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Wurde Popeye für Spinatkampagne genötigt?
Kürzlich besuchte ich eine regionale Entsorgungsstelle, um allerlei Wiederverwertbares und «Grümpel» zu entsorgen. Vor dem Nachhausegehen wagte ich wie immer noch einen Blick ins proppenvolle Rahmenpalett mit entsorgten Büchern. Fast zuoberst lag ein zerknittertes, uraltes Magazin mit Popeye, dem kurligen Seemann mit Anker-Tattoo und Matrosenmütze, der gerne Pfeife raucht und faulenzt und in meiner Jugendzeit als «Spinat-Botschafter» herhalten musste. In unzähligen Abenteuern kämpfte der Comic-Held gegen einen Konkurrenten, den übermächtigen Brutus, um die Liebe der schönen Olivia. Und immer dann, wenn Popeyes Lage hoffnungslos schien, half in letzter Sekunde die Büchse Spinat, die der Comic-Held ohne zu kauen schluckte und die in ihm in Sekunden ungeahnte Kräfte frei machte. Ich höre noch heute unsere Mutter sagen: «Kinder, esst Spinat, da hat es viel Eisen drin und ihr werdet stark davon.» Popeye war schuld daran, dass ab den 1930er-Jahren weltweit Millionen von Kindern zum Spinatessen verknurrt wurden, weil man fälschlicherweise annahm, das grüne Gemüse enthalte besonders viel Eisen, einen Baustein, der dem Körper Kraft und Energie verleiht. Popey tauchte in der Comic-Reihe «Thimble Theatre» erstmals am 17. Januar 1929 auf. Der, unser «Spinat-Held» ist im vergangenen Jahr 90 Jahre alt geworden. Und kaum jemand hat hierzulande davon Notiz genommen. Sorry, Popeye, das holen wir jetzt und heute nach. mehr