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Unser Segelboot vela dare wird die Hurrikansaison 2018 in Georgia verbringen, auf St. Simons Island in der Golden Isles Morningstar Marina. In diesem Artikel sind die 10 Dingen gelistet, die wir getan haben um das Boot vor die Hurrikansaison zu vorbereiten.
St. Simons Island liegt ganz in der Nähe von Brunswick. Dieser Teil der amerikanischen Ostküste ist wie eine Art Einbuchtung innerhalb der Ostküste und sollte daher weniger von Hurrikanen betroffen sein (zumindest einer Navy-Studie nach). Normalerweise ziehen die Hurrikane mit dem Golfstrom nach Norden und der liegt etwa 100 Meilen weiter östlich.
Ich bleibe auf unserem Boot, während Willi in die Schweiz zurückkehrt. Ich werde also die letzten Vorbereitungen für den Fall eines Hurrikans selber treffen können, dafür ist es aber notwendig, dass alle schweren Arbeiten, die 4 Hände erfordern, bereits vorher getan sind….
Hier sind die 10 Dinge, die wir unternommen haben, um unser Segelboot auf die Hurrikansaison vorzubereiten.
Anlegen des Segelbootes
Da in St. Simons Island die starken Winde (die gefährlich sein könnten) aus Südwesten kommen, drehten wir den Bug des Bootes in diese Richtung. Wir liegen parallel zum Ponton und es gibt Platz zwischen den Booten vor und hinter uns. Wir haben das Segelboot mit 4 Festmacherleinen festgebunden, die ich regelmäßig überprüfen werde. Es gibt auch Fender auf jeder Seite des Segelbootes.
Ordnung schaffen
Man braucht Platz im Boot, um all die Dinge zu verstauen, die nicht an Deck bleiben können. Da ich allein an Bord sein werde und keine Besucher geplant sind, haben wir uns entschlossen, die Achterkajüte als Lagerraum zu nutzen. Außerdem essen wir alle verderblichen Lebensmittel, deren Ablaufdatum errreicht ist (kein Guadeloupe-Käse mehr….). So können wir einen Fach unter den Salonsitzen leeren.
Anpassen der elektrischen Anlage
Wir haben ein 230 Volt 50Hz europäisches Stromnetz auf dem Boot und in Amerika gibt es 115 Volt 60Hz. Willi hat deshalb zunächst einen Adapter vorbereitet, der auf den Hafenanschluss (amerikanisches System mit 3 Flachstecker) und unser Elektroanschluss (europäisch mit 3 runden Stiften, Cecon) passt. Da wir ein Aluminiumboot haben, haben wir einen Trenntrafo (Transformator), den Willi so installiert hat, dass er die 115 Volt des Hafenanschlusses in 240 Volt umwandelt, die unsere Elektrogeräte benötigen.
Segel entfernen
Wir haben Genua und Großsegel sowie alle Seile entfernt. Wir haben uns entschieden, den lazybag (der es uns erlaubt, das Großsegel einfach zu verstauen) entlang des Baumes zu lassen, da er zu lang ist, um in die Achterkajüte zu tun. Wenn ein Hurrikan angekündigt wird, werde ich ihn abbauen und in den Salon legen.
Wartung des Motors Wir haben das Motoröl und den Filter gewechselt. Es ist wichtig immer wieder das Öl wechseln um Schäden am Motor durch Russpartikel und schmutziges Öl zu vermeiden. Ich werde den Motor regelmäßig starten, damit kein Wasser kondensiert, das Öl sich wieder verteilt und somit Korrosion verhindert wird. Wir haben Diesel in unseren Tanks ohne BioZusatz (nur mineralischer) welcher hier für Boote verkauft wird. Dieser Diesel sollte in den 4 Monaten kein Dieselschlamm bilden und sollte somit nicht die Filter verstopfen oder den Motor schädigen (nicht wie Biodiesel in einigen Ländern).
