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Nach jahrzehntelangen Streitigkeiten um Territorialansprüche in der Grenzregion haben Bangladesch und Indien den Tausch zahlreicher kleinerer Gebiete vollzogen. Tausende Menschen in betroffenen Ortschaften brachen um Mitternacht in Jubel aus. Die Menschen zündeten Feuerwerke und 68 Kerzen – eine für jedes Jahr seit der Unabhängigkeit 1947 von Grossbritannien.
Der indische Regierungschef Narendra Modi und die Premierministerin Bangladeschs, Sheikh Hasina, hatten Anfang Juni ein Abkommen zur Beendigung des Grenzstreits unterzeichnet.
Indien wird kleiner
Indien hat 111 Enklaven in Bangladesch gegen 51 Enklaven des kleineren südasiatischen Nachbarn getauscht. Die bisher staatenlosen Bewohner der Territorien konnten sich aussuchen, Bürger welchen Landes sie werden wollten. Indien verlor bei dem Tausch rund 40 Quadratkilometer. Die 14'854 Bürger der bisher bengalischen Enklaven in Indien votierten alle für die indische Staatsangehörigkeit. Von den 39'176 Bürgern der bisher indischen Enklaven in Bangladesch wollten nur 979 künftig Inder sein.
Die Grenzprobleme reichten bis ins Jahr 1713 zurück, als bengalische Herrscher in Verträgen mit den Moguln die Gebiete neu aufteilten. Damals entstanden viele Enklaven im jeweils feindlichen Territorium, teilweise mit Enklaven in den Enklaven. Bangladesch hatte der Neuregelung bereits im Jahr 1974 zugestimmt, das indische Parlament gab aber erst im Mai grünes Licht. Doch erst im Juni 2015 ratifizierten Neu Delhi und Dhaka den Grenzvertrag.