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(spr. drehk), 1) Sir Francis, berühmter engl. Seemann, geboren um 1540 zu Tavystock in Devonshire als Sohn eines
Matrosen, nach andern als Sohn eines Geistlichen, erhielt eine gute Erziehung, trat auf einem Küstenfahrer
in den Seedienst, machte 1565 eine Reise nach der Küste von Guinea und erhielt zwei Jahre später den Oberbefehl über das
Schiff Judith. In dieser Eigenschaft bewies er in dem unglücklichen Gefecht, welches Sir John Hawkins in dem Hafen von Veracruz zu
bestehen hatte, große Tapferkeit und entkam glücklich mit seinem Fahrzeug der allgemeinen Niederlage.
Infolge der grausamen Behandlung der englischen Gefangenen durch die Spanier gegen diese mit grimmigem Haß erfüllt, unternahm
er an der Spitze einer Anzahl von Abenteurern 1570 einen Zug
nach Westindien. Der Erfolg war so günstig, daß man ihm 1572 zu einem
Angriff auf die spanisch-amerikanischen Handelsplätze zwei Schiffe anvertraute. Von den Indianern unterstützt,
nahm er die Stadt Nombre de Dios mit Sturm, segelte aber, da er sich hier nicht behaupten konnte, nach Cartagena, brachte hier
viele spanische Schiffe auf, verbrannte zu Veracruz ein großes Warenmagazin und langte 9. Aug. 1573 im Hafen zu
Plymouth wieder an. Seinen Beuteanteil verwandte er zur Ausrüstung dreier großer Fregatten, mit denen er als Freiwilliger in
Irland unter dem Grafen von Essex diente.
Nach seiner Rückkehr nach England 1576 wußte er die Königin für seinen Plan zu gewinnen, durch die Magelhaensstraße in die
Südsee zu dringen, um hier die Spanier anzugreifen. Am 15. Nov. 1577 segelte er mit fünf Schiffen von Plymouth
ab, erreichte 20. Aug. 1578 die Magelhaensstraße und 6. Sept. den Ausgang derselben, sodann die Insel Macho, südlich von Chile, und
setzte, da keins seiner übrigen Schiffe sich blicken ließ, längs der Küste von Chile und Peru seinen
Lauf nach Norden fort, wobei er mehrere spanische Schiffe nahm.
Eine Durchfahrt in den Atlantischen Ozean suchend, folgte er der Küste Nordamerikas bis zu 43° nördl. Br., besuchte dabei
den nördlichen Teil
von Kalifornien, dem er den Namen Neualbion gab, und segelte von da nach Westen durch den
Großen Ozean, erreichte 4. Nov. die Insel Ternate, entkam an der Küste von Celebes 9. Jan. 1580 mit genauer Not dem Schiffbruch, lief
bei Java und am Kap der Guten Hoffnung an und erreichte 5. Nov. d. J. nach fast dreijähriger Abwesenheit den Hafen von Plymouth.
Der spanische Gesandte beschuldigte Drake, auf diesem Zug
Seeräuberei getrieben zu haben; aber die Königin Elisabeth
wies die Klage ab, ging 4. April 1581 selbst auf der Themse nach Deptford, wo Drakes Schiff vor Anker lag, schlug ihn zum Ritter und
billigte alles, was er gethan hatte. Als bald darauf der Krieg gegen Spanien ausbrach, erhielt Drake den Oberbefehl
über eine Flotte von 25 Schiffen, mit welcher er 15. Sept. 1585 auslief und 16. Nov. so unerwartet vor Santiago auf den Kapverdischen Inseln
erschien, daß er die Stadt überrumpelte.
Von da segelte er nach Westindien, nahm Santo Domingo, Cartagena, zerstörte die Forts der Spanier in Ostflorida
und kam mit reicher Beute 28. Juli 1586 wieder in Plymouth an. Im J. 1587 fuhr er mit einer Flotte von 30 Schiffen nach Cadiz und
verbrannte eine Abteilung der Armada. Im J. 1588 wurde er Vizeadmiral unter Lord Effingham, dem Großadmiral von England, und
half mit zur Vernichtung der spanischen Armada. 1589 kommandierte er die Flotte, welche Don Antonio wieder
auf den Thron von Portugal setzen sollte; aber Uneinigkeiten zwischen ihm und dem General der Landtruppen ließen das Unternehmen
scheitern.
