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Der Genfer Staatstheoretiker Jean Jacques Moll (1743-1828) lebte Ende des 18. und anfangs des 19. Jahrhunderts in Paris. Auf das Geheiss von Napoléon Bonaparte entwarf Moll eine Stadt für 100’000 Einwohner. Damit die Stadt auch wirklich schön würde, und den Bewohnern ein angenehmes Leben böte, müsste sie laut Moll unter anderem mindestens 100’000 Einwohner haben, auf einem flachen Terrain gebaut sein, und viele verschiedene öffentlichen Plätze und Brunnen aufweisen. Des Weiteren sollten die Häuser von majestätischer Höhe und die Strassen und Trottoirs möglichst breit sein. Mit seiner grosszügigen Planung strebte Moll für die Bewohner maximalen Komfort und Fortschrittlichkeit an.
Jean Jacques Moll: Plan d’une Ville de Cent Mille Âmes
Geometrie und Symmetrie dominieren den Stadtplan. Die grundlegende Figur ist dabei weder ein Kreis, noch ein Quadrat. Moll plant ein Rechteck mit einer grossen offenen elliptischen Fläche im Zentrum: ein Park mit einem grossen rechteckigen Gemeinschaftsgebäude. Weitere öffentliche Gebäude befinden sich angrenzend an das Oval. Die restliche Fläche ist in sechzehn Felder aufgeteilt und in jedem Feld sind zwei oder vier Gruppen von Häusern direkt mit kleinen Gärten verbunden. Der Plan enthält keine präzise Informationen über die Höhe der Gebäude. Um für 100’000 Einwohner Platz zu bieten, müssten die Häuser mindestens drei Stockwerke hoch sein.
Molls Napoléonville wurde nie gebaut und ist somit eine Utopie geblieben. Es gab zwar in Frankreich während dem ersten und zweiten Kaiserreich Städte mit dem Namen Napoléonville, zum Beispiel das heutige Pontivy. Diese Städte wurden jedoch nicht von Napoléon gänzlich neu errichtet, sondern zu militärischen Zentren ausgebaut und mit seinem Namen versehen.
Links:
Jean Jacques Moll: Plan d’une Ville de de Cent Mille Âmes ist bestellbar in NEBIS .
Website der Stadt Pontivy (ehemals Napoléonville): http://ville.pontivy.fr