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Der Platz scheint nicht länger als zwei bis drei Generationen besiedelt gewesen zu sein, und dies auch nicht ununterbrochen. Die Befestigung mit den zwei aufeinander folgenden Bauphasen hielt 40 bis 60 Jahre. Die Kasematte war nur zeitweilig besetzt. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass der Platz einige Jahre oder sogar Jahrzehnte lang unbesiedelt war.
Um die Bedeutung des Wistenlacher Oppidums zu verstehen, muss man es in Relation zu den städtischen und dörflichen Siedlungen in der Dreiseenregion sehen. Bei den im Rahmen des Baus der Autobahnen A1 und A5 durchgeführten Ausgrabungen entdeckte man eine ganze Reihe von Siedlungen, die zeitgleich zum Oppidum auf dem Wistenlacher Berg existierten. Dieses liegt genau auf halbem Weg zwischen den Hauptorten Yverdon-les-Bains im Westen und Bern im Osten. Weitere Oppida waren das von Studen bei Biel, dasjenige oberhalb von Avenches (Bois de Châtel) sowie das von Posieux/Châtillon-sur-Glâne und von Gressy/Sermuz bei Yverdon. Zu der schon länger bekannten Brücke von Cornaux kommt eine weitere, die Ende des 20. Jahrhunderts im Bereich des Autobahnanschlusses Payerne entdeckt wurde. Die Spuren der Hauptverkehrwege zwischen den verschiedenen städtischen Zentren im 2. und 1. Jahrhundert v.Chr. nehmen das römische Strassennetz vorweg, das seit dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung existierte.
Warum wurde der Wistenlacher Berg befestigt? Wie bei so vielen anderen gallischen Befestigungsanlagen lässt sich dies nur schwer sagen. Der Beginn der Erbauung der Wehrmauer um das Jahr 124 v.Chr. fällt in eine unruhige Zeit: Rom richtet die Provinz Gallia cisalpina ein. In Genf, das zum Gebiet der keltischen Allobroger gehört, wird ein Hafen gebaut. Die Archäologen gehen davon aus, dass die politischen Veränderungen «die Helvetier zweifellos nicht unberührt liessen».
Das Wistenlacher Oppidum muss in Relation zu den anderen zeitgleichen Oppida gesehen werden