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Geschichte
Die Wochengesellschaft Seen
Sie war der kulturelle Verein Seens. Ihr Gründungsjahr ist leider nicht mehr bekannt, denn die alten Akten waren bei einem Brand verloren gegangen. Noch erhalten sind die ersten Statuten aus dem Jahre 1877. Im damals noch selbständigen, bäuerlichen Dorf Seen versuchte man, sich durch Vorträge (mit Referenten vorwiegend aus den eigenen Reihen), Lesungen, Theateraufführungen und geselligen Abenden weiterzubilden. Man traf sich ausschliesslich am Mittwochabend. Darum nannte man sich Mittwochgesellschaft, spter nur noch Wochengesellschaft. Mitglied konnte jeder Einwohner von Seen werden, wenn er in bürgerlichen Ehren und Rechten stand. Es wurde auch politisiert, und es wurden Wahlvorschläge auf Gemeindeebene gemacht. Erst 1922, mit der Eingemeindung Seens und der Bildung von politischen Parteien, wurde in den Statuten die politische und konfessionelle Neutralität des Vereins verankert. Weiter eröffnete die Wochengesellschaft schon sehr früh eine Volksbibliothek. Sie war bis 1957 im Pfarrhaus an der Tösstalstrasse untergebracht und wurde vom Pfarrer betreut. Beim Ausbau des Sekundar-schulhauses Büelwiesen ergab sich im Altbau ein freier Kellerraum. Hier wurde sie dann noch zur Freihandbibliothek umfunktioniert. Fast auf den Tag genau 82 Jahre lang betreute die Wochengesellschaft diese Aufgabe. Im November 1972, kurz nach der Gründung des Ortsvereins, wurde die Bibliothek von der Stadt übernommen und am 18. November 1972 als Kreisbibliothek Seen an der Tösstalstrasse 234 (Zanigebäude) eröffnet. Heute freuen wir uns, dass die rege benützte Bibliothek in der ehemaligen Zehntenscheune der Untervogtei an der Rössligasse einen noch grösseren Raum gefunden hat, der ideal umgebaut werden konnte und der hoffentlich noch mehr Seemerinnen und Seemer zum Lesen animieren kann.
Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Seen
Er wurde im Jahre 1913 gegründet. Interessant ist Artikel 3 seiner Statuten: «Damit möglichst alle Klassen unserer Bevölkerung Gelegenheit erhalten, an der Hebung des Verkehrs und der Verschönerung auf dem Gebiet der Gemeinde Seen mitwirken zu können, soll ein Jahresbeitrag von bloss Fr. 1.-- eingeführt werden, in der Meinung jedoch, dass auch für höhere Jahresbeiträge ermuntert werden soll, wo es tunlich ist.» Der WS wirkte meistens im Stillen. Aber es gab auch zähe Verhandlungen. Er erreichte vieles, wovon wir heute noch zehren. So z.B. die meisten Ruhebänke in und um Seen, bis hinauf zum Sessel. Aber auch Anregungen zum Bau und Unterhalt von Strassen und Wegen, Strassenbeleuchtungen, Bekämpfung von übermässigem Verkehr und Immissionen usw. gehörten zum Arbeitsfeld. Sein letzter Präsident war alt Bäckermeister Heinrich Erb.
Ortsverein Seen
Um 1970 herum fand man, die veränderten Lebensformen und andere Umstände liessen es rechtfertigen, die zwei Vereine zu verschmelzen. Beide Vorstände waren einverstanden. Dem neuen Verein wurde ein passendes Kleid gegeben und alle Aufgaben der beiden alten Vereine in überarbeiteter Form übertragen. Dazu kamen wichtige neue Aufgaben aus dem Bereich der Gemeinwesenarbeit, war doch Seen durch die grosse Bautätigkeit in den 60er- und 70er-Jahren zum grossen, modernen Stadtkreis herangewachsen. Er hatte nur noch wenig mit dem ehemals friedlichen Bauerndorf zu tun. So wählte man aus verschiedenen Vorschlägen den Namen Ortsverein aus. Mit neuen, rechtlich abgesicherten Statuten begann der Ortsverein Seen sein Wirken am 10. Mai 1972. Er ist gut gediehen und ist aus dem Zusammenleben der Seemer Bevölkerung nicht mehr wegzudenken.