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Hauptinhalt
Chronik – Klinik Königsfelden im Wandel der Zeit
1308–1800: Vom Kloster zur Irrenanstalt
1308
König Albrecht I. aus dem Haus Habsburg wird auf dem Gelände des ehemaligen römischen Legionslagers ermordet.
1308/1309
Die Königinwitwe Elisabeth lässt eine Gedächtniskapelle an der Sterbestätte ihres Ehegatten errichten.
1311/1312
Die Habsburger bauen unter der Leitung von Königin Agnes ein Doppelkloster für Clarissen und Franziskaner.
1330
Eröffnung des Klosterspitals unter Aufsicht von Königin Agnes.
1528
Während der Reformation erfolgt die Aufhebung des Klosters. Danach wird in den Gebäuden unter anderem ein Kranken- und Armenhaus eingerichtet.
1530
Laut Berner Ratsmanualen vom 20. Juni 1530 lässt man ein «Toubhüssli» im Frauenkloster aufstellen, was so viel bedeutet wie «Irrenzelle». Von da an behandelt man in Königsfelden Geisteskranke, wodurch Königsfelden zu einem der ältesten Irrenhäuser Mitteleuropas wird.
1798
Die Helvetische Regierung erhebt Königsfelden zum Nationalgut und richtet hier während der Zeit der Helvetischen Revolution das Militärspital ein.
1800–1887: Entstehung und Aufbau der Heil- und Pflegeanstalt Königsfelden
Nach der Kantonsgründung 1803 betrieb der Aargau in den Klostergebäuden eine Kantonale Armen-, Kranken-, Tollen- und Hebammenanstalt. Königsfelden ist von 1804 bis 1887 ein Kantonsspital.
1866
Der grosse Rat legt fest, dass die neue Heilanstalt in Königsfelden innerhalb der nächsten vier Jahre zu bauen ist. Kantonsbaumeister Ferdinand Carl Rothpletz (1814–1885) wird mit der Projektierung beauftragt.
1868
Baubeginn der neuen Heil- und Pflegeanstalt am 21. Januar.
1870
Bau der neuen Scheune mit Viehhaltung. Die Arbeit in der Landwirtschaft der damaligen Zeit ist für viele Patienten eine Tätigkeit, die sie von ihrem psychischen Leiden ablenkt.
1872
Am 1. Oktober kann die neue Heil- und Pflegeanstalt bezogen werden, ein spätklassizistisches Bauwerk in Hufeisenform, das 250 Patienten Unterkunft bietet.
1887–1964: Weiterentwicklung der Heil- und Pflegeanstalt Königsfelden
1895
Da die Patientenzahl beständig zunimmt, werden am Hauptgebäude zwei Flügel mit Patientenzimmern angebaut.
1907/1908
Zwei neue Patienten-Pavillons können bezogen werden.
1910
Bauliche Aufstockung von zwei Seitenflügeln im Hauptgebäude.
1929
Erste Diplomprüfung in Königsfelden, aus Wärter/innen werden Psychiatrie-Schwestern/-Pfleger.
1932
Bezug des Verwaltungsgebäudes.
1933
Beginn mit öffentlichen Sprechstunden für psychisch kranke Kinder in der Heil- und Pflegeanstalt Königsfelden.
1937
Obligatorische Berufsausbildung mit Diplomprüfung, organisiert von der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie.
1938
Die Schwesterntracht wird obligatorisch. Das Personal wird sich immer mehr seiner Ausbildung und seines Standes bewusst und legt Wert darauf, dies gegenüber den Patienten und der Aussenwelt zu zeigen.
1939
Eröffnung des Tuberkulose-Pavillons.
1947
Eröffnung der Kinderbeobachtungsstation Rüfenach (dokumentiert im Jahresbericht der Kantonalen Heil- und Pflegeanstalt Königsfelden, Direktor Dr. P. Mohr)
(1.1.2012, Überführung der Kinderstation Rüfenach mit Status als Sonderschulheim in den Status einer Kinderpsychiatrischen Klinik und damit in die Finanzierung nach dem Krankenversicherungsgesetz).
1964
Bezug des Schwesternhauses.
