Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03406.jsonl.gz/1390

Stellensuche:
eine Frage des
Profils?
Analyse der erfolgsrelevanten Merkmale von Stellensuchenden bei
Analyse der erfolgsrelevanten Merkmale von Stellensuchenden beieinem öffentlichen und einem privaten Stellenvermittlungsbüro
Cristina
Crotti & Bruno Landolt
Zürich, 8. Oktober 1999
Lizentiatsarbeit
eingereicht bei
Teil IV
5.3 Zusammenhang zwischen Sucherfolg und einzelnen Merkmalen
Die bisherige Analyse der Daten hat sich darauf beschränkt, die Erfolgsquote und die Suchdauer derjenigen Personenmerkmale darzustellen, bei denen mittels einer bivariaten logistischen Regression ein signifikanter Zusammenhang mit dem Sucherfolg festgestellt werden konnte. Im weiteren soll nun die Art des Zusammenhangs in den Mittelpunkt gerückt werden. Wie bei der linearen Regression sind auch die b-Koeffizienten der logistischen Regression ein Mass für die Richtung und Stärke des Zusammenhangs zwischen den unabhängigen Variablen und der abhängigen Variable (von einer kausalen Beziehung der unabhängigen Variablen auf die abhängige Variabe darf hier noch nicht gesprochen werden, da noch nicht sicher ist, ob es sich um einen eigenständigenZusammenhang handelt). Da der b-Koeffizient vom Skalenniveau bzw. von der verwendeten Einheit (z.B. Alter: 1 Jahr oder 10 Jahre) der unabhängigen Variablen abhängt, sind Vergleiche zwischen den b-Koeffizienten von verschiedenen unabhängigen Variablen nur dann möglich, wenn diese gleich codiert sind. Die dichotomen Merkmale erfüllen diese Voraussetzung, so dass sie bezüglich ihrer "Stärke" in eine Rangfolge gebracht werden können.
Wie aus Tabelle 15 ersehen werden kann, weisen im Gesamtsample die Bewerbungsunterlagen (Vorhandensein von Arbeitszeugnissen, Lebenslauf, Foto usw.) und die Muttersprache den stärksten Zusammenhang mit dem Sucherfolg auf. An dritter Stelle folgt das Vorhandensein von Diplomen. Im weiteren hängt auch der Besitz der schweizerischen Staatsbürgerschaft (4. Rang) und die Tatsache, eine Weiterbildung absolviert zu haben (5. Rang) stark mit dem Sucherfolg zusammen. Auf Rang 6 und 7 folgen die geleisteten Temporäreinsätze und das Merkmal "Arbeitslos in den letzten 10 Jahren", die beide einen negativen Zusammenhang mit dem Sucherfolg aufweisen. Hinsichtlich dem Geschlecht (Rang 8) kann im Gesamtsample ein leichter Vorteil für die Frauen festgestellt werden.
Tabelle 15: b-Koeffizienten und Signifikanzen der dichotomen Merkmale
n.s.: nicht signifikant
Auch beim Teilsample Adecco hat sich zwischen dem Vorhandensein von vollständigen Bewerbungsunterlagen und dem Sucherfolg ein starker Zusammenhang gezeigt. Die Merkmale "Arbeitslos in den letzten 10 Jahren" und "Gesuchtes Anstellungsverhältnis" korrelieren ebenfalls stark mit dem Sucherfolg, wobei die Arbeitslosigkeit einen negativen und das Suchen einer Dauerstelle einen positiven Zusammenhang mit dem Sucherfolg aufweist. Die Muttersprache "Deutsch" zeigt wiederum - wie schon im Gesamtsample - einen positiven und die früher geleisteten Temporäreinsätze einen negativen Zusammenhang mit dem Sucherfolg. Schliesslich waren auch im Teilsample Adecco Frauen erfolgreicher als Männer, Schweizer erfolgreicher als Ausländer und Stellensuchende mit einer Weiterbildung erfolgreicher als jene, die keinerlei Weiterbildung betrieben haben.
Beim Teilsample RAV haben sich nur drei dichotome Variablen als signifikant herausgestellt. Die stärkste von ihnen ist "Arbeitsmarktliche Massnahmen 2": Standortbestimmungskurse, Sprach- und EDV-Kurse sowie Praktika, die vom RAV vermittelt werden, korrelieren also stark mit dem Sucherfolg. Einen etwas kleineren Zusammenhang mit dem Stellenfinden haben beim RAV die vollständigen Bewerbungsunterlagen und die schweizerische Staatsbürgerschaft.
Wie schon erwähnt, können die b-Koeffizienten nur bei gleichskalierten Variablen mit gleichen Einheiten miteinander verglichen werden. Um dennoch die Art des Zusammenhangs der übrigen Merkmale mit dem Sucherfolg darstellen zu können, haben wir deren b-Koeffizienten und Signifikanzen in Tabelle 16 (ordinal- und intervallskalierte Merkmale) und Tabelle 17 (kategoriale Merkmale) aufgeführt.
Tabelle 16: b-Koeffizienten und Signifikanzen der ordinal- und intervallskalierten Merkmale
n.s.: nicht signifikant
Im Gesamtsample wie auch in den beiden Teilsample zeigt sich, dass die Erfolgschancen mit steigendem Alter abnehmen und mit steigender letzter Funktion zunehmen. Aufgrund der kleinen b-Koeffizienten der Merkmale "Fremdsprachenniveau" und "Höchste Ausbildung" kann geschlossen werden, dass ihr Zusammenhang mit dem Sucherfolg minim ist. Da die Variable "Fremdsprachenniveau" aber 21 Ausprägungsgrade hat, muss diese Schlussfolgerung relativiert werden, so durchaus von einem bedeutenden Zusammenhang gesprochen werden kann. Die Flexibilitätsmasse "Anzahl Firmenwechsel" und "Anzahl Tätigkeitswechsel" weisen auf einen positiven Zusammenhang mit dem Sucherfolg hin, der sich jedoch nur im Teilsample Adecco als signifikant erwiesen hat (Hypothese 12 nur für Adecco bestätigt). Temporäreinsätze während der Suche betreffen nur das Teilsample Adecco: wie der negative b-Koeffizient anzeigt, besteht zwischen der Anzahl (während der Suche) geleisteter Temporäreinsätze und dem Sucherfolg ein negativer Zusammenhang.
Für kategoriale Variablen als Ganzes kann kein b-Koeffizient angegeben werden, sondern nur ein Signifikanzwert. Für die entsprechenden Designvariablen hingegen wird bei der logistischen Regression ein eigener b-Koeffizient und deren Signifikanz ausgegeben. Die Signifikanzen zeigen an, wie stark sich die jeweilige Designvariable von der Referenzvariable bezüglich der abhängigen Variable unterscheidet. In Tabelle 17 sind die b-Koeffizienten und Signifikanzen derjenigen Designvariablen aufgeführt, die sich in der bivariaten logistischen Regressionsanalyse als signifikant herausgestellt haben.
Tabelle 17: b-Koeffizienten und Signifikanzen der kategorialen Merkmale
n.a.: nicht angebbar, da es sich um eine kategoriale Variable handelt
n.s.: nicht signifikant
Bezüglich des Zivilstandes kann sowohl für das Gesamtsample als auch für die beiden Teilsample festgehalten werden, dass Verheiratete und Geschiedene bei der Stellensuche signifikant weniger Erfolg hatten als die Ledigen. Insbesondere die geschiedenen Personen beim RAV hatten Mühe, eine Stelle zu finden.
Beim Merkmal "Aufenthaltsstatus" zeigt die hohe Signifikanz und der positive b-Koeffizient bei den Niedergelassenen an, dass diese deutlich bessere Erfolgschancen als die Jahresaufenthalter aufweisen. Da im Teilsample RAV kein signifikanter Zusammenhang mit dem Sucherfolg nachgewiesen werden konnte, kann gefolgert werden, dass der Aufenthaltsstatus vor allem bei Adecco mit dem Sucherfolg korreliert.
Bei der Berufsbranche sind lediglich im Gesamtsample signifikante Unterschiede festzustellen. Dabei zeigt sich, dass vor allem Personen mit einem technischen Beruf, Dienstleistungskaufleute und Personen aus dem Bereich Organisation und Verwaltung gegenüber den Stellensuchenden aus der Branche "Gastgewerbe und Hauswirtschaft" stark im Vorteil sind. Besonders Schwierigkeiten eine Stelle zu finden, hatten die Stellensuchenden der Branche "Reinigung, Hygiene, Körperpflege".
Hinsichtlich des Merkmals "Situation" hat sich einzig die Designvariable "ungekündigt" als signifikant unterschiedlich erwiesen. Ungekündigte finden also im Vergleich zu den vorher erwerbstätigen Personen leichter eine neue Stelle. Schliesslich hat sich gezeigt, dass die Vollzeitbeschäftigten im Vergleich zu den ganzarbeitslosen Personen ohne Beschäftigung signifikant bessere Erfolgschancen haben.
5.4 Modell der wichtigsten Prädiktoren
Bisher war ausschliesslich von Zusammenhang bzw. von der Beziehung zwischen den einzelnen Merkmalen und dem Sucherfolg die Rede. Aus einer nicht zufälligen Korrelation zweier Merkmale kann aber bekanntlich noch nicht geschlossen werden, dass das eine Merkmal auf das andere einen eigenständigen Einfluss ausübt bzw. eine eigenständige Wirkunghat. Während Einfluss und Wirkung mit statistischen Methoden nicht bewiesen, sondern nur anhand von theoretischen Argumenten plausibel gemacht werden kann, ist es mit Hilfe der multivariaten logistischen Regression möglich, ein Modell mit möglichst wenigen Prädiktormerkmalen zu bilden, mit dem das Kriteriumsmerkmal am besten vorausgesagt werden kann. Werden also Merkmale gleichzeitig, die einen ähnlichen Zusammenhang mit dem Kriteriumsmerkmal haben, so bleiben schliesslich nur diejenigen Merkmale im Modell enthalten, die unter Kontrolle der anderen Merkmale den engsten eigenständigen Zusammenhang zur Kriteriumsvariable aufweisen.
Gelingt es, den Zusammenhang der im Modell verbliebenen Prädiktoren mit der Kriteriumsvariablen theoretisch zu begründen, so können die Modellvariablen als diejenigen Merkmale mit dem "stärksten" Einfluss bzw. mit der "stärksten" Wirkung auf das Kriteriumsmerkmal bezeichnet werden. Um auch für Adecco und das RAV diejenigen Merkmale mit dem stärksten Einfluss auf den Sucherfolg getrennt ermitteln zu können, führten wir die multivariate logistische Regression zuerst für das Gesamtsample und dann für die beiden Teilsample Adecco und RAV separat durch.
5.4.1 Regressionsmodell für das Gesamtsample
Wie bei jedem explorativen Verfahren muss auch bei der multivariaten logistischen Regression ein Ausgangsmodell und eine Methode zur Reduktion der Modellvariablen gewählt werden. Für das Ausgangsmodell verwendeten wir all jene Merkmale, die sich in der bivariaten logistischen Regression entweder im Gesamtsample oder in einem der beiden Teilsample als signifikant erwiesen hatten (siehe dazu Kap. 5.3). Zur Reduktion der Prädiktorvariablen kam die Methode "backward stepwise" und das Ausschlusskriterium "Likelihood-Ratio" zur Anwendung. Abbildung 9 veranschaulicht das Vorgehen bei der statistischen Analyse:
Abbildung 9: Ablauf der statistischen Analyse
*) Es wurden alle Merkmale einbezogen, die von Adecco bzw. dem RAV aufgenommen werden und damit einen Einfluss auf die von ihnen vorgenommene Vorselektionder Stellensuchenden haben könnten.
**) Die signifikanten spezifischen Merkmale sind nicht in das Ausgangsmodell einbezogen worden, da sie jeweils nur für eines der beiden Teilsample (Adecco / RAV) erfasst wurden.
Wie aus Abbildung 9 ersehen werden kann, liefert die multivariate logistische Regression für das Gesamtsample ein Endmodell, bestehend aus den acht Prädiktoren "Geschlecht", "Alter", "Muttersprache", "Aufenthaltsstatus", "Branche des letzten Berufes", "Fremdsprachenkenntnisse", "Status" und "Situation". Die Frage, ob dieses "Achtvariablenmodell" im Vergleich zum Konstantenmodell (das Konstantenmodell enthält noch keine Variablen, sondern lediglich die Konstante. Mit diesem Modell lässt sich allein aus der Tatsache, dass von insgesamt 622 Personen 370 Personen eine Stelle gefunden haben, eine Trefferquote von 59.5% (=370/622) erzielen. Die 59.5% werden deshalb als Ausgangsquote bezeichnet) eine bedeutend bessere Prognose des Sucherfolges erlaubt, lässt sich beantworten, indem man die "Trefferquoten" dieser beiden Modelle miteinander vergleicht. Während das Konstantenmodell eine Trefferquote von 59.5% aufweist, können mit dem Endmodell 72.5% aller Fälle richtig vorausgesagt werden (siehe Tabelle 18).
