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Die Augenmuskeln sind zum einen für die Augenbewegung verantwortlich. Zum anderen ist eine bestimmte Muskelgruppe massgeblich an der Sehschärfe beteiligt. Insgesamt sechs Augenmuskeln lenken deinen Augapfel in die gewünschte Richtung: vier gerade und zwei schräge Muskeln. Die Ziliarmuskeln gehören zum Strahlenkörper der Augen. Sie liegen ringförmig in der mittleren Schicht des Augapfels und sind mit der Augenlinse verbunden. Durch die Zugkraft dieser Augenmuskeln erfolgt die Anpassung der Augenlinse und damit ihre Brechkraft, die neben der Hornhaut für das Scharfsehen verantwortlich ist. Ohne die Augenmuskeln wäre dein Blickfeld stark eingeschränkt.
Als Begründer des Augentrainings gilt der amerikanische Augenarzt William Bates. Er war der Meinung, dass schwache Augenmuskeln und ihre einseitige Belastung die Hauptursachen für Fehlsichtigkeit und Sehschwächen sind. Bates war überzeugt, dass Menschen auch im hohen Alter ohne Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen auskommen können, solange sie ihre Augenmuskeln pflegen, gezielte Augenübungen durchführen und ihre Augen nicht übermässig belasten. Er entwickelte bereits in den 1920er Jahren das Augentraining. Diese Übungen sind bis heute weitgehend unverändert erhalten.
Augengymnastik kann zur Behandlung verschiedener Sehschwächen genutzt werden, wie zum Beispiel:
Bei einer Kurzsichtigkeit kannst du alles um dich herum in der Nähe gut erkennen, doch in der Ferne fällt es dir schwer, Objekte deutlich zu sehen. Häufig handelt es sich dabei um eine verringerte Akkommodationsfähigkeit der Augen. Das bedeutet, die Ziliarmuskeln können die Brechkraft der Linsen nicht mehr so gut anpassen. Um diese Fähigkeit zu stärken, kannst du deinen Augenfokus gezielt trainieren. Setze dich auf einen Stuhl in 1,5 Meter Abstand zu einem Bild oder Poster an der Wand. Halte nun deinen erhobenen Zeigefinger wenige Zentimeter vor deine Nase. Konzentriere deinen Blick zunächst auf die Fingerspitze und versuche die Fingerkuppe scharf zu sehen. Nun schweifst du mit dem Blick langsam von Zeigefinger weg zum Bild an der Wand, bis es sich vollständig in deinem Fokus befindet. Wiederhole diesen Wechsel von Nah und Ferne einige Male. Nach und nach schiebst du deinen Stuhl weiter vom Bild weg und wiederholst die Übungen. Du wirst feststellen, dass du nach einigen Übungseinheiten auch Objekte in der Ferne wieder schärfer wahrnehmen kannst.
Bei der Weitsichtigkeit oder der Alterssichtigkeit können gezielte Übungen der Ziliarmuskeln dabei helfen, die Linse lange flexibel und die Akkommodation der Augen aufrechtzuerhalten. Bei dieser Übung streckst du die Hand so weit wie möglich von dir aus. Du benötigst auch hier einen Punkt oder ein Bild in der Ferne, den du zum Fokussieren nutzen kannst. Zeigefinger und Bild sollten dabei in einer Linie hintereinander liegen. Du beginnst zu nächst den weiter entfernten Punkt zu fokussieren. Er sollte deutlich für dich zu erkennen sein. Dann richtest du den Blick wieder auf den Zeigefinger. Führe diesen Distanzwechsel über mehrere Minuten immer wieder durch.
Das Palmieren ist eine gute Übung, wenn deine Augen gestresst und überanstrengt sind. Dazu reibst du die Handflächen aneinander, sodass Wärme entsteht. Die warmen Handflächen hältst du dann für fünf bis zehn Minuten vor die geschlossenen Augen. Vermeide dabei möglichst, dass deine Handflächen die Augenlider berühren. Eine weitere Übung, die die Augenmuskeln stärkt und sie mit Sauerstoff versorgt ist das Augenkreisen. Schliesse die Augenlider und bewege die Augen langsam von rechts nach links, insgesamt 30 Sekunden lang. Öffne die Augen und lasse den Blick kurz schweifen, ohne einen Punkt zu fokussieren, bis sich die Augenmuskeln entspannt haben. Dann wiederholst du die Übung, bewegst die Augäpfel dieses Mal jedoch von oben nach unten.
Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Ergebnisse, die den Erfolg des Augentrainings bei Krankheiten und bereits bestehender Fehlsichtigkeit bestätigen würde. In der Augenheilkunde herrscht jedoch weitestgehend Einigkeit darüber, dass die Augenübungen zum Beispiel den Prozess der Alterssichtigkeit hinauszögern und die Augengesundheit fördern können. Das gilt besonders, wenn du deine Augen stark belastest, indem du viel liest, längere Phasen am Bildschirm arbeitest oder einen stressigen Alltag hast. Den Besuch beim Optiker kann das Augentraining also nicht immer überflüssig machen, der positive Effekt auf die Gesundheit ist jedoch unbestritten.
Es gibt ein manifestes Schielen, das deutlich wahrnehmbar ist, aber auch ein latentes oder verborgenes Schielen, das Heterophorie heisst und in einer Winkelfehlsichtigkeit besteht. Diese ist als Störung nicht sichtbar, sondern wird nur von den Betroffenen empfunden und kann bei ihnen Sehstörungen und Missempfindungen auslösen. Entdeckt wird sie erst beim Augenarzt, und zwar durch einen Schober Test.
Mit Adleraugen die Umgebung wahrzunehmen, bleibt immer ein Traum. Menschen schaffen es auf eine maximale Sehschärfe von zehn. Leider liegt bei einem Drittel der Schweizer der Wert darunter. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leidet unter Sehschwächen. Sie machen sich vielfältig bemerkbar, meist in einem schleichenden Prozess. Eine nachlassende Sehkraft ist kein Grund zur Panik. Die meisten Fehlsichtigkeiten sind harmlos. Sehschwächen lassen sich durch Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen leicht korrigieren. Besonders wichtig ist die frühzeitige Korrektur der ein- oder beidseitigen Schwachsichtigkeit (Amblyopie) bei Kindern. Erfahre hier alles Wesentliche zu den häufigsten Sehschwächen und was dagegen hilft.
Dein Gesichtsfeld – also der Bereich, in dem wir sehen können – ist auf einer Hälfte eingeschränkt? Dann spricht der Augenarzt von homonymer Hemianopsie. Wenn plötzlich links oder rechts Sehstörungen auftreten, kann das im Alltag sehr belastend sein. Was genau hat es mit diesem Krankheitsbild auf sich, wie sehen Diagnose und Therapie aus, und wie aussichtsreich ist die Behandlung? Wir schauen uns häufige Fragen rund um den halbseitigen Gesichtsfeldausfall näher an.
Das Auge und die Netzhaut werden mit zunehmendem Alter empfindlicher. Ab dem 50. Lebensjahr verändern sich die Sehschärfe und die Augenfeuchtigkeit. Auch Sehstörungen treten auf, wenn es sich um eine Glaskörperabhebung oder Glaskörpertrübung handelt. Diese sind normale Alterserscheinungen, die auch mit kleineren Blutungen oder Lichtblitzen im Auge einhergehen können. Eine Behandlung beim Augenarzt ist notwendig, um Risse zu verhindern oder der Gefahr einer Netzhautablösung vorzubeugen. Ein Grund zur Besorgnis ist die Glaskörperabhebung aber nicht.
Bewegen sich beide Augen gleichzeitig und sehr schnell zwischen zwei oder mehr Fixierungsphasen in die gleiche Richtung, bezeichnet man das als Sakkaden. Soweit zumindest die Definition. Aber warum ist das so? Wo liegt der Unterschied zur normalen Blickbewegung? Zuerst einmal gibt es Sakkaden nur bei der Fixation. Ein typisches Beispiel für so eine Blickbewegung ist der Lesevorgang: Die Vorwärtssprünge sind völlig normal. Aber was ist, wenn die Wahrnehmung leidet? Können Augenbewegungsstörungen hinter Sakkaden stecken? Wir haben uns schlau gemacht und beantworten dir die wichtigsten Fragen!
„Visus“ ist der lateinische Begriff für die Sehstärke oder Sehschärfe. Hierbei handelt es sich um einen messbaren Wert, der angibt, wie gut jemand seine Umwelt visuell wahrnehmen kann. Der Visus ist zum Beispiel dann wichtig, wenn du dir eine Brille anfertigen lässt. In der Augenheilkunde spielt der Visus ebenfalls eine wichtige Rolle. Welche das ist und wie der Visus definiert ist, erfährst du im folgenden Text.