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Als Chin Wing wird eine operative Methode am Unterkiefer verstanden, die der Korrektur von ästhetischen Problemen des unteren Gesichts bei Unterkieferfehllagen dient. Die ursprüngliche Namensgebung in der Erstpublikation lautet mandibula wing osteotomy, abgeleitet von den flügelförmigen Knochenabtrennungen (wing (engl.) für Flügel). Da die Methode besonders zur Korrektur von Störungen der Kinnform verwendet wird, hat sich der Begriff Chin Wing (chin (engl.) für Kinn) eingebürgert. Bei der OP erfolgt eine zirkuläre, vertikal-tangentiale Durchtrennung des Unterkieferrandes ohne Veränderung des zahntragenden Kiefers und ohne Einfluss auf das Kiefergelenk. Die Methode kommt bei Rücklage des Unterkiefers mit fliehendem Kinn, ungünstiger Form des Unterkieferrandes und –winkels mit negativem Einfluss auf die Muskelspannung im Mundbereich, bei Vorverlagerung des Unterkiefers, genauso wie Unterkieferasymmetrien zum Einsatz. Sie ergänzt und erweitert die bestehenden Verfahren an Kieferosteotomien (z.B. LeFort I-Osteotomie, Sagittale Spaltung nach Obwegeser, Segmentdistraktionen, etc.). Diese stehen primär zur Korrektur von Dysgnathien zur Verfügung, aber auch sekundär zur Formveränderung der Gesichtskonturen, bedingen aber immer eine Beeinflussung des zahntragenden Kiefers mit Veränderungen der Bisslage und haben Einfluss auf das Kiefergelenk. Mit dieser neuen Art der Osteotomie kann die Kinnprominenz sagittal und transversal (d.h. im Profil und von vorne gesehen) beeinflusst werden und der Unterkieferrand sowie der Kieferwinkelbereich kann bewusst betont werden. Auch kann eine Divergenz der Unterkieferkontur, d.h. das Verhältnis zwischen aufsteigendem Unterkieferast und Körper des Unterkiefers unabhängig von der bestehenden Kieferbewegung verändert werden. Durch diese OP-Methode wird ebenfalls die Korrektur einer Unterkieferasymmetrie vereinfacht, ohne negative Konsequenzen auf die Kiefergelenke befürchten zu müssen. Ein weiterer Vorteil besteht in der postoperativen Normalisierung der Muskelspannung im Kinn-/Mundbereich, die erforderlich ist, um einen ausreichenden und entspannten Mundschluss zu erreichen. Dieser ist sowohl für das ästhetische Profil von Bedeutung, aber eliminiert vor allem den konstant erhöhten Muskeltonus (Spannungszustand der Muskulatur im Bereich des Mundes) auf die Dentition, der mitverantwortlich für das Entstehen von Zahnfehlstellungen sein kann (siehe auch Myofunktionelle Störung (orofacial)). Auch kann eine eventuell bestehende Mundatmung mit dem erhöhten Risiko für Infekte der oberen Atemwege damit günstig beeinflusst werden. Der Eingriff wird vom Mund her (intraoral) durchgeführt, dabei wird eine vertikale Osteotomie des gesamten Unterkieferrandes von Kieferwinkel zu Kieferwinkel durchgeführt. Wichtig ist, dass das Periost kaudal (am Unterrand) der Osteotomie nicht abgelöst wird, um eine weitere Durchblutung des Knochenflügels zu ermöglichen. Die mit dieser Technik gewonnene Knochenspange bleibt auch fest mit den Weichteilen verbunden und kann je nach Fragestellung in verschiedene Abschnitte unterteilt und in praktisch sämtlichen Ebenen verschoben werden, bevor sie in der endgültigen Stellung mit Schrauben und Osteosyntheseplatten fixiert wird. Mit einer präoperativ standardmäßig durchzuführenden Bildgebung (vorzugsweise einer digitalen Volumentomographie) kann gewährleistet werden, dass die Nn. alveolares inferiores bzw. Nn. mentales zuverlässig geschont werden.
