Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03340.jsonl.gz/2880

Thomas Hollenstein

Das typische Merkmal eines Stickerhauses ist der seitliche Anbau. Die 10-Yard Saurer- Stickmaschine Modell 1911 beansprucht das ganze Erdgeschoss. In den oberen Stockwerken sind die Wohnräume der Stickerfamilie.
Die Vorlage wird, wie bei der Handstickmaschine,
mit grosser Konzentration mit dem Pantografen abgefahren
und die Bewegungen werden 6-facher verkleinert auf den Stickgatter übertragen.
Die Nadel sticht durch den Stickboden, das Bobinchen im sich bewegenden "Schiffli" formt die Schlaufe. Das Prinzip entspricht der Nähmaschine. Die Stichleistung ist 8 - 15 mal höher wie bei der Handstickmaschine.

Diese Schifflistickmaschine, eine Weiterentwicklung der Handstickmaschine, wurde 1918 aus Hofen / Sirnach nach Bazenheid gebracht und war bis 2004 in Betrieb. Dank guter Pflege ist die Maschine noch heute in einwandfreiem Zustand.
Ein Elektromotor treibt die Welle an; Steuersegmente
übertragen die Bewegungen auf die Nadeln und Schiffli.
Die mittlere Stichleistung ist 50 Stiche in der Minute;
so muss der Sticker den Pantografen jede Minute 100 mal
an einen neuen Punkt auf der Vorlage führen.
Mit dem Stüpfel werden kleine Löcher in das Gewebe gebohrt und dann umstickt. So entstehen die kleinen Durchbrüche, die "Stäffel". Stich für Stich wird das schöne, mit Seide gestickte Muster
auf dem Baumwollstoff sichtbar.