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Hervey de Keith, der im 12. Jahrhundert lebte, wurde in den schottischen Adel aufgenommen. Er war der Stammvater des Keith Clans, der bis heute zur britischen Aristokratie gehört. Durch die Heiraten in den letzten 800 Jahren ist der Keith Clan mit vielen britischen Adelsfamilien verwandt.
Die Keith Brüder
Im 15. Jahrhundert wurde der Keith Clan zu einer Grafenfamilie geadelt. George Keith, der im 18. Jahrhundert lebte, war der letzte Graf aus dieser Blutlinie. Sein Grossvater mütterlicherseits war der Clan-Chef des schottischen Drummond Clans. Ende des 17. Jahrhunderts putschte sich die niederländische Königsfamilie in Britannien an die Macht. Im Jahr 1707 wurde daraufhin das Königreich Grossbritannien gegründet, das ab da von der deutschen Hochadelsfamilie Hannover beherrscht wurde. Graf George Keith und sein Bruder James Francis Edward Keith (1696-1758) unterstützten den Jakobitenaufstand. Die Jakobiten wollten die Hochadelsfamilie Hannover vom britischen Thron entfernen, damit die ursprüngliche britische Herrscherfamilie Stuart wieder die Macht übernehmen kann. Die Stuart Familie kam aus dem schottischen Stewart Clan. Da der Putsch der Jakobiten scheiterte, mussten Graf George Keith und sein Bruder James von der britischen Insel flüchten. Daraufhin wurden die beiden in Europa aktiv.
James trat erst in die spanische und danach in die russische Armee ein. Zu dieser Zeit wurden Familienzweige der schottischen Clans Bruce, Armstrong und Barclay, die von Schottland nach Russland emigrierten, in den russischen Adel aufgenommen (Quelle). Gustav Otto Douglas, aus dem schottischen Douglas Clan, fand ebenfalls Anschluss an die russische Elite.
James Keith war einer der ersten Grossmeister der russischen Freimaurer. Die Freimaurerei wurde von Briten nach Russland gebracht. James Keith erhielt von der Grossloge aus England die Erlaubnis, die Freimaurerei in Russland zu führen. (Quelle: 1, 2, 3). Die russische Kaiserin Anna schätzte ihn sehr (Quelle). Anna war eine Halbnichte von Peter dem Grossen, der erste Kaiser Russlands. Peter war der Legende nach auch der erste russische Freimaurer, was aber nicht bewiesen ist (Quelle). Der schottische Einwanderer Patrick Gordon, der aus dem Gordon Clan kam, wurde ein Vertrauter von Peter dem Grossen. Es gibt die unbewiesene These, dass Gordon den Kaiser mit der Freimaurerei bekannt machte.
Der Freimaurer James Keith pflegte weiterhin Kontakte zur entthronten Königsfamilie Stuart, die in Europa im Exil lebte. James Fitz-James Stuart (1696-1738) stand zu dieser Zeit ebenfalls im Dienste der russischen Kaiserfamilie.
Anmerkung: Der deutsche Adlige Karl Gotthelf von Altengrotkau, ein hochrangiger Freimaurer, lebte zu dieser Zeit. Er behauptete, dass er in den schottischen Templerorden aufgenommen worden war. Er behauptete auch, die „unbekannten Oberen“ Templer zu kennen, welche die gesamte Freimaurerei steuern. Er sagte, einer der Obersten Templermeister sei der im Exil lebende Charles Edward Stuart (1720-1788) aus dem schottischen Stewart Clan. (Quelle: 1 und 2) Charles Edward Stuart soll in Frankreich einen Rosenkreuzerritus gegründet haben (Quelle). Stuarts Lehrer war der Freimaurer Andrew Michael Ramsay. Ramsay behauptete, dass bereits Lord James Stewart (starb 1309) aus dem Stewart Clan Grossmeister einer Freimaurerloge in Schottland gewesen war. Nach Angaben von Ramsay brachte der Templerorden zu dieser Zeit die Freimaurerei nach Schottland. (Quelle) Der Stewart Clan brachte in den letzten 320 Jahren viele hochrangige Freimaurer hervor.
