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1. DezemberSchneeflocke
Dr Simu luegt zum Fänschter us und gseht Schneeflocke vorem Fänschter tanze. „Uh botz, iz isch scho Winter?! Das isch iz aber schnäll gange…“, dänkter. Wo si de äch di vile schöne farbige Blätter härecho wo no gester si vom Boum gflatteret? Mit Simu’s Gedächtnis isches sone Sach, mängisch louft ihm dZyt dervo, ohni dassers merkt. U siter hie da i däm Huus mit däm komische Name ..o Sole mio oder so… wohnt, hets nid besseret mitem Oberstübli. Simu wett zum Bett us, sini Bei si aber schwär wie verruckt. Da chlopfets a dr Tür.
2. DezemberSchueh
„Guete Morge Herr Stäger!“, tönts vor Türe här. „Heit dir guet gschlafe?“ dPflegefachfrau Anina chunt ine und lächlet dr Simu liebevoll a. „Ude, wie geits nech hüt Herr Stäger?“, fragt si nache. Simu weiss nid rächt. Är brummlet öpis unverständlechs vor sech häre und probiert nomal zum Bett use zstige. Ohni Erfolg. dAnina geit zuenihm häre und hilft ihm. „Schön wie’s schneit, gället?“ „Ähä“, giter zur Antwort. „Letsch Jahr heter Ligeschaftsunterhalt fasch nüm gwüsst wo häre mitem Schnee. Ig hoffe das sig de das Jahr nid eso.“, meint dAnina. Si hilft Simu bim Früsch mache und Alege. „Hm, wo si de öier Schueh Herr Stäger?“
3. DezemberAdväntschranz
dAnina suecht scho fliissig u wird du im Nachttischli fündig. „So de chöit dir süsch grad mit mir fürecho, z’Zmorge isch scho parat.“ Im Gang loufe die zwöi amne Kommödli verby, druffe steit e grosse Adväntschranz. Di erschti Cherze brönnt. Vore im Wohnzimmer setzt sech Simu mit dr Hilf vor Anina ufene Stuehl näbe dr Frou Gantenbein. Si luegt iz Lääre, die einti Hand am Kafi, die anderi het ds Mässer fescht im Griff. Si luegt mit grosse Ouge use i Garte und meint, also so öpis heig si iz no nie gseh…
4. DezemberSchneemaa
Dusse im Garte steit e Schneemaa. Aber nid so eine wine Simu gärn bout mit Rüebli-Nase und Stäcke-Arme. Irgend es komisches Gschöpf mitere Chappe. U när hocket das Ding no ufemne Frosch. Weiss dr Tüfu was das söll darstelle. Simu dänkt nid witer drüber nache und faht a sis Zmorge z‘ässe. dFrou Gantenbein chunt usem Stuune nüm use und vergisst derby vor luter Herrje ihres Zmorge vor sich. Während Simu isst, chunt ihm i Sinn, wie är aube mitem Änneli Schneemanne gmacht het. Oh sis liebe Änneli, wie hei si aube chönne zäme gugele über di luschtige Fratzene wosi de Schneemanne mit Steine hei iz Gsicht zouberet.
5. DezemberRüebli
Ja sis liebe Änneli. Är vermisst se wahnsinnig fescht. Siter hie im Solidingsda isch, dänkter no vil meh ase als i dere Zyt nachem Sturz woner isch im Spital gsi. Simu sinniert über sis Änneli nache u rüschtet derby gedankeverlore dRüebli mit de andere Bewohner ir Aktivierigschuchi. Sini Schueh drücke a de Zäie, drum streifft är se luutlos ungerem Stuehl ab. Ufzmau luegter dSchale mit de Rüebli a. Ohni dasses öper merkt, steckter sech eis vo de ungrüschtete Rüebli quer i Hosesack. Nachem Gmüesrüschte isch Kafi-pouse agseit. dBewohner hocke alli vor ihrem Stück Chueche und bechöme vor Pfleg grad Milchkafi bracht. Frou Bangeter usem Zimmer 4 schmatzet immer chli grüüschvoll wesi öpis isst. A das hetsech Simu aber mittlerwile gwanet. Frou Bangeter nimmt e toue Schluck Kafi us dr Tasse. Si isch gad echli ethusiastisch gsi bim astütze vor Tasse und verschlückt sech wüescht. Jetz hueschtet si wie verruckt u japset nach Luft. dFaGE Jelena versuechts mit bestimmte, aber sanfte Schläg ufe Rügge vor Frou Bangeter, aber irgendwie nützt das nüt. dFrou Bangeter japset immer no und dJelena rüeft ihri Kollegin zHilf. Es bricht Hektik us.
6. DezemberEseli
Das isch Simu’s Momänt. Är nimmt Schwung, steit vo sim Stuehl uf und schliicht sech liisli dervo. Är louft i Lift bevors öper merkt und drückt ufe Chnopf mitem Buechstabe E. Es wird scho langsam dunkel dusse und är mues sech konzentriere, dasser dr Wäg im Garte erchennt. Usrütsche chaner zum Glück nid, Simu het nämlech sini Schueh nid anne. Är het se äuä dobe ir Chuchi la lige. Aber das merkt Simu gar nid. Är het es Ziel, drum gspürter nüt vom chalte Bode unger de Füess. Är biegt ume Egge u ghört e Maa luut flueche. „Chum iz du blöde Esel!“
dStalltüre bi de Esel steit sperangelwiit offe. E Maa mit ufgchläbtem wiissem Bart und emne offene rote Mantel steit ir Tüür u versuecht dr Esel usem Stall use zzieh. Dr Esel wott nid, so wie dr Samichlous wott. Drum merkt dä o nid, wie Simu ume Egge zum Teich hindere schliichet. „So däm komische Schneedingsbums zeigis iz!“, dänkt Simu. Är zückt zRüebli usem Hosesack, nimmt Schwung und rammt däm Gschöpf das Gmües zmitts ids Gsicht. Doch dä vermeintlech Schneemaa isch gar nid us Iis, sondern us Holz. Drum rütscht Simu’s Hand ab und ds Rüebli landet samt Simu im Schnee. Simu verchlüpft so fescht, dasser sech e Schrei nid cha verkneife. Das ghört dr Samichlous u eilt ihm zHilf. „Guete Maa, was machet de dir hie? Geits?“ Dr Samichlous hilft em Simu uf und luegt ne fragend a. Simu bringt zersch nüt vode Lippe und gagset när öpis vo „e richtige Schneemaa brucht e Rüeblina-se“. Dr Samichlous schint Simu zkenne u seit: „Oje Herr Stäger, siter mal wider ohni Schueh unger-wägs? Chömet, ig bringe nech zrügg ufe Wohnberiich, bevor dir nech no e Lungeentzündig holet.“
Zrügg ufem Wohnberiich weiss Simu immer no nid so rächt, was passiert isch. dPfleg versorgt ne mitemne Warme Tee und ere Bettfläsche für di chalte Füess. Zum Glück heter sech süsch nüt ta. Simu isch mitemne Schreck dervo cho. Är verfallt ine unruhige Schlaf. So chunts, dass Simu halt dr Samichlous verpasst, wo e Stund später de Bewohner öpis süesses verteilt. U das ohni Esel.
