Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/1445

Wussten Sie schon?
Plug-&-Play-Solarinstallation: jetzt kann man Photovoltaikmodule direkt an eine Steckdose anschliessen
- Details
- März 2018
- Zuletzt aktualisiert : Februar 2020
In der Schweiz ist man als Kunde eines Stromanbieters dazu berechtigt, bei sich zu Hause eine kleine, mobile Photovoltaikanlage, auch "Plug-&-Play-Photovoltaikanlage" genannt, mit einer Leistung von maximal 600 Watt zu betreiben, die in eine Steckdose eingesteckt werden kann. Sie haben richtig gelesen: man spricht von einem bis drei Photovoltaikmodulen, die man direkt in eine Aussensteckdose auf dem Balkon, der Terrasse oder in der Garage einstecken kann. Es ist auch möglich, 3 solcher "steckerfertigen" Photovoltaikmodule in drei verschiedene Steckdosen einzustecken, vorausgesetzt die Gesamtleistung von total 600 Watt wird nicht überschritten.
Mit einer Plug‑&‑Play‑Photovoltaikanlage wird der Solarstrom direkt in den Stromkreislauf des Gebäudes eingespeist – ohne zuvor über ein spezielles Kontrollgerät oder einen Stromzähler zu laufen (wie dies für eine leistungsstärkere Installation der Fall ist). Dieser erneuerbare Energie versorgt dann elektrische und elektronische Geräte, die ständig in Betrieb sind: Kühlschrank, Modem, Batterieladegerät etc. Der Strom, der nicht sogleich verbraucht wird, geht nicht verloren: Er wird in das Stromnetz eingeleitet und steht den Stromkunden in der Nachbarschaft zur Verfügung. Jährlich kann eine Plug-&-Play-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 500 Watt ungefähr 500 kWh Strom produzieren, also in etwa ein Fünftel der Strommenge, die ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt verbraucht (~2500 kWh pro Jahr) – natürlich unter der Voraussetzung, dass sie gut auf die Sonne ausgereichtet sowie das ganze Jahr über angeschlossen ist.
Vorschriften müssen eingehalten werden
Für die Installation einer Plug-&-Play-Photovoltaikanlage müssen vier Bestimmungen eingehalten werden:
- Ihre Stromproduktionsleistung darf 600 Watt nicht überschreiten, um jedes Risiko einer Erwärmung der elektrischen Leitungen des Gebäudes zu vermeiden, wenn laufende Geräte bereits viel Strom verbrauchen.
- Sie muss eine Konformitätserklärung besitzen: alle Bestandteile müssen die in Artikel 6 NEV (Verordnung über elektrische Niederspannungserzeugnisse) aufgeführten Normen einhalten. Sie muss insbesondere über einen Fehlerstrom-Schutzschalter Typ B verfügen.
- Sie muss "mobil", d.h. ohne grossen Aufwand umgestellt werden können.
- Sie muss dem Stromverteiler vor der Inbetriebnahme gemeldet werden. Am besten schickt man eine Kopie der technischen Merkmale der Anlage in einem eingeschriebenen Brief. Es ist möglich, dass der Stromverteiler besondere Bestimmungen geltend macht, zum Beispiel einen Wechsel des Stromzählers verlangt (siehe weiter unten).
Damit dürfte klar geworden sein, dass es sich lohnen kann, die Angebote im Internet aufmerksam zu verfolgen und einen seriösen Verkäufer zu wählen, der die Schweizer Vorschriften kennt. Es ist ebenfalls angebracht, sich vor dem Kauf bei seinem Stromverteiler zu informieren. Ist man Mieter und möchte man sein steckbares Photovoltaikmodul von der Strasse aus gut sichtbar oder auf dem Balkongeländer anbringen, wird empfohlen, bei der Verwaltung oder dem Hauseigentümer eine Genehmigung einzuholen.
Eines, zwei oder drei Photovoltaikmodule
Eine Plug-&-Play-Photovoltaikanlage besteht im Minimum aus einem Photovoltaikmodul (A), einem Mikro-Wechselrichter (B) – das ist das Kästchen, das den Gleichstrom aus den Solarzellen in Wechselstrom 230V/50Hz umwandelt –, einem Fehlerstrom-Schutzschalter (C) und einem Stecker (D). Fehlerstrom-Schutzschalter und Stecker können kombiniert sein. Je nach Grösse und Leistung der Solarmodule (und ihrer Mikro-Wechselrichter), benötigt man 2 oder 3 Module, um die erlaubte Maximalleistung von 600 Watt zu erreichen.
Eine kleine Photovoltaikanlage kann auf dem Flachdach einer Garage, am Balkongeländer, auf einem Geräteschuppen angebracht, oder auf einer Terrasse bzw. einfach direkt im Garten aufgestellt werden. In der Schweiz kann man sogar einen Aussentisch kaufen, dessen Tischplatte aus einem Solarmodul besteht (das Möbel nennt sich "Wattable").
In jedem Fall aber sollten die Module gut befestigt werden, damit sie nicht von Sturmwinden um- oder weggeblasen werden. Und falls Marder in der Gegend vorkommen, ist es sinnvoll, die Verkabelung mit einer Plastikummantelung vor Verbiss zu schützen.
Stellen Sie sicher, dass der Stromzähler den Phasenausgleich vornimmt
Es ist wichtig zu wissen, dass der in die Steckdose eingespeiste Solarstrom rein physikalisch betrachtet nur für die Geräte zur Verfügung steht, die sich auf gleichen elektrischen Phase befinden (auf demselben grossen Schutzschalter des elektrischen Sicherungskastens). Der Strom, der im Haushalt nicht direkt verbraucht wird, wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die meisten der in der Schweiz installierten Dreiphasen-Stromzähler bilanzieren jedoch den Strom, der auf jeder der 3 Phasen verbraucht oder eingespeist wird (Bilanzierungszähler). Anders gesagt: diese Stromzähler berücksichtigen die Leistung der Plug-&-Play-Photovoltaikanlage auch dann, wenn diese nicht an dieselbe Phase angeschlossen ist wie die Geräte, die Strom verbrauchen.