Tabelle 18: Klassifikationstabelle des Regressionsmodells für das Gesamtsample
Die multivariate logistische Regression hat also ein Modell geliefert, mit dem der Erfolg bzw. der Misserfolg eines Stellensuchenden um 13% besser vorausgesagt werden kann, als es ohne Verwendung dieses Modells möglich gewesen wäre. In Tabelle 19 sind die acht Prädiktorenmerkmale mit Angaben zum b-Koeffizienten, zum Standardfehler und zur Signifikanz ersichtlich:
Tabelle 19: Die wichtigsten Erfolgsmerkmale im Gesamtsample
*) Da sich die Merkmale "Aufenthaltsstatus", "Status" und "Situation" als Ganzes nicht signifikant erwiesen haben, macht es keinen Sinn, Angaben zu deren Designvariablen zu machen. Die Werte für den b-Koeffizienten und für die Standardabweichung (S.E.) fehlen, weil diese nur für die entsprechenden Designvariablen berechnet werden können.
**) Referenzkategorie = "Gastgewerbe und Hauswirtschaft"
Als signifikante Merkmale mit einem eigenständigen Einfluss auf den Sucherfolg erweisen sich neben dem Alter auch die Muttersprache, die Berufsbranche und das Fremdsprachenniveau. Das Merkmal "Alter" kann in Anbetracht seines beachtlichen b-Koeffizienten von -0.58 und seiner hohen Signifikanz mit Recht als der stärkste Einflussfaktor für den Sucherfolg bezeichnet werden. Im weiteren zeigt das obige Modell, dass die Erfolgschancen einer Person steigen, wenn ihre Muttersprache "Deutsch" ist, wenn sie über gute Fremdsprachenkenntnisse verfügt und wenn sie anstatt in der Berufsbranche "Gastgewerbe und Hauswirtschaft" im Baugewerbe, in einem technischen Beruf oder im Bereich der Organisation & Verwaltung tätig ist. Der in Hypothese 16 postulierte Einfluss der Berufsbranche auf den Sucherfolg kann somit bestätigt werden.
Die Merkmale "Geschlecht", "Aufenthaltsstatus", "Status" und "Situation" sind zwar im Endmodell enthalten, aufgrund ihrer ungenügenden Signifikanz (> 5%) kann jedoch nicht mit ausreichender Sicherheit gesagt werden, ob sie einen eigenständigen Einfluss auf den Sucherfolg haben.
Da das Merkmal "höchste Ausbildung" im Wettbewerb mit den übrigen Modellvariablen ausgeschieden ist, kann Hypothese 8, in der kein Einfluss der Bildung auf den Sucherfolg postuliert wurde, bestätigt werden.
Aus der Tatsache, dass die beiden Merkmale "Anzahl Firmenwechsel" und "arbeitslos in den letzten 10 Jahren" nicht mehr im Endmodell enthalten sind, kann gefolgert werden, dass sie keinen bedeutenden positiven bzw. negativen Einfluss auf die Erfolgschancen haben. Die Hypothesen 13 und 16 können somit nicht bestätigt werden.
5.4.2 Regressionsmodell für das Teilsample Adecco
Beim Ausgangsmodell von Adecco kommen zusätzlich zu den in Abbildung 9 aufgeführten Variablen die nur bei Adecco erhobenen Merkmale "Gesuchtes Anstellungsverhältnis" und "Anzahl Temporäreinsätze" hinzu. Nach der schrittweisen Reduzierung der Modellvariablen sind die sechs Prädiktoren "Alter", "Aufenthaltsstatus", "Weiterbildung", "Branche des letzten Berufs", "Diplome" und "Anzahl Temporäreinsätze" übrig geblieben. Wie Tabelle 20 zeigt, können mit diesem Endmodell insgesamt 73.3% der Fälle richtig prognostiziert werden.
Tabelle 20: Klassifikationstabelle des Regressionsmodells für das Teilsample Adecco
Im Vergleich zum Konstantenmodell, bei dem die Trefferquote bei 65.6% liegt, konnte durch die sechs Modellvariablen lediglich eine Verbesserung von 7.7 Prozentpunkten erzielt werden.
Wie Tabelle 21 aufzeigt, kann auch im Teilsample Adecco ein hochsignifikanter negativer Einfluss des Alters auf den Sucherfolg nachgewiesen werden. Der Vergleich der beiden dichotomen Prädiktoren "Weiterbildung" und "Diplome" zeigt auf, dass der Einfluss des Vorhandenseins von Diplomen (Zertifikaten) von grösserer Bedeutung ist als die Weiterbildung. Immerhin hat sich aber die Weiterbildung - im Gegensatz zu den Merkmalen "Aufenthaltsstatus" und "Branche des letzten Berufs" - als signifikant erfolgswirksam erwiesen.
Tabelle 21: Die wichtigsten Erfolgsmerkmale im Teilsample Adecco
*) Da die Merkmale "Aufenthaltsstatus" und "Branche des letzten Berufes" als Ganzes nicht signifikant sind, macht es keinen Sinn, Angaben zu ihren Designvariablen zu machen. Die Werte für den b-Koeffizienten und für die Standardabweichung (S.E.) fehlen, da diese nur für die entsprechenden Designvariablen berechnet werden können.
Schliesslich hat sich gezeigt, dass die Anzahl während der Stellensuche angenommener Temporäreinsätze einen negativen, eigenständigen Einfluss auf den Sucherfolg hat.
5.4.3 Regressionsmodell für das Teilsample RAV
Beim Ausgangsmodell von Abbildung 9 ist zusätzlich das nur beim RAV erhobene Merkmal "Arbeitsmarktliche Massnahmen 2" hinzugekommen. Nach der Variablenreduktion sind im Modell für das RAV die folgenden Prädiktoren übrig geblieben: "Alter", "Letzte Funktion", "Branche des letzten Berufs", "Anzahl Firmenwechsel", "Situation" und "Arbeitsmarktliche Massnahmen 2". Wie Tabelle 22 zeigt, können mit diesem Modell insgesamt 75.2% der Fälle richtig prognostiziert werden.
Tabelle 22: Klassifikationstabelle des Regressionsmodells für das Teilsample RAV
Im Vergleich zum Konstantenmodell, bei dem die Trefferquote bei 51.5% liegt, konnte also durch die sechs Modellvariablen eine Verbesserung von 23.7 Prozentpunkten erzielt werden. Wie schon im Gesamtsample und im Teilsample Adecco, zeigt sich auch beim Teilsample RAV ein hochsignifikanter negativer Einfluss des Alters (siehe Tabelle 23).
Tabelle 23: Die wichtigsten Erfolgsmerkmale im Teilsample RAV
*) Da kategorialen Merkmale "Branche des letzten Berufes" und "Situation" als Ganzes nicht signifikant sind, macht es keinen Sinn, detaillierte Angaben zu den einzelnen Designvariablen zu machen. Die Werte für den b-Koeffizienten und für die Standardabweichung (S.E.) fehlen, da diese nur für die entsprechenden Designvariablen berechnet werden können.
Ebenfalls hochsignifikant, aber mit stark positiver Wirkung auf die Erfolgschancen erweisen sich die "Arbeitsmarktlichen Massnahmen 2". Die durch das RAV vermittelten Standortbestimmungs-, EDV- und Sprachkurse sowie Praktika haben offenbar einen bedeutenden Einfluss auf die Erfolgschancen der Stellensuchenden. Einen eigenständigen positiven Einfluss auf die Stellensuche hat zudem die letzte Funktionsstufe (berufliche Stellung). Der Einfluss der Anzahl Firmenwechsel erweist sich zwar ebenfalls als signifikant, muss aber aufgrund seines kleinen b-Koeffizienten von -0.01 als äusserst gering eingeschätzt werden. Die kategorialen Prädiktormerkmale "Branche des letzten Berufs" und "Situation" sind zwar im Modell enthalten, haben sich aber gemäss der obigen Tabelle als nicht signifikant erwiesen.
6 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.1 Vorbemerkungen
Von den insgesamt 703 in unsere Untersuchung einbezogenen Stellensuchenden haben nach einer Beobachtungsdauer von einem Jahr rund 51% eine Stelle gefunden: entweder durch eines der beiden Stellenvermittlungsbüros Adecco bzw. RAV oder über einen anderen Kanal (42%). Von den Adecco-Stellensuchenden konnten 13% einen Sucherfolg verzeichnen, beim RAV-Sample hingegen waren lediglich 4% "erfolgreich". Während 2% aller Stellensuchenden ebenfalls als "erfolgreich" bezeichnet werden können, da sie sich selbständig gemacht haben, fallen 11% in die Kategorie "Indifferent". Insgesamt konnten 36% keinen Sucherfolg aufweisen.
Mit einer durchschnittlichen Suchdauer von 137 Tagen haben die Erfolgreichen rund 4-5 Monate nach einer neuen Stelle gesucht, wobei die Stellensuchenden vom RAV im Vergleich zu jenen von Adecco etwa einen Monat länger gesucht haben.
Die Auswertung der Daten hatte zum Ziel, die in Kapitel 3 aufgelisteten Hypothesen zu überprüfen und erfolgsrelevante Merkmale bei der Stellensuche in explorativer Art und Weise zu eruieren. Im folgenden gehen wir zunächst zusammenfassend auf die einzelnen von uns erhobenen Merkmale ein und legen deren Zusammenhang mit dem Sucherfolg mittels einer bivariaten logistischen Regression dar. Anschliessend stellen wir diejenigen Merkmale vor, welche mit einem eigenständigen Einfluss (von einem eigenständigen Einfluss wird dann gesprochen, wenn er auch bei Kontrolle der anderen Variablen noch vorhanden ist) den Sucherfolg eines Stellensuchenden am besten voraussagen. Hierzu greifen wir auf das multivariate logistische Regressionsmodell mit unabhängigen Prädiktoren zurück, das sowohl für das Gesamtsample als auch für das Teilsample Adecco und RAV berechnet wurde.
6.2 Der Zusammenhang zwischen Sucherfolg und einzelnen Merkmalen
Bei den askriptiven Merkmalen hat die bivariate statistische Analyse aufgezeigt, dass der Sucherfolg mit dem Geschlecht, der Nationalität, dem Alter, dem Zivilstand und der Muttersprache zusammenhängt.
Bezüglich des Geschlechts kann festgehalten werden, dass Frauen mit einem Anteil von 57% eher eine neue Stelle gefunden haben als Männer, bei denen der entsprechende Prozentsatz nur gerade 49% beträgt. Dieser Unterschied im Gesamtsample ist allerdings vor allem auf die sehr erfolgreichen Frauen bei Adecco zurückzuführen. Die Behauptung, dass Frauen der (Wieder-)Eintritt ins Erwerbsleben schwerer fällt als Männern, konnte zwar statistisch nicht einwandfrei widerlegt werden, scheint aber aufgrund der erhaltenen Ergebnisse eher umgekehrt formuliert werden zu müssen. Demgegenüber kann die Behauptung, dass das Selektionsmerkmal "höchster Bildungsabschluss" bei Frauen eine wichtigere Rolle spiele als bei Männern mit Sicherheit abgelehnt werden, da das Gegenteil der Fall ist.
Der Vergleich der inländischen mit den ausländischen Stellensuchenden bezüglich ihres Sucherfolgs hat ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu Tage gefördert: Mit 59% ist der Anteil der Erfolgreichen bei den Schweizern deutlich höher als jener bei den Ausländern, der lediglich 43% beträgt. Es hat sich zudem gezeigt, dass ausländische Arbeitskräfte auch bei Arbeitsplätzen mit tiefen Qualifikationsanforderungen weniger Erfolgschancen haben als schweizerische Arbeitskräfte.
In bezug auf das Alter kann mit Sicherheit gesagt werden: je älter eine Person, desto kleiner sind die Erfolgschancen bei der Stellensuche und desto länger dauert die Suche. Diese Aussage gilt für alle Bildungsstufen und für beide Geschlechter.
Das Merkmal "Zivilstand" weist einen deutlichen Zusammenhang mit dem Sucherfolg auf. Während rund 62% der Ledigen eine Stelle gefunden haben, beträgt der entsprechende Prozentsatz bei den Verheirateten nur 44% und bei den Geschiedenen nur 40%. Eine nach den Geschlechtern getrennte Analyse zeigt jedoch auf, dass ein solcher Vorteil der Ledigen nur bei Frauen statistisch zuverlässig nachgewiesen werden kann. Bei Männern ist auch eine indifferente Beziehung zwischen Zivilstand und Sucherfolg denkbar.
Hinsichtlich der Muttersprache hat sich gezeigt, dass der Anteil der Erfolgreichen bei denjenigen, deren Muttersprache "Deutsch" ist, mit 61% markant höher ist als bei denjenigen, welche eine andere Muttersprache haben (41%).
Schliesslich zeigte auch das askriptive Merkmal "Aufenthaltsstatus" einen statistisch zuverlässigen Zusammenhang mit dem Sucherfolg auf. Während bei den Niedergelassenen 49% eine Stelle gefunden haben, sind es bei den Jahresaufenthaltern nur gerade 29%.
Bei den erworbenen Merkmalen konnte festgestellt werden, dass der Sucherfolg mit der Bildung, der Weiterbildung, der Funktion bei der letzten Stelle, der Berufsbranche und dem Fremdsprachenniveau zusammenhängt.