7. DezemberNadle u Fade
Am nächste Tag weiss Simu nüt meh vo däm Malöör vo letscht Abe. Är isch zwar müed u mag nid so rächt, drum blibter hüt lieber im Bett. Irgendwenn am Vormittag chunt öper iz Zimmer u wott wüsse, ober nid mal wetti ufstah, oder ob si ihm öpis chönn bringe. Simu brummlet öpis unverständlechs vor sech häre u macht dOuge zue. Irgendwie mager hüt eifach nid ufstah. Warum weiser eigentlech o nid so gnau. We doch nume sis Änneli da wär. Die würd ihm de mit heiterer Stimm irgend öpis verzelle wosi erläbt het. Sis Änneli isch e Sunneschyn, plöiderlet geng öpis über Gott u dWält und weiss zu jedem Thema öpis zsäge. Sis Änneli isch nid nume e Gschidi sondern o e Gschickti. Nachdäm dass si dLehr als Dameschniderin het abgschlosse, si scho gly mal dChind cho. Das het aber sis Änneli nid dervo abghalte, dChleider vor ganze Familie sälber znäihe. So isch mängs Hübsches entstande. Iz wo Simu a sis Änneli dänkt, gsehters vor sim innere Oug gar läbhaft vor sech, wies ihm heiter öpis verzellt. Fürne churze Ougeblick wird sini Luune es bitzi ufghellt. När chunt ihm aber wider i Sinn, dass sis Änneli ja grad dr Momänt nid da isch... Ach, we doch nume sis Änneli da wär. U plötzlech chlopfets.
8. DezemberBrätzeli-Ise
dPflegefachfrau Anina steit ir Tür. Si macht sech Sorge um Simu. Är ligt scho dr ganz Tag im Bett und het weder Zmorge no Zmittag gässe. „Herr Stäger, mir tüe iz de Güetzi bache. Däne ir Aktivierigschuchi wird scho fliissig Teig gchnättet. Weiter nid o mitmache? Vlicht hättet dir ja Luscht, es paar Mailänderli uszstäche?“. Simu brümelet es „Ä ä“ vor sech häre u tuet dOuge wider zue. Ja Guezli hei är u sis Änneli es paar tuusig Stück gmacht. Simu weiss no genau wie gmüetlech dass sis albe zäme hei gha derby. Am Änneli siner Lieblingsguetzli si di sälber gmachte Brätzeli gsi. Die hei si geng ir Wuche vorem erschte Advändt macht u zwar geng so vil, dasses bis nach Wiehnachte glängt het. Ds Änneli het albe dTeig-Chugeli gmacht, Simu het ds Brätzeli-Ise bedient. Das isch aube gar nid so eifach gsi, di cheibe Brätzeli im richtige Momänt useznäh. Die erschte paar sinim de albe zhell worde oder verbrönnt. Ds Änneli u Simu si albe ir Chuchi ghocket, hei derzue es Glas Rotwy trunke und enand Sache verzellt. Also meistens eher ds Änneli, Simu isch meh dr Zuehörer gsi. We ds Änneli albe irgendöpis packends verzellt het u wider het afa mit usdruckvoller Mimik u Gestik ds Verzellte betone, het äs Simu mit ihrne Gschichte richtig gfesslet. Mängisch so fescht, dasser de ds Brätzeliise churzzytig chli vergässe het u dBrätzeli echli zdunkel si worde. De het ds Änneli albe glächlet, Simu liebevoll agluegt u gmeint, die dunkle Brätzeli sige sowieso di beschte. Das isch schön gsi. We doch nume si Änneli da wär, de würder sofort ufstah u ga hälfe Güetzi bache.
9. DezemberBelüüchtig
Am nächste Tag wird Simu früech wach. Är luegt zum Fänschter us und gseht wies dusse im Garte lüchtet u macht u tuet. Was isch äch das? Är nimmt sini Brülle vom Nachttischli u luegt nomal use. Oha, da het öper dr ganz Garte mit Belüchtig verhänkt. Simu wunderet sech über die Liechterpacht u fragt sech, warum dass me im Solinum äch nöierdings o no mues Feschtbelüchtig ha… Bi gnauem Häreluege merkter du, dass nid nume Liechtli im Garte si ufghänkt worde, sondern dass das Wiehnachtsbelüchtig isch. Ohalätz, Wiehnachte. Simu wird uf ei Schlag hellwach. We da usse e Wiehnachtsboum steit, de geits ja gar nüm lang bis Wiehnachte. „Wiehnachte steit vor dr Tür! De chunt ändlech mis Änneli“, fröit är sech u bechunt derby ganz füechti Ouge. U plötzlech geit em Simu aues grad chli liechter. Är chunt mit Schwung sälber zum Bett use, leit sech a und geit iz Bad. Wo dPfleg iz Zimmerchunt, steit Simu agleit und grasiert vor ihre. „Gly isch Wiehnachte“, seiter u siner Ouge glänze vor Fröid. Was esone Liechtblick cha verändere. Simu isch ganz usem Hüsli.
10. DezemberKafitasse
«Iz gömer fäng zersch mal ga Zmorge ässe, Herr Stäger», seit dFaGe Jelena. «Schön, dasses öich besser geit. Mir hei üs alli scho Sorge gmacht um öich. I bi also sehr froh, dass dir hüt wider möget ufstah.» dFaGe Jelena stützt Simu ungerem Arm, u so loufe si zäme füre zum Zmorge. Dr Simu setzt sech häre u merkt, dasser Hunger het. Är verdrückt mit Appetit fasch di doppleti Portion woner süsch zum Zmorge mag und laht sech sogar zwöimal lah Kafi nacheschänke. Während em Ässe drifte siner Gedanke wider zum Änneli. Är dänkt a Wiehnachte u sis Hemmli - sis Lieblingshemmli. Ds Änneli hets am Simu zWiehnachte gnäiht, wosi mit de chline Chind denn grad früsch i ihres Huus im Hombärg zoge si. Sie hei Tag u Nacht gwärchet für no vor Wiehnachte chönne izzieh. U är weiss no bis hüt nid, wie ds Änneli das het gschafft zwüschdüre im Versteckte no das Hemmli zmache. Ds Hemmli isch usemne feine Liine-Zwirn und im Stoff si ganz fiini Edelwyss igwobe. Äs het Silberchnöpf wo ds Änneli äxtra uf Luzärn isch ga choufe. Ds Änneli het das feschtleche Chleidigsstück gmacht, ohni vorhär Mass znäh. Und es het Simu wie agosse passt. Ja das isch es bsundrigs Wiehnachte gsi. Ds erschte Wiehnachte im Eigeheim. Mit de Chind und sim Änneli. Nachem Zmorge steiter uf und geit i sis Zimmer, zum das Hemmli sueche.
