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Trotz der Schließung seiner Kernkraftwerke, um sich auf die Erzeugung erneuerbarer Energien zu konzentrieren, wurde im vergangenen Monat mehr als ein Fünftel des importierten Stroms aus Kernkraft erzeugt.
Deutschland importiert mehr Strom als je zuvor, nachdem es im August nach Angaben der Bundesnetzagentur eine Rekordmenge von 6.505 Gigawattstunden aus dem Ausland bezogen hat.
Die Bundesregierung hat einen Großteil des von den kürzlich abgeschalteten Kernkraftwerken erzeugten Stroms durch importierten Strom ersetzt, der ironischerweise fast zur Hälfte aus Kernkraft und fossilen Brennstoffen gewonnen wurde.
Dies führte zu einem beträchtlichen Defizit in der Stromhandelsbilanz: Das Land importierte im vergangenen Monat Strom im Wert von 557 Millionen Euro mehr, als es an seine EU-Nachbarn exportierte.
Stromimporte erfolgen in der Regel durch den Bau von Übertragungsleitungen oder Unterseekabeln, die Stromnetze über nationale Grenzen hinweg miteinander verbinden. Die Energie kann aus verschiedenen Quellen gewonnen werden, darunter Wasserkraft, Kernkraft, fossile Brennstoffe wie Gas und Kohle oder erneuerbare Energien.
Und obwohl die deutsche Bundesregierung versucht, erneuerbaren Energiequellen bei der Stromerzeugung den Vorrang zu geben, wie ihre politische Entscheidung zur Abschaltung der verbleibenden Kernkraftwerke des Landes zu Beginn dieses Jahres zeigt, wurden laut Bild-Zeitung im vergangenen Monat 21 Prozent des importierten Stroms durch Kernkraft und 28 Prozent durch die Verbrennung von Kohle und Gas erzeugt.
Bundeskanzler Olaf Scholz hatte noch im Juli versucht, die Sorgen über steigende Importe herunterzuspielen: „Es gibt jedes Jahr Phasen, in denen wir Strom aus dem Ausland kaufen.“ Allerdings sind die Stromimporte nach Deutschland seit der Abschaltung der Atomkraftwerke am 15. April deutlich gestiegen.
Wie Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Tennet, erklärte, bedeuten die steigenden Importe nicht unbedingt, dass Deutschland nicht in der Lage ist, genug Strom selbst zu erzeugen, aber sie „sagen etwas über den Preis der Produktion aus“, nämlich dass sie teurer geworden ist.
Seit dem Ausstieg aus der Kernenergie wird ein großer Teil des deutschen Stroms in Erdgas- und Kohlekraftwerken erzeugt, wenn die Produktion erneuerbarer Energien nicht rentabel ist.
„Diese sind oft teurer als erneuerbare Energien und Atomstrom im Ausland“, erklärte Meyerjürgens und deutete damit an, dass die Bundesregierung Importe von Atomstrom genehmigt, obwohl sie diesen einfach mit heimischen Atomkraftwerken günstiger hätte produzieren können.
Quelle: Remix