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Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege. Diese Teile der Lunge reagieren bei Asthmatikern auf bestimmte Reize, zum Beispiel psychische Belastung oder Überanstrengung, überempfindlich und verengen sich krampfartig.
Durch die Überempfindlichkeit gegenüber eigentlich harmlosen Stoffen sind die Atemwege bei Asthma bronchiale ständig entzündet. Deshalb bildet die Schleimhaut in den Bronchien sehr viel zähen Schleim und schwillt an. In der Folge verengen sich die Atemwege. Zusätzlich verkrampft sich die Atemmuskulatur. Das führt zu einer in Anfällen auftretenden Atemnot.
Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Bei ihnen ist das Asthma überwiegend allergisch bedingt und auch bei Erwachsenen sind Allergene oft die Auslöser von Asthma. Bei etwa 30 bis 50 Prozent der erwachsenen Asthmatiker liegt dagegen ein sogenanntes nicht-allergisches Asthma vor – hier sind oft Atemwegsinfektionen die Auslöser. Nicht-allergisches Asthma tritt erst im mittleren Erwachsenenalter auf. Es gibt auch Mischformen von allergischem und nicht-allergischem Asthma.
Ein Asthmaanfall dauert von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden (schwerer Asthmaanfall). Auslöser sind zum Beispiel Allergien, Infektionen der oberen Atemwege, Überanstrengung, psychische Belastung, Kälte, Medikamente oder verunreinigte Luft. Um eine Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt die Krankengeschichte auf und untersucht den Betroffenen körperlich. Er prüft die Lunge mithilfe eines Lungenfunktionstests und klärt mögliche Allergien ab. Ist der Auslöser für das Asthma bekannt (z.B. Staub, Haustier-Allergie, Zigarettenrauch), ist es wichtig, diesen so gut wie möglich zu meiden.
Bei der Asthma-Therapie unterscheidet man zwischen zwei Behandlungen:
In der Regel verschreibt der Arzt Bronchialsprays zum Inhalieren, selten Tabletten beziehungsweise Kapseln. Wichtige Wirkstoffe entstammen hier der Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika, Kortison-Präparate, Antileukotriene und gegebenenfalls des Wirkstoffs Cromoglicinsäure. Bei schweren Asthma-Fällen kann es notwendig werden, Medikamente gegebenenfalls über eine Vene zu verabreichen.
Jungen haben häufiger Asthma als Mädchen. Allerdings ist bei erkrankten Mädchen das Risiko höher, dass sie auch als Erwachsene noch Asthma-Beschwerden haben. Insgesamt hat etwa eins von drei Kindern mit Asthma bronchiale die Chance, im Erwachsenenalter keine Beschwerden mehr zu haben, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Atemwege bleiben aber das ganze Leben lang überempfindlich, so dass jederzeit wieder ein Asthma-Anfall auftreten kann.
Asthma bronchiale ist eine Erkrankung der Atemwege, bei der die Schleimhäute der Atemwegswände – insbesondere der Bronchien – chronisch entzündet sind.
Als Bronchien bezeichnet man die röhrenförmigen Abschnitte der Lunge, die mit der Aufspaltung der Luftröhre in die beiden Hauptbronchien beginnen. Sie transportieren die Atemluft von der Luftröhre zu den Lungenbläschen. Auf bestimmte Reize hin verengen sich bei Asthmatikern die Atemwege und rufen eine häufig anfallartige Atemnot hervor, die besonders nachts und am frühen Morgen auftritt. Wird das Asthma nicht oder nicht ausreichend behandelt, wird die Funktionsfähigkeit der Lunge nach und nach schlechter, weil sich die Atemwege dauerhaft verengen können.
Der Begriff Asthma ist griechischen Ursprungs und bedeutet so viel wie «Atemnot» oder «schweres Atmen». Schon der römische Arzt Galen (um 129 bis 199 n.Chr.) beschrieb die Krankheit.
Im Kindsalter ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung. Erkranken Mädchen, haben sie ein höheres Risiko, dass sie auch als Erwachsene noch Asthma-Beschwerden haben. Insgesamt hat mindestens eins von drei Kindern die Chance, im Erwachsenenalter beschwerdefrei zu sein, wenn das Asthma bronchiale rechtzeitig erkannt und ausreichend behandelt wird. Bei etwa 70 Prozent der betroffenen Kinder beginnt das Asthma bronchiale bereits vor dem fünften Lebensjahr.
