Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03126.jsonl.gz/1738

In meiner Praxis werde ich immer wieder von schwangeren Frauen mit Babies, die sich in einer *BEL (Beckenendlage oder auch bekannt als Steisslage) befinden, konfrontiert. Eine BEL ist ein sehr interessantes Phänomen, wo doch die Natur eine natürliche, vaginale Geburt Kopf voran, in der sogenannten Kopflage, als die ideale Geburtsposition vorgesehen hat. Hierzu muss erwähnt werden, dass eine BEL grundsätzlich unproblematisch für das Gebären ist, solange das medizinische Personal dies unterstützt. Sie braucht aber ein wenig mehr Aufmerksamkeit von Hebammen und Ärzten. Wenn eine Frau sich in ihrem Bestreben während der Geburt unterstützt fühlt, dann steht dieser auch bei einer Steisslage nichts im Wege. Leider gibt es, meines Erachtens, ganz viele Hebammen, Ärzte resp. Spitäler, die bei einer BEL Präsentation sofort einen Kaiserschnitt verordnen.
Bedauerlicherweise ist es heutzutage so, dass nur wenige Ärzte und Spitäler diese Fähigkeiten besitzen und es sich zutrauen und eine Steisslage als Möglichkeit zum Gebären in Betracht ziehen.
«Man muss in der Geburtshilfe viel wissen, um wenig zu tun».
Willibald Pschyrembel (1901-1987)
*Die Beckenendlage ist eine Abweichung von der Norm der Kindslage vor einer Geburt, bei der nicht der Kopf, sondern das Beckenende des ungeborenen Kindes vorangeht. Dabei befindet sich der Kopf des Kindes am oberen Rand der Gebärmutter; das Kind liegt im Mutterleib also mit dem Kopf nach oben. Der führende Teil ist der Steiss, daher spricht man von einer Steissgeburt.
Wie viele Sitzungen braucht es, wenn das Baby in BEL Lage ist?
1. Ich Stärkung
2. Ängste abbauen
3. Drehung des Babies mit Affirmation und Bild nach der Geburt
Ich arbeite mit schwangeren Frauen IMMER zuerst mit der Ich Stärkung. (Sie erhalten ein Audio, mit dem sie arbeiten können. Hier erarbeiten wir auch die notwendigen Affirmationen).
Danach werden auch die Ängste angeschaut bezüglich der Geburt und folgende Fragen gestellt.
-Kannst du dir vorstellen, warum dein Baby lieber sitzt?
-Wie fühlst du dich in Bezug auf die kommende Geburt?
-Was sind deine Ängste, wenn wir es nicht schaffen, das Baby zu drehen (Team: Mutter, Baby, Therapeutin (Katalysator)?
-Wie motiviert bist du? Möchtest du wirklich, dass es sich dreht? Bist du bereit für eine natürliche Geburt? Was hindert dich daran?
Am Schluss kommt die hypnotische Sitzung mit der Drehung des Babies und den Affirmationen
Induktion mit Vertiefung, bis eine Tiefenentspannung eingetreten ist
In der Intervention dann folgende Punkte in der Vorstellung visualisieren
Integration: Mutter, Kind, Baby, Körper
Anerkennung und Stärkung der Mutter und des Kindes
Die restlichen Ängste anschauen, nochmal auflösen oder verblassen lassen
Danach Trancearbeit mit Visualisation: Neues Bild schaffen, wo das Baby sich dreht.
Abschluss: Bild (Lebensgross) nach Geburt mit Baby.
Zwischen und in den Sitzungen aber auch danach die Affirmationen einfliessen lassen
Ganz wichtig:
Immer in Verbindung sein mit dem Baby, mit dem Baby reden. Die Wünsche äussern…
Erfahre mehr in der Geburtshypnose-Weiterbildung einer von vielen Weiterbildungen des IGM. Um den maximalen Nutzen aus der Weiterbildung zu ziehen ist es empfehlenswert die Basis-Ausbildung vorab zu besuchen.
Awital Zingg Bollag & Barbara Prinzing