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Die Coronavirus-Krise ist zwar verheerend für das weltweite Reisen, bietet aber offensichtlich immer noch Chancen für eine Handvoll Fluggesellschaften, die über die Mittel und den Mut verfügen, Risiken einzugehen. WizzAir signalisiert, dass es seine Wachstumspläne auch während des Einbruchs vorantreiben wird.
WizzAir plant an den bisherigen Airbus-Bestellungen festzuhalten: in den nächsten 14 Monaten sollen 22 Maschinen ausgeliefert werden – auch wenn viele andere Fluggesellschaften ihren Betrieb derzeit einschränken. WizzAir hat sich durch die Krise nicht aufhalten lassen, die Pläne zur Einführung eines neuen Streckennetzes von einem neuen Hub im Nahen Osten aus zu stoppen. Bereits im März vor der weltweiten Sperrung wurde «WizzAir Abu Dhabi» als Joint Venture mit der Abu Dhabi Developmental Holding Company gegründet. Es wird die erste europäische Billigfluggesellschaft sein, die vom Golf aus operiert.
Die Details zur aktuellen Planung
- Gleich acht neue Strecken werden von der Basis Wien aufgelegt. Brüssel, Tallinn, Burgas, Constanța, Rhodos, Kreta, Zakynthos und Marrakesch. Die Flüge sollen im Juli bzw. Herbst des heurigen Jahres starten.
- Von seinem neuen Hub in Abu Dhabi wird die Billigfluggesellschaft ab dem 3. Juni Bukarest (Rumänien) und Budapest (Ungarn) bedienen, ab dem 15. September Katowice (Polen) und Sofia (Bulgarien) und ab dem 16. September Cluj-Napoca (Rumänien) bedienen.
- In London Gatwick hat sich eine Öffnung ergeben, da Virgin Atlantic Airways Ltd. angekündigt hat, sich auf London Heathrow zu konzentrieren, um die Covid-19-Pandemie zu überwinden. British Airways will angeblich dasselbe tun, und mit Norwegian Air Shuttle ASA , Gatwicks Mieter Nr. 3, der den Winter überstehen will, könnte der einst volle Flughafen bald Platz für neue Teilnehmer haben.
WizzAir mit Sitz in Budapest hat derzeit nur eine Handvoll Flüge in London Gatwick, während 10 Flugzeuge in London Luton stationiert sind und weitere 25 von Standorten auf dem europäischen Festland aus einfliegen. «Da Gatwick ein grösserer Flughafen mit einer besser entwickelten Infrastruktur ist, könnte ein Betrieb dort mindestens so gross sein», so WizzAir-CEO Jozsef Varadi. Er sagt, er würde Gatwick, südlich der Hauptstadt gelegen, gerne zu seinem zweiten britischen Drehkreuz machen.
Über Abu Dhabi hinaus?
Eine interessante Beobachtung ist, dass der neue Hub Abu Dhabi das Reisen nicht weiter nach Osten erleichtert. Während die Flottenflugzeuge sicherlich dazu in der Lage sind und es eine erhebliche Nachfrage nach Zielen im Nahen Osten und darüber hinaus gibt, die für Wizz Air reif wären, hat die Fluggesellschaft zu diesem Zeitpunkt noch keine angekündigt. Die Fluggesellschaft hat einzig angedeutet, eine internationale, weltumspannende Billigfluggesellschaft mit Flügen nach Asien, Indien, Afrika und mehr werden zu wollen.
Mit diesen Flugzeugen
Wizz Air verfügt über eine Flotte der Airbus A320-Familie. Sie haben den originalen A320-200, den A321-200 und die beiden verbesserten Neo-Modelle (A320neo und A321neo) bestellt. Wahrscheinlich wird die Fluggesellschaft auf einige neuere A321neo-Flugzeuge (bisher sechs) umstellen, um die Strecken im Nahen Osten zu betreiben. Die erweiterten Treibstoffaufnahmen des A321neos sind perfekt für Missionen mit grösserer Reichweite als der A320.
Die Fluggesellschaft könnte möglicherweise eine Route nach Island, zu den spanischen Kanarischen Inseln, nach Bali in Indonesien und zu den japanischen Skigebieten in Sapporo starten. Sogar Broome in Australien scheint in Reichweite zu sein.
Wizz Air hat ausserdem 20 Airbus A321XLRs (Xtra Long Range) bestellt. Kein Wunder also, wenn alle zwanzig am neuen Hub in Abu Dhabi stationiert werden. Die Fluggesellschaft könnte also bald schon Langstreckenrouten anbieten.