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Viele Stars fühlen sich geehrt, wenn ihr Leben verfilmt wird. Es kommt ab und zu sogar vor, dass sie selbst im Film mitmischen. Das Gegenteil kann es aber auch geben. Die spannendsten Beispiele haben wir für Sie zusammengefasst:
INSIDE WIKILEAKS
Der Film über Wikileaks-Gründer Julian Assange, der Ende Oktober in die Kinos kommt, ist in aller Munde. Schauspieler Benedict Cumberbatch verkörpert den Unternehmer in «Inside Wikileaks». Doch was sagt eigentlich das Original dazu? Assange ist mit dem Filmprojekt alles andere als einverstanden. Er schrieb Anfang Januar sogar einen Brief an den Hauptdarsteller, in dem er ihm riet, von diesem Projekt Abstand zu nehmen. Der Film sei ein «Rachefeldzug der USA», gegen ihn und seine Organisation. Er und sein Schaffen würden durch den Film in einem völlig falschen Licht dargestellt werden. Als Benedict Cumberbatch ein Treffen vorschlug, lehnte er dieses laut «BBC News» mit folgenden Worten ab: «Durch ein Treffen würde ich diesen elenden Film gutheissen.»
DIANA
Auch die Verfilmung des Lebens von Prinzessin Diana wurde viel diskutiert. Naomi Watts, die als Hauptdarstellerin so gut wie möglich versucht, in die Rolle der Königin der Herzen zu schlüpfen, wurde immer wieder unsicher. Sie fürchtete sich vor der Reaktion der royalen Familie. Und dies zurecht. Die Angehörigen der verstorbenen Lady Di haben bisher nichts Positives über den Film verlauten lassen, der 2014 in den Schweizer Kinos zu sehen ist. Dianas Söhne Prinz William und Prinz Harry schwiegen bisher komplett, und auch Dianas Ex-Freund, Dr. Hasnat Khan, zeigt sich alles andere als begeistert. Der Film entspreche nicht der Wahrheit und basiere bloss auf Gerüchten von Dianas Freunden, die keine Ahnung hätten, was wirklich geschehen sei. Deswegen habe er nicht vor, sich diesen Film anzusehen. Auch bei der Weltpremiere in London war keiner der Royals zugegen.
JOBS
Dass das Leben des Apple-Gründers Steve Jobs irgendwann verfilmt werden würde, war klar. Die Hauptrolle ergatterte Schauspieler Ashton Kutcher. Leider konnte der wahre Steve Jobs den Film nicht mehr beurteilen, denn er verstarb 2011 infolge Bauchspeicheldrüsenkrebs. Doch Apple-Mitbegründer Steve Wozniak äussert sich alles andere als wohlgesinnt zum Film. Manche Szenen seien komplett falsch dargestellt. Von der Realität wäre er meilenweit entfernt. Im Interview mit der «Washington Post» nimmt Ashton Kutcher Stellung. Wozniak sei während der Produktion von «Jobs» nicht bereit gewesen, mit Informationen zu helfen. «Wir haben unseren Job so gut gemacht, wie wir konnten. Niemand weiss tatsächlich, was in den Räumen damals passiert ist», betont er. Ashton Kutcher bestätigt also, dass der Film nur bedingt der realen Geschichte des Lebens von Steve Jobs entspricht. Die Stiefmutter von Steve - Marilyn Jobs - hingegen unterstützte den Film bereits während den Dreharbeiten.
RUSH
Wer kennt ihn nicht: Rennfahrer Niki Lauda. Der unerschrockene Sportler, der auch nach einem Horror-Unfall am Nürnburgring wieder in sein Auto stieg und weitere Rennen fuhr. Eine Geschichte, die perfekten Stoff für einen guten Film liefert. «Rush» wurde als Schweizer Premiere am 9. Zurich Film Festival gezeigt. Die Rolle von Niki Lauda spielt der deutsche Schauspieler Daniel Brühl. Bei diesem Filmprojekt hatte niemand was dagegen. Lauda zeigte sich gar sehr beeindruckt von diesem Streifen und traf sich auch mit «seinem» Darsteller, um ihm zu helfen, sein «Ich» perfekt verkörpern zu können. «Niki hat mir geholfen, Schiss zu verlieren. Allein, wie schnell er damals nach dem Unfall zurückgekehrt und wieder ins Auto gestiegen ist! Die Angst zu überwinden, nachdem man dem Tod so knapp von der Schippe gesprungen ist - das ist für mich kaum begreiflich. Unmenschlich», sagt Daniel Brühl über die erfolgreiche Zusammenarbeit.
