Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03269.jsonl.gz/124

«K und K», Kübler und Koblet. Die beiden Namen stehen für die erfolgreichste Epoche des Schweizer Radrennsports. In den Jahren 1950 und 1951 gewinnen sie den Giro (Koblet 1950, als erster Nicht-Italiener überhaupt), die Tour de France (Kübler 1950, Koblet 1951) und den WM-Titel (Kübler 1951).
Während Kübler ein Chrampfer vor dem Herrn ist und seine Erfolge hart erkämpfen muss, scheinen Koblet die Siege einfach so zuzufliegen. Die unterschiedlichen Stile schlagen sich auch in der Berichterstattung nieder. «Koblet stieg spielend leicht», schreibt die NZZ nach einer Etappe, während Kübler «ohne sich die geringste Schonung aufzuerlegen» unterwegs war.
Koblet hat stets einen Kamm dabei, um sich fürs Siegerfoto chic zu machen. Die beiden Konkurrenten spalten die Schweiz wie heute Lionel Messi und Cristiano Ronaldo die Fussballwelt: Man ist entweder für den einen oder für den anderen, ist «Küblianer» oder «Kobletianer».
Kübler gelingt der Abstieg vom Velo. Bis zum heutigen Tag ist er einer der populärsten Schweizer Sportler aller Zeiten. Koblet hingegen scheitert beim Umsatteln vom Velorennfahrer zum Privatmann. Er verschuldet sich, verzettelt sich in Affären. Sechs Jahre nach seinem Rücktritt stirbt Hugo Koblet bei einem Unfall. Auch wenn es nie bewiesen wurde: Vermutlich nimmt er sich im Alter von bloss 39 Jahren das Leben.