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Liberales Mitglied des bayrischen Abgeordnetenhauses, ward er 1871 im fünften pfälzischen Wahlkreis (Homburg-Kusel)
auch in den
Reichstag gewählt und schloß sich hier der nationalliberalen
Partei an, zu deren bedeutendsten Mitgliedern er
bald zählte. Er wandte sich mit Vorliebe volkswirtschaftlichen
Fragen zu und trat besonders eifrig für den
Schutz der deutschen
Weinkultur gegen
Verfälschungen und ausländische
Konkurrenz ein; er bewirkte 1881 die Einführung eines
Zolles auf fremde
Trauben und die
Annahme eines
Gesetzes gegen die Weinfälschung. An den Beratungen über das
Krankenkassen- und das Unfallversicherungsgesetz
nahm er hervorragenden
Anteil.
Jakob Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 1822 zu Neustadt a. d.
Hardt, bezog bei seiner großen Neigung zur Malerei die Akademie in Düsseldorf, wo er Schüler von J. W. (Anmerkung des
Editors: Johann Wilhelm) Schirmer wurde, widmete sich aber später auch unter Steifensand dem landschaftlichen Kupferstich.
Zwei Jahre später trat er in das Frommelsche Atelier in Karlsruhe und stach mehrere von dessen Landschaften aus Tirol und
Italien. Da aber die Thätigkeit der Nachbildung ihm auf die Dauer nicht zusagte, so ging er nach München
und wandte sich unter Rottmann ganz der Landschaftsmalerei zu. 1846 siedelte er nach Frankfurt über und fügte den beiden
bis jetzt von ihm kultivierten Kunstzweigen auch die Lithographie hinzu. Hier erschienen mehrere Rheinlandschaften nach Peter
Becker lithographiert und die Stahlstiche: Ruinen des Klosters Limburg und Schloß zu Heidelberg,
nach Fohr. In der letzten Zeit betrieb er ausschließlich die Malerei und behandelte Motive aus dem bayrischen Hochland,
aus den Rheingegenden und aus Thüringen.
FranzArmand, Parlamentarier, geb. zu Ettlingen, studierte in Heidelberg Naturwissenschaften
und widmete sich dann der Verwaltung seines Gutes zu Deidesheim in der Pfalz, wo er Mitinhaber der Weinfirma F. P. Buhl ist.
Er gehörte seit 1871 als Vertreter des Wahlkreises Homburg-Kusel dem DeutschenReichstage an, wo er sich der nationalliberalen
Partei anschloß und namentlich für die Interessen der deutschen Weinkultur eintrat. Er bewirkte 1873 die
Annahme eines Gesetzes gegen die Reblaus,
[* 7] 1881 die Einführung eines Zolls auf fremde Trauben und hatte 1892 Anteil an dem Zustandekommen
des Weingesetzes.
Auch sonst war er besonders in volkswirtschaftlichen und socialpolit. Fragen thätig, in denen er häufig
das Kommissionsreferat hatte. Insbesondere hatte er an der Ausgestaltung der Kranken- undUnfallversicherung sowie der Invaliditäts-
und Altersversicherung großen Anteil. 1887-90 war Buhl erster Vicepräsident des Reichstags. Bei den Reichstagswahlen im Juni 1893 kandidierte
er nicht wieder. Im Okt. 1885 wurde er zum lebenslänglichen Mitglied der bayr. Kammer der Reichsräte
ernannt.