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Basierend auf einer Neubearbeitung der Momentenmagnituden des Erdbebenkatalogs für den Zeitraum 1300-2002 sind Rekurrenzparameter (a, b-Wert und Mmax) für zwei seismotektonische Zonierungen bestimmt worden, welche durch zwei unterschiedliche Vollständigkeitsperioden charakterisiert sind. Um die neuen a und b-Werte und deren relative Gewichtung zu berechnen, führen wir eine neue Methode ein, basierend auf dem Bayesischen Informations Kriterium. Von diesen Daten ausgehend wird ein synthetischer Erbebenkatalog von einer Million Jahre Dauer berechnet, welcher die unterschiedlichen Tiefenverteilung der Seismizität zwischen dem alpinen Vorland und den Alpen berücksichtigt. Die horizontale Bodenbeschleunigung wird für die ganze Schweiz anhand einer neuen prognostizierten spektralen Dämpfung der Bodenbewegung und neuen Skalierungsmodellen für die Frequenzen 0.5 bis 12 Hz und Wiederkehrperioden von 100, 475, 1000, 2500 und 10'000 Jahren berechnet.
Die Frequenz von 5 Hz entspricht im Mittel der Eigenfrequenz von Gebäuden mit 2 bis 5 Stockwerken. Diese machen den grössten Anteil der Bauwerke in der Schweiz aus. Gebiete moderater seismischer Gefährdung sind in der Karte blau bis grün eingefärbt. Dort erwartet man innerhalb der nächsten 475 Jahren im Mittel geringere Bodenbeschleunigungen und Schäden. In den Zonen mit erhöhter seismischer Gefährdung (orange bis rot) sind stärkere Bodenbewegungen und Schäden zu befürchten. Dies sind mehrheitlich Gebiete in denen bereits in den letzten 800 Jahren grosse Erdbeben aufgetreten sind: Das Wallis, die Region Basel, Graubünden und die alpine Front. Die hier gezeigte seismische Gefährdung ist die Grundlage für die schweizerische Erdbebenbaunorm SIA 261, die seit 2004 in Kraft ist.