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Allergiekarriere bei Kindern
Zuerst zeigt sich die Neurodermitis, dann treten Symptome für ein Asthma bronchiale und darauf folgend die Pollenallergie auf. Diese Reihenfolge der drei atopischen Erkrankungen im Kindesalter ist als "Allergiekarriere" bekannt.
Definition und Symptome
Allergische Reaktionen machen sich meistens schon im Baby- und Kleinkindalter bemerkbar. Die Chronologie der Symptome verläuft hauptsächlich so: Zuerst zeigt sich die Neurodermitis (atopische Dermatitis), dann treten Symptome für ein Asthma bronchiale und darauf folgend die Pollenallergie (Heuschnupfen) auf. Diese Reihenfolge der drei atopischen Erkrankungen im Kindesalter ist als "Allergiekarriere" bekannt.
Der Ausdruck beschreibt, wie bereits allergisch veranlagte Kinder mit fortschreitendem Alter die eine Allergie wieder ablegen um danach die folgende Allergieform aufzuzeigen. Die Patienten können sowohl an nur einer einzigen als auch an allen drei Allergieformen leiden.
Die Chronologie läuft meist wie folgt ab: zu Beginn zeigen sich allergische Symptome in Form einer Neurodermitis.
10 bis 15% der kleinen Patienten leiden bis zum Alter von drei Jahren darunter. Nach einigen Monaten oder auch erst nach Jahren tritt bei einigen eine spontane Besserung oder gar Heilung ein: die juckenden Ekzeme werden weniger und/oder verschwinden. Die Mehrzahl der betroffenen Kinder, etwa 50%, führt die leidvolle Karriere leider fort. Es kommt oft schon in den ersten beiden Lebensjahren zum Asthma bronchiale. Im Alter von 5 bis 6 Jahren zeigt sich bei vielen Kindern dann der erste Heuschnupfen.
Der frühe Beginn der Allergiekarriere
Besitzt ein Kleinkind die genetische Veranlagung, kann dessen Körper schon bald Antikörper gegen Nahrungsmittel bilden, in den meisten Fällen gegen Milch und Eier (Hühnereiweiss). Hier spricht man von der Sensibilisierungs-Phase, in der die Symptome einer Allergie sich nicht unbedingt zeigen. Bei kindlicher Neurodermitis ist in erster Linie eine Allergie gegen Nahrungsmittel verantwortlich.
Die Sensibilisierung auf Nahrungsmittel hingegen bedeutet noch keine echte Allergie. Sie hat jedoch unter Umständen Einfluss auf eine Neurodermitis und kann das Risiko für später folgende Allergien erhöhen: Inhalationsallergien wie beislielsweise gegen Milben und Tierhaare oder Asthma bronchiale.
45% der Säuglinge, die eine Sensibilisierung auf Hühnereiweiss entwickeln, weisen zu späteren Zeitpunkten auch Antikörper gegen Milben auf, 40% sind gefährdet, als Kind an Asthma zu erkranken.
Schwierige frühe Diagnose
Die Früherkennung ist bereits im Säuglings- und Kleinkindalter durchführbar. Die genetische (atopische)Veranlagung, die Erkrankung von Eltern und Geschwistern, spielt beim Risiko für Allergien die wesentliche Rolle: sind Mutter oder Vater Allergiker, besteht beim Kind zu etwa 30% die Möglichkeit, an einer Allergie zu erkranken.
Sind beide Elternteile betroffen, steigt die Wahrscheinlichkeit auf etwa 50 bis 70% an. Eine Früherkennung ist bislang allein durch die Erforschung der Allergiker in der Familie möglich. Werden die Risiken in einer frühen Stufe diagnostiziert, erleichtert dies die Behandlung sehr. Zumeist wird genetische Zusammenhang aber erst festgestellt, wenn das Kind seine Allergiekarriere bereits angetreten hat:
- die Eltern stellen Ekzeme bei ihrem Baby fest und/oder der Facharzt diagnostiziert eine begonnene Sensibilisierung: spezifische Antikörper werden im Blut nachgewiesen oder ein Hauttest wird durchgeführt.
Als heimtückisch erweist sich die Tatsache, dass es bei etwa 75% der Kinder keine familiären Risikofaktoren gibt – und dennoch erkranken viele von ihnen (etwa 15%) schon im frühen Lebensalter an Allergien.
Es ist also nicht einfach, die Allergiekarriere oder bereits die Sensibilisierungen zu beeinflussen.
Und doch gibt es von vorneherein wirksame Massnahmen:
- die Mutter sollte versuchen, ihr Kind das erste halbe Jahr zu stillen, sie sollte weder während noch nach der Schwangerschaft rauchen und auf eine ausgewogene Ernährung achten.
Auch beim Kind mit erblicher Veranlagung sollte streng auf die Nahrungsmittel geachtet werden, im Idealfall berät Sie ein Spezialist. Versuchen Sie, den Schlafbereich milbenfrei zu halten oder die Milben zumindest durch geeignete Massnahmen zu reduzieren. Im Falle einer Tierhaarallergie sollte ein bereits vorhandener Vierbeiner weggegeben werden, so schwer das auch fallen mag. Bei anderen Allergieformen ist dies aber nicht notwendig.
Bei Kindern mit erblicher Veranlagung bleibt eine grundlegend wichtige Präventivmassnahme einzuhalten, damit eine Sensibilisierung unterdrückt werden kann: die Allergene reduzieren. Wenn eine Sensibilisierung oder gar deutliche Allergiesymptome schon nachweisbar sind, kommen zu den präventiven auch therapeutische Massnahmen. Nur so kann eventuell folgenden Sensibilisierungen die Möglichkeit zur Ausweitung genommen und weitere Formen von Allergien verhindert werden.