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Er wurde am 4. November 1908 in seiner Heimatstadt Basel geboren und besuchte die städtische Primar- und Sekundarschule. Nachher absolvierte er eine Lehre als Schlosser, entschied sich aber 1929 für den Beruf eines Kaufmanns und Hoteliers. Anschliessend führte er von 1933 bis 1972 ein Hotel in Brienz. Schon seit seiner Jugendzeit war das Zeichnen von Landschaften und Stadtbildern sein bevorzugtes Hobby. Durch Kurse an der Kunstgewerbeschule Basel und der Schnitzlerschule Brienz wurde er sehr gefördert. In seiner Freizeit widmete er sich auch der Bauernmalerei und dem Restaurieren von alten bemalten Möbeln. Im Jahre 1972 erwarb er am Aemlisweg in Reigoldswil ein altes Bauernhaus, das er mit viel Originalität und Geschick zu einem gemütlichen Heim mit Werkstatt und Ausstellungsraum gestaltete. In diesen stilgerechten Räumlichkeiten bemalte er für eine bereits erworbene Stamm-kundschaft Bauernmöbel neu, oder er restaurierte und frischte alte Möbel auf. Daneben zeichnete er mit geübter Hand schöne Bauobjekte und Landschaften im hinteren Frenkental. John P. Brun verheiratete sich 1947 mit Martha Müller aus Zofingen. Der Ehe entspross 1956 eine Tochter. John P. Braun verstarb am 27. Dezember 1998.
Erica Maria Dürrenberger wurde als Tochter eines Lehrerehepaares am 28. Februar 1908 in Basel geboren, wo sie die Schulen besuchte und sich zur Kindergärtnerin ausbilden liess. Schon in früher Jugendzeit zeigten sich bei ihr vielerlei künstlerische Begabungen, u.a. eine ausgeprägte Musikalität. Sie erlernte an der Musikschule das Klavierspiel, welches sie bis zu ihrer Krankheit pflegte. Auch betätigte sie sich als Klavierlehrerin, bildete sich im Orgelspiel aus und amtete jahrzehntelang in der Reigoldswiler Kirche als Organistin. Im Jahre 1930 heiratete sie den Landarzt Robert Dürrenberger und kam in das Arzthaus unterhalb der Kirche zu wohnen. Der Ehe entsprossen ein Sohn und vier Töchter. Während des zweiten Weltkrieges half sie beim Roten Kreuz tatkräftig in der Flüchtlingsbetreuung mit. Schon als Schülerin war ihre sprachliche Gestaltungskraft aufgefallen. Sie hat Zeit ihres Lebens geschrieben und wurde von namhaften Literaturkritikern, u.a. von Max Rychner (ehemalige „Tat“) gefördert. In Literatur-beilagen grosser Tageszeitungen erschienen ihre Gedichte. Sie erhielt später auch den kantonalen Literaturpreis von Baselland zugesprochen. Neben einigen Kurzgeschichten besteht ihr dichterisches Werk zum grössten Teil aus Lyrik in der Schriftsprache, während das Heft „Roti Butte“ (1982 Romay-Verlag, Reigoldswil) eine Auswahl erfrischender Mundartgedichte enthält. Erica Maria Dürrenberger war eine Persönlichkeit, die offen sagte, was sie bewegte, dazu brauchte es sehr oft Mut. Ihr Mut wurde nie gebrochen, auch nicht, wenn sie schwere Schicksalsschläge zu ertragen hatte. Nach dem Tode ihres Gatten (1975) und ihres Sohnes (1979) wandte sie sich vermehrt dem Schreiben zu. Es entstanden viele Gedichte von starker Aussagekraft zu den Themen Natur, Umwelt, Musik, Liebe und Tod. Noch in den letzten Wochen ihres Lebens diktierte sie Gedichte, z.B. Pfingsten 1986 Nach längerer schwerer Krankheit starb sie am 26. Juni 1986 im Kantonsspital Liestal.
Fritz Fontana wurde am 7. Juni 1890 als ältester Sohn des Maurermeisters Franz Fontana und der Marie geb. Frey in Reigoldswil geboren. Der Heimatort der Familie ist Castello San Pietro TI. Er besuchte die Primarschule in Reigoldswil und anschliessend die Bezirkschule in Waldenburg. Nachher half er einige Zeit im väterlichen Geschäft und trat dann 1908 eine Malerlehre bei Wilhelm Kaiser in Waldenburg an, die er nach drei Jahren mit sehr gutem Erfolg abschloss. Anschliessend bildete er sich, wie es damals für jeden Handwerker üblich war, in der Fremde weiter. Zunächst arbeitete er eine Zeitlang bei Dekorationsmaler Emil Knup in Romanshorn, dann erlernte er 1914 im kunstgewerblichen Institut für Maler von H. Schmid-Engweiler in Zürich die Kunst der Holz-Imitation. Nachher betätigte er sich zwei Jahre beim Kirchenmaler S. Gilardi in Mendrisio. Darauf kehrte er wieder nach Reigoldswil zurück, wo er sich 1920 mit Selma Rudin verheiratete und in der Folge als selbständiger Maler tätig war. 1924 erbaute er im Unterbiel ein geräumiges Haus mit Werkstatt. Dem gut ausgebildeten Fachmann fehlte es nie an Arbeit. Schon in seinen Jugendjahren hatte Fritz Fontana sich im Zeichnen und Malen geübt. In vielen Mussestunden entstanden nun schöne Landschaftsbilder aus der näheren und weiteren Umgebung. Der begabte Maler wagte sich auch an Wandbilder. Für Theateraufführungen fertigte er schöne Kulissen an, die noch vorhanden sind und hin und wieder verwendet werden. In seinem Wesen blieb Fritz Fontana bei seinen grossen Qualitäten als Berufsmann ein dienstfertiger und bescheidener Mensch. Er starb nach kurzer Krankheit am 10. Oktober 1972.