11. DezemberChleiderbügel
Simu isch verzwyflet. Är hocket ufem Bett und luegt ratlos im Zimmer ume. Alles heter ufe Chopf gstellt und glich blibt das Hemmli unuffindbar. dTüre vom Schaft si offe u dinne bambele nume no lääri Chleiderbügel. Dr Inhalt ligt vermängt mit Büecher, Schueh, Zitschrifte u andere persönlechi Habseligkeite wild verteilt ufem ganze Zimmerbode. Simu chasech nid erkläre, wo das guete Stück isch härecho. Schliesslech leit är das ja nume einisch im Jahr a zum grosse Fescht am 24gischte. dFaGe Jelena chunt zum Zimmer ine: „Ui, Herr Stäger. Was isch de bi öich passiert? Wenis nid besser wüsst, würdi säge hie het e Bombe igschlage..“ Ds Chaos im Zimmer macht, dass di jungi Frou grad chli usem Konzept gratet. Simu luegtse entgeischteret a. „Weiter mer verzelle, was passiert isch?“ Simu fingt nid uf Ahieb di richitge Wort: „Mis Hemmli! Mis Hemmli isch gstohle worde! Ig finde mis schöne Hemmli nüm, womer ds Änneli gmacht het!“ Simu beschribt dr Jelena ganz usfüehrlech wie das wärtvolle Hemmli usgseht, wie sis Änneli sech so Müeh gäh het und dass är sech dr Verbliib nid cha erkläre. dJelena laht ne la usrede u wosech Simu du di erschti Wälle Fruscht vom Liib het gredt, erchlärt si ihm mit ruhiger Stimm: „Herr Stäger, ig chanech beruhige. Ig weiss, dass öies Hemmli ir Wösch isch. Dir heimters letscht Wuche gä, damits de a Wiehnachte parat isch. Dir bechömets wahrschinlech hüt oder morn zrügg. A das mag sech Simu nüm bsinne. dJelena faht afa ufruume, Simu hilftere so guet dasses geit.
Irgendwie wotter dere Sach nid ganz troue. Am Mittagstisch ischer nid bir Sach und studiert immer wider, ob äch sis guete Hemmli würklech ir Wösch isch. Woner nachem Zmittag zrügg i sis Zimmer louft, ghörter dJelena im Stationszimmer: „Du dr Herr Stäger het doch sis Wiehnachtshemmli id Wösch gä. Das sött doch schon längstens wider da si.“ Ihri Kollegin meint, dass grad geschter Bewohnerwösch isch zrügg cho vo Spiez. Aber füre Herr Stäger sigi nüt derby gsi. „Oje, das isch aber nid es guets Zeiche. Ig hoffe nume, dass das niene im Solina Spiez verlore gange isch…“ Dr ganz Namitag hirnet är dere Unterhaltig nache. Das cha doch nid si, si Hemmli söll verlore si? Im Solidurium Spiez? Är fasst e Entschluss u geit entschlosse usem Zimmer. Vorne im Gang chunt ihm e Bsuecherin entgäge, wo grad usem Lift isch cho. Är zögeret nid lang woner gseht, dass niemer ume isch. dTüre vom Lift wei scho wider zuega woner no grad cha dHand drihäbe.
12. DezemberGeiss
Simu het Glück. Woner unde am Ziegeleikreisel achunt, gsehter hinder ir Strass dLiechter vomne STI-Bus. Är geit überd Strass und steit juscht ar Bushaltstell, wo dr gross Glänkbus ifahrt. E Minute später und är hät längeri Zyt ufe Bus müesse warte. Är stigt i Bus und hocket ines Zwöierabteil im hindere Teil vom Bus. Är isch chli iz Chiiche cho und woner iz so a Bode luegt, merkter, dasser es Loch im Socke het. Siner Schueh heter äuä wider irgendwo abzoge. Das isch aber iz nid so wichtig. Am Bahnhof chündet di nätti Stimm a, dass dä Bus uf Spiez witerfahrt. Besser hätts für Simu nid chönne loufe. Dr Bus fahrt los u bahnet sech dr Wäg ir verschneite Witerlandschaft richtig Spiez. Es si nid vil Lüt im Bus. Ungerwägs stige es paar wenigi zue, usstige tuet fasch niemer.
Tür bi Simus Abteil geit uf und e Maa mitere verstrublete Erschinig undemne unpflegte Bart stigt i. Är telefoniert am Handy und redt so luut mit sim Gsprächspartner, als würder mit dr Luutsterchi vo sire Stimm dDistanz zum andere Ändi welle überbrügge. „…isch guet, das machemer eso. Ig muess no schnäll im Solina öpis ga hole und när chumi zu dir. U de trinke mer zäme es Fyyrabebierli. Isch guet, machemer eso. Ig chume när a Bahnhof.“ Was fürnes Glück füre Simu. Är hätt nämlech nid ganz genau gwüsst, wo dasser mues usstige. Iz wo dä Maa schinbar zgliche Ziel het, chaner däm eifach nacheloufe. Im Spiezmoss stigt zersch dä Maa u när Simu usem Bus. Simu louft ihm dürd zQuartier nache, het fasch chli Müeh ihm hindenachezcho. Fürne churze Ougeblick verlierterne us de Ouge. Woner ume nächst Egge biegt, isch dä Mah verschwunde. Plötzlech ghörter näbe sich im Dunkle e Geiss meckere.
In Steffisburg hetme schnäll bemerkt, dass Simu fählt. Dass sini Schueh no i sim Zimmer si, beunruhigt dPfleg. Si sueche ganze Areal ab, finde Simu aber niene. O ir nächere Umgäbig wird gsuecht, ohni Erfolg. U so chunts, dass Simu gly drufabe bir Polizei als vermisst gmäldet wird. dFaGe Jelena macht sech unheimlechi Vorwürf, ischer doch hüt Vormittag no so verwirrt gsi wäg sim Hemmli. Ihri Kollegin gsehteres a, dasses ihre nach geit. „Du chasch nüt derfür Jelena. Dr Herr Stäger isch bis iz no nie dervo gloffe, das hätt niemer chönne gseh cho.“ Trotzdäm fragt sech dJelena, wo äch Simu häre isch.
