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Auf Zeininger Gebiet wurden bemerkenswerte steinzeitliche, römische und alemannische Funde gemacht. Ausgrabungen beim "Bönistein", einer mächtigen Felskuppe an der Ostkante des Zeiningerberges, belegen, dass sich hier schon vor 10' bis 15'000 Jahren Menschen aufgehalten haben, welche sich von der Jagd ernährten. Viele Fundgegenstände sind im Fricktaler-Museum in Rheinfelden zu besichtigen. Der "Bönistein" ist im Schweiz. Inventar der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung enthalten.
Neben den Ausgrabungen am "Bönistein" haben auch zwei urgeschichtliche Funde im Gebiet "Uf Wigg" - eine aus dem Ende der Altsteinzeit, die andere aus der mittleren Bronzezeit - den Nachweis für menschliche Siedlungen erbracht.
Nach der Römerherrschaft vermischten sich die Rauracher unserer Gegend mit den Alemannen. Der Name des Dorfes soll auf einen alemannischen Häuptling namens "Zeino" zurückgehen. Das Kloster Säckingen hatte im 7. - 10. Jahrhundert Dinghöfe in Zeiningen. Später wechselte der Herrschaftsbereich über die Zeininger von den Grafen von Rheinfelden zu den Habsburgern. Im ältesten Einkünfteurbar des Klosters Einsiedeln, zwischen 1217 und 1222 angelegt, erscheint "Ceiningen", und 1224 wird das Dorf erstmals in einer Urkunde als Ceinigin erwähnt. Der Kirchensatz von Zeiningen, das heisst das Recht, den Pfarrer einzusetzen, wurde 1282 von König Rudolf von Habsburg dem Domstift Basel verliehen. Es wird angenommen, dass der Bischof von Basel auch Inhaber des Gerichts von Zeiningen war und hier einen Bischofshof hatte. Diesem Gericht stand der jeweilige Obervogt vor. Zeiningen gehörte in habsburgisch-österreichischer Zeit zur Herrschaft Rheinfelden und zur Landschaft Möhlinbach, teilte im übrigen politisch die Schicksale des Fricktals und kam - nachdem das Fricktal vom Februar 1802 bis Februar 1803 ein eigenständiger Kanton war - 1803 zum Kanton Aargau. Bis zu diesem Zeitpunkte wurde vom Domstift Basel von den Zeiningern der Zehnten bezogen. Nachher musste dieser dem Staat abgegeben werden. Das einstige Schloss aus dem 15. Jahrhundert, urkundlich als Landsitz österreichischer Beamten aus Rheinfelden nachweisbar, besteht im Gemäuer eines Bauernhauses weiter. In den späteren Jahren kaufte sich Zeiningen für 58'000 Franken von der Zehntenzahlung los.
Die Zeininger blieben auch von Schicksalsschlägen nicht verschont. 1586 verbrannten im Dorf 20 Gebäude. 1611 raffte die Pest zahlreiche Menschen dahin. Während des Dreissigjährigen Krieges (1618 - 1648) wurde das Dorf verschiedentlich geplündert und gebrandschatzt. 1740 äscherte ein Grossbrand (Leimgasse / Oberdorf) mehr als 40 Gebäude ein. Auch im 19. Jahrhundert hatte Zeiningen unter den Kriegswirren zu leiden. 1813 /14 mussten im Dorf 10'718 Mann und 5`215 Pferde der durchziehenden fremden Armeen verpflegt werden. 1814 starben 88 Dorfbewohner an Nervenfieber. Am 15. Juni 1814 überfluteten wolkenbruchartige Regenfälle vom Sonnenberg her das Dorf. Verschiedene weitere Ueberschwemmungen riefen nach einer Korrektur des Dorfbaches, welche 1915 in Angriff genommen wurde. Im Jahre 1830 verliess ein beträchtlicher Auswanderertrupp die Gemeinde, um in Amerika eine neue Heimat zu suchen. Um 1850 waltete in Zeiningen eine ausserordentliche Armut; man zählte unter den 180 Bürgern mehr als 50 Konkursiten. Um 1850 herrschte im unteren Fricktal eine Art "Kohlerausch". Am intensivsten und aufwendigsten suchte und bohrte man zwischen 1850 und 1890 wohl in Zeiningen nach dem kostbaren Rohstoff. Mit Anteilscheinen zwischen fünf und hundert Franken konnte sich jedermann an der "Zeininger Bohrgesellschaft" beteiligen. Nachdem man am "Kleinen Sonnenberg" vergeblich gegraben hatte, glaubte die Bohrgesellschaft ihr Glück am Nordfuss des Zeininger Berges im Gebiet "Tschoppert" zu finden. Von den hochgespannten Erwartungen aber blieben nur Enttäuschungen und Schulden. Ueber dieses Kapitel Lokalgeschichte berichtet der Chronist über folgende amüsante Begebenheit: Beim Bohrloch am "Kleinen Sonnenberg" - der Ort heisst noch heute "Steicholeloch" - erlauben sich einige junge Burschen eines Nachts einen Spass, indem sie ein Quantum Kohlen in das Bohrloch schütteten und mit Erde zudeckten. Als am anderen Tag der Bohrer nach kurzer Zeit Kohlen ans Tageslicht brachte, war die Freude gross. Es wurde Feierabend gemacht und gefestet. Mit einem Pferdefuhrwerk fuhr die ganze Gesellschaft nach Möhlin und Rheinfelden, um den vermeintlichen Erfolg auch in den Nachbargemeinden bekannt zu machen und zu feiern. Gross war am nächsten Tag die Ernüchterung, als der schwarze Segen wieder aufhörte. Viele Bürger sollen wegen der "Steinkohlesucherei" verarmt " sein. 1869 sollte Zeiningen 50'000 Franken an den Bau der Bözbergbahn zahlen, verweigerte aber den Betrag, weil die geplante Linienführung nachträglich geändert wurde. 1893 erfolgte die Liquidation der 6 Brunnengenossenschaften und der Bau einer gemeinsamen Wasserversorgung, 1913 der Bau eines elektrischen Dorfnetzes und 1936 / 37 Bau der Turnhalle für 110'000 Franken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbesserte sich die wirtschaftliche Lage allmählich. Der grösste Teil der Dorfbevölkerung arbeitete in der Landwirtschaft. In den Wintermonaten wurde der angebaute Flachs und Hanf verarbeitet. Die Uhrensteinfabrikation brachte für die bäuerlichen Kleinbetriebe eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit. Daneben gab es in der Gemeinde noch 2 kleine Ziegeleien, eine Sägerei und eine Mühle.
Zeiningen wandelte sich in den letzten Jahrzehnten vom Bauerndorf zu einem Wohndorf, welches die Bevölkerung auf rund 2'200 BewohnerInnen ansteigen liess. Für die Infrastrukturanlagen musste viel getan werden, um den zahlreichen Dorfvereinen die äusseren Rahmenbedingungen für vielseitige Freizeitbeschäftigung bereitzustellen.