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Steinrötel und Steinhuhn besiedeln praktisch den gleichen Lebensraum und trotzdem konnte ich dieses Jahr im besuchten Steinhuhngebiet noch keine Steinrötel feststellen. So muss ich mich mit früheren Aufnahmen begnügen, habe diese aber noch einmal neu bearbeitet und hochgeladen. Was nicht ist, kann ja aber noch werden..
Das Ringelnatterweibchen mit dem bläulichen Auge steht kurz vor der Häutung. Sie ist eines von insgesamt 5 Exemplaren, die ich letzten Freitag im Kanderdelta gefunden habe. Meine Befürchtung, dass die im Winter vorgenommene Kiesüberschüttung der Blockwurfsteine am Westufer der Kander, sich negativ auf die Ringelnatterpopulation ausgewirkt haben könnte, scheint glücklicherweise unbegründet zu sein.
Wer Schlangen mehr als ein paar Sekunden beobachten will, muss sich sehr behutsam und auf leisen Sohlen anschleichen. Dabei ist Wissen und Erfahrung, wo sich Reptilien aufhalten natürlich von Vorteil. Ein Männchen und ein Weibchen hatten ihren Sonnenplatz auf einem Asthaufen, wo sie bei geringster Gefahr schnell und einfach im Astgewirr verschwinden konnten, während eine Dreiergruppe mit einem Männchen und zwei Weibchen einen Platz am Kanderufer gefunden hatte. Erst als die Nattern, ausgelöst durch eine ungeschickte Bewegung von mir, auf mich aufmerksam wurden und sich in den Hohlraum unter Blockwurfsteinen verzogen, löste sich der Knäuel an Schlangenleibern zu drei Individuen auf.
Der Schlangenknäuel besteht aus einem einheitlich grauen Weibchen mit blauem Auge, einem Weibchen mit sandfarbenen Schuppen mit schwärzlichen Flecken und einem kleineren Männchen unten rechts.
Dieses dunkle Männchen wurde offensichtlich von blutsaugenden Mücken belästigt. Direkt am Auge ist ein Insekt zu erkennen dessen Hinterleib mit Blut vollgesogen ist. Auf dem Schlangenleib links sind zwei weitere Mücken zu erkennen. Auch Schlangen können von Parasiten wie Zecken und Milben befallen sein; bezüglich Stechmücken habe ich im Web keine Infos gefunden.
Die erfolgreiche Steinhuhnexkursion von anfangs Juni hat mich gedanklich nicht mehr losgelassen. Ich musste nochmals hinauf, die Chance auf ein zweites Steinhuhn-Shooting kommt vielleicht nicht so schnell wieder! Als dann Wetter und Zeitfenster passten, gab es kein Zögern mehr.
Bei der Sennhütte angekommen, suchte ich zuerst mit dem Fernglas das Gelände nach einem möglichen Versteck ab. Am idealsten wäre eine Jungtannengruppe in deren Schatten ich mich verstecken könnte. Auf Schleichwegen durch den lockeren Wald stieg ich zur ausgewählten Baumgruppe hoch. Vor Ort angekommen zeigte sich, dass das Versteck, mit gutem Rundblick, meinen Wünschen entsprach, wenn nur nicht das heftige Gezetter einer Ringdrossel die ganze Sache in Frage gestellt hätte. Schnell war mir klar, im Astgewirr über mir hatte ein Ringdrosselpaar ihr Nest mit bettelnden Jungen. Hier konnte ich nicht bleiben, da kommt kein Steinhuhn vorbei. Also schloss ich mit den Ringdrosseln einen gut schweizerischen Kompromiss; ich verschob mich ein paar Meter unter eine nächstgelegene Baumgruppe und die Drosseln hielten dafür ihren Schnabel. Und siehe da, es funktionierte. Nicht lange danach gingen die beiden wieder auf Futtersuche. Was macht ein Fotograf in dieser Situation? Logisch, er fotografiert Ringdrosseln. Durchaus ein attraktives Fotomotiv!
Ich wusste es brauchte Glück und Geduld, ob, wann und wo sich die Steinhühner zeigen würden. Ich hoffte natürlich, dass ich meine Glücksportion nicht schon beim ersten Mal vollständig aufgebraucht hatte. Dem war dann offensichtlich nicht so. Die Warterei, mit zunehmend steifen Gliedern, wurde letztlich reich belohnt. Beim wiederkehrenden Absuchen der steinigen Umgebung mit dem Fernglas entdeckte ich zwei Steinhühner, ca. 30m oberhalb meines Standortes. Ich versuchte die beiden mit der Kamera zu erfassen, aber statt Steinhühner zeigten sich nur herabhängende Tannäste auf dem Display. Ich musste mich umdisponieren. Während das eine Huhn, vermutlich das Weibchen aus dem Blickfeld entschwunden war, hatte sich das zweite Huhn hinter einem Felsblock versteckt, nur der Kopf war noch sichtbar. Ich wagte kaum zu atmen. Er, es war der Hahn, verliess dann sein Versteck um ein paar Meter weiter rechts einen andern Felsblock zu besteigen, um von dort sein Revier und mich mit seinem wetzenden Gesang zu beglücken. Adenalinkick pur!
Vom Bonstettenpark führt der Weg ein kurzes Stück dem Gwattlischenmoos entlang. Der Gesang eines Drosselrohrsängers lässt sich kaum überhören. So tönte es vorgestern laut und knarrend "karre kit, karre kit" aus dem Schilfgürtel vor dem Beobachtungsturm. Für mich ein guter Grund zu einem Besuch des Turms. Der Schlüssel zum Schutzgebiet kann an der Reception des Gwatt Delta Parks ausgeliehen werden. Gesagt, getan und es hat sich gelohnt! Der am Thunersee doch eher rare Sänger suchte mit Unterbrüchen immer wieder einen aus dem Schilf ragenden Busch auf und liess von dort seinen charakteristischen Gesang ertönen.
Die Erdkröten des Mittellandes nutzen milde Regennächte der Monate März / April um aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern zu wandern. Die jedes Jahr von freiwilligen Helfern aufgestellten Amphibienzäune retten dabei viele Tiere vor dem sicheren Strassentod.
An höher gelegenen Bergseen, von wo die geladenen Aufnahmen stammen, verschiebt sich die Hochzeit der Erdkröten in die Monate Mai / Juni. Nicht jedes Weibchen hat das Glück, sich mit einem Männchen auf dem Rücken, ungestört der Laichablage widmen zu können. Die Männchen sind weit in der Ueberzahl und ihr Ringkampf, um ein Weibchen zu ergattern, lässt solche Krötenknäuel entstehen.
Ich habe dem Treiben eine Weile zugeschaut und mich dabei gefragt, ob das betroffene Weibchen diese Situation lebend überstehen wird?
Früher in den Steilufern der unbegradigten Flüsse brütend, besiedeln Uferschwalben heute vorwiegend Kiesgruben. Auch die Uferschwalbe gehört zu den Arten des Artenförderprogramms von Birdlife Schweiz. Eine der grössten Kolonien der Schweiz befindet sich im Seeland. Eine Vielzahl an Löchern ziert die eindrückliche Sandwand. Mal ist der Himmel voller Schwalben, dann sind sie plötzlich verschwunden, um kurz darauf wieder die Wand anzufliegen. Einzelne landen auf vorstehenden Sandsimsen, andere sind am Löcher buddeln oder streiten sich mit dem direkten Nachbarn. Eine spannende Sache, dem Treiben durch das Spektiv zuzuschauen. Wir halten Abstand um die Kolonie nicht zu stören. Dank hochwertigem Teleobjektiv plus 2-fach Konverter plus digitaler Nachbearbeitung und Ausschnittvergrösserung mit Photoshop sind auch aus Distanz solche Aufnahmen möglich.
Die Alpen sind noch nicht mit Vieh bestückt, das Gras noch zu kurz und an vielen Stellen zeugen noch Schneeflecken vom kaum vergangenen Winter. Genau die richtige Zeit, um auf Steinhuhnpirsch zu gehen. Das hört sich einfacher an als es ist. Dem an sich schon schweren Fotorucksack habe ich mit dem Spektiv noch ein Kilogramm mehr angehängt. Steinhühner sind im Gelände sehr schwer zu entdecken, ein Spektiv deshalb fast ein Muss.
Im Schatten einer Sennhütte bezog ich meinen Beobachtungsplatz. An sich wäre mir der wärmende Sonnenplatz um die Hausecke lieber gewesen, aber ich wollte mich ja möglichst "unsichtbar" machen. Fotoausrüstung kontrollieren und bereitlegen, Spektiv auf dem Tripod montieren, die Balance auf dem Mini-Faltstuhl finden und die Suche nach der "Stecknadel im Steinhaufen" konnte beginnen.
Und tatsächlich, irgendwo da vorne im felsigen Gelände liess ein Steinhuhn-Hahn seine wetzenden Laute vernehmen. Aber wo suchen? Ist der Rufer eher nah, oder doch etwas weiter weg, oder ruft er vielleicht aus einem Grasband oben in der steil aufsteigenden Felswand?
Wie schon oft erlebt, ist die Ortung eines rufenden Steinhuhns in den Bergen nicht einfach. Also abwarten, gduldig das Gelände weiter beobachten, die Stille geniessen.
Irgendwann konnte ich dem mitgebrachten Sandwich nicht mehr widerstehen. Durst löschen, Zeit checken.
Und dann? Dann passierte genau das, worauf ich immer gehofft habe, genau das was mich für all die Steinhuhn-Kraxeleien in den letzten Jahren motiviert hatte. Ein Steinhuhn im Frühling, im Brutkleid, bei gutem Licht, auf Nahdistanz vor die Linse zu kriegen war das Ziel. Wow! Da hatte sich dieser Hahn für mich etwas Besonderes ausgedacht. Was für eine Nummer! Ich drückte auf den Auslöser...