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10.06.2020 Angela Lüthi eine der Pioniere des Schweizer Frauenradsports
Als Anfang der Siebziger Jahre der Frauenradsport ein Thema wurde, war ich als junger Rennfahrer dagegen. Mein Statement "Was meinst du wie so eine aussieht, wenn sie gestürzt ist", lässt meinen Beschützerinstinkt auf Unversehrtheit des holden weiblichen Geschlechtes vermuten.
Heute ist Frauenradsport ein absolut ästhetischer und faszinierender Rennsport, den ich mir nicht entgehen lasse. Eine, welche zu den Pionieren des Schweizerischen Frauenradsports gehörte, ist die Baslerin Angela Lüthi. Die Rückblickend Auskunft gibt, wie Sie diese Radsport-Epoche erlebt hatte. BW
Im unteren Interview haben wir Angela Lüthi über Ihre Radsportkarriere befragt:

Wie bist Du auf die Idee gekommen mit Radsport anzufangen?
1971 mein Freund Otti machte den Vorschlag ein Rennvelo zu
kaufen, damit ich schneller fahren kann. Ein Damenfahrrad sei zu langsam.
Es gab aber noch gar keinen Frauenradsport in der Schweiz?
Nein. Darum mussten wir nach Italien zu Ernesto Colnago. Er baute mir ein Velo nach Mass.
Gab es noch andere Fahrerinnen die mit dir angefangen haben?
Nein
Wieviel hast Du trainiert als 100% berufstätige?
Dienstag, Donnerstag und Samstag mit Rene Leuenberger.
Hattest Du auch mit Männer trainiert?
Ja. Nur mit Männern.
Welches und wann, war dein erstes Rennen?
1972 mit 20 Jahren es war die Stauseerundfahrt bei den Gentlemen.
Stellten sich bald Erfolge ein?
Ja, im ersten Rennen gleich Rang 6.
Wie stellte sich der Radsportverband für die Frauen dar?
Damals wollte der SRB keine Damenlizenz ausstellen. Die erste Lizenz war eine Amateurlizenz.
Durftest Du auch an offiziellen Meisterschaften teilnehmen?
Ich konnte 1976 und 1979 an die Weltmeisterschaft.
Auf einem der Fotos ist Nationaltrainer Oskar Plattner zu sehen, förderte er den Frauenradsport?
Nein er war kein Fan von Frauenradsport. Dank Mithilfe durch Herrn Hofer wurde der Radsport gefördert.
Hattest Du auch Stürze zu verzeichnen?
Ja. In Belgien waren immer zwischen 50 und 60 Fahrerinnen am Start, und die ersten 10 erhielten immer Preisgeld. Darum wurde nicht zimperlich gefahren.
Wie war denn das mit dem Duschen nach den Rennen?
Im Auto ein Kanister mit Wasser
Konntest Du Sponsoren ergattern?
Nein. Frauenradsport 1972!! Die sollten am Herd kochen und nicht Radfahren.
Konntest Du auch in einer Mannschaft Unterschlupf finden?
Damals hatte die Schweiz noch keine Mannschaft, aber im Ausland bei den Etappenrennen war ich immer in einer Mix-Mannschaft
Welche Fahrerin hat Dich am meisten beeindruckt?
Keetie van Oosten Haage. Ich bestritt diverse Rennen mit Ihr.
Welches war dein schönster Erfolg?
Ich hatte diverse erste Ränge. Aber 1989 der Radweltcup von St. Johann mit dem Regenbogentrikot und der Nationalhymne bei der Feier, war etwas Einmaliges, inklusive Dopingkontrolle. Hatte ich sonst nur in Belgien.
Es gab eine Geschichte, einer Schweizer Rennfahrerin, welche sich das Schweizer Nationentrikot selber strickte?
Oskar Plattner hat mir das Berichtet und er war da immer noch sauer. Angeblich hatte sie keine richtige Lizenz und wurde von Frankreich an die französische Schweiz übermittelt und die haben sie ohne Nachfrage
angemeldet.
Hattest Du während deiner Zeit als aktive Rennfahrerin fahrtechnische Fortschritte erlangt?
Ja. Hauptsächlich am Berg.
Bemerkst Du Unterschiede zu den Männern, äh... radsportlich ?
Sie sind stärker als Frauen
Von wann bis wann bist Du aktiv gefahren?
1972 bis 1985. Nachher nach Lust und Laune.
Hast Du noch Kontakte zu Fahrerinnen aus der Aktivzeit, National und International?
Nur International, Belgien, Holländerinnen und Deutsche.
Ich sehe Dich immer wieder mit deinem Lebenspartner Othmar Ifrid auf dem Velo?
Ja, Es ist eine angenehme Sucht. Einmal Radsport immer Radsport.
Im Rückblick würdest Du gewisse Sachen anders machen?
Ja, im Rennen nicht so viel Führungsarbeit leisten.

Liebe Angela,
herzlichen Dank für das Interview zu einer Epoche die voller Pioniergeist und einmalig war. Diese Seite soll Dir schöne Erinnerungen bewahren und Freude erhalten.
herzlichen Dank für das Interview zu einer Epoche die voller Pioniergeist und einmalig war. Diese Seite soll Dir schöne Erinnerungen bewahren und Freude erhalten.