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Früher wurde das Bier hauptsächlich in Fässern zu 4-5 Litern geliefert und in den Wirtschaften "offen" ausgeschenkt. Diese Form des Bierausstosses bildete lange die Hauptproduktion, bis die Wirtschaften in den dreissiger Jahren den "Offenausschank" zugunsten der Flaschen weitgehend abschafften.
Nach der Jahrhundertwende nahm der Konsum von Flaschenbier (Privatverbrauch, nicht Gastronomie) schlagartig zu. Grund dafür waren zahlreiche "Grossbaustellen" im Raum Appenzell und Umgebung (Die Sitterkorrektion 1902-1905; Ausbau der Eisenbahnlinie St. Gallen-Gais nach Appenzell). Auf die Flaschen wurde um die Jahrhundertwende eine Bauchetikette geklebt. Die Etikette links ist die älteste bekannte Etikette der Brauerei Locher AG und befindet sich in Privatbesitz. Eine ähnliche Etikette wurde bei Grabarbeiten für den Gewässerschutz im Boden unweit der Brauerei gefunden. Dies war für lange Zeit die letzte Etikette überhaupt, denn bis 1930 war der Name der Brauerei im Glas zu lesen.
Während dem Ersten Weltkrieg waren die Rohstoffe knapp. Der Bierausstoss sank vom Höchststand des Jahres 1911 (9600 hl) auf 3160 hl im Jahre 1918. Nach Kriegsende propagierte die Brauerei gar ein "Spezialbier in Friedensqualität"!
Etikette aus dem Jahre 1930.
Ab 1930 wurde auf Weihnachten und Ostern ein "Starkbier" gebraut. Die Idee war, ein Bier mit einem höheren Alkoholgehalt, mit mehr Würze und mit speziellem Charakter zu brauen, ohne aber einen höheren Preis zu verlangen - sozusagen als Geschenk der Brauerei an ihre Kunden. Diese Spezialsude wurden in den folgenden Jahrzehnten immer wieder angesetzt (nicht aber jedes Jahr). Die Bügeletiketten waren bereits mit dem Abfülldatum versehen.
Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, fehlten die Arbeiter, sodass die Flaschen die Brauerei wieder wie früher ohne Etikette verliessen. Während dem Zweiten Weltkrieg sank auch die Bierqualität. Die Vorräte reichten nur für zwei Jahre. Nachlieferungen waren kaum zu erhalten. Der Extraktgehalt musste von 12 Extaktprozenten auf 7 reduziert werden. Das Bier wurde dadurch "lügger". Braumeister Cölestin Fässler erhielt daher den Übernamen "Wassermann".
Etikette um 1950.
Im Dezember 1955 wurde erstmals ein "Starkbier" im ständigen Angebot aufgenommen. Die Etikette zeigte das Schloss von Appenzell.
Ende der Fünfziger Jahre wurden die schweren Holzkisten durch Harasse ersetzt. Die grünen Flaschen wurden braun, weil diese Farbe Licht besser absorbiert. Zur selben Zeit wurden eingebrannte Bauchetiketten eingeführt (sogenannte "Einbrandflaschen"). Die aufgebrannten Bieretiketten für das Lagerbier waren rot-weiss. Der Bügelverschluss war mit nebenstehenden Etiketten überklebt.
Mit der Inbetriebnahme der neuen Abfüllanlage im Jahre 1972 verwendete man wieder Aufklebetiketten. Die Etiketten für das Lagerbier blieben aber rot-weiss. Die 58cl-Einheitsflasche mit rotem Plastikdeckel prägte das Erscheinungsbild bis ins Jahr 1984.
Mit der Inbetriebnahme der neuen Abfüllanlage im Jahre 1972 wurde auch die Etikette unseres "Starkbieres" (das übrigens seit 1961 "Spezialbier" heisst) neu gestaltet.
Über all die Jahre wurde Lagerbier verschiedentlich mit Spezialetiketten versehen. Während dem Nordostschweizerischen Jodlerfest vom 5. bis 6. Juni 1982 und der Generalversammlung des Schweizerischen Studentenvereins vom 27. bis 29. August 1982 zierten die nebenstehenden Etiketten die Bierflaschen der Brauerei Locher AG.
1984 wurden die rot-weissen Etiketten aus dem Jahre 1972 durch die gelben Lagerbier-Etiketten ersetzt. Das Lagerbier wurde von nun an nicht mehr "Locher Bräu" genannt. Aus Marketinggründen wechselte man den Namen in "Appenzeller Bier".
Das "Spezialbier" bekam sein neues Erscheinungsbild im gleichen Jahr wie das Lagerbier. Neu war auch die Bezeichnung "Säntis Kristall", von unserer Kundschaft auch liebevoll "Spezli" genannt.
Während des Firmenjubiläums 1986 machte die gelbe Etikette einer Spezialetikette, geschaffen von Adalbert Fässler, Platz.
Aus Anlass der 700 Jahr-Feierlichkeiten der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahre 1991 schmückte die nebenstehende Jubiläumsetikette unsere Lagerbier-Flaschen. Zu sehen war eine Darstellung des Rütlischwures von 1291, deren Bildvorlage aus dem Bundesarchiv stammte.
Das "Vollmond Bier" erlebte 1991 seine Sternstunde!