Bezüglich der Bildung lässt sich folgende Aussage machen: je höher die Ausbildung, desto besser stehen die Chancen eine Stelle zu finden. Eine Ausnahme dieser Regel stellt jedoch der wenig praxisbezogene Maturitätsabschluss dar: lediglich 33% der Maturanden haben innerhalb eines Jahres eine Stelle gefunden. Bei der Gegenüberstellung von Adecco und RAV zeigt sich hinsichtlich des Sucherfolgs ein erheblicher Unterschied zwischen den gut ausgebildeten Stellensuchenden des einen und des anderen Stellenvermittlungsbüros. Während bei Adecco eher Stellensuchende mit einer praxisbezogenen Ausbildung (Berufslehre, Fachausbildung, Höhere Fachschule) erfolgreich waren, sind es beim RAV eher die Abgänger von Universitäten und Hochschulen, die eine Stelle gefunden haben.
Auch das Absolvieren einer Weiterbildung vor der Stellensuche weist einen positiven Zusammenhang mit dem Sucherfolg auf, wobei dieser nur bei Adecco nachweisbar ist.
In bezug auf die Funktion (Stellung) hat sich gezeigt, dass Stellensuchende, die an der letzten Arbeitsstelle auf einer hohen Funktionsstufe tätig waren, häufiger eine Stelle gefunden haben als diejenigen, die auf einer tiefen Funktionsstufe beschäftigt waren. Eine etwas längere Suchzeit von Hilfsarbeitern und Kaderleuten erscheint aufgrund der Datenlage zwar plausibel, konnte jedoch statistisch nicht bestätigt werden.
Ein weiterer Zusammenhang mit dem Sucherfolg konnte bei der Berufsbranche festgestellt werden. Stellensuchende aus den Branchen "Technische Berufe", "Organisation und Verwaltung" und "Dienstleistungskaufleute" fanden im Vergleich zu Personen aus dem Gastgewerbe (Referenzkategorie) deutlich häufiger eine neue Stelle, während Stellensuchende der Branche "Reinigung, Hygiene, Körperpflege" am wenigsten Erfolgschancen hatten.
Bezüglich des Fremdsprachenniveaus kann ganz allgemein gesagt werden: je besser die Fremdsprachenkenntnisse, desto höher ist der Anteil an erfolgreichen Stellensuchenden.
Zwischen den zwei erworbenen Merkmalen "Spezialisierungen" sowie "Anzahl Arbeitserfahrungen" und dem Sucherfolg konnte kein statistisch zuverlässiger Zusammenhang nachgewiesen werden.
Bei den übrigen vermittlungsrelevanten Merkmalen hat sich gezeigt, dass der Sucherfolg mit einer früheren Arbeitslosigkeit, mit der Anzahl Firmen- und Tätigkeitswechsel, mit früheren Temporäreinsätzen, mit dem momentanen Status bzw. der momentanen Situation und den Bewerbungsunterlagen zusammenhängt.
Bezüglich der Variable "Arbeitslosigkeit in den letzten 10" Jahren hat die bivariate statistische Analyse einen deutlichen Zusammenhang mit dem Sucherfolg aufgezeigt. Von den Personen, bei denen festgestellt werden konnte, dass sie in den letzten 10 Jahren mindestens einmal arbeitslos waren, hatten lediglich 44% Erfolg, während von den übrigen Stellensuchenden 61% eine Stelle fanden.
In bezug auf früher geleisteter Temporäreinsätze kann - zumindest für Adecco - festgehalten werden, dass die Erfolgsquote von Stellensuchenden mit Temporäreinsatz (49%) deutlich kleiner ist als bei jenen ohne Temporäreinsatz (63%).
Bei der beruflichen Flexibilität, die wir anhand der Anzahl Firmen- und Tätigkeitswechsel der letzten 10 Jahre erhoben haben, ergab sich lediglich bei Adecco ein leicht positiver Zusammenhang mit dem Sucherfolg.
Wie die Analyse des Merkmals Status aufgezeigt hat, besteht in bezug auf den Sucherfolg ein wesentlicher Unterschied, ob man aus einer Vollzeitbeschäftigung heraus oder im Status "arbeitslos ohne Beschäftigung" eine neue Arbeitsstelle sucht: arbeitslose Stellensuchende haben bedeutend weniger Erfolgschancen.
Ein leichter Zusammenhang mit dem Sucherfolg zeigte das Merkmal "Situation". Hier konnte ein nicht zufälliger, jedoch schwacher Unterschied zwischen den Kategorien "vorher erwerbstätig" und "ungekündigt" nachgewiesen werden. Die Erfolgsquote bei den vorher Erwerbstätigen (im Moment also Erwerbslosen) beträgt 49%, diejenige bei den Ungekündigten dagegen 58%. Bezüglich der Situation "Neueintritt" erwies sich die These, dass junge, neu in den Arbeitsmarkt eindringende Stellensuchende besonders Mühe hätten, eine Stelle zu finden, als nicht haltbar.
Das Vorhandensein von Diplomen (Zertifikaten) und vollständigen Bewerbungsunterlagen hängt sehr stark mit dem Sucherfolg zusammen. Während der Zuwachs der Erfolgsquote beim Vorhandensein von Diplomen 17% beträgt, erhöht sich die Quote beim Vorhandensein von vollständigen Bewerbungsunterlagen gar um 21%.
Bei den Merkmalen, die jeweils nur für eines der beiden Stellenvermittlungsbüros erhoben werden konnten, hat sich bei Adecco sowohl zwischen dem "gesuchten Anstellungsverhältnis" als auch der "Anzahl Temporäreinsätze" und beim RAV zwischen den "Arbeitsmarktlichen Massnahmen 2" und dem Sucherfolg einen Zusammenhang gezeigt.
Zwischen dem gesuchten Arbeitsverhältnis und dem Sucherfolg konnte ein starker Zusammenhang nachgewiesen werden. Dabei waren diejenigen Stellensuchenden, die ausschliesslich nach einer Dauerstelle gesucht haben, mit einer Erfolgsquote von 67% deutlich erfolgreicher, als diejenigen, die sich für eine Try&Hire-Anstellung entschieden hatten (48%). Ein weiterer Zusammenhang wurde zwischen den während der Suchzeit absolvierten Temporäreinsätzen und dem Sucherfolg festgestellt. Dabei gilt: je mehr temporäre Einsätze während der Suche, desto kleiner die Chancen, eine Dauerstelle zu finden. Als Ausnahme dieser Regel muss jedoch auf den sehr hohen Anteil Erfolgreicher bei denjenigen hingewiesen werden, die genau einen Temporäreinsatz geleistet haben: mit 72% ist dieser gar um einiges höher als der entsprechende Anteil bei den Stellensuchenden ohne Temporäreinsatz (58%).
Beim RAV hat sich das Merkmal "Arbeitsmarktliche Massnahmen 2" als sehr starkes Unterscheidungskriterium zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Stellensuchenden erwiesen. Personen, die dank dem RAV die Gelegenheit bekamen, an einem Standortbestimmungskurs, an einem Sprach- oder EDV-Kurs teilzunehmen oder gar in den Genuss einer Berufsberatung oder eines Praktikums zu kommen, haben zu 69% eine Stelle gefunden, während die Erfolgsquote bei den übrigen Stellensuchenden nur 41% betrug.
Bei den Merkmalen "Beschäftigungsgrad", "wer hat gekündigt", "letzter Lohn", "Job Hopper", "Mobilität", "Arbeitsmarktliche Massnahmen 1" und "Zwischenverdienst" konnte kein statistisch zuverlässiger Zusammenhang mit dem Sucherfolg nachgewiesen werden.
6.3 Modelle der wichtigsten Prädiktoren des Sucherfolgs
Mit der bivariaten Analyse der Erfolgsmerkmale kann nur der Zusammenhang der einzelnen Merkmale mit dem Sucherfolg untersucht werden. Die Frage, ob bei einer gleichzeitigen Betrachtung der verschiedenen Variablen ein eigenständiger Einfluss von jeder einzelnen Variable auf den Sucherfolg ausgeht, konnte damit also noch nicht beantwortet werden. Mit einer multivariaten logistischen Regression wurde deshalb ein Modell mit möglichst wenigen Merkmalen berechnet, die mit einem eigenständigen Einfluss den Sucherfolg am besten voraussagen. Gemäss dem Endmodell für das Gesamtsample sind die die Merkmale "Alter", "Muttersprache", "Berufsbranche" und "Fremdsprachenkenntnisse" die wichtigsten Prädiktoren für den Sucherfolg. Die Trefferquote einer richtigen Voraussage verbesserte sich mit diesem Modell um 13.0%.
Bei der separaten Analyse für das Teilsample Adecco haben sich die folgenden vier Prädiktoren als die stärksten erwiesen: das Alter, die Weiterbildung, das Vorhandensein von Diplomen und die Anzahl Temporärstellen während der Suche. Das Alter ist als einziges Merkmal in beiden Modellen enthalten. Bezüglich des Modells für Adecco ist zu erwähnen, dass es die Prognose nur gerade um 7.7% verbessern konnte und damit eher als ungeeignetes Modell bezeichnet werden muss.
Die entsprechende Analyse für das Teilsample RAV hat den wichtigen Einfluss des Alters ein weiteres Mal bestätigt und zusätzlich die äusserst positive Wirkung der Arbeitsmarktlichen Massnahmen 2 (Standortbestimmungskurse, EDV- und Sprachkurse, Praktika, usw.) aufgezeigt. Weitere wichtige Merkmale sind "letzte Funktion" und "Anzahl Firmenwechsel", wobei letzteres ein sehr kleines ß ergab, so dass der Einfluss als schwach bezeichnet werden kann. Die Prognose des Sucherfolgs verbesserte sich mit diesem Regressionsmodell um beachtliche 23.7%.
7 Validierung der Ergebnisse
7.1 Vergleichbare Studien
Für die Schweiz liegen unseres Wissens drei vergleichbare Studien vor (Vgl. Sheldon 1983, Sheldon 1997, Marelli 1985), wobei diese stärker Dauer der Arbeitslosigkeit als den Sucherfolg in den Mittelpunkt stellen. Auch die drei von uns ausgewählten ausländischen Studien (Vgl. Cramer/Karr, In: Brinkmann/Schober 1992 und von Rosenbladt 1990 und Brinkmann, In: Kutsch/Wiswede 1978) untersuchen hauptsächlich die Suchdauer oder das Arbeitslosigkeitsrisiko. Gemäss Marelli (Vgl. Marelli 1985) sind jedoch die Bestimmungsgrössen einer erfolgreichen Stellensuche mit der Dauer der Arbeitslosigkeit vergleichbar, so dass die Ergebnisse dieser Studien den von uns gewonnenen gegenübergestellt werden können, zumal wir neben dem Sucherfolg auch die Suchdauer für die meisten Merkmale analysiert haben. In unserer Untersuchung entspricht die Suchdauer tatsächlich in den meisten Fällen dem positiven bzw. negativen Zusammenhang zwischen dem Merkmal (bzw. der Merkmalskategorie) und dem Sucherfolg. Eine Ausnahme bildet jedoch die Merkmalskategorie "Universitäts- oder Hochschulabschluss", die zwar einen positiven Zusammenhang mit dem Sucherfolg aufweist, jedoch mit einer relativ langen Suchdauer verbunden ist. Analog verhält es sich mit den Merkmalsausprägungen "untere Kaderfunktion" und "ungekündigt" (Situation).
Zudem konnte wider Erwarten bei den Stellensuchenden, die in den letzten 10 Jahren mindestens einmal arbeitslos gewesen sind, keine längere Suchdauer nachgewiesen werden.
Schliesslich wurde als vergleichbare Studie eine vom RAV in Auftrag gegebene Evaluationsstudie (Vgl. Atag Ernst&Young Consulting 1999) berücksichtigt, bei der ebenfalls die Suchdauer als Indikator für den Sucherfolg verwendet worden ist.
Im folgenden stellen wir den von uns festgestellten Einfluss der einzelnen Merkmale auf den Sucherfolg bzw. auf die Suchdauer den Ergebnissen der vergleichbaren Studien gegenüber. Dabei kann nicht jedes von uns analysierte Merkmal verglichen werden, da die herbeigezogenen Studien nicht alle unserer Variablen untersucht haben.
Beim Merkmal Geschlecht fand Marelli (Vgl. Marelli 1985) keinen signifikanten Einfluss auf den Sucherfolg, während er bei der Suchdauer – wie Cramer/Karr (Vgl. Cramer/Karr, In: Brinkmann/Schober 1992) - eine Benachteiligung der Frauen feststellen konnte. Im Gegensatz dazu zeigten unsere Ergebnisse sowohl beim Erfolg als auch bei der Suchdauer einen Nachteil für Männer. Die Untersuchung von Sheldon (Vgl. Sheldon 1983) sowie diejenige von Atag Ernst & Young Consulting ergab hingegen keinen signifikanten Einfluss des Geschlechts auf die Suchdauer.
