Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03161.jsonl.gz/86

Die Auswahl an Charcuterie ist gross, die Verwirrung ebenso: Welcher Aufschnitt ist von welchem Tier, was ist auf welche Art verarbeitet und liefert welche Nährstoffe?
Bündnerfleisch
Bündnerfleisch ist eine Sorte Trockenfleisch, welche nur im Kanton Graubünden aus Fleischstücken vom Rind hergestellt wird. Die Fleischstücke stammen aus der Oberschenkelmuskulatur und werden zuerst zusammen mit Salz und Gewürzen während drei bis fünf Wochen nahe dem Gefrierpunkt gelagert. Danach werden sie abgewaschen und während den gleichen Bedingungen nochmals fünf bis zehn Tage weitergelagert. Danach folgt die Trocknungsphase: Während 5-17 Wochen wird das Fleisch bei maximal 18 Grad getrocknet.
Bündnerfleisch enthält rund 40Gramm Eiweiss pro 100 Gramm. Weiter ist es reich an Eisen: Es liefert 4 Milligramm Eisen und deckt damit etwa 30 Prozent des Tagesbedarfs.
Bündnerfleisch ist ausgesprochen fettarm: Es hat pro 100g ungefähr 4Gramm Fett und gilt daher als fettarmes Lebensmittel.
Bündnerfleisch ist eine eingetragene Marke: Nur Fleischstücke, die im Kanton Graubünden getrocknet wurden, dürfen diese Bezeichnung tragen.
Bündnerfleisch ist sehr vielfältig: Es passt zu dunklem Brot mit einem Glas Rotwein, kann als Carpaccio mit Olivenöl und Parmesan oder auch als Röllchen gefüllt mit Frischkäse gegessen werden. Ebenso passen Früchte wie Birnen oder Melonen zu Bündnerfleisch.
Hobelfleisch
Das Hobelfleisch ist eine Variation des Bündnerfleisches. Es wird im Gegensatz zum Bündnerfleisch aus Muskelstücken aus der Schulter des Rindes hergestellt und quer zur Faser „gehobelt“. Es ist von der Konsistenz eher sehniger, die Nährwerte sind dieselben.
Mostbröckli
Das Mostbröckli wird aus Rind- oder Kuhfleisch vom Stotzen hergestellt, indem es von Fett und Sehnen befreit wird, mit einer Gewürzmischung eingerieben und danach in einen Vakuumtumbler gegeben wird: In diesem wird das Fleisch hin- und herbewegt, so dass das Fleisch die Gewürze besser aufnimmt. Später wird der Deckel des Tumblers geschlossen und das Fleisch verbleibt für 30-48 Stunden im Tumbler. Nach dieser Pökelung werden die Fleischstücke einige Stunden aufgehängt, danach ein bis vier Tage kühl gelagert und anschliessend mit Rauch bei maximal 40 Grad getrocknet.
Das Mostbröckli ist, wie das Bünderfleisch, eine wahre Eiweissbombe: Pro 100g bringt es rund 30 Gramm Eiweiss. Weiter liefert es, wie das Bündnerfleisch reichlich Eisen: Rund 3 Milligramm stecken in 100 Gramm und decken somit etwa einen Viertel des Tagesbedarfs.
Zudem ist das Mostbröckliäusserst fettarm, so liefert es pro 100g nur rund 2Gramm Fett.
Mostbröckli wird gerne als Zwischenmahlzeit oder Vorspeise gegessen. Es wird hauchdünn aufgeschnitten und wird mit dunklem Brot gegessen. Dazu passt Apfelmost oder ein Glas Rotwein.
Bauernspeck
Der Bauernspeck stammt von der Brust der Sau, wobei das Tier zwei Bauernspeckseiten hat. Die etwa 3 Kilogramm schweren Fleischstücke werden erst nach der Schlachtung des Tieres und einer einwöchigen Lagerung um den Nullpunkt herum, herausgeschnitten. Danach werden die Fleischstücke mit Salz und einer Gewürzmischung eingerieben und eine Pökelmaschine gegeben. Während eines Tages werden die Stücke in der Maschine mit den Gewürzen „massiert“ und immer wieder umgeschichtet. Nach dem Pökeln wird der Speck über Nacht kalt (unter 25 Grad) geräuchert. Weiter wird das Fleisch drei bis vier Wochen an der Luft getrocknet. Optimale Bedingungen hierfür sind zehn bis zwölf Grad und etwa eine Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent.
Neben Eiweiss (um 22g pro 100g Bauernspeck) enthält der Bauernspeck vor allem Fett: Er schlägt mit etwa 34Gramm Fett pro 100 Gramm zu Buche.
Bauernspeck passt zusammen mit Käse auf ein Stück Ruchbrot. Dazu passt Bier oder ein Glas Wein.
Das Charcuterie-Angebot in der Schweiz ist riesig und enorm vielfältig. Probieren Sie doch die verschiedenen Sorten!