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The Chronicles of Narnia: Prince Caspian: Interview mit Anna Popplewell und Skandar Keynes
Die 16-jährige Anna Popplewell gab ihr professionelles Schauspieldebüt im Jahr 1998 und seither sah man sie in Spielfilmen wie Mansfield Park und The little Vampire. Vor ihrer Rolle in Narnia 1 war sie in Peter Webbers weltweit gefeiertem Drama Girl with a Pearl Earring zu sehen. Die Tochter eines Rechtsanwalts und einer Ärztin wurde in London geboren, wo sie auch aufwuchs. Skandar Keynes ist ein 16-jähriger Bühnenschauspieler aus London, der zum ersten Mal mit neun Jahren in der TV-Produktion "Macbeth" der Royal Shakespeare Company auftrat.
OutNow.CH (ON): Wo seht ihr Unterschiede zwischen dem ersten und dem zweiten Film?
Anna Popplewell (AP): Es ist mehr los, denn es gibt mehr Charaktere, mehr Action und der Film ist lustiger.
ON: Und persönlich? Hat es sich anders angefühlt?
AP: Das Filmset war grösser, und ich konnte länger arbeiten, da ich jetzt 18 bin.
ON: Wie steht es um die Entwicklung der Charaktere?
Skandar Keynes (SK): Mein Charakter hat sich nicht wirklich entwickelt. Es war mehr eine Entwicklung die Stück für Stück vor sich ging. Und es handelte sich lediglich um eine Zeitspanne von sieben Monaten, also nichts Überwältigendes.
ON: Habt ihr euch in der Zwischenzeit vermisst?
AP: Wir leben in London lediglich zwei Strassen von einander weg.
ON: Also wolltet ihr eher voneinander weg?
AP: Nein! (lacht)
ON: Wie war das erste Mal als ihr zusammenarbeiten musstet?
AP: In Extremsituationen wie dieser schliesst man schnell Freundschaften. Wir haben Monate zusammen verbracht und es war schön in die Gemeinschaft zurückzukehren.
ON: Wie lange hat der Dreh von Narnia gedauert?
SK: Sechseinhalb Monate, und die Pause zwischen den beiden Filmen betrug fast zwei Jahre.
ON: Und nun werdet ihr getrennt sein? Definitiv?
SK: Ich werde all die Leute vermissen, definitiv, aber wir werden es überleben. Wir werden uns ja immer und immer wieder sehen.
ON: Fühlt ihr euch wie Geschwister?
AP: Ich denke das ist was jeder sagen würde. Es klingt kitschig, aber es ist wahr, wir fühlen uns wie eine Familie. Unsere Beziehung ist so weit, dass Skander nicht bloss weiss, wie er mich zum Lachen bringen kann, sondern auch, wann er mich in Ruhe lassen soll. Wir tolerieren unsere Schwächen und Stärken.
ON: Wie war es, ins normale Leben zurückzukehren?
SK: Es fühlt sich an wie zwei verschiedene Leben. Die Publizität und dass man die Schule vergessen kann und dann das wieder dahin Zurückkehren. Aber schlussendlich war alles ok, obwohl ich zwischen dem letzten Drehtag und dem Rückkehr in die Schule bloss drei Tage frei hatte.
ON: Welchen Film mochtet ihr lieber?
SK: Mein Charakter ist im ersten Film viel interessanter. Nicht dass er in diesem hier langweilig wäre, aber ich liebte das, was er im ersten Film tun musste. Nun war es mehr eine Art von "gemeinsam die Dinge erleben und überstehen".
AP: Und es gab mehr physische Aktivitäten.
ON: Wie schwierig war es, sich all die CGI- Szenen vorzustellen? Als alle in grünen Klamotten umher rannten?
AP: Wir haben uns sehr schnell daran gewöhnt. Es war ziemlich normal, dass da viele Leute mit grünen Kleiderteilen am Set stehen.
ON: Musstet ihr neue Fähigkeiten erlernen?
AP: Zum Glück gibt es diese wunderbaren visuellen Effekte, aber ja, ich habe hart trainiert. Wir hatten einen tollen Stuntkoordinator Allan Poppleten. Es war sehr spassig, zum Beispiel das Koordinieren der Schwertkampfszenen der Jungs, wir haben es wirklich genossen.
SK: Wir hatten eine grossartige Zeit und ich habe das Kämpfen mit dem Schwert erlernt, besonders das Kämpfen mit zwei Schwertern zur selben Zeit.
ON: Das klingt jetzt so einfach, aber allein das Erlernen muss schwer sein? Wie lange braucht man dafür?
