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Fisherman sorting out his nets at the Harbour of Hastings, England
(Credits: Berit, Redhill/Surrey, UK / Wikimedia)
English: article at the bottom
Das britische Höchstgericht soll entscheiden, wem die Fische im Meer gehören. Das verlangt die UK Association of Fish Producers (UKAFPO). Diese Organisation der grossen Fangschiffe klagt gegen die Verteilung von 800 Tonnen aus ihrer Fangquote an die kleinen Fischerboote. Das Urteil dürfte wegweisend sein für die Regelung des Zugangs und der Nutzung von Fischbeständen auch in andern Ländern.
Die Mitglieder der UKAFPO kontrollieren gegen 90 Prozent aller Fangquoten von England und Wales. Rund 800 Tonnen hiervon blieben seit Jahren ungenutzt. Der britische Fischereimnister hatte daher entschieden, diesen nicht genutzten Teil auf die kleinen, weniger als zehn Meter langen Boote zu verteilen, die 76 Prozent aller britischen Fangboote stellen, aber nur 4 Prozent der Fangquoten innehaben.
Die kleinen Fischer hoffen daher, dass der Entscheid des Ministers den Küstenfischerdörfern helfen werde. Sie machen geltend, dass sie ins Hintertreffen geraten seien, weil viele ihrer Boote sich beim Feilschen nicht genügend Quote haben sichern können, um im Geschäft zu bleiben. So etwa im Hafen von Hastings an der Südküste.
Die UKAFPO dagegen behauptet, der Minister dürfe die Quoten nicht ohne die Zustimmung ihrer Mitglieder an andere Fischer vergeben. Sie verlangt daher vom Höchstgericht, darüber zu befinden, ob die Zuteilung einer Fangquote nicht ein permanentes Fangrecht beinhalte.
Dies ist tatsächlich die Kernfrage: Wem gehört der Fisch? Nach dem internationalen Seerecht (UNCLOS) sind die Meere ein Erbe der Menschheit; darin eingeschlossen sind auch die Fischbestände. Eigentlich darf also niemandem ein längerdauerndes exklusives Recht auf die Nutzung eines bestimmten Teils eines Fischbestands zugestanden werden. Vereinbar mit dem Seerecht sind wohl nur Fangquoten von beschränktem Umfang für die Dauer von ein paar Jahren. Man darf auf das Urteil des High Court gespannt sein.
Background article in «Samudra», March 2013 (Intl. Collective in Support of Fishworkers)