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Biologie – Hochfrequente Felder
Die massgebende und in der Normierung berücksichtigte Wirkung ist die Erwärmung des Gewebes durch die abgegebene Strahlung. Die von Mobiltelefonen verwendeten Frequenzen werden vom Kopf unterschiedlich absorbiert. 900 MHz-Wellen dringen tiefer in den Kopf ein als 1800 MHz-Wellen. Die Strahlungsenergie wird also (bei gleicher Abstrahlungscharakteristik der Antennen) im Fall einer 900 MHz-Verbindung über ein grösseres Volumen verteilt als bei einer 1800 MHz-Verbindung. Weil die Sendeleistung aber auf dem 900 MHz-Band höher ist (2 W versus 1 W), resultiert unter dem Strich für beide Verbindungsarten bezüglich der für die Gesundheit kritischen maximalen lokalen Erwärmung eine vergleichbare Belastung. Auf diese maximale lokale Erwärmung haben die Standardisierungsbehörden geachtet. Die Figur zeigt die Strahlungsabsorption (links) und die Verteilung der Strahlungsleistung eines Mobiltelefons (rechts). Gelb zeigt, wo die höchsten Werte sind.
Die Internationale Kommission zum Schutz vor Nicht-Ionisierender Strahlung ICNIRP empfiehlt eine Obergrenze von 2 Watt pro Kilogramm Gewebe. Das Mass „Watt pro Kilogramm“ wird als SAR (spezifische Absorptionsrate) bezeichnet. Wie die SAR genau definiert ist und was sie aussagt, wird im Abschnitt Technik unter SAR-Wert dargestellt. Manche Hersteller kommunizieren den SAR-Wert ihrer Geräte. Je tiefer der SAR-Wert, desto tiefer die maximale Belastung (in der Regel ein sehr kleines Volumen nahe beim Ohr gelegen). Die besten Geräte besitzen SAR-Werte von unter 0.5 W/kg die schlechtesten kommen nahe an die 2 W/kg heran. Der SAR-Wert sagt nichts aus über die insgesamt absorbierte Leistung. Je nach Design von Handy und Antenne, wird ein grösserer oder kleinerer Teil der abgegebenen Antennenleistung vom Kopf absorbiert. Bei schlechten Geräten ist es über die Hälfte. Diese vom Körper „verheizte“ Leistung kann nicht zur Kommunikation genutzt werden. Sodann sendet ein Gerät im Alltag meist nicht mit voller Leistung, sondern darunter. Die Gesamterwärmung des Kopfes liegt auch bei maximalen Sendeleistungen unter 0.1 °C. Bei 900 MHz-Verbindungen ist die Erwärmung grösser als bei höhere Frequenzen, weil die Geräte dann stärker senden. Die erwähnten Temperaturerhöhungen sind gesundheitlich unproblematisch, weil die zugeführte Wärme über den Blutfluss schnell abtransportiert wird. Empfindet man ein Wärmegefühl beim Telefonieren, so kommt das in erster Linie durch die Wärmeabstrahlung des Displays und des Akkus, sowie die Isolationswirkung des Gerätes zustande. Die Hochfrequenzstrahlung trägt nur einen (kleinen) Teil dazu bei.