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Tag der menstruellen Hygiene 2021
Der Menstruationszyklus ist ein wichtiger Teil im Leben jeder Frau, der sie den Grossteil ihres Lebens begleitet.
Aber weltweit gibt es noch zu viele junge Mädchen und Frauen, die ihren Zyklus nicht würdevoll leben, ohne Wasser und sanitären Einrichtungen, ohne Binden oder Hygieneprodukte. Der Zyklus wird oft stigmatisiert und ist Synonym für Verunreinigung. Oft bleiben die Mädchen von der Schule fern, weil sie sich unwohl fühlen aufgrund des fehlenden Zugangs zu einer geeigneten sanitären Hygiene. In einigen Kulturen wird den Frauen und Mädchen den Zutritt zu gewissen Orten während der Menstruation verweigert, wie zum Beispiel in Nepal.
Die menstruelle Armut betrifft nicht nur den Zugang zu Binden, sondern auch zu sicheren und hygienischen Orten, in denen die Frauen sich um sich selbst kümmern können. Sie betrifft ausserdem das Recht in den Gemeinschaften frei von Stigma und Diskriminierungen, die noch heute die Menstruationen in verschiedenen Orten weltweit begleiten, zu leben. Mit dem Ausbruch der Pandemie von Covid-19, hat sich die menstruelle Armut für viele Frauen und Mädchen verschärft.
Anlässlich des Welttags der menstruellen Hygiene 2021, möchten wir als ActionAid einige Gedanken einbringen über die Bedeutung der Gewährleistung für alle Frauen eines sicheren Zugangs zu geeigneten hygienischen Lösungen und zu einem würdevollen Umgang mit dem eigenen Menstruationszyklus, unabhängig von den Lebensumständen.
MENSTRUATIONEN UND COVID-19
Während den humanitären Krisen bleibt der Menstruationszyklus nicht aus. In einem Umfeld der Armut haben die Frauen keinen Zugang zu Binden. Diese Situation hat sich mit dem Ausbruch der Pandemie noch weiter verschlimmert, dabei haben in vielen Gemeinschaften noch mehr Frauen und Mädchen keinen Zugang zu einem würdevollen Umgang mit ihrem Menstruationszyklus.
Es ist aus diesem Grund, dass wir als ActionAid uns in zahlreichen Ländern bei der Verteilung von Hygieneprodukte, beim Zugang von für die Mädchen getrennten sanitären Einrichtungen in den Schulen, bei der Förderung der Produktion von Binden mit lokalen Materialien und der Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung, um das Stigma zu bekämpfen, einsetzen. Seit Beginn der Pandemie haben wir in den Erste-Hilfe Kasten, die wir der Bevölkerung verteilt haben, neben Masken und Hygienemittel, auch Sanitätsprodukte für den Umgang mit Menstruationen zur Verfügung gestellt, die während der Notsituationen schwer auffindbare Ware sind.
Bis heute sind wir in 40 Ländern tätig, um die Auswirkungen der Pandemie zu bekämpfen, dabei haben wir 21 Millionen Menschen in Asien, Afrika, Nah-Osten, Europa und Amerika erreicht. Neben der Verteilung von konkreten Hilfsmitteln, wie Nahrungsmittel und Sanitätsprodukte, haben wir auch sichere Orte geschaffen, um die Frauen aufzunehmen und dabei Kampagnen lanciert, um die Desinformation zu verhindern.
MENSTRUELLE ARMUT IN MALAWI
In Malawi, lebt ca. 50% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Für viele Menschen bedeutet der Kauf einer einzigen Schachtel Hygienebinden den Lohn eines ganzen Arbeitstages auszugeben. Viele junge Frauen benutzen was sie finden können, von Stoffteile bis Papier und sogar Bananenschalen.
Mit Ausbruch der Pandemie und die Verschärfung der Armutsbedingungen, sind sehr viele Frauen und Mädchen auf sich selbst gestellt.
Die menstruelle Armut verletzt nicht nur die persönliche Würde, sondern hat auch negative Auswirkungen auf das Sozialleben der jungen Mädchen, die aufgrund der mangelhaften Hygienebedingungen, sich oft Infektionen zuziehen oder während den Menstruationen einige Tagen von der Schule fernbleiben. Laut Schätzungen, kann in Afrika 1 Mädchen zu 10 während dem Menstruationszyklus nicht zur Schule gehen wegen dem Fehlen von Hygieneprodukte oder weil es in den Schulen keine sicheren Sanitätseinrichtungen gibt.
DER EINSATZ VON ACTIONAID
Wir sind seit 1990 in Malawi präsent. Während 2020 haben wir uns an der Seite der lokalen Gemeinschaften dafür eingesetzt, die Auswirkungen der Pandemie zu bekämpfen, durch die Leistung von wirtschaftlichen Hilfsmittel an die hilfsbedürftigeren Personen in den am meist betroffenen Distrikten und durch die Verteilung von Hygieneprodukte wie Binden, Seife und saubere Wäsche.
Seit Jahren arbeiten wir zusammen mit der lokalen Bevölkerung und organisieren dabei Kurse für die Selbstherstellung von Binden und die Schaffung von sicheren Plätzen und Schulclubs, an die sich die Schülerinnen wenden können um Informationen, Hygieneprodukte und ärztliche Betreuung zu erhalten. Während der Pandemie haben wir diese Orte weiterentwickelt, denn sie haben sich für viele Frauen als lebenswichtige Orte des Zuhörens und der Hilfe erwiesen.
Die menstruelle Armut ist für viele, zu viele Frauen noch immer eine Realität. Heute, anlässlich des Tags der menstruellen Hygiene, können Sie einen Beitrag leisten, um der menstruellen Armut ein Ende zu setzen, indem Sie unsere Projekte an der Seite von Frauen und Mädchen unterstützen: