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Insbesondere auf der langen Hürdenstrecke wird erst auf der Zielgeraden abgerechnet. In diesem Abschnitt - so der Schlachtplan - wollte die 1,83 cm grosse Lea Sprunger mit ihren langen Beinen und der Grundschnelligkeit einer Schweizer Rekordhalterin über 200 m das Feld von hinten aufrollen. Zwar stiess die Westschweizerin noch um ein oder zwei Plätze in den 5. Rang vor, aber die Konkurrentinnen an der Spitze liefen trotz Übersäuerung auch rund. Der Rückstand nach 300 m war schlicht zu gross gewesen.
Im Kampf um Gold wurde die Olympiasiegerin Dalilah Muhammad aus den USA etwas überraschend von ihrer Teamkollegin Kori Carter (53,07) bezwungen. Bronze holte sich in 53,74 Sekunden die Jamaikanerin Ristananna Tracey, die in den Halbfinals noch gleichauf mit Sprunger gewesen war. Die Tschechin Zuzana Hejnova (54,20), die Weltmeisterin 2013 in Moskau und 2015 in Peking, spielte ihre Routine aus und kam auch noch vor Sprunger ins Ziel.
Die Schweizerin war mit dem viertbesten Saisonwert aller Finalistinnen angetreten. Dies hatte die Hoffnungen auf einen Coup und die erste zweite Weltmeisterschafts-Medaille einer Schweizerin nach Anita Weyermann 1997 in Athen über 1500 m genährt. An die Zeit von 54,29 Sekunden, aufgestellt an der Athletissima Lausanne, kam Sprunger nicht heran. Wohl auch, weil die Bahn in London kaum Spitzenzeiten zulässt. Die 27-Jährige muss somit den Schweizer Rekord weiterhin Anita Protti überlassen. Die Lausannerin durchmass die Bahnrunde an den WM 1991 in Tokio als Sechste in 54,25 Sekunden.