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Gauguin in Tahiti und auf den Marquesas (2010)
68 min, Farbe
Texte gelesen von Klaus Knuth
Kommentar gelesen von Tania Winter
Kamera: Richard Dindo
Schnitt: René Zumbühl
Musik: Beethoven, „Sonate Pathétique“, gespielt von Daniel Barenboim (Deutsche Grammophon) / Gruppe Haururu, Tahiti / Lied „Topa Tuna Te hupe“ gesungen von Emmanuelle Vidal / Sprit of Polynesia, aufgenommen von David Fanshawe / Handorgel, komponiert und gespielt von Gabriel Levasseur / Flöte: T. Rémi
Mischung: Martin Stricker
Produktion: Lea Produktion und Les Films d’Ici, Paris (Serge Lalou)
Finanzierung: Schweizer Fernsehen (Sternstunde) / Bank Wegelin, St. Gallen / Werner Merzbacher /
Georg & Josi Guggenheim Stiftung / Migros-Kulturprozent / Télévision „Voyages“ (Paris)
Uraufführung: Solothurner Filmtage, 2010
Film über den grossen französischen Maler, der 1891 nach Tahiti auswanderte, im Glauben und in der Hoffnung, dass er in Tahiti eine Art „Paradies“ antreffen würde, noch unbefleckt und unzerstört von der kapitalistischen, industriellen Welt, in einer Landschaft, die ihn an den Garten Eden erinnern sollte.
Gross war dann seine Überraschung und Enttäuschung, als er auch in Tahiti zuerst einmal mit der französischen Kolonialverwaltung konfrontiert wurde, mit dem Gesetz und mit Gendarmen, denn Gauguin war ein „Wilder“, ein total freier Mensch, der die absolute Freiheit in einer reinen, unbefleckten Natur suchte, sodass er dann zu den Eingeborenen flüchtete, mit ihnen und abwechslungsweise mit jungen Frauen zusammenlebte, denen er auch noch gerade Kinder machte, um die er sich allerdings absolut nie kümmerte, wenn er überhaupt jemals erfuhr, dass sie existierten.
Seine Gemälde in Tahiti werden als Reproduktionen in den Landschaften gefilmt, in denen sie entstanden sind. Auf Büschen, Blumen, Hüttenwänden, sogar unter Wasser im Meer oder in einem Tümpel, quasi in ihrem „Naturzustand“, im Augenblick ihres Entstehens, ohne erdrückende, einengende Rahmen, und ohne die nackten Wände von Museen.
Im Off werden Ausschnitte aus Gauguins beiden autobiografischen Büchern „Noa Noa“ und „Vorher und Nachher“ gelesen, in denen er sein Leben in Tahiti und später auf den Marquesas erzählt. Dazu Ausschnitte aus Briefen an seine Freunde in Frankreich und an seine dänische Frau Mette, die mit den fünf Kindern nach Kopenhagen zurückgekehrt war. Ein besonders erschütternder Moment in seiner Existenz war, als er vom Tod seiner geliebten Tochter Aline erfuhr.