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Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1975 von Peter Ziegler
GESSNER-THEILER, AUGUST (1815–1896)
Der aus altem Stadtzürcher Geschlecht stammende August Gessner, dessen Vater in Zürich ein eigenes Textilverlagsgeschäft betrieb, begann 1836 in einem Seidengeschäft in Aussersihl die Lehre und arbeitet zwei Jahre in einem Handelshaus in Marseille. 1841 kehrte der 25jährige August Gessner in die Schweiz zurück. Er liess sich in Wädenswil nieder und traf am 1. August 1841 als Teilhaber ins dortige Seidenstoffgeschäft Theiler & Steiner ein. Im August 1849 übernahm August Gessner die Firma auf alleinige Rechnung. Im Jahre 1855 beschäftigte der Unternehmer in seiner Seidenwinderei im «Rosenhof» am Fusse des Kirchhügels bereits 90 Mitarbeiter, und die Zahl der Heimweber und –weberinnen war auf 740 angestiegen. Als der Raum knapp wurde, kaufte Gessner umliegende Grundstücke und Bauten auf. In den 1860er Jahren erstand er am Schulweg in der Eidmatt vier Wohnhäuser mir Nebengebäuden und schuf so jenes zusammenhängende Areal, dass vom Sohn Emil Gessner um letzte Jahrhundertwende arrondiert und zur Liegenschaft «Rosenmatt» ausgeweitet wurde.
Im Neuwiesenquartier südöstlich des Krähbaches kaufte August Gessner im Jahre 1877 einen grösseren Bauplatz für eine mechanische Seidenstoffweberei, und zwischen 1860 und 1871 erwarb er für den etappenweisen Bau des Sommersitzes «Bürgli» auf dem Galgenrain ob der Seeferen verschiedene Reb- und Wiesenparzellen. August Gessner trat im öffentlichen Leben der Gemeinde Wädenswil wenig in Erscheinung. Er beteiligte sich höchstens an Unternehmen, die in irgendeiner Beziehung standen zu seinem Geschäft. So kämpfte er 1861 mit anderen Wädenswilern entschlossen gegen das Projekt einer Reppischtallinie die eine Eisenbahn am See konkurrenzierte. Gessner gehörte auch zu jenen Industriellen und Gewerbetreibenden, welche im Herbst 1863 auf der Basis einer Aktiengesellschaft die «Leihkasse Wädenswil», die spätere Bank Wädenswil gründeten. Auf Ende Juli 1881 zog sich der alternden August Gessner nach 40jähriger Wirksamkeit aus der Leitung seines Unternehmens zurück und überliess die Führung des Seidenhauses, das seit diesem Zeitpunkt die Bezeichnung «Gessner & Co» trug, seinem 32jährigen Sohn Emil.