SK: Das kann ich gar nicht sagen, weil das Üben über so eine lange Zeitspanne verteilt ist und mit anderen Aktivitäten parallel abläuft. Wir hatten Glück mit einem sehr guten Team zusammenzuarbeiten, und wir hatten bereits Erfahrung aus dem ersten Film.
AP: Das Reiten war viel schwieriger, denn bei den Kampfszenen konnte man sich stets nur auf ein paar Bewegungen gleichzeitig konzentrieren. Wenn du aber nicht reiten kannst, braucht es nur eine einzige Einstellung um runter zu fallen, also muss man sehr hart daran arbeiten.
ON: Ich habe das Buch gelesen und ich erinnere mich an keine Liebesinteressen und Küsse zwischen Susan und Prinz Kaspian?
AP: Ich auch nicht, das ist wirklich etwas, das nicht im Buch drin ist. Die ganze Angelegenheit ist aber sehr subtil, und Ben ist ein amouröses Interesse wert. Wir kannten uns seit fünf Monaten und plötzlich sagte man uns, dass wir uns küssen müssen, da waren wir schon ein wenig geschockt, aber schlussendlich war es ok.
ON: Wie habt ihr einen ersten Kuss trainiert?
AP: Oh, stundenlang, nein ich weiss nicht. Es ist wie jedes andere Schauspielelement, du machst es einfach. Wir standen auf einer Plattform mit 300 Menschen um uns herum und ich bin nicht gerade ein Freund von öffentlichen Liebesbekundungen, doch was ich hier bekam, war die öffentlichste Art von Liebesbekundung, die man überhaupt bekommen kann.
ON: Sehr intim
AP: Sehr intim, ja (lacht)
ON: Wie war der Dreh in Prag und wie lange seid ihr geblieben?
AP: Wir reisten immer wieder an und ab, pendelten zwischen hier und Ústí und waren auch in Polen und Slowenien. Unsere Basis aber hatten wir ganze vier Monate in Prag und es war toll, ich habe es sehr gemocht, obwohl ich nichts von der Sprache gelernt habe.
ON: Gibt es sonst etwas, was dich an der Stadt beeindruckt hat? Etwas das du uns empfehlen würdest?
AP: Es gibt einen atemberaubenden Garten nahe des Restaurant Kampapark, wir haben es geliebt dort zu sitzen und Bücher zu lesen.
ON: Wer begleitet euch eigentlich? Zu den Drehs etc.?
SK: Meine Mutter, da ich immer noch minderjährig bin und meine Familie hat mich besucht
AP: Ich hatte einige Leute um mich herum während des ersten Films, diesmal war ich alleine, da ich nun 18 bin. Das Schöne war, dass wir diesmal in Europa gedreht haben und unser Zuhause viel näher war, deshalb hatten wir Freunde und die Familie zu Besuch und konnten auch ab und zu nach Hause fliegen.
ON: Was habt ihr am meisten am normalen Leben vermisst?
AP: Subway
SK: Ja Subway, es schmeckt in Prag anders (lacht)
ON: Wieso Subway?
SK: Wieso nicht Subway? (lacht) Dies könnte mir endlich einen Werbevertrag mit ihnen einbringen.
AP: Es ist wie wenn du in die Ferien fährst, du vermisst die kleinen Dinge wie deine Zeitung, oder Fish'n'Chips, das Essen meiner Grossmutter und meine Freunde, oder das Spazieren durch diese oder jene Strasse, kleine Fragmente und Details. Aber ich liebe die Reisekomponente unseres Berufs.
SK: Wir haben also nicht jede Nacht geheult.
AP: Ja, besonders weil man ja mit einer Crew von 500 Personen unterwegs ist, man hat also diese vorbereitete Gemeinschaft zur Seite, lebt in angrenzenden Häusern und so weiter.
ON: Habt ihr Lewis' Bücher gelesen bevor ihr mit dem Dreh angefangen habt um euch in seine Welt hineinzuversetzen? Denn er ist wirklich ein erstaunlicher Autor.
SK: Wir haben die Bücher nicht gelesen, aber sechs Monaten lang zu spielen in Narnia zu sein war genug um es diesmal richtig zu machen. Wir wussten was zu tun ist und was uns erwartet. Dennoch war in diesem Film alles anders und man konnte nichts als selbstverständlich ansehen, denn in Narnia sind in der Zwischenzeit viele Jahrhunderte vergangen. Es herrscht eine neue Struktur, weshalb wir am Set neu in diese Welt eintauchen mussten.
ON: Wie steht es um die Botschaften in Lewis' Büchern?
SK: Nun, wenn er uns erzählen will, dass das Christentum grossartig ist, schön, aber es betrifft mich nicht.
