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Er war 1938 einer der Erstbesteiger des Eigers im Berner Oberland durch die berüchtigte Nordwand. Er war Trainer der österreichischen Ski-Nationalmannschaft der Damen. Er reiste auf einer Expedition der deutschen Himalaya-Stiftung zum Nanga Parbat nach Indien, wurde dort nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhaftet und in einem britischen Gefangenenlager in Nordindien interniert. Er konnte fliehen und weilte, nach langen 2000 Kilometern durch den Himalaya und das Hochland von Tibet, mehrere Jahre in Lhasa: Heinrich Harrer, österreichischer Bergsteiger, führte als Forschungsreisender, Geograf und Autor ein bewegtes Leben, auch nachdem er 1952 aus Tibet nach Österreich zurückgekehrt war. Weltbekannt wurde er durch das Buch «Sieben Jahre in Tibet», in dem Harrer auch seine Freundschaft mit dem Dalai Lama schildert.
Das Völkerkundemuseum der Universität Zürich besitzt einen Grossteil der bedeutenden Tibet-Objektsammlung von Heinrich Harrer sowie die dazugehörige schriftliche und visuelle Dokumentation. Der österreichische Forschungsreisende hatte sie 1972 dem Kanton Zürich zuhanden des Museums verkauft. Gleichzeitig hat er dem Völkerkundemuseum Konvolute von Ethnografika aus West-Neuguinea, Brasilien, Surinam/Französisch Guyana sowie zum Thema Abwehrzauber geschenkt.
Forschung zusammen mit anderen Museen und Wissenschaftlern
Jetzt wurden dem Völkerkundemuseum nach dem Tod von Katharina Irmgard Emma Harrer, der Witwe von Heinrich Harrer, weitere Teile des dokumentarischen Nachlasses rechtmässig und zur freien Verfügung übereignet. Es handelt sich dabei um Bücher, Bildmaterial, Schriftgut: «Dadurch werden die Harrer-Sammlungen des Museums um wichtige Bestandteile ergänzt und bestehende Lücken weitgehend geschlossen», sagt die Asien-Kuratorin Martina Wernsdörfer.
Das Völkerkundemuseum der Universität Zürich initiiert aus aktuellem Anlass ein mehrjähriges wissenschaftliches Projekt, in dem die Harrer-Sammlungen durch Martina Wernsdörfer (Tibet), Maike Powroznik (Surinam) und Katharina Haslwanter (West-Neuguinea) in Kooperation mit weiteren Museen und Wissenschaftlern fortlaufend erschlossen und erforscht werden. Die Ergebnisse werden zu gegebener Zeit in Ausstellungen und Publikationen präsentiert.
Am Völkerkundemuseum wurden, dazumal von Martin Brauen, bereits mehrere Ausstellungen und Veröffentlichungen zur Tibet-Sammlung von Heinrich Harrer realisiert. Und Heinrich Harrer hat bis zu seinem Tod im Jahr 2006 mit einem Teil des Materials, das ihm das Völkerkundemuseum leihweise zur Verfügung gestellt hat, stets weitergeforscht.