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Aufgrund der Beschreibung handelt es sich um Trommelschlegelfinger („Clubbing“). Die Abgrenzung zu Uhrglasnägeln ist fliessend. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Bei nicht eindeutiger Inspektion kann das „Schamroth-Zeichen“ hilfreich sein (https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/186209) – das Schamroth-Zeichen ist gut validiert und hat einen hohen positiven Prädiktionswert (>80%) bei geringer Interobserver-Variabilität. Anekdote: Das Zeichen ist nach Leo Schamroth benannt, einem Kardiologen, der das Zeichen bei sich selber beobachtet und erstbeschrieben hat – im Rahmen eines transienten Clubbings bei einer Endokarditis.
Die Pathophysiologie des Clubbings ist nicht restlos geklärt. Häufig wird eine Hypoxie vermutet. Allerdings ist dies nicht der wesentliche und bestimmt nicht der einzige Faktor – viele hypoxische Zustände machen kein Clubbing (siehe Engramm). Eine interessante Hypothese legt nahe, dass die Megakaryozytengenese in der Lunge (50% der Blutplättchen entstehen in der Lunge (!)) beim Ausbilden von pulmonalen Shunts gestört wird und die grossen, unreifen Plättchen dann direkt in die Periphere gelangen, wo sie die kleinen Gefässe obstruieren. Dies wiederum führt zur Freisetzung eines ossären Wachtumsfaktors.
Die Differentialdiagnose ist breit, sie umfasst aber im wesentlichen pulmonale Erkrankungen (Lungenfibrose, Bronchuskarzinom, cystische Fibrose, Bronchiektasen) und kardiale Probleme (RL-Shunt). Entzündliche Affektionen wie Endokarditiden, Lungenabszesse, entzündliche Darmerkrankungen können ein passageres Clubbing verursachen – die Pathogenese hier ist mir nicht klar. Auch die paraneoplastische Genese beim Bronchuskarzinom ist bei einem kurativen Therapieansatz meist reversibel. Das unilaterale Clubbing und das differentielle Clubbing (= mit Ausprägung an den Füssen, aber nicht an den Händen) sind Raritäten. Die Kombination von differentiellem Clubbing und selektiver Zyanose ist pathognomonisch für eine Eisenmenger-Reaktion bei persistierendem Ductus Botalli.
Engramm
Ein COPDist entwickelt kein Clubbing, auch nicht, wenn er hypoxisch ist oder unter supplementärer Sauerstofftherapie steht. In diesem Fall müssen Sie das Karzinom suchen. Die likelihood ratio für ein Malignom in diesem Setting liegt bei 4.
Literatur
Pallarés-Sanmartín A et al, JAMA. 2010;304(2):159–61
Schamroth L, S Afr Med J. 1976 Feb 28;50(9):297-300.