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Beide Begriffe sind definiert als Beendigung einer Schwangerschaft, bevor der Fetus genügend entwickelt ist, um ausserhalb des Mutterleibs überleben zu können. Im Allgemeinen werden Fehlgeburt und Abort gleichbedeutend verwendet. Als nicht lebensfähig gelten Kinder unter 500 Gramm, die vor der 22. Schwangerschaftswoche ausgestossen werden.
Nach dem Zeitpunkt des Geschehens unterscheidet man den Frühabort, vor der 13. Schwangerschaftswoche, vom Spätabort, welcher zwischen der 13. und 22. Schwangerschaftswoche eintritt. Die meisten Fehlgeburten ereignen sich innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate.
Insgesamt enden mindestens 15% aller bekannten Schwangerschaften mit einem Abort, wobei die Zahlenangaben abhängig vom Untersucher stark variieren. Zudem gibt es eine hohe Dunkelziffer. In der Mehrzahl verläuft eine folgende Schwangerschaft ungestört, doch steigt mit jedem weiteren Abort das Risiko, wiederum eine Fehlgeburt zu erleiden. Kommt es zu drei oder mehr aufeinander folgenden Fehlgeburten, handelt es sich um einen „habituellen Abort“. Dieser ist vielfach auf eine Missbildung der Gebärmutter, eine Schwäche des Gebärmutterhalses, bisweilen auf genetische Faktoren zurückzuführen.
Ausstossen eines toten Fetus mit weniger als 500 Gramm Gewicht vor der 22. Schwangerschaftswoche.
Das Ungeborene von der 13. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt. Die Organe wachsen und beginnen, ihre Funktion aufzunehmen.
Das Kind kommt nach der 22. Schwangerschaftswoche tot zur Welt, es wiegt mehr als 500 Gramm.
Geburt vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche.
Das werdende Kind in seiner frühesten Entwicklungsphase bis zur 12. Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit entwickeln sich die Organe.
Gebärmutter: Mit Schleimhaut ausgekleideter Hohlmuskel; hier erfolgt die Entwicklung des Kindes. Mit Hilfe der Kontraktionen des Muskels (Wehen) wird das Kind geboren.
Eine von Kind und Mutter gemeinsam gebildete, innen an der Gebärmutter haftende Gewebsplatte, durch die der Fetus mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Verbindungsglied zwischen Plazenta und Kind ist die Nabelschnur, der die Funktion einer „Versorgungsleitung“ zukommt. Adjektiv zu Plazenta: plazentar.
Träger von Genen, also von Erbinformation. Sie befinden sich im Zellkern.
Die Unterscheidung von Frühgestosen und Spätgestosen erfolgt aufgrund des zeitlichen Auftretens. Bekanntes Beispiel einer Frühgestose ist das meistens harmlose morgendliche Erbrechen in den ersten drei Monaten. Schwerwiegender sind die gegen Ende der Schwangerschaft auftretenden Spätgestosen. Weil sie Vorboten einer Eklampsie sein können, bezeichnet man die Spätgestosen auch als Präeklampsie.
Scheide, Adjektiv: vaginal.
Die Ursachen sind vielfältig, nicht immer lassen sie sich ermitteln.
Von Seiten Mutter und Kind
Von Seiten Mutter und Vater
Leitsymptome sind Blutungen aus der Scheide und Wehen oder wehenartige Krämpfe, jedoch muss Blutung nicht mit Abort gleichgesetzt werden. Gelegentlich wird der Abgang von Fruchtwasser oder Gewebeteilen beobachtet, insbesondere beim Spätabort.
Hinsichtlich des Verlaufs werden unterschieden:
Beim drohenden Abort kann die schwangere Frau selbst etwas zum Verlauf beitragen.
Entgegen früheren Empfehlungen wird heute nicht mehr generell davon abgeraten einige Monate bis zur nächsten Schwangerschaft zu warten. Es gibt nach heutiger Kenntnis nur sehr wenige körperliche Gründe, welche eine Schwangerschaft im ersten Zyklus nach einer Fehlgeburt verbieten. Wenn jedoch die Gebärmutter infolge des Aborts verletzt oder infiziert wurde, ist eine längere Wartezeit angebracht.
Bei jeder vaginalen Blutung, bei abnormem Ausfluss und bei Koliken ist sofort eine Untersuchung angezeigt, auch ausserhalb der regulären Schwangerschaftskontrollen.
Der Gynäkologe wird mittels Ultraschall, Aufzeichnen der kindlichen Herztöne und der Kontraktionen der Gebärmutter feststellen, ob der Versuch aussichtsreich scheint, die Schwangerschaft mit Bettruhe und Medikamenten zu erhalten, oder ob der Fetus abgestorben ist und entfernt werden muss.
Manche Frauen neigen zu bakteriellen Infekten der Scheide in der Spätschwangerschaft. Mit Antibiotika kann dann ein Abort oft verhindert werden.
Vorbeugen bedeutet, alles bewusst zu unterlassen, was die Schwangerschaft und das ungeborene Kind gefährden könnte. Also Verzicht auf Rauchen, Alkohol, riskante Sportarten, drastische Abführmittel und – soweit möglich – auf Medikamente.