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062 Miesernbach Trimbach
Im Jahr 1997 habe ich das Bachgehölz dieses nach oben gabelig verzweigten Baches erstmals inventarisiert und als mässig artenreich eingeschätzt. Eine damals gesammelte, winzige, schwarze Wespe habe ich mit dem Schlüssel in der Exkursionsfauna von Deutschland (Erwin Stresemann 1986) nur bis auf die Überfamilie Zehrwespen (Proctotupoidea) bestimmen können. 2002 habe ich dieses Insekt dem Spezialisten für parasitische Wespen Hannes Baur am Naturhistorischen Museum Bern zur Bestimmung überreicht. Er hat herausgefunden, dass es sich um eine Art handelt, die erstmals in Schweden beschrieben worden und die in Mitteleuropa noch unbekannt gewesen ist: Vanhornia leileri Hedquist, 1976. Auch die Familie Vanhorniidae mit nur sehr wenigen Arten auf der Erde ist neu für Mitteleuropa. Eine Schrift über diesen Fund ist unter "Publikationen" auf dieser Webseite zu finden. In meiner zweiten Beobachtungsperiode habe ich den Gehölzrand am Miesernbach und teilweise die angrenzende Wiese daher sehr viel ausgiebiger untersucht als sonst üblich. Zudem haben Hannes Baur und ich am Rand des Gehölzes im Frühling 2002 zwei Zeltfallen (Malaisefallen) aufgestellt, die ich bis zum Spätherbst betreut habe. In der Folge habe ich die Fänge einer der beiden Fallen ausgiebig untersucht, aber darin keine weitere Vanhornia leileri gefunden. Einem Mitarbeiter, der von der anderen Falle nur gerade die Fänge vom August, dem Monat des Erstfanges, untersucht hat, ist dagegen der Fund eines zweiten Weibchens dieser seltenen Wespenart gelungen. Obwohl ich in meiner zweiten Beobachtungsperiode während rund 70 Stunden gut drei Mal so viele Arten nachgewiesen habe als in den rund 13 Stunden der dritten Periode, ist deren durchschnittlicher Seltenheitswert nur 1,6x grösser.