Eine neue Unternehmung gegen die Spanier in Westindien erreichte ihren Zweck nur teilweise. Mit Hawkins und einer Flotte
von 27 Schiffen ging Drake 1595 wieder unter Segel, stürmte vergeblich Puerto Rico, segelte darauf nach dem festen Land und verbrannte
Rio de la Hacha und Nombre de Dios. Als einige Tage nachher eine Expedition gegen Panama ganz verunglückte, überfiel ihn infolge
des Verdrusses ein schleichendes Fieber, das seinem Leben 28. Jan. 1596 vor Portobello ein Ende machte. Drake soll
die Kartoffeln zuerst nach Europa gebracht haben, weshalb ihm 1853 zu Offenburg in Baden ein Denkmal gesetzt worden ist; doch
haben Humboldt (»Neuspanien«, Stuttg. 1814),
Volz (»Beiträge zur Kulturgeschichte«, Leipz. 1852) u. a. nachgewiesen, daß
dies nicht das Verdienst Drakes gewesen. Ihm gebührt höchstens der Ruhm, die Kartoffel bekannter gemacht
zu haben.
Vgl. Barrow, Life of Drake (2. Aufl., Lond. 1861).
2) Samuel Gardner, nordamerikan. Schriftsteller, geb. 11. Okt. 1798 zu
Pittsfield in New Hampshire, gründete 1828 in Boston ein Antiquargeschäft (das erste in den Vereinigten Staaten) und machte
sich zugleich als Schriftsteller durch zahlreiche historische Arbeiten, namentlich über die Indianer,
einen Namen. Am bekanntesten darunter sind: »Biography and history of the Indians of North America« (11. Aufl., Boston 1852);
»Indian captivities, or life in the wigwam« (das. 1839);
»History of Boston« (das. 1856).
Drake starb 14. Juni 1875 in Boston.
Friedrich, Bildhauer, geb. 23. Juni 1805 zu Pyrmont, war ursprünglich Kunstdrechsler und später Mechaniker in Kassel
und trat 1827 in das Atelier Rauchs ein. Hier und durch eine Studienreise nach Italien, wo Thorwaldsen Einfluß auf ihn gewann,
entfaltete sich sein Talent nach der klassisch-idealistischen Richtung. Zu seinen ersten Werken gehören:
eine Madonna mit dem Kinde, der sterbende Krieger, ein Relief nach einem Motiv aus Goethes fünfter römischer Elegie: »Oftmals
hab' ich schon in ihren Armen gedichtet«, die Winzerin, die Statuetten
mehr
Rauchs, Goethes, Schinkels, Wilhelms und Alexanders v. Humboldt, Hufelands und Schillers. In das Jahr 1836 fällt das kolossale Bronzestandbild
Justus Mösers für Osnabrück. Im J. 1844 vollendete er die acht sitzenden Kolossalfiguren der alten preußischen Provinzen
im Weißen Saal des Schlosses zu Berlin. Es folgten zwei Kolossalstatuen des Königs Friedrich Wilhelm III.
in Marmor für Stettin und den Tiergarten zu Berlin. Die letztere Statue drückt den schlicht bürgerlichen Charakter des Fürsten
auf das glücklichste aus. Um das cylindrische Fußgestell schlingt sich ein Relief, welches Gestalten beiderlei Geschlechts
und von jedem Lebensalter in dem heitern Genuß des Lebens in der freien Natur zur Anschauung bringt, eine
Komposition von bezaubernder Anmut und zu den besten Schöpfungen der neuern Plastik gehörend (s. Taf. »Bildhauerkunst IX«, Fig.
2). Für die Schloßbrücke zu Berlin arbeitete er die kolossale Gruppe eines Kriegers, welchem die Viktoria den Kranz reicht
(s. Tafel VII,
Fig. 7), für die Vorhalle des Berliner Museums die Marmorstatue Rauchs und für Jena eine
kolossale Büste des Naturforschers Oken.
Ebendaselbst wurde 1858 seine Erzstatue Johann Friedrichs des Großmütigen enthüllt. Für Jena schuf er außerdem die Kolossalbüste
des Hofrats F. G. Schulze, für Bretten in Baden die Statue Melanchthons. Im J. 1867 vollendete er das in Bronze
gegossene kolossale Reiterstandbild des Königs Wilhelm I. von Preußen für die Kölner Rheinbrücke. Dieses Werk galt auf der
Pariser Weltausstellung von 1867 als das vorzüglichste Reiterbild, welches die moderne Kunst geschaffen, und Drake erhielt die
große goldene Medaille. Eine Bronzestatue Schinkels von Drake ist auf dem Platz vor der Bauakademie in Berlin
aufgestellt worden. Für das Siegesdenkmal in Berlin schuf er eine 8,3 m hohe Viktoria in stark vergoldeter Bronze, bei welcher
es ihm aber nicht gelungen ist, das feine Formengefühl, welches ihm sonst eigen war, auch in dem gewaltigen Maßstab zu bewähren.
