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Der Mensch ist nichts an sich. Er ist nur eine grenzenlose Chance. Aber er ist der grenzenlos Verantwortliche für diese Chance. Albert Camus
Monogamie und Privatbesitz sind Lebensformen von Jägern für Jäger.
Alles, was der Mensch tut, ist idealerweise darauf ausgerichtet, ihm zu helfen, sein Biologisches Erbe in individuell angemessener Qualität und Quantität zu kultivieren. «Abartige» Impulse müssen konfrontiert werden können, idealerweise auf freiwilliger, auf kunstvollem Denken und wertfreier Moral fundierter Basis.
Was es dazu braucht, sind gesellschaftliche Kontrollmechanismen, die Menschen auffangen, die irgendwie, irgendwo durch diesen Prozess fallen. Dieses «Versagen» muss wertfrei sein, weil jeder ein Opfer seiner subjektiven Potentiale und Möglichkeiten ist. Der exekutive Arm der Organisationsebene wird ein Gewaltmonopol haben müssen – und nur durch absolute Transparenz, also gäserne Bürger von allen für alle, ist absolutes Vertrauen möglich.
«Es gibt keinen Weg zum Frieden. Der Frieden ist der Weg.»
«Auge um Auge endet nur damit, dass die ganze Welt blind geworden ist.»
«Gott hat keine Religion.» Mahatma Gandhi
Hadern um die Erweiterung der Kulturevolution
Ich finde es wichtig zu verstehen, warum das so ist: Wir hadern um die kulturelle, geistige Evolution 2.0, die neue und komplexere Gesetze fordert, weil es nicht mehr nur einen schlichten Hauptparameter gibt: Überleben oder sterben. Aber genau nach diesem Gesetz entwickeln wir auch unsere Kulturen und Gesellschaften – das ist wahrscheinlich sinnvoll im Kontext von Jägern und Sammlern, aber wie soll eine Zivilisation ohne «wenn, aber, oder, vielleicht» funktionieren, nur mit «ja/nein»? Die Evolution des Geistes braucht mehr Operanden! Mit einem Fussball-Stadion lässt sich das gut zeigen. Und es ist ein guter Titel. 🙂
Wie Evolution funktioniert
Die Funktion der Evolution unseres Bio- oder Genroboters, des Reproduktionsautomaten, ist in der Art simpel: Erst gewinnt die reine Masse, also Grösse; danach gewinnt die Kraft, also das Verhältnis von Masse/Energie; danach die Anzahl Individuen einer Gruppe, also die Grösse des Schwarms. Will heissen: Das stärkste Tier ist die Ameise; das zweitstärkste der Spinosaurus (T-Rex war gestern); Elefant und Blauwal sind (heute) die drittstärksten. Wer schwächer ist, ist früher Nahrung, alle anderen später. Der Kreislauf der Nährstoffe, in welchem sich DNA vervielfältigt und evolviert.
«Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen.» Indisches Sprichwort
Als Biologisches Erbe bezeichnet sich für mich all das, was mein Roboter mit sich bringt und den Output, den er generiert. Wie die Formulierung vermuten lässt, bin ich weder meinen Körper noch meinen Geist. Diese zwei sind lediglich ein hoch komplexes System, dessen sich die Gene bedienen, um sich zu vervielfältigen.
Für den Körper scheint das klar. Den Geist zähle ich ebenfalls dazu, weil Sozialisierung ebenso ein (kulturelles) Programm ist, zu vergleichen vielleicht mit einem Pferd und seinem Reiter:
Das Pferd ist ein eigener Überlebensautomat, der sich in einer Herde ziemlich wohl fühlt. Der Geist wäre nun der Reiter, der dazu befähigt, komplexere Überlebensstrategien zu entwerfen, die das Leben weniger mühselig und etwas bequemer machen. Dass der Geist nach dem Ursprung zu fragen beginnt, ist ein Nebenprodukt der zu hohen Rechenleistung. Und von Frieden: Niemand philosophiert über den Schöpfer, wenn er Waffen konstruieren muss, um sein Leben zu schützen.
«Einige Menschen spüren den Regen. Andere werden bloss nass.» Bob Marley
Hier werden mir wohl einige widersprechen wollen. Aber ich gehe soweit und sehe nicht nur meinen bio- oder gentechnischen Automaten als meinen Roboter – was sich ja geradezu aufdrängt – sondern auch das, was wir im westlichen Kulturkreis als Bewusstsein bezeichnen. Also unseren Ratio. In meiner Wahrnehmung ist dieser ein Denkautomat, ein sehr komplexer zwar, aber eben ein Automat.
Dieser Roboter ist also nicht nur für meine Körperfunktionen zuständig, meine gesamte persönliche und kulturelle Prägung ist ein Programm, das auf die Genmaschine aufsetzt. Es ist mein Biologisches Erbe. Natürlich ist dieses System hoch komplex, und wie es immer geschieht in solchen Fällen, folgt in hochkomplexen Systemen irgendwann ein Quantensprung, wenn der Threashold überschritten wird.
«Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen.»
(St. Augustin, Apostel von England und erster Erzbischof von Canterbury, ?-604/605)
Nun ja, dazu gibt’s nicht viel zu sagen, nicht? Also zum Zitat – das Bild zeigt wohl einen Wissenschaftler, der sich mit Wundern nicht zufrieden gibt: Die Feder als ersten Schritt unseres Wegs in den Kosmos. Das geflügelte Wort, nicht wahr! Das flammende Herz der Liebe, die wir nicht mit Sex verwechseln sollten. Es entflammt unseren Geist, der Wahrheiten schlussendlich zu Worte bringt (kann man «veritas» nicht mit Möglichkeiten übersetzen?). Verschwörerischer Geheimwissen-Alarm jedenfalls. Wunderbares Bild einer Post-Animismus-Trance.
Vom Feuer zum Blitz, und darüber hinaus
Ob nun das Kugelstosspendel oder Geistheilung: Die Erfahrung zeigt doch, dass am Anfang stehts ein Wunder und am Ende eine Funktion steht. Wieso sollte dieses Phänomen nur für Dinge gelten, die wir heute (relativ gemeint, nicht absolut) schon verstehen – nicht aber für solche, die wir heute noch nicht verstehen?