Bezüglich der Nationalität zeigte die Studie von Marelli und diejenige von Atag Ernst & Young (die Untersuchung zeigt zudem, dass Ausländer verschiedener Nationalitäten eine unterschiedliche Suchdauer haben) unseren Ergebnissen entsprechend eine längere Suchdauer für Ausländer als für Schweizer auf, während die Analyse von Sheldon (Vgl. Sheldon 1983) und Cramer/Karr keinen signifikanten Unterschied feststellen konnte. Der von uns gefundene negative Zusammenhang zwischen einer ausländischen Nationalität und dem Sucherfolg konnte von Marelli nicht nachgewiesen werden.
Der negative Einfluss des höheren Alters auf den Sucherfolg bzw. auf die Suchdauer wurde in den Studien von Marelli bzw. Sheldon (Vgl. Sheldon 1983), Cramer/Karr, von Rosenbladt (Vgl. von Rosenbladt 1990), Atag Ernst & Young und Brinkmann (Vgl. Brinkmann, In: Kutsch/Wiswede 1978) eindeutig bestätigt.
Das Merkmal Zivilstand zeigte sowohl bei der Studie von Sheldon (Vgl. Sheldon 1983) als auch bei jener von Marelli unseren Ergebnissen entsprechend eine längere Suchdauer der verheirateten Frauen. Marelli stellte zudem allgemein eine tiefere Suchdauer der Ledigen im Vergleich zu den Verheirateten fest. Bei seiner Analyse des Zusammenhangs zwischen dem Zivilstand und dem Sucherfolg, fand er aber keinen signifikanten Einfluss.
In bezug auf die Ausbildung haben - in Übereinstimmung mit unseren Resultaten - sowohl Sheldon (Vgl. Sheldon 1997) als auch Marelli, Cramer/Karr und Brinkmann einen positiven (linearen) Zusammenhang zum Sucherfolg festgestellt.
Entsprechend unseren Ergebnissen konnte Sheldon zwischen dem Merkmal "Funktionsstufe" und der Suchdauer einen negativen Zusammenhang feststellen, wobei auch bei ihm die Hilfsarbeiter und Kaderleute länger als die Facharbeiter nach einer Stelle suchen mussten. Die Studien von Cramer/Karr und Brinkmann hingegen ergaben einen negativen linearen Zusammenhang zwischen der Funktionsstufe und der Suchdauer.
Den Einfluss der Weiterbildung untersuchte lediglich die Studie von Brinkmann, welche feststellte, dass Weiterbildung sowohl während der Suche als auch vor der Arbeitslosigkeit einen positiven Einfluss auf den Sucherfolg hat, wobei letztere Variante die wirkungsvollere sei.
Die berufliche Flexibilität und die geographische Mobilität wurde lediglich von Marelli untersucht, der für diese Merkmale keinen signifikanten Einfluss auf den Sucherfolg feststellte.
Die Studie von Atag Ernst & Young konnte eine unterschiedliche Suchdauer der Stellensuchenden verschiedener Branchen feststellen. Am wenigsten lang suchten Personen, die im primären Sektor oder in einem Dienstleistungsbetrieb beschäftigt waren, wobei die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes eine Ausnahme bildeten. Überdurchschnittlich lange suchten Personen aus der Industriebranche.
Sowohl Marelli wie auch von Rosenbladt untersuchten den Einfluss der Tatsache, bei der Stellensuche von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein: entsprechend unserer Analyse ergab sich bei beiden ein signifikanter negativer Zusammenhang mit dem Sucherfolg. Schliesslich zeigte sich - wie bei uns - auch bei Marelli die Kündigungsart als nicht relevant, da zwischen dem Sucherfolg der Personen, die entlassen wurden und denjenigen, die selbst kündigten, kein signifikanter Unterschied festgestellt werden konnte.
Fasst man die Ergebnisse der vergleichbaren Studien zusammen, so lässt sich festhalten, dass von allen Untersuchungen der negative Einfluss des Alters am eindeutigsten bestätigt wird. Ebenfalls von allen Studien nachgewiesen wurde der lineare, positive Zusammenhang der abgeschlossenen Ausbildung. Das Merkmal, zur Zeit der Stellensuche arbeitslos zu sein, hat sich bei allen als negativ für die Suche herausgestellt. Der Zusammenhang zwischen der Weiterbildung und dem Sucherfolg wurde nur in einer vergleichbaren Studie untersucht, in der er sich – wie bei uns - als positiv erwies. Ebenfalls nur von einer Studie wurde unser Befund bestätigt, dass zwischen der Branche und der Suchdauer ein Zusammenhang besteht.
Bezüglich des Geschlechts hingegen lassen sich anhand der besprochenen Studien keine allgemeinen Aussagen machen, da nur teilweise ein signifikanter Einfluss gefunden wurde. Ebenfalls nicht von allen Studien bestätigt, ist der Zusammenhang zwischen der Nationalität und der Suchdauer. Dies erstaunt, da sowohl in der Theorie als auch in unserer Untersuchung von einem relevanten Zusammenhang mit dem Sucherfolg ausgegangen wird. Bei der Variable "Zivilstand" konnte nur hinsichtlich der Suchdauer und nicht bezüglich dem Sucherfolg ein signifikanter Zusammenhang festgestellt werden. Zwischen der Variable Funktionsstufe und der Suchdauer konnte in mehreren Analysen ein Zusammenhang festgestellt werden, wobei dieser nicht eindeutig linear verläuft. Bei den Variablen berufliche Flexibilität, räumliche Mobilität und Kündigungsart wurde von keiner Studie ein signifikanter Einfluss auf den Sucherfolg festgestellt.
Im grossen und ganzen stimmen die Ergebnisse der vergleichbaren Studien also mit unseren überein. Um diese Befunde einer weiteren Validierung zu unterziehen, möchten wir im folgenden Kapitel die entsprechende Beurteilung von Experten darlegen.
7.2 Experteninterview mit Adecco und RAV
Die Personalberaterinnen und Leiterinnen von Adecco und vom RAV haben aufgrund langjähriger Erfahrung und täglichem Kontakt mit Stellensuchenden und Arbeitgeberinnen ein grosses praktisches Wissen bezüglich den relevanten Erfolgsmerkmalen. Es erschien uns deshalb als sehr wertvoll, unsere Ergebnisse im Rahmen eines Experteninterviews mit Adecco und den RAV 1&2 zu besprechen und zu validieren. Um eine Basis für unsere halbstandardisierten Interviews zu schaffen, liessen wir den Expertinnen von Adecco und RAV vorgängig je eine Kopie der Zusammenfassung unserer Ergebnisse zukommen.
Als Gesprächspartner bei Adecco wählten wir den Leiter der Filiale "Büro" und eine erfahrene Personalberaterin aus. Beim RAV befragten wir die Leiterin von RAV 1 und den Leiter von RAV 2. Die Interviews dauerten ungefähr eine Stunde und wurden auf Tonband aufgenommen. Im folgenden geben wir die Gespräche in einer sinngemässen Zusammenfassung wieder.
7.2.1 Interview mit Adecco
Die Tatsache, dass Frauen bei der Stellensuche erfolgreicher waren als Männer, erklärt Adecco mit der branchenspezifischen Aufteilung der Filialen. Im kaufmännischen Bereich beispielsweise werden auf Fachfunktionsstufe für Frauen bedeutend mehr Stellen angeboten als für Männer. Männer sind eher bei Arbeitsstellen auf höherer Funktionsstufe (Kader) anzutreffen, die jedoch selten von Adecco vermittelt werden.
Dass die Erfolgsquote bei schweizerischen Stellensuchenden höher ist als bei ausländischen, erstaunt die Gesprächspartner von Adecco nicht. Sie betonen, dass bei der Filiale "Büro" vor allem darauf geachtet wird, ob die Stellensuchenden gut Deutsch sprechen oder gar Deutsch als Muttersprache haben. Da gerade im kaufmännischen Bereich vorwiegend Ausländer der zweiten Generation anzutreffen sind, spiele bei ihnen die Nationalität (Inländer/Ausländer) praktisch keine Rolle. Anders sei dies bei den Filialen "Technik" oder "Oerlikon", wo häufig ausländische Stellensuchende mit schlechten Deutschkenntnissen zu vermitteln seien.
Das eindeutige Ergebnis, dass mit zunehmendem Alter die Erfolgschancen eines Stellensuchenden sinken, konnte von Adecco nur bestätigt werden. Mit ein Grund dafür liegt ihrer Meinung nach darin, dass Ältere keine Lohneinbussen in Kauf nehmen möchten.
Das Merkmal "Zivilstand" hat nach Aussage von Adecco heutzutage an Bedeutung verloren, so dass sie die Meinung vertreten, dass Ledige wahrscheinlich deshalb mehr Erfolg hatten, weil sie in der Regel jünger sind als verheiratete Stellensuchende und damit das Alter für die hohe Erfolgsquote bei den Ledigen verantwortlich sei. Einzig bei den verheirateten Frauen kann sich Adecco einen negativen Einfluss auf den Sucherfolg vorstellen, da Arbeitgeberinnen einen Erwerbsausfall aus familiären Gründen befürchten. Bei den Männern hingegen wird – wenn überhaupt – das "verheiratet sein" eher positiv bewertet, da man von einer gewissen Stabilität und Beständigkeit ausgehen könne.
Unser Ergebnis, dass Niedergelassene (Aufenthaltsbewilligung C) im Dauerstellenbereich bedeutend leichter eine neue Stelle finden als Jahresaufenthalter (Aufenthaltsbewilligung B) erstaunte die Gesprächspartner von Adecco nicht. Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass Firmen für Festanstellungen ein Kontingent haben, das sie für diejenigen Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung reservieren, die entweder mit einem Schweizer oder einer Schweizerin verheiratet sind oder auf höherer Funktionsstufe (Spezialisten, Kader) tätig sind.
Bei den erworbenen Merkmale kam als erstes die Bildung zur Sprache. Zur Feststellung, dass die Suchchancen um so besser seien, je höher die Bildung ist, der Maturitätsabschluss jedoch von dieser Regel ausgenommen werden müsse, meinten die Gesprächspartner von Adecco, dass die Maturanden deshalb schwierig zu vermitteln sind, weil sie in der Regel über keine praktischen Erfahrungen verfügen.
Bezüglich der beruflichen Weiterbildung bestätigte Adecco den positiven Zusammenhang mit dem Sucherfolg, wies jedoch darauf hin, dass von Fall zu Fall darauf geachtet werden müsse, um was für eine Weiterbildung es sich handle und wie lange sie gedauert habe. Da es besonders bei Spezialisierungen und Arbeitserfahrungen von grosser Bedeutung sei in welchem Bereich sie stattgefunden haben, erstaune es nicht, dass für diese beiden Merkmale kein Zusammenhang mit dem Sucherfolg nachgewiesen werden konnte. Unsere Gesprächspartner wiesen zudem darauf hin, dass zur Zeit Spezialisierungen im Marketing und Personalwesen sehr häufig sind und demzufolge dieser Markt bereits gesättigt sei. Hingegen seien Spezialisierungen im Bereich "Buchhaltung" im Moment sehr gefragt. Am erfolgreichsten schätzt die Filiale "Büro" Stellensuchende mit einer kaufmännischen Ausbildung und Erfahrung in verschiedenen Bereichen ein.
Unsere Feststellung "Je höher die Funktionsstufe desto besser die Erfolgschancen" konnte von unseren Interviewpartnern nicht bestätigt werden. Die Funktionsstufe sei bei Adecco generell - und speziell im kaufmännischen Bereich - nicht so wichtig für den Sucherfolg, da meist Stellensuchende mit Fachausbildung vermittelt werden und weniger Ungelernte oder Kaderleute. Wichtig für einen Erfolg sei eine abgeschlossene Ausbildung, egal auf was für einer Funktionsstufe. Beim letzten erworbenen Merkmal "Berufsbranche", bei dem wir feststellten, dass sich die Erfolgschancen in den einzelnen Branchen zum Teil stark unterscheiden, wiesen die Gesprächspartner darauf hin, dass im Moment besonders die im Umbruch befindliche Telekommunikationsbranche viele offene Stellen anzubieten hätte.
Als nächstes äusserte sich Adecco zu den weiteren vermittlungsrelevanten Merkmalen wie Arbeitslosigkeit, Temporäreinsätze, gesuchtes Anstellungsverhältnis, berufliche und räumliche Flexibilität sowie die Bewerbungsunterlagen. Bezüglich des Ergebnisses, dass für diejenigen, die in den letzten 10 Jahren arbeitslos waren, schlechtere Erfolgschancen nachgewiesen werden konnte, waren die Interviewten nicht erstaunt. Sie wiesen jedoch darauf hin, dass die Arbeitslosigkeitsperioden je nach Zeitpunkt einen anderen Stellenwert für die Stellensuche hätten. Beispielsweise sei es weniger schlimm, während den Kriesenjahren 1992-1994 arbeitslos gewesen zu sein, als in den letzten zwei Jahren über längere Zeit. Je nach Dauer, Zeitpunkt und Häufigkeit wirke sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich stark auf die Erfolgschancen aus. Bezüglich der Situation bzw. des Status eines Stellensuchenden, wiesen die Gesprächspartner darauf hin, dass es zwar von Vorteil sei, aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus eine neue Stelle zu suchen, eine lange Kündigungsfrist jedoch auch zum Hindernis werden könne. Die Tatsache, ob ein Arbeitnehmer selber gekündigt hat oder ob ihm gekündigt worden ist, spielt nach Meinung der Interviewten keine bedeutende Rolle. Entscheidend seien hingegen die Gründe, wieso jemand ein Arbeitsverhältnis beendet hat. Wenn einem Arbeitnehmer beispielsweise aus strukturellen Gründen gekündigt worden sei, werde dies weniger negativ bewertet, als wenn ihm schon mehrmals aus "unerklärlichen" Gründen gekündigt wurde.