Wenn hingegen die Photovoltaikanlage insgesamt mehr Strom produziert als im Haushalt verbraucht wird, wird der Überschuss oft nicht berücksichtigt, es sei denn, man besitzt noch einen alten Drehstromzähler, der rückwärts laufen kann (allerdings können nicht alle alten Zähler rückwärts laufen), oder man ist mit einem saldierenden Zweirichtungszähler (Überschuss/Bezug) ausgestattet: Wenn Sie Ihrem Stromverteiler Ihre Plug-&-Play-Installation anmelden, können Sie ihn bitten zu bestätigen, dass der installierte Stromzähler die Phasen ausgleicht. Sie können ihn auch bitten, den aktuell installierten gegen einen saldierenden Zweirichtungszähler auszutauschen: mit einem solchen Zähler können Sie Ihren Eigenverbrauch besser optimieren, und Sie können auch die Solarstrommenge messen, die ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird und finanziell vergütet werden kann.
Optimierung der Besonnung der Photovoltaikmodule
Um die Besonnung maximal auszunutzen, können die Solarmodule je nach Jahreszeit vorteilhaft ausgerichtet werden. Wenn man zwei Photovoltaikmodule besitzt, die beide mit einem Mikro-Wechselrichter ausgestattet sind, kann man sie im Sommer wie ein Spitzdach nach Süden ausgerichtet aufstellen, um die auf- und untergehende Sonne nutzen zu können: die Module werden zwar in der Mittagszeit weniger Strom produzieren, aber die Dauer der Solarstromproduktion ist über den ganzen Tag hinweg verteilt.
Wenn Sie einen Solartisch gekauft haben, vergessen Sie nicht, in von allen Gegenständen, die ihn verstellen, frei zu räumen, denn wenn eine einzelne Zelle des Solarmoduls weniger Sonne erhält, fällt die energetische Leistung aller Zellen des Moduls geringer aus.
Photovoltaik-Solarmodul und thermischer Sonnenkollektor auf dem Garagendach
Hinten: 2 thermische Sonnenkollektoren, welche die Wärme der Sonne nutzen, um warmes Brauchwasser zu produzieren.
Vorne: 2 Photovoltaik-Solarmodule, die das Licht der Sonne nutzen, um Strom zu produzieren. Sie können direkt an eine Steckdose eingesteckt werden. Da jedes Modul einen eigenen Mikro-Wechselrichter besitzt (unter dem Modul versteckt), können sie in unterschiedlicher Ausrichtung aufgestellt werden, um den Sonnelauf maximal zu nutzen. Solarstrom betreibt unter anderem die Umwälzpumpe der thermischen Sonnenkollektoren.
Eine kleine, mobile Plug-&-Play-Photovoltaikanlage ist am geeigneten Ort:
- Wenn ihre Stromproduktion 600 Watt nicht überschreitet (maximal 2,6 Ampere unter 230 Volt).
- Wenn das gesamte Material über eine Konformitätserklärung verfügt (vom Verkäufer verlangen).
- Wenn sie mit einem Fehlerstrom-Schutzschalter Typ B ausgerüstet ist (Sicherheit durch Erkennung glatter Gleichfehlerströme UND Wechselfehlerströme).
- Wenn der Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme schriftlich informiert wurde.
- Wenn der Hausbesitzer oder die Verwaltung ihre Zustimmung gegeben haben (für sichtbare Solarmodule auf Fassade oder Balkon).
- Wenn die Installation sicher befestigt ist und unempfindlich für Windeinflüsse ist.
- Wenn der Stecker der Anlage in eine Aussensteckdose eingesteckt wird, die den Sicherheitsnormen entspricht (jede Veränderung einer Steckdose muss von einem qualifizierten Elektriker vorgenommen werden).
- Wenn das bzw. die Solarmodule vollständig von der Sonne beschienen werden (ein kleiner Schattenfleck reduziert die Leistung aller Solarzellen des Moduls).
- Wenn das bzw. die Solarmodule von Staub, altem Laub und Vogelkot gereinigt werden, und wenn man auch den Schnee entfernt.
- Wenn man zudem nicht vergisst, Strom zu sparen, hauptsächlich während der Wintermonate.
- Wenn Sie nicht vergessen, die Solarmodule vor den Arbeiten an der Elektroinstallation des Gebäudes vom Stromnetz zu trennen – es ist ratsam, eine Warnung in der Nähe des Schaltschranks anzubringen.
Empfehlung der ESTI für Plug-&-Play-Photovoltaikanlagen
www.swissolar.ch, Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie
Komfort und Gesundheit hängen auch vom Energieverbrauch und der Umgebung ab
- Details
- Dezember 2017
- Zuletzt aktualisiert : November 2018
Es lässt sich leicht erahnen, dass der Begriff "Komfort" in einer Wohnung oder in einem Büro individuell unterschiedlich bewertet wird. Aber wussten Sie auch, dass der Komfort nicht nur von der Gesundheit einer Person abhängt, sondern auch vom Energieverbrauch und der Qualität des Wohn- bzw. Arbeitsraums?
Nehmen wir zum Beispiel ein Fenster älterer Bauart mit Einfachverglasung. Wenn man im Winter neben einem solchen Fenster sitzt (siehe das Infrarot-Foto), spürt man die unangenehme Kälte der Scheiben, denn das Fenster ist nur wenige Grad wärmer als die Aussentemperatur – und auch sein alter Rahmen lässt in der Regel die kalte Luft ungemütlich durchziehen.
Ausserdem hält eine einfache Verglasung Lärm und Erschütterungen der Strasse nicht ab – ganz zu schweigen von den Heizenergieverlusten, die solche Fenster begünstigen. Kältegefühl, Durchzug, Lärm, übermässiger Energieverbrauch (und Umweltverschmutzung die damit einhergeht): diese Probleme im Bereich "Komfort-Gesundheit-Energie-Umwelt" können mit einem modernen Fenster mit Doppel- oder Dreifachverglasung gelöst werden.
Die nachstehende winterliche Raumszene hält eine ganze Reihe an nützlichen Informationen bereit. Entdecken Sie die Ratschläge (oder rufen Sie sie sich in Erinnerung), wie Sie Ihren Wohnkomfort und ihre Gesundheit verbessern können und gleichzeitig ihren Energieverbrauch sowie die damit einhergehenden schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt verringern können.
Berühren Sie die Nummern und Logos.
1. Schimmel
Sind Wände, Decken und Fensterrahmen feucht, können Sie von Schimmelpilzen befallen werden. Die Gesundheitsgefährdung steigt mit dem Ausmass des Befalls. Schimmel entlässt winzig kleine Pilzsporen und giftige Substanzen in die Raumluft, was zu Reizungen der Augen, der Haut und der Atemwege führen kann. Auf lange Sicht können diese Irritationen zu Allergien und chronischer Bronchitis auswachsen und sogar Asthma verursachen.
