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Mit dem FC Mendrisio gastierte ein alter Tessiner Fussballname im Hafenareal. Von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre verbrachte der FC Mendrisio 17 Jahre in der Nationalliga B, erreichte das Cup-Halbfinale (1971) und mit José Altafini spielte gar ein brasilianischer Weltmeister in den Reihen von “Momò”, so der Spitzname vom FC Mendrisio.
1985 verabschiedete sich der Verein aus der Nationalliga B, vorläufiger Tiefpunkt waren vier Jahre in der 2. Liga Interregional, seit diesem Sommer spielt der FC Mendrisio wieder in der 1. Liga.
Zuletzt gastierte der FC Mendrisio 2012 im Hafenareal, der FCK damals mit Oumar Kondé in der Abwehr und Marc Hodel an der Seitenlinie (0:1). Der letzte Sieg im Hafeanreal datiert von 2006, damals mit Kürsat Ortancioglu in der Abwehr, Vincenzo Maiorana im Mittelfeld und Fredi Iten an der Seitenlinie (4:0). Kürsat ist heute FCK-Trainer, Vincenzo Calcio-Präsi und Fredi lebt von seiner Rekord-Abfindung auf den Bahamas (oder so ähnlich).
Denkwürdig war natürlich das Rückspiel im Juni 2007, als sich der FC Kreuzlingen mit dem aus der Haft entlassenen Willy Scheepers an der Seitenlinie den Klassenerhalt im Campo Comunale sicherte. Das Spiel bot damals einen so gigantischen Unterhaltungswert auf und neben dem Platz, mit einem Torwart der in der Hälfte des Spiels nach Hause wollte, einem Willy mit Teufelstänzen an der Seitenlinie, einer legendären Live-Übertragung ins Clubhaus (mit Vincenzo an der Kamera!), einem Fan-Bus auf Abwegen (Abraham und die Goldenen Zitronen), umhertigernden Sport-Managern in Untergangsstimmung, einem goldenen Tor in der Nachspielzeit und einer triumphalen Rückkehr ins Hafenareal. Zusammen mit der Baulmes- und Iten-Geschichte war es der Schlusspunkt einer dramatisch-kuriosen Trilogie rund um den FC Kreuzlingen vor 16 Jahren.
Natürlich alles Schnee von gestern. Nur zwei Dinge veränderten sich nie, Manuel Ferrone steht weiter auf dem Fussballplatz – und Willy tüftelt weiter mit Verstecken in Handschuhfächern und Gefängniszellen.
Nun also wieder Mendrisio. Nichts sah danach aus, als sollte es der Tag des FC Kreuzlingen werden, es erinnerte viel mehr fatal an das Spiel beim SV Höngg. Nicht viel passte vor den 370 Zuschauern zusammen und nach Unzulänglichkeiten geriet der FCK mit 0:2 und 1:3 in Rückstand. Was dann jedoch folgte war ganz, ganz grosses Kino. Bruno ging eine Runde Bier holen – und als er 300 Sekunden später zurück kam, war die Welt im Hafenareal eine andere. Mit einem offensiven Feuerwerk zwischen der 65. und 70. Minute schossen Mido Arifagic, Abbas Karaki und Sinan Özcelik den FC Kreuzlingen ins Glück. Vom 1:3 zum 4:3 innert 300 Sekunden, im Hafenareal hielt es niemanden mehr auf den Sitzen, jetzt steppte der Bär, alles ausser sich. Das der FC Kreuzlingen dann die Temperatur wieder herunterfahren konnte und das Spiel souverän zu Ende spielte, zeigte einmal mehr wie abgeklärt diese Mannschaft mittlerweile ist – und auch nach dem 7. Spieltag noch Spitzenreiter!
Einen wunderbar bebilderten Spielbericht lest und seht Ihr auf regese.ch.
Es war ein langer Weg beim FC Kreuzlingen hin zum Verein mit positiven Schlagzeilen. Mehr als ein Jahrzehnt seriöser und akribischer Arbeit zahlt sich aus. Schillernd ist man heute vor allem auf dem Platz. Hoffen wir, dass diese Geschichte noch lange weiter geht.