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Seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine flüchteten viele Menschen in die Schweiz. Betroffene Personen erhalten mit dem Schutzstatus S rasch und unbürokratisch Schutz – ohne Durchführung eines ordentlichen Asylverfahrens.
Seit Mitte März 2022 betreuen die Sozialen Dienste Goldach Flüchtlinge aus der Ukraine. Im Kanton St. Gallen sind die Gemeinden für die finanzielle Unterstützung sowie die Unterbringung in Wohnungen, die allfällige medizinische Versorgung und den Versicherungsschutz zuständig.
Der Trägerverein Integrationsprojekte St. Gallen (TISG) organsiert die Zuteilung der Flüchtlinge. Im Mai 2022 wohnten bereits über 60 Personen in der Gemeinde Goldach. Die Unterbringung der Flüchtlinge konnte nur dank der Nutzung der Gruppenunterkunft bewältigt werden. Ein Teil der Personen sind von der Unterkunft in die Liegenschaften der Gemeinde umgezogen. Vereinzelt leben Flüchtlinge in Privathaushalten.
Die Gruppenunterkunft gilt als Übergangslösung und kann maximal 40 Personen aufnehmen. Grundsätzlich streben die Sozialen Dienste an, für die ukrainischen Flüchtlinge eigene Wohnungen in Goldach anzumieten. Die maximale Auslastung der Unterkunft wurde daher nie erreicht. Zur Zeit leben noch elf Personen in der Gruppenunterkunft. Die weitere Bedarfsplanung ist schwierig, da die Entwicklung des Konflikts in der Ukraine ungewiss ist.
Von den über 60 ukrainischen Flüchtlingen sind derzeit insgesamt 17 Personen im schulpflichtigen Alter. In unserer Region gilt die Regelung, dass Kinder im Kindergartenalter und der 1. Primarklasse in Regelklassen integriert werden und zusätzlich Deutschunterricht erhalten.
Ältere Kinder besuchen eine der regionalen Integrationsklassen in Rorschach, Rorschacherberg oder Thal. Dies nicht zuletzt auch, um bestehende Goldacher Regelklassen mit hohen Schülerbeständen nicht noch zusätzlich zu belasten. Die Gemeinde Goldach hat mit den Schulen der Region eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Falls im Herbst/Winter wieder mehr Flüchtlinge aus der Ukraine nach Goldach einreisen und die umliegenden Integrationsklassen voll wären, müsste die Schule Goldach als nächste Gemeinde der Region eine Integrationsklasse eröffnen.
Die Zuteilung der in Goldach wohnhaften Schulkinder aus der Ukraine sieht derzeit wie folgt aus:
- sieben Kinder besuchen eine regionale Integrationsklasse
- drei Kinder den Kindergarten in Goldach
- vier Kinder die 1. Primarklasse in Goldach
- ein Kind eine Sonderschule aufgrund eines Geburtsgebrechens
- zwei Kinder ein spezielles Integrationsangebot für geflüchtete ukrainische Jugendliche beim Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum in St. Gallen
Die Beschulung dieser fremdsprachigen Kinder im Regelunterricht bedingt ein grosses Engagement und Flexibilität von den Lehrpersonen und Schulleitungen.
Der Schutzstatus S ist auf ein Jahr befristet – dieser kann aber je nach Situation in der Ukraine verlängert werden. Die erwachsenen Flüchtlinge werden deshalb zurzeit «nur» in der deutschen Sprache gefördert. Die Volkshochschule Rorschach hat mit grossem Engagement Deutschkurse für ukrainische Flüchtlinge organisiert. Die Deutschkurse haben sich auch zu einem wichtigen Treff- und Austauschpunkt der Flüchtlinge entwickelt. Die schulpflichtigen Kinder wurden anfangs noch durch Onlineunterricht aus ihrer Heimat beschult. Sie hatten aber stets die Möglichkeit, sich ordentlich in der Schweiz einzuschulen.
Es ist spürbar, dass viele Ukrainer eng mit dem Heimatland verbunden sind. Personen aus der Region Kiew planen eher die Rückkehr in die Ukraine als betroffene Personen aus dem Osten und dem Norden des Landes. Sie hoffen aber alle auf eine baldige Rückkehr in ihr Heimatland. Nichtsdestotrotz sind sie sehr dankbar für die Hilfe und breite Akzeptanz, die sie in der Schweiz erfahren.