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Ein einheimischer Exot
Doch wie sieht es um die Herkunft der Stechpalme aus? Man geht davon aus, dass diese Art schon vor über zwei Millionen Jahren auf dem europäischen Kontinent wuchs, der damals allerdings deutlich wärmer war als heutzutage. Obwohl das Klima kälter wurde, wurde die Stechpalme nie völlig aus Europa verdrängt. Erdgeschichtliche Kaltzeiten überstand sie im eher milden Klima der Iberischen Halbinsel. In der heutigen menschengemachten Klimaerwärmung wird die Stechpalme so zur Krisengewinnerin und ist mittlerweile ebenso in Norwegen wie auch im alpinen Raum zu finden. Sie fühlt sich überall dort wohl, wo die Winter nicht zu streng und die Sommer nicht zu trocken sind.
In der Schweiz ist die Verbreitung vom Klima abhängig. Während der Baum an natürlichen Standorten unter einer schützenden Baumschicht durchaus heimisch ist, ist er auch häufig in Parks und Gärten zu finden. Optimalen Wuchs erreicht die Stechpalme bei nicht zu nährstoffarmen Böden, die mässig trocken bis feucht, humos und vom pH-Wert neutral bis sauer sind, in sehr kalkhaltigen Böden tut er sich hingegen schwer. Ebenso ist die Eignung für Gefässbepflanzungen, wie zu vermuten, stark vom Kleinklima abhängig.
Die Stechpalme ist übrigens zweihäusig, d.h., männliche und weibliche Blüten befinden sich auf getrennten Pflanzen (Blütezeit: Mai) und sind auf die Bestäubung durch Bienen, Schwebfliegen und Käfer angewiesen. Die dekorativen Früchte werden von Vögeln, vor allem von Amseln und Drosseln, allerdings eher als Notnahrung, gefressen, die Früchte bleiben daher nach milden Wintern oft bis zur nächsten Blüte und länger am Strauch.
Es gibt heute eine kaum überschaubare Fülle von Gartenformen der Stechpalme. Meist sind es weibliche Sorten, damit sie auch die dekorativen roten Früchte im Herbst und Winter tragen. Natürlich sind auch männliche Formen gefragt, allein schon, weil es ohne männliche Exemplare auch keine roten Früchte gäbe. Praktisch sind männliche Sorten aber auch in der Nähe von Kindergärten, Spielplätzen oder Schulhöfen, wo man keine Sträucher mit verlockend roten, aber giftigen Früchten haben möchte.
Regional gesehen ist die Stechpalme, auch aufgrund unserer schweren, lehmhaltigen Böden die eher einen hohen pH-Wert aufweisen, im Zürcher Oberland nicht so stark verbreitet. Wobei man immer wieder stattliche Exemplare in Gärten entdeckt, die sich aufgrund des passenden Kleinklimas gut entwickeln konnten. Hat man also einen Standort im Garten an dem Licht-und Bodenverhätnisse zu passen scheinen, so ist es sicher einen Versuch wert, denn Ilex werden mit dem Alter immer schöner und sind zudem schnittverträgliche, dekorative Gehölze.
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