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Houdini wurde 1993 gegründet, als Lotta Giornofelice, die Gründerin des Labels, auf einer Ski- und Klettertour in Neuseeland den Stretch-Fleece entdeckte. Damals war dieses Material nicht weit bekannt. Lotta begann, eine kleine Palette funktioneller Unterwäsche zu produzieren, welche in Kletterkreisen schnell an Bekanntheit gewann.
Houdini forderte die etablierten Outdoor-Hersteller in den frühen 2000er-Jahren heraus, als sie begannen, Base-Layer und isolierte Kleidung zu produzieren. Es wurden funktionelle Stoffe vorgestellt, die jedoch nicht so aussahen. Das mag nicht spektakulär klingen, aber zu dieser Zeit war der Sinn von Fleece, funktionell zu sein, und nicht attraktiv. Houdini erhielt viel Kritik und nur wenig Zuspruch, was sie jedoch nicht davon abhielt, ihrem Vorhaben weiter nachzugehen.
Die Firma erhielt nicht nur wegen der Kleider eine hohe Aufmerksamkeit. Die Outdoor-Industrie wurde stark von Männern dominiert, weshalb eine kleine Firma, die von Frauen geführt wird, einen prägenden Eindruck hinterliess.
Houdini bietet mittlweweile eine grosse Auswahl Produkte an, von Unterwäsche bis Überkleidung. Mehr Produktinformationen gibt es bei houdinisportswear.com.
Ist Houdini nachhaltig?
«Maximum Experience. Zero Impact» lautet das Motto, was so viel bedeutet wie «Maximales Erlebnis. Keine Auswirkungen.»
2007 präsentierte Houdini die ersten Produkte, die aus recyceltem Polyester gefertigt waren. Nachhaltigkeit ist inzwischen eine zentrale Komponente in allem, was Houdini tut, weshalb das Label einige umwelttechnische Projekte lanciert hat.
Houdini hat sich vorgenommen, nie etwas zu produzieren, was für den Kunden keinen Nutzen hat. Bevor ein Produkt kreiert wird, wird ein Designcheck durchgeführt, in dem potentieller Nutzen, Ästhetik und Nachhaltigkeit evaluiert werden. Sollte ein Produkt diesen Test nicht bestehen, wird es nicht hergestellt.
Vielfältigkeit ist eine Schlüsselkomponente der Produkte. Das Ziel sollte nicht sein, eine Jacke fürs Trekken, eine fürs Biken und eine für die Arbeit kaufen zu müssen. Denn je weniger Kleidung man kauft, desto kleiner ist die Auswirkung auf die Umwelt.
Der Trend, getragene Kleidung wegzuwerfen, wird bei Houdini bekämpft. Indem Produkte aus recyceltem und recycelbarem Material hergestellt werden, wird eine nachhaltige Konsumgesellschaft vorangetrieben. Houdini ermutigt seine Kunden, alte Produkte zu retournieren. Sind die Kleider noch in guter Verfassung, werden sie Second Hand verkauft oder gespendet, bevor sie recycelt werden.
Seit 2013 ist es in allen Houdini Stores möglich, Produkte auszuleihen und zu testen, bevor man sich entscheidet, ob man sie kaufen will. So wird sichergestellt, dass die Kunden wissen, was sie sich kaufen und der Umwelteinfluss wird auf ein Minimum reduziert.
Wie Houdini arbeitet.
Da Houdini sich entschieden hat, nur mit wenigen Lieferanten und Produzenten zusammenzuarbeiten, ist es ihnen möglich, ihre Arbeitsweise so zu gestalten, wie es sich für sie richtig anfühlt. Houdini setzt bei der Produktion auf eine enge und intensive Zusammenarbeit. Die meisten Lieferanten und Produzenten sind seit langer Zeit Geschäftspartner der Marke Houdini.
Alle Produkte werden derzeit in Europa gefertigt. So kann leichter kontrolliert und garantiert werden, dass die hohen Anforderungen bezüglich Nachhaltigkeit, soziale Standards, Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Hierfür werden die Produktionsstätten zwei- bis fünfmal pro Jahr besucht.
Houdini ist der Möglichkeit gegenüber offen, Produktionsstätten in weiteren Teilen der Welt zu eröffnen. Jedoch gilt auch hier die Bedingung, dass die hohen Standards eingehalten werden, um den Fussabdruck, der auf der Welt hinterlassen wird, möglichst klein zu halten.
Houdini verzichtet auf das Fairtrade Label, da sie davon überzeugt sind, dass es besser ist, Geld dort zu investieren, wo man den Bedarf sieht, etwas zu verbessern oder zu verändern.
Die meisten Produkte sind aus Polyester gefertigt. Als Faser bietet Polyester viele Vorteile: Sie ist widerstandsfähig, trocknet schnell und transportiert auftretende Feuchtigkeit effizient. Die Polyester-Faser kann auch wiederverwendet werden, ohne dabei ihre Eigenschaften zu verlieren.
Bei den Produkten, für die Naturfasern verwendet werden, kommt insbesondere Merinowolle zum Einsatz. Auch Merino hat viele vorteilhafte Eigenschaften: Sie speichert Wärme und ist auf natürliche Weise resistent gegen Bakterien, weshalb unangenehme Gerüche kein Thema sind. Um die biologische Abbaubarkeit zu gewährleisten, werden Naturfasern nie mit synthetischen Fasern kombiniert.
Für die Imprägnierung (DWR-Behandlung) werden von Houdini zwei Arten verwendet: Die eine basiert auf Fluorcarbon, enthält jedoch weder PFOA, noch PFOS, da diese Chemikalien umweltschädlich sind. Die zweite ist komplett frei von Fluorcarbon, welche bisher jedoch nur bei einigen Produkten verwendet wird.
Um eine Geruchsentwicklung der Kleidung zu verhindern, werden diese mit pH Pure™ behandelt, welche den pH-Wert des Materials senkt und so das Auftreten von Bakterien, die Gerüche verursachen, verhindert. Diese Behandlung wird bereits während der Produktion in das Garn eingearbeitet, was zur Folge hat, dass sie sich nicht auswäscht.