Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03490.jsonl.gz/918

Pferde – Eines der Wahrzeichen der Camargue
Es ist ein ganz besonderes Pferd. Ist so eine Herde nicht wunderschön anzusehen? Aber es ist mehr: Nicht nur, weil es halbwild ist, immer draussen lebt und das bei jedem Wetter, in den Sümpfen zurückgezogen das Fohlen zur Welt bringt und eines der letzten Abkömmlinge des vorgeschichtlichen Pferdes von Solutré ist. Es gibt noch mehr, durch das es sehr speziell wird:
Das Pferd der Camargue ist das einzige Pferd der Welt, das mit dem Kopf im Wasser fressen kann. Im Winter können Camargue-Pferde in den Sümpfen beobachtet werden, das Wasser bis zum Bauch und den Kopf unter Wasser zum Fressen.
Typische Merkmale sind:
Gewicht zwischen 350 und 450 Kilogramm. Grosser Kopf, breite etwas konkave Stirn infolge einer Einbuchtung des Stirnknochens, grosse ganz in den Augenhöhlen liegende Augäpfel, kurze und bewegliche Ohren, kräftige untere Kinnlade, sehniger und häufig in seiner oberen Linie konkav gebogener Hals, gerade und kurze Schultern, seitlich flacher Brustkasten, lange schmale doch feste Flanken, kurze abwärts gerundete Hinterhand, schöngeformte muskulös und sehnige Beine mit geraden Knien, die Füsse stehen häufig etwas nach aussen, die Hufe sind breit, wie bei allen Rassen, die auf sumpfigem Boden leben. Es ist ein Pferd von mittlerer Grösse mit grobem Knochenbau und eckigen Formen. Bei manchen Exemplaren entspricht die Entfernung der Schultern von der Schwanzwurzel der Höhe des Widerrists, so dass sie zu den mittleren Typen gehören.
Die Pferde sind sehr teuer, weil die typischen Camarger selten geworden sind. Es ist bedauerlich, dass gesetzliche Regelungen zugunsten der reinrassigen Tiere fehlen. Das camargische Pferd wäre es wohl wert, nach richtigen Stammbäumen geführt zu werden. Wie prächtig sind doch diese Stuten mit ihrem weissen Fell, ihren weissen Mähnen und langen Schweifen. Sie leuchten weiss wie das Salz mit bläulichen Reflexen und sind die wahren Töchter Poseidons und des Meeres.
„Als das Meer keuchte und sich verdunkelte, als die Boote ihre Taue zerrissen, wieherten die Hengste der Camargue vor Wonne.“ (Frédéric Mistral)
„… li grognoun de Camargo endiha de bonur.“ (provenzalisch)
Quelle: Die meisten der Angaben über das Pferd stammen aus dem Buch „Wilde Camargue“ von Henri Aubanel – de Baroncelli (Ein Schriftsteller und Camargese, den ich persönlich kennengelernt habe und der leider letztes Jahr gestorben ist. Stirbt mit ihm der Wunsch und der Wille in den Menschen, die Camargue und ihre Traditionen zu erhalten? Ich hoffe nicht. Wenn ich es könnte, würde ich für all das hier kämpfen wie einst der Marquis Folco de Baroncelli.)