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1865, sieben Jahre nach der Inbetriebnahme der Spinerei Wettingen, erhielt deren Gründer Johann Wild eine zusätzliche Konzession für die Nutzung der Wasserkraft auf der linken Limmatseite und baute nacheinander eine Weberei unf eine Spinnerei. Oberhalb dieses neuen Industrieareals Damsau liess Henry Zweifel, Nachfolger von Johann Wild, 1901 die repräsentative Jugendstilvilla Ermitage erstellen.
Nach der Stilllegung des Werksareals Damsau im Jahre 1970 kaufte eine Zürcher Immobilienfirma das Land mit den Fabrik- und Wohbauten und liess darauf die Wohüberbauung erstellen. Die Erinnerung an die ehemalige Weberei und die flügelradartige Aufreihung der Wohnblöcke ergaben den neuen Quartiernamen ‘Webermühle‘.
1901 baute sich Zweifel in der Damsau an schönster Lage die repräsentative Villa Ermitage. Als Sohn Harry 1907 Helena Anna Stehli, Tochter eines Seidenfabrikanten heiratete, wurde die junge Familie das Haus südöstlich um zwei Drittel erweitert. Der Anbau wurde allerdings bereits 1916 abgebaut und in der Brunnmatt in Baden neu aufgerichtet. Dem aufwendigen Lebensstil entsprachen nicht nur recih verzierte Baukörper, sondern auch eine grosszügig angelegte Englische Parkanlage.
Als 1910 Henry Zweifel-Wild das Geschäft seinem Sohn Harry übergab, kam ein Lebemann na die Spitze der Firma. Harry genoss das Leben in vollen Zügen und galt als grosszügiger Geldgeber. Nur anderthalb Jahre nach der Übernahme der angesehenen Spinnerei und Weberei ging diese in Konkurs. Grossspurig versprach Harry Zweifel der Gemeinde Neuenhof, die Mehrkosten des neuen Schulhauses von 50‘000 Franken zu übernehmen. Doch nach dem Konkurs mussten die Neuenhofer selbst für die Schulden aukommen, denn Harry verschwand – ohne je wieder ein Lebenszeichen zu geben.
Spinnereigebäude Damsau, 1868 erbaut, 1876 abgebrannt.
Plan Fabrik
|1||Weberei|
|2||Kraftwerk|
|3||Standort der ehemaligen Spinnerei (1876 abgebrochen)|
|4||Mehrere Kosthäuser|
|⃘||Standort|
Projekt um 1900 vom Oltner Gartenarchitekt Adolf Vivell für die Gartenanlage der Villa Ermitage in Neuenhof-Damsau.
Ein Mast auf dem Wehr des Oberlaufkanals erinnert heute noch an die Seilbahn von 1903, die die Spinnerei Wettingen mit der Weberei Damsau direkt verband.
Ansicht der Damsau um 1912 von Norden, im Hintergrund die 1910/11 erstellten, ebenfalls zum Fabrikensemble gehörenden Mehrfamilienhäuser in Neuenhof.
|1858||Betriebsaufnahme der rechtsufrigen Spinnerei Wettingen|
|1865||Konzession für ein Wasserkraftwerk in der Damsau (3 Turbinen, rund 200 PS, Antrieb mittels Transmissionen); Bau einer Weberei|
|1867||Beschäftigung von 350 Mitarbeitern in den zwei Betrieben beidseits der Limmat|
|1868||Bau einer zusätzlichen Spinnerei in der Dasmau|
|1873||Beschäftigung von 800 Mitarbeitern in den zwei Betrieben beidseits der Limmat, zweitgrösste Fabrik im Kanton Aargau|
|1875||Bau von Arbeiterhäusern in der Damsau|
|1876||Brand der Spinnerei und Abbruch; Teilung der Produktion auf beiden Flussseiten: Spinnerei nur noch in Wettingen, Weberei in der Damsau|
|1901||Bau der Fabrikantenvilla Ermitage|
|1903||Seilbahn zwischen Spinnerei Wettnigen und Weberei Dasmau|
|1917||Einbau von Generatoren ins linksseitige Wasserwerk und Elektrifizierung der Weberei|
|1929
||Übernahme der Betriebe durch den Zürcher Oberländer Industriellen Jakob Heusser-Staub|
|1930 – 1933
||Abbruch des Kraftwerks und Umbau des Kanals|
|1970||Schliessung der Weberei in der Damsau; Verkauf an Immobilienfirma Ernst Göhner; Abbruch und Wohnnüberbauung mit 373 Wohnungen|