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In der Krypta der Basilika von Ortona werden Reliquien des hl. Apostels Thomas aufbewahrt. Thomas war Fischer bis zu seiner Berufung als Jünger. Das Johannesevangelium beschreibt die Hingabe, die Thomas für Jesus empfand: als Jesus nach Judäa zurückkehren wollte, wo Juden ihn hatten steinigen wollen, schloss sich ihm Thomas mit den Worten an: "Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben." (11,5-16). Thomas wird in allen vier Evangelien erwähnt, besonders aber bei Johannes, so auch im Bericht über das Abendmahl (Joh 14,1-7). Mehr bekannt ist Thomas durch seine Zweifel an der Auferstehung Jesus und sein Verlangen, handgreiflich die Auferstehung zu überprüfen: erst nachdem Jesus ihn aufforderte, seine Wundmale zu berühren, glaubte er das Unfassbare und bekannte: "Mein Herr und mein Gott!" Damit erkannte er als erster der Jünger die göttliche Natur Christi (Joh 20, 4-29). Als Ort seines Martyriums beschreiben viele Legenden Kalamina - wohl das heutige Mailapur bei Madras wo er von Ungläubigen mit Lanzen durchstochen wurde. Bei Mailapur gibt es den "großen Thomasberg"; 1547 wurde auf ihm eine Kirche zu Ehren von Thomas errichtet. Dort wird das Thomaskreuz aus dem 7. Jahrhundert verwahrt, dessen „Pehlewi-Inschrift“ von seinem Martyrium erzählt. Mit „Pehlewi“ sind die Parther, oder auch „Thomas-Christen“ gemeint, die bezüglich der Predigt und des Martyriums des Apostels Thomas eine uralte Tradition pflegen. Der größte Teil der Thomas-Reliquien wurde an einem 3. Juli - daher der Gedenktag - im 3. Jh. nach Edessa - das heutige Urfa in der Türkei - übertragen. 1218 kamen Reliquien auf die griechische Insel Chios, dann nach Ortona in den Abruzzen, wo sie bis heute aufbewahrt werden.