Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03151.jsonl.gz/2195

Im Verlauf der Trächtigkeit gehen Rund 60 % der befruchteten Eizellen (Embryonen) verloren. Können wir Gegensteuer geben?
Wie kann die Umrinderungsrate gesenkt werden?
Im Verlauf der Trächtigkeit gehen Rund 60 % der befruchteten Eizellen (Embryonen) verloren. Können wir Gegensteuer geben? Das haben wir alle schon erlebt:
Die Kühe zeigen ihre Brunst sehr schön und deutlich an. Danach erfolgt die Besamung zum optimalen Zeitpunkt ca. 14 Stunden nach Beginn der Brunst. Bei der nachfolgenden Trächtigkeitsuntersuchung fällt der Befund dennoch negativ aus. Warum? Untersuchungen haben ergeben, dass bei Rindern etwa fünf bis sechs Tage nach der Besamung ca. 65% der befruchteten Eizellen „lebensfähig“ sind. Dies ist jedoch nur ein Durchschnittswert. Je nach Alter, Rasse, Trächtigkeit und Milchleistung der Kühe ergeben sich deutliche Unterschiede.
Welchen Einfluss hat die Milchleistung?
Die Reproduktion nimmt bei der Nährstoffzuteilung nur einen nachgeordneten Rang ein. Diese Theorie würde auch zustimmen, wenn man sieht, dass bei einer durchschnittlichen Milchleistung von 6000 bis 8000 kg Milch nur 3.2% einen Embryoverlust zu verzeichnen haben und bei Hochleistungsherden mit Leistungen jenseits der 10'000 er Marke einen Embryoverlust bis zu 42% zu verzeichnen sind. Wir können beobachten, dass eine 50-Liter Kuh bereits bei der ersten Besamung aufnimmt und andere Tiere mit weniger Milchleistung in der gleichen Herde mehrmals erfolglos besamt wurden. Woran dies liegen kann, haben sich Wissenschaftler der Universität Kalifornien-Davis intensiv darüber auseinandergesetzt. Neue Untersuchungen lassen keinen Zusammenhang zwischen der Milchleistung und der Trächtigkeitsergebnisse am 30./31. Tag nach der Besamung erkennen. Frühaborte bzw. Embryonenverluste müssen demnach von anderen Faktoren beeinflusst werden. Folgende Faktoren sind entscheidend: Qualität der Eizelle. Die Grösse des Follikels bestimmt im hohen Mass seine Überlebenschance. Je kleiner der Follikel desto höher ist das Risiko, dass die Trächtigkeit nicht bestehen bleibt. Einen schnellen Anstieg des Progesterongehaltes ist eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der Trächtigkeit. Den Befehl, das Trächtigkeitshormon Progesteron zu produzieren, erhält der Organismus letztlich von der befruchteten Eizelle. Der Konditionszustand der Kühe bzw. die Veränderung zu Laktationsbeginn beeinflusst in erheblichem Umfang die Fruchtbarkeit der Milchkühe. Eine zu starke Abmagerung der Kuh in der Startphase erhöht das Risiko eines Trächtigkeitsverlustes um den Faktor 2 bis 3. Seit längerem ist auch bekannt, dass Hohe Umgebungstemperaturen sich negativ auf die Fruchtbarkeit von Kühen auswirken. Es konnte nachgewiesen werden, dass Kühe, die bereits vor der Besamung Hitzestress ausgesetzt waren, über 30% geringere Trächtigkeitsrate aufwiesen.
Fazit:
Bei steigender Milchleistung ist es entscheidend, dass die Kuh in einer normalen Kondition abkalbt. Je fettleibiger die Kuh beim Abkalben ist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in eine Ketose fällt und somit Körperfett verbrennt und zu wenig Nährstoffe aufnimmt. Folge: Fruchtbarkeitsprobleme. Positiven Einfluss gegen Frühaborte in der Milchviehfütterung haben Gaben von Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren.