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«The cutest sheep in the world» ist das «Valais Blacknose Sheep». Zu Deutsch: Die niedlichsten Schafe der Welt sind Walliser Schwarznasen. Im Oktober 2017 kamen erste Schwarznasenlämmer in Neuseeland und letztes Jahr in den USA zur Welt.
Schon seit Jahren leben Walliser Schwarznasenschafe (SN) in England, Schottland, Wales und Irland. Regelmässig werden dort grosse Ausstellungen organisiert, wo die jeweils schönsten Tiere zu «Supreme Champions» gekürt werden, wobei die prächtigsten Widder bis zu 14 000 britische Pfund wert sein können. Der Export lebender Tiere nach Neuseeland und Nordamerika ist jedoch nicht möglich.
SN nach Neuseeland
Trotzdem wollte Sally Strathdee, die in der Nähe der Stadt Motueka im Norden der neuseeländischen Südinsel lebt, welche haben, nachdem sie im Internet Bilder der Schafe gefunden hatte. Ihrem Ehemann Lindsay Strathdee gelang es, sie dazu zu bewegen, im August 2016 an eine Schafausstellung ins englische Carlisle zu reisen mit der Absicht, von Siegertieren Embryonen zu bekommen. «Obschon Neuseeland erst noch damit beschäftigt war, eine Importregel-Änderung zu beschliessen, gelang es uns, das Vertrauen eines schottischen SN-Spitzenzüchters zu gewinnen, sodass wir im Mai 2017 erstmals britische SN-Embryonen nach Neuseeland mitnehmen und in unsere Mutterschafe implantieren konnten», erinnert sich Reed. Im Oktober 2017 kamen schliesslich die ersten 16 SN-Lämmer auf neuseeländischem Boden zur Welt. Bei den in Sally und Lindsay Strathdees Herde implantierten Embryonen kamen sogar weibliche Zwillinge zur Welt. «Eine der schönsten Überraschungen für uns war jedoch, dass die SN-Lämmer nicht nur die niedlichsten Schafe der Welt sind, sondern auch eine freundliche, neugierige Natur haben und uns wie der Familienhund auf die Felder begleiten», erzählt die überglückliche Sally Strathdee. Die Schafe seien sogar schon zu einer wahren Touristenattraktion geworden. «Wir haben Besucher von Kreuzfahrtschiffen, die Autos mieten, nur um unsere Schafe zu sehen», so Strathdee.
60 Züchter in Nordamerika
Aufmerksamkeit erregten die «niedlichsten Schafe der Welt» aber auch in den USA. «Wir haben uns wegen ihres Aussehens und der Qualität der Wolle in diese Rasse verliebt», erzählt Reni Melvin von der Valais at Stone Manor Farm im Nordwesten des Bundesstaates New Jersey. Sie ist Direktorin der «Valais Blacknose Sheep Association of North America» mit bereits rund 60 Mitgliedern. Ihr Ehemann Kevin Melvin ist Präsident der Zuchtorganisation von New Jersey, der «Garden State Sheep Breeders». Doch auch in die USA dürfen Tiere aus Europa nicht importiert werden. «Fünf Jahre haben wir darauf gewartet, tiefgekühlten Samen von SN-Widdern zu bekommen, damit wir mit unserem Aufzuchtprogramm beginnen können», erklärt Reni Melvin. Wiederum waren es britische Samendosen, die über den Atlantik gelangten, sodass nordamerikanische Züchter ihr Zuchtprogramm 2017 starten konnten und im letzten Frühling erstmals Lämmer geboren wurden. Sie leben fast das ganze Jahr über auf umzäunten Weiden, aber mit freiem Zugang zu Schutzhütten, wo sie in den kalten Wintermonaten Heu und Getreide bekommen. Besamen mussten sie aber Mutterschafe der Rasse Scottich Blackface, womit die im Frühling 2018 geborenen Lämmer nicht reinrassig sind.
Reinrassig behalten
Unterstützung könnten amerikanische Züchter nun aus Neuseeland bekommen. Nachdem diese im vergangenen August erneut nach England gereist sind, um Embryonen zu bekommen, wollen die Neuseeländer nun selbst Samen produzieren, um ihn in die USA zu verkaufen. «Wir sind stolz darauf, nordamerikanische Züchter bei ihrem Aufzuchtprogramm zu unterstützen», betont Christine Reed. Sie und Reni Melvin sind sich auch einig: «Unser Hauptziel besteht darin, diese schönen Schafe so reinrassig zu züchten wie man sie in der Schweiz kennt.» Was für Amerikaner aufgrund der Gesetzeslage aber schwieriger sein dürfte, denn Amerikaner dürfen derzeit nur Samen, aber noch keine Embryonen importieren. Beide hoffen auch auf Unterstützung aus der Schweiz. In Neuseeland soll 2020 etwa eine erste Schau organisiert werden – und man hofft darauf, dass Walliser Experten, die teils schon auf die britischen Inseln gereist sind, um Schafe zu beurteilen, dafür auch mal um den halben Erdball reisen.Christian Zufferey