Die Feuchtigkeit, die den Schimmelbefall begünstigt, stammt meistens von den Bewohnern selbst (aus der Atemluft und Transpiration) sowie von ihren Aktivitäten (Wasserdampf aus Dusche und Küche, Feuchtigkeit vom Wäschetrocknen). Sie schlägt sich auf den kältesten Flächen des Gebäudes nieder: schlecht isolierte Wände, einfache Fensterverglasung, Fensterrahmen aus Metall etc. Mit regelmässigem Lüften kann die Feuchtigkeit abgeführt werden.
Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmelbefall können in einem älteren Gebäude (ohne Lüftungssystem) nach dem Einbau von neuen Fenstern auftreten, die keine Luft mehr einlassen. Da moderne Fenster viel Luftdichter sind als alte, muss man die Fenster mehrmals am Tag für einige Minuten weit öffnen. Die Feuchtigkeit kann auch aus dem Boden stammen und in die Mauern hochsteigen; sie kann durch Regen verursacht werden, der durch Risse in den Mauern oder durch schadhafte Stellen im Dach eindringt und nicht zuletzt kann sie auch von einer undichten Wasserleitung verursacht werden.
Feuchtigkeitsprobleme und Schimmel • Bundesamt für Gesundheit (BAG)
2. Ausdünstungen von Reinigungsmitteln
Im Gegensatz zu dem, was die Werbung suggeriert, ist es ungesund, den "frischen" Duft von Putzmitteln und Haushaltsreinigern einzuatmen. Ausserdem tragen die den Reinigern zugefügten Duftstoffe, egal ob synthetisch oder natürlich, zur weiteren Verschmutzung der Raumluft bei, die vor allem bei nicht kontinuierlicher Lüftung oft bereits ziemlich mit Schadstoffen belastet ist.
Beachten Sie auch, dass nur Möbel aus unbehandeltem Holz Pflegeprodukte absorbieren können. Benutzt man solche Mittel auf lackiertem oder beschichtetem Holz (z.B. Melamin), setzt es sich auf der Oberfläche fest und verdunstet in den Raum.
Schmutz und Staub im Haushalt lassen sich sehr einfach mit einem guten Mikrofasertuch und lauwarmem Wasser entfernen: dies ist die beste Lösung für die eigene Gesundheit und die Umwelt. Im übrigen wird auch von Haushaltsreinigern, die Desinfektionsmittel enthalten, abgeraten, ausser wenn es der fragile Gesundheitszustand der Bewohner erfordert – ein Haushalt ist kein Spital.
Wohnhygiene und Haushaltprodukte • Bundesamt für Gesundheit (BAG)
3. Kerzenrauch
Keine Kerze reinigt die Luft. Im Gegenteil: das Verbrennen von Wachs, Farb- und Duftstoffen (falls enthalten) belastet die Raumluft mit zusätzlichen Schadstoffen und Feinstaubpartikeln. Sobald die Kerzenflamme an ihrem höchsten Punkt ausfranst (statt ruhig und abgerundet zu brennen), russt die Flamme und gibt an diesen Zackenspitzen Feinstaubpartikel ab. Und raucht die Kerze sogar gut sichtbar, ist die Verschmutzung beträchtlich.
Damit man das behagliche Ambiente geniessen kann, das Kerzen so gut schaffen, und gleichzeitig die Schadstoffbelastung im Raum so gering wie möglich hält, sollte man Kerzen ohne Duftstoffe, ohne Farbstoffe und ohne Pailletten sowie solche mit einem einzigen, dünnen Docht wählen. Wird der Docht beim Abbrennen immer länger, muss man ihn einkürzen, damit die Flamme nicht russt und Feinstaubpartikel absondert. Denn je länger der Docht ist, umso eher wird die Flamme russen.
4. Temperatur von Fenstern und Wänden
Im Winter kann man sogar frösteln, wenn das Thermometer in der Raummitte 22°C anzeigt. Denn das Thermometer misst nur die Temperatur der Umgebungsluft, sagt aber nichts aus über die Temperatur von Wänden, Boden, Decke und Fenstern, die uns umgeben. Unser Körper hingegen nimmt die Kälte von kalten Oberflächen in seiner Nähe sehr gut war, wie man leicht feststellen kann, wenn man in einem Lebensmittelgeschäft vor den grossen Schränken mit Tiefkühlprodukten vorbeigeht.
In einem schlecht isolierten Gebäude mit alten Fenstern können die Fensterscheiben und Aussenwände sehr kalt sein, während die Innenwände wohltemperiert sind. Um diesen Temperaturunterschied auszugleichen, der ein unbehagliches Kältegefühl verursacht, neigt man dazu, die Heizung höher zu stellen, um die Raumtemperatur zu erhöhen. Verbessert man die Wärmedämmung des Gebäudes, indem man moderne Fenster einsetzt, kann man nicht nur den Heizenergieverbrauch reduzieren, weil weniger Heizwärme durch die Mauern und Fenster entweicht, sondern auch weil sich die Bewohner bei niedrigeren Temperaturen (zum Beispiel 19°C statt 22°C) in dem behaglicheren Wohnklima wohlfühlen.
5. Flickern von Glühbirnen und Lampen
In einem Raum hängt die visuelle Behaglichkeit zum grossen Teil von den Glühbirnen und Lampen ab, die installiert sind. Es gibt aber viele Gütemerkmale, die die Beleuchtungsqualität beeinflussen können: Lichtstärke, Farbtemperatur, Lichtspektrum etc. Ein sehr wichtiges Merkmal, das allerdings (noch) nicht auf der Verpackung angegeben ist, ist das Flickern (oder Flackern oder Flimmern), genauer gesagt: die Neigung einer Lampe oder einer Glühbirne, die Leuchtdichte sehr schnell zu wechseln, ohne dass wir dies bewusst wahrnehmen können. Das Flickern bestimmter Lampen und Girlanden kann Sehbeschwerden und Kopfschmerzen verursachen und sogar Epilepsieanfälle auslösen.
6. Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Lufttemperatur und Feuchtigkeit hängen voneinander ab. Je wärmer ein Raum ist, umso trockener wird die Luft. Und senkt man die Temperatur, so steigt die Luftfeuchtigkeit. Wenn man nicht an bestimmten Krankheiten leidet, so empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine durchschnittliche Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 50%, also eine eher trockene Umgebungsluft. Denn wenn die Luft feucht ist (mehr als 50%), können Probleme entstehen – insbesondere Schimmel, der sich in den Ecken der kältesten Wände bilden kann. Bevor man sich einen Luftbefeuchter anschafft, empfiehlt es sich, ein Hygrometer aufzustellen (ein kleines Instrument, das die Luftfeuchtigkeit misst). Im Handel sind verschiedene kleine Messgeräte erhältlich, die Thermometer und Hygrometer kombiniert anbieten.
