Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03300.jsonl.gz/660

INDIKATIONEN
Schlafstörungen
Durch die ganzheitlichen Therapien der Traditionellen Chinesischen Medizin werden nicht nur die Symptome, sondern auch deren Ursachen bekämpft.
Wer kennt das nicht: man liegt wach im Bett und möchte einschlafen, doch die Gedanken kreisen und man findet keinen Schlaf. Die Folgen am nächsten Tag sind klar zu fühlen. Gelegentliche Schlafstörungen sind normal, doch wenn diese über längere Zeit anhalten, ist dies ein ernstzunehmendes Problem. Ungefähr jeder vierte Schweizer bräuchte eine Behandlung wegen einer Schlafstörung, ein Viertel aller Verkehrsunfälle ereignen sich aufgrund von Schläfrigkeit und etwa 3% aller Einwohner nehmen regelmässig Schlafmittel ein. Die Häufigkeit von Schlafstörungen steigt mit dem Alter an. Etwa die Hälfte aller Menschen über 65 Jahre leidet an einer Schlafstörung.
Formen von Schlafstörungen
Man kennt über achtzig verschiedene Formen von Schlafstörungen, die sich in folgende Gruppen einteilen lassen:
Ursachen
Zu den wichtigsten Ursachen von Ein- und Durchschlafstörungen zählen sicherlich psychische bzw. soziale Probleme. Ängste und Sorgen, das "Gedankenkreisen", sind fast jedem Menschen als Schlafverhinderer bekannt.
Häufig sind auch körperliche Erkrankungen für veränderte Schlafgewohnheiten verantwortlich. Schlafstörungen sind eine der häufigsten Begleitsymptome bei Krankheiten fast aller Art.
Leicht nachvollziehbar ist auch die Störung des Schlafes durch psychiatrische Erkrankungen wie etwa Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen. Überhaupt spielen Genussmittel wie Alkohol oder Rauchen eine grosse Rolle in der Entstehung mangelhaften Schlafes, ebenso Medikamente und Drogenmissbrauch. Der Schlaf kann jedoch auch ohne ersichtlichen Grund schwer gestört sein. Sogenannte Parasomnien, d.h. Aktivitäten wie Schnarchen, Zähneknirschen, ständige Bewegungen (z.B. beim Restless Legs-Syndrom), Alpträume, Schlafwandeln etc. verhindern ebenfalls einen erholsamen Schlaf.
Eine Sonderstellung nimmt das Schlafapnoesyndrom ein, welches zu starker Tagesmüdigkeit führt, da während des Schlafes häufiger kurze Atemstillstände auftreten.
Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus können durch jegliche Form von konstanter Veränderung der Schlafenszeit hervorgerufen werden. Unter solchen sind Schlafprobleme wegen Schichtarbeit, langen Flugreisen (Jet-Lag), gewohnheitsmässige Verlagerung der Schlafphasen nach hinten (Nachtmensch) oder vorne (Frühaufsteher) zu verstehen.
Sehr selten sind Schlafkrankheiten wie die Narkolepsie und Kataplexie, Schlafanfälle und Dämmerzustände tagsüber bzw. Sturzanfälle bei emotionalen Ereignissen.
Symptome
Schlafstörungen können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Ein Teil der Erkrankten (v.a. Schlafapnoepatienten) bekommt von der eigentlichen Schlafbeeinträchtigung nichts mit, beklagt aber ihre Folgen wie Tagesmüdigkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrations- und Leistungsschwäche oder Kopfschmerzen.
Vielen wird aber besonders nachts ihre Störung quälend bewusst, weil sie nicht einschlafen, öfter aufwachen oder den Schlaf zu früh beenden.
Von Einschlafstörungen spricht man, wenn jemand beim Versuch einzuschlafen, regelmässig über eine halbe Stunde wach liegt, von Durchschlafstörungen, wenn er regelmässig vor Ablauf von sechs Stunden von selbst aufwacht.
Das wichtigste Symptom von Schlafstörungen und letztendlich bestimmend für ihre Diagnose sind allerdings die Folgen wie oben beschrieben. Schlafbedürfnis und -gewohnheit sind starken individuellen Schwankungen unterworfen und es kann durchaus sein, dass sich jemand mit fünf Stunden Schlaf pro Tag hervorragend fühlt.
Diagnostik mittels der Traditionellen Chinesischen Medizin
Die Traditionelle Chinesische Medizin unterscheidet zwischen folgenden Gründen, welche Schlafstörungen verursachen:
Mangel an Qi und Blut im Herzen und der Milz, ein pathologischer Zustand mit Palpitation, Amnesie, Insomnie, exzessiven Träumen, Anorexie, flüssigem Stuhl, Völlegefühl im Bauch, Mattigkeit, Schwäche, bleicher Gesichtsfarbe, Abmagerung, blasser Zunge mit weisslichem Belag und schmalem und schwachem Puls als Symptomen. Eine Behandlung soll in diesem Fall das Herz tonisieren, die Milz stärken und die Blutbildung fördern.
Durch Yin-Essenz-Mangel verursachte Hyperaktivität von Feuer, gekennzeichnet durch mässiges oder am Nachmittag auftretendes Fieber, gerötete Wangen, warme Handflächen und Fusssohlen, Nachtschweiss, trockener Mund, Unruhe, Reizbarkeit und Hypersexualität. Eine Therapie zur Behandlung des Yin-Mangels von Nieren ist dafür besonders wirksam.
Aus Furcht infolge von Mangel an Qi und Blut des Herzens mit häufigen Begleitsymptomen wie innere Unruhe, Angstzuständen, Nervosität, Unkonzentriertheit, Müdigkeit. Man wacht leicht auf und kann nicht weiterschlafen. Eine Therapie durch Qi-Ergänzung führt zur Beseitigung dieser Furcht und inneren Unruhe. Somit kann der Geist beruhigt und das emotionale Leiden gelindert werden.
Wegen fehlender Koordination von Milz und Magen, gekennzeichnet durch Appetitlosigkeit, lockerem Stuhl und anderen Verdauungsproblemen. Eine Therapie zur Regulierung des Magens wird hier verwendet.
Wie hilft die Traditionelle Chinesische Medizin?
Der TCM Arzt wird in einer Sitzung mittels der in der Traditionellen Chinesischen Medizin angewandten Diagnostikverfahren und wegen der enormen Breite des Themengebietes mit einer ausführlichen Diskussion der Krankengeschichte eine Diagnose erstellen. Je nach Art der Schlafstörung kommen die Akupunktur, Tuina-Massage, Moxibustion und vor allem die Kräutertherapie zur Anwendung.