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Aus Fussball- wurden Laufschuhe
Bis ins Jahr 1987 war Fussball für Thomas Winkler die wichtigste Nebenbeschäftigung. Er spielte als Junior im Quartierverein Sparta Bern. Als er dann aber im selben Jahr, praktisch ohne spezielles Lauftraining, den Grand Prix von Bern als 14-Jähriger in 1 Stunde und 15 Minuten zurücklegte, änderte sich sein Sportlerleben frappant. Dies war der Auslöser zur Teilnahme an weiteren Laufveranstaltungen. Bald wurde 1988 noch der Gurtenlauf und 1989 der Chäsitzerlauf ins Programm aufgenommen. Die Freude am Laufsport wurde dadurch immer grösser. Im selben Jahr kam er auf die Idee kurzerhand einen eigenen Lauf zu veranstalten. Dass dieser im nahe gelegenen Steinhölzliwald ausgetragen wurde, erstaunte nicht, denn mit dieser grünen Umgebung war Thomas Winkler bestens vertraut. Praktisch jeden Sonntag lief er nämlich mit seiner FC Köniz Fahne durch den Wald, um sich die Heimspiele seines zweiten Lieblingsvereins anzusehen. Die Vorbereitungen liefen schnell an. Die Startliste tippte der 16-Jährige mit der Schreibmaschine ab. Die Strecke wurde zusammen mit dem Kollege Albano Bernasconi mit einem 25 Meter langen Messband vermessen.
Die Zeiten wurden von Hand gestoppt
Bei der ersten Austragung am 31. März 1990 wurden die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch mit Einzelstart ins Rennen geschickt. Die Strecke mit Start und Ziel beim Fuchsbrunnen mass genau 1,094 km. Diese führte nach dem Start durch den Wald an die Weissensteinstrasse, danach am Spielplatz und dem Sportplatz Liebefeld vorbei. Kurz nach dem Ofenhaus La Cravache folgte die einzige nennenswerte Steigung. Oben angekommen mussten die Läufer noch rund 200 Meter auf einem Flachstück bewältigen bis ins Ziel beim Fuchsbrunnen. Die Premiere war sehr einfach organisiert. Das Startgeld wurde auf 1.50 Franken festgesetzt. Die Festwirtschaft bestand aus einem alten Kinderwagen mit Getränken. Der Gründer Thomas Winkler stoppte die Zeiten jedes einzelnen Teilnehmers von Hand. Die Startnummern bestanden aus Stoff und wurden von der Wander AG in Bern zur Verfügung gestellt. Die Rangverkündigungen wurden gleich beim Fuchsbrunnen nach dem Rennen abgehalten. Schon damals wurden viele Preise an die Teilnehmer abgegeben, was auch heute noch den Steinhölzlilauf prägt. Die Helfer der ersten Stunde sind auch heute noch dabei. Die Eltern, die Geschwister, Albano Bernasconi und seine Eltern Aldo und Lore. Von den damals 16 gestarteten Läufern sind heute vier als Helfer im Einsatz. Dabei figuriert Alexander Reichenbach der Sieger der ersten Austragung sogar im Organisationskomitee. Adrian Reichenbach hilft bei der Zeitmessung im Ziel. Marianna Winkler ist für die Nachmeldungen verantwortlich und Ernst Ryf bildet jeweils mit seinem Fahrrad als Sanitäter den Schluss des Lauffeldes.
Die Startnummern wurden von Hand bemalt
Die Organisatoren waren schon einige Monate vor der zweiten Austragung mit den Vorbereitungen beschäftigt. So wurden zum Beispiel die Startnummern von Hand bemalt und anschliessend an einem Wäscheständer getrocknet. Christian Winkler hatte sich schon eifrig ums Fotomaterial gekümmert. Im Wald wurden Tage vorher bereits Informationsständer montiert, um die Anwohner auf den Anlass vorzubereiten. Das Startgeld durfte von den Teilnehmern selbst bestimmt werden. Der Name der Veranstaltung wurde geändert. Aus Steinhölzliwald-Plauschlauf wurde der Steinhölzliwaldlauf. Gegenüber dem Vorjahr wurden bei der zweiten Auflage einige Veränderungen vorgenommen. Start und Ziel befanden sich immer noch beim Fuchsbrunnen, dafür wurde die Strecke abgeändert. Diese führte nun ausschliesslich durch den Wald und war im Gegensatz zur ersten Austragung wesentlich coupierter. Auf dem höchsten Punkt der Strecke wurde sogar ein Bergpreis ausgesetzt, was viele Teilnehmer arg ins Schwitzen brachte. Auch die Streckenlängen wurden erhöht und das grösser gewordene Teilnehmerfeld auf vier Kategorien aufgeteilt.
Der Fuchsbrunnen musste dem La Cravache weichen
Auch bei der dritten Austragung wurde wieder versucht den Wünschen der Teilnehmer gerecht zu werden. Start und Ziel wurden neu zum Ofenhaus La Cravache neben dem Sportplatz Liebefeld verlegt. Die Rangverkündigung wurde im Haus ausgetragen, wo eine kleine Festwirtschaft eingerichtet war. Dadurch musste auch die Strecke erneut geändert werden. Der Bergpreis auf dem höchsten Punkt beim Burgplatz kam aber erneut zur Austragung. Trotz des regnerischen Wetters wurde mit 42 Läufern ein neuer Teilnehmerrekord erzielt.
