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The Bells of Dunblane
4/4 Slow Air
Robert Mathieson
Dunblane ist eine ruhige schottische Kleinstadt mit rund 9'000 Einwohnern, rund 9 km nördlich von Stirling an der A9 gelegen, welche Glasgow und Edinburgh mit den Highlands verbindet.
Dunblane ist der Geburtsort des Folkmusikers Dougie MacLean ("Caledonia"). Bekanntester Sohn der Stadt ist sicherlich Andy Murray (*1987), ehemalige Tennis-Welt-Nr. 1 und zweimaliger Wimbledon-Gewinner.
Traurige Bekanntheit erlangte Dunblane Mitte der neunziger Jahre indes durch einen furchtbaren Mordanschlag, der das Leben von 16 kleinen Kindern und einer Lehrerin forderte.
Dunblane Cathedral
Robert Mathieson, langjähriger kreativer und höchst erfolgreicher Pipe Major der Shotts & Dykehead Caledonia Pipe Band, komponierte das Pipe Tune “The Bells of Dunblane” 1996 zum Gedenken an die Katastrophe.
Robert Mathieson
"The Bells of Dunblane" ist ein sehr schöner Slow Air. Trotz aller Tragik, die mit dem melodiösen Tune verbunden ist: die Melodie klingt ruhig und ernst, dennoch schwingt in ihr eine optimistische Zuversicht mit.
"The Bells of Dunblane" ist ein beliebtes Stück für Solopiper. Es ist nicht sonderlich schwer zu spielen. Der Slow Air wird gerne in Kirchen oder anderen grossen geschlossen Gebäuden gespielt, zu Feierlichkeiten und besonderen Anlässen. Und zu Hochzeiten genau so wie zu Abdankungen.
Am 13. März 1996 drang ein seit 3 Jahren arbeitsloser ehemaliger Ladenbesitzer in die Turnhalle der Primarschule von Dunblane ein. Vorgängig hatte er gezielt eine Reihe von Telefonleitungen im näheren Umkreis gekappt. Er trug vier illegal erworbene Handfeuerwaffen auf sich mit insgesamt 743 Schuss Munition, darunter auch Hohlmantelgeschosse. Innert weniger Minuten erschoss er wahllos 16 Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren und eine Lehrerin, welche die Kinder abzuschirmen versuchte. Zwei weitere Lehrerinnen wurden schwer verletzt. Insgesamt 33 Menschen erlitten Schusswunden, für 18 waren sie tödlich, einschliesslich des Mörders. Er richtete sich selber bevor die Polzei eintraf. Es war die grotesk sinnlose Tat eines randständigen Mannes, welche wegen seiner pädophilen Neigungen in zunehmende Schwierigkeiten geraten war. In seinem Umfeld seien Gerüchte über seine Neigungen kursiert, weshalb er drei Jahre zuvor seinen Job verloren habe, beklagte er sich in einem Schreiben.
Der lokale Pistolenklub hatte dem Täter die Mitgliedschaft verweigert und kurz vor der Tat war er sogar polizeilich befragt worden.
im Herbst 1996 wurde ein umfangreicher Untersuchungsbericht publiziert, verfasst von von Lord Cullen, dem ranghöchsten Mitglied der schottischen Justiz.
Der schonungslose Bericht löste eine breite öffentlichen Kampagne aus. Als direkte Folge des Amoklaufs von Dunblane wurden die Waffengesetze in Grossbritannien massiv verschärft und konsequenterweise der private Besitz von Handfeuerwaffen faktisch verboten.
«The silence of the people
and the sound of the cathedral bells
seemed much stronger
than any spoken words.»
Robert Mathieson
Allan Water, Dunblane, Perthshire
Was ist ein Slow Air?
Ein Slow Air ist eine langsam gespielte lyrische Melodie in der traditionellen irischen und schottischen Musik, die durch das Fehlen eines strengen Metrums oder einer strengen Struktur gekennzeichnet ist und ein melodisch „offenes Ende“ hat. Im Gegensatz zu schnellen Tänzen wie Jigs oder Reels zielt ein Slow Air darauf ab, eine emotionale Atmosphäre zu schaffen und die musikalische Interpretation und Ausdruckskraft des Musikers zu betonen. Meist sind Slow Airs von der Melodie eines gesungenen Liedes abgeleitet und werden oft Solo gespielt. Slow Airs sind ein beliebtes Genre für Musiker, die ihre Fähigkeiten in der Interpretation und Ausführung von Musik ausdrücken möchten.