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Wenn Teenager Diabetes haben
Ein Teenager zu sein, ist wahrlich schwierig genug… Die Diagnose Diabetes macht es nicht einfacher. Es ist eine wichtige Zeit für die gesamte Familie: Der Teenie möchte unbedingt unabhängig sein, bereitet sich für das Studium oder die Erwachsenenwelt vor, benötigt jedoch weiterhin die Führung und Unterstützung seiner Eltern.
Eine wichtige Erkenntnis: Diabetes beeinflusst den betroffenen Menschen unabhängig von seinem Alter! Das Kind (entsprechend seinem Alter) und seine Eltern haben zwar eine wachsende Verantwortung zu tragen, aber die zur Diabetesbehandlung nötige, erhöhte Selbstdisziplin kann sich auch zum Vorteil des Jugendlichen auswirken.
Auch wenn Diabetes heute sehr gut eingestellt werden kann, bleibt es eine chronische Krankheit mit potenziell gesundheitsgefährdenden Direkt- und Langzeitkomplikationen. Anders gesagt: Was ein Teenager mit seinem Diabetes anstellt – im Positiven wie im Negativen – hat für seine Gesundheit von morgen Auswirkungen. Das kann für Jugendliche ziemlich hart sein, denn sie lehnen oft strikte Grenzen ab und denken lieber nicht an morgen.
Tipps für die Eltern von diabetesbetroffenen Teenagern
- Nutzen Sie die Gelegenheit, die gesamte Familie aufzuklären, um eine gute Atmosphäre rund um den Teenager zu bilden.
- Wählen Sie Ihre Worte sorgfältig. Vermeiden Sie beim Blutzucker oder in Bezug auf Blutzuckerergebnisse, von «gut» oder «schlecht» zu sprechen (besser: «hoch», «niedrig» und «normal»).
- Wie reagieren Sie, wenn der Blutzucker zu hoch ist? Bestrafung wäre sicher fehl am Platz! Ist der hohe Blutzucker die Folge von übermässigem Essen, sollten Sie Ihren Teenager für seine Ehrlichkeit loben und einen Plan erstellen, wie das Problem in Zukunft vermieden werden kann.
- Ermutigen Sie Ihren Teenager dazu, andere Diabetesbetroffene gleichen Alters kennenzulernen; eventuell suchen Sie für sich selbst eine Eltern-Selbsthilfegruppe.
- Machen Sie der Diabetes nicht zum Hauptthema. Denken Sie daran, zu fragen, «Wie war die Schule heute?» oder «Wie war das Training?»– und nicht nur «Wie war dein Blutzucker heute?»
- Lassen sie Diabetes nicht als Entschuldigungsgrund missbrauchen. Wenn Ihr Kind den Diabetes als Rechtfertigung für unangemessenes Benehmen verwendet, dann könnte man Diabetes ebenso einsetzen, um einem Teenager Dinge zu verbieten, die er oder sie gerne tut.
- Teilen Sie Ihre Bedenken über Langzeitkomplikationen, aber verwenden Sie diese nicht zum Angsteinflössen. Sonst könnte das beim Teenager eine sehr negative Einstellung gegenüber seinem Diabetes auslösen.
- Lassen Sie Ihren Teenager alleine mit dem Arzt sprechen. Damit ermöglichen Sie ihm, offener über seine Gedanken sprechen zu können, als wenn Sie dabei wären. Und Sie geben etwas von Ihrer Verantwortung auch ab.
- Am wichtigsten für Ihren Teenager sind jedoch konsequente Grenzen und Disziplin. Manchmal fühlen die Eltern Mitleid für ihr diabetesbetroffenes Kind und versuchen, die Tatsache seiner Krankheit damit auszugleichen, dass sie in anderen Bereichen nachsichtiger sind. Auf lange Sicht gesehen ist das keine Hilfe und es kann manchmal Ihrem Teenager erschweren, in der realen Welt zurechtzukommen.