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HEKS unterstützt den Spitex-Dienst der Reformierten Kirche in Rumänien (RKR) für betagte und pflegebedürftige Menschen, ebenso ein Frauenhaus und eine Beratungsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt. Zudem fördert HEKS die Integration der Roma durch die Verbesserung der Wohnverhältnisse und des Zugangs zu Bildung, Gesundheit, Arbeit und Einkommen.
Übersicht
In weiten Teilen liegt Rumänien in seiner Entwicklung um Jahrzehnte zurück. Dies gilt nicht nur gegenüber Westeuropa. Auch verglichen mit osteuropäischen Nachbarländern ist der Rückstand im Sozial-, Gesundheits- und Schulsystem sowie im Ausbau der Infrastruktur gross. Besonders augenfällig ist dies auf dem Land, wo die Mehrheit der rumänischen Bevölkerung lebt. Ländliche Gebiete sind zudem besonders stark von der Abwanderung und der Überalterung der Bevölkerung betroffen.
Eine grosse Herausforderung ist auch die Situation der Roma. Ein grosser Teil dieser ethnischen Minderheit, die rund zehn Prozent der rumänischen Bevölkerung ausmacht, lebt in Armut, verfügt nur über eine geringe Schulbildung und hat deshalb auch wenig Chancen, eine Arbeitsstelle zu finden.
Langjährige Partnerin von HEKS ist die Reformierte Kirche in Rumänien (RKR), die vor allem im ländlichen Siebenbürgen präsent ist. Die RKR umfasst zwei Kirchenbezirke (Oradea und Cluj-Napoca) mit insgesamt 450 000 Mitgliedern. In vielen kleinen Dörfern ist die RKR oft die einzige offizielle Institution. Über diakonische Aktivitäten nimmt die RKR auch soziale Verantwortung in der Gesellschaft wahr.
Mit der Diakonie der RKR sowie mit den Organisationen «FAER», «Philantropia» und «Caritas» verbessert HEKS die soziale Integration von Roma. Im Vordergrund stehen dabei die Bildungsförderung sowie die Verbesserung des Zugangs zum Gesundheitswesen, zu Arbeit und zu Einkommen.
Seit 2001 hat die Diakonie der RKR in fünf Regionen Siebenbürgens einen Spitexdienst aufgebaut, dessen Angestellte zurzeit in rund 180 Ortschaften alte und pflegebedürftige Menschen betreuen. Dieser kosteneffiziente Dienst, der alten Leuten ermöglicht, möglichst lange zu Hause zu leben, soll weiter ausgebaut werden.
Obwohl häusliche Gewalt in Rumänien tabuisiert und sogar weitgehend toleriert wird, engagiert sich die Kirche ausserdem mit je einer Beratungsstelle in Oradea und Brasov für die Opfer und sensibilisiert die Bevölkerung für dieses Thema. Ferner spricht sie mit der Unterstützung von Kirchgemeinden Menschen mit einer Behinderung vor Ort an und hilft, sie in die Gemeinschaft zu integrieren. Auch trägt die Kirche mit geschützten Arbeitsplätzen zur gesellschaftlichen Integration der Betroffenen bei.
Ein wichtiger Schwerpunkt des HEKS Programmes in Rumänien ist die soziale Integration von Roma. Im Vordergrund stehen dabei die Förderung der Bildung, eine verbesserter Zugang zum Gesundheitswesen, zu Arbeit und Einkommen. Projektregionen sind Mures, Cluj, Bihor, Salaj, Alba, Covasna und Harghita.
Damit die RKR auch in Zukunft eine lebendige Kirche ist, braucht sie externe Unterstützung. Mit einem Angebot für Weiterbildung sollen Pfarrpersonen in ihrer Aufgabe gestärkt werden. Grosser Investitionsbedarf besteht auch bei kirchlichen Bauten. Mit Hilfe von HEKS sollen Kirchen, Pfarr- und Gemeindehäuser in Kirchgemeinden mit strategisch wichtiger Bedeutung renoviert werden können.
Ziele, Schwerpunkte, Aktivitäten
Förderung der gesellschaftlichen Integration von Roma mittels 100 Nachmittagsschulen für Kinder; Spitex in Roma-Quartieren; beruflichen Ausbildungskursen, Jobvermittlung und Gewährung von Mikrokrediten; Verbesserung der Wohnsituation.
In 180 Dörfern in Siebenbürgen gibt es eine Spitex der Diakonie mit medizinischer, sozialer und hauspflegerischer Hilfe. Kontinuierlich kommen weitere Dörfer dazu.
Opfer von häuslicher Gewalt erhalten Beratung und es wird ihnen geholfen, aus dem Kreis der Gewalt auszubrechen und ein neues Selbstbewusstsein aufzubauen. Als Sofortmassnahme zum eigenen Schutz finden sie Unterschlupf in einem Frauenhaus. In Brasov und Oradea gibt es eine Beratungsstelle und in Brasov zusätzlich ein Frauenhaus.
Damit Pfarrpersonen und andere kirchliche Mitarbeitende den vielfältigen Anforderungen ihrer Arbeit gewachsen sind, braucht es regelmässige Weiterbildungen. Das vorhandene Weiterbildungsangebot wird weiterentwickelt.
Renovation von jährlich fünf bis sechs kirchlichen Gebäuden in Kirchgemeinden von strategisch wichtiger Bedeutung.