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Brasilien gehört zu den Ländern, die am meisten Treibhausgase freisetzen. Umweltorganisationen haben nun jedoch einen ehrgeizigen Plan vorgelegt, nach dem über ein Drittel der Ausstöße reduziert werden sollen. Sie wollen die Emissionen von derzeit 1,5 Milliarden Tonnen auf eine Milliarde Tonne senken. Geschehen soll dies ohne, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Landes negativ beeinflusst wird.
Der Plan, den Ausstoß ab 2030 auf eine Milliarde Tonne zu begrenzen, stammt vom Observatório do Clima (Klima-Observatorium). Dahinter verbirgt sich ein Netzwerk, dem verschiedene Organisationen angehören. Erreicht werden soll das Ziel mit ab 2021 eingeleiteten Veränderungen unter anderem in der Landwirtschaft, der Industrie, dem Energiesektor und dem Transportwesen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Abholzungsrate auf Null abzusenken.
Angesichts der Weigerung Brasiliens ein internationales Abkommen diesbezüglich zu ratifizieren dürfte letzteres nicht so einfach sein. Anders sieht es beim Energiesektor aus. Nach den Plänen der Regierung soll künftig stärker in regenerative Energien investiert werden, vor allem in die bisher stiefmütterlich behandelte Solarenergie. Geplant sind ebenso Windparke.
Nach den Vorschlägen der Umweltorganisationen soll zudem die energetische Effizienz erhöht werden. Weitere Bestandteile sind das Wiederbepflanzen von degradierten Flächen, notwendige Verbesserungen beim Abfallwesen und der Abwasserbehandlung. Gefordert wird ebenso die massive Einsetzung emissionsarmer Techniken in der Landwirtschaft.
Laut Vertreter des Observatórios sie der Plan ehrgeizig, aber nicht verrückt. Er ließe sich durchsetzen, ohne den Konsum einzuschränken oder das Wachstum zu beeinträchtigen. Seitens der brasilianischen Regierung wurde bisher indes noch nichts öffentlich darüber verlautbart, wie das Land zur Abmilderung des Klimawandels beitragen will, während Europa und die USA bereits Maßnahmen angekündigt haben. Dass jedes Land bis Oktober Schritte zur Verringerung der Treibhausgasemissionen vorlegen soll, wurde beim COP 20 in Lima (Peru) beschlossen.