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In einem neuen Policy Brief der Eidgenössischen Kommission für Familienfragen EKFF befassen sich zwei Autorinnen mit den optimalen Voraussetzungen zur Förderung des Stillens und den Vorteilen, die die Gesellschaft, nicht nur Mutter und Kind, daraus ziehen können. Aufgrund der hierzulande im Ländervergleich kurzen Stilldauer machen sie Empfehlungen für die Schweiz.
Mütter, die ihr Kind stillen wollen, sollten die Möglichkeit dazu haben. In der Schweiz beginnen 95% aller Mütter zu stillen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Säuglinge in den ersten 6 Monaten ausschliesslich zu stillen. Die Stilldauer in der Schweiz liegt unter den WHO-Empfehlungen, da sie auch eng mit der Dauer des geltenden Mutterschutzes und der Einhaltung bestehender gesetzlicher Bestimmungen zum Schutz von stillenden Frauen zusammenhängt.
74% der Kinder in der Schweiz werden im Alter von 5 und 6 Monaten nicht mehr oder nicht mehr ausschliesslich gestillt. Gleichzeitig stillen und erwerbstätig sein, stellt für Mütter in vielen Branchen eine Herausforderung dar.
Die am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut tätigen Autorinnen Sonja Merten, Mitglied der EKFF, und Jordyn Wallenborn sind überzeugt, dass die Vorteile des Stillens über die Familie hinausgehen. In dem von ihnen verfassten Policy Brief "Stillen betrifft die ganze Gesellschaft" formulieren sie verschiedene Empfehlungen. So soll insbesondere das Stillen am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit verbessert werden; zudem soll eine nationale Kommunikationsstrategie Eltern, Arbeitgeber und die Gesellschaft über das Stillen informieren und die Akzeptanz des Stillens erhöhen.
Damit es möglich ist, die Empfehlungen für ausschliessliches Stillen umzusetzen, empfehlen die Autorinnen die Einführung einer mehrmonatigen Elternzeit inklusive Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs.