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Man weiss nicht recht, was man davon halten soll: IBM hat – basierend auf OpenOffice.org – eine neue, kostenlose Office-Suite namens Lotus Symphony veröffentlicht. Da der Download-Server momentan hoffnungslos überlastet ist, beruht dieser Artikel lediglich auf denjenigen Informationen, die man von IBM selbst sowie auf einschlägigen Websites erhält. Trägt man diese zusammen, so ergibt sich folgendes Bild:
- Lotus Symphony bietet eine Textverarbeitung (IBM Symphony Lotus Documents), eine Tabellenkalkulation (IBM Lotus Symphony Spreadsheets) und ein Präsentationsprogramm (IBM Lotus Symphony Presentations).
- Derzeit ist Lotus Symphony für Windows und Linux verfügbar; eine Mac-Version ist angekündigt.
- Lotus Symphony basiert auf demselben Code wie die Productivity Tools in IBMs Groupware Lotus Notes 8.
- Gegenüber OpenOffice.org besitzt Lotus Symphony unter anderem eine überarbeitete Benutzeroberfläche. Diese wirkt übersichtlich und modern, ist allerdings eher auf Anwender mit durchschnittlichen Ansprüchen zugeschnitten.
- Lotus Symphony basiert nicht auf der aktuellen OpenOffice.org-Version 2.x (oder gar auf der Version 3.x, welche derzeit als Beta-Version vorliegt), sondern auf der alten Version 1.x.
- Obwohl es sich um eine angepasste Version von OpenOffice.org handelt, ist Lotus Symphony keine Open Source Software. Dies liegt daran, dass OpenOffice.org 1.x damals nicht nur unter der LGPL-Lizenz, sondern auch unter der (heute nicht mehr benutzten) Sun Industry Standards Source License SISSL veröffentlicht wurde. Diese Lizenz erlaubt es, Modifikationen einer Software zu erstellen und zu verbreiten, ohne den Quellcode der Modifikationen offenlegen zu müssen.
Insgesamt scheint es, dass Lotus Symphony vor allem für IBM wichtig ist, um sich im Bereich der Groupware- und Office-Lösungen besser zu positionieren. Die Software mag technisch und konzeptionell überzeugen, und wenn es nur um den finanziellen Aspekt geht, scheint das Angebot attraktiv. Für die Open Source Community ist Symphony allerdings nur bedingt ein Gewinn, weil IBM zwar von OpenOffice.org profitiert, die Modifikationen aber zurückbehält.