Die Tatsache, ob jemand schon irgendwann einmal Temporäreinsätze geleistet hat, ist entgegen unseren Ergebnissen für Adecco keineswegs ein negatives Merkmal. Erst in jenen Fällen, in denen jemand über längere Zeit nur bzw. immer wieder temporär gearbeitet hat, ergebe sich ein negativer Einfluss für die Stellensuche. Temporäreinsätze während der Suchzeit könnten gemäss Adecco deshalb einen negativen Zusammenhang mit dem Sucherfolg aufweisen, weil die Stellensuchenden in diesem Fall weniger intensiv suchen oder weil es sich dabei um Personen handelt, die (für eine Dauerstelle) eher schwierig zu vermitteln sind. Analog erklären sich die Gesprächspartner von Adecco auch die schlechten Erfolgschancen der Stellensuchenden, die nach einer Try&Hire-Anstellung gesucht haben. "Gute" Stellensuchende halten gemäss Adecco ausschliesslich nach einer Feststelle Ausschau und sind nicht bereit, eine "temporäre Probezeit" in Kauf zu nehmen.
Zur beruflichen Flexibilität meinten die Interviewten, dass ein Berufswechsel im allgemeinen nicht schlecht sei, es jedoch darauf ankäme, wann und wie oft jemand die Stelle gewechselt hat. Bei jungen Stellensuchenden habe eine gewisse Anzahl Berufswechsel einen positiven Einfluss, da Erfahrungen gesammelt werden können, bei älteren hingegen mache es sich nicht gut, wenn oft gewechselt wurde. Adecco wies zudem darauf hin, dass die Arbeitgeberinnen stark auf dieses Kriterium achten und eine gewisse Beständigkeit vorziehen. Bezüglich der räumlichen Flexibilität (Mobilität) bestätigte Adecco unseren Befund, dass sie in der Stadt Zürich eine geringe Bedeutung habe. Der Grund dafür liege wahrscheinlich darin, dass in Zürich viele Arbeitsstellen in der näheren Umgebung angeboten würden. Den von uns gefundenen positiven Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Diplomen und vollständigen Bewerbungsunterlagen konnte Adecco nur bestätigen.
Beim Betrachten der stärksten Prädiktoren für den Sucherfolg, wiesen die Gesprächspartner von Adecco erneut darauf hin, dass bei der Variable "Anzahl Temporärstellen während der Suche" die Kausalität bedacht werden müsse: ein Stellensuchender sei nicht weniger erfolgreich, weil er temporär gearbeitet habe, sondern er habe Temporärstellen angenommen, weil er weniger Chancen für eine Dauerstelle habe. Schliesslich zeigte sich Adecco erstaunt, dass nur 13% aller aufgenommenen Stellensuchenden durch Adecco vermittelt wurden. Im Temporärstellenbereich betrage die "Vermittlungsrate" circa 30%.
7.2.2 Interview mit dem RAV
In Anbetracht des tendenziell steigenden Anteils der Frauen bei den Erwerbslosen, zeigten sich die Interviewpartner vom RAV eher erstaunt, dass die weiblichen Stellensuchenden bei unserer Untersuchung erfolgreicher waren. Möglicherweise gebe es unter den Männern eine grössere Anzahl von "Drückebergern". Nicht erstaunt hat das RAV hingegen die eindeutig schlechteren Erfolgschancen der älteren und ausländischen Stellensuchenden.
Eher überrascht zeigten sich die Gesprächspartner vom RAV über den Zusammenhang zwischen dem Zivilstand und dem Sucherfolg, da ihrer Meinung nach der Zivilstand heute nur noch eine nebensächliche Rolle spiele. Sie wiesen jedoch darauf hin, dass er bei Frauen eine stärkere Rolle spielen könne als bei Männern, da gewisse Arbeitgeberinnen einen Erwerbsausfall der Frauen aus familiären Gründen vermeiden möchten. Zudem spiele der Zivilstand möglicherweise je nach Funktionsstufe eine unterschiedliche Rolle: beispielsweise könnte bei Kaderleuten das "verheiratet sein" einen eher positiven Einfluss haben, da man von einer gewissen Stabilität und Regenerationsmöglichkeit ausgehen könne.
Die Feststellung, dass Personen mit deutscher Muttersprache erfolgreicher waren als diejenigen mit einer anderen Muttersprache, überraschte die Gesprächspartner vom RAV nicht. Ebenfalls nicht erstaunt hat sie die relativ hohe Erfolgsquote der Niedergelassenen im Vergleich zu den Jahresaufenthaltern und den Asylbewerbern.
Bei den erworbenen Merkmalen kamen wir zunächst auf die Bildung zu sprechen. Beide Interviewpartner bestätigten den positiven Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und Sucherfolg. Ebenfalls beipflichten konnten sie dem positiven Zusammenhang zwischen einem hohen Fremdsprachenniveau und dem Sucherfolg. Bezüglich der Weiterbildung sind hingegen ihrer Ansicht nach keine allgemeinen Aussagen möglich, da es sehr darauf ankäme, um welche Art Weiterbildung es sich handle und was für eine Arbeitsstelle es betreffe. Auch bezüglich Spezialisierungen könne man keine generellen Aussagen machen, da es stark von der Branche und auf dem Berufsfeld abhänge. Differenziert werden muss gemäss den Gesprächspartnern vom RAV auch bei den Arbeitserfahrungen. Normalerweise seien Erfahrungen in verschiedenen Gebieten von Vorteil, besonders auf Hilfsfunktionsstufe. Bei Fachfunktionen seien hingegen nach wie vor gute Fachkenntnisse das Wichtigste, während Spezialisierungen oder andere Berufserfahrungen nicht unbedingt notwendig seinen. Unseren Befund, dass eine tiefe Funktionsstufe weniger Erfolgschancen verspricht, erklärt sich das RAV damit, dass es immer weniger Arbeitsstellen gebe, die für ungelernte und unerfahrene Personen geeignet wären. Heutzutage seien vor allem gute Fachleute gefragt. Schliesslich zeigten sich die Gesprächspartner vom RAV auch über unser Ergebnis, dass die Berufsbranche von grosser Bedeutung für den Sucherfolg ist, kaum erstaunt. Den kleinen Anteil an Erfolgreichen in der Branche "Reinigung, Hygiene, Körperpflege" erklären sie sich damit, dass in diesem Berufsbereich vorwiegend Temporärstellen angeboten werden und sehr selten Dauerstellen.
Zu den Ergebnissen bezüglich den weiteren vermittlungsrelevanten Merkmalen wie Arbeitslosigkeit, Temporäreinsätze, gesuchtes Anstellungsverhältnis, berufliche und räumliche Flexibilität sowie den Bewerbungsunterlagen äusserte sich das RAV wie folgt:
Der negative Zusammenhang zwischen der Variable "arbeitslos in den letzten 10 Jahren" und dem Sucherfolg erstaunte die Gesprächspartner vom RAV nicht, sie wiesen jedoch darauf hin, dass es grosse Unterschiede bezüglich des Einflusses gebe, wann in diesen letzten 10 Jahren jemand arbeitslos gewesen sei und wie oft. Ihrer Meinung nach seien lediglich die letzten 4 Jahre relevant, ausser man könne bei einem Stellensuchenden eine Arbeitslosenkarriere über mehrere Jahre feststellen, was einen stark negativen Einfluss auf die Erfolgschancen habe. Auch der negative Zusammenhang zwischen dem Status "ohne Beschäftigung" und dem Sucherfolg überraschte das RAV nicht. Ebenfalls bestätigen konnten uns die Interviewten die wichtige Bedeutung des Vorhandenseins von Diplomen und vollständigen Bewerbungsunterlagen.
Hinsichtlich der Variable "berufliche Flexibilität" meinten die Interviewten, dass ein Wechsel nicht a priori gut oder schlecht sei, sondern dass v.a. die Gründe eines Wechsels von entscheidender Bedeutung seien. Wenn beispielsweise eine Person Arbeitsstellen oder Tätigkeiten gewechselt hat, um Erfahrungen zu sammeln, habe dies keinen negativen Einfluss, wenn aber jemand viele Wechsel hatte, weil ihm gekündigt wurde, beeinflusst dies den Erfolg negativ.
Entgegen unserer Feststellung, dass zwischen dem Merkmal Zwischenverdienst und dem Sucherfolg kein Zusammenhang vorliegt, erwarteten die Gesprächspartner vom RAV einen positiven Einfluss. Jegliche Form von "Arbeiten" während der Suche hätte ihrer Meinung nach eine positive Wirkung sowohl in bezug auf den Sucherfolg als auch beim Stellensuchenden selbst, da er wieder eine Arbeits- und Tagesstruktur erhalte.
Viel zu reden gab der starke, positive Zusammenhang der Variable "Arbeitsmarktliche Massnahmen 2". Sowohl die Leiterin vom RAV 1 als auch der Leiter vom RAV 2 haben Zweifel, was die Wirksamkeit solcher Massnahmen betrifft. Personalberaterinnen hätten beispielsweise die Erfahrung gemacht, dass Stellensuchende nach Beenden eines Deutsch- oder EDV-Kurses keine nennenswerte Fortschritte gemacht hätten. Etwas wirksamer erscheinen ihnen hingegen Basiskurse wie beispielsweise eine Standortbestimmung oder ein Bewerbungskurs. Kurse solcher Art haben v.a. auf der persönlichen Ebene eine positive Wirkung, da das Selbstvertrauen gestärkt und Selbstzweifel beseitigt werden, was wiederum einen positiven Einfluss bei Bewerbungsgesprächen hat. Unsere Vermutung, dass besser qualifizierte Stellensuchende eher von Arbeitsmarktlichen Massnahmen 2 profitieren, wurde von den Interviewten abgelehnt, da man sich v.a. auf die "schwer vermittelbaren" konzentriere und nicht die bereits "guten" Stellensuchenden fördern wolle. Dass es sich bei den "Profiteuren" von Arbeitsmarktlichen Massnahmen 2 jedoch um eine spezielle Personengruppe handeln könne, schliessen die Gesprächspartner nicht aus. Sie vermuten, dass bereits gut Ausgebildete ihre Defizite besser kennen, gezielt nach Weiterbildungen fragen und sich auch aktiv dafür einsetzen, an einer Arbeitsmarktlichen Massnahme 2 teilnehmen zu können. Der Schluss, dass ein Stellensuchender deshalb eine Stelle gefunden habe, weil er an einer Arbeitsmarktlichen Massnahme 2 teilgenommen hat, darf gemäss der Leiterin und dem Leiter der beiden RAV aber nicht gezogen werden. Nicht auszuschliessen sei, dass diese Kurse eine psychologische Wirkung hätten, die wiederum die Erfolgschancen von Stellensuchenden positiv beeinflussen würden.
Über die von uns ermittelten stärksten Prädiktoren des Sucherfolgs zeigten sich die beiden Interviewten nicht erstaunt. Zum Einfluss der "Funktionsstufe" meinten sie, dass dieser damit zu tun hätte, dass es immer weniger Stellen für Ungelernte gebe und deshalb ein grosser Unterschied zwischen den Erfolgschancen von Hilfsarbeitern und Facharbeitern bestehe.
Abschliessend kann festgehalten werden, dass die Experten von Adecco und dem RAV grösstenteils unseren Ergebnissen beipflichten konnten. Erstaunt zeigten sie sich lediglich über den hohen Anteil erfolgreicher Frauen und lediger Stellensuchender. Die Experten von Adecco konnten ausserdem den negativen Zusammenhang zwischen der Funktionsstufe und dem Sucherfolg sowie der geleisteten Temporäreinsätze vor der Suche und dem Sucherfolg nicht nachvollziehen. Beim RAV zeigten sich die Interviewten zusätzlich überrascht, dass sich der Zwischenverdienst nicht als ein erfolgsrelevantes Merkmal erwiesen hat und dass sich die Arbeitsmarktlichen Massnahmen 2 als derart bedeutsam herausgestellt haben.
