nur bemühten. Diese Annahmen zeigen, wie verfälscht die Wahrnehmung psychischer Behinderung ist. Diese Annahmen sind weit verbreitet und haben grossen Einfluss auf die 4. und 5. sowie die laufende 6. IV-Revision.
Suche