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«Die Dienststelle für Arbeitnehmerschutz bietet keinen Schutz mehr. Ich habe noch nie einen so grossen und frontalen Angriff auf die Walliser Sozialpartnerschaft gesehen.»
Das waren die Worte von Jeanny Morard an einer Sitzung mit der damaligen Departementsvorsteherin, Frau Esther Waeber-Kalbermatten. Die Direktion dieser Dienststelle wollte den Anwendungsbereich der im Wallis ausgehandelten GAV möglichst stark eingrenzen. Sie stellte unter anderem die Arbeit, die Kompetenzen und die Unabhängigkeit der paritätischen Kommissionen in Frage und unterhöhlte die Initiative einer mobilen App des VVBK im Kampf gegen die illegale Arbeit. All dies führte zur oben erwähnten Schlussfolgerung.
Mit der Übernahme des Departements durch Herrn Mathias Reynard kam es zu einer wünschenswerten Richtungsänderung. Er verteidigte nämlich sehr klar die Zweckmässigkeit der Sozialpartnerschaft und der lokalen Vereinbarungen sowie den Mehrwert, den diese generieren. Sie führen nämlich zu Lösungen, welche die Realität vor Ort und die Gegebenheiten unseres Gebiets berücksichtigen. Diese Errungenschaften müssen gegenüber den ausserkantonalen und ausländischen Unternehmen vertreten bleiben.
Der neue Vorsteher des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur wünschte deshalb die Anerkennung der Sozialpartnerschaft in den Diskussionen und Verhandlungen betreffend die Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen und insbesondere im Rahmen der ständigen Listen und der Schweizer Innovation eines öffentlichprivaten Badges.
In diesem Sinn und Geist wurde die Verordnung betreffend die Führung ständiger Listen ausgearbeitet. Die Dienststelle akzeptierte verschiedene Vorschläge der Sozialpartner. Auch andere Bestimmungen, welche die Stärkung des Walliser Wirtschaftsgefüges bezwecken, wie zum Beispiel der freiwillige Eintrag in diese Listen, werden gegenwärtig geprüft und dürften vom Departementsvorsteher genehmigt werden.
Die Kommunikation ist ein wesentliches Element unserer Tätigkeit und rechtfertigt voll und ganz unsere Partnerschaft mit der Firma Boomerang, die seit 2016 in diesem Bereich spezialisiert und anerkannt ist. Die Firma spielt sozusagen die Rolle der Überwachung bei der Entwicklung unserer Kommunikationsträger (digitale und andere) und bei der Einhaltung des Corporate Designs unserer Organisation.
Die gelbe und schwarze Farbe, mit denen wir uns nun identifizieren, sowie die neue Grafik mit ihren Schriftarten ergeben eine Einheit und gewährleisten den Erkennungseffekt der Marke WBV in der Walliser Bevölkerung.
Vielfältige Kampagnen und Aktionen, um unsere Berufe in den Vordergrund zu stellen
Im Jahr 2021 erwies sich die Kommunikation, vor allem im Bereich der Bildung, als besonders wichtig. Der Mangel an Lernenden – deren Bestand auf ein nie gekanntes Tief sank – beschäftigte uns stark.
Also reagierten wir mit der innovativen Kampagne Big-Valais. ch, um die Diversität unserer Berufe aufzuzeigen, und zwar in Bezug auf die Aufgaben, das Klima, die Region, die Arbeitskräfte selbst und die Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten in einem zukunftsträchtigen Tätigkeitsfeld. Denn gebaut wird immer. Ausserdem erleichtern die digitalen Werkzeuge, die Exoskelette und die immer öfter einsetzbaren Maschinen die beschwerlichen Arbeitsbedingungen in der Branche und ihre körperlichen Auswirkungen bedeutend, so dass das Klischee der Arbeitnehmer, die am Ende ihrer Berufslaufbahn verbraucht sind, der Vergangenheit angehört. Zudem bauten wir als Kinder alle die verschiedensten Bauwerke: Sandburgen, Tunnel, … Als Erwachsene lassen wir uns von der Konformität mit ihrem kleinkarierten, düsteren und unspektakulären Denkschema beherrschen und vergessen oft diese zauberhaften Momente, die uns zweifelsohne auch heute noch begeistern würden.
Der Erfolg dieser Kampagne regte uns dazu an, die eingeschlagene Richtung beizubehalten. So wurde die mobile App Let’s work! lanciert, damit sich die Jugendlichen noch vermehrt für die Berufe der Bauwirtschaft interessieren und diese entdecken. Mit der App können sie nämlich virtuell eine Baustelle besuchen. Die Lernenden nahmen die Kommunikation auch selbst in die Hand und veröffentlichten vor allem auf TikTok Videos, mit denen sie die Vorteile ihres Berufs in ihrer Sprache und mit ihrer Gestik darstellten. Eine Veröffentlichung erreichte über 50’000 Klicks. Ein fantastischer Erfolg!
In Zusammenarbeit mit dem Bureau des Métiers schlossen wir auch eine Partnerschaft mit dem Nouvelliste und dem Walliser Bote ab. Punktuelle Veröffentlichungen sollten gewisse Theorien entkräften und die Lebendigkeit der oft als archaisch angesehenen Berufe aufzeigen. Von dieser abgesprochenen Initiative profitierten beide Verbände, da sie sich profilieren konnten. Aber auch die Leserinnen und Leser erhielten die Möglichkeit, die Berufe zu entdecken, die an der Planung und Realisierung eines Baus beteiligt sind. Ein Erfolg.
