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Umsatz und Unternehmenswert
Umsatz und Unternehmenswert sind Grössen, die in der Unternehmensbewertung oft verbunden werden. Man kalkuliert Verhältniskennzahlen und verwendet diese, um den Preis einer Firma zu berechnen. Das nachfolgende Beispiel soll dies veranschaulichen.
Die Gebäudereinigung
Ein Reinigungsunternehmen mit einem Jahresumsatz von CHF 800'000 ist zu bewerten. Zunächst ist zu klären, zu welchen Preisen andere Reinigungsunternehmen verkauft worden sind. Dann dividiert man die Preise mit den Jahresumsätzen der Firmen. Es resultieren die Umsatzmultiplikatoren der Reinigungsunternehmen. Daraus lässt sich ein Durchschnitt berechnen, der (bei ausreichender Datenmenge) dem Umsatzmultiplikator der Branche entspricht. In unserem Beispiel betrage er 0.7. Der Wert des Reinigungsunternehmens wäre folglich mit CHF 560'000 zu veranschlagen.
Gerade weil dieses Vorgehen durch seine Einfachheit zu überzeugen vermag, ist Vorsicht angezeigt. Zu schnell ist der Schluss gezogen, dass man für jede beliebige Reinigungsfirma das 0.7-fache des Umsatzes zu zahlen hat. Indem man Umsatz und Unternehmenswert verbindet, verleitet man zu der irrigen Annahme, dass der Umsatz einen Werttreiber darstellt. Dies trifft aber nicht zu. Käufer von Firmen interessiert, ob das Unternehmen wächst, wieviel Rendite es erzielt, welche Risiken es aufweist, wie es langfristig aufgestellt ist und ob es gut geführt wird. Mit diesen Informationen versucht der Markt, die einzige Frage, die für die Unternehmensbewertung zählt, zu beantworten: Welche Geldüberschüsse vermag dieses Unternehmen künftig zu erzielen? Wie viel Umsatz erzielt wird, wie viel Arbeit der Inhaber in das Unternehmen gesteckt und welchen emotionalen Wert es für ihn darstellt, interessiert den Markt nicht. Diese Einsicht mag hart sein, aber sie entspricht der Realität.
Umsatzmultiple plausibilisiert Unternehmensbewertungen
Für die Bewertung eines einzelnen Unternehmens taugt der Umsatz nicht. Es macht aber durchaus Sinn, den Umsatz heranzuziehen, um den berechneten Marktwert eines KMU zu hinterfragen. Betrachten wir nochmals das obige Beispiel. Nehmen wir an, die Unternehmensbewertung wurde durchgeführt und es resultierte ein Wert von CHF 700'000. Dies liegt deutlich über dem Wert, der gemäss Umsatzvergleich angezeigt ist. Diese Abweichung macht Sinn, wenn die Firma rentabler ist oder weniger Risiken aufweist als andere Firmen in der Branche. Ist dem nicht so, dürfte sich ein Fehler eingeschlichen haben. Auf diese Weise kann ein Umsatzvergleich helfen, Fehler in Bewertungen zu orten bzw. das Bewertungsmodell zu verfeinern.