Kraniomandibuläre Dysfunktion (Craniomandibuläre Dysfunktion, CMD) ist ein Überbegriff für strukturelle, funktionelle, biochemische und psychische Fehlregulationen der Muskel- oder Gelenkfunktion der Kiefergelenke. Diese Fehlregulationen können schmerzhaft sein. Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie definiert CMD als Sammelbegriff für eine Reihe klinischer Symptome der Kaumuskulatur und/oder des Kiefergelenks sowie der dazugehörenden Strukturen im Mund- und Kopfbereich. Im engeren Sinne handelt es sich dabei um Schmerzen der Kaumuskulatur („myofaszialer Schmerz“), Verlagerungen der Knorpelscheibe im Kiefergelenk („Diskusverlagerung“) und entzündliche oder degenerative Veränderungen des Kiefergelenks („Arthralgie, Arthritis und Arthrose“).
Oberbegriff für eine Reihe von Operationen, die eine Verkleinerung der Nasenmuscheln (Conchae nasales) zum Ziel haben, um die Atmung zu erleichtern. Dieser Risikoarme Eingriff kann in unterschiedlichen Techniken (z.B. mit Hilfe von Hochfrequenzstrom oder Laser) durchgeführt werden und bei Bedarf mit einer Septumplastik kombiniert werden.
Auch Fibrocartilago interarticularis von lat. Gelenkscheibe) ist eine aus Faserknorpel und straffem, parallelfasrigen Bindegewebe aufgebaute Zwischengelenkscheibe (ähnlich wie die Menisken), die das Kiefergelenk in zwei voneinander getrennte Kammern unterteilt. Er dient der Vergrößerung der Kontaktfläche zwischen den Gelenkanteilen, gleicht die Ungleichheiten (Inkongruenzen) der Gelenkflächen aus und puffert zusätzlich den auf dem Gelenk lastenden Druck ab und verteilt ihn. Außerdem unterstützt er die Führung des Gelenkkopfes in der -pfanne.
auch Distraktionsosteogenese oder Kallusdistraktion ist ein in der Kieferchirurgie angewendetes Verfahren zur Verlängerung oder Verlagerung von Kieferknochen oder -Anteilen. Das Verfahren eignet sich einerseits zur Korrektur krankhafter Fehlstellungen (z.B. bei unterentwickeltem Unterkiefer); andererseits findet es auch Anwendung als Methode zur Erleichterung der kieferorthopädischen Behandlung bei Platzmangel oder Engstand in Ober und Unterkiefer ooder als Vorbereitung für die Aufnahme von Dentalimplantaten bei ungenügendem Knochenangebot. Der zu verlängernde Knochen wird durch den Operateur in geeigneter Weise durchtrennt und die beiden Hälften mittels spezieller Apparaturen über mehrere Tage langsam und kontinuierlich entlang der gewünschten Wachstumsachse auseinander gezogen. Zwischen den beiden Knochenhälften bildet sich dabei stetig frische Knochensubstanz (Kallus).
Die digitale Volumentomographie (DVT) ist ein dreidimensionales, bildgebendes Tomographie-Verfahren unter sparsamer Nutzung von Röntgenstrahlen , das in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und der Zahnmedizin zum Einsatz kommt. Im englischsprachigen Raum ist für dieses Verfahren die Bezeichnung Cone-Beam CT (CBCT) üblich. Dabei entstehen 3-dimensionale Aufnahmen des Gesichtsskelettes, welche in allen Ebenen ausgemessen werden können und für die Diagnostik und Behandlungsplanung des Fachgebietes wertvolle Informationen liefern.
