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Platin, da das Osmium und Rhodium sich hierbei vollständig verflüchtigen. Ein Gehalt von einigen Prozent Iridium macht das Platin noch weit widerstandsfähiger und brauchbarer für seine technischen Verwendungszwecke, namentlich zur Herstellung der Abdampfschaalen für Schwefelsäure.
Der obengenannte Platinschwamm hat die Eigenthümlichkeit, Gase gewissermaßen auf sich zu verdichten und dadurch aktionsfähiger zu machen. Wasserstoffgas auf Platinschwamm geleitet, entzündet sich und verbrennt zu Wasser (Döbereiner'sches Feuerzeug), schwefelige Säure zu Schwefelsäure, Ammoniak zu Salpetersäure und Alkoholdämpfe zu Essigsäure.
Platinmoor nennt man das äusserst fein vertheilte, ziemlich schwarze Platinpulver, wie es erhalten wird, wenn man Platinchlorid mit überschüssigem Aetzkali ausfällt. Es dient zur Herstellung von Platinspiegeln, indem man es mit verharztem Terpentinöl anreibt, auf Glasplatten trägt und im Muffelöfen einbrennt. Auch dient es zum Platiniren von kupfernen Gefässen.
Metallisches Platin hat wegen seiner Unangreifbarkeit durch Feuer und Säuren eine grosse Verwendung in der Chemie und der Technik. Platinkessel, Platintiegel, Platinblech und Platindrahte sind für viele Zwecke unersetzlich, namentlich für die Zwecke der Analyse. Man hat die Geräthschaften zu hüten vor der direkten Einwirkung von freiem Chlor, Jod und Brom, Schwefel, schmelzender Kieselsäure, geschmolzenen Metallen und weissglühender Kohle.
Plátinum bichlorátum.
Platinchlorid.
PtCl4.
Es ist ein rothbraunes, krystallinisches, sehr hygroskopisches Pulver; leicht in Wasser und Alkohol mit tiefgelber Farbe löslich. Beim Erhitzen verliert es allmälig sein Chlor, verwandelt sich zuerst in braunes Platinchlorür, zuletzt bleibt metallisches Platin zurück. Dargestellt wird es durch Auflösen von Platinschnitzeln oder noch besser von Platinmoor in überschüssigem, kochendem Königswasser, Filtriren der verdünnten Lösung durch Glaswolle und Abdampfen im Wasserbade bis zur Trockne.
Anwendung. Hauptsächlich als Reagens zur quantitativen Bestimmung von Kali, Ammon und einiger Alkaloide; ferner in der Photographie an Stelle des Goldchlorids zum Abtönen der Bilder.
Osmium.
Osmium.
Os 199.
Ácidum hyperósmicum oder Acidum osmicum. **
Osmiumsäure, Osmiumtetroxyd.
OsO4 .
Osmium gehört zur Gruppe der Platinmetalle und bildet 4 Oxydationsstufen, von welchen die letzte die eben genannte Osmiumsäure ist. Sie ¶
wird dargestellt, indem man fein vertheiltes Osmiummetall im Sauerstoffstrome bei hoher Temperatur erhitzt und das sich bildende flüchtige Osmiumtetroxyd in abgekühlten Vorlagen verdichtet.
Es bildet gelbe, sehr hygroskopische Nadeln von unerträglich stechendem Geruch, welcher zugleich an Chlor und Jod erinnert. Die wässerige Lösung bläut Lackmuspapier nicht.
Anwendung. In wässeriger 1% Lösung zu subcutanen Einspritzungen bei Ischias, Kropf etc.
Das Präparat ist sehr vorsichtig und am besten in verschlossenen Glasröhren aufzubewahren.
Aurum.
Gold.
Au 196.
Aurum chloratum. +
Goldchlorid.
AuCl3 .
Safrangelbes, stets etwas feuchtes, krystallinisches Pulver, sehr hygroskopisch, leicht löslich in Wasser, Weingeist und Aether; geruchlos, auf der Haut purpurrothe Flecke hervorrufend. Mit organischen Stoffen in Berührung gebracht, scheidet sich metallisches Gold aus.
Wird bereitet, indem man reines, metallisches Gold in heissem Königswasser löst und die erhaltene Lösung, am besten im Glycerinbade, bis zur Trockne eindampft.
Das Goldchlorid ist ätzend und giftig und muss in kleinen, mit Glasstöpsel verschlossenen Gefässen, vor Licht geschützt, aufbewahrt werden.
Anwendung findet es in der Photographie zum Tönen der Bilder und zur galvanischen Vergoldung.
Auro-Natrium chloratum.
Natriumgoldchlorid.
Das Präparat, für welches das Deutsche Arzneibuch eine bestimmte Vorschrift giebt, ist eine Mischung von Goldchlorid mit Chlornatrium zu gleichen Theilen. Goldgelbes Pulver, löslich in 2 Th. Wasser, in Weingeist nur zum Theil.
Prüfung nach dem Deutschen Arzneibuch. Es darf bei Annäherung eines mit Ammoniakflüssigkeit benetzten Glasstabes keine Nebel geben. 100 Theile, im bedeckten Porzellantiegel langsam zum Glühen erhitzt, müssen nach dem Auslaugen des Rückstandes mit Wasser mindestens 30 Theile Gold hinterlassen.
Anwendung findet das Salz medizinisch nur selten, sonst zu gleichen Zwecken wie das Goldchlorid, wobei dann immer zu berücksichtigen ist, dass in diesem Falle die doppelte Menge wie beim Goldchlorid verwandt werden muss. ¶