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Vor genau 55 Jahren spielte sich Dukla in die Herzen der Zuschauer
News - Vor genau 55 Jahren spielte sich Dukla in die Herzen der Zuschauer
31.12.2020
Dukla Jihlava spielte sich in den 1960ern mit drei Siegen (1965, 1966 und 1968) in die Herzen der Zuschauer und ist bis heute eines der populärsten Spengler Cup-Teams. Die violett-gelben Trikots waren legendär und die Spieler wurden durch den Spengler Cup in der ganzen Welt bekannt.
Dukla Jihlava kam, sah und siegte in den Jahren 1965 und 1966 und bestätigte diese Siege 1968 mit dem dritten Triumph. Dukla war 1956 als Armeesportclub gegründet worden und war so erfolgreich, weil die besten tschechoslowakischen Spieler im Rahmen ihres Armeedienstes für die Mannschaft spielen mussten. Der Verein hiess «Dukla» als Hommage an die tschechoslowakischen Soldaten, die an der Seite der Roten Armee gegen (Nazi-) Deutschland am Duklapass gekämpft hatten, einem der Karpatenpässe, die die Slowakei mit Polen verbinden.
Trainer Jaroslav Pitner, der Baumeister des Erfolgs, leitete die Mannschaft von der Saison 1958/59 bis 1982. Er verlangte seinen Spielern alles ab, war streng, aber auch sehr menschlich. Er förderte viele junge Talente, zum Beispiel die Brüder Jaroslav und Jirˇí Holík und Jan Suchý. Jaroslav Holík reiste wie auch Ladislav Šmíd und Jan Klapácˇ im ersten Jahr nicht nach Davos. Sie waren in der Nationalmannschaft im Einsatz. In der ersten Spengler Cup-Partie wurden die Grasshoppers gleich mit 7:2 vom Eis geschickt. Das Spiel blieb aber auch deshalb in Erinnerung, weil es zu einem Unterbruch kam, als einer der 2300 Zuschauer einen Beutel mit roter Ölfarbe aufs Eisfeld warf, der zerplatzte. Der Hintergrund dafür war, dass die Davoser einer ostdeutschen Autofirma ein Reklamefeld vermietet hatten. Es war eine der seltenen politischen Demonstrationen beim Spengler Cup. Dem 7:2 folgten ein 8:1 gegen Davos, ein 9:5 gegen Kitzbühel und im eigentlichen Endspiel gegen Västerås ein 5:2. Dukla war die technisch beste Mannschaft des Turniers, mit dem besten Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft und dem modernsten Spiel. Die Tschechoslowaken konnten sowohl auf die beste Verteidigung (Miroslav Beránek, František Panchártek) als auch auf den besten Sturm (Stanislav Neveselý, Jan Balun, Oldrˇich Válek) zählen. Zum Finalspiel kamen mit 5000 Fans so viele wie noch nie zu einer Spengler Cup-Paarung – ein Wert, der nur bei den Meisterschaftsspielen Davos gegen Arosa übertroffen wurde. 1966 gewannen die Tschechoslowaken 10:1 (gegen den HCD), 7:2 (gegen CP Lüttich) und 10:0 (gegen den Deutschen Meister Bad Tölz). Sie waren druckvoller vor dem Tor und weniger verspielt als noch ein Jahr zuvor. Aber auch im Kampf gegen den Schnee im Endspiel gegen MoDo Alfredshem konnten sie sich besser einstellen, hatten mehr Kraft als die Schweden und gewannen vor 4600 Zuschauerinnen und Zuschauern 5:2. Betreut wurde Dukla Jihlava von Stanislav Neveselý. Der Assistenztrainer von Dukla war zuvor bereits mit Sparta Prag beim Spengler Cup und lobte in Davos vor allem den Effekt des Höhentrainings. In den Reihen von Dukla spielte 1966 zudem Josef Augusta, der spätere Coach der tschechoslowakischen Eishockeynationalmannschaft und Vater von Patrik Augusta, der seit Mai 2019 Headcoach von Bílí Tygrˇi Liberec ist.
Deutlicher Sieger 1968
Zwei Jahre darauf – 1967 verzichtete der Verein auf eine Teilnahme – beeindruckte Dukla ohne seine sieben Nationalspieler mit einer hervorragenden Spielorganisation, klarer Spielanlage, gutem Passspiel, guter Stocktechnik und erstklassigem Schlittschuhlaufen. Die amtierenden tschechoslowakischen Meister schlugen die Schweizer Nationalmannschaft, gewannen gegen Finnland und spielten gegen das schwedische Team Rögle unentschieden. In einem der beiden Finalspiele gewannen sie bei minus 22 Grad vor 5000 Fans 6:0 gegen Rögle und gewannen das Turnier erneut. Nur wenig fehlte 1969 zur erfolgreichen Titelverteidigung. Den Tschechoslowaken hätte im Finale ein Remis genügt, doch sie wirkten desinteressiert. So erzielte Safronow (Lokomotive Moskau) 30 Sekunden nach dem 1:1-Ausgleich das Siegtor.
Historischer 17:0-Sieg im Jahr 1970
1970 ging vor allem das unglaubliche Resultat von Jihlava gegen den damaligen B-Club Hockey Club Davos in die Geschichtsbücher ein. Die Tschechoslowaken gewannen 17:0. Die Techniker, die zuweilen auch brotlose Kunst boten, verloren das Finale gegen den SKA Leningrad dann allerdings 1:3. Dukla spielte bisher 13-mal am Spengler Cup, gewann ihn zweimal, 1978 und 1982, stand in den 1970er- und 1980er-Jahren achtmal im europäischen Europacupfinal und gewann zwischen 1967 und 1985 elf und schliesslich 1991 noch einmal einen Meistertitel. Heute ist Dukla Jihlava eine «Liftmannschaft», die für die höchste Liga zu schwach und für die zweithöchste zu stark ist und somit Jahr für Jahr ab- beziehungsweise aufsteigt.