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Insgesamt 156 Schweizer Rennfahrer und -fahrerinnen sind in 100 Jahren Le Mans bisher an den Start gegangen. Ironie der Geschichte: Obwohl der Unfall in Le Mans zum Rundstreckenverbot in der Schweiz führte, lockte das 24-Stunden-Rennen immer wieder Schweizer Talente an, die zu Hause nicht fahren durften.
Text Hans Treml | Foto Porsche, Mercedes, Audi, Wikimedia, Seiler, privat
Die Geschichte der 24 Stunden von Le Mans – so steht es in dem Buch «Paris in the Fifties» von Stanley Karnow – begann bei einem Mittagessen im Oktober 1922. Französische Autofreunde entwickelten bei reichlich Rotwein und Cognac die Idee, dass man die damaligen Autos verbessern könnte, indem man sie bei einem Wettbewerb rund um die Uhr prüfte. Dabei sollte es nicht nur um die Geschwindigkeit gehen, sondern vor allem um die Ausdauer.
Es sollten übliche Strassenfahrzeuge in verschiedenen PS-Klassen sein, ausgerüstet mit Stossstangen, Rückspiegeln, Trittbrettern, Werkzeugkisten und Ersatzreifen, eingesetzt auf gesperrten
öffentlichen Strassen. Der Automobile Club de l’Ouest fand die Idee vor allem finanziell interessant und bestimmte eine Strasse von gut 17 Kilometern Länge ausserhalb von Le Mans, 200 Kilometer südöstlich von Paris.
Das erste Rennen fand an einem kalten Samstag im Mai 1923 statt. Am Start waren vor allem französische Autos mit längst vergessenen Namen wie Bignan, Rolland-Pillain, La Lorraine-Dietrich.
Sieger wurden André Lagache und René Léonard mit einen Chenard & Walcker Sport mit einem Durchschnitt von 92 km/h auf 24 Stunden. Das Rennen blieb nicht lange eine französische
Angelegenheit, bald kamen die «Bentley Boys» aus England und dominierten fünf Jahre in Folge, ehe sie noch vor dem Krieg von Alfa Romeo mit vier Siegen abgelöst wurden.
Als das Rennen nach dem Krieg 1949 wieder aufgenommen wurde, war die Strecke bereits dreimal optimiert und verkürzt worden, zuletzt auf 13,5 Kilometer. Die Klassenunterschiede der Fahrzeuge blieben, wurden aber immer grösser – die Siegerautos waren reinrassige Rennwagen. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten stiegen auf über 200 km/h. Der Strassenkurs blieb jedoch lange unverändert: nur zehn Meter breit auf der sechs Kilometer langen Geraden von Hunaudières, wo kleine Panhards und Triumphs gegen Monster von Maserati und Co. fuhren.
Die Katastrophe von 1955 mit mehr als 80 Todesopfern unter den Zuschauern war die Folge einer Verkettung von Fahrmanövern, die mit einem Auffahrunfall auf der schmalen Strasse vor der Boxengasse endete. Immer wieder wurde die Strecke verändert, insgesamt 15-mal. In die Hunaudières-Gerade wurden 1990 zwei Schikanen gebaut, nachdem dort immer schneller gefahren worden war – bis zum Rekord von 408 km/h. Tödliche Unfälle gab es immer noch, aber die Sicherheit wurde laufend verbessert.
In den 74 Rennen seit 1949 dominierten immer wieder einzelne Marken ganze Epochen: Jaguar siegte fünfmal in den 1950ern und zweimal anfangs der 1990er-Jahre. Ferrari neunmal bis 1965, danach Ford viermal von 1966 bis 1969. Rekordgewinner Porsche 19-mal ab 1970, Audi stand von 2000 bis 2014 13-mal oben auf dem Podest, seit 2018 gewinnt Toyota ohne Unterbruch.
Auch bei den Fahrern gab es immer wieder Ausnahmetalente und Mehrfachsieger wie Derek Bell, Jacky Yckx und den neunfachen Rekordgewinner Tom Kristensen. Insgesamt 156 Schweizer gingen in 100 Jahren Le Mans an den Start. Schon bei der ersten Ausgabe 1923 war ein Schweizer am Start: Eduard Probst aus Basel, der mit seinem Berliet VH12 HP und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 83 km/h den 19. Platz belegte. Alle Schweizer Renngeschichten in Le Mans zusammen würden Bücher füllen. Für viele dürfte eine gute Klassierung oder nur schon die Teilnahme der Höhepunkt ihrer Rennfahrerkarriere dargestellt haben. Hier eine Auswahl von Piloten mit den grössten Erfolgen und häufigsten Teilnahmen.
André Wicky
22.5.1928 - 14.5.2016
Als André Wicky und sein Freund Georges Gachnang 1960 mit einem selbstpräparierten AC Ace in Le Mans auftauchten, galten sie als krasse Aussenseiter. Sie qualifizierten sich als 31. und beendeten das Rennen nach 90 Minuten Reparaturarbeit als 25., wurden aber mangels gefahrener Runden nicht im Klassement aufgeführt. Aber es war nur der Anfang einer langen Geschichte zwischen Wicky und Le Mans, der bis 1975 insgesamt zwölfmal am Rennen teilnahm – 1966 noch mit dem Bizzarrini Spider, danach immer mit Porsches aus der eigenen Garage. Sein Geschäftsmodell war die Vermietung des Beifahrersitzes, manchmal auch des ganzen Autos. Viel Erfolg hatte er leider nicht: Achtmal schied er aus, sein bestes Resultat war ein 21. Rang 1973 mit einem Porsche 908.
Dieter Spoerry
14.3.1937 - 26.8.1971
Rico Steinemann
16.6.1939 - 12.6.2003
Dieter Spoerry und Rico Steinemann waren in Le Mans ein kongeniales Team. Zwei gemeinsame Teilnahmen, ein Klassensieg 1967 für GT mit dem Ferrari 275 GTB von Filipinetti, in 2. Gesamtrang 1968 auf Porsche 907, mit Klassensiegen als Sport Prototyp und in der Hubraum-Klasse stellten das bis dahin beste Schweizer Resultat dar, das erst 2011 durch den Sieg von Marcel Fässler übertroffen wurde. Spoerry war schon 1965 mit einem Ferrari 250LM von Filipinetti Fünfter geworden und 1966 mit einem Ford GT40 dabei, aber für Steinemann blieb es bei zwei Le-Mans-Starts. Er wurde kurz danach Rennleiter bei Porsche zu einer äusserst erfolgreichen Zeit für die Marke.
Claude Haldi
28.11.1942 - 25.12.2017
Mit 21 Starts hält Claude Haldi mit grossem Abstand den Schweizer Rekord für die meisten Le-Mans-Teilnahmen. Zwischen 1968 und 1993 fuhr er zweimal auf Ferrari, dreimal auf WMPeugeot, sonst immer auf Porsche. Sein bestes Resultat war ein 11. Rang 1979; insgesamt 16-mal schied er aus. Es muss Hassliebe gewesen sein, dass Haldi immer wieder nach Le Mans zurückkehrte und doch meist enttäuscht blieb. 1981 hatte er auf der Hunaudières-Gerade bei 300 km/h einen schweren Unfall, blieb aber unverletzt. Nicht so bei einem Spassrennen auf Go-Karts, wo er sich eine schwere Beinverletzung zuzog. Die Le-Mans-Resultate spiegeln nicht Haldis Können wider. Zeitweise von Porsche als Werkfahrer eingesetzt, feierte er auf anderen Strecken grosse Erfolge.
Joseph Siffert
7.7.1936 - 24.10.1971
Jo Siffert sammelte in seiner Karriere Siege mit Porsche bei jedem wichtigen Langstreckenrennen. Nur in Le Mans, dem Rennen mit dem grössten Prestige, gelang es ihm nie. Schnellste Qualifikationszeiten, schnellste Runden, ja. Aber kein Gesamtsieg. Seine erste Teilnahme 1965 mit einem schlecht vorbereiteten Maserati endete nach wenigen Runden. 1966 erstmals als Porsche Werkfahrer aufgenommen, erzielte er den 4. Rang und den Klassensieg. Es blieb sein bestes Resultat. Im Jahr darauf errang er noch einmal einen Klassensieg und 5. Rang, danach konnte er bis 1971 nur noch technisch bedingte Ausfälle vermelden. Ohne Zweifel wäre ein Sieg mehr als verdient gewesen.
