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15 lug 2019
Neue Studien
LUDOK hat in den letzten zwei Monaten Studien zusammengestellt, welche ultrafeine Partikel und mögliche Gesundheitseffekte, die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die psychische Gesundheit und auf verschiedene Krebsarten, insbesondere Brustkrebs, untersucht haben (Referenzliste).
Ultrafeine Partikel (Referenzliste)
Die gesundheitlichen Auswirkungen von ultrafeinen Partikeln sind in einem ausführlichen Bericht der Lufthygienischen Dokumentationsstelle LUDOK zusammengefasst. Insgesamt fand LUDOK in der neueren Literatur seit 2011 Hinweise auf Wirkungen der ultrafeinen Partikel auf subklinische Endpunkte wie Lungenfunktion oder Entzündungszeichen im Blut. Die meisten Studien untersuchten kurzfristige Effekte. Eine grosse Herausforderung stellt nach wie vor die Belastungsabschätzung der zeitlich und räumlich sehr variablen ultrafeinen Partikeln dar, die wichtig ist, um Effekte ultrafeiner Partikel von jenen anderer Schadstoffe, insbesondere NO2, trennen zu können.
In einer aktuellen Studie in acht Städten Europas hing die Sterblichkeit wegen Herz-/Kreislaufkrankheiten mit der kurzfristigen Belastung ultrafeiner Partikel zusammen (Chen et al. 2018). Ein deutsches Forschungsteam konnte denselben Zusammenhang auch unabhängig von anderen Schadstoffen, mit Ausnahme von NO2 finden (Hennig et al. 2018). Kanadische Forscher fanden jedoch auch langfristige Effekte. Demnach nahm die Inzidenz von Asthma bei Kindern in Abhängigkeit der Belastung mit ultrafeinem Feinstaub während der Schwangerschaft zu (Lavigne et al. 2019).
Brustkrebs
Die insgesamt 10 neu erfassten Studien bestätigen das eher gemischte Bild der Evidenz, welches White und Kollegen (White et al. 2018) in ihrer Übersichtsarbeit aufzeigen. Der Einfluss der Luftbelastung könnte je nach Zeitpunkt der Krebsdiagnose vor oder nach der Menopause verschieden sein, wobei jedoch kein klares Muster auszumachen sei. So findet die Gruppe um White in einer Kohorte ein erhöhtes Brustkrebsrisiko vor (White et al. 2019) und in einer anderen Kohorte ein erhöhtes Risiko nach den Wechseljahren (White et al. 2019) in Abhängigkeit verschiedener giftiger Luftschadstoffe (NATA) in den USA. Auch Hart und Kolleginnen (2018) finden in der Nurses‘ Health Studie II in den USA kein konsistentes Muster. Die verkehrsbedingte Belastung könnte gemäss Review jedoch in Zusammenhang mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko stehen. Zu diesem Ergebnis kommen auch eine amerikanische (Cheng et al. 2019) und eine israelische (Cohen et al. 2018) Studie.
Psychische Gesundheit
Eine ganze Reihe meist chinesischer Studien fanden Zusammenhänge zwischen geistigen Krankheiten wie Schizophrenie, Depression und Angst- und Verhaltensstörungen oder Behandlungen wegen Stress, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Zunehmend werden aber auch chronische Effekte beobachtet. Englische Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen der langfristigen Schadstoffbelastung und Verhaltensproblemen bei Kleinkindern (Midouhas et al. 2019). In einer gemeinsamen Analyse von acht niederländischen Kohorten war das Risiko einer depressiven Erkrankung in Abhängigkeit von Russ erhöht (Generaal et al. 2019). Zusammenhänge zwischen subjektivem Stressempfinden und der NO2-Belastung in Korea (Hwang et al. 2018) und der Feinstaubbelastung in Deutschland (Petrowski et a. 2019) wurden ebenfalls beobachtet.
Diese und weitere Studien finden Sie auf: https://www.swisstph.ch/de/projects/ludok/neue-studien/