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Gemeinden in der Staatsrechnung zu streichen. So endete die erste Periode der
Glattkorrektion.
In der Folge wurde die Sache immer schlimmer. 1852 erfolgte wieder ein ganz grosses Hochwasser, das
Glattfelden beinahe ruinierte.
Von verschiedenen
Seiten wurde die Regierung ersucht, die Korrektion von neuem in Angriff zu nehmen. Nach gründlichen Studien
entstand dann 1867 ein neues Projekt für die Korrektion der ganzen
Glatt mit Einschluss der Senkung des Seespiegels um 0,9
m. Dasselbe blieb aber wegen der politischen Umwälzungen noch ein Jahrzehnd liegen. Es brauchte die grossen Ueberschwemmungen
von 1876, 1878 und 1881, um den Eifer immer neu anzustacheln. 1876 wurde das zürcherische Gesetz über
Flusskorrektionen angenommen; aber noch 1879 wandten sich die Vertreter des
Glattthales mit einem wahren Notschrei an den
Kantonsrat, man solle doch einmal dem
Glattthale gründlich helfen. Nun wurden die gefährlichen
Stellen bei
Glattfelden durch
Senkwalzen, dann durch Steinböschungen gesichert, das
Glattbett von unten herauf überall auf die nötige
Breite gebracht, die
Sohlen durch Pfählungen oder Steinpackungen gesichert. So schritt man immer weiter aufwärts; 1887 wurde
die oberste Strecke
Dübendorf-Greifensee in Angriff genommen und 1895 die Abrechnung über das Ganze vorgelegt. Sie zeigte 2573240
Fr. 96
Rappen Gesamtkosten.
Von den bisherigen Folgen der Korrektion sind hervorzuheben: Der
Spiegel des
Greifensees stand früher
bei Mittelwasser 437,88 m ü. M., bei Hochwasser 439,20 bis 439,25 m. Das grösste Hochwasser seither erreichte nur 437,68
m, blieb also unter dem frühern Mittelwasser. Die
Wiesen an der obern
Glatt, die nur noch saure Gräser hervorbrachten, sind
zu guten
Wiesen geworden. Der Bauer braucht nicht mehr zu fürchten, dass ihm das Heu oder
Emd über Nacht,
bei plötzlichem Austreten der
Glatt, fortschwimme. Nun wird es auch möglich sein, die vielen Sümpfe, sogar oberhalb des
Greifensees, zu entwässern und in fruchtbares Land zu verwandeln, oder eine regelmässige Bewässerung einzurichten,
so dass der Ertrag an Streue, der oft eben so wertvoll ist, wie der Heuertrag, ein möglichst grosser
wird. Mehrere solcher Bewässerungs- und Entwässerungsprojekte sind in Arbeit.
Trotzdem ist für die zahlreichen Wasserwerke längs der Glatt jetzt besser gesorgt als früher. Am Ausfluss aus dem See ist nämlich ein Stauwehr gestattet worden, vermittels dessen bei Niederwasser der See um 1 m gestaut werden kann. Dadurch hofft man, den Abfluss so zu regulieren, dass er auch bei niedrigem Wasserstande doch 2 m3 per Sekunde beträgt. Um den bisherigen Fischfang nicht zu schädigen, sind in der Schleuse ein Fischpass und eine Schiffsschleuse angebracht worden. Die Zahl der Wasserwerke an der Glatt ist sehr beträchtlich. Schon 1807 bestanden vom Greifensee bis zum Rhein 13 Mühlen; eine davon fiel der Korrektion zum Opfer, aber die Gesamtzahl der Werke beträgt jetzt doch 18; davon sind 8 Mühlen, die übrigen Spinnereien, Zwirnereien, Webereien und 1 Elektrizitätswerk (Hochfelden). Diese Etablissemente bringen also in das sonst nur Landwirtschaft treibende Thal eine rege industrielle Tätigkeit.
Dem entsprechen auch die Verkehrswege. Schon zur Römerzeit kreuzte die Hauptheerstrasse, von Baden durch das Furtthal kommend, bei Rümlang die Glatt und führte über Kloten (Claudia) nach Winterthur. Von Kloten ging eine Abzweigung einerseits nach Zürich, anderseits, allerdings mit Vermeidung der sumpfigen Thalgründe, nach Glattfelden und Kaiserstuhl. Von den spätern Hauptstrassen durchzieht die Strasse Zürich-Eglisau-Schaffhausen den grössten Teil des Thales, und die Strasse Zürich-Winterthur kreuzt es. Dem entsprechen auch die Eisenbahnlinien: Zürich-Uster-Rapperswil, eine der ältesten Bahnen, folgt der obern Hälfte und die erst vor kurzem ausgebaute Linie Zürich-Bülach-Schaffhausen der untern Hälfte des Thales. Die Bahn Zürich-Winterthur kreuzt das Thal in 2 Linien, über Wallisellen und über Kloten. Zweigbahnen von lokaler Bedeutung sind Oerlikon-Seebach-Wettingen, Niederglatt-Wettingen und Oberglatt-Dielsdorf-Niederweningen.
Literatur:
Wettstein, Alexander. Geologie von Zürich und Umgebung. Zürich 1885. - Schröter, Carl. Flora der Eiszeit (Neujahrsbl. der naturforsch. Gesellsch. in Zür. 1883). Zürich 1882. - Meister. Beiträge zur Kenntnis der europ. Arten von Utricularia.