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Wenn jemand etwas Spezielles sieht und daraus etwas Besonderes macht; wenn diese Person das Besondere für andere Menschen sichtbar macht; wenn diese darin das sehen, was für den Künstler das Spezielle daran ist: Dann ist das Kunst. –Monica Studer und Christoph van den Berg, Künstlerin und Künstler
Kunst erweitert und schärft die eigene Wahrnehmung, sowohl beim Machen als auch beim Betrachten. Sie versetzt uns in erhöhte Aufmerksamkeit und bringt unser Denken in Fahrt.
Zitate
Menschen wurden geschaffen, um geliebt zur werden. Dinge wurden geschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet, ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden.Dalai Lama
Foto von Claudio Becker
Imagine von John Lennon
“Stell dir vor, es gäbe kein Himmelreich,
Es ist ganz einfach, wenn du es versuchst.
Keine Hölle unter uns,
über uns nur der Himmel.
Stell dir vor, alle Menschen
leben nur für das “Heute”.
Stell dir vor, es gäbe keine Länder,
es ist nicht so schwer, zu tun.
Nichts, wofür es sich zu töten oder sterben lohnt,
und auch keine Religion.
Stell dir vor, alle Menschen,
leben ihr Leben in Frieden.
Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
aber, ich bin nicht der Einzige.
Ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
und die ganze Welt wird wie eins sein.
Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr.
Ich frage mich, ob du das kannst.
Keinen Grund für Gier oder Hunger,
Eine Menschheit in Brüderlichkeit.
Stell dir vor, alle Menschen,
teilen sich die Welt.
Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
aber, ich bin nicht der Einzige.
Ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
und die ganze Welt wird wie eins sein.”
“An einem kalten Januarmorgen stand ein Mann in einer U-Bahn-Station in Washington D.C. und spielte Geige. Er spielte eine Dreiviertelstunde lang, auch sechs Stücke von Johann Sebastian Bach. In diesem Zeitraum – es war Rushhour – gingen über tausend Personen an ihm vorbei, die meisten waren auf dem Weg zur Arbeit.
Erst drei Minuten nachdem er angefangen hatte zu spielen, wurde der Musiker bemerkt. Ein Mann mittleren Alters verlangsamte seine Schritte und hielt schliesslich inne, doch nach ein paar Sekunden eilte er weiter, um nicht zu spät zu kommen.
Nach einer weiteren Minute bekam der Geiger seine erste Geldspende. Ohne überhaupt aufzusehen, warf eine Frau im Vorbeigehen eine Münze in den Geigenkasten.
Einige Zeit später blieb ein Mann stehen und lehnte sich an die Wand, um zuzuhören, doch dann sah er auf die Uhr und ging weiter. Er war wohl spät dran.
Am meisten Aufmerksamkeit schenkte dem Musiker ein dreijähriger Junge. Die Mutter war in Eile, doch der Junge blieb stehen. Schliesslich zog die Mutter ihn grob am Arm, und er ging weiter, konnte seinen Blick jedoch nach wie vor nicht von dem Mann lösen. Solche Szenen wiederholten sich sich mehrmals, jedes Mal zwangen die Eltern die Kinder weiterzugehen.
In dieser Zeit blieben nur sieben Menschen stehen und hörten ihm eine Weile zu. Etwa zwanzig Menschen gaben ihm Geld, gingen aber mit unvermindertem Tempo weiter.
Der Mann nahm zweiunddreissig Dollar ein. Als er sein Spiel beendete und es wieder still wurde, fiel das keinem auf. Keiner applaudierte, keiner zollte ihm die geringste Anerkennung!
Und keiner ahnte, dass der “Strassenmusiker” ein weltberühmter Geiger war: Joshua Bell. Nur eine einzige Person hatte ihn erkannt.
Bell hatte in der U-Bahn mit der Chaconne von Bach eines der kompliziertesten Musikstücke gespielt, das je komponiert wurde, und zwar mit einer Stradivari im Wert von dreieinhalb Millionen Dollar!
Zwei Tage vor seinem “Konzert” in der U-Bahn-Station hatte er in Boston vor ausverkauften Rängen gespielt, wo eine Karte im Schnitt hundert Dollar kostet.
Es ist eine wahre Geschichte. Joshua Bells Inkognito-Auftritt in der U-Bahn-Station fand im Rahmen eines von der Washington Post organisierten Experiments über Wahrnehmung, Geschmack und Prioritäten von Menschen in öffentlichen Räumen statt. Das Motto lautete: “An einem öffentlichen Ort zu ungewohnter Stunde”.
Es stellten sich Fragen wie: Nehmen wir Schönheit überhaupt wahr? Halten wir inne und bewundern sie? Erkennen wir einen Virtuosen auch in einem unerwarteten Umfeld?
