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Seit über 130 Jahren ist das „Bourbaki“ eine der bekanntesten
Sehenswürdigkeiten der Schweiz. Auf einem riesigen Rundgemälde verewigte der Genfer Maler Edouard Castres die grösste humanitäre Aktion der Schweiz. 87,000 Soldaten der geschlagenen französische
Armee wird im strengen Winter 1871 in der Schweiz Asyl gewährt. Auf alle Kantone der Schweiz verteilt werden die Flüchtlinge in privaten aushalten für Vier Monate untergebracht.
Der Maler Edouard Castres hatte die humanitäre Katstrophe vom Februar 1871 miterlebt, weil er sich als freiwilliger Sanitäter einem Rotkreuzzug der französischen Armee angeschlossen hatte. Er
machte Skizzen über das Geschehen in Les Verrieres, wo etwa 35000 Soldaten in der Schweiz Zuflucht fanden.
Panoramen waren das erste Massenmedium, und so war das Bourbaki Rundbild eine Art “Breaking News“ seiner Zeit, indem es der breiten Bevölkerung erlaubte, „Bilder“ über kürzliches Kriegsgeschehen
zu erleben. Das 1881 realisierte Monumentalgemälde wurde zunächst in Genf gezeigt und 1889 nach Luzern überführt.
Das Kunstwerk ist eine Anklage gegen die Sinnlosigkeit des Krieges und eine Aufforderung zur Humanität im Krieg. Es ist ein Zeitdokument von europäischem Rang, dessen Aktualität
leider an nichts verloren hat.