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Durch’s Telefon (Pelo Telefone) war der Grundstein der Musikrichtung des Samba. Als Grossmutter des Komponisten Bucy Moreira, war Tia Ciata eine der Verantwortlichen für die Entstehung des „Samba Carioca“. Wie die Folklore jener Zeit behauptete, musste ein Samba im Haus der Tia Ciata bei deren festlichen „Rodas de Samba“ für gut befunden werden, um dann auch in der Öffentlichkeit Erfolg zu haben. Zahlreiche Kompositionen wurden in der Improvisation kreiert und gesungen – ein Beispiel ist der Samba „Pelo Telefone“ (von Donga und Mauro de Almeida), eine Komposition, für die es verschiedene andere Versionen gegeben hat, aber die in die Geschichte der brasilianischen Musik einging als erste Schallplattenaufnahme eines Samba im Jahr 1917.
Obwohl auch andere Aufnahmen vor „Pelo Telefone“ als Samba registriert worden sind, war es diese vom Doppel Donga/Mauro de Almeida unterzeichnete Komposition, die als Grundstein der Musikrichtung Samba bezeichnet wird. Allerdings wird über die Autoren des Songs immer noch diskutiert, und seine Ähnlichkeit mit dem „Maxixe“ führte dazu, dass er schliesslich als „Samba-maxixe“ abgestempelt wurde. Dieser Musikstil wurde vom Maxixe-Tanz beeinflusst und meistens auf einem Piano gespielt – im Gegensatz zum Samba-Carioca der Morros – und hatte in dem Komponisten Sinhô seinen bekanntesten Repräsentanten, der sich selbst als „König des Samba“ titulierte. Er setzte mit anderen Pionieren, wie Heitor dos Prazeres und Caninha, die ersten Fundamente dieses musikalischen Genres.
Die Gruppe Estácio
Die Immobilienspekulation verbreitete sich über der Stadt Rio de Janeiro und führte zur Bildung diverser Favelas an den Hängen der urbanen Carioca-Szenerie – sie wurden zu Wiegen neuer musikalischer Talente. Fast simultan mit seiner Geburt im Stadtzentrum sprang der „Samba Carioca“ auch auf die Morros der Stadt über und verbreitete sich von dort schnell über die Stadtgrenzen hinaus – und im Lauf der Zeit identifizierte man ihn als „Samba do Morro“.
Ende der 20er Jahre entstand der Samba der Karnevals-Blocks aus den Stadtteilen Estácio de Sá und Osvaldo Cruz, sowie der Morros da Mangueira, Salgueiro und São Carlos, mit rhythmischen Innovationen, welche bis zum heutigen Tag Bestand haben. Aus jener Gruppe stach die so genannte „Turma do Estácio“ hervor, aus der später die erste brasilianische Samba-Schule hervorgehen sollte, die „Deixe Falar“ (Lass mich sprechen).
Die „Turma do Estácio“ setzte sich aus einigen Komponisten des Stadtteils Estácio zusammen, unter ihnen Alcebíades Barcellos (der Bide), Armando Marçal, Ismael Silva, Nilton Bastos, sowie die Sambistas Baiaco, Brancura, Mano Edgar nd Mano Rubem – sie prägten die Geschichte des „Samba Brasileiro“ indem sie dem Genre eine Kadenz mehr Klasse verpassten, die von den Söhnen und Töchtern der Mittelklasse akzeptiert wurden – wie zum Beispiel dem Ex-Studenten der Rechtswissenschaft Ary Barroso und dem Studenten der Medizin Noel Rosa.
Anfangs ein karnevalistischer „Rancho carnevalesco“, dann ein karnevalistischer Block „Bloco carnevalesco“ und schliesslich eine „Escola de Samba“ Samba-Schule – die „Deixe Falar“ wird als die erste beschrieben, die im Carioca-Karneval aufmarschiert ist, zum Sound eines Percussions-Orchesters, welches sich aus „Surdos“ (grosse Trommeln), Tamburins und „Cuicas“ (schluchzende Trommeln) zusammensetzte, zu denen sich noch Pandeiros und Rasseln gesellten.
Diese musikalische Rhythmusgruppe benannte man „Bateria“ (Schlagwerk), und die begleitete eine Art von Samba der sich bereits sehr von jenen eines Donga, Sinhô und Pixinguinha unterschied. Der Samba im Stil der Estácio de Sá festigte sich schnell als der „Samba Carioca“ par excellence.
Die „Turma do Estácio“ gab dem Samba einen Rhythmus, welcher als Begleitung zu den Karnevals-Paraden passte – und distanzierte ihn damit von Maxixe-Rhythmus von Komponisten wie Sinhô. Ausserdem wurden ihre Samba-de-Roda-Veranstaltungen von Komponisten anderer „Morros Cariocas“ frequentiert, wie zum Beispiel von Cartola, Carlos Cachaça und später Nelso Cavaquinho und Geraldo Pereira, Paulo da Portela, Alcides Malandro Histórico, Manacé, Chico Santana, Molequinho, Aniceto do Império Serrano. Begleitet von einem Pandeiro, einem Tambourin, einer Cuíca und einer Surdo, schufen und festigten jene Könner den „Samba-de-Morro“.