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Es befanden sich viele in der Pole Position für die Nachfolge von Marc Bergevin als GM der historisch erfolgreichsten und populärsten NHL-Organisation. Viele Kriterien sollten erfüllt werden, um überhaupt auf die Kandidatenliste zu kommen. Viele hofften auf die Rückkehr ihrer Club-Ikone Patrick Roy, der am 2. Dezember 1995 unter besonderen Umständen während eines Spiels den Entschluss fasste, seinen Herzensclub zu verlassen. Nach zwei Stanley-Cup-Erfolgen (1986 und 1993) wurde 2008 seine Nummer feierlich im Centre Bell in Montréal „retired“. Für viele war er die ideale, ja sogar die Wunsch-Besetzung, da er nicht nur die Habs-DNA in sich trägt, sondern auch in Québec in der QMJHL erfolgreich GM war. Ausserdem war er zuvor bei der Colorado Avalanche Chefcoach und Vice President Of Hockey Operations, wo er eng mit dem GM zusammen arbeitete.
Agenten auch als GM erfolgreich
Aber für den erfolgreichen Spieleragenten Kent Hughes sprach auch vieles. Zuvor haben Brian Burke, Mike Barnett, Bill Zito und... der unvergessene, legendäre und 2020 leider verstorbene Pierre Lacroix (Québec Nordiques, Colorado Avalanche) auch schon diesen Weg eingeschlagen. Sie alle haben eines gemeinsam: Ihr Start in die NHL (bei einigen nach einer Spielerkarriere) erfolgte als erfolgreicher Spieleragent. Und sie machten, vielleicht mit Ausnahme von Mike Barnett, der nur sequenziell erfolgreich war mit den Arizona Coyotes, auch als General Manager eine ausserordentlich gute Figur.
Warum ausgerechnet Kent Hughes? Und warum ein Spieleragent?
Nun wechselt mit Kent Hughes der nächste Spieleragent beziehungsweise -vermarkter die Seiten und wird ausgerechnet im Haifischbecken Montréal zum GM befördert. Manche werden sich fragen: Warum gerade er? Es gab doch auch andere, sehr namhafte Kandidaten, die in der Provinz Québec Kultstatus haben.
Die Frage ist schnell beantwortet: Einige Kriterien sprachen für diesen Kandidaten. Kent Hughes arbeitete schon Jahre zuvor (speziell in dessen Zeit bei den Boston Bruins) erfolgreich mit dem neuen starken Mann bei den Habs, Jeff Gorton, seines Zeichens der neue Executive Vice President of Hockey Operations. Beide kennen sich und harmonieren. Gorton wollte – im übertragenen Sinne - keinen zweiten König neben sich, was beispielsweise Patrick Roy wohl gewesen wäre. Zweites Kriterium: Es musste jemand sein, der ein „Bilingue“ ist – also sowohl Französisch wie auch Englisch als Muttersprache hat. Und so wurde der in Montréal geborene Kent Hughes der 18. General Manager in der über 100-jährigen Historie des Canadiens.
Softskills, viele Kernkompetenzen und ein grosses Netzwerk
Der 51-jährige Hughes ist ein bekannter Spieleragent und vertritt NHL-Stars wie Patrice Bergeron (Boston Bruins) oder Kris Letang (Pittsburgh Penguins). Er gilt als einer jener Spielervermarkter und -vertreter, der sehr gut die Interessen beider Seiten - jener der Spieler und der GM - versteht. „Unter all den Kandidaten, mit denen wir uns beschäftigt haben, ragte Kent heraus. Wir glauben, dass er der richtige Mann als General Manager der Canadiens ist. Seine Erfahrung als Agent wird unserer Ansicht nach zudem unserem Klub sehr weiterhelfen", erklärte Jeff Gorton. Besonders bei den Drafts erhofft man sich einen Qualitätsschub durch Hughes' Expertise.
Kent Hughes ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Zwei Söhne sind viel versprechende Eishockeyspieler: Riley Hughes (Jahrgang 2000) wurde im NHL Entry Draft 2018 als Nummer 216 overall von den New York Rangers (durch Jeff Gorton als General Manager) ausgewählt. Eine interessante Anekdote ist jene mit seinem zweiten Sohn Jack Hughes. Er steht im NHL Entry Draft 2022 wohl in der ersten Runde zur Wahl. Interessant ist er für die Habs, weil er, würde Shane Wright schon vergeben sein, ein Center ist, der ins Profil passen würde. Hughes’ Bruder Ryan Hughes war ebenfalls Eishockeyprofi und bestritt unter anderem drei NHL-Partien für die Boston Bruins.
Joël Ch. Wuethrich publiziert wöchentlich Hintergrundberichte über die NHL in der führenden Deutschen Fachpublikation Eishockey News und hat ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz in Nordamerika. Seit 1992 ist er Chefredaktor diverser namhafter Publikationen, unter anderem auch war er beim Slapshot sowie beim Top Hockey Chefredakteur und war zudem lange Jahre für den Spengler Cup strategisch in Marketing und PR sowie als Chefredaktor tätig. Joël Ch. Wuethrich leitet seit 1992 hauptberuflich eine crossmedial aufgestellte PR-Agentur und eine Player's Management Agentur (Sportagon), ist Crossmedia-Stratege und HF-Dozent mit Lehrauftrag für Kommunikation und Marketing. Er analysiert seit 30 Jahren als Autor/Chefredakteur in der Schweiz, Deutschland sowie in Kanada die NHL und beobachtet das Eishockeygeschehen weltweit intensiv. Der Familienvater (zwei Kinder) arbeitet in der Schweiz und in Montréal, wo ein grosser Teil seiner Verwandtschaft wohnt.