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Die Malerei Ferdinand Hodlers zeigt Landschaften und Figuren von starker symbolischer Aufladung. Mit Gemälden wie Wilhelm Tell und Der Holzfäller wurde Hodler zum Schweizer Nationalmaler. Von dem gut verkäuflichen Motiv des Holzfällers fertigte er mehrere Fassungen an. Eine von ihnen wurde Ende der 1930er-Jahre zum Grundstein unserer Kunstsammlung: Es war das erste Gemälde im Besitz der Mobiliar.
Die Geschichte von Hodlers Holzfäller und dem Auftakt der Kunstsammlung beruht offenbar auf einem glücklichen Zufall. Die anonyme Rückvergütung eines Mobiliar-Kunden traf just zur selben Zeit ein, als der Geschäftsleitung das Bild zum Kauf angeboten wurde. Kurz: Das Spendengeld wurde unmittelbar in Kunst investiert. Übrigens zierte das Holzfäller-Sujet von 1911 bis 1958 die 50-Franken-Note der Schweiz, die vom Volksmund denn auch «Holzhacker» genannt wurde. Hodler selbst war mit der miniaturhaften Darstellung auf dem Geldschein mehr als unzufrieden und schuf daraufhin mehrere grosse Versionen des Motivs. Geprägt wird die Komposition von einem spannungsreichen Verhältnis zwischen Vertikalen und Diagonalen – zwischen der Ruhe der Natur und der kraftvollen Bewegung des Holzfällers. Der tief gesetzte Horizont lässt die Figur übermenschlich gross wirken. Bei Hodler zielt die einfache Form und Gestik vor allem auf unmittelbaren Zugang und Verständlichkeit. Typisch für seine Werke ist auch die Frontalität der Figurendarstellung.
In den 1890er-Jahren entwickelte Hodler das Prinzip des «Parallelismus», der Wiederholung einzelner Formen und Kompositionslinien. Dieses Prinzip begriff er als sinnbildlich für Harmonie, Gleichgewicht und Symmetrie in der Natur. «Meine Eigenart», so hielt er zudem fest, «besteht darin, dass ich Monumentalität und Realismus miteinander verbinde.» Hodler war ehrgeizig, Kritik ertrug er nicht, von Lob und Zuspruch jedoch war er zutiefst abhängig. Sein Weg zu allgemeiner Anerkennung war geprägt von Provokationen, obsessiver Arbeit und intensiver Ausstellungstätigkeit.
Geboren wurde Ferdinand Hodler 1853 in Bern (CHE), gestorben ist er 1918 in Genf (CHE).
Tätigkeitsbereich: Malerei