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Klinische Beispiele
Kopfschmerzen
Herr Lin, ein 57-jähriger Mann, litt seit mehr als dreizehn Jahren an episodenhaften Kopf- und Nackenschmerzen und einem Schweregefühl im Kopf. Als Begleitsymptome traten dauernde Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Tinnitus im rechten Ohr und Völlegefühl in Brust und Epigastrium auf. Er hatte reichlich Sputum, das er nur schwer aushusten konnte und einen üblen Mundgeruch. Der Stuhl war ungeformt, der Urin übelriechend. Der Zungenkörper war rot und hatte an der Spitze einen dünnen Belag, in der Mitte jedoch einen gelben, schmierigen Belag. Der Puls war schlüpfrig.
Prof. Dr. Chen hat den Patienten mit einer Akupunkturtherapie behandelt. Die Nackenschmerzen waren nach 4 Behandlungen verschwunden, die Kopfschmerzen waren schwächer und nach weiteren 3 Behandlungen war auch der üble Mundgeruch gebessert. Der Tinnitus, das Schweregefühl im Kopf und das reichliche Sputum waren unverändert. Weitere 6 Behandlungen führten zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome. Nach weiteren 4 Behandlungen waren alle Symptome verschwunden und die Behandlung wurde beendet.
Bei einer Kontrolle nach 4 Monaten berichtete der Patient, dass er keine Kopfschmerzen mehr gehabt habe.
Schlaflosigkeit
Frau Liu, eine 61-jährige Frau, klagte über eine seit 17 Jahren bestehende Schlaflosigkeit und gab an, dass sie nur drei Stunden pro Nacht schlafen könne. Entsprechend den vier diagnostischen Methoden der Chinesischen Medizin zeigte sich eine ausgemergelte Patientin. Sie war lustlos und hatte gerötete Wangen. Bei der Anamnese zeigte sich, dass die Schlaflosigkeit mit Palpationen, Schwindel, Tinnitus und einem Wärmegefühl im unteren Rücken, dem Gesäss, dem hinteren und medialen Anteil der Beine sowie in den Fusssohlen verbunden war. Bei der Palpation konnte eine Überwärmung dieser Regionen bestätigt werden. Sie hatte eine rote Zunge mit einem dünnen Belag. Der Puls war dünn, schnell und teilweise gespannt.
All diese Zeichen waren Hinweise für einen Nieren Yin-Mangel. Um das Ungleichgewicht zwischen Niere und Herz zu verringern, waren die Therapieprinzipien einerseits das Nieren-Yin zu nähren, um das Feuer zu unterdrücken und andererseits das Herz zu klären um den Geist zu beruhigen.
Prof. Dr. Chen hat die Patientin mit Akupunktur und Heilkräutern behandelt. Nach fünf Behandlungen stieg die Schlafdauer der Patientin auf fünf Stunden pro Nacht. Das Wärmegefühl in den Oberschenkeln und Beinen verschwand. Die Rötung der Zunge nahm ab. Nach weiteren 7 Behandlungen konnte die Patientin sieben Stunden pro Nacht schlafen. Alle anderen Symptome waren verschwunden und die Behandlung wurde beendet.
Im Nachbeobachtungszeitraum von 5 Monaten kam es zu keinem Rückfall.
Heuschnupfen
Herr Li, 45 Jahre alt, litt seit 18 Jahren an schwerem Heuschnupfen gegen Birke, Gräser und Linden, jeweils im Zeitraum von März bis Juli. Ausserdem hatte er seit 15 Jahren Nasennebenhöhlenentzündungen. Jährlich 2-3 mal unterzog er sich einer Antibiotika-Therapie und nahm im 1995 eine Nasenscheidenwandkorrektur vor. Prof. Dr. Chen fand eine hellrote Zunge mit dünnen, weissen Belag und einen schmalen Puls vor. Sie stellte einen Lungen Qi Mangel fest, was die Anfälligkeit für äussere schädigende Faktoren erklärt, die über die Nase in die Lungen dringen können.
Nach 5 Behandlungen stellte Dr. Chen eine deutliche Linderung der Symptome fest. Weitere 4 Behandlungen führten zu weitgehender Beschwerdefreiheit, nochmals weitere 3 Behandlungen danach zur Stabilisierung.
Die Kontrolle im folgenden Jahr ergab folgendes: Herr Li hatte nur noch saisonal bedingten Schnupfen. Nach weiteren 6 Behandlungen ist der Patient jetzt bereits seit 3 Jahren beschwerdefrei.