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Titel
Seide
(frz. soie; engl. silk), der edelste
und schönste Webstoff, das Produkt der
Seidenraupe, mit welchem diese sich bei der Verpuppung umspinnt. Das
Tier und seine
Futterpflanze, der Maulbeerbaum, stammen aus Asien und haben sich seit alten Zeiten behufs
Seidengewinnung über das südliche
und einen Teil des mittlern Europa verbreitet. Außer dem allbekannten Maulbeerspinner (Bombyx Mori) sind
in neurer Zeit noch einige andre verwandte Spinnkünstler bekannt geworden, ohne daß einer davon jenem an Wert gleichkäme.
In
China soll nach dortigen Chroniken die Kunst des Abhaspelns der S. schon 2700 Jahre v. Chr.
bekannt gewesen und von einer Kaiserin erfunden worden sein. In Rom wurden
seidene Stoffe, die zu Lande
aus
China kamen, zuerst unter den römischen Kaisern bekannt; sie waren anfangs natürlich sehr teuer und wurden im eigentlichen
Sinne mit
Gold aufgewogen. Die chinesischen
Seidenstoffe waren aber damals schon durch ganz Asien Handelsartikel und auch
der
Seidenbau hatte sich schon weiter westwärts, nach Nordindien und Thibet verbreitet. Anfänglich
war das Tragen von
Seide den Männern in Rom verboten; bald aber trugen alle Reichen Seidenkleider und mit der Zeit wurden
die Stoffe dieser Art durch massenhafte Zufuhr so wohlfeil, daß sie zur Zeit des Ammianus Marcellinus (370) von Jedermann,
selbst in
den untersten Klassen, getragen wurden.
Bis ins 6. Jahrhundert war Europa mit diesem Artikel auf Asien angewiesen; um das Jahr 550 aber kamen
die ersten Raupeneier nebst Maulbeerpflanzen nach Konstantinopel, wie die Fabel lautet durch zwei persische Mönche, welche
die
Eier in hohlen Reisestöcken aus
China herausgepascht hätten. Thatsächlich ist die Übersiedelung und die Ausbreitung
der
Seidenzucht zunächst in Griechenland, besonders im Peloponnes und auf einigen Inseln. In Theben,
Korinth und Argos erstanden geschickte
Seidenweber und die Versorgung des Abendlandes mit Seidenstoffen ging nun von Griechenland
aus. Den Handel damit betrieben die venetianischen Kaufleute.
So blieb der Stand der Dinge bis ins 12. Jahrhundert; im Jahre 1147 ließ Roger, König von Sizilien,
in seinem Streite mit dem griechischen Kaiser einen Zerstörungszug nach Griechenland ausführen, der auch die Städte der
Seidenfabrikation, Korinth, Theben, Athen, betraf. Zahlreiche Einwohner wurden nach Palermo mitgenommen, durch welche die
Seidenzucht und Seidenindustrie nach Sizilien kam. Von dieser Insel verbreiteten dieselben sich weiter über Italien;
Venedig, Mailand, Florenz, Lucca u. a. wurden bald durch ihre
Seidenzucht und ihre schönen
Seidengewebe berühmt. Von Italien wurden Seidenweber 1480 nach Tours, 1520 nach Lyon versetzt, und um letztere Zeit auch
die ersten Anfänge der Seidenzucht in Südfrankreich gemacht. Mit den Arabern kamen Zucht und Industrie nach Spanien. -
Der Seidenschmetterling mißt zwischen den ausgebreiteten Flügeln etwa 40-50 mm, erscheint schmutzig weiß, mit einigen lederfarbenen Linien und hat auf jedem Vorderflügel einen undeutlichen halbmondförmigen Fleck. Das Weibchen legt wenigstens 2-300, häufig über 500 bläuliche Eier, technisch Grains genannt. Diese lassen sich im Kühlen, bei einer Temperatur unter 18° C., lange aufbewahren und weit versenden, während sie in einer etwas höheren Temperatur auskriechen. Fünfzig Gramm Grains, das Produkt von 300-360 Schmetterlingen, ergeben 40-60000 kleine schwärzliche Räupchen, die binnen 4-5 Wochen herangewachsen sind, sich währenddem viermal häuten und einen immer stärkern Appetit entwickeln. Über die Details der mühsamen Aufzucht ist hier hinwegzugehen.
