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Die B. gehört zu den klassischen prot. Missionen, die in Europa um 1800 zur Verbreitung des Christentums in Afrika, Lateinamerika und Asien ins Leben gerufen wurden. Sie vertrat anfänglich einen Wahrheitsanspruch, der sie in Konflikt mit Katholiken und auch mit anderen Protestanten brachte. Im 20. Jh., v.a. nach der Dekolonisation, hat sie sich zu einer ökumen. Bewegung gewandelt, die einen Ausdruck des Glaubens im Dialog sucht.
Wichtig für das rasche Erstarken der 1815 gegr. B. waren das organisator. Wissen und die internat. Kontakte der pietist. Elite Basels (z.B. Adolf Christ, Carl Sarasin, Pietismus) sowie das Missionsseminar, das andere Gesellschaften mit Missionaren versorgte (insbes. die anglikan. Church Missionary Society). Im Lauf des 19. Jh. reduzierte sich die anfänglich fast europaweite Trägerschaft auf eine Partnerschaft zwischen der Basler Elite und württemberg. Pietisten. Letztere stellten bis ins 20. Jh. mehr als 50% der Mitarbeiterschaft in Übersee und bis 1939 einen grossen Teil des Personals der Zentralstelle, namentlich alle vollamtl. Direktoren. Schweizer spielten in dieser Zeit auch in der Überseemission eine untergeordnete Rolle. Die Folgen des 1. Weltkriegs und der "Kirchenkampf" zogen diese Zusammenarbeit in Mitleidenschaft, weshalb 1939 eine dt. Zweigstelle der B. entstand.
Nach 1945 entwickelte sich die B. vom patriarchalisch geführten Missionskomitee zum demokratisch organisierten Verein, der seine Tätigkeit in der Schweiz von 1970 bis 2000 über die "Kooperation evangel. Kirchen und Missionen der deutschen Schweiz" (KEM) mit den missionar. Aktivitäten der Kantonal- und Landeskirchen koordinierte. Die Auflösung der KEM führte 2001 zur Gründung von Mission 21 (Evang. Missionswerk Basel), getragen durch die B., die Evang. Mission in Kwango, die Herrnhuter Mission und die Südafrika Mission sowie die Schweiz. Ostasien-Mission, die ihrerseits 2006 aus der Trägerschaft ausstieg.
Autorin/Autor: Paul Jenkins
In der Kolonialzeit betätigte sich die B. in wenigen, straff organisierten Missionsgebieten, in welchen die Missionare den Ton angaben. In der 2. Hälfte des 20. Jh. dagegen baute sie ein partnerschaftl. Kontaktnetz mit Kirchen in Asien, Afrika und Lateinamerika auf.
Hauptsächl. Wirkungsgebiete der B. waren Ghana (seit 1828), Südwestindien (seit 1834), Südchina (seit 1847), Kamerun (seit 1885), Sabah (heute Malaysia, seit ca. 1900) und Indonesien (seit den 1920er Jahren). Nach 1945 arbeitete die B. in Nigeria mit der amerikan. Church of the Brethren zusammen. In all diesen Gebieten sind die Kirchen, die an die Stelle der Mission getreten sind, zu einem bedeutsamen Faktor im sozialen Leben und der regionalen Entwicklung geworden.
Autorin/Autor: Paul Jenkins
Bis zum 2. Weltkrieg bildete das Missionsseminar das Herz der B. Es vermittelte eine gründliche theol. Ausbildung, ohne die Seminaristen ihrer ländl. Herkunft zu entfremden. In Übersee gaben die Missionare dem Handwerk, der Landwirtschaft, dem Bildungswesen und den einheim. Sprachen wichtige Impulse. Eher zögerlich engagierte sich die B. im medizin. Bereich und bei der Unterstützung berufstätiger Frauen. Ab der 2. Hälfte des 19. Jh. bemühte sich die Basler Handelsgesellschaft, den fairen Handel in Westafrika und eine sozial verantwortbare industrielle Entwicklung in Indien zu fördern.
Die nachkoloniale B. spielte in vielen Gegenden bei der Einführung angepasster Methoden in Landwirtschaft und Gesundheitswesen, beim Aufbau eines gerechten Handels mit Kunsthandwerk aus der Dritten Welt und bei der Unterstützung von Frauenprojekten eine wichtige Rolle. Seit 1945 hat sie wiederholt auch in polit. Fragen öffentl. Stellung bezogen, z.B. in der Kampagne für ein schweiz. Waffenausfuhrverbot (1972) oder durch Unterstützung christl. Gewerkschaftsarbeit in Hongkong. Nach wie vor wird die B. von Protestanten in der Deutschschweiz und Südwestdeutschland unterstützt, welche christl. Werte im interkulturellen und -religiösen Kontakt zu vermitteln suchen.
Autorin/Autor: Paul Jenkins