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Etymologische Forschungen lassen darauf schließen, dass viele Namen im Val-d'Illiez (Illiez, Vièze, Nant,...) keltischen Ursprungs sind, was wohl auf eine erste Besiedlung im 6ten Jahrhundert vor Christus zurück zu führen ist. Zu diesem Zeitraum begann die keltische Besiedlung in Gallien. Während der Römischen Eroberung wurde dann die Region Tête-du-Lac (Caput Lacense) oder umgangssprachlich Capo-lay, woraus sich das Wort "Chablais" entwickelte, von den Nantuaten besiedelt. Der Name Nantuaten stammt vom keltischen Wort "Nanto", was soviel wie Tal, später aber auch Bach bedeutet.
Eine landläufige Meinung, die sich bis zum Anfang des 20 Jahrhunderts gehalten hat, besagt, dass die ersten Bewohner des Val d'Illiez Römische Soldaten aus der Thebaischen Legion waren. Sie sollen zwischen 285 und 302 in die Bergwelt geflohen sein, um dem von Kaiser Maximian befohlenen Massaker zu entkommen. Bislang existiert jedoch kein Beweis für diese These.
Nach 400jähriger römischer Herrschaft endet diese im Jahr 454 und das Wallis wird dem burgundischen Königreich eingegliedert. Nach einer militärischen Niederlage keine hundert Jahre später fällt die Region im Jahr 534 dem fränkischen Königreich zu. Im Jahr 888 gründet Rudolf I. im Kloster von Saint-Maurice das Königreich Hochburgund. In diesen Zeitraum formen sich auch die ersten Gemeinden (u.a. die von Val d'Illiez) in der Region Tête-du-Lac. Schließlich fällt das Wallis unter die Herrschaft des Hauses von Savoyen. Wann dieses genau passiert ist, bleibt unbekannt.
Im Mittelalter von 1036-1536 gab es das Prinzip der Gewaltenteilung kaum. Deshalb ist es schwierig, Repräsentanten des Hauses Savoyen und ihre Funktion zu ermitteln. Einige Dokumente belegen, dass es einen Ort namens "La Cour" gab. Einen Turm, welcher wohl einer mittelalterlichen Burg entsprach und welcher als Sitz der Herrscher von Valley-d'Illiez und Champéry (Troistorrents war damals Teil von Monthey) diente. Dieser Turm stand an einer Stelle, von der aus man am besten die Pilger beobachten konnte, welche sich zwischen der Kartause von Melan-Taninges und Saint-Jean d'Aulps oder Saint-Maurice bewegten. Es scheint, dass gegen Ende des 16. Jahrhunderts die Herrschaft dann zu Ende ging und die Abtei von Saint-Maurice seine Zuständigkeit auf das gesamte Tal erweitert hatte.
Zwischen 1536 und 1798 erlebten die Gemeinden des Val-d'Illiez bereits einige Freiheiten. Trotz Zahlungen an das Oberwallis vom Jahre 1690 an, konnten diese Privilegien auch unter der Herrschaft des Oberwallis erhalten bleiben. Eine immer strenger werdende Gerichtsbarkeit erzürnte dann jedoch mehr und mehr den Freiheitswillen der Bewohner. Um 1790 kam es unter der Führung von Pierre-Maurice Rey-Bellet, auch bekannt als „Gros-Bellet“ zu Aufständen, welche letztendlich zur Unabhängigkeit des Unterwallis im Jahre 1798 führten. Ihm zu Ehren wurde eine Statue auf dem Place du Village errichtet.
Bereits im Jahr 1803 begann eine Entwicklung, die schließlich dazu führte, dass der Staatsrat am 23.11.1839 beschloss, die Gemeinden Champéry und Val-d'Illiez zu trennen. Grund dafür war auch, dass Champéry seit einem Jahrhundert eine eigene kirchliche Verwaltung hatte. Interessanterweise wurde zunächst das Gebiet Tière, welches von den Schluchten Soi und Tière begrenzt wird, Champéry zugesprochen. Letztendlich musste die Gemeinde dieses Gebiet aber wieder an das Val-d'Illiez abgeben, wodurch dessen Gemeinde die komplette Verwaltung des nördlichen Gebirgszugs der Dents-du-Midi übernahm.