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Der Algerienkrieg ist ein dunkles Kapitel der französischen Geschichte. 1962, vor 50 Jahren, ging er zu Ende. Frankreich entliess das «Departement» Algerien in die Unabhängigkeit. Der Krieg war blutig und grausam. Aber von einer Aufarbeitung konnte in Frankreich lange nicht die Rede sein: Man nannte den Krieg nobel nur «les évènements», «die Ereignisse».
Die Polizei zerschlug 17. Oktober 1961 mit brutalster Gewalt eine Demonstration für die Unabhängigkeit Algeriens. Mindestens 200 Algerier starben. Nun hat Präsident Hollande die Ereignisse vom Oktober 1961 als blutige Repression anerkannt. Hat sein Eingeständnis juristische Konsequenzen?
Ganz Algerien feiert 50 Jahre Unabhängigkeit. Die Wunden des Bürgerkriegs der 1990er-Jahren sind vernarbt, das Land verfügt über gut gefüllte Kassen - dank der Öl- und Gasvorkommen. Das birgt aber auch Gefahren.
Am 5. Juli feiert Algerien 50 Jahre Unabhängigkeit. Im Unterschied zu den Nachbarstaaten Tunesien und Libyen ist es in Algerien während der vergangenen anderthalb Jahre relativ ruhig geblieben. Obwohl Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot eher noch grösser sind. Doch dank Petrodollars kann sich das Regime eine gewisse Stabilität erkaufen.
Vor 50 Jahren erlangte Algerien nach blutigen Kämpfen die Unabhängigkeit von Frankreich. Doch die Resultate sind ernüchternd, meint Schriftsteller Boualem Sansal: «Wir haben nichts erreicht - nur eine Scheindemokratie.» Blickt Sansal auf die aktuellen Revolutionen in arabischen Ländern, ist er wenig optimistisch: Er meint, dass viele dem schlechten Beispiel Algeriens folgen würden.