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Die Ballyschuhfabriken in Schönenwerd und Dottikon waren im 19. und 20. Jahrhundert wichtige Arbeitgeber in der Region. Bis in die 1970iger-Jahre bot die Schuhindustrie zahlreiche Arbeitsplätze. Der Ballyschuh war weltbekannt und von hoher Qualität.
Eigentlich wollte Carl Franz Bally im Frühjahr 1850 nur seiner Gattin Cecilie ein Paar schicke Stiefelchen aus Paris mitbringen. Da er aber ihre Schuhgrösse nicht kannte, kaufte er gleich ein ganzes Dutzend. Auf der Heimreise in die Schweiz kam er beim Anblick so vieler Schuhe auf die Idee, die grösste Schuhfabrik der Welt zu gründen.
1851 produzierte Bally mit 30 Arbeitern in Schönenwerd mehrere hundert Paar Schuhe, was ein totaler Misserfolg war, denn die Schuhe waren zu eng und schlecht gearbeitet. Sechs Jahre später wurden Schuhe an Südamerika exportiert und die Nachfrage stieg rasch. 1870 reiste Carl Ballys ältester Sohn in die USA, um moderne Schuhfabriken anzuschauen, kaufte Maschinen und stellte die Produktion in Schönenwerd von Hand- auf Maschinenarbeit um. 1916 erreichte Bally Rekordzahlen: 3,9 Millionen Paar Schuhe konnten verkauft werden, 60% davon im Ausland. Bally hatte damals 7159 Mitarbeiter. 5 Jahre später sank die Jahresproduktion auf 1,83 Millionen Paar Schuhe- Folge des Währungszerfalls in Franktreich und Deutschland. 1939 beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mussten die Hälfte der Arbeiter in den Militärdienst. Bally begann 1943 mit dem Bau einer Gummischuhfabrik. Nach dem Krieg, 1945 lief der Rohstoffhandel wieder, die Nachfrage nach Schuhen stieg und 1946 wurden erste Gastarbeiter, vor allem aus Italien angestellt. 1969 war jeder zweite Schuh ein Billigprodukt aus dem Ausland. Der teure Schweizer Schuh hatte grosse Konkurrenz erhalten. Ab 1970 zogen sich die Mitglieder der Familie Bally allmählich aus der Geschäftsleitung zurück. 1980 stiegen die Umsätze in Asien, wo Bally-Schuhe zum Statussymbol wurden und Bally machte wieder Gewinne. Anfangs 90iger Jahre brach der Umsatz wieder ein, das Unternehmen wurde reorganisiert, Absätze, Leisten und Sohlen wurden zunehmend von anderen Produzenten eingekauft. 1999 wurde Bally an die texanische Gesellschaft Texas Pacific Group verkauft. In den 90iger-Jahren kamen die ersten Schliessungen in Schönenwerd. Mitte Februar 2000 wurde die Produktion ganz eingestellt und die verbliebenen 130 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhielten die Kündigung. Der Firmensitz wurde nach Caslano im Tessin verlegt. 2001 feierte Bally sein 150 jähriges Firmenjubiläum. Bally beschäftigt heute weltweit noch 974 Mitarbeiter, davon 384 in der Schweiz. Weltweit gibt es heute 200 Bally-Stores, deren Zahl noch wachsen soll.
Ballypark
Carl Franz Bally, der Gründer der Bally-Schuhfabriken, begann 1868 mit der Meliorierung des sumpfigen Schönenwerder Schachenlandes zwischen der Eisenbahnlinie Olten – Aarau und der Aare. Auf dem neu gewonnenen Land baute er zunächst einen Gewerbekanal, der den Antrieb des firmeneigenen Kraftwerkes gewährleistete. Anschliessend liess er zwischen diesem Kanal und der Bahnlinie eine erste Parkanlage anlegen, die als Erholungsraum für die Arbeiterschaft und die Öffentlichkeit bestimmt war. Bally verband damit auf geschickte Weise den für eine zufriedene Arbeiterschaft notwendigen Erholungsraum mit der ebenso nötigen industriellen Nutzung des Geländes.