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Die 18 Kantonalen Gebäudeversicherungen verzeichneten im Jahr 2020 rund 6'200 Fälle von Schäden an Gebäuden, welche durch Brände verursacht wurden. Deren Schadenssumme beträgt gesamthaft 214.6 Millionen Franken.
Hochrechnung auf die gesamte Schweiz
Hochgerechnet auf die ganze Schweiz führten Brände im Jahr 2020 zu schätzungsweise 9000 Fällen von Schäden an Gebäuden. Deren Schadenssumme beträgt über 300 Millionen Franken.
Rückblickend auf die letzten zehn Jahre und hochgerechnet auf die gesamte Schweiz ergibt sich folgende Schätzung:
Von 2011 bis 2020 ereigneten sich durch Brände schweizweit 100'000 Schäden an Gebäuden, was einem Jahresschnitt von 10'000 Fällen entspricht. Dabei entstanden Schäden im Wert von über 3,1 Milliarden Franken, also rund 310 Millionen Franken pro Jahr. Zu beachten ist, dass Schäden beispielsweise an Hausrat (Möbel, Kleider usw.) oder an Fahrzeugen darin nicht enthalten sind.
Trotz mehr Gebäuden weniger Schäden
Zwischen 2001 und 2020 stieg bei den 18 Kantonalen Gebäudeversicherungen der Gebäudebestand von 1,667 auf 1,892 Millionen. Dies entspricht einer Zunahme von 13%. Trotz dieser klaren Zunahme ist bei den kantonalen Gebäudeversicherungen ein leichter Rückgang der Schadenssumme ersichtlich. Diese positive Entwicklung ist wesentlich auf die wirksamen Brandschutzvorschriften der VKF zurückzuführen.
Jedes Jahr sterben bei Gebäudebränden zwischen 13 und 36 Personen. 2020 mussten in der Schweiz 17 Todesfälle verzeichnet werden. In mehr als 90% der Brände mit Todesfolge stirbt nur eine Person. Brände mit zwei oder mehr Todesopfern sind in der Schweiz äusserst selten. Brandfälle mit Todesfolge werden am häufigsten (in absteigender Reihenfolge) verursacht durch:
- Rauchzeug oder Kerzen, Zündhölzer usw.
- Küchenapparate, elektrische Geräte oder elektrische Installationen
- Explosionen
- Brandstiftungen
- Feuerungsanlagen
Aus medizinischer Sicht sind Rauchgasvergiftungen (alleine oder in Kombination mit Verbrennungen) die mit Abstand häufigste Todesursache. Funktionierende Rauchmelder können die Häufigkeit von Todesfällen durch Brände in Wohngebäuden etwa um die Hälfte reduzieren.
Mehr als die Hälfte der Opfer sterben in jenem Raum oder Bereich, in welchem das Feuer ausgebrochen ist. Ein noch grösserer Anteil der Opfer war direkt an der Brandentstehung beteiligt (z.B. Kochherd nicht ausgeschaltet).
Im Vergleich zu anderen Ländern ist das Risiko, in der Schweiz bei einem Gebäudebrand zu sterben, eher niedrig. Die Schweizer Brandschutzvorschriften haben auch bei der Anzahl Brandtoten dazu beigetragen, dass in den letzten 20 Jahren deren Quote um 50% gesunken ist.
Risikofaktoren bei Bränden
Die meisten Brände mit Todesfolge sind auf Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit zurückzuführen. Technische Defekte spielen eine kleinere Rolle. Wichtige Faktoren, welche bei Wohnungsbränden im Brandverlauf die Todesfälle begünstigen, sind: durch Feuer oder Rauch blockierte Ausgänge oder Sicht, Probleme im Zusammenhang mit Fluchtwegen sowie Probleme im Zusammenhang mit der Flucht des Opfers. Die wichtigsten opferspezifischen Risikofaktoren sind:
- Schlafen (zum Zeitpunkt der Brandentstehung) – siehe Rauchmelder retten Leben
- Mobilitätseinschränkungen (Das Risiko, bei einem Gebäudebrand zu sterben, steigt mit zunehmendem Alter markant an)
- Alkoholeinfluss (Wobei Männer stärker betroffen sind als Frauen)
Weitaus häufiger als zu Todesfällen führen Brände bei den Opfern zu Verletzungen. Infolge Verbrennungen unterschiedlicher Ursachen müssen sich in der Schweiz jedes Jahr über 8’000 Personen in ärztliche Behandlung begeben. Rund 290 Schwerverletzte müssen in einem Brandverletztenzentrum behandelt werden.
Hinzu kommen die vielen Verletzten mit Rauchvergiftungen. Denn die grösste Gefahr für Menschen geht nicht vom Feuer selbst aus, sondern vom Rauch.
Rückblickend auf die Jahre 2001 bis 2020 waren folgende drei Ursachen verantwortlich für über 70% der Schäden:
1: Blitzschläge
Rund ein Drittel aller Schäden haben ihren Ursprung bei Blitzschlägen.
2: Elektrizität
Diese Schäden beinhalten elektrische Installationen und elektrische Geräte als Brandursache. Meist sind solche Brände auf Unachtsamkeit und Fehlverhalten der Benutzer und weniger auf technische Defekte zurückzuführen. Vielfach haben diese Brände ihren Ursprung in der Küche (Kochherd nicht abgestellt, Essen auf der Herdplatte vergessen usw.).
3: Rauchzeug, Kerzen usw.
Auf Platz drei der häufigsten Brandursachen folgen Brände, primär ausgelöst durch Rauchzeug. Auch Kerzen, Zündhölzer oder Feuerarbeiten als Brandursache sind darin enthalten. Diese Kategorie verzeichnet gleichzeitig die höchste Todesrate.
Diese nachstehende Grafik der VKG zeigt auf, welchen Anteil die verschiedenen Ursachen an der gesamten Schadenssumme aufweisen. In Bezug auf die Schadenssumme liegt die Elektrizität mit 23,5 % klar an der Spitze der erkannten Ursachen. Der hohe Anteil «unbekannter Ursachen» an der Schadenssumme rührt daher, dass grosse, schadenintensive Brandfälle oftmals weniger Spuren zur Brandursache hinterlassen und daher der Grund des Brandes besonders schwierig zu eruieren ist.
Rund die Hälfte aller Brände ereigneten sich in Wohngebäuden, welche den Grossteil der Gebäudenutzungsarten ausmachen. In Wohngebäuden werden auch die meisten Todesfälle verzeichnet. In der Schweiz sind dies mehr als 80% der Brandtoten.
Quellen:
Diagramme und deren Erläuterungen: Schadenstatistik der VKG
Alle übrigen: Schlussbericht Personenrisiken aus Brand: Recherche für die Spurgruppe BSV 2025 der VKF