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Therapiegrundsäetze
Bei einer diagnostizierten Hyperthyreose ist es wichtig, dass mit der Behandlung so früh wie möglich begonnen wird. Es sind verschiedene Behandlungsmethoden beschrieben.
Um die am besten geeignete Therapie auszuwählen, ist die Ursache der Hyperthyreose genau abzuklären.
Thyreostatika
Die am häufigsten angewandte palliative Behandlungsmethode bei einer nicht Neoplasie Hyperthyreose ist die medikamentelle Behandlung mit einem Thyreostatikum wie Thiamazol oder einem Derivat. Die Erfolgsrate unter medikamenteller Therapie liegt bei 85 – 90 % innerhalb von vier Wochen. Die mittlere Überlebenszeit wird mit zwei Jahren (1 – 3,9) angegeben (Neiger und Mohrs 2012). Dafür sind verschiedene Arzneimittel auf dem Markt, die aufgrund ihrer Halbwertzeit ein- oder zweimal täglich oral verabreicht werden müssen.
Unter der medikamentellen Therapie kann eine vorher durch die Hyperthyreose maskierte Niereninsuffizienz manifest werden, da die bei der Hyperthyreose durch den systemischen Bluthochdruck erhöhte glomeruläre Filtrationsrate (GFR) unter der Therapie absinkt (Mathes und Neiger 2010). Es besteht die Gefahr einer Azotämie oder gar einer Urämie. Deshalb sollten auch die Nierenwerte bei jeder Blutentnahme unbedingt überprüft werden. Bei einer Verschlechterung der Nierenwerte ist in Abhängigkeit vom klinischen Bild eine Reduktion oder das zeitweise Absetzen des Medikamentes zu empfehlen.
Während der ersten drei Behandlungsmonate sollte im Abstand von jeweils 14 Tagen eine labordiagnostische Kontrolle mit Bestimmung des Hämatokrits, der Leukozyten- und Thrombozytenzahl sowie des Plasmathyroxins erfolgen. Anschließend können die Kontrollintervalle auf drei Monate ausgeweitet werden. Der T4-Spiegel sollte im Abstand von 4-6 Monaten kontrolliert werden (Reusch und Rijnberk 2005).
Radio-Jod-Therapie
Alternativ zur medikamentellen Behandlung kann eine kurative Radio-Jod-Therapie durchgeführt werden. Sie zielt auf eine Reduzierung der Schilddrüsenfunktion durch die Gabe von radioaktivem Jod ab, das sich in der Schilddrüse ansammelt und diese teilweise zerstört. Dadurch wird eine überschießende Hormonsynthese verhindert, ohne jedoch eine Unterfunktion hervorzurufen. Die Standarddosierung ist z.B.5 Millicurie = 185 GBq 131Iod. Eine vorhergehende Traceruntersuchung ist nicht notwendig (Reusch und Rijnberg 2005).
Nach der Behandlung verbessert sich das klinische Bild der Patienten schnell. Die Plasmathyroxinkonzentration ist bei mehr als der Hälfte der Patienten innerhalb von vier Tagen und bei ¾ der Patienten innerhalb von acht Tagen wieder im Normbereich. Nur selten muss eine Behandlung wiederholt werden. Nachteilig ist, dass diese Therapieform nur in einigen wenigen Einrichtungen unter hohen Strahlenschutzauflagen angewendet werden darf und somit recht kostenintensiv ist.
Thyreoidektomie
Eine weitere kurative Alternative ist die chirurgische Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie), die jedoch nicht immer zweckmäßig ist und potentielle Risiken birgt. So kann nach einer einseitigen Thyreoidektomie die Hyperthyreose rezidivieren, da in 70 % der Fälle ein beidseitiges Schilddrüsenadenom vorliegt. Bei einer bilateral durchgeführten extrakapsulären Thyreoidektomie besteht die Gefahr eines iatrogenen Hypoparathyreoidismus. Eine inkomplette Entfernung der Schilddrüsenkapsel bei einer intrakapsulären Thyreoidektomie kann ebenfalls zu einem Rezidiv der operierten Seite führen, wenn Drüsengewebe am Kapselrest zurückbleibt.
Besonders im Falle einer beidseitigen Operation ist auf die Schonung der Nebenschilddrüse zu achten, da sonst die Gefahr einer Hypokalzämie gegeben ist. In diesem Fall muss Kalzium und Vitamin D3 substituiert werden.
Durch die OP kann es auch zum Horner Syndrom und zu einer Stimmbandlähmung durch die Schädigung des N. laryngus recurrens kommen. Größter Nachteil einer bilateralen Thyreoidektomie ist die sich anschließend einstellende Hypothyreose.
Es empfiehlt sich, Katzen mit sekundären kardiovaskulären Störungen vor der Operation durch eine Vorbehandlung mit einem Thyreostatikum zu stabilisieren, bis sie euthyreot sind, um das Narkoserisiko zu reduzieren (Yin und Nolte 2007).