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Arbeit im Atelier ist für mich immer selbstgewählte Isolation. Die Entwicklungen im März veränderten die Art meines Schaffens nur am Rande, sie wirkten sich jedoch auf ungeahnte Weise auf deren Inhalt aus.
Plötzlich war es nicht möglich, ein laufendes Projekt konventionell abzuschliessen. Meine regelmässigen Aufenthalte in meinem Zweitatelier in Leipzig fielen ins Wasser. Viel wesentlicher war aber der Bruch im Ritual, den Beginn der Arbeit mit der Lektüre der täglichen Aktualitäten und der Feuilletons hinauszuzögern. Aber nur mit Covid-19-Updates und dem Fabulieren über den Einfluss des Virus auf unsere Zukunft wollte ich den Tag nicht starten.
Ich begann, in der Literatur nach Schilderungen von Seuchen zu suchen. Nun waren es Texte wie die von Petrarca, Prokopios und Thukydides, von welchen ich mich ablenken liess. Aus der Lektüre wurden Bilder, aber nicht Bild-Bilder sondern Text-Bilder, mit der Schreibfeder auf Papier geschrieben. Aus dem Atelier wurde eine Schreibstube.