Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03345.jsonl.gz/736

Ausbildung junger Menschen
Mit der Idee der Ausbildungsförderung für mittellose junge Menschen hat die MVCP 1999 ihre Tätigkeiten aufgenommen.
Der Besuch einer Schule ist in vielen Ländern Afrikas und Asiens und so auch in Togo weder obligatorisch noch gratis. Auf Druck der UNESCO hat zwar die Regierung von Togo die offiziellen Schulgebühren für die 6 Primarschul-Jahre aufgehoben. Weil die Schulen von der Regierung oft nur sehr ungenügend versorgt werden, müssen die Eltern anstelle der offiziellen Gebühren oft die Kosten für Gebäudeunterhalt, für Lehrmittel etc. übernehmen.
Nach Erhebungen der UNESCO sind in Togo weiterhin 54% der Schulen ohne Latrinen, 70% ohne Wasser und über 90% ohne elektrischen Strom.
Schul- und Berufsausbildungen sind immer mit Kosten verbunden. In Togo sind diese Kosten nach europäischen Massstäben nicht hoch (sFr. 100-300 pro Jahr), aber für Familien ohne regelmässiges Einkommen, die sich oft nicht einmal eine vollständige Mahlzeit pro Tag leisten können, sind sie eben doch erheblich. Das ist erst recht der Fall für Waisen und Halbwaisen, die in Togo oft ihr Leben und Überleben nur unter unvorstellbaren Schwierigkeiten meistern können.
Viele fähige junge Leute sind deshalb in Togo aus finanziellen Gründen von einer Schul- und Berufsbildung ausgeschlossen, was eine Selektion nach falschen Kriterien bewirkt.
Von diesen Problemen sind die Mädchen wesentlich stärker betroffen als die Buben. Oft werden die Eltern von der Idee geleitet, dass sie die Mädchen noch relativ jung verheiraten und dann in die Familie ihres Mannes entlassen werden. Sie stellen sich vor, dass sich unter diesen Bedingungen die Aufwendungen für die Ausbildung der Mädchen nicht lohnen. Weiter herrscht oft die Ansicht vor, die Mädchen müssten bis zu ihrer Heirat ihren Müttern bei der Hausarbeit helfen und hätten dadurch keine Zeit für die Schule.
Solche Ansichten sind verständlicherweise vor allem in Familien anzutreffen, in denen die Eltern selber nicht geschult sind und dadurch den Wert einer Schulbildung in einer sich rasch verändernden Gesellschaft gar nicht erkennen können.
In Familien mit mehreren Kindern unternehmen andere Eltern oft grosse Anstrengungen, um ihren ältesten Sohn ausbilden zu lassen. Dieser hat dann nach abgeschlossener Ausbildung die Aufgabe, für seine Eltern und jüngeren Geschwister zu sorgen und wo möglich deren Ausbildung zu finanzieren.
Im Jahr 2014 musste die Arbeit in diesem Bereich vorübergehend unterbrochen werden, weil einerseits die Mittel für eine Weiterführung fehlten, gleichzeitig aber auch verschiedene Bereiche neu aufgebaut werden müssen. Ein Neustart wird aber so bald wie möglich angestrebt.