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Weltweit werden Frauen in vielen Bereichen strukturell benachteiligt (1). Sie bekommen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als Männer und sind seltener in Führungspositionen vertreten.
So machen Frauen weltweit 6% der Regierungschefs, 12% der Vorstandspositionen in Unternehmen und 9% der CEO-Positionen aus (2). Ausserdem haben viele Frauen und Mädchen in Ländern des Südens weniger Zugang zu Bildung und zu Produktionsmitteln wie Land, Saatgut und Krediten. In der Folge verfügen sie über weniger eigenes Einkommen und sind stärker von Armut betroffen als Männer.
Graphik: Vergleich der Anteil Frauen in konventionellen Unternehmen zu Unternehmen der World Fair Trade Organisation (WFTO)
Eine stärkere Gleichberechtigung von Frauen ist nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit. Sie ist auch eine Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung und damit für ein gutes Leben für Familien und Gemeinschaften.
Denn während Frauen ihr verdientes Geld etwa zu 90 % für die Ernährung und Gesundheit der Familie und die Ausbildung der Kinder verwenden, sind es bei den Männern im Schnitt nur 30 %. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) schätzt, dass die Zahl der unterernährten Menschen um 100 bis 150 Millionen reduziert werden könnte, wenn die Ungleichheit der Geschlechter im Agrarsektor beseitigt würde.
Auch wenn es auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit weltweit Fortschritte gibt, bleibt noch immer viel zu tun. Dabei geht es in erster Linie darum, die kulturellen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen so zu verändern, dass allen Menschen die vollständige Entfaltung ihrer Potenziale ermöglicht wird. Mit seinen vielfältigen Leistungen trägt der Faire Handel dazu bei.
Der Faire Handel setzt sich für die Gleichberechtigung der Frau ein, indem er
- Sozialstandards verfolgt, die neben den ILO-Konventionen eine Reihe von Themen abedeckt, die darauf abzielen, die Ungleichheit der Geschlechter zu verhindern,
- Verhalten, welches sexuell einschüchternd, missbräuchlich oder ausbeuterisch ist nicht toleriert,
- bei der Einstellung von Arbeitnehmerinnen, keine Schwangerschaftstests verlangt,
- die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen fördert,
- Weiterbildungen anbietet, damit mehr Frauen in Führungspositionen arbeiten können,
- Gendergremien in ProduzentInnenorganisationen einführt, um ArbeiterInnen für die Thematik der Frauendiskriminierung zu sensibilisieren und Misshandlungen von Frauen entgegenzuwirken.
WFTO Video über Frauen Empowerment durch Fairen Handel
(1) WFTO (2019): «Geschäftsmodelle, die Frauen stärken. Erkenntnisse und Impulse aus Fair-Handels-Unternehmen», Deutsche Fassung hrsg. Von Forum Fairer Handel: S. 4
(2) WFTO (2019): «Gender Equity and Women’s Right in the work place. Women at the Heart of Sustainable Development», S. 8.
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