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Bloggen in der Lehre
Bildquelle: Cover von Simon Reynolds (2011): «Retromania. Pop Culture’s Addiction To its Own Past». New York: Faber & Faber.
Im Seminar Retromania. Gegenwarts-Popmusik und ihre medialen Bedingungen am Institut für Populäre Kulturen (IPK) liess Christian Schorno – Dozierender und E-Learning-Koordinator – alle studentischen Arbeiten in einem öffentlichen Blog schreiben. Im folgenden wird am Beispiel dieser Lehrveranstaltung beschreiben wie Blogs in der Lehre eingesetzt werden können.
Blogs werden in der Lehre an der UZH verschiedentlich eingesetzt, um Studierenden die Möglichkeit zu geben, Beiträge mit Text und Bild in der passwortgeschützten Lernplattform OLAT zu verfassen oder log-/tagebuchartige Artikel im Internet zu publizieren. Im Seminar «Retromania. Gegenwarts-Popmusik und ihre medialen Bedingungen» am Institut für Populäre Kulturen (IPK) führte Christian Schorno das mediendidaktische Szenario «Schreiben in Blogs» einen Schritt weiter, indem er alle studentischen Arbeiten für einen öffentlichen Blog schreiben liess. Die Motivation dafür war eine doppelte: Erstens werden populärmusikalische Inhalte heute statt in Magazinen und Heften meistens in Blogs publiziert und zweitens erhielten die studentischen Arbeiten durch dieses Szenario Relevanz, Feedback (nicht nur in Form einer Note) und Praxisbezug zum Onlinejournalismus. Eine wichtige Voraussetzung war, dass die Studierenden für das Vorhaben vorbereitet wurden: Schriftliche Arbeiten müssen in eine für die Publikation angemessene Form und Qualität gebracht werden, Texte so lange überarbeitet, bis sie Publikations-Standards genügen. Auf dem «Retromania»-Blog sind in sechs Rubriken insgesamt 259 meist 1000 Zeichen lange Texte entstanden, von denen 204 veröffentlicht wurden. Dazu kommen vier kommentierte Playlisten, an denen alle Studierenden gearbeitet haben und die nicht als Posts sondern als Seiten publiziert wurden. Die Evaluation der Veranstaltung zeigte, dass sich die Verunsicherung bei mindestens einer Person nicht ausräumen liess, die fragte, wann sie ihre Texte wieder löschen dürfe, weil sie diese für «Karriere-hemmend» einschätzte. Der grösste Teil der Studierenden äusserte sich aber positiv über die Seminarform, in der sie gelernt hätten, sachlich über Musik zu schreiben – auch über Neuerscheinungen oder über Musik, für die sie keine persönliche Affinität haben.