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Der frühere südafrikanische Spitzensportler Oscar Pistorius ist nach den tödlichen Schüssen auf seine Freundin zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das zuständige Gericht verkündete das Strafmass am Mittwoch in Pretoria.
Dem unterhalb der Knie amputierten Pistorius drohten mindestens 15 Jahre Haft. Richterin Masipa entschied jedoch, dass die «mildernden Umstände schwerer wiegen als die belastenden Faktoren». Damit komme ein geringeres Strafmass als die gesetzlich vorgesehenen mindestens 15 Jahre Haft in Frage, erklärte die Richterin.
Im jüngsten Verfahren, das mehrere Verhandlungstage in Anspruch nahm, traten erneut mehrere Zeugen auf. Der Vater der Getöteten, Barry Steenkamp, forderte eine harte Strafe für Pistorius. «Er soll für sein Verbrechen bezahlen.»
Eine Cousine von Steenkamp sagte, sie glaube, dass Pistorius in dem Prozess gelogen habe. Sie habe «nicht das Gefühl, von ihm eine Entschuldigung bekommen zu haben».
Nach der Urteilsverkündung äusserten sich über Twitter denn auch viele Personen kritisch zu dem Verdikt:
Im Jahr 2014 war Pistorius wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. In einem Berufungsprozess Ende 2015 entschieden die Richter dagegen auf Totschlag. Daher musste nun auch erneut über das Strafmass entschieden werden. Im südafrikanischen Rechtssystem wird das Strafmass nach einem Urteil gesondert bestimmt.
Pistorius hatte seine Freundin Reeva Steenkamp im Februar 2013 durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses in Pretoria erschossen. Der unterschenkelamputierte Sportler beteuerte stets, er habe seine Verlobte für einen Einbrecher gehalten und in Panik abgedrückt.
(sda/meg)