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Am 1. Juni dieses Jahres genehmigte der oberste Domainverwalter ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) die Top-Level-Domain (TLD) ".xxx". Unter der neuen Domain sollen sich Firmen registrieren können, die ausschliesslich legale pornographische Inhalte anbieten. Dies solle eine klare Differenzierung zwischen legalen und illegalen Porno-Sites schaffen. Insbesondere ging es dem Initiator ICM Registry um die Ausgliederung von Kinderpornographie im Internet.
Die US-amerikanische Regierung sieht das aber anders. Wie 'CNET News.com' schreibt, setzt sich Michael Gallagher vom Handelsministerium gegen die bereits genehmigte TLD ".xxx" ein. In einem Brief, der gestern veröffentlicht wurde, schrieb Gallagher, dass die Regierung fast 6000 E-Mails und Briefe erhalten habe von aufgebrachten Personen, die sich Sorgen darüber machen, dass Pornographie so den Kindern und Familien näher gebracht werde.
Schon letzten Freitag hatte Mohamed Sharil Tarmizi von ICANN in einem offenen Brief intern auf Proteste von einigen Ländern aufmerksam gemacht. Man müsse diese ernst nehmen und vor einem definitiven Entscheid darauf Rücksicht nehmen. Eigentlich hätte heute Dienstag der Vertrag mit ICM Registry über die Verwaltung der TLD ".xxx" unterzeichnet werden sollen.
Alles in allem keine weltbewegende Geschichte, könnte man meinen. Doch dahinter steckt die Frage, wieviel Einfluss die US Regierung auf die zentrale Internet-Behörde und das Internet-Namensystem haben soll. (mim / hc)