Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03136.jsonl.gz/402

Christentum in der islamischen Welt
26.1.17 / 2.2.17 / 9.2.17 / 16.2.17 / 23.2.17
Fragestellungen
- Wie werden angesichts gegenwärtiger Entwicklungen im Islam Kirchen herausgefordert?
- Wie hat das Christentum unter Fremdherrschaft überlebt und sich entfalten können?
- Wie verändert sich dadurch unser Dialog mit dem Islam?
Ziele
- Unsere Glaubensgeschwister im Orient und in anderen muslimisch geprägten Ländern wahrnehmen bis hin zu möglichen Partnerschaften und Vernetzungen
- Den Islam differenzierter wahrnehmen
Toleranz
Während die Beschäftigung mit dem Islam Hochkonjunktur hat, bleibt es schwer, die Geschichte und die Rolle des Christentums in der islamischen Welt einzuordnen. Dabei leben zwischen Westafrika und Indonesien Millionen von Christen aller unterschiedlichen Konfessionen. Dass sich in diesen Ländern überhaupt lebendige christliche Gemeinschaften erhalten konnten, ist letztlich auch dem Islam und seiner grundsätzlichen Toleranz gegenüber religiösen Minderheiten zu verdanken. Gleichzeitig weisen die vielen Schwierigkeiten und Existenznöte der heutigen christlichen Gemeinden auf die politische, kulturelle und auch theologische Krise des gegenwärtigen Islams hin. Die Auseinandersetzung mit dem Thema gestaltet sich also genauso facettenreich wie die Beschäftigung mit dem Islam.
Austausch
Einige dieser Facetten wurden an den geplanten fünf Abenden präsentiert oder diskutiert. Der einführende Vortrag (26. Januar) beschrieb die unterschiedlichen christlichen Kirchen, die in der islamischen Welt überhaupt anzutreffen sind. Hauptgewicht hatten dabei vor allem die verschiedenen Ostkirchen, die bereits vor der Ankunft des Islams entlang des Nils und der Seidenstrasse angesiedelt waren. Gerade die Entstehung des Korans kann daher als Ausdruck eines theologischen Dialoges verstanden werden, mit dem sich die entstehende muslimische Gemeinde den monotheistischen Religionen öffnete. Am folgenden Vortrag (2. Februar) tauchten wir in die Blütezeit der muslimischen Zivilisation ein, eine Zeit, die mit dem Übersetzen wissenschaftlicher Texte ins Arabische einherging und auch durch das Mitwirken christlicher Philosophen und Ärzte ermöglicht wurde.
Konkurrenz
Mit den Kreuzzügen und mit der allmählichen Veränderung der politischen Landschaft verschlechtert sich auch die Situation der Christen, so dass das Christentum langsam aber kontinuierlich zu einer demographischen Minderheit wurde. Mit der frühen Neuzeit will sich hingegen beschäftigte sich der dritte Abend (9. Februar). Es ist die Zeit, in welcher europäische Gelehrte anfingen, sich mit dem Orient zu beschäftigen und somit auch auf die Hilfe von arabischsprechenden Christen angewiesen waren. Die Kontakte zwischen Ost und West stellten die orientalischen Christen aber auch vor neue Herausforderungen: Katholische und evangelische Missionare traten nun als Konkurrenten auf und schufen somit eine Entfremdung, die bis heute andauert.
Ausblick
Anschliessend kamen wir auf die Gegenwart zurück und fragten in einem vierten Vortrag (16. Februar) danach, welchen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen die heutigen christlichen Gemeinden in den verschiedenen islamischen Ländern ausgesetzt sind. Dabei zeigt sich, dass der immer globaler werdende Fundamentalismus in vielen Ländern zum Prüfstein für das Modell einer pluralistischen Gesellschaft geworden ist.
Literatur:
Martin Tamcke, Christen in der islamischen Welt. Von Mohammed bis zur Gegenwart, München 2008.
Aus Dietrich Bonhoeffers Buch «Gemeinsames Leben» lasen wir gemeinsam ausgewählte Texte. Wir wollten uns inspirieren lassen, wie kleine oder grössere christliche Gemeinschaften funktionieren können; gleichzeitig hinterfragten wir auch Bonhoeffers Vorstellungen. Pfrn. Caroline Schröder-Field und Sr. Esther Herren haben uns je an einem Abend begleitet.
Literatur:
Dietrich Bonhoeffer, Gemeinsames Leben
Chr. Kaiser Verlag, München 1939, ISBN 3-579-01875-2; TB, ISBN 3-579-00452-2.
Mittwoch, 2. November, Donnerstag, 10., 17., 24. November und 1. Dezember 2016
19.30 – 21.00 Uhr
Hofstube, Bischofshof
Rittergasse 1
Auskunft:
Urs Schneider, Tel: 061 311 16 89 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Herausforderung für Recht & Ethik
Partnerschaftsbeziehungen und Familienformen sind einem steten Wandel unterworfen. Seit Jahren geht einerseits die Heiratsfreudigkeit zurück und steigen andererseits die Scheidungsraten. Dies führt zu einem veränderten Familienbild, das durch eine Zunahme von nichtehelichen Partnerschaften mit Kindern, von Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil sowie durch eine Zunahme von Patchworkfamilien geprägt ist. Herausgefordert sind nicht nur die betroffenen Eltern, Stiefeltern und Kinder, sondern auch das Recht und die Ethik. Wie stellt sich das Recht auf diese Veränderungen ein? Wie werden diese Entwicklungen aus der Sicht der evangelischen Ethik beurteilt? Diese und weitere damit zusammenhängende Fragen werden an diesem Vortragsabend besprochen und diskutiert.
Donnerstag, 17. November 2016
18.30 Uhr
Forum für Zeitfragen
Leonhardskirchplatz 11, Basel
Vier Koran-Abende
Januar/Februar 2016, jeweils donnerstags, 08.01., 15.01., 29.01. und 05.02.2016
Der Koran als B(r)uch der Spätantike
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!