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Warum gibt es den Euro? François Mitterand wollte nach der deutschen Wiedervereinigung keine „Super-D Mark“ und verpflichtete Helmut Kohl, der Einführung eines Euro zuzustimmen. Dem deutschen Kanzler, der sich als Einigungs-Kanzler sah, war dies nicht zu teuer. Deutschland, nicht zuletzt durch die Schröder’schen Reformen, die auf Kosten der Arbeitnehmer gingen, wurde zum Export-Weltmeister und verdiente Milliarden, die nun von den Europäern zurück gefordert werden zugunsten der finanzschwachen Staaten.
England (Grossbritannien existiert nur noch auf dem Papier) hat sich auf dem jüngsten EU-Gipfel als krasser Aussenseiter erwiesen. Dennoch wurde eine EU der zwei Geschwindigkeiten vermieden; der Weg zu den Reformen, d.h. einer strikteren Haushaltdisziplin, ist vorgegeben.
Die Schweiz, wo viele Entscheide basisdemokratisch fallen, steht nun einer EU gegenüber, die nach dem Prinzip der „geteilten Souveränität“ regiert wird. Tatsächlich gilt dies auch für die Schweiz, die mehr EU-Gesetze übernimmt als sie eigene produziert.
Die weiterhin offene Frage, wer künftig die Finanzmärkte reguliert, ist nicht allzu schwer zu beantworten. Die Finanzmärkte regulieren mehr denn je die Politik, sodass nicht nur in Italien und Griechenland ihre Statthalter als Ministerpräsidenten amtieren. Für wen der Finanzmarkt Schweiz optiert, ist offensichtlich: Die EU als Markt erfreut sich grosser Beliebtheit, als politisches Konstrukt wird sie auf Distanz gehalten.