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Die Davoser Kindergärtnerin Elsa Buol gründete im September 1919 in Rothenbrunnen im Domleschg die „Vereinigung junger Bündnerinnen“. Sie studierte damals an der Sozialen Frauenhochschule in Genf. Mit der Vereinigung wollte sie die Mädchen aus den Tälern zusammenbringen und motivieren, sich für soziale und gemeinschaftliche Anliegen einzusetzen (siehe auch Rubrik „Kantonale Bündnerinnen-Vereinigung“).
Einen Monat nach der Gründung der Vereinigung rief Elsa Buol im Oktober 1919 eine kleine Schar befreundeter Mädchen zusammen und gründete mit ihnen in ihrer Wohnstube die Sektion Davos. Leider schied Elsa Buol bereits kurz darauf, im Februar 1920, freiwillig aus dem Leben.
Dieser plötzliche Verlust führte zu einer instabilen Situation. Eine neue Präsidentin für die Davoser Sektion wurde nicht gefunden. Die Mitglieder wurden befragt und wollten die Vereinigung nicht fallen lassen. Ein Vorstand überbrückte diese schwierige Zeit, sodass die Davoser Bündnerinnen aktiv werden konnten.
An den Versammlungen tätigten die Bündnerinnen Näh- und Flickarbeiten und bastelten Spielsachen. Sieben Frauen halfen in der Schulzahnklinik mit. Es wurden Weihnachtspakete an Bedürftige verteilt und Pflegekinder betreut.
Während der Zeit der grossen Arbeitslosigkeit in den 30er Jahren, gaben die Bündnerinnen Milch, Brot und ganze Lebensmittelpakete an notleidende Familien ab. Die Kriegsjahre brachten noch grössere Not. Mit einer Lotterie wurde die Vereinskasse aufgestockt, um die Bedürftigen auch praktisch unterstützen zu können.
Die Davoser Bündnerinnen pflegten stets ein aktives Vereinsleben. An ihren Zusammenkünften diskutierten sie über Themen wie das Frauenstimmrecht, die Einrichtung der AHV und IV oder die Einführung der Mutterschaftsversicherung. Zur Geldbeschaffung organisierten sie „Gueteli“-Verkäufe an der Chilbi, Herbstmärkte und Kleiderbörsen. Daneben durfte das gesellige Zusammensein mit Backen, Basteln, Singen, Theater spielen usw. nicht fehlen. Auch gemeinsame Ausflüge wurden regelmässig unternommen.
Immer wieder unterstützten die Davoser Bündnerinnen notleidende Familien, soziale Institutionen oder spendeten für wichtige Anschaffungen (z.B. Sportgeräte und Schwimmhilfen für das Kinderheim Scalottas).
Nachdem die Mitglieder der Vereinigung junger Bündnerinnen über die Jahre „reifer“ wurden und auch immer mehr ältere Frauen Aufnahme fanden, wurde der Namen 1950 in Kantonale Bündnerinnen-Vereinigung geändert.
Wir freuen uns, dass wir die Geschichte der Bündnerinnen weiter schreiben und im Jahr 2019 unser 100-jähriges Jubiläum feiern dürfen.