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Information about the Building
Unter der Herrschaft des Fürstbischofs von Basel bildete Pieterlen mit Romont (BE), Reiben und Meinisberg die südlichste Meierei im Erguel. Fürstbischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee beraubte 1605 Biel seiner Macht über das Erguel (Herrschaft/Vogtei), indem er ein Gewohnheitsrecht einführte und 1606 in Courtelary einen Kastlan als seinen direkten Vertreter einsetzte. Biel blieb von nun an nur das Bannerrecht über Pieterlen erhalten. In der Konferenz von Bellelay 1607 konnte Blarer über seinen Bieler Meier Hans Heinrich I. Thellung Biel für die von ihm durchgesetzten Veränderungen gewinnen (Schaffung der neuen Vogtei Erguel). Hans Heinrich I. Thellung, 1606–1608 Meier von Biel, erbaute in Pieterlen 1607 sein Haus neu, wobei er darin eine Gerichtsstube einrichtete. 1610–1637 war er als fürstbischöflicher Landvogt im Erguel unter anderem in Pieterlen in richterlicher Funktion tätig.
Der Kirchensatz der 1228 erstmals erwähnten Martinskirche von Pieterlen gehörte seit 1416 dem Kloster Bellelay, das sein Kollaturrecht trotz der 1529 in Pieterlen eingeführten Reformation bis zur Klosteraufhebung 1797 ausübte. Grössere Umbauten erfuhr das Gotteshaus 1616 und 1858/59. Anlässlich der letztgenannten Restaurierung schuf Johann Jakob Röttinger im Auftrag Sigmund Heinrich Wildermeths (1801–1883) drei neue Bildfenster für den Chor. Das eine davon musste 1941 dem Auferstehungsfenster weichen, das Louis Halter damals nach einem Entwurf Paul Zehnders für das zentrale Chorfenster anfertigte. Bei der Kirchenrenovation von 1956/57 wurden auch die beiden anderen Fenster Röttingers aus dem Chor entfernt, 2001/02 aber wieder dort eingesetzt.
Literature
Johann Schmucki, Die Kirche von Pieterlen, in: Hornerblätter 1957 (Vereinigung für Heimatpflege Büren a. A.).
Heinz Rauscher, Die Kirchenfenster von Pieterlen – oder von grosszügigen Spenden und vom Wandel des Geschmacks, in: Der Seebutz 2008.