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Arbeiten auf Papier (1965-2015)
Die Galerie Bob Gysin freut sich, eine Auswahl von Matthias Bossharts Arbeiten auf Papier zu präsentieren. Ein Grossteil der Werke wird zum ersten Mal zu sehen sein.
Der Zürcher Künstler ist seit Jahren mit seinen zumeist grossformatigen Filmstreifenbildern präsent. Nun bietet eine Übersicht über die letzten 50 Jahre einen Einblick in sein parallel oder gar früher entstandenes künstlerisches Schaffen auf Papier.
Die teilweise bruchstückhaften Arbeiten – oftmals bilden zweidimensionale Objets trouvés die Ausgangslage – sind atmosphärische, enigmatische Kompositionen. Der Künstler geht vom ursprünglichen Bildmaterial aus, lässt Assoziationen einfliessen und fügt Fragmente zusammen, die er sodann überarbeitet. Das zufällige, sowohl inhaltliche wie formale Aufeinandertreffen macht die kleinen Arbeiten zu Preziosen.
Bereits als Kind kam er durch seinen Vater mit Künstlern wie Hieronymus Bosch, Goya, Klee, Kandinsky und Mondrian in Berührung. Nachhaltig beeindruckte ihn vor allem Mondrians konsequenter Weg vom Naturalismus zur Abstraktion. Auch Japanische Holzschnitte von Ukiyo-E-Künstlern wie Hokusai mit ihren "Bildern der fliessenden Welt" sind nach wie vor Inspirationsquelle.
Erste Werke stammen aus den späten 1960er Jahren. Aufgrund seiner Reisen, Studien und Stipendien lassen sich drei Werkgruppen festmachen: Von Sommer 1971 bis Herbst 1978 unternimmt der Künstler ausgedehnte Reisen. Den Auftakt bildet ein dreimonatiger Aufenthalt in London. Anschliessend führt ihn eine Überlandreise nach Indien, und im Frühjahr 1973 folgt ein längerer Aufenthalt in der Türkei. Ab Herbst 1973 besucht er in Basel die von Franz Fédier geleitete Fachklasse für Gestaltung. Während seiner Studienzeit bereist er 1975 nochmals die Türkei und verbringt ab Sommer 1976 als Stipendiat zwei Jahre im Schweizer Institut in Rom. 1985 führt ihn ein Stipendium der Stiftung Transkultur für ein Jahr nach Dakar, Senegal.
Während seines Atelierstipendiums der Stadt Zürich in New York entstehen 1990 erste grössere Arbeiten mit 16mm Filmstreifen und Farbfolien auf bedrucktem Papier. Dieser Werkkörper bildet die Ausgangslage für die eingangs erwähnten grossformatigen Arbeiten.
In jüngster Zeit werden extensive Reisen seltener. Sein primäres Ziel ist nun die Bretagne, wo sich Matthias Bosshart jeweils im Sommer aufhält. Hier entstehen überwiegend kleinformatige Collagen unter Einbezug von Postkarten, die er bearbeitet und übermalt. Diese Karten ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Oeuvre.
Erinnerungen und Reiseeindrücke fliessen direkt in seine Arbeiten ein; oftmals lassen sie sich exakt ablesen. Die aktuelle Ausstellung erlaubt und ein Eintauchen in das Universum von Matthias Bosshart wie auch eine Annäherung an den Künstler.