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Filmreifer Lebenslaufvon Sarah Sartorius Welche Opfer lohnt es sich, für seine Karriere zu bringen? In der Cinématte wird «Yuli» gezeigt.
Er möchte eigentlich gar nicht hoch hinaus: der kleine Carlos, genannt Yuli, möchte lieber Turnschuhe tragen und Fussballer werden wie Pelé, als in «Strumpfhosen wie die schwulen Vogelscheuchen» zu tanzen. Heute ist Carlos Acosta einer der bekanntesten Tänzer Kubas. Wie aus dem störrischen Jungen, aufgewachsen in einem Aussenbezirk Havannas, ein weltweit gefeierter Tänzer wurde, ist im Spielfilm «Yuli» der Regisseurin Icíar Bollaín zu sehen. Es ist eine Art umgekehrte «Billy Elliot»-Geschichte, in der der Vater seinen «vor Talent übersprudelnden» Sohn geradezu dazu drängt, eine Tanzkarriere zu verfolgen – und dabei auch nicht vor Schlägen zurückschreckt. Dank dem Drehbuch von Ken Loachs Hausautor Paul Laverty ist es keine schwarz-weisse Erfolgsgeschichte. Der Film, in dem Carlos Acosta selber mitspielt, erzählt von einem Jungen und einem Mann, der immer auch von Selbstzweifeln geplagt ist und sich trotz Erfolg nach seiner Heimat verzehrt. «Ich bin der einzige Kubaner, der in Kuba bleiben will», sagt Acosta einmal.