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Sind Schüler, welche betrügen auch ungehorsamer in der Schule?
2018-05-24: Sind Schüler, die um finanziellen Gewinn betrügen, eher geneigt, sich in der Schule schlecht zu benehmen? Diese Frage ist der Ausgangspunkt einer Studie von Michel Maréchal und Alain Cohn von der Universität Michigan. 162 Schülerinnen und Schüler von Schweizer Schulen wurden gebeten, die Ergebnisse des Münzwurfes wahrheitsgetreu festzuhalten, um Geld behalten zu können, wenn die Münze als Kopf auftaucht. Das Ergebnis wurde mit den Bewertungen der Lehrer über das Verhalten dieser Schüler verglichen. Futurity sprach mit den Forschern und gibt einen kurzen Überblick über den Aufbau und die Ergebnisse der Studie.
Die Psychologie der Armut
Fünf Professoren erhalten den AER Excellence in Refereeing Award
2018-05-22: Die «American Economic Review»veröffentlichte die Liste der Gutachter, die sich in 2017 durch die Menge und hohe Qualität ihrer Gutachten ausgezeichnet haben. Dieses Jahr erhielten Björn Bartling, Lorenzo Casaburi, David Dorn, Marek Pycia and Joachim Voth den «Excellence in Refereeing Award»für ihr Engagement und die Zeit, die sie der Entwicklung der ökonomischen Forschung widmeten.
Sendhil Mullainathan am Departmental Seminar
2018-05-14: Sendhil Mullainathan (Harvard) besuchte das Department, um einen Vortrag über ökonomische Anwendungen von «Machine Learning»zu halten. In seinem Vortrag erklärte er für welche Art von Fragestellungen Machine Learning den traditionelleren ökonometrischen Methoden überlegen sein kann.
Lesen Sie Dina Pomeranz Live-Tweet-Feed aus der Präsentation.
Mehr über Sendhil Mullainathan.
Jay Clayton in Zurich
2018-05-07: Das Department of Economics und die American Swiss Foundation (Swiss Advisory Council) luden letzte Woche zu einem exklusiven Event ein. 100 Personen hatten die Gelegenheit Jay Clayton, Präsident der US Securities and Exchange Commission (SEC), an einem Vortrag an der UZH zu hören. In seinem Vortrag erläuterte er die Regulierungsagenda der USA und die zugrundeliegende Strategie.
Talk im Turm: Steuergerechtigkeit
01-05-2018: Im Talk im Turm an der UZH diskutierten die Erziehungswissenschaftlerin Katharina Maag Merki und der Ökonom Florian Scheuer über Chancengerechtigkeit in der Bildung und über eine Steuerpolitik, die auf Leistungsanreize statt auf Umverteilung setzt. Steuern gelten als das Instrument erster Wahl, um die Gegensätze zwischen Arm und Reich auszugleichen. Allein durch mehr Steuern werde die Welt aber nicht gerechter, erklärte Florian Scheuer auf dem Podium. Der Akzent in der Steuerpolitik liege noch immer noch viel zu sehr auf Umverteilung. Volkswirtschaftlich sinnvoller sei es, Steuerpolitik als Instrument zu verstehen, um Anreize für produktive Tätigkeiten zu setzen.
Video ansehen
Umverteilen, der Demokratie willen
24.04.2018: Die deutsche Ausgabe der «Forbes» interviewte Florian Scheuer zur Polarisierung der Einkommens- und Vermögensverteilung und einer angemessenen Steuerpolitik. Im Gegensatz zu den bisherigen Automatisierungswellen werden Roboter in Zukunft vermehrt auch kognitive Arbeiten übernehmen. Das hat nicht abschätzbare Folgen auf den Arbeitsmarkt und die Einkommensverteilung. Sicher ist jedoch, dass die Polarisierung weiter zunehmen wird. Um die Demokratie zu stärken und die negative Utopie einer geteilten Gesellschaft zu vermeiden, in der die Superreichen die Politik bestimmen, ist eine Einkommensumverteilung nötig. In diesem Zusammenhang wird die regionale Wirtschaftspolitik in Zukunft immer wichtiger, sagt Scheuer.
