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3.8. Die Sackgasse
Die falschen Ideen können sich befestigen, indem sie ein falsches Wertesystem bilden.
Dieses Problem kennen diejenigen Menschen sehr gut, welche Berechnungsmodelle aufbauen. Ein Fehler im Berechnungsmodell kann man mit einem anderen Fehler korrigieren. Anstatt den Fehler zu lokalisieren und zu eliminieren, baut man eine pseudophänomenologische Korrektur ein, so dass die Berechnungsergebnisse wieder der Realität entsprechen.
Die Folgen von solchem Vorgehen sind sehr schwer zu klassifizieren. Einerseits funktioniert das System, andererseits läuft die Entwicklung in die falsche Richtung.
Früher oder später findet eine Sättigung einer solchen Entwicklung statt, weil diese Entwicklung auf die Barriere der Unverifizierbarkeit stossen muss. Die ganze Konstruktion muss dann fallen. Nutzen zu ziehen aus einer solchen Entwicklung ist aber immer noch möglich. Die Lehre davon ist nämlich, dass man sich auf diese Weise nicht entwickeln soll und, dass man auf den Ruinen den Aufbau wieder aufnehmen kann.
Natürlich wäre es am besten sich nur in die korrekte Richtung zu entwickeln. Die Prinzipien des Universums bieten jedoch keine Garantie hierfür.
Es ist also kein Fehler falsche Ansichten zu vertreten. Es ist aber ein Fehler solche zu festigen, während man schon weiss, dass sie falsch sind. Es auch ist kein Fehler, einen Fehler zu begehen. Es ist aber ein Fehler ihn nicht zuzugeben, während man schon weiss, dass es ein Fehler war. Es gibt verschiedene Gründe für solches Verhalten: Unwissenheit, ein Missverständnis, schlechter Wille. Manchmal will man eigenen Fehler aus Angst vor den Konsequenzen verstecken. Meistens ist die Angst vor Verlusten dafür verantwortlich. Die Angst vor Verlusten verursacht ihrerseits noch grössere Verluste und schliesslich endet man immer an der gleichen Stelle: in der Sackgasse.
Die Fähigkeit die Ideen zu vergessen ist somit genauso wichtig wie die Fähigkeit die Ideen zu kreieren. Ab einer bestimmten Entwicklungsetappe des Bewusstseins ist nur eine bestimmte Auffassung der Realität möglich. Im Verlauf der Entwicklung müssen die alten Ideen vergessen werden, um die neue Ordnung nicht zu destabilisieren. Da diese beiden Prozesse zeitbedingt sind, sind gewisse Evolutionen nicht möglich. Es gibt also keine Garantie, dass die Entwicklung nicht in die Sackgassenrichtung läuft.
In der Welt der Instrumentalisten gibt es den Begriff der Manier. Eine falsch erlernte Technik ist auch eine Manier. Das Beherrschen von der richtigen Technik verlangt, dass die Manier zuerst eliminiert wird. Dieser Prozess ist langwierig und ohne Erfolgsgarantie. Das ist der Grund, weswegen Musiklehrer Schüler mit einer Manier meiden.
In der Skala der Einzelnwesen besitzt die Natur ein wirksames Mittel gegen die Manier. Dieses Mittel ist der Tod des Exemplars. In der Skala der Gattung ist es das Aussterben der Gattung. In der Skala der Gesellschaft kann die Manier mit Hilfe einer Revolution eliminiert werden. Im Extremfall kann es sogar ein Untergang einer ganzen Kultur oder einer ganzen Zivilisation sein.