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Die Karriere von Honey For Petzi ist von einer Reihe herausragender Platten geprägt, von denen zwei («Heal All Monsters» von 2001 sowie «Nicholson» von 2003) nun von Two Gentlemen Records auf Vinyl wiederveröffentlicht werden. Natürlich handelt es sich dabei um historische Dokumente, aber sie sind vor allem als Elemente eines lebendigen Erbes zu betrachten, denn ihre Modernität bleibt unverändert. «Heal All Monsters», produziert von Steve Albini (The Almighty, Shellac, Nirvana), besteht aus einer Reihe von Stücken, die von etwas angetrieben werden, das man als edle Spannung bezeichnen könnte, ein perfekt ausgeführtes Spiel mit Wiederholungen und Anhäufungen, mit Strukturen, welche die Linearität freudig verraten, indem sie sie mit cleveren Synkopen durchbrechen. Die Musik ist wie ein autonomes System, so natürlich ist ihre verführerische Komplexität. «Alles wurde live aufgenommen», erklärte Sami Benhadj im Mai 2001, als das Album veröffentlicht wurde. «Steve Albini drängte uns, die ersten Takes zu behalten, trotz der Fehler. Für ihn ist das eine Frage der Integrität». «Nicholson» zeigt einen magnetischeren Charakter - es ist ein Album, das Eisenfeilspäne in die Richtung seiner Energieausbrüche lenkt. Hier erklingen Saiten, mechanische Embryonen, die sich in geschlossenen Fraktalen entfalten, gigantische Zahnräder, die sich mit uhrwerkartiger Präzision in Bewegung setzen, unklassifizierbare Rhythmen - nicht, weil sie aus jedem Raster herausfallen, sondern weil sie ein neues nach dem anderen auslegen. «Nicholson», das Stück, das die Platte eröffnet und ihr den Namen gibt, ist in dieser Hinsicht ein Meisterwerk des Erfindungsreichtums mit seinem Pulsieren aus surrenden elektrischen Klängen.
Für Honey For Petzi bedeuteten die 2010er Jahre eine Pause. Es folgte eine lange Zeit der Stille, die letztlich trügerisch ruhig war, denn nun ist das Trio mit "Écoute", der ersten Single im Vorfeld eines neuen Albums, das 2022 erscheinen soll, wieder im Geschäft. Was ist in der Zwischenzeit in den Köpfen von Benhadj, Oberson und Pahud vor sich gegangen? Eine Entwicklung. Auch wenn das Lausanner Trio seine Sprache nicht geändert hat - das Vokabular ist nach wie vor das des geistreichen experimentellen Pops und des Math-Rocks. Sso hat die Band doch neue Ambitionen und erweiterte Mittel: "Écoute" ist die Tour de Force einer sensiblen Maschine, die hybride, röhrenförmige Strukturen von gemischter Natur, halb organisch, halb elektronisch, entfaltet, um wilde Blumen zum Blühen zu bringen.