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Das Penrose-Dreieck, auch Tribar genannt, ist ein sogenanntes „unmögliches Objekt“. Es zeigt drei Balken, die jeweils im rechten Winkel zueinander zu stehen scheinen, und dennoch zu einem Dreieck verbunden sind. Damit kann das Penrose-Dreieck zwar im zweidimensionalen Raum existieren, ist aber dreidimensional nicht realisierbar ( https://de.wikipedia.org/wiki/Penrose-Dreieck ). Für eine 3D-Darstellung (hier als Relief) musste ich einen kleinen Trick zu Hilfe nehmen. Die zwei gezeigten Penrose-Dreiecke entstanden in Sandguss-Verfahren, das eine wurde poliert, das andere habe ich als Guss-Rohling belassen.
Wie bei den Metamorphose-Ringen zeigt der Querschnitt der kleinen Skulptur einen Verlauf, nämlich von einer Linie (oben) zu einem ausgezogenen Rhombus (Standfläche). Die verschiedenen Flächen wurden allein durch manuelle Verformung von Silberblech geformt, was der eleganten Skulptur eine interessante Spannung verleiht.
(Hommage à Bruce Naumann) Objekt Silber 925, Guss, Durchmesser 62 mm
Die Form wurde aus einem Wachsblock herausgearbeit und von Brogioli (Schaffhausen) in Silber gegossen. Als Vorlage diente mir eine Gross-Skulptur (ca. 3 m Durchmesser) von Bruce Naumann im Kunstmuseum Zurich, die mich sehr faszinierte: Ein liegender Torus, dessen Profil stufenlos zwischen einem gleichschenkligem Dreieck und einem Quadrat variert. Es kann sein, dass diese Form den Zündfunken zu meinen "Metamorphosen-Ringen" lieferte.
Handschmeichler, Spielzeug, Objekt Silber 925, Länge 37 mm
Das sichelmond-förmige Objekt ist aus drei Kugelschalen-Segmenten zusammengesetzt. Konkave und konvexe Rundungen beruhigen, scharfe Kanten und Spitzen stimulieren die Hand. Doch Luna ist auch ein Spielzeug: Wird das Ding auf einer glatten Unterlage in rasche Drehung versetzt, stellt es sich plötzlich (und überraschend) auf und bleibt bockstill auf einer Kante stehen.
Text aus einem alten Märchenbuch wurde eingescannt und spiegelverkehrt auf Papier ausgedruckt. Zwei Streifen dieses Papiers wurden zusammen mit einen dünnen Streifen Silber durch die Walze gedreht. Wegen der unterschiedlichen Rauheit von Papier und Buchstaben ist die Schrift auf dem gewalzten Silberstreifen sichtbar. Aus welchem Märchen stammt der Text beim abgebildeten Lesezeichen?
Kein goldener Ball wie im Märchen vom Froschkönig, aber immerhin ein Kreisel aus Feinsilber! Das elegante Objekt hat zwar dank seines Gewichts ein hohes Drehmoment, steht aber wegen des hohen Schwerpunkts auf unsicherem Fuss und mag sich nur bei hoher Drehzahl aufrecht halten. Ein Flop? Nein, eine kleine Herausforderung, das Ding zum Laufen zu bringen!
Inmitten der minoischen Ausgrabungsstätte Agia Triada im Süden Kretas war ein flacher, blauer Stein von eigenartiger Form ausgestellt (Grösse ca. 0.4 x 0.4 m). Eine Säulenbasis aus Lapislazuli? Ich konnte die Funktion des Steins nicht eruieren. Aber seine Form interessierte mich. Ich photographierte den Stein und beschloss, ihn verkleinert in Silber nachzubilden.
