Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03542.jsonl.gz/1713

Rodungen
Als Rodung bezeichnet man eine definitive oder vorübergehende Zweckentfremdung von Waldareal. Rodungen sind in der Schweiz im Interesse der Walderhaltung grundsätzlich verboten; es können jedoch Ausnahmebewilligungen erteilt werden, wenn wichtige Gründe vorliegen, die dieses Interesse übersteigen. Beispiele dafür sind der Strassen- und Eisenbahnbau, Deponien und Abbauvorhaben. Wird eine Rodung bewilligt, muss die gerodete Fläche grundsätzlich mit Ersatzaufforstungen ersetzt werden.
Bund und Kantone bewilligten im Jahre 2017 total 409 Rodungen mit einer Fläche von 147 ha Wald. Damit lag die Rodungsfläche um 47 ha unter derjenigen vom Vorjahr und 10 ha unter dem 10-jährigen Mittel. Die Abweichung liegt im Bereich der jährlichen Schwankungen. Der gesetzliche Auftrag zur Walderhaltung ist damit erfüllt.
Von der gesamten Rodungsfläche 2017 wurden 16% zugunsten von Verkehrsanlagen bewilligt, 18% für die Rohstoffgewinnung, 7% für Entsorgungsanlagen, 4% für Sportanlagen, 8% für Hochbauten, 8% für Leitungen und Energie und 18% für Gewässerkorrektionen sowie 21% für Verschiedenes. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 10 Jahre hat die Rodungsfläche insbesondere für Entsorgung sowie Leitungen und Energieanlagen abgenommen, hingegen für Verschiedenes zugenommen.
Ziel ist es, dass der Wald in seiner räumlichen Verteilung grundsätzlich erhalten bleibt und in seiner Fläche nicht abnimmt. Die weitere Entwicklung der Waldfläche wird dabei abgestimmt auf die landschaftliche Vielfalt (inkl. Vernetzung) und auf die angestrebte Raumentwicklung (inkl. landwirtschaftliche Vorrangflächen). Als Basis zur Beurteilung der kohärenten Entwicklung dient der Durchschnittswert der Rodungen 2008-2017 (160 ha/J).
Der Indikator ist international nicht vergleichbar. Bei den Rodungsverfahren handelt es sich um auf die einzelnen Staaten zugeschnittene administrative Verfahren.
In der Datenbank „FOPOL“ werden die Rodungsbewilligungen, welche die Kantone (bei kantonalen Verfahren) sowie die Bundesleitbehörden (bei Bundesverfahren) erteilen, erfasst und ausgewertet.
Weiterführende Informationen