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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch IV.
37.
Mond und Sterne lassen sie auf folgende Weise auf der Decke erscheinen. Im Mittelteil der Decke befestigt der Zauberer einen Spiegel, stellt gerade darunter auf den Boden ein Becken mit Wasser; eine düster brennende Kerze stellt er mitten über das Becken, und so erzielt er durch den Widerschein im Spiegel das Mondbild. Oft wird auch eine Pauke unter der Decke aufgehängt, mit Tuch umhüllt und ein Licht dahinter gestellt; der Mitspieler darf sie nicht sehen lassen, damit der Mond nicht zu früh erscheint. Wenn der Magier dem Mitspieler das Zeichen gibt, wird von der Hülle so viel weggenommen, als jener braucht, um das Abbild der augenblicklichen Mondsgestalt erscheinen zu lassen1. Er bestreicht auch die verschiedenen Teile der Pauke mit Zinnober und Gummi. Auch schneidet er von...... Flasche Hals und Boden ab, steckt das Licht hinein, bringt in der Nähe einen Reflektor an, der von einem der Mitspieler heimlich an der Decke oben gehalten wird. Nachdem dieser das Zeichen erhalten hat, senkt er die Vorrichtungen aus der Höhe nieder, so daß es aussieht, als lasse sich der Mond nieder. Dasselbe macht man auch mittels eines Topfes und Glasformen2. Es wird auch mittels eines Topfes zu Hause aufgeführt. Hinter einem Altar nämlich liegt der Topf mit dem brennenden Licht. Wenn mehrere Lichte [S. 74] brennen, kann nichts dergleichen aufgeführt werden. Wenn also der Zauberer den Mond beschwört, läßt er alle Lichter auslöschen, und nur ein düster brennendes bleibt übrig; er läßt dann das Licht aus dem Topfe auf der Decke Widerscheinen und verschafft den Anwesenden den Anblick des Mondes; die Mündung des Topfes bleibt bedeckt, bis der Augenblick gekommen ist, an dem das Mondbild auf der Decke erscheinen soll.
1: Gö.
2: Cruice.