Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/1402

Die schwedischen Wikinger, auch Waräger und Rus genannt, hatten ihren Fokus von Anfang an auf den Handel und die (Kriegs-)Dienstleistungen ausgerichtet. Sie gelangten über den Ladogasee und den Wolchow auf die Waldaihöhen, wo sowohl der Dnjepr als auch die Wolga entspringen. Über diese russischen Ströme reisten sie im Laufe mehrerer Generationen bis nach Konstantinopel, das sie Miklagård nannten. Auf ihrem Weg gründeten sie Städte, wie Staraja Ladoga (Aldeigjuborg), Nowgorod und Kiew. So öffneten sie die Handelsrouten über das unendlich grosse Russland bis in den nahen und fernen Osten. In Bolgar, der uralten Handelsstadt am Knie der Wolga fanden sie Anschluss an die Seidenstrasse.
Grafik: U. Pape
In Konstantinopel dienten sie als erfahrene Krieger in der Leibgarde der byzantinischen Könige (und Königinnen). Einer davon war sogar Kommandant der Waräger-Garde (Harald III. „der Harte“ von Norwegen). Wegen dieser Söldner-Tätigkeit nannte man die schwedischen Wikinger darum Waräger. Der Name „Rus“, der später in Russland wieder auftaucht, ist dagegen eine geografische Bezeichnung für „das Land der Rus“, welcher zuerst den nordwestlichen Teil von Russland umfasste. Die Informationen über die Waräger sind zwar wesentlich dünner (vor allem die Dokumente), aber es gibt doch zahlreiche Hinweise, so z.B. auch die Funde von immensen Gold- und Silberschätzen arabischer Provenienz auf Gotland!
Dieses „Grafitti“ in einer Marmor Balustrade der Hagia Sophia in Istanbul zeigt dem Besucher immerhin, dass nordische Seefahrer Miklagård/Konstantinopel/Istanbul erreicht haben. Offen bleibt, ob dieser Halvdan über das Mittelmeer oder über die russischen Ströme gekommen ist.
Photo: Margrit Pape jun.