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Tahitianische Grüße unterscheiden sich von denen der meisten Menschen der westlichen Welt, sowohl auf der semantischen Ebene als auch in der Darstellung. Normalerweise begrüßen wir eine andere Person, in dem wir ihr einen guten oder angenehmen Tag wünschen oder mit einer ähnlichen Formulierung. Es gibt keine solchen Ausdrücke auf Tahiti und ihren Inseln; hier konzentrieren sich die Begrüßungen mehr auf die Gesundheit einer Person oder auf den Wunsch nach Langlebigkeit.
So sagt ein Tahitianer "ia ora" oder "ia ora na", wörtlich "Das Leben sei mit dir". In der Alltagssprache wird "ia ora" für "hallo, ich grüße dich" und "ia ora na", ein betonterer Ausdruck, für "guten Morgen, guten Abend..." verwendet.
"Manava" und "Maeva" sind zwei Grundbegriffe, die direkt aus dem tahitianischen Geist der Gastfreundschaft abgeleitet wurden und intensivere Ausdrücke der Begrüßung sind. Sie vermitteln das Gefühl und den Gemütszustand des Gastgebers gegenüber seinem Gast, also seine Art von Gastfreundschaft.
"Manava" (wörtlich, Prestige oder Macht der inneren Organe) präsentiert den Ort der großen Emotionen, Gefühle und Empfindungen, das was wir als Herz bezeichnen. Wenn ein Tahitianer einen Besucher mit den Worten "manava!" begrüßt, öffnet er sein Haus, sein Zuhause und vor allem sein Herz. Der Gast wird dann verpflichtet, Unterkunft und Verpflegung anzunehmen, und vor allem auch die guten Zeiten sowie die schlechten Zeiten gemeinsam mit seinem Gastgeber zu durchleben. Der Besucher wird begrüßt, verwöhnt und es werden Rollen getauscht, was den Gast wiederum zum Gastgeber macht, der begrüßt und willkommen heißt.