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Die Eidgenössische Kommission für Familienfragen EKFF hat die Kosten ihres Elternzeitmodellvorschlags neu berechnen lassen. Die Berechnungen zeigen eine Investition von 15'000 Franken pro Kind, respektive 1,3 Milliarden Franken pro Jahr. Dies bei jährlich 88'500 neugeborenen Kindern und einem Erwerbsersatz von 80%, basierend auf der Annahme, dass die Inanspruchnahme ähnlich derjenigen sein wird, wie in Island und Norwegen. In diesen beiden Ländern nehmen Mütter 92% der für sie verfügbaren und Väter zwischen 74 und 86% der für sie reservierten Zeit in Anspruch.
Die EKFF engagiert sich seit vielen Jahren für die Einführung einer nationalen Elternzeit. Zusätzlich zu den bestehenden 14 Wochen Mutterschaftsurlaub sind im Modellvorschlag der EKFF 8 Wochen für den Vater reserviert und 16 Wochen könnten frei zwischen den Eltern aufgeteilt werden. Teilzeitarbeit oder ein fraktionierter Bezug der Elternzeit soll für beide möglich sein, um einen grösstmöglichen Nutzen für die Gesundheit aller Familienmitglieder, für die Gleichstellung der Geschlechter, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für die Bildungsrendite der Mütter zu erzielen.
Die neue Berechnung wurde in Auftrag gegeben, da sich die Kosten in den letzten zehn Jahren erhöht haben dürften. Bevölkerungswachstum, häufigere Erwerbsbeteiligung und höhere Erwerbspensen der Mütter sowie die generelle Lohnentwicklung sind die Gründe dafür. Das Büro BASS hat daher im Auftrag der EKFF die Kosten für ihr Modell mit dem Basisjahr 2019 neu berechnet.
Möglichst realistische Bezugsszenarien als Berechnungsgrundlage
Für möglichst realistische Szenarien der Inanspruchnahme (Bezugsdauer und Bezugsquote) von Elternzeit wurde auf Länder mit ähnlichen Modell-Mechanismen zurückgegriffen (Erwerbsersatzhöhe, reservierte Anteile für Väter, Bezugsflexibilität). Dazu gehören Norwegen und Island. Auf das Modell der EKFF übertragen entspricht die Inanspruchnahme bei Müttern 15 der 16 maximal verfügbaren Wochen und bei Vätern knapp 5 der für sie reservierten Wochen. Die Kosten belaufen sich bei dieser Inanspruchnahme auf rund 1,3 Milliarden CHF pro Jahr.
Zum Vergleich: Die Kosten für den heutigen Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub, mit Daten aus dem Jahr 2019 berechnet, liegen bei rund 1 Milliarden CHF pro Jahr. Sie werden über die obligatorischen Versicherungsbeiträge der Erwerbsersatzordnung EO abgedeckt.
Kosten bei einer paritätischen Aufteilung
Die EKFF befürwortet eine paritätische Aufteilung der 16 frei zu verteilenden Wochen auf Mutter und Vater. Die Mütter hätten demnach zusätzlich zum Mutterschaftsurlaub Anrecht auf 8 Wochen (Total 22 Wochen), die Väter zusätzlich zum Vaterschaftsurlaub 14 Wochen (Total 16 Wochen). Bei einer Inanspruchnahme analog zu Island, würden sich die Kosten für diese Aufteilung der Elternzeit auf maximal 1.49 Milliarden CHF belaufen. Die höheren Gesamtkosten dieses Szenarios ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Kosten eines durchschnittlichen Bezugstages von Mutter und Vater: diese betragen 161 CHF für Väter und 127 CHF für Mütter.