Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03619.jsonl.gz/615

Integration in eine fremde Gesellschaft
Über eine Jugendliche eritreischer Herkunft und ihren Integrationsprozess in der Schweiz
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Integrationsprozess einer Jugendlichen, die vor fünf Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz gekommen ist. Zweck dieser Arbeit ist es, das subjektive Erleben des Integrationsprozesses einer jugendlichen Migrantin zu erfassen und zu analysieren, wie sie die an sie herangetragenen gesellschaftlichen Erwartungen bearbeitet.
Im ersten Teil der Arbeit erfolgt eine theoretische Fundierung anhand eines zweigeteilten Theoriestrangs. In einem ersten Schritt werden die für die Integration in eine fremde Gesellschaft relevanten Elemente der Lebensphase Jugend anhand von Hurrelmann, Mead und Keupp dargelegt. Im zweiten Schritt wird eine inhaltliche Definition des Begriffs Integration vorgenommen. Dazu wird Gesellschaft und Integration entlang der Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas nachvollzogen und diese auf die Situation eines Fremden nach Alfred Schütz angewandt. Eine Auseinandersetzung mit dem Ausländergesetz der Schweiz setzt Integration in den Kontext der schweizerischen Gesellschaft.
Der zweite Teil der Arbeit behandelt die empirische Einzelfallanalyse. Die Datenerhebung erfolgte mittels eines leitfadengestützten narrativen Interviews. Die Auswertung des Materials erfolgt entlang von Hypothesen, die aus dem vorgängigen Theorieteil entwickelt werden.
Die Analyse zeigt eine starke Fokussierung der Jugendlichen auf die Integration in das Wirtschaftssystem. Dessen Anforderungen zu genügen erfordern von ihr mitunter erhebliche Zeit- und Bildungsinvestitionen. Insbesondere die Ausbildung der Sprachkompetenz stellt sich als Herausforderung dar. Weiter stellt sich ihr die Aufgabe, ihre Verhaltensmuster entlang gesellschaftlicher Wert- und Normsysteme anzupassen und in der Auseinandersetzung mit diesen ihre Identität zu entwickeln und zu behaupten. Eine wichtige Rolle spielen dabei soziale Ressourcen in Gestalt sozialer Kontakte zu Peers und ihrer Vorgesetzten. Deutlich wird die Wechselwirkung und Abhängigkeit zwischen System- und Sozialintegration. Daraus lässt sich für die Soziale Arbeit insbesondere festhalten, dass soziale und kulturelle Teilhabe für die wirtschaftliche Teilhabe eben so viel Gewicht hat, wie umgekehrt. Eine übermässige Konzentration auf die objektiv messbare Systemintegration muss sich auf diese schlussendlich negativ auswirken.