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Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine häufig auftretende gutartige Hauterkrankung. Sie verläuft fast immer chronisch. Typische Merkmale sind scharf begrenzte, rote, erhabene, mit silberweissen Schuppen bedeckte Hautstellen, die teilweise jucken. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
Oft entstehen bei der Psoriasis nur einzelne Hautveränderungen (sog. Herde) an den Streckseiten von Ellenbogen und Knien. Teilweise breitet sich die Schuppenflechte aber auch auf den gesamten Körper aus. Ausser der Haut können Schleimhäute, Gelenke und Nägel zusätzlich erkranken. Wie stark diese Beschwerden sind, ist unterschiedlich.
Die Hautzeichen selbst werden vermutlich von einem fehlgesteuerten Angriff des Immunsystems (Autoimmunreaktion) gegen Zellen der Oberhaut (Keratinozyten) ausgelöst, die sich als Reaktion darauf besonders stark vermehren. In der Folge verdickt sich im Rahmen der Psoriasis die Haut an den betroffenen Stellen und schuppt. Eine Ansteckung anderer Personen ist nicht möglich.
Je nach Erscheinungsbild unterscheiden Mediziner mehrere Formen der Schuppenflechte, zum Beispiel:
Die Diagnose der Schuppenflechte ist in der Regel einfach, da die Erkrankung anhand der typischen Hautveränderungen gut erkennbar ist. Weitere bekannte Fälle von Psoriasis in der Familie sind ein deutlicher Hinweis.
Die Psoriasis-Arthritis kann durch Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) von anderen entzündlichen Gelenkerkrankungen unterschieden werden.
Welche Behandlung bei Psoriasis geeignet ist, hängt von der jeweiligen Situation ab. Oft ist es nötig, verschiedene Medikamente und Therapieansätze zu kombinieren. Es gibt eine Vielzahl von Präparaten und Therapieformen, welche die Psoriasis-Beschwerden bessern können. Oft sind Betroffene mit der richtigen Behandlung über einen längeren Zeitraum beschwerdefrei. Die Schuppenflechte kann aber bislang nicht vollständig geheilt werden. Unterstützend zu jeglicher Therapie gehört eine regelmässige, sorgfältige und individuell abgestimmte Hautpflege.
Typisch für Schuppenflechte: Scharf begrenzte, rote, erhabene, mit silberweissen Schuppen bedeckte Hautstellen, die jucken können. Wie sich die Schuppenflechte entwickelt, ist individuell verschieden. Sie verläuft meist in Schüben.
Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) handelt es sich um eine vor allem bei hellhäutigen Personen häufig auftretende, immunologisch-entzündliche Hauterkrankung. Bei anderen ethnischen Gruppen tritt sie deutlich seltener auf, insbesondere bei dunkler Hautfarbe. Der Schuppenflechte liegt eine Autoimmunreaktion zugrunde, das heisst das Immunsystem richtet seine Abwehrreaktion gegen Zellen des eigenen Körpers. Warum diese Autoimmunreaktion entsteht, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Die Schuppenflechte ist nicht ansteckend.
Viele Faktoren können dazu beitragen, dass eine Schuppenflechte entsteht. Dazu gehören neben der genetischen Veranlagung auch andere Auslöser und Risikofaktoren. Zu letzteren zählen:
Auch das Klima spielt bei Psoriasis eine Rolle: Im Sommer bessern sich die Symptome der Schuppenflechte häufig durch die erhöhte Sonneneinstrahlung. Sie wirkt entzündungshemmend und unterdrückt die überschiessenden körpereigenen Abwehrreaktionen.
Darüber hinaus beeinflussen psychische Faktoren das Krankheitsbild: Unter Stress verschlechtern sich die Beschwerden bei Schuppenflechte in der Regel.
Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. In der Schweiz sind etwa 150'000 Menschen betroffen. Schuppenflechte ist nicht ansteckend.
Typisch für die Schuppenflechte sind scharf begrenzte, rote, erhabene, mit silberweissen Schuppen bedeckte Hautveränderungen, besonders an Ellenbogen und Knien, am Kreuzbein und an den behaarten Bereichen des Kopfs. Teilweise jucken die entsprechenden Stellen. Auch Gelenke und Nägel können von der Psoriasis betroffen sein.
