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Täglich werden 2 Millionen Tiere geschlachtet, das sind 730 Millionen Tiere im Jahr.1
Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur die Grausamkeit einer Zivilisation. Diese enorm große Anzahl von Tieren in der industriellen Nutztierhaltung muss vor dem Schlachten gefüttert werden.
Die Regenwälder brennen. Statt Sauerstoff zu produzieren, wird C02 in die Atmosphäre ausgestoßen. Warum ist das so?
Die brandgerodeten Flächen in den Regenwäldern werden in Ackerland umgewandelt. Das mit Abstand wichtigste Anbauprodukt dabei ist die Sojabohne. Achtzig Prozent der weltweit angebauten Soja stammen aus dem Amazonasbecken.2 Die Sojabohne ist das Hauptfutter für Tiere in der industriellen Nutztierhaltung. Diese Tiere wiederum werden von den zivilisierten Ländern in steigendem Ausmaß verspeist.
Anders ausgedrückt, große Teile des Regenwaldes werden abgebrannt, um den Fleischhunger der westlichen Länder zu stillen.
Die Ausscheidungen einer solch großen Anzahl von Tieren aus der industriellen Nutztierhaltung führt zu zusätzlichen Problemen und macht unterschiedlichen Schätzungen zufolge 25% − 40% der Umweltverschmutzung aus. Und diese Zahl bezieht sich nur auf die Ausscheidungen.
Auch die pflanzlichen Nahrungsmittel – Ressourcen werden belastet. Mit 13 Pfund gefüttertem Getreide kann nur 1 Pfund Fleisch produziert werden. Das Getreide in den Mägen von Nutztieren steht den hungernden Menschen und Völkern dieser Welt nicht mehr zur Verfügung. Während das Nutzvieh aufwendig gefüttert und gemästet wird, verhungern Menschen. Mit den gleichen Nahrungsmitteln, die an Rinder, Schweine und Geflügel verfüttert werden, nämlich Soja und Getreide, könnte der Hunger dieser Welt gestillt werden. Und mit der gleichen Logistik könnte der Transport dieser Lebensmittel anstatt zu Zuchtfarmen zu den hungernden Menschen transportiert werden.
Durch den Verzicht oder auch nur die Reduzierung des Fleisch- und Milchkonsums könnten die Ressourcen Wasser, Getreide und Anbauflächen weit mehr Menschen unmittelbar und besser ernährt werden als durch den Umweg durch die Mägen von sogenannten Nutztieren.
Kann Kontaminierung unserer Umwelt gemindert werden? Allein die Ausscheidungen von Nutztieren tragen unterschiedlichen Angaben zufolge mit 25% − 40% zur Umweltverschmutzung bei durch Fäkalien, Methangasen und die enorme Verschwendung von Wasser.
Den Tieren würde das grausame Leben erspart bleiben, das mit der Massentierhaltung einhergeht.
Entgegen allgemeinen Annahmen können wir durch den Verzicht oder wenigstens die Reduzierung des Fleisch- und Milchkonsums eine weit bessere Gesundheit gewähren und von den Krankheiten der Wohlstandsgesellschaft, die fast alle auf falscher Ernährung beruhen, befreien.
Vegane Ernährung bietet eine integrative und umfassende Antwort auf einige wichtige Probleme der Zeit.
- gesundheitliche Probleme
- der Hunger in dieser Welt
- Umweltschutz
- Tierschutz
Vegane Ernährung und Gesundheit
Die China Studie:
Die China Studie ist eine wissenschaftliche Studie, die unter dem Namen „China Study“ erstmals 2004 in den USA veröffentlicht wurde. Sie wurde verfasst von T. Collin Campbell PhD und Thomas M. Campbell und es handelt sich um eine internationale ernährungswissenschaftliche Langzeitstudie, die in diesem Umfang und über einen so langen Zeitraum einzigartig ist. Es ist hervorzuheben, dass diese Studie nicht von der Nahrungsmittelindustrie in Auftrag gegeben wurde, was die Möglichkeit von manipulierten und gefälschten Ergebnissen erheblich verringert.
Diese Studie ist ein gemeinsames Projekt
- der Cornell University in Ithaka, New York State in den USA,
- der Oxford University in England sowie
- der Chinesischen Akademie für Präventivmedizin3. Insgesamt wurden 8000 signifikante Zusammenhänge zwischen Ernährungsfaktoren und Erkrankung aufgedeckt.
