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Franz Weber zum 80. Geburtstag
Zu den Zeiten, von welchen hier die Rede ist, gab es noch kein Internet und Elektrosmog-Betroffene waren völlig auf den guten Willen der Redaktionen der Tageszeitungen angewiesen und dieser gute Wille fehlte zum überwiegend grössten Teil. Da sprang jeweils Franz Weber mit seinem Journal in die Bresche. 130’000 Exemplare, wovon 30’000 in französischer Sprache halfen in 5 Ausgaben von 1990 bis Ende 1997 mit, die Falschinformationen der Behörden und der Swisscom alias Telecom, alias PTT, richtigzustellen. Dafür schulden wir Franz Weber, der heute Freitag, den 27.Juli, 80 Jahre alt wird, unseren grössten Dank. Möge uns sein Kampfgeist noch lange als Vorbild dienen.
Im August 1998 wurden die 7 Masten des Kurzwellensenders Schwarzenburg „gefällt“
Im Bild der einst 120m hohe Zentralmast. Ein Bild mit Symbolcharakter, welches ohne Franz Webers unschätzbare Hilfe kaum zu Stande gekommen wäre.
Leiden für die PTT
Ein erster Artikel im Journal Franz Weber mit dem Titel „Leiden für die PTT“ löste bereits im März 1990 ein mittleres politisches Erdbeben mit Epizentrum im Kurzwellensender Schwarzenburg aus. Ersmals wurde in einer Auflage von 130‘000Exemplaren, wovon 30’000 in französischer Sprache, öffentlich über die Leiden der Bevölkerung rund um die Kurzwellensender von Schweizer-Radio-International berichtet und über die Diffamierung und Bespitzelung von Personen, welche sich gegen die staatlich angeordnete Zwangsverstrahlung zur Wehr setzten. (Anmerkung die PTT war damals staatlicher Monopolbetrieb für Post, Telefonnetz und Sendeanlagen jeglicher Art)
Die grossen Ohren und langen Finger der PTT
lautete eine Schlagzeile in diesem Journal. Von Telefonabhörungen seit 1987 war die Rede und wie ein in den USA bestelltes Messgerät für nichtionisierende Strahlung nur mit grosser List in die Schweiz importiert werden konnte, weil der Schweizer Staatsschutz damals die Vermessung eines Kurzwellensenders von Schweizer-Radio-International einem Landesverrat gleichsetzte. Man befand sich damals eben noch im kalten Krieg und Chefposten in Staatsbetrieben wurden ausschliesslich nur mit „unheimlichen Patrioten“ besetzt.
Ein Journal mit Folgen
Die seit Jahren zwangsbestrahlte Bevölkerung hatte genug gelitten und startete eine Petition an den damaligen Bundespräsidenten Adolf Ogi, welche eine Untersuchung des Gesundheitszustandes der betroffenen Bevölkerung forderte. Etwas zu rasch für die sonst sehr langsam mahlenden Staatsmühlen, wurde ein Kredit für die Untersuchung bewilligt. Und im August 1993 lagen erste verharmlosende Resultate einer Studie des Bundesamtes für Energiewirtschaft (Departement Ogi) vor. Franz Weber machte kurzen Prozess mit den Verharmlosern und stellte volle 4 Seiten seines Journals vom August/September 1993 einem ortsansässigen Fachmann für Richtigstellungen des Sachverhaltes zur Verfügung
Der Mann der Bundespräsident Ogi herausfordert
hiess der Leitartikel in der damaligen Ausgabe. Interessant an den Richtigstellungen war, dass die Staatsmacht schon damals versuchte die unter der Kurzwellenstrahlung Leidenden in die Ecke der Psychopaten und Simulanten zu stellen. Und dass schon damals versucht wurde den bestrahlten mit dem unbestrahlten Teil der Bevölkerung zu vermischen um möglichst geringe Schäden ausweisen zu müssen.
Zitate aus der damaligen Ausgabe: „Was Herr Ogi hier sagt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als blanker Unsinn!“ oder etwa: “Herr Ogi, Ihre Behauptung, es seien bis anhin keine konkreten Fälle gesundheitlicher Störungen bekannt, ist eine faustdicke Lüge!“ und weiter: „Es geht nun wirklich nicht, dass Sie bei weniger schwerwiegenden Beschwerden, die Zahl der untersuchten Personen als gross genug erachten und dann bei lebensbedrohenden Erkrankungen plötzlich nicht mehr!“
Starke Worte, die keine damalige Tageszeitung gedruckt hätte.
Aber das war ja nur Vorgeplänkel. Für eine weit grössere Untersuchung wurde das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der UNI Bern beauftragt. Wozu das gut sein sollte, kam erst Jahre später aus. Man brauchte einen weiteren Persilschein, denn man gedachte den Sender um mindestens das 5-Fache zu verstärken.
Die Rechnung ohne den Franz Weber gemacht
Im Sommer 95 wurde dann die sogenannte Hauptuntersuchung zum Kurzwellensender Schwarzenburg veröffentlicht. Damit der Sache niemand auf den Grund gehen konnte, wurden die 160 Seiten in englischer Sprache abgefasst. Eine Zusammenfassung in Deutsch, welche so ziemlich das Gegenteil der englischen Ausgabe besagte, hatten die Senderbetreiber zusammen mit dem Bundesamt für Energiewirtschaft gleich selber verfasst. Die UNI Bern verweigerte jedoch hier Unterschrift und Signet.
Aber auch hier hatten die Mächtigen im Lande die Rechnung ohne den Franz Weber und sein Journal gemacht.
In der Ausgabe vom Nov.1995 lauteten die Schlagzeilen „Die wirkliche Gefahr von Schwarzenburg wird verschwiegen“ und „Die Studie vertuscht die Risiken“
Suchte man nämlich die über alle 160 Seiten der Studie verstreuten Zahlen und Fakten zusammen, ergab sich, dass es in der näheren Region von 2km rund um den Sender
5 mal mehr Schlafstörungen, 4 mal mehr Depressionen, 3 mal mehr Krebskranke, und
2 mal mehr Diabetesfälle gab als in den weiter vom Sender entfernten Teilen der Standortgemeinde. Und es wurde wieder, wie bereits in der Vorstudie, in einem Kreis mit Mittelpunkt Sendeantennen untersucht, statt sich lediglich in den 5 Hauptstrahlrichtungen zu bewegen, was die Verhältnisse natürlich sehr ausdünnte.
Auf 4 vollen Zeitungsseiten konnte im Journal Franz Weber die Sache soweit klargestellt werden. Dieses mal jedoch in Deutsch und Französich und so deutlich dass selbst das Institut für Sozial- und Prävetivmedizin der UNI Bern zu zweifeln begann und eine Wiederholung der Forschungsarbeiten auf eigene Rechnung in Aussicht stellte, was in den darauffolgenden Jahren tatsächlich auch geschah. Die teils brisanten Ergebnisse dieser Wiederholungen wurden jedoch, um den Aufbau der Mobilfunknetze nicht zu gefährden, bis zum Jahr 2006 geheim gehalten.
Der Skandal geht weiter
hiess die Schlagzeile im Journal vom August 97. Was normal denkende Bürger/Innen nie für möglich gehalten hatten, wurde plötzlich zur Realität. Die Telecom wollte den Sender tatsächlich noch um das 5-Fache hochrüsten. Das sagten die Projekteure aber nicht einfach so gerade heraus. Oh nein, sie versteckten das Hochrüstungsprogramm hinter dem Begriff „dringend nötige Sanierung“, was eigentlich jedermann einleuchtete. Zu dieser angeblichen Sanierung wurde gar ein sogenannter Umweltverträglichkeitsbericht von 80 Seiten erstellt. Nicht etwa von einer staatlichen Aufsichtsstelle oder von Umweltfachleuten, sondern von einem dazu von der Telecom speziell auserwählten Heizungsingenieurbüro. (!) So als ob der Sender irgendwelche Rauchgasse in die Luft hinaus liesse.
