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Hans Balmer spielt Werke dreier Pioniere der minimal music und verwandelt sich mit Hilfe der Mehrspurtechnik in ein bis zu 36-stimmiges Flötenorchester.
Der Begriff «minimal music» stammt aus den 1970er Jahren. Michael Campillo verwendete ihn in Anlehnung an die «Minimal Art» in der bildenden Kunst, weitere Namensgeber sind die Komponisten Michael Nyman und Tom Johnson. Die Bewegung entstand aber bereits um 1960 in zwei Ausprägungen: Einerseits die gehaltenen Töne, Intervalle oder Geräusche (drone music) im Umfeld von La Monte Young, andererseits das Repetieren von kleinen musikalischen Mustern, die oft leicht verschoben zueinander gespielt werden und dadurch neue Muster erzeugen (resulting patterns). Gemeinsam sind Einflüsse aus Asien und Afrika (Young und Riley waren Schüler des indischen Raga-Sängers Pandit Pran Nath, Reich studierte afrikanisches Trommeln, Glass arbeitete mit Ravi Shankar zusammen).
Vermont Counterpoint für Soloflöte und Tonband (11 vorproduzierte Flötenstimmen) von Steve Reich besteht aus zweitaktigen Patterns, die im Kanon um drei Sechzehntel verschoben erklingen. Die Soloflöte (auch Altflöte und Piccolo) hat zwei Aufgaben: Sie führt neue Kanonstimmen ein und unterstreicht «resulting patterns». Das Stück entstand 1982 als Auftakt einer Reihe von «Counterpoints», in denen ein Instrumentalist mit sich selbst ab Tonband zusammenspielt.
Als dem französischen Komponisten Eric Satie zu Ohren kam, man halte seine Musik für formlos, schrieb er als Reaktion darauf seine «Trois Morceaux en Forme de Poire» für Klavier vierhändig. Der Titel des Piece in the Shape of a Square (1967) für zwei Flöten von Philip Glass lehnt sich an dieses Werk von Satie an. Die Uraufführung fand am 19. Mai 1968 in New York statt. Glass und Jon Gibson ordneten die Noten in einem Quadrat an und wanderten in entgegengesetzter Richtung durch das Stück, bis sie sich am Schluss wieder trafen. Erste und zweite Stimme spielen dasselbe Material in umgekehrter Reihenfolge.
Arabesque in Memoriam für Flöte solo (1988) entstand im Gedenken an Philip Glass' Flötenlehrer Britton Johnson.
In C von Terry Riley aus dem Jahr 1964 ist ein frei gestaltbares Konzept. Auf einem Blatt sind 53 kurze Fragmente notiert, die von mehreren Interpreten wiederholt und im Kanon gespielt werden. Steve Reich wirkte bei der Uraufführung mit. Es war seine Idee, auf dem Klavier einen Achtelpuls mit hohen Cs zu spielen, um das Stück zusammenzuhalten. In der vorliegenden Aufnahme hat Hans Balmer 36 Stimmen mit Piccolo, Flöte, Alt- und Bassflöte im Mehrspurverfahren eingespielt. Die Partitur ist frei zugänglich und kann an dieser Stelle eingesehen werden.
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