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Januar / Februar 2021
Nach meiner Rückkehr von den Kanarischen Inseln und 10 Tagen in der Schweiz mit Weihnachts- und Silvesterfeiern, flog ich am 2. Januar wieder an die Wärme, dieses Mal auf die Kapverdischen Inseln. Die Republik Kap Verde besteht aus 10 Inseln, die sich 600 bis 850 km westlich von Dakar, der Hauptstadt von Senegal, befinden. 1975 wurde Kap Verde unabhängig von Portugal und gilt als eines der demokratischsten und entwickeltsten Länder in Afrika.
Da ein PCR-Test für die Einreise Pflicht war, liess ich am 31. Dezember eine Spitalangestellte in voller Schutzkleidung ein Stäbchen weit in meine Nase hoch bohren. Es war mein erster PCR-Test. Der Flug war gebucht. Bei einem positiven Testresultat hätte ich die Ticketkosten verloren und die nächsten 10 Tage in Quarantäne verbracht. Ich fühlte mich gesund und hatte keinerlei Symptome, so dass ich ein negatives Testresultat erwartete, was bereits am nächsten Tag bestätigt wurde. Mein Reisekollege erhielt einen Tag später das negative Testresultat, so dass unserer Reise nichts mehr im Wege stand.
Die portugiesische Fluggesellschaft TAP bot in Pandemie-Zeiten die einzige Verbindung auf Kap Verde an. Im vorigen Jahr hätte ich einen Direktflug von den Kanarischen Inseln auf Kap Verde buchen können.
Frühmorgens erreichten wir die Hauptstadt Praia, wo bereits ein Fahrer auf uns wartete und uns in die gemietete Wohnung brachte. Wir blieben zwei Tage in der Hauptstadt, um uns umzusehen, Kapverdische Escudos zu beziehen, eine SIM-Karte zu kaufen und die Weiterflüge zu organisieren.
Die Idee, mit lokalen Fähren von Insel zu Insel zu reisen, verwarfen wir schnell. Die Fähren seien unzuverlässig und Verspätungen von mehreren Tagen durchaus üblich. Wir hatten uns vor der Reise über die einzelnen Inseln informiert, doch einen Reiseplan wollten wir erst nach der Ankunft erstellen, um auch lokale Informationen zu berücksichtigen. Allerdings erhielten wir keine brauchbaren Informationen, im Gegenteil. Ich klärte die lokale Touristen-Information über die Covid-19-Test-Anforderungen für den Besuch der einzelnen Inseln auf, die auf der Facebook-Seite der kapverdischen Regierung regelmässig aufdatiert wurden. Generell war kein Test notwendig, wenn wir wie in unserem Fall von einer Insel mit wenigen Fällen abflogen.
Schon bald merkten wir, dass die lokalen Flüge gut gebucht waren und wir unsere Flüge für die gesamte Reise schnellst möglich reservieren sollten. Sicher wollten wir auf die Insel Santo Antão, um zu wandern, auf Sal für die Strände und zurück auf die Hauptinsel Santiago für den Rückflug. Bald realisierten wir, dass wir erst zwei Wochen später einen Flug nach Sal buchen konnten. Uns blieb also keine andere Wahl, als viel länger als geplant auf der Insel Santo Antão zu verbringen. Wie sich herausstellte, war das eine Fügung des Schicksals, denn wir genossen unsere lange Zeit auf Santo Antão sehr.
Insel São Vicente
Mindelo
Bevor wir die Insel Santo Antão erreichen konnten, mussten wir auf die Insel São Vicente fliegen, denn Santo Antão hat keinen Flughafen. Die grösste Stadt von São Vicente heisst Mindelo und ist die zweitgrösste des Landes nach der Hauptstadt Praia.
Von unserem Hotel aus genossen wir die Aussicht über die Stadt Mindelo und die Bucht.
Mindelo ist viel schöner gelegen als Praia. Bei Sonnenuntergang assen wir auf der Floating Bar unser Nachtessen.
Santo Antão
Mit einem ausgefüllten Gesundheitsfragebogen konnten wir die Fähre besteigen, die uns in einer Stunde nach Porto Novo brachte, dem Hauptort von Santo Antão. Der öffentliche Minibus brachte uns anschliessend zum 30 km entfernten Küstendorf Pombas am Fusse des spektakulären Paul-Tals.
