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Nun ist es soweit. Seit einigen Jahren wurde die Verlegung des Kindergartens aus dem Pfarreiheim ins alte Schulhaus diskutiert und geplant. Zu Beginn des neuen Schuljahres wird nun der Kindergarten in der Nähe der Primarschule geführt.
Walter Schmid
Die beiden Schulzimmer im ersten Stock des alten Schulhauses wurden zusammengelegt und für die Bedürfnisse eines Kindergartens eingerichtet. Helle, grosse Räume, sanft renoviert, stehen zur Verfügung, selbst eine Kochnische wurde eingebaut. Ein spezieller Raum ist für die heilpädagogische Betreuung eingerichtet worden.
Sorge um die Kindergartenkinder
Gegen die Verlegung des Kindergartens regte sich vorerst Opposition. Bedenken zur Sicherheit der Kinder, von denen die meisten nun die Hauptstrasse überqueren müssen, wurden laut. Gegen diese Bedenken hat nun eine Arbeitsgruppe bestehend aus Eltern, Behörden und Schule Empfehlungen für einen sicheren Schulweg erarbeitet. Besonders die Kleinsten sollen auf die neue Situation vorbereitet werden. Ein Lotsendienst kann mangels Freiwilligen nicht eingerichtet werden. Zu Beginn des Schuljahres instruiert ein Verkehrspolizist die Kinder.
Politischer Kampf zu Beginn
Die Idee zur Schaffung eines Kindergartens entstand bereits in den Fünfzigerjahren. Der Katholische Hilfsverein unter der Leitung von Pfarrer Otto Meier setzte sich zum Ziel, einen katholischen Kindergarten zu schaffen. Die Einwohnergemeinde sollte den Lohn der Kindergärtnerin übernehmen. Nach heftigen Diskussionen lehnte die Bevölkerung den Antrag an der Urne ab. So entschloss sich der Katholische Hilfsverein zum Alleingang. In vielen Stunden Fronarbeit bauten die Mitglieder ein Bauernhaus am Scheidweg zum Pfarreiheim um und richteten darin den Kindergarten ein.
Am 2. Mai 1960 eröffnete die Kindergärtnerin Margrith von Dach mit den Kindern des Jahrganges 1954 den Kindergarten. Mit Elternbeiträgen von acht Franken pro Monat, mit Spenden und Türopfern wurde der Betrieb finanziert. Erst acht Jahre später bewilligte die Gemeindeversammlung einen Beitrag von 5000 Franken jährlich und regelte den Betrieb in einem Vertrag. So kam der Hilfsverein auch in den Genuss von Staatsbeiträgen. Fünf Jahre später erhöhte die Gemeinde den Beitrag auf 8000 Franken mit jährlicher Anpassung an die Teuerung.
Herbetswiler Kinder
Als die Geburtenzahlen in den Siebzigerjahre stark zurückgingen, war man froh über die Zusammenarbeit mit Herbetswil. Von 1977 bis 1990 fuhren die Sechsjährigen mit dem Postauto nach Welschenrohr in den Kindergarten. Für den Katholischen Hilfsverein wurden das Pfarreiheim und der Kindergarten zunehmend zur Belastung.
So beschlossen die Mitglieder, die Liegenschaft der Kirchgemeinde und den Kindergarten der Einwohnergemeinde zur Führung zu übertragen. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Begehren oppositionslos zu und bewilligte für Renovation und Erweiterung den nötigen Kredit. So konnten die Räume erweitert und die Umgebung mit Spielplatz umgestaltet werden.
Kindergarten auch für Fünfjährige
So kehrte um die Führung des Kindergartens Ruhe ein. Eine Alternative entstand mit der Einführung einer Spielgruppe, geführt durch den Elternverein, nachdem die Gemeinde die Übernahme ablehnte. Bald tauchte aber die Forderung nach dem zweijährigen Kindergarten auf. Dieses Begehren stiess vorerst auf Widerstand, ist aber heute mit dem Obligatorium selbstverständlich geworden.
Mehr und mehr entwickelte sich die Zusammenarbeit von Kindergarten und Unterstufe. Gemeinsam wurden Schulanlässe wie Projektwochen und Schulfeiern durchgeführt. In diesem Sinne erfolgt nun auch die räumliche Zusammenlegung von Primarschule und Kindergarten und dürfte sich als gute Lösung erweisen.
(az Solothurner Zeitung)