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Am 14. November 1493 entdeckte Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise eine Insel, der er den Namen Santa Cruz gab (Saint Croix). Darauf segelte Kolumbus nach Norden und endeckte die Inseln Saint Thomas und Saint John. Aufgrund der großen Zahl an kleineren Inseln und ihrer Schönheit nannte er sie nach der Legende der Heiligen Ursula und ihren 11.000 Jungfrauen (Santa Ursula y las Once Mil Vírgenes, kurz: Las Vírgenes). Später wurde auch Saint Croix zu den Jungferninseln gezählt.
Nach Siedlungsversuchen der Engländer und Holländer auf St. Croix ab 1625, kam es zur Inbesitznahmen durch Spanier und Franzosen ab 1650. 1653 wurde St. Croix durch Malta übernommen, 1665 von Frankreich zurückerworben.
Dänisch-Westindien (Dansk Vestindien) war ab 1666, als König Frederik III. von Dänemark-Norwegen Erik Smit zum Gouverneur über St. Thomas ernannte, bis 1917 eine Kolonie von Dänemark-Norwegen (1756 Kronkolonie, ab 1814 von Dänemark).
St. Thomas war eine wichtige Drehscheibe im Wesindischen Paketverkehr von 1851 bis 1885. Die Spanier besorgen den Postverkehr von und nach Puerto Rico. Im Juli 1867 ging der Postvertrag an die 1841 gegründete Royal Mail Steam Packet Company über, die einen Liniendienst von London nach Westindien einrichtete. Paketbriefe sind bekannt bis 1879.
Als der Postverkehr von und nach Südamerika ab 1870 zunahm, starteten neue Unternehmen in diesen Dienst, wie die Hamburg Süd und die französischen Reedereien Compagnie de Chargeurs Réunis und Société Générale de Transport Maritimes, die Pacific Steam Navigation Company (gegr. 1838) oder die Reederei Lamport & Holt.
Die erste Briefmarke von Dänisch-Westindien erschien am 1. April 1856. Die 3 Cent karminrot auf gelblichem Papier zeigt das gleiche Kronenmuster wie die Marken von Dänemark. 1866 erfolge eine neue Ausgabe auf weissem Papier. 1872 erschienen die Marken mit Zähnung. 1873 wurde ein 4 Cent-Wert in dunkelblau herausgegeben.
1874 erschien die Ausgabe mit dem Ziffermuster. Die zweifarbigen Marken haben Werte von 1c bis 50c. Verkehrt gedruckte Rahmen sind bei den niedrigen Werten relativ häufig anzutreffen. Da die Lieferung von neuen Briefmarken aus Dänemark nicht immer zeitgerecht funktionierte, wurden bei Mangel eines Wertes andere Marken überdruckt, so 1c auf 7c 1887 und 1895 10c auf 50c. Zwischen 1896 und 1901 erschien eine neue Ausgabe von Ziffermuster in geänderten Farben.
1900 erfolgte eine Farbänderung bei den 1c und 5c-Marken, um die UPU-Regeln einzuhalten. Ein Mangel an 2c und 8c-Marken führte 1902 zu weiteren Überdruck-Marken. Die ersten Nachportomarken erschienen 1902.
1905 erfolgte eine Währungsreform von Cent/Dollar zu 100 Bit = 1 Franc = 1 dänische Krone. Die neuen Marken mit den Werten von 5b bis 50b zeigen das Bild von König Christian IX., die Werte zu 1, 2 und 5fr zeigen ein Segelschiff im Hafen von St. Thomas.
Die acht Marken der Dauerausgabe von 1907 zeigen König Frederick VIII, gefolgt von einer Serie von acht Marken mit dem Bild von König Christian X. im 1915.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die westindische Zuckerproduktion häufiger von Unwettern und Trockenheit heimgesucht. Da das Deutsche Reich Interesse an den dänischen Inseln zeige, waren auch die US-Interessen geweckt. 1902 gab es eine vorläufige Abmachung zwischen den USA und Dänemark über den Verkauf der Inseln für 5 Millionen Dollar. Der Plan scheiterte im Oberhaus. Im 1. Weltkrieg war es für das neutrale Dänemark schwer, die Verbindung mit der Kolonie aufrechtzuerhalten. Im Januar 1916 brach ein Generalstreik aus. Im gleichen Monat einigten sich die USA und Dänemark erneut auf einen Verkauf von Dänisch-Westindien.
Am 30. September 1916 einigte man sich, die Sache dem dänischen Volk zur Abstimmung vorzulegen. Es war die erste Volksabstimmung in Dänemark. Die Mehrzahl der Dänen stimmte am 14. Dezember 1916 für den Verkauf Dänisch-Westindiens an die USA.
Am 1. April 1917 wechselten die Inseln für 25 Millionen Dollar den Besitzer. Im Gegenzug konnte Dänemark seine Hoheit über ganz Grönland ausweiten.