Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03210.jsonl.gz/1878

Ein neues Modell, um den Erreger der Toxoplasmose zu untersuchen
«Unser System hat sich in seiner aktuellen Form bereits als sehr nützlich erwiesen», so Dominique Soldati, «aber es muss weiterentwickelt werden, damit es breit einsetzbar ist.»
Projektbeschrieb
Etwa jede dritte Person in der Schweiz trägt den Erreger in sich, hierzulande wird er oft von der Hauskatze auf den Menschen übertragen. In den meisten Fällen ist er zum Glück harmlos, aber bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann der Erreger ausbrechen. Auch für Schwangere kann es gefährlich werden, zum Beispiel, weil es zu einer Frühgeburt kommt. Die Rede ist vom Bakterium Toxoplasma gondii, dem Erreger der Toxoplasmose.
Um den Erreger im Labor untersuchen zu können und neue Wirkstoffe zu testen, hat das Team um Dominique Soldati-Favre von der Universität Genf ein Modell entwickelt, das im Gegensatz zum herkömmlichen Modell ohne Tiere auskommt und stattdessen auf menschlichen Muskelzellen basiert, da sich der Erreger oft in Muskel versteckt. «Unser System hat sich in seiner aktuellen Form bereits als sehr nützlich erwiesen», so Dominique Soldati, «aber es muss weiterentwickelt werden, damit es breit einsetzbar ist.» Das Team möchte zudem mit Hilfe eines sogenannten Mini-Darms untersuchen, wie die Infektion abläuft. Auf diese Weise soll die orale Infektionsroute simuliert werden.
«Jeder Schritt auf dem Weg zur Entdeckung von Medikamenten mit neuen Wirkmechanismen wird eine enorme gesellschaftliche Bedeutung haben», erklärt Soldati.
Originaltitel
Optimization and validation of mature Toxoplasma gondii tissue cysts generated in vitro