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Die Übermacht der herrschenden Verhältnisse lähmt oft die Menschen, die sich für Veränderungen einsetzen wollen, und lässt sie resignieren. Zum Glück gab und gibt es immer wieder Personen, die sich davon nicht abschrecken lassen. Ein berühmtes Beispiel ist Mohandas Karamchand Gandhi, der gemeinhin Mahatma – grosse Seele – genannt wird. Zu seiner Zeit litt sein Heimatland Indien unter der Kolonialherrschaft der Briten. Sie hatten einige technische Fortschritte ins Land gebracht, beuteten es aber auch durch hohe Steuern aus. Unter anderem hielten sie das Monopol auf Salz: Nur den Briten war es erlaubt, Salz zugewinnen, zu transportieren und zu handeln.
Gandhi wollte die Freiheit seines Volkes ohne Gewalt erreichen und rief zu Aktionen des zivilen Ungehorsams auf. Eine der spektakulärsten war der Salzmarsch von 1930: Im März und April wanderte er mit seinen Anhängen über 385 Kilometer bis an das Arabische Meer und hob dort symbolisch einige Körner Salz auf. Seinem Beispiel folgten Leute in ganz Indien. Immer mehr Menschen begannen, ihr Salz selbst zu gewinnen und teilweise auch weiterzuverkaufen. Selbst die Inhaftierung Mahatma Gandhis am 5. Mai durch die britische Kolonialregierung konnte die Entwicklung nicht mehr stoppen. Nach einem langen Prozess gewann Indien im Jahr 1947 seine Unabhängigkeit.
Nichts ist unmöglich dem, der glaubt. Und Jesus sagte einmal drastisch: «Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.» (Lk 9,62) Den Menschen, die ihm nachfolgen, wünscht er eine solche Entschlossenheit für seine Botschaft und Gottvertrauen, wie sie Mahatma Gandhi in seinem Einsatz für Gerechtigkeit und für die Freiheit seines Volkes vorlebte.