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Die vollständige Bibel mit Altem und Neuem Testament liegt jetzt in 511 Sprachen vor. Das teilte der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) im „Global Scripture Access Report“ mit. Das Neue Testament ist zusätzlich in 1.295 Sprachen übersetzt, einzelne Schriften der Bibel sind in 844 Sprachen verfügbar. Damit liegt in 2.650 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel vor. Sprachforscher gehen von weltweit rund 6.900 lebenden Mundarten aus.
Für Hunderte Millionen Menschen weltweit gebe es laut UBS noch keine vollständige Bibel in der Muttersprache. Viele Völker warteten zudem auf eine Neuübersetzung oder Revision der Bibel, weil bestehende Übersetzungen zum Teil hundert Jahre oder älter seien und daher heute kaum noch verstanden würden.
Gegenwärtig arbeiteten die Bibelgesellschaften an rund 460 Übersetzungsprojekten. Bis 2015 sollen 100 abgeschlossen sein, davon 43 Erst- und 27 Neuübersetzungen sowie 30 Revisionen. Zum jetzigen Zeitpunkt liege bereits in mehr als der Hälfte der 100 Projekte die komplette Übersetzung vor. Sie würden nun für den Druck vorbereitet.
Zu den Sprachen, in denen erstmals eine vollständige Bibel zur Verfügung stehe, gehöre beispielsweise Krio. Dabei handele es sich um eine sogenannte Kreolsprache, die vor allem in Sierra Leone, aber auch in Gambia, Guinea und im Senegal genutzt werde. Für rund eine halbe Million Menschen sei es die Muttersprache, vier Millionen nutzten sie als Zweitsprache. Nur etwa zehn Prozent der Sprachgruppennutzer gehörten einer christlichen Kirche an. Die Arbeit an der Übersetzung hätte bereits in den 1990er Jahren begonnen, durch den Bürgerkrieg in Sierra Leone verzögere sich aber die Fertigstellung.
Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern tätig. Zu den Mitgliedern gehört auch die Deutsche, Schweizerische und Österreichische Bibelgesellschaft. Aufgaben seien die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Unterstützt werde die internationale Arbeit durch die Weltbibelhilfe der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Bibelgesellschaft.
(Quelle:APD)