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Unter dem Begriff Östrogen werden verschiedene Fruchtbarkeitshormone zusammengefasst, die den weiblichen Zyklus und die Schwangerschaft massgeblich steuern. Sie beeinflussen auch den Stoffwechsel – vor allem den Cholesterin-Haushalt – und das Knochenwachstum.
Gebildet werden die drei verschiedenen Östrogene (Östron, Östriol und Östradiol) in den Eierstöcken, in der Nebennierenrinde, während der Schwangerschaft in der Plazenta – und in den Hoden. Denn das vermeintlich weibliche Hormon kommt auch im männlichen Organismus vor, allerdings in einer deutlich geringeren Menge.
Östrogen fördert die Reifung der Eizelle und macht den Schleim des Gebärmutterhalses flüssiger, sodass Spermien hindurch gelangen. So ermöglicht es die Befruchtung. Indem das Hormon den Aufbau der Gebärmutter vorantreibt, kann sich hier die befruchtete Eizelle einnisten. Östrogen sorgt ausserdem dafür, dass die weibliche Brust während der Schwangerschaft wächst und ein späteres Stillen möglich wird.
Bei Männern wird Östrogen aus dem Geschlechtshormon Testosteron gebildet. Schwankungen im Hormonspiegel können gravierende Auswirkungen haben. So führt ein Östrogenmangel – etwa während der männlichen Wechseljahre – zu mehr Bauchfett, einer verminderten Libido und Erektionsproblemen. Ein Überschuss an Östrogen hingegen kann einen Brustwachstum nach sich ziehen. Auch Diabetes und Übergewicht werden von Östrogen beeinflusst. Umso wichtiger ist es, bei Beschwerden, die auf diese Krankheitsbilder hindeuten, auch den Hormonspiegel zu kontrollieren.