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05.08.2010
Markus Kessler und Alex Plüss werden Junioren-Weltmeister im Vierer mit Steuermann
Portion Siegeswille
In regelmässigen Abständen bringt der Ruderclub Schaffhausen internationale Spitzenruderer hervor: Während es in der Zeit von 1920–1936 Hans Walter, Eugen Sigg, Richi Frey und die Brüder Hans, Alex und Rudolph Homberger waren – die damals noch unter den Flaggen von GZ, resp. FCZ ruderisch in Erscheinung traten, da man Renngemeinschaften noch nicht kannte – waren es in den 60er Jahren Alfred Meister und Roland Altenburger, u.a. mit dem 4. Platz an den Olympischen Spielen in Mexiko im Vierer ohne. 1972 holt sich der RCSler Heini Fischer Olympia-Silber im Zweier-ohne. Ein weiterer ruderischer Gipfel wurde mit der Final-Teilnahme an den Olympischen Spielen in Moskau mit Dani Homberger und Netzle/Trümpler erreicht und das krönende i-Tüpfchen bildete der Weltmeister-Titel von 1982 im Vierer ohne von Hans-Konrad Trümpler und Stefan Netzle.
Wenn sich jetzt (fast) alle dieser Personen wieder im Ruderclub versammeln, dann müssen jüngere RCSler wohl eine ganz famose Leistung erbracht haben. In der Tat: Alex Plüss und Markus Kessler ruderten an den Junioren-Weltmeisterschaften in Tschechien in drei Läufen zum Weltmeister im Vierer mit Steuermann. Sie taten dies rudertechnisch mit einer solchen Überzeugung, die dem Zuschauer keine Zweifel offen lässt, wer in dieser Bootsklasse das Sagen hat. Klar sind diese Burschen um 1.96 gross. Klar bringen sie Ergometer Zeiten, die international mithalten können. Klar stemmen diese Hünen dicke Gewichte in die Höhe. Klar trainierten sie in den letzten Wochen drei Mal täglich. Aber die anderen auch. Warum waren denn Markus und Alex mit ihren Kollegen Augustin und Louis mit Steuermann Marco so schnell? Warum sah der vorne im Boot liegende Marco nur bis etwa 300 m die Konkurrenz-Boote neben sich und nachher weder im Vorlauf, noch Halb- und Finalrennen nicht mehr?
Die Vier ruderten technisch ausgereift. Zusammen mit den Italienern überzeugten die Schweizer in dieser Hinsicht. Dass sie nun trotzdem immer eine Bootslänge schneller als die Italiener waren, kann sicher ihrem längeren Schlag (und daher auch etwas tieferen Schlagfrequenz) zugesprochen werden. Und? Und dann kam noch dieser Siegeswille. Wer gewinnen will, braucht einen unbändigen Willen, dies auch in die Tat umzusetzen. Nicht erst im Final. Jedes Mal im Rennen. Bei Testläufen. Bei Seat-Races. Bei Ergometer-Tests. Bei Trainings-Rennen. Immer, wenn’s drauf an kommt. Wenn zwei gleich schnell sind, gewinnt schlussendlich der, der näher an die eigenen Grenzen gehen kann.
Diese Portion Siegeswille brachte die Vier dann endgültig auf die Siegerstrasse. Unter tosendem Jubel der kleinen aber lautstarken Fangemeinschaft aus der Schweiz, die mit ihrer unübersehbaren Flagge den Aussies anscheinend dauernd vor der Nase herum wedelten, wurden die Anstrengungen der Vier buchstäblich vergoldet. Dass die zwei RCSler dabei immer auf dem Teppich blieben und bleiben werden, spricht für sich.
Wir hatten und haben zurzeit viele junge, gute Talente im Ruderclub. Sie trainieren viel für ihr Ziel, geben alles und wollen hoch hinaus. Mit gutem Saisonaufbau, seriösem Training, Kameradschaft, Teamwork und eben dieser Portion Siegeswille, sind Erfolge wie die von Alex und Markus möglich. Es erfüllt mich als Präsi mit Stolz, beide Kategorien unter den Regattierenden zu haben: Solche, die einen (grossen) Erfolg schon erreicht haben und solche, die auf dem Weg dazu sind!
Ein stolzer RCS-Präsi
Christian Rohr
Augustin Maillefer (Lausanne), Alex Plüss und Markus Kessler (beide RCS) Louis Margot (Lausanne) und Steuermann Marco Brechbühl (Luzern) gelingt ein Riesenerfolg. Sie gewinnen im Vierer mit Steuermann die Junioren-Welmeisterschaft im tschechischen Racice.
Zur nachfolgenden Ehrung der beiden Schaffhauser erscheint die RCS-Familie, Regierungrat Christian Amsler (SH), Schaffhausens Stadtpräsident Peter Käppler und Gemeindepräsident Grau (Feuerthalen).