13. DezemberKasimir
Simu steit vorem Geissegheg. „He du, verfolgsch du mi?“. Simu verchlüpft woner uf dr andere Site dr Maa vom Bus ir Dunkelheit erchennt. Simu meint: „Ja wemes gnau nimmt scho. Bini hie im Solinarium?“ Dr Maa gägenüber chunt nid drus. „Hä, was genau? Bim Solina bisch. Was wosch de du hie?“ Dr Simu entgägnet: „Ig sueche mis Hemmli“. Dr ander chunt nid drus. „Also das mueschmer iz gnauer erkläre. Chum, mir hockenis ufz Bänkli. De chani no e Zigi rouke.“, meint dGstalt im Dunkle u dütet chli witer übere ufenes Bänkli im Gebüsch. So hocke di zwöi häre und dr Simu verzellt die ganzi Gschicht. Während em Verzelle, luegter sech chli ume und merkt, dasser imne Park hocket voremne grosse Gebäude mit zwöine Blöck. Sis Gägenüber packt derwile e agfangeni Fläsche Rotwy usem Stofftäschli und bietet Simu e Plastikbächer mit Wy a. Simu nimmt dankend a u setzt sini Gschicht fort. „… und drum bini hie. We die mis schöne Hemmli ir Wösch verlore hei, de muesi das jetz ga sueche.“ Sis gägenüber het gspannt zueglost u derby sis Bächerli Wy scho gläärt. Är steckt sech e zwöiti Zigi a u meint: „Ou du, das chönt no schwirig wärde. Die wäsche hie dWösch vo so vilne Lüt, da cha sicher o mal öpis verlore ga. Ig weiss o gar nid, ob um die Zyt no öper ir Wöscherei isch… Aber i hoffe fescht, dass dis Hemmli wider fürechunt. Ig mues leider witer, ha no ufenes Bier mit mim Kolleg abgmacht. Bi eigentlech nume hurti no hie verby wüli mis Portemonnaie i mim Zimmer ha la lige.“ Simu luegt dä Maa mit resigniertem Blick a. Är hett scho ghoffet, vlicht chli Hilf zbecho vo däm Frömde. „Ig wünsche dir vil Glück bir Suechi. Ig bi übrigens Fredy. Wosch no e Schluck?“. Fredy streckt Simu dWyfläsche häre u Simu nickt nach churzem Zögere u laht sech la nacheschänke. „Merci, i bi Simu.“, brümeleter. U so verabschiedet sech dr Fredy vo Simu u geit ufe Houptigang zue.
Simu überleit und überleit, wiener jetz am beschte i di Wöscherei chunt. Är trinkt e Schluck vom Rotwy usem Bächer und merkt ufzmau, dasser ungloublech müed isch. Är chasech ja no hurti usruehe, bevor är dWöscherei geit ga sueche. U so chunts, dass Simu uf däm Parkbänkli ischlaft. Churz drufabe chunt es schwarzes Büssi usem Gebüsch. Äs striicht Simu umd Bei und miauet. Aber Simu isch so erschöpft gsi, dasser ine töife Schlaf versunke isch. Ds Büssi isch üsserscht Liebesbedürftig und setzt sech provokativ uf Simus schuehlosi Füess. Wo dä geng no nid reagiert, chrugeletsechs churzerhand uf sine Füess i und faht afah schnürrele.
14. DezemberPlastigbächer
dSuechi vo dr Kantonspolizei nach Simu blibt erfolglos. O dSTI het dVermisstmäldig über Funk a alli Chauffeure im Isatz witergäh. Doch wül Simu so Glück het gha ar Bushaltstell, chunt di Nachricht ersch zum Chauffeur vom nächste Kurs, wo uf Spiez fahrt.
Im Wohnberiich CD1 unterstützt dPfleg grad dBewohner bim iz Bett zga. Die wo gärn früeh gö ga lige, si no chli am Fernseh luege bevor si de dLiechter lösche. Dr Sozialpädagog Jürgen isch grad di letschte Tableaux vom Znacht am zrügg i Wage schiebe. När bechunt de dr Kasimir no sis Znacht. Dr Jürgen geit zrügg iz Stationszimmer u macht dr Schaft uf mitem Chatzefueter. Är macht es Büchsli uf und rüeft em Kasimir. Doch dr Kasi chunt nid. Eher ungwöhnlech für das härzige Büssi. Dr Kasimir wohnt scho es paar Jährli ufem CD1. Är geit sälbständig i und us, het sogar es eigets Chatzeleiterli. Aber am Abe wes Znacht git, lahter meischtens nid lang ufsech la warte. Hüt aber offesichtlech scho. Dr Jürgen louft ufem ganze Wohnberich ume, fingt dr Kasimir aber niene. Är macht sech ufd Suechi. Geit zersch abe i öffentlech Bereich und woner o dert dr Kasimir nid fingt, geiter use i Park. Är rüeft und rüeft. Und plötzlech ghörter hinde bim Geissgheg e fiins Miaue. Es miauet wider u dr Jürgen nächeret sech däm Bänkli. Dr Kasimir stricht em Simu umd Füess. Sofort versuecht dr Jürgen dä Bankschläfer zwecke. Leider ohni Erfolg.
Churz drufabe chunt o scho dr Rettigswage. Wül Simu ohni Schueh doch es Zytli uf däm Bänkli pfuset het, het dChälti sim Kreislouf so zuegsetzt, dasser nüm asprächbar isch. dAmbulanz bringt Simu mit Blauliecht iz Spital. Dr Mitarbeiter ir Regionale Isatzzentrale het o no grad dPolizei ufbote, da gemäss Agabe vom Solina dr Unbekannti uf dr Bank nid e Bewohner isch. E halb Stund später lösech zwöi Kantonspolizischte vom Jürgen ahand vom Foti vor Vermisstmäldig us Steffisburg la bestätige, dass sech bim Betroffene ume Simon Stäger handelt. Wo dr Fredy später zrügg iz Solina Spiez chunt, heter vo all däm nüt mitbecho. Nume dr Plastigbächer vo Simu, wo no ungerem Bänkli ligt, isch no Züge vo däm Vorfall uf dr Parkbank.
