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Wiborada war eine Einsiedlerin des 9. und 10. Jahrhunderts, welche die letzten 10 Jahre ihres Lebens in einer Zelle in St. Gallen verbrachte. Im Rahmen des Wiborada-Projekts können sich Menschen seit 2021 wieder in einer Zelle einsperren lassen. Allerdings nicht für ein Jahrzehnt, sondern eine Woche.
Bei diesem Projekt machte auch der Kirchenmusiker Andreas Hausammann mit. Eine Woche lang verbrachte er in der Wiborada-Zelle in St. Gallen, allein und ohne elektronische Geräte. Als er den Raum betrat, kam er «sofort in einen ganz anderen Zustand», erzählt er.
Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, hielt sich Hausammann an den Tagesablauf, welchen er auch sonst hatte. Nur wenn Schulklassen oder sonstige Besucher am Fenster vorbeikamen, um mit ihm zu sprechen, verschob sich der Zeitplan etwas. Er beschäftige sich intensiv mit den Psalmen, las sie in Ruhe und mehrfach, dazu noch ein paar wenige andere Bücher.
Hausammann bezeichnet die Woche als «ein Leben in der Stille und der Reduktion». Er blickt positiv auf die Woche zurück und sagt: «Das wird noch einige Zeit nachklingen.»