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Lange dunkle Haare, die zu zwei Zöpfen geflochten sind, ein schwarzes Kleid mit weissem Kragen, blasse Haut und nie ein Lächeln auf den Lippen. Es kann sich nur um eine handeln: Wednesday Addams. Schon während der Filme in den 90er-Jahren war sie der heimliche Superstar, nun bekommt sie ihre eigene Serie auf Netflix – mit Tim Burton als Regisseur.
Es folgt die Geschichte von Wednesday Addams – eine Aussenseiterin, die zur Heldin der Herzen wurde.
Angefangen hat alles mit Charles Addams. Dieser kreierte 1938 die etwas abnormale Familie in Form von Cartoons, die während Jahrzehnten in «The New Yorker» veröffentlicht wurden und später als Grundlage für etliche Filme, Serien, Bücher, Musicals und Videospiele dienten.
Für Wednesdays Namen liess sich Addams von einem Kinderreim inspirieren: «Wednesday’s child is full of woe» (Deutsch: Mittwochs Kind ist voller Leid). Sie ist fasziniert vom Tod und dem Makaberen.
In der ersten Serie, die es über die Goth-Familie gibt, ist Wednesday etwa sechs Jahre alt und wird von Lisa Loring verkörpert. Auch wenn sie mörderische Tendenzen aufzeigt, wird Wednesday in der Serie auch fröhlich und tanzend dargestellt. Die Serie lief zwischen 1964 und 1966 im Fernsehen.
Die wohl berühmteste Darstellung von Wednesday Addams ist die von Christina Ricci in «Die Addams Family» (1991) und der Fortsetzung «Die Addams Family in verrückter Tradition» zwei Jahre später. Diese Version von Wednesday ist mit ihren sadistischen Neigungen und ihrer dunklen Persönlichkeit wieder näher an den Cartoons, sie ist allerdings ein wenig älter.
In der neusten Serie – diesmal spielt Jenna Ortega die Figur – ist Wednesday nochmals etwas gealtert. Sie ist ein Teenager, der die Highschool besucht. Um ihren Bruder zu rächen, entlässt sie Piranhas in den Pool, die sich auf die Jungs der Wasserballmannschaft stürzen. Sie entgeht nur knapp einer Anzeige wegen versuchten Mordes – was laut Wednesday schrecklich wäre, weil dann alle wüssten, dass sie es nicht zu Ende gebracht hat. Sie wird von ihren Eltern gezwungen, auf eine Schule für Aussenseiter zu wechseln, die sie ebenfalls besucht haben.
Doch auch da fällt es ihr schwer, Anschluss zu finden; sie ist eine Einzelgängerin, die lernen muss, anderen zu vertrauen. Wenn sie auf ihre Zimmergenossin trifft, die ein Werwolf und das Gegenteil (farbig und quirlig) von Wednesday ist, entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Denn Hilfe benötigt Wednesday allemal. Sie wird Zeugin eines brutalen Monsterangriffes und macht es sich zur Aufgabe, dieses Monster ausfindig zu machen.
Die Serie ist düster, ein wenig creepy und Wednesdays trockener Humor, der gut auch als Bewältigungsmechanismus beschrieben werden kann, bleibt unverändert. Zuschauende erhalten einen tiefen Einblick in das mystische Wesen der Wednesday. Sie beginnt, übernatürliche Kräfte in Form von tragischen Visionen zu entwickeln. Eine Fähigkeit, die ihr bei der Monstersuche hilft und endlich bestätigt, dass die Addams Family nicht nur eine Horror-Familie ist, sondern tatsächlich Verbindungen zum Übernatürlichen hat.
Ein cooles Detail für die Fans der 90er-Jahre-Filme: Christina Ricci hat auch in «Wednesday» eine Rolle. Bei der Premiere in Los Angeles sagte Ortega, dass Ricci «in meinem Kopf Wednesday ist. [Die Szenen mit ihr] fühlten sich falsch an. Ich wollte ihr die Rolle geben.»
Die neue Hauptdarstellerin muss sich aber keine Sorgen machen, Ricci lobte die «unglaubliche Darstellung» von Ortega. Und auch wenn Fans von Riccis perfekter Wednesday-Darstellung anfangs noch kritisch gegenüber Ortega sind: Jegliche Zweifel verfliegen bereits nach den ersten paar Minuten. Sie ist Riccis ideale Nachfolgerin.
Die achtteilige Serie ist ab dem 23. November auf Netflix verfügbar.
Ach, und Netflix, falls ihr mitlest: Dies wäre der perfekte Zeitpunkt, die Filme aus den 90er-Jahren wieder ins Sortiment zu nehmen. 😉
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