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Etwa 2700 vor Christus wurde der Rhabarber in einem chinesischen Kräuterbuch als Heilmittel erwähnt. Allerdings nicht in den Stängeln sondern in den fleischigen Wurzeln. Von China aus verbreitete sich der Rhabarber nach Russland. Die Römer sollen ihn deshalb «Rheum rhabarbarum» genannt haben, weil die Pflanze von den Barbaren kam. Eine andere Erklärung führt den Namen auf den «Barbar von Rha», den Fremden von der Wolga zurück, denn «Rha» war damals der Name für die Wolga. Später, zur Zeit Christi, wurden bestimmte Rhabarberarten schon international gehandelt. Im 18. Jahrhundert entdeckte man den Rhabarber auch als Nahrungsmittel. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bauten die Engländer Rhabarber als Gemüse kommerziell an. Noch heute sind sie führend in dessen Züchtung und Anbau. Im übrigen Europa dauerte es etwas länger. Laut einer Überlieferung wurde einem Händler in Hamburg von einem Engländer ein paar Rhabarberpflanzen geschenkt, der veredelte sie und hatte Erfolg damit. In der Schweiz wird der Rhabarber vor allem am Genfer- und am Murtensee angebaut. Auch in Gütighausen wird Rhabarber durch «Gemüse Korrodi» angebaut.
Der Rhabarber wird fälschlicherweise oft zu den Früchten oder zum Obst gezählt, gehört aber zur Familie der Knöterichgewächse und ist demzufolge mit der Sauerampfer (Rumex) verwandt. Somit ist der Rhabarber ein Gemüse. Eigentlich ist der Rhabarber eine Staude wie z.B. Rittersporn oder Sonnenhut. Auffällig ist der Rhabarber wegen seinen grossen rundlich, wellig gekrausten Blättern. Die Blätter sind wegen der hohen Oxalsäure nicht essbar. Man verwendet nur die dickfleischigen Stängel. Heute dienen die Blätter nur gerade noch als Dekoration, zum Beispiel als Platztellerersatz auf einem sommerlichen Tisch. Man könnte sie aber auch mit Wasser aufkochen um Pfannen zu entkalken. Ebenfalls sehr imposant ist der weisse Blütenstand des Rhabarbers, welcher bis 1.50 m Höhe erreichen kann. Rhabarber wächst anspruchslos und fühlt sich an einem sonnigen bis halbschattigen Standort wohl. Er liebt einen tiefgründig und nahrhaften Boden. Ein idealer Platz ist in der Nähe des Kompostes. Die Blütenstände sollte man so früh wie möglich abschneiden, damit die Kraft in das Wachstum der Stängel geht. Mit der Ernte beginnt man in der Regel ab Mitte April. Ernteschluss ist am längsten Tag (20. Juni). So ist es gewährleistet, dass die Pflanze wichtige Reservestoffe in den Wurzeln einlagern kann, damit man im nächsten Frühjahr wieder einen guten Ertrag erzielt. Da im Sommer das Wachstum zum Erliegen kommt, lagert sich in den älteren Stängel eine hohe Konzentration an Oxalsäure ab, die für den Menschen gesundheitsschädigend sind. Der Rhabarber sollte generell nicht roh gegessen werden, naschen erlaubt.
Rhabarber enthält Vitamin A, B1, B2 und C, Niacin und reichlich Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Der Rhabarber wirkt darmregulierend, blutreinigend und entschla-ckend. Zusätzlich wird ihm eine harntreibende Wirkung nachgesagt. Ideal für die Frühjahrskur.
Rhabarber lässt sich für Kompotte, Kuchen, Konfitüren, Chutneys und Desserts verwenden.
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