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Songs von Efraín
Efraín Alvear ist Campesino und er musste erleben, wie ihm die Ernte verbrannt, seine Häuser zerstört und seine Familie vertrieben worden ist, weil er sich mit anderen für ihr Land eingesetzt hat auf der Finca von Las Pavas. Inmitten dieser Realität hält er an einer Tradition seiner Gemeinschaft fest, das Erlebte in Form von Musik zu verarbeiten und so zu erinnern, dass es niemals vergessen geht. Efrain singt das Lied „Asocab si va a marchar“, ein Lied für Las Pavas, welches sich mit jedem Tag einer möglichen Lösung des jahrzehntelangen Landkonfliktes annähert.
Seit den beginnenden 90er Jahren wurde das Land auf der Finca Las Pavas zunehmend vernachlässigt, erinnert sich Efrain. Das Land war unbenützt und die Bevölkerung von Buenos Aires bemerkte dies und fing an es zu bebauen. Alle DorfbewohnerInnen, die BäuerInnen, die Arbeiter, die Professoren nutzten das Land, denn es wollte niemand. Es brachte der Bevölkerung einen regelrechten Aufschwung.
Heute befindet sich die Gemeinschaft, die heute im Begriff ist, die Landtitel zu bekommen schon seit Jahren im Streit mit der Palmölfirma Aportes San Isidro S.A.S. Diese fing seit 2007 an Präsenz auf der Finca zu markieren und erhebt ebenfalls Anspruch auf das Land, auf dem es Ölpalmen in Monokultur anbaut.
In Wahrheit aber geht die Geschichte um das Land und deren BewohnerInnen viel weiter zurück, insbesondere zu den massiven Vertreibungen der Bevölkerung der Zone im Jahr 2003 durch Paramilitärs.
Über die Jahre haben verschiedene staatliche Kolumbianische Organe der Gemeinschaft der Landbevölkerung von Las Pavas das Recht zugesprochen, ihr Land bebauen zu dürfen. 2012 hat die Kolumbianische Behörde für ländliche Entwicklung der Gemeinschaft Recht gegeben und ältere Ansprüche an das Land für nichtig erklärt. Im August 2017 hat der Staat diesen Entscheid bestätigt, was auch durch das Verfassungsgericht bekräftigt wurde. Neben diesen juristischen und politischen Bezeugungen ist aber in der Praxis nicht viel passiert. Die Campesinas und Campesinos warten noch immer auf die Landtitulierung und sind ständigen Übergriffen durch die Firma ausgesetzt.
Die juristische Situation jedoch lässt vermuten und hoffen, dass der endgültige Sieg der Gemeinschaft nur eine Frage der Zeit ist. Doch sind sie weiterhin abhängig von zuständigen staatlichen Organe und der Durchsetzung der juristischen Beschlüsse durch die lokalen Behörden.
Der Optimismus von Efraín ist spürbar in seinen Liedern. Er lebt seit längerer Zeit wieder auf der Finca und er ist seit 2009 Mitgliede des Vereins ASOCAB, welcher die Interessen der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern vertritt.
ASOCAB hat in all den Jahren eine fundamentale Rolle gespielt beim Engagement, welches der Gemeinschaft die juristischen Erfolge gebracht hat und beim Erlangen der Anerkennung als Opfer des bewaffneten Konfliktes. Für viele der Leader des Vereins hat dies bedeutet, dass sie Todesdrohungen bekommen haben, was auch dazu geführt hat, dass sie staatliche Schutzmassnahmen bekommen haben. Mitglieder des Sicherheitsdienstes der Palmölfirma sitzen wegen Angriffen auf die Gemeinschaft im Gefängnis. Das jahrelange friedliche Engagement der Gemeinschaft von Las Pavas hat ihnen auch die Verleihung des Nationalen Friedenspreis 2013 gebracht.
Zusammen mit Efraín glaubt unsere Partnerorganisation PAS und auch wir von PWS, dass ASOCAB die Ziele, die es sich vor Jahren gesetzt hat erreichen wird, dass es definitiv sein Land bekommen wird und ein Leben in Frieden führen kann. Die Geschichte von Las Pavas und die geteilten Videos sollen auch als Beispiel dazu dienen dass trotz allen Widrigkeiten durch einen starken Willen auch Landrechtsfälle von kleinen Organisationen gewonnen werden können.
PAS, November 2017
Hier im Originaltext auf Spanisch auf der Seite von PAS finden sich zuunterst die Liedtexte von Efraín Alvear:
14.11.2017

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