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Die Kantonale Denkmalpflege sorgt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags innerhalb der kantonalen Verwaltung für den Erhalt und den sorgsamen Umgang mit dem baukulturellen Erbe. Im Amt für Raumentwicklung angesiedelt, ist sie für die denkmalpflegerischen Schutzobjekte von überkommunaler Bedeutung zuständig. Sie ist in drei Ressorts gegeliedert: Mit der Inventarisation werden die rechtlichen Grundlagen bereitgestellt, die Bauberatung sorgt für die fachgerechte Begleitung von baulichen Massnahmen, die Dokumentation begleitet die Objekte wissenschaftlich.
Die Kantonale Denkmalpflege ist nicht mit dem Zürcher Heimatschutz zu verwechseln, der ein Verein ist und ähnliche Ziele mit andern Mitteln verfolgt.
Als gebietsverantwortlicher Bauberater betreute Reto Gadola im Zürcher Oberland eine Vielzahl von Denkmalschutzobjekten für die Kantonale Denkmalpflege. In diesem Spannungsfeld sorgte er in fachlicher, bautechnischer, administrativer und rechtlicher Hinsicht für einen angemessenen Umgang mit ihnen.
Das ländlich geprägte Gebiet war ein bekanntes Zentrum der Textilindustrie. Zunächst waren es die Heimarbeiter, die in bescheidenen Verhältnissen in ihren Flarzhäusern Garn spinnten, zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte dann die Mechanisierung und der Bau von zahlreichen grossen Fabriken ein, die entlang der Wasserläufe die Wasserkraft zur Herstellung von Garnen und Stoffen nutzten. Die Gemeinde Wald war als «Manchester der Schweiz» bekannt und der wirtschaftliche Reichtum der Gegend schlug sich im Übernamen «Milionenbach» nieder, mit dem der Aabach zwischen Pfäffiker- und Greifensee gemeint war. Mit dem stetigen Niedergang der Textilindustrie im 20. Jahrhundert und dem rasanten Strukturwandel seit der Jahrtausendwende stellen sich anspruchsvolle Fragen, wie mit dem reichen baukulturellen Erbe der Gegend umzugehen ist.
Reto Gadola: gebietsverantwortlicher Bauberater, Zürcher Oberland
Aufgaben: Beratung von Bauherrschaften, Architekten, kommunalen Behörden und Verwaltungen, Abklären des denkmalpflegerischen Handlungsspielraums, Begleitung der fachgerechten Ausführung von baulichen Massnahmen, Beurteilung von Baugesuchen, Gestaltungsplänen, Ortsplanrevisionen, Beurteilung und Abwicklung von Beitragsgesuchen, Aushandeln und Ausarbeiten von Schutzverträgen und Schutzverfügungen
Abbildungen: Denkmäler im Kanton Zürich, Fotos kantonale Denkmalpflege
In der Dokufiction des Schweizer Fernsehens «Anno 1914» (2014) berichtete Reto Gadola über die Lebensumstände der armen ländlichen Bevölkerung im Tösstal aus dem «Freddihaus», einem fast im ursprünglichen Zustand erhaltenen Flarz.