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Vom En-tout-cas zum Eispickel
Von A. Tschopp
Mit 2 Skizzen ( Basel ) An dem im Programm nicht vorgesehenen, durch die « Klauenseuche » des Seniors bedingten Ruhetag hatten auch die Feldflaschen gute Ruhe; denn der süsse Asti war ein Gedicht, von dem man nicht genug Verse lesen konnte. Auch beim Marsch über den Flüelapass pendelten sie nicht mehr am Südpol; sie hatten den Platz der den Weg alles Zeitlichen gegangenen Landjäger im Rucksack eingenommen und bargen süssen Asti von Süs. Die Eisenspitzen der En-tout-cas stachen kräftig in die harte Strasse, nachdem sie vorher ein Loch in die über der hellen Strasse zitternde Luft gebohrt hatten. Auch sie waren nun wieder in bester Form, und ihr Stolz darüber schien sich in dem immer grösser werdenden Volumen zu dokumentieren. Hätten sie geahnt, dass sie heute noch Gelegenheit haben sollten, ihre Unersetzlichkeit unter Beweis zu VOM EN-TOUT-CAS ZUM EISPICKEL stellen, hätten sie vor Grössenwahn die elastische Fessel gesprengt. Am frühen Nachmittag — die Passhöhe war überschritten — zogen schwere Gewitterwolken auf, welche die Sonne schnell verschluckten. Der Wind wirbelte den Staub der Strasse auf, und als die ersten grossen Tropfen sich in den Staub einbohrten, kleine Krater bildend, schienen die En-tout-cas zu lächeln und eine richtige Entladung der tiefhangenden Wolken herbeizuwünschen. Vorsorglich wurden sie enthüllt; denn bald ging ihr Wunsch in Erfüllung. In immer kürzeren Intervallen trommelten die Regentropfen auf das schützende Dach, und als das Trommeln in ein Monsterkonzert ausartete, setzten sich die beiden Wanderer im heimeligen Schutz ihrer En-tout-cas auf einen grossen Stein, zogen die Beine hoch und steckten die Köpfe in das eiserne Gebälk ihres Bungalows. Sollte der am Longhin gefasste Beschluss einer Wiedererwägung unterzogen werden? Eine Verhandlung war in diesem Moment nicht möglich, da die Stand- respektive Sitzorte der beiden Stimmberechtigten zu weit voneinander entfernt waren, und Wind und Wetter eine Verständigung auf Distanz nicht zuliessen. Ein Antrag auf Wiedererwägung, wenn er gestellt worden wäre, hätte in diesem Moment vollen Erfolg gehabt; denn beide « überspannten » Schulmeister waren vom Wert der vor zwei Tagen mit Verachtung gestraften En-tout-cas vollkommen überzeugt. Bevor das Unwetter ganz ausgetobt hatte, wurde im Schutz der triefenden Dächer, die nun in ihrer dunkleren Farbe recht vornehm aussahen, der Weg gegen Davos unter die Füsse genommen. Der Wind, der von hinten in die wie Segel wirkenden Dächer fiel, trieb zu ungewohnter Eile an. Und ein derart allseitig verwendbares Utensilium soll aus dem Inventar verschwinden? Als der Regen zu fallen aufgehört hatte, schlossen sich die Dächer. Durch ihre Glanzleistung war ihnen der Kamm geschwollen. Nicht nur hatte sich ihr Gewicht verdoppelt, auch ihr Leibesumfang hatte derart zugenommen, dass das Gummi elasticum, das zu ihrer Konzentration diente, maximal beansprucht werden musste. Da die Strasse bergab führte, pendelten die innerlich und äusserlich geadelten Monstren wieder oder kreisten sogar, glitzernde Regentropfen wie Kometen nach sich ziehend.