Wanderung im Paul Tal zum Pico Antonio
Am nächsten Tag unternahmen wir unsere erste Wanderung. Wir wollten es langsam angehen und wählten daher den nahen Pico do Antonio als unser Ziel. Ein Aluguer brachte uns das Paul-Tal hinauf zu unserem Wanderausgangspunkt. Aluguer ist generell der Name für die kleineren öffentlichen Transportmittel auf Kap Verde. Es gibt sie in verschiedenen Varianten wie Minibusse oder mit einem Plastikdach versehene Pickups mit eingebauten Bänken auf der linken und der rechten Seite der Ladefläche.
Diese Wanderung zeigte bereits die ersten tollen Aussichten auf das Paul-Tal.
Rechts im Bild ist der Pico do Antonio. Links unten ist eine kleine Siedlung zu sehen, wo das einfache Cafe ‚Chez Sandra‘ zu finden ist.
Die Besitzerin Sandra vor Kaffeebohnen, die sie zum Trocknen ausgelegt hat. Natürlich servierte sie uns einen sehr aromatischen Kaffee aus ihren eigenen Bohnen.
Aussicht vom Cafe ‚Chez Sandra‘
Sie riet uns ab, den Pico do Antonio zu besteigen, da der Weg nicht begehbar sei. Wir wanderten daher im Tal hinunter durch eine wunderschöne Landschaft an kleinen Dörfern vorbei zu unserem Ausgangspunkt Pombas. Wie auf den kanarischen Inseln sind auch hier die steilen Hänge terrassiert, damit Landwirtschaft betrieben werden kann.
Ein traditionelles Steinhaus mit einem Dach aus Pflanzen
Wanderung von Pombas zum Vulkan von Cova und nach Xoxo im Ribeira Grande-Tal
Als nächstes wollten wir den Vulkan Cova am Ende des Paul-Tals erreichen. Die Besitzerin unserer Pension riet uns, vom Vulkan weiter ins Ribeira Grande-Tal hinunter bis zum Dorf Xoxo zu wandern. Dieser Tipp war goldrichtig, denn der Abstieg nach Xoxo war ebenfalls ein Erlebnis und im Internet noch nirgends beschrieben.
Am Ende des Paul-Tals am Kraterrand des Cova-Kraters genossen wir einen wundervollen Blick über das Tal.
Auf dem Kraterboden wird Landwirtschaft betrieben.
Ein Teil des Kraterrandes
Auf dem Abstieg nach Xoxo im Ribeira Grande-Tal fällt die eindrückliche Felsennadel auf, die diese Wanderung so speziell macht.
Eindrücke auf dem Weg nach Xoxo
Kurz vor Xoxo beeindruckt die Felsennadel aus einer anderen Perspektive.
Ein Blick zurück hinauf ins Ribeira Grande-Tal
Unbeschreiblich
Mit einem Aluguer, das auch einen Fischverkäufer mit seinen nicht verkauften Fischen zurück ans Meer brachte, erreichten wir das Dorf Ribeira Grande, von wo uns ein weiteres Aluguer zu unserer Pension in Pombas brachte. Wie die Fotos zeigen, war diese Wanderung einer der Höhepunkte unseres Kap Verde-Aufenthaltes!
Wanderung von Pombas zum Pico da Cruz
Am folgenden Tag wollten wir den 1’585 Meter hohen Pico da Cruz erreichen. Nach einer Aluguer-Fahrt zu unserem Ausgangspunkt wanderten wir wiederum im Paul-Tal, dieses Mal jedoch auf der linken Talseite.
Das Paul-Tal von einem anderen Blickwinkel
Nach dem Aufstieg im Paul-Tal erreichten wir eine asphaltierte Strasse, die zum Ort Pico da Cruz führte. Von dort war es ein kurzer Spaziergang auf den Gipfel Pico da Cruz. Von der Aussichtsplattform hatten wir einen weiten Ausblick auf den südlichen Teil der Insel mit dem Hauptort Porto Novo und …
… über die westliche Hälfte der Insel.
Eigentlich wollten wir den gleichen Weg im Paul-Tal zurück gehen. Aber bald kamen Nebelfetzen vom Tal auf, so dass wir uns entschieden, mit dem Aluguer zur Inselhauptstadt Porto Novo zu fahren. Hier assen wir ausgiebig in einem guten Restaurant und wollten dann ein Aluguer zurück zu unserer Pension in Pombas nehmen. Kurz nach 17 Uhr mussten wir feststellen, dass das letzte Aluguer um 17 Uhr abgefahren war. Schlussendlich fuhren wir die 30 km nach Pombas mit einem Taxi.
