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Der Verlust und die Fragmentierung natürlicher Habitate gehören zu den grossen Gefahren für wildlebende Populationen. In der Regel hat die Isolierung von Populationen nachteilige Effekte auf ihr Wachstum. Ein Grund dafür sind beispielsweise Inzuchtseffekte. Eine diesbezügliche Frage lautet somit: Kann als Daumenregel ein Minimum an genetischem Austausch (über migrierende Individuen) angegeben werden?
Mills und Allendorf (1996) haben in einem zwischenzeitlich klassischen Artikel mathematisch eine einfache Regel hergeleitet: einen Migrant pro Generation (one-migrant-per-generation rule). Der Herleitung dieser Daumenregel liegen mehrere Annahmen bzw. Vereinfachungen zugrunden, und dennoch: diese Regel scheint ziemlich robust zu sein. Als Beispiel sei das Experiment von Newman und Tallmon (2001) erwähnt, wo die erwähnte Regel mit Erfolg beim Wild-Rübsen (Brassica rapa campestris) getestet worden ist.
Solche mathematisch hergeleiteten Daumenregeln können sehr nützlich und hilfreich sein, wenn wenige Daten über die betroffene Population vorhanden sind. Natürlich sollen solche Regeln nicht davon abhalten, mittels genetischer und ökologischer Daten populationsspezifische Ansätze zu errechnen.
Und wie sieht es auf der ökologischen Seite aus? Wie gut wachsen isolierte Populationen? Kann ein Minimum an Vernetzung und/oder eine minimale Habitatsgrösse berechnet werden, damit isolierte Populationen Bestand haben können?
Erwähnte Literatur:
- Mills LS, Allendorf FW (1996) The One-Migrant-per-Generation Rule in Conservation and Management. Conservation Biology 10(6), 1509-1518.
- Newman D, Tallmon DA (2001) Experimental Evidence for Beneficial Fitness Effects of Gene Flow in Recently Isolated Populations. Conservation Biology 15(4), 1054-1063.