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Ein Merismus kann in ein Hyperonym (Überbegriff) transformiert werden. Oder, um einen Merismus selber zu kreieren, wird ein Hyperonym (Überbegriff) verwendet und in Hyponyme (Unterbegriffe) zerlegt, sodass diese meist Gegenpole bzw. Gegensätze zueinander bilden. Mindestens zwei Begriffe sind dafür notwendig. Es geht aber auch ohne Gegensätze, wie dieses Beispiel zeigt: «Wir haben Möbel in Buche, Eiche, Ahorn und Kirschbaum.» Diese Auflistung von Hyponymen kann mit dem Hyperonym «Laubholz» zusammengeführt werden: «Wir haben Möbel in verschiedenen Laubhölzern». Ein Beispiel einer gegenpoligen Aufzählung: «Wir haben Möbel in Buche, Ahorn, Fichte und Föhre». Die ersten beiden Holzarten gehören zu den Laubhölzern, wogegen die letzten beiden zu den Nadelhölzern gehören. So lautet der Überbegriff: Laub- und Nadelhölzer = Massivholz. «Wir haben Möbel in verschiedenen Massivhölzern». Mit dieser Methode wird die Kernaussage über jeden Zweifel erhaben und die Nachdrücklichkeit betont sein.
Dan 9,7b
[...] der Männer von Juda und der Bewohner von Jerusalem, und des ganzen Israel, der Nahen und der Fernen, in allen Ländern, wohin du sie vertrieben hast wegen ihrer Treulosigkeit, die sie gegen dich begangen haben.
In diesem Beispiel wird „Juda“ und „Bewohner von Jerusalem“ besonders zum ganzen Israel aufgezählt. Als Überbegriff bzw. Aussage zu diesem ersten Teil, kann «Alle 12 Stämme Israels» verwendet werden. Im zweiten Teil: „der Nahen und der Fernen (Ländern)“ kann zum Überbegriff „in allen Ländern“ zusammengefügt werden. So gesehen ergeben die beiden Unterbegriffe zu demjenigen im Bibeltext geschriebenen «in allen Ländern» zusammen eine Duplikation. Dass der übergeordnete Begriff zu den untergeordneten Begriffen mit dazu geschrieben wird, ist nicht unüblich (Vgl. dazu Ex 9,25; Est 1,5). Diese so bestimmten Überbegriffe können wiederum übergeordnet werden, sodass paraphrasiert werden kann: «Alle aus dem Samen Abrahams waren treulos gegen Gott.»
Ein weiteres komplexes Beispiel mit einer Kernaussage ist die Paraphrasierung von Röm 8,38f: «Ich weiss, dass kein Feind uns von der Liebe Gottes scheiden kann» (Bsp. aus Harjung, Lexikon der Sprachkunst, S. 144):
Röm 8,38f
Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn.