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Ja, ich weiss: Über vorformulierte Gebete kann man streiten. Viele mögen es, sich die Worte anderer leihen, ja sich in sie hineinlegen zu können. Das hilft, wenn eigene Formulierungen nicht zu finden sind, vielleicht sogar, weil es einem im Moment schlicht die Sprache verschlagen hat. Andere bemängeln die fehlende Spontaneität beim Beten fester Formulierungen. Sie empfinden es als unecht, im Gebet anderen nachzuplappern. Ausserdem kennen alle die Schwierigkeiten, beim Rezitieren auswendig gelernter Gebete mit den Gedanken ganz bei der Sache zu bleiben. Ganz besonders treten diese beim Unservater auf, dem zweifellos am häufigsten gesprochenen christlichen Gebet.
Die heutige Meditation nimmt das 4. Kapitel in den Blick: Es ist eine Zusammenstellung von Gleichnissen, von denen wir das letzte genauer anschauen:
30 Jesus sprach: Wie sollen wir das Reich Gottes abbilden? In welchem Gleichnis sollen wir es darstellen? 31 Es ist wie ein Senfkorn, das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden, das in die Erde gesät wird. 32 Ist es gesät, geht es auf und wird grösser als alle anderen Gewächse und treibt so grosse Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. 33 Und in vielen solchen Gleichnissen sagte er ihnen das Wort, so wie sie es zu hören vermochten. 34 Anders als im Gleichnis redete er nicht zu ihnen; war er aber mit seinen Jüngern allein, löste er ihnen alles auf
Manche Verse klingen je nach Bibelübersetzung sehr unterschiedlich. An-dere sind überall fast wörtlich gleich übersetzt. Zu Letzteren gehört 1.Jo-hannes 1,5, der in Hoffnung für alle lautet: „Das ist die Botschaft, die wir von Christus gehört haben und die wir euch weitersagen: Gott ist Licht. In ihm gibt es keine Finsternis.“ Demnach lässt sich die Gute Nachricht von Jesus in drei Worten zusammenfassen: „Gott ist Licht!“
Gehen wir zum zweiten Kapitel des Markusevangeliums. Nach den Anfän-gen am Jordan (Taufe) und den ersten Wundern und Predigten in Galiläa weitet sich die Bewegung Jesu aus. Er erreicht immer mehr Leute, vor allem als Wundertäter, aber auch als Prediger. Und nicht zuletzt durch die Art, wie er lebt. Ich habe vom dynamischen Charakter des Reiches Gottes erzählt und wie es in der Bewegung, die Jesus auslöst, seine praktische Ausgestal-tung findet. Auch das zweite Kapitel ist von dieser Dynamik geprägt, nun aber in sozialer Hinsicht. In 2,13ff wird die Berufung des Zöllners Levi be-schrieben:
Der Philipperbrief ist wohl die persönlichste Schrift des Apostels Paulus. Er schrieb den Brief aus dem Gefängnis. Dennoch ist der Grundton ausgespro-chen positiv und herzlich. Am Anfang ist ein Gebet für Paulus’ Glaubensge-schwister in Philippi formuliert: Der Apostel ist sehr dankbar für die Ge-meinde und ihre Freundschaft. Und er ist ausgesprochen zuversichtlich im Blick auf ihren Glauben und ihre Treue. Er schreibt in Phil 1,6 (Luther-Übersetzung): „Ich bin darin guter Zuversicht, dass, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Jesu Christi.“
Das Markusevangelium ist in einer Zeit der Krise entstanden: Zum einen sterben immer mehr der Jünger und Apostel der ersten Generation, so dass ihre Tradition, ihre Gedanken und ihre Lehre verloren zu gehen drohen. An-dererseits bedroht ein Krieg in Israel den Ursprung des Christentums, und schliesslich braucht die nächste Generation verlässliche Auskunft über Je-sus: Wer er war, was er tat, was er sagte, und vor allem: Wer er für uns heute ist. So hat sich Markus zu Beginn der 60er Jahre an die Arbeit gemacht und Geschichten, Texte und Traditionen gesammelt, um sie zusammenzustellen und theologisch zu deuten. Ende 60er oder Anfang 70er ist das Werk voll-endet — mit Ausnahme des Schlusses: Die Auferstehungsgeschichte fehlt im Original. Weshalb das so ist, bleibt unklar, und es gibt viele Theorien dazu. Die beste scheint mir noch immer zu sein, dass Markus den Schluss nicht mehr schreiben konnte, weil er verstarb. Alle anderen Theorien müssen er-klären können, weshalb der Autor ausgerechnet das, worauf die ganze Ge-schichte hinausläuft, nämlich die Auferwecken, weglassen sollte.
Mit diesem Plakat warb das Stapferhaus Lenzburg für seine Ausstellung rund um die Wahrheit 2018/2019. Ich habe sie mir damals mit Freunden gründlich angesehen und bin jetzt ganz dankbar dafür. Die Erinnerung an allerlei Aha-Erlebnisse damals hilft mir, mich heute in der News-Flut zu orientieren. In der Aufregung rund um Corona ist es ja noch schwieriger ist als sonst herauszufinden, was stimmt und was nicht?
Was ist wahr? Wie kann man Fake-News von echten Informationen unter-scheiden?