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Michael Jacksons «Thriller»-Album ist ein ungeahnter Siegeszug
«Thriller», «Beat It» oder «Billy Jean»: Michael Jackson (1958-2009) hat vor vierzig Jahren, am 30. November 1982 sein Album «Thriller» veröffentlicht und damit einige Evergreens hervorgebracht. Rückblickend gilt das Album als absoluter Meilenstein in der jüngeren Musikgeschichte. Es war sein sechstes und machte Jackson endgültig zum «King of Pop».
Für das Album «Thriller» gelten bis heute fast ausschliesslich Superlative: Ausgezeichnet mit sieben Grammys, verkaufte sich das Album bis heute rund 100 Millionen mal; mehr als 500 Wochen hat es sich in den Billboard-Albumcharts gehalten. Für das Video zum Titelsong «Thriller» hat Jackson zudem mit dem renommierten amerikanischen Regisseur John Landis zusammengearbeitet. Fortan war die Welt der Popmusik und Musikvideos eine andere.
Gitarrist verlangte kein Geld für Solo
Klingend sind auch die Namen der Stars, die am Album mitgearbeitet haben. Ex-Beatle Paul McCartney hat beim Duett «The Girl Is Mine» den zweiten Teil des Gesangs übernommen. Produziert hat «Thriller» der legendäre Jazz-Trompeter, Komponist und Musikproduzent Quincy Jones; er hat im Übrigen auch für Frank Sinatra, Aretha Franklin oder Ray Charles produziert. Jackson hatte ihn zudem für die Platten «Off The Wall» (1979) und «Bad» (1987) unter Vertrag.
Und das ikonische Gitarrensolo von «Beat It», der dritten Single-Auskopplung von «Thriller», stammt von Eddie van Halen. Ihn kennt man von der gleichnamigen Band Van Halen mit ihrem Überhit «Jump». Van Halen selbst erzählte einmal, dass er das Solo innerhalb von 20 Minuten eingespielt und dafür nie eine Rechnung gestellt habe.
Neuauflage hat 15 neue Stücke
An diese Erfolgsgeschichte soll nun das Album «Michael Jackson Thriller 40» anknüpfen, das Sony bereits Mitte November veröffentlicht hat. Es ist seit 1982 die dritte Wiederveröffentlichung. Im Unterschied zum Original, das aus neun Songs bestand, enthält dieses Album einige Demos und unveröffentlichte Stücke. Erschienen ist es als Doppel-CD.
Die Deluxe-Edition des Albums, die nur digital erhältlich ist, wartet mit 15 zusätzlichen Bonustracks auf, darunter Demos und verschiedene Remixe. Insgesamt enthält das Set 34 Songs.
Streit mit Paul McCartney wegen Songrechten
Doch die Geschichte von «Thriller», die auf den ersten Blick wie eine glitzernde Erfolgsgeschichte wirkt, hat auch harzige und schattige Momente. Jacksons Plattenfirma erwartete 1982 Verkäufe von gerade einmal ein paar Millionen weltweit. Den Medien war «Thriller» kurz nach Erscheinen kaum eine Zeile wert – oder überhaupt keine, wie etwa das «Time»-Magazin selbst einräumte.
Und die anfängliche Freundschaft zwischen Jackson und Paul McCartney zerbrach daran, dass ersterer im Jahre1985 für 47,5 Millionen Dollar die Rechte an 251 Aufnahmen der Beatles kaufte. Nach seinem Tod verkauften die Jackson-Erben diese Rechte an Sony. Und McCartney ist es bis heute nicht gelungen, sie zurückzubekommen.
Jackson bezahlte «Thriller» selbst
Auf wenig Gegenliebe stiess zu Beginn auch das düstere und gruselige Video zu «Thriller». John Landis hat 1983 den 14-minütigen Film an sein «American Werewolf in London» (1981) angelehnt. Jackson hatte diesen Film gesehen und wollte unbedingt mit Landis zusammenarbeiten. Die immensen Produktionskosten wollte die Produktionsfirma CBS ein Jahr nach Erscheinen von «Thriller» nicht finanzieren. Jackson hat schliesslich in die eigene Tasche gegriffen.
Landis und Jackson drehten dann nicht nur den 14-minütigen Videoclip, sondern zudem ein dreiviertelstündiges Making-Of. Dieser Film mit seinen Massentanzszenen lief nach vielem Hin und Her am 2. Dezember 1983 auf dem Musiksender MTV an - und startete somit seinen Siegeszug als eines der ikonischsten Musikvideos bis heute. Und: Jackson wurde dadurch zum ersten afroamerikanischen Künstler, der je auf dem Musiksender lief.
Der Einfluss ist unüberhörbar
Das Kostümdesign und damit die Idee der berühmten roten Lederjacke, die Jackson im Video trägt, stammt übrigens von Landis' Frau Deborah Nadoolman Landis. Die Kostümdesignerin begleitete ihren Ehemann im Jahre 2021 nach Locarno ans Filmfestival, wo er mit dem Ehrenleoparden für sein Werk ausgezeichnet wurde. In diesem Zusammenhang wurde auch an den «Thriller»-Film erinnert.
Was 40 Jahre nach seinem Erscheinen von «Thriller» übrig bleibt, sind allem voran die Erinnerungen an eine für die Pop-Musik aussergewöhnliche Ära. Das heisst freilich nicht, dass Michael Jacksons Einfluss heute nicht mehr zu hören wäre. Die heutigen grossen Pop-Künstler gäbe es ohne ihn in ihrer jetzigen Form wohl kaum. Man höre nur die neuen Songs seines «Erben» The Weeknd – es liegt auf der Hand, wer sein grosses Vorbild ist.
(sda/mhe)