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Viel Fossilien:
Zähne und Kiefer von Fischen (Pycnodus), Schuppen
von Lepidotus etc. Die in der Sammlung Jaccard in bemerkenswerter Vollständigkeit vertretenen Stücke dieser Arten sind
von Pictet de La
Rive beschrieben worden.
(Lacde) und
Lac Brenet(Kt. Waadt,
Bez. La Vallée).
1003 m. Doppelsee des Juragebirges, im Jouxthal; zieht sich
zwischen den Ketten des
Mont Tendre und
Mont Risoux von SW. nach NO. Besonders bemerkenswert in Bezug auf seine Abflussverhältnisse.
Von den in Kalkgebirgen so überaus häufig vorkommenden
Seen, die sich unterirdisch entleeren, weisen nur wenige mehr als
einen Abflusstrichter auf. Unter allen diesenSeen steht nun der Lac de Joux dadurch einzig da, dass er 7 solcher
Trichter oder Trichtergruppen besitzt, zu denen sich im
Lac Brenet noch 4 weitere gesellen. Auffallend ist nicht nur die grosse
Anzahl dieser sämtlich am linken (NW.-) Ufer liegenden Klüfte, sondern auch der Umstand, dass sie sich alle
im gleichen Niveau befinden und daher auch alle zu gleicher Zeit tätig sind, während anderswo etwa der eine
Trichter trocken
zu liegen kommt und der andere dann zu stärkerer Tätigkeit in Anspruch genommen wird.
Die bedeutendsten sind der Entonnoir du
Moulin duRocheray am oberen Ende des
Sees und der Entonnoir de
Bonport an seinem unteren Ende
(Lac Brenet). Ingenieur Lauterburg hat s. Z. Messungen vorgenommen, aus denen sich ergibt, dass
die
Orbe bei ihrem Eintritt in den Lac de Joux im Mittel 3,178 m3Wasser führt, während die Quelle bei
Vallorbe im Mittel
mit einem Volumen von 4,860 m3Wasser austritt, d. h. mit einem Mehr von 1,682 m3, das sich weder
aus dem dem
See vom
O.-Hang zukommenden Quellwasser
(Brassus und
Lionne) noch aus der im Einzugsgebiet des
Sees und in der Zwischenregion
bis zur Orbequelle bei
Vallorbe fallenden Regenmenge erklären lässt. Es muss demnach ein wirklicher
¶
Von grossem Interesse sind auch die übrigen Verhältnisse des Sees. Er besteht aus 2 Becken, dem 9 km langen Lac de Joux
im engeren Sinn und dem 2 km langen Lac Brenet, die beide durch eine schmale Wasserrinne von weniger als 2 m
Tiefe zusammenhängen. Grösste Breite des Hauptsees 1200 m, die des Lac Brenet 500 m; grösste Tiefe des erstgenannten blos 34 m
(500 m von der Roche Fendue entfernt), die des andern 20 m (nahe gegenüber dem Trichter von Bonport). Gesamtfläche
9,440 km2 (Lac de Joux 8,650 km2, Lac Brenet 0,790 km2); gesamte Wassermasse etwa 147 Millionen m3 bei einer mittleren
Tiefe von 15,6 m. Der Seeboden ist stark gewellt, da ihm 16 gut ausgeprägte Hügelrücken aufsitzen, die den Fischern als
sog. «monts» wohl bekannt sind. Es sind aller Wahrscheinlichkeit
nach Moränenwälle.
Die Frage nach der Entstehung des Seebeckens ist ziemlich schwierig zu beantworten. Sicher hat sein Spiegel einst höher gelegen,
zu welcher Zeit dann sein Abfluss vielleicht durch das Thälchen von Orzeire seinen Weg nahm und sich in hohem Wasserfall
über die Felswand des Crêt des Alouettes zu Thal stürzte, um damit genau die Stelle der heutigen Orbequelle
zu treffen. Diese Verhältnisse können aber nicht lange gedauert haben. Das Thälchen von Orzeire ist zu wenig tief eingeschnitten
und lässt zu wenig deutliche Erosionswirkungen erkennen, als dass man annehmen könnte, es hätte wirklich die ursprüngliche
Abflussrinne des Sees gebildet. Es war dieser Zustand der Dinge nur eine vorübergehende Erscheinung,
die den heutigen Verhältnissen unmittelbar vorangegangen ist und der Zeitspanne entsprach, während welcher der Seespiegel
30-40 m höher lag als jetzt.