Er starb 6. April 1882 in Berlin.
Friedrich Johann Heinrich, einer der bedeutendsten Meister der Skulptur, geb. 23. Juni 1805 zu
Pyrmont als Sohn unbemittelter Eltern, arbeitete anfangs als Mechaniker im Geschäft seines Vaters und konnte sich nur in
den Mußestunden mit Schnitzen aus Holz oder Elfenbein beschäftigen. 1826 aber gelang es ihm, nach Berlin in das Atelier
Rauchs zu kommen, der das bedeutende Talent seines Schülers erkannte. Hier debütierte er 1833 mit der
herrlichen Gruppe eines sterbenden Kriegers mit einem Genius und modellierte ein Jahr nachher die reizende Statue einer Winzerin,
die er bald darauf in Marmor und 1840 in Bronze ausführen mußte (Nationalgallerie in Berlin).
Auch die übrigen Schöpfungen aus dieser frühern Zeit sind meistens Idealgestalten, z. B.
eine durch Abgüsse sehr verbreitete Madonna mit dem Kind und ein Relief nach Goethes fünfter römischer Elegie. Besonderes
Glück machte er damals durch seine Porträtstatuetten berühmter Männer, z. B. Rauch, Schinkel, die Brüder Humboldt, Goethe,
Schiller, Hufeland u. a., die in ihrer geistvollen Auffassung und freien Behandlung
schon durchblicken ließen, daß er später seine Hauptstärke in der monumentalen Porträtstatue zeigen würde.
Ins Jahr 1835 fällt eine Caritas im Schloß zu Charlottenburg und 1836 die erste große Porträtstatue, der sehr charaktervoll
und wahr aufgefaßte, im Zeitkostüm dargestellte Justus Möser in Osnabrück (Bronze). Auch in den folgenden Jahren war
er wieder mit kleinen lyrischen und Idealgestalten, Porträtstatuetten und Grabdenkmälern beschäftigt. Es sind z. B.:
die Schmetterlingsfängerin (1837), der wasserspeiende Faun in Charlottenhof (1843), die acht Statuen der Provinzen des preußischen
Staats im Weißen Saal des Berliner Schlosses (1844). Mehr
Lob als mit allen diesen Arbeiten erwarb er sich (1849) durch
das Denkmal Friedrich Wilhelms III. im Tiergarten, namentlich durch die meisterhaften, sinn- und liebevoll ausgeführten Reliefs
um das runde Postament, welche die Freude an der Natur in anmutigster Weise zur Anschauung bringen.
Die Reihe seiner später geschaffenen Werke ist so groß, daß wir nur als die künstlerisch bedeutendsten hervorheben: das
Relief auf der neuen Bronzethür der Schloßkirche zu Wittenberg, die beiden an der Kirche befindlichen Statuen Friedrichs
des Weisen und Johanns des Beständigen und das darin befindliche Standbild Melanchthons (1866), das herrliche kolossale
Standbild seines Lehrers Rauch in der Vorhalle des Alten Museums, die Gruppe auf der Berliner Schloßbrücke, in
der Nike den Sieger krönt, die nebst der Bläserschen die schönste der acht ist, die Statue des Fürsten Putbus auf Rügen
und die freilich sehr derbe, aber naturgetreue Gestalt des Kurfürsten Johann Friedrich auf dem Marktplatz in Jena (enthüllt
1858), das Denkmal Schinkels in Berlin und wiederum die sehr meisterhafte eherne Reiterstatue des Königs
Wilhelm I. auf der Deutzer Seite der Rheinbrücke zu Köln, eine Gestalt von imponierender Haltung, voll Leben und Wahrheit.
Weniger gelungen, weil für ihre Wirkung zu groß, ist die eherne Victoria auf der Siegessäule in Berlin (1873),
dagegen sehr edel und schwungvoll das Kriegerdenkmal für Aachen und unter den Porträtstatuen und Büsten
der letzten Jahre wiederum die herrliche Kolossalstatue Alexander v. Humboldts, die nach Philadelphia
kam, sowie die Büste von Bismarck und die von Moltke im Rathaus zu Berlin. Er ist Mitglied der Akademien von Berlin, München,
Petersburg, Antwerpen, Rom und des Institut de France, Vicekanzler des Ordens pour le mérite und Ritter
der Ehrenlegion.
