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Zum ersten Mal seit 2004 rütteln die Ligen am Modus. Wegen der Corona-Krise wird der Abstieg in National League und Swiss League für nächste Saison ausgesetzt. Aufsteiger soll es trotzdem geben.
Zudem wurden in beiden Ligen mehr Spiele (52 statt 50 Qualifikationsrunden) und mehr Playoffs (mit 10 statt 8 Teams) beschlossen. Die Einigkeit unter den Klubs bei der Versammlung in der VIP-Arena der Berner Eishockey-Arena war gross. Alle Beschlüsse bedurften einer Dreiviertelmehrheit, weil sie die nächste Saison betreffen. Die Klubs waren sich aber in allen Punkten sogar einig.
Denis Vaucher, der Ligadirektor, sprach von «guten Lösungen». Die in Bern gefällten Entscheide sollen den Klubs helfen. Die Klubs kriegen Planungssicherheit. Jeder Verein weiss, dass er den Platz in der Liga auf sicher hat, wenn er die Coronavirus-Krise überlebt. Niemand muss nächste Saison im Abstiegskampf zusätzliches Geld in die Hand nehmen, weil es in der National League wie auch in der Swiss League keinen Absteiger gibt.
Gleichzeitig dürfen die Meister der Swiss League (in die National League) und der MSL (in die Swiss League) aufsteigen, wenn sie die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen Aufstieg erfüllen. Und diese Voraussetzungen sind ebenfalls weniger streng als auch schon.
Damit ist zumindest die Möglichkeit gegeben, dass die Saison 2021/22 mit 13 Teams in den beiden obersten Ligen beginnen wird. Mit 13 Klubs spielte die NLA zuletzt in der Saison 2003/04 – weil der Verband im Frühling 2003 wegen eines Forfait-Entscheids, der nach Ende der Qualifikation eine Rangverschiebung am Strich bewirkte, die Abstiegs-Playoffs strich. Basel stieg damals als NLB-Meister in die NLA auf.
– Aufstiegswillige Swiss-League-Klubs wie Kloten, Olten, Visp und allenfalls Cupsieger Ajoie (nach Fertigstellung der neuen Halle) können im Frühling 2021 aufsteigen, ohne sich in einer Ligaqualifikation beweisen zu müssen. Wer aufsteigen will, muss dies vor der Saison (bis August 2020) anmelden. Wie die Meisterschaft in der darauffolgenden Saison mit 13 Teams aussehen würde, wollen die Klubs an der ordentlichen Ligaversammlung am 17. Juni beschliessen. Klar ist: Selbst wenn mit 13 Teams gestartet würde, gäbe es keinen direkten Absteiger, was eine Ligaqualifikation am Ende der Saison 21/22 aber nicht ausschliesst.
– Die zwei neuen Solidaritätsrunden werden im vorhandenen Spieldatenplan am 1. November und am 14. Februar eingestreut. Die Ausführungsbestimmungen (wer spielt gegen wen?) werden Mitte Juni geklärt. Die Partien dürften eher eingeteilt als ausgelost werden, denn sie sollen primär für Klubs und Fans auch attraktiv sein. Die neuen Solidaritätsrunden beruhen auf der Annahme und der Hoffnung, dass die Saison wie geplant im September oder spätestens im Oktober vor Zuschauern starten kann. Weiter existieren bei der Liga alternative Szenarien mit weniger Runden, falls die Meisterschaft später in Angriff genommen werden kann.
– Geisterspiele schliesst die Liga aus, ausser die Klubs erhalten für den Ertragsausfall finanzielle Entschädigung vom Bund. Den Ertragsausfall pro Heimspiel beziffert die Liga für die Klubs auf rund 550'000 Franken.
– Die Aufstockung der Playoffs auf zehn Teams ist die Folge des ausgesetzten Abstiegs. Denn dadurch fällt die Platzierungsrunde für die Klubs auf den Plätzen 9 bis 12 weg. In Vor-Playoffs käme es zu Duellen (Modus «Best of 3») 7. - 10. und 8. - 9. der Qualifikation um die letzten beiden Plätze in den Viertelfinals. Die ersten sechs Teams der Qualifikation wären für die Runde der letzten acht gesetzt.
Längst nicht alle Themen wurden in der Berner PostFinance-Arena angesprochen. Der Berner Regierungsrat genehmigte die Versammlung unter der Auflage, nur die dringlichsten Fragen zu klären. Die Ausländer-Thematik kommt bei der ordentlichen Versammlung am 17. Juni auf den Tisch. Ebenfalls werden erst im Juni die Auswirkungen der Änderungen auf die Saisons ab Herbst 2021 angegangen. Die Einführung des direkten Abstiegs ist dabei aber kein Thema – auch nicht, wenn die Liga 13 Teams umfassen sollte. (pre/ram/sda)