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Die Bergkirche St. Moritz
Im Jahre 1491 wurde die Bergkirche St. Moritz auf dem Bergvorsprung über dem Dorf gebaut, nachdem Bauern in dem der Dorfkapelle gehörenden St. Moritzfeld auf Gräber mit Beigaben gestossen waren. Die Bestatteten wurden damals als Mitglieder der Thebäischen Legion und dessen Kommandant Mauritius identifiziert. In der kurzen Zeitspanne bis zur Reformation entwickelte sich das Gotteshaus zu einer viel besuchten Wallfahrtskirche. Bei der Einführung der Reformation 1529 hörte dieser Betrieb auf. Die Kirche wurde des inneren Schmuckes fast vollständig beraubt. Die Bausubstanz erlitt aber keinen Schaden.
Wegen der Zunahme der Bevölkerung erweiterte man 1598/99 die Kirche; es war dies der tiefgreifendste Umbau in der Geschichte der Kirche. Die Südmauer wurde abgetragen und fünf Meter nach Süden vorgerückt, wodurch die vormalige harmonische Aufteilung des spätgotischen Raumes erheblich gestört wurde. An Stelle des grossen Südportals wurden zwei neue Portale mit Rundbögen eingesetzt. Der Dachreiter über dem Chor musste samt dem Glöcklein weichen. Am Turm entfielen die Treppengiebel und die Eckquader. Im Innern schliesslich wurde die alte Holzkanzel durch eine steinerne ersetzt.
Auch vom 17. bis zum 19. Jahrhundert wurden immer wieder Renovationen vorgenommen. Dank eines Legates konnten 1888 einige farbige Chorfenster eingesetzt werden. Bei der Renovation von 1920 erhielten die Ost- und Südseite farbige Fenster.
Im Jahre 1974 wurde die Bergkirche Hallau zum kantonalen Pilotprojekt im Rahmen des europäischen Jahres für Denkmalpflege und Heimatschutz 1975 gewählt. Die umfassende Restaurierung begann im Frühjahr 1976, und im Sommer 1978 wurden die Arbeiten beendet. Die Kirche konnte am 27. August 1978 eingeweiht werden. Das Restaurierungskonzept verfolgte die Wiederherstellung derjenigen Gestaltung, welche zusammen mit der Architektur dem einstigen Willen der Erbauer entsprachen. Die Restaurierung wurde verbunden mit archäologischen Untersuchungen, die im Boden der Kirche interessante Funde zutage förderten. Die gefundenen Gräber wurden auf das 7. Jahrhundert datiert.
Die imposante Kirche auf dem Vorsprung des Hallauer Berges inmitten der gepflegten Weingärten ist ein Zeugnis des spätgotischen Stiles. Sie reiht sich würdig ein in die Bauten, die seinerzeit um den Bodensee und insbesondere im Bistum Konstanz errichtet worden waren. Durch ihre exponierte Lage ist die Bergkirche von weither sichtbar und zu einem Wahrzeichen Hallaus, ja des Klettgaus geworden. Erbaut auf der alamannischen Begräbnisstätte der ältesten Siedlung, deren Gründername im Flurnamen Atlingen am Fusse des Vorsprunges weiterlebt, ist der Ort Zeugnis für die frühe Besiedlung. Das Patrozinium des heiligen Mauritius weist ebenfalls auf eine frühe christliche Kirche hin. Die Hallauer Bergkirche hat als Ganzes und dank so mancher Einzelheiten einen unverwechselbaren Charakter.
Die Erhebung zum Kunstdenkmal von nationaler Bedeutung ist die verdiente Würdigung, und die Restaurierung in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat dieses Gotteshaus in seiner alten Gestalt wiedererstehen lassen, so wie die Hallauer am Ausgang des Mittelalters es wollten.
(Auszüge aus „Bergkirche St. Moritz Hallau“, Gemeinde Hallau)
Trauungen in der Bergkirche
Paare aus der Kirchgemeinde Hallau, die sich in der Bergkirche trauen wollen, wenden sich bitte ans Pfarramt.
Die Bergkirche St. Moritz wird auch auswärtigen Paaren für ihre kirchliche Trauung zur Verfügung gestellt. Dafür finden sich die Bestimmungen und Informationen in den unten angefügten Dokumenten.
Dokumente