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Regisseur Peter Greenaway geht die Dinge anders an: Seine Filme sind bis ins kleinste Detail inszeniert und verströmen, wohl gerade deshalb, eine geheimnisvolle Magie. Er verweigert rational nachvollziehbare Geschichten, setzt auf Kraft und Schönheit der Bilder und denkt in grösseren Strukturen, wie z.B. der Zahlenreihe der Kabbala – er erschafft ein Gesamtkunstwerk.
Greenaways künstlerischer Anspruch ist die Sprache des Films. Durch lange Totaleinstellungen auf minuziös durchgestaltete, statische Arrangements von Dekorationen und Schauspielern, lädt er den Zuschauer zu hoher Aufmerksamkeit und zum genauen Hinsehen ein. Seine Bildgestaltung erinnert an die Werke grosser Maler, wie Caravaggio, Velasquez, Rubens oder Rembrandt.
Dies kommt nicht von ungefähr. Im Alter von 12 Jahren beschloss er Maler zu werden und ging dazu ans Walthamstow College of Art. Greenaway spezialisierte sich auf Staffelei, Wandmalerei, Malerei und Zeichenkunst. Er war überzeugt, dass Malerei beim Betrachter das gleiche Empfinden auslösen könnte wie die Werke der Poesie und der Literatur.
Wer in Greenaways Denkweise eintauchen und sich inspirieren lassen möchte, sollte sich unbedingt die beiden Beiträge «Nine Classic Paintings Revisited» und «Cinema Is Dead, Long Live Cinema» der Universität Berkeley anschauen.