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Damit meine ich Anregungen, Gedankenanstösse, Sichtweisen, die dir das Leben schöner, leichter und gesunder machen können.
Tipp Nr. 5 Heute möchte ich dir zeigen, wie eine Work konkret aussehen kann.
Anna macht sich Sorgen wegen der aktuellen "Corona-Krise". Sie macht sich Sorgen, weil ihr Sohn Pascal in den USA ist und vermutlich vorderhand nicht mehr ausreisen kann.
Anna lokalisiert den Gedanken "Pascal sollte hier sein". Mit diesem Gedanken wollen wir die Work machen. Natürlich sind noch andere Gedanken zu diesem Thema, die Anna Sorgen machen. Doch "Pascal sollte hier sein" hat am meisten "Ladung" für Anna. Er beunruhigt sie sehr.
So werden wir genau diesen Gedanken untersuchen.
Wichtig: Wir gehen immer wieder zu diesem Gedanken zurück. Bei jeder der vier Fragen geht es wieder um diesen Gedanken.
Das geht so:
Der lokalisierte Gedanke: "Pascal sollte hier sein."
Esthi: "Pascal sollte hier sein - 1. Ist das wahr? "Anna: "Ja"
E: "Pascal sollte hier sein - 2.Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?" (Ja oder nein) A: "Hhhmm, nein..."
E: "Pascal sollte hier sein" - 3. Was passiert, wie reagierst du, wenn du diesen Gedanken glaubst?" A: "Meine Kehle schnürt sich zusammen, ich habe Angst um Pascal. Ich fühle mich hilflos. Und auch wütend, weil er gegangen ist. Und wütend, weil ich nichts machen kann. Was, wenn ihm dort etwas passiert? Ich kann nicht für ihn sorgen.
Ich stelle die Unterfrage "Wenn du diesen Gedanken glaubst, zu was bist du nicht mehr fähig?" A: "Ich kann nicht mehr klar denken. Ich bin gefangen und kann nicht mal mehr richtig handeln oder etwas Schönes machen.
E: "Pascal sollte hier sein" - 4. Wer wärst du ohne diesen Gedanken? A: "Oh, dann wäre ich wieder bei mir. Ich könnte den Tag geniessen und hätte Platz im Kopf für meine eigenen Gedanken und Projekte. Ich würde sehen, dass es nur eine beschränkte Zeit ist mich sicher fühlen.
Ich löse die Unterfrage wieder auf: "Zu was wärst du wieder fähig?" A strahlt und sagt: "Ich könnte den Moment wieder geniessen. Wäre frei und gelöst."
Nun kehre den Satz um.
zu dir: "Ich sollte hier sein....oh ja! Wenn ich nicht bei mir bin, ist das sehr beunruigend und ich kann kaum atmen. Bin ich aber bei mir, dann fühle ich mich sicher und entspannt."
zu ihm: "Ich sollte bei Pascal sein. Ich kann ihm ja ab und zu einen liebevollen Gedanken schicken. Und dann gedanklich wieder zu mir zurückkehren.
ins Gegenteil: "Pascal sollte nicht hier sein. Es ist wie es ist. Er ist da, wo er gerade ist. Ihm gibt das neue Möglichkeiten. Und ich kann flexibler werden und etwas wachsen."
So oder ähnlich verlaufen die Untersuchungen. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, was der Unterschied - mit Gedanken/ohne Gedanken - macht. Nicht die Welt ändert sich, sondern dein Denken. Und damit ändert sich die Welt.
Das Zitat von Inbal Kashtan
von Familientipp Nr. 4 kann noch von einer anderen Seite betrachtet werden:
Gehörst du zu den Menschen, welchen es schwer fällt, NEIN zu sagen?
Hinter jedem Nein, welches nicht ausgesprochen wird, findet sich auch ein JA - ein JA zu etwas anderem.
Du findest es, indem du dich fragst, welches dein Bedürfnis wäre anstelle der Anfrage, die du mit Nein beantworten möchtest.
