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Die Tabakpflanze – Nicotiana tabacum
Die Tabakpflanze Nicotiana gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu der z. B. auch Kartoffeln, Tomaten und andere gehören.Die Tabakpflanze ist einjährig und wird 0,60 bis 3 Meter hoch. Der rispenförmige Blütenstand in den Farben rot, rosa, weiss, creme, gelb oder grün. Die Blätter sind rundoval bis lanzettenförmig, ganzrandig, meist nicht deutlich gestielt und an Ober- und Unterseite mit Drüsenhaaren besetzt.
Die meisten der ca. 60 Tabakarten sind auf dem amerikanischen Kontinent heimisch. Die beiden kultivierten Tabakarten hat man allerdings noch nie wild gefunden. Es sind einjährige Pflanzen mit grossen Blättern, die für ihre Entwicklung viel Wärme und reichlich Niederschläge benötigen.
Die attraktiven Blüten von Nicotiana Tabacum sind fleischrot, die kleineren unscheinbaren von Nicotiana rustica grünlich-weiss gefärbt.
Das Alkaloid Nikotin wird in den Wurzeln produziert und in die Blätter transportiert. Je nach Verwendungszweck wird der Tabak in unterschiedlichen Entwicklungszustand geerntet, getrocknet, fermentiert und in Ballen gepresst.
Die Verbreitung als Heil- und Zierpflanze
Als amerikanische Pflanzenart wurde der Tabak seit jeher von vielen Indianerstämmen verwendet, allerdings weniger als Genussmittel, sondern eher im Rahmen spiritueller Rituale (wobei dies nicht für die sogenannte Friedenspfeife der Prärie-Indianer galt, in der Süßgras und Salbei verbrannt wurden). Entweder wurde konzentrierter Tabaksaft von Schamanen als psychotrope (rauscherzeugende), sehr schnell wirkende Substanz verwendet, so etwa bei den Maya und den karibischen Stämmen oder der Tabakrauch wurde in großen Mengen in den Magen geschluckt, da die halluzinogenen Alkaloide auf diese Weise Visionen hervorrufen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kautabak
Anbau
Ein Gramm Tabaksamen wird auf dem internationalen Markt teurer gehandelt als ein Gramm Gold. Doch die Tabakpflanze ist nicht nur ein wert-, sondern auch ein anspruchsvolles Gewächs: Sie fühlt sich nur wohl, wenn ihr ungeteilte Aufmerksamkeit und sorgfältige Pflege zuteil wird. Ihre großen Blätter entwickeln sich am besten in einem tropisch feuchtwarmen Klima. Zigarrentabak, der als Umblatt oder Einlage verwendet wird, gedeiht unter freiem Himmel. Die Deckblätter jedoch erhalten ihre Ebenmäßigkeit und weiche Geschmeidigkeit durch den geschützten Anbau unter Stoffplanen.
Ernte
Während der gesamten Anbauzeit, die - vom Samenkorn bis zur Ernte - etwa 16 Wochen dauert, überprüft der Tabakpflanzer jede einzelne Pflanze ungefähr 150 Mal. Dann wird der Tabak Blatt für Blatt von Hand geerntet. Das Abernten der Tabakpflanze erfolgt von unten nach oben, im Abstand von jeweils mehreren Tagen, so dass auch die jüngeren Blätter voll ausreifen können. Auf diese Weise dauert es bis zu 30 Tage, bis eine Pflanze vollständig abgeerntet ist.
Rohstoffverarbeitung & Fermentation
Damit aus einem Tabakblatt ein Zigarrentabak wird, sind mehrere Verarbeitungsschritte nötig. Nach der Ernte werden die Blätter zunächst paarweise zusammengebunden und in luftigen Tabakhäusern zum Trocknen über lange Holzstangen gehängt. Dort bleiben sie für etwa 50 Tage, bis sie ihre typische goldbraune Farbe angenommen haben.
Jetzt ist der getrocknete Rohtabak bereit zur Fermentation. Dabei handelt es sich um einen Gärungsprozess, bei dem der Nikotingehalt verringert und aromaüberdeckende Eiweißverbindungen im Blatt abgebaut werden. Dafür werden die Blätter zu riesigen Fermentationsstapeln zusammengepackt, die sich im Inneren von selbst erwärmen. Wenn die Temperatur auf 40° bis maximal 60° C geklettert ist, werden die Stapel zerlegt und umgeschichtet. Dieser Prozess wird mehrmals wiederholt. Bis alle Tabakblätter gleichmäßig fermentiert sind, vergehen bis zu sechs Monate.
Quelle: Villiger Cigarren