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2022 ist für uns ein besonderes Jahr: Zum zehnten Mal werden die Schweizer Literaturpreise vergeben. In den vergangenen zehn Jahren ist eine kleine Bibliothek der prämierten Bücher entstanden. Gelingt es ihr gar, die Schweizer Literatur zu repräsentieren?
In diesem Jahr wird die Preisverleihung als Voreröffnung der Solothurner Literaturtage stattfinden, der wichtigsten Literaturveranstaltung der Schweiz.
Wir hoffen, dass es die gesundheitliche Lage im Mai zulassen wird, sich zu treffen und die Preisträgerinnen und Preisträger von 2022 würdig zu feiern.
2022 ist für uns ein besonderes Jahr: Zum zehnten Mal werden die Schweizer Literaturpreise vergeben. In den vergangenen zehn Jahren ist eine kleine Bibliothek der prämierten Bücher entstanden. Gelingt es ihr gar, die Schweizer Literatur zu repräsentieren?
Der Schweizer Grand Prix Literatur 2022 geht an Reto Hänny
Reto Hänny wurde 1947 in Tschappina im Kanton Graubünden geboren. Der einzigartige Autor schreibt in allen seinen Büchern die gleiche Geschichte nieder: seine eigene und die seiner Zeit. Was Reto Hänny umtreibt, sind seine Kindheit in den Bündner Bergen, seine Jugend in Ruch (ein Anagramm von Chur), die Zürcher Unruhen der 1980er-Jahre und ihre Unterdrückung durch die Polizei. Seine Texte verarbeiten diese Themen aber nicht chronologisch oder autobiografisch, sondern in Assoziationen, Erinnerungsstücken, Träumen und Erfindungen, vor allem aber durch die Nachahmung, mit der sich Reto Hänny die Weltliteratur aneignet.
Reto Hänny erhielt 1994 den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Seine wichtigsten Werke sind Sturz (2020), Blooms Schatten (2014), Helldunkel. Ein Bilderbuch (1994), Flug (1985), Zürich, Anfang September (1980) und Ruch, ein Bericht (1979).
Blooms Schatten erschien in der französischen Übersetzung bei den Éditions d’en-bas.
Spezialpreis Übersetzung 2022
Dass viele Werke von französisch und englischsprachigen Autorinnen und Autoren heute im italienischen Sprachraum gelesen werden und bekannt sind, ist der Arbeit von Maurizia Balmelli zu verdanken. Die Übersetzerin wird mit dem Spezialpreis Übersetzung 2022 ausgezeichnet.
Maurizia Balmelli ist es gelungen, starke Brücken zwischen den Literaturen zu bauen. Von grossem Wert ist auch ihr stetiges Engagement für den Unterricht und die Ausbildung. Typisch für ihre Arbeit ist die Fähigkeit, mit der Zielsprache zu arbeiten, um Rhythmus und Mass zu finden, die den Eigenheiten der Autorinnen und Autoren in der Ausgangssprache entsprechen.
Schweizer Literaturpreise 2022
Die in diesem Jahr ausgezeichneten Bücher bilden ein vielfältiges Ensemble: Zwei Gedichtsammlungen und fünf Prosatexte in drei Sprachen, jedes Werk eine Welt für sich und eine eigene Melodie. Vielleicht kennen Sie das eine oder andere dieser Bücher bereits.
- Yari Bernasconi, La casa vuota, Marcos y Marcos
- Rebecca Gisler, D’oncle, Verdier
- Dana Grigorcea, Die nicht sterben, Penguin Verlag
- Ariane Koch, Die Aufdrängung, edition suhrkamp
- Christian Kracht, Eurotrash, Kiepenheuer Witsch
- Fabienne Radi, Email diamant, art & fiction
- Isabelle Sbrissa, tout tient tout, héros-limite
Die Preisträgerinnen und Preisträger entdecken
Ab nächster Woche können Sie die Preisträgerinnen und Preisträger von 2022 entdecken, indem Sie die neuen Episoden des Podcasts der Schweizer Literaturpreise hören.
Die Podcasts sind auch auf folgenden Streamingplattformen verfügbar:
Die Preisträgerinnen und Preisträger werden ihre Werke auch an Literaturveranstaltungen oder in Bibliotheken vorstellen. Folgen Sie den Schweizer Literaturpreisen auf Instagram und Facebook, um über die Auftrittsorte und daten informiert zu werden.
Letzte Änderung 15.02.2022