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Welche Probleme gibt es im Alltag, wenn man nicht hört und spricht, sondern gebärdet und Gebärdensprache am besten versteht? Heutzutage sind zahlreiche Spracherkennungen für das Diktieren von Text z.B. auf dem Smartphone auf dem Markt problemlos erhältlich. Aber was machen Gehörlose und hochgradig Schwerhörige? Sie möchten auch gerne Geräte benutzen, aber lieber mit der Gebärdensprache. Sie bevorzugen die visuell-gestische Sprache, eine Sprache, die sie mit den Händen, dem Gesicht und dem Körper formen, die also aus Gebärden besteht. Wie genau funktioniert eine solche Gebärdensprache? Können alle Gehörlosen sich mit Gebärdensprache verständigen? Welche technischen und elektronischen Hilfsmittel und Erfindungen helfen Gehörlosen und hochgradig Schwerhörigen? Nicht nur zum Diktieren, sondern auch für die automatische Übersetzung in barrierefreier Kommunikation?
Leider gibt es noch keine ausgereiften Angebote dafür. Deshalb ist die maschinelle Verarbeitung von Gebärdensprachen ein junges Forschungsgebiet. Wie kann ein Computer die Gebärdensprache überhaupt erkennen? Wie lernt und trainiert ein Computer dank den modernen Lernverfahren wie «Machine Learning» und «Deep Learning»? Wir setzen einen Algorithmus zur Bildverarbeitung und Mustererkennung ein. Ihr werdet die Videokamera und das Anwendungsprogramm für die Erkennung der Gebärdensprache kennenlernen und sehen, wie sie funktionieren. Und ihr werdet lernen, ein paar Dinge selbst auf Gebärdensprache zu «sagen».
Christiane Hohenstein
Ich unterrichte interkulturelle Kommunikation und erforsche Unterschiede zwischen Sprachen und Kulturen. Schon als Kind faszinierten mich fremde Sprachen. Nach dem Abitur ging ich zuerst nach England, dann studierte ich in Mainz und Hamburg Sprachwissenschaften. Mehrfach war ich zum Forschen in Japan. In Hamburg habe ich mein Doktorat in Germanistik und Japanologie gemacht, dort einige Jahre zu den Unterschieden zwischen der deutschen und der japanischen Sprache geforscht, als wissenschaftliche Mitarbeiterin und als Vertretungsprofessorin gearbeitet. Nachdem ich in die Schweiz kam, habe ich begonnen, mit einer gehörlosen Kollegin zusammen Hörende und Gehörlose in interkultureller Kompetenz zu unterrichten. So habe ich angefangen, mich für Gebärdensprachen zu interessieren und begonnen die Deutschschweizerische Gebärdensprache zu lernen. Heute erforsche ich zusammen mit Gehörlosen, wie das Erlernen von Gebärdensprachen einfacher gemacht werden kann und wie die Möglichkeiten verbessert werden können, in Gebärdensprache zu studieren.
Andri Reichenbacher
Ich habe eine technische Berufslehre als Elektroniker in Zürich-Seebach gemacht und später Informatik an der Fachhochschule in Rapperswil studiert. Ich bin verheiratet und habe einen Sohn. Seit 5 Jahren bin ich als einziger gehörloser wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Informationstechnologie der ZHAW tätig. Mein Tätigkeitsfeld ist im Bereich des ICT-Accessibility Lab, welches sich mit dem barrierefreien Zugriff auf Informationen für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen befasst. Meine Forschung beschäftigt sich auch mit der Evaluation von automatischer Gebärdenspracherkennung, zum Beispiel bei elektronischen Armbänder, die Gebärden erkennen und übersetzen können und Avataren, die Dinge in Gebärdensprache erklären können.