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Diskriminierung, die an einer nicht heterosexuellen Orientierung festgemacht wird, wird als Heterosexismus bezeichnet. Nathalie Meuwly von der Universität Freiburg untersuchte nun gemeinsam mit ihrer US-amerikanischen Kollegin Joanne Davila, wie sich dies auf die romantische Beziehung gleichgeschlechtlicher Paare niederschlägt.
Dazu untersuchten sie das Beziehungsleben von 26 Männer- und 42 Frauenpaaren, die in der Schweiz lebten und zwischen 20 und 68 Jahre alt waren. Die Studienteilnehmenden berichteten während zwei Wochen mehrere Male täglich, wie sie die Unterstützung ihres Partners oder ihrer Partnerin jeweils wahrgenommen hatten. Zudem erfassten die Forscherinnen bei einem Besuch, wie die Frauen und Männer miteinander interagierten und wie stark sie sich mit Heterosexismus konfrontiert sahen.
Differenziertes Bild bei Stress
Demnach standen die Zufriedenheit in der Beziehung sowie die generell wahrgenommene Unterstützung durch den Partner in keinem Zusammenhang mit verinnerlichtem Heterosexismus. Ein anderes Bild zeigte sich allerdings, wenn jemand in der Beziehung unter Stress litt. Die betroffene Person nahm dann die Unterstützung durch ihren Partner oder ihre Partnerin als negativer wahr.
«Stressreiche Situationen scheinen die verinnerlichte Stigmatisierung durch die sexuelle Identität zu aktivieren, was wiederum die Stressbewältigung des Paares erschweren kann», liess sich Meuwly in einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) zitieren. «Im Moment wissen wir aber noch nicht, ob der Partner oder die Partnerin tatsächlich weniger Unterstützung bietet, oder ob die Unterstützung von der gestressten Person lediglich negativer wahrgenommen wird.»
Obwohl die Toleranz gegenüber homosexuellen Paaren zugenommen habe, müssten sich sowohl Psychologinnen und Psychologen als auch die Gesellschaft stärker über die Folgen einer Stigmatisierung bewusst werden, so die Freiburger Forscherin.
Die Autorinnen merken an, dass die Stichprobe klein und nicht repräsentativ für alle Personen aus sexuellen Minderheiten gewesen ist. Deshalb seien weitere Untersuchungen mit mehr Teilnehmenden nötig, um die Ergebnisse zu überprüfen.
https://doi.org/10.1037/cfp0000199