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|Glarus Staat Verwaltung|
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|Glarus Staat Geschichte|
Vor Christus beinhaltete Raetien das ganze Alpengebiet vom Gotthard bis ins Tirol / die Urbewohner waren keltischen Ursprungs / die Raeter, wie sie von den Römern genannt wurden, galten als gewalttätig / sie trieben in Helvetien und in der Lombardei ihr Unwesen / 15 vChr. beschloss Kaiser Augustus die Unterwerfung der Raeter / er schuf einen römischen Verwaltungsbezirk, der vom Gotthard bis über die Donau reichte / in dieser Zeit entstanden im westlichen Teil des Walensee-Gebietes die ältesten römischen Wehrbauten nördlich der Schweizer Alpen / nämlich bei Filzbach auf dem Kerenzerberg, auf dem Felsvorsprung von Betlis und auf dem Biberlikopf bei Ziegelbrücke / sie dienten der Bewachung des Durchgangs zu den Bündner Pässen
Im 1. Jh. vChr. bildete das Linthtal die Grenze zwischen dem keltisch-helvetischen und dem rätischen Kulturkreis / Ende des 2. Jh. nChr. entstanden die 2 Bezirke Raetia Prima und Raetia Secunda / die südlich gelegene Raetia Prima mit dem Verwaltungszentrum Curia Raetorum umschloss nebst dem Gebiet der heutigen Kantone Graubünden und Glarus auch die Ländereien bis zum Bodensee, Vorarlberg, Liechtenstein und den oberen Vinschgau
Vom 6. Jh. an drangen die Alemannen in mehreren Schüben in die Alptäler ein, nachdem die Römer abgezogen waren / sie siedelten sich besonders im noch freien und fruchtbaren Hinterland an / hier eigneten sich besonders die Schutt- und Schwemmkegel, welche die Bäche beidseitig ins Linthtal hineinschoben / die Bewohner siedelten sich in Weilern und Dörfern an / alles nicht privat beanspruchte Weide- und Waldgebiet bildete Gemeingut (Allmeind) / es wurde nach Bedarf durch gemeinsame Rodungen vergrössert / zu diesem Zweck, sowie zum Wege- und Brückenbau, vereinigten sich die Bewohner einer Siedlung zu einem Zweckverband (Genossame) / auch neue Alpflächen wurden in gemeinsamer Arbeit gewonnen
Zur Zeit der Christianisierung gerieten die Alemannen unter fränkische Herrschaft / um 750 Schenkung des Glarnerlandes an das vom Hl. Fridolin gegründete Frauenkloster Säckingen / nach Karl dem Grossen kamen die Alemannen-Stämme 843 zum Deutschen Reich / 1264 gewann Rudolf von Habsburg die Reichsvogtei Glarus in seinen Besitz / diese Machtballung und die Verwaltung durch einen Vogt erfüllte die Talbewohner von Glarus mit Sorge / sie näherten sich daher den Eidgenossen an, die gerne die östliche Waldstätte abzusichern trachteten / 1351 konnte der jüngste eidgenössische Ort Zürich die Region des heutigen Glarus widerstandslos besetzen / ein österreichischer Gegenschlag scheiterte 1352 auf dem Rautifeld unterhalb Näfels / das anschliessende Bündnis mit den Eidgenossen brachte den Glarnern dann aber noch nicht die volle Gleichberechtigung
Der Sempacher Krieg 1386 brachte die Entscheidung / Glarus schickte eine Hilfsmannschaft an die Eidgenossen und zerstörte die österreichischen Festungen in ihrem Einflussbereich / zusammen mit den Siegern von Sempach setzten sie sich in Weesen fest / aber die Österreicher wollten die Geschichte wieder drehen / 1388 fiel ihnen Weesen wieder in die Hände / von diesem Stützpunkt aus zogen sie gegen das Glarnerland, wurden aber an der Letzimauer bei Näfels gestellt und besiegt
Erst 1415 anerkannte König Sigismund den jungen Glarner Staat / das Bündnis von 1352 verpflichtete die Glarner, im Kriegsfall den Eidgenossen ohne Gegenrecht Hilfe zu leisten / die Glarner wollten ihn durch einen besseren ersetzen / aber erst 1473, im Vorfeld des Burgunderkrieges, liessen sich die Eidgenossen notgedrungen dazu erweichen
Stimmfähig war jeder Bürger über 16 Jahren / als jedoch infolge Pest und Reisläuferei die Einwohnerzahl stark sank, setzte man in der 2. Hälfte des 16. Jh. das Stimmrecht vorübergehend auf 14 Jahre herab und erlaubte den Bürgern, nun 12jährige Mädchen zu heiraten / bei der Volljährigkeit mit 16 Jahren blieb es bis zur Verfassung von 1836
Wohl wetterte Zwingli, der die Glarner als Feldprediger nach Marignano (1515) begleitet hatte, gegen die Reisläuferei / und die Obrigkeit verbot den auswärtigen Waffendienst immer wieder / doch die wirtschaftliche Notwendigkeit war stärker / daher dienten 3 Jh. lang Glarner Offiziere und Soldaten, je nach Weltlage, verschiedenen Herren / einige Offiziere stiegen in die höchsten Ränge auf / in Erinnerung bleibt Leutnant Thomas Legler, der den napoleonischen Feldzug nach Russland mitmachte / und 1812 im Abwehrkampf in der Kälte das 'Beresinalied' anstimmte, um seine Kameraden zu ermutigen / die Industrialisierung entwertete den Solddienst materiell, die Politik des 19. Jh. ideell / erst bei der Gründung der kantonalen Heere, aus denen dann die Schweizer Armee entstand, kamen die Reisläufer wieder zum Zug / dabei wurde nämlich gerne auf die Erfahrung der Männer in fremden Diensten zurückgegriffen
Der Kanton Glarus pflegt noch immer die Landsgemeinde / und zwar in der ursprünglich alemannischen Versammlungsform, dem Ring / dieser ist der vielen Leute wegen zur Ovalform mutiert und füllt den Zaunplatz vollständig aus / seit 1972 nehmen auch die Frauen teil / die Landsgemeinde ist die Versammlung der stimmberechtigten Landeseinwohner und oberstes Organ des Kantons / sie nimmt noch einige wenige Wahlen vor: den Landammann und den Landesstatthalter aus dem Kreis der an der Urne gewählten Regierungsräte sowie die Richter / ausserdem ist sie für Verfassungs- und Gesetzgebung, für die Festsetzung des Steuerfusses und wichtige Sachentscheide zuständig / an diesem ersten Mai-Sonntag ist der amtierende Landammann der Chef auf dem Platz
Nach der Überlieferung hat um 500 nChr. der Glaubensbote Fridolin christliches Gedankengut ins Linthtal getragen und die Glarner zum Christentum bekehrt / Glarus wurde durch einen deutschen König dem Kloster Säckingen geschenkt / deshalb ist davon auszugehen, dass die Christianisierung des Glarnerlandes von Säckingen ausging / sie war um die Mitte des 8. Jh. abgeschlossen gewesen
Der Teilungsbrief zwischen Mollis und Näfels vom Dreikönigstag 1532 sicherte jedem Kirchgenossen persönliche Glaubens- und Gewissensfreiheit zu / während der Gegenreformation spitzte sich die Lage wieder zu / durch besondere Landesverträge 1623 und 1683 bestanden fortan nebeneinander 2 Teilstaaten mit eigener Verwaltung, Regierungen und Gerichten / nicht aber mit eigenen Territorien