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Hydroxychloroquin ist ein häufig benützter Wirkstoff in Medikamenten, die vor allem gegen Rheuma aber auch Malaria eingesetzt werden. Chloroquin wird seit vielen Jahrzehnten besonders gegen Malaria und auch Rheuma verwendet. Beide Substanzen sind einander chemisch sehr ähnlich, weshalb sie für die Behandlung derselben Erkrankungen verwendet werden.
Zu Beginn der Corona Pandemie galten beide Wirksubstanzen als Hoffnungsträger, besonders Hydroxychloroquin, zur Therapie von COVID-19. Eine im Sommer 2020 vom Universitätsspital Basel und der Universität Basel publizierte Studie zeigte die Wirkungslosigkeit von Hydroxychloroquin bei Behandlungen von COVID-Patientinnen und Patienten. Die Konzentrationen beider Medikamente in der Lunge reichten nämlich nicht aus, um das Virus zu kontrollieren. Mehrere andere Forscherinnen und Forscher kamen zum selben Ergebnis und warnten in späteren Studien sogar vor schweren Nebenwirkungen.
Forscherinnen und Forscher des Unispitals Basel und der Stanford Universität unter Leitung von PD Dr. Lars G. Hemkens (Departement Klinische Forschung, USB) gelang es, weltweit Daten von 28 bereits publizierten und sogar unveröffentlichten, teilweise noch laufenden, Studien zu sammeln und auszuwerten. Über 10'300 Patientinnen und Patienten waren Teil dieser randomisierten klinischen Untersuchungen. Genutzt wurde die COVID-evidence Datenbank, die vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wurde. Es wurden alle Forscherinnen und Forscher von Hydroxychloroquin- oder Chloroquin-Studien zur Teilnahme an einer internationalen kollaborativen Metaanalyse eingeladen. Die aussergewöhnlich grosse Datenmenge, die so durch die enorm positive Reaktion der meisten kontaktierten Forscherinnen und Forscher zusammenkam, ermöglichte eine übergreifende und weltweit einmalig umfassende Analyse mit insgesamt nahezu 100 Koautoren. Diese ergab, dass der Behandlung von COVID-19 mit Hydroxychloroquin eine erhöhte Sterblichkeit zugeordnet wird und dass die Behandlung mit Chloroquin keine Vorteile mit sich bringt.
Die Studie wurde in Nature Communications veröffentlicht und ist seitdem auf sehr grossen Anklang gestossen.