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Welche Konsequenzen sind zu erwarten, wenn die Reform nicht angenommen wird?
Die PKSPF wäre gezwungen, den aktuellen Rentensatz von 1,6 % auf 1,3 % senken. Das entspricht einer durchschnittlichen Senkung der Renten, von der alle Angestellten betroffen wären und die höher ausfallen würde als die durchschnittliche Senkung, die im Rahmen der zur Abstimmung unterbreiteten Vorlage zu erwarten ist. Die Senkung der Renten um 10 bis 30 % würde bedeuten, dass die Kosten der Reform vollumfänglich zu Lasten der Versicherten gehen. Übergangsmassnahmen würden nur für Personen über 59 Jahre gewährt, alle anderen Personen würden keine Kompensationen erhalten. Die Folgen für Personen ab 45 Jahren wären schwerwiegend, da sie nicht von den zusätzlichen Übergangs- und Kompensationsmassnahmen profitieren könnten, welche in der Vorlage vorgesehen sind.
Wäre das Scheitern der Reform nicht zum Vorteil einiger Altersgruppen?
Nein. Das Scheitern der Reform wäre für keine Kategorie der versicherten Angestellten von Vorteil. Im Fall, dass die Reform scheitert und das Leistungsprimat beibehalten wird, würden die Renten der Versicherten je nach Alter um 10 bis 30 % sinken. Ausserdem wären weitere Leistungskürzungen in den kommenden Jahren nicht ausgeschlossen. Einzig Personen ab 59 Jahren würden im Falle eines Scheiterns von den Übergangsmassnahmen profitieren. Wenn sich diese Personen jedoch frühzeitig pensionieren lassen, können sie nicht mehr von den heutigen Bedingungen profitieren, welche den Verlust begrenzen, der mit der vorzeitigen Pensionierung einhergeht. Die PKSPF beschloss, diesem Mechanismus ein Ende zu setzen, der de facto Personen mit hohem Einkommen begünstigt. Die Renten würden bei vorzeitiger Pensionierung für alle Personen um 5 % pro Jahr gekürzt. Diese sogenannte versicherungsmathematische Kürzung wurde vom Renten-Rechner, der 2019 auf der Webseite aufgeschaltet wurde, nicht berücksichtigt. In der neuen Version des Renten-Rechners wurde dieser Aspekt mittlerweile korrigiert. Es zeigt sich, dass auch Personen ab 59 Jahren nicht von einem Scheitern der Reform profitieren würden.
Per wann werden die Anpassungen umgesetzt?
Der Grosse Rat hat die vom Staatsrat ausgearbeitete Vorlage am 26. Juni 2020 gutgeheissen. Entsprechend der Kantonsverfassung unterliegt dieser Gesetzesentwurf dem obligatorischen Finanzreferendum. Deshalb wird die Freiburger Stimmbevölkerung am 29. November 2020 über das Gesetz abstimmen. Das Inkrafttreten des neuen Vorsorgeplans ist per 1. Januar 2022 geplant. Die aktuellen Bestimmungen bleiben daher bis am 31. Dezember 2021 in Kraft.
Ich plane, im Jahr 2020 oder 2021 in Pension zu gehen. Soll ich meinen Entscheid vorverschieben?
Nein, die aktuellen Bedingungen bleiben bis Ende des Jahres 2021 bestehen.