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Empathie ist die Fähigkeit, sich in die Gefühlslage eines
anderen Menschen hineinzuversetzen. Empathie ist eine grundlegende soziale
Kompetenz und eine wichtige Fähigkeit im sozialen Umgang mit Anderen. Empathie
ist die Basis für Zusammenhalt, Mitgefühl und Solidarität in unserer
Gesellschaft.
In den letzten Jahren ist jedoch ein neuer Begriff aufgetaucht: "Empathiemüdigkeit" oder auch «compassion fatigue» oder «Mitgefühlsmüdigkeit».
Empathie-Müdigkeit ist ein sehr reales Phänomen, das sowohl Sozialarbeiter, Sozialpädagoginnen, Pflegefachleute, Lehrer und andere Berufsgruppen als auch die Menschen, die sie betreuen, betreffen kann. Empathie-Müdigkeit ist die Erschöpfung, die durch intensiven Einsatz von Mitgefühl und Anteilnahme an den Leiden anderer entsteht. Dieser Artikel wird die folgenden Fragen beantworten:
1. Was ist Empathie-Müdigkeit?
2. Woher kommt Mitgefühlsmüdigkeit?
3. Wie kann man Empathiemüdigkeit erkennen?
4. Wie kann man Mitgefühlsmüdigkeit behandeln?
5. Welche Rolle spielt Selbstfürsorge bei der Bekämpfung von Compassion fatigue?
6. Kann Empathie-Müdigkeit vollständig behoben werden?
7. Wo können Sie sich weiter informieren?
Was ist Empathie-müdigkeit?
Als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge sind Sie ständig
damit beschäftigt, anderen Menschen zu helfen. Oft ist es ein sehr
anstrengender und emotional aufwühlender Job. Wenn Sie sich ständig um andere
kümmern, kann es passieren, dass Sie irgendwann selbst keine Kraft mehr haben.
Dies wird als Empathiemüdigkeit bezeichnet.
Empathiemüdigkeit ist ein Zustand, in dem Sie sich erschöpft fühlen, weil Sie ständig mit den Sorgen und Problemen anderer Menschen konfrontiert sind. Es kann zu einem Gefühl der Überforderung oder der Unlust führen und Sie können sich von anderen Menschen zurückziehen, weil Sie einfach keine Kraft mehr haben, sich um sie zu kümmern.
Wenn Sie sich in einem Stadium der sogenannten compassion fatigue befinden, ist es wichtig, dass Sie sich erst einmal selbst Zeit zum Erholen einräumen.
Compassion fatigue oder Mitgefühlsmüdigkeit ist ein Zustand, in dem wir uns nicht mehr mit den Gefühlen der anderen Menschen identifizieren können. Wir fühlen uns abgestumpft und gleichgültig gegenüber dem Leid der anderen. In schweren Zeiten kann es sehr schwierig sein, diese Gefühle zu bekämpfen und weiterhin für andere da zu sein.
Woher kommt Mitgefühlsmüdigkeit
Die Ursachen für Mitgefühlsmüdigkeit sind vielfältig und
reichen von der Überlastung im Job bis hin zur mangelnden Anerkennung der
eigenen Leistung.
Sie können sowohl in der Persönlichkeit des Helfers als auch in seiner sozialen und beruflichen Umgebung liegen. Oft ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren, die dazu führen, dass sich ein Helfer in einem Zustand der Empathiemüdigkeit befindet. Dazu gehören:
Mitgefühlsmüdigkeit kann zu einer erheblichen Belastung für die professionellen Helfer und Helferinnen werden. Nicht selten führt sie dazu, dass die Betroffenen ihren Beruf aufgeben oder zumindest erheblich einschränken.
Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sind besonders anfällig für Empathiemüdigkeit, da sie tagtäglich mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu tun haben. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass wir unseren eigenen Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit schenken und uns regelmäßig Auszeiten gönnen.
Wie kann ich Empathiemüdigkeit erkennen
Empathiemüdigkeit ist ein Zustand, in dem ein Sozialarbeiter
oder Sozialpädagoge seine Fähigkeit zur Empathie verliert. Die
Empathiemüdigkeit kann die Folge einer Überlastung sein, aber auch ein Symptom
einer tieferliegenden Störung wie z.B. einer Depression oder einem Burnout. Nehmen
Sie die Anzeichen ernst und ergründen Sie, wie Sie sich am besten helfen können.
Empathiemüdigkeit kann sich in verschiedenen Symptomen äußern: Der Sozialarbeiter fühlt sich innerlich leer und ausgelaugt, er hat das Gefühl, dass seine Arbeit bedeutungslos ist und er keine Kraft mehr hat, sich um andere Menschen zu kümmern.
Sie sind rasch genervt von ihren Klienten, reagieren teilweise auch gereizt – mehr als üblich und nicht mehr der Situation angepasst. Die Geduld kommt immer mehr abhanden. Sie erwischen sich dabei, wie Sie nur noch mit einem halben Ohr zuhören oder auch gar nicht mehr. In Gedanken sind Sie entweder woanders oder gar nirgends.
