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durchfährt und hiebei acht Stationen und eine Haltestelle bedient. Mehr dem Fremdenverkehr dient die Pilatusbahn, eine der kühnsten und meist frequentierten Bergbahnen der Schweiz, 4 km lang und 1885 mit einem Kostenaufwand von rund 2400000 Fr. erbaut. Ob- und Nidwalden gemeinsam ist die elektrische Bahn Stansstad-Engelberg, die auf einer Länge von 22 km 6 Stationen und 4 Haltestellen bedient und 1895-1896 mit einem Kostenaufwand von rund 2600000 Fr. erstellt worden ist. Die Drahtseilbahn Stans-Stanserhorn ist nur Touristenbahn (erbaut 1889; Kosten rund 1480000 Fr.). Die Bürgenstockbahn ist eine elektrische Drahtseilbahn zwischen der Dampfschiffstation Kersiten-Bürgenstock und dem Hotel Bürgenstock (erbaut 1878; Kosten rund 270000 Fr.).
Zwischen den einzelnen Gemeinden besteht überall ein ziemlich gut ausgebautes Strassennetz. Nebst mehreren Bergübergängen im Landesinnern wird Unterwalden nach Aussen verbunden durch Seewenegg und Sattelpass mit dem Marienthal und Entlebuch, durch den Jochpass mit Meiringen und dem Aarethal, durch den Surenen- und Schoneggpass mit Uri.
[Ed. Etlin.]
16. Verfassung.
a) Obwalden. Der Kanton Unterwalden ob dem Wald (Obwalden) ist ein rein demokratischer Freistaat und bildet als solcher ein Bundesglied der schweizerischen Eidgenossenschaft. In Verbindung mit dem Kanton Unterwalden nid dem Wald (Nidwalden) macht er den Gesamtkanton Unterwalden aus. Die staatsrechtlichen Beziehungen zwischen den beiden Halbkantonen beschränken sich jedoch darauf, dass sie bei Abstimmungen über Revision der Bundesverfassung nur je eine halbe Standesstimme abgeben und dass jeder von ihnen nur je ein Mitglied in den schweizerischen Ständerat entsendet. Die «alten Landleute», d. h. die Angehörigen derjenigen Geschlechter, welche im Jahr 1740 in einem der beiden Landesteile das Landrecht besassen, werden heute noch als Doppelbürger in dem Sinn angesehen, dass ihnen auch das Landrecht im andern Landesteil zukommt. Allerdings findet dieses Verhältnis nur auf das Kantonsbürgerrecht und nicht auch auf das Gemeindebürgerrecht seine Anwendung.
Die Souveränetät wird direkt vom Volk ausgeübt und zwar zunächst durch das Organ der Landsgemeinde, welche die Versammlung der stimmfähigen Bürger und Einwohner des Landes bildet und sich ordentlicher Weise alljährlich am letzten Sonntag im April und ausserordentlicher Weise dann besammelt, wenn sie vom Kantonsrat wichtiger und dringender Geschäfte wegen einberufen wird. Besammlungsort der Landsgemeinde ist der Landenberg ob Sarnen. Die Landsgemeinde ist die oberste Wahlbehörde.
Als solche wählt sie die sieben Mitglieder des Regierungsrates und aus deren Mitte den Landammann und den Landstatthalter, sowie die neun Mitglieder und die drei Ersatzmänner des Obergerichtes und aus den Erstern den Präsidenten und den Vizepräsidenten. Von der Landsgemeinde werden ferner gewählt das Mitglied in den schweizerischen Ständerat und die Landschreiber, sowie der Landweibel. Landschreiber und Landweibel können nur aus den vom Regierungsrat fähig befundenen Bewerbern gewählt werden.
Die Mitglieder des Regierungsrates, sowie diejenigen des Obergerichtes werden auf eine vierjährige Amtsdauer gewählt. Je das zweite Jahr kommen drei, bezw. vier Mitglieder des Regierungsrates und wieder je das zweite Jahr vier, bezw. fünf Mitglieder und ein oder zwei Ersatzmänner des Obergerichtes in periodischen Austritt. Der Landammann und der. Landstatthalter werden jedes Jahr gewählt. Ersterer ist im unmittelbar folgenden Jahr nicht wieder wählbar. Der Präsident und der Vizepräsident des Obergerichtes werden auf zwei Jahre, das Mitglied in den schweizerischen Ständerat auf drei Jahre und die Landschreiber und der Landweibel auf vier Jahre gewählt. Wer das aktive Wahlrecht besitzt, dem kommt, auch das passive Wahlrecht zu. Eine Ausnahme besteht aber für die Landschreiber und den Landweibel, indem die Kandidaten für diese Stellen nur dann wählbar sind, wenn sie ein vom Regierungsrat ausgestelltes Wahlfähigkeitszeugnis besitzen.
