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1358 kauften die Johanniter Hof und Kirche des Heiligen Georg zu Küsnacht mit allen Patronatsrechten, d.h. die Kirche und die dazugehörenden Gebäude samt allen Gütern und Rechten. An die Wallfahrtskirche war ein Ablass gebunden. In der Folge bauten die Johanniter das Haus bis 1373 für ihre Zwecke um und aus. Nebst einem kleinen Hospital wurde Platz geschaffen für zwölf Brüder, sechs Priester und sechs Ritter. Im Gegensatz zu den Kommenden Bubikon und Wädenswil, die wehrhaften Charakter trugen, bildete in Küsnacht das Gotteshaus den Kern der Komturei.
1411 begann der Komtur Johannes Stadler in Küsnacht ein neues Haus und eine Mauer vom Bach bis an das alte Haus zu bauen. Der zuständige Küsnachter Vogt beschwerte sich darüber beim Zürcher Rat, wurde aber nach einem Augenschein durch Schiedsspruch abgewiesen.
1439 scheinen grössere Bauten geplant worden zu sein. Ob sie auch ausgeführt wurden, ist nicht geklärt.
Um 1480 liess Komtur Werner Marti den Chor der Kirche neu errichten und die Innenwände mit Malereien ausschmücken. Ein Teil davon überdauerte zusammen mit Teilen des Chorgestühls den Bildersturm. Sie sind noch heute in der Kirche zu sehen.
Auch der letzte Komtur, Konrad Schmid, dürfte sich als Bauherr betätigt haben. Sicher wissen wir, dass er den Taufstein von 1528 aufstellen liess. Vermutlich stammt auch die Kanzel aus dieser Zeit.
Um 1520 betreuten die Johanniter nicht nur die Wallfahrtskirche St. Georg — unsere jetzige Dorfkirche. Sie waren auch für die Besetzung der Pfarrstellen von Egg, Mönchaltorf und Seengen am Hallwilersee verantwortlich und verwalteten den verstreuten Grundbesitz der Kommende, u.a. in Erlenbach, Herrliberg und Wettswil. Zehnten und Grundzinsen (den Steuern) lieferten Bewohner von Goldbach, Kusen, Heslibach, Gössikon, Schmalzgrub, Wangen, Limberg, Itschnach, Erlenbach, Herrliberg, Wettswil, Egg, Oetwil, Esslingen, Mönchaltorf, Seengen, Hallwil und Meisterschwanden.
Es fällt auf, wie selbständig der letzte Komtur, Konrad Schmid, handeln konnte. Seine enge Zusammenarbeit mit Huldrych Zwingli, sein öffentliches Einstehen für die Reformation und die schrittweise Übertragung der Kommendegüter an Zürich sind nur erklärbar, weil sie in eine Zeit fielen, in der der Orden auf Rhodos eine kriegerische Niederlage erlitt. In normalen Zeiten hätten die Ordensobern den streitbaren Komtur längst gemassregelt.
Nach der Reformation und der Übernahme des Ordenshauses Küsnacht stellte die Stadt Zürich die Gebäulichkeiten dem Amtmann als Wohnung zur Verfügung. Nach Aufhebung aller kantonalen Vogteien im Jahr 1833 wurde der Gebäudekomplex zum kantonalen Lehrerseminar umgestaltet.
Vieles aus der Geschichte der Komturei Küsnacht ist unbekannt oder noch nicht erforscht.