Der Freimaurer James Keith wurde später ein hochrangiger Militärführer der preussischen Armee. Er freundete sich mit dem preussischen König Friedrich II. an (Quelle). Dieser war das erste Mitglied der preussischen Königsfamilie, das der Freimaurerei beitrat (Quelle). Graf George Keith, der Bruder von James Keith, stand als Diplomat im Dienste von König Friedrich II.. 1759 wurde er vom britischen König Georg II. aus dem Haus Hannover begnadigt und durfte nach Grossbritannien zurückkehren.
Der kinderlose George Keith starb 1778. Er war der letzte Graf aus der adligen Blutlinie des Keith Clans. 1677 war ein weiterer Familienzweig des Clans zu Grafen geadelt worden. Dieser Familienzweig stellt bis heute die Grafen von Kintore. Der Graf von Kintore ist zugleich der Clan-Chef des Keith Clans.
John Keith, der 3. Graf von Kintore
Graf John Keith (1699-1758) war einer der ersten Grossmeister der schottischen Freimaurergrossloge. Die schottische Grossloge besteht seit 1736. Fast alle Grossmeister der Loge kamen aus schottischen Clans und viele waren Clan-Chefs. (Quelle) Die Freimaurerei entstand vermutlich in Schottland. Graf John Keith war 1740 auch Grossmeister der Freimaurer in England (Quelle). Im selben Jahr wurde sein Cousin James Keith (oben bereits erwähnt) einer der ersten Grossmeister der russischen Freimaurer. (Quelle) Graf John Keith war als Grossmeister Englands auch der erste Führer der Freimaurerei in Indien (Quelle: Seite 26). Zu dieser Zeit gelangte Indien immer mehr unter den Einfluss der britischen Kolonialelite, die dort die ersten indischen Freimaurerlogen gründeten. Graf John Keith war Mitglied der schottischen Freimaurerloge Mary’s Chapel (Quelle: Seite 163). Sie gilt als die zweitälteste Loge der Welt und besteht mindestens seit Ende des 16. Jahrhunderts.
Graf John Keith war ein naher Verwandter von wichtigen schottischen Clans. Seine Mutter kam väterlicherseits aus dem Murray Clan, eine der wichtigsten Freimaurerfamilien der letzten 300 Jahren. Mütterlicherseits kam sie aus dem Carnegie Clan. John Keiths Grossmutter väterlicherseits kam aus dem Hamilton Clan, der mehrere hochrangige Freimaurer hervorbrachte.
Algernon Keith-Falconer, der 9. Graf von Kintore
Der Clan-Chef Algernon Keith-Falconer (1852-1930) war hochrangiger Freimaurer, Templer und Rosenkreuzer. Er war in der britischen Politik und Mitglied des Privy Council, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Er war von 1889 bis 1895 Gouverneur (oberster Kolonialbeamte) der britischen Kolonie Südaustralien. In dieser Zeit war er zugleich Grossmeister der Freimaurergrossloge von Südaustralien (Quelle). Er war über 35 Jahre lang Grosskommandant (Vorsitzender) des Obersten Rates der schottischen Freimaurer (Quelle). Nur Freimaurer, die den 33. Grad erreichen (der höchste Freimaurergrad), können dem Obersten Rat beitreten. Der Oberste Rat in Schottland besteht aus neun Personen. Inzwischen besitzen viele Länder einen Obersten Rat, der die Freimaurerei im jeweiligen Land führt.
