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Die Exzellenz von Fahrgestell und Motor des Alfa Romeo Tipo 33, der als Rennwagen konzipiert wurde, regte die Karosseriebauer dazu an, sich in ganz unterschiedliche Richtungen weiterzuentwickeln, was sowohl das unvergleichliche Gespür der italienischen Designer als auch die technische Solidität des Alfa Romeo-Projekts beweist.
Die Familie der Alfa Romeo Tipo 33 hat eine ganz besondere Entstehungsgeschichte: Anders als bei den meisten Autos debütierte zuerst der Rennwagen, später folgte die Straßenversion. Diese Herkunft „kippte“ die konventionelle Vorgehensweise und ermöglichte die Schaffung eines Autos mit einem so raffinierten und exzellenten Chassis und Mechanik, dass es die besten italienischen Karosseriebauer zu einer Art Wettstreit unter den Titanen des italienischen Autodesigns anregte.
Der Alfa Romeo Tipo 33 ist die Verwirklichung des Anfangs der 1960er Jahre begonnenen Projektes eines Rennwagens. Er wurde um einen H-Rahmen herum gebaut und hat einen leistungsstarken V8 mit nur zwei Litern Hubraum, der sich in einer zentralen/hinteren Position befindet. Ziel des Wagens war es, an Wettbewerben zum Gewinn der Markenweltmeisterschaft teilzunehmen und somit die hervorragende sportliche DNA von Alfa Romeo zu bestätigen. 1967, nach den ersten Siegen des Alfa Romeo 33/2 bei Wettbewerben, zeichnete Franco Scaglione den ersten Prototyp des Alfa Romeo 33 Stradale, von dem kurz darauf die endgültige, in einer sehr geringen Stückzahl produzierte Version abgeleitet wurde. So entstand eines der schönsten Autos aller Zeiten.
Während sich das Rennprogramm des Alfa Romeo 33 etwa zehn Jahre lang entwickelte und immer weitere Erfolge einfuhr, wurden nur dreizehn Chassis der Stradale-Version mit der von Scaglione entworfenen Karosserie bekleidet. Weitere fünf, komplett mit ihrer Mechanik, wurden den besten italienischen Ateliers zur Verfügung gestellt: Pininfarina, Bertone, Giugiaro. Die talentiertesten italienischen Designer waren eingeladen, ihre Kreativität anhand einer außergewöhnlichen Mechanik auszudrücken und so verschiedene und erstaunliche „Variationen zum Thema" des Supersportwagens entstehen zu lassen.
Der 33 Spider Cuneo entstand 1971, als das Pininfarina-Designteam beschloss, nach dem Erfolg des 33 Roadster von 1968 wieder mit dem Chassis des großartigen Alfa Romeo 33 zu "spielen".
Vor dem Cuneo Spider, hatte das Pininfarina-Atelier bereits den 33 Roadster entworfen, der 1968 auf dem Turiner Autosalon gezeigt wurde: ein offener Zweisitzer mit vielen originellen Lösungen. Seine straffen Linien wurden nur durch die großen Rundungen der Kotflügel unterbrochen. Die ungewöhnliche Lichtsignatur aus sechs ausgerichteten Scheinwerfern wurde mittig im unteren Teil der Fronthaube „ertränkt". Ein essentieller Gummistoßfänger überragt den stromlinienförmigen Kühlergrill. Ein großer orangefarbener Spoiler erfüllt verschiedene Funktionen: Der nach oben gebogene Flügel sorgt nicht nur für aerodynamischen Abtrieb, sondern beherbergt auch den Ölkühler und bildet mit den großen Stollen, die ihn stützen, eine solide Struktur, die auch als Überrollkäfig dient.
Das Auto war ein großer Erfolg, erlitt aber ein ähnliches Schicksal wie viele Concept Cars dieser Zeit, die zu regelrechten „Laborautos" für das Experimentieren mit weiteren technischen und stilistischen Lösungen wurden. Genau das geschah mit dem Roadster, der nach seiner Demontage idealerweise an das Zeichenbrett der Designer zurückkehrte. Diese erhielten die Aufgabe, eine neue Kreation zu entwerfen, die auf dem Brüsseler Autosalon 1971 das Publikum verblüffen sollte.
