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Die prorussischen Kämpfer in der Ostukraine und Vertreter der Regierung in Kiew haben am Freitag mit einem Gefangenenaustausch begonnen. Auf einer verlassenen, dunklen Strasse nördlich der Rebellenhochburg Donezk begannen die Konfliktparteien mit der Freilassung.
Auf den Austausch von insgesamt knapp 370 Häftlingen, darunter 146 ukrainische Soldaten, hatten sich beide Seiten bei den jüngsten Friedensgesprächen geeinigt – es war aber das einzige Ergebnis der Verhandlungen. Nur mit Autoscheinwerfern wurde die Strasse beleuchtet, auf der der Austausch im Beisein von Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stattfand.
Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass zunächst Zehnergruppen von prorussischen Kämpfern und ukrainischen Soldaten ausgetauscht wurden. Allesamt trugen Zivilkleidung und hielten grosse Taschen mit ihren Habseligkeiten in den Händen. Später dann wurden die Häftlinge in längeren Reihen gegenüber einander aufgestellt.
«Ich bin glücklich, dass ich nach Hause zurückkehren und meine Eltern und meine Frau sehen kann», sagte der 28-jährige Soldat Artjom Sjurik. «Sie wissen noch gar nicht, dass ich frei bin.»
Einer der Rebellen, Denis Balbukow, wartete in einem Lastwagen auf seine Rückkehr nach Donezk. Er wolle zuhause einfach nur etwas Gutes essen und mit seinen Verwandten plaudern, sagte der 21-Jährige. Er zeigte sich aber entschlossen, «in den Kampf zurückzugehen».
Der Austausch fand nahe der Ortschaft Kostjantyniwka statt und wurde von bewaffneten Truppen überwacht. Am Samstag sollte er beendet werden. Die Freilassungen waren bei den Friedensgesprächen in Minsk vereinbart worden.
Nach viermonatiger Pause hatten sich Vertreter der ukrainischen Regierung und der prorussischen Separatisten am Mittwoch erstmals wieder im Beisein der OSZE und einer russischen Delegation zu direkten Gesprächen in der weissrussischen Hauptstadt getroffen.
Der Austausch blieb aber das einzige Ergebnis der Gespräche: Die schon im September beschlossene Einrichtung einer 30 Kilometer breiten Pufferzone rückte kein Stück näher. Offen blieb auch, ob und wann Kiew die im November gekappten Sozialleistungen für die Bewohner der Rebellengebiete wieder überweisen würde. Die für Freitag geplante Fortsetzung der Gespräche wurde abgesagt. (sda/afp)