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Die Inschriften zeigen: Es starben Frauen und Männer aus aller Welt am Matterhorn, am Täschhorn, Weisshorn, Liskamm, im Monte-Rosa-Gebiet oder auch am Obergabelhorn. Auf dem Bergsteigerfriedhof sind die Grabsteine von rund 50 Verunglückten zu sehen. Die meisten stammen aus dem 19. Jahrhundert, einige auch aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts.
Zwei Grabsteine der Erstbesteiger des Matterhorns
Der Grabstein von zwei Prominenten ist eine Ausnahme. Sie starben nicht am Berg, sondern eines natürlichen Todes: Peter und Peter Taugwalder, Vater und Sohn. Sie waren die Bergführer des Erstbesteigers des Matterhorns, Edward Whymper. Nur diese drei Personen kehrten lebend nach Zermatt zurück. Die Erstbesteigung war am 14. Juli 1865 gelungen. Ihre vier Bergkameraden stürzten ab, darunter Michel-Auguste Croz, der Bergführer aus Chamonix. Sein Grabstein steht neben jenem der beiden Peter Taugwalder. Zwei der drei abgestürzten Engländer sind bei der English Church in Zermatt beigesetzt: D. Robert Hadow hat sein Grab im Freien, Reverend Charles Hudson liegt im Altar der English Church. Der dritte ums Leben gekommene Engländer, Lord Francis Douglas, konnte nicht begraben werden, weil seine Leiche nie gefunden wurde.
Auch der Grabstein der wohl berühmtesten Alpinistin des 19. resp. 20. Jahrhunderts liegt auf dem Bergsteigerfriedhof: Eleonore Noll-Hasenclever (1880–1925). Sie kam am 18. August 1925 beim Abstieg vom Bishorn in einer Lawine ums Leben.
Zeichen der Trauer
Die Gedenksteine werden teilweise bis heute von Angehörigen und Bergkameraden mit Kerzen und Blumen geschmückt. Manchmal sind auch die Gründe des Unglückes zu erfahren: Lawinenabgang, Steinschlag, Gletscherspalte. Ergreifend der Satz auf einem der Gedenksteine für einen jungen Bergsteiger: "I chose to climb" – ich wählte das Klettern. Am Stein hängt der originale rote Eispickel des Verunglückten sowie die US-amerikanische Flagge.
Weitere Zeugen des alpinen Todes
- Gedenkstätte der Verunglückten der vergangenen Jahre: an der Friedhofsmauer des Einheimischenfriedhofs
- Bergführerdenkmal: für die verunglückten Bergführer, beim Einheimischenfriedhof
- Matterhorn-Museum Zermatlantis: Fundgegenstände der Verunglückten der Erstbesteigung des Matterhorns vom 14. Juli 1865
Literatur
"Der Wahrheit näher: die Katastrophe am Matterhorn 1865 und andere Erstbesteigungen". Martin Jäggi, Herausgeber: Hannes Taugwalder. Deutsch. Verlag Glendyn, 1990. Bestellung bei ZAP Buchhandlung, Zermatt.
"Scrambles Among the Alps", Edward Whymper. Verlag Whyte Star 2006. Englisch. Bestellung bei ZAP Buchhandlung, Zermatt.