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Nach dem Hitzesommer 2018, aber noch vor den ersten Klimastreiks, habe ich anfangs September 2018 im Grossen Rat des Kantons Bern eine Parlamentarische Initiative eingereicht, um den Klimaschutz als vorrangige Aufgabe in der Kantonsverfassung zu verankern. Die mit der Prüfung der Forderung beauftragte Kommission (BAK) hat das befürwortet - und eine klare Mehrheit des Grossen Rats hat in der Junisession 2019 grünes Licht zur Ausarbeitung eines solchen Klima-Artikels gegeben.
Art. 31a Klimaschutz (neu)
1 Kanton und Gemeinden betreiben eine aktive Klimaschutzpolitik.
2 Sie sorgen damit für einen gebührenden Beitrag zum Erreichen des globalen Ziels, den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur auf deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.
3 Sie setzen ausreichende Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgase um.
4 Sie stärken die Fähigkeit zur Anpassung an die nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels.
5 Sie tragen dazu bei, die öffentlichen und privaten Finanzflüsse auf eine treibhausgasarme und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähige Entwicklung auszurichten.
Als Initiant der Parlamentarischen Initiative bin ich am 20. August 2019 von einer Arbeitsgruppe der BAK angehört, zu meinen Motiven und zu meinem Formulierungsvorschlag befragt worden. Die Arbeitsgruppe wird der BAK über die Resultate der Anhörung und ihrer weiteren Abklärungen Bericht erstatten und Antrag stellen. Also: Fortsetzung folgt...
Weitere Informationen auf der Website der Grünen Kanton Bern:
Als Reaktion auf die Forderung der Klimastreik-Bewegung, einen so genannten "Klimanotstand" auszurufen, habe ich in der Märzsession 2019 zusammen mit vier Ratskollegen aus vier andern Parteien einen Ordnungsantrag eingereicht - dies mit dem Ziel, dass der Grosse Rat zum selten genutzten Instrument der "Erklärung" greift und ein Bekenntnis zum Klimaschutz abgibt. Die vorberatende Kommission hat diese Idee befürwortet - und eine klare Mehrheit des Grossen Rats hat in der Junisession 2019 eine "Erklärung zum Klimaschutz" beschlossen.
Präambel:
Der Grosse Rat stellt fest: Die Erwärmung des Klima- systems ist eindeutig und der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist klar.
1. Der Grosse Rat anerkennt seine Mitverantwortung bei der Bekämpfung des Klimawandels.
2. Der Grosse Rat ist bereit, das in seinem Einflussbereich Mögliche zu tun, um dem Klimawandel entgegenzutreten. Mögliche Massnahmen werden prioritär behandelt.
3. Der Grosse Rat wird die Auswirkungen auf das Klima sowie die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Nachhaltigkeit bei den zu behandelnden Geschäften be-rücksichtigen und jene Geschäfte prioritär behandeln, die den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen können.
4. Der Grosse Rat orientiert sich für zukünftige Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels an den Berichten des «Intergouvernemental Panel on Climate Change (IPCC)», insbesondere in Bezug auf Investitionen zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen.
5. Der Grosse Rat fordert die Regierung auf, die Bevölkerung des Kantons wiederholend über den Klimawandel, dessen Ursachen und Auswirkungen sowie über die Massnahmen zu informieren, die gegen den Klimawandel ergriffen werden.
6. Der Grosse Rat appelliert auch an die Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen, die vorhandenen Möglichkeiten und rechtlichen Freiräume zu verstärkten Anstrengungen im Klimaschutz zu nutzen.