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von (britischen)
Streitwagen
[* 2] herab, die equites und andabatae zu
Pferde.
[* 3] Fast alle diese Gladiatoren
[* 4] trugen Visierhelme, die andabatae
aber solche, durch welche sie gar nicht oder so gut wie gar nicht sehen konnten. Die
Spiele wurden vorher durch
Anzeigen(libelli),
die an den
Mauern angebracht und in
Abschriften verschickt und verkauft wurden, bekannt gemacht, begannen
gewöhnlich mit einem
Vorspiele mit stumpfen Waffen,
[* 5] dann griff man zu den scharfen Waffen und kämpfte auf Leben und
Tod.
Doch konnte der Schwerverwundete vom Spielgeber, der aber schon seit der letzten Zeit der Republik regelmäßig die
Entscheidung
dem Willen des zuschauenden
Volks überließ, an das der Gladiator sich wendete, indem er einen Finger
erhob, vor dem Todesstreich gerettet werden. Siegreiche Gladiatoren erhielten Belohnungen, z. B.
Palmen
[* 6] und
Geld; lang erprobte wurden öfter auf Wunsch des
Volks von ihrem Herrn mit einem Rappier (rudis) beschenkt und damit
fernern Dienstes enthoben.
In der Kunst findet man Gladiatorenkämpfe auf
Thongefäßen, Lampen,
[* 7]
Gläsern in Relief, auf Gemmen,
[* 8] in
größeren Reliefs, Mosaiken, Wandmalereien, auch in
Statuetten; in
Statuen dagegen scheinen bei den
Römern Gladiatoren nicht dargestellt
worden zu sein. Die Gladiatur ist erst unter dem wachsenden Einfluß des
Christentums, frühestens zu Anfang des 5. Jahrh.,
außer Gebrauch gekommen. –
1) Gladiolus byzantinusMill., in Südeuropa einheimisch, von Gladiolus communis durch größere, lebhafter
purpurn gefärbte
Blumen unterschieden;
2) Gladiolus cardinalis Curt.,
vom
Kap, der 50–60 cm hohe
Stengel
[* 12] ist fast in seiner ganzen Länge eine einzige
Ähre roter
Blumen, deren drei untere
Blumenblätter in der Mitte durch einen länglichen weißen oder rosenroten, mit Purpur eingefaßten Flecken verziert sind;
3) Gladiolus psittacinusHook., von
PortNatal,
Stengel über 1 m hoch, mit einer langen, dicken
Traube gelber, auf den untern Blumenblättern
purpurn gefleckter
Blumen;
4) Gladiolus ringensAndr., im Kaffernlande einheimisch, eine schöne
Pflanze, deren große veilchenduftige, schieferblaue
Blumen mit
Violett fein punktiert und gestreift und auf den untern
Blumen gelb gefleckt sind;
5) Gladiolus cuspidatus Jacq.
mit großen isabellgelben
Blumen, mit je einem großen dunkelpurpurnen Flecken auf den drei untern Blumenblättern;
6) Gladiolus floribundus Jacq.
mit purpurnen, weißgefleckten
Blumen. Diese und viele andere zu verschiedenen
Zeiten in Europa eingeführte
Arten haben durch Kreuzung unzählige
Varietäten hervorgebracht, die für den
Blumengarten bedeutsam sind. Von allen oben angeführten
Arten war Gladiolus cardinalis am ausgiebigsten.
Die GenterGladiōle (GladiolusgandavensisHort.) wurde in einem belg.
Garten
[* 13] durch Kreuzung zwischen Gladiolus cardinalis und Gladiolus psittacinus erzogen. Sie ist von überaus kräftigem Wuchse und ihre
Stengel werden nicht selten gegen 2 m hoch; dabei
wird sie, was den
Bau derBlumen und die Lebhaftigkeit der
Farben betrifft, von keiner andern Art oder Form übertroffen, ja
kaum erreicht. Bei der ursprünglichen Bastardform sind die
Blumen zinnoberrot, rosenrot schillernd, auf
den untern Blumenblättern mit großen gelben Federn verziert, die
Staubbeutel violettblau, mit den
Blütenfarben lebhaft kontrastierend.
Da die Genter Gladiole trotz ihrer Bastardnatur fruchtbar ist, so gingen aus ihr verschiedene zum
Teil noch schönere
Varietäten
hervor.
Durch Gladiolus floribundus befruchtet, brachte sie ebenso kräftige und reichblühende Formen hervor, unter
diesen Gladiolus WillmoreanusHort., mit gelblichweißen, rosa gestreiften
Blumen, und durch immer häufigere geschlechtliche Vermischung
eine mit jedem Jahre wachsende Menge von
Blendlingen, die, zu Gruppen vereinigt, ein unvergleichliches Farbenspiel darstellen.
