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Aufstieg der Zombie-Ökonomie
LI-PAPER. Niedrigzinsen und staatliche Rettungsaktionen machen die Wirtschaft zunehmend krank.
Unter Zombie-Unternehmen versteht man Unternehmen, die auf Wettbewerbsmärkten untergegangen wären, die aber ohne Berücksichtigung ihrer wirtschaftlichen Lage aufgrund von verbilligten Krediten und mit staatlichen Konjunkturprogrammen künstlich am Leben erhalten werden. Sie besitzen eine geringe Produktivität und bieten Produkte an, die unter ungetrübten marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht nachgefragt werden würden. In Europa können bereits rund 12 Prozent aller Unternehmen als sogenannte Zombie-Unternehmen klassifiziert werden.
Zombie-Unternehmen können faktisch insolvent sein und trotzdem Gewinne erwirtschaften; sie binden Ressourcen, verzerren Märkte und können solventen, nicht-subventionierten Wettbewerbern schaden, weil sie explizit oder implizit durch den Staat eine Überlebensgarantie erhalten oder sich durch die Anleihekaufprogramme der Zentralbanken rekapitalisiert haben. Ein Zinsanstieg würde die faulen Kredite aufdecken und Restrukturierungen bewirken.
Die «Österreichische» Konjunkturtheorie besagt, dass die von Zentralbanken festgelegten, zu niedrigen Zinssätze über eine Kreditexpansion und einen Scheinboom zu einer Fehlallokation von Kapital führen. Es handelte sich jedoch aktuell nicht um eine Fehlinvestitionskrise, wie Friedrich August von Hayek das früher beschrieben hatte, bei der eine übermässige Ausweitung der Produktionsgüter- zu Lasten der Konsumgüterindustrie stattfindet. Vielmehr wurden Vermögensgüter im Übermass gekauft. Die traditionelle Konjunkturtheorie muss daher etwas modifiziert werden. Gültig bleibt die monetäre Komponente als Grundübel staatlich pervertierter Konjunkturzyklen, aber nicht durch eine Überproduktion in der Realwirtschaft, sondern im Finanzsektor. Es kommt dort zu einer Aufblähung der Vermögensgüterpreise wie etwa spekulativen Finanzprodukten, was sich früher oder später in Korrekturen umschlagen muss. Nicht die Marktwirtschaft ist schuld an solchen Korrekturen, sondern die geldpolitische Planwirtschaft.
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(8 Seiten, PDF)
September 2019