Ein
Beispiel: Anna fragt dich, ob du ihre Kinder für ein Wochenende
betreuen würdest. Sie würde gerne wieder einmal etwas mit ihrem Mann
alleine machen. Du magst Anna und ihre Familie gut, und trotzdem
belastet dich der Gedanke, ihre Kinder am Wochenende zu dir zu nehmen. Das
Gefühl in dir ist relativ diffus und du denkst, es gewichte zu wenig,
um nein zu sagen. Fast schon hättest du Anna entgegen deinem Gefühl
zugesagt. Wie du dich kennst, wärst du dann aber ärgerlich geworden. Am
meisten über dich selbst, weil du nicht ehrlich warst.
So bittest
du um etwas Zeit, um dir die Sache gut zu überlegen und einmal darüber
zu schlafen. Und wie länger du Zeit hast, desto klarer wird es dir, dass
du NEIN sagen möchtest. Du möchtest nämlich selber gerne flexibel
bleiben an diesem Wochenende, du möchtest nicht noch zusätzliche
Aufgaben und Verantwortung übernehmen. Aus dieser Klarheit heraus rufst du Anna am folgenden Morgen an, und sprichst von DEINEM JA.
Du sagst z.B. "Anna, ich habe darüber nachgedacht und ich möchte an den
Wochenenden gerne meine Zeit für mich und meine Familie geniessen. Ich
möchte mich erholen und darum die Tage so verbringen, wie sie mir
vertraut sind. Danke für dein Verständnis."
Nach meiner Erfahrung können es Menschen gut annehmen, wenn wir von uns (und unserem JA) reden.
Mit
einem Nein kann es sich schnell wie eine Zurückweisung anhören. In
diesem Falle könnte das sein: "Ich möchte deine Kinder am Wochenende
nicht zu mir nehmen". Das kann Spielraum für Gedanken bei Anna geben,
welche für sie verletzend sein können. Mit dem JA FÜR DICH und JA ZU DIR
passiert das viel weniger.
Gefühle nach Hause nehmen Die Erkenntnis zu dieser Übung hatte ich vor ein paar Jahren, als ich unter Gefühlen litt, die ich nicht mehr auszuhalten meinte. Ich hatte schon so Angst vor diesen Gefühlen - regelrechte Attacken - dass ich gewisse Situationen mied und das Leben zeitweise kaum mehr geniessen konnte.
Ich suchte verschiedene Therapeutinnen auf, die ganz verschiedene Therapien anwendeten. Meine Verzweiflung wurde immer grösser. Nichts half mir in meinem tiefsten Schmerz und den Ängsten. Und ich war auch sehr enttäuscht, dass ich mir trotz meiner Ausbildungen nicht selbst helfen konnte.
An besagtem Tag spazierte ich meine gewohnte Runde und war voller Verzweiflung. Die Tränen liefen mir über die Wangen und ich hatte das Gefühl, am Ende meiner Kraft zu sein. Ich fühlte eine riesige Hoffnungslosigkeit. Innerlich zählte ich auf, was ich nun schon alles gemacht und ausprobiert hatte, um diese schmerzhaften Gefühle endlich los zu werden, und sie waren stärker als zuvor.
Und in diesem Aufzählen wurde mir mit einem Schlag bewusst, dass ich etwas Unmögliches versuchte hatte: Ich wollte mit meinen Gefühlen ja einen Teil von mir loswerden. Als wollte ich meinen Daumen oder das rechte Knie weghaben! Aus dieser Erkenntnis heraus kehrte ich die ganze Geschichte um. Ich begann, mit meinen Gefühlen zu reden. Sagte "Du Schmerz, jetzt habe ich es gemerkt! Du gehörst zu mir, komm heim zu mir, und such dir den besten Platz aus!" Erstaunlicherweise begann alles in mir zu fliessen, keine Bedrohung mehr, keine Gefahr. Nur Freundschaft mir und meinen Gefühlen gegenüber. Ich musste wieder weinen - dieses Mal aber vor Glück! Das war es, was die Gefühle die ganze Zeit wollten!! Nicht "weggemacht" werden, sondern ohne Bewertung, mit Wohlwollen, angenommen und beachtet werden - eben heimgenommen werden. Was für eine Offenbarung!