Artikel in Forbes
Newsletter: ECONtrack jetzt erhältlich
2018-04-08: ECONtrack, unser neuer Newsletter ist da. ECONtrack hält Sie mit den vielen Aktivitäten am Department auf dem Laufenden. Wohl wissend dass nicht alles, was wir aufregend finden, die gleiche Reaktion bei unseren Lesern auslöst, haben wir die Inhalte aufgefrischt, einige Rubriken entfernt und präsentieren nun eine Auswahl unserer interessantesten Ergebnisse. Vieles von dem was wir tun ist relevant, regt zum Nachdenken an oder ist schlicht bemerkenswert. Wir wünsche eine interessante und unterhaltsame Lektüre
Hier (PDF, 4614 KB) herunterladen
Geisterhäuser und Vermögenssteuer in Italien
Die «Corriere della Sera» befasst sich mit der Realisierbarkeit der Versprechen der italienischen Partei M5S. Zur Idee einer Vermögenssteuer weist der Artikel darauf hin, dass eine Vermögenssteuer für die meisten Haushalte ein Liquiditätsproblem schaffen könnte, da ihr Vermögen überproportional in Häusern steckt, und sie diese oder ihre Unternehmen verkaufen müssten, um die Steuer bezahlen zu können. Außerdem würde es den reichen Norden stärker treffen als den Süden, zumal im Süden eine erheblicher Anteil der Häuser nicht im Grundbuch eingetragen sind. Dazu bezieht sich der Artikel auf ein Papier von Lorenzo Casaburi: «Ghost-House Busters: The Electoral Response to a Large Anti-Tax Evasion Program».
Michael Kremer an der Jahreskonferenz des CCWD
2018-04-17: Im Vorfeld der Jahreskonferenz des Center for Child Wellbeing and Development (CCWD) sprach der Tagesanzeiger mit Michael Kremer, Entwicklungsökonom an der Universität Harvard, über das Thema seines Vortrags, Auswirkung von Entwurmungsmassnahmen auf die Gesundheit von Kindern, und die Motivationsgründe seiner Forschung. Seit er 1985 zum ersten Mal nach Kenia gereist ist, möchte er mit seinen Forschungsresultaten Grundlagen für eine effektive und sinnvolle Entwicklungsarbeit schaffen, welche er mit ein paar einfachen, aber erfolgreich Projektbeispielen, illustriert.
Weitere SNF Forschungsbeiträge für das Institut
2018-04-17: Wir gratulieren sowohl Gregory Crawford wie auch Rainer Winkelmann für den Zuspruch von Forschungsbeiträgen des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Gregory Crawford erhielt einen Beitrag von 500'000 Franken für die Untersuchung von "Media Bias in Public Service Broadcasting", Rainer Winkelmann 180'000 für sein Projekt "Fixed Effects Estimators for Binary and Fractional Response Models".
Sozialer Status als Antrieb
2018-04-10: 152`400 Franken: so viel wurde vergangene Woche für das Autokennzeichen "ZH 987" gezahlt. Die NZZ am Sonntag geht der Frage nach, wieso wir gewillt sind so viel in sogenannte Positionsgüter, Statussymbole ohne unmittelbaren praktischen Nutzen, zu investieren. Die Türme im toskanischen San Gimignano belegen, dass es diesen Geltungskonsum schon immer gab. Doch dieser Geltungskonsum könnte schädlich sein, sagt Joachim Voth. Er zeigt anhand eines Beispiels aus Kanada, dass in Quartieren mit Lottogewinnern die Nachbarschaft sich plötzlich zu Mehrausgaben gezwungen fühlte, um mit dem reichen Nachbarn mithalten zu können.
