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Das vorliegende Projekt trägt zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung in elf Kebeles (kleinste administrative Einheit in Äthiopien; entspricht ungefähr der Schweizer Gemeinde) in den Woredas (Distrikten) Wadera, Meda Welabu und Gorodola bei. Caritas Schweiz baut die Intervention, basierend auf einem integrativen Ansatz, auf, wobei der Zugang zu Trinkwasser, sanitären Anlagen und gestärktes Hygienebewusstsein eng mit verbesserter landwirtschaftlicher Produktion sowie breiterem Umweltbewusstsein und Naturschutzpraktiken verknüpft werden.
Vor den ersten Projektinterventionen wird, basierend auf dem M4P-Ansatz (Making markets work for the poor), einem systematischen und international anerkannten Ansatz für die Bekämpfung der Armut durch Verbesserung der Marktsysteme zugunsten der Armen, eine detaillierte Marktanalyse durchgeführt. Der partizipative Einbezug der beteiligten Bevölkerung sowie weiterer Akteure wie Regierung und Privatsektor spielt eine sehr wichtige Rolle. Denn das Ziel der Analyse ist es, den Markt mit seinen Chancen wie auch Herausforderungen gesamthaft besser zu verstehen und die im Rahmen des Projektes geplanten Aktivitäten genau auf die spezifischen Bedürfnisse der Bevölkerung und der Marktakteure anzupassen.
Der Projektfokus liegt dabei auf Kleinbauernfamilien, die in drei Kooperativen in Keraro, Kela und Misa Godo Kebeles organisiert sind und dank den von Caritas gebauten Anlagen Bewässerungslandwirtschaft betreiben können, und auf Schulgemeinschaften. Im Rahmen der Projektaktivitäten sollen 133 Kleinbauernfamilien unter anderem in Finanzmanagement und Marketing geschult werden, um Produkte besser auf den lokalen Märkten absetzen und zusätzliches Einkommen generieren zu können. Zudem werden fünf Schulgemeinschaften in Gobile, Heba Hida, Dibe Hole, Kerjil und Geda mit insgesamt 2‘453 Schülerinnen und Schülern in der Einführung und Umsetzung des sogenannten Blue-School-Konzepts, welches unter anderem die Anlegung eines Schulgartens beinhaltet, und später in der Vermarktung ihrer Erzeugnissen aus den Schulgärten unterstützt.
Die Bestrebungen, den Marktzugang für Kleinbauernfamilien zu verbessern, werden ergänzt durch die Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser, der in zwei der drei Gemeinden, wo bewässerter Ackerbau betrieben wird, noch nicht gegeben ist. Dafür werden zwei Brunnen gebaut und zwei Unterhaltskomitees ausgebildet, welche die hygienische und nachhaltige Nutzung des Brunnenwassers sicherstellen werden. Insgesamt werden dadurch 864 Gemeindemitglieder Zugang zu Trinkwasser erhalten. Des weiteren werden fünf Schulen und zwei Gesundheitszentren mit Wasserfiltern ausgestattet und Lehrpersonen sowie Mitarbeitende der Zentren erhalten Schulungen im Gebrauch und Unterhalt der Filter. In den Schulen werden dadurch 2‘400 Kinder sowie 59 Patienten, Patientinnen und einige Angestellte der Gesundheitszentren Zugang zu Trinkwasser erhalten. Überlebenswichtig ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser auch für die durchschnittlich 50 Patienten pro Tag in den beiden Gesundheitszentren. Der Bau der beiden Brunnen wird mit Sensibilisierungsaktivitäten im Bereich Gesundheitserziehung und Hygiene ergänzt. So werden zum Beispiel die knapp 200 Haushalte in den beiden Gemeinden dahingehend sensibilisiert, dass sie sich aus lokal erhältlichem Material eine Latrine bauen. Auch die Schüler an den fünf Schulen, wo Schulgärten angelegt werden, lernen gute Hygienepraktiken. Dabei steht die holistische und nachhaltige Nutzung des Wassers im Zentrum, nicht nur als Wasser zum Trinken, für den Gartenbau sondern auch für die Hygiene.
Insgesamt werden mit diesem Projekt ohne Doppelzählung ungefähr 4’998 Begünstigte erreicht.