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Mit Aids leben – Bernard Hirschel, Mediziner
- Mittwoch, 18. Juni 2014, 11:20 Uhr
Als langjähriger Kämpfer gegen Aids geniesst Bernard Hirschel heute grosses Ansehen. 1946 in Thun geboren, studierte er Medizin, erst in Bern und anfangs der 1970er-Jahre in Genf. Danach wandte er der Rhonestadt den Rücken zu und liess einen dreijährigen Aufenthalt in Saint Louis in den USA folgen.
1980 kehrte er nach Genf zurück, um Klinikchef der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsspital zu werden.
«1982 wurde ich zum ersten Mal mit Aids konfrontiert», erinnert sich Bernhard Hirschel. «Das war genau ein Jahr nach der ersten Publikation, welche dieses neuartige Syndrom beschrieben hatte.» Er übernahm den ersten diagnostizierten Genfer Patienten, eine Frau. «Damals konnten wir nur die schrecklichen Folgen der Krankheit lindern. Und trotz unserer Anstrengungen verloren wir jeden Tag Patienten. Es war nicht gerade ermutigend.»
Seit Ende der 1990er-Jahre bedeutet eine Aids-Ansteckung nicht mehr das sichere Todesurteil. «Heute können wir die Krankheit sogar ambulant behandeln», freut sich Bernhard Hirschel. «Mein wichtigster Beitrag für den Kampf gegen Aids ist die Reorganisation der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie.» Dieses Beobachtungsprogramm von Patientinnen und Patienten umfasst mehr als 14'000 Dossiers, die als Datenfundus für wissenschaftliche Forschungen dienen – die Grundlage für neue Behandlungsmethoden.