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Seit 2012 erproben artasfoundation und HD Centre gemeinsam die Möglichkeiten der Präsenz von Kunst in Prozessen der Konfliktmediation. Das Henry Dunant Centre for Humanitarian Dialogue (HD Centre) ist eine unabhängige, private Mediationsorganisation, die sich für die friedliche Lösung bewaffneter Konflikte einsetzt (www.hdcentre.org). Sie wird von Regierungen, privaten Stiftungen und Mäzenen unterstützt und ist im Bereich der Konfliktvermittlung zu einer der weltweit einflussreichsten Organisationen geworden. Als unparteiliche Stiftung stellt sie Gesprächssleiter (facilitators) oder Mediatoren zwischen kriegführenden Gruppierungen und unterstützt die internationale Mediatorengemeinde.
Der Hauptsitz des HD Centres liegt in Genf, in der Villa Plantamour, einem in kleinem Park direkt am See gelegenen Haus aus dem 18. Jahrhundert. Von der Stadt Genf zur Verfügung gestellt, umfasst es einen grösseren und zwei kleinere Sitzungsräume. Sie werden für Friedensgespräche oder Verhandlungen des HD Centres genutzt und beherbergen auch Sitzungen des UNHCR oder anderer humanitärer Institutionen.
Heute werden Konflikte immer komplexer. Die tiefere globale Verflechtung, der wachsende Einfluss fremder oder im Ausland lebender Interessensgruppen auf lokale Gemeinschaften, eine kreative Flexibilität in der Verbindung zwischen politischen und ökonomischen Akteuren, die ausgedehnte Reichweite krimineller Netzwerke, neue, einflussreiche Technologien für massenmediale (Fehl-)Darstellungen, wachsender demographischer und ökologischer Druck: das sind einige der Dynamiken, die ein laufendes Überdenken und Weiterentwicklung von Mediationsmethoden verlangen. Aufgrund des praktischen Engagements des HD Centres werden ihm solche Dynamiken sehr direkt erfahrbar und die Organisation steht daher an der Spitze in der Entwicklung angemessener Techniken und Strategien der Vermittlung. Eine seiner Initiativen in diese Richtung ist es, zusammen mit artasfoundation zu erproben, wie Kunst Friedensprozesse unterstützen kann.
2012 installierten wir zum ersten Mal Kunst in den drei Genfer Konferenzräumen des HD Centres. Wir zeigten Werke von
Beatrice Minda (Berlin)
Ayaz Jokhio (Lahore)
Hajra Waheed (Montreal)
Die Auswahl ihrer Werke war abgestimmt auf Verhandlungsdelegationen aus muslimischen Ländern, die gegenwärtig die Räumlichkeiten der Villa Plantamour häufig benützen. Sie erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen den Kuratoren von artasfoundation, Catherine David und Dagmar Reichert, und dem Team des HD Centre.
Die Ausstellung der Kunstwerke wurde am 10. Oktober 2012 in einer öffentlichen Veranstaltung eröffnet. Die Werke verblieben bis Ende April 2013 in den Sitzungsräumen. Die ersten Reaktionen auf die Präsenz spezieller künstlerischer Arbeiten in diesen Räumen waren sehr positiv. Wie erhofft, gaben sie gelegentlich Anknüpfungspunkte für Gespräche und unterstützten die Schaffung einer konstruktiven Atmosphäre. Wie weit die Komplexität der künstlerischen Arbeiten im Rahmen von Verhandlungen möglichen Tendenzen zu einfachen Kategorisierungen etwas entgegensetzen konnte, ist schwer zu sagen. Neben der Wirkung der Arbeiten auf die Gesprächs atmosphäre erwies sich insbesondere die Möglichkeit, das HD Centre anlässlich der Vernissage der Ausstellung einem weiteren Publikum zugänglich zu machen, als wertvoll.
Henry Dunant Centre for Humanitarian Dialogue (HD Centre)
www.hdcentre.org