Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03537.jsonl.gz/629

Details
Die zweite Hälfte der 1960er Jahre war die Ära, in der noch zweisitzige, englische Roadster vom Schlage eines Triumph oder MGB die Herzen der sportlichen US-Fahrer erfreuten.
In Manhattan führte der einflussreiche und exklusive BMW-Händler Max "Maxie" Hoffmann sein Autohaus und dachte sich, dass dieses Metier auch von einem rassigen BMW besetzt werden könnte. Seinen Vorschlag in der Münchner BMW-Zentrale vortragend, verwies man dort auf Kapazitätsengpässe, sowohl in der Entwicklung als auch in der Fertigung, zeigte sich aber grundsätzlich interessiert an der Idee.
Über den französischen BMW-Importeur nahm Hoffmann daraufhin Kontakt zu den Karossiers von Brissonneau & Lotz auf. Am 3. März 1968 fand das maßgebende Treffen aller Beteiligten am Tegernsee statt - Paul Hahnemann (BMW), Max Hoffmann sowie Yves Brissoneau mit seinem Designer Paul Bracq und Finanzboss Daniel Heron besprachen das Projekt. Die Herren aus Paris präsentierten den BMW-Herren ihre ersten Entwürfe und die Münchner waren davon sehr angetan. In der Runde beschloss man, das Projekt mit dem Kürzel 0.14 zu realisieren. Der straffe Zeitplan konnte fast eingehalten werden, auch wenn der anfänglich angepeilte Beginn der Serienfertigung von Anfang des Jahres 1971 nicht mehr gehalten werden konnte. Doch der neu angepeilte Serienbeginn für März 1972 wurde schon bald von der Realität überholt, denn völlig überraschend und zum Leidwesen der Münchner wurde Brissonneau & Lotz zum Jahresende 1969 von Renault übernommen.
Was bedeutete dies nun für den im Endstadium befindlichen BMW Sportwagen? Mit lapidaren Zeilen auf Renault-Briefpapier wurde BMW im Januar 1970 darüber informiert, dass das Projekt 0.14 eingestellt worden war! Es ist auch heute noch gut vorstellbar, wie enttäuscht alle Beteiligten über diese rigorose, eindeutig politisch-strategisch geprägte, denn rationell-wirtschaftliche Entscheidung waren.