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Beispiel-Projekte
Dorfschule Torovicë (Albanien)
Der Weiler Torovicë gehört zur weitläufigen, zwischen Lezha und Shkodra gelegenen Gemeinde Balldre. Er wird vorwiegend von Familien bewohnt, die aus den Bergen zugezogen sind. Bei unserem ersten Besuch in Albanien, 1996, fanden wir ein einziges, völlig überlastetes Schulzimmer vor, in dem im Mehrschichtenbetrieb sechs Klassen unterrichtet wurden. Mit Hilfe verschiedener Sponsoren konnte der Bau zu einem eigentlichen Schulhäuschen mit zwei Schulzimmern und einem kleinen Magazin erweitert werden. Nach Zerstörungen im Bürgerkrieg 1997 kamen dazu zusätzlich sanitäre Anlagen und eine Mauer um den Schulhof. ARSIMI ermöglichte 1999 die Anschaffung von Turngeräten, so dass auf dem Schulhof nun auch ein elementarer Sportunterricht durchgeführt werden kann. Mit Hilfe von ARSIMI und nach jeweils genauer Bedürfnisabklärung wird die kleine, aber gut funktionierende Schule von Torovicë jährlich bei der Anschaffung von didaktischen Materialien und kleinen gebäudebezogenen Investitionen unterstützt. Für 2013/14 ist die Ausrüstung mit zwei Laptops und einem Drucker vorgesehen; eine mit Informatikunterricht vertraute Lehrperson steht zur Verfügung.
Torovicë,das ausgebaute Schulhaus mit zwei Zimmern, Turngeräten, WC, 1999
 
Achtjährige Dorfschule Kolajak (Albanien)
Kolajak ist eine grössere, aber sehr abgelegene Aussensiedlung der Gemeinde Balldre. Die Bevölkerung ist meist schon über Generationen ansässig und lebt von bescheidener Landwirtschaft. Schule gehalten wurde in einem düsteren Stall, bis auch dieser im Jahr 2000 vom Besitzer wegen Eigenbedarfs gekündigt wurde. Mit Hilfe von ARSIMI und anderen Sponsoren konnte zunächst der Bau einer Schule mit zwei Schulräumen, sanitären Anlagen und einem kleinen Magazin finanziert werden. Dabei übernahm die Bevölkerung sämtliche Arbeiten, die nicht zwangsläufig von Spezialisten durchzuführen waren. Angesichts des grossen Einzugsgebietes von Kolajak wurden wir um eine Erweiterung der Schule auf vier Schulräume für acht Klassen gebeten. Diese Erweiterung konnte, auch dank neuerlicher Hilfe von ARSIMI, im Jahre 2002 abgeschlossen werden. Jährliche Besuche zeigen, dass die Schule, welche der Stolz der Gemeinde ist, zu bester Zufriedenheit funktioniert und dass das Gebäude sorgsam gepflegt wird. Im Frühling 2012 brannte leider der erste Stock des Schulhauses infolge eines Kurzschlusses vollständig aus. Die Gemeinde Balldre übernahm den Wiederaufbau; die Gesellschaft ARSIMI beteiligte sich mit Fr. 2400 an der Beschaffung der notwendigsten didaktischen Materialien (Bücher, Modelle etc.). Für 2013/14 ist auch hier (in Kooperation mit einer anderen Institution) die Ausrüstung mit mindestens zwei Laptops und einem Drucker für den Informatikunterricht vorgesehen; eine Fachlehrkraft steht zur Verfügung.
Kolajak, ein alter Stall als Schulraum (2000)
Kolajak, das neue zweistöckige Schulhaus
 