7. Zimmerpflanzen
Zimmerpflanzen bringen ein bisschen Natur in Wohnung und Büro. Sie können bestimmte Luftschadstoffe absorbieren, ihr Einfluss auf die Raumluft wird von der Werbung aber oft übertrieben. Wahr ist hingegen, dass bestimmte Pflanzen Allergien auslösen können, wie zum Beispiel Ficus benjamina, eine Pflanze, die Latexstaub absondert. Im Winter können einige Pflanzen mit der Verdunstung von Wasser die Luft um ein willkommenes Quäntchen Feuchtigkeit bereichern und vorteilhaft einen Luftbefeuchter ersetzen.
8. Teppich und Spannteppich
Ausser dem dekorativen Aspekt kann ein Teppich (oder ein Spannteppich) Einfluss auf den Komfort und den Energieverbrauch des Gebäudes nehmen. Besitzt der Raum eine Bodenheizung, so hat ein dicker Teppich eine isolierende Wirkung und begrenzt die Wärmeabgabe der Heizschlangen im Boden. Wird der Raum hingegen mit einem Heizkörper geheizt und ist der Boden kalt, so trägt der Teppich als willkommene Wärmedämmung gegen die Bodenkälte bei.
Teppiche und Spannteppiche dämpfen den Lärm zwischen Nachbarn, hauptsächlich den Lärm von Schritten und vom Stühlerücken. Wenn man sie aber nicht regelmässig staubsaugt, können sie zu richtiggehenden "Staubnestern" werden. Ausserdem ist zu bedenken, dass bestimmte Textilien und Teppichleime von Spannteppichen Schadstoffe in die Luft abgeben können (besonders Formaldehyd) – deshalb ist es so wichtig, gut zu lüften.
Luftverschmutzung von Innenräumen durch Formaldehyd • Bundesamt für Gesundheit (BAG)
9. Qualität der Bildschirmbeleuchtung
LED-Bildschirme von Fernsehern, Computern, Tablets und Smartphones senden oft Licht mit grossen Blauanteil aus. Unser Organismus ist allerdings auf natürliches Sonnenlicht eingestellt, dessen Blauanteil um die Mittagszeit sehr hoch, morgens und abends jedoch sehr niedrig ist. Diese Veränderungen innerhalb des Tages steuern in unserem Gehirn die Melatoninproduktion, ein Hormon, das uns schläfrig macht. Schaut man abends zu lange auf den Bildschirm, kann dies den Schlaf stören.
Um unsere Augen nicht übermässig blauem Licht auszusetzen, kann man auf den meisten Computern, Tablets und Smartphones ein kleine Software installieren (oder aktivieren*), welche die Bildschirmfarben automatisch anpasst sobald die Sonne untergeht (Twilight für Android, Night Shift* für iPhone und iOS, f.lux für Computer).
Software f.lux -www.jusgetflux.com
10. Summende und brummende Adapter
Viele Lampen oder elektrische und elektronische Geräte sind mit einem Stromadapter ausgerüstet oder anders gesagt: haben einen im Stecker integrierten Transformator. Ein Adapter wandelt den Wechselstrom aus dem Stromnetz (230V/50Hz) in Niederspannungsgleichstrom um. Bei diesem Vorgang entsteht ein mehr oder weniger gut hörbares Brummen. Und dieser Brummton verschwindet in der Regel nicht, wenn man das Gerät oder die Lampe ausschaltet, denn der im Stecker integrierte Transformator bezieht weiterhin Strom (versteckter Verbrauch). Schwere, klobige Adapter älteren Datums verbrauchen stetig einige Watt Strom. Das merkt man übrigens auch daran, dass sie warm wie kleine Heizkörper sind, wenn man sie berührt.
Um den versteckten Stromverbrauch sowie die Brummtöne zu vermeiden, die unseren Wohnkomfort beeinträchtigen, kann man sich eine Mehrfachsteckdose mit Schalter anschaffen. Es gibt unzählige Modelle, von der kleinen Kompaktsteckdose für nur eine Lampe bis hin zur grossen Steckdosenleiste, in die man bis zu sechs Geräte einstecken kann.
11. Luftqualität
Die Raumluft einer Wohnung ist oft stärker verschmutzt als die Luft im Freien, denn zu deren Schadstoffen kommen noch diejenige aus dem Wohnungsinnern hinzu: VOC – flüchtige organische Verbindungen (vom Braten mit Ölen und Fetten, aus Reinigungsmitteln, Geruch aus elektronischen Geräten, Farbanstrichen etc.); Staub von Textilien (Teppiche, Spannteppiche, Vorhänge, Kleider) und Absonderungen und Ausdünstungen von Mensch und Haustieren (CO2 und Feuchtigkeit aus Atemluft und Transpiration, Hautschüppchen, Tierhaare, Federn, Körpergerüche) etc.; Rauch und Russ von Zigaretten, Kerzen und Räucherstäbchen. Alles in allem Grund genug, die Räume Ihrer Gesundheit zuliebe regelmässig zu lüften.
Ist das Gebäude mit einer Komfortlüftung mit Zu- und Abluftkanälen ausgestattet, wird die Luft mit einem elektrischen System ständig erneuert: frische Luft wird in die Schlaf- und Wohnzimmer geleitet und die schlechte Luft aus Küche, Bad und WC wird abgeleitet. Hier muss man aufpassen, dass die Luftzirkulation nicht behindert wird, also die Lüftungsschlitze zwischen zwei Zimmern nicht mit Möbeln verstellen oder Bildern zuhängen.
Schadstoffe in Innenräumen • Bundesamt für Gesundheit (BAG)
12. Lärm
Mehr als eine Million Einwohner in der Schweiz leiden unter Lärm, der hauptsächlich vom motorisierten Strassenverkehr, aber auch von Zügen und Flugzeugen stammt. Hinzu kommen auch die Lärmbelästigungen von Baustellen, Rasenmähern, Laubbläsern und vom Nachtleben etc.
