Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03128.jsonl.gz/1978

Sammelschmuck ist eine beliebte Schmuckform. Hierbei handelt es sich vor allem um Bettelarmbänder, die die Möglichkeit bieten, die passenden Einzelschmuckteile (wie Anhänger) selbst zusammenzustellen. So kann das Armband nach Belieben individualisiert werden.
Inhaltsverzeichnis:
Geschichte
Das Tragen von Anhängern fing wahrscheinlich als eine Form des Amuletts an, um böse Geister oder Unglück abzuwehren. Während der prähistorischen Zeit wurden Schmuckanhänger aus Muscheln, Tierknochen und Ton hergestellt. Später wurden die Anhänger aus Edelsteinen, Steinen und Holz hergestellt.[1]
Zum Beispiel gibt es Hinweise in Afrika, dass Muscheln vor rund 75.000 Jahren als Schmuck verwendet wurden. In Deutschland wurden kunstvoll geschnitzte Mammutelfenbein-Anhänger gefunden, die vor ungefähr 30.000 Jahren hergestellt wurden. Im alten Ägypten wurden Anhänger aus Identifizierungsgründen und als Symbole des Glaubens und Glück verwendet. Anhänger dienten weiters dazu, damit eine Person im Jenseits von den Göttern identifiziert werden konnte.
Während des Römischen Reiches verwendeten Christen kleine Fischanhänger, welche sie in ihrer Kleidung versteckten, um sich für anderen Christen erkennbar zu machen. Jüdische Gelehrte aus der gleichen Zeit schrieben kleine Passagen des jüdischen Gesetzes auf und steckten sie in Amulette, die sie um den Hals trugen. So konnten sie das Gesetz stets in der Nähe ihres Herzens aufbewahren. Mittelalterliche Ritter trugen Anhänger zum Schutz in der Schlacht. Anhänger wurden während des finsteren Mittelalters getragen, um die familiäre Herkunft und religiöse und politische Überzeugungen anzuzeigen.
Bettelarmbänder hatten mehrere Trendzeiten. Die ersten Bettelarmbänder wurden von den Assyrern, Babyloniern, Persern und Hethitern getragen und kamen erstmals in der Zeit von 600 bis 400 v. Chr. auf.[2]
Zum Beispiel trug Königin Victoria Bettelarmbänder, was eine Mode beim europäischen Adel aufkommen ließ. Sie trug maßgeblich zur Beliebtheit der Bettelarmbänder bei, da sie es „liebte sie zu tragen und zu verschenken“. Als ihr geliebter Prinz Albert starb, machte sie sogar „Trauer“-Bettelarmbänder zur Mode;. Medaillons mit Haaren der verstorbenen Person, Miniatur-Porträts der verstorbenen Person, Bettelarmbänder eingeritzt in Gagat.[3]
Im Jahre 1889 veröffentlichte Tiffany und Co. ihr erstes Bettelarmband – ein Armband mit einem daran baumelnden Herz. Dieses Armband ist nun eines der heutigen Symbole für Tiffany.
Trotz der Weltwirtschaftskrise wurden in den 1920er und 1930er Jahren Platin und Diamanten zur Herstellung von Bettelarmbändern hinzugefügt. Amerikanische Jugendliche der 1950er und frühen 1960er Jahre sammelten Anhänger, um sich an die Ereignisse in ihrem Leben zu erinnern. Bildschirm-Ikonen, wie Elizabeth Taylor und Joan Crawford, trugen stark zur Beliebtheit und zum Interesse der Bettelarmbänder bei.
Obwohl das Interesse und die Produktion in der letzteren Hälfte des 20. Jahrhunderts schwand, gab es nach 2000 ein Wiederaufleben der Beliebtheit und Sammler suchten eifrig nach Vintage-Anhängern. Inspiriert durch den Film „Fluch der Karibik“ wurden Armbänder mit kleinen Schwert-, Kreuz- und Totenkopf-Anhängern als Modetrend im Winter 2006 eingeführt.