Zentrumsschule Balldre (Albanien)
Balldre ist eine sehr weitläufige Gemeinde zwischen Lezha und Shkodra in Nordalbanien. An der grossen Zentrumsschule werden zwischen 700 und 800 Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten bis zum Gymnasium unterrichtet. Das Schulgebäude war bei unserer ersten Besichtigung 1996 in einem deplorablen Zustand (kaputte Fenster, fehlende Türen etc.), der sich durch Plünderungen während des Bürgerkriegs 1997 noch verschlechterte. Die Renovation, welche ein grosses Budget verlangte, wurde nach verschiedenen Inter-
ventionen unsererseits schliesslich 2002 durch die Eidgenossen
schaft (mit Geldern aus dem liechtensteinischen Fürstenhaus) durchgeführt. Allerdings betraf sie nur das Gebäude, nicht aber die Infrastrukturen. ARSIMI ist seit 2004 an diesbezüglichen Unterstützungsprojekten beteiligt (Musikinstrumente didaktische Materialien für den naturwissenschaftlichen Unterricht Bibliothek Naturlehrpfad). Jährliche Besuche in Balldre und ein optimaler Kontakt mit den Schul- und Gemeindebehörden garantieren, dass die investierten Gelder zuverlässig und projektgebunden verwendet werden. ARSIMI unterstützt die grosse Zentrumsschule jährlich mit einem Betrag in der Grössenordnung von 400 – 700 Franken bei der Anschaffung von Büchern, didaktischen Materialien und Modellen etc. Hierfür erstellt die Schule (wie auch die beiden kleinen Dorschulen Kolajak und Torovicë) eine Liste mit Anschaffungswünschen und einen Kostenvoranschlag. Die Koordination, Anschaffung und fotografische Dokumentation des Angeschafften wie auch die Abrechnung übernimmt unser Gewährsmann Ndoc Dragusha. – Für 2013/14 ist zusammen mit einer anderen Institution die Ausrüstung der Schule mit einem Computer-Workshop geplant. Dazu sollen in der Schweiz 12 gut funktionstüchtige Occasions-Laptops und 2-3 Drucker beschafft und anschliessend nach Albanien transportiert werden. Auch hier fand selbstverständlich vorgängig eine ausführliche Bedürfnisabklärung statt.
Gesamtschule Balldre, vor der Renovation:
 
Gesamtschule Balldre, nach  der Renovation:
 
Klassenprojekte in Kosovo
Seit 2008 wird in Kosovo der KOSOVISION CONTEST durchgeführt, ein Bildungsprojekt das von der der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) entwickelt wurde undheute in Zusammenarbeit mit dem Swiss Cooperation Office in Pristina (SCO) und dem kosovarischen Bildungsministerium (MEST) durchgeführt wird. Schüler undSchülerinnen der 5. Klassen haben die Möglichkeit, Ideen zur Verbesserung ihrer Situation zu entwickeln und umzusetzen. Die Lehrpersonen werden in Projektunterricht ausgebildet. Die ausgewählten Klassenprojekte werden vom SCO, dem MEST und weiteren Sponsoren finanziert. ARSIMI hat 2009 bis 2012 für neun Projekte das Patronat übernommen und sie finanziert. Es handelt sich um einen Werkraum, ein Volleyballfeld, eine Sommerbibliothek, zwei botanische Schulgärten, einen Stadtpark, Wandbilder, die Organisation eines Schülerclubs und die Renovation einer kleinen Brücke.
Beispiel-Plakat der 5. Klasse
 
Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen in Gijlan (Kosova)
Seit 2001 unterstützt ARSIMI den Verein EDU-Pool, in Gijlan (Kosovo)
Weiterbildungskurse für Lehrpersonen durchzuführen. Die Schulen in Kosovo mussten in den Jahren nach dem Krieg in kürzester Zeit eine grosse Zahl von Remigrantenkindern aufnehmen. Sie waren auf diese Aufgabe nicht vorbereitet. EDU-Pool konzipierte eine Weiterbildung, die speziell auf die Bedürfnisse der kosovarischen Lehrpersonen abgestimmt war. In einer ersten Phase wurden u.a. Themen behandelt wie Umgang mit Heterogenität, erweiterte und kooperative Lernformen, gezielte Unterstützung von „schwachen“ Schülern und Schülerinnen, Gruppenführung, Projektmanagement, Unterrichts- und Schulentwicklung. Seit 2002 werden zusätzlich Multiplikatoren und Multiplikatorinnen ausgebildet, die die Inhalte in eigenen Kursen weitervermitteln können. Dazu wurden auch Formen der Intervision eingeführt und das Wissen in Projektmanagement und Schulentwicklung vertieft. Geplant ist die Multiplikatoren-
ausbildung bis 2008 weiterzuführen. Finanziert wurde das Projekt in erster Linie von HEKS, in zweiter Linie von der Glückskette, ARSIMI, privaten und anderen kleineren Geldgebern. Die Leitung des Projektes liegt bei Elisabeth Hösli und Nexhat Maloku (Vorstand ARSIMI). Kursleiter bzw. Leiterin (unentgeltlich) waren in der ersten Phase des Projektes auch die ARSIMI-Vorstandsmitglieder Mahir Mustafa, Basil Schader, Katherina Washington.
 
