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Der unter der gegenwärtigen Überproduktion leidende schwierige Markt für Speicherchip-Hersteller hat unter anderem dazu geführt, dass der Aktienkurs des US-Herstellers SanDisk in den Keller gefallen ist. Samsung, der weltweit grösste Hersteller von Speicherchips möchte nun die Gelegenheit benützen, um den kleineren Konkurrenten relativ günstig zu übernehmen.
Samsung hat den Aktionären eine an sich grosszügig scheinende Offerte vorgelegt, die mehr als 70 Prozent über dem Aktienkurs von SanDisk vor der Veröffentlichung des Übernahmeangebots liegt, und das Gesamtunternehmen mit etwa 5,85 Milliarden Dollar bewertet. Der Verwaltungsrat von SanDisk lehnt das Angebot aber trotz des hohen Aufpreises ab und will sich gegen eine Übernahme zu diesem Preis zur Wehr setzen.
Gemäss Samsung wurde der Entschluss, auch ohne die Zustimmung des Verwatungrats von SanDisk ein Übernahmeangebot zu lancieren, gefasst, nachdem SanDisk-CEO Eli Harari am letzten Freitag geheime Übernahmeverhandlungen, die seit vier Monaten im Gang waren, brüsk abgebrochen hatte.
Der Verwaltungsrat von SanDisk bezeichnete das Angebot als deutlich zu niedrig. Für SanDisk ist die Situation frustrierend: Als Samsung die Verhandlungen Ende Mai aufnahm, lag der eigene Aktienkurs noch deutlich über der jetzigen Offerte, und Samsung scheint zwischenzeitlich auch schon einen wesentlich höheren Preis geboten zu haben. Der Aktienkurs von SanDisk ist seither, unter anderem nachdem ein grosser Quartalsverlust bekannt wurde, um fast die Hälfte gefallen. (Und vor knapp 12 Monaten war das Unternehmen an der Börse sogar noch mehr als doppelt so viel wert, wie Samsung jetzt bietet.) (hjm)