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Ein Buch über den höchsten Berg der Schweiz: Monte Rosa – Dufourspitze, 4634 Meter über dem Mittelmeer (das man von dort oben gar sieht). Aber eigentlich ist der Monte Rosa ein italienischer Berg. Und sicher ein königlicher.
„Hier erblikten wir die Monterosa in aller ihrer Pracht, denn eben warf die Abendsonne, die sich zu neigen begann, die goldenen Stralen an ihre Spitzen. Ich vergliche sie mit einem großen politischen König, wo sine Minister und Hofgesinde oft mehr Staat machen als der König selbst.“
Als der Berner Oberländer Bergführer Johann von Weissenfluh der Jüngere in seiner Schrift „Alpenreisen 1850-1851“ den Monte Rosa mit einem König verglich, hatte Giovanni Gnifetti, Pfarrer zu Alagna, den Berg schon als „Regina delle Montagne d’Europa“ tituliert, und zwar in den „Nozioni topografiche del Monte Rosa“ von 1845. Als Seelsorger und Tourismusförderer im Dorf auf der Südseite des Berges – und natürlich als Erstbesteiger des topografisch wichtigsten Gipfels des Monte Rosa, nämlich der Signalkuppe (4554 m) – hatte Gnifetti mehr zu bestimmen als ein Bergsteiger von jenseits des Finsteraarhorns. Die englischen Lords und Ladies jedenfalls, die ab der Mitte des vorletzten Jahrhunderts die Südseite des Monte Rosa zu bewandern und zu besuchen begannen, waren entzückt von der „Königin der Alpen“. Zum Beispiel Eliza Robinson Warwick Cole in ihrem wunderbaren und bei books.google.com zu lesendem Reisebuch „A Lady’s Tour round Monte Rosa” von 1859: „If Mont Blanc is the monarch of mountains, surely Monte Rosa is justly called the Queen of the Alps, and a mighty queen she is, and beautiful under every aspect!“
Wer ein paar Aspekte des Monte Rosa näher kennenlernen will, hat zwei Möglichkeiten. Gemütlich zu Hause mit der neuen Bergmonografie von Daniel Anker und Marco Volken: 336 Seiten, 409 Abbildungen, 1,2 kg schwer; 36 Kapitel, 34 Namen, 13 Mitarbeiter, 9 Gipfel, 4 Dörfer, 2 Verzeichnisse, 1 Chronik. Oder am Donnerstag, 12. November 2009, um 20 Uhr in der Stadtbibliothek an der Oberen Kirchgasse 6 in Winterthur: Dann erzählen und zeigen die beiden Autoren mit Texten und Bildern, wie eine italienische Königin die Schweizer Berge regiert, warum ein Joch Colle del Papa heisst und warum die alte Monte-Rosa-Hütte mal der liebste Ort für braungebrannte Männer war.
Daniel Anker, Marco Volken: Monte Rosa – Königin der Alpen. AS Verlag, Zürich 2009. Fr. 66.-