Vor der Sonne schützen
Wir hatten in den letzten Tagen über 38 Grad und es sollte noch heißer werden. Die UV-Strahlen der Sonne schädigen den Kunststoff. Wir haben alle Kanister und die Rettungsmittel vom Deck entfernt und im Boot verstaut. Wir haben keine Klimaanlage auf unserem Segelboot. Diese braucht zu viel Energie, wenn wir keinem Landanschluss haben. Da wäre dann noch das Problem mit den 115V die wir nicht an Bord haben. Also bestellten wir zwei grosse, weiße LKW-Planen, die wir über das Boot spannen. So können wir die Fenster offen zu lassen, ohne dass es reinregnetet. Außerdem haben wir einen Ventilator gekauft, der mit 12 Volt arbeitet. Wir haben das Bimini und die Sprayhood nicht entfernt, um Schatten im Cockpit zu haben. Falls ein Hurrikans kommt werde ich sie entfernen.
Im Moment ist die Luftfeuchtigkeit erträglich und da alle Fenster offen sind, habe ich keine Schimmelprobleme. Andernfalls scheint es, dass die Verwendung von Essig zum Abreiben aller Schränke effektiv wäre.
Vor Salz schützen
Das Salz, das sich in der Seeluft befindet, greift alle Metallverschlüsse an und hat Rostflecken auf allen Edelstahlteilen (trotz AISI 316) unseres Segelbootes hinterlassen. Wir spülten alle Teile mit Süsswasser und ich rieb mit Hilfe einer Zahnbürste alle Metall- und Kunststoffteile mit einer Fettschicht ein (eine Mischung aus Olivenöl, Emulgator und Gel) auf die Reißverschlüsse. Wir haben auch versucht, mit dem Corrobrill-Produkt die Rostflecken zu entfernen. Aber dieses Produkt erscheint mir sehr aggressiv, denn der schwarze Kunststoff ist grau geworden… und somit ist es besser wenn ich regelmäßig mit einem ein feuchtes Tuch und Universalreinigungsmittel alle Oberflächen im Boot abwische, um Salz zu entfernen.
Lagerung von Radar, Solarmodulen und Windgenerator
Alle diese Teile befinden sich auf unserem Geräteträger am Heck des Bootes (siehe den Artikel über die Montage in La Rochelle). Wir haben uns entschieden, einiege Teile abzubauen um vor Wind und Sonne zu schützen. So wurden zwei der drei Solarmodule demontiert und in der Achterkajüte gelagert. Das dritte Solarmodul bleibt installiert und dient zur Ladungserhaltung von den 3 Batteriegruppen. Außerdem haben wir das Radar entfernt, es ist in der Tat ein teures Gerät, das wir nicht im Falle eines Hurricans nicht verlieren möchten.
Schließlich ließen wir den Windgenerator dann doch montiert, weil wir ihn nicht so einfach auseinander nehmen konnten. Ich werde den Propeller anbinden, wenn nötig.
Mücken und anderen Insekten
Zum Glück haben wir im Moment noch nicht allzu viele Mücken, auch wenn der Yachthafen von Golden Isles in einem Sumpfgebiet liegt. Wir haben an den Fenstern und an der vorderen Kabinentür Moskitonetze angebracht. Ich habe das Avon-Bad -Öl „Skin so soft“, das gegen Mücken und die „no see ums“ (kleine „Mistviecher “ deren Bisse heftig jucken) empfohlen wurde, gekauft. Ich werde auch den Zitronen-Eukalyptus-Spray (Cutter lemon eucalyptus) kaufen, der in einer wissenschaftlichen Studie gute Ergebnisse erzielt hat.
Es gibt jedoch viele Kakerlaken, die von den Sümpfen zu den Pontons fliegen. Man müsste die Fenster geschlossen lassen, um sie draußen zu halten, aber dafür ist es zu heiß. Bis jetzt haben wir noch keine im Boot gesehen. Ich drücke die Daumen, damit es so bleibt. Ansonsten haben wir Fallen aufgestellt und haben unsere Festmacher mit einem Insektenschutzmittel (noch aus Gran Canaria)besprüht.
Beiboot
Wir haben ein Beiboot mit festem Aluminiumboden, welches wir nicht zusammenfalten können (siehe Beitrag über Beiboot hier). Also muss es an Deck bleiben. Wir haben es mit dem Genua-Fall ein Stück hoch gezogen und es so an Deck befestigt, dass wir unsere Fenster darunter öffnen konnte. Falls es einen Hurrikan gibt kann ich es herunterlassen und an Deck festzuren. Auch den Dinghymotor lassen wir an der Heck-Reling montiert. Falls nötig werde ihn in Kockpit legen und festbinden.
Das sind die 10 Dinge, die wir getan haben, um unser Segelboot vor der Hurrikansaison zu schützen.