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Darwinismus.
Nach der bis zu Darwin ziemlich allgemein herrschenden Annahme werden die Eigenschaften der Tiere und Pflanzen von den Eltern auf die Nachkommen ihren Hauptzügen nach unverändert vererbt, und es beruht wesentlich auf dieser Vererbung der unsichere Begriff der Art. Nach der Lehre [* 2] Darwins (Abstammungslehre, Descendenzlehre) ist das, was im Tier- und Pflanzenreiche als Art bezeichnet wird, durch verschiedene Generationen hindurch keine Größe von unveränderlichem Werte und Gepräge, sondern es ist zahlreichen Abänderungen in der Form und andern Eigenschaften unterworfen, es bildet Varietäten.
Züchter sprechen von der Organisation eines Tiers wie von einer ganz bildsamen Sache, die sie nach Gefallen modeln können. Bei jeder Aussaat desselben, einer einzigen Pflanze entnommenen Samens zeigen sich einzelne junge Pflänzchen mit mehr oder weniger stark abweichenden individuellen Eigentümlichkeiten. Benutzt man diese zur Weitersaat, immer nach einer und derselben Richtung auswählend und die unerwünschten Formen ausjätend, so steigert man die gewünschte Abart in jeder einzelnen Generation um einen wenn auch noch so geringen Betrag.
Mit Hilfe dieses Züchtungsprincips, welches hiernach zwei einander entgegengesetzte Tendenzen: Variationsvermögen und Erblichkeit benutzt, ist in der Rindvieh-, Schaf- und Pferdezucht, [* 3] indem die Tiere bald auf Milchertrag, bald auf Woll- oder Fleischertrag, bald auf Zugkraft oder auf Schnelligkeit gezüchtet wurden, Staunenswertes geleistet. Die erzielten Rassenunterschiede bei Schaf, [* 4] Hund, Taube u. s. f. sind so groß, daß, wenn die Tiere in der Wildnis gefunden würden, kein Naturforscher anstehen würde, sie für verschiedene Arten zu nehmen, ja sie in verschiedene Gattungen unterzubringen. Eine bestimmte Grenzlinie zwischen individueller Abweichung und geringer Variation, zwischen dieser und erheblicher Variation, zwischen Unterart und Art besteht nicht: Varietäten sind werdende Arten.
In ähnlicher Weise wie bei der künstlichen Züchtung wirken innere und äußere Einflüsse, von welchen das Tier (oder die Pflanze) beim Leben in der freien Natur betroffen wird; an die Stelle der ausjätenden Menschenhand aber tritt der Kampf ums Dasein. Die hier bei den Nachkommen auftretenden kleinen Abweichungen vom elterlichen Typus können schädliche, gleichgültige oder nützliche sein. Die mit erstern behafteten Nachkommen haben bei dem zwischen der Fruchtbarkeit der Tiere und Pflanzen und dem für ihre Existenz vorhandenen Raume bestehenden Mißverhältnisse, bei der Verfolgung durch Feinde u. s. w. geringere Aussicht, die mit den nützlichen Abweichungen behafteten haben größere Aussicht, die andern zu überleben und sich fortzupflanzen.
Die überlebenden werden die ihnen nützlich gewordene Abweichung in der Regel wieder auf ihre Nachkommen vererben, und diese Abänderungen werden sich befestigen und steigern: hieraus entspringt in aufsteigender Linie nach und nach die Entstehung neuer Formen, Varietäten und Arten. Die Natur begünstigt vorzugsweise die Fortpflanzung der mit jenen nützlichen Abweichungen versehenen Individuen auf Kosten der andern und häuft dieselben bei spätern Nachkommen zu immer höherm Betrage an; dies ist die natürliche Züchtung. Der Kampf ums Dasein ist ein durch das Zusammenwirken verschiedenartigster äußerer Umstände unbegrenzt mannigfaltiger. Bei demselben ¶
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wirkt auch die kleinste Eigentümlichkeit der in denselben verflochtenen Individuen; jede kleinste Abänderung stört das Gleichgewicht [* 6] der gegeneinander strebenden Kräfte, und die Organismen passen sich einander sowie den äußern Verhältnissen fortwährend an, wiewohl bei der Länge der für die Umprägung erforderlichen Zeit die Thatsache dieser Umprägung sich nicht ohne weiteres zu erkennen giebt. Nach sehr zahlreichen Generationen kann die Abweichung von der Urform eine hundertfach und tausendfach gehäufte geworden und durch die anfänglich ganz unmerkliche Abänderung eine Abart, eine wirkliche Art, ja eine neue Gattung, eine neue Ordnung oder Klasse von Organismen entstanden sein, mindestens liegt keine natürliche Ursache und kein logischer Grund vor, anzunehmen, daß das Maß der langsamen Abänderung irgendwo innerhalb der Existenzmöglichkeit der Grundsubstanz organischen Lebens, des Eiweißes, eine Grenze finde.
Eine wichtige Triebfeder für die Bildung neuer Formen liegt in der Art des Gebrauchs der einzelnen Organe. Diese letztern werden durch den je nach den äußern Lebensbedingungen abgeänderten Gebrauch gleichfalls verändert, weiter entwickelt, vervollkommnet; andere gehen durch Nichtgebrauch zurück und verkümmern. Vögel [* 7] oceanischer, von nachstellenden Feinden freier Inseln, welche nicht zu fliegen nötig haben, besitzen verkümmerte Flügel; schon bei der Hausente, die wenig fliegt, sind die Flügelknochen leichter, die Beinknochen schwerer im Verhältnis zum ganzen Skelett [* 8] als bei der wilden Ente.
Tiere, die in ewiger Nacht leben, sind ohne Augen, bei Höhlenbewohnern sind sie verkleinert (Maulwurf), oder sie liegen unter der Haut [* 9] verborgen (z. B. beim Olm, Proteus anguineus Laur.). Aus der Verschiedenheit des Gebrauchs erklärt Darwin die Verwandlung der vordern, überall mit wesentlich den nämlichen Knochen [* 10] ausgestatteten Gliedmaßen bald zum Grabfuße des Maulwurfs, zum Rennfuße des Pferdes, zur Ruderflosse, zum Flügel, zur Hand, [* 11] und m der That sind diese Homologien bei Annahme jedesmaliger Neuschöpfung der einzelnen Tiergattungen schlechthin unbegreiflich, bei Annahme der Descendenztheorie völlig verständlich.
Die Schwimmblase, ein Hilfsapparat für die Bewegung der Fische, [* 12] welche bereits bei den Lurchfischen acccssorisches Atmungsorgan ist, modifiziert sich zur Lunge [* 13] der höhern Wirbeltiere. (S. Funktionswechsel.) Und selbst für die zusammengesetztesten Organe, z. B. für das Auge, [* 14] behauptet Darwin die Möglichkeit der allmählichen Entwicklung aus unvollkommensten ersten Anfängen, unter dem Einflüsse der natürlichen Zuchtwahl. Aber nicht nur die äußere Form, auch das, was man als Seele zu bezeichnen pflegt, die intellektuellen Fähigkeiten und Instinkte der Tiere, werden nach Darwin durch Zuchtwahl abgeändert, wie dies dem Tierzüchter sehr wohl bekannt ist. (S. Erblichkeit.)
Eine Abänderung des Tier- und Pflanzenkörpers, die in einer bestimmten Gegend, Lage, Gesellschaft u. s. f. nützlich ist, kann unter andern Verhältnissen schädlich sein; nicht immer erweist sich eine höhere Entwicklung für die Geschöpfe nützlich. So tritt auf gewissen Inseln die Zahl der geflügelten Insekten [* 15] gegen die flügellosen auffällig zurück: die geflügelten fallen, wenn sie zu fliegen wagen, in großer Zahl ins Meer und verkommen, diejenigen, welche keine Flugorgane besitzen oder, falls sie deren haben, keinen Gebrauch von ihnen machen, können sich erhalten und vermehren. Die Flügel erscheinen hier
als ein schädliches Organ und wurden deshalb da, wo sie vorhanden waren, durch Nichtgebrauch nach und nach ausgemerzt, und die Fauna zeigt schließlich vorzugsweise flügellose Tiere.
