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Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem HERRN voraus. Doch der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der HERR war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. (1. Könige 19,11.12)
Was für eine Ambiance, was für ein Drama! Da wird alles, was die Natur zu bieten hat, aufgeboten um den Auftritt Gottes zu inszenieren: Sturm, Erdbeben, Feuer. Hollywood könnte es nicht besser. Doch eigentlich ist das ganze Brimborium vergebens. Gott erscheint dem Profeten Elia nicht im Getöse, sondern in einem sanften leisen Säuseln.
Wir Menschen lieben die grossen Auftritte. Wenn der englische Thronfolger heiratet, sind auch in der nüchternen Schweiz die Fernsehgeräte eingeschaltet. Die amerikanische Lyrikerin Gorman wird nach ihrem perfekt und professionell inszenierten Auftritt an der Vereidigung des amerikanischen Präsidenten gehypt.
Wir Menschen lieben die grossen Gefühle und wir brauchen sie auch. Doch das Wesentliche geschieht fein und leise. In der Begegnung, im Zuhören, im Dasein füreinander und vor Gott. Wo dies nicht geschieht, wird der grosse Auftritt zum hohlen Klamauk.
Guter Gott
Sei du mir nahe.
Jede Minute meines Lebens.
Amen.
Michael Rahn, Pfarrer