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Die beiden Wirkstoffe, die in Rifinah 150 enthalten sind, ergänzen sich in ihrer Wirkung gegen Bakterien, die Tuberkulose verursachen.
Sie erhalten Rifinah 150 nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.
Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben.
Die Antibiotika in Rifinah 150 sind nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Tuberkulose verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Tuberkulostatikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren neuen Infektionen dürfen Sie Rifinah 150 nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden.
bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der zwei Wirkstoffe (Rifampicin und Isoniazid) oder einen Hilfsstoff; eine Überempfindlichkeit äussert sich z.B. durch Asthma, Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Schwellungen der Haut (z.B. Nesselfieber) und der Schleimhäute oder Hautausschläge;
bei Gelbsucht oder einer schweren Lebererkrankung;
wenn Sie bereits einmal eine medikamentös bedingte Leberentzündung durchgemacht haben;
wenn Sie an einer Nervenentzündung der Gliedmassen leiden;
bei einer Störung der Blutbildung (Porphyrie);
bei eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatin-Clearance <30 ml/min);
bei gleichzeitiger Therapie mit den Wirkstoffen Voriconazol (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen) oder Halothan (Inhalationsanästhetikum);
bei gleichzeitiger Behandlung mit den antiviralen Arzneimitteln Ritonavir/Saquinavir.
Bei einem Auftreten von akuten, schweren Überempfindlichkeitsreaktionen ist Rifinah 150 sofort abzusetzen. Patientinnen und Patienten, bei welchen solche Erscheinungen auftreten, dürfen nie wieder mit Rifinah 150 behandelt werden.
Die Therapie darf nicht ohne ärztliche Absprache unterbrochen werden. Eine allfällige Wiederaufnahme der Therapie darf auf keinen Fall ohne ärztliche Konsultation erfolgen, da sonst unter Umständen schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.
Die in Rifinah 150 enthaltenen Wirkstoffe können Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen und schwere Leberschäden, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf verursachen.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird deshalb Ihre Leberfunktion sorgfältig überwachen, insbesondere bei Vorliegen folgender Risikofaktoren für Leberzellschäden:
zunehmendes Alter;
vorbestehende Lebererkrankung;
gleichzeitige Einnahme leberschädigender Arzneimittel;
beeinträchtigte Nierenfunktion;
täglicher Alkoholkonsum/Alkoholüberkonsum;
schlechter Ernährungszustand;
schwarze oder lateinamerikanische Frauen.
Frühe Warnzeichen einer Leberentzündung sind Müdigkeit, Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere Zeichen sind Gelbfärbung der Augen (Bindehaut) oder der Haut oder entfärbter Stuhl. Suchen Sie bei Auftreten solcher Symptome umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.
Patientinnen und Patienten mit schlechtem Ernährungszustand, Jugendlichen oder Patientinnen und Patienten mit Neigung zu Nervenleiden (z.B. bei Zuckerkrankheit) wird der Arzt allenfalls zusätzlich Vitamin B6 verordnen.
Patientinnen und Patienten mit Epilepsie müssen unter besonderer medizinischer Überwachung stehen. Bei Epileptikern können Anfälle möglicherweise vermehrt auftreten.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird zu Beginn und danach in regelmässigen Abstand neben der Leberfunktion auch das Blutbild und die Nierenfunktion überprüfen.
Sehr viele Arzneimittel (Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin wissen welche) können weniger wirksam sein oder es können vermehrt Nebenwirkungen auftreten, wenn sie gleichzeitig mit Rifinah 150 verabreicht werden (z.B. bestimmte Mittel gegen Epilepsie, Riluzol [ein Arzneimittel bei einer seltenen Nervenkrankheit], bestimmte Mittel gegen die Zuckerkrankheit, gewisse Herzmittel, Mittel zur Blutverdünnung, Pilzmittel, Linezolid, Kortikosteroide, magensäurehemmende Mittel, Antidepressiva, Neruroleptika, zentralwirksame Schmerzmittel, Methadon, Antabus®, Mittel gegen Schilddrüsenerkrankungen, Mittel gegen Bluthochdruck, Asthmamittel, Mittel gegen AIDS, bestimmte die Immunabwehr herabsetzende Mittel [z.B. Azathioprin, Tacrolimus, Mycophenolat], Irinotecan [ein Krebsmittel], Praziquantel [ein Wurmmittel], bestimmte Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen, bestimmte Cholesteinsenker [sog. Statine], bestimmte Beruhigungsmittelmittel und Antibiotika, Östrogene, Antiöstrogene [z.B. Tamoxifen, Toremifen], Gestrinon [ein Hormonderivat bei Vorkommen von Uterusschleimhaut ausserhalb der Gebährmutter, sog. Endometriose]). Dies gilt insbesondere auch für die «Pille»; es sollten deshalb andere Verhütungsmethoden angewandt werden. Patientinnen und Patienten mit Zuckerkrankheit müssen vorsichtig sein, da die Kontrolle des Diabetes während der Behandlung mit Rifinah 150 erschwert ist.
Wechselwirkungen können mit bestimmten Nahrungsmitteln (Fisch, Käse, Rotwein) auftreten und zu übermässigen Reaktionen wie Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen und Gesichtsrötung führen. Die Einnahme dieser Nahrungsmittel sollte während einer Behandlung mit Rifinah 150 vermieden werden.
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen oder Werkzeuge zu bedienen, beeinträchtigen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!
