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Russische Tanker haben laut einem Agenturbericht in den letzten Monaten mindestens dreimal Nordkorea mit Treibstoffen versorgt. Schiffe hätten auf hoher See ihre Ladung an nordkoreanische Tanker übergeben, erfuhr Reuters aus hochrangigen EU-Sicherheitskreisen.
Der Verkauf von Öl oder Ölprodukten aus Russland verstosse gegen Uno-Sanktionen, hiess es weiter. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass der russische Staat an den Transfers beteiligt gewesen sei, sagte einer der Insider.
Das russische Aussenministerium und der russische Zoll lehnten eine Stellungnahme am Mittwoch ab. Der Eigentümer eines der Schiffe, das verdächtigt wird, Öl nach Nordkorea geschmuggelt zu haben, wies derartige Aktivitäten zurück. Reuters konnte die Informationen nicht unabhängig bestätigen.
Die beiden Insider beriefen sich auf Geheimdienstinformationen und Satellitenbilder der Schiffe, die von den russischen Pazifikhäfen ausgelaufen seien. Nähere Angaben machten sie aus Geheimhaltungsgründen nicht. Aus Satellitendaten, die über Reuters erhältlich sind, gehen aber ungewöhnliche Aktivitäten bei einigen der Schiffe vor, die von den Insidern genannt wurden. So schalteten die Tanker ihre Transponder ab, welche üblicherweise die genaue Position bekanntgeben.
Trump bezichtigt China
Erst am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump China vorgeworfen, illegale Öllieferungen nach Nordkorea zu erlauben. Südkoreanische Medien hatten berichtet, chinesische Schiffe hätten auf hoher See Öl an nordkoreanische Tanker übergeben. China wies die Anschuldigungen zurück.
Südkorea beschlagnahmte derweil ein in Hongkong registriertes Schiff, das trotz der internationalen Sanktionen Öl an Nordkorea geliefert haben soll. China wies auch in diesem Fall zurück, etwas mit den Lieferungen zu tun zu haben.
Das Schiff sei im November durchsucht worden, teilte ein Vertreter des südkoreanischen Aussenministeriums am Freitag mit. Der von einer taiwanischen Firma gecharterte Frachter «Lighthouse Winmore» sei im Oktober im südkoreanischen Hafen Yeosu mit japanischem raffinierten Öl beladen worden. Er hätte mit 600 Tonnen Ölprodukten an Bord nach Taiwan fahren sollen.
Stattdessen sei ein Teil des Öls jedoch in internationalen Gewässern auf das nordkoreanische Schiff «Sam Jong 2» umgeladen worden, sagte der Ministeriumsvertreter. Bei ihrer Rückkehr nach Yeosu am 24. November habe der südkoreanische Zoll die «Lighthouse Winmore» dann durchsucht.
«Das ist ein typischer Fall, wie Nordkorea geschickt die Sanktionen des Uno-Sicherheitsrates umgeht, indem es seine illegalen Netzwerke nutzt», sagte er. Derartige Aktionen würden künftig dem Uno-Sicherheitsrat gemeldet. Südkorea habe Geheimdienstinformationen über das illegale Geschäft bereits mit den USA geteilt.
Einfahrt in Hafen verboten
Die «Sam Jong 2» gehört zu den vier nordkoreanischen Schiffen, denen am Donnerstag im Rahmen der Uno-Sanktionen international die Einfahrt in Häfen verboten wurde - weil es Güter transportieren oder transportiert haben soll, die unter die Sanktionen fallen, wie Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP sagten.
In der vergangenen Woche hatte der Uno-Sicherheitsrat einstimmig schärfere Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, die unter anderem Einschränkungen der Treibstofflieferungen vorsehen. So liegt die Grenze für Raffinerieprodukte bei 500'000 Barrel im Jahr und bei Rohöl bei vier Millionen Barrel. Es handelt sich um die zehnte mit Sanktionen verbundene UN-Resolution, die seit 2006 gegen Nordkorea wegen des Raketen- und Atomwaffenprogramms erlassen wurde. (sda/reu/afp)