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Sie sind immer bei den Letzten, die ihr Blattkleid erhalten, die Walnussbäume (Juglans regia).
Beginnen sie dann endlich mit ihrem Blattaustrieb, sind die ersten Blätter zu Beginn rot überlaufen, so, dass man die Nussbäume von Weitem erkennen kann.
Es gibt einen guten Grund, warum die Nussbäume den Blattaustrieb und die Blüte hinauszögern.
In unserem Dorf gibt es einen Spätzünder unter den Nussbäumen wie kein zweiter. Während die anderen bereits im satt grünen Blätterkleid dastehen, ist er noch nackt. Selbst Ende Mai, als dieses Bild entstanden ist, macht er keine Anstalten auszutreiben.
Obwohl ich es mittlerweile besser weiss, meine ich trotzdem jedes Jahr im Frühling, der Baum sei nun wirklich über den Winter abgestorben. Doch zuverlässig wird er auch dieses Jahr wieder austreiben, dann, wann es ihm passt.
Es gibt einen Grund, warum die Walnussbäume erst viel später als andere Bäume austreiben und blühen: Sie stammen ursprünglich aus einer viel wärmeren Gegend, deshalb sind sie sehr frostempfindlich. Werden die Blüten im April oder Mai noch vom Frost erwischt, wird es nichts mit Nüssen in diesem Jahr.
Susanne Fischer erklärt in ihrem wunderbaren Buch «Blätter von Bäumen» woher der Baum stammt und auch wie er zu seinem Namen «Walnussbaum» gekommen ist:
«Die ursprüngliche Heimat des Walnussbaumes ist Mittelasien. Über die Griechen lernten die Römer den Baum kennen, führten ihn ein und kultivierten ihn in ihren Gärten. Um 800 n. Chr. wurde der Baum auch nördlich der Alpen bekannt und populär, besonders nachdem er von Karl dem Grossen zum Anbau empfohlen und angeordnet wurde. «Welchen» oder «Walcher» wurden damals die Bewohner Galliens und Italiens genannt. Die zweite Bedeutung dieses Wortes war «fremd», andersartig. Da der Wallnussbaum über Frankreich, dem damaligen Gallien, nach Deutschland einführt worden ist, belegte man ihn mit dem Namen Walchbaum oder Welschbaum.» Ab dem 18. Jahrhundert sei dann der daraus entstandene Name Walnussbaum bezeugt.