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Die Organisatoren der beiden Europacup-Slaloms in Saanen waren sehr zufrieden. Sowohl die äusseren Bedingungen als auch das starke Fahrerfeld passten perfekt. Die Schweizer Athleten waren zahlreich vertreten, kamen aber nicht ganz nach vorne.
JENNY STERCHI
Der Norweger Jonathan Nordbotten und der Kroate Istok Rodes hatten das Podium für die beiden Renntage scheinbar gebucht. Nachdem der junge Mann aus Kroatien am Montag bereits den Sieg geholt hatte, kam er am Dienstag auf Rang drei. Nordbotten machte es genau gleich, aber in umgekehrter Reihenfolge. Mit Rang 3 am Montag und dem Sieg am Dienstag war die Bilanz des 29-jährigen Norwegers sehr gut.
Der Russe Alexander Khoroshilov, ein im Weltcup etablierter Fahrer, erreichte am Montag Rang 2. Am Dienstag sicherte sich Timon Haugan aus Norwegen, ebenfalls auf der Weltcuptour dabei, als Zweitschnellster diesen Podestplatz.
Viele Schweizer am Start
Das Schweizer Team durfte als Gastgeber für diese beiden Rennen ein grösseres Starterkontingent als die übrigen Nationen an den Start bringen. Somit war der Weg frei für junge Athleten, die noch nie vorher in einem Europacuprennen gestartet waren.
Die Resultate stellten jedoch nicht in jedem Fall zufrieden.
Die erfolgreichsten Schweizer waren Marc Rochat, der am Dienstag auf Rang 10 fuhr, und Marco Reymond mit einem ebenfalls 10. Rang am Montag.
Für den Einheimischen Noel von Grünigen lief es vor heimischem Publikum nicht nach Wunsch. Am Montag brachte er beide Läufe ins Ziel und platzierte sich auf Rang 34. Am Dienstag schied er leider schon im ersten Lauf aus. Aber die Saison sei nach den Rennen in Saanen noch nicht zu Ende, so der junge Athlet aus Schönried. Er werde in den kommenden Rennen wieder motiviert an den Start gehen.
Hohe Termindichte im Rennkalender
Die Schweizer Topathleten des alpinen Skisports waren ebenso wie zahlreiche Weltcupfahrer bereits unterwegs ins schwedische Åre, wo derzeit die Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Allerdings hielt das eine Reihe von Weltcup-Athleten wie den Kroaten Elias Kolega oder den Deutschen Fritz Dopfer nicht davon ab, an den Rennen in Saanen teilzunehmen, bevor sie nach Skandinavien aufbrachen. Und auch Jonathan Nordbotten und Istok Rodes, die Sieger in Saanen, dürften für ihren WM-Auftritt einen letzten Motivationsschub mitgenommen haben.
Wie in den Ferien
Sowohl Athleten als auch Betreuer fühlten sich sehr gut aufgehoben im Saanenland. «Wir verbrachten schon mehrere Trainingslager hier», verriet ein kroatischer Athlet. «Wir sind jeweils phantastisch untergebracht, die Trainingspiste war jedes Mal sehr gut präpariert.» Das erklärt auch, warum die derzeit stärksten Slalomfahrer Kroatiens mit Trainerlegende Ante Kostelic für die beiden Rennen Anfang der Woche ins Saanenland gereist waren.
«Es sieht echt märchenhaft aus», sagte ein Mitglied des norwegischen Teams begeistert und deutete auf den blauen Himmel und die verschneite Landschaft. Das hatten die Organisatoren zwar nicht in der Hand, aber sie genossen die sonnigen und dennoch kalten Renntage vermutlich ebenso wie die Athleten und Besucher. Für den OK-Präsidenten Philippe Chevalier waren die ersten Erupacuprennen im Saanenland ein Erfolg in allen Belangen: «Die Aufgabenverteilung im OK war optimal. Dazu kommt, dass jedes OK-Mitglied seinen Job mehr als gut erledigt hat.» Der Einsatz der Helfer und Sponsoren habe ihn überwältigt. «Der Rennverantwortliche, den die FIS geschickt hatte, sagte mir am Dienstagnachmittag, dass er sich freue, wieder ins Saanenland zurückzukommen.»
Die Piste als grosse Variable
Das Wetter hatte die Veranstalter in der Woche zuvor in Atem gehalten. Schwankende Temperaturen und viel Neuschnee wurden zur Herausforderung. Aber das Rennkommitee und ihre vielen Helfer und Partner setzten alle Kräfte ein. Am Ende stellten sie eine harte Piste zur Verfügung, die sowohl von Athleten und Trainern als auch von den Funktionären der FIS gelobt wurde. Diese positive Rückmeldung entschädigte für stundenlanges Schneefräsen am Samstag und Sonntag sowie die Präparationsarbeiten mit Wasser bis weit in die Nacht hinein.
Am Montagmorgen war die Piste frei von den Neuschneemassen und dank tiefer Temperaturen hart genug. Die drei Skiclubs Lauenen, Turbach-Bissen und Schönried bildeten das OK der Europacuprennen und standen nicht nur im Vorfeld im Einsatz. Sie waren auch besorgt darum, dass an den Rennen genügend Rutscher, Torwarte und nicht zuletzt auch erforderliches Material wie Bohrer und Ersatzstangen auf der Piste vor Ort waren.
Es ist die Idee des OKs, die Europacuprennen im alpinen Skisport im Saanenland zu etablieren. Die erfolgreiche Durchführung der ersten beiden Rennen bestärkt die Organisatoren, dieses Ziel zu verfolgen. Und die Verantwortlichen blicken zuversichtlich in die Zukunft. Und vielleicht wächst dann auch das Zuschauerinteresse im Zielraum. «Die erste Ausgabe der Europacuprennen in Saanen ist gelungen», sagte Patric Bill, OK-Mitglied und Medienverantwortlicher, auf Anfrage. Einzig das Publikum dürfe beim nächsten Mal ein bisschen grösser sein.
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