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Als letzte Ausstellung der Kunsthalle vor dem Umzug ins Löwenbräu-Areal wird das in fast 30 Jahren entstandene fotografische Schaffen des ukrainischen Künstlers Boris Michajlov gezeigt. Es basiert auf den geschichtlichen und sozialen Gegebenheiten der UDSSR und ihrer Nachfolgesituation, darin verwandt mit Ilya Kabakovs Werk, das 1989 in der Kunsthalle Zürich vorgestellt wurde. Seine Fotografien folgen in konzeptueller Weise dokumentarischen Methoden, die durch persönliche Interpretation ans Fiktionale grenzen, Gegenbilder zur gesellschaftlichen Norm schaffen.
Der private Umgang mit der Fotografie war in der früheren Sowjetunion, insbesondere in den 30er Jahren, tabuisiert und ein ganz anderer als im Westen, denn eine Kamera hatte offiziellen staatlichen Zwecken zu dienen. Michajlov verlor Ende der 60er Jahre seine Stelle als Ingenieur aufgrund der Tatsache, dass er Aktfotos gemacht hatte. Seinen Lebensunterhalt verdiente er nun als Auftragsportraitist, was die Ausgangslage der Serie “Luriki" (1971-85) bildet. Er verfremdet anonymes Fotomaterial aus Familienalben durch süssliche Kolorierungen, wie er es auf Wunsch seiner Auftraggeber tat, schafft damit eine andere Form des kollektiven Gedächtnisses.