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Körper, Energie, Geist
Ihr wisst ja noch vom letzten Jahr:
Wenn zwei Gegner die Kraft messen, gewinnt der Stärkere.
Zwischen dem Stärkeren und demjenigenmit der besseren Technik, gewinnt der mit der besseren Technik.
Zwischen dem mit der besseren Technik und demjenigen mit dem stärkeren Geist, gewinnt der stärkere Geist.
Wie geht das denn genau vor sich? Wie transformiert man Kraft zu Energie und wie schult man den Geist? Fest steht, dass man das nicht einfach wollen kann. Jahrelange Übung verheisst nicht zwangsläufig, dass der Geist wirklich geschult wird. Eine heikle Angelegenheit also.
In einem Lehrbuch wird das so beschrieben: "Mit dem ganzheitlichen Training erschliesst sich eine eigenartige, geheimnisvolle Welt, in der jeder einzelne Schritt nur in Abstimmung mit allen anderen Schritten funktioniert. Die physische Form wird bewusst verfeinert, dann werden physische Kraft und Energie bewusst und auf physischem Wege induziert uind augerichtet, und anschliessend werden Bewusstsein, physische Form und Energie eingesetzt ,um den Geinst zu verfeinern. Dann beginnt der Zyklus aufs neue: Mit einem Bewusstsein, das auf einer höhere Stufe gehoben und verfeinert worden ist, werden Körper, Energie und mentaler Geist auf noch höhere Stufen geführt, die ihrerseits mit noch höheren Stufen der Bewusstseinsverfeinerung einhergehen. Wenn es eine Aktion gibt, gibt es eine Reaktion, und die drei Elemente beeinflussen einander ununterbrochen. In diesem initeraktiven Prozess, in dem sie trainiert und verwandelt werden, tragen sie dazu bei, die Gesamtheit von Körper und Geist schrittweise zu verfeinern."
Sichtbare Merkmale der Kampfkünste, die sich dieser Methodenlehre und östlicher Erkenntnistheorie bedienen, sind die einzigartige Aktivierung der verborgenen körperlichen und mentalen Fähigkeiten, aussergewöhnliche Stärkung der Konstitution, erhöhte allgemeine Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit und Verfeinerung von Persönlichkeit und Geist. Es macht also wenig Sinn, Wert und Bedeutung der Kampfkünste auf den Bereich der körperlichen Ertüchtigung zu beschränken. Die Bewusstseinsverfeinerung nicht in die Kampfkunst zu integrieren hiesse, die lebendige Seele und die fundamentalen Mechanismen von Theroie und Praxis der höheren Kampfkünste zu ignorieren. Damit hätte die Kampfkunst nicht mehr zu bieten als irgendwelche kampftechnischen Äusserlichkeiten und Kampfstile, eine Ausrichtung auf Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer.
Im Training geht es darum, den gesamten Körper durch Ziehen an einem Haar zu aktivieren. Wenn das Bewusstsein das Werkzeug ist, ist das Werkzeug gleichzeitig Gegenstand der Bearbeitung mit dem Werkzeug.
Wem das alles zu kompliziert ist, der soll doch ganz einfach weiterhin ins Training kommen. Wir finden immmer ein Haar an dem man ziehen kann.
2009