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Die Schweiz wird zum Auftakt in den Viertelfinals auf das als Nummer 3 gesetzte Italien treffen, das bei der Olympia-Generalprobe im Juni EM-Silber gewann. Daneben bilden der topgesetzte Europameister Frankreich, Weltmeister Ukraine, Südkorea, Ungarn, Russland, Venezuela und Brasilien das neun Länder umfassende Teilnehmerfeld im Teamwettbewerb.
Im Trainerstab befindet sich mit Daniel Giger der letzte Schweizer Team-Medaillengewinner im Degen (1972 Silber und 1976 Bronze). Der Onkel von Fabian Kauter wird vorab im Einzel mitcoachen und den Ende Jahr zurücktretenden Schweizer Männer-Nationaltrainer Gianni Muzio unterstützen.
Im Einzel der Männer sind mit Heinzer (Weltnummer 10), Kauter (12) und Benjamin Steffen (13) gleich drei Schweizer engagiert. Heinzer, der unter anderem schon zweimal Weltranglisten-Leader war, sich zehn EM-Medaillen und acht Weltcup-Turniersiege erkämpft hat, gilt als Teamleader.
Kauter kann sich rühmen, als bislang einziger Schweizer Fechter schon zweimal Einzel-WM-Edelmetall gewonnen zu haben (jeweils Bronze 2011 und 2013). Der routinierte Linkshänder Steffen schliesslich ist der Aufsteiger der Saison, Routinier und Olympia-Debütant. Er war in Basel lange Jahre Trainingspartner von Marcel Fischer, dem Olympiasieger von 2004. Schliesslich ist für den Team-Wettkampf noch Peer Borsky nominiert, der im Falle einer kurzfristigen Verletzung eines Einzel-Teilnehmers auch in dieser Konkurrenz zum Zuge käme.
Bei den Frauen löste Tiffany Géroudet mit ihrem Sieg am europäischen Qualifikationsturnier in Prag in letzter Minute ihr Olympia-Ticket. Die 29-jährige Walliserin bestreitet wie Heinzer und Kauter ihre zweiten Olympischen Spiele in Folge.
Die Linkshänderin aus dem Wallis, aktuell nur die Nummer 59 der Welt, kann zum Auftakt ausscheiden, sie kann an einem guten Tag aber alle ausstechen. Dies bewies sie beispielsweise 2011, als sie auf dem Weg zu ihrem Einzel-EM-Titelgewinn unter anderen Olympiasiegerin Britta Heidemann ausschaltete. Leistungsfördernd könnte sich für Géroudet zudem auswirken, dass sie nach Rio ihre Karriere als Spitzenfechterin beendet.
Heinzer seinerseits will bei den Männern die Erwartungshaltung nicht überborden lassen, zumal 2012 in London trotz Topresultaten im Vorfeld und Top-Positionen in der Weltrangliste von ihm und Kauter spätestens in den Achtelfinals der Wettkampf für die Schweizer beendet war.
“Diesmal wird es im Einzel noch schwieriger als 2012, weil damals der Degenteam-Wettbewerb der Männer für einmal nicht olympisch war”, so Heinzer. “Damals gab es rund zehn Fechter, die sich nur qualifiziert hatten, weil es keinen Teamwettkampf gab. Von den 32 Fechtern wird nun kein einziger ein Freilos sein.”
Die Schweizer (Degen-)Fechter gewannen in ihrer Olympia-Geschichte bislang acht Medaillen. Einziger Goldgewinner ist der nicht mehr aktive Marcel Fischer. Mit heute 37 Jahren ist Fischer immer noch vier Jahre jünger als Geza Imre, der aktuelle Einzel-Weltmeister aus Ungarn.
Dass die Russen, die von dem vor zwei Jahren abgesprungenen Schweizer Nationaltrainer Angelo Mazzoni zur Team-Qualifikation geführt wurden, dabei sind, begrüsst Heinzer – zumindest von der sportlichen Herausforderung her. “Es wäre schade gewesen, wenn sie gefehlt hätten, weil sie auch zur Weltelite zählen. Doch ich hätte auch einen Gesamt-Ausschluss von Russland durch das IOC akzeptiert.”
Bestklassierter Russe in der Weltrangliste ist Wadim Anochin als Nummer 7. Im Teamwettbewerb der Männer könnten die Schweizer im Halbfinal auf Russland (erster Gegner ist die Ukraine) treffen.
(SDA)