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Donald Trump wütet mal wieder auf seinem Lieblingskanal. Der US-Präsident fühlt sich in die Enge getrieben und posaunt wild Anschuldigungen gegen Erzfeind Joe Biden heraus. Dabei hätte er am Sonntag allen Grund zur Freude gehabt: 95% der Mitglieder der GOP, der Republikanischen Partei, haben Trump die Unterstützung zugesagt.
95% Approval Rating in Republican Party. Thank you!— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) October 6, 2019
Nun, einen Grund um Joe Biden und seinen Sohn Hunter mit Vorwürfen einzudecken, braucht der 73-Jährige nicht. Einige Anschuldigungen sind wohl berechtigt, einige wohl frei erfunden. Zeit für einen Fakten-Check.
It is INCREDIBLE to watch and read the Fake News and how they pull out all stops to protect Sleepy Joe Biden and his thrown out of the Military son, Hunter, who was handed $100,000 a month (Plus,Plus) from a Ukrainian based company, even though he had no experience in energy,...— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) October 6, 2019
Hunter Biden begann im Jahr 2014 seine Tätigkeit in der Geschäftsleitung der ukrainischen Energie-Firma Burisma, die damals mit Korruptionsvorwürfen zu kämpfen hatte. Gemäss NYT soll Biden 50'000 Dollar pro Monat verdient haben.
Gegen seine Arbeit für Burisma wurde nicht ermittelt. Die Untersuchungen beschränkten sich auf Nikolai Zlochevsky, den Besitzer der Firma, und Serhiy Kurchenko, einen führenden Mitarbeiter.
Joe Biden besuchte als Ukraine-Verantwortlicher der Obama-Administration das Land mehrfach zwischen 2014 und 2016. Der damalige Vize-Präsident drängte führende ukrainische Politiker dazu, den Generalstaatsanwalt Viktor Shokin zu feuern, sollten sie eine Milliarde US-Dollar an Hilfsgeldern erhalten wollen. Dies sagte Biden selbst im Jahr 2018.
Biden drängte jedoch nicht auf Shokins Entlassung, um seinen Sohn zu beschützen. Europäische Länder und Institutionen beschuldigten den Generalstaatsanwalt damals, nicht konsequent genug gegen Korruption vorzugehen – so zum Beispiel gegen die Firma Burisma. Biden hatte also keine persönlichen Absichten, er verfolgte die Pläne der Obama-Regierung.
Dass zur damaligen Zeit ein gewisser Interessenskonflikt von Joe Biden bestand, ist unbestritten. Dass der Ex-Vizepräsident jedoch seinen Einfluss ausnützte, um seinem Sohn aus der Patsche zu helfen, ist nicht bewiesen, wenn nicht gar schlicht und einfach falsch.
....and separately got 1.5 Billion Dollars from China despite no experience and for no apparent reason. There is NO WAY these can be legitimate transactions? As lawyers & others have stated, as President, I have an OBLIGATION to look into possible, or probable, CORRUPTION!— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) October 6, 2019
Hunter Biden hat mit seinem Vater China besucht und eine Firma, in deren Vorstand Hunter Biden damals gesessen hat, erhielt kurz nach dem Besuch ein Investment aus China. Hunter Biden erhielt jedoch damals keinen Cent. Erst Jahre später, als Joe Biden nicht mehr das Amt des Vize-Präsidenten kleidete, erhielt Hunter einen Geldbetrag. Ein Zusammenhang mit dem Treffen in China ist jedoch auch nur Spekulation.
Die Behauptung, dass Joe Biden Geld erhalten oder seine Position als Vizepräsident ausgenutzt haben soll, ist ohne jegliche Beweisgrundlage.
Im Internet kursiert derzeit ein Foto, das Joe und Hunter Biden mit zwei Vertretern des ukrainischen Gasunternehmens zeigen soll. Verbreitet wird das Bild von Trump nahestehenden News-Portalen und TV-Sendern wie Fox News.
The Biden family was PAID OFF, pure and simple! The fake news must stop making excuses for something that is totally inexcusable. Sleepy Joe said he never spoke to the Ukrainian company, and then the picture came out where he was playing golf with the company boss and Hunter.....— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) October 6, 2019
Ob es sich bei den Männern neben Joe und Hunter Biden tatsächlich um Vertreter des Gasunternehmens handelt, ist noch nicht geklärt. Trump-Supporter sind der Ansicht, dass die Bidens auf dem Golfplatz Geschäfts-Deals abschliessen wollten. Es gibt dafür jedoch keine Beweise.
Selbst wenn es sich bei den Herren um Vertreter des Gasunternehmens handelt, heisst das noch nicht, dass die Bidens die Beiden unter Druck setzten, zu erpressen versuchten oder Geschäfte machen wollten. Das sagt selbst ein Nachrichtensprecher von Fox News, wie im Video unten zu sehen ist.
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