Fahrt von Porto Novo nach Tarrafal de Monte Trigo
Sonntags fährt eigentlich kein Aluguer von Porto Novo nach Tarrafal de Monte Trigo. Die Besitzerin der Pension in Tarrafal wusste jedoch von einem Fahrer, der am Sonntag morgen von Porto Novo nach Tarrafal fuhr, da er Güter transportierte.
Auf der Fahrt, bevor wir ins Tarrafal-Tal hinunter fuhren, eröffnete sich uns ein Blick auf den Westteil der Insel Santo Antão mit dem mit 1’979 Metern höchsten Berg der Insel, den Vulkan Topo da Coroa.
Die Strasse nach Tarrafal führte durch eine einzigartige Landschaft!
Auch im steilen Tarrafal-Tal ermöglichen die Terrassen Landwirtschaft. Dank dem idealen Mikroklima und genügend Wasser wachsen hier Mangos, Bananen, Papayas, Zuckerrohr, Süsskartoffeln, Maniok, Mais, Bohnen und viele andere Produkte.
Der Ort liegt am Ende des Tarrafal-Tals
Tarrafal de Monte Trigo
Der schwarze Strand des kleinen Ortes Tarrafal
Das Dorf mit den traditionellen Häusern der Einheimischen zieht sich weit ins Tal hinauf, von wo sich ein weiter Blick über die Bucht bietet.
Wanderung von Tarrafal nach Monte Trigo
Die 12 km lange Wanderung führte oberhalb der Küste entlang von Tarrafal zum noch kleineren Nachbarort Monte Trigo, der nur zu Fuss oder mit dem Schiff erreichbar ist.
Blick der Küste entlang. Die weissen Häuser von Monte Trigo können wir in der Ferne bereits erkennen.
Von den Klippen beobachteten wir die Fischerboote.
Das Dorf von Monte Trigo aus einer Höhle am Strand aus gesehen
Ein von Moos überwachsener Stein am Strand
Nach einem Mittagessen bei einer Familie im Dorf brachte uns ein Fischer am späteren Nachmittag mit seinem Boot zurück nach Tarrafal.
Schon vor Sonnenaufgang fuhr am nächsten Tag unser Transport, ein Pickup-Fahrzeug, zurück nach Porto Novo. Da ein paar Leute die Fähre zur nächsten Insel São Vicente nicht verpassen wollten, machten wir keinen Stopp auf der Höhe der Insel mit Ausblick auf den Vulkan Topo da Coroa im Licht der aufgehenden Sonne. Schade, denn die Morgenstimmung in dieser einzigartigen Gegend ist unbeschreiblich. Nach einem Morgenessen in Porto Novo fuhren wir mit einem Aluguer 42 km zum nördlichsten Punkt der Insel und von ganz Kap Verde, nach Ponta do Sol.
Ponta do Sol
In Ponto do Sol endet die kopfsteingepflasterte Strasse vom Inselhauptort Porto Novo. Der Wind weht vom Meer und Wellen schlagen gegen die Hafenmauer. Das Ende-der-Welt-Gefühl wurde durch die Pandemie noch verstärkt, denn wir waren fast die einzigen Touristen. Neben ein paar billigen Junkfood-Imbisstuben war bloss ein Restaurant offen und das könnte sich noch verbessern.
Wir kamen vor allem nach Ponta do Sol, um den beeindruckenden Klippenweg nach Cruzinha zu erwandern.
Wanderung von Ponta do Sol nach Cruzinha und weiter nach Chã de Igreja
Am Vortag gab uns der Gästehausbesitzer den Rat, ein Taxi zu reservieren, das uns um 16 Uhr im Anschluss an die Wanderung zurück nach Ponto do Sol fährt. Schon nach zwei Stunden Wanderung war uns aber klar, dass wir das Taxi nicht benötigen. Dank dem gut ausgebauten Weg kamen wir zügig voran. Deshalb wollten wir den Weg auch zurück gehen und die Aussichten und Dörfer nochmals im Nachmittagslicht erleben. Ich rief den Taxifahrer fünf Stunden vor dem abgemachten Abholtermin an und stornierte unsere Fahrt. Obwohl er noch keinerlei Vorleistung erbracht hatte, wollte er von einer Annullation nichts wissen. Als mich dann auch noch der Gästehausbesitzer anrief und meinte, wenn wir nicht fahren, müsste er dem Taxifahrer die Fahrt bezahlen, gaben wir nach. Wir einigten uns aber darauf, dass der Fahrer uns an dem eine Wanderstunde weiteren Ort Chã de Igreja abholte.
Der Pflasterstein-Weg von Ponta do Sol nach Cruzinha war gut ausgebaut und bot imposante Aussichten auf die Klippen.
Ein Blick zurück nach Ponta do Sol
Das malerische Dorf Fontainhas
Der Weg bot spektakuläre Aussichten
Das Dorf Corvo besteht lediglich aus wenigen Häusern.
In mühsamer Handarbeit haben die Einwohner über Jahrhunderte Terrassen angelegt, die Landwirtschaft ermöglichen.
Eine verlassene Siedlung
Wir erreichten Cruzinha auf das Mittagessen. Hier boten sich gleich zwei Mitfahrgelegenheiten. Einerseits stand ein Taxi bereit, das uns zurück nach Ponto do Sol gebracht hätte. Zudem hatte auch ein Pärchen ein Taxi bestellt, das den Fahrpreis gerne mit uns geteilt hätte. Die Taxi-Reservation wäre also nicht nötig gewesen.
Da wir viel Zeit hatten bis zur Abholung durch unser Taxi, erkundeten wir die Küste um Cruzinha und nahmen dann den Weg nach Cha de Igreja in Angriff.
Ein Friedhof zwischen Cruzinha und Cha de Igreja inmitten einer eindrücklichen Landschaft.
Die Landschaft um Cha de Igreja
Die Fahrt mit dem Taxi über einen Pass hinunter ins Ribeira Grande-Tal bot grandiose Aussichten auf zerklüftete Täler und steile Felsen.
Am nächsten Tag absolvierten wir in Ribeira Grande einen Antigen-Schnelltest. Dieser war notwendig, da wir von einer Insel mit höheren Fallzahlen zur Insel Sal mit tieferen Fallzahlen reisten. Damit ging unser 11-tägiger Aufenthalt auf der Insel Santo Antão zu Ende.
Mit der Fähre erreichten wir die Insel San Vicente, wo sich der Flughafen befand.
San Vicente
Wanderung von Mindelo auf den Monte Verde
Wir verbrachten einen Tag auf San Vicente, den wir für eine Tageswanderung auf den Monte Verde nutzten. Er ist mit 744 Metern der höchste Berg der Insel.
Aussicht über die Insel San Vicente während unserer Wanderung auf den Monte Verde
Sal
Da es keine direkten Flüge von San Vicente nach Sal gab, flogen wir zuerst zur Hauptstadt Praia und nach einer mehrstündigen Wartezeit weiter nach Sal.
Die Insel Sal ist 30 km lang und dank den Stränden und 350 Tagen Sonnenschein im Jahr die touristischte der Kapverdischen Inseln. Zu normalen Zeiten fliegen unzählige Charter-Fluggesellschaften Sal direkt an. Im Januar 2021 gab es jedoch wegen der Pandemie nur Verbindungen von der Hauptstadt Praia.
Santa Maria
Im Haupttouristenort Santa Maria trafen wir nur vereinzelt andere Touristen an. Einige Hotels waren geschlossen.
Ein menschenleerer Strand beim Haupttouristenort Santa Maria.
Das Meer war uns zu kühl zum Baden, so dass wir die Zeit mit Auskundschaften der Restaurants, Spazieren und Joggen verbrachten.
Da unser Aufenthalt in Sal bald zu Ende ging und wir von der Insel noch kaum etwas gesehen hatten, mieteten wir am zweitletzten Tag ein Auto und fuhren die wenigen Sehenswürdigkeiten ab.