Diese höhere Lage des Seespiegels bezeugen die noch vorhandenen Terrassen mit ihrem Bau als einst unter Wasser getauchte
Uferbänke und die alten Deltabildungen, die zwischen L'Orient de l'Orbe und Le Pont das rechte Ufer des
Sees und des Thales begleiten. Diese Terrassen und Deltas sind postglazialen Alters. Dagegen ist aber die Wanne des heutigen
Sees zweifellos ein zum grössten Teil präglaziales Erosionsthal, das gebildet worden ist durch die von
NO. und SW. zu einem gemeinsamen Trichter hin (der wahrscheinlich dem jetzigen tiefsten Punkt des Lac de Joux entspricht)
einander entgegen fliessenden Oberflächenwasser. Es ist möglich, dass auch die Wanne des Lac Brenet sich auf ähnliche Weise
unabhängig von derjenigen des Hauptsees gebildet hat, wenn nicht die Barre zwischen beiden Becken eine
blosse Moräne ist. (Dies letztere ist allerdings wahrscheinlich, wie dies die grossen glazialen Schuttmassen nahe
den Eismagazinen
nördl. von Le Pont zu bezeugen scheinen).
Auf die eben geschilderte Weise sind zahlreiche Thäler im Juragebirge ausgetieft worden; wir nennen als Beispiel blos das
Thal von Le Locle. Während der Eiszeiten hat sich dann an den Gehängen und am Grunde des mit einer mächtigen
Eisschicht ausgefüllten Thales sowohl kiesigen als toniges Moränenmaterial abgelagert. Zugleich wurden der oder die Trichter
verstopft, so dass nach dem Rückzug des Eises der Abfluss des Wassers eine Zeit lang durch das Thälchen von Orzeire stattfinden
musste, dessen Sohle 55 m über dem jetzigen Spiegel des Sees liegt.
Nachher öffnete sich zuerst der Trichter von Bonport, der den Seespiegel allmählig tiefer legte und vielleicht längere Zeit
als alleiniger Abfluss tätig war. Wahrscheinlich entstanden die übrigen Trichter erst nachher und zwar je nachdem gerade
die Ufererosion da oder dort das an den Felsen angekleisterte Moränenmaterial weggewaschen hat. Darum
sind auch alle diese Trichter im gleichen Niveau: sie können nicht tiefer liegen als die untere Grenze der Einwirkung des
Wellenschlages.
Die Höhe des Wasserspiegels kann im Lac de Joux bis um beinahe 3 m schwanken. Der höchste Wasserstand
fällt stets mit der raschen Schneeschmelze bei Regenwetter zusammen und kann vom Oktober bis Mai erfolgen. Der letzte bedeutende
hohe Wasserstand trat in der zweiten Hälfte des Januar 1896 ein; damals entströmten der grossen und kleinen Höhle bei Vallorbe
mächtige Wassermassen, so dass die Orbe am Elektrizitäts- und Wasserwerk Le Day grosse Schädigungen
verursachte.
Ueber seine Ufer getreten ist der Lac de Joux in den Jahren 1571, 1600, 1751, 1817, 1863, 1867, im Winter 1882/83, im März 1888 und
Anfangs Oktober 1889. Prof. Picard hat am durch das Färbungsexperiment festgestellt, dass in der Orbequelle bei
Vallorbe wirklich das Wasser des Lac de Joux zu Tage tritt. Das in den Trichter von Bonport geschüttete
Fluoreszeïn ist in der Quelle bei Vallorbe 50 Stunden später sichtbar geworden, und die Färbung hielt 18 Stunden lang an.
Die Professoren Forel und Golliez haben das Experiment am mit dem Unterschied wiederholt, dass
zu gleicher Zeit die Schleuse des Trichters von Bonport geöffnet wurde.
Die Folge davon war, dass die Wassermenge der Quelle 2 Stunden später zunahm und ihre Färbung schon nach 22 Stunden eintrat.
Ein weiterer, am Trichter von Le Rocheray am vorgenommener Versuch ergab, dass auch das Wasser
vom oberen Ende des Sees zur Orbequelle abfliesst, dazu aber 12 Tage braucht. Aus dem faden Geschmack und der schwach gelblich
durchscheinenden Farbe des Wassers der Orbequelle, wie Beides für etwas torfiges Seewasser charakteristisch ist, sowie aus
den dem Wasser des Lac de Joux entsprechenden Temperaturveränderungen der Quelle hatte man übrigens
schon früher den Schluss gezogen, dass deren Wasser - wenigstens zum Teil - aus dem Lac de Joux herkommen müsse.
Die Kraft des in die Trichter stürzenden Wassers hat
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mehr
sich der Mensch an zweien dieser Oeffnungen - bei Bonport und Rocheray - schon seit langer Zeit dienstbar gemacht. Da aber
die zu diesem Zwecke angelegten Stauwehre (besonders das von Bonport) den freien Abfluss des Seewassers hinderten, suchte
man schon längst nach einem Mittel zur Regulierung des Wasserstandes und zur Verhütung von Ueberschwemmungen.
Die jetzt in Ausführung begriffenen Arbeiten wollen nicht nur diesen Zweck erreichen, sondern zugleich auch noch das Gefälle
zwischen dem Lac Brenet und Vallorbe der Industrie nutzbar machen.