vom Altgriechischen gnáthos = „Kiefer“. Darunter ersteht man eine Zusammenfassung von Fehlentwicklungen der Zähne, der Kiefer und/oder des Kausystems. Die Anomalien können die Zahnstellung, die Verzahnung (Okklusion), die Kieferform, die Lage der Kiefer zueinander oder den Einbau der Kiefer in den Schädel betreffen und als Folge davon ästhetische wie funktionelle Beeinträchtigungen verursachen. Zwischen einer Dysgnathie und einer Eugnathie- dem ausgeglichenen und gut ausgebildeten Gebiss – bestehen fließende Übergänge. Dentoalveoläre Fehlstellungen sind, auch nach Wachstumsende, auf kieferorthopädischem Weg behandelbar. Die skelettalen Anomalien hingegen sind nach Wachstumsende nur noch chirurgisch zu beheben. Diese können auch während des Wachstums nur begrenzt behandelt werden, es lässt sich allenfalls nur modifizierend auf das Wachstum einwirken. Die Entscheidung, ob die Korrektur einer skelettalen Anomalie konservativ, d.h. allein durch eine kieferorthopädische Behandlung, erfolgen kann oder ob eine kombinierte orthodontisch-chirurgische Therapie angebracht ist, wird im Einzelfall getroffen. Prinzipiell unterscheidet man zwischen erblich bedingten und erworbenen Kieferanomalien, wobei es sich meistens um eine Kombination von erworbenen Fehlstellungen und einer genetischen Bereitschaft handelt. Bei den angeborenen Anomalien stehen Ober- und Unterkiefer größenmäßig oder bezüglich ihrer Stellung im Missverhältnis zueinander oder es kommt zu Aplasien, d.h. ,,Nichtanlagen“ der Zähne, was häufig zu asymmetrischen Zahnstellungen führt. Die erworbenen Fehlstellungen sind auf Habits (schlechte Angewohnheiten) wie Daumenlutschen, zu langes Schnullersaugen oder Zungenpressen zurückzuführen. Bei einer ausgeprägten Dysgnathie können zahlreiche wichtige Aufgaben nicht richtig erfüllt werden, gründliches Kauen wird erschwert oder verhindert, da der Kontakt der Zähne zum Gegenkiefer nur ungenügend oder gar nicht vorhanden ist. Die optimale Verdauung ist auf diese Weise beeinträchtigt und der Zahnhalteapparat wird durch die Fehlstellung überbeansprucht, was zu Parodontitiden und im schlimmsten Fall zu frühzeitigem Zahnverlust führt. Wenn die Lippen nicht geschlossen sind, kommt es verstärkt zur Mundatmung, wodurch der Nasen-Rachen-Raum durch die fehlende Zungeneinlagerung nur ungenügend entwickelt wird. Die Folge sind oft Sprachstörungen und eine höhere Anfälligkeit für Erkältungs- und Rachenerkrankungen sowie eine Schädigung der Zahnsubstanz. Stehen die Zähne zu eng, entstehen Schmutznischen, in denen sich Karies und Parodontitis bilden können. Die Fehlerachsen der Kiefer können in der Transversalen (Breite des Kiefers), in der Sagittalen (zu weit vor oder zurück) oder in der Vertikalen (zu hoch oder zu tief) sowie kombiniert vorhanden sein.
Techniken zur Beeinflussung und Veränderung des Kinns, beispielsweise bei einer Progenie, mandibulären Retrognathie oder Mikrogenie. Weit verbreitet ist die Verwendung von Implantaten aus unterschiedlichen Materialien (Silikon, Gore-Tex, Medpor etc.), welche über einen Schnitt im Mundvorhof eingebracht werden können. Diese Eingriffe sind technisch relativ einfach durchzuführen und führen grundsätzlichh zu voraussagbaren und reproduzierbaren Ergebnissen. Da es sich jedoch um Fremdmaterialien handelt, besteht immer die Gefahr, dass es zu Protheseninfekten kommen kann, welche die Entfernung des Implantates notwendig machen. Auch sind Fälle von Abstoßung, Kapselbildung, Verschiebung oder gar Knochenabbau beschrieben worden, die das zunächst gute Resultat im Verlauf negativ beeinflusst haben. Wenn die Verwendung von Fremdmaterialien nicht in Frage kommt, besteht die Möglichkeit, durch eine Osteotomie (Knochenschnitt) die Kinnprominenz ebenfalls zu verschieben und zu modellieren. Die ursprüngliche Technik wurde von R. Trauner und H. Obwegeser beschrieben. Auch diese Technik wird häufig angewandt, insbesondere im Rahmen von Dysgnathie-Korrekturen. Die Nachteile des Fremdmaterials entfallen hier, da nur eigenes Gewebe verschoben wird. Die ästhetischen Resultate sind jedoch häufig nicht mit denen eines Chin Wing vergleichbar.
