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von Peter Lüps und Marc Nussbaumer
An der Aussenfassade der Süd- und Ostseite des Turmes befinden sich insgesamt 56 Aussparungen in der Wand, die in zwei oder drei Reihen regelmässig angeordnet sind; sie sind um 1300 mit dem Turmbau angebracht worden. Diese Öffnungen mit je einer vorkragender Steinplatte als Dach und als Bank werden als Nistplätze für Vögel gedeutet. Als Brutvogel kommt am ehesten die Taube in Frage; es fragt sich allerdings wozu. Denn die Nistplätze sind vom Turminnern nicht erreichbar, und von aussen nur mit über 30 m hohen Leitern.
Es ist möglich, dass die Tauben für die Beizjagd (Falknerei) eine Bedeutung hatten; die Beizjagd ist im Berner Oberland durch verschiedene Befunde aus dem 12./13. Jh. nachweisbar, obwohl das Gebiet nicht sehr geeignet dazu ist. Vielleicht wollte der Bauherr aber den Schwalben als Frühlingsbote und Glücksbringer einen Nistplatz einrichten. Der Befund ist im Burgenbau der Schweiz einzigartig, weshalb vermutet wird, dass sich diese an südländischen Burgen häufig anzutreffende Einrichtung hier nördlich der Alpen nicht bewährte.
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: Dienten die Nischen im Turm zu Ringgenberg wirklich der Beizjagd? , Marc
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 13. Jahrgang 2008, Heft 1, 16 - 19.