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Die Gründung des in der Saaneschleife am Südrand der unteren Altstadt liegenden Klosters erfolgte im Jahr 1255. Damals stand das Frauenkloster unter der Regel des hl. Benedikt. 1262 wurde es in den Zisterzienserorden inkorporiert und der Jurisdiktion des Klosters Hauterive unterstellt. Die Anlage folgt dem üblichen zisterzienserischen Plan mit den Klosterbauten um einen Kreuzgang und der Kirche auf der Nordseite. Die im 15. und 16 Jahrhundert mehrfach veränderten Klosterflügel des 13. Jahrhunderts wurden mehrheitlich nach einem Brand 1660 bis 1666 neu errichtet. Die Kirche wurde zwischen 1264 und 1284 (Weihe) gebaut. Sie folgt dem frühen Zisterzienserschema mit dreischiffigem Langhaus und flach geschlossenem Chor. Von den ursprünglich fünf geplanten Jochen wurden jedoch nur drei vollendet und um 1330 mit der Westfassade abgeschlossen. Gleichzeitig wurde das Mittelschiff basilikal erhöht und mit einem Spitztonnengewölbe und Lichtgadenfenstern versehen. Das Portal wurde in den Norden verlegt. Die einstige Fensterverglasung ist nicht erhalten. Die Seitenkapellen besitzen heute Glasfenster von Jean-Edward de Castella aus dem Jahr 1934. In der Rose des Chorabschlusses befand sich im 19. Jahrhundert eine Wappenscheibe des Zisterzienserordens von 1536, die durch Kauf 1899 ins kantonale Museum (Museum für Kunst und Geschichte Freiburg) gelangte. Im Museum befindet sich auch heute das Heiliggrab um 1330, ein einzigartiges Zeugnis der mystischen Frömmigkeit im Frauenkloster (an Ort Kopie). Die fast lebensgrosse holzgeschnitze Figur des toten Christus liegt in einem bemalten aufklappbaren Holzsarg und wurde in die Karfreitagsliturgie einbezogen. Verblieben ist das Chorgestühl der Nonnen aus der Zeit um 1378–1400, das zu den ältesten Chorgestühlen der Schweiz zählt und einen einfallsreichen figürlichen Dekor besitzt. Die übrige reiche Ausstattung stammt überwiegend aus dem 17. Jahrhundert.
Aloys Lauper, Steffan Biffiger et Ingrid Beytrison (2012). Fribourg. In: Fribourg/Freiburg, Valais/Wallis. Guide artistique de la Suisse. Bern: Soc. d'histoire de l'art en Suisse, p. 44/45.