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Dachs (meles meles)
Obschon der tagesscheue Dachs fast wie ein kleiner Bär aussieht, gehört er zoologisch gesehen zur Familie der Marder. Sein Erkennungsmerkmal ist das keilförmig zugespitzte Gesicht, welches markant schwarz-weiss gestreift ist. Der Körperbau ist gedrungen mit kurzen, stämmigen Läufen. Besonders an den vorderen Branten (Füssen) hat er Dachs fünf Zehen mit ausgesprochen lang ausgebildeten Krallen, die er zum Graben von Dachsbauten benötigt. Das Fell (Schwarte) ist grau-weisslich und borstig. In der Jägersprache nennt man das Männchen „Bär“ und das Weibchen „Katze“ Meister Grimbart, wie er in der Fabelwelt oft auch genannt wird, ist ein wahrer Baumeister und so entstehen regelrechte Dachsburgen mit verzweigten unterirdischen Röhren, oft sogar in mehreren Etagen. Sehr oft werden solche Burgen auch von anderem Raubwild bewohnt, vorallem vom Fuchs. Im Gegensatz zum Fuchs hält der Dachs seine Behausung äusserst sauber, und benutzt für die Versäuberung eine sogenannte Kloake, eine Toilette ausserhalb des Baues. Er lebt in Familienverbänden, wobei pro Sippe nur eine Dächsin Junge hat. Im Winter hat der Dachs Winterruhe, eine abgeschwächte Form des Winterschlafes. Zwischendurch verlässt er den Bau um zu Fressen oder zur Versäuberung. Die Ranzzeit (Brunftzeit) des Dachses ist bei jüngeren Tieren im Juli/August, ältere Dächsinnen werden bereits kurz nach dem Werfen im März/April wieder belegt. Mit Hilfe der von der Natur geschaffenen Keimruhe kommen aber alle Jungen im Februar/März auf die Welt. Eine Dachsmutter bringt oft nur alle 2 Jahre Jungen auf die Welt.
Der Dachs ist ein Allesfresser. Die Hauptnahrung besteht aus Kleintieren wie Insekten, Würmer, Schnecken, Mäusen. Er jagt seine Beute nicht, sondern sammelt auf, was leicht zu erbeuten ist. Einen grossen Nahrungsanteil haben aber auch pflanzliche Nahrung wie Wurzeln, Früchte und während der Reifezeit auch Getreide und Mais.
Seit dem Ausrotten der Tollwut in den 70er Jahren hat sich der Dachsbestand sehr gut erholt. Da er keine natürlichen Feinde hat, findet die Bestandesregulierung durch das Nahrungsangebot und allfälliger Infektionskrankheiten statt.
Aus Dachsborsten werden erstklassige Rasierpinsel und Pinsel für Malerei hergestellt.
In Winkel fallen jährlich ca. 3 bis 5 Dachse dem Verkehr zum Opfer. Bejagt werden sie bei uns nur in Einzelfällen, wenn sie schadenstiftend sind.