Klaus Huber wurde am 30. November 1924 in Bern geboren. Er studierte Violine bei Stefi Geyer und Komposition bei Willy Burkhard in Zurück und bildete sich in Berlin weiter. Er war Lehrer für Violine am Konservatorium Zürich, für Musikgeschichte in Luzern und seit 1973 für Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg i.B. Dort leitet er auch das Institut für neue Musik. Im Jahre 1963 zog er mit seiner Familie nach Reigoldswil. Er warVater von drei Söhnen und zwei Töchtern. Seit den sechziger Jahren fand Klaus Hubers Musik zunehmend internationale Anerkennung. Die Thematik seiner Werke ging u.a. aus von Texten christlicher Hoffnung (Bibel), Visionen der Hildegard von Bingen bis zu zeitgenössischen Gedichten von Heinrich Böll und Dorothea Sölle. Bedrohungen und Nöte der Gegenwart, apokalyptisches Geschehen und nicht verstummendes menschliches Hoffen vermittelte uns seine an Klangfarben reiche Musik. Bei Klaus Huber hatten viele jüngere und bereits bekannte Komponisten studiert. 1969 gründete er das Internationale Komposistenseminar Boswil, das er bis 1980 massgeblich mitbestimmte. 1984 war er Gastprofessor an der Mc Gill University in Montreal und 1985 an der Academia Chigiana in Siena. Klaus Huber erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Die bedeutensten sind:
1959 Rom. Internat. Kompositionswettbewerb der SIMC Italien
1962 London, Arnold Bax Society
1970 Bonn, Beethovenpreis für „TENEBRAE“
1975 Komponistenpreis des Schweiz. Tonkünstlervereins
1978 Kunstpreis der Stadt Basel
1985 Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg
Der Künstler war auch Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste und der Akademie der
Künste Berlin. An zahlreichen Weltmusikfesten wurden seine Werke aufgeführt. Der Schweizer Komponist Klaus Huber erhielt im Jahr 2009 den mit 200.000 € dotierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis. Klaus Huber galt als eine der überragenden Persönlichkeiten der Neuen Musik. Die Bayerische Akademie der Schönen Künste überreichte ihm die hohe Auszeichnung am 15. Mai 2009 bei einem Festakt in den Münchner Kammerspielen. Klaus Huber verstarb am 2. Oktober 2017 in Perugia (I), nahe seiner Wahlheimat Panicale.
Paul Kübli wurde in Meinisberg am 25. Juni 1916 in eine Handwerkerfamilie hineingeboren. Er war Bürger von Gsteig bei Saanen BE. Ab Pauls 10. Lebensjahr wohnten sie in Frenkendorf. Auf Wunsch seines Vaters musste er den Maurerberuf erlernen. Seine Neigungen galten schon in früher Jugend dem Zeichnen und Malen. 1955 erlitt er einen Arbeitsunfall, der ihn zunächst teilinvalid und ab 1969 vollinvalid machte. Seit 1955 in zweiter Ehe mit Linda Meury aus Reigoldswil verheiratet, nahm das Ehepaar 1969 hier Wohnsitz. Seit 1955, als er den erlernten Maurerberuf nicht mehr ausüben konnte, malte er. Als eigenwilliger Autodidakt suchte er seinen Weg, nahm u. a. auch Unterricht bei Cuno Amiet. Zunächst malte er Stilleben und Landschaften auf gegenständliche Weise. Später bewegten ihn Umweltprobleme, die er abstrakt in Linien, Flächen und Formen, meist in kräftige Farbtöne umsetzte. Manche dieser Bilder wirken eindrücklich und aufrüttelnd. Im Spätsommer 1971 gab K. Rieder von der Rathausstrasse 66, Liestal, Paul Kübli die Möglichkeit, seine Bilder im dortigen Kleidergeschäft auszustellen. Es war seine erste Ausstellung. Am 17. Dezember 1977 starb der Kunstmaler nach mehrwöchigem Spitalaufenthalt. Nach seinem Tod fand 1978 bei der Firma Suter und Suter in Basel nochmals eine Ausstellung statt.
