Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03223.jsonl.gz/2714

Manche Annahmen zum Wohlergehen von Magen und Darm erscheinen uns wie gesichertes Allgemeinwissen. Gängige Irrtümer und Missverständnisse - und was wirklich dahinter steckt.
Obstkerne nicht verschlucken
Ob von verschluckten Kernen eine Gesundheitsgefahr ausgeht, hängt vor allem von ihrer Grösse ab. Kleine Kerne, etwa von Äpfeln oder Zitrusfrüchten, könnten sich theoretisch im Wurmfortsatz, einem schlauchförmigen Anhängsel des Blinddarms, festsetzen und eine Entzündung auslösen. Das Risiko ist allerdings gering. In einer Untersuchung von rund 2000 operierten Wurmfortsätzen wurde gerade in einem Fall ein Obstkern entdeckt - im Vergleich zu sieben Fällen unzerkauten Pflanzenfasern.
Andere Obstkerne, etwa von Aprikosen, sind ohnehin zu gross für die rund zwei bis drei Millimeter messende Öffnung des Wurmfortsatzes.
Bedenklich ist es jedoch, die grossen Kerne zu zerbeissen. Vor allem die bitteren Kerne von Wildaprikosen enthalten grosse Mengen Amygdalin, das im Körper in Blausäure umgewandelt wird und zu Vergiftungen führen kann. Wer versehentlich einen solchen Kern zerbeisst, sollte ihn ausspucken.
Quelle: GEO WISSEN - Gesundheit Nr. 12 2019
Verdauung Hörensagen