(Abkürzung HA) ist ein körpereigenes Mölekül, das einen wichtigen Bestandteil des Bindegewebes darstellt und auch eine Rolle bei der Zellproliferation und Zellmigration spielt. Hyaluronsäure ist ein Bestandteil der extrazellulären Matrix (EZM) von Wirbeltieren. Es liegt in vielerlei Geweben als langkettiges, lineares Polysaccharid vor und erfüllt viele Funktionen, wobei die zahlreichen verschiedenen chemisch-physikalischen Eigenschaften dieser Verbindung eine Rolle spielen. Die Hyaluronsäure besitzt die Fähigkeit, relativ zu ihrer Masse sehr große Mengen an Wasser zu binden (bis zu sechs Liter Wasser pro Gramm). Wasser ist wenig komprimierbar und gibt diese Eigenschaft auch an hyaluronsäurehaltiges Gewebe weiter, in dem, wie oben erwähnt, sehr viel Wasser gebunden werden kann. Dies gilt allgemein für große Teile des Bindegewebes. Die Hyaluronsäure ist Hauptbestandteil der Synovia (Gelenkflüssigkeit) und wirkt als Schmiermittel bei allen Gelenkbewegungen. Für wandernde Zellen hält die Hyaluronsäure die „Verkehrswege“ frei. Durch Erweiterung der Zellzwischenräume (Abstände zwischen den Zellen) wird die Migration (Wanderung) der Zellen unterstützt. Die obigen Eigenschaften werden in den Ästhetischen Behandlungen ausgenutzt, indem die synthetisch hergestellte Substanz als klaren Gel gezielt dort appliziert wird, wo Volumenverlust bereits stattgefunden hat oder verhindert werden soll. Die Anwendung von Hyaluronsäure in der ästhetischen Medizin ist bereits ein etabliertes Verfahren. Hyaluronsäurepräparate werden zur Faltenunterspritzung, zum Modellieren und Konturieren der Lippen, zur Hautauffrischung oder zum Aufbau von Gesichtskonturen verwendet. Je nach Vernetzungsgrad der Hyaluronsäure bleibt der so gewonnene Effekt 6–12 Monate erhalten. Für die verschiedenen Anwendungen gibt es Präparate mit speziell angepassten Gelpartikelgrößen auf dem Markt.
Ein Zahnimplantat ist – stark vereinfacht ausgedrückt – eine Schraube, die nach Zahnverlust in den Kieferknochen eingesetzt werden kann. Durch ihre Verwendbarkeit als Träger von Zahnersatz übernehmen Zahnimplantate die Funktion künstlicher Zahnwurzeln. Hierzu werden sie mittels Schraubgewinde in den Kieferknochen (enossale https://de.wikipedia.org/wiki/Zahnimplantat – cite_note-2 Implantate) eingedreht. Sie verbinden sich innerhalb von 3 bis 6 Monaten mit dem umgebenden Knochen zu einer festen, äußerst belastungsfähigen Trägereinheit (Osseointegration). Aus der Gestalt des Abutments, des aus dem Kieferknochen herausragenden Implantatteils, resultiert die Anfertigung der Suprakonstruktion, des auf den Implantaten einzugliedernden Zahnersatzes. Zahnimplantate bestehen seit den 1980er Jahren üblicherweise aus Titan, aber auch aus keramischen Materialien.
Markenname für eine bestimmte Form der Aligner-Therapie (von to align ‚ausrichten‘), eine kieferorthopädische Behandlungsmethode zur weitgehend unsichtbaren Behandlung von leichteren Zahnfehlstellungen, die mit einer Sequenz von individuell gefertigten, dünnen und durchsichtigen Kunststoffschienen (englisch aligner) arbeitet. Mit Hilfe eines speziellen Computergrafik-Verfahrens wird ausgehend vom Ist-Zustand der Zahnreihen, der in Kiefermodellen festgehalten wird, ein vorher bestimmtes Behandlungsziel dreidimensional dargestellt und in einzelne Behandlungsphasen unterteilt. Für jede dieser Phasen werden dann die einzelnen individuellen Schienen produziert, die jeweils zirka zwei Wochen lang getragen werden. In dieser Zeit werden die Zähne durch Druckausübung kontinuierlich in die vorher errechnete Richtung bewegt. Dann folgt die nächste Schiene, bis das gewünschte Behandlungsziel erreicht ist. Die Dauer der Behandlung liegt je nach Grad der Fehlstellung üblicherweise zwischen ca. 6 und ca. 18 Monaten.