Er wurde am 17. August 1880 als Sohn der Eheleute Jakob Probst, Uhrenmacher und der Karolina Zehntner geboren. Nach der Schulzeit erlernte er in Reigoldswil das Zimmermannshandwerk und begab sich nachher in die Innerschweiz. 1906 besuchte er die Architekturschule in München und arbeitete anschliessend 1908 in der Fabrik für Holzbauten in Genf. In dieser Zeit entstand unter seiner Leitung das schmucke Chalet Lehmattgärtli im Unterbiel von Reigoldswil. 1910 entschied er sich für die Bildhauerei, indem er sich im Atelier von Bourdelle in Paris betätigte. Darauf folgte 1912 ein Aufenthalt in Florenz und Rom. Schliesslich eröffnete er 1913 in der Güterstrasse Basel ein eigenes Atelier, das er bis 1932 inne hatte. In dieser Zeit entstanden auch das Wehrmannsdenkmal in Liestal und andere Kunstwerke. 1924 hielt er sich eine Zeitlang in Ägypten auf. 1930 schuf er die grossen Relieftafeln für den Bahnhof Cornavin in Genf. Im Jahre 1931 verbrannte der Glaspalast in München, wo Jakob Probst verschiedene Werke ausgestellt hatte. Mit der Versicherungssumme für die zerstörten Plastiken erwarb er ein kleines Landgut in Peney bei Genf. Dort war dann sein Wohnsitz in den nächsten 30 Jahren. Im Jahre 1945 verheiratete sich Jakob Probst mit Menga Hemmi von Zürich. In den Jahren 1944/45 vollendete er das Hodlerdenkmal in Genf und 1946/48 das Dornacher Schlachtdenkmal. 1952 stellte er 26 Skulpturen auf der Biennale in Venedig aus. 1963 erwarb er sich ein Haus in Vira am Lago Maggiore, behielt aber die Liegenschaft in Peney bei. 1964 besuchte eine Delegation des Gemeinderates Reigoldswil und der Kunstkreditkommission Baselland das Atelier Peney und überbrachte Jakob und Menga Probst die Ehrenbürgerurkunde der Gemeinde Reigoldswil. Nachdem der Künstler auf der Internationalen Ausstellung in Brüssel 1965 mit der Goldmedaille ausgezeichnet worden war, starb er 1966 in Vira nach kurzer schwerer Krankheit. Die Trauerfeier fand im Krematorium in Aarau statt. Die Abschiedsworte sprach im Namen seiner Freunde Konservator Guido Fischer aus Aarau. Auf Wunsch des Verstorbenen wurde die Asche im Wehrmannsdenkmal Liestal beigesetzt. Die Gemeinde Reigoldswil darf sich glücklich schätzen, mehrere Kunstwerke ihres berühmten Mitbürgers zu besitzen. In der Dorfkirche steht als Taufstein ein Granitblock mit dem schönen Halbrelief „Mutter und Kind“, während auf der Empore das Gipsrelief mit dem stürzenden Ikarus aus der griechischen Heldensage angebracht ist, beides Geschenke des Künstlers anlässlich der Kirchenrenovation 1950/51. Auf dem Friedhof bewundert man als Brunnenfigur den Säemann, ursprünglich das Grabdenkmal für Probst’s Vater, sowie zwei weitere Grabsteine. In der Grünanlage zwischen Primar- und Sekundarschulhaus setzt der junge David seinen linken Fuss auf den Kopf des getöteten Riesen Goliath und erhebt siegreich die Linke mit dem Schwert. Diese Bronzeplastik wurde vom kantonalen Kunstkredit nach Fertigstellung der neuen Schulbauten 1965 gestiftet. Verschiedene Gipsmodelle befinden sich im Sekundarschulhaus, in der Gemeindeverwaltung und im Alters- und Pflegeheim Moosmatt. Ein mächtiger Ikarus vor dem Gemeindezentrum bildet einen
markanten Akzent des dortigen Platzes. Schliesslich schmückt ein weiterer Säemann den Ruheplatz beim Weiher am Fusse des Rifensteins.
