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14. Januar 2013
12 Autographen
aus einer Sammlung „Gerhard Winkler“ (1921-2005). Es sind 12 Briefe von Karl May an Marie Vogel aus den Jahren 1874/75. Sie stehen zum Verkauf an.
Wer ist dieser Marie Vogel, an welche die Briefe gerichtet sind?
Marie Thekla Vogel (* 1. März 1856 in Lichtenstein bei Chemnitz; † 28. April 1929 in Hohenstein-Ernstthal) war die älteste von vier Töchtern eines Hohensteiner Strumpfwirkers. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt wenigstens zeitweilig als Cartonagenarbeiterin. Am 26. März 1876 bekam sie in ihrem Heimatort Hohenstein eine uneheliche Tochter, deren Vater auf der Geburtsurkunde nicht angegeben wurde, und die den Namen Helene Ottilie Vogel erhielt.
Erst ein halbes Jahr nach der Geburt des Mädchens heiratete sie am 22. Oktober 1876 den ansässigen Strumpfwirker und Bleicher Friedrich Hermann Albani, der dem Kind seinen Namen gab - allerdings erst fünf Jahre nach der Eheschließung, was de facto als Nicht-Anerkennung der Vaterschaft gilt. Von den folgenden dreizehn ehelichen Kindern überlebten nur zwei die Kindheit.
Helene Ottilie Vogel, verw. Voigt, schrieb am 23. Februar 1932 einen Brief an Klara May, in dem sie eine "weitläufige Verwandtschaft" erwähnte, um finanzielle Unterstützung bat und bei der Gelegenheit nachfragte, ob Klara im Nachlass Karl Mays "Akten" in "Geheimfächern" gefunden hätte. Klara May reagiert nicht. Daraufhin schrieb Helene Voigt einen zweiten Brief, worauf Klara May mit einer Postkarte antwortet, auf der sie erklärt, dass sie die Angelegenheit nicht verstehe. Helene Voigt antwortet am 11. Mai 1932 wieder in Andeutungen. Weitere Kontakte sind nicht bekannt.(Quelle Karl-May-Gesellschaft)
Einen sehr fundierten und ausgezeichneten Aufsatz hat Ralf Harder verfasst, mit dem Titel „Karl May auf amourösen Pfaden?“ Über angebliche Liebschaften und uneheliche Kinder. Darin wird die These von der Liebschaft und dem angeblichen uneheliche Kind zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, aber doch auf Grund der Plausibilität ernsthaft in Frage gestellt. Es lohnt sich, Ralf Harders Forschungsarbeit zu lesen. http://www.karl-may-stiftung.de/amouroes.html
Vielleicht meldet sich Ralf Harder hier selber zu Wort!