AP: Lewis ist ein toller Schriftsteller, und das tolle ist dass seine Werke für die meisten Leute Klassiker sind. Als ich "Der Löwe, die Hexe und der Wandschrank" las, ich war etwa sieben, habe ich es nicht im christlichen Kontext gelesen, aber einige Leute vielleicht schon. Genau das wollten wir in den Filmen auch beibehalten: Wenn man die christliche Botschaft nicht sehen will, oder sich ihrer gar nicht bewusst ist, wird man sie auch nicht sehen, aber wenn man nach ihr Ausschau hält, ist sie immer noch da. Ich befinde mich selber gerade in einer C.S. Lewis Welt, da ich an der Oxford Universität studiere und dies sogar an dem College, wo Lewis über zwanzig Jahre lang unterrichtet hat.
ON: Was ist dein Studiengebiet?
AP: Ich studiere Literatur, das ist auch was er unterrichtet hat
ON: Willst du weiter studieren oder willst du mit dem Schauspielern weitermachen? Denn du hast bestimmt keine Zeit für Beides?
AP: Nein ich will weitermachen. Mein Studium dauert drei Jahre und ich habe gerade mein erstes abgeschlossen. Nun habe ich vier Monate frei und versuche, die Dinge zu arrangieren. Ich wollte ja für mich an die Uni und auch wenn ich jetzt schauspielern will, werde ich das Studium deswegen nicht aufgeben. Ich werde mir die Zeit für meinen Abschluss nehmen.
ON: Skandar, wirst du bei der Schauspielerei bleiben?
SK: Ich weiss nicht, wenn ein anderer Film ansteht, warum nicht. Ich werde sehen was passiert.
ON: Gibt es eine Alternative? Etwas das dich interessiert?
SK: Ich habe über Medizin nachgedacht. Ich habe momentan einige Biologie und Chemie Kurse unter meinen A Levels, also mal sehen...
ON: In diesem Film geht es auch viel ums Kämpfen und Töten. Wir diskutieren immer, ob dies gut für Kinder ist, ob es nicht zu viel Gewalt ist, oder sie durch Märchen schon daran gewöhnt sind. Was ist eure Einstellung? Was denkt ihr?
AP: Ich denke Aktion ist eine viel bessere Darstellungsweise als Gewalt. Die Art und Weise wie Narnia geschnitten wurde, verdeckt viel Gewalt. Man deutet sie zwar an, es sind aber beispielsweise keine Szenen zu sehen, wo jemandem der Kopf abgetrennt wird. Es ist sichtbar wie ein Helm zu Boden fällt, aber das ist alles, die Macher waren schon sehr vorsichtig mit dem Thema. Wir wissen ja alle, dass der Film für ein familiäres Publikum gedacht ist. Trotzdem wollten wir ihn aufregend und machen und bis an die Grenzen gehen was die Aktion und die Kampfszenen betrifft.
ON: Trotzdem geht es ums Töten und darum beim Töten erfolgreich zu sein
AP: Klar, ja
SK: Aber es ist nicht so als würden Leute auf dem Boden herum rollen und sich vor Schmerzen krümmen so dass kleine Kinder Albträume davon hätten.
ON: Trotzdem, es geht um Tod, ist dies in euren Augen ein angebrachtes Thema für Kinder? Der Film ist ja hauptsächlich für Kinder gedacht!
AP: Ich denke das Ausmass an Aktion in diesem Film ist für Kinder völlig geeignet. Es gibt Eltern, die ihren 6jährigen Söhnen verbieten mit Spielzeugbögen und Pfeilen zu spielen, aber diese Kinder werden sich die Sachen einfach selber basteln. Familien die ihre Kinder vor jeglichen Kampfszenen und Aktionszenen schützen wollen, werden allein vom Filmplakat her wissen, dass Narnia solche enthält und werden ihre Kinder gar nicht in den Film lassen. Deshalb hoffe ich, dass es keine protestierenden oder hysterischen Mütter geben wird. Die Aktion ist dazu da, aufregend zu sein, und nicht um Leute vor den Kopf zu stossen.
ON: Was für Filme schaut ihr selber? Zum Spass?
SK: Oh, alles mögliche. Ich mag Komödien, Action, Dramas, es käme mir gerade nichts Spezifisches in den Sinn. Ich habe eine Kollektion von etwa 300 DVDs...
ON: Und freust du dich auf Narnia 3 Skander?
SK: Ja das tue ich, obwohl ich nicht weiss was mich erwartet. Ich werde sehen was geschieht. Im ersten Film war alles unvorhersehbar, beim zweiten dachten wir zu wissen, was auf uns wartet und dann hatten wir völlig neue Erfahrungen, also werde ich für den dritten Film keine Vermutungen anstellen.