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Nijinski
Ballet by Marco Goecke
Music by Frédéric Chopin and Claude Debussy
Revised Zurich version (2017)
Duration 1 H. 30 Min. Without intermission. Introduction 45 min before the performance.
June 2024
Nijinski
Abstract
Nijinski
Vaslav Nijinsky was granted only ten glorious years at the head of Sergei Diaghilev’s legendary «Ballets Russes». He intoxicated audiences with virtuoso leaps and androgynous charisma as the Faun and the Golden Slave. His audacious choreographies provoked scandals. He loved a man and married a woman. The dancer fell at the pinnacle of his fame: mentally ill, he was damned to spend thirty years in sanatoria before he died in London in 1950. Involuntary commitment to a psychiatric clinic, dubious diagnoses, and experimental therapies drove his soul beyond the reach of others. Marco Goecke dedicated a feature-length ballet to this epoch-making dancer and choreographer, and the result fascinatingly merges Goecke’s distinctive, nervously trembling, frantic body language with reminiscences of Nijinsky the artist, bringing in elements from his dancing career. The choreography takes a close look at Nijinsky the man and his essence, transferring emotions into highly aesthetic movements. Although Marco Goecke accompanies the exceptional artist through the stations of his life, the piece goes far beyond a pure biography: the focus is on the magic and value of art, but also on the price it relentlessly demands of all creative people.
Marco Goecke has been a guest of the Ballett Zürich numerous times, most recently with his choreography Almost Blue. He created the ballet Nijinski for Gauthier Dance in Stuttgart, and produced a revised version of it in Zurich in 2017. In addition to Claude Debussy’s Prélude à l’après-midi d’un faune, the musical framework for Goecke’s ballet is formed by Frédéric Chopin’s two piano concertos. The evening is a revealing parallel to the famous choreography Les Noces by Nijinskiy’s sister Bronislava, which premieres this season as part of the Timekeepers program.
Nijinski
Synopsis
Nijinski
Erstes Bild
Die Macht der Kunst
Bedrohlich und doch verheissungsvoll scheint die Welt der Kunst zu beben.
Ein Tänzer auf der Suche nach seinem künstlerischen Ich. Die Ahnung von etwas Neuem zeichnet sich am Horizont ab.
Zweites Bild
Terpsichore
Terpsichore, die göttliche Muse des Tanzes, erscheint und verschenkt ihre Inspiration.
Drittes Bild
Diaghilew
Diaghilew, der geniale Impresario und Kunstkenner, fühlt sich berufen, die russische Kunst bekanntzumachen. Terpsichore haucht auch ihm ihren göttlichen Funken ein. Doch die Ahnung von Ruhm weckt auch Diaghilews Gier.
Viertes Bild
Nijinski
Vaslav Nijinski wächst heran und wird Teil der Ballettwelt.
Sein Talent ist unübersehbar. Er lebt mit seiner Mutter zusammen.
Fünftes Bild
Matka
Matka, seine polnische Mutter, umsorgt Nijinski und fördert sein Talent.
Als er an der Kaiserlichen Ballett-Akademie in St. Petersburg aufgenommen wird, nehmen die beiden Abschied.
Sechstes Bild
Erwachen
Nijinskis Kreativität bricht hervor. Rollen, die er in Zukunft tanzen wird und die seinen Namen unsterblich machen werden, blitzen auf.
Sein sexuelles Begehren erwacht.
Siebtes Bild
Les Ballets russes
Unter Diaghilews Leitung formieren sich die Ballets russes.
Zwischen Nijinski und Diaghilew entsteht eine Hassliebe.
In einem erotischen Traum begegnet Nijinski seinem Freund Isajef.
Der Traum endet im Tanz – und in der Kunstfigur des triebhaften Fauns.
Achtes Bild
Ruhm
Nijinski ist auf der Höhe seines Ruhms und verkörpert seine berühmtesten Partien: Petruschka, den Faun und den Geist der Rose.
Er begegnet Romola, seiner zukünftigen Frau.
Neuntes Bild
Das Wesen der Verdunklung
Es kommt zum Bruch von Diaghilew und Nijinski. Das Wesen der Verdunklung senkt sich über Nijinskis Gemüt und treibt ihn in die Isolation. Wahnsinn gewinnt die Macht über seinen Geist. Immer wieder kommt es zu unkontrollierten Wutausbrüchen.
Zehntes Bild
Kreise
Das Zeichnen unzähliger Kreise lindert Nijinskis Verwirrung.
Die hochkomplexen, aber auch wilden Zeichnungen sind alles, was von seinem kreativen Leben übrig ist.
Marco Goecke, Choreography
Marco Goecke
Marco Goecke stammt aus Wuppertal. Mit seiner fiebrigen, energiegeladenen Tanzsprache erforscht der deutsche Choreograf das menschliche Bewegungsspektrum und zerlegt jede Geste in ihre Einzelteile. Dabei sind seine Werke voll von nachdenklichen Momenten, aber auch stark emotional. Neben dem mikroskopischen Blick auf den Körper gewährt er psychologische Blicke in das Innere des Menschen – auch in sein eigenes. Sein Gesamtwerk umfasst mehr als sechzig Choreografien, die weltweit von bedeutenden Compagnien aufgeführt werden und sich unter anderem im Repertoire des Stuttgarter Balletts, des Nederlands Dans Theater (NDT), des Ballet de l’Opéra de Paris, der Ballets de Monte Carlo, des Staatsballetts Berlin, des Balletts Zürich sowie des Wiener Staatsballetts befinden. Von 2013 bis 2023 wirkte Marco Goecke als Associate Choreographer beim Nederlands Dans Theater (NDT) in Den Haag sowie seit 2018 als Hauschoreograf bei der Stuttgarter Compagnie Gauthier Dance. Von 2019 bis 2023 war Marco Goecke Chefchoreograf und Ballettdirektor des Staatsballetts Hannover. Für sein dort entstandenes Ballett Der Liebhaber, nach der Romanvorlage von Marguerite Duras, wurde er von der Fachzeitschrift tanz als «Choreograf des Jahres 2021» ausgezeichnet. 2022 wurde ihm der Deutsche Tanzpreis verliehen.
