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3.5 km
Publiziert: 16 April 2012
Mergoscia, ein beliebtes Ausflugsziel, liegt an einem Sonnenhang ausgangs des Verzascatals. Der Blick von dort oben ist atemberaubend. Er hat nicht nur Piero Bianconis Geist beflügelt.
Nicht weit von Locarno entfernt befindet sich "das geografische Zentrum des Kantons Tessin", so ist auf den Internetseiten von Mergoscia zu lesen. Es hat seinen Charakter als Bergdorf zwischen 700 und 800 Höhenmetern über dem Stausee gelegen weitgehend erhalten können und gilt als beliebtes Ferien- und Ausflugsziel und Wanderetappe.
Der Intellektuelle aus dem Bergdorf
Der in Minusio geborene Piero Bianconi (1899-1984) war einer der vielfältigsten Intellektuellen der Schweizer Kunstszene. Nachdem er als Verkäufer in einem Stoffladen gearbeitet hatte, bildete er sich zum Primarlehrer aus und promovierte später an der Universität in Fribourg in französischer Literatur. Bevor er ins Tessin zurückkehrte, verbrachte er kurze Zeit in Florenz und Rom. Seine Werke reichen von Prosa über Kunstgeschichte bis hin zu Übersetzungen, darunter Goethe, Rousseau oder Balzac. Sein bedeutendstes Werk "Der Stammbaum", 1969, behandelt die Emigrationsgeschichte seiner Vorfahren aus Mergoscia und damit Bianconis eigene Sinnsuche. Als kritischer Beobachter des "Ausverkaufs der Heimat" konnte er trefflich wettern zum Beispiel über den "Verlust von Massstäben und Traditionen", oder über die "blutdurchtränkte Erde der Vorfahren", die preisgegeben wurde an "Spekulanten und vermögende Zugezogene ohne Sinn für echtes Tessiner Volksgut und Kultur".