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Ein Drittel der Bevölkerung – darunter 7,3 Millionen Kinder – wird im April und Mai aufgrund der aktuellen Pandemie mit Nahrungsmittelknappheit konfrontiert sein.
Allein im vergangenen Monat sind die Preise für Weizenmehl und Speiseöl auf den wichtigsten städtischen Märkten Afghanistans um bis zu 23 Prozent gestiegen, da die Nachfrage das Angebot übersteigt, während die Kosten für Reis, Zucker und Hülsenfrüchte laut Welternährungsprogramm um 7 bis 12 Prozent gestiegen sind.
Während die Lebensmittelpreise steigen, nehmen die finanziellen Mittel der Tagelöhner, Lebensmittel zu kaufen, ab, da die Gelegenheitsarbeit aufgrund landesweiter Beschränkungen gestoppt ist. Ein grosser Teil der afghanischen Arbeitskräfte ist auf den informellen Sektor angewiesen, in dem es keine Sicherheitsnetze gibt, wenn die Arbeit knapp ist.
Schon vor der weltweiten COVID-19-Krise belief sich die Gesamtzahl der Kinder, die in irgendeiner Form humanitäre Hilfe benötigten 2020 auf 5,26 Millionen, was das vom Krieg zerrüttete Afghanistan zu einem der gefährlichsten Orte der Welt macht.
Die jüngsten Ernährungserhebungen in Afghanistan zeigen, dass schätzungsweise zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren jährlich unter der lebensbedrohlichsten Form des extremen Hungers leiden. Die Auswirkungen der Abriegelung in Verbindung mit einem der schwächsten Gesundheitssysteme der Welt – in Afghanistan gibt es nur 0,3 Ärzte pro 1.000 Menschen – bedeuten, dass unterernährte und kranke Kinder viel seltener die lebensrettende Behandlung erhalten, die sie zum Überleben brauchen.
Der 13-jährige Mustafa lebt mit seinen vier Geschwistern und seiner Mutter in der Provinz Sari Pul im Norden Afghanistans. Mustafa geht zur Schule und arbeitet in einem örtlichen Lebensmittelgeschäft, um das Familieneinkommen aufzubessern. Doch seit der Abriegelung ist er zu Hause, kann weder zur Schule gehen noch Geld verdienen, um zu helfen, das Essen auf den Tisch zu bringen. Save the Children hat der Familie Bargeldunterstützung zur Verfügung gestellt, so dass Mustafa nicht mehr arbeiten muss.