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Lay summary
Der gesellschaftliche und politische Wandel, welcher in der Schweiz den Übergang vom 18. ins 19. Jahrhundert prägte, schlug sich auch in einer tiefgreifenden Veränderung und Verunsicherung der Alltagsreligiosität nieder. In auffallender Häufigkeit traten in dieser Zeit außergewöhnliche religiöse Erscheinungen auf, indem Einzelne oder Gruppen mit ihrer religiösen Praxis die gesellschaftlichen Normen grob verletzten und damit die soziale Entwicklung in Frage stellten. Im vorliegenden Projekt wird einerseits der Umgang der neu konstituierten staatlichen und kirchlichen Autoritäten mit den Devianten untersucht, und es geht um die Interpretation ihres Verhaltens im Blick auf ihre individuellen Lebenszusammenhänge. Ein besonderes Augenmerk gilt der Tatsache, dass auffallend häufig Frauen beteiligt waren. Das Projekt soll insgesamt einen Beitrag leisten zum Verständnis der Krisen am Übergang zur bürgerlichen Gesellschaft, der Säkularisierung, der Rekonfessionalisierung im 19.Jahrhundert und der Feminisierung des Religiösen.