Die Schuppenflechte ist keine Erkrankung der Neuzeit: Schon vor über 2000 Jahren beschrieb der griechische Arzt Hippokrates (um 460-370 v. Chr.) schuppende Hauterkrankungen, bei denen es sich vermutlich um Psoriasis handelte.
Die medizinische Bezeichnung Psoriasis leitet sich vom griechischen Wort psora ab, das für «Jucken» beziehungsweise «Kratzen» steht. Aufgrund dieser irreführenden Bezeichnung wurde die Psoriasis lange Zeit nicht von der durch Milben verursachten Krätze (Skabies) abgegrenzt.
Auch heute noch hat die Schuppenflechte als chronische Erkrankung oft erhebliche Folgen für Gesundheit, Lebensqualität und Beruf. Obwohl sie nicht ansteckend ist, ist die Schuppenflechte für die Betroffenen aufgrund der oft deutlich sichtbaren Hautveränderungen mitunter psychisch sehr belastend.
Die Schuppenflechte ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. In der Schweiz sind ungefähr 150'000 Menschen betroffen. Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig daran.
Der Grossteil der Betroffenen (etwa 80 Prozent) leidet am Typ-I oder Frühtyp der Psoriasis vulgaris, der vor dem 40. Lebensjahr auftritt. Am häufigsten tritt der Frühtyp zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr auf. Die seltenere Typ-II Psoriasis, auch Spättyp genannt, tritt hingegen in der Regel zwischen dem 35. und 60. Lebensjahr auf.
Bei etwa 30 Prozent der Patienten ist die Psoriasis mittelschwer bis schwer ausgeprägt. In den meisten Fällen verläuft sie chronisch, also dauerhaft anhaltend.
Der Schuppenflechte (Psoriasis) liegen mehrere Ursachen zugrunde. Sie ist eine sogenannte multifaktoriell bedingte Erkrankung. Es besteht einerseits eine genetische Veranlagung, andererseits bricht die Psoriasis erst durch das Zusammenspiel einer Reihe auslösender Faktoren (Risikofaktoren) wie Infektionen, Medikamente oder äussere Einwirkungen (mechanische Reize) bei Hautverletzungen aus. Haben beide Elternteile Schuppenflechte, liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen 60 und 70 Prozent, dass ihr Kind ebenfalls eine Psoriasis entwickelt. Ist nur ein Elternteil betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich geringer und liegt bei etwa 30 Prozent.
Auch mechanische Verletzungen der Haut kommen bei Schuppenflechte als Ursachen infrage, wenn eine entsprechende genetische Veranlagung besteht. In diesem Fall sprechen Mediziner vom Köbner-Phänomen. Hierbei tritt die für die Psoriasis typische Schuppung an zuvor gesunden Hautstellen auf, die mechanisch gereizt wurden, also zum Beispiel entlang von Kratzspuren. Auch das Klima oder psychische Faktoren können begünstigen, dass die Schuppenflechte auftritt.
Neben der genetischen Veranlagung gibt es eine Reihe von Faktoren, die als Auslöser beziehungsweise Risikofaktoren gelten und zu einem Ausbruch oder einer Verschlechterung der Schuppenflechte beitragen. Hierzu zählen:
Der Schuppenflechte (Psoriasis) liegt eine Autoimmunreaktion zugrunde, bei der sich das Immunsystem gegen Zellen des eigenen Körpers richtet. Eine zentrale Rolle spielen dabei entzündungsfördernde Eiweisse sowie die Überaktivität einer bestimmten Sorte weisser Blutzellen, der sogenannten Th1-Lymphozyten. Diese Zellen vermitteln über ihre Botenstoffe die Immunreaktion und übernehmen damit eine Schlüsselrolle bei der Entzündung.
Ziel der Autoimmunreaktion sind körpereigene Zellen der Oberhaut, die sogenannten Keratinozyten, welche für die Hauterneuerung wichtig sind. Die Haut reagiert auf den Angriff des Immunsystems mit einer allgemeinen Entzündungsreaktion. Die Keratinozyten teilen sich schneller, so dass sich übermässig viel neues Gewebe bildet. Daraus folgt die typische Symptomatik der Psoriasis: Die Haut wird dick und schuppt. Warum diese Autoimmunreaktion entsteht, ist jedoch noch nicht endgültig geklärt.