Max Schneider wurde am 16. Februar 1916 als Sohn des Stuhlschreiners Walter Schneider und der Mina, geb. Plattner in Reigoldswil geboren. Er besuchte in seinem Heimatort die Primar- und Sekundarschule und absolvierte das 9. Schuljahr in der Bezirkschule Waldenburg. Daran schloss sich eine Lehre als Bauzeichner im Architekturbüro Brodtbeck und Bohny in Liestal. Nach praktischer Tätigkeit bei der Firma Gnemmi AG in Liestal und bei den Architekten Frey und Schindler in Olten und Zürich folgte das Studium am Technikum Burgdorf, das er 1944 mit dem Diplom als Bautechniker beendigte. Neben seiner beruflichen Tätigkeit in Schaffhausen und Genf bildete er sich in Vorlesungen über Städtebau und Denkmalpflege an der Eidg. Technischen Hochschule in Zürich weiter. Dann eröffnete er 1949 in Liestal ein Architekturbüro und betätigte sich ausserdem seit 1946 als Mitarbeiter bei der Inventarisation der Kunstdenkmäler des Kantons Baselland. Max Schneider verheiratete sich 1953 mit Jolanda Martin aus Frenkendorf. Der Ehe entsprossen drei Söhne. Seit 1958 ist Max Schneider Mitglied des Schweiz. Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) und seit 1978 amtet er als Präsident des Baselbieter Heimatschutzes und Mitglied des Zentralvorstandes des Schweiz. Heimatschutzes. In Reigoldswil wurden ihm 1950/51 die Renovation der Kirche, 1963/65 die Planung und Bauleitung der Schulbauten übertragen. Ausserdem wurden in Reigoldswil und anderen Orten verschiedene Umbauten nach seinen Plänen und unter seiner Leitung erstellt. In den letzten Jahren wurde Max Schneider durch seine vielfältigen künstlerischen Zeichnungswerke bekannt, die unter dem Patronat von Bund und Kanton erschienen sind: 4 Kunstmappen Dachlandschaften von Baselland und angrenzenden Regionen, 1 Kunstmappe Dachlandschaften des Laufentals, 2 Kunstmappen Juralandschaften, 1 Dokumentation Reigoldswil. Max Schneider hat sich auch erfolgreich um das Lebenswerk anderer Künstler bemüht: Sammlung und Restaurierung der Gipsmodelle des Bildhauers Jakob Probst, Initiant für das August Suter-Museum in der alten Mühle von Eptingen, Herausgabe einer Mappe mit Zeichnungen des Architekten Hans Mähly, 1888 – 1977. Max Schneider wurde am 16.02.1996 zum Ehrenbürger von Reigoldswil ernannt. An diesem Tag feierte er zugleich seinen 80. Geburtstag. Am 25. August 2010 ist Max Schneider im 95. Lebensjahr verstorben.
Sie erblickte am 26. August 1899 als älteste Tochter des Stuhlschreiners Kasimir Roth und der Louise, geb. Jörin in Reigoldswil das Licht der Welt. Im elterlichen Hause im Rüschel erlebte sie mit ihren zwei jüngeren Brüdern eine frohe Jugendzeit. Nach sechs Jahren Primarschule besuchte sie in Waldenburg die Mädchensekundarschule und die letzten Monate ihrer Schulzeit beendete sie an der neu gegründeten Sekundarschule in Reigoldswil. Nach einem Jahr Mithilfe im Haushalt und dem Besuch des Konfir-mandenunterrichts trat sie ein Welschlandjahr bei einer Grossbauernfamilie in Sottens VD an. Nachher galt es, sich für einen Beruf zu entscheiden. Ihren Wunsch, Lehrerin zu werden, wollten ihr die Eltern nicht erfüllen. Sie musste sie in Liestal eine Lehre als Damenschneiderin absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss arbeitete sie im Elternhaus selbständig als Schneiderin. Ihre Hilfe war doch auch sonst notwendig geworden, weil bald darauf der Vater, erst 55-jährig, an den Folgen eines Unfalls starb und das Stuhlschreinergeschäft, das eine Zeitlang mit fremden Arbeitern weitergeführt wurde, die Krise in der Bandweberei zu spüren begann. Im Jahre 1926 verheiratete sich Louise Roth mit dem Reigoldswiler Sekundarlehrer Dr. Paul Suter. Dem Ehepaar wurden zwei Kinder geschenkt, die sie mit Liebe und Hingabe betreute. Die Mitarbeit bei Heimatsendungen des Studios Basel und bei den Aufnahmen für den
deutsch-schweizerischen Sprachatlas entsprach ihrer sprachlich-literarischen Begabung auf dem Gebiete der Mundart. Mit verschiedenen dramatischen Versuchen und Kurzgeschichten trat sie an die Öffentlichkeit. Zweimal nahm sie an literarischen Wettbewerben teil und wurde beide Male mit einem Preis bedacht. Louise Suter starb am 5. März 1965 nach kurzer schwerer Krankheit.
Uf im Baschwang
Ausschnitte aus einer Bergschilderung, erschienen im BHB, Bd. 5, 1950, 205 ff.
Spöter, eso quasi in de „Lehr- und Wanderjohre“ wo me so rächt gspürt het, ass me läbt, isch me z
truppelewys, Maitle und Burschte, uf e Baschwang go luege, wie d Sunne uufstoht. Zue däm bruuchts
e schöni Maiennacht. Eso gege de Zweune ane isch Uufbruch; me nimmt e Wäg, wo ring isch z laufe.