Lärm führt nicht nur zu Gereiztheit und schlaflosen Nächten. Er verursacht Aufmerksamkeits- und Hörstörungen, begünstigt Bluthochdruck und lässt das Risiko für Herzattacken ansteigen. Er ist sogar einer jener Faktoren, welche die Lebensqualität am meisten reduzieren.
Moderne Gebäude sind nach Normen gebaut, welche die Bewohner vom Strassenlärm und den Geräuschen in den Nachbarwohnungen schützen. Eine Komfortlüftung erlaubt es, bei geschlossenem Fenster zu schlafen. Bei älteren Gebäuden, die in lärmigen Gegenden liegen, können die Lärmbelästigungen stark verringert werden, indem neue Lärmschutzfenster eingebaut werden. Für den Lärm im Innern der Gebäude gilt aber, dass nur die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Nachbarn Abhilfe schaffen kann: also Teppiche und Filzgleiter unter quietschende Möbel legen, Hausschuhe tragen, Ruhezeiten einhalten.
Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit • Bundesamt für Gesundheit (BAG)
13. Zugluft
Auch wenn jede Person unterschiedlich empfindlich auf Zugluft reagiert, so ist man sich darin einig, dass ein Luftstrom mit einer Geschwindigkeit von 0,2 Meter pro Sekunde von uns allen wahrgenommen wird. Je kühler die Luft im Winter ist, umso eher wird ein Luftzug als unangenehm empfunden. Anders gesagt: gibt es Durchzug, neigt man dazu, die Heizung höher zu stellen.
Zugluft hat verschiedene Entstehungsursachen. Am unangenehmsten empfunden wird kalte Luft, die durch undicht schliessende Fenster und Türen strömt (diesen Durchzug kann man abmindern, indem man klebbare Gummidichtungen anbringt, wie sie im Baumarkt verkauft werden). Es gibt auch Luftströme, der von sehr heissen Heizkörpern verursacht werden, die im Raum an einer kalten Aussenwand angebracht sind (wegen schlechter Gebäudeisolierung). Und dann gibt es auch den Durchzug zwischen den Etagen, z.B. wenn die Kellertüre offen steht (dieses Problem kann mit einem schweren Vorhang ganz wesentlich verbessert werden). Und schliesslich gibt es noch den Luftzug, der durch ein offenes Kaminfeuer verursacht wird: Das Feuer saugt die warme Raumluft an und befördert sie mit dem Rauch durch das Kamin nach draussen (das Problem kann mit der Modernisierung des Cheminées behoben werden).
In einem modernen oder sanierten Gebäude kann störende Zugluft auch aufgrund einer automatischen Komfortlüftung entstehen, die zuviel Luft ausstösst.
Das Gebäudeprogramm: Förderbeiträge zur Verbesserung der Gebäude-Energieeffizienz
- Details
- März 2017
- Zuletzt aktualisiert : Januar 2020
Das Gebäudeprogramm wird von Bund und den Kantonen gemeinsam finanziert, um die Energieeffizienz des Gebäudebestands der Schweiz zu verbessern.
Seit dem 1. Januar 2017 wird das Gebäudeprogramm vollumfänglich durch die Kantone verwaltet, die ein harmonisiertes Modell für den Erhalt von Förderbeiträgen ausgearbeitet haben, das von allen Kantonen genutzt werden kann, jedoch jedem Kanton individuell die Möglichkeit belässt, seine eigene Energiepolitik und Förderbedingungen festzulegen. Hausbesitzer können finanzielle Unterstützung in drei Bereichen beantragen:
- Förderbeiträge für Liegenschaften, welche die Baugenehmigung vor dem Jahr 2000 erhalten haben, um die Wärmedämmung der Gebäudehüllen (Fassaden, Dach, Wände und Böden gegen Erdreich) zu verbessern und wenig umweltschonende Heizungsinstallationen (Öl-, Gas oder Elektroheizungen) durch eine Wärmepumpe, eine Holzheizung, thermische Sonnenkollektoren oder den Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz zu ersetzen.
- Förderbeiträge für hocheffiziente Neubauten, die energetisch effizienter sind, als es die gesetzlichen Vorgaben verlangen: Minergie-P und GEAK A/A.
- Förderbeiträge für die Errichtung von Nah- oder Fernwärmenetzen für die Gebäudeheizung oder die Ausweitung von vorhandenen Wärmeverteilsystemen, um weitere, bereits bestehende Gebäude daran anzuschliessen.
Berühren Sie die Nummern und Logos, um mehr über die Subventionen und ihre Bedingungen zu erfahren.
1. Dachisolation
Fördermittel können gesprochen werden, wenn die Energieeffizienz der Wärmedämmung grösser ist als vom Gesetz vorgegeben. Die Einheit, welche die Energieeffizienz der Wärmedämmung bestimmt, ist der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient): je kleiner der U-Wert, desto besser die Isolation. Um Förderbeiträge für die Dachisolation zu erhalten muss der U-Wert kleiner oder gleich 0,20 sein – wobei der gesetzliche Minimalwert für eine Sanierung bei 0,25 liegt.
2. Wärmedämmung der Aussenwände
Fördermittel können gesprochen werden, wenn die Energieeffizienz der Wärmedämmung grösser ist als vom Gesetz vorgeschrieben. Die Einheit, welche die Energieeffizienz der Wärmedämmung bestimmt, ist der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient): je kleiner der U-Wert, desto besser die Isolation. Um Förderbeiträge für die Wärmedämmung der Aussenwände zu erhalten, muss der U-Wert kleiner oder gleich 0,20 sein – wobei der gesetzliche Minimalwert für eine Sanierung bei 0,25 liegt.
3. Isolation von unteren Mauerteilen und Bodenplatten "gegen Erdreich"
"Gegen Erdreich" bedeutet, dass das wärmegedämmte Element nicht im Kontakt mit der Aussenluft steht, sondern mit dem Erdreich. Ob eine Subvention gewährt wird hängt einerseits davon ab, wie tief das Isolationsmaterial in den Boden reicht und andererseits von der Energieeffizienz, welche die Wärmedämmung bringen wird (U-Wert).
Die Isolation von Kellerböden wird bei der Vergabe für die Fördermittel berücksichtigt (denn es handelt sich um eine Isolation "gegen Erdreich"). In Regionen, wo das radioaktive Gas Radon natürlicherweise aus dem Boden austritt, muss der Dichte des Dämmmaterials besonders Sorge getragen werden.