Im Erwachsenenalter findet sich das Asthma noch bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung.
Die zunehmende Zahl der Asthma-Erkrankten geht mit der steigenden, nicht ausreichend geklärten Anzahl allergischer Erkrankungen einher. Allergien sind ein wesentlicher Risikofaktor für das Auftreten von Asthma.
Bei Asthma bronchiale sind die Ursachen vielfältig. Mediziner teilen die Asthma-Ursachen in folgende Kategorien ein:
Warum kommt es nun – zum Beispiel durch eine allergische Reaktion oder eine Virusinfektion – genau zu Asthma? Die Ursachen sind entzündliche Prozesse in den Atemwegen (Bronchien) als Antwort auf den Infekt oder den Kontakt mit dem Allergen (z.B. Pollen). Bei Asthmatikern kommt es dabei zu einer «Überreaktion» in den Bronchien. Die Atemwege verengen sich (sog. Bronchospasmus), die Bronchialschleimhaut schwillt an und sondert zähen Schleim ab – dadurch kann weniger Luft durch die Atemwege strömen und die typischen Asthma-Beschwerden wie Luftnot treten auf.
Beim allergischen Asthma bronchiale «bekämpft» das eigene Immunsystem Substanzen, die eigentlich nicht schädlich für den Körper sind und nicht angegriffen werden müssten (sog. Allergene). Mögliche Allergene sind Pollen, Tierhaare oder der Kot der Hausstaubmilbe. Die meisten Asthmatiker weisen erhöhte Werte des Immunglobulins E (IgE) auf. IgE ist ein Antikörper, der gewöhnlich der Immunabwehr dient – er ist jedoch auch an allergischen Reaktionen beteiligt.
Asthma bronchiale tritt häufig im Zusammenhang mit Allergien wie Heuschnupfen oder Neurodermitis (atopische Dermatitis) auf. Wenn man wie bei Neurodermitis eine vererbte Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen eines bestimmten Typs (Soforttyp) hat, nennt man dies Atopie. Ist ein Elternteil sogenannter Atopiker, ist das Risiko für das Kind, allergische Erkrankungen zu entwickeln, erhöht. Leiden beide Elternteile an allergischem Asthma, entwickeln ihre Kinder zu 60 bis 80 Prozent ebenfalls allergisches Asthma, bei einem erkrankten Elternteil zu 30 bis 40 Prozent. Die genetische Komponente ist jedoch nicht allein für die weltweite Zunahme der allergischen Erkrankungen verantwortlich. Umwelteinflüsse und Lebensgewohnheiten sowie veränderte Lebensumstände tragen ihren Teil dazu bei. Beispiele hierfür sind Rauchen, Passivrauchen und kindliches Übergewicht (Adipositas).
Beim allergischen Asthma kann eine allergische Reaktion auf verschiedene Allergene der Atemluft vorliegen, so beispielsweise auf
Am häufigsten reagieren Menschen mit allergischem Asthma auf sogenannte Innenraumallergene, zum Beispiel Hausstaubmilben und Tierhaare. Allergisches Asthma ist typischerweise eine Erkrankung des Kindes- und Jugendalters, zeigt sich jedoch in selteneren Fällen erst im Erwachsenenalter. Allergien sind bei Kindern der Hauptrisikofaktor für Asthma. Normalerweise treten wenige Minuten nach Kontakt mit dem auslösenden Allergen die Atembeschwerden auf (sog. Soforttyp-Reaktion). Manchmal treten bei allergischem Asthma erst etwa sechs bis zwölf Stunden nach dem Kontakt mit dem auslösenden Reiz Beschwerden auf (sog. Spätreaktion). Bei manchen Betroffenen mit allergischem Asthma treten sowohl die Sofort- als auch die Spätreaktion nacheinander ein und sorgen für Atembeschwerden.
