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«Kleiner Apfel» wird als Sommerhit 2014 in die chinesische Geschichte eingehen. Nicht, weil er toll arrangiert wäre: Der Disco-Beat erinnert eher an die frühen 1990er Jahre. Und der Text besteht grösstenteils aus Unsinn. Das dazugehörige Video ist wirr. Aber Ohrwurm-Qualität hat der Song – zumindest für chinesische Ohren.
«Kleiner Apfel», womit ursprünglich ein Film beworden werden sollte, ist in China allgegenwärtig: in den Fitness-Centers, Shopping-Malls, Clubs, Karaoke-Bars. Die Volksbefreiungsarmee benutzt ihn in einem Rekrutierungsvideo, die Polizei warnt damit vor Betrügern. Das Volk tanzt dazu auf den Strassen.
Ein zweiter «Gangnam Style» wird daraus trotzdem nicht. Der Megahit des Südkoreaners Psy hatte 2012 nicht nur in Asien, sondern auch Europa und Nordamerika eingeschlagen. «China investiert im Gegensatz zu Südkorea nicht in die Kultur- und Creative-Branche», sagt der chinesische Musikkritiker Hao Fang gegenüber AFP. Er empfindet den Erfolg des Songs als «Schande für das Land.»
Auch die Führung in Peking scheint die Begeisterung der Bürger nicht zu teilen. Nach einer Künstlerschelte von Präsident Xi Jinping vergangene Woche, liess sich die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua über «vulgäre, repetitive Fastfood-Kunst» aus. (kri)