Die Landsgemeinde ist die gesetzgebende Behörde des Kantons. Sie entscheidet in dieser Eigenschaft über Annahme oder Verwerfung totaler oder partieller Revisionen der Kantonsverfassung. Ihr kommt der Entscheid zu über die vom Kantonsrat oder im Wege der Initiative aus den Reihen der Stimmberechtigten an sie gelangenden Gesetzesvorlagen. Sie hat eine Staatssteuer zu bewilligen und über einmalige Ausgaben von mehr als Fr. 15000 und über wiederkehrende Ausgaben, sofern sie je für einen bestimmten Zweck Fr. 3000 übersteigen, zu beschliessen. Die Landsgemeinde erteilt das Kantonsbürgerrecht und setzt den Salzpreis fest.
Es besteht ein sehr weit gehendes Recht der Initiative. Jeder Stimmfähige kann bis zum 1. Januar jeweilen dem Landammann Anträge, welche ihrer Natur nach in den Bereich der Landsgemeinde gehören, zu Handen der letztern einreichen. Die Eingabe muss schriftlich abgefasst, von Erwägungsgründen begleitet und vom Antragsteller unterzeichnet sein. Sofern eine solche Eingabe nicht gegen die Bundes- oder die Kantonsverfassung verstösst und keine Verletzung von Privatrechten in sich schliesst, muss sie der Landsgemeinde unterbreitet werden. Der Kantonsrat hat sie mit seinem Gutachten zu begleiten.
Die Mitglieder des Kantonsrates werden von den Einwohnergemeinden gewählt. Auf je 200 Seelen kommt ein Mitglied. Der Kantonsrat hat die Gesetzeserlasse vorzuberaten, welche an die Landsgemeinde gelangen. Er ist auch befugt, von sich aus Gesetze zu erlassen, wenn ihm in einem gegebenen Fall das Gesetzgebungsrecht von der Landsgemeinde delegiert wird. Alsdann können aber 400 Stimmfähige innert zwei Monaten nach der Veröffentlichung eines derartigen Gesetzes dessen Vorlage an die Landsgemeinde verlangen, und es wird bis zum Entscheid dieser letztern die Vollziehung des Gesetzes eingestellt.
Der Kantonsrat erlässt Verordnungen über die allgemeine Landesverwaltung und über einzelne Zweige derselben. Er setzt das Budget der Landesverwaltung fest. Er beschliesst über Ausgaben, welche nicht in den Bereich der Landsgemeinde fallen. Er nimmt die Rechnungen über die Landesverwaltungen entgegen. Er behandelt den Bericht über die Staatsverwaltung und die Rechtspflege. Er übt das Recht der Begnadigung aus. Er ist Wahlbehörde für eine ganze Reihe kantonaler Beamtungen.
Dem Regierungsrat stehen alle diejenigen Attribute zu, welche durch seine Stellung als oberstes kantonales Verwaltungs- und Vollziehungsorgan bedingt sind. Der Regierungsrat teilt sich in folgende Departemente: Justiz und Politisches, Staatswirtschaft, Finanzen, Bauwesen, Militärwesen, Polizei, Vormundschafts- und Armenwesen und Gemeindewesen.
Dem Regierungsrat untergeordnete Verwaltungsbehörden sind: der Erziehungsrat und der Sanitätsrat. Dem erstern liegt die Oberaufsicht und die Obsorge über das Schulwesen und dem letztern die Pflege des öffentlichen Gesundheitswesens ob. Diese beiden Behörden zählen je fünf Mitglieder. Der Erziehungsrat hat auch (unter angemessener Mitwirkung der Geistlichkeit) die stiftungsgemässe Verwaltung der kantonalen kirchlichen Fonds zu besorgen, und es steht ihm (in seiner angegebenen Zusammensetzung) die Vorberatung kirchlich-religiöser Angelegenheiten gemischter Natur zu.
