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Ein gesundes Herz hat etwa die Grösse der geschlossenen Faust des jeweiligen Menschen und besteht vor allem aus Muskulatur. Das Herz pumpt lebenslang etwa 70 Mal pro Minute Blut in den Kreislauf, um den Körper mit Sauerstoff und Energie zu versorgen. Für diese Leistung ist es wichtig, dass der Herzmuskel in Form ist. Einige Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems führen zu einer Verdickung des Herzmuskels, einer sogenannten Herzhypertrophie, und somit zu einer Vergrösserung des Herzens. Die Herzgrösse kann mittels Röntgenbild, Messung der Herzströme (Elektrokardiogramm/EKG) oder Ultraschall (Echokardiographie) bestimmt werden. Der Herzmuskel verdickt sich, weil er viel arbeiten muss, ähnlich der Muskelvergrösserung bei intensivem Kraftraining. In der Tat kann bei völlig gesunden Sportlern durch das jahrelange Kreislauftraining der Herzmuskel vergrössert sein, ohne Krankheitswert zu haben. Die häufigste Krankheit aber als Ursache für eine Herzmuskelvergrösserung ist der hohe Blutdruck, die sogenannte Hypertonie. Wenn das Herz über Jahre das Blut in die Gefässe, in denen eben dieser hohe Druck herrscht, hineinpumpen muss, entwickelt es wie ein Sportler mehr Muskeln. Auch eine Verengung von Herzklappen, durch die das Blut gepresst werden muss, hat die gleiche Folgen, ist jedoch weitaus seltener. Hoher Blutdruck ist weit verbreitet. Es wird geschätzt, dass etwa 20% der Bevölkerung in westlichen Industrieländern an Bluthochdruck leidet. Häufig ist dieser mit Uebergewicht, Zuckerkrankheit oder Blutfetterhöhung kombiniert. Die Ueberlastung des Herzens führt also zu einer Verdickung des Herzmuskels, was die Beweglichkeit des Herzmuskels verändert, so dass es zu einer Störung der Herzfüllung und/oder –entleerung kommt. Im weiteren Verlauf kann dann der Herzmuskel erlahmen, wobei er sich ausdehnt und das Herz insgesamt noch grösser wird. In dieser Situation ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper in allen Lebenslagen mit genügend Blut zu versorgen. Man spricht dann von einer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz. Patienten mit einer krankhaften Herzmuskelverdickung haben auch ein erhöhtes Risiko Herzrhythmusstörungen zu entwickeln. Da bei einer Herzmuskelverdickung meistens Bluthochdruck als Ursache gefunden wird, treffen den Patienten zusätzlich meistens ebenfalls die anderen Risiken von Bluthochdruck. Dieser führt nämlich auch zu anderen Folgekrankheiten wie Hirnschlag, Herzinfarkt oder Nierenschäden. Eine jahrelange/lebenslange Behandlung des hohen Blutdrucks kann das Risiko für alle erwähnten Schäden an den Blutgefässen, dem Herzen, dem Gehirn und der Niere verkleinern oder sogar verhindern. Eine Senkung des Blutdruckes hat zur Folge, dass die Belastung des Herzens abnimmt und die Herzmuskulatur „schrumpft“. Es gibt viele verschiedene Medikamente, die den Blutdruck wirkungsvoll senken und dabei auch gut verträglich sind. Dabei ist es wichtig, dass die Therapie ohne Unterbruch lebenslang durchgeführt wird, da Bluthochdruck leider nicht geheilt werden kann. Mit der Therapie geht nicht nur die Herzverdickung zurück, sondern auch die Risiken für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenschwäche werden reduziert.
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