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Ziel des Dissertationsprojektes ist es, die Entstehung der Handschrift De La Gardie 4 – 7 (ca. 1270 Bergen; jetzt in Uppsala Universitätsbibliothek) in einen breiteren Kontext kulturellen und intellektuellen Austausches einzubetten. Bei der Handschrift handelt es sich um einen ausgesprochen ertragreichen Forschungsgegenstand, da sie übersetzte Werke verschiedenster Genres enthält. Die Dissertation wird sich auf die Pamphilus saga konzentrieren, welche aus dem Mittellateinischen in das Altnordische übersetzt wurde.
Die Übersetzungspraxis selbst wird vor dem theoretischen Hintergrund der Polysystemtheorie untersucht. Hierbei spielen textuelle und intertextuelle Netzwerke eine bedeutende Rolle. Der Kontext der Übersetzung innerhalb der altnordischen Literatur vor ca. 1300 wird mithilfe einer Analyse der Lexik der Pamphilus saga herausgearbeitet. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Verwendung spezifischer Lexeme in anderen Texten vor ca. 1300.
Die Ergebnisse dieser Analyse werden in ein größeres Netzwerk kulturellen und intellektuellen Austausches eingebettet, welches anhand personeller, institutioneller und anderer Verbindungen rekonstruiert wird. Die Wechselbeziehung zwischen Übersetzung und den Dynamiken kultureller Netzwerke ist in der Polysystem Theorie bereits angelegt und soll im Laufe der Studie stärker sichtbar gemacht werden.
Die Analyse und Bewältigung des Datenmaterials ist durch den Einsatz verschiedener technologischer Lösungen möglich. Eingesetzt werden bspw. Graphendatenbanken und Software zur Netzwerkanalyse. Der Großteil des Korpus ist bereits in digitaler Form verfügbar, muss jedoch durch selbst in Python entwickelte Software aufbereitet werden. Das Projekt und die Forschungsdaten sind mit dem Ziel der langfristigen Nutzbarkeit konzipiert. Zu diesem Zweck ist eine experimentelle Anpassung der CIDOC-CRM Ontologie zur Verwendung im Bereich der altnordischen Philologie Teil des Projekts.