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80 Jahre sind seit der Ermordung Leo Trotzkis vergangen. Warum ist das heute wichtig? Anlässlich seines Todestages soll das Vermächtnis eines der bedeutendsten Revolutionäre gewürdigt werden.
Er war einer der bedeutendsten Protagonisten der Oktoberrevolution, verfasste zahlreiche marxistische Grundlagenwerke, gründete die Rote Armee – Leo Trotzki war und ist einer der bedeutendsten Marxisten. Was ist es, das ihn bereits zu Lebzeiten zu einer herausragenden Persönlichkeit gemacht hat? Und weshalb ist es heute immer noch wichtig, sich mit Trotzkis Beiträgen zum Marxismus auseinanderzusetzen?
Verteidiger des Oktober
„Dreiundvierzig Jahre meines bewussten Lebens bin ich Revolutionär gewesen», schreibt Trotzki 1940 in sein Testament. Wie treffend diese Selbsteinschätzung ist, wird bei der Betrachtung seines Lebens klar: Schon mit 26 Jahren spielt er eine zentrale Rolle bei der ersten Russischen Revolution von 1905. In den Folgejahren setzt er sich mit eiserner Überzeugung für den Aufbau der russischen Sozialdemokratie ein und gründet die Prawda, welche schnell zur populärsten sozialdemokratischen Zeitung werden sollte. Den ersten Höhepunkt seiner Aktivität als Revolutionär stellt zweifelsohne die Oktoberrevolution im Jahr 1917 dar, in welcher er eine Schlüsselrolle spielt. So ist der rasche und friedliche Verlauf der Revolution Trotzki zu verdanken, welcher die Organisation und Planung bereits im Vorfeld übernimmt.
Auch nach der Revolution tut sich Trotzki als unermüdlicher Verteidiger der Errungenschaften des Oktobers hervor: Um auf die Gefahr einer Konterrevolution reagieren zu können, baut Trotzki eigenständig die Rote Armee auf, obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt kaum militärisches Wissen besitzt.
“[…] von jener Zeit an hat es keinen besseren Bolschewisten gegeben.”
Lenin
Aber auch auf innerparteilicher Ebene sieht sich Trotzki bereits in den Monaten vor der Revolution mit ersten Konflikten konfrontiert: So fordert der rechte Flügel der Bolschewiki, die Revolution nicht alleine, sondern geschlossen mit anderen sozialistischen Tendenzen durchzuführen. Vehement sprechen sich Trotzki und Lenin gegen eine derartige Koalition aus, da jene reformistischen Tendenzen – insbesondere durch ihren Hang zum Versöhnlertum – in einem krassen Widerspruch zu den revolutionären Prinzipien stehen. Nach der erfolgreichen Machteroberung im Oktober der Bolschewiki nimmt die Spannung innerhalb der Partei nicht ab. In bolschewistischen Reihen werden die Stimmen, welche nach einer Einbindung der Reformisten in die Regierung verlangen, immer lauter. Dennoch verlassen Trotzki und Lenin nicht für einen Moment ihren unversöhnlichen Standpunkt: „Keine Kompromisse!“, betont letzterer. Welche Bedeutung man Trotzki für die Verteidigung des revolutionären Programms zumessen muss, zeigt sich deutlich in Lenins Urteil: “Trotzki hat schon vor langer Zeit gesagt, dass eine Verbindung unmöglich sei. Trotzki begriff das, und von jener Zeit an hat es keinen besseren Bolschewisten gegeben.”
Dialektiker und Optimist
Trotzki verarbeitet seine Kampferfahrungen immer auch theoretisch. Seine Schriften sind nicht nur für heutige MarxistInnen aufgrund ihrer Fundiertheit und Prägnanz von zeitloser Relevanz – die Nähe zur revolutionären Praxis zeugt auch von der Wichtigkeit, welche Trotzki den revolutionären Erfahrungen zuschreibt.
Auch die Notwendigkeit der dialektischen Methode wird von Trotzki zeitlebens verteidigt. Die Bedeutung der Dialektik stellt Trotzki in seinem Werk «Verratene Revolution» zur Schau, wo er sie als korrektes Werkzeug seiner Analysen anwendet. Seine Prognose, dass der bürokratische Zentralismus des Stalinismus zwangsläufig den Untergang der Sowjetunion bedeuten muss, bestätigt sich – über 50 Jahre später. Allerdings ist Trotzki weit davon entfernt, seine Analyse auf eine blosse Beschreibung der Aussenwelt zu beschränken. Er betont stets, dass eine politische Revolution den Arbeiterstaat immer noch retten könne. Dass Trotzki diese Revolution nicht nur für nötig, sondern auch für möglich hält, widerspiegelt seinen ungebrochenen Optimismus und seinen “Glauben in eine kommunistische Zukunft”, wie er noch 1940 festhält.
„Ich werde als proletarischer Revolutionär sterben!“
Trotzkis Bedeutung geht weit über seine Tätigkeiten als marxistischen Theoretiker hinaus. Was ihn vor allem auszeichnet, ist seine unbändige marxistische Überzeugung. Für diese setzt er sich auch während der Zeit des Stalinismus unerbittlich ein. Selbst aus dem Exil wird Trotzki nicht müde, gegen den Stalinismus anzuschreiben und anzukämpfen. Er lässt sich weder von den Moskauer Prozessen der 30er Jahre gegen die alte Parteiführung noch von seinem rasch schwindenden Kontaktnetz zu den letzten Oppositionellen beirren. Auch er fällt schliesslich dem Stalinismus zum Opfer – so wird er am 20. August 1940 ermordet.
Was von Trotzki bleibt, ist nicht nur die Biographie eines Revolutionärs, der durch seine Taten deutlich zur Schau stellt, weshalb sich der Kampf für die proletarische Weltrevolution lohnt. Das Vermächtnis Trotzkis, die Verteidigung des Marxismus, ist für uns von unabdingbarer Bedeutung. Wir laden dich ein, mit uns sein Wirken und Schaffen zu studieren und diskutieren. Gemeinsam rüsten wir uns damit, um diese Welt revolutionär zu verändern.
Bild: Unbekannter Autor; Public Domain; Wikimedia Commons; Лев Давидович Троцкий
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