Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03587.jsonl.gz/3023

Integration ist eigentlich ein Thema seit es Menschen gibt, die aus irgendwelchen Gründen zusammenleben dürfen, wollen oder müssen. Worüber mache ich mir Gedanken? Es sind drei Definitionen, die für mich eine Rolle spielen: 1. Die (Wieder)herstellung einer Einheit. 2. Einbeziehung, Eingliederung in ein größeres Ganzes. 3. Verbindung einer Vielheit von einzelnen Personen oder Gruppen zu einer gesellschaftlichen und kulturellen Einheit. „Integration“ kommt vom lateinischen „Integratio“ = Wiederherstellung, kann aber auch „Erneuerung“ bedeuten.
„Integration“ ist in aller Munde und wird breit diskutiert, vom Stammtisch über Diskussionsrunden am Fernseher bis zu langen Artikeln in den Zeitungen. Meist im Zusammenhang mit der Zuwanderung aus politischen und wirtschaftlichen Gründen werden Standpunkte meist verallgemeinernd behandelt und erörtert. Auch ich habe meinen moralischen Finger ausgestreckt und habe auf jene gezeigt, die sich in der Schweiz zu integrieren haben oder es sonst lieber lassen sollten. Irgendwann hat sich mir jedoch die Frage gestellt: Was ist denn das, wovon ich meine, in das sich „die Anderen“ zu integrieren haben, wenn „sie“ in unserem Land leben wollen?
Gibt es eine schweizerische Kultur, die für unser ganzes Land gilt und die wir einfach und klar kommunizieren können? Was bedeutet das für unser viersprachiges Land mit den allseits bekannten Mentalitäts-Unterschieden? Ist es das „Grüezi-, Salu-, Saluti, Allegra-sagen“? Ist es die 100%ige „Gewissheit“, dass sich jeder Schweizer im Ausland zurücknimmt, herausfindet, was gebührlich ist in jenem Land, um sich dann dementsprechend zu verhalten? Oder ist das gar nur eine Wunschvorstellung der „wahrhaften und echten Schweizer“? Was sagen wir also einem Menschen, der bei uns leben will?
Wonach hat er sich zu richten? Wer arbeitet diese Punkte aus, erstellt eine Checkliste und kriegt sie im demokratischen Prozess in der Bundesverfassung verankert? In einem aufgeklärt demokratischen Land wie die Schweiz sollte die Diskussion über diese „unsere“ Kultur wirklich stattfinden. Es gibt mehr Werte bei uns, als sich nur auf die Themen Illegalität und Kriminalität zu versteifen. Versuchen wir sie gemeinsam auszugraben