Auch im Beruf kommen viele Menschen häufig mit Stoffen in Kontakt, die zu Allergien führen und ein berufsbedingtes Asthma auslösen können. Klassische Fälle sind:
Ist bereits eine Allergieneigung bekannt, sollten die Betroffenen diesen Aspekt bei der Berufswahl mit einbeziehen. Auch chemische Stoffe können das Bronchialsystem reizen und zu einem nicht-allergischen berufsbedingten Asthma führen.
Eine durch Virusinfektionen der Atemwege hervorgerufene Entzündung macht die Atemwege anfälliger für andere Reize und kann so ein Infektasthma auslösen. Es tritt vor allem bei Erwachsenen und Kleinkindern auf. Bei jüngeren Kindern sind häufig Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren) für das Infektasthma verantwortlich. Ältere Kinder und Erwachsene erkranken häufiger nach Infektionen mit Rhinoviren, die auch eine ganze normale Erkältung auslösen. Andere Virus-Arten, die Infektionen der Atemwege hervorrufen, spielen ebenfalls eine Rolle, etwa:
Arzneimittelasthma entsteht infolge einer pseudoallergischen Reaktion und tritt fast nie allein, sondern in der Regel kombiniert mit anderen, meist allergischen Asthma-Formen auf. Etwa 10 bis 20 Prozent aller Asthmatiker reagieren auf bestimmte Schmerzmittel überempfindlich. Besonders häufig löst der Wirkstoff Acetylsalicylsäure ein Arzneimittelasthma aus. Auch Betablocker (Medikamente u.a. gegen Bluthochdruck) können bei Asthma die Symptome verstärken und einen Asthma-Anfall auslösen.
Beim Arzneimittelasthma handelt es sich nicht um eine Allergie im eigentlichen Sinne. Vielmehr ist diese Form der Arzneimittelunverträglichkeit die Folge einer Stoffwechselabweichung (Pseudoallergie), die möglicherweise erblich bedingt ist.
Verbreiteter als das Arzneimittelasthma ist bei Asthmatikern das Belastungsasthma oder Anstrengungsasthma. Körperliche Anstrengung löst bei den betroffenen Asthmatikern Asthma-Anfälle aus. Vor allem Kinder und Jugendliche haben häufig ein Belastungsasthma. Kalte und trockene Luft begünstigt den Anfall. Atemnot unter Belastung ist bei Asthmatikern oft ein Anzeichen dafür, dass die Therapie nicht ausreicht. Bei schrittweise gesteigerter Anstrengung, vorbeugender Gabe von bronchienerweiternden Medikamenten und der Wahl geeigneter Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen, schränkt das Asthma die Betroffenen aber in vielen Fällen kaum ein. Sport ist für Asthmatiker besonders wichtig, da die Bewegung unter anderem die körperliche Leistungsfähigkeit steigert und die Muskulatur kräftigt – dies ist vor allem während eines Asthma-Anfalls hilfreich.
Bei Asthma bronchiale entstehen die typischen Symptome, weil die Atemwege dauerhaft entzündet sind und insbesondere die Bronchialschleimhäute anschwellen. Die Bronchialschleimhäute produzieren durch diese Entzündung übermässig viel zähflüssigen Schleim. Der Schleim und die Schleimhautschwellung verengen die Atemwege und erschweren die Atmung. Kinder bekommen häufiger Asthma als Erwachsene, weil ihre Schleimhautoberfläche im Verhältnis zur Weite der Atemwege besonders gross ist. Die Muskeln der kleinen Bronchien (der sog. Bronchioli), Teile der unteren Atemwege, ziehen sich bei Asthma krampfartig zusammen. Vor allem das Ausatmen ist dadurch gestört: Die Ausatmung verlängert sich insgesamt: Es entsteht ein typisches Pfeifen und Brummen. Zwischen den Anfällen (sog. Intervallen) fehlen die Asthma-Symptome oft ganz.
Häufige Asthma-Symptome sind:
Eine plötzliche Verengung der Luftwege kann einen akuten Asthma-Anfall auslösen. Symptome sind dann schwere Atemnot und ein Engegefühl in der Brust. Der Asthma-Anfall kann wenige Sekunden bis mehrere Stunden (bei einem schweren Anfall) andauern, in einigen Fällen sogar mehrere Tage. Die Ärzte sprechen dann von einem sogenannten Status asthmaticus.
