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Ein Beitrag aus der Serie „Volvo Classics Söndag“
Im Herbst 1964 bestellte sich der Volvo-Händler in Linköping, Jöhncke, in Paris einen Facel-Vega HK II. Einer seiner Angestellten fuhr mit dem Zug nach Paris und dann mit dem französischen Gran Turismo zurück nach Schweden.
Der Wagen blieb für einige Zeit in Linköping, wo er für viel Aufsehen sorgte, dann fuhr ihn der gleiche Mitarbeiter nach Göteborg. Und dann von dort mit dem Zug wieder an seinen Arbeitsplatz nach Linköping.
Im Frühling 1965 stand der Facel dann in unserem Styling-Departement. Und wurde vor allem vom immer noch jungen Jan Wilsgaard lange und genau betrachtet. Als er sich ans Zeichenbrett setzte, um unseren ersten Gran Turismo zu entwerfen, da war er wohl noch sehr heftig beeinflusst von den Linien des Franzosen (eine offizielle Verbindung zwischen Facel und uns kam ja dann später tatsächlich noch zustande).
Was dann entstand, trug die Bezeichnung Volvo P172 – und sollte so etwas wie der Nachfolger des P1800 werden, allerdings grösser und auch stärker. Als Antrieb sollte der Sechszylinder dienen, der sowieso schon in Entwicklung war für den zukünftigen 164; aus 3 Litern Hubraum sollten etwa 160 PS möglich sein, was unseren Gran Turismo über 200 km/h schnell gemacht hätte.
Was Wilsgaard entworfen hatte, war ein schöner Wagen (mit frappanter Ähnlichkeit zu den zeitgenössischen Facel-Vega), der auch tatsächlich in ein 1:1-Modell umgesetzt wurde.
Dieses sah im September 1966 quasi fahrbereit aus, dies auch dank der Perspex-Scheiben und den damals sehr schicken Rostyle-Felgen. Einen Motor erhielt Volvo P172 allerdings leider nie. Dafür zeichnete Wilsgaard auch noch ein schönes Cabrio. Wohl im Wissen, dass der Gran Turismo sowieso nie gebaut werden würde: er war schlicht zu teuer in der Produktion, man hätte mindestens 6000 Dollar verlangen müssen – ein Ford Mustang kostete damals nicht einmal die Hälfte.
1967 wurde das Projekt endgültig begraben und das Modell, heute treibt es uns die Tränen in die Augen, geschreddert.
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