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Dübendorf – im Spiegel der Weltgeschichte
Neben seiner Bedeutung als Militärflugplatz und wichtigster Zivilflugplatz der Schweiz wurde Dübendorf auch zu einem führenden Zentrum des Flugsportes und der Lufttouristik. Dazu trugen insbesondere die 1922, 1927, 1932 und 1937 vom Aero-Club der Schweiz durchgeführten internationalen Flugmeetings bei, anlässlich derer die besten Piloten in sportlichem Wettbewerb das jeweils neueste Flugmaterial vorführten und so Hunderttausende von Zuschauern, aber auch eine internationale Fachwelt nach Dübendorf lockten. Eine Weltsensation bildete der am 18. August 1932 in Dübendorf erfolgte Start des Stratosphärenballons von Auguste Piccard. Anlässlich dieser zweiten Fahrt erreichte er dabei die damals kaum vorstellbare Höhe von 17‘000 Metern.
Gewaltige Menschenmengen brachten auch die beiden Landungen des Luftschiffes „Graf Zeppelin“ (bezüglich umbautem Volumen bis heute das grösste je in der CH gelandete Luftfahrzeug) und die vielen Starts und Landungen von Walter Mittelholzer anlässlich seiner verschiedenen Pionierflüge, welche das Interesse breiter Kreise immer wieder nach dem Heimatflughafen der Swissair und damit nach Dübendorf lenkten. Aufgrund der Kriegsmobilmachung im September 1939 wurden die Flüge ab Dübendorf weitgehend eingestellt und die Swissair verlegte kurzzeitig einen Teil ihrer Flotte ins Tessin nach Locarno. Die auf den zeitweise in Betrieb kommenden Strecken nach Barcelona, Rom, München und Berlin eingesetzten Flugzeuge erhielten 1940 einen rot-weisse „Neutralitätsanstrich“ und auch das Flughafengebäude in Dübendorf wurde mit dunkelgrüner Farbe getarnt.
Die Kriegsjahre erwiesen sich als eine schwierige Zeit für Dübendorf und für die Swissair! So wurden in den Werfthallen im Rahmen von Dritt-Aufträgen teilweise aufwändige Reparaturen an Douglas-Maschinen der Lufthansa aber auch Revisionsarbeiten an Armeeflugzeugen durchgeführt. Eher kurios muten heute die „Keuchhustenflüge“ als Therapie für kleine Patienten an, welche Linderung in der reinen, kalten Höhenluft auf 4000 Metern Höhe bringen sollte.
Unter den in der Schweiz gelandeten ausländischen Kampfflugzeugen war die in den letzten Kriegstagen internierte Messerschmitt Me-262 das erste Düsenflugzeug auf Schweizer Boden. Ab August 1945 wurde der zivile Flugbetrieb wieder aufgenommen.
Wurde bei der Swissair ein Flugbetrieb mit grossen Passagiermaschinen noch 1944 ins Reich der Utopie verwiesen, bewiesen Bund und Kanton Zürich 1945 mehr Zukunftsglauben. Ein neuer Flughafen zwischen Kloten, Rümlang und Oberglatt wurde zum „Interkontinentalen Flughafen Schweiz“ erklärt und bereits 3 Jahre später wurde der zivile Flugverkehr von Dübendorf nach Kloten verlagert, Dübendorf damit wieder zum reinen Militärflugplatz.