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Schachteln, Kisten, Tüten, Klötze – Bendicht Fivian ist bekannt für seine gemalten Arrangements aus banalen Gegenständen, die er seit Mitte der 1970er-Jahre mit lockerem Strich und ohne erkennbare Hierarchie auf die Leinwand bringt. Bewusst lädt er seine Motive nicht mit Bedeutung auf, sondern fokussiert sich ganz auf ihre triviale Erscheinung und die Spannungen zwischen ihren Volumina.
Nach einer Ausbildung zum Zeichenlehrer an der Kunstgewerbeschule Bern gehörte Fivian in den späten 1960er-Jahren mit Franz Gertsch, Rolf Iseli und Markus Raetz zu einem Kreis junger Berner Maler, die auf vielfältige Weise Kunst und Popkultur zusammendachten. Nach der Revolte von 1968 radikalisierte sich Fivian politisch, wandte sich von der Malerei ab und zerstörte schliesslich einen Grossteil seines Frühwerks. Mitte der 1970er-Jahre kehrte er dann zur Malerei zurück und entdeckte sie neu für sich als Medium zur Beschreibung der Kräfte, die die Welt zusammenhalten – sei es im Objektarrangement oder in unspektakulären Ansichten von Strassen und Kiesgruben.
Ein schönes Beispiel für diese sinnliche, ebenso grosszügige wie präzise Malerei ist das Ölbild Gegenstandsversammlung (1990) aus der Sammlung der Mobiliar. Auf taubenblauem Grund liegen hier wie zufällig verstreut ein gelber Zierkürbis und ein kleiner, gelber Teddy, eine Muschel und ein Modellflugzeug in Weiss, hellrote Backsteine, eine Holzkugel, Schlaginstrumente. An den Rändern blitzt signalrot der Untergrund hervor, den Fivian noch einmal schwarz übermalte, bevor er darauf die Motive in einer Weise anordnete, dass sie sich jeder metaphorischen Überhöhung ins Philosophische – und damit auch der Bezeichnung als Elemente eines Stilllebens – verweigerten. Stattdessen thematisiert Fivian hier das Zusammenspiel von plastischem Gegenstand, Raum und Zwischenraum, aber auch die Balance zwischen reiner Malerei und der Darstellung des Gewöhnlichen, das dadurch zur Preziose wird.
Sein Interesse für die Ordnung des Beiläufigen, die er mit grosser Konsequenz in Serien erkundet, verleiht seiner Malerei einen konzeptuellen Charakter. In der Schweiz gehört Fivian heute zu den wichtigen Vertretern der gegenständlichen Malerei.
Bendicht Fivian, 1940 in Bern (CH) geboren, lebte und arbeitete in Köniz (CH). 2019 ist er in Winterthur verstorben.
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Installation