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Epilepsie: Erhöhtes Risiko für frühen Tod
Epilepsie-Patienten haben ein deutlich höheres Risiko, frühzeitig an einem nicht natürlichen Tod zu sterben, insbesondere wenn eine psychiatrische Komorbidität vorliegt. Dies zeigt eine Fall-Kontrollstudie im Lancet.
Die Studie basiert auf Daten von 69'995 Epilepsie-Patienten, die in Schweden zwischen 1954 und 2009 geboren wurden. Verglichen wurden deren Mortalität und Todesursachen mit 660'396 vergleichbaren Personen ohne Epilepsie aus der Allgemeinbevölkerung sowie mit 81'396 nicht an Epilepsie erkrankten Geschwistern der Patienten.
Im Beobachtungszeitraum starben 6155 (8.8%) Epilepsie-Patienten im Durchschnittsalter von 34.5 Jahren. Das Risiko eines frühzeitigen nicht natürlichen Todes war 11.1-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung und 11.4-mal höher als bei den Geschwistern. Bei 15.8% war die Ursache ein Verkehrsunfall (5.5-faches Risiko) oder ein Suizid (3.7-faches Risiko). und bei 75.2% der so Verstorbenen war eine psychiatrische Komorbidität bekannt. Bei einer bekannten Depression war das Risiko eines nicht natürlichen Todes 13-mal höher und bei zusätzlicher Substanzabhängigkeit sogar 22.4-mal höher verglichen mit Personen ohne Epilepsie und ohne psychiatrischer Erkrankung.
Konklusion der Autoren: Epilepsie-Patienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko für einen frühzeitigen nicht natürlichen Tod. Psychiatrische Komorbiditäten spielen dabei eine grosse Rolle. Dies soll im Epilepsie-Management vermehrt Beachtung finden.
The Lancet 2013; Online Publikation am 22. Juli - Fazel S et al.
23.07.2013 - gem