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Die 70er Jahre verlegten den Karneval von Salvador auf den Platz “Praça Castro Alves“, wo alle Teilnehmer sich trafen und alles erlaubt war. Dies war die Epoche der kulturellen, geselschaftlichen und sexuellen Befreiung.
Bis zu dieser Zeit waren die Trios Elétricos eher so eine Art allegorischer Wagen – die Lautsprecher-Boxen waren mit Ventilen ausgerüstet, und auf der Ladefläche befanden sich nur Instrumentalisten mit der Bahianischen -, der Tenor- und der Bassgitarre – ein Vocalist war noch nicht dabei.
Noch in den 70ern gingen die “Novos Baianos“ einen Schritt weiter, indem sie dem Trio ausser einer transistorisierten Einrichtung noch ein paar Lautsprecher-Boxen mehr verpassten. Die Sängerin Baby Consuelo erchien auf der Ladfläche und sang mit einem Mikrofon, das an das Kabel einer Guitarre angeschlossen war.
Die karnevalistische Komposition “Colombina“, von Armando Sá und Miguel Brito, wird offiziell anerkannt als die Hymne von Salvador.
Zu all diesen Veränderungen gesellte sich eine weitere, viel bedeutendere, im Jahr 1974, mit dem Erscheinen des Blocks “Afro Ilê Aiyê“: Der Verein machte den Anfang einer Reafrikanisierung des bahianischen Karnevals mit seinem Beitrag des Afoxé “Badauê“ und der Wiedergeburt des Afoxé “Filhos de Gandhi“. Dies war der Beginn eines kulturellen Wachstums des “Carnaval de Salvador“, der die gesellschaftlichen Konflikte deutlich machte und gegen den Rassismus protestierte.
1975 feierte das Trio Elétrico “Dodô e Osmar“ sein silbernes Jubiläum und kam wieder zurück zur karnevalistischen Szene, nach einer Pause von 14 Jahren. Das Trio kehre zurück mit einer neuen Konstellation, in der Armandinho, der Sohn von Osmar, nunmehr engagiert war – ihren Namen hatten sie entsprechend umgeändert in “Trio Elétrico de Armandinho, Dodô e Osmar“.
1976 erschien das Trio Elétric der “Novos Baianos“, die zusammen mit dem “Trio do Armandinho“ den “Swing Baiano“ kreierten.
Im nächsten Jahr zogen sich die Samba-Schulen, welche bisher im Karneval von Salvador mitmarschiert waren, aus dem Geschehen zurück. Obgleich die Trio-Blocks bereits am Anfang des Jahrhunderts aufgetreten waren, ist es der Block “Camaleão“, der 1978 Schluss macht mit den Amateuren der Trio-Blocks – seine Choreografie, seine Organisation, seine Kreativität werden beispielgebend für den Karneval von Salvador. Im gleichen Jahr setzt auch eine allgemeine Abschaffung der Masken beim Karneval ein – und verliert sich in den Folgejahren ganz.
Im Jahr 1979 geschieht das Zusammentreffen zwischen dem Afoxé und dem Trio Elétrico, die Komposition “Assim pintou Maçambique“ von Moraes Moreira und Antônio Risério entschlüsselt den gesamten Prozess eines “elektrisierten Afoxé“ der bahianischen Musik der Gegenwart.