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Spätestens Anfang Juni sind die Mauerbienen mit dem Nestbau fertig. Das BeeHome kann dann zum Nistplatz für andere faszinierende Wildbienenarten werden. Halte dein BeeHome im Auge und entdecke vielleicht eine dieser fünf häufigen Wildbienenarten. Durch die unterschiedlichen Nistverschlüsse kannst du sie leicht identifizieren.
1. Die Stahlblaue Mauerbiene
Die stahlblaue Mauerbiene (Osmia caerulescens) fällt durch ihren blau schillernden Körper und die eher kupfern bis metallisch grün schimmernde Färbung auf. Sie verwendet für ihre Zellzwischenwände und den Nestverschluss zerkautes Blattmaterial. Den Nestverschluss tarnt sie teilweise mit anderen Materialien wie etwa Holzfasern.
Die Stahlblaue Mauerbiene lässt sich zweimal im Jahr beobachten, da sie zwei Generationen pro Jahr hervorbringt. Darin unterscheidet sie sich von den meisten anderen Wildbienenarten. Die erste Generation ist zwischen April und Juli unterwegs. Die in dieser Zeit gelegten Eier entwickeln sich rasch, so dass die zweite Bienengeneration zwischen Mitte Juli und Mitte August schlüpft.
Die Stahlblaue Mauerbiene sammelt Pollen vor allem auf Schmetterlingsblütlern und Lippenblütlern. Sie liebt Hornklee, Saat-Esparsette, Zieste und Echtes Herzgespann.
Die Männchen und die Weibchen sind leicht zu unterscheiden: Links ein Männchen und in der Mitte ein Weibchen. An der rechten Seite siehst du, wie das Nest und und der Nestverschluss der Stahlblauen Mauerbiene aussieht.
2. Die Garten-Blattschneiderbiene
Die Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella) ist eine echte Spezialistin und schneidet mit ihren Mundwerkzeugen, den Mandibeln, Blattstücke von bis zu 2 Zentimetern Länge, während sie selbst nur zwischen 12 und 15 Millimeter misst. Sie verwendet Rosen-, Eichen- oder Hainbuchenblätter. Der Verschluss des Nests ist leicht zu erkennen. Er besteht aus vielen einzelnen Blattstücken.
Die Blattschneiderbiene ist polylektisch. Das bedeutet, dass sie sich nicht auf eine einzige Pflanzenart spezialisiert hat, um Pollen zu sammeln. Ihre Lieblinge hat sie trotzdem: Schmetterlingsblütler, Korbblütler, Dickblattgewächse, Glockenblumen.
Die Blattschneiderbiene ist in den Monaten Juni bis August aktiv. Wenn es warm genug ist, kann man Mitte August sogar eine zweite Generation entdecken. Sie überwintert als Larve und kann auch im Boden nisten, zum Beispiel in einem Blumentopf. Hier siehst du, wie eine Blattschneiderbiene ein Blattstück ins Nest bringt (rechts), wobei die abgebissenen Stücke oft grösser als die Biene selbst sind (Bild in der Mitte). Rechts ist das Nest und der Nestverschluss der Garten-Blattschneiderbiene abgebildet.
3. Die Glockenblumen-Scherenbiene
Der Name ist Programm. Die Glockenblumenbiene (Chelostoma rapunculi) hat nämlich nur Augen für die Glockenblume. Diese Wildbiene ist oligolektisch: Sie sammelt Pollen ausschliesslich auf Glockenblumen.
Das Weibchen verschliesst ihr Nest mit Lehm und versieht den Deckel mit kleinen Steinen. Darüber hinaus verwendet sie Nektar, um die Konstruktion sehr solide, aber auch leicht süsslich zu machen. Deshalb kann man manchmal Ameisen beobachten, die versuchen, diese Mischung zu naschen.
Es ist bemerkenswert, dass sich die Jungtiere der nächsten Generation beim Schlüpfen durch diese feste Mauer beissen können. Der Nektar hat einen kleinen Nachteil für das BeeHome: Er kann in die Röhren sickern und schwarze Flecken erzeugen. Glockenblumenbienen sind von Juni bis August aktiv.
4. Die Löcherbiene
Die Löcherbiene (Heriades truncorum) ist die kleinste Wildbiene dieser fünf Arten. Die Löcherbiene kommt häufig vor und kann in vielen Gärten beobachtet werden. Wer genau hinschaut, kann erkennen, wie sie auf ihren Wirtspflanzen mit wippenden Bewegungen Blütenstaub in ihre Bauchbürsten aufnimmt. Mit ihrer geringen Grösse und der schwarzen Farbe ist sie eher unscheinbar. Viel besser zu erkennen ist sie, wenn die Löcherbiene Pollen auf ihrem Bauch gesammelt hat.
Sie ist spezialisiert auf Pflanzen der Familie der Korbblütler (zum Beispiel: Ochsenauge, Färberkamille, Rainfarn oder Wegwarte). Auf dem Bild siehst du die Löcherbiene auf einer Wegwarte sowie das Nest und den Nestverschluss dieser Art.
5. Natternkopf-Mauerbiene
Die Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca) ist eine der spezialisiertesten Wildbienen Europas. Sie sammelt Pollen nur auf den Blüten des Natternkopfs und ist deshalb dringend auf das Vorkommen dieser Pflanze angewiesen. Etwa die Hälfte der Nachkommen hält einen Winter lang Winterschlaf, während die andere Hälfte zwei Winter lang schläft, bis sie schlüpft. Auf diese Weise kann diese Wildbienenart auch Jahre überstehen, in denen kein oder nur sehr wenig Natternkopf wächst. Natternkopf-Mauerbienen sind von Juli bis August aktiv. Hier siehst du sie in Aktion:
Wer sie beobachten möchte, sollte unbedingt für einen ausreichenden Bestand an Natternkopf sorgen. An warmen Tagen ist die Natternkopf-Mauerbiene sehr schnell unterwegs und sammelt in grossem Tempo Pollen und Nektar. Um Energie und Wärme zu tanken, lässt sich sie sich zwischen den Sammelflügen oft auf besonnten Steinen nieder.
Für die Trennwände der Brutzellen sowie für den Nestverschluss verwendet diese Art lehmige Erde. Zusätzlich tarnt sie den Nestverschluss mit verschiedenen Materialien wie etwa Holzfasern (siehe rechtes Bild).
Auf dem linken Bild siehst du, wie zwei Natternkopf-Mauerbienen um einen Nistplatz kämpfen:
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