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Die Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) ist eine vor allem in Mittel- und Südamerika vorkommende Infektionskrankheit. Durch die zunehmende Mobilität der Menschen breitet sich die Krankheit jedoch weiter aus, wobei es sich überwiegend um eingeschleppte Fälle handelt.
Auslöser der Chagas-Krankheit ist ein bestimmter Parasit namens Trypanosoma cruzi. Da diese Trypanosomen nicht nur beim Menschen die amerikanische Trypanosomiasis auslösen, sondern auch bei Wild- und Haustieren zu finden sind, zählt die Chagas-Krankheit zu den sogenannten Zoonosen (= zwischen Tier und Mensch übertragbare Erkrankungen)
Verantwortlich für die Übertragung der Chagas-Krankheit sind vor allem Raubwanzen, die sich von menschlichem und tierischem Blut ernähren: Gelangt ihr Kot auf die menschliche Haut, können die darin enthaltenen Erreger von dort über kleine Wunden (z.B. über den Wanzenstich) oder durch Schmierinfektion über die Schleimhäute in den menschlichen Körper gelangen. Weitere mögliche Infektionswege sind:
Die Chagas-Krankheit verläuft in mehreren Stadien:
Zur Therapie der Chagas-Krankheit erhalten die Betroffenen am besten so schnell wie möglich Antibiotika. Je früher dies geschieht, desto besser: In der akuten Phase der Chagas-Krankheit gelingt es so fast immer, die Erreger im Blut zu vernichten und die amerikanische Trypanosomiasis zu heilen. Die Wirksamkeit der Antibiotika-Behandlung ist jedoch umso geringer, je länger die Chagas-Krankheit schon besteht. In der chronischen Phase zielen die Massnahmen daher vor allem darauf ab, die vorliegenden Symptome zu behandeln.
Um sich vor allem bei Reisen im Hauptverbreitungsgebiet der Chagas-Krankheit vor Wanzenstichen zu schützen, ist es ratsam, geeignete Kleidung zu tragen und Moskitonetze zu verwenden.
Der Begriff Chagas-Krankheit (auch Morbus Chagas oder amerikanische Trypanosomiasis genannt) bezeichnet per Definition eine durch den Parasiten Trypanosoma cruzi verursachte Infektionskrankheit, die vor allem in Mexiko, Mittel- und Südamerika verbreitet ist. Die Übertragung der Trypanosomen geschieht vor allem durch Raubwanzen.
Da die Erreger der Chagas-Krankheit überwiegend bei Tieren vorkommen, aber auch den Menschen infizieren können, gehört die Krankheit zu den sogenannten Zoonosen: Eine Zoonose ist eine zwischen Tier und Mensch übertragbare Erkrankung.
Benannt ist die Chagas-Krankheit nach Carlos Chagas, der die Erkrankung 1909 in Brasilien erstmals beschrieb. Untersuchungen an Mumien der präkolumbianischen Kulturen zeigen, dass bereits die Ureinwohner Lateinamerikas von der amerikanischen Trypanosomiasis betroffen waren.
Die Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) tritt mit grösster Häufigkeit in ländlichen Gegenden Süd- und Mittelamerikas auf. Schätzungsweise sind etwa 10 Millionen Menschen mit dem ursächlichen Erreger infiziert.
Ursprünglich war die Chagas-Krankheit weitgehend auf Mittel- und Südamerika begrenzt; inzwischen tritt sie aber mit zunehmender Häufigkeit auch in anderen Gebieten der Welt auf: Betroffen sind die USA, Kanada, mehrere europäische und ein paar westpazifische Länder. Hauptgrund für die Ausbreitung der amerikanischen Trypanosomiasis ist die zunehmende Mobilität der Menschen. In den USA beispielsweise leben schätzungsweise 300'000 infizierte Menschen, wobei es sich mehrheitlich um eingeschleppte Infektionen handelt.