1965–2002: Die Psychiatrischen Dienste Aargau formieren sich
1965
- Einführung Bezeichnung Psychiatrische Klinik Königsfelden.
- Abbruch der Königsfelder Mauer.
1967
Bezug der Betriebsgebäude Vetra I-II mit Wäscherei, Lingerie, Schlosserei, Schreinerei, Malerei und Sattlerei.
1969
Drei weitere Patienten-Pavillons sowie Schwimmbad und Turnhalle mit Ergotherapie-Raum werden in Betrieb genommen.
1974
Gründung des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes durch Frau Dr. Grolimund-Kostron. Aufbau der Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie an der Kinderklinik des Kantonsspitals in Aarau (stationäre Untersuchung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen).
1975
Bezug der letzten zwei neuen Patienten-Pavillons.
1977
Eröffnung Ambulatorium Baden.
1981
Eröffnung Ambulatorium Wohlen und später Ambulatorium Rheinfelden.
1988
Bezug des Betriebsgebäudes Vetra III mit Küche, zentraler Abwaschküche, Fahr-dienstzentrale und weiteren Werkstätten.
1993
Im Pavillon P1 wird eine Drogenentzugsstation (DES) eingerichtet, die erste ihrer Art im Kanton Aargau.
1995
Trennung von stationären und ambulanten Angeboten in der Erwachsenenpsychiatrie mit Einführung neuer Bezeichnungen:
- Psychiatrische Dienste Aargau
- Interner Psychiatrischer Dienst
- Externer Psychiatrischer Dienst
Integration des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes in die Psychiatrischen Dienste des Kantons Aargau. Übergang von einer unselbständigen Anstalt, welche von einem Chefarzt geführt und vom Kantonsspital Aarau verwaltet wurde, in einen fachlich autonomen Teilbereich der PDAG.
- Eröffnung des EPD-Stützpunktes in Aarau
1996
- Eröffnung der beiden EPD-Stützpunkte Frick und Wohlen.
- Eröffnung des Wohn- und Beschäftigungsheims Sternbild (BKS) für geistig behinderte Menschen.
1997
- Umzug EPD-Königsfelden nach Baden.
- Jubiläumsfeier 125-Jahre Klinik Königsfelden mit einem «Museum miniature» und der Ausstellung «Seelenspiegel».
2000
- Eröffnung Heroinabgabestelle (HAG) im Personalhaus.
- Publikation Kunstkatalog «Seelenspiegel»
2004–2008: Start einer neuen Ära als Aktiengesellschaft
2001 - 2007
Begleitprogramm für Kinder und Jugendliche, welche wegen fehlender Alternative in die Akutstationen der Erwachsenenpsychiatrie eingewiesen worden sind. In diesem Trainingsprogramm ("Bambinoni"), welches durch den ärztlichen Leiter der Erwachsenenpsychiatrie aufgebaut wurde, stand die Förderung und Entwicklung von Sozial- und Selbstkompetenz im Vordergrund.
2004
Neue Ära der Psychiatrischen Dienste Aargau AG als Aktiengesellschaft mit Verwaltungsrat und CEO.
2005
Eröffnung der Memory Clinic Windisch.
2006
- Eröffnung des Begegnungszentrums (BZ).
- Nationalfondsprojekt 2006 bis 2008 «Bewahren besonderer Kulturgüter». Die Sammlung Königsfelden gehört mit ihren rund 2500 Werken ehemaliger Patientinnen und Patienten zu den grössten und bedeutungsvollsten der Schweiz.
2007
- Eröffnung der pschiatrisch - pschotherapeutischen Station für Jugendliche (PSJ) im Pavillon 5 (im neu erstellten 2. Stockwerk). Angebot ist ausgerichtet auf die stationäre Behandlung von Jugendlichen von ca. 14 - 18 Jahren.
2008
- Der bisherige Verwaltungsdirektor Christoph Ziörjen wird zum neuen CEO gewählt.
- Abschluss Sanierung Pavillons.
- Aufnahme 365-Tage-Betrieb der Kinderstation Rüfenach.
2009–2016: Die Psychiatrie als modernes Unternehmen
2009
- PD Dr. med. Urs Hepp wird Chefarzt des Externen Psychiatrischen Dienstes EPD der PDAG und GL-Mitglied.