SRF Einstein besucht das SNS-Lab
2018-04-06: Einstein, das Wissenschaftsmagazin des Schweizer Fernsehens untersucht verschiedene Möglichkeiten des Gehirndopings. Dafür besuchen sie auch das SNS-Lab und beobachten in einem Experiment die Auswirkung der transkraniellen Hirnstimulation, d.h der Stimulation von Gehirnregionen mit Strom, auf die Fähigkeit mathematische Aufgaben zu lösen. Hirnstimulationen aller Art wird grosses Potential vorausgesagt. Christian Ruff erklärt die Möglichkeiten der Verbesserung der Gehirnleistung, sog. Neuroenhancement, und erläutert die noch ungeklärten Fragen.
Zur Sendung (ab 24'20")
Aktuelle Herausforderungen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit
2018-04-05: Manuel Sager hielt am 26. März einen Vortrag am Institut für Volkswirtschafts- lehre. Er erläuterte, wie die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit effizient und effektiv einsetzt und sprach über aktuelle Herausforderungen sowie Erkenntnisse aus der Vergangenheit.
Film aus der Präsentation.
Das ökonomische Denken verstehen
2018-04-02: In den letzten Jahrzehnten haben Spieltheoretiker und Verhaltensökonomen Experimente entwickelt, um Motivation und Entscheidungsprozesse besser zu verstehen. Parallel dazu haben die Sozial-Neurowissenschaftler genau das Gleiche studiert - nur mit einem anderen Ansatz. Die beiden Forschungsfelder befassen sich mit den gleichen Fragen und kommen oft zu den gleichen Schlussfolgerungen. In seinem Beitrag in der März-Ausgabe des Journal of Economic Literature plädiert Carlos Alós-Ferrer für mehr Interdisziplinarität und Zusammenarbeit. Der Austausch von Tools, Methoden und Erkenntnissen würde beide Disziplinen stärken. Schließlich sind sie grundlegend miteinander verbunden. "Wenn wir die Gesellschaft studieren, studieren wir immer auch das Gehirn", sagt er.
SNF Forschungbeitrag für Carlos Alós-Ferrer
2018-04-04: Carlos Alós-Ferrer erhielt einen SNF (Schweizerischer Nationalfonds) Forschungsbeitrag von 1,1. Mio Schweizer Franken über vier Jahre, um sein Forschungsprojekt "The Neuroeconomics of Conflict and Preference Strength in Decision Making" voranzutreiben.
Herzlichen Glückwunsch!
Duell der Weltmeister
2018-03-29: Handelskriege waren bis vor Kurzem eine eher theoretische Angelegenheit, auch für Ralph Ossa, der seit Jahren zu diesem Thema forscht. Mit den von den USA angekündigten Zöllen auf Aluminium und Stahl ist diese Möglichkeit nun wieder realistischer. Im Gespräch mit der «Weltwoche» erklärt er, warum die Begründung der Amerikaner für die Zölle die WTO in eine Zwickmühle bringt, und warum viele Politiker fälschlicherweise der Meinung sind, dass Exporte besser als Importe sind.
Mit dem Vorschlaghammer gegen China
2018-03-27: Kurz nach Einführung der Importzölle auf Stahl und Aluminium macht Donald Trump im Kräftemessen mit China den nächsten Schachzug: Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 60 Mia. Dollar. China konterte mit der Ankündigung von vergleichsweise milden Strafzöllen im Wert von 3 Mia. Dollar auf ausgesuchte US-Produkte. 10vor10 geht der Frage nach, ob die Drohungen tatsächlich zu einem Handelskrieg führen könnten und frägt David Dorn, wie er die Reaktion von China einschätzt.
Das Ende des Bitcoin Hypes
2018-03-21: Die Kernfunktionen einer Währung sind den Austausch von Gütern zu vereinfachen und Transaktionskosten zu reduzieren. Um diese Funktionen zu erfüllen muss sie für eine grosse Zahl von Nutzern einfach und günstig zugänglich sein und eine stabilen Wert haben. «Kryptowährungen wie Bitcoin erfüllen keine dieser Bedingungen in zufriedenstellender Weise», sagt Joachim Voth in der aktuellen Ausgabe der Finanz und Wirtschaft. Verwendet werden Kryptowährungen eigentlich nur für illegale Geschäfte, bei denen die grossen Gewinne Transaktionskosten von vielen Prozentpunkten wettmachen.
