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Nachdem er bereits in der Qualifikation seine eigene Bestmarke um gut 1,5 Sekunden verbessert hatte, fuhr der erst 21-jährige Küng im Final seiner Paradedisziplin, die 2012 erstmals nicht mehr olympisch war, noch einmal schneller.
Der Schweizer Rekord liegt nun bei 4:14,992. Das ist die siebentbeste Zeit, die je erzielt wurde. Ein Bradley Wiggins zum Beispiel, der Anfang des Jahrtausends in dieser Disziplin zweimal Olympiasieger und dreimal Weltmeister geworden war, fuhr nie unter 4:15 Minuten. In Grenchen verzichtete der britische Superstar auf das Duell mit Küng.
Gegen Küng in dieser Verfassung wäre vermutlich auch Wiggins chancenlos gewesen. Der deutsche Widersacher im Final startete zwar schneller als Küng, was jedoch keine Überraschung war. Küng gilt als Langsamstarter und kommt jeweils erst ab dem zweiten Kilometer so richtig in Fahrt. So war es auch in Grenchen. Kurz nach der Hälfte der 4000 m übernahm Küng die Spitze, im Ziel betrug sein Vorsprung beinahe drei Sekunden
Küng sicherte der Schweiz die vierte Medaille an dieser EM, die erste in goldener Farbe. An den Tagen zuvor hatte es auf dem 250-m-Holzoval im Kanton Solothurn für Swiss Cycling jeweils Silber in der Mannschaftsverfolgung (u.a. mit Küng) und durch Tristan Marguet (Scratch) sowie Bronze durch Claudio Imhof (Punktefahren) gegeben.
Am Sonntag erhält Küng noch die Chance auf eine dritte Medaille. Zusammen mit Théry Schir startet er im Madison. In dieser ebenfalls nicht mehr olympischen Disziplin hatte das Duo 2014 WM-Bronze gewonnen.
Silvan Dillier, der zweite Schweizer Starter in der Einzelverfolgung, klassierte sich in der Qualifikation über die 16 Runden in 4:23,575 im 7. Rang. Zur Teilnahme am Duell um Bronze fehlten dem Aargauer, der wie Küng für das Team BMC auch erfolgreich Strassenrennen fährt, rund zwei Sekunden.
Im olympischen Omnium, dem Mehrkampf mit sechs verschiedenen Disziplinen, klassierte sich Olivier Beer im 11. Rang. Im abschliessenden Punktefahren des zweitägigen Wettkampf verlor der Lausanner noch drei Positionen.
Im Hinblick auf einen Quotenplatz im Omnium für die Olympischen Spiele wird die Schweiz ebenfalls Terrain verlieren. Europameister wurde der auch von der Strasse bekannte Italiener Elia Viviani.
(SI)