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BMC mit dem australischen Tour-de-Suisse-Sieger Richie Porte absolvierte den 35,5 km langen Parcours rund um die westfranzösische Gemeinde Cholet vier Sekunden schneller als die britische Mannschaft Sky um Vorjahressieger Chris Froome. Hinter Sky klassierte sich die belgische Equipe QuickStep Floors mit sieben Sekunden Rückstand auf Rang 3.
BMC, das vor dreieinhalb Wochen bereits das Mannschaftszeitfahren an der Tour de Suisse gewonnen hatte, fuhr die Differenz im technisch anspruchsvollen und hügeligen mittleren Abschnitt der Strecke heraus. Mit dem Schweizer Zeitfahr-Spezialist Küng als starker "Lokomotive" nahm BMC dem Team Sky zwischen der ersten und zweiten Zwischenzeit fünf Sekunden ab
Der Thurgauer erhielt von seinem Captain nach dem Sieg ein Sonderlob: "Es ist schwierig, einen der Jungs herauszuheben, aber wenn man jemanden wie Stefan Küng hat, wird es ein bisschen leichter", so Porte. Der 33-jährige Australier wird BMC Ende Saison wohl verlassen und die nächsten zwei Jahre für das amerikanische Team Trek-Segafredo fahren.
Dank dem Sieg von BMC löste der Belgier Greg van Avermaet den Slowaken Peter Sagan im gelben Leadertrikot ab. "Ich werde versuchen, das Trikot so lange wie möglich zu verteidigen. Die nächsten Tage sind fast Klassiker-Kurse. Das kommt mir entgegen", blickte Van Avermaet voraus. Der Olympiasieger von Rio hatte bereits an der Tour vor zwei Jahren Sagan im Maillot jaune abgelöst.
Der Weltmeister hatte nach seinem Sprintsieg vom Sonntag in La Roche-sur-Yon nicht mit der Verteidigung des Leadertrikots gerechnet. Im Teamzeitfahren musste Sagan schon auf den letzten Kilometern die Beine hängen lassen, sein Team fuhr 50 Sekunden nach BMC ohne seinen Captain über die Ziellinie. Nun kann der sprintstarke Slowake den Fokus voll auf das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers legen.
Van Avermeaet liegt nun zeitgleich mit seinem amerikanischen Teamkollegen Tejay van Garderen an der Spitze. Drei Sekunden dahinter folgt mit dem Waliser Geraint Thomas der Co-Captain von Sky. Mit Ausnahme von Thomas und dem niederländischen Zeitfahr-Weltmeister Tom Dumoulin, der mit dem Weltmeisterteam Sunweb als Fünfter (0:11 hinter BMC) ebenfalls ein starkes Zeitfahren ablieferte und im Gesamtklassement nur elf Sekunden hinter Van Avermaet liegt, ist der Grossteil der Favoriten auf den Gesamtsieg nahe beisammen. Porte, Froome, Adam Yates und Vincenzo Nibali (Tour-Sieger 2014) sind alle innerhalb von 15 Sekunden klassiert.
Während Froome, Porte und Yates nach ihren Stürzen in der Startetappe im Teamzeitfahren überzeugen konnten, musste Nairo Quintana einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der Kolumbianer hatte sich nach einem Defekt am ersten Tag bereits ein zeitliches Handicap eingehandelt, nun büsste er im Teamzeitfahren mit Movistar 53 Sekunden auf BMC ein und liegt bereits über eine Minute hinter Froome und Co. zurück. Gut, dass Movistar mit Alejandro Valverde und Mikel Landa zwei weitere Trümpfe in der Hand hat. Die beiden Spanier liegen in der Gesamtwertung zwischen Porte und Froome.
Ebenfalls nicht mit den Besten mithalten konnte nicht unerwartet der Franzose Romain Bardet mit AG2R La Mondiale. Die französische Equipe mit den beiden Schweizern Mathias Frank und Silvan Dillier hatte bereits vor der Etappe mit einem Rückstand von 1:10 Minuten kalkuliert, am Ende wurden es fünf Sekunden mehr. Damit liegt Bardet, in den letzten zwei Jahren Gesamtzweiter und -dritter der Tour, im Gesamtklassement 20 Sekunden hinter Froome.
Einen besonders schwierigen Tag erlebte Dillier. Der 27-jährige Aargauer, als zweifacher Team-Weltmeister (2014 und 2015 mit BMC) eigentlich ein Spezialist in dieser Disziplin, hatte sichtlich Mühe, dem Tempo seiner Teamkollegen zu folgen. Ihm waren die Nachwehen seines Sturzes vom Vortag sichtlich anzumerken. Mit einbandagiertem Knie Biss Dillier lange auf die Zähne, ehe er kurz nach der letzten Zwischenzeit rund 8,5 km vor dem Ziel abreissen lassen musste.
Nach drei Tagen verlässt die Tour de France das Département Vendée und zieht weiter in die westfranzösische Region Bretagne. Die 4. Etappe vom Dienstag führt über 195 km von La Baule nach Sarzeau und dürfte eine Angelegenheit für die Sprinter werden. Das Profil ist ähnlich flach wie das der 1. und 2. Etappe.
(sda)