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Jura industriel
|Kürzel||JI|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1857-07-02|
|Mutiert||Ab 1875-05-01 Jura bernois|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1855 gegründete JI gehörte einer Aktiengesellschaft, wobei das Kapital zu wesentlichen Teilen vom Kanton Neuenburg sowie von den auf die Uhrenindustrie ausgerichteten Gemeinden La Chaux-de-Fonds und Le Locle stammte. Als Erstes ging 1857 der Abschnitt Le Locle–La Chaux-de-Fonds in Betrieb. Bis 1860 folgte schrittweise die Verlängerung bis nach Neuenburg, wozu unter anderem der damals längste Tunnel der Schweiz, der Loges-Durchstich bei Convers mit 3.3 Kilometern Länge, gebaut werden musste.
Schon die Entstehung der JI war aufgrund der schwierigen Topografie und entsprechenden Baukostenüberschreitungen eine lange und mitunter finanziell abenteuerliche Leidensgeschichte. Ende 1860 war die JI trotz einer rückzahlbaren Subvention des Bundes von 1 Mio. Franken bankrott. Es dauerte fast fünf Jahre bis die finanzielle Situation bereinigt werden konnte. Der Betrieb lief vorübergehend unter der Regie des Kantons Neuenburg. In diesem Zeitraum wurden nur äusserst summarische oder überhaupt keine Geschäftsberichte herausgegeben. Soweit Zahlen erhoben werden konnten, sind diese als approximativ zu betrachten. 1865 übernahm eine Auffanggesellschaft mit einem Kapital von 4.8 Mio. Franken die JI. Die Baukosten hatten sich auf über 17 Mio. Franken beziffert (bei einem ursprünglich budgetierten Aufwand von 11 Mio. Franken). 1874 wies die Statistik die Anlagegelder von 4.8 Mio. Franken als Anleihen aus, zuvor wurde das ursprüngliche Kapital (vormalige Aktien und Anleihen) angezeigt. Wir sind in der Datenbank der ersten Version gefolgt und haben die Wertvernichtung von 1865 als Handänderungsverlust erfasst.
Trotz des gewaltigen Abschreibers 1865 war jedoch der zweiten Gesellschaft offenbar ebenso wenig Erfolg beschieden. Aufgrund einer erneuten Liquidation 1875 wurde die Linie Neuchâtel–Le Locle für 3.6 Mio. Franken von der Jura Bernois (JB) erworben, womit nochmals 1.2 Mio. Franken des Kapitals verloren gingen. Die Hintergründe der Handänderung – zumal unter diesen unvorteilhaften Bedingungen – sind allerdings aus den verfügbaren Zahlen nicht transparent nachvollziehbar, denn die JI fuhr auch unter Berücksichtigung der Zinspflichten durchaus kostendeckend.
Bis 1873 wies die Statistik die – faktisch auf 4.8 Mio. Franken abgeschriebenen – Bruttobaukosten von 17 Mio. Franken aus, danach die Nettobaukosten.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: