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Seit Jahrtausenden entwässert die Birs rund 1000 Quadratkilometer des Juras in Richtung Norden. Aufgrund der verschiedenen Gefälle wechselten sich im natürlichen Zustand mehr oder weniger gerade Strecken mit mäandrierenden und verzweigten Abschnitten ab. In den Jahren 1744, 1881, 1973 und 2007 ereigneten sich Extremhochwasser, von denen vor allem die letzten beiden grosse Schäden angerichtet haben. Bereits im 19. Jh. und dann nach 1973 wurde deshalb die Birs korrigiert und verbaut.
An der Birs wurde zwischen 1997 und 2007 eine Strecke von rund 20 Kilometern ökologisch aufgewertet. Das neue Leitbild Fliessgewässer des Bundes aus dem Jahr 2003, das Programm Lachs 2000 respektive Lachs 2020 der Internationalen Kommission zum Schutze des Rheins und das Projekt «Hallo Biber» von Pro Natura Baselland waren treibende Kräfte bei der Umsetzung. Die Mehrzahl der Teilprojekte der Jahre 1997 bis 2007 konzentrierte sich auf den Unterlauf zwischen Aesch und der Rheinmündung.
Die in einem Abstand von jeweils 20 bis 25 m angeordneten Sohlschwellen und die betonierten Uferverbauungen wurden entfernt, das Mittelwassergerinne verbreitert und die Ufer abgeflacht. Bis zum Jahr 2005 wurde die Fischgängigkeit zwischen Zwingen und Birsfelden wieder hergestellt, indem hohe Abstürze durch passierbare Blockrampe sowie Umgehungsgewässer oder Fischaufstiegshilfen bei grösseren Kraftwerkswehren errichtet wurden.
Jedes Bauprojekt an der Birs wurde genutzt, um die Birs schrittweise wieder näher an die natürliche Situation heranzuführen. So wurde die Birs zwischen 2004 und 2006 der Abschnitt in Birsfelden/Basel revitalisiert. Auf dem Abschnitt in Brislach erhielt die Birs einen über 200 Meter langen Seitenarm als ökologische Ausgleichsmassnahme für den Bau einer Erdgastransitleitung. Dort ist wieder eine echte Aue entstanden, in der ökologisch wertvolle dynamische Prozesse stattfinden können.
Die Revitalisierung der Birs ist noch lange nicht abgeschlossen. In Reinach, entlang des Schutzgebiets Reinacherheide, könnte ein neuer auenähnlicher Bereich entstehen. Die Fischaufstiegshilfen an den Kleinkraftwerken der Birs benötigen ebenfalls Verbesserungen, um die Durchgängigkeit wieder herzustellen. Bis die auch im basellandschaftlichen Wasserbaukonzept festgelegten Ziele erreicht sind, braucht es weitere Anstrengungen. Die im revidierten Eidgenössischen Gewässerschutzgesetz verlangte Revitalisierung der Fliessgewässer wird auch in Zukunft weitere Projekte zur ökologischen Aufwertung der Birs ermöglichen.
DK / AY