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Journalismus unter Druck
Der moderne Journalismus ist unter Druck. Die Gründe sind klar:
Internet und Globalisierung haben Nachrichten billiger gemacht.
Reporter haben weniger Zeit zum Recherchieren. Der Konsum der Nachrichten
ist schneller geworden. Weil jedermann mit einer Fotokamera im Handy
unterwegs ist, wird auch das Publikum zum Reporter.
Der Druck auf den Journalismus ist auch durch das Anschwellen von Public Relations
oder Presseberichten gewachsen. PR Agenturen und Pressestellen können
Informationen steuern. Ein Video auf dem Guardian
meint, dass in England die PR schon grösser sind als der Journalisms. Man nennt
Journalismus, die sich hauptsächlich von Presseberichten oder Nachrichtenagenturen
lebt, auch "Churnalismus"
. Der Name kommt vom Englischen "churn"="Dreh"="Spin".
Die "Churn rate" misst, vieviel von Pressestellen oder
Spin Doctors
übernommen worden ist. Aus Wikipedia:
Im Unterschied zu politischen Propagandisten geht es einem Spin-Doctor
weniger um die Vermittlung einer bestimmten allgemeinen Sichtweise,
sondern darum, direkt seinen Auftraggeber, dessen Politik oder andere
Personen oder Ereignisse in einem möglichst positiven bzw. negativen
Licht darzustellen und in jeder Situation die bestmögliche
öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Er arbeitet mit Bildern,
Inszenierungen (zum Beispiel Fototerminen, Events für die Kameras
der Presse) sowie mit PR und nutzt die Medien für seine Ziele, zum
Beispiel über Agenda-Setting. Dabei bleibt er meist im Hintergrund
und taucht selten selbst in Medien auf.

Nach Clay Johnson, "The Information Diet", A Case for Conscious Consumption,
das im Januar 2012 herausgekommen ist, hat der Journalismus nach dem
Statistischen Büro für Arbeit in den USA zwischen 2008 und 2018 um 4 Prozent abgenommen.
Die Public Relations (PR) hingegen haben in der gleichen Zeit um 25 Prozent zugenommen.
Im Jahre 2008 soll es 69'300 News Analysten, Korrepondenten oder Reporter
gegeben haben, dafür aber 275'000 PR Spezialisten. Kurz:

Wir leben mmer mehr in einer PR dominierten Gesellschaft.
Auf jeden Journalisten kommen 4 PR Spezialisten.

Man kann also annehmen, dass drei Viertel der Information, die wir beziehen, von Public
Relations Spezialisten "gedreht" worden ist. Zitat aus dem Buch
"According to the Bureau of Labor Statistics at the Department of Labor,
in 2008 there were just 69,300 news analysts, correspondents, and reporters
in the United States, earning a median average wage of ,850.39. The
department expects a 4% decline in the sector between 2008 and 2018.
The journalist is going the way of the farmer.
The world of public relations is moving in the opposite direction. In
2008, there were over 275,200 public relations specialists in the United
States, earning a median annual wage of ,280. The Bureau expects the field to
continue to grow, upwards of 25% between 2008 and 2018."
Die Situation ist nicht aussichtslos. Webseiten wie
Churnalism.com helfen dabei, dass sich
das Publikum informieren kann, was "Spin" und was Original ist.
Der nächste Schritt ist, dass sich die Spindoktoren diesen Webseiten annehmen,
und deren Inhalt steuern.
Quellen: