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Das Wichtigste in Kürze
- Vor 50 Jahren erreichte die Apollo-11-Mission die Umlaufbahn des Mondes.
- Dazu musste bei Computern Pionierarbeit geleistet werden.
- Margaret Hamilton und ihr Team trugen massgeblich zur Mondlandung bei.
Die Mondlandung wurde auch durch Pionierarbeit bei Computern möglich gemacht - die bis heute nachwirkt. So wurden erstmals Vorgänger heutiger Chips eingesetzt und die Regeln guten Software-Designs geprägt. Der genähte Speicher setzte sich hingegen nicht durch.
Schon als die Mondlande-Mission beschlossen wurde, war klar, dass die Astronauten Hilfe von einem Computer brauchen würden. Einer Maschine, die verlässlich ist, möglichst wenig Strom verbraucht, nicht viel Platz einnimmt und einfach zu bedienen ist.
Das Problem: US-Präsident John F. Kennedy verkündete im Mai 1961 das Ziel, bis Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf die Mond-Oberfläche zu bringen. Damals existierte ein solcher Computer nicht einmal annähernd.
Apollo Guidance Computer
Die in jahrelanger Entwicklungsarbeit entwickelte Lösung hiess AGC - Apollo Guidance Computer. Die Innovation war allerdings zu speziell, um ausserhalb der Mondmissionen Anwendung zu finden. Für den Hauptspeicher, in dem die Software des Apollo-Computers steckte, wurde die sogenannte Core Rope Memory erfunden. Auf Deutsch auch «Fädelspeicher» genannt.
Aus heutiger Sicht kann es schwer fallen, nachzuvollziehen, wie bahnbrechend die Apollo-Computer für ihre Zeit waren. Sie kamen auf 85'000 Rechenoperationen pro Sekunde - Apples A12-Chip im aktuellen iPhone XS schafft 5 Billionen.
Für die 1960er Jahre war es aber ein Leistungssprung. Er wurde unter anderem möglich, weil die integrierten Schaltkreise mehr Leistung bei gleichem Volumen erlaubten. Der Apollo-Computer empfing Daten vom Radar und anderen Sensoren sowie von der Bodenstation und steuerte das Raumschiff. Die Mondfähre und das eigentliche «Apollo-11»-Raumschiff hatten jeweils einen AGC.
Landung auf dem Mond: Margaret Hamilton und ihr Code
Geschrieben war die Software des Apollo-Computers in der heute weitgehend unbekannten Programmiersprache Assembly. Die Direktorin der Software-Entwicklung, Margaret Hamilton, posierte damals für ein Foto neben einem Stapel des ausgedruckten Programmcodes. Die Bände erreichten fast ihre Grösse.
Die Seiten wurden später eingescannt und der Code ist heute unter anderem auf der Entwicklerplattform Github verfügbar. Einige Enthusiasten bauten auf dieser Basis Emulatoren auf, mit denen man einen virtuellen Apollo-Computer bedienen kann.
Margaret Hamilton und ihr Team versuchten, den Computer so robust wie möglich arbeiten zu lassen. Sie zementierten dabei einige Grundsätze auch heutiger Software-Entwicklung. So legten sie fest, dass Aufgaben priorisiert wurden. Und bei Bedarf weniger wichtige Aktionen einfach abgebrochen wurden, um Kapazität freizumachen.