Objekt Silber 925, Rubine, Plexiglas, Glas und andere, z.T. ziemlich exotische Materialien (s. Teilnahmeformular) 4.5 cm x 3.5 cm x 1.5 cm
Das Objekt mit dem Namen "St. Silex" ist ein Beitrag zur sog. Matchbox-Ausstellung des Vereins "Forum für Schmuck und Design" (ffsd.de). Bei dieser Wanderausstellung (ab 2020 in D und CH) waren 55 Schmuck-Gestalter beteiligt. Der Ausstellungs-Katalog kann unter " https://ffsd.de/ausstellung/matchbox " heruntergeladen werden:
Es mussten folgende Regeln beachtet werden: (1) In einem ersten Schritt hatte jeder Teilnehmer eine Streichholzschachtel gefüllt mit mehr oder weniger schmuckfähigen Gegenständen an die Organisatoren einzusenden. (2) Dann wurde jedem Teilnehmer eine der anderen 54 Matchboxes (mit Inhalt) zugeteilt und zugestellt. (3) Aufbauend auf dem zugeteilten Material sollte ein Schmuckstück oder ein Objekt hergestellt werden, mit folgenden strengen Regeln: a) Es muss alles Material verwendet werden b) Es darf eigenes Material hinzugefügt werden c) Das entstandene Objekt muss wieder in die Matchbox passen d) Ein Text-Kommentar zu Hintergrund und Entstehung des Objekts ist gewünscht. e) Die Matchbox kann verziert werden (optional).
Hier ist die skurrile Geschichte, die hinter dem seltsamen Objekt St. Silex steckt:
EIN RELIQUIEN-SCHREIN FÜR SANKT SILEX!
- Meine Reaktion beim Öffnen der Matchbox: Huch, was soll das! Das sieht ja aus wie Markknochen (s. Bild)! Wen stellt wohl die Gemme mit der helmartigen Kopfzier dar: Einen Soldaten, einen Adligen oder gar einen Gott? Und was könnten Gemme und Markknochen miteinander zu tun haben?
- Das grosse Fabulieren: Knochenfragmente von Heiligen sind wichtige Reliquien; allerdings ist das vorliegende Querschnitt-Format doch sehr ungewöhnlich. Dass weltliche Soldaten oder Adelige heiliggesprochen wurden, ist dagegen immer wieder vorgekommen (Paulus, Ignatius, Jeanne d’Arc). Unser Heiliger (unterhalb der Gemme dargestellt) hat offenbar allem Weltlichen gründlich entsagt: Der wilde, rote Haarwuchs lässt ein entbehrliches Eremitenleben vermuten. Von den Zähnen ist nur ein einziger übriggeblieben, die starren Augen verraten Fanatismus. Aber der sehr substantielle Heiligenschein, der sogar die Knochenscheiben durchdringt, wirkt überzeugend. Das Innere der «Markknochen» bestehe aus Flint (Silex, Feuerstein), erfahre ich. Das Knochenmark ist also in kurzer, geschichtlicher Zeit zu Feuerstein versteinert. Schon allein dieses Wunder wäre Grund genug, den Mann heilig zu sprechen! Sein Name ist allerdings unbekannt; der Mann soll aber in einem früheren Leben (in der Steinzeit) eine geniale Technik zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen aus Feuerstein erfunden haben (sog. Schlagtechnik; flint knapping). Ich verleihe ihm deshalb den Namen Heiliger St. Silex.
- Die Umsetzung der Geschichte: Mit dieser ziemlich wilden Geschichte hatte ich relativ rasch eine Verknüpfung zwischen Gemme und «Knochen» schaffen können (Knochen-Reliquien des Gemmen-Heiligen). Die Umsetzung der Idee in ein Objekt hat dagegen noch einiges Kopfzerbrechen, aber auch viel Spass bereitet.
- Das Ergebnis meiner Matchbox-Übung ist ein Miniatur-Reliquienschrein (Reiseversion?), ein ziemlich «barockes» Objekt, das absolut nicht meinem minimalistisch-konkreten Schmuck-Stil entspricht. Einzig meinem Grundsatz, dass hinter jedem Schmuckstück eine kleine Geschichte stecken soll, konnte ich treu bleiben.