4. Wärmedämmung der obersten Geschossdecke
Bei der Isolation der obersten Geschossdecke des Gebäudes sprechen die Techniker von einer Wärmedämmung "gegen die kalte Seite", denn die auf dem Boden im Dachraum angebrachten Dämmelemente isolieren gegen das Dachvolumen im Gebäudinnern, das ungeheizt bleibt. Diese Wärmedämmung wird nicht vom Gebäudeprogramm subventioniert, wenn sie alleine durchgeführt wird. Diese Massnahme kann nur dann mit Förderbeiträgen unterstützt werden, wenn zusätzliche Sanierungsarbeiten im Bereich der Gebäudehülle und/oder den technischen Installationen vorgenommen werden.
Unterstützungsbeiträge können hingegen für die energetische Sanierung des Dachstuhls (Auf-, Zwischen-, Untersparrendämmung) sowie der Giebelmauern gesprochen werden.
5. Isolation der Kellerdecke
Auch hier sprechen die Techniker von einer Wärmedämmung "gegen die kalte Seite", denn die Dämmelemente isolieren das Gebäude gegen den Kellerraum hin, der nicht geheizt wird. Diese Wärmedämmung wird nicht vom Gebäudeprogramm subventioniert, wenn sie alleine durchgeführt wird. Diese Massnahme kann nur dann mit Förderbeiträgen unterstützt werden, wenn zusätzliche Sanierungsarbeiten im Bereich der Gebäudehülle und/oder den technischen Installationen vorgenommen werden.
6. Fensterersatz
Das Gebäudeprogramm gewährt keine Unterstützungsmittel für den alleinigen Ersatz von Fenstern. Diese Massnahme kann nur dann mit Förderbeiträgen unterstützt werden, wenn zusätzliche Sanierungsarbeiten im Bereich der Gebäudehülle und/oder den technischen Installationen vorgenommen werden.
Beim Ersatz von Fenstern sollte man nicht nur die Dämmwirkung der Verglasung beachten (U-Wert), ein wichtiger Faktor ist auch ihre Durchlässigkeit für sichtbares Licht (Lichttransmissionsgrad) sowie für die nicht sichtbare Sonnenenergie (g-Wert oder "solare Gewinne").
7. Ersatz von Heizkesseln mit fossilen Brennstoffen (Öl- oder Erdgas) oder Elektroheizungen durch eine Heizung mit erneuerbaren Energien
Ziel dieser Fördermittelvergabe ist es, die CO2-Emissionen der Schweiz zu begrenzen und die Effizienz der Heizungen, die Strom verbrauchen, zu steigern. Die neue Heizungsinstallation muss eine "Leistungsgarantie" aufweisen, die bestätigt, dass die Anlage auf das Gebäude zugeschnitten ist, richtig installiert und korrekt eingestellt ist.
8. Fernwärme (FW) und Fernwärmenetz
Es werden auch Förderbeiträge für die Errichtung eines Fernwärmeheizungsnetzes, für die Ausweitung eines Wärmenetzes auf bereits bestehende Gebäude und den Anschluss von neuen Gebäuden an ein bereits vorhandenes Wärmeverteilsystem gewährt. Erhält jedoch ein Wärmenetz bereits finanzielle Unstützung (zum Beispiel von der KliK-Stiftung), kann das Gebäude, das daran angeschlossen wird, keine – da in diesem Fall zusätzlichen – Fördergelder aus dem Gebäudeprogramm erhalten.
9. Wärmepumpe
Eine Heizungsanlage mit Wärmepumpe (WP) kann sehr energieeffizient sein – unter der Voraussetzung, dass die Wärmepumpe ein Qualitätsprodukt ist, dass ihre Leistung dem Gebäudebedarf entspricht und dass sie richtig installiert und korrekt eingestellt ist. Aus diesem Grund können nur Fördergelder für die Qualitätsgarantie der WP und die Leistungsgarantie der Installation gesprochen werden, was als Wärmepumpen-System Modul (WPSM) bezeichnet wird.
10. Heizen mit Holz
Holz ist ein erneuerbarer Brennstoff, wenn der Wald gut bewirtschaftet ist. Hinzu kommt, dass Holz lokal verfügbar ist, was die Transportwege verkürzt. Ein mit Holz gefeuerter Heizkessel kann jedoch die örtliche Luftverschmutzung verstärken. Deshalb ist es wichtig, dass eine Holzheizung die Luftreinhalteverordnung (LRV) einhält.
Um Förderbeiträge zu erhalten, muss die Installation vom Verein Holzenergie Schweiz anerkannt sein und über eine Leistungsgarantie EnergieSchweiz verfügen.
11. Installation von Heizungs-Rohrleitungen
Wird ein Gebäude mit elektrischen Heizkörpern oder mit einem einfachen Öl- oder Gasofen geheizt, besitzt es keine Rohrleitungen, die das warme Heizungswasser in die verschiedenen Räume und Stockwerke leiten. Ersetzt man solche Heizungsvorrichtungen (durch eine Anlage mit Wärmepumpe oder eine Holzheizung, oder schliesst man das Gebäude an ein Wärmenetz an), kann man von zusätzlichen Subventionen profitieren, um ein Rohrleitungssystem für die Heizkörper oder für die Bodenheizung zu installieren.
12. Thermische Sonnenkollektore
Thermische Sonnenkollektoren nutzen die Wärme der Sonne und produzieren damit warmes Brauchwasser; sie können auch unterstützend zur Gebäudeheizung eingesetzt werden. Ist das Gebäude mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe ausgestattet, kann mit der Sonnenwärme auch das Erdreich wieder erwärmt werden, aus dem im Winder die Energie über geothermischen Erdsonden bezogen wird.
Um in den Genuss von Subventionen zu gelangen, muss die Installation über eine validierte Leistungsgarantie Solarwärme (VLG) von Swissolar / SuisseEnergie verfügen.
13. Photovoltaik-Anlagen
Photovoltaik-Anlagen werden vom Gebäudeprogramm nicht berücksichtigt, da sie bereits anderweitig subventioniert werden (Pronovo). Informieren Sie sich beim Kanton, dem zuständigen Elektrizitätsverteiler und spezialisierten Installateuren.
14. Erweiterung und Umnutzung
In der Regel ist eine Umnutzung eines nicht geheizten Lokals in einen Wohnbereich nicht subventionsberechtigt, denn die geltenden Wärmedämm-Normen müssen eingehalten sein. Es können jedoch je nach Art und Grösse der Projekte auch Ausnahmen gewährt werden.
