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Früher wurde das Dorfzentrum oder die Strasse, die in eine Stadt führte, mit einer alten Eiche oder einem Steinblock markiert. Heute stehen dort häufig Verkehrskreisel. In der Schweiz werden sie mit origineller Kunst gefüllt, was allerdings teuer und manchmal umstritten ist.
Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das Verkehrskreisel als Bühne für Kunst nutzt. Aber die Schweiz fällt mit besonders vielen originellen und spektakulären Werken auf.
Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen erklärt, es gebe keine genauen Zahlen über Verkehrskreisel in der Schweiz. Denn die Kreisel fallen – typisch für das Land – in die Kompetenz der Gemeinden. Laut Rohrbach gab es in jüngster Zeit ein verstärktes Interesse an Kunst in Schweizer Verkehrskreiseln.
Auf die Frage, ob die Kunst die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ablenkt, antwortet er, dass die Skulpturen kein Problem darstellen. Wenn überhaupt, verlangsamten sie den Verkehr, weil die Lenker zu sehen versuchten, welches ungewöhnliche Objekt im Kreisel stehe.
Gleich um die Ecke
Der erste Kreisel der Welt wurde 1905 in New York gebaut. Aufgrund des zunehmenden Verkehrsaufkommens benötigte die Stadt eine sicherere Verkehrsführung. Paris folgte kurz darauf. Die Franzosen sind stolz auf ihre Kreisel-Kunst, und es gibt nicht weniger als 500'000 Kunstwerke im ganzen Land.
Wie in Frankreich durchqueren jedes Jahr Hunderttausende von Pendlern und Pendlerinnen, Touristen und Touristinnen sowie Truckern und Truckerinnen die Schweiz und sehen dabei die Verkehrskunst in der einen oder anderen Region.
Friederike Schmidexterner Link initiierte einige der bekanntesten Kreisel-Kunstprojekte der Schweiz und ist für die meisten Gemeinden eine der ersten Ansprechpartnerinnen, wenn es um den Bau eines neuen Kunstwerks geht.
Das erste Kreisel-Kunstwerk, das einen Preis gewann, war "Encounter" des griechischen Künstlers Costas Varotsos. Es wurde 2005 zum schönsten Kreisel-Kunstwerk der Schweiz gewählt. Es steht im Norden der Schweiz.
Im Mai 2019 ging das Foto eines Kreisel-Kunstwerks in Form eines Plattenspielers – das in der obigen Galerie gezeigt wird – auf den sozialen Netzwerken viral.
Kreisel-Kunst ist zwar teilweise umstritten und sicherlich nicht nach jedermanns Geschmack. Aber sie scheint sich in der Schweiz durchgesetzt zu haben. Sie ist eine Visitenkarte für kleine Gemeinden, die stolz darauf sind, dass Menschen durch ihr Zuhause fahren.