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Meine heutige Predigt hat den Titel „Göttliche Weisheit für Leiter“. Wir haben uns bisher im Buch der Sprüche angesehen, welche Weisungen und Einsichten Gott den Königen gegeben hat. Und eines Tages fiel mir auf, dass die Weisheiten in diesen Versen nicht nur für Könige gelten, sondern wesentliche Grundprinzipien der Leiterschaft darstellen. So wollen wir uns heute unter anderem mit der Tatsache beschäftigen, dass Leiter sich nicht davor fürchten, hart durchzugreifen. Gott hat uns alle auf die eine oder andere Weise zum Leiter berufen. Vielleicht sind Sie eine Mutter. Dann hat Gott Sie dazu berufen, Ihre Kinder zu führen. Vielleicht sind Sie ein Vater. Dann hat Gott Sie dazu berufen, Ihre Familie und womöglich eine Firma zu leiten. Ganz gleich, in welcher Situation Sie sind - die Leiterschaft steckt in Ihnen, auch wenn Sie sich nur selbst führen. Lassen Sie uns jetzt Gottes Wort ansehen.
Gut, Nummer fünf: Gute Leiter besitzen Einsicht und fürchten sich nicht davor, hart durchzugreifen. Sie haben Einsicht und fürchten sich nicht davor hart durchzugreifen. Sprüche 20, Vers 8:
Sprüche 20:8
„Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, sondert mit seinen Augen alles Böse aus.
Das Wort „aussondern“ stammt von dem hebräischen Wort für „die Spreu vom Weizen trennen“. Wenn das Korn auf einem Feld reif war, sammelten sie es ein und warfen es mit einer Schaufel in die Luft. Und durch den Wind oder einen großen Fächer wurde die Spreu vom Weizen getrennt. Das ist die wörtliche Bedeutung dieses Verses: Ein König trennt mit seinen Augen das Böse vom Guten. Hier geht es um Einsicht. Er sieht, was produktiv ist und was nicht; was spaltet und was vereint. Das ist eine von Gott gegebene Gabe der Leiter und sie entwickelt sich weiter, indem sie Gebrauch davon machen. Urteilsvermögen. Sie haben Einsicht. Und sie fürchten sich nicht davor, auf der Grundlage dieser Einsicht hart durchzugreifen.
Lassen Sie uns Sprüche 20, Vers 26 ansehen. Da heißt es:
Sprüche 20:26
„Ein weiser König sondert die Gottlosen aus und lässt das Rad über sie gehen.“
In der Message Bible lautet dieser Vers: „Nach sorgfältiger Prüfung trennt sich ein weiser Leiter von Rebellen und Dummköpfen.“
Als ich noch in Oregon lebte - das war noch bevor ich Christ wurde -, arbeitete ich zusammen mit einigen Freunden für einen Professor der Universität, wo ich studierte. Er besaß ein riesiges Grundstück, durch das sich ein ausgetrocknetes Flussbett schlängelte. Unsere Aufgabe bestand darin, die riesigen Steine dort herauszuhieven, auf einen Kleinlaster zu laden und wegzufahren. Er beabsichtigte das gesamte Grundstück landwirtschaftlich zu nutzen. Und dann waren da noch acht bis zwölf Hektar mit Brombeersträuchern, die wir zurück schneiden mussten. Das war wirklich harte Arbeit, und es war heiß. Es war Hochsommer. Und einer meiner Freunde fand irgendwie heraus, dass man das Grundstück auch über eine Nebenstraße erreichen konnte und ließ sich von einem anderen Freund dort abholen. Er kam wie alle anderen zur Arbeit und half dann etwa zehn Minuten mit, bevor er sich auf den Weg zu der Nebenstraße machte und zu seinem Freund ins Auto stieg. Ich weiß nicht genau, was sie dann taten, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie Hasch rauchten. Etwa 20 Minuten vor Arbeitsende kam er dann zurück und packte noch ein bisschen mit an. Wir wurden damals jeden Tag nach getaner Arbeit in bar bezahlt. Wir stellten uns in einer Reihe auf und der Professor gab jedem sein Geld. Als er vor meinem Freund stand, sah er ihn nur an und sagte: „Verschwinde von meinem Grundstück und lass dich hier nie wieder blicken.“ Ich weiß nicht, woher er es wusste. Vielleicht hatte er uns mit einem Fernglas beobachtet. Aber nach diesem Tag trödelte keiner von uns mehr herum, weil wir wussten, dass der Professor achtsam war. Es ist wichtig, dass Leiter in der Lage sind hart durchzugreifen, wenn sie etwas sehen, auch wenn das bedeutet, jemanden auszuschließen.
