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Wandermuschel und Ähriges Tausendblatt platzierten die Forschenden in unterschiedlichen Kombinationen in zwanzig Teichen mit Wasser aus dem Greifensee. In den Teichen befanden sich entweder nur Muscheln oder nur Wasserpflanzen oder beide zusammen oder keine von beiden. Alle zwei Wochen versetzten die Forschenden die Teiche mit Phosphor und Nitrat und erhöhten die Mengen von Mal zu Mal. Zusätzlich gab es als Kontrollsystem Teiche ohne Muscheln und Wasserpflanzen, die nicht gedüngt wurden.
Unerwartete Ergebnisse
Nach drei Monaten zogen die Forschenden Bilanz: In den Teichen, in denen sich nur Muscheln oder nur Wasserpflanzen befanden, nahm die Algenblüte verglichen mit dem Kontrollsystem zwar kurz nach Nährstoffzugabe zu, klang dann aber rasch wieder ab. In diesen Teichen war das Wasser im Laufe des Experiments insgesamt klarer als in den Teichen, in denen sich weder Muscheln noch Tausendblatt befanden.
«Viel überraschender war für uns allerdings eine andere Beobachtung», sagt Anita Narwani. Sobald beide Arten zusammen auftraten, trübte sich das Wasser erstaunlich stark, die Algenblüte nahm zu und blieb länger bestehen, wenn die Nährstoffkonzentrationen erhöht wurden. Hinzu kommt, dass in diesem Fall eine Blaualge überhandnahm
Wie lässt sich das erklären? «Die Muscheln und Wasserpflanzen klären das Wasser zwar, sie reduzieren aber vor allem den Anteil an Grünalgen», sagt Anita Narwani. Die Blaualgen hingegen sind resistenter und konnten sich mit zunehmenden Nährstoffgehalt und abnehmender Grünalgenpopulation stark vermehren. Auch Experimente im Labor, die Narwani durchführte, unterstützen diese These.
«Unsere Studie bestätigt, dass die Stabilität aquatischer Ökosysteme stark von komplexen Wechselwirkungen zwischen Arten beeinflusst wird», sagt Narwani. Vor allem für das Management von Seen ist diese Erkenntnis sehr wichtig. Sie zeigt wie das Eindringen neuer Arten Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen können.