Möglicherweise beeinflussen auch Infektionen, dass die Schuppenflechte ausbricht. Es gibt Hinweise darauf, dass Streptokokken bei einer entsprechenden Veranlagung begünstigen, dass die Psoriasis auftritt. Nach Streptokokkeninfektionen, die zum Beispiel eine eitrige Mandelentzündung (Angina tonsillaris) oder eine Mittelohrentzündung hervorrufen, kommt es häufig zu einem Psoriasisschub. Ausserdem kann sich eine Infektion mit Streptokokken negativ auf den Verlauf der Schuppenflechte auswirken.
Die Schuppenflechte (Psoriasis) lässt sich in den meisten Fällen anhand der typischen Symptome leicht erkennen. Durch die Reaktion des Immunsystems erneuert sich die Haut bei Menschen mit Schuppenflechte schneller als bei einem Gesunden. Normalerweise dauert dies etwa 28 Tage, bei Menschen mit Psoriasis dagegen nur 4 Tage.
Die betroffenen Hautareale sind typischerweise scharf begrenzt, stark durchblutet und gerötet. Auch kleine punktförmige Blutungen können zu sehen sein. Die Zellen der obersten Hautschicht (Epidermis) gelangen etwa siebenmal schneller an die Hautoberfläche als bei normaler Haut, wo sie eine glänzende, silbrig-weisse Schuppenschicht bilden. Unter den Schuppen befindet sich eine letzte Hautschicht, die sich abziehen lässt («Phänomen des letzten Häutchens»). Insgesamt ist die Haut trocken, häufig bilden sich schmerzhafte Risse oder Blasen. Bei vielen Betroffenen mit Schuppenflechte zeigen auch die Nägel Symptome der Psoriasis.
Die erhabenen, geröteten und schuppenden Herde der Schuppenflechte sind typische Symptome und werden auch Plaques genannt. Sie können sehr klein sein, meist sind sie aber münz- bis handtellergross und treten oftmals symmetrisch an beiden Körperhälften auf. Häufig leiden Betroffene unter Juckreiz. Typischerweise entwickeln sich die Plaques an der Streckseite von Ellenbogen und Kniescheiben und am behaarten Teil des Kopfes.
Die Psoriasis-Herde können als vereinzelte, scharf begrenzte Flecken auftreten, aber auch zusammenfliessen (konfluieren) und weitflächig ganze Körperpartien bedecken. Normalerweise beschränken sich die Hautveränderungen jedoch auf die Stelle, an der sie zuerst aufgetreten sind. Gelegentlich verschwinden sie auch spontan von selbst.
Drei Hauptformen der Psoriasis lassen sich anhand der typischen Symptome unterscheiden:
Ein Mensch mit Schuppenflechte kann zur gleichen Zeit mehrere Formen der Psoriasis ausbilden.
Schuppenflechte an der Hand.
Die gewöhnliche Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) macht etwa 80 Prozent aller Psoriasisfälle aus. Sie unterscheidet sich in Typ I und Typ II: Die Schuppenflechte vom Typ I beginnt in der Regel im Alter zwischen 10 und 25 Jahren und zeichnet sich meist durch einen schweren Verlauf und häufige Schübe aus. Außerdem spielt die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle, so dass die Psoriasis innerhalb der Familie sehr häufig auftritt. Die Psoriasis vulgaris vom Typ-II beginnt erst im Alter von 35 bis 60 Jahren und verläuft in der Regel milder. Zudem ist die genetische Veranlagung weniger ausschlaggebend, weitere Fälle von Schuppenflechte in der Familie sind eher selten.
Die zunächst kleineren, später bis handtellergrossen entzündlich geröteten Herde treten in erster Linie an Kopf, Ellenbogen und Kniescheiben auf. Oft ist auch die Gesässfalte betroffen. An dieser Stelle entstehen meistens keine Schuppen, sondern kleine Einrisse der Haut (sog. «Schrunden»). Die Plaques schuppen kontinuierlich, oftmals jucken sie auch.
Die Erkrankung verläuft individuell sehr verschieden und ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Während leichte Fälle kaum erkennbar sind, leiden andere Erkrankte unter häufigen Schüben mit deutlich sichtbaren Plaques. In schweren Fällen können grosse Flächen des Körpers von Plaques bedeckt sein. Ist nahezu der gesamte Körper bedeckt, sprechen Mediziner von einer psoriatischen Erythrodermie.
