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Der Chef von Frankreichs regierenden Sozialisten, Jean-Christophe Cambadélis, ist von der Parteibasis im Amt bestätigt worden. Bei einer Abstimmung am Donnerstagabend hätten mehr als 70 Prozent der Parteimitglieder für den 63-Jährigen gestimmt.
Die Angabe beruhe auf der Auszählung der Stimmen aus mehr als der Hälfte der Parteigliederungen, sagte der Sozialist Christophe Borgel unter Berufung auf Teilergebnisse in der Nacht zu Freitag in Paris. Cambadélis' Herausforderer vom linken Parteiflügel, Christian Paul, gratulierte seinem Rivalen.
Paul steht dem Reformkurs von Staatschef François Hollande kritisch gegenüber, konnte damit aber nicht die Mehrheit der Partei hinter sich bringen. Zu der Abstimmung eine Woche vor einem Parteitag der Sozialisten im westfranzösischen Poitiers waren 131'000 Parteimitglieder aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei rund 50 Prozent.
Cambadélis steht seit April 2014 an der Spitze der Sozialisten. Er hat die schwierige Aufgabe, die Partei möglichst geschlossen hinter den Reformkurs von Hollande und seinem Premierminister Manuel Valls zu bringen. Viele Anhänger und Abgeordnete des linken Parteiflügels werfen dem Führungstandem vor, im Kampf gegen die Wirtschaftskrise eine zu unternehmerfreundliche Politik auf Kosten der Arbeitnehmer zu betreiben.
Nach seiner Bestätigung als Vorsitzender der Sozialisten will Cambadélis neue Parteimitglieder gewinnen, die Partei modernisieren und sie auf kommende Wahlkämpfe vorbereiten. Dabei geht es nicht nur um die Regionalwahlen im Dezember, sondern bereits auch um die Präsidentschaftswahlen 2017. Seit Hollandes Amtsantritt 2012 haben die regierenden Sozialisten eine Reihe herber Wahlschlappen einstecken müssen. (feb/sda/afp)