Klimaschutz und Schutz der nächsten Umgebung für die Bewohner
Es ist bekannt, dass ein Gebäude, das seinen Öl- oder Gasverbrauch senkt, weniger schädliche Auswirkungen auf das Klima unserer Erde hat. Dies bedeutet zugleich, dass es auch weniger Rauch (und damit weniger Schadstoffe) in die Luft entlässt, die von den Menschen in seiner unmittelbaren Nähe eingeatmet wird.
Finanzielle Aspekte
Die Sanierungsarbeiten an einem Gebäude können dessen Energieverbrauch um mehr als 50% verringern. Sie steigern deshalb seinen Wert auf dem Immobilienmarkt, sei es für den Verkauf, für ein Hypothekendarlehen oder für die Vermietung. In dieser Hinsicht darf man natürlich bei der Berechnung einer Mieterhöhung im Anschluss an die Sanierungsarbeiten die Fördergelder nicht in die zu amortisierenden Investitionen einbeziehen!
Steuerabzüge
Direkte Bundessteuer • Natürliche Personen können die normalen Unterhaltskosten sowie wertvermehrende Investitionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, von den direkten Bundessteuern abziehen. Abzugsfähig sind natürlich nur die selbst getragenen Kosten: Die gewährten Fördergelder können nicht abgezogen werden.
Kantonale Steuern • Die Kantone wenden nicht alle dieselben Besteuerungsgrundsätze an, auch wenn sie denen der direkten Bundessteuer oft ähnlich sind. Man muss sich deshalb bei der kantonalen Steuerbehörde seines Wohnorts und des Standortes der Liegenschaft informieren.
Oft ist es sinnvoll, grössere Unterhaltsarbeiten so zu organisieren, dass die Steuerabzüge auf zwei Jahre verteilt werden können.
Komfortsteigerung
Im Winter sind die Wände, Decken, Böden und Fenster eines gut wärmegedämmten Gebäudes nicht kalt: In den Räumen gibt es daher weniger Luftzug und auch weniger Kondensationsfeuchtigkeit auf den Fenstern und Aussenwänden (und deshalb ein kleineres Risiko für Schimmelbildung). Ferner kann eine gut durchdachte Lüftungsanlage den Wohnkomfort und die Gesundheit verbessern. Ausserdem erwärmt sich ein gut isoliertes Gebäude unter der sengenden Sonnenhitze im Sommer weniger schnell und die Wohnräume bleiben länger wohltemperiert. Auch sind Lärm und Geräusche von aussen weniger vernehmbar.
Die kleinen Wildtiere nicht vergessen
Meisen, Schwalben, Fledermäuse und Co.: Es gibt zahlreiche kleine Tiere, die im Dachgebälk, in den Mauerritzen oder unter den Ziegeln Schutz suchen. Mit den Renovationsarbeiten verschwinden diese Unterschlüpfe. Man kann aber die Baugerüste nutzen, um Nistkästen am Dach anzubringen.
Gebäudesanierungen: Vogel- und fledermausfreundlich – Bundesamt für Umwelt.
Radon
Radon ist ein gesundheitsschädliches radioaktives Gas, das natürlicherweise im Boden vorkommt und ausströmt. Dichte Fundamente und eine gute Lüftung helfen zu vermeiden, dass man es in zu grossen Konzentrationen einatmet.
Vorsicht Asbest!
In der Vergangenheit wurden Baumaterialien verwendet, die sich schliesslich als gesundheitsschädlich herausstellten: insbesondere Asbest, Polychlorbiphenyl (PCB) und Blei. Bei Renovationsarbeiten (oder Gebäudeabrissen) kann es sehr gefährlich sein, die dabei entstehenden Stäube einzuatmen, und durch die Baustelle kann auch die Umgebung kontaminiert werden. Je nach Alter des Gebäudes ist eine "Asbest-Diagnose" notwendig, bevor bestimmte Arbeiten durchgeführt werden dürfen.
Asbest, auf www.suva.ch
ConsoBat
ConsoBat ist ein Rechner (nur auf französisch), mit dem der Energieverbrauch eines Gebäudes in Bezug auf die lokalen meteorologischen Bedingungen, die seinen Heizbedarf beeinflussen (Heizgradtage und Heiztage), nachvollzogen werden kann. ConsoBat erlaubt es insbesondere, Unregelmässigkeiten beim Verbrauch aufzuspüren, die sonst unbemerkt geblieben wären.
GEAK
Der GEAK ist der GebäudeEnergieAusweis der Kantone, eine Art Energie-Etikette, die ein Gebäude anhand zweier Bewertungskategorien beurteilt: die Effizienz seiner Gebäudehülle und die Gesamtenergie- und Umwelteffizienz (CO2) seiner technischen Anlagen.
Der GEAK wird von zertifizierten GEAK-Experten ausgestellt (gebührenpflichtig). Unter der Voraussetzung, dass sich das Gebäude um mehrere GEAK-Effizienzklassen verbessert, werden Fördergelder gewährt.
Für bestimmte Subventionen wird ein GEAK®Plus verlangt: Er schlägt mögliche Szenarien für die Sanierung vor. In einigen Kantonen werden auch Fördergelder für die Erstellung eines GEAK®Plus durch einen Experten gewährt.
Minergie
Minergie schlägt eine Zertifizierung für Energieeffizienz, Umweltqualität und Komfort vor. Qualitätssiegel können auch in der Bauphase oder für die Sanierung vergeben werden. Es existieren mehrere Minergie-Zertifikate (kostenpflichtig), die vom Immobiliensektor wie auch von den Banken anerkannt werden. Fördergelder werden für neue Gebäude (Minergie-P) oder für Sanierungen (Minergie oder Minergie-P) gesprochen.
Kantonal unterschiedliche Bedingungen
Auf der Basis eines gemeinsamen, kantonsübergreifenden Fördermodells (das Harmonisierte Fördermodell HFM 2015) kann jeder Kanton individuell die spezifische Arbeiten und Installationen festlegen, die er im Rahmen des Gebäudeprogramms finanziell unterstützt und zu welchen Bedingungen er die Fördergelder vergibt. Ein Hauseigentümer, der eine Förderung beantragen möchte, muss sich an die Energiefachstelle des Kantons wenden, in welchem das Gebäude steht bzw. gebaut wird. Es versteht sich von selbst, dass Auskünfte beim Kantonspersonal auch per E-mail (oder telefonisch) erteilt werden. Die Gesuche für Förderungen aus dem Gebäudeprogramm können hingegen nur via Internet auf einer für alle Kantone gemeinsamen Web-Plattform gestellt werden.