Herbert Müller
11.5.1940 - 24.5.1981
Als Georges Filipinetti 1962 die besten Schweizer Rennfahrer für seine Scuderia verpflichtete, war auch der junge Herbert Müller dabei. Er blieb bis 1968 und somit länger als alle anderen; in dieser Zeit durfte er mit Porsche, Ferrari und dem Ford GT hochkarätige Fahrzeuge pilotieren. Ins Ziel kam er in Le Mans für Filipinetti allerdings nur ein einziges Mal: Bei seinem ersten Auftritt 1964 fuhr er mit dem Porsche 904 auf den 11. Rang. Nach seiner Zeit bei Filipinetti war Müller mit verschiedenen privaten Fahrzeugen am Start, der grosse Durchbruch gelang ihm erst als Werksfahrer für Porsche mit dem 2. Rang 1971 auf einem 917 sowie einem weiteren 2. Rang 1974 auf einem Carrera RSR. Insgesamt fuhr Müller 13-mal in Le Mans.
Walter Brun
20.10.1942
Sein erstes Rennen in Le Mans 1971 mit einem von André Wicky gemieteten Porsche 907 endete mit einem guten 7. Rang. Zu jener Zeit war er eigentlich Tourenwagenpilot und konnte nicht ahnen, dass er noch 14-mal in Le Mans dabei sein würde, und zwar mit eigenen Autos: 1982 mit seinem Sehcar C6, danach mit Porsche 956 und 962. Sein bestes Resultat war der 4. Platz 1984, aber der traurige Höhepunkt war 1990, als sein Porsche eine Viertelstunde vor Schluss wegen eines Motorschadens den Sieg verpasste. Zehn Jahre, nachdem die Gruppe-C-Autos nicht mehr zugelassen wurden, fuhr Brun noch vier Rennen in der GT-Klasse bis 2003, leider ohne das Ziel zu erreichen.
Toni Seiler
18.3.1958
Als Besitzer einer Karosseriewerkstatt konnte sich Seiler eine jahrzehntelange Karriere als Privatfahrer leisten. Sie begann 1988 mit dem Renault 5 Turbo Cup und führte sukzessive über Einsätze beim Porsche Carrera Cup in Deutschland zur Teilnahme an allen wichtigen Langstreckenrennen in Europa und USA. In der GT-Klasse fuhr er über die Jahre Porsche, Aston Martin, Saleen, Chevrolet Corvette, Dodge Viper und Ferrari und gewann die Fahrerwertung LMGT1 im Jahr 2005 mit Klassensiegen in Monza, Spa und am Nürburgring. In Le Mans lachte ihm das Glück nicht, von 1996 bis 2005 war er neunmal dabei, kam aber nur zweimal ans Ziel. Der 14. Rang mit dem Dodge Viper ist sein bestes Resultat.
Lilian Bryner
21.4.1969
Akademikerin, für Olympia nominierte Springreiterin, Tiefsee- und Höhlentaucherin, Kampfsportlerin, Linien-Flugzeugpilotin, Fallschirmspringerin, Helikopterinstruktorin, zweifache Mutter – die zierliche Frau aus dem Tessin hatte schon Vollgas gegeben, bevor sie mit über 30 Jahren bei einem Amateurrennen feststellte, dass sie auch ziemlich schnell Autofahren konnte. Ihre Rennkarriere ist eng verbunden mit jener ihres Partners Enzo Calderari. Enzo war schon seit zehn Jahren erfolgreich Autorennen gefahren, zeitweise als Profi bei Tom Walkinshaw in England, bevor er mit Lilian Bryner ein überaus erfolgreiches Duo bildete. Gemeinsam wurden sie Sieger im Porsche Cup 1995, Sieger bei den 24 Stunden von Spa und errangen zahlreiche Klassensiege auf Porsche und Ferrari. Bryner fuhr auf Augenhöhe mit der männlichen Konkurrenz, sehr oft sogar schneller. Sie war die erste Schweizer Frau in Le Mans und fuhr zwischen 1993 und 1997 einmal in die Top Ten.
