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Die Abbildung aus Scènes de la vie privée et publique des animaux zeigt eine für Grandville typische Verkehrung des Menschlichen ins Tierische: einen Tanzbären in der Pose des Menschen, der eine Schildkröte dressiert. Das Absurde an dieser Szene liegt darin, dass hier ein Tier in einer Rolle gezeigt wird, die dem Menschen vorbehalten ist. Die Dressur ist laut dem französischen Naturforscher Georges Buffon eigentlich etwas, was das Tier vom Menschen unterscheidet: Nur der Mensch dressiert Tiere, oder anders ausgedrückt, ist der Mensch das einzige Tier, das andere Tiere dressiert. Im Stil der obigen Zeichnung finden sich im Buch viele weitere Verkehrungen des Menschlichen ins Tierische, so beispielsweise ein Arzt mit Spritze als Storch, ein Philosoph als Uhu oder in den Krieg ziehende Crevetten und Krebse.
„Tanzbär“, S. 299
Als Mitarbeiter der Zeitschriften „Le Charivari“ und La Caricature“ gehörte Jean Ignace Isidore Gérard Grandville oder J.J. Grandville (1803-1847) einer Aufbruchsgeneration in Frankreich an, die zu Beginn der Julimonarchie die satirische Zeichnung als publizistische Waffe nutzte. Der zeitkritische Aspekt von Grandvilles Lithografien wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass 1835 durch die Septembergesetze die politische Satire in Frankreich verboten wurde. Nach dem Verbot wandte sich Grandville der Buchillustration zu. Er gilt als wichtiger Vorläufer des Surrealismus.
Links:
Scènes de la vie privée et publique des animaux im Bibliothekskatalog NEBIS
Grandville bei BibliOdyssey (mit Links zu digitalisierten Werken von Grandville)