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Es ist ein silbrig glänzendes Metall, und es hat ein Geburtsdatum: Am 18. Juli 1898 berichtete das begnadete Forscherpaar Pierre und Marie Curie erstmals über ein bis dahin unbekanntes Element. Die Curies hatten es geschafft, aus Gesteinsproben eine Substanz zu gewinnen, die 300-mal stärker strahlte als Uran.
Wenn sich die Existenz dieses neuen Metalls bestätigen lässt, schlagen wir vor, es «Polonium» zu nennen, nach dem Heimatland des einen von uns beiden,
schrieben die Curies – tatsächlich war Marie im polnischen Weichselland aufgewachsen, das zum russischen Zarenreich gehörte, und sie war nach Paris gezogen, weil Frauen in Polen nicht zum Studium zugelassen wurden.
Polonium ist stark radioaktiv, aber anders als Uran gibt es nur die sogenannte Alphastrahlung ab. Im Gegensatz zur gefürchteten Gammastrahlung können Alphateilchen bereits von einem Blatt Papier aufgehalten werden. Menschliche Haut können sie kaum durchdringen, und so bleibt Polonium ungefährlich, solange es nicht eingenommen wird. Im Körper nämlich kann Polonium schwere Schäden anrichten. Der Zerfall der Polonium-Isotope setzt gewaltige Energiemengen frei: Schon ein Gramm Polonium-210 gibt eine Leistung von 140 Watt ab und entwickelt Temperaturen von mehreren hundert Grad, weshalb es auch als Heizung in Satelliten genutzt wurde.
Polonium, das in Atomwaffen zur Zündung dient, ist ein starkes Gift; bereits ein Staubkorn Polonium-210 kann einen Menschen töten. Am 23. November 2006 starb in London der russische Ex-Spion Alexander Litwinenko an Verstrahlung durch Polonium, das ihm heimlich verabreicht worden war, und auch der PLO-Führer Jassir Arafat soll 2004 mit Polonium umgebracht worden sein. Die Gefährlichkeit dieses Metalls hatten bereits die Curies erfahren müssen: 1956 starb ihre Tochter Irène an Leukämie.