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Medienmitteilungen EDU
EDU schreibt Offenen Brief an den Bundesrat
Die EDU wehrt sich dagegen, dass der Bundesrat das Vorhaben der Palästinenser, sich von der UNO als Staat anerkennen zu lassen, unterstützen will.
TV-Konsum hat Einfluss auf Kinderzahl
Die beste Antibabypille sind ansprechende Fernsehinhalte
Den meisten Leuten ist bekannt, dass neben inhaltlichen Gesichtspunkten auch zu viel Fernsehkonsum für Kinder ungesund ist. Es gibt viele Berichte darüber, dass Kinder dadurch tendenziell dumm, dick, asozial und auch aggressiv werden.
Weniger bekannt dürfte sein, dass der TV-Konsum durch entsprechende Inhalte auch die Geburtsraten beeinflusst. Zu dieser Erkenntnis kam der Forscher Martin W. Lewis der kalifornischen Stanford Elite-Universität, an welcher er historische Geografie lehrt. Seine Forschungsergebnisse legen nahe, dass die erfolgreichste Anti-Baby-Pille der Gegenwart Telenovelas oder Daily Soaps heissen.
Sinkende Geburtenraten
Laut Lewis gehen weltweit die Bevölkerungszahlen zurück; Ausnahmen sind Zentralafrika und einige asiatische Regionen. Am dramatischsten sei der Rückgang in Indien und Brasilien. Im Jahr 1960 betrug dort die Fruchtbarkeitsrate pro Frau noch 6,25 Kinder, im Jahr 2011 habe sie noch 1,81 betragen. Im südlichen Indien liegt sie derweil unter 1,9 und auf dem ganzen Subkontinent bei 2,5. Es bestehe ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Ausbreitung des Fernsehers und den Nachkommen. Zu diesem Schluss kam der Forscher durch die Übereinstimmung einer Karte, die in Indien den Zugang der Frauen zu Fernsehgeräten abbildete, mit der Karte der geographischen Angaben zu Fortpflanzungsraten. Je grösser der Zugang für Frauen zu Fernsehgeräten sei, umso tiefer sind die Geburtenraten zumeist. Zum gleichen Ergebnis kam eine andere Studie: In Sendegebieten des finanzkräftigsten Produzenten von «Schnulzen», der Sendergruppe «Rede Globo», sank die Geburtenrate der Brasilianerinnen signifikant. Ihre Geschichten zeigen jeweils einen Zusammenhang zwischen beruflichem Aufstieg und dem Verzicht auf viele Kinder auf.
Die Botschaft kommt an
Fernsehsendungen bestimmen die Welt wahrnehmung und damit die Rollenbilder von Mann und Frau mit. Auch in unseren Breitengraden lässt sich dies feststellen. Wechselnde Beziehungen, Patchwork-Familien, erfolgreiche Alleinerziehende und homosexuelle Vorbilder prägen vermehrt Unterhaltungssendungen wie Krimis, Dramen und Romanzen. Serien und Familienfilme wie «Unsere kleine Farm» gehören längst vergangenen «Heile-Welt-Zeiten» an und scheinen nicht mehr gefragt. Attraktive, selbstbewusste Frauen sind berufstätig und haben wenige oder keine Kinder. Es darf davon ausgegangen werden, dass dies nicht zufällig so ist, sondern bewusst gesteuert wird.
Deshalb muss damit gerechnet werden, dass sich in Europa die Geburtenzahlen nicht so schnell auf 2,2 Kinder pro Frau hochschrauben lassen, solange im Fernsehen ein so wenig attraktives Bild vom Kinder-Haben gezeichnet wird.
Es bräuchte wieder glaubhafte Filme, die zeigen, wie Familien gelingen und bereichern können, ohne die heutigen Umstände zu glorifizieren. Auch wäre Medienbildung von Nöten, die uns dafür sensibilisiert, wie suggestiv unsere Zukunftsvorstellungen, Wünsche und Träume beeinflusst werden.
Lisa Leisi / Standpunkt Dez. 2013