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- Kategorie: Geschichte
- Erstellt: Mittwoch, 29. August 2018 19:22
- Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 23. Januar 2020 13:17
Alexander Wassiljewitsch Suworow in der Schweiz –
das kurze «Gastspiel» und sein langes Nachklingen
Diese Seite ist in Arbeit
Einstieg
«Disziplin ist die Mutter des Sieges.»
«Lerne zu gehorchen, bevor du anderen Befehle gibst.»
«Tu im Krieg das, was der Gegner für unmöglich hält.»
Alexander Wassiljewitsch Suworow
Das schweizerisch-russische Verhältnis ist seit jeher – mit wenigen Ausnahmen – bis in die Gegenwart von gegenseitiger Achtung und Freundschaft geprägt.
Ein jüngerer Akt war sicher das vermittelnde schweizerische Engagement im Georgien-Konflikt.
Dass es andererseits die Schweiz in der freien Form nach 1945 noch gibt, ist dem Einsatz der Alliierten zu verdanken, zu dem die sowjetische Armee und auch das sowjetische Volk mit einem unglaublichen Einsatz und Blutzoll beigetragen haben. Und als es 1815 am Wiener Kongress um den künftigen Status der Schweiz ging, hat sich Russland für die schweizerische Unabhängigkeit und Neutralität stark gemacht.
Oft waren es Schweizer, die am russischen Zarenhof dienten und das eine oder andere Mal sogar nachhaltig Einfluss nehmen konnten. Bekannte Beispiele dafür sind François Le Fort, aus einer Genfer Hugenottenfamilie stammend, Vertrauter Zar Peters I., Mitorganisator der kaiserlich-russischen Marine und deren erster Admiral, sowie der Tessiner Architekt Domenico Trezzini, einer der Baumeister der neuen Hauptstadt von Peter I.
Und dann war da eben die Epoche Ende des 18. Jahrhunderts, als sich Napoléon Bonaparte[1] in der Dynamik der Französischen Revolution aufmachte, ganz Europa unter seinen Machteinfluss zu bringen. Dagegen bildeten sich mehrere Koalitionen, in denen sich auch Russland engagierte. In diesem Zusammenhang war Feldmarschall Alexander Wassiljewitsch Suworows[2] Armee im Sommer 1799 in Oberitalien erfolgreich im Einsatz und wurde von Zar Paul I. angewiesen, das bei Zürich kämpfende Korps von Generalleutnant Alexander Michailowitsch Rimski-Korsakow zu unterstützen. Die nun folgende, 27 Tage dauernde Marschroute A. W. Suworows mit seiner Armee durch die Schweiz in ihren heutigen Grenzen ist Gegenstand dieser Seite.
Über den Zweiten Koalitionskrieg, die Datierung und Dauer von Suworows Marschroute durch die Schweiz, Details der Route sowie Bestand, Ausrüstung und Verluste der Armee kann man viel Ungenaues und Widersprüchliches lesen; im Internet ist kaum etwas belegt. Diese Seite hält sich an die Fakten des Atlas Suworow und die ihn begleitenden Übersetzungen und Dokumentationen. Das scheinen die verlässlichsten Quellen zu sein (siehe auch Abschnitt 8).
1. Historisches Umfeld
2. Der grosse Russe und der kleine Schweizer ...
3. Suworows Marschroute durch die Schweiz
4. Der Atlas Suworow – ein aussergewönliches Werk
5. Weitere Ereignisse um «Näppi» und die Koalition 1797 bis 1799 in der Schweiz
6. War das alles?
7. Weitere Bilder
8. Literatur, Einzelnachweise und Nutzungsbedingungen
Wie kam es überhaupt dazu, dass sich 1799 russische und andere ausländische Truppen in der Schweiz aufhielten?
Revolutionskriege
Die französische Revolution stimulierte Napoléon Bonapartes Machtstreben, ab dem 9. November 1799 war er praktisch Alleinherrscher in Frankreich.
Napoléon drängte seit der Kriegserklärung vom 20. April 1792 in die Machträume der übrigen europäischen Monarchien und Herrschaftsbereiche. Damit kam es zu den kriegerischen Auseinandersetzungen, die bis 1815 dauern sollten.