Berühren Sie die Wappenzeichen, um zu den kantonalen Informationen für Förderbeiträge zu gelangen.
Das Fördergesuch zusammen mit Energieberatern und Gebäudefachpersonen via Internet beantragen
Ein Formular für Förderbeiträge auszufüllen ist für einen Laien nicht ganz einfach, vor allem deshalb, weil zu den Informationen über den Eigentümer und seine Liegenschaft auch technische Daten eingegeben werden müssen. Glücklicherweise kennen die meisten Unternehmen das Vorgehen, und die Web-Plattform des Gebäudeprogramms ermöglicht es ihnen, das Fördergesuchs-Formular für ihren Kunden auszufüllen. Wenn das Gesuch vollständig ist (was sich über mehrere Tage hinweg erstrecken kann), wird es ausgedruckt, unterschrieben und mit den nötigen Beilagen versehen (Plänen, Kostenvoranschlägen etc.) mit der Post an die kantonale Beratungsstelle geschickt, die damit beauftragt ist, es zu evaluieren.
> Energie-Förderportal der Kantone
Nützliche Informationen über Fördergelder:
- Die Fördergelder werden für Gebäude gesprochen, die im Besitz von natürlichen Personen, juristischen Personen (Gesellschaften, Kooperativen, Stiftungen etc.) oder Gemeinden sind – aber nicht für Gebäude, die im Eigentum von Bund oder den Kantonen stehen. Unternehmen, die von der CO2-Abgabe befreit sind, können keine Fördergelder erhalten.
- Die Fördergelder des Gebäudeprogramms können gewährt werden für eine Einzelmassnahme, für eine Sanierung in mehreren Etappen oder für eine umfassende Gebäudesanierung ohne Etappierung, die auf einer Baustelle durchgeführt wird.
- Die Kantone organisieren Schulungen und Informationsabende, um Hauseigentümer über das optimale Vorgehen der Gebäudesanierung zu informen; erklärt wird ebenfalls, wie Fördergelder beantragt werden.
> Clever renovieren
- Bevor Fördergelder für eine Gebäudeisolation von über CHF 10'000.- gesprochen werden verlangt der zuständige Kanton, dass das Gebäude von einem anerkannten Experten begutachtet wird, der ein GEAK®Plus erstellt: mit einem Energieberatungsbericht weist er dem Gebäude eine Energieeffizienzklasse zu und schlägt mögliche Szenarien für die Sanierung vor.
> GEAK
- In der Regel erteilt das Gebäudeprogramm keine Fördergelder für Erweiterungen oder Aufstockungen: das ist verständlich, da für solche Bauvorhaben die Gesetzgebung eingehalten und nach aktuell gültigen Energieeffizienz-Normen gebaut werden muss.
- Es werden keine Fördergelder aus dem Gebäudeprogramm gewährt für folgende Massnahmen, wenn sie allein durchgeführt werden: Fensterersatz, Wärmedämmung der obersten Geschossdecke im Dachstock, Isolation der Kellerdecke, Isolation von Innenwänden gegen nicht geheizte Räume.
- In allen Fällen muss das Födergesuch vor Beginn der Sanierungsarbeiten eingereicht werden. Einige Kantone verlangen sogar, dass die Arbeiten ohne die formelle Gewährung der Subvention nicht begonnen werden dürfen (dies trifft auch für den Materialkauf zu).
- Auf den Websites der Kantonalen Energie- und Umweltfachstellen findet man zusätzlich zum Gebäudeprogramm weitere Möglichkeiten für Finanzierungshilfen, zum Beispiel für den Ersatz eines Elektroboilers oder einer Umwälzpumpe für die Heizung.
- Einige Gemeinden gewähren auch ergänzende Finanzierungsmöglichkeiten: erkundigen Sie sich bei der Gemeinde des Gebäudestandortes.
- Photovoltaik-Anlagen (Solarmodule zur Stromerzeugung) sind nicht Bestandteil des Gebäudeprogramms, auch wenn ihre Installation von den Kantonen gefördert wird. Die finanzielle Unterstützung wird via Pronovo und/oder dem lokalen Elektrizitätsverteiler, manchmal auch von den Gemeinden gewährt. Solar-Fachpersonen wissen in der Regel wie Vorgegangen werden muss.
- Auf den ersten Blick können die Bedingungen für den Erhalt von Fördergeldern sehr streng und restriktiv erscheinen. Es gibt aber mehrere gute Gründe, die dies erklären: Eine Subvention muss förderungsberechtigt sein (es werden keine Massnahmen subventioniert, die ein Hausbesitzer obligatorisch durchführen lassen muss), sie muss energieeffizient sein (die Sanierungsarbeiten müssen Energieeinsparungen und eine Verringerung der CO2-Emissionen in der Höhe der Fördergelder erbringen), sie muss zielgerichtet sein (es muss vermieden werden, dass die selben Arbeiten zweimal subventioniert werden) und sie muss administrativ rationell zu bewältigen sein (die Kosten für die Behandlung eines Gesuchs müssen im Verhältnis zum Förderbetrag stehen).
Nützliche Links
Bei Recherchen im Internet stösst man auf mehrere Websites, die über Sanierungen und Fördergeldern informieren. Einige stammen direkt vom Bund und den Kantonen, andere werden von Fachverbänden oder Verkäufern von Baumaterial und Installationen unterhalten. Hier sind einige der unverzichtbarsten aufgelistet:
Das Gebäudeprogramm • Das Förderprogramm von Bund und den Kantonen -www.dasgebaeudeprogramm.ch
Energie-Förderportal der Kantone • Um ein Fördergesuch auszufüllen und Fördergeld zu beantragen -portal.dasgebaeudeprogramm.ch
GEAK • Informationen über den Gebäudeenergieausweis der Kantone -www.geak.ch
GEAK-Diagno • Szenarien zur energetischen Sanierung von verschiedenen Gebäudetypen -www.cecb-diagno.ch
EnergieSchweiz • Infos, Links und nützliche Dokumente zu Erneuerungsarbeiten -www.energieschweiz.ch
Pronovo • Vergütung für kleine Photovoltaik-Anlagen -www.swissgrid.ch
Stiftung KliK • Finanzielle Unterstützung für die Reduktion von CO2-Emissionen, insbesondere für die Modernisierung der Gebäudeautomation im Bereich der Regelungen von Heizung, Lüftung, Beschattung und Beleuchtung -www.klik.ch