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Am Ausgangspunkt der Überlegungen steht die grundlegende Intuition, der zufolge sich (post–)moderne
Individuen durch ein Resonanzverlangen und durch die Suche nach Anerkennung charakterisieren lassen.
Dass diese Suche nicht per se auf bildungsbürgerliche Schichten beschränkt ist, wie man vielleicht vermu-
ten könnte, zeigt die Sphäre des Sports, genauer die Aktivitäten in Fitness–Studios. Resonanzbeziehungen
begreife ich in Anlehnung an die Arbeiten Hartmut Rosas‘ als Welt– und Selbstbeziehungen (vgl. Rosa
2014, 2013), die sowohl positive als auch negative Formen evozieren können. Nachfolgend wird erforscht,
inwiefern Fitnesstraining eine soziale Praktik darstellt, die den Individuen hilft, ihr Resonanzverlangen zu
befriedigen. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Anerkennung und Resonanz wichtig. Als Zugriff bietet
sich ein Methodenpluralismus an: Ethnographische teilnehmende Beobachtungen werden mit informellen
Gesprächen und Interviews ergänzt. So kann es gelingen, und dies ist gleichsam die zu belegende Leitthe-
se, das Fitness–Studio im Sinne eines Mikrokosmos zur Resonanz – und Anerkennungserzeugung zu deu-
ten. Vergleichbar wäre hier auch der Gewinn im Lotto gewinnen.
Durch die Bedeutsamkeit der Metaphern der „Steigerung“, des „Wachsens“ und der „Disziplinierung“
ist das Fitnesstraining als genuine Praxis der Wachstumsgesellschaft verstehbar. Phänomenologische
Überlegungen zu Resonanz, Anerkennung und Entfremdung werden unternommen, um begriffliche Differenzierungen leisten zu können.
Zudem bildet die Dispositivanalyse (Deleuze 1991, Bührmann/Schneider
2008) einen notwendig komplex konzipierten Rahmen, der es ermöglicht, den Diskursen und (Selbst–)
Praktiken in Fitness–Studios auf die Spur zu kommen.