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Abschirmung
Die Strahlendosis kann reduziert werden, indem geeignetes Material zwischen die Strahlenquelle und den Aufenthaltsort gebracht wird. Hauswände bieten bereits guten Schutz gegen Strahlen. Dabei sind Dicke und Material für den Schutzfaktor entscheidend.
Abstand nehmen
Eine der grundlegenden Strahlenschutzmassnahmen: Je grösser der Abstand zur Strahlenquelle, desto geringer ist die Bestrahlung.
Alpha-Strahlung
Ein Alpha-Teilchen entspricht einem Heliumkern und besteht aus 2 Protonen und 2 Neutronen. Diese Alpha-Strahlung hat in Luft eine Reichweite von einigen Zentimetern, im menschlichen Körper nur Bruchteile eines Millimeters. Alpha-Strahlung entsteht z.B. beim Zerfall von Radon-222, Uran-238 und Plutonium-239.
Aufenthaltszeit verkürzen
Eine weitere Strahlenschutzmassnahme: Je kürzer die Aufenthaltszeit an einem Ort mit erhöhter Strahlung, desto kleiner ist die Dosis und somit die Gefährdung.
Bestrahlung (radioaktive)
Strahlung kann von aussen oder von innen auf den Körper einwirken. Die äussere Bestrahlung kann mit der Bestrahlung durch Röntgenstrahlen verglichen werden: man wird bestrahlt, strahlt aber selber nicht. Eine innere Bestrahlung entsteht, wenn radioaktive Substanzen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen werden. Die radioaktiven Substanzen verbleiben im Körper bis sie entweder zerfallen oder durch den Stoffwechsel wieder ausgeschieden werden.
Beta-Strahlung
Bei einem Beta-Zerfall wird ein Elektron aus dem zerfallenden Kern herausgeschleudert. Diese Beta-Strahlung ist durchdringender als Alpha-Strahlung. Sie hat in Luft eine Reichweite von Metern, im menschlichen Körper eine solche von Millimetern. Beta-Strahlung entsteht z.B. beim Zerfall von Kohlenstoff-14, Kalium-40, Strontium-90 oder Cäsium-137.
Bodenphase
Nach einem Austritt von Radioaktivität lagern sich radioaktive Partikel auf dem Boden ab. Dies führt zu einer Gefährdung durch äussere Bestrahlung, die allerdings wesentlich geringer ist als während der Wolkenphase. Deshalb können in der Bodenphase auch die meisten Massnahmen, die während der Wolkenphase angeordnet wurden, wieder aufgehoben oder zumindest gelockert werden. Daneben können die abgelagerten Radionuklide auch über die Nahrungskette (kontaminierte Lebensmittel) in den Menschen gelangen und dort zu einer inneren Bestrahlung führen. Dies kann durch entsprechende Massnahmen im Bereich Landwirtschaft, wie z.B. ein Ernte- oder Weideverbot, vermieden werden.
Dosis
Die Dosis ist das Mass für die Beurteilung des Risikos durch ionisierende Strahlung. Ausgangspunkt ist die Energieabgabe der Strahlung an ein Gewebe oder Organ. Die übertragene Energie ist eine rein physikalische Grösse. Die Dosis, die in Sievert (Sv) angegeben wird, berücksichtigt zusätzlich die unterschiedliche biologische Wirkung der Strahlenarten. Sie kann entweder als Organdosis oder bezogen auf den ganzen Körper (effektive Dosis) ausgedrückt werden.
Dosisleistung
Diese entspricht der Dosis pro Zeiteinheit. Eine NADAM-Sonde beispielsweise misst die Umgebungs-Äquivalentdosis (Ortsdosis) in 1m Höhe in Nano-Sievert pro Stunde (nSv/h = 10-9 Sv/h)
Elektron
Negativ geladenes Elementarteilchen mit geringer Masse.
Externe Strahlung (äussere Bestrahlung)
Strahlung, die von aussen auf den Körper trifft, so zum Beispiel aus einer radioaktiven Wolke oder von am Boden abgelagerten radioaktiven Materialien. Die wichtigste Schutzmassnahme gegen äussere Bestrahlung ist der Aufenthalt im Haus, Keller oder Schutzraum während der Wolkenphase.
