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Das 2001 eingeweihte Trinkwasserreservoir Engiberg der Gemeinde Lauwil liegt in 698 m Höhe (Wasserspiegel in den Reinwasserkammern). Die Höhendifferenz zu den Wasserbezügern im Dorf beträgt 40-80 m. Das Reservoir hat eine Kapazität von 300 m3. Die Wasseraufbereitung des Quellwassers durch Ultrafiltration und UV-Bestrahlung findet im Reservoir statt.
Für Gruppen bieten wir Besichtigungen des Reservoirs an (Kontakt Gemeindeverwaltung: 061 941 21 21).
Wie funktioniert das Reservoir Engiberg?
Unser Reservoir speichert Trinkwasser hygienisch einwandfrei und erfüllt dabei fünf Aufgaben:
1. Ausgleich der Tag/Nacht-Unterschiede im Verbrauch und Deckung von Verbrauchsspitzen.
2. Sicherung der Trinkwasserversorgung im Störungsfall (mind. 36, in unserem Fall 72 Stunden).
3. Bereitstellung einer Löschwasserreserve.
4. Herstellung und Aufrechterhaltung des erforderlichen Drucks im Verteilnetz.
5. Aufbereitung des Quellwassers (Entkeimung).
Das in den Felsen gesprengte Reservoir Engiberg ist auf einer Grundfläche von 15 x 16 m rund 7 m hoch. Kernstück bilden die beiden rechtwinklig angeordneten Reinwasserkammern mit je 150 m3 Speichervermögen. Die Wasseraufbereitung, die weiteren Geräte und die Steuerung befinden sich im Eingangsraum und auf einer Empore vor den Wasserkammern. Aus Sicherheitsgründen läuft das Wasser in einem geschlossenen System.
Im von der Brunnenstube zufliessenden Wasser wird laufend die Trübung gemessen. Das Rohwasser passiert dann den Durchflussmesser und gelangt bei geschlossener Verwurfklappe auf das Druckreduzierventil. Dieses vermindert den Druck von 6.2 bar in der Quellzuleitung auf 2.4 bar. Mit diesem reduzierten Druck fliesst das Wasser durch die Membranen der Ultrafiltration, anschliessend durch die UV-Bestrahlung und von dort über die Beschickungsleitungen in die beiden Reinwasserkammern. Nach der UV-Bestrahlung befindet sich die zweite Verwurfklappe, die sich bei Störungen in der Aufbereitung sofort öffnet und das Wasser in den Bach leitet.
Die beiden Wasserkammern haben exakt den gleichen Wasserspiegel. Der Abfluss am Boden der Kammern läuft über den Löschbogen, der wie ein Siphon wirkt. Die halbe Reservoirfüllung ist die Löschwasserreserve. Wenn die halbe Füllhöhe erreicht ist, hört so der Abfluss von Trinkwasser von selbst auf. Die Löschwasserreserve kann im Brandfall oder bei kritischer Lage in der Trinkwasserversorgung mit der dritten Verwurfklappe an der Basis des Löschbogens ferngesteuert freigegeben werden.
Das durch den Boden in den Kalkuntergrund einsickernde Regenwasser bewegt sich in den Hohlräumen des Kalkes sehr rasch. Auch in Bachbetten sickert Wasser in den Untergrund. Es gibt wenig Filterwirkung. Deshalb gelangen bei grösseren Regen und Schneeschmelze Keime aus der organischen Düngung von Wiesen und der tierischen «Hinterlassenschaft» auf Weiden in die Karstquellen. Das Quellwasser (Rohwasser) muss deshalb hygienisch aufbereitet werden.
Wie funktioniert das?
Ultrafiltration ist ein Verfahren der Membranfiltration. Als Filter dienen Kunststoffe mit feinsten Poren von 0.001 bis 0.01 Mikrometer Durchmesser. Diese halten alle Feststoffe, Bakterien, Protozoen, Viren und bei sehr feinen Poren auch Makromoleküle zurück. Das Rohwasser fliesst durch feine Kunststoffröhrchen, die in Modulen zusammengefasst sind.
Die Ultrafilteranlage des Reservoirs Engiberg besteht aus drei Membranzylindern mit einer Gesamtfilterleistung von max. 120 l/min. In der Praxis werden nur 1/3 bis 2/3 dieser Kapazität genutzt, was die Membranen schont, weil die Schmutzpartikel weniger tief in die Poren eindringen und deshalb beim Spülen leichter gelöst werden. Den für die Filterung benötigten Druck von 2-3 bar liefert die rückgestaute Zuleitung von der Brunnenstube. Ein Vorfilter trennt zum Schutz der Membrananlage die Grobstoffe aus dem Rohwasser ab. Anschliessend fliesst das Rohwasser von unten und oben im Gegenstrom in die Kapillarmembranen. Die organischen Schwebstoffe und Keime bleiben in den Membranen «hängen» und werden regelmässig mit Trinkwasser in den Bach gespült.
OBZ Beitrag vom 06.08.2018 zum Fest "Euses Wasser"