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– 200'000 Tonnen Koffein werden weltweit jährlich produziert. Damit ist Koffein die am häufigsten konsumierte psychostimulierende Substanz der Welt. 90 Prozent des Verbrauchs erfolgen über Kaffee und Tee.
Muntermacher
Koffein ist eine stickstoffhaltige organische Verbindung, die beim Stoffwechsel der Pflanze entsteht, zum Beispiel in Kaffee, Tee, Kakao oder in der Kokosnuss. Die Koffeinkonzentration steigt im Laufe der Blattentwicklung an. In hohen Dosen wirkt es als Nervengift, es schützt die Pflanze vor Fressfeinden, Parasiten und Mikroorganismen. Früher wurde das Koffein im Tee Tein genannt. Heute wird dieser Begriff nicht mehr verwendet, da es sich um exakt dieselbe Substanz handelt.
Den Menschen putscht Koffein auf, da es das Zentralnervensystem anregt. Es steigert Antrieb und Konzentration, vermindert Müdigkeit, regt Atem-, Kreislauf- und Zentralnervensystem an, trägt zur Erweiterung der Herzkranzgefässe bei, erhöht die Herzfrequenz und stimuliert die Harnproduktion. Diese Wirkungen treten schon nach einer Tasse Kaffee oder Tee (150 Milliliter) mit durchschnittlich 60-120 Milligramm Koffein und bereits fünf Minuten nach dem Konsum ein. Für den Abbau des Koffeins braucht der Körper fünf bis sechs Stunden. Je nach Koffeinempfindlichkeit sind die Wirkungen unterschiedlich stark ausgeprägt.
Koffein ist wasserlöslich, je länger der Kontakt mit heissem Wasser, desto mehr Koffein löst sich. Darum hat ein Filterkaffee auch mehr Koffein als ein Espresso:
Eine Tasse Kaffee: bis zu 120 Milligramm Koffein
Eine Tasse Espresso: 50 bis 60 Milligramm
Zwei Deziliter Cola-Getränk: bis 20 bis 50 Milligramm
Eine Tasse Schwarzer Tee: 20 bis 50 Milligramm
Eine Tasse Kakao: 2 bis 6 Milligramm
1,5 Schokoriegel entspricht etwa einer Tasse Kaffee
Für Teetrinker:
Wenn Sie Ihren Tee (schwarzer oder grüner) ein bis zwei Minuten ziehen lassen, enthält er viel Koffein.
Wenn Sie Ihren Tee zwei bis vier Minuten ziehen lassen, enthält er Gerbstoffe, die die Aufnahme von Koffein verhindern oder verzögern.
Umfrage
Nebenwirkungen
In grossen Mengen von mehr als 600 Milligramm pro Tag oder etwa acht Tassen Kaffee kann Koffein Beschwerden verursachen wie Unruhe, Zittern, Schlaflosigkeit, Magenbeschwerden, Schweissausbrüche oder Herzrasen.
Die Wissenschaft vermutet, dass Koffein die Blutfettwerte negativ beeinflusst und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. In der Schwangerschaft enthält das Blut des Kindes ähnlich hohe Koffeinspiegel wie die Mutter. Kinder von starken Kaffeetrinkerinnen können ein etwas niedrigeres Geburtsgewicht haben. Kaffee und schwarzer Tee entziehen dem Körper der Mutter ausserdem Flüssigkeit, schwarzer Tee verschlechtert die Aufnahme von Eisen und führt zu Verstopfung. Trotzdem müssen Schwangere nicht auf Kaffee und Tee verzichten. Zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag sind kein Problem.
Vergiftungen durch Koffein sind sehr selten. Die tödliche Dosis liegt für einen Menschen bei ca. 10 Gramm. Um sich mit Kaffee umzubringen, müsste ein Mensch rund 80 Tassen Kaffee oder 140 Tassen Tee in kurzer Zeit trinken. Gefährlich kann reines Koffeinpulver werden. Die US-Aufsichtsbehörde FDA warnt explizit vor dem Konsum des Pulvers, das als Wachmacher unter Studenten und Partygängern beliebt ist. Ein Teelöffel reinen Koffeins kann Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Muskelzittern, Schlaflosigkeit, Übererregbarkeit und Konzentrationsschwäche auslösen. Zehn Gramm können zum Tod führen.
Es ist übrigens falsch, dass Koffein hilft, den Blutalkoholgehalt abzubauen. Im Gegenteil. Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Koffein verlängert die Reaktionszeit. Richtig ist hingegen, dass bei älteren Menschen Koffein als Einschlafhilfe wirkt. Wahrscheinlich wegen der verbesserten Durchblutung des Hirns und der gesteigerten Herztätigkeit. In der Homöopathie wird Koffein ebenfalls als Schlafmittel eingesetzt. Ausserdem hilft es gegen Kopfschmerzen.
- Quellen
Stadt Zürich, Suchtpräventionsstelle
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE
Karen Nieber, «Schwarz und stark. Wie Kaffee die Gesundheit fördert», S. Hirzel Verlag, 2013
Peter Oppliger, «Grüner Tee. Kultur – Genuss – Gesundheit», AT Verlag, 2010
«Der Brockhaus. Gesundheit», F. A. Brockhaus, 2004
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