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Winzige Zeugen der Vergangenheit
Die Hochmoorflächen des Etang de la Gruère entstanden nach den Eiszeiten. Zuvor wurden die Hügel und Höhenrücken des Juras von Gletschern und Schmelzwasser abgetragen und die mit Mergel und Ton aufgefüllt und abgedichtet. Auf einer solchen wasserundurchlässigen Schicht begannen vor etwa 15000 Jahren die Hochmoore beim Etang de la Gruère und beim Etang de Royes zu wachsen. «Wir reisten zum Etang de la Gruère und holten für unsere Untersuchungen Bohrkerne in den Hochmoorflächen am Ufer», erzählt Pim van der Knaap vom Palynologischen Institut der Universität Bern.
Aufwendiges Verfahren
Pim van der Knaap fand Pollen von Laubwäldern im Jura.
Die Forscher bearbeiteten die Bohrkerne zuerst mit verschiedenen Methoden, um die Pollenkörner aus dem Erdmaterial herauszufiltern. In den letzten Arbeitsschritten wurden die Proben mit Säuren und Laugen behandelt ohne die Pollenkörner zu beschädigen. Erst wenn diese in konzentrierterer Form in den Proben vorliegen, werden sie von den Forschern unter dem Mikroskop bestimmt und quantitativ ausgewertet.
Anderes Aussehen als heute
Pollen nutzen der Klimaforschung.
Von der Zeit nur wenig nach den Eiszeiten vor etwa 10000 Jahren fanden die Forscher in den Torfschichten Pollen von Birken und Föhren. «Das Klima damals muss deutlich kühler gewesen sein», sagt van der Knaap. Vor etwa 6000 Jahren habe es wärmeliebende Laubwälder gegeben, in denen vor allem Eschen vorkamen, aber auch Linden, Eichen, Ulmen oder Haselsträucher. Fichten, die heute so landschaftsprägend sind im Jura, seien zu jener Zeit noch gar nicht vorhanden gewesen. «Vor etwa 1000 Jahren wuchsen», anders als heute, «sogar Buchenmischwälder in der Region.»
Text: Sabine Joss
Bilder 1 und 2: www.swissimage.ch
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