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Um das Jahr 1940 reist die Engländerin Sarah Ashley (Nicole Kidman) zu ihrem Mann, der sich in Australien ihrer Ansicht nach zu lange um eine Farm in Familienbesitz kümmert. Die kühle Lady wird vom rüpeligen Viehtreiber Drover (Hugh Jackman) abgeholt, mit dem sie sich auch gleich in die Haare kriegt. Ihr Mann wurde ermordet und die Farm, Faraway Downs, steht kurz vor dem Ruin. Alles Land und alle Rinder rund um das weitläufige Gebiet herum gehören dem Viehbaron King Carney (Bryan Brown), der mit Hilfe seines Komplizen Neil Fletcher (David Wenham) alles daran setzt, auch dieses letzte Stück Land für sich zu gewinnen.
Um dies zu verhindern, muss Sarah 1500 Stück Vieh durch die Wüste nach Darwin treiben und dort an die Armee verkaufen. Sarah schafft es, Drover als Leiter für diese Mission zu gewinnen. Mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe, darunter der Waisen-Junge Nullah (Brandon Walters), ein Aborigine-Mischling, ziehen sie also los. Der zweite Teil der Geschichte spielt etwas später, als Drover ein halbes Jahr für die Armee Vieh durch Australien treibt, Nullah plötzlich spurlos verschwindet und die Japaner kurz nach Pearl Harbor das australische Festland bombardieren.
Baz Luhrmann dreht nicht viele Filme. In den letzten 16 Jahren waren es gerade deren Vier. Dafür kann man sich als Zuschauer jeweils freuen, denn Werke wie Moulin Rouge oder sind mehr als normale Kinofilme und hinterlassen auch Jahre später noch einen guten Eindruck. Nun hat er sich erneut Nicole Kidman geschnappt und schickt sie, zusammen mit Hugh Jackman, nach Australia. Dort wird geliebt, geschossen, gelitten und natürlich versucht, die ganz eigene Art des Volkes auf die grosse Leinwand zu bringen.
Australia ist lang geworden. Über zweieinhalb Stunden kriegt man die herrliche Farbenpracht, schmachtende Frauen, muskulöse und unrasiserte Männer, sowie Dramatik und Tragik geboten. Über Nicole Kidman kann man sagen, was man will. Aber seit sie sich sichtlich irgendwelche Chemikalien ins Gesicht und die Lippen hat spritzen lassen, wird es schwierig mit der Mimik. Das merkt man vor allem bei den Szenen, in denen sich lächeln soll. Dafür kann sie besser schmachtend in die Kamera gucken, wenn sich Naturbursche Hugh Jackman, vorzugsweise mit nacktem Oberkörper, in Szene setzt. Nach Ansicht von Australia ist eh klar, dass der richtige Mann von heute unrasiert, verschwitzt, ohne Manieren und mit viel Charme agieren muss, um den Frauen zu gefallen.
Neben dem bekannten Hollywoodpärchen sticht vor allem David Wenham hervor. Der Mann, der wohl auf ewig "Faramir" aus Lord of the Rings bleiben wird, macht eine tolle Entwicklung durch und wird vom brutalen Laufburschen zum gierigen Bösewicht, den man herrlich hassen kann. Dagegen ist der Auftritt von Bryan Brown verschenktes Material. Dafür agiert der kleine Brandon Walters als "Nullah" in seinem Filmdebüt souverän.
Fazit: Australia bietet herrliche Bilder von Down Under, sowie aufwändige Kulissen und viel Tragik. Dabei tun sich die Hauptdarsteller ein bisschen schwer mit der langen und ausführlichen Story, die einmal mehr, nicht enden mag. Erinnerungen an Pearl Harbor, wenn unser Naturbursche in den Wirren des Bombenangriffes auf Darwin nach seiner Liebe sucht und irgendwie die ganze Aufbauarbeit in der Wüste mächtig Kratzer bekommt. Trotzdem dürften Freunde des tragischen Liebesfilms mit Verlängerung diesen Film ohne Gewissensbisse ins Regal stellen.
So aufwändig der Film auch ist, so erbärmlich sind die Bonusfeatures auf der DVD. Mehr als zwei zusätzliche Szenen gibt es nicht zu sehen. Und die handeln von erbostem Personal und einer Streiterei im Jeep. Super....
Technisch hingegen ist an Australia nichts zu bemängeln. Der Ton ist klar und oppulent, während das Bild kräftig und bunt die ganze Grösse des heimischen Schirm ausfüllen vermag.
Der wahre Pluspunkt in diesem Film war die erste Stunde. Diese fand ich wirklich spannend und mitreissend. Gerade auch die Thematik mit den Abos ist aktuell und für uns Europäer interessant, weil unbekannt...
Die klare Minuspunkte sind dann das "Süssholz geraspel"... Kidman nervt nach einer Weile. Der Film hat vorallem gegen den Schluss zu viele Längen, schade!
Wegen der ersten Stunde runde ich hier auf 4 Sterne auf.
Nach dem ersten Teil dachte ich schon das wars und war enttäuscht, doch dann startete der Film noch einmal durch. Leider ein bisschen viel Schwarz/Weiss färberei. Man weiss genau wer bös und wer der Gute ist. Das Overacting ist so gewallt und wird auch oft mit Musik unterstützt. Somit erinnert es zum Teil ein bisschen an ein Bühnentheater. Aber stören tut das nicht. Die Bilder sind genial, die Kulissen sehr schön und auch der Score überzeugt. Die Homage an The Wizard of Oz ist genial - auch wenn das Theme fast ein bisschen zu oft im Film vor kommt...