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Viktor Röthlin, wie viel Flüssigkeit haben Sie bei einem Marathon jeweils verloren?
So ganz genau wusste ich das nie, denn das hing auch von den Witterungsbedingungen ab. Durchschnittlich versuchte ich pro Stunde zwischen 0,7 und einem Liter Flüssigkeit aufzunehmen, bei einer Zeit knapp über zwei Stunden trank ich also wohl etwa zwischen anderthalb und zwei Litern. Was sicher ist: Ich trank auf jeden Fall weniger, als ich während dem Wettkampf an Flüssigkeit verschwitzte, daher war ich im Ziel immer beträchtlich leichter als am Start. Die Kunst im Leistungssport ist, nicht mehr zu trinken, als man aufnehmen kann, aber so viel, dass es zu keinem Leistungsabfall kommt. Auch im Breitensport sind sowohl Flüssigkeitsverlust wie auch Bedarf individuell, aber gleichzeitig gibt es ein paar Faustregeln, die man als Anhaltspunkt nehmen kann. Bei Ausdauerleistungen müssen auch gut trainierte Personen bereits bei rund 2–3 % wasserbedingtem Gewichtsverlust mit ersten Leistungseinschränkungen rechnen. Bei einem 75 kg schweren Läufer wäre dies also bereits bei einem Flüssigkeitsverlust ab 1,5 Liter der Fall, bei einer 60-kg-Frau sogar schon bei 1,2 Liter. Bei hohen Temperaturen und grosser Anstrengung kann man im Sport aber deutlich mehr als 2 Liter pro Stunde verschwitzen. Das bedeutet, dass es bei einer intensiven, mehrstündigen Ausdauerbelastung zwingend ist, genügend Flüssigkeit aufzunehmen, denn sonst droht ein massiver Leistungseinbruch.