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Schwangerschaft bei Harnwegs- und Nierenerkrankungen
Harnwegs- und Nierenentzündungen: Die Nieren arbeiten während der Schwangerschaft mit erhöhter Aktivität, um Stoffwechselendprodukte schneller auszuscheiden. Bei Frauen, die zu Blasen- und Harnwegsentzündungen neigen, ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass sie während der Schwangerschaft eine akute Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), bekommen. Die Ursache ist die durch die Schwangerschaftshormone verursachte Erweiterung der Harnwege. Während jeder Vorsorgeuntersuchung wird eine Urinprobe auf Eiweiss und Nitrit sowie weisse Blutkörperchen (Leukozyten) untersucht, damit eine Harnwegs- und Nierenentzündung frühzeitig erkannt wird. Nierenentzündungen lassen sich normalerweise schnell und unproblematisch mit Antibiotika behandeln. Bei leichteren Blasenentzündungen genügt es meist, sich wärmer anzuziehen und reichlich pflanzliche Blasen- und Nierentees zu trinken.
Andere Nierenerkrankungen: Wenn Sie bereits an einer chronischen Nierenerkrankung leiden, wird die ständige Überwachung Ihrer Nierenfunktion während der Schwangerschaft erforderlich sein, um die vollständige Ausscheidung der Stoffwechselendprodukte zu gewährleisten. Liegt der Kreatininwert unter 140 mikromol/l, gibt es in der Regel keine Komplikationen. Bei Frauen, die sich regelmässig einer Dialyse unterziehen müssen, ist eine Empfängnis allerdings eher unwahrscheinlich. Frauen, denen eine neue Niere transplantiert wurde oder die an einer leichten Niereninsuffizienz leiden, sollten während der Schwangerschaft sehr intensiv betreut werden, um sicherzustellen, dass die Nieren mit den zusätzlichen Belastungen durch die Schwangerschaft nicht überfordert sind. Bei Frauen, die an Nierenerkrankungen leiden, kommt es während der Schwangerschaft auch häufiger zu Bluthochdruck oder einer „Propfgestose“, einer speziellen Form der Präeklampsie (Gestose).
Wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden, kann ein Kaiserschnitt dann notwendig sein, wenn eine normale Geburt zu lange dauern und zu Komplikationen führen könnte. Sollten es zudem Anzeichen für Wachstumsstörungen des Fetus geben, wird die Geburt vermutlich eingeleitet werden müssen, auch wenn man damit eine Frühgeburt in Kauf nimmt.
Newsticker
Schwangerschafts-Vergiftung | 06.03.2018
Am 8. März 2018 ist der Weltnierentag und sein Motto lautet „Nieren- und Frauengesundheit“. Das bezieht sich vor allem auf die Präeklampsie, eine gravierende Schwangerschaftskomplikation. Erste Anzeichen sind Bluthochdruck und Eiweiss im Urin, die Erkrankung kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind haben. Und: Die Präeklampsie führt zu einem dreimal so hohen Risiko, im Laufe des weiteren Lebens dialysepflichtig zu werden. Umgekehrt kann eine zugrundliegende Einschränkung der Nierenfunktion bei Schwangeren das Risiko einer Präeklampsie erhöhen. Der Informationsflyer „Beste Aussichten für Ihr Baby und Ihre Nieren“ informiert schwangere Frauen über das Krankheitsbild sowie über Therapie und Nachsorge.
Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH