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Hausaufgaben: Ein alter Zopf oder eine sinnvolle Möglichkeit, das selbständige Lernen zu fördern? Die Medien haben die alte Debatte in den letzten Tagen wieder aufgegriffen.
Solange es noch Hausaufgaben gibt, wäre eine weitere Frage zumindest ebenso wichtig, wenn auch für die Medien weniger interessant: Wie könnten sinnvolle Hausaufgaben aussehen?
Über diese Frage habe ich in den letzten Tagen nachgedacht. Meiner Ansicht nach sollten sinnvolle Hausaufgaben die folgenden Kriterien erfüllen:
- Sie sollten alle Schüler/innen, die schwächsten und die stärksten, fordern, aber nicht überfordern
- Sie sollten von allen Schüler/innen zumindest prinzipiell ohne Hilfe erledigt werden können
- Sie sollten für die Lehrperson nicht mit einem zu grossen Aufwand verbunden sein
- Sie sollten für die Schüler/innen Sinn machen und tatsächlich mit Lernfortschritten verbunden sein
Viele Standard-Hausaufgaben verletzen diese Kriterien. Gibt die Lehrperson allen das gleiche Arbeitsblatt, ist ein Drittel unter- und ein Drittel überfordert. Gibt die Lehrperson verschiedene, auf die jeweiligen Schüler/innen abgestimmte Arbeitsblätter, ist die Lehrperson überfordert.
Es gibt aber mit Sicherheit Wege, all diese Kriterien zu erfüllen. Ich hätte dazu folgenden Vorschlag.
Arbeiten Sie mit Standard-Hausaufgaben und individualisierten Übungen
Die Standard-Hausaufgabe ist für alle Schüler/innen gleich: Die vom Kanton/Bundesland vorgeschlagene Hausaufgabenzeit wird in der Primar- und Sekundarschule für das Lesen aufgewendet.
Die Standard-Hausaufgabe für einen Viertklässler würde zum Beispiel lauten:
- Lies 40 Minuten in einem Buch deiner Wahl
- Die Lehrperson schreibt sich die wichtigsten Lernziele für ihre Stufe auf. Am besten in Form einer Liste auf einem A4-Blatt im Sinne von: Meine Schüler beherrschen Ende Schuljahr:....
- Sie sammelt Übungsmaterial, mit dessen Hilfe die Kinder selbständig an diesen Lernzielen arbeiten können (z.B. Kärtchen für das Einmaleins, Übungsblätter für die Gross-und Kleinschreibung, die es den Schülern erlauben, sich selbst zu kontrollieren etc.)
- An jedem Schultag bespricht Sie während der Stillarbeit mit einem (!) Schüler bzw. einer Schülerin, an welchem Thema sie/er in den nächsten vier Wochen arbeiten sollte und gibt ihm entsprechendes Material. Gleichzeitig überprüft sie mit ihm/ihr, ob er/sie beim letzten Thema Fortschritte gemacht hat und gibt dazu Rückmeldung.
- 20 Minuten pro Tag lesen
- Ein Blatt pro Tag zur Gross- und Kleinschreibung
- 20 Minuten lesen
- 20 Minuten das Einmaleins wiederholen
- Sich 20 Minuten pro Tag in ein spannendes Thema einlesen
- Für die Klasse eine Präsentation / Unterrichtsstunde dazu vorbereiten und vortragen / halten