Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03355.jsonl.gz/1231

Das Wichtigste in Kürze
- «Im Westen nichts Neues» gewinnt bei den Baftas sieben Auszeichnungen.
- Das deutsche Kriegsdrama wurde zum besten Film gekürt.
- Cate Blanchett und Austin Butler erhalten Preise als beste Darsteller.
Das deutsche Kriegsdrama «Im Westen nichts Neues» erhielt bei den Baftas sieben Auszeichnungen. Das Kriegsepos wurde ebenfalls als Bester Film ausgezeichnet.
Der Regisseur Edward Berger gewann ebenfalls die Auszeichnung als Bester Regisseur. «Was für ein Abend, ich kann es nicht glauben», schwärmte er begeistert. Am Sonntagabend räumte sein Film sieben Filmpreise ab. Noch nie gewann ein nicht-englischsprachiger Film so viele Preise bei Bafta.
Erfolg vom «Im Westen nichts Neues» überrascht den Regisseur
«Es ist ein deutscher Film um Gottes Willen, wer stimmt denn dafür?», scherzte der 53-Jährige. In der anschliessenden Pressekonferenz kam Berger beim Zählen der Auszeichnungen durcheinander. «Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber es sind sehr viel mehr, als wir erwartet hatten.»
Die Neuverfilmung des Romans von Erich Maria Remarque wurde auch als Bester Nicht-englischsprachiger Film gefeiert. Komponist Volker Bertelmann alias Hauschka erhielt einen Bafta für seine Filmmusik. Ausserdem bekam der Film über die Schrecken des Ersten Weltkrieges Preise für Kameraarbeit, Adaptiertes Drehbuch und Sound.
Cate Blanchett gewann den Preis für die beste Darstellerin
In der traditionsreichen Londoner Royal Festival Hall direkt am Südufer der Themse gab es weitere Überraschungen. Cate Blanchett («Tár») setzte sich als Beste Hauptdarstellerin durch.
Sie trat unter anderem gegen die favorisierte Michelle Yeoh («Everything Everywhere All At Once») an. Viola Davis («The Woman King») und Emma Thompson («Good Luck to You, Leo Grande») waren auch im Rennen. Die australisch-amerikanische Schauspielerin war sichtbar überwältigt und kämpfte bei ihrer Dankesrede mit den Tränen.
Austin Butler wurde bester Darsteller
Bei den Männern freute sich Austin Butler («Elvis») über den Bafta als Bester Hauptdarsteller. Sichtlich bewegt dankte er der Familie von Elvis Presley für ihr Vertrauen.
Für Baz Luhrmanns Biopic gab es insgesamt vier goldene Masken-Trophäen. Auch für Casting, Kostüme sowie in der Kategorie Make-up und Haar wurde er ausgezeichnet. Bereits bei den Golden Globes war «Elvis» erfolgreich. Kurz darauf war Presleys Tochter Lisa Marie überraschend gestorben.
Topfavorit Colin Farrell ging als Hauptdarsteller in «The Banshees Of Inisherin» zwar leer aus. Doch immerhin erhielt die Tragikomödie des irischen Filmemachers Martin McDonagh vier Baftas. Für die beiden Nebendarsteller Kerry Condon und Barry Keoghan und für das Beste Originaldrehbuch.
Dass der durch und durch irische Film auch als Herausragender Britischer Film prämiert wurde, sorgte für Amüsement. «Was für ein Award?», scherzte McDonagh und klärte dann auf, dass sein Film durch den britischen Sender Channel 4 finanziert wurde.
Favorit erhält nur eine Auszeichnung
Enttäuschend verlief der Abend für die Macher des hoch gehandelten Fantasyhits «Everything Everywhere All At Once». Der verrückte Film erhielt in London nur einen einzigen Bafta-Award für den Schnitt. Er war in zehn Kategorien im Rennen und ist für elf Oscars nominiert ist
Mit grosser Freude nahm hingegen der mexikanische Filmemacher Guillermo Del Toro für sein Stop-Motion-Musical «Pinocchio» den Bafta eintegen. Er wurde in der Rubrik Animationsfilm ausgezeichnet. «Animation sollte weiter im Gespräch bleiben», sagte Del Toro.
Die in London ansässige British Academy of Film and Television Arts besteht seit 76 Jahren. Moderiert wurde die glamouröse Preisverleihung, zu der zahlreiche internationale Stars angereist waren, von dem britischen Schauspieler Richard E. Grant («Can You Ever Forgive Me?»), der in der Royal Festival Hall scherzhaft um Rollenangebote warb.
Vor den Augen von Thronfolger Prinz William und Ehefrau Prinzessin Kate würdigte Dame Helen Mirren die verstorbene Königin Elizabeth II. Die 77-jährige Mirren wurde 2007 für ihre Rolle als Elizabeth in dem Drama «The Queen» ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie einen Bafta und einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin erhalten.
Bafta-Awards im Club der wichtigen Filmfestivals
Die Bafta-Awards zählen nach den Oscars und den Golden Globes zu den begehrtesten Auszeichnungen der Branche. Da ihr Film bei den Golden Globes leer ausging, dürften Edward Berger und sein Team gespannt auf die Oscars warten. Dort ist «Im Westen nichts Neues» neunmal nominiert.
Unter anderem als Bester Film und als Bester Internationaler Film. Zwar waren die Baftas in den vergangenen Jahren nur selten ein Indiz für die Oscars. Aber die Chancen stehen gut, dass das Kriegsdrama auch in Los Angeles etwas mitnimmt.