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Als 1974 in Portugal eine lange Zeit der Diktatur endete, erlangten auch die ehemaligen Kolonial-Länder von Portugal die Unabhängigkeit. So zogen viele Menschen von Angola, Mozambique, den Kap Verden oder Sao Tomé & Principe nach Portugal, in der Hoffnung auf bessere Perspektiven. Doch bei der Hoffnung blieb es meist. Viele Einwanderer wurden in Siedlungen weitab von Lissabons Stadtzentrum verpflanzt. Diese wurden teils extra für diesen Zweck errichtet und waren völlig abgeschnitten von der portugiesischen Gesellschaft. Durch die Isolation entstand in den Ghettos von Lissabon ein eigenes Leben mit eigenen Regeln und auch mit eigener Musik. Einer, der bereits als junger Teenie Mixtapes für Tanzcrews produzierte war DJ Marfox. Jener schloss sich mit ein paar ähnlich Gesinnten zusammen veröffentlichte im Jahr 2006 die erste Compilation “Dj’s Di Guetto Vol.1”.
Auch wenn es das Label Príncipe Discos zu jenem Zeitpunkt noch nicht gab darf die Compilation als eine Art Ursprung des Labels gesehen werden. DJ Marfox und seine Mitstreiter liessen sich von afrikanischen Musikstilen wie dem Kuduro, Funana oder Batida leiten, verliehen dem Sound aber eine ganz eigene Note. In den “African Clubs” (dort wo die afrikanisch stämmige Bevölkerung in den Ausgang ging) wurden sie verehrt und auch in Afrika spielten sie regelmässig Gigs. So kam es, dass vier junge portugiesische Herren an einer Party auf DJ Marfox trafen und völlig hin und weg waren. Sie waren verzaubert von diesen Rhythmen und dem rohen Sound. Schnell kam die Idee des Labels.
Allerdings war der Weg dahin steinig, zumal seitens Marfox vorerst ein gewisses Misstrauen herrschte, da er Angst davor hatte, ausgenutzt zu werden. So schuf man in einem längern Prozess gegenseitiges Vertrauen und mit der Noite Príncipe wurde eine Party ins Leben gerufen, welche es schaffte, Berührungsängste zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten abzubauen. Im Jahr 2011 veröffentlichte DJ Marfox seine erste Platte auf Príncipe Discos und damit begann eine kleinere Erfolgsgeschichte. Grund genug, dem Label während einer Sendung etwas mehr Beachtung zu schenken.
Die Sendung findest du hier: