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<h2>SubmittedText<h2><p>Im September 2017 hat der Bundesrat den Aktionsplan zur Halbierung der Risiken und zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) verabschiedet. In diesem Aktionsplan hat der Bundesrat klare Ziele zur Umsetzung der verschiedenen Massnahmen gesetzt. Der Erfolg des Aktionsplans hängt zum grössten Teil von der landwirtschaftlichen Praxis ab. Die Praktikerinnen und Praktiker müssen entscheiden, ob eine PSM-Anwendung erforderlich ist. Die Reduktion des Einsatzes von PSM auf das notwendige Minimum bedingt unter anderem genaue Kenntnisse über Krankheiten und Schädlinge. Die Prognosemodelle, die im Internet verfügbar sind, ermöglichen den Landwirtinnen und Landwirten, zuverlässige Vorhersagen zum Auftreten von wichtigen Schadorganismen abzurufen. Aus diesem Grund beinhaltet die Massnahme 6.3.2.4 des Aktionsplans den Aufbau einer nationalen Warndienstplattform bis 2022, auf welcher Informationen gesammelt, aufbereitet und der Praxis und Beratung mit moderner Kommunikationstechnologie zur Verfügung gestellt werden. Der Jahresbericht zur Umsetzung führt die festgestellte Verzögerung insbesondere auf organisatorische Gründe zurück. Die geplante Plattform ist für die Erreichung der Ziele des Aktionsplans jedoch von besonderer Bedeutung, vor allem bei den Spezialkulturen. Eine Verzögerung bei der Umsetzung der Massnahmen gefährdet die im Aktionsplan festgelegten Ziele. Überdies hat die Landwirtschaft in dieser Sache Erwartungen.</p><p>Der Bundesrat wird daher um folgende Informationen gebeten:</p><p>1. Ist der Bundesrat ebenfalls der Meinung, dass Kenntnisse über Krankheiten und Schädlinge eine entscheidende Rolle für die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln spielen?</p><p>2. Was ist der aktuelle Stand betreffend den Aufbau der nationalen Warndienstplattform?</p><p>3. Wie sieht der Zeitplan für den Aufbau der neuen Plattform aus?</p><p>4. Ist der Bundesrat bereit, die Umsetzung der Massnahme so schnell wie möglich abzuschliessen und die dafür notwendigen Personalressourcen zur Verfügung zu stellen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Voraussagen zum möglichen Auftreten von Krankheiten und Schädlingen und Entscheidungshilfen, ob und wann eine Behandlung erforderlich ist, sind ein wichtiges Element des integrierten Pflanzenschutzes. Die Prognosemodelle basieren auf den epidemiologischen Kenntnissen über die verschiedenen Krankheiten und Schädlinge. Zusammen mit den Wetterprognosen der agrarmeteorologischen Stationen, die insbesondere von den kantonalen Pflanzenschutzdiensten betrieben werden, ermöglichen diese Informationen die Berechnung des Infektionsrisikos für die nächsten Tage. So ist es möglich, nur bei Bedarf Pflanzenschutzmittel anzuwenden und somit die Anzahl der Behandlungen zu reduzieren.</p><p>2. Den Landwirtinnen und Landwirten stehen heute verschiedene Prognosemodelle zur Verfügung. Vitimeteo (www.agrometeo.ch) und SOPRA (www.sopra.admin.ch) berechnen die Entwicklung der wichtigsten Krankheiten im Weinbau und der Schädlinge im Obstbau. PhytoPRE (www.phytopre.ch) ermöglicht es Landwirtinnen und Landwirten, Informationen über das Infektionsrisiko der Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel zu erhalten. FusaProg (www.fusaprog.ch) ermöglicht es, das Infektionsrisiko für Fusarienbefall im Getreide zu berechnen. Die Agrometeo-Website (www.agrometeo.ch) umfasst die meisten dieser Prognosemodelle. Die Inhalte dieser Prognosemodelle werden im Rahmen der Arbeitsprogramme von Agroscope laufend aktualisiert. Eine Standortbestimmung mit Stakeholdern hat gezeigt, dass die bestehenden Angebote zuverlässig funktionieren, jedoch Handlungsbedarf zur Modernisierung besteht. Agroscope und das FiBL sind daran, gemeinsam das Projekt Agrometeo+ für den Aufbau dieser Plattform zu erarbeiten.</p><p>3. Gemäss aktuellem Stand des Projektes kann der genaue Zeitpunkt für den Aufbau der Plattform Agrometeo+ noch nicht festgelegt werden. Das Konzept liegt vor und die technische Beschreibung soll im 3. Quartal 2023 fertiggestellt werden. Zu bemerken ist aber, dass die bestehenden Prognosemodelle den Landwirtinnen und Landwirten bereits heute und auch weiterhin zur Verfügung stehen. Zusätzlich stellen die kantonalen Ämter den Landwirtinnen und Landwirten regelmässig Informationen über die Entwicklung verschiedener Schädlinge und Krankheiten zur Verfügung, die auf ihren Beobachtungen vor Ort basieren.</p><p>4. Das Projekt zum Aufbau der nationalen Warndienstplattform Agrometeo+ ist im Gange. Die Finanzierung für diesen Aufbau und für den langfristigen Betrieb ist in Diskussion. Als Lösungsvariante steht eine private Trägerschaft in Diskussion.</p>  Antwort des Bundesrates.