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Raymond Poulidor ist der berühmteste Fahrer in der Geschichte der Tour de France, der das Rennen nie gewinnen konnte. Als «ewiger Zweiter» geht er in die Annalen ein und erobert die Herzen des Publikums.
Acht Mal schafft es der 1936 im Departement Creuse im Herzen Frankreichs geborene Raymond Poulidor auf das Podest der Tour de France. Drei Mal wird er Zweiter, fünf Mal Dritter, zum Sieg reicht es ihm nie. Unglaublich: Nie trägt der von seinen Fans liebevoll «Poupou» genannte Fahrer bei seinen 14 Teilnahmen zwischen 1962 und 1976 das Maillot jaune - nicht einen einzigen Tag.
Premiere mit gebrochener Hand
Bereits die erste Teilnahme Poulidors an der Tour steht 1962 unter einem schlechten Stern. Der Fahrer aus dem Team Mercier-BP-Hutchinson hat sich kurz zuvor die linke Hand gebrochen und muss entsprechend handicapiert ins Rennen. Am Ende reicht es zu Rang 2 hinter seinem Landsmann Jacques Anquetil.
Zwei Jahre später kommt Poulidor dem Gesamtsieg am nächsten. 55 Sekunden fehlen ihm am Ende auf Anquetil, der das Rennen als erster Fahrer zum fünften Mal gewinnt. In die Geschichte geht das Duell der beiden Rivalen am Puy de Dome ein, als es Poulidor nicht schafft, den erschöpften Anquetil zu distanzieren.
Rang 3 zum Abschluss - mit 40 Jahren
Seine zweite grosse Chance winkt Poulidor 1968, als er hervorragend im Rennen liegt und als aussichtsreichster Anwärter auf den Gesamtsieg gilt. Doch bei einem Zusammenstoss mit einem Pressemotorrad während der 15. Etappe nach Albi verletzt sich Poulidor und muss am nächsten Tag aufgeben.
Im Alter von 40 Jahren bestreitet Poulidor 1976 seine letzte Tour de France und wird hinter dem Belgier Lucien Van Impe und dem Niederländer Joop Zoetemelk Dritter.
Zoetemelk und Ullrich - die Nachfolger
Zoetemelk wird in den nächsten Jahren lange als «Erbe» Poulidors gehandelt. Fünf Mal wird er bei der Tour de France Zweiter, ehe ihm 1980 doch noch ein Sieg gelingt. Und mit Jan Ullrich gibt es auch in der Neuzeit einen Nachfolger Poulidors. Neben seinem Sieg 1997 landet der Deutsche ebenfalls fünf Mal auf dem zweiten Rang.
Zoetemelk und Ullrich – sie gelten als die «neuen Poulidors» in ihrer jeweiligen Epoche.