Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03135.jsonl.gz/2549

Blatter-Hofmann Heinrich, Bauherr und Politiker 1837-1912
Heiri Blatter war ein initiativer und umtriebiger Winterthurer gewesen. Er galt auch als eine der originellsten Figuren, der als Politiker, Bauherr, Fabrikant und Spekulant breite Spuren in der Baugeschichte der Eulachstadt hinterliess.
Heinrich Blatter kam am 6. Mai 1837 als Sohn des Holzhändlers Jakob Blatter in Winterthur zur Welt. Nach einer kaufmännischen Lehre zog er 1859 nach Nordamerika. In New Orleans erlebte er die Wirren des wütenden Bürgerkrieges. 1866 kehrte er nach Winterthur zurück. Mit Vater und Bruder baute Heinrich Blatter ein Baugeschäft auf. Bald schon bauten sie Häuser in eigener Regie, um sie in erster Linie wieder zu verkaufen.
Heiri Blatter war auf den Ebenen Geschäft, Politik und Geselligkeit tätig, was ihm bald Ansehen und Einfluss brachte. Er war Schütze und Turner und glänzte in diesen Reihen als humorvoller Redner. Als Anhänger der Demokratischen Bewegung kämpfte er für eine Revision der Kantonsverfassung und gegen den Zürcher Zentralismus. Als Verwaltungsrat der Nationalbahn war er hingegen ohne Ehre geblieben. 1872 wurde er in den Stadtrat gewählt. In diesem Gremium übernahm er zuerst das Bau- und später das Polizeiamt.
Der Tod seines Vaters und seines Bruders sowie die grosse Krise nach dem Nationalbankkonkurs trieben ihn dazu, das politische Mandat abzugeben und sich auf den Familienbetrieb zu konzentrieren. 1868 hat sich Blatter mit Anna Hofmann verheiratet. Ihre zwei Kinder sind aber bereits sehr jung gestorben.
Gegen Ende des Jahrhunderts –die Wirtschaft kam wieder in Schwung- kam seine grosse Zeit als Bauunternehmer. Zwischen 1887 und 1906 errichtete er gegen 100 vor allem Wohnbauten im nord-westlichen Teil des damaligen Stadtgebietes.
Mit seinen Bauten hat Blatter nicht nur Geld verdient, sondern er hat auch für das Stadtbild grosses geleistet. Sein emsiges Schaffen ist auch dokumentiert, dass er auch noch das Landwirtschaftsgut „Rychenberg“, heute bei der Musikschule gelegen, und in Dinhard eine Ziegelei führte.
Er ist am 28. Januar 1912 verstorben. Im zu Ehren wurde auch eine Strasse, die zur Erschliessung eines von ihm erbauten Quartiers in unmittelbarer Nachbarschaft zum Brauerquartier, benannt. Die Blatterstrasse verbindet parallel zur Brunngasse die Lind- und die Brauerstrasse.