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Sämtliche Sonaten für Klavier und Cello von Beethoven als Aufnahme zu besitzen, befriedigt weit mehr als die von Vollständigkeit getriebene Sammelwut. Zum einen lassen sich die sehr unterschiedlichen Satztechniken der in verschiedenen Lebensabschnitten komponierten Stücke miteinander vergleichen. Zum anderen kann man bereits beim frühen, musikantisch frischen Opus 5 miterleben, wie Beethoven mit der tradierten, rein begleitenden Klavier-Sonate bricht, indem er beide Instrumente gleichberechtigt an der Gestaltung der Sätze teilhaben lässt.
Richter und Rostropowitsch widmen sich ihrer Aufgabe mit Elan und Frische. Prägen der fleischige Celloton und ein elegant servierter Klavierpart die beiden frühen Stücke, so pflegen die beiden Russen in der A-Dur-Sonate den Gestus beschaulicher introvertierter Ruhe. Diese respektvolle Annäherung kommt auch der C-Dur-Sonate zugute, deren freier Phantasie-Charakter mit allen Schattierungen zur Geltung kommt. Auf die Spitze getrieben wird die diskontinuierliche Formensprache in der D-Dur-Sonate, indem das Cello das kraftvolle Klavierthema des Kopfsatzes ignoriert. Die Brüchigkeit des Stücks offenbaren die Musiker im Übergang vom sensiblen Adagio zum herben, frei gearbeiteten Schluss-Fugato und überzeugen durch beherzten analytischen Zugriff auf das Werk und technische Meisterschaft am Instrument.