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Dank Neymar haben Brasiliens Fussballer das wichtigste Gold der Spiele geholt. Im Leichtathletik-Stadion überragt Mo Farah, Speerwurf-Weltmeister Julius Yego ist untröstlich und Usain Bolt läuft neben der Bahn nochmals zu Hochform auf. Das lief in Rio, während du friedlich schlafen durftest.
In der Nacht auf Sonntag standen für einmal keine Schweizer im Einsatz.
Brasilien hat nach den Finalpleiten 1984, 1988 und 2012 erstmals das olympische Fussball-Turnier gewonnen und sich damit das wichtigste Gold dieser Spiele gesichert. Der Gastgeber schlug Deutschland im Final nach Penaltyschiessen.
Nach 120 Minuten stand es nach Toren von Neymar (26.) und Max Meyer (59.) 1:1. Im Penaltyschiessen hielt Brasiliens Goalie Weverton den fünften Versuch der Deutschen durch Nils Petersen. Neymar verwertete danach den entscheidenden Penalty für Brasilien.
Zwei Jahre nach der 1:7-Demütigung gegen Deutschland im Halbfinal der Fussball-WM feierte Brasilien im Maracanã-Stadion damit eine gelungene Revanche.
Mo Farah hat sich zum Abschluss der Leichtathletik-Wettkämpfe im Olympiastadion in Rio erneut das Double über die Langstrecken gesichert. Der Brite gewann nach dem Sieg über 10'000 m auch das Rennen über 5000 m. Als erster Läufer hatte dieses Kunststück der Finne Lasse Viren 1972 und 1976 geschafft.
Wieder einmal auf der Schlussrunde, die er in 52,83 Sekunden lief, legte Mo Farah die entscheidende Differenz zwischen sich und seine Herausforderer. Der fünffache Weltmeister wehrte auf der Zielgeraden die Angriffe seiner Konkurrenten ab und gewann mit 13:03,30 Minuten sechs Zehntel vor dem Amerikaner Paul Chelimo.
Vor dem Lauf hatte er sich in den Katakomben noch mit Usain Bolt unterhalten. Der neunfache Olympia-Champion und seine Kollegen hatten im nahegelegenen Maracanã den Fussball-Final zwischen Brasilien und Deutschland verfolgt und trafen für die Siegerehrung just auf Farahs Goldlauf im Leichtathletik-Stadion ein.
Vor der Medaillenübergabe blödelten die vier Jamaikaner in den Katakomben wieder einmal etwas herum. Asafa Powell filmte mit seinem Mobiltelefon und übergab den imaginären Stab an Usain Bolt weiter. Der Superstar liess das Gerät dann prompt fallen. Powell nahm es mit Humor.
Eine kleine Überraschung setzte es über 1500 m ab. Der Amerikaner Matthew Centrowitz düpierte in einem sehr langsamen Rennen im Schlussspurt die Favoriten aus Afrika. Der 26-Jährige siegte in 3:50,00 Minuten knapp vor Taoufik Makhloufi aus Algerien und dem Neuseeländer Nicolas Willis. Asbel Kiprop, der Weltmeister von 2011, 2013 und 2015 aus Kenia, ging als Fünfter leer aus. Centrowitz ist der erste amerikanische 1500-m-Olympiasieger seit den Spielen von 1908 in London.
Die USA haben zum sechsten Mal in Folge olympisches Gold in der 4x-400-m-Staffel der Frauen gewonnen. Das Quartett um Schlussläuferin Allyson Felix setzte sich in 3:19,06 Minuten vor Weltmeister Jamaika (3:20,34) und Grossbritannien (3:25,88) durch. Für die 30-jährige Felix war es der sechste Olympiasieg der Karriere.
Die Männer-Staffel der USA tat es den Frauen gleich und holte ebenfalls Gold. Mit Schlussläufer LaShawn Merritt gewann die USA vor Jamaika und den Bahamas, die das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Belgien um Platz 3 für sich entschieden.
Das zu erwartende Siegerpodest gab es im Final über 800 m der Frauen. Caster Semenya aus Südafrika gewann in schnellen 1:55,28 Minuten vor Francine Niyonsaba aus Burundi und Margaret Wambui aus Kenia.
Um die drei Medaillengewinnerinnen war im Verlauf dieser Saison eine Diskussion entbrannt, weil die drei Afrikanerinnen intersexuell sind und im Vergleich zu anderen Frauen über einen erhöhten Testosteronwert verfügen.
Dank Thomas Röhler hat Deutschland 44 Jahre nach Klaus Wolfermann wieder einen Speerwurf-Olympiasieger. Der 24-Jährige kam im fünften Durchgang auf 90,30 Meter und feierte damit den grössten Erfolg seiner Karriere.
Silber ging an Weltmeister Julius Yego mit 88,24 Metern, der sich allerdings verletzte und die letzten zwei Würfe nicht mehr absolvieren konnte. Der Kenianer weinte im Rollstuhl sitzend bittere Tränen, gratulierte dem Deutschen jedoch später fair zum Olympiasieg.
Die Wasserballer aus Serbien sind Olympiasieger. Nach den Bronzemedaillen von Peking 2008 und London 2012 feierte der Weltmeister im Final von Rio de Janeiro einen 11:7-Sieg über Kroatien.
Die US-Basketballerinnen haben in Rio zum achten Mal Gold geholt, ihre beängstigende Serie ausgebaut. Das 101:72 im Final gegen Spanien war bereits der 48. Sieg nacheinander bei Sommerspielen.
Die Volleyballerinnen aus China sind zum dritten Mal Olympiasieger, Russlands Handball-Frauen haben zum ersten Mal Olympia-Gold gewonnen.
Mountainbiker Nino Schurter ist die letzte Goldhoffnung der Schweiz an den Spielen von Rio. Der Bündner will am Schlusstag im Rennen der Männer seine Medaillensammlung komplettieren und endlich Olympia-Gold holen. Für die Schweiz starten ausserdem Mathias Flückiger und Lars Forster. Mit von der Partie ist übrigens auch Strassen-Weltmeister Peter Sagan.
Marathon-Läufer Tadesse Abraham darf sich als 14. der Jahresweltbestenliste berechtigte Hoffnungen auf ein olympisches Diplom machen. Auch weil bei Olympia nur drei Konkurrenten pro Nation startberechtigt sind und er so sogar der Achtschnellste der Saison ist. Für den zweiten Schweizer Läufer Christian Kreienbühl ist dabei sein dagegen alles.
Die Schweiz (2-2-2) liegt auf Rang 33. (pre)