Noch heute sorge ich mich auf diese Art um meine Gefühle. Ich nehme sie wahr und schenke ihnen liebevolle Aufmerksamkeit. Damit haben sie all ihren Schrecken verloren.
Ich bin inzwischen überzeugt, dass das Einzige, was wir Menschen wirklich fürchten, unsere Gefühle sind! Aus Angst vor ihnen vermeiden wir so viel und fahren dadurch mit angezogener Bremse durchs Leben. Seit ich meine Gefühle auf diese Art annehme, fühle ich mich furchtlos! Ich habe Angst vor etwas - und mache es trotzdem. Nicht mehr umgekehrt. Ich ahne, dass etwas wehtut, und ich mache es und gehe hindurch. Wenn ich mit meinen Gefühlen verbunden bin, anstatt sie nicht spüren zu wollen, dann kann mir wirklich nichts passieren.
Ich fühle mich seit da viel lebendiger und farbiger. Und eben furchtlos!
Gerne hier noch einmal der konkrete Ablauf:
1. Nimm deine Gefühle oder dein (vorderstes) Gefühl wahr. Wo spürst du es? Wie würdest du es nennen? Nimm es einfach ohne Bewertung wahr.
2. Kümmere dich um das Gefühl, vielleicht möchtest du mit ihm sprechen und ihm erlauben, da bei dir zu sein. Und sonst beachte es voller Wohlwollen, vielleicht kannst du die Hände auf die Stelle legen, wo du es wahrnimmst. Umsorge es und verurteile nichts. Sei einfach da.
3. Vielleicht fliesst es nun - das geschieht aber von selber.
Viel Freude und wunderschöne Erfahrungen wünsche ich dir damit!
Sicherlich gibt es mindestens eine Person in deinem Umfeld, mit der du nicht klar kommst. Mit der du nicht warm wirst. Die du sogar fürchtest oder meidest. Und doch hilft alles meiden nicht. Denn wenn du diese Person negativ in deinen Gedanken trägst, ist es für dich unangenehm, selbst wenn die Person weit weg ist.
Probier doch das "Farben schicken". Das ist eine Variante der Feldenkrais-Strategie. Ich durfte diese Intervention an einer meiner Ausbildungen bei Karin Streuli, CORE Ennetbaden, kennen und schätzen lernen.
Du findest die Anleitung als pdf unter "Formulare", Formular 2.
Diese Erkenntnis wurde mir während einem Spaziergang vor ein paar Jahren schlagartig bewusst. Überlege, wie oft wir etwas in eine Wunschrichtung schieben und stossen wollen, ohne dass es dort dann wirklich ankommt. Häufig ist das mit einem enormen Kraftaufwand verbunden. Ist ja klar: Versuche einen Baum umzustossen.... Das ist mit jedem System, welches wir ändern wollen (Schule, Familie, Gesellschaft usw.). Oder mit Menschen. Oder Umständen. Und solange wir einem Optimum nachhängen, verpassen wir die Realität.
Achte dich in der nächsten Zeit doch mal, wenn dich etwas stört, ärgert oder hilflos macht: Ist es zu ändern oder nicht? Ist die Vorstellung vom Optimum realistisch? Oder wäre es einfach schön und angenehm, wenn z. B. dein Mann ein begeisterter Tänzer wäre, es aber nicht ist?
Der Blick aufs Optimum zeigt dir, was du nicht hast. Lass das Optimum los und spüre die Kraft darin, wenn du wieder in der Realität ankommst und dort siehst, was du hast. Was du in der Realität bewirken kannst, sind manchmal kleine Schritte. Aber reale, die sich letztendlich viel mehr auswirken als kraftraubende Versuche in eine unrealistische Richtung.