Auch zwischen den Anfällen können Asthma-Symptome wie Husten oder Atemnot auftreten, wenn das Asthma nicht ausreichend behandelt wird und die Asthma-Anfälle die Funktionsfähigkeit der Lunge dauerhaft beeinträchtigen. Herz- und Lungengewebe werden belastet, durch die ungenügende Abatmung kann sich die Lunge auf Dauer stark aufblähen (Lungenemphysem).
Bei schweren Verlaufsformen kann das Asthma bronchiale bei Kindern die allgemeine Entwicklung einschränken. Im extrem fortgeschrittenen Stadium kann sich der Brustkorb durch die Überblähung der Lungen fassähnlich verformen. Beim Atmen ist die Bewegung der Muskeln verändert. Zusätzlich zu den normalen Atemmuskeln unterstützt die sogenannte Atemhilfsmuskulatur, bestehend aus Teilen von Brustraum-, Rücken- und Schultergürtelmuskulatur, bei der vermehrten Atemanstrengung der Betroffenen das Atmen. So stützen Asthmatiker bei einem Asthma-Anfall häufig die Arme ab; dies fixiert den Schultergürtel und die Atemhilfsmuskeln können den Brustkorb zusätzlich heben und senken.
Bei Asthma bronchiale stellt der Arzt die Diagnose meist schon, weil die Betroffenen die charakteristischen Beschwerden schildern. Beim Abhören sind typische Lungengeräusche hörbar: Ein Pfeifen und Brummen bei der Atmung. Die pfeifenden Geräusche bezeichnet man auch als Giemen. Häufig tritt bei Asthmatikern auch ein trockener Husten auf. Der Arzt fragt ausserdem, wie sich die Beschwerden während oder nach körperlicher Arbeit oder bei Atemwegsinfekten äussern. Auch vorhandene Belastungsfaktoren, etwa im Beruf (z.B. Arbeit mit Mehl, Tiermaterialien oder Putzmitteln), sowie familiäre Erkrankungen (z.B. Neurodermitis) können die Diagnose stützen.
Um bei Asthma bronchiale die Diagnose zu stellen, schliesst der Arzt zudem andere Ursachen sowie Erkrankungen mit einem ähnlichen Erscheinungsbild aus, beispielsweise:
Im Rahmen der Asthma-Diagnose erfolgen weitere Untersuchungen, beispielsweise Lungenfunktionstests (Spirometrie, Ganzkörper-Plethysmographie). Auf diese Weise erhält der Arzt genaue Informationen über die Atemfunktion und die Art der Atemeinschränkung.
Ruft Anstrengung das Asthma hervor, können die Lungenfunktionstests unter körperlicher Belastung erfolgen. Haben Betroffene trotz asthmatischer Beschwerden eine normale Lungenfunktion, kann der Arzt die Überempfindlichkeit der Atemwege auch durch eine sogenannte inhalative Provokation auslösen. Dabei atmet der Patient eine Substanz ein, welche die Atemwege reizt. Meist verwendet man hierfür Histamin, Methacholin oder Stoffe, auf die der Proband bekanntermassen allergisch reagiert (Allergene, z.B. Pollen). Bei schweren Asthmaanfällen bestimmt der Arzt unter Umständen auch die Konzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut einer Arterie.
Bei allergischem Asthma zeigen Bluttests meist eine erhöhte Konzentration der bei Allergien typischerweise vermehrten Antikörper – des Immunglobulins E (IgE). Mit Hauttests (z.B. Pricktest) bestimmt der Arzt das auslösende Allergen. Ist das Ergebnis unklar, kann ein inhalativer Provokationstest weiterhelfen. Der Betroffene atmet dabei unter ärztlicher Aufsicht das verdächtige Allergen ein. Zeigen sich daraufhin typische Asthma-Symptome, ist der Auslöser identifiziert und sollte in Zukunft gemieden werden.
Röntgenuntersuchungen der Lunge können bei Asthma bronchiale unauffällig sein, werden jedoch bei der Erstdiagnose durchgeführt, um andere Erkrankungen als Ursache für die Beschwerden auszuschliessen. Bei schweren Verläufen sind manchmal Folgeschäden auf dem Röntgenbild erkennbar (z.B. Lungenemphysem).
