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Bis 2050: Nur noch erneuerbare Energien
Die technologische Entwicklung im Energiebereich macht in den letzten Jahren riesige Schritte. Ein Austritt aus der Kernenergie vor dem Jahr 2030 wird in erster Linie eine Frage des politischen Willens sein. Die einzige Gefahr, die einem Ausstieg zu diesem Zeitpunkt droht, sind die zu erwartenden unzähligen Verzögerungen durch Einsprachen und Rekurse. Längerfristig ist ein Übergang zu einer Gesellschaft, die fast ausschliesslich von erneuerbaren Energien und daher auch wirklich energieeffizient lebt, bis zum Jahr 2050 ohne weiteres möglich.
Dazu einige Beispiele, etwa die Windenergie: Die Leistung eines grossen Windrades beträgt heutzutage 7,5 Megawatt. Das heisst ein Windrad könnte, wo immer es in der Schweiz steht, jährlich 15 Millionen kW/h Energie produzieren. Das ist mehr als der jährliche Energieverbrauch der Lausanner Metro oder eines Ökoquartiers mit 6000 Einwohnern. Doch zurück zur Schweiz als Ganzes: 600 grosse Windräder, übers ganze Land verteilt, könnten mehr Energie als ein grosses Kernkraftwerk (wie z. B. Leibstadt oder Gösgen) produzieren.
Das Problem der erneuerbaren Energien liegt hauptsächlich in den Schwankungen der Produktion und der Speicherung.
Ein weiteres Beispiel ist die Photovoltaik. Eine aktuelle Studie der Stadt Lausanne zeigt, dass in Solardächern an idealster Lage ein Potenzial von 80 bis 100 Millionen kW/h steckt, was über 10 Prozent des Energieverbrauches der Stadt entspricht. Geht man von einer Lebensdauer der Solarpanele von 25 Jahren aus, liegen die Angebote verschiedener europäischer Produzenten im Juni dieses Jahres bei rund 20 Rappen pro kW/h. Der Preis von Solarenergie ist also innerhalb der letzten vier Jahre um beinahe 50 Prozent gesunken.
Das Problem der erneuerbaren Energien liegt hauptsächlich in den Schwankungen der Produktion und der Speicherung. Dafür sind hydraulische Pumpspeicherkraftwerke in gebirgigen Ländern wie der Schweiz durchaus sinnvoll. In anderen Ländern übernehmen Gasturbinen, also nicht erneuerbare Energie, die Rolle der Pumpspeicherwerke. Diese Gaskraftwerke sind jedoch auf alle Fälle besser und flexibler als Kern- und Kohlekraftwerke, die kontinuierlich produzieren müssen und teilweise auch auf Heizöl angewiesen sind. Solche Gasturbinen könnten in der Schweiz in einer ersten Übergangsphase die Energie liefern, die nötig ist, um einen Teil der Kernkraftwerke früher abzustellen. Mittel- und längerfristig könnten auch alternative Lösungen im Bereich der Geothermie gefunden werden. Aber Strom macht nur 20 Prozent des globalen Energieverbrauchs aus.
In Bezug auf Gebäudeheizungen kann von einem progressiven Rückgang des Verbrauchs ausgegangen werden. Die Häuser der neuesten Generation brauchen heute nur noch 15 Prozent der Energie der Gebäude, die vor 25 Jahren gebaut wurden und diese Energie kann erst noch vollumfänglich erneuerbar produziert werden (Stichworte: Geothermie, Solarenergie, Holz). Auch im Bereich der Mobilität eröffnen sich in den kommenden Jahrzehnten interessante Perspektiven durch den Wechsel zu Hybrid- und Elektrofahrzeugen, die zu einer Verringerung des Energieverbrauchs beitragen werden.