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Der soeben erschiene Band 8 der Reihe «Quaderni di Dodis» handelt von den Beziehungen der Schweiz zum sozialistischen Jugoslawien. Die Bedeutung derselben lässt sich bereits daran ersehen, dass Menschen, die ihre familiären Wurzeln im ehemaligen Vielvölkerstaat auf dem Balkan haben, heute fast fünf Prozent der schweizerischen Bevölkerung ausmachen. Thomas Bürgisser zeigt auf, dass trotz der durchaus verschieden gelagerten Gesellschaftssysteme ebenfalls zahlreiche Affinitäten zwischen den beiden «Sonderfällen» bestanden.
Strukturelle Ähnlichkeiten und Affinitäten
Beide Staaten verbanden strukturelle Ähnlichkeiten wie die sprachliche und konfessionelle Durchmischung der Bevölkerung, ein demokratisches Selbstverständnis und die föderalistische Staatsverfassung. Aussenpolitisch beschritten sowohl die neutrale Schweiz wie das blockfreie Jugoslawien im Ost-West-Konflikt einen unabhängigen Weg zwischen den Blöcken. Dank seinem liberalen Aussenhandelsregime wurde das sozialistische Jugoslawien zum bedeutendsten Handelspartner der Schweiz in Osteuropa. In den internationalen Beziehungen ergaben sich neue Formen der Kooperation.
Open Access
In seiner Basler Dissertation beschreibt Thomas Bürgisser die schweizerisch-jugoslawische «Wahlverwandtschaft» als einzigartigen Imaginations- und Kommunikationsraum, aus dem sich im Kalten Krieg ein überraschend fruchtbarer Austausch von Menschen und Ideen entwickelte. Die Studie konnte mit nun mit der Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds sowie des Max-Geldner-Dissertationsfonds der Universität Basel in der Reihe «Quaderni di Dodis» publiziert und dadurch die Ergebnisse dieser Qualifikationsarbeit in digitaler Form für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt werden.
Weitere Informationen und Download: www.dodis.ch/q8.