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Verheiratete Paare haben es gut: Sie sichern sich gegenseitig finanziell ab. Schwieriger ist die beidseitige Absicherung ohne Trauschein. Und noch komplizierter wird es, wenn Kinder aus einer früheren Ehe Ansprüche haben.
Folgender Steckbrief: Mann zwischen 50 und 65 Jahre alt, geschieden, Vater erwachsener Kinder, angestellt, gut verdienend, lebt mit einer neuen Partnerin zusammen. Heutzutage wahrlich kein
Einzelfall. Nun möchte der Mann seine Partnerin begünstigen, sollte ihm etwas zustossen. Das sind seine Möglichkeiten:
Heirat: Die beste Absicherung für die Partnerin wäre das Ja-Wort vor dem Zivilstandsbeamten. Nach fünf Ehejahren kommt die Witwe in den Genuss einer Witwenrente von der AHV wie auch von der Pensionskasse, sofern sie mindestens 45 Jahre alt ist. Zudem kommt sie automatisch an ein Erbe, das der Mann mit einem Testament noch anpassen könnte. Das Erbe unter Eheleuten ist im Kanton Bern steuerfrei. Schliesslich könnte die Frau bei der Heirat erst noch güterrechtlich begünstigt werden, sofern die Eheleute den Güterstand der Gütergemeinschaft wählen. Sie könnten dann in einem Erbvertrag vorsehen, dass 13/16 des Gesamtgutes dem überlebenden Ehegatten zufallen sollen. Der Pflichtteil der Kinder beträgt von dem hälftigen Gesamtgut.
Pensionskasse: Der Mann kann seine Partnerin bei der Pensionskasse anmelden. Unter Umständen hat sie Anspruch auf eine Partnerrente. Wobei es Vorsorgestiftungen freigestellt ist, im Reglement solche Konkubinatsrenten vorzusehen. Beispielsweise die Bernische Pensionskasse wie auch die Bernische Lehrerversicherungskasse zahlen derzeit noch keine Konkubinatsrenten. Das wird sich ab dem kommendem Jahr ändern, nachdem der Souverän am 18.Mai dieses Jahres der Sanierung der beiden Vorsorgeeinrichtungen zustimmte.
Testament: Der Mann kann seine Partnerin im Testament begünstigen, wobei er die Pflichtteile für die direkten Nachkommen aus erster Ehe berücksichtigen muss. Sie wird also nur maximal ein Viertel des Nachlasses erben dürfen. Ein beträchtlicher Teil dieses Viertels fliesst an den Fiskus (siehe Tabelle). Wobei es noch darauf ankommt, wie lange die beiden Partner am selben Steuerdomizil leben. Sind es keine zehn Jahre, ist der dem Fiskus geschuldete Betrag mehr als doppelt so hoch wie bei einer über zehnjährigen Teilung von Bett und Tisch.
Erbvertrag: Statt ein Testament könnte der Mann beim Notar einen Erbvertrag öffentlich beurkunden. Dieser gibt der Frau eine grössere Sicherheit als das Testament. Letzteres kann der Urheber jederzeit wieder zerreissen. Den Erbvertrag kann er jedoch nicht einseitig abändern.
Lebensversicherung: Der Mann könnte eine reine Risikotodesfallversicherung abschliessen und seine Partnerin begünstigen. Hier hat er grundsätzlich zwei Möglichkeiten: eine Todesfallversicherung mit konstanter Prämie und fester Laufzeit oder eine Versicherung mit natürlicher Prämie, die von Jahr zu Jahr ansteigt.
Nutzniessung: Der Punkt der Nutzniessung ist hier nur deshalb aufgeführt, weil Lebenspartner nicht selten davon ausgehen, dass sie dem Partner analog Eheleuten die volle Nutzniessung gewähren können. Das ist ein Irrtum. Die Kinder aus erster Ehe erhalten beim Tod mindestens den Pflichtteil. Bei Eheleuten mit gemeinsamen Kindern ist dies anders: Sie können sich gegenseitig die Nutzniessung gewähren. Dies mit der Folge, dass die Kinder erst beim Tod des zweiten Elternteils das Nutzniessungsvermögen erben können.