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Wenn man weiss, dass jemand einen geliebten Menschen verloren hat, möchte man ihm alle Unterstützung geben, die man zur Verfügung hat. Oft besteht diese Unterstützung jedoch ‚nur’ aus den Worten, mit denen man sein Beileid ausspricht. Hier fühlen sich viele Menschen aber überfordert, vor allem, wenn sie noch nie in dieser Situation waren. Sie möchten tröstende Worte sprechen und sich nicht mit den üblichen Floskeln zufriedengeben, wissen aber nicht genau, wie sie ihr Beileid formulieren sollen.
Ideen für ein tröstliches Beileid
Damit die Worte auch wirklich den Trost spenden, den man beabsichtigt, kann man sich ein paar Anregungen holen, die die Formulierung einfacher machen.
Trauersprüche:Keine Floskeln oder falscher Trost:
Wenn einem die eigenen Worte fehlen, kann man sein Beileid auch durch einen berührenden Trauerspruch, ein passendes Zitat oder Gedicht ausdrücken. Viele grosse Dichter und Literaten haben wunderbare Worte gefunden, die den Trost spenden, den man übermitteln möchte, oder die genau die Gefühle ausdrücken, die man selbst empfindet. Daher ist es eine gute Idee, diese Worte für sich sprechen zu lassen.
Es ist kontraproduktiv, wenn man sich beim Beileid auf Floskeln stützt oder gar einen falschen Trost formuliert, wie etwa «die Zeit heilt alle Wunden». Das mag stimmen, aber der Trauernde wird sich über solche Allgemeinplätze sicher nicht freuen können.
Eigene Sprache:
Das Beileid muss auch nicht in einer gestelzten Sprache ausgedrückt werden – wenn man von Herz zu Herz spricht, bedient man sich seiner normalen Sprache. Es ist daher völlig in Ordnung, wenn Jugendliche ihren Jargon benutzen, oder wenn man etwas stammelt und um Worte ringt – der Trauernde spürt so, dass das Beileid aufrichtig gemeint ist und der andere wirklich mitfühlt.
Eigene Gefühle ansprechen:Wertschätzung für den Verstorbenen:
Es ist für die Hinterbliebenen sehr tröstlich, wenn sie spüren, dass der Verstorbene auch von anderen Menschen geschätzt wurde und ihnen fehlen wird. Deshalb sollte man kurz die eigenen Gefühle anzusprechen, damit klar wird, dass man ebenfalls Trauer über den Verlust empfindet.
Besonders tröstlich ist es, wenn man in seinem Beileid ganz konkret anspricht, was man an dem/der Verstorbenen so geschätzt oder geliebt hat. Für die Hinterbliebenen bedeutet das, dass sie in ihrer Liebe und in ihrem Schmerz nicht allein sind, sondern dass auch andere ihre(-n) Angehörige(-n) geschätzt und geliebt haben und ihn/sie in liebevoller Erinnerung behalten werden.
Angemessene Berührungen:
Wenn man Trost übermitteln möchte, sollte man die Sprache des Körpers nicht vergessen. Je nach Beziehung, die man zu den Hinterbliebenen hat, kann man dies mit einer innigen Umarmung, einem warmen Händedruck oder einem liebevollen Schulterklopfen ausdrücken. Körperliche Nähe und Kontakt sind in schmerzlichen Zeiten Zeichen der Anteilnahme und eine grosse Stütze, die zu geben – mit Fingerspitzengefühl – man sich getrauen darf.
Hilfsangebote:
Wenn man sein Beileid ausspricht, kann man zusätzlich als Trost seine Unterstützung anbieten. Diese wird je nach Situation unterschiedlich ausfallen. Meist geht es aber um ganz praktische Dinge, welche der vom Verlust Betroffenen in der momentanen Situation nicht bewältigen kann. Dazu gehören das Ausführen des Hundes, das Giessen der Blumen im Haus oder – wenn es sich um einen Berufskollegen handelt – das Ausräumen des Schreibtisches im Büro. Jedes sinnvolle Angebot ist willkommen und ein Trost, auch dann, wenn es am Ende nicht wahrgenommen wird.