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2012 (2009)
2012 - Das Ende der Welt
2012 (2009) 2012 - Das Ende der Welt
Oder: Letztlich im Emmerich-Sandkasten
Im Jahr 2009 stösst ein indischer Wissenschaftler auf eine schreckliche Erkenntnis, die die Zukunft menschlicher Existenz auf drastische Weise in Frage stellt. Die Regierung erarbeitet einen Geheimplan, der im Jahr 2012 wirksam werden soll. Der geschiedene und wenig erfolgreiche Autor Jackson Curtis (John Cusack) fährt unterdessen mit seinen Kindern übers Wochenende in den Yellowstone-Nationalpark. Anstelle von Adventure treffen sie dort auf ein vom Militär abgesperrtes Gebiet. Erst der auf dem benachbarten Campingplatz wohnende ausgeflippte Radiomoderator Charlie Frost (Woody Harrelson) beeinflusst Jackson mit der Gewissheit, dass die Apokalypse am 21.12.2012 eintreffen soll. Und nicht nur das: Die Regierung baue Schiffe, die Auserwählte vor dem Ende retten soll.
Derweil bahnt sich in Los Angeles bereits die erste Katastrophe an, als der San-Andreas-Graben ein tödliches Eigenleben entwickelt. Jackson kann seine Ex-Frau Kate (Amanda Peet) und deren Freund retten, bevor sich die Erde auftut und die ganze Stadt zu verschlingen droht. Fortan nimmt die kleine Gruppe ihr Leben selbst in die Hand - auf der Suche nach einem Funken Hoffnung, dem "Ende" so gut wie möglich ausweichen zu können...
DVD-Rating
Im Grunde genommen ist Roland Emmerich ein Kind in einem Sandkasten: Er baut grosse und hohe Sandburgen und zerstört diese nach dem Erstellen mit Genuss. Diese mögliche Zerstörungswut in seiner Kindheit veranlasst den Schwaben jedenfalls heute immer wieder aufs Neue, die Welt möglichst spektakulär untergehen zu lassen. Doch wie bei einem Kleinkind sind auch bei Emmerich einige Dinge noch sehr unterentwickelt. Sein Film 2012 ist wieder einmal ein perfektes Beispiel dafür.
Emmerichs beste Filme sind jene, bei denen viel kaputt geht, aber keine grosse Story erzählt werden muss, und das ist hier das Problem. War es noch egal, wenn bei einer Gaga-Story einige Dinge unfreiwillig komisch waren, fallen sie hier vermehrt störend ins Gewicht. Egal ob der Klischee-Russe oder die Rolle von Woody Harrelson als Spinner - solche Dinge vertragen sich nicht mit der düsteren Grundstimmung des Filmes, sondern holen den Zuschauer zu oft aus den Geschehnissen.
Doch nicht nur die übertriebenen Charaktere nerven, sondern auch die Geschehnisse und die Dialoge. Die Familie, die der Zuschauer verfolgt, hat dermassen viel Glück, dass man vermehrt lachen als bangen muss. Auch die Sätze, die Emmerich den Figuren in den Mund legt, sind eine mittlere Katastrophe.
Kommen wir zum Hauptgrund, warum man sich 2012 trotzdem anschauen könnte: den Special Effects. Diese sind wirklich gelungen und bieten eine solche Zerstörungskraft, dass sie den Zuschauer ein paarmal leer schlucken lassen. So generiert Emmerich das eine oder andere sensationelle Abbruchbild, das staunen lässt, bevor die Figuren dann wieder ihren Mund aufmachen. Ansonsten hat er noch ein paar gute Einzelideen wie jene mit der Ticketverteilung. Es bleibt aber nur bei den Ideen, ohne diese interessant weiterzuführen.
Fazit: Zu lang, zu unfreiwillig komisch und zu unausgeglichen präsentiert sich das Werk von Abbruchkönig Emmerich. Wem aber Special-Effects alleine genügen, um sich 150 Minuten durch einen schwachen Film zu kämpfen, dem ist 2012 zu empfehlen.
Die DVD hat einen brachialen Sound zu bieten, welcher die Nachbarn wieder einmal auf den Plan rufen wird. Das Bild überzeugt trotz der eher düsteren Grundstimmung, und man erkennt schon einige Details. Wer es noch schärfer haben möchte, greift zur Blu-ray. Als Bonusmaterial wurde ein total lachhaftes Wiedersehen als alternatives Ende draufgepackt. Bei den Deleted Scenes gibt es auch viel zu lachen - unfreiwillig natürlich. In einer ungefähr zehnminütigen Doku wird der Regisseur von seinen Darstellern in den Himmel und noch höher gelobt - ja, wir haben es begriffen: Emmerich ist super. Der Audiokommentar mit Roland und seinem Kumpel Harald Kloser macht den Abschluss dieser guten, aber nicht überragenden DVD.
OutNow.CH:
17.04.2010 / crs
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