Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03170.jsonl.gz/39

Seit 100 Jahren lässt der BH die Damen nicht hängen.
Manche Frauen benutzen ihn, um ihre Vorzüge zur Geltung zu bringen, andere tragen ihn nur, damit nichts aus der Form fällt. Und Männer lieben ihn vor allem, wenn er von zauberhaften «Victoria's Secret»-Models getragen wird. Der moderne BH wird hundert Jahre alt. Zu verdanken haben wir das erste Patent einer Dame mit viel Geld und wenig Geduld mit unbequemen Korsetts.
Mary Phelps Jacob hiess die damals 19-Jährige und gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts dem amerikanischen Geldadel an. In ihren jungen Jahren war Jacob vor allem für ihre ausschweifenden Partys bekannt. Es war notabene ihre Freude am Feiern, die Jacob schliesslich dazu bewegte, den ersten rückenfreien Büstenhalter zu kreieren.
Als sie gerade dabei war, sich für eine Party vorzubereiten, störte sich Jacob an den Korsett-Stangen, die durch das Kleid zu sehen waren und sich ausserdem sehr unbequem anfühlten. Flugs schnitt sie zusammen mit ihren Dienstmädchen das Korsett unter ihrer Brust ab und versah den Rest des Stoffes mit ein paar Trägern. Der BH war geboren – oder zumindest eine erste Version davon. Vier Jahre lang tüftelte sie am Konzept für die neue, praktische Unterwäsche.
Am 12. Februar 1914 meldete die Amerikanerin Mary Phelps Jacob einen rückenfreien Büstenhalter namens «Backless Brassiere» zum Patent an, womit sie sich den Ruf als offizielle BH-Erfinderin erwarb. Das Patent dazu erhielt sie am 3. November.
Grosse Erfolge feierte sie damit aber nicht. Später verkaufte Jacob das Patent den Geschwistern Lucien Warner und Ira De Ver Warner, die bis anhin eine Manufaktur für Korsetts führten. Der beste Entscheid der Gebrüder Warner: Die Kleidungsstücke verkauften sich im Nu, während des Ersten Weltkriegs wurden die Körbchen zum ultimativen Kassenschlager. Die «Warner's Bras» sind auch heute noch dick im Geschäft.