Die Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) hat ihre Ursachen in einer Infektion mit bestimmten Parasiten: sogenannten Trypanosomen der Art Trypanosoma cruzi. Dieser Erreger fand sich ursprünglich nur bei Wildtieren. Später verbreiteten sich die Trypanosomen dann auch unter Haustieren (wie Hunde oder Katzen), die jedoch selbst nicht an der Chagas-Krankheit erkranken, und auf den Menschen.
Der Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) liegen als Ursachen hauptsächlich Raubwanzen zugrunde, die die krankheitsauslösenden Parasiten Trypanosoma cruzi mit ihrem Kot übertragen. Der Infektionsweg kann jedoch verschieden sein.
Die für die Übertragung der Chagas-Krankheit verantwortlichen Raubwanzen sind blutsaugende Insekten, die vorwiegend nachts aktiv sind und sich tagsüber in Wandritzen und Dächern der Häuser versteckt halten. Die Erreger der Chagas-Krankheit, die Trypanosomen, befinden sich im Verdauungstrakt dieser Raubwanzen.
Der häufigste Infektionsweg führt über den infizierten Kot, den die Raubwanzen absetzen, wenn sie den Menschen stechen (v.a. an freien Körperstellen, z.B. im Gesicht), um sich von seinem Blut zu ernähren: Aus dem Kot auf der menschlichen Haut können die Erreger – über den Wanzenstich oder andere Hautverletzungen – leicht in den Körper des Menschen eindringen (zumal die Betroffenen den Insektenstich automatisch kratzen). Die Infektion kann ihre Ursachen aber auch in einer Schmierinfektion haben, wenn der Mensch den infektiösen Kot der Wanzen an seine Schleimhäute bringt (z.B. indem er zunächst die gestochene Stelle kratzt und sich dann die Augen reibt). Eine einmal infizierte Raubwanze kann während ihres ganzen Lebens (zehn bis zwölf Monate) Trypanosomen übertragen.
In seltenen Fällen hat die Chagas-Krankheit ihre Ursachen ebenfalls in infiziertem Kot, aber in einem anderen Infektionsweg: Der Mensch kann die Erreger der amerikanischen Trypanosomiasis auch über Lebensmittel oder Getränke aufnehmen, die mit den Erregern der Chagas-Krankheit verseucht sind (weil sie mit dem Raubwanzenkot in Kontakt kamen).
Neben der Übertragung durch den Raubwanzenkot kommen für die Chagas-Krankheit noch weitere Ursachen infrage: So kann eine infizierte schwangere Frau die Erreger der amerikanischen Trypanosomiasis vor oder während der Geburt auf ihr Kind übertragen. Ein Übertragungsrisiko besteht ausserdem bei Organtransplantationen und Bluttransfusionen. In den meisten Blutbanken Südamerikas sind mittlerweile jedoch Tests auf Erreger-Antikörper im Spenderblut vorgesehen.
Bei der Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) beträgt die Inkubationszeit (d.h. die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome) bei der klassischen Übertragung durch Raubwanzen etwa 5 bis 14 Tage. Hat die Infektion ihre Ursachen in einer Bluttransfusion, kann sich die Inkubationszeit auf bis zu sechs Wochen verlängern.
Die Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) zeigt sich in zwei Phasen, die durch verschiedene Symptome gekennzeichnet sind: eine akute und eine chronische Phase. Zwischen diesen beiden Phasen sind die Betroffenen symptomfrei; diese sogenannte Latenzphase kann unter Umständen Jahre andauern.
Die Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) zeigt sich in der ersten Phase meist nur durch milde Symptome oder verläuft völlig symtomlos: Die akute Phase der Chagas-Krankheit löst nur bei einem Drittel der Neuinfizierten (meist bei Kindern) Beschwerden aus. In dieser akuten Phase, die etwa ein bis zwei Wochen nach der Infektion beginnt, gelangen die ursächlichen Parasiten Trypanosoma cruzi in den Blutkreislauf (sog. Parasitämie) und überschwemmen den Organismus regelrecht.
