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Die Menschen kaufen von Jahr zu Jahr immer mehr Kleidung. Aber sie tragen sie nur noch halb so lange wie früher. Tatsächlich landen 85% aller gekauften Textilien jedes Jahr im Müll. In der Schweiz werden schätzungsweise nur 50 bis 55% aller Textilien recycelt.
Kleidung ist nicht nur ein Bedürfnis. Sie ermöglicht es den Menschen auch, sich voneinander zu unterscheiden, nach aussen hin zu zeigen, wer sie sind. Deshalb wurden Kleider lange Zeit individuell angefertigt: Um zu zeigen, wie reich oder arm eine Person ist, und um ihren sozialen Status zu zeigen, oder auch, woher jemand kommt. Dies galt bis zur industriellen Revolution und der Einführung von Maschinen. Kleidung wurde billiger in der Herstellung und damit für mehr Menschen zugänglich. In den 1990er Jahren erreichte die Entwicklung mit dem Aufkommen von Marken wie Zara und H&M ihren Höhepunkt. Die Herstellung von Kleidung wurde noch billiger, die Trendzyklen begannen sich zu beschleunigen, und das Einkaufen von Kleidung wurde von etwas, das man ein- oder zweimal im Jahr tätigte, zu einem Hobby. Dies veranlasste die New York Times, den Begriff Fast Fashion zu prägen.
Was ist Fast Fashion?
Von Fast Fashion spricht man, wenn Verbraucher Zugang zu billiger, trendiger Kleidung zu geringen Kosten haben. Diese Kleidung wird in der Regel von Laufstegen, Designern oder einfach von Menschen auf der Straße kopiert. Kennzeichnend für Fast Fashion ist auch die Tatsache, dass die Kollektionen sehr schnell wechseln. Die Kleidungsstücke bleiben nicht länger als ein paar Wochen in den Regalen und können gekauft werden, so dass ein stärkeres Gefühl der Dringlichkeit entsteht, den Trends zu folgen.
Fast Fashion entstand Ende des 20. Jahrhunderts. Davor hatte die Mode vier Jahreszeiten: Herbst, Winter, Frühling und Sommer. Als Zara auf den Markt kam, änderte das Unternehmen dieses Modell, indem es alle zwei Wochen eine neue Kollektion auf den Markt brachte und damit nicht mehr auf die Bedürfnisse der Verbraucher einging, sondern diese erst schuf. Bald folgten Marken wie H&M, Topshop, Primark und Uniqlo.
Beitrag zur Klimakatastrophe
In den letzten Jahren ist die Fast Fashion aus den falschen Gründen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Greta Thunberg sagte in ihrem Interview für die erste Ausgabe der Vogue Scandinavia: „Die Modeindustrie trägt erheblich zum Klima- und Umweltnotstand bei, ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die zahllosen Arbeiter und Gemeinschaften, die auf der ganzen Welt ausgebeutet werden, damit einige in den Genuss von Fast Fashion kommen, die viele als Wegwerfartikel betrachten“. Seit die Menschen leichten Zugang zu unzähligen Kleidungsstücken haben, sind sie eher bereit, sie wegzuwerfen als früher. Es lässt sich nicht mehr verbergen, wie schädlich die Modeindustrie für die Umwelt und das Klima ist.