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Gerhard Meier wurde am 20. Juni 1917 in Niederbipp geboren. Er brach ein Hochbaustudium ab und arbeitete 33 Jahre lang als Arbeiter und Designer in einer Lampenfabrik. Mit 47 Jahren kündete er die Stelle und lebte von da an als freier Schriftsteller. Nachdem Peter Handke den Petrarca-Preis mit ihm geteilt hatte, wurde er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Ab 1964 veröffentlichte Meier seine ersten Texte, mit der Zeit erschloss er sich zunehmend grössere Stilformen. Bereits im Lyrikband Das Gras grünt (1964) findet er zu einem persönlichen Ton. Das Prosastück Der andere Tag nimmt Erzählelemente vorweg, die später für Meiers Romane charakteristisch werden: dialogische Struktur, fliessende Übergänge zwischen Beobachtung und Erinnerung, Realität und Phantasie.
Nach Der Besuch (1976) und Der schnurgerade Kanal (1977) erscheint nach und nach die Romantrilogie Baur und Bindschädler (1979−1985). Es sind Gespräche zwischen zwei Freunden, oder noch besser: ein Erinnerungsmonolog Baurs, gerichtet an den Chronisten Bindschädler. Dieser ergänzt das Gehörte mit präzisen Beobachtungen der Gesprächssituation. Gerhard Meier beschränkt sich auch hier auf seine dörfliche Welt, der er mit der Darstellung verschiedener Erinnerungsgeschichten Plastitzität verleiht. Der Roman Land der Winde erweitert die Trilogie zur Tetralogie: Bindschädler besucht das Grab seines verstorbenen Freundes Baur.
Die stark assoziative lyrische Prosa hat musikalische Qualitäten und stützt sich auf einen begrenzten Themenkatalog, den Meier in seinem gesamten Werk breit variiert. Persönliche Erfahrungen stehen hier gleichwertig neben Natur-, Kunst-, Musik- und Literatureindrücken.
Meier, ausgezeichnet u. a. mit dem Petrarca-, dem Fontane- und dem Gottfried-Keller-Preis, gehört zu den namhaftesten deutschsprachigen Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts.