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Die reformierten Universitäten blieben den jungen katholischen Patriziern aus Freiburg verwehrt. Deshalb gründete Freiburg 1763 eine eigene Rechtsschule. Der Beginn war harzig. Der erste Professor wurde mit Naturalien bezahlt. Hundert Jahre später, kurz vor der Gründung der Universität, wurde aus der Rechtsschule eine eigenständige Rechtsfakultät.
Die Studentenanzahl war am Anfang gering. «Jeder Student wurde vom Rektor mit einer Flasche Bier und einer Zigarre begrüsst», sagt René Pahud de Mortanges, Professor für Rechtgeschichte. Zu Beginn studierten viele Bulgaren und andere Osteuropäer in Freiburg. In ihren eigenen Ländern wurden die Universitäten geschlossen. Obwohl konfessionslos, dauerte es bis 1971, bis der erste nichtkatholische Professor an der rechtswissenschaftlichen Fakultät angestellt wurde.
Freiburg gehörte zu den Pionieren was Frauen angeht. Zuerst wurden sie als Hörerinnen, später als Studentinnen zugelassen. 1911 studierte die erste Frau Recht. Sie kam aus Belgrad. Hundert Jahre später, 2010, haben die Frauen die männlichen Studenten zahlenmässig erstmals überholt. Bis die erste Frau als Professorin angestellt wurde, dauerte es allerdings lange. 1996 wurde Astrid Epiney erste ordentliche Rechtprofessorin: «Die männlichen Kollegen haben mir sogar meinen Mutterschaftsurlaub ermöglicht».