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Topographie:
Der Darm besteht aus verschiedenen Bereichen.
Nach dem Magen kommt zuerst der Zwölffingerdarm (Duodenum) dann der Leerdarm (Jejunum) mit Übergang in den Krummdarm (Ileum).
Physiologie:
Der Dünndarm ist mit verschieden verlaufenden Muskeln aufgebaut um den Speisebrei weiter zu transportieren. Die Darminnenwand (Zellinnenwand) wird von einer Darmschleimhaut überzogen. In der Darmschleimhaut liegt zu 60 - 80% das Immunsystem sowie Enzyme die das Histamin abbauen.
Pathologie:
Veränderungen an der Darminnenwand wie Polypen, Entzündungen und andere makroskopisch grosse Veränderungen sieht man mit dem Endoskop.
Die Beurteilung der Darmschleimhaut, das Immunsystem und Darmbakterien kann man nur über das Labor wie zum Beispiel mit einer Stuhlanalyse beurteilen.
Darmschleimhaut:
Ist die Darmschleimhaut durch verschiedene Komponenten geschädigt (siehe Darmbakterien) oder sogar lückenhaft, dann kann es zu Entzündungen der Zellen an der Darminnenwand kommen, beziehungsweise sogar zu einem „Durchlässigen Darm (Leaky Gut Syndrom)“ führen.
Ist die Darmschleimhaut beschädigt reduziert sich die Funktion des Immunsystems sowie der Histaminabbau.
Das LEAKY GUT SYNDROM bedeutet, dass die Zellinnenwand an Dichte verloren hat. Bestimmte Verbindungsstücke (tight junction) die diese Zellen zusammen halten verlieren ihre Funktion und somit können grossmolekulare Strukturen wie Proteine in den Körper eindringen. Da im gesunden Zustand diese Strukturen die Darmwand nie durchdringen können werden sie im Körper als Fremdkörper erkannt und das Immunsystem reagiert auf das Eindringen. Somit erhöht sich die Allergiebereitschaft auf verschiedene Lebensmittel.
Darmbakterien beim Fötus:
Darmbakterien sind bereits bei einem Fötus zu finden, entgegengesetzt zur früheren Lehrmeinung. Bei der normalen Geburt nimmt der Fötus über den Mund einen Teil der Schleimhaut der Mutter auf und erhält somit die ersten wichtigen Darmbakterien die sich in seinem Darm ansiedeln.
Durch die Muttermilch werden weitere wichtige Darmbakterien angelegt, wie zum Beispiel die Lactobacillen.
Somit leben im Dünn- und Dickdarm Milliarden von Darmbakterien die unter anderem die Aufgabe haben Eiweisse in Aminosäuren, Kohlenhydrate und Fette in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen.
Wird der Fötus durch einen Kaiserschnitt geholt fehlen ihm die notwendigen Darmbakterien und es kann zu Blähungen und starken Winden beim neugeborenen führen. Der Säugling windet sich und schreit bis zur Erschöpfung und beugt seine Beine aufgrund der vorliegenden Krämpfe.
Darmbakterien
Darmbakterien haben verschiedene Aufgaben wie im unten genannten Beispiel dargestellt:
Escherichia coli
Escherichia coli sind Darmbakterien die dem Darm den Sauerstoff entziehen und somit das Leben für bestimmte Darmbakterien (anaerobe Darmbakterien) erst möglich machen. Allerdings gibt es Darmbakterien die ohne Sauerstoff nicht leben können (aerobe Darmbakterien). Escherichia coli sind Fäulnisbakterien.
Sie verstoffwechseln Eiweiss und Fett.
Zu niedrige Werte
Bei zu niedrigen Werten wird dem Darm zu wenig Sauerstoff entzogen und somit ist die Situation für die Darmbakterien die ohne Sauerstoff leben ungünstiger.
Das verstoffwechseln von Eiweiss und Fett ist beeinträchtigt.
