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Sinfoniekonzert
Orquesta de la Comunidad de Madrid
Marzena Diakun, Leitung
Pablo Sáinz-Villegas, Gitarre
Das Orquesta de la Comunidad de Madrid, Marzena Diakun (Leitung) und Pablo Sáinz-Villegas (Gitarre) berauschen mit Spanischen Klassikern wie «El amor brujo» von Manuel de Falla und grosser Sinfonik.—
Joaquín Rodrigo (1901–1999):
Concierto de Aranjuez
Manuel de Falla (1876–1946):
Suite «El amor brujo»
Antonín Dvořák (1841–1904):
Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88
Regionen haben oft ihren ganz eigenen Sound. Das Orquesta de la Comunidad de Madrid (ORCAM) und seine Chefdirigentin Marzena Diakun nehmen das Publikum mit ins südspanische Andalusien, die Residenzstadt Aranjuez sowie in entlegene böhmische Dörfer und Landschaften.
Ein Konzert für Gitarre und Orchester hört man nicht alle Tage. Mit Pablo Sáinz-Villegas bietet sich zudem die Chance, einen der gefragtesten Gitarristen unserer Zeit auf der Bühne zu erleben. Das 1939 entstandene «Concierto de Aranjuez» von Joaquín Rodrigo wurde inspiriert vom Palast in Aranjuez, der ehemaligen Frühjahrsresidenz der spanischen Könige. Rodrigo, seit seinem vierten Lebensjahr fast vollständig erblindet, war hier oft mit seiner Frau in den Gärten spazieren. Im Stück lässt er die höfische Musik vergangener Jahrhunderte wieder aufleben, zum Beispiel den heiteren Fandango, einen beliebten, von animierenden Takt- und Rhythmuswechseln geprägten Singtanz. Die ergreifenden Melodien des berühmten zweiten Satzes sind dagegen Klagegesängen nachempfunden, wie sie bis heute in Spanien während der Karfreitagsprozessionen angestimmt werden.
Die Ballettmusik «El amor brujo» (Der Liebeszauber) von Manuel de Falla ist eine leidenschaftliche Hommage an die Musik seiner andalusischen Heimat. De Falla war fasziniert vom «Cante jondo», den alten Flamencoformen, und setzte sich u. a. mit einem Gesangswettbewerb für das Fortbestehen dieser Traditionen ein. «El amor brujo» lebt stark vom Charakter des Flamencos. Es spielt im Milieu der «Gitanos», der spanischen Roma, und zelebriert vor allem deren reichhaltige Musik. Hier treffen elegische Gesänge auf markante Rhythmen, hier verbinden sich unverkennbar «spanische» Themen und Motive mit stimmungsvollen Klangflächen. Das ORCAM spielt eine 1925 vom Komponisten zusammengestellte Orchestersuite mit Stücken aus dem Ballett. Im Mittelpunkt steht der rituelle Feuertanz mit seinen brodelnden Orchestereruptionen.
Temperamentvoll geht es auch in der «8. Sinfonie» von Antonín Dvořák zu, etwa im wilden Geschwindmarsch des Finalsatzes. Dvořák schöpfte in seinen Kompositionen häufig aus Tänzen und Liedgut seiner böhmischen Heimat, deren Natur und Landschaften er besonders liebte. Sein von melodischer Schönheit überbordendes Werk ist dafür klingendes Beispiel.
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