Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/267

Als Sieger des Triple Deca (30-fach-Ironman) vor drei Jahren hält Jozsef Rokob den aktuellen Weltrekord im Ultratriathlon. Warum er dieses Jahr in der Schweiz «nur» am DECA startet
und sich trotzdem nicht als Favoriten sieht, verrät er im Interview.
Jozsef Rokob beim Triple Deca Ironman in Lonato del Garda (IT) 2013.
Jozsef Rokob, du wolltest erst am Double Deca starten, musstest dann aber wegen der Arbeit und deiner Familie die «Ferien» verkürzen. Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?
Die Vorbereitung war lang und schwer. Ich trainiere jetzt weniger, da ich mehr Zeit zur Regeneration und zum Abschalten benötige. Man muss sich auch die Motivation bewahren.
«Ich gehe mit voller Hingabe in diesen Wettkampf»
Als Sieger des Triple Deca in Italien 2013 und mit dem 2. Platz beim Triple Continuous in England bist du einer der Favoriten beim Deca ...
Viele denken, dass die zehn Tage nichts sind im Vergleich zu den 30 Tagen am Triple Deca und dass ich sicher gewinne. Aber jeder Wettkampf ist etwas anderes, jeder kann gewinnen! Für viele ist es wahrscheinlich eine
zusätzliche Motivation, mich zu besiegen. Ich kann aber versprechen, mit voller Hingabe in den Wettkampf zu gehen.
30 Tage schwimmen, velofahren und laufen: 2013 hat Jozsef Rokob den Weltrekord am Triple Deca Ironman geholt.
Wie hat eigentlich deine Ultratriathlon-Karriere angefangen?
2009 habe ich meinen ersten Ironman absolviert, 2010 folgte dann ein Double-Ironman. Noch im selben Jahr habe ich einen Continuous Deca-Ironman in Monterrey (Mexiko) gemacht.
Das ist eine rasche Steigerung ...
Ja; ich fühlte mich ein wenig faul und hatte den Drang zu einer Herausforderung. Mit dem Ultratriathlon habe ich meinen Platz in der Welt des Sports gefunden.
Welche Wettkämpfe machst du dieses Jahr vor dem Deca?
Zwei Continuous Triple-Ironman und zwei Ironman habe ich bereits absolviert.
«Ich fühlte mich ein wenig faul und hatte den Drang zu einer Herausforderung»
Hast du dich vor drei Jahren für den Triple Deca in Italien ähnlich vorbereitet?
Nein, vor dem Triple Deca habe ich damals nicht so viele lange Wettkämpfe gemacht. Dafür habe ich mehr trainiert. Mittlerweile bin ich Vater von zwei kleinen Kindern, dadurch haben sich meine Prioritäten verändert. Es ist schwieriger, Zeit fürs Training zu finden. Dadurch muss ich meine rein sportlichen Ansprüche ein wenig zurückschrauben. Das heisst aber nicht, dass ich mit weniger Herzblut an die Sache gehe. Ich werde einfach mehr von der Routine und der Erfahrung profitieren.
«Insgeheim hoffe ich schon auf einen Podestplatz»
Trotzdem gehen wir mal davon aus, dass du den Deca gewinnen möchtest ...
Mit der Familie kann ich nicht mehr so viel Zeit und Energie in den Triathlon investieren, wie ich gern möchte. Auch für meine Arbeit benötige ich viel Zeit; deshalb werde ich auch nur zehn Tage dabei sein. Ich nehme mir erst einmal nichts anderes vor, als ins Ziel zu kommen, und insgeheim hoffe ich dann auf einen Podestplatz. Auf jeden Fall möchte ich jede Minute des Wettkampfs geniessen.
Am Triple Deca bist du praktisch jeden Marathon ohne Pause und im Eiltempo durchgelaufen. Ist das Laufen noch immer deine stärkste Disziplin?
Ich war selbst überrascht, dass das Laufen während der 30 Tage so gut funktioniert hat. Insbesondere beim Schwimmen habe ich mich seitdem entwickelt, aber auch ein wenig beim Radfahren. Wenn das Wetter nicht allzu heiss ist, wird hoffentlich auch das Laufen gut funktionieren.
Wird deine Familie am Deca auch dabei sein?
Ja, meine Familie wird die ganze Zeit dabei sein. Daneben werde ich immer zwei bis drei routinierte Helfer haben, die schon selber einige Ultras absolviert haben und mir so mit ihrer Erfahrungen viel helfen werden.
Wie sieht deine Ernährungsstrategie für den Deca aus?
Ich werde mich ausgewogen ernähren und folge demselben Speiseplan, der während der 30 Tage in Italien gut funktioniert hat. Dazu gehört auch ein allabendliches Bier ☺.