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Schulanlage Moosmatt
Gesamtsanierung und Erweiterung
Ein Partizipationsprozess ist eine Folge von Partizipations-Aktivitäten (z.B. zuerst eine Umfrage ausfüllen, dann Vorschläge machen, diese face-to-face oder in virtuellen Events diskutieren, und sie schliesslich priorisieren) mit dem Ziel, ein bestimmtes Thema zu definieren und darüber zu entscheiden.
Beispiele für partizipative Prozesse sind: ein Verfahren zur Wahl von Ausschussmitgliedern (bei dem die Kandidaturen zuerst präsentiert, anschliessend debattiert und schliesslich eine Kandidatur ausgewählt wird), die Bürgerhaushalte (bei denen Vorschläge gemacht, wirtschaftlich bewertet und mit dem verfügbaren Geld abgestimmt werden), ein strategischer Planungsprozess, die gemeinschaftliche Ausarbeitung einer Vorschrift oder Norm, die Gestaltung eines städtischen Raums oder die Erstellung eines öffentlichen Planes.
Die Schulanlage Moosmatt soll 2025 und 2026 saniert und erweitert werden. Das Parlament hat einen Sonderkredit von 3,04 Mio. Franken bewilligt, um einen Architektur- und Landschaftsarchitekturwettbewerb durchführen und die Gesamtsanierung und Erweiterung der Schulanlage planen zu können.
Aufgrund der grossen Wohnbautätigkeit im Einzugsgebiet der Schulanlage Moosmatt wird in den nächsten Jahren mit einem beträchtlichen Anstieg der Schülerzahlen gerechnet. Die Bebauungen im Himmelrich, am Bundesplatz, im Brünighof, an der Industriestrasse, auf dem ewl-Stammareal, am Steghof, im Gebiet Biregg/Kleinmatt und an der Eichwaldstrasse sind dafür verantwortlich, dass die Zahl der Kinder von heute 277 auf rund 650 im Jahr 2034 ansteigen dürfte. Da trotz einer Erweiterung nicht alle diese Kinder in der Schulanlage Moosmatt unterrichtet werden können, werden künftig bis zu neun zusätzliche Schulklassen in der städtischen Liegenschaft Hubelmatt West geführt, die bis 2024 an den Kanton Luzern vermietet ist. Dies entlastet das Schulhaus Moosmatt.
Die Schulanlage Moosmatt wurde 1914 gebaut. Das Schulhaus und die Turnhalle sind im kantonalen Bauinventar wie auch im Spezialinventar der Schulhäuser der Stadt Luzern als schützenswert eingetragen. Geplant ist, mit der Gesamtsanierung und Erweiterung Raum für zwei zusätzliche Kindergärtenabteilungen und vier Primarklassen zu schaffen. Dadurch steigt auch der Bedarf an Räumen und Infrastruktur für die schulergänzende Betreuung. Eine vom Stadtrat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass der dafür nötige Erweiterungsneubau im Süden der Schulanlage bereitgestellt werden kann. Der Aussenraum rund um die bestehenden Kastanien und Linden soll aufgewertet werden. Zudem können unter dem Neubau ein Regenrückhaltebecken sowie 250 Schutzplätze realisiert werden. Das Regenrückhaltebecken ist eine Massnahme aus der generellen Entwässerungsplanung. Es wird die Kanalisationsleitungen in der Horwer- und in der Moosmattstrasse sowie die Meteorwasserleitung entlasten, die das Grundstück des Schulhauses quert.
Um einen Architektur- und Landschaftsarchitekturwettbewerb durchführen und die Gesamtsanierung und Erweiterung der Schulanlage zu planen hat der Grosse Stadtrat einen Sonderkredit von 3,04 Mio. Franken bewilligt. In einem öffentlich ausgeschriebenen, einstufigen Wettbewerbsverfahren soll 2021 ein Projektvorschlag gefunden werden, der die bestmögliche Lösung sowohl für die Gesamtsanierung, als auch für die Erweiterung und die Gestaltung des Aussenraums aufzeigen wird. Den Kredit für den Bau des Rückhaltebeckens wird der Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt separat beim Parlament beantragen.
Partizipativer Prozess
Wie schon bei der Planung für die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Littau Dorf wird auch bei der Schulanlage Moosmatt vorgängig ein partizipativer Prozess durchgeführt. Schülerinnen und Schüler, die Lehr- und Betreuungspersonen sowie die Bevölkerung können an Workshops ihre Anliegen und Wünsche für das sanierte und erweiterte Schulhaus einbringen. Die Resultate werden in den Anforderungskatalog des Architektur- und Landschaftswettbewerbs einfliessen.
Minergie-Standard
Grundsätzlich ist für die Neu- und Umbauten der aktuelle Gebäudestandard von Energiestadt zu erfüllen. Bei der Gesamtsanierung ist eine Zertifizierung nach Minergie-Eco für Neubauten und beim Neubau eine Zertifizierung nach Minergie-P-Eco das Ziel. Zudem wird ein Maximum an Photovoltaikanlagen angestrebt. Im Schulhaus wurden geringe Mengen Schadstoffe wie festgebundener Asbest und Polychlorierte Biphenyle (PCB) festgestellt. Diese können bei der Sanierung vollständig entfernt werden. Auch im Boden des Geländes, auf dem der Neubau erstellt werden soll, hat es Schadstoffe, die wahrscheinlich von einer Autospritzwerkstatt stammen. Sie müssen bei den Aushubarbeiten entsorgt werden.
Der Stadtrat rechnet zum heutigen Zeitpunkt mit Investitionskosten von rund 37,2 Mio. Franken. Geplant ist, im Frühling 2024 mit den Bauarbeiten für das Regenrückhaltebecken und im Frühling 2025 mit der Gesamtsanierung und dem Erweiterungsneubau zu starten. Die erneuerte und erweiterte Schulanlage soll ab dem Schuljahr 2026/2027 bezogen werden. Da die Schülerzahlen schon in den nächsten Jahren zunehmen, wird bereits auf das Schuljahr 2022/2023 auf der Schulanlage ein Modulbau mit sieben Klassenzimmern in Betrieb genommen.