PURSUIT OF HAPPYNESS - DAS STREBEN NACH GLÜCK
In diesem Film, der in Deutsch «Streben nach Glück» heisst, verkörpert Schauspieler Will Smith den erfolglosen Chris Gardner, der sich in einer emotionalen Geschichte durch Fleiss und Ehrgeiz ganz nach oben schuftet. Während der Dreharbeiten zum Film war der echte Gardner als Berater teilweise am Set anwesend. Und was er sah, begeisterte ihn vollends. Smith habe es gar geschafft, durch seine Darstellung den inzwischen mehrfachen Millionär zu Tränen zu rühren. Der Film zeige seine Stimmung und seine damalige Not gut, sagt er im Making-of. Ganz am Ende des Films ist auch der echte Chris Gardner zu sehen.
3096 TAGE
Das Entführungsdrama der Österreicherin Natascha Kampusch kam im Jahr 2013 in die Kinos. Der Film «3096 Tage» zeigt, wie die Zehnjährige auf dem Schulweg von Wolfgang Priklopil entführt und für acht Jahre in ein Kellerverlies gesperrt wird. Die heute 25-Jährige liess sich vertraglich zusichern, das Drehbuch lesen und auch verändern zu dürfen. Der Film habe Emotionen und Erinnerungen geweckt, sagt Kampusch im Interview mit Spiegel.de. Die Leute, die den Film gemacht haben, seien ja nicht dabei gewesen. Umso mehr habe sie erstaunt, wie nahe er an die Realität herankomme. Bei den Dreharbeiten zum Film besuchte Natascha Kampusch das Filmset. Im Interview mit Bild.de sagte sie zudem: «Ja, ich habe mich wiedererkannt, obwohl die Wirklichkeit noch schlimmer war. Aber das kann man im Kino wohl nicht zeigen, denn es sollte ja kein Horrorfilm werden.» Im Film bekennt sich Kampusch auch zum ersten Mal zum sexuellen Missbrauch. Darüber sprach sie zuvor nie und auch im Buch klammert sie das Thema komplett aus. Dies sei der letzte Rest Privatsphäre, den sie sich zugestehe. Im Film werden aber Vergewaltigungs-Szenen gezeigt. Gespielt wird das Entführungsopfer von Amelia Pidgeon im Kindesalter und ab 14 Jahren von Antonia Campbell-Hughes.
THE SOCIAL NETWORK
Dieser Film von Regisseur Aaron Sorkin zeigt die Entstehung der Social-Plattform Facebook. Dieser hat sich dabei vor allem auf das semi-fiktionale Buch «The Accidental Billionaires» von Ben Mezrich gestützt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film von Jesse Eisenberg dargestellt wird, ist aber nicht besonders glücklich über den Inhalt des Streifens. In einem Interview antwortet er auf die Frage, welches die grösste Abweichung des Films von der Realität sei, mit: «Wo soll ich nur anfangen?» Es sei interessant, wie viel Wert auf Details gelegt worden sei. «Jedes Shirt und Fleece, das im Film gezeigt wird, besitze ich im echten Leben tatsächlich.» Für ihn sei aber der grösste Fehler, dass er dargestellt werde, als ob er Facebook nur gegründet hätte, um ein Mädchen zu beeindrucken. Das sei völliger Unsinn, der Film sei Fiktion. Daher weigerte er sich, mit den Machern des Films zu kooperieren, nahm an der Premiere nicht teil und distanzierte sich.
ERIN BROCKOVICH
Die unglaubliche Geschichte der Umweltaktivistin Erin Brockovich wurde im Jahr 2010 verfilmt. Die Amerikanerin arbeitete als Assistentin einer Anwaltskanzlei, als sie einen Umweltskandal aufdeckte. Schauspielerin Julia Roberts gewann für ihre Darstellung der Erin Brockovich gar einen Oscar. Doch wie sah das eigentlich bei der echten Erin aus? Sie war alles andere als abgeneigt. Sie spielte gar im Film mit! Bei diesem sogenannten Cameo-Auftritt bediente sie ihre Darstellerin in einem als Kellnerin und trug dabei ein Namensschild, auf dem «Julia» stand. Auch der reale Ed Masry, der Anwalt, ist in der gleichen Szene zu sehen, als Gast im Restaurant.
DER MONDMANN
Jim Carrey ist bekannt für seine Komödien. Doch in «Der Mondmann» spielt er in einem eher tragischen Film mit. Er verkörpert darin Andy Kaufman, einen Komiker, der Mitte der 90er-Jahre für Aufsehen in den USA gesorgt hat. Und auch wenn die Rolle ein Komödiant ist, so ist es eine ernste Rolle in einem bedrückenden Film. Sein Leben lang kämpft Kaufman dafür, ernst genommen zu werden auf den grossen Bühnen. Ein polarisierender Mensch, der von Carrey überragend dargestellt wird. Der wahre Andy Kaufman verstarb 1984 und konnte demnach auf den Film, der im Jahr 1999 gedreht worden ist, nicht mehr reagieren. Dennoch gibt es Anhaltspunkte dafür, dass «Der Mondmann» wahrheitsgetreu und akzeptiert worden ist. Die Enkelin von Andy Kaufman spielt in einer kurzen Szene mit. Und auch der echte George Shapiro, der Manager des Komikers, ist zu sehen. Er hat einen Auftritt als Barkeeper und erklärt in dieser Szene dem Protagonisten, wie man mit Witzen das Publikum fesseln kann.
