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Wer war der Kopfabheini?
Herr S. / 23.November 2004:
Wer war der "Kopfabheini", der früher als Geist auf der Heuwaage gespukt haben soll? Es soll ein Hingerichteter gewesen sein, aber mehr weiss ich auch nicht.
Antwort von altbasel.ch:
Kopfabheini (oder Baseldeutsch "Kopfabhaini") ist eine Art Flurbezeichnung und nicht der Name einer Person. Es handelt sich dabei um eine der Basler Richtstätten, wo Exekutionen stattfanden. Dieser Platz lag ausserhalb des Steinentors an jener Stelle wo später ein Turnplatz war, und wo heute der Parkplatz des Zoologischen Gartens am Birsig zu finden ist.
Als Richtstätte ausserhalb der Stadtmauern gab es im 13.Jh einen Galgen auf dem Lysbüchel. Er wurde in der ersten Hälfte des 14.Jh auf den Gellert verlegt. Neben dieser meist genutzten Richtstätte kam im 15.Jh der später als "Kopfabheini" bekannte Platz vor dem Steinentor als Ort für Exekutionen in Gebrauch. Wie der Name sagt, wurde hier überwiegend enthauptet.
Im Jahr 1474 verbrannte man auf dem Kopfabheini am 24.Dezember (Heiligabend!) achtzehn Kriegsgefangene aus der Lombardei. Auch die Leiche von David Joris übergab man hier 1559 symbolisch den Flammen. In der Regel wurde hier jedoch geköpft, so wie bei der letzten Hinrichtung in Basel am 4.August 1819. Drei Strassenräuber wurden von Meister Peter Mengis mit dem Schwert gerichtet.
Aus früheren Tagen hatte es auf dem Kopfabheini ein gemauertes Podest für Enthauptungen. Es wurde aber schon im 17.Jh nicht mehr genutzt. Bei der Hinrichtung der Baselbieter Bauernführer 1653 diente es offenbar als Tribüne für ein paar Schaulustige. Nach der Exekution pflegte man die Leichen beim nahen Rabenstein zu verlochen.
Bis ins 19.Jh erzählte man sich von nächtlichen Lichtern die beim Kopfabheini beobachtet würden. Dies seien ruhelose Geister von Hingerichteten gewesen, die dort ihre abgehauenen Köpfen suchten. Diese Spukgeschichten sollen sich auf dem Areal des heutigen Parkplatzes beim Zoo zugetragen haben, wo der Richtplatz war. Also nicht bei der Heuwaage.
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