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Rudolf «Ruedi»/«Hank» Dettwiler war der erste Bluegrass-Style 5-Saiten-Banjo-Picker in der Schweiz und vielleicht in ganz Kontinentaleuropa. Er interessierte sich schon als Teenager für das Instrument und musste sich auf Quellen aus dem Ausland stützen, um seiner Leidenschaft zu frönen. Er beschaffte ein Banjo per Versandhandel aus England und erhielt Unterrichtsmaterialien («How to play the 5-string Banjo/Pete Seeger») aus den Vereinigten Staaten. 1962 schloss er sich dem bereits bestehenden Duo Bill Bohn und Peter Gisin an und das Trio nannte sich The Country Pickers. In dem Bestreben dem Genre der Zeit gerecht zu werden, nahm Ruedi den Künstlernamen «Hank» an. Die Gruppe trat in den frühen und mittleren 1960er Jahren auf und nahm sich dann eine Auszeit, um sich um die wachsenden Familien zu kümmern. Ein Höhepunkt in dieser Zeit war Ruedis Gelegenheit, die Stanley Brothers, die New Lost City Ramblers, Roscoe Holcomb und Cousin Emmy persönlich zu sehen, als das Festival of American Folk and Country Music Tour am 20. März 1966 in Basel auftrat.
Die Country Pickers wurden in den 1970er Jahren neu gegründet und bestanden bis 1996. Die Band entwickelte sich 1983 von einem Trio zu einem Quartett, als Ruedis Sohn Paolo am Bass eintrat und später zur Mandoline wechselte. Ebenfalls kam später eine Dobro hinzu, um den Bluegrass-Sound der Gruppe zu erweitern. Während seiner Zeit bei den Country Pickers half Ruedi bei der Aufnahme von zwei Alben: «Happy Days» 1986 und «East to West» 1990. Ruedis dreissigjähriges Engagement in der Gruppe endete mit seinem Ausscheiden aus der Musik im Jahr 1992. Er gab bei der Neugründung der Formation im Winter 2010 ein kurzes Reunion-Gastspiel. Rudolf «Ruedi»/«Hank» Dettwiler starb im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krankheit-2019.
Text: Gary B. Reid * / Foto: zvg
* Gary B. Reid ist der führende Stanley Brothers-Experte und mehrfacher Preisträger der IBMA.