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6,5-Milliarden-Euro-Deal: SBS und IBM werden anscheinend die Ehre haben, den IT-Stall der deutschen Armee auszumisten – irgendwann.
Für einmal ein Gerücht zu Siemens Business Services (SBS), bei dem es nicht um mögliche Entlassungen, Zerschlagung oder Verkauf der IT-Dienstleistungstochter von Siemens geht.
Dieses Gerücht ist für SBS positiv: In einem Konsortium zusammen mit IBM, so ein Bericht von 'Dow Jones Newswires', soll SBS kurz davor stehen den Auftrag für das "Herkules"-Projekt des deutschen Verteidigungsministeriums zu erhalten. 'Dow Jones' stützt sich dabei auf eine Insiderquelle, die mit der Sachlage vertraut sei. Gemäss dieser Quelle glaubt man bei SBS fest daran, den Vertrag in den nächsten Monaten endlich unterschreiben zu können.
Beim Projekt Herkules geht es darum, den "vorhandenen Modernisierungsstau" (O-Ton Bundeswehr) in der IT der Armee aufzulösen und sie gleichzeitig zu privatisieren. Die Erbringung der IT-Services soll von einer neu zu gründenden Gesellschaft übernommen werden, die zu 50,1 Prozent den Vertragspartnern aus der Privatwirtschaft gehören soll.
Vertragsmarathon
Dass SBS und IBM gute Chancen haben, den Auftrag zur Durchführung dieses Projektes zu erhalten, ist schon länger bekannt. Da sich der Auftragsvergabeprozess aber bereits seit vielen Jahren dahinschleppt, herrschte in letzter Zeit grosse Skepsis darüber, ob das Projekt überhaupt noch zu retten bzw. ob der Auftrag je vergeben würde.
Bereits die Vertragsverhandlungen sind anscheinend eine herkulische Aufgabe. Schon Ende 1999 fiel der grundsätzliche Startschuss zum Projekt Herkules. 2001 dann begann das Vergabeverfahren, wobei zwei Konsortien erste Angebote einreichten. Ein Jahr später schien es, als ob das Anbieterkonsortium ISIC 21, bestehend aus den Unternehmen CSC Ploenzke AG, EADS Deutschland und Mobilcom, den Auftrag übernehmen würde. Die konkreteren Vertragsverhandlungen zogen sich aber zwei Jahre hin, bevor sie ergebnislos abgeblasen wurden.
Mitte 2004 wurden dann die Gespräche mit dem zweiten Konsortium aufgenommen. Zu diesem gehörte damals auch noch T-Systems, der dritte Partner sprang aber Anfangs 2005 ab. Im März 2005 glaubte SBS dann, dass der Vertrag schon fast unter Dach und Fach sei und in wenigen Wochen unterschrieben würde. Erst ein Jahr später meldete die Bundeswehr dann aber eine "vollumfängliche Einigung in allen Punkten" – ausser, dass immer noch ein mehrere tausend Seiten umfassende Vertragsdokument erstellt und vom Bundesministerium der Verteidigung und vom Bundesministerium der Finanzen geprüft werden muss. Und danach muss noch das Parlament zustimmen…. Die Bundeswehr glaubt aber trotzdem, dass das Projekt Herkules noch vor Ende dieses Jahres beginnen könnte. (Hans Jörg Maron)