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Bundesblatt 115. Jahrgang
Bern, den 10. Oktober 1968
Band II
Erscheint wöchentlich. Preis 33 Franken im Jahr, 18 Franken im Halbjahr zuzüglich Nachnahme- und Poitbestellunatgebühr Einrückungsgebühr: 60 Bappen die Petitzeile oder deren Baum. -- Inserate franko an Stdmpfii & Cit. in Bern
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Botschaft des
Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend militärische Bauten und Waffenplätze (Vom 18. September 1968) Herr Präsident !
Hochgeehrte Herren !
Wir haben die Ehre, Ihnen mit vorliegender Botschaft den Entwurf zu einem Bundesbesohluss betreffend militärische Bauten und Waffenplätze zu unterbreiten.
Unsere Anträge haben zum Ziel, die materiellen Verteidigungsvorkehren zu vervollständigen und einen weiteren Teil der durch die Truppenordnung 1961 verursachten Bedürfnisse zu decken. Sie schliessen an die letzte Botschaft vom 14. September 1962 betreffend militärische Bauten und Waffenplätze (BEI 1962, I, 625) an und gliedern sich in zwei Gruppen. Die erste Gruppe umfasst Kreditbegehren für militärische Bauten, Einrichtungen und Landkäufe sowie Zusatzkreditbegehren für teuerungsbedingte Mehrkosten zu früher beschlossenen Objektkrediten; die zweite Gruppe enthält Kreditbegehren für den Ausbau von Waffen- und Schiessplätzen, Landerwerb und Strassenbauten.
Wo nichts anderes erwähnt wird, stutzen sich die Kostenberechnungen der Neubauten auf den Preisstand vom Sommer 1963. Die Durchführung der vorliegenden Vorhaben wird sich über eine Zeitdauer von mehreren Jahren erstrecken.
A. Militärische Bauten 1. Einlagerung und Reparatur von Kriegsmaterial a. Lagerhallen (16 Millionen Franken) Bereits in den Botschaften vom 24. Oktober 1958, Bauprogramm 1959, über die Errichtung und Erweiterung militärischer Bauten (BEI 1958, II, 1077) vom Bundesblatt. 115. Jahrg. Bd. II.
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5. Mai 1961 betreffend militärische Bauten und Waffenplätze (BB11961, I, 878) sowie vom 14. September 1962 betreffend militärische Bauten und Waffenplätze ist die Notwendigkeit der Erstellung von Bauten für die Unterbringung von Beservematerial in Basisräumen begründet worden.
Dieses Problem wurde zum Teil dadurch gelöst, dass die mit Bundesbeschluss vom 21. Juni 1961, Bauprogramm 1961, über militärische Bauten und Waffenplätze (BEI 1961, I, 1611) und 19.Dezember 1962 über militärische Bauten und Waffenplätze (BEI 1962, II, 1649) bewilligten Kredite für die Erstellung von vorfabrizierten, zerlegbaren Lagerhallen zur Einlagerung von Korpsmaterial der Truppe, Eeservematerial, Bau- und Geniematerial sowie von vorfabrizierten Elementen für Feldbefestigungen usw. verwendet wurden.
In unserer Botschaft vom 14. September 1962 betreffend militärische Bauten und Waffenplätze haben wir darauf hingewiesen, dass in einer späteren Vorlage ein weiteres Begehren für die Beschaffung von Lagerhallen gestellt werden müsse. Um die in Ausführung begriffene Ausrüstung der Basisräume mit Kriegsreservematerial abschliessen zu können, erweist es sich angesichts der langen Lieferfristen als notwendig, die hiefür erforderlichen Mittel schon mit dieser Botschaft anzufordern.
Der anbegehrte Kredit umfasst die Kosten für die Beschaffung und die Montage der Lagerhallen oder für die Errichtung entsprechender Massivbauten, die zusätzlich erforderlichen Bau- und Installationsarbeiten, die Umgebungsarbeiten sowie die Landerwerbskosten. Zerlegbare Lagerhallen werden dort aufgestellt, wo sich ihre Kosten niedriger als entsprechende Massivbauten stellen.
Die Kosten betragen : Franken Baukosten 12930000 Einrichtungen und Inventar l 640 000 Landerwerb 740000 Unvorhergesehenes 690 000 Gesamtkosten 16 000 000 ~b. Magazine für Reservemunition (4,1 Millionen Franken) Auf Grund des Bundesbeschlusses vom 16.März 1961 über die Beschaffung von Kriegsmaterial (Eüstungsprogramm 1961) (BB1 1961, I, 622) werden grössere Mengen Eeservemunition beschafft. Für diese Munitionsarten, insbesondere für Panzerminen und Hohlladungsmunition, deren Ablieferung in den Jahren 1962-1964 erfolgt, ist aus Sicherheitsgründen getrennter Lagerraum notwendig.
Der angespannten Lage im Baugewerbe Eechnung tragend, wurde eine Staffelung der Ausführung dieser Bauten in Etappen vorgesehen. Hievon sind die erste (1,5 Millionen Pranken) abgeschlossen und die zweite (1,5 Millionen
671 Franken) in Ausführung. Um die Unterbringung der anfallenden Beservemunition in den vorgesehenen Bäumen abschliessen zu können, sind für die dritte und letzte Bauetappe 4,1 Millionen Franken notwendig.
Das Land, auf das diese vorfabrizierten Beton-Element-Magazine zu stehen kommen, muss erst noch erworben werden. Die zu erwartenden Landerwerbskosten sind im vorstehenden Betrag eingeschlossen.
c. Erweiterung unterirdischer Munitionsmagazine (9,67 Millionen Franken) In der Botschaft vom S.Mai 1961 betreffend militärische Bauten und Waffenplätze haben wir die Erstellung von drei unterirdischen Munitionsanlagen eingehend begründet. Die hiefür notwendigen Kredite wurden mit Bundesbeschluss vom 28. September 1961 über militärische Bauten und Waffenplätze (BB1 1961, II, 658) bewilligt. Diese drei Anlagen sind zur Zeit in Ausführung begriffen.
Die auf Grund des Büstungsprograrnmes 1961 laufend anfallende Beservemunition einerseits und die Notwendigkeit der Verteilung dieser Munitionsreserven nach bestimmten versorgungstaktischen Gesichtspunkten anderseits rufen nicht nur nach weiterem oberirdischen, sondern auch nach zusätzlichem unterirdischen Lagerraum. Der Neubau unterirdischer Munitionsanlagen kann indessen noch zurückgestellt werden, wenn die drei vorerwähnten, in Ausführung begriffenen unterirdischen Munitionsanlagen um je ein Werk erweitert werden.
Gegenüber der Neuerstellung einer selbständigen Anlage bestehen die Vorteile insbesondere darin, dass Landerwerbs- und Erschliessungskosten erheblich herabgesetzt werden, die Bauinstallationen bereits vorhanden und das notwendige Arbeitspersonal eingesetzt sind. Abgesehen vom früher möglichen Bezugstermin können mit der vorgesehenen Lösung rund 810 000 Franken an Erstellungskosten eingespart werden.
Die Kostenvoranschläge für die einzelnen zusätzlichen Magazine betragen : Anlage I Franken
Anlage II Franken
Anlage III Pranken
Total Franken
Bauarbeiten (Preisbasis I.Oktober 1962) 2 250 700 3 179 600 2 421 200 7 851 500 Unvorhergesehenes 229800 328400 248800 806500 Baukosten auf Preisbasis vom 1.April 1963 221000 315000 237000 773000 2701000 3828000 2907000 9431000 Brandschutz, Mobiliar und Landerwerb . .
80000
80000
75000
235000
2781000 3903000 2982000 9666000 Aufgerundet 9 670 000
672 d, Erstellen von Grenzdepots (2,9 Millionen Franken) In der Einleitung zur Botschaft vom 5.Mai 1961 betreffend militarische Bauten und Waffenplatze haben wir darauf hingewiesen, dass im Zusammenhang mit der Beschaffung von Kriegsmaterial, aber auch zufolge der Anpassung an das Mobilmachungsdispositiv der Truppenordnung 1961, die Vermehrung und Erweiterung von Anlagen zur Einlagerung von Korpsmaterial notwendig werden. In der Botschaft vom 14. September 1962 betreffend militarische Bauten und Waffenplatze wurde in diesem Zusammenhang erwahnt, dass das Erstellen von Grenzdepots besonders dringlich sei. Unter Berticksichtigung der Hochkonjunktur im Baugewerbe wurde eine Erstellung in Etappen vorgesehen.
Auf Grund der vorerwahnten Baubotschaft ist die erste Etappe (2 Millionen Franken) in Ausfuhrung. In dieser Vorlage werden die Mittel fiir eine zweite Etappe (2,9 Millionen Franken) anbegehrt.
Die Kosten betragen: Baukosten Einrichtungen und Inventar Unvorhergesehenes
Franken 2457596 804 504 137 900 Gesamtkosten 2 900 000
e. Emmen, neue Zeughausanlage (4,25 Millionen Franken) Mit Bundesbescbiuss vom 28. September 1961 ilber militarische Bauten und Waffenplatze warden fiir den Bau einer neuen Zeughausanlage in Emmen 2 Millionen Franken bewilligt. Wir haben damals darauf hingewiesen, dass der Aufgabenbereich dieser Zeughausverwaltung standig im Zunehmen begriffen sei, und zwar insbesondere im Zusammenhang mit der Umbewaffnung eines Teiles unserer Fliegerabwehrtruppen. Emmen ist einer der wichtigsten Waffenplatze dieser Waffengattung. Unterhalt und Erprobung ihres Materials samt Eadarausriistungen obliegt der Zeughausverwaltung.
Die detaillierte Kostenberechnung hat nun ergeben, dass bei der Ausfuhrung dieses Bauvorhabens mit erheblichen Mehrkosten gerechnet werden muss, obschon das Pflichtenheft fiir die Zeughausanlage nicht geandert wurde. So verlangen die zu erstellenden Einstell- und Eeparaturhallen umfangreichere und teurere Installationen, und die Telephonleitung muss verstarkt werden.
Zufolge schlechten Baugrundes sind umfangreichere Fundationsarbeiten vorzunehmen. Im Interesse des Gewasserschutzes ist die Kanalisation an jene der Gemeinde anzuschliessen. Dazu kommt eine seit der urspriinglichen Projektierung aufgelaufene Baukostenteuerung von 22 Prozent.
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Nachdem sich noch vor Beginn der Bauarbeiten gezeigt hat, dass der ursprungliche Objektkredit von 2 Millionen Franken nicht ausreichen wird, hat ihn das Eidgenossische Militardepartement gesperrt und sich entschlossen, einen alle zusatzlichen Kosten enthaltenden neuen Objektkredit wie folgt anzubegehren: Bau Jfranken
Motorfahrzeug-Einstellhalle (1400 m2) . . .
506 700 Eeparaturhalle 1630200 Biirogebaude 405300 Eetablierungsplatze 54000 Zuleitungen, Kanalisationen und Umgebungsarbeiten 1130300 3726500 Mobiliar und Betriebseinrichtungen . . . .
Unvorhergesehenes Eranken
Total Franken
50 300 557 000 163800 1794000 40700 446000 6000 60000 112700 1243000 373500 4100000 150 000
Gesamtkosten 4 250 000 Der mit Bundesbeschluss vom 28. September 1961 über militarische Bauten und Waffenplatze bewilh'gte Objektkredit im Betrage von 2 Millionen Franken fallt mit Bewilligung des anbegehrten Kredites dahin.
/. Aigle «arsenal-gare», Aiisbau der Zeughausanlage (8,55 Millionen Pranken) Zur Behebung des in den Zeughausern Sitten, St-Maurice, Aigle und Merges herrschenden Platzmangels, vor allem fur die Unterbringung von Motorfahrzeugen und anderem rollendem Korpsmaterial, ist im Juni 1959 die Liegenschaft der damals in Liquidation befindlichen Parketterie Aigle im Ausmass von 35 000 m2 erworben worden.
In der Polge wurden die Gebaude und Schuppen so weit instandgestellt, dass sie der neuen Zweckbestimmung dienen. Immerhin bedarf diese Anlage in verschiedener Hinsicht noch des Ausbaues, da es sich bei den ubernommenen Gebaulichkeiten teilweise um alt ere, nicht mehr in alien Teilen gut unterhaltene Konstruktionen handelt. Die Strassen- und Kanalisationsanlagen sind bei dieser Gelegenheit ebenfalls zu sanieren und den Forderungen des Gewasserschutzes anzupassen.
Die ausgedehnte Liegenschaft erlaubt den Neubau verschiedener Gebaude und Spezialeinrichtungen. So ist zur Schaffung eines rationellen, leistungsf ahigen und alien Belangen geniigenden Betriebes die Erstellung einer grossen Motorfahrzeugeinstellhalle und der Bau eines Werkstattgebaudes fur die Eeparatur und Instandstellung von Waffen und Geschutzen, Motor- und Spezialfahrzeugen, Aggregaten und Ubermittlungsgeraten auf dem ehemaligen Parketterieareal vorgesehen. Ferner soil eine Schuhreparaturwerkstatte errichtet werden. Ausser
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diesen Neubauten sind zugehorige Nebenanlagen in bestehenden Gebauden zu installieren und diese an die zentrale Heizung anzuschliessen.
Die Kosten der Neuanlagen betragen: Franken
Franken
Motorfahrzeug-Einstellhalle (8000 m2) 1178 800 Beparatur-Werkstattgebaude 2 739 100 Treibstoff-Aufgabestation 378000 Motor- und Fahrradunterstand 14 000 Aussere Arbeiten und Spezialinstallationen 1 217 200 "Abbruoh von Schuppen , 87 000 Unvorhergesehenes 290 900 5 900 000 Arbeiten an der bestehenden Anlage 1 800 000 Baukostenaufrechnung von 260 auf 278 Indexpunkte . .
