Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/72948

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob für die Mobilfunktelefonie aus gesundheitspräventiven Gründen generell eine Tarifberechnung nach kurzen Zeitintervallen vorgeschrieben werden soll, sodass es keine Anreize gibt für längere lange Gespräche.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Mobiltelefonie birgt neben unbestrittenen Vorteilen auch potenzielle Risiken für die Gesundheit des Menschen. Der Bundesrat nimmt diese Anliegen ernst. Der Schutz des Menschen u. a. vor der Strahlung der Mobilfunkbasisstationen ist in der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (SR 814.710) geregelt. Die im europäischen Vergleich strengen Immissionsgrenzwerte dieser Verordnung schützen, basierend auf dem heutigen Wissensstand, die Bevölkerung ausreichend und zuverlässig vor den wissenschaftlich anerkannten Gesundheitsgefährdungen. In Anwendung des Vorsorgeprinzips werden auch potenzielle Risiken begrenzt; dabei steht die Verringerung der Langzeitexposition im Vordergrund.</p><p>Der Gesundheitsschutz bei Geräten und beweglichen Anlagen (Bereich Produktesicherheit) soll durch Verbesserung der Prävention, Vorsorge und Information sowie durch die verbesserte nationale und internationale Koordination erreicht werden. Im April 2006 hat eine interdepartementale Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bundesamtes für Gesundheit den Bericht "Nichtionisierende Strahlung und Gesundheitsschutz in der Schweiz" in Erfüllung des Postulates Sommaruga Simonetta 00.3565 erarbeitet. Die Empfehlungen dieses Berichtes befinden sich derzeit in der Umsetzungsphase.</p><p>Für die Strahlenexposition bei einem Mobiltelefonat ist neben der Gesprächsdauer auch die Strahlungscharakteristik des Mobiltelefons entscheidend. Hier setzt der Bundesrat auf die sachgerechte Informiertheit und Eigeninitiative der Nutzer. Er begrüsst insbesondere die freiwillige Deklaration der Strahlung (SAR-Werte) durch die Hersteller, mit der die Nutzer ihre Selbstverantwortung wahrnehmen können. Diese Information wird bereits heute gewährleistet. Damit dürfte eher eine Präventivwirkung erzielt werden als mit einer Tarifberechnung nach kurzen Zeitintervallen, da wohl in den meisten Fällen der Preis die Länge eines Gesprächs nur unwesentlich beeinflusst.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.