Zusätzlich wurden während eines Zeitraums von 27 Jahren Untersuchungen und Langzeitstudien von folgenden Instituten durchgeführt bzw. gefördert:
- National Institute of Health (NIH) in den USA
- American Cancer Society in den USA und dem
- American Institute for Cancer Research in den USA4. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Studien um die erste und bisher einzige grundlegende Studie mit Blind- und Doppelblindversuchen. Insgesamt 750 Literaturangaben5 wurden für diese Studie verwendet.
Bemerkenswert in dieser Studie sind vor allem die Zusammenhänge sogenannter Zivilisationserkrankungen, wie Diabetes und Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems sowie die Verstopfung der Koronar-Gefäße durch den ständig steigenden Konsum tierischer Eiweiße.
Die Studie zeigt auf, dass Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems in einem direkten, unmittelbaren Zusammenhang stehen mit dem Konsum tierischer Eiweiße. Tatsächlich wurde sogar nachgewiesen, dass die Ablagerungen in den Gefäßen durch vegane Ernährung wieder rückgängig gemacht werden können, d.h. dass sogar ein geschädigter Organismus durch vegane Ernährung geheilt werden kann. Dieses gilt auch und vor allem für schwere und schwerste Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies ist wichtig zu wissen. Koronare Herzerkrankungen sind die Todesursache Nr.1 in der westlich zivilisierten Welt. Umso wichtiger ist die Erkenntnis, wie sehr wir mit unserer Ernährung Einfluss auf den Gesundheitszustand nehmen können.
Abschließend kommt diese Studie zu dem Ergebnis, dass alle tierischen Eiweiße, auch die von Milchprodukten, einen immensen Schaden im menschlichen Organismus anrichten.
„Es gibt praktisch keine Nährstoffe in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs, die nicht in besserer Form von Pflanzen bereitgestellt werden.“ 6
Daher wird vegane Diät dringend empfohlen.
Mögliche Rückstände von Medikamenten und Pestiziden im Fleisch und in Milchprodukten:
„Thyreostatika: Schilddrüsenmedikament, das Schweinen in der Mast für schnelles Wachstum verabreicht wird.
Schmerzmittel: Diese werden verabreicht, damit die Tiere in der Mast ihr viel zu schnelles Wachstum ohne Schmerzen ertragen können.
Wachstumshormone: in der EU untersagt, in den USA, Kanada und Australien immer noch verwendet. Diese Hormone bleiben im Fleisch. Sie sind karzinogen, können das Erbgut schädigen, den Zyklus der Frau behindern und das Wachstum von Föten behindern.
Antibiotika: Der umstrittene Einsatz von Antibiotika in der Tiermast hat nach Einschätzung des Bundeslandwirtschaftsministeriums ein größeres Ausmaß als angenommen. „Bisher ging man in Schätzungen von bundesweit etwa 780 Tonnen Antibiotika aus, die jedes Jahr in der Tierhaltung verabreicht werden“, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. „Wir gehen davon aus, dass die tatsächlich eingesetzte Menge noch höher ist.“ Hintergrund ist eine laufende erstmalige Erfassung, wie viele Tierarzneimittel genau in den Verkehr gebracht werden. Die neuen Zahlen sollen auch zeigen, in welchen Regionen Antibiotika besonders intensiv eingesetzt werden.“ 7
Kokzidiostatika: Ein spezielles Antibiotikum, das bei Masttieren die Muskeln schnell aufbauen soll. In Deutschland mittlerweile untersagt. Gelangen diese Stoffe über die Nahrung in den menschlichen Körper verursacht dies permanente Müdigkeit, Depressionen und Herz-Kreislauf-Probleme.
Glucocorticoide: sind Steroidhormone aus der Nebennierenrinde. Diese werden vor allem Hühnern zur Stärkung des Herzens gegeben. In Deutschland ist die Verabreichung dieses Mittels streng überwacht. Aber auch geringe Dosen im menschlichen Körper verursachen Herz-Kreislauf-Probleme, Knochenschwund, Gewichtszunahme, Diabetes und Magengeschwüre.