Center for Child Well-being and Development on Child Health (CCWD) – Jahreskonferenz 2018
2018-03-23: Die dritte Jahrestagung des CCWD fand am Freitag, den 16. März an der Universität Zürich statt. Rund 70 Delegierte aus Europa, Afrika und den USA - darunter Wissenschaftler und Studenten, UNICEF-Vertreter, Entwicklungshelfer und Regierungsbeamte - kamen zusammen, um von globalen Experten über ihre Arbeit und wichtige Themen in diesem Bereich zu hören. Zum Abschluss der Konferenz hielt Michael Kremer, Gates Professor of Developing Societies in Harvard, einen Vortrag zum Thema "The Long Run Impacts of Improving Child Health: The Case of Deworming".
Video der Keynote
Unterlagen zur Konferenz
Wie Trumps Protektionismus nach hinten losgeht
2018-03-23: Ein aktueller Artikel aus der «New York Times» greift das «China Shock»-Paper auf. Diese bahnbrechende Arbeit von David Dorn, David Autor (MIT) und Gordon Hanson (UCSD) zeigt, dass Arbeiter in Ländern, deren Industrie der Konkurrenz aus China ausgesetzt war, Arbeitsplätze verloren und Lohnrückgänge hinnehmen mussten und dies zu weitreichenden gesellschaftlichen Konsequenzen führte.
Artikel in NYT
China Shock Paper
Bedenklicher Trend in Wohlhabenden Ländern
2018-03-23: Die Lohnquote, d.h. Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen, beträgt heute in Deutschland 68,7 Prozent. 2000 lag der Wert noch bei 72 Prozent und die Reallöhne sind in vielen Branchen seit den Neunzigerjahren gesunken. Das führt dazu, dass rund 40 Prozent der Bevölkerung gar keine Ersparnisse haben. Zusammengenommen bewirken diese Faktoren, „dass viele Menschen und Haushalte verschuldet sind oder nur einen ganz bescheidenden Kontostand haben“, sagt David Dorn im Gespräch mit Business Insider. In dieser Hinsicht sind die Verhältnisse in Deutschland nicht viel anders als in den USA.
Donald Trump und die Importzölle
2018-03-18: Diese Woche führt Donald Trump die neuen Importzölle auf Stahl und Aluminium ein. Die NZZ am Sonntag wirft einen Blick auf den Machtkampf zwischen der USA und China, in welchen auch Europa hineingezogen werden könnte. Ein Vergleich der Importzölle der USA und der europäischen Länder, zeigt was die neue Erhöhung für Folgen haben könnte und mit welchen Versprechen die USA Verbündete gegen die «unfaire chinesische Handelspraktiken» sucht. Ralph Ossa erklärt darin wieso er für die Erhaltung der bestehenden Freihandelsabkommen plädiert und was eine Eskalation der Situation bedeuten würde.
"Bonus-Kriterien sind oft leicht manipulierbar"
2018-03-21: Im Interview mit der Wirtschaftswoche redet Ernst Fehr darüber, wieso Boni für Manager sinnvoll, aber heute meistens zu hoch sind. Er findet, dass zwischen der Performance einer Firma und Bonus ein Zusammenhang bestehen sollte und erklärt, wieso dies heute in vielen Fällen nicht mehr der Fall ist. Was es für andere Möglichkeiten gäbe, um ein Vergütungssystem zu definieren und weshalb er nicht für eine Begrenzung von Managergehältern ist, können sie hier lesen.
Mögliche Lösungen für die US Wirtschaft
2018-03-16: Die New York Times nimmt David Dorn und David Autors Studie The China Shock: Learning from Labor Market Adjustment to Large Changes in Trade als Ausgangspunkt, um die Auswirkungen des Beitritts Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) auf die US-Wirtschaft zu erklären und diskutiert mögliche Szenarien, wie man diesen entgegenwirken könnte.
