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Die Weidehaltung von Kühen zeichnet die Schweizer Landwirtschaft aus. Um Weiden effizient zu nutzen, empfiehlt es sich, die Grasmasse zu schätzen. Agroscope hat zwei Methoden verglichen und Schätzformeln für die Praxis erarbeitet.
Der Weidegang verbessert in der Regel das Tierwohl, und das Fressen von frischem Gras kann sich positiv auf die Milchzusammensetzung auswirken. Aus wirtschaftlichen Überlegungen sollten die Weiden aber möglichst effizient genutzt werden. Dabei stellen sich folgende Fragen: Wie viel Weidefläche wird benötigt? Wie lange kann eine Weideparzelle bestossen werden? In welcher Reihenfolge sollen die Weideparzellen genutzt werden? Braucht es zusätzliches Rau- und Kraftfutter als Ergänzung zum Weidegras und falls ja, wie viel? Um solche Fragen zu beantworten, ist es hilfreich zu wissen, wie viel Futter die Weide hergibt.
Vergleich von zwei Messgeräten
In dieser Studie wurden zwei Methoden verglichen, welche die Wuchshöhe einer Weide auf unterschiedliche Weise messen: Der Platten-Herbometer mit seiner kreisrunden Platte verdichtet den Grasbestand, während der Pasturemeter die Grashöhe mit Hilfe von Lichtstrahlen misst.
Mit beiden Geräten wurden während fünf Jahren detaillierte Messungen an zwei Standorten (Posieux und Sorens) und zu verschiedenen Jahreszeiten durchgeführt. Die Auswertung der Resultate ergab, dass sich die Grasmasse mit beiden Geräten ähnlich gut schätzen lässt, allerdings ist der Schätzfehler gross.
Einfluss von Standort und Jahreszeit
Für den Einsatz in der landwirtschaftlichen Praxis wurden Schätzformeln erarbeitet. Wurden diese Formeln zusätzlich nach Standort oder Jahreszeit differenziert, dann verbesserte sich die Genauigkeit der Grasmasse-Schätzung. Die botanische Zusammensetzung der Weiden hatte aber keinen signifikanten Einfluss, weshalb von differenzierten Formeln für einzelne Pflanzenbestandstypen abgesehen wurde.
Schliesslich ist zu bedenken, dass der Pasturemeter weniger Arbeit gibt, dafür ist das Gerät deutlich teurer als der Herbometer.
Fazit
- Der Platten-Herbometer komprimiert im Gegensatz zum Pasturemeter die Wuchshöhe, was unterschiedliche Messwerte ergibt. Für den Einsatz in der landwirtschaftlichen Praxis wurden deshalb Formeln für die Schätzung der Grasmasse für beide Geräte erarbeitet. Zudem werden Umrechnungsformeln bereitgestellt, um Wuchshöhen und empfohlene Werte zu vergleichen.
- Mit beiden Geräten lässt sich die Grasmasse ähnlich gut schätzen. Der Schätzfehler ist aber gross.
- Betriebsspezifische Formeln sowie der Einbezug der Jahreszeit verbesserten die Schätzgenauigkeit.
Wissenschaftlicher Artikel
Grasmasse schätzen, um Weiden optimal zu nutzen