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Man könnte die Baselstrasse so lassen, wie sie heute ist und nur wenige punktuelle Anpassungen machen. Diese Variante haben die Planer geprüft und sie «Variante 0» genannt. Der Strassenbelag würde erneuert, die Bahngleise wo nötig stabilisiert. Die Engstelle St. Josef müsste mit einer zusätzlichen Lichtsignalanlage geregelt werden. Ebenso würden heikle seitliche Zufahrten mit Zweikammerampeln ausgerüstet, welche bei einer Bahndurchfahrt auf Rot schalten. Die Lebensdauer der heutigen Baselstrasse könnte mit dieser Minimallösung um 5-10 Jahre verlängert werden. Betriebswirtschaftlich wäre das wenig sinnvoll: Es müsste relativ viel Geld in den immer aufwändigeren Unterhalt investiert werden und nach Ablauf der Gnadenfrist wäre die Gesamtsanierung trotzdem unvermeidlich. Ganz abgesehen davon, dass das Unfallrisiko nicht wesentlich gemindert werden könnte. Der Unfallschwerpunkt Kreisel Baseltorkreisel würde bestehen bleiben. Die Variante hat nur einen Vorteil: Sie braucht keine Baubewilligung.
Sobald die Baselstrasse zwar im alten Zustand belassen, aber richtig saniert werden soll, braucht es eine Baubewilligung durch das zuständige Bundesamt für Verkehr. Das ist bereits dann der Fall, wenn die fehlende Gleisentwässerung bei der Sanierung ersetzt werden soll. Weil sich aber inzwischen die Mindestnormen für einen Bahnverkehr neben einer Strasse geändert haben, würde eine Baubewilligung für die Fortsetzung des Status Quo nicht erteilt werden können. Die Trennung zwischen Schiene und Strasse wäre ungenügend, respektive der Raum für die Bahn zu schmal.
Würde man also die heutigen Anforderungen erfüllen und die Bahntrasse verbreitern, aber sonst alles beim Alten belassen, resultierte daraus ein Konzept, welches als «Variante 0+» geprüft wurde. Die Lösung wäre möglicherweise bewilligungsfähig. Auch hier müsste an der Engstelle bei der St. Josefskapelle beidseitig sowie bei den heiklen Zufahrten zusätzliche Verkehrsampeln montiert werden. Auch beim Restaurant Sternen müsste zusätzlich zum Kreuzungsverkehr eine Trennung des Gegenverkehrs via Lichtsignalanlage eingerichtet werden. Mit der Variante 0+ könnten zwar einige Verbesserungen für den Fussverkehr umgesetzt werden, aber für Velostreifen fehlt schlicht der Platz. Velofahrer müssten, falls sie sich das antun, weiterhin auf der Autospur radeln. Und das Problem, das immer wieder zu Unfällen zwischen Autos und Bahn führt, wäre ebenso wenig behoben: Automobilisten wollen aus Seitenstrassen in die Baselstrasse einfädeln und konzentrieren sich gewohnheitsmässig auf den von links anrollenden Verkehr – dabei beachten sie das von rechts kommende «Bipperlisi» nicht.