Psychopharmaka und Beruhigungsmittel werden Muttersäuen verabreicht. In Deutschland und in der EU ist diese Behandlung verboten. Die Folge für Menschen ist Müdigkeit und Antriebslosigkeit.“ 8
Es erklärt sich von selbst, dass Fleischkonsumenten am Ende einer Nahrungskette stehen und daher all die Giftstoffe aufnehmen, die sich sowohl in Form von Düngemitteln und Pestiziden in den verfütterten Pflanzen befinden als auch in all jenen Substanzen, die mit diversen Erkrankungen und medizinischen Behandlungen von Nutztieren in das Körpergewebe von Nutztieren eindringen. Große Teile dieser Stoffe werden nicht ausgeschieden, sondern verbleiben im Körpergewebe der Tiere, die dem Menschen als Nahrungsmittel angeboten werden.
Ein Wort zu Milchprodukten
Viele Menschen denken an Milch als ein gesundes und natürliches Nahrungsmittel. In den meisten Köpfen gibt es immer noch das Bild von der glücklichen Kuh, die auf einem kleinen Bauernhof lebt und Teil der bäuerlichen Familie ist und Milch solcher Kühe würde irgendwie in unseren Kühlschränken landen.
In dem Buch von Ruediger Dalke „Peacefood“ wird ein anderes Bild davon gezeichnet, wie die Milch entsteht, die im Westen auf den Tisch kommt und die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Mit Bauernhof und Milch von der Kuh hat all dies nicht mehr viel tun.
Die Milch von Tausenden von Kühen wird miteinander vermengt. Zur Butter- und Käse- Gewinnung wird der Milch zunächst das gesamte Fett entzogen. Um ihr Fett zuzufügen, wird oft genug billiges Fett genommen und schon mal illegal das Fett von Schweinen. Mit anderen Worten kann Milch aus der industriellen Nutztierhaltung nicht mehr als vegetarisches Lebensmittel verstanden werden.9 Vielmehr handelt es sich tatsächlich und auch im übertragenen Sinn um eine Riesenschweinerei, was mit gesunder Ernährung nichts mehr zu tun hat.
Bestätigt werden diese Angaben vom Bundeszentrum für Ernährung.10 Allerdings steht hier die Information der Hygiene und der Keimfreiheit der Milch im Vordergrund, was jedoch im Grunde nichts an den einzelnen Verarbeitungsschritten ändert.
Darüber hinaus sind keine Beispiele aus der Natur bekannt, die nachweisen, dass Lebewesen die Milch einer anderen Art regelmäßig zu sich nehmen.
Eine weitere schlechte Nachricht für Vegetarier ist, dass auch die Milchindustrie blutig ist, und mit viel Leid für die Tiere verbunden ist. Eine Kuh kann, wie jedes andere Säugetier auch, nur dann Milch produzieren, wenn sie ein Kälbchen gebiert, das bei Milchkühen in aller Regel direkt nach der Geburt von der Mutter entfernt wird. Die Milch, die von der Natur dem Kalb zugedacht war, wird nun zweckentfremdet und dient dem Menschen als Nahrungsmittel. Viele Kälber sind dem Tod geweiht. Früher oder später geht es den Weg zum Schlachter, oft nicht älter als fünf Tage nach der Geburt. Dieses zarte Alter stellt zudem sicher, dass seine Rückenmuskeln als zarte Delikatesse zum Verkauf in den Kühlregalen angeboten werden.
Mutterschaft ist auch für Tiere wichtig. Denn auch im Tierreich ist Mutterschaft mit Geburt und Schöpfung verbunden bzw. Mutterschaft macht Schöpfung und den Fortbestand einer Art erst möglich. Wer Mutterschaft nicht achtet, sägt buchstäblich an dem Ast, auf dem er sitzt. Denn der Mensch ist ein Kind der Natur. Wie Schmarotzer irgendwann den Wirt töten, so wird es auch den Menschen ergehen, wenn wir uns nicht darauf besinnen, wo wir herkommen.
Dabei ist es vollkommen gleichgültig, ob wir die Natur als etwas Übersinnliches erleben, sie als göttlich ansehen oder nicht. Die Natur hat ihre Gesetze und der Mensch tut besser daran, sich an die Gesetzmäßigkeiten der Natur zu halten.
