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Juli
2009
Während 70 Tagen waren an 54 Standorten Fotofallen im Einsatz. Zudem wurden einzelne weitere Fallen bei Wildtierrissen platziert.
Während des Monitorings wurden in den Kantonen St. Gallen und Zürich fünf Luchse nachgewiesen. Vier dieser Luchse wurden wiederholt auf Forststrassen und Wechseln erfasst, zwei Tiere wurden zusätzlich an einem Riss nachgewiesen, eine Luchsin wurde zusammen mit ihrem Jungen nur an einem Riss dokumentiert. Alle fotografierten und erwachsenen Luchse waren bereits bekannt (B112, B88, Wero, Noia, Alma). Beide nachgewiesenen Weibchen führten Junge: Alma eines, Noia zwei.
Die Dichte der nachgewiesenen Luchse lag im Referenzgebiet bei 0.6 pro 100 km2. Diese Dichte ist vergleichbar mit anderen Regionen der Schweiz. Zusätzlich zu den nachgewiesenen Luchsen innerhalb des LUNO-Projektperimeters fotografierte ein Wildhüter im Kanton Glarus bei Näfels das Weibchen Aika an einem Riss. Die Luchsin ist seit dem Winter 2003/2004 in dieser Region unterwegs. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie Junge führt.
Wo sind Nema und Turo?
Nicht fotografiert wurden das Weibchen Nema und das Männchen Turo im Tössstockgebiet. Das Paar hatte seit 2005 regelmässig Junge geführt. Da Turo im Spätherbst 2008 im Rheintal fotografiert worden war und Wero in der diesjährigen Erhebung gleich mehrmals im Gebiet des Tössstocks nachgewiesen wurde, ist davon auszugehen, dass Turo endgültig aus diesem Gebiet verdrängt worden ist. Ob er noch lebt und wo er sich aufhält, ist zurzeit unbekannt.
Von den letztjährigen Jungtieren haben einige grössere Wanderungen unternommen (siehe Kasten). Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich die Luchse auf natürlichem Weg ausbreiten und die Lücken zu den Teilpopulationen in der Westschweiz und in Deutschland/Österreich schliessen können.
Die längste bisher dokumentierte Wanderung eines Schweizer Luchses unternahm im Frühling 2008 das halberwachsene Männchen B132. In den ersten anderthalb Jahren nach seiner Geburt wurde das Jungtier regelmässig im LUNO-Projektgebiet nachgewiesen. Zwischen September 2007 und Februar 2008 wanderte der Luchs bis in den Schweizerischen Nationalpark im Kanton Graubünden. Dort wurde er gefangen und besendert. Dank des Halsbandsenders konnte seine weitere Reise bis in die italienische Provinz Trento, wo er heute noch lebt, verfolgt werden.
Im Winter 2008/ 2009 wurden zwei Jungluchse in der Nordostschweiz überfahren aufgefunden. Bei beiden Tieren konnte anhand genetischer Analysen gezeigt werden, dass es sich um Nachwuchs aus der Population des Projekts LUNO handelt. Das im Dezember 2008 bei Landquart überfahrene Luchsweibchen war mit grösster Wahrscheinlichkeit ein Nachkomme von Noia und dem Luchsmännchen B112. Vater des im April 2009 bei Tägerwilen (TG) tot aufgefundenen Jungluchses war das 2007 aus dem Jura umgesiedelte Männchen Wero. Die Mutter ist genetisch bisher unbekannt, es könnte sich aber um eine Tochter von Nura mit Jahrgang 2005 handeln.
Quelle: Projekt LUNO Nordostschweiz, 30. Juli 2009
September
2009
Das Untersuchungsgebiet war dabei begrenzt vom Vierwaldstättersee im Norden, dem Brünig, Lungeren- und Sarnersee im Westen, dem Rotstock, Gitschen, Grasen und Brunnistock im Südosten und dem Aare- und Gadmertal im Süden. Dabei wurden auf insgesamt 23 Bildern sechs selbständige Luchse identifiziert, wobei eines der erfassten Luchsweibchen zusätzlich in Begleitung von zwei Jungtieren war. Von diesen sechs selbständigen Luchsen sind vier bereits seit mehreren Jahren im untersuchten Gebiet sesshaft.
Das Monitoring zeigt, dass der Luchsbestand in der Zentralschweiz stabil ist. Mit einer geschätzten Dichte von 0.85 Luchsen pro 100 km2 weist die Luchsdichte im Untersuchungsgebiet einen mittleren Wert auf, der vergleichbar ist mit anderen Regionen in der Schweiz. Die Dichte ist seit der letzten Untersuchung im Winter 2006/2007 stabil geblieben.
Weitere Luchse im Kanton Luzern
Zusätzlich zu diesen Luchsnachweisen wurden von der Luzerner Jagdverwaltung in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft noch vier weitere selbständige Luchse fotografiert. Diese bewegen sich jedoch alle ausserhalb des oben beschriebenen Untersuchungsgebietes, weshalb sie auch nicht zur Berechnung der Luchsdichte hinzugezogen werden.
Quelle: Bundesamt für Umwelt , 22. September 2009