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Der Orang-Utan ist sowohl einzigartig als auch bedroht. Das grösste baumbewohnende Tier der Welt besiedelte einst auch das südliche Festland Asiens, heute beschränkt sich sein Verbreitungsgebiet auf die südostasiatischen Inseln Sumatra und Borneo.
Orang-Utan-Bestand in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen
Die Orang-Utans werden in drei verschiedene Arten unterteilt. Den noch am häufigsten vorkommenden Borneo-Orang-Utan, den Sumatra-Orang-Utan und den ebenfalls auf Sumatra lebenden Tapanuli-Orang-Utan. Zwischen 1950 und 2010 ist der Bestand der Borneo-Orang-Utans um rund 60 Prozent eingebrochen. Für den Zeitraum zwischen 2010 und 2025 wurde ein Rückgang von weiteren 22 Prozent prognostiziert, sollten die Bedingungen unverändert bleiben. Und das blieben sie: Im Jahr 2016 wurde der Gesamtbestand auf rund 54‘000 Tiere geschätzt. Aber auch der Bestand der Sumatra-Orang-Utans ist dramatisch zurückgegangen. Während Anfang 20. Jahrhunderts noch rund 85‘000 Orang-Utans auf Sumatra lebten, sind es heute noch etwa 14‘000. Von den Tapanuli-Orang-Utans leben nur noch ca. 750 Individuen.
Ein wichtiger Grund für die Bestandesabnahme der Orang-Utans war der dramatische Lebensraumverlust sowohl auf Borneo als auch auf Sumatra. Seit den späten 1960er Jahren wurden auf Borneo riesige Waldflächen gerodet. So gingen zwischen 1973 und 2010 39 Prozent der Wälder verloren. Der Lebensraum der Orang-Utans verliert nicht nur an Fläche, sondern auch an Qualität. Das menschliche Vordringen in den Orang-Utan-Lebensraum führt zu dessen Fragmentierung und kostet viele Tiere das Leben. Oftmals werden sie absichtlich getötet - etwa um die Ernte zu schützen oder einfach aus Angst.
Tausende Orang-Utans sterben durch Wilderei
Ein weiterer Grund für den Rückgang der Orang-Utan-Populationen ist die Wilderei. Diese ist jährlich für den Tod tausender Borneo-Orang-Utans verantwortlich. Obwohl ebenfalls verboten, kommt auch der Lebendtierhandel sehr häufig vor. Die Tiere werden an Zoos, Zirkusse, Freizeitparks oder an Privatpersonen verkauft.
Eine zusätzliche Bedrohung geht von Waldbränden aus. Bei der verbreiteten Brandrodung wird oftmals nicht nur der Lebensraum der Baumbewohner zerstört; während Trockenzeiten gerät das Feuer manchmal ausser Kontrolle und tötet so eine grosse Zahl an Orang-Utans. In Südkalimantan ereigneten sich in den Jahren 1997 und 1998 verheerende Waldbrände, durch die sich der Bestand der dort lebenden Orang-Utans um rund 8000 Tiere reduzierte. Heute ist Brandrodung verboten.
Derweil bleibt der Klimawandel ein grosser Feind des rothaarigen Baumbewohners. Eine Prognose geht davon aus, dass Borneo-Orang-Utans aufgrund der Erderwärmung bis im Jahr 2080 69 bis 80 Prozent des Verbreitungsgebiets von 2010 verlieren werden.
Wie so oft gilt auch auf Borneo und Sumatra: Der Kampf gegen den Klimawandel kommt auch der lokalen Fauna zu Gute. Durch den Erhalt des Kohlenstoffspeichers Regenwald auf den Inseln Borneo und Sumatra wird der Lebensraum der einzigartigen Inselbewohner geschützt.