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Die Zitadelle – die Alabaster-Moschee – die Moschee des an-Nasir Muhammad
Auf einem Ausläufer der Moqattam-Berge liess im Jahre 1176 der ayyubidische Sultan Salah ed-Din (i.e. der „berühmte“ Saladin) nach dem Vorbild syrischer Stadtfestungen die Zitadelle zum Schutz gegen die Kreuzritter erbauen. Fertig gestellt wurde die Befestigungsanlage aber erst 30 Jahre später. In den folgenden Jahrhunderten erweiterten die Nachfolger Saladins die Bergfestung mehrfach. Sie war bis 1874 Sitz der königlichen Residenz. Als eine Pulverexplosion 1825 einen Teil der Anlage zerstörte, liess Mohammed Ali Pascha (1769-1849) dort die so genannte Alabastermoschee, auch nach ihm Mohammed Ali-Moschee genannt, bauen. Als Vorbild für den Bau diente die Hagia Sofia in Istanbul: ein Zentralkuppelbau mit überreichem türkischem „Rokoko“-Ausstattungsdekor. Der Einkuppelbau hat keine Iwane, der ganze Raum dient als Sanktuar und ist zentral mit vier Halbkuppeln überwölbt. Ihren Beinamen erhielt diese massive Moschee aufgrund des kostbaren Materials, mit dem die Wände verkleidet sind. Die Moschee gehört zu den Wahrzeichen der Stadt und überragt mit ihrer Kuppel und ihren 83 Meter hohen, nadelförmigen Minaretten die Zitadelle. Mohammed Ali Pascha, der als Begründer des modernen Ägypten gilt, wurde hier beigesetzt – in der Westecke der Gebetshalle steht sein Sarkophag.
Im Bereich der Festungsanlage befindet sich auch die Moschee, die Al-Malik an-Nasir Muhammad bin Qala’un im Jahre 1335 erbauen liess. an-Nasir war der bedeutendste Mamluckensultan der Bakri-Dynastie in Ägypten (1279-1382). Die Moschee war die Freitagsmoschee der Sultane. Sie ist freistehend und äusserlich schmucklos, im Stil einer Hofmoschee erbaut. Der Hof wird von vier Arkadenreihen an der Rückseite und je zwei Arkadenreihen an den übrigen Seiten umfasst – der ganze Bau ist praktisch eine grosse Halle mit offenem Hof in der Mitte. Die Säulen (teilweise Spolien) sind unterschiedlich lang, was durch verschieden hohe Basen ausgeglichen wird. Die Moschee hat vier Eingänge und ist überkuppelt. Für die Fertigung der grünen Fliesen an der Kuppel ließ an-Nasir eigens einen Spezialisten aus Persien kommen. Aussergewöhnlich schön ist die künstlerische Ausgestaltung des Mihrab in der Kibla-Wand.