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Cloud Atlas (2012)
Cloud Atlas (2012)
Oder: Die unendliche Geschichte
Das Epos nimmt seinen Lauf im Jahre 1846 auf einer ereignisträchtigen Überseefahrt im Pazifik. Der junge Anwalt Adam Ewing (Jim Sturgess) zweifelt nach Besichtigung einer Plantage an der Sklaverei und hält seine Gedanken in einem Tagebuch fest. 1936 entdeckt der blutjunge Komponist Robert Frobisher (Ben Whishaw) das halbfertige Buch, welches ihn zu seinem Lebenswerk, dem "Wolkenatlas-Sextett" inspiriert und ihn nach dem zweiten Teil des Tagebuches suchen lässt. Im San Francisco der 1970er-Jahre deckt die Journalistin Luisa Rey (Halle Berry) zusammen mit dem Atomexperten Isaac Sachs (Tom Hanks) einen Atomskandal auf.
Später entdeckt sie in einem Plattenladen zufällig dasselbe Sextett und könnte schwören, es schon mal gehört zu haben. Ihr Nachbarsjunge schreibt die Story auf und schickt sie im Jahr 2012 dem Verleger Timothy Cavendish (Jim Broadbent). 2144 kämpft in Neo-Seoul die geklonte Kellnerin Somni-451 (Doona Bae) für die Freiheit und lernt dabei den Revolutionär Hae-Joo kennen, welcher ihr Hoffnung auf eine friedliche Zukunft macht...
Film-Rating
«Everything is connected» - Mit dieser simplen Tagline wirbt das 172-minutige Monstrum der Matrix-Geschwister Andy und Lana Wachowski und Tom Tykwer, welcher sich für Das Parfüm sowie Lola Rennt verantwortlich zeichnet. Cloud Atlas schreit in seiner Komplexität vor allem aber nach Anerkennung der Kritiker und viel weniger nach dem Verständnis der Zuschauer.
Bislang galt der Roman aus der Feder von David Mitchell als nicht verfilmbar. Daher verwundert es nicht, dass sich gerade die Wachowskis, welche mit der Matrix-Trilogie das Sci-Fi-Genre revolutionierten, des Stoffs angenommen und die Regiearbeit mit Tykwer geteilt haben. Die Produktion stammt überraschenderweise auch nicht aus Hollywood, sondern wurde mit deutschen Geldern finanziert. US-Stars gibt es trotzdem in Hülle und Fülle - und weil Cloud Atlas laut Katalog derart episch sein muss, schlüpfen u. a. Tom Hanks, Halle Berry, James D'Arcy, Hugo Weaving oder Susan Sarandon gleich in mehrere Rollen, was teils verblüffend und teils fast ein wenig lächerlich inszeniert wurde.
Analog der Vorlage wird Cloud Atlas unchronologisch und in einer ungefähren Zeitspanne von - man staune! - 1000 Jahren erzählt. Die verschiedenen Handlungsstränge sind an sich nicht kompliziert, durch den stetigen Zeit- und Charakterwechsel braucht man aber lange, um der Story folgen zu können und sich einen Reim darauf zu bilden. Zudem passen auch nicht alle Handlungen in den Gesamtkontext des Filmes, was die Geduld nebst Überlänge zusätzlich strapaziert. Als Trost bieten dafür die einzelnen "Episoden" was fürs Auge und hätten eigentlich grosses 3D-Potenzial.
Nun gut, Cloud Atlas muss man nicht verstehen können. Es reicht, sich den Film in einigermassen konzentriertem Zustand anzusehen, über einzelne Episoden zu lachen und bei anderen vielleicht in sich kehren zu können. Ein im Vorfeld geäusserter Zusammenhang mit 2001: A Space Odyssey ist dann doch etwas zu hoch gegriffen. Dafür bieten die 172 Minuten zu viel Firlefanz und zu wenig greifbare Handlung.
Fazit: Cloud Atlas punktet mit netten Bildern und beachtlichem Staraufgebot, verliert aber durch die unzugängliche Erzählweise und die massive Überlänge. Die Wachowskis und Tom Tykwer bieten ein inkohärentes Epos, welches trotz philosophischen Denkansätzen unruhiges Ranken auf dem Kinosessel und lautes Gähnen provozieren kann - von Rausch keine Spur.
OutNow.CH:
09.11.2012 / woc
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