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Den Einsatz im Kosovo verlängern und den Spitälern in der Pandemie aushelfen: das will der Schweizer Armeechef Thomas Süssli.
Armeechef Thomas Süssli will im kommenden Jahr das Parlament um eine Verlängerung des Schweizer Einsatzes im Kosovo bitten. Es sei nicht absehbar, dass die Friedensmission beendet werden könne. Die politische Situation habe sich sogar wieder verschärft.
«Würden sich die Friedenstruppen aus Kosovo und Bosnien zurückziehen, fielen die Länder möglicherweise wieder zurück in eine Instabilität, die von grosser Unsicherheit geprägt wäre», sagte Süssli im Interview mit dem «SonntagsBlick».
Die Schweiz ist eines der wichtigsten Partner- und Geberländer des Kosovo. Seit 1999 beteiligt sich die Schweizer Armee mit der Swisscoy an der KFOR im Kosovo.
Französisch-sprechende Armeeangehörige
Süssli äusserte sich im Interview ausserdem zum Einsatz der Armee bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die Armee hatte vergangene Woche rund 120 weitere Angehörige zu einem Corona-Einsatz aufgeboten, weil die Einsätze derzeit vor allem in der Westschweiz stattfänden, allerdings bislang französisch-sprechende Armeeangehörige fehlten. Bei Pflegeeinsätzen spiele die Sprache aber eine Rolle, sagte Süssli.
Diese Armeeangehörigen, der Stab eines Bataillons und eine Kompanie, sollten am Sonntag und Montag einrücken. Ursprünglich sei die Armee mit mehr als 300 Freiwilligen gestartet.
Um eine Unterbeschäftigung der Armeeangehörigen zu verhindern, werden die Gesuche der Kantone um Hilfe der Armee viel strenger beurteilt als im Einsatz im ersten Corona-Jahr. «Wir prüfen in den Spitälern und Pflegeinstitutionen den Bedarf», sagte Süssli. «Bei Anzeichen, dass unsere Soldaten unterbeschäftigt wären, leisten wir keinen Einsatz. Wir drängen uns nicht auf.»
Sorge um Versorgungssicherheit
Die Armee habe eine Kapazität von bis zu 5000 Personen für das Gesundheitswesen. «Wir hoffen aber, dass es nicht so weit kommt», sagte Süssli. Im ersten Corona-Jahr sei es sein Höhepunkt gewesen zu sehen, dass «die Leute unserer Miliz im Bedarfsfall auch tatsächlich einrücken.» Bei der Teilmobilmachung seien 91 Prozent eingerückt, sechs Prozent hätten aus gesundheitlichen Gründen nicht einrücken können – und nur drei Prozent hätten grundlos gefehlt.
Sorge bereitet dem Armeechef die Gefahr, dass wegen vielen Ansteckungen durch die Omikron-Variante des Coronavirus Spitäler, Läden oder der öffentliche Verkehr nicht mehr funktionieren könnten. Sollte die Armee einspringen müssen, könnten 72 Stunden nach dem Aufgebot die ersten Leute dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht würden. Die Kantone müssten ein Gesuch stellen. Die Bedingung sei, dass die zivilen Mittel nicht mehr ausreichten. Anzeichen dafür, dass die Kantone planen, im grossen Stil Gesuche zu stellen, gebe es keine.