8 Diskussion der Ergebnisse
8.1 Definition von Erfolg
Für die Diskussion der Ergebnisse möchten wir zunächst auf unsere Definition des Begriffs "Sucherfolg" eingehen und die damit verbundenen Einschränkungen verdeutlichen. In der vorliegenden Arbeit wurden all jene Personen als "erfolgreich" bezeichnet, welche innerhalb eines Jahres eine neue Stelle gefunden oder sich selbständig gemacht haben. Dabei wurde aber weder berücksichtigt, ob eine Person kurz oder lang nach einer Stelle suchen musste, noch ob sie einen "guten" oder "schlechten" Arbeitsplatz gefunden hat. Mit dem Befund, eine Stelle gefunden zu haben, wird noch nichts darüber ausgesagt, ob auch in Bezug auf die Qualität des Arbeitsplatzes - wie Sicherheit, Arbeitsbedingungen, Arbeitsklima, Entlöhnung usw. - von einem Erfolg gesprochen werden kann. Darüber hinaus bleibt ebenfalls unberücksichtigt, ob die gefundene Arbeitsstelle den Fähigkeiten und Bedürfnissen des Arbeitnehmers entspricht. Verlässt ein Stellensuchender schliesslich die neue Arbeitsstelle schon nach kurzer Zeit (Kündigung durch den Arbeitgeber oder Arbeitnehmer), so kann ebenfalls nur bedingt von einer erfolgreichen Stellensuche gesprochen werden. Mit der von uns verwendeten Definition von "Sucherfolg" kann also auch ein schlecht qualifizierter Stellensuchender einen "Erfolg" erzielen, obwohl die gefundene Stelle mit schlechten Arbeitsbedingungen verbunden ist.
8.2 Das Idealprofil des Stellensuchenden
Anhand der Merkmale derjenigen Personen, die eine Anstellung gefunden haben, kann ein "Idealprofil" der erfolgreichen Stellensuchenden skizziert werden:
Die erfolgreichen Stellensuchenden zeichnen sich dadurch aus, dass sie jung, weiblich und ledig sind, die schweizerische Nationalität besitzen und Deutsch als Muttersprache haben. Was die erworbenen Merkmale betrifft, verfügen sie zudem mehrheitlich über eine hohe Bildung, haben eine Weiterbildung absolviert, besitzen gute Fremdsprachenkenntnisse und waren bei ihrer letzten Anstellung auf hoher Funktionsstufe im Bereich Technik, Dienstleistung
Organisation oder Verwaltung tätig. Im Weiteren waren sie während den letzten 10 Jahren nie arbeitslos, suchen aus einer Vollzeitbeschäftigung heraus (on-the-job), stehen in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis, können vollständige Bewerbungsunterlagen inklusive Zertifikate vorweisen und haben keine vorangehenden Temporäreinsätze geleistet.
Bei diesem "Idealtypus" des erfolgreichen Stellensuchenden muss bedacht werden, dass es sich um Merkmale handelt, die bei den Erfolgreichen häufig anzutreffen sind, was jedoch noch nicht bedeutet, dass sie einen eigenständigen Einfluss auf den Sucherfolg ausüben. Wie aus der entsprechenden multivariaten Analyse geschlossen werden kann, korrelieren mehrere Merkmale miteinander, so dass einzelne - wenn überhaupt - nur einen indirekten Einfluss auf den Sucherfolg aufweisen. Dies bedeutet, dass auf dem Arbeitsmarkt bestimmte Kriterien stärker gewichtet werden und somit nicht jedes der im "Idealprofil" enthaltenen Merkmale für einen Sucherfolg wirksam ist. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass der Zivilstand keinen eigenständigen Einfluss auf den Sucherfolg hat und gemäss den Experteninterviews nur deshalb im "Idealprofil" enthalten ist, weil Ledige in der Regel jung sind.
In bezug auf unsere theoretischen Überlegungen erstaunt einzig, dass im erwähnten "Idealprofil" die Merkmalsausprägung "weiblich" enthalten ist. Dieser höhere Anteil Erfolgreicher bei den Frauen kann aber damit erklärt werden, dass im Gesamtsample die Frauen seltener ausländischer Nationalität sind und dass ihr Anteil in den "erfolgreichen" Branchen höher ist.
Wie die Analyse für das gleichzeitige Auftreten der Merkmale
(multivariate Analyse) aufgezeigt hat, weisen im Modell für das Gesamtsample lediglich die vier Merkmale "Alter", "Muttersprache", "Fremdsprachenniveau" und "Branche des letzten Berufes" einen signifikanten Einfluss auf den Sucherfolg auf. Die übrigen im "Idealprofil" enthaltenen Merkmale haben folglich keine direkte Wirkung auf den Sucherfolg, sondern korrelieren mit diesem nur deshalb, weil sie mit mindestens einem der vier signifikanten Merkmale zusammenhängen (evtl. indirekter Einfluss).
Die Tatsache, dass das Merkmal "Alter" im Modell der stärksten Prädiktoren für den Sucherfolg enthalten ist, zeigt die überaus wichtige Rolle des Alters bei der Stellensuche auf. Je älter eine Person ist, um so kleiner sind ihre Chancen, eine Stelle zu finden. Im Alter von 15 bis 55 Jahren nimmt die Einstellungschance pro Dekade um ca. 7% und ab 55 Jahren um ca. 18% ab. Die starke Abnahme der Chancen gilt zudem unabhängig vom Ausbildungsgrad und vom Geschlecht.
Bedenkt man, dass bei den älteren Erwerbspersonen der Anteil an Arbeitslosen verhältnismässig klein ist (Vgl. Crotti/Landolt 1998), so kann die in der Theorie besprochene Diskriminierung älterer Arbeitnehmer beim Zugang einer Arbeitsstelle bestätigt werden. Das Alter wird also vor allem dann zum Problem, wenn eine Person arbeitslos wird und eine neue Stelle suchen muss und weniger, solange sie noch eine Beschäftigung hat. Unserer Meinung nach kann dann von einer Diskriminierung älterer Arbeitnehmer gesprochen werden, wenn die schlechteren Einstellungschancen auf die in der Theorie erwähnte, negative gesellschaftliche Bewertung des Alters zurückgeführt werden kann. Finden ältere Arbeitnehmer jedoch keine neue Stelle, weil sie im Gegensatz zu den Jungen das "neue" Wissen, das durch die Informatisierung der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, nicht besitzen bzw. es sich in der Regel nur mit grösserem Aufwand aneignen können, so kann im strengen Sinne kaum von einer Diskriminierung gesprochen werden. Da mit dieser Art der Argumentation jedoch jegliche Diskriminierung ausgeschlossen wäre, sind wir der Meinung, dass hier von einer "strukturellen Diskriminierung" der älteren Stellensuchenden ausgegangen werden kann.
Der eigenständige Einfluss der Muttersprache auf den Sucherfolg lässt sich zum einen sicherlich damit erklären, dass das einwandfreie Beherrschen der deutschen Sprache für den hiesigen Arbeitsmarkt von grosser Bedeutung ist. Zum anderen kann aber auch vermutet werden, dass Stellensuchende mit einer anderen Muttersprache als Deutsch deshalb nicht eingestellt werden, weil durch ihre Muttersprache zum Ausdruck kommt, dass sie Ausländer sind. Erstaunen mag in diesem Zusammenhang, dass das Merkmal "Nationalität" nicht im Modell enthalten ist, also keinen eigenständigen Einfluss auf die Stellensuche aufweist. Dies darf jedoch nicht dahingehend interpretiert werden, dass aufgrund der Nationalität keine Benachteiligung oder Diskriminierung stattfindet. Da von einer starken Korrelation zwischen der Nationalität und der Muttersprache ausgegangen werden kann, wirkt sich unserer Meinung nach die Nationalität indirekt über die Muttersprache auf den Sucherfolg aus. Der Grund, warum sich die Muttersprache durchgesetzt hat, liegt darin, dass sie das schärfere Kriterium für die Unterscheidung von "Inländern" und "Ausländern" darstellt. Die Staatsbürgerschaft kann nämlich durch Heirat oder Einbürgerung erworben werden, währenddessen die Muttersprache unveränderbar ist. Zusammenfassend kann also mit unserer Analyse bestätigt werden, dass die Tatsache "Ausländer" zu sein - sprich eine andere Muttersprache als Deutsch zu haben - eine Benachteiligung oder Diskriminierung zur Folge hat.
Im weiteren hat sich auch gezeigt, dass Fremdsprachenkenntnisse einen eigenständigen Einfluss auf den Sucherfolg haben, was in Anbetracht der Dominanz des Dienstleistungssektors im Raum Zürich, der Mehrsprachigkeit der Schweiz und der fortschreitenden Globalisierung der Wirtschaft nicht erstaunt.
Schliesslich weist der signifikante Einfluss des vierten Merkmals "Branche des letzten Berufes" darauf hin, dass die Arbeitsmarktchancen nicht nur von individuellen, sondern auch von strukturellen Faktoren abhängig sind. Unabhängig vom Merkmalsprofil eines Stellensuchenden können also die Chancen, eine Stelle zu finden, je nach Branchenzugehörigkeit variieren. Gehört der eigene Beruf zu einer "Problembranche", stellt der Berufs- bzw. Branchenwechsel die einzige Möglichkeit dar, die Einstellungschancen zu erhöhen, was im Einzelfall nicht ganz einfach sein dürfte.
Nebst den im Modell verbliebenen Merkmalen sind auch diejenigen diskussionswürdig, die zwar im "Idealprofil" enthalten sind, aber keinen eigenständigen Einfluss auf den Sucherfolg haben. Erwähnen möchten wir hier zum einen das Geschlecht und zum anderen die Ausbildung.
Die in der Theorie erwähnte Benachteiligung der Frauen bei der Stellensuche kann mit unserem Modell nicht bestätigt werden, da das Merkmal Geschlecht keinen unabhängigen Einfluss auf den Sucherfolg aufweist. Dieses Ergebnis bedeutet jedoch noch nicht, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt keiner Diskriminierung ausgesetzt sind. Unserer Ansicht nach kann eher davon ausgegangen werden, dass eine indirekte Diskriminierung stattfindet, die sich in schlechteren Arbeitsbedingungen wie beispielsweise unsicherem Arbeitsplatz, tiefem Lohn, geringen Aufstiegschancen und unattraktivem Arbeitsinhalt
äussert. Wie eingangs erwähnt, umfasst unsere Definition von "Erfolg" aber nur, ob jemand eine Stelle gefunden hat und nicht die "Qualität" der neuen Stelle. Als Folge davon kann die vermutete Diskriminierung mit unserer Definition von Sucherfolg nicht nachgewiesen werden. Einzig der Befund, dass Frauen auf Kaderfunktionsstufe untervertreten sind und dass ihr durchschnittlicher Lohn rund 9000 Franken tiefer als derjenige der Männer ist, obwohl sie durchschnittlich über eine höhere Ausbildung verfügen, kann als Indiz für die vermutete Diskriminierung betrachtet werden.
Das Fehlen des Merkmals "Ausbildung" in unserem Modell mag zunächst erstaunen, bedeutet es doch, dass die Einstellungschancen durch Ausbildung nicht positiv beeinflusst werden können. Dennoch darf die Bedeutung der Ausbildung für die Arbeitsmarktchancen nicht unterschätzt werden. Ihre Funktion besteht nämlich, wie die Arbeitsteilungstheorie
nahelegt, hauptsächlich darin, dass sie die Position in der Struktur der Arbeitsplätze festlegt, auf der man sich bewerben kann. Beispielsweise kann sich eine Person mit hoher Ausbildung um eine Stelle auf hoher Position bewerben, was bedeutet, dass sie eher die Chance hat eine Arbeitsstelle mit hohem Lohn, hoher Arbeitsplatzsicherheit und hohen Aufstiegschancen zu kriegen. Stellensuchenden mit tieferer Ausbildung stehen nur Arbeitsplätze auf tieferer "Eintrittsstufe" mit schlechteren Arbeitsbedingungen zur Verfügung.
Der formale Bildungsabschluss beeinflusst also nicht die Chance, eine Stelle zu finden, sondern nur die Position in der Arbeitsplatzstruktur und somit indirekt die Chancen, auf dem Arbeitsmarkt eine "gute" Arbeitsstelle zu erlangen. Anzumerken ist, dass ein Stellensuchender mit hohem Bildungsabschluss "theoretisch" mehr Möglichkeiten hat, sich zu bewerben, da ihm zusätzlich auch Stellen mit tieferen Anforderungen offen stehen. Wie jedoch unsere Analyse gezeigt hat, sind entweder die Stellensuchenden nicht bereit, einen Abstieg in Kauf zu nehmen, oder die Arbeitgeberinnen nicht interessiert, "Überqualifizierte" einzustellen.
Im Folgenden möchten wir auf die getrennte Analyse der wichtigsten Prädiktoren für die Teilsample von Adecco und RAV eingehen.
Bei der separaten Analyse von Adecco hat sich im Vergleich zum Gesamtsample wiederum das "Alter" als wichtigster Prädiktor herausgestellt. Daneben haben noch drei weitere Merkmale einen eigenständigen Einfluss auf den Sucherfolg: die "Weiterbildung", das "Vorhandensein von Diplomen" und die "Anzahl Temporärstellen während der Suche". Die Tatsache, dass die Weiterbildung nur bei Adecco eine derart wichtige Rolle spielt, kann damit erklärt werden, dass Adecco vorwiegend Stellensuchende im mittleren Bildungsbereich (Berufslehre) vermittelt, so dass die Weiterbildung dem Stellensuchenden erlaubt, sich von gleich-qualifizierten abzuheben.
