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Zuchtstuten, Fohlen und Jungpferde bedarfsgerecht füttern
Zuchtstuten, Fohlen und Jungpferde stellen besondere Anforderungen an die Fütterung. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Proteinen und Mineralstoffen für den Knochen- und Muskelaufbau der Fohlen und Jungpferde. Während der ganzen Aufzuchtzeit sollte ein moderates aber gleichmässiges Wachstum angestrebt werden.
Pferdestuten sind elf Monate lang trächtig. Normalerweise werden sie im Frühjahr gedeckt und bringen entsprechend im Frühjahr des nächsten Jahres ihre Fohlen zur Welt, so dass die Pferdekinder mit dem nährstoffreichen Frühlingsgras aufwachsen können.
Um den Decktermin herum braucht eine Zuchtstute keine grösseren Futtermengen als sonst. Sehr vorteilhaft ist es, wenn ab der zweiten Woche vor dem Decken mehr Vitamin A, beziehungsweise dessen Vorstufe Beta-Carotin gefüttert wird (z.B. UFA 996 CYCLO Extra). Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Stute trächtig wird. Beta-Carotin ist auch in grösseren Mengen in Karotten, Gras, Klee und Luzerne enthalten. Im Heu hingegen ist im Frühjahr kaum mehr Beta-Carotin zu finden. Es baut sich über den Winter ab.
Einwandfreies Raufutter verwenden
Trächtige Stuten dürfen nicht mit Kraftfutter überfüttert werden. Nicht nach dem Motto: „Aber sie ist jetzt doch trächtig“. In den ersten sieben Monaten der Trächtigkeit wächst das Fohlen im Mutterleib so langsam, dass die Stute nach Erhaltungsbedarf gefüttert wird. Wenn die Stute noch geritten wird, wird nach Arbeitsleistung gefüttert. Hingegen ist es während der Trächtigkeit noch wichtiger, dass die Qualität des Raufutters einwandfrei ist. Giftstoffe aus schlechter Silage und angeschimmeltem Heu können dazu führen, dass die Stute das Fohlen verliert.
Ende Trächtigkeit Protein steigern
Ab dem achten Trächtigkeitsmonat wird die Stute an steigende Kraftfuttermengen gewöhnt. Gleichzeitig muss jetzt auf ein proteinreicheres Mischfutter gewechselt werden (z.B. HYPONA 786 Zuchtstutenfutter). Ab dieser Zeit zeigt das Fohlen im Mutterleib ein stärkeres Wachstum und der Proteinbedarf der Stute steigt deutlich an. Wer darüber nachdenkt was da wächst, dem ist auch klar wovon die Stute nun mehr braucht: Das Fohlen muss Knochen bilden. Und die bestehen zur Hauptsache aus Calcium und Phosphor. Ausserdem muss es Muskeln ansetzen. Und dafür benötigt es hauptsächlich Eiweiss (Proteine). Da der achte bis elfte Trächtigkeitsmonat meistens auf Dezember, Januar, Februar und März fallen, ist es wichtig der Stute in dieser Zeit ein hochwertiges, proteinreiches und ausreichend mineralisiertes Kraftfutter anzubieten (z.B. HYPONA 786 Zuchtstutenfutter). Denn wer hat in dieser Zeit schon Weidegras zu bieten? Nur mit Heu und Hafer kann man eine hochträchtige Stute nicht vollwertig füttern. Es ist also in dieser Situation zwingend, ein hochwertiges Zuchtstutenfutter einzusetzen.
Gegen Ende der Trächtigkeit der Stute sollten auch die Kraftfuttergaben
deutlich gesteigert werden, jetzt braucht die Stute besonders viel hochwertiges Protein.
Zuchtstutenfutter langsam steigern
Ist der spannende Tag vorbei und das Fohlen da, muss die Stute genügend Nährstoffe haben um Milch für ihr Kleines produzieren zu können. Und davon nicht wenig: eine Stute bildet bis 18 Liter Milch pro Tag! Die grossen Hauptbestandteile der Milch sind Milchzucker, Milcheiweiss, Milchfett und Calcium. Die Stute braucht jetzt also mehr Energie, mehr Eiweiss und mehr Mineralstoffe im Futter. Es empfiehlt sich daher, die Fütterung mit dem Zuchtstutenfutter weiterhin fortzusetzen. Die Milchproduktion der Stute setzt nicht sofort in voller Höhe ein, sondern nimmt allmählich zu. Entsprechend wird die Kraftfuttermenge nach dem Abfohlen langsam um 250 g pro Tag gesteigert.
Mutter und Kind bei dem so wichtigen täglichen Weidegang
Bis das Fohlen ungefähr 3 Monate alt ist, steigt die Milchmenge der Stute stetig an. Schliesslich wächst das Fohlen ja schnell und braucht immer mehr Nährstoffe. Ungefähr ab dem vierten Lebensmonat des Fohlens gibt die Stute allmählich immer weniger Milch. Das Fohlen nimmt dann zunehmend Nährstoffe aus anderen Quellen auf. Wenn die Fohlen 6 Monate alt sind, werden sie normalerweise von der Stute abgesetzt. Dann brauchen sie die Stute wieder nur mit dem Erhaltungsbedarf zu füttern.
