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Nach dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch hofft der georgische Regierungschef auf eine Annäherung des Landes an den Westen. Die Ereignisse in Kiew wirkten sich zwar auf die gesamte Region aus und seien Anlass zur Sorge, sagte Irakli Garibaschwili am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Zugleich betonte er aber: «Ich hoffe sehr, dass die Ukraine wieder den Weg nach Europa geht.» Dabei könnten sich die Ukrainer ein Beispiel an seinem Land nehmen.
Beide Staaten sind direkte Nachbarn Russlands und gehörten bis 1991 zur Sowjetunion. Während Georgien 2013 eine engere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union vereinbarte, verweigerte Janukowitsch seine Unterschrift und wollte sein Land enger an Russland anbinden, das Kredite und billigere Erdgaslieferungen versprach.
Besorgt äusserte sich Garibaschwili über die Lage auf der ukrainischen Schwarzmeerinsel Krim, wo es aus den Reihen der russischsprachigen Mehrheit Forderungen nach einer Loslösung gibt. Auch zwischen Georgien und Russland gibt es immer wieder Spannungen. 2008 führten die Länder wegen der abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien sogar Krieg.
Garibaschwili sagte, auch wenn sich sein Land enger an die EU binde, wolle seine Regierung die Beziehungen zu Russland normalisieren. «Wir müssen die russischen Behörden überzeugen, dass die europäische Integration Georgiens russischen Interessen nicht entgegensteht. Das ist unsere Aufgabe», sagte der Regierungschef in Washington, wo er US-Präsident Barack Obama und dessen Stellvertreter Joe Biden traf.
Mit Garibaschwilis Empfang in Washington will die US-Regierung ihre Unterstützung zeigen. In der kommenden Woche reist auch der Ministerpräsident des ukrainischen Nachbarlandes Moldawien in die USA. (sda)