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Die Schwerter der Samurai
Wenn man von den Schwertern der Samurai spricht, meint man meist das traditionelle Langschwert der japanischen Krieger (Katana). Ausser dem Katana verwendeten die Samurai natürlich noch andere Arten von Schwertern. Beim Katana handelt es sich um ein langes Schwert mit nach hinten gebogener einschneidiger Klinge von mindestens 60,6 cm Länge.
Es taucht erstmals gegen Ende des 14. Jahrhunderts auf und wurde im Zweikampf mit ungepanzerten Gegnern eingesetzt. Jeder Teil des Schwertes hat eine spezielle Bezeichnung: Der Klingenrücken beispielsweise heisst Mune, die Schwertangel Nakago. Heutzutage angebotene Schwerter sind mitunter mit einem Zertifikat versehen, das ihnen hohe Qualität bescheinigt. Stammt dieses von einer bekannten Institution, kann der Käufer ihm vertrauen.
Gebrauch des Schwerts
Im normalen Alltag trug der Samurai das Katana zusammen mit dem Wakizashi (Kurzschwert) an seinem Hüftgürtel. Zu Hause bewahrte er es in einer eng anliegenden Montur aus unbehandeltem Holz auf. Nahm der Samurai in einem fremden Haus Platz, legte er sein Schwert stets in Reichweite auf den Boden. So konnte er es bei aufkommenden Feindseligkeiten sofort benutzen.
Im Kampf verwendete er es zwei- oder einhändig als Hieb- und Stichwaffe. Während der langen Friedenszeit ab dem 17. Jahrhundert wurde die einstige Waffe immer mehr zum Statussymbol. Dies zeigte sich in immer kunstvolleren Verzierungen. Der zunehmende Einsatz von Schusswaffen führte in der Folgezeit dazu, dass die Samurai ihre Privilegien einbüssten und ihre Schwerter nicht mehr mit sich führen durften.
Klingenstähle
Damit das Katana für den praktischen Einsatz geeignet ist, muss es über bestimmte Eigenschaften verfügen. Ein einfacher Schnitttest reicht dafür nicht aus. Mit diesem kann der Anwender lediglich herausfinden, ob es die erforderliche extreme Schärfe hat. Schwerter für sportliche Übungen sind aus speziellem Klingenstahl gefertigt und in einem besonderen Verfahren gehärtet. Für die Klingen verwendet man - Tamahagane Stahl - 1060 oder 1095 Karbonstahl (Kohlenstoffstahl) - Federstahl - T-10 Stahl - L-6 Stahl Moderner Karbonstahl enthält wie sein historischer Vorgänger Tamahagane Stahl hauptsächlich Eisen. Sein Kohlenstoffanteil beträgt weniger als 2,1 Prozent. Industriell gefertigter Stahl hat eine gleichbleibende Qualität. Tamahagane Stahl muss vor dem Härten noch bis zu fünfzehn Mal gefaltet werden.
Damit verteilt man den im Material vorhandenen Kohlenstoff gleichmässig und verhindert ein späteres Springen der Klinge beim Aushärten. Ausserdem beseitigt das Falten im Rohmaterial vorhandene Verunreinigungen. Die Anzahl der Stahllagen richtet sich nach der des Faltens: Fünfmaliges Falten ergibt zwei hoch fünf Lagen, also 32 Schichten. Da Tamahagane Stahl nur aufwendig bearbeitet werden kann, sind Schwerter mit derartigen Klingen auch dementsprechend teurer. Dekorationsschwerter werden oft aus genormtem rostfreiem Industriestahl gefertigt. Federstahl ist zur Herstellung von Schwertklingen ebenfalls gut geeignet. T-10 Stahl hat ähnliche Eigenschaften wie 1095 Karbonstahl. Schwerter mit Klingen aus L-6 Stahl werden zwar von vielen Experten für praktische Übungen empfohlen, sind jedoch nicht weit verbreitet. Das liegt daran, dass nur wenige Waffenschmiede die schwierige Wärmebehandlung dieses Stahls beherrschen.
