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Einen verstorbenen Menschen der Erde zu übergeben, ist zumindest in westlichen Kulturkreisen die älteste Form der Bestattung und ist heute noch weit verbreitet. Die religiöse Symbolik kommt dabei stark zum Tragen; bei der der Mensch gemäss der Vorstellung, dass der Mensch aus Staub und Erde erschaffen wurde, auch wieder zu Staub werden soll.
Unter dem Begriff Beerdigung versteht man also die Beisetzung in einem Grab. Diese Beisetzung kann als Sargbestattung vorgenommen werden, bei der der komplette Leichnam der Erde übergeben wird, oder als Urnenbestattung, bei der die Asche des Verstorbenen in einem Urnengrab beigesetzt wird.
Die Beerdigung eines Sarges
In fast allen Ländern ist für die Beerdigung eines Sarges der Friedhof als Ort vorgeschrieben, das gilt auch für die Schweiz. Der Friedhofszwang entstand, weil man in früheren Zeiten fürchtete, dass ungeregelte Beerdigungen zu Seuchen und Krankheiten führen und das Grundwasser vergiften könnten. Aber auch die religiöse Bedeutung spielt eine Rolle: Die Menschen möchten gerne in geweihter Erde bestattet werden.
Die Beerdigung findet standardgemäss auf einem Friedhof der Wohngemeinde des Verstorbenen statt. Ansprechpartner für die Einzelheiten ist das Bestattungs- oder das Zivilstandsamt, mit denen Ort, Termin sowie weitere Themen besprochen werden können, wie etwa, ob der/die Verstorbene in einem Familiengrab an einem anderen Ort beerdigt werden soll. Die Beerdigung eines Leichnams ausserhalb eines Friedhofs ist nicht gestattet.
Anders sieht es bei der Bestattung der Asche eines Verstorbenen aus. Hier besteht kein Friedhofszwang. Die Urne kann in einem Grab auf einem Friedhof beerdigt werden, aber auch eine Baumbestattung auf einem Naturfriedhof ist beispielsweise möglich. Oder aber die Angehörigen entscheiden sich dafür, nach ganz individuellen Ideen mit der Urne zu verfahren und sie zu Hause zu beerdigen oder aufzubewahren. Die Verstreuung der Asche an einem schicklichen Ort ist ebenfalls erlaubt. Dennoch entscheiden sich viele Menschen für eine Beerdigung der Urne auf dem Friedhof, da sie das Grab als Anlauf- und Erinnerungsstelle für den/die Verstorbene(n) schätzen.
Die klassische Beerdigung
Seit Jahrhunderten ist der Ablauf der klassischen Beerdigung mehr oder weniger gleich geblieben. Sie beginnt mit der Abdankungsfeier in einer Kirche oder einer Trauerhalle, bei der der Sarg oder die Urne aufgebahrt und mit Blumen geschmückt wird. In der Feier, die religiös oder weltlich gestaltet werden kann, wird noch einmal durch den Pfarrer oder einen weltlichen Trauerredner des/der Verstorbenen gedacht, und alle Anwesenden können persönlich Abschied nehmen. An der Abdankungsfeier kondoliert man der Familie oder spricht selber einige Abschiedsworte.
Anschliessend begleiten die Trauergäste den Sarg oder die Urne zum Grab, an dem noch einige Worte gesprochen werden, ehe Sarg oder Urne der Erde übergeben werden. Der Familie kann auch hier erst kondoliert werden, sofern sie nicht den Wunsch geäussert hat, von Beileidsbekundungen am Grab abzusehen. Oft werfen die Trauergäste zum Abschied eine letzte Grussgabe in das Grab: eine Schaufel Erde, eine Blume oder ein kleines Andenken. Wenn die Trauernden die Grabstelle verlassen haben, wird sie von den zuständigen Mitarbeitern des Friedhofs geschlossen und mit dem Blumenschmuck versehen.