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Opportunistisches Fotofallen-Monitoring
Bei einem opportunistischen Monitoring werden Fotofallen ohne einheitliche räumliche Verteilung bzw. zeitliche Begrenzung an erfolgsversprechenden Orten aufgestellt. Dies kann z.B. als Reaktion auf Zufallsbeobachtungen aus der Bevölkerung geschehen. Günstige Gelegenheiten für ein opportunistisches Fotofallen-Monitoring bieten sich bei gerissenen Beutetieren (Wild- oder Nutztiere), oder entlang von Wegen und Forststrassen, welche aufgrund weiterer Informationen wie Spuren, als besonders vielversprechend identifiziert wurden. Für Bären eignen sich auch bekannte Markierungsbäumen. Das opportunistische Monitoring kann für alle Fokusarten von KORA eingesetzt werden. Meist sind Wildhüter und Privatpersonen in der Betreuung der Fotofallen involviert und liefern die wertvollen Daten. Das opportunistische Monitoring kann unter anderem Nachweise von Reproduktion und Informationen zu allfälligen Erweiterungen der Verbreitung einer Art, und über die Mindestanzahl der Individuen in einem Gebiet liefern. Die Populationsgrösse einer Art kann nicht nur anhand des opportunistischen Fotofallen-Monitorings geschätzt werden, aber es erlaubt die Minimale Anzahl Tiere in einem Gebiet zu bestimmen. Dieses Monitoring kann ganzjährig durchgeführt werden. Der Herbst und der Winter sind aber am besten dazu geeignet. In diesen Jahreszeiten ist die Wahrscheinlichkeit gewisse Arten zu fotografieren erhöht, wie zum Beispiel die Erfassung von Luchsen, da sie mit beginnender Paarungszeit mehr unterwegs sind.
Bei den von KORA überwachten Arten ist es relativ einfach, mit Hilfe von Fotofallen handfeste Informationen zu sammeln (SCALP Kategorie 1), insbesondere über die Präsenz und die Fortpflanzung, sowie beim Luchs über die Verursacher von Übergriffen auf Nutztiere.
Beim Luchs und der Wildkatze liefet das opportunistische Monitoring wertvolle Daten, sowohl räumlich wie auch zeitlich, zur Ergänzung des deterministische Fotofallen-Monitorings, indem es Informationen ausserhalb des systematisch abgedeckten Gebiets und Zeitraums liefert. Es hilft bei der Identifizierung von Individuen und dabei die Anzahl reproduzierender Weibchen und deren Wurfgrössen zu erfassen. Es liefert auch Informationen zum Abwanderungsverhalten von Jungtieren, zur Raumbelegung und zu Verwandtschaftsbeziehungen.
Beim Bären können für die Bestimmung der Populationsgrösse (inkl. Jungtiere) neben den Daten über die Genetik auch Informationen aus Fotos/Videos von Individuen bzw. Bärinnen mit Jungtieren, die anhand von natürlichen oder künstlichen Merkmalen unterscheidbar sind, dienen. Beim Wolf liefert das opportunistische Monitoring zusätzlich noch Daten zur Anzahl Welpen, zur Mindestgrösse des Rudels und zur Abgrenzung benachbarter Territorien.