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«Weckt mich, wenn das Hauptgericht serviert wird! Es sei denn, es gibt Leber.» Viele Tode musste Opa Jurek in seinem Leben sterben: im besetzten Warschau, wo er in der Sperrstunde zwei deutschen Soldaten in die Arme läuft. In der «weltberühmten» Ortschaft Oświęcim, in der er den Todeshunger kennenlernt. In Opole, wo er vor den leeren Regalen seines Lebensmittelgeschäfts, noch immer sterbenshungrig, von Delikatessen träumt. Und auch, als er, der Erfinder der «umgekehrten Humoristik», schon längst mit Oma Zofia verheiratet ist und ihre Tochter sich in einen jungen Delinquenten verliebt, der sie nach Kanada entführen will. Von der noch ungetrübten Vorkriegszeit bis in die Aufbruchsjahre nach dem Aufgehen des Eisernen Vorhangs reicht diese bewegte Geschichte einer polnischen Familie. Ein virtuos erzählter Roman über ein Leben im Wandel der Zeiten, das Überleben unter wechselnden Regimen.
Rezension
Mit poetischer Verdichtung und Verfremdung erschafft Matthias Nawrat eine Welt im Schwebezustand zwischen Wirklichkeit und Phantasie. Neue Zürcher Zeitung
Portrait
Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Für seinen Debütroman «Wir zwei allein» (2012) erhielt er u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, sein Roman „Unternehmer“ (2014), für den Deutschen Buchpreis nominiert, wurde u.a. mit dem Kelag-Preis und dem Bayern 2-Wortspiele-Preis ausgezeichnet. «Die vielen Tode unseres Opas Jurek» (2015), sein dritter Roman, brachte ihm den Förderpreis des Bremer Literaturpreises sowie die Alfred Döblin-Medaille ein. Matthias Nawrat lebt in Berlin.