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Sie sehen aus wie Farbfotos aus der Vergangenheit: in Wirklichkeit sind es kolorierte Drucke, die mit dem so genannten Photochrom Verfahren hergestellt wurden. Eine Technik, die am Ende des 19.Jahrhunderts in Zürich entwickelt wurde. Damals wie heute interessierte man sich in der Weihnachtszeit wohl stärker als sonst für Bilder aus dem Heiligen Land.
(Blick von Lod, Nähe Tel Aviv)
Die Farbfotografie hat sich eigentlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt. Aber es gab schon vorher fotografische Verfahren, die Farbbilder ermöglichten. Eines davon ist das Autochrome-Verfahren, das genuine Farbfotos ermöglichte. Damit wurde etwa im Kloster Einsiedeln gearbeitet.
(Bedouinengruppe um 1900)
In den Archiven finden sich aber auch Bilder, die mit einem anderen Verfahren hergestellt wurden: Dem Photochrome Verfahren. Dabei handelt es sich eigentlich streng genommen nicht um ein Verfahren der Farbfotografie sondern des Druckes.
Die Bilder haben ihre besondere Magie: Sie sind kunstvoll arrangiert und komponiert und wirken auf den Betrachter mehr als Gemälde denn als fotografischer Schnappschuss. Das waren sie auch: Sorgfältig inszeniert und mit sehr viel Aufwand zu Druckvorlagen entwickelt.
(See Genezerath)
Ausgangspunkt waren in der Regel schwarzweisse Fotos. Sie wurden als Grundlage für ein lithografisches Verfahren benutzt, bei dem in den vier Grundfarben gedruckt wurden. Die Farben entsprangen aber der Phantasie des Druckers. Das Verfahren ist sehr aufwendig, liefert aber eine sehr hohe Bildqualität und war deshalb bis spät ins 20.Jahrhundert verbreitet. Farbbildern in Bücher, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts erschienen, waren mit diesem Verfahren hergestellt.
(Kamel in der Jesreelebene zwischen den Bergen Galiläas und Samarias)
Entwickelt wurde die Technik Ende des 19.Jahrhunderts vom Zürcher Lithografen Hans Jakob Schmid (1856 – 1924) und von der Firma Photochrom Zürich weiterentwickelt. Die Firma existiert heute noch, sie heisst Photoglob und ist nach wie vor spezialisiert auf Ansichtskarten.
(Nazareth, Marienbrunnen)
Eine der weltweit grössten Sammlungen solcher Bilder findet sich in der Zentralbibliothek Zürich. Die Bibliothek besitzt 11 000 Fotos, davon sind bereits heute 7000 online. Auch andere Bibliotheken und online-Kataloge verzeichnen grosse Bestände und ermöglichen online Nutzung. Dazu zählt auch Wikimedia Commons.
Alle hier gezeigten Bilder stammen aus der Sammlung von Wikimedia Commons. Dort findet sich eine schöne Gruppe von Bildern aus dem Heiligen Land. Punkto Geographie herrscht allerdings etwas Verwirrung: Ein Teil der Bilder ist im Kapitel “Israel” abgelegt. Nun gibt es aber Israel erst seit 1947. Weite Teile des Nahen Ostens gehörten damals zum osmanischen Reich, so auch Jerusalem, und müssten korrekterweise auch so angeschrieben werden.