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>insecta> lepidoptera >macrolepidoptera> heterocera> sphingidae >species
Die Namensgebung erfolgt je mit einem lateinischen (griechischen) Name für die Gattung und Art. Dieser Name ist dann jeweils einzigartig im Naturreich. Bei den Schwärmer findet man dabei oft den Namen der Futterpflanze (ligustri, euphorbiae etc.). Unter species ist die Gattung und die Art beschrieben, evtl. noch mit einem Zusatz eine Variation od. Abart. z.B:
mimas tiliae streit (gattung; mimas >art; tiliae >abart von hörnen; streit).
Als mittlere bis grosse Falter mit extrem kräftigen Körpern gehören Sie zu den stärksten Fluginsekten. Man könnte sie auch gut Formel 1 der Schmetterlinge nennen; Schwärmer erreichen eine Geschwindigkeit von rund 60-70km/h und das bei einer Flügelfrequenz von bis zu 80 Schlägen in der SEKUNDE! Es wird vermutet, dass der Superflieger Windenschwärmer, bei rund 100 Schlägen, max. Geschwindigkeiten bis 100 km/h erreicht. Die grössten Falter erreichen eine Spannweite von bis 15cm und einem max. Gewicht bis 9gr.
Alle Schwärmerarten zeigen eine grundlegenden Ähnlichkeit. Interessant ist dabei noch die zusätzliche Variationsvielfalt in den Arten selbst (siehe dazu die Tafel3). Im groben können zwei Arttypen differenziert werden, die Gruppe mit den schmalen, gradlinigen Vorderflügel und klaren Linien und/oder verschwommenen Konturen (sphinx, hyles, celerio etc.) sowie die Gruppe mit den breiten, gewellten Vorderflügel mit mehr od. weniger ausgebildeten Mittelband (laothoe, marumba, smerintus etc.). Die einzelnen bei uns vorkommenden Gattungen sind weiter unten beschrieben.
Als typische Schwärmermerkmale sind folgende Punkte festzuhalten: Die Vorderflügel sind immer deutlich grösser als die Hinterflügel. Diese sind mit einer spez. Haftborste mit dem Vorderen verbunden und erlauben so einen schnelleren und effizienteren Schlag. Mit den hohen Flügelfrequenzen werden sie auch Kolibri der Insekten genannt. Der Körperbau ist sehr kräftig, der Brustbau ist extrem muskelös. Obwohl sie zu den Nachtfalter gehören, sind die sphingidae eher dämmerungsaktiv, ja teilw. sogar Tag- und Sonnenaktiv. Als einzige Familie können sich die verschiedenen Arten (species) untereinander vermehren und erbringen teilw. fortpflanzungsfähigen Nachwuchs (Hybriden). Dies ist eine Ausnahme bei allen Schmetterlingen, zeigt jedoch die nahe Verwandtschaft aller Schwärmer untereinander (für den Entomologen sind die Geschlechtsteile unter dem Microskop erkennbar als rel. kompliziertes Gebilde zur Kopula). Die Weibchen legen nach der Kopula, welche sehr häftig und stürmisch ausfällt, rund 300 bis max. 1000 Eier ab. Diese sind meist rundlich und für die Grösse der Tiere rel. klein (rund 1mm Durchmesser). Je nach Witterung schlüpfen daraus nach 2-4 Wochen....
Die Raupen zeichnen sich durch ein sehr einheitliches Imago aus, welches sich wie folgt beschreiben lässt: Meist grössere Raupen von bis zu 12cm. Die Tiere sind immer kahl und tragen als "Markenzeichen" ein mehr oder weniger vorhandenes Horn am Afterende. Ist das Horn nur noch angedeutet, redet man von rudimentär (z.B.Weinschwärmer). Die typische Haltung von Raupen in der Ruhestellung gab der Familie auch den Namen >sphinx. Sie haben teils kräftig markierte Stigmenaugen und scharf gezeichnete Seitenlinien. Die Veränderlichkeit während eines Lebenszyklus ist sehr extrem, zusätzlich erscheinen sie noch in verschiedenen Farbvariationen (siehe dazu Abhandlung elphnor). Allgemein werden sie dunkler und farbausgeprägter im Alter, vor der Verpuppung beginnen die Farben jeweils ganz zu verblassen. Als wahre Fressmaschinen beginnen die catterpillar's mit 3-5mm zu fressen und bringen es nach 6 Häutungen und 1-3Mt Lebzeit auf bis zu 12cm! Auch die Kotbällchen sind einzigartig, sehen aus wie kleine Tönnchen und verraten manch Raupe im Gebüsch!