Zerscht wird gsungen und gjuhaiet; derno wärde Müschterli verzellt, ass me fascht nimm zum Gigelen
uss chunnt. Zwüschenyne verschnuuft men e chly und chehrt si um. Wie heimelig blinzle d Liechter vo
de Dörfer zringsum und d Heiteri vo Basel zündet bis hööch uufe. E lychte Wind strycht dur d Bäum,
es fot afo grüschelen im Holz. E chly unheimlig dunkts eim aber doch. Und wie uf e Chnopf drückt,
rucken e paar Gspängschtergschichten uuf, ass eim bim e Hoor afot gramsele. Isch nit im Gämpis obe
in früechere Zyte e schöni Stadt gsi, wo d Lüt in Suus und Bruus gläbt hai! Wär rächt loost, kört hie
und do e truurig-schöni Musig. Das isch der Gämpisgyger, wo bis in alli Ewigkeit mues spile. Er hets
sälbmol d Lüt verfüert, ass si nümme gschafft hai, und das syg sy Strof. Und der Jeger, wo über d
Bürteflüe z tod gfallen isch und in der Todesangscht no in sy Horn blost het, hesch dä no nie kört
hürne, wenns ander Wätter git, unds im Schelmeloch hinde chuttet wie lätz! Chunnt nit grad jetzt der
Bachpfattli d Säuschwänki uuf z dychen und gluuret di a, ass s der cholt der Rüggen uuf lauft! Nei,
ganz ghüür ischs bygoscht keim meh von is. Wohle tuets eim erscht, wos afot timbere und die erschte
Vögel lut gäbe. Jedes tuet im Gheimen e tiefe Schnuuf, me nimmt s hinder Bei vüre und der letscht
Aastig in Aagriff.
Numme langsam wycht d Nacht; Himmel und Ärde scheide si. Mer stönde schon e Rung uf im Güpfi,
wo si wyt im Oschten e rosefarbige Schyn vürelot. Ganz süferlig wird er breiter und breiter. S isch s
Morgerot. Die erschte Strahle vo der Sunne schiessen in d Hööchi und nit lang, chunnt si sälber wien
e glüeigi Chugelen undenuufe in alle Rägebogefarbe. Mer stönde in der Sunne. S isch wien e
Wunder, me luegt und stunnt. Chly und nüttig chunnt me si vor. Ufs Mol weiss men au, worum d
Möntschen in urolte Zyte d Sunne abättet hai und me jetz no uf d Hööchi goht go luege, wie si
uufstoht. S isch nit z verwundere, ass dä Bruuch all no wyter läbt.
Hans Weber wurde als ältester Sohn des Heinrich Weber und der Lina geb. Vogt am 1. Juli 1922 in Oberdorf geboren. Sein Bürgerort ist Reigoldswil. Schon sein Grossvater Heinrich Weber, in Reigoldswil, mit dem Dorfnamen Molerheiri genannt, wie sein Vater, der seit 1922 in Oberdorf wohnte, arbeiteten als tüchtige Fachmaler und beschäftigten sich nebenbei auch mit der Landschaftsmalerei, wofür verschiedene Wandbilder, z.B. im Gasthaus zur Sonne in Reigoldswil, Zeugnis ablegen. Nach seiner Schulzeit in Oberdorf erlernte Hans Weber bei seinem Vater den Malerberuf. Nachher arbeitete er zwei Jahre im Welschland und besuchte im Jahre 1941 die Kunstgewerbeschule in Vevey. Im Jahre 1948, nach dem Tode seines Vaters, übernahm er das Malergeschäft. 1950 verheiratete er sich mit Dora Heid. Der Ehe entsprossen vier Kinder, von denen zwei Söhne sich ebenfalls als Maler ausbilden liessen und damit in der viereten Generation das Handwerk des Urgrossvaters weiterführen. Hans Weber hatte schon in seiner Jugendzeit Freude am Zeichnen und Malen. In seiner karg bemessenen Freizeit entstanden zahlreiche Aquarelle und Ölbilder von Landschaften und Häusergruppen im oberen Baselbiet. Auch die Blumenpracht in den Gärten diente als Sujet zu farbenprächtigen Darstellungen und Stillleben. Die erste Ausstellung fand im Herbst 1976 in der umfunktionierten Scheune des ehemaligen Bauernhauses Hauptstrasse 36 (unterhalb der Post) in Oberdorf statt. Ein Jahr später erhielt das renovierte Haus an der südlichen Giebelseite einen dekorativen Wandschmuck, indem die Entwicklung des ehemaligen Bauern- und Posamenterdorfes Oberdorf zur Wohn- und Industriegemeinde bildlich dargestellt wurde. In diesem typischen Dreisässenhaus befindet sich nun die „Galerie Onoldswilerhof“, wo seither jährlich gut besuchte Gemäldeausstellungen von Hans Weber stattfinden. Ausserdem wurden Bilder von ihm in Waldenburg, Allschwil und Sissach ausgestellt. Hans Weber ist keiner besonderen Kunstrichtung verpflichtet, seine Bilder sind gegenständlich und erfreuen durch ihre warmen, satten Farben. Überall spürt man seine Liebe zur Natur, Landschaft und zu den heimeligen Bauformen des Baselbiets.
