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Der Kampf um die Bundesratsnachfolge hat begonnen. Die ersten offiziellen Kandidatinnen stammen aus Genf.Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2002 - 10:14 publiziert
Kommentare auch zu Brasilien, wo der ehemalige Arbeiterführer Lula bei der Präsidentenwahl die absolute Mehrheit knapp verpasst hat.
Die Nationalrats-Präsidentin Liliane Maury Pasquier und die Finanzdirektorin des Kantons Genfs, Micheline Calmy-Rey, sind die ersten offiziellen Kandidatinnen für die nächste Bundesratswahl.
"Die Genfer SP wagt keine Entscheidung und setzt auf das 'Doppelticket'", titelt die LE TEMPS.
Die Genfer Doppelkandidatur stösst auch innerhalb der nationalen SP nicht nur auf Begeisterung. Sie wird von gewissen Kreisen gar als arrogant empfunden.
"Die Genfer haben uns nicht konsultiert", beklagt sich etwa der SP-Präsident des Kantons Neuenburg in der Westschweizer Zeitung.
Eine Frau soll wieder in den Bundesrat
"Die höchste Schweizerin will in den Bundesrat", ist in der BASLER ZEITUNG zu lesen. Weiter fährt die BAZ fort:
"Die Nationalrats-Präsidentin Liliane Maury Pasquier stellt sich als Kandidatin zur Verfügung - nicht gegen Micheline Calmy-Rey, sondern um einer Frau den Sitz von Ruth Dreifuss zu garantieren."
Die Bundesratswahl ist auch ein Thema in der BERNER ZEITUNG. "Bleibt nur das Genfer Doppelticket?" fragt die Zeitung. Sie ist überzeugt:
"Es scheint klar zu sein, dass die bürgerlichen Parteien einen aus zwei Genfer Politikerinnen des linken SP-Flügels bestehenden Doppelvorschlag an die Räte kaum akzeptieren würden."
Die NEUE LUZERNER ZEITUNG fragt sich gar: "Verhindert Metzler SP-Frauen?" Die NLZ zitiert CVP-Fraktionschef Cina:
"Die Kritik an Metzler könnte helfen, die Wahl der SP-Regierungsrätinnen zu verhindern."
"Genfer Frauen-Doppel am Start" ist im TAGES-ANZEIGER zu lesen.
Die Zeitung fragt: "Warum gibt es keinen Genfer Vorentscheid zu Gunsten der einen oder anderen Kandidatin?"
Die Zeitung zitiert dazu die Genfer SP-Präsidentin Heusser: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es besser, die Auswahl vorerst so offen wie möglich zu lassen."
Zweiter Wahlgang in Brasilien nötig
"Brasilien, das Ende der Euphorie", titelt LE TEMPS seinen Kommentar und fährt fort:
"Lula, der Präsidentschaftskandidat und seine Arbeiterpartei haben an einen Sieg im ersten Wahlgang geglaubt. Nun beginnt das Spiel wieder von vorne, jedoch mit härteren Regeln."
"Ein halber Sieg für Lula", ist in der BASLER ZEITUNG zu lesen.
"Aus dem Traum der brasilianischen Linken, das Präsidentenamt im Sturm beziehungsweise gleich in der ersten Runde zu erobern, ist nichts geworden."
Auch die BERNER ZEITUNG greift die Präsidentenwahl in Brasilien auf. "Lula bleibt stramm auf Siegeskurs" ist dort zu lesen.
Lula hat weiterhn die besten Chancen
"Lula in Poleposition" schreibt der BUND und kommentiert:
"Das grösste Land Lateinamerikas ist reif für Luiz Inacio da Silva. Allzu grosse Sprünge wird er aber nicht machen können. Die heikle wirtschaftliche Lage und der Zwang zu Koalitionen im Parlament werden seinen Aktionsradius einschränken."
"Jetzt ist Lula dran" titelt der TAGES-ANZEIGER seinen Kommentar und stellt fest:
"Das hat es in Brasilien noch nie gegeben: Ein Linker, der nicht zur politischen und wirtschaftlichen Elite gehört, triumphiert bei den Präsidentschaftswahlen."
Die Präsidentschaftswahlen in Brasilien sind auch ein Thema in der NZZ. "Ein Etappensieg für Lula" schreibt das Blatt und fährt fort:
"Die Märkte wollen endlich wissen, ob Lula ein 'brasilianischer Tony Blair' oder ein 'Marxist im Armani-Anzug' ist. Solange es keine Antwort auf diese Frage gibt, heisst es: Brasilien wählt, bitte Anschnallen!"
swissinfo, Elvira Wiegers
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