Ich habe einen Freund, der ein florierendes Unternehmen in der Dienstleistungsbranche hat. Als wir eines Tages zusammen saßen, fragte ich ihn: „Wie schaffst du es, dass mit deinen Angestellten alles funktioniert?“ Wir haben ein paar Angestellte mehr als er, aber nicht viele. Er sagte: „Nun, wir setzen uns mit ihnen zusammen und gehen eine Liste mit all den Punkten durch, die wir verlangen. Dabei geht es um ihre Einstellung, ihre Arbeitszeit und so weiter. Wenn wir diese Punkte ausführlich mit ihnen besprochen haben, bestätigen sie mit ihrer Unterschrift auf der Seite, dass sie bereit sind, sich daran zu halten. Wenn wir dann feststellen, dass sie zu spät zur Arbeit kommen oder zu früh gehen oder eine Einstellung haben, die kontraproduktiv ist oder es scheint, dass sie einfach faul sind, setzen wir uns erneut mit ihnen zusammen und legen ihnen dieses Dokument vor. Ich frage sie: Erinnern Sie sich, dass Sie sich mit Ihrer Unterschrift dazu verpflichtet haben, diese Punkte zu befolgen? Jetzt haben wir beobachtet, dass Sie dieses und jenes nicht tun. Stimmen Sie mir zu? Sie sagen: Ja. Dann sage ich: Ich werde Ihnen eine zweite Chance geben. Wir glauben an Sie. Deshalb haben wir Sie eingestellt. Wir glauben, dass Sie das Zeug für den Job haben. Aber Sie müssen uns das zeigen. Wir haben jetzt über diese Punkte gesprochen und ich möchte, dass Sie das unterschreiben. Er sagt: Okay. Wenn dann nochmals etwas vorkommt, geben wir ihm vielleicht noch eine weitere Chance, aber normalerweise entlassen wir ihn. Viele sagen dann: Aber ich muss meine Miete bezahlen! Ich habe Frau und Kinder. Ich muss für die Ausbildung meiner Tochter bezahlen. Was soll ich jetzt tun? Das hätten Sie sich überlegen sollen, bevor Sie in Ihrem Job faul geworden sind.“
Ein guter Leiter ist bereit, hart durchzugreifen. Auch wenn das manchmal schwer ist. Seien Sie entschlossen und sogar mitleidlos, wo es nötig ist, aber trotzdem ehrlich und fair.
Lassen Sie uns Sprüche 20:28 lesen:
Sprüche 20:28
„Güte und Treue behüten den König, und durch Güte stützt er seinen Thron.“
In der Message Bible lautet dieser Vers: „Liebe und Wahrheit machen einen guten Leiter aus. Eine gesunde Leiterschaft ist auf liebevoller Integrität gegründet.“ Ein guter Leiter kümmert sich also gewissenhaft um sein Team und betrachtet die Menschen nie als etwas, das man nach Belieben benutzen und ausmustern kann. Aber er ist auch stark genug, Rebellen und Dummköpfe auszugrenzen, wenn es nötig ist, selbst wenn das bedeutet, dass er auf Unverständnis stößt oder verleumdet wird.
Haben Sie von dem Mann gehört, der einen Affen als Haustier hatte? Der Schwanz des Affen war entzündet und so brachte er ihn zum Arzt und sagte: „Doktor, mit dem Schwanz meines Affen stimmt etwas nicht.“ Der Arzt untersuchte ihn und sagte: „Das sieht nicht gut aus. Wenn Sie wollen, dass der Affe überlebt, müssen wir ihm den Schwanz abnehmen.“ Der Mann sagte: „Nein, tun Sie das nicht! Ich liebe den Affen!“ Der Arzt sagte: „Wenn Sie den Affen lieben, müssen wir ihm den Schwanz abnehmen.“ Und der Mann sagte: „Ich ertrage das nicht. Können Sie den Schwanz nicht Stück für Stück abnehmen?“
Manchmal hilft es niemandem, wenn Sie etwas Stück für Stück beenden. Manches muss man einfach komplett abhacken. Ich spreche gerade zu einem Leiter, der heute hier ist. Sie müssen eine harte Entscheidung treffen. Sie schneiden den Schwanz des Affen Stück für Stück ab. Aber damit helfen Sie weder Ihrer Organisation noch den Personen, die Sie leiten. Gott wird Ihnen Weisheit schenken.
