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"Vielleicht bin auch ich aus Wut und Scham über seine Sätze und seine Taten der geworden, der ich bin."
Der Grossvater von Ferdinand von Schirach war NS-Kriegsverbrecher in Wien. Die Alliierten beschlagnahmten nach dem Krieg die Vermögen des Urgrossvaters und des Grossvaters. Die Kindheit und Jugend verbrachte er in einem grossbürgerlichen Haus und im Internat. Sein Vater verstarb früh. Heute lebt der 55-Jährige in Berlin. Das sind die biografischen Eckpunkte des Autors.
Achtundvierzig kurze, im Grundton eher dunkle Texte, versammelt die vorliegende Buchausgabe mit dem Titel "Kaffee und Zigaretten". Einzelne Geschichten sind bereits vorab in Zeitungen und Zeitschriften erschienen und für diese Buch überarbeitet worden.
Sehr persönlich, berührend und eloquent schreibt der frühere Strafverteidiger und heute erfolgreiche Schriftsteller über Herkunft und Heimat, auch über Einsamkeit in der heutigen Zeit und das Menschsein in einer zerrissenen Welt. Endlos möchte man weiterlesen, ist doch der Autor ein hervorragender und stets "freundlicher" Beobachter. Und: Seine feinen Erzählungen, die zum Nachdenken anregen, sind ganz ohne Zynismus.
Susanne Bühler