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Der Fleischkonsum erhöhte sich in der Schweiz im Jahr 2011 um 0,2% auf 53,74 kg pro Kopf. Das ist mehr als ein Kilogramm Fleisch pro Woche. Nicht miteinbezogen sind dabei die Fleischkäufe im Ausland, die sich um 200 Millionen Franken auf eine Milliarde Franken steigerten; dies obwohl die Produktionsbedingungen und damit die Qualität des Fleisches dort im allgemeinen um einiges geringer sind. In der Schweiz herrschen bezüglich des Tierschutzes, der Tierhaltung, des Transports und der Fütterung strenge Auflagen, welche die Qualität und die Nachhaltigkeit der Produkte auf einem Optimum zu halten versuchen. Deshalb – und nicht nur wegen höherer Löhne - ist auch der Preis im Gegensatz zum Ausland entsprechend höher.
Der Präsident der Fachkommission Markt des Schweizerischen Schweinezucht- und Schweineproduzentenverbands „Swissporc" Christian Oberli hält zwar fest, dass teilweise positive Veränderungen in den EU-Länder stattfinden, doch wirke sich die aktuelle Situation negativ auf den Schweizer Fleischmarkt aus. Noch immer wird zu viel Schweinefleisch produziert, dessen Preis trotzdem noch zu niedrig ist. Oberli erklärt, dass die Produktion gesenkt und der Preis erhöht werden müsste, um ein vernünftiges Gleichgewicht von Schweineproduzenten und Betriebsgrösse zu erlangen.
Fakt ist, dass die Tiere in der Schweiz gesünder sind, als in der EU. Es dürfen zur Fütterung kein gentechnisch verändertes Futter und Medikamente nur bei einer Diagnose durch den Tierarzt eingesetzt werden. Die Tierhaltung muss artgerecht sein. Ausserdem halten die Mastbetriebe in Deutschland beispielsweise bis zu 50'000 Schweine. In der Schweiz sind maximal 1'500 Tiere erlaubt.
Sind die bessere Tierhaltung und die Qualität des Fleisches den höheren Preis nicht wert? Zudem ist es fraglich, ob der Fleischkonsum von über einem Kilo pro Woche – auch für die eigene Gesundheit - überhaupt angemessen ist.
Die global veränderten und ressourcenintensiven Ernährungsmuster greifen direkt in die Nahrungsknappheit ein. Je mehr Menschen Fleisch essen, desto mehr Fläche wird benötigt.
Diese Angewohnheiten stammen vermutlich noch aus den Nachkriegsjahren, als ein Stück Fleisch oder zumindest etwas Schinken täglich der Beweis für den neu erworbenen Wohlstand war. Die global veränderten und ressourcenintensiven Ernährungsmuster greifen direkt in die Nahrungsknappheit ein. Je mehr Menschen Fleisch essen, desto mehr Fläche wird benötigt; einerseits für den Unterhalt der Tiere und anderseits für den Futteranbau, wodurch Ackerland knapp wird. Ein Kilogramm Fleisch benötigt 8 Kilogramm Getreide, welches zu Nahrungsmittel verarbeitet als Mahlzeit 30 Menschen sättigen könnte. Die 15'000l Wasser, welche für dieses Kilo aufgewendet werden müssen, würden für diese Menschen knapp ein Jahr lang als Trinkwasser ausreichen.
Ausserdem gelangen durch die Ausscheidungen der Tiere viele Schadstoffe in die Umwelt. So entstehen durch die Produktion von einem Kilo Fleisch so viele Treibhausgasemissionen, wie bei einer Autofahrt von etwa 250 km. Nicht zu vergessen ist der Mist der Tiere, der als Dünger verwendet vielerorts die Böden überdüngt. Damit wird die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt, die Bodenstruktur verändert und die Vielfalt der Lebewesen aus dem Gleichgewicht gebracht. Dies führt zu fatalen Auswirkungen in der Ökologie des Bodens. Nährstoffe werden abgeschwemmt, gefährliche Krankheitserreger können durch die Gülle in die Erde gelangen. Die Folgen der ins Grundwasser oder direkt in Gewässer sickernden Gülle-Inhaltsstoffen sind beispielsweise Fischsterben sowie starke Beeinträchtigung der Qualität unseres Trinkwassers.
Der erhöhte Fleischkonsum verbraucht also nicht nur kostbare Ressourcen, sondern trägt wesentlich zur Umweltverschmutzung bei. Es gilt, den Fleischkonsum möglichst schnell drastisch zu senken.