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2012 schrieb das ZüKL kleinere Fördersummen für Kleine LInguistische Projekte (KLIP) aus, die entweder die Basis für spätere vollwertige Drittmittelanträge bilden oder gemeinsam nutzbare Infrastruktur aufbauen sollten. Die teilnehmeberechtigten Institute wurden dabei zur Kollaboration angeregt. Die Idee fand grossen Anklang und brachte sechs interessante Projekte hervor, die unten kurz beschrieben sind.
Zürcher Elektronisches Korpus von Sprachvarietäten (ZEKO)
Für das ZEKO wurden zwei schweizerdeutsche Texte mit ca. 50'000 Tokens vollständig normalisiert. Die Programmierung der geplanten Online-Plattform für das Korpus sowie deren Dokumentation wurden vorangetrieben.
Ausbau des Non-Standard-Online-Korpus mit schweizerdeutschen und Tessiner Aufnahmen aus dem Phonogrammarchiv
Die 189 schweizerdeutschen Texte der Wiener Edition wurden in TEI konvertiert. Zehn Tonaufnahmen wurden retrodigitalisiert und transkribiert (insgesamt ca. 12'000 Wörter).
Die Wahrnehmung der französischen Wortbetonung durch standard- und schweizerdeutsche Hörer
An zahlreichen Orten wurden Perzeptionsexperimente mit Muttersprachlern des Standard- und des Schweizerdeutschen durchgeführt. Eine Pilotstudie fand in Zürich statt, weitere Studien wiederum in Zürich sowie in Basel, Bern, Chur, Lyon und Marburg. Ein Artikel zu den Ergebnissen ist in Arbeit, ein Drittmittelantrag geplant. Die Ergebnisse werden ausserdem am CIL 19 im Workshop „Word stress: dialectal variation and perception“ präsentiert werden.
Pilotprojekt „Kleine Zeitungen“ (Variantengrammatik des Deutschen)
Ein bestehendes Korpus von Online-Lokalblättern wurde ausgebaut und annotiert. Im einzelnen wurden mehrere deutschländische Zeitungen sowie Texte aus Südtiroler Zeitungen aufgenommen. Die Texte wurden automatisch POS-getaggt und die Suchmaske für das Korpus verbessert.
- Kooperationen: dieses KLIP ist mit dem Projekt Variantengrammatik des Deutschen verbunden.
Annotation und Alignierung eines parallelen bzw. multi-lingualen Korpus für die Forschungsprojekte zur „Arealtypologie der Nominalphrase“ im UFSP
Es wurden Recherchen bezüglich der Verfügbarkeit paralleler Korpora und von Annotationstools durchgeführt und ein Entwurf für einen Drittmittelantrag erarbeitet.
Die Projektleiter haben den Antrag inzwischen fertiggestellt und unter dem Titel Large-Scale Annotation and Alignment of Parallel Corpora for the Investigation of Linguistic Variation beim SNF eingereicht. Das Projekt wurde bewilligt und läuft seit Herbst 2013.
Ambiguity, Psycholinguistics and Language Acquisition
Im ersten Teilprojekt wurde der lexikalische Aufbau von L1 im Vergleich von Deutsch, Englisch und Russisch untersucht. Vorhandene Korpora wurden hierfür bereinigt und erste N-Gramm-Analysen durchgeführt.
Das zweite Teilprojekt beschäftigte sich mit der Parsbarkeit von L2-Äusserungen. Es konnte gezeigt werden, dass L2-Äusserungen für einen automatischen syntaktischen Parser schwerer zu verarbeiten sind, wobei dass das Niveau des Lerners ebenfalls eine Rolle spielt. Das Projekt hat eine Publikation hervorgebracht; ein Antrag beim SNF ist in Planung.