Die ausgewachsenen Raupen sind fingerlang, schmutzig weiß und glatt mit einzelnen dunklern Fleckchen und haben auf dem vorletzten Hinterleibsringe ein Horn. Wenn die Zeit der Verpuppung naht, werden die Raupen unruhig; man gibt ihnen nun Gelegenheit, zwischen aufgestelltem Reisig (Spinnhütten) sich einen Platz zum Einspinnen zu suchen. Viele spinnen sich gleich in den Maulbeerzweigen ein, auf welchen sie liegen und fressen. Im Körper der Raupe befinden sich zwei lange Schläuche, gefüllt mit einem gummiartigen Saft. Die ausgewachsene Raupe treibt denselben aus zwei unter dem Munde befindlichen feinen Öffnungen hervor und vereinigt die so entstandenen feinen Fäden sogleich zu einem. Der die Fäden bildende Saft erhärtet an der Luft sehr rasch. Mit dem Faden bildet die ¶
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Raupe rund um sich herum zunächst ein lockeres, grobes, durchsichtiges Netz und dann innerhalb desselben in 7-8 Tagen eine dichte ei- oder walzenförmige Hülle, den Kokon (frz. cocon, engl. coccon), deren innerste Schicht ein pergamentartiges Häutchen ist. Die Länge des einzigen, die ganze Hülle bildenden Fadens soll 3500-3700 m betragen, wovon jedoch für die Verarbeitung zu langer S. nur etwa 300-600, selten bis 900 m zu erlangen sind. Die Kokons haben höchstens die Größe eines Taubeneies, sind aber meist kleiner.
Nur die weiblichen haben die Eiform; die männlichen zeigen in der Mitte eine Einschnürung. Die Farbe ist meistens weiß oder hellgelb, auch grünlich, rötlich etc. Nach 2-3 Wochen brechen aus den Kokons die Schmetterlinge hervor und die Geschlechter suchen sich auf. Ist es nicht auf Nachzucht, sondern auf Seidegewinnung abgesehen, so verhindert man das Auskriechen durch Tötung des eingeschlossenen Tieres mittels Hitze, da die verlassenen Kokons, weil durchbissen, keinen ganzen Faden mehr geben und nur als Abfallseide dienen können.
Das Töten wird entweder durch die Hitze eines Backofens bewirkt oder durch heiße Wasserdämpfe, indem man die Kokons in einem Siebe über siedendes Wasser setzt. Dämpfe von Terpentinöl, Kampfer, brennendem Schwefel haben dieselbe Wirkung. Mit dem Abtöten des Kokons ist das Geschäft des kleinen Seidenzüchters beendet. Die folgende Bearbeitung, das Abhaspeln, ist Sache besonders darauf eingeübter weiblicher Hände und geschieht in Frankreich und Italien in besondern Anstalten, den sog. Filanden.
Die hier zu bearbeitenden Kokons werden vorher nach Farbe und Beschaffenheit, die festen und lockern besonders, sortiert, fleckige, doppelte und sonst fehlerhafte ausgeschossen. Durch Einlegen in heißes Wasser wird der natürliche Leimüberzug, mit welchem die Fadenwindungen aufeinander kleben, erweicht;
beim Abhaspeln liegen und drehen sich die Kokons ebenfalls in warmem Wasser;
die Arbeiterin schlägt dieselben vorher mit Reisig, um die noch anhängende Flockwolle zu entfernen und die Fadenanfänge der guten S. zu entdecken;
von diesen nimmt sie die bestimmte Anzahl, drei bis acht und mehr, und haspelt sie von eben so viel Konkons zu einem einzigen Faden auf.
