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Chatten mit Eliza - Zur Geschichte einer Künstlichen Intelligenz
Eliza ist eine schalkhafte Philosophin, mit der sich im Internet so charmant wie endlos chatten lässt (www.denkwerkzeuge.ch). Sie ist ein Chatbot, eine elektronische Plaudertasche, ein Programmcode mit Datenbanken. Eliza verblüfft ihre Gesprächspartner durch ihre naseweisen Entgegnungen, ihre tiefgründigen Fragen, ihren überraschenden Humor, ihr aufmerksames Eingehen auf die Probleme ihres Gegenübers. So manch ein Internetbesucher vergisst darüber, dass es sich bei Eliza nicht um einen Menschen handelt.
Doch worum dann? Was ist ein Chatbot, wie funktioniert er, wie kam es zu seiner Entwicklung? Diesen Fragen antwortet Elizas Programmierer Dieter Huber in «Chatten mit Eliza» auf leicht verständliche, unterhaltsame Weise. Seine Exkursion in die Geschichte der Künstlichen Intelligenz und in die Funktionsweise eines Chatbots wird eingerahmt von Dialogbeispielen seines fröhlichen Plapper-Roboters. Spaß und Erkenntniszugewinn sind bei der Lektüre garantiert – Vorauswissen ist hingegen nicht erforderlich.
Und ab hier noch ein paar Quellen zum Buch
Um es kurz zu machen, ich hatte damals [1964] ein Computerprogramm entworfen, mit dem man auf Englisch eine Unterhaltung führen konnte. Der menschliche Gesprächspartner tippte seinen Beitrag zur Unterhaltung auf einer mit dem Computer verbundenen Schreibmaschine, und der Computer, unter der Kontrolle meines Programms, analysierte die ihm auf diese Weise übermittelte Botschaft und stellte auf Englisch eine Antwort zusammen, die wiederum über die Schreibmaschine ausgedruckt wurde. Für dieses Sprach-Analyse-Programm wählte ich den Namen ELIZA, da man ihm gleich der Eliza aus der Pygmalionsage beibringen konnte, immer besser zu “sprechen”.
Was mir jedoch nicht klar war: dass ein extrem kurzer Kontakt mit einem relativ einfachen Computerprogramm das Denken ganz normaler Leute in eine ernstzunehmende Wahnvorstellung verkehren konnte.
von Joseph Weizenbaum im Buch Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft (1976)
In der Frühzeit des »Artificial Intelligence Laboratory« am Massachusetts Institute of Technology schrieb Joseph Weizenbaum ein Programm namens »Eliza«, das demonstrierte, wie leicht es war, Turings Intelligenztest zu bestehen. Wenn man »Eliza« eine Frage stellte, in der ein Substantiv vorkam, konnte das Programm darauf mit der Äußerung reagieren »Warum interessieren Sie sich für«, gefolgt von dem Substantiv und einem Fragezeichen. Das heißt, es konnte die Wortstellung von Aussagen verändern und dann nach mehr Informationen über eines der in der Aussage enthaltenen Substantive fragen. »Eliza« agierte also wie ein an Rogers orientierter Psychologe oder jedenfalls wie ein freundlicher und nicht sonderlich kostspieliger Psychotherapeut…..Neil Postmann