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Grundidee der solidarischen Landwirtschaft ist, dass Menschen sich zusammenschliessen, um gemeinsam Nahrungsmittel zu produzieren. Zusammen wird ein Stück Land bewirtschaftet – oftmals mit Hilfe von Fachkräften – und die Arbeit und das Risiko der landwirtschaftlichen Produktion werden geteilt.
Konkret gibt es viele verschiedene Varianten der solidarischen Landwirtschaft, welche sich zwischen diesem Konzept und dem klassischen Gemüseabo (wöchentliche Gemüsetasche) bewegen.
Häufig verpflichtet sich eine Gruppe Menschen, einem oder mehreren landwirtschaftlichen Produzent*innen für eine bestimmte Dauer (eine Saison, ein Jahr) ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu einem im Voraus bestimmten Preis abzunehmen – egal, wie die Ernte während der Saison dann tatsächlich aussieht. So erhalten die Produzent*innen Planungssicherheit und ihnen wird ein fairer Lohn gewährleistet, unabhängig von der Menge oder der Qualität der Produkte, die während der Saison erzeugt werden. Die Mitglieder tragen so das Risiko für einen Ernteausfall oder für schlechte Witterungsbedingungen mit. Im Gegenzug erhalten sie frische, regionale und fair produzierte Lebensmittel.
Die Mitglieder zahlen die landwirtschaftlichen Produkte im Voraus – entweder direkt für das ganze Jahr, vierteljährlich oder je nach Projekt auch monatlich. So können sich die Produzent*innen unabhängig vom Markt bewegen und es wird eine langfristige Planung ermöglicht.
Ein weiterer Grundsatz vieler solidarischer Landwirtschaftsprojekte ist ausserdem eine aktive Beteiligung der Mitglieder an der Arbeit auf dem Feld oder auf dem Acker, sowie bei der Organisation (Depots, Einteilung, Verpackung, …) und der administrativen Arbeit (Finanzen, Werbung, …) die dahinter steht. Auf diese Weise wird den Mitgliedern ein grösseres Verständnis für die Bedingungen der landwirtschaftlichen Produktion vermittelt.
Die Idee einer solidarischen Landwirtschaft kam in den 1960er Jahren in Japan mit der Gründung sogenannter «Teikei» auf. Mit den Jardins de Cocagne wurde in den 1970ern auch das erste Projekt in der Schweiz gegründet. In den USA wurden ähnliche Projekte unter dem Namen «Community Supported Agriculture (CSA)» gestartet. Im deutschsprachigen Raum ist solidarische Landwirtschaft entweder als «Solawi» (für solidarische Landwirtschaft) oder «Regionale Vertragslandwirtschaft» bekannt, und in Frankreich als «Associations pour le maintien d’une agriculture paysanne (AMAPs)» oder in der französischsprachigen Schweiz als «Agriculture contractuelle de proximité (ACP)».
Für weitere Informationen gibt es hier eine gute Literatursammlung.