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Am 25. August 1925 schickte Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler seine ersten fünf Verkaufswagen auf die Zürcher Strassen. 75 Jahre später, ist die Migros das grösste Detailhandels- Unternehmen der Schweiz.Dieser Inhalt wurde am 24. August 2000 - 16:43 publiziert
Mit 100'000 Franken Startkapital kaufte Duttweiler fünf Ford- Lastwagen und bestückte diese mit sechs Basisartikel. Kaffee, Reis, Zucker, Teigwaren, Kokosfett und Seife bot er zum Teil bis zu 40 Prozent günstiger als die Konkurrenz an.
Knapp ein Jahr nach der Gründung verkehrten in Zürich zwölf Wagen an 466 Standorten. Die Wagen durften jeweils nur 15 Minuten an einem Standort bleiben. Um die Bezahlung zu beschleunigen, wurde abgepackte Ware zu runden Preisen angeboten. 1926 öffnete in Zürich der erste Migros-Laden seine Tore.
1941 wurde die Migros-Aktiengesellschaft in regionale Genossenschaften umgewandelt und der Migros-Genossenschafts-Bund gegründet. Da Duttweiler keine Kinder hatte, wollte er auf diese Weise eine unfreundliche Übernahme verhindern. Er schenkte das Unternehmen seinen Kunden. Heute gibt es 1,8 Millionen Genossenschafter. Jeder kann beitreten, die Mitgliedschaft ist gratis.
Kulturförderung mit dem Kulturprozent
Duttweiler starb 1962 im Alter von 74 Jahren. Fünf Jahre vor seinem Tod hatte er darauf bestanden, das "Kulturprozent" in den Migros-Statuten zu verankern. Ein Prozent des Umsatzes wird seither für die Kulturförderung ausgeben. Das Budget dafür beträgt mehr als 100 Mio. Franken jährlich.
Ein düsteres Kapital in der Migros Geschichte begann 1993 mit der Kooperation mit Konsum Österreich. Das Engagement scheiterte, die Zusammenarbeit wurde bereits 1995 wieder aufgelöst. Das fehlgeschlagene Engagement kostete die Migros rund 250 Mio. Franken. In der Schweiz erwarb der Migros Genossenschaftsbund 1997 die Aktienmehrheit der Globus-Warengruppe.
Die Migros hat heute annähernd 590 Verkaufsstandorte und beschäftigt 80'000 Mitarbeiter. Zum Konzern gehören auch elf Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, wie der Reiseveranstalter Hotelplan, das Tankstellennetz Migrol und die Grossbäckerei Jowa. Der 1999 erzielte Umsatz lag bei 18,7 Mrd. Franken.
Duttweiler würde sich freuen
Migros-Chef Peter Everts nimmt an, dass sich Migros-Gründer Duttweiler über die Migros im Jahr 2000 freuen würde. "Bestimmt wäre er auch erstaunt darüber, was aus seinem Unternehmen geworden ist", sagte Everts.
Für die Migros-Zukunft rechnet Everts damit, dass der Konzern zu einem Dienstleistungsunternehmen mit Schwerpunkt Detailhandel wird. Mit Blick auf das gescheiterte Auslandsengagement in Österreich, zeigt sich Everts überzeugt, dass sich der Detailhandel nur schwer exportieren lässt.
In der Schweiz hat die Migros den Detailhandel inzwischen auf das Internet ausgedehnt. In den Regionen Zürich, Basel, Bern und Luzern können sich die Kunden ihre online bestellte Ware direkt liefern lassen. Duttweilers Lastwagen verkehren nach 75 Jahren auf dem Daten-Highway.
swissinfo und Agenturen
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