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Der wunderschöne Banggai-Kardinalfisch ist nur rund 5 Zentimeter klein, aber ein lebenswichtiges Element im Korallenriff. Er kommt nur in einem sehr beschränkten Gebiet – auf gerade mal 23 km2 im indonesischen Banggai-Archipel – vor. Für die Aquarienindustrie ausgefischt, verschwindet er zusehends aus dem Korallenriff.
Der Banggai-Kardinalfisch wurde erst 1920 entdeckt, dann wieder vergessen und erst 1994 wiederentdeckt. Heute ist er einer der meistverkauften marinen Zierfische überhaupt. Der Banggai-Kardinalfisch ist ein aussergewöhnlicher Fisch: Er hat die kleinste Fortpflanzungsrate aller bekannten 350 Kardinalfische. Die meisten Fische geben Tausende von Eiern ins Wasser ab. Nicht so der Banggai-Kardinalfisch; das Weibchen legt nur etwa 50 Eier, die das Männchen rasch befruchtet und dann im Mund aufnimmt. Er schützt sowohl die Eier als auch die neu geschlüpften Jungtiere während 30 Tagen.Der Banggai-Kardinalfisch wird lediglich für die Aquarienindustrie gefangen; gegessen wird er nicht. Obwohl er erst in den 90er Jahren entdeckt wurde, sind heute gewisse Populationen bereits ausgestorben. Die letzten Handelszahlen haben ergeben, dass jährlich mehr als eine halbe Million der zierlichen Tiere gefangen werden; 90% des Bestandes sind bereits verschwunden. Der Banggai-Kardinalfisch ist ein träger Schwimmer und lebt sehr sesshaft in Anemonen, Seeigeln und Korallen in kleinen Gruppen in seichten Lagunen,so dass seine Verbreitung sehr begrenzt ist. Er ist nicht nur leicht zu fangen, sondern kann nicht einfach wieder Orte besiedeln, in denen er einmal ausgestorben war.
Letzte Chance für den Banggai: strenge Handelskontrollen
Bereits 2007 unternahmen die USA einen Versuch, den Handel mit dem Banggai-Kardinalfisch besser zu kontrollieren. Ihr Antrag bei der CITES für mehr Schutz für den Banggai-Kardinalfisch wurde aber leider auf Druck von Indonesien blockiert und später zurückgezogen. Die Welt-Naturschutzunion (IUCN) handelte trotzdem und führte den Banggai-Kardinalfisch auf die Rote Liste bedrohter Arten als «stark gefährdet» auf. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass die Art in der nahen Zukunft ausstirbt. Handelsbeschränkende Schutzmassnahmen wurden jedoch nie umgesetzt.
Die Fondation Franz Weber war im Januar und März 2015 und im August 2016 in Indonesien, um zusammen mit dem weltweit führenden US-amerikanischen Forscher Dr. Alejandro Vagelli die Folgen der Überfischung durch die Aquarienindustrie am Banggai-Kardinalfisch zu untersuchen. Dank intensiver Forschunsarbeit ist es der Fondation Franz Weber nun gelungen, die Europäische Union (EU) davon zu überzeugen, dass der Banggai-Kardinalfisch dringendst Schutz braucht. Angesichts der besorgniserregenden Ergebnisse hat die EU einen Antrag an die Washingtoner Artenschutz-Konvention CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) gerichtet mit der Forderung, dass diesem Fisch endlich ein Schutzstatus zugesprochen wird: Er soll neu in Anhang II der CITES gelistet werden. Geht der Antrag durch, wird der kommerzielle Handel mit dem durch die Aquarien-Fischerei schwer bedrohten Fisch endlich unter Kontrolle gestellt.
An der kommenden CITES-Vertragsstaatenkonferenz im September-Oktober 2016 in Johannesburg, Südafrika, hat die Weltgemeinschaft nun ein zweites Mal die Chance, den symbolträchtigen Banggai-Kardinalfisch vor der Ausrottung zu bewahren. Die Fondation Franz Weber wird alles daran setzen, dass der Banggai-Kardinalfisch geschützt wird und, dass zusätzlich der gesamte Handel mit Korallenfischen endlich genau unter die Lupe genommen wird.
Um vertiefte Informationen zum Banggai-Kardinalfisch zu erhalten, finden Sie hier diverse Beiträge aus verschiedenen Ausgaben des Journal Franz Weber (JFW):
JFW_2016_117_DE_10-11-Korallenfische
JFW_2016_116_DE_17_Korallenfische_Wegwerf
JFW_2016_115_DE_4-5_Hoffnung_Banggai
JFW_2015_113_DE_10-13_Banggai_Schoenheit
JFW_2014_108_DE_4-6_Banggai_Sterben
JFW_2013_106_DE_14-15_Banggai_Leergefischt