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Umfragen sagen bei der Parlamentswahl in Griechenland am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Ex-Regierungschef Alexis Tsipras hat sich zum Wahlkampfabschluss überzeugt vom Triumph seiner Links-Partei Syriza gezeigt.
«Die heutige Versammlung schickt eine Nachricht des Sieges», sagte Tsipras am Freitagabend bei einer Rede auf dem zentralen Platz vor dem Parlament in Athen. Griechenland ziehe «einen Schlussstrich unter das Kapitel des alten (korrupten) Systems».
Er werde sein Land in den kommenden Jahren verändern und wolle weiter hart kämpfen für ein Griechenland der Solidarität, sagte Tsipras. «Manche glaubten, sie könnten uns leicht los werden. Sie irren sich.» Die konservativen Kräfte hätten sich verkalkuliert. «Wir werden ein starkes Mandat am Sonntag bekommen.»
Zusammen mit der spanischen, britischen und portugiesischen Linken wolle er für mehr Solidarität in Europa kämpfen, sagte Tsipras weiter. Einen Grexit - einen Austritt Griechenland aus der Eurozone - werde es nicht geben, auch wenn einige dies wünschten.
Fast alle der jüngsten Umfragen sahen die Syriza leicht vorne. Nach einer Erhebung der Universität von Thessaloniki kann Syriza am Sonntag mit 31 Prozent der Stimmen rechnen. Die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) könnte auf 28.5 Prozent kommen.
Eine andere Erhebung des Fernsehsenders Antenna zeigte einen kleineren Vorsprung von Syriza mit 24.5 gegenüber 24 Prozent für die Konservativen. In der am Freitag veröffentlichten Befragung des Instituts Metrisi für die Zeitung «Eleftheros Typos» entfielen auf die ND 28.5 Prozent. Die Syriza kann demnach mit 27.1 Prozent der Stimmen rechnen. Da von einer Fehlerquote von etwa drei Prozent ausgegangen wird, ist der Wahlausgang völlig offen.
Drittstärkste Kraft im Parlament dürfte die rechtsextreme Partei Goldene Morgenröte werden. Den Ausschlag werden laut Demoskopen rund 600'000 Wahlberechtigte geben, die sich bislang noch nicht entschieden haben.
Die vorherigen Wahlen am 25. Januar hatte Syriza mit 36.3 Prozent vor der ND mit 27.8 Prozent gewonnen. Von den 300 Sitzen werden 250 entsprechend der Stimmenzahl verteilt. Die stärkste Partei bekommt einen Bonus von 50 Sitzen. Für den Einzug ins Parlament sind drei Prozent der Stimmen notwendig. (sda/dpa/reu)