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- Die britische Polizei hat geklärt, wie Ende Juni zwei Menschen mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt gekommen sind.
- Sie fand eine kleine Flasche im Haus des vergifteten Mannes in Amesbury.
- Tests haben bestätigt, dass es sich bei der Substanz in der Flasche um Nowitschok handelt.
Die britische Polizei hat den Behälter gefunden, durch den ein britisches Paar mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt kamen. Gemäss Scotland Yard handle es sich um eine kleine Flasche, die im Haus des Mannes in Amesbury gefunden worden war. Dessen Inhalt sei Nowitschok wie Tests bestätigt hatten. Unklar ist, wie der Behälter in das Haus des Mannes gelangte.
Als weiterer Schritt soll nach Angaben von Scotland Yard festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der der russische Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März in Salisbury vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen.
Moskau unter Verdacht
London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des Anschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Sollte sich eine Verbindung zwischen den beiden Fällen nachweisen lassen, würde das die Spannungen zwischen London und Moskau weiter erhöhen.
Die britische Premierministerin Theresa May hatte US-Präsident Donald Trump in dieser Woche gebeten, das Thema bei seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag in Helsinki anzusprechen. Ungewiss ist, ob Trump der Aufforderung folgen wird.
Der Kampfstoff Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt. Später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.
Noch keine Entwarnung von der Polizei
Die nationale Gesundheitsbehörde in England hatte die Bevölkerung in Amesbury und dem nahen Salisbury erst vor wenigen Tagen aufgefordert, keine unbekannten Gegenstände vom Boden aufzuheben. Auch am Freitag gab die Polizei keine Entwarnung. «Wir können nicht garantieren, dass nicht noch mehr von der Substanz übrig geblieben ist», sagte ein Polizeisprecher.
Die Polizei hatte sechs Areale in Amesbury und im 13 Kilometer entfernten Salisbury abgesperrt, in denen sich das Paar kurz vor den ersten Symptomen aufhielt. Dazu zählen eine Apotheke, eine Kirche und das Wohnhaus des 45-Jährigen. Das Hostel, in dem seine Freundin lebte, wurde evakuiert.
Die 44-jährige Frau aus Salisbury war am Sonntagabend im Krankenhaus gestorben. Ihr 45-jähriger Lebensgefährte ist mittlerweile wieder ansprechbar und konnte von der Polizei befragt werden. Er befindet sich nach Angaben der Polizei in einem ernsten, aber stabilen Zustand.