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Am Sonntagmorgen gelang dem SRF Augenzeugen Hans Graf bei der Besteigung des Stockberges im Kanton St. Gallen die Aufnahme eines Brockengespenstes.
Bewegter eigener Schatten
Ein Brockengespenst ist der eigenen Körperschatten, der im Nebel zu erkennen ist. Beunruhigend ist die Tatsache, dass sich der eigene Schatten bewegen kann, ohne dass man sich selber bewegen muss. Dies hat damit zu tun, dass sich der Nebel nicht wie eine Leinwand verhält. Die Projektion des Schattens findet auf mehreren Metern im Nebel statt. Wird die Nebelschicht durch Wind bewegt, verzerrt sich die Projektion und es sieht aus, als ob sich der Schatten bewegt. Personen, die das Phänomen nicht kennen, erschrecken und glauben an ein Schattengespenst. Um den Kopf des Gespenstes bildet sich oft eine sogenannte Glorie. Das Sonnenlicht wird dabei an den feinen Nebeltröpfchen in die Spektralfarben zerlegt.
Der Brocken ist die Heimat
Brockengespenster bilden sich in der Regel an der Oberkante einer Nebelschicht, da vor allem dort noch genügend Licht vorhanden ist, um einen kräftigen Schatten zu erzeugen. Häufig treten solche Schattenphänomene auf dem Brocken auf. Der Brocken ist mit 1142 Metern Höhe der höchste Berg in Norddeutschland. Der Gipfel des Brockens befindet sich oft an der Nebelgrenze, so dass dort öfter die Schattenphänomene zu sehen sind. Angeblich soll auch Johann Wolfgang von Goethe von seinem Schatten erschreckt worden sein. Der Name soll angeblich auch auf Goethe zurückgehen.