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Nebenschilddrüsenüberfunktion
Was sind Nebenschilddrüsen?
Nebenschilddrüsen sind kleine Drüsen, welche sich beidseitig hinter der Schilddrüse (2 im oberen Drittel, 2 am Unterpol) befinden. Sie produzieren ein Hormon (Parathormon), welches zusammen mit Vitamin D den Calcium-Haushalt reguliert.
Was sind Zeichen einer Nebenschilddrüsenüberfunktion?
Bei der Nebenschilddrüsenüberfunktion wird zu viel Parathormon gebildet. Dadurch kann der Calcium-Wert im Blut ansteigen, weil vermehrt Calcium aus dem Knochen herausgelöst und ins Blut transferiert wird. Dies führt zu einer Schwächung und erhöhter Brüchigkeit des Knochens (Osteoporose). Der Körper versucht, überschüssiges Calcium im Blut über die Nieren auszuscheiden, was zu vermehrtem Wasserlassen und Durstgefühl führt. Dies stellt eine Belastung der Nieren dar, da die Nierenkanälchen verkalken oder sich Nierensteine ausbilden können. Erhöhte Calcium-Blutwerte können ausserdem Magenbeschwerden bis hin zum Magengeschwür, Muskel-und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen oder Vergesslichkeit auslösen. Auch eine Veränderung der Stuhlgewohnheiten kann auftreten (Verstopfung).
Was sind Ursachen für eine Nebenschilddrüsenüberfunktion?
Eine Nebenschilddrüsenüberfunktion kann als ‘normale’ Anpassung an veränderte Gegebenheiten im Körper erfolgen (sekundärer Hyperparathyreoidismus). Dies ist bei Vorliegen einer eingeschränkten Nierenfunktion oder aber bei einem Vitamin D Mangel der Fall.
Eine häufige Ursache ist jedoch das Vorliegen eines Nebenschilddrüsenadenoms (Primärer Hyperparathyreoidismus). Dies ist ein gutartiger Tumor der Nebenschilddrüse, der unkontrolliert Parathormon ausschüttet, was zu einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen führt.
Seltener sind mehrere der Nebenschilddrüsen vergrössert (Hyperplasie) und übermässig aktiv. Dies kann medikamentös bedingt sein z.B. bei Lithium-Therapie oder im Rahmen von vererbten Syndromen vorkommen.
Wie wird eine Nebenschilddrüsenüberfunktion abgeklärt?
Die Diagnose der Nebenschilddrüsenüberfunktion kann mit Hilfe einer Blut-und Urinprobe gestellt werden. Dabei werden neben dem Calcium auch das Phosphat, das Albumin, das Parathormon, das Kreatinin und das Vitamin D im Blut gemessen. Im Urin wird überprüft, ob eine vermehrte Calcium-Ausscheidung vorliegt.
Ist die Diagnose bestätigt, wird versucht, die Nebenschilddrüse mittels Ultraschall oder Nebenschilddrüsenszintigraphie zu lokalisieren.
Um zu entscheiden, ob bereits Komplikationen der Nebenschilddrüsenfunktion vorliegen, wird die Nierenfunktion überprüft und eine Knochendichtemessung durchgeführt.
Wie wird eine Nebenschilddrüsenüberfunktion behandelt?
Wenn ein Vitamin-D-Mangel ursächlich ist, wird zunächst der Vitamin D-Mangel behandelt, in dem das Vitamin D zugeführt wird. Dies geschieht in der Regel durch Einnahme von Vitamin D-Tropfen oder anderen Vitamin D Präparaten.
Gibt es auslösende Medikamente sollten diese wenn möglich durch andere Präparate ersetzt werden.
Besteht ein Adenom der Nebenschilddrüse, kann dieses mittels Operation entfernt werden. Eine Operation sollte erfolgen
- wenn der Calcium-Spiegel 0.25mmol/l über der oberen Normgrenze liegt
- wenn eine Nierenschwäche vorliegt
- wenn eine Osteoporose besteht
- bei einem Alter <50 Jahre
- wenn sogenannt neuropsychologische Symptome vorhanden sind, d.h. Depressionen, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen
Fehlen obengenannte Kriterien, kann zugewartet und der Verlauf kontrolliert werden.
Während einer Operation wird der Calcium und der Parathormonspiegel monitorisiert, wodurch der Erfolg der Operation unmittelbar nachgewiesen werden kann.
Nach der Operation kann die Nebenschilddrüsenfunktion mittels Messung des Calcium-Spiegels im Blut beobachtet werden.
Kann eine Person wegen schwerer Krankheit nicht mehr operiert werden, kann der Calcium-spiegel durch verschiedene Medikamente gesenkt werden.