Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03316.jsonl.gz/14

Reinach setzt HarmoS um
Der Beitritt zum HarmoS-Konkordat und die damit verbundene Verlängerung der Primarschulzeit von fünf auf sechs Schuljahre haben für die Gemeinde weitreichende Konsequenzen. Will man am bestehenden Prinzip festhalten, dass die Primarschulzeit grundsätzlich in den Quartierschulhäusern absolviert werden kann, müssen mindestens drei Primarschulgebäude in Reinach erweitert werden. Der Gemeinderat hat jetzt dem Einwohnerrat eine Vorlage unterbreitet, die zeigen soll, wie dieses komplexe Vorhaben umgesetzt werden könnte. Mit Kosten von rund 40 MCHF ist es das wohl grösste Projekt das Reinach je angepackt hat.
Und so soll das ganze angepackt werden: Um zum Zeitpunkt der Umsetzung im Sommer 2015 den Raumbedarf nur einigermassen decken zu können, ist der Auszug der Musikschule aus den bestehenden Primarschulgebäuden in ein eigenes Musikschulhaus erforderlich. Aufgrund des vorhandenen Raumangebots und der bestehenden Aula bietet es sich nach Ansicht des Gemeinderates an, die Musikschule in die Schulanlage Fiechten zu integrieren. Am geeignetsten dafür ist das bestehende Primarschulhaus Fiechten, das für den zukünftigen Bedarf der Primarschule zu klein werden wird. Als Ersatz muss für die Primarschule ein neues Primarschulhaus gebaut werden.
Unabhängig von HarmoS besteht in den Reinacher Primarschulgebäuden, rund 40 Jahre nach deren Erstellung, ein erheblicher Erneuerungsbedarf. Dieser, die erforderlichen Anpassung an HarmoS und an zeitgemässe Unterrichtsformen sowie die ebenfalls notwendige Erstellung eines neuen Musikschulgebäudes, löst in den kommenden Jahren einen Investitionsbedarf für die Gemeinde Reinach von über CHF 40 Millionen aus. Da nicht in allen Anlagen und Bereichen schon alle Fragen geklärt sind und diese umfangreichen Bauprojekte weder finanziell noch personell auf einmal bewältigt werden können, schlägt der Gemeinderat ein gestaffeltes Vorgehen vor.
Als erster Schritt sollen die Sanierung und der Umbau der Schulanlage Fiechten in Angriff genommen werden. Nach dem Auszug der Sekundarschule im Sommer 2011 steht das Sekundarschulhaus weitgehend leer. Da es sich weder für die Aufnahme der Musikschule noch zur Deckung des zusätzlichen Raumbedarfs der Primarschule eignet, soll es verkauft werden. Die Internationale Schule (ISB) ist am Gebäude interessiert. Für die Gemeinde wäre es vorteilhaft, wenn das Gebäude weiterhin als Schulhaus genutzt werden könnte. So wäre die bestehende Infrastruktur im Fiechten mit Aula und Sportanlagen besser ausgelastet. Und der Verkaufserlös würde helfen, die grossen Investitionskosten besser zu verkraften. In einem ersten Schritt beabsichtigt der Gemeinderat, das leere Schulhaus der ISB zu vermieten. Über einen allfälligen späteren Verkauf muss der Einwohnerrat entscheiden.Sicher ist aber eines: Sowohl Vermietung als auch Verkauf kommen nur in Frage, wenn die ISB mit einem überzeugenden Verkehrskonzept sicherstellen kann, dass es im Quartier Fiechten zu keiner unzumutbaren Verkehrsbelastung kommt.
Der Gemeinderat beantragt beim Einwohnerrat für den Wettbewerb und die Projektierung des neuen Primarschulgebäudes, die Projektierung des Umbaus und der Sanierung des ehemaligen Primarschulgebäudes zum Musikschulhaus und Projektierung der Sanierung der Aula, der Hauswartwohnung und der Einstellhalle einen Kredit über CHF 650'000.
In den nächsten Jahren werden weitere Vorlagen folgen, sobald konkrete Projekte zur Sanierung und zum Ausbau der anderen Schulhäuser vorliegen.
Telebasel hat über den Verkauf des Sekundarschulhauses berichtet (ab Minute 4:40). Gemeinde-TV: siehe Sendung vom 4.10., BaZ_111027_SchulhausFiechten, BaZ_111107_ISB.