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Als erstes, breit angelegtes Projekt mit Langzeithorizont, das die Auswirkungen von Fürsorge und Zwang auf Gehörlose untersucht, setzt sich das Forschungsprojekt zum Ziel, die historischen Grundlagen zur Geschichte der Gehörlosigkeit in der Schweiz zu liefern. Diese Forschungsergebnisse werden im Kontext der internationalen Geschichte der Gehörlosigkeit diskutiert, wie auch im Vergleich mit anderen Studien im Bereich der Disability History.
Das Projekt verfolgt drei übergeordnete Zielsetzungen und untersucht:
- die Wissensproduktion über Gehörlosigkeit und die Verflechtung von wissenschaftlichen Diskursen und Fürsorgepraktiken
- die für gehörlose Menschen entwickelten Massnahmen im Spannungsfeld von Zwang und Fürsorge.
- die Strategien der Agency von gehörlosen Kindern und Erwachsenen.
Mechanismen von Fürsorge und Zwang aus einer historischen Perspektive zu verstehen, ist ein erster Schritt, um gegenwärtige Konzeptionen von Gehörlosigkeit zu hinterfragen und diskriminierende Praktiken aufzudecken. Gemeinsam mit unserem Projektpartner, dem Schweizerischen Gehörlosenbund SGB-FSS, eruieren wir die wichtigsten Handlungsfelder und Verbesserungsmöglichkeiten im Zusammenleben von hörenden und gehörlosen Menschen. Ziel des Forschungsprojektes ist es, einen Beitrag zu aktuellen Debatten über die Zukunft des Sozialstaates, der sozialen Sicherheit sowie den Möglichkeitsbedingungen eines selbstbestimmten Lebensweges von gehörlosen Menschen zu leisten.
Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms (NFP) 76 «Fürsorge und Zwang – Geschichte, Gegenwart, Zukunft» realisiert.