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Sydney - Die Parlamentswahlen in Australien haben zunächst keinen Wahlsieger hervorgebracht. Die Labor-Regierung und die konservative Opposition lagen so nah beieinander, dass es nach Angaben von Regierungschefin Julia Gillard Tage dauern dürfte, bis das Ergebnis vorliegt.
"Ich werde weiter einer starken und stabilen Regierung vorstehen, bis das Ergebnis klar ist", sagte sie.
Die Wahlkommission sah Gillard nach Auszählung von mehr als zwei Drittel der Stimmen zwar hauchdünn mit 50,5 Prozent vorn. Doch deuteten die Ergebnisse aus den Wahlkreisen erstmals seit 70 Jahren auf ein "hängendes Parlament" hin - ein Repräsentantenhaus ohne eindeutige Mehrheit.
Weder Gillard noch Oppositionsführer Tony Abbott mit einer Koalition aus Liberalen und Nationalen schien die nötigen 76 der 150 Parlamentssitze zusammenzubekommen. Für die Labor-Partei sah es nach 73 Sitzen aus, für die Opposition nach 72. Fünf Unabhängige könnten ins Parlament einziehen und zum Zünglein an der Waage werden.
Unabhängige wichtig für Regierungsbildung
"Jede Stimme ist wichtig und muss gezählt werden, und genau das wird in den nächsten Tagen passieren", sagte Gillard mehr als fünf Stunden nach Schliessung der Wahllokale in Melbourne. "Nach diesen Ergebnissen ist klar, dass es eine Reihe Unabhängiger im Repräsentantenhaus geben wird, die eine Rolle bei der Regierungsbildung spielen werden."
Der Unabhängige Rob Oakeshott berichtete bereits, dass er von beiden Seiten Anrufe bekommen habe. "Es läuft auf ein hängendes Parlament hinaus und das bedeutet, dass die Wähler die grossen Parteien, die wenig Programm geboten haben, zurückgewiesen haben", sagte der Unabhängige Tony Windsor im Radio.
"Die Unabhängigen werden sich treffen und entscheiden, welche Seite sie unterstützten." Drei der parteilosen Kandidaten werden eher zum konservativen Lager gezählt. In Melbourne gewann der Grünenkandidat Adam Bandt, dessen natürlicher Koalitionspartner die Labor-Partei wäre.
SDA-ATS