Bei etwa der Hälfte der Fälle breitet sich die Schuppenflechte (Psoriasis) auch auf die Nägel aus. Die Veränderungen reichen von leichten Eindellungen (sog. Tüpfelnägel) und Verfärbungen (sog. Ölflecke) bis hin zur vollständigen Nagelzerstörung.
Es gibt drei Typen der Psoriasis vulgaris, die sich jeweils durch unterschiedliche Symptome äussern:
Die Psoriasis pustulosa tritt eher selten auf. Auf den geröteten Hautstellen entwickeln sich keimfreie (sterile) Eiterbläschen. In der Regel sind Fusssohlen und Handinnenflächen betroffen, vom Lateinischen abgeleitet lautet der Fachbegriff Psoriasis palmoplantaris. Man nennt diese Form der Schuppenflechte auch Typ Barber. Sie betrifft häufiger Frauen, vor allem Raucherinnen. Oft tritt die Psoriasis pustulosa nach bakteriellen Infekten auf. Die Eiterbläschen entstehen, weil sich weisse Blutkörperchen (Leukozyten) in der obersten Hautschicht (Epidermis) ansammeln.
In schweren Fällen kann sich die Psoriasis pustulosa auf den gesamten Körper ausbreiten. Bei dieser sehr seltenen sogenannten Psoriasis pustulosa generalisata ist die Haut grossflächig entzündet und von Bläschen übersät. Diese Form der Schuppenflechte heisst auch Typ Zambusch. Meist treten dabei auch Fieber, Abgeschlagenheit und ein schweres Krankheitsgefühl auf. Diese Psoriasisform kann lebensbedrohlich sein und die Hautfunktion schwer schädigen.
Eine weitere Form der Psoriasis pustulosa ist die annuläre Psoriasis pustulosa: Sie zeichnet sich durch 5 bis 30 Zentimeter grosse dunkelrote Entzündungsherde aus, die von Pusteln gesäumt sind und sich zur Mitte hin kragenförmig abschuppen.
Eine Psoriasis pustulosa kann auch in der Schwangerschaft vorkommen. Meistens tritt die Erkrankung im letzten Drittel der Schwangerschaft auf und geht mit Fieber einher.
Die Psoriasis-Arthritis (Psoriasis arthropathica) ist eine rheumatische Form der Schuppenflechte, bei der die Schuppenflechte die Gelenke betrifft. Die Psoriasis-Arthritis tritt vorwiegend im Zusammenhang mit der gewöhnlichen Schuppenflechte vom Typ I auf. Zwischen 10 und 20 Prozent der Psoriatiker leiden unter der Psoriasis arthropatica. Die Gelenke schwellen an und Bewegungen sind nur eingeschränkt möglich. Trotz dieser rheumatischen Beschwerden ist bei einer Psoriasis-Arthritis der sogenannte Rheumafaktor (bestimmte Antikörper) im Blut nicht erhöht. Sehr häufig sind gleichzeitig mit den Gelenken die Nägel befallen.
Die Psoriasis-Arthritis weist verschiedene Krankheitsbilder auf:
Beim peripheren Typ der Psoriasis-Arthritis ist mindestens ein kleines Gelenk schmerzhaft, gerötet und angeschwollen. Oft sind bei diesem Typ die Finger- und Zehengelenke oder alle Gelenke eines Fingers befallen (sog. Strahlbefall, «Wurstfinger»). Die Beschwerden treten über mehrere Monate und Jahre in Schüben auf. Dabei sind häufig verschiedene Gelenke betroffen. Das Gewebe um die Gelenkkapsel schwillt an und in der Nähe des Gelenks verliert der Knochen an Substanz (Knochenschwund, Osteoporose).
Eine schwere Verlaufsform des peripheren Typs ist die zerstörende (mutilierende) Form der Psoriasis-Arthritis. Sie schädigt vor allem die kleinen Gelenke an Fingern, Händen, Zehen und Füssen, aber auch die Wirbelgelenke bleibend.
Der seltene axiale Typ hat eine Versteifung der Darmbein-Gelenke (Iliosakralgelenke) und der Wirbelsäule zur Folge. Zusätzlich können die umliegenden Gelenke befallen sein.
In den meisten Fällen kann der Arzt bei einer Schuppenflechte (Psoriasis) die Diagnose anhand der typischen Hautveränderungen stellen.