Gut, Nummer sechs. Gute Leiter suchen nach Antworten. Sprüche 25, Vers 2:
Sprüche 25:2-3
„Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, die Ehre der Könige aber, eine Sache zu erforschen.“ „Der Himmel an Höhe und die Erde an Tiefe und das Herz der Könige sind unerforschlich.“
In der Message Bible heißt es: „Die Einsicht eines guten Leiters ist breit und tief.“ Es ist die Ehre eines Königs, eines Leiters, Dinge zu erforschen. Leiter überlegen. Sie forschen nach. Wenn eine bestimmte Abteilung ständig ineffektiv ist, fragen sie nach dem Warum. „Haben wir die falsche Person als Abteilungsleiter eingesetzt? Ist ihnen die Vision nicht klar? Bekommen sie nicht die nötige Unterstützung? Was ist das Problem?“ Sie forschen nach, sie machen sich Gedanken und tun, was sie tun müssen. Bitten Sie um Weisheit. Gott wird sie Ihnen geben.
Ich leite eine Gemeinde und ich bitte Gott sehr oft um Weisheit. Jakobus sagt: „Wenn es dir an Weisheit mangelt, bitte Gott darum. Er wird sie dir großzügig schenken, ohne dich zu kritisieren.“ Ich kann Ihnen nicht sagen, wie oft ich dieses Gebet aus dem Jakobusbrief schon gebetet habe. Es scheint, als würde ich immer für irgendetwas Weisheit brauchen. In der Anfangszeit von Cottonwood hatten wir einige Mitglieder, die fest in der Gemeinde gegründet waren. Ich gehörte fast zu ihrer Familie und sie waren in der Leiterschaft, aber plötzlich verließen sie die Gemeinde. Das haute mich völlig um. Ich dachte: „Warum sind sie gegangen?“ Ich versuchte mit ihnen zu reden, aber sie blockten ab. Als ich darüber betete, hatte ich das Gefühl, dass der Heilige Geist zu mir sagte: „Was ist dir an ihnen aufgefallen, bevor sie gegangen sind?“ Ich dachte nach und sagte: „Mir ist nur aufgefallen, dass sich eine bestimmte Person mit ihnen angefreundet hat und ich sie ständig zusammen gesehen habe.“ Der Heilige Geist fragte weiter: „Und was ist mit all den anderen Leuten, die die Gemeinde verlassen haben. Haben sie etwas gemeinsam?“ Ich sagte: „Ja. Ich habe sie mit dieser Person zusammen gesehen.“ Ich ging in Gedanken fünf verschiedene Leute und Familien durch, die die Gemeinde verlassen hatten und die einzige Gemeinsamkeit zwischen ihnen war, dass ich sie mit dieser Person gesehen hatte.
Nach dieser Unterhaltung auf meinen Knien spürte ich, wie der Heilige Geist sagte: „Du hast einen Wolf am Hals.“ Jesus sagte: „Der Wolf zerstreut die Herde.“ Das ist eines der Zeichen für einen Wolf. Ich arrangierte ein Treffen mit dem Mann. Ich war freundlich und fing einfach an, mit ihm darüber zu reden. Und er zeigte eine Reaktion, die ich nicht erwartet hatte. Er sagte: „Pastor, was du sagst ist wahr. Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Immer wenn ich auf andere Leute treffe, kommt irgendetwas über mich und ich muss ihnen Lügen erzählen.“ Das sagte er tatsächlich! Und ich sagte: „Ich weiß, was über dich kommt. Es ist ein böser Geist!“ Nach unserem Gespräch verließ er die Gemeinde und ich war froh darüber.