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Die UNESCO-Lehrstühle und die UNITWIN-Netzwerke arbeiten zusammen, um die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.
Die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedete Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) anerkennt die Schlüsselfunktion der Wissenschaft für die nachhaltige Entwicklung und unterstreicht deren Bedeutung für Wirtschaftswachstum, Umweltschutz, soziale Inklusion und Entwicklung. Die Agenda 2030 bietet viele Chancen für die Verbindung von Wissenschaft und Gesellschaft. Neue Formen der Forschungsfinanzierung und Entwicklungspartnerschaften sind jedoch erforderlich, um die wissenschaftsbasierte Arbeit an den SDGs anzuregen und sicherzustellen, dass die öffentliche Politik diese berücksichtigt.
Als einzige Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit einem Mandat im wissenschaftlichen Bereich spielt die UNESCO über ihre verschiedenen Programme eine entscheidende Rolle bei der Förderung der internationalen Forschungs- und Bildungszusammenarbeit im Dienste der SDG. Eines dieser Programme, das «Programm UNITWIN / UNESCO-Lehrstühle», vereint mehr als 700 UNESCO-Lehrstühle und UNITWIN-Netzwerke in 116 Ländern, die im Rahmen einer interuniversitären Zusammenarbeit Aktivitäten in den Wirkungsbereichen der UNESCO umsetzen. Dabei agieren sie als Thinktanks und stellen die Interessen der Gesellschaft ins Zentrum ihrer Bemühungen.
Zum 25. Jubiläum des Programms wurde 2017 eine Konferenz der UNESCO-Lehrstühle und der UNITWIN-Netzwerke für exakte Wissenschaften und Naturwissenschaften (insgesamt rund 175) durchgeführt, die vom 5. bis 7. Juli 2017 in Genf stattfand und vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, der ETH Lausanne, der Universität Genf und dem CERN unterstützt wurde. Ziel der Konferenz war es, eine Debatte über den Beitrag der UNESCO-Lehrstühle zur Umsetzung der Agenda 2030 zu lancieren und Synergien zwischen den Lehrstühlen zu schaffen, die zu neuen Aktionen anregen sollen.
Die Konferenz endete mit der Verabschiedung eines Dokuments: «The Geneva Milestone» (Le Jalon de Genève). Dieses soll als Orientierung für die zukünftige Arbeit der UNESCO-Lehrstühle im Bereich der SDG dienen und neue Partnerschaften fördern. Der Aktionsplan, der im Anschluss an die Konferenz ausgearbeitet wurde, soll die Schaffung einer Austauschplattform zur Bekanntmachung der Arbeit UNESCO-Lehrstühle, zur Förderung der «Open Science» und zur Entwicklung von Ideen für zukünftige Vorhaben unterstützen.
Der durch diese Konferenz angeregte Prozess zielt darauf ab, den Beitrag der Wissenschaft zur Umsetzung der Agenda 2030 zu stärken, indem die globalen Herausforderungen durch innovative Ideen in Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren angegangen werden.
In Anbetracht der Notwendigkeit, neue Modelle für das Zusammenwirken von Wissenschaft und Entscheidungsfindung zu entwickeln, um stärker auf die einzelstaatlichen Agenden einzuwirken, gilt es, diese Dynamik in den schweizerischen Kontext zu übertragen und mit anderen Initiativen zu verknüpfen, welche die Realisierung der SDG unterstützen. Der Schweizerischen UNESCO-Kommission kommt dabei eine wichtige Rolle zu, unter anderem durch die Lancierung neuer Initiativen, die Unterstützung der Rolle der UNESCO-Lehrstühle und die Förderung eines engeren Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik. Des Weiteren gilt es, die Überlegungen zur Rolle die schweizerischen und der internationalen Finanzierungsstellen voranzutreiben: Diese sollten die Wissenschaft, die sich in den Dienst der SDG stellt, systematischer unterstützen und auf die Übertragung der Ergebnisse in politische Massnahmen pochen.
Gabriela Tejada, Mitglied der Schweizerischen UNESCO-Kommission
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