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IhreBehaarung ist dicht, am
Kinn bartartig verlängert. Sie leben in
Südamerika
[* 5] sehr gemein und verbreitet,
besonders in dichten, hochstämmigen und feuchten Wäldern, und finden sich in
Steppen nur da, wo die einzelnen Baumgruppen
gehölzartig zusammenstehen und
Wasser in der
Nähe ist.
Ihre Lebensweise ist außerordentlich einförmig; sie sind sehr harmlos,
aber grämlich und mürrisch, spielen nie untereinander und verbringen ihr
Leben auf denBäumen mit Fressen,
Brüllen, bewegungslosem Hinbrüten und
Schlafen.
(Mycetes), eine Gattung der plattnasigen amerik. Affen, durch ein äußerlich als großer Kropf hervortretendes
und mit der Luftröhre in Verbindung stehendes Organ ausgezeichnet, das aus dem merkwürdig angeschwollenen und in eine Knochenblase
verwandelten Zungenbeine und dem nach hinten ungemein hohen, dem Zungenbeine zum Schutze dienenden Unterkieferknochen
besteht. Dieses Organ verstärkt die Stimme in hohem Grade. Der Schädel ist pyramidalisch, die Nasenscheidewand breit, weshalb
sich die Nasenlöcher seitlich öffnen, die Vorderhände fünfzehig, aber der Daumen nicht entgegensetzbar, die Nägel
[* 11] nicht
platt, sondern kurz und gewölbt, das Haar
[* 12] von der Handwurzel bis zum Ellbogengelenk nach hinten gerichtet
und der Schwanz lang, ein an der Spitze unbehaartes Greiforgan bildend.
Ein großer Kinnbart giebt den Tieren ein seltsames Aussehen. Die Brüllaffe sind die größten amerik. Affen, von gedrungenem Bau,
mit muskelreichcn Gliedern versehen und von einem traurigen, grämlichen Naturell. Sie sind in Südamerika
die gemeinsten Affen, von Guayana bis Paraguay verbreitet und leben in den dichten Urwäldern meist zu 10-12 Stück zusammen
auf Bäumen, von denen sie fast nie auf den Boden herabsteigen. Das äußerst stark dröhnende, rauhe, klagende Geschrei einer
größeren Anzahl dieser Affen kann wohl eine halbe Stunde weit gehört werden.
Ihre Nahrung besteht aus Blättern, Knospen und Früchten. Die Weibchen,
deren immer mehrere zu einem Männchen gehören, werfen
nur ein Junges. Da das Fleisch der Brüllaffe schmackhafter als das anderer Affen ist, so werden sie oft geschossen. Auch das Fell
wird benutzt. Der größte und gewöhnlichste Brüllaffe ist der rote Brüllaffe(Mycetes ursinus
Kuhl, s. Tafel: Affen der Neuen Welt,
[* 13]
Fig. 1), auch Predigeraffe oder Alouate (Aluata) genannt, welcher in Südamerika weit verbreitet
ist.
Sein Körper ist 0,55 bis 0,60 m lang und ebenso lang ist der Schwanz. Die Farbe ändert vom glänzenden Rostrot bis ins Kastanienbraun
und selbst Schwarzbraun ab, und die Haare
[* 14] stehen auf der Oberseite ziemlich dicht, unten aber viel dünner.
Das Gesicht
[* 15] ist bläulich-schwärzlich, mit dünnen, zerstreuten Borstenhaaren besetzt, am Kinn mit einem starken, zugespitzten,
bräunlichen Barte geschmückt; auf dem Vorder- und Hinterkopfe ist das Haar gegen den Scheitel gerichtet. Kaum weniger groß
ist der schwarze Brüllaffe oder Caraya(Mycetes niger Kuhl) mit schwarzem Pelz und braunrotem Gesicht.
So häufig die in ihrer Heimat auch sind, sieht man sie doch in den Tiergärten äußerst selten, da die wenigen, welche die
Seereise überdauern, nach kurzer Zeit einzugehen pflegen. Das Exemplar kostet etwa 100 M.