Michaela Springer, Stage and costume design
Michaela Springer
Michaela Springer studierte Bühnen- und Kostümbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Martin Zehetgruber. Vor und während ihres Studiums arbeitete sie als Assistentin am Schauspiel Stuttgart und am Aalto Theater Essen. Seit 2005 ist sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin für Schauspiel, Oper und Ballett tätig und entwarf in Deutschland u.a. die Ausstattung für Produktionen an der Württembergischen Landesbühne Esslingen, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Schauspielhaus Dortmund, Schlosstheater Moers und am Rheinischen Landestheater Neuss. Mit dem Choreografen Marco Goecke arbeitete Michaela Springer erstmals 2005 zusammen und entwarf die Kostüme für sein Ballett Sweet Sweet Sweet. Es folgten Ausstattungen beim Stuttgarter Ballett für Der Nussknacker (2006), Alben (2008), Orlando (2010), Black Breath (2012) On Velvet (2013) und Lucid Dream (2015). Die erfolgreiche Zusammenarbeit setzte sich auch bei Auftragswerken für das Scapino Ballett Rotterdam mit Der Rest ist Schweigen (2005), Bravo Charlie (2007) und Songs for Drella (2011), für Les Ballets de Monte-Carlo mit den Stücken Whiteout (2008) und Le Spectre de la Rose (2009) fort, für das Ballett Zürich mit dem Stück Deer Vision (2014)wie auch bei dem Ballett Fur (2009) für das Norwegische Nationalballett. Michaela Springer entwarf ausserdem die Kostüme zu zwei Balletten des Choreografen Demis Volpi.
Udo Haberland, Lighting designer
Udo Haberland
Udo Haberland war zunächst Fotograf in Berlin. 1988 begann er, für Film und Fernsehen sowie für die Staatsoper Stuttgart zu arbeiten. Als freier Lichtgestalter und Beleuchtungsmeister für Ballett, Tanz, Oper und Schauspiel arbeitete er in Europa, den USA und Australien, u.a. für die Salzburger Festspiele, die Wiener Festwochen und die Ludwigsburger Festspiele. Im kommerziellen Bereich war er u.a. für Arte, MTV & VIVA, ARD, ZDF, Deutsche Telekom, Daimler-Crysler, Toyota, Kodak tätig. Seit 2003 verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Choreografen Marco Goecke. Udo Haberland war Lichtdesigner bei sämtlichen Goecke-Kreationen für das Stuttgarter Ballett. Daneben entstanden gemeinsame Produktionen für das Scapino Ballett Rotterdam, das Nederlands Dans Theater, Les Ballets de Monte-Carlo, die São Paulo Companhia de Dança, das Staatsballett Berlin, das Norwegische Nationalballett, das Ballett am Rhein, das Ballett des Theaters am Gärtnerplatz und das Ballett der Opéra de Paris. Ausserdem arbeitet Udo Haberland mit den Choreografen Cayetano Soto, Örjan Andersson, Bridget Breiner, Jérôme Delbey und Giovanni Di Palma zusammen.
Adrian Oetiker, Piano
Adrian Oetiker
Der Schweizer Pianist Adrian Oetiker verfolgt seit vielen Jahren eine weltweite Karriere. Er studierte er in der Meisterklasse von Homero Francesch an der Zürcher Hochschule der Künste und bei Bella Davidovich an der Juilliard School in New York. Auch Lazar Berman zählte zu seinen Lehrern. 1995 gewann er den ARD-Wettbewerb in München. Konzerte in Europa, Amerika und Australien führten ihn mit vielen Orchestern zusammen, darunter das Tonhalle-Orchester Zürich, das Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks, die Staatskapelle Dresden, das Irish National Symphony Orchestra und das Melbourne Symphony Orchestra. Bei wiederholten Einladungen nach Australien trat er mit den meisten Orchestern des Kontinents auf. Mit dem Orchestre Symphonique de Mulhouse unter Daniel Klajner spielte er von 2006 bis 2008 alle Klavierkonzerte von Béla Bartók. Rezitals und Kammermusik-Programme spielte er u.a. in der Berliner Philharmonie, im Gewandhaus Leipzig, im Festspielhaus Salzburg, im KKL und im Teatro La Fenice in Venedig. Er musiziert regelmässig im Klavierduo Paola & Adrian Oetiker und ist Pianist im Feininger Trio der Berliner Philharmoniker. Mehrere Ballettproduktionen am Opernhaus Zürich, an der Semperoper Dresden und an der Bayerischen Staatsoper, u.a. mit Christian Spuck, runden seine vielfältigen Tätigkeiten ab. Adrian Oetiker ist Künstlerischer Leiter der Internationalen Sommerakademie Ettal und seit 1996 Professor für Klavier an der Hochschule für Musik Basel. 2011 wurde er als Professor an die Hochschule für Musik und Theater in München berufen.