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Vorurteile gegenüber den USA und deren Bevölkerung

Wenn Schweizer über die Vereinigten Staaten von Amerika urteilen, dann fällt das Ergebnis meist negativ aus - was Unkenntnis zeigt, welche im Wesentlichen von selbsternannten Kennern und den Medien kolportiert wird. Alle Schweizer sind gemächlich, bünzlig und überpünktlich, ernähren sich nur von Weisswein, Fondue und Schokolade und laufen grundsätzlich mit dem Alphorn und Sennechutteli herum. Kaum einer von uns wird sich mit dieser Beschreibung identifizieren können. Jedoch hegen viele Europäer oft genau solche Vorurteile. So heisst es nur zu oft: "Die Amis fahren doch nur in ihren riesigen klimatisierten Strassenkreuzern durch die Gegend, sind eh alle oberflächlich, dumm und fett sowieso". Die Realität sieht aber fast konträr aus:
Im Unterschied zu uns Schweizern sind die Amerikaner unkompliziert, hilfsbereit, weniger hektisch, patriotisch und vor allem ungewohnt höflich. Das eine oder andere dem Amerikaner angelastete Defizit entspringt einer Fehlinterpretation unsererseits. Vieles was wir mit Wissen gleichtun, ist in einem Land von der Grösse der USA (238 x grösser als die Schweiz) absolut unbedeutend und nebensächlich.
Die Idee, dass der Amerikaner dumm ist, kommt wohl daher auf, da in vielen Schulen nicht so anspruchsvolle Prüfungen wie bei uns geschrieben werden. Bei diesem Thema zu bedenken ist die Tatsache, dass von den renommiertesten und besten Universitäten der Welt viele in den USA angesiedelt sind (u.a. Harvard, Yale, MIT). Zudem schneiden wir in der immer wieder herangezogenen PISA-Studie nicht so viel besser ab als das wir das Recht hätten, mit dem Finger auf die USA zu zeigen.
Klar, die geografischen Kenntnisse der Amis sind nicht wirklich ausgeprägt "Yes, I know Switzerland - I have been in Stockholm" hat vielleicht der eine oder andere schon gehört. Aber Hand aufs Herz, kennen Sie die Hauptstadt von Kansas (es ist Topeka…)? Ein Tourist, der einmal in ein längeres Gespräch mit Einheimischen verwickelt ist, wird schnell feststellen, dass diese ein grosses Interesse an unserer Herkunft zeigen und viele Fragen zur Schweiz stellen.
Das Erlernen fremder Sprachen hat in den Schulen nicht grösste Priorität, schliesslich ist Englisch eigentlich die Weltsprache schlechthin und im eigenen Land kann sich der Amerikaner immerhin mit über 300 Millionen Landsleuten ohne grössere Probleme unterhalten. Zudem reisen die meisten selten in andere Länder, da sie die Vielfalt ihres eigenen überwältigenden Landes direkt vor der Haustür haben. Somit bleibt der Einblick in andere Kulturen vorenthalten.
Es ist bewiesen, dass ein grosser Teil der Bevölkerung an Übergewicht leidet, jedoch sollte nicht ausser Acht gelassen werden, dass auch der "Fitness-Wahn" nicht unpopulär ist und viele sehr auf ihre Gesundheit und Ernährung achten, staunen Sie z.B. über die Anzahl Joggern in den Städten. Generell ist zu sagen, dass die USA ein Land des Überflusses sind und somit alles überdimensional gross ist - auch die Essensportionen. Ausserdem ist es eine Tatsache, dass es in den Vereinigten Staaten mehr Fastfood-Ketten gibt als in irgendeinem anderen Land der Welt, denn Zeit ist ja bekanntlich Geld. Dennoch macht dies die Amerikaner nicht zu schlechteren Menschen.
Weitere - unberechtigte - Vorurteile:
In den USA kann man nur geradeaus fahren!
Selbstverständlich führen viele Strassen meilenweit durch die scheinbar endlosen Wüsten, Wälder etc. Aber, es gibt auch die kurvenreichen Routen durch fantastische Gegenden, über bis zu 3700 m hohe Pässe und entlang der Küsten. Eine der bekanntesten dieser Strecken ist der US Highway 129 "Tail of the Dragon" im Great Smoky Mountains Nationalpark mit 318 Kurven auf 11 Meilen oder die Mattole Road in Kalifornien, die Gegend nördlich von San Francisco etc.
Die USA haben keine Essenskultur, man kann nirgends gut essen!
Eine solche Behauptung kann wirklich nur aufstellen, wer alles glaubt, was "weitgereiste Feinschmecker" so wahnsinnig kompetent von sich geben und sich noch nie selber ein Bild über die Essenskultur gemacht hat. Es muss schliesslich nicht immer nur Fastfood von McDonalds, Burger King, KFC etc. sein! Vielleicht traf diese Aussage vor 20, 30 Jahren zu, doch mittlerweile verpflegt sich sogar der europäische Gourmet in den USA sehr gesund, abwechslungsreich und mit hoher Qualität sowie fürs Auge schön angerichtet. In nahezu jedem Ort finden sich kleine, liebevolle von der Besitzerfamilie persönlich geführte Cafés mit hervorragendem Essen, auch Vegetarier kommen voll auf ihre Kosten. Ausserdem gibt es zahlreiche Steakhouses (welche nicht, wie der Name suggeriert, nur Steaks servieren!) sondern vielfach auch Fischgerichte, Pasta, Salate etc. zubereiten - zudem ist gutes Gemüse auf jeder Speisekarte zu finden. Speziell die Seafood-Gastronomie ist mittlerweile extrem populär und die Qualität hervorragend. Die amerikanische Küche besteht ebenfalls aus Gerichten, welche Immigranten über die Jahrhunderte hinweg mitgebracht haben und regionale Spezialitäten - was eine weitere Abwechslung bringt. Die Weine sollen übrigens ausgezeichnet sein...
Politik
In jedem Land gibt es Politiker mit unterschiedlichsten Einstellungen, welche in erster Linie auf sich selber schauen und teilweise abstruse Ideen verbreiten: Hardliner, Linke, Rechte, Nette, Böse, Gemässigte etc. - nicht nur in Amerika.
Denken Sie nicht weiter über all dies nach - es ist in den USA einfach anders als bei uns - und erleben Sie die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Amis und geniessen die atemberaubenden Landschaften, pulsierenden Städte und eben, das was anders ist und reisen Sie unbefangen mit viel Vorfreude über den grossen Teich.
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