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Hans Zimmer, der in seiner jahrzehntelangen Karriere mit Top-Regisseuren wie Christopher Nolan und Ridley Scott zusammengearbeitet hat, wird am Montag 65 Jahre alt.
Kult-Filme und Kassenschlager wie «Miss Daisy und ihr Chauffeur», «Thelma & Louise», «Inception» oder «Fluch der Karibik» zählen zu den rund 150 Filmen auf Zimmers Werksliste. Dabei hat er nie Musik studiert.
Schon als Dreijähriger spielte der in Frankfurt am Main geborene Hans Zimmer Klavier, Unterricht hatte er aber nur «mal so ’ne Woche lang», wie er 2002 in der «Harald Schmidt Show» erzählte. «Entweder ich hätte den Lehrer umgebracht oder er hätte mich umgebracht.»
Nach ein paar Jahren in Frankfurt lebte Zimmers Familie in verschiedenen europäischen Ländern, Hans besuchte Privatschulen. Mit 13 wechselte er schliesslich auf ein Londoner Internat und machte dort seinen Abschluss. Danach wurde er 1976 Mitglied der Popgruppe The Buggles, die 1979 mit «Video Killed the Radio Star» ihren einzigen, aber bis heute populären internationalen Hit landete.
The Buggles – «Video Killed the Radio Star»:
(Video: Youtube/TheBugglesVEVO)
Durchbruch mit «Rain Man»
Sein späterer Job als Komponist in der Werbebranche frustrierte Zimmer und so besann er sich seines Traums, Filmkomponist zu werden. Einen Lehrmeister fand Zimmer in dem britischen Filmkomponisten Stanley Myers, mit dem er mehrere Jahre zusammenarbeitete.
Sein Durchbruch als Filmkomponist in Hollywood gelang Zimmer 1988 mit dem Soundtrack zu «Rain Man» mit Dustin Hoffman und Tom Cruise. Dafür bekam er die erste seiner bislang zwölf Oscar-Nominierungen, es folgten Aufträge für Erfolgsfilme wie «Green Card» und «Thelma & Louise».
Zimmer schuf einen unverwechselbaren, am Computer erzeugten Sound. Dabei lässt er sich von klassischer Musik und Klängen aus anderen Kulturkreisen inspirieren. 1994 komponierte er die Filmmusik für den Disney-Erfolg «Der König der Löwen».
Der Tochter zuliebe
Eigentlich wollte er keine Musik für Zeichentrickfilme schreiben, aber da er seine kleine Tochter beeindrucken wollte, übernahm er den Job. Mit weitreichenden Folgen. Denn zum einen brachte ihn die Geschichte des verlassenen Löwenjungen Simba dazu, sich mit dem frühen Tod seines eigenen Vaters auseinanderzusetzen, und zum anderen bekam Zimmer für die Filmmusik 1995 seinen ersten Oscar. Den zweiten gewann er dieses Jahr für die Musik zum Science-Fiction Epos «Dune».
Hans Zimmer – «Dune Soundtrack»:
(Video: Youtube/Warner Bros. Pictures)
Ausser den beiden Oscars hat Zimmer noch jede Menge andere Preise wie Golden Globes oder einen Bafta Award abgeräumt. Seine bislang 20 Grammy-Nominierungen brachten ihm letztlich immerhin vier der begehrten Musikpreise. Zimmer hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und bekam 2018 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Schon vorher war Zimmer bei seiner Arbeit sehr selbstbewusst. Manchmal lese er das Drehbuch gar nicht, sagte er 2016 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Vielmehr lasse er sich die Grundideen des Films vom Regisseur schildern und spreche ausführlich mit dem Kameramann.
Lampenfieber
Seine Kompositionen sieht Zimmer als eigenständige Kunst. «Früher hiess es, eine Filmmusik ist gelungen, wenn man sie nicht bemerkt», sagte er 2014 einmal in einem Zeitungsinterview. «Ich will, dass man mich hört.»
An Filmmusik schätzt Zimmer, dass er dabei «viel Kontrolle» hat, wie er im AFP-Interview sagte. Bei Live-Auftritten leide er hingegen unter Lampenfieber. Dennoch ging er 2016 mit einem grossen Orchester auf Europa-Tournee und war 2017 Überraschungsgast beim Coachella-Festival.
Hans Zimmer – «Time» («Inception», live in Prag):
(Video: Youtube/Damien Petit)
Zimmer, der aus zwei Ehen vier Kinder hat, lebt seit langem in Malibu. Dennoch betont er seine deutsche Identität. «Wenn ich Englisch spreche, habe ich einen deutschen Akzent», sagte er AFP. «Wenn ich Deutsch spreche, habe ich einen englischen Akzent. Aber wenn ich mit Musik spreche, habe ich eindeutig einen deutschen Akzent.»