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Turnhalle gegen Kirche und Lehrer gegen Lehrer
Nicht alle Mühlener waren davon überzeugt, dass der Bau einer eigenen Kirche unbedingt notwendig und vordringlich sei. Ausgerechnet ein Lehrer, Gottlieb Lüscher, ergriff an der Einwohner- und Ortsbürgerversammlung vom 16. November 1931 gegen die Bestrebungen seines Lehrerkollegen Friedrich Bolliger für eine eigene Kirche das Wort und führte aus, dass der Bau einer Turnhalle viel wichtiger sei als eine neue Kirche, dies mit Hinweisen auf hygienische Unzulänglichkeiten der alten Turnhalle und Ähnlichem mehr. Er beantragte, dass die Einwohner- und Ortsbürgerversammlung dem Gemeinderat zur Planung einer neuen Turnhalle unverzüglich beauftragen sollten.
Seine Voten unterstrich er mit der originellen Begründung, dass in 20 Jahren jedes Haus mit einem Radio ausgerüstet sein werde und dass man auch am Radio die schönsten Gottesdienste hören könne. Kontrahent Bolliger konterte seinem Vorredner und Lehrerkollegen, «wenn Geistliche durch das Radio ersetzt werden könnten, wäre es doch auch möglich, die Schulmeister durch den gleichen Apparat zu ersetzen...» Trotz dieses schlagenden Arguments wurde sich die Einwohner- und Ortsbürgerversammlung schliesslich einig, dass zuerst eine neue Turnhalle nötig sei – und diese wurde dann auch tatsächlich zuerst gebaut und 1947 eingeweiht.