500 000 7 700 000 Betriebseinrichtungen 850 000 Gesamtkosten 8 550 OOP g. Kloten, Einstellhalle fur Motorfahrzeuge (2,6 Millionen Franken) In unserer Botschaft vom 30. Juni 1960 betreffend die Organisation des Heeres (Truppenordmmg) (BB11960, II, 821) haben wir bereits darauf hingewiesen, dass fur die zu beschaffenden Motorfahrzeuge Einstellhallen und Werkstatten fur deren Unterhalt zu errichten sein werden.
Die Vermehrung des Korps- und Schulniaterials bedingt durch die technische Entwicklung einerseits und die Erhohung der Bestande anderseits, haben zur Folge, dass heute noch Hunderte von Motor- und Spezialfahrzeugenin Kloten im Freien parkiert werden mlissen. Es ist daher vorgesehen, auf dem Waffenplatzareal Kloten eine Motorfahrzeug-Einstellhalle zu bauen.
Gleichzeitig sind die Zeughaus- und Werkstattvorplatze mittels Hart- bzw.
Betonbelagen staubfrei zu machen, da sich die starke Staubbildung auf das technische Material nachteilig auswirkt.
Die Kosten dieses Bauvorhabens betragen: Iranken
Motorfahrzeug-Einstellhalle (4000 ma) 1452000 Hart- bzw. Betonbelage filr Zeughaus-, Werkstatt- und Einstellhallevorplatze 915000 Unvorhergesehenes 233 000 Gesamtkosten 2 600 000
675 h. Anpassung einer unterirdisclien Anlage hinsichtlich Sicherheit und Betrieb (3,07 Millionen Franken) Eine wahrend des Aktivdienstes 1914-1918 erstellte und in den Jahren 1942-1944 erweiterte unterirdische Anlage diente bis 1953 ausschliesslich der Munitionseinlagerung. Da der altere Teil der Anlage den nach der Katastrophe von Blausee erlassenen Sicherheitsbedingungen nicht mehr geniigte, wurde derselbe zur Einlagerung anderer Guter zur Yerfiigung gestellt.
Filr den neueren und weiterhin fur die Munitionseinlagerung reservierten Anlageteil sind bauliche und installationstechnische Anpassungen notwendig, damit dieser Teil den einschlagigen Sicherheits- und Betriebsvorschriften geniigt. Gleichzeitig sind die Verladeeinrichtungen den veranderten Verhaltnissen anzupassen.
Die Kosten dieses Bauvorhabens betragen: Bauarbeiten Unvorhergesehenes Baukostenaufrechnung von 260 auf 278 Indexpunkte
Pranken 2619840 273 160 177 000 Gesamtkosten 8 070 000
2. Ban von zwei Armeemotorfahrzeugparks In der Botschaft vom 24. Oktober 1958 uber die Errichtung und Erweiterung militarischer Bauten wurde dargelegt, dass ftir die Unterbringung und Wartung der bundeseigenen Motorfahrzeuge und Panzer, die auf Grand der verschiedenen Eevisionen der Truppenordnung 1951 abgeliefert werden, ein neuer grosser Armeemotorfahrzeugpark im Eaume Burgdorf erstellt werden miisse. Durch Bundesbeschluss vom 18-Marz 1959 uber die Errichtung und Erweiterung militarischer Bauten (BB1 1959, I, 562) wurde dieses Baubegehren bewilligt. Die Bediirfnisse fiir die Einlagerung der Motorfahrzeuge im Eahmen der Truppenordnung 1951 waren damit im wesentlichen gedeckt.
Die Truppenordnung 1961 bringt eine weitere starke Erhohung des Sollbestandes an bundeseigenen Panzerwagen, Gelandelastwagen und Motorfahrzeugen verschiedener Typen. Zu diesen Beschaffungen auf Grand des Eustungsprogrammes 1961 kommen insbesondere nocb die Schiitzenpanzerwagen. Die Ablieferung all dieser Fahrzeuge verteilt sich auf die Jahre 1963-1968. Damit stehen wir erneut vor dem Problem der Unterbringung und Eeparatur, wobei sich eine rasche Losung aufdrangt.
Anlasslich von Vorstudien wurde vor allem abgeklart, ob an der heutigen Art der Einlagerung und Wartung der bundeseigenen Motorfahrzeuge durch Zusammenzug in grossen Beparaturzentren festzuhalten sei, oder ob die neuen
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Bahrzeuge allenfalls rationeller beim Korpsmaterial in Zeughausern untergebracht werden sollten, wo fiir dieselben kleinere, aber entsprechend mehr Binstellhallen und neue Werkstatten gebaut oder bestehende erweitert werden miissten.
Auf Grund der angestellten Kostenvergleiche, der Untersuchungen iiber die Moglichkeiten der Personalrekrutierung und des Personaleinsatzes, iiber die Wirtschaftlichkeit des Unterhalts- und Reparaturbetriebes sowie iiber die Organisation der friedensmassigen Pahrzeugstellung fiir die Truppe ergibt sich eindeutig, dass in erster Linie zusatzliche Armeemotorfahrzeugparks geschaffen werden miissen. Mobilmachungstechnische Biicksichten und Brfordernisse der Schulen und Kurse bedingen daneben auch die Vermehrung des Binstellraumes fiir Motorfahrzeuge in einzelnen Zeughausern.
Gestiitzt auf das Mobilmachungsdispositiv der Truppenordnung 1961 wurden vorerst die Standortraume fiir drei neue Armeemotorfahrzeugparks festgelegt. Gemass friiheren Erfahrungen, als sich der Landerwerb ausserordentlich schwierig, kostspielig und langwierig gestaltete, weil mit den Landbesitzern erst nach Bewilligung des Bauvorhabens wirksam verhandelt werden konnte, wurde das Land fiir die drei neuen Parks vor Bekanntwerden der Bauprojekte erworben. Die Bewilligung der entsprechenden Landerwerbskredite erfolgte durch Bundesbeschluss vom 19.Dezember 1962 iiber militarische Bauten und Waffenplatze.
Von den drei Yorprojekten sind diejenigen in den Baumen Lenzburg und Wil (SG) so weit fortgeschritten, dass an die Brstellung dieser neuen Anlagen geschritten werden kann.
Trotz dem bereits getatigten Landerwerb wird sich die Ausfiihrung der Arbeiten iiber mehrere Jahre erstrecken.
a. Bau des Armeemotorfahrzeugparks
Ofhmarsingen
(27,2 Millionen Pranken) Der vorgesehene Standort erfullt in jeder Beziehung die an einen Armeemotorfahrzeugpark zu stellenden Anforderungen. Er liegt giinstig fiir die Belieferungen der Truppe mit Bahrzeugen und Material und verfiigt in nachster Nahe iiber gute Bahn- und Strassenanschliisse. In der Umgebung sind leistungsfahige zivile Motorfahrzeugreparaturwerkstatten vorhanden, auf die ein Armeemotorfahrzeugpark angewiesen ist. Auch vom Standpunkt des Personals aus diirfen die Verhaltnisse in bezug auf Wohnmoglichkeiten und Schulen als giinstig bezeichnet werden.
Vorlaufig erfolgt nur die Erstellung von Einstellhallen und Werkstatten fiir normale Motorfahrzeuge. Bine spatere Erweiterung der Anlage durch Anbau einer Panzerreparaturwerkstatte an den Werkstatt-Trakt, Vergrosserung des Ersatzteillagers, Bau einer Panzereinstellhalle und Erstellung des Geleiseanschlusses ist im Bedarfsfall platzmassig jederzeit moglich,
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Das vorliegende Projekt umfasst folgende Anlagen: Frauken
Einstellhallen Werkstattgebaude mit Ersatzteillagern Nebengebiiude Betriebstankanlagen Anschlussleitungen und Verteilnetz Platzanlagen, Kanalisationa- und "Umgebungsarbeiten Unvorhergesehenes Baukostenaufrechnung von 260 auf 278 Ladexpunkte
6612200 5 297 939 2233840 610 000 1 028 000 5 922 620 2 306 307 1 389 094 25 400 000 1 800 000
Betriebseinrichtungen Gesamtkosten 6. Bau des Armeemotorfalirzeugparks
27 200 000
Bronsohhofen
(27,37 Millionen Franken) Die an einen Armeemotorfahrzeugpark zu stellenden Anforderungen in bezug auf den Standort sind ebenfalls in Bronschhofen erfiillt. Im Gegensatz zu Othmarsingen ist dieser Armeemotorfahrzeugpark nicht nur fiir die Unterbringung von Pneufahrzeugen, sondern auch von Panzerwagen und andern Eaupenfahrzeugen vorgesehen.
Die Topographie des Gelandes und die Lage der Zufahrten erlaubten eine konzentrierte Anordnung der Bauten. Die notige Einstellflache kann in 2 zweistockigen Einstellhallen normalisierter Konstruktion geschaffen werden, wobei das Untergeschoss einer Halle fiir die Einlagerung der Panzerfahrzeuge bestimmt ist. Ln Areal wird nebst den Wasch- und Abstellplatzen eine Priifstrecke von 660 m Lange erstellt, so dass Probefahrten nur in besonderen Pallen auf offentlichen Strassen durchgefiihrt werden naussen. Die ortliche Zusammenlegung des Armeemotorfahrzeugparks mit einer bereits bestehenden grosseren Tankanlage errnoglicht die gemeinsame Beniitzung des zu erstellenden Anschlussgeleises. Die notwendigen Werkanschlusse an das offentliche Wasser- und Stromversorgungsnetz sowie die Kanalisation bieten keine Schwierigkeiten.
Immerhin werden der Gemeinde fiir den im Studium befindlichen Ausbau der Wasserversorgung in Trockenzeiten, fiir die in Aussicht genommene moderne Klaranlage sowie fiir die im Parkareal zu errichtende Transformatorenstation zu gegebener Zeit Bundesbeitrage zu entrichten sein, deren Hohe erst spater berechnet werden kann, weil die entsprechenden Kostenvoranschlage noch nicht vorliegen.
678 Das vorliegende Projekt umfasst folgende Anlagen: Franken
Einstellhallen Werkstattgebäude mit Ersatzteillagern Nebengebäude Betriebstankanlagen Strassenanlagen Anschlussleitungen und Verteilnetze Platzanlagen, Kanalisations- und Umgebungsarbeiten Unvorhergesehenes Baukostenaufrechnung von 260 auf 278 Indexpunkte
5668635 6592158 2062200 845 000 l 286 000 l 298 000 4 167 780 2279362 l 870 865
25 070 000 2 800 000
Betriebseinrichtungen Gesamtkosten
27 870 000
3. Bauten für die Kriegstechnische Abteilung a. Eidgenössisches Flugzeugwerk Emmen, Projektänderung und Mehrkosten (5,82 Millionen Franken) In unserer Botschaft vom S.Mai 1961 betreffend militärische Bauten und Waffenplätze haben wir verschiedene Bauvorhaben im Eidgenössischen Flugzeugwerk Emmen begründet. Diese Bauten und Einrichtungen sollten die Voraussetzung zum Lizenzbau der zur Anschaffung beantragten Flugzeuge Mirage bilden. Mit Bundesbeschluss vom 21. Juni 1961 über militärische Bauten und Waffenplätze wurden zu diesem Zweck vier Objektkredite von insgesamt 12,277 Millionen Pranken bewilligt. Gleichzeitig, d.h. ebenfalls mit Bundesbeschluss vom 21. Juni 1961 (BEI 1961, I, 1613) haben Sie dem erforderlichen Kredit für die Beschaffung von Kampfflugzeugen vom Typ Mirage IIIS und von weiterem Material für die Fliegertruppen zugestimmt.
Zur Berechnung der Kosten für die Bauten und Einrichtungen für die Lizenzfabrikation des gewählten Flugzeugtyps Mirage III S stand demzufolge dem Baufachorgan nur kurze Zeit zur Verfügung. Von Seiten der Lieferfirma waren damals mangels Erfahrung mit diesem neuesten Flugzeugtyp auch nur spärliche Angaben erhältlich. Die seitherigen Verhandlungen mit dem Lizenzgeber zeigten, dass sich an den in Emmen zum grössten Teil bereits in Angriff genommenen Bauten gewisse Projektänderungen aufdrängen, die bedeutende Mehrkosten zur Folge haben werden. Die inzwischen auf Grund detaillierter Projektunterlagen und Unternehmerofferten ermittelten Mehrkosten belaufen sich für die Bauten auf 4,648 Millionen Franken und für die Installationen auf 669 000 Franken oder zusammen auf 5,812 Millionen Franken. Dabei wurde
679 den Berechnungen der gleiche Baukostenindex von 230 Punkten zugrunde gelegt, wie er fur die gemass Bundesbesehluss vom 21. Juni 1961 iiber militarische Bauten und Waffenplatze bewilligten Objektkredite angenommen wurde.
Mehrkosten Alter bewilligter Bau (230 Installationen Objektkredit Objektkredit auf Index(Offerten und total Basis Baukostenin- punkte) 1963) Mehtkoaten dex 230 Punkte Pranken Pranken Pranken Pranken
Objekt
Brweiterung Halle II Flugdienst- und Eevisionshalle III Brweiterung des Verwaltungsgebaudes Prufstande
2848000 1225000
4073000
8303000 2417000 323000
9043000
1185000 1 941 000
1371000 3 102 000
79000 107000 922 000 239 000 4643000 669000
12 277 000
Aufgerundet
5 312 000 5 320 000
17 589 000
Die beantragten Projektanderungen wurden im Benehmen mit ausserhalb der Verwaltung stehenden Pachexperten eingehend gepriift und als notwendig und zweckmassig befunden.
