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Stell dir vor, du wirst in die Golf-Hall-of-Fame aufgenommen und sprichst während der gesamten Dankesrede kaum über den Sport, kaum über deine Triumphe, kaum über deine Sponsoren – sondern vor allem über deine Familie. Das ist ein Statement. Und genau dieses Statement hat Golf-Ass Tiger Woods (46) gemacht.
Als dem 15-fachen Major-Sieger in Florida bei einer feierlichen Zeremonie eine der höchsten Ehren zuteil wurde, die sich ein Golfer nur erhoffen kann, nämlich die Aufnahme in die Hall of Fame, widmete er seine Dankesrede seiner Familie.
Wobei, eigentlich fing es ja schon bei der Laudatio an mit den Familienangelegenheiten. Die Verdienstrede hielt nämlich Tiger Woods' 14-jährige Tochter Sam Alexis. Im knallroten Abendkleid und fast auf Augenhöhe mit ihrem 185 Zentimeter grosser Vater stach die Teenagerin aus der Menge heraus, wie früher ihr Vater auf dem Golfplatz. Doch es war nicht dieser überraschende Auftritt, mit dem Sam das Publikum in ihren Bann zog, sondern ihre emotionale Rede.
«Dad, ich habe dich schon vor langer Zeit in die Dad Hall of Fame aufgenommen»Sam Alexis Woods
In ihrer Rede erzählte Sam die Geschichte ihrer Geburt während der Endrunde der US-Open 2007 – die Tiger Woods nicht gewann. Sie erzählt, wie ihr Vater ein Playoff erzwang, den Sieg jedoch knapp verfehlte. «Er musste dann zum Flughafen eilen, flog von Pittsburgh nach Orlando und fuhr zum Winnie-Palmer-Spital. Innerhalb von fünf Minuten nach Betreten des Krankenzimmers, immer noch in seinem roten Golfhemd, wurde ich am 18. Juni geboren», so Sam. «Er mag an diesem Tag verloren haben, aber er hat das grösste Geschenk von allen gewonnen.»
Spätestens nach dem Satz «Dad, ich habe dich schon vor langer Zeit in die Dad Hall of Fame aufgenommen», gewann die 14-Jährige alle Herzen und ihr Papa konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. «Mist», bemerkte er dann scherzend. «Jetzt habe ich gerade die Wette verloren, dass ich nicht weinen werde.»
Neben seiner Tochter und seinem Sohn Charlie Axel (13) aus seiner Ehe mit Model Erin Nordegren (42) begleiteten weitere Familienmitglieder Tiger Woods an die Ehren-Zeremonie. Sowohl Erica Herman, seit 2017 die Lebenspartnerin des Golf-Stars, wie auch seine Mutter Kutilda waren an seiner Seite.
In seiner Dankesrede machte Tiger Woods klar, dass er seine Karriere seinen Eltern verdankt. Er erzählte Anekdoten und Erinnerungen aus seiner Kindheit. Unter anderem, dass seine Eltern eine zweite Hypothek auf ihr Haus aufnehmen mussten, um seine Reisekosten als Junior-Golfer bezahlen zu können.
Woods sprach auch über die Werte, die ihm seine Eltern in der Kindheit mitgegeben haben. Seinem verstorbenen Vater Earl und seiner Mama Kutilda habe er seine Arbeitsmoral zu verdanken. «Sie brachten mir das Kämpfen bei, für das, woran ich glaube. Und sie lehrten mich, meinen Träumen nachzujagen.» Auch hätten sie ihm vermittelt, dass er hart für seine Ziele arbeiten müsse. «Wenn du keinen Aufwand reinsteckst, wenn du dir nicht Mühe gibst, wirst du erstens keine Ergebnisse erzielen und zweitens – das ist noch wichtiger – du verdienst auch keine.»
Dass Tiger Woods die Ehrung verdient, die er mit seinem Eintritt in die Hall of Fame erhielt, daran liess an diesem Abend niemand einen Zweifel. Die Rednerinnen und Redner waren sich einig: Niemand hatte bislang mehr Einfluss auf das Golfspiel als Woods, der mit gewagten Manövern und seiner absoluten Dominanz auf dem Platz (er war 683 Wochen lang die Nummer 1) auch Minderheiten für diesen elitären Sport begeistern konnte und ihm ein bisschen Coolness verlieh.