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Ausgeprägte, tief in der Schneedecke verborgene Schwachschichten bestimmten die für Schneesport abseits der gesicherten Pisten gebietsweise kritische Lawinensituation. Schneesportler lösten im freien Gelände zahlreiche, teils auch grosse, Lawinen aus. Bei 36 dieser Lawinen wurden Personen mitgerissen. Sechs Personen verloren in Lawinen ihr Leben.
Nach dem Sturm, welcher gebietsweise einen Meter Neuschnee gebracht hatte (siehe Wochenbericht der Vorwoche), lag in den meisten Regionen eine mächtige Neu- und Triebschneeschicht auf einer schwachen Altschneedecke (Abb. 1a). Dies war die «perfekte» Kombination aus Schwachschicht und darüber liegendem «Schneebrett». Schon die Belastung durch das Gewicht einer Person genügte, einen Bruch in der Schwachschicht zu erzeugen. Da die Schwachschicht-Schneebrett-Konstellation oftmals über grosse Flächen gegeben war, konnten sich Brüche in der Schneedecke über grosse Distanzen ausbreiten. Die Folgen waren zum einen Fernauslösungen über Hunderte von Metern Distanz, zum anderen aber auch, dass Lawinen grossflächig abgingen (Abb. 1b,c und 2). Vereinzelt lösten sich Lawinen noch spontan (Abb. 3). Besonders in den Regionen und an Stellen, an welchen diese «Schneebrett»-Schicht weniger mächtig war, konnten grosse, vereinzelt sogar sehr grosse Lawinen durch Personen ausgelöst werden. Die meisten der Lawinen brachen am Übergang zwischen dem Neu- und Triebschnee der Sturmphase und der schwachen Altschneedecke. Lawinenauslösungen waren im südlichen Wallis etwas seltener, und die Lawinen etwas weniger gross (Abb. 4).
Zwischen Sonntagmittag und Montagabend dominierte nochmals stürmisches Wetter. Verbreitet schneite es, am meisten am Alpennordhang und in Nordbünden (Abb. 5). Mit dem starken, in Gipfellagen stürmischen, von Südwest auf Nord drehenden Wind entstanden umfangreiche Triebschneeansammlungen. In der Folge lösten sich erneut Lawinen spontan. Lawinenanrisse im Altschnee wurden besonders aus den inneralpinen Gebieten gemeldet (Abb. 6).
Die mit dem Sturm entstandenen, teils umfangreichen Triebschneeansammlungen stabilisierten sich zusehends. Im Vordergrund stand daher meist weiterhin das ausgeprägte Altschneeproblem, besonders im südlichen Wallis und in Graubünden. Wiederum wurden Fernauslösungen durch Personen gemeldet (Abb. 7 und 8).
Die Nullgradgrenze stieg innert zweier Tage um fast 3000 m an, von 700 m am Montag auf rund 3500 m am Mittwoch. Mit der Erwärmung und Sonneneinstrahlung lösten sich an besonnten Hängen einzelne feuchte Lawinen.
Besonders während und unmittelbar nach dem Sturm am Sonntag und Montag wurden einzelne, teils sehr grosse spontane Lawinen gemeldet. In den meisten Gebieten standen aber Lawinenauslösungen durch Personen im Vordergrund. In den acht Tagen zwischen Donnerstag, 3. Februar und Donnerstag, 10. Februar (Meldungen bis mittags) wurden 138 durch Personen ausgelöste Lawinen gemeldet, die meisten davon in Graubünden (Abb. 9). Es war damit, vom Blickwinkel der Personenauslösungen, die bisher lawinenaktivste Phase des Winters (Abb. 10).
Es ereigneten sich zahlreiche Lawinenunfälle:
Insgesamt wurden 55 Personen in 36 Lawinen erfasst, wobei tragischer Weise auch 6 Personen ihr Leben verloren.
Wie eine kürzlich publizierte Studie gezeigt hat (siehe hier), steigt das Risiko eines Lawinenunfalls (beim Touren) stark mit der Gefahrenstufe an (Faktor 4 von einer Stufe zur nächsthöheren). Allerdings hat auch das Lawinenproblem einen Einfluss auf das Risiko: bei gleicher Gefahrenstufe war das Risiko bei einem vorhergesagten Altschneeproblem rund 50% höher verglichen mit Tagen an denen ein anderes Lawinenproblem vorhergesagt wurde (bspw. Neuschnee oder Triebschnee). Gründe dafür liegen darin, dass Lawinen, welche im Altschnee anbrechen, tendenziell grösser sind, und dass diese Gefahrenstellen von aussen kaum sichtbar sind. In diesen Situationen ist ein möglichst defensives Verhalten empfehlenswert.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.