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Projekte
Aeroradiometrische Messungen:
Die Überwachung der nuklearen Installationen der Schweiz mit Hilfe der Aeroradiometrie begann im Jahre 1989. Anfangs wurden die Gebiete um die Kernkraftwerke (Mühleberg, Gösgen, Beznau, Leibstadt) und das PSI in Würenlingen jährlich aeroradiometrisch im Auftrag der HSK auf einer Fläche von je ca. 50 km2 vermessen. Seit 1994 werden die Messungen in einem Zweijahresrhythmus durchgeführt. Ziel dieser Messungen ist einerseits die Überwachung der Kernkraftwerke und andererseits die Erarbeitung einer Base-line für die Umgebung der Kernkraftwerke. Die jährlichen Messflüge dienen auch der Ausbildung und dem Erhalt der Messfähigkeit.
Bei der geologischen Kartierung können Grenzen zwischen geologischen Formationen, die sich im Gehalt von natürlichen Radioisotopen unterscheiden, aus der Luft kartiert werden. Mit einem solchen Projekt der Schweizerischen Geophysikalischen Kommission begann die Aeroradiometrie in der Schweiz (1986). Innerhalb dieses Projektes wurde das Zentralmassiv aeroradiometrisch aufgenommen und kartiert (Schwarz, 1992). Da die jährlichen Flüge stark beschränkt sind, sind ausgedehnte Messungen zur geologischen Kartierung nicht möglich. Trotzdem werden jedes Jahr radiometrisch interessante Gebiete vermessen. Neben der Kartierung natürlicher Radioisotope können auch künstliche Radioisotope identifiziert werden. Im Zusammenhang mit dem Reaktorunfall in Tchernobyl werden deshalb auch Kartierungen von Caesium-Fallout durchgeführt, um auch eventuelle Hot-Spots aufzuspüren.
Um bei grösseren nuklearen Unfällen auch international Zusammenarbeiten zu können, wurden und werden Interkalibrationsflüge mit Messteams aus anderen Ländern durchgeführt. Im Jahre 1995 erfolgte ein gemeinsamer Messflug mit dem französischen Team von der CEA. 1997 wurde zusammen mit dem österreichischen Messteam von der Geologischen Bundesanstalt ein gemeinsames Messgebiet in den österreichischen Alpen vermessen. 1999 fand schliesslich ein gemeinsamer Messflug mit dem deutschen Team vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Schwarzwald statt.2001 wurden im Rahmen der jaehrlichen Messflüge je ein Profil in Nord-Sued und Ost-West Richtung durch die Schweiz aeroradiometrische vermessen. In Zukunft sollen je nach Moeglichkeit weitere Profile abgeflogen werden. Im Jahre 2002 wurde im Mai eine internationale Vergleichsuebung in Schottland durchgefuehrt. Daran sollten Aeroradiometrieteams aus Daenemark, Deutschland, England, Frankreich, Norwegen, Oesterreich, Schweden und der Schweiz teilnehmen. Leider wurde vom englischen Verteidigungsministerium die Flugerlaubnis fuer die Teams aus Daenemark, Norwegen, Oesterreich und der Schweiz verweigert.
Internationale Zusammenarbeit:
Neben den Interkalibrationsflügen mit Teams umliegender Länder wird auch die Zusammenarbeit mit anderen Ländern und Messteams gesucht. Eine verstärkte Zusammenarbeit sollte auch aus dem EU-Projekt ECEAGS (European Coordination of Environmental Airborne Gamma Spectrometry) hervorgehen. Dieses Projekt sollte einerseits den Stand der Technik auf dem Gebiet der Aeroradiometrie in den verschiedenen Ländern erfassen und andererseits erste grobe Standardisierungen festlegen. In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden spezielle Themen der Aeroradiometrie bearbeitet. In einem Folgeprojekt ECCOMAGS sollte in einer gemeinsamen Messuebung der verschiedenen europäischen Messteams die Kalibration ueberprueft und die Moeglichkeiten einer Zusammenarbeit im Ereignisfall aufgezeigt werden. Die Uebung konnte jedoch nicht im gewuenschten Rahmen durchgefuehrt werden (siehe auch oben). Neben der Zusammenarbeit innerhalb dieser EU-Projekte konnte im Zusammenhang mit der Entwicklung einer Online-Auswertesoftware eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Schwedischen Strahlenschutzinstitut (SSI) in Stockholm erreicht werden.
Im Jahre 2003 erfolgte eine gemeinsame Uebung mit der Partnerorganisation der NAZ in Oesterreich. 2007 wurde eine gemeinsame Messuebung mit Deutschland und Frankreich in der Schweiz organisiert, bei der unter anderem im Dreiländereck bei Basel ein Composite Mapping durchgeführt wurde. 2009 fand erneut eine gemeinsame Uebung dieser drei Länder statt, diesmal in der Naehe von Muenchen. Im Gebiet um Chemnitz nahm 2015 neben Deutschland, Frankreich und der Schweiz auch Tschechien an der Übung AGC15 teil. Diese vier Länder trafen sich wiederum 2017 in Dübendorf in der Schweiz zur Übung ARM17.