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Untersuchungen zu Aufbau und Wirken von Institutionen, Organisationsformen und Trägern der Verwaltung bieten einen wichtigen Zugang zur besseren Kenntnis der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung von Staatlichkeit in spätmittelalterlichen Städten. Dabei richtet sich das verwaltungsgeschichtliche Interesse über Rechts- und Verfassungsformen hinaus auf den alltäglichen Vollzug und dessen Wandel, auf die eigentliche Herrschaftsverwirklichung. Das setzt eine breite Quellenbasis voraus, die neben den normativen sogenannten Rechtsquellentexten auch den schriftlichen Niederschlag in der Praxis berücksichtigt, so zum Beispiel in den Rats- und Gerichtsprotokollen sowie in den Stadtrechnungen. Das Beispiel der Stadt Schaffhausen bietet dafür gute Voraussetzungen.
In der vorliegenden Studie werden die massgebenden Institutionen und Ämter der Stadt Schaffhausen von 1400 bis 1550 systematisch erfasst und auf ihre Rechts- und Organisationsform, ihre Tätigkeit und ihre Stellung im städtischen Leben hin analysiert. Grundlage dafür bildet, ausgehend von den aufgezeichneten Amtseiden, die umfassende Auswertung verfügbarer Archivquellen, insbesondere der diversen Ämterordnungen, der Ratsprotokolle und Gerichtsakten. Der Hauptteil besteht aus einer ausführlichen Auflistung und Beschreibung der vorgefundenen Regierungs- und Dienstämter, von Bürgermeistern und Räten bis zu den Gerichtsinstanzen, von der Stadtkanzlei und Finanzverwaltung bis zu den sozialen Institutionen sowie dem Totengräber- und Abdeckeramt. Dabei zeigt sich, dass erst ein geordneter Verwaltungsapparat effizientes Regieren ermöglichte. Die in den verschiedenen Bereichen eingesetzten Amtleute leisteten so einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Herrschaftssicherung des Stadtstaates Schaffhausen.