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Als Mitte der 1990er-Jahre die Tochter eines hochrangigen Generals von Kim Jong-il bei einem Fahrradunfall in Pjöngjang verstarb, verordnete der nordkoreanische Diktator in städtischen Gebieten kurzerhand ein Fahrradverbot für Frauen.
Die staatlichen Medien rechtfertigten diesen Schritt damit, dass eine weibliche Person auf einem Velo nicht der sozialistischen Moralvorstellung entspreche. Den Gesetzesbrecherinnen drohte eine saftige Geldstrafe von rund 5000 Won (zirka 30 Euro). Das Fahrrad wurde gewöhnlich konfisziert.
16 Jahre wurde das Verbot aufrechterhalten, bis Kim Jong-il verstarb. Sein Sohn und Nachfolger Kim Jong-un hob im vergangenen Sommer das Gesetz auf. Es war eine Goodwill-Aktion des neuen Diktators.
Ein erneutes Verbot
Doch offenbar hatte die Gutmütigkeit des Herrschers ihre Grenzen. Wie eine anonyme Quelle der DailyNK berichtet, haben die Behörden in der Provinz Nord-Hamgyon seit ein paar Tagen den Frauen erneut das Fahrradfahren verboten. Es sei sogar ein Gewichtsbeschränkung für die Traglast auf dem Gepäckträger ausgesprochen worden. Damit ist den Frauen nicht einmal eine Mitfahrt gestattet.
Anstatt einer Geldstrafe werde den weiblichen Personen, die sich gegen das erneute Verbot widersetzen würden, ganz einfach das Fahrrad entzogen. Dabei ist das Velo ein wichtiges Transportmittel, um die Wirtschaft in Nordkorea überhaupt ein wenig am Leben zu halten.
Umgehung des Gesetzes
Laut der Quelle hätten die Frauen früher das Gesetz einfach umgangen, indem sie frühmorgens ihre Geschäft mit dem Fahrrad erledigten. Zu dieser Uhrzeit seien sie nur selten von Polizisten angehalten worden. Ob das neue Verbot für das ganze Land gilt, konnte die DailyNK jedoch nicht sagen.