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Das ökonomische Potenzial – also die Produktivitätsverluste, die auf ein Übermass an arbeitsbedingten Belastungen im Vergleich zu Ressourcen zurückzuführen sind – liegt 2022 bei rund 6,5 Milliarden Franken. Dies sind 13% der gesamtschweizerischen Produktionsverluste von 48 Milliarden Franken (Zahl nicht dargestellt).
Die Produktivitätsverluste geschehen auf zwei Arten: Ungefähr 5 Milliarden Franken (76,9%) sind auf Arbeitnehmende zurückzuführen, die zwar am Arbeitsplatz anwesend sind, aber aufgrund der Stressbelastung keine oder nur eine verminderte Leistung erbringen können (Präsentismus). Die anderen rund 1,5 Milliarden Franken (23,1%) werden durch Arbeitnehmende verursacht, die stressbedingt fehlen (Absentismus). Präsentismus und Absentismus verursachen Produktivitätsverluste von durchschnittlich 14.9% der Arbeitszeit (Zahl nicht dargestellt).
Das ökonomische Potenzial ist nach einem Anstieg bis 2020 (7,6 Mrd. CHF) erstmals gesunken und liegt 2022 wieder auf dem Niveau von 2018 (6,5 Mrd. CHF). Die breiten Konfidenzintervalle zeigen jedoch, dass die Zahlen insgesamt über die Zeit relativ stabil blieben.
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).
Arbeitsbedingter Stress ist nicht nur schädlich für die Gesundheit der Betroffenen, sie kann auch direkte betriebswirtschaftliche Folgen haben, zumal durch Arbeitsstress wichtiges Wertschöpfungspotenzial verloren geht. Das ökonomische Potenzial zeigt, inwiefern sich die Produktivität durch Reduktion von Absentismus und Präsentismus in der Schweiz verbessern würde, wenn für alle Erwerbstätigen ein ausgeglichenes Verhältnis von Stressoren und Ressourcen erreicht werden könnte. Belastungen im Arbeitskontext können zum Beispiel Zeitdruck, Konflikte oder Überforderungen sein. Ressourcen können zum Beispiel der Handlungsspielraum sein, der den Erwerbstätigen gewährt wird, oder die Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird.
Der Indikator zeigt den Umfang des ökonomischen Potenzials in Schweizer Franken, welches mit Verbesserungen des Verhältnisses von Arbeitsbelastungen und Arbeitsressourcen erreicht werden kann. Die Daten werden ungefähr alle zwei Jahre aktualisiert.
Das ökonomische Potenzial steht in engem Zusammenhang mit dem Indikator Arbeitsbedingter Stress, der im Rahmen der gleichen Erhebung (Job-Stress-Index-Erhebung) berechnet wird. Dieser bildet die Grundlage für die Berechnung des ökonomischen Potenzials, welche in drei Schritten erfolgt (Details siehe Gesundheitsförderung Schweiz):
Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
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