Bevor die akute Phase der Chagas-Krankheit einsetzt, kann sich an der Eintrittsstelle der Erreger (am Wanzenstich) eine Schwellung bilden: Dieses typische Anzeichen für die amerikanische Trypanosomiasis, das sogenannte Chagom, kann bis zu zwei Monate bestehen. Liegt die Eintrittstelle am Auge (weil die Betroffenen z.B. beim Kratzen des Wanzenstichs mit dem infektiösen Kot der Raubwanzen in Berührung kamen und sich dann die Augen mit den Händen gerieben haben), entwickelt sich eine Bindehautentzündung mit Schwellung der Augenlider. Zudem vergrössern sich die regionalen Lymphknoten. Diese drei Symptome zusammen bezeichnet man auch als Romaña-Syndrom.
Die akute Phase der Chagas-Krankheit kann folgende Symptome auslösen:
Die akute Phase der Chagas-Krankheit kann zu einem deutlich vergrösserten Herz führen. In einigen Fällen kann sich das Gehirn entzünden, sodass Krampfanfälle möglich sind. Die Symptome der akuten Phase klingen nach etwa vier Wochen wieder ab.
Zwischen der akuten und der chronischen Phase der Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) treten in der Regel keine Symptome auf. Diese symptomfreie Latenzphase kann mitunter mehrere Jahre andauern. Haben die Betroffenen ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel aufgrund einer HIV-Infektion, können jedoch auch während der Latenzphase erneut akute Symptome der Chagas-Krankheit auftreten.
Während der chronischen Phase der Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) finden sich kaum oder gar keine Parasiten im Blut. Nur 10 bis 20 Prozent der Betroffenen entwickeln als Folge der anhaltenden Infektion chronische Symptome. Diese chronische Phase äussert sich durch:
Diese Symptome sind meist auf chronische Herzmuskelentzündungen mit Herzvergrösserung zurückzuführen. Häufig führt die chronische Phase der Chagas-Krankheit zu einem plötzlichen Herztod; die Betroffenen können aber auch infolge der sich entwickelnden chronischen Herzinsuffizienz sterben. In der chronischen Phase überdehnen und vergrössern sich häufig die Verdauungsorgane, vor allem die Speiseröhre (Megaösophagus) und der Dickdarm (Megakolon).
In der akuten Phase der Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) kann der Arzt die Diagnose stellen, indem er den Erreger (den Parasiten Trypanosoma cruzi) direkt im Blut nachweist. In seltenen Fällen finden sich die Trypanosomen auch in den Lymphknoten – hierzu ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) nötig. Gelingt der direkte Nachweis des für die Chagas-Krankheit verantwortlichen Erregers nicht, ist es möglich, sie im Blutserum anzureichern.
Während der chronischen Phase der Chagas-Krankheit finden sich kaum oder gar keine Erreger im Blut. Daher kommen zur Diagnose andere Methoden zum Einsatz, zum Beispiel die sogenannte Xenodiagnose: Hierbei fixiert man im Labor gezüchtete Raubwanzen, in denen bisher keine Erreger der Chagas-Krankheit zu finden sind, auf der Haut, wo sie eine Blutmahlzeit nehmen können. Nach etwa vier Wochen prüft man dann den Verdauungstrakt der Raubwanzen auf den Erreger.
Um bei der Diagnose die Auswirkungen der Chagas-Krankheit im Gehirn zu untersuchen, ist eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) geeignet. Mithilfe einer Echokardiographie (EKG) ist feststellbar, ob sich die amerikanische Trypanosomiasis auf das Herz ausgewirkt hat.
Bei der Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) zielt die Therapie in der Anfangsphase (akute Phase) darauf ab, den ursächlichen Erreger – den Parasiten Trypanosoma cruzi – zu bekämpfen. Dazu kommen Antibiotika mit Wirkstoffen wie Nifurtimox und Benznidazol zum Einsatz: Diese Medikamente vernichten die Trypanosomen im Blut und können so die Chagas-Krankheit in ihrer akuten Phase fast immer erfolgreich heilen. Aufgrund ihrer Giftigkeit (Toxizität) ist es ratsam, sich anfangs möglichst in einem Spital behandeln zu lassen. Beide Präparate nimmt man über den Mund ein. Die Behandlung dauert mindestens sieben Wochen, kann aber im Bedarfsfall auch bis zu drei Monate dauern.
