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|1275-1528||1275 Ein Besteuerungsregister zählt für eine spezielle Steuer alle Kirchen im Aargau auf. Gontenschwil wird dabei nicht erwähnt.

1295 Der Zinsrodel von Ulrich von Rinach ist das älteste Schriftstück, in welchem die Existenz einer Kirche in Gontenschwil belegt ist: "So het er zu Gundelzwile ein eigen bi der kilchen".
1340 Gontenschwil besass jedoch vor 1340 eine eigene Kirche, eine eigenes Kirchengut, ihr eigenes Jahrzeitbuch und den eigenen Kirchmeier. Dies geht hervor aus einem Rechtsstreit im Jahre
1372 zwischen den Kirchmeiern der Kirche von Gundelzwil und dem Stift von Beromünster.
Die Gontenschwiler hatten jedoch keinen eigenen Priester. Die Kirche war Filialkirche der Pfarrei Pfeffikon. Die Hauptgottesdienste fanden in Pfeffikon statt. Nur an Weihnachten und am Gründonnerstag, oder bei Bedarf bei Sterbesakramenten ging der Kaplan durch den "Herrenweg" nach Gontenschwil.
Die ganze Kirchgemeinde gehörte politisch im 12. Jh. den Grafen von Lenzburg, danach denen von Kyburg. Im 13. und 14. Jh. den Grafen von Habsburg, das heisst also den Herzogen von Österreich.
Zum damaligen Aargau gehörten Gebiete, welche sich weit bis in die heutigen Kantone Bern, Luzern und Zürich erstreckten.
1415 Durch politisches hin und her innerhalb der deutsch-österreichischen Herrschaftshäusern bekamen die Eidgenossen eine gute Chance. Sie wurden vom deutschen Kaiser Sigismund aufgefordert Herzog Friedrich von Habsburg "zu bestrafen". Das taten die Eidgenossen dann in der Form, indem sie den Aargau eroberten und unter sich aufteilten. Die Grenze zwischen dem Ort Bern und dem Ort Luzern ging danach mitten durch die Kirchgemeinde Pfeffikon, was jedoch die kirchlichen Verhältnisse (noch) nicht berührte.
ca. 1480 Die vielen siegreichen Kriege der Eidgenossen im 15. Jh. liess deren Selbstbewusstsein wachsen. Kein Wunder, dass sich auch bei den Gontenschwilern der Zug zur Freiheit zu regen begann. Sie stellten beim Probst und beim Kapitel in (Bero-)Münster das Begehren: "...es sölle der Kaplan von Pfäffiken by inen zu Gundelswil sin und ire kilch soll ein rechte lütkirch sin." Ihr Begehren wurde indes in (Bero-)Münster abgelehnt. So zogen die Gontenschwiler den abschlägigen Bescheid vor den Bischof von Konstanz weiter. Als sie auch dort abblitzten, wollten sie an den Papst in Rom appellieren! Die beiden - an der Sache interessierten - Kantonsregierungen von Bern und Luzern verhinderten dies jedoch, indem sie
1488 und 1498 einen Vergleich zustande brachten: Der Kaplan von Pfeffikon wohnt in Gontenschwil. Die Gontenschwiler bauen und unterhalten auf ihre Kosten ein Pfarrhaus. Das Stift (Bero-)Münster besoldet den Kaplan, eine allfällige Pfrundaufbesserung geht zu Lasten von Gontenschwil. Alle gottesdienstlichen Funktionen werden in Gontenschwil vollzogen. Der Kaplan trägt noch immer den Titel des Kaplans von Pfeffikon und ist verpflichtet in Beinwil und Pfeffikon auszuhelfen.
|1517-1622||Die Reformation und deren Einführung

1517 Nachdem Martin Luther seit Juli vergebens gegen Missstände in der Kirche gepredigt hatte, ruft er am 31. Oktober durch seine 95 Thesen, die er an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelt, zu einer akademischen Disputation auf - und löst damit eigentlich ungewollt die "Reformation" aus.
1519 Huldrych Zwingli wird Leutpriester am Grossmünster in Zürich.
1525 Wird die "Reformation" in Zürich eingeführt.
Der weitaus grösste Teil der Bevölkerung in dieser, wie auch in den benachbarten Regionen konnte sich kein eigenes Urteil über die Vorgänge bilden. Zudem galt das System "cuius regio, eius religio" - d.h. der jeweilige Landesherr bestimmte über die Religion seiner Untertanen. Dies geschah aber nicht einfach in willkürlicher Art und Weise! Die Meinung der Untertanen war durchaus auch gefragt.
Im Wynental äusserte sich der neue Geist gegenüber den althergebrachten kirchlichen Bräuche darin, dass man betont Gleichgültig wurde und sein Geld lieber für anderes ausgab ...! Doch diese Äusserungen standen vielmehr im Zusammenhang mit der sozialen freiheitlichen Bauernbewegung als mit den Gedanken der Reformation der Kirchen.
1526 Im Mai findet in Baden eine öffentliche Disskussion statt. Sie wird mehrheitlich von den Vertretern des 'alten Glaubens' beschickt. 82 von 92 anwesenden Priestern entscheiden sich für den alten Glauben - so auch der damalige Priester von Gontenschwil, Daniel Schlatt.
Dessen ungeachtet gewinnt die Reformation immer mehr an Boden - vor allem in der Stadt Bern.