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Charles Bonvin, eines der ältesten Walliser Weinhäuser, hat die Domaine de Diolly in Savièse erworben. Wie der Käufer hat auch die Domaine de Diolly eine lange Geschichte. So wurden die Rebgärten an den Hängen oberhalb von Sion vermutlich bereits im 13. Jahrhunder angepflanzt.
Deren Handänderung von einem Domherren der Kathedrale Sion zu Syonet Frachat wurde folgendermassen protokolliert: «campum jacentem in loco dicitur Dioles», was soviel heisst wie «landwirtschaftliches Gut im Weiler Dioles». Die heutige, moderne Form geht auf Dr. Henry Wuillod zurück, der das Weingut ab 1911 besass.
Henry Wuillod (1884-1963) absolvierte das Gymnasium in Sion und studierte Agronomie am Polytechnikum in Zürich. Um sein Wissen zu vertiefen absolvierte er eine spezialisierte Schule in Mailand und promovierte in Weinbau und Önologie. Kein Walliser vor ihm hatte eine derart fundierte Ausbildung in den Bereichen Reb- und Weinbau wie Dr. Henry Wuillod.
Dr. Henry Wuillod gab sein Wissen weiter. Er unterrichtete Botanik am Collège in Sion und an der kantonalen landwirtschaftlichen Schule in Encône. Zudem war er Rebbaukommisär, Staatsrat und schliesslich Dozent am Polytechnikum Zürich.
Mehrere Reisen führten Dr. Henry Wuillod in ausländische Weinbaugebietet. Stets interessierte er sich für die Reben. Sorten, die er für das Wallis als geeignet empfand, darunter die Syrah, brachte er auf seine Domaine de Diolly. Auf seinen 5,5 Hektaren wuchsen an die 20 Sorten. Einige davon sind heute ausgestorben. Doch er hat auch neues geschaffen. So geht die Sorte Diolinoir, die 1970 in der Forschungsanstalt Changins gezüchtet wurde auf den Doktor Wuillod zurück. Er war es, der das Rebmaterial lieferte. Es handelt sich um Rouge de Diolly, die mit Pollen von Pinot Noir bestäubt wurden.
Blick von Diolly auf Sion mit den Schlössern Tourbillon und Valère. Bild: zvg
1858 gründete Charles-Marie Bonvin ein Weinhaus, das älteste im Kanton Wallis, und liess es unter dem Namen Charles Bonvin Fils im Handelsregister eintragen. Zu dieser Zeit war die Eisenbah noch nicht im Wallis angekommen und Automobile gab es noch keine. Charles-Marie Bonvin liess die beeindruckenden Terrassenfelder an den Hügeln Sions errichten. Reblagen, die noch heute zu den bekanntesten des Kantons zählen. Die Werte von Charles-Marie Bonvin überdauerten die Zeit und önologische Fortschritte während der 155-jährigen Geschichte des Unternehmens, trugen dazu bei, die Qualität der Weine zu verfeinern. Die Weiterentwicklung Weinhauses Bonvin liegt heute in den Händen von Serge Sierro, Verwaltungsratspräsident, André Darbellay, Direktor, und Christophe Bonvin sowie dem Önologen Thierry Delalay.
Mit dem Kauf der Domaine de Diolly will sich Charles Bonvin weiterhin als Produzent ausschliesslich von Lagenweinen profilieren. Dazu gehören bereits die Domaine de Brûlefer, die von spektakulären Trockenmauern gestützen Terrassen des Coteau de Clavau und dem Clos du Château auf dem Hügel von Champlan. Dieses schaut auf Valère und Tourbillon und bietet einen atemberaubenden Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Val d'Hérens. Dies landschaftlichen und weinbaulichen Werte bewogen Charles Bonvin, ein führendes Unternehmen im Walliser Wein-Tourismus zu werden. Nach der Guérite Brûlefer, den Mazots auf Clos du Château wird nun auch die Domaine de Diolly, dem von Weinbergen und hundertjährigen Bäumen umgenben alten Gebäude, Gäste empfangen.
Zudem soll am Fusse von Claveau ein neuer Keller entstehen. Das Baugesuch wurde von den zuständigen Behörden bewilligt. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2014 beginnen.
Facts & Figures
Gesamte Rebfläche in eigenem Besitz: 23 ha
Produzierte Flaschen pro Jahr: 200'000 bis 250'000
Leaderprodukte: Clos du Château, Fendant Sans Culotte, Petite Arvine, Fendant Brûlefer, Cuvée 1858