Eine weitere Gelegenheit, ihr Licht leuchten zu lassen, hatten die En-tout-cas auf dieser Wanderung nicht mehr. Das Wetter war schön, die Sonne erträglich, und auf der ständig fallenden Strasse bis Thusis waren sie als Stütze nicht nötig. Doch trotz des wieder normalen Umfanges pendelten sie schlenkernd mit erhobenem Haupt, eingedenk ihrer Glanzleistung am Flüela. Im Geiste der Träger jedoch, die nun ewigen Schnee gerochen hatten, stand das Fiasko am Longhin wieder im Vordergrund, und jenes gänzliche Versagen wich nicht aus der Erinnerung bis zu den nächsten Sommerferien.
Erwartungsvoll schauten die En-tout-cas in der Zimmerecke den neuen Reisevorbereitungen zu und massen mit scheelem Blick die eines Tages erschienenen langen Bergstöcke aus Haselholz, die mit ihrem Haupt der Zimmerdecke zustrebten. Als die beiden Schulmeister beim Ferienbeginn mit diesen Telephonstangen en miniature ihren Wirkungskreis durchschritten, blickte das Volk nach getaner Reverenz ihnen erstaunt nach. Aber auch die beiden Parti-sanenträger waren anders als sonst. Hochaufgerichtet, mit den hölzernen Begleitern wetteifend, schritten sie mit tatendurstigem Blick dem Bahnhof zu. Die Schulbuben aber äugten ängstlich nach den langen Stöcken in der Hand ihrer Schulmeister und waren sichtlich froh, dass die Ferien begonnen hatten.
Eine Kreuz- und Querfahrt durch die Zentralschweiz war geplant. Sie begann in Meiringen und sollte in Linthal enden. Doch « erstens kommt es anders und zweitens als man 's denkt ». An die langen Bergstöcke mussten sich die beiden erst gewöhnen und ihre wirksamste Verwendung ausprobieren. Beim Schlendern auf ebener Strasse konnte man sie nicht pendeln und kreisen lassen; horizontal wurden sie mit Spitze nach vorn in der einen Hand getragen, oder man stocherte damit im Strassenstaub und schleppte hernach den Stock geräuschvoll nach. Es war unmöglich, aus der Handhabung dieser neuen Reisebegleiter einen Schluss zu ziehen auf die Gemütsverfassung der beiden Träger. Immerhin schauten diese häufiger als früher zum Himmel empor; denn die wiederum wie ein vorsintflutlicher Saurier den Nordpol des Rucksacks überkriechende Lodenpelerine genoss nicht das gleiche Zutrauen wie die ausrangierten En-tout-cas. Durch das Gadmental stiegen die « Berg-stöckler » zur Trifthütte hinauf, um anderntags den Dammastock zu besteigen. Zu diesem Unternehmen, das die beiden zum erstenmal auf einen Gletscher führte, war vorsorglicherweise ein Führer engagiert worden. Als ihnen am frühen Morgen der bärtige Gletschermann das Seil um die Brust legte und hierauf beim Schein der Laterne die Spitzen der Bergstöcke sich knisternd ins Eis bohrten, war ihnen eigenartig zumute. Mit peinlicher Sorgfalt und schul-meisterlicher Genauigkeit folgten sie dem Führer, und wenn der Stock einmal tiefer als gewohnt einsank, zuckte ein leiser Schreck durch ihre Glieder, und krampfhaft wurde das Seil gefasst. Auf der Furkapasshöhe wurden die gebahnten Pfade wiederum verlassen, um über den Tierberggrat den Muttengletscher zu ereichen. Ohne Zwischenfall wurde die Wyttenwasserlücke überschritten und der Gipfel des Lucendro bestiegen. Beim Abstieg zum Gotthard- VOM EN-TOUT-CAS ZUM EISPICKEL hospiz wurde eine neue Verwendung des Bergstockes ausprobiert, nämlich das Abrutschen im Schnee. Da dieser noch nicht recht weich war, wurde stehend abgerutscht. Der Senior, der weder Schlittschuhläufer noch Fass-daubenfahrer war, verlor das Gleichgewicht, und Kopf voran legte er den Rest des Schneehanges