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Mit 237‘500 km2 ist Rumänien rund fünfmal grösser als die Schweiz. Das Land hat heute etwa 20 Millionen Einwohnerinnen und einwohner, in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben etwa 3.5 Mio. Rumänen und Rumäninnen das Land verlassen, um vor allem in Westeuropa Arbeit und bessere Verdienstmöglichkeiten zu finden – ein verständlicher Schritt bei einem Nettodurchschnittseinkommen von etwa 500 CHF und einem Mindesteinkommen von etwa 220 CHF.
Das Land ist gekennzeichnet durch grosse Entwicklungsunterschiede: Während manche städtische Zentren in den vergangenen Jahren einen schnellen Entwicklungsprozess erfuhren und Arbeitsplätze vor allem für besser ausgebildete Menschen zur Verfügung stehen, hat sich in vielen ländlichen Gebieten in den letzten Jahrzehnten wenig verändert und viele Menschen bestreiten nach wie vor mit Subsistenzlandwirtschaft ihren Lebensunterhalt.
Auch wenn Rumänien heute Teil der Europäischen Union ist, hat der Staat nach wie vor große Schwierigkeiten, all seinen Bürgerinnen und Bürgern die grundlegendsten Dienste in entsprechender Qualität anzubieten. Das gilt vor allem für Gesundheit und Bildung, zwei Bereiche, die den Bedürfnissen ärmerer Bevölkerungsschichten kaum gerecht werden.
Mit geschätzten 1.8 Millionen Angehörigen bilden Roma die grösste Minderheit Rumäniens. Viele von ihnen leben in extremer Armut am Rande der Gesellschaft. Ihre Ausgrenzung ist oft bereits auf den ersten Blick erkennbar: Sie leben in menschenunwürdigen Bedingungen in eigenen Siedlungen am Rande der Dörfer und Städte.
Die wenigsten Roma haben einen festen Arbeitsplatz. Gelegenheitsjobs, zum Beispiel in der Landwirtschaft, das Sammeln von Altstoffen und die (geringe) staatliche Sozialhilfe bilden das wichtigste Einkommen der Familien. Ein wichtiger Grund dafür ist der niedrige Bildungsstand: Überdurchschnittlich viele Roma-Kinder besuchen entweder überhaupt keine Schule, brechen diese vorzeitig ab oder erzielen nur schlechte Resultate. Nur eine kleine Minderheit schafft es, eine Berufsausbildung abzuschliessen.
Armut, fehlende Bildung und Diskriminierung führen dazu, dass Roma heute kaum am politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Landes beteiligt sind und damit auch in der Ausübung ihrer Rechte in einer demokratischen Gesellschaft vielfach eingeschränkt sind.
Die Schweizer Regierung hat im Rahmen des Erweiterungsbeitrages der Schweiz an Rumänien Caritas Schweiz eingeladen, einen Vorschlag zu unterbreiten, wie die Lebensverhältnisse von Roma und anderen sozial benachteiligten Gruppen in Rumänien nachhaltig verbessert werden könnten. Caritas Schweiz und ihre Partnerorganisation in Rumänien, Caritas Satu Mare, verfügen über mehrjährige Erfahrung in der Arbeit mit Roma und haben das folgende Projekt ausgearbeitet, das in den Landkreisen Satu Mare und Maramures im Nordwesten Rumäniens umgesetzt wird.