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1. Farbe modifiziert den Raum
2. Farbe klassifiziert Objekte
3. Farbe wirkt auf uns physiologisch und reagiert stark auf unsere Sensibilitäten
Le Corbusier nutzt die Möglichkeit, die ihm Salubra offeriert, die Polychromie als eine Tapetenkollektion zu veröffentlichen. Die puristische Farbkollektion von 1931 umfasst 43 Farbtöne. Le Corbusier verzichtet auf gebundene Musterbücher. Um eigene Affinitäten zu erkennen und individuelle Vorlieben auszuwählen, erstellt er Stimmungen, die spezifische Aktionen der Farben und zugleich fundamentale Bekundungen von Sensibilitäten reflektieren.
„All diese Farbenklaviaturen appellieren an die persönliche Initiative, für deren Betätigung sie eine verlässliche Unterlage bieten. Sie erscheinen mir als Werkzeug für genaue, zielbewusste Arbeit, welche erlaubt der neuzeitlichen Wohnung eine streng architekturale Farbigkeit zu geben, die gleichzeitig dem natürlichen Empfinden und den tiefen Bedürfnissen des einzelnen entspricht.“ (Le Corbusier)
Insgesamt 18 hellere Farben – als horizontale Querbänder der verschiedenen Tafeln dargestellt – sind Nuancen von bestimmten Muralwert. Deren Muralbedeutung liefert den beschreibenden Namen der unterschiedlichen Klaviaturen:
1. Raum, 2. Himmel, 3. Samt I, 4. Samt II, 5. Mauer I, 6. Mauer II, 7. Sand I, 8. Sand II und 9. Landschaft.
Drei der zwölf Klaviaturen tragen den Namen ‘Buntscheckig’ (10. Buntscheckig I, 11. Buntscheckig II, 12. Buntscheckig III). Sie bieten eher zufällige Akkorde.
Die Farbtöne sind so angeordnet, dass mit Hilfe von ‘Brillen‘ ein einzelner Farbton oder eine Kombination von zwei oder drei Farben gegen zwei Hintergrundtöne isoliert werden kann. Die Farbenklaviaturen bieten viele Anregungen und berühren jeden von uns mit dieser oder jener Harmonie.
Im Jahr 1959 erweitert Le Corbusier die Polychromie Architecturale mit 20 stärkeren Farben und einer zusätzlichen beeindruckenden Farbstimmung.
Die Kombination von bunten und unbunten Farbtönen und von unterschiedlichen Helligkeitswerten unterstreicht die aussergewöhnlichen Erfahrungen von Le Corbusier in der Architektur und als Maler, die das Fundament der gesamten Polychromie Architecturale bildet.
„Um auszuwählen, muss man nicht nacheinander, sondern gleichzeitig empfinden. Um auszuwählen, muss man sehen, worum es geht, und das Auge muss wie ein sehendes Werkzeug im Dienste eines tiefen Instinktes sein. Man muss ihm die Aufgabe erleichtern, die unfruchtbaren Ermüdungen (Anstrengungen des Gedächtnisses) ausschalten. Man muss klassifizieren, eine Auswahl zur Schau stellen. Das Auge muss sehen können! Objektiv, wirklich.“ (Le Corbusier)