Marcel Fässler
27.5.1976
In Einsiedeln geboren wählte Fässler den ungewöhnlichen Weg, seine Rennfahrerkarriere in Frankreich in der lokalen Formel Campus zu starten – ein hartes Brot für jemanden, der kaum französisch spricht. Aber es war das Sprungbrett in die Formel
3 in Frankreich und führte zum 2. Rang in der deutschen Zeisterschaft. Als Belohnung folgte die Einladung von Mercedes als Rookie in die DTM, wo er gleich vorne mitfuhr. Durch seine tollen Leistungen auf Chevrolet Corvettes bei Langstreckenrennen wurde Audi auf ihn aufmerksam, die ihn bereits von der DTM kannten. Für die Ingolstädter war er ein Glücksgriff, denn in Le Mans war er kein Neuling mehr – bereits von 2006 bis 2009 war er dort gestartet, ehe er 2010 mit Audi auf Anhieb Zweiter wurde. Noch besser lief es für ihn zwei Jahre später, als er 2011 als erster Schweizer in der Le-Mans-Geschichte den Gesamtsieg errang. Ein Erfolg, den er 2012 und 2014 wiederholen konnte. Dass er nach dem Rückzug von Audi mit dem Corvette- Team 2017 bis 2019 keinen Erfolg mehr feierte, konnte seine Leistung nicht mehr schmälern.
Jean-Denis Delétraz
1.10.1963
Der Genfer hat sich nie gescheut, in einen Rennwagen zu sitzen, solange er vier Räder hatte. Formel 1, Formel 2, offene und geschlossene Sportwagen, Tourenwagen – überall war er dabei in einer Karriere von über 20 Jahren, in Le Mans 9-mal von 1995 bis 2005 in unterschiedlichsten Autos von McLaren GT1, Porsche GT1 98, Reynard und Ferrari. Bei der ersten Teilnahme wurde er bereits guter Fünfter, danach lief es lange nicht mehr so gut bis zum zweiten fünften Rang 2001 und dem Klassensieg 2002. Sein Sohn Louis ist mehrfacher Champion in
der LMP2-Kategorie und wird in Le Mans in diesem Jahr um den Klassensieg mitfahren.
Harold Primat
12.6.1975
Geboren in Neuilly-sur-Seine bei Paris, wuchs Harold Primat in der Schweiz auf und fuhr bis zu seinem Karriereende 2015 mit Schweizer Lizenz. Nach dem Besuch von Rennfahrerkursen in Frankreich und England begann er 1999 in den USA Formel Ford 2000 zu fahren. Zwei Jahre später war er zurück in Europa und fuhr Formel 3, bevor er sich 2004 den Sportwagen zuwandte. In Le Mans war er von 2005 bis 2012 achtmal dabei, davon zwei Jahre mit Pescarolo Sport LMP2, wobei er es 2008 auf Rang 7 schaffte, sowie drei Jahre mit Aston Martin Racing und dem Topergebnis eines 6. Rangs 2010. Seinen grössten Erfolg feierte er ein Jahr später in der American Le Mans Serie mit dem Sieg im 6-Stunden-Rennen Laguna Seca als Gesamtsieger.
Neel Jani
8.12.1983
Neel Jani startete 1998 mit Karts, wechselte zwei Jahre danach zu Rennwagen der Formel Lista und war bereits 2003 bis 2006 Testfahrer in der Formel 1, zunächst bei Sauber und später bei Toro Rosso. Zu einem Einsatz bei einem Grand Prix kam es nicht, aber Jani hielt sich schadlos in der US Champ Car Serie sowie der Formel A1 GP, wo er 2007/2008 für die Schweiz den WM-Titel holte. In Le Mans war er von 2009 bis 2021 in jedem Jahr dabei, 2010 bis 2013 für Rebellion Racing und 2012 mit einem 4. Rang. Durch seine schnellen Rundenzeiten wurde Porsche auf ihn aufmerksam und engagierte ihn für die Saisons 2014 bis 2017 im Team. Seine Krönung erlebte er 2016 in Le Mans mit dem Gesamtsieg auf Porsche 919 Hybrid. Danach erreichte er in Le Mans mit dem Rebellion R13 noch zweimal den 4. Rang.
