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Leere Vitrinen
Achtung! Mehrere orange leuchtende Neonrahmen stechen den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung «Wissensdrang trifft Sammelwut» ins Auge. Sie weisen auffällig daraufhin, dass hier offensichtlich etwas fehlt.
Anstelle von Objekten gibt es Fragen:
Was passiert mit Objekten, wenn sie nicht mehr gezeigt werden (sollen)?
Z.B. Tjurunga aus Australien, die von Missionar Carl Strehlow nach Frankfurt gebracht, im dortigen Museum der Weltkulturen gelandet und 1908 vom MKB gekauft worden sind.
Tjurunga gelten als die machtvollsten Objekte in Zentralaustralien. Sie symbolisieren die Beziehung zwischen den Arrernte und der Umwelt. Versteckt in Höhlen, werden sie nur für bestimmte Zeremonien hervorgeholt. Weil sie in ihrer Herkunftskultur geheim und heilig sind, sehen Museen schon länger davon ab, sie auszustellen. Das MKB ist in Kontakt mit der Herkunftsgemeinschaft.
Tote untersuchen?
Ein menschlicher Schädel von den Marquesas in Französisch-Polynesien befindet sich seit einiger Zeit zu Forschungszwecken im Naturhistorischen Museum Basel. Er weist Spuren einer Trepanation auf. Das war eine operative Technik zum Öffnen der Schädeldecke. Der Schädel wurde von den Sammlern Theo Meier und Lucas Staehelin Anfang der 1930er-Jahre zusammen mit anderen Objekten aus einer Grabgrotte geraubt oder gerettet.
Schädel restituieren?
Ein bemalter Schädel aus Australien gelangte 1934 über Missionar Thomas Theodor Webb ans MKB. Über das Objekt war wenig bekannt. Doch als sich das MKB an einem australischen Kooperationsprojekt in East Arnhem Land beteiligte, konnte vor Ort nach der Herkunft geforscht und der Schädel einem Clan zugeordnet werden. Letzterer weiss nun davon und überlegt sich, was damit passieren soll. Das MKB ist für alles offen.