Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03394.jsonl.gz/2245

Nach ihrem Toplauf wusste die 30-jährige Bernerin zunächst nicht mit Sicherheit, dass sie beim Rennen (04.00 Uhr Schweizer Zeit) würde starten dürfen. Denn neben Hählen, am Samstag im ersten Abfahrtstraining bereits Achte, überzeugte im Abschlusstraining erneut auch Priska Nufer (8.).
Die Obwaldnerin war - allerdings mit einem Torfehler - bei der ersten Fahrt die Trainingsschnellste gewesen. Zudem reihte sich Michelle Gisin, die am vergangenen Freitag im Super-G mit Olympia-Bronze ihre gute Speed-Form unter Beweis gestellt hatte, als Fünfte (mit Torfehler) und Elfte ein. Die vierte Schweizerin, die infrage kam für den Startplatz, war die Freiburgerin Noémie Kolly (14.).
«Mehr als Bestzeit kann ich nicht fahren»
Diese guten Trainingsleistungen führten dazu, dass sich Swiss-Ski-Cheftrainer Beat Tschuor und sein Trainer-Stab in einer Luxus-Situation befanden. Oder - bei anderer Betrachtungsweise - eben die Qual der Wahl hatten, wem sie den vierten und letzten Schweizer Startplatz zusprechen wollten.
Am Ende entschieden sie sich für Hählen, welcher die Piste in Yanqing offensichtlich sehr gut liegt. Hählen fiel damit ein grosser Stein vom Herzen.
Als sie im Ziel grün für die Bestzeit gesehen habe, sei das für sie eine «Riesen-Erleichterung» gewesen. «Mehr als Bestzeit kann ich nicht fahren», so Hählen, die 2018 in Pyeongchang in der internen Qualifikation knapp gescheitert war. Corinne Suter und Jasmine Flury waren damals der Lenkerin vorgezogen worden. Auch bei der letztjährigen WM in Cortina kam die Bernerin als Ersatzfahrerin nicht zum Zug.
Gut-Behrami am Pröbeln, Flury gestürzt
Ein Schweizer Trio konnte es am Tag vor der Olympia-Abfahrt ruhiger angehen lassen. Abfahrts-Weltmeisterin Corinne Suter verlor dabei als 16. fast eineinhalb, die ebenfalls gesetzte und pröbelnde Super-G-Olympiasiegerin Lara Gut-Behrami als 33. fast drei Sekunden auf Teamkollegin Hählen.
Der dritten Fixstarterin, Jasmine Flury, unterlief ein schmerzhaftes Missgeschick. Die Bündnerin stürzte bei Tempo 120. Doch sie konnte selber auf den Ski ins Ziel fahren, wo Flury dann Entwarnung gab: «Es verschlug mir die Ski, dann lag ich schon am Boden. Doch es geht mir gut.»