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Tragikomödie
Japan 1983
Alternative Titel Otoko wa tsurai yo: Kuchibue o fuku Torajiro; Tora-San wird Priester;
It's Tough to Be a Man - Torajiro Blows the Whistle; Tora-San 32; 男はつらいよ 口笛を吹く寅次郎;
Tora-san Goes Religious?
Regie
Yoji
Yamada
Drehbuch Yoji Yamada, Yoshitaka Asama
Darsteller Kiyoshi Atsumi, Chieko Baisho, Keiko Takeshita, Masami Shimojo, Chieko Misaki, Gin Maeda,
Kiichi Nakai, Tatsuo Matsumura, Hisao Dazai, Hidetaka Yoshioka, Chishu Ryu, Youko Moriguchi
Länge 104 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung o.A.
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
©
Text Marco, molodezhnaja 16.3.09
© Bilder Shochiku, Screenshots molodezhnaja
STORY
Tora (Kiyoshi Atsumi) weilt in der Stadt Takahashi in Okayama, um das Grab von Mr. Suwa zu besuchen, dem Vater seines Schwagers Hiroshi (Gin Maeda). Dabei freundet er sich mit einem betrunkenen Priester (Tatsuo Matsumura) an und verbringt den Abend mit ihm und seiner Tochter Tomoko (Keiko Takeshita). Auch Sohn Kazumichi (Kiichi Nakai) stösst zu ihnen, doch der Vater liegt mit ihm im Streit, weil er lieber studiert und das Leben geniesst, statt in seine Fussstapfen zu treten. Am nächsten Morgen hat der Priester einen derartigen Kater, dass er auf keinen Fall eine Trauerfeier im Dorf leiten kann. Kurzum springt Tora ein und ist so gut, dass er Assistent des Priesters bleiben darf. Bald darauf tauchen Hiroshi und Toras Schwester Sakura (Chieko Baisho) in Takahashi auf und staunen über die "neue Karriere" von Tora. Doch schon bald haben sie ganz andere Sorgen: Ein Streit mit Hiroshis Verwandtschaft um Mr. Suwas Vermögen.
REVIEW
Mit dieser Folge stand die Reihe bei zwei Dritteln ihrer Laufzeit von 48 Folgen und vom Glanz ist nichts abgebröckelt - im Gegenteil. Nummer 32 gehört gar zu den besten der ganzen Serie und beweist einmal mehr das Talent von Regisseur Yoji Yamada und seiner längst perfekt eingespielten Crew. Die Episode fällt zum einen durch eine etwas andere Struktur auf, zum anderen durch ihre vielen Handlungsstränge. Ebenso durch mehrere kleine Verbeugungen vor früheren Stars der Serie. Nichtsdestotrotz dürfen sich Fans natürlich auch über die immer wiederkehrenden Tora-Merkmale freuen. Etwa der Traumsequenz, die sich vom Kitsch zum Geisterfilm wandelt.
Danach kommt Tora nicht etwa nach Hause - sondern wird eben Priester. Wenn er die Trauerfamilie zum Lachen bringt, ist das ein klassischer Tora-Moment, in dem der Simpel durch seine direkte Art die Herzen der Leute öffnet. Später ist der Gesichtsausdruck von Sakura, als sie entdeckt, dass ihr Bruder als Assistent des Priesters arbeitet, einfach unbezahlbar. Dasselbe gilt für ihre Schweissperlen und Ohnmachtsanfälle, wenn immer sie Tora beim "Arbeiten" zusieht. Diese ganze Sequenz ist schlicht famos. Dagegen fällt die eigentliche Romanze in dieser Folge, abgesehen vom starken Finale am Bahnhof, fast schon ab - aber nur fast, denn Kiyoshi Atsumi ist absolut fantastisch und er hat mit Keiko Takeshita eine talentierte Mimin an seiner Seite.
Ebenso gibt es eine Reihe spannender Nebenfiguren. Da wäre etwa Tatsuo Matsumura, der zu Reihenbeginn noch Toras Onkel spielt und diesmal als verbitterter Priester ran darf. Seinen entfremdeten Sohn spielt der spätere Star Kiichi Nakai (Owl's Castle, Dororo) und sorgt für weiteres Konfliktpotential. Als sei dies nicht schon genug Stoff für eine Folge, kommt es auch noch zum Streit zwischen Hiroshi und seinen Geschwistern um das Erbe seines Vaters. Jener wurde in drei früheren Folgen vom Kurosawa-Star Takashi Shimura verkörpert, der ein Jahr zuvor verstorben ist. Die Szenen an seinem Grab sind daher auch als Ehrerbietung vor diesem grossen Schauspieler zu verstehen.
"Tora-San Goes Religious" hat auch ein paar kleine Hänger, etwa die Szene, in denen Tora der Familie erklärt, er wolle Priester werden. Da hätte definitiv mehr Comedy herausgeholt werden können. Doch der Rest ist Tora auf hohem Niveau. In manchen Szenen ungeheuer witzig, in anderen leise rührend. Und vor allem ist die Episode toll gespielt - es ist fast schon müssig, Kiyoshi Atsumi besonders hervorzuheben, denn der ist immer toll. Doch wenn er sich demütig als Priester aufführt und dabei gleichzeitig wohlwollend wie ironisch ist, amüsiert er noch mehr als gewohnt. Glänzend auch Chieko Baisho, Keiko Takeshita (die in Tora-San Goes North zurückkehrte) und Kiichi Nakai.
Dazu adrette Aufnahmen von Okayama, Schuberts "Forelle" (die schon in Tora-San Loves an Artist zum Einsatz kam), ein melancholisches Ende, eine abwechslungsreiche Handlung sowie der Einbezug der schleichenden Modernisierung in Form eines Computers und einer Brücke im Inland-Meer - fertig ist ein knapper 4-Stern-Film. Mag sein, dass Zuschauer, die nicht vom Tora-San-Virus infiziert sind, hier mit einer geringeren Bewertung rangehen würde, doch wer zuvor 31 Folgen gesehen hat, der wird an dieser hier besondere Freude haben. Der Reihe geht wohl einfach nie die Luft aus.
Fortsetzung: Tora-San's Marriage Counselor (1984)
MEINE
DVD
Hongkong, Code 3, NTSC
Bild: Letterboxed Widescreen
Ton: Japanisch 2.0 mit englischen und chinesischen Untertiteln.
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