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Die Anfänge des deutschen Hochadelsgeschlechts Lippe reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück und gehört damit zum Uradel. Seit 1413 besass das Haus Lippe ein eigenes Territorium, das im heutigen Nordrhein-Westfalen in Deutschland liegt. Bis 1918 gehörte es zu den deutschen Fürstentümern. Aus dem Haus Lippe gingen mehrere Adelsgeschlechter hervor, die grösstenteils zum Hochadel gehören.
Haus Schaumburg-Lippe
Der Familienzweig Schaumburg-Lippe bildete sich im 17. Jahrhundert.
Graf Albrecht Wolfgang zu Schaumburg-Lippe (1699-1748) gilt als der erste deutsche Freimaurer. Er wurde 1725 während eines Aufenthalts in England in den Bund aufgenommen. Als 1728 sein Vater starb, übernahm er die Regierung der Grafschaft Schaumburg-Lippe. Er war somit der erste bekannte Freimaurer, der das Oberhaupt einer regierenden Familie war. Er trug massgeblich dazu bei, dass das Ansehen und die Attraktivität der Freimaurerei in Deutschland schlagartig zunahm. (Quelle) Sein wohl wichtigster Beitrag zur Etablierung der Freimaurerei in Deutschland leistete er, als er den preussischen Prinzen und späteren König Friedrich II. zum Beitritt in die Freimaurerei verhalf. Auszug aus dem Freimaurer-wiki:
In Minden war er zu Gast an der Tafel des preußischen „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I.. Als dieser sich abfällig und ablehnend über die Freimaurerei äußerte, wagte es Graf Albrecht Wolfgang ihm zu wiedersprechen und sich offen zur Mitgliedschaft in der Freimaurerei zu bekennen. Kronprinz Friedrich, der spätere König Friedrich II. genannt der Große, war von diesem mutigen Eintreten für die Freimaurerei und der Darstellung ihrer Ziele und Ideale durch den Grafen so beeindruckt, dass er ihn nach der Tafel in einem Vier-Augen-Gespräch bat, ihm zum Eintritt in die Freimaurerei zu verhelfen.
Nachdem Friedrich II. den preussischen Thron bestieg, konnte sich die Freimaurerei im deutschen Adel etablieren. Die preussische Königsfamilie brachte noch weitere Freimaurer hervor (Quelle). König Friedrich Wilhelm II. war zudem Rosenkreuzer und Okkultist (Quelle).
Graf Albrecht Wolfgang zu Schaumburg-Lippe war auch Militär- und Heerführer im Dienste des Hauses Hannover, das zu dieser Zeit den britischen Thron besetzte. Seine erste Ehefrau war zudem eine aussereheliche Tochter des britischen Königs Georg I.. Albrecht war in ganz Europa bekannt und hatte Kontakt zu zahlreichen Hochadelsfamilien.
Fürst Georg Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1748-1860) betrieb mit Krediten der Rothschilds An- und Verkäufe von Unternehmen. Damit machte er ein beachtliches Vermögen, nach heutigem Wert etwa 40 Milliarden Euro. Dadurch war das Haus Schaumburg-Lippe lange Zeit eine der reichsten deutschen Familien. (Quelle)
Friedrich Christian zu Schaumburg-Lippe (1906-1983) war ein hochrangiger NS-Funktionär und Publizist nationalsozialistischer Schriften. Er trat 1929 der NSDAP bei, also bereits vor der Machtübernahme Hitlers. Er war einer der ersten Hochadligen, die der Partei beitraten. Er war Adjutant und Redenschreiber von Propagandaminister Joseph Goebbels. „Für seine langen Verdienste um die Partei“ erhielt er von Hitler das goldene Ehrenabzeichen der NSDAP verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Mitläufer eingestuft und erhielt keine Strafe, wie es bei vielen adligen NSDAP-Mitgliedern der Fall war. In der Nachkriegszeit war er bei rechtsradikalen Parteien aktiv, darunter auch bei der bis heute bestehenden NPD (Quelle). Das damalige Oberhaupt des Hauses Schaumburg-Lippe war Wolrad zu Schaumburg-Lippe (1887-1962), der ebenfalls der NSDAP beitrat.
