Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03320.jsonl.gz/1517

Thema: Besuch des Nikodemus bei Jesus
Evangelium
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus:
7Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.
8Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.
9Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen?
10Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
11Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
12Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche?
13Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
14Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,
15damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Impuls zum Evangelium
Im gestrigen und im heutigen Evangelium kommt Nikodemus zu Wort. Über ihn wird nicht viel in der Heiligen Schrift berichtet. Er war ein Pharisäer, ein Schriftgelehrter, Lehrer des Volkes und Mitglied des Hohen Rates. Sein Name Griechisch abstammend bedeutet „Sieger des Volkes“.
Nachts macht er einen Besuch bei Jesus um von Jesus mehr zu lernen. Er ging zu Jesus in der Nacht nicht, weil er sich von den Kollegen verstecken wollte sondern für ein ruhiges, ernsthaftes Gespräch, da Jesus am Tag viel mit Menschen unterwegs war.
Nikodemus hat Jesus als einen Gott gesandten Lehrer erkannt. Jesus unterrichtet ihn über die Notwendigkeit der Wiedergeburt (Taufe) Joh 3, 1-21. Es war eine Gelegenheit Jesus näher kennenzulernen und besser verstehen. In der Folge tritt er für Jesus im Hohen Rat ein (Joh 7,50,52). Nach dem Tod Jesu bekennt er sich ganz öffentlich für ihn und sorgt sich dafür ihn fürstlich zu begraben (Joh 19,39). Nikodemus Besuch erinnert an den Besuch Mariens bei Elisabeth (Lk 1,39-56). Es hat beide gutgetan.
Ein Besuch ist immer gut. Ein Besuch bei einem Menschen oder ein Besuch bei Gott in der Kirche oder in der Natur tut gut.
Seit dem Eintreffen der Coronakrise wurde Besuchen durch das Lockdown erschwert. Ich finde es schön, dass die Kirchen alle Tage geöffnet sind. Viele Menschen nehmen sich Zeit einen Besuch bei Jesus in der Kirche zu erstatten: Zeit zum Beten für eine bessere Welt für einen Sieg über Covid-19, Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Kraftsammeln, Tanken und Innehalten.
Auch wenn Besuch bei Freunden, Nachbarn und Familienangehörigen momentan nicht ratsam ist, wird der Kontakt nicht abgebrochen. Eine Karte oder Briefschreiben, ein Telefonat wirken ganz positiv. Ein Besuch mit Corona-abstand ist nicht abgesagt. Somit können wir die Langweile vertreiben, anderen Menschen Freude bereiten und uns selber ein Stück bereichern.
FÜRBITTEN
Wir beten zu Christus, der alle Menschen in seine Nachfolge und Gemeinschaft ruft
-Stärke unter deinen Gläubigen Eintracht und Brüderlichkeit.
A.: Wir bitten dich, erhöre uns.
-Überwinde den Hass unter den Völkern, und lass sie Frieden finden.
-Schenke Hoffnung allen am Virus Erkrankten und alle anderen Kranken, deren Not und Leiden in dieser Zeit aus dem Blick geraten sind.
-Mach uns geduldig und nachsichtig mit den Schwächen unserer Brüder und Schwestern.
-Verleihe uns Verständnis für die Menschen, die nicht oder nicht mehr glauben können; schenke uns die Demut, nicht über sie zu urteilen.
-Nimm Deinen Platz in unserem Leben ein. Strahle Du durch uns, damit wir anderen Menschen Hilfe und Orientierung sein können.
-Gib allen Kranken, Einsamen und Trauernden Kraft, in ihren Nöten nicht an Deiner Liebe zu verzweifeln; schenke ihnen die Treue zu Dir.
-Stärke den Mut der Länder im Kampf gegen das Coronavirus.
-Erhalte Deine Kirche im frohen Glauben, in der festen Hoffnung und der tätigen Liebe, damit sie Zeichen deiner Gegenwart bleibt.
-Schenke allen Verstorbenen einen Platz in deinem Reich.
Darum bitten wir durch ihn Christus unseren Bruder und Herrn
A.: Amen.
Schlussmeditation
Gott allein
Ich habe ganz deutlich erfahren,
dass Ängste und Sorgen umso kleiner werden,
je mehr man in Gott geborgen ist.
Solange man alle Hoffnung
Und sein ganzes Vertrauen auf Menschen
Und materielle Dinge setzt,
die so leicht verletzt sind
und so rasch vergehen,
gibt man Ängsten und Sorgen nur neue Nahrung.
Als ich mich für “Gott allein” entschieden hatte,
verloren viele Dinge ihre Wirklichkeit,
die als lebensnotwendig angepriesen wurden.
Eine Umwertung aller Werte kam in Gang.
Alles geriet durcheinander,
bis es die richtige Stelle einnahm.
Ich begann die Scheinwerte loszulassen.
Dieses Loslassen war täglich ein neuer Anfang.
Aber je mehr ich losließ,
desto freier fühlte ich mich
und desto mehr konnte ich es genießen.
Phil Bosmans
Schlussegen
Der Herr segne uns, er begleite uns bei all unserem Tun.
Er schenke uns seine zärtliche Liebe und sei bei Tag und bei Nacht an unserer Seite.
So segne uns und alle, die wir im Herzen tragen, der gütiger Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen