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(RBe) Am Anfang der Entwicklung steht der Diessbachgraben, der grosse Bruder des «Spächteloch-Seitengrabens». Das Tal des Diessbach bildete sich, als die gewaltige, mehrere 100 Meter dicke Molasseplatte, die sich im Alpenvorland gebildet hatte, an gewissen Stellen zerbrach. Diese Risse waren der Ursprung der Schluchten von Zulg, Rotache und eben des Diessbachgrabens. Von den
Seiten floss das Wasser über die relativ festen Molasseplatten diesen Schluchten zu und stürzte in sie hinein. Im Bereich des Spächtelochs liegt unterhalb der festen Nagelfluhschicht eine weiche, tonig-merglige Schicht. Diese ist weniger widerstandsfähig und erodiert schneller als das harte Gestein, auf dem das Wasser oberhalb der Fälle fliesst. Das harte Gestein wird unterhalb der Kopfzone unterspült: Es entsteht ein Felsdach, über welches das Wasser stürzt. Deshalb bricht das härtere Gestein über der durch die Unterspülung entstandenen Höhlung mit der Zeit nach. Die Lage des Wasserfalls verschiebt sich dadurch nach und nach bachaufwärts. Dereinst wird man also den Wasserfall direkt von der Strasse, welche Aeschlen mit Linden verbindet, bewundern können …
Heute besichtigt man das Spächteloch am besten von unten, vom Diessbachgraben her. Ein Besuch ist bei trockenen Verhältnissen und mit gutem Schuhwerk zu jeder Jahreszeit möglich. Besonders schön präsentiert sich das Naturschauspiel im Winter, wenn das von oben nachströmende Wasser zu gewaltigen Eiszapfen gefriert, denen von unten ein immer grösser werdender Eispfropf entgegenwächst.
In einem Seitentälchen des Diessbachgrabens verbirgt sich ein besonders schönes Beispiel von typischen Molasse-Wasserfällen: das Spächteloch. Mehr als 10 m stürzt das Wasser an mehreren Orten von seinem Waldlauf unvermittelt und in freiem Fall in die Tiefe. Wenn man sich die umgebenden sanften Äcker und Wiesen von Aeschlen anschaut, erstaunt dieser abrupte Geländesprung. Wie konnte dieses kleine, aber feine Naturschauspiel entstehen?