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Esquirlas
Natalia Garayalde
Argentinien | 2020 | 70 min
Première Internationale
Sprache : Spanisch
Untertiteln : Englisch, Französisch
1995 ist Natalia Garayalde 12 Jahre alt. Mit der Videokamera ihres Vaters filmt sie das Leben ihrer Familie, einem glücklichen Haushalt im argentinischen Río Tercero. Die Stadt ist vor allem für ihre Militärwaffenfabrik bekannt, in der ein Grossteil der EinwohnerInnen arbeiten. Im November 1995 explodiert die Fabrik, über der Stadt regnet es Granatsplitter und die angrenzenden Häuser liegen in Schutt und Asche. Mit ihrem kleinen Bruder und nicht ohne Aufregung, live bei einem nationalen Drama dabei zu sein, dokumentiert das junge Mädchen die Katastrophe, wohl wissend, dass an diesem Novembertag auch ein Familiendrama seinen Lauf nehmen wird. Zwanzig Jahre später findet sie die Kassetten wieder und komponiert einen Film, bereichert von Amateurvideos und Material aus den nationalen und Fernseharchiven. Sorgfältig sieht sie ihre eigenen Aufnahmen erneut an und entziffert, was damals weder sie noch die anderen bestätigen konnten: ein schäbiges Attentat des Staates, mit dem die Spuren des illegalen Waffenverkaufs an Kroatien und Ecuador zwischen 1991 und 1995 vertuscht werden sollten. Ein Verbrechen, das in der Luft und im Blut ihrer Angehörigen noch immer Spuren von Ammoniak und weissen Phosphorgranaten schweben lässt.
Aurélien Marsais
Forum 2021
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