Weiterhin geben verschiedene Kratzphänomene weiteren Aufschluss zur Diagnose einer Schuppenflechte. Kratzt man an den betroffenen Hautstellen, zeigen sich folgende charakteristische Zeichen:
Ausserdem deuten weitere Fälle von Schuppenflechte in der Familie auf Psoriasis hin. Bestehen dennoch Zweifel an der Diagnose, entnimmt der Arzt eine Hautprobe (Biopsie) und untersucht, ob die oberste Hautschicht übermässig verhornt, verdickt oder entzündet ist. Diese Befunde heissen in der Fachsprache Hyperkeratose, Follikelkeratose und Epidermishyperplasie. Ausserdem sind unter dem Mikroskop in den oberen Hautschichten (der Epidermis und der Dermis) mehr Abwehrzellen, genauer gesagt weiße Blutkörperchen (sog. Lymphozyten und Granulozyten) und Fresszellen (Makrophagen) sichtbar.
Wenn die Krankheitszeichen nur sehr gering ausgeprägt sind, kann es schwieriger sein, eine Psoriasis zu erkennen. Erkrankungen, mit denen eine Schuppenflechte verwechselt werden kann und deshalb bei der Diagnose ausgeschlossen werden müssen, sind:
Auch die Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung (Psoriasis-Arthritis) ist manchmal nur schwer von anderen akuten oder chronischen Gelenkerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder dem Morbus Bechterew zu unterscheiden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn keine typischen Hauterscheinungen vorhanden sind.
Bei der Psoriasis-Arthritis helfen auch Blutuntersuchungen bei der Diagnose. Damit kann diese Form der Schuppenflechte, bei denen auch die Gelenke betroffen sind, von anderen entzündlichen Gelenkerkrankungen abgegrenzt werden. Manchmal sind bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) bei der rheumatischen Form der Schuppenflechte zur Diagnose hilfreich.
Die Psoriasis verläuft und äussert sich sehr unterschiedlich – nicht nur von Betroffenem zu Betroffenem, sondern auch von Schub zu Schub.
Um die Schwere der Psoriasis vulgaris objektiv darzustellen, verwenden Ärzte einen Bewertungs-Index für die Schuppenflechte, den PASI (Psoriasis Area and Severity Index). Er beurteilt, wie stark verschiedene Symptome ausgeprägt sind, nämlich:
So kann der individuelle Verlauf der Schuppenflechte über die Zeit dokumentiert und mit anderen Schüben verglichen werden. Der PASI zeigt ausserdem, ob eine Therapie wirkt.
Die Beschwerden der Schuppenflechte (Psoriasis) lassen sich durch eine Vielzahl von Therapie-Möglichkeiten lindern, dazu gehören Präparate und physikalische Therapieformen. Sie können dazu führen, dass Betroffene vorübergehend keine Beschwerden haben. Eine Heilung, bei der die Psoriasis auf Dauer vollkommen verschwindet und nicht wieder auftritt, ist jedoch nicht möglich.
Das Behandlungsspektrum der Schuppenflechte reicht von pflegenden Salben bis hin zu einer Behandlung mit starken Medikamenten, die das Immunsystem hemmen. Man unterscheidet bei Psoriasis grundsätzlich die innerliche (systemische) und die örtliche (topische) Therapie.
Die Basis jeder Schuppenflechte-Behandlung ist die regelmässige, sorgfältige und individuell abgestimmte Hautpflege.
Grundsätzlich basiert bei Schuppenflechte die Behandlung auf drei Säulen:
Ziel der Psoriasis-Therapie ist es, zu verhindern, dass sich die Haut weiter verdickt und entzündet.
Die bei der örtlichen (topischen) Behandlung der Schuppenflechte eingesetzten Wirkstoffe tragen die Betroffenen äusserlich auf, zum Beispiel in Form von Cremes, Salben und Lotionen. Darüber hinaus stehen Badezusätze zur Verfügung.
Bei einem akuten Psoriasis-Schub beseitigt man zunächst die dicke Hornschicht durch Salbenverbände mit Wirkstoffen wie Salicylsäure oder Harnstoff. Erst dann können spezielle Medikamente gegen die Entzündung der Psoriasis zu ihrem Wirkort, den lebenden Hautzellen, vordringen.