Blue Eye (Olho Azul) – Buracona
Als erstes besuchten wir das sogenannte ‚Blaue Auge‘ in Buracano an der Nordwestküste der Insel, 28 km von Santa Maria entfernt. Hier gibt es eine zwanzig Meter tiefe vertikale Höhle am Meer, die hellblau leuchtet, wenn die Sonne hinein scheint. Aus dem Internet hatte ich die Information, dass dies zwischen 11 und 12 Uhr der Fall ist. Doch diese Information war nicht korrekt, denn die Zeit ändert sich im Laufe der Jahreszeiten. Wir hätten mehr als zwei Stunden auf das Naturspektakel warten müssen, so dass wir uns entschieden, darauf zu verzichten und weiter zu fahren. Trotzdem war der Besuch lohnenswert. Das Tosen des Meeres und die Wucht der Wellen, die auf die zerklüftete Küste trafen, waren beeindruckend. Ein Garten mit Wüstenpflanzen und ein Pavillon mit Aussicht auf das Meer rundeten das Angebot ab.
Monte Leste
Gleich hinter dem ‚Blue Eye‘ befindet sich der 263 Meter hohe Monte Leste, ein erloschener Vulkan.
Palmeira
Nur wenige Kilometer vom ‚Blue Eye‘ entfernt befindet sich die kleine Hafenstadt Palmeira.
Am Hafen boten Fischer ihren Fang an.
Ein Fischernetz
Auch ein paar Muränen waren im Angebot.
Die Salzmine von Pedra de Lume
In einem erloschenen Vulkankrater wurde von 1833 bis 1985 Salz abgebaut. Die Salzseen entstanden anfangs im Krater auf natürliche Weise durch das Einsickern von Meerwasser in den unter Meereshöhe liegenden Kraterboden.
1921 wurde eine Seilbahn in Betrieb genommen, die das Salz vom Krater zum Hafen Pedra de Lume transportierte.
Die Überreste der Seilbahn
Die Endstation der Seilbahn beim Hafen
Das Wasser der Salzseen verdunstet und hinterlässt das Salz.
Die Kirche von Pedra de Lume
Der Hafen, wo das Salz verschifft wurde
Bikini Beach
Nachdem wir bei der ‚Shark Bay‘ keine Haie gesehen hatten, war der Bikini Strand im Südwesten der Insel unsere letzte Station auf der Inselrundfahrt. Hier befinden sich unzählige Hotels und Resorts für Pauschaltouristen, die wegen der Pandemie alle geschlossen waren.
Im Bikini Beach Club ist üblicherweise die Hölle los. Begleitet von lauter Disco-Musik waren wir fast die einzigen, die sich einen Drink genehmigten.
Alle Hotels und Resorts am Bikini Strand waren geschlossen.
Santiago Insel
Von Sal flogen wir auf die Hauptinsel Santiago, wo wir die letzte Woche auf Kap Verde verbrachten. Wir wohnten bei einer ausgewanderten Französin im kleinen Ort Fundura im nördlichen Teil der Insel. Der Ort war nur wenige Kilometer vom National Park Serra Malagueta entfernt, in dem wir ein paar Wanderungen planten.
Wanderung von Boa Entrada nach Fundura
Da wir bereits gegen Mittag ankamen, unternahmen wir am Nachmittag eine kleine Wanderung zu einem Kapok Baum im nahen Dorf Boa Entrada. Es ist der grösste Baum auf der Insel Santiago und vielleicht sogar im ganzen Land. Anschliessend spazierten wir durch kaum von Touristen besuchte Dörfer zurück zu unserem Hotel in Fundura.
Nur schon die Wurzeln des riesigen Kapok Baumes waren imposant.
Wegen seiner Grösse war es nicht möglich, den ganzen Baum auf einem Bild festzuhalten.
Auf dem Weg zurück nach Fundura
Diese beiden Frauen tragen je einen Kessel voller Steinen auf ihrem Kopf. Das Lachen ist ihnen aber nicht vergangen.
Wanderung im Serra Malagueta Natural National Park nach Hortelao – grüner Weg
Nach der Registrierung und der Bezahlung einer kleinen Gebühr erhielten wir von der Parkverwaltung eine Karte des Nationalparks. Wir entschieden uns für den auf der Karte grün eingezeichneten Hauptwanderweg vom Parkbüro zum Dorf Hortelao.
Schon bald genossen wir einen weiten Blick auf das Tal des Flusses ‚Ribeira Principal‘
Auf dem Weg
Im Dorf Hortelao trafen wir diese Einheimische, die gebratene Hühnerschenkel anbot. In der Hoffnung, dass diese von freilebenden Hühnern aus dem Dorf stammen, kauften wir je einen Schenkel.
