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Ingo Niermann
Kollaborateur*in
Verdient die Wirklichkeit Misstrauen?
Eher Vertrauen, dass es trotz allem, das wir sicher nicht wissen, so etwas überhaupt gibt.
Sind die Ränder der Wirklichkeit diffus?
Es gibt keine Ränder.
Für was lohnt es sich zu kämpfen?
Liebe und Spiel.
Biografie:
Ingo Niermann studierte Philosophie und debütierte 2001 mit dem Roman «Der Effekt». 1999 hatte er zum Band «Mesopotamia» (Hrsg. Christian Kracht) eine Erzählung beigetragen. 2003 erschien «Minusvisionen», eine Chronik gescheiterter Unternehmensgründungen, 2006 «Umbauland». Letzteres umfasst zehn «provokante» Vorschläge zur radikalen Reform Deutschlands, unter anderem eine Nuklearbewaffnung, sowie die Forderung nach einer Bodenreform durch landwirtschaftlichen Anbau in Schrebergartenkolonien.
2010 erschien der Roman «Deutscher Sohn», geschrieben zusammen mit Alexander Wallasch, über einen bei einem Anschlag in Afghanistan verletzten Bundeswehrsoldaten.
Niermann arbeitete als freier Autor für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 2004 war er einer der Kuratoren der Ausstellung «Atomkrieg» im Kunsthaus Dresden. 2007 begann die Realisierung des Projekts «Große Pyramide», das Niermann in seinem Buch «Umbauland» umrissen hatte. Im September kam es auf einem Acker bei Streetz/Sachsen-Anhalt zur symbolischen Grundsteinlegung. Die Idee des Pyramidenbaus nimmt Niermann in abgeänderter Form in seinem mit Erik Niedling produzierten Dokumentarfilm «The Future of Art» (2010) wieder auf.
Seit 2008 ist Niermann als Herausgeber für die Solution-Reihe tätig, die bei Sternberg Press erscheint. 2013 gründete er gemeinsam mit Mathias Gatza und Henriette Gallus «Fiktion», ein von der Kulturstiftung des Bundes gefördertes Modellprojekt, das die sich durch die Digitalisierung eröffnenden Chancen für die Wahrnehmung und Verbreitung anspruchsvoller Literatur weiterzuentwickeln sucht.
Seit 2016 arbeitet Niermann mit der Filmemacherin Alexa Karolinski zusammen. Ihr gemeinsamer Film «Army of Love» hatte auf der 9. Berlin Biennale Premiere und wurde seitdem in Ausstellungen im Centre Pompidou, MACBA, Castello di Rivoli sowie im CCCB und auf der Wiesbaden Biennale gezeigt. Ihr zweiter Film «Oceano de Amor» (2020) war Teil einer dreimonatigen Ausstellung in der Londoner Galerie Auto Italia.