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Die Mehrheit der Viehhaltergemeinschaften leben in der ländlichen Somali Region im Osten Äthiopiens, welche zu einem der ärmsten Gebiete des Landes gehört. Obwohl sehr abgelegen, sind die ländlichen Gebiete Äthiopiens wirtschaftlich bedeutend, da sie 40% von Äthiopiens Tierbestand umfassen und über vielfältige natürliche Ressourcen verfügen. Die Lebensbedingungen dort sind jedoch geprägt von zu wenig oder verschmutztem Wasser, ungenügenden sanitären Anlagen, Ernährungsunsicherheit und Armut.
Gesunde Menschen und Tiere in Äthiopien dank interdisziplinärem Projekt: Jigjiga University One Health Inititiave
Ein Zehntel der Bevölkerung Äthiopiens sind nomadische Viehhaltergemeinschaften, die kaum Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen haben. Im Rahmen des Projekts Jigjiga University One Health Inititiave unterstützt die DEZA den Aufbau der lokalen Gesundheitsversorgung durch ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum an der Universität Jigjiga im Osten Äthiopiens.
|Land/Region||Thema||Periode||Budget|

Äthiopien

Gesundheit

Stärkung der Gesundheitssysteme
Primäre Gesundheitsversorgung

01.01.2015
- 30.09.2020

CHF 2'100'000

- Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensunterhalt (vor allem Viehzucht) der nomadischen Viehhaltergemeinschaften haben sich verbessert.
- Die Universität von Jigjiga verfügt als unabhängige, qualitativ hochstehende Lehr- und Forschungsinstitution über ein Kompetenzzentrum für Gesundheitsfragen mit eigenen Diplomstudiengängen und Förderportfolio.
- JJU-Mitarbeitende (17 Personen: Lehr- und Support-Personal, darunter fünf Frauen) und Studierende (21, darunter zehn Frauen), Akteure des Gesundheitswesens (520 Staatsangestellte, darunter 150 Frauen), Viehhaltergemeinschaften (15’000 Personen, darunter 10’000 Frauen) unterschiedlichen Geschlechts und Alters (einschliesslich benachteiligte Gruppen).
- Ausserdem Viehbestände (25’000 Tiere) in den Bezirken Adadle (Shebelle-Zone) und Shinile (Siti-Zone).
- Die Universität von Jigjiga (JJU) verfügt über einen kompetenten Lehr- und Forschungskörper und ist in der Lage, One-Health-Ausbildungsgänge anzubieten, durch eigene Forschung Datenlücken im Bereich der Gesundheit der Viehhaltergemeinschaften zu schliessen und die Gesundheitspolitik in der SRS mitzugestalten.
- Die Regionalregierung übernimmt die an der JJU empirisch getesteten, bewährten Praktiken, um eine bessere Gesundheitsversorgung von Mensch und Tier nach dem One-Health-Konzept anzubieten.
- Gesundheit, Wohlergehen und Lebensunterhalt der Viehhaltergemeinschaften in den Interventionsgebieten beginnen sich dank dem Übergang zu einer gemischtwirtschaftlichen Produktion und besseren Verfahren für die Milch- und Fleischverarbeitung zu verbessern (innerhalb von fünf Jahren zu erreichen).
- Grundlegende Daten zur Gesundheit von Mensch und Tier sind verfügbar (bis 2017).
- Ein kleines mobiles Überwachungs- und Reaktionssystem ist eingeführt (bis 2017).
- Detaillierte Stakeholderanalysen wurden durchgeführt und Synergien mit der von der DEZA finanzierten CCM-Forschung im One-Health-Bereich identifiziert.
- Ein detaillierter Projektvorschlag für die Phase I wurde der DEZA unterbreitet.
- Erste Schulungen der leitenden Finanzverantwortlichen von JJU im Bereich Finanzverwaltung und dazugehöriger Software wurden durchgeführt.
- Drei Konsultationen von Gemeinschaften und Stakeholdern zwecks Information über die Ausarbeitung der Phase I wurden durchgeführt.
- Detaillierte Stakeholderanalysen wurden durchgeführt und Synergien mit der von der DEZA finanzierten CCM-Forschung im One-Health-Bereich identifiziert.
- Ein detaillierter Projektvorschlag für die Phase I wurde der DEZA unterbreitet.
- Swiss Tropical and Public Health Institute
|Hintergrund||

Rund neun Millionen Menschen in Äthiopien (ca. 10% der Bevölkerung) sind nomadische Viehhaltergemeinschaften. Die Hälfte davon lebt im Regionalstaat Somali (Somali Regional State, SRS), der zu den ärmsten Gebieten des Landes gehört: Die Lebensbedingungen dort sind geprägt durch eine mangelhafte Grundversorgung, chronischen Wassermangel und die Beeinträchtigung der natürlichen Ressourcen. Menschen und Tiere leiden unter massiven Gesundheitsproblemen, die hauptsächlich auf systemische Herausforderungen und ein mangelndes Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der (halb-)nomadischen, auf Viehhaltung angewiesenen Bevölkerung zurückzuführen sind. Die Universität von Jigjiga (JJU) ist die einzige Lehr- und Forschungsstätte mit nationalem Auftrag in der gesamten Region.
|Ziele||

(innerhalb von 12 Jahren zu erreichen)
|Zielgruppen||

|Mittelfristige Wirkungen||

|Resultate||

Erwartete Resultate:
Resultate von früheren Phasen:
|Verantwortliche Direktion/Bundesamt||
DEZA

|Kreditbereich||
Entwicklungszusammenarbeit

|Projektpartner||
Vertragspartner

Schweizerische Hochschul- und Forschungsinstitution
Andere Partner
Jigjiga University, Armauer Hansen Research Institute
|Koordination mit anderen Projekten und Akteuren||

Die DEZA setzt sich seit Projektbeginn für die Koordination zwischen JOHI und der NGO Comitato Collaborazione Medica (CCM) ein, um die Verfügbarkeit robuster Daten als Grundlage für zukünftige Politikentscheidungen zu garantieren. Die CCM ist im Bereich der angewandten Forschung tätig und wird von der DEZA finanziert. Die Universität von Jigjiga will sich als Kompetenzzentrum für die Gesundheit der Viehhaltergemeinschaften und als attraktive Partnerin der Universitäten in der Region etablieren. Synergien mit Akteuren in der SRS und darüber hinaus werden aktiv angestrebt.
|Budget||Laufende Phase Schweizer Beitrag CHF 2'100'000 Bereits ausgegebenes Schweizer Budget CHF 1'287'829|
|Projektphasen||Phase 1 01.01.2015 - 30.09.2020 (Laufende Phase)|
Schlechte Gesundheit von Menschen und Tieren
Als Folge der mangelhaften Grundversorgung leiden die Hirtenvölker unter Gesundheitsproblemen, die teils durch das enge Zusammenleben mit den Tieren, teils durch die schlechten hygienischen Bedingungen oder durch Fehlernährung entstehen. Menschen und Tiere stecken sich gegenseitig mit Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Tollwut und Tuberkulose an und durch die Herden werden diese Krankheiten verbreitet. Dadurch ist die Nahrungsmittelsicherheit nicht mehr gewährleistet und die Existenz der Viehhalter bedroht.
Mangelhafte Grundversorgung
In der ländlichen Somali Region fehlt es an einer funktionierenden Infrastruktur und an Gesundheitsdienstleistungen für die Viehalter und deren Tiere. Es gibt zu wenig Gesundheitszentren für Human- und Veterinärmedizin und kein qualifiziertes Personal. Zusätzlich ist die medizinische Ausrüstung veraltet, und es fehlt an Medikamenten. Trotz einiger Verbesserungen in den letzten Jahren, ist die Rate an Krankheits- und Todesfälllen im Vergleich zum Landesdurchschnitt in der Somali Region erhöht. Um ihre Lebensbedingungen zu verbessern, brauchen die Viehalter dringend Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, die auf ihre Bedürfnisse und die vorhandenen Ressourcen zugeschnitten sind.
Bessere Lebensbedingungen der Viehhaltergemeinschaften
Die DEZA engagiert sich im Rahmen des Projektes Jigjiga University One Health Inititiave für bessere Lebensbedingungen der nomadisierenden Viehaltergemeinschaften am Horn von Afrika.
Im Anschluss an eine Schweizer Analyse des lokalen Gesundheitssystems, ist das Projekt Jigjiga University One Health Inititiave entstanden, bei welchem die DEZA und das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut mit der Universität Jigjiga (Jigjiga University, JJU) zusammenarbeiten. Die JJU ist die einzige Lehr- und Forschungsstätte in der gesamten Somali Region, die fünf Millionen Einwohner zählt. Aktuell sind rund 10‘000 Studierende an der Universität eingeschrieben.
Aufbau eines Kompetenzzentrums für Gesundheit
Durch die interdisziplinäre Projektarbeit soll die Ausbildung von Studierenden der Human- und Veterinärmedizin verbessert werden und in einem weiteren Schritt ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Gesundheit an der lokalen Universität entstehen. Die Universität von Jigjiga will zum Gesundheitszentrum für Viehhaltergemeinschaften am Horn von Afrika werden. Weiter soll die Universität Jigjiga zu einer attraktiven Partnerin für die umliegenden Universitäten in Äthiopien, Somalia und Kenya werden. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Lehr- und Forschungsstätten können die Aktivitäten der DEZA und ihrer Partner im Bereich Gesundheit und Ernährungssicherheit nachhaltiger gefördert werden.
Die DEZA engagiert sich zusammen mit dem Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut einerseits für die Forschung im Bereich der Gesundheit der nomadisierenden Viehhaltergemeinschaften, leistet aber auch Unterstützung beim Aufbau von Gesundheitsdienstleistungen. Das Bewusstsein der Viehalter für Gesundheitsfragen soll durch Sensibilisierungskampagnen in den lokalen Gemeinschaften gestärkt werden.
Das Projekt Jigjiga University One Health Inititiave wurde anlässlich eines Arbeitsbesuchs der damaligen Bundespräsidentin, Simonetta Sommaruga, in Äthiopien am 25.10. 2015 offiziell eröffnet. Das Projekt ist auf 12 Jahre angelegt. Für die erste Hälfte sind rund 3 Millionen CHF budgetiert.