Mathias Beche
28.6.1986
Mathias Beche, geboren in Genf, ist Schweiz-Französischer Doppelbürger. Er begann seine Rennkarriere in Asien in der Formula Asia 2.0, bevor er sich 2009 auf Sportwagen konzentrierte. Ab 2010 fuhr er einen Oreca LMP2 in der European Le Mans Serie mit grossem Erfolg, wo er 2016 nach vier Siegen insgesamt Zweiter wurde. 2013 bis 2019 war er bei den 24h von Le Mans dabei, die ersten drei Jahre mit dem Schweizer Team Rebellion Racing und einem 4. Rang mit Klassensieg 2014. 2018 wurde er Dritter, wieder mit einem Rebellion LMP1. Im selben Jahr gewann er zusammen mit Neel Jani auf Rebellion R13 in Silverstone. Nach dem Rückzug von Rebellion aus dem Rennsport wechselte Beche im letzten Jahr auf einen Oreca LMP2 und wurde Achter.
Rahel Frey
23.2.1986
Rahel Frey hat sich in über 20 Jahren ihre Karriere als Rennfahrerin sorgfältig aufgebaut. Schon mit 12 Jahren sass sie im Go-Kart, mit 18 fing es mit dem Rennsport an: Formel Renault, dann Formel 3. 2010 meldete das Matech Competition Team einen Ford GT 1 für die drei Schweizerinnen Frey, Cyndie Allemann und Natacha Gachnang an. Ein gefährlicher Bremsausfall, als Gachnang am Steuer sass, verhinderte ein Resultat. Die beiden nächsten Jahre durfte Frey für Audi bei der DTM mitfahren und hielt sich so gut, dass sie von Audi bis 2018 in verschiedenen Kategorien eingesetzt wurde. Ihre Langstreckenkarriere und somit Beteiligungen in Le Mans setzt sie seit 2019 fort, im Team Iron Lynx mit zwei weiteren Fahrerinnen und einem Ferrari 488 GTE, die sich gegen grosse Konkurrenz bestens durchzusetzen verstehen.
Sébastien Buemi
31.10.1988
Schon zu seiner Zeit als Formel-1-Fahrer für Toro Rosso pflegte Buemi gute Kontakte zu Toyota. Als für beide die Formel-1-Zeit zu Ende ging, tat man sich zusammen – eine glückliche Verbindung. Das erste Rennen in Le Mans 2012 war allerdings von riesigem Pech überschattet, als Buemis Teamkollege Nakajima das Auto mit einer Minute Vorsprung an der Spitze in der zweitletzten Runde mit Motorschaden abstellen musste. Besser lief es im Jahr darauf mit dem 2. Platz und den Siegen 2021 und 2022. Auch in diesem Jahr zählt Buemi zu den Favoriten. Die grösste Konkurrenz ist das Toyota-Schwesterauto. Aber auch Porsche, Peugeot und andere Teams in der Kategorie LMP1 haben aufgerüstet.
Sauber-Mercedes-Team
Peter Sauber setzte seinen Sportwagen C5 mit 2-Liter BMW-Motor erstmals 1977 in Le Mans ein. Eugen Strähl und Peter Bernhard waren die Piloten, nach 15 Stunden blieb das Auto wegen Ölverlust stehen. Auch 1978, 1981 und 1982 sah man das Ziel nicht. Ausgerechnet die unbekannten Privat-fahrer Garcia, Naon und Diego Montoya sorgten 1983 mit dem C7 für den 9. Rang und damit das erste Resultat. Das Pech blieb dem Sauber Team vorläufig treu: 1985 überschlug sich John Nielsen während des Trainings auf der Hunaudières Geraden mit dem C8. Es war der erste Auftritt mit einem Mercedes-Motor seit 1955, aber der Wagen wurde zurückgezogen. 1986 gab es wieder zwei Ausfälle, 1987 blieben sogar alle vier Sauber ohne Zielankunft. 1988 wurden beide Werksautos wegen Pneuproblemen zurückgezogen. 1989 endlich: Sieg mit dem Sauber-Mercedes C9 und den Fahrern Mass, Dickens und Reuter. Dazu Rang 2 und Rang 5. Besser ging es nicht. 1991 vermeldete das Team noch einen 5. Rang mit Michael Schumacher, bevor es sich ab 1992 auf die Formel 1 konzentrierte.