15. DezemberCherzli
Wo dr Fredy am nächste Tag im Fumoir hocket, het dNöigkeit vor Action im Park geschter Abe scho dRundi gmacht. Äs heis alli mitbecho, wie dAmbulanz am Abe mit Blauliecht isch vorgfahre, dicht gfolgt vor Polizei. O dasses e Bewohner vo Stäffisburg isch gsi, hei die gwundrige Lüt scho irgendwo ufgschnappet. Und jetz muetmasse alli, was äch dä Maa hie in Spiez het welle. Die einte meine, äs sig puure Zuefall, dass dä usgrächnet hie vorem Huus sig ufem Bänkli ipfuset. Die andere meine, är suechi äuä sini Frou. Wo dr Fredy das so ghört, wird ihm sofort klar, dass das si Bekannt vo geschter Abe ufem Bänkli mues gsi si. Ohalätz. Was fürne Misere. U jetz ligt dä arm Maa im Spital wägere Unterchüehlig. Wär söll iz nume das Hemmli wider uftribe, geischterets em Fredy im Chopf ume. Dr Fredy beteiliget sech gar nid ersch am Gspräch. Fescht entschlosse drückder sini halb groukti Zigerette us, louft usem Fumoir u stüüret diräkt ufz Bewohnersekretariat. Woner vor dr Frou am Empfang steit, fahter grad diräkt a mit sim Alige: „Dir, i sueche em Simu sis Hemmli.“ dFrou vom Empfang chunt nid nache. Fredy probierts nomal. Är wird nid verstande. dFrou cha ihm nid folge, warum är es Hemmli brucht vo Stäffisburg. Simu wird ungeduldig, und sini Stimm lüter bir usfüehrlechere Erklärig vo sim Alige. Är cha nume mit Müeh u Not verhindere, dasser nid faht afa schreie, wo o bim dritte Erklärigsversuech di gueti Frou vom Empfang nid nachechunt. Är holt Luft fürne vierte Versuech. Isch aber so frustriert über das Missverständnis, dasser abbricht und abwinkend dervo louft.
Simu ligt derwile im Spital und tröimt vo sim Änneli. I sim Troum hocket är, siner chline Chind und ds Änneli ir Stube ufem Canapé. dCherzli am Wiehnachtsboum brönne und si singe zäme es Wiehnachtslied. Ufem Tisch steit dTroucherze wo sis Änneli und är zur Hochzyt hei becho. Als Symbol für ihri Zueneigig, wo am Fescht vor Liebi so zum Usdruck chunt. Simu schwäbt im Bewusstsi zwüsche Troum und Würklechkeit. Di besinnlechi stimmig i däm Troummomänt macht, dass Simu e Kloss im Hals bechunt vor luter Ergriffeheit. Är luegt asech abe und merkt, dasser obe gar nüt anne het. Es wird ihm äng ume Hals vor Beklommeheit und är merkt, dasser tröimt. Doch wach chaner irgendwie o nid wärde. Är schwäbt im Troumdelir und wimmeret im Spitalbett „Mis Hemmli, wo isch mis Hemmli..?“
16. DezemberTelefon
Dr Fredy isch nach sim Misserfolg im Bewohnersekretariat zimmli niedergeschlage. Är hocket uf sim Lieblingssässel im Wohnberiich und füehrt verzwyfleti Sälbstgspräch. „Sone blöde Mischt aber ou. U alles das nume wäg somne hundskommune Hemmli. Wie chame o nume so vil Päch ufz Mau ha..?!“ Sini Bezugsperson dAnna chunt zuehnihm und fragt, was los isch. Fredy verzellt ihre vor Begägnig mitem Simu ufem Bänkli und biichtet, dasser wägere Verabredig mit sim Kolleg am Bahnhof dä Bewohner vo Stäffisburg het sich sälber überlah. Wenn är doch gwüsst hätti, dass dä grad ischlaft dert wägemne Bächerli Rotwy, hätter ne gwüss mit ihne gnoh. Dä guet Maa heigi aber eigentlech no e rächt fitte Idruck gmacht, drum heiger dänkt, dä findi de dr Wäg scho zur Wöscherei. dAnna laht dr Fredy la rede und lost ufmerksam zue. Si kennt dr Fredy scho es paar Jahr und weiss, dass är zwar mängisch sis Sackgäld nid so guet im Griff het u derwäge o scho interessanti Gschichtene het erfunde. Da’s hie aber um ke Gäld geit, weiss si das Fredy nid irgend e Seich verzellt. Si macht ihm ds Agebot, mal ir Wöscherei azlüte. Das nimmt Fredy dankend a. dAnna nimmt ihres Drahtlos-Telefon u lütet ir Wöscherei a. Ir Wöscherei hetme kes bsitzerloses Hemmli gseh. Wosi em Fredy das seit, isch dä natürlech nid zfride. Dankt ihre aber trotzdäm für ihri Müeh. dAnna versuecht dr Fredy mitem Gedanke ztröschte, dass das Hemmli sicher gly wider fürechunt u mues witer zumne andere Bewohner. Dr Fredy blibt uf sim Sässel hocke und überleit, obs äch no anderi Optione gäb, das Hemmli wider ufztribe.
17. DezemberTüüre
Em Fredy laht Simu’s Hemmli eifach ke Rueh. Dr ganz Nami het är i sim Sässel witer brüetet und allerhand kreativi Ideene gha, das Hemmli füre Simu zfinde. Vom Furz, es nöis Hemmli zchoufe bis häre zum Bewohnerstreik azzettle für meh Transparänz ir Wäschebewirtschaftig, isch ihm fasch alles i Sinn cho. So würklech realistisch blibt de aber schlussändlech nume dMüglechkeit, vlicht ir Wöscherei glich no fündig zwärde. Aber wie? I hinger Teil vom Huus zcho, wo dWöscherei vermuetlecherwiis isch, isch für Bewohner nid so eifach. U glich: wer nichts wagt, der nichts gewinnt – das het doch irgend e sone schlaue Chasperli eis gseit. So nimmter dr Lift iz Parterre und lungeret echli bim Flipperchaschte ume. Är weiss nid so rächt, mit welem Ziel. Aber vlicht chunt ihm ja hie die zündendi Idee. Plötzlech geit e Tüür uf und öper vom Chuchipersonal louft düre Gang. Normalerwiis gö die Tüürene grad immer wider outomatisch zue. Doch irgendwie schiint die Tüür e Waggel zha. Dr Schliessmechanismus löst zwar us, uf halber Höchi geit dTür aber grad wider uf. Fredy überleit nid lang und stabet los zu dere Tüür. Är streckt dr Chopf i hinger Gang u gseht e Reihe vo Tüürene. U scho chunt dr erscht Mitarbeiter ume Egge. Fredy zieht dr Chopf ii u wartet. Zellt liisli für sich uf 10. Woner dr Chopf langsam wider usestreckt, gsehter niemer meh. Dr Mitarbeiter vo vori isch äuä irgendwo hinger eire vo dene vilne Tüürene verschwunde. Fredy redt sech innerlech Muet ii und schlüft dür di deffekti Tüüre i Gang. U jetz? Links oder rächts ga? Fredy het ke Ahnig. Da ghörter ufzmau Musig irgendwo här. Derzue e fröhlechi Frouestimm wo mit dr Melodie mitsäuselt. Fredy louft intuivtiv der Musig nache u steit plötzlech vorere offene Tüür. Im Ruum türme sech Bärge vo Wösch, unzähligi grossi Behälter uf Redli mit no meh Wösch.