Die Puppen aller Schwärmer sind gross (bis 8cm) und wirken robust und kräftig. Die hinteren Segmente sind voll beweglich und können bei Störung sehr stark ausschlagen. Bei einigen Arten ist die Rüsselscheide mehr oder weniger ausserhalb der Puppe ausgebildet. Meist verpuppen sich die sphingidae im oder am Boden, manchmal in einem eher schütteren Gespinst. Die Diapause ist abhängig von Wärme und Tagesdauer, kann aber auch sehr kurz (14Tg) sein. Es gibt aber auch Puppen welche 1-2 Jahre überwintern. Der ausschlaggebende Faktor ist nicht bekannt. Interessant ist dabei noch, dass bei extremen Kälte od. Wärmeeinflüssen spontane Variationen in der Zeichnung entstehen können.
Die Beschriebe der Körperteile von Falter, Raupe und Puppe ist aus dem Tableau zu ersehen.
DIE GATTUNGEN nach Linnaeus (Gesammtübersicht):
Mimas Gattung mit nur einer Art. Kleinere Art mit verhältnismässig breitem Flügel, kurze Fühler und Rüssel. Extrem variable Farbzeichnung. Typische Sphinxraupen.
Laothoe (amorpha) 2 Arten in der Palearktis, mit breiten, stark gewellten Flügel, ausgeprägte Adern. Lange Fühler kurzer Rüssel. Rel. schlanker Körperbau. Typische Sphinxraupen, mit anderen Arten leicht zu verwechseln.
Marumba Zahlreiche Arten in Asien, mit Laothoe nah verwandt, Rüssel stark zurückgebildet. Oft gross und kräftig gebaut. Die Raupen sind typische, jedoch sehr dicke Sphinxraupen.
Smerinthus Sehr Artenreiche Gattung in der ganzen Welt. Flügel schwach gewellt, Rüssel zurückgebildet. Als Besonderheit besitzen diese Arten "Warnaugen" auf den Hinterflügel welche bei Gefahr gestreckt werden. Typische Sphinxraupen mit "Hütchenkopf".
Herse (agrius) 5 Arten mit langen schmalen Flügel. Starker Flieger mit sehr langem Rüssel und kräftigen Fühler. Variable und vielfältig gezeichnete Raupen mit grössen Hörner.
Sphinx Viele Arten und Unterarten. Kräftige Tiere mit gradlinigen, langen und schmalen Flügel. Kräftige Fühler, recht grossem Rüssel. Meist mit sehr kräftigem Brustkorb. Bei den Raupen sagt es die Gattung!
Hyloicus Einige Arten mit fransengescheckten, gradlinigen Flügel. Stark beschuppt und behaart, jedoch sehr einfache Zeichnungen. Raupen mit ausgeprägtem Horn und markanten Kopfkapseln.
Daphnis Mehrere Arten in den Tropen, grosse, farbintensive Falter mit spitzen Flügel und Abdomen. Sehr langer Rüssel und kräftige Fühler. Raupen mit Augenflecken.
Celerio (hyles) Viele Arten und Unterarten. Kompakte Tiere mit gradlinigen Flügel und ausgeprägten Adern. Anhand der Flügel ist rel. leicht die nahe Zusammengehörigkeit der Arten in dieser Gattung zu erkennen. Rüssel gut entwickelt und dicke Fühler. Die Raupen sind teilw. recht farbenfroh und in den einzelnen Arten sehr variabel.
Deilephila (celerio) Mehrere Arten mit kräftigen Farben. Auch bis kleinere Falter, aber immer mit langem Saugrüssel. Den Celerio Arten nah verwandt, Raupen jedoch mit Augen und rudimentärem Horn.
Hippotion Zahlreiche Arten in den Tropen, nah mit Celerio deilephila/celerio verwandt jedoch schmalere Flügel und schlanke, lange Körper. Raupen wie deilephila aber mit sehr langem Horn.
Acheorintia 3 Arten, robust mit kurzen Fühler, grossen Augen und kurzem Rüssel. Kann "zirp" Geräusche machen! Gattung mit grossen bis sehr grossen Falter. Ebenso sind die Raupen extrem gross mit kleiner Kopfkapsel.
Proserpinus 5 Arten kleiner Falter mit keulenförmigen Fühler und ausgeprägtem Rüssel. Kolibriflugart und extreme Wendigkeit zeichnen diese Gattung aus. Kurze gedrungene Körper mit ausgeprägtem Analbusch. Raupen einfach und nur mit Afterknopf.
Macroglossum Zahlreiche Arten in der ganzen Welt. Kleinere Falter mit langem Rüssel, gedrungenem Körper und meist einfacher Zeichnung. Alle Arten beherrschen den Kolibriflug und extreme Schlagfrequenzen der Flügel. Raupen einfach gezeichnet, mit mehr od. weniger ausgebildeten Hörner.
Hermaris Viele Arten rund um die Welt. Kleine Falter mit recht grossem Rüssel (Hummeln..) und als Besonderheit teilw. schuppenfreie Flügel. Die gedrungenen Körper sind kräftig und ausdauernd. Raupen eher schlicht, jedoch mit langen Hörner und ausgeprägten Stigmenzeichnungen.
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erich streit 4416 Bubendorf 11.2.2000