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Gründung der National-Liga
Nach umfassenden Vorbereitungsarbeiten und schier endlosen Diskussionen fanden die Delegierten an der Versammlung des SFAV vom 15./16. Juli 1933 in Vevey nach Jahren der Querelen einen gemeinsamen Weg und sprachen sich für das Einheitsprojekt aus, welches für die Abteilung Fussball des SFAV die Schaffung der drei gleichberechtigten Unterabteilungen National-Liga, 1. Liga und ZUS vorsah. In ihrer Führung war jede Abteilung autonom und führte – unter Wahrung des Gesamtzweckes des Verbandes – die Geschäfte nach eigenen Bedürfnissen und Interessen.
Am 15. Juli 1933 trafen sich in Vevey rund 500 Abgeordnete der verschiedenen Abteilungen des Schweizerischen Fussball- und Athletik-Verbands (SFAV) zur Delegiertenversammlung im grossen Saal des Casinos am Genfersee. Gespannt war man vor allem auf das Traktandum zum so genannten Reorganisationsprojekt, bei dem es um die Neugestaltung des Wettspielbetriebs ging. Eingebracht wurde der Vorschlag unter anderem von Zentralpräsident Otto Eicher, demgegenüber die Delegierten aufgrund seiner aufgeschlossenen Haltung bezüglich dem Berufsfussball nicht nur wohlgesinnt waren. Die Prognosen für die Annahme der Reorganisation lauteten zu Beginn der Versammlung recht ungünstig. Dann, nach einer flammenden Rede von Ehrenmitglied Henry Tschudi, wurde die Reorganisation doch klar mit 352 zu 27 Stimmen angenommen. Minutenlanger Applaus füllte den Casinosaal. Die National-Liga war aus der Taufe gehoben, aus Sicht der Beteiligten ein voller Erfolg.
Hauptsächliche Neuerungen waren die Einführung eines ganzjährigen und gesamtschweizerischen Wettspielbetriebs mit den drei Abteilungen National-Liga, 1. Liga und Zusammenschluss der Vereine unterer Serien (ZUS) auf die Saison 1933/34. Bern wurde zum definitiven Sitz des Verbandes, und die Unterabteilungen hatten die Möglichkeit, ihre Geschäfte unter Wahrung der Gesamtinteressen selbst zu führen. Sportlich gesehen war die Gründung der National-Liga kein völliger Neuanfang oder ein totaler Umbruch in der Organisationsweise des schweizerischen Meisterschaftsbetriebs. Schon lange vorher, seit 1898, wurden Schweizer Fussballmeister und Torschützenkönige erkoren. Aber dennoch markierte die neue Meisterschaftsorganisation einen bezeichnenden Wechsel. Durch die neue Verbandsstruktur zeigt sich nämlich deutlich, wie der Dachverband vom Organisationskomitee eines einfachen Meisterschaftsbetriebes zu einem Interessenkoordinator und -vertreter mit komplexer Struktur gewachsen war. Unter seiner Organisationshoheit stand die Ausrichtung des nationalen und internationalen Spielbetriebs. Wirksame Interessenvertretung war nur in den Kommissionen des Zentralverbands möglich, und als von der FIFA anerkannter Dachverband oblag die Organisation der Länderspiele der Nationalmannschaft einzig dem SFAV.
Vor diesem Hintergrund ist es alles andere als selbstverständlich, dass die damals eingeführte Verbandsstruktur mit der Aufteilung in National-Liga und Unterabteilungen eine bis heute andauernde Beständigkeit haben sollte. Zumal die Frage nach dem Modus in den Jahren zuvor ein ständiges Hin und Her zwischen Versuch und Irrtum gewesen war.