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Eine Frau sei am 26. September zur Kantonspolizei gekommen und habe erklärt, dass sie 1972 im Alter von 15 Jahren in Gstaad BE von Polanski vergewaltigt worden sei, sagte ein Sprecher der Behörde und validierte damit entsprechende Medienberichte.
Die Frau habe ihre Aussagen bei der St. Galler Kantonspolizei deponiert, obwohl sie nicht im Kanton wohnhaft sei. Ein solches Vorgehen ist nach Schweizer Recht möglich. Die Kantonspolizei werde nunmehr einen Report schreiben und das Verfahren der Staatsanwaltschaft übergeben.
Laut dem Sprecher werden insbesondere zwei Punkte geklärt. Erstens stehe bei einem so lange zurückliegenden Ereignis die Frage der Verjährung im Raum. Und zweitens müsse die Zuständigkeit geklärt werden, weil die vermeintliche Tat offenbar im Kanton Bern vorgenommen worden sei.
Mitte August hatte ein Verfahren in den USA, bei dem es ebenfalls um Vergewaltigungsvorwürfe geht, für Furore gesorgt. Trotz der Bitte seines Opfers um eine Einstellung des Gerichtsprozesses verfolgt die US-Justiz die Jahrzehnte zurückreichenden Vergewaltigungsvorwürfe gegen Polanski weiter. Er könne das Verfahren gegen den 84-jährigen Filmemacher nicht einstellen, legte Richter Scott Gordon in Los Angeles damals in seiner Entscheidung dar.
Samantha Geimer, die nach eigenen Angaben 1977 im Alter von 13 Jahren von Polanski vergewaltigt worden war, hatte die US-Justiz persönlich um die Einstellung des Verfahrens gebeten. Der Richter lehnte dies ab. Nach Greimers Appell meldete sich allerdings eine weitere Frau, die angab, ebenfalls als Minderjährige von Polanski missbraucht worden zu sein.
(SDA)