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Die Diskussion über die Geschlechterverteilung bei den Regierungsratskandidaturen wird auf der Basis falscher Grundannahmen geführt. So ist auch die entsprechende Kritik der Aargauer Zeitung an der Kandidatur Robert Obrists unbegründet und entbirgt jeder logischen Überlegung. Während nämlich SVP, CVP und SP noch nie eine Regierungsrätin stellten, sind Grüne und FDP diesen Parteien mit je einer weiblichen Vertretung bereits einen Schritt voraus.
Seit der Einführung des Frauenstimmrechts im Jahr 1971 hat die FDP eine Frau und sechs Männer, die CVP keine Frau und fünf Männer, die SP und SVP je keine Frau und vier Männer vorzuweisen. Da zeigt sich bei den Grünen mit Regierungsrätin Susanne Hochuli ein positiveres Bild und es zeigt sich auch, welche Parteien dringenden Aufholbedarf in Sachen Regierungsrätinnen haben. Es ist nicht die alleinige Aufgabe der linken Parteien, für eine geschlechterausgeglichene Regierung zu sorgen.
„In der Geschichte des Kanton Aargaus sind die Grünen die einzige Partei, bei welcher der Frauenanteil im Regierungsrat den Männeranteil überwiegt“, stellt Daniel Hölzle, Grossrat und Präsident der Grünen Aargau, fest. „Wieso werden also die Grünen mit negativen Schlagzeilen behaftet, obwohl sie die einzig konsequenten Vorreiter sind in Sachen Gleichstellung?“
Irreführend ist auch, dass Markus Dieth konsequent aus der Geschlechterdebatte herausgehalten wird. Dabei ist am 23. Oktober auch der Sitz der CVP vakant. Wieso stellt die CVP mit Markus Dieth erneut einen Mann und bringt Ruth Humbel nun erst für einen zweiten Wahlgang um den Sitz von Susanne Hochuli ins Spiel? Wäre nicht gerade die CVP in der Pflicht gewesen eine Frau zu stellen? Wieso ist die Geschlechterfrage nicht schon bei der Nomination von Markus Dieth diskutiert worden?
Wer sich für Geschlechterausgleich einsetzt, sollte verlangen, dass die Parteien bei einer Vakanz im Regierungsrat jeweils eine Person des anderen Geschlechts nominieren. So hätten Frauen und Männer innerhalb des Regierungsrates, aber auch innerhalb der Parteien gleiche Chancen auf dieses Amt. Die momentane Diskussion läuft darauf hinaus, dass es vier festgesetzte Männersitze gibt und erst beim fünften Frauenkandidaturen ins Spiel kommen. Dieser unehrliche Umgang mit dem überaus wichtigen Thema der Geschlechtergleichheit ist nicht im Sinne der Gleichstellung.
Auch bei einer Wahl von Robert Obrist bleibt die Frauenquote der Grünen mit einer Frau und einem Mann ausgeglichen. Robert Obrist wurde parteiintern als bester Kandidat für das Amt des Regierungsrates befunden und setzt sich persönlich seit langem für die Geschlechtergleichheit ein. Der Kampf um Gleichstellung ist keine reine Frauensache, auch der männliche Teil der Bevölkerung muss sich dahinter stellen und aktiv dafür einstehen.