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Greg Lemond - der knappste Sieger aller Zeiten
- Sonntag, 21. Juli 2013, 9:04 Uhr
Die Tour de France geht heute in Paris zu Ende. Im 14. und letzten Teil unserer Serie blicken wir zurück auf den Amerikaner Greg Lemond, der 1986 die «Globalisierung» der Tour de France einleitet und 3 Jahre später auf den Champs Elysées den knappsten Sieg aller Zeiten erringt.
Greg Lemond ist 1986 der erste nicht-europäische Fahrer, der die Tour de France für sich entscheiden kann. Eigentlich hätte der aus Kalifornien stammende Lemond das Rennen bereits im Jahr zuvor gewinnen müssen, doch er hält sich im Team La Vie Claire von Paul Köchli als Helfer von Bernard Hinault zurück und belegt hinter dem nunmehr fünffachen TdF-Sieger Rang 2.
Erster Sieg - trotz Hinault
1986 werden die Rollen dann getauscht, Lemond ist der Chef, Hinault der Helfer. Der Franzose macht seinem jungen Teamkollegen das Leben zwar schwer, doch am Ende liegt Lemond vor Hinault und dem Schweizer Urs Zimmermann.
Im Frühling 1987 erleidet Lemonds Karriere einen Rückschlag, als er auf der Jagd von seinem Schwager angeschossen und lebensgefährlich verletzt wird. Zwei Jahre später schafft Lemond das Comeback und holt seinen zweiten Sieg an der Tour de France. Es ist ein Triumph für die Sport-Geschichte.
Der knappste Sieg aller Zeiten
Die Tour 1989 wird mit einem Zeitfahren von Versailles über 24,5 Kilometer nach Paris abgeschlossen. Lemond liegt vor dem Start 50 Sekunden hinter Leader Laurent Fignon auf Rang 2. Doch der Amerikaner – angetreten mit dem für diese Epoche futuristischen Triathlon-Lenker - macht den Rückstand auf dem Weg zu den Champs Elysées wett und siegt am Ende mit 8 Sekunden Vorsprung auf den völlig demoralisierten Fignon. Mit einem Schnitt von 54,545 km/h fährt Lemond das schnellste Tour-Zeitfahren aller Zeiten.
Die 8 Sekunden Differenz bedeuten bis heute den knappsten Sieg in der Geschichte der Tour de France. Nach 1989 wurde die Tour nie mehr mit einem Zeitfahren abgeschlossen.
Dänen, Deutsche, Australier, Briten
1990 schafft Lemond das Triple, 1994 beendet er seine Karriere. In den folgenden Jahren gibt es weitere Premieren bei den Gesamtsiegern. 1996 siegt mit Bjarne Riis erstmals ein Däne, 1997 mit Jan Ullrich erstmals ein Deutscher. 2011 folgt mit Cadel Evans der erste Australier, 2012 mit Bradley Wiggins der erste Brite.
US-Sieger gibt es nach Greg Lemond bis heute keinen mehr. Lance Armstrong (1999 bis 2005) und Floyd Landis (2006) werden wegen Doping-Vergehen aus den Siegerlisten gestrichen.