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Der Verkauf von Wildtieren zum menschlichen Verzehr gilt als ein möglicher Grund für die aktuelle COVID-19-Pandemie und den Sars-Ausbruch ab 2002. Beide Krankheitserreger aus der Familie der Coronaviren haben ihren Ursprung in China und stammen aus dem Tierreich, auch wenn der Hauptwirt oder Zwischenwirt, von dem das Virus auf den Menschen übersprang, im Fall von SARS-CoV-2 noch nicht gesichert ist.
Von den ersten COVID-19-Patienten in Wuhan hatten viele den «Huanan Grosshandelsmarkt für Fische und Meeresfrüchte» frequentiert, der deshalb als primärer Infektionsort in Frage kommt. Verkauft wurden auf dem Markt nicht nur Meerestiere, sondern auch Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Insekten.
HZ kann die Echtheit der Liste nicht unabhängig verifizieren und die darauf angegebene Webseite ist nicht mehr erreichbar. Doch die 112 gelisteten Artikel decken sich teilweise mit anderen Recherchen, beispielsweise der «South China Morning Post», die von 120 Wildtier-Produkten von 75 Arten berichtet, die in einem Teil des Marktes angeboten wurden.
Die Liste umfasst auch zahlreiche Tiere, die auch in anderen Ländern gegessen werden. Sehr viele sind zudem als «lebend» (活) gekennzeichnet. Zu den exotischeren Posten gehören zum Beispiel:
- Pfau
- Strauss
- Seeschlange
- Krokodil
- Chinesischer Sonnendachs
- junger Wolf
- Fuchs
- Koala - chinesisch «Baumbär», wahrscheinlich steht der Name laut «South China Morning Post» für Biber und ist absichtlich falsch gewählt
- Moschusspitzmaus
- Bambusratte
- Sikahirsch
- Biberratte
- Stachelschwein
- Mink
- Schuppentier
- Chinesischer Riesensalamander
- Asiatischer Ochsenfrosch
- Schnecke
- Skorpion
- Hundertfüssler
Handel mit wilden Tieren verboten
Im Zuge der Corona-Epidemie reagierte die Regierung in Peking und verbot den Handel und Konsum von Wildtieren in einem Entscheid vom 24. Februar. Unter das neue Verbot fallen auch Tiere, die in Gefangenschaft gezüchtet wurden, zum Beispiel Frösche, Pfauen und Ratten.
In einer Umfrage in den chinesischen sozialen Medien Wechat und Weibo mit über 100'000 Antworten sprachen sich laut dem Interdisciplinary Center for Conservation Sciences der Universität Oxford gut 96 Prozent für das Verbot aus. Gleichzeitig antworteten 32 Prozent, dass sie im letzten Jahr Menschen gesehen hätten, die Wildtiere assen. Allerdings beteiligten sich an der Erhebung mehrheitlich Stadtbewohner.
«Geist der menschlichen Zivilisation»
Inzwischen hat die Grossstadt Shenzhen zusätzlich den Verzehr von Hunden und Katzen verboten. «Hunde und Katzen als Haustiere haben eine viel engere Beziehung zum Menschen aufgebaut als alle anderen Tiere», erklärte die Stadtverwaltung laut der Nachrichtenagentur Reuters. «Dieses Verbot entspricht auch der Forderung und dem Geist der menschlichen Zivilisation.»
Ob sich diese Neuerungen auch auf dem Land durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Der Handel und die Zucht von Wildtieren ist für viele arme Landbewohner eine wichtige Einkommensquelle.