Bei Asthma bronchiale ist der erste Therapie-Schritt, die auslösenden Stoffe zu meiden. Ausserdem können verschiedene Verhaltensweisen und Medikamente bei der Asthma-Therapie helfen.
Um Asthma bronchiale mit Medikamenten zu behandeln, setzt man hauptsächlich zwei Arzneimittelgruppen ein:
Entzündungshemmer behandeln die Schleimhaut-Entzündung als eigentliche Ursache des Asthmas. Wirkstoffe aus der Gruppe der Kortikosteroide (z.B. Budesonid, Fluticason, Mometason) bewirken, dass die Schwellung und Schleimbildung in den Atemwegen zurückgeht. In der Regel atmen Asthmatiker die Kortikosteroide zur Behandlung ein (inhalieren) – so erreichen die Wirkstoffe den Zielort direkt und mit möglichst wenigen Nebenwirkungen. Kortikosteroide sind die wesentliche Komponente der Asthma-Dauertherapie.
Je nach Schweregrad des Asthma bronchiale kommen verschiedene Medikamente beziehungsweise unterschiedliche Dosierungen und Darreichungsformen zum Einsatz: Bei leichtem Asthma erhalten Betroffene beispielsweise Kortikosteroide zum Inhalieren, bei schwerem Asthma bronchiale dagegen als Tablette zum Einnahmen.
Neben Wirkstoffen aus der Gruppe Kortikosteroide zur Dauertherapie setzen Ärzte auch sogenannte Beta-2-Sympathomimetika. Beta-2-Sympathomimetika erweitern die Bronchien – man bezeichnet sie in der Fachsprache auch als Bronchodilatatoren. Sie lockern die verkrampfte Atemmuskulatur und erweitern dadurch die Atemwege. Sie bekämpfen also die Beschwerden, nicht die Ursache des Asthmas. Unter den bronchienerweiternden Medikamenten gibt es kurz- und langwirksame. Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Formoterol, Salmeterol) lindern die Symptome bis zu zwölf Stunden lang. Allerdings wirken sie nicht sofort und sind damit nicht bei einem akuten Asthma-Anfall zur Therapie geeignet. Sie werden deshalb wie die Kortikosteroide zur Dauertherapie eingesetzt.
Die kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Salbutamol, Terbutalin) helfen beim akuten Asthma-Anfall, wenn die Wirkung innerhalb weniger Minuten einsetzen soll. Ihre Wirkung hält etwa vier bis sechs Stunden an. Müssen Erkrankte zu häufig auf diese Substanzen zurückgreifen, ist die Asthma-Therapie nicht optimal eingestellt. Oft vernachlässigen Betroffene die wichtige Dauertherapie, sobald sie sich beschwerdefrei fühlen. Aber die Entzündung in den Atemwegen bildet sich erst nach Wochen bis Monaten zurück. Eine gute Therapie kann auch die Lungenfunktion langfristig normalisieren.
Neben Kortikosteroiden und Beta-2-Sympathomimetika kommen auch andere Wirkstoffe beziehungsweise Arzneimittelgruppen zusätzlich oder alternativ infrage. Reagieren Erkrankte zum Beispiel allergisch auf Beta-2-Sympathomimetika, ist der Wirkstoff Ipratropiumbromid eine mögliche Alternative. Wirkstoffe aus der Gruppe der Xanthinderivate (z.B. Theophyllin) erweitern ebenfalls die Bronchien, allerdings liegen die heilsame und die schädliche Dosis nah beieinander. Daher sollte während der Einnahme regelmässig die Wirkstoffmenge im Blut kontrolliert werden.
Die Wirkstoffe Cromoglicinsäure oder Nedocromil machen die sogenannten Mastzellen in der Bronchialschleimhaut weniger empfindlich. Mastzellen sind Zellen des Immunsystems, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Cromoglicinsäure oder Nedocromil werden jedoch nur noch selten eingesetzt. Antileukotriene (wie der Wirkstoff Montelukast) gewinnen dagegen zunehmend an Bedeutung. Sie richten sich gegen die Leukotriene – das sind Botenstoffe, die ebenfalls an Entzündungsreaktionen der Bronchialschleimhaut beteiligt sind. Bei Erwachsenen empfiehlt man Leukotriene in der Langzeittherapie des mittel- bis schwergradigen Asthmas (in Kombination mit Kortikosteroiden oder einem Beta-2-Sympathomimektikum). Bei Kindern zwischen 2 und 14 Jahren ist Montelukast auch ohne diese Kombination zugelassen. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Kinder keine Kortikosteroide inhalieren können oder wenn Nebenwirkungen der Kortikosteroide eintreten, zum Beispiel ein stark verzögertes Wachstum.
