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Aussehen
Als Engerlinge werden alle Larven von Käfern der Überfamilie Scarabaeoidea bezeichnet. Ihr Körper ist bananen- bis halbkreisförmig gekrümmt und weiss, grau oder gelblich gefärbt. Die Larvenhaut ist vor allem am Hinterende sehr schwach pigmentiert, sodass der meist prall gefüllte Darm durchscheint. An den drei Segmenten hinter dem Kopf befinden sich drei Paar kräftig entwickelte Brustbeine. Die Kopfkapsel ist gelb bis braun und besitzt zwei kräftige, spitze Mundwerkzeuge.
Wichtigste einheimische Arten
Engerlinge leben im Boden und ernähren sich von totem organischem Material oder Wurzeln lebender Pflanzen. Die wichtigsten Arten, die in der Schweiz vorkommen und Schäden verursachen können, sind der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), der Gemeine Junikäfer (Amphimallon solstitiale), der einjährige Junikäfer (Amphimallon majale) und der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola).
In Gärten und sogar in Balkonkästen und Blumentöpfen werden manchmal die Engerlinge der Rosenkäfer (Cetonia aurata) gefunden. Die Tiere sind zwar relativ gross, haben aber nur schwache Mundwerkzeuge, mit denen sie die Wurzeln gesunder Pflanzen nicht zerkauen können. Rosenkäferengerlinge sind daher im Garten nicht schädlich! Sie kommen häufig in Komposthaufen vor, wo sie abgestorbenes, organisches Material zersetzen.
Entwicklungszyklus
Die Entwicklung des Maikäfers und seiner Verwandten verläuft unterschiedlich schnell. Kleine Arten, wie der Gartenlaubkäfer und der einjährige Junikäfer, durchlaufen die Entwicklungsstadien vom Ei bis zum dritten Larvenstadium in wenigen Monaten. Nach der Überwinterung verpuppen sich die Larven im Frühjahr und schlüpfen nur ein Jahr nach der Eiablage als Käfer aus der Erde.
Der Gemeine Junikäfer benötigt zwei Jahre für seine Entwicklung, Maikäfer in der Regel drei oder sogar vier Jahre. Im zweiten Entwicklungsjahr sind die Engerlinge dieser Arten besonders gefrässig und die Schäden daher am besten sichtbar.
Ein weiteres interessantes Detail ist die synchronisierte Entwicklung der Maikäfer. Der Grossteil der Maikäferpopulation einer bestimmten Gegend verläuft gleichzeitig und gleich schnell. Diese Entwicklungszyklen haben sich über die letzten Jahrzehnte kaum verändert. Es ist daher einfach prognostizierbar, wann das «Flugjahr» oder das «Hauptschadensjahr» einer bestimmten Maikäferpopulation ist.
Unterscheidungsmerkmale
Engerlinge lassen sich teilweise aufgrund ihrer Grösse voneinander unterscheiden. Die Engerlinge des Maikäfers sind am grössten, sie sind im 3. Larvenstadium 2,5–3,5 cm lang. Jene des Gartenlaubkäfers sind mit maximal 1,5 cm Länge am kleinsten. Auch die Art der Fortbewegung lässt Schlüsse auf die Engerlingsart zu: So können Gartenlaubkäfer und Junikäfer ihren Körper strecken und auf einer glatten Oberfläche mit Hilfe ihrer Brustbeine laufen. Die Engerlinge des Maikäfers können sich hingegen nicht strecken, sondern bleiben immer gekrümmt. Auf einer glatten Oberfläche liegen sie daher seitlich und können nicht zielgerichtet laufen. Eindeutig lassen sich die Engerlinge jedoch nur anhand der Borsten auf der Bauchseite des letzten Körpersegments unterscheiden. Diese sind je nach Art unterschiedlich geformt und angeordnet.
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