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Grundlagen
Der Juni 2023 war nördlich der Alpen der sonnigste Juni seit Messbeginn. An vielen Orten fielen in der ersten Monatshälfte gar keine Niederschläge. Entsprechend war es in der Nordschweiz sehr trocken. Die häufige Bise verstärkte die Wirkung des trockenen Wetters. Während es südlich der Alpen regelmässig Gewitter gab, traten diese nördlich der Alpen erst ab dem 19. Juni auf. Eine neue Hochdruckperiode beendete die Gewitterperiode am 24. Juni. Die Monatssumme der Niederschläge war in der ganzen Schweiz unterdurchschnittlich, dabei war es in der Nordschweiz noch deutlich trockener als im Wallis und im Tessin. Verbreitet fielen weniger als 50 % der Norm. Gemäss Hagel Schweiz gab es bis Ende Mai vergleichsweise wenig Hagel-Unwetter (Tabelle 1.4).
Pflanzenbau
Das nasse und trübe April- und Mai-Wetter hat den Gemüsebau in Verzug gebracht. Insgesamt lag die Produktion Ende Mai um 8 % im Rückstand gegenüber dem Vorjahr (Tabelle 2.1). Der Rückstand wurde offensichtlich auch im Juni nicht eingeholt.
Milchwirtschaft
Die Milchmenge stieg im April zum sechsten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahr leicht an, dieses Mal um 1,2 % (Tabelle 3.1). Aufgrund des schwachen Käseabsatzes floss die Milch in den letzten Monaten zunehmend in die Produktion von Butter und Dauermilchwaren (Tabelle 3.2). Die Produktion von Konsummilch war weiter rückläufig (Tabelle 3.3). Die Abnahme ging zu Lasten der pasteurisierten Milch. Noch stärker war relativ betrachtet die Abnahme der Käseproduktion (Tabelle 3.4). Nur die Produktion von Frischkäse nahm zu. Mit der höheren Butterproduktion sanken die Importe und die Lager stiegen an (Tabelle 3.6).
Viehwirtschaft
Trotz steigender Milchproduktion nahm der Milchkuhbestand auch im Mai weiter ab (Tabelle 4.1). Erstmals seit mehr als zwei Jahren nahm auch der Gesamtbestand des Rindviehs gegenüber dem Vorjahr leicht ab und zwar um 0,3 %. Ausser bei den Schweinen (-2,2 %) wurde im Mai mehr geschlachtet als im Vorjahr: Rinder +8,9 %, Stiere +6,0 %, Ochsen +5,6 % und Kühe +4,5 % (Tabelle 4.5). Bei den Stieren, Ochsen und Rindern wurden weiterhin weniger Tiere unter einem Jahr und dafür mehr ältere Tiere geschlachtet. Die Schafschlachtungen nahmen um 2,3 % zu und jene der Ziegen um 22,8 %. Bei den Stieren, Ochsen und Rindern lagen die durchschnittlichen Schlachtgewichte hoch, da der Anteil der Tiere unter einem Jahr mit einem tieferen Schlachtgewicht rückläufig war (Tabelle 4.4). Das Schlachtgewicht der Schweine hat sich normalisiert und lag um 0,6 % unter dem Vorjahreswert. Die Schlachtgewichte der Schafe und Ziegen änderten wenig im Vergleich zum Vorjahr. Entsprechend nahm die Inlandproduktion von Rindfleisch im Mai um 7,7 % zu und jene von Kalbfleisch um 1,8 % (Tabelle 4.7). Die Produktion von Schweinefleisch ging gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % zurück, jene von Schaffleisch nahm um 4,1 % zu. Die verfügbare Fleischmenge ging v.a. auch aufgrund sinkender Importe ausser beim Kalbfleisch (mit einer Zunahme um 0,2 % auf tiefem Niveau) generell zurück. Die Inlandproduktion von Geflügelfleisch nahm im Mai um 1,7 % zu. Kumuliert bis Ende Mai ergab sich jedoch weiterhin eine Abnahme um 0,5 %. Deutlich tiefer als im Vorjahr lagen im Mai die Importe und dies auch kumuliert. Die Eierproduktion lag auch im Mai tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.10). Kumuliert beträgt der Rückstand aufs Vorjahr 6,8 %.
Aussenhandel
Im Mai lag die exportierte Käsemenge erstmals seit mehr als einem Jahr wieder über dem Vorjahreswert, und zwar um 509 Tonnen bzw. 9,6 % (Tabelle 5.6). Im Vergleich dazu haben die Importe um 2,9 % abgenommen. Von der Zunahme der Exporte hat v.a. der Frischkäse profitiert (Tabelle 5.8). Die Einfuhren von Produktionsmitteln lagen Ende Mai kumuliert ausser beim Saatgut weiterhin unter dem Vorjahresniveau (Tabelle 5.15). Wertmässig ist bei den Maschinen zusätzlich zum Saatgut ebenfalls eine Steigerung feststellbar. Die Durchschnittspreise der importierten Produktionsmittel sind aktuell eher rückläufig.
Preise
Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder legten im Juni auf tieferem Niveau als in den beiden Vorjahren leicht zu (Tabelle 6.3). Bei den Verarbeitungstieren RV und VK waren die Preise stabil bis leicht zunehmend, lagen jedoch ebenfalls tiefer als in den beiden Vorjahren. Die Preise für Schlachtkälber konnten sich im Juni leicht steigern (Tabelle 6.4). Die Tränkerpreise stiegen im Juni stark an, lagen jedoch weiterhin tiefer als in den beiden Vorjahren (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine konnten sich im Juni weiter verbessern, während jene für Jager konstant blieben (Tabelle 6.6). Die Preise für Schlachtlämmer und -schafe legten im Juni leicht zu, während jene für Weidelämmer konstant blieben (6.7). Das Preisniveau lag jedoch auch bei den Schafen tiefer als in den beiden Vorjahren. Der mittlere Produzentenmilchpreis lag im Mai um 0,7 % höher als im Vorjahresmonat. Dabei war der Preis für Molkereimilch jedoch rückläufig und schon leicht unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.10). Der Produzentenpreisindex Landwirtschaft blieb gegenüber dem Vorjahr stabil. V.a. das hohe Preisniveau im Pflanzenbau ermöglichte dieses Resultat. Inzwischen sind die Preise der Verbrauchsgüter insgesamt rückläufig, während die Preise für Maschinen und Gebäude konstant blieben. Der Einkaufspreisindex lag im Mai deshalb nur noch um 0,7 % über dem Vorjahreswert (Tabelle 6.14). Das Preisniveau für Milchprodukte auf dem Weltmarkt lag 2023 bisher deutlich tiefer als 2022 (Tabelle 6.22). Dies erzeugt nicht zuletzt Druck auf die Schweizer Milchpreise.