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Dialysefistel
Eine Dialysefistel oder Dialyseshunt ist eine chirurgische Kurzschlussverbindung (Shunt) zwischen einer Arterie und einer Vene. In anderen Worten; eine arteriovenöse Gefässverbindung. Die Dialysefistel wird bei Patienten angelegt, die wegen einer terminalen Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) regelmässig an ein Dialysegerät angeschlossen werden müssen.
Das Dialysegerät übernimmt die blutreinigende Funktion der Niere und entfernt jene Stoffe aus dem Blut, die bei einer gesunden Niere über den Harn ausgeschieden werden. Über die Dialysefistel wird das Blut in das Dialysegerät geleitet, wo es maschinell gereinigt und in den Körper zurückgeführt wird. Für dieses Verfahren, Hämodialyse genannt, ist ein ausreichender Blutfluss notwendig. Dieser kann über eine Venenpunktion alleine nicht gewährleistet werden. Deshalb wird eine Arterie mit einer Vene verbunden. So kann der Blutfluss erhöht werden. Ist die Dialysfistel einmal angelegt, kann sie später für die Dialyse jederzeit mit einer Kanüle punktiert werden.
Die Dialysefistel wird meist am Unterarm angelegt und Ciminofistel genannt. Der Name stammt vom Gefässchirurgen Cimino, der diese Methode 1966 entwickelt hat.
Welche Vorbereitungen werden getroffen?
Vor der Operation werden die Gefässe am Unterarm mit Ultraschall und einer radiologischen Darstellung der Gefässe (Angiographie) untersucht. Für die Angiographie wird ein Kontrastmittel gespritzt. Allfällige Blutverdünner müssen abgesetzt werden.
Wie wird die Operation durchgeführt?
Für die Ciminofistel werden in der Regel die Arteria radialis und die Vena cephalica am Unterarm miteinander verbunden. Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie mit Betäubung der Nerven am Arm. Die Arterie und die Vene werden mit einem Hautschnitt freigelegt. Dann werden die Gefässe kurzzeitig abgeklemmt, damit sie geöffnet und miteinander verbunden werden können. Anschliessend wird der Blutfluss wieder freigegeben und die Haut mit einer Naht verschlossen. Die Operation wird ambulant durchgeführt und dauert etwa eine halbe Stunde.
Wie sieht die Erfolgsquote der Behandlung aus?
Die Anlegung eines Dialyseshunts führt im Allgemeinen zu einem erfolgreichen Ergebnis. Manchmal ist der Blutfluss im Shunt nicht ausreichend für eine Dialyse oder es kommt zur Bildung eines Thrombus. In diesem Fall muss eine neue Dialysefistel angelegt werden.
Was sind die Komplikationen oder Risiken der Behandlung?
Der Eingriff verläuft im in der Regel komplikationslos. Durch die wiederholten Punktionen für die Dialyse kann es zu Gefässveränderungen im Bereich der Fistel kommen. Es können sich Gefässwandschwächen, Erweiterungen (Aneurysmen) oder Verengungen (Stenosen) bilden.
Durch die Verbindung der Arterie mit der Vene wird der Hand quasi Blut „gestohlen“. Manchmal kommt es infolge dieser Minderdurchblutung zum sogenannten Steal-Syndrom mit Schmerzen, Taubheitsgefühl und Zyanose an der betroffenen Hand. Der Kurzschluss der Arterie mit der Vene führt zudem zu einem vermehrten Rückstrom von Blut zum Herzen. Das Herz muss entsprechend mehr arbeiten. Bei einem bereits vorgeschädigten Herz kann das zur Entwicklung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) führen.
Wie geht es nach dem Eingriff weiter?
Nach der Operation kann der Shunt nicht sofort für die Dialyse benutzt werden. Die Vene muss sich zuerst an den höheren Blutfluss und den Druck gewöhnen, der aus der Verbindung mit der Arterie resultiert. Dieser Prozess dauert in der Regel 4 bis 6 Wochen. Hat sich der Dialyseshunt einmal gebildet, kann er oft jahrelang benutzt werden. Ganz wichtig ist die Eigenkontrolle des Shunts durch den Patienten. Ein funktionierender Shunt „schwirrt“, was durch Tasten gut zu spüren ist. Jegliche Veränderung im Bereich das Shunts oder des betroffenen Armes sollte sofort abgeklärt werden.