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1940 in Brügg bei Biel
geboren, aufgewachsen in Brügg und Biel.
Im Gymnasium nachhaltig beeindruckt u.a. von den Lehrern Spinner, Leist, Ryffel
1957 Amerikajahr
1959-1962 Musikstudium in Bern, Basel, Paris
1962
Lehrdiplom am Konservatorium in Bern
1965 Solistendiplom Musikakademie
Die Lehrer: die Pianisten Sava Savoff, Klaus Linder, Paul Baumgartner, Yvonne Lefébure, Franz Josef Hirt und der Musikkritiker Erwin Hochuli
1962 Von da an Unterricht am
Konservatorium in Biel. Mit einer gemischten Klavierklasse, BerufsstudentInnen,
RhythmikstudentInnen und Kindern geht sie immer wieder mit Programmen auf
Tournee und ins Aufnahmestudio.
Konzerttätigkeit als Solistin und Ensemlespielerin im In- und Ausland
Auf die Frage, ob sie sich als Rebellin fühle, antwortet
sie erst nach einem Zögern. "Ich bin darauf aus, den Freiraum zu
entdecken. Rebellion ist viel zu umständlich. Ich möchte lieber
handeln als nur rebellieren.
Marianne Mühlemann im Berner Almanach
1968
Mit 30 musst du die Darbietungsform gefunden haben, die mit den HörerInnen ehrlicher umgeht.
Mit 30 begann die S u c h e nach der Darbietungsform, die ...
1970 Erster Versuch eines kommunikativen
Konzerts im kleinen Tonhallesaal in Zürich:
Kein Konzert Haydn, Debussy
Ein unorthodoxer Musik- und Hörer- Kommentar quittiert von höhnischer Pressereaktion: Wirklichh k e i n Konzert!
Selten sprechen HörerInnen in der Konzertpause über
das, was sie wirklich gehört haben. Oft aber über das, wovon sie
meinen, sie m ü s s t e n es gehört haben. Ein Zeichen der Überforderung
der ZuhörerInnen durch die Musiker?
1972 Erste Versuche mit kommentierter
Musik am Radio.
Sendungen:
Was nützt es Ihnen, wenn Sie wissen wie eine Sonate gebaut wird? (Haydn Sonate - über das Formhören)
Hören Sie den Wald? (Schumann Waldszenen - über das assoziative Hören)
Ein/e InterpretIn müsste eigentlich ein Kurier sein, der die Möglichkeiten der ZuhörerInnen ebenso einbezieht wie die Möglichkeiten einer Partitur.
1973 Erste musikalische Kindersendung
am Radio:
Aber jetzt muesch lose (Satie)
Zuhören ist schwierig, wenn man nur stillsitzen muss und überhaupt nicht "ranggen" darf, um nur ja nicht zu stören.
1975 Zürcher Radiopreis
"Beste Radiosendung des Jahres" für:
Für d Füess u d Füess i de Ohre (eine Kindersendung mit Schubert Tänzen)
1976 Beginn der Zusammenarbeit mit Ex Libris und Deutsche Grammofon Gesellschaft
Erste Uraufführung (Roland Mosers 5 Etüden für Klavier)
Neue Musik uraufzuführen ist zunächst nichts weiter als eine unentbehrliche Dienstleistung (erstaunlich wie wenig MusikerInnen aus dem Heer der InterpretInnen d a r a n interessiert sind). Aber neue Musik einer Hörerschaft wirklich näher zu bringen ist eine Herausforderung an die Ehrlichkeit der InterpretInnen. Die Liftfahrt, welche die InterpretInnen ins 82. Stockwerk gebracht hat, darf nicht vergessen werden.
1982 Begegnung mit der Musik
György Kurtàgs. Einstudieren des damaligen gesamten Klavierwerks
in Zusammenarbeit mit dem Komponisten.
