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Cantabile und Suonabile
In vielen Historischen Unterrichtswerken bis über die Mitte des 19. Jh. wird immer wieder die enge Verbindung von Instrumental- und Vokalmusik hervorgehoben. Claire Genwein[1] schreibt im Vorwort zu Ihrer Dissertation über das Begriffspaar Cantabile Suonabile:
"Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem Begriffspaar von "Cantabile" und "Suonabile" und dessen geschichtlicher Entwicklung. Seit den Anfängen gab es eine enge Verbindung zwischen Text und Cantabile, wobei das Suonabile als Gegenpol zum Cantabile fungierte. Im 18. Jahrhundert blieb der Gesang Vorbild und Ideal, an dem sich die Instrumentalisten orientierten. Ihr Bestreben ging dahin, der menschlichen Stimme möglichst nahe zu kommen. Sicher wurde diese Hochschätzung begünstigt durch die Tatsache, dass Instrumentalmusiker an vielen Höfen auch als Sänger tätig waren."
Die Orientierung für die Interpretation eines musikalischen Textes verläuft in diesem Sinne auf der direkten Linie vom Instrumentalen über den Gesang zum Text. Im Text liegen schliesslich die Informationen betreffend Artikulation, Dynamik, Agogik und emotionalem, auch des situativen und spirituellen Gehaltes der Musik begründet. Eine im Italien des ausgehenden 18. Jh. gebräuchliche Unterrichtspraxis unterlegte reiner Instrumentalmusik Texte (siehe [1]), um sie auf sie diesem Wege in die Nähe des gesanglichen Ausdruckes zu rücken.
Siehe auch[2].
Einzelnachmweise
- Claire Genewein: Vokales Instrumentalspiel in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Aufführungspraxis italienischer Instrumentalmusik in der Auseinandersetzung mit Vokalmusik und Text: Quellen und moderne Umsetzung. Univesität Leiden, 2014 [1]
- Heinrich Mätzener: «Mise en harmonie par AmandVanderhagen» Neu-Edition der «AIRS du Mariage de Figaro, Musique de W. A. Mozart(deuxième livraison)» . Luzern, 2013 [http://edoc.zhbluzern.ch/hslu/m/fb/2013_Maetzener.pdf