Die Milchindustrie, so wie sie heute existiert, ist ein unglaublicher Missbrauch am Tier, aber auch ein Missbrauch der Mutterschaft allgemein. Zu jeder Jagd gehören Schonzeiten, in denen sich das Wild erholen kann und der Nachwuchs Zeit hat heranzuwachsen. Naturvölker töten, wenn eben möglich, keine Muttertiere. Muttertiere zu töten oder gerade geborenen Nachwuchs, gilt überall auf der Welt als Schande.
Nur in den sogenannten westlich zivilisierten Ländern wird dies anders gesehen. Wir haben eine Kultur der Ernährung entwickelt, die den tagtäglichen Missbrauch und die tagtägliche Misshandlung von Tieren als eine Grundfeste ihrer Kultur hat. Dies hat mit Zivilisation nur noch wenig zu tun, da die Grundsätze, und dazu gehört die Mutterschaft auch bei Tieren, des Lebens nicht geachtet werden.
Dieser Missstand ist nicht zu vergleichen mit jenen bäuerlichen Traditionen, in denen die Kuh ein Bestandteil der Familie und des Haushalts war. Die Kuh wurde geachtet, sie wurde gefüttert und gab im Gegenzug ihre Milch für die Kinder und für die Buttergewinnung. Hier war die Kuh Bestandteil des gleichen Energiefeldes, in dem sich die Familienmitglieder und der gesamte Haushalt aufhielt. Hier ist auch die Lehre der Ayurveda anzusiedeln. Diese Ernährungslehre ist zu einer Zeit entstanden, als die bäuerliche Gesellschaft üblich war. Dieses Bild ist vollkommen anders, ausgewogen und allen dienlich und daher auch gesund.
Vegane Ernährung und Umweltschutz
Was hat vegane Ernährung mit Umweltschutz zu tun?
Der Zusammenhang von Ernährung und Umwelt ist unmittelbar und elementar. Dies wird bei näherem Hinsehen deutlich.
Der Mensch hat durch seine Ernährung die Umwelt schon immer verändert. Ackerbau und Viehzucht prägen seit Tausenden von Jahren die Landschaften, in denen der Mensch lebt. Der Mensch gestaltet seine Umwelt durch die Art, wie er lebt. Je größer die menschliche Gemeinschaft war, desto größere Gebiete wurden kultiviert, urbar gemacht oder für die Viehzucht genutzt. Zurzeit leben auf dem Planeten Erde sieben Milliarden Menschen, was eine massive und weitreichende Wirkung auf die Umwelt hat, auf das Pflanzenreich und das Tierreich. In den vergangenen Jahrzehnten sind Ackerbau und Viehzucht zu einer Industrie mutiert. Wie hinter allen Industriezweigen und allen Konzernen stehen auch hier wirtschaftliche Interessen, die versuchen, ihren Einfluss in den Medien und in der Politik geltend zu machen.
Durch Werbung wird dem Konsumenten nach wie vor die glücklich lebende Kuh vorgegaukelt. Zum Beispiel lächelt uns von Viehtransportern glücklich eine Kuh oder ein Schwein entgegen, auch dann, wenn es ein Transport zum Schlachthof ist. Und obwohl eigentlich jeder weiß, dass das Bild der glücklichen Kuh oder des glücklichen Schweins seit Jahrzehnten nicht mehr richtig ist, beruhigt es dennoch irgendwie Zweifel und Gewissen.
Viele Menschen fragen sich, ob und wie sie sich an der Lösung der Probleme der Menschheit beteiligen könnten. Viele wären sogar froh und erleichtert, wenn sie wüssten, wie dies auf einfache Weise möglich wäre.
