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Quelle: «Allgemeiner Anzeiger vom Zürichsee», 7. September 1989 von Peter Ziegler
Da, wo sich heute der Weinrebe-Parkplatz befindet, über dessen Weiterausbau die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in der Urnenabstimmung vom 24. September 1989 zu befinden haben werden, dehnte sich bis Ende 1970 eine schmucke Grünanlage aus: ein Park mit Bäumen und Büschen, mit von niedrigen Eisenzäunen umrandeten Rasenflächen, mit Kieswegen, Ruhebänken und einem dominierenden Springbrunnen in der Mitte. Die Aufnahme von 1963 zeigt ihn in seiner eindrücklichen Eleganz. Im Zentrum des teichähnlichen Brunnenbeckens aus Sandstein, mit zwei grossen und zwei kleineren halbkreisförmigen Ausbuchtungen, steht der mächtige Brunnenstock. Er trägt zwei Schalen. In die kleinere, obere fällt der Strahl des Springbrunnens zurück; dann ergiesst sich das Wasser in die grössere, untere Schale und schliesslich ins Hauptbecken.
Springbrunnen in der Weinrebenanlage, erstellte 1884, Ende der 1960er Jahre bei Bauarbeiten zerstört.
Der Springbrunnen in der Weinrebe-Anlage wurde im Jahre 1884 erstellt, und zwar von der 1876 gegründeten «Aktiengesellschaft Quellwasserversorgung Wädensweil», welche Wädenswil aus den Mülenen-Quellen in Richterswil mit Trink-, Brauch- und Löschwasser versorgte. Auf den 1. Januar 1901 wurde dann diese Aufgabe von der Politischen Gemeinde übernommen. Man benötigte den Springbrunnen ursprünglich vor allem, wenn man das Leitungsnetz spülte. Dann schoss hier mit grossem Druck der Strahl in die Höhe. Um die Jahrhundertwende gab es in Wädenswil noch weitere Springbrunnen, unter anderem bei der «Krone», unterhalb des «Rosenhofs» und beim «Neuguet».
Die Weinrebe-Anlage trug ihren Namen nach dem benachbarten Restaurant Weinrebe. Die Aufnahme von 1927 zeigt es. Das Haus stand nur wenig südöstlich der heutigen Parkplatzzufahrt an der Seestrasse, gegenüber der Metzgerei, und wurde 1927 abgerissen, als das Tiefbauamt des Kantons Zürich in diesen Abschnitt die Seestrasse verbreitern liess.
Restaurant Weinrebe.
Verschwunden sind im Mai 1971 Umfassungsmauern, Büsche und Rasenflächen; der noch intakte Brunnen hat kein Wasser mehr; die Schale ist mit Schutt angefüllt. Noch kann man am Brunnenstock die Jahreszahl 1884 ablesen. Es wird nur noch Tage dauern, dann ist auch dieses Denkmal zerstört: Opfer des Verkehrs, Opfer einer fortschrittsgläubigen Zeit!