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Seit den 1960er-Jahren zeigt der «christliche Westen» ein wachsendes Interesse an östlichen Religionen und einigen ihrer Praktiken. Der Einfluss des New Age hat eine Vielzahl von Workshops, Clubs und Kliniken hervorgebracht, die sich mit Yoga, Zen, buddhistischen und taoistischen Praktiken, Transzendentaler Meditation (TM) und Ähnlichem befassen. Besonders die Praxis der Meditation ist dadurch populär geworden, oder sogar trendy. Heutzutage ist Meditation absolut «in».
Auf verschiedenen Webseiten wird eine ganze Palette von Meditations-Techniken angeboten, die solche Erfolge wie inneren Frieden, Erfüllung und Erleuchtung, bessere geistige und körperliche Gesundheit, gesteigerte Intelligenz und Kreativität versprechen. Sie empfehlen Meditations-Stühle, -Kissen, Hintergrundmusik, bestimmte Stellungen und heilige Stätten. Weiter laden sie ein, «in das Reich der Meditation einzutreten», «deine persönliche Offenbarung zu suchen», «die Kraft deines Geistes anzuzapfen».
In der Bibel finden wir ebenfalls Hinweise auf Meditation. Ist christliche Meditation etwas Ähnliches wie die in den östlichen Religionen praktizierte? Können wir die beiden kombinieren?
Gut kauen!
Bevor er das Verheissene Land betrat, bekam Josua folgende Anweisungen von Gott dem Herrn: «Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst darüber sinnen (‹meditieren›) Tag und Nacht, auf dass du darauf achtest, zu tun nach allem, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinem Weg Erfolg haben, und dann wird es dir gelingen» (Jos. 1,8).
Es ist wichtig, festzustellen, dass die biblische Definition von Meditation zu einem aktiven Bewusstsein, einem zielgerichteten Denken auffordert. Hier wird Josua vom Herrn angewiesen, das Gesetz nicht nur zu lesen, sondern sich die notwendige Zeit zu nehmen, darüber zu meditieren, sich hineinzudenken, darüber nachzudenken.
Diese Meditation ist ein ruhiges und diszipliniertes «Kauen» von Gottes Worten. Die Einsichten und Überzeugungen, die man durch diese Meditation gewinnt, werden auf ganz natürliche Weise zu Einstellungen und Handlungsweisen führen, die Gott segnen kann.
(Artikelauszug aus ethos 05/2016)