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Das Sprechen ist untrennbar mit dem Körper verbunden. Trotzdem wurde bisher nur wenig untersucht, welchen Einfluss regelmäßige und vorhersehbare Körperhaltungen (z.B. Lächeln bei Freude) auf sozial bedeutsame Muster des Sprachgebrauchs haben können. Dieses Projekt schließt diese Lücke, indem es die sprachlichen Konsequenzen von verkörperten Emotionen untersucht. Wir untersuchen, ob das Erleben bestimmter Emotionen (z. B. Glück) Menschen dazu veranlasst, bestimmte Gesichtsausdrücke anzunehmen (z. B. Lächeln), was wiederum zu systematischen und vorhersehbaren sprachlichen Ergebnissen führt (z. B. Veränderungen in der Aussprache bestimmter Vokale). Wenn eine solche Verbindung zwischen Körper, Emotionen und Sprache gefunden wird, würde dies neue Informationen liefern, die uns helfen, besser zu verstehen, wie sprachliche Variabilität entsteht, wie sie für Sprachbenutzer bedeutsam wird und wie sich diese Variabilität in einer Population ausbreitet.
Die Studie umfasst Experimente in zwei Sprachen: Dänisch und Schweizerdeutsch. Diese Sprachen wurden ausgewählt, weil sie sich zwar strukturell ähneln, die Variation in jeder Sprache aber unterschiedlich interpretiert wird (z. B. wird die Anhebung von Vokalen im Dänischen als prestigeträchtiger, im Schweizerdeutschen aber als weniger prestigeträchtig wahrgenommen). Die Untersuchung der Ergebnisse in den beiden Sprachen ermöglicht es uns daher zu prüfen, ob die beobachteten Muster sprachspezifisch sind. Für beide Sprachen führen wir ein Emotionsinduktionsexperiment durch, bei dem Spontansprache in verschiedenen emotionalen Zuständen (z.B. zufrieden, frustriert, glücklich, wütend) ausgelöst wird. Die Videoaufnahmen werden mit einer speziellen Software analysiert, die automatisch Bewegungen an 468 Schlüsselpunkten im Gesicht identifiziert. Dies wird mit einer detaillierten akustischen Analyse der Audioaufnahmen kombiniert. Zusammen ermöglichen uns diese Analysen, die Beziehung zwischen der Verkörperung und der akustischen Variabilität zu ermitteln und die Rolle der Emotionen bei der Motivation von Sprachvariation und -veränderung zu bestimmen.