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Diabetes mellitus wird oft auch einfach «Zuckerkrankheit» genannt. Gemeint ist eine krankhafte Störung des Zuckerstoffwechsels. Der Blutzuckerspiegel ist dauerhaft erhöht, was unbehandelt zu einer Vielzahl von teilweise schweren Folgeerkrankungen führen kann.
Hauptsächlich werden von den Fachleuten zwei Formen des Diabetes unterschieden:
Für den Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit verantwortlich, welche alle insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Der Typ-1-Diabetes tritt häufiger bei Kindern und jungen Erwachsenen auf, kann aber Personen in jedem Lebensalter treffen. Neben den Erbanlagen können auch bestimmte Virusinfektionen, wie etwa Mumps und Röteln, zum Ausbruch von Diabetes mellitus Typ 1 beitragen.
Der Typ-2-Diabetes mellitus gehört zu den sogenannten Zivilisationskrankheiten. Etwa 425 Millionen Menschen leben weltweit mit dieser Krankheit, rund 60 Millionen davon in Europa. Die Zahl der Betroffenen steigt dabei weltweit kontinuierlich an.
Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar weiterhin Insulin, jedoch nicht genügend; oder der Körper kann es nicht mehr wirksam verwenden, um Blutzucker in Energie umzuwandeln. Die Diagnose der Krankheit wird häufig erst gestellt, wenn die ersten Komplikationen der Erkrankung auftreten. Zu den Risikofaktoren für Diabetes Typ 2 gehören Übergewicht, Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck.
Schwangerschaftsdiabetes ist erkennbar an erhöhten Blutzuckerwerten, welche erstmals während der Schwangerschaft auftreten. Er tritt bei 10 bis 15 Prozent aller Schwangerschaften auf.
Schwangerschaftsdiabetes verschwindet in den meisten Fällen nach der Geburt wieder. Bei manchen Frauen bleibt die Stoffwechselstörung jedoch auch nach der Geburt bestehen.
Wenn die Mutter in der Schwangerschaft erhöhte Blutzuckerwerte hatte, besteht später für das Kind ein höheres Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes.
Empfohlen wird eine Blutzuckermessung bei Personen, die ein erhöhtes Risiko für Diabetes haben. Je mehr Risikofaktoren oder Anzeichen einer Diabeteserkrankung vorhanden sind, desto regelmässiger sollten die Blutzuckerwerte gemessen werden.
Ein Grossteil aller Diabetikerinnen und Diabetiker wissen nicht, dass sie an Diabetes erkrankt sind, da die Symptome unspezifisch sind. Bestimmte Warnsignale können jedoch Hinweise darauf geben. Als typische Diabetessymptome gelten starker Durst, vermehrter Harndrang, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Juckreiz, Heisshungerattacken, Sehstörungen und ein geschwächtes Immunsystem.
Erst der ermittelte Blutzuckerwert weist Diabetes mellitus in der Regel zuverlässig nach.
Der Blutzuckerwert kann beispielsweise von einem Arzt aber auch in der Apotheke rasch und unkompliziert gemessen werden. So können Anwendungsfehler vermieden werden und je nach Ergebnis kann die Fachperson bei der Folgebehandlung weiterhin beratend zur Seite stehen. Übrigens wird die Blutzuckermessung für die meisten Patienten und Patientinnen nicht als schmerzhaft empfunden.
Der Blutzucker kann auch selbst gemessen werden. Eine Blutzuckerkontrolle ist wichtig bei bereits bestehendem Diabetes. Bei Typ-1-Diabetes ist eine Selbstkontrolle unerlässlich, bei Typ-2-Diabetes kann sie helfen, die Krankheit zu managen. Unter- oder Überzuckerung lässt sich gut identifizieren und es kann unmittelbar darauf reagiert werden. Wie man den Blutzucker selbst misst, kann auch in Diabetesschulungen erlernt werden.