Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03301.jsonl.gz/285

Die Ursprünge der beiden Patrizierhäuser liegen zu Beginn des Spätmittelalters im 15. Jhd. Anhand der dendrochronologischen Untersuchung lassen sich die im Inneren erhaltenen Wohntürme auf das Baujahr 1415/16 zurückführen. Von diesen ehemals freistehenden gotischen Wohntürmen sind im südlichen Haus zwei, und im nördlichen Haus (Beuge) drei Etagen komplett erhalten. Diese Turmbauten wurden in vier Bauphasen auf ihren heutigen Bauzustand erweitert. In der ersten Phase (Renaissance) wurde 1544/45 der Beuge-Turm mehr als vervierfacht. Zwanzig Jahre später, 1564, erfuhr der südliche Turm eine wesentliche Vergrösserung des Volumens.
Im Übergang zum Barock, in der zweiten Phase 1584, wurde das südliche Gebäude nochmals erweitert und erhielt so das heute noch bestehende Bauvolumen. In der dritten Phase, 1684, schliessen eine barocke Erweiterung und Aufstockung der Beuge die bis dahin bestehende Lücke zwischen den beiden Gebäuden. So entstand der heutige Strassenzug. In der vierten Phase wurden die Gebäude im 20 Jhd. durch Annexbauten und inneren Ausbauten ergänzt. Die heutige Fassade stammt aus der Sanierung der 50er Jahre des 20 Jhd. Die barocken Elemente wurden abgeschlagen und im Stil der Zeit zweckmässig verputzt.
Ziel der Sanierung ist es, mit dem Erhalt der historisch wertvollen Bausubstanz unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Aspekte 13 Alterswohnungen mit zeitgemässen Wohnkomfort zu erstellen. Zur Aufwertung der Dorfinfrastruktur werden im Erdgeschoss Gewerbeflächen erstellt.
Hierfür wird die historische Bausubstanz von den Ein- und Anbauten des 20 Jhd. befreit. Die Gebäude- Infrastruktur wird komplett erneuert und den Anforderungen an Brand- und Schallschutz entsprechend angepasst. Die innere Erschliessung wird neu geordnet und ein Lift erstellt sowie die Gebäudehülle energetisch aufgewertet und saniert.
In Einbezug historischer Bausubstanzen und im Zusammenspiel von modernen Materialien entstehen so Wohneinheiten auf qualitativ hochwertigem und zeitgemässem Niveau. Der Charm von Alt und Neu führt zu einem besonderen Wohnambiente. Räume mit teilweise über 3m hohen Stuck- als auch Bohlendecken, edlen Parkett- und Riemenböden sowie zu den einzelnen Wohnungen gehörende Balkone runden das Gesamtbild ab.
Der Ortskern von Näfels wird aufgewertet. Wichtige Zeitzeugen der Glarner Baukultur werden erhalten. Die Geschichte ablesbar gemacht und weitergeschrieben.