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Motion über die Förderung von grossen Solaranlagen
30. Oktober 2018
Urban Frye und Mitunterzeichnende fordern den Regierungsrat mit einer Motion auf, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um Massnahmen zu erlassen, damit mehr Solaranlagen über 30 kWp im Kanton gebaut werden.
Der Regierungsrat wird aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um Massnahmen zu erlassen, damit mehr Solaranlagen über 30 kWp im Kanton gebaut werden.
Begründung:
Während der Zubau von kleineren Solaranlagen (< 30 kWp) vorangeht, stockt der Zubau von grösseren Anlagen (> 30 kWp). Dies obwohl grössere Anlagen kostengünstiger sind und es viele gut geeignete Dächer für grosse Anlagen gibt. Der Regierungsrat wird deshalb gebeten, Gesetzesänderungen vorzulegen, damit der Bau von grossen Anlagen gefördert wird.
Trotz der Energiestrategie 2050 gibt es in der Schweiz keine Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) mehr für neue Solaranlagen. Der Zubau von Solaranlagen wird über den Eigenverbrauch finanziert. Hier spricht der Bund Einmalvergütungen für kleine Anlagen. Dieses Förderinstrument ist erfolgreich und wird gerne in Anspruch genommen und führt zu einer grossen Anzahl von Anlagen. Von der zugebauten Leistung her ist aber seit dem Spitzenjahr 2015 mit einem Zubau von 337 MW ein Rückgang um fast 30% zu verzeichnen.
Volkswirtschaftlich am sinnvollsten ist es, möglichst grosse Dachanlagen zu realisieren, da diese pro erzeugte kWh am günstigsten sind. Oft ist aber bei grossen Dächern nicht gegeben, dass der Strom direkt vor Ort verbraucht werden kann. Solarstrom, der ins Netz abgeben wird, entschädigen die Elektrizitätswerke mit so tiefen Tarifen, dass die Investition nicht amortisiert werden kann. Als Beispiel ein grosses Logistikzentrum mit grosser Dachfläche aber geringem Stromverbrauch. Aktuell kann wirtschaftlich nur ein kleiner Teil des Dachs für die Photovoltaikanlage verwendet werden, welcher den eigenen Stromverbrauch deckt. Der restliche Teil des Dachs, auf welchem effizient und günstig (heute bei ca. 8 bis 12 Rp. / kWh) eine Photovoltaikanlage gebaut werden könnte, bleibt ungenutzt, da die zuständigen Elektrizitätswerke (CKW) mehrheitlich Tarife unter 9 Rp. für den rückgespeisten Strom entschädigen und somit eine Amortisation der Investition nicht möglich ist.
Da eine schnelle Dekarbonisierung vorangetrieben werden soll, kann dies nur über einen schnellen Zubau von erneuerbaren Energien erfolgen. Die Solarenergie ist prädestiniert, da sie in der Schweiz mit geschätzten 40 TWh das grösste Potential und die tiefsten Kosten pro erzeugte kWh aufweist. Ebenfalls geniesst diese Form der Stromerzeugung eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und weist kurze Projektierungszeiten auf. Mehr als 50% der Wertschöpfung beim Bau der Solarstromanlagen bleibt regional und fördert damit auch den Wirtschaftsstandort.