Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03142.jsonl.gz/2797

Zwischen Donnerstagabend, 27.04. und Samstagmittag, 29.04. fiel verbreitet Niederschlag, am Freitag zunächst mit Schwerpunkt im Osten, am Samstag dann vor allem im Westen (Abbildung 1). Die Schneefallgrenze stieg zwischenzeitlich bis auf 2800 m, so dass vor allem im Hochgebirge Schnee fiel. Am Nördlichen Alpenkamm zwischen der Diablerets und dem Sustenhorn sowie im Unterwallis fiel oberhalb von 3000 m 20 bis 40 cm Schnee (Abbildung 2). Unterhalb von rund 2400 m fiel der gesamte Niederschlag als Regen.
Nach dem Niederschlagsende war es am Samstag im Osten teils sonnig. Mit der Nullgradgrenze bei 3000 m war es sehr mild (Abbildung 3).
Die Gefahr von nassen Lawinen stieg deutlich an und war, aufgrund des Regens, der Wärme und der fehlenden nächtlichen Abstrahlung die Hauptgefahr. Mit Regen und der Sonneneinstrahlung lösten sich am 27. und 28. April einzelne, vor allem aber am Samstag, 29. April zahlreiche grosse Nass- und Gleitschneelawinen und teils auch sehr grosse Nassschneelawinen (Abbildungen 4 und 5). Die Lawinen rissen häufig flächig an. Wegen der geringen Schneehöhen waren aber die Ablagerungen im Verhältnis zu den Anrissbreiten relativ klein. Am Sonntag, 30. April nahm die Lawinenaktivität ab.
Besonders gross war die Aktivität in Höhenlagen zwischen 2200 und 2800 m (Abbildungen 4 bis 6, Bildstrecke). In dieser Höhenlage war die Schneedecke vor diesem Regen an den Nordhängen noch meist trocken. Durch eindringendes Schmelzwasser wurde die Schneedecke geschwächt. Besonders dort, wo schwache Schichten in der Schneedecke eingelagert waren, also vor allem in den eher schneeärmeren, inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens lösten sich nasse Schneebrettlawinen an Nordhängen in bodennahen Schichten. Vereinzelt brachen aber auch am Alpennordhang Lawinen tief in der Schneedecke (Abbildung 6). Auch an Ost-, Süd-, und Westhängen, an welchen die Schneedecke vorgängig schon bis gegen 3000 m hinauf durchfeuchtet war, gab es nasse Lawinen (Abbildung 7). Allerdings waren sowohl deren Anzahl als auch deren Grösse tendenziell kleiner. Im Nachhinein beurteilt wäre die Stufe 4 (gross) für nasse Lawinen besonders inneralpin in Graubünden gebietsweise gerechtfertigt gewesen.
In dieser Berichtsperiode ereigneten sich zwei Lawinenunfälle mit Personen, beide am Samstag, 29. April. Im Gebiet Zermatt (VS) lösten Personen eine nasse Schneebrettlawine aus, wobei eine Person erfasst und leicht verletzt wurde (vgl. Bildstrecke). Im Gebiet Samnaun wurden zwei Personen von einer Gleitschneelawine erfasst, eine Person verunglückte dabei tödlich.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.