Studie von David Autor, David Dorn und Gordon Hanson
Mercator-Award für Bruno Caprettini
2018-03-15: Bruno Caprettini wurde für seine Forschungen im Bereich «Strukturwandel und Agrartechnik» mit dem Mercator Award ausgezeichnet. Mit den Mercator Awards für Nachwuchsforschende werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der UZH auf den Stufen fortgeschrittenes Doktorat und frühes Postdoktorat für hervorragende wissenschaftliche Leistung ausgezeichnet. Jährlich werden drei Preise an Forscherinnen und Forscher vergeben, deren Arbeit von hoher wissenschaftlicher Qualität, Originalität, gesellschaftlicher Relevanz und einem inter- oder transdisziplinären Ansatz gekennzeichnet ist. Die Preisverleihung findet am 3. Juli 2018 statt.
Herzlichen Glückwunsch.
Artikel der UZH News
Mehr über die Mercator Awards
Video (MOV, 40063 KB) mit Bruno Capretini
Armut per SMS bekämpfen
2018-03-14: In Brasilien wissen drei von vier Eltern nicht, ob ihr Kind Hausaufgaben hat, rund die Hälfte weiss nicht, ob ihr Kind in der Schule Probleme hat. Dies brachte Guilherme Lichand zur Frage, wie Eltern dazu ermutigt werden können das Schulleben ihrer Kinder mit vermehrtem Interesse zu verfolgen. Ausgehend von der Prämisse, dass Armut und ein daraus resultierender Mangel an Aufmerksamkeit zu schlechten Entscheidungen führt, wollte er wissen, ob sich Aufmerksamkeit lenken lässt. Untersucht wurden verschiedene Möglichkeiten, um die Eltern über den Schulbesuch ihrer Kinder zu informieren: die eine Gruppe erhielt regelmässig detaillierte Informationen direkt von der Lehrperson, die andere Gruppe erhielt zweimal pro Woche ein SMS, welche an die Wichtigkeit des Schulbesuchs erinnerte. Die SMS führte dazu, dass die Absenzen reduziert, das Lerntempo erhöht und die Repetitionsquote gesenkt wurde. Im Interview mit Swissinfo redet Guilherme Lichand über die Bedeutung der technischen Gegebenheiten, darüber wie der Staat vom Resultat profitierte und wieso der gleiche Versuch in der Schweiz nicht funktionieren würde.
Artikel (auf Portugiesisch)
Schafft sich der Kapitalismus selber ab?
2018-03-13: Die Produktivität ist in den vergangenen Jahrzehnten weit langsamer gewachsen in der Zeit vor 1970. Dies hat Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftsprozess und den Wohlstand, sagt Joachim Voth in seiner aktuellen Kolumne in der Finanz und Wirtschaft: «So sehr uns neue IT-Produkte begeistern, so wenig substanziell erscheint der Fortschritt der letzten Jahrzehnte im Vergleich zu früheren Durchbrüchen, wie z.B. die Elektrifizierung, das Auto oder Penizillin». Er erklärt warum sich das Produktivitätswachstum verlangsamt und die Investitionen in die Grundlagenforschung sinken und welche Bedeutung dabei die kapitalistische Logik hat.
Artikel in Finanz und Wirtschaft
Welche Normen fördern Kooperation in einer Gesellschaft?
2018-03-09: Die aktuelle Ausgabe von «Nature» enthält eine Studie darüber, wie eine einfache moralische Regel ausreicht, um kooperatives Verhaltens in Gesellschaften zu fördern. Ernst Fehr vom Department und Charles Efferson, diskutieren die Studie und fassen zusammen: Die relativ einfache Regel des «strengen Urteils» - d.h. kooperiere mit Menschen, von denen du direkt oder indirekt weisst, dass sie kooperativ sind, und kooperiere nicht mit Menschen, von denen du direkt oder indirekt weisst, dass sie unkooperativ sind - den Weg zu einer kooperativen Gesellschaft ebnet. Fehr und Efferson weisen darauf hin, dass die Auswirkungen von solchen strategischen Regeln in Experimenten separiert betrachtet werden. In der Realität wird es wahrscheinlich eine Kombination aus mehreren Regeln sein welche Kooperation am meisten fördert.
