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Das sonst bei solchen Gelegenheiten übliche Zeremoniell blieb aus, wie ein AFP-Reporter berichtete. In Islamabad traf Tillerson unter anderen Regierungschef Shahid Khaqan Abbasi und den mächtigen Armeechef Qamar Javed Bajwa, bevor er - nur vier Stunden nach der Landung - Richtung Indien weiterreiste.
In Pakistan herrscht derzeit Unmut über die US-Regierung. US-Präsident Donald Trump hatte in seiner Rede zur Afghanistan-Strategie der USA im August erklärt, zu Pakistan als "Zuflucht für Terrororganisationen" könne nicht länger geschwiegen werden.
Auch Tillerson warnte Pakistan davor, dass es aufgrund seiner ambivalenten Haltung gegenüber den islamistischen Taliban seinen Status als privilegierter Verbündeter der USA verlieren könne.
In den öffentlichen Äusserungen bei seinem Treffen mit Regierungschef Abbasi gab sich Tillerson zurückhaltend. Pakistan sei für die regionale Sicherheit von grosser Bedeutung, sagte er.
Der pakistanische Regierungschef antwortete, Islamabad sei "im Anti-Terrorkampf engagiert" und habe "Ergebnisse erreicht". Pakistan suche die Zusammenarbeit mit den USA für den Aufbau einer "einzigartigen Beziehung".
Die Atommacht Pakistan weist die von Washington und Kabul immer wieder vorgebrachten Beschuldigungen zurück. Kontakte zu den Taliban unterhält es nach eigenen Angaben nur, um diese zu Friedensgesprächen zu bewegen.
Bei einem unangekündigten Besuch in Afghanistan hatte Tillerson am Montag mit Präsident Aschraf Ghani unter anderem Trumps neue Strategie für das Land am Hindukusch erörtert. Dabei hatte Tillerson erneut erwähnt, dass Pakistan Terrororganisationen Schutz biete. Washington will das US-Truppenkontingent von zuletzt rund 11'000 Soldaten um 3000 zusätzliche Soldaten aufstocken.
Pakistan ist eines der 16 Länder, die nicht Mitglieder der Nato-Militärallianz, aber privilegierte Partner der USA sind. Der Status sieht eine enge militärische Zusammenarbeit mit Washington vor.
Pakistans Erzfeind Indien ist ebenfalls eng mit den USA verbündet. Die beiden Atommächte Pakistan und Indien führten seit ihrer Trennung im Jahr 1947 bereits drei Kriege um die umstrittene Region Kaschmir gegeneinander..
(SDA)