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Bei zunächst besten Wetterverhältnissen war die Tourenaktivität hoch. Selbst extrem steiles Gelände wurde befahren. Trotzdem wurden nur sehr wenige Lawinenauslösungen gemeldet – ein Indiz für die verbreitet günstige Lawinensituation. Obwohl die Nullgradgrenze vier Tage lang bei rund 3000 m lag, und Ost- und Westhänge bis auf Höhen von rund 2200 m zunehmend durchfeuchtet wurden, lösten sich nur wenige Nass- und Gleitschneelawinen. Ein schwerer Lawinenunfall, bei welchem eine Person ums Leben kam, überschattete den Wochenbericht.
Es herrschte sonniges und ausgesprochen mildes Frühlingswetter. Die Nullgradgrenze lag bei rund 3000 m (siehe Abb. 1). In den Niederungen nördlich und südlich der Alpen wurden maximale Lufttemperaturen von bis zu 20 bzw. 23 Grad gemessen. Das ruhige Frühlingswetter führte zu einer zunehmend günstigen Lawinensituation. An windgeschützten Nordhängen war die Schneeoberfläche oberhalb von 1800 m teils noch pulvrig (Abb. 2). Dort lagen auch noch vereinzelte Gefahrenstellen für trockene Lawinen. Brüche im Altschnee waren äusserst selten, konnten aber nicht ganz ausgeschlossen werden (mehr dazu unten).
Trotz der markanten Erwärmung gab es nur sehr wenige Nass- und Gleitschneelawinen (Abb. 3; siehe dazu auch unten). Einzelne grössere Lawinenabgänge wurden vor allem am Sonntag beobachtet.
In der Nacht auf Montag erreichte eine Kaltfront die Alpen. Die Temperaturen sanken markant und lagen mittags rund 10 Grad tiefer als noch am Sonntag (siehe auch Abbildung 1). Tagsüber war es bedeckt, im Norden und Osten schneite es zeitweise. In der Höhe blies teils starker, am Alpensüdhang zeitweise stürmischer Wind aus nördlichen Richtungen. Bis zum Schneefallende am Dienstagmorgen fielen oberhalb von 1500 m am Alpennordhang vom Haslital bis in die Glarner Alpen 15 bis 30 cm Schnee (Abb. 4). Neu- und teils auch etwas Altschnee wurden verfrachtet. Im Norden und Osten stieg die Lawinengefahr in der Höhe an, im Westen und Süden änderte sie kaum. Das Hauptproblem waren die teils störanfälligen Neu- und Triebschneeschichten.
Erneut dominierte meist sonniges, aber etwas kühleres Wetter. Die Lawinensituation entwickelte sich zunehmend günstig. In den Gebieten mit Neuschnee konnten bei Lawinensprengungen am Dienstag teils kleine, vereinzelt auch mittelgrosse Lawinen ausgelöst werden. Teils rutschte der meist nur geringmächtige Neuschnee spontan ab. Rückmeldungen von Nass- und Gleitschneelawinen waren selten.
Während die Schneedecke an Südhängen bereits in der zweiten Februarhälfte bis auf rund 3000 m durchfeuchtet wurde, waren Ost- und Westhänge in hohen Lagen zu Beginn dieser Wochenberichtsperiode zunächst noch weitgehend trocken. Mit der starken Sonneneinstrahlung und der hohen Nullgradgrenze erreichte die Durchfeuchtung der Schneedecke in diesen Expositionen Höhenlagen von 2000 bis 2200 m. Erst am Sonntag wurden auch einzelne grosse Lawinen (Grösse 3) an Osthängen in Höhenlagen bis ca. 2400 m gemeldet. Allgemein blieb die Nass- und Gleitschneelawinenaktivität aber gering.
Ende März präsentierte sich der Schneedeckenaufbau verbreitet günstig. Lawinenauslösungen im Altschnee waren äusserst selten, aber besonders an schneearmen und sehr steilen Nordhängen vereinzelt möglich. Stellvertretend dafür gehen wir hier auf eine Lawinenauslösung am Freitag, 22. März ein:
Tourenfahrer lösten in der Abfahrt an einem sehr steilen Nordwesthang in der Region Davos auf rund 2700 m eine mittelgrosse bis grosse Schneebrettlawine fern aus (Abb. 5a). Glücklicherweise wurde niemand erfasst. Ein Schneeprofil, aufgenommen am nächsten Tag, zeigte, dass die Lawine rund 60 cm tief in einer sehr schwachen, aufbauend umgewandelten Schicht angebrochen war (Abb. 5b). Die Schneehöhe in diesem Hang war mit nur etwas mehr als einem Meter stark unterdurchschnittlich, verglichen mit der sonst auf dieser Höhenlage beobachteten Schneehöhe (auf dem 13 km entfernten Messfeld am Weissfluhjoch auf 2536 m lag zu diesem Zeitpunkt 287 cm Schnee). Rückmeldungen aus dem Gelände deuteten darauf hin, dass diese Gefahrenstellen äusserst selten waren.
Am Sonntag, 25.03. ereignete sich an einem Osthang auf 2280 m östlich des Clocher d’Arpette (Bovernier/VS) ein schwerer Lawinenunfall. Dabei wurden vier Personen von einer grossen bis sehr grossen Lawine mitgerissen; eine Person konnte nur noch tot geborgen werden (Medienmitteilung der Kantonspolizei Wallis).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.