RAY
Der blinde Musiker Ray Charles wurde im Jahr 2004 verfilmt. Die Kindheit, das Leben in der Musikbranche und auch seine Heroinsucht werden im Film thematisiert. Die Rolle des Ray Charles spielt Jamie Foxx. Der Film wurde jahrelang geplant. Und der echte Ray Charles war zu seinen Lebzeiten daran beteiligt. Die Entstehung des Streifens wurde von ihm persönlich begleitet. Kurz vor Ende der Dreharbeiten im Juni 2004 verstarb Ray Charles allerdings und konnte so die Endfassung des Films nie miterleben. Jamie Foxx erhielt für seine Darstellung von Ray Charles den Oscar als bester Hauptdarsteller.
CATCH ME IF YOU CAN
Frank William Abagnale Junior ist der jüngste Betrüger der Geschichte. Er fälschte Papiere und Cheques, arbeitete mit falschen Diplomen und wechselte seinen Namen öfter als seine Hemden. Diese Lebensgeschichte birgt natürlich guten Filmstoff. Dies erkannte auch Regisseur Steven Spielberg und landete mit dem Film einen grossen Kinohit. Schauspieler Leonardo DiCaprio schlüpfte in die Rolle des rotzfrechen Betrügers und wurde dafür für den Golden Globe nominiert. Der ganze Film ist eine grosse Verfolgungsjagd, da Abagnale den Behörden immer einen Schritt voraus ist. Am Ende wird er dann doch gefasst. Im Film wird er von seinem Original verhaftet - vom richtigen Frank William Abagnale. Dieser wirkte auch am Drehbuch mit.
KINGS SPEECH
Schauspieler Colin Firth hatte die ehrenvolle Aufgabe, König George VI spielen zu dürfen. Der britische Monarch musste damals von seinem Stottern befreit werden, bevor er eine wichtige Rede vor seinem Volk halten konnte. Seine Tochter lebt heute noch: Es ist keine Geringere als Königin Elizabeth II. Diese wollte laut Huffingtonpost.com den Film sehen, bevor sie die Erlaubnis zur Veröffentlichung gab. Sie gab schliesslich nicht nur ihren Segen, sondern gestand, tief berührt gewesen zu sein. Kein Wunder, wurde Colin Firth für seine Darstellung des stotternden Königs mit dem Oscar ausgezeichnet. Bereits vor 30 Jahren hatte Drehbuchautor David Seidler diesen Film machen wollen. Doch damals bat ihn Queen Mum, die Witwe des Königs, das Projekt erst nach ihrem Tod zu starten. Die Erinnerungen an ihren Ehemann seien zu schmerzhaft.
GAME CHANGE
Dieser Film erzählt die Geschichte von Sarah Palin. Die Politikerin wurde im Jahr 2008 als Vizepräsidentin für John McCaine aufgestellt, dem Gegenkandidaten von Barack Obama. Julianne Moore verkörpert Palin, Ed Harris spielt John McCaine. Beide Originale waren mit dem Streifen nicht sonderlich glücklich. Palin kritisierte, dass die Story nicht auf wahren Begebenheiten beruhe. Gegenüber Fox-News sagte sie aber bereits vor der Filmpremiere, dass sie sich darüber keine Sorgen mache, wenn es doch so viele andere Dinge gebe, über die sie sich Sorgen machen sollte. Und doch traf Julianne Moore die Kritik. An der Emmy-Verleihung, als die Schauspielerin den Preis für ihr Rollenspiel entgegennahm, sagte sie, dass es sie getroffen habe, dass Palins Daumen nach unten gezeigt habe. John McCaine sei nicht zufrieden gewesen mit der Darstellung seiner Person. Er benutze im wahren Leben nur selten solch grobe Ausdrücke. Er besitze einen etwas grösseren Wortschatz.
DEVIL WEARS PRADA
Lauren Weisberger ist die Autorin des Romans «Der Teufel trägt Prada». Sie ist eine ehemalige Assistentin von Anna Wintour, Chefredakteurin der «Vogue». In der Geschichte geht es darum, wie Andrea Sachs von ihrer Chefin, einer Modezarin, drangsaliert wird. Die Übereinstimmung der Hauptfigur mit Wintour wurde zwar nie bestätigt, jedoch ist es naheliegend. Wintour erschien jedenfalls zur Filmpremiere und trug dabei Prada. Im Film heisst die böse Chefin Miranda Priestly und wird von Hollywoodstar Meryl Streep gespielt.