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Juan Carlos von Spanien, 82, der erst kürzlich wegen Korruptionsvorwürfen und angeblicher Millionen-Schmiergeldzahlungen aus der Heimat nach Dubai floh, dürfte unter der Wüstensonne noch etwas heisser werden nach dem Urteil der belgischen Richter. Denn auch bei dem spanischen Monarchen, der 2014 abdankte, meldeten sich in der Vergangenheit sowohl eine angebliche Tochter als auch ein angeblicher Sohn. Auch sie fordern ihr Recht, offiziell anerkannt zu werden.
Ingrid Sartiau, 54, beruft sich auf eine Affäre, die Juan Carlos mit ihrer Mutter Liliane Sartiau gehabt haben soll, als diese während zehn Jahren für die mit dem spanischen König befreundete belgische Adelsfamilie Mérode arbeitete. Mehrere Jahre seien sich die Angestellte und der spätere König immer wieder begegnet und nahe gekommen, zuletzt 1965 an der Costa del Sol. Juan Carlos ist zu dem Zeitpunkt bereits seit drei Jahren mit Sophia von Griechenland, 81, verheiratet. Nach diesem letzten Treffen, so erfuhr Ingrid Sartiau als erwachsene Frau von ihrer Mutter, habe diese ihre Schwangerschaft bemerkt.
Sie sei nach Belgien zurückgekehrt und habe einfach eisern geschwiegen über die Vaterschaft. Die Tochter hat sogar Verständnis für das Verhalten ihrer Mutter: «Es war die Franco-Zeit. Sie hatte wohl Angst, mächtige Leute würden ihr das Kind wegnehmen, sobald sie auspackt.» Dass Juan Carlos ihr Vater sein soll, habe sie erst erfahren, als sie bereits erwachsen war und sich gemeinsam mit ihrer Mutter im TV eine Doku über Juan Carlos angesehen habe. Ihre Mutter habe damals nur auf den Fernseher gezeigt und gesagt, das sei er, dass sei ihr Vater.
Sartiau hat den Fall ihrer Landsfrau Delphine Boël sehr genau verfolgt. Gegenüber der spanischen Internet-Tageszeitung «Okdiario» sagt sie: «Ihr Erfolg ermutigt mich, weiterzumachen. Es ist schade, dass man erst kämpfen muss, um Anerkennung zu bekommen.» Ihre Mutter starb vor fast zwei Jahren. Bereits 2015 wollte auch Ingrid Sartiau einen DNA-Test beim Obersten Gerichtshof Spaniens durchsetzen. Doch die Richter schmetterten Sartiaus Klage ab mit der Begründung, dass Juan Carlos als König Immunität geniesst. Dabei war er zu diesem Zeitpunkt schon gar kein Regent mehr. Doch laut der spanischen Verfassung, Artikel 56.3, ist der spanische König «unantastbar».
Wo ist der König und seine Millionen?
Ingrid Sartiau, die wie Belgiens Neo-Prinzessin Delphine es weder auf Geld noch Ruhm abgesehen hat, beteuert: «Ich will nur meinen Vater kennenlernen.» Finanziell geht es der Mutter einer Tochter gut, sie bewohnt ein modern eingerichtetes Haus samt Wintergarten in der belgischen Gemeinde Kruibeke. Sie führte früher eine Pension, ist geschieden. Alles wegen des Medienrummels um ihre Person, als sie öffentlich behauptete, die uneheliche Tochter des spanischen Königs zu sein.
Sie könne ihre Behauptung stützen und verweist «auf Briefe, die beweisen, dass Juan Carlos tatsächlich mein Vater ist». Erstaunliches brachte auch ein DNA-Test ans Licht, den die Belgierin machte. Demnach hat sie einen Bruder. Der Spanier Alberto Sola Jimenez, 56, soll ebenfalls ein Sohn des ehemaligen spanischen Monarchen sein. Zunächst hiess es, Sartiau und Sola hätten mit 91-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen gemeinsamen Elternteil. Ein zweiter, Monate später durchgeführter Test, korrigierte den Wert auf 46 Prozent. Eine Verwandtschaft zwischen der Belgierin Sartiau und des Spaniers Sola Jimenez sei demnach eher unwahrscheinlich.
Sartiau will weiterkämpfen. Ihr grösster Wunsch: «Ich möchte als Familienmitglied eingeladen und nicht als Eindringling angesehen werden.» Um über «ihre Familie» auf dem Laufenden zu bleiben, liest sie Klatschmagazine. «Einen anderen Weg habe ich nicht. Noch nicht.»
Fürst Albert bekennt sich
Anders als sein belgischer und spanischer Kollege, hat sich Fürst Albert von Monaco, 62, schon früh mit seinen unehelichen Kindern auseinandergesetzt. Ehe er seine Charlène, 42, vor den Traualtar führte, beichtete er ihr seine Jugendsünden und bekannte sich öffentlich zu der heute 27-jährigen Jazmin Grace und dem 16-jährigen Alexandre. Einen Anspruch auf den Thron haben sie nicht, denn der gilt im Fürstentum ausschliesslich für Kinder, die in einer aufrechten katholischen Ehe gezeugt wurden.
Was Kind und Kegel angeht, soll übrigens auch der Prinzgemahl der Queen kein Kind von Traurigkeit gewesen sein. Die britische Autorin Kitty Kelley behauptet in ihrem Buch «The Royals», dass es Prinz Philip, 99, auf 24 uneheliche Kinder gebracht haben soll, die als Patenkinder getarnt, zumindest hin und wieder Kontakt zu ihrem Onkel-Vater hatten.