Bezeichnend für den Ausgang des Zweiten Koalitionskriegs, in dessen Rahmen der Feldzug Suworows durch die Schweiz stattfand, sind die komplett unterschiedlichen Zielsetzungen der Österreicher und der Russen, welche zu zum Teil offen formulierten Antipathien und zum Scheitern etlicher gemeinsamer Aktionen und letztlich der Koalition führte. Während Russlands (und Britanniens) Ziel darin bestand, Frankreich in seine Grenzen zu weisen und die schweizerischen Neutralitätsbestrebungen mitten in Europa zu unterstützen, strebte Österreich danach, durch diesen Konflikt Gebietszugewinne zu erzielen.
Die Schweiz im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert
Auch die Alte Eidgenossenschaft konnte sich dem französischen Druck auf Europa nicht entziehen und geriet durch ihre zentrale Lage zwischen Hammer (Frankreich) und Amboss (Koalition). Auseinandersetzungen waren allerdings für die damalige Schweiz nicht aussergewöhnlich, war sie doch selbst noch schwer in den «Geburtswehen», voller Wirrnisse und in ständigen internen Konflikten.
Dies hatte dazu geführt, dass französische Truppen zu Beginn des Jahres 1798 in das Machtvakuum der Alten Eidgenossenschaft vordrangen. Das Ereignis wird als «Franzoseneinfall» bezeichnet, auf französisch «Campagne d’Helvétie». Am 12. April 1798 wurde die Helvetische Republik[3] ausgerufen. Diese Eroberung rief die Koalitionsmächte auf den Plan, die mit dem Vordringen der Franzosen nun um ihre eigenen Positionen fürchteten.
Im Verlauf des Zweiten Koalitionskriegs versuchten die Alliierten den Vormarsch der Franzosen zu stoppen und die französische Armee zurückzudrängen. Dies gelang zeitweise, wichtige Stellungen in der Ostschweiz und im Alpenraum vom Wallis bis ins Bündnerland wechselten so vom Frühjahr bis im Herbst 1799 mehrfach den Besatzer. Nachdem aber mit der Zweiten Schlacht von Zürich am 25./26. September die Franzosen wieder die Oberhand gewonnen und die österreichischen und russischen Truppen die Schweiz verlassen hatten, stellte sich in der Ostschweiz ein Zustand wie vor dem Einmarsch der Koalitionstruppen ein.
Kommunikation 1799
Wer sich 1799 in dieser internationalisierten Helvetik zurechtfinden wollte, musste in der Lage sein, mit den «Gästen» aus Ost und West zu kommunizieren. Dazu brachte Guillaume Haas in Basel ein kleines dreisprachiges Wörterbuch heraus.
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... oder mein Bezug zu den damaligen Geschehnissen
Der «grosse Russe» war körperlich von eher schmächtiger Statur, da würde ihn der «kleine Schweizer» wohl um ein paar Zentimeter schlagen. Jeder weitere auch nur näherungsweise Vergleich des kleinen Schweizers mit dem grossen Russen wäre aber vermessen.
Dass Suworow diese beschwerliche Alpentraversierung in seinem 69. Lebensjahr, unter widrigsten Umständen und mit einer Armee die für eine solche Unternehmung nur ungenügend ausgerüstet sein konnte, schaffte, macht seine Leistung so faszinierend. Erst wer mit heutiger moderner Ausrüstung selbst im Gebirge unterwegs ist, kann diese gewaltige Leistung ermessen und muss Suworow und seinen Leuten grössten Respekt zollen.
Wenn man durch die Schöllenen zwischen Göschenen und Andermatt fährt, wird man zwangsläufig mit dem Namen Suworow konfrontiert. Zwar geschieht dies seit der Eröffnung der neuen Strasse 1956 und bei dem heutigen hektischen Verkehr weniger direkt als noch zu Zeiten der alten Strassenführung, als man das riesige Denkmal das sich plötzlich vor einem auftürmte, gar nicht ignorieren konnte. Jedenfalls beeindruckte mich das Monument als Junge wegen seiner direkt in die Felswand gehauenen monumentalen Form und den für mich damals exotisch wirkenden goldenen Lettern in einer mir kaum bekannten Schrift.
