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Alberobello
Alberobello das Touristenzentrum der Trulli-Region. Trulli sind diese hübschen Steinhäuschen:
Trulli in Alberobello
Der Campingplatz von Alberobello ist offen, ich freunde mich sofort mit Felice an, der da arbeitet. Kaum krieche ich am Morgen aus dem Zelt und stehe zerknittert in der Landschaft, steht er vor mir:
“Gut geschlafen?”, fragt er.
“Naja.”
“Caffè?”
“Ja”, freue ich mich, in der Meinung, dass wir nun die 20 Meter zur Camping-Bar schlurfen.
Aber nein, Felice packt mich in seinen ururalten Peugeot. Wir fahren in seine Stammbar.
“Ähm, ich bin noch im Pyjama!” protestiere ich. So kann ich nicht unter die Leute.
“Macht nichts, du bist Touristin.”
Ja, das ist ein Argument. Zum Glück trage ich nichts ganz Peinliches. Wohl ist mir trotzdem nicht ganz, aber es reicht, um zu etwas Übersüssem und einem Kaffee eingeladen zu werden. Und zwar nicht von Felice, sondern von einem anderen Stammgast in der Bar.
So geht das.
Alberobello ist umwerfend schön im Abendlicht, wenn auch massiv überlaufen von anderen Staunenden wie mir:
Trulli-Spektakel in Alberobello
Wesentlich ruhiger erlebe ich die fast gleiche Sicht im Garten von Vincenzos Bar:
Sicht auf die Trulli von Vincenzos Bar aus
Während sich in den Trulli die Touristen tummeln, kann ich mich ganz in Ruhe mit Vincenzo unterhalten.
Vincenzo wurde in Alberobello geboren, ging dann aber früh weg, um sich in der Hotellerie ausbilden zu lassen. Er arbeitete unter anderem im Piemont und in Crans Montana.
“In London hat es mir gar nicht gefallen. Da habe ich immer nur mit Ausländern gearbeitet, Pakistani, Türken, Indern, Franzosen. Ich wollte Englisch lernen, nicht Türkisch.”
Einige Jahre später kehrte er zurück nach Alberobello und eröffnete in einem Trullo die Bar “Villa Belvedere”. In einem Trullo gleich dahinter lebt er mit seiner Frau. Er erklärt mir, dass die Steinmauern für ideales Klima in den Häusern sorgen. Im Winter müsse er bloss abends ein bisschen Holz in den Ofen legen, ansonsten sei es angenehm warm. Und im Sommer angenehm kühl.
Er führt mich in seinem Garten herum, ein wahres Paradies. Die riesige Magnolie wird demnächst zu blühen beginnen, die Mispeln sind fast reif, die Rosen duften. Uuuh, und der reiche Kräutergarten…
Vincenzo vor seiner Bar in Alberobello