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„Grosse Verringerungen des Konsums von Rind-, Schaf- und anderem Wiederkäuerfleisch um 50 % oder mehr sind höchstwahrscheinlich unvermeidlich, falls die EU-Ziele erreicht werden sollen“, heisst es in dem Artikel „How can the EU climate targets be met? A combined analysis of technological and demand-side changes in food and agriculture“, der soeben in der Fachzeitschrift “Food Policy” erschienen ist.
Vergleichsweise hoher Treibhausgasausstoss
Verantwortlich zeichnet ein Team um Dr. Stefan Wirsenius von der Chalmers University of Technology in Göteborg. Die Forscher räumen ein, dass Produktivitätssteigerungen und die Anwendung besonders klimaschonender Wirtschaftsweisen den Methan- und Lachgasausstoss unter optimistischen Annahmen um annähernd 50% eindämmen könnten. Darüber hinaus aber seien Änderungen im Ernährungsverhalten so gut wie sicher notwendig.
Kern des Problems ist für die Forscher die Fleischrinderproduktion wegen deren vergleichsweise hohen Treibhausgasausstosses. Für weniger kritisch halten sie hingegen den Verzehr von Schweine- und Geflügelfleisch sowie von Milchprodukten und Rindfleisch, das ausschliesslich als Nebenprodukt der Milchviehhaltung anfällt - letzteres jedoch auch nur, solange beträchtliche technische Fortschritte in der Rinderhaltung gemacht würden.
Abschaffung von Produktionsbeihilfen für Wiederkäuer
Die Akademiker orientierten sich bei ihrer Untersuchung an Berechnungen der Kommission, wonach die landwirtschaftlichen Methan- und Lachgasemissionen der Europäischen Union auf 500 kg CO2-Äquivalent pro Person und Jahr begrenzt werden müssten, um den vollen Beitrag zur Verringerung des Treibhausgasausstosses bis 2050 zu leisten. Sie vergleichen dies mit Schätzungen aus anderen Studien, worin die aktuellen Emissionen der Nahrungsmittelproduktion in Westeuropa auf 1,4 Mio t bis 2,7 Mio t CO2-Äquivalent pro Jahr veranschlagt werden.
Mit Blick auf die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fordern die Wissenschaftler die Abschaffung von Produktionsbeihilfen für Wiederkäuer zugunsten einer zielgerichteten Förderung von Massnahmen zur Erhaltung der Biodiversität.