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| Rufin von Aquileia (345–411/412) - Kommentar zum apostolischen Glaubensbekenntnis (Expositio Symboli)

34.
Jedoch ist zu beachten, daß es noch andere Bücher gibt, welche die Vorfahren nicht kanonische, sondern kirchliche Bücher nannten, nämlich das Buch der [S. 71] Weisheit, welches dem Salomon zugeschrieben wird, und ein anderes Buch "Weisheit," welches man dem Sohne des Sirach zuschreibt, ein Buch, welches bei den Lateinern den allgemeinen Titel eines Kirchenbuches (Ecclesiasticus) führt. wodurch nicht des Buches Verfasser, sondern sein Charakter ausgesprochen ist. Zu derselben Klasse gehören die Bücher Tobias und Judith, wie die beiden Bücher der Maccabäer. Im neuen Testamente ist hieher zu zählen das Büchlein des sogenannten Pastor oder Hermas, welches auch benannt wird "die zwei Wege" oder "das Gericht Petri" (judicium Petri). Diese Bücher wurden alle zwar in den Kirchen gelesen, ohne daß man ihnen aber das Ansehen eigentlicher Glaubensquellen beilegte. Weitere Schriften nannte man apokryph und ließ sie in den Kirchen nicht vorlesen. Dieß ist, was uns die Väter (über den Kanon) überliefert haben, und was uns an dieser Stelle anzufügen passend erschien, zur Belehrung für Diejenigen, welche die ersten Elemente der Kirche und des Glaubens sich aneignen, damit sie wissen, aus welchen Quellen und Büchern das göttliche Wort zu schöpfen sei.