(spr. drehk), Sir Francis, engl. Weltumsegler, geb. 1545 zu
Tavistock in Devonshire als Sohn eines Matrosen. Nachdem er eine Reise nach der Küste von Guinea gemacht, fuhr er mit einem Schiff
nach Westindien, das dort von den Spaniern konfisciert wurde. 1567 erhielt er den Befehl des Schiffs Judith, benahm sich in
dem unglücklichen Gefecht,
mehr
welches Hawkins gegen die Spanier in dem Hafen von Veracruz zu bestehen hatte, mit vieler Tapferkeit und entkam mit seinem Fahrzeuge.
In den J. 1570‒72 unternahm er drei eigene Züge nach Westindien, die so günstig ausfielen, daß er 1576 der Königin
Elisabeth einen Plan vorlegen durfte, durch die Magalhães-Straße in die Südsee zu dringen, um hier die
Spanier anzugreifen, und daß er auch durch die Königin die Mittel erhielt, eine Flotte von fünf Schiffen für diesen Zweck
auszurüsten.
Mit diesen ging er 13. Dez. 1577 (nach andern 15. Nov. oder Sept.) von Plymouth ab, erreichte 20. Aug. 1578 die
Magalhães-Straße, am 6. Sept. die Südsee und kam nach mehrfachen Unfällen 20. Nov. im Angesicht der Insel Mocha
im NNW. von Valdivia, vor Chile, an, wo er seine Flotte sammelte. Dann setzte er seinen Kurs nach Norden fort, wobei er jede
Gelegenheit wahrnahm, sich span. Schiffe zu bemächtigen und Landungen zu
machen. Dann folgte er der Küste Nordamerikas bis zu 48° nördl. Br., weil er hoffte, eine Durchfahrt in den Atlantischen
Ocean zu finden.
Getäuscht in seiner Erwartung sah er sich durch die Kälte genötigt, bis 38° zurückzugehen; er nannte die Küste Neualbion.
Am 29. Sept 1579 richtete er seinen Lauf nach den Molukken und gelangte 4. Nov. nach Ternate. An der Küste von
Celebes entkam er 9. Jan. 1580 mit genauer Not dem Schiffbruch, legte bei Java und am Kap der Guten Hoffnung an und ankerte 5. Nov. wieder
in Plymouth. So war zum zweitenmale eine Erdumseglung gelungen. Am 4. April 1581 kam Elisabeth selbst auf
der Themse nach Deptford, wo D.s Schiff vor Anker lag, schlug ihn zum Ritter und übergab ihm den Befehl über eine Flotte von 23 Schiffen,
mit welcher er 15. Sept. 1585 auslief und 16. Nov. vor Santiago auf den Inseln des Grünen Vorgebirges so unerwartet
erschien, daß die Stadt sogleich genommen wurde.
Von dort segelte die Expedition nach Westindien, nahm Santo-Domingo, Cartagena, zerstörte die Forts der Spanier in Ostflorida
und traf 28. Juli 1586 in Plymouth ein, nachdem sie den Feinden eine auf 600000 Pfd. St. geschätzte
Beute abgenommen. Nachdem er 1587 im Hafen von Cadiz eine Abteilung der berühmten Armada verbrannt hatte,
wurde er 1588 Viceadmiral unter Lord Effingham, dem er die span. Flotte vernichten half. Nachher
erhielt er das Kommando des Geschwaders, welches 1589 Don Antonio auf den Thron von Portugal setzen sollte; allein dies Unternehmen
scheiterte wegen des Mißverständnisses zwischen Drake und dem General der Landtruppen.
Eine neue Expedition D.s gegen die Spanier in Westindien 1594 schlug fehl, und als auch eine Unternehmung gegen Panama mißlang,
verfiel Drake in ein schleichendes Fieber, das sein Leben 5. Jan. 1596 (27. Dez. 1595 alten Stils) endete. Drake hat die Kartoffeln zuerst
nach Europa gebracht, weshalb ihm 1853 zu Offenburg in Baden ein Standbild errichtet wurde. Sein Denkmal
in Plymouth wurde 14. Febr. 1884 enthüllt. –
Vgl. Barrow, Life of Drake (Lond. 1843; 2. Aufl. 1861);
Sir Francis Drake his voyage 1595 (in
den Publikationen der «Hakluyt Society», Bd. 4., ebd. 1850);
The world encompassed by Sir Francis Drake («Hakluyt
Society», Bd. 17, ebd. 1856);
Julian Corbett, Sir Francis Drake (ebd. 1891).
