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Die enge Beziehung zwischen der Sau und ihren Ferkeln ist von grosser Wichtigkeit für das Überleben der Ferkel und die Entwicklung vieler Verhaltensweisen. Für die Zucht muss das übergeordnete Ziel die Produktion gesunder Tiere sein.
Fortpflanzung
Im Freiland bauen Sauen ein Wurfnest, das verschiedene Schutzfunktionen hat und die Bindung zwischen Sau und Ferkeln fördert. Nestbauverhalten ist für eine Sau sehr wichtig. Sie ist dazu hoch motiviert. Nestbaumaterial ist für sie kurz vor dem Abferkeln ebenso wichtig wie Futter. Selbst wenn Sauen ein vorgefertigtes Nest angeboten wird, reduziert sich ihr Nestbauverhalten nicht. Um ihrem Nestbaubedürfnis entgegen zu kommen, ist für Sauen einige Tage vor dem Abferkeln ausreichend Langstroh oder sonstiges zum Nestbau geeignetes Material vorgeschrieben. Zudem sind Abferkelbuchten so zu gestalten, dass sich die Sau frei darin drehen kann.
Sau und Ferkel leben in den ersten Wochen nach der Geburt eng zusammen. Diese enge Beziehung ist für die Entwicklung der Ferkel von grosser Bedeutung.
Nach der Geburt ist es wichtig, dass die Ferkel innert kurzer Zeit Milch aufnehmen können, da sie ohne körperliche Reserve zur Welt kommen. In den ersten Lebenswochen ernähren sich die Ferkel fast ausschliesslich von Milch. Die Aufnahme fester Nahrung beginnt im Alter von zwei Wochen. Die natürliche Entwöhnung geschieht in einem langsamen Prozess und ist 3 - 4 Monate nach der Geburt abgeschlossen.
Schweinezucht
Übergeordnetes Ziel jeder Schweinezucht muss die Produktion gesunder Tiere sein. Zuchtziele, welche das Wohlergehen oder die Würde der Tiere beeinträchtigen, sind nicht erlaubt.
In den 1960er Jahren wurden fettarme, schnell wachsende und gut bemuskelte Schweine gezüchtet. Dies hatte eine Veränderung im Hormonsystem und im Stoffwechsel zur Folge, was die Stressanfälligkeit erhöhte. Dem schnellen Muskelwachstum können Knochen- und Organwachstum nicht folgen, wodurch es häufiger zu Arthrosen und Herz-Kreislaufproblemen kommt. Die Zucht in der Schweiz hat bereits in den 1970er Jahren mit angepassten Zuchtzielen darauf reagiert. Dank systematischer Selektion ist die Stressanfälligkeit bei Schweizer Rassen kein Thema mehr.
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Letzte Änderung 24.11.2016