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Naja pallida
Rote Speikobra (Boulenger, 1896)
Der kurze und breite Kopf setzt sich kaum vom Hals ab. Sie ist eine sehr kräftige, flinke Schlange die immer Hunger hat. Sie hat 7 Oberlippenschilde. Die Schuppen sind glatt und umgeben die Körpermitte in 21 bis 27 schräg verlaufenden Reihen. Naja pallida's aus dem östlichen und südlichen Kenias und Tansanias sind orangefarben oder weinrot mit breiter, dunkler bis schwarzer Halsbinde.
Wie schon der Name Speikobra sagt, ist sie in der Lage, ihr Gift bis zu drei Metern dem Angreifer zielsicher Richtung Augen zu spritzen. Bekommt man das Gift auf die Haut, genügt es, wenn man es gründlich mit Wasser abwascht. Es sollte jedoch nicht in Wunden kommen. Wenn man es in die Augen bekommt, muss man es sofort mit Wasser, noch besser mit Milch, auswaschen. Die Augen brennen sehr stark. Mit Wasser kann man zwar das Gift ausschwemmen, mit Milch geht jedoch auch das Brennen sofort weg. Die Milch neutralisiert das Gift besser. Das Gift wirkt neuro-, vor allem aber zytotoxisch. Ein Biss kann daher zu üblen Nekrosen führen.
Länge: 80 - 120 cm, selten bis 150 cm.
Lebensraum
Naja pallida bewohnt das nördliche Tansania, große Teile Kenias, Äthiopien, Somalia, Erithrea, Sudan und den Süden Ägyptens, wo sie in unmittelbarer Nähe des Nils angetroffen wird.
Sie bewohnt trockene Grasländer, Savannen und Halbwüsten mit spärlicher Vegetation. Die echten Wüsten werden jedoch gemieden. Sie ist weitgehend bodenbewohnend und nachtaktiv, klettert jedoch auch gerne und sonnt sich auch mal auf Plattformen.
Sie ist wie ein Mühleimer und verschlingt alles, was sie zu fassen kriegt.
Das Gift wirkt neuro-, vor allem aber zytotoxisch. Ein Biss kann daher zu schlimmen Nekrosen führen.
Haltung und Zucht
Sie ist sehr lebhaft und braucht daher ein größeres Terrarium. Als Bodengrund eignet sich ein Erde-Sandgemisch. Sie klettert gerne und braucht deshalb auch Steine oder Äste mit Plattformen. Tagsüber nutzen sie auch Korkrinden als Versteck. Auf jeden fall sollte man alles sehr stabil Bauen. Eine ausgewachsene pallida die gerne im Erdreich wühlt, kann sonst alles umwerfen. Die Tagestemperaturen sollten zwischen 26 - 32° C und in der Nacht zwischen 22 bis 25° sein. Ein mittelgroßes Wasserbecken sollte nicht fehlen. Vor allem in der Häutungszeit wird es geschätzt. Bei zu trockener Haltung während der Häutungsphase geht die Häutung nur in Fetzten. Nicht selten muss man noch Häutungsreste selber entfernen. Also die Adulten Tiere lieber etwas zu Feucht halten.
Ab ca. einem Jahr werden sie recht ruhig und sind angenehm im Umgang. Sie bleiben dann auch gut auf einem Haken und lassen sich gut Händeln. Sie werden neugierig und frech. Achtung, es gibt jedoch nicht selten auch Ausnahmen. Von unseren ehemaligen 7 Tieren waren 4 sehr zahm und ruhig. Bei dreien jedoch muss ich immer mit einem Giftspritzer rechnen, solange sie im Terrarium waren. Einmal draußen beruhigen sie sich jedoch sehr schnell. Einmal hatte ich ausversehen 2 Männchen ins Terrarium getan beim zusammenstellen der Zuchtgruppen. Es ging keine 10 sek. Und sie haben sich schon ineinander verbissen. Wir mussten sie sofort wieder trennen. Beide Tiere haben es überlebt. Zur Zeit haben wir noch 2 Adulte Tiere und 3 Babys
Naja pallida legt zwischen 3 und 20 Eier, die bei einer Temperatur von 27 bis 30° ausgebrütet werden. Nach ca. 65 bis 73 Tagen schlüpfen die kleinen, wilden und immer um sich herumspritzenden Pallidas. Die erste Häutung findet nach etwa 10 Tagen statt. Danach gehen sie in der Regel an junge, leicht behaarte Mäuse. Ich halte meine Nachzuchten bis sie ca. 2 Jahre alt sind einzeln in Boxen. Erst nach dieser Zeit werden Zuchtgruppen zusammen gestellt. Gegenüber vielen anderen Najas ist die Häutung bei den Jungtieren, auch bei Trockenhaltung, meistens an einem Stück und ohne Probleme. Trotzdem wird bei uns zwischendurch das Terrarium abgespritzt mit Handwarmem Wasser. Sie sind gierige Fresser und wachsen sehr schnell. Achtung vor Überfütterung.
Nachzuchten
Nachzucht 2007
Am 02.08.07 wurden von einem Weibchen 1 Wachsei, 3 unbefruchtete und 3 befruchtete Eier abgelegt. Es war das erste Gelege von diesem jungen Weibchen. Die Eier hatten ein Gewicht zwischen 31,4 und 34,2 gramm, waren zwischen 6,8 und 7,7 cm lang und zwischen 2,5 und 2,6 cm dick. Der Schlupf war am 11.10.07, also nach 70 Tagen.
Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:
Lokale Gifteffekte
- Lokale Schmerzen und Schwellung, eventuell bis auf den Körperstamm ausgedehnt
- Schmerzhafte Schwellung regionaler Lymphknoten
- Nekrosen, die Subkutangewebe und Muskulatur mit einbeziehen können
Hypovolämischer Schock
- Naja pallida kann ihr Gift auch bis zu 3 m weit Speien.
- Da sie immer auf den Kopf zielen, kann es auch mal ins Auge gehen.
- Die Augen müssen sofort mit Wasser, noch besser mit Milch ausgewaschen werden damit keine bleibenden Schäden entstehen. Wer kein Risiko eingehen will, geht anschließend ins Spital um eine Augenspülung durchführen zu lassen, oder noch besser, lege immer eine Schutzbrille oder Schutzhelm an.
Kornealäsionen: Lokales Antibiotika (Tetracyclin, Chloramphenicol) zur Prävention sekundärer Infektionen und Abdeckung.
Antivenin
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