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Trotz der grossen Anzahl an durchgeführten bariatrischen Operationen sind die Auswirkungen auf die Pharmakokinetik und damit die Bioverfügbarkeit von oral verabreichten Medikamenten noch wenig erforscht.
Je nach Art der Operation kommt es zu einer Verkleinerung des Magenvolumens, zu einer Verkürzung eines Teils des Verdauungstrakts oder zu beidem.
Dies kann zu einer kleineren Resorptionsfläche des Darms, einer verminderten Exposition gegenüber stoffwechselrelevanten Enzymen und Transportern im Darm, einer beschleunigten Magenentleerung sowie einem Anstieg des pH-Wertes im Magen führen.
Besondere Aufmerksamkeit sollte den oralen Kontrazeptiva gelten, da deren Wirksamkeit stark vermindert sein kann, und zwar bei allen Arten von bariatrischen Operationen. Eine alternative Verhütungsmethode sollte in Betracht gezogen werden.
Die Wirksamkeit von Langzeitbehandlungen sollte aufgrund einer möglichen geringeren Bioverfügbarkeit überwacht und die Dosierung gegebenenfalls angepasst werden.
Bei der Wahl eines Medikaments nach einer bariatrischen Operation sollten insbesondere folgende praktische Massnahmen befolgt werden:
_Vermeiden von Tabletten, die grösser als ein Zentimeter sind und stecken bleiben können, sowie Brausetabletten (wenn letztere verwendet werden müssen, Medikament ausreichend in Wasser rühren, damit das Gas entweichen kann).
_Vermeiden von Tabletten mit magensaftresistentem Überzug oder verzögerter Wirkstofffreisetzung, da das Risiko besteht, dass das Medikament ausgeschieden wird, bevor der Wirkstoff vollständig resorbiert ist.
Quellen:
Australian Prescriber, 5/2022/p162
Revue Médicale Suisse, 643/2019/p631
Le Moniteur des Pharmacie, 3336/2020/cahier 2