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FSD IM KAMPF GEGEN COVID-19
Seit dem Auftreten der Krankheit im vergangenen Dezember in China sind weltweit mehr als 200.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Im Zusammenhang mit diesem Gesundheitsnotstand haben viele Länder ihre Grenzen geschlossen und damit die Handlungsfähigkeit der humanitären Organisationen eingeschränkt. Obwohl einige unserer Tätigkeiten auf Ersuchen der Behörden in den betroffenen Ländern ausgesetzt werden mussten und die humanitären Organisationen meist gezwungen sind, ihre Arbeit zu verlangsamen, gelingt es uns, den Großteil unserer Aktivitäten aufrechtzuerhalten, ohne unsere Teams, Mitarbeiter oder Begünstigten zu gefährden. Deshalb hat die Koordination zwischen den Mitarbeitern eine rasche Reorganisation der kollektiven und individuellen Arbeit unter Verwendung angepasster Computer- und Kommunikationsmittel ermöglicht.
Die epidemische Entwicklung in den Regionen, in denen wir intervenieren, ist von Land zu Land unterschiedlich. Während in Europa die Zeit reif ist für eine Entschärfung der Maßnahmen, werden in anderen Ländern erst die ersten Infektionsfälle registriert. Wir haben daher beschlossen, unsere Aktivitäten neu auszurichten und an die aktuelle Krise in der Zentralafrikanischen Republik, der Ukraine und auf Mindanao (Philippinen) anzupassen, um den Anforderungen unserer Hilfsbedürftigen und damit auch der betroffenen Bevölkerung gerecht zu werden.
ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK
Die COVID-19-Pandemie erreicht nach und nach alle afrikanischen Länder. Viele sind dem Virus nach wie vor in geringem Maße ausgesetzt und die Zahl der nachgewiesenen Fälle ist weiterhin niedrig. Dennoch breitet sich die Epidemie allmählich aus, und die afrikanischen Länder warnen bereits vor der bevorstehenden Situation. Ihre Gesundheitssysteme sind aufgrund unzureichend ausgestatteter medizinischer Einrichtungen nicht in der Lage, eine Epidemiewelle zu bewältigen. Einige Bevölkerungsgruppen sind äußerst gefährdet, weil sie aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht in der Lage sein werden, die Kosten für Medikamente und Krankenhausbehandlung zu decken.
Mit Unterstützung der Europäischen Union bestehen unsere Tätigkeiten in der Zentralafrikanischen Republik darin, die Regierung logistisch und administrativ zu unterstützen und die für die Umsetzung des Friedensabkommens erforderliche Infrastruktur wieder aufzubauen. Dies betrifft insbesondere den Wiederaufbau und die Instandsetzung von Wohnungen, Büros und anderer Infrastruktur für die Sicherheitskräfte, ihre Familien und die Bevölkerung vor Ort in Bangui und Bouar. Dank diesem Programm sind die reformierten Sicherheitseinheiten in der Lage, den schwächsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen des Landes eine nachhaltige Sicherheitspräsenz zu bieten.
Am 15. April 2020 verkündete die Zentralafrikanische Republik offiziell den gesundheitlichen Notstand im Zusammenhang mit COVID-19. In den letzten zwei Monaten haben wir unsere Maßnahmen angepasst, wobei wir uns vor allem auf die Umsetzung einfacher Vorsorgemaßnahmen konzentriert haben, wie z. B. die Einführung grundsätzlicher präventiver Maßnahmen wie Händewaschen mit Seife in allen Programmen und wichtigen Gemeindeeinrichtungen in Bangui und Bouar. Darüber hinaus engagieren wir uns täglich für die Sensibilisierung der örtlichen Gemeinden für Hygiene- und für soziale Distanzmaßnahmen sowie für die Verteilung von Seife, Desinfektionsmittel und Handgel.
In Zusammenarbeit mit anderen nationalen Partnern in Bouar führen wir auch ein Projekt zur Unterstützung des Gemeindezentrums „Londo Mo Louti“ durch, das für die Ausbildung und Wiedereingliederung von Frauen, die Opfer von Familienkonflikten geworden sind, eingerichtet wurde. In dem Zentrum werden Fertigkeiten zur Bestreitung des Lebensunterhalts gelehrt, beispielsweise Korbflechten und die Herstellung einfacher Kleidung. Wir stellen logistische und finanzielle Unterstützung zur Verfügung, um die Bedeutung dieses Zentrums zu unterstreichen, aber auch mit dem Ziel, Nähkenntnisse in der Herstellung von Schutzmasken anzuwenden.
