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Ärzte fordern Verbier und das ganze Val de Bagnes unter Quarantäne zu stellen. Für Staatsratspräsident Roberto Schmidt kommt das nicht infrage.
"Der Bundesrat hat klar gesagt, dass es der falsche Weg ist", sagt Staatsrat Roberto Schmidt auf die Frage, ob es sinnvoll ist, ein ganzes Dorf wie es im Falle von Verbier von Ärzten verlangt wird, unter Quarantäne zu stellen. Die Kantone hätten dazu überhaupt keine Kompetenz. "Wir versuchen jedoch mit zusätzlichen Massnahmen, das Problem in den Griff zu bekommen." Heisst konkret: Leute sollen untereinander weniger Kontakt haben. Die Sperrung von Spielplätzen, die grösseren Abständen in Supermärkten oder die Verkleinerung der Anzahl Leute in einem Lebensmittelgeschäft würden dabei infrage kommen, so Schmidt.
Er ist zudem von der Idee einer nationalen Ausgangssperre wenig angetan: "Wenn die Leute eingesperrt werden, schaffen wir damit neue Probleme", so Schmidt. Manche Länder hätten eine Ausgangssperre verhängt. Diese Massnahme habe zu mehr Suiziden geführt. "Es gab Todesfälle, doch nicht nur wegen des Coronavirus, sondern auch wegen Selbstmorden." Menschen mit psychischen Problemen, Menschen in Stresssituationen oder Opfer von häuslicher Gewalt hätten sich vermehrt das Leben genommen." Diese Problematik dürfe nicht unterschätzt werden. Eine ganze Bevölkerung einzusperren, führe anschliessend zu noch grösseren Problemen. Viel mehr gehe es darum, dass diejenigen, die arbeiten gehen könnten, das auch weiterhin tun könnten. Dies selbstverständlich unter der Berücksichtigung der Hygienemassnahmen des Bundes. Wenn das nicht der Fall sei, solle Homeoffice in Betracht gezogen werden. Falls dies auch nicht gehe, so müsse der Betrieb Kurzarbeit anmelden, erklärt Schmidt.
Der Direktor Bundesamt für Justiz, Martin Dumermuth, kam an der Medienkonferenz des Bundesamts für Gesundheit BAG am Montag im Fall von Verbier zum gleichen Schluss: "Es besteht keine Restkompetenz des Kantons. Massnahmen im Einzelnen zu treffen ist jedoch möglich." Damit meint Dumermuth diejenigen Personen, welche infiziert seien, zu Hause unter Quarantäne zu stellen. Nicht jedoch das ganze Dorf.
Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG, erklärte: "Wir sind zusammen mit dem Kanton und den lokalen Behörden daran, den Fall von Verbier zu studieren." So, dass ein guter Entscheid getroffen werden könne. Dieser solle den gesundheitlichen Massvorgaben entsprechen. Es sei noch nicht klar, wie der Entscheid aussehe. Aber es werde ein Entscheid sein, der dem Kanton zustehe, so Koch.sr