Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03461.jsonl.gz/987

Ein Land ist auf der Flucht. Wohin es gehen soll, weiß keiner so recht. Aber eins ist klar: Es muss weg von dem bisherigen Präsidenten, dem bisherigen politischen Standpunkt. Die Bevölkerung der USA ist auf der Suche nach sich selbst und einer Person, die ihr Land retten kann. Die Menschen sind auf der Suche nach einem Gott in Menschengestalt.
Sie erwarten von ihrem nächsten Präsidenten vor allem eins: Veränderungen. Und da gibt es einige Dinge – längst nicht mehr nur den Irakkrieg. Laut einer Umfrage des „Pew Research Center“ halten die Amerikaner die Wirtschaft für das wichtigste Thema, doch auch die Gesundheitsvorsorge, das Bildungssystem, der Terrorismus und die Einwanderung dürften bei der Wahl eine nicht unwichtige Rolle spielen. Das allgegenwärtige Bild des mächtigen und unbezwingbaren Amerikas scheint zu bröckeln. Und der nächste Präsident der USA wird einen Scherbenhaufen vorfinden. Die Frage ist nur, ob er die Scherben notdürftig zusammenflicken wird, oder ob er ein neues, glänzendes Glas hervorzaubert.
Die Hauptkandidaten für diesen politischen Reinigungsjob sind Hillary Clinton, Barack Obama (Demokraten) und John McCain (Republikaner). Seit Monaten touren sie durch die Vereinigten Staaten und versuchen die Wähler von sich zu überzeugen. In den USA gibt es lediglich zwei Parteien, die Demokraten und die Republikaner. In jeder Partei gab es am Anfang des Wahlkampfes unzählige Bewerber. Sie alle wollten eins: Sich als den besten Kandidaten ihrer Partei für die Präsidentschaft profilieren. Inzwischen ist das Feld der Bewerber deutlich geschrumpft. Manche haben auf die falschen Themen gesetzt oder hatten zu wenig Geld für Werbespots.
Hillary Clinton, Barack Obama und John McCain scheinen bis jetzt auf die richtigen Themen gesetzt zu haben. Hillary Clinton ist die Ehefrau des Ex-Präsidenten Bill Clinton, der von 1993 bis 2001 die USA regierte. Sie wäre die erste weibliche Präsidentin in der Geschichte der USA und hat einige Erfahrungen in der Politik, anders als ihr Herausforderer Barack Obama. Er wäre der erste afroamerikanische Präsident der USA und überzeugt vor allem durch seine Rhetorik. Das scheint gut anzukommen bei der Bevölkerung, doch ob das für einen Sieg reicht, ist fraglich. John McCain ist der einzige gefährliche Herausforderer seitens der Republikaner. Er will die Truppen aus dem Irak nicht abziehen, sondern dort um einen Sieg kämpfen. Noch ist nicht entschieden, wer der neue Präsident der USA wird. Hillary Clinton und Barack Obama liegen fast gleich auf. John McCain versucht ihnen zu folgen. Klar ist, dass es ein spannender Wahlkampf wird, bei dem letztendlich jede einzelne Stimme entscheidend sein könnte. Um die Probleme der USA zu lösen, bräuchte man wohl momentan eine Art Gott. Angesichts der Begeisterung, die dieser Wahlkampf in den USA auslöst, könnte man meinen, dass die drei Kandidaten tatsächlich nicht ganz von dieser Welt sind.