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Die Kiemen sind entweder zarthäutige Anhänge an den Brustfüßen, oder bilden einen Teil der Hinterleibsfüße.
Die Geschlechter sind meist getrennt; wie bei den Schildkrebsen, münden die männlichen Organe an der Basis des letzten, die
weiblichen an der des drittletzten Brustfußpaars aus. Die reifen Eier
[* 6] werden im Innern des Muttertiers befruchtet und von
demselben alsdann in einem sogen. Brutsack, der aus Anhängen der Brustfüße
gebildet wird, bis zum Ausschlüpfen der Jungen umhergetragen.
Die letztern haben gewöhnlich schon nahezu die Form der Erwachsenen, so daß die Metamorphose, welche bei den Schildkrebsen
so bedeutend sein kann, hier meist ganz unterbleibt. Alles Gesagte gilt übrigens nur von den normalen, d. h. nicht durch
Schmarotzertum teilweise rückgebildeten, Ringelkrebsen. Unter diesen gibt es nämlich Formen, die an
andern Krebstierenoder an der Haut
[* 7] und im Mund von Fischen leben und sich von deren Blut nähren; bei ihnen sind alsdann die Füße
zum Festhalten mit starken Haken versehen oder, wo ein Abfallen vom Wirtstier nicht zu befürchten steht,
verkümmert, während die Mundteile meist zum Saugen eingerichtet sind.
Zuweilen lebt das kleinere Männchen beständig auf dem Körper des Weibchens, bei andern Arten hingegen (den Fischläusen,
s. Asseln) ist ein eigentümlicher Zwitterzustand in der Weise vorhanden, daß die kleinern Exemplare Männchen sind, bei weiterm
Wachstum die männlichen Organe einbüßen und dafür die Anlagen der weiblichen ausbilden, so daß sie
von einem gewissen Alter ab nur noch als Weibchen fungieren. Die Jungen gleichen indessen auch bei den sehr rückgebildeten
Formen anfangs denjenigen ihrer normalen Verwandten und wandeln sich erst langsam und gewöhnlich erst nach dem Festsetzen
an das Wirtstier um. Die Ringelkrebse leben zum größten Teil im Meer, verhältnismäßig wenige im Süßwasser
oder auf dem Land an feuchten Orten; doch geschieht auch im letzten Fall die Atmung stets durch Kiemen, nie durch Lungen.