Heinrich Weber wurde als sechstes von sieben Kindern des Bäckermeisters Jacques und der Marie Weber-Scharff in Birsfelden geboren. Die Familie stammt aus Reigoldswil, ist aber seit vier Generationen in Birsfelden wohnhaft. Er besuchte die Primar- und Sekundarschule in seinem Wohnort Birsfelden. Da er schon als Schüler im Zeichnen und Malen sich auszeichnete, war es gegeben, dass er anschliessend in einer Basler Bandfabrik 1907 bis 1910 eine Lehre als Dessinateur absolvierte. Daran schloss sich von 1910 bis 1913 ein Aufenthalt in Paris an, wo er sich weiter ausbildete. Nach seiner Rückkehr wurde er in den Salubrawerken in Grenzach als Dessinateur angestellt. In seiner nahezu 48-jährigen Tätigkeit in dieser Firma stieg er zum künstlerischen Leiter und Mitglied des Direktoriums auf. In seiner Freizeit entstanden zahlreiche Aquarelle und Ölbilder: Ortsbilder und Landschaften der näheren und weiteren Umgebung, die in ihren naturfrischen Farben vielen Liebhabern Freude bereiten. Heinrich Weber war mit Helen Koebelé verheiratet, die ihm vier Kinder schenkte. Der Maler starb nach kurzer Krankheit 1962, zwei Jahre nach seiner Pensionierung.
Louis Weber wurde am 13. April 1891 als Sohn des Leo Weber, Metzger und Wirt und der Magdalena geb. Eberenz als Bürger von Reigoldswil in Burgfelden geboren. Er wuchs in Basel auf und besuchte die Primar- und die untere Realschule. Bald darauf trat er eine Holzbildhauerlehre in einer Möbelfabrik an. Diese Firma geriet indessen bald in finanzielle Schwierigkeiten. Dann arbeitete er eine Zeitlang auf dem Bau und begab sich 1909 nach Paris, wo er sich als Gelegenheitsarbeiter durchschlug. Nach Basel zurückgekehrt, betätigte er sich wieder auf dem Bau und fertigte daneben für einen Arzt Anatomie-zeichnungen an. 1911 zog es ihn erneut nach Paris; dort arbeitete er für den Bildhauer August Suter als Steinmetz. 1912 folgte er einer Einladung des Basler Bildhauers Carl Burckhardt, um die von diesem Künstler entworfenen Reliefs für das Kunsthaus in Zürich in Stein auszuhauen. Nach Vollendung dieser Arbeit folgte in den Jahren 1914/18 der Aktivdienst, den Louis Weber als Füsilier der Baselbieter Bataillone 52 und 53 leistete. 1915 verheiratete er sich mit Clara Glaser aus Basel. Der Ehe entsprossen zwei Töchter. In den nächsten Jahren war Louis Weber erneut für Bildhauer Suter tätig. Ausserdem beteiligte er sich mit Erfolg an Wettbewerben. Er schuf auch verschiedene Brunnenfiguren und erhielt mehrere Aufträge für Portraitbüsten, zum Beispiel Charly Hindenlang, Traugott Meyer, Prof. Karl Henschen. In Baselland zeugen für seine Kunst das Reliefmedaillon für das Carl Spittelerdenkmal in Bennwil, der „Güggelbrunnen“ in Frenkendorf und das Denkmal für das Bruderholzgefecht 1499 bei Reinach. Louis Weber hat es meisterhaft verstanden, die Wesensart der dargestellten Personen im harten Material des Steins oder der Bronze zu verlebendigen. In mehreren abstrakten Darstellungen bewies er ferner, dass er auch das moderne Mittel der reinen Form trefflich zu handhaben wusste. Er starb hochbetagt in Basel am 30. Oktober 1972.
Gustavo Wennberg wurde am 25. Januar 1920 als Sohn eines schwedischen Arztes und einer Spanierin in Barcelona geboren. In dieser Stadt verbrachte er seine Jugendzeit. Nach der Maturitätsprüfung studierte er zunächst Medizin, wandte sich aber, seiner inneren Berufung folgend, der Malerei zu. Das Zeichen- und Malstudium setzte er von 1936 bis 1939, während des spanischen Bürgerkrieges, in Stockholm fort. 1940 kehrte er nach Spanien zurück und bildete sich in Barcelona und am Prado in Madrid in der spanischen Malerei weiter. 1942 erhielt er das spanische Bürgerrecht. Ein Stipendium der französischen Regierung ermöglichte ihm die Ausbildung in der klassischen französischen Malerei in Paris. In Barcelona führte er von 1948 bis 1950 ein Atelier für Bühnengestaltung und Dekoration, das «Estudio Wennberg». Später arbeitete er als Zeichenlehrer an der Schweizerschule in Barcelona. 1961 heiratete er die Schweizerin Marie-Louise Betschart. Dem Ehepaar wurden vier Söhne geschenkt; es siedelte 1968 nach Reigoldswil über, wo Frau Wennberg als Primarlehrerin gewählt wurde. In seiner künstlerischen Ausbildung erkennt man bei Wennberg die Einflüsse des Kubismus und des Franzosen Jacques Villon. Während aber die Anhänger dieser Kunstrichtung zur völligen Abstraktion gelangten, benützte Wennberg das Wesen des Kubismus nur, indem er dessen elementare Strukturrhythmen zum Grundprinzip seiner Malerei machte. Innerhalb dieser Struktur, die sich bei ihm auf Drei- und Vierecke beschränkte, blieb seine Malerei gegenständlich. In Spanien wurde der Maler mehrfach mit Kunstpreisen ausgezeichnet. Nachdem Wennberg seine Werke 1959 in Luzern ausgestellt hatte, folgten weitere Ausstellungen, die letzte 1977 in der Galerie Castiglia in Reigoldswil. Eine grossflächige, in drei Teile gegliederte Wandmalerei wurde ihm 1971 von der Gemeinde Escholzmatt für ihr Schulhaus übertragen. Als eigentliches Lebenswerk sind die von 1972 bis 1975 geschaffenen Kirchenfenster der römisch-katholischen Kirche Bruder Klaus in Oberdorf zu betrachten. Auf 4500 in Blei gefassten Gläsern mit 84 Farbtönen gestaltete der Künstler eine Gesamtfläche von 58 m2 zu einer szenischen Bildreihe voll Licht und Farbe. Die Bilder reichen von der Schöpfung bis zum Leben und zur Vollendung des Sohnes Gottes und Herabkunft des Heiligen Geistes. Es handelt sich hier um ein Kunstwerk, das europäisches Format aufweist. In Reigoldswil entstand als letztes Glasbild Wennbergs ein Rundbogenfenster mit einer eindrucksvollen Reiterszene im Hause Dettwiler an der Schmidtengasse 6. Im Jahre 1981 erkrankte der Künstler schwer und starb nach langem Leiden am 28. Januar 1983.
