Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/86699

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen Massnahmen zu treffen, um Azofarbstoffe, die bei Kindern Allergien und Hyperaktivität auslösen können, in Lebensmitteln zu verbieten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Den Bundesbehörden ist die Studie von McCann et al. (2007) bekannt, welche die Farbstoffe Tartrazin (E102), Chinolingelb (E104), Sunsetgelb FCF (E110), Ponceau 4R (E124), Allurarot AC (E129), Carmoisin (E122) mit der Hyperaktivität bei Kindern in Verbindung gebracht hat. Auf europäischer Ebene ist die Studie nach einer wissenschaftlichen Analyse durch die europäische Lebensmittelbehörde Efsa infrage gestellt worden. </p><p>Obwohl keine wissenschaftliche Evidenz eines Zusammenhangs zwischen diesen Substanzen und Hyperaktivität vorgelegt werden konnte, hat sich das EU-Parlament im Juli 2008 für eine verbesserte Kennzeichnung von Lebensmittelfarbstoffen ausgesprochen. Falls der EU-Rat die Empfehlung des Parlaments annimmt, sollen Lebensmittel, welche die genannten Farbstoffe enthalten, den Hinweis "kann sich nachteilig auf die Aktivität und Konzentration von Kindern auswirken" tragen.</p><p>Dem Bundesrat ist es ein Anliegen, die Konsumentinnen und Konsumenten vor Farbstoffen zu schützen, welche die Gesundheit gefährden können. Da jedoch der wissenschaftliche Beweis einer Gesundheitsgefährdung bis heute nicht erbracht ist, erachtet der Bundesrat ein Verbot oder einen Warnhinweis analog der Zigarettenpackung im jetzigen Zeitpunkt als nicht sachgerecht. Wenn Konsumentinnen und Konsumenten auf Produkte mit diesen Farbstoffen verzichten möchten, können sie sich anhand der obligatorischen Zutatendeklaration orientieren, ob ein solcher Stoff in einem Produkt enthalten ist. Sollte die EU den obenerwähnten Hinweis tatsächlich einführen, so ist der Bundesrat bereit zu prüfen, wie diese Anforderung in die Schweizer Gesetzgebung übernommen werden könnte.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.