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Der Verein des Museums des Vieux Pays-d’Enhaut wurde 1922 gegründet.
Schon seit einigen Jahren hatte der Tourismus Besucher in unser Tal gebracht, die mit einem frischen Blick Möbel, Bilder, rustikale Gegenstände und Werkzeuge von aussergewöhnlicher künstlerischer Qualität entdeckten, deren Bedeutung und Originalität den meisten Einheimischen, die an diese Umgebung gewöhnt waren, bis dahin entgangen war. Und da industriell gefertigte Ware ihnen praktischer, leichter und einfacher zu reinigen erschien, warfen sie diese alten, nutzlos gewordenen Gegenstände, die von einer überholten Lebensweise zeugten, oftmals einfach weg. Sie waren begeistert, als sie sahen, dass sie ihre Objekte an die grössten Antiquitätenhändler und Sammler aus der Schweiz und dem Ausland verkaufen konnten. Die verschiedenen Wirtschaftskrisen zwangen einige allerdings dazu, sich auch von Familienschätzen zu trennen.
Alarmiert von diesem Exodus erkannten einige weitsichtige Menschen, wie wichtig es war, diese schönen Stücke in der Heimat zu behalten und für zukünftige Generationen zu bewahren. Diese Menschen waren selbstlos, denn anstatt für sich selbst die schönsten Stücke zu sammeln, wie sie es hätten tun können, handelten sie für die Allgemeinheit und streckten manchmal sogar das Geld für den Kauf eines Möbelstücks oder eines Kirchenfensters vor. Sie arbeiteten mit dem Engagement und der Begeisterung wahrer Propheten.
Zu Beginn hatte der Verein weder die finanziellen Mittel noch die notwendigen Ausstellungsräume. Über zehn Jahre hinweg bemühte sich das Komitee, Mitglieder zu werben, Geld zu sammeln und Sonderausstellungen oder Tombola-Abende zu organisieren. Das Problem der fehlenden Räumlichkeiten fand eine unverhoffte, nahezu wunderhafte Lösung, als der Präfekt des Pays-d’Enhaut, Auguste Cottier, 1931 starb, ohne einen Erben zu hinterlassen. In seinem Testament setzte er eine Stiftung als Erbe seines Vermögens und seines Präfekturhauses ein. Diese Stiftung sollte der Entwicklung des Museums dienen. Nun konnte das Museum in diese Räumlichkeiten einziehen und die ersten Besucher empfangen.
Die vor über zehn Jahren begonnene Annäherung an Scherenschnitt Schweiz hat dieser Verein dazu veranlasst, uns ihre Sammlung mit 600 Scherenschnitten anzuvertrauen. Sie wird der Öffentlichkeit nach und nach in verschiedenen Ausstellungen gezeigt.
Vorführungen, Schulungen, Konferenzen, Sonderausstellungen und eine Bibliothek ermöglichen es den Liebhabern dieser zarten Kunst, ihre Kenntnisse zu vervollständigen.