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Der einstige Aktienmakler Nick Carraway (Tobey Maguire) hat schwere psychische Probleme und lässt sich von einem Arzt behandeln. Nick erzählt ihm von seinen Jahren in New York. Amerika befand sich im Aufbruch. Es wurden wilde Parties gefeiert, Geld und Schnaps flossen in Strömen, Rausch und Erfolg zogen viele junge Leute an. Darunter auch Nick Carraway, der einst Schriftsteller werden wollte, aber dann auf den Aktienmarkt umgesattelt hat.
Partys und Geheimnisse
Der Filmanfang ist nicht sehr verständlich, denn man weiss nicht genau, wie Nick zu seinen Problemen gekommen ist. Die Gegend, in der sein Leben gespielt werden, wirken nicht sehr realistisch, was zusätzlich durch den 3D-Effekt verstärkt wird. Nick mietet sich ein kleines Gärtnerhäuschen auf Long Island, direkt neben Jay Gatsby’s (Leonardo DiCaprio) eindrucksvollem Traum-Anwesen. Dieser beobachtet ihn dauernd, und das aus gutem Grund: Nicks Cousine, die reiche, jedoch unglücklich verheiratete Daisy Buchanan (Carey Mulligan), wohnt mit ihrem Mann, dem einstigen Sportstar und blaublütigen, aber untreuen Millionär Tom Buchanan (Joel Edgerton) und ihrer Tochter Pammy, direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht und hat mit Gatsby mehr gemeinsam als alle denken. Auf einer der unzähligen, rauschenden Partys von Gatsby, die jedes Wochenende stattfinden, lernt Nick den geheimnisumwitterten Gastgeber zum ersten Mal persönlich kennen und schon am nächsten Tag nimmt das Schicksal seinen verhängnisvollen Lauf. Es folgen aufgedeckte Geheimnisse, die mehr Schaden produzieren, als wenn sie geheim geblieben wären, Ungerechtigkeiten und erschütternde Erlebnisse, die man nicht erwartet hätte. Nicks Arzt hat ihm am Anfang des Filmes geraten: Wenn er seine traumatischen Erlebnisse nicht erzählen wolle, solle er sie aufschreiben. So kommt es, dass Nick am Schluss des Filmes der Autor des Buches “The Great Gatsby” ist und seinen Traum als Schriftsteller doch noch in Erfüllung geht.
Zwischen HipHop und Charleston
Der Roman “Der grosse Gatsby”, im englischen Originaltitel “The Great Gatsby” von F. Scott Fitzgerald aus dem Jahre 1925, wird bereits zum sechsten Mal verfilmt. Die Produktion gehört mit einem Budget von 120 Millionen US-Dollar wohl zu den teuersten dieses Jahres. Der Australier Baz Luhrmann, dessen Filme “Moulin Rouge” und “Australia” für ihre prächtige und aufwendige Inszenierung berühmt geworden sind, hat zusammen mit Craig Pearce Regie geführt. Der Soundtrack wurde von Jay-Z produziert und beinhaltet Songs von Grössen wie Lana Del Rey, Florence and the Machine, Beyoncé, Jay-Z selber und vielen mehr, welche sich grösstenteils gut in den Film einfügen. Die eigentlich für die 20er-Jahre undenkbaren Songs überraschen nicht, man erlebt sie vielmehr als Teil des Films. Die Musik, eine hypnotische Mischung zwischen Charleston und tiefen HipHop-Beats, die atemberaubenden Kostüme und die traumhaften Kulissen tragen viel dazu bei, dass “The Great Gatsby” ein Muss für jeden Filmliebhaber ist. Die Schauspieler fügen sich gut in die Rollen, auch wenn gerade in spannenden Szenen nicht immer alles glaubwürdig abläuft. Selten hat man im Kino solche umwerfenden Bilder gesehen wie die ausschweifenden Parties von Gatsby. Doch ist der Film mit seinen rasanten Handlungen und all dem Prunk der vielen Partys gar etwas überladen. Sie wirken gleichzeitig unverschämt prächtig und doch irgendwie kalt und verdeutlichen die Einsamkeit und Verzweiflung Gatsbys. Die Atmosphäre im Film wirkt häufig verstörend, man spürt richtiggehend das nahende Übel, kann es aber nicht benennen. Vieles in diesem Film ist ungerecht und lässt einen betroffen zurück. Gatsby wollte gross sein und zerbrach schliesslich an seiner grossen Liebe. Fazit: Ein empfehlenswerter und sehenswerter Film.