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Die Möglichkeit seine Berufstätigkeit in Bezug auf die Dauer (z. B. Teilzeit), den Ort (z. B. Heim- bzw. Telearbeit) und/oder Arbeitszeiten an die Bedürfnisse jeder Lebensphase anzupassen, erlaubt es Frauen wie Männern, ihren Beruf besser mit ihrem Engagement im Privaten in Einklang zu bringen.
Im Idealfall sollten derart Bestimmungen eine stärkere Beteiligung von Frauen – die immer noch den grössten Anteil an Haus- und Familienarbeit übernehmen – am Arbeitsmarkt ermöglichen und ihre Karriereentwicklung begünstigen. Gleichzeitig sollten Männer die Möglichkeit erhalten, sich stärker ins Familienleben einzubringen.
Damit sich die Flexibilisierung positiv auf die Gleichstellung von Frau und Mann auswirkt, ist darauf zu achten, bei der Umsetzung und Anwendung nicht gewisse Ungleichgewichte zwischen den Geschlechtern zu reproduzieren, insbesondere die Zuweisung des häuslichen Wirkungsfeldes an die Frauen und des beruflichen Wirkungsfeldes an die Männer. Wird beispielsweise Teilzeitarbeit vorrangig Frauen und Müttern angeboten oder bewilligt, bleibt die Vereinbarkeit mit der Familienarbeit Sache der Frauen, wodurch ihr Lohnniveau und ihre Karrierechancen beeinträchtigt werden und das Armutsrisiko bei einer Scheidung oder Pensionierung steigt.
Gleichermassen können bestimmte Formen der Flexibilisierung oder ihr Umsetzungskontext zu erhöhtem Stress rund um die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben führen, wie beispielsweise Arbeit auf Abruf, zerstückelte Arbeitszeiten oder Anspruch auf ständige Verfügbarkeit (per Telefon oder E-Mail), insbesondere abends und/oder an Wochenenden.
Generell geht die Flexibilisierung der Arbeitszeit mit einer grösseren Autonomie der Betroffenen einher und verlangt daher eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens sowie gute Organisations- und Zeitmanagementfähigkeiten, sowohl vom Personal als auch von den Vorgesetzten. Rahmenbedingungen und gezielte Begleitung ist für jede Anwendung von flexiblen Arbeitszeitmodellen ein Muss.
Letzte Änderung : 07/11/2019