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Übersetzer*innen sind per definitionem Vermittler zwischen den Sprachen, sie bauen Brücken zwischen Ländern und Kulturen. Im Moment werden in der Ukraine die Brücken faktisch zerstört, viele Kulturschaffende aus Belarus wurden schon länger ins Exil gezwungen, und die Präsenz russischer Kultur im Westen wird zwiespältig aufgefasst. Wie positionieren sich Übersetzer*innen im Spannungsfeld von Literatur und Politik, wie definieren sie ihre Aufgaben – und welche Erwartungen werden an sie herangetragen?
Jurko Prochasko ist Literaturwissenschaftler, Psychoanalytiker, Autor und Übersetzer (u. a. von Kleist, Kafka, Rilke, Freud und Musil) und ein wichtiger kultureller Vermittler zwischen der Ukraine und dem deutschsprachigen Raum. 2008 wurde er mit dem Friedrich-Gundolf-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. Prochasko lebt in Lviv.
Iryna Herasimovich ist Übersetzerin zahlreicher deutschsprachiger Autor*innen ins Belarussische. Sie arbeitet auch als Dramaturgin und Kuratorin im Bereich bildende Kunst und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seit 2021 ist sie Doktorandin am Slavischen Seminar der Uni Zürich.
Dorothea Trottenberg ist eine der profiliertesten Übersetzerinnen klassischer und zeitgenössischer russischer Literatur, unter anderem von Michail Bulgakov, Vladimir Sorokin und Ivan Bunin. 2007 wurde sie mit dem Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis ausgezeichnet, 2012 erhielt sie den Paul-Celan-Preis für herausragende Übersetzungen ins Deutsche. Sie lebt in Zürich.
In Kooperation mit dem Übersetzerhaus Looren. Iryna Herasimovich und Dorothea Trottenberg sind auf der Bühne des Literaturhauses, Jurko Prochasko wird per Zoom zugeschaltet.