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Es war in einem Frühjahr und in unserem Dorf herrschte eine böse Krankheit“, erzählte uns Grossmutter einmal.“ Die meisten Menschen hatten Fieber, Halsschmerzen und Husten. Auch in unserem Haus waren die meisten krank. Da nahm mich meine Grossmutter, also eure Ururgrossmutter, eines Tages bei der Hand und wir gingen an den Bach, wo viele Weiden standen. Die meisten trugen bereits Kätzchen und die Bienen summten um sie herum. Mit einem Messer schnitt die Grossmutter einige Zweige ab. Zuhause entferte sie die Rinde und ich durfte diese mit einer Schere in kleine Stücklein schneiden. Unterdessen hatte meine Grossmutter eine Zwiebel gerüstet und kleingehackt. Sie mischte nun die Weidenrinde und die Zwiebel mit etwas Blütenhonig und wir trugen das Gefäss mit der Mischung an die Sonne. In den nächsten drei Tagen durfte ich mehrmals mit einem Löffel umrühren. Nach dieser Zeit war ein dickflüssiger Sirup entstanden. Grossmutter gab uns Kindern jeden Tag dreimal einen Löffel voll davon. Vater und Mutter wollten zuerst nichts, als sie aber sahen, wie wir Kinder den Husten überwanden und bald einmal ganz gesund waren, nahmen sie auch von dem Zaubertrank. Bald war unser Haus das einzige im Dorf, wo es keine Kranken mehr gab. Alle Tage gingen Grossmutter und ich nun ins Dorf, verteilten die Medizin und lehrten die Leute, sie selber zuzubereiten“.