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Unter vektorübertragenen Krankheiten versteht man Infektionskrankheiten, bei denen die Erreger durch Vektoren wie z. B. Mücken oder Zecken übertragen werden. Hierzulande sind FSME, Lyme-Borreliose, Chikungunya-, Dengue-, West-Nil- und Zika-Fieber relevant.
Was sind vektorübertragene Krankheiten?
Unter vektorübertragenen Krankheiten versteht man Infektionskrankheiten, bei denen die Erreger durch Vektoren wie z. B. Stechmücken oder Zecken übertragen werden. Bei den Vektoren kann es sich um einheimische oder invasive Spezies handeln. Zu den einheimischen Vektoren zählt z. B. der Gemeine Holzbock, eine Zeckenart, welche Lyme Borreliose bzw. Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen kann. Zu den invasiven Vektoren, welche zurzeit im Fokus europäischer Überwachungsaktivitäten stehen, zählen vor allem exotische Mückenarten der Gattung Aedes (z. B. Aedes albopictus, Aedes japonicus, Aedes aegypti). Diese können zahlreiche Infektionskrankheiten übertragen, welche bislang vorwiegend in den sub-tropischen und tropischen Zonen kursierten. Was die Schweiz betrifft, sind insbesondere das Chikungunya-, Dengue-, Zika- und West-Nil-Fieber von Bedeutung. Die in der Schweiz verzeichneten Fälle gehen alle auf Reiserückkehrer zurück, die sich ausserhalb der Schweiz angesteckt haben.
Die asiatische Tigermücke
Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus siehe Register «Links») wurde – vorwiegend durch den globalisierten Handel mit Altreifen und Glücksbambus – aus Südostasien in die USA, nach Lateinamerika, Afrika, Europa und auf mehrere Inseln im pazifischen und indischen Ozean verschleppt. Seit 2003 ist diese Mückenart auch in der Schweiz, im Tessin, heimisch geworden. Diese Mückenart ist eine mögliche Überträgerin des Chikungunya-, Dengue- und Zika-Virus.
Die asiatische Buschmücke
Eine weitere invasive Stechmückenart – ursprünglich aus Ostasien – ist die asiatische Buschmücke (Aedes japonicus siehe Register «Links»). Sie wurde in den letzten Jahren durch den globalisierten Handel mit Altreifen in weite Teile Nordamerikas sowie Zentraleuropas verschleppt. Da sie in den kühleren Gebieten Japans und Chinas beheimatet ist, ist sie gut an das gemässigte Klima Europas angepasst. Die asiatische Buschmücke wurde in der Schweiz im 2007 erstmals im Kanton Aargau lokalisiert. Ihr Potential als Vektor für das West-Nil-Fieber ist nicht definitiv geklärt.
Massnahmen in der Schweiz
Nach aktuellem Wissensstand sind die in der Schweiz etablierten Tiger- bzw. Buschmücken-Populationen mit keinem der obgenannten Viren infiziert und übertragen daher auch die Krankheiten nicht.
In der Schweiz befasst sich das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mit den möglichen Auswirkungen invasiver Spezies auf Tier, Mensch und Umwelt. Entsprechend hat das BAFU in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Mücke des Kantons Tessin und dem Bundesamt für Gesundheit ein Konzept zur Bekämpfung der Tigermücke Aedes albopictus und der von ihr übertragenen Krankheiten in der Schweiz erarbeitet. Das im Juni 2011 publizierte Konzept soll Bund und Kantonen ermöglichen, gezielte und koordinierte Massnahmen zu erarbeiten, die bei Bedarf rasch umgesetzt werden können.
Weiter hat das BAFU im Sommer 2013 in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut sowie dem Labor für angewandte Mikrobiologie des Kantons Tessin eine Studie zur Frage, ob sich die asiatische Tigermücke schon nördlich der Schweizer Alpen etabliert hat, durchgeführt. Die Resultate sind im Bericht zum Vorprojekt Nationales Programm zur Überwachung der Tigermücke zusammengefasst (siehe Register «Dokumente»). Das BAFU zieht aus den Resultaten den Schluss, dass ein nationales Programm zur Überwachung der Tigermücke erarbeitet werden soll. Dieses soll gewährleisten, dass ein allfälliges Einwandern der Tigermücke aus bereits betroffenen Gebieten möglichst früh erkannt wird, damit die Kantone rechtzeitig Massnahmen zur Bekämpfung ergreifen können.
Fragen zur Tiger- bzw. zur Buschmücke? Bitte richten Sie Anfragen zur Tiger- oder Buschmücke bzw. zur Verbreitung und Bekämpfung von invasiven Steckmückenarten in der Schweiz ans BAFU.
Letzte Änderung 28.08.2018