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Die Schweizer Präsenz in Venezuela schaut auf eine lange Tradition zurück. Heute ist die Schweiz mit einer Botschaft in Caracas und einem Honorarkonsulat in Maracaibo vertreten. Die Botschaft ist in der Dialogförderung sowie dem Schutz der Menschenrechte aktiv, unterstützt Wirtschaftsakteure und führt kulturelle Veranstaltungen durch. Darüber hinaus ist die Schweiz ein wichtiger Geberstaat für humanitäre Hilfe in Venezuela und in der Region. Aufgrund von Menschenrechtsverletzungen sowie der Untergrabung der Rechtsstaatlichkeit und der demokratischen Institutionen hat die Schweiz im März 2018 identische Sanktionen wie die EU gegen Venezuela beschlossen und diese seither mehrmals ausgeweitet.
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die offiziellen Beziehungen zwischen der Schweiz und Venezuela sind wenig intensiv. Die Schweiz und Venezuela haben Abkommen in den Bereichen Investitionsschutz, Doppelbesteuerung und Luftverkehr abgeschlossen.
Die Botschaft arbeitet mit der Zivilgesellschaft in der Dialogförderung sowie dem Schutz der Menschenrechte zusammen und unterstützt Projekte in diesen Bereichen. Darüber führt sie Veranstaltungen durch und beteiligt sich an kulturellen Aktivitäten, wie z.B. Filmfestivals.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Der bilaterale Handel hat krisenbedingt abgenommen. 2020 exportierte die Schweiz Güter im Wert von knapp 25 Millionen CHF nach Venezuela, hauptsächlich Präzisionsinstrumente, pharmazeutische Produkte und Maschinen. Die Importe beliefen sich auf rund 2.3 Millionen CHF und umfassen vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse.
2018 betrug der Kapitalbestand von Schweizer Direktinvestitionen in Venezuela 2 Mia CHF und Schweizer Firmen beschäftigten 3’150 Angestellte. Die Botschaft unterstützt Schweizer Firmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, weist aber auf das sehr schwierige Marktumfeld hin.
Sanktionen
Am 28. März 2018 entschied der Bundesrat, sämtliche Sanktionsmassnahmen der EU gegen Venezuela zu übernehmen. Diese Massnahmen beinhalten ein Rüstungsgüterembargo, ein Exportverbot für Güter, welche Überwachungszwecken und der internen Repression dienen, sowie eine Sperre von Vermögenswerten und Reisesanktionen gegen aktuell 56 Personen. Diese gezielten Sanktionen haben keine Auswirkungen auf die venezolanische Zivilbevölkerung.
Humanitäre Hilfe
Im Zusammenhang mit der Krise in Venezuela hat die DEZA ihre humanitäre Hilfe seit 2017 kontinuierlich ausgebaut.
Die Schweiz leistet finanzielle Beiträge sowohl an multilaterale als auch bilaterale Partnerorganisationen, um die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung in Venezuela und die der Migrant/innen in der Subregion zu unterstützen.
Das Engagement der Schweiz richtet sich konsequent an den vier humanitären Prinzipien aus: Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit, und folgt bei der Bereitstellung von humanitärer Hilfe einem streng bedürfnisorientierten Ansatz.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Venezuela können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Basierend auf einem Mandat des SBFI koordiniert die Universität St. Gallen zurzeit Forschungskooperationen zwischen der Schweiz und Lateinamerika.
Schweizerinnen und Schweizer in Venezuela
Ende 2020 lebten 921 Schweizer Staatsangehörige in Venezuela.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz eröffnete 1909 in der Hauptstadt Caracas ein Honorarkonsulat und 1939 eine Gesandtschaft, die 1961 in eine diplomatische Vertretung (Botschaft) umgewandelt wurde. Seit 1979 besteht eine schweizerisch-venezolanische Handelskammer.