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1933-36 US Lincoln Ellsworth
Lincoln Ellsworth plante schon kurz nach seiner Rückkehr von der Polarfahrt 1931 mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin“ eine Trans Antarktis-Flugexpedition. Ihr Ziel war es, festzustellen, ob die von Amundsen entdeckte Königin-Maud-Gebirge mit den Gebirgszügen der Antarktischen Halbinsel zusammenhängt Rymill hatte aufgezeigt. dass die letzteren eine Verlängerung der Anden seien. Diese Expedition sollte also beweisen. ob such ein riesiges Gebirgssystem vom Äquator bis zum Pol erstreckt. Ellsworth setzte Sir Hubert Wilkins als Expeditions-Manager ein, der für die Versorgung und das Expeditionsschiff verantwortlich war. Pilot sollte Bernt Balchen sein,der schon Byrd zum Südpol geflogen hatte. Die Northrop Corp. of California wurde beauftragt, ein Flugzeug zu entwickeln und zu bauen, während Wilkins nach Norwegen geschickt wurde. um dort ein kleines. eisgehendes Schiff zu erwerben. Northrop baute ein Ganzmetallflugzeug mit unten liegenden Tragflächen und einem 6OO-PS-Wasp-Motor von Pratt & Witney. Es wurdeauf den Namen „Polar Star“ getauft. Di eses Flugzeug wurde der Prototyp der berühmten Gamma-Flugzeuge von Northrop. Als Expeditionsschiff fand Wilkins das 400-toHeringsfangschiff „Fanefjord“, das ideal für das Vorhaben geeignet war. Nach seiner Umrüstung für die Antarktisfahrt wurde es umbenannt und erhielt den Namen „Wyatt Earp“ nach dem legendären Sheriff aus der Zeit des Wilden Westens. Die Expedition wurde in Norwegen zusammengestellt und fuhr nach Dunedin/Neuseeland, wo sie Im 9.November 1933 eintraf. Dort stiess Ellsworth hinzu. Das Schiff wurde mit den nötigen Vorräten beladen, die „Polar Star“ zusammengebaut und flugbereit gemacht. „Wyatt Earp“, die eine Reichweite von 11.000 Meilen hatte, verliess Dunedin am 10.Dezember 1933. Sie erreichte die Walbucht (Bay of Whales) des Ross-Eisschelfs am 1. Januar 1934 und wurde dort etwa 12 Meilen nördlich von Byrds Lager Little America festgemacht. Die „Polar Star“ wurde auf das Eis gehoben und absolvierte ihren ersten Testflug von einer halben Stunde am 12. Januar 1934 mit grossem Erfolg. Man war für die Antarktis-Überquerung bereit. Der endgültige Plan sah einen 3.400-Meilen-Flug vom Ross-Meer zum Weddell-Meer und zurück vor, der sich gut innerhahalb der Reichwei te von 7.000 Meilen dieses aussergewöhnlichen Flugzeuges hielt. Landungen sollten gemacht werden, wann immer sie nötig waren, etwa um Beobachtungen vorzunehmen, oder wegen schlechten Wetters. Nach seinem ersten Testflug wurde das Flugzeug wieder auf dem Eis abqestellt. Um 4 Uhr in der Nacht schlug das Unglück zu. Ein Eisbeben erschütterte das Ross-Eisschelf, und das Packeis zerbrach auf einer Tiefe von 5 Meilen. Jemand von der Schiffsbesatzung hatte gesehen, wie das Eis aufbrach, und Alarm gegeben. Nach stundenlangen Mühen konnte das Flugzeug zwar auf festes Eis gezogen werden, doch sie waren vergeblich, denn die „Polar Star“ war so schwer beschädigt worden, dass eine Reparatur vor Ort nicht mögl ich war. Die Expedition kehrte nach Dunedin zurück, um einen weiteren Versuch im nächsten Jahr vorzubereiten, eine kostspielige Angelegenheit bei Kosten in Höhe von 10.000 Dollar für das Flugzeug, 1.000 Dollar wöchentliche laufende Ausgaben plus die Kosten für das Schiff. Das Flugzeug „Polar Star“ wurde nach Kalifornien zur Northrop Corp. verschifft, um für das nächste Jahr repariert zurückgeliefert zu werden. In der folgenden Antarktis-Saison 1934/35 wurde der Versuch, die Antarktis mit einem Flugzeug zu überqueren, wiederholt, allerdings in anderer Richtung. Ellsworth wollte nun von der Antarktischen Halbinsel (Graham-Land oder Palmer-Land) zum Ross-Eisschelf fliegen. Wegen Differenzen mit Bernt Balchen kam es auch in diesem Jahr nur zu einem einzigen „Flugversuch ab Snow Hill Island, der jedoch 2 1/2 Stunden dauerte. Danach wurde die Expedition abgebrochen. Das Vorhaben gelang dann endlich 1935/36 zusammen mit dem kanadischen Piloten Hollick-Kenyon vom 21.11.1935 (ab Dundee Island) bis zum 15.1.1936 (Tag der Aufnahme Ellsworth’s bei Little America durch „Discovery II“). Die abenteuerliche Geschichte dieses letztlich erfolgreichen Fluges ist aber eine Story für sich.