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|Wie alles begann…die ersten 50 Jahre

Am 14. Mai 1925 wagten 10 Mutige den damaligen Unione Sportiva Fulgor Grenchen aus der Taufe zu heben. An der Gründerversammlung im Restaurant Centralhalle in Grenchen bei der Familie Muro waren 52 Mitglieder anwesend.
Selbstverständlich brauchten auch die Gründer des US Fulgor Statuten, damit Ordnung herrschte. Ein paar Übersetzungen aus dem Italienischen sollen die Stimmung von damals dokumentieren.
Für die damalige Zeit waren diese Bussen recht hoch angesetzt. Vielleicht denkt sich der eine oder andere Fulgorianer sogar, man könnte gewisse Statuten durchaus wieder einführen.
Nach den zu erwartenden Startschwierigkeiten erlebte der USFG schon bald eine recht steile Entwicklung. Bereits 1932 erfolgte der Aufstieg in die 3. Liga. Damals war jedoch die Einteilung noch ein bisschen anders als heute: Serie A, Serie B, Promotion, 2., 3. 4. und 5. Liga.
Als erste Schweizer wurden bereits 1927/28 Emil Steffen, Erwin Steffen, Franz Obrecht und Werner Schwaller in den Verein aufgenommen. Die grosse Wirtschaftskrise von 1930 bis 1938 war auch für den US Fulgor Grenchen eine harte Zeit. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, als alle Wehrmänner an der Grenze standen, war es manchmal kaum möglich elf Spieler aufzubieten.
Eine besondere Tradition, die man während vieler Jahre beibehielt: Jedes verstorbene Vereinsmitglied wurde von seinen Kameraden von zuhause auf den Friedhof getragen.
1945, kurz nach Kriegsende, rutschte der Verein in die Krise. Der damalige Präsident und der Aktuar lieferten sämtliche Unterlagen ab, traten aus dem Verein aus und versuchten denselbigen aufzulösen.
Aber auch diese Wogen überstand der Verein, und zu Beginn der Fünfziger Jahre trat eine allgemeine Beruhigung ein, als die Funktionäre mit dem Trainer Neuhaus eine harte aber erfolgversprechende Linie einschlugen. 1950 wurde in der alten Turnhalle das 25-Jahr-Jubiläum gefeiert. 1959 gelang der 1. Mannschaft der Aufstieg in die 2. Liga. Gleichzeitig wurde nun eine Juniorenabteilung ins Leben gerufen.
Am 9. August 1975 fand der grosse Unterhaltungsabend zum 50-Jahr-Jubiläum im Hotel Parktheater statt.
Wo hatte denn der US/FC Fulgor in all den Jahren überhaupt sein sportliches Zuhause? Fussball wurde auf dem Rodania-Platz, in der Nähe des Flugplatzes, beim FC Grenchen, auf dem Gaswerkplatz und auf dem Sportplatz Riedern gespielt. In den Achtziger Jahren kamen dann noch die Plätze neben dem Schwimmbad und neben der Tennishalle dazu.
Auch die Klublokale blieben nicht immer die gleichen. Alles nahm ja seinen Anfang im Restaurant Centralhalle, weiter ging es in das Café Bank, in die Restaurants Tell, Ochsen, Rosengarten, Alpenblick, Feldschlösschen und Ticino. Heute führt der Verein seine Versammlungen bekanntlich im Klubhaus auf dem Sportplatz Riedern durch.
|Gründungsmitglieder

Calvetti Bennino
Pellegrino Felice
Castori Nicola
Indalisio Abbadino
Indalisio Quarto
Martinola Marco
Righetti Santo
Schepis Felice
Schepis Michele
Schiocchetto FelicePräsidenten der ersten 50 Jahre
A. Indalisio
N. Tettamanti
G. Flüri
N. Castori
E. Steffen
W. Schwaller
H. Wyss
R. Maccioni (Ehrenpräsident)
A. Wyss (Ehrenpräsident)
W. Bohnenblust
E. Mohler
1975 – 1978 (Präsident Peter Zumstein)
Autofreie Sonntage und grosse Uhrenfabriken, die ihre Pforten schliessen müssen, dominieren den Alltag. Wahrscheinlich ist diese erste echte Krise seit dem 2. Weltkrieg noch zu neu, wahrscheinlich geht es uns allen noch zu gut, denn die Mitglieder des FC Fulgor rücken nicht enger zusammen. Der junge Vorstand wird nicht unterstützt. Wie in vielen anderen Chargen fehlen auch in der Juniorenabteilung die geeigneten Leute. Häufige Wechsel in der Führung verunmöglichen das Erreichen der gesteckten Ziele, eine ständige Neuanpassung ist nötig. In beiden Aktivmannschaften (3. und 4. Liga) werden durch die Trainer W. Keller, A. von Rohr und B. Schwaller Junioren eingebaut. Um den Spielbetrieb überhaupt aufrecht erhalten zu können, ist jedoch auch der Einsatz von Senioren unumgänglich.
