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Wie funktionieren die kleine und die grosse Prostata-Operation?
Beginnen wir mit ein wenig Allgemeinwissen, ehe wir uns dem Spezifischen zuwenden. Was ist die Prostata und was macht sie im Körper? Es handelt sich um die „Vorsteherdrüse“, die alle männlichen Säugetiere, somit auch der Mensch, haben. Sie produziert einen Teil des Spermas und liegt unterhalb der Harnblase und umgibt die Harnröhre bis zum Beckenboden. Normalerweise ist die Prostata etwa kastaniengross und kann wegen der unmittelbaren Nähe des Enddarms durch den Anus vom Facharzt ertastet und beurteilt werden. Weibliche Säugetiere haben keine Prostata. Das Pendant dazu ist bei ihnen die Paraurethraldrüse, die bei sexueller Erregung ein schmieriges Sekret abgibt.
Die Funktion der Prostata könnte man einfach so beschreiben: Sie produziert ein Sekret, das bei der Ejakulation in die Harnröhre abgegeben wird, sich dort mit den Spermien vermischt und dafür sorgt, dass Spermien die lebensfeindliche Umgebung in der Scheide einer Frau besser und länger überleben. Funktioniert die Prostata wunschgemäss, wird das Ejakulat dünnflüssiger, zudem wirkt das Sekret bewegungsauslösend auf die Spermien.
Erkrankungen der Prostata
Das häufigste Leiden ist eine Vergrösserung der Prostata, weil diese oft zu einer Störung des Harnabflusses führt. Die Vergrösserung kann durch gutartiges Gewebe oder einen bösartigen Tumor erfolgen. Letzteres ist übrigens die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern.
Wenn sich eine Prostata vergrössert, legt sie sich wie eine Schlinge enger um die Harnröhre. Je enger diese ist, desto weniger Harn kann in gleicher Zeit durch sie hindurch fliessen. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass eine grosse Prostata natürlich auch auf die Blase drücken kann, was zu vermehrtem Harndrang führt. Wer nachts häufig aufstehen muss, um Wasser zu lassen, sollte seine Prostata untersuchen lassen.
Wenn eine OP notwendig ist
Je nach Befund kann eine OP der Prostata sinnvoll oder notwendig sein. Die Heilungschancen und etwaige Nachwehen und alles über mögliche Operationsmethoden erfahren Sie ohnehin beim behandelnden Urologen. Zwei der häufigsten Operationsmethoden können wir kurz vorstellen und vergleichen.
Die grosse Prostata-Operation
Dieser Eingriff wird nur noch in wenigen Fällen durchgeführt, wenn das bösartige Gewebe schon sehr weit fortgeschritten ist beispielsweise. Der Eingriff erfolgt durch die Bauchdecke. Das „überschüssige“ Gewebe (Tumorgewebe) wird entfernt, die Harnröhre etwas freigelegt – fertig. Auch wenn es hier sehr kompakt klingt: So einfach ist der Eingriff natürlich nicht. Aber im Groben spiegelt er die Realität wider. Die Nachwehen sind: Der Eingriff reicht durch die Bauchdecke, durch Muskel- und Fettschichten. Bis die Wunden verheilt sind, werden Sie einige Zeit investieren müssen und Geduld aufbringen müssen. Bis Sie wieder „voll einsatzbereit“ sind, können 3 Monate und mehr vergehen.
Die kleine Prostata-Operation
Sie erfolgt durch die Harnröhre. Die Prostata wird in dem Fall von innen her ausgeschält. Eine winzige Schlinge wird in die Harnröhre geschoben. Mit ihr erfolgt das Ausschälen und danach auch das Veröden der blutenden Gefässe. Der Vorteil ist, dass die Genesungszeit kürzer ist und die „Nachwehen“ geringer ausfallen.
In beiden Fällen sind nachträgliche Beschwerden der Potenz und Harninkontinenz nie ganz auszuschliessen. Welche Methode die richtige ist, wird der Facharzt mit Ihnen ausführlich diskutieren.