Erst mit den leider nur kurz gestreiften Erkenntnissen aus dem Geschichtsunterricht, als der Einfall der Franzosen in die Schweiz und der Zweite Koalitionskrieg als Reaktion darauf behandelt wurden, nahm das Bild Suworows für mich Gestalt an. Die latent schon vorhandenen «russophilen Neigungen» wurden damit verstärkt. Der Reiz an der «Unbekannten» Suworow hielt und hält bis heute an.
Nachdem ich mich schon eine Weile mit dem Mythos Suworow auseinandergesetzt hatte, beschloss ich 2012 zu versuchen, Suworows Weg durch die Schweiz nachzuvollziehen und dabei vor allem fotografisch das zu dokumentieren, was auch nach mehr als 200 Jahren noch an den Feldzug der russischen Truppen unter Feldmarschall Suworow als Teil der Koalitionstruppen gegen die Franzosen erinnert.
Das ist nicht wenig, hat doch das Wirken Suworows und seiner Truppen trotz enormer Entbehrungen der damals direkt betroffenen Bevölkerung zur Versorgung dieser riesigen Armee bis heute bei den Schweizern wie in Schweizer Armeekreisen einen nachhaltig positiven Eindruck hinterlassen.
Dazu bietet ein solches Unterfangen Gelegenheit, ein paar doch etwas abseits der «ausgetrampelten Touristenpfade» liegende Landstriche der Schweiz kennenzulernen.
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Kalender, Datierungen
Die Daten beziehen sich auf den in der westlichen Welt ab 1582 eingeführten Gregorianischen Kalender. Der im orthodoxen zaristischen Russland weiterhin gebräuchliche Julianische Kalender differierte 1799 um minus 11 Tage.
Der Kanton Graubünden (1799 noch Canton Rätien) übernahm den Gregorianischen Kalender erst 1811, also nach den hier behandelten Ereignissen.
Italien, August und September 1799
Die ursprüngliche Disposition sah vor, dass die russisch-österreichischen Truppen via Como, per Schiff über den Comersee und weiter über Chiavenna nach Norden in die Schweiz marschieren sollten. Dieser Plan musste zur Bindung feindlicher Kräfte im Piemont revidiert werden.
In dieser Zeit der Schlacht an der Adda, des Falls von Mailand und Turin, sowie der Schlacht an der Trebbia und von Novi arbeitete Suworow auch einen Angriffsplan aus, nach Südwesten direkt gegen die französische Grenze und weiter über den Colle di Tenda Richtung Nizza vorzustossen. Aufgrund von neuen Befehlen aus dem kaiserlichen Wien (ausgefertigt am 17. August) musste Suworow diese Idee eines direkten Vorstosses durch die südfranzösischen Alpen jedoch fallenlassen.
In Bellinzona hatte mittlerweile der sich aus dem Raum Grimsel-Furka-Gotthard mit seiner Brigade nach Süden zurückgezogene Oberst Gottfried Freiherr von Strauch am 8. September für sich und Suworow einen Angriffsplan auf den Gotthardpass ausgearbeitet. Ihm gebührt somit die Ehre, diese Unternehmung inklusive der Umgehung Rosenbergs über den Lukmanier- und Oberalppass sowie den Flankenangriff Auffenbergs via den Chrüzlipass geplant zu haben. Strauch hatte zu diesem Zeitpunkt 4'500 Infanteristen und 70 Kavalleristen, Suworow würde somit mit 18'000 Infanteristen und 6'000 Kavalleristen nach Norden marschieren.
Die Routenwahl
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Die Via Suworow nachwandern
Der zentrale und landschaftlich eindruckvollste Teil von Suworows Route zwischen Airolo und Ilanz kann heute gut dokumentiert «nacherwandert» werden. Die Gesamtstrecke von 170 km ist in 11 Tagesetappen gegliedert und führt durch fünf Kantone, über vier Pässe und durch drei Sprachregionen. Dabei begeht man zum Teil jahrhundertealte Verkehrswege, die heute als solche bedeutungslos geworden sind. Zum Teil kann man sich gar nicht vorstellen, dass diese schmalen Pfade einst grosse Bedeutung in der Alpenquerung hatten. Details zur Via Suworow bei Via Storia.
