Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03652.jsonl.gz/1227

Tabak: Die Position von Sucht Schweiz
Tabak-Facts
Nikotin ist einer der am schnellsten abhängig machenden Stoffe und es ist davon auszugehen, dass die meisten der täglich Rauchenden (die rund 70% der Rauchenden ausmachen) davon abhängig sind. 60% der täglich Rauchenden möchten aufhören, ein Viertel hat es innerhalb von 12 Monaten vor der Befragung vergeblich versucht.
Je früher mit dem regelmässigen Konsum begonnen wird, desto eher entsteht eine Nikotinabhängigkeit. 87% der Rauchenden fangen bis und mit 20 Jahren mit dem täglichen Tabakkonsum an.
Tabak und seine Folgen
- Jedes Jahr sterben 9500 Menschen in der Schweiz auf Grund des Rauchens
- Im Jahr 2000 entstanden durch das Rauchen materielle Kosten von schätzungsweise 5,5 Milliarden Franken, von denen die Wirtschaft 4 Milliarden und die Kantone 1,5 Milliarden Franken zu tragen hatten.
• Unsere Forderungen
Beim Tabak haben gesetzliche Rahmenbedingungen nachweislich einen grossen Einfluss auf das Ausmass des Tabakkonsums in der Bevölkerung. Insbesondere im Bereich der Werbeeinschränkungen bildet die Schweiz diesbezüglich heute praktisch das Schlusslicht Europas. Deshalb setzt sich Sucht Schweiz für folgende Massnahmen ein:
Einschränkung der Attraktivität
-Umfassendes Werbe-, Sponsoring- und Promotionsverbot für Tabakwaren
-keine Lockvogelangebote
-Erhöhung der Zigarettenpreise
Einschränkung der Erhältlichkeit (zeitlich, örtlich und personell)
-Abgabealter 18
-keine Zigarettenautomaten
-Gesetzliche Verankerung von Testkäufen
Neues Tabakproduktegesetz
Im ursprünglichen Gesetzesentwurf waren folgende Punkte enthalten:
- die Werbeverbote in Print- und Onlinemedien, Kinos und einem Teil der Festivals
- das schweizweite Abgabealter 18
- das Verbot von Gratismustern sowie
- den Einbezug der E-Zigarette.
Anderseits bestanden im Vorentwurf noch bedeutende Lücken. Sollen der tabakbedingte volkswirtschaftliche Schaden, der Verlust an Lebensqualität und das Leid reduziert werden, wären weitere Verbesserungen notwendig, insbesondere
- die Generalisierung des Verbots von Werbung, Promotion und Sponsoring,
- ein Lizenzsystem für Zigarettenverkäufer zur Durchsetzung des Abgabealters, sowie
- ein Verbot von Zigarettenautomaten.
Stand der Dinge:
Das nach der Vernehmlassung praktisch unverändert ins Parlament geschickte Gesetz wurde von den "Volksvertretern" allerdings mit dem Auftrag an den Bundesrat zurückgewiesen, ein Gesetz ohne weitere Werbeeinschränkungen auszuarbeiten. Sucht Schweiz wird sich trotzdem weiterhin für die genannten Massnahmen einsetzen, denn sie sind evidenzbasiert und haben eine immer stärkere Unterstützung der Bevölkerungsmehrheit.
Sucht Schweiz, Lausanne, 2017