So haben wir unsere Wiederaufbauprojekte für die Infrastruktur in Bouar dahingehend angepasst, dass wir uns stärker auf die Unterstützung der örtlichen Krankenstation konzentrieren, indem wir mehr Betten, ein Bluttestlabor, mehr Möbel und Materialien (Desinfektionsmittel, Seife, Masken, medizinische Kittel und grundlegende Informationsbroschüren) bereitstellen.
UKRAINE
Die Ukraine befindet sich seit dem 12. März in Quarantäne. Die COVID-19-Krise hat den Druck auf die ohnehin schwache Wirtschaft im Osten des Landes weiter erhöht: Die Region wird seit mehr als sechs Jahren von einem bewaffneten Konflikt beherrscht, welcher in vielen Orten zum Zusammenbruch der Grundversorgung geführt hat. Die Einwohner sind es gewohnt, sich auf die Dienstleistungen der benachbarten Dörfer verlassen zu können, was sie von öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig macht. Seit die Stadt infolge der Pandemie zum Stillstand gekommen ist, verschlechtert sich die Situation für diese bereits gefährdeten Menschen noch weiter.
Trotz dieser Schwierigkeiten setzen unsere Teams ihre Aktivitäten fort, indem sie Hilfe an in Vergessenheit geratenen Schulen entlang der Grenzlinie im Osten der Ukraine leisten. Sie besuchen weiterhin Bildungseinrichtungen, auch wenn diese geschlossen sind, und beurteilen deren Bedürfnisse. Angesichts zahlreicher Hindernisse im Bildungsbereich (Mangel an Schulmaterial, zerstörte Infrastruktur, Kinder und Lehrer, die auf ihrem Schulweg der Gefahr explosiver Kriegsmunitionsrückstände ausgesetzt sind, um nur einige zu nennen), müssen die Bedürfnisse jeder Schule individuell beurteilt werden, um die fehlenden Materialien und die notwendige Unterstützung bei der Vorbereitung auf die bevorstehenden Wiedereröffnungen bereitzustellen. Kürzlich hatte ein Mitglied unseres Teams nach der Übergabe von Nähmaschinen an die Schule Chasiv Yar 15 in Bakhmutsky Raion die Idee, Lehrerinnen und Lehrer zu ermutigen, die von der Krise betroffene Bevölkerung zu unterstützen, indem sie mit den neuen Maschinen wiederverwendbare Masken herstellen. In drei Tagen wurden mehr als 100 Masken gefertigt. Seitdem stellen Lehrer Masken für Schulen, aber auch für Risikogruppen her. Dabei ist zu bedenken, dass das Tragen einer Maske in der Ukraine Pflicht ist und es sich um eine gewisse finanzielle Belastung handelt: 1 % der monatlichen Rente. Diese kostenlosen Masken werden von unseren Teams verteilt und sind für jene Personen eine große Unterstützung. In den kommenden Monaten wird sich das Projekt vor allem auf materielle Hilfe konzentrieren, um den Übergang aus der Krise für Kinder und Lehrer angenehmer zu gestalten.
MINDANAO (PHILIPPINES)
Seit dem 13. März blieb uns keine andere Wahl, als unsere Arbeit auf der Insel Mindanao wegen der Pandemie einzustellen. Darüber hinaus hat das nationale Reiseverbot die Bewegungsfreiheit der in Cotabato eingesetzten internationalen Mitarbeiter eingeschränkt, und es gibt strenge Regeln für die Fortbewegung innerhalb der Stadt selbst. Dank der Unterstützung der Europäischen Union haben unsere Teams jedoch die mediale Aufklärung (Radio, soziale Medien oder Online-Videos) weiterentwickelt, um die Kontinuität der Präventionsmaßnahmen und die Verbreitung der Botschaften zu gewährleisten.
Von den verwendeten Kommunikationsmitteln wollten wir zwei besonders interessante, für die philippinische Öffentlichkeit erstellte Videos hervorheben.
Das erste wurde als Reaktion auf die durch die Epidemie auferlegten Beschränkungen und zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Gefahren durch Kampfmittel zusammengestellt. Es stellt die verschiedenen Arten von Blindgängern vor, die auf der Insel zu finden sind, sowie die besonders gefährdeten Orte. Es zeigt auch das Verhalten, das im Umgang mit Munition einzuhalten oder zu vermeiden ist.
Das zweite Video verdeutlicht die Ähnlichkeit zwischen den Sicherheitsmeldungen zu Munition und denen zu COVID-19: einen bestimmten Abstand einhalten (2 Meter für COVID-19, 10 Meter für Munition), Gefahr melden, Risikobereiche meiden usw. In diesen schwierigen Zeiten liegt es uns am Herzen, dass alle unversehrt bleiben. Deshalb halten wir es für sehr wichtig, diese präventiven Botschaften weiterhin an alle potenziell gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verbreiten.
Links zu den Videos: