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Sprechstunde für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind auch unter dem englischen Begriff Inflammatory Bowel Disease (IBD) bekannt. Bei chronischen Erkrankungen des Dünn- und des Dickdarms wird zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa unterschieden. Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um eine chronische, schubweise verlaufende Entzündung im Darm. Bei Morbus Crohn kann die Entzündung im gesamten Verdauungstrakt zwischen Mund und After auftreten, während sie bei Colitis ulcerosa auf den Dickdarm begrenzt bleibt. CED können in jedem Lebensalter auftreten; häufig findet ein erster Schub jedoch zwischen dem 18. und dem 30. Lebensjahr statt.
Symptome
Häufigste Beschwerden bei Patienten mit CED sind Bauchschmerzen oder Durchfall (bei Colitis ulcerosa auch blutig). Bei Morbus Crohn treten oft sehr unterschiedliche Symptome zutage: Neben Durchfall, Bauchschmerzen und Krämpfen manifestieren sich auch unspezifische Zeichen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber und Gewichtsverlust. Bei einem Teil der Patienten treten Schmerzen im Enddarm auf – hauptsächlich vor dem Stuhlgang (Tenesmen). Im Rahmen sogenannter extraintestinaler Manifestationen können auch in anderen Organsystemen Symptome auftreten. So kann es als Folge einer CED zu unterschiedlichen Hautveränderungen oder zu Augen- und Gelenkentzündungen kommen.
Ursachen
Leider sind die Ursachen von CED bis heute erst zum Teil ergründet. Wissenschaftlich erhärtet ist die Tatsache, dass drei wesentliche Faktoren gemeinsam zum Auftreten von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen führen können: Umwelteinflüsse, Veränderungen in der Erbsubstanz und Störungen im Immunsystem. Bei Morbus Crohn hat das Rauchen einen wesentlichen Einfluss: Im Vergleich zu Nichtrauchern leiden Raucher doppelt so oft unter akuten Schüben. Bis heute gibt es keine gesicherten Daten, dass Fehler in der Ernährung eine CED auslösen können – oder dass die Erkrankung durch eine geeignete Diät geheilt werden kann. Dennoch gibt es Nahrungsmittel, die einer Entzündung des Darms entgegenwirken, beispielsweise Meeresfische oder Fischöl. Der Verzehr von viel rotem Fleisch scheint Schübe eher zu begünstigen als der Genuss von weissem Fleisch.
Diagnose und Behandlung
In der Regel wird die Diagnose CED im Rahmen einer Darmspiegelung gestellt. Dabei werden Gewebeproben entnommen, die im weiteren Verlauf analysiert werden. Hilfreich ist ausserdem die Bestimmung von Entzündungsmarkern im Stuhl und von Blutmarkern. Auch eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) kann Hinweise auf den Ort und das Ausmass der Entzündung geben. Bei Verdacht auf Morbus Crohn werden in der Regel auch eine Magenspiegelung sowie eine Kernspintomographie (MRI) des Dünndarms durchgeführt. Zur Behandlung von CED stehen heute verschiedene, sehr wirksame Medikamente zur Verfügung. Betroffenen Patienten wird ein enger Kontakt mit dem betreuenden Gastroenterologen empfohlen, um durch eine symptomorientierte Behandlung möglichst lange, beschwerdefreie Intervalle zu ermöglichen.
Fisteln bei Morbus Crohn
Fisteln sind feine Kanäle, die meistens vom Darm ausgehen und häufig in der Haut münden. Gelegentlich entleert sich über die Fisteln ein eitriges Sekret bzw. auch Stuhl. Fisteln können sich leider fast überallhin bewegen – beispielsweise von einem Teil des Darms in einen anderen, aber auch vom Darm in die Harnblase oder in die Scheide. Solche Veränderungen werden zum Teil medikamentös, zum Teil chirurgisch behandelt.