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Ein brennendes Herz sagt am Vorabend des Muttertags in der Clarakirche Danke für die Spenden, die den Mütterhilfefonds des Katholischen Frauenbunds speisen. Es ist auch eine Rückbesinnung auf den Ursprung des Muttertags.
Blumen spielen am Muttertag eine zentrale Rolle. Mit selbstgepflückten oder gekauften Blumensträussen sagen Kinder und ihre Väter den Müttern Danke für alles, was sie tagtäglich leisten. Der Muttertag, den wir in der Schweiz am zweiten Sonntag im Mai feiern, hat seine Wurzeln in den USA. Als Erfinderin des Muttertags gilt Anna Jarvis (1864–1948) aus Philadelphia. Sie knüpfte damit an das soziale Engagement ihrer Mutter an. Die 1832 geborene Ann Jarvis hatte 1858 die Mütterbewegung Mothers Days Works Clubs gegründet und während des amerikanischen Bürgerkriegs (1861–1865) Mother Friendship Days organisiert. Diese hatten das Ziel, die Verwundeten beider Kriegsparteien mit dem Notwendigsten zu versorgen.
Am 12. Mai 1907, zwei Jahre nach dem Tod ihrer Mutter, liess Anna Jarvis einen Gedenkgottesdienst für sie feiern und kämpfte weiter für einen Tag der Mutter als anerkannter Feiertag. Ein Jahr später wurde in Grafton (West Virginia) der erste offizielle Muttertag begangen, und hier kamen nun auch Blumen ins Spiel. Anna Jarvis verteilte nach der Predigt weisse und rote Nelken, die Lieblingsblumen ihrer Mutter. Sechs Jahre später folgte die nationale Anerkennung des Muttertags als Feiertag, und bereits drei Jahre später hielt der Muttertag in der Schweiz Einzug.
Über die Kommerzialisierung des Muttertags war Anna Jarvis entsetzt. Sie verbrachte den Rest ihres Lebens im Kampf gegen die geschäftlichen Auswüchse und starb verarmt. Ihren Aufenthalt in einem Altersheim hatten (ausgerechnet) Blumenhändler bezahlt.
Kerzen statt Mimosen
Unabhängig vom Muttertag waren Blumen lange Zeit auch für den Mütterhilfefonds des Katholischen Frauenbunds Basel-Stadt (KFB) von zentraler Bedeutung. Viele Jahre hat der Mimosenverkauf, den die Landeskirchen im Winter durchführten, auch den Hilfsfonds zur Unterstützung von Müttern in Notsituationen gespiesen. Weil der Mimosenverkauf nicht mehr rentierte, hielt der KFB nach Alternativen Ausschau und entschied sich für eine Lichtinstallation in Herzform. «Die Kerzen verkörpern das Licht, das sich aus den Spenden ergibt, und sind ein Dankeschön», sagt Esther Biedermann, Präsidentin des KFB. Seit 2005 findet die Aktion Muttertagslicht am Vorabend des Muttertags in der Clarakirche statt. Gleichzeitig ist die Kartenaktion, die über die Frauengemeinschaften läuft, entstanden.
Sozialhilfe reicht für vieles nicht
Die Not von Müttern hat viele Gesichter. Trennung respektive Scheidung ist einer der Gründe, die Frauen mit Kindern in finanzielle Schwierigkeiten geraten lässt. «Es verändert sich alles von einem Tag auf den anderen», umschreibt es Monika Grass, Leiterin der Beratungsstelle des KFB. Weitere Ursachen für Notsituationen von Müttern und Familien sind Arbeitslosigkeit und zu geringe Einkommen.
Ein grosser Teil der Frauen mit Kindern, die sich bei der Beratungsstelle melden, werden durch die Sozialhilfe unterstützt. Das reiche aber für vieles, was sinnvoll wäre, nicht, sagen Monika Grass und Esther Biedermann. So habe beispielsweise die Sozialhilfe für Nichterwerbstätige das U-Abo gestrichen. Das bedeutet, dass die Betroffenen die Kosten selbst für Fahrten, die man nicht einfach unter Freizeit abbuchen kann, aus dem Grundbedarf finanzieren müssen. «Die Leute überlegen sich dann am Ende des Monats, wie sie das Essen zahlen sollen.» Das Publikwerden von Fällen von Sozialhilfemissbrauch habe dazu geführt, dass die Behörden strenger überprüfen würden, hält Monika Grass fest.
Wie sollen Mütter in finanzieller Bedrängnis mit den Wünschen ihrer Kinder umgehen? Monika Grass plädiert dafür, möglichst viel zu unterstützen, was die Selbstverantwortung fördert. Konkret heisst das etwa, dass sie einem Teenie den Tipp gibt, einen Babysitterkurs zu besuchen. Der Mütterhilfefonds ist nicht für eine längere Unterstützung gedacht, sondern richtet einmalige Beiträge von maximal 500 Franken pro Gesuch aus. Jedem Gesuch muss ein Budget beiliegen. Ziel der Beratung sei es, dass man mit dem Budget durchkomme, sagt Monika Grass mit Nachdruck.
Regula Vogt-Kohler
www.frauenbund-basel.ch
Spendenkonto:
Mütterhilfefonds des Katholischen Frauenbundes Basel-Stadt
Basler Kantonalbank, PC-Konto 40-61-4,
CH40 0077 02501540 1201 4
Vermerk: Muttertagslicht
Der Mütterhilfefonds des KFB wird durch Legate aus Erbschaften, Sammelaktionen der Frauengemeinschaften, die Kollekte am Muttertag und Einzelspenden finanziert. Der Fonds unterstützt Frauen mit Wohnsitz in Basel-Stadt. Die Gesuche müssen von einer offiziellen Beratungsstelle, dem Sozialdienst einer Pfarrei oder einer sozialen Institution eingereicht werden. Einzelpersonen werden an die Beratungsstelle des KFB verwiesen.
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