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Die Coaches von «The Voice of Switzerland» haben die Aufgabe, aus ihren Schützlingen Musikstars zu machen. Da drängt sich die Frage auf, wie es eigentlich um ihre eigenen Karrieren steht.
Der Startschuss zur Karriere der einzigen Frau in der Jury von «The Voice of Switzerland» fiel in Stefan Raabs Castingshow «SSDSDSSWEMUGABRTLAD», die Stefanie Heinzmann im Januar 2008 gewonnen hat. Und zwar mit diesem Song:
Sie wissen nicht, wofür der Buchstabensalat «SSDSDSSWEMUGABRTLAD» steht? Wir mussten auch schnell nachgucken: «Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf!»
Mit «My Man Is A Mean Man» landete die Walliserin auf Platz eins der Schweizer Hitparade. Vier Jahre später, im Februar 2012, stieg sie mit «Diggin’ in the Dirt» auf Platz sieben ein. Somit hatte sie bisher zwei Top-10-Singles in der Schweiz.
Kein Platzierung in den Charts brachte ihr «Show Me the Way», das sie ebenfalls 2012 veröffentlichte. Ihre drei Studioalben «Masterplan» (2008), «Roots to Grow» (2009) und «Stefanie Heinzmann» (2012) schafften es aber alle in die Albumcharts.
Wieder ein bisschen bergauf ging es letztes Jahr, ihr «Fire» brannte immerhin auf Platz 53 der Schweizer Hitparade.
Wagen wir noch einen Blick weit, weit zurück. Denn Heinzmann macht nicht erst Musik seit Stefan Raab. Sie war seit 2005 Sängerin der Mundart-Rockband «BigFisch». Deren erste Single «Chumm ins Wallis» wurde in ihrem Heimatkanton ein Renner. Von einem lokalen Radiosender wurde er zum «grössten Walliser Hit» des Jahres 2008 gewählt. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen.
Der Schweizer mit brasilianischen Wurzeln startete seine Karriere in einem Gospelchor. Den ersten Talentwettbewerb gewann er mit 17 Jahren. Zusammen mit Fabienne Louves, der «Music Star»-Siegerin von 2007, duettierte er sich im gleichen Jahr auf den siebten Chartsrang. Eine höhere Hitparadenplatzierung erreichte er bis heute nicht.
Stefan Marc Bachofen, wie Sway richtig heisst, setzte weiter auf Romantik und tat gut daran. Auch «Severina», das er für die Hochzeit mit seiner Frau schrieb, schaffte es 2008 auf Platz elf der Hitparade. Für dieses Lied wurde er mit einer Nomination für einen «Swiss Music Award» belohnt.
Wie auch Heinzmann brachte Sway alle seine Alben, vier bislang, in die Hitparade. Doch betrachtet man lediglich die Top-10-Platzierungen, hat die Walliserin das Näschen ganz knapp vorn. Schauen wir aber zunächst ins Karrierebüchlein der anderen beiden Coaches.
Bevor die Schweizer merkten, dass unter ihnen ein Star lebt, war Stress in Frankreich und Deutschland schon berühmt. Der frühere Wirtschaftsstudent war elf Jahre lang Mitglied der erfolgreichen Hip-Hop-Gruppe «Double Pact». Auch nach der Auflösung 2006 traten die Bandmitglieder weiterhin gemeinsam auf.
2003 erschien Stress' erstes Soloalbum «Billy Bear». Mit der zusammen mit Xavier Naidoo aufgenommenen Singleauskopplung «Tu me manques» gelang dem Rapper der landesweite Durchbruch, in der Hitparade kletterte er damit aber «nur» auf Platz 20.
Zwei Jahre später kam mit «25.07.03» die Fortsetzung zu «Billy Bear» in die Läden. Es folgte das Album «Renaissance», welches sofort Platinstatus erreichte. Auch die weiteren drei Alben erreichten den ersten Platz der Charts. Den ersten Singleplatz erkletterte der Beau aus Lausanne zusammen mit Baschi, Bligg, Ritschi und Seven:
Das neueste Album von Andres Andrekson, wie er im echten Leben heisst, erschien im letzten Jahr, war allerdings ein «Best-Of». 2012 kam sein letztes «richtiges» Album, «Noël’s Room» (mit Noah Veraguth und Bastian Baker) auf den Markt: Diese LP schaffte es bis an die Spitze der Albumcharts. Der erfolgreichste Song daraus erreichte dagegen nur Rang 32, hören Sie hier:
Von den bisherigen drei vorgestellten Coaches ist Stress eindeutig der mit den grössten Erfolgen und der meisten Erfahrung. Letzteres wird nur getoppt vom vierten «VoS»-Coach, Philipp Fankhauser. Was hat er vorzuweisen?
Philipp Fankhauser ist doppelt so alt wie Coach-Kollegin Stefanie. Doch ist er auch doppelt so erfolgreich?
Der Thuner begann mit 20 Jahren mit seinen Soloauftritten, 1987 gründete er die «Checkerboard Blues Band». Fankhauser lernte die US-amerikanische Bluessängerin Margie Evans kennen, das Album «Blues for the Lady» entstand. Weil die Recherchen nach Fankhausers Erfolgen sich schwieriger gestalten als angenommen, können Sie sich mal zurücklehnen und hier die ganze Scheibe anhören.
Sind Sie wieder da? Gut, wir auch. «Try My Love» hiess Fankhausers Album, das 2010 erschienen ist und es bis auf Platz drei der Charts geschafft hat, seine höchste Platzierung bisher. Wir hören uns daraus den Titelsong an.
Es gibt keine Megaunterschiede betreffend der Platzierungen der vier Coaches in den Charts. Zwei von ihnen haben versucht, die erste Staffel von «The Voice», die am 16. März 2013 endete, als Karrierekick zu nutzen. So ist Stress' CD «Golden Greats» am 24. März und «Philipp Fankhauser Plays Montreux Jazz Festival» am 31. März 2013 erschienen. Setzen sie auf die gleiche Strategie wie letztes Jahr, dürfen wir von den beiden Ende April ein neues Album erwarten.
Zum Ausklang dieser Geschichte lassen wir Heinzmann, Sway, Stress und Fankhauser zeigen, was sie als Quartett so drauf haben.