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Wie in ganz Grossbritannien steigt auch in der Premier League die Zahl der positiven Corona-Tests rapide an. Obwohl gewisse Mannschaften im Cup mit Junioren antreten müssen, ist ein Unterbruch der Meisterschaft kein Thema.
Die Zahl der positiven Corona-Tests im englischen Fussball steigt rapide an. Zwischen dem 21. und 27. Dezember meldete die Premier League 18 neue Fälle. Zwischen dem 28. und 31. Dezember kamen weitere 28 positive Tests dazu. Und die Zahl dürfte weiter steigen. Gestern meldete Aston Villa «eine hohe Anzahl» von positiven Tests und kündigte vor dem Duell im FA Cup mit Liverpool an, das Trainingsgelände vorübergehend zu schliessen.
Mit den vielen Fällen ist die Premier League damit ein Spiegelbild der Situation im Vereinigten Königreich, wo die Corona-Fälle seit Anfang Dezember ebenfalls stark angestiegen sind. Vermutlich hängt das zu einem Teil mit der mutierten Variante des Virus zusammen, die sich in Grossbritannien verbreitet und ansteckender sein soll als die ursprüngliche Variante von Sars-Cov-2.
Andererseits scheint es bei einigen Spielern in der Premier League aber auch an der Disziplin zu mangeln. Benjamin Mendy (Manchester City), Erik Lamela, Sergio Reguilon und Giovani Lo Celso (alle Tottenham Hotspur) und Manuel Lanzini (West Ham) wurden alle an einer grösseren Party gesehen. Das Tottenham-Trio wurde für den Verstoss gegen das Corona-Protokoll des Klubs gebüsst. Luka Milivojevic (Crystal Palace) und Aleksandar Mitrovic (Fulham) feierten anscheinend gemeinsam Silvester. Bei Sheffield gab es auch einen grösseren Corona-Ausbruch.
In der Premier League mussten bislang vier Spiele verschoben werden: Newcastle United – Aston Villa (geplant für den 4. Dezember), Manchester City – Everton (28. Dezember), sowie Fulham – Tottenham (30. Dezember) und Fulham – Burnley (3. Januar).
Die tieferen Ligen werden deutlich härter getroffen als die Premier League. In der Championship, League One und League Two gab es bislang insgesamt 43 Verschiebungen und je eine weitere im FA Cup und im Carabao Cup.
Die Pokal-Partie zwischen Liverpool und Aston Villa soll heute Abend trotzdem stattfinden. Die «Lions» müssen dabei aber auf ihre gesamte erste Mannschaft verzichten und treten beim amtierenden Meister mit einer Mannschaft aus U23- und U18-Spielern an, die gestern allesamt noch getestet wurden. Derby County muss gegen Chorley ebenfalls mit Junioren antreten.
Wie der englische Verband (FA) mitteilt, müssen Partien durchgeführt werden, sofern die Teams mindestens 14 Spieler stellen können.
Ja. Obwohl sich Grossbritannien derzeit im dritten Lockdown befindet, steht ein Unterbruch der Premier-League-Saison aktuell nicht zur Diskussion. Das Problem ist der eh schon dicht gefüllte Spielplan. Im Juni soll die auf den kommenden Sommer verschobene Europameisterschaft beginnen, deshalb sind die nationalen Ligen angehalten, ihre Meisterschaften im Mai zu beenden. Gerade die Premier League mit vielen Nationalspielern steht da unter grossem Druck.
Die Liga verschärfte deshalb ihre Corona-Protokolle erneut und testet nun alle Spieler wieder zweimal wöchentlich, nachdem man im Sommer und im Herbst auf nur einen Test pro Woche gesetzt hatte. Zudem appelliert man an die Vernunft der Spieler, die Regeln künftig einzuhalten.
Obwohl ein Unter- oder Abbruch derzeit nicht zur Diskussion steht, hat sich die Premier League schon mit dem Thema befasst. Demnach müssten je nach Szenario 66 oder 75 Prozent der Spiele absolviert worden sein, damit ein Meister gekürt werden könnte.
Burnley-Trainer Sean Dyche hat sich dafür ausgesprochen, die Spieler in der Premier League schnellstmöglich gegen Covid-19 zu impfen. Sein Argument ist, dass man das Geld, das die Klubs für zweiwöchentliche Tests ausgeben, dann stattdessen dem National Health Service (NHS) zur Verfügung stellen könne.
Wie «The Athletic» herausfand, hat die Premier League aber nicht die Absicht, beim Impfen vorzupreschen. Man wolle sich nicht vor die Risikogruppen und essenzielle Arbeiter stellen.