Das Buch „Diet for a Small Planet“ ist wohl das erste Buch, in dem ein direkter Zusammenhang zwischen Ernährung und ihrem Einfluss auf die Umwelt beschrieben wird. Jeder muss sich ernähren und entscheidet jeden Tag und bei jeder Mahlzeit erneut, was er isst und konsumiert. Dadurch hat er einen erheblichen Einfluss. Einkaufsverhalten und Ernährungsstil sind ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Faktor. Wie und was wir essen, hat einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit, aber auch auf die Politik, auf den Umweltschutz und auf den Tierschutz.11
In den meisten Industrienationen liegt der Fleischkonsum seit Jahrzehnten relativ konstant auf hohem Niveau. Während in Deutschland 2019 fast 60 Kilogramm pro Person gegessen wurden, sind es in den USA und Australien mehr als 100 Kilogramm. Seit einigen Jahren sinkt die Nachfrage in einigen Industrieländern leicht, weil die Bedenken bezüglich Gesundheit, Tierwohl und Umwelt zunehmen.12
Die intensive Fleischproduktion ist nicht nur qualvoll für die Tiere und belastet die Umwelt, sondern verschlingt gleichzeitig riesige Mengen an Rohstoffen, die wir als Futtermittel aus Ländern des globalen Südens importieren.13
Aus diesem Grund hat der Mensch eine große Verantwortung, wie er sich die Natur nutzbar macht, um sich selbst zu ernähren. Das hat einen weitreichenden und elementaren Einfluss auf das Tierreich und das Pflanzenreich, wessen sich der Mensch normalerweise nicht bewusst ist.
Deutschland z. B. war früher eine hauptsächlich bewaldete Landschaft, während es heute hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt ist.
Der ganze Mittelwesten der USA, die großen Prärien, wurden in dem kurzen Zeitraum von 100 Jahren zur Kornkammer der Welt umgestaltet. Ackerbau und Viehzucht tragen nicht nur zur Veränderung der Umwelt bei, sie haben auch einen bemerkenswert großen Anteil an der Umweltverschmutzung, wie sie heute existiert.
Dies trifft besonders für die industrielle Nutztierhaltung zu. Der Beitrag der industriellen Nutztierhaltung zur Umweltverschmutzung in Luft, Wasser und Erdboden beträgt bis zu 40%. In verschiedenen Statistiken variieren diese Zahlen, werden in der Regel jedoch nach oben hin angepasst.
In seinem Buch „Vegetarisch Leben“ weisen Armin Risi mit Ronald Zürrer nach, dass unser Planet ganz leicht alle der 7 − 8 Milliarden Menschen, die auf ihm leben, ernähren könnte. Tatsächlich ist der Planet in der Lage, weit mehr Menschen zu ernähren. Aber der Planet ist nicht in der Lage 7 – 8 Milliarden Fleischkonsumenten zu ernähren.14
Das Ausmaß des derzeitigen Fleischkonsums führte uns in die heutige ökologische Katastrophe. An dieser Stelle muss eine kurze Aufzählung all jener Umweltzerstörungen genügen, die einen direkten Zusammenhang mit Fleischkonsum bzw. der Ernährung des Fleischproduzenten zu tun hat.
- Rodung
„Die Regenwälder Amazoniens und Südostasiens werden gerodet, um Platz für Rinderfarmen und für den Anbau von Futtermittel zu schaffen, auf welche die europäische Landwirtschaft dringend angewiesen ist.“ 15 „Für einen einzigen Hamburger müssen vier bis fünf Quadratmeter Regenwald in Weide- oder Ackerland umgewandelt werden.“ 16
- Überdüngung
„Im Jahr 2004 umfasste der Nutztierbestand in Deutschland rund 15,7 Millionen Rinder, 23,7 Millionen Schweine und 2,5 Millionen Schafe. Seit Jahrzehnten wird durch diese unnatürlich hohe Anzahl von Schweinen und Rindern Unmengen an Gülle produziert, Millionen von Litern werden jährlich auf die Felder gekippt, nicht etwa zur Düngung der Felder, sondern zur ‚Entsorgung‘ der Gülle.“17
- Wasserverschwendung und Gewässerschmutz
„Die Menschheit benötigt Wasser für alle Arten der landwirtschaftlichen Produktion. „Gemäß aktuellen Zahlen der UNESCO-Organisation IHE (2008), werden 700 l Wasser benötigt, um 1 kg Äpfel zu produzieren, 900 Liter für 1 kg Kartoffeln, 1300 Liter für ein kg Getreide / Brot, jedoch 3000 Liter für 1 kg Eier, 4800 Liter für 1 kg Schweinefleisch und 15 500 Liter für 1 kg Rindfleisch (Mastbetrieb, Stallreinigung, Schlachthof). Das heißt: Um ein 250 g Steak zu produzieren benötigt man 4000 Liter Wasser.18
Hier sind nur die allerwichtigsten Punkte benannt. Aber vor diesem Hintergrund kann sich der Leser sicher leicht weitere Folgen der industriellen Nutztierhaltung ableiten, wie Vergiftung der Böden und Nahrungsmittel, die darauf wachsen, die Mikroorganismen im Boden absterben lassen. Erosion ist die Folge, die Artenvielfalt wird zerstört, Gewässerverschmutzung in unvorstellbarem Ausmaß, die durch die Überdüngung in die Flüsse und Ozeane gelangen und dort Fischsterben verursachen. Das Methangas ist ein Nebenprodukt der Verdauung. Durch die schiere Anzahl der Nutztiere, die dieses Gas ausscheiden trägt dies mittlerweile zu mehr als 18% der Treibhausgase bei.
