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Elisabeth Joller
Grüne/Junge Grüne
kandidiert für:
Grosser Rat
Die Spider zeigt die Zustimmung zu den Fragen des Gleichstellungs-Test. Je stärker die Form zum äusseren Rand der Spider reicht, desto höher die Zustimmung. Eine Rille der Spider entspricht dabei 20%. Die fünf Rillen ergeben so insgesamt 100 % Zustimmung.
Fragen des Gleichstellungs-Tests
Wie hat die/der Kandidierende auf die einzelnen Fragen geantwortet? Ergänzende Kommentare sind bei den Einzelresultaten sichtbar.
Soll unbezahlte Haus- und Familienarbeit mit einem Entschädigungsmodell besser anerkannt werden (z.B. Lohn, Betreuungsgutschriften)?
Ja
Unterstützen Sie die Überprüfung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Personen, die in privaten Haushalten bezahlte Care-Arbeit übernehmen?
Ja
Sollen die Arbeitsbedingungen von Pflegefachpersonen verbessert werden?
Ja
Befürworten Sie einen aufgeklärten Sexualkundeunterricht, der sich an der gelebten Vielfalt orientiert?
Ja
Sind Sie der Ansicht, dass Lehr- und Betreuungspersonen hinsichtlich ihrer Genderkompetenzen besser ausgebildet werden sollen?
Ja Unbedingt!
Befürworten Sie den im Lehrplan 21 festgehaltene Bildungsauftrag «Gleichstellung und Geschlecht» als fächerübergreifendes Thema zu integrieren?
Ja
Befürworten Sie flexibilisierte Arbeitszeitmodelle in allen Hierarchiestufen (z.B. Veränderung von Arbeitsformen, flexiblere Ausgestaltung von Präsenzzeiten, Arbeitszeitreduktion, Teilzeitstellen)?
Ja
Soll der Kündigungsschutz, der während der Schwangerschaft und des Mutterschaftsurlaubs gilt, auf weitere sechs Monate nach der Rückkehr zur Arbeit verlängert werden?
Eher ja Es muss auch allfälligen negativen Effekten eines verstärkten Kündigungsschutzes Rechnung getragen werden; z.B. könnte es vermehrt zu Anstellungsdiskriminierungen zum Nachteil von Frauen kommen. Damit würden Arbeitgeber zwar gegen das Gleichstellungsgesetz verstossen; eine Anstellungsdiskriminierung ist aber oft schwer nachzuweisen und gibt der Betroffenen zudem keinen Anspruch auf die (verweigerte) Anstellung, sondern bloss auf eine Entschädigung.
So genannte „Frauenberufe“ (Pflege, Detailhandel, Reinigung, Kinderbetreuung usw.) sind strukturell schlechter bezahlt. Setzen Sie sich für eine Lohnerhöhung in diesen Branchen ein?
Ja
Unterstützen Sie Massnahmen zur Förderung der Lohntransparenz und der Einhaltung der Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern (gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit)?
Ja
Soll die berufliche Vorsorge für Personen mit Teilzeitpensen, Erwerbsunterbrüchen oder einer Anstellung bei mehreren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verbessert werden?
Ja Problematisch ist insbesondere der Koordinationsabzug.
Soll das jetzige Rentenalter von Frauen (64 Jahre) beibehalten werden?
Eher nein Obwohl ich das Anliegen verstehen kann, dass zuerst die Lohngleichheit realisiert werden soll, bevor das Rentenalter erhöht wird, bin ich eher dafür, die "heilige Kuh Rentenalter" zu Gunsten formeller Gleichheit zu opfern. Hier spielt auch die Generationengerechtigkeit mit hinein; meine Generation wird ohnehin kaum mit 64/65 in Rente gehen können.
Sollen staatliche Stellen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern ausgebaut werden?
Ja
Befürworten Sie die Einrichtung einer kantonalen Fachstelle für LGBTIQ-Anliegen?
Ja Die Diskriminierung von Frauen sowie die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität oder der (nicht binären) körperlichen Geschlechtsmerkmale sind eng verwoben; in allen Fällen liegt der Diskriminierung eine bestimmte Erwartung an (heterosexuelle und binäre) Geschlechterrollen zugrunde. Anders als z.B. das Bundesgericht fasse ich deshalb z.B. die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung als Geschlechterdiskriminierung auf. Ich würde deshalb eher die Einrichtung einer Abteilung für LGBTIQ-Anliegen innerhalb der bestehenden Gleichstellungsfachstellen begrüssen.
