Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03650.jsonl.gz/1218

Der grösste Teil der weltweit noch verbliebenen Wälder befindet sich in Entwicklungsländern. Weil die reichsten Nationen für den grösseren Anteil an Treibhausgasen verantwortlich sind, macht es durchaus Sinn, dass diese auch die finanziellen Mittel zum Schutz dieser Wälder zur Verfügung stellen. Besonders auch deshalb, da die Industrienationen auch die meisten Produkte aus Regenwaldzerstörung kaufen.
Bei den Klimaverhandlungen in Cancun wurde eine formelle Vereinbarung verabschiedet, Geld für die Wälder sowie den Schutz ihrer Biodiversität und den indigenen Völker zur Verfügung zu stellen. Um Geld vom Fonds zum Schutz der Wälder zu erhalten, müssen Entwicklungsländer einen Plan einreichen, der aufzeigt, wie das Geld zum Schutz der Wälder eingesetzt wird, um somit Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Mehrere Entwicklungsländer haben dabei Unterstützung von Experten gesucht, die von den Geldgebern respektiert werden. Auch wenn dieses Vorgehen durchaus seinen Sinn hat, hat der Prozess damit zu scheitern begonnen.
Die sogenannten Experten die gleich von mehreren Ländern engagiert wurden, kamen von der Beratungsfirma McKinsey. Die weltbekannte Unternehmensberatung hat ihre Büros über den gesamten Globus verteilt und zählt viele namhafte Firmen zu ihren Klienten. Als die Gespräche über die Finanzierung zur Erhaltung der Wälder vor einigen Jahren begannen, fing McKinsey an sich als Beratungsfirma erster Wahl für dieses Gebiet darzustellen.
Mit der Unterstützung von McKinsey konnten viele der Entwicklungsländer ihren Gesuchen die notwendige Glaubwürdigkeit verleihen, um von den Geldgebern Subventionen zu erhalten.
Experten von Greenpeace haben mehrere Monate in den jeweiligen Entwicklungs- und Geldgeberländern gearbeitet und die Gesuche zur Finanzierung für die Erhaltung der Wälder genauer unter die Lupe genommen: Gesuche aus Indonesien, Papua Neu Guinea, Guyana und der Demokratischen Republik Kongo sind von Fehlern und Ungenauigkeiten durchzogen. Viele darin enthaltene Angaben basieren auf blossen Annahmen die weder belegbar noch kontrollierbar sind. Zudem werden die Schuztmassnahmen die während den Klimaverhandlungen in Cancun beschlossen wurden oft gänzlich ausser Acht gelassen.
All diese Angaben und Fehleinschätzungen basieren auf den Ratschlägen von McKinsey. Die wirklichen Treiber der Entwaldung werden darin jedoch nicht berücksichtig, denn in keinem der untersuchten Fälle würden diese Pläne die Abholzung oder Degradierung der Wälder stoppen. Im Gegenteil können manche davon sogar zu noch grösserer Entwaldung und damit zu noch höheren Emissionen führen.
In unserem neuen Report „Bad Influence – how McKinsey-inspired plans lead to rainforest destruction“ sind diese Fälle detailliert beschrieben.
Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Ein grosser Teil des Geldes zur Umsetzung dieser Pläne ist noch nicht geflossen. Für McKinsey ist es somit noch nicht zu spät, die Gesuche zu revidieren, ihren Ruf als seriöse Unternehmensberatung zu retten und die Entwicklungsländer wirklich dabei zu unterstützen ihre Wälder zu erhalten und Emissionen zu reduzieren.
Solange für McKinsey der Schutz der Wälder und die Reduktion von Treibhausgasen bei diesen Gesuchen aber nicht oberste Priorität hat, sollten Entwicklungsländer und Geldgeber der Unternehmensberatung keine Aufträge mehr erteilen oder gar deren Projekte finanzieren.