Die Wirksamkeit der Antibiotika-Behandlung lässt jedoch nach, je länger die Chagas-Krankheit schon besteht. In der chronischen Phase ist es dann nicht mehr möglich, die Krankheit durch Bekämpfung der Erreger zu heilen: Wenn die amerikanische Trypanosomiasis bereits Veränderungen an Herzmuskel oder Darm ausgelöst hat, bleiben diese durch Antibiotika unbeeinflusst. Die chronische Phase der Chagas-Krankheit macht demnach eine gezielte Therapie der vorliegenden Symptome nötig.
Die Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) lässt sich in ihrem Verlauf durch eine schnelle Behandlung positiv beeinflussen. Je früher nach der Infektion Antibiotika gegen den Erreger (den Parasiten Trypanosoma cruzi) zum Einsatz kommen, desto besser: In der akuten Phase der Chagas-Krankheit gelingt es fast zu 100 Prozent, alle Erreger im Blut zu vernichten und die Betroffenen zu heilen.
Setzt die Behandlung der Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) zu spät ein und kommt es im Verlauf der Infektion zu Herzveränderungen, ist die Prognose ungünstiger: In dem Fall können lebensbedrohliche Komplikationen durch Herzrhythmusstörungen, Lungenödeme oder arterielle Embolien entstehen.
Zu den Komplikationen der Chagas-Krankheit im Verlauf der akuten Phase gehören in erster Linie Gehirnentzündungen und Herzmuskelentzündungen, die besonders bei Kindern schwerwiegend sind: Die Sterblichkeit ist in der akuten Phase der Chagas-Krankheit besonders bei Säuglingen und Kleinkindern hoch und erreicht in einigen Regionen bis zu zehn Prozent.
Im Verlauf der chronischen Phase der Chagas-Krankheit stehen andere Komplikationen im Vordergrund: Es kommt vor allem zur Herzmuskelerweiterung mit thromboembolischen Ereignissen. Neben dem Herzmuskel sind gelegentlich auch bestimmte Nervenzellen (Ganglienzellen) der Muskulatur des Verdauungstrakts durch die amerikanische Trypanosomiasis beeinträchtigt. Diese Nervenschädigung bewirkt eine Störung der Darmbewegungen, so dass sich der Darminhalt aufstaut. Die Verdauungsorgane, vor allem der Darm und die Speiseröhre, überdehnen und vergrössern sich, sogenannte Megaorgane sind die Folge. Ohne Operation führt dies im weiteren Verlauf meist zum Tod durch einen Darmdurchbruch oder eine Bauchfellentzündung.
Der Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) können Sie weitgehend vorbeugen, indem Sie nach Möglichkeit Wanzenstiche vermeiden, denn: Der für die Chagas-Krankheit verantwortliche Parasit Trypanosoma cruzi gelangt hauptsächlich über blutsaugende Raubwanzen in den menschlichen Körper. Tragen Sie daher vor allem bei Aufenthalten im Verbreitungsgebiet der Chagas-Krankheit geeignete Kleidung und verwenden Sie Moskitonetze, um sich vor den für die Krankheitsübertragung verantwortlichen Raubwanzen zu schützen.
Allgemein bestehen die geeigneten Massnahmen zum Vorbeugen der Chagas-Krankheit darin, die Überträgerinsekten mit Insektiziden zu bekämpfen. Um zu verhindern, dass sich Raubwanzen in Dächern und Wänden der Häuser einnisten, sind die Wohnverhältnisse in den betroffenen Ländern, vor allem auf dem Land, zu verbessern. Auch das Risiko, das von infizierten Haustieren ausgeht, ist bei der Bekämpfung der amerikanischen Trypanosomiasis zu bedenken.
Eine vorbeugende Impfung gegen die Chagas-Krankheit steht bislang nicht zur Verfügung.