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Strom aus Wasserkraft
Die Glarner Produktion an Elektrizität ohne Pumpbetrieb von Wasserkraftwerken betrug im Jahre 2021 total 998 GWh und damit 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Bisher lag die Gesamtproduktion nur an drei Jahren, nämlich 2013, 2017 und 2019 bei über 1000 Gigawattstunden (= 1 Terawattstunde).
Die Elektrizitätsproduktion aus Wasserkraftwerken übertraf im Jahre 2021 um etwa 5 Prozent des Durchschnitts der Jahre 2000 bis 2021, was trotz des trockenen Herbstes vor allem auf das etwas höhere Wasserdargebot in den Gewässern durch die Schneeschmelze im Frühling 2021 und auf den nassen Sommer zurückzuführen ist. Neben den Niederschlägen sind aber auch andere Faktoren für die jeweilige Jahresproduktion entscheidend. So etwa der Stand der Speicherseen oder längere Unterbrüche wegen Unterhalts- oder Bauarbeiten. Sowohl der Limmernsee, der Muttsee und der Klöntalersee wiesen Ende des Jahres 2021 einen deutlich tieferen Stauinhalt auf als 12 Monate zuvor, was die Jahresproduktion des Kantons im Jahre 2021 um einige Dutzend Gigawattstunden erhöhte.
Das Kraftwerk der früheren Blechemballagen AG am Mühlebach in Näfels wurde 2021 vollständig zurückgebaut • Foto: AUE
Im Jahre 2021 wurde das frühere Kraftwerk der Blechemballagen AG am Mühlebach in Näfels definitiv zurückgebaut. Dieses Kraftwerk wurde ursprünglich im späten 19. Jahrhundert gebaut und produzierte etwa 50–60 000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Wegen des trockenen Herbstes lag die Produktion bei vielen Kraftwerken, vor allem an der Linth, deutlich unter dem Durchschnitt. Die Kraftwerke an der Linth produzierten im Jahre 2021 total 61,2 GWh Strom, im Vorjahr 66,5 GWh. Nur das kleine Kraftwerk am Filzbach (1,1 GWh) hat im Jahre 2021 eine Rekordmenge an Elektrizität seit über 20 Jahren produziert.
Strom aus Kehrrichtverbrennung und Photovoltaik
Die Elektrizitätsproduktion der Kehrichtverbrennungsanlage Niederurnen (KVA Linth) lag mit 79,5 GWh im langjährigen Bereich. Die Abgabe an das Netz lag bei 60,7 GWh (im Vorjahr 62,0 GWh). Die Produktion des Biogas-Kraftwerkes der Kläranlage Glarnerland betrug 2,6 GWh, im Vorjahr 2,2 GWh).
Die Photovoltaik-Anlagen produzierten 2021 mehr Strom als im Vorjahr: Es wurden wiederum einige grosse Anlagen wie diejenige am Muttsee in Betrieb oder Teilbetrieb genommen, wodurch die gesamte produzierte Elektrizitätsmenge auf etwa 10 GWh (Vorjahr 7,9 GWh) stieg. In den Ortschaften Bilten, Näfels, Mollis, Linthal und Braunwald wird am meisten Sonnenstrom produziert.
Zurzeit sind das Trinkwasserkraftwerk Auli in Riedern sowie das Trinkwasserkraftwerk Paradiesli in Mollis im Bau.
Produktion fast dreimal grösser als Verbrauch
Die Elektrizitätsproduktion des Kantons Glarus stammte im Jahre 2021 überwiegend aus der Wasserkraft (90,8%), daneben aus der Kehrichtverbrennung (8,0%), Biogas (0,25%) und Photovoltaik (1,0%). Die Produktion an Elektrizität lag im Jahre 2021 um das 2,9-Fache höher als der Verbrauch im Kanton Glarus, welcher bei etwa 350 GWh lag.