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Ungefähr 20 % der 37,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Ugandas leben unter der nationalen Armutsgrenze. Das durchschnittliche Bruttonationaleinkommen pro Kopf beträgt USD 600. Die chronische politische Instabilität und das wirtschaftliche Missmanagement haben dazu geführt, dass Uganda heute zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern weltweit gehört.
Die Zahl der Arbeitskräfte nimmt in Uganda um über 4 % beziehungsweise über 500‘000 Menschen pro Jahr zu. Es ist eine grosse Herausforderung für den industrielle Sektor Ugandas, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig müssen ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, welche über die von der Industrie benötigten Kompetenzen verfügen.
Während der letzten zehn Jahre verzeichnete die pharmazeutische Industrie in Uganda eine markante Entwicklung. Doch ist das Land nach wie vor mit verschiedenen Problemen konfrontiert: Produktfälschung in erheblichem Ausmass, unzureichende Finanzierung der Gesundheitsversorgung, Korruption und Mängel bei den regulatorischen Rahmenbedingungen. Für rund 90 % der dringend benötigten Arzneimittel und des medizinischen Materials ist Uganda nach wie vor auf Importe angewiesen. Diese Produkte werden hautpsächlich aus Indien und China eingeführt.
Da gegenwärtig lediglich 10 % der Medikamente und des medizinischen Materials in Uganda hergestellt werden, besteht ein riesiges Potenzial für den Ausbau der inländischen Produktion. Mit einem Ausbau könnten inländische Arbeitsplätze geschaffen werden und die im Land bezahlten Steuern würden zunehmen. Das Angebot an Medikamente vergrössert sich, die Preise sinken.
Die Technologie, die Produktionsanlagen und die Wirkstoffe, die für die pharmazeutische Produktion benötigt werden, müssen in vielen Fällen ausserhalb von Uganda beschafft werden. Dies ist mit hohen Kosten verbunden, die sich auch auf die Gesamtwirtschaft auswirken. Ausserdem werden die automatisierten Produktionsprozesse und sensiblen Verfahren innerhalb der Pharmaindustrie durch die unzuverlässige Stromversorgung massiv beeinträchtigt.
Es besteht zwar eine grosse Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten, doch für deren Herstellung sind hoch entwickelte Verfahren erforderlich. Bei jedem Produktionsschritt müssen höchste Qualitätsstandards gewährleistet werden. Kapital für Expansions- und Modernisierungsvorhaben ist in Uganda generell nur in sehr beschränktem Ausmass vorhanden. Für risikobehaftete Bereiche, zu denen auch der Pharmasektor gezählt wird, bestehen seit jeher praktisch überhaupt keine Finanzierungsmöglichkeiten.
Entwicklungseffekte im Überblick
APDL wurde 2009 gegründet und begann damals mit der Herstellung von Arzneimitteln gemäss internationalen Standards. Das Unternehmen ist darauf ausgerichtet, nicht nur den Bedarf von Uganda, sondern auch der umliegenden ostafrikanischen Länder (Tansania, Burundi, Ruanda, Südsudan, Kenia) zu decken. Mit Hilfe seiner über das ganze Land verteilten Vertriebszentren beliefert das Unternehmen öffentliche und private Spitäler, Hilfsorganisationen sowie Alters- und Pflegeheime mit lebensrettenden Infusionslösungen.
Seit der Produktionsaufnahme achtet APDL stets sehr genau darauf, dass hohe Qualitätsstandards eingehalten und alle massgebenden Auflagen erfüllt werden. In der gesamten Produktionsanlage werden höchste Standards in den Bereichen Hygiene und Qualitätskontrolle gewährleistet. Dies trägt zur Verbesserung der Standards und zur Anwendung von Best-Practice-Methoden in der ganzen Branche bei.
APDL erhöht seine Kapazität mit der Einrichtung einer neuen Produktionslinie und der Errichtung einer neuen Produktionsanlage auf einem 14,5 Hektaren grossen Gelände ausserhalb von Kampala. Dazu wird Kapital von AfricInvest II und der Holdinggesellschaft Kiboko eingesetzt. In der neuen Produktionsanlage können jährlich 65 Millionen Einheiten von Medikamenten hergestellt werden wie intravenös verabreichte Infusionslösungen sowie sterile Ohren- und Augentropfen.
Die inländische Herstellung von intravenös verabreichten Infusionslösungen durch APDL führte in den ersten fünf Produktionsmonaten zu einem Rückgang des Grosshandelspreises um 30 %. Dies zeigt, dass mit dem Ausbau der inländischen Pharmaproduktion das Potenzial für eine signifikante Senkung der Medikamentenpreise verbunden ist. Auf diese Weise wird der Zugang zu diesen lebensnotwendigen Produkten in einem Land erleichtert, in dem die Gesundheitsleistungen nicht in ausreichendem Mass verfügbar sind und die notwendigen Standards oft nicht eingehalten werden.
APDL beschäftigt nicht nur im Produktionsbereich inländische Angestellte (35 %), sondern auch in verschiedenen Fach- und Führungsfunktionen, für die hochqualifizierte Angestellte benötigt werden (65 %). Dazu gehören unter anderem die Forschung zur Produktentwicklung, die Klärung von regulatorischen Fragen im Zusammenhang mit der Registrierung und Zulassung von Produkten sowie die Bereiche Verkauf und Marketing.
Als Arbeitgeber mit strengen ethischen Grundsätzen bietet APDL seinen Angestellten viele Vorteile. Dazu gehören unter anderem verschiedene Ausbildungsprogramme zur Verbesserung und Auffrischung der Kompetenzen, die Bezahlung der Schulgelder für die Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Mutterschaftsurlaub und der Transport der Arbeitskräfte von ihrem Wohnort zur Produktionsanlage und zurück.
APDL legt grossen Wert auf eine nachhaltige Produktion sowie entsprechende betriebliche Standards und fördert den Einsatz von umweltfreundlichen Verfahren und Rohstoffen. So wurde beispielsweise die Produktionsanlage so konzipiert, dass die Beleuchtung der Produktionsräume vollständig mit Tageslicht erfolgen kann, um den Stromverbrauch für die elektrische Beleuchtung auf ein Minimum zu reduzieren. Ausserdem hat APDL eine Anlage für das Recycling von Kunststoffgranulat installiert. Damit lässt sich ein allfälliger Rohstoffmangel teilweise kompensieren, und überdies können die Kosten gesenkt werden. Im Weiteren hat APDL die Heizölkessel durch umweltfreundliche Biomasse-Kessel ersetzt, in denen die in grossen Mengen verfügbaren Kaffeeschalen verbrannt werden. Damit können Brennstoffkosten eingespart werden, während gleichzeitig ein lokales Abfallprodukt verwertet wird.
Zu den Aktivitäten von APDL, mit denen das Unternehmen seine soziale Verantwortung wahrnimmt, gehört auch ein Stipendienprogramm, das über die Holdinggesellschaft Kiboko realisiert wird. Jedes Jahr werden für fünf Studierende aus einkommensschwachen Familien die gesamten Verpflegungskosten, die Studiengebühren und weitere Ausgaben übernommen, damit sie an einer inländischen Universität einen Bachelor in Pharmazie erwerben können.
Obviam hat sich darum bemüht, die Richtigkeit der dargestellten Daten zu gewährleisten. Die Informationen in einer Fallstudie werden bei Besuchen von Obviam vor Ort gesammelt und/oder von den Investitionspartnern von Obviam zur Verfügung gestellt. Die Daten sind gültig zum angegebenen Zeitpunkt.