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Die barocke Idee vom bemalten Gips in der Bildhauerei hat mich immer fasziniert: falscher Marmor, aufgelegtes Blattgold und gemalter drapierter Samt anstelle von echten Materialien. Es findet eine Abstraktion statt, eine Distanz von der Wirklichkeit, ein falscher Eindruck von Reichtum. Fuer diese Skulptur eines jungen Mannes habe ich daher bemaltes und plastifiziertes Papier-Mache verwendet, oder Karton, etwas prosaischer ausgedrueckt. Die Skulptur heisst "Geoff", genau wie die einsilbigen oh-so-maennlichen Namen, die in der schwulen Pornographie verwendet werden. In den vergangenen Jahren habe ich an einer ganze Serie von Koepfen von "Beautiful People" gearbeitet. Ausgeschnittene Kartonstuecke, die ineinander gesteckt werden, sind eine Technik, mit der ich lange Erfahrung habe: ich habe sie als Bub verwendet, wann immer ich kleine Buehnenfiguren hergestellt und ganze Miniaturszenen nachgestellt habe, um die Gaeste meiner Eltern nach dem Nachtessen zu "unterhalten", mit untermalender Musik vom Plattenspieler, Mamis alten Vorhaengen als Seitenkulissen und handgeschnittenen Kaesewuerfeln auf Crackers, die in der Pause serviert wurden. Ich versuche mir heute nicht zu lebhaft vorzustellen, welchen Torturen ich die armen Leute damals ausgesetzt habe, obwohl ich mich ziemlich genau daran erinnere, dass die meisten von ihnen nach diesen memorablen Abenden mit meinen Eltern befreundet geblieben sind.
"Beautiful People: Doeppelkoepfe" erster Teil
"Beautiful People: Doeppelkoepfe" zweiter Teil