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Kanadas Ureinwohner proben den Aufstand
- Freitag, 18. Januar 2013, 10:03 Uhr
Bei mehreren indigenen Gemeinden im Westen Kanadas brodelt es. Nachdem die Regierung von Premier Stephen Harper ein umstrittenes Umweltgesetz verabschiedet hatte, protestieren hunderte Ureinwohner Kanadas in Ottawa. Es geht aber längst nicht mehr um die Umwelt.
Bereits Anfang Jahr reichten mehrere Stämme im Westen Kanadas Klage gegen zwei kürzlich verabschiedete Gesetze ein. Sie verlangen vom kanadischen Bundesgericht, die Regelungen für nichtig zu erklären, da sie die Jagd- und Fischereirechte der Ureinwohner einschränken könnten.
Die beiden im Dezember verabschiedeten Gesetze weichen nach Ansicht der Kläger die Bestimmungen für den Boden- und Gewässerschutz. Diese betreffen Regionen mit hohem Ölvorkommen. Seither protestieren die Ureinwohner im Rahmen der Bewegung «Idle No More» (Nicht länger untätig).
Doch es gehe längst nicht mehr nur um das Umweltgesetz, welches Ottawa verabschiedet hat, sagt Kanada-Journalist Gerd Braune zu Radio SRF. Die Rechte der indigenen Gemeinden, die Ausbildung oder die Gesundheit seien weitere Probleme, die «Idle No More» anspreche. Auch die oft erbärmlichen Lebensverhältnisse der Urvölker seien ein Problem, erklärt Braune.
Die Regierung von Stephen Harper nahm die Protestaktionen zu Beginn nicht sehr ernst. Doch der Hungerstreik von Häuptling der Attawapiskat, Theresa Spence, führte zu einem Umdenken, so Braune weiter. Eine erste Gesprächsrunde zwischen der Regierung und den Stammesführern brachte allerdings nicht viel hervor.
Dauerhafte Lösung erstrebenswert
Spence und andere Häuptlinge forderten, dass neben Harper auch der Generalgouverneur David Johnston als Vertreter der britischen Monarchie an dem Treffen teilnimmt. Dabei sollte es um die laut Spence «von Nation zu Nation» abgeschlossenen Abkommen der Urvölker mit der britischen Krone gehen.
Dabei wäre die Regierung gut beraten, die Proteste der indigenen Gemeinden ernst zu nehmen. Die von den Urvölkern kontrollierten Gebiete Kanadas seien sehr rohstoffreich und hier hätten die Stämme ein vom Gesetz her verankertes Mitspracherecht, betont Braune weiter. Daher wäre eine dauerhafte Lösung erstrebenswert.
Die Demonstranten, von denen viele prachtvollen Federschmuck trugen, marschierten von Spences Tipi zum Klang traditioneller Trommeln mit den bunten Fahnen ihrer Stämme zum Bundesparlament. Mehrere Stammesführer hatten zu Beginn der Proteste gedroht, die Strassen zu blockieren und die «kanadische Wirtschaft in die Knie zu zwingen».
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