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Was ist Gebärmutterhalskrebs?
Gebärmutterhalskrebs ist eine Krebserkrankung des Gebärmutterhalses im unteren Teil der Gebärmutter. In der Medizin heisst Gebärmutterhalskrebs Zervixkarzinom.
Krebs kann auch im Gebärmutterkörper entstehen. Gebärmutterkörperkrebs unterscheidet sich von Gebärmutterhalskrebs und wird anders diagnostiziert und behandelt. Hier erfahren Sie mehr über Gebärmutterhalskrebs.
Jedes Jahr werden bei rund 5000 Frauen in der Schweiz Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Rund 250 Frauen erkranken jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs. Die Diagnose wird häufiger zwischen 25 und 44 Jahren gestellt.
Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?
Gebärmutterhalskrebs entsteht, wenn sich Zellen schneller teilen und anders aussehen als gesunde Zellen. Diese Zellveränderungen beginnen in der obersten Schicht der Schleimhaut, in den meisten Fällen am Muttermund und am Gebärmutterhals und nennen sich Krebsvorstufen.
Dringen die veränderten Zellen tiefer in die Schleimhaut ein, entsteht Gebärmutterhalskrebs. Dieser kann sich über die Lymph- und Blutgefässe ausbreiten und an anderen Stellen im Körper Metastasen bilden.
Illustration der Gebärmutter
Symptome von Gebärmutterhalskrebs
Bei den Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs treten in der Regel keine Beschwerden auf. Symptome zeigen sich häufig erst in fortgeschrittenen Stadien.
Zu den möglichen Symptomen zählen:
- Ungewöhnliche vaginale Blutungen, z.B. nach dem Geschlechtsverkehr, nach der Menopause oder zwischen den Perioden
- unangenehm riechender Ausfluss aus der Scheide
- Schmerzen im Unterbauch
- unerklärliche Gewichtsabnahme.
Gebärmutterhalskrebs - Risikofaktoren
Als wichtigster Risikofaktor gilt die Infektion mit bestimmten humanen Papillomaviren (HPV). Humane Papillomaviren umfassen rund zweihundert verschiedene Typen, von denen die meisten ungefährlich sind. Einige können jedoch verschiedene Krebserkrankungen, darunter Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Mund- und Rachenkrebs oder Peniskrebs auslösen. HPV sind sehr verbreitet und werden vorwiegend durch sexuellen Kontakt übertragen.
Zu weiteren möglichen Risikofaktoren zählen:
- sexuelle Aktivität in jungen Jahren
- viele Sexualpartner
- ein Partner, der als Hochrisikopartner gilt (jemand mit HPV-Infektion oder mit vielen Sexualpartnern)
- Rauchen
- geschwächtes Immunsystem.
Möglichkeiten zur Vorbeugung
Safer Sex
Auch wenn ein Kondom keinen vollständigen Schutz vor HPV-Infektionen garantiert, sollten Sie bei einem neuen Partner/einer neuen Partnerin Kondome verwenden. Denn die Viren können auch über die Schleimhaut, die nicht vom Kondom oder Femidom abgedeckt ist, übertragen werden - zum Beispiel vor dem Geschlechtsverkehr oder bei Oralsex.
Impfung
Es gibt Impfstoffe, die vor den Hochrisiko-HPV-Typen schützen können. Der Nutzen einer Impfung ist am grössten, wenn sie vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt. Daher ist die HPV-Impfung in der Schweiz für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 11 und 26 Jahren im Rahmen der kantonalen Impfprogramme empfohlen und kostenlos.
Ausführliche Informationen über HPV und wie Sie sich und Ihre Kinder davor schützen können, finden Sie hier.
Früherkennung
Der beste Weg zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist die regelmässige gynäkologische Vorsorgeuntersuchung. Dabei stehen der Pap-Test und der HPV-Test zur Verfügung.
Pap-Test
Der Pap-Test ist die wichtigste Früherkennungsuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs. Dafür entnimmt die Gynäkologin/der Gynäkologe einen Abstrich vom Gebärmutterhals. Die entnommenen Zellen werden im Labor auf Krebs und Krebsvorstufen untersucht.
HPV-Test
Beim HPV-Test entnimmt die Gynäkologin/der Gynäkologe einen Abstrich vom Muttermund und der Öffnung des Gebärmutterhalses. In den entnommenen Zellen wird im Labor nach der DNA von HP-Viren gesucht, die am ehesten Gebärmutterhalskrebs verursachen.
Wie wird Gebärmutterhalskrebs behandelt?
Gebärmutterhalskrebs ist eine der am besten behandelbaren Krebsarten, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Wurden Krebsvorstufen entdeckt, wird häufig nach sechs Monaten ein erneuter Abstrich genommen, um den Verlauf zu kontrollieren. Wenn sich die Zellveränderungen nicht von selbst zurückbilden, erfolgen weitere Untersuchungen und eine Therapie.
Zu den Behandlungsmöglichkeiten von Gebärmutterhalskrebs zählen:
- Operation: Konisation oder Hysterektomie
- Strahlentherapie
- Chemotherapie
- Zielgerichtete Therapie
- Immuntherapie.
Je nach Krankheitsstadium kann es sein, dass Therapieverfahren kombiniert oder nacheinander angewandt werden.