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Cédric Tamanis letztes Rennen
Skeleton – Der Düdinger trat gestern nach der SM zurück
Schon vor den Schweizer Meisterschaften gestern in St. Moritz war bei Cédric Tamani der Entschluss zum Aufhören gereift. Das Nicht-Erreichen der Olympiaqualifikation war einer der Gründe. Zum Abschluss gewann er nun die Bronzemedaille.
Von GUIDO BIELMANN
Auch wenn er international nie ganz vorne mitreden konnte, tat er es jeweils an den Schweizer Meisterschaften. Den Höhepunkt an den Landesmeisterschaften hatte er im Jahr 2003 mit der Goldmedaille erlebt; im Vorjahr war er Vize-Meister gewesen. Gestern gewann er also Bronze: «Ich bin zufrieden, es ist ein super Abschluss. Es war nicht leicht, denn die Jungen stossen nach.»
Cédric Tamani musste sich diese Saison im Weltcup immer mit Rängen auf den letzten Positionen unter den rund 35 Piloten begnügen. Das reichte für eine Olympiaqualifikation bei weitem nicht. Tamani analysiert: «Nachdem ich die Qualifikation nicht geschafft hatte, versuchte ich neue Ziele ins Auge zu fassen, so diese Schweizer Meisterschaften hier in St. Moritz, wo ich gerne fahre. Aber ich habe in den Trainings sofort gespürt, dass ich skeletonmüde bin. Der Spass war nicht mehr hundertprozentig da. Ich hoffte, dass die Freude in St. Moritz wieder kommen würde, aber das war nicht der Fall.»
Fünf Jahre fuhr Tamani, der Sportlehrer am Heilig-Kreuz-Gymnasium ist, im Weltcup. Zwei achte Ränge im Jahr 2003 waren seine besten Resultate. Dabei musste er sich immer mit dem Weltklassepiloten Gregor Stähli messen lassen: «Stähli ist ein absolutes Sprinttalent, im Gegensatz zu mir. Ich musste immer sehr viel Energie ins Training für den Start investieren.»
Ein weiterer Grund, dass er in den vergangenen zwei Saisons nicht auf Touren gekommen ist, habe im Materialwechsel gelegen: «Ich hatte eine gute Saison 2003. Dann habe ich von kanadischem auf schweizerisches Material gewechselt. Das war rückblickend ein Fehler. Ich brachte es nie mehr auf mein voriges Niveau.» Das neue Material bewirkte, dass der Schlitten zu weich war. «Leider habe ich dies erst mit der Zeit gemerkt. Auf diese Saison hin brachten wir es auch nicht mehr zustande, den Schlitten härter zu machen.»
25 000 Franken pro Saison
Schliesslich hatte es vor zwei Saisons noch eine Reglementsänderung gegeben, mit welcher Cédric Tamani auch nie zurecht gekommen ist: «Anstatt die Hände unter den Körper zu legen, mussten diese nun an der Körperseite angelegt werden. All diese Faktoren bewirkten, dass ich zu viel am Ganzen herumzustudieren begann, anstatt es in der Bahn einfach laufen zu lassen. Das Problem in diesen koordinativen, technischen Sportarten ist, dass man sich selber immer mit seinen eigenen besten Resultaten misst. Wenn man sich da zu verkrampfen beginnt, ist es vorbei. Aber schliesslich hat man ja immer das Ziel weiterzukommen.»
Cédric Tamani blickt auf einen Lebensabschnitt mit Spitzensport zurück, welcher ihm pro Saison um die 25 000 Franken kostete, die unbezahlten Urlaube einberechnet. Heuer sei es mit der Olympiade als Ziel noch mehr gewesen.
8. SM-Titel für Stähli
Skeleton-SM in St. Moritz. Männer (2 Durchgänge): 1. Gregor Stähli (BSC Säuliamt) 140,36 Sekunden. 2. Pascal Oswald (Gyrenbad) 2,21 zurück. 3. Cédric Tamani (Düdingen) 3,56. 4. Daniel Mächler (Zürichsee) 3,84. 5. Felix Poletti (Zürich) 4,34. 6. Jürg Geiser (Basel) 5,60. 7. Stefan Mörker (Säuliamt) 6,41. 8. Ralf Eggenberger (Limmattal) 7,14. – 11 Teilnehmer.
Frauen (2 Durchgänge): 1. Maya Pedersen-Bieri (Zürcher Bobclub) 143,72 Sekunden. 2. Tanja Morel (Zürich) 1,83 zurück. 3. Michaela Pitsch (Engiadina) 6,68. – 5 Teilnehmerinnen, 4 klassiert. – Jessica Kilian (Säuliamt) wegen Übergewichts disqualifiziert (3. Platz).