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Kolumne zur Lehre: Jovana über die Recherche
Unsere KV-Lernende ist im ganzen Verlag unterwegs. Dieses Mal war Jovana in der Rechercheabteilung, die das "Rohmaterial" für den Infomanager zusammenträgt. Hier besteht der Arbeitsalltag zu einem grossen Teil aus Telefonieren. Von ihrer Arbeit und vom Unterschied zwischen Anrufer und Hörer berichtet sie in ihrer Kolumne.
Bilderstrecke: Das Telefon im Wandel der Zeit
Quelle: - Catalogo collezioni (in it). Museoscienza.org. Museo nazionale della scienza e della tecnologia Leonardo da Vinci, Milano.,wikipedia, CC BY-SA 4.0
Bild 1 von 81860: Der erste Schritt Richtung Telefon, machte der Theatermechaniker Antonio Meucci. Er baute eine Fernsprechverbindung, welches 1860 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Aus finanziellen Gründen konnte er an seiner Idee nicht weiterarbeiten und musste einige seiner Arbeitsmodelle verkaufen, darunter auch das „ Telefon“. (mgt/jod)
Quelle: wikipedia, Gemeinfrei
Bild 2 von 81861: Bevor das Telefon kam, so wie wir es kennen, wurde dieses Gerät vom deutschen Physiklehrer Philipp Reis entwickelt. Es war ein Apparat, der erstmals mit Hilfe von elektrischem Strom Töne übertragen konnte. Er nannte es „Telephon“. (mgt/jod)
Quelle: released under GFDL and CC-BY-SA Urhber: (c) 2006 Zubro
Bild 3 von 81876: Alexander Graham Bell, der „offizielle“ Telefon Erfinder, begann im Jahre 1975 mit dem Bau eines Harmonischen Telegraphen. Dabei hatte er Hilfe mit den Unterlagen von Antonio Meucci und das frühere Modell von Philipp Reis. Ein Jahr später am 14. Februar 1876 meldete er das Telefon beim Amt an. Nur zwei Stunden später meldete Elisha Gray ebenfalls ein Telefon an mit genaueren Angaben als Bell. 1876: "Mr. Watson, komm her, ich will dich sehen“, war der erste erfolgreiche Satz, der im Telefonübertragung von Bell gesprochen und dabei jedes Wort von Herr Watson verstanden wurde. (mgt/jod)
Quelle: Public Domain, Wikipedia, Gemeinfrei
Bild 4 von 81880: Das Telefonnetz kommt in die Schweiz. Die erste Telefonzentrale von der Zürcher Telefongesellschaft wird in Zürich eröffnet. Ein voller Erfolg, nur 10 Jahre später werden in der Schweiz die Telefonnummern eingeführt. 1892: Weltneuheut! Bell führt das erste Ferngespräch von New York nach Chicago. Ebenfalls wurden in der Schweiz 1892 die ersten, dauerhaften internationalen Verbindungen mit unseren Nachbarländern aufgenommen.
