Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03255.jsonl.gz/2007

Das Endspiel der Copa del Rey wird für die beiden Finalisten ein Nachspiel haben: Die spanische Regierung ermittelt gegen Cupsieger FC Barcelona und Athletic Bilbao und droht mit Sanktionen. Fans beider Klubs hatten während der Nationalhymne lautstark protestiert.
Bereits vor dem Final hatte die Regierung geahnt, was kommen würde. In einem Brief an die Pokalfinalisten FC Barcelona und Athletic Bilbao sowie den spanischen Verband kündigte Madrid Sanktionen an, sollten die Fans gegen das Abspielen der Nationalhymne protestieren.
Doch die Warnung verpuffte. Als die Hymne am Samstagabend im Camp Nou in Barcelona erklang, stimmte ein Grossteil der 99'000 Zuschauer ein lautstarkes Pfeifkonzert an. Sowohl die Anhänger Barcelonas (Katalonien) als auch Bilbaos (Baskenland) identifizieren sich mit ihrer Region und streben die Unabhängigkeit von Spanien an.
Die spanische Regierung hat nun Ermittlungen angekündigt. Bei einem für Montag geplanten Treffen werde man mögliche Sanktionen für Barcelona und Bilbao diskutieren, teilte die Presseabteilung der Regierung mit. «Die Regierung verurteilt Angriffe gegen Symbole, die uns Spanier, unsere Demokratie und unsere Gesellschaft repräsentieren», hiess es.
Champions-League-Finalist FC Barcelona gewann das Finale nach dem Pfeifkonzernt souverän 3:1. Superstar Lionel Messi brachte Barça in der 19. Minute in Führung. Noch vor der Pause erhöhte der Brasilianer Neymar auf 2:0, ehe erneut Messi (73.) traf. Das Tor für Bilbao erzielte Iñaki Williams (79.).
Barça und Bilbao standen sich bereits 2009 und 2012 im Finale gegenüber. Auch damals hatten die Zuschauer bei der Hymne gepfiffen und Schmähgesänge angestimmt. 2012 wurde auch die spanische Königsfamilie verspottet, die Anhänger der Klubs machten sich mit einem Kinderlied über den damaligen König Juan Carlos lustig. (pre/cte/sid)