Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03260.jsonl.gz/1888

Die Szintigraphie mit monoklonalen Tc-99m-markierten Anti-Granulozyten Antikörpern (Technetium-99m-Scintimun) erlaubt es, die Verteilung des Antikörpers im Körper des Patienten zu erkennen.
Frage nach Protheseninfekt
Die Frage nach einer chronischen Osteomyelitis beruhend auf einer septischen Prothesenlockerung ist besonders schwer zu beantworten, da bei diesem Krankheitsbild häufig eine aseptische Entzündung auf dem Boden einer Fremdkörperreaktion gegenüber dem Prothesenmaterial oder einer mechanischen Reizung besteht. Bei ausreichender Sensitivität, jedoch schlechter Spezifität eignen sich die meisten entzündungsszintigraphischen Verfahren einschließlich der Dreiphasen-Skelettszintigraphie insbesondere zum Ausschluss einer Osteomyelitis in dieser Patientengruppe. Ob die FDG-PET bessere Ergebnisse liefern wird, ist noch unklar.
Fieber unklarer Genese ( FUO)
1.F-18-FDG
2.Tc-99m-markierte Antigranulozytenantikörper
Fieber bei immunkompetenten und nicht neutropenischen Patienten, das über mindestens 2-3 Wochen persistiert und dessen Ursache sich trotz einwöchiger adäquater Diagnostik nicht eruieren läst, wird als Fieber unbekannter Ursache bezeichnet. Die meisten dieser Patienten (50-60%) weisen autoimmune Erkrankungen, Kollagenosen oder Malignome auf. Lediglich bei 20-40% der Fälle finden sich Entzündungen und Infektionserkrankungen. Tc-99m-markierte Antigranulozytenantikörper sollten eher bei der Suche nach einem Ausgangsherd bei einer okkulten Sepsis eingesetzt werden.
Nosokomiales Fieber, okkulte Sepsis oder FUO nach Operationen innerhalb der letzten 6 Monate
1.Tc-99m-markierte Antigranulozytenantikörper
2.F-18-FDG
Die Ursache nosokomialer, septischer und postoperativer Fieberzustände ist in den allermeisten Fällen eine granulozytäre Pathologie. In dieser Situation weisen markierte Antigranulozytenantikörper eine hohe Sensitivität und Spezifität bei der Identifizierung eines Fokus auf. Die FDG- PET erscheint vergleichbar sensitiv, zeigt aber bei postoperativen Patienten häufig falsch positive Befunde im Operationsgebiet.
Osteomyelitis peripherer unverletzter Knochen (akute Form, unverletzter Knochen)
1.Dreiphasen-Skelettszintigraphie
2.Tc-99m-markierte Antigranulozytenantikörper
Bei der Diagnostik einer akuten Osteomyelitis am unverletzten Knochen liegt die Sensitivität und Spezifität der Dreiphasen-Skelettszinigraphie bei über 90%, so dass der Einsatz spezifischerer entzündungsszintigraphischer Verfahren nur in Einzelfällen notwendig ist.
Osteomyelitis peripherer Knochen (posttraumatische und postoperative Situation; chronische Verlaufsformen)
1.FDG-PET
2.Tc-99m-markierte Antigranulozytenantikörper (in Kombination mit der Dreiphasen-Skelettszintigraphie)
Es kann als mittlerweile ausreichend gesichert gelten, dass die FDG-PET die höchste Genauigkeit im Nachweis und Ausschluss einer chronischen Osteomyelitis aufweist. Die Dreiphasen-Skelettszintigraphie behält ihren bisherigen Stellenwert, weil ihre Sensitivität bei diesem Krankheitsbild ähnlich hoch ist wie bei akuten Osteomyelitis, sowie kostengünstig ist. Ein normales Skelettszintigramm schliesst eine Osteomyelitis weitgehend aus.