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Sie sind Model, Sängerin, Schauspielerin – und eine sehr schöne Frau. Mussten Sie härter als andere kämpfen, um ernst genommen zu werden?
Ich habe einen merkwürdigen Hintergrund. Ich war schon berühmt, als ich klein war. Ich bin aufgewachsen und dabei gefilmt worden. Ich wurde schon mit 15 gefragt, was ich im Leben machen will. Dabei hat man in dem Alter noch keine Ahnung. Ich musste mich immer rechtfertigen. Ich denke also nicht, dass Schönheit mein Problem war.
Ihr Vater ist Regisseur, Ihre Mutter ein Weltstar. War es schlimm, so aufzuwachsen?
Ja und nein. Ich habe immer bewundert, dass meine Eltern lieben, was sie tun. Die Eltern anderer Kinder kamen nach Hause und waren glücklich, dass der Tag vorbei ist. Meinen Vater und meine Mutter musste man zwingen, nach Hause zu kommen. Das wollte ich auch.
Der Nachteil?
In Frankreich gibt es viel Neid. Der Vorwurf, die Tochter von Jane Birkin und Jacques Doillon zu sein, hat mich ein Leben lang verfolgt.
Hatten Sie Angst, sich mit Musik zu exponieren?
Ja. Das Erstaunliche aber ist, wie gut ich von Publikum und Presse als Sängerin aufgenommen wurde. Das war überraschend. Und wenn ich im Ausland auftrete, reden die Leute über meine Musik – die haben keine Ahnung, wer ich bin. Das ist wunderbar.
Sie haben gesagt, Sie seien als Groupie geboren worden.
Ja! Ich habe das in einer Biografie gelesen: Um ein Musiker oder eine Musikerin zu sein, muss man ein Groupie sein. Ich dachte: «Wow, das macht alles ja noch cooler!» Und es stimmt: Man will doch so sein wie seine Vorbilder – der Look, der Sound, alles!
Haben Sie das mit dem Groupie auch sexuell gemeint?
Eher im kindlich-naiven Sinn: Man will seinen Idolen nahe sein. So sein wie sie. Heute haben Sportler diesen Platz eingenommen: Wenn ich meinen Sohn sehe, wie er Fussball schaut, ist das wie früher, als ich Guns N’ Roses verehrte.