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April 2012 bis März 2013
Trotz grossen Schwierigkeiten, mit denen die MitarbeiterInnen in Merka während des letzten Jahres zu kämpfen hatten, konnten sie alle Projekte - Ambulatorium, Primar- und Sekundarschule, Sanitätsposten in Ambe Banaan und die Reinigungsequipe - weiterführen. Die MitarbeiterInnen haben sich sehr über den Besuch von Bashir Gobdon gefreut, der Mitte Februar 2013 zwei Tage in Merka verbracht hat.
Der Direktor Ali Abdullahi hat uns ausführlich über die Schwierigkeiten, die sie in der Region des Lower Shabelle und Merka wegen der Präsenz der Shabab haben, informiert. UNO Oganisationen und andere Nichtregierungsorganisationen wurde verboten, tätig zu sein. Die Region Lower Shabelle zählt zu den fruchtbarsten Gegenden Somalias, aber wegen Al Shabab konnten weniger Produkte in andere Regionen Somalias geliefert werden. Die Bevölkerung floh zu Tausenden nach Mogadischu, um dort Essen zu bekommen.
Ambulatorium
Der Arzt Dr. Abderrahmane hat seine Arbeit Ende Oktober 2012 aufgegeben und Merka verlassen, ohne sich zu verabschieden. Ali Abdullahi, der Direktor von New Ways konnte uns nie genau erklären, was die Gründe für seinen Weggang waren. Ausserdem haben drei langjährige Mitarbeiterinnen das Ambulatorium verlassen, wobei auch in diesen Fällen unklar bleibt, weshalb sie gegangen sind.
Seit Februar 2013 arbeitet eine gut ausgebildete Krankenschwester, Frau England Osman an der Stelle des Arztes. Sie hat bereits mit Bigna Rambert Kontakt aufgenommen. Frau Osman ist dafür besorgt, dass das Ambulatorium von New Ways mit internationalen Organisationen wie UNICEF (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen), WHO (Weltgesundheitsorganisation) Verträge zur Zusammenarbeit abschliesst und sich an Konferenzen in Mogadischu beteiligt. Schliesst New Ways solche Verträge ab, ist es möglich, von diesen verschiedenen Organisationen Gelder zu erhalten.
Von Juni 2012 bis Februar 2013 haben ca. 20'000 Menschen das Ambulatorium aufgesucht, wobei es vor allem Müttern mit ihren Kindern waren.
Während dieser Zeit kämpften die AMISOM (Truppe der Mission der Afrikanischen Union) mit Al Shabab in der Region um Merka, was dazu führte, dass viele Menschen in sicherere Gegenden flüchteten. Aus diesem Grunde suchten auch intern Vertriebene das Ambulatorium auf.
Primarschule
In der Zeit von Juni 2012 bis Februar 2013 besuchten 649 Kinder die Primarschule, wovon 302 Mädchen. Nur sechs Knaben und vier Mädchen von diesen 649 SchülerInnen haben das Examen, das im Dezember 2012 stattgefunden hat, nicht bestanden.
Dank der Nahrungshilfe von Caritas Schweiz kamen alle eingeschriebenen SchülerInnen immer zur Schule, wo sie ein Frühstück einnehmen konnten. Zusätzlich erhielten sie Reis, Zucker, Öl und Hülsenfrüchte.
Die Präsenz von Al Shabab führte dazu, dass die Schule einen neuen Namen erhielt; und New Ways war verboten, Mahlzeiten an die SchülerInnen zu verteilen. Deshalb erhielten die Kinder regelmässig Pakete mit den oben genannten Lebensmitteln, die sie nach Hause mitnehmen konnten. Die Verteilung der Nahrungsmittel durfte nicht fotografiert werden. Auch nach dem Abgang von Al Shabab im August des letzen Jahres herrschte Unsicherheit. So haben sich Gruppen von Al Shabab versteckt und haben zum Beispiel eine Mine vor der Primarschule gelegt. Diese Unsicherheit behinderte den Lehrbetrieb für SchülerInnen und LehrerInnen im Januar und Februar 2013. Im Februar wurde die Mine von Soldaten unschädlich gemacht, das heisst zur Explosion gebracht, was aber den Eingang zur Primarschule und eine Aussenwand und die Toiletten hinter der Sekundarschule beschädigte.
Verena Sekundarschule
Sie ist die einzige Sekundarschule in Merkas Quartier Hawlwadag und führt die grösste SchülerInnenzahl unter den andern Sekundarschulen in der Region. Unter dem Regime von Al Shabab erlitt sie jedoch einen Rückschlag. Viele Eltern hatten Angst um ihre Kinder und schickten sie nach Mogadischu, in Nachbarstaaten oder entferntere Länder. Die Leitung der Sekundarschule und die fünfzehn Lehrer scheuten keine Mühe, den SchülerInnen weiterhin Unterricht zu geben.
303 SchülerInnen - wovon 148 Mädchen und 195 Knaben - besuchten die Schule. Diese Zahl ist sehr niedrig verglichen mit früheren Jahren, wo es zwischen 370 und 403 SchülerInnen waren.
