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Vor einigen Tagen hatte ein BBC-Bericht angedeutet, das die britische Regierung mit Microsoft darüber verhandle, eine "Hintertür" in seinem kommenden Betriebssystem Windows Vista einzurichten. Durch solche Hintertüren für Behörden könnten diese ohne Umstände Zugriff auf PCs und insbesondere auf verschlüsselte Dateien erlangen. Insbesondere geht es dabei um das "BitLocker"-Verschlüsselungsfeature, das in Windows Vista inbegriffen sein soll.
Der dafür verantwortliche Entwickler von Microsoft, Niels Ferguson, hat nun in seinem Blog die Möglichkeit heftig verneint
, dass Microsoft Hintertüren für irgendwelche Regierungen einbauen könnte.
"Nur über meine Leiche", meint Ferguson zum Thema "Backdoors". Ferguson ist zwar verständlicherweise, wie er einräumt nicht wirklich bereit, zum Märtyrer in dieser Sache zu werden, aber bei Produkten, deren Entwicklung er verantworte, komme so etwas nicht in Frage. Er glaube auch nicht, dass irgendjemand aus seinem Team bereit wäre, eine Hintertür einzurichten oder zu testen. Auch seine Vorgesetzten bei Microsoft würden signalisieren, dass Hintertüren nicht in Frage kämen.
Falls Microsoft letztendlich von Gesetzes wegen dazu gezwungen würde, so Ferguson, würde man das entweder öffentlich bekannt machen oder das Verschlüsselungs-Feature doch nicht mitliefern.
Man sei bei Microsoft zwar auch mit den Fragen von Strafverfolgungsbehörden, die sich auf die Entschlüsselung von "BitLocker"-Dateien vorbereiten, so Ferguson, aber denen gebe man nur ganz allgemeine Tips, zum Beispiel bei einer Untersuchung alle USB-Sticks einzusammeln, da darauf ein Schlüssel gespeichert sein könnte.
Fergusons Dementi scheint sicher ehrlich gemeint. Als Skeptiker – oder Hobby-Verschwörungstheoretiker – könnte man sich allerdings fragen, wieso Microsoft ihn vorschickt und kein offizielles Dementi abgibt – und vor allem, ob das normale Entwicklerteam wirklich Kenntnis davon erhalten würde, wenn Hintertüren eingerichtet würden. (Hans Jörg Maron)