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WAS DIE PRESSE SAGT...
Bebbi vom 23. Oktober 1996, Bericht von Marco Studer:
"<Römer> flogen nach Rom - Salve Roma! Basilea. - Wir schreiben das Jahr 69 nach Christus. Auf dem Thron sitzt der römische Kaiser Titus Flavius Vespasian. Es ist ruhig in Rom, bis unsere neuzeitlichen Basler-Römer angeflogen kommen. Römer im Flugzeug? Jawohl, die ersten Römer, die flogen, kommen aus Basel! Die Gruppe <Cives Rauracorum> ist eine Gruppe von Baslern, die es sich hobbymässig zur Aufgabe gemacht hat, die Lebensumstände und den Alltag römischen Lebens hypothetisch zu rekonstruieren und so authentisch als möglich nachzuvollziehen. Im Juni wurde die Römer-Truppe für Promotionszwecke von der Crossair engagiert. Hierbei verdienten sich die 'Bürger von Augusta Raurica' je einen Hin- und Rückflug nach Rom.
Vergangenen Freitag war es soweit. Rund ein Dutzend Römer flogen vom Basler Flughafen aus in Richtung italienische Hauptstadt. <Wir haben bewusst auf unsere Schwerter und Schilde verzichtet>, erklärte der Ober-Römer Otto Hänzi. <Auch die Helme haben wir zu Hause gelassen. Das Metall hätte ziemlich sicher den Zoll und die italienische Polizei in Aufruhr versetzt.> In Rom haben die Basler-Römer auf dem Forum das Vexillum - das Legionsbanner - dem Imperator, dem Senat und dem Volk von Rom geweiht."

Ein Teil der Bürger von Raurica und Windisch, sowie zwei der Legionäre der 11. Legion vor dem Abflug nach Rom (Foto: Marco Studer)
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Doppelstab vom 24. Oktober 1996:
"Die <Cives Rauracorum> (Bürger von Raurica) starten durch. Im letzten Jahr marschierten sie mit Originalausrüstungen (über 40 Kilogramm schwer) und in genagelten Militärsandalen mit sechs Maultieren über die Bündner Alpen nach Augst.
Letzten Freitag zogen sie nach Rom - in gleicher Ausrüstung, ohne Maultiere. Startpunkt: Flughafen Basel-Mulhouse.
<Es ist eine absolute Weltpremiere, dass die alten Römer fliegen>, scherzt Otto Hänzi. Er ist - wie die anderen <Cives> - ein Fan der antiken Lebensart mit dem Drang, Geschichte lebendig zu machen. Was sie in Rom taten? <Dem Imperator das Legionsbanner weihen...> (mth)"
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Basler Zeitung vom 13. Juni 1997, Interview von Till Hein:
"<Römer> seit der Primarschule! Die Römergruppe <Cives Rauracorum> bietet <Geschichte zum Anfassen>. In möglichst authentischer Ausstattung bringt sie dem Publikum den römischen Alltag näher. Am Sonntag sind <Cives Rauracorum> auf dem Römertag im <heimischen> Augusta Raurica zu sehen. Pilum-(Speer-)werfen, aber auch die Eleganz des römischen Wohnens werden die Römer-Freaks dort demonstrieren. Weitere Highlights des Römertages sind Knochenschnitzer, Salbenhersteller, eine Pferdekutsche sowie römische Weine und Speisen. Die Basler Zeitung sprach mit Otto Lukas Hänzi, dem Chef der <Cives Rauracorum> und Koordinator aller schweizerischen Römergruppen.
BaZ: Wie kamen Sie im zwanzigsten Jahrhundert auf die Idee, gerade eine Römergruppe zu gründen?
Otto L. Hänzi: Die Römer sind schon sehr lange mein Hobby. Mit sieben Jahren waren wir auf einem Schulausflug in Augusta Raurica. Dort gab es zwar damals noch nicht so viel zu sehen wie heute. Aber ich war begeistert. Als Mittelschüler habe ich dann ein Modell dieser Römersiedlung gebaut, das die Stiftung <Pro Helvetia> sogar auf einer Ausstellung in Dakar präsentierte. Durch diese Arbeit ergaben sich erste Kontakte zum Römermuseum Augst und verschiedenen Archäologen. Natürlich war ich auch lange Fasnächtler und Laienschauspieler. Und als ich vor fünf Jahren ein Mittelalter-Spektakel in Lenzburg sah, wusste ich: So etwas muss ich mit <Römern> machen.
