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| Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica)

Fünftes Buch [378—428]
27. Der Kaiser Honorius und der Mönch Telemachus1
Honorius nämlich, der die Herrschaft über Europa erlangt hatte, hob die zu Rom von alter Zeit her stattfindenden Gladiatorenspiele auf. Der Anlaß hiezu war folgender. Ein gewisser Telemachus, der ein aszetisches Leben führte, verließ wegen dieser Angelegenheit das Morgenland und reiste nach Rom, begab sich, als dieses abscheuliche Schauspiel dort wieder einmal aufgeführt wurde, ebenfalls in das Stadium, stieg in die Arena hinunter und versuchte die gegeneinander Kämpfenden davon abzubringen. Allein die Zuschauer bei dem mörderischen Spiel ergrimmten darüber, und erfüllt von der Wut des Dämons, der an jenem Blutvergießen seine Freude hatte, steinigten sie den Boten des Friedens. Auf die Kunde hievon zählte der ruhmwürdige Kaiser den Mönch den siegreichen Martyrern bei, jenes verwerfliche Schauspiel aber untersagte er für immer.
1: Honorius 395—423.