(eigentlich MKG: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, auch Kranio-Maxillo-Faziale Chirurgie) ist ein medizinisches Fachgebiet, welches die Diagnostik, Therapie, Prävention und sowohl funktionelle (Kauen, Schlucken, Sprechen) als auch ästhetische Rehabilitation von Erkrankungen, Verletzungen, Fehlbildungen und Formveränderungen der Zähne, der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes umfasst. Das Einzigartige an diesem Fachgebiet ist die nötige Ausbildung der Ärzte in Humanmedizin und Zahnmedizin, weswegen im deutschsprachigen Raum auch Doppelpromotionen häufig sind (Dr. med. und Dr. med. dent), was europaweit nicht überall der Fall ist. Eine weitere Besonderheit der MKG-Chirurgie ist die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Nachbardisziplinen, die durch die räumliche Nähe verschiedener Organsysteme (Ohren, Augen und Gehirn) im Kopf-Hals-Bereich zur Therapie der häufig komplexen Verletzungen oder Erkrankungen nötig ist.
bewegliche Verbindung zwischen dem Unterkiefer und dem übrigen Schädel (lat. Articulatio temporomandibularis). Die gelenkbildenden Knochenanteile des Kiefergelenks sind die Unterkiefergrube (Fossa mandibularis) des Schläfenbeins und der Kopf des Unterkiefers (Caput mandibulae). Die Unterkiefergrube ist vorn durch das Tuberculum articulare und hinten durch den Processus retroarticularis begrenzt. Der Gelenkkopf sitzt auf dem Walzenvorsprung (Processus condylaris) des Unterkieferastes (Ramus mandibulae). Die Gelenkhöhle des Kiefergelenks wird durch eine bewegliche Knorpelscheibe, den Diskus, in einen oberen Gelenkspalt (zur eigentlichen Gelenkpfanne an der Schädelbasis hin) und einen unteren Gelenkspalt (zum Gelenkköpfchen des Unterkiefers hin) geteilt. In der oberen Hälfte findet hauptsächlich eine Gleitbewegung, in der unteren Hälfte dagegen eine Drehbewegung statt.
Idealerweise sollten im Schlussbiss beide Kieferköpfchen zentral in der Gelenkgrube sitzen, wobei die Knorpelscheiben zwischen Kieferköpfchen und Gelenkgruben liegen. Dabei sollten die Gelenke symmetrisch zueinander stehen, die Kaumuskulatur auf beiden Seiten dieselbe Spannung und Länge und die Zahnreihen im Seitenzahngebiet rechts und links gleichmäßige Vielpunktkontakte aufweisen. Bei jedem Schluckakt werden unbewusst all diese Parameter vom Gehirn überprüft. Falls Asymmetrien auftreten (z. B. nach dem Legen einer zu hohen Füllung), setzt sich ein unwillkürlicher Kompensationsmechanismus in Gang. Entweder wird der Frühkontakt durch vermehrtes Reiben der Zähne weggewetzt – häufig an blanken Stellen auf frisch gelegten Füllungen zu erkennen – oder der Patient verschiebt den Unterkiefer, bis er wieder beiderseits Vielpunktkontakte an den Zähnen spürt. Allerdings gehen dabei die Symmetrie und die beidseitig gleichmäßige Spannung der Muskulatur verloren, was in einen Teufelskreis münden kann (kraniomandibuläre Dysfunktion).
Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich mit der Verhütung, Erkennung und Behandlung von Fehlstellungen der Kiefer und der Zähne (Zahnfehlstellung) befasst, unter Verwendung von geeigneten festsitzenden oder abnehmbaren Apparaturen. Der Begriff Orthodontie (Zahnregulierung) wird in nichtdeutschsprachigen Ländern verwendet.
Die Einteilung der Gebissanomalien nach der Okklusion der ersten unteren Molaren gegenüber den oberen ersten Molaren erfolgt nach der Angle-Klassifikation. Der Befund der Bisslage in der Sagittalen bedeutet bei Klasse I: Neutralbiss, bei Klasse II: Distalbiss und bei Klasse III: Mesialbiss. Der US-amerikanische Kieferorthopäde Angle hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Okklusion definiert. Er ging dabei von der Okklusionsbeziehung der Sechsjahrmolaren aus und zog daraus Rückschlüsse auf die Lagebeziehung der Kiefer zueinander. Edwart Hartley Angle, Minneapolis, 1855-1930 ist Begründer der wissenschaftlichen Kieferorthopädie.
