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Berichterstattung über die Geldpolitik 1999
Ankündigung einer unveränderten Geldpolitik (neue Version)
Ende 1998 hatte die Nationalbank angekündigt, dass sie die tendenziell grosszügige Geldpolitik im Jahre 1999 fortführen werde. Als Folge der Probleme in Ostasien und der erwarteten Wachstumsverlangsamung in den USA rechnete sie mit einer Abschwächung der Konjunktur in Westeuropa. Für die Schweiz erwartete sie ein reales Wirtschaftswachstum von 1,5% und einen Anstieg der Teuerung auf 1%. Ausserdem gab sie zu erkennen, dass sie mit der beabsichtigten Geldpolitik auch den Unsicherheiten Rechnung tragen wollte, die mit Einführung des Euro verbunden waren.
Konjunkturelle Belebung - reibungslose Einführung des Euro
Das Wirtschaftswachstum und die Teuerung lagen im Jahre 1999 nahe bei den Erwartungen der Nationalbank. Am Anfang des Jahres war die Konjunktur zwar noch schwach, doch trat anschliessend eine deutliche Besserung ein. Die Einführung des Euro erfolgte ohne Schwierigkeiten. In den ersten Monaten des Jahres war die Nationalbank bestrebt, den Frankenkurs des Euro möglichst stabil zu halten. Der Kurs bewegte sich aber auch in der zweiten Jahreshälfte in einer sehr engen Bandbreite. Dies war nicht zuletzt deshalb der Fall, weil die Schweiz und die Länder des Euro-Gebietes sich in einer ähnlichen konjunkturellen Lage befanden.
Im Durchschnitt leicht tiefere Tagesgeldsätze
Die Umsetzung der Geldpolitik spiegelte sich im Verlauf der Tagesgeldzinssätze. Diese lagen im Durchschnitt des Jahres leicht unter dem Vorjahresstand. Per 9. April senkte die Nationalbank den Diskontsatz um 0,5 Prozentpunkte auf 0,5%. Diese Massnahme erfolgte parallel zur Zinssenkung der EZB. Im Anschluss an die Diskontsatzsenkung gaben die schweizerischen Geldmarktzinsen nach und stiegen erst in der zweiten Hälfte des Monats September wieder. Die längerfristigen Geldmarktsätze wurden teilweise durch die Erwartung eines Liquiditätsengpasses am Jahres-Ultimo geprägt. Die Nationalbank nahm diese Zinserhöhung hin, da sich mit der anziehenden Konjunktur auch die Teuerungsgefahr tendenziell verstärkt hatte. Sie liess den Diskontsatz jedoch unverändert bei 0,5%.
Rückläufige Giroguthaben
Die Giroguthaben, welche die Geschäftsbanken bei der Nationalbank halten, nahmen gegenüber dem Vorjahr deutlich ab. Dieser Rückgang erklärt sich einerseits mit der starken vorübergehenden Ausdehnung der Giroguthaben im Oktober 1998, als die Nationalbank dem Geldmarkt zusätzliche Liquidität zur Verfügung gestellt hatte, um einer unerwünschten Aufwertung des Frankens entgegenzutreten. Andererseits widerspiegelt er eine generell abnehmende Nachfrage der Banken nach Giroguthaben. Diese war teilweise die Folge der Fusion des Schweizerischen Bankvereins und der Schweizerischen Bankgesellschaft zur UBS. Weitere Faktoren, die tendenziell die Nachfrage nach Giroguthaben verringerten, sind die Einführung der Intraday-Liquidität durch die Nationalbank und die wachsende Verbreitung der Repo-Geschäfte, die im Unterschied zu den traditionellen Interbankkrediten nicht mit liquiden Mitteln unterlegt werden müssen.
Problemloser Jahres-Ultimo
Der Jahres-Ultimo verlief trotz des kritischen Datumwechsels reibungslos. Die Nationalbank hatte frühzeitig zu erkennen gegeben, dass sie den über das saisonübliche Mass hinausgehenden Liquiditätsbedarf decken werde. Sie schloss mehrere Repo-Geschäfte auf Termin ab (Forward-Forward-Repo) und gab den Banken Gelegenheit, ihre Lombardlimiten vorübergehend zu erhöhen. Ausserdem stockte sie ihre Notenvorräte auf, um auch einen massiven Anstieg der Notennachfrage decken zu können.
Stagnierende Notenbankgeldmenge
Die saisonbereinigte Notenbankgeldmenge veränderte sich bis im November 1999 nur geringfügig und stieg erst am Jahresende deutlich an. Im Durchschnitt des vierten Quartals lag sie um 1,5% über dem entsprechenden Vorjahresstand und übertraf den Ende 1994 festgelegten mittelfristigen Zielpfad um 8,4%. Aufgrund der über mehrere Jahre zu beobachtenden Verschiebungen der Notennachfrage und des veränderten Liquiditätsverhaltens der Banken geht die Nationalbank davon aus, dass der Abstand zum mittelfristigen Zielpfad den Expansionsgrad der Geldpolitik auch im Jahre 1999 überzeichnete.
Schwaches Wachstum von M3
Die Geldmenge M3, welcher die Nationalbank in den vergangenen Jahren unter den Geldaggregaten das stärkste Gewicht zumass, stieg im Jahre 1999 nur geringfügig. Im vierten Quartal lag M3 um 0,7% über dem entsprechenden Vorjahresniveau.