Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/256

Bei ‘Orbo’, der Technologie der irischen Patentfirma ‘Steorn’, geht es um die in der Menschheitsgeschichte erstmalig beobachtete Verletzung des Grundprinzips der Physik: “Der Energie-Erhaltungssatz ist nicht immer gültig!” So zumindest die Behauptung, die unser bisheriges physikalisches Wissen radikal in Frage stellt.
Dieses physikalisches Grundgesetz für geschlossene Systeme besagt: In ihnen wechselt die Energie lediglich ihre Form, bleibt aber erhalten. Man kann keine Energie erschaffen (aus dem Nichts) und man kann keine Energie zerstören. Der Energieerhaltungssatz ist die wichtigste Grundlage der klassischen Physik und gilt genauso in der Quantenmechanik. Der erste thermodynamische Satz besagt:
“Die Gesamtenergie in einem abgeschlossen System bleibt konstant” oder verständlicher formuliert: “Energie kann nicht erzeugt werden. Man kann sie lediglich von einer in eine andere Form verwandeln” (z.B. Wärme in Bewegung).
Daraus folgt im weiteren Sinne die zentrale Erkenntnis über unseren Lebensraum: In jedem Prozess bleibt die gesamte Energie des Universums konstant, das heisst: Unser Universum hat eine fixe Energie! Oder auch: Es braucht dieselbe Menge an Arbeit (Energie) um etwas zu tun, wie es braucht, um es rückgängig zu machen.
Dies ist der Grundpfeiler der Physik und vieler Maschinen und Erfindungen. Im 18. Jahrhundert zeigte die Dampfmaschine, dass die Wärme in Energie umgewandelt werden kann, worauf später Albert Einstein mit seiner berühmten Formel E=mc² schlussfolgerte: Die Masse (m) ist nur eine konzentrierte Form von Energie (E).
Schon seit 800 Jahren haben Erfinder (auch Da Vinci) versucht, eine Maschine zu konstruieren, die selbständig läuft. Doch alle rund 400 bisher vorgestellten “Perpetuum Mobile” haben nicht funktioniert. Es waren entweder Messfehler, Denkfehler, oder Betrügereien mit dem Ziel, Geld von Investoren zu ergaunern.
‘Steorn Ltd.’ ist nun aber kein Haufen von verrückten Spinnern oder Tüftlern. Sondern eine High-Tech Firma mit rund 20 Angestellten, die früher im Bereich der Anti-Betrugs-Technologie für Banken und Polizei gearbeitet hat. Diese Firma entwickelte High-Tech Lösungen z.B. für Bancomaten und die Fälschungssicherheit von Optical Disks. Dabei wurden nicht nur fertige Maschinen entwickelt, sondern vor allem Technologien erfunden, patentiert, und an andere Firmen lizensiert.
Die Firma Steorn behauptet nun unter einem nie dagewesenen Investitionsaufwand von mehreren Millionen Euro, dass ihr ‘Orbo’ die erste Technologie sei, die ganz selbständig und konstant und kostenlos Energie erzeuge!
Eine Maschine auf Grundlage der Orbo-Technologie würde also endlos laufen und bräuchte keinerlei Energiezufuhr wie Benzin oder Strom – eigentlich unmöglich!
Der Energie-Erhaltungssatz ist ein Naturgesetz, das Sie selber täglich erleben.
Ein beliebtes Beispiel ist der hüpfende Gummiball: Die Energie (Arbeit), die Sie brauchen, um den Ball auf 2 Meter Höhe zu heben, wird als “potenzielle Energie” (PE) im Ball gespeichert. Sobald Sie ihn loslassen, wird diese PE umgewandelt in kinetische Energie (KE) bzw. Geschwindigkeit. Wenn der Ball wieder hochspringt, dann springt er auf dieselbe Höhe, von der Sie ihn fallen gelassen haben. Minus die Reibungsenergie, die in Wärme umgewandelt wird: der Ball wird etwas wärmer und auch die Aufschlagsstelle am Boden. Der Ball springt immer weniger hoch.
