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- 1. Anfang
- 2. Video
- 3. Die Wirbelsäulenform
- 4. I Einfluss auf die Wirbelsäulenform - das Kreuzbein
- 5. II Einfluss auf die Wirbelsäulenform - das Sitzen
- 6. I Muskulatur - Funktion und Aufbau
- 7. II Muskulatur - Anpassung an Veränderungen der Muskellänge
- 8. III Muskulatur - Hüftbeugemuskel (M. iliopsoas)
- 9. Zusammenfassung
- 10. Video zum Zweiten
- 11. Analyse der Kernaussagen
II Muskulatur - Anpassung an Veränderungen der Muskellänge
Wie wir bereits gesehen haben, faltet sich ein Muskel nicht, sondern er wird strukturelle tatsächlich kürzer, indem die Aktin-Myosin Filamente ineinander gleiten.
Allerdings bedeutet das nicht, dass der Muskel auch verkürzt ist, d.h. dass er sich nicht mehr verlängern lässt. Damit sich ein Muskel strukturell verkürzt müsste dieser über längere Zeit in der verkürzten Haltung immobilisert sein. Das kann bsw. geschehen, wenn ein Gelenk oder ein Knochen wegen Frakturen längere Zeit eingegipst werden müssen.
Die folgenden Ausführungen stammen aus dem Buch von De Morree “Dynamik des menschlichen Bindegewebes”.
Er schreibt auf Seite 171 ff:
“Während der Immobilisation passen sich zwei Aspekte der Muskelfasern an: der physiologische Querschnitt und die Muskellänge.
Fehlen Bewegung und Dehnreize, wird den Muskeln Aktin und Myosin enzogen. Die Myofibrillen werden schmäler und der Muskelquerschnitt verringert sich”.
” Die zweite Anpassung bei Immobilisation ist die Anpassung der Muskellänge. Funktionell betrachtet nimmt der Muskel den ganzen Tag die gleiche Position ein. Wird z.B. der Bizeps in einer verkürzten Position eingegibst und der Ellbogen in einem Winkel von 90° immobilisiert, dann sind in den ersten Tagen die Sarkomere zu weit ineinandergeschoben. Der Muskel wird diese starkte Überlappung von Aktin und Myosin dieser Position anpassen … .”
“Bei Ratten verliert der M. soleus (ein Muskel des Unterschenkels) 20 – 40% der Sarkomere nach einigen Wochen Immobilisation“.
“Muskeln die in verlängerter Position eingegipst werden, haben demgegenüber in der ersten Zeit zu weit auseinandergezogene Sarkomere, und sie versuchen, innerhalb kurzer Zeit die Sakromerüberlappung durch die Produktion zusätzlicher Sarkomere and den Muskelfaserenden wieder zu optimieren. Die Dehnung ist der entscheidende Reiz für den Erhalt von Muskeleiweiss.”
Zur Feststellung des effektiven Längenzustandes verkürzter oder verlängerter Muskulatur bedarf es spezieller kinesiologischer Tests. Diese gehören üblicherweise zum Grundwissen jedes Physiotherapeuten.
Wir merken uns
- Wenn sich Muskeln in angenäherter Position befinden, bedingt die Längenverminderung (Verkürzung) eine Überlappung der Myofibrillen Aktin und Myosin. Der Muskel ist kürzer.
- Damit ist der Muskel aber nicht zwangsläufig verkürzt im Sinne einer strukturellen Verkürzung, die sich durch Verlängerung nicht mehr ausgleichen lässt. Es ist vorerst lediglich eine normale Anpassung an eine andere Länge des Muskels
- Eine strukturelle Längenanpassung eines Muskels stellt sich erst bei völliger Immobilisation nach Tagen oder Wochen ein.
- Dabei bauen sich Sarkomere ab = Verkürzung, oder es werden neue Sarkomere gebildet = Verlängerung