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Das Welttheater von Calderón de la Barca. Am Anfang schuf Gott Berge, Pflanzen und Tiere. Dann erschuf er die Menschen, damit sie sein Prachtswerk bewundern. Die Menschen jedoch interessierte Gottes Werk weit weniger als ihr kleines, dürftiges Leben. Sie beschwerten sich, dass Gott sie mit ihren Sorgen und Nöten allein lasse, und riskierten Fegefeuer und Hölle. So erzählte Calderón de la Barca anfangs des 17. Jahrhunderts.
Das Welttheater von Tim Krohn
Wie bei Calderón geht es in Tim Krohns Stück um Figuren wie den König, den Bettler oder die Schönheit. Sie träumen von mehr Grösse, mehr Erfüllung, mehr Sinn. Das Personal hat sich seit Calderón nicht gross geändert: Der Reiche, der Politiker, das schöne Paar, der Bauer, ein Penner, ein ungeborenes Kind, weise und weniger weise Menschen. Auch ihre Sorge ist dieselbe: Was alle umtreibt, ist die Angst, aus ihrem Leben nicht genug gemacht zu haben. Dann allerdings kündigen Ärzte an, die Medizin zu revolutionieren. Was stets als unverrückbar galt, das Erbgut des Menschen, ist manipulierbar geworden. Es winkt der perfekte Mensch.