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Manchmal fürchte ich mich vorm Scheitern. Daher beginne und starte und wage ich nicht und nichts. Ich zaudere und hadere. Ich riskiere nichts. Ich übertreibe nicht. Ich investiere nicht. Ich warte bloss, ich friste. Ich hoffe, dass der andere mich führt. Ich kenne mein Muster. Ich vergleiche das mit der Schule.
Du bist vorwitzig, beantwortest eine Frage eines Lehrers. Aber leider irrst du. Fürderhin schweigst du. Du willst dich nicht mehr exponieren. Dein Fehler beschämt dich. Du bevorzugst also die Passivität und harrst, bis jemand dich wieder auffordert, deine Meinung kundzugeben.
Manchmal fühle ich mich auch so; in gewöhnlichen wie ungewöhnlichen Alltagssituationen. Ich fürchte mich momentan vor einer gewissen Annäherung. Aber eigentlich müsste ich mich annähern, um Gewissheit zu erlangen. Denn wie bei einem Aidstest muss im positiven Falle der Test wiederholt werden.
Ich muss also meine Versuche repetieren, mindestens dreimal, bis ich mich vergewissern darf. Bis ich mich festlegen darf, dass ich gescheitert bin. Ich gebe manchmal zu rasch auf. Manchmal auch nicht. Aber manchmal eben schon. Immer wenn ich direktes, negatives Feedback erhalte, das mich berechtigterweise bemängelt.
Ich will mir hiermit Mut einreden, dass ich meine Versuche nochmals starten solle. Gewisse Versuche stapeln sich im Backlog. Sie erinnern mich an meine eigene Unzulänglichkeit in einer Domäne, die mir zuvor ziemlich zugewandt und vertraut schien. Bevor ich also kapituliere, billige ich mir noch eine weitere Chance.
Direktes Feedback hin oder her. Das vermeintlich negative Feedback soll mich nicht einschüchtern. Sondern anspornen, mich zu verbessern, mich zu ändern. Es soll mich nicht deprimieren. Es soll mich nicht hemmen. Schliesslich tüftle ich auch beruflich solange, bis ich glücke. Wieso nicht auch privat?