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Das ehemalige Zisterzienserkloster liegt in der Nähe des Zuger Sees am Südfuss der Albiskette im Kanton Zürich.
Um 1185 kamen Zisterziensermönche aus Hauterive, um das Kloster Kappel aufzubauen. Die Stifter waren die Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg, ein Adelsgeschlecht des schweizerischen Mittellandes mit der Stammburg Eschenbach bei Inwil (LU). Ihnen gehörte auch die "Schnabelburg" in der Nähe des Dorfes Hausen am Albis. Das Kloster diente ihnen als Grablege.
Das Wort "Kappel" weist auf eine Kapelle hin, die wohl schon vor der Klostergründung bestanden hatte und von den Freiherren von Eschenbach-Schnabelburg dem jungen Konvent übergeben worden war.
Memorialbild der in Kappel bestatteten Angehörigen der Familie von Eschenbach, datiert 1434, ehemals in der Klosterkirche aufgehängt - heute im Zürcher Landesmuseum.
Wahrscheinlich war das Bild ursprünglich noch länger. Auf der linken Seite fehlt meines Erachtens die Gottesmutter Maria vor der alle Eschenbacher knien. Ganz links sieht man noch ein Stück Stoff und die Tafel unten ist eindeutig abgeschnitten - die waren sicher alle gleich lang. Zum Vergleich ein ähnliches Bild aus dem Zisterzienserkloster Lilienfeld. Hier kniet die Babenberger Stifterfamilie vor Maria. Alle Zisterzienserkirchen haben sie als Patronin.
In der Reformationszeit wurde das Kloster mehrmals verwüstet und geplündert und schlussendlich aufgehoben.
In den beiden Kappeler Kriegen ging es um die Vorherrschaft der Religion. Der erste konnte Dank Vermittlung unblutig beendet werden. Die reformierten Zürcher und die katholischen Innerschweizer assen gemeinsam die Kappeler Milchsuppe.
Im Okt. 1531 entschlossen sich die Katholiken wegen einer Lebensmittelblockade zu einem Angriff auf die Zürcher und so begann der 2. Kappeler Krieg. Die zu spät eintreffenden Zürcher wurden vernichtend geschlagen. Unter den etwa 500 gefallenen Zürchern befand sich auch Zwingli.
Um 1527 wurde das Kloster ein Armenhaus, zunächst unter der Schirmherrschaft von Zürich und ab 1836 unter der gemeinnützigen Gesellschaft Knonau.
Im Jahre 1983 richtete die Evangelisch-Reformierte Landeskirche in den historischen Gebäuden ein Seminarhotel und Bildungshaus ein.
Die gotische Kirche ist heute ziemlich kahl und leer. Sie wird oft als Konzertsaal verwendet.
Im Gewölbe der Stephanskapelle, im Chor der gotischen Kirche, fällt ein Wappen besonders auf, erinnert es doch an die Globi-Figur. Es sind aufgemalte Wappen mit Helmzier der Gessler von Brunegg.
Blick über den Kreuzganghof auf die Kirche und den Ostflügel der Konventgebäude. Im Erdgeschoss des Ostflügels angrenzend an die Kirche befinden sich die Hallwilkapelle (Grabkapelle der Hallwiler Kastvögte) und der Kapitelsaal (am rechten Bildrand), vor dessen Eingang die Gräber der Eschenbacher lagen.
Blick mit Zugersee
In der ersten Hälfte des 19. Jh. war der österreichische Maler Ferdinand Waldmüller hier. Er malte den Blick auf den Zugersee. Der Standpunkt ist etwa 800m östlich vom Kloster Kappel.
Foto: G. Eichinger April 2010