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"Novemberstil"
Mit diesem Wort hat der Frühdienstmeteorologe die Wetterlage von heute zusammengefasst. Also unten grau und oben blau, wenn auch mit Einschränkungen. Auch die Wetterlage ist der Bloggerin nicht neu, letzte Woche sah es ähnlich aus.
Grosswetterlage: Déjà-vu …
«Der Alpenraum liegt im Übergangsbereich eines umfangreichen Hochs über Mitteleuropa und eines Mittelmeertiefs. Die Strömung dreht in der Höhe auf südöstliche Richtungen und führt zeitweise feuchtere Luft zur Alpensüdseite.» So stand die allgemeine Lage letzte Woche am 9. November im Wetterbericht. Diese Beschreibung passt auch gut zur heutigen Grosswetterlage – deshalb hatte die Bloggerin heute Morgen zuerst ein Déjà-vu.
… und Unterschiede
Allerdings gibt es auch einige Abweichungen von der Lage der letzten Woche, so war heute zum Beispiel die Bise stärker. Die Bisenstärke steht in direktem Zusammenhang mit der Nebel- bzw. der Hochnebelobergrenze: Je stärker die Bise desto höher die Obergrenze. Heute lag sie bei 1400 bis 1500 Metern.
Auch war heute der Hochnebel wesentlich ausgedehnter als letzte Woche. Eine Hochnebeldecke lag quer über Europa, von Frankreich bis nach Schweden, Russland und der Ukraine. Über und ausserhalb des Hochnebels war es teilweise sonnig. Das Tief über dem Mittelmeer brachte immer wieder Feuchte und somit auch Wolken zu uns, im südöstlichen Wallis und im westlichen Tessin auch Niederschläge.
Druckunterschiede unten und oben
Aufgrund der Grosswetterlage mit einem Bodenhoch nördlich und einem Bodentief südlich der Alpen herrschte ein Nordüberdruck. Allerdings blieb der Druckunterschied bescheiden: Die Differenz zwischen Kloten und Lugano war heute maximal 2 hPa. Dadurch gab es auch kaum Nordwind auf der Alpensüdseite.
Weiter oben in der Atmosphäre herrschten andere Bedingungen. Die Abbildung unten zeigt vertikale Messungen von Payerne (schwarze Linien) und von Novara (grün, westlich von Milano). Die durchgezogenen Linien stellen jeweils die Temperatur dar. Auf der Alpennordseite (Payerne) nimmt die Temperatur auf rund 1600 Metern markant zu (Inversion). Darüber ist die Luft wärmer als auf der Alpensüdseite, dadurch ist auf diesen Höhen der Druck im Süden höher und wir haben einen Südüberdruck. Die Südostströmung in der Höhe führte heute zu Guggiföhn im Jungfraugebiet. Auf dem Lauberhorn wurde bis Redaktionsschluss maximal 133 km/h gemessen. Mehr dazu im Blog von letzter Woche.
Ausserdem entstanden durch die Höhenströmung Lenticularis-Wolken. Wenn Luft ein Gebirge überströmt, kann die Luft auf der Lee-Seite in Schwingung geraten. Dabei können in den Wellenbergen Wolken entstehen, welche Lenticularis-Wolken oder auch Föhnfische genannt werden. Mehr dazu finden sie hier (Deutsch) oder hier (Englisch).