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Verfassungsrat: Wir fordern mehr Verständnis für das Oberwallis
Was wir bereits im September beobachtet haben, hat sich im Oktober wiederholt: wir spüren im Oberwallis wenig Unterstützung und wenig Sensibilität für unsere Anliegen aus dem Mittel- und Unterwallis. Ganz zu Beginn der Grundsatzdebatten wurde die kantonale Einheit beschworen: Wir sind uns der Verschiedenheiten bewusst und schätzen die kulturelle Vielfalt. Wir sprachen uns damals für die Berücksichtigung der Minderheiten aus und damit auch für die Berücksichtigung der Anliegen aus dem Oberwallis, das sprachlich und bevölkerungsmässig ebenfalls eine Minderheit ist.
Nun bei den Voten und Abstimmungen zu den Vorschlägen der einzelnen Kommission ist davon aus Oberwalliser Sicht wenig spürbar. Dies beginnt bei der Definition eines einzigen Wahlkreises und der Abschaffung des Listenskrutiniums bei den Ständeratswahlen, setzt sich fort bei der Festlegung von mindestens fünf Gemeinderatsmitgliedern, der Ablehnung der „kann“-Formulierung beim Generalrat, der Ablehnung von Wahlkreisen bei der Wahl der Mitglieder des Grossen Rats, etc. Die Liste kann fortgesetzt werden.
Das Wallis als Willenskanton kann nicht ein Kanton sein, in dem die französischsprachige Mehrheit der Oberwalliser Minderheit die Regeln aufbürdet. Es braucht mehr politisches Taktgefühl, wenn wir eine Verfassung erarbeiten wollen, welche die Anliegen des gesamten Kantons abdeckt und die im ganzen Wallis akzeptiert wird.