Damit mit den Bauarbeiten fortgefahren werden kann, haben wir mit Beschluss vom 4.Marz 1963 die Projektanderungen genehmigt und das Eidgenossische Militardepartement ermachtigt, fur 5,312 Millionen Franken Verpflichtungen mehr einzugehen und mit den Bauarbeiten sofort weiterzufahren.
Die Finanzdelegation stimmte am 12.Marz 1963 den Projektanderungen zu.
Z>. Eidgenossisches Flugzeugwerk Emmen, teuerungsbedingter Zusatzkredit
(3,26 Millionen Franken) Wie bereits erwahnt, basieren obige Bereohnungen der Baukosten auf dem Preisstand vom Herbst 1960 bzw. auf dem Zurcher Baukostenindexstand von 230 Punkten. Bis Sommer 1963 hat sioh dieser Index auf 277,5 Punkte erhont, oder um rund 22 Prozent.
Der Stand der Bauarbeiten ist im Herbst 1963 folgender: Die Hallen II und III some das Verwaltungsgebaude sind im Eohbau erstellt, und an den Inneneinriontungen wird gearbeitet. Die Priifstande sind in Angriff genommen.
Zufolge der seit der Projektierung gestiegenen Baukosten ergeben sioh bis zur Beendigung der Bauten im Jahre 1964 folgende teuerungsbedingte Mehrkosten:
680 Objekt
Objektkredit itnd total Mehlkosten (Bau, Index 230 Punkte, Installationen, Offerten 1963) Franken
Erweiterung Halle II Flugdienst- und Eevisionshalle I I I . . . .
Erweiterung des Verwaltungsgebäudes . .
Prüfständc Aufgerundet
Teuerungsbedingte Mehrkosten (Ms zum Baukostenindex 2Y7.5 Punkte) Eranken
Neuer, aufgerechneter Objektkredit (Index 277,5 Punkte) Franken
4073000 793000 4866000 9 043 000 l 773 000 10 816 000 l 871 000 236 000 l 607 000 3 102 000 450 000 3 552 000 17589000 3252000 20841000 3 260 000
Damit die Bauarbeiten zu Ende gefuhrt werden können und in der Montage und Ablieferung der Mirage-Kampfflugzeuge deswegen keine Verzögerung eintritt, suchen wir um die Genehmigung dieses Zusatzkredites für teuerungsbedingte Mehrkosten im Betrage von 3,26 Millionen Franken nach.
o. Eidgenössisches Flugzeugwerk Emmen, Sanierung der Halle I (1,89 Millionen Franken) Die Halle I wurde im Jahre 1939 als Montagehalle erstellt. Sie diente seither sowohl als Montage- wie auch als Bevisionshalle. Der Boden ist als 12 bis 15 cm dicke unarmierte Betonplatte ausgebildet. Seine Tragfähigkeit von rund 2 Tonnen richtete sich seinerzeit nach dem Gewicht der damaligen Flugzeugtypen (G 3603, Moräne usw.).
Für die heute viel schwereren Flugzeuge (Hunter, Mirage III S) mit Baddrucklasten von 7 Tonnen ist der stellenweise bereits gerissene Betonboden wie auch der Unterbau zu schwach und sollte durch eine Neukonstruktion ersetzt werden. Nach dem Abbruch des Hallenbodens und der Bodenkanäle müssen auch die elektrischen Zuleitungen, Telephonleitungen, Pressluftanlagen, Benzinleitungen usw. den heutigen Erfordernissen angepasst und neu verlegt werden.
Was zum Boden der Halle I gesagt wurde, trifft auch zu für den dieser Halle vorgelagerten Betonvorplatz und die internen werkeigenen Rollstrassen.
Die Giftstoffe enthaltenden Abwasser der Beizerei und der Oberflächenschutzanlage der Halle I wurden bisher in einen einfachen Säureabscheider geleitet. Dieser ist nun aber durch die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz abgesprochen worden, und es müssen Zuleitungen zur neuen, bereits früher bewilligten Neutralisationganlage erstellt werden.
681 Die Kosten dieses Bauvorhabens betragen: Franken Sanierung des bestehenden Hallenbodens 793 400 Betonvorplatz und Bollstrassen 778 000 Sanierung des alten Säureabscheiders 28 300 Zusätzliche Anlagen, wie elektrische Zuleitung, Transformer, Uniformergebäude 65 900 Diverse Installationen, wie elektrische Anlage, Umänderung der Telephon- und Personensuchanlage, Druckluftanlage, Benzinleitung 224400 Gesamtkosten l 890 000 d. Eidgenossische Waffenfabrik Bern, Bau einer Magazin- und Speditionshalle (4,45 Millionen Franken) In der Waffenfabrik Bern herrscht seit Jahren Eaumnot in den Abteilungen Magazin und Spedition. Material zum Lagern und solches für die Bereitstellung zur Spedition muss behelfsmassig an verschiedenen weit auseinanderliegenden Plätzen untergebracht werden, so dass die Transportwege unverhältnisinässig lang und betrieblich unwirtschaftlich sind. Eine Anzahl Baracken im Fabrikareal, welche als Lagerräume dienen, stammen noch aus der Zeit des ersten Weltkrieges, sind baufällig, müssen beseitigt werden und dürfen aus feuerpolizeilichen Gründen nicht durch neue ersetzt werden.
In Verbindung mit dem Ausbau der Betriebsschutzorganisation in der Waffenfabrik hat es sich gezeigt, dass für die Belegschaft wohl genügend Schutzraum zur Verfügung steht, für die Einsatzleitung jedoch die Kommandoräume fehlen und bei dieser Gelegenheit erstellt werden sollten.
Mit der Errichtung der projektierten Magazin- und Speditionshalle wird die Materiallagerung, der Transport und die Bewirtschaftung verbessert und durch die Vermeidung unnötiger Bewegungen wesentlich verbilligt. Daneben kann eine betriebstechnisch gunstige Abwicklung des Materialflusses vom Eingang ab Bahnrampe zum Lager und eine zweckmässige Einordnung der Abteilung Spedition und Wareneingang geschaffen werden. Durch den Einbezug des Packmateriallagers für Kisten, Paletten, Aufsteckrahmen usw. wird auch eine weitere Bationalisierungsmassnahnie verwirklicht.
Das Projekt sieht einen Haupttrakt mit zwei Untergeschossen und einen kleineren Anbau vor. Der Neubau wird durch Erdgeschossbauten mit den bestehenden Gebäuden verbunden. Das Erdgeschoss als Hallenbau ist unterteilt in die Spedition mit Bahnrampe und die Magazinhalle mit Bäumen für Bohmaterialprüfung und Packmaterial. Der bestehende Geleiseanschluss wird erweitert. Für Materialverlad
und -transport werden vier Krane von verschiedener Tragkraft eingebaut. Die zwei Untergeschosse haben vorwiegend Lagerzwecken zu dienen und können u.a. über zwei ausserhalb des Gebäudes liegende
682 Zufahrtsrampen erreicht werden. Neben der Lagerhalle ist ein grosser Lagerplatz mit einer Überdachung des Stahlfreilagers vorgesehen.
e. Eidgenössische Konstruktionswerkstätte Thun, Bau eines Versuchsgebäudes (1,93 Millionen Franken) Als zentralem Werk für die Fabrikation und Bereitstellung von schwerem Kriegsmaterial sind der Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte u.a. folgende Aufgaben gestellt : Entwicklung und Erprobung neuer und zu modernisierender Panzer, ' Panzerhilfsfahrzeuge und Geschütze ; Normalisierungen und Verbesserungen, verbunden mit grossen Eeparaturen und GeneralreVisionen.
Diese Aufgaben erfordern die Untersuchung und Prüfung von Panzerund Geschütztürmen, Zielgeräten und Stabilisatoren in allen Lagen, das Erproben der verschiedenen Turmsteuerungen von Panzern sowie Funktionskontrollen der Fahrwerke, Bremsvorrichtungen, Eaupen und Bäder.
Solche Arbeiten können in den heute bestehenden Panzer- oder Montagehallen wegen Platzmangels nicht mehr durchgeführt werden. Zudem führte schon bisher die behelfsmässige Installation von Versuchseinrichtungen in der Montagehalle zu untragbaren gegenseitigen Störungen zwischen Versuchen und Montagearbeiten.
/. Eidgenössische Munitionsfabrik Thun, Neubau einer Fabrikationsanlage für pyrotechnische Sätze (2,78 Millionen Franken) Die Munitionsfabrik Thun fabriziert für die Laborierung von Spezialmunition pyrotechnische Sätze (Mischungen). Der Fabrikationsablauf gliedert sich in Vorbereiten und Trocknen von Chemikalien, Mischen jeglicher Art von pyrotechnischen Sätzen sowie in deren Abfüllen und Einpressen in Munitionsbestandteile, Geschosse und Zünder.
Die heutigen Fabrikationsanlagen genügen in bezug auf Leistung, Sicherheit, Arbeitshygiene und Fabrikationsablauf nicht mehr. Sie befinden sich in drei verschiedenen, weit auseinanderliegenden Teilen der Fabrik, teils als provisorische Einrichtungen, weil die Hauptanlage überlastet und nicht mehr ausbaufähig ist. Die Dezentralisierung erschwert die Überwachung dieses überaus brandgefährlichen Fabrikationszweiges, aber auch den rationellen Einsatz der zu Spezialisten ausgebildeten Arbeiter. Zum Teil liegen heute diese Anlagen inmitten von artfremden Betriebsteilen mit grossen Personalbeständen und an betrieblichen Hauptverkehrswegen, was eine grosse Gefahr darstellt. Das Eid-
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genössische Fabrikinspektorat und die SUVA haben bereits seit Jahren auf diese unzulänglichen Verhältnisse aufmerksam gemacht.
Damit diese pyrofcechnischen Sätze nach den neuesten Grundsätzen und unter Berücksichtigung der grösstmöglichen Sicherheit für Mensch und Material hergestellt werden können, drängt sich der Neubau der pyrotechnischen Anlage auf.
4. Bau eines Dienstgebäudes mit Truppenunterkunft für die Bedürfnisse der Flieger- und Flabtruppen (8,31 Millionen Franken) In der Botschaft vom 24. Oktober 1958 über die Errichtung und Erweiterung militärischer Bauten waren auch die notwendigen Erweiterungen und Ergänzungen der Eadar- und Ultrakurzwellen-Eichtstrahlanlageii begründet.
Mit Bundesbeschluss vom 18.März 1959 haben Sie hiefür 37,062 Millionen Franken bewilligt. Wir haben damals ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass darin die notwendigen Unterkunftsbauten nicht enthalten seien. Sie wurden zur Aufnahme in eine spätere Botschaft in Aussicht genommen.
Im Jahre 1962 bot sich auf einer der ortsfesten Radarstationen in den Voralpen zufolge besonderer Umstände die Möglichkeit, im Anschluss an ein ziviles Bauvorhaben zu günstigen Bedingungen mit dem Bau des für einen späteren Zeitpunkt geplanten militärischen Dienstgebäudes samt Truppenunterkunft vorzeitig zu beginnen. Die Notwendigkeit der Baukoordination mit dem zivilen Unternehmen verlangte einen Entsohluss, bevor die Bauinstallation abgebrochen und die Belegschaft andernorts zum Einsatz gebracht worden war. Mit Beschluss vom T.September 1962 haben wir deshalb das Eidgenössische Militärdepartement ermächtigt, mit dem Bau eines militärischen Dienstgebäudes mit Unterkunft für das Werkpersonal zu beginnen und die dringendsten Verpflichtungen für die Ausführung des Bauvorhabens einzugehen. Die Finanzdelegation stimmte am 7. September 1962 den vorgesehenen Sofortmassnahmen zu.
5. Ausbau des Übermittlungsnetzes (4,16 Millionen Franken) In den drei vorangegangenen Botschaften betreffend militärische Bauten haben wir darauf hingewiesen, dass das Übermittlungsnetz laufend in enger Zusammenarbeit mit den Post-, Telephon- und Telegraphenbetrieben den militärischen Bedürfnissen angepasst wird. Für die Massnahmen zur Sicherung der Betriebsbereitschaft des permanenten Drahtverbindungsnetzes des Landes im Kriegsfalle liegt ein Gesamtprogramm
vor. Nachdem die beiden ersten Etappen im Eahmen dieses Programmes zum grossen Teil bereits ausgeführt sind und die dritte sich in Arbeit befindet, umfasst die vorliegende vierte Etappe dieses Mehrjahresprogrammes eine Anzahl weiterer Vorhaben zur Sicherung des Verbindungsnetzes durch den Bau von Umgehungsleitungen.
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6. Bauten der Abteilung für Sanität a. Erstellung von oberirdischen Bauten als Ergänzung zur bereits bestehenden unterirdischen Anlage des Zentrallaboratoriums der Armee (3,97 Millionen Pranken) Als erste Etappe wurde durch Bundesbeschluss vom 18.März 1959 über die Errichtung und Erweiterung militärischer Bauten ein Objektkredit von 2,92 Millionen Franken für den Bau einer unterirdischen Anlage des Zentrallaboratoriums der Armee bewilligt. Es dient zu wissenschaftlichen Untersuchungen zur Erkennung neuer Kampfmittel aus der Gruppe der ABC-Waffen.
In einer zweiten Etappe sollen als Ergänzung zur unterirdischen Anlage ein Probenaufbereitungslabor sowie die Unterkunftsräume als oberirdische Bauten in nächster Nähe auf bundeseigenem Boden erstellt werden. Vorgesehen sind drei Gebäude, nämlich ein Probenaufbereitungslabor, eine Offiziersunterkunft mit den notwendigen Büroräumen und eine Mannschaftsunterkunft mit den erforderlichen Essräumen und Magazinen. Nach den bestehenden Bauvorschriften sind diese Gebäude als Massivbauten auszuführen.