Gläserne Führungsringe für die einzelnen Fasern und andre kleinere Vorrichtungen dienen zur Sicherung der Arbeit und zur guten Beschaffenheit des Fadens; die Arbeiterin hat zudem ihre ganze Aufmerksamkeit und Sorgfalt anzuwenden, da von ihrer Arbeit die Güte des Produktes zum guten Teil abhängt. Die Fäden legen sich auf dem vier- bis sechsarmigen Haspel dicht neben einander, sodaß es aussieht als sei er mit einem glänzenden Seidenband bezogen. Die innerste Schicht des Kokons ist durch Klebstoff so fest verbunden, daß sie pergamentartig erscheint und keinen Faden mehr entläßt;
sie kommt mit zur Abfallseide. - Die auf den Haspeln selbst trocken gewordenen Strähne bilden die Rohseide oder Greze (frz. grège, grèye; engl. raw silk);
sie hat in diesem Zustande, trotzdem der Faden hart und starr ist,
schon verschiedne Verwendungen, zu Gaze, Blonden u. dgl.; die meiste S. wird indes durch Kochen in Seifenwasser von dem äußern Überzuge, der den Faden einhüllt und eine leimartige Beschaffenheit hat, befreit. Dieser Überzug ist auch der Träger der gelben und andern Färbungen; gekochte S. erscheint daher immer weiß. Dieses Kochen heißt das Entschälen oder Degummieren; die Fäden sind dadurch dünner, geschmeidiger und glänzender geworden. Gewöhnlich wird die S. hiernach noch mit Schwefeldämpfen gebleicht; die naturweiße ist indes immer besser, besonders zum Färben. Für gewisse Zwecke, zu Geweben, die etwas steifer und glanzloser sein dürfen, wird die S. kürzere Zeit gekocht und heißt dann halbgekochte, souplierte oder Soupleseide. - Zur Verwendung für Gewebe wird die S. erst noch gezwirnt (filtiert, mouliniert).
Die hierzu dienenden Zwirnmühlen sind komplizierte, in neurer Zeit sehr verfeinerte Maschinen. Die Rohseide wird hier, nachdem sie von den Strähnen auf Spulen gebracht ist, je nach ihrer Bestimmung zwei-, drei- und mehrfach zusammengedreht. Man dreht auch die nicht zu duplierende Rohseide, damit der Faden runder wird und sich bei der spätern Bearbeitung nicht in die einzelnen Bestandteile spaltet. Die Drehung der Einzelfäden geschieht auch für gewisse Sorten dann, wenn sie später noch paarweise oder mehrfach zusammenzudrehen sind.
Die beiden hauptsächlichen und wesentlich verschiednen Sorten sind Organsin und Trama oder Ketten- und Einschlagseide. Die erste wird aus der besten Rohseide hergestellt, aus gedrehten und duplierten Fäden unter fester Drehung; die zweite besteht aus ungedrehten Einzelfäden, wird auch beim Zwirnen nur schwach gedreht und ist daher von lockerer, weicher Beschaffenheit. Andre Sorten sind Nähseide, Strickseide, Stickseide etc. Der Stärke- oder Feinheitsgrad der gezwirnten S. wird durch Nummern angegeben und die Bestimmung derselben heißt das Titrieren. Es geschieht durch Abmessen einer bestimmten Zahl von Stab oder Metern und Wiegen derselben auf einer feinen Wage. - Die S. ist ein in hohem Grade wasseranziehender Körper, nimmt aus feuchter Luft rasch Wasser auf, kann sich um 20, 30% damit beschweren und immer noch trocken erscheinen, was begreiflich beim Handelsverkehr mit diesem Artikel in Rücksicht gezogen werden muß. Es gibt daher an den Plätzen mit vielem Seidenverkehr, z. B. in