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Während meiner Recherchen zum Thema stiess ich auf den Atlas Suworow. Nach einigen Bemühungen liegt ein Faksimile-Exemplar dieses Werks in meinem Regal.
Allgemeines
Der Atlas Suworow ist eine Sammlung von Karten mit Begleitinformationen, welche den Feldzug Suworows mit seiner Armee durch die Schweiz in seinem geografischen Umfeld dokumentiert. Erstellt wurde der Atlas von einer Gruppe von Offizieren, die zum Teil am Feldzug teilgenommen und dabei vor Ort topografische Aufnahmen ausgearbeitet hatten. Er basiert weitgehend, aber nicht ausschliesslich, auf dem Schweizer Kartenwerk Atlas Suisse (1786 bis 1802) von Johann Rudolf Meyer, Johann Heinrich Weiss und Joachim Eugen Müller und entstand im Nachgang des Feldzuges in den Jahren 1801 bis 1804.
Das Original
Das Original des Atlas Suworow liegt im Russischen Staatlichen Militärhistorischen Archiv (RGWIA) in Moskau. Es ist ein in rotes Safianleder gebundenes Album, mit goldenen Lettern beschriftet, das die Blätter im Hauptformat von 48 x 70 cm enthält. Einzelne Blätter haben ein grösseres Format, bis maximal 80 x 142 cm; diese sind mit Leinenscharnieren verbunden und lassen sich auf das Hauptformat falten. Die Karten decken den Bereich von Suworows Feldzug ab, aber auch denjenigen der Handlungen Rimskji-Korsakows, also den Raum um Zürich.
Die Herstellung des Atlas begann schon vor der Rückkehr der Truppen nach Russland, als diese sich noch in den Winterquartieren in Böhmen aufhielten. Als 1802 alle Blätter des Atlas Suisse fertiggestellt waren, wurden diese als Basis für die finalen Karten des Atlas Suworow verwendet. Eine Besonderheit dieser Karten ist, dass sie im Gegensatz zum Atlas Suisse farbig sind und durch Schattierungen ein plastisches Relief erzeugt wurde.
Die Faksimileausgabe
Beinahe 25 Jahre bemühte sich Professor Arthur Dürst, Zugang zu diesem Original und die Erlaubnis zur Erstellung von Reproduktionen zu erhalten. Dank guter Kontakte seinerseits und freundschaftlicher Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland gelang dies und so entstand über einige Jahre die Faksimileausgabe des Atlas Suworow. Diese Edition erschien 2000 als schweizerisch-russisches Gemeinschaftswerk in einer limitierten Auflage von 800 Exemplaren und einer Herausgeber-Auflage von 100 Exemplaren.
Die Edition umfasst 28 farbige Karten- und Begleitblätter im Format 29,7 x 42,0 cm (DIN A3) als Faksimile der Originalblätter. Dazu kommen 18 Schlüsselblätter im selben Format, die Erläuterungen auf Deutsch zum Verständnis des Atlas enthalten.
Drei Hefte im Format DIN A4 ergänzen die Edition: Kommentarband mit Begleitapparat (deutsch), Kommentarband mit wissenschaftlichen Beiträgen (russisch) und Übersetzung der Gefechtsberichte (deutsch).
Blätter und Hefte liegen in einer stabilen schwarzen Kassette mit roten Rändern (Format 32 x 44 cm).
Speziell am Atlas Suworow ist, dass er die Aktionen eines russischen Feldherrn dokumentiert und 1804 dem russischen Zar Alexander I. gewidmet wurde, aber ein Kartenwerk über die Schweiz ist. Der Atlas kann somit als Ausdruck der einvernehmlichen schweizerisch-russischen Beziehungen gesehen werden und ebenso als ein Frühwerk der Globalisierung.
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Die Geschehnisse zwischen dem Bernbiet und Schwaben (Baden-Württemberg) ...
... sind zwar nicht Gegenstand dieser Seite, haben aber teilweise den Verlauf von Suworows Feldzug massgeblich beeinflusst und ebenfalls bis heute Spuren hinterlassen. Für Suworow-Interessierte könnten solche Stellen ebenfalls von Interesse sein, weshalb hier in geraffter Form darauf eingegangen wird.
