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Hüftgelenksnahe Frakturen
Das Hüftgelenk ist das zweitgrösste Gelenk des Menschen. Der Oberschenkelknochen (Femur) und das Becken (Pelvis) sind dabei die knöchernen Gelenkpartner. Der Oberschenkelknochen bildet am oberen Ende einen grossen kugelförmigen und von Knorpel überzogenen Kopf. Am Aufbau des Gegenstückes, der Gelenkpfanne, sind alle drei Beckenknochen beteiligt: Das Dach wird vom Darmbein (Os ilium) gebildet, das Schambein (Os pubis) begrenzt vorne und das Sitzbein (Os ischii) hinten oben den Rand des Beckens mit seiner Vertiefung, dem sogenannte «Acetabulum» (Essignäpfchen).
Man unterscheidet zwei Haupt-Frakturtypen:
- Die Schenkelhalsfraktur, einen hüftnahen, intraartikulären Bruch des Oberschenkelhalses (Collum)
- Die pertrochantäre Fraktur, einen hüftferneren Bruch des Oberschenkelknochens im Bereich zwischen Trochanter major (grossem Rollhügel) und Trochanter minor (kleinem Rollhügel)
Die Folgen der Arthrose, der Gelenkabnützung, die im Hüftgelenk besonders ausgeprägt sein kann, werden durch die Orthopädie behandelt.
Ursachen
Die Unfallchirurgie (Traumatologie) hat oft mit Frakturen des oberen Oberschenkelanteils nach Unfällen zu tun. Diese sind im Alter wegen des Knochenabbaues (Osteoporose) relativ häufig. Sie entstehen meist durch einen Sturz aus geringer Höhe, wie Ausrutschen, Fallen aus dem Bett oder ein Hinfallen aus Schwäche. Meist erfolgt der Sturz auf die Hüfte oder die Gesässregion. Beim jüngeren Patienten mit starken Knochen entstehen solche Frakturen durch schwerere, meist direkte Traumen wie Verkehrsunfälle oder Stürze aus der Höhe.
Beschwerden
Fehlstellung und Bewegungsschmerz im Hüftgelenk sind die Anzeichen, welche im Vordergrund stehen. Oft kann das Bein gar nicht mehr belastet werden. Bei wenig verschobenen, eingestauchten Schenkelhalsfrakturen treten anfangs oft erstaunlich geringe Schmerzen auf, so dass die Patienten häufig erst verspätet zum Arzt und ins Spital kommen.
Untersuchung und Diagnostik
Das Hauptdiagnostikinstrument ist das konventionelle Röntgenbild. Daneben wird auch die Computertomografie (CT), in Spezialfällen die Magnetresonanztomografie (MRI) eingesetzt. Aufnahmen und Auswertungen werden von unseren Radiologen durchgeführt.
Behandlung
Häufig erfolgt die Versorgung einer Schenkelhalsfraktur bei älteren Patienten durch Implantation einer Femurkopf-Hemiprothese (Duokopfprothese oder bipolare Prothese). Bei massiver Arthrose der Hüftpfanne wird die Totalprothese mit Hüftpfannenersatz verwendet.
Bei jüngeren Patienten versucht man, das noch nicht durch Abnützung geschädigte Gelenk mit speziellen Schraubenosteosynthesen zur erhalten. Sogenannte «nichtdislozierte» (also unverschobene) oder eingestauchte Schenkelhalsfrakturen können unter Umständen konservativ, also ohne Operation behandelt werden. Die Versorgung der pertrochantären Fraktur erfolgt operativ, wobei wir meistens das moderne PFN-A-Implantat benützen, ein speziell für den Oberschenkel entwickeltes Nagelsystem.