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Veneto
Die Heimat von Valpolicalla, Amarone und Prosecco
Wer sich Verona nähert, sieht riesige Flächen vollbepflanzt mit Reben – Ausdruck des wachsenden Erfolgs von Prosecco und Amarone, leider etwas weniger des Valpolicella.
Für den Prosecco darf nur die sehr neutrale Glera-Traube verwendet werden. Seit kurzem gibt es auch einen Prosecco rosé. Dafür dürfen die Winzer höchstens 15% Pinot Noir beifügen.
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Der zart-schäumendste und eleganteste Prosecco kommt aus den Hügeln um die beiden Gemeinden Valdobbiadene und Conegliano. Die Weine von hier tragen das Gütesiegel docg, also die höchste Güteklasse. Aus dem übrigen Veneto bis in die Region Friaul stammen die etwas einfacheren und günstigeren Prosecco doc. Das Gebiet ist weitgehend topfeben, was riesige Weingüter entstehen liess, da hier alles maschinell und zu sehr günstigen Gestehungspreisen produziert werden kann. Heute setzen die Prosecco-Produzenten etwa eine halbe Milliarde Flaschen pro Jahr um. Das ist der meistverkaufte Wein der Welt. Die Gegend erlebt damit ihre zweite Renaissance. Schon zu Römerzeiten war das Veneto das Weinversorgungsgebiet Nummer eins für das ganze römische Reich. Weinhandelsstadt war damals Aquileia im Friaul, das am Meer lag und einen bedeutenden Hafen hatte. Das Meer hat sich unterdessen ein paar Kilometer zurückgezogen, so dass man als Besucher eine antike Hafenanlage mitten im Grünen antrifft.
Unterschied Prosecco – Franciacorta/Champagner/Crémant:
Bei all diesen Schaumweinen produziert der Winzer zuerst einen Grundwein, als würde er einen normalen Wein produzieren. Erst dann, bei der zweiten Gärung, setzt die Spezifizierung ein.
Die zweite Vergärung, bei der unter Zugabe von Hefen die Bläschen entstehen, findet beim Prosecco in riesigen Drucktanks (Autoklave) statt. Von dort wird der Prosecco dann in Flaschen abgefüllt.
Bei Champagner/Franciacorta/Crèmant wird für die zweite Gärung ebenfalls Hefe zugesetzt. Allerdings findet diese Gärung in der Flasche statt. Daher auch der Ausdruck Flaschengärer.
Flaschengärer können teilweise jahrelang gelagert werden. Der Prosecco hingegen verliert nach etwa 2 Jahren seine Spritzigkeit.
Der Valpolicella
Der Valpolicella genoss bis in die 80er Jahre einen denkbar schlechten Ruf. Er war Ausdruck von Masse mit sehr wenig Klasse und kostete sehr wenig. Das hat sich unterdessen zumindest teilweise geändert. Sorgfältige Winzer produzieren heute einfache, aber sehr trinkige Valpolicella.
In den 60er Jahren begannen findige Winzer die Trauben für den Valpolicella (Corvina, Corvinone, Rondinella, Molinara) etwas früher als üblich zu ernten und stellten das Traubengut unter die Dächer ihrer Häuser. Auf diese Weise wurde den Trauben Wasser entzogen. Zurück blieben angetrocknete Trauben mit einem hohem Zuckergehalt, die erst jetzt vergoren wurden. Der Amarone war geboren und gehört heute zu den grossen Weinen Italies.
Weil das Traubengut des Amarone auch nach der ersten Pressung noch voller „Material“ ist, wird dieses Maischegut dem Valpolicella beigefügt. Das ergibt dann den Ripasso della Valpolicella, der wegen seines günstigen Preises und seiner Schwere viele Anhänger kennt.