Beim leichten bis mittelschweren allergischen Asthma bronchiale hilft in manchen Fällen eine Hyposensibilisierung. Der Körper gewöhnt sich dabei durch regelmässige Gaben von Allergenen an die asthmaauslösenden Stoffe.
Ein neuer Therapieansatz bei schwerem allergischem Asthma ist eine Zusatztherapie mit einem Antikörper gegen das vom Immunsystem ausgeschüttete Immunglobulin E (IgE). Ein Arzt spritzt dem Asthmatiker dabei die Antikörper ein- bis zweimal pro Monat unter die Haut. Bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren ist diese Asthma-Therapie aber nicht zugelassen.
Bronchienerweiternde Wirkstoffe gegen die Asthma-Symptome gibt es zum Einatmen (zur Inhalation) oder als Kapsel beziehungsweise Tablette zum Einnehmen. Wenn möglich, ist bei Asthma-Medikamenten die inhalative Anwendung zu bevorzugen. Anstatt über den Blutweg – wie bei Kapseln oder Tabletten – gelangt der Wirkstoff beim Inhalieren direkt über die Bronchien an den Entzündungsherd. Dies führt sowohl zu einer gezielteren Therapie als auch zu geringeren Nebenwirkungen.
Mittlerweile gibt es inhalative Kombinationspräparate mit bronchienerweiternden und entzündungshemmenden Wirkstoffen (z.B. Formoterol mit Budesonid oder Salmeterol mit Fluticason). Die Asthma-Therapie wird dadurch für die Betroffenen einfacher, da sie nur noch ein Inhalationsgerät benötigen.
Im Wesentlichen finden sich zwei Inhalationsverfahren:
Die Inhalationstechnik ist bei den einzelnen Verfahren unterschiedlich und muss vom Betroffenen erlernt werden. Bei Kindern und Schwangeren mit Asthma bronchiale ist besondere Sorgfalt geboten – hier wägen Betroffene (bzw. die Eltern) gemeinsam mit dem Arzt besonders genau die Vor- und Nachteile der Therapie ab und klären, ob spezielle Vorsichtsmassnahmen nötig sind.
Bei der Therapie des akuten Asthma-Anfalls stehen bronchienerweiternde Medikamente im Vordergrund. Bei einem leichten bis mittelschweren Anfall nimmt der Betroffene ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (z.B. den Wirkstoff Fenoterol oder Salbutamol) ein. Ausserdem sollte der Asthmatiker Kortikosteroide einnehmen. Die Atmung fällt den Betroffenen im Sitzen und mit aufgestützten Armen leichter. Ausserdem ist die Lippenbremse eine sinnvolle Verhaltensmassnahme bei einem Asthma-Anfall. Bei einem schweren Asthma-Anfall müssen Betroffene eventuell ins Spital. Sie erhalten ebenfalls ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum und Kortikosteroide zum Einnehmen oder über eine Vene. In schweren Fällen kann auch eine künstliche Beatmung des Asthmatikers notwendig werden.
Bei Asthma bronchiale richtet sich die Langzeitbehandlung danach, wie gut die Erkrankung unter Kontrolle ist. Dies lässt sich in drei Grade einteilen:
Bei kontrolliertem Asthma bronchiale ist keine Langzeittherapie mit Medikamenten notwendig. Dann reicht es aus, allgemeine Verhaltensregeln zu befolgen, zum Beispiel nicht zu rauchen und Allergene zu meiden.
Teilweise kontrolliertes Asthma erfordert zusätzlich zu einem angepassten Verhalten eine Langzeittherapie mit entzündungshemmenden Kortikosteroiden zum Inhalieren wie Beclomethason, Budesonid oder Fluticason. Bei mittelschwerem bis schwerem Asthma kann zusätzlich ein Leukotrien-Antagonist (z.B. Montelukast) sinnvoll sein. Beta-2-Sympathomimetika kommen nach Bedarf zum Einsatz.
