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Das Gebäude an der Kreuzung Binzmühlestrasse - Oberwiesenstrasse liegt in einem Wohnquartier in Oerlikon, das als ehemaliges Industriequartier durch eine Mischung von grossmassstäblichen Gewerbegebäuden und Wohnanlagen sowie fünf neuen Parks geprägt ist. Nördlich der Binzmühlestrasse befindet sich eine grosse Lagerhalle des Opernhauses, ein Parkhaus mit sechs Parkgeschossen und der Neubau eines Gewerbeparks „Noerd“. Das ruhige Randgebiet südlich der Binzmühlestrasse mit seiner kleinteiligen Bebauungsstruktur befindet sich in einem dynamischen Umbauprozess. Das fünfgeschossige Gebäude ist allseitig von Baulinien und Grundstücksabständen begrenzt. Die Abstandsvorschriften bedingen einen Rücksprung auf der Ostseite. Hier wird ein Hofraum mit Bepflanzung angelegt, der den Bewohnern als gemeinsamer Aussenraum zur Verfügung steht. Eine grosszügige Eingangshalle verbindet den Hofraum mit dem gemeinschaftlich genutzten Vorplatz vor dem Haupteingang. Zwei Gewerberäume im Erdgeschoss können von den Bewohnern gemietet oder als Büros oder fremdvermietet werden. Die insgesamt sechs Wohnungen verfügen über grosszügige, leicht eingezogene Balkone oder aber eine interne Treppe zum privaten Gartenbereich. Die Attikawohnungen ist mit der südlichen Wohnung im 2. Obergeschoss zusammengeschaltet.
Der ehemals industrielle Charakter des Stadtteils wird im Charakter des Gebäudes aufgenommen und in der Fassade und im Innenausbau spürbar. Der Rohbau wird ausgehend von zwei massiven Kernen mit einem Wand-Deckenplatten-System in Ortbeton errichtet. Die Fassade ist dreigeteilt und in Sockel, Mittelteil und Dach gegliedert. Vorgefertigte Sockelelemente in sandgestrahltem Beton umfassen den Baukörper auf unterschiedlichen Höhen und werden je nach Ausrichtung mit eingelegten Kanneluren strukturiert. Die massive Backsteinfassade wird mit zwei Farbschattierungen aufgemauert, welche Randakzente, Sturzelemente und Rücksprünge betonen. Im Inneren sind die rohen Betondecken sichtbar belassen, alle Zwischenwände werden in grossformatigen Kalksandsteinblöcken gemauert. Darin und in den inneren Betonwänden werden die Elektroleitungen eingelegt. Generell sind keine Gipserarbeiten notwendig. Geschliffene und geölte Anhydritböden mit integrierter Bodenheizung komplettieren den robusten Innenausbau, in der Attikawohnung ist ein gehobener Ausbau mit massiven Holzböden vorgesehen. Das Haus wird im Minergie-P-Standard erstellt und mit dem Einsatz von Erdsonden und einer Wärmepumpe beheizt sowie zentral belüftet. Das gesamte Dach wird mit einer Photovoltaikanlage ausgelegt.
OBJEKT
Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und Gewerberäumen, Direktauftrag
STANDORT
Zürich-Oerlikon
MATERIALISIERUNG
Betonsockelelemente und -stützen sandgestrahlt, Backsteinfassade massiv gemauert, Innenwände in Kalksandsteinblöcken, Geschliffene Unterlagsböden, Holz-Metall-Fenster.
VISUALISIERUNG
Käferstein & Meister Architekten
MITARBEIT
Johannes Käferstein, Urs Meister, Francesco Castronuovo, Annie Blackadder, Florian Berner, Margherita Vegro, Fiorenza Bossard, Benjamin Sennhauser. Ivo Oberholzer, Juliana Furrer
BAULEITUNG
Schneider & Partner Baumanagement
PUBLIKATIONEN
- CASABELLA, 885 Profilo Miller & Maranta,
- Werk, bauen+wohnen, März 2015, Themenheft Backstein, "Retro und real"
- Hochparterre, März 2015, "Gute Zweckbauten"
- Der Bauingenieur, September 2014, "Wandbaustoff Kalksandstein: Massgenau, sauber, sichtbelassen"
FOTOS
Fotografie: Ariel Huber, Lausanne