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Langes Echo
Dobropillja ist eine Stadt in der Ostukraine. 70 km von der Grenze entfernt, wo die von den abtrünnigen Republiken ausgehenden Spannungen die Menschen beständig fürchten lassen, dass der Krieg nie weit ist. Die ungewisse Zukunft bestärkt die Menschen darin, an ihren täglichen Gewohnheiten festzuhalten und zu versuchen, sich mit der instabilen politischen Landschaft zu arrangieren. Unterschiedlichste Persönlichkeiten versuchen so gut es geht, mit dem Elend in ihrer Stadt zurecht zu kommen. Eine Death Metal Band probt weiterhin täglich. Ein Lehrer führt die Besucher durch die Geschichte der Stadt. Die wunderbare Wirkung eines vibrierenden Sessels wird als Mittel gegen Stress und Angstzustände getestet. Eine ältere Dame, die ihren Sohn verlor, versucht, ihren Mitbürgern ins Gewissen zu reden und sie davon zu überzeugen, den Frieden zu akzeptieren. Veronika Glasunowa und Lukasz Lakomy zeigen die Menschen und die Umgebung ihres Films in präzise gewählten Einstellungen. Der Film verzichtet auf ideologische oder politische Aussagen. Die genaue filmische Beobachtung offenbart die Würde und Resilienz von Menschen, die mit dem Alptraum eines nie endenden Konflikts konfrontiert sind.
Giona A. Nazzaro