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1939-1944
Der FC Adliswil wählt Hans Giger als Nachfolger des unter unschönen Begleiterscheinungen zurückgetretenen Emil Booss als neuen Präsidenten. Grösste Sorgen bereitete dem Vorstand die ungesunden Finanzen, nur dank aussergewöhnlichem Entgegenkommen finanzstarker Mitglieder konnte den dringlihsten Verpflichtungen nachgekommen werden. Die erste Mannschaft wurde in dieser Saison der sehr starken "Gotthardtruppe" mit den Tessinervereinen zugeteilt, wo sie sich mit 16 Punkten aus 16 Partien sehr achtbar schlug. Sehr bedauert wurde das Ausscheiden in der 3. Runde des Schweizercups gegen Kreuzlingen mit 2:3, hätte doch ein zugkräftiger Gegner sicher bitter benötigte zusätzliche Einnahmen gebracht.
Die Damen spielten bereits im Jahre 1939 am ersten Vereinsturnier Fussball.
Die erste Telefonkabine wird aufgestellt zwischen dem alten Schulhause und dem allgemeinen Konsumverein an der Albisstrasse.
1. September 1939: Der zweite Weltkrieg bricht aus. Erstes Mobilmachungstag ist Samstag, 2. September 1939. Der Damenturnverein und der Töchterchor kommen wöchentlich einmal zusammen, um gemeinsam für die Soldaten Socken zu stricken. Die Wolle wird aus den Vereinskassen bezahlt.
Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges verhinderte natürlich den Start der auf den 3. September 1939 vorgesehenen Beginn der Fussballsaison. Auch in Adliswil mussten über 80% der Aktiven die Fussballstiefel mit dem Gewehr vertauschen. Als man bemerkte, dass keine unmittelbare Gefahr für die Schweiz bestand, organsieirte der Fussballverband eine sogenannte Mobilisationsmeisterschaft, die die Adliswiler im Mittelfeld beendeten.
Grosse Erfolge erntete in dieser Saison die Junioren-Mannschaft, die mit lauter Siegen klar die Gruppenmeisterschaft errang. In den Finalspielen gegen GC, FCZ und Red Star (was für klingende Namen) mussten die jungen Adliswiler nur infolge des schlechten Torverhältnisses dem FCZ den Sieg überlassen!
Hans Giger, der weiterhin sehr initiative Präsident, organisierte der Meisterschaft vorangehend das 1. Vereinsturnier des FCA mit der Idee, die Ortsvereine beim Fussballspiel näher zusammenzubringen. Erster Dorfturniersieger wurde der Männerchor Frohsinn.
Auf einer Schweizer-Tournee gastiert Füsilier Wipf mit seiner Gruppe in Adliswil. Paul Hubschmid ist im Sihltal kein Unbekannter, lebte doch sein Vater wärend Jahren in Adliswil.
Der Gemeinderat erlässt ein Verbot jeglichen Maskentreibens auf öffentlichem Grund und in Gasthäusern. Verboten sind auch Fasnahtsumzüge, das SChiessen mit Feuerwaffen sowie das Abbrennen von Feuerwerken.
Trotz des nun weltumspannenden Krieges ist die Saison 1940/41 für die Fussballer wie auch für das ganze Land recht glücklich abgelaufen. Die 1. Mannschaft erreichte mit dem 2. Platz hinter Kikers Luzern das seit dem Jahre 1932 beste Resultat.
Die Junioren erreichten erneut den Gruppenmeister-Titel, scheiterten aber in den Finalspielen am FC Uster.
In der Kasse des FCA gähnte nach wie vor ein Riesenloch, obwohl die Aktivspieler auf die ihnen zustehenden Resiespesen verzichteten.Das im vorangegangenen Jahr erstmals durchgeführte Vereinsturnier konnte infolge der vielen Militärdienstabwesenheiten nicht wiederholt werden.
Ab 1. März wird die Strassenbeleuchtung morgens nicht mehr eingeschaltet.
Der Sihltaler erinnert daran, dass Kaffeesatz zu sammeln und abzuliefern sei. Aus 100 kg trockenem Kaffeesatz können 6-9 Kilo Industriefett gewonnen werden.
