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Gehörlosigkeit
Bei einer Gehörlosigkeit sind beide Ohren von Taubheit betroffen: Geräusche und Töne sind dadurch nicht oder nur ganz minimal wahrnehmbar.
Als Gehörlosigkeit im weiteren Sinne gilt, wenn das Hörvermögen so stark beeinträchtigt ist, dass Sprache auch mit Hörgeräten über das Gehör nicht aufgenommen werden kann.
Gehörlosigkeit im engeren Sinne bezeichnet eine hochgradige Hörschädigung (Taubheit), die von Geburt an besteht oder aber in früher Kindheit auftrat. Die angeborene oder im frühesten Kindesalter eingetretene Hörschädigung ist so stark, dass sich die Sprache nicht natürlich über das Gehör entwickelt (prälinguale Gehörlosigkeit). In diesem Fall sind der Spracherwerb und damit der gesamte Erziehungs- und Bildungsprozess besonders gefährdet. Meistens sind trotzdem noch Hörreste vorhanden, die möglichst früh (in den ersten Lebensjahren) auszunützen sind.
Ertaubung
Ertaubte Menschen verlieren ihr Gehör durch Vererbung, Krankheit oder Unfall nach dem Spracherwerb, das heisst nach dem 5. Lebensjahr. Ertaubte Menschen empfinden den Hörverlust besonders stark, da sie hören, verstehen und sprechen gelernt haben. Bis etwa Mitte der 1980er Jahre waren ertaubte Menschen stark benachteiligt. Mit der Entwicklung des Cochlea-Implantates (CI) hat sich ihre Situation jedoch verbessert. Ertaubte Menschen haben nach einer CI-Operation oftmals bessere Integrationsmöglichkeiten. Manche ertaubte Menschen erlernen auch die Gebärdensprache und können dadurch sowohl in der gehörlosen wie in der hörenden Welt kommunizieren (Bilingualität).
In der Schweiz wurde lange Zeit von «Taubstummen» gesprochen, wenn Gehörlose gemeint waren. Doch Gehörlose sind nicht stumm, sie können sprechen, schreiben und benützen die Gebärdensprache. Korrekt ist also der Begriff «gehörlos».