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(lat.), Voraussetzung, Annahme von etwas Unbekanntem oder Zukünftigem aus bloßen Gründen der Wahrscheinlichkeit.
Daher präsumtiv, was wahrscheinlich oder unter gewissen vorausgesetzten Bedingungen eintreten wird, wie
ein präsumtiver Thronerbe. In der Rechtssprache versteht man unter Präsumtion die Annahme einer an sich nur wahrscheinlichen Thatsache
als juristisch gewiß, solange das Gegenteil nicht bewiesen ist (Rechtsvermutung, praesumtio juris, im Gegensatz zur praesumtio
facti s. hominis, der bloßen Wahrscheinlichkeit).
Ist z. B. die Entstehung eines Rechtsverhältnisses zugestanden oder
erwiesen, so spricht die gesetzliche Präsumtion für die Fortdauer desselben. Macht also jemand eine Schuldforderung
geltend, so braucht er nur die Entstehung und Begründung derselben nachzuweisen; die Fortdauer des Schuldverhältnisses
wird »präsumiert«, wofern nicht der Schuldner die Tilgung der Schuld durch Zahlung, Erlaß etc. darthut. Ausnahmsweise wird
sogar im gemeinen Recht eine an und für sich bloß wahrscheinliche Thatsache kraft gesetzlicher Bestimmung
in der Weise für juristisch gewiß erachtet, daß selbst der Gegenbeweis ausgeschlossen ist (praesumtio juris et de jure).
Präsumtion von sich selbst, s. v. w. Eigendünkel. Präsumieren, vermuten, als juristisch gewiß annehmen.