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Die Vereinten Nationen haben Liberia und seinen Nachbarländern im Kampf gegen Ebola massive Unterstützung zugesagt. Das Ausmass der Epidemie erfordere ein «höheres Level an Koordinierung» als Reaktionen auf frühere Fälle, und die Uno-Mission in Liberia werde dabei eine «starke Rolle spielen», erklärte die Uno. Die Elfenbeinküste riegelte wegen der Epidemie die Grenzübergänge zu Liberia und Guinea ab.
Ebola müsse in Liberia bekämpft werden, um eine «stabile Wirtschaft, Zukunft und Gesellschaft» zu garantieren, erklärte die Uno-Sondergesandte Karin Landgren.
Ihr Uno-Kollege, der Ebola-Beauftragte David Nabarro, äusserte sich ähnlich. Die «aussergewöhnliche Epidemie» erfordere eine noch nie dagewesene Mobilisierung. Die Uno werde sicherstellen, dass die benötigten Ressourcen «dorthin fliessen, wo sie am meisten gebraucht werden».
Über 1400 Tote
Nabarro hält sich seit Donnerstag in Liberia auf, das derzeit am schlimmsten von Ebola betroffen ist. Danach wollte er sich in Sierra Leone, Guinea und Nigeria ein Bild von der Lage machen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Freitag davor gewarnt, dass es noch «mehrere Monate» dauern könnte, die Virusepidemie unter Kontrolle zu bekommen. Der WHO zufolge starben bis zum 20. August bereits 1427 Menschen an Ebola, davon allein 624 in Liberia.
Brite positiv auf Ebola getestet
Nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums wurde auch erstmals ein Brite positiv auf das Virus getestet. Der Mann lebt demnach in Sierra Leone. Zu Berichten, wonach der Infizierte in den kommenden Tagen zur Behandlung nach Grossbritannien geflogen werden soll, wollte sich das Ministerium nicht äussern.
Im kanadischen Montréal wurde ein Mann, der kürzlich aus Guinea zurückgekehrt war und unter einer fiebrigen Erkrankung litt, negativ auf Ebola getestet.
Auch in Bolivien wurde ein indischer Patient, der sich kürzlich in mehreren Städten in Westafrika aufgehalten hatte, unter Quarantäne gestellt, nachdem er Ebola-Symptome gezeigt hatte.
Grenze geschlossen
Aus Furcht vor dem tödlichen Virus schloss die Elfenbeinküste ihre Grenzen zu Liberia und Guinea. Die «aussergewöhnliche» Entscheidung diene dem Schutz der einheimischen Bevölkerung und der in der Elfenbeinküste lebenden Ausländer, erklärte Regierungschef Daniel Kaban Duncan am Samstag.
Die Massnahme trat demnach am Freitag in Kraft. Im Südosten Liberias nahe der Grenze zur Elfenbeinküste waren am Freitag die ersten Ebola-Fälle registriert worden.
In Sierra Leone soll das Verstecken von Ebola-Kranken unter Strafe gestellt werden. Das Parlament des Landes beschloss laut Medienberichten ein Gesetz, wonach das Verbergen eines Infizierten mit mindestens zwei Jahren Gefängnis bestraft wird.
Mehr Behandlungsplätze in Liberia
Die WHO teilte am Samstag mit, sie wolle in Liberia weitere Behandlungsplätze für Ebola-Patienten schaffen. In der Hauptstadt Monrovia sollen demnach weitere Gesundheitszentren errichtet werden, um in den kommenden sechs Wochen die Zahl der Betten um 500 zu erhöhen.
Die bisherige Bettenzahl sei angesichts der zu erwartenden weiteren Zunahme an Ebola-Patienten unzureichend, erklärte die WHO.
Das westafrikanische Benin teilte derweil mit, eine für Anfang September geplante Konferenz afrikanischer Gesundheitsminister werde aus «Solidarität» mit den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern verschoben. Zu dem Treffen vom 1. bis 5. September waren Delegationen aus mehr als 40 Ländern erwartet worden.
(sda/dbe)