1978 – 1980 (Präsident Manfred Ruetsch)
Zielsetzungen sind immer schnell formuliert, erst recht, wenn man sich nicht zu viele vornimmt: Wir wollen in der vorderen Tabellenhälfte mitspielen, und eine starke „Reserve-Mannschaft“ sowie eine gut geführte Junioren-Abteilung sollen stets für den notwendigen Nachwuchs sorgen. Nach den Turbulenzen der vergangenen Saison bezüglich Ligaerhalt ist mit Peter Weingart der geeignete Mann gefunden worden. Die Suche nach Spielern ist weniger einfach, da bereits Ablösesummen gefordert werden. Aus diesem Grund suchen wir im eigenen Verein, bei den Junioren. Als ehemaliger Juniorentrainer kennt sich Peter Weingart bei den Jungen bestens aus und holt die echten Talente in die 1. Mannschaft. Die erste Saison verläuft sportlich gemäss unseren Erwartungen. Deshalb gehen wir mit dem selben Team in die zweite Saison. Die Vorrunde ist jedoch ein ziemlicher Misserfolg, was uns zwingt, für die Rückrunde etwas zu ändern. Die Idee ist zwar weder revolutionär noch neu, aber sie hat sich schon oft als erfolgreich erwiesen: Die „Alten“ müssen her! Senioren, wie Werner Kocher, Bruno Schwaller und Mario Bernasconi stellen wieder einmal ihren ganzen Mann und reissen die gesamte Mannschaft mit, von den Abstiegsplätzen weg. Noch wird uns die 3. Liga nicht los.
1980 – 1985 (Präsident Mario Bernasconi)
Bei einem Sportclub muss der sportliche Erfolg immer eine wichtige Rolle spielen. In diesem Sinne steht unser Bestreben, mit einer starken 1. Mannschaft an der Spitze der 3. Liga mitmischen zu können, ja vielleicht sogar den Aufstieg in die 2. Liga zu erreichen. Während 5 Jahren sind wir meistens an der Spitze mit dabei, ohne jedoch auf den ersten Platz vorzustossen.
Die 2. Mannschaft hat zwei Aufgaben: Sie soll respektable Ergänzungen für das Fanionteam bereit halten und sich in der 4. Liga behaupten können. Im Grossen und Ganzen sind wir auch in dieser Beziehung zufrieden. Anfang der Achtziger Jahre bewegt sich die Juniorenbewegung in einer schwachen Phase. Mit gezielten Anstrengungen schaffen wir eine erfreuliche Entwicklung und damit die Basis für den Nachwuchs in den Aktivmannschaften. Die Kameradschaft muss für einen Verein unserer Grosse immer eines der wichtigsten Ziele bleiben. Zwischen 1980 und 1985 erlangen wir ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie es besser fast nicht mehr sein kann. Wir sprechen jetzt zu Recht oft von der Fulgor-Familie. Sogar die normalen Spannungen zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft bringen wir beinahe gänzlich weg. Eine absolut sensationelle Saison erlebt die 2. Mannschaft: Von 16 Meisterschaftsspielen wird kein einziges verloren, und am Schluss stehen 30 Punkte – damals gab es noch keine 3 Punkte für einen Sieg! – auf dem Konto. Ein unvergleichlicher Kameradschaftsgeist – Elf Freunde müsst ihr sein! – kompensiert fehlendes Talent weit mehr als notwendig. Keiner muss 90 Minuten draussen vergebens warten, jeder darf „seine“ Minuten spielen. Sind das Werte, die wirklich „out“ sind oder würden sie uns vielleicht auch heute noch manchmal helfen?
1985 – 1989 (Präsident Ivo Erard)
Mit einer gesunden Mischung aus Jung und Alt versuchen wir auf die Strasse des sportlichen Erfolges zurückzukehren. Das gesellschaftliche Leben – geprägt durch altgediente Fulgorianer – hat sich zwar bestens etabliert, aber bei den sportlichen Erfolgen muss man schon ein paar Jahresblätter zurückschlagen. Trotz bescheidener finanzieller Mittel ist unser Ehrgeiz ungebrochen. Vorerst jedenfalls, denn als immer klarer wird, dass wir unsere Ziele nicht erreichen können, werden grosse Spannungen innerhalb des Vereins spürbar. Vor allem in der ersten Mannschaft fehlt der Zusammenhalt, zieht man nicht am gleichen Strick. Mehrmals soll ein neuer, unverbrauchter Trainer frischen Wind auf die Riedern bringen und das Unmögliche möglich machen.
Was würden wir in dieser Phase ohne die Alten und die Jungen machen? Die Rückenstärkung der älteren Fulgorianer, vorab des unvergesslichen Ehrenpräsidenten Albert Wyss, hilft dem jungen Vorstand das Schiff auch bei rauher See auf Kurs zu halten.
