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- Ein Bericht der Universität Zürich hat gezeigt, wie vielfältig die Stadt Zürich und ihre Bürger in die Sklaverei verstrickt waren.
- Deshalb überprüft eine Arbeitsgruppe jetzt 80 Denkmäler.
- Auch die Statue von Alfred Escher beim Zürcher Hauptbahnhof will die Stadt untersuchen.
Bei der Überprüfung der Denkmäler geht es darum, ob sie Bezüge zur Sklaverei aufweisen oder rassistisch sind. Denn die Historiker haben in ihrem Bericht aufgezeigt, wie die Stadt Zürich im 18. Jahrhundert von der Sklaverei und dem Sklavenhandel profitiert hat.
So war Zürich finanziell an der Verschleppung von über 36'000 Afrikanerinnen und Afrikanern beteiligt. Weiter bezog die Textilindustrie im 19. Jahrhundert Baumwolle von Sklavenplantagen.
«Ich bin sehr überrascht über den engen Bezug der Textilindustrie, die ohne die Sklavenwirtschaft nicht funktioniert hätte», kommentiert die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch die Studie.
Escher-Statue nicht direkt entfernen
Weiter profitierten auch Zürcher Bürger zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert von der Sklaverei. Die Familie Escher ist ein prominentes Beispiel dafür, wie die Studie aufzeigt. Zwar war Alfred Escher selbst nicht direkt in die Sklaverei oder den Sklavenhandel involviert, doch seine Familie besass eine Kaffeeplantage mit Sklaven. Laut Bericht soll diese Plantage später zum Vermögen von Alfred Escher beigetragen haben.
Wir wollen uns nicht einfach auf die Figur von Alfred Escher fokussieren.
Die Statue von Alfred Escher beim Hauptbahnhof direkt zu entfernen, kommt für die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch aber nicht in Frage. «Wir wollen uns nicht einfach auf die Figur von Alfred Escher fokussieren». Das Thema Denkmäler im öffentlichen Raum soll sorgfältig angegangen werden.
Koloniale Vergangenheit ohne Kolonien
Die Stadt Zürich setzt also auf eine breitere Aufarbeitung der Geschichte. So prüft eine weitere Arbeitsgruppe, wie Zürich die koloniale Vergangenheit und die Verstrickung in die Sklaverei öffentlich sichtbar machen kann. 2023 sollen erste Ergebnisse vorliegen.
Man muss bereit sein, sich damit zu konfrontieren.
Stadtpräsidentin Corine Mauch ist überzeugt, dass die Verwicklungen von damals die Gesellschaft auch heute noch betreffen. «Man muss bereit sein, sich damit zu konfrontieren», so Mauch. «Wir müssen anerkennen, dass wir auch ohne eigene Kolonien eine koloniale Vergangenheit haben».