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Im vergangenen Jahr hatte ich ein Projekt zur Dokumentation von über hundertjährigen Personen im Kaukasus und Zentralasien begonnen. Im Kaukasus leben überdurchschnittlich viele, sehr alte Leute. Es gibt zahlreiche Erklärungsversuche dafür, sie reichen von der Ernährung, über die verhältnismässig einfache Lebensweise bis hin zu bioenergetischen Phänomenen.
Auf die Idee, Portraits von solchen Menschen zu erstellen, bin ich nach einem Besuch bei einer 106-jährigen Weberin in Nordostanatolien gekommen, während einer Kulturdokumentation für die dortige staatliche Universität. Die erste Staffel für diese Aufnahmen konnte dann unter der Ägide der kaukasischen Universitätsvereinigung in Baku, Aserbaidschan, ein halbes Jahr später in Angriff genommen werden. Leider musste ich im Anschluss daran das Projekt aufgrund unglücklicher Umstände in der Türkei abbrechen. Die Suche nach Sponsoren und regionalen Koordinationsstellen geht aber weiter, und vielleicht gelingt es mir, das Projekt wieder aufzunehmen.
Hier stelle ich erstmals die Hauptaufnahmen der ersten Staffel vor. Es sind Gesichts- und Ganzkörperportraits von 85- bis 112-jährigen Menschen, welche wir für diese Testaufnahmen in den abgelegensten Regionen ausfindig gemacht und aufgesucht haben. Aufgrund der abenteuerlichen Reisen zu den Leuten und ihren Familien hatte ich nur einfaches Equipment dabei: Nikon D3s, D800 mit 24-70 und 70-200mm, SB900 und ein schwarzes Tuch, 2m auf 3m.
Die Biografien der abgebildeten Menschen sind genauso interessant wie ihre Gesichter. Wir könnten heute viel von ihnen lernen, wenn es uns gelänge, sie und ihre Lebensgeschichten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.