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Zehn Jahre nach Fukushima setzen mehr Länder auf Kernenergie
Von den fünf neuen Kernkraftwerkseinheiten stehen zwei in China. Eines davon, Tianwan-5, nahm bereits einen Monat nach der Netzsynchronisation und drei Monate nach der ersten Brennstoffbeladung den kommerziellen Betrieb auf. Mit Fuqing-5 ging zudem in China im November der weltweit erste Reaktor des chinesischen Typs Hualong One ans Netz. Hervorzuheben sind die ersten Stromabgaben von Barakah-1 in den Vereinigten Arabischen Emiraten und von Belarus-1 in Weissrussland, womit die beiden Länder neu in die Kernenergienutzung eingestiegen sind. Leningrad-II-2 in Russland komplettiert den Reigen und ersetzt das stillgelegte Leningrad-2.
Das letzte Jahr verzeichnete ausserdem den Baustart von vier neuen Kraftwerkseinheiten in China (Zhangzhou-2, Taipingling-2, Xiapu-2 und Sanaocun-1) und von einer in der Türkei (Akkuyu-2). Weltweit sind mehr als 50 neue Kernkraftwerke in Bau und rund 120 geplant.
Den fünf neuen Inbetriebnahmen stehen sechs endgültige Stilllegungen von Kernkraftwerkseinheiten gegenüber. In Frankreich wurden Fessenheim-1 am 22. Februar und Fessenheim-2 am 29. Juni endgültig vom Netz genommen. Die beiden US-Kraftwerkseinheiten Indian-Point-2 und – nach Sturmschäden einige Wochen früher als geplant – Duane-Arnold-1 wurden endgültig abgeschaltet. Leningrad-2 in Russland wurde im November nach 45 Jahren Betrieb endgültig vom Netz genommen und durch Leningrad-II-2 ersetzt, das im Oktober 2020 den Betrieb aufgenommen hat. Ringhals-1 im Südosten Schwedens wurde Ende Dezember das letzte Mal heruntergefahren. Die Einheit hatte während fast 45 Jahren rund 220 TWh erzeugt.
Schweizer Kernkraftwerke produzierten gut ein Drittel des Stroms
Der Anteil der Kernenergie an der weltweiten Stromproduktion beträgt weiterhin rund 10%. Damit ist sie nach der Wasserkraft mit ca. 16% die zweitgrösste Quelle CO2-armen Stroms und hilft damit massiv, den Klimawandel zu verzögern. In der Schweiz haben die vier Kernkraftwerkseinheiten im vergangenen Jahr mit rund 23 Millionen Megawattstunden (MWh) gut ein Drittel des Schweizer Stroms produziert – wobei jedes Werk mehr Strom lieferte als im Vorjahr. Die Corona-Pandemie hatte dabei keinen Einfluss auf die Sicherheit. Zwar mussten die Jahresrevisionen angepasst werden, sie hatte jedoch keinen Einfluss auf den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Kernkraftwerke in der Schweiz. Das belegt auch deren hohe Zeitverfügbarkeit von 90,9%.
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