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Sanierung der Kirche in Oberstammheim 2020
Geschichte
Im Jahr 1932 erhielt das Zürcher Weinland einen ersten katholischen Pfarrer, der sich zunächst in Ossingen und ab 1934 in Oberstammheim niederliess. In seinem Wohnhaus in Oberstammheim richtete er eine Kapelle ein und betreute weiterhin auch die Kapelle in Ossingen. Da in den 1930er Jahren in der Gegend von Andelfingen nur wenige Katholiken wohnten, in Stammheim dagegen etliche neu zugezogene Katholiken ansässig waren, verlagerte sich der Schwerpunkt der Seelsorge nach Oberstammheim.
In den 1930er Jahren konnten auch die Nachbargrundstücke des Pfarrhauses in Oberstammheim, vom Oberstammer Förster Ita, welcher mit einer Katholikin aus Schienen, Höri (DE) verheiratet war und deshalb der Gemeinschaft wohlgesonnen, für den Bau einer Kirche erworben werden. Mitten im 2. Weltkrieg wurde dann in Oberstammheim die Marienkirche mit Hilfe von Spenden errichtet. Architekt der Kirche war Arnold Meyer aus Hallau. Baubeginn war am 5. August 1941 und es dauerte bis am 24. Mai 1942, bis der Bau der Kirche vollendet war. Als weitere Patrone der Kirche wurden der Hl. Gallus und die Hl. Anna bestimmt. Im Jahr 1971 wurde das Pfarrhaus in Oberstammheim renoviert und 1972 der Chor der Marienkirche an die Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils angepasst.
Da sich in der Region des Bezirkhauptorts Andelfingen immer mehr Katholiken ansiedelten, verlagerte sich der Schwerpunkt der Pfarrei ab den 1960er Jahren nach Kleinandelfingen, von wo aus seither die Seelsorge und Pfarreiarbeit auch für Oberstammheim organisiert wird. Die 1966 zu einer eigenständigen Pfarrei ernannte Gemeinde in Feuerthalen ist eine Tochterpfarrei von der Pfarrei Stammheim-Andelfingen. Im Jahr 2011 wurden diese beiden Pfarreien zu einem Seelsorgeraum verbunden.
Seit September 2017 wird der Seelsorgeraum von Pfarrer Stephan Kristan und dem Co-Leiter Marco Anders geleitet.
Architektur & Kunst
Die Liebfrauenkirche liegt am Kirchweg und ist deshalb nicht genau nach Osten, sondern nach Südosten ausgerichtet. Mit den geknickten Satteldächern auf Turm und Schiff sowie den Natursteinen im Turmfundament nimmt sie Elemente des Heimatstils auf, die rechteckigen Fenster und Schallöffnungen verweisen aber auch auf das Neue Bauen. Einziges schmückendes Element und fast Markenzeichen ist eine Darstellung des Hl. Gallus, mit Bär, an der Fassade des Kirchturms. Bildthema und künstlerische Technik weisen darauf hin, dass im Stammertal schon früh im Mittelalter ein Gotteshaus bestanden hat: die vom Kloster St. Gallen erbaute Galluskapelle. Diese liegt etwas oberhalb des Dorfes auf dem Chilenbückli und darf mit ihren Fresken aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts als eine kunstgeschichtliche Perle im Zürcher Weinland gelten.
Über eine Treppenanlage gelangt man durch einen Vorbau in den Turm, wo eine weitere Treppe ins Innere führt, welches sich im ersten Stock über dem Pfarreisaal befindet. Der Tabernakel stammt aus der Erbauungszeit der Kirche. Die Glasfenster zeigen traditionelle christliche Symbole, so die Gesetzestafeln des Alten Bundes oder die Heilig-Geist-Taube. Besondere Beachtung verdient das Fenster rechts des Chorraumes, welches mit Kelch, Patene, Messbuch und Stola die zentralen Aufgaben des Priesters verdeutlicht. Die grossen Fenster im Schiff stellen die sieben Sakramente der katholischen Kirche dar und dies jeweils mit einem Zitat aus der Bibel.
Sanierung ab 23. März – Juli 2020
Es ist eine «sanfte» Renovation mit einer Auffrischung des äusseren und inneren Erscheinungsbildes (Kirchturm, Fassaden und Innenraum) vorgesehen.
Dabei wird das Schwergewicht auf die Sanierung des Kirchgeläutes, der Reinigung der Kirchen- / Bleiglasfenster und der Umgestaltung des Kirchenvorplatzes gelegt.
Graziano Brandenberg
Mitglied der Kirchenpflege