Bei Schuppenflechte sind zur Behandlung von Krankheitsschüben Vitamin-D-Präparate und Kortisonpräparate sowie Salben mit dem Wirkstoff Dithranol oder Retinoid geeignet. Dithranol hemmt übermässiges Zellwachstum und Entzündungsvorgänge. Retinoide sind Abkömmlinge des Vitamin A und werden auch bei anderen Verhornungsstörungen wie Akne verabreicht. Bei äußerlicher Anwendung wird dabei zum Beispiel Tretinoin (Vitamin-A-Säure) eingesetzt.
Aber auch in weitgehend beschwerdefreien Zeiten benötigt die Haut sorgfältige Pflege. Zur täglichen äusserlichen Anwendung eignen sich zum Beispiel Salben, die feuchtigkeitsbindenden Harnstoff enthalten.
Bei schwereren Verläufen der Schuppenflechte werden zur Behandlung Medikamente in Tablettenform eingesetzt. So ist auch eine innerliche (systemische) Therapie mit Retinoiden (z. B. Acitretin) möglich. Diese Wirkstoffe greifen in den Verhornungsprozess ein, indem sie dafür sorgen, dass die Haut- und Schleimhautzellen wieder normal wachsen und reifen (epidermale Differenzierung).
Frauen, die noch Kinder bekommen können, sollten diese Wirkstoffe nicht einnehmen. Bei Schwangeren darf es keinesfalls eingesetzt werden. Falls die Behandlung mit Retinoiden dennoch notwendig sein sollte, ist eine sorgfältige Empfängnisverhütung wichtig.
Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva), sind besonders in schweren Fällen eine wirksame Therapieoption. Zu den Immunsuppressiva gehören Methotrexat, Ciclosporin oder Fumarsäureester. Sie können unter Umständen auch bereits bei mittelschwerer Schuppenflechte verordnet werden.
Methotrexat gehört zur Basistherapie bei Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung, um die Gelenkzerstörung aufzuhalten und spätere Behinderungen zu vermeiden. Die Medikamente bergen aber das Risiko zum Teil schwerer Nebenwirkungen. Ihre Einnahme muss genau mit dem Arzt besprochen werden.
Zur Behandlung der Schuppenflechte bietet sich eine Photo-Sole-Behandlung an, die fast immer die Beschwerden deutlich bessert. Bei dieser Lichttherapie nimmt der Betroffene ein Bad in Sole-Wasser und wird gleichzeitig kontinuierlich mit UV-Licht bestrahlt.
Bei der Photochemo- oder PUV-A-Therapie – Psoralen und UV-A-Therapie – werden Bestrahlung und ein sogenannter Photosensibilisator kombiniert: Vor der Bestrahlung nimmt der Betroffene den Wirkstoff Psoralen, einen Lichtsensibilisator, ein oder das Psoralen wird in das Badewasser zugegeben. Dadurch wirken die UV-Strahlen in der Haut viel stärker, so dass wesentlich geringere UV-A-Strahlendosen notwendig sind. Dies ist vorteilhaft, denn je niedriger die UV-Strahlung dosiert ist, desto weniger wird die Haut geschädigt und die Hautkrebsgefahr sinkt. Der Wirkstoff Psoralen bindet in den Zellen an die Erbinformation (DNA). Das UV-Licht kann dadurch besser wirken und blockiert die Zellteilung.
Die Wirkungsweise einer Lasertherapie ist die gleiche wie bei der Lichttherapie (Phototherapie). Mit dem Laser wird ein Licht erzeugt, dessen Wellenlänge für die Behandlung optimal ist. Allerdings erzeugt ein Laser auf kleinsten Flächen sehr hohe Energien. Diese Behandlung ist damit zwar präziser, aber auch wesentlich aufwendiger und teurer als die herkömmliche Phototherapie. Sie eignet sich vor allem für kleinere Herde, zum Beispiel an Knien oder Ellenbogen.
Biologika umfassen eine Klasse von Wirkstoffen, die auf natürlichem Wege in die Kommunikation der Zellen des Immunsystems eingreifen. Sie werden meist gentechnisch hergestellt und sind mit körpereigenen Biomolekülen weitgehend identisch.
Wirkstoffe wie Etanercept, Adalimumab und Infliximab gehören zur der Gruppe der Biologika. Sie hemmen den Zell-Botenstoff TNF-alpha, der bei Entzündungen der Gelenke eine wichtige Rolle spielt. Alle drei Wirkstoffe sind zur Therapie der gewöhnlichen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) und der Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung (Psoriasis-Arthritis) zugelassen. Sie können bei einer Psoriasis-Arthritis entweder als jeweils einzige Therapie oder in Kombination mit dem Wirkstoff Methotrexat eingesetzt werden, wenn die vorhergehende Basistherapie mit Methotrexat unzureichend war beziehungsweise bei Patienten, bei denen Methotrexat nicht angewendet werden darf.
