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Was ist damit gemeint, wenn die Geschichte der Emotionspsychologie in ein goldenes, dunkles und Renaissance-Zeitalter eingeteilt wird? Welches Verständnis von Emotionen war in der Antike vorherrschend und wie lebt diese Sichtweise auch heute noch fort?
Antike: Dreiteilung der Seele in Vernunft, leidenschaftliche Effekte und begierdehafte Sinnlichkeit à heute: Dreiteilung in Kognition, Emotion und Motivation
Goldenes Zeitalter: beginnt mit Gründung des ersten Instituts für experimentelle Psychologie durch Wundt in Leipzig (1879) à Gründung der Psychologie als eigenständiges Fach (mit vielen klassischen Büchern zu Emotionen)
Dunkles Zeitalter: Behaviorismus, ab Beginn 20. Jhd., subjektive Erlebniszustände wie Emotionen wurden weitgehend ignoriert und als abergläubisches Denken verunglimpft
Renaissance: 1960er Jahre durch erneutes Erscheinen von Werken mit Betonung der Emotion und langsamem Abschwächen des Behaviorismus
Diskutieren Sie folgende Definition: „Emotion ist eine auf ein bestimmtes Objekt ausgerichtete affektive Reaktion, die mit zeitlich befristeten Veränderungen des Erlebens und Verhaltens einhergeht“ und grenzen Sie Emotion nach dieser Definition von folgenden Konzepten ab: Stimmung, emotionales Temperament, Einstellung.
Emotion hat folgende Merkmale:
Affektivität (Gefühlscharakter), d.h. Empfindungen liegen zugrunde, wichtig dabei ist die Valenz der Gefühle (Angenehm vs. Unangenehm)
Intentionalität (Objektgerichtetheit): Emotionen sind immer auf ein Objekt ausgerichtet (kann auch nur in Gedanken vorliegen)
Zeitliche Dynamik und begrenzte zeitliche Dauer: an Auftreten des Bezugsobjektes gekoppelt
Abgrenzung zu Stimmung: sind diffuse (positive oder negative) Gefühlszustände ohne Bezugsobjekt und dauern eher länger an
Abgrenzung zu emotionalen Dispositionen (Temperament): zeitüberdauernde Persönlichkeitseigenschaften mit sehr allgemeinem Objektbezug
Abgrenzung zu Einstellung: relativ zeitstabile positive/negative Beurteilung eines Objektes, weniger dynamisch in der Veränderung als Emotionen
Welchen Vorteile hat eine multidimensionale Sichtweise von emotionalen Reaktionen?
=kognitive, physiologische, motivationale Komponente sowie Erlebens- und Ausdruckskomponente
Es können unterschiedliche Facetten von Emotionen untersucht werden, ohne dass auf einen subjektiven Erlebnisbericht zurückgegriffen werden muss
Bestimmte Abläufe und Sequenzen in Aktivierung von Komponenten können studiert werden
Was ist der Unterschied zwischen emotional motivierten Verhaltensstrategien und Verhaltenstaktiken? Erläutern Sie den Unterschied anhand konkreten Beispielen.
Verhaltenstaktik: konkrete Verhaltensweise, die einer Verhaltensstrategie untergeordnet sein kann (z.B. Entscheidung des Bundestages macht mich ärgerlich und wütend, weshalb meine Verhaltensstrategie Attacke sein könnte. Meine Verhaltenstaktik kann trotzdem noch erheblich variieren, da ich nun friedlich demonstrieren kann, aber auch selbstjustizartig versuchen kann Entscheidungen nicht in meinen Lebensbereich eindringen zu lassen
5. Welche Muskelpartien des Gesichts sind für einen mimischen Ausdruck von Freude, Ärger, und Ekel besonders wichtig?
FACS: =Facial Action Coding System: ausgeklügeltes Codiersystem der Gesichtsmimik (von Paul Ekman), kann 44 Bewegungseinheiten erkennen
EmFACS: =emotional facial action coding system: Lexikon bestimmter Emotionskategorien, denen die Bewegungseinheiten zugeordnet werden
7. Diskutieren Sie die Aussage, dass das emotionale Empfinden ein Epiphänomen von Aktivitäten auf anderen Verhaltensebenen ist.
Wegen Problemen bei der Messung von emotionalem Empfinden, aber dem gesicherten Einfluss von Kognitionen, Motivationen und Expressionen darauf kann
Emotionales Gefühl als eigene Komponente betrachtet werden, da sie das momentane Erleben maßgeblich durch Kognitionen, Motivationen und körperliche Expression beeinflusst
- Oder als Epiphänomen: = integrative Wahrnehmung von Aktivitäten auf anderen Verhaltensebenen
8. Was sind Mischtheorien und Prototypen-Theorien von emotionalen Empfindungen?
Mischtheorien: aus Vermischung von primären Emotionen ergeben sich komplexe sekundäre Emotionen (z.B. Liebe als Mischung zwischen Freude und Akzeptanz)
Prototypische Zustände: Basisemotionen werden als prototypische Zustände, um die sich ähnliche emotionale Zustände herum gruppieren gesehen (z.B. Freude ist eine Familie von emotionalen Zuständen, die Erheiterung, Erleichterung, Genugtuung, Zufriedenheit und Stolz mit einschließt), Basisemotion (Freude) wird je nach Situation unterschiedlich benannt (z.B. Stolz ist Freude über vollbrachte Leistung)