Die Prüfungsresultate an der Sekundarschule waren glänzend, nur zwei Knaben, die sich zur Prüfungen gemeldet hatten, sind durchgefallen; alle Mädchen erreichten gute Noten. Deka, eine Absolventin der Sekundarschule von New Ways in Merka, studiert mit einem Stipendium des Gisela Naegeli Charity Fund aus der Schweiz seit zwei Jahren an der Benadir Universität in Mogadischu Medizin.
Reinigungsteam
29 Leute, in zwei Teams aufgeteilt, haben das Stadtzentrum und den Markt fünfmal pro Woche gereinigt. Sie benutzten zwei Eselskarren von New Ways, zwei andere Karren mit Eseln wurden ihnen von Geschäftsleuten aus Merka zur Verfügung gestellt. Sie sammelten den Abfall und deponierten ihn ausserhalb der Stadt. Die Teams werden von den Mitgliedern der Distriktadministration informiert, wo sie den Abfall entsorgen müssen.
Gesundheitsposten in Ambe Banaan
Der Gesundheitsposten in Ambe Banaan kann von unseren Leuten in Merka nicht besucht werden, da die Gegend um Ambe Banaan immer noch eine Militärzone ist. Es fanden dort vor einiger Zeit auch Kämpfe zwischen der AMISOM und Al Shabab statt und Bewohner von Ambe Banaan sind geflohen.
Nothilfeprojekt der Caritas Schweiz
Der Vorstand des Fördervereins, Herr Koch und Frau Keller von Caritas Schweiz haben sich an der Sitzung vom 3. April 2012 geeinigt, das Nothilfeprojekt von Caritas vom 1. Juni bis 31. Dezember 2012 weiterzuführen. Es wurde beschlossen dass die Caritas weiterhin Lebensmittelpakete an die PrimarschülerInnen verteilt, Saatgut an die Bauern in Ambe Banaan abliefert und an 300 intern vertriebenen Flüchtlingen Nahrung abgibt. Diese Hilfe ist jetzt beendet. Ende November 2012 hat der Ältestenrat von Merka sich mit einem Brief an Caritas Schweiz gewendet mit der Bitte, die Hilfe zu verlängern. Caritas hat diese Bitte abgeschlagen.
"Förderverein Neue Wege in Somalia"
Wie gewohnt, haben wir monatlich eine Vorstandssitzung durchgeführt. Ich danke allen Vorstandsmitgliedern für ihren unermüdlichen Einsatz für das Werk in Merka. Beatrice Etter wird im Sommer ins Rheintal ziehen und nicht mehr an den Vorstandssitzungen teilnehmen, aber glücklicherweise hat sie sich bereit erklärt, weiterhin die Verdankungen zu schreiben. Alle andern werden nochmals ein Jahr im Vorstand mitarbeiten.
Vor vielen Jahren haben wir begonnen mit schweizerischen Entwicklungs-Organisationen Kontakt aufzunehmen, dazu gehören Médecins sans Frontières, Solidarmed, SolidarSuisse (ehemals Schweiz. Arbeiterhilfswerk), Caritas Schweiz, Swisso Kalmo, Co-operaid und der französischen Organisation Médecins du Monde.
Wir haben sie angefragt, ob sie bereit wären, das Werk New Ways in Merka zu übernehmen. Leider hat sich bis heute keine dieser Organisationen positiv dazu geäussert.
Im Dezember 2012 hat sich die DEZA (Departement für Entwicklungszusammenarbeit) bei uns gemeldet und in Zürich ein Gespräch mit uns geführt. Die DEZA hat entschieden, den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in den nächsten Jahren ins Horn von Afrika (Äthiopien, Eritrea, Djibuti, Kenia und Somalia) zu legen. Im DEZA weiss man schon seit Jahren, dass wir in Merka tätig sind. Unser somalisches Vorstandsmitglied Bashir Gobdon wird mit der DEZA in Kontakt bleiben.
Seit drei Jahren informieren die MitarbeiterInnen von New Ways regelmässig über unsere Absicht den "Förderverein Neue Wege in Somalia" aus Altersgründen im Frühjahr 2014 aufzulösen. Anlässlich seines zweitägigen Aufenthalts in Merka im Februar 2013, hat Bashir den MitarbeiterInnen gesagt, was wir in Zürich vorhaben.
Es scheint, dass die MitarbeiterInnen von New Ways in Merka beginnen unseren Plan aufzuhören, ernst zu nehmen. Anfangs März haben uns die MitabeiterInnen mitgeteilt, sie möchten gerne einen Fundraiser aus Kenia anstellen. Wiederholt haben sie uns auch kundgetan, dass sie als ganze Organisation New Ways - mit allen Projekten -zusammenbleiben möchten.
Bigna Rambert gab den Anstoss unseren Verein aufzulösen. Alle Vorstandsmitglieder finden es gut, sich ernsthaft Gedanken zu machen über eine Zukunft von New Ways Merka ohne den Verein in Zürich. Über den Weg, wie diese Zukunft zu erreichen ist, sind wir uns nicht immer einig.
Ich hoffe, dass wir durch das Gespräch mit den Mitgliedern und SpenderInnen an dieser Jahresversammlung 2013 Klarheit erhalten.
Jenny Heeb 19. März 2013
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