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Unterschiede zwischen Quartiererhaltungszonen und Kernzonen
Nach § 50a Abs. 1 PGB umfassen Quartiererhaltungszonen in sich geschlossene Ortsteile mit hoher Siedlungsqualität, die in ihrer Nutzungsstruktur oder baulichen Gliederung erhalten oder erweitert werden sollen, während Kernzonen schutzwürdige Ortsbilder, wie Stadt- und Dorfkerne oder einzelne Gebäudegruppen umfassen, die in ihrer Eigenart erhalten oder erweitert werden sollen (§ 50 Abs. 1 PBG). Die besondere Nutzungsstruktur von Quartiererhaltungszonen liegt in der Durchmischung und allenfalls in der Anordnung verschiedener Nutzungen; ferner aber auch in einer besonders einheitlichen Nutzung oder einer gleichmässigen Nutzungsintensität (z.B. besonders geringe Ausnützung und damit verbunden grosse Gebäudeumschwünge). Im Unterschied zur Kernzone ist die Schutzwürdigkeit keine Voraussetzung. Ein in sich geschlossener Ortsteil ohne herausragende Merkmale allein genügt aber nicht. Die Quartiererhaltungszone darf nicht der Erhaltung der Bausubstanz dienen, weil es wie in der Kernzone zulässig ist, bestehende Gebäude abzubrechen. Die von der Gemeinde erlassenen Vorschriften, wonach Vergrösserungen, die in einem angemessenen Verhältnis zum heutigen Bauvolumen stehen, zulässig sind, sind zu unbestimmt und damit unzweckmässig (BRKE IV Nr. 157/1994 vom 04.11.1993, BEZ 1994 Nr. 4).
Abstimmung der Kernzonenvorschriften auf den Ortsbildschutz
Kernzonenvorschriften sind auf schutzwürdige Ortsbilder abzustimmen. Mustergültig hat dies offensichtlich die Gemeinde Dürnten gemacht, wie der Auszug aus der Verfügung der Baudirektion vom 21. Dezember 2005, Dürnten, Nutzungsplanung (Teilrevision Kernzonen), Genehmigung, ARV/1359/2005, zeigt:
„Die aufgrund einer sorgfältigen Analyse der prägenden Elemente der schutzwürdigen Ortsbilder von Dürnten, Oberdürnten und Tann (Stellung, Kubus, Struktur und Substanz der Gebäude sowie Umgebungsgestaltung, Materialien und Farben) vorgenommenen Anpassungen der Kernzonen K1und K2 mit schwarz und grau markierten Gebäuden sind auf das schutzwürdige Ortsbild abgestimmt.“
Wenn ein Dorfkern mit ausschliesslich zweigeschossigen Gebäuden im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt ist, kann eine neue Zonenordnung die erlaubte Geschosszahl nicht verdoppeln (Urteil des Kantonsgerichts BL vom 05.11.2008 i.S. Gemeinde gegen Regierungsrat).
Auch wenn die Vorschriften zu den Gestaltungsplänen Abweichungen von der Regelbauweise ermöglichen, sind solche Abweichungen vor dem Hintergrund der Anliegen des Heimatschutzes und des Dorfbildschutzes, wie sie im ISOS und der Anordnung einer Kernzone zum Ausdruck kommen, zu prüfen (BGE 135 II 209, Rüti). Mit einem Gestaltungsplan kann von der Regelbauweise abgewichen werden (§ 83 Abs. 1 PBG). Die Anforderungen und das Ausmass der Abweichungen von der Grundnutzungsordnung werden im Gesetz allerdings nicht näher umschrieben. Die Abweichungen dürfen nicht dazu führen, dass die planerisch und demokratisch abgestützte Grundordnung ihres Sinngehalts entleert würde. Im Rahmen des hier bestehenden Gestaltungsspielraumes sind auch die Aspekte des Ortsbildschutzes gemäss der Grundnutzungsordnung zu beachten und die Schutzanliegen des ISOS in die Interessenabwägung einzubeziehen (BGE 135 II 209, Rüti, E. 5.2).
Kernzonenvorschriften dienen nicht dem Schutz der Bausubstanz eines Denkmalpflegeobjekts, sondern dem Schutz der äusseren Erscheinung des Ortskerns (Urteil des Verwaltungsgerichts vom 28.08.1997, BEZ 1997 Nr. 21). Da die Kernzonenvorschriften den Schutz der äusseren Erscheinung bezwecken, ist es unzulässig, Imitationen, die als solche nicht erkennbar sind, zu verbieten (VGer ZH, VB.2010.00628, 12.01.2011, E. 4.5).