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Nein, nicht ganz! Nur sind es keine kriegerischen Ereignisse mehr, in deren Zusammenhang Russland heute in der Schweiz auftritt.
Suworow Museum
Im Glarnerland, in Linthal, am Ostende des Klausenpasses befindet sich in den Gebäuden des Linthparks (ehemalige Spinnerei Linthal) das Suworow Museum mit der schweizweit umfassendsten Sammlung zu Suworows Zug durch die Schweiz.
Von Walter Gähler 1986 als Privatinitiative gegründet und ursprünglich in Glarus und Schwanden angesiedelt, hat das Museum 2012 in Linthal eine neue Heimat gefunden.
Koordinaten: Linthpark Areal, Bahnhofstrasse 1, 8783 Linthal (46°55'33.46", 8°59'59.44")
Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa und So von 10 bis 17 Uhr
Die Suworow Kadetten
Ganz im Sinn der freundschaftlichen Verbindungen zwischen Russland und der Schweiz treten seit mehreren Jahren die Suworow-Kadetten in der Schweiz auf. Ihr grosses musikalisches Können in Verbindung mit den militärisch präzisen, aber auch mit einer Prise Humor gewürzten Darbietungen, sind ein Erlebnis für Ohren und Augen.
Briefmarken
1984 brachte die (damals noch Schweizer) Post auf Initiative von Baron von Falz-Fein eine Briefmarke zu Ehren von A. W. Suworow im Wert von 40 Rappen heraus.
1999 folgten Briefmarken im Wert von 70 und 110 Rappen der Schweizer Post. Diese Markenausgabe ehrt die Leistung Suworows und seiner Soldaten zum 200. Jahrestag seines Feldzugs durch die Schweiz. Die Russische Post (Potschta Rossii) brachte zeitgleich Briefmarken mit identischen Sujets heraus.
Kulinarischer Exkurs
Man sagt, trotzdem Suworow das spartanische Leben seiner Soldaten grundsätzlich teilte, sei er russischen kulinarischen Freuden wie etwa Kaviar und Wodka nicht abgeneigt gewesen. Diesbezüglich könnte sich die Schweiz ihm gegenüber heute gastfreundlicher zeigen als damals.
So wird z. B. im Tropenhaus Frutigen in rund 20° warmem Wasser aus dem Lötschbergtunnel der sibirische Stör gezüchtet, von dem man feinen hochalpinen Oona Kaviar erntet und der in der Schweiz destillierte Xellent Wodka braucht den Vergleich mit renommierten Wodkamarken keineswegs zu scheuen. Zwei traditionelle russische Produkte also in rein schweizerischer Aufmachung!
An der Strasse zwischen Muotathal und dem Pragelpass, noch unterhalb des Waldreservats Bödmeren, wird neben anderen Käsesorten aus Bergmilch der Suworow-Käse produziert – ein halbharter, aromatischer Bergkäse. Wer also Muotataler Geschichte erleben will, kann das gut mit dem passenden kulinarischen Exkurs verbinden.
Stimmen zu A. W. Suworow
«Alexander Suworow war eine charismatische Persönlichkeit und ein herausragender Feldherr. Nie vorher in der Schweiz gewesen, brachte er es trotz ungenügenden Kartenmaterials fertig, seine Armee nicht nur durch das Labyrinth der Alpen, sondern auch durch dasjenige der Koalitionsmächte zu führen.»
Baron Eduard Alexandrowitsch von Falz-Fein † – Vaduz (Jan. 2012)
«Der Name Alexander Suworow und sein Alpenzug ist bei der Schweizer Bevölkerung in positiver Erinnerung geblieben. Das ist erstaunlich, hatte doch damals die Bevölkerung durch die fremden Heere grosse Not gelitten. Von den Franzosen weiss kaum jemand etwas, obwohl die viel länger hier waren.»
Walter Gähler – Museumsleiter Suworow Museum Glarnerland – Linthal (Feb. 2012)
«Suworow ist nicht nur eine berühmte Persönlichkeit in Russland, sondern er geniesst in der Schweiz immer noch eine grosse Bewunderung für seinen kühnen Feldzug über vier Alpenpässe im Herbst und zum grossen Teil mit sehr schlechten Witterungsbedingungen. Dazumal, trotz des Leidens der Bevölkerung wegen des Durchzugs einer so grossen Armee, ist Suworow mit seinen Soldaten als Befreier von der Unterdrückung durch die Franzosen angesehen worden. Durch Suworow habe ich das interessante Russland und seine Leute kennengelernt.»