Fohlen brauchen leicht verdauliches Protein
Ab dem zehnten Lebenstag des Fohlens empfiehlt sich die ad libitum Zufütterung (zur freien Verfügung) eines hochwertigen und ausreichend mineralisierten Fohlenfutters (z.B. HYPONA 783 Fohlenaufzuchtfutter). Dieses wird am Besten in einer handelsüblichen Fohlenkrippe angeboten. Diese ist oben mit Gitterstäben versehen durch die zwar das schmale Fohlenmaul passt, nicht aber das breite Maul der Mutterstute. Der grosse Vorteil eines speziellen Fohlenfutters liegt in den leicht verdaulichen und hochwertigen Proteinen, kombiniert mit den richtigen Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen. Für Fohlen mittlerer Rassen wird die Kraftfuttermenge ca. 0.5 kg pro Monat gesteigert, wobei die Maximalmenge von 1.5 kg pro Tag nicht überschritten werden sollte.
Im Alter ab 10 Tagen beginnen die Fohlen auch Kraftfutter und Heu aufzunehmen.
Ebenso wichtig wie die Fütterung ist die Haltung. Fohlen und Jungpferde gehören auf die Weide! Weidegras hat die ideale Zusammensetzung für Jungpferde mit ihrem hohen Eiweissbedarf. Und Fohlen brauchen für eine gesunde Entwicklung die Bewegung, die frische Luft und die Gesellschaft anderer junger Pferde.
Behutsam absetzen
Vor dem Absetzen des jungen Pferdes mit 6 Monaten wird die Kraftfuttermenge für das Fohlen leicht erhöht, und die Kraftfuttermenge für die Stute langsam reduziert (Rückbildung der Milchproduktion). Das Absetzen stellt für die Fohlen psychisch und physisch eine Stresssituation dar. Die Trennung von der Mutter und die fehlende Muttermilch führen oft auch zu einer Schwächung des Immunsystems. Darum ist es sehr wichtig, dass die Fohlen auch im ersten Winter nach dem Absetzen noch ein hochwertiges Fohlenfutter (z.B. HYPONA 783 Fohlenaufzuchtfutter) erhalten. So kann ein Einbruch in der Entwicklung verhindert werden.
Absetzer auf der Weide - die Gemeinschaft mit Artgenossen,
lässt den Trennungsschmerz von der Mutter schneller vergessen.
Es empfiehlt sich Absetzfohlen über den ersten Winter in grösseren Gruppen in einem Laufstall zu halten. Da sich die Tiere gegenseitig zur Bewegung stimulieren, wirkt sich dies günstig auf Ihre Entwicklung aus. Insbesondere für eine gesunde Entwicklung von Knochen, Bändern und Sehnen ist dies von grösster Bedeutung. Bei einzeln in der Box gehaltenen Fohlen entsteht leicht das Risiko der Überfütterung und Verfettung. Entscheidend ist, dass sowohl abrupte Depressionen ebenso wie Schübe im Wachstum vermieden werden.
Mineralstoffe nicht vergessen
Sobald es die Witterung erlaubt, kommen die Jährlinge auf die für ihre gesunde Entwicklung so wichtige Weide. Die Anzahl der gemeinsam auf der Weide gehaltenen Pferde sollte stets paarig sein (d.h. keine ungeraden Zahlen), da sich zwischen je zwei Fohlen/Jungpferden Bindungen entwickeln. Das regt die Futteraufnahme und die Bewegung an. In trockenen Jahren sowie auf Weiden ohne Umtrieb kann im Sommer bei überständigem Gras die Energie- und Eiweissversorgung knapp werden. Auch hier sollte eine mässige Zufütterung mit Fohlenaufzuchtfutter (z.B. HYPONA 783) stattfinden.
Ein besonderes Augenmerk ist auf die ausreichende Mineralstoffversorgung zu legen. Calcium und Phosphorversorgung sind auf der Weide wegen der schwankenden Gehalte beider Elemente im Gras eher unsicher. Und das Calcium-/ Phosphorverhältnis ist sehr eng. Auch Natrium und Kupfer sowie Selen sind im Weidefutter nicht immer ausreichend vorhanden. Deshalb brauchen Pferde bei Weidehaltung eine Leckschale (z.B. UFA 999), ein Salzleckstein und täglich ein Gabe von 100 g vitaminiertem Mineralstoff (z.B. HYPONA 895).
Jährlinge nicht überfüttern
Bei ein-, zwei- und dreijährigen Jungpferden gilt es mit der Fütterung Mass zu halten. Die Pferde sollten eher zu mager als zu fett sein. Eine intensive Aufzucht und frühe Nutzung ist mit grossen Gesundheitsrisiken verbunden und wirkt sich mit Sicherheit negativ auf die Langlebigkeit und Gesundheit der Pferde aus. Um Entwicklungsstörungen zu vermeiden, ist ein moderates aber gleichmässiges Wachstum während der gesamten Aufzuchtzeit anzustreben. Abrupte Wachstumsschwankungen sind zu vermeiden. Dies schliesst nicht aus, dass die Zuwachsraten in der Zeit mit geringer Bewegungsmöglichkeit (Winter) gegenüber der Zeit mit grösserem Bewegungsspielraum (Sommer) höher liegen. Sind Fohlen in der Entwicklung zurückgeblieben, müssen anschliessend exzessive Wachstumsschübe durch langsames Anheben der Futtermenge verhindert werden.