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|Die von Arnold Annen erbauten Funis (2)

Gstaad, Gstaadrüti-Wispile, 1935-1943
Wintersport wurde in Gstaad schon vor dem ersten Weltkrieg betrieben, doch damals musste der Berg zuerst zu Fuss oder mit Fellen erstiegen werden, bevor man in den Genuss einer Abfahrt kam. Oder die Gäste fuhren mit dem Pferdeschlitten auf den Berg. Das brachte Arnold Annen auf die Idee, Funi zu bauen.
Wispile, Gesamtansicht
Mit seinem Compagnon, dem Hotelier Oswald von Siebenthal (1896-1943) «Hotel Bernerhof», Gstaad und erster Kurdirektor, gründete er 1934 in Gstaad die «????», um die Funi Gstaadrüti-Wispile zu erstellen. Jeder beteiligte sich mit 50 Prozent an der Gesellschaft. Annen war mehr der Tüfteler und Praktiker, Oswald, der Sohn von Adolf von Siebenthal vom «Hotel Bernerhof» und späterer Kurdirektor von Gstaad, war mehr Geschäftsmann und beide ergänzten sich beinahe in idealer Weise.
So erstellte Arnold Annen 1935 (nach der Lochstafel Funi) seine zweite, die Gstaadrüti-Wispile Funi. Am 10.12.1935 wurde ihm vom Bundesamt für Verkehr die Konzession für den Betrieb erteilt. Die Talstation befand sich in der Rütti. Eine Besonderheit war eine Kurve im untersten Drittel der Strecke. Mit der ansehnlichen Förderleistung von 85 Personen pro Stunde eröffnete diese «Bergbahn» ihren Betrieb. An der Talstation, besonders an der Kasse half seine Tochter Luise Burri-Annen tatkräftig mit, als Schlittenführer ware unter anderen Ueli Brand, Christian Wälti und Emanuel Perreten aber auch Annens Schwiegersöhne Viktor und Emanuel Burri-Annen tätig. Nach den vorhandenen Fotos zu schliessen, hat Arnold Annen an dieser Bahn immer wieder seine neuen Schlittenmodelle ausprobiert. Leider sind die untenstehenden Bilder alle undatiert, so dass sie nur ungefähr eingeordnet werden können.
Arnold Annen baute auch das Restaurant etwas oberhalb der Bergstation in Mülleners Vorsass.
Nach Annens frühem Tod 1938 übernahmen seine Tochter Luise Burri-Annen und ihr Ehemann Viktor Burri die Geschäfte, Luise Burri arbeitete jahrelang am Funi und am Skilift. Die Bahn firmierte seit 1944 bis 1963 unter dem Namen «Kollektivgesellschaft Burri-von Siebenthal».
Es hatte nicht lange gedauert, bis es zu Wartezeiten bis zu drei Schlitten kam. Alle wollten auf die Wispile ... Darum wurde die Funi 1944 durch einen «Constam» Skilift der Firma «Henri Sameli Huber», Feldmeilen, dem «Rüttilift» ersetzt, der die gleichen Linienführung hatte, aber etwa 600m länger war.
Schon Arnold Annen hätte gerne die Funi bis oben auf den Berg gebaut. Dafür setzte sich dann auch seine Tochter Luise Burri-Annen engagiert ein. 1962 wurde dann die «Luftseilbahn Gstaad-Höhi Wispile AG» gegründet und 1963 ging die «Kollektivgesellschaft Burri-von Siebenthal» an diese Gesellschaft über. Es wurde von der Fa. «Gerhard Müller AG» eine Gondelbahn bis auf die Hohe Wispile gebaut, wobei die damalige Transportbahn von der «Garaventa AG», Goldau erstellt wurde. Als Folge musste der «Rütti Skilift» um ca. 400m verkürzt werden, da damals zwei Anlagen sich nicht kreuzen durften. Luise Burri-Annen und ihr Ehemann Viktor Burri sind die eigentlichen Initianten dieser Wispile Gondelbahn.
Fotos
Der Nachfolger - Der «Rüttilift»
Die Wartezeiten am Funi wurden immer länger, darum drängte sich ein Ersatz durch eine leistungsfähigere Bahn an. Deshalb wurde die Funi 1944 durch den «Rüttilift», einem Skilift System «Constam» der Firma «Henri Sameli Huber», Feldmeilen, ersetzt. Dieser hatte die gleichen Linienführung wie die Funi, war aber etwa 600m länger.
Der letzte noch erhaltene Annen-Funisschlitten
Es ist fast unglaublich: Einer der Wispileschlitten hat überlebt, er war 1943 hinter der Zimmerei von Arnold Burri (Enkel von Arnold Annen) abgestellt worden und stand jahrelang da, kaum mehr beachtet. Dann hat ihn Arnold Burri umfunktioniert: er dient jetzt als 'fahrbares' Zielhäuschen beim Skilift Brüchli in Lauenen.