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Inhalt:
Die Voyager stößt auf ein Wurmloch, das in den Alpha-Quadranten führt. Leider hat es nur einen Durchmesser von 30 Zentimeter. Jedoch hofft man, zumindest eine Nachricht in den Alpha-Quadranten schicken zu können. Dabei stellt sich heraus, daß sich auf der anderen Seite des Wurmlochs ein romulanisches Schiff befindet. Janeway versucht, das Vertrauen des romulanischen Captains zu gewinnen, während B'Elanna Torres eine Möglichkeit findet, das Wurmloch doch für eine Rückkehr in den Alpha-Quadranten zu nutzen. Als sich jedoch herausstellt, daß das Wurmloch 20 Jahre in die Vergangenheit führt, ist die Enttäuschung groß. Zwar gibt jeder dem Romulaner Telek einen Brief an seine Angehörigen mit, die Telek dann in 20 Jahren ins Föderationsgebiet schicken soll, doch Tuvok stellt mit der Datenbank fest, daß Telek dann nicht mehr am Leben ist.
Kritik:
"Eye of the Needle" ist eine fesselnde Episode und überzeugt durch das detailverliebt ausgearbeitete Drehbuch, das die Verzweiflung der Crew und ihre Hoffnungen sehr gut aufzeigte. Freilich war von vornherein klar, daß es der Crew nicht gelingen würde, in den Alpha-Quadranten zurückzukehren. Deswegen war die Episode aber nicht langweilig. Der Angriff der Borg auf die Enterprise war ja auch nicht langweilig, obwohl man längst wußte, daß die Enterprise kaum als Verlierer aus der Schlacht hervorgehen würde. In beiden Fällen ist das "wie" entscheidend, und die Ursache für das Scheitern der ersehnten Heimkehr in der Alpha-Quadranten kam für den Zuschauer so überraschend wie für die Besatzung.
Darüber hinaus handelte die Episode auch von der Begegnung mit einem mißtrauischen Romulaner, der so langsam seine Vorurteile überwindet, das ihm anerzogene Feindbild "Mensch" durchbricht und erkennt, daß die Crew der Voyager von den gleichen Emotionen und Bedürfnissen geleitet wird wie er. Jeri Taylor lieferte hier wieder einmal ein sehr sensibel ausgearbeitetes Drehbuch ab, das dann auch sehr gut umgesetzt wurde.
So fesselte vor allem die Interaktion der Hauptfiguren an "Eye of the Needle". Wenn der Holodoktor sich an Kes mit der Bitte richtet, ihn zu deaktivieren, bevor die Crew die Voyager verläßt, oder wenn B'Elanna Torres gegenüber Kim gesteht, daß es niemanden im Alpha-Quadranten gibt, der sich um sie sorgt, bestünde bei anderen Autoren die große Gefahr, daß die Dialoge in Kitsch ausarten. Jeri Taylor jedoch versteht es meisterhaft, solche Szenen zu schreiben, ohne dabei schnulzig oder schmalzig zu werden.
Seltsam fand ich nur, daß Tuvok in der Datenbank so detaillierte Informationen über einen Romulaner (!) hat, während Tom Paris in "Time and Again" zu Kim meinte, niemand könne seine Behauptung, Kim habe auf der Akademie den Einzelpiloten-Geschwindigkeitsrecord aufgestellt, überprüfen!