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Männerclub Monarchie – Japans Kaiserhaus gehen die Erben aus
In Japan dürfen nur Männer den Thron besteigen – und das ist ein Problem. Wenn Naruhito am Mittwoch Kaiser wird, gibt es nur noch zwei Erben: Der Druck auf die Nachfolger ist gross.
Als wäre Japans kaiserliche Familie nicht schon klein genug, wird sie demnächst wohl noch weiter schrumpfen. Nach der Abdankung Kaiser Akihitos und der Krönung seines Sohnes Naruhito, gibt es nur noch zwei Thronfolger – weil in Japans Monarchie Frauen grundsätzlich nicht auf dem Thron sitzen dürfen.
So hat Noch-Kaiser Akihito zwar vier Enkelkinder, aber weil nur eines davon männlich ist, könnte die Monarchie vor einem Problem stehen, wenn weiterhin nur Männer auf dem Thron sitzen dürfen.
Weil Naruhito «nur» eine Tochter hat, wird während seiner Regentschaft sein jünger Bruder Fumihito (53) Kronprinz. Der nächste – und aktuell letzte – in der Thronfolge wäre dann Fumihitos einziger Sohn Hisahito (12).
Zudem werden die drei Prinzessinnen ihren royalen Titel wahrscheinlich verlieren werden, wenn sie Bürgerliche heiraten. Sie könnten nach derzeitiger Gesetzeslage also nicht mehr für männlichen Nachwuchs der Dynastie sorgen, die bis ins fünfte Jahrhundert zurückreicht.
Vor Akihitos Abdankung gibt es hier einen Überblick über die kaiserliche Familie.
Kaiserin Michiki, 84
Akihitos Frau, geborene Michiko Shoda, ist die Tochter eines reichen Geschäftsmannes, der den Lebensmittelkonzern Nissin Fluor Milling leitete. Sie studierte englische Literatur, beendete die Universität mit den höchsten Auszeichnungen und schrieb und übersetzte Kinderbücher. Michiko traf Akihito 1957 bei einem Tennisturnier, an das als «Liebesmatch» erinnert wird. Das Paar heiratete zwei Jahre später.
Michiko war die erste Bürgerliche, die in die kaiserliche Familie einheiratete. Die Hochzeit war Teil von mehreren Veränderungen, die Akihito in die uralte Monarchie einführte. Das Paar brach auch mit der Tradition, seine Kinder in die Obhut von Palastmitarbeitern zu geben, und zog die drei Kinder selbst gross.
Kronprinz Naruhito, 59
Naruhito, dessen Name in chinesischer Schrift eine rechtschaffene Person bezeichnet, besteigt am Mittwoch den Chrysanthementhron. Er wird der 126. Kaiser einer Abstammungslinie, die bis ins fünfte Jahrhundert zurückreicht.
Naruhito hat Masako geheiratet, eine Diplomatin, die in Harvard studiert hat. Nachdem er die einst für Aristokratenkinder gegründete Privatuniversität Gakushuin abgeschlossen hatte, studierte er in Oxford und schrieb eine Arbeit über das historische Wassertransportsystem der Themse.
Kronprinzessin Masako, 53
Die Harvardabsolventin Masako Owada hatte eine vielversprechende Zukunft als Diplomatin vor sich, als sie Naruhito 1986 bei einer Teeparty ins Auge fiel. Naruhito wartete sieben Jahre, während Masako in Oxford studierte und ihn zwei Mal zurückwies. Beim dritten Mal akzeptierte sie seinen Antrag und die beiden heirateten 1993.
Anfangs bestanden grosse Erwartungen, dass Masako dabei helfen könnte, den Palast moderner und internationaler zu gestalten. Doch sie zog sich Anfang des 21. Jahrhunderts nach der Geburt von Tochter Aiko weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück, da sie unter stressbedingten Depressionen leidet. 2004 kritisierte Naruhito vorsichtig die erhöhte Aufmerksamkeit und den Druck, der auf Masako ausgeübt wurde, einen Sohn zu gebären.
Prinzessin Aiko, 17
Das einzige Kind von Naruhito und Masako wäre Thronfolgerin, wenn es in einem genderneutralen Land geboren worden wäre. Aber das kaiserliche Gesetz erlaubt es nur männlichen Nachkommen, auf den Thron zu steigen.
Prinz Fumihito, 53
Fukihito ist der jüngere der beiden Söhne von Akihito und eher unter seinem Kindheitstitel Akishino bekannt. Er wird während Naruhitos Herrschaft Kronprinz. Seine Amtszeit wird, wenn sie überhaupt stattfindet, kurz. Es gibt Spekulationen, dass Fumihito die Thronfolge gar nicht antreten würde und sie stattdessen direkt an seinen zwölfjährigen Sohn Prinz Hisahito weitergibt.
Seine Frau Kiko lernte er an der Universität Gakushuin kennen, wo beide studierten. Im Gegensatz zu seinem Bruder gilt Fumihito als freier Geist und unverblümt. Er und Kiko haben zwei Töchter und einen Sohn.
Prinzessin Kiko, 52
Kiko, ehemals Kiko Kawashima, wuchs in den USA und Österreich auf und lebte nach ihrer Rückkehr nach Japan in einem bescheidenen Haus. Sie wurde die «Wohnungsprinzessin» genannt, als sie Fumihito 1990 heiratete.
Zwölf Jahre nach der Geburt der zweiten Tochter des Paares, kam 2006 ihr Sohn Hisahito 2006 zur Welt – unter intensiver Aufmerksamkeit und dem Druck der Öffentlichkeit, einen Jungen zu gebären. Seine Geburt löste damals in der Regierung eine Debatte darüber aus, ob die Gesetze zur Thronfolge eine Herrscherin erlauben sollten.
Prinz Hisahito, 12
Hisahito, der einzige Junge unter Akihitos vier Enkeln, wird der zweite in der Thronfolge werden, wenn die neue Ära beginnt, und es gibt niemanden, der ihm folgen kann. Auf ihm lastet ausserdem ein grosser Druck, für einen männlichen Nachfolger zu sorgen. Die Abdankung Akihitos hat die Regierung daran erinnert, die Diskussion um die kaiserliche Thronfolge wiederaufzunehmen und eine stabile Erbfolge zu regeln.
Prinzessin Mako, 27
Mako, die älteste von Akihitos vier Enkeln und Schwester von Hisahito, ist wegen eines Schuldenskandals der Familie ihres Freundes zum Ziel der Boulevardpresse geworden. Ihre Pläne für eine Hochzeit im kommenden Jahr wurden nach wachsender Unsicherheit dadurch aufgeschoben.
Prinzessin Kako, 24
Kako, zweitälteste Enkelin von Akihito, hat kürzlich ihr Studium der Psychologie an der International Christian University in Tokio beendet. Sie wird keinen Job suchen, denn es wird von ihr erwartet, als Teil der kaiserlichen Familie offizielle Aufgaben zu übernehmen. Kako hat ein Jahr an der britischen Universität von Leeds verbracht und darstellende Künste studiert. Sie tanzt gerne Hip Hop und hat Fotobücher veröffentlicht, nachdem ihr Modestil Anhänger gefunden hat.
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