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Der Klimawandel begünstigt die Entstehung massiver Eisplatten im Innern des Grönländischen Eisschilds. Dadurch verliert der Eisschild an Durchlässigkeit und Schmelzwasser fliesst ins Meer ab, anstatt absorbiert zu werden. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung von Horst Machguth von der Universität Freiburg beschrieb dieses Phänomen kürzlich im Fachblatt "Nature".
Mit dem Klimawandel nimmt die Grösse der Abflussgebiete Grönlands zu, wie die Uni Freiburg in einer Mitteilung festhielt: Im Jahr 2000 entsprach das grönländische Abflussgebiet noch 313'000 Quadratkilometern, etwa der Fläche Polens. Zwischen 2001 und 2013 hat sich dieses Gebiet um 65'000 Quadratkilometer vergrössert. Bis Ende des Jahrhunderts werde das Gebiet selbst mit Klimaschutz um 270'000 Quadratkilometer wachsen. Ohne Klimaschutz würde der Zuwachs knapp 700'000 Quadratkilometer betragen.
Zur Entstehung grosser Eisplatten kommt es demnach durch extreme Schmelzereignisse. Normalerweise schmilzt der Schnee auf dem grönländischen Eisschild nur teilweise und bildet Eislinsen, zwischen denen Schmelzwasser versickern kann.
Im Juli 2012 führten warme Temperaturen jedoch zu einer Rekord-Schmelze von 80 Milliarden Tonnen Eis. Die Eislinsen wuchsen zu Eisplatten von 1 bis 16 Metern Dicke zusammen - ein undurchlässiger Eispanzer, durch das Schmelzwasser nicht mehr in die Tiefe versickern kann. Stattdessen fliesst es oberflächlich ab und gelangt ins Meer. Wie stark dieses Phänomen zur Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs beiträgt, ist allerdings noch unklar.