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Während der ersten Woche des Monats März weilte ich in Nordfinnland, in ÄKÄSLOMPOLO, bei 67°36.845’ n.B. und 24°09.015’ ö.L. Das freistehende Hotel ermöglichte praktisch störungsfreie Blicke an den Himmel. Venus und Jupiter, Orion mit Sirius, der grosse und der kleine Wagen und viele andere bekannte Sterne und Sternbilder funkelten am Himmel. Es war aber auch die Zeit um den Vollmond. Die Blicke der Nordlandfahrerinnen und –fahrer richteten sich aber auf das wohl spektakulärste Himmels-Phänomen, welches in der Ionosphäre entsteht, auf die Aurora borealis, auf die Nordlichter. Spezielle Polarlichttouren mit Schlittenhunde oder Schneemobilen wurden angeboten. Ungestörter blieb man, wenn man sich auf Langlaufskiern auf die Erkundung der Lichter ging.
Die typische Erscheinung beginnt mit einem Glühen am Horizont, das sich allmählich zu einem Bogen entwickelt. Dann erscheinen farbige Lichtstrahlen und der Bogen löst sich in bunte Lichtschleier auf. Schliesslich steigen schwingende Wogen von Licht vom Horizont auf, was das Ende des Schauspiels einleitet.
Von Paul Furrer-Bischofberger, Chur
Wissenschaftler bezeichnen die jetzigen Polarlichter als die stärksten seit 50 Jahren. Ich konnte von den vier Arten der Polarlichter vor allem ruhige Bögen, Bänder und Vorhänge sehen. Die Coronas blieben mir ausser Sicht. Da Farben nur bei starken Sonnenwinden zu beobachten sind, erschienen mir die Lichter in eher wenig spektakulären Farben. Grün konnte ich gerade noch erahnen.
Grünes Licht entsteht durch Sauerstoffatome, die in gut 100 km Höhe angeregt werden, rotes Licht von Sauerstoffatomen in etwa 200 km Höhe. Angeregte Stickstoffatome senden violettes bis blaues Licht aus. Die Anregung von Stickstoffatomen kann nur durch sehr hohe Energien erfolgen.
Die Magnetosphäre schirmt die Erdoberfläche gegen die geladenen Partikel des Sonnenwindes ab. Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen der Magnetosphäre, hauptsächliche Elektronen, aber auch Protonen (Sonnenwind) und einige schwere Ionen wie Sauerstoff und Stickstoff auf die oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und dort die Luftmoleküle zum Leuchten bringen.. Der Aufprall verursacht eine kurze geänderte Elektronenkonfiguration. Kurz darnach erfolgt eine Abregung, Licht wird ausgesandt, was als Fluoreszenz bezeichnet wird.
Als erster Astronom erkannte Edmond Halley die Zusammenhänge zwischen dem Erdmagnetfeld und den Polarlichtern. Bis heute ist aber der genaue Ablauf der Polarlichtentstehung noch nicht vollständig geklärt.
Die energiereichen geladenen Teilchen des Sonnenwindes können gar schädigende Auswirkungen auf elektrische Geräte, insbesondere auf Satelliten und Flugzeuge, ausüben. In Stromnetzen kann es durch Induktionen zu Spannungsschwankungen wie im Jahre 1989 in Kanada führen.