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Zitat (übersetzt): Wir rufen alle Menschen und Nationen auf, die schweren und potenziell irreversiblen Auswirkungen der globalen Erwärmung durch die anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen und anderen Schadstoffen und durch Veränderungen in Wäldern, Feuchtgebieten, Wiesen und anderen Nutzungen zu erkennen. Wir appellieren an alle Völker, ohne Verzögerung wirksame und faire Politiken zu entwickeln und umzusetzen, die die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels auf die Gemeinden und die Ökosysteme einschließlich Gletscher und ihrer Einzugsgebiete reduzieren, im Wissen darum, dass wir alle auf demselben Planeten leben. Indem wir jetzt handeln, im Geiste der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung, anerkennen wir unsere Pflicht, miteinander und in der Verantwortung für den Planeten, welcher mit dem Geschenk des Lebens gesegnet ist. Wir sind verpflichtet, sicherzustellen, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner dieses Planeten ihr tägliches Brot, saubere Atemluft und sauberes Trinkwasser erhalten, zu trinken, weil wir wissen, dass Gerechtigkeit und Friede nur möglich sind, wenn wir unseren Lebensraum, der uns erhält, schützen. Die Gläubigen unter uns bitten Gott darum, dass er uns diesen Wunsch erfüllt. Die schon fast feierliche Sprache, insbesondere aber der letzte Satz weisen darauf hin, dass dieser Text nicht aus einem der üblichen ökologischen Appelle stammt: verfasst wurde dieser Aufruf von der päpstlichen Akademie der Wissenschaften respektive deren Arbeitsgruppe „Fate of Mountain Glaciers in the Anthropocene„. Auch wenn die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche einerseits wegen ihrer hierarchischen Leitungsstruktur nach dem Peter-Prinzip (nicht ohne Ironie für eine Organisation, deren Hauptkirche der Petersdom ist) und wegen der zu lange ignorierenden und unkritischen Haltung gegenüber sexuellem Missbrauch einer grossen Zahl von Menschen durch Teile des „himmlischen Bodenpersonals“ in den letzten Jahrzehnten erheblich gelitten hat, ist dieser Aufruf zum Handeln gegen den Mensch gemachten Klimawandel sehr beachtlich. Immer noch gibt es religiöse Gruppen, beispielsweise in den USA die Cornwall Alliance, die sich mit absurden Argumentationen gegen Umwelt- und Klimaschutz aussprechen. Es gibt schon lange keinen Grund mehr für eine kompromisslose, handlungsorientierte Politik zugunsten einer nuklear- und fossilfreien Energieversorgung – schon lange kann als Climate Criminal bezeichnet werden, wer sich trotzdem gegen eine aktive Klimaschutz- und Energiepolitik ausspricht. Auch wenn die katholische Kirche schon wiederholt und unmissverständlich Stellung in Verantwortung gegenüber der Schöpfung für aktiven Umweltschutz bezogen hat, ist es erfreulich, dass die katholische Kirche relativ zeitnah die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Mensch gemachten Klimawandel aufnimmt und engagiertes Klimaschutz-Handeln einfordert!