David Wolf ist im Jahre 1965 in Reigoldswil zugezogen, nachdem er das von Hans Bandli, Sekundarlehrer, erbaute Haus am Bergliweg erworben hatte. Das Wesentliche über seinen Lebenslauf entnehmen wir seinen beiden Gedichtsbänden. Er wurde am 25. April 1918 in Kleinbasel geboren. Seine obligatorische Schulzeit verbrachte er in Münchenstein. Anschliessend zog seine Familie wieder nach Basel. Es folgten weitere Schulen und eine Banklehre. Diese legte den Grundstein zu seiner Existenz. David Wolf lebte einige Jahre in Basel mit seiner ersten Frau, später in Allschwil, ArIesheim und seit 1965 in Reigoldswil mit seiner zweiten Frau. Er ist Vater von drei Töchtern. Neben seinem Basler Bürgerrecht hat er auch noch dasjenige von Reigoldswil erworben. Sein erstes Gedicht schrieb er im siebten Schuljahr anstelle eines Aufsatzes. Zur Baseldeutschen Lyrik ist er erst im Alter von etwa sechzig Jahren gekommen. «Publizieren wollte ich eigentlich nie. Das Schreiben genügte mir. Und wozu sollte ich das Heer der Dichterlinge vermehren; - Nun habe ich es doch getan. Das hat mir ein schlechtes Gewissen eingetragen. Dieses hinwiederum finde ich befriedigend.» Es ist sehr gut, dass die Gedichte veröffentlicht wurden. Es handelt sich um die beiden Bändchen «Der Mensch isch wiene Kiiselstai», 1984 und «Was blybt?», 1986, beide im Verlag Gute Schriften, Basel. David Wolfs Gedichte widerspiegeln in einer schlichten, aber prägnanten Sprache ein warmes Lebensgefühl. Sie zeugen trotz dunkler Töne von einer zuversichtlich-frohgemuten Weltschau. David Wolf verstarb am 09. Februar 1989.
Friejohrsaafang
I glaub, jetzt isch der Frielig doo.
En Amselruef, e Finggeschlag
sinn wien e Bitt am frieje Daag:
Mach uff, dass i kaa yyne koo!
I spring zuem Bett uus und mach uff:
der laade, s Fänschter und my Seel.
Doo glänzt my Land wien e Juweel!
us Gold mit Diamante druff.
Uf eimool duet mi eppis tschuppe,
wien i so stand und lueg und stuun.
Und ych ha gmeint, i syg immuun
und s gäb fir mii kai Friejohrsschnuppe!
Er war Bürger von Reigoldswil, verbrachte jedoch sein ganzes Leben in Gelterkinden. Der gleichnamige Vater, verheiratet mit Josephine geb. von Müllinen, besass dort ein Malergeschäft und vererbte seinem Sohn ein künstlerisches Talent. «Bärti», wie man ihn nannte, durfte nach den Schulen in Gelterkinden und Böckten die Kunstklassen der Gewerbeschule in Basel besuchen und wäre gerne freier Künstler geworden. Doch fügte er sich dem Wunsch seiner Eltern und machte in der väterlichen Werkstatt eine Malerlehre. Die Gesellenjahre in einem angesehenen Basler Malergeschäft förderten mit interessanten
Arbeiten seine Begabungen. Er verheiratete sich mit Klara geb. Socin und eröffnete ein eigenes Geschäft in Gelterkinden, das er bis ins hohe Alter betrieb. Bald häuften sich die Aufträge auf dem Gebiet der Schriften und der Dekoration (Urkunden, Heraldik, Embleme, Vereinsfahnen etc.), was ihm bei der Schaffung der Baselbieter Gemeindewappen und der offiziellen Gemeindestempel sehr zustatten kam. Künstlerisch anspruchsvoller war die Restaurierung neu entdeckter Wandbilder in alten Kirchen (Buus, Tenniken, Muttenz, Rümlingen, Ziefen, Gelterkinden), z.T. mit Otto Plattner zusammen. Seine Liebe aber galt der freien Malerei - genauer der poetisch überhöhten Darstellung der Landschaft des Oberbaselbietes, der alten Dorfstrassen, der Waldbächlein, in der Stimmung der wechselnden Jahreszeiten. Daneben entstanden seine typischen Stilleben und Blumen-, vor allem Rosenbilder. Albert Zehntner war ein Meister des Aquarells, einer Technik, die gegen über dem Oelbild an den Augenblick gebunden und kaum korrigierbar ist. In der Stille schuf er im Laufe von fünf Jahrzehnten eine Fülle von Oelbildem und Aquarellen aus seiner engeren Heimat, aber auch Impressionen aus den Ferien - alles aus dem Bedürfnis, freudig Geschautes und Erlebtes im Bilde festzuhalten. Er blieb seiner Malweise und seiner Bildwahl treu sein Leben lang; denn er wollte nicht im Strom der Ismen schwimmen und die Welt schockieren. Im Gegenteil, er wollte seinen Landsleuten in unverwechselbarer Sprache seine schlichte Botschaft vermitteln: «Die Welt ist wunderschön, und ich darf drin spazieren gehn.»
