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Dies sei "mehr als genug Zeit, um zu packen und zu gehen", sagte Vize-Aussenminister Antonio Garcia am Montagabend einem lokalen Fernsehsender. Gleichwohl strebe man einen geordneten und freundlichen Abgang an. Präsidentin Xiomara Castro hatte jüngst die Beziehungen zu Taiwan beendet und dies damit begründet, dass es mit China mehr Investitionen und Arbeitsplätze in dem zentralamerikanischen Land geben werde.
Vize-Aussenminister Garcia erklärte, man müsse sich China zuwenden, "um die grossen Projekte zu erkunden, die China uns geben kann". China könne rund zehn Milliarden Dollar in Honduras investieren, was für die einheimischen Arbeiter grossartig wäre. Zudem hiess es, honduranische Studenten mit Stipendien in Taiwan könnten ihr Studium nach China verlegen. Die Opposition in Honduras hat angekündigt, die Hinwendung an China wieder rückgängig zu machen, sollte sie an die Macht kommen.
Die Regierung hatte am Wochenende erklärt, sie nehme formelle diplomatische Beziehungen zu China auf und beende das jahrzehntelange Bündnis mit Taiwan. Dessen Botschaft war eine der bekanntesten Vertretungen in der Hauptstadt Tegucigalpa und die zweitgrösste Botschaft in Honduras nach der US-Vertretung.
China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und Teil der Volksrepublik. Die Regierung in Peking verlangt, dass Länder, zu denen sie Beziehungen unterhält, keine offiziellen Vertretungen mit Taiwan haben dürfen. China strebt auch eine Wiedervereinigung mit Taiwan an. Die demokratisch regierte Insel lehnt das ab und wird dabei unter anderem von den USA unterstützt. Nach dem Ende der Beziehungen zu Honduras wird Taiwan weltweit nur noch von 13 Staaten anerkannt.
Vor einer Woche hatte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, Honduras habe vor der offiziellen Bekanntgabe der Hinwendung an China 2,5 Milliarden Dollar Finanzhilfen von Taiwan gefordert. Auch Taiwans Nachrichtenagentur Can hatte entsprechend berichtet. Honduras' Aussenminister Eduardo Enrique Reina hatte dazu gesagt, bei der Summe sei es um einen zuvor vereinbarten "Refinanzierungsmechanismus" gegangen, bei dem Taiwan honduranische Staatsschulden hätte kaufen sollen. Zuvor hatte er erklärt, die Entscheidung pro China sei auch darauf zurückzuführen, dass Honduras "bis zum Hals" in finanziellen Schwierigkeiten und Schulden stecke - darunter 600 Millionen Dollar an Taiwan. Taiwan wiederum hatte erklärt, Honduras sollte den "leeren Versprechungen" Chinas nicht glauben. Man werde sich aber nicht auf eine Scheckbuchdiplomatie einlassen.
In China selbst kommt es derzeit zu einem historischen Besuch: Der ehemalige taiwanische Präsident Ma Ying-jeou weilt derzeit dort. Es ist die erste Visite eines ehemaligen oder aktuellen taiwanischen Präsidenten seit Gründung der Volksrepublik 1949 nach dem Sieg der Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg. Der Besuch wird von der aktuellen Regierung Taiwans kritisiert.
(Reuters)