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Bei der Hüftdysplasie handelt es sich um eine Fehlbildung (Dysplasie) am Hüftgelenk. Genauer gesagt handelt es sich um eine mangelnde Ausreifung der Hüftgelenkspfanne. Diese ist nicht genügend ausgebildet um den Hüftkopf richtig aufzunehmen und zu überdachen.
Rund 3 % der Neugeborenen kommen mit einer Hüftdysplasie zur Welt. Die Hüftdysplasie gehört somit zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Mädchen sind mit 80% der Fälle weit häufiger betroffen als Jungen. Die Fehlbildung tritt gehäuft zusammen mit Klumpfüssen, Torticollis und Plagiocephalus auf.
Die Hüftdysplasie kann zur Hüftgelenkluxation (Luxation = Verrenkung) führen. Dabei wird der Hüftkopf teilweise oder vollständig aus der Hüftgelenkpfanne verschoben, das heisst der Hüftkopf liegt nicht mehr richtig in der dafür vorgehsehen Pfanne drin.
In der Vergangenheit blieben bis 30% der Hüftdysplasien unentdeckt oder wurden zu spät diagnostiziert. Frühzeitige Arthrosen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen waren die Folge davon.
Heute besteht die Möglichkeit im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen bei Neugeborenen einen Hüftultraschall durchzuführen. Idealerweise erfolgt diese Untersuchung zwischen der 1. und 6 Lebenswoche.
Wird eine Hüftdysplasie möglichst frühzeitig nach der Geburt erkannt und behandelt, hat diese Fehlbildung eine sehr gute Prognose.
Dabei handelt es sich um eine erblich bedingt erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich eine bestimmte Krankheit entwickeln wird.
Hierbei handelt es ich um eine Spreizorthese zur Behandlung der Hüftdysplasie in den ersten Lebenswochen. Diese Bandage dient nicht nur der Nachreifung des Hüftgelenks sondern auch dazu, den Hüftkopf in der Hüftgelenkpfanne zu zentrieren. Die Hüfte wird in einer Stellung von 90 Grad fixiert. So entsteht eine Hocksitz-Haltung. Leichte Strampelbewegungen sind trotzdem möglich.
Hierbei handelt es sich um eine Spreizorthese zur Behandlung der Hüftdysplasie in den ersten Lebenswochen. Sie wird zur Unterstützung der Nachreifung der Hüfte angewandt. Die Hüfte wird in einer Stellung von 90 Grad fixiert. Es entsteht eine Hocksitz-Haltung. Die Schiene erlaubt Strampelbewegungen.
Bei den Ursachen der Hüftdysplasien handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen.
Faktoren wie beispielsweise Platzmangel in der Gebärmutter aber auch genetische Veranlagungen spielen bei der Entstehung der Hüftdysplasien eine Rolle.
Folgende Risikofaktoren für die Entstehung einer Hüftdysplasie sind bekannt:
Eine Hüftdysplasie besteht meistens nur einseitig. Die Symptome können erkennbar sein, sind zuweilen aber leicht zu übersehen und werden nicht bemerkt.
Manchmal ist auf der betroffenen Seite eine Abspreitzhemmung der Beine vorhanden. Beim auf dem Rücken liegenden Kind kann der untersuchende Arzt das betroffene Bein bei gebeugten Knie nicht bis auf die Unterlage drücken.
Ein weiterer Hinweis für eine Hüftdysplasie kann eine vorhandene Faltenasymmetrie im Bereich des Gesässes und der Oberschenkel sein.
Handelt es sich um eine Hüftluxation, kann auch eine Beinverkürzung auf der betroffenen Seite auffallen.
Wird eine Hüftdysplasie nicht therapiert oder erst spät erkannt, kann dies zu folgenden bleibenden (d.h. irreversiblen) Schäden am Skelett führen:
Die Hüfte der neugeborenen Kinder ist nach der Geburt noch unreif. Damit sich die Hüfte optimal weiterentwickeln kann, sollte eine frühzeitige Streckung des Hüftgelenks vermieden werden.
Folgende Massnahmen zur Vorbeugung einer Hüftdysplasie werden empfohlen:
Die Diagnose muss durch einen Kinderarzt gestellt werden. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen besteht die Möglichkeit eines Hüft-Ultraschalls bei Kindern in der 1.-6. Lebenswoche.
Fällt bei dieser Vorsorgeuntersuchung eine Unregelmässigkeit der Hüfte auf, werden je nach gemessenem Winkel und Schweregrad der Hüftdysplasie weitere Therapiemassnahmen eingeleitet.
Je später eine Hüftdysplasie diagnostiziert und behandelt wird, desto intensiver muss therapiert werden und desto grösser ist das Risiko für bleibende Restdysplasien. Bei starken Dysplasien besteht die Möglichkeit von Operationen zur Behandlung.
Noch vor ca. 15 Jahren waren in der kinderorthopädischen Praxis häufig schmerzhafte Früharthrosen, Hinken, Beinverkürzungen und Bewegungseinschränkungen anzutreffen. Durch die Früherkennung und -behandlung sollte dies heute höchstens in Ausnahmefällen vorkommen.