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Schwangerschaftskalender 3. Monat
Der 3. Schwangerschaftsmonat: Entwicklung, Untersuchungen und Tipps für die Mutter Im 3. Schwangerschaftsmonat ist nicht nur der Körper der Frau einer grossen Veränderung unterworfen, auch das ungeborene Kind macht grosse Entwicklungsschritte. Hier erfahren Sie, wie sich der Fötus entwickelt, welche Vorsorgeuntersuchungen anstehen und welche Veränderungen im Körper der Mutter vorgehen.
Die Entwicklung des Embryos in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche
In der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche macht sich eine deutliche Entwicklung des Embryos bemerkbar. Die Organe des Embryos bilden sich in der 9. Woche weiter aus und die oberen Extremitäten, wie der Kopf, nehmen Form an. Das Gehirn entwickelt sich und wichtige Nerven werden in Grundzügen angelegt. In der darauffolgenden Woche beträgt das Gewicht des Embryos ca. 10 g und es hat eine Grösse von etwa 3 bis 4 cm. Die Zellen haben sich im Vergleich zu der vorherigen Woche um das Millionenfache vermehrt und der Embryo schwimmt in einer sterilen, wasserartigen Flüssigkeit.
In der 11. Woche wiegt der Embryo rund 12 g. In dieser Zeit entwickelt sich vor allem das Nervensystem weiter und wichtige Teile des Gehirns werden ausgebildet, z. B. beginnen die zwei Gehirnhälften, sich voneinander zu differenzieren. Aus den Nervenzellen werden Neuronen, die allmählich durch Verknüpfungen miteinander Verbindung aufnehmen. Im letzten Viertel des 3. Schwangerschaftsmonats neigt sich das Embryonalstadium dem Ende zu, sodass das ungeborene Kind nun Fötus genannt werden kann. Arme und Beine bilden sich langsam aus, während auch Finger und Zehen immer deutlicher hervortreten.
Körperliche Vorgänge bei der Mutter im 3. Schwangerschaftsmonat
Der 3. Schwangerschaftsmonat ist auch für die Mutter mit erheblichen körperlichen Veränderungen verbunden. Vor allem zu Anfang der Schwangerschaft kann es zu Blutungen kommen, meist sogar in der Zeit, in der die Periode eigentlich wäre. In den meisten Fällen bedeuten die leichten Blutungen keine schwerwiegenderen Konsequenzen, hält der Blutverlust jedoch über längere Zeit an und tritt zusammen mit Fieber und Schmerzen auf, so sollte der Arzt oder die Hebamme konsultiert werden. Mittels Ultraschall kann festgestellt werden, ob die Entwicklung des Embryos ordnungsgemäss verläuft oder ob sich z. B. der Mutterkuchen abgelöst hat.
In der 10. Schwangerschaftswoche macht sich für die Mutter eine deutliche Erleichterung bemerkbar, denn die mit dem Anfang der Schwangerschaft häufig verbundenen Unannehmlichkeiten wie Übelkeit und Erbrechen gehen zurück. Häufiges Urinieren gehört ebenfalls zu einem normalen Verlauf der Schwangerschaft. Bedenklich wird der häufige Harndrang erst, wenn er zusammen mit Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen auftritt. Dies könnten Zeichen für eine Harnwegs- oder Blaseninfektion sein, für die schwangere Frauen besonders anfällig sind. In diesem Fall kann Ihr Arzt Ihnen aktive Antibiotika verschreiben, die für Sie und die Entwicklung Ihres Babys ungefährlich sind.
Die Gebärmutter dehnt sich während der gesamten Schwangerschaft kontinuierlich weiter. In der 11. Woche hat sie etwa die Grösse einer reifen Grapefruit, die den 4 cm grossen Embryo versorgt. In dieser Zeit erhalten Sie ebenfalls die Blutergebnisse der serologischen Blutanalyse, mit der Ihre Blutgruppe bestimmt wurde. Zudem wird ein Antikörpersuchtest durchgeführt, mit dem festgestellt werden kann, ob sich in Ihrem Blut Antikörper gegen bestimmte Blutgruppen befinden. Da einige Infektionskrankheiten eine grosse Gefahr für die Mutter und das ungeborene Kind darstellen können, werden weitere Tests durchgeführt. Dies kann z. B. ein Test auf Rötelnviren, Syphiliserreger oder Chlamydieninfektionen sein. Sollte das Risiko einer HIV-Infektion vorliegen, kann der Arzt eine entsprechende Testung ebenfalls anordnen.
