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Sexualität der Einsamkeit
Nach dem Tod ihrer Schwester findet die Herausgeberin auf deren Computer den Text eines Romans. Der Text erschüttert und irritiert sie. Es ist die Sprache ihrer Schwester. Aber was sie da liest, kann sie nicht glauben. Viele Begebenheiten kommen ihr bekannt vor, erinnern sie an das Leben der Schwester, das sie kennt. Aber vieles ist auch so abgrundtief verschoben anders, dass sie sich gar nicht vorstellen kann, dass ihre Schwester so etwas geschrieben hat, dass ihre gebildete Schwester solche fürchterlichen Gedanken in ihrem Kopf gehabt hat. Sie ist schockiert. Die Schwester war die letzten Jahre ihres Lebens vollständig gelähmt. Der Computer war ihre einzige Verbindung zur Aussenwelt. Sie hat damit Gedichte und Romane geschrieben und auch veröffentlicht. Doch dieser Text gehört nicht zu den publizierten Texten. Es ist die Geschichte einer erfolgreichen Rechtsanwältin in einer Wirtschaftskanzlei. Es ist aber auch die Geschichte einer erdrückend einsamen Sexualität, die Geschichte von grausamen Alpträumen und schrecklichen Verirrungen einer Frau auf der Suche nach ihrer Identität.
Nach vielen Gesprächen mit ihrem Mann und Freunden entschliesst sich die Herausgeberin, den Text der verstorbenen Schwester zu veröffentlichen. Ein mutiger Schritt.
Peter Ferachaux (Hrsg.)
Der Rezensent: Peter Ferachaux ist Professor für neuere deutsche und internationale Literatur an der Universität Utrecht. Er promovierte über "Goethe und das private in der Literatur". Seine Habilitation schrieb er über "Die Texte von Sigmund Freud als literarisches Zeitzeugnis". Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte sind "Studien zum Andersartigen in der Alltagssprache" und "Heimlichkeit als Prinzip der öffentlichen Rede".
Alexandra Peterson
Die Autorin: Alexandra Peterson studierte Jura in München, Köln und Hamburg. Nach dem Studium war sie zunächst als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt internationales Wirtschaftsrecht in einer global agierenden Grosskanzlei tätig. Für die Kanzlei war sie unter anderem ein Jahr in Nordamerika und zwei Jahre in Asien. Dann übernahm sie die Kanzlei ihres Vaters in Hamburg. Kurz vor Erreichen der Pensionsgrenze erkrankte sie an einer besonders schweren Form der Multiplen Sklerose. In den ihr verbleibenden Lebensjahren veröffentlichte sie drei Gedichtbände und zwei Romane.
Michaela Peterson (Hrsg.)
Die Herausgeberin: Michaela Peterson ist die drei Jahre jüngere Schwester von Alexandra Peterson. Sie studierte Medizin in München und Heidelberg. Sie arbeitet in Hamburg als Kardiologin in eigener Praxis und ist mit dem ein Jahre jüngeren Informatikprofessor Jo Band verheiratet. Sie hat zwei Kinder.