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Der Ausdruck "Neoliberalismus" wird oft nicht für die Theorie, sondern auch für entsprechende Gesellschaftsverhältnisse verwendet und wird in dieser Verwendung zu einer Bezeichnung für eine bestimmte Kritik dieser Verhältnisse:
Als Neoliberalismus bezeichne ich den konsequent entwickelten Liberalismus, in welchem der Staatshaushalt als Medium der privaten Finanzierungen benutzt wird - das "Neo" steht in dieser Interpretation für neu im Sinne einer neu erreichten Entwicklungsstufe, also für einen entfalteten Liberalismus.
Neoliberalismus bezeichnet konventionell auch eine politische Ökonomie (Volkswirtschaftslehren), zu welcher die Freiburger Schule (Ordoliberalismus), die Chicagoer Schule und die Österreichische Schule (F. von Hayek) gehören - die sich allesamt dadurch auszeichnen, dass sie die Funktionalisierung des Staatshaushaltes exzessiv betreiben.
Angelehnt an die Idee der unsichtbaren Hand des Marktes von A. Smith behaupteten die frühen Vertreter des Neoliberalismus Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und Milton Friedman, dass alle Versuche seitens der Regierung, in den Markt einzugreifen, staatliche Unternehmen zu führen und öffentliche Güter bereitzustellen, in totalitären Regimen enden müssten.
Literatur:
"Der Begriff "neoliberal" wurde 1938 geprägt. Damals fanden sich marktradikale Ökonomen zu einer Konferenz in Paris zusammen, um zu debattieren, wie man den Liberalismus erneuern könnte. 1947 griff Friedrich August von Hayek dieses Projekt wieder auf und lud 36 Gleichgesinnte an den Genfer See ein, was großzügig von der erzkonservativen US-Stiftung "William Volker Fund" gesponsert wurde. Da das Treffen in der Nähe des Berges Mont Pèlerin stattfand, nannte sich die Gruppe fortan "Mont Pèlerin Society". Ihr erklärtes Ziel war, künftige Generationen von den Segnungen der "freien Marktwirtschaft" zu überzeugen und den Keynesianismus zu bekämpfen." (Herrmann, U.: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung)