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Die Grundsätze zur Führung von Teams treffen zwar auch auf Remote-Teams zu, durch die räumliche Trennung ergeben sich dennoch einige Besonderheiten (Messer, et al., 2015). Messer et al. (2015) beschäftigen sich mit der Frage, inwiefern sich die Führung von Remote Teams von derjenigen lokaler Teams unterscheidet. Die Autoren führen einige charakteristische Punkte an, die bei der Organisation von Remote-Teams von Bedeutung sind:
1. Es gibt weniger Zeit für persönliche Gespräche
2. Nonverbale Signale können nicht vermittelt werden.
3. Die anderen Teammitglieder sehen nicht, wie sich eine Person im Team fühlt oder verhält
4. Es gibt weniger Zeit für direkte Besprechungen von Aufträgen oder Projekten.
5. Es fehlt die Präsenz eines CEO oder Teamleiters, wenn es um die Ausrichtung des Unternehmens geht.
6. Es besteht kein physischer Kontakt zum Endkunden
7. Es besteht eine Notwendigkeit, das Team aufgrund von klaren Metriken und Berichten und anderen Leistungsindikatoren zu messen.
8. Kulturelle Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedern sind schwieriger zu überbrücken, da es wenig persönlichen Austausch gibt.
9. Evtl. sind unterschiedliche Zeitzonen und Entfernungen zu berücksichtigen.
Messer et al. (2015) betonen, dass bei einem Remote-Team umso entscheidender ist, die richtigen Leute für das Team auszuwählen und funktionierende Prozesse sowie Kommunikation zu etablieren. Daniel Hall (2018) schreibt über den Rekrutierungsprozess, der in vielen Unternehmen heute ebenfalls weitgehend remote erfolgt, dass die Persönlichkeit von Mitarbeitern und auch Unternehmen bereits remote kommuniziert wird (Hall, 2018). Bereits in den Stellenausschreibungen wird von erfolgreichen Remote-Rekruitern bereits das gesuchte Persönlichkeitsprofil der gesuchten Kandidaten beschrieben und die eingehenden Bewerbungen nicht nur auf die Qualität hinsichtlich Ausbildung und Werdegang geprüft, sondern auch auf den richtigen «Feel» (Hall, 2018).
Vorteile von Remote-Teams
Remote-Teams bieten Unternehmen einige Vorteile. Sie maximieren zum einen die Nutzung von begrenzten Ressourcen, beispielsweise ermöglichen sie, Mitarbeiter zu beschäftigen, die vor Ort aus verschiedenen Gründen nicht verfügbar sind. Auch bedeuten Remote-Teams, sofern Home-Office-Modelle verfolgt werden, oft Einsparungen an laufenden Kosten für Büroräumlichkeiten, Wartung von Gebäuden, Fahrtkosten usw. Teams können nach Eignung ausgewählt werden, nicht nach geographischer Präsenz. Daniel Hall (2018) wertet diese räumliche Unabhängigkeit als einen der grössten Vorteile für Remote-Teams. Sie ermöglichen die Ausweitung von Kompetenz und Beschäftigung von Talenten über örtliche Grenzen hinweg.
Die oben beschriebenen Anforderungen an Metriken und Messbarkeit rationalisieren zudem die Zusammenarbeit in Remote-Teams (Hall, 2018). Die einzelnen Teammitglieder nutzen technologische Möglichkeiten für die Kommunikation und interagieren so miteinander, wie es für die jeweilige Aufgabe am Sinnvollsten ist. Die Aufgaben- und Missionsorientierung von Teams wird dadurch unterstützt, was wiederum die Effizienz steigert, so Hall (2018). Wenn man mit Kollegen nur dann interagiert, wenn es zu einem Meeting kommt, statt jeden Tag im gleichen Büro zu verbringen, wird diese Zeit effizienter im Sinne des Projekts genutzt (Hall, 2018).
25. November 2022 von Admin