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ZUM DRAMMA BUFFO «GLI EQUIVOCI» (UA 1786)
Zwischen 1783 und Ende 1786 hatte die Schwester von Stephen Storace, Anna Selina (genannt Nancy) Storace, ein Engagement als Prima buffa am Wiener Burgtheater, wo im Mai 1786 Mozarts erste Susanna im Figaro verkörperte. Während dieser Zeit besuchte Stephen mehrfach die kaiserliche Hauptstadt. Vielleicht auf Nancys Betreiben erhielt er von Kaiser Joseph II. einen Kompositionsauftrag für eine Opera buffa (Gli sposi malcontenti), welche 1785 am Burgtheater uraufgeführt wurde. Ihr Erfolg führte im darauffolgenden Jahr, 1786, zu einem weiteren Kompositionsauftrag für eine zweite Oper, Gli equivoci (Die Missverständnisse). Abgesehen von Mozarts vermutlichem Einfluss, genoss Storaces zweite Oper den Vorteil eines exzellenten Librettos von Lorenzo da Ponte, einer Bearbeitung von Shakespeares The Comedy of Errors.
So wurde also am 27. Dezember des Figaro-Jahres und mit denselben Sängerinnen udn Sängern, die im Frühling in Le nozze di Figaro auf der Bühne des Wiener Burgtheaters gestanden hatten, Storaces zweite Oper uraufgeführt.
Es geht darin um zwei junge Syrakuser, Saverio und sein Diener Dromio. Diese machen sich auf, ihre jeweiligen Zwillingsbrüder zu suchen, von denen sie durch das Schicksal in frühester Jugend getrennt wurden. Sie gelangen nach Ephesus, wo die beiden anderen Zwillingshälften leben. Hier geraten die beiden Fremden aus Syrakus in groteske Situationen, da sie von ihrer Umwelt – Ehefrau, Geliebter, Mitbürgern – andauernd mit ihren Epheser Brüdern verwechselt werden. Auch sie selbst – Herr und Diener – verwechseln sich gegenseitig und werden so Opfer von absurden Missverständnissen, eben «equivoci».