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Alex Wilson und Mujinga Kambundji gewinnen an den Schweizer Meisterschaften in Zürich mit dem Sieg im 100-m-Lauf die prestigeträchtigsten Titel. 10,25 und 11,08 zeigt die Leuchttafel im Regen an.
Obwohl die Siege der beiden Rekordhalter unbestritten waren, mussten sie hart erarbeitet werden. Mit Vorlauf, Halbfinal und Endlauf standen in vier Stunden drei Einsätze an. Insbesondere Mujinga Kambundji verblüffte trotz des happigen Programms. Bei nur leichtem Rückenwind (0,5 m/s) blieb die Bernerin in der Vorschlussrunde in 11,13 Sekunden zunächst nur 6 Hundertstel über ihrem Schweizer Rekord von Peking 2015 (11,07), den sie am Dienstag in Bellinzona egalisiert hatte. Im Final kam die EM-Dritte von Amsterdam 2016 in 11,08 Sekunden ihrer Bestmarke noch näher. Den möglichen Rekord vergab nicht nur Petrus, sondern auch die Läuferin am Start. "Die ersten paar Meter waren nicht perfekt", sagte Kambundji. Obgleich sie erst 25-jährig ist, sind bereits acht Jahre seit dem ersten Meistertitel bei der Elite verstrichen. Diesen hatte sie ebenfalls im Letzigrund gefeiert.
Die Sprint-Staffel der Frauen ging geschlossen an den Start. Es resultierten folgende Tagesbestwerte: Ajla Del Ponte (11,65), Sarah Atcho (11,48), Kambundji (11,08) und Salomé Kora (11,30). Die St. Gallerin Kora wird über ihren 2. Rang nicht glücklich sein. Die WM-Limite liegt bei 11,26. Dieser Wert hätte ihr die Möglichkeit gegeben, in London noch in einer zweiten Disziplin an den Start zu gegen. Die Qualifikation der Schweizer Staffel (Top 16) ist so gut wie sicher, obwohl die Qualifikationsphase noch nicht beendet ist.
Wilson konstant schnell
Dem 26-jährigen Wilson gelang in diesem Sommer eine deutliche Steigerung. Diese manifestiert sich nicht bloss an den Schweizer Rekorden über 100 m (10,11) und 200 m (20,37), sondern auch an konstant besseren Zeiten als noch im Olympia-Jahr. Der gebürtige Jamaikaner, der mit 15 Jahren nach Basel gekommen war, schloss sich letzten Herbst einer Trainingsgruppe in London um den Jamaikaner Lloyd Cowan an. "Ich trainiere dort an einem Tag so viel und so hart wie früher in einer Woche", schilderte Wilson seinen Alltag. Das harte Regime scheint ihm zu bekommen, auch wenn dies kein Zuckerschlecken ist. Er speckte auf Geheiss um 12 Pfund auf 82 kg ab, in den Trainings muss er als Strafe für einen Fehlstart einen 400-m-Lauf abspulen und am Ende des Tages folgt eh ein Lauf über die ganze Bahnrunde - unter 49 Sekunden! Und auch die Leistungsvorgaben für die Sommersaison sind hart. Vorläufig gilt: 10,05 und 20,20 am Ende der Saison, dann darf Wilson im Camp bleiben.
An den nationalen Titelkämpfen treten auch immer wieder Athletinnen und Athleten aus anderen Sportarten an. So bestritt die Langläuferin Laurien van der Graaff einen 800-m-Lauf in 2:21,25 Minuten. Für einen Finaleinzug reichte dies nicht.
SDA-ATS