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Johanniskraut
Das Johanniskraut ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: Es wird auch Blutkraut, Feldhopfenkraut, Tüpfelhopfenkraut oder echtes Johanniskraut genannt.
Das Johanniskraut ist eine anspruchslose, mehrjährige Staudenpflanze, welche eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen kann. Die Wurzeln sind sehr ausgeprägt und können bis zu 60 cm in den Boden reichen.
Die oval geformten Blätter enthalten zahlreiche Öldrüsen, welche als Speicherort für ätherischen Öle dienen. Die Öldrüsen findet man am Blattrand und auf der Blattfläche; sie wirken wie durchscheinende, kleine Punkte. Die Blätter sehen dadurch aus, als ob sie perforiert sind; deshalb auch die lateinische Bezeichnung perforatum.
Die Blüten sind goldgelb und blühen zwischen Juni und September. Auch diese enthalten eine reichliche Anzahl an Öldrüsen. Nach der Blüte entwickeln sich bis zu 1 cm grosse Kapselfürchte, welche längliche Samen enthalten.
Als Arzneidroge werden die während der Blütezeit geernteten, getrockneten Triebspitzen verwendet. Diese werden in Ethanol angesetzt und zu einem Trockenextrakt verarbeitet. Zum Teil werden auch Extrakte aus dem Kraut hergestellt.
Für die äusserliche Anwendung wird das Johanniskraut als Öl verwendet, welches normalerweise mit Sonnenblumenöl, manchmal auch mit Olivenöl hergestellt wird.
Die Johanniskrautstaude ist eine einheimische Pflanze, welche in ganz Europa verbreitet ist. Zudem findet man sie in Westasien und Nordafrika.
Sie wächst auf Wiesen oder Waldrändern, aber auch an Mauern und Wegen: überall dort, wo der Boden kalkhaltig und sonnig ist.
Für die Verwendung als Arzneidroge wird Johanniskraut landwirtschaftlich angebaut.
Zu den Hauptinhaltsstoffen von Johanniskraut gehören Hyperforin, Hypericin, Flavonoide, ätherische Öle, Catechingerbstoffe und Phenolcarbonsäuren.
Lange haben Forscher geglaubt, dass die Hauptwirkung durch den Inhaltsstoff Hypericin zustande kommt. Mittlerweile weiss man aber, dass der Gesamtextrakt des Johanniskrautes ausschlaggebend ist und dieser somit als Wirkstoff gilt.
Bei Johanniskraut-Präparaten, welche eine hohe Hyperforinkonzentration aufweisen, ist mit einer Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln zu rechnen. In der Leber werden gewisse Enzyme und Transportsysteme angeregt, welche einige andere Arzneistoffe schneller abbauen lassen. Bekannt hierfür sind zum Beispiel Antibiotika, Immunsuppressiva oder auch Hormonpräparate wie z.B. die Anti-Baby-Pille.
Der Inhaltsstoff Hypericin kann die Photoempfindlichkeit des Körpers erhöhen. Das heisst, dass die Haut empfindlicher auf die Sonne reagiert und mit leichten Reizungen gerechnet werden muss. Dies kommt bei Präparaten, welche äusserlich angewendet werden häufiger vor als bei der oralen Einnahme. Man sollte die Sonne wen möglich meiden oder sich mit einer entsprechenden Sonnenpflege gut schützen.
Wie auch das Hyperforin, beeinflusst auch Hypericin den Abbau gewisser Medikamente über die Leber und kann diese in ihrer Wirkung abschwächen.
• Hypericin und auch Hyperforin regulieren die Wirkung verschiedener Neurotransmitter, so zum Beispiel wird Serotonin vom Johanniskraut positiv beeinflusst.
Serotonin wird auch als «Glückshormon» bezeichnet, ob wohl es eigentlich kein Hormon ist. Es beeinflusst emotionale Prozesse und führt zu einem stimmungsaufhellenden Effekt.
• Auch die Flavonoide regulieren den Serotoninspiegel und unterstützen die Effekte von Hypericin und Hyperforin.
• Die im Johanniskraut enthaltenen ätherischen Öle haben bei einer innerlichen Anwendung eine entspannende und beruhigende Wirkung.
Äusserlich sind sie unterstützend bei Verletzungen, da sie als kühlend empfunden werden und schmerzen lindern.
• Die Gerbstoffe der Catechine wirken sich positiv auf den Magen-Darm-Trakt aus.
Johanniskrautpräparate werden innerlich als Beruhigungsmittel und Antidepressivum eingesetzt.
Zahlreiche Studien konnten diesen Wirkungsbereich belegen.
Somit ist der Einsatzbereich von Johanniskraut sehr gross:
- Depressive Verstimmungen, leichte bis mittelgradige Depressionen
- Seelische Probleme, Überarbeitung, Stress, starke Belastung, Stimmungsschwankungen
- Hormonell bedingte Stimmungsschwankungen in der Menopause
- Nervöse Unruhe, Ängstlichkeit, Reizbarkeit
Die äusserliche Anwendung mit öligen Johanniskrautpräparaten kann zur Unterstützung bei Verletzungen, Verstauchungen und auch Nervenschmerzen angewendet werden. Auch bei rheumatischen Beschwerden wie Arthrose oder Gicht kann eine lindernde Wirkung erzielt werden.
Oft werden Johanniskrautöle ebenfalls zur Hautpflege verwendet. Besonders angezeigt sind sie bei trockener Haut, Sonnenbrand und zur Narbenpflege.