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Bienen halten sich für die Nahrungssuche an urchige Gebiete, welche ihren erlesenen Gelüsten nach Klee, Goldrute und wilder Karotte gerecht werden, so die Schlussfolgerung einer soeben veröffentlichten Studie von Bienenforschern aus Ohio.
Die ökologische und ökonomische Bedeutung der Biene, aber auch deren massiver Rückgang, ist mittlerweile wohlbekannt. Umso mehr rücken Untersuchungen rund um die Gesundheit, die Vorlieben und Abneigungen der Bienen ins Zentrum. Dabei spielen die Begebenheiten der umliegenden Landschaft eine wichtige Rolle. Ein Grossteil unseres Landes kann in landwirtschaftliche und urbane Zonen unterteilt werden, welche für Bienen zwei komplett verschiedene Lebensräume darstellen.
Dänen beobachteten, dass Bienenstöcke in urbanen Gegenden schwerer sind; in den USA hingegen waren Bienen in landwirtschaftlichen Gebieten produktiver; gleichermassen überstanden in Luxemburg mehr Bienenvölker den Winter in landwirtschaftlichen Gegenden. Bisher herrscht also Unklarheit darüber, ob landwirtschaftliche oder urbane Gegenden gesünder und ertragreicher für unsere Bienenvölker sind.
Mit dem Ziel diese gegenläufigen Resultate zu entwirren, haben Forscher der Ohio State University die Präferenzen von Bienen untersucht: Holen sich die Bienen den Nektar für ihren Honig bevorzugt von Blumen auf landwirtschaftlichen Flächen, mehrheitlich bestehend aus Getreidefeldern, oder aus urbanen Gebieten mit einer grösseren Auswahl an Blütenpflanzen?
Urchige Feinschmecker
Und wie’s scheint, gehen Bienen lieber in landwirtschaftlichen Gegenden auf Nektarsuche. Interessanterweise war ihnen nicht wichtig, eine riesige Auswahl an Blütenpflanzen präsentiert zu bekommen, vielmehr mussten spezifische „Lieblingsblüten“ vertreten sein. So haben sie auf ihren Streifzügen wilde Karrotten, Klee und insbesondere Kanadische Goldruten sehr häufig frequentiert. Klee als auch Goldruten sind bekannt als beliebte Nektarquellen. Klee übersteht selbst regelmässiges Mähen, wächst schnell und findet sich daher oft in urbanen Gegenden vor. Die Goldrute hingegen, bevorzugt offene, nicht bewirtschaftete Felder, wie sie in landwirtschaftlichen Gebieten vorherrschen.Somit ist insbesondere das Vorhandensein bestimmter Pflanzen ausschlaggebend für die Vorliebe für Agrarlandschaften bei Bienen. Und dies wiederum ist stark abhängig davon, wie eine landwirtschaftliche Fläche genutzt wird und welche physikalischen Begebenheiten die Umgebung mit sich bringt. So zum Beispiel unterscheidet sich die vorherrschende Flora markant zwischen extensiv und intensiv bewirtschafteten Flächen.
„Agrarlandschaften, sogar solche mit überwiegendem Getreideanbau, können sich markant in der Zusammensetzung und der Verbreitung von Pflanzen, welche nicht zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden, unterscheiden. Diese Pflanzen können aber die Mehrheit der Ressourcen darstellen, die von den Bienen genutzt werden.“, so die Verfasser der Studie.
Selbst wenn landwirtschaftliche Pflanzen nicht als Nektarquelle genutzt werden, ist anzunehmen, dass Agrarlandschaften bessere Bedingungen für das Wachstum der „Lieblingsblüten“ bieten. Diese Erkenntnis kann genutzt werden, um das Vorkommen von Bienen in urbanen Gegenden zu fördern. So könnte das Management öffentlich genutzter Flächen angepasst werden: Anstelle der vorherrschenden, kargen Wiesen in Parks, sollten Blütenpflanzen, im Speziellen die „Lieblingsblüten“, gefördert werden.
Gut möglich natürlich, dass unsere Bienen andere „Lieblingsblüten“ auf ihrer Liste stehen haben. Die Studie zeigt jedoch, auf dass es sich lohnt, diese zu identifizieren und in urbanen Gegenden gezielt zu fördern. So könnte man statt einer unnötig grossen Auswahl, eine auf Bienen angepasste Blüten-Palette anbieten.
Für Interessiert hier der Link zur kompletten Studie „Spatial and taxonomic patterns of honey bee foraging: A choice test between urban and agricultural landscapes“ von Douglas B. Sponsler, Emma G. Matcham, Chia-Hua Lin, Jessie L. Lanterman, Reed M. Johnson veröffentlicht im Journal of Urban Ecology, 2017; 3 (1)