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Die massiven Zollkonzessionen für Palmöl im von der Schweiz unterzeichneten Freihandelsabkommen mit Indonesien kommen nur den Rohstoffhändlern und der Nahrungsmittelindustrie zugute.
Während im September 2019 in Indonesien 300'000 Hektaren Tropenwald brannten, ist es unverständlich, dass die Schweiz die Ausweitung des Palmölhandels fördert.
Billige Palmölimporte setzen die heimische Sonnenblumen- und Rapsproduktion unter Druck.
Wir wollen die Rolle von Unternehmen anprangern, die mit Lebensmittelrohstoffen wie Palmöl handeln. Vier dieser Unternehmen, die alle in Genf tätig sind, nämlich Cargill, Bunge, Louis Dreyfuss Company und Olam, erzielen allein einen Jahresgewinn von 220 Milliarden US-Dollar. Diese Summe entspricht dem gesamten Bruttosozialprodukt der 40 ärmsten Länder.
Nach dem "Verursacherprinzip" werden wir ihnen nun die sozialen und ökologischen Kosten, die sie verursachen, in Rechnung stellen.
Gleichzeitig starten wir unser Crowdfunding für die Palmölkampagne, denn wir sind auf unsere eigenen finanziellen Ressourcen angewiesen, damit dieses Thema in der Bevölkerung zur Abstimmung gebracht werden kann.
Link zur Website : https://wemakeit.com/projects/stop-huile-de-palme
Für weitere Informationen
Rudi Berli, Präsident Uniterre Genève, (fr/dt), 078 70 77 883
Willy Cretegny, Biowinzer, Nouveau Radical, (fr), 079 626 08 25
An seiner Sitzung vom 6. September 2019 diskutierte der in Bern tagende Uniterre-Vorstand ausführlich über die beiden Initiativen, welche die Verwendung synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft reduzieren oder ganz verbieten wollen. Die beiden Texte, "Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide" und "Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Lebensmittel", werden nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch von der restlichen Gesellschaft, heftig diskutiert.
Die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide, auch bekannt als „Future 3.0“, fordert innerhalb von 10 Jahren ein Verbot für synthetische Pestizide in der Landwirtschaft, aber auch in der Pflege von Landschaft, Grünflächen und öffentlichen Räumen. Sie fordert zudem, dass importierte Produkte - für Lebens- und Futtermittel - frei von diesen Stoffen sind. (Verweis auf den Volltext der Initiative am Ende des Artikels). Die Umsetzung eines solchen Projekts wäre für die Landwirtschaft anspruchsvoll. Tatsächlich müssten viele Lösungen gefunden und umgesetzt werden, damit die Bauernfamilien diese Herausforderung bewältigen und gleichzeitig ihr Einkommen sichern können. Die guten Ergebnisse der biologischen Landwirtschaft dürfen nicht dazu führen, dass wir die Schwierigkeiten, mit denen wir konfrontiert wären, unterschätzen.
Ein Beispiel ist die Notwendigkeit, für 85 % der Betriebe, die derzeit nicht ökologisch wirtschaften, eine grosse Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte zu finden. Wir müssen auch bedenken, dass wir unvermeidlich einen Ertragsrückgang hätten, der je nach Kultur bis zu 30 % betragen kann. Das ist ein entscheidendes Argument, da wir für mehr als jede zweite Kalorie vom Ausland abhängig sind. Hervorzuheben ist ausserdem die dringende Notwendigkeit, Mittel für die öffentliche Forschung zur Entwicklung von Instrumenten, Anbaumethoden und Naturprodukten für den Pflanzenschutz bereitzustellen und - selbstverständlich ohne GVO - Pflanzensorten zu züchten, die sowohl den Schädlingen als auch den kommenden Klimaveränderungen gewachsen sind.
Lasst uns auch die zentrale Frage des Marktes stellen. Wenn die Landwirt*innen zusätzliche Anstrengungen für eine umweltfreundlichere Lebensmittelproduktion unternehmen, dürfen sie nicht die einzigen sein, die die Konsequenzen tragen. Wenn der Initiativtext angenommen wird, müssen wir faire, rentable und garantierte Preise, die Reduzierung der unangemessenen Margen der Supermärkte im Bio-Bereich, die volle Unterstützung der Bürger für diese Veränderung und einen angemessenen Schutz der Schweizer Produktion an den Grenzen fordern. Ausserdem kommt es nicht in Frage, eine Preisnivellierung nach unten zu akzeptieren, unter dem Vorwand, dass der ökologische Landbau zur Standardproduktionsmethode werden würde.
