Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/247

Ohrentropfen Darreichungsformen Zubereitungen zur Anwendung am OhrOhrentropfen sind flüssige Zubereitungen, die zur Anwendung im Gehörgang vorgesehen sind. Sie enthalten einen oder mehrere Wirkstoffe, welche in einer geeigneten Flüssigkeit gelöst, emulgiert oder suspendiert vorliegen können. Typische Anwendungsgebiete von Ohrentropfen sind zum Beispiel Schmerzen, Infektionen, Juckreiz und eine Verlegung mit Ohrenschmalz. Suspensionen müssen direkt vor dem Gebrauch geschüttelt werden. Einige Produkte haben nach dem Anbruch eine begrenzte Haltbarkeit. Ohrentropfen dürfen nicht bei einem perforierten Trommelfell verwendet werden. Mögliche Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen und lokale Reaktionen im Gehörgang.
synonym: OtoguttaeProdukte
In der Schweiz sind derzeit nur wenige Ohrentropfen im Handel. Sie werden auch in Apotheken selbst hergestellt.Struktur und Eigenschaften
Ohrentropfen sind Lösungen, Emulsionen oder Suspensionen mit einem oder mehreren Wirkstoffen in Flüssigkeiten, die zur Anwendung im Gehörgang geeignet sind. Dazu gehören zum Beispiel Wasser, Glycole, Glycerol, Propylenglykol oder fette Öle. Ohrentropfen können auch in Form eines getränkten Tampons im Gehörgang angewandt werden.Wirkungen
Ohrentropfen haben pflegende, befeuchtende und abhängig von den eingesetzten Wirkstoffen beispielsweise schmerzlindernde, schmerzbetäubende, antiallergische, juckreizlindernde, antiseptische, antibakterielle, entzündungshemmende und pfropfauflösende Eigenschaften.Anwendungsgebiete
Zu den typischen Anwendungsgebieten von Ohrentropfen gehören:
- Ohrenschmerzen (Otalgie)
- Ohrpfropf, d.h. eine Verlegung des Gehörgangs mit Ohrenschmalz
- Entzündung des äusseren Gehörgangs (Otitis externa)
- Juckreiz
- Hauterkrankungen, Reizungen und Infektionen des Gehörgangs
- Vorbeugung von Infektionen beim Tauchen (Tauchertropfen)
Gemäss der Fachinformation. Vor der Anwendung sollte bei Risikofaktoren die Intaktheit des Trommelfells mit einem Otoskop überprüft werden.
- Die Ohrentropfen vor dem Einträufeln auf Körpertemperatur erwärmen, z.B. durch das Halten in der Hand oder Tragen des Fläschchens in der Hosentasche. Das Fläschchen jedoch nie einer direkten Wärmequelle aussetzen!
- Einige Ohrentropfen liegen als Suspension vor und müssen direkt vor dem Gebrauch geschüttelt werden.
- Kopf zur Seite neigen oder sich mit dem Ohr nach oben hinlegen.
- Die vorgeschriebene Anzahl Tropfen einträufeln. Das Ohr mit der Spitze oder Pipette aus hygienischen Gründen nicht berühren.
- Wenige Minuten in dieser Stellung bleiben, damit die Flüssigkeit nicht ausläuft.
- Gehörgang evt. mit Watte verschliessen.
Einige Tropfen können auch auf einen Watte- oder Gazestreifen gegeben und während 24 Stunden im Ohr belassen werden. Cerumenolytika werden während 20 bis maximal 30 Minuten einwirken gelassen und anschliessend ausgespült.
Einige Ohrentropfen haben nach dem Anbruch eine begrenzte Haltbarkeit.Wirkstoffe
Die folgende Liste zeigt eine Auswahl von Wirkstoffen, welche in Ohrentropfen enthalten sein können:Kontraindikationen
Zu den Gegenanzeigen gehören (Auswahl):
- Überempfindlichkeit
- Perforiertes Trommelfell
- Nach Operationen des Gehörgangs
- Virale Infektionen, Pilzinfektionen (Glucocorticoide)
- Mittelohrentzündung (Antibiotika)
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Unerwünschte Wirkungen
Die unerwünschten Wirkungen sind von den verwendeten Tropfen abhängig. Mögliche Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen und lokale Reaktionen im Gehörgang wie Juckreiz, Hautausschlag, Reizungen und Missempfindungen. Systemische Nebenwirkungen sind nicht auszuschliessen. Sie wurden zum Beispiel bei Chinolonen beschrieben.
Einige Wirkstoffe wie beispielsweise Aminoglykoside wie Neomycin und Gentamicin haben ototoxische Eigenschaften und können bei bei einem traumatisierten Trommelfell zu einer Schädigung des Gehörs führen. Vor der Einleitung der Therapie ist eine Otoskopie erforderlich.Literatur
- Aaron K., Cooper T.E., Warner L., Burton M.J. Ear drops for the removal of ear wax. Cochrane Database Syst Rev, 2018, CD012171 Pubmed
- Arzneimittel-Fachinformation (CH)
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Grandvuillemin A., Contant E., Fedrizzi S., Gras V., Dautriche A. Tendinopathy after ofloxacin ear drops. Eur J Clin Pharmacol, 2015, 71(11), 1407-8 Pubmed
- Handbücher der pharmazeutischen Technologie
- Palomar García V., Palomar Asenjo V. Are some ear drops ototoxic or potentially ototoxic? Acta Otolaryngol, 2001, 121(5), 565-8 Pubmed
- Pappas S. et al. Topical antibiotic ear drops: are they safe? Int J Clin Pract, 2006, 60(9), 1115-9 Pubmed
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.