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Ungefähr dort, wo am Rücken die Kapuze eines Kapuzenpullis aufliegt, befindet sich der Muskel, der Auslöser der Kopfschmerzen sein könnte. Er heisst «Trapezius» aufgrund seiner trapezförmigen Form und hat den Spitznamen «Kapuzenmuskel». Seine Ansätze befinden sich am hinteren Schädelknochen, an den Schulterblättern und an den Brustwirbeln.
Das deutsche Forscherteam konnte nun mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) bei Probanden mit Migräne und Spannungskopfschmerz subtile Entzündungen in diesem Muskel nachweisen.
Je mehr Kopfschmerzen, desto mehr Hinweise auf Entzündung
Die Entzündungswerte waren bei solchen Teilnehmern am höchsten, die sowohl unter Migräne als auch unter Spannungskopfschmerzen litten. Ebenso zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Nackenmuskelentzündung und der Häufigkeit der Kopfschmerzen. Die Ergebnisse der Studie wurden in «The Journal of Headache and Pain» veröffentlicht und machen Hoffnung für neue, wirksame Behandlungsansätze. Wenn die Entzündung in der Nackenmuskulatur therapiert wird, könnte das eine Linderung der Kopfschmerzen oder seltenere Migräneanfälle zur Folge haben. Für Betroffene bedeutet das eine neue Aussicht, auf ein Leben mit weniger Schmerzmitteln.
Der Trapezmuskel – überlastet von unserem Lifestyle?
Der eigentliche Job des «Musculus trapezius» ist es, die Arme über 90 Grad zu heben und die Schultern zu stabilisieren, wenn wir etwa eine Wasserkiste tragen. Bei diesen Aufgaben bliebe es, wenn unser Kopf, der bei Erwachsenen über drei bis vier Kilo schwer ist, immer ganz senkrecht auf der Wirbelsäule thronen würde. In Realität tragen wir unseren Kopf häufig viel weiter vorne. Besonders wenn wir ein Auto lenken, am Monitor arbeiten oder in kleine Geräte tippen, neigen wir dazu den Kopf weit nach vorn zu neigen. Für den Trapezius und weitere kleine Nackenmuskeln bedeutet dies eine ständige Haltearbeit – eine Aufgabe, die gar nicht in seiner Jobbeschreibung stand. Besteht diese Überlastung über einen längeren Zeitraum, kann das dazu führen, dass der Muskel ermüdet und schlecht durchblutet wird. Diese Folgen könnten in Zusammenhang mit einer Entzündung stehen.
Wie Migräne und Spannungskopfschmerz sich unterscheiden
Um die individuell beste Therapie gegen Kopfschmerzen zu finden, ist eine genaue Diagnostik wichtig. Migräne und Spannungskopfschmerzen unterscheiden sich in ihrer Symptomatik und auch in ihrer Behandlung. Während Migräne meist einseitig mit intensiven, pulsierenden Kopfschmerzen auftritt und von Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und einer Aura begleitet werden kann, zeigen sich Spannungskopfschmerzen eher als konstanter Druck. Hier ist der Schmerz dumpf, drückend und betrifft den ganzen Kopf.
Auslöser einer Migräneattacke können Hormonveränderungen, Umweltfaktoren oder Trigger wie Stress oder bestimmte Lebensmittel sein. Spannungskopfschmerzen treten häufig als Folge von Muskelverspannungen, Stress, einer schlechten Haltung oder Dehydration auf.