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Verbringst du lieber alleine Zeit, statt dich mit deiner Clique zu treffen? Das könnte daran liegen, dass du klüger bist als sie. Denn laut einer neuen Studie machen zu viele soziale Interaktionen schlaue Leute unglücklich.
Intelligente Menschen sind Einzelgänger und mögen keine sozialen Kontakte. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Forscher aus London und Singapur. Satoshi Kanazawa und Norman Li haben sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Intelligenz, Freundschaft und Bevölkerungsdichte auf das Glücklichsein auswirken. Je niedriger die Bevölkerungsdichte ist und je mehr soziale Interaktionen mit Freunden unterhalten werden, umso glücklicher ist der Mensch. Letzteres gilt allerdings nicht für extrem intelligente Menschen. Sie fühlen sich am glücklichsten, wenn sie keine Zeit mit ihren Freunden verbringen müssen.
In ihrer Studie, an der 150'000 18-28-Jährige teilgenommen haben, war die so genannte «Savannentheorie über Zufriedenheit» die zentrale Annahme. Diese besagt, dass das «Jäger-Sammler-Dasein unserer frühesten Vorfahren die Grundlage für das bildet, was uns heute glücklich macht.» Und diese lebten in kleinen Gruppen von rund 150 Personen und waren auf soziale Interaktionen angewiesen, um zu überleben.
Heute hingegen können intelligentere Menschen die Aufgaben besser alleine lösen und selbstständig die Herausforderungen meistern. Deshalb wirken Beziehungen weniger wichtig und die Leute herum werden als ein Klotz am Bein wahrgenommen.
Ann Clarkson, Sprecherin von Mensa International, dem Verband für Menschen mit hohem IQ, sagt zu «Vice»: Es ist bewiesen, dass sich sehr intelligente Menschen manchmal von den Menschen um sich herum isoliert fühlen, weil sie die Welt anders sehen und wahrnehmen. Es ist schwer, jemanden zu finden, der Informationen genauso verarbeitet wie du, wenn dein Gehirn so funktioniert, wie das von nur zwei Prozent vom Rest der Weltbevölkerung.»
Dr. Robert Sternberg, Professor für menschliche Entwicklung an der Cornell University, weist aber auf die verschiedenen Formen der Intelligenz hin: «In meiner eigenen Theorie über erfolgreiche Intelligenz, unterscheide ich zwischen analytischer Intelligenz (IQ), kreativer Intelligenz und praktischer Intelligenz (gesundem Menschenverstand). Ein hoher IQ ist keine Garantie für die letzten beiden. In unserem Schulsystem werden Kinder mit einem hohen IQ so belohnt, dass ihnen der Anreiz fehlt, eine hohe soziale/emotionale/praktische Intelligenz zu entwickeln.»
Und das kann seiner Ansicht nach dazu führen, dass das schlauste Kind sich nicht in einer Gruppe durchsetzen kann, weil es im zwischenmenschlichen Bereich einen grossen Nachholbedarf hat. Dies wiederum hindert es daran, eigene Ziele zu erreichen. «Ironischerweise ist wahrscheinlich gerade der intelligente Mensch, der nicht mit anderen interagieren möchte, die Person, die dringend mit anderen kommunizieren sollte, um Erfolg im Leben zu haben.» (man)