Dem Volk wurde vorgegaukelt, die neue Sendertechnologie bringe markante Vorteile. Immissionsprognosen und Verstrahlungskarten wurden so plump gefälscht, dass es für den Fachmann im Franz-Weber Journal eine helle Freude war, diesen Bericht in Makulatur umzuwandeln. Nicht zuletzt deshalb, weil die neue Technologie mit ihren mächtigen Reflektorgittern von 80m Höhe und 100m Spannweite weit höhere Antennengewinne erzeugte als die bestehenden Antennenzäune. Das heisst, die Strahlungswerte hätten sich dank der grosszügig gewährten Sanierung um das 5-Fache erhöht.
Als auch dieses Journal, welches auf vollen 7 Zeitungsseiten eine Art Gegen-Umweltverträglichkeitsbericht enthielt, in den Regionsgemeinden in alle Haushaltungen verteilt wurde, war das Feuer endgültig im Dach. Die Bevölkerung liess sich nicht mehr beruhigen. Es kam zu offenen Demonstrationen. Und die Regierung machte Fehler um Fehler und reagierte weiterhin mit Diffamierung der Kritiker und mit Drohgebärden. Man liess – rein übungshalber, wohlverstanden – Panzer auffahren und per Grossraumhelikopter Antiterrortruppen absetzen. Die folgsamen Männchen, die da am hellichten Tag mit russgeschwärzten Gesichtern und Maschinenpistolen in den Kartoffeläckern herumrobbten, lössten bei der Bevölkerung jedoch eher Heiterkeit als Respekt aus. Das nächste mal, wenn ihr kommt, fahren wir zuerst Gülle aus, wurde ihnen etwa beschieden.
Der Horror ist vorbei
In die zum Zerreissen gespannte Lage tuckerte am Dienstag, den 28. Oktober 1997 ein FAX vom Eidg. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement in Schwarzenburg ein, mit der knappen Mitteilung, der Sender werde per Ende März 1998 stillgelegt und anschliessend abgebrochen. Unterzeichnet von Moritz Leuenberger, Bundesrat. Unter Bemerkungen war zu lesen, der Abbruch erfolge aus rein wirtschaftlichen Ueberlegungen. Das war fast glaubhaft. Denn ein Weiterbetrieb der Sendeanlagen wäre bald nur noch mit einer ständigen Präsenz von 200 Polizisten denkbar gewesen und so etwas geht sehr rasch in die Millionen.
Obschon die bundesrätliche Meldung erst bei Redaktionsschluss eintraf, stellte Franz Weber in der Journal Ausgabe vom Nov. 1997 spontan 5 Seiten für einen Leitartikel zu Verfügung.
Ende des Kurzwellenwahnsinns in Schwarzenburg
hiess die Schlagzeile unter welcher mit all den Kalten Kriegern, unheimlichen Patrioten, verdrehten Bundesämtern und falsch tickenden örtlichen Behörden ziemlich gnadenlos abgerechnet wurde.
Die Nachbeben waren gewaltig
Bereits 6 Jahre später, am 31.Okt. 04 wurde der Kurzwellensender Sottens von Schweizer-Radio-International (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Mittelwellensender) stillgelegt und abgebrochen. Und für das nächste Jahr steht der angeblich legendäre Mittelwellensender Beromünster auf der Abbruchliste. Die grösste elektromagnetische Dreckschleuder der Schweiz, hat Jahrzehntelang für erhöhte Krebsraten und verkürzte Lebenserwartungen in den umliegenden Weilern und Einzelhöfen gesorgt.
Auch über die Landesgrenzen hinaus warf die Schwarzenburger-Geschichte hohe Wellen.
So erging in den Niederlanden ein Bauverbot für einen geplanten Langwellensender von Radio Kootwijk, von welchem aus man die britischen Inseln beglücken wollte.
Und in Holzkirchen bei München musste am 31.12.03 ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen der Betrieb von Radio-Freies-Europa (ein Propagandasender der USA) eingestellt werden.