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«Ich will mich um das Präsidentenamt bewerben», sagte die 67jährige Suu Kyi am Weltwirtschaftsforum Ostasien. «Ich will ganz offen sein: Wenn ich so täte, als hätte ich kein Interesse, wäre ich nicht ehrlich.»
Burma könne den Wandel zur Demokratie schaffen. Sie warnte aber auch vor der Gefahr eines Rückfalls: «Man kann nie sagen, dass ein Prozess unumkehrbar ist.»
Unter der aktuellen Verfassung kann Suu Kyi nicht Präsidentin werden, weil sie mit einem Ausländer verheiratet war. Die Verfassung müsse eben geändert werden, sagte sie. Ihre Partei (Nationalliga für Demokratie) arbeite daran. Die Verfassung garantiert dem Militär im Parlament eine Sperrminorität für Verfassungsänderungen von 25 Prozent der Stimmen.
Suu Kyi stand unter der 2011 abgetretenen Militärjunta mehr als 15 Jahre unter Hausarrest. Sie wurde nach den Wahlen im Herbst 2010 freigelassen. Im Frühjahr 2012 gewann sie bei Nachwahlen einen Sitz im Parlament und ist dort de facto Oppositionsführerin.
Kritische Stimme
Suu Kyi monierte am Weltwirtschaftsforum, dass die Menschen auf dem Land noch keine Besserung der wirtschaftlichen Öffnung spürten. Zudem fiel sie dem für Reformen zuständigen Minister vor laufenden Kameras ins Wort, als er die Justiz als unabhängig bezeichnete. «Nein, das stimmt nicht!» rief sie.