Da kein Aluguer in Hortelao auf uns wartete, wanderten wir der Strasse entlang weiter, inmitten einer imposanten Landschaft.
Irgendwann kam doch noch ein Aluguer vorbei, das uns zum Umsteigeort Tarrafal brachte, von wo uns ein weiteres Aluguer zu einem Aussichtspunkt brachte.
Der grossartige Ausblick von der Strasse vom Parkbüro in Richtung Fundura
Wanderung im Serra Malagueta Natural National Park nach Lagao – blauer Weg
Am nächsten Tag unternahmen wir eine weitere Wanderung auf dem auf der Karte blau eingezeichneten Weg nach Lagao. Dieser Weg war teils schwierig zu finden und hatte keine neuen Aussichten zu bieten, sodass ich diesen Weg nicht empfehlen kann.
Assomada Markt
Die drittgrösste Stadt von Kap Verde, Assomada, lag nur wenige Kilometer von unserem Hotel entfernt. Hier findet zwei Mal pro Woche ein grosser Markt statt, wo es über Früchte, Fleisch, lebende Tiere, Kleider, Möbel, Schuhe, gefälschte Markenartikel, Taschen, Küchenutensilien und Spielzeug alles für den täglichen Bedarf zu kaufen gibt. Wie immer auf solchen Märkten herrscht ein emsiges Treiben, das es einfach macht, Menschen zu fotografieren.
Nach dem Marktbesuch tranken wir einen Kaffee in einer Cafeteria, wo diese aufgestellte Frau uns bediente.
Ribeira da Barca
Mit einem Aluguer fuhren wir am Nachmittag zum Küstenort Ribeira da Barca, wo wir zum Mittagessen fangfrische Meeresfrüchte verspeisten. Anschliessend entdeckten wir die Umgebung, bevor wir mit dem Aluguer zurück fuhren.
Am nördlichen Strand von Ribeira da Barca
Nach einem letzten Morgenrot von unserem Hotel in Fundura aus gesehen reisten wir mit einem Aluguer nach Tarrafal, dem nördlichsten Ort der Insel.
Tarrafal
Die Siedlung mit über 6’000 Einwohnern befindet sich am Ende der beiden Hauptstrassen durch die Insel Santiago, 66 km von der Hauptstadt Praia entfernt. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort durch das portugiesische Konzentrationslager ‚Campo do Tarrafal‘ ausserhalb der Stadt, das inoffiziell auch ‚Campo da morte lenta‘ (Lager des langsamen Todes) genannt wurde. Zwischen 1936 und 1954 wurden hier unter der Diktatur von António de Oliveira Salazar politische Häftlinge einquartiert. Einige überlebten die schlimmen Zustände und Folterungen nicht.
Heute zieht der Strand und die Wellen am Wochenende viele Leute an.
Der Strand an einem Wochentag …
… und am Wochenende
Fischerboote am Strand
Die Wellen eignen sich ideal zum Surfen.
Surfer
Da Tarrafal unsere letzte Destination auf Kap Verde war, leisteten wir uns eine Villa im besten Resort des Ortes.
Während unseres Aufenthaltes auf Kap Verde führte Portugal auch für Transitpassagiere eine PCR-Test-Pflicht ein, so dass wir innerhalb von 72 Stunden vor Abflug das Spital von Tarrafal für den Test aufsuchen mussten. Dank der Unterstützung unseres Resorts erhielten wir das negative Testresultat rechtzeitig vor unserem Transfer zum Flughafen in Praia.
Damit endete eine erlebnisreiche einmonatige Reise auf Kap Verde. Vor allem die Landschaften auf den Inseln Santo Antão und Santiago waren fantastisch. Gerne hätten wir auch die Insel Fogo mit dem Vulkan ‚Pico do Fogo‘ besucht. Und auf der Insel Santiago gibt es noch mehr grossartige Gegenden zu entdecken. Zudem beeindruckte uns die Freundlichkeit und Ehrlichkeit der Leute.
Das Flugzeug von Portugal in die Schweiz war fast leer, da die Schweiz für Reisende ab Portugal eine 10-tägige Quarantäne verlangte. Da wir aus Kap Verde kamen und in Lissabon bloss umstiegen, blieb uns diese erspart.
Nach 10 Tagen in der Schweiz reiste ich weiter nach Costa Rica.