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«La mia Dorabella capace non è»
Mozart fällt gewissermassen mit der Tür ins Haus. Gleich im ersten Akt von «Così fan tutte» versprechen sich Guglielmo und Ferrando in einer der mitreissendsten Nummern die Treue ihrer Frauen: «La mia Dorabella capace non è». Ferrando ruft den Himmel an, Guglielmo den persönlichen Glauben, um diese Treue zu bestätigen. Da tritt auch schon Don Alfonso auf, der mit seiner Intrige die Oper erst zum Laufen bringt. «Graue Haare» seien ihm schon gewachsen über dieser ganzen Treue-Diskussion. Damit ist, quasi statistisch, die Untreue der Frauen bereits in der ersten Szene von «Così fan tutte» erwiesen.
«Un'aura amorosa»
Ein Tenor hat eine Liebesarie zu singen: Das gehört sich so in einer klassischen Oper. Ferrandos «Un'aura amorosa» ist aber keine Erklärung an eine geliebte Frau, sondern an die Liebe selbst. Hier ziehen der Librettist da Ponte und Mozart einen doppelten Boden ein: Es ist die Hoffnung auf die Liebe, die als das eigentliche Ziel in der Arie besungen wird. Seltsam eigentlich, dass einer, der frisch verlobt ist, solche Worte singt.
«Sani e salvi»
Die Liebe hat in Mozarts «Così fan tutte» Schiffbruch erlitten. Don Alfonsos Intrige war erfolgreich: Bewiesen ist am Ende, dass die Frauen (und Männer) eben doch alle gleich sind – nämlich gleich untreu. Nichtsdestotrotz singen alle zum Schluss glücklich vereint: «Sani e salvi». Und preisen im Finale des zweites Aktes dieser Liebes- und Verwirrungsoper die Vernunft. Ausgerechnet!