Bei unkontrolliertem Asthma verschreibt der Arzt – zusätzlich zu den Massnahmen bei teilweise kontrolliertem Asthma – zum Beispiel Kortikosteroide als Tabletten oder bei allergischem Asthma einen Antikörper gegen das Immunglobulin E. Möglicherweise sind bei unkontrolliertem Asthma noch weitere Medikamente als Langzeittherapie notwendig.
Damit ist nicht der Schweregrad des Asthma bronchiale für die Langzeittherapie ausschlaggebend, sondern wie gut die Erkrankung bereits unter Kontrolle ist. So kann etwa auch bei leichtem Asthma zu Beginn eine medikamentöse Therapie notwendig sein, bis es unter Kontrolle ist.
Die Therapie von Asthma bronchiale richtet sich nach dem sogenannten Stufen-Schema. Abhängig davon, wie gut das Asthma bereits unter Kontrolle ist, passt der Arzt die Behandlung entsprechend an. Das Stufen-Schema gibt einen Überblick über die verschiedenen Therapiestufen. Die Therapiestufen sind aber nicht dem Schweregrad des Asthmas zuzuordnen – ausgenommen Asthmatiker, die bisher noch nicht behandelt wurden. Der behandelnde Arzt wählt die richtige Therapiestufe nach dem Kontrollgrad des Asthmas. So kann der Arzt beziehungsweise der Betroffene die Therapie-Massnahmen
Die Therapie des Asthma bronchiale besteht nicht nur aus Medikamenten. Wichtig sind auch zusätzliche Massnahmen wie
Wichtig ist auch, dass der Arzt den Betroffenen gut informiert. Der Arzt vermittelt den praktischen Umgang mit Asthma und das theoretische Verständnis der Erkrankung. Viele Spitäler, Fachärzte, Selbsthilfegruppen oder Rehabilitationszentren für Atemwegserkrankte bieten Asthma-Schulungen an.
Zusätzlich zu Medikamenten gibt es eine Reihe weiterer therapeutischer Massnahmen, um die Atemfunktion zu unterstützen und den Allgemeinzustand zu verbessern. Eine wichtige Hilfe ist die gezielte Physiotherapie. Die sogenannte Atemgymnastik im beschwerdefreien Zeitraum kräftigt die Atemmuskulatur und steigert damit die Atemleistung. Die Betroffenen erlernen zudem spezielle Atemtechniken. Eine der wichtigsten ist die sogenannte Lippenbremse: Bei dieser Technik kann nur wenig Luft durch die Lippen entweichen, wodurch sich ein Druck in der Mundhöhle aufbaut. Der Druck setzt sich bis in die Lunge fort und hindert die kleinen Luftwege und Lungenbläschen daran, zusammenzufallen.
Manchen Asthmatikern helfen auch Entspannungstechniken, zum Beispiel autogenes Training. Sie können die Asthma-Therapie ergänzen. Ihr Nutzen ist allerdings wissenschaftlich nicht bewiesen.
Manchmal ist bei Asthma bronchiale auch eine Kur in einer Rehabilitationseinrichtung sinnvoll. Sie kommt infrage, wenn:
Während einer Kur lernen die Betroffenen, mit ihrem Asthma umzugehen. Eine gezielte Behandlung in dieser Zeit hilft, die Erkrankung besser zu kontrollieren, so dass Asthmatiker danach eine höhere Lebensqualität haben und mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Insbesondere für Kinder ist dies wichtig, damit sie sich altersgerecht entwickeln.
Je besser die Therapie des Asthma bronchiale individuell angepasst ist, desto günstiger wirkt sich dies auf den Verlauf der Erkrankung aus. Bei optimaler Therapie schränkt das Asthma die durchschnittliche Lebenserwartung nicht ein.
Im Allgemeinen ist die Prognose von kindlichem Asthma bronchiale sehr gut. Mindestens jedes dritte Kind mit Asthma hat die Chance, im Erwachsenenalter beschwerdefrei zu sein, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt wird – bei einigen tritt jedoch auch nach jahrzehntelanger Asthmafreiheit die Erkrankung erneut auf. In jedem Falle bleiben die Atemwege ein Leben lang anfällig.
