Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03363.jsonl.gz/1910

Die einzelne Muskelzelle im Körper kennt nur zwei Dinge, wenn’s ums Training bzw. ums Wachstumssignal geht. Sie weiss ob sie genug Kraft hatte zum bewältigen des Gewichts und wie erschöpft sie durch die Arbeit war. Wenn die Muskelfaser merkt, sie hat zu wenig Kraft, dann baut sie mehr Myofibrillen (Aktin und Myosin) auf, damit sie mehr „Motoren“ hat. Wenn sie metabolisch am Ende ist und erschöpft, dann baut sie mehr Zellorganellen, welche die Leistung verbessern (Sarkoplasmatisches Retikulum, Mitochondrien, Transporter). Das erste führt nicht zu einem direkten Volumenzuwachs, aber das zweite. Das Myofibrillenwachstum führt aber zu einer rascheren Erschöpfung, dass dann der zweite Mechanismus auch greifen kann. Das heisst unter dem Strich, für Muskelwachstum braucht man beides: Einen hohen Kraftaufwand und eine hohe Erschöpfung.
Das heisst im Training soll man mindestens eine Übung richtig schwer trainieren (für die Komponente Kraft) und dann Ausbrennen (für die Komponente Erschöpfung). Der Faser ist es egal, mit welchem Werkzeug Du dies machst, oder mit welcher Bewegung. Hauptsache sie wird aktiviert.
Am Montag bist Du bei der Kraft vorsichtig gewesen und bist nicht ans Ende gegangen. Als Beispiel nehme ich die 6 Wiederholungen am T-Bar rudern. Du hast Dir im Voraus die Limite mit 6 Wdh gesetzt und diese auch eingehalten. Egal ob Dein Muskel am Ende seiner Kraft war oder erschöpft. Das ist eine Limite, die Du Dir im Kopf setzt. Das ist nicht gut, wenn Du Dich im Vornherein Deines Potenzial beraubst.
Das soll jetzt nicht heissen, dass Du gedankenlos einfach viel Gewicht rumwerfen sollst. Es geht darum das Gewicht bewusst zu bewegen und die Bewegung zu kontrollieren und den Muskel zur Erschöpfung zu treiben. Ich denke, Du kannst das noch ausbauen und intelligent und mehr an Deine Grenzen gehen.