zurück. Zu seinem Glück konnten seine Begleiter seine Schussfahrt abstoppen, so dass er mit einigen Schürfungen davon kam. Das war der Anfang des Peches, das ihn auf dieser Fahrt verfolgte. Auf dem Hospiz wurde der Führer entlassen und die Wanderung nach Airolo hinunter angetreten. Der anstrengende, bedeutende Gegensteigungen aufweisende Weg von der Furka zum Hospiz war nicht spurlos an den beiden Wanderern vorübergegangen. Wären die Bergstöcke aufrecht getragen worden, hätten sie ihre Träger an Höhe überragt. Der kühne Augenaufschlag zu Beginn der Wanderung war verschwunden; eine gereizte Stimmung lag auf den Gesichtern. Nachlässig, als notwendiges Übel wurden die Stöcke nachgeschleppt, und mit ihren Spitzen zeichneten sie eine undefinierbare Stimmungskurve in den Staub. Bei der Ankunft in Airolo war namentlich der Senior sehr reduziert, so dass er sogar eine Auffrischung durch einen guten Tropfen Nostrano verschmähte. In der Nacht stellten sich heftige Zahnschmerzen bei ihm ein, die immer wieder mit einem Schluck Baselbieter Kirsch gedämpft werden konnten. Trotzdem die eine Gesichtshälfte während der Nacht wesentlich zugenommen hatte, wollte der Patient auf die Fortsetzung der Wanderung nicht verzichten. Vorsorglich wurde Chinosolpulver als Desinfektionsmittel gekauft und der Aufsteig ins Val Piora angetreten. Im Programm figurierte dieser Tag als Ruhetag; im Hotel Piora wurde übernachtet. Das Gesicht des Seniors wurde immer unsymmetrischer, und am nächsten Morgen hätte er trotz der während der Nacht gemachten Umschläge Böcklin zu einer neuen Fratze Modell stehen können. Aber auch jetzt stand trotz dringender Mahnung des Juniors eine Umkehr nicht zur Diskussion, und trotz zunehmender Schmerzen wurde zum Passo del Uomo angestiegen. Häufiger als je zuvor mussten Halte eingeschaltet werden, die zum Auflegen von Umschlägen verwendet wurden. In Santa Maria am Lukmanier war die Situation derart, dass trotz Programm ein Weitermarsch ausgeschlossen war. Am folgenden Morgen, in aller Frühe, tippelte der Junior allein auf der noch einsamen Strasse nach Disentis, während sein Kollege auf die Postkutsche wartete. Nach Berechnung, die sich auf die Angaben des Bädekers stützte, hätte ein Wiedersehen in Disentis stattfinden sollen. Doch der Alleingänger rechnete mit der üblichen Verspätung der Postkutsche und nahm 's gemütlich. Der Sommermorgen war zu schön, die stille Gegend so reizvoll, dass es schade gewesen wäre, sie im Eilschritt abzutippein. Ob all dem Schauen und Geniessen vergass der einsam schlendernde Junior seinen Kollegen. Doch unterhalb Curaglia wurde er durch den Peitschenknall des Postkutschers aus seinem stillen Träumen geweckt und in die rauhe Wirklichkeit zurückversetzt. Er war überrascht und entsetzt zugleich, und er musste beim Anblick seines Begleiters energisch auf die Zähne beissen, um nicht einen Lachkrampf zu bekommen. In der kleinen, offenen Postkutsche sass er mit seinem zur Unkenntlichkeit verzerrten Gesicht, das vom herab-gekrempelten Hut beschattet wurde. Ein gelb und rot getupftes Tuch hatte er zur Linderung der durch das Rütteln auf der holperigen Strasse verursachten Schmerzen um seinen Kopf gebunden. In seinem Arm ruhte der Bergstock. Die ganze Statue, deren Gesichtsausdruck an Laokoon erinnerte, war über und über mit Staub bedeckt; sogar der den Vordergrund mit seiner Wucht beherrschende Schnurrbart war mehlbestäubt und erhöhte die Komik der von monotonem Glockengebimmel begleiteten Vision. Die ganze in Grauweiss