Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/62749

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich ersuche den Bundesrat, dem Parlament Auskunft über die verkehrstechnischen Massnahmen zu geben, die er wegen der Schliessung des Fréjus-Tunnels zu ergreifen gedenkt.</p><p>1. Ist der Bundesrat darüber informiert, dass die Alternativrouten, die den Lastwagenführern empfohlen werden, auch durch die Schweiz führen?</p><p>2. Ist die Schweiz mit den Nachbarländern Frankreich und Italien sowie der EU im Gespräch, um für den Zusatzverkehr eine gemeinsame Lösung zu finden?</p><p>3. Sieht der Bundesrat für diesen Zusatzverkehr auch verkehrstechnische Massnahmen vor, die sich nicht auf die Nutzung der Strassen beschränken?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die in der Schweiz zuständigen Behörden stehen grundsätzlich in ständigem und direktem Kontakt zu den entsprechenden Behörden in Frankreich, insbesondere auch nach dem Brand im Fréjus-Tunnel. Im Rahmen dieser Kontakte wurde mit den französischen Behörden vereinbart, dass diese keine Umfahrungsempfehlungen, welche durch die Schweiz führen, abgeben werden. Die in Frankreich von privater Seite durch die Medien und die Informationsorgane der Chauffeure abgegebenen Umfahrungsempfehlungen können weder seitens der französischen Behörden noch seitens der Schweiz verhindert werden.</p><p>2. Neben den vorgenannten bilateralen Kontakten zwischen Frankreich und der Schweiz bestehen auch zwischen Italien und der Schweiz bilaterale Arbeitsgruppen. Zudem steht die Schweiz mit ihren Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich auch im Rahmen der Konferenz der Verkehrsminister der Alpenländer "Suivi de Zurich" in Kontakt. In mehreren Arbeitsgruppen widmet sich diese Konferenz u. a. folgenden Bereichen: Tunnelsicherheit, Verkehrsumlagerungen auf Strassenachsen, alternative Bewirtschaftungssysteme (beispielsweise Alpentransitbörse) und Verlagerung des Schwerverkehrs auf andere Verkehrträger.</p><p>3. Die Schweiz verfügt derzeit im Bereich des Schienenverkehrs über freie Kapazitäten. Es besteht somit grundsätzlich die Möglichkeit, die Strassen von einem Teil eines allfälligen Mehrverkehrs zu entlasten. Die schweizerischen Behörden verfolgen die Entwicklung des Verkehrs, insbesondere des Schwerverkehrs, an den Schweizer Alpenübergängen sehr eng. Nach dem Brand im Fréjus-Tunnel konnte keine signifikante Zunahme des Schwerverkehrs festgestellt werden, dies wohl auch deshalb, weil der Fréjus-Tunnel hauptsächlich durch den zwischen den Grossräumen Grenoble und Turin zirkulierenden Schwerverkehr benutzt wurde und sich für diesen Verkehr die relativ langen Umwegfahrten durch die Schweiz nicht rechnen. Dazu kommt, dass die Schweizer Alpenübergänge im Wallis aufgrund ihrer topographischen Verhältnisse für viele Spediteure bzw. Chauffeure unattraktiv sind.</p><p>Der Fréjus-Tunnel ist im Übrigen seit dem 4. August 2005 wieder geöffnet (vorerst noch mit gewissen Einschränkungen für den Schwerverkehr).</p>  Antwort des Bundesrates.