Armut beeinträchtigt kognitive Funktionen
2018-02-28: "Wenn wir einen Ausweg aus der Armut finden wollen, müssen wir verstehen, wie sie sich auf unser Gehirn und unsere kognitiven Fähigkeiten auswirkt", sagt Guilherme Lichand, "denn die Beweise aus der Praxis zeigen deutlich, dass Armut uns auch geistig einschränkt". Wir haben begrenzte kognitive Kapazitäten, Armut absorbiert einen Großteil unserer Aufmerksamkeit auf Kosten der längerfristigen und strategischen Denkprozesse. Initiativen zur Senkung der Armut müssen diese Einschränkung beachten und so ausgestaltet sein, so dass sie wenig kognitive Aufmerksamkeit benötigen. Guilherme Lichand’s Forschungsarbeiten befassen sich unter anderem mit kosteneffizienten Wegen zur Erhöhung des Schulbesuchs benachteiligter Kinder in Brasilien. Auf der Grundlage seiner Ergebnisse wurden bereits verschiedene Initiativen umgesetzt.
Artikel im UZH Magazin
Abzocker, Profiteure, Superstars
2018-02-27: Einkommen ist nicht gleich Einkommen, findet Florian Scheuer, und plädiert für ein Steuersystem das die Herkunft des Geldes mitberücksichtigt. Er unterscheidet drei Kategorien von Spitzenverdienern: Abzocker versuchen ein möglichst grosses Stück des Kuchens abzubekommen, backen aber selbst nicht mit. Profiteure, wie z.B. Hochfrequenzhändler, ziehen durch technische Optimierungen Gewinne aus einem System, tragen dabei jedoch auch wenig zur Volkswirtschaft bei. Und letztlich die Superstars, Top Manager in grossen Unternehmen welche durch die Hebelwirkung viel Produktivität und Einkommen für die Volkswirtschaft generieren. Steuersysteme sollten diese Unterschiede berücksichtigen und Anreize setzen welche Tätigkeiten fördern die der Gesamtwirtschaft dienlich sind.
Artikel im UZH Magazin
Paper: The Taxation of Superstars
Neues Forschungscenter zur Langzeitwirkung der frühkindlichen Ernährung und des Stillens
2018-02-23: Dank einer Donation von zehn Millionen Franken der Familie Larsson-Rosenquist Stiftung initiiert das Institut für Volkswirtschaftslehre ein Center für die Ökonomik der Kinder- und Jugendentwicklung mit Schwerpunkt Stillen. Das Center mit zugehöriger Professur ist eine wertvolle Erweiterung des bereits bestehenden Forschungsbereichs der Kindes- und Jugendentwicklung am Institut.
Forschung zum Einfluss der frühkindlichen Ernährung auf die Gesundheit sowie die kognitiven und sozialen Fähigkeiten im Erwachsenenalter ist anspruchsvoll. Sie bedingt einen langfristigen Forschungshorizont, interdisziplinäre Vorgehensweise und komplexe methodische Ansätze.
Artikel in der NZZ
Willkommen Prof. Dr. Carlos Alós-Ferrer
2018-02-18: Prof. Dr. Carlos Alós-Ferrer, tritt per 1. März 2018 eine Professur für Entscheidungs- und Neuroökonomische Theorie an unserem Institut an. Prof. Alós-Ferrer studierte an der Universitat de València in Spanien Mathematik und erlangte an der Universitat d’Alacant (Spanien) einen MSc in Quantitative Economics, wo er 1998 promovierte. Vor Zürich war er als «Assistant Professor»bzw. «Associate Professor»an der Universität Wien tätig, und hielt an der Universität Konstanz sowie der Universität zu Köln eine Professur für Mikroökonomie inne.