Während den letzten Wochen der Schwangerschaft kann durch Rifampicin bei der Mutter und beim Kind Blutungen ausgelöst werden. Beim Menschen ist das genaue Risiko auf den Fötus nicht bekannt. Systematische wissenschaftliche Untersuchungen wurden nie durchgeführt. Vorsichtshalber sollten Sie während der Schwangerschaft möglichst auf Arzneimittel verzichten oder den Arzt oder den Apotheker bzw. die Ärztin oder die Apothekerin um Rat fragen.
Mütter, die mit Rifinah 150 behandelt werden, sollten Ihr Kind nicht stillen, da die Wirkstoffe von Rifinah 150 mit der Muttermilch ausgeschieden werden.
Rifinah 150 muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin setzt die Dosierung und Behandlungsdauer fest.
Sofern vom Arzt bzw. der Ärztin nicht anders verordnet beträgt die Tagesdosis bei Erwachsenen mit einem Körpergewicht unter 50 kg 1 mal täglich 3 Dragées, bei einem Körpergewicht über 50 kg 1 mal täglich 4 Dragées.
Nehmen Sie die gesamte Tagesdosis auf einmal mit etwas Flüssigkeit mindestens eine Stunde vor einer Mahlzeit oder zwei Stunden danach ein.
Gegebenenfalls kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen zu Beginn der Behandlung zusätzlich noch andere Tuberkulosemittel verschreiben.
Rifinah 150 eignet sich nicht für die Behandlung von Kindern.
Es ist wichtig, dass Sie Rifinah 150 täglich, ohne Unterbruch einnehmen, da sonst die Wirksamkeit nicht gewährleistet ist oder vermehrt schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auftreten können (siehe auch Rubrik «Wann ist bei der Anwendung von Rifinah 150 Vorsicht geboten»).
Eine begonnene Therapie mit Tuberkulostatika sollte so lange wie vom Arzt bzw. von der Ärztin verordnet durchgeführt werden. Weder die tägliche Dosis noch die Therapiedauer dürfen ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin geändert werden.
Die Krankheitssymptome verschwinden oft bevor die Infektion vollständig ausgeheilt ist. Führen Sie die Behandlung auch dann nach Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin weiter, wenn Sie keine Krankheitszeichen mehr spüren. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur Folge haben.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Rifinah 150 auftreten:
Sehr häufig Grippesymptome (Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Benommenheit, Knochenschmerzen) vor allem nach Wiederaufnahme einer unterbrochenen Therapie.
Selten anaphylaktische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen mit Kreislaufversagen), Kurzatmigkeit, Keuchen, Blutdruckabfall, Oedeme (Wasseransammlung im Gewebe), akutes Nierenversagen, Abbau der roten Blutkörperchen, rheumatische Beschwerden, Autoimmunerkrankungen.
Häufig Gesichtsrötung und Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag, Akne, gelegentlich Nesselsucht, sehr selten schwere Hautreaktionen.
Diese können sich durch Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Gasansammlung im Darm, Magenschmerzen, Oberbauchbeschwerden oder Durchfall äussern. Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren.
Beim Auftreten von Durchfall dürfen keine Arzneimittel welche die Darmperistaltik (Darmbewegung) hemmen eingenommen werden.
Sehr selten Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen, Gelbsucht und Leberschäden, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Rifinah 150 Vorsicht geboten?»). Zeichen einer Leberentzündung können Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen sein. Kontaktieren Sie bei Auftreten dieser Symptome sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.
Ein Mangel an Blutplättchen (mit oder ohne punktförmige Hautblutungen), an weissen Blutkörperchen sowie eine Blutarmut können auftreten. Eine Zunahme bestimmter weisser Blutkörperchen wurde ebenfalls beobachtet. Konsultieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn punktförmige Hautblutungen auftreten.
Häufig Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Kribbelgefühl, Verlust der Sehnenreflexe, selten Koordinationsstörungen der Bewegungen, Verwirrtheit, Muskelschwäche, Krämpfe, Epilepsieanfälle, Gedächtnisstörungen und Bewusstseinsveränderungen.
Bindehautreizung, Augenrötung, Sehstörungen.
Beschwerden beim Wasserlösen.
Muskelschwäche.
Während einer längeren antituberkulösen Behandlung mit Rifinah können selten Störungen des Menstruationszyklus auftreten. Der Vitamin-D-Stoffwechsel kann beeinflusst werden und zu einer Veränderung der Elektrolytspiegel führen.
Erhöhung von Bilirubinspiegel und Leberwerte. Blutparameter, Calcium-, Phosphat- und Parathormonspiegel können sich verändern.
Rötliche Verfärbung von Körperflüssigkeiten.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Urin, Speichel, Schweiss und Tränen und somit auch weiche Kontaktlinsen (letztere dauerhaft) können sich aufgrund der roten Farbe eines der Wirkstoffe rötlich verfärben. Sie sollten daher während der Behandlung keine weichen Kontaktlinsen tragen.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Bewahren Sie das Arzneimittel trocken in der verschlossenen Originalpackung bei Raumtemperatur (15?25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.
Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimttel mit dem restlichen Inhalt Ihrem Arzt oder Apotheker zum fachgerechten Entsorgen bringen.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Dragée Rifinah 150 enthält 150 mg Rifampicin und 100 mg Isoniazid, Farbstoff Erythrosin (E127) und weitere Hilfsstoffe.
38931 (Swissmedic).
Sie erhalten Rifinah 150 in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Packungen zu 100 Dragées.
sanofi-aventis (schweiz) ag, 1217 MeyrinMeyrin/GE.
Diese Packungsbeilage wurde im August 2009 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.