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T-Shirts können ein zweites Leben haben. Nachdem sie ihre Trägerin oder ihren Träger während einiger Saisons begleitet haben, erhält sie jemand anderes, vielleicht tausende Kilometer entfernt. Ironie der Geschichte: Manchmal kommen sie auch in jenes Land zurück, wo sie hergestellt wurden, wie diese Shirts aus Haiti, die der Fotograf Paolo Woods festgehalten hat.
Auf dem Markt "Croix-des-Bossales" in Port-au-Prince kommen Kleidercontainer aus den USA an. Ware, welche die grossen amerikanischen Ketten nicht verkaufen konnten oder die von ihren Vorbesitzern gespendet wurde. Darunter finden sich Berge von T-Shirts mit trivialsten Aufdrucken, die vermutlich niemand in den entlegenen Regionen versteht, in denen sie bedruckt wurden und schliesslich wieder landen.
Diese T-Shirts, auf Haiti "Pèpè" genannt, sind eine Art Bindeglied zwischen Norden und Süden. Sie werden von Walmart in einer Textilfabrik auf Haiti hergestellt und finden ihren Weg in den Schrank einer Texanerin oder eines New Yorkers. Nach einiger Zeit kommen sie getragen zurück, wo sie auf Haiti ein zweites Leben erhalten.
Die Fotografien sind 2013 im Buch "Pèpè" des Lausanner Musée de l'Elysée im Verlag Riverboom erschienen. (Fotos: Paolo Woods/INSTITUTE)