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Charles Dickens berühmter Roman Great Expectations zeichnet ein lebendiges Gesellschaftsporträt der Viktorianischen Zeit, in dem er das versnobte Gentleman-Ideal dieser Epoche kritisiert. Brian Kirks dreiteilige Verfilmung für die BBC steht dem Meisterwerk Dickens in nichts nach und beeindruckt durch epische Bilder, einer opulenten Ausstattung und viel Gefühl.
Portrait
Charles Dickens (1812-1870), geboren in Landport bei Portsea, wuchs in Chatham bei London auf. Als er elf Jahre alt war, musste sein Vater wegen nicht eingelöster Schuldscheine ins Schuldgefängnis; seine Mutter folgte ihm mit Charles' Geschwistern dorthin. Charles, das zweitälteste Kind, musste währenddessen in einer Schuhwichsfabrik arbeiten. Erst als der Vater nach einigen Monaten entlassen wurde, besuchte Charles wieder eine Schule. Mit fünfzehn begann er in einem Rechtsanwaltsbüro als Gehilfe zu arbeiten, später wurde er Zeitungsreporter. Seine schriftstellerische Karriere begann er mit seinen Skizzen des Londoner Alltagslebens. Anschliessend entstanden in rascher Folge die ersten Romane. Dickens wurde Herausgeber der liberalen Londoner Zeitung "Daily News", reiste in die USA und nach Italien und verfasste 1848/1849 "David Copperfield", der viel autobiographisches Material enthält. Dickens' liebevolle Schilderungen menschlicher Schwächen, sein Kosmos skurriler und schrulliger englischer "Originale" und die satirische Anprangerung sozialer Missstände machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einem der beliebtesten Romanciers der Weltliteratur. Seine Bücher brachten ihm ausserdem beträchtlichen Wohlstand ein. Seit 1860 lebte er auf seinem Landsitz Gad's Hill Place in Kent, wo er im Alter von nur 58 Jahren an einem Schlaganfall starb.
Nach mittlerweile unzähligen Verfilmungen von Charles Dickens' "Große Erwartungen" hat sich nun auch Regisseur Brian Kirk an diesem Klassiker versucht und mit seinem Dreiteiler über das Klassensystem des viktorianischen Londons, in das ein junger aufstrebender Mann vom Lande hineingerät, eine durchgehend spannende und - passenderweise - reichlich düstere Miniserie...Nach mittlerweile unzähligen Verfilmungen von Charles Dickens' "Große Erwartungen" hat sich nun auch Regisseur Brian Kirk an diesem Klassiker versucht und mit seinem Dreiteiler über das Klassensystem des viktorianischen Londons, in das ein junger aufstrebender Mann vom Lande hineingerät, eine durchgehend spannende und - passenderweise - reichlich düstere Miniserie ins Fernsehen gebracht.
Die Wahl der Schauspieler ist bei dieser Verfilmung wirklich sehr gut getroffen worden. Angefangen bei Oscar Kennedy, der einen jungen Pip spielt, wie er im Buche steht - bis hin zu Gillian Anderson als eine Miss Havisham, deren Darstellung einem wirklich unter die Haut geht. Sie sorgt sicherlich für einige der unvergesslichsten Szenen dieser Miniserie - durch ihre eigene Manie dazu verdammt mit geisterhafter Anmut ihre verbleibende Lebenszeit lang durch ihren verfallenden Besitz zu irren.
Auch Ray Winstone als "Antagonist" Magwitch legt eine beeindruckende und sehr glaubwürdige Performance ab.
Dagegen fand ich Hauptdarsteller Douglas Booth als erwachsenen Pip sehr unnahbar, wenn nicht gar blasiert und - wenn es nicht gerade um seine große Liebe geht - sehr gefühlskalt.
Harry Lloyd als sein liebenswerter Freund Herbert Pocket hat mir hingegen bei jedem Auftritt ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.
Regisseur Brian Kirk hat es übrigens bravourös geschafft "Great Expectations" nicht den bei Dickens' Verfilmungen schon fast obligatorischen Stempel des typischen Frauenbilds der damaligen Zeit aufzudrücken. Er porträtiert die Protagonistinnen in "Große Erwartungen" recht natürlich ohne sie in eine bestimmte Rolle zu zwängen.
Auch die sprachlichen Differenzen, die uns heute von Charles Dickens trennen - und die bei vielen Verfilmungen sehr prägnant hervortreten - fallen hier nicht so sehr auf. Im Gegenteil: sie verhelfen auf subtile Weise dem Gesamtwerk zu einem sehr gelungenen Schliff.
Ein weiterer Pluspunkt: Im Gegensatz zu vielen vorangegangenen (und mittlerweile schon nachfolgenden) Verfilmungen steht bei diesem BBC-Dreiteiler nicht die Romantisierung und die alles bezwingende Liebe im Vordergrund. Am Schluss ist es eher die Ernüchterung und die Erleichterung, die den Protagnisten anzumerken ist.
Eine rundum gelungene Mini-Serie, die ich mir sehr gerne noch öfter anschauen werde.