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Die Patienteninfo zu Durchfall (Diarrhöe) informiert Sie, was Sie im Erkrankungsfall tun können und wann ärztlicher Rat notwendig ist.
17. August 2023
Quelle
Die Patienteninfo Durchfall wurde von medizinischem Fachpersonal erstellt und durch den medizinischen Qualitätsausschuss (MQA) validiert.
Was ist Durchfall?
Von Durchfall - medizinische Bezeichnung Diarrhöe - spricht man, wenn der Stuhlgang flüssig oder wässrig 3 Mal oder öfters am Tag auftritt. Durchfall ist sehr häufig. Die meisten Jugendlichen und Erwachsenen haben etwa 4 Mal pro Jahr Durchfall. Das heisst, so gut wie jeder hat irgendwann einmal Durchfall.
Was verursacht Durchfall?
Durchfall kann verursacht werden durch:
Viren (häufigste Ursache)
Bakterien, die in der Nahrung oder im Wasser leben
Parasiten (sehr selten)
Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten
Probleme bei der Verdauung bestimmter Lebensmittel
Krankheiten, die das Verdauungssystem schädigen
Kann ich selbst etwas tun, um gesund zu werden?
Durchfallerkrankungen sind meistens selbstlimitierend, d.h. sie verschwinden auch ohne medizinische Behandlung nach einer gewissen Zeit von selbst wieder. Es gibt einige Dinge, die Sie zu Hause selbst versuchen können, um Ihre Symptome zu lindern:
Trinken Sie viel Flüssigkeit, die Wasser, Salz und Zucker enthält. Eine gute Wahl sind mit Wasser verdünnte mit Säfte, aromatisierte Limonaden und Bouillon. Sie erkennen, ob Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, wenn Ihr Urin hellgelb oder fast klar ist.
Versuchen Sie, etwas zu essen. Eine gute Wahl sind Kartoffeln, Nudeln, Reis, Haferflocken, Cracker, Zwieback, Bananen, Suppe und gekochtes Gemüse. Auch salzige Speisen helfen.
Sollte ich immer medizinische Hilfe suchen?
Nein, Ihr Körper wird den Durchfall sehr wahrscheinlich auch ohne ärztliche Hilfe von alleine bewältigen.
Suchen Sie medizinische Hilfe, wenn:
Sie mehr als 6 Mal innerhalb von 24 Stunden flüssigen Stuhlgang haben
Sie Blut im Stuhlgang haben
Sie Fieber über 38,5 °C (101,3 ºF) haben, das nach einem Tag nicht abklingt
Sie starke Bauchschmerzen haben
Sie 70 Jahre oder älter sind
Ihr Körper zu viel Wasser verloren hat. Dies wird als «Dehydrierung» bezeichnet. Zu den Anzeichen gehören: Trockene Schleimhäute, Durst, Schwindel, Muskelkrämpfe
Brauche ich weiterführende Untersuchungen und Tests?
Nein. Bei sehr vielen Menschen sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich. In den wenigen Fällen, wo es angezeigt ist, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin möglicherweise folgende Tests anordnen:
Blutuntersuchungen
Untersuchungen einer Probe Ihres Stuhls
Wie wird Durchfall behandelt?
Das hängt davon ab, was Ihren Durchfall verursacht. Meistens benötigen Sie keine spezifische Behandlung. Wenn doch, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen Folgendes empfehlen:
Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr und Ersetzen der verlorenen Salze sowie Zuführen von Zucker
Flüssigkeitszufuhr über eine Infusion. Dabei wird die Flüssigkeit über einen dünnen Schlauch direkt in die Vene eingeführt. So kann eine Dehydrierung behandelt oder verhindert werden. Dies ist jedoch nur äusserst selten bei Erwachsenen nötig.
Absetzen einiger Medikamente
Anpassung der Ernährung
Eine spezifische medikamentöse Therapie ist meistens weder möglich noch nötig. Sollten Sie Medikamente zur Linderung einsetzen wollen, lassen Sie sich vorher von ihrem Arzt oder Apothekerin beraten.
Eine Antibiotikabehandlung ist nur sehr selten und in speziellen Fällen nötig. In den allermeisten Fällen helfen Antibiotika nicht, sondern verstärken sogar den Durchfall, indem sie die restliche «gute Darmflora» abtöten.
Kann man Durchfall vorbeugen?
Wenn Sie folgende Tipps beachten, verringern Sie Ihr Risiko Durchfall zu bekommen und die Erkrankung zu verbreiten:
Beachten Sie die üblichen Hygieneregeln und waschen Sie sich die Hände nach dem Wickeln, Kochen, Essen, Toilettengang sowie nach dem Müll rausbringen oder nachdem Sie Tiere angefasst haben.
Falls Sie erkrankt sind, bleiben zu Hause, bis Sie sich besser fühlen.
Achten Sie auf Lebensmittelsicherheit. Dazu gehört unter anderem keine unpasteurisierte Milch oder daraus hergestellte Lebensmittel zu konsumieren.
Sollten Sie zu diesem Thema weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihr Medical Center.
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