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Was ist in deinen Augen ein Problemhund?
- Ein Problemhund ist eigentlich das Ergebnis eines Halters, der nicht gelernt hat, mit seinem Hund umzugehen...
Gibt es Ausnahmen?
- Klar, Ursprung und Genetik können eine Rolle spielen. Aber auch solch ein Hund wird nur zum Problem, wenn die Umstände nicht auf ihn abgestimmt werden.
Was würdest du sagen, ist das Hauptproblem heutzutage?
- Das Problem ist, dass die Hunde nicht mehr als Hunde gesehen werden und die Menschen nicht mehr mit Tieren umgehen können. Dazu kommt, dass durch die allgemeine Verwirrtheit, Trainer und Methoden entstanden sind, die fernab von jeglicher Logik und Realität arbeiten.
Was meinst du damit?
- Wenn mein 8-jähriges Kind auf der Strasse eine alte Dame anpöbelt und ich ihm dann Eiscreme in den Mund stecke oder abwarte, bis das Kind sich “irgendwann“ mal wieder anständig benimmt, um ihm dann zu sagen „Du bist aber ein gutes Kind.“ verstärke ich nicht nur das Verhalten, sondern lenke lediglich vom Problem ab oder ignoriere es. Die Ursache bleibt mir verborgen und ich erziehe ein Monster, das tun und machen kann, was es will.
Würdest du sagen früher waren die Methoden besser?
- Nein, definitiv nicht. Aber früher verstand man noch mehr von Tieren. Und man getraute sich als Trainer noch dem Halter zu sagen „DU BIST DAS PROBLEM!“ Anstatt ihm Honig um den Mund zu schmieren, damit er auch noch die Zusatzkurse bucht.
Nach welcher Methode arbeitest du?
- Ich arbeite nicht nach Methoden, ich sehe mir den Hund und sein “eigentliches“ Problem an und löse es. Meine Arbeitsweise folgt dem natürlichen Umgang der Hunde untereinander und orientiert sich am ursprünglichen Verhalten von Carnivora.
Du redest schon wieder vom Halter?
- Natürlich, der Halter ist die Ursache für das Problem, weil er entweder nicht versteht, was sein Hund ihm sagt, nicht weiss wie und wann er auf welche Art und Weise mit ihm kommuniziert oder durch das ganze Gerede von unzähligen pseudo Hundetrainern schon gar nicht mehr weiss, ob er jetzt: die Wasserflasche, das Leckerli oder den Klicker benutzen soll um die Symptome zu bearbeiten...ANSTATT bei den Ursachen anzufangen.
Das sind harte Worte, kann man das wirklich so einfach sehen?
- Ja und nein... Ja, weil es wie gesagt auf 95% zutrifft... Nein, weil es Ausnahmen gibt und dort wäre es unfair. Man muss den Einzellfall analysieren.
Wie sehen die Termine aus bei dir, wie gehst du vor?
- Nun, bei mir läuft das alles etwas anders. Es fängt damit an, dass ich nicht zeitlich begrenzt arbeite. Man kommt nicht in einen 60 oder 90 Minuten Termin, man kommt tageweise.
Es ist ein Unterschied ob man einen Hund „Erzieht“ (Gehorsam), oder ob man am Sozialverhalten arbeitet... Das ist auch der Grund warum viele Hundeschulen an „Problemhunden“ scheitern.
Das klingt alles ganz toll, aber gibt es Ausnahmen?
- Klar, das sind aber Sonderfälle, die man erst in der Analyse erkennt. Dort kommt es auch vor, dass mehrere Termine notwendig sind. Meist sind das dann Fälle, wo Genetik, Krankheit oder falsche Einflüsse im Welpenalter dem Hund zusetzen.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass viele Leute denken, es seien z.B. Erfahrungen aus dem Welpenalter, die ihren Hund “schwierig machen“. Dies entspricht aber nur in den seltensten Fällen den Tatsachen. Bei 95% der Problemhunde, die vorstellig werden, ist der Halter und der Umgang mit dem Hund das Problem.
Siehst du noch weitere Probleme?
- Ja, man muss seine Kompetenzen kennen, als Halter sowie auch als Trainer. Wenn ich 40 Kilogramm wiege, sollte ich mir vielleicht überlegen, ob ein 80 Kilogramm schwerer Mastif die richtige Entscheidung war... Genau so, wie man als Trainer über die Courage verfügen sollte, zu sagen: „Dieser Hund überfordert mich, gehen sie bitte zu jemandem, der kompetenter ist.“ (Anstatt irgendetwas herum zu basteln, weil man mit seinem Ego nicht klarkommt.)
Wie bekommt man am besten einen Termin bei dir?
- Nun, die erste Voraussetzung ist, dass man einen Hund hat, der Probleme macht. Sitz, Platz und Fuss kann man in jeder Hundeschule lernen. (Wir können hier gerne Empfehlungen geben). Aber an solchen Fällen habe ich persönlich kein Interesse, da es wichtige Zeit stiehlt, die ich in Problemhunde investieren kann. Am besten ruft man an, schildert das Problem und kommt vorbei... so einfach ist das.
Ich bin trotz relativ ausgebuchtem Kalender sehr interessiert daran “zeitnah“ zu reagieren und schnellstmöglich mit dem Hund zu arbeiten, da jeder weitere Tag, den der Hundehalter eines problematischen Hundes warten muss, ein potenzieller Tag sein kann, an dem irgendetwas passiert, was nicht passieren sollte.
Warum hast du dich für die Arbeit mit Hunden entschieden?
- Weil ich es kann .