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Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat am Donnerstag eine Motion von Martina Munz (SP/SH) angenommen, im Einverständnis mit dem Bundesrat. Munz argumentierte, Milch aus muttergebundener Kälberaufzucht gelte als besonders tierfreundlich und entspreche einem Bedürfnis von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Nischenprodukt werde in Deutschland bereits erfolgreich vermarktet. In der Schweiz könnten die Landwirte solche Milch aufgrund einer rechtlichen Unsicherheit nicht ausloben.
Heute ist gemäss Artikel 32 der Verordnung über Lebensmittel tierischer Herkunft (VLtH) Milch das «ganze Gemelk» eines oder mehrerer Tiere, welches regelmässig gemolken wird. Der Begriff «ganzes Gemelk» schliesst das Saugen durch das Kalb aus. Die Definition, wonach Milch nur als «das ganze Gemelk» in den Verkauf gelangen darf, basiere einerseits auf überholten Befürchtungen, dass Milch von Mutterkühen den hohen Anforderungen punkto Qualität, Hygiene und Unversehrtheit nicht genügen könnte, sagte der Zuger CVP-Ständerat Peter Hegglin in der Debatte. «Diese Annahmen sind nicht mehr zeitgemäss», sagte Hegglin, der auch Präsident der Branchenorganisation Milch ist, gemäss Wortprotokoll.
Milch von Mutterkühen genüge den hohen Anforderungen des Lebensmittelrechts, so Hegglin. Es spreche nichts dagegen, dass Mutterkühe nach dem Säugen der Kälber noch ausgemolken würden und diese Milch in den Verkauf gelange. Das bedingt, dass man die Bestimmung im Lebensmittelrecht von «das ganze Gemelk» zu «das unveränderte Gemelk» ändere und damit die Möglichkeit schaffe, dass diese Milch in den Verkauf gelange.