Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03409.jsonl.gz/2205

Unsere Angebote in Uruguay:
Länder-Informationen zu Uruguay
Fläche: 176’215 km2
Einwohner: 3,360 Mio. (Stand 2017)
Hauptstadt: Montevideo
Verwaltungsgliederung: 19 Departamentos
Amtssprache: Spanisch
Präsident: Tabaré Vazquez (Stand 2019)
Nationalfeiertag: 25.August
Währung: 1 Uruguayischer Peso (UYU) = 100 Centesimos
Zeitzone: MEZ – 4 Stunden
Telefonvorwahl: 00598
Stromspannung: 220 Volt
Polizei: Tel. 911
Ambulanz: Tel. 911
Einreise: für Schweizer Staatsbürger/innen ein mind. 6 Monate über die Rückreise hinaus gültiger Reisepass. Visafrei bis 90 Tage Aufenthalt.
Beste Reisezeit: Sommermonate, Dezember bis März. Restliche Monate mild mit sonnigen Tagen und kühlen Nächten im Winter (Juni bis September).
(amtlich spanisch Republica Oriental del Uruguay, deutsch Republik Oestlich des Uruguay, Republik Uruguay), Staat im Südosten Sudamerikas zwischen Atlantik im Südosten, Rio de la Plata im Suden, Rio Uruguay (Grenze zu Argentinien) im Westen und Brasilien im Norden und Nordosten. Staat und Recht:
Nach der Verfassung von 1967 (mehrfach, zuletzt 1997, revidiert) ist Uruguay eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutive (Regierungschef) ist der auf 5 Jahre direkt gewählte Präsident. Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament (Legislaturperiode 5 Jahre), bestehend aus Senat (31 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (99 Abgeordnete). Einflussreichste Parteien: Frente Amplio-Encuentro Progresista (ein Bündnis verschiedener Linksparteien), Partido Colorado (Colorados), Partido Nacional (Blancos).
Landesnatur: Uruguay erstreckt sich nördlich des Rio de la Plata als flachwelliges, weites Hügelland (100-150 m über dem Meeresspiegel) mit N-S oder O-W verlaufenden, einzelnen Höhenrücken (so genannte Cuchillas), das durch die zum Rio Uruguay fliessenden Flüsse (Rio Negro als Hauptstrom) gegliedert wird. Nur 10% des Landes üersteigen 200m uber dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung findet sich mit 501m über dem Meeresspiegel in der Sierra de las Animas im Südosten. Die Atlantikküste im Südosten ist flach, zum Teil sumpfig, mit Strandseen (v.a. Laguna Merin). Das Klima ist warmgemässigt, subtropisch, vollhumid, aber mit starken Schwankungen von Temperatur und Niederschlagen (im Süden etwa 900-1000 mm, im Norden zum Teil uber 1300 mm), gelegentlich beeinflusst von Kaltlufteinbrüchen (Pamperos) aus dem Süden. Vorherrschend sind die weiten, heute baumarmen oder baumlosen Grasflächen der Campos, die als naturliche Weide genutzt werden.
Bevölkerung: Um 1830 starben die letzten Indianer aus. Rund 90% der Bevölkerung sind europäischer (besonders spanischer und italienischer) Abstammung (im Wesentlichen im 19./20 Jahrhundert eingewandert); den Rest bilden Mestizen und Mulatten. Rund 700’000 Uruguayer leben im Ausland. Ueber 40 % der Gesamtbevölkerung konzentrieren sich im Bereich der Hauptstadt Montevideo. Ueber 70 % der Bevölkerung gehoren der katholischen Kirche an, etwa 3 % protestantischen Kirchen (besonders Pfingstler, Waldenser, Adventisten). Die jüdische Gemeinschaft zählt rund 32’000 Mitglieder. Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 7. bis 14. Lebensjahr. Die Analphabetenquote beträgt 2,9 %. Es gibt eine staatliche Universität in Montevideo (gegründet 1849), eine katholische Universität und drei weitere Hochschulen.
