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Der berühmte, kalifornische Weinbau-Pionier Robert
Mondavi gilt als "erster Botschafter für amerikanischen Wein". Er wurde 1913 in
Virginia/Minnesota geboren, drei Jahre nachdem seine Eltern - wie viele andere
italienische Winzer in den 1910er bis 1930er-Jahren auch - aus der
mittelitalienischen Region Marken in die USA eingewandert waren. Er verstarb
Ende Mai 2008.
Sein Vater
Cesare übernahm im Jahre 1936 die St. Helena Winery im kalifornischen Napa
Valley. Im Jahre 1943 wurde das 1861 von Charles Krug (1825-1892) gegründete,
gleichnamige Weingut gekauft. Die beiden Söhne teilten sich die Verantwortung,
Robert war für das Marketing und Peter für die Weingärten und die Vinifikation
zuständig. Sie wurden dabei (wie auch Joe Heitz) vom legendären Önologen André
Tchelistcheff unterstützt. Als erste Kellerei in Amerika wurde in der Charles
Krug Winery eine temperaturkontrollierte Gärung eingeführt. Nach dem Tod des
Vaters im Jahre 1959 zerstritten sich die Brüder und Robert gründete 1966 mit
seinem Sohn Michael sein eigenes Weingut in Oakville im Napa Valley. Das war die
erste amerikanische Kellerei seit der Prohibition (1919-1933). Der Betrieb wurde
in der Folge zum Maßstab hinsichtlich völlig neuer Keller-Techniken. Speziell
wurde im Fassausbau experimentiert, den Robert Mondavi nach einem Besuch in
Europa gezielt erforschte. Es wurde der berühmte "Fumé Blanc" kreiert, ein
trockener, in Barrique ausgebauter Weißwein aus der Rebsorte Sauvignon Blanc
(das an der Loire gebräuchliche Synonym "Blanc Fumé" für diese Rebsorte wurde
umgedreht). Heute werden dazu noch Spitzenweine aus Chardonnay, Cabernet
Sauvignon und Pinot Noir produziert.
Im Central Valley wurde im Jahre 1979 die Weinkellerei "Woodbridge Cellars" in
Lodi erworben, wo etwa
60 Millionen Flaschen per anno produziert werden.
Insgesamt sind es 85 Millionen Flaschen. Der Weingartenbesitz in Oakville,
Stag´s Leap District und Carneros umfasst heute insgesamt 570 Hektar Rebfläche.
Es werden jedoch auch Trauben zugekauft. Mit den übrigen Besitzungen und
Beteiligungen (zum Beispiel Byron Vineyards & Winery im Santa Maria Valley und
Vichon Mediterranean in Languedoc-Roussillon) sind es über 1.000 Hektar.
Gemeinsam mit Baron Philippe de Rothschild (1902-1988) startete Robert Mondavi
im Jahre 1979 im Napa Valley das Joint Venture "Opus One Vineyard", bei dem der
hervorragende Rotwein Opus One kreiert wurde. Weitere Beteiligungen bzw.
Zusammenarbeit gibt es unter anderem mit
Frescobaldi und
Ornellaia (Italien) und
Errázuriz (Chile). Ökologischer Weinbau (natural winegrowing) ist zur absoluten
und bestimmenden Mondavi-Philosophie geworden. Trotzdem werden modernste
Techniken angewendet, zum Beispiel wurden über Satellitenaufnahmen die
Wärmewerte verschiedener Weingärten bestimmt, um die optimalen Reifezeiten der
Trauben zu beeinflussen. In den Weingärten werden Biotope und Waldflecken
angepflanzt, nistende Vögel werden nicht nur geduldet, sondern sind erwünscht.
Tim Mondavi übernahm gemeinsam mit seinem Bruder Michael im Jahre 1993 die
Leitung des Mondavi-Imperiums. Dabei wurde der Betrieb auch in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt. Vor kurzem musste Mondavi aufgeben. Er hatte
sich finanziell übernommen und der Betrieb wurde an den Weinriesen Constellation
Brands verkauft. Für den Erwerb der für die Übernahme notwendigen Aktienmehrheit
zahlte Constellation Brands 1,36 Milliarden Dollar.
Hier finden Sie ein Exklusiv-Interview mit
www.ernestopauli.ch . Unser Gast ist
der Export-Manager für Europa, Seth Hynes,
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