Das Zentrallaboratorium der Armee dient nicht nur der Armee, sondern auch dem Zivilschutz. Die Probleme, die sich im zivilen Sektor für die Erkennung neuer Kampfmittel auf dem. Gebiete der ABC-Waffen sowie für die Schutz- und Abwehrmassnahmen stellen, sind im wesentlichen die gleichen wie für die Armee.
In Friedenszeiten stehen die Anlagen für die Durchführung von Fachkursen des ABC-Dienstes sowie für weitere Kurse der Armee zur Verfügung.
Die Kosten belaufen sich auf : Franken Gebäude 2 554 000 Werkanschlüsse 227 000 Strassen, Plätze, Einfriedung 166 000 Betriebsinventar 420000 Gebühren, Versicherungen, Unvorhergesehenes 353 000 Baukostenaufrechnung von 260 auf 278 Indexpunkte 250 000 Gesamtkosten
3 970 000
b. Kauf und Ausbau einer Liegenschaft für den Armeesanitätsdienst (1,66 Millionen Franken) Im Kanton Glarus bietet sich die Möglichkeit, eine Liegenschaft zu erwerben, die bis anbin für die Bedürfnisse des Sanitätsdienstes eingemietet war.
Auf einer nutzbaren Fläche von 8000 m2 umfasst sie mehrere in den letzten Jahren erstellte Gebäude mit guter Strassenzufahrt.
Mit dem Ankauf dieser Liegenschaft entfällt der jährlich zu bezahlende Mietzins. Gleichzeitig soll die Liegenschaft weiter ausgebaut werden, damit
685 darin inskünftig bei Bedarf die gebräuchlichen Armeearzneimittel hergestellt werden können, da für viele Medikamente wohl die Rohstoffe, nicht aber die fertigen Arzneiformen gelagert werden können. Dem Armeesanitätsdienst soll dadurch eine leistungsfähige Anlage für die Herstellung, Prüfung, Lagerung und Abgabe von Arzneimitteln und allgemeinem Sanitätsmaterial zur Verfügung gestellt werden. Sie wird es im übrigen erlauben, pharmazeutisches Fachpersonal in Spezialdiensten, Wiederholungs- und Ergänzungskursen in einem gut ausgerüsteten Betrieb fachlich auszubilden.
Die Kosten belaufen sich auf: Trauten Kauf der Liegenschaft einschliesslich Eechtskosten 966 000 Apparaturen und Einrichtungen 694 000
l 660 000 7. Zusatzkreditbegehren a. Eidgenössische Munitionsfabrik Altdorf, Landerwerb (1,16 Millionen Franken) Im Bahmen des Bundesbeschlusses vom 18. März 1959 über die Errichtung und Erweiterung militärischer Bauten haben Sie für Landerwerb zu Zwecken der baulichen Erweiterung der Fabrikanlagen in Altdorf sowie im Zusammenhang damit für die Schaffung einer Sicherheitszone durch Errichten von Bauverboten auf einem Geländestreifen sudlich der Munitionsfabrik einen Kredit von 516 300 Franken bewilligt.
In der Folge konnten mit verschiedenen Grundeigentümern auf gutlichem Wege Kaufverträge und bezüglich der Errichtung von Bauverboten Dienstbarkeitsverträge abgeschlossen werden; bei ändern ist ein Erwerb nur auf dem Wege der Enteignung möglich. Einzelne Entscheide der Eidgenossischen Schätzungskommission liegen bereits vor, andere sind in absehbarer Zeit zu erwarten. Dabei steht schon heute fest, dass der ursprünglich bewilligte Kredit nicht ausreicht, um die beabsichtigte Sicherheitszone zu schaffen. Insbesondere hat sich im Verlaufe des Verfahrens gezeigt, dass eine grössere Landfläche angekauft oder aber mit einem zeitlich unbeschränkten Bauverbot belegt werden sollte.
Die Landpreise in Altdorf sind nun aber seit dem Jahre 1958, da wir Ihnen diesen Landerwerb beantragten, dermassen gestiegen, dass zum Abschluss dieses Geschäftes ein Zusatzkreditbegehren von 1,16 Millionen Franken anbegehrt werden rnuss.
o. Erweiterung des Armeemotorfahrzeugparlts Bomont (0,69 Millionen Franken) Mit Bundesbeschluss vom 18.März 1959 über die Errichtung und Erweiterung militärischer Bauten haben Sie für die Erweiterung des Armeemotorfahrzeugparks Romont einen Objektkredit von 5,156 Millionen Franken bewilligt.
Bundesblatt. 115. Jahrg. Bd. II.
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Er umfasste im wesentlichen den Landerwerb, Einstellhallen, Werkstatt- und Nebengebäude sowie Zufahrtsstrassen und Umgebungsarbeiten. Die Bauten gehen heute ihrer Vollendung entgegen.
Die damalige Kostenberechnung basierte auf dem Baukostenstand des Jahres 1958. Infolge der seither eingetretenen Teuerung ergeben sich für die Baujahre 1958-1963 nach Abzug des Betrages von 237 356 Franken für «Unvorhergesehenes» bis zur Fertigstellung des Projektes teuerungsbedingte Mehrkosten von 523 000 Franken.
Ferner haben die Erfahrungen während des strengen Winters 1962/68 gezeigt, dass der Tankraum für Heizöl zur Sicherstellung eines Jahresbedarfes erhöht werden muss. Sodann ist die Abwasserkanalisation den neuesten Forderungen des Gewässerschutzes entsprechend an die Öl- und Benzinabscheideranlage anzuschliessen.
Der zusätzliche Kreditbedarf beträgt somit : Franken Teuerungsbedingte Mehrkosten 523 000 Beschaffung und Einbau eines zusätzlichen Öltanks 44 000 Zusätzliche Kanalisationsarbeiten 123 000 Gesamtkosten
690 000
Damit die Bauarbeiten nicht unterbrochen werden müssen, haben wir mit Beschluss vorn 21. Juni 1963 diesem Zusatzkreditbegehren bereits zugestimmt.
Abschliessend möchten wir noch erwähnen, dass verschiedene Landerwerbsgeschäfte für den Armeenaotorfahrzeugpark Eomont noch nicht zu Ende geführt werden konnten. Die laufenden Expropriationen werden zu einem späteren Zeitpunkt voraussichtlich noch weitere Mittel erfordern.
c. Tankbauprogramm IV, Felsentankanlage (2,59 Millionen Franken) Durch Bundesbeschluss vom 18.März 1959 über die Errichtung und Erweiterung militärischer Bauten haben Sie für den Bau einer Felsentankanlage einem Objektkredit von 23,828 Millionen Franken zugestimmt. Dazu kommt eine Beteiligung der PTT-Verwaltung in der Höhe von 5,295 Millionen Franken oder a / u der tatsächlichen Kosten an der Anlage.
Zur Zeit sind die Ausbrucharbeiten für die Felsentankanlage abgeschlossen und der Kesselbau beendet. Der Einbau der zugehörigen Installationen geht dem Ende entgegen. Noch im Bau begriffen sind die Ausseneinrichtungen mit den dazugehörenden Grundwasserschutzmassnahmen und die Strassenbauten.
Zufolge der seit der Projektierung im Jahre 1958 gleitenden Baukostenteuerung ergeben sich bis zur Beendigung des Bauvorhabens im Jahre 1965 nach Abzug eines unbenutzten Eestbetrages von 796 690 Franken für «Unvorhergesehenes» teuerungsbedingte Mehrkosten von voraussichtlich 2,59 Millionen
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Franken. Damit die Bauarbeiten keine Verzögerung erleiden und die Anlage termingerecht in Betrieb genommen werden kann, haben wir am 16. Juli 1963 diesem Zusatzkreditbegehren bereits zugestimmt.
Die PTT-Verwaltung wird ihrerseits, entsprechend ihrem Anteil an der Anlage, einen gesonderten Zusatzkredit an die teuerungsbedingten Mehrkosten zu leisten haben.
8. Studien- and Projektierungskosten (3 Millionen Franken) Die Vorbereitung von Projekten militärischer Bauten, vor allem der unterirdischen Anlagen, verlangt in der ßegel ein bis zwei Jahre Arbeit und den Beizug zahlreicher Spezialisten. Oftmals ist das Einholen geologischer Gutachten, technischer Studien oder weitreichende Planungsarbeit notwendig. Nur ein derartiges Vorgehen gestattet eine rasche Bauausführung und sichert den Bauherrn einigermassen vor Kredituberschreitungen. Die genannten Erfahrungen veranlassen uns deshalb um einen Kredit für Studien und Projektierungsarbeiten nachzusuchen.
Diese betreffen im wesentlichen Bauten fur a. die Kriegstechnische Abteilung für die Modernisierung und Rationalisierung ihrer Eegiebetriebe ; b. die Abteilung für Flugwesen und Fliegerabwehr, die das Problem der Bodenorganisation für die neuen Flugzeuge betreffen; c. die Abteilung für Genie und Festungswesen für den Ausbau von Befestigungsanlagen und des Zerstörungsnetzes; d. die Abteilung für Sanität für den Ausbau von Spitälern, Apotheken und pharmazeutischen Fabrikationsanlagen ; e. das Oberkriegskommissariat für den Ausbau von Waffen- und Schiessplätzen ; /. die Kriegsmaterialverwaltung für den Bau von Werkstätten, Magazinen und Zeughausanlagen.
B. Waffenplätze Allgemeines Mit der Einfuhrung der neuen Truppenordnung und mit der Entwicklung neuer Waffen- und Kampfmethoden werden die Anforderungen, welche an unsere Waffenplätze gestellt werden müssen, immer grosser. Die erhöhten Eekrutenbestânde haben zudem auf verschiedenen Waffenplätzen zu Engpässen in bezug auf die Unterkunft geführt.
Die Anpassung verschiedener Waffenplätze an diese gesteigerten Erfordernisse ist deshalb nicht zu umgehen. Es handelt sich dabei um die Schaffung genügender und zweckmässiger Ausbildungsanlagen und Unterkünfte und um die Erweiterung und Sicherstellung von geeignetem Übungsgelände. Da die touristische Entwicklung in unseren Alpen- und Voralpengebieten unaufhaltsam
688 weitergeht, ergeben sich für die Schiessplätze zunehmende Schwierigkeiten.
Die Erschliessung mit Luftseilbahnen und Skilifts sowie die zunehmende Überbauung haben zur Folge, dass jedes Jahr weniger Schiessmöglichkeiten bestehen. Gewisse Plätze können auch deshalb nicht mehr benützt werden, weil die Bedürfnisse der Ausbildung wegen der Einführung neuer Waffen mit grosser Wirkung und neuer Kampfmethoden gestiegen sind.
Die sich ständig vermehrenden Einschränkungen einerseits und die steigenden Bedürfnisse anderseits bringen es mit sich, dass noch vorhandene geeignete Schiessgebiete oftmals so häufig belegt werden müssen, dass dies den privaten Grundeigentümern nicht mehr zugemutet werden kann. Es ergibt sich deshalb die Notwendigkeit, eine Anzahl geeigneter Schiess- und Übungsgebiete entweder durch Kauf oder langfristige Mietverträge sicherzustellen. Nur so kann Gewähr dafür geboten werden, dass heute und auch in Zukunft der Truppe Plätze zur Verfügung gestellt werden können, welche eine zweckmässige Ausbildung namentlich auch im Gefechtsschiessen gewährleisten. Im Rahmen einer Gesamtplanung ist vorgesehen, in den verschiedenen Landesgegenden solche geeignete Schiessgebiete zu erwerben, soweit sie der Bund nicht heute schon besitzt oder vertraglich sichergestellt hat. Dies erklärt die grossen Aufwendungen, welche jetzt für Landkäufe gemacht werden müssen. Wenn der Plan einmal erfüllt sein wird, was in den nächsten 4-5 Jahren der Fall sein durfte, fallen Landerwerbskosten in diesem Ausmass weg.
1. Ausbau und Erweiterung von Waffenplätzen
a. Bauten und Anlagen für den Waffenplatz
Bremgarten (AG)
(23,22 Millionen Franken) aa. Entwicklung Mit Brindesbeschluss vom 15.Dezember 1961 über Erwerb und Ausbau von Waffen- und Schiessplätzen (BB1 1961, II, 1361) haben Sie einen Kredit von 6,03 Millionen Franken zum Zwecke des Landerwerbes für den Geniewaffenplatz Bremgarten (AG) und dessen teilweisen Ausbau bewilligt. In keinem Fall musste bis jetzt enteignet werden. Die Bauarbeiten zur Erschliessung des Geländes sind in volleni Gange und können noch in diesem Jahr mit der Fertigstellung der Militärstrasse und der neuen Brücke über die Eeuss abgeschlossen werden. Die neue Schiessanlage für die Ausbildung am Sturmgewehr wird der Truppe im Frühjahr 1964 zur Verfügung stehen. Für die grossen Erdbewegungen und die umfangreichen Kiesaufbereitungen wurden Baumaschinen der Armee eingesetzt. Dadurch war es möglich, die Erschliessungskosten wesentlich zu senken und gleichzeitig Geniesoldaten mit ihren modernen Maschinen im praktischen Einsatz zu schulen. Seit 1952 sind auf dem nunmehr an die Eidgenossenschaft verkauften Gelände verschiedene Einrichtungen für die Ausbildung geschaffen worden, die in zunehmendem Masse auch von Wiederholungskurstruppen benützt werden.
