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Jazz CDs
Lester Swings: The Complete Lester Young Studio Sessions (Verve)
Die kompletten Studioaufnahmen
von Lester "Prez"/"Pres" Young für Verve liegen nun auf 8
CDs vor. Er gehörte zu den progressiveren Saxophonspielern der Swing-Zeit.
Seine Art zu spielen inspirierte jüngere Musiker wie Stan Getz. 1909 geboren,
spielte er u.a. mit King Oliver und verbrachte seine künstlerisch besten
Jahre mit Count Basie. Mit seinem leichten, coolen Ton setzte er sich von
anderen Saxophonisten klar ab. Er spielte von Mitte der dreissiger Jahre bis
Dezember 1940 mit Count Basie und arbeitete dabei oft mit Billie Holliday
zusammen, die Höhepunkte seines Schaffens. 1941 gründete ers seine eigene
Band, kehrte Ende 1943 aber wieder zu Basie zurück und wurde 1944 ins
Militär eingezogen. Rassistische Ausfälle gegen ihn, seine Verwundung bei
einer Truppenübung sowie eine Haftstrafe, nachdem er beim Drogenkonsum
erwischt worden war, setzten ihm stark zu. Lester Young, der Alkoholiker war
und an epileptischen Anfällen litt, ruinierte in den 15 Monaten im Dienst
seine Gesundheit vollends und war danach nur noch ein Schatten seiner selbst.
Die Jahre 1946 bis 1959 (sein Todesjahr) bei Verve gehören nicht zu seinen
besten. Schwache Swing-Klassiker und Blues-Nummern dokumentieren seine Krise.
Dem Bebop stand er ablehnend gegenüber und künstlerisch konnte er nicht mehr
mithalten. In Stücken wie Up'n'Adam (1949) und Love
Is Here to Stay (1956) kann man seine frühere Klasse noch erahnen. Nur
"Pres"- und Swing-Fans zu empfehlen. Bestellen
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Lester Young.
Foto Copyright:
Verve Music Group.
Stan Getz: Quiet Now. Body And Soul (Verve 31454 32482)
Dieser Sampler zum Spezialpreis bietet gut eine Stunde Musik zum Träumen.
Die einzelnen Titel - auch hier ohne Aufnahmedaten - sind alle traumhaft
sentimental. Stan Getz zeigt sich als einer der ganz grossen am Tenor-Saxophon.
Besonders die Titel mit Bossa Nova-Einfluss begeistern, so Antonio Carlos
Jobims Komposition Corcovado mit dem Gesang von Astrud Gilberto,
O
Grande Amor mit João Gilberto (Gitarre und Gesang) und Antonio
Carlos Jobim (Klavier) sowie Insensatez, erneut mit Jobim am Klavier.
Daneben sind reine Jazz-Nummern wie Body And Soul mit Oscar Peterson
am Klavier oder Here's that Rainy Day zu hören. Wer hier nicht
zugreift, ist selber schuld.
Nina Simone: Quiet Now. Night Songs (Verve 31454 32512)
An der Low-Budget Serie Quiet Now gibt es eigentlich nur eines
auszusetzen: das Fehlen der Aufnahmedaten der verschiedenen Titel. Nina
Simone ist eine Sängerin und Pianistin mit Charakter, die ihre Schwächen
in Stärken verwandelt. Die Sammlung Night Songs hinterlässt
gemischte Gefühle. Wild Is The Wind oder If I Should Lose
You begeistern nicht gerade. Mit Ne Me Quitte Pas versucht sie
sich mit mässigem Erfolg an einem Bestseller von Jacques Brel. Versöhnlich
dagegen stimmen The Last Rose of Summer, Black Is The Colour
of My True Love's Hair und End of The Line. Rund die Hälfte
der Titel ist hörenswert.