Medienwirksames Jahr für das SNS Lab
2018-02-16: Die aktuelle Ausgabe des «UZH Journals» präsentiert die Top Ten der Medienmitteilungen der Universität Zürich des vergangenen Jahres. Dabei zeigt sich, dass besonders Forschungsthemen mit einem Bezug zur persönlichen Lebenswelt gerne von den Medien aufgegriffen werden. Mit der Erforschung der unterschiedlichen Reaktionen des Gehirns auf Grosszügigkeit zwischen Männern und Frauen landet das SNS Lab auf Platz zwei und ist insgesamt gleich drei Mal in den Top Ten vertreten.
Flexible Arbeit auf der Überholspur
2018-02-14: In der aktuellen Ausgabe der «Finanz und Wirtschaft»betrachtet David Dorn die Veränderungen der Arbeitsverhältnisse. Die Schweiz nimmt in der Teilzeitarbeit eine Vorreiterrolle ein. Dank dem relativ hohen Lohnniveau ist Teilzeitarbeit hierzulande viel beliebter als im umliegenden Europa. Bei der Beurteilung von flexiblen Arbeitsformen gilt es zu berücksichtigen, ob die Flexibilität primär den Unternehmen oder den Angestellten zusätzlichen Handlungsspielraum einräumt.
Sollen Roboter Steuern zahlen?
2018-01-13: Mit Robotern, die viele Arbeitsplätze im Mittellohnsegment ersetzen, vergrößert sich die Kluft zwischen den höchsten und niedrigsten Löhnen. Sollten Roboter Solidarität zeigen und besteuert werden bzw. sich mit Beiträgen an der ALV beteiligen? Wir sollten zumindest darüber nachdenken, findet Florian Scheuer, weist aber auch darauf hin, dass eine solche Steuer Nebenwirkungen hat, wenn Sie im nationalen Alleingang passiert. Interview auf Radio32.
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10 Artikel, die man lesen muss, um Amerika zu verstehen
2018-02-09: Seit der Jahrhundertwende haben unterschiedliche soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklungen die USA tiefgreifend verändert: zunehmende Diversität und Rassenteilung, Ungleichheit und die Unzufriedenheit mit der freien Marktwirtschaft, politische Polarisierung, die Bedrohung durch ausländische Konkurrenz und die Abschwächung des Wirtschaftswachstums, stellen das Land vor neue Herausforderungen. Noah Smith, Kolumnist bei Bloomberg View, hat zu diesen Themen eine Leseliste zusammengestellt, um das Verständnis des modernen Amerikas zu vertiefen. Unter den Empfehlungen findet sich auch "The China Shock" von David Dorn, David Autor und Gordon Hanson und wird als wegweisendes Paper beschrieben, welches es verdient hätte, in ein Buch verwandelt zu werden.
Marie Skłodowska-Curie Individual Fellowship Stipendium für Lydia Hellrung
2018-02-06: Lydia Hellrung erhält einen «Marie Skłodowska-Curie Individual Fellowship Grant» der Europäischen Kommission. Diesen erhält sie für ihre Forschungen über dopaminerge Mittelhirnmodulationen durch (adaptives) Neurofeedback. Ihr Projekt soll zeigen wie das Dopamin-System Einfluss auf Werte-orientierte Entscheidungsprozesse hat. Ein solcher Zusammenhang wird angenommen, bis dato fehlen jedoch empirischen Untersuchungen dazu.
Herzlichen Glückwunsch!
Warum betrügen wir?
