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Nicht perforierende, tiefe Schleimhautläsionen im Rektum sind typisch für die ulzerative Proktitis (UP). Die Erkrankung kann sich nach proximal ausbreiten und den Dickdarm erfassen; dann wird eine ulzerative Kolitis (auch: Colitis ulcerosa) diagnostiziert. Oft wird die auch als milde Verlaufsform der ulzerativen Kolitis eingeordnet. Die Behandlung der UP erfolgt symptomatisch und vorwiegend mit oral applizierten Analgetika wie Acetaminophen sowie Antiinflammatoria wie Mesalazin, die als Zäpfchen oder Einlauf verabreicht werden.
Von der UP betroffen sind am häufigsten junge Erwachsene im Alter von unter 30 Jahren und jene, die bereits älter als 60 Jahre sind [1]. Symptome, die im Rahmen einer UP auftreten, sind weniger stark ausgeprägt als jene, die durch die ulzerative Kolitis verursacht werden. Patienten klagen häufig über Tenesmus und Hämatochezie und beschreiben mitunter auch den Abgang von Schleim. Die Konsistenz des Stuhls variiert stark: Einige Betroffene leiden an einer Diarrhoe, während andere über eine Konstipation berichten, die auf einer Funktionsstörung des Rektums beruht. Anorektale Blutungen können unabhängig von der Defäkation auftreten. In manchen Fällen werden Schmerzen im Unterbauch beschrieben.
Eine Spontanremission ist nicht unwahrscheinlich, aber es können Jahre vergehen, bis diese eintritt: Kurzfristig ist bei nur 39% der Betroffenen eine Remission zu erwarten, binnen 25 Jahren allerdings bei etwa 75% der UP-Patienten [2] [3]. In diesem Zeitraum kann sich aus der UP eine ulzerative Kolitis entwickeln. In Studien, die die UP als eine milde Verlaufsform der ulzerativen Kolitis einordnen, wurde gezeigt, das erstere wesentlich seltener ist als letztere, wobei das Verhältnis der Diagnosen etwa 1:3 beträgt [4] [5]. Während für die ulzerative Kolitis ein erhöhtes Risiko auf eine maligne Entartung gezeigt wurde, liegen solche Daten für die UP bislang nicht vor [6].
Die Diagnose der UP erfolgt anhand anamnestischer Angaben, klinischer Befunde und einer endoskopischen Untersuchung des Rektums und Colon sigmoideums. Bei UP-Patienten ist im Rektum eine diffuse Ulzeration auszumachen. Im Gegensatz dazu sind tiefe Substanzdefekte im Sinne eines Ulkus bei Patienten mit Morbus Crohn typischerweise scharf abgegrenzt. Bei bestehender UP genügt oft der geringste Kontakt zur Rektalschleimhaut, um Blutungen zu verursachen. Nach proximal nehmen die Ulzerationen deutlich ab und im Kolon selbst sollten unversehrte Schleimhäute zu sehen sein. Auch hierin unterscheidet sich die Erkrankung von der Mehrzahl der Fälle eines Morbus Crohn: Diese chronisch entzündliche Darmerkrankung geht mit Läsionen entlang des gesamten Verdauungstraktes einher, wobei sich Zonen scheinbar intakter Schleimhaut mit ulzerierten Bereichen abwechseln können. Während der endoskopischen Untersuchungen sind Biopsien zu realisieren, um Gewebeproben für eine anschließende histologische Untersuchung zu gewinnen.
Zusätzliche, bildgebende Maßnahmen können erforderlich werden, wenn eine Unterscheidung von UP, ulzerativer Kolitis und Morbus Crohn nicht möglich ist oder wenn andere Ursachen einer UP ausgeschlossen werden müssen. Wie bereits erwähnt, sind die Substanzdefekte bei der UP und ulzerativen Kolitis auf das Rektum und den Dickdarm beschränkt, während das auf den Morbus Crohn nicht zutrifft. Bei den meisten Patienten mit Morbus Crohn lassen sich Schleimhautläsionen im Ileum nachweisen. Darüber hinaus stellt sich der Darm in Röntgenaufnahmen anders dar.