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Ein Spezialgebiet der Grafologie ist die Historische Handschriftenforschung.
Die sorgfältige Analyse von Dokumenten aus früherer Zeit, verbunden mit dem Wissen der modernen Grafologie und teilweise weiterer Fachgebiete wie beispielsweise Psychologie und Medizin ermöglichen ganz neue Einschätzungen von historischen Persönlichkeiten.
Abgesehen davon bilden handschriftliche Texte einen wesentlichen Teil unserer Kultur und Geschichte. Autographen werden seit der Frühzeit (Syrien, Ägypten) gesammelt. Sie werden weltweit in Archiven fachgerecht aufbewahrt und stehen der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung. Die hier präsentierten Arbeiten basieren auf ebensolchen Autographen.
Neuerdings gibt es auch ein Museum mit Autographen: Das "Musée des Lettres et Manuscrits" in Paris sammelt und präsentiert seit 2010 Handschriften.
Beachten Sie auch das Literaturverzeichnis, wo verschiedene Werke mit Portraits von historischen Persönlichkeiten aufgelistet sind.
Die hier veröffentlichten Texte wurden von den Autorinnen und Autoren freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Sämtliche Rechte, insbesondere das Copyright, bleiben bei den Autorinnen und Autoren bzw. bei deren Rechtsnachfolgern.
Spezial: Bach - Mozart - Beethoven. Ihre Handschriften und Krankheiten
Aus dem Geleitwort zum Werk "Johann Sebastian Bach im Spiegel der Medizin": "Das vorliegende Werk hat sich zum Ziel gesetzt, die zur Verfügung stehenden Quellen für eine Bach-Pathographie nicht nur zusammenzutragen, sondern zugleich aus vorrangig medizinischer Sicht zu würdigen. Der verehrte Verfasser nimmt bei seinen Bemühungen einschlägige Grundlagen, Anstösse und Theorien aus verschiedenen Teilbereichen der Forschung, insbesondere Bach-Forschung, Gerichtswissenschaft, Medizingeschichte und gegenwärtige medizinische Erkenntnis, auf und setzt sie in einen Zusammenhang, der durch seine Perspektive als Mediziner bestimmt ist. (...) Es ist zu begrüssen, dass ein solches Werk gerade im Jahr 2000 erscheint, da des 250. Todestages des grossen Leipziger Thomaskantors gedacht wird."
In der Folge sind lediglich die Seiten aus dem Buch aufgenommen, welche die Text- und Notenschriften von J. S. Bach analysieren und interpretieren.
Illustrationen zum Text:
Abb. 11 Zeugnis für Altnickol vom 25. Mai 1747
Abb. 12 Schluss des Briefes an Christian Friedrich Schaller vom 31. Juli 1748
Abb. 13 Brief an Johann Elias Bach vom 6. Oktober 1748
Abb. 14 Schluss des Briefes an Johann Elias Bach vom 2. November 1748
Abb. 15 Zeugnis für Johann Nathanael Bammler vom 12. April 1749
Abb. 16 Beispiele für den Wandel von Bachs Unterschriften
Abb. 17 Aus der Reinschrift des Orgelchorals "Allein Gott in der Höh sei Ehr", wohl um 1748
Abb. 18 Aus dem Crucifixus der h-moll-Messe; Spätherbst 1749 (?)
Abb. 19 Unvollendeter überlieferter Schluss der Kunst der Fuge; Ausarbeitungsschrift 1749 oder 1750, mit späterem Zusatz von der Hand Carl Philipp Emanuel Bachs
Vergiftet soll er geworden sein, der vielseitige und quirlige Musiker, so wurde von manchen Leuten vermutet. Seine Feinmotorik sei beeinträchtigt gewesen und ein Übermass an Quecksilber oder anderem Gift sei für den frühen Tod des Genies verantwortlich lauten die Begründungen. Andere meinen, er hätte eine lebensbedrohliche Krankheit gehabt.
Im vorliegenden Artikel weisen die Autoren anhand zahlreicher Beispiele nach, dass die oft zitierten Beobachtungen bei genauem Hinsehen nicht haltbar sind. Unruhig war die Schrift des Musikers Zeit seines Lebens - das gehörte zu seinem Wesen. Die von manchen angeführten Argumente zur Stützung der eigenen Behauptung werden in der vorliegenden Arbeit entlarvt als selektive Wahrnehmung, mit welcher die aufgestellte Hypothese gestützt werden sollte.
