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Durchzügler in der Silberweide
von Naturstation Silberweide
Seit einigen Tagen kann man in der Naturstation Silberweide Graugänse (Anser anser) beobachten. Die scheuen Durchzügler sind in den Teichen hinter dem Hide auf der Suche nach Nahrung.
Gut erkennbar sind sie am kontrastarmen, grauen Gefieder und dem orangen Schnabel. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt. Mit einer Länge von 75 – 90 cm und einem Durchschnittsgewicht von 3.5 kg sind sie die grössten, bei uns vorkommenden Wildgänse. Von den stattlichen Wildgänsen stammt unsere Hausgans ab.
Graugänse trifft man meistens in Gewässernähe an. Sie ernähren sich von Land- und Wasserpflanzen. Ihr gut verstecktes Nest besteht aus einem Haufen von Röhricht- und Schilfhalmen, die sie mit Federn auskleiden. Die vier bis neun Eier werden im April gelegt. Nur das Weibchen brütet. Der Bestand an Brutpaaren lag in der Schweiz bei 34 bis 55. Die Überwinterungsgebiete der Graugänse sind an der Westküste der iberischen Halbinsel, an den Nordküsten von Algerien und Tunesien und der Adria.
Bei der Graugans hat Konrad Lorenz das Phänomen der Prägung entdeckt. Das heisst, wenn ein Junges schlüpft, prägt es sich das erste Lebewesen ein, welches es erblickt. Diesem Lebewesen folgt der Jungvogel auf Schritt und Tritt, auch wenn es nicht seine Mutter ist. Dieses Phänomen ist angeboren. Da normalerweise die Mutter niemanden in die Nähe ihres Nestes lässt, prägen sich die Küken die richtige Mutter ein, folgen ihr und lernen alles von ihr, was sie später zum Überleben brauchen.