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Tour de Sol und Alpine Solarmobil-Europameisterschaft
Tour de Sol
Initiiert von Josef Jenni und einer Gruppe der SSES (Schweizer Vereinigung für Sonnenenergie) fand 1985 die erste Tour de Sol statt, eine Rallye mit solarbetriebenen Leichtbaufahrzeugen (Solarmobilen). Die Kritiker hatten im Vorfeld prophezeit, dass man mit einem Solarauto die Schweiz nicht in so kurzer Zeit würde durchqueren können. Doch die Tour de Sol 1985, in deren Patronatskomitee die damaligen Nationalräte Adolf Ogi, Kaspar Villiger und Moritz Leuenberger sassen, strafte diese Kritiker Lügen.
Die erste Tour de Sol war eine abenteuerliche und originelle, aber eher beschränkt verkehrstaugliche und in der Mehrzahl von Bastlerfahrzeugen getragene Veranstaltung. Aber bereits diese erste Sonnenenergie-Werbefahrt stiess auf grosses Echo und Zustimmung. Publikums- und Medieninteresse nahmen von Jahr zu Jahr zu. Parallel dazu stiegen Wissen, Können und Erfahrung. Die technische Ausrüstung von Solarmobilen wurde ausgereifter; die Strassentauglichkeit von Solarmobilen war kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Innert weniger Jahre erreichten clevere Automechaniker, Techniker und Ingenieure respektable Ergebnisse mit ihren Solarmobilen. Die kreativen Pioniere fuhren ihren Kritikern mit sanfter Solartechnologie davon, unaufhaltsam in Richtung Genfersee, über den Brünig nach Suhr, später nach Etoy - oder quer durch Australien. Dort gewann die Ingenieurschule Biel weltweites Ansehen, als sie mit dem "Spirit of Biel" genannten Solarmobil die World Solar Challenge 1987 auf dem 3. Rang beendete und die World Solar Challenge 1990 gar gewinnen konnte.
In der Schweiz wurde die Tour de Sol letztmals 1993 durchgeführt. Die World Solar Challenge (erstmals 1987, 1987 bis 1999 alle drei Jahre, seither alle 2 Jahre) und weitere Solarmobil-Rennen finden aber weiterhin statt.
Alpine Solarmobil-Europameisterschaft (ASEM)
Die erste Alpine Solarmobil-Europameisterschaft fand 1989 statt. Es handelte sich um eine Solarmobil-Fahrt von Disentis über Flims, Chur, Lenzerheide und über den Julierpass bis nach St. Moritz. Die Alpen wurden ausschliesslich mithilfe von Solarenergie überquert.
Nach der 4. Tour de Sol hatten sich mehr und mehr zwei Solarmobil-Trends herauskristallisiert: Einerseits gab es alltagstaugliche Seriensolarmobile, von denen man sich möglichst bald einen Beitrag zur besseren Einhaltung der eidg. Luftreinhalteverordnung erhoffte. Andererseits starteten an der Tour de Sol Rennsolarmobile, welche die Solarfahrzeugtechnologie rechtzeitig in die Zukunft fahren sollten. Während die Tour de Sol nach wie vor für alle Solarmobile offen stand und sich insbesonders als Testfahrt für alltagstaugliche, günstige Serienfahrzeuge eignete, wurde an der ASEM in den Kategorien Rennsolarmobile und Prototypen (mit Solartankstelle oder im Netzverbund) gestartet. Konstrukteure und Solarmobilfahrer waren erstmals aufgerufen, in den Bündner Bergen die Alpenpasstauglichkeit und die Energie-Rekuperationsfähigkeit ihrer Prototypen und Rennsolarmobile zu testen.
Die ASEM wurde vier Mal durchgeführt. Anlässlich der ASEM 1995 in der Surselva gab es sogar einen Weltrekord zu verzeichnen. Die "Spirit of Biel" erreichte 148,16 km/h und fuhr schneller als je ein Solarmobil zuvor.