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Der schottische Clan ist etwa 500 Jahre alt. Teile des Clans gehören zum britischen Adel. Ein Zweig des Clans, der vom schottischen Kaufmann Archibald Hope (1664-1743) abstammt, wurde zu einer bedeutenden Bankiersfamilie, die zu den wichtigsten des 18. Jahrhunderts gehörte.
Hope & Co.
Sechs der Söhne des schottischen Kaufmanns Archibald Hope (1664-1743) waren in Amsterdam und Rotterdam als Kaufmänner tätig. Zu der Zeit hatte die Familie bereits Kontakt zur niederländischen Königsfamilie. Sie waren Quäker wie viele bedeutende Bankiersfamilien zu dieser Zeit. Die Quäker sind eine protestantische Minderheit, die ihren Ursprung im England der 1650er Jahre hat. Mehrere Angehörige schottischer Clans traten zum Quäkertum über. Die Hopes in den Niederlanden hatten Kontakt zu den schottischen Hopes. Die Brüder gründeten das Handelsunternehmen Hope & Co., welches sich im 18. Jahrhundert zu der vermutlich wichtigsten Bank der Niederlanden entwickelte. Die Niederlanden waren damals eine koloniale Weltmacht, die seit Anfang des 18. Jahrhundert eng mit der führenden Weltmacht Grossbritannien verbündet war. Während des siebenjährigen Krieges (1756–1763) konnten die Hope-Brüder ihren Umsatz kräftig steigern. Ihre Bank existierte bis 1975 und wurde dann verkauft. Heute ist sie teil der niederländischen Bank ABN AMRO, deren wichtigster Vorläufer vom niederländischen Hochadel gegründet wurde.
Einer der Brüder war Thomas Hope (1704-1779). Er war Bankier und Verwalter der Niederländische Ostindien-Kompanie. Die Niederländische Ostindien-Kompanie wurde 1602 gegründet und bestand bis 1798. Sie war das größte Handelsunternehmen in dieser Zeit. Sie erhielt vom niederländischen Staat Handelsmonopole sowie Hoheitsrechte in Landerwerb, Kriegsführung und Festungsbau und konnte so die private Konkurrenz mühelos übertreffen. Man kann also davon ausgehen, das die Händler im Dienste des niederländischen Hochadels standen oder zumindest eng mit diesem zusammenarbeiteten. Die Handelskompanie gilt als das wertvollste Unternehmen aller Zeiten und ihr heutiger Wert wird auf 7,9 Billionen Dollar geschätzt. Damit ist die Kompanie so viel Wert gewesen wie heute 20 moderne Grosskonzerne zusammengezählt. Das Unternehmen gehörte auch zu den grossen Profiteuren der Spekulationsblase, die durch die Tulpenmanie in den Niederlanden 1637 ausgelöst wurde. Sie war zudem die erste Aktiengesellschaft der Welt, bei der jeder Bürger Anteile erwerben konnte. Nach ihrer Auflösung aufgrund finanzieller Probleme wurde ihre Schulden auf den niederländischen Staat übertragen. Mehrere der Nachfahren von Thomas Hope gingen später in die britische Politik.
Der niederländische Zweig organisierte auch die Emigration der Quäker nach Nordamerika. Zu der Zeit hatten sich quäkerische Geschäftsleute Land in den britischen Kolonien in Nordamerika erworben und boten damit den Quäkern als diskriminierte Minderheit einen Zufluchtsort. Henry Hope (1735-1811) war in Boston in der britischen Kolonie Massachusetts Bay geboren. Sein Vater war aus den Niederlanden in die Kolonie emigriert und wurde bei den Freimaurern von Boston aufgenommen. Henry zog 1762 in die Niederlanden und begann dort für die Familienbank zu arbeiten. 1794 floh er vor den französischen Revolutionskräften nach London. Dort gründete er eine Londoner Niederlassung von Hope & Co. und freundete sich mit Francis Baring an. Die Baring Familie war von Ende des 18. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine der mächtigsten und reichsten Bankiersfamilie und wurde in den britischen Adel aufgenommen. Ein führender Angestellter von Hope & Co heiratete zudem eine Tochter von Francis Baring. Seither waren die beiden Banken der Familien enge Geschäftspartner.
Ein Zweig der niederländischen Hopes, der nicht nach Grossbritannien zurückkehrte, wurde dort sesshaft und benannte sich in Van der Hoop um. Adriaan van der Hoop (1778-1854) leitete Hope & Co. und gehörte zu den reichsten Männern der Niederlande.
Hope Clan im britischen Adel
Anfangs des 17. Jahrhundert wurden die ersten Angehörigen des Hope Clans in den Adel aufgenommen. Der Vater der Bankengründer, Archibald Hope (1664-1743), war ein Grossneffe von Baron Thomas Hope (1573-1646). Bereits der Vater des Barons war ein angesehener Kaufmann. Die Blutlinie der Hope-Barone besteht bis heute und sie sind die Clan-Chefs des Hope Clans. Die adligen Zweige waren aber, soviel bekannt ist, keine Quäker, sondern Presbyterianer. Die presbyterianische Kirche ist das führende Gotteshaus in Schottland und wird traditionell von den schottischen Clans geführt. Später waren einige Hopes durch Heiraten katholisch.
