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Vor zehn Jahren brachte Hurrikan Katrina Tod und Verwüstung über den Süden der USA. Das allein wäre noch kein Grund für einen Ten-years-after-Eintrag, aber wir waren nur zwei Monate vor Katrina in New Orleans und an der Golfküste unterwegs: „Vorauseilender Katastrophentourismus“ schrieb ich als Alpentiger zu Philemon Froggs Frage „Warum fährt man zum Baden ausgerechnet nach Biloxi?“ — Diese Katastrophe machte uns betroffener als andere, weil wir erst kurz zuvor noch da waren.
Nur wenige Tage nach Katrina versuchten wir herauszufinden, welche Verheerungen der Hurrikan an unseren Ferienorten angerichtet hatte: Dass halb New Orleans unter Wasser stand, weil die Dämme brachen, war im TV zu sehen. Aber was zum Beispiel war mit dem Father Ryan House Bed & Breakfast Inn geschehen, in dem wir noch Ende Juni 2005 mit Aussicht auf Beach Boulevard, Strand von Biloxi und Golf von Mexiko genächtigt hatten? Schliesslich fand ich auf National Oceanic and Atmospheric Administration eine Serie von Luftbildern, die die Schäden am Küstenstreifen von Biloxi dokumentierten:
Die Kettensäge schafft, was Katrina nicht fertigbrachte
Am 27. März 2014 berichtete das Lokalfernsehen WLOX, dass dass die Palme, die dem Wirbelsturm getrotzt hatte, der Kettensäge zum Opfer gefallen ist: „Das Haus wurde nie rekonstruiert und jetzt ist auch die berühmte Palme weg. Unklar blieb, welche Pläne der Landbesitzer verfolgt.“
Wenn Google das nächste Mal den Beach Boulevard in Biloxi ablichtet, wird die Palme auch aus Streetview verschwinden: Katrina hat sie getrotzt, der arschkalte Januar 2014 hat sie zwar geschädigt, doch die Kettensäge hat ihr den Rest gegeben. Allerdings: Was ist schon das Leben einer Palme gegen die 1836 Menschenleben, die Katrina offiziell gefordert hat? Katrina hinterliess Schäden in der Höhe von mindestens 125 Milliarden Euro — und ist damit der kostspieligste Wirbelsturm, der die USA bislang heimsuchte.