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Geschichte des Taiji
Über die Entstehung des Taijiquan ranken sich viele Geschichten und Mythen. Zu den legendären Gestalten zählt der daoistische Mönch Zhang San-Feng, der auf dem Berg Wu-Dang die Prinzipien vom „weichen Kämpfen mit innerer Kraft“ (Taijiquan) erhalten haben soll, während er den Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich beobachtet hat.
Als gesichert gilt, dass sich das Taijiquan aus bestehenden chinesischen Kampfkünsten entwickelte. Historische Quellen führen das 17. Jahrhundert an und bezeichnen Chen Wangting als den Schöpfer des Ur-Chen-Stils. In der Folge entstanden fünf Familien- oder Hausstile: der Chen-, Yang-, Sun-Stil sowie der alte und neue Wu-Stil.
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts verbreitete sich das Taijiquan rasch über das ganze Reich der Mitte. Im Fluss der Zeit änderten sich die alten Stile. An die Stelle der kampf- und kraftbetonten Elemente traten nach und nach sanfte, fliessende Bewegungen. Neue und einfachere Formen wurden entwickelt, wie zum Beispiel in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts die 37er Form von Cheng Man’Ching oder die 24er- oder sogenannte Pekingform (beides Yangstil).
Neben den Formen, die in ihrer Ausführung Harmonie, Sanftheit und Anmut betonen, haben traditionelle Waffenformen ihre Beliebtheit behalten. Wie z.B. Formen mit dem Schwert, dem Säbel, dem Speer, dem langen und kurzen Stock sowie mit dem Fächer. Aber auch der Zweikampf (Sanshou) und das Händeschieben (Tuishou) haben ihre Anhänger.
Mit der neuen Ausrichtung auf weiche, fliessende Abläufe wurde das Taijiquan auch für ältere, ja sogar gebrechliche Menschen zugänglich. Immer mehr Beachtung fand der Einsatz zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten.
In den letzten zwei Jahrzehnten wurden in China neue standardisierte Taijiquan-Formen und ein Graduierungssystem für Wettkampf und Sport entwickelt.