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<h2>SubmittedText<h2><p>In der Schweiz gibt es immer weniger Bienenvölker. Seit Mitte der Neunzigerjahre ist sowohl die Zahl der Bienenvölker wie auch die Zahl der Bienenzüchterinnen und -züchter um rund einen Drittel gesunken. Aus wirtschaftlicher Sicht bringt die Bienenzucht der Schweiz jährlich um die 300 Millionen Franken ein (Ernte in der Landwirtschaft und Produkte, die mit der Bienenzucht zusammenhängen). Vom ökologischen Standpunkt her sorgen die Bienen für die Bestäubung und tragen damit wesentlich zur Biodiversität bei. Angesichts des raschen Strukturwandels auch in der Bienenzucht drängt es, diese Tätigkeit besser zu fördern und vor allem die Bienenzüchterinnen und -züchter für die gemeinnützigen Leistungen zu entschädigen.</p><p>Ich bitte deshalb den Bundesrat um Antwort auf folgende Fragen:</p><p>1. Wie stellt sich der Bundesrat zum beunruhigenden Rückgang des Bienenbestandes in der Schweiz?</p><p>2. Macht ihm die Zukunft der natürlichen Bestäubung unserer Flora und insbesondere unserer Obstbäume durch Bienen nicht auch Sorgen? Wenn wir nichts tun, sind diese Pflanzen gefährdet.</p><p>3. Will der Bundesrat die Bienenzüchterinnen und -züchter in ihrem Kampf gegen eine noch unbekannte, sicher problematische Krankheit der Bienen unterstützen?</p><p>4. Wäre es nicht sinnvoll und wünschenswert, unseren qualitativ einwandfreien Schweizer Honig besser zu unterstützen? Dies umso mehr, als, wie verschiedene Analysen gezeigt haben, gewisse ausländische Honige hohe Pestizidrückstände aufweisen. Ich weise darauf hin, dass die Schweizer Honigproduktion nur 10 Prozent des Honigkonsums in der Schweiz deckt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt die Wichtigkeit der Schweizer Imkerei, namentlich ihre zentralen Rolle bei der Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen.</p><p>Zu den einzelnen Fragen nimmt er wie folgt Stellung: </p><p>1. In der Schweiz ging die Zahl der Bienenvölker in den vergangenen zehn Jahren zurück, und die Winterverluste waren massiv - dies insbesondere in einzelnen Gebieten und bei bestimmten Imkerinnen und Imkern. Es bestehen diesbezüglich keine genauen Statistiken, doch der Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde (VDRB) schätzt den Völkerverlust über den Winter 2006/2007 in seinem Einzugsgebiet auf 22 Prozent. Das Zentrum für Bienenforschung der Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux sucht in Zusammenarbeit mit ausländischen Instituten für Bienenkunde nach den Ursachen dieser hohen Verluste sowie nach Lösungsansätzen. Die Problematik ist äusserst komplex, und die Ursachen konnten bisher nicht genau eruiert werden. Die Forschung wird weiter vorangetrieben. Der Bundesrat anerkennt die Bemühungen der Imkerinnen und Imker, ihren Bienenbestand wieder aufzustocken.</p><p>2. Trotz des rückläufigen Bienenbestandes in der Schweiz ermöglicht es die Bienendichte in den meisten Regionen, die Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen sicherzustellen. Die Bienendichte liegt in der Schweiz bei durchschnittlich vier Völkern pro Quadratkilometer und gilt damit als ausreichend. Im Rahmen der AP 2011 hat das Parlament im vergangenen Juni die Einführung eines neuen Absatzes 4 zu Artikel 3 des Landwirtschaftsgesetzes (LwG) beschlossen. Dieser hält fest, in welchen Bereichen der Bund die Bienenzucht und die Bienenhaltung unterstützen kann. Hierzu zählt die Förderung von Honigabsatz, Bienenforschung, Ausbildung, Beratung und Vorsorgemassnahmen. Bereits heute werden diese Aufgaben mit umfangreichen Mitteln unterstützt (siehe Stellungnahme zur Motion Gadient 04.3733). Zurzeit prüft eine Arbeitsgruppe Massnahmen zur verstärkten Unterstützung der Imkerei. Der Bund zieht insbesondere in Betracht, künftig die Bienenzucht zu fördern. Um dies jedoch zu ermöglichen, müssen die Imkerverbände ihre Strukturen anpassen. Diese Projekte sind gegenwärtig am Laufen.</p><p>3. Es gibt im Moment etwa ein Dutzend Bienenkrankheiten bzw. Bienenschädlinge, welche die Honigbienen bedrohen. Die Tendenz ist zunehmend, weil mit dem globalisierten Warenhandel Krankheiten und Schädlinge in einer Kadenz verbreitet werden, bei welcher keine Koevolution möglich ist. Die Bienenforschung versucht für die akuten Bedrohungen möglichst rasch nachhaltige Behandlungs- und Bekämpfungsmethoden zu entwickeln. Das Imkerhandwerk wird mit diesen heute zwingend notwendigen Behandlungen aufwendiger, und es ist nicht zu vermeiden, dass einzelne Betriebe aufgegeben werden. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass eine gut funktionierende Hobby-Imkerei die weitaus günstigste Methode der Bestäubungssicherung darstellt. Die obenerwähnte Arbeitsgruppe des Bundes wird diesen Erwägungen Rechnung tragen.</p><p>4. Die Qualität des Schweizer Honigs ist anerkannt: Die Bemühungen der Imkerkreise, diese zu garantieren, tragen Früchte. Die Schweizer Konsumenten sind bereit, für inländischen Honig einen gegenüber dem ausländischen Honig höheren Preis zu bezahlen. Im Rahmen der Massnahmen zur Absatzförderung (Art. 12 LwG) gewährt der Bund dem Verband Schweizerischer Bienenzüchtervereine für die Jahre 2007 und 2008 je 100 000 Franken zur Finanzierung von Marktanalysen und Massnahmen zur Absatzförderung von inländischem Honig.</p>  Antwort des Bundesrates.