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Einen Tag vor dem erwarteten Gerichtsentscheid zur möglichen Abschiebung von Novak Djokovic lehnt der mit dem Fall befasste Richter einen Antrag der australischen Regierung zur Vertagung ab.
Richter Anthony Kelly erklärte am Sonntag, dass das Verfahren wie geplant am Montag um 10.00 Uhr Ortszeit fortgesetzt werde. Die australischen Behörden wollten die Verhandlung auf Mittwoch verschieben, um mehr Zeit zu gewinnen. Das Verfahren wird öffentlich einsehbar auf Microsoft Teams übertragen.
Sollte Djokovic nach dem Verfahren tatsächlich des Landes verwiesen werden, droht ihm noch einiges mehr an Unheil. Es könnte sein, dass die serbische Weltnummer 1 für längere Zeit nicht mehr nach Australien einreisen darf.
Denn der Inselstaat kann in solchen Fällen mehrjährige Einreiseverbote ausstellen. So steht auf der Regierungswebseite: «Eine Einreisesperre von bis zu drei Jahren kann verhängt werden, wenn eine Person gegen die Visabestimmungen verstösst. Einreisesperren treten in Kraft, wenn eine Person der Immigrationsbehörde falsche Dokumente oder falsche Informationen übermittelt hat oder wenn die Person ein Risiko für die Gesundheit der Bewohnenden Australiens darstellt.»
Und gerade dieser Verdacht besteht aktuell im Fall von Novak Djokovic. Die Anwälte des Serben geben an, dass dieser am 16. Dezember in seiner Heimat positiv auf das Coronavirus getestet worden sei und deshalb auch ungeimpft nach Australien einreisen dürfe.
Doch genau an dieser Aussage gibt es Zweifel. Denn Djokovic wurde in den Tagen nach seinem angeblich positiven Test immer wieder in der Öffentlichkeit gesehen: Er war dabei, als die serbische Post eine Djokovic-Briefmarke vorstellte. Er posierte an der Tennisakademie von Belgrad mit Kindern, bestritt zwei Tage später ein Fotoshooting und spielte in den Strassen Tennis.
Diese Events deuten darauf hin, dass entweder mit dem angeblich positiven Tests Djokovics etwas nicht stimmt, oder dass der Tennis-Star die Isolationsregeln bei einer Infektion ignorierte. Das wiederum würde bedeuten, dass Djokovic entweder falsche Informationen vorgelegt hätte, oder aufgrund gebrochener Regeln als Risiko für die Gesundheit der Australier angesehen werden könnte.
Eine dreijährige Einreisesperre würde bedeuten, dass Djokovic bis 2025 nicht beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne, das er als sein Lieblingsturnier bezeichnete, teilnehmen könnte. Dann wäre der Serbe bereits 37 Jahre alt.
Vor dem Abschiebehotel im Melbourner Stadtteil Carlton, in dem sich Djokovic nun schon den vierten Tag in Folge befindet, versammelten sich am Sonntag erneut einige Demonstranten, um gegen das Festhalten von Menschen in der Einrichtung zu protestieren – unter ihnen neben Impfgegnern und Fans von Djokovic auch Flüchtlingsanwälte. Laut deren Angaben sollen aktuell 36 Flüchtlinge im Park Hotel festgehalten werden, einige davon seit bis zu neun Jahren. (abu/sda/apa)
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