Deutschland in Krefeld, Elberfeld, Berlin, besondere Prüfungsämter, sog. Konditionierungs- oder Trockenanstalten, wo man den Wassergehalt und wahren Handelswert der Ware ermitteln lassen kann. Aus den dort eingelieferten Garnballen entnehmen die Beamten verschiedne Probesträhnen, wiegen sie sehr genau und setzen sie einige Stunden in einem mit Dampf erhitzten Apparat einer Temperatur von 105-110° C. aus, wiegen mehrmals nach, bis keine Abnahme mehr stattfindet, und berechnen aus dem Gewichtsverlust der Probe den Handelswert des Ganzen. So wasserfrei, wie sie hier erhalten wird, ist die Handelsware natürlich niemals; man rechnet nicht darauf, ¶
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sondern setzt gewöhnlich gleich 10% Wassergehalt voraus. - Bei der Herstellung der eigentlichen aus langen Kokonfäden zusammengesetzten S. entstehen eine Reihe Abfälle, welche unter dem Namen Floret- od. Flockseide (frz. fleuret, filoselle; ital. filosello; engl. floret-silk) zusammengefaßt werden und das Rohmaterial für eine der interessantesten und wichtigsten Abfallindustrien liefern. Die beste Sorte der Floretseide kommt von Doppelkokons, welche, da sie zwei Puppen enthalten und zwei in einander gewachsene Kokons darstellen, gar nicht oder nur schwer abhaspelbar sind.
Ferner gehören dazu die Kokons, welche von der Raupe so gewickelt wurden, daß das Abwickeln viel Zeit erfordern würde. Man reißt diese und die Doppelkokons, nachdem sie in heißem Wasser erweicht sind, einfach mit der Hand auseinander, nimmt die Puppe heraus und bildet aus den Bärten Vließe von größerer Länge. Die zweite Sorte der Floretseide wird gebildet durch die bei dem Abhaspeln übrig bleibenden pergamentartigen Häutchen, welche erweicht, zerrissen, gekratzt und gekämmt werden und Stamm = Crescentinstamm (frz. cardette; ital. stame) liefern, aus dem das Crescentingarn gesponnen wird.
Ein Teil läßt sich nicht kämmem Diesen nennt man Chappe (frz. chappe; ital. chiape). Das Material wird zur Zerstörung des die Fasern zusammenhaltenden Leimes einem Fäulnisprozeß unterworfen und nun spinnbar. Zu derselben Sorte Floretseide gehört die lose wirre Fadenmasse, welche die äußerste Schicht des Kokons bildet und erst abgezogen werden muß, wenn man den Fadenanfang sucht. Die geringste Sorte Floretseide liefern die von den Reißern abgezogenen Faden, mit welchen die Raupe den Kokon befestigt hatte.
Sie sind sehr lose und finden zu Wattseide Verwendung. Endlich unterscheidet man noch Strazza (frz. estrasse), das sind die Abfälle bei der Verarbeitung der Rohseide zu Organsin und Trama, Seidenwerg od. Stumpen (frz. bourre de soie; ital. stumba pestenuzzi), d. i. der Abfall bei dem Kämmen der gefäulten Kokons, aus welchem das Bourrettegarn gesponnen wird. Im Handel und für die Fabrikation der Floretseide unterscheidet man vier Hauptklassen: Strussi, d. s. die nicht abhaspelbaren Kokons, Strusa, d. i. der Abfall beim Abhaspeln der Kokons, Strazza, d. i. der Abfall beim Moulieren der Rohseide und Kokons, d. s. Kokons, welche aus irgend einem andern Grunde als die zu Strussi gehörigen Doppellkokons und durchbissenen Kokons nicht zum Abhaspeln geeignet sind.
