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Mehr als 95 % der Ammoniakemissionen entstehen in der Landwirtschaft. Damit ist es offensichtlich, dass Verlustquellen in der landwirtschaftlichen Produktion eruiert und die Verluste minimiert werden müssen. Bei der Umsetzung von Massnahmen sollte generell Folgendes beachtet werden:
- Fehler vermeiden
- ganzheitlichen Ansatz beim Hofdüngermanagement wählen
- umsetzen, was mit wenig Aufwand machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist
- bei Investitionen weitsichtig denken
- spezielle und teure Massnahmen, wenn im Rahmen des Gesamtbetriebes sinnvoll
- Massnahmen zur Reduktion können zu Zielkonflikten führen
Wenn es gelingt, die Ammoniakverluste zu vermindern, steht dem Betrieb mehr Stickstoff für die Pflanzenproduktion zur Verfügung. Somit muss weniger mineralischer Stickstoff zugekauft werden.
Fütterung
Gesunde Tiere mit guter Verdauung und gutem Wachstum haben eine bessere Futterverwertung und verursachen somit auch weniger Nährstoffverluste je produzierte Einheit (z.B. kg Milch, kg Fleisch). Ein Proteinüberschuss sollte in der Ration vermieden werden, da dadurch mehr Harnstoff ausgeschieden wird, welcher eine der wesentlichen Quellen für die Ammoniakbildung ist.
Stall und Laufhof
Je grösser der N-Gehalt im Harn und die mit Kot verschmutzte Oberfläche ist, desto mehr Ammoniak entsteht. Da die Bildung von Ammoniak aus Harnstoff vom Enzym Urease abhängt, welches von Mikroorganismen im Kot produziert wird, sollten die Flächen sauber und trocken gehalten werden.
Die Bildung von Ammoniak und der Übergang von Ammonium in der flüssigen Phase zu gasförmigem Ammoniak nimmt mit steigender Temperatur exponentiell zu, deshalb sollte das Stallklima möglichst kühl gehalten werden. Aussenplätze sollten beschattet werden. Über Kotstellen und verschmutzte Oberflächen und Güllelagern bildet sich eine Dunstglocke, die ab einer gewissen Sättigung keinen Ammoniak mehr aufnimmt. Wird diese Dunstglocke durch einen Luftzug entfernt, so kann die Umgebungsluft erneut Ammoniak aufnehmen.
Hohe Luftfeuchtigkeit vermindert die Aufnahme von Ammoniak in die Umgebungsluft.
Weide
Mehr Weide vermindert den Anfall von Hofdünger und die Verschmutzung von Oberflächen im Stall und im Laufhof. Harn sickert rasch und direkt in den Boden und kann somit nicht mehr als Ammoniak verflüchtigen.
Lagerung der Hofdünger
Bei abgedecktem Güllebehälter vermindern sich die Ammoniakemissionen bei der Lagerung um bis zu 90%. Offene Güllebehälter sind nach Möglichkeit im Sommer nur beschränkt zu benutzen und sollten nicht unnötig aufgerührt und belüftet werden. Bei Rindergülle Schwimmschicht im Sommer nicht brechen! Auch eine Beschattung der Gülle-und Mistlager ist sinnvoll. Nach der Luftreinhalteverordnung dürfen neue Güllebehälter nur noch mit einer Abdeckung erstellt werden. Als Abdeckung gilt auch ein Laufhof mit Spalten oder ein Betonplatz mit zusätzlichen Funktionen.
Ausbringung
Die Gülle ist ein Stickstoffdünger. Sie ist dann auszubringen, wenn die Pflanzen Stickstoff benötigen und die Gefahr von Ammoniakverlusten in die Luft oder die Abschwemmung in die Gewässer gering ist. In den Wintermonaten und bei hochsommerlichen Verhältnissen sollen deshalb keine Hofdünger ausgebracht werden.
Der Boden muss die Gülle aufnehmen können und darf nicht gefroren oder total vernässt sein. Im aufnahmefähigen Boden wird die Gülle in den obersten Zentimetern zurückgehalten und somit stehen die Nährstoffe den Pflanzen zur Verfügung. Im nassen Boden sind die Mittelporen durch Sickerwasser „besetzt“. Die Gülle vermischt sich mit dem Regenwasser und gelangt durch die Grobporen in die Drainage oder ins Grundwasser
Auf ebenen Parzellen ist die Ausbringung vor leichtem Regen (nicht vor Platzregen!) sowie am Abend vor kühleren und feuchteren Nächten günstig.
Gülle sollte auf Futterbauflächen erst 7 bis 10 Tage nach der Nutzung ausgebracht werden. Durch das nachgewachsene Gras wird der Boden beschattet und der Wind abgehalten, auch können die Futterpflanzen in diesem Stadium vermehrt Nährstoffe aufnehmen.
Die Gülle sollte immer mit Wasser verdünnt werden, dadurch kann sie mehr Ammoniak aufnehmen, sie ist fliessfähiger, verschmutzt die Pflanzen weniger und versickert in aufnahmefähigen Böden rascher. Ackerbau: Keine Gülle auf Brache und Stroh, Mistgaben sofort einarbeiten!
Der Einsatz eines Schleppschlauchverteilers hat viele Vorteile, welche es zu nutzen gilt:
- weniger Ammoniak-Stickstoffverluste durch die bodennahe Ausbringtechnik
- weniger Geruchsemissionen
- weniger Verbrennungen an Pflanze
- weniger verschmutztes Futter
- flexibler Einsatzzeitpunkt
- exakte Verteilung
- bestes Preis-Leistungverhältnis der bodennahen Ausbringtechniken