Sie bestehen dahin, dass man das Seewasser vom Punkt 1003,50 m im Lac Brenet durch einen 2500 m langen
Stollen bis vor den Crêt des Alouettes führt, wo es in einen Stauweier einfliessen wird. Dieser Kanal wird im Durchschnitt 2 m3Wasser führen, kann aber bis zu 20 m3 in der Sekunde fassen. Eine am Trichter von Bonport anzubringende Schleuse wird den
maximalen Wasserstand des Sees nicht über 1008,50 m steigen lassen. Der so zur Verfügung stehende Fall
wird 243 m betragen und eine Kraft von im Maximum 20000 HP liefern. Auf dem Lac de Joux verkehrt heute ein kleines Dampfboot,
das früher auf dem Lac des Brenets in Betrieb gestanden hat. Vergl. auch den Art. Joux (Valléede).
Im Lac de Joux finden sich in Menge der Hecht, die Seeforelle, die Trüsche, der Barsch und die Ellritze. Die Schleihe kommt
im Lac Ter (kleiner See nw. über dem Lac de Joux) vor. Den Hecht haben die Mönche von L'Abbaye schon im 13. Jahrhundert eingesetzt,
während die in der Orbe ausserordentlich häufigen Krebse erst ziemlich spät in den See eingeführt worden
sind.
(Valléede), deutsch Jouxthal (Kt. Waadt,
Bez. La Vallée).
Das Jouxthal bildet eine gut begrenzte Landschaft im nw. Abschnitt des Kantons Waadt
und liegt zwischen der Kette des Mont Risoux im NW. und
derjenigen des Mont Tendre im SO. Seine auf französischem
Boden befindliche Fortsetzung reicht bis zur Wasserscheide zwischen der Bienne, Valserine und Orbe und heisst Vallée des Rousses.
Nach unten setzt sich das Jouxthal orographisch in der breiten Senke von Vallorbe fort, deren Sohle mehr als 200 m tiefer liegt
als die des Hauptthales. Der Kessel von Vallorbe wird übrigens vom Jouxthal noch durch den Querriegel
des Mont Orzeire getrennt, so dass er einem abgesunkenen Teilstück des Hauptthales verglichen werden kann. Nach oben geht
das schweizerische Jouxthal ohne irgend welchen Gefällsbruch direkt in seine französische Fortsetzung, die Vallée des Rousses,
über und wird von ihr nur durch die politische Grenzlinie getrennt, während die natürliche Grenze
nach unten ein nahezu ebenso bedeutendes Verkehrshindernis bietet, wie die das Thal begleitenden Längsketten. Die Kette
des Mont Tendre wird übrigens von 2 ausgezeichneten Strassen überschritten. Es sind 1) die Strasse über Petra Felix (1150
m), die ins Thal von Vaulion führt und von der die Strasse über den Molendruz (1179 m) nach Mont la Ville
abzweigt;
2) die Strasse über den Col du Marchairuz (1450 m), die das Jouxthal quer über den Mont Tendre mit Gimel verbindet. Von Vallorbe
herauf kommt die Strasse von Les Époisats (1083 m), die das Jouxthal in Le Pont erreicht, von wo aus
zu beiden Seiten des Sees je eine Längsstrasse thalaufwärts sich zieht. Sie vereinigen sich bei Le Brassus, worauf die Strasse
am rechtsseitigen Thalhang bis zum wichtigen Knotenpunkt La Cure weitergeht, wo sich die Strassen Les Rousses-Morez und die
über den Col de Saint Cergue und Col de La Faucille kreuzen. Die Kette des Risoux wird dagegen von keiner
grossen Strasse überschritten. Der Name der Vallée de Joux (Etymologie s. beim Art. Joux) erinnert an die grossen Waldungen,
die seine Hänge bekleiden und aus deren Mitte der klare Spiegel seiner Seen hervorblinkt.
Geologie undOrographie.
Das Jouxthal ist 22 km, mit Einschluss der Vallée des Rousses 30 km lang, seine Breite beträgt zwischen den Kämmen des Risoux
und der Kette Mont Sallaz-LeCroset-Saumont 6-7 km. Man betrachtet meist den Kamm des Mont Tendre als die natürliche SO.-Grenze
des Jouxthales, wie er auch die politische Abgrenzung des Bezirkes bildet. In orographischer Hinsicht
ist dies aber nicht richtig, da zwischen den nur am Mont Sallaz stärker hervortretenden Rücken der Kette Saumont-Le Croset
und den Kamm des Mont Tendre sich als lange Senke noch das Val des Amburnex einschiebt, das zuerst allerdings nur schwach ausgeprägt,
aber ohne Unterbrechung von Le Mazel (1456 m; nö. vom Mont Tendre) über die Joux de Bière (1348 m),
Les Amburnex (1335 m) und La Trélasse zieht, um weiter sw. sich
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