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Am 3. März stimmen wir über die Renteninitiative ab. Die Initiative verlangt in einem ersten Schritt die Erhöhung des Rentenalters auf 66 Jahren bis ins Jahr 2032 und in einem zweiten Schritt wird das Rentenalter an die Lebenserwartung geknüpft. Warum ein JA zu dieser Initiative sehr wichtig ist, möchte ich im nachfolgenden Beitrag aufzeigen.
Finanzierung der AHV
Die AHV wird hauptsächlich im Umlageverfahren finanziert. Das bedeutet, dass die heutigen Erwerbstätigen und ihre Arbeitgeber die Renten der heutigen Rentner finanzieren. Die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber allein reichen schon lange nicht mehr aus.
Deshalb fliessen zusätzliche Mittel z.B. aus dem Bundeshaushalt und aus der Mehrwertsteuer in die AHV. Im Jahr 2022 betrugen die Einnahmen CHF 49.4 Mrd., wobei die Beiträge der Arbeitnehmenden und der Arbeitgeber 73% der Gesamteinnahmen ausmachten. Die Finanzierung der AHV ist jedoch langfristig nicht gesichert, da die Ausgaben stärker steigen werden als die Einnahmen. Die Ausgaben von CHF 47.8 Mrd. im Jahr 2022 werden bis 2033 voraussichtlich auf CHF 66.8 Mrd. ansteigen. Die Einnahmen steigen im gleichen Zeitraum nur von CHF 49.4 Mrd. auf CHF 63,4 Mrd. Ab 2030 wird das Umlageergebnis der AHV negativ sein. Es wird eine grosse Herausforderung sein, die bestehende Finanzierungslücke zu schliessen, ohne die Erwerbstätigen zusätzlich zu belasten.
Demografischer Wandel
Ursache für die sich verschlechternden finanziellen Aussichten der AHV ist der demografische Wandel. Seit der Einführung der AHV ist die Lebenserwartung der Schweizer Bevölkerung stark angestiegen. Die Lebenserwartung einer Frau bei der Geburt ist von 71.1 Jahren im Jahr 1950 um 14.6 Jahre auf 85.7 Jahre im Jahr 2021 gestiegen. Die Lebenserwartung eines Mannes bei der Geburt stieg von 66.6 Jahren im Jahr 1950 auf 81.6 Jahre im Jahr 2021, d.h. um 15 Jahre. Mit der steigenden Lebenserwartung verschlechterte sich auch das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern. Kamen 1948 noch rund 6.5 Erwerbstätige auf einen Rentner, sind es heute nur noch etwas mehr als 3 Erwerbstätige. Mit der anstehenden Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge wird sich das Verhältnis weiter verschlechtern.
Bereits ergriffene Massnahmen
Ohne weitere Massnahmen wird der AHV das Geld ausgehen. Seit der Gründung der AHV wurden bereits verschiedene Reformen durchgeführt. Die Beitragssätze wurden in unregelmässigen Abständen von ursprünglich 4% auf heute 8,7% erhöht. Ein Bundesbeitrag wurde eingeführt und laufend erhöht. Heute finanziert der Bund 20.2% der Ausgaben über den Bundeshaushalt. Hinzu kommen die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer. Diese wurde bereits mehrfach zugunsten der AHV erhöht. Auch beim Rentenalter wurden bereits Massnahmen ergriffen. Das Frauenrentenalter wurde von 62 auf 64 Jahre erhöht, eine weitere Erhöhung auf 65 Jahre steht an.
Die Renteninitiative
Die Initiative verlangt nun, dass das Rentenalter in einem ersten Schritt bis 2032 auf 66 Jahre angehoben wird. Dies entspricht einer Erhöhung des Rentenalters um rund 2 Monate pro Jahr. Damit kann das Ausgabenwachstum gebremst werden. In einem zweiten Schritt wird das Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt. Steigt die Lebenserwartung weiter, steigt das Rentenalter automatisch um den Faktor 0.8. So können wir durchschnittlich 20% unseres Lebens im Ruhestand verbringen. Durch die automatische Erhöhung des Rentenalters wird das Rentenalter im Jahr 2050 voraussichtlich bei 67 Jahren und 7 Monaten liegen. Dies entspricht einer Erhöhung des Rentenalters um etwa einen Monat pro Jahr. Mit dieser Massnahme kann der negative Effekt der stetig steigenden Lebenserwartung auf die finanzielle Situation der AHV vollständig neutralisiert und die AHV langfristig stabilisiert werden.
Fazit
Ohne weitere Reformen ist die AHV langfristig bankrott. Die Renteninitiative ist die logische Konsequenz aus der stetig steigenden Lebenserwartung. Mit der Initiative kann zumindest ein Teil der sich abzeichnenden Finanzierungslücke geschlossen werden.
Quellen: