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Wie kostet man Wein? – Ein kleiner Wein-Guide
Wie hält man ein Weinglas? Wie probiert man Wein? Wie kühl sollte Wein sein, wenn er getrunken wird und in welcher Reihenfolge trinkt man eigentlich Wein? Es gibt wohl viele Dinge, die ein Weintrinker beachten sollten. Hier klären wir einige Fragen, die sich ergeben, wenn man sich neu auf dem Weingebiet befindet.
Wie kühl sollte Wein serviert werden?
Grundsätzlich sagt man, dass sehr fruchtige, junge und leichte Rotweine bei 8 – 14 Grad Celsius getrunken werden sollte. Dunklere, stärkere Rotweine trinkt man bei 12 bis 18 Grad. Weißweine trinkt man meist etwas kälter, die Temperatur liegt je nach Sorte bei etwa 6 bis 14 Grad. Idealerweise sollte Wein ein bis zwei Grad kühler serviert werden, als er schlussendlich getrunken wird. Warum ist das so? Meist ist das Weinglas an die Raumtemperatur angepasst und somit häufig wärmer als der Wein aus der Flasche, dieser wärmt sich dann im Glas auf. Nach dem Servieren sollte der Wein zurück ins Kalte, wie beispielsweise einen Eiskübel gestellt werden.
In welcher Reihenfolge trinkt man Wein?
Beim Probieren von Weinen gibt es eine bestimmte Reihenfolge, die beachtet werden sollte, um die Geschmackssinne nicht zu sehr zu irritieren. Aus diesem Grund sollten Weißweine vor Rotweinen getrunken. Trockene Weine sollten vor süßen Weinen getrunken werden und leichte Weine sollten vorzugsweise vor schweren und alkoholreichen Weinen getrunken werden.
Wie hält man ein Weinglas?
Ein Weinglas sollte stets am Stiel oder Boden angehoben werden. Zum einen gehört dies zur Etikette, zum anderen hat diese Haltung auch einen Sinn. Auf diese Weise werden Fingerabdrücke am Glas vermieden, welche das Farbempfinden während einer Weindegustation stören könnten. Wenn man Wein genießt und langsam trinkt, verhindert man somit ein Aufwärmen des Weins durch die Hand am Kelch des Glases. Je nach Größe des Gefäßes hält man den Stiel des Glases mit dem Daumen, sowie zwei oder drei Finger.
Wie wird Wein probiert?
Der erste Schritt: Zunächst wird der Wein in der visuellen Phase mit den Augen beurteilt. Der Wein wird im Glas geschwenkt und das Farbspiel begutachten, am besten ist ein weißer Hintergrund geeignet. Welche Farbe hat der Wein? Ist er trüb oder klar, hell oder dunkel? Je dunkler ein Weißwein, desto reifer – je heller das Farbspiel beim Rotwein, desto höher sein Alter. „Tränende“ Weine gelten als besonders gehaltvoll. Die Tränen eines Weins entstehen durch ein kreisförmiges Schwenken des Glases, wodurch der Wein dessen Innenwand benetzt und Tropfen/ Schlieren bildet. Alkoholreiche Weine erzeugen also stärkere Tränen und spitzbogige Kirchenfenster, alkoholarme Weine erkennt man an schwächeren Tränen und rundbogige Kirchenfenster.
Der zweite Schritt:
In der Geruchsphase wird die Intensität, Qualität und Aromen des Weins geprüft. Oberhalb des Glases kann man bereits einen leichten Geruch wahrnehmen, durch das Schwenken des Glases, können sich die Aromen durch den zusätzlichen Sauerstoff weiter entfalten. Zunächst gelangen die intensiven Aromen in die Nase, anschließend werden die sanfteren Aromen wahrgenommen. Die vorgefundenen Aromen hängen stark von Faktoren wie der Rebsorte, dem Fermentierungs- und Alterungsprozess sowie der Art, dem Geruch und der Herkunft des Fasses ab. Nach der zweiten Phase können Faktoren wie Rebsorte oder Art der Alterung, sowie der Lagerung des Weins vorausgesagt werden.
Der dritte Schritt:
Im der letzten Phase wird der Wein probiert und mit dem Gaumen und den Geschmacksknospen der Zunge der Geschmack die Harmonie und der Abgang beurteilt. Das Glas wird zunächst zu höchstens einem Viertel befüllt, anschließend wird geprüft, ob Mängel, wie Korkreste, Schaum oder Trübschleier zu erkennen sind. In der Geschmacksphase wird der Mund mit dem Wein benetzt. Mithilfe der Zunge und der Innenseite der Wangen können Süße, Säure und Bitternoten erkannt werden. Bei dem Abgang des Weins kann der Alkoholgehalt besser eingeschätzt werden. Wie lange bleibt der Nachgeschmack im Mund erhalten? Ist dieser nach wenigen Sekunden verschwunden, handelt es sich häufig um einen Wein von minderer Qualität.
Fazit:
Besonders aufschlussreich ist es, die Zusammenhänge der einzelnen Phasen im Gesamtzusammenhang analysiert werden können. Wurden unsere Erwartungen erfüllt oder enttäuscht der Geschmack des Weins? Was zeichnet eigentlich ein guter Wein aus? Ein guter Wein zeichnet sich dadurch aus, dass er in allen Phasen einen guten Eindruck hinterlässt. Wir sprechen dann von einem ausgeglichenen Wein. Dabei ist zu beachten, dass sich die wahrgenommenen Aromen sehr stark von Person zu Person unterscheiden. Vor allem liegt dies an der Erfahrung, die wir haben, Aromen zu identifizieren und sie entsprechend in unserem Gehirn abzuspeichern, zum anderen liegt es aber auch an den Geschmacksknospen des jeweiligen Weinverkosters. Mit etwas Zeit und Übung kann man seine Geschmacksinne immer weiter verfeinern und schließlich die Weine besser beurteilen.