Dennoch, die Initiative kann uns viel bringen: Mehr Bauernfamilien, mehr Beschäftigte im Agrarsektor, bescheidene und überschaubare Strukturen, eine gerechte Verteilung der Wertschöpfung in jedem Sektor und Unabhängigkeit von den grossen agroindustriellen Konzernen. Und das alles ist nichts anderes als Ernährungssouveränität, für die wir schon seit langem kämpfen.
Deshalb ermutigt der Vorstand seine Mitglieder, den Text "Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide" zu akzeptieren und verpflichtet sich, mit aller Kraft dafür zu kämpfen, dass ihre Umsetzung nicht nur eine weitere Belastungsprobe für Bauern und Bäuerinnen, sondern der Übergang zu einem neuen Kapitel ist.
Während die meisten Bauern- und Bäuerinnen- und Bürger*innenorganisationen in diesem Land die beiden Initiativen gleichgestellt haben und entweder 2 x Ja oder 2 x Nein empfehlen, hat Uniterre beschlossen, sie getrennt zu behandeln. Denn obwohl ihre Ziele sehr ähnlich sind, sind doch die Mittel, um sie zu erreichen, ganz unterschiedlich.
Die Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung will die Direktzahlungen von mehreren neuen Regeln abhängig machen, nämlich dem Verzicht auf synthetische Pestizide und auf den prophylaktischen Einsatz von Antibiotika, ferner dürfen Tieren nur gehalten werden, wenn ihr Futter zu 100 % auf dem Betrieb produziert werden kann. Im Gegensatz zum ersten Text sagt er nichts über das Problem der Importe aus und fordert einzig Anstrengungen von Seiten der Bäuerinnen und Bauern.
Das gleiche lobenswerte Ziel also, aber ein ganz anderer Hebel. Es handelt sich um ein Strafprojekt, das die Landwirtschaft als einzige für die Gewässerverschmutzung verantwortlich macht. In ihren Argumenten hat das Initiativkomitee sogar die Dreistigkeit zu behaupten, dass die Schweizer Bevölkerung die Bauern und Bäuerinnen via Steuern und Direktzahlungen für das Verschmutzen bezahlt.
Der Vorstand war der Ansicht, dass dieser Text eine sehr schlechte Lösung für das anstehende Problem darstellt. Es ist zwar klar, dass die Mehrheit der Betriebe keine andere Wahl hätten, als die neuen Bedingungen für den Erhalt von Direktzahlungen zu erfüllen, aber die Initiative beinhaltet kein eigentliches Verbot für die Verwendung von Pestiziden in der Schweiz. In einigen Branchen, wie dem Weinbau oder dem Obstbau, ist anzunehmen, dass sich die Produzent*innen für Pestizide entscheiden und auf Direktzahlungen verzichten würden.
Der gravierendste Punkt betrifft jedoch die Importe. Durch das bewusste Weglassen dieser Frage fördert die Initiative eine saubere und ordentliche Schweizer Landwirtschaft, unabhängig davon, was bei unseren Nachbarn oder am anderen Ende der Welt geschieht. Wäre das nicht die Einführung eines Zweistufensystems? Uniterre hat sich schon immer für gesunde Lebensmittel eingesetzt, für eine möglichst respektvolle Produktion, für Familienbetriebe – für alle Bevölkerungsschichten. Aufgrund der genannten Überlegungen kam der Vorstand zum Schluss, dass die Initiative ihr Ziel völlig verfehlt, weshalb sie die Mitglieder von Uniterre und die Bevölkerung ermutigt, diesen Text abzulehnen.