Eine mögliche Schlussfolgerung aus diesem Experiment könnte lauten:
Wenn wir nicht einmal kurz Zeit haben, um stehen zu bleiben und einem der weltbesten Musiker zu lauschen, der die tollsten Stücke spielt, die es überhaupt gibt – wie viele andere Dinge verpassen wir dann?”
aus “Die Stimme des Meeres” von Sergio Bambaren
Ich habe gerade das Buch “Die Stimme des Meeres” von Sergio Bambaren gelesen. Ich hatte es bereits letztes Jahr geschenkt bekommen, aber nie die Zeit gefunden, es zu lesen. Nun war wohl der richtige Zeitpunkt dafür.
Der Schreibstil von Sergio Bambaren ist einfach, klar, vollkommen unaufgeregt. Und dennoch so einfühlsam und berührend, weil seine Worte tief aus seinem Herzen kommen. In diesem Werk beschreibt er seine Begegnung mit den Manatis, den Rundschwanzseekühen, in Florida.
Wie es der Zufall will, wurden fast zeitgleich zu meiner Lektüre, Seekühe vor der Küste Costa Ricas gesehen. Zum ersten Mal seit zehn Jahren. Während bei uns die Corona-Krise alles auf den Kopf stellt, erholt sich die Natur. Tiere erobern Terrain zurück und versetzen uns mit ihren überraschenden Begegnungen in kindliches Staunen. Die Welt ist entschleunigt und öffnet so manchem wieder die Augen für das Wesentliche oder aber auch für das Kleine und dennoch so Grossartige. Und mancher macht sich über den Sinn seines Lebens so seine Gedanken.
Sergio formuliert es in seinem Buch so treffend, dass ich hier seine Worte ganz einfach mit euch teilen möchte:
Den Sinn des Lebens kann man nicht in Worte fassen. Man spürt ihn einfach in bestimmten Momenten, wenn man mit einem geliebten Menschen zusammen ist oder unter einem Baum sitzt, der einen verzaubert, oder wenn man ganz bei sich selbst und der Natur ist, so wie ich, als mich mit diesen hinreissenden Manatis geschwommen bin – oder so wie jetzt, während ich mit dieser bezaubernden Frau spreche. Das Leben ist eine Erfahrung, kein Plan, dessen Zeitrahmen eingehalten werden muss.aus “Die Stimme des Meeres” von Sergio Bambaren
Man muss es auch nicht verstehen, man muss einfach leben, muss es tun, die Dinge unkompliziert halten – das sage ich all jenen, die nicht gut schlafen, die sich im Bett wälzen und sich, wie wir alle, die Frage stellen: Was ist der Sinn des Lebens?
Liebt all die Menschen, die euch viel bedeuten – und auch die anderen. Jedes Leben, das ihr streift, streift euch ebenfalls, auch das eines einfältigen Manatis. Geniesst jeden Sonnenaufgang, jeden Regentropfen, der auf eure Haut fällt, fühlt den Sand zwischen den Zehen, lässt euch von den Tränen eines Kindes anrühren. Atmet tief ein und langsam wieder aus. Verpasst keine Möglichkeit, jemandem zu helfen, solange ihr noch Zeit dazu habt. Zeit sollte man nicht in Minuten messen, sondern in den Momenten, in denen ihr euch wahrhaft lebendig fühlt.
Und die Natur! Nehmt euch immer Zeit, in der Natur zu sein. Sie wird nicht von Gesetzen regiert, die Natur ist einfach da.
PS: Das auf dem Bild oben sind natürlich keine Seekühe. Ich weiss. Aber ich bin jedes Mal hin und weg, wenn ich diese sanften Meeresriesen sehe.
So vieles wurde schon zum Corona-Virus gesagt. Nicht alles davon ist seriös, korrekt oder trägt zur Klärung bei. Also keine Bange, ich werde jetzt nicht auch noch ausführlich meinen Senf dazugeben. Vielmehr möchte ich das zwei anderen Personen überlassen, die das viel besser auf den Punkt bringen als ich, die angesichts dessen, was gerade geschieht, ziemlich sprachlos ist.
Zum einen teile ich ein Video von einem meiner ehemaligen Schüler. Stefan Büsser, besser bekannt als “Büssi”. Er erörtert das Thema informativ und doch mit einer Prise Humor, die uns auch in dieser herausfordenden Zeit nicht abhanden kommen sollte. Er selbst zählt durch seine Erkrankung an cystischer Fibrose zu den Risikopatienten.
Zum anderen zitiere ich Sonja Schiff, die auf story.one eindrücklich in Worte fasst, dass es selbst in dieser düsteren Zeit positive und lichtvolle Momente gibt.
