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Die Präsenz der Schweiz in internationalen Organisationen
Durch ihre Präsenz in internationalen Organisationen nimmt die Schweiz ihre aussenpolitischen Interessen wahr. Es gehört zu den Prioritäten der multilateralen Interessenwahrung:
- die Vertretung der Schweiz in Leitungsorganen sicherzustellen
- die Zahl von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern in Vollzugsorganen (Verwaltung) internationaler Organisationen zu erhöhen
- Schweizerinnen und Schweizer bei der Stellensuche in internationalen Organisationen zu unterstützen
Bei Wahlverfahren in Leitungsorgane unterstützt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Schweizer Kandidaturen mit Wahlkampagnen bei den Mitgliedern des Wahlorgans, meist Mitgliedstaaten. Die Schweizer Regierung (durch Diplomatinnen und Diplomaten) sowie unabhängige Sachverständige vertreten die Schweiz in wichtigen Gremien, unter anderem:
- Der frühere Rechtsberater des EDA und Völkerrechtsprofessor Lucius Caflisch, Mitglied der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen für die Amtsperiode 2012-2016 und Vorsitzender der 64. Session der Internationalen Völkerrechtskommission im 2012
- Professor Bertrand Calpini, Präsident der Kommission für Instrumente und Beobachtungsmethoden (CIMO) in der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) für die Amtsperiode 2010-2014
- Monique Jametti Greiner, Vizedirektorin des Bundesamtes für Justiz, Mitglied des Direktionsrates des Internationalen Instituts für die Vereinheitlichung des Privatrechts (UNIDROIT) für die Amtsperiode 2009-2013, in der Wiederwahlphase
- Völkerrechtsprofessor Walter Kälin, unabhängiger Experte des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen, der Helen Keller für die verbleibende Amtsperiode bis 2014 ersetzt
- Professor Jean Martin, Mitglied des Internationalen Bioethik-Komitee (IBK) in der UNESCO für die Amtsperiode 2010-2013
- Patricia Schulz, Direktorin des Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Mitglied des UNO-Ausschusses für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) für die Amtsperiode 2011-2014
- Professor für Klima- und Umweltphysik, Thomas Stocker, Kopräsident der Arbeitsgruppe I (wissenschaftliche Aspekte des Klimasystems und der Klimaänderung) des Weltklimarates für die Amtsperiode 2008-2013
- Jean Zermatten, Gründer und Direktor des Internationalen Instituts für Kinderrecht (IDE) in Sitten
- Pascal Clivaz, Vize-Generaldirektor des Weltpostvereins für die Amtsperiode 2013 – 2016
- Hans-Jörg Bannwart, Unterausschuss zur Verhütung von Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe für die Amtsperiode 2013 – 2014
- Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen für die Amtsperiode 2010-2013
- Rat der Internationalen Fernmeldeunion für die Amtsperiode 2011-2014
- Rat für Postbetrieb des Weltpostvereins für die Amtsperiode 2013 – 2016
In ein Exekutivorgan gelangen Schweizerinnen und Schweizer in der Regel durch eine Ernennung und nicht durch eine Wahl. Für diese Stellen ist also keine Kampagne erforderlich. Die Sonderbeauftragten und die Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen werden beispielsweise vom UNO-Generalsekretär ernannt.
Beispiele für Schweizer in einem Exekutivorgan sind unter anderem (nach Bedeutung des Amts):
- Ehemaliger Rechtsberater der Vereinten Nationen, Nicolas Michel, Sonderberater und Vermittler im Grenzdisput zwischen Äquatorialguinea und Gabun
- Thomas Gass, der heutige Botschafter der Schweiz in Nepal, wird ab September 2013 die Stelle des Beigeordneten Generalsekretärs für Politikkoordinierung und interinstitutionelle Angelegenheiten im UN Departement für Wirtschaft und Soziales (UNDESA) bekleiden.
Neben diesen politischen Ämtern ist das EDA auch bestrebt, die Präsenz von Schweizerinnen und Schweizern in der Verwaltung internationaler Organisationen durch gezielte Massnahmen zu fördern. Mit einer zweigleisigen Strategie soll die Vertretung der Schweizerinnen und Schweizer verbessert werden:
- Zum einen informiert und berät das EDA Schweizer Staatsangehörige über Karrieremöglichkeiten in internationalen Organisationen, vor allem durch die Teilnahme an Stellenforen.
- Zum andern finanziert die Schweiz Nachwuchsstellen in internationalen Organisationen (Junior Professional Officer/JPO) während zwei Jahren.
Ausserdem beteiligt sich die Schweiz auch an internen Nachwuchsprogrammen internationaler Organisationen, die untervertretenen Ländern vorbehalten sind, wie etwa dem Nachwuchsprogramm der UNESCO.
Unter diesem Link finden Sie weitere Informationen über Karriere Möglichkeiten in internationalen Organisationen.
Karriere in internationalen Organisationen