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Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende, unheilbare Gehirnstörung mit unbekannter Ursache. Zu den Symptomen zählen Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Desorientierung. Hinzu kommen Veränderungen des Wesens, ein beeinträchtigtes Urteilsvermögen und der Verlust der Sprachfähigkeit. Alzheimer verläuft immer tödlich und ist die häufigste Form von Demenz.
In der Schweiz sind schätzungsweise 50'000 bis 60'000 Personen von Alzheimer betroffen. Da die Ursachen immer noch nicht geklärt sind, ist auch die Behandlung von Alzheimer unbefriedigend. Zwar gibt es drei Medikamentengruppen mit dem Wirkstoff Cholinesterase, Memantin und Ginkgo. Aber von einer Heilung ist man weit entfernt.
Weitere Grundlagenforschung ist nötig, damit man überhaupt verstehen kann, wie es zu Alzheimer kommt. Ein Ansatz, der vielversprechend klang und sich ursprünglich auf eine Studie mit transgenen Mäusen stützte, setzte auf den Abbau von Plaque, verklumptes Eiweiss, das sich auf den Hirnzellen absetzt und diese zum Absterben bringt. Dieses Vorgehen erwies sich aber bis jetzt als erfolglos.
99,6 Prozent der untersuchten Medikamente, die gegen Alzheimer helfen sollten, erwiesen sich als unnütz, so eine Studie aus Las Vegas. Darum ist die Forschung wieder bemüht um Grundlagenforschung. Bevor ein Medikament gefunden werden kann, das Alzheimer wirklich stoppt, muss zuerst verstanden werden, wie es überhaupt zu Alzheimer kommt.
Was, wenn Alzheimer da ist?
Bei etwa 5 Prozent der Alzheimer-Fälle liegt eine familiäre Alzheimer-Erkrankung vor. Das heisst: Träger des Vererbungsmerkmals erkranken in jedem Fall. Bei den restlichen 95 Prozent gibt es Suszeptibilitäts-Gene, also Gene, deren Träger ein relativ erhöhtes Erkrankungsrisiko haben.
Wenn ein Abbau von Hirnleistungen bemerkt wird, sollte ein Neurologe aufgesucht werden. Denn für eine Konzentrations- und Gedächtnisschwäche kommen verschiedenste Ursachen in Frage, nicht nur die Alzheimer-Erkrankung.
Bei der Abklärung wird der Arzt versuchen, die Gedächtnisdefizite zu objektivieren. Das lässt sich mithilfe von neuropsychologischen Tests gut erreichen, zumal diese auch andere mögliche Ursachen wie eine Depression aufdecken können.
Zu den Routineuntersuchungen bei Verdacht auf eine Demenzerkrankung gehören eine Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren wie MRI und CT. Weitere Untersuchungen wie zum Beispiel ein EEG oder eine Liquorpunktion (Untersuchung des Hirnwassers) richten sich nach den zuvor erhaltenen Ergebnissen.
Das lässt sich vorbeugend tun
Das Risiko, an Demenz zu erkranken, lässt sich mit einem gesunden Lebensstil reduzieren. Das legen diverse wissenschaftliche Erkenntnisse nahe. Die neuste Studie kommt aus Schweden. Sie kommt zum Schluss, dass man die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken, mit Verhaltensänderungen reduzieren kann – selbst wenn die kognitiven Fähigkeiten schon am Schwinden sind.
In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler Probanden, die in neuropsychologischen Tests Gedächtnisprobleme zeigten und ein erhöhtes Risiko hatten, an Demenz zu erkranken. Insgesamt wurden in der Studie über 1200 Menschen im Alter zwischen 60 und 77 Jahren untersucht.
Die Studienteilnehmer wurden anschliessend in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt über einen Zeitraum von einem Jahr drei Vorträge über gesunde Verhaltensweisen; diese Gruppe diente als Kontrollgruppe. Die Versuchsgruppe erhielt indes ein intensives Trainingsprogramm. Mehrmals pro Woche erhielten Studienteilnehmer dieser Gruppe Kraft- und Ausdauertraining.
Auch machten sie ein intensives Gehirntraining mit, um die «grauen Zellen» zu aktivieren. Konkret wurde die Fähigkeit trainiert, Gedanken aufrechtzuerhalten, sich Ziele zu setzen und diese umzusetzen. Zudem erhielten die Senioren konkrete Tipps für eine gesunde Ernährung.
Nach einem Jahr wurden die Studienteilnehmer erneut ausführlichen Tests unterzogen. Verglichen mit der Kontrollgruppe stiegen die allgemeinen kognitiven Fähigkeiten um 25 Prozent.
Bei genauerer Betrachtung der Ergebnisse zeigt sich der Vorteil der Kombination von Sport, Gehirntraining und Ernährungsumstellung noch deutlicher: Die oben beschriebenen exekutiven Funktionen verbesserten sich um 80 Prozent, die Verarbeitungsgeschwindigkeit nahm gar um 150 Prozent zu.
Die Folgen sind eindeutig: Alle oben beschriebenen Faktoren eines gesunden Lebens treffen auch zu, wenn es bereits zu kognitiven Einbussen gekommen ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass nur ein intensives Training wirksam ist. Es hilft nichts, hin und wieder die Schokolade, den Schweinsbraten und die Chips wegzulassen, einmal nicht mit dem Auto, sondern zu Fuss zum Bäcker zu gehen und ab und zu Sudoku zu spielen. Körper und Geist müssen intensiv trainiert werden, und das über einen langen Zeitraum – ohne Schweiss kein Preis, oder: Quäle deinen Körper, sonst quält er dich.
«Puls»-Serie
Die Gesundheitssendung «Puls» hat das Ehepaar Baumann in einer mehrteiligen Serie begleitet und gezeigt, welche Auswirkungen die fortschreitende Alzheimer-Erkrankung der Ehefrau auf den Alltag der beiden hat.