Europäische Bettelarmbänder
Seit dem Jahre 2002 entstand ein neuer Bettelarmband-Trend in Europa und Nordamerika. Diese Modul-Armbänder bestehen aus einer Kette, auf der verschiedene Perlen oder „Anhänger“ aufgenommen werden können. Die Anhänger werden aus Gold, Silber oder Murano-Glas hergestellt und sind austauschbar, damit die Trägerin ihren eigenen Stil kreieren kann. Diese kleinen Perlen können so geformt werden, damit sie jede mögliche Form annehmen können. Es gibt buchstäblich Tausende von Perlen für diese Armbänder, da sie so jedem Modegeschmack angepasst werden können.
Sie sprechen viele verschiedene Kundenkategorien an, da eine breite Vielfalt von Perlen zur Verfügung stehen. Die Perlen sind ab 15€ pro Stück zu erwerben. Der Preis kann bis zu Hunderte von Euro sein, da die Perlen aus Gold, Platin und Diamanten hergestellt werden können.
Der ursprünglich im Jahre 1976 vom dänischen Schmuckunternehmen Trollbeads eingeführte Armbandstil wuchs an Beliebtheit und heute gibt es viele verfügbare Marken davon. In Großbritannien sind die erfolgreichsten Marken der europäischen Bettelarmbänder Pandora und Love-Links. Biagi, Zable, Reflections by SimStars, Chamilia, Soufeel, Novobeads, Oriana und Trollbeads sind in den USA auch sehr beliebt. Ein wesentliches Merkmal der eigentlichen Perlen ist, dass sie mit allen gängigen Perlenarmband-Herstellermarken kompatibel sind. Novobeads-Anhänger können auf einem Pandora-Armband getragen werden und auch umgekehrt.
Diese Perlenarmbänder sind vollständig anpassbar, da die Verschlüsse für die Armbänder und Halsketten beim Kauf nicht enthalten sind. Hierfür gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten. Es gibt sogar einen Ankerverschluss, um das Armband sicher zu schließen. Diese aktuelle Modulschmuck-Mode schließt an den Erfolg des „Add A Bead“-Schmuck der 80er Jahre an.
Trollbeads
Trollbeads (dänisch: Troldekugler) ist ein dänisches Schmuckunternehmen und verfügt über einen weltweiten Vertrieb seines originellen Schmuckkonzeptes.[4][5] Seit 1976 entwirft, produziert und vertreibt das Unternehmen kleine „Anhänger“, die auf einem Armband oder einer Halskette getragen werden können. Diese können entweder einzelne Anhänger sein oder auch eine Kombination von mehreren. Vor dem Jahr 2001 bestand die Trollbeads-Kollektion ausschließlich aus Silber- und Gold-Anhängern[6], doch das Konzept hat sich inzwischen auf Ringe und Ohrringe erweitert, und auch zu Variationen dieser Produktgruppen. Die Produktlinie bietet immer noch Silber- und Goldartikel an, doch nun bestehen die Anhänger auch aus den Materialien Glas, Edelstein, Leder und viele weitere.[7] Das Unternehmen bringt jährlich zwei große saisonale Kollektionen heraus (Frühjahr und Herbst), sowie eine Reihe von kleineren Kollektionen für bestimmte Feiertage, wie z.B. Valentinstag, Muttertag, Halloween.
Das Konzept wurde 1976 vom Silberschmied Søren Nielsen entwickelt, der immer noch als einer der wichtigsten Designer des Unternehmens agiert. Die Schwester von Søren Nielsen, Lise Aagaard, gründete später eine eigene Firma unter dem Namen Lise Aagaard Kopenhagen, um die Perlen zu verkaufen. Sie war die Chefin des Unternehmens bis zum Jahr 2012, als schließlich Jan Stig Andersen zum Geschäftsführer ernannt wurde. Im selben Jahr änderte das Unternehmen offiziell seinen Namen auf Trollbeads.