Zusätzlich können sich werdende Mütter dazu entscheiden, einen sogenannten Toxoplasmose-Test machen zu lassen. Damit wird getestet, ob es durch einen Parasiten zu schweren Fehlbildungen bei dem Embryo kommen kann. Da die Erkrankung nur äusserst selten vorliegt, wird dieser Test nicht von den Krankenkassen übernommen. Ausserdem können zur Vermeidung der Krankheit einfache Massnahmen ergriffen werden, die im häuslichen Umfeld leicht umgesetzt werden können: z. B. sollte Fleisch immer nur durchgegart verzehrt werden, Obst und Gemüse sollten gründlich gewaschen werden und es sollte auf eine gute Hygiene der Hände geachtet werden. Wenn Sie eine Katze besitzen, sollten Sie während der Schwangerschaft das Katzenklo nicht selbst säubern.
Vor Ende des dritten Schwangerschaftsmonats findet die erste Vorsorgeuntersuchung durch den Gynäkologen statt. Der Arbeitgeber ist rechtlich dazu verpflichtet, Sie für den Untersuchungstermin freizustellen. Bei dem Termin wird Ihnen der Mutterpass ausgehändigt, in dem zukünftig alle folgenden Vorsorgeuntersuchungen eingetragen werden. Während der Untersuchung wird in den meisten Fällen zum ersten Mal ein Ultraschall durchgeführt. Die pränatale Diagnostik sorgt dafür, den voraussichtlichen Geburtstermin zu datieren, festzustellen, ob der Mutterkuchen sich normal entwickelt und ob eine Einfach- oder Mehrlingsschwangerschaft vorliegt. Neben den organisatorischen Zwecken wird vom Arzt bewusst nach Anomalien gesucht, um eine gesunde Entwicklung des Embryos sicherzustellen und Fehlbildungen auszuschliessen.
Tipps für die werdende Mutter im 3. Schwangerschaftsmonat
Im Allgemeinen wird die Schwangerschaft im 3. Monat deutlich leichter, denn Müdigkeit sowie Übelkeit lassen stark nach, allerdings kann sich stattdessen eine erhöhte Sensitivität für Gerüche einstellen. Durch die Hormonwirkung bekommen viele Frauen im 3. Schwangerschaftsmonat eine straffere Haut und dem Haarausfall wird durch ein dickeres und vermehrtes Haarwachstum entgegengewirkt.
Schon zu Anfang der Schwangerschaft ist die Verdauung sowie der Magen-Darm-Trakt durch die Vergrösserung der Gebärmutter beeinträchtigt. Regelmässige Bewegung und eine gesunde Ernährung sind deshalb zwingend, um Verstopfungen und anderen Magen-Darm-Problemen, die durch eine übermässige Trägheit entstehen, vorzubeugen. Vor allem sollte darauf geachtet werden, genügend Wasser, das mit Magnesium angereichert ist, zu sich zu nehmen. Als Vorbereitung auf eine möglichst komplikationslose Geburt können regelmässig Massagen durchgeführt werden. Der Damm muss vor allem bei der Geburt viel aushalten, da der Kopf des Kindes dort hindurchpassen muss. Eine Dammmassage ist deshalb die ideale Möglichkeit, sich auf eine sanfte und reibungslose Geburt vorzubereiten, da das Dammgewebe somit elastischer wird und Sie sich als werdende Mutter bewusst auf die Geburt vorbereiten.
Vielen Frauen stellt sich im 3. Schwangerschaftsmonat ebenfalls die Frage, wann nun die Nachricht über das werdende Leben "öffentlich" gemacht werden soll. Manchmal zögern Frauen mit der frohen Nachricht, wenn sie in der Vergangenheit Fehlgeburten hatten oder Fehlbildungen des Ungeborenen befürchten. Die Beziehung zu der eigenen Mutter ist in dieser Zeit besonders wichtig. Mit Tipps, Ratschlägen und dem nötigen Rückhalt kann die eigene Mutter ihre Tochter am besten in der neuen Lebensphase unterstützen.