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Ein Informatiker will das Netz revolutionieren.
Als Pakistan Youtube im eigenen Land zensieren wollte, führte ein Fehler dazu, dass die Webseite auf der ganzen Welt unerreichbar wurde. Dass so etwas passieren kann, liegt am Protokoll, das dem Internet zugrunde liegt. Dieses wurde 1989 auf zwei Servietten entworfen. Gerüchten zufolge waren die Servietten gar mit Ketchup besudelt. Damals konnte man noch nicht ahnen, welche Bedeutung das Internet einmal haben würde. Doch das Protokoll weist erhebliche Schwächen und Sicherheitsmängel auf. Das liegt daran, dass Sender und Empfänger keine Sicherheit darüber haben, welche Route und vor allem welche Umwege ein durch das Internet verschicktes Datenpaket nimmt. Angreifer machen sich diese Unsicherheit zu Nutze, indem sie Daten abzweigen, löschen oder für Cyber-Attacken missbrauchen.
Das von ETH-Forschern um Adrian Perrig entwickelte Projekt SCION soll diese veralteten Strukturen ersetzen und das Netz so nicht nur sicherer, sondern auch transparenter und effizienter machen. SCION teilt das Internet in Untergruppen von Netzwerken auf, in denen die Kommunikation geschützt ist, indem die Routen der Datenpakete bereits vorgegeben werden. Dadurch kann der Weg der Daten auch nachverfolgt werden.
Kritiker und Kritikerinnen bemängeln, dass SCION zwar interessant, aber nicht umsetzbar sei. Dennoch wird die neue Internetarchitektur bereits praktisch eingesetzt. Sie lässt sich parallel zum alten Internet nutzen und wird bereits von Firmen verwendet, die auf besondere Sicherheit angewiesen sind. So hat sich ein kontinentübergreifendes Netzwerk von SCION-Nutzenden entwickelt, die das System testen. Bis im Jahre 2021 sollen zudem alle Standorte der ETH eine SCION-Verbindung erhalten.