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Schmuck des Dorfes seit 1690
Damals wurde die ‹Krone› erbaut, allerdings noch als ‹Adler›. Es ist der Sohn von Pfarrer Johannes Nänni, der von 1652 bis 1670 in Speicher als Seelsorger tätig war, welcher als Bauherr auftritt, wie sich Bartholome Tanner in seiner 1853 erschienenen Chronik der Gemeinde Speicher festlegt. Dieser Pfarrerssohn ist Bäcker, was des ‹Adlers› Doppelnutzung als Wirtshaus und als Bäckerei erklärt.
Erste Erweiterung 1756
Fest steht, dass 1756 eine Erweiterung der ‹Krone› erfolgt. Ein sogenannter Anstoss kommt dazu; eine Quadermauer und insbesondere ein Turm auf der Rückseite mit einer achtseitigen Haube verändern das Aussehen. Sicher bis zu diesem Ausbau reiht sich das Gebäude als Wirtshaus und Bäckerei zum Adler bei den Speicherer Gaststätten ein; möglicherweise trägt es diesen Namen aber noch bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mehr als 80 Jahre fügt sich das Haus in dieser Bauweise ins Dorfbild. Dann erfolgt zwischen 1828 und 1830 unter dem Arzt Dr. Johann Jakob Walser als Besitzer eine grundlegende Umgestaltung zu jenem Walmdachhaus, als das wir es bis in die Gegenwart kennen. Ob erst diese bauliche Umgestaltung mit der Änderung des Namens von ‹Adler› zu ‹Krone› verbunden ist oder ob sie bereits 1756 erfolgte, ist offen. Zu den bisherigen drei Geschossen kommt ein zusätzliches. Und die gegen Süden gerichtete Fassade erfährt eine im Zeitstil gehaltene Gestaltung mit Pilastern und einem Fassadentäfer. Über dem Eingang mit den beiden klassizistischen Türflügeln aus Nussbaumholz lässt Bauherr Walser sein Wappen anbringen. Zeugnis von Walsers Vorliebe für Kunsthandwerk gibt im Inneren das schmucke, mit Kreuzbogen versehene Treppengeländer aus Nussbaumholz.
Domizil für das Postbureau
Über zwei Dutzend Wirtschaften und Gasthäuser stehen in Speicher in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Gästen für Speis und Trank offen. Die ‹Krone›, die gewiss zu den nobleren gehört, sucht man eine Zeitlang aber nicht nur des Einkehrens wegen auf. Von 1846 bis 1866 ist auch die Post in diesem Gebäude untergebracht. Nicht nur der Post wegen erhält die ‹Krone› eine für das Dorf zentrale Funktion. Auch die 1820 von Landsfähnrich Johann Heinrich Tobler, dem Komponisten des Ausserrhoder Landsgemeindeliedes, gegründete Sonnengesellschaft ist mit ihr eng verbunden. Die im kulturellen Bereich aktive Institution hält zwischen 1841 und 1843 und dann wieder ab 1855 über eine Zeitdauer von rund hundert Jahren ihre monatlichen Versammlungen in der ‹Krone› ab.
Periodische Veränderungen
In ihrem Wesen prägt nun die ‹Krone› das Dorfbild über all die Jahrzehnte hinweg mehr oder weniger so, wie sie sich nach ihrer Umgestaltung von 1828/1830 präsentiert. Verschiedentlich werden Anpassungen vorgenommen, damit auch den steigenden Anforderungen seitens der Gäste Rechnung getragen werden kann. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfährt der gegen Südosten gerichtete Raum im 1. Obergeschoss dank des Einbaus eines Fischgratparketts, eines maserierten Wandtäfers und einer auf Putz maserierten und marmorierten Ofenwand eine präsentablere Gestaltung. In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat man die Fassade des Erdgeschosses umgestaltet und gereinigt. 1995 schliesslich erfolgt eine Renovation, bei der die ursprüngliche Gestaltung der Erdgeschossfassade wieder hergestellt wird und ein rückseitiger Abortanbau über vier Geschosse dazukommt.
Häufige Besitzerwechsel
Nachdem die Familie Oertle ab 1852 für fast hundert Jahre für das Gedeihen des stattlichen Gasthauses die Verantwortung trägt, folgen ab der Mitte des 20. Jahrhunderts bewegtere Jahre. Im Juli 1947 hat das Grundbuchamt Speicher eine Handänderung einzutragen, die von einer ganzen Reihe von weiteren gefolgt wird. In mal kürzeren, mal längeren zeitlichen Abständen wechselt die Besitzerschaft. Im Dezember 1993 treten mit Kurt und Elsbeth Egli-Hauri die letzten Eigentümer auf den Plan, bevor das Gasthaus schliesslich auf den 1. April 2014 an die Hotel Krone Speicher AG verkauft und damit eine vollends neue Ära eingeläutet wird. Das gilt nicht nur für das ‹Kronen›-Hauptgebäude. Auch die einstige Remise hinter dem Haus erfährt eine neue Ausrichtung, indem sie mit der nötigen Infrastruktur für Tagungen und Seminare ausgestattet wird.