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| Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus

Neunzehntes Hauptstück
6.
Er aber antwortet, dieses alles habe er von seiner Jugend auf gethan, und fragt, was ihm noch übng sey. Allein er hatte, wie gesagt, jenes Obige nicht gethan, zu welchem er zurückgewiesen wird, und sagt dieses, sich damit brüstend, gleichsam als wäre er vollkommen. Der Herr antwortet ihm aber, er sollte alle seine Güter verkaufen und den Erlös den Armen geben; dann werde er vollkommen seyn, und einen Schatz im Himmel haben. Zwar wird diesem Jüngling mit jenem schönsten und nützlichsten Gebote, [S. 227] die Welt zu verlassen, geantwortet, nach welchem durch den Verlurst des zeitlichen Vermögens himmlische Schätze erkauft werden sollen; aber eben dadurch, daß ihm geboten wird, seine Güter zu verkaufen, und den Erlös den Armen zu geben, wird er ermahnt, das Vertrauen auf das Gesetz zu verlassen, und es in einem glücklichen Kaufe zu vertauschen; er wird ausgefordert, zu bedenken, daß in dem Gesetze nur der Schatten der Wahrheit sey, welcher in der Folge den Armen, das ist, den Heiden, unter dem Körper der Wahrheit selbst ertheilt werden sollte; dieses aber könne Niemand vollbringen, außer wer anfängt, Christo nachzufolgen.