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Geschichte
Das Baseltor gehörte zur einstigen Stadtbefestigung von Solothurn. Zuvor besass Solothurn am östlichen Stadtausgang das Eichtor, wo Hans Roth am 10.November 1382 die Mordnacht von Solothurn vereitelte.
Erbauer des heutigen Baseltores war Hans Gibelin, ein Oberitaliener, der sich 1497 in Solothurn niederliess. 1502 erhielt er den Auftrag, von Grund auf ein Tor und zwei Rundtürme zu erstellen. Schon nach zwei Jahren, im Oktober 1504 wurde das Bauwerk durch einen Ratsbeschluss abgenommen, wobei die Abmessungen in Klaftern ermittelt wurden. Hans Gibelin erhielt für seine Arbeiten 2002 Gulden. Im gleichen Jahr wurde an Hans Gibelin der Auftrag erteilt, die Seitentürme und den „mittel thurm“ um weitere zwei Klafter zu erhöhen, wofür ihm 1000 Gulden zugestanden wurden. Die totalen Baukosten von 3002 Gulden entsprechen einem heutigen Wert von über 600’000 Franken. Nach dem Tode des Erbauers im Jahre 1532 trat sein Sohn Konrad an die Stelle seines Vaters. Drei Jahre später musste er auf Geheiss der Stadt die Brustwehr an den drei Türmen verstärken, um gegen Kanonenbeschuss besser geschützt zu sein. Die Arbeit eilte, denn bis Pfingsten 1536 musste diese beendigt sein. Durch diese zusätzliche Verstärkung erhielt das Baseltor seine heutige äussere Form. Die Bedachung erfolgte jedoch erst in den nachfolgenden Jahren, was aus den Ratsbeschlüssen von 1540 hervor geht.
Etwa 130 Jahre später war eine Verstärkung der Befestigungsanlagen nicht mehr zu umgehen. Der alte Mauerring mit den Türmen blieb bestehen. Ausserhalb entstand im System Vauban ein Schanzengürtel, der die Stadt etwa 5 Millionen Franken kostete. Zunehmender Verkehr und modernes Denken liessen im 19.Jahrhundert den Wunsch aufkommen, die Schanzenbauten zu schleifen. 1835, am 13.Mai wurde deren Abbruch beschlossen. Nach den Vor- und äusseren Toren sollte 1850 auch das Baseltor der Spitzhacke zum Opfer fallen. Dank einer kräftigen Opposition seitens der Bevölkerung konnte dieses Unheil vermieden werden. (Aus Festschrift „100 Jahre UOV Solothurn 1966, Die Geschichte des Baseltores“ von Dr. G. Lörtscher)
Ausbau
Der Gedanke, ein eigenes Vereinslokal zu besitzen, war jahrelang der Wunsch des UOV Solothurn. Die sich seit 100 Jahren angesammelten Akten und Trophäen sollten endlich zentral aufbewahrt werden können. Am 8.Juni 1951 beschloss der Vorstand, der Gemeinderatskommission der Stadt Solothurn das Gesuch zur Ueberlassung des Baseltores als Vereinslokal einzureichen. Dieses Gesuch wurde umgehend genehmigt, womit der geplanten Realisierung seitens der Eigentümerin des Tores nichts mehr im Wege stand.
Verschiedene Abklärungen und Vorarbeiten nahmen mehr Zeit in Anspruch als geplant, so dass das Gesuch 1958 erneuert werden musste. Endlich, am 26.Oktober 1962 begannen die vier Jahre dauernden Ausbauarbeiten. Durch die Mitglieder des UOV Solothurn wurden in dieser Zeit über 4200 Stunden Fronarbeit geleistet zum Ansatz „Null“.
Zuerst musste der z.T. jahrhunderte alte Schmutz entfernt werden. Im Turm bestanden weder Treppen noch begehbare Zwischenböden. Mittels Tragbrenten wurde das Baumaterial über Leitern in die oberen Stockwerke getragen. Zu ersetzende Steinquader und Balken wurden mit Seilen emporgezogen. Alle Rohr- und Drahtleitungen sind unter Putz verlegt. Für die Heizung, die im südlich gelegenen Kapitelhaus (Kreiskommando) angeschlossen ist, wurden ca. 350 m Rohre verlegt. Für die elektrischen Anschlüsse (220 und 380 Volt) wurden etwa 2500 m Kabel benötigt. Installiert sind eine Gegensprechanlage sowie sechs Telefonanschlüsse. Die Kosten für diesen Ausbau beliefen sich (Stand 1966) auf ca. Fr. 120’000.–. In der Zwischenzeit wurde nochmals ein ansehnlicher Betrag investiert. Durch eigene Mittel aus dem Verein sowie durch die Unterstützung von Industrie, Handel, Gewerbe, Banken und Zulieferer konnte dieses Werk realisiert werden. Der Kanton Solothurn beteiligte sich mit Fr. 5’000.–, von einem Vereinsmitglied wurde ein Barbetrag von Fr. 10’000.– beigesteuert. Viele Mitglieder und Freunde des Unteroffiziersvereins haben sich in uneigennütziger Weise für das Baseltor eingesetzt.
Benutzung
Das Baseltor umfasst folgende Räume: Im Nordturm Eingang mit Toilette, Waffenraum, Ausstellungsraum mit fünf Tischen und 30 Stühlen, im Mittelturm Fahnenraum, Archiv, Sitzungszimmer mit drei Tischen und 20 – 25 Plätzen. Alle Räume sind mit elektrischem Anschluss versehen und werden im Winter geheizt.
Siehe auch Detailbeschrieb Baseltor.
Für den Unteroffiziersverein dienen die Räumlichkeiten für Sitzungen und Uebungen sowie für die Präsentation der Waffen und Trophäen, die zum Teil über 100 Jahre alt sind. Das Baseltor steht sowohl Privatpersonen wie Organisationen, Firmen und Vereinen für Besprechungen, Sitzungen, Aperitifs etc. zur Verfügung.
(Auskunft erteilt Herr Max Flückiger: P 032 685 28 65 / N 079 275 46 28)