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John Harvey, geboren 1938 in London, ist Lehrer, respektive Lyriker, Verleger und – seit dem ersten Auftritt seines Helden Charlie Resnick – fester Bestandteil der internationalen Literatur-, Jazz- und Krimiszene. Inzwischen hat er ein gutes Dutzend Romane und ebenso viele Shortstories rund um die Figur Resnick geschrieben. Mit seiner Familie lebt Harvey in London.
John Harvey, geboren 1938 in London, hat ein gutes Dutzend Romane und ebenso viele Shortstories um Charlie Resnick geschrieben, den schwermütigen, aber liebenswerten Polizisten, dessen musikalische Vorlieben von Lester Young bis Thelonious Monk, von Charlie Parker bis Lady Day reichen, der aber in jüngeren und ungestümeren Tagen seine Schultern im Nottingham Boat Club zu Arethas Think wiegte und bei Otis Reddings Fa-Fa-Fa-Fa-Fa (Sad Song) mitsang. Harveys zweite Gedichtsammlung Bluer Than This (1998) enthält Gedichte über Chet Baker, Roland Kirk, Thelonious Monk und Lester Young.
»Von meinem sechzehnten Lebensjahr bis etwa Mitte zwanzig verbrachte ich drei oder vier Abende die Woche in Jazzclubs in London oder Umgebung: Bands, unter der Leitung von Alex Welsh und Sandy Brown, Humph’s Acht-Mann-Band mit Jimmy Rushing oder Buck Clayton. Ich sah als junger Mensch Muddy Waters, Sonny Terry & Brownie McGhee, Sister Rosetta Tharpe. Aber ich erinnere mich auch an das erste Mal, dass ich Heartbreak Hotel hörte, in einer Jukebox in der 2Is Coffee-Bar in Soho; ich erinnere mich an Buddy Holly, der auf der Bühne von Gaumont State in Kilburn nicht nur eine, sondern zwei Gitarrensaiten zerriss; und ich erinnere mich an eine beinahe leere City Hall und an eine Motown-Tour in Sheffield mit den Supremes, Martha Reeves & the Vandellas und Little – ja, Little – Stevie Wonder. Dann waren da Dell Shannon, Carl Perkins, Chuck Berry, Dion. Nichts Direktes und Einfaches, nichts Reines.
Ich bin immer noch ein musikalischer Kleptomane, eine Elster. Der Spielplan dieser Woche umfasst Thelonious Monk auf Blue Note und Ornette Coleman & Don Cherry, die Ramblin spielen, Janaceks Klavierstücke (inspiriert durch die Lektüre von Bernard Mac Lavertys Grace Notes), Robert McMinn mit Go Dog Go!, der Like Nathalie Wood singt und Shawn Colvins A Few Small Repairs. Nächste Woche …«