Gamma-Strahlung
Gamma-Strahlung ist eine elektromagnetische Strahlung wie die Röntgenstrahlung, die ultraviolette Strahlung oder das Sonnenlicht. Im allgemeinen ist Gamma-Strahlung durchdringender als Alpha- oder Beta-Strahlung. Sie wird beim Durchgang durch Materie nur allmählich abgeschwächt. Bei hoher Energie durchdringt Gammastrahlung Hunderte von Metern Luft, menschliches Gewebe bis zu etwa einem Meter. Gamma-Strahlung wird z.B. bei den Beta-Zerfällen von Kalium-40 und Cäsium-137 ausgesandt, aber auch beim Alpha-Zerfall von Uran-238 und seinen Zerfallsprodukten.
Halbwertszeit
Die Halbwertszeit bezeichnet die Zeit bis die Hälfte einer radioaktiven Substanz zerfallen ist. Die Halbwertszeit ist für jedes Isotop spezifisch und verändert sich nie.
Innere Bestrahlung
Eine innere Bestrahlung entsteht durch Einnahme oder Einatmen radioaktiver Materialien. Die Einnahme von Jodtabletten, das Ausschalten der Raumbelüftung im Keller und z.B. Massnahmen gegen den Konsum von kontaminierten Lebensmitteln haben das Verringern der inneren Strahlenbelastung zum Ziel.
Isotop
Wenn sich Atome eines Elementes nur durch die Anzahl ihrer Neutronen im Kern unterscheiden, heissen sie Isotope des betreffenden Elementes.
Kontamination
Eine Kontamination ist eine Verunreinigung mit einer radioaktiven Substanz. Die Umwelt kann durch das Ablagern von radioaktiven Partikeln kontaminiert werden. Beim Menschen können äussere Kontaminationen durch Ablagerung aus der Luft auf der Haut oder durch Berühren von kontaminierten Stoffen auftreten. Das Einatmen oder Verschlucken von kontaminierten Stoffen führt zu einer inneren Kontamination.
Neutron
Die Neutronen gehören zu den Bausteinen des Atomkerns. Es sind schwere, elektrisch neutrale Teilchen.
Nuklid
Als generelle Bezeichnung für Kerne gleicher Zusammensetzung hat man den Begriff Nuklid geprägt. Radioaktive Kerne heissen Radionuklide.
Proton
Die Protonen gehören, wie die Neutronen, zu den Bausteinen des Atomkerns. Sie sind gleich schwer wie die Neutronen, haben aber eine positive elektrische Ladung.
Radionuklid
Radioaktive Atomkerne gleicher Zusammensetzung.
Schutz vor Bestrahlung
Grundsätzlich wird zwischen äusserer und innerer Bestrahlung unterschieden. Für den Schutz vor äusserer Strahlung sind vier Faktoren massgebend: 1. Abstand halten; 2. Abschirmung; 3. Aufenthaltszeit verkürzen; 4. Zeit: radioaktive Substanzen zerfallen von selbst, die Strahlung nimmt ab. Für den Schutz vor innerer Strahlung massgebend sind die folgenden Faktoren: Schutz der Atemluft; Vermeiden der Aufnahme radioaktiv kontaminierter Nahrungsmittel; Schutz der Schilddrüse durch Einnahme der Jodtabletten.
Schutzfaktor
Der Schutzfaktor gibt an, um welchen Faktor die Dosis im Vergleich zu einem ungeschützten Standort im Freien verringert wird.
Wolkenphase
Damit wird die Zeit bezeichnet, in der die Radioaktivität als eine Art Wolke austritt, wegzieht und sich laufend verdünnt. In dieser Phase ist vor allem eine Gefährdung durch äussere Bestrahlung, durch die sich in der radioaktiven Wolke befindenden Radionuklide und deren Einatmen von Bedeutung. Mit der Massnahme Aufenthalt im Haus, Keller oder Schutzraum kann die äussere Bestrahlung reduziert werden. Die Einnahme von Jodtabletten verhindert die Anreicherung von eingeatmetem radioaktivem Jod in der Schilddrüse.
Zerfall (radioaktiver)
Nur etwa 250 der heute bekannten 2000 Nuklide sind stabil. Die anderen haben die Eigenschaft, dass sie sich ohne Einfluss von aussen umwandeln, sie zerfallen von selbst. Solche Nuklide sind nicht stabil, sondern radioaktiv. Man nennt sie Radionuklide. Den Zerfall von Radionukliden kann man nicht aufhalten oder beeinflussen. Beim Zerfall entstehen meist Atome eines anderen Elementes, die stabil oder erneut radioaktiv sind. Beim radioaktiven Zerfall werden Alpha- oder Betateilchen ausgesandt, oft zusätzlich auch Gammastrahlung.