Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/1576

Das Leben von Pius Boschung begann am 22. Oktober 1936 im Hubel bei Bösingen. Als letztes von zehn Kindern war er der kleine Liebling seiner Eltern, Franz und Anna, geb. Gobet, und seiner Geschwister. Die Familie lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen. Noch vor Schulantritt versuchte er sich im Holz spalten und Reiswellen herstellen. In der Schule hatte er keine Mühe. In die Sekundarschule Düdingen fuhr er mit einem Velo. Das letzte Schuljahr verbrachte er bei welschen Bauern in Domdidier. Dort gehörte er in der Regionalschule zu den Besten. Des Lehrers Aussage «charogne de Suisse allemand» zitierte er noch im hohem Alter mit einem stolzen Lächeln.
In Schmitten begann er die Lehre als Elektriker, die er, zusammen mit Josef Piller, mit der Glanznote von 1.1 als Kantonsbester abschloss. Auch die Meisterprüfung bestand er mit Erfolg. Er absolvierte die Rekrutenschule bei der Übermittlungstruppe in der Poya-Kaserne in Freiburg. Im EW von Nidau hatte er seine erste Stelle. Dort hatte er ein Zimmer und bekam bei seiner Schwester Berta das Mittag- und Abendessen. Jeden Samstag ging er heim zu seiner Familie, an der er gar sehr hing. In der Jungmannschaft und bei den Jungschützen fand er viele Kameraden und Freunde. Er machte sich als treffsicherer Schütze einen guten Namen. Unzählige Auszeichnungen zeugen davon.
Nach dem Wechsel zu den Etablissements Techniques wohnte er in Düdingen, später kurz in Murten. 1971 zog er in den Neubau in Courgevaux. Dort verbrachte er den Rest seines Lebens. In Courgevaux gründete er mit Bruder Hans und Schwester Berta eine AG. 1977 wurde er Kursleiter im Berufsbildungszentrum Freiburg. Er war zudem 16 Jahre als Pfarreirat in Murten tätig. Pius war ein geselliger Mensch, dem ein Jass im Familien- oder Freundeskreis viel Freude machte.
1960 trat er mit Hedi Robatel von Monterschu an den Traualtar. Es wurde eine sehr schöne, harmonische Ehe, gesegnet mit zwei Kindern, Othmar und Pia. Pius legte viel Wert auf das Familienleben. Der frühe Tod von Othmar 1976 durch einen Autounfall und die schweren Krankheiten seiner Tochter Pia waren Schicksalschläge. Gross war dafür die Freude an den Grosssöhnen Yannis und Robin.
Auch Pius Boschung hatte gesundheitliche Probleme. Nach einer schweren Krankheit zerfielen in den letzten Monaten seine Kräfte. Im Glauben an Gott, im Gebet und in der liebevollen Pflege seiner Ehefrau Hedi, unterstützt von Tochter Pia, ihrem Ehemann Rémy und den Grosssöhnen, fand er Kraft, die Last des Lebens bis ans Ende zu tragen.