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Wettkampfsaison 2001. Erfreuliche Schlussbilanz!
Erfreuliche Schlussbilanz!
Der letzte Weltcupwettkampf im Schwierigkeitsklettern fand traditionsgemäss in Kranj ( Slowenien ) statt. Der vierte Schlussrang von Annatina Schultz in der Gesamtwertung sorgte für eine erfreuliche Schlussbilanz. Mit einem Weltcup im Bouldern und einem Jugend- und Junioren-Europacup im Schwierigkeitsklettern ging Anfang Dezember in Birmingham ( England ) die Sportklettersaison 2001 zu Ende.
Auch wenn sich in den beiden Disziplinen nicht alle Erwartungen besonders im Hinblick auf die Medaillenhoffnungen erfüllten, zeigte sich eine hoffnungsvolle Entwicklung zu einer Verbreiterung im Spitzenbereich. Bei der Jugend muss im Nachwuchssektor hingegen einiges getan werden, um den Anschluss behalten zu können.
Wo steht unsere Elite?
Schwierigkeitsklettern: gute Leistungen, aber kein Durchbruch Die Wettkämpfe im Schwierigkeitsklettern begannen erst Mitte Juli in Chamonix und erreichten im September mit den Weltmeisterschaften von Winterthur ihren auch international viel beachteten Höhepunkt. Selbst wenn die Resultate der Schweizerinnen und Schweizer nicht in allen Punkten den allgemeinen
Cédric Lachat in der zweiten Qualifikationsroute des Europacups Gesamtansicht der Wettkampfwand in Birmingham, an welcher am 8. und 9. Dezember der Jugend- und Junioren-Europacup stattfand.
Fo to s:
Ha ns pe te r S ig rist DIE ALPEN 1/2002
Erwartungen entsprachen, zeigten die Schweizer Athleten und Athletinnen doch eine deutliche Steigerung in der Breite.. " " .Vier Herren – so viele wie noch nie zuvor – und drei Damen vermochten sich für die Halbﬁnals der besten 26 zu klassieren. Diese Tendenz bestätigte sich zwei Wochen später in Lecco, wo noch einmal mehrere Halbﬁnalplätze erreicht werden konnten. Ein anschliessender, deutlicher Einbruch offenbarte aber, wie gross das Engagement für die Vorbereitungen der Weltmeisterschaften gewesen war. Einzig Annatina Schultz konnte an den letzten beiden Weltcups von Kuala Lumpur ( 3. Rang und damit erster Podestplatz im Schwierigkeitsklettern ) und Kranj ( 4. Rang ) die besten Resultate des Jahres erreichen und das Jahr auf dem überaus erfreulichen 4. Schlussrang in der Gesamtwertung abschliessen. Aufsteiger der Saison waren erfreulicherweise der 17-jährige Cédric Lachat aus Porrentruy, der erstmals in Lecco ( Italien ) im Weltcup startete und sich gleich bis ins Finale und dort auf den 7. Rang vorkletterte, sowie bei den Damen Alexandra Eyer aus Zürich, die in ihrem ersten Jahr bei der Elite nach verschiedenen überzeugenden Leistungen in der Weltcup-Gesamtwertung den 11. Rang erreichte.
Insgesamt enttäuschend verliefen die Wettkämpfe für Simon Wandeler aus Nottwil, der während Jahren regelmässig für gute Resultate gesorgt hatte, mit einer einzigen Finalqualiﬁkation in l' Aprica ( Italien ) und einem 7. Rang aber deutlich hinter den Erwartungen blieb.
Beim Bouldern fehlt noch die Konstanz In der Disziplin Bouldern vermochten die Schweizer in einzelnen Fällen mit guten Resultaten aufzuwarten, insgesamt fehlt aber noch die Konstanz für sichere Finalqualiﬁkationen. Neben Matthias Müller aus Interlaken und David Gisler aus Uhwiesen, welche bereits über einige Erfahrung verfügen, erreichte mit Raphaël Lachat aus Porrentruy, der sich erst im Verlaufe der Saison voll auf die Disziplin Bouldern zu konzentrieren begann, erfreulicherweise ein weiterer Athlet zum Teil sehr gute Resultate.
