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Trotzdem hat sie den ordentlichen Bewerbungsprozess durchlaufen. "Wir haben die Beste genommen", betonte Finanzminister Ueli Maurer am Mittwoch vor den Bundeshausmedien. Er sei überzeugt, dass der Bundesrat eine hervorragende Wahl getroffen habe. Maurer stellte D'Amelio-Favez als Westschweizerin vor, sie spricht aber ebenso gut Deutsch wie Französisch.
Zudem ist sie die erste Frau an der Spitze der Finanzverwaltung. Sie folgt auf Serge Gaillard. Dieser bleibt bis Ende Januar 2021 im Amt, obwohl er schon im Juli pensioniert worden wäre. Laut Maurer geht es darum, die aktuelle Phase bei der Bewältigung der Corona-Krise unter Gaillards Leitung abzuschliessen: Vor Ende Jahr will der Bundesrat entscheiden, wie die angehäuften Milliarden-Schulden getilgt werden sollen.
Vom Tisch werden die Probleme aber nicht sein, wenn D'Amelio-Favez am 1. Februar 2021 ihr Amt antritt. Obwohl sie einen Schuldenberg übernimmt, freut sie sich auf die Aufgabe. Das mache den Job interessanter, sagte sie. "Es ist spannend in einer Zeit, in der viel passiert." Laut Maurer tragen bereits verschiedene Projekte im Zusammenhang mit der Corona-Krise D'Amelio-Favez' Handschrift, so etwa die Liquiditätshilfen für Unternehmen oder die Unterstützung für die Luftfahrt.
Ihre Rezepte, wie die Schulden abgebaut werden könnten, wollte die künftige EFV-Direktorin nicht verraten. Sie verwies auf den ausstehenden Entscheid des Bundesrats und dessen Pläne, auf Steuererhöhungen und drastische Sparpakete zu verzichten. D'Amelio-Favez betonte auch, dass in der Finanzverwaltung weitere Herausforderungen warteten, etwa die Sicherung der Sozialwerke oder die IT.
Vor ihrer Tätigkeit bei der EFV war D'Amelio-Favez Referentin im Sekretariat der Wettbewerbskommission. Danach war sie für die Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde tätig. Die Juristin verfügt über eine Weiterbildung im betriebswirtschaftlichen Bereich.
(AWP)