Ein Sohn von Baron Thomas Hope (1573-1646) war James Hope (1614-1661). Er war im schottischen Bergbau tätig. Er hatte Kontakt zu der Gilde der Goldschmiede, die zu den sogenannten Livery Companies gehörte. Diese einflussreichen Händlergilden entstanden im 14. Jahrhundert und existieren bis heute. Sie sind traditionell mit dem britischen Adel und der City of London verbunden (Londoner Bankenviertel). Es gibt die These, dass die Händlergilden Vorläufer der späteren Freimaurerei waren oder zumindest Einfluss auf deren Entwicklung und Verbreitung hatten. Die „Worshipful Company of Masons“, war eine Gilde von Steinmetzen und nannten sich Freemasons, also Freimaurer, was aber kein Endgültiger Beweis sein muss. Die Gilde der Steinmetze besteht seit dem Jahr 1356 und wurde 1677 vom Hochadel anerkannt. Seit beginn der Kolonialisierung, hatten die Gilden ein globales Netzwerk aufgebaut. Es könnte sein, dass die schottischen Clans, welche in den Gilden vertreten waren, später die Freimaurerei über dieses Netzwerk global verbreiten konnten.
Ein Enkel von Baron Thomas Hope war Charles Hope (1681-1742). Er war Präsident der Bank of Scotland, die seit 1695 besteht und damit zu den ältesten noch existierenden Banken gehört. Sie ist heute Teil der Lloyds Bank, welche von der Quäkerfamilie Lloyd gegründet und geführt wurde. Charles Hope wurde 1703 zum Grafen geadelt. Sein Enkel Graf John Hope (1765-1823) war ein bedeutender britischer General und Direktor der Royal Bank of Scotland (nicht zu verwechseln mit der Bank of Scotland).
Baron John Bruce Hope (1684-1766) war sechs Jahre lang Gouverneur (Kolonialherr) der britischen Kolonie Bermuda. Seine Mutter stammte aus dem schottisch-adligen Bruce Clan.
Henry Hope (circa 1746-1789) war Vizegouverneur von Quebec in Kanada. Die 10 Provinzen von Kanada haben bis heute je einen Vizegouverneur, der Vertreter der britischen Königsfamilie ist. Kanada war früher eine britische Kolonie und gehört heute zu den Commonwealth-Staaten, die politisch und wirtschaftlich eng mit Grossbritannien verbunden sind. Sehr viele Vizegouverneure der kanadischen Provinzen stammten aus schottischen Clans. Die Clans waren massgeblich am Aufbau Kanadas beteiligt.
Im Jahr 1901 machte sich die Kolonie Australien offiziell unabhängig von Grossbritannien. Trotzdem wird seither in Australien ein Generalgouverneur gestellt, der der Repräsentant der britischen Königsfamilie ist und somit als ein moderner Kolonialherr betrachtet werden kann. Australien ist zudem ein Commonwealth-Staat. Markgraf John Hope (1860-1908) war 1901 der erste Generalgouverneur Australiens. Er wurde in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Sein Sohn Markgraf Victor Hope (1887-1952) war von 1936 bis 1943 Vizekönig von Indien. Er wurde ebenfalls in den Privy Council aufgenommen. Dessen Sohn Markgraf Charles Hope (1912-1987) war Direktor der „Eagle Star Insurance“, die früher eine führende britische Versicherungsgesellschaft war und heute zur „Zurich Insurance Group“ gehört. Er heiratete in den schottisch-adligen Hamilton Clan.
Thomas Hope (1848-1925) war Grossmeister der Freimaurer-Grossloge von Linlithgowshire in Schottland. Unter den Grossmeistern der Loge waren die schottischen Clans Cameron, MacDonald, Scott, Ramsay, Sandilands, Leslie, Fraser und Lindsay vertreten. Die schottischen Freimaurerlogen wurden seit Anbeginn von schottischen Clans geführt.
Baron Archibald Philip Hope (1912-1987), der ehemalige Clan-Chef, war leitender Angestellter der English Electric Company, die ein bedeutender britischer Rüstungskonzern war. Er war Geschäftsführer und Direktor von Napier Aero Engines Ltd., ein früher Automobil- und Flugzeugmotorenhersteller, der vom schottischen Napier Clan gegründet wurde. Zudem war er Geschäftsführer von Airwork Ltd., ein britischer Rüstungskonzern.
Sir Peter Hope (1912-1999) war ein britischer Geheimdienstoffizier und Diplomat. Er war Mitglied des Malteserordens, der vermutlich einflussreichste Vatikan-Orden.
Angehörige des Hope Clans waren Mitglied der schottischen Freimaurerloge Canongate Kilwinning Lodge, No 2. (Quelle). In dieser Loge waren sehr viele schottische Clans vertreten, unter anderem Hamilton, Forbes, Fraser, Sutherland, Drummond, Barclay, Livingstone, Carnegie und Russell. Die Loge wurde 1677 gegründet und gehört damit zu den ältesten Freimaurerlogen der Welt (Quelle).