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Kanton Genf mit Neutralitäts-Problem
Unmittelbar neben der UNO will die Stadt Genf ein Mahnmal bauen, das an den Völkermord an den Armeniern erinnern soll. Der Kanton hat wegen des Standorts jedoch Neutralitäts-Bedenken.
Das von der Stadt Genf im Park des Museums Ariana geplante Mahnmal, das an den Völkermord an den Armeniern erinnern soll, hat die kantonalen Behörden nicht überzeugt. Der Kanton ist der Ansicht, dass der Standort in unmittelbarer Nähe zur UNO die Neutralität nicht berücksichtige.
Die Genfer Kantonsregierung ersuchte die Stadt, einen anderen Ort für das umstrittene Mahnmal vorzuschlagen, wie Departementssprecher Nicolas Merckling am Donnerstag zu Berichten in den Zeitungen „Le Temps“ und „NZZ“ sagte. Die Realisierung des Projekts hängt von der Zustimmung des Kantons ab, der die Baubewilligung erteilen muss.
Das Genfer Stadtparlament hatte dem Projekt 2008 zugestimmt. Es provozierte auf türkischer Seite von Anfang an Wut und Unverständnis. Daraufhin appellierte sogar der Bund an die Stadt Genf, den Interessen sämtlicher betroffenen Parteien Rechnung zu tragen.
Der Massenmord an den Armeniern 1915 war 2003 vom Nationalrat als Völkermord anerkannt worden, was zu Spannungen zwischen der offiziellen Schweiz und der Türkei geführt hatte. Die Türkei weigert sich bis heute, die tragischen Ereignisse während des Ersten Weltkriegs als Völkermord zu anerkennen. (sda)