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J.F. Engelhard,
Traversflöte in d1, 4-teilig
Johann Friedrich Engelhard wurde 1730 im Elsass geboren. Wo er ausgebildet wurde und wann er nach Nürnberg kam, ist nicht bekannt; sicher ist nur, dass er 1758 in Nürnberg anlässlich der Heirat der Witwe eines Drechslers das Bürgerrecht und den Meisterbrief erhielt. Es darf vermutet werden, dass er dort schon vorher als (Meister-?)Geselle gearbeitet hat. Seine Arbeit steht in der Tradition von Jacob Denner (den er nicht mehr kennen konnte), wie ein Sichtvergleich mit dessen Instrumenten aufzeigt (vgl. J. Denner 1991). Er fertigte nach einem zeitgenössischen Bericht Traversflöten aus Buchsbaum und Ebenholz, mit bis zu sieben Wechselstücken, auch mit bis zu 6 Klappen. Registerfüsse sind nicht belegt. Seine Instrumente waren wegen ihrer klaren und guten Ansprache weitherum bekannt und gesucht. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass er auch Oboen und Klarinetten fertigte. (Quelle: Langwill 1993).
Die beiden Vorlagen zu diesem Instrument befinden sich in einer Privatsammlung. Sie sind vierteilig, aus Buchsbaum, mit Ringen und Kappe aus Elfenbein und einer Klappe aus Messing bzw. Silber, a1 = 415 Hz. Dazu gehören mehrere (kürzere) Mittelteile. Obwohl es sich um relativ späte Instrumente handelt, dürfen sie doch als barocke Flöten bezeichnet werden: Sie klingen voll und lassen kräftiges und artikuliertes Spiel zu - Instrumente in bester Nürnberger Tradition. Die relativ enge Mensurierung lässt aber auch spätere Musizierstile zu.
Dieses Instrument konnte ich in direktem Vergleich mit den zwei Originalen entwickeln und mich so ihrem Charakter annähern. Ich baue es aus allen Hölzern, einer Klappe aus Silber oder Messing und Ringen und Kappe aus Kunstelfenbein, in a1 = 415 und 440 Hz. Der Klang und die Stimmung sind ausgeglichen, insbesondere auch alle drei f's. Auch in a1 = 440 Hz ist es eine vollwertige Traversflöte.
Weiter ist es auch als Studentenmodell (Beispiel) lieferbar. Bei Instrumenten mit Wechselstücken versehe ich die Fussstücke mit einem Registerfuss.