Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/104743

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine systematische Aktualisierung der Bestandesaufnahme der Ansprüche und Verpflichtungen der heutigen und künftigen Generationen aufzuzeigen. Der Bericht soll einerseits eine detaillierte Nachhaltigkeitsanalyse der Finanz- und Sozialpolitik beinhalten und andererseits die wechselseitige Unterstützung von Alt und Jung sowie die wechselseitige Unterstützung von Familien und Kinderlosen thematisieren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zur Nachhaltigkeit der Schweizerischen Fiskal- und Sozialpolitik liegen zwei Studien des Seco (Strukturberichterstattung Nr. 3 und Nr. 25) aus den Jahren 2001 und 2004 vor. Die in diesen Berichten enthaltenen Generationenbilanzen wurden jedoch von der Wissenschaft stark kritisiert (vgl. u. a. Prof. C. Jeanrenaud 2004). Eine weitere Aktualisierung ist demzufolge nicht geplant.</p><p>In der Schwerpunktnummer Soziale Sicherheit CHSS 5/2009 zur Generationenpolitik wurden die Stärken und Schwächen der Generationenbilanz resümiert und auch zwei Alternativen dazu skizziert. Mit Budgetanalysen einerseits wird die Entwicklung des Verhältnisses der Staatsschuld zum BIP analysiert. Diese Methode erscheint ideal, um die Folgen der demografischen Alterung auf die öffentlichen Finanzen zu messen; generationenspezifische Aussagen sind jedoch nicht möglich. Anhand eines weiteren Modells (Overlapping Generations Model of General Equilibrium) lassen sich andererseits die volkswirtschaftlichen Konsequenzen des geltenden Rechtssystems aufzeigen und Effizienzanalysen von Reformen durchführen. Dieses Modell ermöglicht auch, die Folgen der Reformen auf die Einkommensverteilung und das Wohlstandsniveau jeder einzelnen Generation zu bewerten. Beide Alternativen bieten zwar Vorteile gegenüber den erwähnten Generationenbilanzen, sind aber ebenfalls mit Schwächen behaftet, welche ihre Aussagekraft einschränken.</p><p>Neben den monetären Geldflüssen zwischen den Generationen (und zwischen Kinderlosen und Familien) fordert das Postulat auch Aufschluss über die heutigen Unterstützungsleistungen von Alt und Jung. Im Generationenbericht Schweiz (Perrig-Chiello/Höpflinger/Suter: Generationen - Strukturen und Beziehungen, 2008), der 2008 als Syntheseprodukt aus dem Nationalen Forschungsprogramm 52 hervorgegangen ist, werden die Wechselwirkungen zwischen den Generationen und die wechselseitigen Unterstützungsleistungen bereits ausführlich thematisiert. Vorgesehen ist ferner, dass der nächste Sozialbericht 2012 unter der Ägide des Kompetenzzentrums für Sozialwissenschaften (FORS) dem Thema Generationenbeziehungen gewidmet sein wird.</p><p>Angesichts der bereits abgeschlossenen und der geplanten Aktivitäten sowie des beschränkten Nutzens zusätzlicher Analysen erscheint es dem Bundesrat nicht notwendig, einen weiteren Bericht zur Generationenthematik zu verfassen. Er wird den Aspekten der Generationenproblematik im Rahmen konkreter Projekte und Gesetzesvorhaben Rechnung tragen und sich in der Botschaft zu Erlassentwürfen jeweils auch zur Frage der Generationenverträglichkeit äussern (vgl. Art. 141 Abs. 2 Bst. g des Parlamentsgesetzes).</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.