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Rachel Braunschweig, was ist Ihre früheste Erinnerung?
Abends kamen meine Eltern jeweils ans Bett, und ich erzählte meinem Vater den immer gleichen Witz: «Kommt ein Skelett zum Doktor, sagt, es hat Bauchweh. Und der Arzt erwidert: ‹Wären Sie früher gekommen, hätte ich Sie röntgen können.›» Mein Papa und ich prusteten meist bereits mit Lachen los, wenn ich nur sagte: «Darf ich einen Witz erzählen?»
Als Sie Kind waren: Was hat Ihre Mutter da immer zu Ihnen gesagt?
Gab es etwas Teures oder Exquisites zu essen, sagte sie stets: «Das musst du mit Verstand essen!»
Wie sah Ihr Zimmer mit 16 aus?
Auf kleinstem Raum gab es alles Nötige: Bett, Tisch, Schrank. Später richtete ich eine Sitzecke ein, um Freunde zu empfangen. Da standen eine Korbflasche und Gläser. Die Wand zierte eine psychedelische Tapete, bei deren Anblick mir schwindlig wurde.
Ihr Spitzname als Kind?
Ein Onkel rief mich immer «Ruchele» – das ist Jiddisch – und kniff mich dabei in die Wange. Ich hasste ihn dafür.
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Roland Kaiser – er erhörte mich nicht.
Ihr schönstes Geschenk als Kind?
Ein selbst gebasteltes Tipizelt und eine Spielzeuggarage von meiner Mutter.
Welche Bücher, Filme und Musik haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
Musikalisch begleiten mich Funk, Soul und R ’n’ B bis heute. Theaterliteratur prägte mich früh, und einer der ersten Filme, die ich sah, hiess «Panzerkreuzer Potemkin».
Ihre peinlichste Modesünde?
Da erinnere ich mich an Rüeblijeans, in die ich mich einnähte, sowie an einen orangefarbenen Skianzug samt Mütze.
Haben Sie Phobien?
Schlangen.
Ihre liebste Website oder App?
Die SBB-App begleitet mich täglich – und Fooby hat echt tolle Rezepte.
Das Kitschigste, was Sie jemals gemacht haben?
Meine Hochzeit. Ich habe sie in einem sehr schönen cappuccinofarbenen Kleid gefeiert, das ich immer noch habe.
Die beste Idee Ihres Lebens?
Kinder zu bekommen gemeinsam mit meinem Mann – und mich mit 45 beruflich neu fokussiert zu haben.
Und die dümmste?
Nach der Geburt meiner Kinder das Gefühl zu haben, sofort wieder arbeiten zu müssen.
Ihr ulkigstes Mundartwort?
«Es chutet» – das sagte ein echt hübscher Kerl in jungen Jahren zu mir. Er verlor damit jede Sexyness.
Welches Geräusch lieben Sie?
Es sind zwei, Totenstille und Meeresrauschen.
Welches hassen Sie?
Jegliches von meinen Nachbarn, vor allem aber ihre Fernsehgeräusche.
Wovon träumen Sie schon lange, getrauen sich aber nicht, es zu tun?
Von einem Tiny House am Meer, wo es warm, sonnig, schön und leicht ist.
Bei welchem Thema haben Sie Ihre Meinung fundamental geändert?
Immer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 benutzen zu müssen.
Für welche Eigenschaften bekommen Sie Komplimente?
Für meine Präsenz und für meine Ausstrahlung.
Was war der unangenehmste Job, den Sie je verrichtet haben?
Ich erinnere mich ungern an einen meiner diversen Jobs meiner Jugendzeit, als ich in einem Callcenter am Telefon Toilettenpapier verkaufte. Aber ich lernte da, dass die Chefetage immer dreilagiges erhält, die einfachen Angestellten ein oder zweilagiges.
Was an Ihnen ist nicht normal?
Die Ohren von Vladimir Horowitz.
Wie sind Sie, wenn Sie betrunken sind?
Bin ich sehr selten, aber wenn, erst schwerelos, später unendlich müde.
Und: Was können Sie alkoholisiert besser als in nüchternem Zustand?
Let go, says Buddha.
Haben Sie ein besonderes Talent, von dem niemand weiss?
Ich spreche fliessend Kauderwelsch.
Womit belohnen Sie sich selbst?
Mit Patisserie und Kaffee, Sauna, Massagen, Nichtstun, an die Wand starren oder lieber noch aufs Wasser.
Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen – Superkräfte inklusive: Was sind Ihre ersten drei Taten?
Alle Kriege auf dieser Welt stoppen, Machthunger durch Empathie ersetzen und dafür sorgen, dass jeder Mensch genug von allem hat.
Ab welchem Geldbetrag ist man Ihrer Meinung nach reich?
Wenn ich nicht mehr darüber nachdenken muss, ob ich genug davon habe.
Sie wären für einen Tag ein Mann. Was tun Sie? Was probieren Sie aus?
Ich wüsste gern, wie es ist, einen Penis zu haben, würde im Stehen pinkeln – und mit einer Frau schlafen. Wahrscheinlich würde ich auf einen Schlag grössenwahnsinnig werden.
Wie alt wären Sie gern für immer? Warum?
48! Seit diesem Alter fühle ich mich in meinem Leben angekommen.
Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Die Tage unmittelbar nach der Geburt meiner Kinder.
Sie erhalten einen Preis für Ihr Lebenswerk. Wer soll die Hommage halten?
Jemand mit viel Humor. Spontan denke ich da gerade an Olivia Colman oder Phoebe Waller.