Eine besondere Form der Zuchtwahl ist die geschlechtliche (sexual selection). Bei denjenigen Tieren, deren Männchen miteinander um die Weibchen kämpfen, bleiben die stärkern Männchen Sieger und ihnen fällt die Fortpflanzung der Gattung zu; sie vererben ihre Stärke [* 16] auf die männliche Nachkommenschaft. Hieraus erklärt Darwin die ansehnliche Größe der Männchen bei vielen Tieren und ihre Ausstattung mit Schutz- und Trutzwaffen (Löwe mit Mähne, Stier mit mächtigem Nacken, Hirsch [* 17] mit Geweih, Eber mit Hauzahn, Hahn [* 18] mit besporntem Fuß). Die Männchen vieler Tiere wirken auch durch musikalische Leistung (Vögel, Frösche, [* 19] Grillen u. s. w.), durch Farbenpracht (Vögel, Insekten), durch Gerüche (besonders Säugetiere), durch Tänze (Vögel) u. s. w. auf die Sinne (Auge, Ohr, [* 20] Geruch) und damit auf die Sinnlichkeit der Weibchen, sodaß das in dieser Hinsicht am besten ausgestattete Männchen die meisten Chancen der Fortpflanzung und damit für Vererbung seiner Eigenschaften hat.
Eine wichtige Stütze für seine Lehre findet Darwin in den Erscheinungen der Entwicklungsgeschichte. Vielfach durchläuft ein und dasselbe Tier dieselben Entwicklungsstufen (Metamorphosen), welche nach Darwin die Tiergattungen bei ihrer Entstehung aus tiefer stehenden Ordnungen und Klassen zu durchlaufen hatten. Der Frosch [* 21] in seinem Bildungsgange von der Kaulquappe mit Kiemenatmung und Ruderschwanz bis zum entwickelten Tiere mit Lungenatmung stellt fast die ganze Reihe der definitiven Formen dar, welcke sich in der Ordnung der Batrachier überhaupt vorfinden, und es ist ein Lehrsatz der Darwinianer, daß die Natur bei der Schaffung von Gattungen, Ordnungen, Klassen, denselben Gang [* 22] einschlage, welchen sie bei der Entwicklung des einzelnen Tiers aus seinem Ei [* 23] verfolgt.
Embryonen sehr verschiedener Tierarten sind in den frühern Entwicklungsstadien einander gleich oder sehr ähnlich; Organe, welche im reifen Zustande des Tiers sehr verschieden gebildet sind und ganz verschiedenen Leistungen dienen, sind in der embryonalen Zeit einander völlig gleich. In derselben Weise, wie sie an demselben Individuum in seinen verschiedenen Entwicklungsepochen sich verwandeln, so bei den Individuen verschiedener Generationen, und hierdurch vollzieht sich die Bildung der verschiedenen Klassen.
Hierauf beruht das Biogenetische Grundgesetz (s. d.). Eine fernere Stütze findet Darwin in gewissen Erscheinungen der Vererbung im Atavismus oder im Rückschlag, dem plötzlichen Wiederauftauchen von Eigentümlichkeiten fernster Ahnen, welche in der Descendenz verschwunden waren, z. B. das Auftreten von Streifenbildungen am Rücken des Pferdes, doppelten Schulterstreifen, sowie Querbinden an den Beinen des Esels, denen des Zebras ähnlich, als Erbteil eines gemeinsamen Stammvaters der Pferdesippe, welcher gestreift war.
