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Kurz vor seinem Rücktritt als Präsident des Internationalen Olympischen Komitess (IOC) in Moskau hat Präsident Samaranch nach einer Intervention des Schweizer IOC-Mitglieds Denis Oswald einen letzten Anlauf in Sachen Doping unternomme: Er verlangte die dringliche Einberufung einer Welt-Dopingkonferenz.Dieser Inhalt wurde am 15. Juli 2001 - 16:59 publiziert
«Wir brauchen unbedingt eine Vereinbarung mit den Regierungen. Der Sport leidet darunter, dass gegenwärtig ein Durcheinander besteht», sagte Samaranch, der Lausanne als Tagungsort der geplanten Konferenz sieht und auf jeden Fall auch die Fachverbände als Teilnehmer dabei haben möchte. Eine erste derartige Konferenz hatte nach dem grossen Doping-Skandal bei der Tour de France 1999 zur Schaffung der WADA geführt.
Auslöser der Intervention von Samaranch war eine Aufforderung des Neuenburger Rechtsanwalts Denis Oswald an die WADA, Kontakt mit den Regierungen aufzunehmen, um einheitliche Doping-Regelungen zu finden. Oswald, Präsident des Welt-Ruderverbandes, Vorsitzender der Vereinigung olympischer Sommersportverbände und seit letztem Jahr im Exekutivkomitee des IOC, sagte: «Dopingtests bei internationalen Veranstaltungen sollen unter die Zuständigkeit der WADA fallen, nationale Tests aber die Sache der jeweiligen Länder sein.» In der jetzigen Situation komme es vor, dass ein Athlet für das gleiche «Vergehen» von der einen Behörde schuldig und von der anderen frei gesprochen würde, sagte Oswald, der sich auch an den kürzlichen staatlichen Kontrollen im Giro d'Italia gestört hatte.
Gefordert war damit der Kanadier Richard Pound, der heute Montag als einer von fünf Kandidaten um die Nachfolge von Samaranch antritt. Pound ist provisorischer WADA-Vorsitzender. Er sagte zur Forderung von Samaranch: «Wir müssen diesen Vorschlag sehr sorgfältig prüfen. Es ist schwierig, eine solche Konferenz in kurzer Zeit einzuberufen. Ich fühle mich wie jemand, der zu einer Party eingeladen wird, die er selbst bezahlen soll.» Auch Oswald blieb eher zurückhaltend: «Diese Konferenz ist eine gute Idee, aber sie muss sorgfältig vorbereitet werden.»
swissinfo und Agenturen
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