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In der Schweiz ist Mariä Himmelfahrt (Französisch: l'Assomption, Italienisch: l'Assunzione della Vergine) in zehn Kantonen ein Feiertag. Im Einzelnen sind dies Appenzell-Innerhoden, Jura, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri, Wallis und Zug. Hinzu kommt eine Reihe von Ortschaften und Bezirken, in denen der 15. August einem Sonntag gleichgestellt wird. Gedacht wird der Aufnahme Mariens in den Himmel, die von der katholischen sowie der orthodoxen Kirche in dieser Form Bestandteil des Glaubens ist. Die evangelische Kirche feiert Mariä Himmelfahrt nicht bzw. sieht hierin nur den Todestag Marias und damit einen Gedenktag.
Tradition der Kräuterweihe: Kräuterbüschel werden gebunden und anschliessend in der Kirche geweiht
Worauf lässt sich Mariä Himmelfahrt zurückführen?
Mariä Himmelfahrt geht auf Hinweise in der Bibel zurück, nach der Maria nach ihrem Tod nicht im Grab gefunden wurde. Verdichtet werden diese jedoch vermutlich durch eine mittlerweile verlorene Schrift mit dem Titel „Transitus Mariae („Hinübergang Mariens)“ aus dem vierten Jahrhundert. Im fünften Jahrhundert war es Kyrill von Alexandrien, der den 15. August zum Feiertag auserkor. An die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel wird seit dem sechsten Jahrhundert geglaubt. Vor allem das Konzil von Triest im 16. Jahrhundert und schliesslich das Dogma durch Papst Pius XII. im Jahr 1950 sorgten für eine tiefe Verankerung im katholischen Glauben.
Erwähnenswert ist der Unterschied zu Christi Himmelfahrt, der in der umgangssprachlichen Bezeichnung Mariä Himmelfahrt nicht deutlich wird. Nach katholischer Lehre, handelt es sich lediglich bei Jesus um eine Auffahrt (ascensio), während Maria passiv aufgenommen wurde (assumptio). Diese Aufnahme erfolgte durch Jesus, gemeinsam mit den Engeln.
Auf welche Weise wird Mariä Himmelfahrt in der Schweiz gefeiert?
Die Bräuche, mit denen Mariä Himmelfahrt in der Schweiz einhergeht, unterscheiden sich kaum von denen der Nachbarländer. Aus dem neunten Jahrhundert stammt die Tradition der Kräuterweihe. Diese lässt sich dadurch begründen, dass das Grab Maria der Legende nach nur mit Blumen und Kräutern gefüllt war und sich dort kein Leichnam fand.
Entsprechend werden Kräuterbüschel gebunden und in der Kirche geweiht. Diese Kräuter wurden dann in den Rauhnächten rund um Neujahr den Tieren unter das Futter gemischt, um diese vor Krankheit zu schützen. Auch schützen geweihte Kräuter gegen Brand und Blitzschlag, wenn diese unter dem Hausdach hängen.
In Chur ist die Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt eines der Wahrzeichen der Stadt, wenngleich dieser Tag nicht mit besonderen Veranstaltungen verbunden ist.