Untersucht man die organischen Reste sehr alter Versteinerungen führender Schichten, so findet man nur wenige und sehr einfache Formen von Pflanzen und Tieren. Die Theorie Darwins nimmt an, daß aus solchen die höhern Formen mit allmählicher Steigerung der Mannigfaltigkeit der Organisation entstanden sind. Diese allmähliche Entstehung und ¶
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Umwandlung der Organismen läßt sich mit der Entwicklung eines Baums vergleichen; die Urformen bilden den Stamm, die Ordnungen, Gattungen und Arten die Äste und Zweige, und ein natürliches System kann daher nicht anders als in Form eines Stammbaums dargestellt werden. Dieser Baum erstreckt sich gleichzeitig durch alle Gebirgsformationen aus der Tiefe herauf, mit bald einfachern, bald vielverzweigten, hier abgestorbenen, dort ausdauernden Ästen. Da dieser Stamm aber bereits in der Silurzeit in viele Äste auseinander läuft, so muß der Urstamm in noch viel ältern und tiefern Schichten stecken, welche man noch nicht entdeckt hat.
Die hier skizzierte Lehre hat Charles Rob. Darwin zuerst veröffentlicht 1859 in seinem Werke «On the origin of species by means of natural selection» (Lond. 1859). Dies Buch ist die Frucht zwanzigjähriger, der Erforschung der Natur wie der Litteratur gewidmeter Studien und enthält eine staunenerregende Fülle feinster Beobachtungen und Schlußfolgerungen sowie eine strenge Selbstkritik hinsichtlich der in ihm aufgestellten Sätze. Die Darwinsche Lehre ist aber keineswegs ihrem ganzen Inhalte nach neu. Die Lehre, daß die unendliche Mannigfaltigkeit organischer Formen sich aus einer spärlichen Anzahl ursprünglicher Typen herausgebildet habe, wurde bereits von Kasp. Friedr. Wolf in seiner Dissertation «Theoria generationis» (Halle [* 25] 1759; neue Aufl. 1774) und in der «Theorie der Generationen» (Berl. 1764) aufgestellt. Im Gegensatz zu Linné, welcher mit der Mosaischen Lehre annahm, daß alle einzelnen Tier- und Pflanzenarten von Anfang an von Gott erschaffen seien, und entgegen seinem großen Zeitgenossen Cuvier, welcher die Arten unabhängig voneinander in verschiedenen Epochen entstehen ließ und an der absoluten Unveränderlichkeit derselben festhielt, erklärte Jean Lamarck die Arten, die Gattungen, Ordnungen u. s. w. für willkürliche Bezeichnungen und ward durch sein Werk: «Philosophie zoologique» (2 Bde., Par. 1809), ein Hauptbegründer der Descendenztheorie oder des Lamarckismus.
Bereits nach Lamarcks Meinung sind die höhern Tierformen durch allmähliche Umbildung aus niedersten und einfachsten, durch Urzeugung entstandenen Formen hervorgegangen, innerhalb welcher Entwicklung der Mensch zunächst von einem affenartigen Säugetiere abstammt. Das Umbildende, Varietäten und Arten Schaffende ist für Lamarck neben der Verschiedenheit der äußern Lebensbedingungen wesentlich der Gebrauch und der Nichtgebrauch der Organe (die Anpassung).
Geoffroy St. Hilaire suchte die Ursache der auch von ihm angenommenen Umbildung der Arten in Veränderungen der Außenwelt, namentlich der Atmosphäre. Aus den eidechsenartigen Reptilien wurden Vögel durch den infolge des verminderten Kohlensäuregehalts der Luft gesteigerten Atmungsprozeß. Die Hypothesen dieser Forscher waren ohne nachhaltige Wirkung, da ihnen die empirische Begründung fehlte und überdies die Autorität Cuviers entgegenstand. Erst durch Darwins Werk gewann die von seinen Vorgängern im Princip ausgesprochene Descendenztheorie, indem er dieselbe nach allen Seiten tiefer begründete und in dem Kampfe ums Dasein das wichtigste Mittel kennen lehrte, dessen die Natur sich zur Steigerung und Fixierung der auftretenden Variationen bedient, ihre mechan. Basis und einen mächtigen Einfluß auf die gesamte Naturwissenschaft. Ein naturphilos. Vorläufer Darwins ist Oken, der in den Infusorien die Urform alles Lebens sah, und teilweise Goethe, der eine ursprüngliche Gemeinschaft aller Organisation und eine fortschreitende Umbildung annahm. Übrigens ist in dem Suchen nach Vorläufern Darwins viel Schiefes und Schielendes behauptet worden. Was Darwin so groß und seinen Namen zum Träger [* 26] einer ganz besondern Richtung gemacht hat, ist durchaus sein eigen.
