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Dass die Qualität der Filmmusiken Alexandre Desplats in letzter Zeit so wechselhaft ist wie nur möglich, dürfte mittlerweile bekannt sein. Auf der einen Seite der klangschöne Benjamin Button und die elegante Julie et Julia, auf der anderen Seite der nervenzehrende Leerlauf der Coco Chanel und die Einfallslosigkeit von Et Après, wo auf musikalische Entwicklung gänzlich verzichtet wurde. Was lässt sich nun über Un Prophète sagen?
In Szene gesetzt wurde der Film von Desplats langjährigem Freund Jacques Audiard, für den er bereits etliche Filme vertonte. Der Streifen, ein Favorit auf den Filmfestspielen in Cannes, ist in Deutschland bislang noch nicht gelaufen. Es geht um einen armen jungen Kerl, der wegen einer Kleinigkeit im Gefängnis landet, um durch das harte Gefängnisleben erst zum Schwerverbrecher zu werden. Wie hat Desplat die nicht uninteressante Story vertont?
Minimalistisch. Seine Musik besteht aus endlosen Adagios, Lentos und Streicherbögen, hin und wieder einem darunter gelegten Ostinato von der Celesta und einer kurzen Actionpassage (Actionpassage in Zeitlupe trifft es wohl am Besten) mit Drums und dezenten Beats.
Im Großen und Ganzen wäre Desplats Musik damit schon beschrieben und entsprechend ihrer Qualität ausreichend gewürdigt, wenn man bedenkt, dass der Rezensent wohl nicht mehr Zeit für das Schreiben dieser Kritik gebraucht hat als Desplat für diese Komposition- so klingt sie jedenfalls.
Grob orchestriert, ohne jegliche Motive, Themen oder Melodien, extrem einfallslos und beliebig. Eine Komposition grau in grau, ein Soundtrack, der fast vollständig aus Suspense-Passagen zu bestehen scheint, die autonom auf CD wenig Sinn ergeben. Highlights sind „Le Respect“ und „Gunfight“, die kompositorisch zwar ebenso träge sind wie die restlichen Tracks, aber durch die Tatsache, dass sie mit mehr „beats per minute“ gespielt werden, aufhorchen lassen.
Zieht man die Songs und reinen Dialoge von der CD ab, erhält man eine Spielzeit von etwas mehr als einer halben Stunde, störend sind allerdings die Geräusche und /oder Dialoge aus dem Film, die an fast jedem Track hinten angehängt sind. Erschienen ist die Song/Dialoge/Score CD auf Naïve France.
Hatte ich Coco Chanel schon nur 2 Sterne gegeben, werde ich in diesem Fall leider noch weiter runtergehen und zugeben müssen, dass selbst der Langweiler Et Apres besser gelungen ist als diese neue, auf den Markt geworfene Schlaftablette.
Ich bin mir jedoch sicher, dass Desplat bald wieder mit einem durchaus charmanten und klangschönen Album aufwarten wird- sei es mit Twilight: New Moon oder Terrence Malicks Tree of Life. Es bleibt also Hoffnung.