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Drama und dann in hispanischem Gewand, wieso nicht James Horner nach seinen beliebten Zorro-Musiken? Schon im ersten Track, „Entre La Luz y el Pecado“, wird klar in welche Richtung For Greater Gloryschreitet. Weit ausholende, lange Melodien (Horner ist einer der wenigen, der das bis heute durchzieht/durchziehen darf/will), üppig Streicher, Tubular Bells und eingangs ein kurzes, gesungenes Intro (auf Spanisch). Der Film handelt vom blutigen Aufstand, bekannter als La Cristiada, von 1926 bis 1929, als sich die Massen gegen den Anti-Katholizismus der mexikanischen Regierung auflehnten.
Die im ersten Stück zu hörende Stimme finden wir auch im 10 Minuten Stück „The Death of Padre Cristopher“, auch hier setzt Horner vor allem auf dramatische Melodien und nicht wie zunächst zu erwarten auf ein spannungsbetontes Setting. „We’re Cristeros Now“ ist der erste Track, der, in einem mexikanischen Kleid mit Gitarren und Trompeten, auf etwas Spannung setzt ehe ein kurzer folkloristischer Teil erklingt. Dem Liebesthema, zu hören als Titelmelodie in Track 1 (es ist ausserdem jenes, das am meisten auftaucht), gibt Horner in „Goro and Tula“ viel Zeit. Zuerst erklingt die Klarinette, ehe die Streicher übernehmen und in das Übergangsmotiv, das Horner freilich auch andernorts einsetzen wird, leiten. Oboe und Querflöten nehmen das Thema dann wieder auf.
Ein anderes, nobles Thema ist etwa ab Mitte des Stücks in „General Gorostieta“ (Goro = Gorostieta) zu vernehmen, zunächst düsterer, etwas militärisch angehaucht und mit lang gezogenen Blechbläsernoten bestückt, dann fast als Fanfare erklingend, sind schliesslich dramatisch spannende Passagen zu vernehmen, ehe leisere Momente für Panflöten, Hörner und Streicher dieses Stück zum Ende führen. Ein kraftvolles Stück ist „Josés Martyrdom“ mit der mexikanischen Frauenstimme, während „Death“ als Lamento Goro und Tulas Thema verwendet.
Handfeste Tracks folgen ab Mitte der CD: der erste Teil von „José Saves Catorce“ (inkl. einem schönen Hornsolo), aber ganz sicher die formidablen „Ambush“ und „A Bullet on the Floor“(auch hier mit den Avatar Chören). Für heutige Zeiten wirklich wohltuende Filmmusikaction, von der es so gerne mehr geben möge!
Schlussendlich das wundervolle Finale mit „Cristeros“ und der typisch lange James Horner Abspanntitel.
Aber klar, wir hören immer mal wieder Horner-typisches, seien es die bekannten Spannunsgpassagen und Hornerismen, die Orchestrationen, Chorgesänge à la Avatar, ja sogar platter 1:1 Klau aus des Komponisten eigener Sammlung wie in „Men Fire Bullets, but God Decides Where They Land“. Dennoch oder gerade trotzdem, was Amazing Spiderman vermissen liess, nämlich genügend Fleisch am Knochen, das bietet For Greater Glory. Dieser Score ist ausgewogen, zieht schön durch, beweist Horners Talent für schöne Melodien. Könnte ich, ich würde hier meinen Sombrero ziehen!