Zudem beschlossen wir aufgrund der ausgezeichneten Beziehung zu Kanal 9, die Zusammenarbeit mit der Redaktion weiterzuführen und Themen anzubieten, die das gesamte Publikum interessieren könnten. Im Juni 2021 wurde eine Podiumsdiskussion organisiert, die dem Nachwuchs und der Lehre gewidmet war. Abgesehen von der Werbung, die dieser Anlass generierte, wurde die Botschaft durch journalistische Dossiers, Diskussionen mit anderen Persönlichkeiten sowie die Testimonials von Referenten und Lernenden weiterverbreitet.
Die Weitergabe von Wissen
Eine andere Form der Kommunikation bildet die Weitergabe von Wissen. Dany Jollien verfasste nach zwei Auflagen des Lexikons « Dictionnaire du maçon » den Maurerleitfaden « Guide pratique du maçon », der auf einfache Art und Weise die technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen an eine Baustelle beschreibt. Der WBV beteiligte sich erneut an diesem Projekt, das allen Maurern in ihrer beruflichen Tätigkeit eine wertvolle Unterstützung bietet. All diese kleinen Schritte erfordern einen grossen Einsatz. Sie sind aber entscheidend, damit man sich an den Mehrwert erinnert, den unser Beruf, unsere Branche und Sie, die Unternehmer, jeden Tag für unseren Kanton generieren.
Nicht nur für diese Problematik, sondern im Allgemeinen ist es an der Zeit, sich nicht mehr mit Reflexionen im stillen Kämmerlein zu begnügen.
Für die Umsetzung der künftigen Vision und Politik in unserem Land müssen wir ein horizontales Vorgehen bevorzugen. Sämtliche Bestimmungen, Umstände und Einschränkungen sind zu berücksichtigen, um die verschiedenen Interessen abzuwägen und eine geeignete Lösung zu finden, die dem Volkswillen am besten entspricht. Eine abgeschottete Umsetzung streng nach Wortlaut und nicht im Sinn und Geist der Bestimmungen führt unweigerlich zu Trägheit und Rückschritt.
Ziel : Energiestrategie 2050
Dieses Ziel kann nicht durch Abschottung und unabhängig von anderen Akteuren erreicht werden.
Wie kann man eine intakte Umwelt und eine klimaneutrale Schweiz anstreben, wenn für die Sicherung der Rhone Steine aus Italien und Sand aus Frankreich importiert werden? Wie kann man rechtfertigen, dass aufbereitetes und sauberes Material, das genutzt werden könnte, über hunderte von Kilometern zu einer Deponie transportiert werden muss? Ist es sinnvoll, dass Unternehmen ausserhalb des Kantons jeden Tag ins Wallis fahren, um kleine Arbeiten auszuführen? Und müssen die Unternehmen im Wallis unbedingt dasselbe in anderen Kantonen tun?
Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Es ist aber auch so bereits klar ersichtlich, dass mit der Umsetzung eines Gesetzes nur um des Gesetzes willen die globalen Ziele nie erreicht werden …
In Bezug auf die mineralischen Rohstoffe – und insbesondere hinsichtlich der Motion zur einfacheren Verwendung des Aushubmaterials – erhalten die oben erwähnten Reflexionen eine theatralische, vor allem aber eine tragische Bedeutung. Folgende Auswirkungen sind zu beobachten: Die kantonale Bevölkerung nimmt zu, ebenso wie die Attraktivität des Wallis… Bald werden wir mehr als eine halbe Millionen Einwohner zählen. Folglich müssen Wohnungen und Infrastrukturen gebaut werden.
Wie können die Fruchtfolgeflächen (FFF) in der Talebene erhalten werden, wenn man das Angebot in den Seitentälern nicht ausbauen will? Die Talebene und ihre Umwelt werden mit Sicherheit beeinträchtigt, wenn man keine neuen Strassen mehr baut und die Randregionen ausserhalb der urbanen Zentren nicht mehr weiterentwickelt. Wenn man nicht über genügend Deponien, Kieswerke oder Mittel zur Wiederverwertung des Aushubmaterials verfügt, kommt es unweigerlich zu Transporten, die sich nicht nur negativ auf die Umwelt und die Lebensqualität der Bevölkerung auswirken. Auch die Sicherheit wird durch den zunehmenden Verkehr gefährdet und die Infrastrukturen werden rascher beschädigt. Dies alles führt zu einer negativen Umweltbilanz.
Es ist deshalb paradox, dass man Böden, die nicht durch den Menschen verändert worden sind, unter dem Vorwand der Bodenverkümmerung nicht für eine rationellere, produktivere und weniger anstrengende Nutzung umgestalten kann. Dies ist sogar bei Böden der Fall, die nur für die Produktion von Viehfutter genutzt werden. Dieser Herausforderung steht der Verband täglich gegenüber.
Es wird uns vorgeschlagen, dieses Material für unsere Rebberge zu nutzen. Die einmaligen Terrassenweinberge in unserer Region stellen den Stolz und das Symbol unseres Kantons und unseres Knowhows dar. Um die nicht vom Menschen veränderten Landwirtschaftsflächen zu schützen, würde man es jedoch vorziehen, Trockenmauern abzureissen, zu erhöhen oder aufzuschütten, um eine einheitliche, riesige Parzelle zu erhalten und gleichzeitig die Biodiversität rund um diesen alten Mauern zu zerstören. Eine Interessensabwägung ist deshalb absolut notwendig und diese muss von der Politik, also von der Regierung, vorgenommen werden.
Wie im Bericht der Direktion erwähnt, ist zu hoffen, dass die aktuelle Regierung mit den politischen und wirtschaftlichen Erfahrungen ihrer Mitglieder endlich die notwendigen Entscheidungen fällen wird und dass die Dossiers nicht mehr von den in ihrem Elfenbeinturm abgeschotteten wissenschaftlichen Mitarbeitenden mit ihren Gewissheiten und dogmatischen Visionen blockiert werden.
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