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„Golf ist kein fairer Sport. Wieso soll ich also einen fairen Golfplatz bauen?“
Dieser Satz stammt von Pete Dye (92), der sich mit dem TPC Stadium Course Sawgrass in Ponte Vedra Beach, FL ein Denkmal setzte, das so etwas wie die ultimative Herausforderung für Golfspielende bedeutet. Auf dem nur knapp 6300 Meter langen Platz kommt an 17 von 18 Löchern Wasser ins Spiel, ganz zu schweigen von tiefen Bunkern, Schräglagen, sehr schwierigen Greens und der berüchtigten, kurzen 17. Bahn mit dem Inselgreen.
Ein Spieler kümmerte sich am vergangenen Wochenende aber herzlich wenig darum, welche Gemeinheiten sich der Meister des Target Golf Designs vor knapp 40 Jahren in einem 170 Hektar grossen Sumpf ausgedacht hatte: Webb Simpson fuhr einen glatten Start-Ziel-Sieg ein. Der 32jährige aus Raleigh (North Carolina) hatte zwar schon ein Major (US Open 2014) und vier weitere Toursiege auf seinem Konto, blieb dann aber in weiteren 107 Anläufen erfolglos. Doch an diesem Wochenende, in einem der stärkst besetzten Turniere des Jahres, passte für Simpson endlich wieder einmal alles zusammen. Mit zwei Auftaktrunden von 66 und 63 (Platzrekord eingestellt und das trotz einem Doppelbogey an der 17!) legte er schon mal ein Polster von fünf Schlägen zwischen sich und Dustin Johnson, Jason Day, Justin Thomas (der nach dem Turnier neu die Weltnummer 1 ist) und andere.
Als Simpson nach dem dritten Tag sogar auf sieben Schläge Vorsprung davonzog, schien die Sache schon fast gelaufen, doch ein paar weiter hinten klassierte Spieler hatten etwas dagegen. Allen voran Tiger Woods, der sehr verhalten gestartet war: Nach dem ersten Tag auf dem 69. Platz und am zweiten nur ein Rang besser klassiert, zeigte der grosse Kämpfer echten Biss. Eine 65er Runde am Samstag katapultierte Tiger auf den 9. Zwischenrang und dann spielte er am Finaltag auf den ersten 12 Löchern sechs Birdies und kam zwischenzeitlich bis auf vier Schläge an den Führenden heran. Doch dann war die Luft beim Rückkehrer raus und er fiel nach einem Bogey (15.) und Doppelbogey (17.) zurück auf den geteilten 11. Schlussrang.
Auch die späten Angriffe von US Open Sieger 2017 Bruce Koepka (63er Runde), Xander Schauffele, Carl Schwartzel, und Jimmy Walker (alle mit 67) waren nutzlos. Webb Simpson brachte den Sieg, wenn auch mit einer eher glanzlosen 73er Schlussrunde, und vier Schlägen Vorsprung auf Schwartzel und den bei seiner ersten Teilnahme stark spielenden Schauffele ins Trockene.
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Text: Peter Hodel
Foto: Lynne Sladky / AP