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Wasserschlegil
[Wasserschlägel]
Wasserschlegel: Holzhammer (vgl. Schlegil) der durch ein Wasserrad angetrieben auf ein Brett schlägt und damit weithin hallend anzeigt, das die Wasserleitung (Suon) in Betrieb ist. Der Wasserschlegel ist also, wenn man will im Gegensatz zur Sirene, ein negatives Alarmzeichen, steht er still, d.h. schlägt er nicht, ist Alarmzustand; dann ist die Wasserleitung unterbrochen und man muss sofort den Wächter (Wasserhieter) benachrichten und einen Reperaturtrupp (Chänilzug) losschicken.
Wasserschlegel in der oberen Niiwen beim Hüoterhüüsi (Visperterminen, VS, CH)
Quelle: F.G. Stebler: Ob den Heidenreben)
Schlegelrad der Bisse d`Herémence, um 1935.
Foto von Charles Paris
Wasserschlegil
Wasserschlegel in der oberen Niiwen beim Hüoterhüüsi (Visperterminen, VS, CH)
Quelle: F.G. Stebler: Ob den Heidenreben)
Es folgt eine Schilderung des Wasserschlegels aus F.G. Stebler: Ob den Heidenreben, Zürich, 1901 aus Visperterminen:
Sowohl in der untern als in der obern Leitung ist beim Wächterhäuschen ein kleines Wasserrädchen in die Leitung eingesetzt, das von dem vorbeifliessenden Wasser beständig gedreht wird. Das Rädchen trägt an seiner Achse einen Zapfen, der bei jeder Umdrehung einen hölzernen an einem Hebel befestigten Hammer in die Höhe hebt und wieder fallen lässt, so dass er auf einem untergelegten hohlen Brettchen einen weithin hörbaren Ton (Tak, Tak, Tak...) gibt. Mancherorts schlug der Hammer auf eine Kuhglocke. Der Ton dieses Wasserschlägels ist bei günstiger Witterung sogar im Rhonetal unten hörbar.
... Wenn das Wasser in den Leitungen aufhört zu fliessen, so verstummt natürlicherweise auch der Wasserschlägel. Das Wasser hat dann irgendwo Reissaus genommen, und der Wächter muss selbst bei stockfinsterer Nacht und stürmischem Wetter der Leitung entlang gehen und den Schaden so gut es geht ausbessern.