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Die Affenpocken werden momentan in allen Medien gross thematisiert. Das, weil am 7. Mai 2022 bekannt wurde, dass eine aus Nigeria nach Grossbritannien eingereiste Person an dem Virus erkrankt ist. Nur wenige Wochen später waren es bereits sieben Personen, welche in Grossbritannien an den Affenpocken litten. Die Infektionskette war dabei lange unklar, mittlerweile hat man jedoch herausgefunden, dass zwei der Fälle in einem Haushalt leben. Die vier weiteren Infizierten, bei denen es sich um Männer handelt, sollen sexuellen Kontakt mit anderen Männern gehabt haben, berichten Medien. Reisen in Länder, wo die Krankheit endemisch sei, habe es keine gegeben. Ein Zusammenhang zwischen den vier Infektionen werde noch ermittelt. Die Gesundheitsbehörden von Grossbritannien stufen das Risiko für einen grösseren Ausbruch als sehr klein ein.
Am Mittwoch haben die Behörden in Spanien und Portugal rund 40 neue Verdachtsfälle gemeldet. Kanadische Medien berichteten, dass die Behörden in der Metropole Montréal ebenfalls mehr als ein Dutzend Verdachtsfälle von Affenpocken untersuchen. Auch die USA stellten bei einem kürzlich aus Kanada zurückgekehrten Erwachsenen Affenpocken fest.
Übertragung von Mensch zu Mensch ist klein
Erstmals wurde das Virus 1958 bei Makaken identifiziert. «Seit 1980 werden Infektionen beim Menschen beobachtet», wie Esther Künzli, stellvertretende Chefärztin beim Swiss Tropical and Public Health Institute, gegenüber den Today-Plattformen erklärt. Die Affenpocken kommen vor allem in den Regenwaldgebieten von West- und Zentralafrika vor. «Affen sind jedoch vermutlich, genauso wie der Mensch, Fehlwirte», so Künz. Man geht nämlich davon aus, dass das Virus in seinem natürlichen Zyklus primär unter den Nagetieren zirkuliert.
Auf den Menschen übertragen wird das Virus durch Bisse, Kontakt mit Sekreten von infizierten Tieren oder durch den Verzehr von Affenfleisch. «Die Affenpocken kommen hauptsächlich bei Menschen vor, die in diesen Regenwaldgebieten leben und entsprechenden Kontakt haben, wie beispielsweise Jäger und deren Familien», so Künz. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist deshalb eher unwahrscheinlich, da diese über Tröpfchen passiert. Es braucht also einen engeren und längeren Kontakt, um sich anzustecken. Dazu kommt: «Von allen Personen, welche Kontakt mit einem Affenpocken-Fall haben, werden zu acht Prozent krank», so Esther Künzli. Als Vergleich: Bei Masern sind es mehr als 90 Prozent.
Noch keine Fälle in der Schweiz
Die Krankheit beginnt mit Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl sowie einer Lymphknotenschwellung. «Hinzu kommt ein Hautausschlag mit Papeln, Bläschen und Pusteln, hauptsächlich im Gesicht sowie an Hand- und Fuss-Sohlen», wie Künzli erzählt. Meist verläuft die Krankheit mild. In seltenen Fällen – wie bei der Virusvariante aus dem Kongo – wurde jedoch eine Mortalitätsrate von 15 Prozent beobachtet.
«Bisher gab es keinen Fall von Affenpocken in der Schweiz», bestätigen Künzli und das Bundesamt für Gesundheit gegenüber den Today-Plattformen. Falls das Virus trotz grosser Unwahrscheinlichkeit den Weg doch noch in die Schweiz findet, so wäre das Kantonsspital Aarau für einen allfälligen Ausbruch bereit, wie Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie und Infektionsprävention im Kantonsspital Aarau, erklärt: «Die für virale Infektionen etablierten Schutzmassnahmen schützen verlässlich.» Allerdings erklärt Fuchs, dass es bislang nur wenige Medikamente gibt, die im Laborversuch gegen dieses Pockenvirus Wirkung zeigte. Jedoch sollen Personen, welche gegen die Pocken geimpft sind, ein kleineres Ansteckungsrisiko bei den Affenpocken.