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Am 6. Mai nimmt das Verbindungsbüro der Schweiz in Bagdad seine Tätigkeit wieder auf. Es wird vom Diplomaten Martin Aeschbacher geleitet.Dieser Inhalt wurde am 05. Mai 2003 - 16:17 publiziert
Der Schweizer Koordinator für humanitäre Hilfe im Irak und weitere Mitarbeiter kehren ebenfalls zurück.
Die gegenwärtigen Sicherheitsbedingungen in Bagdad und im Irak werden vom Eidg. Departement des Äusseren (EDA) als ausreichend für die Wiederaufnahme der Arbeit eingeschätzt.
Mit der Eröffnung des Verbindungsbüros kann die Schweiz wieder diplomatische Aktivitäten im Irak selbst entfalten.
Inoffizielle "Botschaft"
Insider bezeichnen das Verbindungsbüro als "Botschaft, die man nicht Botschaft nennen darf". Deshalb wird dem Verbindungsbüro auch kein Botschafter, sondern ein Geschäftsführer vorstehen.
Der Diplomat Martin Aeschbacher tritt die Nachfolge von Christian Winter an, der nach Bern zurückgekehrt ist. Aeschbacher studierte Islamwissenschaft und arabische Literatur.
Zwischen 1989 und 1992 arbeitete er in der Schweizer Botschaft in Kairo. Und von 1992 bis 1996 war er im EDA in Bern für die Beziehungen mit den Ländern des Nahen Ostens zuständig.
Wiederaufnahme der konsularischen und humanitären Tätigkeit
Martin Aeschbacher wird begleitet von Daniel Beyeler, dem Schweizer Koordinator für humanitäre Hilfe im Irak, dem ein Kommunikations-Verantwortlicher für Belange der humanitären Hilfe zur Seite steht. Die Mitarbeiter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) werden die Aktivitäten der Schweizer Hilfswerke koordinieren.
Ein weiterer Mitarbeiter wird für konsularische Fragen zuständig sein. Lokales Personal unterstützt zudem zusätzlich das Verbindungsbüro.
Als erstes wird der Koordinator für humanitäre Hilfe bei der Einführung eines Verfahrens zur Beurteilung der humanitären Situation mitwirken; danach wird er die Aktionen vor Ort überwachen.
Das Verbindungsbüro musste seine Arbeit am 18. März 2003 einstellen, und das Schweizer Personal war nach Amman evakuiert worden.
Räumlichkeiten intakt
Die jetzigen Sicherheitsbedingungen in Bagdad und im Irak erlauben die Wiederaufnahme der Arbeit.
Die Räumlichkeiten des Verbindungsbüros und die Wohnräume wurden durch die militärischen Operationen nicht beschädigt und waren auch nicht von den Plünderungen nach dem Sturz des irakischen Regimes betroffen.
Das EDA rät jedoch Privatpersonen weiterhin nachdrücklich davon ab, zum jetzigen Zeitpunkt in den Irak zu reisen. Die Sicherheitsbedingungen im Irak lassen noch keine Geschäfts- oder Privatreisen zu. Die unentbehrliche Infrastruktur sei noch nicht wiederhergestellt.
Auch IKRK-Präsident in Bagdad
Am Montag begab sich auch Jakob Kellenberger, der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), nach Bagdad. Ziel der Reise ist ein Treffen mit Jay Garner, dem Chef des US-Büros für Wiederaufbau und humanitäre Hilfe.
Mit diesem wolle er die derzeitige Lage im Irak, die rechtliche Lage und die Rolle des IKRK erörtern.
Ein weiteres Anliegen sei ein Treffen mit den IKRK-Mitarbeitern vor Ort. Diesen wolle er für ihr Engagement danken. Zurzeit befinden sich rund 450 IKRK-Mitarbeiter im Irak im Einsatz.
swissinfo, Etienne Strebel und Agenturen
Fakten
Das Schweizer Verbindungsbüro hatte am 18. März 2003 geschlossen.
Das Personal wurde nach Amman in Jordanien evakuiert.
Weder das Büro noch die Wohnräume wurden während des Kriegs beschädigt.
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