Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03162.jsonl.gz/996

15 Jahre Gesundheitsuntersuchungen von Bio-Getreidesaatgut an Agroscope ART
Untersuchungen des biologisch produzierten Getreide-Saatgutes der letzten 15 Jahre haben gezeigt, dass der Kontrolle samenbürtiger Krankheiten eine grosse Bedeutung zukommt. Der Krankheitsdruck hängt von jährlichen, witterungsbedingten Schwankungen ab. Der Befall mit Stink- und Zwergbrand (Tilletia caries / T. controversa) hat aber in den letzten Jahren zugenommen. Bei Dinkel trat vor allem der Stinkbrand und bei Weizen der Zwergbrand vermehrt auf. Bei Dinkel scheint die Sorte «Oberkulmer Rotkorn» anfällig für Stinkbrand zu sein. Da sich die Krankheit sehr schnell durch kontaminiertes Saatgut ausbreiten kann, ist es wichtig, befallsfreies Ausgangssaatgut zu verwenden. In schneereichen Wintern mit lang anhaltender Schneedecke (2008/2009) kam der Zwergbrand auch in tieferen Lagen vor. Probleme mit dem Schneeschimmel gab es vor allem bei Roggen, bei dem häufig über die Hälfte der untersuchten Saatgutproben über der Schadschwelle lagen. Wirkungsvolle, für den Biolandbau zugelassene Saatbeizmittel gibt es nur gegen den Stinkbrand bei Weizen und Dinkel. Gegen den Schneeschimmel (Microdochium nivale / M. majus) und den Zwergbrand sind diese nur teilweise bzw. unzureichend wirksam.
PDF-Vollversion
15 Jahre Gesundheitsuntersuchungen von Bio-Getreidesaatgut an Agroscope ART