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Biedermeier, Junges Deutschland und Vormärz
Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine turbulente Zeit. Politisch befand sich Europa in der Phase der Restauration, man versuchte die Monarchie wieder zu etablieren. Für die Schriftsteller in Deutschland gab es nun zwei Möglichkeiten: Rebellion oder Rückzug ins Private.
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Zeitgeschichtliche Einordnung
Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Die führenden Köpfe des von den Napoleonischen Kriegen in Mitleidenschaft gezogenen Kontinents versuchen die alte Ordnung der Monarchie wiederherzustellen. Allerdings sind mit den restaurativen Bestrebungen des Wiener Kongresses im Jahre 1815 nicht alle einverstanden. Insbesondere das Bürgertum sehnt sich nach mehr Rechten und Freiheiten, die aber vor allem dem Adel vorbehalten sind. Doch neben den Anhängern, die bürgerliche und liberale Forderungen stellen, gibt es auch jene, die mit Politik gar nichts am Hut haben wollen und sich lieber ins Private zurückziehen. In dieser Zeit, die etwa 30 Jahre andauert und in der Märzrevolution von 1848/1849 mündet, haben sich zwei gänzlich verschiedene künstlerische Strömungen entwickelt: Der Vormärz und der Biedermeier.
Vormärz und Junges Deutschland
Die Schriftsteller der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts spalten sich also in zwei Lager: Auf der einen Seite stehen die Revolutionären, die gegen das System rebellieren, auf der anderen die Konservativen, die ihre Glückseligkeit zuhause und in der Natur suchen. Die Rebellierenden bezeichnet man heute als Schriftsteller des Vormärz - ihr Schaffen beschränkt sich auf die Zeit VOR der MÄRZrevolution. Junges Deutschland ist innerhalb dieser Strömung die Bezeichnung für Autoren, deren Publikationen im Jahre 1835 auf Beschluss des Deutschen Bundestages verboten wurden.
Zu diesen liberal gesinnten Dichtern zählt unter anderem Georg Büchner. Der leidenschaftliche Revolutionär, der bereits mit 23 Jahren verstarb, hinterließ ein kleines, aber beachtliches Werk. Dazu zählen die Komödie Leonce und Lena, das Dramenfragment Woyzeck, die Tragödie Dantons Tod sowie die Erzählung Lenz.
Daneben ist auch Heinrich Heine als bekannter Vertreter des Vormärz nicht wegzudenken. In seinem statirischen Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ beschreibt er die politischen und gesellschaftlichen Missstände in Deutschland auf eine humorvolle Art und Weise.
Biedermeier
Innerhalb der Literatur der Restauration ist das Gegenstück zum Jungen Deutschland und Vormärz die Literatur des Biedermeier. Die beleidigende Bezeichnung „Biedermeier“ tauchte übrigens erstmals 1855, also nach Ende der Epoche in der satirischen Zeitschrift „Fliegende Blätter“, auf. Darin wurde die fiktive Figur Gottlieb Biedermeier - ein braver und tüchtiger deutscher Kleinbürger - parodiert. Bestimmt ist dir aufgefallen, dass in dem Namen auch das Adjektiv bieder steckt: Es bedeutet heute so viel wie einfallslos, hausbacken oder konservativ.
Die Vertreter des Biedermeier waren enttäuscht über die politischen Verhältnisse und bevorzugten den Rückzug ins Private, in die Arbeit und in die Natur. Aber dass diese Schriftsteller unpolitisch waren, bedeutet nicht, dass sie weniger bedeutsam waren. Ganz im Gegenteil: Auch heute noch werden ihre Dramen, Romane, Novellen und Gedichte gelesen.
Da wäre zum Beispiel die Novelle „Die Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff aus dem Jahr 1842. Die deutsche Dichterin veröffentlichte daneben auch zahlreiche Gedichte mit den für den Biedermeier typischen Themen wie Natur, Liebe, Religion, Vergänglichkeit und häusliches Glück.
Große Berühmtheit erlangte außerdem Eduard Mörike mit seiner Erzählung „Mozart auf der Reise nach Prag“. Er prägte in diesem Zusammenhang die neue epische Gattung der Reisebilder. Auch Bildungsromane wie „Der Nachsommer“ von Adalbert Stifter lagen damals im Trend. In dramatischen Texten wurden gern historische Stoffe verarbeitet, so zum Beispiel auch in den Werken „König Ottokars Glück und Ende“ und „Ein Bruderzwist in Habsburg“ des Österreichers Franz Grillparzer.