Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03136.jsonl.gz/411

Berlin - Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) braucht dringend die Hilfe Deutschlands bei der Neuansiedlung von Flüchtlingen aus dem Libyen-Konflikt, die in Tunesien und Ägypten gestrandet sind.
Zum bevorstehenden Tag des Flüchtlings (30. September) hat der UNHCR-Vertreter in Deutschland Michael Lindenbauer erneut an die politisch Verantwortlichen appelliert, sich an einer globalen Initiative zu beteiligen, um über 5.000 registrierte Flüchtlinge in Tunesien (3.900) und Ägypten (1.300) aus einer prekären Lage zu befreien.
Diese Flüchtlinge stammen vornehmlich aus dem Sudan, Somalia, Ertitrea und anderen Sub-Sahara-Konfliktstaaten. Anders als hunderttausende von Gastarbeitern können sie nicht in ihr Heimatland zurück, aber auch nicht dort bleiben, wo sie sind. Für sie gibt es nur die Schutzalternative des sogenannten Resettlement, d.h. die Neuansiedlung in einem Drittland.
UN-Flüchtlingskommissar António Guterres hatte bereits im April 2011 dazu aufgerufen, neue Aufnahmeplätze für diese schutzbedürftigen Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. „Die bislang angebotenen weniger als 1.000 Plätze sind jedoch bei weitem nicht ausreichend“, betonte Lindenbauer. Er hoffe deshalb, dass sich nun auch Deutschland an dem von UNHCR organisierten Aufnahmeprogramm beteiligen werde.
„Die Flüchtlinge befinden sich in einer akuten Notlage. Tunesien und Ägypten dürfen nicht alleingelassen werden, wenn es darum geht, für diese schutzbedürftigen Menschen eine dauerhafte Lösung zu finden“. Lindenbauer betonte, er sei sehr zuversichtlich, dass solch eine humanitäre Aktion auch auf eine breite Unterstützung in der deutschen Bevölkerung stoßen werde.
"Mit dieser Initiative können potenziell viele Menschenleben gerettet werden", so der UNHCR-Vertreter. Resettlement schaffe einen sicheren Korridor zumindest für eine Gruppe von besonders schutzbedürftigen Menschen und sei "in dieser Situation einfach auch ein Gebot der Menschlichkeit." Die geordnete Aufnahme sei "die humanitäre Alternative für viele Menschen, denen sonst als Überlebensperspektive nichts bleibt, als eine Flucht auf überfüllten und seeuntüchtigen Booten."
« zurück