Bei schwersten Erkrankungen kann die allgemeine körperliche Entwicklung des Kindes verlangsamt und insgesamt eingeschränkt sein.
Durch gezielte Massnahmen können Sie bei bereits vorhandenem Asthma bronchiale akute Asthmaanfälle vermeiden und Langzeitschäden vorbeugen.
Trockene Raumluft ist ein Reizfaktor für die Bronchien, achten Sie daher auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum. Berücksichtigen Sie bei der Wahl Ihres Aufenthaltsorts, soweit möglich, wie Sie auf unterschiedliche klimatische Reize reagieren. Im Hochgebirge und am Meer sind weniger Allergene in der Luft. Hat Ihr Kind Asthma bronchiale und eine Pollenallergie, kann es hilfreich sein, das Kind während der pollenbelasteten Jahreszeit an einen anderen Wohnort, beispielsweise ans Meer zu schicken. Auf Rauchen sollten Asthmatiker unbedingt verzichten. Ebenso ist das Rauchen in Räumen, in denen Kinder mit Asthma wohnen, zu unterlassen. Rauchen und Passivrauchen beeinflussen sowohl die Häufigkeit des Auftretens von Asthma als auch den Verlauf der Erkrankung nachteilig. Bei einigen Kindern kommt es zu Asthma, wenn eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen oder der Bronchien vorliegt. In diesen Fällen sollte eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung oder eine akute Bronchitis frühzeitig und konsequent mit Antibiotika behandelt werden. Eine Dauertherapie mit Antibiotika ist aber nicht sinnvoll.
Bei allergischem Asthma ist es von grosser Wichtigkeit, den auslösenden Stoff in der Atemluft oder in Nahrungsmitteln zu meiden. Unter Umständen ist es nötig, ein Haustier abzugeben. Bettdecken und Matratzen können Sie gegebenenfalls austauschen – im Handel sind allergenfreie Matratzen erhältlich. Bisweilen kann eine Hyposensibilisierung Erfolg bringen.
Was die Ernährung betrifft, müssen sich Asthmatiker nicht einschränken. Eine Ausnahme bilden Personen, die an einer Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit leiden. Für alle anderen ist eine ausgewogene, vitaminreiche Kost empfehlenswert. Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich, so kann der Schleim in den Atemwegen besser abfliessen.
Wenn ein asthmaerkranktes Kind Fieber bekommt, sollte man als fiebersenkendes Mittel besser Präparate mit dem Wirkstoff Paracetamol anstelle von Acetylsalicylsäure verwenden. Vor allem bei älteren Kindern ist eine Unverträglichkeit des Wirkstoffs als Asthma-Auslöser bekannt. Seltener sind auch andere Wirkstoffe derselben Stoffklasse (z.B. Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin) verantwortlich. Eine andere Medikamentenklasse, die Sie bei Asthma nicht beziehungsweise nur nach Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen sollten, sind sogenannte Betablocker (blutdrucksenkende Mittel).
Um einem Asthma-Anfall vorzubeugen, ist eine fortwährende Therapie notwendig. Wichtig ist auch, die Therapie regelmässig zu überwachen und anzupassen. So können Sie die Atemfunktion mittels eines sogenannten Peak-Flow-Meters auch zu Hause überprüfen, um den Verlauf der Erkrankung und die Effektivität der Therapie regelmässig zu kontrollieren.
Eltern sollten in Absprache mit dem Kinderarzt eventuell ein Notfallmedikament verfügbar haben,
Dieses Medikament können sie im Notfall sofort unter die Haut spritzen.
Als Asthmatiker sollten Sie ein Dokument bei sich tragen, aus dem hervorgeht, welche Erkrankung Sie haben, welche Auslöser bekannt sind, welche Medikamente Sie einnehmen und wer zu informieren ist. Notieren Sie dort auch Empfehlungen, die Ihr Arzt Ihnen für den Notfall gegeben hat.
Asthmatiker weisen ausserdem ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Infektionen der Lunge auf. Aus diesem Grund sollten Sie eine Pneumokokken-Impfung in Erwägung ziehen. Ob eine Grippeimpfung eine schützende Wirkung bei Asthma hat, ist nicht erwiesen.