Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03293.jsonl.gz/1608

Aufgabe
und Geschichte
Die Aufgabe der Helvetia Sacra
In der Helvetia Sacra werden die kirchlichen Einrichtungen der Schweiz
Bistümer, Stifte und Klöster systematisch erfasst
und vornehmlich in ihrer institutionellen Ausprägung historisch beschrieben.
Ein Schwerpunkt liegt auf den Kurzbiographien der Oberen.
Als zeitlichen Endpunkt hat die Helvetia Sacra das Jahr 1874 gewählt.
Damals verbot die schweizerische Bundesverfassung vor dem Hintergrund
des Kulturkampfes die Gründung neuer Klöster und die Errichtung
neuer Bistümer ohne die Genehmigung des Bundes. Obwohl beide Verfassungsartikel
1973 bzw. 2001 aufgehoben wurden, hat die Helvetia Sacra aus praktischen
Gründen das Jahr 1874 als Enddatum beibehalten. Geistliche Institutionen,
die bis zu diesem Jahr in der Schweiz etabliert waren, werden von der
Helvetia Sacra bearbeitet und bis zur Gegenwart geführt, die nach
diesem Jahr entstandenen aber nicht ins Programm aufgenommen.
Die einzelnen Artikel beginnen mit einführenden Stichwörtern,
die dem Leser erlauben, sich rasch erste Informationen über die betreffende
Institution (Bistum, Stift, Kloster) zu verschaffen, z.B. über die
geographische Lage, die verschiedenen Namensformen, den Zeitraum des Bestehens
usw. Dann folgen die drei Hauptabschnitte Geschichte, Archiv und Bibliographie.
Im Abschnitt Geschichte wird die Entwicklung der Institution chronologisch
dargestellt, wobei besondere Schwerpunkte herausgearbeitet werden; diese
können sich etwa aus der Ordenszugehörigkeit eines Klosters,
aus seiner regionalen Aufgabe (Spital, Schule, wirtschaftliche Tätigkeit)
oder einfach aus den vorhandenen Quellen ergeben. Der Abschnitt besitzt
einen ausführlichen Anmerkungsapparat. Im Abschnitt Archiv
werden die Archivgeschichte der Institution beschrieben, die heutigen Standorte
angegeben und die wichtigen Archivalien im Einzelnen verzeichnet. Dieser
Abschnitt ist der Schlüssel zu dem für die Forschung besonders
wertvollen ungedruckten Material. Im Abschnitt Bibliographie findet
der Leser das gedruckte Schrifttum zu dem behandelten Thema in überlegter
Auswahl und damit auch einen Überblick über die Historiographie
zur Institution. Den zweiten Teil der Artikel bilden die Kurzbiographien
der Oberen. Bei Bistümern sind dies die Biographien der Bischöfe,
Weihbischöfe, Generalvikare (und anderer), bei Domkapiteln und Kollegiatstiften
der Pröpste, bei Klöstern der Äbte und Äbtissinnen
oder der Prioren und Priorinnen (oder wie die Amtsbezeichnungen sonst
lauten). Diese Biographien auf kleinem Raum enthalten die Lebensdaten,
Angaben zur Herkunft, zum Studiengang, zur geistlichen Laufbahn dieser
Personen und umreissen ihre Bedeutung für das betreffende Bistum
oder Kloster. Auf diese Weise entsteht in der Helvetia Sacra ein Personenkatalog,
der entsprechend der Bedeutung der Kirche durch die Jahrhunderte Angaben
zu zahlreichen Persönlichkeiten enthält, die für die Schweiz
oder einzelne Regionen wichtig waren (siehe auch Register der Oberen und Oberinnen, HS X, Seite 77669).
Jeder Klosterband der Helvetia Sacra umfasst eine Einleitung, die den
Befund der Einzelartikel zusammenfasst, interpretiert und die spezifische
schweizerische Klosterlandschaft mit der allgemeinen vergleicht.
Die Helvetia Sacra publiziert in den drei schweizerischen Amtssprachen
Deutsch, Französisch und Italienisch. Bis 1982 war für die Sprachenwahl
in einem Artikel die Sprache des Autors massgebend, seither wird in der
Sprache der betreffenden Region publiziert und ein Artikel gegebenenfalls
übersetzt.
