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Der zuweilen als Vater der modernen Schweizer Plastik bezeichnete Carl Burckhardt war ein vielseitiger Künstler und neben der Bildhauerei auch als Maler und Kunstkritiker tätig. Er wurde in Lindau (ZH) geboren und verstarb in Ligornetto, hatte seine Ausbildung jedoch in Basel und München absolviert und sich häufig in Rom aufgehalten. Burckhardt hinterliess beachtliche Skulpturen im öffentlichen Raum und setzte sich auch auf kunsttheoretischer Ebene für eine Erneuerung der Bildhauerei in unserem Land ein.
Carl Burckhardt wurde am 13. Januar 1878 als fünftes von insgesamt acht Kindern des baselstämmigen Pfarrers Abel Burckhardt und der Zürcherin Luise Hess in Lindau im Kanton Zürich geboren. Hier wirkte sein Vater als Pfarrer. Wenig später zog die Familie nach Rüti, ebenfalls im Kanton Zürich, wo sie allerdings nicht sesshaft werden sollte, verstarb doch Burckhardts Vater im Jahre 1883 allzu früh. Der junge Carl war damals erst fünf Jahre alt. Die verwitwete Mutter übersiedelte daraufhin mit ihren acht Kindern nach Basel ins Paulusquartier, weil hier die Verwandtschaft lebte.
Nach der Matur bildete sich der junge Burckhardt in Basel und München zum Maler aus. 1899 zog er nach Italien, wo seine bildhauerische Laufbahn startete und wo er mit Unterbrüchen fünf Jahre wirken sollte. Er besass in Rom ein Atelier, hielt sich aber auch in anderen Gegenden wie Anzio, Neapel und Capri auf. Nach Basel kehrte er 1905 zurück, wo er seine Freundin Sophie Hipp, ebenfalls Künstlerin, heiratete. Das junge Paar lebte zunächst in Arlesheim, danach in Basel, zwischenzeitlich abermals in Italien (in Forte dei Marmi in der Nähe der Marmorbrüche von Carrara, sowie in Florenz). Die Zeit des I. Weltkriegs und der frühen Nachkriegsjahre gestalteten sich für Burckhardt dank mehreren öffentlichen Aufträgen sehr erfolgreich – allerdings musste der körperlich fragile Künstler immer wieder gesundheitliche Rückschläge verkraften. Aus diesem Grund zog er 1920 nach Ligornetto ins Mendrisiotto, wo er mit Frau Sophie und den zwei Kindern Titus und Lorli seine letzten Lebensjahre verbrachte. Er verstarb hier am 24. Dezember 1923, kurz vor seinem 46. Geburtstag. Bestattet wurde auf dem Friedhof Wolfgottesacker in Basel.