Sprachkurse (Kosova)
2002 – 2005 finanzierte ARSIMI in Gijlan zwei Lehrpersonen, die Deutsch- und Albanischkurse anboten für Rückkehrerkinder. Deutsch – damit sie die in der Migration erworbene Sprache nicht verloren. Albanisch – als Voraussetzung für den Schulerfolg in Kosovo.
 
Albanisch– deutsches Kinderbuch (Schweiz)
ARSIMI erwarb beim Zürcher Lehrmittelverlag zu einem ermässigten Preis 75
Exemplare von „Der Besuch vom kleinen Wolf“
von Silvia Hüsler und stellte
sie dem Albanischen Lehrer- und Elternverein (ALEV) und seinen Mitgliedern
unentgeltlich
zur Verfügung.
 
Musikunterricht für Roma-Kinder in Tirana (Albanien)
An der neunjährigen Grundschule „Xhezmi Delli“ im Zentrum von Tirana stellte sich das Problem, dass viele Kinder am Nachmittag nach der Schule, statt heimzukehren, auf der Strasse die Zeit totschlugen. Der Schulleiterin fiel auf, dass es sich vor allem um Roma-Kinder handelte, und sie organisierte für diese Kinder Musikunterricht in Akkordeon und Geige. Voraussetzungen für die Teilnahme waren musikalisches Talent und finanziell beengte Verhältnisse der Eltern.
ARSIMI half 2005 beim Ankauf der Schülerinstrumente (zwei Akkordeone und zwei Geigen) und bezahlte die beiden Musiklehrer während eines Jahres. Dank einer anderen Schweizer Stiftung konnte die Finanzierung dieses sinnvollen Schul- und Sozialprojekts für ein zweites Jahr gesichert werden. Anlässlich eines Schulkonzertes traten die Geschwister Donald und Ledia, dann zum ersten Mal auf – als Musiker und Tänzerin. Und Donald ist jetzt sogar Schüler im Musik-Gymnasium
 
Unterstützung der Volksschule in Kamjan (Mazedonien)
Im Rahmen der Studienreisen der Pädagogischen Hochschule Zürich mit den angehenden und praktizierenden Lehrpersonen des Kantons Zürich nach Mazedonien haben wir (Katherina Washington und Mahir Mustafa - Mitglieder des Vorstandes von Arsimi) neben den drei Partnervolksschulen in der Stadt Tetova auch die Dorfschule in Kamjan besucht.
Wir interessierten uns für den Umsetzungsversuch des Unterrichtsmodells „Step by Step“, welches als Modell bzw. Unterrichtsart zuerst in der Unterstufe ausprobiert wurde. Wir beobachteten im Bildungswesen Mazedoniens den Willen, neben dem frontalen Unterricht auch andere Unterrichtsarten anzuwenden. Für uns war es spannend, von Jahr zu Jahr Fortschritte bei diesem Versuch festzustellen. Nach den gesammelten Unterrichtserfahrungen mit den Erstklässlern wurde diese Unterrichtsart gradual für alle Stufen bzw. Klassen der Unterstufe angewendet.
Die Überzeugung und die Begeisterung der Lehrpersonen von der Methode und die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler führten dazu, dass wir den Antrag dieser Schule um finanzielle Unterstützung für Unterrichtsmaterial guthiessen und sie während drei Jahren mit einem Beitrag von insgesamt Fr. 2'000.- unterstützten.
Unser Ziel war es, einerseits einen Beitrag für die Fortsetzung des Projektes zu leisten und anderseits die Beschaffung des notwendigen Materials für partizipatives, handlungsorientiertes Lehren und Lernen zu ermöglichen, indem beim Herstellen des Konkretisierungsmittels und bei der Verwirklichung der kreativen Ideen der Lehrpersonen und SchülerInnen partizipativ gearbeitet wird. Das entscheidende Argument für die Unterstützung dieser Schule war die Identifikation des Lehrerteams mit dem Schulprojekt und die Bereitschaft der Eltern, die Weiterführung des Projektes zu unterstützen.