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1901-03 DE von Drygalski
ERSTE DEUTSCHE SÜDPOLAR-EXPBDITION
Der Direktor der Deutschen Seewarte Georg von Neumayer war der Initiator der deutschen Arktisforschung. Zum VIII. Internationalen Geographenkongress im Oktober 1899 in Berlin konnte er das Vorhaben einer Südpolar-Expedition vorstellen. Der Deutsche Reichstag unterstützte finanziell die Expedition mit eineinhalb Millionen Mark. Der Bau des Expeditionsschiffes begann im Jahre 1900. Ein Jahr später wurde es auf den Namen des Begründers der wissenschaftlichen Antarktisforschung, Karl-Friedrich Gauss, getauft. Die Leitung der Expedition hatte der Berliner Geograph Erich von Drygalski übernommen, der bereits eine Grönland-Expedition geleitet hatte.
Die Expedition bestand aus zwei Gruppen, der Hauptgruppe auf der GAUSS und der Kerguelen-Gruppe. Am 11. August 1901 verlässt die GAUSS Kiel in Richtung Kapstadt. Von dort ging es weiter zu den Crozet-Inseln und am 2. Januar 1902 kann die Kerguelen-Gruppe auf ihre Insel gebracht werden. Am 30. Januar verlässt die GAUSS das Kerguelen-Archipel mit Kurs auf das antarktische Pestland und findet dort eine lange, eisbedeckte Küste, die den Namen Kaiser-Wilhelm-II.-Land erhält. Die vorgelagerte Insel wird Drygalski-Insel benannt. Im März friert die GAUSS im Eis ein und bleibt ein Jahr eingeschlossen. Schlittenreisen führten zum antarktischen Festland. Weitere umfangreiche wissenschaftliche Arbeiten wurden auf dem Schiff und in den kleinen Aussenstationen durchgeführt. Am 29. März 1902 erfolgte der erste Fesselballonaufstieg in der Antarktis. Am 31. März 1903 kam das Schiff endlich vom Eis frei. Die Rückreise führte wieder über Kapstadt nach Kiel, wo sie am 25. November 1903 mit einer Unmenge wissenschaftlicher Ausbeute eintraf und wo die Expedition aufgelöst wurde. Eine zweite vorgeschlagene Expedition wurde abgelehnt.