Anmerkung: Der Grossteil der Freimaurer sind keine Hochgrad-Freimaurer. Genaue Zahlen gibt es z. B. in der Schweiz. Von den schweizerischen Freimaurern, die den schottischen Ritus praktizieren, befinden sich derzeit 3500 Mitglieder auf dem 1. bis 3. Grad, während derzeit nur 900 Mitglieder den 4. Grad erreichten (Quelle). In der Schweiz darf der Kreis aus Freimaurern, die den 33. Grad (der höchste Grad) erreichen, aus maximal 99 Personen bestehen. Der Oberste Rat der schweizerischen Freimaurer darf aus maximal 33 Personen bestehen. (Quelle)
Graf Algernon Keith-Falconer war von 1906 bis 1928 Grossmeister des Templerordens in Schottland und hatte das Amt somit aussergewöhnlich lange inne. Mehrere Grossmeister der schottischen Templerritter waren gleichzeitig die Oberhäupter von schottischen Clans. (Quelle: 1 und 2) Hiermit ist natürlich der „echte Templerorden“ gemeint, denn es gibt noch mehrere Möchtegern-Orden, die sich zwar selbst als Templer bezeichnen, aber ziemlich sicher nur Wichtigtuer sind. Über den heutigen Templerorden ist sehr wenig bekannt und es ist unklar, ob eine Verbindung zum Templerorden aus dem 12. Jahrhundert besteht. Der Templerorden von damals gilt als möglicher Vorläufer der Freimaurerei.
Anmerkung: Der heutige Templerorden nimmt nur christliche Master Masons und Royal Arch Masons auf (Quelle). Das bedeutet, dass man den 4. Grad im York-Ritus und den 3. Grad im schottischen Ritus erreicht haben muss. Wer diese Grade erreicht, darf dem Templerorden beitreten und hat auch Anspruch auf eine Mitgliedschaft im „Order of Royal and Select Masters“ (Orden der königlichen und auserwählten Meister), auch bekannt als kryptische Freimaurer. Die Mitgliedschaft bei den britischen Tempelrittern ermöglicht einem Beitritte in noch weitere Orden. Die obersten beiden Orden in der Hierarchie sind die „Knights Beneficent of the Holy City“ und der „Order of Holy Wisdom“ (Quelle).
Graf Algernon Keith-Falconer war Supreme Magus (Oberster Magier) der „Societas Rosicruciana in Scotia“. Er war somit das Oberhaupt der Rosenkreuzer in Schottland. Mit seiner Erlaubnis durfte ein College (Rosenkreuzerloge) in den USA gegründet werden. Die ersten Rosenkreuzerlogen in den USA wurden von den schottischen Rosenkreuzern gegründet und standen unter ihrer Aufsicht. Es wurden hochrangige Freimaurer der USA darin aufgenommen. (Quelle) Es gibt noch weitere Gemeinschaften, die sich als Rosenkreuzer bezeichnen, die aber unabhängig von diesen Rosenkreuzern sind.
Graf Algernon Keith-Falconer heiratete eine Tochter des Herzogs George Montagu. Dieser war der 6. Herzog von Manchester. Sein Grossvater, der 4. Herzog von Manchester, war Grossmeister der Freimaurer in England (Quelle).
Die Schwester von Graf Algernon, Blanche Keith-Falconer, heiratete in die Bankiersfamilie Smith, eine der wichtigsten und ältesten Familien der britischen Finanzelite. Der Bruder Ion Keith-Falconer heiratete in die Quäkerfamilie Bevan. (Quelle) Die Bevan Familie ist mit der britischen Grossbank Barclays verbunden, eine der ältesten und mächtigsten Banken der Welt. Die Bank wurde von einem Familienzweig des schottischen Barclay Clans gegründet.
Arthur Keith-Falconer, der 10. Graf von Kintore
Der Clan-Chef Arthur Keith-Falconer (1879-1966) heiratete Helena Zimmermann. Sie war zuvor mit dem 9. Herzog von Manchester verheiratet gewesen. Sie war eine Tochter des US-amerikanischen Geschäftsmanns Eugene Zimmermann. Eugene war Aktionär und Vorstandsmitglied des Ölkonzerns Standard Oil. Dieser war damals der grösste Ölkonzern der Welt und wurde von der Rockefeller Familie kontrolliert.
