Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03604.jsonl.gz/2615

Bergsportartikel
posta dei lettori
Lächeln bestätigt, dass der Preis ab Fabrik in Italien und Spanien nur etwa einem Fünftel des Ladenpreises in der Schweiz entspricht.
Dass eine Mehrheit der Käufer von Sportartikeln diese Situation aus Eitelkeit, Ahnungslosigkeit oder Gleichgültigkeit hinnimmt und ohne mit der Wimper zu zucken einen Preis zahlt, der in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Wert der Ware steht, ändert nichts an der Tatsache, dass hier moralische, soziale und politische Probleme bestehen. Ich bin persönlich der Ansicht, es sei höchste Zeit, dass die Anhänger der Bergsportarten fordern, die genaue Herkunft der von ihnen benutzten Ausrüstung zu erfahren, wenn nicht sogar die Grundlagen der Preiskalkulation. Die nahezu vollständige Undurchsichtigkeit des Handels mit diesen Artikeln ist nicht mehr zulässig und vertretbar - wenn sie es denn je gewesen sein sollte. Sie ist ebensowenig akzeptabel wie die Fabrikation von Fussbällen in Pakistan durch Kinder und unter verheerenden Bedingungen. Die Ethik fordert vom Sport Respekt gegenüber der Umwelt, in der er ausgeübt wird. Heute ist auch Respekt gegenüber den grundlegenden Rechten jener gefordert, die für die Ausübung einer Sportart nützliche oder notwendige Artikel herstellen, selbst wenn es nur so nebensächlich und harmlos scheinende Dinge wie Socken oder Hemden sein sollten.
G/7 Stauffer, Cernier/NE ( ü )
< 01 ö
Zourrier des lecteurs
Bergsportartikel
Herkunft, Preise und wünschbare Konsequenzen Kürzlich hat ein, allerdings zaghafter, « Feldzug für moralisches Verhalten » beim Handel mit verschiedenen Sportartikeln - vor allem Schuhen -gezeigt, dass die Produktionsbedingungen in verschiedenen Länder der Dritten Welt absolut skandalös sind. Die schamlose Ausbeutung der Situation in unterentwickelten Gebieten -minimalste Löhne und miserable Arbeitsbedingungen - durch manche westlichen Fabrikanten ist zu einer wichtigen Komponente im Sportbetrieb der sogenannten reichen, vor allem europäischen, Länder geworden. Die Herstellungskosten dieser Artikel stehen in keinem Verhältnis zu dem bei uns geforderten Preis: Der Verkaufspreis ist zehnmal so hoch wie der Herstellungspreis oder noch höher. Der Käufer zahlt im Grunde wesentlich weniger für den Artikel als für Marketing-Margen und exorbitante Gewinne.
Wie steht es beim Bergsportmaterial?
Die Fabrikanten sogenannter « Hardware » ( Pickel, Steigeisen, Ski usw. ) sind seit langer Zeit bekannt. Die Herkunft der Ware und die Bedingungen, unter denen sie hergestellt wird, sind also kein Geheimnis. Bei vielen andern Artikeln ( Schuhe, Rucksäcke, Kleidung ) herrscht völlige Unklarheit. Wurden sie in Portugal, Polen, auf den Philippinen oder in China hergestellt? Es gibt nicht den geringsten Hinweis. Auch die Verkäufer wissen nichts. Nur eins ist klar: der ausgesprochen « Schweizer » Verkaufspreis im Geschäft.
Ein spanischer, in der Schweiz niedergelassener Schuhmacher, ehemaliger Produktionschef einer Kletter-schuh-Fabrik in Spanien, hat uns auf die Frage nach dem Herstellungspreis von Kletterschuhen mit verstehendem