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Das Käppelijoch auf der Mittleren Brücke
28 Januar 2022
Dem Käppelijoch auf der Mittleren Brücke in Basel ist schon immer eine besondere Bedeutung zugekommen. Das Relief über dem Gitter zeigt einen Bischof mit einem zweibogigen Objekt in der Hand. Er ist flankiert von vier Engeln mit Kreuz und Lanze. Sie symbolisieren den göttlichen Schutz.
Fürstbischof Heinrich von Thun, Bischof von 1216 bis 1238, gilt als treibende Kraft hinter dem Bau der Brücke im Jahr 1225.
Das Standbild wurde im Jahr 1920 von Alfred Peter (1877-1959) geschaffen und ersetzt eine ältere Darstellung von Ferdinand Preckle (1823-1863) von 1857.
Auf der Kleinbasler Seite des Rheines hatte man schon im Mittelalter Pfeiler (genannt „Joche“) aus Stein erstellt. Auf dem fünften und damit äussersten Steinpfeiler war das Käppelijoch errichtet worden. Mit dem Bärenfelser Joch wurde 1457 ein zusätzlicher Steinpfeiler in den Rhein gebaut, womit die Kapelle nicht länger auf dem äussersten Steinpfeiler stand.
Der Bau der Brücke war Bestandteil der regionalen Machtpolitik. Kleinbasel und Grossbasel waren zu dieser Zeit noch keine Einheit (Sie wurden erst im Jahr 1392 vereinigt). Kleinbasel gehörte (bis 1803) zum Bistum Konstanz und deshalb Erzbistum Mainz, Fürstbistum Basel zum Erzbistum Besançon.
Anfänglich bestand der Käppelijoch aus Holz. 1478 trat eine steinerne Kapelle an seine Stelle. 1905 wurde die Brücke ersetzt. Das originale Käppelijoch steht heute im Basler historischen Museum, eine Kopie erhebt sich auf dem mittleren Brückenpfeiler.
Das Gitter dient heute mit zahlreichen Liebesschlössern der Liebe. Im Mittelalter diente es jedoch als Ort, wo verurteilte durch Ertränken hingerichtet wurden.
Quelle: www.altbasel.ch; D. Heitz, Stadtjäger. Ein Spaziergang zu Basels versteckten Besonderheiten, Basel 2021).