Für einige Jahre war auch der Durstlöscher Bezzo auf dem Markt. "Bezzo" war ein Gemisch aus alkoholfreiem Bier und Limonade, so wie man es von einem gespritzten Bier oder Panaché kennt, und wurde erstmals 1991 verkauft. Es wurde in 29- und 58-Zentiliter-Flaschen mit Zitronen- oder Pfirsichgeschmack angeboten. Dem guten Durstlöscher war eigentlich ein guter Umsatz beschieden, trotzdem wurde die Herstellung nach zwei Jahren wieder eingestellt. Ausschlag dazu gaben zwei unterschiedliche Gründe. Auf der einen Seite geriet man durch die gleichzeitige Lancierung des "Vollmond Biers" und dessen starker Nachfrage vermehrt in Kapazitätsengpässe. Auf der anderen Seite kam seitens von Lehrern und Eltern Opposition gegen das allzu bekömmliche Biergemisch auf: den Kindern werde damit der Biergeschmack näher gebracht, der Konsum von Bier bei Jugendlichen damit gefördert. Tatsächlich hatte Bezzo schnell einmal das Image eines "Kinder-Biers". Weil man ja eigentlich niemandem zu nahe treten wollte und die Kapazitätsengpässe sowieso zum Handeln mahnten, entschied man sich, "Bezzo" aus dem Markt zurückzuziehen und sich wieder auf "richtiges" Bier zu konzentrieren.
Auf Weihnachten 1992 konnte die Brauerei Locher AG ein spezielles "Festbier" anpreisen. Für diesen Sud verwendete man erstmals eigenen Hopfen aus Appenzell. Im kleinen Gärtchen der Brauerei wurden im Februar 1991 die aus Bayern importierten Hopfensetzlinge gepflanzt. Normalerweise kann erst im dritten Jahr geerntet werden. Der Hopfen "fühlte" sich in Appenzell so wohl, dass bereits im September 1992 eine erste Ernte möglich war! Die acht Kilogramm Hopfen reichten gerade für einen "8'000-Liter-Sud", aus welchem das "Festbier" bis Weihnachten gebraut wurde.
Zur Generalversammlung des Schweizerischen Studentenvereines im August 1993 in Appenzell kreierte die Brauerei erneut eine "GV-Etikette", die wiederum der Hand von Adalbert Fässler entstammt.
Das "Quöllfrisch naturtrüb" kommt 1994 auf den Markt! Das spätere Zugpferd für den nationalen Biermarkt war geschaffen.
1996
Für alle, die die doppelte Wirkung von Alkohol und Vollmond nicht ertragen, entsteht 1996 das erste naturtrübe, alkoholfreie Bier der Schweiz!
Mit der "Appenzeller Hanfblüte" hat die Brauerei Locher AG 1997 eine jahrhundertealte Tradition wieder aufgenommen.
Seit 1997 produziert die Brauerei Locher AG das für Appenzell untypisch klingende "Swiss Mountain Beer". Das Bier ist in erster Linie für den Export bestimmt.
Die Verbundenheit mit Heimat, Natur und Tradition spielten 1998 auch bei der Entwicklung des Appenzeller Weizenbiers eine tragende Rolle. Ausschlaggebend war die Feststellung, dass in der Schweiz nach wie vor kein Braugetreide angepflanzt wurde. Dieses wurde seit jeher vor allem aus Deutschland importiert. Die Idee war also, dass man Schweizer Braugetreide verwenden und daraus ein neues Bier entwickeln wollte. Um die eigene Palette zu erweitern stiess man auf das Weizenbier, welches der hiesige Konsument bis anhin eigentlich nur als deutsches Importprodukt kannte. Und wenn schon Schweizer Weizen, warum dann nicht gerade Appenzeller Weizen?
Zwei weitere Biere, das Castégna (Kastanienbier) und das Calvinus (ein Gewürzbier auf Weizenbasis), die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern entstanden, kommen 1999 auf den Markt.
Seit 1999 wird das "Vollmond Bier" als Bio-Bier nach Vorgaben des "Knospen"-Labels gebraut. Neu wird das "Vollmond Bier" auch in 29cl Mehrwegflaschen abgefüllt (die nebenstehende Etikette ziert seit 1999 die 29cl-Flasche).
1999 überarbeitet die Brauerei Locher AG das Design der Etiketten und übernimmt den Schriftzug des Vollmond Biers. Seither zieren die nebenstehende Etikette die 29cl Mehrwegflasche des Leermond Bieres.
Mit dem "Appenzeller Holzfassbier" gelingt es im Jahre 2000 einmal mehr, ein Bier zu lancieren, das ganz dem Grundsatz der Biertradition entspricht.
Im gleichen Jahr stellt die Brauerei Locher AG erstmals das "Enzian Bräu" her. Ein Bier, das ausschliesslich für die Touristenregion Arosa bestimmt ist (dieses Bier wurde wieder vom Markt genommen).
In limitierter Anzahl Flaschen wird das "Balik Beer" von der Brauerei Locher AG gebraut und abgefüllt. Mit diesem exklusiven Spezialbier stösst man im Jahre 2001 in eine weitere Marktnische vor.
Im Jahre 2001 wird für das "Vollmond Bier" ein neues Erscheinungsbild geschaffen. Der Schriftzug wird etwas mystischer gestaltet und der aus Appenzell stammende Dieter Koller hat für die Etikette ein stimmungsvolles Bild mit der Burg Clanx gemalt, selbstverständlich unter dem Licht des Vollmonds und den Augen eines geheimnisvollen Beobachters.
2002 wird das "Balik Beer" zum zweiten Mal abgefüllt. Das exklusive Bier wird neu mit einer nicht weniger exklusiven Etikette versehen.
Seit Mitte November 2003 zieren diese beiden Etiketten das Sonnwendlig (ein alkoholfreies Spezialbier) und das Légère (ein Leichtbier). Die beiden Biere konnten anlässlich der Igeho 2003 in Basel zum ersten Mal degustiert werden!
Im Sommer 2004 wurde das Erscheinungsbild folgender Biere Angepasst:
25. September 2004
November 2004
2005
2006
2006
2007