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QualitätTipp
Es ist eine altbekannte Tatsache: In den Sommermonaten steigen die Zellzahlen oft rasant an. Muss das sein?
Nein, denn mit geeigneten Massnahmen kann erfolgreich dagegengehalten werden. Hohe Temperaturen führen bei Milchkühen zu extremen Stressbelastungen, was oft zu einer verminderten Futteraufnahme führt. Daraus resultiert ein Energiemangel.
Bei frisch gekalbten Kühen und bei Hochleistungstieren ergibt sich dann oft eine Ketose. Die Kuh versucht diese Situation durch Mobilisation von Körperfett auszugleichen. Die entstehenden Ketonkörper führen zu Leberverfettung und hemmen die Barriere des Euters gegen eindringende Mikroorganismen. Als Reaktion darauf wird die Körperabwehr geschwächt und die Zellzahlen steigen an.
In zweiter Linie kann auch (zusätzlich) eine Pansenazidose (bedingt durch Strukturmangel bzw. Überschuss an schnell fermentierbaren Kohlenhydraten) den Anstieg der Zellzahlen fördern. Azidose und Ketose zeigen trotz völlig unterschiedlichen Ursachen ein ähnliches Krankheitsbild: In beiden Situationen sinkt die Futteraufnahme und die Problematik wird zusätzlich verschärft.
Ein weiterer Faktor darf in diesem Kontext nicht unterschätzt werden: Mykotoxine (Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen). Mögliche Quellen sind Silagen (Nachgärungen infolge hoher Temperaturen oder zu geringer Entnahmemengen) oder kontaminiertes Stroh. Oft ist jedoch keine direkte Wirkung vorhanden; es resultiert auch hier ein reduzierter Futterverzehr, der die geschilderten Abläufe begünstigen kann.
Noch ein Hinweis zum Proteingehalt der Ration: Überschüssiges Eiweiss im Pansen kann als Ammoniak die Leber belasten und somit die Abwehr schwächen. Primär muss also dafür gesorgt werden, möglichst alle Faktoren zu eliminieren, welche zu einer Reduktion der Futteraufnahme führen:
Mit den erwähnten Massnahmen können Haltungs- und Fütterungsfehler, welche Gesundheits- und Stoffwechselstörungen nach sich ziehen und die körpereigene Abwehr und das Immunsystem schwächen, markant reduziert und damit die Zellzahlen stabilisiert werden.