Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03640.jsonl.gz/2151

NGC 2261, Hubbles variabler Nebel
Objektbeschreibung
Wie viele interessante Deep-Sky Objekte, die heute dem Amateur zugänglich sind, wurde auch NGC 2261 von Wilhelm Herschel entdeckt. Er beobachtete diesen Nebel am 26. Dezember 1783 und katalogisierte ihn als IV 2 und schrieb dazu: «beträchtlich hell, fächerförmig, etwa 2' lang vom Zentrum». [463]
Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde dann die namensgebende Entdeckung gemacht: Der berühmte Astronom Edwin Hubble stellte aufgrund von Fotografien fest, dass sich Helligkeit und Form des Nebels von Zeit zu Zeit ändern. Es konnten zwei verschiedene Ursachen gefunden werden:
- Im Nebel befindet sich ein unregelmässig veränderlicher Stern, R Monocerotis, dessen Helligkeitsschwankungen bis zu vier Grössenklassen betragen.
- R Monocerotis wird zeitweise von Staubwolken verdeckt, bestimmte Gebiete des Nebels erhalten dann kein Sternlicht mehr und sind verdunkelt. Veränderungen können in grösseren Teleskopen während kurzen Zeiträumen wie Monaten, Wochen und sogar Tagen sichtbar werden!
Wegen der eigentümlichen Form von NGC 2261, welche an einen langbärtigen Mann erinnert, der in einen langen, dicken Wintermantel eingehüllten ist, wird dieser Nebel auch Santa Claus Nebula genannt. Dazu kommt noch, dass er besonders gut im Winter während der Weihnachtszeit zu beobachten ist.
Der Stern R Monocerotis befindet sich in etwa 2500 Lichtjahren Entfernung zur Erde. Er kann nicht direkt, sondern durch das von Staubwolken reflektierte Licht gesehen gesehen werden. Die Masse des Sterns wird auf 10 Sonnenmassen und sein Alter auf nur 300'000 Jahre geschätzt. Vermutlich existiert noch ein symmetrisches Gegenstück zum fächerförmigen Nebel auf der südlichen Seite des Sternes, doch wird dieses von dazwischen liegendem Staub auf unserer Sichtlinie verdeckt. [220]
|Bezeichnung||NGC 2261|
|Typ||EN+RN|
|Rektaszension||06h 39m 09.5s|
|Deklination||+08° 44' 40"|
|Durchmesser||3.00 × 1.0 arcmin|
|Visuelle Helligkeit||9.0 mag|
|Dreyer Beschreibung||B, vmE 330°, N com = * 11|
|Identifikation||LBN 920, Hubble's variable nebula|
Wie findet man Hubbles Variablen Nebel?
Hubble's Variable Nebula liegt im Sternbild Einhorn (Monoceros) etwa auf halber Strecke zwischen Alzirr (ξ Geminorum) und dem Rosette Nebula (NGC 2237+), dessen offener Sternhaufen in dunklen Nächten schon von blossem Auge gesehen werden kann. Der Weihnachtsbaum-Haufen (NGC 2264) dem 4.7 mag Stern 15 Monocerotis liegt etwa ein Grad entfernt in Richtung elf Uhr und kann ebenfalls schon von blossem Auge erkannt werden. Das 1°-Closeup zeigt den Weg vom Konusnebel in NGC 2264 über den 7 mag hellen Doppelstern HD 47888 zum Hubbles variablen Nebel (NGC 2261). Die beste Beobachtungszeit ist November bis März.
Visuelle Beobachtung
200 mm Öffnung: Die Beobachtung von NGC 2261, ist stark von den atmosphärischen Bedingungen abhängig! Es handelt sich um ein relativ helles und kleines Objekt, darum kommt es hier besonders auf die Luftruhe (Seeing) an, ob Struktur erkennbar ist oder nicht.
Bei schlechtem bis mittelmässigem Seeing beobachte ich mit Vergrösserungen zwischen 100- und 150fach, bei mittelmässig bis guten Verhältnissen zwischen 150- und 200fach und bei guten bis sehr guten Bedingungen gehe ich auch über 200fach. (Dies gilt für ein Spiegelteleskop mit 20 cm Öffnung und 2 m Brennweite.)
Beim Betrachten von Hubbles Variablem Nebel erkenne ich drei Bereiche: (I) den Stern R Monocerotis an der Spitze des Nebels, (II) den hellen, südlichen Bereich der den Stern enthält und (III) das nördlich anschliessende schwächere Gebiet. Die Grenze zwischen Gebiet II und III verläuft unregelmässig. Bei gutem Kontrast ist diese deutlich sichtbar.
Wegen der Veränderlichkeit des Nebels ist es lohnenswert Skizzen am Teleskop anzufertigen. Hubbles Variabler Nebel ist eines der wenigen Deep-Sky-Objekte an dem der Amateur-Astronom innert kurzer Zeit sichtbare Veränderungen feststellen kann - er ist damit eines der interessantesten und spannendsten Objekte!
400 mm Öffnung: Der Anblick des fächerförmigen Nebels ist ziemlich beeindruckend. Es erscheint hell und hält höheren Vergrößerungen stand. Strukturen innerhalb des Nebels wurden nicht erkannt, nur eine nach außen abnehmende Helligkeit. Da Reflexionsnebel am besten ohne Filter zu sehen sind, habe ich es nicht mit einem O-III-Filter versucht. — Taurus T400 f/4.5 Dobsonian, Bernd Nies, Glaubenberg Langis, 28. Februar, 2022