Empathiemüdigkeit ist ein ernstes Problem, das
Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Pflegefachleute, Lehrer oder andere
Berufsgruppen, die mit Menschen arbeiten, betreffen kann. In meiner Praxis
erlebe ich auch Führungskräfte, die ebenso davon betroffen sind.
Wie kann ich Empathiemüdigkeit behandeln
Wenn Sie unter Empathiemüdigkeit leiden, gibt es einige
Möglichkeiten, wie Sie damit umgehen können.
Klären Sie zuerst, ob es sich um Empathiemüdigkeit handelt, oder um etwas anderes wie beispielsweise Burnout, Depression oder sekundäre Traumatisierung.
Eine erste klärende Selbsteinschätzung können Sie mit dieser Checkliste machen. Scheuen Sie nicht, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wenn Sie unter Empathiemüdigkeit leiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen. Hier sind fünf Tipps, wie Sie selber am besten mit der Mitgefühlsmüdigkeit umgehen können:
Selbstfürsorge
Supervision, Coaching oder Psychotherapie (je nach Thema)
Mehrheitlich ausgewogene Work-Life-Balance (qualitativ)
Prioritäten setzen
Abgrenzungsfähigkeit einüben
Welche Rolle spielt Selbstfürsorge bei der Behandlung von Compassion fatigue
Eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Empathiemüdigkeit
ist die Selbstfürsorge. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen müssen lernen, auf
ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und sich selbst zu schützen, damit sie ihren
Beruf weiterhin ausüben können.
Mit folgenden fünf Schritten können Sie auch im Privatleben für mehr Zufriedenheit sorgen:
Für mehr Selbstmitgefühl und Achtsamkeit sorgen
Entspannung und Bewegung
Reflexion Ihrer Bedürfnisse und Werte
Ihrer Situation angepasste Prioritäten setzen
Einüben der Abgrenzungsfähigkeit
Sie werden oft mit Herausforderungen konfrontiert, die Sie an Ihre Grenzen bringen können. Das ist anstrengend und kann auf Dauer belastend sein. Um diesen Herausforderungen weiterhin gewachsen zu sein, ist es wichtig, dass Sie auf Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden achten. Sonst können diese Anstrengungen zu einem Gefühl der Erschöpfung und der Überwältigung führen.
Selbstfürsorge ist für Profis, die mit Menschen arbeiten kein «Nice-to-have», sondern eine absolute Notwendigkeit, sich körperlich, emotional und geistig gesund zu erhalten.
Durch gezielte Maßnahmen wie zum Beispiel Meditation, Achtsamkeit oder Yoga können Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ihre eigene Widerstandskraft stärken und so die negativen Folgen der Belastung wie beispielsweise Empathiemüdigkeit minimieren.
Eine Studie aus dem Jahr 2017 hat zudem gezeigt, dass Selbstfürsorge ein wesentlicher Faktor bei der Behandlung von Empathiemüdigkeit ist.
Kann Mitgefühlsmüdigkeit vollständig behoben werden
Es gibt einige Möglichkeiten, Mitgefühlsmüdigkeit zu beheben oder zumindest zu lindern. Dazu gehören: Selbstreflexion, das Beachten der eigenen Werte und Bedürfnisse, das Finden des persönlichen Sinns, das Erkennen und Schützen der eigenen Ressourcen und Grenzen, mehr Achtsamkeit im Alltag, in Verbindung bleiben, eine berufliche oder persönliche Standortbestimmung.
Die Fähigkeit, sich in andere einfühlen zu können, setzt voraus, dass ich einen achtsamen Umgang mit meinen eigenen Fähigkeiten, Werten, Bedürfnissen, Möglichkeiten und Grenzen kenne und pflege. Bei einer compassion fatigue sind diese Aspekte oftmals verloren gegangen, verschüttet oder einfach vernachlässigt worden. Die Bedürfnisse der anderen kamen immer zuerst, was dazu führte, dass für die eigenen keine Zeit mehr blieb. Es gilt nun, den Umgang mit seinen eigenen Bedürfnissen wieder sorgsam aufzubauen, Freundlichkeit mit sich selber zu üben und neue Verhaltensweisen in den Alltag zu integrieren.
Wo kann ich mich weiter informieren
Empathiemüdigkeit, Mitgefühlsmüdigkeit oder Compassion fatigue
ist ein echtes Problem in unserer Gesellschaft. Wenn Sie empfindlich, gelangweilt,
genervt auf die Gefühle anderer Menschen reagieren, kann es sich sehr
anstrengend anfühlen, andauernd mit der emotionalen Last anderer Menschen
konfrontiert zu werden. Aber es gibt Hoffnung! Durch die Selbstfürsorge und das
Bewusstsein für die eigenen Grenzen können Sie lernen, mit Empathiemüdigkeit
umzugehen und sie zu überwinden.
Ich lade Sie ein, in den Kommentaren von Ihren Erfahrungen zu berichten und mir zu sagen, was für Sie in Bezug auf Selbstfürsorge hilfreich ist.
Fühlen Sie sich von diesem Thema betroffen? Ich helfe Ihnen, in Ihrer Arbeit und ihrem Privatleben wieder mehr Energie, Sinn und Freude zu finden. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt auf.
In diesem Sinne: VIEL ERFOLG UND FREUNDLICHKEIT MIT SICH SELBER!