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Isaak Bruckner (Konstrukteur),
Johann Jakob I. Handmann (Graveur), Basel, 1752
Kupfer, vergoldet
H. 81 cm
Inv. 1950.61.
Depositum der Astronomisch-meteorologischen Anstalt
der Universität Basel.
Der Basler Isaak Bruckner (1686–1762), Sohn eines Pfarrers, hatte zunächst eine Ausbildung als Stempelschneider und Mechaniker absolviert. Zu Beginn der 1720er Jahre gelang ihm die Konstruktion einer schwenkbaren Montierung des Globus, was der Benutzbarkeit grosse Vorteile und ihm allgemeine Anerkennung einbrachte. Mit Empfehlungen von Johann I. Bernoulli (1667–1748; Kat. 92) versehen, ging er für einige Jahre nach Paris. Dort erhielt er für die Anfertigung eines Globus den Titel eines königlichen Geographen und schliesslich auch eine stattliche Entlohnung.
1733 folgte die Berufung an die Akademie in St. Petersburg, an der er 13 Jahre lang als Meister für die wissenschaftlichen Instrumente wirkte und u. a. Geschenke für den Hof verfertigte. Über Berlin, wo er Friedrich II. und den Mitgliedern der Preussischen Akademie seine Instrumente vorführte und sich einflussreiche Gönner erwarb, kehrte er über England, die Niederlande und Paris schliesslich im Februar 1751 nach Basel zurück. Mittlerweile 65 Jahre alt, bat er den Rat um Erteilung eines Auftrages, damit nicht nur an den Fürstenhöfen des Auslandes, sondern auch in seinem Vaterlande seine Globen und Erfindungen gezeigt werden könnten. Daniel Bernoulli (1700–1782; Kat. 93), vom Rat um ein Gutachten gebeten, zählte die Verdienste Bruckners und seine hochgestellten Auftraggeber auf und äusserte bescheiden und geschickt seine «ohnmaßgebliche Meinung dahin, einen solchen Globum terrestrem durch denselben erfertigen zu lassen, welcher ein nutzliches Werk und zugleich ein immer währendes Monument Ewer Gnaden Schutz und liebe für alle guten Künst und Wissenschafften seyn würde». Nach detaillierten und langwierigen Beratungen über das Material entschied man sich für vergoldetes Kupfer, in das der Basler Goldschmied Johann Jakob I. Handmann das Kartenbild und die Widmungsinschrift gravierte. Neben der darin ausgesprochenen Huldigung an den Magistrat sind auch die drei Feststellschrauben am Sockel in Form des Baselstabs ein deutlicher Bezug auf seine Vaterstadt. Dem genauen Betrachter zeigen sich weitere, weltumspannende Anspielungen: So sind – Basel gegenüberliegend – östlich von Neuseeland die Antipoden («Gegenfüssler») von Basel angegeben, dazu die Orte, die Basel auf dem gleichen Breitengrad nördlich bzw. südlich des Äquators auf der anderen Seite der Erdkugel entsprechen. Bewegliche Zirkel umgeben als Meridian und Dämmerungskreise den Globus. Das eingravierte Kartenbild entspricht dem Wissensstand jener Zeit: Australien ist (als «Nouvelle Hollande ») eingezeichnet, aber mit teilweise gestricheltem, da noch unbekanntem Küstenverlauf. «Cette Côte est peu Connue» heisst es an einer Stelle der Nordwestküste in klarer Einsicht der Begrenztheit des eigenen Wissens. So ist die Südküste von Tasmanien zwar recht detailliert eingetragen, aber der angenommene Zusammenhang mit dem australischen Festland ist nicht vorhanden. Die Tasmanien zu einer eigenständigen Insel abtrennende Meerenge, die Bass-Strasse, wurde erst 1798 entdeckt.
Der Rat zeigte sich dankbar: Er setzte Bruckner eine jährliche Rente aus (für die er aber auch zweimal wöchentlich Lehrveranstaltungen abzuhalten hatte) und bestimmte für den stattlichen Globus, ein Meisterwerk mechanischer Kunst, einen bedeutenden Standort: die öffentliche Bibliothek im «Haus zur Mücke», wo auch – als grösster Schatz und Anziehungspunkt für viele Reisende – die Werke Hans Holbeins d. J. (Kat. 131) zu sehen waren.
Basel (?), um 1800 Hersteller unbekannt Gehäuse: runder, kräftiger Holzrahmen in Form eines Loorbeerkranzes mit Schleife, geschnitzt, vergoldet Zifferblatt: Email, weiss Stunden-, Minutenzeiger, vergoldet, durchbrochen Weckerzeiger, Stahl, gebläut Werk: Messing Spindelgang; mit Wecker Dm. 422 mm (gesamt) Dm. 187 mm (Zifferblatt) Inv. 2003.76.