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Die Arktis schmilzt
Die Eisausdehnung über der Arktis schreibt Negativrekorde. Beinahe jedes Jahr wird die Eisdecke etwas kleiner. Im Sommer 2012 hat die Eisdecke ihr bisheriges Minimum erreicht, 3.6 Millionen Quadratkilometer. In den Wintermonaten wächst die Eisdecke zwar flächenmässig wieder an. Doch Messungen zeigen, es handelt sich hierbei vor allem um einjähriges Eis. Das dickere mehrjährige Eis verschwindet zunehmend. Das arktische Eis verliert an Fläche und an Volumen.
Warme Flüsse
Gemäss amerikanischen Forschern lassen unter anderem die vermehrt warmen Zuflüsse das Eis in der Arktis schmelzen. Drei Faktoren sollen eine Rolle spielen:
- Die von den Flüssen getragenen Wassermassen haben in den letzten Jahren zugenommen.
- Durch die höheren Temperaturen an Land haben sich die Flussbetten und somit auch das Flusswasser erwärmt.
- Die arktische Eisausdehnung sei dünner und brüchiger geworden. Das Eis sei daher anfälliger auf Erwärmung.
Doch der Arktische Ozean erwärmt sich nicht alleine durch die warmen Zuflüsse, auch die Sonne hat eine Bedeutung. Wird die Eisdecke kleiner, trifft das Sonnenlicht auf den dunklen Ozean. Der Ozean speichert das Sonnenlicht als Wärme.
Erwärmung in kürzester Zeit
Um zu verstehen wie sich die Erwärmung des Arktischen Ozeans genau abspielt, hat das Forscherteam das Flussdelta um den Mackenzie River in Westkanada genauer untersucht.
Im Winter ist das Flussdelta jeweils von Eis überzogen. Während das Eis auf dem offenen Ozean bereits wieder schmilzt, bleibt entlang der Küste und des Deltas das Eis bis in die frühen Sommermonate erhalten. Das Eis bildet somit eine Barriere zwischen dem warmen Flusswasser und dem bereits offenen Arktischen Ozean. Das warme Flusswasser staut sich hinter der Eisbarriere. Sobald die Barriere bricht, stürzt das warme Wasser wie eine Flut in den kalten Ozean. Der Ozean erwärmt sich in kürzester Zeit um mehrere Grad.
Der Antarktis fehlen die Flüsse
Im Vergleich zur Arktis, ist die Eisausdehnung in der Antarktis stabiler. Die Antarktis liegt als gefrorener Kontinent mit einer Eisdecke überzogen auf dem Südpol. Der Antarktis fehlen grosse Flüsse und somit der Wärmetransport.