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Eine Ölkatastrophe in Manilas Küstengewässern gefährdet neben der Umwelt auch die Fischindustrie der philippinischen Hauptstadt. Aus ungeklärten Gründen trieben am Freitag rund 500'000 Liter giftigen Treibstoffes auf der Meeresoberfläche und bildeten einen 300 Quadratkilometer grossen Schmierteppich, wie die Küstenwache mitteilte.
Sie verdächtigte die Besatzung eines Öltankers, massenhaft Diesel in die verkehrsreichste Wasserstrasse des Landes abgelassen zu haben. Auch ein Pipelineriss erschien möglich.
Während die Besatzung des Schiffes festgenommen wurde, fanden Taucher der Küstenwache nach eigenen Angaben eine leckende Treibstoffleitung, die zur Ölverladestation des philippinischen Konzerns Petron Corp führt.
Das Unternehmen wies eine mögliche Eigenverantwortung aber zurück und versicherte auf seiner Facebook-Seite, die Leitung sei intakt. Derweil wurden schwimmende Ölbarrieren ausgelegt und Regierungsexperten untersuchten die Folgen für die Meereswelt.
Gravierende Folgen
Unabhängig von der Ursache hat der am Donnerstagabend aufgetretene, rötlich schimmernde Ölteppich gravierende Folgen für Mensch und Tier: Der Küstenabschnitt ist auf einer Länge von etwa 20 Kilometern betroffen, Fang und Verkauf von Krustentieren wurden bis auf Weiteres verboten.
Zahllose verendete Fische trieben in der Bucht vor Manila, einige Menschen mussten im Spital behandelt werden, weil sie wegen der Öldämpfe über Atembeschwerden klagten.
"Viele unserer jüngeren und älteren Einwohner werden krank", sagte Marcos Solis, der Vorstand eines Fischerdorfs, das besonders stark von der Öllache betroffen war. "Der Preis für Fisch und Krustentiere ist eingebrochen. Betroffen sind auch diejenigen, die weit draussen fangen, weil die Fische das Öl riechen und wegschwimmen."
Sorge um Lebensgrundlage
In der umliegenden Hauptstadtregion mit ihren rund 30 Millionen Bewohnern sorgen sich die Menschen nun um ihre Lebensgrundlage. Die Fischindustrie ernährt einen Grossteil der Bevölkerung und bietet wichtige Arbeitsplätze. Nach Angaben des Bürgermeisters des Fischerdorfes Rosario, José Ricafrente, verloren vorübergehend 40'000 Menschen ihre Beschäftigung.
SDA-ATS