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Aufschwung Die 50er-Jahre gelten als Jahrzehnt des Aufschwungs und beginnenden Wohlstands. Die Krisenjahre sind überwunden, eine euphorische Aufbruchstimmung prägt das Leben und widerspiegelt sich in einer heiteren, leichten, feingliedrigen Architektur.
Die Wurzeln dieses neuen architektonischen Ausdrucks reichen bis in die 30er Jahre zurück, als die Schweiz ganz im Banne der Geistigen Landesverteidigung 1939 an der Landesausstellung in Zürich (Landi) eine einheitliche Gesinnung demonstrierte. Die Ausstellungsarchitektur gilt als Beginn einer neuen Architekturepoche, die bis in die 60er Jahre ausstrahlt (Nachkriegsarchitektur).
Charakteristisch ist die Verbindung von Tradition und Moderne. Sie zeigt die Abkehr von der avantgardistischen, kühlen Architektur des Neuen Bauens hin zu einer heiteren, gemässigten Moderne. Typisch ist die Vorliebe für einheimische Materialien und handwerkliche Details. Anstelle von glatten Betonmauern tritt das Spiel mit verschiedenen Materialien und Musterungen. Rasterfassaden, Flugdächer und elegant geschwungene Wendeltreppen sind die gängigsten Gestaltungsmerkmale. Freistehende oder zusammengefügte Teilbauten ersetzten die bis anhin üblichen Einzelbauten. Der Aussenraum wird mittels überdachter Vorbereiche eng mit den Baukörpern verwoben.
Um 1950 kamen aber auch innovative Impulse im Wohnungsbau aus der französischen Schweiz, wo sich die Architektur der Neuen Bauens einer viel grösseren Akzeptanz erfreute. Die sich am französischen Wiederaufbau orientierenden neuen Quartiere am Stadtrand von Genf und Lausanne orientierten sich mit Flachdach und Betonskelett sowie vorfabrizierten Elementen an den Bauten der 1930er Jahre. Die so genannten "grands ensembles" oder Satellitenstädte wurden insbesondere in der Romandie zum Hauptbetätigungsfeld der Architekten.
Download Text: "Für einen wirksamen Schutz von Bauten der 1950er und 1960er Jahre"