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Bei meinem Besuch von Washington D.C habe ich einen Stadtteil entdeckt, der seither auf meiner Favoritenliste, wo ich überall wohnen möchte, relativ hoch rangiert ist. Zu Beginn waren wir etwas unsicher, ob es sinnvoll ist, ein Hotelzimmer in Georgetown zu buchen, da es doch etwas ausserhalb vom Stadtzentrum liegt. Doch dies hat sich in jeder Hinsicht bewährt. Der erste Vorteil ist, dass dort die Hotelpreise doch etwas tiefer sind, als im Zentrum und der zweite Vorteil liegt darin, dass die vielen tollen kleinen Läden in Georgetown bequem zu Fuss erkundet werden können. Nebst den speziellen kleinen Handcraft-Läden findet man an der M street und der Wisconsin Avenue auch die grossen Namen, wie Hollister, Abercrombie & Fitch und Victoria’s Secret. Das Hotel selber (Holiday Inn) bietet einen normalen Standard, war absolut in Ordnung und kann ich weiterempfehlen. Vor dem Hotel hat es einen grossen Parkplatz, da die meisten Besucher normalerweise mit dem Auto anreisen und nicht wie wir mit dem Bus.
Viele Washington-Besucher kommen aufgrund der zahlreichen „klassischen“ Sehenswürdigkeiten, wie das Capitol, the Mall und das Smithsonian gar nicht dazu, Georgetown auch noch zu besichtigen. Doch der Abstecher lohnt sich wirklich! Die Geschichte des Stadtteils ist von sozialen Wechseln geprägt. Ursprünglich war Georgetown ein Handelsdrehpunkt, was er seiner Lage am Potomac River verdankt. Im 19. Jahrhundert verarmte dann die Gegend und wurde zu einem überwiegend von Afroamerikaner besiedeltem Stadtteil. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann der Wiederaufstieg und ist heute eine der teuersten Wohngegenden von Washington. Ich finde der Reiz dieses Stadtteiles liegt darin, dass die durchlebte Geschichte spürbar ist und die historische Architektur der meisten Gebäude diese durchlebte Geschichte auch ausstrahlt. Die bekannte Georgetown University, die im Westen von Georgetown liegt, beeinflusst meiner Meinung den Stadtteil positiv, da es überall kleine Studentencafés und Restaurants hat und dies eine tolle urbane Mischung ergibt.
Positiv überrascht hat mich zudem der öffentliche Verkehr in Washington. Das Metro- und Busnetz ist sehr gut ausgebaut und relativ billig. Man sollte jedoch beachten immer genügend Kleingeld dabei zu haben, da die Chauffeure kein Wechselgeld herausgeben. Die Fahrt vom Hauptbahnhof nach Georgetown dauert je nach Verkehr und Tageszeit um die 20 – 30 Minuten. Für diejenigen, die sich gerne etwas sportlich betätigen und gleichzeitig grössere Distanzen zurücklegen wollen, kann ich empfehlen ein Fahrrad an den zahlreichen Verleihstationen auszuleihen. Die Stadt ist vergleichsweise (mit amerikanischen Städten) fahrradfreundlich.