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Weltweit häufen sich Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Katastrophen. In den letzten dreissig Jahren hat sich die Zahl der Naturkatastrophen verdreifacht. Die Verringerung von Katastrophenrisiken (Disaster Risk Reduction, DRR) ist ein wichtiges strategisches Ziel der Botschaft des Bundesrats über die internationale Zusammenarbeit 2013–2016 und eine von vier Prioritäten der Humanitären Hilfe der DEZA für diesen Zeitraum. UNISDR ist ein wichtiger Partner für die DEZA, der in Einklang steht mit ihrem Ziel, die multilateralen Partnerschaften zu stärken.
UNISDR - Das Sekretariat der Vereinten Nationen für Risikominderung
Die Internationale Strategie zur Reduzierung von Katastrophen (ISDR) wurde von der UNO-Generalversammlung 1999 im Anschluss an die Internationale Dekade zur Reduzierung von Naturkatastrophen (1990–1999) angenommen. Sie dient innerhalb des UNO-Systems als Anlaufstelle zur DRR-Koordination. Ihr oberstes Ziel ist es, den Verlust von Menschenleben sowie wirtschaftliche Schäden zu verhüten und zu vermindern.
Themen
Koordination
Unter UNISDR-Federführung erstatten über 130 Länder Bericht über ihre Umsetzung des Hyogo-Aktionsrahmens 2005–2015 (Hyogo Framework for Action, HFA) und schaffen damit einen einzigartigen Speicher mit aktuellem Wissen im DRR-Bereich. HFA dient regionalen, internationalen und zivilgesellschaftlichen Organisationen als Referenzrahmen für Programme und Massnahmen in diesem Bereich und zur Verbesserung des Verständnisses für Risikominderung und Widerstandsfähigkeit als Entwicklungsziel.
Anwaltschaft
Die Organisation plädiert für mehr DRR-Investitionen, um Menschenleben und Sachgüter zu schützen. UNISDR ist innerhalb der UNO die treibende Kraft, die dafür sorgt, dass die Risikominderung auf die politische Agenda gesetzt wird. Sie ist aber auch die federführende Stelle im Hinblick auf die HFA-Verlängerung 2015.
Information und Engagement
Ziel von UNISDR ist es, das allgemeine Bewusstsein für die Bedeutung von DRR zu erhöhen und die Menschen zu befähigen, die Gefährdung der Gemeinschaft durch die Folgen von Katastrophen zu verringern. Die Information der beteiligten DRR-Akteure erfolgt durch Dienstleistungsangebote und praktische Instrumente.
Resultate: Verbesserung der Katastrophenvorsorge auf lokaler und nationaler Ebene
UNISDR führt Kampagnen für eine bessere Katastrophenvorsorge auf lokaler und nationaler Ebene durch. Dazu zählen beispielsweise: Bildung und Jugend, Risk Mapping für örtliche Gemeinschaften, nachhaltige Entwicklung der Berggebiete, Wasser (Überschwemmungen und Dürren), aus Katastrophen lernen, Investitionen in Katastrophenprävention, sichere Schulen und sichere Spitäler. Im Februar 2013 lancierte die ISDR als Vorbereitung für die Globale Plattform eine HFA2-Erhebung für das «Safe Cities»-Programm. Das Programm «Meine Stadt macht sich bereit!» ist Teil der DRR-Kampagne für widerstandsfähige Städte. Es wurde im Mai 2010 gestartet und dauert bis 2015. Rund 1000 Städte − von Kleinstädten bis hin zu Weltmetropolen – haben sich zur Einhaltung von zehn Grundlagen für eine stadtgerechte HFA-Version verpflichtet.
Engagement der Schweiz
Die DEZA unterstützt UNISDR seit dessen Gründung und unternimmt erhebliche Anstrengungen zur Stärkung des ISDR-Systems. UNISDR ist ein wichtiger Partner der Humanitären Hilfe der DEZA. Die Schweiz wirkt aktiv in der ISDR-Unterstützungsgruppe in Genf mit, deren Vorsitz sie im Zeitraum Mitte 2014–Mitte 2015 innehaben wird, und gehört der UNISDR-Gebergruppe an. Die Schweiz ist ausserdem Mitglied des Beratungsgremiums des Global Forum on Disaster Risk Reduction (GFDRR) der Weltbank.
In Partnerschaft mit UNISDR verfolgt die Schweiz folgende Ziele:
- engere Koordination zwischen den wichtigsten Partnerorganisationen des Systems;
- Integration einer DRR-Dimension in Entwicklungsanstrengungen;
- Stärkung der multilateralen Zusammenarbeit der DEZA vor Ort, u.a. durch mehr Feldpräsenz;
- Förderung eines integrierten DRR-Ansatzes, der die betroffenen Länder während der Krise, im Wiederaufbau und in der Phase der Erholung unterstützt und alle relevanten Akteure auf nationaler, regionaler und globaler Ebene einbezieht;
- bessere thematische Vernetzung zwischen Klimawandel, Naturkatastrophen und Umweltkatastrophen;
- Integration der Gender-Dimension im Rahmen der Katastrophenrisikoreduktion.
Resultate: Konzentration auf die Verantwortung der Akteure
Die strategischen Prioritäten der Schweiz konzentrierten sich auf eine klare Verteilung der Aufgaben und Zuständigkeiten der Akteure und eine engere Zusammenarbeit der wichtigsten Partner des ISDR-Systems (insbesondere UNISDR, Global Facility for DRR, UNDP/Büro für Krisenprävention und Wiederaufbau, IFRC und OCHA). Zudem konnte die Schweiz innerhalb ihres eigenen institutionellen Rahmens und darüber hinaus einen integrierten DRR-Ansatz vorantreiben. Dadurch wird die Verbindung zwischen humanitärer Hilfe, nachhaltiger Entwicklung, Umwelt und Klimawandel gestärkt. Schliesslich setzte sich die Schweiz für ein stärkeres, ergebnisorientiertes und effizienteres UNISDR-Sekretariat ein.
Herausforderungen
Die neuen Millenniumsentwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele sollten an alle Staaten und an die internationale Gemeinschaft appellieren, sich für eine risikobewusste Entwicklung einzusetzen. Eine Harmonisierung der Terminologie und der Herangehensweisen, u.a. bei den Schutzzielen, ist unabdingbar. Im Rahmen eigener Prozesse (z.B. post-HFA) gilt es Richtlinien für einen effizienten und effektiven Einbezug der Katastrophenrisikoreduktion in die Entwicklungszusammenarbeit auszuarbeiten. Ein besonderes Augenmerk gilt weiterhin der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den UNO-Agenturen.
Internationale Kooperation: Ein Metier
40 Kurzfilme porträtieren die Angestellten der UNO-Organisationen in Genf. Die gewünschte Sprache der Untertitel (de, fr, it, en) kann unterhalb der einzelnen Videos ausgewählt werden.
Technische Beschreibung
Weiterführende Informationen
Links
Dokumente
- Wirkungsbericht: Schutz vor Naturgefahren
Präventions- und Vorsorgeprojekte der DEZA