18. DezemberRadio
Hinde im Ruum steit es Radio wo dMusig drus tönt, wo Fredy het aglockt. dMaria leit gedankeversunke Wösch zäme u trälleret derzue dr Refrain vo däm Ohrewurm. Eis Stück nachem andere wird sorgfältig gfaltet und fiin süberlech gstaplet. Fredy chas nid fasse, dass är i so churzer Zyt a richtig Ort isch grate. Är wo doch süsch eher Päch het im Läbe u nume all Schaltjahr mal e Glücksmomänt uf sim Konto darf verbueche. Vor luter fröid vergisster sech völlig und rüeft luut use „Jackpot“! dMaria ir Wöscherei verchlüpft so fescht, dassere gad zChleidigsstück us dr Hand gheit wosi am zämelege isch. „Was machet de dir hie. Dir heit hie hinde nüt verlore!“ „Nei i ha nüt verlore, aber mi Kolleg dr Simu.“, entgägnet dr Fredy. Fredy macht e Schritt ufd Maria zue, die wiichet eine zrügg und wird närvos. Sie füehlt sech bedroht, wül dä Frömd Maa vo sich ir dritte Person schiint zrede. Si befürchtet, dä Maa heig anderi Absichte. „Stopp, nid nächer cho!“ Fredy geit wider e Schritt zrügg und lüpft beschwichtigend beidi Händ, wie wener wett zeige dasser nid bewaffnet isch. Äuä gad chli zruckartig, wül dMaria verchlüpft und faht afah Wösch als Abwehrwurfgschoss nach ihm zschiesse. Fredy geit drei Schritt nach rächts und geit hinger dr Tüür i Deckig. Ir Verzwyflig inne chunt ihm nüt bessers i Sinn als versöhnlech zum Song im Radio afah zsinge und ufmzmau sprudlet sis Alige melodisch us ihm use: „Letscht Nacht, da isches passiert. Ig ha im Garte dr Simu troffe. Är suecht sis Hemmli.....“ dMaria hört uf mit Wösch umsech zwärfe u lost em gsangleche Gständnis vom Fredy zue. Das hetsi iz no nie ghört. Wo Fredy fertig isch, erschiint dr Maria ihre Chopf im Tüürgreis. „Bewohnerwösch chunt nume nid zrügg a Bewohner, wesi nid agschribe isch. Mir hei e Stapel unagschribener Wösch. Wede wosch, chasch cho luege, ob das guete Stück bi dene Sache glandet isch.“
19. DezemberTüüre
Die zwöi gö zäme dr gross Stapel mit unagschribniger Wösch düre. Si si scho dür über dHälfti vo de Chleidigsstück, wo Fredy fündig wird. Em Simu sis Hemmli. Genau wie’s dä ufem Bänkli beschribe het. Es Liinigs mit fiine Edelwyss-Stickereie im Stoff igarbeitet und edle Silberchnöpf. „Botz dusig, sone edle Hudel hani also no sälte gseh!“, entwiichts em Fredy. dMaria lachet und bestuunt das Hemmli. Im Radio zwitscheret e amerikanischi Popikone us de 90er ihres ewig süesse Lied. Fredy wo scho geng het gärn Musig gha stimmt i Refrain mit i u wippet vor luter Fröid sogar chli mit im Takt. dMaria luegtne zersch skeptisch a, lahtsech aber vo sire Fröid la astecke. U so verastalte die zwöi es verhaltnigs Tänzli zmitts imne Huufe vo verschidnige Chleidigsstück. Nach dr erschte Euphorie chunt bi beidne dVerlägeheit. Si höre uf Tanze und widme sech du schnäll em Chleiderchaos ufem Bode. Dr Fredy hilft dr Maria alles ufzläse und macht wacker mit bim Zämelege. Wosi fertig si, bedankt sech Fredy förmlech bi sire Hälferin daderfür, dasser nid am früehzytige Wäschetod het müesse stärbe. Är göng iz mal wider. dMaria begleitet ne uf di anderi Site vom Gang und laht ne dert zur Türe use, woner diräkt zum Lift für si Wonnberich usechunt.
Simu ligt immer no im Spital, si Zuestand isch zwar nüme kritisch. Trotzdäm wächslet si Bewusstsiizuestand vom ne wirre Delirium immer nume für ganz churzi Momänte i klari Gedanke. I de klare Momänte wird ihm de albe bewusst, dass är im Spital ligt. Steit mal öper a sim Bett, fragter grad sofort, ob sis Änneli scho sig da gsi. Und ob äch dWiehnachte scho verby sig. Zure konkrete Antwort chunts meischtens nid, oder är verpasst se wülne scho wider e Schwächeafall überchunt u ne i nächst bös Fiebertroum abezieht. Einisch woner dOuge wider ufbringt, hocket doch tatsächlech sis Änneli a sim Bett. „Oh mis liebe Änneli! Ändlech bisch du da. Mis Hemmli isch wäg, mis schöne Hemmli woni doch ar Wiehnachte ha welle alege.“ Är wott alles biichte, wird aber vomne leide Schüttelfroscht packt. E Person imne wiisse Chittel chunt zum Zimmer ine und seit öpis zu sim Änneli. Die drückt em Simu fescht dHand, git ihm e Kuss ufd Stirn und geit zum Zimmer us. Und wider schriissts em Simu dOuge zue und är versinkt ine unruhige Schlaf, woner immer wider drus verwachet. Sis Änneli chunt aber nüm zrügg a sis Bett.
