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Der österreichische Staat hat der als Kind entführten Natascha Kampusch eine Entschädigung für ihre jahrelange Geiselhaft verweigert. Das Entführungsopfer hatte wegen eines Fahndungsfehlers eine Million Euro gefordert.
Das Innenministerium in Wien sei zu dem Schluss gekommen, dass es keine schwerwiegenden Ermittlungsfehler gegeben habe, die eine Befreiung seiner Mandantin unmöglich gemacht hätten, sagte Kampuschs Anwalt Gerald Ganzger am Dienstag.
Die heute 23-Jährige hatte ihre Forderung damit begründet, dass die Polizei einige Spuren nicht verfolgt habe, so dass sie sich erst nach achteinhalb Jahren aus ihrer Gefangenschaft habe befreien können. Das Innenministerium erklärte, es habe kein "begründeter" Verdacht gegen Kampuschs Entführer Wolfgang Priklopil bestanden.
Kampusch war 1998 als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt worden. Nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft in einem Keller konnte sie am 23. August 2006 aus dem Haus ihres Peinigers fliehen. Priklopil beging daraufhin Selbstmord.
Die Ermittler waren kurz nach Kampuschs Entführung in Priklopils Haus im Wiener Vorort Strasshof gewesen. Sie entdeckten das Mädchen jedoch nicht und verfolgten die Spur nicht weiter.
SDA-ATS