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Gianluca Ogi
will sich in der Swiss League etablieren.
Die Gelatinefabrik an der St. Gallerstrasse um 1895.
An der St. Gallerstrasse befand sich ab 1872 eine Leim- und später Gelatinefabrik. Ihre besten Zeiten erlebte sie um die vorletzte Jahrhundertwende.
Industrie Wer ein Poulet zubereitet und Reste davon im Kühlschrank aufbewahrt, stellt fest, dass der Saft oder die Sauce zu Gelatine wird. Gute Köche wissen: Knochen geben beim Kochen Gelatine ab. Diesen Effekt nutzt von jeher auch das Gewerbe. Knochengelatine dient als Ausgangsprodukt für die Lebensmittelindustrie oder für Klebstoffe.
In der Tat gründeten drei Winterthurer Geschäftsleute 1872 eine Leimfabrik an der St. Gallerstrasse. Die Fabrikationsstätte lag weit östlich der damaligen Stadt. Ziemlich sicher gab es bei der Knochensiederei Gerüche, die man den Bewohnern der Stadt nicht zumuten wollte. 1880 kam es zu einer Katastrophe. Die Fabrik brannte ab und hinterliess einen gehörigen Verlust. Das hielt die Winterthurer Geschäftswelt aber nicht davon ab, einen zweiten Anlauf zu nehmen, um Gelatine herzustellen.
Die neu gegründete Aktiengesellschaft hatte Erfolg. Inzwischen konnte man auf Erfahrungen aus dem Ausland zurückgreifen, vor allem aus der jungen chemischen Industrie in Höchst bei Frankfurt. Dort hatte die Winterthurer Gelatinefabrik eine Niederlassung. 1892 trat Walter Sulzer-Steiner als Miteigentümer in die Firma ein. Auch er hatte Erfahrungen in der Gelatineproduktion im Ausland erworben.
Die Gelatinefabrik stellte zu dieser Zeit ein neues, anspruchsvolles Erzeugnis her: Gelatine für die mehrschichtigen Fotofilme, auch Emulsionsgelatine genannt. Die transparente Gelatineschicht enthält die lichtempfindlichen Substanzen, wie etwa Silbersalze. Für Fotofilme gibt es bis heute kaum ein Ersatzprodukt für die Knochengelatine. Die Winterthurer Hersteller lieferten in der Zeit Sulzer-Steiners ihre Emulsionsgelatine in alle Welt. Die Firma erlebte eine richtige Boomzeit. 1918 starb Sulzer-Steiner. Das Unternehmen hatte es in guten Zeiten verpasst, die Anlagen der hohen Nachfrage anzupassen. Es blieb klein. Ab den 1950er-Jahren wurde der Markt von Gelatine überschwemmt. 1969 stellte die Gelatinefabrik ihren Betrieb ein.
Christian Felix
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