689 Die kurze Distanz (20 km) zwischen den Genie-Waffenplätzen Bremgarten und Brugg erweist sich als überaus vorteilhaft, indem bei dem ohnehin knappen Instruktionspersonalbestand die Übungsanlagen gegenseitig und in zweckmässiger Weise ausgenützt werden können. Zudem kann der neue Waffenplatz Bremgarten auf den bereits bestehenden rückwärtigen Einrichtungen in Brugg zur Überholung und Instandstellung der Ausrüstung basieren.
bb. Eignung In der Botschaft vom 14. Juli 1961 über Erwerb und Ausbau von Waffenuiid Schiessplätzen (BB11961, II. 128) haben wir eingehend auf die vorteilhaften Geländeverhältnisse im Eeusstal zur Ausbildung der Genietruppen hingewiesen.
Im Gegensatz zu diesen räumlich und geländemässig günstigen Voraussetzungen sind die Unterkunftsverhältnisse misslich und vermögen den elementaren hygienischen Anforderungen sowie den feuerpolizeilichen Vorschriften in keiner Weise zu genügen.
Das heutige gemeindeeigene Unterkunftsgebäude für die Eekruten liegt abseits der Übungsplätze im Zentrum der Unterstadt. Die Unteroffiziere sind in armee-eigenen Baracken und die Offiziere in Privatzimmern untergebracht.
Die Kompagniebüros, die Küche, der Speisesaal und die Magazine befinden sich in eingemieteten Bäumen und teils in grosser Entfernung voneinander.
Die durch die Truppenordnung 1961 bedingten grösseren Mannschaftsbestände haben zur Folge, dass seit 1962 die Genierekrutenschule zwei Einheiten in Zug stationieren muss. Diese Dezentralisierung in einen Raum, wo die notwendigen Übungsanlagen zur Erteilung der Fachausbildung fehlen, bedeutet eine zusätzliche Erschwerung und ist auf die Dauer untragbar.
cc. Belegung Wir haben Ihnen in der Botschaft vom 14. Juli 1961 über Erwerb und Ausbau von Waffen- und Schiessplätzen, die Bekruten- und Kaderbestände sowie deren Entwicklung für die nächsten Jahre im einzelnen dargelegt. Die Kaserne Bremgarten wird jährlich mit zwei Bekrutenschulen zu je 38 Offizieren, 584 Unteroffizieren und Soldaten oder insgesamt 622 Mann belegt sein. Nebst den Bekrutenschulen werden jährlich 1500 bis 1700 Wehrmänner in Bremgarten als Mineure (Landwehrsappeure) in zweiwöchigen Umschulungskursen bzw.
vierwöchigen Einführungskursen (Hilfsdienst-Mineure) ausgebildet. Für diese Kurse ist zur Zeit ein Truppenlager im Bau. Der erforderliche Kredit steht gemäss Bundesbeschluss
vom 18.März 1959 über die Errichtung und Erweiterung militärischer Bauten (BEI 1959, I, 562) zur Verfügung. Da diese Kurse einen Bestand von je rund 200 Mann aufweisen und parallel mit den Bekrutenschulen verlaufen, ist es zweckmässig, gewisse Einrichtungen (Krankenabteilung, Motorwagendienst) 'der Kaserne auf diese zusätzlichen Bestände abzustimmen.
690
dd. Baugelände Der Bauplatz befindet sich im Nordwesten von Bremgarten an der Eeuss und weist verschiedene Geländestufen auf. Er wird durch eine im Bau befindliche Militärstrasse und eine Brücke über die Eeuss mit der Stadt Bremgarten im Südosten und der Kantonsstrasse im Westen verbunden.
ee. Hochbauten Bauweise Es ist eine aufgelockerte Blockbauweise (keine Kompagniehäuser) mit einbis viergeschossigen Bauten vorgesehen. Die Truppenunterkünfte mit den zugehörigen Nebengebäuden sind in einer Gebäudegruppe zusammengefasst. Der Bau der technischen Anlagen für die Baumaschinen- und Geräteausbildung ist aus betriebstechnischen Gründen nicht bei der Unterkunft, sondern auf den eigentlichen Übungsplätzen vorgesehen. Die Gruppierung der Bauten ist der Zweckmässigkeit für den Dienstbetrieb und im besonderen den Bedürfnissen der allgemeinen und der Fachausbildung angepasst. Sowohl der Einfachheit, die der Erziehung zum Soldaten dient, als auch der Wirtschaftlichkeit wird Eechnung getragen.
Da die Kasernenanlage unweit der historischen Stadt Bremgarten zu liegen kommt, wird der architektonischen Gestaltung in bezug auf das Landschaftsbild besondere Beachtung geschenkt. Die vier untereinander verbundenen Kompagniegebäude sind im Süden des Baugeländes gestaffelt angeordnet, so dass jedes auf drei Seiten freie Sicht und unbehinderten Sonneneinfall besitzt. Durch die treppenartige Anordnung erhält jede Kompagnie ihren eigenen, abgetrennten Besammlungsplatz. Gegenüber der Mannschaftsunterkunft sind Offiziersunterkunft mit Büros, Postlokal, Kantine, Kasernenverwaltung und Krankenabteilung zu einem Mittelbau zusammengefasst.
Das Lehrgebäude ist so angeordnet, dass es von Mannschaftskaserne und Mittelbau leicht zugänglich ist. Es enthält drei Übungssäle für Spreng-, Minenund Brückenausbildung und Theoriesäle. Zwischen Mannschaftskaserne und Lehrgebäude befindet sich das Verpflegungsgebäude. In ihm sind die Kompagnieküchen mit den notwendigen Nebenräumen und den Speisesälen zweckmässig zusammengefasst.
Der natürlichen Geländegestaltung entsprechend ist die Motorfahrzeughalle in die Geländestufe zwischen flachem Flussufer und ansteigendem Kasernenareal eingebaut. Dies ermöglicht eine klare Trennung zwischen Fahrzeugund Fussgängerverkehr. Abgetrennt vom eigentlichen Kasernenbetrieb befindet sich das Wohnhaus für
Waffenplatzverwalter, Kantinier und dessen Hilfspersonal. Das unter Denkmalschutz stehende Siechenhaus in der Südspitze des Baugeländes wird Stäbe von Wiederholungskurstruppen, welche die permanenten Übungsanlagen des Waffenplatzes benützen, aufnehmen.
An der Militärstrasse zwischen Kasernenareal und Kantonsstrasse ist die neue Schiessanlage im Bau.
691
Besondere Hochbauten Nebst den vorerwähnten Hochbauten sind notwendig: eine eingeschossige Halle als Arbeitshalle und Werkstätte für die Ausbildung der Baumaschinenführer (Kran, Ladeschaufel, Bulldozer, Erdbohrgerät) und ein eingeschossiger Bau als Ausbildungshalle der Baugerätespezialisten (Elektrogeräte, Bamrngeräte und Aggregate aller Art). Die Lage dieser Hallen im Übungsgelände erlaubt eine zweckmässige Gestaltung der Arbeitsprogramme im Hinblick auf Maschinen- und Gerätekenntnis, Unterhalt und Umbau einerseits und praktischer Arbeit anderseits.
Soldatenstube Dem «Schweizer Verband Volksdienst, Soldatenwohl» wird das notwendige Gelände für den Bau einer Soldatenstube baurechtsweise zur Verfügung gestellt.
Die Baukosten belasten den Bund nicht.
//. Strassen und Plätze Es ist notwendig, verschiedene Strassenstücke auszubauen, so die Verbindung zu den nordwestlich der Kaserne gelegenen Übungsplätzen und die Strassenverbindung von der Kaserne zum Truppenlager. Ferner muss die von der Staatsstrasse der Beuss entlang zur Kaserne führende Strasse mit einem Hartbelag versehen und die neue Schiessanlage mit der im Bau befindlichen Militärstrasse verbunden werden. Diese Strassen liegen, mit Ausnahme eines Teilstückes durch die Pohlenweide, auf Waffenplatzgelände. Durch den Kaufvertrag vom 16. Juli 1962 mit der Ortsbürgergemeinde Bremgarten ist die Schweizerische Eidgenossenschaft verpflichtet, auch dieses Teilstück von rund 700 m Länge über das der Ortsbürgergemeinde gehörende Land auszubauen.
Von besonderer Wichtigkeit ist ein grösserer zentraler Platz mit Hartbelag in der Au zur Reinigung der zahlreichen Pneu- und Raupenfahrzeuge. Dieser Platz ist den bereits vorhandenen Lagerhallen und Materialdepots angeschlossen.
Er dient gleichzeitig als Parkdienstplatz für die gesamte umfangreiche technische Korpsausrüstung.
gg. Verschiedene bauliche Massnahmen Die Schaffung der Kasernenanlage bedingt die Versorgung mit Wasser und elektrischer Energie. Besondere Aufmerksamkeit wird der Abwasserreinigung geschenkt. Der Bund hat im erwähnten Kaufvertrag die Verpflichtung übernommen, sich an der geplanten regionalen Kläranlage der umhegenden Gemeinden zu beteiligen. Der Beitrag kann im heutigen Zeitpunkt noch nicht festgelegt werden. Sodann sind Grenzmarkierungen, Abzäunungen, Beleuchtungen von Strassen und
Plätzen, Verkehrssignalisierungen und Umgebungsund Anpassungsarbeiten notwendig.
lili. Beschaffung von Mobiliar, Maschinen und Geräten für den Betrieb und die Verwaltung Das auf dem Platz Bremgarten heute vorhandene Mobiliar ist veraltet und kann nicht in die neue Kasernenanlage übernommen werden. Es müssen
692 deshalb die Einrichtungsgegenstände, wie Betten, Tische, Stühle, Bänke, Textilien, Geschirr usw. neu beschafft werden. Zudem ist für den Betrieb der Waffenplatzverwaltung der Ankauf der notwendigen Maschinen, Transportmittel und Spezialreinigungsfahrzeuge erforderlich.
ü. Landerwerb \ Für die Schaffung der Übungsplätze an der Eeuss mugste an verschiedenen Stellen mehr Land erworben werden, als ursprünglich vorgesehen war.
Einzelne Grundeigentümer wehrten sich gegen den Verkauf von Teilgrundstücken und verlangten den Erwerb ihrer ganzen Parzellen. Im Hinblick auf die bedeutende Entwicklung der genietechnischen Ausrüstung entspricht es einer absoluten Notwendigkeit, am Eeussufer genügend Übungsgelände für die vielseitige Ausbildung der Genietruppen zu erwerben. Dieses Übungsgelände steht selbstverständlich nicht nur den Genieschulen der Waffenplätze Bremgarten und Brugg, sondern auch den Wiederholungskurstruppen zur Verfügung, die aus verschiedenen Gründen immer mehr auf bundeseigene Plätze angewiesen sind.
Ein kleiner Teil von rund 10 000 m2 des mit Bundesbeschluss vom 15. Dezember 1961 zum Erwerb vorgesehenen Kasernenareals ist Privatbesitz. Der Erwerb dieses Grundstückes ist für die rationelle Anordnung der Kasernenbauten erforderlich. Die Verhandlungen haben ergeben, dass mit einem Kaufabschluss sicher gerechnet werden kann. Es muss aber ein höherer Preis bezahlt werden, als seinerzeit geschätzt wurde.
Wie andernorts ist auch Bremgarten in einer raschen baulichen Entwicklung begriffen. Wir erachten es deshalb als angezeigt, bereits heute eine angemessene Baulandreserve für das zukünftige Instruktions- und Waffenplatzpersonal sicherzustellen.
Kostenaufwand :
Franken
Kasernenanlagen Nebenanlagen und Beiträge Mobiliar, Maschinen und Geräte Landerwerb Total b. Erweiterung der Schiessanlage Krähtal auf dem Waffenplatz (0,83 Millionen Franken)
16 350 000 8 850 000 l 920 000 l 100 000 23 220 000 Brugg
Durch die Zunahme der Belegung des Waffenplatzes Brugg ist die bestehende Schiessanlage im Krähtal derart überlastet worden, dass auf auswärtigen Plätzen in Lenzburg, Baden, Windisch und Gebenstorf geschossen werden muss. Das Schiessen auf auswärtigen Plätzen ergibt naturgemäss Schwierigkeiten und verursacht hohe Kosten. Für den Transport zu diesen Orten muss fast ebensoviel Zeit aufgewendet werden wie für das Schiessen selbst. Die ohne-
698 hin gedrängten Ausbildungsprogramme lassen einen solchen Zeitverlust auf die Dauer nicht zu.
Bis 1938 wurde der Waffenplatz Brugg mit Schulen bis 300 Mann belegt.
Damals standen 20 Scheiben zur Verfügung, also eine Scheibe auf 15 Mann.
Bis 1959 stieg die Belegung bis auf 780 Mann je Schule an. Mit den heute vorhandenen 25 Scheiben steht l Scheibe für 81 Mann zur Verfügung. Mit der vorgesehenen Erweiterung auf total 43 Scheiben wird l Scheibe für 18 Mann zur Verfügung stehen. Durch die Einfuhrung des Sturmgewehres bei den Genietruppen im Jahre 1963 wird die Belastung der Schiessanlage noch erhöht, weil die bisherigen Leichten Maschinengewehr- und Maschinenpistolenschützen (30% des Totalbestandes) jetzt mit dem Sturrnge^ ehr ausgerüstet werden und demzufolge die Anlage vermehrt benützen müssen.
