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Mit seiner dritten Frau Fabiana Flosi residiert Bernie Ecclestone aktuell auf seiner riesigen Ranch in der Nähe von Sao Paulo. Mittlerweile krabbelt auch sein erster Sohn Ace über das Anwesen, weiterer Nachwuchs nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch feiert er im Kreise seiner Familie seinen 90. Geburtstag.
Im Milliarden-Zirkus der Formel 1, den er erschuf, hat «Mr. E» derweil längst nichts mehr zu sagen. Anfang 2017 wurde er an der Spitze der Königsklasse von den neuen Besitzern abgesetzt. Und seitdem stichelt der nur 1,59 m grosse Brite gegen seine Nachfolger, die angeblich sein Lebenswerk nur unzureichend pflegen.
Skandale und Vorwürfe perlten an ihm ab
40 Jahre lang war Ecclestone, der aus einfachsten Verhältnissen stammt, der unumstrittene Chef der Formel 1. Am umstrittenen Strippenzieher perlten alle Skandale und Vorwürfe ab. Selbst die Anklage wegen Anstiftung zur Untreue und Bestechung in besonders schwerem Fall konnte ihm 2014 nichts anhaben. Ecclestone zahlte 100 Millionen Dollar – bei einem Vermögen von 3,3 Milliarden US-Dollar ein Klacks – und das Verfahren wurde eingestellt.
Wir sind nicht so etwas wie die Mafia, wir sind die Mafia.
Aus seinen extravaganten Geschäftsmethoden machte Ecclestone nie einen Hehl. «Wir sind nicht so etwas wie die Mafia, wir sind die Mafia», sagte er einst. Er verwandelte den PS-Zirkus in ein milliardenschweres Unternehmen und eine der profitabelsten Sportveranstaltungen der Welt. Ein freiwilliger Rücktritt kam für ihn nie infrage: «Ich denke, wenn die Leute 100 Jahre alt werden, dann sollten sie anfangen, über die Pension nachzudenken.»
Die Formel 1 brauchte Ecclestone lange Zeit ebenso sehr, wie Ecclestone die Formel 1 brauchte. Denn der «Herr der Räder», der schon in der Schule Bleistifte und Radiergummis an seine Mitschüler verhökerte, schaffte immer wieder frisches Geld ran. Ohne Ecclestone wäre die moderne Formel 1 undenkbar.