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Die Ursprünge des Schweizer C. liegen in der Zeit, in der sich die Gattung herausbildete. 1827 schuf der Genfer Rodolphe Töpffer lithograf. Bildgeschichten von 50 oder mehr Seiten im Längsformat, die ein internat. Publikum begeisterten und franz. und dt. Nachahmungen anregten. In der Schweiz liessen sich zahlreiche Künstler wie Henri Hébert von Töpffers Werk beeinflussen. Um die Wende zum 20. Jh. wurden in schweiz. Zeitschriften C. publiziert, die vertikal verlaufend aus einer Folge von sechs bis neun Zeichnungen bestanden und im Allgemeinen nicht kommentiert waren. Die besten Werke stammten von Caran d'Ache, Auguste Viollier, Evert van Muyden und seinem Bruder Henri. In der Deutschschweiz kreierte Robert Lips 1932 für das Zürcher Warenhaus Globus eine tierähnl. Gestalt, den Globi. Lips wurde von den vertikal verlaufenden C. ohne Text beeinflusst, aber auch von Wilhelm Busch, der seine Zeichnungen mit Versen kommentierte. Die ersten 34 Titel der Globi-Serie wurden von Lips geschaffen. Im Jahr 2005 sind bereits 73 Globi-Bücher erschienen, die neben Lips hauptsächlich von Peter Heinzer und Heiri Schmid gezeichnet wurden.
Die Wiederbelebung des C. in der franz. Schweiz ist das Verdienst von Derib (Claude de Ribaupierre), der 1969 sein erstes Werk herausgab. Der in Belgien ausgebildete Zeichner wurde für seine Schaffenskraft - 53 Werke in weniger als 30 Jahren - und seine Sympathie für die Indianer Nordamerikas bekannt. Nach Szenarien von Job (André Jobin) machte er v.a. die fiktive Figur des kleinen Indianers Yakari beliebt. Deribs Schüler Cosey (Bernard Cosendai) wurde von internat. Kritikern als Schöpfer von C. anerkannt, die den höchsten Erwartungen eines erwachsenen Publikums genügen. Der Genfer Daniel Ceppi trat ebenfalls in die Fussstapfen der franko-belg. Schule. Gérald Poussin, Ab'aigre (Pascal Habegger) und Zep (Philippe Chapuis) werden jenseits der Schweizer Grenze geschätzt. Dasselbe lässt sich von den jungen Deutschweizern Thomas Ott, Enrico Marini, David Boller und M.S. Bastian sagen.
Schon in den 1980er Jahren wurden die C. in der Westschweiz zu einer Modeerscheinung. Ein Ausdruck davon ist das Comic-Festival von Siders (seit 1984). Doch auch in der Deutschschweiz hat sich der C. etabliert, wie das seit 1992 in Luzern stattfindende Festival Fumetto belegt. Mit Ausnahme des Globi-Verlags, der seit 1944 auf ein Zugpferd setzen kann, haben die Comic-Verlage in der Schweiz eine kurzlebige Existenz, wie das Beispiel des Kesselring-Verlags belegt. Den Editions Modernes (Anfang der 1980er Jahre gegründet) ist es gelungen, ein deutschsprachiges Publikum im In- und Ausland anzusprechen, während die Humanoïdes Associés (1974 in Frankreich gegründet, zwischen 1988 und 2004 in Schweizer Hand) sich erfolgreich an die französischsprachige Leserschaft wenden.
Literatur
– "Toute la Bande dessinée suisse-romande", Champagne! 7/8, 1993, 28-51
– La bande dessinée, 1995
Autorin/Autor: Léonard Morand / MS