Das vorliegende Projekt sieht eine Erweiterung um 18 Zug- und Drehscheiben für die Distanz von 300 m vor. Auf Grund des heutigen Ausbildungsprogrammes für die militärische Schiessausbildung sind zudem je 20 Zug- und Drehscheiben für die Distanz von 100 und 200 m projektiert. Die neue Anlage kommt zum grössten Teil auf bundeseigenes Land zu stehen. Das Schützenhaus ist teilweise auf Privatland geplant. Dieses Land wird jedoch bei der kommenden Güterregulierung in der Gemeinde Einiken dem Bund zugeteilt werden, weshalb sich ein Landerwerb erübrigt.
Die zivilen Schutzenvereine von Brugg begrussen die Erweiterung der Anlagen, weil damit auf den Ausbau der zivilen Schiessanlage im militärischen Übungsgebiet im Geissenschachen verzichtet werden kann.
c. Landenoerb in Drognens (FR) zwecks Schaffung eines Waffenplatzes jür die motorisierten Infanterie- und Infanterie-Motorfalvrerscliulen (10,27 Millionen Franken) Mit Bundesbeschluss vom 21. Juni 1961 über militärische Bauten und Waffenplätze (Bauprogramm 1961) (BEI 1961, I, 1611) haben Sie dem Erwerb von Liegenschaften in den Gemeinden Drognens und Lussy zur Schaffung eines neuen Waffenplatzes für die motorisierte Infanterie zugestimmt. In unserer Botschaft vom S.Mai 1961 betreffend militärische Bauten und Waffenplätze haben wir Sie über die Notwendigkeit dieses Waffenplatzes orientiert. Dieser Landerwerb ist bereits durchgeführt, und die Projektierung der neuen Kasernenanlagen ist im Gange. Die erforderlichen Kredite für die Bauten werden voraussichtlich
in einer der nächsten Botschaften anbegehrt werden.
Wegen der vermehrten Bedürfnisse der Panzertruppen auf dem Waffenplatz Thun und der Verlegung der gesamten Ausbildung der Eeparaturtruppen nach Thun, muss auch für die Infanterie-Motorfahrerschulen ein neuer Platz geschaffen werden. Nach Prüfung verschiedener Vorschläge und Projekte hat es sich gezeigt, dass mit einer Erweiterung von Drognens sowohl für die Bedürfnisse der motorisierten Infanterie wie der Infanterie-Motorfahrer die wirtschaftlichste und für die Ausbildung der Truppe geeignetste Lösung erzielt
l
694 werden kann. Beides sind voll motorisierte Schulen, die dem gleichen Waffenchef unterstehen.
Die an einen solchen Waffenplatz gestellten Anforderungen sind : a. genügend grosse Mäche für die gleichzeitige Ausbildung von Fahrzeuglenker und Kämpfer sowie die gemeinsame Schulung im Kampf mit Einladen, Ausladen, Entfaltung usw. ; b. geeignetes Gelände für die Gefechtsausbildung mit scharfer Munition; o. umfangreiches und gutes Strassennetz in hügeligem Gelände und abseits von grossen Verkehrsadern für Fachschule und Übung; d. Nähe eines Armeemotorfahrzeugparks; e. Lage ausserhalb einer Ortschaft und trotzdem mit guter Anschlussmöglichkeit an den Verkehr.
Drognens entspricht diesen Anforderungen. In baulicher und betrieblicher Hinsicht können mit der Zusammenlegung der beiden Schulen auf einem Waffenplatz wesentliche Einsparungen erzielt werden. Theoriesäle, Werkstätten usw. sowie die verschiedenen Ausbildungseinrichtungen können von beiden Schulen gemeinsam benützt werden. Alle Einrichtungen für die Verwaltung sind auch nur für einen Waffenplatz statt für zwei getrennte Plätze zu schaffen.
Daraus ergeben sich naturgemäss personelle und betriebliche Einsparungen.
Demgegenüber ist es unumgänglich, von Anfang an das für die Ausbildung von zwei Bekrutenschulen mit einem Gesamtbestand von rund 1100 Mann erforderliche Übungsgelände sicherzustellen. Es ist vorgesehen, zu dem bereits erworbenen Gelände in Drognens und Montagne de Lussy von rund 126 ha weitere rund 120 ha hinzuzukaufen. Der Dringlichkeit wegen und um einer unerwünschten Spekulation vorzugreifen, sind verschiedene Kaufverträge bereits abgeschlossen worden. Die Gemeindepräsidenten von Eomont und Siviriez sind über die vorgesehenen Landerwerbe orientiert worden. Mit dem vorgeschlagenen Landerwerb kann der Waffenplatz Drognens für die beiden motorisierten Schulen der Infanterie so erweitert und ausgebaut werden, dass sich auf lange Sicht keine Probleme bezüglich des Übungsgeländes stellen werden.
d. Erweiterung des Waffenplatzes Sitten für die Ausbildung von Gebirgsinfanterieschulen (7,12 Millionen Franken) Im Zusammenhang mit der Truppen Ordnung 1961 ist die Ausbildung von Bekrutenschulen der Gebirginfanterie in Sitten vorgesehen. Durch diese Verlegung wird auf dem Waffenplatz Lausanne Platz frei, welcher für andere Bedürfnisse
(Sanitätsschulen) beansprucht werden kann. Andererseits muss die Artillerie nach Bière ausweichen, womit dem Wegzug der motorisierten Infanterieschulen nach Drognens der notwendige Platz geschaffen wird.
Die Verlegung der Ausbildung der Gebirgsinfanterie nach Sitten drängt sich auf, weil der gegenwärtige Infanteriewaffenplatz Lausanne für die Aus-
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bildung dieser Truppe nicht geeignet ist. In Sitten sind hingegen die Voraussetzungen vorhanden, um schon die Detailausbildung auf den künftigen Einsatz dieser Truppe im Gebirge ausrichten zu können. Geeignetes Gelände für die elementare Gebirgsausbildung kann vom Waffenplatz Sitten aus in annehmbarer Zeit erreicht werden.
Das heute in Sitten vorhandene Übungsgelände genügt für die Ausbildung der Infanterie nicht, da diese vor allem in bezug auf Ausdehnung andere Anforderungen stellt als die Artillerie. Vor allem müssen vermehrte Schiessmöglichkeiten für Infanteriewaffen geschaffen werden, welche eine zweckmässige und durch keine Servitute belastete Schiessausbildung gestatten.
Mit dem Erwerb der nachstehend aufgeführten Geländeteile können die Forderungen in bezug auf die Ausdehnung des Ausbildungsgeländes, welche sich aus der Verlegung von Gebirgsinfanterieschulen nach Sitten ergeben, weitgehend erfüllt werden. Was noch fehlt, ist ein kasernennahes Gelände für Minenwerfer- und Maschinengewehrschiessen auf grössere Distanzen; diesbezügliche Abklärungen sind im Gange.
aa. Erwerb der Liegenschaft «Maison Blanche» (Gemeinden Les Agettes, Salins und Sitten) Dieses Gut, welches sich in einer Entfernung von rund 2 km vom Waffenplatz Sitten befindet und eine Mäche von 180 876 m2 umfasst, wurde der Eidgenossenschaft angeboten.
Das Gelände eignet sich für elementare Gebirgsausbildung, für Einzelund Gruppengefechtsausbildung sowie für die allgemeine Einzelausbildung.
Mit dem Erwerb wird eine für den Waffenplatz Sitten notwendige Ubungsmöglichkeit geschaffen und eine gewisse Landreserve im Räume Sitten sichergestellt.
Um eine anderweitige Veräusserung zu verhindern, haben wir mit Beschluss vom 2. April 1963 das Eidgenössische Militärdepartement ermächtigt, die Liegenschaft zum Preis von 1,12 Millionen Franken sofort zu erwerben.
fe&. Landerwerb im Gebiete von Aproz und Erweiterung des Übungsgeländes Champsec Der zum Teil der Eidgenossenschaft gehörende und in der Nähe der Kaserne Sitten liegende Schiessplatz Champsec wurde vom eidgenössischen Schiessplatzexperten aus Sicherheitsgründen beanstandet.
Der Bau der verlangten, für die Weiterfuhrung des Schiessbetriebes erforderlichen Blenden, würde die nötige Sicherheit wohl bringen, den Bedürfnissen der Truppe aber nicht dienen, da das Ausbildungsprogramm für Schiessen mit Sturmgewehr Übungen auf Distanzen von 100 bis 400 m umfasst. Die Blenden würden diese Schiessen verunmöglichen.
696 Die Schaffung einer neuen Schiessanlage für die Truppe, die auch den zivilen Vereinen dient, drängt sich deshalb auf.
Im Baume von Aproz konnte hiefür ein Gelände im Halte von 18 ha gefunden, werden, welches sich nicht nur für die Schaffung einer 300 m Schiessanlage, sondern auch für Anlagen auf 50, 100, 200 und 400 m eignet. Ferner sind die Voraussetzungen zur Erstellung einer Handgranatenwurfanlage vorhanden. Gleichzeitiges Schiessen auf mehrere Distanzen wird möglich sein. Ein Parkplatz für die Motorfahrzeuge und ein Schützenhaus mit Munitionsmagazinen, Scheibendepots und Eeparaturwerkstatt sollen errichtet werden.
Das zur Schaffung des Schiessplatzes vorgesehene Gelände bildet eine durch natürliche Grenzen (Ehone, Printzebett, Bissedamm und Felswand) sich ergebende zusammenhängende Fläche. Die Zufahrt vom Waffenplatz her ist bereits durch eine gute, dem linken Ehoneufer entlangführende Strasse sichergestellt. Der Platz liegt abseits von Wohnsiedlungen und vom grossen Durchgangsverkehr, was für die Bewegungsfreiheit der Truppe von wesentlicher Bedeutung ist; seine Lage darf als ideal bezeichnet werden.
Der Erwerb des Geländes in Aproz gestattet, Champsec für andere Zwecke freizugeben. Dieser Platz eignet gich im Hinblick auf die Kasernennähe sehr gut für die Detailausbildung. Damit kann das Kasernenareal zweckmässig erweitert und für die Truppe eine grössere Bewegungsfreiheit geschaffen werden, was in Sitten im Hinblick auf die bauliche Entwicklung in der Umgebung des Waffenplatzes von besonderer Bedeutung ist.
Da Champsec heute nur zum Teil der Eidgenossenschaft gehört, ist der Best im Halte von rund 12 ha durch Erwerb sicherzustellen.
e. Erweiterung des Waffenplatzes St-Maurice durch Landerwerb (5,89 Millionen Franken) Im Bahrnen der Verlegung der Gebirgsinfanterieschulen einerseits und der Artillerieschulen anderseits wird auch der Waffenplatz St-Maurice intensiver und mit mehr Truppen belegt werden. Dies bedingt clie Erweiterung vorhandener Einrichtungen und vor allem den Erwerb von weiterem Übungsgelände im Bhonetal. Es handelt sich um 9 ha im Gebiet des lies zwischen Lavey und St-Maurice. 85 ha als Vergrösserung des Schiessgeländes von Vérolliez und 26 ha im Gebiet des Bois Noir, östlich von Epinassey.
Diese Gebiete sind für die militärische Ausbildung sehr günstig und stellen
eine wertvolle und notwendige Erweiterung des Waffenplatzes dar.
Die Tankschiessanlage von Vérolliez, die für die Wiederholungskurstruppen und Bekrutenschulen der Westschweiz von grosser Bedeutung ist und dementsprechend häufig benutzt wird, kann mit diesem Landerwerb auf zweckmässige Art erweitert und arrondiert werden. Die zivile Entwicklung von St-Maurice in Bichtung Vérolliez und Bois Noir zwingt dazu, das Übungs- und Schiessgelände samt Sicherheitszonen durch Erwerb sicherzustellen.
Die Truppen, welche das Schiessgelände Vérolliez benützten, waren bisher meist in den Kasernementen von Savatan und Dailly untergebracht. Mit der
697 geplanten intensiveren Belegung dieses Waffenplatzes und der Erweiterung des Schiessgeländes ist es notwendig, Teile der Truppen jeweils in St-Maurice zu stationieren. Als Unterkunft kann das freiwerdende Waisenhaus «Orphelia» in unmittelbarer Nähe der Tankschiessanlage erworben werden. Dieses Gebäude bietet Platz für eine Kompagnie und umfasst auch einen grösseren, an den Schiessplatz angrenzenden Unischwung. Die Lärmeinwirkung der nahen Tankschiessanlage schränkt die Verwendungsmöglichkeit dieser Liegenschaft für andere als militärische Zwecke sehr stark ein.
Das Gebäude wird jeweils durch eine Einheit einer in Savatan stationierten Rekrutenschule oder Wiederholungskurstruppe und durch Teile von Schulen und Kursen, welche das Schiessgelände von Vérolliez benützen, belegt. Angesichts der ständig zunehmenden Bedeutung des unteren Bhonetales und der angrenzenden Alpgebiete als militärisches Übungsgebiet ist eine gute Belegung dieser Unterkunft, die zu günstigen Bedingungen erworben werden kann, gewährleistet. Die Gemeinde 'St-Maurice begrüsst dieses Vorhaben, das ihr als Kompensation für die Inkonveiiienzen des nahen Schiessgeländes eine bessere Truppenbelegung sichert.
/. St.Luziensteig, Landerwerb (9 Millionen Franken) Der Waffenplatz St.Luziensteig dient vor allem als Hilfswaffenplatz für die Waffenplätze Chur und Walenstadt. Insbesondere werden hier lärmintensive Schiess- und Sprengübungen durchgeführt, welche in den Wohngebieten von Chur und Walenstadt nicht mehr tunlich sind. Sowohl die Schiesschulen und weitere Kurse des Waffenplatzes Walenstadt als auch die Bekrutenschulen von Chur sehen sich je länger desto mehr gezwungen, eine Anzahl von Schiessübungen auf die Luziensteig zu verlegen. Dazu kommen die Übungen zahlreicher Wiederholungskurstruppen und des Festungswachtkorps.
