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Synonyme: Pes equinovarus, Talipes equinovarus
engl.: clubfoot
Der Klumpfuss ist mit 1:1000 Geburten eine häufige angeborene Fehlbildung des Fusses, welche Knaben etwa doppelt so häufig betrifft wie Mädchen. Häufig sind beide Füsse betroffen. Der überwiegende Teil der betroffenen Kinder hat einen sogenannten idiopathischen Klumpfuss (idiopathisch: ohne erkennbare Ursache, nicht im Zusammenhang mit anderen Krankheiten auftretend) das heisst, die Kinder sind ansonsten völlig gesund. Seltener kommt es im Zusammenhang mit syndromalen Erkrankungen oder neurologischen Veränderungen (z.B. offener Rücken/ Spina bifida) zur Entwicklung von Klumpfüssen.
Auch wenn der Klumpfuss schon seit sehr langer Zeit bekannt ist, er wurde bereits durch Hippokrates 370 v. Chr. erwähnt und man weiss, dass zum Beispiel Tutanchamun Klumpfüsse hatte, so ist die genaue Ursache des idiopathischen Klumpfusses bis heute weitestgehend ungeklärt. Es scheint jedoch, dass genetische Faktoren bei der Entstehung eine grosse Rolle spielen. So ist zum Beispiel das Risiko eines Klumpfusses 17- fach erhöht, wenn ein Elternteil einen Klumpfuss hat und immer noch 6-fach erhöht, wenn ein Grosselternteil betroffen war. Des Weiteren ist das Risiko bei kleineren Geschwistern eines Klumpfusskindes um 2.5 % erhöht ebenfalls mit einem solchen auf die Welt zu kommen (kleinere Brüder von einem Mädchen mit Klumpfuss sogar bis 6.5 %). Ein weiterer Hinweis auf das Vorliegen von genetischen Einflüssen lässt sich darin finden, dass verschiedene ethnische Gruppen ein unterschiedlich hohes Risiko für Klumpfüsse aufweisen. Bei Polynesiern und Aborigines ist das Risiko deutlich höher als in der weissen Bevölkerung, in der asiatischen Bevölkerung hingegen ist es niedriger. Ein „Klumpfussgen“ konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden. Es spielen bei der Entstehung mehrere Gene eine Rolle. Weitere, in der Literatur diskutierte, Risikofaktoren sind das Rauchen in der Schwangerschaft und Veränderungen in der Struktur des Bindegewebes.
Beim Klumpfuss handelt es sich um eine komplexe, angeborene Fehlstellung des Fusses mit folgenden Komponenten:
- Spitzfuss (Pes equinus)
- Mittel- und Vorfussadduktion (Pes adductus)
- Hohlfuss (Pes cavus) Varusstellung der Ferse
Eine Schlüsselrolle beim Klumpfuss nimmt der Talus (das Sprungbein) ein. Der Talus ist bei Kindern mit Klumpfuss kleiner als bei normalen Füssen. Des Weiteren sind der sehr kurze Talushals und die Gelenkflächen zu den Knochen des Mittelfusses nach medial (innen) und gegen plantar (unten) verschoben. Hierdurch kommt es zu einer Subluxation, d.h. fast Ausrenkung, des sogenannten Taluskopfes.
Auch der Calcaneus (das Fersenbein) ist etwas kleiner als bei normalen Füssen und nach medial (innen) und gegen plantar (unten) verkippt. Die, weitestgehend normalgrossen, Mittelfussknochen sind ebenfalls nach medial (innen) sowie gegen plantar (unten) verschoben. Des Weiteren sind sie gegen den Rückfuss proniert (verkippt).
Gehalten wird diese Fehlstellung durch sehr verdickte und in ihrer Struktur derbere Bänder. Diese sind vor allem auf der verkürzten Innenseite des Fusses sowie um die Achillessehne und die hinteren Kapselstrukturen nachweisbar.
Nebst den Veränderungen am Fuss fällt bei Kindern mit Klumpfuss auch eine schmalere Wade (durchschnittlich 2 cm) auf. Außerdem ist der betroffene Fuss etwas kleiner als ein gesunder Fuss (1-3 Schuhgrößen). Dies wird besonders bei einem einseitigen Klumpfuss deutlich. Diese Veränderungen bleiben auch bei erfolgreicher Therapie ein Leben lang bestehen.
In unserer Klinik erfolgt die Einteilung der Klumpfüsse nach Pirani. Hierbei wird das Ausmaß der unterschiedlichen Fehlbildungen beurteilt und als Score addiert.