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Die Vulgata und die Bibelexegese des Hieronymus
DOI:https://doi.org/10.25788/vidbor.v1i1.1095
Schlagworte:Hieronymus, Vulgata, Kommentar, Exegese, Übersetzungstechnik, Briefe, Intertextualität
Abstract
In der kürzlich vom Vulgata Verein verfassten kommentierten deutschen Übersetzung der Vulgata (Hieronymus. Biblia Sacra vulgata: Lateinisch-deutsch, Bd. I-V, Andreas Beriger, Widu-Wolfgang Ehlers und Michael Fieger, Hg., Boston: De Gruyter, 2018), Manfred Niehoffs und Michael Margoni-Köglers Übersetzung von Jesaja 1-11 bzw. 12-22 enthält Ver-weise auf Hieronymus' Kommentar zu Jesaja. Die Seltenheit einer solchen intertextuellen Lektüre der Vulgata und der Bibelkommentare Hieronymus in dieser deutschen Übersetzung ist mit sporadischer Aufmerksamkeit für das Thema in Monographien zu den Kommentaren und der lateinischen Übersetzung korelliert. Ein enger Vergleich der Vulgata und der biblischen Exegese des Hieronymus findet selten statt. Die Lücke ist überraschend, weil Hieronymus seine Kommen-tare und exegetischen Briefe vor, während und nach seiner Arbeit an der Bibelübersetzung verfasste. Darüber hinaus stellen Hebräische Fragen zur Genesis, das Buch der Orte und das Buch der Interpretation hebräischer Namen vorläufige Werkzeuge für die Übersetzung nach den Hebräern dar und skizzieren seine Übersetzungstechniken. Ebenso deuten zahlreiche Verweise auf lateinische grammatikalische Fachbegriffe in seinen Schriften stark darauf hin, dass grammatikalische Kategorien seine Übersetzung beeinflussten. Durch eine Betrachtung ausgewählter Beispiele empfiehlt dieser Aufsatz die intertextuelle Lektüre der biblischen Übersetzung, indem er den Wert des Vergleichs spezifischer Darstellungen der Vulgata mit den exegetischen Kommentaren des Hieronymus aufzeigt. Solche Vergleiche verdeutlichen nämlich bemerkenswerte Merkmale der Übersetzung und liefern Hinweise darauf, wie die Leser seine Wiedergaben interpretiert haben könnten.