Früher verschrieben Ärzte auch den Wirkstoff Efalizumab. Er wurde bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer gewöhnlicher Schuppenflechte vom Plaque-Typ verwendet, wenn andere innerliche (systemische) Therapien versagten oder nicht angewendet werden konnten.
Allerdings beobachteten Forscher mehrere Fälle von Hirnerkrankungen, wenn der Wirkstoff langfristig eingenommen wurde. Aus diesem Grund empfiehlt die europäische Arzneimittelagentur EMEA seit Februar 2009 nicht mehr, den Wirkstoff neu zu verordnen. Inzwischen ist das Medikament in ganz Europa nicht mehr auf dem Markt.
Eine sorgfältige Hautpflege gehört bei einer Schuppenflechte (Psoriasis) immer zur Therapie. Sie hilft nicht nur, die gestörte Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen, sondern verhindert auch, dass die Haut austrocknet – denn das reizt die Haut und kann neue Psoriasisherde hervorrufen.
Die Haut leidet bei Schuppenflechte unter mehr oder weniger stark ausgeprägtem Feuchtigkeitsmangel. Bei eher fettiger Haut sollten Sie Cremes und Lotionen verwenden, die einen niedrigen Fett- und hohen Wassergehalt haben. Salben mit hohem Fettgehalt und wenig Wasser sind dagegen für die fettarme, trockene Haut besser geeignet. Es gilt der Merkspruch: Nass auf nass, trocken auf trocken.
Zum Waschen bieten sich neutrale Waschemulsionen mit rückfettenden Substanzen an. Hier eignen sich Inhaltsstoffe wie Harnstoff, der die Feuchtigkeit bindet, Glyzerin, Hyaluronsäure, Vitamin E oder Kollagen. Vermeiden Sie lange Bäder oder sehr heisses Wasser. Beides kann Ihre Haut zusätzlich austrocknen. Ölbäder und rückfettende Waschzusätze machen die Haut wieder geschmeidig. Reiben Sie sich dazu nach dem Bad nicht mit dem Handtuch trocken, sondern tupfen Sie sich nur ab. Das verhindert auch, dass durch das Rubbeln neue Psoriasisherde entstehen.
Wie sich die Schuppenflechte (Psoriasis) im Verlauf entwickelt, ist individuell verschieden. Meist nimmt die Schuppenflechte allerdings einen chronischen Verlauf und tritt schubweise auf. Auf vollkommen beschwerdefreie Zeiten können Intervalle folgen, in denen die Haut stark schuppt. In den Sommermonaten verbessert sich die Psoriasis oft durch die Sonnenstrahlung.
Für viele Betroffene mit Schuppenflechte ist der ungewisse Verlauf psychisch belastend. Mit konsequenter Hautpflege und den heute zur Verfügung stehenden Therapien lässt sich die Erkrankung jedoch meist gut kontrollieren. Bisher kann die Schuppenflechte jedoch nicht geheilt werden.
Es gibt keine speziellen Massnahmen, mit denen Sie einer Schuppenflechte (Psoriasis) vorbeugen können. Sie können aber die Wahrscheinlichkeit, Psoriasis zu bekommen verringern, wenn Sie Risikofaktoren wie Rauchen und übermässigen Alkoholkonsum vermeiden. Dies gilt insbesondere, wenn Sie eine erbliche Veranlagung für Schuppenflechte haben. Trotzdem kann auch bei sportlich aktiven, schlanken Menschen, die auf eine ausgewogene Ernährung achten, die Psoriasis ausbrechen.
Wenn Sie bereits Psoriasis haben, lassen sich Erkrankungsschübe oft durch eine gesunde Lebensweise (Nikotinverzicht, Normalgewicht, nur mäßiger Alkoholkonsum) vorbeugen beziehungsweise hinauszögern. Was für den Einzelnen gut oder schlecht ist, muss jeder Betroffene jedoch letztlich selbst herausfinden.
Wichtig ist die konsequente Hautpflege auch zu beschwerdefreien Zeiten, um neue Krankheitsschübe aufzuschieben oder abzumildern. Vermeiden Sie – soweit wie möglich – die Haut mechanisch und chemisch zu reizen.
