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Ein weiterer Schlag für das Ansehen von Spitzenmanagern in den USA: Dort ist schon länger die Affäre um Aktienoptionen für Manager im Gang, deren Ausgabedaten gefälscht bzw. rückdatiert wurden, um den Empfängern höhere Gewinne zu ermöglichen. In den letzten Tagen hat sich nun herausgestellt, dass auch die Zeit kurz nach dem 11. September 2001, also nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York, kaltblütig für solche Manipulationen ausgenutzt wurde, wie das 'Wall Street Journal' berichtet. Auch einige IT-Firmen, beziehungsweise deren damalige Chefs, haben dies zugegeben, zum Beispiel der Outsourcing-Riese ACS, Progress Software oder Take-Two Interactive. Andere, wie Brocade oder Broadcom, stehen zumindest unter starkem Verdacht.
In den Augen der US-Amerikaner, die stark vom "9/11-Trauma" geprägt sind, ist es natürlich besonders stossend, dass auch diese tragischen Vorgänge für den finanziellen Vorteil von Managern ausgenutzt wurden.
Aktienoptionen erlauben es dem Empfänger, zu einem späteren Zeitpunkt eine bestimmte Menge von Aktien zu einem fixen Preis zu erwerben. Wenn der Kurs der Unternehmensaktie gestiegen ist, wenn er die Optionen einlöst, kann der Empfänger so einen Gewinn einstreichen. Normalerweise sollte der Fixpreis dem Kurs der Aktie am Ausgabetag der Option entsprechen. Bei der Praxis der Rückdatierung wird aber ein besonders günstiges Datum in der Vergangenheit gesucht, um den Profit des Empfängers zu erhöhen.
In den Wochen nach 9/11 verzeichneten die Aktienmärkte ein Zwischentief, das von relativ schnellen Kursanstiegen gefolgt wurde.
Bereits bekannt war, dass auffällig viele Optionen auf die Zeit des Tiefs datiert waren. Bisher erklärten die betroffenen Firmen aber immer, dass dies Zufall gewesen sei und leugneten, dass später ausgegebene Aktien auf diese Zeit rückdatiert worden waren. (hjm)