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Schweizer Geschichte
Bären in der Schweiz
Bären in der Schweiz
In vorgeschichtlicher Zeit besiedelte der Braunbär die Schweiz noch flächendeckend, mit Ausnahme der Gebiete oberhalb der Vegetationsgrenze. Bereits um 1500 war der Bär aber fast im gesamten Mittelland ausgerottet. 1565 wurde in Zürich der letzte Bär erlegt. Der Bärenbestand im Ofenpassgebiet wurde 1865 noch auf etwa 30 Stück geschätzt. Zwischen 1800 und 1850 verschwanden die Bären aus den Nordalpen und Mitte des 19. Jahrhunderts war die Population im Berner Oberland, den Walliser Alpen und im westlichen Teil der Tessiner Alpen bereits derart geschwächt, dass sie innert 50 Jahren vollständig zusammenbrach. 1891 fiel der letzte Bär in den Luganeser Alpen, 1898 im Misox und 1902 im Veltlin. Vorallem das Aufkommen neuer, handlicher und genauerer Gewehre liess die Zahl der Bärenabschüsse hochschnellen.
Anfangs des 20. Jahrhunderts wurden immer wieder einzelne Tiere gesehen, die durch das Engadin zogen. So auch 1904 die 116 kg schwere Bärin, welche in der Flanke des Piz Pisoc von zwei Jägern erschossen wurde. Zehn Jahre später wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt!
Nach dem Abschuss der letzten Bärin wurde dennoch mehrmals Bären auf Bündner Gebiet gesichtet. Auf einer Wanderung im Val Lairun beobachteten zwei Churer Kantonsschüler im August 1919 eine Bärin mit zwei Jungen. Doch die Hoffnung der Naturschützer, dass sich der Bär wieder ansiedeln könnte, erwies sich als illusorisch. Die letzte Bärenbegegnung in der Schweiz wurde im Jahre 1923 gemeldet.
Im Juli 2005 wanderte nach über 100 Jahren wieder ein Bär („JJ2“)aus dem italienischen Trentino ins Val Müstair ein, gilt aber seit Herbst 2005 als verschwunden. 2012 tauchte ein weiterer Bär („M13“) regelmässig im Kanton Graubünden auf. Nachdem er anfangs Oktober 2012 vermehrt in geschlossene Wohngebiete eingedrungen war wurde beschlossen, den Bär als „Problembär“ einzustufen. Im Februar 2013 wurde er im Puschlav-Gebiet abgeschossen.
Der Bärengraben
Die erste sichere Nachricht von einem Bärengraben in Bern ist aus dem Jahre 1441 überliefert. Eine zufällige Notiz hat die Bestellung einiger Säcke Eicheln als Futter für die Bären, die der Rat aufgab, enthalten. Im Jahre 1513 berichtet der bernische Chronist Valerius Anshelm, wie siegreich aus der Schlacht von Novara heimkehrende Berner mit den eroberten Fahnen einen lebenden Bären als Kriegsbeute in ihrem Triumphzug mitführten. Ihm wurde im Stadtgraben vor dem mittleren Stadttor, auf dem noch heute so benannten Bärenplatz, ein Häuschen errichtet, und sei jener Zeit hat man in Bern ohne Unterbruch immer Bären gehalten. Mit einer einzigen Ausnahme. Diese verschuldete die französische Armee, die 1798 die Bären, zusammen mit dem Berner Staatsschatz, nach Paris führen liess. Ein einziges Bärlein blieb tot im Berner Bärengraben zurück. Es ist heute noch als „letzter Bär des alten Bern“ im Berner Historischen Museum zu sehen.