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Charles-Marie Jean Albert Widor (1844–1937) wurde in eine musikalisch renommierte Familie hinein geboren und erhielt von seinem Vater den ersten Orgelunterricht. Während seiner Schulzeit am humanistischen Collège des Jésuites in Lyon zeigte sich seine aussergewöhnliche musikalische Begabung, besonders im Orgelspiel, so dass er mit elf Jahren Organist der Kapelle des Collège wurde und seinen Vater an der Kirche Saint-François vertreten konnte.
Nachdem Charles-Marie Widor die Gymnasialzeit beendet hatte, reiste er Anfang 1863 nach Brüssel ab, wo er einige Zeit von Jacques-Nicolas Lemmens intensiv im Orgelspiel unterrichtet wurde. Aus dieser Zeit stammen wohl auch die ersten Kompositionen Widors, die später zum Teil Eingang in die Orgelsinfonien gefunden haben. Durch seine häufigen Aufenthalte in Paris kam er mit bedeutenden Persönlichkeiten der französischen und europäischen Musikkultur in Berührung: z. B. Camille Saint-Saëns, César Franck, Giacomo Meyerbeer, Gioachino Rossini und Charles Gounod. Danach verbreitete sich Widors Ruf als Orgel- und Klaviervirtuose sowie als Komponist.
Orgelwerke von Charles-Marie Widor
Zu seinen Kompositionen gehören zahlreiche Orgelwerke, darunter zehn Orgelsinfonien, eine musikalische Gattung, die er geschaffen hat. Außerdem schrieb er Messen (u. a. die Messe op. 36 für zwei Chöre und zwei Orgeln, angepasst an die Aufführungsmöglichkeiten in Saint-Sulpice) und zahlreiche Werke anderer Gattungen (Opern, Ballette, Vokalmusik, Kammermusik und Orchestermusik). Jedoch werden nur seine Orgelwerke heute noch regelmäßig gespielt. Die Verbreitung der widorschen Orgelwerke hat maßgeblich dazu beigetragen, dass auch in Deutschland zunehmend neue Orgeln im französisch-romantisch-sinfonischen Stil gebaut werden. [de.wikipedia.org/wiki/Charles-Marie_Widor]
Klangbeispiel
Widor ist vor allem bekannt durch die virtuosen Toccaten, die seine Orgelsymphonien beschliessen. Zwischensätze, wie dieses bezaubernde Andante cantabile aus der 4. Symphonie zeigen, dass er auch ein Meister der „leisen Töne“ ist.
Liveaufnahme Benefizkonzert 100 Jahre Lambarene, 22.8.2013 Stadtkirche Olten
Historische Johann-Nepomuk-Kuhn-Orgel 1880 (restauriert 1983)