Aber am Ende dieser Übung steht ganz zweifelsfrei fest, dass die hineingegebene Energie genau gleich gross war wie die Energie, die nachher umgewandelt wurde. Die “Energiebilanz” geht am Ende immer auf, bis auf die millionste Stelle hinter dem Komma und ohne jede Ausnahme. Dies ist die Grundlage der Physik und niemand, ausser ein paar allzu hoffnungsvolle Spinner, hat je daran gezweifelt.
Diese physikalischen Gesetze beinhalten noch eine weitere Erkenntnis: Es ist völlig egal wie lange es dauert. Das heisst: Ob Sie den Gummiball in 2 Monaten oder in 2 Sekunden hochheben, ist egal. Die Umwandlung der Energien wird genau dasselbe Resultat haben. Das bedeutet, der Energie-Erhaltungssatz ist absolut zeitunabhängig (“time invariant”). So zumindest die bisherige Behauptung von Tausenden von Wissenschaftlern und Physikern über die Jahrhunderte hinweg…
– Aber was, wenn diese Erkenntnis nicht immer stimmt?
Stellen Sie sich als rein theoretische Analogie zur Orbo-Technologie vor: Sie heben den Ball auf die Höhe von 2 Metern und dafür nehmen Sie sich 20 Sekunden Zeit. Der Ball wird nach dem Loslassen hochspringen und knapp die Höhe von 2 Metern erreichen. Wie erwartet.
In einem zweiten Versuch nehmen Sie sich aber nur eine Zehntelssekunde Zeit, um den Ball zu heben, also viel schneller, und lassen ihn los. Es passiert nun Folgendes als Gedankenspiel: Der Ball springt auf die Höhe von 3 Metern!
Das heisst, die Schnelligkeit, mit der Sie den Ball gehoben haben, hat die PE (Potenzielle Energie) im Ball drin deutlich erhöht.
Falls dies funktionieren würde, dann hätten wir einen Ball, der jahrelang hüpft. Sozusagen ein Perpetuum Mobile, ein “sich ständig Bewegendes”. Doch aufgrund des bisherigen Wissens funktioniert dies in keiner Versuchsanordnung, mit keinem Material, auch nicht im Vakuum oder im Weltall, nie und nirgends. Dachte man.
Steorn Ltd. behauptet nun, es gäbe eine Ausnahme! Ein besonderer physikalischer Effekt, der von der irischen Tech-Firma zum ersten Mal korrekt verstanden wurde: Die zeitvariante Viskosität von Magnetismus.
Auch bekannt unter “magnetic viscosity” und dem physikalischen Symbol “Sv”.
Dieser Effekt, nämlich dass Magnetisierung zeitvariant ist, wurde bereits im 18. Jahrhundert von Wissenschaftlern festgestellt und von Emily Noether (die erste grosse Mathematikerin von Weltrang) im Jahre 1917 unter der Arbeit “Noether’s Theorem” beschrieben. Also eigentlich nichts Neues.
“Magnetische Viskosität”? Bei Viskosität denken wir an Motorenöl, das je nach Temparatur und Geschwindigkeit zähflüssig ist oder sich rasch ausdehnt. Die Viskosität besagt, wie sich die Dichte eines Materials unter Druck verändert.
Viskosität erleben wir auch beim Sprung vom Sprungbrett ins Wasser, denn auch Wasser ist viskos: Je nach Geschwindigkeit des Eintauchens prallen wir hart oder weich aufs Wasser. Das Wasser reagiert also zeitvariant. Ob Sie aus dem Flugzeug oder aus einem Motorboot ins Wasser springen: Das Wasser selbst d.h. dessen Viskosität verändert sich beim Eintauchen je nach Geschwindigkeit.
Und ganz ähnlich ist es mit der Magnetisierung… behauptet zumindest Steorn.
