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Rückblick:" Herzschlag "-Ausflug Chez Camille Bloch
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Ein bisschen Mut tut gut. Haben Sie sich das auch schon mal gedacht? Voller Stolz präsentierten uns die Mitarbeitenden des Besucherzentrums von Camille Bloch bei unserem Besuch im Rahmen des Herzschlag-Ausfluges ihre Firmengeschichte, die von vielen mutigen Schritten geprägt wurde. Sie erzählten etwa davon, dass sich Camille die Möglichkeit bot, Schokoladenmaschinen zu erwerben, und er das tat, auch wenn er noch gar kein zu produzierendes Produkt hatte und doch selbst noch als einfacher Angestellter seinen Lohn bei Tobler in Bern verdiente.
Lukas Sievi,
Auch der 1. Weltkrieg, der Börsencrash 1929 und der 2. Weltkrieg und die damit einhergehende Rationierung der Produkte, machten das Geschäft nicht einfacher.
Mutig war Camille, als er während den harten Zeiten keine Angestellten entliess, sondern sie Arbeiten ausserhalb ihrer Kernkompetenz erledigen liess, wie Reparaturen und Unterhalt der Fabrik sowie Reinigungsarbeiten und Fensterputzen.
Mutig war Camille, als er seine Schokolade zu füllen begann (Ragusa) oder seine Füllung mit Schokolade überzog (Torino). Mit diesen Produkten verkaufte Camille nicht nur feinsten Schokoladengenuss, sondern auch eine sinnliche Füllung dazu, also verkauft Camille Bloch eigentlich ein Praliné.
Mutig war Camille auch, als er von Bern nach Courtelary ins Gebäude der alten Papierfabrik zog, um neuerdings dort seine Schokolade zu produzieren. Und als wäre dieser Schritt alleine noch nicht mutig genug, verpflichtete er sich auch noch, Menschen aus der Region anzustellen. Unsere Führerin beschrieb das so: „Camille kam hier her, er wollte Schokolade produzieren und verkaufen. Dazu benötigte er Personal; Courtelary war aber nicht Bern. Hier gab es Bauern und Uhrmacher. Ihnen musste er zuerst das Handwerk eines Chocolatier beibringen…“
Mutig war Camille zudem, als er Menschen aus der scherbelnden Uhrenindustrie einstellte, auch viele Frauen und für diese Gleit- und Teilzeitarbeit einführte, und das schon viele Jahre bevor das zum Standart wurde.
Mutig war Camille Bloch in jüngerer Zeit wieder, als im gesättigten Markt und einer Konsolidierungsphase der Schokoladenproduzenten, und nachdem viele der Anderen neue Produkte zu lancieren versuchten, die Firma Camille Bloch ihr Ragusa in einer Variation zu produzieren begann. Zuerst schwarz, dann blond. Beides mit überwältigendem Erfolg…
Nebst den interessanten Einblicken in die Firmengeschichte, den zahlreichen süssen Versuchungen und dem anschliessenden Beisammensein im Bistro, erlebten die 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Herzschlag-Ausflugs der Kirchgemeinde Mühleberg einen schönen Ausflug nach Courtelary.