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Diabetes und seine Folgen weltweit
Der IDF Diabetes Atlas gibt an, dass 537 Millionen Erwachsene mit Diabetes leben: Das ist jeder zehnte, in Europa jeder elfte. Auf unserem Kontinent ist einer von drei Diabetikern noch undiagnostiziert. Diabetes Typ 2 macht 90 Prozent der Diabetes-Erkrankungen aus und ist laut IDF die Ursache jedes achten Todesfalls. Seit 40 Jahren steigen die Zahlen von Adipositas und Diabetes Typ 2 stetig, in keinem Land weltweit konnte ein Rückgang verzeichnet werden. Mit dem Diabetes erhöht sich gleichzeitig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber, Sehverlust, Krebs, Nierenerkrankungen und Infektionskrankheiten. Weltweit verursacht Diabetes im Gesundheitssystem 966 Milliarden US-Dollar an Kosten, eine Steigerung von 316 Prozent in den letzten 15 Jahren.
Häufig wird Diabetes durch Ernährung verursacht
Eine Studie in Nature Medicine zeigt nun, dass mehr als 70 Prozent der Fälle von Diabetes Typ 2 durch die Ernährung verursacht wurden, auch wenn teilweise eine genetisch höhere Wahrscheinlichkeit vorliegt. Anhand der Daten der Global Dietary Database zwischen 1990 und 2018, wurden in 184 Ländern die Essgewohnheiten und das Vorkommen von Diabetes miteinander in Verbindung gesetzt. Dabei wurden elf Risikofaktoren unter den Lebensmitteln berücksichtigt, um den Anteil an Erkrankungen auszumachen, der durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten herbeigeführt wird. Das Ergebnis: 70,3 Prozent. Unter diesen Fällen waren es mehr Männer als Frauen, mehr Stadt- als Landbewohner und eher Personen mit einem höheren Bildungsniveau.
Welche Lebensmittel Diabetes verursachen
Schauen wir uns die globalen Werte an, hatten vor allem vier Risikofaktoren grossen Einfluss auf die Zahl der Diabetes-Fälle:
- Unzureichender Verzehr von Vollkornprodukten: 26,1 Prozent
⇒ Eine Reihe von Langzeitstudien belegt einen Zusammenhang zwischen dem umfassenden Verzehr von Vollkornprodukten und dem Schutz vor Diabetes. Das liegt unter anderem an dem damit einhergehenden gesünderen Körpergewicht, aber auch am hohen Ballaststoffgehalt, der die Verdauung verlangsamt und sich positiv auf die Insulinausschüttung auswirkt. Daneben spielt der hohe Magnesiumgehalt in Vollkornprodukten ebenso eine Rolle.
- Übermässiger Verzehr von raffiniertem Reis und Weizen: 24,6 Prozent
- Verzehr von verarbeitetem Fleisch zum Beispiel Wurst: 20,3 Prozent
- Übermässiger Verzehr von rotem Fleisch: 20,1 Prozent
Ebenfalls zu den Risikofaktoren gehörten der verminderte Verzehr von Joghurt, zu viele Süssgetränke und Kartoffeln, zu wenig Obst, stärkearmes Gemüse, Nüsse und Samen sowie ein zu hoher Konsum von Fruchtsäften.
Zwischen den Ländern gab es deutliche Unterschiede, da zum Beispiel in Süd- und Südostasien deutlich mehr raffinierter Reis Bestandteil der Ernährung ist. In Zentral- und Osteuropa standen bei den Auslösern der Konsum von Wurstwaren und rotem Fleisch im Vordergrund. Beispielsweise seien Wurstwaren in Deutschland für 60,9 Prozent der durch die Ernährung verursachten Typ-2-Diabetes-Fälle verantwortlich, 21,2 Prozent raffinierter Weizen und 19 Prozent rotes Fleisch. Besonders interessant: 1990 hatte rotes Fleisch noch einen Anteil von 25,7 Prozent, dieser ist also zurückgegangen.