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Beim Absturz einer indonesischen Passagiermaschine sind am Montag vermutlich 188 Menschen ums Leben gekommen. Die Boeing 737 des Billigfliegers Lion Air stürzte am Montag wenige Minuten nach dem Start vom Flughafen der Hauptstadt Jakarta aus zunächst ungeklärter Ursache ins Meer.
Das Flugzeug war auf dem Weg zur Nachbarinsel Bangka. An Bord waren nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde mindestens 181 Passagiere sowie sieben Besatzungsmitglieder.
Die Boeing 737 MAX 8 war um 06.20 Uhr Ortszeit (00.20 Uhr MEZ) in Jakarta gestartet. Eine Stunde später wurde sie auf dem Flughafen von Pangkal Pinang erwartet, der grössten Stadt der Nachbarinsel Bangka.
Beim Flugzeug handelte es sich um eine brandneue Boeing, erst im August wurde sie in die Flotte aufgenommen. Es ist der erste Absturz von diesem neuen Flugzeugtyp. Gemäss Lion Air haben die beiden Piloten zusammen 11'000 Stunden Flugerfahrung.
Vermutlich ist der Absturz auf ein technisches Problem zurückzuführen. Der Vorstandschef der Fluggesellschaft, Edward Sirait, berichtete am Montag, dass der Pilot der Boeing 737 kurz nach dem Start um Erlaubnis gebeten habe, zum Flughafen Jakarta zurückzukehren.
«Unser Pilot hat nach Vorschrift gehandelt», sagte der Chef der Fluglinie. «Als er gesehen hat, dass es ein Problem gibt, hat er darum gebeten, zur Basis zurückkehren zu dürfen. Aber wir wissen, wie es zu Ende ging.» Sirait bestätigte, dass die Maschine zuvor schon ein technisches Problem gehabt habe. Dies sei jedoch vor dem Flug am Montag behoben worden. Details nannte er nicht.
Die Maschine verschwand nach Angaben der Luftraum-Überwachung nach 13 Minuten nach dem Abheben von den Radarschirmen. Nach kurzer Suche wurden dann im Meer die ersten Trümmer entdeckt, etwa 70 Kilometer von Jakarta entfernt.
Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist gering. An Bord der Maschine befanden sich nach Angaben der Generaldirektion für zivile Luftfahrt 178 erwachsene Passagiere, ein Kind, zwei Babys, zwei Piloten und fünf Flugbegleiter.
Ein Sprecher der Rettungsdienste, Muhammad Syaugii, sagte: «Wir haben Rettungswesten, Handys und Flugzeugteile entdeckt.» Vermutet werde, dass das Wrack in einer Tiefe von etwa 35 Metern im Meer liege.
Der Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho, veröffentlichte auf seinem Twitter-Konto auch erste Bilder von der Unglücksstelle. Auf dem Wasser ist ein grösserer Flugbenzin-Teppich zu sehen.
Lion Air ist die grösste Billigfluglinie des Inselstaats Indonesien mit seinen mehr als 250 Millionen Einwohnern. Die 1999 gegründete Gesellschaft, die moderne Jets der Hersteller Boeing und Airbus einsetzt, fliegt hauptsächlich Ziele innerhalb des Landes an. Die Flotte umfasst nach Angaben der Fluglinie derzeit 112 Maschinen.
2013 war bereits eine andere Boeing 737 von Lion Air mit mehr als 100 Menschen an Bord beim Landeanflug auf die indonesische Urlauberinsel Bali ins Meer gestürzt. Das Flugzeug brach praktisch auseinander. Damals gab es jedoch keine Todesopfer. (sda/dpa/afp/mlu)