Nebst den bedeutenden Vorteilen des Waffenplatzes1 St.Luziensteig (gunstiges Schiessgelände, geringe Höhenlage, geringe Lärmeinwirkung auf eine bewohnte Umgebung) ist ein grosser Mangel daiin zu erblicken, dass das eigentliche Schiessgebiet nur zu einem kleinen Teil Eigentum des Bundes ist. Wahl konnten für einzelne Schiessgebiete Dienstbarkeitsverträge abgeschlossen werden, doch vermag diese Losung auf die Dauer nicht zu befriedigen. Einmal sind die vertraglich geregelten Zielräume mit der Entwicklung der
Waffentechnik zu klein geworden, und anderseits führt dieses Verhältnis immer wieder zu unliebsamen Auseinandersetzungen mit den Grundeigentümern.
Sehr erschwerend wirkt sich auf der Luziensteig der Umstand aus, dass ein grosser Teil des beanspruchten Schiessgeländes, obschon auf Schweizergebiet gelegen, privaten und kommunalen Grundeigentümern gehört, die ihren Sitz im Fürstentum Liechtenstein, also im Ausland haben. Dies trifft in ganz besonderem Masse auf die Gemeinde Balzers zu, die auf Schweizergebiet um-
698
fangreiche Besitzungen hat (Kulturland, Wald und Alpweiden). Die Schiessplätze liegen auf Gebiet der bündnerischen Gemeinden Maienfeld und Fläsch.
Die intensive Belegung des Waffenplatzes, die Entwicklung der Waffentechnik und nicht zuletzt einige grössere, in den letzten Jahren aufgetretene Schadenfälle, welche eine Trübung des Verhältnisses zwischen Grundbesitzern und Truppe zur Folge hatten, verlangen dringend eine Sanierung dieses Platzes, um eine rationelle Ausnutzung zu gewährleisten. Die Sanierung bezieht sich vor allem auf die Sicherstellung des notwendigen Schiess- und Übungsgeländes durch Erwerb oder Errichtung dauernder Servituten.
Von militärischer Seite wurde der Perimeter, welcher den Erfordernissen der Gefechtsausbildung und den Sicherheitsvorschriften Eechnung trägt, festgelegt. Mit dem Erwerb dieses Geländes kann für die Ausbildung unserer Armee ein sehr wertvoller Übungsplatz sichergestellt werden.
Die Verhandlungen mit den interessierten Gemeinden begegnen indessen zahlreichen Schwierigkeiten. So wird u.a. vom Bund erwartet, dass er sich an einer ins Auge gefassten Güterzusammenlegung beteiligt. Derartige Massnahmen, die geeignet sind, den Verlust an Land, sei es ganz oder doch in hohem Masse, wettzumachen, verdienen besondere Beachtung und Förderung. Mit Eücksicht auf die dringenden militärischen Bedürfnisse sollte der Landerwerb möglichst bald durchgeführt werden. Bereits konnten einige Landerwerbungen ausserhalb des Waffenplatzperimeters durchgeführt werden in der Absicht, wenn immer möglich Land als Eealersatz anbieten zu können. Die Verhandlungen mit den am Ausbau des Waffenplatzes Luziensteig interessierten Gemeinden sind noch nicht so weit, dass über die finanziellen Auswirkungen bereits abschliessend berichtet werden kann.
Der Wert des zu erwerbenden Grund und Bodens ist durch Fachleute geschätzt und als Grundlage für die Bemessung der Höhe der erforderlichen Mittel berücksichtigt worden.
g. Herisau/St.Gallen, Landerwerb (6,07 Millionen Franken) Der den Infanterieschulen von St. Gallen/Herisau dienende bundeseigene Übungsplatz Breitfeld vermag in seiner heutigen Ausdehnung den Anforderungen der modernen Infanterieausbildung nicht mehr zu genügen. Für die projektierte Nationalstrasse N l, Abschnitt Wil-St.Margrethen, Teilstrecke Gossau-St. Gallen West, deren Trasseführung
bis in die Gegend der örtlichkeit «Bild» samt dem Kreiselverkehr für die Abzweigungen Eichtung Herisau, Abtwil und St. Gallen feststeht, muss Gelände preisgegeben werden, dessen Wert für die militärische Ausbildung durch den vom Kanton zu leistenden Eealersatz nur teilweise ersetzt wird. Dazu kommt, dass die zivile Bautätigkeit in der Umgebung des Übungsplatzes bereits einen bedeutenden Umfang angenommen hat, so dass es heute notwendig ist, das erforderliche zusätzliche Übungsgelände sicherzustellen, solange dazu noch eine Möglichkeit besteht.
699 Das Gründenholz im Halte von rund 20 ha eignet sich für die Aufnahme der im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn zu verlegenden Handgranatenwurfanläge. Zudem kann hier zweckmässige und wirklichkeitsnahe Waldkampfausbildung und Fahrschule mit Gelandefahrzeugen durchgeführt werden.
Die Benützung des Grundenholzes als Erholungszone für die Bevölkerung aus einem grösseren Umkreis ist an schiessfreien Tagen, vor allem über das Wochenende, trotzdem möglich. Der Erwerb, welcher für den Waffenplatz notwendig ist, wird mit dem Kanton als Eigentümer auf dem Verhandlungswege im Zusammenhang mit der Landabtretung für den Autobahnbau geregelt.
Mit dem Erwerb verschiedener Liegenschaften beim Weiler Hafnersberg im Halte von total 33,5 ha kann vor allem ein zusätzliches, wertvolles Übungsgelände für die Zukunft sichergestellt werden. Im Hinblick auf die Entwicklung unserer Waffen und Geräte und der Ausbildungsmethoden einerseits und die zunehmende Überbauung anderseits ist der Erwerb dieses Landkomplexes von besonderer Wichtigkeit. Er ist heute noch möglich, unter der Voraussetzung, dass in absehbarer Zeit verbindliche Kaufsverhandlungen geführt werden können.
Im Gebiete des vom Bund erworbenen «Karrergutes» befinden sich zwei kleine Liegenschaften im Halte von 0,5 ha samt zwei Gebäuden. Sie sind heute käuflich und sollten vom Bund zwecks Arrondierung des Areals für die neue Kaserne St. Gallen erworben werden.
h. Waffenplatz Gliur, Landerwerb (2,5 Millionen Franken) Vor Jahren konnte durch Ankauf von Gelände, welches dem Bistum Chur gehörte, das Kasernen- und Zeughausareal erweitert und überbaut werden.
Heute besteht die Möglichkeit, wiederum vorn Bistum Chur, das Gebiet Schönbühl im Halte von rund 42 000 m2 käuflich zu erwerben, um damit die letzten Arrondierungen des Kasernenareals sicherzustellen.
Sodann hat der Kanton Graubünden ein Interesse daran, von den 42 000 m2 einen Abschnitt von 10 000 bis 12 000 m2 zu erwerben zur Errichtung einer Motorfahrzeugstellungskontrolle und für die Erstellung einer Piste für Bremsproben.
Die Verhandlungen zwischen dem Kanton Graubünden und dem Bistum Chur bzw. der damit beauftragten Treuhandgesellschaft haben ergeben, dass in bezug auf Erwerb und Aufteilung des Geländes eine Übereinstimmung erzielt werden kann, wonach der Bund voraussichtlich 31 000 m2 und der
Kanton Graubünden 11 000 m2 erwerben wurden.
Der endgültige Preis hängt davon ab, wie weit allenfalls landwirtschaftliche Gebäude neu erstellt werden müssen. Die Verhandlungen sind im Zeitpunkt der Vorlage dieser Botschaft noch im Gange. Die vom Bund mit zu übernehmenden Gebäulichkeiten werden als Mietwohnungen für Waffenplatzpersonal und für Waffenplatzbedürfnisse Verwendung finden.
700 2. Erwerb und Ausbau von Schiessplätzen a. Schiess- und Übungsplatz Wichlen (Ausbildungslager Wichlen) (42,63 Millionen Franken) Für die Truppen aus dem Einzugsgebiet der Ostschweiz steht heute ein ausgedehntes Schiessgelände, der Talkessel der Wichlen im Eimer Hinterland mit der Wichlenalp als Kernstück, in Aussicht. Das Gebiet weist für die Durchführung von Schiessübungen mit sämtlichen Waffen unserer Armee sehr gute Voraussetzungen auf. Die Sicherheiten sind durch die umgrenzenden Bergketten gewährleistet. Ein grosser Vorteil der Wichlenalp liegt in ihrer zentralen Lage; für die Truppen der Ost- und Zentralschweiz, einschliesslichderBekrutenschulen, kann hier ein gut erreichbarer und günstiger Schiess- und Übungsplatz, der bedeutendste in diesem Landesteil, geschaffen werden.
Ausdehnung und Geländeform erlauben die Durchführung interessanter Scharfschiessübungen bis zum Eahmen des Bataillons oder der Abteilung. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Tatsache, dass auf einem Teil der Wichlenalp Panzer bis Kompagniestärke im Bollen und Schiessen eingesetzt werden können, was in der Ostschweiz heute noch auf keinem anderen Schiessplatz möglich ist und deshalb einem besonders dringlichen Bedürfnis entspricht.
Die Kaufverträge für die Alp Wichlen im Halte von 750 ha 36 a sowie die auf Boden der Gemeinde Lin thaï liegende Alp Biche tu im Halte von 132 ha 53 a konnten unter Vorbehalt Ihrer Krediterteilung bereits abgeschlossen werden.
Für den Erwerb der übrigen Alpgebiete sind die Unterhandlungen noch im Gange. Nach dem bisherigen Verlauf der Dinge hoffen wir auf eine Verständigung auf gütlicher Grundlage. Die Verwirklichung des Schiess- und Übungsplatzes Wichlen wird keinen ins Gewicht fallenden nachteiligen Einfluss auf die wirtschaftliche Struktur des Sernftales haben. Durch Meliorationen in der Gemeinde Elm und andere Massnahmen wird es den in Elni ansässigen Bauern nach wie vor möglich sein, ihren Viehbestand zu alpen, so dass keine bäuerlichen Existenzen aufgegeben werden müssen. Anderseits wird die Schaffung des Schiessplatzes das wirtschaftliche Leben des Tales günstig beeinflussen.
Die Voraussetzung der Benützung dieses Gebietes mit Panzern ist der Ausbau der Zufahrten, da die bestehenden Strassen weder genügend Breite noch genügend Tragfähigkeit für das Befahren mit Panzern und ändern
schweren Fahrzeugen aufweisen. Die Strasse von Schwanden bis Elm gestattet bereits heute das Befahren mit Leichten Panzern (AMX) und Panzerjägern (G 13), hingegen können Panzer 55/57 (Centurion) heute auf dieser Strasse noch nicht verkehren. Das Teilstück Elm-Wichlen ist heute für alle unsere Panzertypen und für einen grossen Teil der übrigen schweren Fahrzeuge unbefahrbar, indem die Strassenbreite vor allem im oberen Teil nicht genügt und die Brücken zu wenig tragfähig sind.
Da mit dem Ausbau des Strassenstückes Elm-Wichlen das Gebiet bereits für Leichte Panzer und Panzerjäger erschlossen und zudem noch die Ortschaft
701 Elm umfahren werden kann, ist dieser Ausbau als erste Etappe vorgesehen.
Damit wird das Schiessgelände bereits für einen Teil der Panzerformationen und auch für schwere Fahrzeuge zugänglich.
In einer nächsten Phase ist dann die Strecke Schwanden-Elm (Kantonsstrasse) mit Beteiligung des Bundes auszubauen, so dass das Übungsgebiet mit sämtlichen Fahrzeugtypen unserer Armee erreicht werden kann. Die Verhandlungen und Vorarbeiten für dieses Teilstück sind aber noch nicht so weit gediehen, als dass der notwendige Kredit schon mit dieser Botschaft anbegehrt werden könnte.
Anteilmässig machen die Kosten für den Ausbau der Zufahrt von Elm nach Wichlen ein Mehrfaches des Betrages für den Erwerb des Geländes aus.
Sie sind bedingt durch die besonderen Anforderungen, denen die neue Strasse in Bezug auf Tragfähigkeit und Steigung zu genügen hat. Die Länge dieses Strassenstückes beträgt mit der Umfahrung von Elm rund 7 km, die Breite 5,7 m und die grösste Steigung 6 Prozent.
Es darf hier festgestellt werden, dass mit der neuen Zufahrtsstrasse von Bim bis Wichlen und dem später vorgesehenen Ausbau der Strasse von Schwanden bis Elm dem Sernftal nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Vorteile erwachsen werden.
Für die auf dem Schiess- und Übungsplatz einzusetzenden Truppen soll ein einfaches Truppenlager für rund 700 Mann geschaffen werden, da die umliegenden Gemeinden keine entsprechenden Unterkunftsmöglichkeiten besitzen.
Der Kredit hiefür wird in einem späteren Zeitpunkt anbegehrt werden.
Die für den Landerwerb und den Ausbau der Zufahrtsstrasse Elm-Wichlen benötigten Mittel belaufen sich: Tranken - für den Landerwerb auf 7 630 000 - für den Bau der Zufahrtsstrasse Elm-Wichlen, einschliesslich Umf ahrungsstrasse von Elm, auf 35 000 000 Total
42 630 000
b. Landerwerb für einen Sehiessplatz im Gebiet des Petit Hongrin (13,21 Millionen Franken) Wie hi der Ostschweiz besteht auch in den anderen Teilen unseres Landes die Notwendigkeit zur Schaffung einzelner bundeseigener Schiessgebiete. Die touristische Entwicklung, deren Ende noch nicht abzusehen ist, führte in der Westschweiz in den letzten Jahren zum vollständigen oder teilweisen Verlust verschiedener günstiger Schiessplätze. Aus diesem Grunde und auch wegen der grossen Truppenbestände, welche ein Armeekorps und mehrere Eekrutenschulen umfassen, muss dringend ein Ersatz geschaffen werden, der auch gestattet, den Anforderungen der Truppenordnung 1961 zu genügen. Ein solches Gebiet, welches für militärische Übungen sehr günstige Voraussetzungen aufBundesblatt. 115. Jahrg. Bd. II.
