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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 28. Mai 2014 den "Nachwuchsbericht" verabschiedet, der auf das Postulat 12.3343 zurückgeht. Er unterstreicht den Auftrag der Fachhochschulen (FH), ihre Studierenden praxisorientiert auszubilden und durch angewandte Forschung und Entwicklung zur Innovation beizutragen. Der Bericht verzichtet jedoch auf eine Aussage zum dritten Bologna-Zyklus an FH. Die Hochschulen müssen sich in ihrem Profil weiterentwickeln und sich an der Bildung ihres eigenen Nachwuchses massgeblich beteiligen. FH-Doktorierende bilden eine zusätzliche Schnittstelle zwischen Praxis und Theorie, zwischen Grundlagenforschung und Anwendung. Damit bietet der dritte Zyklus an FH eine grosse Chance für verstärkte Innovation in der Schweiz.</p><p>Die FH, vertreten durch deren Rektoren (KFH), und der schweizerische Dachverband der Absolventinnen und Absolventen von FH (FH Schweiz) sind bereit, sich an der Qualifikation des dringend benötigten wissenschaftlich qualifizierten Nachwuchses in der Schweiz zu beteiligen, und unterstützen die Einführung eines dritten Zyklus an FH. Deshalb ist im Nachgang zu den Antworten auf die Interpellation Häberli-Koller 13.3670 die Beantwortung folgender Fragen notwendig:</p><p>1. Welche Fördermöglichkeiten für Forschende mit Ziel einer Lehr- und Forschungslaufbahn an einer Fachhochschule hält der Bundesrat für zweckmässig?</p><p>2. Wie beurteilt er die Erkenntnisse der Rektorenkonferenz (KFH-Grundsatzposition) sowie die Position von FH Schweiz zur Lösung der heute fehlenden Doktoratsmöglichkeiten im Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung?</p><p>3. Welche Folgerungen zieht er, und welche Ergänzungen im Massnahmenplan des Nachwuchsberichtes nimmt er bezüglich der von der KFH nachgewiesenen spezifischen Nachwuchsproblematik für Fachhochschulen vor?</p><p>4. Welche Möglichkeiten sieht der Bund, um die vom Schweizerischen Wissenschafts- und Innovationsrat geforderte "wirklich breite Förderung des Nachwuchses" sicherzustellen, z. B. im Rahmen der angekündigten anreizorientierten Sondermassnahmen?</p><p>5. Mit welchen Massnahmen und nach welchem Zeitplan (BFI-Botschaft 2017-2020) will er die Lancierung von neuen Modellen des dritten Studienzyklus im Fachhochschulprofil unterstützen?</p><p>6. Welche Vorteile sieht er durch einen dritten Zyklus an FH hinsichtlich seiner Innovationspolitik?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat in seiner Antwort auf die Interpellation Häberli-Koller 13.3670 festgehalten, dass Fachhochschulen (FH) den Auftrag haben, praxisorientierte und berufsqualifizierende Ausbildungen anzubieten sowie anwendungsorientierte Forschung für Wirtschaft und Gesellschaft zu erbringen. Der Auftrag zur Beibehaltung des praxisorientierten Profils wird auch unter dem Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG, tritt voraussichtlich 2015 in Kraft) weitergeführt und eine wichtige gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen bleiben. Die Doktoratsstufe ist gemäss den heutigen Rechtsgrundlagen alleine den universitären Hochschulen (UH) vorbehalten. Die künftige Schweizerische Hochschulkonferenz als oberstes hochschulpolitisches Organ der Schweiz hat gestützt auf Artikel 12 Absatz 3 HFKG in der Versammlungsform des Hochschulrates u. a. die Kompetenz zur Festlegung der Merkmale der einzelnen Hochschultypen und zum Erlass von Grundsätzen über die Studienstufen und Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen. Im Rahmen dieser Kompetenzen wird sie u. a. auch die Verortung und die Merkmale der einzelnen Studienstufen für die UH sowie die FH und pädagogischen Hochschulen festlegen. Dazu gehört auch die Frage nach der Notwendigkeit und Funktion des dritten Zyklus an FH. Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die Fragen wie folgt:</p><p>1./3./4. Der Bericht des Bundesrates vom 28. Mai 2014 über die wissenschaftliche Nachwuchsförderung nennt verschiedene zu prüfende Möglichkeiten, wie der wissenschaftliche Nachwuchs besser gefördert werden kann. Er empfiehlt u. a., die Praxisorientierung des Mittelbaus weiter zu verstärken und Kooperationen mit Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Zudem sind Massnahmen zu ergreifen, damit sich der wissenschaftliche Nachwuchs von FH auch innerhalb der Hochschulen weiterqualifizieren kann. Dazu gehört u. a. auch die Verbesserung der Durchlässigkeit für FH-Absolventinnen und -Absolventen zum dritten Zyklus von UH. Es ist weiter zu prüfen, ob und wie die Rahmenbedingungen für die angewandte Forschung verbessert werden können. Eine berufliche Erfahrung ausserhalb der Hochschule soll aber weiterhin für künftige Lehr- und Forschungsverantwortliche von FH die Regel sein.</p><p>2./5./6. Es obliegt gemäss HFKG dem neuen obersten hochschulpolitischen Organ der Schweiz, der Schweizerischen Hochschulkonferenz, in der Versammlungsform des Hochschulrates über Notwendigkeit, Funktion und Wirkung eines dritten Zyklus an FH zu entscheiden. Den dafür gemeinsam zu führenden Diskussionen und Beratungen kann der Bundesrat an dieser Stelle nicht vorgreifen. Der Hochschulrat wird dabei selbstverständlich auch der Grundsatzposition der KFH ebenso wie Stellungnahmen oder Anträgen der neuen Schweizerischen Rektorenkonferenz gebührend Rechnung tragen. Allfällige Stellungnahmen der Mitglieder mit beratender Stimme wird er bei seiner Entscheidfindung ebenfalls berücksichtigen.</p>  Antwort des Bundesrates.