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Regionale Kohäsion ist in der Schweiz wie auch in der Europäischen Union ein zentrales Anliegen der Wirtschaftspolitik. Der Grundgedanke dabei ist, dass die temporäre Förderung einen sich selbst tragenden Entwicklungsprozess in den geförderten Regionen in Gang setzt und so die regionalen Ungleichheiten verringert werden können.
Unsere Forschung untersucht die Effektivität und Effizienz solcher struktur- und regionalpolitischen Massnahmen. Dabei stellen sich zwei fundamentale Herausforderungen:
Um diesen Herausforderungen Rechnung zu tragen, greifen wir in unseren Analysen auf ökonometrische Methoden sowie Modellsimulationen zurück. Konkret identifizieren wir partielle kausale Effekte von Umverteilungsprogrammen durch Ausnutzung von (quasi-experimentellen) Diskontinuitäten im Verteilschlüssel. Diese Parameterwerte verwenden wir in einem zweiten Schritt für die Kalibrierung unserer Gleichgewichtsmodelle. Dies erlaubt uns, die Gesamtwirkung von Umverteilungsprogrammen auf die Wirtschaft verlässlich zu quantifizieren.
Das Volumen regionaler Umverteilungsprogramme in Europa ist erheblich: Die öffentlichen Ausgaben für Struktur- und Regionalpolitik belaufen sich auf ca. 30 Prozent des EU-Gesamtbudgets. Grafik 1 illustriert die regionale Verteilung dieser Mittel. In einem aktuellen Forschungsprojekt untersuchen wir die Auswirkungen der regionalpolitischen Förderung in der EU auf das wirtschaftliche Gleichgewicht. Das heisst, unsere Wirkungsanalyse der Fördermassnahmen bezieht nicht nur direkte Effekte auf die geförderten Regionen der EU mit ein, sondern berücksichtigt auch die gesamte wirtschaftliche Dynamik aller EU-Regionen.
Basierend auf dieser Analyse leiten wir Kriterien für «optimale» regionalpolitische Fördermassnahmen ab, welche die Effizienz der EU-Strukturpolitik gemäss unseres Modells maximieren würde. Dabei zeigt sich, dass die optimale Kombination an Fördermassnahmen regional variiert. Würde der Mix an Lohnsubventionen, Investitionen in die regionale Produktivität (u.a. via Subventionen für innovative Produktentwicklungen) und Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur systematisch nach Regionen abgestimmt, bestünde ein erhebliches Potential für Effizienzgewinne bei der Verwendung von EU-Fördermitteln.