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Viele Länder führen seit Jahren HBM Programme durch. Immer mehr werden longitudinale multidisziplinäre Studien durchgeführt - sogenannte Kohorten Studien -, die längerfristig HBM Daten in Zusammenhang mit Gesundheitsdaten bringen.
HBM Programme
Mehrere Länder in Europa und Nord-Amerika führen langjährige HBM Programme durch (z.B. Deutschland, Tschechische Republik, Canada, USA), um einen Überblick über die chemische Belastung der Bevölkerung zu erhalten.
HBM in Deutschland
Das deutsche Umweltbundesamt führt seit 1985 bundesweit repräsentative Umweltstudien (GerES German Environmental Survey) zur Analyse der Belastungssituation der Deutschen Bevölkerung durch. Zurzeit läuft die fünfte Erhebung, mit dem Ziel Umweltschadstoffe bei Kindern und Jugendlichen zu messen.
Die in den Surveys erworbenen Daten bilden die Grundlage für die Kommission Human-Biomonitoring zur Ableitung und Begründung von sogenannten HBM Referenzwerten (HBM-I und -II Werte). Der Referenzwert eines chemischen Stoffes in einem Körpermedium (z. B. Urin, Blut) wird durch Messreihen innerhalb einer bestimmten Bevölkerungsgruppe erhoben und definiert dadurch die Hintergrundbelastung, also den sogenannten IST-Zustand in einem bestimmten Gebiet oder Land.
HBM Canada
Im Juli 2015 hat “Health Canada” den Bericht über das durchgeführte human biomonitoring Projekt in Kanada publiziert, welcher die Resultate des letzten Zyklus der Kanadischen Gesundheits-Erhebung zeigt. Den Link dazu finden Sie auf dieser Seite im Register „Links“.
Diese Erhebung wurde bei annähernd 5800 Versuchspersonen im Alter von 3 bis 79 Jahren durchgeführt. Die Daten wurden in der Zeit zwischen 2012 und 2013 in 16 verschiedenen Orten innerhalb des Landes erfasst. Das Projekt wird zweijährlich durchgeführt, der vierte Zyklus wurde 2015 abgeschlossen.
Nationale Kohorten
Immer öfter wird human biomonitoring in Zusammenhang mit anderen Gesundheitsdaten gebracht, um verschiedenen Faktoren aus derselben Perspektive zu betrachten und so die Effekte einer bestimmten Exposition besser zu verstehen. Multidisziplinäre Folge-Studien, die sogenannten Kohorten, sind somit in den letzten Jahren zustande gekommen. Diese Initiativen sind häufig mit der Errichtung von Biobanken verbunden, damit Proben standardisiert aufbewahrt und weiteranalysiert werden können.
Solche Programme wurden zum Beispiel in England (UK Biobank) und in Schweden (LifeGene) eingeführt, während Deutschland und Frankreich kürzlich ihre eigenen nationalen Kohorten initiiert haben. Die Studie CONSTANCES in Frankreich und NaKo in Deutschland sehen die Rekrutierung von 200‘000 Freiwilligen der Allgemeinbevölkerung vor, die sich einer ausführlichen Gesundheitsuntersuchung unterziehen werden.
Geburtskohorten
Folge-Studien können sich ebenfalls mit dem ungeborenen Kind befassen. Ein HBM vor und während der Schwangerschaft kann nämlich Rückschlüsse über einen möglichen Zusammenhang von "äusseren" Einflüssen auf die Entwicklung des Kindes geben. Diese Erkenntnisse könnten zur Umsetzung von präventiven Massnahmen miteinbezogen werden.
In den folgenden Abschnitten sind zwei grosse Geburten- / Kinder-Kohorten-Studien beschrieben:
Danish National Birth Cohort (DNBC)
In Dänemark startete 1996 eine umfangreiche HBM Studie zur Untersuchung von diversen (Umwelt-) Einflüssen auf die ungeborenen Kindern und deren Entwicklung. Während und nach der Schwangerschaft wurde das Expositionsverhalten (Essen, Umwelt, etc.) der Mutter mittels einem Fragebogen erfasst. Zusätzlich wurden Blutproben der Mutter, Nabelschnurblut bei der Geburt und Blutproben der Kinder nach der Geburt auf bestimmte Stoffe und Stoffverbindungen untersucht.
Bis 2002 wurden 100'000 schwangere Frauen in die Studie miteinbezogen, Folgeuntersuchungen wurden nach 7 und 11 Jahren durchgeführt.
Japan Environment & Children’s Study (JECS)
Die vom japanischen Umweltministerium eingeführte Geburtskohorte startete im Januar 2011 und untersucht den Einfluss einer fötalen Exposition von Umweltchemikalien auf die Gesundheit und Entwicklung von 100'000 Kindern. In diese HBM Studie werden zusätzlich soziale, familiäre und genetische Einflussfaktoren miteinbezogen. Bis zum 13. Lebensjahr werden die Kinder in regelmässigen Abständen untersucht.
Letzte Änderung 06.04.2017