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Am vergangenen Wochenende kämpften die besten Freiburger Tischtennisspielerinnen und -spieler in Estavayer-le-Lac um den kantonalen Meistertitel. In der Halle Amarante wurden verschiedenste Alters- und Niveaukategorien im Doppel und im Einzel ausgetragen, wobei der jüngste Teilnehmer unter 11 und der älteste über 80 Jahre alt war. Am besten vertreten waren die Klubs von Freiburg, Rossens und Bulle, alle mit weit über 20 Spielern, was sich schliesslich auch in den Medaillengewinnen widerspiegelte. «Es ist jedes Jahr eine grossartige Gelegenheit für die Spieler des Kantons zusammenzukommen», meint Bruno Marty, Präsident des Freiburger Tischtennisverbands. Schade sei jedoch, dass keine Sensler an dem Turnier teilgenommen hätten, weil der einzige angemeldete Spieler aus Düdingen krankheitshalber ausgefallen sei. «Die Tischtennisclubs von Düdingen und Schmitten haben vor vielen Jahren beschlossen, dass sie der Sprache wegen lieber zum Berner Regionalverband gehören möchten», erklärt Marty.
Vincent Grandgirard, Vizepräsident des Organisationskomitees, sagte: «Wir leiten die Einladung zu diesem Turnier an alle Clubs weiter, aber es liegt dann halt an ihnen, ihre Spieler zu motivieren.»
Knapper Final
Das Finale der höchsten Kategorie der Herren begann mit knapp einer Stunde Verspätung, die Halle hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits geleert. Wer es jedoch bis zum Ende ausgehalten hatte, konnte eines der spektakulärsten Finals seit mindestens zehn Jahren mitverfolgen. Sébastien Demichel (Freiburg), der im Viertelfinal überraschend den bisher meist klar gesetzten Finalteilnehmer Luca Anthonioz (Bulle) besiegt hatte, traf im Endspiel auf den Serienmeister Thierry Miller. Der Spieler des CCT Bulle hat den Titel schon viele Jahre gewonnen. «15 oder 16, so genau weiss ich das nicht mehr», antwortete der 52-Jährige auf die Frage, wie oft er schon Freiburger Meister geworden sei.
Als Demichel gegen den Favoriten gar die ersten beiden Sätze mit einem nervenzerreibenden 15:13 gewann, schien es bereits, als könnte die Sensation Tatsache werden. Dem Underdog fehlten schliesslich drei Punkte. Im dritten Satz führte Demichel mit 10:7, aber Miller schaffte es, aufzuholen und den Satz schliesslich knapp für sich zu entscheiden. In den darauffolgenden beiden Durchgängen setzte sich die Erfahrung Millers klar durch: Die Erfolgsserie des 25-jährigen Demichel war gebrochen und der langjährige Champion triumphierte im fünften Satz.
«Es war das schönste Finale, das ich hier je gespielt habe», meinte Miller. «Jeder Ball war spannend, es gab kaum Fehler, und sogar bei Satz- oder Matchbällen sind wir beide Risiken eingegangen.» Er hoffe, noch lange seinen Titel verteidigen zu können, aber die Zeit spiele gegen ihn, sagte der 52-Jährige mit einem Schmunzeln. «Noch schöner als der Sieg in der Open-Kategorie wäre für mich allerdings ein Sieg im Mixeddoppel mit meiner Tochter Karen zusammen», erklärt er. Da hatte sich das Duo Miller/Miller im Final Salomé Simonet (Freiburg)/Vincent Carrel (Rossens) in drei Sätzen geschlagen geben müssen.
Für den Einzelfinalisten Sébastien Demichel war bereits der Finaleinzug eine Überraschung. «Als ich gegen Anthonioz gewonnen hatte, dachte ich schon: Heute wird mein Tag. Das Finale war dann unglaublich, auch wenn sich schlussendlich Millers Erfahrung ausgezahlt hat.»
Auch wenn dieses Jahr die Stärkeverhältnisse noch gewahrt blieben, eines zeigte sich doch: Der Titan Miller könnte vielleicht tatsächlich in absehbarer Zeit von einem jüngeren Spieler geschlagen werden.
Drei Titel für Simonet
Auch bei den Damen setzte sich die Vorjahressiegerin und Titelfavoritin durch. Salomé Simonet (Freiburg) bekundete allerdings weniger Probleme als Miller und blieb im ganzen Turnier ohne Satzverlust. Simonet holte auch im Doppel und Mixed mit ihren jeweiligen Partnern den Titel.
Der Tischtennisklub Estavayer hatte zur Feier seines 50-Jahr-Jubiläums die kantonalen Meisterschaften organisiert. Für die Durchführung der FM scheute der Verein keinen Aufwand. Weil die grosse Dreifachhalle in Estavayer-le-Lac nicht über regelkonforme Tischtennistische verfügt, mussten diese aus Avry, Matran und Domdidier hergebracht werden. «Die Abtrennungen hat uns der Tischtennisklub Lausanne zur Verfügung gestellt», erzählte OK-Vizepräsident Grandgirard. «Die Kollaboration unter den Clubs bei der Planung dieses Events war hervorragend.»