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Das Dilemma von Giardino ist auch das Dilemma der Armeeplanung
Die Pressereaktionen auf die Zusatzberichte zum Armeeberich als Reaktion des VBS auf die Aufträge des Ständerates weisen auf eine allseitige Orientierungslosigkeit hin. Unter diesen Umständen mit dem Weiterbau der Armee XXI fortzufahren ist nicht sinnvoll. Das VBS meldete ja Ende 2010 in der Zeitschrift INTRA den Abschluss des Entwicklungsschrittes 08/11. Mindestens der SR fordert logischerweise, dass mit dem Entscheid auch weitere Aufträge an das VBS verbunden sein müssen.
Können und Wollen stehen sich bei der Armee 2011 diametral gegenüber. Dies zeigt das Schwarzbuch von Giardino, das auf Grund von VBS-Informationen entstanden ist. Es ist das Dilemma der Gruppe Giardino, solange keine fortführenden Vorschläge machen zu können, als derartige Auffassungsunterschiede bestehen. Nachdem im Prinzip bereits seit 1998 Arbeiten an der Armee XXI erfolgten, ohne dass heute Erfolge sichtbar wären, kann nun kaum mehr ein Zeitdruck begründet werden, nach der Genehmigung des Armeeberichtes den Weiterausbau der Streitkräfte für sehr lange Zeit zu zementieren.
Giardino schlug daher vor:
Der Armeebericht ist durch die eidgenössischen Räte zurückzuweisen.
Und als Zusatzvorschlag:
Die bestehende Armee XXI mit ES 08/11, die ja gemäss INTRA gebaut ist, soll unverzüglich einem Stresstest unterworfen werden, der auf realistischen Szenarien vor allem bezüglich Zeitfaktor und Durchhaltefähigkeit aufbaut.
Dieser Stresstest ist für die Truppe nicht vorzubereiten, da die Entwicklung der internationalen sicherheitspolitischen Lage oder von Naturkatastrophen auch keine Rücksicht auf den Zustand der Armee nimmt. Er sollte also in der zweiten Jahreshälfte 2011 erfolgen und dann ungefiltert ausgewertet werden. Nach Auswertung der Resultate können dann die nächsten Schritte durch die eidgenössischen Räte in die Wege geleitet werden.
Es geht darum in sehr kurzer Zeit (kriegsnah, das heisst überraschend) die Fähigkeiten von irgendwelchen Teilen der Armee zu prüfen (nicht zu üben!). Auf die Chance, dass die Truppe besteht, wird nicht Rücksicht genommen. Schonungslose Offenheit ist das Ziel.
Die Politik soll sagen, was sie – ohne Rücksprache mit der Armee – sehen will, z.B. Mobilmachung für eine Grosskatastrophe, Verschiebung über grössere Distanzen, Scharfschiessen mit Trefferauswertung etc.
Ehemalige Armeeangehörige und Politiker bilden den Übungsstab. Schiedsrichter können nicht-beübte Truppen stellen (z.B. von Reservebrigadestäben). Giardino würde gerne auch in der Übungsleitung Einsitz nehmen. Es würde ein SCOS-Stab adhoc gebildet. Dauer der einzelnen Übungselemente: Ein paar Tage.