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Syl Johnson (1936 - 2022)
Blues und Hip-Hop
Syl Johnson wurde am 1. Juli 1936 in Holly Springs (Mississippi) als Sylvester Thompson geboren. Im 1959 startete Syl seine Aufnahmen under dem Namen Syl Johnson. Jimmy Johnson, sein älterer Bruder, folgte diesem Beispiel. Syl hat seinen Blues-Hintergrund und sein Gespür für Soul und Funk in eine Hit-Karriere verwandelt, die noch profitabler wurde, als Hip-Hop-Künstler begannen, seine alten Platten zu sampeln.
Nach ihrem Umzug nach Chicago freundete sich Syl mit dem jungen Magic Sam an, und Syl's Bruder Mack Thompson wurde Sams regelmässiger Bassist.
Auf Johnsons Gitarrenspiel wurde Eddie Boyd aufmerksam, der Syl als Mitglied seiner Band engagierte. Johnson arbeitete auch mit Billy Boy Arnold zusammen und wirkte 1956 und 1957 an dessen Aufnahmen mit. Die Blues Discography listet ihn auch bei Sessions mit Elmore James, Junior Wells und Harmonica George Robinson auf, und Johnson erinnert sich, dass er in einer Fünf-Gitarren-Besetzung mit Jimmy Reed im Studio spielte.
Im 1959 erhielt er einen eigenen Vertrag mit Federal Records und nahm mehrere Blues- und R&B-Singles auf bis er schliesslich 1967 mit dem funkigen "Come On Sock It to Me", einer Anspielung auf einen beliebten Slogan, beim Twilight-Label auf fruchtbaren Boden stiess. Im Einklang mit der Zeit erreichten auch "Different Strokes" und "Dresses Too Short" die R&B-Charts. Der Klassiker "Is It Because I'm Black" und "Concrete Reservation" reihten sich in seine Billboard-Hitliste ein. Der grösste Hit war "Take Me to the River".
In den 1960er und 70er Jahren war Johnson einer der Top-Stars der Chicagoer Soul-Szene. In den 80er Jahren besann er sich auf seine Blues-Wurzeln und begann mit der LP "Brings Out the Blues in Me". Seinen letzten Hit "Ms. Fine Brown Frame" nahm er mit James Cotton's Blues Band auf und Buddy Guys Bruder Phil begleitete ihn bei Sessions in Chicago und in Frankreich, wo Johnson die LP "Suicide Blues" aufnahm. Mit einer Mischung aus Soul, Blues und Funk nahm er für die bluesorientierten Labels Delmark und Antone's auf und begann, in Bluesclubs und auf Festivals verstärkt Gitarre und Mundharmonika zu spielen. Er und Jimmy - dessen musikalischer Weg ihn ebenfalls vom Blues zum Soul und zurück geführt hatte - nahmen 2001 gemeinsam die CD "Two Johnsons Are Better Than One" auf.
Nachdem er 10 Alben veröffentlicht hatte, zog sich Johnson Ende der 1980er Jahre zurück, kehrte aber Mitte der 1990er Jahre zur Musik zurück wo er mit seiner Tochter Syleena Johnson aufnahm.