Als Knochenersatzmaterial wird in der Medizin künstlich erzeugter oder vom Tier oder Mensch gewonnener Knochen verwendet, wenn eigener Knochen zur Auffüllung von unfall-, entzündungs- oder tumorbedingten Knochendefekten nicht zur Verfügung steht oder nicht in ausreichender Menge entnommen werden kann. Ein ideales Knochenersatzmaterial sollte eine ausreichende Stabilität haben und die drei Grundbedingungen für eine Knochenneubildung erfüllen: Osteokonduktivität (die Oberfläche des Materials ermöglicht die Einwanderung und das Anhaften von Bindegewebszellen), Osteoinduktion (der Knochenersatz zieht körpereigene Bindegewebsstammzellen an und führt dazu, dass diese sich auf dem Material ansiedeln) und Osteogenese (In dem Knochenersatz entsteht tatsächlich dauerhaft neuer Knochen, der langsam die Funktion des Ersatzmaterials übernimmt).
Bei Osteotomien zur Umstellung der Okklusion oder des Gesichtsschädels bei maxillären Gesichtsdeformierungen (orthognathe Chirurgie) wird die Durchtrennung des Knochens analog den Bruchlinien nach Le-Fort- ausgeführt. Die Le-Fort-Frakturen sind benannt nach René Le Fort (1869–1951), einem französischen Chirurgen aus Lille, der die heute am meisten verbreitete Klassifikation der Oberkieferfrakturen mit den typischen Knochenbruchlinien in transversaler Richtung oberhalb der Zahnreihen einführte.
besondere, als „unsichtbar“ geltende und deshalb zunehmend beliebtere Form der Zahnregulierung, bei der eine individuell angepasste festsitzende Apparatur auf der Innenfläche der Zähne befestigt wird.
Teilgebiet der Zahnmedizin, das „die zahnärztliche Chirurgie“ einschließlich der Behandlung von Luxationen und Frakturen im Bereich des Alveolarfortsatzes umfasst. Die Oralchirurgie gehört neben Kieferorthopädie, rekonstruktiver Zahnmedizin und Parodontologie zu den Fachgspezialisierungen in der Zahnmedizin, die von diplomierten Zahnärzten durch eine mehrjährige Weiterbildung mit abschließender Prüfung erworben werden können.
Das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist ein Beschwerdebild, das durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen gekennzeichnet ist. Die Atemstillstände führen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung und zu wiederholten Aufweckreaktionen (als automatische Alarmreaktion des Körpers). Die meisten Aufweckreaktionen führen aber nicht zum Aufwachen, sondern lediglich zu erhöhten Körperfunktionen, beispielsweise zu beschleunigtem Puls. Deswegen werden sie von den Betroffenen meist nicht wahrgenommen. Die Folge der Aufweckreaktionen ist ein nicht erholsamer Schlaf, was meistens zu der typischen, ausgeprägten Tagesmüdigkeit führt. In der Schlafmedizin zählen die verschiedenen Formen des Schlafapnoe-Syndroms nach dem Klassifikationssystem für Schlafstörungen International Classification of Sleep Disorders (ICSD) zu den „Schlafbezogenen Atmungsstörungen“.
operative Versorgung von Knochenbrüchen oder von Osteotomien mit Implantaten, zumeist aus Titan. Ziel des Eingriffs ist die Fixierung der zueinander gehörigen Fragmente unter Wiederherstellung von Achsen- und Gelenkstellung (Reposition) sowie der habituellen Okklusion (Zahnstellung) für die Dauer der Bruchheilung. Sie hat die früher übliche intermaxilläre Fixation mit Drähhten praktisch vollständig abgelöst. Im Gegensatz zum Gips erlaubt die Osteosynthese in der Regel eine frühzeitige Übungsbehandlung (sog. übungsstabile Osteosynthese) oder sogar Belastung (sog. belastungsstabile Osteosynthese) der Fraktur.
(vom altgriechischen ὀστέον „Knochen“ und τομή „Schnitt“) Bezeichnung für ein in der Chirurgie angewandtes Operationsverfahren, bei dem ein oder mehrere Knochen gezielt durchtrennt werden, um knöcherne Fehlstellungen oder Dysgnathien zu korrigieren. Entsprechend wird dann oft auch von einer Umstellungs-Osteotomie oder Korrekturosteotomie gesprochen. Der Osteotomie folgt dann in der Regel eine Osteosynthese, meist als Plattenosteosynthese ausgeführt, um die durchtrennten Knochenteile in der gewünschten Position wieder zu fixieren.
Osteotomie zur Verlagerung des Unterkiefers, erstmals 1957 von Hugo L. Obwegeser, ehemaliger Ordinarius unseres Fachgebietes am Universitätsspital Zürich, in dieser Form beschrieben, bei der der Knochen im Bereich hinter dem letzten Backenzahn in Längsrichtung durchtrennt wird, um so zwei ausreichend grosse Anlagerungsflächen zu erhalten, die eine Verschiebung des zahntragenden Anteils nach vorne oder auch nach hinten ermöglichen.
