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Was ist der Expressionismus?
Der Expressionismus, eine der wichtigsten Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts, dauert ungefähr von 1910 bis kurz nach dem Ersten Weltkrieg.
Der Begriff Expressionismus stammt vom lateinischen “expressio” (Ausdruck). Expressionismus wird als “Kunst des gesteigerten Ausdrucks” übersetzt. Primär ging es Künstlern des Expressionismus um den unmittelbaren Ausdruck ihrer eignen inneren Gefühle.
Der Expressionismus stellt eine künstlerische Antwort auf die Veränderung in der Gesellschaft durch die zunehmende und alles beherrschende Materialisierung und Industrialisierung dar. Der damit verbundene Protest seitens der Expressionisten sieht im Ausdruck für eine eigene Individualität eine Lösung: Die subjektiven Eindrücke, die das Hauptmerkmal der expressionistischen Gestaltung ausmachen, legten den Fokus wieder auf den einzelnen Menschen.
Der Expressionismus war in Deutschland und Frankreich am stärksten ausgeprägt. Zu den wichtigsten Künstlern des Expressionismus gehörten die Maler Henri Matisse, Emil Nolde, Franz Marc, Erich Heckel, August Macke und Ernst Ludwig Kirchner.
Aber auch Künstler wie Wassily Kandinsky und Marianne von Werefkin gehören in die Zeit des Expressionismus. Werke dieser Künstler gibt es auch in unserer Galerie in Zürich zu betrachten.
Expressionistische Kunst zeichnet sich aus durch eine spontane Pinselführung, vorwiegend grobe Formen und kräftige und dominierende Farben. All dies wird als unmittelbarer Ausdruck erlebt. Die Wirklichkeit wird nicht naturgetreu wiedergegeben. Es wird eine eigene abstrakte Interpretation der Wirklichkeit konstruiert.
Woher kommt der Expressionismus?
Die Wurzeln des Expressionismus sind im ausgehenden Impressionismus zu suchen, beispielsweise bei den Künstlern Vincent van Gogh, Paul Gaugin oder Edvard Munch. Die Antwort auf die stimmungsvollen impressionistischen Darstellungen, die eine Momentaufnahme zeigen, konzentriert sich auf die subjektiven Regungen – also das Gegenteil der impressionistischen wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe. Der impressionistische Ausdruck war ein flüchtiger und oberflächlich dargestellter Augenblick, der aber nicht mehr die reale Lebenssituation ab ungefähr 1910 widerspiegelte.
Kritiken an Künstlern des Expressionismus
Die Expressionisten stellen häufig Landschaftsbilder mit der einfachen Wiedergabe von Menschen dar. Andere beliebte Sujets waren Städteansichten und Tierdarstellungen. Im Expressionismus wird primär in Öl gemalt, daneben aber auch in Tusche oder Aquarell sowie im Linoleum- und Holzschnitt.
Aufgrund der Darstellungsweise, die nicht nur als gefühlsbetont und aus dem Moment heraus, sondern teilweise auch als nachlässig empfunden werden kann, sehen sich die Künstler auch häufig Kritik ausgesetzt. Edvard Munch wird beispielsweise nachgesagt, dass er – gemäss seiner Malweise – gar nicht imstande sei, ein Motiv zu beobachten und zu studieren. Auch andere Künstler müssen Kritik wegen einem angeblichen Mangel an künstlerischem und handwerklichem Geschick über sich ergehen lassen.