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A Tribute to the Responsive Eye - Wolfgang Ludwig & Walter Leblanc
Die Galerie Dierking präsentiert in ihren Räumen am Zürcher Paradeplatz eine Hommage an die legendäre Ausstellung The Responsive Eye, die 1965 im New Yorker Museum of Modern Art stattfand. Mit unterschiedlichen Künstlern und künstlerischen Tendenzen aus über fünfzehn Ländern widmete sich der Kurator William Seitz neuer Kunst, die sich vorwiegend auf visuelle Aspekte konzentrierte und später u.a. den Begriff der Optical Art prägte. Er machte deutlich, dass sich die malerisch-künstlerische Studie in den 1960er Jahren zur eigenständigen abstrakten Kunst mit autonomer Form, Farbe und Linie entwickelt hat. Heutige Protagonisten wie Bridget Riley, Frank Stella, Josef Albers und auch Ad Reinhardt mit seinen „invisible paintings“ gehörten zu den damals entdeckten und ausgestellten Künstlern.
Die Galerie Dierking konzentriert sich auf zwei europäische Positionen dieser legendären New Yorker Ausstellung: Wolfgang Ludwig (1923 – 2009) und Walter Leblanc (1932 – 1986).
Der belgische ZERO - Künstler Walter Leblanc arbeitete bereits ab den 1950er Jahren mit seinen Relief Sable, Twisted Strings und Torsions im Bereich der Grenzen zwischen Zwei- und Dreidiminsionalität. Durch die Verwendung von sich windenden Fäden, Papier- oder Kartonstreifen erreicht er die gefühlte Bewegung des statischen Kunstwerks - seine spezielle Materialbehandlung überwindet das originäre Tafelbild mit Hilfe der entstehenden Raumillusion.
Wolfgang Ludwig, der in Berlin lebte, konzentrierte sich ab 1963 auf seine Werkgruppe der Kinematischen Scheiben - präzise radiale, gleichstrahlige, zumeist kreisförmige Systeme in Schwarz und Weiß. Das „Strapazieren des Auges“ durch die scheinbar rotierende Bewegung seiner Arbeiten war die ausdrückliche Absicht des Künstlers, dessen sehr kleines Œuvre durch eine frühe Handerkrankung bereits in den 1970er Jahren ein abruptes Ende fand.
Die Kunstwerke von Walter Leblanc und Wolfgang Ludwig zollen nicht nur der bahnbrechenden New Yorker Ausstellung Tribut, sondern auch der Kunst, die dadurch beeinflusst bis heute auf ihre ganz eigene Weise dem Betrachter entgegentritt.