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Thalasso
Regie: Guillaume Nicloux
Darst.: Michel Houellebecq, Gérard Depardieu, Maxime Lefrançois, Mathieu Nicourt, Daria Panchenko, Luc Schwarz, Ginette Suchotsky, André Suchotsky, Jade Roberts u.a.
Die Handlung von «Thalasso» setzt da ein, wo «L’Enlèvement de Michel Houellebecq», den wir im Juni gezeigt haben, endet – und macht einen Zeitsprung von fünf Jahren. Michel Houellebecq trifft nach ärztlicher Verordnung in einem Thalasso-Therapiezentrum in der Normandie ein. Hier soll der französische Schriftsteller mit Schlammbädern und Kältetherapien seine ramponierte gesundheitliche Verfassung verbessern. Doch seine Kur hat sich der Autor wohl anders vorgestellt. Die Kälteschocks sind eine Tortur, und das strenge Diätregime ohne Weinbegleitung sowie das strikte Rauchverbot vergällen Houellebecq den ohnehin freudlosen Aufenthalt. Da trifft er auf Gérard Depardieu, der hier ebenfalls Gast ist. Da dieser die Restriktionen geschickt zu umgehen weiss, verbringen der Schauspieler und der Schriftsteller die Zeit meist gemeinsam bei Wein und Gesprächen über Gott und die Welt. Dann melden sich telefonisch Houellebecqs einstige Entführer und suchen Rat bei ihm. Regisseur Guillaume Nicloux und Michel Houellebecq schreiben mit «Thalasso» die aberwitzige Parodie fort, die sie um die so bekannte wie umstrittene Person Houellebecqs ausgeheckt haben. Nicloux verdoppelt den schrägen Spass, indem nun auch Gérard Depardieu im listig-fiktiven Spiel um öffentliches Image und privates Leben mitwirkt. Ihren Ruf als provokante Persönlichkeiten treiben beide mit einer gehörigen Portion Selbstironie auf die Spitze. Weil sie sich nicht schonen, ist das sowohl für Freunde als auch Feinde der beiden Reizfiguren sehr vergnüglich. So werden sie beispielsweise von einem Kurgast beschimpft: «Sie beide sind eine Schande für Frankreich!» Und wenn sie sich in ihren weissen Bademänteln – dem einen ist er zu klein, dem anderen zu gross – den diversen Behandlungen unterziehen, kommt man nicht umhin, sich darüber zu amüsieren, wie der meist traurig wirkende Autor darunter leidet oder wie er vergeblich an der verschlossenen Vitrine rüttelt, in der die Weinflaschen locken.