Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03094.jsonl.gz/293

1. Theorie zu Test und Dokumentation
Lernziele:
- Sie kennen die Bestandteile einer Dokumentation und verschiedene Möglichkeiten und Formen
- Sie kennen verschiedene Zielgruppen und können Ihre Dokumentation niveaugerecht für die verschiedenen Gruppen verfassen
- Sie kennen den Unterschied zwischen Ausprobieren und Testen
- Sie können sinnvolle Tests definieren, durchführen und dokumentieren
1.1 Der Zweck der Dokumentation
Der Zweck der Dokumentation besteht darin, das der Anwender das System selbstständig bedienen kann (Benutzerdokumentation) und der Entwickler das System weiter entwickeln, beziehungsweise Fehler suchen und korrigieren kann (Systemdokumentation)
- Systemdokumentation
Dazu gehört: Namenskonventionen für Benennung von Objekten, Tabellen, Abfragen etc., ERD, Tabellenbeschreibung, Inlinedokumentation, Kommentare in der Datenbank.
- Benutzerdokumentation
Zielgruppenorientierte Anleitung zur Benutzung der Datenbank als z.B. Online-Hilfe. Nützlich sind auch aussagekräftige Fehlermeldungen.
1.2 Testen der Datenbank
Kein unsystematisches aus- und herumprobieren! Der Test muss systematisch, reproduzierbar und dokumentiert sein.
1.3 Was bedeutet «Systematisches Testen mit Testfällen»
Ein Testfall beschreibt einen elementaren, funktionalen Softwaretest, der zur Überprüfung einer z.B. in einer Spezifikation zugesicherten Eigenschaft eines Testobjektes dient. Bestandteile der Beschreibung eines Testfalls sind:
- Die Vorbedingungen, die vor der Testausführung hergestellt werden müssen
- Die Eingaben/Handlungen, die zur Durchführung des Testfalls notwendig sind
- Die erwarteten Ausgaben/Reaktionen des Testobjektes auf die Eingaben
- Die erwarteten Nachbedingungen, die als Ergebnis der Durchführung des Testfalls erzielt werden
Die Durchführung, der Inhalt und die Ergebnisse von Tests müssen protokolliert und dokumentiert werden. Dazu gehören die Beschreibung der Testfälle die Resultate und eine Zusammenfassung und Beurteilung, ob die Lieferung an den Absender/Entwickler zur Korrektur zurückgewiesen wird, oder ob die verbliebenen Fehler marginal sind und das Produkt freigegeben werden kann. (Die Fehler werden dann auf einer ToBeDone-Liste für einen nächsten Release vorgemerkt)
2. Aufgaben zu Test und Dokumentation
2.1 Doku-Praxis
Erstellen sie je eine Dokumentation bzw. Gebrauchsanweisung (Manual) für die beiden in den vorangegangenen Aufgaben erstellten Datenbanken «Reisebüro» und «Schulbibliothek».
2.2 Test-Praxis-1
Erstellen sie je eine Testvorschrift mit geeigneten Testfällen für die beiden in den vorangegangenen Aufgaben erstellten Datenbanken «Reisebüro» und «Schulbibliothek». Überlegen sie sich dabei, was wie getestet werden soll. Basis ist dabei das ERD und die Tabellenbeschreibung. (Tipp: Überprüfen sie, ob Kardinalitäten, Datentypen, referentielle Integrität etc. eingehalten werden bzw. korrekt sind). Testen sie die beiden Datenbanken gemäss ihrer Testvorschrift und erstellen sie je ein Testprotokoll.
2.3 Test-Praxis-2
Sie erhalten hier eine OpenOfficeBase Datenbank «DBTesten.odb», die sie testen sollen. Erstellen sie das Testprozedere und testen sie anschliessend die Datenbank. Das ausgefüllte Testprotokoll zeigt auf, was bei der Datenbank noch verbessert werden muss. Korrigieren sie anschliessend die Fehler in der Datenbank und führen sie alle Test’s gemäss ihrer Testvorschrift nochmals durch. Protokollieren sie diesen Testvorgang erneut. Damit soll sichergestellt werden, dass bei den Korrekturarbeiten sich keine neue Fehler eingeschlichen haben.
Versuchen sie bei den gefundenen Fehlern zu unterscheiden, ob der Fehler zwingend behoben werden muss, oder ob der Fehler vorerst im Produkt belassen werden kann und erst im nächsten Release behoben werden soll, wie z.B. kleine Rechtschreibefehler in einer Eingabemaske.