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Projekt MIANDRIVAZO: Sauberes Trinkwasser, sanitäre Einrich-tungen und verbesserte Hygienepraktiken
Das Projekt in Kürze
Das Projekt WASH trägt zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung in der Region Miandrivazo bei. Helvetas unterstützt drei Gemeinden auf dem Weg zu einem nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Einrichtungen. Auch die Hygienepraktiken in den Haushalten, den Schulen und den Gesundheitszentren werden verbessert. Dies führt zu einer merklichen Verbesserung der Gesundheit der Menschen. Die Gemeinden stärken ihr Wissen und verbreiten bewährte Praktiken weiter. Auch innovative Lösungen werden getestet, wie zum Beispiel der Einbezug des Privatsektors bei der Planung und Umsetzung eines funktionierenden Wassersystems.
Bis 2017 erhalten 16‘500 Menschen direkten Zugang zu sauberem Wasser. 500 Schüler, 32 Lehrer und 750 Patienten haben via Schulen und Gesundheitszentren Zugang zu funktionierenden sanitären Einrichtungen.
Ausgangslage
In den meisten Gebieten in Madagaskar sind der Zugang zu sauberem Trinkwasser und die sanitäre Grundversorgung ungenügend. Im ländlichen Distrikt Miandrivazo haben 46% der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Sanitäre Einrichtungen fehlen fast vollständig, ebenso wenig sind in der Bevölkerung gute Hygienepraktiken bekannt. Durchfallerkrankungen und eine hohe Kindersterblichkeit sind die Folge. Die Gemeindebehörden, in deren Verantwortung die Wasserversorgung liegt, sind für ihre Aufgaben weder ausgebildet noch ausgerüstet, der Dienstleistungssektor ist nur schwach entwickelt und die nötigen finanziellen Mittel fehlen.
Hier setzt das Wasser- und Hygieneprojekt von Helvetas an. Das Projekt stärkt die Kapazitäten der lokalen Behörden und unterstützt die Gemeinden dabei, mit Einbezug des Privatsektors eine selbsttragende Wasserversorgung aufzubauen und auf ein verbessertes Hygieneverhalten der Bevölkerung hinzuwirken.
Projektziele
Oberziel: Lebensqualität und Gesundheit der Bevölkerung der Gemeinden Anosimena, Dabolava und Manambina im Distrikt Miandrivazo haben sich nachweislich verbessert. Die Bevölkerung der drei Gemeinden verfügt über einen nachhaltigen und gerechten Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie über eine steigende Anzahl sanitärer Einrichtungen und hat ihr Verhalten in Bezug auf Hygiene und sanitäre Einrichtungen positiv verändert.
Folgende Teilziele sind angestrebt:
- Die in das Projekt involvierten Gemeinden verfügen über die nötigen Sachkenntnisse, einen Plan für die Trinkwasserversorgung und die Siedlungshygiene zu erstellen. Bei dessen Ausarbeitung sind die Bevölkerung und die zuständigen Akteure miteinbezogen.
- Die Gemeinden verfügen über einen fähigen technischen Dienst, der die Umsetzung des Wasserversorgungs- und Hygieneplans organisiert und überwacht.
- Der Privatsektor ist in der Lage, die nötige Infrastruktur zu erstellen und zu unterhalten.
- Die Gemeinden verarbeiten die Erfahrungen aus dem Projekt und nehmen die positiven Ergebnisse in ihre Strategie auf. Diese kann anschliessend von anderen Gemeinden übernommen werden.
Aktivitäten
Die Aktivitäten konzentrieren sich auf folgende
4 Bereiche:
- Planung eines funktionierenden Wassersystems in den Gemeinden, mit Einbezug aller betroffenen Akteure.
- Stärkung der Kompetenzen der Gemeindebehörden und der Dienstleister aus dem Privatsektor durch Weiterbildungen und Kurzausbildungen.
- Renovierung und Ausbau der Trinkwasserinfrastruktur in Schulen und Gesundheitszentren
- Propagierung guter Hygienepraktiken
- Unterstützung der Zivilgesellschaft bei der Lobbyarbeit für einen verbesserten politischen Dialog im Bereich der Wasserversorgung.
Der neue Brunnen mit Handpumpe wird durch einen Zaun geschützt, um die Verschmutzung durch Tiere zu verhindern.
Begünstigte
Vom Projekt begünstigt sind 16‘500 Menschen (50% Frauen), die Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Ferner profitieren 500 Schüler und 32 Lehrer in ihren Schulen neu vom Zugang zu sanitären Anlagen, desgleichen 750 Patienten in Gesundheitszentren. 9‘000 Personen, 50% davon Frauen, sind mit guten Hygienepraktiken vertraut.