Programm Zu kurze Stücke
(72 Stücke von Beethoven, Kurtàg, Schumann) - Rote Fabrik Zürich, Radio DRS
Beginn der Zusammenarbeit mit dem Pianisten Tomas Bächli
Ein Zimmer für Carl Philipp Emanuel Bach ein Soloabend für zwei Pianisten
(Live Aufführungen) und - zusammen mit dem Regisseur Stephan Heilmann - Produktion für die Hörspielabteilung von Radio DRS
Eine Vorliebe für Experimentelle Musik aus allen Epochen verbindet die beiden Musiker ebenso, wie ein lebhaftes Interesse für Traditionen, welche die zeitgenössische Musik prägen. Gemeinsam ist ihnen im weiteren die Suche nach neuen Konzertformen, die beim Publikum die Neugier auf unvertraute Musik wecken können. Dabei haben die beiden Pianisten mitunter gegensätzliche musikalische Auffassungen. Eine gemeinsame Interpretation muss diese Widersprüche unter einen Hut bringen. Dies ist oft ein langwieriger Prozess, der zu unerwarteten Resultaten führt.
1984 Von nun an erarbeiten die
beiden Musiker das wohl weltweit vielfältigste Vierteltonrepertoire für
zwei um einen Viertelton verschieden gestimmte Klaviere. Viele Komponisten
schreiben für das Duo Bächli / Schneider:
Roland Moser, Martin Wehrli, Pierre Mariétan, György Kurtàg, Dieter Jordi, Marek Kopelent, Victor Ekymowsky, Gerd Zacher u.a.
Abendfüllende Programme mit Vierteltonmusik
Zuerst kamen wir uns vor wie Invalide.
1986 Zunehmend verunsichert über die poetisierenden Kommentare ihrer Kinderproduktionen (nicht zuletzt dank einer Bemerkung von Kjell Keller), welche den jungen ZuhörerInnen wenig Initiative lassen, schlägt Gertrud Schneider mit der Produktion von: Hammer, Hits und Spiele (Deutsche Grammophon Gesellschaft, Radio DRS) einen neuen Weg der Musikvermittlung für Kinder ein.
Ich habe mich in einigen der Klavierstücke, mit denen
ich mich jetzt gerade beschäftige, nach S p i e l e n umgesehen. Es ist
erstaunlich: Es stecken noch viel mehr Spiele in diesen Stücken, als
ich erwartet habe.
Mit Musik spielen ist eigentlich nur wenig mehr, als Musik hören. Es ist aber just das Bisschen mehr, welches junge ZuhörerInnen an die Musik fesseln kann - d.h. welches ihnen erlaubt, konzentriert zuzuhören.
Die Spielidee wird auch im Klavierunterricht verfolgt:
Angenommen Musikstücke sind Spiele... Kurse, Vorträge, Gastlektionen über die Anwendung von György Kurtàgs "Spiele" im Klavierunterricht.
Duos über den Zaun mit Duopartnern aus andern Sparten:
Pierre Favre (Perkussion), Klaus Merz (Schriftsteller), Stephan Heilmann (Regisseur), Franz Hohler (Kabarettist), May Früh (Performance), Elsbeth Flückiger und Jürg Zbinden (Lehrer)
1996 Dem Begriff "Klavierabend"
eine andere Bedeutung abgewinnen -
z.B job-sharing der PianistInnen:
BRIDGE von James Tenney für 2 Klaviere mit Spezialstimmung für 4 Pianisten begegnet SPIELE V und VI von György Kurtàg für Klavier-Solo (normale Stimmung)
(Radio DRS, hathut CD zusammen mit Tomas Bächli, Erika Radermacher, Manfred Werder)
2000 Teilnahme an den Musikfestwochen
Luzern mit
Musig zum Aalänge Musik von Roland Moser - mit May Früh (Regie) und Elsbeth Flückiger (Lehrerin), Sadrach Lehmann und Zweitklässlern aus Biel.
Pinselohr Musik von Per Noergaard und Claude Debussy - mit Jürg Zbinden (Lehrer) und 6.-Klässlern aus Brügg
Die Zweitklässler von Elsbeth Flückiger sind mit Sicherheit während der Vorbereitung zu "Musig zum Aalänge" die weltbesten Zuhörer von Roland Mosers 5 Etüden für Klavier geworden, denn sie haben wochenlang mit dieser Musik gelebt wie mit einem Haustier.
2001 CD Duo Bächli / Schneider (mit Vierteltonmusik - Musikszene Schweiz)
Noch immer ist es eines der am besten gehüteten Geheimnisse des Kulturlebens, wie wenig vom Dargebotenen in einem Konzert wirklich gehört wird. Gestehen wir es uns alle ein - Hörende und Spielende - oder führen wir weiterhin gemeinsam die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern auf?