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Wer dem angebotenen Link folgt, erfährt, dass die «Reduktion der Treibhausgasemissionen» mit South Pole erfolge und das Wording wird vorsichtiger, Galaxus schreibt im Fenster, das nun aufpoppt, man möchte den Kund:innen ermöglichen, die entstandenen CO2-Emissionen «auszugleichen» und so einen «Beitrag zum Klimaschutz» zu leisten. Und wer noch weiterliest, erfährt, dass dieser Ausgleich als «CO2-Kompensation» bezeichnet werde.
Galaxus leistet damit gewissermassen einen Spagat: Das Versprechen der «Klimakompensation» im Warenkorb ist zwar irreführend und kein Beispiel für transparente Kommunikation, aber immerhin haben Kund:innen die Möglichkeit, sich genauer zu informieren und zu erfahren, was gemeint ist mit der Klimakompensation.
Myclimate, ein weiterer Schweizer Anbieter von CO2-Zertifikaten, spricht bereits seit Ende 2022 nicht mehr von «Klimaneutralität» und «Kompensation»: «Anstelle dessen sprechen wir heute zum Beispiel davon, dass Unternehmen einen Klimaschutzbeitrag an ein Projekt leisten, dass sie ein Investment in ein Klimaschutzprojekt machen oder dass sie ein Klimaschutzprojekt finanzieren», wie Geschäftsführerin Kathrin Dellantonio dem SRF erklärt.
Empfehlungen für die Praxis
Dass zahlreiche Unternehmen unter wenig strengen Voraussetzungen von «Klimaneutralität», «Klimakompensation» oder gar von «Netto-Null» sprechen, führt dazu, dass diese Begriffe in der Öffentlichkeit an Glaubwürdigkeit verlieren. Davon sind alle betroffen – egal, welche Kommunikationsstrategie sie für sich gewählt haben.
Polarstern sieht zwei Lösungsansätze:
- Erstens kann ein Unternehmen die Begriffe für sich selbst streng auslegen und zum Beispiel nur dann von Netto-Null oder Klimaneutralität sprechen, wenn nicht eliminierbare Restemissionen mittels Senkenzertifikaten ausgeglichen werden.
- Zweitens kann ein Unternehmen diese Begriffe vermeiden und auf alternative, ggf. konkretere Formulierungen ausweichen. Beispielsweise kann ein Unternehmen schreiben: «Wir beheizen unsere Gebäude fossilfrei.» Anstatt: «Wir beheizen unsere Gebäude klimaneutral.» Oder, analog Myclimate: «Wir investieren in Klimaschutzprojekte.» Anstatt: «Wir kompensieren unsere CO2-Emissionen.»
Weil Begriffe rund um Klimaneutralität allerdings bei vielen absenderunabhängig Misstrauen wecken dürften, funktioniert die erste Strategie nur bedingt: eigentlich nur dann, wenn an Ort und Stelle erklärt wird, was genau gemeint ist. Es reicht nicht, zu schreiben: «Wir werden klimaneutral.» Stattdessen wäre zu schreiben: «Wir werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral, in dem wir unsere Emissionen um über 90 Prozent reduzieren und die nicht vermeidbaren Restemissionen mittels Senkenzertifikaten neutralisieren.»
Solche Formulierungen sind allerdings umständlich und allein schon aus Platzgründen nicht überall umsetzbar, weshalb sich dann, je nach Kontext, auch Verlinkungen eignen können oder nochmals angepasste Strategien.