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702 weist, indem es weder von Durchgangsstrassen noch elektrischen Leitungen durchzogen und nicht ganzjährig bewohnt wird, ist die Gegend am Oberlauf des Petit Hongrin, begrenzt : - im Norden durch das Tal des Hongrin, - im Westen durch die Bergkette Pte. d'Aveneyre, - im Süden durch den Steilabfall ins Ehonetal, - im Osten durch Bergketten von Tour d'Aï bis Mont d'Or.
In Bezug auf die in Frage kommenden Truppen ist dieses Gelände günstig gelegen und von allen Seiten leicht erreichbar. Es ist vorauszusehen, dass mit der Verwirklichung des Stauseeprojektes Hongrin auch eine Erschliessung für touristische Zwecke, wie sie der angrenzende Col des Mosses in den letzten Jahren mitgemacht hat, einsetzen wird. Die Zeit ist deshalb gekommen, dass dieses Gelände, wenn es der Truppe gesichert werden soll, erworben werden muss.
Es handelt sich um die vielleicht letzte Gelegenheit, in der Westschweiz zu einer befriedigenden Lösung in Bezug auf Schiess- und Übungsplätzen zu kommen. Gegen Ende des letzten Jahres wurde ein Geländekomplex: von rund 310 ha, welcher im Zentrum des Schiessplatzperimeters liegt, im Bahmen des Landerwerbskredites von 10 Millionen Franken, den Sie mit Bundesbeschluss vom 19. Dezember 1962 über militärische Bauten und Waffenplätze (BB11962, II, 1649) bewilligt haben, erworben. Dank diesem Kredit war es nicht nur möglich, rasch zu handeln, sondern auch zu günstigen Bedingungen einen ersten Schritt zur Verwirklichung dieses bedeutenden Schiessplatzes zu machen.
Mit Beschlüssen vom 30. April und 16. August 1963 haben wir sodann das Eidgenössische Militärdepartement ermächtigt, zu Lasten des Kredites «Bauten und Anlagen», Eüstungsausgaben, weitere 363 ha durch Abschluss von Kaufverträgen sicherzustellen. Auch hier handelte es sich um äusserst günstige Gelegenheiten.
Der Schiessplatz in seiner vorgesehenen Ausdehnung eignet sich für den Einsatz sämtlicher Waffen und Munitionsarten. Die Ausdehnung und die Geländeform erlauben kombinierte Übungen bis zum Bahmen des Begiments.
Von besonderer Bedeutung ist auch hier die Möglichkeit des Panzereinsatzes im Bollen und Schiessen bis zum Bahmen von ein bis zwei Panzerkompagnien.
Das Gelände Petit Hongrin und der Waffenplatz Bière werden unentbehrliche Schiessplätze für die Ausbildung der Panzertruppen in der Westschweiz bilden.
Es dürfte
ausserordentlich schwer fallen, in unserem Lande und in dieser Höhenlage ein Gebiet von solchem Ausmasse und mit ähnlich günstigen Bedingungen für die militärische Benützung zu finden.
Insgesamt wird der Schiessplatz im Tal des Petit Hongrin rund 8000 ha umfassen. Der hier anbegehrte Kredit dient dazu, die bereits eingegangenen Verpflichtungen zu decken und für heute schon abschlussreife Kaufverhandlungen die nötigen Mittel zur Verfügung zu haben. Diese werden erlauben, rund die Hälfte des Schiessplatzprojektes zu verwirklichen.
703
Die Verhandlungen werden für den Eestteil aufgenommen bzw. weitergeführt. Die hiefür wie auch für Einrichtung und Erschliessung notwendigen Kredite werden Gegenstand einer späteren Botschaft bilden.
o. Panzerpiste Wideralp (1,35 Millionen Franken) Im Bereiche der Rollfelder in Frauenfeld, Kloten-Bülach und St. GallenBreitfeld fehlt ein geeignetes Schiessgelände für die Ausbildung der Panzerformationen.
Das Gebiet der Wideralp als westliche Fortsetzung der Schwägalp eignet sich in vortrefflicher Weise für Schiessübungen mit Panzern; zudem ist es auch für Eaupenfahrzeuge während des grössten Teils des Jahres ohne Schwierigkeiten erreichbar. Mit den Alpbesitzern konnte eine zeitlich unbeschränkte Dienstbarkeit und damit eine vertragliche Eegelung getroffen werden, welche auch Schiessübungen mit Panzern ermöglicht. Voraussetzung für solche Schiessen im Hinblick auf die Besonderheit des Geländes ist der Bau von Pisten.
Auch später, wenn in der Ostschweiz (Glarus und eventuell Graubünden) noch andere, für den Einsatz von Panzern geeignete Schiessplätze vorhanden sein werden, wird die Wideralp, schon allein ihrer günstigen Lage in Bezug auf die Waffenplätze und die Mobilmachungsplätze wegen, durch Panzertruppen regelmässig benützt werden müssen.
Das für den Bau einer Panzerpiste benötigte Gelände wird dem Bund ohne besondere Entschädigung zur Verfügung gestellt. Im Zusammenhang mit der Erstellung der Panzerpiste muss eine Grobreinigungsanlage gebaut werden, damit die Panzer vor Verlassen der Alp ihre Eaupen vom grössten Schmutz reinigen können.
Das dingliche Eecht auf militärische Benützung der Wideralp gestattet die Anlage einer permanenten Panzerpiste.
3. Kasemement Montana, Landerwerb
(1,02 Millionen Franken) Das ehemalige Militärsanatorium Montana, das seinerzeit wegen mangelnder Besetzung geschlossen werden konnte, dient nun als Unterkunft für verschiedene Schulen und Kurse, vor allem des Sanitätsdienstes. Ferner beherbergt es auch Kurse der Eidgenössischen Turn- und Sportschule Magglingen und zivile Organisationen.
Zum Sanatorium gehört ein Gelände von rund 4,2 ha, was als Umschwung für eine Truppenunterkunft nicht genügt. Es besteht nun die Möglichkeit, ein der General-Guisan-Stiftung gehörendes Grundstück im Halte von rund 3,5 ha zu erwerben und so den Umschwung des Kasernementes auf t,in günstigeres Ausmass zu erhöhen. Da dieses Gelände jedoch nicht unmittelbar an das jetzige
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Bundeseigentum angrenzt, ist vorgesehen, es gegen die Grundstücke, welche im Südwesten des Sanatoriums liegen, abzutauschen. Dadurch kann das Kasernementsgebiet auf ein einziges Stück im. Halte von rund 7,7 ha arrondiert und ein vernünftiges Verhältnis zwischen Unterkunftsmöglichkeit und Umgelände hergestellt werden. Den im Kasernement untergebrachten Schulen und Kursen wird dieses Gelände, das verschiedenen Zwecken, wie Grundausbildung, Besammlungen, Turnen usw. dienen wird, eine gewisse Bewegungsfreiheit in unmittelbarer Nähe der Unterkunft ermöglichen.
Zusammenzug Der für die Ausführung der in der vorliegenden Botschaft enthaltenen Vorhaben erforderliche Gesamtkredit berechnet sich wie folgt : A. Militärische Bauten 1. Einlagerung und Reparatur von Kriegsmaterial a. Lagerhallen b. Magazine für Eeservemunition c. Erweiterung unterirdischer Munitionsmagazine d. Erstellen von Grenzdepots e. Emmen, neue Zeughausanlage /. Aigle «arsenal-gare», Ausbau der Zeughausanlage g. Kloten, Einstellhalle für Motorfahrzeuge h. Anpassung einer unterirdischen Anlage hinsichtlich Sicherheit und Betrieb 2. Bau von zwei Armeemotorfahrzeugparks a. Bau des Armeemotorfahrzeugparks Othmarsingen . . . .
b. Bau des Armeemotorfahrzeugparks Bronschhofen . . . .
3. Bauten für die Kriegstechnische Abteilung a. Eidgenössisches Flugzeugwerk Emmen, Projektänderung und Mehrkosten 6. Eidgenössisches Flugzeugwerk Emmen, teuerungsbedingter Zusatzkredit c. Eidgenössisches Flugzeugwerk Emmen, Sanierung der Halle I d. Eidgenössische Waffenfabrik Bern, Bau einer Magazin- und Speditionshalle e. Eidgenössische Konstruktionswerkstätte Thun, Bau eines Versuchsgebäudes /. Eidgenössische Munitionsfabrik Thun, Neubau einer Fabrikationsanlage für pyrotechnische Sätze
Franken 16000000 4 100 000 9 670 000 2 900 000 4 250 000 8550000 2 600 000 3 070 000 27 200 000 27 870 000
5 820 000 8260000 l 890 000 4450000 l 980 000 2 780 000
Übertrag 125340000
705 Tranken
Übertrag 125340000 4. Bau eines Dienstgebäudes mit Truppenunterkunft für die Bedürfnisse der Flieger- und Flabtruppen 3 310 000 5. Ausbau des Übermittlungsnetzes 4 160 000 6. Bauten für die Abteilung der Sanität a. Erstellung von oberirdischen Bauten als Ergänzung zur bereits bestehenden unterirdischen Anlage des Zentrallaboratoriums der Armee 3 970 000 b. Kauf und Ausbau einer Liegenschaft für den Armeesanitätsdienst 1660000 7. Zusatzkreditbegehren a. Eidgenössische Munitionsfabrik Altdorf, Landerwerb. . .
1160000 b. Erweiterung des Armeemotorfahrzeugparks Eomont . . .
690 000 c. Tankbauprogramm IV, Felsentankanlage 2 590 000 8. Studien- und Projektierungskredit 3 000 000 Total für militärische Bauten 145 880 000 B. Waffenplätze 1. Ausbau unä Erweiterung von Waffenplätzen a. Bauten und Anlagen für den Waffenplatz Bremgarten (AG) b. Erweiterung der Schiessanlage Krähtal auf dem Waffenplatz Brugg c. Landerwerb in Drognens (FE) zwecks Schaffung eines Waffenplatzes für die motorisierten Infanterie- und InfanterieMotorfahrerschulen d. Erweiterung des Waffenplatzes Sitten für die Ausbildung von Gebirgsinfanterieschulen e. Erweiterung des Waffenplatzes St-Maurice durch Landerwerb /. St.Luziensteig, Landerwerb g. Herisau/St. Gallen, Landerwerb h. Waffenplatz Chur, Landerwerb 2. Erwerb und Ausbau von Schiessplätzen a. Schiess- und Übungsplatz Wichlen (Ausbildungslager Wichlen) b. Landerwerb für einen Schiessplatz im Gebiet des Petit Hongrin c. Panzerpiste Wideralp 3. Kasernement Montana, Landerwerb Total Waffenplätze
23 220 000 830000 10270000 7 120 000 5890000 9000000 6070000 2 500 000
42630000 13210000 l 350 000 l 020 000 123 110 000
706 Gesamttotal
Franken
A. MilitäriBche Bauten B. Waffenplätze
145880000 123 110 000 268 990 000
Der nachgesuchte Gesamtkredit von 268 990 000 Franken wird entsprechend dem in der Botschaft dargelegten Programm in einzelne, verbindliche Objektkredite aufgeteilt, über welche separat abgerechnet wird. Diese Ausgaben verteilen sich auf mehrere Jahre und bilden eine der vorgesehenen Etappen der Eeorganisation unserer Armee.
Gestützt auf die vorstehenden Darlegungen beehren wir uns, Ihnen den nachfolgenden Entwurf eines Bundesbeschlusses über die Bewilligung eines Gesamtkredites für militärische Bauten und Waffenplätze von 268 990 000 Franken zur Annahme zu empfehlen.
Die Verfassungsmässigkeit des zu fassenden Beschlusses ergibt sich aus den Artikeln 20 und 85, Ziffer 10 der Bundesverfassung.
Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung.
Bern, den IS.September 1963.
Im Namen des Schweizerischen Bundesrates, Der Vizepräsident : L. von Moos Der Bundeskanzler : Ch. Oser
707 (Entwurf)
Bundesbeschluss über
militärische Bauten und Waffenplätze
Die Bundesversammlung der Schweizerischen E i d g e n o s s e n s c h a f t , nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 13. September 1963, beschliesst :
Art. l Die mit Botschaft vom 13. September 1963 vorgelegten Bauvorhaben werden genehmigt und hiefur Objektkredite von insgesamt 268 990 000 Franken gemàss besonderem Objektverzeichnis bewilligt.
Art. 2 Der Bundesrat regelt die Durchführung des Bauprogramms. Er ist befugt, im Bahmen des bewilligten Gesamtkredites Verschiebungen zwischen den einzelnen Objektkrediten vorzunehmen.
Der jährliche Zahlungsbedarf ist in den Voranschlag einzustellen.
Art. 3 Dieser Beschluss ist nicht allgemeinverbindlicher Natur und tritt sofort in Kraft.
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend militärische Bauten und Waffenplätze (Vom 18. September 1968)
In
Bundesblatt
Dans
Feuille fédérale
In
Foglio federale
Jahr
1963
Année Anno Band
2
Volume Volume Heft
40
Cahier Numero Geschäftsnummer
8830
Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum
10.10.1963
Date Data Seite
669-707
Page Pagina Ref. No
10 042 255
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