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Fin de chantier: Rücken an Rücken
Achtzig Meter lang, aber nur fünfzehn Meter breit ist das Grundstück in Rancate jenseits der Autobahn bei Mendrisio. Entsprechend schmal ist das Haus. Hinter der Fassade aus Titanzinkblech verbergen sich zwei Wohnungen, die Rücken an Rücken stehen.
Achtzig Meter lang, aber nur fünfzehn Meter breit ist das Grundstück in Rancate jenseits der Autobahn bei Mendrisio. Entsprechend schmal ist das Haus, das Melanie Stocker und Dong Joon Lee als Architekten und Bauherrschaft in Personalunion hier bauen konnten. Hinter der Fassade aus Titanzinkblech verbergen sich zwei Wohnungen, die Rücken an Rücken stehen. Wie eine Brücke überspannen sie den Carport.
Wegen der beengten Situation auf dem schmalen Grundstück, an dessen Längsseite zudem die Zufahrt zum Nachbarn entlangläuft, platzierten die Architekten die Wohnbereiche im obersten Geschoss. Im ersten Stock sind die Schlafräume untergebracht, im Erdgeschoss der Eingangsbereich und ein Gästezimmer.
Das räumliche Ereignis der beiden Hausteile sind die Kaskadentreppen, die entlang der Südseite die Geschosse miteinander verbinden und so die Wohnungen in ihrer ganzen Länge und Höhe erlebbar machen. Hier, wo die Sonneneinstrahlung am stärksten ist, gibt es nur wenige Fenster. Gegen Norden hingegen öffnen die Fenster die Aussicht auf den Monte Generoso und San Nicolao hoch über Mendrisio.
Die etwas kleinere Wohnung blickt mit ihrer weitgehend verglasten Schmalseite hangaufwärts in Richtung Dorf und Kirche. Sie hat zwei Loggien, die die ganze Hausbreite überspannen. Die grös-sere Wohnung, deren Schmalseite Richtung Mendrisio blickt, hat keine Balkone, dafür eine Dachterrasse ganz zuoberst im Haus. Aus dem überhohen Wohnraum geht der Blick quer durch das Studio im Dachgeschoss bis zur Dachterrasse und weiter zum Kirchturm von Rancate.
Konstruiert ist das lange, schmale Gebäude aus Beton. An seinen Aussenwänden und am Dach ist es innen sichtbar belassen und blau lasiert, die Zwischendecken und -wände hingegen sind weiss vergipst. Für die Aussenhaut suchten die Architekten nach einem Material, das sich sowohl für die Fassade als auch für das Dach und die Untersicht eignet und das sich ausserdem gut biegen lässt. Als Lösung bot sich Titanzinkblech auf einer Holzunterkonstruktion an. Mit den abgerundeten Kanten wird das Doppelhaus zu einem Objekt, das lediglich auf das Grundstück aufgesetzt scheint — obschon es ganzflächig unterkellert ist.
Zweifamilienhaus, 2011
Via Sotto Chiesa 22, Rancate TI
– Bauherrschaft: Familie Lee Stocker, Rancate
– Architektur: Stocker Lee Architetti, Mendrisio
– Bauingenieur: De Giorgi & Partners, Muralto
– Fassade: Bless, Erstfeld (Spengler); Rheinzink, Studen (Technische Beratung); Gotthard Holzbau, Schattdorf (Isolation und Holzunterkonstruktion)