Quelle: Public Domain, wikipedia
Bild 5 von 81892-1930: Der schwedische Telefonhersteller L.M. Ericsson revolutionierte den damaligen Telefonmarkt. Er brachte 1892 das erste Telefon-Tischgerät der Welt mit Handapparat raus. Bis in die 1930er wurde das Telefon damals Skelettapparat genannt, zwei Millionen Mal produziert. Der Preis für das Telefon im Jahr 1909, betrug in der Schweiz 65.- Franken. (mgt/jod)
Quelle: Bundesarchiv, Bild 101I-615-2486-14A / Eisenhart / CC-BY-SA 3.0
Bild 6 von 81889-1990er: Heute gibt es den Beruf „Telefonistin“ wie auf dem Bild nicht mehr. Sie waren dafür da, um das Telefongespräch aufzunehmen und sie an die gewünschte Person zu vermitteln. Da damals die übertragene Telefonfrequenz Frauenstimmen besser verstand, waren sie mit ihrer Anschlussbuchse auf dem Klappenschrank, für die Telefonverbindungen zuständig. (mgt/jod)
Quelle: Redrum0486, wikipedia, CC BY-SA 3.0
Bild 7 von 81983: Mit DynaTAC 8000X von Motorola, kam am 21. September 1983 das erste Mobiltelefon weltweit raus. Rund eine Stunde konnte man mit dem „Handy“ telefonieren. 1994: Vom Telefonieren zum Simsen, die SMS wurde eingeführt. Ebenfalls von Motorola wurden mit dem StarTAC 1996, die ersten Klapphandys produziert. (mgt/jod)
Quelle: rawpixel, unsplash, gemeinfrei
Bild 8 von 82018: Heute ist es kaum vorstellbar nur einen Tag ohne das Telefon zu sein. Ob Privat oder im Geschäft, sie werden überall fleissig benützt und sind ein grosses Hilfsmittel in der Kommunikation. Zukunft: Da der Mensch auch in Zukunft nicht auf das Kommunizieren mit dem Telefon verzichten will, werden laufend neue Geräte auf den Markt vorgestellt. (jod)
Aufgeregt, zitternd und nervös sass ich im neuen Büro mit den sieben Frauen. Eigentlich wollte ich absolut nicht, aber ich hatte keine Wahl: Telefonieren. Der Albtraum aller KV-Lehrlinge schlechthin. Hörer vs. Anrufer – wer ist hier wohl mehr gestresst?
Alles, was ich bis zu diesem Tag über die Abteilung «Recherche» wusste: Dass die Frauen dieser Abteilung über alle Baugesuche der Schweiz recherchieren. Kern ihrer Aufgabe ist es, bei Bauherren und Architekten nach mehr Informationen zu Ihren Gesuchen zu fragen. Und ab heute war das auch meine Aufgabe für die nächsten drei Monate.
An das erste Telefonat kann ich mich sehr gut erinnern. Aufgeregt tippte ich die Telefonnummer. Ich rechnete gleich damit, dass ich jetzt am Hörer von Angerufenen zerfleischt und angeschrien werde, ich solle ihn gefälligst in Ruhe lassen. Dieser eine Satz kreiste in meinem Kopf. Mit leicht bebender Stimme fing ich schliesslich an zu sprechen: „Guten Tag Herr…“, doch anstatt angeschrien zu werden, wurde meine Frage lediglich höflich beantwortet.
Danach war meine Nervosität wie verflogen. Ich war startklar. Aber dass nicht alle Anrufer nett auf meine Anrufe reagierten, wurde mir ebenso schnell klar. Es folgten Sätze wie: „Lönd sie mich in Ruhe“ oder „Belästiget sie mich nöd“. Verscheuchen liess ich mich von solchen Sätzen aber dank meinen netten Arbeitskolleginnen nie.
Die Sparte der Telefon-Gegenübers bestand aber nicht nur aus „Lönd sie mich in Ruhe“, sondern auch aus speziellen Leuten. Wie das eine Architekturbüro, das wortwörtlich Entengesang laufen liess sobald ich anrief oder diejenigen, die plötzlich nicht mehr wussten, was ein Baugesuch genau ist. Als Laien-Anrufer weiss man meist gar nicht, wie man in solchen Fällen reagieren soll. Die beste Methode ist aber – so habe ich herausgefunden – später im Team darüber zu lachen und sich über solche Momente nicht zu ärgern.
Egal ob Anrufer oder Angerufener: Für mich persönlich ist es das wichtigste, mich von unangenehmen Telefonaten nicht aufregen zu lassen. Das ist wohl der Schlüssel zu diesem Job. Denn es gibt sie in allen Arten: unhöfliche, nette und lustige Gesprächspartner. Also muss man sich einfach sagen: "Ran ans Telefon und sich überraschen lassen."