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Fachleute unterscheiden verschiedene Suizidarten. Um die unterschiedlichen Suizidarten reduzieren zu können, braucht es vielfältige Prävention.
Kurzschlusssuizide
Bei Kurzschlusssuiziden stehen akute Krisen im Vordergrund. Sie kommen bei jungen Menschen häufiger vor als bei Erwachsenen und geschehen aus einem Impuls, ohne langes Nachdenken und häufig ohne vorherige Warnzeichen. Geeignete Präventionsmassnahmen haben das Ziel, Zeit zu gewinnen: Damit entweder die Betroffenen selbst aus ihrer eingeschränkten Sichtweise herausfinden oder Dritte eingreifen können. Zeit gewinnen lässt sich indem Medikamente oder Schusswaffen schwerer zugänglich sind oder Brücken durch Absperrungen gesichert werden. Kurzschlusshandlungen werden damit erschwert.
Suizide aufgrund zunehmendem oder wiederkehrendem Leidensdruck
Einschneidende und ausweglose Situationen (z.B. Verlusterlebnisse, schwere körperliche Krankheiten) oder ein ständig wiederkehrender Leidensdruck (z.B. Wechsel zwischen Verbesserung und Verschlechterung körperlicher oder psychischer Erkrankungen) können zu suizidalen Handlungen führen. Als Präventionsmassnahmen eignen sich in erster Linie therapeutische Interventionen und Angebote, aber auch die oben unter Kurzschlusssuiziden erwähnten Massnahmen.
Suizide aufgrund chronischer Suizidalität
Bei diesem Typ ist die sogenannte Basissuizidalität sehr hoch und gekennzeichnet durch einen anhaltenden Leidensdruck. Durch psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlungen kann der Leidensdruck und die Basissuizidalität gesenkt werden.
Bilanzsuizide
Suizide nach sorgfältiger und wohlüberlegter Bilanzierung des bisherigen Lebens sind selten. Sie kommen aber im Zusammenhang mit unheilbaren Erkrankungen mit hohem Leidensdruck (z.B. Krebserkrankungen) durchaus vor.
Letzte Änderung 04.03.2019