Der Begriff bezeichnet eine Reihen von chirurgischen Techniken mit unterschiedlichen Zugängen zur Korrektur von angeborenen oder erworbenen Nasenscheidewandverbiegungen bei eingeschränkter Nasenatmung oder im Rahmen ästhetischer.Korrekturen
Bezeichnung für eine spezielle Operationsmethode der Kieferchirurgie, mit der der knöcherne Boden der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) verdickt wird, um die Positionierung von Dentalimplantaten nach Zahnverlust zu ermöglichen. Der Sinuslift ist eines von mehreren Verfahren zum Kieferaufbau und kann in unterschiedlichen Techniken mit Eigenknochen oder Knochenersatzmaterial durchgeführt werden.
chemisches Element mit dem Elementsymbol Ti und der Ordnungszahl 22. Es gehört zu den Übergangsmetallen und steht im Periodensystem in der 4. Nebengruppe (Gruppe 4) oder Titangruppe. Das Metall ist weiß-metallisch glänzend, leicht, fest, dehnbar, korrosions- und temperaturbeständig. Es ist daher besonders für Anwendungen geeignet, bei denen es auf hohe Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit und geringes Gewicht ankommt. Aufgrund des komplizierten Herstellungsprozesses ist reines Titan 35 mal teurer als verbreitete Stahllegierungen bzw. 200 mal teurer als Rohstahl (Stand 2013). Es wird deshalb als Biomaterial für praktisch sämtliche Implantate in der Medizintechnik und Zahnheilkunde (Zahnimplantate, jährlich ca. 200.000 Stück allein in Deutschland) wegen seiner sehr guten Korrosionsbeständigkeit im Gegensatz zu anderen Metallen verwendet. Eine immunologische Abstoßungsreaktion (Implantatallergie) gibt es nicht. Die Titan-Oxidschicht ermöglicht das feste Anwachsen von Knochen an das Implantat (Osseointegration) und ermöglicht damit den festen Einbau des künstlichen Implantates in den menschlichen Körper.
Wissenschaft von den Verletzungen und Wunden sowie deren Entstehung und Therapie. Teilgebiet der Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, welche sich mit der Behandlung von Verletzungen und deren Folgen im Bereich der Gesichtsweichteile, des Gesichtsschädels und dessen zahntragenden Anteile beschäftigt. Sie setzt sich in Form der Unfallchirurgie als Teilgebietsbezeichnung der Chirurgie mit der Versorgung unfallverletzter Patienten auseinander. In nahezu allen Staaten außer Deutschland ist die Traumatologie seit langer Zeit Bestandteil der Orthopädie. In der Schweiz und Österreich mit der langen Tradition der Sportmedizin steht sie zwischen Chirurgie, Orthopädie und Physiologie/Physiotherapie. Die Traumatologie beschäftigt sich sowohl mit der Behandlung kleinerer und größerer Verletzungen als auch mit der Behandlung des so genannten Polytraumas. Das Polytrauma ist definiert als mehrere gleichzeitig geschehene Verletzungen verschiedener Körperregionen, wobei mindestens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensbedrohlich ist
von den Gebrüder William und Thomas Wilcko propagierte und registrierte Bezeichnung für eine bestimmte Form der Corticotomie in Kombination mit einem oberflächlichen Knochenaufbau als Resorptionsprophylaxe zur Erleichterung, Erweiterung und Beschleunigung von orthodontischen Zahnbewegungen.
Eine Zahnspange ist eine zahnmedizinische Apparatur, mit der Kiefer- und Zahnfehlstellungen korrigiert werden. Die Behandlung kann prinzipiell durch jeden Zahnarzt durchgeführt werden. Fachzahnärzte für Kieferorthopädie haben sich jedoch durch eine zusätzliche drei- bis vierjährige Weiterbildungszeit hierfür spezialisiert. Man bedient sich in der kieferorthopädischen Therapie unterschiedlicher Behandlungsformen und Behandlungsmittel, die umgangssprachlich als „Zahnspange“ oder „Zahnklammer“ tituliert werden. Dies können festsitzend, abnehmbar, sichtbar oder „unsichtbar“ sein.