gehüllte Gruppe fiel um so mehr auf, da sie von saftgrünen Wiesen und einem tiefblauen Himmel umrahmt war. Wenn die Schulbuben ihren Lehrer in dieser « Verklärung » hätten schauen können! Den Abschluss dieser unprogrammässig verlaufenen Wanderung bildete eine lange Bahnfahrt von Disentis ins Baselbiet, bei der der Junior als Samariter fungierte und, wenn er frisches Wasser für Umschläge holte, mehr als einmal riskierte, den Zug zu verfehlen. Im Grunde genommen wäre ihm das nicht ganz unerwünscht gewesen; denn die neugierigen Blicke des stets wechselnden Publikums wurden ihm nach und nach unerträglich, und er war froh, als er nach eingebrochener Dämmerung seinen havarierten Reisekollegen auf Nebenwegen in seinen Junggesellen-Wigwam geleitet hatte. In der Zimmerecke stand der En-tout-cas, dessen Brust sich beim Anblick des Meisters hoch wölbte, und mit zynischem Lächeln betrachtete er den Bergstock, der sich ihm kleinlaut und verlegen zugesellte. Während eines ganzen Jahres leisteten die Wanderutensilien einander stumme Gesellschaft, und im geheimen « werweissten » sie, wer in den nächsten Sommerferien als Begleiter mitziehen dürfe. Der En-tout-cas brüstete sich mit seiner Glanzleistung auf dem Flüelapass und verschwieg wohlweislich sein Versagen am Longhin. Der Bergstock hingegen suchte das Knistern seiner Spitze im Eis des Muttengletschers nachzuahmen, und eingedenk der rassigen Abfahrt am Lucendro streckte er sich stolz und schaute mit Verachtung auf den aufgeblasenen Knirps hinunter. Aber auch er deckte mit dem Mantel der Verschwiegenheit die blutige Landung seines Trägers im Geröll zu. Dass nur einer von beiden mitgehen konnte, darüber waren sie sich einig. Ihr Streit ging hin und her; jeder wähnte sich besser als der andere. Gegen den Beginn der Ferien wurden ihre Auseinandersetzungen immer heftiger; Tätlichkeiten schienen unvermeidlich, und jeder schaute überlegen auf seine vom Rost überlaufene Eisenspitze. Doch eines Tages vergassen sie Streit und Hass, reichten sich die Bruderhand, um gegen einen gemeinsamen Feind mit vereinter Energie auftreten zu können. In der gleichen Ecke stand nun dieser Widersacher. Sie musterten den frechen Eindringling, und zwar der Bergstock von oben bis unten, der En-tout-cas von unten bis oben. Die Eisenspitze des Neuen, die noch einen breiten, eisernen Mantel hatte, flösste ihnen durch ihre Stärke Respekt ein. Sein Rumpf war ebenmässig, und sein unsymmetrischer Kopf, auf der einen Seite breit und messerscharf, auf der andern spitz und gezähnt, war ebenfalls eisern. Je länger sie den neuen Eckensteher betrachteten, um so kleiner wurde ihre Angriffslust. Die beiden Knirpse wurden nicht klug aus dem Dritten im Bunde; ihre Zornesader schwoll zum Platzen, wenn ihr Meister den Neuling, der noch nichts geleistet hatte, liebevoll betrachtete, ja sogar zärtlich streichelte, während sie unbeachtet blieben. Dass sie den Rivalen mit Verachtung straften, war selbstverständlich. Dieser aber distanzierte sich je länger je mehr von seinen Nachbarn in der Zimmerecke, deren Eigendünkel er gleich erkannt hatte. Er war seiner Sache sicher. Als stummer Lauscher hatte er gehört, wie die beiden Schulmeister von besseren Bergtouren mit grosser Wichtigkeit redeten. Namen wie Ewigschneehorn, Scheuchzerhorn, Finsteraarhorn, Jungfrau wurden genannt und im Programm notiert. Er war als Begleiter ausersehen und konnte ohne Aufregung die Wan-dervorbereitungen verfolgen und sehen, wie die Rucksäcke immer rundlicher wurden.