Das Gerichtswesen ist folgendermassen geordnet: In jeder Gemeinde besteht ein Friedensrichteramt, welchem die Anbahnung eines Sühneversuches in allen Zivilrechtsstreitigkeiten obliegt. Ferner besteht in jeder Gemeinde ein dreigliedriges Vermittlungsgericht mit einer endgiltigern Spruchkompetenz bis auf Fr. 100. In allen wichtigern Fällen bildet die erste Instanz das vom Kantonsrat gewählte und sieben Mitglieder zählende Kantonsgericht. In Forderungsstreitigkeiten bis zu einem Wert von Fr. 300 urteilt dasselbe inappellabel.
Alle andern Rechtsstreitigkeiten können an das Obergericht gezogen werden, über dessen Zusammensetzung und Wahlart wir uns schon ausgesprochen haben. Diese Behörde bildet auch die Revisions- und Kassationsinstanz. Ein Ausschuss des Obergerichtes ist dessen Justizkommission, welche über Rehabilitationen etc. zu entscheiden hat. In Strafsachen ist die Untersuchungs- und Ueberweisungsbehörde das Organ, welches - in wichtigern Fällen unter Mitwirkung des Verhörrichters - die Untersuchung durchführt und welchem auch die Befugnis zukommt, einen Angeschuldigten ¶
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in Anklagezustand zu versetzen. Sie hat in minder wichtigen Fällen auch das Recht, Bussen auszufällen. Gegen ein derartiges Urteil ist aber der Weiterzug an den Gerichtsausschuss zulässig. Derselbe besteht aus fünf Mitgliedern des Kantonsgerichtes und nimmt die Stellung eines Polizeigerichtes ein. Das Kantonsgericht ist zugleich Kriminalgericht. Vom Gerichtsausschuss werden die Vergehen und vom Kantonsgericht die Verbrechen beurteilt. Beide Behörden bilden die erste Instanz. Alle Straffälle wichtigerer Natur können an das Obergericht gezogen werden. Der Staatsanwalt spielt die Rolle eines Amtsklägers.
Das Gemeindewesen ist folgendermassen geordnet: Der Kanton Unterwalden ob dem Wald besteht aus den sieben Gemeinden Sarnen, Kerns, Sachseln, Alpnach, Giswil, Lungern und Engelberg. Jede Gemeinde teilt sich in Einwohner- und Bürgergemeinde. Erstere besteht aus sämtlichen Gemeindebewohnern und letztere aus den Bürgern, welche in ihrer Heimatgemeinde ihren Wohnsitz haben. Der Einwohnergemeinde liegt im Allgemeinen die Sorge für das Kirchen-, Schul- und Polizeiwesen und der Bürgergemeinde die Sorge für das Vormundschafts- und Armenwesen ob. Als Verwaltungsorgane in diesen beiden Gemeinden funktionieren der Einwohner- und der Bürgergemeinderat.
Dieselben werden von den betr. Gemeindeversammlungen gewählt. Die Amtsdauer jedes Mitgliedes beträgt 4 Jahre. Je das zweite Jahr kommt die Hälfte der Mitglieder in Austritt. Auf je 250 Seelen oder einen Bruchteil von 125 wird ein Mitglied in eine jede dieser Behörden gewählt. Neben der Bürgergemeinde bestehen die Korporations- oder Theilengemeinden. Diese benutzen und verwalten das Korporations- oder Theilengut nach Massgabe ihrer Statutarrechte. Verwaltungsbehörde ist in einzelnen Gemeinden der Bürgergemeinderat und in andern eine auf Grundlage des «Einungs» erwählte und konstituierte selbständige Behörde. Die Heranziehung des Theilengutes zur Tragung der öffentlichen Lasten ist in den verschiedenen Gemeinden verschieden geordnet.
Die Verfassung kann jederzeit ganz oder teilweise revidiert werden. Die Initiative zu einer Verfassungsrevision kann vom Kantonsrate oder von stimmfähigen Landleuten ausgehen. Eine Zahl von 500 aus den letztern kann entweder eine Totalrevision verlangen oder einzelne schon ausgearbeitete Verfassungsartikel an die Landsgemeinde bringen. In jedem Fall aber hat die letztere zu entscheiden.
