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Als kleiner Besucher war ich 1942 zum ersten Mal auf dem Hornusserplatz in Thörishaus. Die erste Teilnahme an einem Nachwuchshornussertag in Belp war nicht so erfolgreich. Ich belegte den letzten Rang. Am Nachwuchshornussertag in Zollikofen belegten die Nachwuchshornusser der HG Thörishaus den 1. Rang.
Meine Hauptbeschäftigung war das Abtun. Schlagen war Nebensache. Man wollte kein Numero schreiben lassen. Damals wurden 3 Streiche mit je 3 Versuchen geschlagen. Der erste Streich, der das Ries erreichte, wurde geschrieben. Es gab 2 weitere Versuche bis der Nouss abgetan werden konnte. Der nächste Schlag durfte erst ausgeführte werden, wenn der Hornuss beim Bock vorne war. Wir konnten alle weit werfen. Da der Hornuss möglichst schnell wieder nach vorne musste.
Ab 1949 absolvierte ich eine Schreinerlehre und wurde bei den Aktiven aufgenommen. Mein Jahresdurchschnitt betrug 3.0 Punkte.
1950 war meine erste Teilnahme an einem Eidgenössischen Hornusserfest in Utzenstorf. Das war ein riesiges Erlebnis. Wir trafen uns am Bahnhof Thörishaus. Das Material (Schindeln, Bock, Steckenkiste und Kleinmaterialkiste) wurde schnell in den offenen Postwagen verladen. Im Bahnhof Bern trugen wir vom Peron 4 all das Material durch den Bahnhof zur Haltestelle RBS im Bollwerk und los ging es nach Utzenstorf. Ich erreichte 30 Punkte in 6 Streichen.
1952 fand das Eidgenössische Hornusserfest in Bern statt. Ich erreichte 43 Punkte in 6 Streichen. Im gleichen Jahr habe ich die Schreinerlehre erfolgreich abgeschlossen.
1953 besuchte ich die Rekrutenschule als Panzerabwehrrekrut, war Mitglied des Turnvereins Flamatt und der Handball Sektion des Turnvereins Bern Kaufleute. Im Handball habe ich in den besten Jahren in der Nationalliga B gespielt. Zudem war ich Handballschiedsrichter und habe in Magglingen Trainerkurse absolviert.
1954 wurde ich erstmals als Beisitzer in den Vorstand der HG Thörishaus aufgenommen. Im gleichen Jahr erhielt ich die Ehrung als bester Abtuer. 30 Jahre durfte ich in den verschiedensten Funktionen die Hornusser Thörishaus als Vorstandmitglied unterstützen. 12 Jahre davon als Kassier. Der Kassenbestand bei Amtsantritt betrug CHF 10.- und bei Amtsübergabe CHF 28’000.-. Es waren andere Zeiten. Kleine Veränderungen konnten Grosses bewirken.
1959 fand ein Wettspiel statt. 4 Punkte in 3 Streichen. Ich hatte richtig den Verleider. Von einem Kameraden kaufte ich einen Metallstecken. In der Folge habe ich die ganze Woche jeden Abend geübt. Am Mittelländischen Hornusserfest in Bätterkinden erzielte ich mein erstes Kranzresultat. 60 Punkte in 4 Streichen. Das war der Weckruf und das Schlagen bereitete plötzliche grosse Freude.
1972 wurde ich Trainer der Damenkorbballgruppe des TV Bümpliz. Wir wurden einmal Schweizermeister und viermal Cupsieger. In den Niederlanden haben wir ein Einladungsturnier gewonnen. Wir wurden Mittellandmeister und feierten viele andere Erfolge.
Sehr schöne und sportlich erfolgreiche Jahre begannen.
Ab 1969 hat man auch am Samstag gespielt und unter der Woche am Abend trainiert. Es gab eine Mittelländermannschaft, bei der ich mitmachen durfte. Wettspiele gegen andere Verbandsmannschaften wurden ausgetragen. Leider wurden diese Mannschaften wieder aufgelöst. Verbandsinterne Meinungsverschiedenheiten führten dazu.
Wenn etwas zu tun war, konnte man auf mich zählen. Wettspiele, Material testen, Hornusserhütte putzen, betreuen oder stellen, den Hornusserplatz und die Zufahrtswege Instand halten.
Es gab zahlreiche Auszeichnungen während 82 Jahren auf dem Hornusserplatz und 73 Jahren Mitgliedschaft in der Hornussergesellschaft Thörishaus. So zum Beispiel am Eidgenössischen Hornusserfest 1969 in Derendingen. Rang 1 HG Thörishaus. Später am Eidgenössischen Hornusserfest in Kappelen Kranz für Jürg und Walter Schwendimann. Mittelländischwestschweizerisches Fest auf der Berner Allmend. Es war sicher speziell auf Ries 1 auszustechen. Vor sehr vielen Zuschauern, unter ihnen Bundesrat Rudolf Gnägi, erreichten wir Rang 2.
Am Interkantonalen Hornusserfest in Zuchwil 1974 erreichte ich den 1. Rang. 1976 am 24. Eidgenössischen Hornusserfest in Utzenstorf durfte ich einen Silberkranz in Empfang nehmen. Siege an Unterverbandsfesten und an Veteranentagen folgten.
63 Kränze, 305 Zweige und Medaillen. Naturalpreise unter anderen 6 Heinzen zum Heu aufhängen, 1 Sack Zucker, bemalte Flaschen und Teller.
Am Trainingslager in Spanien habe ich einige Male teilgenommen. Hornussen in Maloja auf Eis war auch ein spezielles Erlebnis.
Ich bin nun 89 Jahre alt und bin stolz, dass ich immer noch 13er schlagen kann. Wenn Not am Mann ist, darf ich der Hornussergesellschaft Thörishaus immer noch helfen. Ich bin dankbar, dass ich immer noch mitmachen kann und darf.
Einen grossen Verdienst an meinen Erfolgen hat natürlich meine Frau Heidi.
Ich bin der Hornussergesellschaft Thörishaus sehr dankbar für all die Jahre, die ich Mitglied sein durfte. Die Hornussergesellschaft Thörishaus war der prägende Teil meines sportlichen Lebens. Privat wurde ich sehr bereichert. Ein beträchtlicher und schöner Teil unseres Familienlebens hat in der Kameradschaft der Hornussergesellschaft Thörishaus stattgefunden.
Danke für alles!
Walter Schwendimann