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«Blätter aus dem Brotsack» – «Dienstbüchlein» – «Schweiz ohne Armee?»: Diese drei Werke dokumentieren, wie sich Max Frisch vom Kanonier mit Aktivdiensterfahrung zum Befürworter der Armeeabschaffungs-Initiative entwickelt hat. Meine Arbeit, welche diese Entwicklung anhand einer detaillierten Textanalyse dokumentiert, ist jetzt als E-Book bei Amazon erschienen.
Max Frisch ist uns als dezidierter Kritiker der Schweizer Armee in Erinnerung geblieben: Im Dienstbüchlein hat er seine Erlebnisse aus der Aktivdienstzeit während des Zweiten Weltkriegs aufgearbeitet und dabei die Geisteshaltung von Offizieren und Politikern hinterfragt. Am Ende seines Lebens hat er im Rahmen einer Volksabstimmung sogar eine Plakatkampagne für die Abschaffung der Schweizer Armee finanziert. Und auch der Text Schweiz ohne Armee? Ein Palaver (im Zürcher Schauspielhaus unter dem Titel Jonas und sein Veteran zur Aufführung gebracht) ist im Zusammenhang mit der Armeeabschaffungsinitative entstanden.
Dabei geht leicht vergessen, dass der junge Max Frisch ganz anders aus seinem Militärdienst berichtete: Sowohl im Tagebuch eines Soldaten (ein dreiteiliger Artikel für die Neue Zürcher Zeitung, 1935 in einem Wiederholungskurs entstanden), als auch in Blätter aus dem Brotsack (im Herbst 1939 nach der Mobilmachung verfasst) ist Frisch vielleicht kein begeisterter, aber sicher ein pflichtbewusster Soldat. Der Vergleich der frühen und späten Texte zeigt die Entwicklung, die das politische Bewusstsein von Max Frisch innert 35 Jahren durchlaufen hat.
Meine Arbeit Max Frisch und die Landesverteidigung entstand 1992 im Rahmen des Seminars «Von Gotthelf zum jungen Frisch: Gesellschaft und Politik in der Schweizer Literatur 1840–1940» von Prof. Dr. Peter Stadler am Historischen Seminar der Universität Zürich. 2012 wurde sie weitgehend unverändert als E-Book bei Amazon veröffentlich. Da Amazon die parallele Bereitstellung von E-Book-Texten auf Websites nicht zulässt, ist die Arbeit hier leider nicht mehr im Volltext verfügbar.