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Schon mehr als zwanzig Mal wurde dieser Stoff verfilmt: Charles Dickens’ Roman über das arme Waisenkind Pip, dessen Leben sich dank einem anonymen Geldspender von einem Tag auf den anderen ändert. Und nun wird aus «Grosse Erwartungen» also eine Miniserie, u. a. von Ridley Scott, Tom Hardy und Steven Knight produziert. Knight schrieb auch das Drehbuch. Da lohnt sich ein genauerer Blick.
Gravesend, 1832: Waisenjunge Pip (Fionn Whitehead) wächst bei seiner Schwester und deren Mann, dem Schmied Joe, im Südosten Englands auf. Eines Tages wird nach ihm verlangt: Die reiche Miss Havisham (Olivia Colman) sucht männliche Gesellschaft für ihre Adoptivtochter Estella (Shalom Brune-Franklin). Regelmässig besucht Pip die verfallene Villa und lernt Französisch, Umgangsformen und entdeckt seine Liebe zur schönen Estella.
Doch Miss Havisham, die immer noch ihr Hochzeitskleid trägt, in dem sie einst vor dem Altar sitzengelassen wurde, benutzt Pip bloss, um sich an allen Männern zu rächen. Als Pip ein Vermögen von einem Unbekannten erbt, ist er plötzlich eine gute Partie. Doch trotz seiner guten Erziehung verfällt Pip der Gier, wird zum Snob und verschwendet sowohl Geld als auch Goodwill vieler Freunde.
Die BBC-Miniserie bleibt Dickens’ Geschichte im Grossen und Ganzen treu. Ein Hingucker ist Olivia Colman als verbitterte und angestaubte Jungfer, aber auch Fionn Whitehead gibt Pip eine beeindruckende Tiefe. Da sieht man auch über gewisse Längen und teilweise gar düstere Einstellungen hinweg.
Disney+ | Miniserie
Mit Olivia Colman, Fionn Whitehead, Shalom Brune-Franklin
GB/USA 2023, ab 12. Juli 2023