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Gute Pollenqualität fördert Bienengesundheit
Die Qualität des Pollens beeinflusst den Brutumfang von Völkern, die Langlebigkeit der Bienen und deren Fähigkeit, sich von Pflanzenschutzmitteln zu entgiften. Dies wies eine Forschungsgruppe des Instituts für Bienenschutz und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in einer Studie nach, in der Bienenvölkern in Freiflugzelten entweder nur Mais oder Mais und ein Blühmix oder nur Phacelia als Pollenquelle zur Verfügung stand. Zudem wurden in der Hälfte der Zelte die Pflanzen mit feldrealistischen Dosen einer Tankmischung gespritzt, die das Neonicotinoid Thiacloprid und das Fungizid Prochloraz enthielt.
Die Völker in den Zelten mit Phacelia wiesen mehr verdeckelte Brut auf als diejenigen in den reinen Mais-Zelten. Wurden die Pollenquellen gespritzt, nahm der Brutumfang der Völker in den Mais-Zelten deutlich stärker ab. Dort sank der Anteil der verdeckelten Brutzellen auf einer Testwabe von 81 auf 69 % – in den Phacelia-Zelten nur von 87 auf 81 %. Auch die durchschnittliche Lebenserwartung der Bienen hing vom Pollen ab, mit dem sie im Brutstadium gefüttert worden waren. So lebten die Bienen in den unbehandelten Phacelia-Zelten 36 Tage lang, in den Mais-Zelten nur 31 Tage. Darüber hinaus reduzierte eine Spritzung die Lebenserwartung der Bienen um zwei Tage – allerdings nur in den Völkern, die lediglich Maispollen sammeln konnten.
Im Versuch wies frisches Bienenbrot aus Maispollen einen Proteingehalt von nur 15 % auf. Bienenbrot aus Phacelia enthielt hingegen 25 % und der Mais-Mix 21 % Proteine. Da die Ergebnisse für den Mais-Blühmix meist zwischen denen für Mais allein und für Phacelia lagen, zeigt die Studie auch, dass eine einzelne, aber hochwertige Pollenquelle besser sein kann als eine Mischung aus hoch- und minderwertigem Pollen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science of the Total Environment veröffentlicht.
Quelle: Deutsches Bienenjournal [01/22]