Ethel Sydney Keith-Falconer, die 11. Gräfin von Kintore
Die Clan-Chefin Ethel Keith-Falconer (1874-1974) heiratete John Baird, der Vizegraf von Stonehaven. Er war britischer Minister und Generalgouverneur von Australien. Im Jahr 1901 wurde die Kolonie Australien unabhängig von Grossbritannien. Trotzdem wird seither in Australien ein Generalgouverneur gestellt, welcher der Repräsentant der britischen Königsfamilie ist und somit als ein moderner Kolonialherr betrachtet werden kann. John Baird hatte das Amt von 1925 bis 1930 inne. Von 1928 bis 1930 war er zudem Grossmeister der Freimaurer im australischen Bundesstaat New South Wales (Quelle). Übrigens waren noch weitere Gouverneure von Australien und seinen Bundesstaaten gleichzeitig führende Freimaurer in Australien. Die britische Kolonialelite in Australien war früher eng mit der Freimaurerei verbunden. John Baird wurde in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Die britische Königsfamilie stellt heute noch das Staatsoberhaupt von Australien. Das britische Königshaus ist eine Freimaurerfamilie (Quelle).
Die Gräfin hatte eine Tochter, Ariel (1916-2003), die den britischen Banker Kenneth Keith heiratete. Kenneth stammte womöglich aus dem Keith Clan. Er wurde zum Baron geadelt. Er war Mitglied des 1001 Trusts (WWF-Stiftung). Er leitete eine Londoner Bank, die unter seiner Führung mit der Bank der jüdischen Adelsfamilie Erlanger fusionierte (die Erlangers heirateten übrigens in den schottischen Farquharson Clan). Kenneth Keith führte die Bank weiter, die dann paar Jahre später mit der Bank der britisch-jüdischen Adelsfamilie Samuel fusionierte. Daraus entstand die Bank Hill Samuel, die sich auf Australien konzentrierte. Kenneth Keith führte die Bank Hill Samuel 15 Jahre lang. Unter seiner Führung gründete die Bank 1969 die Macquarie Group, die heute eine der grössten australischen Banken ist. Es ist vielleicht nur ein Zufall, aber Macquarie ist der Name eines schottischen Clans. Die Macquarie Group ist inzwischen der grösste australische Vermögensverwalter und verwaltet ein Vermögen im Wert von 400 Milliarden US-Dollar. Kenneth Keith war mehrere Jahre Vorsitzender des britischen Luftfahrt- und Rüstungsunternehmens Rolls-Royce. Er heiratete in vierter Ehe eine ehemalige Geliebte des britisch-amerikanischen Ölmilliardärs Jean Paul Getty. (Quelle)
Die Gräfin von Kintore hatte einen Sohn, Robert (1910-1943), der Dorviegelda MacGregor heiratete. Dorviegelda war väterlicherseits eine Enkelin des damaligen Clan-Chefs des MacGregor Clans. Die Grossmutter väterlicherseits war die Tochter des Oberhauptes der irischen Grafenfamilie MacDonnell, die vom schottischen MacDonald Clan abstammt. Dorviegelda kam mütterlicherseits aus dem schottischen Murray Clan. Die Grossmutter mütterlicherseits war die Tochter des Clan-Chefs des Moncreiffe Clans. (Quelle)
Eine weitere Tochter der Gräfin von Kintore war Annette (1905-1950). Ihr Ehemann war ein Enkel von James Lindsay, der 26. Graf von Crawford. (Quelle) Der Graf war Freimaurer und Clan-Chef des Lindsay Clans.
Bemerkenswerte Verwandte
Der kanadische Geschäftsmann Alexander Keith (1795-1873) stammte aus dem Keith Clan (Quelle). Er emigrierte in die britische Kolonie Kanada und wurde dort als Bierbrauer tätig. Er ging in die kanadische Politik. Er war in der Führung mehrerer kanadischer Versicherungsunternehmen. Er wurde Direktor der Bank of Nova Scotia, wenige Jahre nachdem die Bank gegründet worden war. Heute trägt sie den Namen Scotiabank und ist eine der grössten kanadischen Banken. Alexander Keith war Grossmeister der Freimaurer in der kanadischen Provinz Nova Scotia. (Quelle)
Sir Basil Keith war in den 1770er Jahren Kolonialgouverneur der britischen Kolonie Jamaika.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.