Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03447.jsonl.gz/635

Sie ist nicht nur eine der legendärsten Briefmarken der Welt, sie ist auch eine der schönsten: die Basler Taube oder – wie man längst nicht nur vor Ort auch sagt – das «Basler Dybli». Dieses Jahr feiert sie ihren 175. Geburtstag. Grund genug für eine Sondermarke mit Zuschlag. 1845 erhielt der Architekt Melchior Berri vom Basler Postdirektor Bernoulli den Auftrag, eine Briefmarke – damals «Franco-Zettelchen» genannt – zu gestalten. Für seinen Entwurf verwendete er das gleiche Sujet, das er schon drei Jahre zuvor für die Gestaltung der Basler Briefkästen verwendet hatte: eine weisse Taube mit einem Brief im Schnabel. Nach der englischen Penny Black, den Marken der Kantone Genf und Zürich sowie drei Werten für Brasilien war Basel die fünfte Herausgeberin von Briefmarken. Und die in Frankfurt gedruckte Basler Taube wartete gleich mit mehreren Besonderheiten auf: Um sie vor Fälschungen zu schützen, war die Taube im Reliefdruck realisiert. Zudem handelte es sich um die erste mehrfarbige Briefmarke der Welt. Und das ging zunächst schief: Bei der ersten Auflage war der Hintergrund grün, was dem Auftraggeber nicht gefiel. Erst im zweiten Anlauf bekam die Marke ihren blauen Hintergrund. Es versteht sich von selbst, dass die grüne Variante heute besonders wertvoll ist, obwohl sie gar nie in den Verkehr gelangte.