Der eigenständige Einfluss von Diplomen und Zeugnissen kann ebenfalls mit einer Abhebungsfunktion erklärt werden. Wie erwähnt, hat Adecco vorwiegend Stellensuchende im mittleren Bildungsbereich und weniger Hilfsarbeiter und Akademiker als Klientel. Während bei Hilfsarbeitern Diplome und Zeugnisse bei der Einstellung eine untergeordnete Rolle spielen und bei Akademikern vollständige Bewerbungsunterlagen selbstverständlich sind, erlauben sie den Stellensuchenden im mittleren Bildungsbereich, sich von den anderen abzuheben. Diplome und Zeugnisse bilden also vor allem bei Adecco eine Möglichkeit, die Einstellungschancen zu verbessern.
Der stark negative Einfluss von Temporäreinsätzen während der Stellensuche darf, wie in den Expertengesprächen betont wurde, nicht so verstanden werden, dass Temporäreinsätze an sich eine negative Wirkung auf den Sucherfolg haben, sondern dass diese vermehrt von jenen Personen geleistet werden, die Schwierigkeiten haben, eine Dauerstelle zu finden. Bei Adecco stellen also Temporäreinsätze während der Suche ein Indikator für "schwer vermittelbare" Stellensuchende dar.
Bei der separaten Analyse für die Stellensuchenden vom RAV hat sich wiederum das Kriterium "Alter" als wichtigster Prädiktor erwiesen. Daneben spielt aber auch das nur beim RAV erhobene Merkmal "Arbeitsmarktliche Massnahmen 2" eine sehr wichtige Rolle. Gemäss den Expertengesprächen kann dieses Ergebnis dahingehend interpretiert werden, dass die Stellensuchenden nicht deshalb erfolgreicher waren, weil sie an einer Arbeitsmarktlichen Massnahme 2 teilgenommen haben, sondern weil es sich hier bereits um "leicht vermittelbare" Stellensuchende handelt, die sich aktiv für eine Teilnahme an einer solchen Massnahme einsetzen. Diese Annahme wird bestärkt durch unseren Befund, dass Stellensuchende mit "Arbeitsmarktlichen Massnahmen 2" durchschnittlich rund 4 Jahre jünger sind und über einen höheren Ausbildungsabschluss verfügen als die Stellensuchenden beim RAV insgesamt. Analog zu Sheldon (Vgl. Sheldon 1998) stellen wir uns hier die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn sich Arbeitsmarktliche Massnahmen gezielt auf Problemgruppen richten würden, wozu jüngere Arbeitslose gewiss nicht zählen.
Die Tatsache, dass sich das Merkmal "Funktionsstufe" beim RAV als besonders wichtig erwiesen hat, hängt unserer Meinung nach damit zusammen, dass es sich bei den auf Hilfsfunktionsstufe arbeitenden Stellensuchenden beim RAV um die besonders "schwer vermittelbaren" Hilfsarbeiter handelt, die ein privates Stellenvermittlungsbüro kaum aufnehmen würde. Diese Interpretation ist naheliegend, wenn man bedenkt, dass beim RAV lediglich 30% der Hilfsarbeiter eine Stelle gefunden haben, während bei Adecco 50% erfolgreich waren.
Die getrennte Analyse für Adecco und das RAV hat also aufgezeigt, dass abgesehen vom Merkmal "Alter" unterschiedliche Kriterien erfolgswirksam sind. Diese Verschiedenartigkeit der Erfolgskriterien kann unserer Meinung nach auf die unterschiedliche Zusammensetzung der Stellensuchenden der beiden Stellenvermittlungsbüros zurückgeführt werden. Adecco und das RAV sind Institutionen, die zwar beide Arbeit vermitteln, sich jedoch in ihrer Funktion und ihrem Leistungsauftrag unterscheiden. Ein privates Stellenvermittlungbüro wie Adecco ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, bei dem der Aufwand für die Vermittlungstätigkeit nicht grösser sein sollte als der Ertrag. Es kann also angenommen werden, dass private Stellenvermittler eine Auswahl unter den Stellensuchenden treffen und nur jene in ihre Kartei aufnehmen, die ihrer Meinung nach eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Im weiteren werden Stellensuchende in bezug auf die Berufsgattung selektiert, indem sich Adecco mit den einzelnen Filialen auf die häufigsten Berufsbranchen spezialisiert hat (Büro, Technik, Informatik, Medical, Hotel). Schliesslich konzentriert sich Adecco hauptsächlich auf Erwerbspersonen mit Fachfunktion und vermittelt nur in einzelnen Fällen Kaderleute. Im Vergleich zu einem öffentlichen Stellenvermittlungsbüro, das nur Arbeitslose zu vermitteln hat, sind bei Adecco auch Personen angemeldet, die in einem Arbeitsverhältnis stehen und eine berufliche Veränderung wünschen. In unserem Sample sind beispielsweise 43% der Stellensuchenden bei Adecco voll- oder teilzeitbeschäftigt, wovon fast ein Drittel noch nicht gekündigt hat bzw. gekündigt worden ist.
Den öffentlichen Stellenvermittlungsbüros bleiben also die "kommerziell nicht interessanten Stellensuchenden". Beim RAV findet im Gegensatz zu Adecco keine Selektion bei der Personenaufnahme statt, so dass sich in der Kartei sowohl Arbeitslose befinden, die gute Aussichten auf eine Stelle haben, als auch solche, die als "Problemfälle" bezeichnet werden müssen. Die Aufgabe der öffentlichen Arbeitsvermittlung liegt also darin, den "leicht Vermittelbaren" in erster Linie "Hilfe zur Selbsthilfe" anzubieten und sich auf die "schwer Vermittelbaren" zu konzentrieren. Zudem versucht das RAV durch verschiedene Massnahmen die Arbeitsmarktchancen der Arbeitslosen zu erhöhen. Insgesamt hat also die öffentliche Stellenvermittlung die aufwendigere und anspruchsvollere Arbeit zu leisten.
Die erwähnte Verschiedenartigkeit der Klientel der beiden Stellenvermittlungsbüros erklärt aber nicht nur, warum sich die Prädiktoren der beiden Modelle unterscheiden, sondern auch die unterschiedliche Erfolgsquote von Adecco und RAV. Während Adecco 13% selbst vermitteln konnte, beträgt die Erfolgsquote beim RAV lediglich 4%. Es wäre denkbar, dass dieser relativ grosse Unterschied auch auf das negative Image der öffentlichen Vermittlung zurückzuführen ist. Da das RAV einerseits ein "Amt" ist, hat es bei gewissen Arbeitgeberinnen mit den entsprechenden Vorurteilen zu kämpfen, und andererseits vermittelt es ausschliesslich "Arbeitslose", welchen das Etikett "Problemfall" anhaftet. Schliesslich dürfte auch der Spezialisierungsgrad der Personalberaterinnen und die Organisation der Stellenvermittlungsbüros einen Einfluss auf die Erfolgsquote haben. Letzteres wurde durch eine Evaluationsstudie (Vgl. Atag Ernst & Young Consulting 1999) aufgezeigt, welche unter anderem betriebswirtschaftliche Faktoren (Organisation, Prozesse, Führung) für die Effizienzunterschiede der einzelnen RAV verantwortlich macht.
Wie der kleine relative Unterschied zwischen Adecco und dem RAV bezüglich der absoluten Erfolgsquote - bei Adecco beträgt der Anteil Vermittlungen insgesamt 58% und beim RAV 46% - aber aufzeigt, verzeichnet das RAV einen hohen Anteil Stellensuchender, die über einen anderen Kanal eine Stelle gefunden haben. Damit kommt unserer Meinung nach zum Ausdruck, dass die Stellensuchenden beim RAV dank deren Unterstützung sowie den zur Verfügung gestellten Dienstleistungen und Kursen eine Stelle gefunden haben, ohne direkt durch das RAV vermittelt worden zu sein. Anzumerken ist, dass "leicht vermittelbare" Stellensuchende nicht selten vom RAV dazu aufgefordert werden, sich zusätzlich bei einem privaten Stellenvermittlungsbüro zu melden, was dazu führt, dass eine allfällige Vermittlung dieser Person nicht beim RAV verzeichnet wird. Die "Erfolgszahlen" der beiden Institutionen dürfen also unserer Meinung nach keinesfalls verglichen, sondern nur im Wissen ihrer Verschiedenartigkeit einander gegenübergestellt werden.
9 Schlusswort
In der vorliegenden Arbeit wurde zum einen ein Idealprofil des erfolgreichen Stellensuchenden erstellt und zum anderen wurden diejenigen Merkmale ermittelt, die einen Einfluss auf den Sucherfolg haben. Die dafür durchgeführte Fallstudie basiert auf einer Vollerhebung der Stellensuchenden von Adecco und RAV 1&2 der Stadt Zürich, die im Zeitraum Januar bis März 1998 durchgeführt und nach einer Beobachtungsphase von einem Jahr beendet wurde. Da es sich nicht um eine repräsentative Studie handelt, können die Ergebnisse nicht verallgemeinert werden, sie haben jedoch in Anbetracht der ausgewählten Stellenvermittlungsbüros für die Stadt Zürich durchaus ihre Gültigkeit. Während Adecco für die privaten, ordentlichen Stellenvermittler als "Prototyp" bezeichnet werden kann, unterscheiden sich bei der öffentlichen Stellenvermittlung die einzelnen Vermittlungszentren nur unwesentlich. Die in unser Sample aufgenommenen Stellensuchenden stellen also eine annähernd repräsentative Auswahl derjenigen Personen dar, die in Zürich über ein Stellenvermittlungsbüro eine Stelle suchen.
Zum Schluss dieser Arbeit möchten wir noch auf die Frage eingehen, welche Bedeutung unsere Ergebnisse zum einen für den einzelnen Stellensuchenden und zum anderen für die Arbeitsmarktpolitik haben könnte.
Für den einzelnen Stellensuchenden kann das in unserer Untersuchung aufgezeigte Idealprofil als allgemeines Raster dienen, mit Hilfe dessen er seine persönlichen Sucherfolgschancen abschätzen kann. Möchte der Stellensuchende direkt auf seine Chancen, eine Stelle zu finden, Einfluss nehmen, so müsste er speziell auf diejenigen Profilmerkmale achten, die bei unserer Analyse einen statistisch gesicherten Einfluss auf den Sucherfolg aufgewiesen haben. Zieht man jedoch in Betracht, dass die zwei wichtigsten Einflussfaktoren "Alter" und "Muttersprache" askriptive Merkmale und damit nicht veränderbar sind, und zudem die Einstellungschancen von der Zugehörigkeit zu einer Berufsbranche abhängen, so ist es für den einzelnen Stellensuchenden nur beschränkt möglich, seine Erfolgschancen zu beeinflussen. Einzig durch das Verbessern der Fremdsprachenkenntnisse kann er Einfluss auf seinen Sucherfolg nehmen. Wenn auch die schulische und berufliche Ausbildung kein Geheimrezept für die Einstellungschancen darstellen, so sind wir dennoch der Meinung, dass sie eine bedeutende Rolle spielen. Gemäss der Arbeitsplatztheorie kann nämlich davon ausgegangen werden, dass die Höhe des Ausbildungsabschlusses beim Eintritt die Position in der Arbeitsplatzstruktur bestimmt.
Für die Arbeitsmarktpolitik erscheint uns vor allem der eindeutig negative Einfluss des Alters auf die Sucherfolgschancen von grosser Bedeutung. Insbesondere den Eingliederungsschwierigkeiten der über 55jährigen Stellensuchenden müsste unserer Meinung nach mit staatlichen Massnahmen entgegengewirkt werden. Wir denken da beispielsweise an vermehrte Einarbeitungszuschüsse und vor allem an längerfristige Unterstützungsbeiträge, welche die Arbeitgeberinnen erhalten würden, wenn sie ältere arbeitslose Stellensuchende einstellen.
Das Forschungsdesign dieser Arbeit kritisch betrachtend, möchten wir darauf hinweisen, dass mit unserer Analyse nur diejenigen Erfolgskriterien ermittelt wurden, die allgemein - also für alle Arbeitsmarktsegmente – eine Rolle für den Sucherfolg spielen. Da aber davon ausgegangen werden kann, dass in den verschiedenen Segmenten unterschiedliche Anforderungsprofile vorhanden sind, wäre unserer Meinung nach in einer weiteren Untersuchung eine segmentspezifische Analyse erstrebenswert.
Im Allgemeinen empfehlen wir eine Erhöhung der Fallzahl, so dass sowohl für gruppenspezifische Auswertungen als auch für Merkmale mit vielen Ausprägungskategorien zuverlässige Aussagen möglich sind.
Schliesslich würde eine Untersuchung, welche diejenigen Stellensuchenden unseres Samples ins Zentrum stellt, die während einem Jahr keine Stelle gefunden haben, wertvolle Erkenntnisse über das Merkmalsprofil von Langzeitarbeitslosen liefern.
Zum Schluss möchten wir festhalten, dass die im Titel aufgeworfene Frage, ob der Sucherfolg vom Profil des Stellensuchenden abhängt, mit der vorliegenden Analyse nicht bejaht werden kann. Da das Finden einer Stelle mit den von uns verwendeten Profilmerkmalen nur unvollständig vorausgesagt werden kann, sind offensichtlich noch weitere Kriterien bei der Stellensuche einzubeziehen. Genannt werden müssen hier die ebenfalls zu einem Profil gehörenden Schlüsselqualifikationen wie Flexibilität, Kreativität, Selbständigkeit, Lernfähigkeit und Teamfähigkeit und andere Charaktereigenschaften wie Sympathie und Persönlichkeit.
