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Einer ausführlichen Recherche im «Bund» vom 30. Oktober 2021 ist zu entnehmen, dass die Stadt im Rahmen des Baues der neuen Schwimmhalle für 7,8 Mio. Franken eine komplett neue Infrastruktur mit sechs Courts und einem Restaurant mit einer «modernen und nachhaltigen Gastronomie» für gehobene Ansprüche baut. Sowohl gemäss der Abstimmungsbotschaft als auch den Un-terlagen an den Stadtrat sollte die neue Anlage dem Tennis-Club Neufeld und damit dem Breitensport dienen. Nun enthüllt die Zeitung, dass eine prominente und wirtschaftlich potente lnvestorengruppe eine Übernahme und eine Umwandlung des Clubs in eine Aktiengesellschaft plant, um die Anlage für kommerzielle Interessen und Vorhaben zu nutzen. Die Investoren würden gemäss Vorhaben 82 % der Stimmen innerhalb der AG auf sich vereinen, die Mitglieder des Tennisclubs hätten nicht mehr wirklich etwas mitzubestimmen. Die Statuten der «Tennisclub Neufeld AG»1 würden vorsehen, dass die Gesellschaft «das Erbringen von Dienstleistungen in den Bereichen Tennis, Fitness, Persönlichkeitscoaching respektive -entwicklung, Eventorganisation in der Schweiz und im Ausland sowie den Handel mit und Verkauf von Sportartikeln und dietätischen Produkten» bezwecken soll. Zudem solle sie im In- und Ausland Zweigniederlassungen und Tochtergesellschaften errichten, sich an anderen Unternehmungen beteiligen oder Finanzierungen für fremde Rechnun-gen vornehmen können.
Gemäss dem Bund-Artikel zeigt sich die Stadt von den Plänen zur Umwandlung des Vereins «überrascht». Das Vereinsmodell im Breitensport habe sich bewährt, «Eine Umwandlung in eine AG wäre wohl kaum im Sinne der Mitglieder und wohl auch kaum im Sinne der Stadt», wird Sportamtsleiter Christian Bigler zitiert. Dennoch ist zu befürchten, dass es der lnvestorengruppe gelingen könnte, mit scheinbar attraktiven Versprechungen, die Zweckentfremdung der steuerfi-nanzierten Anlage zu erreichen. Dies wäre umso problematischer, als dass die Stadt den Tennisclub während der Bauphase mit hohen Beiträgen unterstützt und einen sehr grosszügigen Mietzins nach Abschluss der Bauphase zugunsten des TCN vereinbarte. Es droht also die Situation, dass die Stadt eine kommerzielle Aktiengesellschaft mitfinanziert, obwohl die Unterstützung dem Erhalt und der Förderung des Breitensports dienen sollte.
Der Gemeinderat wird deshalb gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
1. Wurde zwischen der Stadt Bern und dem TC Neufeld vertraglich geregelt, dass die steuerfi-nanzierten Beiträge dem Erhalt und der Förderung des Breitensports zu dienen haben oder wurden diese Beiträge ausschliesslich zur Überlassung des Platzes zum Bau der neuen Schwimmhalle ausbezahlt?
2. Welche Mittel stehen der Stadt zur Verfügung, um den Vertragszweck durchzusetzen?
3. Welche Mittel stehen der Stadt zur Verfügung, um die Zweckbestimmung der neuen Anlage dem Breitensport zu erhalten?
4. Ist der Gemeinderat bereit, nach einer allfälligen Umwandlung des Clubs in eine Aktiengesell-schaft, die mit dem heutigen Tennisclub eingegangenen Verträge zu kündigen?
5. Inwiefern kann der Gemeinderat garantieren, dass keine öffentlichen Gelder in kommerzielle Tätigkeiten einer allfälligen Tennisclub Neufeld AG fliessen?
Bern, 11. November 2021
Erstunterzeichnende: Simone Machado, Ursina Anderegg, Bernadette Häfliger, Alexander Feuz
Mitunterzeichnende: Daniel Rauch, Anna Leissing, Katharina Gallizzi, Jelena Filipovic, Seraphine Iseli, Franziska Geiser, Sarah Rubin, Eva Krattiger, Anna Jegher, Lea Bill, Katharina Altas, Lena Allenspach, Nicole Cornu, Laura Binz, Nora Krummen, Alina Irene Murano, Halua Pinto de Magal-hães, Fuat Köçer, Ayse Turgul, Sara Schmid, Barbara Keller, Edith Siegenthaler, Timur Akçasayar, Michael Sutter
1 siehe https://tcneufeld.ch/tcn-umwandlung.html