Eine höchst spannende, gut zu lesende Abhandlung mit zahlreichen Abbildungen.
Handschriften, Krankheiten und Tod Ludwig van Beethovens
(1770 - 1827)
Studie zu ungelösten Fragen anlässlich des 170. Todesjahres
Eine Fülle von Handschriften ist von Ludwig van Beethoven überliefert. Auffällig seine lebhafte Schrift, die sich im Verlaufe des Lebens immer wieder stark verändert hat.
Dass der Musiker gerne dem Wein zugesprochen hat ist bekannt - und dementsprechend wird immer wieder vermutet, er hätte im Übermass getrunken oder der von ihm bevorzugte Rebensaft sei mit toxischen Stoffen vermischt gewesen.
Die Autoren haben 130 Autographen sowie Inhalte von Briefen, Konversationsheften und andern Aufzeichnungen Beethovens graphologisch und medizinisch ausgewertet und die Ergebnisse thesenartig zusammengefasst.
Eine gründliche Studie, umsichtig vorgenommen und in gut verständlicher Sprache festgehalten und mit eindrücklichen Illustrationen ergänzt.
Quellenangaben zum Artikel (1022 kb)
Weitere Publikationen
Im Oktober 2013 jährte sich zum zweihundertsten Mal der Geburtstag des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi. Seine Musik ist eingängig, in seinen Werken hat er menschliche Dramen kunstvoll in Musik umgesetzt. Viele seiner Melodien sind weit herum bekannt. Sie wurden schon zu Lebzeiten des Komponisten von Blasmusiken auf den Dörfern gespielt, immer wieder dienten einzelne Weisen als Vorlage für Arrangements, auch viele Popmusiker haben sich in seinem reichen Fundus bedient.
In Franz Reichs Buch "Giuseppe Verdi - Annäherungen & Erlebnisse" hat Urs Imoberdorf Handschriften von Giuseppe Verdi sowie von drei für ihn sehr wichtigen Personen analysiert. Der Beitrag ist vom Verfasser zum Verdi-Jahr zur Publikation freigegeben worden. Vielen Dank!
Die Handschriften sind als separate Dokumente zu öffnen, damit beim Lesen Text und Illustration nebeneinander stehen können.
Abbildung 1: Giuseppe Verdi
Abbildung 2: Giuseppe Verdi
Abbildung 3: Giuseppe Verdi
Abbildung 4: Giuseppe Verdi Seite 1 / Seite 2
Abbildung 5: Giuseppina Strepponi Seite 1 / Seite 2 / Seite 3
Abbildung 6: Teresa Stolz
Abbildung 7: Arrigo Boito
Das Bild "Die Nachtwache" von Rembrandt hat eine prominente Position im Rijksmuseum Amsterdam. Nach langer Umbauzeit wurde das berühmte Museum im April 2013 wieder eröffnet.
Im Portrait von Arno Müller lesen Sie die wichtigsten biografischen Angaben des berühmten Malers. Natürlich zeigen wir auch seine Handschrift und bringen die Interpretation dazu.
In knapper aber gut verständlicher Form präsentiert Arno Müller diese Persönlichkeit.
Ein kurzes Porträt des weltberühmten Physikers. Es enthält die wichtigsten biografischen Angaben, eine Handschriftprobe und die Schlüsse, die aufgrund der graphologischen Analyse gezogen werden können.
In knapper aber gut verständlicher Form präsentiert Arno Müller diese Persönlichkeit.
Dieses Porträt ist Teil einer Serie, die in der Zeitschrift für Menschenkunde publiziert worden ist.
Über Albert Hofmann, den Entdecker des LSD, ist im AT-Verlag eine Biografie erschienen. Die Autoren, Dieter Hagenbach und Lucius Werthmüller, baten den bekannten Graphologen Fritz Gassner darum, die Handschrift des Wissenschafters zu analysieren.
Untersucht werden Handschriften des Chemikers im Alter von 37, 60, 74 und 100 Jahren.
Gut verständlich und leicht nachvollziehbar werden die wichtigsten Aspekte der Schriftbilder beschrieben und Rückschlüsse auf die Persönlichkeit gezogen.
Die erwähnte Biografie:
Dieter Hagenbach, Lucius Werthmüller: Albert Hofmann und sein LSD, AT-Verlag, Aarau
In diesem kurzen Porträt des Reisenden und Naturwissenschafters zeigt Arno Müller in knapper Form die wesentlichen Persönlichkeitszüge auf, die sich in der Handschrift zeigen.