[Landammann Adalbert Wirz.]
b) Nidwalden. Der Kanton Unterwalden nid dem Wald ist ein demokratischer Freistaat und als solcher ein Glied der schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Souveränetät beruht im Volk, indem es sich seine Verfassung und die Gesetze selbst gibt. Unterwalden nid dem Wald bildet mit Unterwalden ob dem Wald den Gesamtkanton Unterwalden. Das staatsrechtliche Verhältnis und die politischen Beziehungen zwischen den beiden Kantonshälften sind bereits bei Unterwalden ob dem Wald erörtert worden.
Das Volk übt seine Souveränetät zunächst an der Landsgemeinde aus, welche die höchste gesetzgebende und Wahlbehörde ist. In kantonalen Angelegenheiten ist jeder Kantonsbürger und rechtlich seit 3 Monaten im Kanton niedergelassene Schweizerbürger, der das 18. Altersjahr zurückgelegt hat und nicht im Aktivbürgerrecht eingestellt ist, stimmfähig. Die Landsgemeinde wird unter freiem Himmel zu Wil an der Aa und, wie in Obwalden, am letzten Sonntag im April abgehalten. Wenn die Witterung ungünstig ist, wird die Pfarrkirche zu Stans als Landsgemeindelokal vorgesehen. Seit der «Bajonnetlandsgemeinde» (im Dezember 1847 unter der Aufsicht der eidg. Okkupationstruppen) wurde sie aber nur zweimal zu diesem Zweck benutzt.
Als Wahlbehörde ernennt die Landsgemeinde die 11 Mitglieder der Regierungsrates auf drei Jahre und aus deren Mitte den Landammann und Landesstatthalter (je auf ein Jahr) und Landsäckelmeister, sowie ein Mitglied in den schweizerischen Ständerat (auf ein Jahr). Ferner wählt sie die Landschreiber, den Landweibel und den Landläufer (Boten) auf 6 Jahre. Gewählt werden kann jeder unbevormundete, stimmfähige Kantons- und Schweizerbürger, der das 20. Altersjahr zurückgelegt hat.
Die Landsgemeinde ist auch die einzige gesetzgebende Behörde des Kantons. Sie stimmt ab über die teilweise oder totale Revision der Kantonsverfassung. 400 Stimmfähige können grundsätzlich die Revision der Kantonsverfassung verlangen und die zu revidierenden Artikel der Landsgemeinde vorlegen. Desgleichen können Kantons- und Gemeindebehörden, Vereine oder auch ein stimmfähiger Kantonseinwohner Gesetzesvorschläge an die Landsgemeinde einbringen; doch hat das jeweilen schriftlich und vor dem 15. Februar an das Landammannamt zu geschehen. Dieses muss sie dann vor dem 1. März dem Landrat vorlegen, der ihre verfassungsgemässe Zulässigkeit untersucht und sie rechtzeitig im Amtsblatt publiziert, damit Gegenvorschläge und Abänderungsanträge eingebracht werden können. Die Landsgemeinde bestimmt ferner die Staatssteuer, erkennt Anleihen, die Fr. 6000 überschreiten, beschliesst über Veräusserung von Staatsgut und erteilt das Kantonsbürgerrecht.
Der Landrat ist nach der Landsgemeinde die oberste Wahl- und die oberste Verwaltungsbehörde. Er besteht aus den Mitgliedern des Regierungsrates und den «Ratsherren», welche im Verhältnis von einem Mitglied auf je 250 Seelen von den Bezirksgemeinden auf eine Amtsdauer von 6 Jahren gewählt werden. Der Landrat wählt das Obergericht und das Kantonsgericht, die Departementsvorsteher des Regierungsrates, den Erziehungs- und Sanitätsrat, den Kantonalschulinspektor und die Gerichtsärzte, den Verhörrichter, den Staatsanwalt, das Forstpersonal, die Polizeidiener u. s. w.
Der Landrat hat ferner diejenigen Geschäfte zu behandeln, welche ihm von der Landsgemeinde übertragen werden; weiters erläutert er die Kantonsverfassung und Gesetze, erlässt die Einführungs- und Vollziehungsverordnungen zu den eidg. und kantonalen Gesetzen und schliesst Verträge und Konkordate mit andern Kantonen, er setzt jährlich den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben fest, gestattet ausserordentliche Staatsausgaben bis auf Fr. 6000, bestimmt den Salzpreis, erlässt polizeiliche Verordnungen, ist Rekursinstanz gegen Beschlüsse des Regierungsrates, sofern dadurch Verfassung oder Gesetze verletzt worden sind, und ist Begnadigungsbehörde etc.
Der Regierungsrat ist die vollziehende und untere ¶