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8 - Mindestanteil erneuerbarer Energien zur Wassererwärmung
Mit einer Vorschrift sorgt der Kanton dafür, dass das Warmwasser in Neubauten und beim Ersatz bestehender Anlagen zu mindestens 50 Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugt wird. Dadurch leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Stromverbrauchs und der fossilen Energien und fördert die Verbreitung der erneuerbaren Energien.
Massnahme
Ein Kanton kann vorschreiben, dass das Warmwasser in Neubauten und beim Ersatz zentraler Warmwassererzeuger zu mindestens 50 Prozent mit erneuerbarer Energie (wie Sonnenenergie, Erdwärme, Fernwärme, Holzenergie) oder mit nicht anders nutzbarer Abwärme erzeugt wird.
Umsetzung
Der Mindestanteil erneuerbarer Energien zur Wassererwärmung kann von den Kantonen im Rahmen ihrer Energiegesetze eingeführt werden. Zur Harmonisierung der Vorschriften und für eine möglichst flächendeckende Umsetzung sollte der Mindestanteil in den MuKEn verankert werden. Wenn das der Fall ist, könnte auf die Vorgabe eines Höchstanteils nicht erneuerbarer Energien zur Deckung des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser bei Neubauten und Erweiterung bestehender Gebäude durch die Kantone verzichtet werden (wie gemäss MuKEn 2008 vorgesehen).
Die Vorschrift erfasst Neubauten aller Gebäudekategorien: Wohnbauten, Schulen, Restaurants, Spitäler, Sportbauten, Hallenbäder etc. Falls aus technischen Gründen keine bzw. nicht genügend erneuerbare Energie eingesetzt werden kann, sollte eine Ausnahmebewilligung möglich sein.
Auswirkungen
Der Mindestanteil erneuerbarer Energien führt bei Neubauten und beim Ersatz bestehen-der Anlagen zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien bei der Wassererwärmung und zu entsprechenden Stromeinsparungen.
Die verstärkte Investition in erneuerbare Energien führt zu einer zusätzlichen regionalen Wertschöpfung und Beschäftigung (u.a. in den Branchen Beratung und Planung, Baugewerbe).
Kombination mit anderen Massnahmen
Durch die Kombination des Mindestanteils erneuerbarer Energien mit einer Pflicht zum vorzeitigen Ersatz der ausschliesslich direkt-elektrischen Warmwassererzeugung (Elektroboiler) kann die energetische Wirkung massgeblich verstärkt werden.
Die Vorschrift sollte in einer Übergangszeit mit finanziellen Beiträgen an erneuerbare Energien (Förderprogramm) kombiniert werden.
Wichtige flankierende Massnahmen sind Informations- und Beratungsangebote für Gebäudeeigentümer (insbesondere Vorgehensberatung) sowie Finanzierungshilfen.