Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03124.jsonl.gz/801

Peter De Geesewell
alias Peter R. Füeg
Ich habe mein Pseudonym Peter De Geesewell bei der Veröffentlichung meines ersten Theaterstücks in England gewählt und verwende es seither in meiner künstlerischen Arbeit.
Seit meiner Pensionierung im Jahr 2019 arbeite ich an meinem Debutroman "Our Ghost Harry". Ursprünglich nur als kurze Gespenstergeschichte für meine Grosskinder gedacht, hat die Arbeit am Roman eine solche Eigendynamik entwickelt, dass in der Zwischenzeit daraus ein Roman von über zweihundert Seiten für Kinder und Erwachsene entstanden ist. Der Basler Künstler und Grafiker Markus Urfer hat die Geschichte illustriert.
Ausbildung / Beruf
Nach der Matura an der Kantonalen Handelsschule in Basel studierte ich während fünf Jahren an der Universität Basel Englisch, Deutsch und Geschichte, gefolgt von einem weiteren Jahr am Lehrerseminar in Basel. Dort erwarb ich das Diplom als Mittellehrer und unterrichtete dann meine drei Fächer von 1979 bis zu meiner Pensionierung im Jahr 2019 an der Sekundarschule Pratteln.
Die Arbeit mit Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren ist zwar sehr anspruchsvoll, aber auch äusserst befriedigend. In meiner über 40-jährigen Unterrichtstätigkeit durfte ich vor allem tolle und motivierte junge Leute kennenlernen, mit denen ich zum Teil jahrelang – manchmal bis heute – in Kontakt geblieben bin.
Ich arbeite immer noch als Englisch-Experte am KV in Liestal und mache gelegentlich Lektorate.
Anfänge
Als Pfadfinder der Abteilung St. Leodegar Pratteln schrieb ich erste Sketches und kurze Theaterstücke für Elternabende und Pfarreifeste.
In dieser Zeit realisierte ich auch zwei 75-minütige Spielfilme:
"Sphärenmusik" (1971) erzählte die Geschichte der Entführung einer Pfadigruppe ins Weltall.
"Unternehmen Bizeps" (1972) war eine Parodie auf James Bond Filme (von denen ich heute noch Fan bin).
Englisches Schultheater
1981 wollte ich mit meiner damaligen Klasse in einer Projektwoche ein englisches Theaterstück einstudieren und aufführen. Die Suche nach einem geeigneten Text erwies sich als schwierig, waren die Stücke, die ich im Buchhandel fand, doch entweder zu kurz oder aber sprachlich zu anspruchsvoll. Zudem besass kein einziges Stück genügend Rollen für eine Schulklasse mit mehr als zwanzig Jugendlichen. So tat ich etwas, wofür ich mich noch heute schäme: Ich nahm ein Stück und schrieb es nach meinen Bedürfnissen um, indem ich weitere Rollen schuf.
Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit und des Publikums bei der Aufführung waren Grund genug, auch mit den nächsten Klassen, die ich als Klassenlehrer betreute, englische Theaterstücke aufzuführen – aber mit einem gewichtigen Unterschied: Seit 1985 verfasste ich die Stücke selbst und versuchte, die Rollen meinen jeweiligen Schülerinnen und Schüler auf den Leib zu schreiben.
Als erstes Stück entstand „Murder At Pitlochry House“, das an einem grossen Schulhausfest im September 1985 seine Première hatte.
Im Vierjahresrhythmus entstanden drei weitere Stücke:
Murder At The Fancy-Dress Ball (1989)
Murder At The Asylum (1993)
Murder Included (1997)
Ab 2001 nahm ich die alten Stücke in der gleichen Reihenfolge wieder auf, schrieb sie aber total um. So hatte zum Beispiel die zweite Fassung von „Murder At The Fancy-Dress Ball“ (2005) nichts mehr mit den Troubles in Nordirland zu tun, sondern handelte vom G8-Gipfel in Edinburgh 2005, weil am Tag, wo ich mit der Überarbeitung beginnen wollte, die schrecklichen Anschläge in der Londoner U-Bahn passierten.
Auch „Murder At The Asylum“ bekam 2009 ganz neues Personal. Da Lady Thatcher aus der ersten Fassung meinen Schülerinnen und Schüler kein Begriff mehr war, und ich zudem eine sehr gute Sängerin in meiner Klasse hatte, die sich die Rolle zutraute, ersetzte ich die Iron Lady mit La Diva, einer verrückten Opernsängerin, die sich nicht recht entscheiden kann, ob sie nun Maria Callas, Cecilia Bartoli oder Edita Gruberova ist.
Die Theaterprojekte dauerten jeweils zwei Wochen. In der ersten Woche gingen wir in ein abgelegenes Lagerhaus irgendwo in den Voralpen, wo wir ausschliesslich am Text arbeiteten. Häufig gelang es mir, native speakers als Sprach-Coaches mitzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Schülerinnen und Schüler gerade mal ein Jahr lang Englischunterricht gehabt und wurden nun mit einem Sprachniveau konfrontiert, das weit über das bisher Gelernte hinausging. Sie mussten also zuerst den Text verstehen und dann ihre Rolle bis zum Ende der Lagerwoche perfekt auswendig lernen.
In der zweiten Woche arbeiteten wir im Schulhaus, wo unter Anleitung des Zeichnungslehrers/der Zeichnungslehrerin die Kulissen entstanden und wir auf der Schulbühne das Stück für die Première am Freitag und die Dernière am Samstag einübten.
In diesen Projekten entwickelte sich eine unglaubliche Dynamik. Es wurde gelacht, gelitten und geweint – und es entstanden ein starker Klassengeist und unvergessliche Erinnerungen.
Schülerstücke
- Murder At Pitlochry House, 1985/2001/2013
- Murder At The Fancy-Dress Ball, 1989/2005
- Murder At The Asylum, 1993/2009
- Murder Included, 1997 /2016
Full length plays
Nach der Aufführung von „Murder At The Asylum“ 1993 bat mich eine englische Theatergruppe aus Basel um den Text. Da das Stück für eine abendfüllende Produktion aber zu kurz war, sah sie schliesslich von einer Aufführung ab.
Deshalb schrieb ich den Text zu einem abendfüllenden Stück mit gleichem Plot um. Die einzelnen Personen konnten dabei viel ausführlicher charakterisiert werden. In der Neubearbeitung passte ich auch das Sprachniveau an. Die Arbeiten zogen sich über zwei Jahre hin. Schliesslich fand ich mit New Playwrights’ Network einen englischen Theaterverlag, der das Stück im Sommer 1996 herausgab.
Heute ist das Stück bei Cressrelles Publishing Company Limited (https://cressrelles.co.uk) erhältlich.
Das zweite abendfüllende Stück entstand während eines Sabbaticals im Jahr 2002, als Beitrag für das im Sommer 2003 vom Warehouse Theatre in London organisierte „18th International Playwriting Festival“. Ich schrieb eine stark erweiterte, zweistündige Fassung von „Murder Included“, inklusive einem zusätzlichen, überraschenden, zweiten Schluss. Da es bei 600 Einsendungen nur einen einzigen Preis zu gewinnen gab, weiss ich bis heute nicht, ob mein Stück auf Platz 2 oder 600 lag.
- Murder At The Asylum, 1996
- Murder Included, 2003