Alexander zu Schaumburg-Lippe (*1958) ist das aktuelle Oberhaupt des Hauses Schaumburg-Lippe. Er ist Mitglied der deutschen Partei FDP, für die er sich in Zeitungsbeiträgen und Wahlkämpfen engagiert. Als Schirmherr oder in anderer Funktion ist Alexander für mehrere deutsche und deutsch-israelische gemeinnützige Organisationen tätig. Er ist ein Cousin von Beatrix von Storch, der stellvertretenden Vorsitzenden der AFD.
Erwähnenswerte Heiraten des Hauses Schaumburg-Lippe:
Sie heirateten dreimal in die deutsche Adelsfamilie Waldeck und Pyrmont, darunter auch Bathildis zu Schaumburg-Lippe (1873-1962). Ihr Sohn Josias zu Waldeck und Pyrmont (1896-1967) war ein hochrangiges NSDAP-Mitglied. Er trat 1929 der Partei bei. 1931 berichtete eine deutsche Zeitung, dass Josias von Hitler beauftragt wurde den Geheimdienst der SS aufzubauen. Damit war er bereits vor der Machtübernahme Hitlers am Aufbau des Nazigeheimdienstes beteiligt. Er soll zu den Hauptverantwortlichen der Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit dem Konzentrationslager Buchenwald gehören. 1947 wurde er deswegen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Aus (angeblich) gesundheitlichen Gründen wurde er aber schon 1950 entlassen und entnazifiziert. (Quelle)
Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe (1928-2003) heiratete in die deutsche Adelsfamilie Tiele-Winckler, die im 19. Jahrhundert durch Bergbau und Industrie zu einer der reichsten Familien Preussens wurde. 1921 verkauften sie ihre Unternehmen an den Industriellen Friedrich Flick, der zu den wichtigsten Förderern und Profiteuren des Naziregimes gehörte.
Sie heirateten zweimal in die preussische Königsfamilie, die mehrere Freimaurer hervorbrachte und zudem wichtige Unterstützer des Naziregimes waren.
Sie heirateten mehrfach in das Haus Glücksburg, das die Königsfamilie von Dänemark und Norwegen stellt und fest mit der Freimaurerei dieser beiden Länder verbunden ist. Das Haus Glücksburg stammt aus dem Haus Oldenburg, das ebenfalls in die Familie Schaumburg-Lippe heiratete.
Sie heirateten fünfmal in die Königsfamilie von Württemberg, die mehrere Freimaurer hervorbrachte (Quelle).
Philipp II. zu Schaumburg-Lippe (1723-1787) heiratete in die deutsche Adelsfamilie Sachsen-Weimar-Eisenach. Sie sind ebenfalls ein Familienzweig der Wettiner und brachten ebenfalls Freimaurer hervor. Philipps Frau war eine Tante der Brüder Carl August (1757-1828) und Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach (1758-1793). Die beiden waren Mitglied des Illuminatenordens (Quelle).
Haus Lippe-Biesterfeld
Der Familienzweig Lippe-Biesterfeld bildete sich im 17. Jahrhundert.
Bernhard zur Lippe-Biesterfeld (1911-2004) heiratete in die niederländische Königsfamilie. Er gilt als der Hauptgründer der Bilderbergtreffen und war deren erster Vorsitzender (Quelle). Er war bei allen Treffen von 1954 bis 1975 anwesend. Seine Tochter Beatrix, die von 1980 bis 2013 Königin der Niederlande war, besuchte das Treffen mehrfach (Quelle). Bernhard war in den Lockheed-Skandal verwickelt. Er gehörte auch zum Johanniterorden, ein deutscher Ritterorden, der bis heute von der preussischen Königsfamilie geführt wird. Bernhard war einer der Hauptgründer des WWF und war dessen erster Präsident. Er und seine Frau finanzierten über den WWF das „Projekt Schloss“, das britische Söldner anwarb, die Wilderer in den Naturreservaten bekämpfen sollten. Die Söldner (Agenten) infiltrierten Organisationen, die vom illegalen Handel mit Elfenbein profitierten. Dieses Projekt war dann aber schnell in das Gegenteil umgeschlagen. Die Truppe von Prinz Bernhard hatte nicht nur den illegalen Handel infiltriert, sie nahm nun auch daran teil. Der irische Reporter Kevin Dowling enthüllte, dass die südafrikanische Armee ebenfalls an dem Handel beteiligt war, was darauf hindeutet, dass es Verbindungen mit dem Kampf für den Fortbestand der Apartheid gab. Dowling behauptete, dass Mitglieder der südafrikanischen Spionageabwehreinheit Koevoet, die unter dem „Projekt Schloss“ trainiert wurden, für das Boipatong-Massaker 1992 verantwortlich seien. Der südafrikanische Präsident Mandela rief 1995 die Kumleben-Kommission ins Leben, die neben anderen Fragen auch die Rolle des WWF in der Zeit der Apartheid in Südafrika ermitteln sollte. Im Untersuchungsbericht wurde angedeutet, dass die Söldner des „Projekt Schloss“ Anschläge auf ANC-Mitglieder (führende Anti-Apartheid Bewegung) geplant hatten. Dazu hatten sie sogar militärische Trainingscamps in den Naturschutzreservaten des WWF eingerichtet. (Quelle)
Bernhard war in 1930er Jahren Mitglied der NSDAP, der SA und der Reiter-SS im Dritten Reich. Sein Cousin Ernst Leopold Prinz zur Lippe (1902-1987) trat bereits 1928 in die NSDAP ein. Dieser war damit der erste Erbprinz eines deutschen Fürstengeschlechts, der Mitglied der NSDAP wurde.
Bernhard war ein Urenkel von Mathilde Bohlen-Halbach (1823-1848). Die Familie Krupp-Bohlen-Halbach war lange Zeit die wichtigste Industriellenfamilie der deutschen Rüstungsindustrie. Einzelne Familienmitglieder unterstützen Hitler und die NSDAP. Sie gehörten zu den grössten Profiteuren der Aufrüstungspolitik der Nazis.
Julius zur Lippe-Biesterfeld (1812-1884) heiratete in die deutsche Uradelsfamilie Castell, die 1774 die Fürstlich Castell’sche Bank gegründet hatte, die somit die drittälteste (noch existente) Bank Deutschlands ist. Die Bank ist bis heute im Besitz der Castell Familie.
Haus Lippe-Weissenfeld
Der Familienzweig Lippe-Weissenfeld bildete sich im 18. Jahrhundert.
Elisabeth Ilka Friedrike Anna-Luise zur Lippe-Weissenfeld (*1940) heiratete ebenfalls in die Castell Familie.
Der Wiener Reichshofrat Graf Carl Christian zur Lippe-Weissenfeld (1740-1808) war Mitglied des Illuminatenordens, der zum grössten Teil aus deutschen Adligen bestand (Quelle).
Karl Christian zur Lippe-Weissenfeld (1889-1942) trat 1931 in die NSDAP ein und wurde später SS-Obersturmbannführer.
Teresa Theodora zur Lippe-Weissenfeld (1925-2008) heiratete den Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza de Kászon aus der Industriellenfamilie Thyssen. Sein Onkel Fritz Thyssen war ein bedeutender Förderer von Adolf Hitler, der sich aber nach der Machtübernahme mit den Nazis zerstritt.
Isolde zur Lippe-Weissenfeld (1821-1880) heiratete den Industriellen und Bergbauunternehmer Georg Heinrich Wolf von Arnim, der aus der Uradelsfamilie Armin kam, deren Angehörige heute noch in der deutschen Politik, Wirtschaft und Finanzwesen tätig sind.
Ferdinand Clemens Christian zur Lippe-Weissenfeld (*1976) heiratete eine Prinzessin aus der bayerischen Königsfamilie (Haus Wittelsbach). Das Haus Wittelsbach ist eines der wichtigsten deutschen Hochadelsgeschlechter und stellte in den letzten 1000 Jahren Könige mehrerer Länder. Sie sind traditionell mit dem Vatikan verbunden.
Alfred zur Lippe-Weissenfeld (1848-1910) heiratete eine Gräfin aus der italienischen Uradelsfamilie Pallavicini, die traditionell mit dem Vatikan verbunden ist.
Elisabeth zur Lippe-Weissenfeld (*1957) heiratete einen Prinzen aus dem deutschen Zweig der Hochadelsdynastie Glücksburg.
Haus Lippe-Detmold
Der Familienzweig Lippe-Weissenfeld bildete sich im 17. Jahrhundert und starb zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus.
Fürst Leopold II. (1796-1851) war Freimaurer (Quelle)
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.