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Dieser dreiteilige Beitrag befasst sich mit dem Hauptinstrument der Disziplin Stabhochsprung, dem Stab. Genauer handelt er davon, das Material „Stabhochsprungstab“ in den Grundzügen zu verstehen.
An jedem Stab finden sich am oberen Ende zwei Zahlen; die Länge des Stabes und eine Gewichtsangabe. Zunächst interessiert uns die Länge.
Stäbe werden klassisch in den Längen 3.70m, 4.00m, 4.30m, 4.60m, 4.90m gefertigt. Die ersten grösseren Produzenten von Stäben hatten ihren Sitz in den USA, weshalb die Stäbe in Fuss (30.48cm) abgestuft hergestellt wurden: 12 Fuss, 13 Fuss, 14 Fuss. Genau gerechnet, ergeben diese Masse nicht die einheitlichen europäischen Masse (z.B. 15 Fuss entsprechen nicht 4.60m) und die Stäbe sind auch nie genau so lang, wie darauf angegeben. Mal ist es ein Zentimeter mehr, oder zwei, mal weniger. Stäbe zu produzieren, ist offenbar keine Präzisionsarbeit. Würden Automobilhersteller Stäbe produzieren, hätten wir Toleranzen wie bei Golfschlägern und könnten uns aber kaum mehr einen Stab leisten.
In den letzten 15 Jahren kamen Stäbe mit neuen, zusätzlichen Längen auf den Markt. Zuerst bei den Spitzenathleten, danach für den allgemeinen Markt. Insbesondere mit der Professionalisierung des Frauen-Stabhochsprungs wurde die Notwendigkeit erkannt, kleinere Schritte zu machen. Es wurden Stäbe in den Längen 4.15m, 4.45m und 4.75m eingeführt. Heute findet man praktisch durchwegs 15cm-Abstufungen bzw. in amerikanischen Masseinheiten ausgedrückt ½-Fuss-Schritte (=15,24cm) oder 6 Zoll-Schritte (1 Zoll = 2.54cm, 6 Zoll = 15.24cm), also 11’6″, 12′, 12’6″, 13′, 13’6″ usw. Auf jedem Stab findet sich die Angabe in amerikanischen Einheiten und in der Regel auch in europäischen Einheiten.
Was ist bei der Länge eines Stabes zu beachten?
Eine hinreichende Antwort auf diese Frage sprengt bereits den Rahmen dieses Beitrags über die materiellen Grundlagen des Stabhochsprungstabes. Die Antwort hierauf muss in diesem Bericht kurz ausfallen. Ein Stab sollte, bei Sprüngen mit Biegung – zumindest im Wettkampf – mit der oberen Griffhand nicht weiter als maximal 30cm vom oberen Ende gefasst werden (dabei ist die Länge des Stabes an die Griffhöhe anzupassen, nicht umgekehrt!). Die Gründe für diese Aussage folgen in einem anderen Beitrag.
Weltklasse-Athleten greifen die Stäbe mit der oberen Griffhand in den obersten 15cm des Stabes. Dabei passt man natürlich nicht die Griffhöhe an die Länge des Stabes an, sondern umgekehrt, die Länge des Stabes wird anhand der Griffhöhe gewählt. Zum Beispiel bei einer Griffhöhe von 4.82m wählt man besser einen Stab der Länge 4.90m als einen Stab der Länge 5.00m. Und ein Stab der Länge 5.10m wäre eher ungeeignet.