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Rückplatzierung von fremdplatzierten Kindern
Eine theoretische und empirische Analyse
Die Themenfelder der Fremdplatzierung und der Rückplatzierung stellen menschlich und fachlich herausforderungsreiche Aufgabengebiete innerhalb des Kindsschutzes dar. Eingriffe in die erzieherischen Aufgaben von Familien und in die Autonomie von Kindern und Jugendlichen verletzen zwei zentrale Werte der Gesellschaft: einerseits das Recht auf Familienleben und anderseits das Recht auf Selbstbestimmung der Individuen. Die Soziale Arbeit hat sich daher mit der Legitimation ihrer Handlungen und Interventionen in diesem Bereich auseinanderzusetzen. Dementsprechend wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit eine Rückplatzierung legitimerweise durchgeführt werden kann. Der Forschungsstand wird dargestellt anhand einer Unterscheidung zwischen (positivistischer) empirischer Sozialwissenschaft und Dialektik. Der theoretische Teil der Arbeit befasst sich mit Theoriebildung der Sozialen Arbeit, mit generellem Blick auf die Frage nach Legitimität von Interventionen und besonderem Fokus auf das Problemfeld der Rückplatzierung. Anhand der Rekonstruktion zweier Fallstrukturen wird die empirische Analyse geführt. Das methodische Vorgehen wird dabei an das Kodierverfahren der Grounded Theory angelehnt, zudem aber mit einem offenen, hermeneutischen Ansatz kombiniert.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass Rückplatzierungen dann legitim sind, wenn diese eine konsequent sozialpädagogische Orientierung aufweisen. Das erste Ziel, welches unter keinen Umständen aufgegeben werden darf, ist, dass das betroffene Kind unter Bedingungen aufwachsen kann, welche die Herausbildung von Mündigkeit und Zurechnungsfähigkeit ermöglichen. Nur so kann ein autonomes Individuum entstehen, welches sich in einer arbeitsteiligen, demokratischen Gesellschaft zurechtfinden und an den relevanten Diskursen teilnehmen kann. Ein weiteres Ergebnis ist, dass eine sozialpädagogische Orientierung der gründlichen Analyse des Einzelfalls bedarf und dabei die Verwendung von Instrumenten aber nicht ausreichend ist. Weiter hat sich gezeigt, dass eine angeblich wertfreie Herangehensweise an das Thema im Rahmen einer Methodologie der positivistisch-empirischen Sozialwissenschaft letztlich zu Affirmation gegenüber gegebenen Umständen führt. Sozialpädagogik muss daher politisch Farbe zu demokratischen Verhältnissen bekennen.