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Für den Erhalt von Landschaft, Natur und Erholungsraum Bözberg
Bohnerzabbau war ein einträgliches Geschäft
Interessante Bettagsexkursion 2014 des Vereins Pro Bözberg
Die Gewinnung von Bohnerz für die Herstellung von Eisen hatte auf dem Bözberg im 17. und 18. Jahrhundert seine Blüte. Insgesamt wurden rund 2500 Tonnen abgebaut, wie an der diesjährigen Bettagswanderung von Pro Bözberg zu erfahren war.
Von Max Weyermann
Wie der Badener Geologe André Lambert nach der Begrüssung durch Vereinspräsident Otto H. Suhner erklärte, ist das Bohnerz durch Auswaschung des weisslichen Muttergesteins Jurakalk entstanden. Die weichen Mineralien wurden durch Erosion aufgelöst, und zurück blieben die festen, zum Teil erbsenförmigen metallischen Bestandteile von rötlicher Färbung. Nach dem Abbau wurden diese mittels Verhüttung zu Eisen verarbeitet.
Gemäss den Ausführungen des Brugger Historikers Titus Meier stammen erste Informationen über den Eisenerzabbau auf dem Bözberg aus der Zeit nach dem Dreissigjährigen Krieg. 1683 erwarben Abraham Chemilleret aus Biel und Johann Jakob Merian aus Basel bei Oberbözberg die neun Jucharten (324 Aren) messende Enzmatt. Ab Juni 1685 wurde regelmässig Eisenerz nach Brugg geführt und an der Aare auf Transportschiffe verladen. Diese brachten das Material nach Albbruck am Hochrhein, wo Chemilleret und Merian seit kurzem ein grosses Hammer- und Hochofenwerk betrieben. Die von Bern gewährte Zollfreiheit und die Beschädigung der Strassen durch die schweren Fuhrwerke gaben Anlass zu Auseinandersetzungen mit der Stadt Brugg. Von 1685 bis 1688 mussten die Eisenherren vom Bözberg dem Landvogt 453 Gulden Gewinnbeteiligung abliefern, eine Summe, die zeigt, dass ihre Geschäfte offenbar gut liefen. Mit Unterbrüchen dauerte die Bohnerzgewinnung auf dem Bözberg bis 1769, in der letzten Phase durch andere Unternehmer. Insgesamt wurden rund 2500 Tonnen abgebaut. „Dieser Bözberg ist fast überall ein Eisenberg; so findet man an etlichen Orten, ohne tief zu graben, das beste Eisenerz.“ Mit diesen Worten fasste Pfarrer Abraham Steinhäuslin 1755 seine Kenntnisse über den Erzabbau am Adlisberg zusammen und wies dabei darauf hin, dass nicht nur das Land „fast eisern“ sei, sondern auch mehrheitlich die Art der Einwohner. Diese überlieferte Aussage wurde von den rund drei Dutzend Exkursionsteilnehmern mit zustimmendem Schmunzeln aufgenommen.
Der Rundgang führte zur Stelle, wo das Bohnerz in harter Handarbeit im Tagbau gefördert worden war. Hier sind immer noch weisse Kalksteine und rötlich gefärbte Erde zu sehen. Heute wird hier munter weiter gegraben, allerdings durch Dachse, welche ihre Höhlen bauen. Abgeschlossen wurde die Exkursion auf der Waldlichtung Imbermättli mit dem gemeinsamen Bräteln im einsetzenden Regen.
Brugg, den 22.9.2014 Max Weyermann >>> Bohnerzabbau_war_ein_eintraegliches_Geschaeft (pdf)
Bilder und Objekte voller Schönheit
(Okt./Nov. 2008)
Gleich zwölf Künstlerinnen und Künstler – so viele wie noch nie – präsentieren sich in der Gemeinschaftsausstellung «Bözberg» bis zum 7. November 2008 in der alten Trotte Effingen.
Interessante Einblicke in Natur und Kultur
Der Verein Pro Bözberg lud traditionsgemäss zur Bettags-Exkursion 2013
Von Max Weyermann
Die diesjährige Exkursion war dem 14 Stationen umfassenden Natur- und Kulturweg Linn gewidmet. Der vier Kilometer messende Rundkurs ist ein zum 2006 gefeierten Jubiläumsfest „700 Jahre Linn“ mit Unterstützung der Gemeinde, des Kantons und von Dreiklang Aare – Jura – Rhein geleisteter Beitrag des Natur- und Vogelschutzclubs Bözberg (NVSC). Dessen Präsident, der in Gallenkirch aufgewachsene und wohnhafte Biologe und Botaniker Max Gasser, sowie die Kunsthistorikerin Dorothea Burkhard, Unterbözberg, und die Ornithologin Claudia Müller, Villnachern, boten in den von ihnen geführten drei Gruppen von ihren fachspezifischen Kenntnissen geprägte Einblicke in das Ortsbild von nationaler Bedeutung und ins idyllische Umfeld.
Zu Beginn der Exkursion erwähnte Pro-Bözberg-Präsident Otto H. Suhner den nach Jahren des zähen Ringens mit den Jura-Cement-Fabriken in Wildegg und mit dem Kanton via Entscheid des Bundesgerichtes erreichten Verzicht auf die geplanten Probebohrungen und damit auf einen allfälligen Steinbruch im Naturschutzgebiet des bei Effingen gelegenen Homberges. Suhner betonte, Pro Bözberg widme sich der Erhaltung der Landschaft und der Pflege der Gemeinschaft, und so bleibe der Verein weiterhin bestehen. In Sachen nationales Endlager für radioaktive Abfälle setze man sich mit allen Mitteln für die Wahl des bestmöglichen Standortes in der Nordschweiz ein, und dieser befinde sich rein objektiv betrachtet nicht in unserer Gegend. Ein weiterer wichtiger Punkt sei das Augenmerk auf eine sorgfältigere Waldbewirtschaftung.
Der Rundgang von der Linner Linde via Sagenmühlital und den Hundsruggen zeigte die Vielfalt und Schönheit des heutigen Bözberger Ortsteils mit seinen historischen Gebäuden sowie der umliegenden Landschaft mit Baumgärten, Hecken, Wiesen, Bächen, Wasserfällen, Teichen und Tümpeln, Föhren- und Buchenwald. In dieser Naturschutzgegend fühlen sich zahlreiche Tiere wohl, von denen man allerdings an diesem regnerischen Sonntagnachmittag kaum etwas zu sehen oder zu hören bekam. Den Abschluss der Exkursion bildete das gemütliche Beisammensein mit Grillieren bei der Schulanlage.
Brugg, den 16.9.2013 Max Weyermann >>> 201309_Interessante_Einblicke_in_Natur_und_Kultur