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Zweimal Stabat Mater
Zwei geistliche Chorwerke von Komponisten, die sonst eher für die Opernbühne schrieben.
Emanuele d'Astorga lebte von 1680 bis 1757(?). Geboren in Sizilien siedelte er um nach Rom, wo damals Scarlatti und Gasparini wirkten. Von hier aus bereiste er ganz Europa und schrieb vornehmlich Opern und weltliche Kompositionen. Als Adliger nahm er keine Aufträge von weltlichen oder geistlichen Oberhäuptern entgegen.
Das Stabat mater ist sein einziges geistliches Werk. Es umfasst neun Sätze, vier davon sind dem Chor zugeeignet: der Eingangschor, Eja mater, Virgo virginum und der Schlusschor mit einem anspruchsvollen Amen-Satz. Solosopran und Solobass sind mit je einer Arie bedacht. Daneben werden zwei Duette mit SA und AT besetzt und ein Trio mit ATB.
Emanuele d’Astorga, Stabat Mater, pour soli (SATB), chœur mixte, orchestre à cordes et basse continue, partition chant-piano, CD 1195, Fr. 18.00, Cantate Domino, Fleurier 2011
Antonio Caldara (1670–1736) erreichte zu seinen Lebzeiten grosse Popularität mit seinen zahlreichen Opern und Oratorien. Daneben komponierte er aber auch eine Vielzahl kleinerer Vokalwerke. Sein Stabat mater ist wohl das bekannteste und wirkungsvollste davon.
Die Neuausgabe basiert auf einer Edition von Eusebius Mandyczewski. Schlüsselung und Notation wurden dem heutigen Standard angepasst. Besonders reizvoll erscheint der Instrumentalpart mit zwei Posaunen und Streichern, welche den Charakter des Werks wirkungsvoll unterstützen. Der Basso continuo kann auch von der Orgel übernommen werden. Die stimmliche Besetzung besteht aus vier Solisten (SATB) und gemischtem Chor. Die Chorsätze sind sehr getragen, ausgenommen der Eingangs- und der Schlusschor. Klavierauszug und Partitur umfassen je 25 Seiten.
Vom Umfang der einzelnen Sätze her eignen sich beide Werke ausgezeichnet für den liturgischen Gebrauch.
Antonio Caldara, Stabat mater; Partitur, BA 8955, € 11.95; Klavierauszug von Andreas Köhs, BA 8955-90, € 9.95; Bärenreiter, Kassel 2012