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Der Föhn
Der Begriff Föhn stammt ursprünglich vom lateinischen "favonius" (milder Wind) ab. Dieser Wind hat es von den Alpen um die ganze Welt geschafft und steht heute allgemein für einen Wind, der Gebirge überströmt. In unserer Region ärgert er öfters die "Wetterfrösche" und gilt landläufig als Verursacher von Kopfweh, Reizbarkeit sowie Herz- und Kreislaufproblemen.
Wie der Föhn entsteht
Strömt Luft gegen ein Gebirge, so wird sie in der Regel gezwungen aufzusteigen. Dabei kühlt sie sich ab. Je nach Feuchtigkeitsgehalt bildet sich eine geschlossene Wolkenschicht und es setzt Niederschlag ein. In diesem Fall nimmt die Temperatur mit der Höhe nur um 0.65° auf 100 Meter ab.
Die dabei entstandene Staubewölkung wird vom kräftigen Wind über den Gebirgskamm verfrachtet und bildet die so genannte "Föhnmauer". Auf der dem Wind abgewandten Leeseite des Gebirges steigt die Luft wieder ab. Das erzwungene Absteigen ähnelt dem Überströmen eines Felsen in einem Bach.
Dabei erwärmt sich jetzt aber die Luft um 1° auf 100 Meter, also schneller als beim Aufstieg. Die relative Feuchte nimmt ab und die Wolken lösen sich entsprechend auf. In den Föhntälern auf der Alpennordseite (Rheintal, Urner Reusstal) bringt der oft von kräftigen Böen begleitete klassische (Süd-)Föhn entsprechend schönes Wetter und hohe Temperaturen - zumal mit der Anströmung der Alpen aus dem Süden ohnehin milde Mittelmeerluft herangeführt wird.
Föhnstimmung
Eine Besonderheit ist das Auf- und Abschwingen von Luftteilchen, die in grösserer Höhe die Alpen überströmen. Diese Leewellen sorgen für die typischen linsenförmigen Wolken (Föhnfische) - ein Markenzeichen für den Föhn. Auf der Alpensüdseite liegt oft eine kalte Luftschicht aus der Poebene, entsprechend fällt bei Föhnlagen im Winter im Tessin oft Schnee bis in tiefe Lagen. Auch über dem Mittelland hält sich bei Föhn oft eine kalte Nebel- oder Dunstschicht.
Der Nordföhn
Werden die Alpen von Norden her angeströmt, so gibt es entsprechend auf der Alpensüdseite Föhn, den Nordföhn.
Je nach Windgeschwindigkeit in der Höhe reicht die Staubewölkung von der Alpennordseite weit nach Süden über den Alpenkamm, und das typisch sonnige und klare Wetter stellt sich nur ganz im Südtessin ein. Da die Luftmassen aus Norden in der Regel kalt sind, wird der böige Nordföhn in der Südschweiz - trotz Erwärmung beim Absteigen der Luft - oft als unangenehm kühl empfunden.
Die Gesundheit
Der Föhn gilt landläufig als die "Kopfweh-Wetterlage". Des Weiteren häufen sich Herz- und Kreislaufprobleme, Nervosität, Schlafstörungen, Unruhe, depressive Verstimmungen und Konzentrationsschwierigkeiten an. Druckunterschiede an Luftfronten können als Ursache für diese Symtome betrachtet werden. Aber so wie jeder Mensch eine andere Nase hat, reagiert auch jeder anders aufs Wetter, abhängig von der persönlichen Tagesverfassung. Lediglich im Mittelland wurde ein Prozess gefunden, der Unwohlsein oder Kopfweh auslösen kann. Der Föhn streicht über die kalte Nebel- oder Dunstschicht. Dabei entstehen Luftschwingungen, die unserer Herzfrequenz ähneln.