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Die Kirche Saint-Marcel, die auf einer Terrasse mit Blick nach Süden am höchsten Punkt der Altstadt erbaut wurde, ersetzte die erste Pfarrkirche von Delémont, die so baufällig geworden war, dass ab 1755 keine Gottesdienste mehr abgehalten werden durften. Pierre-François Paris, Architekt des Fürstbischofs, entwarf das Projekt und liess sich dabei vom Tessiner Meisterarchitekten Gaetano Matteo Pisoni beraten, der zur gleichen Zeit die Kathedrale in Solothurn erbaute.
Bei der Kirche Saint-Marcel dominiert der barocke Stil, wobei auch ein neoklassizistischer Einfluss erkennbar ist. Die Frontfassade aus regionalen, weissen Qaudersteinen wirkt denn auch äusserst nüchtern. Der Turm wurde erst 1851 an Stelle des gotischen Glockenturms gebaut, der als letztes Überbleibsel des ursprünglichen Gotteshauses noch stehen geblieben war. Der Innenraum umfasst vier Joche und wird durch Pfeilerarkaden mit korinthischen Pilastern in ein Hauptschiff und zwei Nebenschiffe gegliedert. Die verspielten Stuckaturen bei der Vierung und den Chorbalkonen verraten den Einfluss des Rokoko. Insgesamt überwiegt jedoch eine grosse Schlichtheit, die den Hauptaltar besonders schön zur Geltung bringt. Das Altargemälde mit reich verziertem Louis-XV-Rahmen stellt einerseits den Heiligen Marcel, Schutzpatron der Reiter und Stallknechte, dar und andererseits den Triumph der heiligen Jungfrau.
Baujahr: 1762-66
Architektur: Pierre-François Paris, Besançon (F)
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Kirche St. Marcel
AdressePlace de l'Eglise, 2800 Delémont
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz