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Einen entsprechenden Vorschlag will sie dem französischen Premierminister "möglichst bald" unterbreiten. Der EPR als Ergebnis einer deutsch-französischen Entwicklungszusammenarbeit sei als Reaktor der IM. Generation zehn Mal sicherer, 10% wirtschaftlicher und erzeuge weniger radioaktiven Abfall als die bestehenden Kernkraftwerke. Die mit der heutigen Generation vergleichbaren Kosten von EUR 3 Mrd. für den Bau einer 1600-MW-Demonstrationseinheit werde die Industrie tragen. Die Einheit könnte den kommerziellen Betrieb 2012 aufnehmen.
Nicole Fontaine machte ihre Ankündigung bei der Vorstellung des Schlussberichts über die nationale französische Energiedebatte am 8. Oktober 2003 vor den Medien durch Jean Besson, dem beauftragten Abgeordneten der Nationalversammlung. Der Bericht bestätigt weitgehend den bereits eingeschlagenen Weg: Notwendigkeit, den Energieverbrauch unter Kontrolle zu bringen und die Versorgung zu diversifizieren, um allen erneuerbaren Energien mehr Platz einzuräumen, sowie Unmöglichkeit, in Frankreich auf die Kernenergie zu verzichten: "Frankreich kommt vernünftigerweise nicht um die Kernenergie herum... Der Kampf gegen den Treibhausgaseffekt wurde vom Präsidenten der Republik als Priorität festgelegt... Die erneuerbaren Energien bieten eine unverzichtbare Ergänzung der klassischen Energien, namentlich der Kernenergie, doch sie stellen unter keinen Umständen eine Alternative dar."
Wie Besson hinzufügte, wäre es unmöglich, die Lebensdauer der bestehenden Kernkraftwerke auf vernünftige Weise zu verlängern, bis die Entwicklung Kernkraftwerke der IV. Generation abgeschlossen sei. Es bleibe eine Lücke von mindestens 15 Jahren. Es sei daher nötig, zur Wahrung der Kontinuität möglicht bald den Bau eines ersten EPR in Angriff zu nehmen. Auch für Besson geht es nicht ohne Kernenergie, und er ermutigte ihre Vertreter, auf dem Abfallgebiet und bei der Kommunikation Schwerpunkte zu setzen.
Fontaine kündigte bei der Medienveranstaltung ebenfalls eine nationale Energiesparkampagne an. Ferner werde die Regierung anfangs 2004 dem Parlament ein neues Energiegesetz vorlegen. Es werde im Bereich erneuerbarer Energien konkrete Ziele setzen. Deren Anteil an der Stromerzeugung solle von 15% im Vergleichsjahr 1997 bis 2010 auf 21% steigen. Vorgesehen sei besonders der Bau von 10'000 MW Windenergiekapazität. Die Kosten von EUR 10 Mrd. würden durch die Abnahmeverpflichtung der in diesen Anlagen produzierten elektrischen Energie getragen.
Quelle
P.B. nach SFEN, Correspondance nucléaire, 8. Oktober, und NucNet, 9. Oktober 2003