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Die grösste jemals durchgeführte Erhebung über die Dopingpraktiken von Freizeitsportlern in Europa hat ergeben, dass der Einsatz der Verwendung verbotener Substanzen geringer ist als bisher angenommen. Die Ergebnisse wurden auf der fünften Jahrestagung des FORUMs für Anti-Doping im Freizeitsport FAIR+ vorgestellt, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms Erasmus+ kofinanziert wird. Die Umfrage wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2021 durchgeführt.
Die Europäische Kommission erkennt die Bedeutung der Dopingbekämpfung im Freizeitsport an, und will der Gefahr entgegenwirken, dass Doping im Freizeitsport zu einem Problem für die öffentliche Gesundheit wird. Das Projekt FAIR+ soll einen besseren Einblick in die Verbreitung von Doping im Freizeitsport in Europa geben. Die Ziele sind eine Untersuchung des Einsatzes von Doping im Freizeitsport durch eine stichprobenartige Erhebung, die Erstellung verschiedener Empfehlungen zur Durchführung wirksamer Aufklärungskampagnen für Trainer, Betreuer und Ausbilder im Freizeitsport und die Organisation des jährlichen Forums für Anti-Doping im Freizeitsport.
Es wurden über 7000 gültige, anonyme Antworten aus hauptsächlich 8 europäischen Ländern gesammelt und die Verteilung nach Alter, Geschlecht und Sportart zeigt, dass die Stichprobe das Profil der erwachsenen Freizeitsportler gut repräsentiert. Die Befragten gaben mehr als 200 verschiedene Sportarten an, wobei die beliebtesten Sportarten in absteigender Reihenfolge waren: Joggen/Laufen, Radfahren, Schwimmen, Fitness und Fussball. Die Ergebnisse zeigen, dass 91 % der Athleten keine verbotene Substanz zur Verbesserung ihrer Leistung einnahmen, während weniger als 0,5 % positiv antworteten, dass sie eine verbotene Substanz verwendeten. Die übrigen 8,5 % konnten nicht vollständig verifiziert werden.
Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse war die Feststellung, dass über 10 % der Befragten „rezeptfreie“ Medikamente zur Verbesserung ihrer Leistung einnahmen. Zu diesen Medikamenten gehörten zum Beispiel Schmerzmittel, Stimmungsaufheller, Koffein und andere anregende Drogen. Die Daten der Umfrage werden derzeit noch ausgewertet; weitere Ergebnisse und Schlussfolgerungen sollen 2022 in einer wissenschaftlichen Arbeit veröffentlicht werden. Das 6. und letzte FORUM wird im November 2022 in Brüssel stattfinden, wo eine weitere Zusammenfassung sowie Leitlinien für wirksame Bildungsprogramme im Bereich der Dopingbekämpfung für Betreuer, Trainer und Ausbilder im Freizeitsport gegeben werden.