«Suworow – der grösste Heerführer des vergangenen Jahrtausends und vielleicht der gesamten Geschichte. All sein Wirken war geprägt von Gerechtigkeit, Ehre und Menschlichkeit gegenüber den betroffenen Menschen und seinen Soldaten.
Und nicht zu vergessen: Das militärische Unternehmen in der Schweiz diente der Befreiung eines besetzten Landes.»
Valeria – Saretschny und Biel (März 2012)
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Literatur
- Arthur Dürst (Irina O. Garkuscha, Jürg Stüssi-Lauterburg): Atlas Suworow. Werd/Matthieu, Zürich 2000, ISBN 3-85932-313-X.
- Arthur Dürst: Die kartographischen Voraussetzungen und Folgen des Feldzuges von 1799 in der Schweiz – Der Atlas Suworow. Matthieu, Zürich 2000, ISBN 3-9521936-0-7.
- Jürg Stüssi-Lauterburg et al.: Weltgeschichte im Hochgebirge – Entscheidung an der Grimsel 14. August 1799. Merker im Effingerhof, Lenzburg 2011, ISBN 978-3-85648-136-0.
- Arthur Wyss-Niederer: Sankt Gotthard – Via Helvetica. Edition Ovaphil, Lausanne 1979.
- Andriu Maissen: Via Suworow – Mit dem russischen General durch die Schweizer Alpen. Via Storia, Bern 2011, (nur als PDF verfügbar).
- Andriu Maissen: Via Suworow – Auf den Spuren des russischen Alpenfeldzugs (08/1); Auf den Spuren der russischen Armee (08/2); Das Muotatal wird zur Weltbühne (09/2) in Erlebnismagazin Kulturwege Schweiz. Via Storia, Bern 2008/2009, ISSN 1661 2337.
- Gaudenz Looser: Suworows Weg durch die Schweiz. Baeschlin, Glarus 1999, ISBN 978-3-85546-101-1.
- Peter Hoffmann: Alexander Suworow – Der unbesiegte Feldherr. Militärverlag der DDR, Berlin 1986, ISBN 3-327-00026-3.
- Boris Poljakov: Der russische Soldat – Ruskji soldam. Logos, Kiev 2011, ISBN 978-966-171-360-3. (deutsch/russisch)
- Boris Poljakov: Der Kampf bei Muotathal – Bitva pri Muotatale. Logos, Kiev 2012, ISBN 978-966-171-510-2.(deutsch/russisch)
- Fred Heer und Hans Rudolf Fuhrer: Suworow 1799 – Der russische Feldzug von 1799 in der Schweiz. BBL, Bern 2005, Artikelnummer: 92.040.9d.
- (Hrsg.) Stadt Zürich Hochbaudepartement Amt für Städtebau, Archäologie und Denkmalpflege: Zürich 1799 – Eine Stadt erlebt den Krieg. Amt für Städtebau, Zürich 2005, ISBN 3-905384-08-6.
- Johann Peter Hebel: Suworow in Kalendergeschichten, Seite 104. Insel, Frankfurt 1973, ISBN 978-3-458-31717-3.
- Jürg Stüssi-Lauterburg et al.: Mit Suworow in der Schweiz – Das Tagebuch des Hauptmanns Nikolaj A. Grjazew vom russischen Alpenfeldzug des Jahres 1799. Merker im Effingerhof, Lenzburg 2013, ISBN 978-3-85648-146-9.
- Alois Camenzind: Maultiere machen Geschichte oder Suworows Krieg in den Schweizer Alpen im Jahre 1799, Pro Libro Luzern, Cham 2018, ISBN 978-3-905927-60-3.
Einzelnachweise
1 Antoine-Jean Gros / Wikimedia Commons / gemeinfrei.
2 Johann Heinrich Lips / Wikimedia Commons / gemeinfrei.
3 Unbekannter Autor / Wikimedia Commons / gemeinfrei.
4 Karte von Хрюша & Tschubby / Wikimedia Commons / CC-by-sa-3.0.
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