Der FCA, nach der Vorrunde noch an erster Stelle liegend, wurde in der Gotthardgruppe wieder 2.. Der Vorstand war nicht unglücklich über diesen 2. Rang, wäre doch ein Aufstieg in die 1. Liga bei der immer noch vorhandenen Finanzmisere kaum möglich gewesen.
Ferdinand Kübler dankt in einem Inserat "für den begeisterten Empfang, den mir die Behörden, die Vereine und die Bevölkerung von Adliswil bei Anlass meiner Heimkehr von der erfolgreihen Tour de Suisse bereiteten, und der mich tief ergriffen hat".
Ab 16. Oktober 1942 ist auch das Brot rationiert. "Altes Brot ist nicht hart, aber kein Brot, das ist hart".
Vier Jahre des völkermordenden Ringens um die Weltherrschaft sind auch an der ässeren und inneren Struktur des Fussballclubs Adliswil nicht spurlos vorbeigegangen. Wenn die Schweiz auch bisher das Letzte an diesen furchtbaren Geschehnissen erspart blieb, so brachten doch immer wiederkehrende Aktivdiensttage jedem Einzelnen entscheidende Beschränkungen in seinem privaten und sportlichen Leben. Diese Tatsache, zusammen mit weiteren ungünstigen Einflüssen, musste sich auf die Dauer auf das Vereinsleben auswirken. So kam es nicht von ungefähr, dass die Saison 1942/43 für die Mannschaft rabenschwarz verlief. Nach 10 Niederlagen hintereinander belegte man den letzten Gruppenplatz und erst ein Kantersieg am 20. Juni 1943 gegen Blue Star II sicherte dem FCA im 2. Relegationsspiel den Klassenerhalt.
Die anfangs Saison gegründete Senioren-Mannschaft nahm zum ersten Mal an der Meisterschaft teil und erreichte einen Mittelfeldplatz. Wie so oft wirkten sich die sportlichen Misserfolge auch auf die Zusammenarbeit im Vorstand aus, wo Kleinmut und zum Teil Unfairness die sonst schon schwierige Arbeit zusätzlich erschwerte.
Die Braunkohlelager am Albishang, insbesondere im Rossweg, im Steig und im Junker sollen wieder ausgebeutet werden. Rendite sei jetzt unwichtig; wichtig sei Heizmaterial um jeden Preis.
In einer öffentlichen Versammlung fällt ein Vorentscheid betreffend Standort des neuen Schulhauses: Kronenwiese: 51 Stimmen, Hündli: 20 Stimmen, Lebern: 4 Stimmen, Werd: 2 Stimmen.
Die Unstimmigkeiten im Vorstand bewegten den verdienten langjährigen Präsidenten Hans Giger sein Amt niederzulegen. Nach einer ergebnislos verlaufenden Generalversammlung konnte dank der Einsicht einiger erfahrener Mitglieder an einer zweiten ausserordentlichen Versammlung ein neuer Vorstand mit Hans Streuli an der Spitze gewählt werden. Nach der sportlich verunglückten Saison Der FCA, nach der Vorrunde noch an erster Stelle liegend, wurde in der Gotthardgruppe wieder 2.
Am 7. Mai 1945 geht für Europa der 2. Weltkrieg zu Ende.
Absoluter Saisonhöhepunkt war das am 3. Dezember 1944 auf dem provisorischen Sportplatz Werd ausgetragene Cupspiel gegen den damaligen Schweizermeister Grasshoppers. 1200 Zuschauer erlebten ein rassiges, überraschend ausgeglichenes Spiel, in dem die Sihltaler ehrenvoll mit 1:3 unterlagen.
Auch in der neuen Umgebung der 1. Liga konnten sich die Sihltaler ordentlich behaupten. Nach einem überraschenden 2. Platz nach der Vorrunde errangen sie schliesslich einen guten 7. Rang. Die Gründung einer Schülermannschaft unter Otto Gille, die Schaffung einer Gönnerkategorie unter den Mitgliedern mit Mehreinnahmen von Fr. 250.-- waren neben den Fronarbeiten am neuen Gemeindesportplatz im Sood die wichtigsten Gegebenheiten der letzten Kriegssaison.