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Als eigentliche Sioux gelten die Lakota-, die Nakota– und die Dakota-Stämme. Die Sioux gliedern sich in Sieben Ratsfeuern (Unterstämme):[1]
Mdewakanton (Medewacanton), Ssissitonuan (Sisseton), Uachpetonuan (Wahpeton), Uachpekute (Wahpekute), Ihanktonuan (Yankton), Ihanktonuanna (Yanktonais) und Titonuan (Teton). Die Teton gelten als der bedeutendste Lakota-Unterstamm und als der grösste Stamm aller Sioux. Sie gliedern sich wiederum in sieben Zweigstämme. Der bedeutendste Zweigstamm sind die Ogalalla. Die Yankton und die Yanktonais zusammen bilden den Stamm der Nakota und die übrigen Sioux werden als Santi oder Dakota bezeichnet. Sprachlich soll es keine grossen Unterschiede geben. Als Sioux wird auch eine Sprachfamilie bezeichnet, die über die eigentlichen Sioux hinaus reicht.
Für die Lakota, wie auch für die anderen Sioux-Stämme, sind Erde, Himmel, Gestirne, Elemente und Tiere mit dem Grossen Geist (Uakan Tanka bzw. Wakan Tanka; uakan bzw. wakan ist der Ausdruck für heilig) verbunden. Das gesamte Universum und damit die Welt sind Teile des Grossen Geistes und damit geheimnisvoll. Wie bei anderen Indianerstämmen Nordamerikas wird diese Religion dem Schamanismus zugerechnet. Den Schamanismus pflegen auch Völker in Nord-Sibirien. Vor der Invasion durch Rom dürften auch die Gallier und Kelten mit ihren Druiden den Schamanismus betrieben haben. Das Wesen des Schamanismus wird unterschiedlich interpretiert. So sieht Oliver La Farge den Schamanismus als eine Etappe zu einer Religion.[2] Für René Tecklenburg ist der Schamanismus eine Verknüpfung verschiedener Faktoren und Elemente.[3] Dazu gehören die Religion wie auch eine Proto-Wissenschaft (Medizin), der Ahnenkult und die Philosophie, ein universales Erbe spiritueller Erfahrung, eine biopsychologische Konstante und die Grundlage zu einem mythologischen Denken.
Die Lakota wie auch die anderen Sioux unterscheiden zwei verschiedene Arten von Schamanen, die «pejuta Uitschascha» und die «Uitschascha uakan».[4] Als pejuta Uitschascha bezeichnen die Lakota ihre Ärzte (Medizinmänner), die für die Heilung von Kranken und Verwundeten verantwortlich sind. Die Uitschascha uakan sind ihre Priester, die für die Religion verantwortlich sind.[5] Die Priester sind die Bewahrer der Riten der Religion sowie für die Deutung religiöser Ereignisse und Visionen zuständig. Sie sind die Hüter der Heiligen Pfeife (das heiligste Symbol der Lakota) und für die Ausführung der religiösen Riten verantwortlich, so der Gebete, des Betreibens der Schwitzhütte, des Sonnentanzes als höchste Selbstgeisselung der Lakota und der Initiation junger Mädchen.
Verschiedene berühmte Häuptlinge der Lakota, wie Tatanka Yotanka (Sitting Bull) und Tashunka Witko (Crazy Horse) – die Sieger über George Armstrong Custer und sein Regiment am Little Big Horn – waren Führer und Priester zugleich und praktizierten deshalb als Eingeweihte die Riten der Religion und die Deutung von Visionen.
Leider sind diese hochsinnigen Menschen und ihre Anführer durch die Invasion der unchristlichen Krämer aus Europa mit ihren Krankheitserregern und Kriegen überrollt und dadurch beinahe vernichtet worden.[6]
Hüter und Bewahrer der Heiligen Pfeife
[1]Schwarzer Hirsch, Die Heilige Pfeife, Die sieben geheimen Riten der Sioux-Indianer, aufgeschrieben von Joseph Epes Brown, mit einem Nachwort von Frithjof Schuon, Übersetzung aus dem Englischen durch Gottfried Hotz, Walter-Verlag, Olten und Freiburg im Breisgau, 1956, S. 205.
[2] La Farge, O., Die grosse Jagd, Geschichte der Nordamerikanischen Indianer, Übersetzt durch Gottfried Hotz, Walter-Verlag, Olten und Freiburg im Breisgau, 1961, S. 217.
[3] Tecklenburg, R., Die Verdichter, Eine religionsethnologische Studie zum Schamanismus der Lakota, Dissertation der Philosophischen Fakultät, Antrag von Michael Oppitz, buchform Druck, Zürich, 2006, S. 203.
[4] Schwarzer Hirsch, S. 217.
[5] Schwarzer Hirsch, S. 217/218.
[6] Frithjof Schuon in Heilige Pfeife, Schwarzer Hirsch, S. 204.