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Peter von Kant
Regie: François Ozon
Darst.: Denis Ménochet, Isabelle Adjani, Khalil Ben Gharbia, Hanna Schygulla, Stefan Crepon, Aminthe Audiard u.a.
Der Filmregisseur Peter von Kant lebt im Köln des Jahres 1972 in einem luxuriösen Apartment und arbeitet am Drehbuch für einen Film, in dem Romy Schneider die Hauptrolle spielen soll. Seinen Assistenten Karl, den er herumkommandiert und wie einen Sklaven behandelt, beauftragt er mit Vorbereitungen für das neue Filmprojekt, als es an der Tür klingelt. Zu Besuch kommt die Schauspielerin Sidonie, von Kants beste Freundin, und bringt ihren Bekannten Amir mit, einen arbeitslosen Schauspieler. Peter von Kant verliebt sich sofort unsterblich in den schönen jungen Mann. Der lässt sich zwar auf eine Liebelei mit dem alternden Regisseur ein, weil er ihm ein Engagement verschafft, verlässt ihn jedoch schon bald. Aus Liebeskummer verliert von Kant fast den Verstand … Nur ein halbes Jahr nach dem Sterbehilfedrama «Tout s’est bien passé», das im April im Kinok zu sehen war, präsentiert François Ozon einen neuen Film. Seine Weltpremiere feierte «Peter von Kant» im Februar als Eröffnungsfilm der Berlinale. 22 Jahre nach «Gouttes d’eau sur pierres brûlantes», einer filmischen Adaption des Theaterstücks Tropfen auf heisse Steine von Rainer Werner Fassbinder, hat Ozon mit «Peter von Kant» erneut ein Theaterstück des vor 40 Jahren viel zu jung verstorbenen deutschen Meisterregisseurs umgesetzt. Fassbinder selbst hatte 1972 sein im Jahr zuvor uraufgeführtes Stück «Die bitteren Tränen der Petra von Kant» verfilmt und die Rolle von Petras Geliebter mit Hanna Schygulla besetzt. Ein halbes Jahrhundert später tritt Hanna Schygulla bei Ozon als Peter von Kants Mutter in Erscheinung. Hauptdarsteller Denis Ménochet, bekannt geworden durch Quentin Tarantinos «Inglourious Basterds» und zuletzt in der Hauptrolle in Bruno Molls komödiantischem Thriller «Seules les bêtes» zu sehen, spielt den narzisstischen Peter von Kant mit unglaublicher Präsenz. Ozons erklärte Absicht war es, mit der ständig zwischen Selbstmitleid, Grössenwahn und schonungsloser Selbsterkenntnis schwankenden Figur an die Person Rainer Werner Fassbinders zu erinnern. So ist «Peter von Kant» eine so vielschichtig bewegende wie von ausgesucht künstlicher Ästhetik gekennzeichnete Hommage des grossen Franzosen an einen der ganz grossen deutschen Cineasten.