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Einem neuen Branchenbericht zufolge werden die Verkäufe von Luxusuhren aus zweiter Hand neue Modelle innerhalb eines Jahrzehnts überholen, da die Käufer nach seltenen Zeitmessern von Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet Ausschau halten.
LuxeConsult, ein in der Schweiz ansässiges Analysten- und Beratungsunternehmen, prognostiziert, dass der Markt für alte und gebrauchte Uhren bis 2033 auf 79 Milliarden Euro ansteigen wird, mehr als das Dreifache des Umsatzes von 25 Milliarden Euro im letzten Jahr.
Der Online-Verkauf wird den Sprung vorantreiben, da das Interesse an Luxusuhren während der Pandemie eine Renaissance erlebte. Während die Nachfrage boomte, waren die Konsumenten, die die beliebtesten Modelle von Rolex, Patek und Audemars Piguet kaufen wollten, frustriert, weil es an Produkten mangelte und sie aufgrund der begrenzten Produktionsmöglichkeiten bei den Top-Marken auf Wartelisten standen. Einige Käufer haben sich dem Sekundärmarkt zugewandt, wo Verkäufer und Händler für die begehrtesten Modelle einen Aufschlag auf die Detailhandelspreise verlangen.
Dem Bericht zufolge stieg der Wert der Verkäufe von gebrauchten Uhren im Jahr 2022 um 20 Prozent, während der Umsatz mit neuen Luxusuhren um 12 Prozent auf über 52 Milliarden Euro anstieg.
Inmitten des wirtschaftlichen Abschwungs erwartet LuxeConsult, dass die Verkäufe auf dem Sekundärmarkt im Jahr 2023 nur um 3 Prozent und im Jahr 2024 um 10 Prozent steigen werden, bevor sie von 2025 bis 2033 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 12 Prozent erreichen. Dem steht eine durchschnittliche Wachstumsrate von 4 Prozent beim Verkauf neuer Luxusuhren gegenüber.
Die Vorhersage von LuxeConsult ist sogar noch optimistischer als ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Deloitte, der davon ausgeht, dass der Markt für gebrauchte Uhren bis 2030 um 75 Prozent auf 30 Milliarden Dollar wachsen wird.
Die Vorhersage könnte ein Segen für die grossen Akteure auf dem Sekundärmarkt sein, darunter Händler wie WatchBox, Watches of Switzerland, Subdial und Watchfinder, das dem Luxuskonzern Richemont gehört. Auch Online-Marktplätze wie Chrono24 und Ebay würden davon profitieren. Traditionelle Schweizer Uhrenhersteller, die sich auf den Verkauf neuer Zeitmesser konzentrieren, wie die Swatch Group, könnten einem zunehmenden Wettbewerb ausgesetzt sein.
Subdial 50 als Index
Nachdem die Preise auf dem Sekundärmarkt für die beliebtesten Modelle von Rolex, Patek und Audemars Piguet im März letzten Jahres nach einem beispiellosen Anstieg ihren Höchststand erreicht hatten, sind sie seitdem stetig gefallen. Der Subdial 50, ein vom Online-Marktplatz Subdial zusammengestellter gewichteter Index der Preise für die 50 wertmässig am meisten gehandelten Luxusuhren, ist innerhalb von 12 Monaten um 20 Prozent gesunken. Dennoch liegen die Preise auf dem Sekundärmarkt für die neuesten Modelle von Rolex Daytona, Patek Nautilus und AP Royal Oak immer noch deutlich über den Preisen im Laden.
Nach Angaben von LuxeConsult entfallen auf Rolex, Patek und Audemars Piguet mehr als 55 Prozent des Handelswerts von Sekundärmarktuhren. Das Unternehmen arbeitet ausserdem jedes Jahr mit Morgan Stanley zusammen, um einen umfassenden Bericht über den Absatz, die Produktion und den Marktanteil der wichtigsten Schweizer Uhrenhersteller zu erstellen.
(Bloomberg)