Vegane Ernährung und der Hunger in dieser Welt
Die unten aufgeführte Darstellung wird die Bedürfnis-Pyramide nach Maslow genannt.
Sie wurde von dem US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908–1970) entwickelt. Sie beschreibt menschliche Bedürfnisse und Motivationen (in einer hierarchischen Struktur) und versucht, diese zu erklären.19
Bedürfnispyramide von Maslow19 (Wikipedia)
Wie aus dieser Pyramide hervorgeht, sind die physiologischen Bedürfnisse von Menschen die wichtigsten Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. Zu diesen physiologischen Bedürfnissen gehört, die Luft, die wir atmen, das Wasser, was wir trinken, Nahrung, Kleidung und Obdach.
Erst nachdem diese Bedürfnisse sichergestellt sind, gewinnen weitere Bedürfnisse an Bedeutung. Dazu gehört das Bedürfnis nach Sicherheit, später auch soziale Bedürfnisse.
Oder um es anders auszudrücken, wenn ein Kind, ein Jugendlicher oder auch ein Erwachsener von Hunger und Durst geplagt ist, und niemanden hat, der sich kümmert und diese fundamentalen Bedürfnisse auch nicht für die nächste Zukunft sichergestellt werden können, wird es kaum das Bedürfnis haben, zur Schule gehen zu wollen.
Wenn wir die heutigen Lebensbedingungen der rund, 7.3 Milliarden Menschen mit dieser Bedürfnispyramide vergleichen, werden grausame Fakten deutlich.
Laut dem Bericht des UNO-Entwicklungsprogramms UNDP „Bericht über die menschliche Entwicklung 2014“ 20 leben 1,5 Milliarden Menschen in sogenannter multidimensionaler Armut, davon sind 800 Millionen überaus stark bedroht. Es mangelt an Nahrung, sauberem Wasser, Obdach, Gesundheitsversorgung und schlussendlich auch an Bildung. Zusätzliche Bedrohungen entstehen durch Naturkatastrophen und Klimawandel.
Führende Sozialphilosophen:
Es gibt zwei führende Sozialphilosophen, die sich mit dieser Diskrepanz auseinandersetzten
- Thomas Pogge
- Peter Singer
Thomas Pogge: Grundlegende Bedürfnisse sind nicht gesichert bei:
830 Millionen Menschen und mehr sind unterernährt.
1100 Millionen Menschen haben kein sauberes Trinkwasser.
2000 Millionen Menschen haben unzureichend Zugang zu medizinischer Versorgung.
2000 Millionen Menschen haben kein adäquates Obdach.
2600 Millionen Menschen haben keine sanitären Anlagen.
796 Millionen erwachsene Menschen sind Analphabeten.
250 Millionen Kinder zwischen 14 -15 Jahren arbeiten außerhalb des Haushalts.21 Menschen nicht weißer Hautfarbe, Frauen und Kinder, sind unter den Armen der Erde massiv übervertreten und leiden somit am stärksten unter den erschütternden Auswirkungen der Armut. Kinder unter fünf Jahren machen nahezu 60% oder 10.6 Millionen der armutsbedingten Todesfälle aus (Unicef 2005 Klappentext). Auch der überdurchschnittliche Frauenanteil ist dokumentiert. (UNPD 2003, UNRISF 2005, Social Watch 200522. Mit anderen Worten: die Hälfte der menschlichen Weltbevölkerung leidet Mangel an grundlegendsten Bedürfnissen. Dies heißt auch, dass mindestens ein Drittel der Menschen frühzeitig an einem oder mehreren der oben aufgeführten Gründe sterben.23
Peter Singer und „The Ethics of What We Eat“:
Der Verzehr tierischer Produkte, vor allem der Verzehr von Fleisch verstärkt den Hunger in dieser Welt. Die Tierschutzorganisation PETA gibt in ihrem Probeabo folgende Fakten und Zahlen heraus:
- „Für eine tierische Kalorie, werden 12 pflanzliche Kalorien an das Tier verfüttert.