Herstellung des Katanas
Katanaklingen werden anschliessend noch gehärtet: Der Stahl wird erhitzt und dann deutlich niedrigerer Temperatur ausgesetzt. Im nächsten Schritt härtet man den Klingenrücken noch mit etwas niedrigerer Temperatur (differentielles Härten). So ist die Schneide letztlich härter als der Klingenrücken. Gehärtete Schneiden sind widerstandsfähiger und lassen sich besser schärfen.
Der Klingenrücken muss stets etwas weicher und elastischer sein, weil er sonst bricht. Die Japaner bedienen sich zur differentiellen Härtung einer traditionellen Methode: Sie bestreichen den Klingenrücken dick mit einer Mischung aus fein gemahlenem Schleifstein, Lehm, Holzkohlenasche und Wasser. Die Schneide erhält nur einen dünnen Überzug. Nach dem Trocknen der breiartigen Masse wird die Klinge bis auf 900 Grad erhitzt und dann zum Abschrecken in warmes Wasser getaucht. Da die auf der Schneide befindliche Schicht wesentlich dünner ist, härtet dieser Bereich stärker aus. Ausserdem krümmt sich dabei die Klinge.
Anschliessend erhält der Schleifer das Schwert zum Polieren und Schärfen. Dafür verwendet er zuerst grobe und dann immer feinere Steine. Danach werden Schwertscheide (Saya) und Griff (Tsuka) gefertigt. Vor der Scheidenöffnung (Koiguchi) bringt man dann noch einen Abschluss aus Knochen an, überzieht den Griff mit Rochenhaut und lackiert ihn. Ein aussen angebrachter runder Knopf mit Öffnung dient als Halterung für das seidene Schwertband.
Worauf Sie beim Kauf eines Katanas achten sollten
Die Frage, welches das beste Katana ist, lässt sich nicht pauschal beantworten: Je nach Verwendungszweck kommen dabei unterschiedliche Schwerter infrage. Möchten Sie das Schwert lediglich als attraktives Dekorationsobjekt verwenden, reicht bereits ein ansprechend gestaltetes kostengünstiges Katana aus. Schwerter, die für sportliche Übungen geeignet sind, kosten hingegen je nach Qualität bis zu 2.000 Euro.
Sie sind vollständig oder teilweise manuell gefertigt. Als Sammlerobjekte eingeplante Katanas haben einen deutlich höheren Preis als Schwerter zum Fechten. Das teuerste bisher ersteigerte antike Schwert hat heute einen Wert von mehr als 700.000 Dollar. Schwerter für Kunstsammler bestehen aus besonders erlesenen Materialien und stammen aus bekannten Werkstätten.
Sie haben ausserdem eine hohe Verarbeitungsqualität. Ist der Waffenschmied Meister seines Fachs, muss der Käufer natürlich einen noch höheren Preis einkalkulieren. Denn schliesslich ist die Klinge der wichtigste Teil des Schwertes. Das gilt natürlich auch für Katanas, die nicht als Sammlerobjekt dienen. Damit Sie das Schwert beim Fechten sicher handhaben können, sollte es eine hohe Stahlqualität, eine bestimmungsgemässe Verarbeitung und ausreichende Schärfe haben. Optimal geeignet sind Schwerter mit Klingen aus Tamahagane, 1060, 1095, T-10 oder Federstahl.
Diese sind meist richtig gehärtet. Achten Sie ausserdem darauf, dass Ihr Schwert über eine richtige Nakago (Schwertangel) verfügt: Die Klinge und die etwas schmalere Angel müssen aus einem Stück gefertigt sein. Die Angel sollte ausserdem zwei Löcher haben, weil sie mit zwei Mekugi-Stiften im Schwertgriff befestigt wird. Ist dies nicht der Fall, hat das Katana keine ausreichende Stabilität. Dann kann es im Kampf auseinanderfallen und den Schwertkämpfer verletzen. Für den Nahkampf ebenfalls wichtig ist natürlich die Schärfe der Schneide. Dekoschwerter erkennen Sie daran, dass bei ihnen eine sehr schmale Angel einfach mit der Klinge verschraubt ist.