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Mal ist sie Ärztin, Pilotin, Computer-Technikerin, Meeresbiologin oder geht zum Militär. Ein anderes Mal ist sie Rockstar, Model, Aerobic-Trainerin oder Tänzerin. Kaum eine andere Puppe schlüpft seit 60 Jahren in so viele verschiedene Rollen wie Barbie. Unterschiedlich sind auch die Meinungen über die vollbusige Puppe mit Wespentaille und gertenschlanken Beinen.
Bereits in den 1960er-Jahren entpuppte sich die wandlungsfähige Puppe aus Amerika als Puppenproblem Nummer 1. Zwar eroberte Barbie die Kinderstuben der Mädchen im Sturm, erhitzte aber gleichzeitig die Gemüter der Eltern und Kinderpsychologen.
Barbie erfülle früh-sexuelle Phantasien und wecke bei Mädchenherzen zu früh den Modefimmel, wurde zum Beispiel gewarnt. Kritik hagelte es auch von feministischer Seite. Barbie zementiere ein traditionelles Frauenbild und rege zu kritiklosem Konsum an.
Das war mitnichten die Absicht von Barbie-Erfinderin Ruth Handler (1916-2002). Im Gegenteil: Sie entwarf die Puppe als Alternative zu den damaligen Babypuppen, die dem Einüben der Mutterrolle dienen sollten.
Barbie-Puppen im Wandel der Zeit
Über ihr Produkt sagte die Amerikanerin: «Meine ganze Philosophie von Barbie war, dass die Mädchen durch die Puppe das sein können, was sie wollen.»
Barbie und Lilli
Die in Amerika «geborene» Barbie habe europäische Vorfahren, besagt eine Legende. Diese geht zurück auf eine Puppe aus der Nachkriegszeit. Die Bild-Zeitung lancierte damals eine Bildergeschichte für die Leserschaft und entwarf dazu das Bild einer Frau namens Lilli: eine attraktive Frau, etwa 30 Jahre alt, schlank, hübsch, Typ Sekretärin nach allen gängigen Klischees.
Lilli war ein Erfolg und eine findige Firma entwickelte aufgrund der Bildvorlage eine Plastik-Puppe, die im ganzen deutschsprachigen Raum an Kiosken erhältlich war. Auch eine gewisse Ruth Handler aus den USA soll eine solche Lilli in Luzern gekauft und mit nach Hause genommen haben.
Barbie darf auch mollig sein
Nach 60 Jahren hat auch die hochgewachsene und schlanke Barbie-Puppe «ein paar Pfund» zugelegt. Seit drei Jahren gibt es neben dem gertenschlanken Original auch Puppen in den Kategorien «kurvig», «gross» und «klein».
Die gesellschaftliche Vielfalt wird auch in der aktuellen Kollektion etwas mehr als sonst gespiegelt: Nicht nur Körperform, Hautfarbe oder Frisur unterscheiden die Puppen, es gibt auch solche, die im Rollstuhl sitzen oder eine Beinprothese tragen.