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Anmerkung: die eigentliche Differenz wird bei den Griechen eröffnet: Kann die Polis als Haus gesehen werden - so dass in der Polis ein Haushalt gesehen werden kann? Im Haus ist Gemeinschaft, in der Polis ist Gesellschaft. Es geht mithin darum, dass im Haus nicht getauscht wird (bei den Griechen, weil alles dem Patriarchen gehört), während in der Polis die Patriarchen sich durch "gerechten" Tausch vermitteln. Die Entfaltung der Ökonomie liegt in der Lohnarbeit, wo die Arbeitskraft zu Ware wird (siehe auch Ökonomie-Konstrukte).

Umgangssprachlich wird Ökonomie (griechisch oíkos "Haus", nomos "Gesetz") für
siehe Öko

Der Ausdruck "Ökonomie" bürgert sich im 16. Jhd ein, ist aber ein typisches Renaissance-Konstrukt des 19. Jhd.
Der Ausdruck "Ökonomie" wurde von Aristoteles geprägt, der zwischen Ökonomik (Hausverwaltungskunst, natürliche Erwerbskunst) und Chrematistik (Kunst des Gelderwerbs, widernatürliche Erwerbskunst) unterscheidet.
Der Begriff der natürlichen Erwerbskunst zieht auf die Bedürfnisbefriedigung des Menschen ab. Die Ökonomik beschäftigt sich mit der Beschaffung und Bewahrung jener Güter, die für das Haus oder den Staat nützlich und notwendig sind. „In diesen Dingen besteht ja auch wohl einzig der wahre Reichtum.“ (Politik, 1256 b 30). Dieses wirtschaftliche System ist demnach geprägt durch das Bedarfsdeckungsprinzip. Kapitalakkumulation bzw. das Streben danach findet hier nicht statt. Da die Menge an Werkzeugen bzw. Instrumenten, die den Reichtum der Haus- oder Staatsverwaltung bilden, nach Größe und Zahl nicht unbegrenzt sei, könne auch der Reichtum nicht unbegrenzt sein.
Aristoteles Überlegungen zum wirtschaftlichen Handeln sind eingebettet in philosophische Betrachtungen. In diesem Sinne merkt man an seinen Passagen, dass er eine starke normative Analyse betreibt, also dass er ständig auf der Suche, ist wie wirtschaftliches Handeln so betrieben werden kann, dass es zum Gemeinwohl, das man bei ihm sicherlich als übergeordnetes Ideal betrachten kann, beitragen kann. Diese Herangehensweise würden wir heute wohl unter dem Begriff Wirtschaftsethik abhandeln. Zurückkehrend zur natürlichen Erwerbskunst ist es auch durch ein Gerechtigkeitsprinzip durchdrungen. So beschreibt er den Tauschhandel zwischen Wirtschafssubjekten und führt dabei die Begriffe Gewinn und Verlust ein. Gewinn sei demnach gegeben, wenn man nach dem Tauschgeschäft mehr hat als davor. Verlust sei gegeben, wenn man weniger hat als davor. In der Mitte zwischen Gewinn und Verlust liegt nach Aristoteles die Gerechtigkeit. An dieser Stelle dürfte wieder das Bedarfsdeckungsprinzip zum Tragen kommen.
In der deutschen Sprache gibt es die Bezeichnung Wirtschaftslehre, womit spezifisch die Lehre, also nicht Theorie oder gar Wirtschaft oder Wirtschaftlichkeit bezeichnet wird. Vielmehr sind Theorie, Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit Gegenstand der Lehre.
Die Oekonomie als Wirtschaftslehre umfasst neben Theorie und viel Statistik vor allem Rezeptbuchwissen (à la Keynes und Friedmann) darüber, wie man haushaltet, also was man im Haushalt wofür ausgeben kann oder soll. Ein wesentlicher Aspekt der Wirtschaftslehre beschreibt die Buchführung (Buchhaltung), durch die man den Stand der Dinge (Bilanz) und den Stand der Geschichte (Erfolgsrechnung) erkennen kann.
Die Oekonomie als Lehre wurde von den Merkantilisten differenziert, indem sie eine Volkswirtschaft erfanden, dies, indem sie eine Volkswirtschaftslehre (VWL) und quasi als Rückseite die Betriebswirtschaftslehre (BWL) begründeten. Sie (zuerst wohl A. de Montchrétiens im Traicté de l'économie politique) bezeichneten die Volkswirtschaftslehre als politische Oekonomie, weil sich die Lehre auf den Haushalt des Staates (Polis) bezieht. Als Synonym oder Uebersetzung erscheint auch National-Oekonomie, was den Ausdruck "politisch" relativiert.