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Im Penaltyschiessen fielen in Sao Paulo dann doch noch Tore: Während Argentinien alle 4 Versuche versenkte (Lionel Messi, Ezequiel Garay, Sergio Agüero, Maxi Rodriguez), scheiterten bei den Niederländern Ron Vlaar und Wesley Sneijder an Goalie Sergio Romero.
So avancierte ausgerechnet Romero, der in der französischen Meisterschaft bei Monaco nicht über die Rolle des Ersatztorhüters hinausgekommen war, zum argentinischen Helden.
Van Gaal ohne Glücksgriff
Louis van Gaal konnte nicht mehr mit den gleichen Spielern zum Shootout antreten, die im Viertelfinal gegen Costa Rica vom Punkt brilliert hatten. Captain Robin van Persie, vor 4 Tagen noch der 1. Schütze, war bereits ausgewechselt worden. Prompt versagten Vlaar die Nerven. Zudem konnte Van Gaal «Penalty-Killer» Tim Krul nicht mehr für Jasper Cillessen einwechseln, weil das Wechsel-Kontingent bereits erschöpft war.
Zum 3. Mal Argentinien - Deutschland
Damit kommt es am Sonntag im Maracana-Stadion in Rio zur Neuauflage der WM-Finals von 1986 und 1990. In Mexiko hatte Argentinien mit 3:2 gesiegt, 4 Jahre später revanchierten sich die Deutschen mit einem 1:0-Erfolg in Rom. Die Niederlande verpassten hingegen ihren 4. Endspiel-Einzug nach 1974, 1978 und 2010.
120 Minuten Magerkost
Grösser hätte in Sao Paulo der Kontrast zum 1. Halbfinal zwischen Deutschland und Brasilien (7:1) nicht sein können: In der regulären Spielzeit und der Verlängerung waren Torchancen praktisch gänzlich ausgeblieben. Beide Equipen spielten nicht auf Sieg, sondern wollten primär nicht verlieren. Sie hielten an ihrem defensiven Konzept fest und wagten sich kaum einmal vor das gegnerische Gehäuse.
Es dauerte bis zur 99. Minute (!), ehe die Niederlande ihren ersten und gleichzeitig einzigen Ball auf das gegnerische Tor brachten (Arjen Robben mit einem Weitschuss). Die Argentinier, bei denen Messi total wirkungslos blieb, reagierten mit Chancen von Rodrigo Palacio (115.) und Rodriguez (118.).
Robben fast mit «Lucky Punch»
Vor der Verlängerung hatten einzig Messi mit einem Freistoss (15.) und Marcos Rojo mit einem harmlosen Weitschuss (24.) den Ball auf das Gehäuse gebracht. Robben hatte dann kurz vor der Verlängerung doch noch die Chance zum «Lucky Punch». Javier Mascherano grätschte jedoch in letzter Sekunde dazwischen und klärte zur Ecke.
Kurze Regenerationszeit vor dem Final
Argentinien greift am Sonntag in Rio de Janeiro gegen Deutschland in seinem 5. Endspiel nach dem 3. Titel. Dabei bleiben der «Albiceleste» nur vier Tage, um die kräftezehrenden und nervenaufreibenden 120 Minuten gegen die Niederlande aus den Beinen zu kriegen. «Oranje» muss sich einen Tag früher in Brasilia mit dem kleinen Final gegen Gastgeber Brasilien begnügen.
Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 09.07.14 22:00 Uhr.