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Neben Zürich, Winterthur und Wetzikon besitzt auch die Stadt Dietikon mit der 1968 geweihten Kirche St. Josef zwei katholische Gotteshäuser, was zum einen durch die Geschichte des Ortes, zum andern aber durch die grosse städtebauliche Entwicklung der Stadt erklärt werden kann. Der kubische Kirchenbau von St. Josef überzeugt durch seine klare Architektursprache.
|Patrozinium||Hl. Josef|
|Baujahr||1968|
|Architekt||Julius und Eugen Senn|
|Pfarreigrösse||8'800|
|Politische Gemeinde
||Dietikon|
Geschichte
1968 wohnten in Dietikon und den damals zur katholischen Kirchgemeinde Dietikon zugehörigen Gemeinden Geroldswil und Oetwil 15‘000 Katholiken. Da ein weiteres starkes Wachstum der Bevölkerung prognostiziert wurde, erfolgte die Planung zweier neuer Pfarreien innerhalb von Dietikon sowie einer weiteren in Geroldswil. In Dietikon selbst wurde dann aber, neben St. Agatha, nur eine der beiden geplanten Pfarreien aufgebaut, nämlich St. Josef.
1965 lud eine Baukommission sechs Architekten zum Wettbewerb ein, den Julius Senn für sich entscheiden konnte. Am 19. Juni 1966 erfolgte der erste Spatenstich, und am 19. März 1967 wurde der Grundstein gelegt. Da Julius Senn 1967 verstarb, führte sein Bruder Eugen Senn die Bauarbeiten zu Ende, wobei Albert Wider, der die künstlerische Ausstattung besorgte, grossen Einfluss auch auf die architektonische Endgestaltung der Kirche hatte. Am 20. Oktober 1968 fand die Einweihung statt. 1972 wurde St. Josef zur Pfarrei ernannt. 1984/1985 erstellte die Kirchgemeinde zwischen Kirche und Pfarrhaus ein Pfarreizentrum. 2002 wurde die Kirche aussen renoviert; 2014 erfolgte eine sorgfältige Innensanierung.
Architektur & Kunst
Im Gegensatz zu manch anderen Kirchenbauten hat St. Josef nichts Filigranes – als massiver, in sich ruhender Quader wirkt sie wie ein fester Fels. Über eine Freitreppe gelangt man zu einem kleinen Platz, um den sich Pfarrhaus, Pfarreizentrum und Kirche gruppieren. Die streng rechteckige Fassade ist einzig gegliedert durch einige schmale, hohe Fenster. Auf einen richtigen Turm verzichtete man bei dieser Quartierkirche bewusst, da man mit St. Agatha diesbezüglich bereits über ein klares Zeichen verfügte. Zumindest von aussen wirkt St. Josef weniger als Ort der Einkehr denn als ein Monument des Glaubens, das die Präsenz des Christentums kraftvoll markieren soll.
Anders als man von aussen erwarten würde, wird die Kirchenhalle nicht als Längs- sondern als Querrechteck genutzt. Der grosszügige, schlicht gehaltene Kirchenraum wird durch bewusst gewählte Materialien bestimmt. So wurde sowohl für die Betonschalung wie für die Täferung sogenanntes Gatterschnittholz gewählt. Die Bauhandwerker haben Schalbretter sehr präzise angebracht und die einzelnen Betonportionen so gleichmässig gemischt, dass die Flächen homogen erscheinen.
Der Altarraum wird durch grosse Lichtschächte erhellt, die im Dach eingelassen sind. Die Ausstattung der Kirche ist von Albert Wider als Gesamtkunstwerk gestaltet worden. Bewusst wandte sich Albert Wider mit dem monochromen, eingetrübten Glas von der Tradition der bunten Kirchenfenster ab. Die Fenster wurden in einem Stück in hölzernen Formen gegossen, in denen vorher die reliefartigen Motive eingetieft worden waren. Für dieses Verfahren, das mit Quarzsand getrübtes Glas verwendet, fanden sich damals noch Fachleute in Chartres. Heute ist dieses Handwerk in Mitteleuropa ausgestorben.
Die Bänke sind auf den Altar aus Granit ausgerichtet. Rechts vom Altar ist der Ambo aufgestellt, der in der Form eines Taus gestaltet ist. Auf der Platte des Ambos ist ein prophetischer Mund angebracht, Symbol der Verkündigung. Eine Reihe von Bronzeplastiken beleben den Kirchenraum. Unter der Orgelempore ist der Kirchenpatron, der Hl. Josef, angebracht, an der gegenüberliegenden Ecke der Kirche das Bildnis des Hl. Antonius. Auf der linken Seite des Altarraumes findet sich die Darstellung der Gottesmutter Maria samt Jesuskind, über denen der Heilige Geist in Form einer Taube schwebt. Das grösste Kunstwerk, das Albert Wider je gestaltet hat, ist die Bronzeplastik des Auferstandenen an der Chorwand, der das Kreuz besiegt hat und nun die Menschen mit seinen Händen segnet.