Die Blumenzüchter wählen unter ihren Sämlingen vorzugsweise solche aus, die große, weit geöffnete
Blumen, sehr breite
und abgerundeteBlätter und lebhaft kontrastierende Zeichnungsfarben besitzen. Die Sorten dieser Gladiole
vermehren sich so leicht und reichlich durch Brutzwiebeln, daß man nur dann zur
Aussaat schreitet, wenn man die
Absicht hat,
neue Sorten zu erziehen.
(spr. gläddst'n),WilliamEwart, liberaler engl.
Staatsmann, geb. in Liverpool
[* 16] als vierter Sohn eines reichen Kaufherrn, wurde in
Eton und Oxford
[* 17] herangebildet
und begann Dez. 1832 seine parlamentarische Laufbahn als konservativer Abgeordneter. Unter dem kurzen
ersten Ministerium Peel (1834–35) war er
Unterstaatssekretär im Kolonialamt und wurde 1841 unter demselben Vicepräsident
des Handelsamtes und Münzmeister, Mai 1843 Präsident des Handelsamtes und Mitglied des
Kabinetts.
Als
Anhänger des Puseyismus (s. d.) veröffentlichte er zwei Aufsehen erregende
Werke: «The state in its relations withthe church» (Lond.
1838; 4. erweiterte Aufl., 2 Bde.,
1841) und «Church principles considered in their results» (ebd. 1841),
gegen die sich Macaulay in einem ausführlichen Essay in der «Edinburgh Review»
wandte. Im Febr. 1845 trat er seiner kirchlichen Grundsätze wegen aus dem
Amte,
weil er nicht für die staatliche Dotierung
eines kath. Priesterseminars in Maynooth
(Irland) stimmen wollte.
Schon im Dezember kehrte er jedoch als
Staatssekretär für
die
Kolonien ins
Amt zurück, saß aber während der Freihandelsdebatten, an denen er mit seinen «Remarkson recent commercial legislation» (1845) teilnahm, nicht im Parlament, bis er 1847 als
Vertreter der
Universität Oxford
das hervorragendste Mitglied der Partei der Peeliten wurde.
Schon hatte in mehrern Fragen seine Abwendung von den Hochkonservativen
begonnen; dies zeigte sich besonders, als er nach einer ital.
Reise eine Flugschrift «Two letters to the Earl ofAberdeen
[* 18] onthe state-prosecution of the Neapolitan government» (1. bis 11. Aufl., Lond.
1851) veröffentlichte, die
¶
mehr
großes Aufsehen erregte und in mehrere fremde Sprachen übersetzt wurde. Gleichzeitig übersetzte er auch Farinis «Stato romano»
u. d. T. «History of theRomanstate» (4 Bde., Lond.
1851–54). Das konservative Ministerium Derby fand ihn 1852 bereits in den Reihen seiner Gegner. Er bekämpfte vornehmlich
das Budget Disraelis (s. Beaconsfield) und plante selbst als Schatzkanzler in dem Koalitionsministerium
Aberdeen (seit Dez. 1852) finanzielle Reformen, namentlich eine allmähliche Verminderung der engl. Staatsschuld.
Dem Orientkrieg war er abgeneigt und trat schon vor dem endgültigen Sturz des Ministeriums zurück. In seiner Muße
verfaßte er seine «StudiesonHomerand the Homericage» (3 Bde.,
Oxf. 1858); politisch näherte er sich der Manchesterpartei, ließ sich aber Winter 1858–59 von
dem konservativen Ministerium als Kommissar nach den Ionischen Inseln schicken, deren Abtretung an Griechenland
[* 20] er befürwortete.
Unter Palmerston Juni 1859 wieder zum Schatzkanzler ernannt, ging er mit Erfolg in seinen Finanzreformen vor, konnte stets
mit Steuerermäßigungen vor das Parlament treten und verfocht aufs eifrigste eine Erweiterung des Wahlrechts, die von nun
an einer der Grundgedanken seiner Politik wurde. Sein Eintreten für eine Reform der irischen Bischofskirche kostete ihm schließlich
seinen Parlamentssitz für Oxford. Nach dem Tode Palmerstons wurde er als Schatzkanzler und
Führer des Unterhauses in dem KabinettRussell die eigentlich leitende Persönlichkeit. Er hatte vor allem die Aufgabe, die
Parlamentsreformbill im Unterhaus zu vertreten, jedoch kam diese durch den Abfall einer liberalen Gruppe (s. Adullamiten) zu
Fall, und das liberale Ministerium mußte die Durchführung seiner Pläne einem konservativen Kabinett Derby-Disraeli
überlassen.
