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In Deutschland ist nach Art. 1. Abs. 1 GG „Die Würde des Menschen […] unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. Die Menschenwürde ist Mittelpunkt der Deutschen Verfassung. Sie wird durch andere Grundrechte, vor allem dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit konkretisiert. Jedoch besteht keine allgemeine Definition der Menschenwürde. Im juristischen Fragen ist die Menschenwürde gemäß der Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts einzellfallbezogen auszulegen.
Was lässt sich aber im allgemeinen Sinne unter der Menschenwürde verstehen und wie wird sie geschützt?
Würde bedeutet im weitläufigen Sinne Wertigkeit, Erhabenheit. Mit der Menschenwürde meint man, dass jeder Mensch einen bestimmten Wert allein durch seine Existenz besitzt und er nicht wie eine Sache behandelt werden darf. Aufgrund diesen Wertes darf mit ihm nicht unmenschlich umgegangen oder er erniedrigt werden, genauso wenig wie er ein lebensunwertes Leben aufgrund äußerer Einflüsse führen darf. Dadurch erhält der Mensch auch natürliche Menschenrechte, unabhängig von seiner Stellung in Staat, Gesellschaft, Beruf, Religion, Geschlecht, Kultur und Familie.
Der Mensch hat somit nach dem deutschen Gesetz Anspruch auf Achtung als Mensch und das muss auch respektiert werden.
In persönlichen Angelegenheiten sollte man sich immer vor Augen führen, dass man das, was einem nicht selbst angetan werden soll, niemals jemanden anderen antun sollte.
Rechtlich ist es jedoch umstritten, wann die Menschenwürde anfängt und wo genau sie aufhört. Heutzutage gibt es Streit um die Frage, ab wann ein ungeborenes Kind bereits als Mensch betrachtet werden kann und was es für alte Menschen heißt, in Würde zu sterben.
Der Schutz der Menschenwürde wird unterschiedlich verfolgt.
Zum einen durch Gesetze und den damit gesetzlich verbundenen Einhalt dieser:
- Das Recht der Vereinten Nationen versteht die Menschenwürde als einen vorrechtlichen universalen Wert, den alle Völker anerkennen und der über das Gesetz gestellt wird.
- Das deutsche Grundgesetz sagt, dass der Anspruch auf Achtung unantastbar sei. Er darf nicht nur nicht angetastet werden, sondern muss auch vor Verletzungen geschützt werden. Er bleibt auch dort bestehen, wo Menschen ihn ignorieren, bestreiten oder mit Füßen treten, indem sie das Leben antasten oder Selbstbestimmungsrecht nehmen. Wegen dieser Gefahr verpflichtet sich das bereits das Grundgesetz die Menschenwürde zu schützen.
Zum anderen haben es sich Internationale Hilfsorganisationen wie Amnesty International zur Aufgabe gemacht, die Rechte und Würde des Menschen auf internationaler Ebene zu schützen. Denn nicht in jedem Land wird die Menschenwürde als das respektiert, was sie darstellt. Unterschiedliche Religionen, Meinungen, Kulturen und Geschlechter sowie die Herkunft führen zu Verfolgungen, Unterdrückung, Gewalt und Misshandlungen. Dabei ist genau der Unterschied das, was jeden Menschen so individuell und einzigartig macht.