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Die First Abu Dhabi Bank prüfte ein mögliches Angebot für die Grossbank Standard Chartered. Daraus hätte ein Kreditgeber für Schwellenländer mit einem Vermögen von mehr als 1 Billion Dollar aufgebaut werden sollen.
Die grösste Bank des Nahen Ostens befand sich in der «sehr frühen Phase der Bewertung eines möglichen Angebots für Standard Chartered», hat den Plan nach eigenen Angaben aber aufgegeben.
Die Wirtschaftsagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass FAB Standard Chartered seit mehr als sechs Monaten ein mögliches Angebot für die in London ansässige Bank prüft.
Vollständige Übernahme von Standard Chartered erwogen
Die Bank aus Abu Dhabi habe eine vollständige Übernahme von Standard Chartered in Erwägung gezogen, so mit der Angelegenheit vertraute Personen. FAB, wie das Unternehmen genannt wird, habe mit Beratern zusammengearbeitet, aber es sei noch kein offizielles Angebot gemacht worden, sagten die Personen.
FAB ziehe auch andere Transaktionsstrukturen in Betracht, wie etwa den Erwerb von Teilen des britischen Unternehmens, sagte einer der Personen. Angesichts der Komplexität der Transaktion sei jedes Geschäft mit erheblichen Hürden verbunden, hiess es. Ein Vertreter von Standard Chartered lehnte eine Stellungnahme ab.
Übernahme wäre eine der grössten Bankenfusionen gewesen
Die Sondierung eines solchen Geschäfts zeigt den wachsenden Ehrgeiz der Banken im Nahen Osten und der ölreichen Nationen, die sie unterstützen. Ein solches Geschäft wäre die grösste ausländische Übernahme durch ein Unternehmen in der Golfregion und eine der grössten Bankenfusionen des letzten Jahrzehnts gewesen.
Standard Chartered war vor dem Bericht etwa 23,1 Milliarden Dollar wert, verglichen mit der Bewertung von FAB in Höhe von 51,9 Milliarden Dollar.
Angeschlagene Credit Suisse wäre günstig zu haben
Investoren aus Abu Dhabi, Saudi-Arabien und Katar, die durch den Rohstoffboom des vergangenen Jahres reichlich Geld in den Kassen haben, sind auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten, nachdem die Ölpreise den höchsten Stand seit 2008 erreicht haben.
Unterdessen machen ein schwaches Pfund und eine angeschlagene Wirtschaft britische Unternehmen anfällig für Übernahmeangebote.
In der Schweiz gilt die angeschlagene Credit Suisse wegen des tiefen Aktienpreises als mögliches Übernahmeziel. Bisher wollte indes noch kein Investor anbeissen.
Saudis und Katar bereits bei Credit Suisse engagiert
Aber auch bei der CS werden Investoren vom Golf als Kernaktionäre wichtiger: So zählt seit längerem der saudischen Mischkonzern Olayan Group und die Qatar Investment Authority zu den Top-Investoren.
Bei der jüngst vollzogenen Kapitalerhöhung stieg dann noch die Saudi National Bank mit knapp 10 Prozent ins Kapital der Credit Suisse ein. Der Präsident der saudischen Bank, Ammar Al Khudairy, erklärte aber in einem Interview, dass das CS-Investment eine reine Finanzbeteiligung sei, Übernahmepläne gebe es keine. Die CS solle helfen, dass die Saudi National Bank ihre Stellung in der Vermögensverwaltung in der Golfregion ausbauen könne, so Ammar Al Khudairy.
(Bloomberg / gku)