Richtlinien
zur Abfassung eines Helvetia Sacra-Artikels
Bibliographie zur Helvetia Sacra
Geschichte der Helvetia Sacra
1964: Die Helvetia Sacra in ihrer heutigen Gestalt wird ins Leben
gerufen.
Vorausgegangen
war der Versuch, die Helvetia Sacra Rudolf Henggelers OSB, Einsiedeln,
zu revidieren. Sie erwies sich als ungenügend, aus organisatorischen
Gründen, weil die Aufgabe für einen Einzelnen zu schwer gewesen
war, und aus methodischen Gründen, weil sie nur gedrucktes Material
verarbeitet hatte.
Am 14. November 1964 gab der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung
der wissenschaftlichen Forschung dem Gesuch des «Kuratoriums zur
Revision der Helvetia Sacra» statt und stellte das Werk auf eine
zeitgemässe Basis. Die geplante Neuherausgabe sah die Einbeziehung
des ungedruckten Materials in den Archiven (in überlegter Auswahl)
und inhaltliche Erweiterungen vor. Die heutige Helvetia Sacra war geboren.
Präsident des Kuratoriums und Redaktor war bis 1976 Albert Bruckner,
19611966 Staatsarchivar des Kantons Basel-Stadt und ab 1967
Ordinarius für Historische Hilfswissenschaften an der Universität
Basel.
1972:
Der ungeduldig erwartete erste Band der Helvetia Sacra erscheint. Band
I/1 gehört der Abteilung «Erzbistümer und Bistümer»
an und umfasst die Artikel der Bistümer Basel und Chur sowie des
Erzbistums Besançon und des Patriarchats Aquileja (beide hatten
«Schweizer» Bistümer zu Suffraganen).
1973:
Die Helvetia Sacra wird der Allgemeinen Geschichtforschenden Gesellschaft
der Schweiz (AGGS) assoziiert, die bereits den institutionellen Rahmen
der Helvetia Sacra P. Henggelers abgegeben hatte. 1982 bis 2007 bildet die
Helvetia Sacra eine Sektion der AGGS (seit 2001: Schweizerische Gesellschaft
für Geschichte, SGG).
1974:
Die Helvetia Sacra gibt sich eine neue Struktur. Das Amt des Kuratoriumspräsidenten
und Redaktors wird geteilt. Prof. Albert Bruckner bleibt Präsident
des Kuratoriums, als Leitende Redaktorin wird Dr. Brigitte Degler-Spengler
gewählt (1974 bis 2003).
Nach dem
Rücktritt von Prof. Bruckner 1976 übernahmen das Amt des Kuratoriumspräsidenten:
Prof. Dr. Dietrich Schwarz, Zürich (1976 bis 1985), Laurette Wettstein,
lic. en droit, Lausanne (1985 bis 1994), Dr. Dr. h.c. Fritz Glauser,
Luzern (1994 bis 2002) und Dr. Anton Gössi, Luzern (2000 bis 2007).
1980:
Die Helvetia Sacra-Stiftung wird gegründet. Sie bezweckt die Unterstützung
des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen
Forschung bei der Finanzierung der Herausgabe der Helvetia Sacra.
Stiftungspräsident
war bis 1999 Prof. Dr. Dietrich Schwarz, Zürich. 1999 bis 2007 stand Thomas C. Enzler, lic. oec. HSG, Zürich, dem Stiftungsrat vor.
1989:
Die Helvetia Sacra feiert ihren 25. Geburtstag. Sie hat zu diesem Zeitpunkt
etwa die Hälfte ihres Programms bewältigt.
1997:
Die Helvetia Sacra erarbeitet die «Planung 2007», die den
Abschluss des Werkes für 2007 vorsieht.
2003:
Nach 29 Jahren als leitende Redaktorin geht Dr. Dr. h.c. Brigitte Degler-Spengler in Pension. Zu ihrer Nachfolgerin wählt das Kuratorium Dr. Petra Zimmer.
2007: Mit der Publikation des 28. Bandes, Helvetia Sacra X, Register/Index/Indice, ist das Handbuch zur Kirchengeschichte der Schweiz abgeschlossen. Die Redaktion beendet ihre Arbeit am Staatsarchiv Basel-Stadt im Dezember 2007.
Oben