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Am Schubert Radweg
Atzenbrugg liegt ca. 40km westlich von Wien am Rande des Tullnerfelds an der Perschling. Der Kuenringer "Azzo", hat im Mittelalter zur Zeit der Karolinger die erste Brücke über die Perschling geschlagen. Im 13. Jahrhundert findet man ein adeliges Geschlecht der "Atzenbrugger". Im 14. Jh. gehen Schloss und Grundbesitz in den Besitz des Stiftes Klosterneuburg über.
Von 1820 an bis zum Todesjahr 1828 weilte Franz Schubert jeden Sommer längere Zeit im Perschlingschloss zu Atzenbrugg. Sein Freund, der Dichter und Musikliebhaber Franz von Schober nahm ihn zu seinem Onkel Josef Dorfel (Dorfrichter der stiftlichen Herrschaft) nach Atzenbrugg mit. Im Kreis der Schubertianer waren die Maler Leopold Kupelwieser und Moritz Schwind, Anselm und Josef Hüttenbrenner, der Lustspieldichter und Bauerndichter Bauernfeld, der Opernbariton Vogl, der junge Ernst von Feuchtersleben, der dichtende Maler Johann Mayerhofer und der musikbegeisterte Josef von Spaun.
Der Schubert Radweg, als Variante zum Donauradweg führt über die Orte Heiligeneich und Schloss Aumühle, zu denen die Schubertianer Ausflüge unternahmen.
Schubert ist während der Aufenthalte in den Sommermonaten sicher zu vielen Melodien inspiriert worden. Unter den schattigen Linden oder im zum Schloss gehörenden Garten-Häuschen (heute Schubert-Häuschen) komponierte er für seine Freunde, und im Schloss fanden die "Schubertiaden" statt.
Hier entstanden Schuberts "Atzenbrugger deutsche Tänze". Im renovierten Festsaal des Schlosses finden jetzt wieder "Schubertiaden" statt und im Museum im Schloss sieht man in 9 Räumen ca. 540 Exponate, die an das Leben und Werk Franz Schuberts und seiner Freunde erinnern: Bilder, Urkunden, Stammbäume, Büsten, Totenmaske, Erstdrucke von Kompositionen Schuberts, Faksimile vom Tagebuch Schuberts, Gästelisten, Original-Zeugnisse, Münzen, Medaillen, Zeitungsberichte 1889, Briefe, Dokumente, Familienfotos aus dem Freundeskreis, Sonderbriefmarken, Biedermeiergitarre, Haarlocke Schuberts, Biedermeierkleid.....
Da stehen unsere Damen vor dem Schloss Atzenbrugg, aufgestellt für ein Foto und nicht für ein Gesellschaftsspiel.
So malte der Schubertianer Moritz von Schwind nach 1860 "Gesellschaftsspiel, Erinnerung an Atzenbrugg". Da muss es ja recht heiter zugegangen sein. Das Bild ist jetzt im der Galerie im Belvedere in Wien.
Ein anderer Schubertianer, Leopold Kuppelwieser, sah 1821 das "Gesellschaftsspiel in Atzenbrugg" mit einem etwas ernstern Schubert am Klavier. Dieses Bild ist im Museum der Stadt Wien am Karlsplatz.
Siehe auch:
Atzenbrugger Tänze
arrangiert für Streichquartett
(elektronische Musik)
Donauradweg