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Er versprach am Freitag, trotz des Bahnstreiks würden alle 80'000 Zuschauer der Eröffnungspartie Frankreich gegen Rumänien zum Stade de France in der Pariser Vorstadt Saint-Denis gebracht.
Von den Streiks bei der Staatsbahn SNCF sind auch Vorstadtzuglinien betroffen, die die Pariser Innenstadt mit dem Stade de France verbinden. Die Regierung setzt deswegen Sonderzüge ein.
Notfalls würden streikende Lokführer zum Dienst verpflichtet, sagte Vidalies und wiederholte damit eine Drohung von Premierminister Manuel Valls. Blockaden von Bahngleisen würden "strafrechtliche und disziplinarische" Konsequenzen haben, warnte der Verkehrsstaatssekretär.
Der Streik bei der SNCF sorgte am Freitag den zehnten Tag in Folge zu erheblichen Behinderungen im Schienenverkehr. Die Bahnmitarbeiter protestieren mit dem Streik gegen eine umstrittene Arbeitsmarktreform, in erster Linie aber gegen eine neue Arbeitszeitregelung.
Aus Protest gegen die Arbeitsmarktreform wird auch bei der Pariser Müllabfuhr gestreikt. Weil Mülltonnen in einigen Stadtteilen nicht mehr geleert wurden, quollen die Tonnen über und Abfallsäcke türmten sich am Strassenrand.
Am Freitag wurden die Tonnen aber wieder geleert. Das Pariser Rathaus griff dabei auf Privatunternehmen zurück, die bereits in der Hälfte der Pariser Bezirke für die Müllentsorgung zuständig sind.
"Der ganze Müll wird eingesammelt", versprach Bürgermeisterin Anne Hidalgo im Sender RMC. Bis zur Rückkehr zur Normalität würden aber "natürlich einige Tage vergehen".
Die französische Regierung befürchtet einen gewaltigen Imageschaden durch die Streiks während der Fussball-EM, bei der rund zwei Millionen Besucher aus dem Ausland erwartet werden.
Für den Präsidenten des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert, hat Frankreichs Ansehen bereits Schaden genommen: "Dieses Bild wollten wir nicht abgeben", sagte er dem Sender France Inter. Auf die Frage, ob die Streiks das Fussballfest verderben könnten, antwortete Lambert, dies sei bereits der Fall.
Am Samstag beginnt zudem ein viertägiger Pilotenstreik bei der Fluggesellschaft Air France. Die Konzernleitung erklärte am Freitag, mehr als 80 Prozent der Flüge seien sichergestellt. An dem Streik wird sich voraussichtlich rund jeder vierte Pilot beteiligen.
Die Fussball-EM beginnt am Freitagabend mit der Eröffnungspartie Frankreich gegen Rumänien im Stade de France. Überschattet wird das vierwöchige Turnier auch von der Sorge vor Anschlägen.
(SDA)