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Dokkum
(fris. Dokkum)
Einwohner: 12'593 (1999)
Früher bestand Dokkum nicht mehr als aus ein paar Hütten und Zelten an einem Kreuzpunkt von Land- und Wasserwegen. Richtig bekannt wurde die nördlichste Stadt Frieslands mit der Ermordung von Bonifatius im Jahr 754. Er versuchte die heidnischen Friesen zum Katholizismus zu bekehren.
Dokkum hatte in früheren Jahren direkten Kontakt mit der Nordsee. Ebbe und Flut machte sich bis in die Stadt hinein bemerkbar. Durch das Recht eigene Münzen zu schlagen wurde sie eine wichtige Hafenstadt. 1224 wurden hier Schiffe für den zweiten Kreuzzug ausgerüstet. und aus dieser Gegebenheit ist auch der Halbmond in das Wappen gekommen. 1298 erhält Dokkum als zweite Siedlung in Friesland das Stadtrecht. Rund 1400 war Dokkum ein befestigter Ort, der sich gegen Angreifer gut verteidigen konnte. 1531 wurde auf Befehl von Karl V. die Festung ummauert. Im Jahre 1581 wurde mit dem Bau eines neuen Bollwerkes begonnen, das heute noch erkennbar ist.
1596 hat sich die Admiralität von Friesland und Groningen in Dokkum niedergelassen, aber bereits 1645 verlegte sie den Sitz nach Harlingen weil der Dokkumerdiep versandete und somit mit den grösseren Schiffen nicht mehr passierbar war. Das 1618 gebaute Admiralitätshaus ist bis in die heutige Zeit in gutem Zustand geblieben und beherbergt nun eine Art Heimatmuseum. Interessante Informationen bekommt man im VVV, die bis vor ein paar Jahren noch im alten Waagegebäude von 1752 untergebracht war. Dieser Bau hatte immer zwei Funktionen. Zuallererst war es der Platz wo die Kaufmannswaren gewogen wurden, vor allem Butter, Käse und Fleisch, zum zweiten befand sich hier auch die Hauptwache der Garnison. Merkwürdig genug ist, dass diese Doppelfunktion bis weit ins 20. Jahrhundert gehandhabt wurde. Man lies hier also Vieh und Molkereiprodukte wägen und gleichzeitig fand die Feuerwehr und die Polizei im Haus unterschlupf. Das ganze ist aber nicht so abwegig, liest man doch auf dem Gedenkstein am Gebäude "Weegt en Waekt", also "Wägt und Wacht".
Im Herzen der Stadt ist ein Gebäude nicht zu übersehen, das Stadthaus. Das Hauptgebäude wurde 1608 auf einem noch älteren Kellerfundament gebaut. Der Turm mit der karakteristischen Kuppel kam erst 1717 dazu. Im Inneren des Hauses wird man in die damalige Zeit zurück versetzt. Im sogenannten grünen Saal, wo sich die Abgeordneten trafen, fällt vor allem die prächtigen goldledernen Tapeten auf. Der Ratsaal hat ein historisches Interieur mit vier bemalten Täfelungen die die Geschichte von Dokkum wiedergeben und mit schönen Malereien im Stile Ludwig XV. Alles ist noch ein seinem ursprünglichen Aussehen anzutreffen.
Abends zehn Minuten vor Zehn bis zehn Uhr erklingt auch heute noch auf dem Stadthaus das Poortersklokje, die Torglocke. Diese hält die Erinnerung an die alten Zeiten wach , als um zehn Uhr die Stadttore geschlossen wurden. Die Glocke war weit bis vor die Stadt zu hören und die Leute konnten sich noch in den Schutz der Stadtmauern begeben.
Dokkum hat zwei gut erhaltene Kornmühlen. Wie üblich haben auch diese einen Namen. Die "De Hoop" steht auf dem Zuiderbolwerk und die "Zeldenrust" auf dem Baantjebolwerk. Bei Beiden besteht die Möglichkeit sie von Innen zu besichtigen. Gelangt man auf dem Wasserweg in die Stadt bieten sich im Bereich der Mühlen gut Anlegeplätze, mit zum Teil Stromanschluss, an.
Obwohl die vielen schönen Fassaden an frühere Jahrhunderte erinnern, ist Dokkum heute eine lebendige Stadt. Die attraktive Geschäfte geben ihr heute ein modernes Gepräge und die vielen Restaurants und Kaffees laden zum gemütlichen Vereilen ein.
Es gibt noch sehr viel über Dokkum zu erzählen. Das beste ist jedoch, man nimmt sich Zeit und besucht die Stadt.