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Weg-Wort vom 10. Februar 2020
Der Hochnebel hing tief und schwer über dem Oberland. Die Kälte kniff mich in die Nase. Ich stand am Bahnsteig und fröstelte. Mehrere Tage hintereinander, an denen einen das Licht nicht mehr erreicht, drücken die Stimmung. Ich war froh, als ich in die S-Bahn steigen konnte.
Fünf Minuten Fahrt lagen vor mir. Die Frau auf dem Platz gegenüber schaute mich freundlich an. Neben ihr auf dem Boden stand ein Treckingrucksack.
«Woher kommen Sie?» fragte ich.
«Dominikanische Republik». Sie merkte, dass ich überlegen musste und half mir auf die Sprünge.
«Mittelamerika. Karibik. Wir teilen uns eine Insel mit Haiti. Wir sprechen Spanisch. Es ist warm da, viel Sonne.»
Sonne war mein Stichwort. «Sonne könnten wir jetzt brauchen», sagte ich und schaute hinaus ins Grau. Dann fragte ich: «Haben sie in Ihrem grossen Rucksack Sonne mitgebracht?»
«Gott segne Dich», sagte sie und lachte.
Es fühlte sich an wie eine warme Dusche.
Meine S-Bahn fuhr im Bahnhof ein. Ich nahm meine Tasche und sagte: «Gott segne Dich auch.»
Beim Heimradeln vom Bahnhof habe ich die Kälte nicht mehr gespürt.