Als am frühen Morgen des ersten Ferientages der Meister seinen Rucksack auf den Buckel schwang, fühlten die drei in der Ecke, dass der entscheidende Moment gekommen war. Während der Eispickel, den wir als den Neuling erkannt haben, gelassen in der Ecke stehen blieb, drängten sich der En-tout-cas und der Bergstock, indem sie sich mit den Ellenbogen in die Rippen stiessen, ungebührlich vor. Ein sichtliches Entsetzen durchzuckte sie, als des Meisters Hand nach dem Pickel griff und, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen, von dannen zog. Eine derartige Rücksichtslosigkeit hatten sie nicht verdient. In gemeinsamer Trauer standen sie gesenkten Hauptes in der Ecke des vereinsamten Zimmers, und nur der Stolz Hess sie die bitteren Tränen verbeissen. In stiller Resignation lehnten sie sich gegen die Wand, träumten von Sonne und Schnee, die sie nur noch in der Erinnerung gemessen konnten, und warteten auf die Heimkehr ihres Meisters. Eine Genugtung für die ihnen zuteil gewordene Zurücksetzung glaubten sie zu haben, und sie taten sich daran gütlich, als der dritte Zimmereckennachbar nach langer Wartezeit ziemlich zerschunden und angegriffen zu ihnen zurückkehrte. Seinen jugendlichen Glanz hatte er eingebüsst; aber trotzdem trug er seinen Kopf höher als zuvor. War das nicht der Ausdruck überheblichen Stolzes? En-tout-cas und Bergstock waren keine Seelenkenner, sonst hätten sie erkennen müssen, dass das ein Zeichen übersprudelnder Freude war. Und freuen durfte sich der Eispickel: er war auf den hohen Zinnen der Berner Alpen gestanden, hatte seinen Blick schweifen lassen in die blaue Ferne und tief, tief hinunter in die grünschimmernden Täler und hinüber zu sonnenumwobenen Bergen. Er durfte im bläulichen Eis Stufen schlagen, um seinen Meister sicher zur Höhe zu führen. Er hatte aber auch hinunter geschaut in nachtdunkle, verdeckte Schründe und seinen Träger vor Unheil bewahrt. Kurz, er hatte das erhebende Gefühl, sich auf der ersten Hochgebirgstour bewährt und die in ihn gesetzten Hoffnungen restlos erfüllt zu haben. Und wenn ihn sein Besitzer ab und zu aus der dämmerigen Ecke hervorholte und ihn mit einem weichen Tuch sorgfältig überstrich, war er vollkommen überzeugt, dass er sich durch treue Pflichterfüllung die Liebe und Zuneigung seines Meisters erworben hatte und dass er von nun an sein unumstrittener Begleiter bleiben werde. In treuer Kameradschaft hat er dann mit ihm ungezählte Tage köstlicher Bergfreude erlebt; aber auch in Stunden der Gefahr ihn nicht im Stich gelassen.
Der Leser wird erraten haben, dass der damalige Junior diese Zeilen geschrieben hat. Wäre ihm die herrliche Gabe beschieden, Gefühle und Stimmungen durch Musik auszudrücken, würde er die Erinnerungen, die der alte Pickel in ihm immer wieder wachruft, zusammenfassen in eine Symphonie der Berge. Mit einem zögernden Andante würde sie beginnen; ein freudiges Allegretto würde ihm folgen. Den breitesten Raum aber müsste ein Presto einnehmen, das stellenweise zu einem Presto maestoso sich steigern müsste. Ein Andante moderato würde das Finale einleiten, in dem bei gedämpften Instrumenten die Bläser und die Geiger die Landeshymne ertönen liessen, während den vibrierenden Saiten des Cellos weich und doch eindringlich die Töne des Volksliedes entschweben würden:
« O schöne Zeit, o seel'ge Zeit, Wie bist du fern, wie bist du weit. »