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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

V. Rede
2.
Wer vermöchte entsprechend darzustellen die verdienten Krankheiten der Gottlosen, ihr offenkundiges Zusammenbrechen, ihre sonstigen verschiedenartigen, den Übeltaten angepaßten Heimsuchungen und Schläge, die außergewöhnliche Art ihres Sterbens, ihre in der Not gegebenen Geständnisse, ihr verspätetes Erkennen, die Zurechtweisungen, welche sie bald in Träumen, bald in wirklichen Erscheinungen erhielten? Solche Erfahrungen mußten sie machen wegen ihrer Frevel an Gotteshäusern, an Altären und heiligen Kelchen, wegen ihrer schamlosen Gier nach unserem Fleisch und wegen all ihrer übrigen Tollkühnheiten. Klar und deutlich gibt sich hier Gottes Zorn zu erkennen. Ich beabsichtige aber nicht, von all dem zu sprechen, doch nicht etwa, weil ich den Ereignissen und Erzählungen mißtraue oder weil ich [S. 159] gleich denen, die an das Fatum glauben, die Geschehnisse auf zufällig wirkende Schicksale zurückführe, sondern weil ich nicht den Schein erwecken möchte, daß ich mich mit Kleinigkeiten abgebe und das Große und Wichtige vernachlässige. Ich will vielmehr von dem altbekannten Wunder erzählen, das selbst die Gottlosen nicht bestreiten.