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Teuer – teurer – unbezahlbar: Kommunaler Kirchenbau im späteren Mittelalter - Zur Einführung
Als Einleitung wird der Ansatz des Panels "Teuer – teurer – unbezahlbar: Kommunaler Kirchenbau im späteren Mittelalter" vorgestellt und mit einigen Beispielen belegt.
Dabei gehen wir von kommunalen Kirchenbauten des späteren Mittelalters aus, die bis heute das Bild mitteleuropäischer Städte prägen. Die ressourcenverbrauchenden Bauprojekte wurden vor allem von den jeweiligen Bürgerschaften getragen, da die Einnahmen aus kirchlichen Abgaben bei weitem nicht ausgereicht hätten. Dieses bürgerliche Engagement erklärt sich vor allem damit, dass die prosperierenden Kommunen im Kirchenbau gewissermassen eine Hülle für städtische Selbstdarstellung erkannt hatten. Man verfolgte in Abgrenzung und in Konkurrenz zu anderen Städten repräsentative Visualisierungsstrategien. Ab dem 14. Jahrhundert entstand eine neue – immer teurere – Formensprache am Baukörper, die aber letztlich dazu führte, dass nur die allerwenigsten Bauprojekte abgeschlossen werden konnten – erst das historisierende 19. Jahrhundert vollendete die gotischen Architekturträume: Köln, Ulm, Bern, Regensburg usw. Doch spielte neben der wirtschaftlichen Überspannung auch der abrupte Umbruch ethischer und ästhetischer Vorstellungen durch die Reformation eine erhebliche Rolle für den Einsatz der Ressourcen.
Ein zweites strukturelles Phänomen prägte indes die Bauentwicklung. Durch das kommunale Engagement und die Übernahme wichtiger bauplanerischer Entscheidungen, die bislang beim Klerus lagen, lässt sich eine legitimierende Praktik der Kommunalpolitik nachweisen, steht doch außer Zweifel, dass die Bürger das mehrschichtige Potential einer gezielt städtisch konnotierten Kunstpolitik erkannten und auch entsprechend zu akzentuieren wussten. Jene bisweilen übertriebenen Kirchenbaupläne wurden durch die Kirchenfabriken vorangetrieben, die mit den kommunalen Vertretungen, in der Regel dem Rat, eng verzahnt waren. Zu fragen ist daher, ob von spezifischen „Kunstregeln“ ausgegangen werden kann, die durch die Auftraggeber vorgegeben wurden.