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Die Fettabdeckung wird von tierspezifischen Faktoren und Umweltfaktoren beeinflusst (siehe Abbildung). Dabei wurde der Einfluss der Genetik auf den Fettansatz bereits gut untersucht. Es ist bekannt, dass die sehr fleischbetonten, spätreifen Rassen aufgrund ihres hohen Muskelbildungspotenzials keine genügende Fettabdeckung erreichen. Auf der anderen Seite neigt die Rasse Angus zu einer zu starken Verfettung. Es gibt allerdings auch diverse Umweltfaktoren, welche die Fettabdeckung beeinflussen. In Zusammenarbeit mit der UFA wurden diese Einflüsse im Rahmen einer Diplomarbeit genauer untersucht.
Der Anteil an ungenügend gedeckten Tieren hat in der Schweiz in den letzten vier Jahren um drei Prozent zugenommen. Dies wirkt sich negativ auf die Fleischqualität und die Wirtschaftlichkeit beim Munimäster aus. Schlechte Schlachtkörpertaxierungen aufgrund des Fettansatzes bedeuten bei teilweise gedeckten Tieren (Fettgewebeklasse 2) finanzielle Einbussen von rund drei Prozent pro geschlachtetem Tier. Bei ungedeckten Tieren (Fettgewebeklasse 1) wird ein Labeltier sogar deklassiert und die Labelprämie fällt weg. In diesem Fall beträgt die finanzielle Einbusse neun Prozent. Um den aktuellen Herausforderungen aus Bevölkerung und Politik gerecht zu werden, gewinnt die Haltung in tierfreundlichen Stallsystemen an Bedeutung. Aufgrund des höheren Platzangebotes in den Label-Ställen haben die Tiere mehr Bewegungsfreiheit. Dies wirkt sich möglicherweise auf die Fettabdeckung der Masttiere aus.
QM-Label im Vergleich
Die Auswertungen von 11 300 Schlachtungen aus 27 Betrieben, verteilt über vier Jahre, haben eindeutige Ergebnisse gezeigt. Während in QM-Ställen 84,2 Prozent der Tiere mit optimalem Ausmastgrad geschlachtet werden, erreichen nur 78,8 Prozent der Muni in Labelställen eine genügende Fettabdeckung. Aufgrund des erhöhten Platzangebotes ist davon auszugehen, dass die Tiere sich mehr bewegen und dadurch weniger Energie für den Fettansatz zur Verfügung steht. Innerhalb der Labelsysteme gibt es aber grosse Unterschiede.
Gute Fettabdeckung bei Liegeboxen
Nach einer genauen Analyse der einzelnen Aufstallungssysteme wurde eine weitere Auswertung zu den Taxierungen in den vier Aufstallungssystemen Lospa, Liegeboxen, Tretmist und Tiefstroh gemacht. Dabei erzielten die Tiere im Liegeboxensystem mit 84,5 Prozent Einteilung in Klassierung 3 die besten Fettabdeckungen, gefolgt von Lospa mit 84,2 Prozent. Mit 76 Prozent der Tiere mit Klassierung 3 und 20 Prozent mit Klassierung 2 erzielten die Tiere aus den beiden Systemen Tretmist und Tiefstroh deutlich schlechtere Fettklassierungen (siehe Grafik).
Das schlechte Abschneiden der beiden Strohsysteme lässt sich durch das grosse Platzangebot auf der Liegefläche begründen. Die Muni können sich im Liegebereich regelrecht austoben, wodurch sehr viel Energie verbrannt wird. Zudem verdünnt das gefressene Stroh auf der Liegefläche die Ration. In Liegeboxensystemen ist die Bewegung auf der Liegefläche sehr gering und es wird weniger Stroh gefressen, da in Liegeboxensystemen oft mit Pellets eingestreut wird.
Der Anteil an ungenügend gedeckten Tieren hat in den letzten vier Jahren um drei Prozent zugenommen.
Augenmerk auf die Gruppengrössen
Das Gruppenmanagement in der Grossviehmast ist ein zentraler Erfolgsfaktor für gute Fettabdeckungen. Bei zunehmender Gruppengrösse nimmt der Anteil der Fettklassierung 3 ab, während der Anteil mit Klassierung 2 zunimmt. Ab einer Gruppengrösse über 20 Tieren nimmt der Anteil an Muni mit Fettklasse 3 um zehn Prozent ab. Bei grossen Gruppen werden die Tiere oft sehr spät nochmals gemischt und es werden nie alle Tiere gleichzeitig zur Schlachtung gegeben. Gruppenwechsel in der Ausmast und vorzeitige Ausstallung einiger Tiere der Bucht führen zu Stresssituationen bei den Tieren, da sich die Rangordnung neu bilden muss. Dadurch wird viel Unruhe und Bewegung in die Gruppe gebracht. Dies führt zu einer schlechteren Futterverwertung. Deshalb sollte das Gruppenmanagement durchdacht sein, damit homogene Gruppen gebildet werden können. Im Liegeboxensystem ist das Bilden von homogenen Gruppen zwingend, da die Boxenabmessungen wenig Spielraum für grosse Gewichtsunterschiede zulassen. Ein weiterer Aspekt ist das Gesamtplatzangebot. Bei grossen Gruppen ist die Fläche zur Bewegung insgesamt grösser, wodurch wiederum weitere Wege vom Fress- zum Liegeplatz entstehen. Dieser Aspekt ist beim Neubau eines Maststalles auf jeden Fall zu berücksichtigen, damit später optimale Fettabdeckungen erreicht werden.