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Die Arktis erwärmt sich und die feinen Aerosolpartikel aus Meersalz, die bei Blizzards oder im Schneetreiben entstehen, tragen dazu bei, so eine kürzlich veröffentlichte Studie.
Der Schnee auf dem Packeis enthält feine Meersalzpartikel, die bei Wind und Blizzards in die Atmosphäre gelangen. Ein völlig natürliches und normales Phänomen in den Polarregionen. Lange Zeit wurde die Rolle dieser Partikel in den Klimamodellen jedoch ignoriert. Eine Studie, die Anfang dieses Monats in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, hat nun gezeigt, dass während eines Schneetreibens große Mengen an Meersalzpartikeln die Eigenschaften der Wolken beeinflussen und die Oberfläche erwärmen.
Die Erkenntnisse der Forscher sollten daher helfen, die Klimamodelle zu aktualisieren, indem sie die Auswirkungen dieser Partikel auf die Atmosphäre und ihre Erwärmung einbeziehen. „Modellsimulationen, die die feinen Meersalzaerosole aus dem verwehten Schnee nicht einbeziehen, unterschätzen die Aerosolpopulation in der Arktis“, erwähnt Jian Wang, einer der Autoren der Forschungsarbeit und Professor an der Washington University in St. Louis, in einer von der Universität veröffentlichten Erklärung. „Schneeverwehungen treten unabhängig von der durch den Menschen verursachten Erwärmung auf, aber wir müssen sie in unsere Modelle einbeziehen, um die aktuellen Aerosolmengen in der Arktis besser zu reproduzieren und die zukünftigen Klima- und Aerosolbedingungen in der Arktis zu prognostizieren.“
Es ist seit langem bekannt, dass sich Wolken um Aerosolpartikel wie Staub oder Ruß bilden. Dagegen ging man bisher davon aus, dass die Rolle der Meersalzpartikel, die die größte Aerosolmasse darstellen, keinen besonderen Einfluss auf die Wolkenbildung sowie auf das arktische Klima und seine Erwärmung hat.
Die Schlussfolgerungen der Autoren belegen jedoch das Gegenteil. Die Wissenschaftler schätzten nämlich, dass die von verwehtem Schnee erzeugten Meersalzaerosole mehr als 27,6% der gesamten Partikelanzahl ausmachen. Diese Aerosole erhöhen die Wolkenproduktion, was zu einer Oberflächenerwärmung führt. Außerdem führen diese Aerosole zu einer größeren Wolkendecke, indem sie die Bildung von Regen und Eis hemmen.
Ein Befund, der auch für die Antarktis gelten könnte, wie die Autoren in ihren Schlussfolgerungen nahelegen: „Die Produktion von Aerosolen[aérosols de sel marin] aus dem verwehten Schnee dürfte auch eine wichtige Rolle bei den Aerosol-Wolken-Klima-Wechselwirkungen in der Antarktis spielen, wenn man die Prävalenz von Meereis und starken Winden bedenkt.“
Link zur Studie : Gong, X., Zhang, J., Croft, B. et al. Arctic warming by abundant fine sea salt aerosols from blowing snow. Nat. Geosci. 16, 768-774 (2023). https://doi.org/10.1038/s41561-023-01254-8
Mirjana Binggeli, PolarJournal