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Schnider, Urs (1914-1992)--DB3215
Person
Lebensdaten
1914-30.12.1992
Mädchenname, Herkunftsort bzw. Heimatort
Zivilstand, Konfession, Nachkommen
Verheiratet
Soziale Herkunft, verwandtschaftliche Beziehungen
Ausbildung, berufliche Tätigkeit und Funktionen in der Öffentlichkeit
Ausbildung
Ing. agr. ETH, Abschluss 1941; Dreijährige Handelsschule Solothurn
Berufsausübung
Verband Ostschweizerischer Landwirtschaftlicher Genossenschaften (VOLG) Winterthur: Verbandssekretär 1967-1979 (als Nachfolger von Champion, Walter--DB4416), Redaktor des "Genossenschafters" 1967-1979 (als Nachfolger von Champion, Walter--DB4416 und Vorgänger von Diener, Mathias (1946-)--DB4407), Beratungsdienst für Hilfsstoffe: Leiter 1945-1966, Mitarbeiter ab 1941.
Funktionen in landwirtschaftlichen Institutionen
Funktionen in anderen Institutionen
Funktionen in der Politik
Biographische Skizze
Urs Schnider wuchs auf einem Bauernhof in der Grenchner-Witi auf. Nach dem Studium der Agronomie trat er im Herbst 1941 als Volontär in die Dienste des VOLG ein. Als der VOLG 1945 beschloss, die Beratungen im Bereich der landwirtschaftlichen Hilfsstoffe zu einem zentralen Beratungsdienst des Genossenschaftsverbandes auszubauen und in einer eigenen Abteilung zu organisieren, wurde Schnider mit dieser Aufgabe betraut. In seiner Funktion als Leiter des Beratungsdienstes verfasste er von 1946 bis 1966 ein 21 Bände umfassendes Arbeitstagebuch im Umfang von mehr als 5'000 Seiten. Darin dokumentiert, beschreibt und kommentiert Schnider seine Beratungstätigkeit, die von Beratungen einzelner Bauern und Bäuerinnen über Kontakte zu Verwaltern der örtlichen Genossenschaften bis zu Vorträgen und Referaten in landwirtschaftlichen Schulen und vor bäuerlichen Versammlungen reichte. Zentral für Schniders Tätigkeit als Leiter des VOLG-Beratungsdienstes war seine eigene, kontinuierliche Weiterbildung. So besuchte er Kolloquien an der ETH, deren Bibliothek er ebenso regelmässig besuchte wie Chemische Fabriken, Samenhändler und die med.-vet. Fakultät der Uni Zürich. An den Generalversammlungen der Gesellschaft Schweizerischer Landwirte nahm er ebenso teil wie an den Sitzungen der Pflanzenbaukommission des Schweizerischen Landwirtschaftlichen Vereins. Das Tagebuch ist eine einmalige Quelle zur Illustration der teilweise revolutionären Änderungen im Agrarsektor der 1950/60er-Jahre. Wie Urs Schnider waren beispielsweise auch Tanner, Kurt--DB3548 und Hänni, Hans (1914-1970)--DB1481 im Bereich des chemischen Pflanzenschutzes tätig. Beide hinterliessen kleine Archivbestände (AfA Nr. 773 und 774), in denen ihre rege Vortragstätigkeit zum Pflanzenschutz dokumentiert ist.
Autor: Peter Moser
Quellen und Literatur
Eigene Publikationen
Quellen
- AfA Personendossier Nr. 2023
- Archivbestand Verband Ostschweizerischer landwirtschaftlicher Genossenschaften VOLG (AfA Nr. 260)
- Peter Moser, Kultivierung und Zerstörung lebender Organismen. Der bäuerliche Umgang mit chemisch-synthetischen Hilfsstoffen in der Übergangszeit von der agrarisch-industriellen zur industriell-agrarischen Wissensgesellschaft (1945-1975), in: Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie 1/2017, S. 19-34