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Haben Eltern psychische Probleme, merken es die Kinder. Die Reaktionen der Kinder sind dabei ganz unterschiedlich:
- Einige Kinder stellen Fragen und möchten wissen, was los ist.
- Andere grübeln nach, ziehen sich zurück. Sie fantasieren, dass sie an der Krankheit schuld sein könnten, weil sie z.B. lebhaft oder frech waren. Sie machen sich selbst Vorwürfe.
- Viele Kinder brauchen Aufmerksamkeit. Sie provozieren Aufmerksamkeit, indem sie nicht gehorchen oder sich schwierig verhalten. Es ist möglich, dass sie körperliche Symptome zeigen oder beginnen zu stottern.
- Einige Kinder ändern ihr Verhalten kaum, sie sind weiterhin angepasst und zeigen sich hilfsbereit. Sie möchten alles tun, dass es den Eltern gut geht. Dies überfordert sie jedoch.
Über die Krankheit sprechen
Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, ob Sie mit Ihrem Kind/Ihren Kindern über Ihre Krankheit sprechen sollten? Oder wäre Nichtwissen ein besserer Schutz für sie?
Fachpersonen haben festgestellt, dass es den Kindern hilft, wenn offen und ehrlich mit ihnen kommuniziert wird. Wenn die Kinder wissen, wie es für Sie ist, wenn es Ihnen schlecht geht, haben sie mehr Verständnis dafür und machen sich weniger Sorgen und geben sich nicht die Schuld an Ihrem Zustand.
Viele Eltern finden es schwierig, mit ihren Kindern über die Krankheit zu sprechen
Wichtig ist, dass Sie sich selbst bewusst sind, was bei Ihnen vorgeht, wenn Sie sich in einer schlechten Phase befinden. Wie fühlt sich die Erkrankung an? Wurde bei Ihnen eine Diagnose gestellt? Wie gehen Sie mit Ihren psychischen Problemen um? Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch?
Erst wenn Sie für sich diese Fragen geklärt haben, können Sie die Fragen Ihres Kindes beantworten und Auskunft geben, was Ihnen Mühe macht und wie Sie mit Ihren Problemen umgehen.
Das Gespräch über die Erkrankung
Wie können Sie das Gespräch über Ihre Erkrankung mit Ihren Kindern führen?
- Als Einstieg in ein Gespräch kann es hilfreich sein aufzuzeigen, dass eine psychische Erkrankung sehr häufig vorkommt (einmal im Leben jeder dritten Person) und es jeden treffen kann. Nur darüber gesprochen wird sehr wenig.
- Vergleichen Sie die Erkrankung mit einem Beinbruch oder einer Grippe, nur dass bei einer psychischen Erkrankung das Problem im Kopf ist.
- Fragen Sie Ihr Kind, was ihm Ungewöhnliches an Ihrem Verhalten aufgefallen ist. So können Sie zusammen diskutieren, was für Sie schwierig und was hilfreich ist.
- Erklären Sie, welche Auswirkungen Ihre Krankheit auf das Familienleben hat, und dass Ihr Kind keine Schuld für diese Probleme trägt.
- Zeigen Sie auf, was Sie zur Verbesserung der Situation bereits getan haben oder in die Wege leiten werden.
Nehmen Sie Hilfe an
Es ist für alle schwierig, Erfahrungen und Erlebnisse mit der Krankheit in Worte zu fassen; nicht alle können dies alleine. Es kann helfen, sich an eine Fachperson zu wenden, die diesen Prozess begleitet. Einige bevorzugen Bücher, über deren Geschichten sie mit ihren Kindern ins Gespräch kommen. Andere werden durch Familienmitglieder, Bekannte oder Nachbarn unterstützt.
Tragen Sie sich Sorge
Wichtig ist, dass Sie sich selbst Sorge tragen! Wenn Sie spüren, dass Sie nicht auf die Bedürfnisse und Ängste Ihres Kindes eingehen können, geben Sie sich etwas Zeit und Ruhe und suchen Sie den Dialog erneut, wenn es Ihnen wieder besser geht.