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Detail
BUSER, Ernst W.
* Basle, 19.02.1925, † Binningen, 17.04.2004; Trumpet
Ernst wuchs mit dem ältesten Halbbruder Fritz und seiner 1923 geborenen Schwester Lotti am Eimeldingerweg im Kleinbasel auf.
Richtungsweisend für sein Leben war 1935 der Eintritt in die Knabenmusik, wo er Trompete spielen lernte und sich bald zeigte, dass er dafür sehr talentiert war. Er interessierte sich sehr für die "Negermusik" aus den USA und bekam so auch seinen Spitznamen "Bobby" nach dem von ihm verehrten Orchesterleiter Bob Engel. Er spielte Tanzmusik mit Amateurformationen und hatte sogar Gelegenheit, ein Jahr als Profi mit den bekannten Orchestern Lanigiros und Bob Engel zu spielen.
Zuerst begann er eine Kürschnerlehre – es war ihm aber immer klar, dass dies nicht sein Lebensberuf sein würde! Dank seiner Eloquenz und Kontaktfreudigkeit konnte er erfolgreich im Aussendienst einer Papierfabrik und danach bis zu seiner Pensionierung als Inseratenacquisiteur für die medizinische Zeitschrift "Praxis" der Firma Hallwag in Bern tätig sein. Dies verschaffte ihm die Möglichkeit, seinen Tagesablauf weitgehend selbständig zu planen und seinen vielfältigen Interessen nachzugehen.
1953 verheiratete er sich mit Anneliese ("Mädi") Früh aus Binningen, mit der er viele Reisen unter anderem auch in den nahen Orient unternahm, dies zu einer Zeit, wo dies noch abenteuerlich war. Sie teilte mit ihm auch das Interesse für niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts. 1961 folgte der Umzug aus der Wohnung in der St. Johann-Vorstadt in das neu erbaute Haus in Binningen.
Im musikalischen Bereich hatte Ernst Buser Kontakt bekommen zum Posaunenchor Basel, welcher unter einem jungen Leiter begonnen hatte, sich der alten Musik zuzuwenden. Ernst hat viele Samstage auf dem Münsterturm gespielt oder bei grossen Aufführungen (wie z. B. dem Weihnachtsoratorium) mitgemacht. Dort bekam er auch Kontakt zum Trompeter und Lehrer an der Schola Cantorum Basiliensis Edward H. Tarr, welcher oft im Buserschen Haus in Binningen zu Besuch war. Dort wuchs seit 1968 langsam eine exquisite Sammlung von alten Blech- und Holz-Blasinstrumenten heran, welche Ernst in ganz Europa aufspürte (mindestens einmal im Jahr erfolgte eine Reise nach Paris deswegen!). Er verstand es, ein ganzes Beziehungsnetz aufzubauen und so auch Instrumente aus dem ehemaligen Ostblock zu erwerben. Die oft sehr spannenden Geschichten des Erwerbs konnte er blumig und detailreich erzählen. Nicht wenige der Instrumente wurden auch weiterverkauft, um neue Ankäufe zu finanzieren, dabei legte Bobby grossen Wert darauf, dass die Instrumente zu den ihm richtig erscheinenden Musikern oder Sammlern gelangten, auch hieraus ergaben sich viele Freundschaften mit interessanten Leuten.
1979 organisierten Ernst W. Buser und Edward H. Tarr eine Ausstellung zum Thema "Trompete" im Schloss Säckingen, wobei etwa 150 Instrumente vom Barock bis zur Gegenwart gezeigt wurden und die auf grosses Interesse stiess. Daraus folgte das Projekt, im "Trompeter-Schloss" eine ständige Ausstellung einzurichten, wofür Ernst 1984 50 seiner Instrumente und 50 Bilder mit Trompetenmotiven an die Stadt Säckingen verkaufte. Edward H. Tarr wurde Kurator der Sammlung, welche seit 1985 der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Seine Erinnerungen an die Basler Jazz- und Tanzmusikszene hat Ernst in Publikationen über "Swinging Basel" veröffentlicht. Auch die Ausstellung "Jazz in der Schweiz" hat er mit wichtigen Ausstellungsstücken mitgetragen.
Nach dem Tod seiner Ehefrau Mädi 1993 fand Ernst in Barbara Rother eine interessierte Begleiterin, mit der er noch einige gute Jahre geniessen durfte.
[Andreas C. Früh]