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Pinguine sind wahre Meister im Überlebenskampf. So harren beispielsweise die Kaiserpinguine im antarktischen Winter bei Temperaturen bis zu -60 Grad Celsius mehrere Wochen aus, um ihre Eier auszubrüten. Königspinguine gehen in grossen Gruppen auf Beutefang, um sich vor Orcas zu schützen. Eselspinguine sind hervorragende Schwimmer, sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 36 Stundenkilometern. Insgesamt leben sieben verschieden Pinguinarten in der Antarktis, manche von ihnen das ganze Jahr, einige nur ein paar Monate. Nun haben bestimmte Arten mit einem grossen Problem zu kämpfen: Dem Klimawandel.
Folgen des Klimawandels
Viele Jahre wurde angenommen, dass der Klimawandel keine grossen Folgen für die Antarktis mit sich bringt. Heute ist allerdings klar: Das Eis der Antarktis schmilzt, die Gletscher ziehen sich immer weiter zurück und der Meeresspiegel steigt. Auch das sommerliche Meereis verschwindet immer weiter. Das hat direkte Auswirkungen auf die Ökosysteme.
Mit dem Verschwinden des sommerlichen Meereises verlagern oder verkleinern sich Krillschwärme. Da Krill die Hauptnahrungsquelle der Adeliepinguine ist, müssen sich ganze Kolonien entweder mitverlagern oder weitere Strecken für die Nahrungssuche zurücklegen. Die Tatsache einer Überfischung der Meere durch den Menschen raubt den Pinguinen zusätzlich Nahrung. Die enormen Veränderungen ihrer Umgebung machen es den Pinguinen schwer. Durch den Abbruch des Merz-Gletschers, der 2002 erfolgte, hat sich der Lebensraum einer Adeliepinguin-Kolonie so stark verändert, dass tausende Küken verhungert sind. Auf der Suche nach Futter mussten die Eltern dickes Eis überqueren, das sich vor dem Gletscherabbruch nicht auf ihrem Weg befand, und kehrten so nicht rechtzeitig zu ihren Jungtieren zurück. Mit einem Schwinden der Eisfläche wird ausserdem der Lebensraum der Tiere stetig kleiner. Da diese Pinguinart vor allem in Küstennähe brütet, ist ein steigender Meeresspiegel für die Tiere ebenso gefährlich wie das Verschwinden des Eises, auf dem sie normalerweise brüten. Forscher konnten beobachten, wie die Tiere ihre Jungen im Schlamm ausbrüteten. Werden küstennahe Gebiete überschwemmt, zwingt das die Tiere, ins Landesinnere vorzudringen.
Für die Kaiserpinguine kann eine instabile Eisschicht zur Bedrohung werden. Höhere Temperaturen im Frühjahr könnten die Eisdecke aufbrechen und so den Lebensraum der Tiere zerstören. Ganze Kolonien könnten gespalten werden. Ausserdem müssen auch diese Pinguine zur Nahrungssuche an die Packeisgrenze. Ein Verschwinden des Eises hätte tiefere Fortpflanzungsraten und ein zu kleines Nahrungsangebot zur Folge. Wissenschaftler des Fachmagazines Proceedings of the National Academy of Sciences, beschreiben die Vögel als nur langsam anpassungsfähig. Ausweg für die Tiere wäre eine frühere Brutphase oder das Abwandern in neue Brutgebiete. Mittels Bestandsaufnahme der Kaiserpinguine und der Vorhersagen des Weltklimarates bezüglich des Packeisrückganges kamen die Forscher zu einer tragischen Schlussfolgerung. Bis zum Jahr 2100 könnte der momentane Bestand von 6000 Brutpaaren auf weniger als 400 Brutpaare sinken.
Massnahmen zum Schutz der Pinguine
Geplant sind mehrere Meeresschutzgebiete, in denen sich die Krillbestände erholen können und die Pinguine somit ein grösseres Nahrungsangebot vorfinden. Ebenfalls müssen die weltweit vereinbarten Klimaziele verwirklicht werden. Dadurch stiegen die Temperaturen nicht weiter an und das Eis in der Antarktis könnte sich erholen.
Auch wenn die Pinguinbestände im Moment noch keinen kritischen Werten entsprechen, ist ein klarer Rückgang in den nächsten Jahren zu erwarten. Der Pinguin ist nur ein weiterer Leidtragender im Fall des Klimawandels. Es wird Zeit zu handeln, um nicht nur den Pinguinen, sondern auch seinen Leidesgenossen auf der ganzen Welt ein Überleben zu garantieren.