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Die hebräische Schrift kommt nur mit Konsonanten aus, das heißt, dass die Vokale a,e,i,o und u nicht geschrieben werden. Einzig eine „Lesehilfe (matres lectionis)“ kommt zum Einsatz, um lange Vokale anzugeben. Vokale werden ansonsten unter oder über die Konsonanten geschrieben.
Der Schrifttyp wird als „Quadratschrift“ bezeichnet, da die Buchstaben, von den Finalbuchstaben abgesehen, quadratförmig sind. Das hat sich aber erst einige Jahrhunderte vor der Zeitwende durchgesetzt. So weisen die „Qumranschriftrollen“ diese Quadratschrift auf. In noch früheren Zeiten war die „kanaanäische“ oder „phönizische“ Schrift gebräuchlich, welche vermutlich auf eine vereinfachte ägyptische Schrift zurückgehen. Einige Gedanken zu der Gestalt der Schrift sind unter der Rubrik „Morphologie“ zu finden.
Die Leserichtung verläuft von rechts nach links, und wer eine hebräische Bibel besitzt, beginnt mit dem Lesen „hinten“.
Interessant ist, dass es genau gleich viel Konsonanten wie Schriftrollen für den Tenach gibt, nämlich 22. Oder auch, dass die meisten Psalmenverse nach der Reihenfolge des Alpehbets beginnen (Akrostisch), besonders eindrücklich ist der längste Psalm 119 aus dem fünften Psalmbuch (siehe AT-Einteilung), bei dem jeweils acht Verse mit demselben Anfangsbuchstaben verwendet wurde. So sind 8x22=176 Verse zu zählen. Oder warum beginnt das Wort Gottes mit ב und nicht mit א? Meine Antwort dazu: Der Ewige erschuf im Anfang alles.
Und so werden die Heiligen aus allen Abteilung in der Ewigkeit ihre Kronen vor dem Herrn Jesus, dem Schöpfer, niederwerfen und zu ihm sagen:
Offb 4,11
Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott, zu nehmen die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.
Vgl. dazu auch Hanna חַנָּה in 1.Sam 1, die das, was Gott ihr gab, auch wieder zurückgab.
Einige weitere Stellen dazu, die auch noch zeigen, dass Gott der Ewige bzw. א ist:
Kol 1,16
Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen.
Offb 1,8
Ich [der Herr Jesus] bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.
Hier nun der besagte erste Vers aus der Bibel:
Gen 1,1
בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃
Je nach Schriftart gibt es einige Buchstaben, die verwechselt werden können. Mir persönlich gefällt die hebräische Schrift "SBL Hebrew" deshalb so gut, weil die Unterscheidung leichter fällt. Auf dem Webseitenprojekt Bibelbetrachtungen.ch wurde diese Schriftart für den hebräischen Text verwendet. Es kann sein, dass euer Browser diese Schrift nicht unterstützt oder sie nicht auf eurem System installiert ist, dann erscheint eine Alternativschriftart.
Nachfolgen die Buchstaben, die fast identisch aussehen:
Es gibt fünf Finalbuchstaben ץףךםן „Nun,Mem, Kaph, Peh und Sade“. Diese stehen immer am Wortende. Im Deutschen gab es das auch, so trat der Buchstabe „s“ auf dreierlei Arten auf.
Das Dageschzeichen ist der Quadratmitte und zeigt die Betonung an. Es gibt aber die Ausnahme, wo die Betonung über den Konsonanten nicht möglich ist. In diesem Fall wird eine Ersatzdehnung über den Vokal gemacht.
Dagesch lene zeigt an, dass nicht der Reiblaut, sondern der Verschlusslaut gesprochen wird. Z.B. ist das Englische "th" ein Reiblaut, im Gegensatz zum Deutschen "d", was als Verschlusslaut gesprochen wird. In der Alephbettabelle sind jeweils Beispiele zu finden, wie der Reiblaut und der Vokallaut beim jeweiligen Konsonanten gesprochen wird.
Nicht bei allen Konsonanten ist diese unterschiedliche Lautbildung möglich, sondern nur bei sechs. Die sechs Konsonanten mit dem Punktzeichen dagesch lene sind פ,כ,ד,ג,ב, und ת. Als Merkhilfe kann man sich das Wort Begadkepat einprägen.
Konsonanten können verdoppelt werden, aber nur wenn ein voller Vokal vorausgeht. Bei einem reduzierten Vokal, das sind schwa mobile (אְ) und alle schwa combositum Vokale (אֳ,אֲ,אֱ), können nicht verdoppelt werden [anm. א ist ein Platzhalter].
Eine weitere Ausnahme sind Kehllaute (Gutturallaute) wie ע,ח,ה und א, die nicht verdoppelt werden können. Aber auch ר, der kein Gutturallaut ist, gehört dazu. Bei diesen Konsonanten mit dagesch forte wird der vorhergehende Vokal gedehnt (Ersatzdehnung).
Dagesch lene und -forte lassen sich morphologisch nicht unterscheiden, denn die beiden sehen genau gleich aus. Die Unterscheidung ist nur über den Vokal möglich. So kommt dagesch forte nur bei Vollvokalen zum Einsatz und dagesch lene bei Vokallosigkeit.
|Zahlenwert||Buchstabe||Name||Klang|
|1||א||Aleph||Ein Kehllaut(Guttural), der im Deutsch nicht mehr geschrieben, aber z.B. in "beachten, beenden" benutzt wird.|
|2||ב|
בּ
|Bet||Willhelm

Blau
|3||ג||Gimmel||Grau|
|4||ד||Dalet||Darum|
|5||ה||Heh||Hallo (JHWH)|
|6||ו||Waw||Willhelm (JHWH)|
|7||ז||Zajin||Reisen (dabei ist das 's' Liquid auszusprechen)|
|8||ח||Chet||Bach|
|9||ט||Tet||Tag|
|10||י||Jod||Ja (JHWH)|
|20||Am Wortende: ך, im Wort: כ|
Am Wortende: ךּ, im Wort: כּ
|Kaph||Acht

Katze
|30||ל||Lamed||Lachen|
|40||Am Wortende: ם, im Wort: מ||Mem||Mose|
|50||Am Wortende: ן, im Wort: נ||Nun||Neu|
|60||ס||Samech||Sonne|
|70||ע||Ayin||Ein Kehllaut(Guttural), der heute meist stimmlos bleibt.|
|80||Am Wortende: ף, im Wort: פ|
Am Wortende: ףּ , im Wort: פּ
|Peh||Feder

Panther
|90||Am Wortende: ץ, im Wort: צ||Tsade||Zoo|
|100||ק||Qof||Küche|
|200||ר||Resch||Radio|
|300||שׂ||Sin||Sinai|
|300||שׁ||Schin||Schule|
|400||ת||Taw||Tor|
Interessiert Sie die Lautbildung der Konsonanten? Dann könnte Sie dieser Vortrag interessieren. Zwar werden die deutschen Konsonanten behandelt, aber wenn Sie in der obigen Tabelle in der Spalte „Klang“ nachschlagen, lässt sich dieser Vortrag auch für das Hebräische anwenden: