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Novak Djokovic, Rafael Nadal, Stefanos Tsitsipas und Diego Schwartzman: Von den anfangs 128 Spielern im Hauptfeld kämpfen noch vier um den Einzug in das Endspiel der French Open.
Bei den French Open der Tennisprofis in Paris werden am Freitag die beiden Herren-Finalisten ermittelt. Der Titelverteidiger und zwölfmalige Turniersieger Rafael Nadal aus Spanien trifft auf den Argentinier Diego Schwartzman. Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic aus Serbien bekommt es mit dem Griechen Stefanos Tsitsipas zu tun. Ein Blick auf die vier Halbfinalisten:
Nach der Disqualifikation in New York, als er im Achtelfinale der US Open mit einem Tennisball eine Linienrichterin getroffen hat, und der damit verpassten Chance auf einen weiteren Grand-Slam-Titel will Djokovic unbedingt mit Nummer 18 den Rückstand auf Nadal (19) und Roger Federer (20) in dieser Kategorie verringern. Körperlich ist der Serbe allerdings angeschlagen. Im Viertelfinale gegen Pablo Carreño Busta musste er behandelt werden. Während sein Gegner ihm Schauspielerei vorwirft, vermutet der ehemalige Djokovic-Trainer Boris Becker sogar körperliche und mentale Probleme. «Für mich war es aber die sportliche Verarbeitung der Disqualifikation in New York. Das war über das ganze Match hinweg zu sehen. Er konnte seine Nervosität nicht loslassen», analysiert Becker.
100 Matches hat Nadal bislang bei den French Open gespielt, 98 hat er gewonnen. Zwölfmal hat er hier den Titel geholt, so oft wie kein anderer. In diesem Jahr ist er als einziger noch ohne Satzverlust. Alleine diese Zahlen sind furchteinflössend und schier nicht zu glauben. Obwohl er zuletzt beim Turnier in Rom seine bislang einzige Niederlage gegen Schwartzman hinnehmen musste, geht er mit einer Bilanz von 9:1-Siegen gegen den Argentinier als klarer Favorit in das Match. Mit seinem 20. Grand-Slam-Titel würde Nadal mit dem Schweizer Roger Federer gleichziehen, der seine Saison wegen einer Knieverletzung vorzeitig beendet hat.
Im vergangenen Jahr feierte der junge Grieche bei den ATP-Finals in London seinen bislang grössten Titel durch einen Finalsieg gegen den Österreicher Dominic Thiem. Der 22-Jährige stand bereits in einem Grand-Slam-Halbfinale (Australian Open 2019), ins Endspiel schaffte er es bei einem der vier bedeutendsten Turniere bislang aber nicht. Im direkten Vergleich liegt Tsitsipas gegen Djokovic mit 2:3 hinten. Im Viertelfinale der French Open hat er sich gegen den Russen Andrej Rubljow für die Niederlage im Finale des Rothenbaum-Turniers revanchiert.
Das Viertelfinale gegen den US-Open-Sieger Dominic Thiem war das bislang packendste und spektakulärste Match des ganzen Turniers. 7:6 (7:1), 5:7, 6:7 (6:8), 7:6 (7:5), 6:2 gewann Schwartzman nach 5:08 Stunden. Unvergessen auch die Szenen nach dem Matchball, als Thiem seinem guten Kumpel fair gratulierte und ein paar Sätze am Netz mit ihm wechselte. Für Schwartzman ist es das erste Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Die Bilanz gegen Nadal lautet 1:9, weshalb der nur 1,70 Meter grosse Schwartzman auch launig sagte: «Ich bin nicht sicher, ob ich sehr viel Selbstvertrauen haben werde.»