Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/84156

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, in einem Bericht darzulegen, ob und wie er eine praxisgerechte Feuerbrandstrategie unterstützt. Unter "praxisgerecht" ist unter anderem zu verstehen: der Einbezug der Erfahrungen der Obstbauern sowie das systematische Sammeln von Informationen bezüglich Verhalten der Bäume bei Feuerbrandbefall und der Austausch von Wissen zwischen Bund, Kantonen und Obstproduzenten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat am 7. Dezember 2007 in Beantwortung von zwei parlamentarischen Vorstössen zur Feuerbrandbekämpfung (Postulat 07.3299 der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei vom 5. Juni 2007, "Effiziente Bekämpfung des Feuerbrandes", und Postulat 07.3511 Büchler vom 22. Juni 2007, "Feuerbrandbekämpfung") einen ausführlichen Bericht zuhanden des Parlamentes vorgelegt. Darin wird die Bekämpfungsstrategie, basierend auf phytosanitären Prinzipien der Quarantäne, eingehend erläutert und werden flankierende Massnahmen (Forschung, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln) dargestellt. Zur Bekämpfung des Feuerbrands im Jahr 2008 wurde das Antibiotikum Streptomycin Ende Januar 2008 zugelassen, ein allfälliger Einsatz findet unter strengen Auflagen statt. Weiter wurde im Februar 2008 ein Pflanzenschutzmittel auf der Basis von natürlichen Antagonisten (Hefepilzpräparat) für das Jahr 2008 zugelassen.</p><p>Die Richtlinie Nr. 3 des Bundesamts für Landwirtschaft bildet weiterhin die Basis der Feuerbrandbekämpfung in der Schweiz. Sie ermöglicht den Kantonen, differenziert gegen diese Krankheit vorzugehen. Die Bekämpfungsmassnahmen orientieren sich an der Befallssituation in einer Region. Dem Kanton wird der notwendige Handlungsspielraum eingeräumt, damit lokal sinnvolle, angepasste Massnahmen getroffen werden können. Die Bekämpfungsrichtlinie des Bundes wurde mit den Kantonen (Fachstellen Pflanzenschutz sowie Obstbau) im Jahr 2007 eingehend diskutiert, und sie wird von diesen unterstützt, ebenso vom Schweizerischen Obstverband.</p><p>In der Befallszone, die bereits einen beträchtlichen Teil der Schweiz umfasst, muss mit dem Feuerbrand gelebt werden. Entsprechend besteht das Ziel in der Befallszone nicht mehr in der Ausrottung der Krankheit. Im Hinblick auf eine nachhaltige Obstwirtschaft können die Kantone in der Befallszone definierte Schutzobjekte ausscheiden. Die zu treffenden Sanierungsmassnahmen in Schutzobjekten werden aufgrund einer Fachbeurteilung vor Ort festgelegt. Aus dem Feuerbrandjahr 2007 wurden im Hinblick auf die künftige Bekämpfung des Feuerbrands Lehren gezogen. Auch haben einige Kantone ihre Bekämpfungsstrategie im Rahmen der Richtlinie angepasst.</p><p>Seit dem Erscheinen des obenerwähnten Berichts vom 7. Dezember 2007 liegen keine neuen Erkenntnisse vor.  Aus diesen Gründen erübrigt sich ein erneuter Bericht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.