Der Trollbeads-Slogan „Das Original seit 1976″ bezieht sich auf das sogenannte „Perle am Armband“-Konzept, welches erstmals von Trollbeads im Jahre 1976 entwickelt wurde. Das Konzept bleibt auch weiterhin der Kern der gesamten Produktlinie des Unternehmens.[8]
Produkte
Von 1976 bis 2000 wurden alle Trollbeads-Produkte von Søren Nielsen, Lise Aagaard und anderen Familienmitgliedern entworfen. Seit 2000 setzt das Unternehmen auch mehr und mehr unabhängige Designer ein. Alle Perlen werden von Hand gefertigt und variieren somit im Aussehen und – im Falle der Glasperlen – auch in der Größe.
People’s Bead
Das Unternehmen veranstaltet ein jährliches Event, bei dem jeder seine eigenen Entwürfe einreichen und auch für Entwürfe anderer stimmen kann. Die Gewinner-Perle wir für dieses Jahr als „People´s Bead“ erklärt und geht anschließend in die Produktion. Im Jahre 2012 gab es 11 Gewinnerperlen, was zu einer ganzen Kollektion von People´s Bead führte.
Materialien
Trollbeads-Schmuck wird ausschließlich aus Edelmetallen hergestellt. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Dokuments sind diese: Sterling Silber für alle Silber-Produkte, 22-karätiges Blattgold für Einschlüsse in Glasperlen, 18-karätiges Gold für Perlen, Ringe und Verschlüsse, und 14-karätiges Gold für Armbänder, Halsketten und Sicherheitsketten. Zusätzlich zu diesen Edelmetallen verwendet das Unternehmen Süßwasserperlen, Edelsteine, Leder, Glas und Swarovski-Kristalle.
Seitdem das Unternehmen in den frühen 2000er Jahren mit der Vermarktung ihrer Perlen außerhalb von Dänemark begann, konnte Trollbeads seine Vermarktung in mehr als 35 Ländern erweitern. In den meisten Ländern wird der Vertrieb lokal durch unabhängige Händler abgewickelt, mit Ausnahme von Skandinavien und den USA, in denen der Vertrieb von Tochtergesellschaften von Trollbeads selbst betrieben wird.
Italienische Bettelarmbänder
Ein Anhänger ist ein kleines Schmuckstück, welches in der Regel an einem Armband oder einer Kette baumelt. Allerdings sind die italienischen Bettelarmbänder anders konzipiert. Während jeder Anhänger separat und austauschbar ist, liegt er flach auf dem Handgelenk auf und ist mit dem nächsten Anhänger verzahnt, ähnlich wie bei einem Dehnungsarmband. Es gibt ein Anhänger-Werkzeug, um die Anhänger auszutauschen, doch mit den Fingern geht es genauso gut.
Personalisierung
Sammelschmuck bzw. Bettelarmbänder lassen sich in dem Maße personalisieren, dass die einzelnen Anhänger und Perlen nach persönlichem Geschmack ausgewählt werden können. Es ist recht unwahrscheinlich, dass ein Armband dem anderen gleicht, da viele verschiedene Anhänger an einem Armband Platz finden.
Quellen[1] http://jewelry.about.com/od/jewelrycomponents/a/charm_bracelet.htm
[2] http://jewelry-making.com/_history-charm-bracelets.html
[3] http://www.extasia.com/retail-jewelry/charm-bracelets.html
[4] „Inimitable Trollbeads“ (PDF). The Jeweller, Oct 2007.
[5] http://productreviews.2020ebiz.net/?p=168
[6] http://www.trollbeadsuniverse.com/global/en-us/about-trollbeads/the-story
[7] http://www.trollbeadsuniverse.com/global/en-us/products
[8] http://www.trollbeadsuniverse.com/global/en-us/about-trollbeads/what-is-trollbeads