In der Opposition gegen dieses schob Gladstone die irische Frage in den Vordergrund, die von nun an die beherrschende
Idee in seiner Politik wurde. Die nächste Neuwahl von 1868 brachte den Sturz der Konservativen, und 8. Sept. wurde Gladstone beauftragt,
ein neues Ministerium zu bilden. Zunächst setzte er die schon in der Opposition von ihm geforderte Entstaatlichung
der irischen Kirche durch, ließ 1870 ein irisches Landgesetz folgen, führte Reformen im Volkserziehungswesen ein, eine Reorganisation
des engl. Heers durch Beschränkung des Kaufs der Offiziersstellen und 1872 die geheime Abstimmung bei Parlamentswahlen. In seiner
äußern Politik zeigte er sich zurückhaltend und ist von friedensseliger Schwäche nicht freizusprechen.
Die von ihm Jan. 1874 ausgeschriebenen Neuwahlen brachten eine überwiegende konservative Mehrheit, und
Gladstone trat nicht nur von seinem Amte zurück, sondern erschien überhaupt jetzt selten im Parlament und legte Ende
des Jahres sogar die Führung der Partei nieder. Neben den
großen Arbeiten seines Amtes hatte er Muße zu wissenschaftlicher
Thätigkeit gefunden. 1868 war von ihm erschienen: «A chapter of autobiography», 1869 über das griech.
Altertum: «Juventus mundi, theGodsand men of the heroic age». Nach seinem Rücktritt schrieb er: «Homeric synchronism. Aninquiry into the time and place ofHomer» (Lond. 1876; deutsch, Jena
[* 22] 1877),
gab seine kleinen Schriften u. d. T. «Gleaningsof pastyears 1843–78» (7 Bde.,
Lond. 1879) heraus und schrieb zu Schliemanns «Mycenae»
eine Vorrede (ebd. 1878). Mit der Broschüre: «The Vatican decrees in their bearing on civil allegiance» (1874)
zog er gegen die päpstl. Unfehlbarkeit und den Ultramontanismus ins Feld, und auf die vielfachen Gegenschriften erwiderte
er mit: «Vaticanism, ananswer to replies and reproofs» (1875);
gesammelt erschienen diese kirchlichen Streitschriften als «Romeand the newest fashions in religion» (Lond. 1875; deutsch,
Nördl. 1876).
Ebenso trat er der Orientpolitik Lord Beaconsfields und dem Bestreben, die Türkei
[* 23] zu erhalten, entgegen in
«Bulgarian horrors and the question of the East» (Lond.
1876),
dem bald darauf «Lessons in massacre; or the conduct of theTurkish government in and about Bulgaria since May 1876» (ebd. 1877) folgte. Auch seine «Politicalspeeches delivered in Scotland Nov. and December 1879» (Edinb. 1880), die er auf einem
großen agitatorischen Wahlfeldzuge hielt, richten sich vornehmlich gegen Beaconsfields ganze imperialistische
Politik und trugen in hervorragendem Maße zu der unverhofften Niederlage der Konservativen April 1880 bei. Da Hartington und
Granville, die liberalen Führer der letzten Jahre, die angebotene Kabinettsbildung ablehnten, so übernahm Gladstone wieder
als Schatzkanzler die Leitung der Regierung und die Führung des Unterhauses.
Den Hauptinhalt seines zweiten Ministeriums bildeten die drei großen Fragen einer neuen Parlamentsreform,
die Regelung der Verhältnisse in Ägypten
[* 24] und die irischen Zustände. Die Landliga (s. d.), die sich 1879 gebildet
hatte, erzielte mit ihrer Agitation ungeheure Erfolge; Gladstone suchte ihr mit Reformmaßregeln, zugleich aber mit
Strenge entgegenzutreten. Die Session von 1884 brachte eine neue parlamentarische Reformbill, die durch
Erweiterung des Stimmrechts die Wählerzahl um etwa 2 Mill. vermehrte; daran schloß sich 1885 ein Gesetz über die Neuverteilung
der Parlamentssitze, das die alte engl. Vertretungsform nach dem Muster der kontinentalen Wahlbezirke umgestaltete.
Die schwächste Seite von G.s Verwaltung war seine auswärtige Politik, und diese war es auch, die ihn
zu Fall brachte. Die beschämende Niederlage, welche die engl. Truppen durch die Boers erlitten, und der folgende, nicht sehr
rühmliche Friede, die Beschießung Alexandrias nach Arabi Paschas Aufstand (s. Ägypten, Bd. 1, S. 251), die ungenügenden Truppensendungen
zur Unterdrückung der mahdistischen Bewegung und namentlich die Preisgebung Gordons in Chartum erregten
eine große Mißstimmung gegen Gladstone, sodaß er bei einer unbedeutenden Frage über die Getränkesteuer
eine Niederlage erlitt und Lord Salisbury die Führung der Geschäfte überlassen mußte. Nach einem ungünstigen Ausfall der
Neuwahlen legte dieser jedoch schon sein Amt wieder nieder, und Gladstone trat von neuem an seine
Stelle. In seinem nun folgenden dritten kurzen Ministerium stellte er seine neue Home-Rule-Bill in den
¶