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In ganz Westeuropa herrscht momentan ein Mangel an Bauholz und anderem Baumaterial. Die steigenden Preise und die Lieferengpässe auf dem Holzmarkt sind für die Branche eine grosse Herausforderung. Auch andere Baumaterialien wie Dämmstoffe, Polyethylen, Polypropylen und Lacke sind momentan sehr knapp. Gründe sind einerseits die Unterbrechung globaler Lieferketten durch die Covid19-Pandemie, andererseits aber auch die erhöhte Nachfrage aus den USA und China. Diese Knappheit hat gravierende Auswirkungen auf Bauunternehmungen und Auftragsgeber*innen. Beim mehrgeschossigen Bauen mit Holz gehört die Schweiz zu den führenden Ländern Europas. Von den nachgefragten Mengen an Halbfabrikaten und Holzwerkstoffen kann jedoch nur ein geschätztes Viertel durch die Schweizer Verarbeitungskapazitäten beliefert werden. Der Rest wird aus dem Ausland importiert. Massnahmen wie beispielsweise die Schaffung eines Holzpreis-Index würde die Entwicklung der Einkaufspreise der in der Branche verwendeten Schnittholz- und Holzwerkstoffsortimente aus dem In- und Ausland widergeben und zu einer grösseren Markttransparenz beitragen. Die aktuelle Situation zeigt, dass eine krisenfeste und ökologische Wirtschaft auf möglichst lokalen Wirtschaftskreisläufen basieren muss. Mit dem CO2-Gesetz möchte der Bund das Gebäudeprogramm auf effiziente Holzbauten ausrichten. Im Jahr 2021 publiziert der Bundesrat zudem sein «Aktionsplan Holz» (siehe Antwort des Bundesrates zu Interpellation 20.4607). Hierfür braucht es jedoch genügend Schweizer Bauholz.
In diesem Zusammenhang stellen die Interpellant*innen folgende Fragen:
1. Lässt sich aus Sicht des Bundesrates die vorherrschende Knappheit von Holz mit einer besseren Ausnützung des lokalen Holzpotentials ausschöpfen ?
2. Ist der Bundesrat mit der Feststellung einverstanden, dass die aktuellen Abnahmepreise für Rohholz in der Schweiz zu unattraktiv sind und dass es zu wenig Kapazitäten in der holzverarbeitenden Industrie gibt?
3. Erachtet der Bundesrat ein Konjukturprogramm zur Erhöhung des Holzpreises als mögliche Massnahme?
4. Welche möglichen kurzfristigen Massnahmen sieht der Bundesrat, um die Holzindustrie, insbesondere die Holzverarbeitung (Sägerei) in der Schweiz langfristig zu stärken?
5. Welche Handlungsspielräume sieht der Bundesrat bei den raumplanerischen Rahmenbedingungen?
6. Wie beurteilt der Bundesrat eine mögliche Lockerung der Kriterien des Labels «Schweizer Holz», bei welchem aus der Schweiz stammendes Holz und im Ausland (max.200km Umkreis) verarbeitetet zu Schweizer Holz zertifiziert werden könnte?
7. Haben die aktuellen Marktverhältnisse Auswirkungen auf den «Aktionsplan Holz» des Bundes?
8. Wie beurteilt der Bundesrat die Lage für kleinere und mittlere Bauunternehmen in der Schweiz aufgrund der Covid-Pandemie und den erhöhten Preisen von Baumaterialien?
9. Geht der Bundesrat mit dem Interpellanten*innen einig, dass die Covid-Pandemie die Vorteile von lokalen Wirtschaftskreisläufen in Bezug auf Krisenfestigkeit (Resilienz) aufzeigt?
10. Die Förderung von Holz als Baustoff ist Teil der Klimapolitik des Bundes: Welche Massnahmen sieht der Bundesrat vor, damit die Klimareduktionsziele trotz anhaltender Holzknappheit erreicht werden können?
11. Was ist die Haltung des Bundesrates zur Einführung eines Holzpreis-Indexes?