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Geschichte
Kurze Geschichte unserer 1946 in Kanada bei den Montreal Locomotive Works (Québec) gebauten Dampflokomotive 141.R.1244 (2929 PS)
Die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges waren auch in Frankreich sehr schwer. Im Bestreben, die Rekonstruktion des Eisenbahnnetzes zu beschleunigen und die dadurch benötigte enorme
Transportleistung zu ermöglichen, hat sich die SNCF in den USA umgesehen, um eine leistungsfähige Dampflokomotive zu evaluieren. Die Wahl fiel auf eine 141 resp. 2-8-2 Mikado für gemischten
Betrieb. Diese Lokomotiven wurden sehr rasch den Europäischen Normen, von den Kupplungen bis zum Bremssystem, angepasst.
Bis zum Sommer 1947 sind 1323 Maschinen in Betrieb genommen worden. 16 Lokomotiven (141.R.1220-1235) gingen mit dem norwegischen Frachtschiff M/S Belpamela (3165 tons) in einem Sturm vor der Küste Neufundlands verloren.
Während die erste Serie ausschliesslich aus kohlengefeuerten Lokomotiven bestand, waren 284 Einheiten der zweiten Serie, unter ihnen die Nr. 1244, von Anfang an ölgefeuert. Infolge der Kohlenkrise von 1947 wurden 320 Maschinen in der Hauptwerkstätte von Nevers und im Depot Niort auf Ölfeuerung umgestellt. Im Mittel dauerte es nur fünf Tage pro Maschine, um diese Umstellung durchzuführen. Die Suez-Krise von 1956 führte zum Anstieg des Ölpreises und zur Umstellung von 20 ölgefeuerten Lokomotiven auf Kohlenfeuerung. Eine Maschine, die Nr. 1039, wurde dadurch schon zum zweiten Mal modifiziert.
Im Jahre 1975 kam der Dampfbetrieb in Frankreich zu seinem raschen Ende. Buchstäblich über Nacht wurden hunderte Dampflokomotiven ausser Dienst gestellt und auf Verschrottungsplätze im ganzen Land gebracht. Durch persönliche, enge Beziehungen zum Chef des Dampfbetriebs bei der SNCF hat eine Gruppe von Schweizer Dampffreunden erfahren, wo sich einige der in den USA und Kanada gebauten Maschinen des Typs Mikado (2-8-2 in den USA, 1-D-1 in Grossbritannien und 141 in Frankreich) befanden. Schnelles Handeln war erforderlich. Der Verein Mikado 1244 wurde im gleichen Jahr gegründet. Die Aufgabe war die Beschaffung, Restaurierung und schliesslich eine der wenigen Mikados in betriebsfähigem Zustand zu erhalten und zu betreiben.
Kurze Geschichte unserer 1934 in Betrieb gesetzten elektrischen Lokomotive Ae 4/7 11026 (3129 PS)
Im Jahre 1923 gaben die SBB, als Teil des landesweiten Elektrifizierungsprogramms, eine grosse Anzahl von neuen, elektrischen Lokomotiven in Auftrag. Bis in die Mitte der Neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts diente dieser Typ als «Arbeitspferd», zuerst, um Schnellzüge über den Gotthard, sowie schwere Schnellzüge und Güterzüge im Flachland zu befördern. Später wurden sie zurückgestuft und sowohl für Schnellzüge als auch für schwere Personenzüge und leichtere Güterzüge im Flachland eingesetzt. 1996, als die letzte Ae 4/7 ausser Dienst gestellt wurde, ging eine Ära zu Ende. Fast über Nacht wurden die meisten dieser Lokomotiven verschrottet. Nur wenige überlebten; 11026 ist eine davon.
Zwischen 1997 und 2001 gehörte die Ae 4/7 11026 der Firma ADtranz, eine der verschiedenen Firmen, die diese Maschinen ursprünglich gebaut hatten. Während sie im Besitz von ADtranz war, hat sie unser Verein Mikado 1244 restauriert und in den heutigen, schönen Zustand gebracht. Auch die nötigen Instandhaltungsarbeiten wurden durch den Verein durchgeführt. Im Frühjahr 2001 wurde der Verein Mikado 1244 offizieller Eigentümer dieser Ae 4/7. Sie wird jetzt für Extra- und Charterfahrten genutzt.
Kurze Geschichte der 1956 in Betrieb genommenen Gotthardlokomotive Ae 6/6 11407 «Aargau» (5830 PS)
Nach über fünfzigjährigem Einsatz bei den SBB, vor allem auch auf der Gebirgsstrecke am Gotthard, wurde uns die 11407 am 22.8.2009 durch SBB Historic als Dauerleihgabe anvertraut. Der Verein Mikado 1244 hat die Lokomotive u.a. mit der Verpflichtung übernommen, sie in den Ursprungszustand bei der Auslieferung durch die BBC (Brown Boveri Compagnie) am 31.3.1956 in Münchenstein BL zurückzuführen und zu erhalten. Eine enorme, wohlgemerkt freiwillige Arbeitsleistung wurde dabei von den Fachleuten des Vereins Mikado 1244 in den folgenden Jahren nötig, um dieses grosse Ziel zu erreichen. Es gilt damit ein wichtiges Zeugnis der schweizerischen Lokomotivbauindustrie, das heute schon Kultcharakter besitzt, der Nachwelt zu erhalten.
Unsere Reisezugwagen erster und zweiter Klasse
Im Jahre 2003 hatte der Verein Mikado 1244 die Möglichkeit, einen Erstklass-Reisezugwagen vom Typ A EW II von den SBB käuflich zu erwerben. Innerhalb von 3 Monaten wurde der durch Vandalen stark beschädigte Wagen vollständig restauriert. In ihrer Freizeit haben einige sehr engagierte Mitglieder sämtliche Fenster ersetzt. Der ganze Wagen wurde neu bemalt. Heute präsentiert er sich innen und aussen in perfektem technischem und optischem Zustand. Maximal finden 60 Personen in bequemen Sesseln Platz. Der Wagen ist mit einer Musikanlage und einem Kühlschrank ausgerüstet.
Sollte die Reisegruppe mehr als 60 Personen umfassen, können zwei weitere Wagen, ein Erstklass- und ein Zweitklasswagen, des gleichen Typs, die sich auch im Besitz des Vereins befinden, verwendet werden. Es gibt auch die Möglichkeit, Reisezugwagen anderer Bahngesellschaften dazu zu mieten.
Schlusswort
Zum Schluss möchten wir uns für Ihr Interesse herzlich bedanken. Wenn sie einmal die Schweiz auf eine spezielle Weise, entweder mit einem historischen Dampf- oder Elektrozug, bereisen möchten, bitten wir Sie, uns ein E-mail an <email-pii> zu senden. Im Namen unserer ganzen Mannschaft möchten wir uns bei Ihnen schon im Voraus bestens bedanken.
Der Vorstand Verein Mikado 1244