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Die eidgenössische Post
Mit der Gründung unseres Bundesstaates 1848 ging auch die Zeit der verschiedenen kantonalen Postbetriebe dem Ende zu. Die kantonalen Postanstalten wurden mit «Mann, Ross und Wagen» vom Bund übernommen, die uneinheitlichen Tarife und verschiedenen Beförderungsarten zusammengefasst und bereinigt. Die Post wurde Bundessache.
Die neue Postorganisation teilte das Gebiet der Schweiz in elf Postkreise. Dem Postkreis Zürich wurden die Kantone Zürich, Schaffhausen, Thurgau und Zug zugeteilt. Das Postregal unterstellte Briefe und verschlossene Sendungen bis zehn Pfund dem Postzwang. Die Einschreibbriefe erhielten den Stempel «Chargée». Schon im August 1849 wurde der Nachnahmeverkehr eingeführt.
Auch die regelmäßige und periodische Beförderung von Personen war überall dort den Postanstalten vorbehalten, wo keine konzessionierten Eisenbahnen bestanden. Die privaten Botenkurse durften nun nur noch offene Sendungen oder schwere Gepäckstücke befördern.
1850 traten schweizerische Briefmarken an die Stelle der bis dahin gültigen kantonalen Wertzeichen. Im März 1850 kamen «Frankozetel» für zweieinhalb Rappen (Ortspost) in den Verkehr, ab 1. Oktober 1850 dann solche zu 5 und 10 Rappen. Im Jahre 1851 beförderte die Post gegen 450`000 Reisende und 15 Millionen Briefe, im Jahre 1859 bereits 750`000 Reisende und 27 Millionen Briefe nebst 18 Millionen Zeitungen.
Der zeitgenössische Geschichtsschreiber Dr. J. Meyer schreibt 1861 in seinem Werk «Land, Volk und Staat der Schweiz. Eidgenossenschaft»: «Das schweizerische Postwesen ist gegenwärtig durch seine Ausdehnung, Vollständigkeit und Zweckmäßigkeit dem der meisten anderen Staaten vorausgeeilt.»
Von Zürich aus bestanden 1849 nach Winterthur täglich fünf Postkurse, nach Aarau—Bern täglich drei (mit Beförderung durch die 1847 eröffnete Spanischbrötlibahn bis Baden) und nach Uster—Pfäffikon—Grüningen und Affoltern-Knonau täglich einer. Mit dem Dampfschiff wurden am rechten Zürichseeufer täglich zwei Postkurse in jeder Richtung geführt, mit Anschluss nach St. Gallen. Die Spanischbrötlibahn hatte täglich drei Zentner Postsendungen zu befördern, wobei ein Postkondukteur mitfuhr. Die idyllische Postkutschenzeit hatte schon nach einem Menschenalter ihren Höhepunkt überschritten – die Postsachen wurden bereits mit Schiff und Bahn befördert. Postkutsche und öffentlicher Verkehr waren keine identischen Begriffe mehr.
In Zürich konnten am 1. Dezember 1873 als 4. Posthaus das neue Postgebäude an der Bahnhofstrasse 25 (neben dem ehemaligen Bauplatz der Schweizerischen Kreditanstalt) und das Transitpostamt an der Beatengasse bezogen werden. 200 Schließpostfächer kamen an der Bahnhofstrasse als Neuerung zur Aufstellung.
Durch die Bundesverfassung von 1874 wurde die Post eine selbständige Verwaltung des Bundes, nachdem sie seit 1848 auf Rechnung der Kantone durch den Bund betrieben worden war. Im Jahre 1895 vermochte die Reduktion der Briefaustragung am Sonntag auf eine einmalige Zustellung einen Pressefeldzug zu entfesseln, ohne dass dies die Postverwaltung von dieser zeitgemäßen Neuerung hätte abbringen können. Am 7./8. April 1898 konnte dann in Zürich als 5. Postamt die neue Fraumünsterpost eröffnet werden. Sechsmal täglich wurde damals in der Stadt die Post ausgetragen, am Vormittag um 07.10, 10.15, 11.30 Uhr und am Nachmittag um 14.00, 16.00 und 18.30 Uhr.
Am 15. Juni 1930 konnte die Sihlpost mit unterirdischen Zugängen zu den Postperrons des Hauptbahnhofs bezogen werden, wobei später zur Verbindung der Sihlpost mit der Postfiliale Zürich-Hauptbahnhof eine veritable Untergrundbahn eingerichtet wurde. Auch dieses gehört heute bereits zur Postgeschichte.
Die Post und die damit zusammenhängenden Kommunikationsmittel entwickelten sich in der darauf folgenden Zeit in rasendem Tempo.
Industrialisierung und Technisierung unserer Arbeitswelt und heute auch des Privatbereichs stellten neue Anforderungen an Kommunikationsmittel und Transportvarianten. Auch heute noch werden diese zum Teil durch die Post erfüllt.