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Marsch fürs Läbe
Er erste «Marsch fürs Läbe» als Demonstration von Abtreibungsgegnern aus unterschiedlichen Kirchen und Gemeinschaften fand am 18. September 2010 in Zürich statt.
Der Verein «Marsch fürs Läbe» wurde im Jahr 2011 gegründet mit dem Ziel, jährlich einen «Marsch fürs Läbe» zu organisieren. In den Jahren 2011-2015 fand der «Marsch fürs Läbe» jeweils in Zürich statt, im Jahr 2016 wurde auf dem Berner Bundesplatz demonstriert. Fürs Niklaus-von-Flüe-Gedenkjahr 2017 war ein Marsch in Flüeli-Ranft OW geplant, der aber nicht stattfinden konnte. Alternativ wurde an unterschiedlichen Orten gebetet. Im Folgejahr wurde der «Marsch fürs Läbe» in Flüeli-Ranft dann realisiert.
Am 14. September 2019 fand der «Marsch fürs Läbe» wiederum in Zürich statt.
Fürs Jahr 2020 wurde auf den 19. September erneut ein Marsch in Zürich geplant, den die Stadt Zürich aber nicht genehmigte. Deshalb wurde auf das genannte Datum anstelle eines Demonstrationszugs eine Indoor-Veranstaltung im Kongresszentrum gate27 in Winterthur vorgesehen, die unter dem Motto «Läbe für alli!» stehen sollte. Dabei sollte unter anderem der Film «Unplanned» um eine ehemalige Direktorin einer Abtreibungsklinik in den USA gezeigt werden.
Anfang September wurde bekannt, dass Gegendemonstrationen mit 400 – 1000 Teilnehmenden zu erwarten gewesen wären, worauf das Kongresszentrum gate27 die Veranstaltung absagte. Dabei teilte der Geschäftsführer von gate27, das der FEG Winterthur gehört, den Medien mit, dass man der Abtreibung zwar eher skeptisch gegenüberstehe, die Haltung des Marschs fürs Läbe aber nicht in allen Punkten teile.
Daraufhin gab der Verein «Marsch fürs Läbe» bekannt, den Marsch fürs Jahr 2020 ausfallen zu lassen. Die bereits vorproduzierten Videos für die geplante Veranstaltung hat der Verein «Marsch fürs Läbe» am 19. September um 14.00 Uhr auf seiner Website und in den sozialen Medien publiziert.
Nach der Ausladung durch gate27 wollten gemäss Website des Vereins «Marsch fürs Läbe» «etliche Personen» am 19. September «trotzdem aktiv werden». Wer sich daran beteiligen wolle, wurde aufgerufen, sich beim Verein zu melden. In der Nacht auf den 19. September wurden bei mehreren Spitälern in der Deutschschweiz Grabkreuze aufgestellt.
Für den Marsch fürs Läbe 2021 wurde ein Gesuch für einen Demonstrationszug bei der Stadt Zürich eingereicht. Genehmigt wurde aber nur eine stationäre Veranstaltung auf einem dezentralen Platz. Der Verein «Marsch fürs Läbe» hat gegen diesen Entscheid erfolgreich Einspruch beim Statthalteramt erhoben, welches die Stadt Zürich anwies, einen Demonstrationszug zu genehmigen. Dieser soll am 18. September 2021 stattfinden.
Die Organisatoren und Teilnehmenden des «Marschs fürs Läbe» entstammen unterschiedlichen Kirchen und kirchennahen Organisationen. Es eint sie das gemeinsame Engagement gegen Abtreibung.
Präsident des Vereins «Marsch fürs Läbe» war bis 2021 Daniel Regli, der von 2009 bis 2018 für die SVP im Zürcher Gemeinderat sass.
Als Aktuar fungierte bis 2019 Walter Mannhart von der Organisation Christianity for today cft, im Jahr 2020 wurde er von Christoph Keel von «Human Life Schweiz» abgelöst.
Kassier war bis 2019 Jürg Läderach, ebenfalls von Christianity for today cft. Ab 2020 werden die Finanzen von Käthi Kaufmann von «Jugend & Familie» betreut.
Als Organisatoren des Marsches fürs Läbe treten unter anderem die folgenden Organisationen auf:
– Christianity for today cft, ehemals christians for truth cft, eine Organisation, die von Personen aus dem Umfeld der Evangelischen Gemeinde Hof Oberkirch getragen wird und sich für christliche Werte in Politik und Gesellschaft einsetzt. Siehe dazu den Lexikoneintrag zu Christianity for today cft
– Die Eidgenössisch-Demokratische Union EDU
– Human Life International HLI-Schweiz. HLI ist die weltweit grösste Pro-Life-Organisation und wurde im Jahr 1981 vom amerikanischen Benediktinerpater Paul Marx begründet. Seit 1991 besteht eine Sektion in der Schweiz. HLI ist vor allem innerhalb von römisch-katholischen Pfarreien und Institutionen aktiv.
– Gebet für die Schweiz, ein Zusammenschluss von Gebetsinitiativen vor allem aus dem pfingstlich-charismatischen Bereich. Siehe dazu den Lexikoneintrag zu Gebet für die Schweiz
– Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA. Siehe dazu den Lexikoneintrag zur Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA
– Die Vereinigung katholischer Ärzte in der Schweiz
– Die Schweizer Sektion der amerikanischen Organisation «Young and Precious», ehemals «True Love Waits» («Wahre Liebe wartet»). Die Schweizer Sektion wird wie die Organisation Christianity for today von Personen aus dem Umfeld der Evangelischen Gemeinde Hof Oberkirch geführt, ist mittlerweile dem Vernehmen nach kaum mehr aktiv.
– Die Stiftung Zukunft CH, die sich für traditionelle Familienwerte und «gegen die schleichende Einführung der Scharia» engagiert.
Im Jahr 2020 kam es zu Spannungen in der Trägerschaft des Vereins «Marsch fürs Läbe» um die Person des damaligen Vereinspräsidenten Daniel Regli. Dieser wurde im Magazin ideaSpektrum im Herbst 2020 dahingehend zitiert, dass er den Lockdown zum Schutz von Senioren für unverhältnismässig kostspielig erachten und Entscheide von weltlichen Gerichten zum finanziellen Wert des Lebens alter Menschen übernehmen würde. Daraufhin wurde Daniel Regli vorgeworfen, die christliche Ethik des Schutzes des menschlichen Lebens nicht in gleichem Masse auf dessen Ende wie auf dessen Beginn zu beziehen. Teile der Trägerschaft, so die Schweizerische Evangelische Allianz, forderten Reglis Ablösung als Präsident und drohten andernfalls mit dem Austritt aus dem Verein. Auf Ende März 2021 hin trat Daniel Regli als Präsident des Vereins «Marsch fürs Läbe» zurück.