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30. Juni / 16. Juli '21
internationales
Kammermusikfestival
auf den UNESCO-Burgen von Bellinzona
Die deutsche Fassung steht Ihnen nur im Computer zur Verfügung.
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MF 2021: PROJECT BEETHOVEN 250°+1
Die nächste Ausgabe des Festivals wird auf dem ursprünglich für 2020 vorgesehenen Programm beruhen, das wir in Zusammenarbeit mit RSI/ReteDue zusammengestellt haben und das – anlässlich seines 250. Geburtstags – dem Komponisten Beethoven gewidmet ist. Aufgrund der Pandemie konnte das diesjährige Festival nicht stattfinden. Da wir es sehr schade fänden, dieses Jubiläum einfach ausfallen zu lassen, haben wir gemeinsam mit RSI/ReteDue beschlossen, das Programm 2021 unter dem Titel „Projekt Beethoven 250° + 1“ zu präsentieren. Dieselbe Entscheidung haben auch viele andere Festivals und Institutionen getroffen, sodass 2021 wahrscheinlich sehr viel Beethoven gespielt werden wird. Um Überschneidungen zu vermeiden, hat unsere Hommage aber einen speziellen Zuschnitt: Im Programm geht es weniger um Beethovens Kompositionen – mit Ausnahme des hinreissenden Trios „Der Erzherzog“, das seine volle künstlerische Reife repräsentiert – als vielmehr um sein Erbe, also einerseits um seine Innovationen aus der Perspektive der nachfolgenden Generationen, andererseits um das, was Beethoven seinerseits aus der Vergangenheit erhalten hat. (siehe 1.4, Allgemeines Programm). Was die Innovationen betrifft, wird ein Konzert der Erweiterung der klassischen Strukturen gewidmet sein, gespielt wird das Klavierquartett Nr. 2 in A-Dur von Johannes Brahms. Ein zweites Konzert würdigt mit einem Liszt-Programm Beethovens grossartige Kompositionen für Klavier, insbesondere mit Bezug auf seine letzten Sonaten (Liszt war mit Beethoven nicht nur wegen der Transkribierung seiner Sinfonien verbunden, sondern auch, weil er als erster das „Hammelklavier“ aufführte). Dazu kommt ein drittes Konzert, das das Publikum in Richtung 20. Jahrhundert entführen wird, mit Claude Debussy und seinen Sonaten für Violine und Cello und davor dem Klavierquintett von César Franck (einer der Meister, die Debussy inspirierten). Dieses Konzert wirkt fast provokativ (bekanntlich konnte Debussy Beethoven nicht ausstehen), es gibt aber einen wichtigen Aspekt, der die beiden Komponisten verbindet: Wie Pierre Boulez treffend beobachtet hat, unternahm Debussy den ersten Schritt ins 20. Jahrhundert, hatte also ähnlich wie Beethoven das Bedürfnis, die musikalische Sprache und die Strukturen seiner Vorgänger zu erneuern. Was Beethovens Erbe betrifft, sieht das Programm das Streichquartett op. 76 Nr. 1 von Joseph Haydn (seinem Lehrer und geistigen Vater) vor, und zwar in Kombination mit einer Auswahl von Jazz- und Pop-Standards. Auch dies könnte man als provokativ empfinden, in Wirklichkeit kann so aber gezeigt werden, wie viel das Jazz- und Pop-Repertoire der Klassik verdankt (von der kurzen, dreigeteilten Form über die auf den Hauptakkorden basierenden Harmonien bis hin zum Verhältnis zwischen Melodie und Begleitung u.v.m.). Wie gewohnt findet zum Auftakt des Festivals eine Einführungskonferenz statt.