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Tagesbericht vom 07.11.2010
Heute ist wiederum Liseli's Fahrtag. „Welches aussergewöhnliche Ereignis wird heute fällig?“, frage ich mich. Seit unserer Abfahrt ist noch nicht viel Zeit verstrichen, als Liseli meldet: “Sir James pümpelet nümme!“ Das heisst, dass der Diesel aus dem hinteren Tank nicht mehr in den vorderen Tank gepumpt wird. Wenn das der Fall ist, nützt ein voller hinterer Tank nicht mehr viel. Liseli hält am Strassenrand an. Ich lege mich auf den Boden und betrachte die Angelegenheit (Pumpe und Filter) von unten. Die Pumpe hat einen Wackelkontakt. Der Mechaniker, der in Chengdu den Dieselfilter ersetzt hat, hat nicht sauber gearbeitet. Die Pumpe ist nicht richtig befestigt und macht die Schüttelbewegungen der Holperstrassen mit. Einmal hat sie Kontakt, dann wieder nicht. Einmal pumpt es, das andere mal nicht. Heute Abend habe ich deshalb bevor es dunkel wird eine neue Reparaturarbeit vor mir.
Das dumme an Laos ist, dass die Strasse in den Süden in der Mitte des Landes durchgeht. Von dieser Strasse kann man Abstecher nach Westen (Mekong) oder nach Osten (Vietnam machen). Von Huayxay, das am Mekong liegt, müssen wir wieder zurück nach Luong Namtha, im Osten, fast an der Grenze Chinas, woher wir gekommen sind. Von Luong Namtha geht es dann südwärts in Richtung Oudomsay, Luang Prabang und Vientiane. Noch dümmer für Laos ist, dass die Chinesen eine neue Strasse bauen. Da diese Bauerei - wie bei den Chinesen üblich – auf dem Trassee der alten Strasse erfolgt, heisst dies: die alte Gravelroad wäre uns lieber. Dreissig Kilometer per Stunde ist die maximale Geschwindigkeit. Der Urwald wäre schön anzuschauen, aber er ist mit Staub bedeckt und somit weiss anstatt grün. Elefanten lassen sich auch nicht blicken. Die begehrten weissen Elefanten wären ja auch nicht erkennbar in diesen weissen Staubwolken. Aber was soll das Gejammer. Die Sonne scheint. Draussen ist es 27° Celsius warm. Sir James bewegt sich ohne Mühe holpernd über die Strasse.
Und wen trifft man in Oudomsay: die Schweizer, die wir vor sieben Tagen in Huayxai getroffen haben: Thomas mit seinem Führer und der thailändischen Freundin. Sie haben eine Treckingwoche hinter sich. Auch ein Porsche aus Paris soll es hierher geschafft haben.
In Oudomsay gibt es einen Supermarkt und Markt. Wir kaufen Batterien, Mückenspray, Eier und eine Pomelo. Leider finden wir kein frisches Brot oder sonstige Süssigkeiten. Auch Nüsse sind nicht auftreibbar. Wir müssen warten und in Luong Prabang auf den Markt gehen. Darum steigen wir wieder ein und nehmen den kurvenreichen Weg nach Pakmong unter die Räder. An Position 20° 34' 19.5“ und Ost 102° 09' 49.3“ schalten wir einen Zwischenhalt ein. Morgen geht die Reise weiter.