Diesen Effekt hat Steorn zwar nicht entdeckt, aber erstmals richtig verstanden und umgesetzt. Und in hunderten von teuren Experimenten während 3 Jahren bewiesen, gemessen, und konsequent weiter entwickelt. Die Technologie, die auf der magnetischen Viskosität aufbaut und daraus eine selbstlaufende Maschine machen kann, heisst ‘Orbo’. Ein weltweit geschützter Markenname von Steorn Ltd.
Die neue Erkenntnis: Wenn Sie zwei Magnete sehr rasch zusammenführen, braucht das weniger Energie, weil die Magnete gar keine Zeit haben für das “Domain Alignment” (Magnetpol-Anordnung im Elektronengitter). Wenn Sie hingegen die Magnete langsam zusammenführen, braucht das in der Summe mehr Energie.
Wenn man zwei sich abstossende Magnete (Südpol-Südpol oder Nordpol-Nordpol) zueinander führt, magnetisieren sie sich je nach Stärke gegenseitig. Die Zeit,die eine solche Magnetisierung benötigt, ist abhängig von der Geschwindigkeit des Zusammenführens. Das sieht man sogar: Sie kennen bestimmt die grafische Darstellung von magnetischen Flusslinien bzw. Feldlinien, es sind sich ausdehnende elliptische Ringe um die Magnete. Auf www.vizimag.com finden Sie eine interessante Software, die solche magnetischen Feldlinien sichtbar macht.
– Interessant ist nun angesichts dieser Feldlinien, was passiert, wenn man 2 Magnete nicht gerade, sondern im rechten Winkel (90 Grad) zueinander führt:
Wenn die sich abstossenden Magnete in einem solchen Winkel und sehr schnell zueinander geführt werden, dann entsteht eine zeitabhängige Varianz in der Magnetisierung. Also eine Verzögerung (englisch “lag”). Diese liegt zwar nur im Millisekunden-Bereich, doch dies ist kein Problem. Sie besteht und ist eindeutig messbar als überraschende “Beule” in einem sonst konstanten Labor-Mess-Chart!
Magnetismus passiert eigentlich auf der Ebene der Atome bzw. der Elektronen rund um die Atome. Es geht hier im weitesten Sinne um Atomphysik und auch Strom, die bekannte Energie, entsteht aus der Anordnung der Elektronen auf atomarer Ebene.
Der Orbo-Trick besteht darin, dass Sie zwei sich abstossende Magnete auf einer höchst speziell definierten (nicht einfach nur runden!) Umlaufbahn sehr schnell zusammenführen, dann langsam wieder auseinanderführen, dann wieder schnell zusammenführen, langsam wieder auseinander, und so weiter. Stellen Sie sich dabei eine Pleuelstange eines Benzinmotors vor. Oder eine Unruh in einer Uhr.
Am Ende haben sie sozusagen eine eine magnetische Energiepumpe, die bei jedem Zyklus zusätzliche mechanische (nicht etwa elektrische) Energie erzeugt.
Dies ist, sehr einfach gesagt, das Grundprinzip von Orbo. Die Firma Steorn hat angeblich einen Mechanismus erfunden, der die zusätzliche Energie bei jedem Zyklus zwischenspeichert und für den nächsten Zyklus bereithalten kann. Eine Maschine, die endlos läuft und sich selber antreibt. Frei verfügbare Energie, die viele Weltprobleme wie Krieg, Hunger, Klimaproblem und Erdöl-Abhängigkeit lösen würde – falls die Menschen richtig mit dieser Erfindung umgehen könnten.
Die tatsächliche Mechanik von Orbo ist natürlich nicht so simpel… Es braucht nicht zwei Magnete, sondern eine hochpräzise Anordnung von mehreren versetzten Magneten in verschiedenen zunehmenden Winkeln, ähnlich einer Spirale. Und es braucht eine ganz bestimmte Geschwindigkeit (RPM), damit dies physikalisch richtig funktionieren kann: Unterhalb oder oberhalb dieser ganz bestimmten Geschwindigkeit passiert nichts Aussergewöhnliches. Aber auch die bisher bekannten Motoren arbeiten mit Übersetzungen, Getrieben oder Schwungrädern.
