Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/117392

<h2>SubmittedText<h2><p>Seit dem 1. Juni 2008 ist Holzasche in der Dünger-Verordnung (SR 916.171) nicht mehr als zugelassener Dünger aufgeführt. Daraus ergibt sich, dass für das Inverkehrbringen von Holzasche und deren Verwendung auf landwirtschaftlichem Boden jedes Mal eine Bewilligung des Bundesamtes für Landwirtschaft eingeholt werden muss. Dieses Verfahren ist langwierig und kostspielig und schreckt Gemeinden und Privatpersonen ab. Die Privatpersonen, die sich aus ökologischen Gründen für das staatlich unterstützte Heizen mit Brennholz entschieden haben, sind die wichtigsten "Produzenten" von Holzasche.</p><p>Die Herkunft von Holzasche mag in gewissen Fällen problematisch sein, doch das Bewilligungsverfahren, das einem allgemeinen Ausbringungsverbot für Holzasche gleichkommt, ist masslos übertrieben. Wenn bekannt ist, dass eine Holzheizung mit Holz aus dem selben Gemeindewald versorgt wird, so ist die Frage gerechtfertigt, ob es nicht möglich wäre, eine einmalige Analyse des Schwermetallgehalts im Holz durchzuführen und anschliessend eine Ausbringungsbewilligung auszustellen, die solange gilt, als die Versorgung unverändert bleibt.</p><p>Holzasche enthält wichtige Stoffe wie Kalium und Phosphor. Der Bundesrat befürwortet in seiner Antwort auf das Postulat Stadler 08.3270, "Nahrungsmittelkrise, Rohstoff- und Ressourcenknappheit", die Wiederverwertung nicht erneuerbarer Rohstoffe wie Phosphor; so könne gegen die weltweite Verknappung dieser Rohstoffe und die Abhängigkeit der Schweiz von ausländischen Lieferanten angekämpft werden. Die Verwendung von Holzasche würde bedeuten, dass weniger Phosphor aus Ägypten und weniger Kalium aus dem Elsass importiert werden müsste.</p><p>Das Heizen mit Holz wird immer beliebter, und es ist wichtig, die Wiederverwertung von Asche, die aus natürlichen Produkten gewonnen wird, zu erleichtern. Holzasche wurde schon immer als Dünger eingesetzt.</p><p>Ich ersuche den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>- Kann der Bundesrat das Bewilligungsverfahren für das Ausbringen von Holzasche vereinfachen?</p><p>- Kann der Bundesrat gegebenenfalls nur die Häufigkeit der Ausbringung oder die ausgebrachte Menge pro Hektar einschränken?</p><p>- Kann der Bundesrat erläutern, wie er gedenkt, auf die im Postulat Stadler vorgebrachten Vorschläge bezüglich der Wiederverwertung von Phosphor einzugehen und dabei auf die Verwendung von Asche, die aus dem Holz schweizerischer Wälder gewonnen wird, zu verzichten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Durch die Verwendung von Abfällen als Dünger werden im Allgemeinen mehr Schadstoffe freigesetzt als beispielsweise bei schadstoffarmen Mineraldüngern. Holzasche steht nicht auf der Düngerliste, da sie in der Regel, ohne eine entsprechende technische Behandlung, bestimmte Qualitätskriterien nicht erfüllt. Es stimmt zwar, dass sie wichtige Nährstoffe wie Kali und Phosphor enthält. Der in Holzasche enthaltene Phosphor ist jedoch schlecht wasserlöslich und kann daher von den Pflanzen nur schwer aufgenommen werden. Ausserdem beinhaltet Holzasche auch Schwermetalle, die sich negativ auf die Eigenschaften des Bodens auswirken können. Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie liegen die durchschnittlichen Werte für Kupfer und Nickel bei Holzasche generell über dem erlaubten Schadstoffgehalt. Daher müssen die Inhaltsstoffe der Asche in einem Bewilligungsverfahren überprüft werden, was ihre Verwendung als Dünger jedoch nicht völlig ausschliesst. Bei der Zulassung wird geprüft, ob bestimmte Kriterien ein vereinfachtes Verfahren ermöglichen. Genügt der Dünger den Qualitätsanforderungen, die zur Verhinderung von unerwünschten Auswirkungen auf den Boden festgelegt wurden, wird die Bewilligung ohne Weiteres ausgestellt. Diese Qualitätsanforderungen sind notwendig und ausreichend; sie dürfen weder annulliert noch durch Bestimmungen bezüglich der Einsatzhäufigkeit oder der auszubringenden Mengen pro Hektare ersetzt werden. Die Schwermetallgehalte, ebenso wie der tiefe Gehalt und die schlechte Wasserlöslichkeit des Phosphors in Holzasche sprechen gegen eine Aufbereitung und Wiederverwertung. Bei Klärschlammasche verhält es sich anders. Sie weist einen höheren Phosphorgehalt auf. Durch industrielle Aufbereitung erreicht Klärschlammasche die Qualität eines mineralischen Phosphordüngers und ist somit ein Dünger, der sowohl dem Postulat Stadler vom 29. Mai 2008 als auch dem Umweltschutz gerecht wird.</p>  Antwort des Bundesrates.