Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/2494

Die Pallas Kliniken unterstützen Südserbien beim Aufbau seines Gesundheitswesens. Mit Leskovac starteten die Pallas Kliniken ein humanitäres Projekt in Südserbien mit dem Ziel, Augenoperationen zu ermöglichen, die für die vorwiegend mittellose Bevölkerung in den öffentlichen Spitälern bisher praktisch unerreichbar waren – sowohl in finanzieller Hinsicht als auch wegen der fehlenden Ausrüstung.
Ziel des Projekts
Leskovac, eine etwa 60'000 Einwohner zählende Stadt, liegt im Süden Serbiens und hat – wie jedes durch Krieg zerrüttete Gebiet – mit Armut und der damit einhergehenden Knappheit an medizinischen Mitteln zur Behandlung elementarer Krankheiten zu kämpfen. Menschen, die dort an Grauem oder Grünem Star erkranken, können sich keine Behandlung leisten. In der Schweiz ist dies eine Behandlung, die als selbstverständlich gilt.
Da die öffentlichen Spitäler und Universitätskliniken in Serbien nicht über die nötige Infrastruktur für eine solche Operation verfügen und die Behandlung nur in Privatkliniken in Belgrad durchgeführt werden können, bedeutet der Eingriff für Normalverdienende in der Regel unbezahlbarer Luxus: Für ein Auge müssten etwa zwei Jahresgehälter aufgewendet werden. Menschen, die kaum etwas an ihrer Situation ändern können und dringend auf Hilfe angewiesen sind. Entsprechend war das Ziel dieses humanitären Einsatzes: Einzelnen, mittellosen Menschen im Bereich der Augenheilkunde Hilfe zu leisten.
Vorbereitungen
Nach einem Besuch von Dr. Bojan Pajic, Leiter Hornhautchirurgie der Klinik Pallas, der sich im Sommer 2001 vor Ort ein Bild der Situation gemacht hatte, wurde das Projekt gestartet. Noch im gleichen Jahr wurden mit Unterstützung von Hilfswerken der orthodoxen Kirche Medikamente im Wert von CHF 400'000.- in den Süden Serbiens gesandt. Der Direktor des Spitals von Leskovac, Dr. Zoran Andjeljkovic, und Frau Dr. Jasmina Ivancevic leisteten vorbildliche Arbeit, indem sie diese Medikamente auf unbürokratische und sorgfältige Weise kostenlos an die einheimische, beinahe mittellose Bevölkerung verteilten.
Während eines Besuchs im Januar 2002 wurden zwischen 100 und 150 Patienten, die für eine mögliche Glaukom-Operation in Frage kamen, untersucht. Die Klinik Pallas finanzierte mit Unterstützung verschiedener Firmen (Oertli, Zeiss, Medilas, Symed) und Privatpersonen Material sowie eine neue Infrastruktur zur Durchführung der Augenoperationen. Sie bildete ausserdem in der Schweiz einen Augenarzt und eine Operationsschwester aus Serbien während 4 Wochen für die Benutzung dieser neuen Infrastruktur aus. So konnte die Klinik die Voraussetzung dafür schaffen, dass der Einsatz auch nach dem Weggang der Klinik Pallas-Ärzte aus Leskovac eine nachhaltige Wirkung hinterlassen würde.
Durchführung
Im Juli 2002 führten zwei Ärzte unter der Leitung von Dr. med. Grigoris Pallas in knapp zwei Wochen ungefähr 70 Operationen an Patienten durch, die im Januar zuvor auf Glaukom und Katarakt untersucht worden waren. Während zweier Wochen operierte, untersuchte und schulte das anwesende Pallas-Ärzteteam von frühmorgens bis in die Nacht hinein. Dabei waren Konzentration, Improvisation, Flexibilität aber auch Humor gefordert. Ausserdem liessen sich die Ärzte der Klinik Pallas bei ihrer Arbeit über die Schultern blicken, damit sich die dort tätigen Ärzte und das Operationspersonal mit den neusten Operations-Techniken und Methoden vertraut machen konnten.
Was die Ärzte besonders freute: Die Patienten brachten ihre Wertschätzung für die Operationen, die sie sich sonst nicht hätten leisten können, auf ihre Weise zum Ausdruck. Sie warteten geduldig, bis sie an der Reihe waren (was Stunden dauern konnte), sie zeigten eine vorbildliche, positive Einstellung, und nicht wenige brachten Naturalien mit.
Wie weiter?
Ein etwas bitterer Nachgeschmack ist die Erkenntnis, dass der ganze Einsatz im Vergleich zu den Missständen, die in diesem Teil Europas immer noch herrschen, mit dem berühmten Tropf auf den heissen Stein zu vergleichen ist. Das soll jedoch nicht entmutigen. Das Projekt geht weiter!