Louis Zehntner wurde am 28. Januar 1868 als Sohn von Emil und Maria Luise Zehntner-Schäfer in Sissach geboren. Seine Eltern siedelten später nach Basel über und von seinem 8. Lebensjahr an erhielt er seine Schulung in Basel. Nach der Maturität studierte er deutsche Literatur und Kunstgeschichte. Gleichzeitig bildete er sich an der Musikschule in Musiktheorie, Musikgeschichte und im Violin- und Klavierspiel aus. Dem Rate von Sängervater Grieder folgend, setzte der hochmusikalische Louis Zehntner seine Studien an den Konservatorien in Leipzig und Stuttgart fort. In Leipzig begann er 1891 seine Dirigententätigkeit als musikalischer Leiter der Schweizergesellschaft und als Dirigent der Gesangssektion des Arbeitervereins «Helvetia». Nach seiner Rückkehr in die Schweiz war er von 1893 bis 1908 als Musikdirektor und Musiklehrer in Rheinfelden tätig. Er bezeichnet später diese Zeit als die schönste in seinem Leben. Bereits 1896 begann auch sein Wirken als Gesangslehrer an der Unteren Realschule in Basel, welches volle 35 Jahre andauerte. Später berief ihn die Erziehungsdirektion Basel als Musiklehrer an das kantonale Lehrerseminar. Viele seiner Schüler wurden Musiker oder Gesangvereinsdirigenten. Zehntner selber war Dirigent mehrerer Chöre. Schon in seinen Schuljahren versuchte sich Louis Zehntner in der Komposition vokaler und instrumentaler Werke. In strengster Selbstkritik vernichtete er später alle Jugendwerke, mit Ausnahme des «Baselbieter Jodelliedes». Das am meisten gesungene Lied «Heimkehr» mit Text von Heinrich Leuthold entstand 1898 im Garten des damaligen Doktorhauses «zum Reifenstein» in Reigoldswil. Ein vielbeachtetes Werk war seine «Anleitung zum Singen nach Noten ohne Benützung eines Instrumentes und ohne Vorsingen», das sich auf die Charakteristik der Intervalle des Sängervaters Heinrich Grieder stützte. Es wurden weiter viele Männerchor- und Gemischtchorlieder veröffentlicht, dann auch «Zehn Lieder für Sopran und Klavier». Im Jahre 1913 führte das Stadttheater Basel die erste Fassung eines Bühnenfestspiels auf, welches Louis Zehntner später erweiterte, 1934 kam es unter dem Titel «Amfeld, der Söldner» zur Aufführung. Louis Zehntner war in erster Ehe mit Emilie Mühlethaler verheiratet, aus welcher Ehe eine Tochter und ein Sohn entsprossen. Aus seiner zweiten Ehe mit Berta Zehntner entspross ein Sohn. Nach manch schönen Jahren im Ruhestand wurde es still um den Musiker. Er starb am 3. Juni 1949 im Alter von 81 Jahren, drei Jahre nach seiner Frau.
Baselbiet (1916) Text und Melodie von Louis Zehntner
Baselbiet, dir gilt mys Singe!
Dir sells froh vo Härze chlinge.
Luegsch us Halde, Gstrüüch und Fälder
Früntlig uus zu Gottes Wälder,
Und vo Bärge, Flue und Felsewand
Do gseht me frei sys Schwyzerland.
Wenn si rüefe, wenn si stürme,
Gloggeglüt vo alle Türme.
Hai si s'Gwehr in faschte Hände,
Chrieg und Unglück vonis zwände.
Und vom Rhy zu Flue und Felsewand
Si schützen all ihr Schwyzerland.
Baselbiet, du Heimetgarte,
Liebi Rascht uf frohe Fahrte,
Dinn im Huus und duss im Freie,
Völchli, wie ne Struuss im Maie!
Und vo Tal zu Flue und Felsewand
Si singe stolz vom Vatterland.
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