Das neue Design trieb die Linienführung des bisherigen Roadster auf die Spitze, indem es alle Rundungen eliminierte und die Karosserie auf die Form eines perfekten Keils reduzierte. Die wenigen Rundungen an den Kotflügeln waren gerade einmal Andeutungen, um die Reifenbreite zu unterstreichen, während die Windschutzscheibe das einzige wirklich gewölbte Teil darstellte. Sie hob sich leicht von den straffen Linien der Seiten ab wie eine niedrige, stromlinienförmige Schale, umhüllend wie ein Helmvisier.
In der Nase verschmolzen die Idee des Gummistoßfängers und die Leuchtsignatur mit den Lichtclustern zu einem einzigen Rechteck, das nun aber auch im unteren Bereich in die Mitte des niedrigen Verkleidungsgitters gebracht wurde. Die Seite war straff, sauber, nur von einem orangefarbenen Streifen durchzogen, mit dem Pininfarina-Abzeichen auf der Seite des vorderen Kotflügels und einem grünen vierblättrigen Kleeblatt, dem Symbol des sportlichsten Alfa Romeo, auf dem Heck. Es gab keine Türen: Eine scharfe Kante trennte die senkrechte Seitenwand von dem flachen Teil, der entlang der Fahrgastzelle verlief, wo zwei Lufteinlässe vom Typ NACA-Öffnung entstanden. Die Kante, die den Keil zeichnet, erhebt sich leicht von der Motorhaube und bildet eine dünne Flosse, die dem sauberen Schnitt des abgeschnittenen Schwanzes vorausgeht.
Der „Heckspiegel", also das Heck, war durch ein schwarzes Rechteck gekennzeichnet, in dem sich die sechs Rückleuchten und die acht Auspuffrohre befanden, die jeweils von einem einzelnen Zylinder kamen: quasi eine Anspielung auf den Motorboot-Rennsport. Im Cockpit befand sich hinter dem vierspeichigen, kelchförmigen Lenkrad nur der Drehzahlmesser. Die anderen Rundinstrumente waren in einer Reihe in der Mitte des Armaturenbretts gruppiert. Hinter den Sitzen, in denen sich die orange Farbgebung der Streifen auf der Karosserie wiederfand, stützte ein dünner rohrförmiger Überrollbügel die Abdeckung der Ansaugtrichter.
Wie der „Spender"-Roadster schafft es auch der neue Spider, alle zu überraschen, indem er eine völlig andere, essentielle Vision des Sportwagenkonzepts bietet. Es ist interessant zu bemerken, wie extrem unterschiedlich der 33 Stradale und der Cuneo Spider sind, fast an den Antipoden: man könnte fast sagen, dass dort, wo Scaglione Zirkel und gekrümmte Linien benutzte, Pininfarina allein Quadrat und Lineal einsetzte. Aber er war nicht der Einzige, der das tat: Ausgehend von diesem Prototyp wird das Extrem der straffen Formen und des Keilprofils in den folgenden Jahren von anderen Designern aufgegriffen.
Der Alfa Romeo 33 Spider Cuneo ist im Alfa Romeo Museum in Arese noch perfekt erhalten und befindet sich in guter Gesellschaft mit vielen anderen 33ern. Außer den zahlreichen Wettbewerbsversionen, die von der Weiterentwicklung und den weltweit erzielten Erfolgen zeugten, gab es neben dem prächtigen 33 Stradale von Scaglione auch noch andere Coupés: den kantigen Carabo, von Bertone nach einem Entwurf von Marcello Gandini, der seine Türen wie die Flügel eines Käfers nach oben öffnete; den extrem niedrigen und schnittigen 33/2 Speciale, gefertigt von Pininfarina nach einem Design von Leonardo Fioravanti; den metallisch schillernden Iguana aus der Feder von Giorgetto Giugiaro, der von Italdesign karossiert wurde; und schließlich den verblüffenden, futuristischen Navajo – den ultimative Traumwagen, der auf der Basis des Alfa Romeo 33 Stradale entstand. Das Auto mit seinen an ein Raumschiff erinnernden Linien ist das Werk von Bertone, der den Radstand des röhrenförmigen Chassis verlängerte, um mehr Platz zu schaffen und einen aerodynamischen, kastenförmigen Heckspoiler unterzubringen.
Eine Auswahl von ikonischen Concept Cars, die eine wahre Konzentration von italienischem Flair und Kreativität darstellen und als Variationen des Themas dieses authentischen Kunstwerks namens Alfa Romeo 33 Stradale geschaffen wurden.