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Die Hauptquelle des römisch-katholischen Lehrbegriffs in seinem Unterschied sowohl von dem der protestantischen
als von dem der morgenländischen Kirche sind die »Canones et decreta concilii Tridentini«, welche ihre Ergänzung in den Beschlüssen
des Vatikanums gefunden haben (s. Konzil). SymbolischeSchriften zweiter Ordnung sind die »Professio fidei Tridentinae«, die auf
Befehl des PapstesPius IV. 1564 entworfen und als verpflichtende Glaubensformel für alle, die ein geistliches
Amt oder eine akademische Funktion und Würde annehmen, in einer doppelten, vom datierten Bulle aufgestellt ward,
und der »Catechismus Romanus« (s. Katechismus).
Andre Katechismen, namentlich die beiden des JesuitenCanisius, haben zwar ein großes Ansehen, aber keine eigentliche Bestätigung
von seiten des Papstes erlangt. Auch der »Confutatio Augustanae confessionis« (s. Augsburgische Konfession),
von einem Kollegium rechtgläubiger katholischer Theologen auf Veranlassung KaiserKarls V. ausgearbeitet, geht jedwede eigentlich
kirchliche Beglaubigung ab. Gesamtausgaben der symbolischen Bücher der römisch-katholischen Kirche gibt es von Danz (Weim.
1835) und Streitwolf (Götting. 1835-38, 2 Bde.). Als Zeugnisse
für die römisch-katholische Kirchenlehre können auch angesehen werden: die liturgischen Bücher, die von der römischen
Kurie sanktioniert worden sind und in ganzen Ländern und Provinzen öffentliches
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kirchliches Ansehen erlangt haben, insbesondere das »Missale Romanum«, das unter PapstPius V. zuerst im Druck erschien (Rom
[* 6] 1570),
Durch den Sündenfall aber gingen Adam und seine Nachkommen jener göttlichen Gnadengeschenke verlustig, und der Wille zum Guten
war geschwächt. In solchem Zustand ist der natürliche Mensch, noch bevor er selbst sich der aktuellen
Sünde schuldig macht, vor Gott ein Sünder. Die ihm von seiner Geburt an anklebende »Erbsünde« (s. d.) besteht eben in dem
Mangel der ursprünglichen Gerechtigkeit (carentia justitiae originalis); die böse Lust ist zwar nicht an sich schon Sünde,
führt aber zur Sünde.
Die verlorne Rechtfertigung wird durch Buße wiedergewonnen, welche aber nicht bloß in Reue, sondern auch im Sündenbekenntnis
an den Priester, worin alle einzelnen Todsünden, deren man sich bewußt ist, aufgezählt werden müssen
(Ohrenbeichte), und in der Leistung der vom Beichtvater auferlegten Büßungen zur Tilgung der zeitlichen Sündenstrafen besteht.
Wer stirbt, ohne volle Satisfaktion geleistet zu haben, wird in das Fegfeuer versetzt, wo er einen peinlichen Läuterungsprozeß
zu bestehen hat.
Jede Kirche und Kapelle muß eine Reliquie (s. Reliquien) besitzen, so wie auch eine jede Kirche einem oder mehreren Heiligen gewidmet
und nach ihnen benannt ist. Als heilige Lokalitäten gelten auch die Friedhöfe sowie die mit einem Kruzifix, Marien- oder Heiligenbild
versehenen Stellen an Landstraßen und sonstigen Plätzen, die der frommgläubige Katholik nicht passiert,
ohne ein kurzes Gebet zu verrichten oder sich wenigstens zu bekreuzen. Als heilige Kirchengefäße und Kirchengerätschaften
sind zu nennen: der Kelch,
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Der Hauptbestandteil des römisch-katholischen
Gottesdienstes ist die Messe (s. d.), welche täglich wenigstens einmal gelesen wird und von jedem
frommen Katholiken wenigstens an jedem Sonn- und Festtag gehört werden soll. Nach der Messe folgt zuweilen eine
Predigt, welche in der Landessprache gehalten wird. Betstunden, welche in den Nachmittags- und Abendstunden in der Kirche gehalten
werden, heißen Vespern und Vigilien, katechetische Unterrichtsstunden für die Jugend Christenlehren.
Während des PontifikatsPius' IX. hatte die katholische Hierarchie folgenden Zuwachs: 24 Bischofsitze wurden
zu Metropolitansitzen erhoben und 5 Metropolitansitze neu eingerichtet, 130 Bischofstühle wurden neu geschaffen, 3 Bischöfe
nullius dioeceseos ernannt, ferner 3 apostolische Delegationen, 33 apostolische Vikariate und 15 apostolische Präfekturen
eingerichtet, zusammen 213 neue Stellen. Dazu kamen unter Leo XIII. bis 1886 noch 7 neue Erzbistümer,
von denen 2 zuvor schon Bistümer gewesen waren, 26 Bischofsitze, eine apostolische Delegation, 20 Vikariate, von denen 3 zuvor
schon Präfekturen gewesen waren, und 8 Präfekturen, zusammen 65 neue Stellen. S. auch den Art. Kirche nebst »Zeittafel der
Kirchengeschichte«.