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Pol Pots Klassenkampf gegen die «Mikroben» – oder linke Eugenik
Zitatauswahl ∙ Moritz Nestor
«Im Jahr 1976 beispielsweise – ich spreche jetzt nur von parteiinternen Vorgängen –existierte, während wir die sozialistische Revolution vorantrieben, innerhalb der Partei eine Krankheit. Sie nahm ihren Anfang in der Zeit, als wir die Volksrevolution und die demokratische Revolution durchführten. Wir können sie nicht genau lokalisieren. Die Krankheit muß erst hervortreten, um untersucht werden zu können. Die Hitze der Volksrevolution und die Hitze der demokratischen Revolution auf der Ebene des Volkskampfes waren unzureichend, das gilt auch für die Ebene des Klassenkampfes in allen Schichten der nationalen demokratischen Revolution. Deshalb suchen wir vergeblich nach den Mikroben in der Partei. Sie sind verborgen. Doch wenn unsere sozialistische Revolution voranschreitet und in jeden Winkel der Partei, der Armee und des Volkes vordringt, können wir die scheußlichen Mikroben lokalisieren. […] Wenn wir noch länger warten, können die Mikroben echten Schaden anrichten. […] Sie werden die Gesellschaft verderben, die Partei verderben und die Armee verderben. […] In der sozialistischen Ära müssen sie ausgesondert werden. 1976 war ein Jahr des heftigen und eifrigen Klassenkampfes innerhalb unserer Partei. Viele Mikroben kamen zum Vorschein. Viele Netzwerke kamen in Sicht.»
Quelle: Pol Pot: Bericht über die Aktivität der Partei-Zentrale entsprechend den allgemeinen politischen Aufgaben des Jahres 1967. Übersetzt von David P. Chandler. Zitiert nach: Michael Sontheimer (1990). Kambodscha – Land der sanften Mörder. Hamburg: Reineck, S. 75f.