Uruguay ist ein Agrarstaat mit bedeutender Viehhaltung bei vorherrschendem Grossgrundbesitz (Estancias). Gemessen an der Höhe des Bruttosozialproduktes gehort es zu den reichsten Ländern Südamerikas. Die Landwirtschaft erbringt den grössten Teil des Exportwertes. Die traditionell auf Fleisch- und Wollerzeugnisse orientierte Viehzucht (Rinder, Schafe, Pferde) wird in extensiver Weidewirtschaft (uber 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche) betrieben. Wichtige Anbauprodukte sind Reis, Weizen, Gerste, Zuckerrohr, Zuckerrüben, Mais und Sorghumhirse. Nach staatlicher Förderung zeigt die Fischerei wachsende Erträge, sodass Fisch jetzt ein wichtiges Ausfuhrprodukt darstellt. Schwerpunkt der Industrie ist die Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe (v. a. von Fleisch). Bedeutendster Industriestandort ist Montevideo. Mit der Fertigstellung der Kraftwerke von Salto Grande und El Palmar (Uruguay, Rio) ist die Umstellung der nun zu 2/3 auf Wasserkraft basierenden Energieerzeugung fast abgeschlossen. Uruguay ist arm an Bodenschätzen. Es wird u. a. Kalk (Zementherstellung) abgebaut. Wirtschaftsfaktor mit steigender Tendenz ist der Fremdenverkehr (Badestrände). Die bedeutendsten Handelspartner sind Brasilien, Argentinien, die USA und Deutschland
Geschichte: Das Gebiet von Uruguay wurde 1516 durch den Spanier J. Diaz de Solis entdeckt. Die kriegerischen Charrua, die dort siedelten, verhinderten lange Zeit die endgültige Kolonisierung des Landes, das als »Banda Oriental de Uruguay« zum spanischen Machtbereich gehörte, jedoch auch von Portugiesen besiedelt wurde. Als Gegengewicht zu deren Expansion gründeten die Spanier 1724 Montevideo. Nach wechselvollen Kämpfen kam es erst 1777 zum Frieden von San Ildefonso, durch den das Gebiet endgültig spanisch und Teil des Vizekönigreichs Rio de la Plata wurde. Die Ausrufung der argentinischen Unabhängigkeit 1810 führte auch in Uruguay zur Erhebung gegen die spanische Kolonialherrschaft, doch wurde das Land 1817 von Brasilien besetzt und diesem angegliedert. Erst 1828 erreichte es Eigenstaatlichkeit. Die folgenden Jahrzehnte waren von Bürgerkrieg und Parteienstreit (zwischen den liberalen Colorados und den konservativen Blancos) bestimmt. Mit Brasilien und Argentinien nahm Uruguay am Krieg gegen Paraguay teil (1865-70; Paraguay, Geschichte). Unter J.Batlle y Ordoez (Colorados, Prasident 1903-07 und 1911-15) wurde Uruguay ein moderner Staat mit Arbeitsgesetzgebung, staatlicher Sozialfürsorge, verbesserter Infrastruktur.
1919 trat durch Verfassungsanderung an die Seite des Präsidenten ein Staatsrat. In der Wirtschaftsdepression loste Präsident G.Terra (Colorados, 1931-38) diesen und das Parlament auf und regierte autoritär. Präsident A.Baldomir (1938-40) stellte die demokratischen Verhaltnisse wieder her. Nach verschiedenen Verfassungsänderungen, durch die u.a. 1952-66 das Amt des Präsidenten zugunsten eines kollegial besetzten Nationalrats abgeschafft wurde, nach der Präsidentschaft von J.Pacheco Areco (Colorados, 1967-72), die durch wirtschaftliche Schwierigkeiten, wachsenden Terror der Tupamaros und staatliche Gegengewalt gekennzeichnet war, regierte Präsident J.M. Bordaberry Avocena (Colorados) das Land wieder diktatorisch (1973 Auflösung des Parlaments, unbegrenzter Ausnahmezustand). 1976 wurde er durch das Militär gestürzt, eine Militärregierung bereitete in den folgenden Jahren den Uebergang zur Demokratie vor. Im November 1984 ging J.M. Sanguinetti (Colorados) aus den allgemeinen Wahlen als Sieger hervor (Amtsantritt 1985), er setzte mit einem gemässigt sozialdemokratischen Programm den Demokratisierungsprozess fort. Sein im November 1989 gewählter Nachfolger, L.A. Lacalle (Blancos, Amtsantritt 1990), versuchte von neoliberalen Positionen aus, Wirtschaft und Staat zu sanieren (u.a. Privatisierung der unter Batlle y Ordoez geschaffenen Staatsbetriebe, Währungsreform). Die Wahlen 1994 gewann wiederum Sanguinetti (Amtsantritt 1995). Er setzte 1996 mit einem Referendum eine Verfassungsreform durch, die eine eindeutige demokratische Willensbildung ermöglicht. Unter seiner Regierung verminderte sich die Inflation erheblich, obwohl sich die grossen Wirtschaftskrisen Lateinamerikas auch in Uruguay bemerkbar machten. Der 1999 gewählte Präsident J.Batlle Ibaez (Colorados, Amtsantritt Marz 2000) versuchte die Stabilitatspolitik gegen Widerstande der Gewerkschaften (Generalstreik Juni 2000) fortzusetzen.
