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Strammer Westwind
Der Alpenraum lag heute in einer kräftigen westlichen Höhenströmung. Dementsprechend zeigte sich das Wetter von seiner wechselhaften Seite.
Wetter
Der Alpenraum lag heute in einer kräftigen westlichen Höhenströmung. Dementsprechend zeigte sich das Wetter von seiner wechselhaften Seite.
Die Bodenanalyse von Freitag um 2 Uhr zeigt ein umfangreiches Tief über den Britischen Inseln und weiter westlich auf dem Atlantik der ehemalige tropische Wirbelsturm "Danielle".
Wetterbestimmend für die Schweiz war weiterhin das Tief mit Zentrum über den Britischen Inseln. An dessen Südrand gelegen, wehte der Wind aus westlicher Richtung. Am Boden frischte der westliche bis südwestliche Wind zeitweise auf, nahm mit der Höhe kontinuierlich zu und erreichte in 11 km Höhe rund 160 km/h.
Mit dieser westlichen Strömung wurde (vor allem in den unteren Schichten) instabil geschichtete und zeitweise feuchte Luft zu uns geführt. Dies äusserte sich in aufgelockerter Quellbewölkung, welche einerseits Phasen mit Sonnenschein zuliess, aber auch zu vereinzelten Schauern oder kurzen Gewittern führte.
Die Inversionen auf rund 3500 und 5000 Metern konnten zwar die Schauerentwicklung nicht gänzlich unterbinden, führten aber dazu, dass die Konvektion nicht völlig aus dem Ruder lief. Die Temperatur erreichte Höchstwerte von 20 bis 23 Grad, im Wallis und im Tessin 23 bis 26 Grad.
Wenn ein tropischer Wirbelsturm sein natürliches Habitat (sinnigerweise die Tropen) verlässt, beginnt manchmal eine allmähliche Umwandlung von einem tropischen in einen aussertropischen Sturm. Im Fachjargon wird dies «extratropical transition» genannt.
Ein tropischer Wirbelsturm bezieht seine Energie aus warmem Meereswasser bzw. der Freisetzung latenter Wärme durch hochreichende Konvektion. Im Gegensatz zu den Tiefdruckgebieten unserer Breiten haben sie keine Fronten im klassischen Sinne, zeichnen sich aus durch einen warmen Kern, organisierter hochreichender Konvektion und einer geschlossenen Windzirkulation am Boden.
Wenn sich ein tropischer Wirbelsturm auf den Weg in mittlere Breiten macht, nimmt in der Regel die Temperatur der Meeresoberfläche ab und die Temperatur-, Feuchtigkeitsgradienten sowie Windscherung nehmen zu.
Keine guten Bedingungen also für einen tropischen Sturm, er verliert allmählich seine tropischen Merkmale. Die Symmetrie seiner Struktur nimmt ab, der warme Kern wird allmählich kühler und weniger hochreichend («post tropical cylone» oder «post tropisches Tief») und geht dann schlussendlich in ein extratropisches Tiefdruckgebiet mit reinem baroklinen (durch Temperaturgradient) Antrieb über.
In der Realität läuft dieser Vorgang natürlich selten bilderbuchmässig ab. Auch muss sich ein tropischer Sturm nicht zwingend in einen aussertropischen Sturm umwandeln. Eine Satellitenbildanimation (Mittwoch bis Freitag) von Danielle zeigt auf alle Fälle schön, wie der Sturm zunächst die Symmetrie und allmählich auch die hochreichende Konvektion (orange bis rote Farben) verliert. Bis am Donnerstag wurde Danielle vom National Hurricane Center noch als Hurrikan bzw. als tropischer Sturm bezeichnet, am Freitag noch als «post-tropical cyclone» eingestuft. Nächste Woche nähert sich das Tief dann allmählich der Iberischen Halbinsel an.