Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03416.jsonl.gz/1690

Eine clevere Alternative
«Ultrakühl» ist in diesem Fall nicht wörtlich zu verstehen – die Oberflächentemperaturen solcher Sterne liegen immer noch bei bis zu rund 2’500 Grad Celsius. Verglichen mit anderen Sternen, ist das dennoch recht kühl. Die Sonne, etwa, ist circa doppelt so heiss.
Sich auf ultrakühle Sternsysteme zu fokussieren hat gute Gründe, wie der Forschungsleiter des Projekts, Brice Demory, erklärt: «Bis heute haben wir nicht die Instrumente um erdähnliche Planeten zu entdecken, die sonnenähnliche Sterne in der bewohnbaren Zone umkreisen», sagt er. Der Grund dafür ist, dass die bewohnbare Zone – jenes Band um den Stern, in dem flüssiges Wasser möglich ist – bei sonnenähnlichen Sternen relativ weit vom Stern entfernt ist.
Ist die Distanz gross, ist die Wahrscheinlichkeit eines Transits – des Vorbeiziehens des Planeten zwischen dem Stern und dem Teleskop – sehr gering. Sie beträgt nur etwa 0,5 Prozent. Diese Wahrscheinlichkeit steigt, je kühler der Stern ist. Denn die bewohnbare Zone rückt dann näher an den Stern heran. «Bei ultrakühlen Sternen liegt sie bei etwa 5 Prozent. Sie ist also um einen Faktor 10 höher», so der Professor am Center for Space and Habitabilty der Universität Bern.
Und ein weiterer Faktor erleichtert die Erkennung von Planeten, die um ultrakühlere Sterne kreisen: Sie sind viel kleiner als die Sonne. Wenn ein erdähnlicher Planet vorbeizieht, wird also ein größerer Teil des vom Stern ausgestrahlten Lichtes blockiert. Dadurch wird der Transit deutlicher messbar. Der Unterschied beträgt in diesem Fall etwa Faktor 100.
Überzeugende Zahlen, die die Frage aufwerfen: Wenn es so viel einfacher ist, erdähnliche Planeten vor ultra-kühlen Sternen zu finden, warum haben wir dann erst vor kurzem damit begonnen dort zu suchen?
Falsche Theorien und neue Instrumente
«Früher dachte man, dass es keine Planeten geben könnte, die solche Sterne umkreisen», antwortet Demory. Und da es somit wenig Grund gab, diesen Systemen Aufmerksamkeit zu schenken, standen nur wenige geeignete Teleskope zur Verfügung.