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Zwar gibt es sprachbegabte Katzen in der Geschichte der Comics zuhauf, doch fällt Joann Sfars «Katze des Rabbiners» im reich bestückten Zoo der Funny Animals sofort als ein besonders ungewöhnliches Tier auf: Der Sprache mächtig seit er einen Papagei verspeiste, philosophiert und disputiert der magere Kater mit seinem Herrn, einem ebenso weisen wie sinnesfreudigen Rabbiner, mit Vorliebe über Religion, Metaphysik, Judentum und Moral, wenn er nicht gerade geschmeidig schnurrend dessen wunderschöne Tochter Zlabya umwirbt.
Mit «Die Katze des Rabbiners» landete Joann Sfar in Frankreich einen überraschenden Bestseller – jeder Band verkaufte sich etwa 100 000 Mal, und das machte Sfar zum eigentlichen Star der jungen Szene. Hierzulande kennt man ihn dank der Fantasy-Serie «Donjon», in Frankreich aber veröffentlicht er jedes Jahr ein gutes Dutzend Bücher, Comics, Tagebücher, Kinderbücher, illustrierte (und mit schlauen Randbemerkungen versehene) Philosophieklassiker, oder arbeitet an Trickfilmen oder Multimediaprojekten. Aus diesem kreativen Chaos ragt «Die Katze des Rabbiners» als eine seiner besten Serien heraus, weil Sfar hier das tut, was ihm am meisten liegt: Mit lockerem Strich, unverfrorenem Schalk und mit viel Humor grosse Fragen und philosophische Themen aufgreifen und in süffige Unterhaltung verwandeln.
Joann Sfar: Die Katze des Rabbiners. Band 1: «Die Bar-Mizwa. Avant-Verlag. Berlin 2004. 48 Seiten in Farbe. Fr. 26.90
Joann Sfar: Die Katze des Rabbiners. Band 2: «Malka, der Herr der Löwen». Avant-Verlag. Berlin 2004. 48 Seiten in Farbe. Fr. 26.90