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Spannung bis zum Schluss: Nachdem es in Nove Mesto lange nach einem Sieg für Anne Tauber ausschaut, wendet sich das Blatt und Kate Courtney gewinnt ihren zweiten Cross-Country-Weltcup vor Rebecca McConnel und der überraschenden Haley Smith. Tauber wird mit technischen Problemen noch zehnte. Sina Frei fährt nach einem beherzten Rennen auf Rang vier. Linda Indergand wird sechste, Jolanda Neff achte.
Die Frauen liefern den über 10'000 Zuschauern eine spannende Angelegenheit. Es entsteht eine fünfköpfige Spitzengruppe mit den beiden Schweizerinnen Jolanda Neff und Sina Frei. Die Niederländerin Anne Tauber diktiert das Tempo und sprengt die Gruppe in Runde drei von sieben. Jolanda Neff folgt der Quereinsteigerin vom Eisschnelllauf und die Lücke auf die drei Verfolgerinnen Kate Courtney, Sina Frei und Rebecca McConnell wächst auf 20 Sekunden.
Tauber ist im Anstieg die Stärkere, Neff holt in den technischen Passagen Zeit heraus. Doch in der vierten Runde reißt Tauber eine Lücke und fährt ab diesem Zeitpunkt solo. Kate Courtney hat einen Hinterrad-Defekt zu beheben, kann die Verfolgerinnen-Gruppe aber halten.
Bei Jolanda Neff schwinden die Kräfte. «Nein, überzogen habe ich nicht. Ich bin einfach noch nicht so weit und auf diesem Kurs musst du hundert Prozent fit sein. Ich arbeite daran, dass das bis Sommer der Fall ist», erklärt die Europameisterin, warum sie zu den Verfolgerinnen zurückfällt.
Derweil macht Kate Courtney mehr und mehr Tempo, reduziert ihren Rückstand auf Tauber bis auf drei Sekunden, verliert aber im Downhill wieder an Boden.
Für Anne Tauber nimmt das Drama seinen Lauf, als sie in der Schlussrunde eine folgenschwere Entscheidung trifft. Im so genannten «Expert Climb», einem schwierigen Wurzel-Anstieg entscheidet sie sich vom Bike zu springen. «Ich war etwas nervös und dachte, ich kann vielleicht etwas Zeit gewinnen, wenn ich laufe», so Tauber.
Was dann passiert? Sie kommt nicht aus dem Pedal, fällt auf die Seite und die Kette fällt aus der Führung. «Ich habe viel Zeit verloren, sie wieder aufzulegen», erzählt sie.
So geht Courtney vorbei und holt sich Saisonsieg Nummer drei.
Tauber fällt auf Position sechs zurück, überholt Jolanda Neff noch mal und hat dann noch mal Probleme mit der Kette.
Die 22-jährige Sina Frei, eigentlich noch in der U23 startberechtigt, fährt ein cooles Rennen und lässt sich durch Positionskämpfe nicht aus dem Konzept bringen. Eine Zeit lang duelliert sie sich mit Kate Courtney, doch als die geht, bleibt sie bei ihrem Rhythmus.
Von hinten wird sie noch mal von Rebecca McConnell und dann auch noch von der kanadischen WM-Sechsten Haley Smith überholt, doch Sina Frei fährt auf einen starken vierten Rang.
«Ich habe versucht meinen Rhythmus zu finden und das ist mir gelungen. Es zahlt sich am Ende aus, wenn man nur auf sich schaut», erklärt Frei. «Es ist natürlich mega schön, ein cooles Gefühl auf dem Podium zu stehen. Das Rennen war mega hart, umso schöner ist es. In Albstadt hatte ich nicht so einen guten Tag und ich habe gehofft, dass ich hier zeigen kann, was ich jeden Tag trainiere.»
Linda Indergand erwischt keinen optimalen Start, findet dann aber gut ins Rennen und macht Position um Position gut. Sie findet sich in der Schlussphase in einer dreiköpfigen Gruppe mit der Dänin Malene Degn und der Niederländerin Anne Terpstra.
Als Erste in die letzte Abfahrt zu gehen, gelingt ihr nicht ganz, so dass ihr Malene Degn den fünfte Rang wegschnappt. «Es war ein bisschen schade, dass ich am Start nicht ganz die Power hatte, aber dann habe ich einen guten Rhythmus gefunden. Ich habe immer versucht als Erste der Gruppe in die Abfahrten zu gehen, aber am Schluss ist es nicht mehr gegangen. Mit dem Rennen bin ich zufrieden, so eines habe ich mal gebraucht», erklärt Indergand, die mit 1:34 Minuten Rückstand Sechste wird und das fünfköpfige Podium nur um eine Sekunde verpasst.
Jolanda Neff verliert ihre fünfte Position durch einen Reifendefekt in der letzten Runde. «Das hat den Bock dann auch nicht mehr fett gemacht», meint sie mit einem Schmunzeln. Sie wird mit 2:13 Minuten Rückstand Achte.