Grosse Freude bereitet die Juniorenabteilung. Engagierte Fulgorianer nehmen sich den jungen, Fussball begeisterten Buben an und können schöne Erfolge feiern.
1989 – 1994 (Präsident Rolf Brunner)
Je länger desto stärker müssen wir in den nächsten Jahren erkennen, dass wir zwar zu einem etablierten Drittligaverein geworden sind, bei der Vergabe der Aufstiegsplätze jedoch gar nichts mitzureden haben. Da wir nicht vergebens auf eine Finanzspritze warten wollen, konzentrieren wir unsere Kräfte hauptsächlich auf eine starke Juniorenbewegung. Unser Ziel ist es, auf einer breiten Basis eine starke Spitze von talentierten Junioren auszubilden, um sie später in die Aktivmannschaften einzubauen. Diese Abteilung mit ihren hervorragenden Obmännern und Trainern reüssiert dabei hervorragend.
Leider gelingt es uns aber nicht, den Grossteil der besten Junioren in unsere Aktivmannschaften zu integrieren. Zu oft wandern sie schon früh zu anderen Vereinen ab, die Identifikation der jungen Spieler zu ihrem Stammverein ist im Verlaufe der Zeit zurückgegangen. Es ist weniger wichtig geworden, welche Vereinsfarben man trägt. Viel wichtiger, dass man immer spielen kann, und zwar auf der Position, wo man sich selber sieht.
Die Fulgor-Familie mit ihren tragenden Säulen Veteranen, Senioren und zahlreiche Stammspieler, die über viele Jahre sowohl in der ersten als auch in der zweiten Mannschaft das Geschehen prägten, erschweren eine Integration der jungen Spieler. Sportliche Erfolge verschieben sich daher immer mehr in Richtung der Senioren/Veteranen einerseits und der Junioren andererseits.
Viele phantastische Anlässe und eine gute Kameradschaft lassen nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine sportliche Stagnation herrscht. Dass eine Änderung der Situation ein so langer und beschwerlicher Weg sein würde, hätte sich auch dieser Vorstand nicht vorgestellt.
1994 – 1998 (Präsident Roland Guex)
Nach zwei Jahren in der dritten Liga muss die erste Mannschaft wieder absteigen; der Abgang einiger erfahrener Spieler kann durch den Einsatz junger, wenig routinierter Spieler nicht genügend kompensiert werden. Da wir feststellen müssen, dass selbst in der 4. Liga ohne Geld wenig bis gar nichts mehr zu machen ist, bauen wir vor allem mit eigenen jungen Spielern eine neue Mannschaft auf. Selbstverständlich darf man von dieser jungen Mannschaft nicht schon zu früh zuviel erwarten; die ersten Jahre enden jeweils in der zweiten Hälfte der Tabelle.
Das vorhandene Geld wird in dieser Phase für einen anderen Zweck gebraucht: Die Erweiterung des Clubhauses soll realisiert werden. Am 12. April 1996 gibt Stadtpräsident Boris Banga mit seinem Spatenstich das Startsignal dazu. Um dieses Projekt zusätzlich finanzieren zu können, werden Aktionen gestartet, wie der Verkauf von Taschenmessern, Tischen und Stühlen sowie Anteilscheinen. Gelegentlich steigen wir sogar in die Backstube hinunter, um herrliche Guetzli für die Abendverkäufe vor Weihnachten zu backen.
Auf der Baustelle kommen wir zeitgerecht voran: Die Vorbereitungsarbeiten werden zügig erledigt und schon bald kann man die zukünftige Grosse des neuen Clubhauses erkennen. In unzähligen Stunden wird gemauert, gelocht, Platten verlegt, gestrichen, Kabel verlegt, Röhren angeschlossen, Dachfolien verlegt und viele andere Arbeiten ausgeführt. So werden über die ganze Bauzeit von zahlreichen Mitgliedern des FC Fulgor und des FC Wacker rund 1700 Stunden Frondienstarbeit geleistet. Eine Zahl, die absolute Bewunderung verdient und die es verlangt, allen Beteiligten noch einmal ein riesiges Dankeschön auszusprechen. Am Wochenende zwischen dem 14. und 16. August 1997 wird die neue Anlage mit einem Riesenfest eröffnet und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Mit der Einführung der Juniorengruppierung wagt man einen Schritt in die sportlich richtige Richtung. Aller Anfang ist jedoch schwer und nicht alle Vereine verstehen unter etwas Neuem immer dasselbe. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem FC Wacker können wir in den Frühlingsferien 1998 das erste Juniorenlager in Tenero durchführen. Mit 60 Junioren fahren wir ins Tessin und verbringen dort eine megageile Woche!
Fortsetzung folgt…