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CH 1972 111'
Regie: Thomas Koerfer
Drehbuch: Dieter Feldhausen
Kamera: Renato Berta
Ton: Jeti Grigioni
Schnitt: Heinz Berner
Musik: Ernst Kölz
Produktion: Thomas Koerfer
Mit: François Simon, Paul Gogel, Norbert Schwientek, Janine Weill, Gotthard Dietrich, Gerhard Dorfer, Peter Kner
Ottocaro Weiss will mit seiner Gehilfin Anja die Pest auf die Bühne bringen, weil äussere Umstände und «Nachwuchsmangel» ihn gezwungen haben, den bisherigen Betrieb seines Flohzirkus einzustellen. Pest bedeutet für ihn «Auslöschung von allem, was das Leben niedrig und gemein macht», mithin Freiheit. Ohne es zu wissen, wird er von einem Mäzen finanziert, der der entgegengesetzten Auffassung ist: «Die Pest ist eine Ordnungsmacht», sagt Johannes Wagner. Diesem gelingt es, mithilfe seines Agenten Moosbrugger eine Nummer in das neue Programm zu schmuggeln, in der die Pest nicht wie von Ottocaro Weiss theatralisch, sondern als naturwissenschaftliche Realität an Ratten vorgeführt wird.
Als Wagner in dem Glauben, der überzivilisierten Menschheit einen Dienst zu leisten, eine Epidemie auszulösen versucht, scheitert er an Ottocaro Weiss, der, um seine persönliche Glaubwürdigkeit zu retten und die verlorene politische Dimension zurückzugewinnen, den Schein des Theaters mit der Wirklichkeit vertauscht: Die illusionäre Freiheit der Bühne ist auf die Dauer nicht genug.