Bratwurst oder Müesli
Kein Steinhölzliwaldlauf ohne Änderungen. Bei der vierten Auflage kamen die Teilnehmer sogar in den Genuss von Garderoben und einer noch grösseren Festwirtschaft. Diese wurde in der nahe gelegenen Turnhalle am Steinhölzliweg eingerichtet, was aber auch mit einem grösseren Aufwand verbunden war. Die Streckenführung wurde im oberen Waldteil etwas ausgedehnt und streifte, wie schon bei der ersten Austragung den Spielplatz an der Dübystrasse. Das Hauptfeld war sehr gut besetzt. Eine grosse Anzahl von Läufern des ST Bern zierte die Startliste. Alle klassierten Teilnehmer bekamen im Ziel eine Bratwurst oder einen Teller mit Müesli.
Der Lauf hatte seine Form gefunden
1994 hatte der Lauf seine definitive Form gefunden. Das Austragungsdatum wurde vom März in den Dezember verlegt und aus dem Steinhölzliwaldlauf wurde nun der Steinhölzlilauf. Start und Ziel befand sich von nun an im Stadion Liebefeld. Der Hauptlauf führte über einen Rundkurs von 2,5 km. Dieser musste viermal umlaufen werden. Auch das Teilnehmerfeld hatte sich erneut vergrössert. 150 Läuferinnen und Läufer nahmen insgesamt am Rennen teil. In den kommenden Jahren veränderte sich vor allem die Teilnehmerzahl. Im Jahr 1998 nahmen rund 270 Personen teil. Dadurch herrschte aber nicht nur eitler Sonnenschein. Die Zeitmessung, die man bis dahin selber gestellt hatte, stürzte ohne Pardon ab. Dies kostete Nerven und verursachte unter einigen Helfern auch röte Köpfe. Die Lehren daraus wurden gezogen. Im Jahr darauf wurde eine professionelle Zeitmessung aufgeboten. Die Firma Datasport stoppte die Zeiten ab 1999 elektronisch. Im Jahre 2000 wurde mit Powerbar ein wichtiger Partner für die Verpflegung gewonnen und am 8. August 2001 wurde der Verein Steinhölzlilauf gegründet. Seither steht der Steinhölzlilauf, auch dank der vielen Sponsoren, finanziell auf einer soliden Basis.
Die Teilnehmerzahl stieg immer mehr an
Die Teilnehmerzahl stieg ab dem neuen Jahrtausend weiter stetig an. So zählte der Steinhölzlilauf bis ins Jahr 2006 rund 600 Läufer/innen. Der Teilnehmerrekord wurden 2007 mit 630 Startenden erreicht. Es gibt viele Gründe für diese massive Steigerung: Da ist einmal der Samichlaus für die Kinder, der 1994 zum ersten Mal seinen Aufritt hatte und auch heute noch fester Bestandteil des Laufes ist. Bestimmt aber auch das Rahmenprogramm, bei dem Guggenmusik Tonschiisser jedes Jahr für eine tolle Stimmung sorgt. 2006 begeisterte zusätzlich eine Steelband aus Burgdorf die Teilnehmer und Zuschauer. Der wachsende Bekanntheitsgrad ist aber auch auf die vielen Presseberichte zurückzuführen. Im Jahr 2007 wurde auf Tele Bärn sogar ein kleiner Bericht ausgestrahlt der allerdings im Zusammenhang stand mit der Teilnahme der mehrfachen OL-Weltmeisterin Simone Niggli. Aber es war nicht nur Simone Niggli Luder die Zuschauer und Fans begeisterte. Nicht zu vergessen sind die Starts von Anita Brägger (WM-Teilnehmerin 800 Meter), Martin von Känel (mehrfacher Schweizermeister im Berg- und Waffenlauf), Marc Lauenstein (OL Vize-Weltmeister, Langdistanz Berglauf-Weltmeister) sowie Regula Hulliger (Juniorinnen OL-Weltmeisterin).
Meistens hatte man Glück mit dem WetterEin weiterer Grund für den Teilnehmeranstieg ist wohl aber auch der Service rund um den Lauf: schöne Medaillen, Pokale, Massagedienst, grosse Festwirtschaft, Zustellung der Startnummer per Post, Verlosung und der grosse Gabentisch. 2005 beim 15-jährigen Jubiläum wurde sogar ein Ballonstart inszeniert. Beim Startschuss vom Hauptlauf wurden rund 300 Ballone von den Läufer/innen zum Himmel geschickt. Unvergessen bleiben aber auch die Auftritte der mehrfachen Schweizermeisterin Mirja Jenni und Phil Bandi (Olympiateilnehmer von Peking 2008), die als Ehrenstarter amteten und den Kindern und Jugendlichen anschliessend Autogramme verteilten. Das Wetter spielte aber in all den Jahren auch eine wichtige Rolle. So stand der Lauf 1997 kurz vor der Absage. Starke Schneefälle sorgten für zusätzliche Schwerstarbeit. Einige Male sorgten starke Winde und Nebel für schwierige Laufbedingungen. Im Grossen und Ganzen hatten die Organisatoren bis jetzt aber immer Glück mit dem Wetter. Meistens wurden die Teilnehmer gegen Mittag mit Sonnenstrahlen verwöhnt. Regen viel in all den Jahren nur selten!
Nicht zu vergessen in den letzten 20 Jahren ist der Einsatz der unzähligen Helfer/innen die es für einen solchen Anlass jedes Jahr braucht. Dank ihnen ist der Lauf zu einem der beliebtesten Läufe in der Region Bern gewachsen.
Thomas Winkler, Gründer Steinhölzlilauf