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Eine der ältesten Moscheen in Isfahan ist die während der Seldschuken-Zeit erbaute Freitagsmoschee, die am Ende des Bazars zwischen vielen kleinen Läden liegt. Die Aussenansicht ist ziemlich unauffällig, und das Eingangsportal lässt nicht vermuten, dass sich dahinter ein grossartiges Bauwerk verbirgt. Vor dem Eingang zum Kuppelsaal befindet sich ein Modell der ganzen Anlage, an Hand dessen man die lange Baugeschichte der Moschee studieren kann. Ihre Entstehungsgeschichte ist ein Paradebeispiel für die Entwicklung einer persischen Moschee. Im 8. Jahrhundert wurde sie gegründet, ein zunächst bescheidenes Gebäude. Aber bereits 840/41 wurde der Bau erweitert, indem um einen Hof herum eine Säulenhalle errichtet wurde – das Konzept der für Persien typischen Hofmoschee war entwickelt. Im 11. Jahrhundert erfuhr das Bauwerk dann eine wesentliche Änderung: Der Grosswesir Nizam al-Mulk (Nizam = Ordnung des Volkes) liess über dem Mihrab der Moschee einen Kuppelraum errichten, und sein politischer Gegner Tadj a-Mulk (Tadj = Krone des Volkes) liess kurze Zeit später ausserhalb der Moschee, aber in der gleichen Achse liegend wir der Kuppelbau des al-Molk, ebenfalls einen allerdings etwas kleineren Kuppelbau errichten. 1121 wurde dieser ganze Komplex von den Assassinen niedergebrannt. Ausser den beiden Kuppelbauten wurde fast alles zerstört, und als man die Moschee wieder aufbaute, wurden die vier Seiten des Hofes mit zweigeschossigen Arkaden umgeben, sodass nun ein geschlossener Hof entstanden war. In der Mitte jeder der vier Seiten hatte man einen Aiwan eingefügt – der Typus der Vier-Aiwan-Moschee war entstanden. Im Laufe der Zeit wurde die Moschee durch verschiedene Gebetshäuser erweitert – insgesamt 11 hohe Hallen mit mächtigen Pfeilern. Kunstvolle Stuckornamente, Inschriften in Kufi und Fliesenmosaiken schmücken die Moschee. Im Jahre 1310 stiftete der Mongolenherrscher ul-Djaitu der Moschee einen mit prachtvoller Stuckornamentik verzierten Mihrab, der als einer der schönsten in ganz Iran gilt. Unter dem letzten Shah wurde die Moschee säkularisiert, was man auch nach dessen Sturz so beliess. Man betritt zuerst den gewaltigen Kuppelraum des Nisam al-Mulk. Fast 40 m hoch ist die von mächtigen Doppelsäulen getragene Halle, über der sich die riesige Kuppel wölbt. Das Baumaterial besteht aus gebrannten Ziegeln, die Steinsetzung ist variantenreich, und der Mihrab ist mit Fliesenmosaik verziert. Der Hof der Moschee hat ebenfalls riesige Ausmasse – 55 x 65 m, von hier aus sind die verschiedenen Gebetshallen zugänglich.