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Venedig, Osella,
1702
Gold, geprägt
Gew. 13,906 g (= 4 Dukaten); Dm. 36,5 mm
Inv. 1917.1003.
Die Dogen von Venedig pflegen nach altem Brauch seit dem 13. Jahrhundert jedem Mitglied im Grossen Rat fünf Sumpfenten als Neujahrsgeschenk zu geben. Anstelle der Wildvögel tritt im Jahre 1521 Neujahrsgeld. Diese Oselle (= von uccelli) in Silber, je im Wert eines Viertel-Dukaten, können auch als Zahlungsmittel gebraucht werden. Bis 1796, dem letzten Jahr vor dem Ende der Republik Venedig, entstehen alljährlich neue Oselle. Keinen offiziellen Charakter besitzen die Oselle aus Gold; ihre Prägung ist von Privaten in Auftrag gegeben worden, im Wert entsprechen sie immer einem Vielfachen der Zecchine, den venezianischen Dukaten. Als Bildmotiv dienen den Oselle oft historische wie allegorische Anspielungen. So weist die Osella von 1702 auf die Neutralität Venedigs im Spanischen Erbfolgekrieg: Der (Markus-)Löwe schützt das venezianische Meer mit der Kraft (FORTITVDO) des Schwertes und der Klugheit (PRVDENTIA) der Schlange.