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Individuelle Ausbildungsentscheidungen hängen stark von den eigenen Präferenzen für den Bildungsweg – also z.B. fürs Gymnasium oder für eine Berufslehre – ab. Unterschiedliche Bildungswege sind aber auch gekennzeichnet durch unterschiedliche Ausfallquoten. Dazu kommt im Schweizer Kontext, dass es sprachregionale Unterschiede in den Präferenzen fürs Gymnasium oder die Berufslehre gibt. Dabei ist auch zu beobachten, dass in Regionen mit hoher Gymnasialquote (besonders Westschweiz und italienische Schweiz) auch das Ausfallrisiko höher ist.
Eine neue Studie des «Leading House» von Maria A. Cattaneo und Stefan C. Wolter nutzt diese Schweizer Versuchsanordnung: Beantwortet wird die Frage, ob die Information darüber, wie hoch das Risiko aus dem Gymnasium zu fliegen ist, die Präferenzen für ebendiesen Ausbildungsweg beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen: Personen in Regionen mit einer schwächeren Präferenz für den gymnasialen Bildungsweg revidieren ihre Präferenzen, wenn sie darüber informiert werden, dass der Eintritt ins Gymnasium nicht zwingend zu einer erfolgreichen Matura führt. Anders sieht es bei Personen aus, die aus Regionen mit einer höheren Präferenz für eine gymnasiale Ausbildung kommen. Deren Präferenz fürs Gymnasium ändert sich auch nach der Information über das (deutlich höhere) regionale Ausfallsrisiko nicht.
Für Bildungspolitische Massnahmen haben diese Resultate zwei Implikationen. Erstens – und im Hinblick auf die Schweizer Diskussion über regionale Unterschiede in der Gymnasialquote – kann eine effiziente Zuteilung ins Gymnasium nicht durch eine höhere Ausfallquote verbessert werden, besonders dann nicht, wenn die Präferenzen für den gymnasialen Weg ausgeprägt sind. Zweitens – und mit Blick auf internationale Bestrebungen die Berufsbildung zu stärken – zeigen die Resultate, dass sich einmal gefestigte Präferenzen für den gymnasialen Bildungsweg nur schwer ändern lassen. Für die Stärkung der Berufsbildung in einem Land mit traditionell hoher Gymnasialquote stellt dies ein Knackpunkt dar.
Zur Studie: hier