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Seit über 10 Jahren veröffentlichen die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft einen gemeinsamen Umweltbericht. Dieser beschreibt die Ziele, Massnahmen und Ergebnisse im Bereich des Umweltschutzes. Per Juli 2017 wurde der bikantonale Umweltbericht komplett überarbeitet. Dabei wurde ein neues Modell der Umweltberichterstattung implementiert und die Erscheinungsform, also die Webseite, von Grund auf neu gestaltet.
Neues Modell nach internationalem Standard
Auf internationaler Ebene ist man bestrebt, die Umweltberichterstattung zu vereinheitlichen. Sowohl das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, die Europäische Umweltagentur, als auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) verwenden für die Umweltberichterstattung das so genannte DPSIR Modell. Das Wort DPSIR ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe Driving Forces, Pressures, States, Impacts und Responses. Sinngemäss übersetzt bedeuten diese Begriffe: Ursachen, Belastungen, Zustand, Auswirkungen und Massnahmen. Das DPSIR-Modell wurde entwickelt, um ausgehend von einem im Zentrum stehenden Umweltzustand, die Ursachen und Belastungen, welche zum entsprechenden Zustand geführt haben, in die Betrachtung miteinzubeziehen.
Um die Umweltberichterstattung nach diesem Modell umzusetzen, sind für die jeweiligen Begriffe die folgenden Fragen zu beantworten:
Ursachen:
- Welche (sozialen und wirtschaftlichen) Aktivitäten führen zu Umweltbelastungen?
- Wie wird die Entwicklung der Ursachen beurteilt?
Belastungen:
- Welche Umweltbelastungen resultieren aus den genannten Ursachen?
- Wie wird Zustand und Entwicklung der Belastungen beurteilt?
Zustand:
- Wie ist die aktuelle Situation zu beurteilen?
- Wie hat sich der Zustand in der Vergangenheit verändert?
Auswirkung:
- Welche Auswirkungen hat der aktuelle Zustand auf den Menschen (z.B. gesundheitliche oder volkswirtschaftliche Auswirkungen) und die Umwelt?
Massnahmen:
- Welche Massnahmen zur Verbesserung der Situation werden durch Gesellschaft und Politik ergriffen und wo setzten diese an (Ursachen, Belastungen, Zustand)?
Für das Thema Abfall lässt sich das Modell folgendermassen anwenden:
Zusammenarbeit und Projektorganisation
Bereits im Jahr 2014 definierte die Projektleitung das Publikationsdatum per Ende Juni 2017. Um die Dimensionen des Projektes besser einordnen zu können, helfen die nachfolgenden Eckdaten.
Insgesamt wurden 110 Umweltindikatoren auf statistischer Basis erarbeitet, die als Grundlage für die Berichterstattung zu 15 umweltrelevanten Themen dienen. Die Berichterstattung besteht aus sechs Unterkapiteln. Alleine die Berichterstattung besteht aus 90 Unterseiten. Auf diesen Unterseiten sind die Texte mit den relevanten Indikatoren verlinkt.
Verwaltungsorganisatorisch mussten die Berichte zudem immer von beiden kantonalen Fachstellen (BS und BL) erarbeitet und freigegeben werden. Daran beteiligt waren nicht weniger als 30 Personen aus rund 25 Fachstellen. Nachdem sich die kantonalen Fachstellen über die inhaltlichen und stilistischen Fragen geeinigt hatten, erfolgte die Freigabe durch die Dienstellenleitenden der beiden Verwaltungen. Zu guter Letzt wurde den beiden Regierungen gleichzeitig ein gleichlautender Regierungsratsbeschluss unterbreitet, der wiederum gleichzeitig publiziert werden musste.
Im Projektlead standen die statistischen Ämter der beiden Kantone, die in erster Linie für die Erarbeitung der Indikatoren zuständig waren und die Umweltämter, welche die Erarbeitung der Berichterstattungen koordinierten.
An wen richtet sich der Umweltbericht?
In erster Linie richtet sich der Umweltbericht (http://www.umweltberichtbeiderbasel.ch) an Entscheidungsträger der Politik, aber auch an ein Fachpublikum in Wirtschaft, Umweltverbänden und Forschung sowie allgemein an die interessierte Bevölkerung.