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Die Glaneburg (Châtillon-sur-Glâne) südwestlich von Freiburg (Fribourg)
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Modell der Wehranlage der Glaneburg: Links die Saane, rechts die Glane. Der Abschlusswall ist ganz rechts teilweise zu erkennen.
Quelle: Internet
Das nördliche Ende des Hauptwalls der Glaneburg von Châtillon-sur-Glâne
Foto: Autor, 13.8.2013
Der Wall mit dem westlich vorgelagerten Graben ist heute stark bewachsen. Fotos sind kaum möglich.
Die Ansicht von der Strasse zur Kiesgrube aus zeigt die gewaltigen Ausmasse des Walls: Dieser ist auch gegenüber dem Niveau der Strasse noch acht Meter hoch. - Der Graben rechts unterschreitet das Strassenniveau um vier Meter.
Eine gewaltige vorgeschichtliche Wehranlage am Zusammenfluß der Glane mit der Saane
Die Burgstelle von Châtillon-sur-Glane liegt ungefähr 2.5 km südwestlich von Freiburg (Fribourg), auf einem felsigen Sporn, welcher durch den Zusammenfluß der Glane (Glâne) mit der Saane (Sarine) gebildet wird. Politisch gehört das Gebiet zur Gemeinde Hauteville.
Der Sporn von Châtillon fällt in mehreren Geländestufen zur Flußniederung Invua ab, welche heute ganz von einem großen Kieswerk eingenommen wird. Die übrigen Teile sind bewaldet.
Eine Zugangsstrasse von der Kantonsstrasse bis zum erwähnten Kieswerk hat die Geländemerkmale nicht grundlegend verändert. Die vorgeschichtliche Anlage ist gut erhalten.
Der Platz ist bekannt. In den 1970er und 1980er Jahren haben größere archäologische Sondierungen stattgefunden. Diese haben einige Funde zu Tage gefördert. - Aber wie kann man sich erlauben, diese Wehranlage als „hallstattzeitlichen Fürstensitz“ anzusprechen – angeblich mehr als 2500 Jahre alt?
Um die Glaneburg richtig zu deuten, sind nicht Ausgrabungen nötig, sondern eine genaue Betrachtung des Terrains und der Vergleich mit anderen Burgstellen des Schweizer Mittellandes.
Zum Glück ist von Châtillon-sur-Glâne eine exakte, in den 1970er Jahren erstellte Planaufnahme vorhanden (vgl. unten). Diese erst erlaubt es, gewisse Schlüsse zu ziehen.
Die Glaneburg (Châtillon-sur-Glâne), Gde. Posieux FR: Die Befunde auf Grund einer Planaufnahme aus den 1970er Jahren.
Der grünumrandete Bereich stellt die wahrscheinlich ältere Anlage dar.
Der Abschnittswall und Abschnittsgraben
Die Glaneburg besteht zur Hauptsache aus einem gewaltigen, ca. 200 m langen Abschnittswall und Abschnittsgraben gegen Westen. Der Wall ist von der Grabensohle her ca. 12 m hoch, vom westlichen Burgplateau immer noch ca. 8 m. - Der Graben ist gegenüber dem westlichen Plateau um ca. 5 m eingetieft.
Die Wallkrone trug ehemals eine Trockenmauer. Im südlichen Teil sind bei Sondierungen zwei kurze Abschnitte freigelegt worden. - Die Mauer war an der Basis ca. 1.8 m dick. Man kann eine sogenannte Gallische Mauer - also mit vernagelten Holzarmierungen und Holzverkleidungen - annehmen.
Der gute Erhaltungszustand des Walls ist bemerkenswert. Nur im Norden ist der Wall und Graben zur Anlage der Fahrstrasse zerstört.
Hintere Terrassen
Nach dem Abschnittswall fällt das geschützte Plateau in mehreren Stufen zur Invua hinunter. Die erste folgt nach ca. 150 m. Der südliche Teil der ersten Böschung ist bis zu 10 m hoch und gut erhalten. Im Norden hat ein alter Kiesabbau die Befunde verwischt.
Eine zweite Böschung ist nach 100 m zu vermuten und im südlichen Teil gut zu erkennen. In der Mitte haben die Schleifen des Fahrwegs zur Kiesgrube hinunter die Spuren verwischt.
Eine kleine Burg an der Nase des Sporns
Die genaue Betrachtung des Terrains hinter dem Abschnittswall zeigt eine weitere Merkwürdigkeit: Gegen Nordosten bildet der Sporn eine schmale, am Fuße von schroffen, teilweise überhängenden Felsen begrenzte Nase. Auf diesem Sporn ist eine weitere kleine Wehranlage erkennen. Diese besteht aus einem Graben und einer Motte oder besser gesagt einem kleinen Schildwall, welcher den hinteren Teil abtrennt.
Im NE des Erdwerks findet sich ein auffälliger Findling, er vielleicht als Positionsstein der Anlage gedient hat.
Im Osten, schon deutlich im Abhang, sind ferner zwei kleine Abtreppungen zu erkennen. Die obere zeigt Ansätze eines Lochs. Vielleicht daß hier ein ehemaliger Sodbrunnen vermutet werden darf.
Das Erdwerk ist klein, aber auffällig.
Ein Flußhafen
Bei den archäologischen Sondierungen seit den 1980er Jahren wurde auch erkannt, daß die Glaneburg einen Hafen besaß: Am Südfuß der Burgterrasse, am linken Ufer der Saane, ist noch heute ein wassergefülltes Bassin zu erkennen, das durch eine Steinschüttung gegen den Fluß geschützt war.
Diese Einzelheit beweist, daß die Saane auch oberhalb von Freiburg für den Wassertransport genutzt wurde.
Eine Figur in der Glaneburg?
Doch auch die Glaneburg zeigt bei genauerer Betrachtung ebenfalls eine Figur. Und zwar findet sich diese in dem gegen NE gerichteten Sporn mit der kleinen Wehranlage. Besonders die Maquette (vgl. die Abbildung) zeigt deutlich eine Tierschnauze, zweifellos ein Fisch: Delphin? Wal?
Die exponierte Lage des Sporns am Zusammenfluß zweier Fliessgewässer würde einen Fisch gut begründen.