Ich für meinen Teil wünsche mir, dass uns dieses Ereignis in Liebe und Verbundenheit zusammenrücken lässt. Liebe verbindet, Liebe heilt und Liebe rettet. Möge diese Krise eine Chance sein, innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Schaut gut zueinander, bleibt positiv und vor allem bleibt gesund!
In Liebe und Verbundenheit
eure Sandra
Hier zum Video von Büssi:
https://youtu.be/WwfvX3w0W1
Text von Sonja Schiff:
“Corona wird uns verändern, jeden Einzelnen und unsere Gesellschaft. Da bin ich sicher.
Es gibt plötzlich eine Solidaritätswelle, Menschen helfen sich gegenseitig, achten aufeinander, machen sich Mut. In Italien fangen die in ihren Wohnungen isolierten Menschen an, auf den Balkonen zu singen und miteinander zu musizieren. Sie gehen in Kontakt, winken sich zu, nehmen sich wieder wahr, ein neues Nachbarschaftsgefühl entsteht. Über Facebook und Youtube geben Menschen gerade Konzerte, sie lesen aus ihren eigenen Büchern oder Lieblingsbüchern, rezitieren Gedichte, geben Trommelunterricht. Über Twitter wird Nachbarschaftshilfe organisiert und Menschen, die ihre Einsamkeit äußern, wird von wildfremden Menschen angeboten, mit ihnen zu skypen.
Die Natur bekommt grad eine Pause und zeigt ihre Freude darüber. In Triest schwimmen Delfine nach Jahren wieder nah an die Stadt, weil keine Schiffe mehr da sind, und die Menschen jubeln darüber, freuen sich aus vollem Herzen. In den Kanälen von Venedig werden gerade tausende Fische geboren im plötzlich wieder klaren Wasser und ich bin mir sicher, da wird noch viel passieren die nächsten Wochen.
Wir erfahren gerade, wie unwichtig und dumm eigentlich dieser ganze Konsum ist, wie er uns von uns selbst und der Natur entfernt hat. Wir werden gerade reduziert auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben, auf die geliebten Menschen, auf das Miteinander, das Füreinander, das Zueinander. Auf das Eingebundensein und Getragenwerden in und von einer Gesellschaft. Und wir erkennen wieder unsere Stärken als Menschheit. Werte wie Solidarität werden gerade selbstverständlich von vielen gelebt und mit der Kraft von Kreativität schaffen wir
Energie, um uns dieser großen Herausforderung zu stellen.
Ich sehe so viele Menschen, die eigentlich verzweifelt sein müssten, Unternehmer, denen grad der gesamt Jahresumsatz verloren geht etwa, deren wirtschaftliche Existenz im Moment zusammenbricht. Trotzdem erlebe ich hier Ruhe, so etwas wie Zuversicht. Und auch in mir, die ich eigentlich als Kleinunternehmerin im Kreis gehen müsste vor Sorgen, ist Heiterkeit, Kraft, Mut und eine große Portion Gelassenheit. Ja irgendwie sogar Freude, ob der plötzlichen Freizeit und Möglichkeit längere Zeit inne zu halten. Ich war auf alle Fälle noch selten in meinem Leben so sehr bei mir, wie jetzt.
Corona bringt das Leben irgendwie auf den Punkt.
Irgendwann, liebe Leute, in absehbarer Zeit, wird es heißen: Wir haben es geschafft, das Virus ist verdrängt. Und ihr werdet sehen, dann werden wir auf die Straßen laufen, uns umarmen, miteinander weinen, lachen und feiern.
Corona wird uns alle, jeden Einzelnen von uns, uns miteinander, verändern. Nach Corona ist nichts mehr wie es war. Da bin ich sicher.
Und meine Hoffnung ist groß, dass wir uns dann auch jenen Menschen gegenüber solidarisch zeigen, die uns schon seit Jahren um Hilfe anflehen: Menschen in Not, egal welcher Art von Not und woher sie kommen.”
Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist gestern, der andere morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist.Dalia Lama
Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.Dalai Lama
Dein Weg liegt nicht im Himmel. Dein Weg liegt im Herzen.Buddha
Als der Dalai Lama gefragt wurde, was ihn am meisten an der Menschheit verwundert, antwortetet er:
Der Mensch opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen.
Wenn er es hat, opfert er es, um seine Gesundheit zurück zu erlangen.
Und er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht geniesst.
Das Ergebnis ist, dass er weder in der Gegenwart noch in der Zukunft lebt.
Er lebt, als würde er nie sterben und schliesslich stirbt er, ohne jemals richtig gelebt zu haben.Dalai Lama
Foto von L.Vannoy, Costa Rica