Es ist eine Konsequenz von Darwins Lehre, daß die wenigen niedern Formen, aus welchen die höhern hervorgingen, selbst wieder einer niedrigsten und ursprünglichen Lebensform, etwa einer Zelle [* 27] oder einem belebten Klümpchen Eiweiß entstammten, wie dies auch Nachfolger Darwins mit Bestimmtheit ausgesprochen haben. Eine fernere Konsequenz, welche Darwin in seiner ersten Schrift, um die gegen seine Lehre sich erhebenden Vorurteile nicht noch weiter zu vermehren, nicht ziehen mochte, läßt auch den Menschen als ein Glied [* 28] der angenommenen Entwicklungsreihe erscheinen, ja eine oberflächliche Beurteilung hat in der angeblich behaupteten Abstammung des Menschen von den Affen [* 29] den Kern der Darwinschen Lehre gesucht. Nachdem zuerst Haeckel die Ahnenreihe des Menschen, mit einem niedersten, gehirnlosen, fischartigen Wirbeltiere der Antesilurzeit beginnend, bis zu dem Menschen und seinen Seitenlinien: Schimpanse und Gorilla, entworfen, hat sich später auch Darwin («The descent of man and selection in relation to sex», Lond. 1871) für den Ursprung des Menschen von den katarrhinen (schmalnasigen oder echten) Affen erklärt. Über die spätern Schriften Darwins, welche für weitere Begründung und Ausbau der Selektionstheorie wichtig sind, s. Darwin, Charles Robert.
Die Darwinsche Lehre, über deren Wert die Meinungen berufener Sachverständiger weit auseinandergehen, ist für die Wissenschaften, welche sich mit dem Studium der organischen Welt befassen, namentlich für die Tierkunde zu einer großartigen Untersuchungshypothese geworden, deren Einfluß die Wissenschaft nicht nur eine Reihe der wichtigsten Entdeckungen verdankt, sondern die auch zuerst gezeigt hat, nicht bloß wie die untersuchten Organismen beschaffen sind, sondern warum sie mit logischer Notwendigkeit gerade so beschaffen sein müssen, wie sie sind. So haben Ausgangspunkte und Ziele in der Wissenschaft unter ihrem Einflüsse eine ganz andere Gestalt gewonnen. An Stelle der teleolog. und vitalistischen Beurteilung, welche die Erscheinungen durch Annahme eines Zweckmäßigkeitsbestrebens der Natur zu erklären suchte, führte Darwins System sämtliche biolog.
Vorgänge auf mechanisch wirkende Ursachen, auf Kräfte zurück, welche der Materie selbst eingeprägt sind, womit der alte Streit über den Wert und die Berechtigung der Teleologie von selbst zusammenfällt. Der große Reiz, welchen das Studium der Entwicklungsgeschichte gewährt, verbreitet sich unter diesen Gesichtspunkten auch auf die beschreibende Naturwissenschaft; die verwandten Tiere sind verwandt im eigentlichen Sinne des Wortes, und statt einer bloßen Beschreibung und Erforschung einzelner Tiergattungen hat man es mit der Entwicklungsgeschichte der ganzen Tier- und Pflanzenwelt zu thun. Die Vorgänge dort des Verschwindens von Lebensformen, hier die Vervollkommnung und ¶