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An den Cross-Country-Weltmeisterschaften in Mont Saint Anne holt Filippo Colombo erwahrtungsgemäss eine Medaille – die Silberne. Vital Albin hingegen landet an diesem Tag einen Exploit und fährt überraschend auf Rang drei! Der Rumäne Vlad Dascalu holt sich den U23-Weltmeistertitel. Ein weiteres Glanzresultat aus Schweizer Sicht, landet Alexandre Balmer mit Rang neun – in seinem ersten U23-Jahr.
Vlad Dascalu, vierfacher U23-Weltcupsieger in dieser Saison und U23-Europameister, ist eine Klasse für sich. Der seit zwölf Jahren in Spanien lebende Dascalu holt den ersten Weltmeistertitel für einen rumänischen Mountainbiker, nachdem er bereits auf und davon fährt. Der Spanier Jofre Cullell hat angegriffen, Dascalu geht mit und der Iberer stürzt hinter ihm.
Filippo Colombo führt erst die Verfolgergruppe an, doch dann setzt sich erst mal der Vorjahres-WM-Zweite Christopher Blevins an die zweite Stelle, während von hinten Vital Albin immer näher kommt.
Erst wird Colombo eingeholt, dann auch Blevins. Jetzt ist es der Däne Simon Andreassen, der die Gruppe sprengt. Vital Albin ist in der Lage mitzugehen, während Colombo durch einen Hinterrad-Defekt zurückfällt. Er verliert nicht die komplette Luft und kann noch halbwegs weiter fahren. Er fällt aber auf Rang acht zurück und scheint die Chancen auf eine Medaille einzubüssen.
In der vorletzten von sechs Runden erwischt es Vital Albin. Er erleidet Vorderrad-Defekt und verliert den Kontakt zu Andreassen. Er hat das Glück, dass die Technische Zone nicht weit ist, so dass er nur eine halbe Minute einbüsst und er an dritter Stelle, zehn Sekunden vor Team-Kollege Colombo das Rennen wieder aufnehmen kann, der Rundenbestzeit eine Verfolgergruppe hinter sich gelassen hat.
Damit noch nicht genug der dramatischen Wendungen. Colombo kann zu Albin auffahren und ist Dritter, als vor ihm Simon Andreassen in der technischen Abfahrt «La Beatrice» einen Hinterrad-Defekt erleidet. Im folgenden Anstieg zum «Zig Zag» fährt Colombo am zweifachen Junioren-Weltmeister vorbei. Auch Albin kann den chancenlosen Konkurrenten überholen.
Beide bringen den letzten Kilometer sicher ins Ziel und feiern Silber und Bronze.
«Ich habe mich die letzten Tage unsicher gefühlt, ein schlechtes Gefühl gehabt. Als ob ein Infekt im Kommen ist. Im Rennen habe ich dann versucht vorne zu fahren, aber mein Tempo zu gehen. Es gab viele Defekte und ich hatte auch einen Platten. Danach dachte ich, es wird schwer mit einer Medaille. Jetzt bin ich super, super happy mit der Silber-Medaille», kommentiert Filippo Colombo seine erste WM-Einzelmedaille.
Während Colombo zu den Mitfavoriten gehörte, Vital Albin hat man nicht in den Medaillenrängen erwartet. Der Junioren-WM-Zweite von 2016 erwischt aber einen sehr guten Tag. «Ich habe mich vor dem Rennen gut gefühlt und auf die Top-Ten gehofft. Es lief von Anfang an, auch der Start war gut. Ich bin immer weiter nach vorne gekommen und plötzlich war ich Dritter», erzählt Albin.
«Ich hatte Glück, dass der Platten vorne nicht weit von der Tech-Zone passiert ist. Danach habe ich versucht es weiter positiv zu sehen und weiter zu fahren als ob ich ihn nicht gehabt habe und mich voll aufs Rennen konzentriert. Es war ein mega cooles Rennen.»
Ein starkes Rennen fährt auch Alexandre Balmer. Als Neunter (+3:19) verbucht er sein bestes Saisonresultat. «Ich hätte nie gedacht, das sich so weit vorne ins Ziel komme», sagt Balmer. «Am Anfang war ich viel im Stau, aber dann hatte ich ein gutes Pacing. Ich bin sehr zufrieden im ersten U23-Jahr.»
In der Schlussrunde hat er noch mal eine Schrecksekunde erlebt, als er im Streckenteil La Beatrice stürzt und zwischen zwei Schutzmatten fällt. Dabei verliert er zwei Positionen.
Mit Joel Roth und Fabio Püntener schaffen es zwei weitere Schweizer unter die besten 15. Ursin Spescha beendet die Weltmeisterschaften nicht wunschgemäss auf Rang 46.