Friedrich, Bildhauer, geb. 23. Juni 1805 in Pyrmont als Sohn eines Mechanikers. Nachdem er 4 Jahre als Mechanikergehilfe
in Cassel gearbeitet, kam er durch eine nach dem Leben modellierte
Büste eines Pyrmonter Verwandten Rauchs 1826 nach
Berlin in Rauchs Atelier. Die erste selbständige Schöpfung war eine Madonna mit dem Kinde in Marmor; dann folgten die Gruppe
des sterbenden Kriegers, dem ein Genius den Kranz der Ehren zeigt, eine Winzerin in Marmor (Nationalgalerie zu Berlin).
Daneben hatte sich Drake bereits Anerkennung in Porträtstatuetten seines Lehrers Rauch, Schinkels, Schillers,
Goethes und der beiden Humboldt erworben. Seine Geschicklichkeit für das Porträt bewährte Drake 1836 an dem Standbilde für
Justus Möser auf dem Domplatze zu Osnabrück. Mannigfache kleinere Arbeiten beschäftigten ihn dann neben der Ausführung
der acht sitzenden Kolossalfiguren der preuß. Provinzen im Weißen Saale des Schlosses zu Berlin, welche
er 1844 vollendete.
Dieser Aufgabe folgten zwei Kolossalstatuen des Königs Friedrich Wilhelm Ⅲ. in Marmor. Die eine, 1845 vollendet, für Stettin,
die andere (1850) für den Berliner Tiergarten gefertigt. Um das runde Fußgestell der letztern Statue schlingt sich ein Relief,
welches vielerlei Gestalten in heiterm Genuß des Lebens in der freien Natur zur Anschauung bringt. Dieser
trefflichen Arbeit, zugleich der beliebtesten des Meisters, folgte der Krieger, dem die Victoria den Kranz reicht, eine der acht
Gruppen auf der Schloßbrücke zu Berlin.
Weiter schuf Drake an Kolossalwerken die Büste des Naturforschers Oken und die Statue des Kurfürsten Johann
Friedrich (1858) für Jena, die Marmorstatue des Fürsten Malte Putbus (1859) für Rügen, die Reiterstatue des Königs Friedrich
Wilhelm Ⅲ. für Köln (1864), die Statue Melanchthons für Wittenberg (1866), die Reiterstatue Kaiser Wilhelms Ⅰ. für die
Kölner Rheinbrücke (1867), die Bronzestatue Schinkels vor der Bauakademie zu Berlin (1869). Die Vorhalle
des Museums in Berlin erhielt 1864 noch von seiner Hand die gelungene Marmorstatue seines Lehrers Rauch.
Auch die 9 m hohe Victoria aus der 1873 enthüllten Siegessäule in Berlin und das Denkmal für die im Kriege 1870 und 1871 Gefallenen
der Stadt Aachen (1872) sind sein Werk; endlich ist noch zu nennen sein Humboldt-Monument in Philadelphia
und fünf
Figuren zum Grabmal der Herzogin Elisabeth von Nassau in Wiesbaden. Von seinen Porträtbüsten sind die von Bismarck
und Moltke, von Ranke und Raumer (Berliner Nationalgalerie) hervorzuheben. war Mitglied und Senator der Akademie zu Berlin sowie
derer von Petersburg, Antwerpen, Rom und des Institut de France, und starb 6. April 1882 in Berlin.
(spr. drehk), Samuel Gardner, amerik. Schriftsteller, geb. 11. Okt. 1798 zu Pittsburg, gründete 1828 die erste antiquarische
Buchhandlung auf amerik. Boden, sammelte besonders Bücher zur ältern amerik. Geschichte, gründete 1847 die New England Historic
Genealogical Society und machte sich durch Neuausgaben histor. Werke und eigene Forschungen höchst verdient.
Er starb 14. Juni 1875. Drake schrieb: «Biography and history of the Indians of North America» (Bost. 1832 u. ö.),
«Old Indian Chronicles»
(1836),
«Indian captivities or life in the wigwam» (1839),
«Tragedies of the wilderness» (1841),
«Life of
Black Hank» (1855),
«Life of Tekennseh» (1855),
«History and antiquities of Boston» (1855),
«A brief memoir of Sir Walter Raleigh»
(1862),
«The witchcraft delusion in New England» (3 Bde.,
1866),
«Annals of witchcraft in New England, Albany» (1869),
«A
mehr
particular history of the five years, French and Indian war" (1870) u. a. m.