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«Ein verlaufenes Kind, ein lebendig gewordenes Märchen oder Volkslied, süß und gruselig zugleich», so charakterisierte Franz Herwig 1923 das literarische Phänomen Emmy Hennings. 1916 eröffnete sie mit Hugo Ball das Cabaret Voltaire in Zürich, wo die Dada-Gruppe nicht nur gegen den Krieg, sondern auch gegen die Kunst rebellierte.
Unter der Projektleitung von Dr. Christa Baumberger wird in einer Kommentierten Studienausgabe Emmy Hennings’ beeindruckende literarische Leistung wieder zugänglich gemacht. Es gilt eine Schriftstellerin zu entdecken, deren eigenwilliges Erzählverfahren und radikale Themen wie Gefängnis und Prostitution einen bedeutenden Beitrag zur Literatur des 20. Jahrhunderts leisten. Ausgewählte Prosatexte, Lyrik und Briefe werden in Einzelbänden präsentiert und kommentiert.
Emmy Hennings
«Sie ist die reinste Inkarnation des weiblichen Vaganten, die in der deutschen Dichtung vielleicht je da war.» (Klabund)
Emmy Hennings (1885–1948), geb. in Flensburg, war zunächst Schauspielerin und Vortragskünstlerin an Varietés und Kabaretts, später Lyrikerin und Schriftstellerin und nach dem Tod ihres Mannes Hugo Ball dessen Biografin und «lebendiger Nachlass». Viele ihrer Texte sind verstreut in Zeitungen erschienen oder längst vergriffen. Nun können sie neu entdeckt werden.
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