Bill Evans: further conversations with myself (Verve Master Edition 31455 98322)
In Further conversations with myself aus dem Jahr 1967
spielte Bill Evans buchstäblich mit sich selbst, indem er seinem aufgenommenen
Klavierspiel nachträgliche eine zweite, ja gar eine dritte Aufnahme
hinzufügte. Der technisch brilliante Evans schaffte es mühelos,
vier- und sechshändige Stücke mit grösster Klarheit zu spielen.
Die meisten Stücke überzeugen dennoch nicht, so Emily
und Yesterdays. Santa Claus is Comin' to Town ist zwar amüsant,
aber nicht mehr. Der Höhepunkt des Albums die achtminütige Version
der Johnny Mandel/Paul Francis Webster-Komposition The Shadow of Your
Smile. Vorbildlich ist dagegen das Begleitheftchen, in dem die Entstehungsgeschichte
des Albums erklärt wird und der original-Booklet-Text abgedruckt ist.
Charlie Parker Big Band (Verve 31455 98352)
Diese zwischen 1950 und 1953 aufgenommenen Titel der Charlie Parker
Big Band umweht ein rückwärtsgewandter Geist. Da ist nichts Innovatives,
nicht viel Erfrischendes. Charlie Parkers Spiel am Alto-Saxophone ist zwar
gehaltvoll und über jeden Zweifel erhaben, so in What Is This Thing
Called Love? Die Stücke sind jedoch zu kommerziell, schlecht gealtert
(gerade auch die Tracks mit gesanglicher Begleitung) und einfach kitschig.
So möchten wir Charlie Parker nicht in Erinnerung behalten. Das Booklet
ist dagegen wie immer informativ. Vor allem für Musikhistoriker interessant
sind die verschiedenen alternativen Takes sowie die falschen Starts und
abgebrochenen Stücke, die auf der zweiten Hälfte der CD versammelt
wurden und den Aufnahmeprozess illustrieren.
Lee Konitz: Another Shade of Blue (Blue Note/EMI)
Der 1927 in Chicago geborene Alt- und Soprano-Saxophonist Lee Konitz
spielte schon in den 40er Jahren mit Teddy Powell, später im Miles
Davis Nonet, dann mit Gerry Mulligan und war später wieder beim Miles
Davis Nonet bei den Birth of the Cool-Sessions dabei. Kurzum, Lee
Konitz ist eine feste Grösse im Jazz-Geschäft. In den 60er Jahren
galt er als der Hauptexponent des cool alto style. Sein kurz vor
Weihnachten 1997 in Culver City, Kalifornien, aufgenommenes und Ende 1999
erschienenes Album Another Shade of Blue überzeugt nicht. Im
Begleitext meint der Musiker, er könne nicht überzeugend eine
"blue note" spielen, da diese nicht wie bei Charlie Parker Teil
seiner Erfahrungswelt sei. Seine drei Balladen, ein Blues sowie ein standard
medium tune klingen wie gejammert, auch wenn mit Charlie Haden und
Brad Mehldau hervorragende Musiker an seiner Seite standen. Sein Sax-Spiel
ist kein Balsam für die Seele der Zuhörer. Bestellen
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The Best of Verve Master Edition Vol. 2 (Verve 31454 53372)
Diese Zusammenstellung für knapp 10 Mark ist ein Schnäppchen erster
Güte und, dank den restaurierten originalen Masterbändern der
50er und 60er Jahre und dem 20-Bit-Digital-Transfer, ein Hörgenuss.
Nur allein schon einige Namen der 16 Titel und ihrer Interpreten machen
klar, so billig kommt man sonst nicht an Meisterwerke von Verve ran: Aqua
De Beber mit Antonio Carlos Jobim, Gal From Joe's mit Johnny
Hodges, Fever mit Kenny Burrell & Jimmy Smith, Mumbles
des Oscar Peterson Trios mit Clark Terry sowie ein zehn Minuten langes
Down
By The Riverside mit Jimmy Smith und Wes Montgomery. Die paar schwachen
Titel wie Fajista mit Gery Mulligan & Ben Webster oder Four
mit Stan Getz, das zu billig geraten ist, sind zu verkraften.