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Montag, Juni 01, 2009
au revoir
Stille. Wenn andere Fragen stellen, wie wild spekulieren, dann ist bei mir nur Stille. Was soll ich sagen, was soll ich schreiben? Über zweihundert Menschen werden vermisst. Gestern waren sie noch da.
Es ist schwer, sich der Informationsflut zu entziehen. Speziell hier in Brasilien. Heute wollen TV-Nachrichten gesendet werden, morgen will der Zeitungsleser News erfahren, obwohl es keine gibt. Bildredaktoren wählen das emotionalste Bild. Es muss einfahren, es muss bewegen. Der Mensch dahinter interessiert nicht, die Wirkung schon.
In mir laufen zwei Filme ab, der professionelle und der emotionale. Im Professionellen sehe ich Bilder des Wetterradars, die ich in dieser Gegend schon oft gesehen habe. Eine Gewitterzelle reiht sich an die andere. Wo befindet sich die beste Gasse? Wo soll ich durchfliegen?
Mein emotionaler Film spielt in Bombay. Mumbay sagte man damals noch nicht. Damals war der 3. September 1998. CNN zeigte immer wieder den Crewbag einer Kollegin, den Fischer vor Halifax aus dem Wasser zogen. Eingebrannte Bilder. Bilder, die ich Betroffenen nicht wünsche.
Chère amis, ich bestelle jetzt einen Caipirinha. Das habt ihr vorgestern mit Bestimmtheit auch gemacht. Ich werde an euch denken. Heute Abend beim Apéro und auch Morgen, wenn ich die Südatlantiküberquerung in Angriff nehme.
Au revoir mes amis!