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Der Wellensittich
Der Wellensittich kommt fast auf dem gesamten Kontinent Australiens
vor. Seine besondere Anpassung an das trockene Klima macht ihn zu einem
idealen Bewohner der Busch, Steppen und Halbwüsten im Innern des
Kontinents, welches sein Hauptverbreitungsgebiet ist.
Außer seiner körperlichen Anpassung hat der Wellensittich weitere
Besonderheiten die ihm das Überleben und den Fortbestand der Art
sichern. So können Weibchen mehrfach im Jahr brüten wenn genügend
Wasser vorhanden ist.
Außerordentliche Flugfähigkeiten ermöglichen ihm die Suche nach Nahrung und Wasser über hunderte Kilometer. Um sich vor Beutegreifern zu schützen bilden die Sittiche große Schwärme von hunderttausend Vögeln, die durch ihre synchronen blitzschnellen Bewegungen den Angreifer verwirren.
Es war 1770 als Europäer erstmals Wellensittiche sahen, es vergingen aber fast 100 Jahre bis der Wellensittich nach Europa kam. Anfangs nur in England und Holland, später auf dem ganzen Kontinent in Zoos und wenigen Haltern.
Nach 1900 verbreitete sich der Wellensittich zunehmend
als Heimvogel. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten
Farbschläge die nicht mehr die natürliche gelb-grüne
Farbe aufwiesen gezüchtet.
Anfangs wurden Millionen von Vögeln mit Schiffen
eingeführt, um die Jahrhundertwende verbot die
australische Regierung jegliche Ausfuhr (was bis heute
gilt).
In den weiten Steppen Australiens leben heute noch die eigentlichen Ureinwohner Australiens. Sie haben einen grossen Sinn für Schönheit. Einen Vogel, den sie sehr bewundern, nennen sie Betcherrygah, was in ihrer Sprache "hübscher Vogel" heißt.
Die Nahrung des Wellensittichs besteht aus Grassamen im halbreifen Zustand, aber auch harte Gräser wie etwa Spinifexgras dienen als Nahrungsquelle der Wellensittiche. In Trockenzeiten ernähren sie sich von getrockneten Samen, dann müssen die Vögel aber mehr trinken, um den Wasserhaushalt auszugleichen. Außerdem nehmen sie auch noch Erd- und Sandpartikel auf, um sich mit Mineralstoffen zu versorgen und kleine Insekten, durch die sie Eiweiß erhalten.
Wellensittiche sind nicht besonders scheu, sie lassen Menschen bis auf wenige Meter an sich herankommen, so dass man sie gut beobachten und erforschen kann. Es sind typische Schwarmvögel, die alles zusammen machen.
Der Wellensittich wiegt ungefähr 30 g und misst vom Schnabel bis zur Schwanzspitze 16 bis 20 cm. Die wildlebende Art ist vorwiegend grün, der Kopf ist gelb mit einer schwarzen Streifenzeichnung, die Maske also das Gesicht ist vom Scheitel bis zur Kehle hellgelb. Links und rechts der Maske, in der Höhe des Schnabels befinden sich violette Bartflecken und von ihnen ausgehend – nach innen – je drei schwarze Kehltupfen. Erwachsene Männchen haben eine blaue Nasenhaut, während Weibchen meist eine braune Nasenhaut haben. Der Schwanz ist verhältnismäßig sehr lang.