Bei den Damen hat sich bisher noch kein eigentliches«Boulder-Team » herauskristallisiert, doch bewiesen Alexandra Eyer in München ( 8. Rang ) und Annatina Schultz in Chamonix ( 13. Rang ), dass das Potenzial durchaus vorhanden wäre, eine Konzentration auf zwei Disziplinen physisch aber nur schwer zu verkraften ist.
Schwierigkeitsklettern: Jugend und Junioren drängen nach vorne
An den Weltmeisterschaften von Imst blieben die Schweizer erstmals seit längerer Zeit ohne Medaillen. Mehrere 4. und 5. Ränge zeigten, wie stark Glück und Pech an diesen Anlässen mitspielen können.
Der Europacup als Sprungbrett Neben den Weltmeisterschaften stellt für die Nachwuchskletterer der Europacup ein weiteres grosses sportliches Ziel dar. Diese Wettkämpfe haben in den vergangenen Jahren stark an Qualität gewonnen und sind zum wichtigen Sprungbrett für den späteren Einstieg in den Weltcup geworden. Vor allem bei den Herren ist in allen drei Kategorien das Niveau in der Breite, aber auch an der Spitze enorm gestiegen. Dies kommt durch die Tatsache, dass zahlreiche Athleten zwischen 17 und 19 Jahren auch bei der Elite vorderste Plätze belegen,
Spektakuläre Bewegungsabfolgen beim Bouldern: Frédéric Tuscan ( F ) wirft sich mit einem Sprung zum nächsten Griff.
Vorbereitung zum Sprung, der ganze Körper ist angespannt und konzentriert sich auf den weit entfernten Griff. Der Versuch, den Schwung auszubalancieren, schlägt fehl, der Griff lässt sich nicht fixieren – Sturz.
Im Sprung – die Hand erreicht den Griff.
DIE ALPEN 1/2002
deutlich zum Ausdruck. So kletterte zum Beispiel Cédric Lachat, wie Roman Felix ein Jahr zuvor, bei seiner ersten Weltcup-teilnahme direkt in das Finale. Mit dem Franzosen Gérome Pouvreau und dem Tschechen Tomás Mrázek wurden zwei Junioren Weltmeister und Vizeweltmeister bei der Elite in Winterthur. Tomás Mrázek gewann zudem noch den letzten Weltcup von Kranj und klassierte sich hinter Gérome Pouvreau auf dem dritten Schlussrang der Gesamtwertung!
Unsere Schweizer halten sich gut In dieser Entwicklung können die Schweizer vor allem mit Cédric Lachat, der in seiner Kategorie zum zweiten Mal in Folge den Europacup gewann, aber auch mit Roman Felix, der während der gesamten Saison durch kleinere Verletzungen und Krankheiten behindert war, zurzeit noch mithalten.
Dahinter dominieren mit Daniel Winkler aus Villars-sur-Glâne, einem weiteren Aufsteiger der Saison, und Remo Sommer aus Felsberg sowie Anthony Sapey aus Bardonnex gleich drei Schweizer Kletterer die Alterskategorie Jugend B, was für die nächste Zukunft einiges verspricht.
Die Karten werden neu gemischt In der Saison 2002 werden alle in einer höheren Kategorie starten, was bedeutet, dass neue Kletterer zur Jugend-B-Kate-gorie stossen werden. Dieser Gruppe
Wettkampfresultate Sportklettern 2001
Swiss-Cup-Gesamtwertung 2001
