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Die Bienenzüchtervereine Basel, Arlesheim und Dorneck haben im Jahr 2014 gemeinsam beschlossen, in ihrem Vereinsgebiet eine koordinierte Varroabehandlung der Bienenvölker durchzuführen. Das Ziel ist, mit den zurzeit bestens bewährten Methoden zeitlich koordiniert eine signifikante Verminderung der Varroaschäden zu erreichen. Im 2015 hat sich auch der Bienenzüchterverein Laufental als vierter Verein der koordinierten Varroabehandlung angeschlossen.
Koordinierte Varroa-Behandlung 2017: Zwischenbericht
Dieses Jahr wurde zum 4. Mal in unserem und den benachbarten Vereinsgebieten die Varroabehandlung zeitlich koordiniert. Die Zieldaten für den Beginn der Langzeitbehandlungen waren 22. – 25. Juli für die erste und 26. – 29. August für die zweite Behandlung. Diese Daten wurden mit wenigen Ausnahmen eingehalten. Es wurden Rückmeldungen von 31 Bienenständen erhalten, 22 von Mitgliedern unseres Vereins, 4 von Mitgliedern des Vereins Dorneck, 3 von Basel und 2 aus dem Laufental.
Resultate
Vor Beginn der ersten Behandlung waren auf nur 6 Bienenständen stark vermilbte Völker vorhanden. Die Fallzahlen als Folge der Behandlung waren höher als im Vorjahr, meist mehrere 100 pro Volk, auf mehreren Bienenständen mehr als 3000 pro Volk. Der Vergleich des Milbenfalls pro Tag vor Beginn der Behandlung mit jenem während der Behandlung weist in den allermeisten Fällen auf eine effiziente Erniedrigung des Varroadrucks. Die maximalen Tagestemperaturen waren zu Beginn der Behandlung etwa 20 Grad, stiegen dann Anfangs August auf 30 Grad, eine ideale Situation für eine erfolgreiche Behandlung.
Die Nachkontrolle des täglichen Milbenfalls drei Wochen nach Beginn der 1. Behandlung zeigte in einigen Fällen einen raschen Wiederanstieg der Varroapopulation, sodass die zweite Behandlung fallweise zeitlich vorgezogen werden musste, um das Überschreiten der Schadenschwelle zu verhindern. Dies wurde im Falle einzelner Völker auf 8 Bienenständen getan, mit dem Ziel, nach der zweiten Behandlung falls nötig noch eine dritte nachschieben zu können, bevor die Herbsttemperaturen fallen.
Vor Beginn der zweiten Behandlung waren die täglichen Fallzahlen deutlich höher. Auf 15 von 27 Ständen (56%) wurden hohe Spitzenwerte (mehr als 20 Milben/Tag) gezählt, und auf 6 dieser Stände (22%) war auch der Mittelwert für alle Völker höher als 20 Milben/Tag. Die Behandlungsbedingungen waren kritisch: zu Beginn herrschten maximale Tagestemperaturen von bis zu 30 Grad, doch wenige Tage danach (31.8.) verursachte eine Kaltfront für mehrere Tage eine Abkühlung auf max. 20 – 25 Grad. Dementsprechend waren die Resultate der zweiten Behandlung nicht optimal, besonders dort, wo die Verdunsteröffnungen nicht angepasst wurden. Auf 10 von 37 Ständen weisen die Zahlen auf unbefriedigende Resultate.
Die Nachkontrolle des täglichen Milbenfalls drei Wochen nach Beginn der zweiten Behandlung zeigte dann auch auf 13 von 27 Ständen (48%) sehr hohe Spitzenwerte (mehr als 10 Milben pro Tag), und auf 6 Ständen (22%) auch zu hohe Durchschnittswerte (mehr als 8/Tag). In all diesen Fällen wurde zu einer dritten Behandlung geraten. Die Temperaturen waren dieses Jahr glücklicherweise bis in den Oktober hoch genug, um selektiv noch Behandlungen mit Ameisensäure durchzuführen.
Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass die neuerdings notwendig gewordene dritte Sommerbehandlung mit Ameisensäure nur selektiv und ausnahmsweise empfohlen wird. Sie soll nur dort stattfinden, wo bei starken Völkern der Nachweis besteht, dass die vorgängigen Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg hatten. Dieser Nachweis erfordert eine sorgfältige Kontrolle des Milbenfalls vor, während und nach der Behandlung, so wie dies in unseren Fragebogen angezeigt ist.
Ausblick
Jetzt müssen die Völker noch einer Winterbehandlung mit Oxalsäure unterzogen werden, was zwingend in brutfreiem Stadium zu erfolgen hat. Es scheint, dass dies bereits in der letzten Novemberwoche der Fall sein könnte.
Für die Überwinterung können wir eine gute Prognose stellen. Die Völker sind meist stark und gesund. Die Winterverluste dürften sich auf ein erträgliches Niveau beschränken. Wir sind gespannt auf die Frühlings-Rückmeldungen, insbesondere auf jene mit schwierigem Behandlungsverlauf. Die Resultate werden Ende März 2018 auf dieser Seite publiziert.
Zum Schluss möchte ich all jenen, welche sich die Mühe genommen haben, Rückmeldungen zu erstatten, meinen herzlichen Dank aussprechen. Ich habe auf alle Rückmeldungen per e-mail geantwortet, um den Kolleginnen und Kollegen zu helfen und gleichzeitig einen lebendigen und hoffentlich hilfreichen Dialog über das Hauptproblem der Bienenzucht zu ermöglichen. Die Rückmeldungen haben einen grossen Wert für die Entstehung neuer Ideen und verbesserter Methoden der Varroabehandlung. Zudem entsteht auf diese Weise ein Kommunikations-Netzwerk, welches in unserem Bestreben, das Problem in den Griff zu bekommen, eine zunehmend wichtige Rolle spielen kann.
Ben Reinhardt 22.Oktober 2017