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Zum Artikel «Schwyzer sind freier als andere»
In ihrer neuen Studie verhunzt die neoliberale Denkfabrik Avenir Suisse den Freiheitsbegriff. Neben absurden Faktoren wie der Häufigkeit von Radaranlagen zählen für diese Interessenvertreter der Reichen auch Faktoren wie die Steuerausschöpfungsquote oder die Staatsquote zu ihrer «Freiheit». Für die Neoliberalen ist Freiheit anscheinend die Freiheit der Reichen, auf Kosten der Allgemeinheit zu leben. Schade, dass der «Bote» diese irre Ansicht unhinterfragt wiedergibt.
Frei sind die Individuen nur, wenn sie die Möglichkeit haben, so zu leben, wie sie wollen, solange sie andere nicht in ihrer Freiheit einschränken. Warum sind in der Studie Faktoren wie die Ehe für alle, die Hürde zur Einbürgerung von ausländischen Mitbürgern oder Diskriminierungsschutz nicht enthalten?
Freiheit ohne Gleichheit ist nur halbe Freiheit. Solange nicht alle Menschen die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben, ihr Leben zu verwirklichen, gibt es keine wirkliche Freiheit. Voraussetzung dafür, dass alle Freiheit geniessen können, ist die Chancengleichheit. Das bedeutet, dass der Staat garantieren muss, dass alle den gleichen Zugang zu guter Bildung haben, dass niemand wegen eines schlechteren ökonomischen Hintergrunds um ihre/seine Lebensperspektive gebracht wird. Die Schwyzer Politik, die Superreiche privilegiert und öffentliche Dienstleistungen abbaut, steht im Widerspruch zur Freiheit der Schwyzer. Oder wie es der Schriftsteller Robert Misik ausdrücken würde: «Freiheit ohne Gleichheit ist nur halbe Freiheit viel Freiheit für die einen, wenig Freiheit für die anderen. Gleichheit heisst, dass alle die ‹Freiheit› haben, aus ihrem Leben etwas zu machen.»
ELIAS STUDER, PRÄSIDENT JUSO KANTON SCHWYZ, OBERARTH
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