Zu hohe Werte:
Fäulnisbakterien wirken langfristig schädigend auf die Darmschleimhaut. Dies hat negativen Einfluss auf das Immunsystem IgA und den Histaminabbau. Zu hohe Werte verändern die Darmflora auf ungünstige Weise.
Aufgrund der hohen Verstoffwechselung von Eiweiss und Fett wird die Leber stärker betastet.
Ein erhöhter Wert von Escherichia coli und die bevorzugte Nahrungsaufnahme von Kohlenhydraten führt zur Produktion von gasförmigen Metaboliten und verursacht Blähungen und erhöhte Abgänge von Winden.
Enterobacter spezies
Zu diesen Darmbakterien zählen die Escherichia coli, Citrobacter, Enterobacter, Hafnia, Klebsiellen, Morganella, Proteus, Pseudomonas, Serratia und Yersinia.
Bei zu hohen Werten produzieren sie Endotoxine, Enterotoxine und Zytotxine die eine entzündliche Darmschleimhautreizung auslösen können.
Klebsiellen
Klebsiellen sind Darmbakterien die für die Zerlegung von Rohkost verantwortlich sind.
Clostridium species
Diese Darmbakterien leben im Dickdarm und dienen dazu den Stuhl einzudicken.
Erhöhte Clostridium Werte
Hierbei handelt es sich um Fäulnisbakterien die eigentlich im Dickdarm angesiedelt sind.
Bei erhöhten Werten können diese in den Dünndarm aufsteigen und dadurch anaerobe Keime wie Lactobacillus species und Bifidobacterium species verdrängen.
Lactobacillus spezies und Bifidobakterium species
Zu niedrige Werte bedeuten eine Fehlkolonialisierung der Darmbakterien mit einem zu hohen Anteil an Fäulnisbakterien und oder Candida Pilzen.
Durch einseitige Ernährung und Antibiotikabehandlung kann sich das Darmmilieu zugunsten der Fäulnisbakterien verändern.
Folgende Symptome können bei einer Fehlkolonialisierung der Darmbakterien auftreten:
Labor - Stuhlanalyse
Mit einer Stuhlanalyse können viele verschieden Parameter gemessen werden und somit die Diagnose feststellen.
Eiweiss
Zu Hohe Eiweisswerte bedeuten einseitige Ernährung. Das Verhältnis zwischen eiweissreiche Ernährung zu Obst, Gemüse und Salat ist unausgewogen.
Stärke
Der erniedrigte Anteil an Stärke bedeutet, dass in der Ernährung ein zu wenig an Ballaststoffen zugeführt wird.
Zucker
Der erhöhte Anteil an Zucker könnte ein zu viel an süssen Nahrungsmitteln bedeuten. Besonders versteckter Zucker wie zum Beispiel in Wurst- und Teigwaren sowie Brot wird unterschätzt.
Fettsäuren
Erhöhte Werte entsprechen der Ernährungsweise wie im Bereich Eiweiss erwähnt.
Sekretorische IgA
Erniedrigte Werte bedeuten, dass Immunsystem ist geschwächt. Im Dünndarm ist das Immunsystem zu ca. 60% angelegt.
Alpha 1 Antitrypsin
Wenn der Wert zu hoch ist, kann dies bedeuten dass aufgrund der teilweise veränderten Darmbakterien die Schleimhaut angegriffen ist und dadurch Teilbereiche des Darms entzündet und durchlässiger geworden sind.
Der "Durchlässige Darm wird dann Leaky Gut genannt und kann Auslöser weiterer Erkrankungen sein.
Eosinophiles Protein X
Erhöhte Werte bedeuten, dass grossmolekulare Moleküle wie zum Beispiel Proteine durch die Darmwand in den Körper eindringen können und somit allergische Reaktionen auslösen.
Aufgrund der hohen Komplexität der Darmfunktion können viele verschiedene Details zu einer Darmerkrankung führen..