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Flat Earth Society
Zetetic Society
Universal Zetetic Society
International Flat Earth Society
Die moderne Flat Earth Theorie wurde vom englischen Autor Samuel Rowbotham (1816-1884) begründet. Mit einem Experiment, indem er die Krümmung eines Kanals in England mass („Bedford Level Experiment“), versuchte er seine Ansicht zu beweisen, dass die Erde flach sei. Seine Befunde publizierte er in der Broschüre Zetetic Astronomy. Darauffolgend, propagierte er in verschiedenen Schriften, dass die Erde eine flache Scheibe sei, deren Zentrum der Nordpol darstelle. Zudem seien die Sonne und der Mond 4’800 Kilometer und der „Kosmos“ 5’000 Kilometer von der Erde entfernt. Seine Argumentation beruf sich auch auf biblische Stellen, die, seiner Meinung nach, seine Ideen unterstützen würden. Samuel Rowbotham gründete den ersten Vorläufer der gegenwärtigen Flat Earth Society: die „Zetetic Society“ in England und New York.
Nach dem Tod von Rowbotham, gründete Lady Elizabeth Blount die „Universal Zetetic Society“. Wie ihr Vorgänger, stützte sie sich vorwiegend auf die Bibel. So war die Verbreitung der „natürlichen Kosmogonie“, welche mit den Heiligen Schriften vereinbar sein müsse, sowie auf wissenschaftlichen Befunden basiere, das Ziel ihrer Organisation.
1956 wurde die „Universal Zetetic Society“ durch Samuel Shenton zur „International Flat Earth Society“ umbenennt. Sie hatte ihren Sitz in Dover, England. Durch sein Interesse an den ergänzenden und alternativen Wissenschaften, legte er weniger Wert auf religiöse Inhalte als die vorgängigen Organisationen.
Erst nach Shentons Tod im Jahr 1971, unterlag der Organisation, unter der Leitung von Charles K. Johnson, eine erneut religiöse Begründung. Johnson argumentierte für seine Ansichten mit biblischen Zitaten und glaubte, dass es eine Verschwörung unter Wissenschaftlern gebe, welche die Religion mit der Wissenschaft ersetzen würde. Unter seiner Leitung wuchs die Mitgliederzahl auf etwa 3000 Personen.
Charles K. Johnson starb im Jahr 2001, woraufhin die Organisation ebenfalls stilllag. Erst im Jahr 2004 sorgte Daniel Shenton (nicht verwandt mit Samuel Shenton) für eine Auferstehung der Diskussionen rund um eine flache Erde, indem er eine Website mit Forum dafür bereitstellte. Diese führte 2009 zur erneuten Gründung der der Flat Earth Society, die seither in einer Internetseite organisiert ist.
In der Flat Earth Society wird die Ansicht verbreitet, dass die Erde eine flache Scheibe, mit dem Nordpol im Zentrum, sei. Die Antarktis umschliesst dabei die Erde, sodass das Meer durch eine Wand aus Eis zurückgehalten wird. Was ausserhalb dieser Wand existiert, ist unbekannt. Forscher hätten dies bisher nicht herausfinden können oder seien nach ihrer Mission nie mehr zurückgekehrt.
Die Sonne umkreist die Erde und leuchtet, wie ein Scheinwerfer, ihr Licht auf bestimmte Gebiete, sodass dort Tag wird, während die anderen Gebiete in der Dunkelheit liegen. Wenn die Sonne weiter entfernt vom Nordpol kreist, ist es in der nördlichen Hemisphäre Winter und im Süden Sommer.
Die Erde ist, der Flat Earth Society zufolge, kein Planet und stellt das Zentrum unseres Sonnensystems dar. Die restlichen Planeten, der Mond und die Sonne sitzen oberhalb der Erde und umkreisen diese. Die Erde kann durch ihre zentrale Lage, sowie aufgrund ihres speziellen Charakters, mit keinem anderem Himmelskörper verglichen werden.
Die Erde wird dabei nicht in die Sphäre der anderen Planeten gezogen, weil die Anziehungskraft nicht existieren kann, da diese ein grosses Objekt voraussetzen würde, welches die Erde in ihr Zentrum zieht. Stattdessen vertretet die Flat Earth Society die Theorie der „Universal Acceleration“ (Dt.: „Universale Beschleunigung“). Zufolge dieser, werden alle Himmelskörper, die eine genügend grosse Masse besitzen, gegen oben beschleunigt. Durch die Masse der Erde werden die Objekte, die sich auf ihr befinden, von der Kraft der „Universal Acceleration“ beschützt.
Laut der Flat Earth Society, wurde die NASA gegründet, um das Konzept der Raumfahrt zu fälschen und so die militärische Macht darüber zu ergreifen. Im Kontext des Kalten Krieges und dem sogenannten „Wettlauf ins All“, wollten die USA so ihre politische Autorität über jene der UdSSR erheben. Seit dem Ende des Kalten Krieges sei die Raumfahrt vorwiegend aus Gier motiviert, da die dafür bereitgestellten Finanzen für eigene Zwecke genutzt werden können.
Der NASA wird dabei nicht vorgeworfen, dass sie ihr Wissen über die Flachheit der Erde vertuschen würde. Da die NASA keine echten Raummissionen mache, könne sie es nicht besser wissen und verbreite so die populäre Ansicht, dass die Welt rund sei. Auch alle Fotos der NASA seien gefälscht.
Hauptsächlich verweist die Flat Earth Society in ihren Beweisen auf die eigenen Sinne des Individuums. Diese empirische Erfahrung der Welt würde genügen um die Erde als flach zu verstehen, da die Erde, wie auch die unteren Hälften der Wolken, flach aussehen und die Bewegungen der Sonne ebenfalls der Theorie der Flat Earth Society folgen würden.
Es wird zudem auf Experimente, wie das „Bedford Level Experiment“ verwiesen, welche auf ihrer Website aufgelistet werden. Da die Organisation jedoch über zu wenig Kapital verfügt, ist es schwierig für sie, Experimente durchzuführen und Beweise für ihre Ansichten zu finden.
Die Verschwörungstheorie rund um die flache Erde geniesst seit dem Aufkommen des Internets eine erneut grosse Beliebtheit. (Falsch-)Informationen können über verschiedene Webseiten und soziale Medien schnell verbreitet werden.
Die Flat Earth Society basiert und funktioniert ebenfalls hauptsächlich über das Internet. Ihre Website verfügt über ein ausführliches Wiki zu ihren Ansichten. In einem Forum kann diskutiert werden und es wird zusätzliche Literatur zum Thema verlinkt.
https://www.tfes.org/