Orbo ist erstmal eine Technologie, noch nicht die fertige Maschine! Steorn Ltd. als High-Tech Entwicklungsfirma behauptet aber ausserdem, dass Orbo dereinst auch für Autos, Flugzeuge und Kraftwerke problemlos eingesetzt wird.
Fazit: Der “Sv” Effekt ist zwar bewiesen und seit langer Zeit halbwegs bekannt, lässt sich zweifelsfrei messen und belegen, doch bis zu einem Automotor braucht es noch viele Anstrengungen der Ingenieure und riesige Investitionen von Firmen, die um ein Vielfaches grösser sind als die kleine High-Tech-Firma Steorn Ltd.
Heute kann man ein einfaches Desktop-Toy damit bauen, das tatsächlich endlos läuft. Und auch grosse Motoren sind im Experimentierstadium. Steorn als reine Patentfirma verfolgt aber logischerweise die Strategie: Wir haben die Methode entdeckt, diesen Effekt zu nutzen, doch erst die grossen Firmen dieser Welt werden serienreife Maschinen aufgrund einer gekauften Steorn-Lizenz bauen.
Oder wie es der CEO (Sean McCarthy) als Analogie sagt: “It’s like we invented the microchip – others will build the computers around it”.
Anfang Juli 2007 wird Orbo in London der Weltöffentlichkeit vorgestellt, mitsamt Demo einer Maschine, Live-Webcam, und Live-Chats mit den Steorn-Ingenieuren.
Dies erfolgt zeitgleich mit der publikumswirksamen Aktion von Al Gore zum Thema Klimapanik: Während die Welt debattiert, wie man das Energie- und Klimaproblem für künftige Generationen in den Griff kriegt, liefert Steorn die Lösung…
Gleichzeitig arbeiten jetzt 22 hochrangige Wissenschaftler und Universitäts-Physikprofessoren (“Die Jury”) daran, die neue Orbo-Technologie zu überprüfen: Die Ergebnisse ihrer Tests werden voraussichtlich noch im Jahre 2007 publiziert. Dass diese wissenschaftlichen Ergebnisse publiziert werden, ist unausweichlich und ein zentraler Teil des Vertrages der beauftragten Juroren mit Steorn Ltd.
Falls der “Steorn Effect” tatsächlich für leistungsfähige Maschinen eingesetzt werden kann, wird dies die Welt auf den Kopf stellen – und die Wissenschaftler eines Besseren belehren. Denn sie haben seit Jahrhunderten stets behauptet, Energie könne in unserem Universum nur die Form wechseln.
Orbo tritt ab Juli 2007 den Gegenbeweis an.
Wissenschaft ist ein Bereich, der sich ständig ändert und korrigiert, wenn sich etwas als falsch herausgestellt hat. Es gibt keinen selbstkritischeren Beruf als den des Wissenschaftlers – vor allem heute, wo alles mittels “Peer Review” hinterfragt wird und neue Erkenntnisse weltweit von anderen Forschern überprüft werden. Heute ist es kaum noch möglich, ungestraft etwas Falsches zu behaupten.
Die Geschichte zeigt, dass Erkenntnisse immer wieder über den Haufen geworfen wurden, sobald man noch tiefer in die Materie drang und verstand, wie die Natur funktioniert. Sonst würden wir heute noch glauben, die Erde sei eine Scheibe. Aber die Autorität der Akademiker ist dann ungebrochen, wenn es um Grundlagen wie den ersten thermodynamischen Satz geht! So etwas gilt als unantastbar.
In seiner Zeit am Berner Patentamt schrieb Einstein: “Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen. Die meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen.”
Man darf gespannt sein, was das Jahr 2007 bringt: Orbo ist entweder der grösste technologische Durchbruch der Menschheit oder ein sehr teurer Marketing-Flop.
— Infos: http://www.steorn.com/orbo
— Presse: http://www.steorn.com/news/coverage