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Auch Microsofts Open Office XML ist im Vorschlag für eine neue Version der Standard-Sammlung "SAGA 4" enthalten.
Gestern berichteten wir über die neue Version 4 der Standard-Sammlung SAGA (Standards Architekturen für eGovernment Anwendungen Schweiz), das der Verein eCH in die Vernehmlassung geschickt hat
. In SAGA 4 wird unter anderem auch ODF (Open Document Format) als künftiger Standard für die Speicherung und der Austausch von Dokumenten vorgeschlagen und mit dem Prädikat "empfohlen" versehen.
Anders als wir glaubten, wird aber auch Microsofts offener XML-Standard für Dokumente, "Office Open XML"
als künftiger Standard für Behörden vorgeschlagen.
Um die Bezeichnung herrscht allerdings gewaltige Verwirrung: In SAGA ist der Standard als "Open Office XML-Format" aufgeführt und als "Erfinder" wird die ECMA (ehemals European Computer Manufacturers Association) angegeben. Wegen dieser verwirrlichen Bezeichnung haben wir den Standard auch nicht als das erkannt, was er ist. Nämlich Microsofts Gegenvorschlag zum "Open Document Format" (ODF), der üblicherweise als "Office Open XML" bezeichnet wird.
Wie Thomas Reitze, bei Microsoft für Öffentliche Verwaltungen zuständig, sagt, wurde "Office Open XML" an die ECMA übergeben und wird von dieser - natürlich mit Hilfe von Microsoft - künftig weiter entwickelt.
Damit stehen sich in der künftigen Version von SAGA die beiden konkurrenzierenden Dokument-Formate ODF und "Office Open XML" gleichberechtigt gegenüber. ODF wird von der Open-Source-Community und Firmen wie IBM oder Sun Microsystems unterstützt. "Office Open XML" wird von Microsoft und dem neuen Bündnispartner Novell propagiert. Beiden ist gemein, dass sie "offen" sind. Software-Hersteller können ohne Gebühren zahlen zu müssen, ihre Programme so bauen, dass sie Dokumente in diesen beiden Formaten öffnen, darstellen und speichern können. Dies ist bei proprietären Formaten wie etwa Microsofts *.doc oder *.ppt nicht unbedingt der Fall.
ODF drohte zur ernsthaften Gefahr für Microsoft zu werden, denn der Standard wird weltweit von immer mehr Behörden unterstützt, was potentiell Microsofts Geschäft mit Office gefährdet. ODF ist als ISO-Standard anerkannt
, "Office Open XML" erst von der industrienahmen ECMA. (Christoph Hugenschmidt)