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oder Abziehdrucke, farbige Druckerzeugnisse, die, zumeist chromolithograpisch, auf ein mit einer leicht
löslichen Schicht versehenes Papier gedruckt sind. Wird ein Abziehbild mit der Bildfläche auf einen mit Lack u. s. w.
überzogenen Gegenstand angepreßt und dann auf der Rückseite angefeuchtet, so läßt sich das Papier leicht abheben, während
das Bild haften bleibt; mit Schwamm und Wasser von noch anhaftendem Schleim befreit und hierauf getrocknet,
kann der Gegenstand nochmals lackiert oder poliert werden.
Das in den sechziger Jahren von dem LeipzigerBuchdrucker Kramer erfundene Verfahren (Metachromatypie oder Dekalkomanie) wird
jetzt für Dekorationen aller Art, namentlich aber zur Ausschmückung billiger Massenartikel der Holzgalanterie-, Glas-, Porzellan-,
Metall- und Hornindustrie benutzt. Eine Anwendung finden die Abziehdrucke auch für Firmenschilder u. s. w.
auf Blech (s. Blechdruck), in neuerer Zeit auch für Holzmaser- und Marmorimitationen in der Anstreicherei.
Das wichtigste ist die Präparierung des Papiers, wozu eine Mischung von Stärke,
[* 2] Leim, Gummitragant und feinst gemahlener
Kreide
[* 3] dient (Dekalkier- oder Metachromatypiepapier). Der Druck der Abziehbilder weicht von dem
gewöhnlichen lithographischen insofern ab, als man die dunkeln Platten zuerst und die hellen zuletzt druckt. Bei Abziehbilder für
Glasgegenstände braucht man verglasbare Farben, bei Abziehbilder zur Dekoration von Porzellanwaren einbrennbare Metallfarben. -
Vgl.
Langer, Die Herstellung der Abziehbilder (Wien
[* 4] 1888).