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Der Zeitglockenturm («Zytglogge») war der erste Wehrturm der Stadt und zählt heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berns. Über dem Tordurchgang ziert ein astronomisches Zifferblatt den Zeitglockenturm – ein sogenanntes Astrolabium, entstanden um 1405.
von Florencia Figueroa
Wie kein anderes Gebäude symbolisiert der Zeitglockenturm («Zytglogge») die Stadt Bern, denn entstanden ist er in ihrer Gründungszeit. Gemäss der Stadtchronik, geschrieben von Konrad Justinger, baute Herzog Bertold V. von Zähringen die Stadt 1191, um die Bevölkerung vor dem burgundischen Adel zu schützen. Als Standort wählte er ein Gelände, das auf drei Seiten von der Aare umflossen war; nur gegen Westen hin war das Territorium offen zugänglich. Deshalb baute er dort eine Befestigungsanlage mit Graben und einem Wehrturm. 1220 war die Anlage errichtet. Der Wehrturm bildete gleichzeitig das Stadttor und war damit die Öffnung zur Aussenwelt. Die Stadt entwickelte sich schnell. So berichtet Konrad Justinger, dass gar «vil lüten» in die Stadt gezogen waren, was 1255 zu einer Stadterweiterung führte. Bereits 1344 musste sie aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums abermals erweitert werden. Der alte Wehrturm stand nun plötzlich mitten in der Stadt und büsste seine Wehrfunktion endgültig ein – er wurde zum Gefängnisturm und später zum Hoch- und Feuerwachtturm umfunktioniert. Erst nach dem verheerenden Feuer von 1405 wurde aus ihm ein Turm mit Uhr, der «Zytglogge». Als solcher wurde er damals zum bedeutendsten Gebäude der Stadt, so wichtig, dass sich alle gemessenen Distanzen auf ihn bezogen, die dann mit Stundensteinen angegeben wurden. Stundensteine sind allein stehende, behauene Steine mit eingemeisselter Distanzangabe, die in regelmässigen Abständen am Strassenrand wichtiger Verkehrswege aufgestellt worden sind. Sie geben die zu Fuss zurückgelegte Distanz in Stunden an und beziehen sich jeweils auf den «Zytglogge». Heute bildet der Turm mit seinem Monumentaluhrwerk und dem Astrolabium die Hauptattraktion der Stadt.
Preise
Wer den «Zytglogge» von innen bestaunen möchte, hat die Möglichkeit, sich einer Führung anzuschliessen. Weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist (maximal zwanzig Personen), empfiehlt es sich, rechtzeitig zu reservieren. Eine Führung kostet für Erwachsene Fr. 15.–, für Kinder (6 bis 16 Jahre) Fr. 7.50, für Studenten und Senioren Fr. 10.–.
Öffnungszeiten
Die Führungen finden zwischen dem 26. und 31. Dezember um 14.30 Uhr täglich statt. Danach finden sie wieder vom 1. April bis 31. Oktober um 14.30 Uhr täglich statt. Die Führungen werden in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch durchgeführt.
Informationen
Zytglogge
Kramgasse
3011 Bern
Tel. 031 328 12 12
www.zytgloggebern.ch