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Einsprache gegen Kartoni-Umzonung in Glarus
Damit auf dem Kartoni-Areal ein neues Quartier gebaut werden darf, muss die Gemeindeversammlung einer Änderung des Zonenplans zustimmen. Dagegen ist ein Rückweisungsantrag eingereicht worden.
Damit auf dem Kartoni-Areal ein neues Quartier gebaut werden darf, muss die Gemeindeversammlung einer Änderung des Zonenplans zustimmen. Dagegen ist ein Rückweisungsantrag eingereicht worden.
Auf dem Kartoni-Areal in Ennetbühls soll ein neues Quartier entstehen. Damit dort gebaut werden darf, muss die kommende Glarner Gemeindeversammlung vom 2. Juni einer Änderung des Zonenplans zustimmen.
Wie die Gemeinde Glarus am Freitag mitgeteilt hat, ist gegen die Zonenplan-Änderung ein Rückweisungsantrag eingegangen. Antragsteller Fritz Waldvogel aus Ennenda will den Gemeinderat beauftragen, eine mögliche Strasse im Süden des Quartiers an anderer Stelle vorzusehen.
Dabei geht es nicht um die Erschliessung des Kartoni-Areals selber. Dieses ist selber autofrei und soll von Norden her erschlossen werden. Sondern es geht beim Rückweisungsantrag um eine Erschliessungsstrasse für die benachbarte Untere Allmeind südlich des Kartoni-Areals. Das noch unbebaute Land dort ist als Wohnzone eingezont. Das Gesetz schreibt vor, dass dieses Quartier mit einer Strasse erschliessbar sein muss, wenn es bebaut werden soll – von Norden her wäre das durch das verkehrsfreie Kartoni-Areal nicht mehr möglich. Dafür soll nun ein Streifen südlich der Unteren Allmeind als Strasse eingezont werden.
Strasse zerschneidet Wiese
Waldvogel ist Landrat der Mitte und Präsident des Glarner Bauernverbandes. Er begründet seinen Rückweisungsantrag damit, dass bei der vorgesehenen Linienführung der Strasse die restliche Landwirtschaftszone zerschnitten werde. Dies dürfe aus Rücksicht auf die Ressource Boden nicht geschehen.
Er schlägt vor, die Erschliessungsstrasse stattdessen einige Meter zu den Häusern nach Norden hin zu verlegen und an die bestehende Rosengasse anzuschliessen. Somit würde die Strasse nicht mehr mitten durch den landwirtschaftlich genutzten Boden verlaufen.
«Drei bis fünf Jahre» Verzögerung
Die Gemeinde Glarus empfiehlt, den Antrag abzulehnen. Sie warnt, dass die Überbauung des Kartoni-Areals um drei bis fünf Jahre zurückgeworfen würde, wenn die Zonenplan-Änderung zurückgewiesen würde. Denn die neue Linienführung müsste mit den anstehenden Hochwasserschutzprojekten für die Linth und den Dorfbach abgestimmt werden. «Diese dürften frühestens in den Jahren 2024 oder 2025 vorliegen», so die Gemeinde.
Sie gibt ausserdem zu bedenken, dass es «mehr als fraglich» sei, dass die Strasse je gebaut wird. Denn wenn der Dorfbach wie vorgesehen für den Hochwasserschutz aufgeweitet werde, bleibe kaum noch genug Bauland für eine grössere Überbauung in der Unteren Allmeind übrig. Der Bedarf für die Strasse sei darum eher juristisch als praktisch begründet. «Solange die Untere Allmeind als Wohnzone ausgeschieden ist, muss deren künftige Erschliessung planungsrechtlich sichergestellt sein. Andernfalls wird der Kanton den Überbauungsplan Kartoni nicht genehmigen können», heisst es in der Stellungnahme des Gemeinderates zu Waldvogels Rückweisungsantrag.
Der Rückweisungsantrag und das Memorial der Gemeindeversammlung finden sich unter www.glarus.ch/gemeindeversammlung.
Ueli Weber ist stellvertretender Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er hat die Diplomausbildung Journalismus am MAZ absolviert und berichtet seit über zehn Jahren über das Glarnerland. Mehr Infos