- Dr. med. Jürg Unger-Köppel wird Chefarzt des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes KJPD der PDAG und GL-Mitglied.
- Dr. med. Daniel Bielinski wird Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Königsfelden der PDAG und GL-Mitglied.
- Die PDAG eröffnen das Psychiatriemuseum Geschichte mit einer Vernissage.
2010
- Die Psychiatrische Klinik Königsfelden betreibt eine forensische Station für Straftäter mit stationärer Therapie.
- Die PDAG eröffnen die Triage-Stelle, was eine starke Verbesserung der patientenzentrierten Behandlung sowie eine Entlastung für die zuweisenden Stellen und die Klinik bedeutet.
- Die Fachstelle für Angehörige nimmt ihren Betrieb auf.
- Das Psychiatriemuseum Königsfelden wird im September in den Verband der Museen der Schweiz (VMS) aufgenommen.
2011
- Thomas Zweifel wird per 1. November 2011 Leiter Betriebe und GL-Mitglied.
- Das Zentrale Ambulatorium für Kinder und Jugendliche (ZAKJ) nimmt den Betrieb als zentrale Anlaufstelle im Kanton auf.
- Die PDAG sind neu Akademisches Lehrspital der Universität Zürich. Damit erhöht sich die Attraktivität der PDAG als Weiterbildungsinstitution, aber auch als Arbeitgeber für den akademischen Nachwuchs.
- Mit einer Vernissage wird die Sammlung vom Psychiatriemusem Königsfelden eröffnet. Unter dem Titel «Fremdgehen» wird eine Auswahl herausragender Patientenwerke gezeigt.
2012
- Jürg Härdi wird neuer Direktor Pflegedienst und GL-Mitglied. Er tritt die Nachfolge von Regula Kiechle an, die den Pflegedienst sechs Jahre lang geführt hat.
- Gabriele Schmid-Riedo wird per 1. April 2012 Leiterin Personal und GL-Mitglied.
- Eröffnung der zweiten Memory Clinic in Aarau.
- Eröffnung der zweiten Forensischen Station und des Forensischen Ambulatoriums.
- Neues Beratungsangebot für Kinder psychisch kranker Eltern.
- Die Fachstelle für Angehörige erhält den Gesundheitsförderungspreis.
- Eröffnung der neuen Tagesklinik für Kinder und Jugendliche in Königsfelden an der Dorfstrasse.
2013
- Urs Peter Müller, Verwaltungsratsmitglied der PDAG, übernimmt am 13. März 2013 das Amt des CEO ad interim.
- Auf dem Areal Königsfelden beginnen die Bauarbeiten für das Provisorium des geplanten Kriseninterventions- und Triagezentrums (kitz). Die Bauarbeiten markieren den Start der etappierten Gesamtsanierung Psychiatrie Königsfelden für 125 Mio. Franken.
- Eröffnung des Kriseninterventions- und Triagezentrums (kitz).
2014
- Markus Gautschi übernimmt als neuer CEO ab 1. Januar 2014 die Führung der PDAG.
- Eröffnung des Neuropsychiatrischen Konsiliardienstes in Aarau.
- Eröffnung des Zentrums für stationäre forensische Therapie.
2015
- Dr. med. Dan Georgescu wird per 1. Januar 2015 Chefarzt Alters- und Neuropsychiatrie und Mitglied der Geschäftsleitung.
- Dr. med. Josef Sachs wird per 1. Januar 2015 Chefarzt Forensische Psychiatrie und Mitglied der Geschäftsleitung.
2016
- Eröffnung der Klinik für Kinder und Jugendliche mit Integration der Kinderstation Rüfenach und Jugendstation (PSJ)
Aktuelles
- 14. Jan. 2019
Radio SRF1, «Regionaljournal Aargau Solothurn» vom 14. Januar 2019: Die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) in Brugg/Windisch wollen ihre Anlagen für insgesamt 140 Millionen Franken sanieren und umbauen. Beim markantesten Gebäude, dem denkmalgeschützten Haupthaus, verzögert sich die Sanierung nun aber. Aus finanziellen Gründen.