Damen Elite 1 1. Alexandra Eyer, Sekt. Uto 2. Stéphanie Louis, Sekt. Carougeoise 3. Annatina Schultz, Sekt. Bern Jugend A+B Damen 1. Evelyne Meier, Sekt. Uto 2. Annina Guggisberg, Sekt. Lauterbrunnen 3. Manuela Jäger, Sekt. Rätia Herren Elite 1 1. Martin Felix, Sekt. Rätia 1. Roman Felix, Sekt. Rätia 3. Simon Wandeler, Sekt. Pilatus Herren Elite 2 1. Michael Guggisberg, Sekt. Lauterbrunnen 2. Mario Waser, Sekt. Rätia 3. Christoph Sommer, Sekt. Rätia Junioren 1. Simon Anthamatten, Sekt. Zermatt 2. Martin Jaggi, Sekt. St. Gallen 3. Mario Gysi, Sekt. Rätia Jugend A 1. Daniel Schmid, Sekt. Bern 2. Pierre-Louis Ador, Sekt. Carougeoise 3. Simon Meyer, Sekt. Rinsberg Jugend B 1. Remo Sommer, Sekt. Rätia 1. Daniel Winkler, Sekt. Moléson 3. Thomas Schmid, Sekt. Bern
Jugend-/Junioren-Europacup Birmingham/GBR ( 8./9.12.2001 )
Jugend A Herren 1. Cédric Lachat, SUI 2. Roman Felix, SUI 3. Christoph Huber, AUT Jugend B Herren 1. Gabriele Moroni, ITA 2. Miha Skof, SLO 2. Remo Sommer, SUI 4. Daniel Winkler, SUI
Gesamtwertung Jugend-/Junioren-Europacup 2001
Junioren 1. Tomás Mrázek, CZE 2. Timo Preussler, GER 3. Tomaz Valjavec, SLO 19. Simon Anthamatten, SUI 28. Martin Jaggi, SUI Jugend A Herren 1. Cédric Lachat, SUI 2. Christoph Huber, AUT 3. Roman Felix, SUI Jugend B Herren 1. Helmut Wörz, AUT 2. Gabriele Moroni, ITA 2. Remo Sommer, SUI 5. Daniel Winkler, SUI 17. Thomas Schmid, SUI 2O. Anthony Sapey, SUI 47. Samuel Anthamatten, SUI
Weltcup Bouldern Birmingham/GBR ( 7./8.12.2001 )
Damen 1. Sandrine Levet, FRA 2. Lisa Rands, USA 3. Vera Kotasova, CZE Herren 1. Mauro Calibani, ITA 2. Christian Core, ITA 3. Jérôme Meyer, FRA 11. Raphaël Lachat, SUI 17. Matthias Müller, SUI 21. Urs Schönenberger, SUI
Weltcup-Gesamtwertung Bouldern 2001
Damen 1. Sandrine Levet, FRA 2. Myriam Motteau, FRA 3. Corinne Theroux, FRA 25. Alexandra Eyer, SUI 31. Annatina Schultz, SUI Herren 1. Jérôme Meyer, FRA 2. Mauro Calibani, ITA 3. Daniel Andrada, ESP 16. Matthias Müller, SUI 25. Raphaël Lachat, SUI 28. David Gisler, SUI 39. Urs Schönenberger, SUI 55. Diego Lampugnani, SUI
Weltcup Schwierigkeitsklettern Kranj/SLO ( 16.–18.11.2001 )
Damen 1. Martina Cufar, SLO 2. Muriel Sarkany, BEL 3. Chloé Minoret, FRA 4. Annatina Schultz, SUI 27. Alexandra Eyer, SUI Herren 1. Tomás Mrázek, CZE 2. François Legrand, FRA 3. Maxim Petrenko, UKR 21. Cédric Lachat, SUI 33. Roman Felix, SUI 43.. " " .Thomas Achermann, SUI 43. Simon Wandeler, SUI
Weltcup-Gesamtwertung Schwierigkeitsklettern 2001
Damen 1. Muriel Sarkany, BEL 2. Martina Cufar, SLO 3. Sandrine Levet, FRA 4. Annatina Schultz, SUI 11. Alexandra Eyer, SUI 33. Stéphanie Louis, SUI Herren 1. Alexandre Chabot, FRA 2. Gérome Pouvreau, FRA 3. Thomás Mrázek, CZE 23. Cédric Lachat, SUI 27. Simon Wandeler, SUI 32. Thomas Achermann, SUI 32. Roman Felix, SUI 57. Martin Felix, SUI
wird viel Aufmerksamkeit geschenkt werden müssen, da sich bei den heutigen Tendenzen die jungen Athleten oft ( zu ) schnell entwickeln und dann bei den ersten Leistungseinbrüchen bald einmal die Motivation verlieren.
Dies gilt auch für die Mädchenkate-gorien, die für die Saison 2002 völlig neu aufgebaut werden müssen, nachdem in den letzten beiden Jahren verschiedene Abgänge zu verzeichnen waren. Diese Lücken konnten nicht sofort geschlossen werden, was zur Folge hatte, dass in der Saison 2001 keine Athletinnen an internationalen Wettkämpfen zum Einsatz kamen. a
Hanspeter Sigrist, Chef Leistungssport Sportklettern Konzentration am zweiten Boulderproblem des ebenfalls in Birmingham ausgetragenen Weltcups Fo to :Ha ns pe te r S ig rist