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Seit kurzem hat das Swiss Laos Hospital Project mit Gabriele Grossenbacher eine neue Vertreterin in Laos. Sie löst Regine Wehrle ab, welche letztmals an der Jahresversammlung 2021 ausführlich aus Laos berichtet hatte.
In einer Videobotschaft von Anfang Oktober schildert Gabriele Grossenbacher, wie sich die Corona-Pandemie in Laos entwickelt hat. Nachdem Laos im Jahr 2020 dank der Grenzschliessung weitgehend vom Corona-Virus verschont geblieben war, gab es im April 2021 im Zusammenhang mit dem laotischen Neujahr (Pi Mai) eine erste, kleine Ansteckungswelle. Diese wurde durch lokale Lockdowns in den sogenannten «Roten Zonen» und rigoroses Tracing bekämpft.
Im Juli/August 2021 folgte eine zweite Welle. Sie wurde durch laotische Gastarbeiterinnen und -arbeiter verursacht, die wegen der Corona-Situation in Thailand ihre Jobs verloren. Schätzungsweise 250’000 Laotinnen und Laoten kehrten deshalb in ihre Heimat zurück. Trotz der Einrichtung von Quarantäne-Zentren und der Heraufsetzung der ursprünglich 14-tägigen Quarantäne auf 28 Tage griff das Virus auf die Bevölkerung über.
Aktuell verzeichnet man in Laos rund 300 bis 600 neue Fälle pro Tag. Es gelten weiterhin lokale Lockdowns mit einer nächtlichen Ausgangssperre zwischen 21:00 und 05:00 Uhr. In diesen Zonen sind nur Lebensmittelläden geöffnet, Restaurants müssen sich auf Takeaway und Lieferungen beschränken. Zuwiderhandlungen werden mit Bussen geahndet, wer positiv getestet wird, wird bis zur Genesung in ein Spital oder eines der Notspitäler, die in Stadien und in grossen Sporthallen eingerichtet wurden, überführt.
Die Spitäler scheinen bisher nicht überlastet, in den Medien wird von keinen schweren Covid-Verläufen berichtet. Seit Beginn der Pandemie wurden in ganz Laos lediglich 26 Pandemie-Tote registriert (Stand 10. Oktober 2021). Dramatischer sind die wirtschaftlichen Folgen, welche sich auch im Stadtbild von Vientiane zeigen: Viele Restaurants wurden geschlossen, Häuser sind zum Verkauf oder zur Vermietung ausgeschrieben.
Die Impfrate im Land liegt bei knapp 30 Prozent, wobei sie in Vientiane und anderen Städten ungleich höher ist als auf dem Land. Laos ist nicht in der Lage, selber Impfstoff zu beschaffen und deshalb auf Spenden aus dem Ausland angewiesen. Erst kürzlich haben China und Südkorea weiteren Impfstoff für 1.5 Mio. Impfdosen zugesichert.
Insgesamt wird deutlich, dass die Zero-Covid-Strategie in Laos (wie auch in vielen anderen Ländern) langfristig nicht funktioniert. Trotzdem sind die internationalen Grenzen weiterhin geschlossen, es gibt keinen Flugverkehr von/nach Laos, und es werden auch keine Visas ausgestellt. Deshalb kann auch das Swiss Laos Hospital Project derzeit keine Freiwilligen-Teams nach Laos entsenden. Wir sind jedoch in regelmässigem Kontakt mit unsern Partner in Laos, veranstalten Video-Konferenzen, diskutieren medizinische Fälle und leisten finanzielle Hilfe zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.