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DMZ – UMWELT ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦
Mehr als die Hälfte der weltgrößten Seen verliert Wasser, wie eine internationale Analyse von Seen zeigt, die im Fachmagazin "Science" veröffentlicht wurde. Dieses alarmierende Ergebnis legt nahe, dass über 50 Prozent der größten Seen weltweit große Mengen an Wasser verlieren, oft aufgrund menschlicher Aktivitäten.
Die Auswirkungen sind sowohl lokal als auch global von Bedeutung, da Seen nicht nur wichtige Ökosysteme sind, sondern auch eine entscheidende Rolle bei der Wasserversorgung und Bewässerung ganzer Regionen spielen. (Interaktive Karte)
Obwohl Seen nur ungefähr drei Prozent der globalen Landfläche ausmachen, beherbergen sie mehr als 85 Prozent des flüssigen Süßwassers der Erde. Sie versorgen Haushalte mit Trinkwasser, dienen der Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen und erhalten eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Bisher war jedoch nur wenig über den Zustand der Seen bekannt, und es gab nur begrenzte Informationen über die genauen Veränderungen und Hintergründe.
Um diese Wissenslücke zu schließen, haben Forscherinnen und Forscher Daten von Erdbeobachtungssatelliten mit hydrologischen und Klimamodellen kombiniert, um Veränderungen der Wassermenge in 1972 Seen und Stauseen weltweit zu analysieren. Die Daten decken den Zeitraum von 1992 bis 2020 ab. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: 53 Prozent der untersuchten Wasserreservoire haben in den letzten 28 Jahren signifikant Wasser verloren.
Die betroffenen Gebiete erstrecken sich über wichtige Regionen der Welt, darunter Westasien, der Nahe Osten, Westindien, Ostchina, Nord- und Osteuropa, Ozeanien, die angrenzenden Vereinigten Staaten, Nordkanada, das südliche Afrika und den größten Teil von Südamerika. Es wird deutlich, dass der Wasserverlust in den bedeutendsten Seen der Welt stattfindet.
Die Auswirkungen sind erheblich: Insgesamt haben die großen Seen und Stauseen weltweit in den letzten 28 Jahren rund 22 Gigatonnen Wasser verloren, was etwa 602 Kubikkilometern entspricht. Dies entspricht dem Wasserverbrauch der USA für das gesamte Jahr 2015 oder dem 17-fachen Volumen des Lake Mead, dem größten Stausee in den Vereinigten Staaten.
Die Gründe für den Wasserverlust sind vielfältig. Klimawandel und damit verbundene erhöhte Verdunstung spielen eine Rolle, ebenso wie menschlicher Wasserverbrauch. Insbesondere in Stauseen ist auch die Sedimentation ein Faktor, da sich im Laufe der Zeit Sand, Schlick und Steine ansammeln und das Fassungsvermögen verringern.
Die Forscher betonen die Bedeutung dieser Erkenntnisse, um die großen Seen und ihre Ökosysteme besser zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften. Eine umfassende Analyse und Überwachung der Wasservorräte in Seen ist entscheidend, um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Der Klimawandel und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten müssen in Bewirtschaftungsplänen von Seen stärker berücksichtigt werden, um das langfristige Überleben dieser lebenswichtigen Gewässer sicherzustellen.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Notwendigkeit, den Fokus auf den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Seen zu legen, um die Wasservorräte und Ökosysteme langfristig zu erhalten. Nur durch eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung können wir sicherstellen, dass die Seen weiterhin ihre wichtige Rolle bei der Wasserversorgung und dem Erhalt der Biodiversität erfüllen können.
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