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Die Flandern-Rundfahrt, das letzte Monument des zusammengekürzten Radkalenders 2020, schrieb noch einmal einige besondere Geschichten.
- Etwa diejenige von Julian Alaphilippe: Der Weltmeister lancierte mit einem Angriff 38 Kilometer vor dem Ziel das Rennen erst so richtig. Nur wenig später büsste er aber für eine Unaufmerksamkeit. Er übersah ein vor ihm fahrendes Motorrad, kollidierte und stürzte. Dabei erlitt der Franzose Brüche des zweiten und vierten Mittelhandknochens an der rechten Hand. Er muss am Montag operiert werden.
- Oder jene des Zweikampfs Mathieu van der Poel vs. Wout van Aert: Der Niederländer und der Belgier, die sich im Vorfeld verbal beharkt hatten, machten den Sieg nach dem Malheur Alaphilippes unter sich aus. Nach 243 Kilometern und 17 «Hellingen» entschied eine Viertel-Radlänge zugunsten Van der Poels. Der frühere Radquer- und Mountainbike-Dominator feiert den grössten Erfolg seiner Strassenkarriere.
Van Aert, in diesem Jahr unter anderem zweifacher Silbermedaillengewinner an der WM und Sieger bei den Strade Bianche und Mailand-Sanremo, blieb für einmal das Nachsehen. Alexander Kristoff (NOR) komplettierte das Podest. Er gewann den Sprint des Feldes, das gleich nach den beiden Ausreissern im Ziel ankam.
Küng ohne Einfluss auf den Rennausgang
Und dann war da auch noch die enttäuschende Episode aus Schweizer Sicht:
Stefan Küng, der nach seinem 5. Platz bei Gent-Wevelgem zum erweiterten Favoritenkreis gezählt wurde, musste seine Ambitionen bereits 50 Kilometer vor dem Ziel begraben. Der Thurgauer verlor mit Magenproblemen den Anschluss ans Feld.
«Wenn du nicht essen kannst und schon vor dem Start 5 Mal auf die Toilette gehen musst, ist es unmöglich, mithalten zu können», twitterte Küng im Anschluss an das Rennen.
Nach der Absage von Paris-Roubaix ist die Saison der ganz grossen Klassiker beendet. Mit dem noch laufenden Giro d'Italia und der nächste Woche beginnenden Vuelta sind allerdings noch prestigeträchtige Rundfahrten auf dem Programm.