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Ich bin in Zürich geboren und im ausserrhodischen Dorf Trogen aufgewachsen – in einem Haus voller Bücher. Am liebsten nahm ich diejenigen aus Vaters Regal, für die ich "noch zu jung" war, und kletterte damit auf einen meiner Lieblingsbäume, um in Ruhe zu lesen. So schloss ich frühe und dauerhafte Freundschaft mit Mascha Kaléko, Katherine Mansfield, Leo Perutz, Virginia Woolf und Friedrich Dürrenmatt. Selbstverständlich wollte ich Schriftstellerin werden und strapazierte die Geduld von Familie und Freundinnen mit meinen Geschichten in von Hand gebundenen Heften. Dass Literatur nicht immer harmlose Folgen hat, lernte ich mit vierzehn, als ich wegen eines Texts in der Schülerzeitung fast von der Schule flog.
Das mit der Schreiberei lief nebenher mit, mein Leben lang. Doch zuerst einmal wanderte ich als junge Frau nach Chile aus, studierte an der Universidad de Concepción Botanik – Pflanzen sind neben Büchern meine andere grosse Liebe – forschte und unterrichtete, schrieb wissenschaftliche Artikel zu botanischen und vegetationsökologischen Themen, arbeitete in Kulturprojekten der indigenen Mapuche mit und vertiefte mich ins botanische Zeichnen.
Seit meiner Rückkehr in die Schweiz arbeite ich als Bibliothekarin mit alten Drucken, d.h. mit Büchern des 15.-18. Jahrhunderts (seit 2012 in der Zentralbibliothek Solothurn). Und endlich begann ich, andere als wissenschaftliche Texte zu veröffentlichen – als Erstes mehrere Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien. Im Juli 2021 erschien im eFeF-Verlag Wettingen "Vorläufig: Prosatexte". Im April 2022 kam im Zytglogge Verlag "Im Sommer sind die Schatten blau" heraus, mein erster Roman. Aktuell sind zwei weitere Romanmanuskripte und mehrere Kurzgeschichten in Arbeit.
Portraitfoto: Carole Lauener, Biel/Bienne 2021