Verkehr: Das gut entwickelte Verkehrsnetz ist auf die Hauptstadt ausgerichtet. Das Eisenbahnnetz umfasst 2’073 km, das Strassennetz 50’900 km. Hauptbinnenschifffahrtswege sind der Rio de la Plata und der Rio Uruguay. Wichtigster Seehafen ist Montevideo; internationaler Flughafen Carrasco bei Montevideo. Nationale Fluggesellschaft ist die PLUNA. Die Administración de Ferrocarriles del Estado AFE, zu Deutsch Verwaltung der Staats-Eisenbahnen, ist die staatliche Eisenbahngesellschaft Uruguays. Die im Jahre 1952 nach der Verstaatlichung aller Eisenbahngesellschaften entstandene AFE betreibt den gesamten Schienenverkehr im südamerikanischen Uruguay. Dieser beschränkt sich, abgesehen von einigen Regionalzügen im Großraum Montevideo, nahezu ausschließlich auf den Güterverkehr. Das derzeit von der AFE betriebene Schienennetz ist insgesamt 1640,9 Kilometer lang. Die erste Eisenbahnstrecke Uruguays war bereits am 1. Januar 1869 zwischen den beiden Bahnhöfen Las Piedras und Bella Vista (heute Bahnhof Lorenzo Carnelli, inzwischen nach Montevideo eingemeindet) eröffnet worden. Im Jahre 1871 wurde die Strecke dann bis nach Montevideo verlängert. Am 31. Dezember 1948 beschloss das uruguayische Parlament ab dem 31. Januar 1949 alle privaten und staatlichen Eisenbahngesellschaften Uruguays zusammenzufassen und unter die Leitung des Verkehrsministeriums zu stellen. Nach und nach erfolgte die Verstaatlichung der privaten Eisenbahngesellschaften Central Uruguay Railway Limited (CUR; 1574 Kilometer langes Schienennetz), Midland Uruguay Railway (506 Kilometer Schienennetz), North Western Uruguay Railway (182 Kilometer Schienennetz) und North Uruguay Railway (114 Kilometer Schienennetz), welche vorerst unter dem Namen Ferrocarril Central de Uruguay zusammengefasst wurden. Am 19. September 1952 wurde letztendlich die Administración de Ferrocarriles del Estado, in der die bisherigen staatlichen Eisen- und Straßenbahnen sowie die Ferrocarril Central de Uruguay aufgingen, gegründet. Im Jahre 1963 beendete die AFE offiziell den Dampflokbetrieb in Uruguay, nachdem 25 Dieselloks von Alsthom importiert und in Betrieb genommen wurden. Schon im Jahre 1939 war ein Dutzend neuer Dieseltriebwagen für den Personenverkehr in Betrieb gegangen. Dies waren die Motocars des ungarischen Unternehmens Ganz. Dennoch kam es aufgrund der geringen Wartung der neuen Dieselloks und der dadurch nicht ausbleibenden Schäden immer wieder zum vorübergehenden Einsatz von Dampflokomotiven. Nach der Redemokratisierung Uruguays im Jahr 1985 beauftragte die AFE das Konsortium Ferroplán mit einer Studie zur Zukunft des Schienenverkehrs in Uruguay. Ferroplán erarbeitete insgesamt fünf Alternativen, die von einer Beibehaltung des damaligen Netzes von gut 3000 Kilometern bis zu einer starken Schrumpfung auf etwa 500 Kilometer reichten. Dennoch erarbeitete das uruguayische Verkehrsministerium eine Alternativstudie, welche die Unrentabilität des gesamten Schienennetzes ergab und – gemäß den Ratschlägen der Weltbank, eine komplette Einstellung des Betriebes vorsah. Letztendlich wurde im Jahre 1988 der gesamte Personen- und Stückgutverkehr eingestellt, die AFE betrieb von nun an nur noch Güterverkehr. Ein Großteil des Wagenparks war damals sehr heruntergekommen und wurde verschrottet. Im Jahr 2006 liefen bereits Ausschreibungen zur Reprivatisierung des uruguayischen Schienennetzes, die jedoch fehlschlugen. Daher befindet sich das Schienennetz vorerst weiter im Besitz der AFE. Das Schienennetz bleibt staatlich und wird von der staatlichen Corporación Ferroviaria del Uruguay CFU verwaltet und modernisiert. Die Gesetze verbieten die Privatisierung der Infrastruktur, hingegen plante man den Güterverkehr zu privatisieren, was jedoch angesichts des relativ niedrigen Gütervolumens und der nicht perfekten Infrastruktur kaum möglich ist.
