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Gleichzeitig könnte dabei fast die Hälfte des seit der industriellen Revolution in der Atmosphäre angesammelten Kohlenstoffs absorbiert werden, wie ein internationales Forscherteam in einer im Fachmagazin «Nature» veröffentlichten Studie zeigt.
15% Renaturierung hilft 60%
Die Forschenden bewerteten weltweit 2870 Millionen Hektar Ökosysteme, die in der Vergangenheit in Ackerland umgewandelt wurden. Davon waren 54 Prozent ursprünglich Wälder, 25 Prozent Grasland, 14 Prozent Buschland, vier Prozent Trockenland und zwei Prozent Feuchtgebiete.
Den Berechnungen zufolge würde die Renaturierung von 30 Prozent der einst durch Landwirtschaft ersetzten Ökosysteme 70 Prozent der bedrohten Tierarten vor dem Aussterben retten und dabei mehr als 465 Milliarden Tonnen Kohlendioxid absorbieren. Selbst wenn nur 15 Prozent der zerstörten Ökosysteme weltweit wiederhergestellt würden, könnten 60 Prozent der bedrohten Arten nachhaltig geschützt und gleichzeitig 299 Milliarden Tonnen CO2 reduziert werden.
Wälder besonders wichtig
«Die Pläne zur Wiederherstellung eines naturnahen Zustands der Ökosysteme voranzutreiben ist entscheidend, um zu verhindern, dass die anhaltende Biodiversitäts- und Klimakrise ausser Kontrolle gerät», erklärte der Hauptautor der Studie, Bernardo Strassburg, von der Päpstlichen Katholischen Universität in Rio de Janeiro in einer Mitteilung.
Zentral für die Bekämpfung der Erderwärmung und den Schutz der Biodiversität, sei der Schutz und die Renaturierung von Wäldern. «Aber andere Ökosysteme dürfen nicht ausser Acht gelassen werden, denn sie spielen eine wichtige Rolle im Zusammenhang von Klimaschutz, Biodiversitätsschutz und der Ernährungssicherheit», sagte Karl-Heinz Erb vom Institut für soziale Ökologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien.
Mehr Grünzeug auf den Teller
Apropos Ernährungssicherheit: Die Forscher errechneten auch, dass 55 Prozent oder 1578 Millionen Hektar Ökosysteme, die in Ackerland umgewandelt wurden, renaturiert werden könnten, ohne die globale Nahrungsmittelproduktion zu beeinträchtigen.
Um diese sicherzustellen wären parallel dazu eine gut geplante und nachhaltige Intensivierung der Nahrungsmittelproduktion, eine Verringerung der Nahrungsmittelabfälle und eine Verlagerung weg von tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Milch und Käse zu einem höheren pflanzlichen Anteil in der Ernährung notwendig.