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Seit einiger Zeit können wir in der Schweiz die folgenden Plakate am Straßenrand lesen
Auf der TCS-Webseite allerdings lesen wir dann
Was stimmt nun?
Ein Blick auf eine andere Wendung bringt vielleicht Klarheit:
Im Blich sagt etwa der Nazi-Coach Ottmar Hitzfeld
Auf der Seite des Klett-Verlages allerdings lesen wir:
Im 20Minuten allerdings steht
Auf der Seite von DRS 1 wiederum lesen wir
In der Berner Zeitung hingegen lesen wir
Anders sehen es wiederum die Fantastischen Vier
Anders sieht das “Der Bund”
Und in der Handelszeitung
Und auch in der Solothurner Zeitung steht
Ähnlich chaotisch sieht es im Fall von gibts oder gibt’s aus
So lesen wir in der Solothurner Zeitung vom Donnerstag, 6.9.2012, S. 25
Im Apple-Store hingegen lesen wir
Auch im NZZ Folio lesen wir
Und was meint der Duden zu all dem?
Der folgende Suchauftrag nach “geht’s”
führt im Duden online zu folgenden Ergebnissen
Meine Schreibweise wird also einfach ignoriert, auch Anführungszeichen nützen nichts, der Duden korrigiert ganz konsequent “geht’s” in “gehts”.
Im Duden Rechtschreibung stößt man dann auf die folgende Regel:
Bei umgangssprachlichen Verbindungen eines Verbs oder einer Konjunktion mit dem Pronomen es ist der Apostroph entbehrlich; er wird jedoch häufig verwendet.
– Wie gehts (auch: geht’s) dir?
– Nimms (auch: Nimm’s) nicht so schwer.
– Wenns (auch: Wenn’s) weiter nichts ist …
(Duden – Die deutsche Rechtschreibung, 25. Aufl. Mannheim 2009)
In der Solothurner Zeitung vom 12.9.2012 sah man auf der ersten Doppelseite die folgenden Schlagzeilen:
Nicht weniger poetisch tönt auch eine weitere Schlagzeile auf dieser Doppelseite:
Wie wär es dann anstatt
mit: Ganz Paris träumt von der Seine?
Eben habe ich in den Nachrichten des Schweizer Radios DRS1 gehört, dass auf der Nordinsel in Neuseeland der Vulkan Tongariro ausgebrochen sei. Die Polizei habe daraufhin die Autobahn, die von Auckland zur Hauptstadt Wellington führe, gesperrt. Autobahn? Da kann man ja nur staunen. Gemäß Wikipedia wird 50 Km südlich von Auckland die Autobahn zu einer Autostraße. Eine kurze Recherche führt mich auf die Seite von n-tv, warum im Schweizer Radio von einer Autobahn gesprochen wird.
Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse in der Umgebung des Bergmassivs musste die Polizei einen wichtigen Highway sperren, der Neuseelands größte Stadt Auckland mit der Hauptstadt Wellington im Süden verbindet.
Nicht jeder Highway ist eine Autobahn.
Das Bild zeigt die neuseeländische “Autobahn” in der Nähe des ausgebrochenen Vulkans.
Eben bin ich über einen Twitterbeitrag vo literaturcafe.de auf diesen Beitrag gestossen
Alle hassen englische Lehnwörter. Wir nicht. Wir geben jedem neuen Wort, egal, woher es stammt, zunächst einmal die Gelegenheit, seine Nützlichkeit unter Beweis zu stellen und vertrauen darauf, dass die Sprachgemeinschaft überflüssige Wörter schnell wieder aussortiert.
Die Nominierungen laufen bis zum 7. Januar 2012. Ich werde in den kommenden Deutschlektionen die Schüler gute Beispiele sammeln lassen.
Auf news.ch habe ich eben Folgendes gelesen:
Die deutsche Sprache erlebt in Europa eine Renaissance. Nach jahrelang stagnierenden Zahlen registrieren die Goethe-Institute in den südeuropäischen Krisenländern und in Osteuropa ein sprunghaft gestiegenes Interesse von jungen Menschen, Deutsch zu lernen.
Das hört der Deutschlehrer natürlich gerne. Ich frage mich allerdings schon, warum in Griechenland heute jeder zweite Gymnasiast Deutsch als Fremdsprache wählt. Wie in der „Welt am Sonntag„ steht, wittern offenbar viele „die Chance, die rund eine Million offenen Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu besetzen.“
Auf der Startseite von Duden online kann man entweder einen Begriff direkt eintragen und die Suche starten oder man kann wahlweise auch das Wörterbuch alphabetisch durchstöbern.
Die Onlinevariante des Rechtschreibe-Dudens bietet einige interessante Zusatzfunktionen. Wenn man einen Begriff eingibt, dann wird automatisch eine Liste mit Vorschlägen geladen, hier etwa mit dem Beispiel “bildung”:
Schliesslich sieht das Ergebnis der Suche so aus:
Das erste Ergebnis von Duden online führt dann zum Eintrag des Rechtschreibe-Dudens.
Alles, was in der gedruckten Ausgabe steht, kann man online finden, sogar ein Aussprachebeispiel.
Sehr interessant ist schliesslich die Wortwolke, die computergeneriert erscheint. Am Beispiel des Wortes “Bildung” ergibt die folgende Wortwolke jene Adjektive, die am häufigsten im Zusammenhang mit Bildung erscheinen.
Dazu meint Duden online:
Die typischen Verbindungen sind computergeneriert und zeigen in Form von Wortwolken den Kontext, in dem das Stichwort in Texten (Sätzen) typischerweise vorkommt. Die Textgrundlage bildet das Dudenkorpus. Es handelt sich dabei um eine digitale Volltextsammlung mit über zwei Milliarden Wortformen aus Texten der letzten zehn Jahre, die eine Vielzahl unterschiedlicher Textsorten (Romane, Sachbücher, Zeitungs- und Zeitschriftenjahrgänge u. a.) repräsentieren.
Fazit vom Lehrerfreund:
Damit leitet der Duden-Verlag eine neue Ära ein: Die Druckversion des Rechtschreib-Dudens dürfte für diejenigen, die häufig online sind, überflüssig werden. Und natürlich, wird sich der Duden-Verlag denken, die Druckversion des Rechtschreib-Wahrigs erst recht.
… so stand es in einem Tweet von literaturcafe.de. Konkret ging es um die folgende Schlagzeile:
Gemeint ist aber in dieser Schlagzeile nicht etwa der russische Ministerpräsident, sondern eine CDU-Politikerin aus Niedersachsen. Sie musste zurücktreten, weil sie in einen Skandal in der Putenmastindustrie verwickelt ist.
Gemäss Duden stammt das Wort Pute aus dem Niederdeutschen und bedeutet
Pu|te, die; -, -n [aus dem Niederd., zu put, put!]:
1. Truthenne (bes. als Braten).
2. (salopp abwertend) dumme, eingebildete weibliche Person: sie ist eine alberne P.; (auch als Schimpfwort:) du dumme P.!
Putin ist demnach die weibliche Form des ohnehin weiblichen Nomens.