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Damit
sich Ihre Mühe lohnt
1. Reagieren Sie schnell. Leserbriefe, die in Zeitungen später
als eine Woche nach dem Artikel, auf den sie sich beziehen,
erscheinen (bzw. in Zeitschriften mehr als 1 – 2 Ausgaben
später) sind meist überholt. Monatszeitschriften haben
oft sehr lange vor Erscheinen Redaktionsschluss, manchmal schon
wenige Tage nach Erscheinen einer Ausgabe. Lassen Sie sich also
nicht durch die lange Frist bis zum Erscheinen der nächsten
Nummer täuschen!
2. Trennen Sie die Einleitung an die Redaktion vom Text Ihres
Leserbriefes. Stellen Sie den Inhalt Ihres Leserbriefes klar
abgetrennt in Ihr E-Mail und fügen Sie den Text des Leserbriefes
zusätzlich als Textdokument-Anhang ein. Wenn Sie Ihren
Brief per Post verschicken, schreiben Sie Ihren Leserbrief auf
ein separates Blatt, dazu einen Begleitbrief mit der Bitte um
Veröffentlichung.
3. Schreiben Sie Ihren Brief nicht
von Hand, sondern mit dem PC (notfalls einer Schreibmaschine).
Schreiben Sie nicht mehr als 50 Anschläge pro Zeile. Am
besten schicken Sie Ihren Leserbrief per E-Mail ein. Falls nicht,
ist Fax der langsameren Post vorzuziehen.
4. Setzen Sie über
Ihren Leserbrief einen dazu passenden Titelvorschlag von maximal
40 Zeichen. Die Redaktion wird diesen eventuell nicht übernehmen,
aber eine Chance dazu besteht.
5. Geben Sie — wenn zutreffend — anschliessend kurz
den Titel des Artikels an, auf den sich Ihr Brief bezieht, sowie
Titel und Datum der Publikation, in der er erschienen ist.
6. Gehen Sie sofort zum Wesentlichen. Wiederholen Sie nicht
die ganze Geschichte, auf die Sie reagieren. Besonders die Wiederholung
von negativen Punkten ist eher kontraproduktiv. Anderseits sollten
Sie Elemente aus einem kritisierten Artikel, die fürs Verständnis
Ihrer Reaktion nötig sind, schon kurz zusammenfassend wiederholen.
7. Fassen Sie sich kurz. Von hier an sollte der Text Ihres Briefes
in der Regel nicht länger sein als 15 – 18 Zeilen
à 50 Zeichen. Sonst wird er evtl. gekürzt. Beschränken
Sie sich auf die nötigsten, wichtigsten Fakten.
8. Seien Sie positiv. Versuchen Sie, das Gute hervorzuheben,
statt darüber zu klagen, dass negativ berichtet wurde.
Vermeiden Sie jeglichen Anschein von Weinerlichkeit, Selbstmitleid,
Mimosenhaftigkeit, den

Eindruck von «qui
s'excuse, s'accuse». Sagen Sie auf jeden Fall zuerst,
was Sie positiv erreichen wollen, welche Vorteile Ihre Lösung
verspricht, bevor Sie sich darüber auslassen, gegen was
Sie sind oder sich verwehren wollen. Drücken Sie Ihre Gedanken
affirmativ aus, statt negativ.
9. Überlegen Sie sich, ob Sie mit Ihrem Leserbrief der
Sache nicht noch mehr schaden. Nichts ist älter als die
Zeitung von gestern. In gewissen Fällen kann es besser
sein, einer Sache nicht durch Leserbriefe mehr Bedeutung und
Bekanntheit zu geben, als sie bereits hat.
10. Vermeiden Sie jegliche Schimpfwörter, persönliche
Anspielungen, Ausfälligkeiten gegen die Zeitung oder Dritte
– die Zeitung dürfte sonst Ihren Brief nicht abdrucken.
Enthalten Sie sich speziell
jeglicher nicht sachlicher Kritik an die Adresse der Zeitung
– auch wenn es Sie noch so sehr juckt.
11. Vermeiden Sie Fach- oder
Fremdwörter, die Laien nicht verstehen. Erläutern
Sie Dinge, die
Laien nicht wissen, kurz.
12. Unterschreiben Sie Ihren Leserbrief. Ob Sie Ihren Beruf
angeben, müssen Sie von Fall zu Fall entscheiden. Sie können
sich als Bürger(in) und Leser(in) zu Wort melden oder als
Betroffene(r). Für den Inhalt Ihres Briefes sind Sie verantwortlich.
Anonyme Leserbriefe werden nicht abgedruckt. Wenn Sie Gründe
haben, um unerkannt bleiben zu wollen, begründen Sie gegenüber
der Redaktion, dass Ihr Brief nur mit Initialen gezeichnet werden
soll. Sie riskieren in diesem Fall, dass Ihr Leserbrief nicht
abgedruckt wird. Sie können auch kollektiv unterschreiben.
13. Benützen Sie Leserbriefe auch, um von sich aus –
d.h. ohne, dass zuerst eine Zeitung berichtete, – um Ideen
zu äussern oder wichtige Fakten bekannter zu machen.
14. Reagieren Sie nicht nur auf negative Berichte, sondern auch
auf positive. Das ist wirksam und wird viel zu oft vergessen!
Sie können ein Lob aussprechen oder eine interessante Zusatzinformation
abgeben (Letzteres hat mehr Abdruckchancen).
15. Werden Sie nicht zum(r) chronischen Leserbriefschreiber(in).
Solche sind bei Redaktionen unbeliebt.
16. Radio und Fernsehen kennen keine Gefässe für Zuschauerreaktionen.
Trotzdem sind kurze Reaktionen sinnvoll, vor allem dann, wenn
Sie kurz begründen können, was an einem Bericht falsch
war.