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Wachsstele 1998
Bienenwachs, Schaltafel
2teilig je 200 x 35 x 10.5cm
sculpture at schoenthal, Kloster Schoenthal, Langenbruck
Foto: Werner Hannappel, Essen
Die ursprünglich geschlossene Holzkiste von 200 x 35 x 21 cm wurde mit heissem Bienenwachs gefüllt. Das Bienenwachs erkaltete innerhalb einer Woche. Da die Kiste oben offen blieb, kühlte die obere Schicht schneller ab als der Grund, so dass im heissen Wachs eine Molekularbewegung entstand. Ein im oberen Bereich abgekühltes Molekül wurde schwer und senkte sich nach unten in die heisse Zone. In dieser wurde es aufgewärmt und stieg wendeltreppenartig auf in den kühleren oberen Bereich. Durch die ständige Wiederholung dieses Prozesses bildete sich im Innern eine Wirbelform. In erkaltetem Zustand wurde die Holzkiste aufgesägt und aufgeklappt. Sichtbar ist das Resultat dieses einfachen selbstorganisierenden Systemes. Dieser Prozess geschieht in jedem sich erkaltenden flüssigen Material, aber im Bienenwachs bleibt die Form der Bewegung sichtbar. Die Massverhältnisse der Kiste sind so gewählt, dass der Wirbel besonders deutlich sichtbar ist. In der Physik nennt man dies eine Bénard-Zelle.