Soll die Verantwortung für die Durchsetzung der Gleichstellung im Erwerbsleben bei einer Behörde mit entsprechenden Untersuchungskompetenzen liegen?
Eher ja
Sind Sie dafür, dass homo- und heterosexuelle Paare vollumfänglich gleichgestellt werden (z.B. Eherecht, Fortpflanzungsmedizingesetz, Abstammungsrecht)?
Ja
Sind Sie für eine dritte Geschlechtsoption bei Amtsdokumenten?
Ja Noch besser fände ich es, wenn das Geschlecht als notwendige Angabe bei Amtsdokumenten schlechterdings gestrichen würde.
Setzen Sie sich dafür ein, dass Abtreibung als Menschenrecht gewahrt wird?
Ja
Soll unsere Sprache kritisch reflektiert und diskriminierungsfrei ausgestaltet werden (z.B. gender- und diversitätsgerecht)?
Ja
Sind Sie der Ansicht, dass Männer von Gleichstellungsmassnahmen profitieren?
Ja Gleichstellungsmassnahmen eröffnen auch Männern neue Möglichkeiten. Männeranliegen (insb. die Förderung von Alternativen zu traditionellen Männerbildern) sollten m.E. Bestandteil der Gleichstellungspolitik sein, von der wiederum auch Frauen profitieren (z.B. durch weniger Gewalt)
Die Schweiz anerkennt die Istanbul-Konvention des Europarates (zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt). Befürworten Sie stärkere Anstrengungen durch den Kanton Basel-Stadt zur Umsetzung dieses Abkommens?
Eher ja Wobei auch die Gefahr eines ausufernden Überwachungsstaats berücksichtigt werden muss (Stichwort Bedrohungsmanagement)
Sollen Betroffenen von geschlechterspezifischer Gewalt alle Leistungen nach Opferhilfegesetz zugutekommen - unabhängig vom Aufenthaltsstatus der Betroffenen oder davon, ob die Straftat im Ausland verübt wurde?
Ja Aber nur, wenn der Begriff der "geschlechterspezifischen Gewalt" auch Männer erfasst, die Opfer einer Vergewaltigung wurden (wovon Migranten auf ihrer Fluchtroute nicht selten betroffen sind)
Sind Sie für die Reform des Sexualstrafrechts (Prinzip der Einwilligung (Consent)), wie sie derzeit in der Schweiz von zahlreichen NGOs, Fachpersonen sowie Politikerinnen und Politiker gefordert wird?
Ja
Sollen das juristische und polizeiliche Personal besser zu Sexualstraftaten und sexueller Belästigung sensibilisiert und geschult werden?
Ja Wobei der Gefahr einer Verfestigungs des Bilds von Frauen als wehrlose Opfer Rechnung zu tragen ist
Sind Sie für eine Elternzeit mit einem verpflichtenden Anteil für Mütter und Väter?
Ja Elternzeit: Ja, unbedingt. Einen verpflichtenden Anteil für Väter halte ich dabei solange für erforderlich, wie die Geschlechterrollen in Bezug auf die Hauptzuständigkeit für die Kinderbetreuung nicht überwunden sind. Ein verpflichtender Anteil für Frauen ist durch internationales Recht vorgeschrieben.
Soll familienexterne Kinderbetreuung vom Kanton Basel-Stadt für Eltern kostenlos angeboten werden?
Ja Allenfalls könnte man darüber diskutieren, ob sehr gut situierte Familien die Kosten der familienexternen Kinderbetreuung selbst tragen oder sich zumindest daran beteiligen sollten, da sie sonst auf Kosten der Allgemeinheit in Genuss einer kostenlosen Kinderbetreuung kommen, die sie sich locker leisten könnten. Erstens würde aber die Festlegung eines Einkommens- und Vermögensgrenzwerts vermutlich zu endlosen Diskussionen führen, und zweitens bezahlen sehr gut situierte Familien wohl sowieso eher eine private Nanny.