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Glasmalerei Restauration
In der Kunstglaserei/Glasmalerei Scholz wird nach den traditionellen Methoden gearbeitet. Die einzelnen Glasteile werden geätzt, konturt und überzogen. Die Farbe wird im speziellen Glasmaler-Ofen eingebrannt und die Teile werden abschliessend sorgfältig zusammengebleit.
In Kirchenfenstern oder historischen Gebäuden werden Schäden an antiken Glasmalereien repariert und ergänzt, wobei die vorhandenen Glasteile bestmöglich erhalten bleiben. Die restauratorischen Arbeiten werden dokumentiert und Ergänzungen oder Ersatz von defekten Glasmalereien festgehalten.
Geschichte
Während unbemaltes Glas bereits zu Römerzeiten in Thermen und auch Privathäusern eingesetzt wurde, blieben die aufwändigeren Glasmalereien vorwiegend sakralen Bauten vorbehalten. Zu den ältesten erhaltenen Glasmalereien zählen die fünf verglasten Fenster in der Hagia Sophia im damaligen Konstantinopel aus dem 6.Jahrhundert nach Christus. Ab dem 7.Jahrhundert verbreitete sich die sakrale Glasmalkunst in Europa und erreichte in der Gotik um 1200 n.Chr. eine erste Blütezeit. 1215-1240 entstanden die Fenster der Notre-Dame de Chartres. Auch in Deutschland und England, sowie nicht zu vergessen in der Schweiz und Oesterreich entstanden bedeutende Fenster in der Zeit vom 13.-15. Jahrhundert. In der Schweiz sind zu erwähnen das ehemalige Kloster Königsfelden, das Berner Münster und die Kathedrale Notre-Dame in Lausanne.
In der Zeit von der Revolution, der Reformation bis zum Ende des 30-jährigen Krieges brach die Glasherstellung und mit ihr die Glasmalerei ein. Erst zu Beginn des 19.Jahrhunderts lebt die Glasmalkunst wieder auf. Viele neue Glasmaler-Werkstätten entstanden in dieser Zeit. Ab 1870 entstanden nach langen Jahren der farblosen Nüchternheit wieder neue Kirchen im Baustil der Neugotik, mit farbverglasten Fenstern.
Um die Jahrhundertwende schuf Louis Comfort Tiffany seine berühmten Glasfenster und Lampen und inspirierte die Glasgestaltung des Jugendstils.
Parallel dazu entwickelte sich eine völlig neuartige Glasmalkunst indem so berühmte Maler wie Georges Braque, Marc Chagall und Henri Matisse Kirchenfenster entwarfen und beim Umsetzen ihrer Entwürfe ihre eigene Art zu malen miteinbrachten.
Glasmalerfarben
Die Farben einer Glasmalerei werden vor allem durch die Wahl der farbigen Grundgläser gegeben, welche zusammen mit den Bleilinien ein Bild ausmachen. Zusätzlich können auf die einzelnen Gläser durch Bemalen mit Schwarzlot zeichnerische Details und Schattierungen aufgebracht werden. Unter Schwarzlot versteht man ein Pulver aus Metalloxyd und Glasfluss, welches je nach Verwendung mit Wasser, Essig oder Terpentinöl angerührt und aufgetragen wird. Erst nach dem Einbrennen bei ca. 600°C verschmilzt die schwarz-braune Schwarzlotfarbe mit dem Glas und wird damit wetterfest und dauerhaft.
Das Silbergelb, ein Gemisch aus Silber, Antimon und Ocker, ermöglichte den Glasmalern ab dem 14. Jahrhundert ein erstes Bemalen der Gläser mit einer zusätzlichen Farbe. Je nach Zusammensetzung des Silbergelbs und je nach Kombination mit dem Grundglas entstand ein Farbton von hellem Zitronengelb bis zu kräftigem Orange.
Seit dem 16. Jahrhundert werden zudem Emaillefarben eingesetzt, um einzelne Gläser zu colorieren. Das Spezielle an diesen Farben ist die Eigenschaft, dass sie nach dem Einbrennen mit dem Grundglas verschmelzen und dabei transparent werden.
Moderne Glasmalerei
Die neuen technischen Gestaltungsmittel werden auch in der Glasmalerei, speziell in der Entwurfsarbeit angewendet. Mit modernen Zeichenprogrammen kann ein Entwurf überarbeitet werden und Arbeiten wie Sandstrahlen oder Bedrucken können mit eigens entwickelten digitalen Maschinen ausgeführt werden.
In der modernen Baukunst werden vorzugsweise grossflächige Fenster eingesetzt, was wiederum Einfluss auf die verwendeten Techniken der Glasmalerei nimmt. So wird zum Beispiel geprüft, wie geschmolzene Gläser zu Isolierglas verarbeitet werden können oder Gläser werden grossflächig mittels neuer Klebetechniken gestaltet.