Ob wir wollen oder nicht, die Gesellschaft ist mitten im Entscheidungsprozess über unsere künftigen Produktionsmethoden. Die Bauernfamilien stehen vor der Wahl, sie können versuchen, dies zu ignorieren. Oder sie können einen ruhigen, konstruktiven Dialog mit den Verbrauchern führen, auf der Grundlage von gegenseitigem Verständnis, Respekt und Partnerschaft. Die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide stellt uns eine Frage. Wir können uns jederzeit über die Form streiten. Aber letztendlich sehen wir es als eine grosse Chance, unseren Kund*innen näher zu kommen, nicht den grossen Händlern, die uns viel zu lange missbraucht haben, sondern den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes, die mit Begeisterung die Freude am Essen mit lokalen Produkten wieder entdecken.
Vanessa Renfer, Uniterre Sekretärin
Wollen wir eine grundsätzlich andere Landwirtschaftspolitik? Ja, finden die Befürworter der «Ernährungssouveränität». Sie wollen mehr Bauern, gerechte Preise und ein Gentech-Verbot. Gegner der Vorlage warnen vor teureren Nahrungsmitteln, Handelskonflikten und gefährlicher Planwirtschaft.
>> Abstimmungs-Arena: Initiative für Ernährungssouveränität - SRF - 24. August 2018
Das Kampagnenmaterial ist da!
Plakate A3, Flyer A5, Aufkleber, Transparente in drei Sprachen.
Beteiligen Sie sich an der Kampagne und verteilen Sie das Material auf ihrem Bauernhof oder anlässlich den diversen Feiern und Festivals in ihrer Region! Wenn Sie Kontaktieren Sie uns wenn Sie Direktvermarktung machen oder auf den Markt gehen. Wir senden ihnen gerne Material zu!
Sämtliche Bestellungen an: <email-pii>
Download:
Transparente bestellen
Auf dem Feld, der Scheune oder dem Balkon. Bestellen Sie folgende mikroperforierte Grössen:
- 1,25m x 0,5m Fr. 18.- das Stück
- 3m x 1m Fr. 33.- das Stück
Sämtliche Bestellungen an: <email-pii>
Endspurt: «Die Initiative für Ernährungssouveränität – Landwirtschaft betrifft uns alle!»
Uniterre
hat die Initiative zur Ernährungssouveränität in die öffentliche
Debatte eingebracht, damit wir uns bei diesen wichtigen Fragen rund um
unsere Ernährung und Landwirtschaft am politischen Entscheidungsprozess
beteiligen können. Wir wollen verantwortungsvoll und solidarisch auf die
grossen Herausforderungen reagieren und mit einer Ergänzung in der
Verfassung erreichen, dass die Sorgen und Forderungen der Bevölkerung
endlich ernst genommen werden.
Unsere Herstellung von Lebensmitteln in der Schweiz, aber auch weltweit, wird von einem Wachstumswahn gesteuert.
Das führt zu immer mehr Transporten, mehr Exporten, aber auch zu mehr
Importen. Agrarrohstoffe werden hin und her gefahren, geflogen und
verschifft. Grosse Agromultis erobern die Märkte und zerstören damit die
jeweils regionalen Strukturen. Die Initiative fordert die Stärkung der
regionalen Wirtschaftskreisläufe und der lokalen Vermarktungs- und
Verarbeitungsstrukturen, damit werden Arbeitsplätze im ländlichen Raum
gehalten und neue geschaffen. Schon heute verschwinden pro Tag 3
Bauernhöfe und 6 landwirtschaftliche Arbeitsplätze in der Schweiz. Das
Einkommen liegt 50 – 70% unter dem anderer Sektoren. Faire Preise,
Einkommen und Arbeitsbedingungen, sind entscheidend für den Erhalt der
hiesigen bäuerlichen Landwirtschaft.
Der Klimawandel ist da: Die Landwirtschaft trägt Mitverantwortung und muss gleichzeitig auch Teil der Lösung sein:
Bodenschutz, schonender Anbau sind Voraussetzung. Kurze Transportwege,
Nachhaltigkeit und eine Versorgung, die sich an den Bedürfnissen der
Bevölkerung orientiert, sind eine gesellschaftliche Forderung. Forschung
und Innovation im Bereich Nachhaltigkeit (z.B. lokal angepasste Sorten)
sollen gefördert und unterstützt werden. Damit kann die Schweiz im
Rahmen der Nachhaltigkeitsziele (SDG) der UNO, dem Weltagrarbericht
(2008) und der von der Schweiz gesetzten Klimaziele, eine Pionierrolle
einnehmen.
