Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03265.jsonl.gz/2622

Wie wird in Schulbüchern das Thema Klimaschutz behandelt? Dieser Frage gingen Seth Wynes und Kimberley Thomas nach. Beide unterrichten naturwissenschaftliche Fächer an Schulen in Kanada und in Schweden, und beide waren nicht zufrieden mit den Lehrmitteln. Ihre Untersuchung zeigt: Viele Lehrmittel rücken bei den Empfehlungen zum Klimaschutz Kleinigkeiten in den Vordergrund, wie etwa Müll recyclen und kürzer duschen.
Dieselbe Tendenz fanden Wynes und Thomas in Regierungspapieren: Auch da werden kleine Massnahmen wie Licht löschen und das Senken der Raumtemperatur in den Vordergrund gerückt. Aber die grossen Verursacher von CO2-Emissionen werden geschont: Der Autoverkehr, der Flugverkehr und die Fleischproduktion. Sie sind offenbar zu wichtig für die Wirtschaft.
Ob das auch für schweizerische Lehrmittel gilt? Wir Schweizer sind jedenfalls Weltmeister im Altglassammeln wie auch im Sammeln von Flugkilometern.
Da drängt sich folgende Schulbuchrechnung auf:
«Jeder Schweizer legt pro Jahr durchschnittlich 9000 Kilometer mit dem Flugzeug zurück. Rechne:
A) Wie viele Flaschen muss er zum Glascontainer tragen, um die 9000 Flugkilometer wettzumachen?
B) Wie oft muss er kalt statt warm duschen, um sein Klimagewissen reinzuwaschen?»