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| Fulgentius von Ruspe (467-533) - Ausgewählte Predigten

2. Die zweifache Geburt Christi, die ewige aus dem Vater und die zeitliche aus der Jungfrau
1.
Wenn wir etwas über die Feier des heutigen Tages sagen und zugleich jenes eine Wort betrachten, von dem wir sprechen wollen, so finden wir keine Worte, die ausreichend wären, den Gegenstand unserer Predigt zu er- [S. 201] schöpfen. Denn dieses ist das Wort, das nicht aufhört, hervorgebracht, sondern das fortdauert, geboren zu sein; es ist nicht vergänglich, sondern ewig; nicht geschaffen vom Vater, sondern geboren, und nicht nur geboren, sondern auch eingeboren. Ein einziges Wort nämlich hat der Vater aus sich selbst gezeugt, durch das er alles aus dem Nichts erschaffen hat. Denn: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch es gemacht worden, und ohne es ist nichts gemacht worden.“1 Dadurch aber, daß Gott Vater durch dieses Wort alles erschaffen hat, ist bewiesen, daß er dieses Wort gezeugt, nicht erschaffen hat. Jenes Wort ist also Gott von Gott, Schöpfer vom Schöpfer. Daher besitzt es von Natur dasselbe Sein, welches der Vater besitzt.
1: Joh 1, 1f.