Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03160.jsonl.gz/669

Heute fahre ich vier Jodler, einen älteren Mann und drei Frauen, in prächtiger Bernertracht. Frauen in Männertracht sind nicht zugelassen, zu Recht, denke ich. Die kantigen Risse im Lederpolster hätte ich auch längst flicken sollen, wenn das bloss nicht noch mehr Löchli gibt in den weissen Löchlisocken. Von Allmen, sagt der Mann, und drückt mir die Hand. Die Frauen heissen auch von Allmen. Leichtes Memory. Die Schwägerin, ihre Nichte und deren Cousine zweiten Grades. Schwieriges Memory. Der von Allmen trägt ein mausgraues Toupet und fühlt sich sichtlich wohl unter den Frauen. Umhi ad BEA, sagt er. Schaut zum Fenster raus. Er ist nicht oft in der Stadt. Die von Allmen zupft den kleinen Blumenstrauss im Mieder zurecht. Sehr gut werden die Vorträge ihres Chörlis klassiert, sagt sie mit Stolz. Ihre Bruststimme ist bestimmt nicht ohne. Nur einmal sei es daneben gegangen, ausgerechnet bei einem Kantonalen, da habe sich ein Journalist aus dem Schwabenland doch tatsächlich getraut, den Vortrag zu stören, mit einem gehörigen Blitz aus seiner Kamera. Eine Kopfnuss habe er kassiert aus der ersten Reihe, und das Chörli musste nochmals von vorn beginnen, blind. Gemäss technischem Regulativ für den Jodelgesang wird mehrmaliges Beginnen geahndet, und die Königsklasse blieb für einmal e schöne Troum. Umhi ar BEA, sagt der von Allmen, und steigt aus dem Taxi. Reden ist Silber. Jodeln ist Gold.