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Der Maler Sieger Köder (1925-2015) sagt über sich: «Ich bin Schwabe, ich bin Pfarrer, ich male Bilder». Er ist einer der bekanntesten religiösen Künstler im deutschsprachigen Raum. Das Bild in der Au ist eines seiner letzten grösseren Werke; das einzige, das er in der Schweiz geschaffen hat.
2. Dürstende
Wer hat nicht schon erfahren, was es heisst, wenn ich mich nach einem Schluck Wasser sehne? Wir meinen: ein Glas Wasser, das darf jeder Mensch zu jeder Zeit erwarten. Wir wissen: Ein grosser Teil der Menschen weltweit hat kaum Zugang zu Wasser, das unbedenklich getrunken werden könnte und das oft durch menschliche Schuld…
Unmittelbar über dieser Szene bezieht der Künstler einen Brunnen mit ein…, gefüllt, möchte man sagen, mit lebendigem Wasser. Eine andere Frau blickt von oben herein. Sie sieht auf dem Wasserspiegel ihr eigenes Bild – und sie redet dort mit einem. Man kann da ans Gespräch der Samariterin mit Jesus am Jakobsbrunnen denken. Sieger Köder ging es mit dieser besonderen Darstellung, und in der Kombination der beiden Szenen, darum, zu sagen, dass es auch den geistigen Durst gibt, den Durst nach Sinn und Erfüllung.
Johannesevangelium, vgl. 4,1-42
Jesus antwortete der Frau am Brunnen: «Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.»