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Was ist Leasing?
Leasing ist ein alternatives und ergänzendes Instrument für die Finanzierung von Investitions- und Gebrauchsgütern. Beim gebräuchlicheren indirekten Leasing kauft die Leasinggeberin – eine Bank oder eine Finanzierungsgesellschaft – das vom Leasingnehmer gewünschte Leasingobjekt der Lieferantin ab und stellt es dem Leasingnehmer für die vereinbarte Zeit und unter definierten Bedingungen zum Gebrauch zur Verfügung. Als Gegenleistung fällt dafür – in der Regel monatlich – eine zum Voraus festgesetzte Leasingrate an. Diese beinhaltet einen Zins – der in der Regel tiefer ist als der Zins für einen üblichen Bankkredit – und einen Amortisationsanteil.
Beim direkten Leasing sind nur zwei Parteien involviert: der Hersteller oder Händler des Leasingobjekts, der gleichzeitig die Funktion der Leasinggeberin einnimmt, und der Leasingnehmer.
Anders als der Kreditnehmer, der ein Objekt über einen gewöhnlichen Bankkredit finanziert, wird der Leasingnehmer nicht Eigentümer des Leasingobjekts. Es bleibt während der Vertragsdauer im Eigentum der Leasinggeberin. Die Risiken trägt aber der Leasingnehmer, auch für Unterhalt, Wartung und Reparatur ist er verantwortlich.
So funktioniert Leasing
Welche Arten von Leasingverträgen gibt es?
Finanzierungsleasing
Das Finanzierungsleasing ist für alle Arten von Leasingobjekten anwendbar. Es ist die häufigste Form im Bereich des Investitionsgüterleasings. Üblich sind mehrjährige Verträge. Sie sind für beide Vertragsparteien unkündbar. Möchte der Leasingnehmer dennoch vorzeitig vom Vertrag zurücktreten, ist das nur unter hoher Kostenfolge möglich. Während der Vertragsdauer amortisiert der Leasingnehmer das Leasingobjekt durch seine Ratenzahlungen nahezu vollständig (Vollamortisationsvertrag) oder nur zu einem bestimmten Teil (Teilamortisationsvertrag).
Bei Vertragsende hat der Leasingnehmer folgende Möglichkeiten:
- Erwerb des Leasingobjekts zum Restwert
- Rückgabe des Leasingobjekts an die Leasinggeberin
- Fortführen des Leasings zu reduzierten Raten
- Leasing eines neuen Objekts
Operatives Leasing
Schliessen die Vertragsparteien ein operatives Leasing ab, kann der Leasingnehmer den Vertrag entsprechend den Bedingungen jederzeit oder nach einer kurzen Grundmietzeit kündigen. Diese Form kommt daher in der Regel bei kurzfristiger Nutzung eines Objekts zur Anwendung. In der Leasingrate sind meist Serviceleistungen wie Wartung und Reparatur eingeschlossen, diese Kosten muss also der Leasingnehmer nicht noch separat übernehmen.
Nach Ablauf der Vertragsdauer gibt der Leasingnehmer das Leasingobjekt zurück und hat keine weiteren Verpflichtungen. Die Bedingungen der Rückgabe werden bei Vertragsabschluss genau definiert und vereinbart.
Hersteller-Leasing
Das Hersteller-Leasing ist ein direktes Leasing, es kommt selten vor. Dabei wird der Leasingvertrag direkt zwischen der Herstellerin des Objekts als Leasinggeberin und dem Abnehmer als Leasingnehmer abgeschlossen.
Sale-Lease-Back
Das Sale-Lease-Back ist eine Sonderform des Leasings. Dabei verkauft der Eigentümer besonders werthaltige Objekte an eine Leasinggesellschaft. Gleichzeitig wird in einem Leasingvertrag die Nutzung des Leasingobjekts vereinbart. Dadurch erhält das Unternehmen die Möglichkeit, stille Reserven zu aktivieren und damit Liquidität zu schaffen.