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650 Millionen Dollar für Zementriesen
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Im Streit um die 2008 verstaatlichte Holcim-Tochter fand eine Einigung statt: Venezuela zahlt nun der Holcim eine Entschädigung in Höhe von 650 Millionen Dollar. Dies teilte der Zementkonzern mit.
Eine erste Zahlung über 260 Millionen Dollar sei bereits eingegangen, der verbleibende Betrag von 390 Millionen Dollar werde in vier jährlichen Teilzahlungen beglichen, heisst es in der Medienmitteilung. Zudem werde das zurzeit hängige Schiedsverfahren am Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) in Washington ausgesetzt. Holcim hatte im März 2009 Klage gegen die venezolanische Regierung eingereicht, nachdem Verhandlungen zwischen den Parteien gescheitert waren. Dabei berief sich der Zementriese auf ein Investitionsschutzabkommen zwischen der Schweiz und Venezuela aus dem Jahr 1993.
Zu 85 Prozent verstaatlicht
Im Juni 2008 hatte Venezuela Holcim Venezuela sowie die örtlichen Tochtergesellschaften der mexikanischen Cemex und der französischen Lafarge zu rund 85 Prozent verstaatlicht. Die sozialistische Regierung unter Präsident Hugo Chávez hat in den vergangenen Jahren weite Teile der Wirtschaft verstaatlicht. Den Zementkonzernen hatte Chávez vorgeworfen, dass sie nicht genug Zement liefern würden und damit den Wohnungsbau im Land hemmten. – Während der vergangenen zehn Jahre hatte Chávez zahlreiche Wirtschaftszweige unter staatliche Kontrolle gebracht - darunter auch den Ölsektor, den Telekommunikationsbereich sowie die Metallfirmen.
Holcim war seit 1978 mit einer Niederlassung in Venezuela vertreten. Diese trug nach früheren Angaben mit rund 200 Millionen Dollar rund einem Prozent zum Konzernumsatz bei. Analysten sprachen von einer „ansprechenden“ Zahlung. Dennoch verlor die Holcim-Aktie im frühen Handel leicht. Heute, Montagmorgen, um 10 Uhr war der Titel 0,3 Prozent günstiger und kostete 64.80 Franken. (mai/sda)