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Sydney - Erst drängte sie ihn aus dem Amt des Regierungschefs, nun machte sie ihn zu ihrem Aussenminister: Die neue australische Premierministerin Julia Gillard hat am Samstag ihren Vorgänger Kevin Rudd zum Aussenminister ernannt.
Rudd war erst Ende Juni von Gillard mit einer parteiinternen Revolte aus seinen Ämtern als Vorsitzender der Labor Party und Premierminister gedrängt worden. Er war in Australien nach nur drei Jahren im Amt zunehmend unpopulär geworden.
Nach australischen Medienberichten hatte Gillard ihm den Posten bereits im Vorfeld der Parlamentswahl versprochen, um sich Rudds Unterstützung zu sichern.
Der Ex-Diplomat Rudd spricht fliessend Chinesisch und hatte als Premier wegen seiner zahlreichen Auftritte auf der Weltbühne den Spitznamen Kevin 747 - in Anlehnung an den Boeing-Jumbojet. Kritiker verwiesen darauf, dass sich Rudd in seiner Zeit als Premier mit seiner harschen Art wenig Freunde im Aussenministerium gemacht hatte.
Bei den von Gillard ausgerufenen Neuwahlen am 21. August hatte sich in Australien erstmals seit 70 Jahren ein Patt ereignet: Die regierende Labor Party und die national-liberale Opposition kamen beide auf 73 der 150 Sitze.
Gillard konnte sich zu Wochenbeginn aber nach zähen Verhandlungen mit unabhängigen Abgeordneten eine hauchdünne Mehrheit von nur einer Stimme sichern. Es ist das erste Mal in Australien seit 70 Jahren, dass sich eine Regierung nicht auf eine Mehrheit eigener Abgeordneter stützen kann.
SDA-ATS