Viele Erkrankte profitieren auch von Entspannungsübungen und Selbstsicherheitstraining. Der individuelle Umgang mit der Schuppenflechte kann ihren Verlauf erheblich beeinflussen.
Es steht ausser Frage, dass die Ernährung die Haut und ihr Erscheinungsbild beeinflusst. Allgemeine Aussagen und Empfehlungen, bei Schuppenflechte bestimmte Nahrungsmittel zu meiden, sind jedoch umstritten. Ausserdem kann die Ernährung nicht die Behandlung der Psoriasis ersetzen.
Weitgehend einig sind sich Forscher aufgrund verschiedener Untersuchungen, dass sich Alkohol, Nikotin und Übergewicht negativ auf die Schuppenflechte auswirken, Omega-3-Fettsäuren und eine fleischarme oder vegetarische Ernährung dagegen positiv.
Obgleich es in der Regel unbedenklich ist, kleine Mengen Alkohol zu konsumieren, verschlimmert regel- oder übermässiger Alkoholgenuss meist das Krankheitsbild. Ausserdem belastet Alkohol die Leber: Dadurch wird das Hautbild schlechter und der Alkohol kann zu Wechselwirkungen mit den bei schwerer Schuppenflechte angewendeten Medikamenten führen.
Weitgehend einig sind sich die Wissenschaftler, dass sich Omega-3-Fettsäuren günstig auf die Schuppenflechte auswirken. Omega-3-Fettsäuren sind langkettige, ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in fettreichem Meeresfisch enthalten sind. Ihr Schutz-Effekt bei Arteriosklerose ist schon lange bekannt. Darüber hinaus setzt man sie seit einiger Zeit auch verstärkt bei rheumatischen Beschwerden und bei der Schuppenflechte ein, weil sie entzündungshemmend wirken.
Ihre Wirkung beruht auf ihrer Gegenspielerfunktion zur Arachidonsäure, die eine wichtige Rolle bei Entstehung und Verlauf von Entzündungen spielt. Deshalb sollten Sie darauf achten, ausreichend Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen und gleichzeitig die Arachidonsäure im Essen einzuschränken. Eine fleischarme oder vegetarische Ernährung kann Ihnen dabei helfen, denn besonders viel Arachidonsäure enthalten zum Beispiel Wurst und fettreiche Fleischsorten, aber auch Sahne, Butter und Eier.
Obst und Gemüse versorgen den Körper mit Vitaminen. Etwa die Vitamine C und E wirken entzündungshemmend. Frisches Obst und Gemüse enthalten reichlich Vitamin C und über verschiedene Pflanzenöle wie Weizenkeim- oder Sonnenblumenöl, fetten Seefisch (z.B. Lachs) und Nüsse versorgen Sie sich mit Vitamin E.
Wer nicht ganz auf tierische Lebensmittel verzichten möchte, kann sich pro Woche zwei kleine Portionen mageres Fleisch gönnen. Auch fettarme Milchprodukte sind in Ordnung. Fisch sollte dagegen regelmässig auf Ihrem Speisezettel stehen: Um ausreichend Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen, sollten Sie häufig fettreichen Meeresfisch verzehren, am besten zweimal pro Woche. Wenn Sie keinen Fisch mögen, können Sie auch auf Fischölkapseln zurückgreifen.
Neben diesen allgemeinen Regeln ist es aber wichtig, dass Sie für sich selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel bei Ihnen die Schuppenflechte verschlechtern oder neue Schübe provozieren. Diese sollten Sie dann gezielt in Ihrem persönlichen Speiseplan vermeiden
Übergewicht scheint eine Schuppenflechte zu verschlimmern. Übergewichtige sind deutlich häufiger von Psoriasis betroffen als Normalgewichtige.
Schuppenflechte tritt häufig gemeinsam mit dem sogenannten Metabolischen Syndrom auf. Dieses Syndrom fasst zusammen, dass bestimmte Krankheiten häufig gemeinsam auftreten, nämlich Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes mellitus (Typ II) – oder eine verminderte Insulinempfindlichkeit als Vorstufe davon. Menschen, die sich falsch ernähren und wenig bewegen, laufen Gefahr, ein Metabolisches Syndrom zu entwickeln. In den westlichen Industrienationen kommt es recht häufig vor.