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Geschrieben von Morgane Bleicher
Grundwissen:
Zähne sind ein Teil des sogenannten Kauapparats, wie auch das Zahnfleisch, das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur. Die Zähne formen das Gebiss. Die Form des Gebisses steht in enger Verbindung zur Art der Ernährung.
Schauen sie sich das Gebiss eines Herbivoren (Pflanzenfresser) und eines Carnivoren (Fleischfresser) an,.... überzeugt?
Die Zähne dienen der Nahrungszerkleinerung und bereiten die Nahrungsmittel auf die anschliessende Verdauung im Gastrointestinaltrakt vor. Dieser besteht aus Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm.
Allgemeiner Aufbau der Zähne bei Säugetieren:
Jeder Zahn wird eingeteilt in:
Zahnkrone: der obere Anteil, der aus dem Zahnfleisch herausragt.
Zahnhals: Übergang zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel.
Zahnwurzel : Teil eines Zahnes, der unterhalb der Zahnkrone liegt und der den Zahn im Zahnfach des Kiefers befestigt.
Von außen nach innen besteht jeder einzelne Zahn aus :
Zahnschmelz: ist das härteste Gewebe im Bereich der Zahnkrone. Es verhindert die Abnutzung und umgibt das Dentin (Zahnbein)
Zahnbein: stellt den größten Teil der Zahnsubstanz dar. Es ist ein knochenähnliches Gewebe. Dieses ist härter als Knochen, jedoch weicher als Zahnschmelz.
Zahnmark oder Pulpa : ist das Weichgewebe eines Zahns. Es füllt die Pulpahöhle und den Wurzelkanal aus. Das Zahnmark besteht aus Nerven, Blutgefässe sowie Bindegewebe. Zahnzement : Bedeckt die Zahnwurzel
Zahnarten:
Die Zähne sind bei Säugetieren in den verschiedenen Gebissregionen unterschiedlich aufgebaut und sind für unterschiedliche Funktionen zuständig. Man sagt auch, dass das Säugergebiss ein heterodontes Gebiss (=die Zähne innerhalb des Gebiss sind Unterschiedlich geformt, jeder Typ hat eine eigene Aufgabe) ist. Das Pferd zum Beispiel ist ein Säugetier und besitzt daher auch ein heterodontes Gebiss.
Man unterscheidet folgende Zahntypen:
Schneidezähne, Dentes Incisivi: Werden mit « I » abgekürzt. werden zum Abreißen der Nahrung benutzt.
Eck- oder Hakenzähne, Dentes canini : Werden mit « C » abgekürzt. Hengste und Wallache besitzen oft 4 Hakenzähne. Bei Stuten brechen sie selten durch das Zahnfleisch.
Vordere Backenzähne, Dentes premolares: Werden mit « P » abgekürzt. Sie dienen zum Zermahlen der Nahrung mit den hinteren Backenzähnen.
Hintere Backenzähne, Dentes molares: Werden mit « M » abgekürzt.
Zum besseren Verständnis erkläre ich es ein wenig einfacher :
Der Ober- und Unterkiefer eines Pferdes besteht aus je 6 Schneidezähnen, 6 Prämolaren und 6 Molaren. Hengste und Wallache besitzen oft zusätzlich noch 4 Hakenzähne. Bei Stuten ist es eher selten, dass die Hakenzähne durchbrechen und bei in der Zucht eingesetzten Tieren ist es auch nicht erwünscht.
Damit ergibt sich eine Gesamtzahl von 36 Zähnen bei Stuten, bzw. 40 bis 44 Zähnen bei Hengsten und Wallachen.
Zahnwechsel:
Bei Pferden wie auch anderen Säugetieren gibt es nur einen einmaligen Zahnwechsel. Die erste Generation der Zähne wird als Milchzähne oder Milchgebiss bezeichnet. Die zweite Generation als Dauergebiss oder permanente Dentition. Die Anzahl der Milchzähne ist kleiner als die Anzahl der Dauerzähne. Die Milchzähne erfüllen eine Platzhalterfunktion für das Dauergebiss. Ihre lange Erhaltung ist für die korrekte Stellung der permanenten Zähne von großer Bedeutung. Zum Beispiel gibt es beim Fohlen 28 Zähne, wo es beim erwachsenen Tier bis zu 44 Zähne geben kann.
Wolfszahn:
Als Wolfszahn oder auch Dens Lupinus wird der erste Prämolar beim Pferd bezeichnet. Es handelt sich um einen rudimentären Zahn, der einen Rest in der Evolution des Pferdegebisses darstellt. Nicht jedes Pferd besitzt einen solchen Zahn. Wolfszähne sieht man vor allem im Unterkiefer, sie schaffen es aber sehr oft nicht, durch das Zahnfleisch zu brechen.
Diese Zähne können beim Reiten schmerzen verursachen und zu Abwehrreaktionen führen. Deswegen werden sie meist vom Tierarzt mit einer Zange/Meißel entfernt.
Bis zum dritten Lebensjahr des Pferdes ist der Zahn noch nicht verknöchert und daher ist der Eingriff auch relativ unkompliziert. Nach dem dritten Lebensjahr wird die Oberfläche des Zahns nur noch abgeschliffen. Die Wundheilung erfolgt innerhalb weniger Tage.
Altersbestimmung des Pferdes auf Grund seines Gebisses:
Die Altersbestimmung beruht auf folgenden Kriterien:
Durchbruch der Milchzähne
Durchbruch der bleibenden Zähne
Abnutzung der Schneidezähne im Dauergebiss
Änderung der Okklusionswinkels der Schneidezähne (Winkel des Ober- und Unterkiefers zueinander)
Im Anschluss an diese Erläuterungen und als unvermeidliche Schlussfolgerung sollte man hervorheben, dass die Zähne mehrere wichtige und vitale Funktionen bei einem Pferd erfüllen. Sie ermöglichen die Zerkleinerung der Nahrung, und fördern somit eine gute Verdauung. Die Zähne eines Pferdes sollten, wie beim Menschen auch, regelmässig kontrolliert und in gutem Zustand erhalten werden, um die Gesundheit des Tieres zu begünstigen. Im Zweifelsfall sollte auch ein im Zahnbereich spezialisierter Tierarzt zu Rate gezogen werden.