Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03541.jsonl.gz/2194

Wer bin ICH?
Auf der Suche nach einer Definition von meinem ICH fand ich keine zu mir passenden Erklärungen, welche mich zufrieden stellen konnten. Die althergebrachte Trennung von Ich und Selbst in [früherer] Philosophie und Metaphysik mit diesseits und jenseits schien mir nicht folgerichtig zu sein. Ich wählte deshalb meinen eigenen Weg.
Bei meinem gedanklichen Kontakt mit früheren Philosophen räumen dieselben vermutlich unumwunden ein, sie würden auf dem Stand von Wissenschaft heute mit den zwischenzeitlich erfolgten Paradigma-Wechsel [Materie = Energiebindung; Zeitbegriff als 4. Koordinate im Raum; Unschärfe-Relation von Position und Geschwindigkeit usw.] vielleicht anders denken wie zu Lebzeiten.
Lebewesen, genauer Säugetiere in der Fauna auf der Erde, mussten schon von jeher zwingend das lebensnotwendige Wasser trinken. Völlig natürlich wurde deshalb von Menschen irgendwann erkannt, das Bild im Wasser beim Trinken spiegelt die Trinkenden selber, das selbst wurde zum ich. Selbst-Erkenntnis ist, so gesehen, die Ich-Erkenntnis wie mit einem Spiegel.
Das ICH selber als menschliche Person entsteht aus der Polarität von weiblicher Eizelle und männlicher Samenzelle, also zweier sich zwingend gegenseitig bedingender Tatsachen. Dieses ICH begründet mir fortan eine grundsätzliche Annahme: die EINS als Gegensatz zur NULL.
Von der logischen Eins als ICH getrennt zu erfassen wäre nun das Verb sein [ich bin], welches seiner Herkunft nach einer alt-indoeuropäischen Wurzel és- zugeordnet werde. Wer bin ICH kann ich aus dem deutschen Konstrukt vom SEIN als Behauptung eines Zustandes heraus nicht folgerichtig beantworten. Ich sehe keine Veranlassung dazu, die Eigenschaften lebendig und leblos umzudeuten auf die Oberbegriffe Sein oder Nicht-Sein.
"Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage" (to be, or not to be, that is the question) ist ein Zitat aus der Tragödie Hamlet von William Shakespeare, 1564-1616. In dem Stück beginnt Hamlet mit diesem Satz einen Monolog, in dem er darüber nachdenkt, dass er entschlossenes Handeln scheut wegen seiner Angst vor dem Tod trotz Todes-Sehnsucht und Weltschmerz.