- Für eine Kalorie aus einem Hühnerei werden 4 pflanzliche Kalorien an das Huhn verfüttert.
- Für eine Kalorie aus Milch oder Milchprodukten werden 7 pflanzliche Kalorien an die Kuh verfüttert.23a
Angesichts des Hungers in dieser Welt machen solche Zahlen sprachlos. Weiterhin sollte sich der Leser immer wieder vor Augen führen, dass für die Erzeugung solcher Mengen von Nahrungsmitteln, auch die notwendigen Belastungen für die Umwelt einhergehen, wie der Verbrauch von Wasser, die Entsorgung der Fäkalien etc. Diese Belastung wäre natürlicherweise um 40% geringer, würde die Getreideproduktion für Viehfutter wegfallen.24
Ein mögliches Beispiel:
Irgendwo im Amazonasbecken oder an einem anderen Platz auf der Erde werden einige Hektar Regenwald gerodet. Wie hinlänglich bekannt ist, wird damit ein Stück der Lunge dieser Erde zerstört. Damit auch die Lebensgrundlage vieler verschiedener Tierarten, die in den meisten Fällen keine andere Zuflucht finden und keinen anderen Lebensraum und somit vor der Ausrottung stehen. Die Rodung von einem Hektar Regenwald zerstört gleichzeitig die Lebensgrundlage der Menschen, die dort leben. Anstelle des Regenwaldes wird nun Soja angebaut, das nicht den dortigen Menschen zur Verfügung steht.
Auch wenn sie hungern und keine anderen Nahrungsquellen haben, wird die Sojaernte in die reichen Industrienationen verschifft und dient hier als Nahrung der industriell gehaltenen Nutztiere.
Vegane Ernährung und Tierschutz
Unvorstellbare Gräueltaten und unvorstellbare qualvolle Haltungsbedingungen müssen Nutztiere erleiden, nur um den Gaumen des Menschen zu erfreuen. Tiere zu quälen oder dies zuzulassen ist lebensverachtend.
Die Auswirkung von veganer Ernährung auf den Tierschutz ist profund und ist die wirksamste Methode im Tierschutz, um den Schutz von Wildtieren und Nutztieren zu gewährleisten. Es ist die wirksamste Methode, zur Erhaltung von Arten und Artenvielfalt. Es ist weiterhin die wirksamste Methode, um das Leid der sogenannten Nutztiere zu verhindern und zu verbieten.
Auch wenn aus domestizierten Tieren aus vielfältigen Gründen und vielfältiger Weise Nutztiere wurden und das Überleben früherer Generationen sicherte, so besteht kein vernünftiger Grund, Nutztiere zu einem industriellen Rohstoff zu reduzieren. Tiere sind unsere Mitgeschöpfe und wichtig für die Menschheit, nicht nur in ihrem unmittelbaren Nutzen. Als Mitgeschöpfe haben sie eine eigene Existenzberechtigung, die von allen Menschen respektiert werden sollte.
- Tiere als Rohstoff anzusehen ist ein Zeichen für die zunehmende Verrohung der Menschheit. Mit Zivilisation und Kultur im eigentlichen Sinne des Wortes, hat all das nichts mehr zu tun.
- Tiere als Nutztiere zu halten ist an sich ein akzeptabler Zustand, solange der Mensch dem Tier etwas für seine Leistung wie z. B. Milch und Wolle zurückgibt.
- Ein nicht akzeptabler Zustand ist die Ausnutzung und Ausbeutung von Tieren, verbunden mit einer tiefen Missachtung der Wesen und der Bedürfnisse von Tieren und dem einzelnen Tier. Dies ist bereits Gang und Gebe in der heutigen Zeit und beginnt bereits bei der Haustierhaltung, Pferdehaltung etc.
