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Sorgfältig recherchiert und aufgezeichnet von Bernhard Frölich (c) 2005
Grundsätzliches Wo liegen die Ursprünge der Steelbands? In der Karibik? - Falsch! Wie Forscher unlängst herausgefunden haben, ist die Steelmusik eine urschweizerische Musik, die ursprünglich von Sennen im Wallis gespielt wurde.
Aus der Eintönigkeit entstanden Schriftstücke belegen, dass sich bereits Mitte des zweiten Jahrhunderts Sennen trafen, um auf ihren Milchkannen rhythmische Melodien zu spielen. Während anfangs die verschiedenen Töne durch unterschiedliches Befüllen der Kannen mit Milch entstanden, brachte schon früh eine typisch schweizerische Innovation den entscheidenden Schub: es ist leider nicht mehr genau überliefert, wer erstmals eine Milchkanne umdrehte und den Boden als Resonanzkörper nutzte. Auf jeden Fall setzte sich die Bearbeitung des Bodens schnell durch, weil sich nun mit nur einer Kanne eine Vielzahl von Tönen erzeugen liess und so das aufwändige Stimmen und das spielverzögernde Herumlaufen zwischen den Milchkannen entfiel.
Vom Ton zur Bronce Anhand von Funden in der Schweiz meinen Forscher aber festgestellt zu haben, dass bereits vor der Bronzezeit mit Hinterbeinknochen des gemeinen Berghamsters auf Tongefässe geschlagen wurde, um Musik zu machen. Tongefässe waren jedoch nicht dauerhaft geeignet, was sich dadurch nachweisen lässt, dass fast nur Scherben gefunden wurden. Da waren die Bronzeeimer der nachfolgenden Epoche doch haltbarer, wenn munter und laut aufgespielt wurde. Eine Nebenlinie der ursprünglichen Steeldrumentwicklung führte zu den Kuhglocken, die man daher als eng verwandt mit den heutigen Steelpans betrachten muss.
Seefahrende Sennen - und Engpässe Durch seefahrende Sennen der Schweizer Marine gelangten die blechernen Musikinstrumente schliesslich nach Trinidad. Es kam jedoch häufig zu Engpässen im Milchkannennachschub. So setzte sich die Steelmusik erst durch, als findige Einheimische Ölfässer und Kondensmilch-Blechkanister zu Steelpans umdengelten. Auch in der Schweiz hatte die Steelmusik mit einem vorübergehenden Traditionsverlust zu kämpfen, weil die Milchtüte die Blechkanne verdrängte.
Stallmusik Der Name Steelmusik kommt übrigens von Stallmusik, weil die Musik der Sennen ursprünglich vorwiegend in Ställen gespielt wurde. Mit der dritten schwyzo-karibischen Lautverschiebung wurde dann aus 'Stallmusik' die 'Steelmusik'.
Zurück zu den Wurzeln Es ist Mauro, Nicole und Timo Roten und den Freunden in ihrer stattlichen Steelband zu verdanken, dass die Steelmusik in Form der Mountain-Steelband wieder zu ihren Walliser Wurzeln zurückgefunden hat.