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Kurzzeitig durften die Australierinnen auf den grossen Coup hoffen. In der 63. Minute glich Samantha Kerr die Partie mit einem schönen Distanzschuss aus. Der erste Turniertreffer der bei Chelsea engagierten Starspielerin, die sich kurz vor der heimischen Weltmeisterschaft verletzt hatte und erst in der K.o.-Runde zum Einsatz gekommen war, versetzte den Grossteil der 75'000 Fans im Stadium Australia in Ekstase.
Diese hielt jedoch nur acht Minuten an. Zur Spassverderberin spielte sich Englands Lauren Hemp auf. Die 23-jährige Stürmerin von Manchester City profitierte nach einem langen Ball der Innenverteidigerin Millie Bright vom schwachen Abwehrverhalten ihrer Gegenspielerin und erzielte den siegbringenden Treffer.
Die Australierinnen drängten danach auf den Ausgleich, der jedoch nicht gelingen sollte. Die beste Chance vergab Kerr in der 85. Minute, als sie nach einem Eckball völlig frei im Fünfmeterraum zum Abschluss kam. Die Direktabnahme landete jedoch knapp neben dem Tor und kurz darauf machte Alessia Russo mit dem 3:1 alles klar. Russo wie auch Hemp hatten bereits beim 2:1 im Viertelfinal gegen Kolumbien getroffen.
Damit zog England, das zuletzt zweimal in Folge im Halbfinal gescheitert war, erstmals überhaupt ins Final der WM ein. Dort kommt es am Sonntag zum europäischen Duell gegen Spanien.
Wiegmans eindrückliche Serie
Für die niederländische Trainerin Sarina Wiegman wird es der vierte grosse Final seit 2017. Damals gewann sie mit der Niederlande die Heim-EM, 2019 unterlag sie mit den Oranje-Frauen erst im WM-Final den USA. 2022 - ein Jahr nach ihrem Wechsel auf die Insel - feierte England unter ihrer Regie den Triumph im EM-Final gegen Deutschland. «Ich weiss nicht, wie ich das mache», sagte die 53-Jährige. «Ich glaube ich bin in einem kleinen Märchen.»
Auch die Matildas, die dank starken Leistungen eine Euphorie im Land entfachen, stehen nochmals im Einsatz. Sie treffen am Samstag im Spiel um den 3. Platz auf Schweden. Ein besonderes Duell wird das vor allem für Tony Gustavsson, den schwedischen Trainer der Australierinnen.