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In einem Forschungsverbund mit dem Namen «Corona Immunitas Freiburg» haben das Labor für Völkergesundheit (Pop Health Lab), das Labor des Freiburger Spitals und das Institut für Hausarztmedizin versucht herauszufinden, wie viele Personen sich tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert und Antikörper entwickelt haben.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung bis Anfang Oktober ergeben, dass der Anteil der Menschen mit Antikörpern rund 8 Prozent oder etwa 20 000 Erwachsene betrug. Bis zum gleichen Zeitpunkt wurden im Kanton Freiburg aber nur 2355 Covid-19-Fälle durch einen PCR-Test erkannt. Dies bedeutet, dass schätzungsweise nur eine von acht Infektionen diagnostiziert wurde.
Wie aus einem zusammenfassenden Bericht zur Studie hervorgeht, hat der Forschungsverbund 2701 Personen von 20 Jahren oder älter zur Teilnahme eingeladen. Davon haben sich 418 mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren bereit erklärt mitzumachen, mehrheitlich Frauen. Sie füllten einen Fragebogen aus und gaben zwischen dem 8. Juli und dem 14. Oktober eine Blutprobe ab. Bei 8 Prozent von ihnen wurden Antikörper nachgewiesen. Hochgerechnet auf die Bevölkerung macht dies ungefähr 20 000 Erwachsene aus, wobei die Autoren der Studie eine mögliche Streuung von 10 000 bis 30 000 Erwachsenen angeben. Auch dies ist ein Vielfaches der tatsächlich nachgewiesenen Fälle.
Nur die erste Welle erfasst
Aufgrund des Zeitpunkts der Tests sind die Ansteckungen der zweiten Corona-Welle in der Studie noch nicht erfasst. Gewiss würden sich in den kommenden Monaten noch eine bedeutende Anzahl weiterer Menschen anstecken, heisst es. Um diese Zahl bewerten zu können, wird die Studie Ende 2020 und im Frühjahr 2021 wiederholt.
Die Studie findet im Rahmen eines nationalen Programms der Schweizer Schule für öffentliche Gesundheit statt.