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Prof. Dr. Urs Bitterli
Gränichen
Golo Manns Schweizer Exil
Golo Mann, das dritte Kind von Thomas und Katia Mann, suchte und fand seine Aufgabe anders als die meisten seiner Familienmitglieder in der Wissenschaft: Er studierte Philosophie und Geschichte und promovierte bei Karl Jaspers über Hegel. Er wirkte an verschiedenen Universitäten Amerikas und Deutschlands als Historiker und machte sich einen Namen als Publizist.
Viele Jahre seines Lebens vertrachte Mann in der Schweiz, von 1937 bis 1940 während des ersten Schweizer Exils seiner Eltern als Redaktor der Zeitschrift «Mass und Wert». Von 1942 bis 1958 lebte und lehrte er in Amerika. Nach seiner Rückkehr nahm er Wohnsitz im Elternhaus in Kilchberg, 1968 wurde er Schweizer Staatsbürger. Die letzten Lebensmonate verbrachte er bei der Familie seines Adoptivsohnes in Leverkusen, wo er 1994 starb.
Prof. Dr. Urs Bitterli wurde 1935 in Gränichen, Kanton Aargau, geboren. 1955 erwarb er am Kantonalen Lehrerseminar in Wettingen das Primarlehrerpatent. Er studierte in Zürich und Paris Geschichte und doktorierte 1964 über «Thomas Manns politische Schriften zum Nationalsozialismus». Nach einer Assistenz am Historischen Seminar der Universität Zürich und Auslandsaufenthalten in London und Paris habilitierte er sich 1970 mit der Schrift «Die Entdeckung des schwarzen Afrikaners». Von 1995 bis 2001 wirkte er als Ordinarius für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich. Vor einem Jahr erschien im Verlag der Neuen Zürcher Zeitung sein neuestes Buch «Golo Mann». Darin verfolgt Urs Bitterli das Ziel, «Golo Mann durch sein Leben zu folgen» und dies mit «grösstmöglicher Objektivität».