BaZ: Was ist typisch für die Römergruppe <Cives Rauracorum>?
Hänzi: Wir leben im ausgehenden ersten Jahrhundert nach Christus, der Blütezeit Augusta Rauricas. Alles nach dem zweiten Jahrhundert ist für uns <science fiction>. Natürlich sprechen wir trotzdem nicht nur Latein. Es geht uns aber um grösstmögliche Authentiziät. Beispielsweise sind alle unsere Römerkleider handgenäht. Und vor allem sind wir, im Gegensatz zu fast allen anderen Gruppen, keine militärische Legion. Wir wollen den Alltag der römischen Zivilbevölkerung aufleben lassen.
BaZ: Gibt es bei euch auch Frauen?
Hänzi: Unsere jüngste Römerin war ein Jahr alt. Doch das Mädchen ist leider mit seinen Eltern <ins Mittelalter abgewandert> Jetzt ist das jüngste Mitglied 17 Jahre alt und das älteste knapp 60. Noch immer sind die Hälfte von unserer Gruppe Frauen. Aber wir sind eine kleine Gruppe von 15 Leuten, wenn man die befreundeten Legionäre mitzählt.
BaZ: Die Gruppe ist in Augusta Raurica verwurzelt. Was war das Spannende an dieser römischen Siedlung?
Hänzi: Wie Basel heute im Schatten von Zürich steht, ging es vor knapp 2000 Jahren Augusta Raurica mit dem dominanten Mogontiacum (Mainz), der damaligen Hauptstadt der Provinz Obergermanien. Augusta Raurica war ein blühendes, leicht zweitrangiges Grenzstädtchen, mit allen seinen Qualitäten. Ich brauche keine Metropole. Das wirkliche Leben findet doch auch heute in den zivilisierten Provinzstädten statt."
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Basler Woche von Freitag, 7. August 1998:
"Gaius Annaeus Lucanus Otho, ein <Bürger Roms> mit Internet-Adresse. Für eine Gruppe von rund zwanzig Frauen und Männer aus der Region sind die alten Römer die Grössten. Ihr Hobby ist es, römische Lebensart darzustellen. Sie nennen sich <Cives Rauraci> und sind eigentlich nüchterne Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts. Was sie miteinander verbindet, ist ihre Leidenschaft für die alten Römer.
Otto Lukas Hänzi, ein Basler Architekt, erklärt die Ziele der losen Vereinigung programmatisch: <Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den römischen Alltag zu rekonstruieren und möglichst authentisch nachzuvollziehen.> Dazu ist eine zeitliche und geographische Eingrenzung nötig. Das nahe Augusta Raurica mit seiner Blütezeit im ersten jahrhundert nach Christus ist die Heimat der <Cives Rauraci>
<Wir versuchen, uns ein realistisches Bild zu machen. Grundlagen sind die archäologischen und historischen Erkenntnisse. Aber auch der praktische Umgang mit dem Material, zum Beispiel das Anfertigen von Ausrüstungsgegenständen, bringt eine immer grössere Perfektion. Wir möchten einer breiten Oeffentlichkeit 'Geschichte zum Anfassen' bieten>, erklärt Hänzi.
Die <Cives Rauraci> spielen mit Ueberzeugung Szenen aus einer Epoche, welche die Weltgeschichte entscheidend geprägt hat. Bei regelmässigen Veranstaltungen im In- und Ausland verwandeln sie sich in Patrizier, Legionäre, Plebejer, Matronen und Priesterinnen. Anders als ähnlichen Gruppierungen geht es den <Cives Rauraci> nicht so sehr um Glanz und Gloria des Imperiums, um Strategien und militärische Grosstaten - sie sind vielmehr den schönen Dingen des zeitgenössischen Lebens zugetan - dem Essen, Trinken, Spielen, dem Theater, der Architektur und den Künsten.
Die nächste Gelegenheit, die <Cives Rauraci> in Aktion zu erleben, ist das Archäologie-Fest vom 30. August (10 bis 17 Uhr) auf dem Gelände der Römerstadt Augusta Raurica."
