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http://www.freiburger-nachrichten.ch/kanton/svp-tritt-mit-neuem-kandidaten«Ich bin sehr erstaunt und nehme zum Entscheid der SVP keine Stellung.» Das sagte Didier Castella, Präsident der Freiburger FDP, gestern Abend gegen 21 Uhr in einem Telefongespräch mit den FN–kurz nachdem er erfahren hatte, dass sich die SVP nicht aus den Ständeratswahlen zurückziehen wird und es zu einem zweiten Wahlgang am 8. November kommt. «Für uns ändert das nichts», sagte Castella «Wir sind von diesen Wahlen nicht mehr betroffen.» Dann hängte er auf–und machte somit seinen Frust deutlich.
Ohne Bourgeois
Nur eine gute Stunde zuvor hatte die FDP eine Pressekonferenz einberufen und bekannt gegeben, dass ihr Ständeratskandidat Jacques Bourgeois nicht in den zweiten Wahlgang gehen würde. «Obwohl uns die SVP unterstützt hätte, wofür wir ihr sehr dankbar sind», sagte Castella, ohne zu wissen, dass diese Worte nur wenig später ironisch wirken würden.
Castella und Bourgeois bedauerten, dass die CVP nicht gemeinsam mit der SVP und der FDP den Sitz von Christian Levrat angreifen wollte. Sie betonten, dass es mit der geeinten Rechten möglich gewesen wäre, Beat Vonlanthen (CVP) und Jacques Bourgeois in den Ständerat zu bringen. «Aber die CVP verweigert sich.»
«Wollen kohärent bleiben»
Der Vorstand der FDP habe gestern insbesondere im Hinblick auf die Wahlen 2016 entschieden, sich zurückzuziehen, sagte Castella. «Wir wollen kohärent bleiben und an der Solidarität der drei bürgerlichen Parteien festhalten. Wir wollen keinen Dissens.»
Jacques Bourgeois wies darauf hin, dass er den Abstand zwischen ihm und dem zweitklassierten Beat Vonlanthen als zu gross erachte, um bei einem zweiten Wahlgang eine wirkliche Chance zu haben. «Ich bin zwar ein ausdauernder Sportler, aber ein vernünftiger. Wenn mein Trainer mir sagt, dass ich auch mit jedem Effort meine Konkurrenten nicht mehr einholen kann, dann höre ich auf», so Bourgeois.
Diese Aussage führte zur Frage, ob sich Bourgeois und die Partei beim Entscheid nicht einig gewesen waren–zumal Bourgeois am Montag noch gesagt hatte, er stehe für einen zweiten Wahlgang zur Verfügung. «Wir haben diskutiert, das ist klar», antwortete Bourgeois. Die Feinanalyse der Resultate habe aber gezeigt, dass die Chancen zu gering wären. Castella fügte an, dass gewisse Parteimitglieder einen zweiten Wahlgang sehr gerne gesehen hätten–angesichts des Entscheids der SVP wird auch ihr Frust nun wohl ziemlich gross sein.
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