Sicherheit: Grundsätzliche Einschätzung, die politische Lage ist stabil. Dennoch kann es zu politischen Demonstrationen, Streiks und gelegentlichen Ausschreitungen kommen. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art. Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Uruguay nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam. In Montevideo und den Ferienorten an der Küste (z.B. Punta del Este) sind Entreissdiebstähle häufig. Raubüberfälle und Angriffe auf Passanten kommen vor. Besondere Vorsicht ist unter anderem am Karneval, an Konzerten und bei Fussballspielen geboten. Bewaffnete Raubüberfälle auf Restaurants in besseren Wohngegenden Montevideos (z.B. Pocitos und Punta Carretas) haben zugenommen. Autodiebstahl und Diebstahl aus geparkten oder vor einer Ampel haltenden Fahrzeugen kommen vor. In der Hauptstadt patrouilliert eine Touristenpolizei (Zentrum und Altstadt mit Hafen).
Uruguay: Entschleunigen im Land der sanften Reize. Uruguay ist ein Reiseziel ohne Massenpublikum. Ein Underdog, der sich ganz leise verhält und dabei eine ungeheure Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlt. Ethik spielt bei der Wahl des Urlaubsziels für die wenigsten Menschen eine Rolle. Wirklich schade, denn sonst hätte Uruguay als Reiseziel die Nase weit vorne. Die gemeinnützige Organisation Ethical Traveler gibt jährlich eine Top-10-Liste der politisch korrekten Reiseziele heraus, die sich verstärkt um Menschenrechte, Umweltschutz und Sozialwesen bemühen. 2016 hat es Uruguay, wie schon 2015, wieder in diese Liste geschafft.Eine Destination, die eher kein Massenpublikum anzieht, ein Underdog, eingeklemmt zwischen den zwei schillernden Giganten Brasilien und Argentinien. Wo beide protzen und mit Superlativen um sich werfen, verhält sich Uruguay ganz leise und strahlt eine ungeheure Ruhe und Zufriedenheit aus. Trotzdem hat das zweitkleinste Land Südamerikas in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung hingelegt und sich zur „Schweiz Südamerikas“ gemausert: ein stetig steigendes Bruttosozialprodukt, hohe Sicherheit, gestiegene Löhne bei gesunkenen Arbeitslosenzahlen und ein starker Fokus auf erneuerbare Energien.
Uruguay, die Biobanane unter den Reisezielen: ethisch korrekt, fair, vielseitig. Des Weiteren lobt man Uruguay für sein hohes ökologisches Engagement. Dazu kommt seit jeher ein hoher Bildungsgrad und eine liberale Einstellung: Uruguay ist das erste Land der Welt, das Cannabis komplett legalisiert hat und 2013 wurde die Ehe zwischen homosexuellen Paaren gesetzlich erlaubt. Uruguay hatte bis letztes Jahr zudem den vielleicht unprätentiösesten und bemerkenswertesten Präsidenten der Neuzeit: „Pepe“ genannt, ein Krawattenverweigerer, Ex-Guerillero, politischer Gefangener, Bauer und VW-Käferfahrer. Über 80 Prozent seines Einkommens gibt er an soziale Einrichtungen und politische Organisationen ab. Mit dieser Einstellung hat es das Land durchaus weit gebracht. Uruguay ist quasi die Biobanane unter den Reisezielen: ethisch korrekt, fair, vielseitig, exotisch und lecker, aber auch ein bisschen langweilig. Wem macht man heutzutage denn noch mit Bananen den Mund wässrig?
Kulinarik: Das Nationalgericht ‘Asado’, Rindfleisch in allen Varianten, wird traditionell auf dem Holzfeuer gegrillt. Neben qualitativ bestem Fleisch ist dank den Einwanderern vor allem die italienische Küche beliebt. Mate Tee trinkt man vorzugsweise in Gesellschaft. Sogar im Bus, während man in einer Schlange wartet oder vermutlich noch auf dem Klo wird Mate Tee getrunken.