Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03428.jsonl.gz/492

Seit die Niederlande am 1. Januar 2006 ein neues Sozialversicherungsgesetz eingeführt haben, weisen das schweizerische und das niederländische Gesundheitssystem in verschiedener Beziehung stark vergleichbare Eigenschaften auf. Mit dem Fortschritt der Reformen in beiden Ländern wird ein effizienter und zuverlässiger Austausch von Erfahrungen immer wichtiger. In diesem Zusammenhang wird vom niederländischen Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport, dem schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem schweizerischen Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eine Studie vergeben.
Forschungsziele
Das Forschungsziel besteht darin, jene Bereiche und Aspekte zu identifizieren, in denen die beiden Gesundheitssysteme vergleichbar sind, und Schlüsse zur besseren Steuerung, Administration und Weiterentwicklung der Systeme zu ziehen. Das Projekt soll in seiner Gesamtheit Resultate ergeben, die für beide Seiten von Nutzen sind. Ziel ist das «Lernen voneinander». Der Raster und die darauf aufbauenden Analysen müssen erste Ergebnisse enthalten, sollen aber modular aufgebaut sein, damit sie in Zukunft weiterentwickelt und verallgemeinert werden können.
Raster für einen Vergleich der beiden nationalen Systeme
Ausgangspunkt soll ein genereller Raster sein, der einen Vergleich der beiden Gesundheitssysteme – namentlich in Bezug auf Kosteneffizienz und Marktzugang – ermöglicht. Aufbauend auf einer «Aufteilung» der beiden Gesundheitssysteme in verschiedene Bereiche soll für jeden Einzelbereich eine Analyse der neueren und künftigen Änderungen durchgeführt und festgestellt werden, wo weitergehende Forschung nötig ist. Zudem soll dargelegt werden, in welchen Bereichen ein Vergleich machbar ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Mehrwert führt.
Identifikation der vergleichbaren Problemstellungen und Politiken
Der Vergleichsraster soll kein Selbstzweck sein, sondern es soll ihm eine klare Beurteilung zugrunde liegen, welche Problemstellungen bezüglich Effizienz und Marktzugang vergleichbar sind und welche nicht.
Erste Antworten zu Fragestellungen der Politik
Die Arbeiten sollten sich in erster Linie an den gegenwärtigen Fragestellungen der Politik orientieren. Die Schweiz ist vor allem an Beispielen zu den Auswirkungen von Liberalisierungsschritten interessiert, hauptsächlich im Bereich des Binnenmarktes, des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs, der Aufhebung des Kontrahierungszwangs und Fragen der Transparenz. Wenn immer möglich sollten die Beispiele messbare Grössen enthalten, wie beispielsweise Veränderungen von Preisen, Mengen und Dienstleistungsqualität. Die Niederlande ist in erster Linie an den Erfolgen und Misserfolgen der schweizerischen Politik in der jüngsten Vergangenheit interessiert, so etwa den regional differenzierten Versicherungsprämien in Relation mit dem Leistungsumfang (Grund/Zusatzleistungen), der Entwicklung und den Folgen kollektiver Verhandlungen, der Höhe der Kostenbeteiligung, der Mobilität der Versicherten, den Massnahmen zur Durchsetzung des Obligatoriums sowie den regionalen Unterschieden in der Langzeitpflege. Dieser Schritt soll die beiden Länder in der Weiterentwicklung des Systems unterstützen. Was können die beiden Systeme bezüglich eines Erhalts der Solidarität von Gesunden und Kranken voneinander lernen?
Offerten
Da die Fragestellung vielschichtig ist und die Anforderungen an eine Koordination der Analyse beider Systeme hoch sind, müssen die Offerten zwingend eine Zusammenarbeit kompetenter Forscher in beiden Ländern beinhalten. Der Koordinationsmechanismus und die Verantwortungen müssen in der Offerte klar dargestellt sein. Die Offerte muss eine Beschreibung des Forschungsansatzes, die Planung der Forschungsschritte und eine detaillierte Kostenzusammenstellung nach Projektphase, Qualifikation (Forschungsleitung, Forschende, administrative Arbeiten), Reise- und andere Spesen sowie die MWST enthalten. Die Berichte sind in Englisch zu verfassen. Der Schlussbericht sollte bis Ende Juni 2007 vorliegen. Offerten sind bis 12.November 2006 an eine der folgende Adressen einzureichen: Bundesamt für Gesundheit (BAG) Chef Abteilung Internationales Dr. Gaudenz Silberschmidt Vizedirektor 3003 Bern Ministery of Health, Welfare and Sports dhr. drs. Th. van Uum; Director P.O. Box 20350 2500 EJ The Hague The Netherlands