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Erreger und Übertragung
Das Chikungunya-Virus gehört zur Familie der Togaviridae und wird durch die weiblichen Mücken der Gattung Aedes verbreitet, hauptsächlich durch Aedes albopictus, aber auch durch Aedes aegypti.
Krankheitsbild
Die Erkrankung tritt meist 7 bis 9 Tage (selten 3 bis 12 Tage) nach dem Stich durch eine infizierte Mücke auf und äussert sich durch hohes Fieber, starke Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Kopfschmerzen, manchmal begleitet von einem Hautausschlag. In der Regel ist sie ungefährlich; in wenigen Fällen kann es jedoch zu langanhaltender Müdigkeit und einschränkenden Gelenkschmerzen über Wochen bis Monate kommen. Bei Neugeborenen, älteren Menschen und Personen mit chronischen Krankheiten ist zum Teil ein schwerer Verlauf zu beobachten.
Bisher gibt es kein wirksames Medikament, das heisst die Therapie erfolgt symptomatisch. Beschwerden lassen sich nur mit fiebersenkenden und schmerzstillenden Präparaten lindern, wobei solche, die auf Salizylaten basieren, aufgrund der blutverdünnenden Effekte kontraindiziert sind.
Verbreitung und Häufigkeit
Chikungunya-Fieber kommt in zahlreichen Ländern Afrikas, im Nahen Osten, in Südasien, in China, in Südost-Asien und in Ozeanien vor. In jüngster Zeit konnte sich das Virus auch in Mittelamerika, in der Karibik, in einigen Ländern Südamerikas sowie in einzelnen Bundesstaaten im Süden der USA festsetzen. In Europa ist es ebenfalls bereits zu Übertragungen gekommen. So haben sich in Italien 2007 und 2017 Ausbrüche mit mehreren hundert Fällen ereignet, und auch aus Frankreich wurden in den letzten Jahren vereinzelte Übertragungen gemeldet.
Alle hierzulande betroffenen Personen haben sich auf einer Reise angesteckt; eine Übertragung im Inland fand noch nie statt. Jedoch breiten sich nach Europa eingeschleppte Aedes-Mücken auch in der Schweiz aus. Die asiatische Tigermücke hat sich hierzulande bereits in mehreren Regionen etablieren können. Auch die asiatische Buschmücke, Aedes japonicus, hat sich regional etabliert und die koreanische Buschmücke, Aedes koreicus, wurde vereinzelt gefunden. Diese können, zumindest unter Laborbedingungen, ebenfalls Chikungunya übertragen. Somit besteht in der Schweiz grundsätzlich ein Risiko für eine Chikungunya-Übertragung, doch dieses ist sehr gering und nur unter bestimmten Bedingungen gegeben. Dazu müssten zum Beispiel die Mücken das Virus bei einem mit Chikungunya infizierten Reiserückkehrer aufnehmen.
Vorbeugung
Ein Erkrankungsrisiko besteht an Orten, an welchen das Chikungunya-Fieber vorkommt. Die einzige präventive Massnahme bei Reisen in betroffene Länder ist gegenwärtig der Schutz vor Mückenstichen. Es empfiehlt sich, langärmelige, mit Insektiziden behandelte weite Kleider zu tragen, tagsüber und abends ein Mückenschutzmittel aufzutragen und unter einem Moskitonetz zu schlafen.
Weitere Informationen zur weltweiten Verbreitung und Vorbeugung der Krankheit erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt / Ihrer Hausärztin oder einem Facharzt / einer Fachärztin für Reisemedizin (siehe Safetravel).