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In der Slowakei war die Entwicklung einer nuklearen Sicherheitsbehörde nach der Teilung der ehemaligen Tschechoslowakei besonders schwierig. Einerseits gab überhaupt keine eigene Behördenorganisation, anderseits waren in Bohunice vier Druckwasserreaktorblöcke ex-sowjetischen Typs in Betrieb, die nahezu die Hälfte des Strombedarfs deckten. Von internationaler Seite wurde die Stilllegung vor allem der älteren zwei Einheiten vom Typ WWER 440/230 gefordert, da diese als veraltet und unsicher galten. Bohunice-3 und -4 sind WWER-440/213-Blöcke.
Das schweizerisch-slowakische Projekt "Swisslovak" hat zum Ziel, die nukleare Sicherheitsbehörde der Slowakei bei ihrem Umbau zu einer modernen und kompetenten Organisation zu unterstützen und so einen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit in den Kernkraftwerken des Landes zu leisten. Unter der Leitung der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) wurde ein Expertenteam, eine sogenannte "Safety Analysis Group", gegründet. Sie besteht aus sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die von schweizerischen und amerikanischen Fachleuten unter anderem im Bereich probabilistische Sicherheitsanalysen ausgebildet werden. Swisslovak wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten mit insgesamt SFr 800'000.- finanziert und durch ein Komitee unter der Leitung von Sabyasachi Chakraborty von der HSK gesteuert.
Am 2. Februar 1999 wurde an einer Medienkonferenz in Bern über die Resultate der ersten Phase orientiert. Dabei gab es viel Lob von Seiten des Steuerungskomitees. Nach Annick Carnino, Direktorin der Abteilung Sicherheit der Kernanlagen bei der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO, trägt die Safety Analysis Group wesentlich dazu bei, dass die slowakische Sicherheitsbehörde als eine kompetente, unabhängige Behörde anerkannt ist, die die internationalen Normen und Praktiken befolgt. Jukka Laaksonen, Generaldirektor der finnischen Strahlenschutz- und Kernenergie-Sicherheitsbehörde STUK, bezeichnete das Projekt Swisslovak als sehr kosteneffizient. Auch Miroslav Lipar, Vorsitzender der nuklearen Sicherheitsbehörde der Slowakischen Republik, lobte die auf die gute Organisation des Geberlandes Schweiz zurückzuführende Effizienz. Neben dem Projekt Swisslovak ging er auch auf die Sicherheitsfortschritte bei den Bohunice-Blöcken 1 und 2 ein. Gemäss IAEO seien bereits beträchtliche Verbesserungen in allen Konstruktionsbereichen realisiert worden. Lipar hielt fest, dass nach Abschluss der Nachrüstungsarbeiten alle Empfehlungen der IAEO erfüllt sein werden.
Quelle
M.K. nach Presseninformationen der DEZA, 2. Februar 1999