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Waldbrände erwecken oft zwiespältige Gefühle: Einerseits vernichtet das Feuer den Wald wie auch einige der in ihm lebenden Pflanzen und Tiere. Vorübergehend sind uns Menschen wichtige Waldfunktionen wie der Schutz vor Naturgefahren nicht mehr gewährleistet und als Folge können Gefahren für Siedlungen, Verkehrswege und Bevölkerung entstehen. Anderseits ist Feuer auch eine natürliche Störung, die zur Dynamik der Ökosysteme beiträgt.
In von Feuer betroffenen Ökosystemen herrschen veränderte Wettbewerbsbedingungen und je nach Feuerintensität entstehen kleinräumige Waldstrukturen, die die Artenvielfalt und die funktionalen Gleichgewichte der Lebensgemeinschaften neu gestalten und dabei die Biodiversität erhöhen können. Wie oft, wann und wie stark es in einem Gebiet brennt, hängt vorwiegend vom Zusammenspiel zwischen Klima, Wetter und menschlichen Tätigkeiten ab. Das Klima beeinflusst das Feuergeschehen indem es die vorherrschende Vegetation und deren Zusammensetzung mitsteuert. Über das Wetter werden vor allem die Feuerauslösung (momentaner Feuchtigkeitsgehalt des Brandgutes) und das Feuerverhalten (windgesteuerte Feuerausbreitung) beeinflusst. Der Mensch beeinflusst das Feuergeschehen entweder indirekt über die Landnutzung und das Brandgut-Management oder direkt durch das Auslösen oder Löschen von Feuern.
Autor: Marco Conedera
Pages: 117-128