Biografische Daten ermöglichen es, die Informationen über den Forscher, der eine epochemachende Idee entwickelte, in einen grösseren Zusammenhang zu stellen.
Dieses Porträt ist Teil einer Serie, die in der Zeitschrift für Menschenkunde publiziert worden ist.
Anhand von drei Schriftproben zeigt die Autorin auf, wie sich der vielseitige Künstler entwickelt hat.
Der Zeichner, Maler, Grafiker, Lithograf und Fotograf machte eine interessante Entwicklung durch, die sich auch in den gezeigten Handschriften widerspiegelt.
Eine klare, gut verständliche Analyse.
Vom 23. Oktober bis zum 26. Dezember 1888, also rund zwei Monate, weilte Paul Gauguin bei Vincent van Gogh auf dessen Einladung und Drängen hin in Arles.
Die ungleichen Persönlichkeiten wirkten intensiv aufeinander, auf der bewussten aber noch viel mehr auf der unbewusste Ebene. Die Auswirkungen hatten teilweise produktiven und teilweisen destruktiven Charakter. Nach zwei Monaten verstümmelte sich Vincent van Gogh, Gauguin reiste ab.
Eine konstruktive Rivalität hätte beide weiterbringen können, aber Neid hat dies verunmöglicht.
Die beiden Maler werden anhand ihrer Handschriften porträtiert, zudem wird die Dynamik der Beziehung zwischen den beiden sowie die individuelle Wirkung des Neides auf den andern in fundierter aber verständlicher Form erläutert.
Die Autorin wurde vom ZDF im Zusammenhang mit einer Sendung Über den "Mythos Napoleon" gebeten, sich über dessen Handschriften zu äussern. Im Archive Napoléon in Paris hatte sie die Gelegenheit, "drei wunderschön gebundene grosse Bücher, die in schweren Kassetten aufbewahrt werden und die das Mirakel enthalten: Napoléons lettres d'amour à Joséphine" einzusehen.
Detailliert, mit viel Sachkenntnis und Einfühlungsvermögen beschreibt Roswitha Klaiber Handschriften des Feldherrn und Kaisers aus verschiedenen Lebensphasen. Es resultiert ein spannendes, einfühlsames und zuweilen auch überraschendes Portrait des Mannes, dessen Wirkung in Europa noch immer zu spüren ist.
"Insgesamt passen Napoléons Schriftbilder in die Zeit der französischen Revolution hervorragend hinein. Sie spiegeln den Geist des Aufbruchs und Aufbegehrens, des Experimentierens, Neuordnens und Bestimmens, nicht zuletzt auch seinen problematischen Kampfgeist bildhaft." So lautet das Fazit der Expertin.
Ein undatiertes Schriftstück wird verglichen mit vier signierten Schreiben. Es stellt sich die Frage, ob der Brief ohne Datum kurz vor dem Tod des Schreibers oder zu einem früheren Zeitpunkt geschrieben worden ist. Hintergrund ist die ungeklärte Todesursache des Vaters des Auftraggebers.
Dieser sachlich fundierte und auch für Laien gut verständlich formulierte Beitrag zeigt exemplarisch wie Handschriften untersucht werden. Besprochen werden Handschriften aus verschiedenen Lebensphasen. Interessant ist die Untersuchung auch darum, weil es sich beim Schreiber um eine bekannte Person des politischen Lebens im 20. Jahrhundert handelt.
Zwei Frauen die sich schreibend ausdrücken und die immer wieder existenzielle Krisen durchmachten.
Zeitlebens hat Else Lasker-Schüler Fakten und Traumwelt miteinander verwoben und blieb so ein Stück weit "un-begreiflich". Die Gratwanderung zwischen Emotionen und Phantasie gelang der Dichterin nicht immer gleich gut.
Auch Virginia Woolf fühlte sich immer wieder indisponiert durch verschiedene Leiden, die sie selbst als "mystische Krankheiten" bezeichnet.
Beide Frauen standen vor persönlichen Herausforderungen und fanden im sprachlichen Ausdruck einen Weg, damit umzugehen.
Spannend und in leicht verständlicher Sprache werden sie hier anhand ihrer Schriften kurz porträtiert und einander gegenüber gestellt.
Die Autorin hat diese schriftpsychologischen Notizen als Kurzfassung für diese Website zusammengestellt. Herzlichen Dank.