- Eine unfassbare Steigerung dieses Zustands ist die industrielle Nutztierhaltung, in der Tiere von vornherein als „Rohstoff“ angesehen werden. Sie werden in ein Leben hineingeboren, das von Beginn an ein nicht enden wollendes Crescendo von Qual und Schmerz und einen ebensolchen Tod bedeutet. Eine solche Behandlung von ganzen Tierpopulationen spiegelt eine Einstellung, die im höchsten Maße erschreckend und jederzeit umschlagen und den Menschen selbst treffen kann.
- Viele kennen Fotodokumentationen von Schlachthöfen, Tiertransporten und Qualhaltung von Nutztieren. Leider sind dies keine Ausnahmen, sondern nur die Spitze des Eisbergs. Das meiste bleibt im Verborgenen.
Schlusswort:
Unsere Erde ist in der Lage, acht Milliarden Menschen und mehr zu ernähren. Acht Milliarden Fleischesser aber überfordern die Ressourcen der Erde.
Viele Menschen fragen sich, ob und wie sie sich an der Lösung der Probleme in der Welt beteiligen können.
Jeder Mensch muss essen und dies bedeutet auch, dass jeder Mensch jeden Tag neu entscheidet, was er kauft, konsumiert und isst. Damit kann er sich jeden Tag aufs Neue einbringen und erheblichen Einfluss auf Wirtschaft, Politik, Tierschutz und den Umweltschutz ausüben. Gewiss mag es schwierig sein, alte Ernährungsgewohnheiten zu überwinden. Aber die gute Nachricht ist, dass es „nur“ Gewohnheiten, schlechte Gewohnheiten sind. In diesem Fall können durch die Änderung einer Gewohnheit gleichzeitig viele gute Ziele verwirklicht werden:
Wie schon oft in der Geschichte der Menschheit stehen die Zeichen der Zeit auf Veränderung, Verbesserung und Anpassung an neue Verhältnisse. Es mag eine Herausforderung sein, die Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Aber Herausforderungen haben wir in der Geschichte der Menschheit viele Male gemeistert. Wir haben uns gewandelt von einer Kultur der Jäger und Sammler, zu Vieh haltenden Nomaden und zu einer bäuerlich sesshaften Kultur. Mit der Veränderung der Nahrungsaufnahme hat sich auch der Körper angepasst, hat z. B. neue Enzyme entwickelt, um stärkehaltige Lebensmittel wie Getreide zu verdauen.
Die Menschheit steht erneut an der Schwelle zu einer neuen Entwicklung, um ein Überleben nachfolgenden Generationen zu ermöglichen.
Quellenverzeichnis
- Statistika, Mathias Brandt 23.06.2020
- National Geographic, 13. Febr.2020
- Die China Studie: von T Colin Campbell , Thomas M Campbell, Seite 6
- Die China Studie: von T Colin Campbell Thomas M Campbell, Seite 6
- Die China Studie: von T Colin Campbell , Thomas M Campbell, Seite 2
- Die China Studie: von T Colin Campbell , Thomas M Campbell, Seite 246
- Focus online 19.11.2013
- www.bild.de/Ratgeber/Gesundheit
- Peace Food, Ruediger Dahlke | 5. August 2020, Seite 39)
- Milch: Verarbeitung-BZfE.
- Diet for a Small Planet, Frances Moore Lappé | 12. Mai 1985
- Fleischatlas 2021, 6. Januar 2021von Lisa Tostado
- Fleischatlas 2013, May 22, 2013 · Barbara Unmüßig
- Vegetarisch Leben, Armin Risi, Ronald Zürrer, Seite 49
- Vegetarisch Leben, Armin Risi, Ronald Zürrer, Seite 49, „Spektrum der Wissenschaft, Mai 2005, S. 100)
- Vegetarisch Leben, Armin Risi, Ronald Zürrer, Seite 51
- Vegetarisch Leben, Armin Risi, Ronald Zürrer, Seite 51 -52
- Vegetarisch Leben, Armin Risi, Ronald Zürrer, Seite 53
- Wikipedia
- Bericht über die menschliche Entwicklung, UNO-Entwicklungsprogramm UNDP 2014
- Thomas Pogge, Weltarmut und Ethik, Seite 98-99
- Thomas Pogge, Weltarmut und Ethik, Seite 98-99
- Thomas Pogge, Global Justice: What are our Responsibilities? Aus einem Vortrag der University of Scranton, PA, USA, 2013 by Thomas Pogge) 23a) PETA Probe-Abonnement
- Peter Singer, The Ethics of What We Eat
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