Zudem wäre eine nahezu vollständige Voraussage des Sucherfolgs unserer Meinung nach erst dann möglich, wenn zusätzlich zu den Profilmerkmalen neben der Berufsbranche noch weitere strukturelle Faktoren, wie beispielsweise die konjunkturelle Situation, miteinbezogen würden.
10 Literatur
Abrahamsen Ingve, Heinz Kaplanek und Bernd Schips (1986): Arbeitsmarkttheorie, Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigung in der Schweiz. Grüsch: Verlag Rüegger.
Aeppli Daniel, Brigitte Hoffmann und Roland Theiss (1998): Die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz. Bern: Verlag Haupt.
Andress Hans-Jürgen, Hagenaars Jacques A. und Kühnel Steffen (1997): Analyse von Tabellen und kategorialen Daten: log-lineare Modelle, latente Klassenanalyse, logistische Regression und GSK-Ansatz. Berlin (etc.): Springer. cop.1997.
Atag Ernst & Young Consulting (1999): RAV-Evaluationsstudie. Schlussbericht
Becker, Gary (1964) Human Capital: A theoretical and empirical Analysis, with special Reference to Education. New York: Columbia Universitiy Press. Second edition 1975.
BIGA (1997a): Separatabzug aus der Arbeitsmarktstatistik: Zugänge in die Arbeitslosigkeit für das Jahr 1996. Bern: BIGA.
BIGA (1997b): Arbeitslosigkeit in der Schweiz: Registrierte Arbeitslose, Bestände, Zu- und Abgänge 1996. Bern. BFS.
BIGA (1994): Reform der öffentlichen Arbeitsvermittlung in der Schweiz (Beitrag von Arthur Andersen AG). Beiträge zur Arbeitsmarktpolitik Nr. 3. Bern: BIGA.
Biller, Martin (1989): Arbeitsmarktsegmentation und Ausländerbeschäftigung. Ein Beitrag zur Soziologie des Arbeitsmarktes mit einer Fallstudie aus der Automobilindustrie. Frankfurt/New York: Campus.
Blaug, M. (1976): "The Empirical Status of Human Capital Theorie: A Slightly Jaundiced Survey". Journal of Economic Literature. Vol. 14, No. 3. S. 827.855.
Blossfeld H.-P., Hannan M.T. und Schömann K. (1988): "Erwerbsverlauf und die Entwicklung der Arbeitseinkommen bei Männern. Eine Längsschnittanalyse unter Verwendung einer stochastischen Differentialgleichung." Zeitschrift für Soziologie, Jg. 17, Heft 6, S. 407-423.
Bornschier, V. (1998). Westliche Gesellschaft - Aufbau und Wandel. Zürich: Seismo.
Bortz, J. und N. Döring (1995): Forschungsmethoden und Evaluation für Sozialwissenschaftler, 2. Auflage. Berlin, Heidelberg, New York: Springer.
Bortz, Jürgen (1993): Statistik für Sozialwissenschaftler(4. Auflage). Berlin/Heidelberg/New York: Springer-Verlag.
Brinkmann Christian, Schober Karen (1992): Erwerbsarbeit und Arbeitslosigkeit im Zeichen des Strukturwandels: Chancen und Risiken am Arbeitsplatz. Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit.
Brinkmann, Christian (1978): "Arbeitslosigkeit und Mobilität: Berufliche Wiedereingliederung und Mobilität von Arbeitslosen." In: Kutsch Thomas und Wiswede Günter (Hrsg.): Arbeitslosigkeit. Sozialstrukturelle Probleme. Hain, Meisenheim: Königstein/Ts.
Brosius, Gerhard und Brosius Felix (1995): Base System und Professional Statistics.Bonn/Albany: International Thomson Publishing.
Bujok, Eva (1988): Die Bedeutung von Weiterbildung für Frauen beim zweiten Berufseinstieg. Bundesminister für Bildung und Wissenschaft. Bad Honnef: Bock.
Bundesamt für Statistik (1992): Codeliste zur Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung.
Bundesamt für Statistik (1996): Verzeichnis der persönlichen Berufe 1990. Diskette: Best.-Nr.: 001-9042-01.
Clement Werner und Edding Friedrich (Hrsg.) (1979): Recurrent Education und Berufliche Flexibilitätsforschung. Berlin: Duncker & Humblot.
Crotti Cristina und Landolt Bruno (1998): Auf der Suche nach Arbeit. Analyse der Stellensuchenden von privater und öffentlicher Arbeitsvermittlung. Unveröffentlichte Forschungsarbeit. Zürich: Soziologisches Institut.
Düll Herbert und Bellmann Lutz (1998): "Betriebliche Weiterbildungsaktivitäten in West- und Ostdeutschland. Eine theoretische und empirische Analyse mit den Daten des IAB-Betriebspanels 1997." In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (MittAB). 31. Jg./1998. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz: Verlag W. Kohlhammer.
Färber, Ursula (1990): Alter und Beschäftigungssituation.Inauguraldissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Rechte des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Fernuniversität – Gesamthochschule- in Hagen.
Fuchs W., Klima R., Lautmann R., Rammstedt O. und Wienold H. (1988): Lexikon zur Soziologie. 2., verb. und erw. Aufl.. Ungekürzte Sonderausgabe. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Geissler Brigit, Maier Friederike und Pfau-Effinger Brigit (Hg.) (1998): FrauenArbeitsMarkt. Der Beitrag der Frauenforschung zur sozio-ökonimischen Theorieentwicklung. Berlin: Ed. Sigma.
Geser, Hans (1983b): "Qualifikatiorische Anforderungsprofile bei wirtschaftlichen Führungspositionen." In: Soziale Welt 34, S. 471-499.
Goetze, Walter (1992): Auf der Suche nach Schlüsselqualifikationen: Modell 95: Zwischenbericht. Zürich: Amt für Berufsbildung.
Gütinger, Christoph (1998): Erklärungsversuche der Jugendarbeitslosigkeit. Internationaler Vergleich. Aachen: Shaker Verlag.
Heintz Bettina, Nadai Eva, Fischer Regula und Ummel Hannes (1997): Ungleich unter Gleichen. Studien zur geschlechtsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes. Frankfurt/New York: Campus Verlag.
Hirsig,René (1994): Statistische Methoden in den Sozialwissenschaften. Eine Einführung im Hinblick auf computergestütze Datenbearbeitung mit SPSS-pc.Psychologisches Institut der Universität Zürich (unveröffentlichte Ausgabe).
Hosmer,David and Stanley Lemeshov (1989): Applied Logistic Regression. New York: John Wiley & Sons.
Keller Berndt und Klein Thomas (1994): "Berufseinstieg und Mobilität von Akademikern zwischen Öffenlichem Dienst und Privatwirtschaft: Evidenz aus der Konstanzer Absolventenbefragung bei Diplom- und Verwaltungswissenschaftlern." In: Karl Martin Bolte et al. (Hg.): Mitteilungen aus der Arbeits- und Berufsforschung. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz: Verlag W. Kohlhammer. S. 152-160.
Klein Gabriele und Strasser Hermann (Hrsg.) (1997): Schwer vermittelbar. Zur Theorie und Empirie der Langzeitarbeitslsogikeit. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Kleinbaum, David G. (1998): Logistic Regression: A Self Lerning Text. New York/Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag.
Knecht, René (1988): Die Humankapitaltheorie als Ansatz zur Erklärung der personellen Arbeitseinkommensverteilung. St. Gallen: Verlag Wilhelm Surbir.
Marelli, Bruno (1985): Arbeitsvermittlung und Stellensuche in der Schweiz. Grüsch: Verlag Rüegger.
Markefka, Manfred (1995): Vorurteile, Minderheiten, Diskriminierung: ein Beitrag zum Verständnis sozialer Gegensätze. 7. völlig veränderte und erg. Aufl.. Neumied (etc.): Luchterhand, cop. 1995.
Menard, Scott (1995): Applied Logistic Regression Analysis. London: Sage.
Nickel Hildegard Maria, Jürgen Kühl und Sabine Schenk (Hg.) (1994): Erwerbsarbeit und Beschäftigung im Umbruch. Berlin: Akademie Verlag.
Norusis, Marija J. (1990): SPSS Advanced Statistics Student Guide. Gorinchem: SPSS International B.V.
Rehbinder, Manfred (1992): AVG: Arbeitsvermittlungsgesetz. Zürich: Orell-Füssli Verlag.
Ritter, Andreas (1994): Schriften zum revidierten schweizerischen Arbeitsrecht: Das revidierte Arbeitsvermittlungsgesetz und dessen Auswirkungen auf die betroffenen Wirtschaftszweige. Bern: Verlag Stämpfli + CIE AG.
Schaad, Jakob (1996): Spezifisches Humankapital und die Stabilität der Arbeitsbeziehungen. Winterthur: Verlag Hans Schellenberg.
Schmid Hans, von Dosky Doris und Braumann Benedikt (1990/1996): Ökonomik des Arbeitsmarktes. Band 1: Arbeitsmarkttheorien. 2., vollständig überarbeitete und verbesserte Auflage. Bern, Stuttgart, Wien: Verlag Paul Haupt.
Schweizer, Rainer J. (1993): "Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen beim Datenschutz im öffentlichen Bereich." In: James, Thomas Peter: Das Datenschutzgesetz im Privatbereich: Unter besonderer Berücksichtigung seiner motivationalen Grundlage. Zürich: Schulthess Polygraphischer Verlag. S. 29-42.
Seitz, Hans (1988): Entwicklung der Qualifikationsanforderungen in Kaufmännischen Berufen - Konsequenzen für das kaufmännische Bildungswesen. Zürich: Verlag des Schweizerischen Kaufmännischen Verbandes.
Sengenberger, Werner (1975): Arbeitsmarktstruktur. Ansätze zu einem Modell des segmentierten Arbeitsmarktes. Forschungsberichte aus dem Institut für sozialwissenschaftliche Forschung München. München: aspekte verlag.
Sheldon, George (1998): "Die Langzeitarbeitslosigkeit in der Schweiz: Diagnose und Therapie." In: Die Volkswirtschaft 8/1998.
Sheldon George (1997): "Qualifikation und Arbeitslosigkeit." In: Die Volkswirtschaft 5/1997.
Sheldon, George (1995): Berufliche Flexiblität im Spiegel der Zeit. Bern: Bundesamt für Statistik.
Sheldon, George (1985): Die berufliche und geographische Flexibilität. Ihre Berücksichtigung im Rahmen langfristiger Arbeitsmarktbilanzmodelle. BeitrAB 92. Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit.
Sheldon, George. (1983). "Die Bestimmungsfaktorten der Dauer der Arbeitslosigkeit in der Schweiz." In: Schelbert-Syfrig Heidi, Halbherr Philipp, Harabi Najib (Hrsg.): Arbeitsmarktstrukturen und –prozesse. Beiträge zu Analyse und Politik. Diessenhofen: Verlag Rüegger.
Szydlik, Marc (1990): Die Segmentierung des Arbeitsmarktes in der Bundesrepublik Deutschland. Eine empirische Analyse mit Daten des Sozioökonomischen Panels 1984-1988. Berlin: Ed. Sigma Bohn.
Teckenberg, Werner (1985): "Die Erwerbsstrukturkonzeption in Humankapital- und Statuszuweisungsmodellen. Einige theoretische Alternativen." Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 37: 431-460.
Tiggelers, Karl-Heinz (1989): Kreativität und Flexiblität. Qualifikationen für die Arbeitswelt von morgen. Köln: Wirtschaftsverlag Bachem.
von Henninges, Hasso (1996): "Steigende Qualifikationsanforderungen im Arbeiterbereich?" In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (MittAB). 29. Jg./1996. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz: Verlag W. Kohlhammer.
von Rosenbladt Bernhard (1990): "Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit. Wann und wie wird Arbeitskräftenachfrage beschäftigungswirksam?" In: MittAB 3/90. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz: Kohlammer.
Wenger, Ludwig (1993): Arbeitsmarkt und Qualifikation: Qualifizierung im Spannungsfeld wirtschaftlicher Rationalität und pädagogischer Verantwortung. Baltmannsweiher: Schneider Verlag Hohengehren.
Werner Heinz und Seifert Wolfgang (1994): Die Integration ausländischer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt. BeitrAB 178. Nürnberg: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit.
Westphal, Louis Roberto (1990): Humankapital und Berufsbildung in Brasilien. Münster: Westfälische Wilhelms-Univerität.
Winter-Ebmer, Rudolf (1992): Persistenz von Arbeitslosigkeit. Frankfurt/New York: Campus.
Zentrum für Türkeistudien (Hrsg.) (1995): Das Bild der Ausländer in der Öffentlichkeit. Eine theoretische und empirische Analyse zur Fremdenfeindlichkeit. Opladen: Leske+Budrich.
Zilian, Hans Georg und Betram Malle (1994): Spreu und Weizen. Das Verhalten der Arbeitskräftenachfrage. Graz: Nausner&Nausner
Last update: 02 Feb 15

Contact: