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Es sind angenehme und auch willkommene Erinnerungen für Sebastian Vettel. Denn der Ruhm des vierfachen F1-Weltmeisters in Serie (2010 bis 2013) ist auf den aktuellen GP-Strecken verjährt. Der scheidende Ferrari-Pilot (6. Rang auf dem Hungaroring als Bestresultat in dieser Saison) steckt in der sportlichen Sackgasse. Immerhin hat die Findungsphase in seiner Karriere jüngst ergeben, dass der Hesse ab 2021 für Aston Martin an den Start gehen wird.
Rückblende, 14. September 2008: Am Tag nach seiner ersten Pole Position im verregneten Monza krallte sich Vettel auch seinen Premierensieg in der Königsklasse des Automobilsports. Im Alter von damals 21 Jahren und 73 Tagen riss er beim GP von Italien den Rekord als jüngster Rennsieger an sich. Die Bestmarke verteidigte er bis zum 15. Mai 2016, ehe Max Verstappen im Alter von erst 18 Jahren beim GP von Spanien ganz neue Massstäbe setzte.
Vom Brüller zur Frustration
Der frühere Kart-Fahrer war in der Anfangszeit seiner Laufbahn mit ganz anderer Unbekümmertheit unterwegs. Wobei im Cockpit von Toro Rosso auch das Jahr 2008 harzig angelaufen war. Vettel beendete die ersten 4 Rennen nicht. Bei seinem 22. F1-Auftritt und in der 2. Saison war der Rookie dann für die Sensation besorgt, ohne vorerst je auf dem Podest gestanden zu haben.
Die Zahlen zu Vettels Karriere
- 4 WM-Titel (2010/2011/2012/2013)
- 248 GP-Starts
- 53 Siege, 120 Podestplätze (Letztmals unter den ersten Drei: Im Oktober 2019 als Zweiter in Mexiko)
Möglicherweise auch etwas voreilig bezeichnete der Deutsche den damaligen Tag als «den mit Abstand schönsten in meinem Leben». Er strich die grossartige Teamleistung hevor. «Es wäre falsch zu sagen, nur ich hätte ein sehr gutes Rennen abgeliefert.» Vollgepumpt mit Adrenalin, konnte Vettel das Erreichte noch nicht unmittelbar begreifen. Stattdessen freute er sich darüber, wie die Crew nach dem Abspielen der Hymne gebrüllt hat.
Und 12 Jahr später? Nach seinem Tiefschlag unlängst beim Ferrari-Heimrennen und dem frühen technischen Out (Bremsen) flüchtete sich der 33-Jährige in Galgenhumor. «Ich bin bald wieder im Simulator, dort hält das Auto wenigstens.» Und weiter liess er Frust wie Verzweiflung durchblicken: «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Wir sind einfach schwach.»