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Den
Stimmberechtigten wurden zwei Wappenvorschläge vorgelegt. Das eine bezog
sich auf den Namen (redendes Wappen), das andere wurde als das Wappen der
Freiherren von Buchegg ausgegeben und erhielt auch die meisten Stimmen.
Leider verstossen die drei weissen Rosen auf dem gelben Pfahl gegen die
heraldische Farbregel. Mit ganz wenigen Ausnahmen wurden diese Farbregeln
während es ganzen Mittelalters konsequent eingehalten.
Die Zürcher Wappenrolle, eine der ältesten Wappensammlungen,
zwischen 1335 und 1345 entstanden, zeigt das Buchegger Grafenwappen: In Rot
gelber Pfahl, belegt mit drei roten Rosen. Ein späteres Wappen zeigt die
roten Rosen pfahlweise angeordnet auf einem gelben Schild. Dieses wurde von
Solothurn für die 1391 erworbene Herrschaft Buchegg weiter verwendet und ist
auf diversen Ämterscheiben zu sehen. Seit der Kantonsbildung dient es als
Wappen für den Bezirk Bucheggberg. Das vom bekannten Heraldiker Paul Boesch
gestaltete Berner Wappenbuch von 1932 zeigt die beiden Buchegger
Grafenwappen, das ältere jedoch mit weissen Rosen und einer auffallend
abweichenden Helmzier. Hier muss ein Irrtum oder eine Verwechslung
vorliegen. Eine Tochter des letzten Grafen von Buchegg verheiratete sich mit
Burkhart Senn von Münsingen. Deren Sohn wurde von Kaiser Karl IV. 1360 in
den Freiherrenstand erhoben. Gemäss einem Eintrag im Wappenbuch des Aegidius
Tschudi, erstellt von 1530 bis 1572, führte dieser aber ein anderes Wappen
als das, welches den Stimmberechtigten zur Auswahl vorgelegt wurde, nämlich
eine Verbindung der beiden unveränderten Wappen in einem gevierten Schild.
Abb. 1: Ausschnitt aus der Zürcher
Wappenrolle (älteres Wappen der Grafen von Buchegg)
Abb. 2: Berner Wappenbuch:
(älteres/falsches und jüngeres Wappen der Grafen von Buchegg)
Abb. 3: Berner Wappenbuch (Wappen der
Senn von Münsingen, spätere Freiherren von Buchegg)
Abb. 1: Wappenbuch des Aegidius Tschudi:
Grafen von Buchegg
Abb. 2: Wappenbuch des Aegidius Tschudi:
Freiherren von Buchegg (Allianzwappen Senn von Münsingen / Buchegg)
Somit steht
fest, dass die Gemeinde Buchegg ein Wappen führt, das weder mit den Grafen
noch mit den Freiherren von Buchegg in Beziehung steht. Wenn die weissen
Rosen durch rote ersetzt würden, entspräche das Wappen nicht nur den
heraldischen Regeln, sondern auch dem älteren Wappen der Grafen von Buchegg.
Die Grafen von Buchegg waren ein hervorragendes Dynastengeschlecht in der
ehemaligen Landgrafschaft Kleinburgund, das als freies Eigen das Gebiet des
Bucheggberges zwischen Büren und Solothurn beherrschte (Histor.-Biogr.
Lexikon der Schweiz, 1924). Hervorzuheben ist besonders Graf Hugo II., der
als Heerführer König Heinrich VII. von 1310 bis 1313 auf dessen Romfahrt zur
Erlangung der Kaiserwürde begleitete.
Blasonierung:
In Rot gelber Pfahl, belegt mit drei weissen Rosen mit weissen Kelchblättern
und gelben Butzen.