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Die erste Basler Herbstmesse 1471

Um die wirtschaftliche Durststecke zu mildern, die nach dem Abschluss des Konzils von Basel (1431-1448) eingesetzt hatte, strebte die Stadt nach einer Universität und einer Handelsmesse. Beides sollte wieder Leute anlocken und das Ansehen mehren. Im Jahr 1459 bat eine Basler Gesandtschaft in Mantua den neuen Papst Pius II. (1405-1464) um Segen und Hilfe für beides.
Den päpstlichen Segen zur Gründung einer Universität erhielt Basel. Das mit päpstlicher Empfehlung an Kaiser Friedrich III. (1415-1493) weiterzuleitende Gesuch zur Genehmigung einer Handelsmesse verlief indes im Sande. Erst über zehn Jahre später griff Basel das Vorhaben wieder auf. Der Rat schickte Hans von Bärenfels (gestorben 1495) zum Reichstag in Regensburg.
Am 11. Juli 1471 bekam der Gesandte vom Kaiser das Privileg zum Abhalten zweier Jahrmessen (Märke) pro Jahr. Eine sollte im Frühjahr gehalten werden, vierzehn Tage vor Pfingsten. Die andere vierzehn Tage vor Martini im Herbst. Wer gewerblich zu den Basler Messen zieht, sollte Schutz und Zollfreiheit geniessen, wie sie bereits für die Messestädte Frankfurt und Nördlingen golten.
Der Kaiser garantierte also den Markfrieden, was Angriffe auf Marktfahrer durch feindselige Adlige unter Strafe stellte. Eben so wichtig war das Erlassen von Zöllen, was die Handelsmessen attraktiver als sonstige Märkte machte. Bemerkenswert ist ferner das Privileg, dass vom Reichsgericht geächtete Personen während der Messe in Basel wohnen und Geschäfte machen durften.
Basel liess umgehend Kopien der kaiserlichen Urkunde machen, um sie zur Werbung in der nahen und fernen Nachbarschaft zu verbreiten. Drei Ratsherren fungierten als Messepolizei um Standgebühren einzuziehen, während Wachen und Reiterpatrouillen aufgezogen wurden, um die Messebesucher zu schützen. Man liess nur drei der sieben Stadttore offen, um besser kontrollieren zu können.
Der Zunft zu Gartnern (wo auch Fuhrleute, Wirte und Postillone zünftig waren) fiel die Aufgabe zu, zur Messe die Herbergen und die in Basel weilenden Fremden zu überwachen. Einige Einrichtungen wurden von den anderen Messestädten übernommen. Wie in Frankfurt wurde ein Kaufhausgericht eingesetzt (so genannte "Messeherren"), welches über Schulden und Bussen befinden sollte.
Von Nördlingen übernahm man den Werbebrauch eines Wettrennens zur Eröffnung der Messe. Dieses wurde in Basel auf einer Wiese vor dem Steinentor abgehalten. Es lief für Männer über 400 Schritt und für Frauen über 350 Schritt, wobei der erste Preis ein gutes Stück buntes Schürlitztuch war. Zusätzlich veranstaltete man im Rathaus eine grosse Lotterie mit attraktiven Preisen.
Nach diesen Vorbereitungen wurde auf dem Kornmarkt vor dem Rathaus am 26. Oktober 1471 erstmals die Eröffnung der Herbstmesse auf den Sabinentag (27.) ausgerufen. So erfolgreich wie Frankfurt und Nördlingen sollte Basel aber nie werden. Die Frühjahrsmesse verschwand die in den 1490er Jahren wieder. Doch die Messe im Herbst überdauerte bis heute.
Zusammenfassung
Um die schwache Wirtschaft zu stützen, dachte man in Basel schon 1459 an das Abhalten von Jahrmärkten. Aber erst 1471 erlangte man dass dazu nötige Recht von Kaiser Friedrich III. Er gestattete Basel zwei solche Messen pro Jahr (die Frühjahrsmesse verschwand bald wieder), verbunden mit Schutz und Zollerlass. So konnte auf 27. Oktober 1471 die erste Basler Herbstmesse eröffnet werden.
Querverweis zum Thema:
>> Glöcknerlohn zur Basler Herbstmesse
>> Beginn der Basler Herbstmesse
Beitrag erstellt 26.10.17
Quellen:
Markus Fürstenberger, 500 Jahre Basler Messe, Verlag Helbing & Lichtenhahn, Basel, 1971, Seite 44 bis 53
Traugott Geering, Handel und Industrie der Stadt Basel - Zunftwesen und Wirtschaftgeschichte bis zum Ende des XVII. Jahrhundert, Felix Schneider, Basel, 1886, Seiten 336 bis 339
Rudolf Wackernagel, Geschichte der Stadt Basel, Band 2/I, Helbing & Lichtenhahn, Basel, 1911, Seiten 480 bis 483
Christian Wurstisen, Bassler Chronick, Sebastian Henricpetri, Basel, 1580, Seite 434