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(vorheriger Abschnitt)
Bis zu 40 Knechte und Taglöhner beschäftigt
Für die Angestelltenfamilien wurden auf dem Sentenhof insgesamt acht Wohnungen erstellt; im Jahre 1952 entstand im Wiedenthal das letzte Angestelltenhaus. Angestellte mit Familien waren willkommen auf dem Sentenhof, denn vielfach arbeitete die ganze Familie auf dem Betrieb mit. Zeitweise bevölkerte eine grosse Kinderschar das Sentenhofareal , sodass sogar eine eigene Schule hätte geführt werden können. Die übrigen Mitarbeiter waren im Haus des Betriebsinhabers untergebracht. Der Inhaberfamilie stand im stattlichen Wohnhaus lediglich ein Stockwerk zur Verfügung; die übrigen Räume waren durch die Knechte und Mägde belegt. Viele Jahre wurden die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen und weil der Platz beschränkt war, mussten die Familienangehörigen des Unternehmers in der Küche essen. Unter Franz Ineichen wurden auf dem 113 Hektaren umfassenden Sentenhof bis zu 40 Angestellte und Taglöhner beschäftigt.
An Herzversagen starb Franz Ineichen im Alter von 66 Jahren am 12. April L953. Muri erlebte damals eine der grössten Beerdigungen mit prominenten Besuchern -Bundesrat Rudolf Minger, Regierungsrat Kurt Kim, Seminardirektor Speidei, Rektor Haldimann, Nationalrat Xaver Stöckli und Prof. Laur denn der Verstorbene hatte bleibende Verdienste in der Landwirtschaft und war Ehrenbürger von Boswil. Im Militär war Franz Ineichen Oberst der Verpflegungstruppen und Kommissär des 3. Armeekorps. Zudem war er während des Zweiten Weltkrieges Rodungskommissär.
Vor 50 Jahren noch 25 AngesteIlte
Bei der Übernahme des Sentenhofes im Jahre 1953 durch Teja und Brigitte Ineichen-Burger waren auf dem grossen Landwirtschaftsbetrieb immer noch 25 Leute beschäftigt. Unter seiner Regie stand die Milchwirtschaft wieder im Vordergrund. Die Schweinehaltung, welche auf dem Senten nie von grosser Bedeutung war, gab Teja Ineichen mit dem Verkauf der letzten 56 Schweine ganz auf. Die heute im «Freiämter Stall» gehaltenen Schweine auf dem Sentenhof werden von einem auswärtigen Schweinezüchter betreut. -Die derzeitigen Inhaber, Ulrich und Lotti Ineichen-Lüthy, übernahmen den Betrieb im Jahre 1978 mit fünf Angestellten. Heute werden für die Arbeiten auf Hof und Feld im Winter 0,6 fremde Arbeitskräfte beschäftigt; im Sommer sind es 1,6 bis 2,6 familienfremde Arbeitskräfte. Die Milchwirtschaft steht mit 60 Prozent auch bei Ulrich Ineichen im Vordergrund; auf das Getreide entfallen 40 Prozent des Geschäftsvolumens. Seit der Übernahme vor rund 23 Jahren wurde die grosse Viehscheune abgerissen und nach neusten Erkenntnissen wieder aufgebaut, wobei das alte Erscheinungsbild bewahrt wurde. Das Holz für den Neubau wurde im eigenen Wald geschlagen. Die benötigten Bäume der rund eine Hektare grossen Waldfläche hatte noch Josef Ineichen gepflanzt. -Die integrierte Produktion hat auf dem Sentenhof im Jahre 1993 Einzug gehalten. Seit dem 1. Januar 2001 wird der Betrieb nach biologischen Gesichtspunkten geführt.
Quellen: Boswil -Freiamt im Spiegel der Vergangenheit von Dr. Franz Kretz, Gränichen. Marksteine zur Geschichte des Sentenhofes Muri von 0tto Ineichen, Emmenbrücke, Jahresberichte über den Geschäftsgang des Sentenhofes in den Jahren 1913 bis 1932 von Franz Ineichen, Muri