20. DezemberChläbi
Am nächste Tag isch Fredy immer no glückselig. Är cha chum fasse, dass är em Simu sis Hemmli gfunde het. Das isch für ihn e Grund zum Fiire. No vorem Zmittag git är e Rundi us im Fumoir und sini Kollege und är stosse zäme uf dä grossartig Fund a. Euphorisch, ja fasch übermüetig und nid ohni Übertribig verzellter vo sim Siegeszug im Background vom Huus. Iz nachenes paarne Bierli het dr vermeintlech Held dTüre scho mit sire ganze Manneschraft müesse uframme u us eim Mitarbeiter si grad ganzi 5 Stück worde, woner het müesse ustrickse dass si ne nid entdeckt hei. Am Mittag mues Fredy scho zersch mal ga lige wüls ihm trümlig isch und är merkt, dasser vlicht gad echli zu fescht isch benäblet gsi vo sim usserordentleche Erfolgserläbnis. Am spätere Namitag erwacheter mit brummendem Schädel wo dAnna iz Zimmer inechunt. Si fragt, ob är äch no öpis us sim Nami well mache bevors wider Abe isch u hilft ihm zum Bett us. „Dir, meineter i chönnti äch dr Räscht vom Nami no id Krea?“, fragt Fredy dAnna mit bättelndem Ton. Die luegt ne chli verdutzt a, wül dKreativwärchstatt süsch gar nid Fredy sis Ding isch. Wenn är albe am Dsischti Nami geit, geiter eher wüler süsch nüt bessers weiss mitsech azfah. Ir Krea-Wärkstatt bittet är dr Betreuer Dani um Gschänkpapier, Bändeli u Chläbi. Sorgfältig packt är Simu sis Hemmli als Gschänk i und isch Stolz uf sis Wärch woner fertig isch.
Simu het underdesse die erschti Nacht wider ruhig chönne schlafe. Es geit ihm besser und är isch o wider asprächbar. Am Namitag chunt dr behandelnd Arzt zur Visite und nickt zfride über Simu’s Vitalwärt. Dr Dokter meint, är sigi zwar no nid wider fit zum Böim usrisse, aber für wider ids Pflegeheim siger stabil gnueg. Die sige ja schliesslech sehr guet usgrüschtet in Steffisburg u chönne ihn dert genau so guet ufpäppele. Morn chönner wider uf Stäffisburg. Simu weiss nid so rächt, ober sech drüber söll fröie oder nid. Är wetti doch eifach nume sis Änneli wider gseh.
21. DezemberZähnernötli
Dr Simu isch no waggelig uf de Bei, woner dr Wäg zum Igang vom Solina uf sech nimmt. Dr Maa vom Fahrdienscht stützt ne liecht. Simu weiss nid so rächt, ober sech söll fröie wider zrügg im Pflegheim zsi oder nid. Woner vorem Lift wartet, luegter übere i Personalruum und gseht dert Lüt, wo Wiehnachtsdekoration ufhänke. Ah ja, Wiehnachte. Ob äch sis Änneli ihn chunt cho abhole?
Dr Fredy isch hüt bi Zyte wach. Är het nämlech öpis vor. Schliesslech isch gly Wiehnachte. Und da mues das Hemmli wider bi sim Bsitzer zrügg si. dAnna isch so lieb gsi und het in Steffisburg nachegfragt, ob äch Simu no im Spital sigi. Zu sire Fröid het dä schins geschter hei chönne. Fredy laht sechs nid la näh, em Simu sis Hemmli persönlich verby zbringe. Si hei ihm zwar scho ds Agebot gmacht, dass si das schöne Päckli mit dr Bewohnerwösch für Steffisburg würde mitgäh. Fredy gseht aber das Ganze chli kritisch weme bedänkt, was mit däm Hemmli scho alles isch schief gange u wott nüt meh em Zuefall überlah. Für ihn isch klar, är muess das guete Chleidigsstück persönlech em Simu id Finger drücke. Är isch scho ufem Wäg zur Bushaltstell, wonihm i Sinn chunt, dass ja scho fasch Ändi Monet isch. U das bedütet, dass i sim Gäldsack o scho fasch wider Ebbe herrscht. Är chloubet sis Portemonnaie usem Hosesack und stöberet drinne. Äs agloffnigs alts Zwänzgi klimperet mitemne Füfzgi umd Wett. Aber das isch de o grad alles, wosech i däm abgchätschtete Läderetui no tummlet. Ja die Hemmli-Wider-Beschaffigs-Fiir dr anger Tag im Fumoir schint doch grad echli fescht usgartet zsi. Dasser o geng so überschwänglech muess reagiere, wenihm mal öpis guets widerfahrt. Fredy ergeret sech über sich sälber und fluechet liisli iz Portemonnaie. Är geit mit verträitem Sack zum Bewohnersekretariat und fragt fürne Vorschuss. Dert si si sech das gwahnet, dass öper früehzytig für meh Sackgäld fragt. Und eigentlech gits hie e kener Usnahme. Em Fredy sini Aktion ir Wöscherei hetsech aber umegsproche. Drum drücke si hüt es Oug zue. Es git aber nume grad so vil, dasses fürz Busbillet uf Steffisburg u retour längt u zur Feier des Tages no es Kafi.
22. DezemberGschänkpäckli
Simu ligt träg i sim Bett im Zimmer zSteffisburg und luegt use iz Grau vom Namitag. dScheeflocke gäbe hüt e bsunders närvigi Tanzdarbietig zum beschte und Simu dünkt es sigi alles umgäh vomne graue Schleier. Är hetsech zwar vom Gröbschte erholt und cha o scho wider ufstah und im Wohnzimmer vore Zmittag ässe. Das erschöpft ihn de aber albe so fescht, dass är dr Nami im Bett verbringt und sech nüm laht la mobilisiere bises wider Zyt isch für ga zschlafe am Abe. U so ischer o diese Nami wider i sim Bett, wos behende ar Tür chlopfet. «I bi am schlafe. Chömet später wider», rüefter zur Tür. Es chlopfet wider. «I ha gseit i sig am schlafe, i wott mini Rueh!». Simu chasech sini Unzfrideheit nid verkneife. Ufzmau geit dTüre uf u dr Fredy steit im Türgreis. «Jä lug o da, das isch ja mal e unerwartete Bsuech.» Simu luegt dr Fredy unglöibig a u weiss nid so rächt, ober sech söll fröie oder ober söll toube si drüber, dasses nid sis Änneli isch wone chunt cho bsueche. «Darfi inecho?», fragt Fredy sehr förmlech, geit aber derby scho mal zwe Schritt iz Zimmer ine. I de Händ heter ds sälber verpackte Gschänk, wo irgendwie echli zerknoutscht usgseht, wüls Fredy vor luter Närvosität echli zfescht i sine Händ umchlammeret het ir Busfahrt hie häre. Simu isch liecht verdatteret ab dere Überraschig u cha sim Gägenüber nume mitere usladende Geschte e Platz ufene Stuehl näbem Bett zuewise. Fredy hocket ab und stellt ds Päckli ufz Biistelltischli. Simu weiss nid so rächt, waser vo däm ganze söll halte. «Das wär es Gschänk, wo no vor Wiehnachte sött ufgmacht wärde.» Zögerlech faht Simu a das Päckli ufzmache. Woners offe het u dr schön Liinezwirn mit de Edelwyss sichtbar wird, luegt Simu dr Fredy unglöibig a. «Ja nei, das gits ja nid. Mis Hemmli! E du verruckt!» Simu weiss vor luter Fröid gar nid, waser söll säge. Är streckt em Fredy dHand häre u diese erwideret si Händedruck. Simu tätschlet Fredy no es paar mal ufd Hand u laht ne fürne Ougeblick nüm los. Är het ganz glänzigi Ouge u chasech e Fröideträne nid ganz verkneife. Fredy wird verläge u nuschlet öpis vo wäge «das hätt doch jede gmacht für wahri Liebi». Fredy verzellt em Simu dGschicht vor Hemmli-Rückeroberig. Dasmal ohni euphorischi Übertribige. Das mit dr Liederbichti zum Wiehnachtslied u sis chline Fröidetänzli mit dr Maria lahter usse. Es verheissigsvolls Lächle chaner sech aber nid verkneife, woner sini Gschicht dermit abschliesst, dass ihm di flotti Frou vor Wöscherei gholfe het. Die beide trinke im Zimmer no es Tee. Wo dusse dWiehnachtsbelüchtig ageit, macht sech Fredy beschwingt vo däm schöne Erläbnis zrügg ufe Wäg nach Spiez.
