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Zakat gilt als Pflichtabgabe für Musliminnen und Muslime. Es ist die dritte Säule des Islams (nach der Bestätigung des Glaubens und des Gebets). Wortwörtlich bedeutet «Zakat» im Arabischen «vermehren», «vervielfältigen» oder «sich reinigen». Die Verwendung des Begriffs ist ausschliesslich für das islamische Ritual vorgesehen. Das Gebot fordert die Musliminnen und Muslime dazu auf, armen und bedürftigen Menschen zu helfen. Im Islam gibt es zwei Arten von Zakat: Die Geld-Zakat und die Zakat des Fastenbrechens.
Die Geld-Zakat oder im Arabischen «Zakat Al-Mal» ist erst obligatorisch, wenn die Person erwachsen ist und über Ersparnis verfügt. Die Entrichtung der Zakat wird gemäss dem gesparten Vermögen nach einem Jahr berechnet. Der Mindestvermögenswert «Nisab» beträgt 81 Gramm Gold. Die Person ist verpflichtet, davon 2.5 % zu zahlen. 81 Gramm Gold entsprechen ungefähr CHF 4‘430. Wer also diese Summe für ein ganzes Jahr gespart hat, muss davon CHF 125 abgeben. Die Abgabezeit der Zakat ist nicht vorgeschrieben, aber es ist beliebt, dass die Zakat an wichtigen Anlässen entrichtet wird, wie z.B. vor oder während dem Fastenmonat Ramadan oder auch an den islamischen Festen.
Im Gegensatz zur Geld-Zakat ist die Zakat des Fastenbrechens oder auf Arabisch «Zakat-al-Fitr» eine Pflicht für alle Muslime und Musliminnen, die ausreichend zum Essen und Leben haben. Es gilt für alle Familienmitglieder, Erwachsene und Minderjährige, ebenfalls für Säuglinge. Die erwerbstätigen Personen müssen für jedes weiteres Familienmitglied diese Pflicht erfüllen. Die Verrichtung dieser Zakat wird kurz vor dem Fest des Fastenbrechens (Zuckerfest) geleistet. Die Höhe der Zakat-al-Fitr entspricht pro Person etwa dem Gegenwert einer Mahlzeit für eine Person. das Ziel ist es, bedürftigen Menschen Freude zu bereiten.
In der Schweiz ist das Steuersystem mit der Zakat vergleichbar. Als in der Schweiz lebende Muslimin zahle ich sowohl Steuer als auch Zakat. Die Zakat hat für mich eine religiöse, ethische und ökonomische Bedeutung. Mein Ziel bei der Erfüllung dieser Pflicht ist es, bedürftigen Personen zu helfen und ihre materiellen Bedürfnisse teilweise abzumildern. Dadurch nehme ich eine Verantwortung wahr, den Zusammenhalt und die Solidarität in unserer Gesellschaft zu verbessern.
Der Kampf gegen Armut ist die Aufgabe von uns allen. Gerade unter dem wachsenden globalen Bedarf und den knappen Ressourcen. Ich finde, dass diese ethischen Werte aus den Religionen in diesem Diskurs viel beitragen können, um Armut zu beseitigen und ein besseres Zusammenleben zu ermöglichen.