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Wie US-Bundesstaaten den wirtschaftlichen Aufschwung selbst finanzieren können
Von Ellen Brown im Kopp-Verlag publiziert, am 11.11.2009.
Das viele Geld, das in das private Bankensystem gepumpt worden ist, hat die Wirtschaft für die Banker und für die Reichen vielleicht wieder in Ordnung gebracht; an der besorgniserregenden Arbeitslosigkeit oder an der Schuldenfalle, in der so viele Amerikaner stecken, hat es jedoch nichts ändern können.
Ein einsamer heller Stern leuchtet jedoch an diesem düsteren Himmel. Der einzige Staat, der einen Arbeitsplatzzuwachs zu verzeichnen hat, ist North Dakota, ein eigentlich eher unwahrscheinlicher Kandidat für eine solche Auszeichnung. North Dakota ist auch einer von lediglich zwei US-Bundesstaaten, die 2010 voraussichtlich einen ausgeglichenen Haushalt aufweisen werden.
(Der zweite ist Montana.) North Dakota ist ein dünn besiedelter Bundesstaat im kalten Norden der USA mit nicht einmal 700.000 Einwohnern, die meisten sind Farmer und leben in weit voneinander entfernten Ortschaften. Und doch verzeichnet das Bruttoinlandsprodukt des Bundesstaats seit dem Jahr 2000 einen Zuwachs von 56 Prozent, das verfügbare Einkommen liegt im Durchschnitt bei 43 Prozent, die Löhne sind um 34 Prozent gestiegen. Der Staat kann nicht nur problemlos die öffentlichen Ausgaben bestreiten, sondern er weist in diesem Jahr sogar einen Haushaltsüberschuss von 1,3 Milliarden Dollar auf, das ist der höchste Wert in der Geschichte des Bundesstaats.
Warum geht es North Dakota so gut, wenn alle anderen Staaten von einer sich noch immer weiter verschlimmernden Kreditkrise erschüttert werden? Das Geheimnis liegt wohl darin, dass der Staat über einen eigenen Kreditapparat verfügt. Die Bank of North Dakota (BND) wurde 1919 vom Landtag des Bundesstaats mit dem ausdrücklichen Ziel gegründet, die Farmer und kleinen Geschäftsleute aus den Klauen der überregionalen Banken und Eisenbahngesellschaften zu befreien. Das erklärte Ziel der Bank ist es, solide Finanzdienstleistungen zu gewähren, die Landwirtschaft, Handel und Industrie in North Dakota zugute kommen.
Die Vorteile einer eigenen Bank: …
… Der Staat könnte an diesen Krediten Jahr für Jahr Milliarden verdienen und die Verbraucher finanziell erheblich entlasten. Er könnte auch die eigenen Schulden und die der städtischen Verwaltungen zu sehr niedrigen Zinssätzen refinanzieren. Einer in Deutschland erstellten Studie zufolge machen Zinsen etwa 30 bis 50 Prozent der Kosten sämtlicher Güter aus, die wir kaufen. Niedrigere Zinsen würden also Vorhaben wie den Bau preisgünstiger Wohnungen, die Entwicklung von alternativen Energien und den Bau von Infrastruktur für den Staat nicht nur machbar, sondern sogar profitabel werden lassen und gleichzeitig dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen. (ganzer Text).