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Gilles Jobin hat nicht nur weltweit gewirkt, sondern «mit seiner kompromisslosen Art den zeitgenössischen Tanz seit zwanzig Jahren geprägt und weit über die nationalen Grenzen hinaus revolutioniert», begründet die Jury die Vergabe des mit 40'000 Franken dotierten Preises. «Gleich sein erstes Gruppenwerk 'A+B=X' von 1997, das die 'Cie Gilles Jobin' noch heute im Repertoire hat, hat für Aufsehen und weltweite Anerkennung.»
Die Preise wurden am Freitag im Theater Equilibre in Freiburg in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset verliehen. In seiner Ansprache bedauerte der Kulturminister, dass der Tanz unter den Künsten eher ein Schattendasein fristet. Dabei gehöre er doch unabdingbar zum Paarungsverhalten. «Ohne den Tanz wären wir noch nicht einmal geboren», scherzte er.
International und renommiert
Als «herausragende Tänzerin» zeichnet das Bundesamt für Kultur (BAK) Simone Aughterlony aus, Ioannis Mandafounis ist «herausragender Tänzer». Mit den Auszeichnungen für Aughterlony und Mandafounis ehrt das BAK Künstler, die international tätig sind und in renommierten Compagnien in aller Welt mitwirkten.
Die in Zürich lebende Neuseeländerin Aughterlony war Mitglied bei Meg Stuarts «Damaged Goods» in Brüssel und der britischen Theater- und Performancegruppe «Forced Entertainment». Und Ioannis Mandafounis, geboren 1981 in Athen als Sohn einer Genferin und eines Griechen, tanzte unter anderem beim «Nederlands Dans Theater» und der «Forsythe Company». Beide erhalten je 25'000 Franken.
Bereits bekannte Preisträger
Einige der am Freitag ausgezeichneten Preisträger und geförderten Projekte waren bereits im Vorfeld bekannt: Den Spezialpreis Tanz von 40'000 Franken erhielten Claude Ratzé und die ADC in Genf. Der June Johnson Dance Prize ging an «Requiem for a dead piece of meat» der «3art3 company».
Vier Produktionen, die aus 80 Kandidaten des Schweizer Tanzwettbewerbs «Aktuelles Tanzschaffen» der Saisons 2013/14 ausgewählt worden sind erhalten je 25'000 Franken. Es handelt sich um «bits C 128Hz» von Béatrice Goetz und ihrer «miR Compagnie», «Orthopädie or to be» von und mit Kilian Haselbeck und Meret Schlegel, «Requiem» von Nanine Linnin und «souffle» von Brigitte Meuwly und Antonio Bühler.
Sendung: Kultur aktuell, SRF 2 Kultur, 19.10.2015, 16.20 Uhr