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Das stattliche Schlossgut Dottenwil ist seit 1886 im Eigentum der politischen Gemeinde Wittenbach. Die beiden grossen Wohnbauten dienen seit jener Zeit als Altersheim, früher auch als Armenhaus. Auf Ende 1997 soll die heutige Nutzung mangels Bedarfs aufgegeben werden und es stellt sich die Frage, wie die Gebäude künftig genutzt werden sollen.
Als eine von verschiedenen Entscheidungsgrundlagen hierüber durfte der Verfasser im Frühjahr 1997 im Auftrag des Gemeinderates eine bauhistorische Untersuchung des Schlosses durchführen.
Dabei wurde zunächst die Bausubstanz an Ort untersucht und in detaillierten Aufnahmeplänen und Detailfotos dargestellt. Insbesondere die eindrückliche Dachkonstruktion erwies sich als Schlüssel zu weiteren Beobachtngen und Erkenntnissen. Mit der heute verbreiteten Methode der Dendrochronologie (Bestimmung des Fällzeitpunktes der verwendeten Baumstämme) konnten die Beobachtungen von ablesbaren Bauetappen bestätigt und diese Etappen zeitlich fixiert werden.
Auf diese Weise war es möglich, eine sehr markante Baugeschichte herzuleiten und auch das Studium des reichen Quellenmaterials gezielt anzugehen. Was vor mehr als 150 Jahren August Naef in seinem "Archiv Sanctgallischer Burgen" zusammengestellt hatte, erwies sich als weitgehend zutreffend und konnte mittels weiterem Quellenstudium und dem Untersuch der Bausubstanz zu einer reichen Baugeschichte gefügt werden, die insbesondere auch die lückenlose Reihe der Eigentümer enthält.