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Bezüglich des Römerfestes in Kalkriese vom 17./18. Juli 1999 Bericht von Jörn Spreen-Ledebur in der "Neuen Westfälischen" in Bielefeld: "(...) Weit gereist sind sie, die Fans römischer Kultur. <Etwas Fanatismus ist schon dabei>, räumt beispielsweise Lukas Hänzi aus Basel ein. In Kalkriese nennt er sich Gaius Annäus Lucanus Otho ähnliche Namen haben sich auch seine Mitstreiter gegeben. In Kalkriese seien sie zum ersten Mal - <wohl wegen des Rufs>. Und während die Römer hier im Jahre 9 untergegangen seien, <wollen wir nach 2000 Jahren zeigen, dass sie doch noch immer da sind>, merkt der Schweizer mit ironischem Unterton an.(...)"
Im Steinfurter Kreisblatt: "(...) 85 Wochenend-Römer zeigen den neugierigen Barbaren aus dem hohen Norden nun, wie ihre ideellen Vorfahren zur Zeit von Kaiser Augustus und dem Römerführer Varus gelebt haben. Zehn Gruppen neun römische und eine germanische sind aus Deutschland und der Schweiz nach Kalkriese gereist. (...) Schon am Freitag Abend hat sich der Schweizer Otto Lukas Hänzi in den Römer Gaius Annäus Lucanus Otho verwandelt. An Wochenenden wie diesem kommt er nicht nur aus Basel, sondern ist stolzer Bürger der römischen Siedlung Augusta Raurica. In seiner weissen Tunica steht er vor seinem Stand und erklärt, warum die Germanen trotz des Sieges von Arminius über Varus an gleicher Stelle vor vielen Jahren eben doch nur Barbaren waren. <Sie hatten nicht einmal eine eigene Schrift>, verkündet er.
Die Römer seien da ganz anders gewesen. Mit geballter Fachkompetenz erläutert der studierte Architekturhistoriker, wie diese Häuser bauten, Strecken massen und Nachrichten schrieben. Nebenan brutzeln Pfirsiche und Minze in einem Eisentopf und vermitteln den Zaungästen auf ihre eigene Art den Alltag im alten Rom (...)..."
Zeitungsausschnitt ohne Angabe der Zeitung, geschrieben von einem Heiner Beinke, nachdem ausgiebig über das Soldatenleben berichtet worden ist: "Gaius Annaeus Lucanus Otho hat ausgedient. Nach der aktiven Militärzeit folgt er nun mit seiner Küche und befreundeten Handwerkern den Legionen und bietet den Besuchern Köstlichkeiten wie Zucchini auf alexandrinische Art an.
Otto Lukas Hänzi, wie der Schweizer mit bürgerlichem Namen heisst, und seine <Cives Rauraci et Vicani Vindonissensi> aus Basel und Burg Windisch sind unter den 85 Darstellern authentischer Geschichte die mit der weitesten Anreise. <Wir möchten zeigen, dass es auch tatsächlich römische Zivilisten gab>, erläutert Hänzi das Anliegen der Gruppe.
Schon das Motto der Veranstaltung - <Toga, Tunica, Braca> - zeigt, dass diesmal das Militärische nicht so sehr im Vordergrund stehen sollte. Kunstschmied, Brettchenweben, Töpfer und andere mehr zeigten ihr Handwerk, römische und germanische Mode aus der Zeit um Christi Geburt konnte bei mehreren Vorführungen bewundert werden. (...)"
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EuroAirNews Nr. 2/1999 (September):
"Crossair: Einmal täglich nach Rom
'Ave': der traditionelle Gruss für die Reisenden aus der helvetisch-gallischen Provinz auf dem Weg in die Hauptstadt des Imperiums Romanum.
Crossair fliegt wieder mittags vom EuroAirport aus nach Rom-Fiumicino. Zum Eröffnungsflug engagierte das Crossair-Sales-Team von Isolde Degen drei 'Römer', welche von morgens 6 Uhr bis abends 19 Uhr den Passagieren auf dem EuroAirport römisch-crossairische Schokoladegoldmünzen schenkten und die etwas erstaunten Passagiere des Fluges nach Rom bis zum Flugzeug eskortierten."
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