Mit der gestrigen Pressekonferenz zünden wir den Startschuss für unsere Kampagne. Wie die Umfrage des Tages-Anzeigers gezeigt hat, unterstützen über 60 Prozent der Stimmberechtigten die Fair-Food-Initiative und die Initiative «für Ernährungssouveränität» bei der eidgenössischen Abstimmung am 23. September. Ein gelungener Start. Unterstützen Sie uns in den kommenden Wochen und bestellen Sie unser Abstimmungsmaterial.
Vielen herzlichen Dank und beste Grüsse
Mathias Stalder, Koordinator Initiative für Ernährungssouveränität
Ulrike Minkner, Vize-Präsidentin Allianz für Ernährungssouveränität
> Überraschend hohe Zustimmung zur Ernährungssouveränität - SSR - 17.08.18 - SRF - 17.08.18
> Tagesschau (ab 6'47") - SRF 13.08.18
> Eine neue Landwirtschaft anstreben - mit Video interview Ulrike Minkner - Schweizer Bauer 13.08.18
> "Unsere Initiative geht das Problem umfassender an" - mit Video interview Ulrike Minkner - von Debora Moos, BauernZeitung 13.08.18
> Ernährungssouveränität Initiative: Befürworter erklären sich - mit Video interview Ulrike Minkner - Philipp Kobel, Nau 13.08.18
> Das sagen die Befürworter - video interviews - Blick 13.08.18
> Schweizer Agrarpolitik: Der Röstigraben verläuft auch durch den Acker - Antonio Fumagalli, NZZ 17.08.18
13.08.2018 - Referatstexte:
> Lea Ferrari, Ingenieurin Agr., Koordination ES Tessin (auf Französisch)
Unterstützungbriefe:
> LVC: It is time to declare the food sovereignty of Swiss citizens (auf Französisch und Englisch)
Wir
haben an alle Gemeinden in der Schweiz einen Brief verschickt und hoffe
nun, dass viele die Ziele der Initiative unterstützen und umsetzen. Ihr
könnt der Idee Schub verleihen, wenn ihr euch einzeln oder in Gruppen
an eure Gemeinde wendet, um diese für das Thema zu sensibilisieren und
zu motivieren!. Jede Unterstützung, jede Geste zählt. Danke.
Unsere Gemeinde befürwortet die Zielsetzungen der Initiative und sagen damit:
- Ja zur Landwirtschaft.
- Ja zu gesunden Nahrungsmitteln aus einer sozialen und ökologischen Landwirtschaft.
- Ja zu intakten natürlichen Ressourcen für die zukünftigen Generationen.
- Ja zu mehr aktiven Menschen in der Landwirtschaft und im Unterhalt der Umwelt.
- Ja zur Biodiversität, lokalem Saatgut, dem Tierwohl und einer Landwirtschaft ohne GVO.
- Ja zu einem transparenten Markt und mehr direktem Austausch zwischen KonsumentInnen und ProduzentInnen.
- Ja zu einer vielfältigen Landwirtschaft und Lager‐ und Verarbeitungsstrukturen, die Arbeitsplätze in der Region erhalten.
- Ja zu entlohnenden Preisen und fairen Löhnen für die BäuerInnen wie auch für die landwirtschaftlichen Angestellten.
- Ja zu einem gerechteren internationalen Handel mit Agrarprodukten ohne Exportsubventionen.
Liebe Bäuerinnen und Bauern. Die Kampagne nimmt Fahrt auf. Die Abstimmung findet voraussichtlich im Herbst 2018 statt. Wir erarbeiten aktuell das Abstimmungsmaterial: Plakate, Blachen, Hohlkammerplakate, Aufkleber etc. Bitte überlegt euch bereits jetzt was für Material ihr brauchen könnt. Wo könnt ihr dies sichtbar (Verkehrsknotenpunkte) aufhängen? Wie könnt ihr eure KundInnen informieren und in die Kampagne einbeziehen? Meldet euch bei uns.
Vielen Dank!
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