2018-01-31: Die RTS Hintergrundsendung "Dans la tête de" stellt sich die Frage: was geht im Kopf eines Betrügers vor? Warum betrügen Menschen und wann? Verschiedene Beispiel aus dem täglichen Leben, dem Sport und der Forschung zeigen, dass die Versuchung unehrlich zu sein grösser ist, wenn man sich zum Beispiel unbeobachtet fühlt oder das Gefühl hat, die Mehrzahl der Anderen tut es ebenfalls. Mit Interviews und kleineren Versuchen versucht die Sendung den Unterschied zwischen Schummeln und Betrügen aufzuzeigen und wie moralische Werte unsere Handlungsweise beeinflussen. Zur Hypothese, dass Betrug in der Finanzwelt kulturell bedingt sei, spricht Michel Maréchal über seine Forschung und die Ergebnisse einer Studie, die er zu diesem Thema durchgeführt hat.
Video auf RTS (auf Französisch)
Bei der Ernteversicherung ist das Timing entscheidend
2018-01-31: Nur sehr wenige Kleinbauern versichern sich gegen das Risiko, ihre Ernte und damit ihr ganzes Einkommen zu verlieren. Lorenzo Casaburi führte eine Studie durch, welche das Abschliessen von Versicherungen in Bezug auf den Zeitpunkt der Versicherungszahlungen analysierte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Nachfrage nach Versicherungen von 5% auf 72% steigt, wenn die Zahlung der Versicherungsprämie zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann.
Nimmt die Ungleichheit zwischen Arm und Reich tatsächlich zu?
2018-01-22: In einem Interview mit Radio SRF beantwortet Dina Pomeranz Fragen zur OXFAM Studie über die Verteilung von Reichtum, welche diese Woche veröffentlicht wurde. Sie betont, dass man zwischen Einkommen und Vermögen unterscheiden muss, da die Ungleichheit vor allem das Vermögen betrifft, während beim Einkommen die Tendenz in eine andere Richtung geht als die Studie suggeriert: Die Lebensbedingungen in den ärmeren Regionen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Sie erläutert auch die Voraussetzungen für den Aufbau von Vermögen und zeigt Möglichkeiten auf, wie man der Ungleichheit entgegenwirken kann.
Christian Ruff über den Stand der nicht-invasiven Gehirnstimulation
2018-01-09: In der aktuellen Ausgabe von «Nature Neuroscience» fassen Christian Ruff und seine Co-Autoren Rafael Polonia und Michael Nitsche den Stand der nicht-invasiven Hirnstimulationsforschung beim Menschen zusammen, diskutieren die aktuelle Debatte über Eigenschaften und Grenzen der Methoden und geben Empfehlungen, wie diese Herausforderungen angegangen werden können.
Michel Maréchal zum Associate Editor des Journal of the European Economic Association ernannt
2018-01-09: Michel Maréchal wurde zum Associate Editor des Journal of the European Economic Association (JEEA) ernannt. Er ist neben David Dorn der zweite Vertreter unseres Departments in dieser Funktion. Das JEEA wurde 2003 gegründet und ist mittlerweile einer der Top Ten Journals der Wirtschaftswissenschaften. Das Ziel der European Economic Association ist es, die wirtschaftliche Entscheidungsfindung auf wissenschaftliche Prinzipien, Fakten und ökonomische Theorie zu stützen und nicht auf politische Diskussionen.
Der Aufstieg Chinas und die Schweizer Wirtschaft
2018-01-08: In einem Interview in «Blick» wirft David Dorn einen optimistischen Ausblick auf die Schweizer Wirtschaft. Die Schweiz verfügt über Weltunternehmen und hochspezialisierte KMU und konnte durch die Öffnung der chinesischen Märkte ihre Exporte dorthin erhöhen. Dorn argumentiert auch gegen einen Automatisierungspessimismus und weist darauf hin, dass die Auswirkungen des technologischen Wandels langsamer sind als die Veränderungen von Handelsströmen. Letztere wirken sich unmittelbar auf ganze Wirtschaftssektoren aus, während technologischer Fortschritt wie z.B. die Automation, nur auf einzelne Berufe bezieht. Dies lässt der Wirtschaft mehr Raum und Zeit für die Anpassung an die Veränderungen. Gemäss Dorn liegt die grosse Herausforderung in der Polarisierung des Arbeitsmarkts mit sehr gut und sehr schlecht bezahlten Jobs.