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Die Säule im Buch
Die Säule gilt als vornehmster Schmuck eines Gebäudes. Während der frühen Neuzeit wird die Theorie der Säulenordnungen gefestigt und der genaue Anwendungskontext innerhalb der religiösen, öffentlichen und privaten Baukunst wird definiert. Bereits Vitruv überliefert drei Säulenordnungen, Dorica, Ionica und Corinthia, die er in Buch 4 seiner Zehn Bücher über die Architektur beschreibt.
Sebastiano Serlio veröffentlicht 1537 das erste eigenständige Säulenbuch (Signatur: KMU QBd 4 34), in welchem die drei überlieferten Säulenordnungen und zusätzlich die Toscana und die Composita als Erfindungen der italienischen Renaissance dargestellt werden.
Der Kanon der fünf Ordnungen bestimmt in der Folge eine Vielzahl von architekturtheoretischen Veröffentlichungen und fast alle schriftstellerisch tätigen Architekten widmen den Säulen und deren Proportionierung einen Abschnitt: Jacopo Barozzi da Vignola behandelt sie 1562 in seiner Regola delli cinque ordini (Signatur: MUE Rar alt fol 778), Vincenzo Scamozzi 1615 in seiner Idea della architettura universale (Signatur: MUE Rar alt fol 776) oder Andrea Palladio 1570 in seinen Quattro libri dell’architettura (Signatur: MUE Rar alt fol 79).
Während die Architektur der frühen Neuzeit in Italien unter dem Diktum des korrekten Einsatzes der Säulen steht, entstehen in Frankreich bereits um 1550 eigene Säulenordnungen. Philibert de l’Orme zeigt in seinem Premier tome de l’architecture einige Säulen-Varianten à la française (Signatur: MUE Bong IV 783).