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Der Ausdruck „Depression“ wird in der Psychiatrie in unterschiedlichen Zusammenhängen gebraucht. Manchmal spricht man von einer endogenen und reaktiven Depression, dann wieder von einer depressiven Episode mittleren oder schweren Grades, manchmal aber auch von einer so genannten larvierten Depression. Ungünstig ist zudem, dass es zwei Klassifikationssysteme für Depressionen gibt, auch wenn beide einen rein beschreibenden Charakter haben (DSM und ICD). Gemeinsam ist allen Definitionen, dass sie – genau besehen – die vom Patienten geschilderte Gemütsverfassung, die ihn in die Arztpraxis geführt hat, auf ihre Weise wiedergeben.
Der Patient sagt: Ich bin depressiv und der Arzt bestätigt: Du hast eine Depression. Dadurch wird also das Symptom zur Diagnose „umgemünzt“. Wenn nicht etwas geschah, das nachvollziehbar depressiv machen kann (reaktive Depression, z. B. bei einem Todesfall oder bei Mobbing), kommt die Depression definitionsgemäß von innen (endogen) oder sie wird einfach als bedeutungsvoll (major) „diagnostiziert“, nämlich dann, wenn niemand weiss, woher sie kommt, was bei den überwiegenden Patienten der Fall ist. Das hat sich in der Schweiz in kurzer Zeit geändert.
Es hat sich nämlich herausgestellt, dass ein Grossteil der Depressionen handfeste innere Ursachen haben kann wie beispielsweise einen Mangel an Eisen, insbesondere beim „schwachen Geschlecht“ im gebärfähigen Alter. Wir sprechen dann eindeutig von einer Eisenmangel-Depression IDD (Iron Deficiency Depression).
Wirksamkeit von Psychopharmaka?
Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA sowie die neuseeländische „Guidelines Group“ haben festgestellt, dass die modernen Antidepressiva kaum wirksam sind. Die Basler Zeitung hat im Februar 2008 berichtet:
„Antidepressiva der neuen Generation haben einer britischen Studie zufolge bei den meisten Patienten kaum eine Wirkung.“ Sie hätten auf die meisten Menschen mit mittelschweren Depressionen keinen anderen Effekt als das Scheinmedikament Placebo, berichten britische Forscher in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Universität Hull. Wirkung hätten die Medikamente nur bei einer sehr kleinen Gruppe von Patienten, die an schwersten Depressionen litten. Es gebe also kaum Gründe, diese Antidepressiva zu verschreiben.
„Der Unterschied in der Besserung bei Patienten, die Placebos nehmen und Patienten, die Antidepressiva nehmen, ist nicht sehr gross„, sagte Professor Irving Kirsch von der Psychologie-Fakultät in Hull. Die Untersuchung wurde im Fachmagazin „PLoS Medicine“ (Public Library of Science Medicine, Bd. 5, e45) veröffentlicht. Die Studie sei eine der gründlichsten über Antidepressiva der neuen Generation, der sogenannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer“.
Insbesondere der Umstand, dass Depressionen immer häufiger vorkommen und die heutigen Psychopharmaka Persönlichkeitsveränderungen bewirken oder Suizidgedanken fördern können, stimmt nachdenklich. Auch im Schweizer Parlament.
2013: Andrea Martina Geissbühler: Sichtbare Warnung auf Packung gefährlicher Psychopharmaka
2002: Christine Beerli: Depression. Ursachenforschung und Informationskampagne
Für FrauenBlog von Dr. med. Beat Schaub, Swiss Iron Health Organisation SIHO