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Nach 3 Jahren Behandlung im Spital und in Isolation wegen extremresistenter Tuberkulose (XDR-TB) konnte der 22-jährige Pintu endlich wieder zu seiner Frau und seiner kleinen Tochter zurückkehren.
Seine Familie lebt in einer Hütte in einer sehr abgelegenen, ländlichen Gegend. Sein Vater, ein Bauer, verdient nur 1000 Rupien pro Monat. Kurz vor seiner Erkrankung hatte Pintu geheiratet und seine Tochter wurde geboren, während er im Spital war. Ein Jahr nach Beginn der Behandlung im Roy Tuberkulose-Spital konnte seine Familie die teuren Medikamente nicht mehr bezahlen. Sein Arzt nahm Kontakt mit Calcutta Rescue auf und das Hilfswerk erklärte sich 2011 einverstanden, die Kosten für die Behandlung zu übernehmen.
Nun kam Pintu vollständig geheilt und gesund vor einigen Monaten mit seiner Frau in die Talapark-Klinik, um sich zu bedanken.
Er berichtet: «Ich bin den Ärzten und dem ganzen Team von Calcutta Rescue so dankbar. Sie haben mich nicht nur finanziell unterstützt, sondern sie haben mich ermutigt und mir immer wieder die Hoffnung auf vollständige Genesung gegeben, wenn ich am Verzweifeln war.»
Geboren wurde sie in den verschneiten Bergen des indischen Bundesstaats Assam. Dort machte sie an einem medizinischen College ihren Abschluss MBBS (Medicine Bachelor/Bachelor of Surgery). Dr. Namita Dutta kann ihre Aufgaben unter allen klimatischen Bedingungen erfüllen, weil sie unter extremen Wetterbedingungen aufgewachsen ist. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie drei Jahre für “Assam Rifles” (eine der paramilitärischen Gruppen Indiens) und das “Silchar Regional Engineering College”.
Dr. Dutta heiratete und zog 1992 nach Kolkata. In der fremden Stadt suchte sie nach einer neuen Stelle. Glücklicherweise lernte sie hierbei Calcutta Rescue kennen. Von da an sah sie immer nur noch nach vorne. Sie identifizierte sich vom ersten Moment an so sehr mit den Idealen von Calcutta Rescue, dass ein Arbeitswechsel für sie nie mehr in Betracht kommen sollte.
Dr. Dutta arbeitete auf den Strassen Middleton Row und Park Street und im Quartier Nimatala Ghat. Aktuell ist sie Ärztin in der Sealdah-Klinik. Sie erinnert sich: «Wir haben unter extremen Witterungsbedingungen gearbeitet. Dr. Jack war dabei immer eine Inspiration für mich. Jeden Tag wurde eine grosse Segeltuchplane über den Gehweg gespannt, worunter die Ärzte auf Blechkanistern sitzend ihrer Arbeit nachgingen. Besonders während des Sommers und während der Regenzeit hatten wir schwerwiegende Probleme. Aber weder drückende Hitze noch ununterbrochener Regen konnten uns dazu bringen, unsere Arbeit aufzugeben. Calcutta Rescues fester Entschluss, den Armen und Benachteiligten zu helfen, bewog mich immer wieder zum Weitermachen.»
«Auch wenn ich mich schwach oder krank fühle, gehe ich in die Klinik. Meine Patientinnen und Patienten stehen für mich immer an erster Stelle. Den Armen zu helfen ist mein einziger Wunsch und Antrieb», erklärt Dr. Dutta mit Stolz in der Stimme. Sie fehlt keinen Tag und kommt auch nie zu spät.
Dr. Dutta glaubt an Calcutta Rescue und hofft, dass diese Organisation es schafft, ihre Wohltätigkeit auch den am stärksten Benachteiligten in den ländlichen Gebieten zukommen zu lassen. Neben der Beschaffung von Finanzmitteln, ist es ihrer Ansicht nach vor allem wichtig, dass sich neue Ärztinnen und freiwillige Helfer dieser nicht-staatlichen Organisation anschliessen, um den sozial benachteiligten Menschen der indischen Gesellschaft zu helfen.
Dr. Namita Dutta schätzt die harte Arbeit jedes einzelnen hoch und glaubt, dass der grosse Vorteil von Calcutta Rescue darin besteht, dass viele Menschen sich gemeinsam darum bemühen, den Ärmsten der Armen zu helfen.
Dr. Dutta ist glücklich, hilflose, arme Menschen zu behandeln. Bezahlung ist dabei zweitrangig für sie. Auf die Frage, wie sie so viel Pflichtgefühl gegenüber Calcutta Rescue entwickeln konnte, beantwortet sie mit einem Lächeln: «Engagement entwickelt sich, wenn man seine eigenen, egoistischen Wünsche hintan stellt. Ich sehe meinen Beruf als meine Hingabe.»