Der Haupthandelsplatz für die Floretseide ist Marseille, der Hauptsitz der Spinnerei dagegen die Schweiz. Die gesponnene Floretseide ist ein wirkliches Garn, entstanden durch Zusammendrehen kürzerer und längerer Fasern. Die Floretgarne erreichen aber nie die Glätte und den Glanz der filierten S. Die bei der Verspinnung der Floretseide vorzunehmenden Arbeiten sind: Fäulen, Waschen, Auflockern und Kämmen, Präparieren und Vorspinnen, Feinspinnen, Zwirnen und Putzen der Garne. Die Garne führen sehr verschiedne, häufig provinzielle Namen; die Nummer derselben gibt an, wie viel Strähn von 500 m auf 0,5 kg gehen. - Was die Beteiligung der verschiednen Länder am Seidenbau anlangt, so steht das alte Stammland desselben, China, allen andern weit voraus.
Die S. bildet dort den Hauptausfuhrartikel im Handel mit Europa. Der Maulbeerbaum gedeiht in allen Provinzen des großen Reiches, die nördlichsten Teile ausgenommen, und überall wird S. gewonnen. Die Baumpflanzungen (weißer Maulbeerbaum im Norden und schwarzer im Süden) bilden ganze Wälder; mit der Kultur beschäftigen sich Millionen kleiner Landwirte, wie in der Lombardei; nichts gleicht der Liebe und Sorgfalt, womit der Chinese seine Raupen pflegt. Es gibt verschiedne Rassen des Maulbeerspinners, deren Periode in verschiedne Zeiten des Jahres vom April bis November fällt.
Zur Zeit der Ernte senden die großen Kaufleute der Hauptstädte Agenten nach allen Teilen des Landes zum Aufkauf der kleinen Posten, die nach ihren verschiednen Qualitäten sortiert und gewöhnlich in Ballen zu 80 Catties oder ungefähr 53 kg verpackt werden. In den Ausfuhrhäfen lassen die Handelshäuser die Ware nochmals prüfen und für den europäischen Markt sortieren. Die Hauptexportplätze sind Schanghai und Canton und die Ware scheidet sich hiernach in die Hauptsorten Canton und Nanking, die erstere aus der Provinz Canton, die andre, viel bessere und doppelt so teuere, aus der Provinz Kiang-nan.
Die Ausfuhr an Rohseide aus China hat 1876 4480000 kg, 1878 rund 4 Mill. kg betragen. Neunzehntel der ganzen Ausfuhr gehen nach London und Marseille; der Bezug chinesischer S. ist immer im Steigen, einmal hervorgerufen durch die mit verwüstender Hand in den europäischen Seidenzüchtereien periodisch auftretenden Seuchen, dann aber wegen der Qualität der Ware, die sie für gewisse Artikel besonders geeignet und selbst unentbehrlich macht. Die hauptsächlichen, die S. bei den europäischen Fabrikanten beliebt machenden Eigenschaften sind ihre Stärke und ihr schöner Glanz. Es fehlt nur die Gleichmäßigkeit des Fadens, da die Chinesen beim Haspeln nicht darauf achten, wie viel Kokonfäden sie zusammenfassen.
Wenn dieser Mangel abgestellt werden kann, so wird der Begehr nach chinesischer Ware noch ganz andre Dimensionen annehmen, und es ist nach Ansicht Sachverständiger möglich, daß hierdurch die ganze europäische Seidenzucht als entbehrlich in Wegfall kommen kann, denn der chinesische Seidenbau hat so großartige Dimensionen und zeigt sich so erweiterungsfähig, daß er außer dem eigenen Bedarf noch die ganze übrige Welt mit S. versehen kann. Hierzu tritt als Lieferant noch Japan, dessen Exporte, teils direkt, teils über Schanghai, auch recht bedeutend sind; so 1876 1055400 kg, 1878 925000 kg Rohseide. - In Ostindien wird Seidenindustrie fast ausschließlich in Bengalen und Begu betrieben. Die italienische Haspelmethode wurde dort von der Ostindischen Kompanie schon im vorigen Jahrhundert eingeführt, was der Qualität der Ware sehr zu statten kam; anderweite Fortschritte sind indes nicht zu bemerken; die Rohseide sowohl als die indischen Seidenwaren sind geringer als die chinesischen. ¶