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«Wir müssen die Kostenerhöhungen aus LSVA, gestiegenen Treibstoffpreisen und diversen Lohnrunden irgendwann überwälzen», sagt der Ende März abtretende Post-CEO Ulrich Gygi im Interview mit der «Handelszeitung». Bei den Paketen und internationalen Briefen wird er bald neue Preisvorschläge präsentieren. «Einige Gewichtsklassen sind eindeutig zu günstig», begründet er. Die schweren Pakete sollen tendenziell billiger werden, die am häufigsten versandten leichten hingegen teurer. «Bei Letzteren haben wir Nachholbedarf», führt er aus. Die letzte Anpassung der Pakettarife fand 2003 statt und bei den Brieftarifen im Inland 2004. Seither hat der Preisüberwacher alle Tariferhöhungen verhindert.
Auch bei den zwei grössten Privatkonkurrenten der Post, DHL und DPD, wird das Versenden von Paketen 2009 teurer. DHL Express (Schweiz) AG erhöht dieses Jahr die Preise um 3%. «Diese Preiskorrektur orientiert sich an der allgemeinen Inflationsrate und ist aufgrund der gestiegenen Betriebskosten erforderlich geworden», begründet DHL-Schweiz-Chef Martin Müller-Duysing. Sein Mitbewerber, DPD-Schweiz-Chef Georges Champoud, sagt auf Anfrage: «Wir arbeiten an einem Preiskonzept 2009, um die Mehrkosten weitergeben zu können.»
Brieftarife nicht erhöht
Bei den Briefen hingegen sieht Gygi derzeit keinen Spielraum für eine Preisrunde, obwohl die Post ab 1. Juli 2009 die Mehrwertsteuer auf allen Briefen über 50 g verrechnen muss: «Im Moment wäre es nicht opportun, die Mehrwertsteuer auf die Kunden zu überwälzen.» Die Post könne sich aber vorstellen, die Mehrwertsteuer selbst zu übernehmen, was für A- und B-Post rund 100 Mio Fr. pro Jahr kosten würde. Die Post will erneut einen Teil des Gewinns von 2008 der Pensionskasse zuweisen. Gygi schlägt eine Sanierung mittels Nullverzinsung vor, weil der Deckungsgrad der Pensionskasse unter 90% liegt.