Indirekt profitieren die 3 Gemeinden Anosimena, Dabolava und Manambina mit ihrer Bevölkerung im Distrikt Miandrivazo von den Projektaktivitäten, nämlich rund 20‘000 Menschen.
In der Schule lenren die Kinder, worauf es bei der Hygiene ankommt und wie man sich waschen sollte.
Erwartete Resultate bis Ende 2017
Bis Ende 2017 sind in vier Bereichen folgende Resultate zu erwarten: Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen
- Erhöhte Verfügbarkeit von Trinkwasser (für ca.16‘500 Personen) dank adäquater Wasserversorgungssysteme
- Bessere hygienische Bedingungen (ca. 9‘000 Personen) dank Sanitäranlagen und Kompetenz-aufbau
- Private Dienstleistungsanbieter (Handwerker wie Latrinenbauer, Maurer etc.) sind aus- und weitergebildet und mit den Arbeiten für die Trinkwasser- und Siedlungshygieneprojekte betraut.
- Die Gemeindebehörden sind ausgebildet in Planung, Umsetzung und Unterhalt von Wasserversorgungssystemen.
Verhaltensänderung
- In Schulen und Gesundheitszentren werden bessere Hygienepraktiken angewandt und wirken sich positiv auf die Bevölkerung aus.
Erfahrungsaustausch
- Vernetzung und Austausch zwischen den Akteuren zum Zweck gegenseitigen Lernens und der Optimierung bei der Planung und Umsetzung der Vorhaben
- Im Rahmen von verschiedenen Plattformen und Netzwerken wird ein politischer Dialog geführt, der zur Entwicklung der regionalen Politik beiträgt.
Budget und Finanzierung (in Schweizer Franken)
Budget 2017 (einschliesslich 11 Prozent Projektbegleitung) 233 600.-
Erwartete Beiträge 83 000.-
Noch offener Betrag 2017 150’600.-
Kostenspiele
- 50 Franken ermöglichen den Bau einer Latrine in einem Haushalt.
- Mit 1500 Franken bilden wir einen Latrinenbauer oder Maurer aus, der sein Wissen im Dorf weitergeben kann.
- 5000 Franken ermöglichen den Bau eines Latrinenhauses mit Geschlechter- getrennten Kabinen. (s. Photo)
- 25000 Franken erlauben die Realisierung eines umfassenden Wasser- und Siedlungshygieneprojekts in einem Dorf mit tausenden einwohnern.
Latrinenblock in einer Schule, mit je einer Kabine für Jungen, Mädchen, Lehrer (F/M) und einer Dusche
Hintergrundinformationen zum Land
Madagaskar verfügt aufgrund seiner geographischen Isolation vom afrikanischen Festland über eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt. Der Reichtum an Rohstoffen steht jedoch in extremem Gegensatz zur Armut der Bevölkerung. Jahrzehntelange Misswirtschaft und turbulente Präsidentenwechsel haben Madagaskar an den Rand des Ruins getrieben. Formal ist der Inselstaat zwar seit über 50 Jahren eine Demokratie, die staatlichen Institutionen sind aber schwach.
Drei Viertel der Bevölkerung ist im Agrarsektor beschäftigt. Die landwirtschaftliche Produktivität stagniert, und da die Infrastruktur ungenügend ist, können die Produkte nur beschränkt auf den lokalen und regionalen Märkten verkauft werden. 92% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, somit gehört Madagaskar zu den ärmsten Ländern der Welt. Abgesehen von Armut und Bevölkerungswachstum machen dem Land regelmässig Naturkatastrophen zu schaffen.
HELVETAS in Madagaskar
HELVETAS Swiss Intercooperation ist seit mehr als 30 Jahren in Madagaskar tätig. Gut vernetzt, arbeitet Helvetas mit den verschiedensten lokalen Partnern und anderen internationalen Organisationen zusammen. Um der Armut entgegenzuwirken und die Ernährungssituation in Madagaskar zu verbessern, fördert die Organisation ländliche Kleinbetriebe und engagiert sich für den Schutz der Wasserressourcen. Helvetas unterstützt die lokalen Gemeindebehörden und die Zivilgesellschaft bei der Planung und Umsetzung von Vorhaben zur Wasserversorgung und Siedlungshygiene und trägt zum Schutz der natürlichen Wasserressourcen bei. Dabei steht die Stärkung der dezentralen staatlichen und zivilen Strukturen im Zentrum.