Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/95945

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Bericht zu erstatten, wie er, entsprechend seinem Altersbericht vom 29. August 2007, die Forschung und Konzeption von Case-Management-Modellen in Zusammenarbeit mit den Partnern aus der Gesundheits- und Pflegeversorgung wie auch den Sozialorganisationen und -behörden fördern wird. Wichtig ist dabei, dass auch die spezifischen Bedürfnisse älterer Personen mit Migrationshintergrund beachtet werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat sich zu dieser Fragestellung bereits in der Stellungnahme vom 26. November 2008 auf die Motion Leutenegger Oberholzer 08.3614, "Alterspolitik. Aktionsplan zur Umsetzung des Strategieberichts", geäussert. Er hat in seiner Stellungnahme aufgezeigt, wo der Bund die im Bericht genannten Massnahmen zur Alterspolitik im Rahmen seiner gesetzlichen und finanziellen Möglichkeiten bereits umsetzt bzw. die entsprechenden Vorbereitungen getroffen hat. </p><p>Im Frühjahr 2006 gab eine Arbeitsgruppe des Netzwerks Case Management Schweiz mit Unterstützung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) den Bericht "Case Management in der Geriatrie. Umsetzungs- und Finanzierungsmodelle" heraus. Ziel dieses Berichts war es, Empfehlungen über die Situation, den Bedarf, die Wirksamkeit, die Wirtschaftlichkeit, die Voraussetzungen und Finanzierung des Case Managements in der Geriatrie zu erstellen. Laut dieser Arbeit kann Case Management sein Potenzial in erster Linie entfalten, wenn es auf lokaler oder regionaler Ebene verankert und getragen wird; der Bericht weist zusätzlich auf Wissenslücken mit entsprechendem Forschungs- und Entwicklungsbedarf hin. </p><p>Im Rahmen seiner Leistungsverträge gemäss Artikel 101bis AHVG (SR 831.10) mit gesamtschweizerisch tätigen Altersorganisationen unterstützt das Bundesamt für Sozialversicherungen insbesondere auch die Leistungen von Pro Senectute im Bereich der Sozialberatung. Dieses umfassende und professionelle Beratungsangebot beinhaltet bei Bedarf und nach Möglichkeit auch Case Management. Pro Senectute Schweiz ist als Dachorganisation besorgt für die entsprechenden Qualitätsstandards und die Dokumentation von "best practices" zuhanden der kantonalen Organisationen.</p><p>Case Management wird auch bei einzelnen Krankenversicherern durchgeführt. Es stellt hier ein bedeutsames Instrument von Managed Care dar. Der Bund hat dem Parlament am 15. September 2004 die Botschaft betreffend die Änderung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (Managed Care) unterbreitet. Damit sollen Versicherungsmodelle mit integrierten Versorgungsnetzen im Gesetz verankert und definiert werden. Die Vorlage liegt zurzeit beim Nationalrat.</p><p>Ein wichtiges Element des Case Managements ist die schnittstellenübergreifende Versorgung, welche die Betreuungskontinuität sicherstellen soll. Dieses Thema wird zurzeit auch im Rahmen des nationalen Projekts Palliative Care des BAG und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) diskutiert. Im Rahmen dieses Projekts werden die Bedürfnisse der Migrationsbevölkerung mitberücksichtigt.</p><p>Weiter prüft der Schweizerische Nationalfonds (SNF) gegenwärtig im Rahmen der laufenden Prüfrunde 2008/2009 für neue nationale Forschungsprogramme (NFP) unter anderem einen Programmvorschlag zur Thematik der Palliative Care (Machbarkeitsprüfung). In diesem Programmvorschlag werden auch Fragen zur Epidemiologie chronischer Krankheiten, zu Alter und Gesundheit sowie zur Versorgungsforschung der Grundversorgung angesprochen. Gestützt auf die Evaluationsergebnisse des SNF wird der Bundesrat Anfang 2010 über die Lancierung neuer NFP entscheiden können.</p><p>Aufgrund dieser Ausführungen hält der Bundesrat einen Bericht zur Umsetzung von Case-Management-Modellen nicht für notwendig und lehnt das Postulat ab.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.