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Am Vormittag bereits hatte ein vorübergehender "Blitzabsturz" des britischen Pfunds in der Nacht auf Freitag für eine gewisse Nervosität gesorgt. Dazu trugen offenbar automatische Handelssysteme massgeblich bei. Die Pfundschwäche, die mit den ökonomischen Daten Grossbritanniens nicht erklärbar sei, könnte auf eine nochmals steigende Volatilität hindeuten, hiess es dazu am Markt.
Der Swiss Market Index (SMI) gab 0,56% auf 8'124,59 Punkte nach. Im Wochenvergleich ergab sich ein Minus von -0,2%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,51% auf 1'243,28 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,62% auf 8'867,05 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel schlossen bis auf Swiss Re, Zurich, Galenica und Swatch alle im Minus.
Swiss Re (+1,4%) schlossen als klarer Tagessieger, nachdem der Titel im frühen Geschäft noch unter Druck gestanden hatte. Der Titel hatte bereits in den vergangenen Tagen wegen der Sorgen um die möglichen Schäden des Hurrikans "Matthew" gelitten. Wie der Sturm nun in Florida auf das amerikanische Festland getroffen ist, wurde er in die Kategorie III zurückgestuft, was die ersten Sorgen etwas milderte. Noch immer bestehen aber grosse Schadenrisiken, welche im Markt derzeit auf 15 bis 30 Mrd USD an versicherten Schäden beziffert werden. Gleichzeitig gehen Analysten davon aus, dass Swiss Re dank eines gut verlaufenen dritten Quartals genug Reserven haben dürfte, um die Aufwände zu stemmen.
Im Sog von Swiss Re legten auch Zurich (+0,7%) etwas zu, während Galenica (+0,1%) als dritter und letzter Gewinner nur knapp in die Gewinnzone rutschten.
Grösster Verlierer waren zyklische Aktien wie Dufry (-1,9%) und Adecco (-1,2%) zusammen mit den defensiven Nestlé (-1,2%) und den Aktien der Privatbank Julius Bär (-1,3%). Nestlé erhielten von der Bestätigung der Kaufempfehlung durch Goldman Sachs keinen nennenswerten Support.
Die Grossbanken UBS (-0,7%) und CS (-0,8%) hielten sich leicht besser. Nach einem guten Start in den Handelstag verschafften sich hier vor dem Wochenende wieder Sorgen um weitere Bussen durch die US-Behörden etwas Platz. In diesem Zusammenhang war auch die Meldung von Interesse, dass Spanien die Schweizer Behörden um Datenlieferungen von spanischen Kunden der UBS ersucht hat.
Über ein Prozent verloren noch Kühne+Nagel sowie LafargeHolcim an Wert. Actelion (-0,8%) litten unter einer Zurückstufung durch Morgan Stanley auf "Equal Weight" von bisher "Overweight". Nachdem sich die Aktie in diesem Jahr bislang überdurchschnittlich entwickelt habe, sei das Aufwärtspotenzial begrenzt, begründet der Experte sein neues Votum.
Von den beiden Pharma-Schwergewichten fielen Novartis und Roche (je -0,4%) gleich stark zurück. Die beiden Konzerne rückten mit dem am Freitag beginnenden Onkologie-Kongress ESMO in Kopenhagen in den Fokus, der noch bis Anfang kommender Woche dauert. Sowohl Novartis wie Roche haben am Kongress diverse wissenschaftlichen Präsentationen zu ihren Krebsmedikamenten angekündigt.
Im breiten Markt fielen Ems-Chemie (-5,5%) nach Zahlen mit einem markanten Minus auf. Das Unternehmen hat zwar den Umsatz in den ersten neun Monaten gesteigert, ist aber hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben.
Flughafen Zürich (-2,0%) fielen nach einer Personalie ebenfalls zurück. Das Unternehmen hat den Abgang des langjährigen Finanzchefs gemeldet.
Heftige Abschläge erlitten die Titel des italienischen Pharmaunternehmens Newron (-9,4% auf 21,30 CHF). Newron hat in einer Privatplatzierung 1,3 Mio neue Aktien an institutionelle Investoren zugeteilt, dies zu einem Preis von 19,75 CHF je Titel.
cf/ra
(AWP)