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Der Podcast Rembrandt, habibi! wird von Amina Aziz fürs Kunstmuseum Basel produziert und ergänzt die Ausstellung Rembrandts Orient. Westöstliche Begegnung in der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts um eine postkoloniale Perspektive.
Der Podcast umfasst fünf Folgen à je 20 bis 30 Minuten und lässt neben Amina Aziz verschiedene Akteur*innen aus Wissenschaft, Kunst und Kultur zu Wort kommen. Jede Woche erscheint eine neue Folge.
Rembrandt hat die Niederlande zwar nie verlassen, hat sich aber trotzdem mit einem Ort befasst, den er sich als Orient vorstellte. Er malte Turbane und lange, edle Gewänder und sogar Miniaturen, wie er sie von Künstler*innen aus fernen Ländern kannte. Doch geht das überhaupt, sich einfach irgendwas zusammen zu reimen und das dann zu malen? Wie wirkt das heute möglicherweise auf Menschen aus Ländern, mit denen Rembrandt sich befasst hat? Und was hat das überhaupt mit dem Kolonialismus der Niederlande zu tun? In dieser ersten einführenden Folge geht Amina Aziz diesen Fragen nach und beleuchtet, aus welcher Perspektive wir uns Rembrandt heute, abseits von klassischen kunsthistorischen Interpretationen, nähern können. Sie spricht in dieser Folge mit dem Kurator Bodo Brinkmann und der Literaturwissenschaftlerin Mariam Popal über „Rembrandts Orient".
Rembrandt führte ein turbulentes Leben: Aufgrund seines Talents kam er früh zu Geld und gab es aus für Kunst, Krempel aber auch sehr wertvolle Gegenstände, bis er irgendwann pleite war. Er hatte Affären, von denen eine kein gutes Licht auf ihn wirft. Das Drumherum, der Kolonialismus, die Kriege der Zeit interessierten ihn und andere Künstler damals nicht. Die Aufarbeitung des Kolonialismus ist dadurch heute eine Herausforderung, denn es muss ständig ausgehandelt werden, dass das "Goldene Zeitalter" für viele Menschen gar nicht so golden ist. Amina Aziz spricht in dieser Folge mit Josef Helfenstein, Direktor Kunstmuseum Basel und Tom van der Molen, Kurator im Museum Amsterdam. Das Museum Amsterdam hat den Terminus "Goldenes Zeitalter" abgeschafft. Van der Molen schildert wie es dazu kam.
Der Kolonialismus ist ein Herrschaftssystem, das bis heute nachwirkt. Kolonialismus meint die Unterwerfung und Ausbeutung auswärtiger Territorien, welche ab dem Ende des 15. Jahrhunderts durch westliche Länder vorgenommen wird. Obwohl die Kolonialzeit heute als beendet gilt, wirkt der Kolonialismus bis in die Gegenwart nach. So bleibt beispielsweise in Ländern wie Brasilien oder Südafrika, die ehemals kolonialisiert wurden, die soziale Apartheid nach wie vor ein grosses Problem. Es gibt in unserer heutigen Zeit aber auch weitaus weniger offensichtliche Nachwirkungen des Kolonialismus. Diese sichtbar zu machen, ist schwierig und gerade deswegen umso wichtiger.
Was hat die Praxis Rembrandts und Co., die eigenen Modelle in ›exotische‹ oder ›orientalische‹ Gewänder zu stecken, mit Kolonialismus zu tun? Geht es ihnen um Kohle oder handelt es sich um kulturelle Aneignung? Und was ist kulturelle Aneignung überhaupt?
Amina Aziz spricht in Folge drei mit Dr. Mahret Ifeoma Kupka, Kuratorin beim Museum Angewandte Kunst in Frankfurt, über kulturelle Aneignung in der Modebranche. Dr. Bodo Brinkmann, der Kurator von „Rembrandts Orient“ berichtet, was bei der Arbeit an der Ausstellung schockierend war.
Amina Aziz ist Journalistin, wissenschaftliche Referentin und politische Bildnerin. Sie hat zu islamistischen und post-islamistischen Gesellschaften, islamischer Philosophie sowie Islamismus im globalen Norden, Post- und Dekolonialität geforscht und arbeitet aus intersektionaler Perspektive zu Themen der Gegenwart und Zukunft. Sie ist Herausgeberin der Encyclopaedia Almanica und ist u.a. auch als Moderatorin sowie Podcast-Produzentin tätig.
Konzept und Moderation: Amina Aziz
Produktion: Amina Aziz, Christine Müller Stalder
Jingle: Ah! Kosmos, Darren Hayne