23. DezemberGitarre
Am nächste Morge isch Simu chli besser zwäg. Är chas chuum erwarte, dasses Heilig Abe wird. Är macht i regelmässige Abständ am Vormittag dr Gang zu sim Chleiderschaft, tuet dTüre uf u vergwüsseret sech, dass sis Hemmli no da isch. Wo dPfleg vorem Mittag i sim Zimmer steit, seiter är wetti gärn rasiert wärde. Är müessi doch de schön usgseh für sis Änneli morn. Si mache zäme fürz Rasiere nachem Mittag ab. dRasur tuet em Simu guet und weckt nöii Läbesgeischter. Är isch so motiviert, dasser sech am Namitag sogar zu de andere im Wohnberiich gsellet wo zäme am Wiehnachtslieder singe si. Dr Anton vor Aktivierig begleitet di Gsangsrundi uf dr Gitarre und stimmt immer ufs Nöie e bekannte Klassiker a. Simu laht sech vor heitere Stimmig la astecke u brümmlet wacker mit, wener zLied kennt. Zrügg ufem Zimmer machter erneut e Kontrollgang zu sim Schaft u tuet dTüre wider beruhigt zue, woner zHemmli gseht hange. Am Abe ischer du doch früech müed und mag nüm so rächt Znacht ässe. Ir Nacht wachet är es paar mal uf. Fasch eso wie e chline Bueb wo nid mag gwarte bis dNacht verby isch.
24. DezemberWiehnachtsboum
Und ändlech isches Wiehnachte. Simu het zGfühel, die Nacht heigi u heigi nid welle verby ga. Woner am früeche Morge no vorem Schichtwächsel zLüti am Bett betätiget, het dNachtwach scho gmeint, äs sig öpis passiert. Wo Simu du ganz lieb aber bestimmt nach Schuehwichsi fragt, hetsi sech ufd Suechi gmacht. Lieber Schuechputzsache uftribe als no e Sturz risikiere, hetsi sech überleit. U so chasi am Simu nachemne Zytli ds Gwünschte uftribe. U Simu faht no vorem Zmorge tüchtig afah Schueh putze. Währenddäm dr Simu flissig putzt, holt sech dNachtwach e Punsch im Restaurant, wos hüt für alli Mitarbeiter git.
Simus Morge het fasch nid welle verby ga und woner nachem Zmittag de ändlech sis schöne Hemmli anne het, bechunter chli zittrigi Händ bim Zuechnöpfe vo de silbrige Chnöpf. Vor luter Ungeduld haltet ärs nüm us im Zimmer und hetsech vore im Wohnzimmer ufene Stuehl gsetzt mit diräkter Sicht zum Lift. Immer wider luegter uf sini Uhr fragt sech, wenn dass äch ds Änneli ändlech chunt.
Woner gfüehlt zum 100ertsche Mal ufz Zifferblatt luegt, ghörter dLifttüre ufschwinge. Ändlech isch sis Änneli da! Si chunt schnuerstracks uf ihn zuezloufe und är dänkt wie jung blibe si doch isch. „Änneli, ändlech bisch da!“ dFröid steit ihm iz Gsicht gschribe. „Aber Ätti, i bis doch. Kennsch mi de nüm? Ig bi dSusanne, dini Tochter. Ds Mueti heimer doch scho vor drü Jahr müesse beärdige.“ Unglöibig luegt Simu sini vermeintlechi Tochter a, isch überwältiget vor Fröid, ändlech wider sones vertrouts Gsichts zgseh. Angerersits isch dEnttüschig gross, dass sini grossi Liebi nüm söll hie uf Ärde si. Scham dadrüber, sech nüm a Tod vo sire eigete Frou zerinnere, laht ne sprachlos. „Chum Ätti, mir wei zäme hei ga Wiehnachte fiire. Es fröie sech scho alli fescht uf di“. U so geiter mit, stigt ufem Parkplatz vorem Huus iz Outo u si fahre zäme i Hombärg. Während dr Fahrt brichtet sini Tochter heiter vo ihrne zwöine Chind wo schinbar o scho nüm deheime wohne. Är gseht gad sis Änneli i ihre, wo si da so am verzelle isch. Zrügg i sim alte Deheime stellter fescht, dass viles no vertrout würkt. Sini Tochter het öpis hübsches usem Huus im Hombärg gmacht. Später am Abe hocke alli zfride ume Wiehnachtsboum u singe dLieder wo Simu u sis Änneli vor X Jahr scho zäme agstumme hei. Är gseht sis Änneli vor sim Innere Oug heiter mitsinge und zwinkeret ihre liebevoll zue.
Zur Geschichte
Diese Geschichte und alle darin vorkommenden Charakteren sind frei erfunden.
Illustration: Rebecca Gugger rebeccagugger.ch
Storyboard: Pia Kober
Produktion Podcast: Dina Frieden
Sprecherinnen und Sprecher
Erzählerin: Pia Kober
Simu Stäger: Bernhard Ramseier
Fredy Meier: Thomas Berger
Pflegefachfrau Anina: Dina Frieden
FaGe Jelena: Livia Bühlmann
Samichlous: Philipp Müller
Maria aus der Wäscherei: Daniela Sterki
Simu's Tochter Susanne: Gabriela Grünig