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Unterrichtsaktivitäten ausserhalb des Schulzimmers gelten allgemein als förderliche Lernsituationen. Allerdings verursachen solche Aktivitäten in verschiedener Beziehung einen erheblichen Mehraufwand (Unterrichtsplanung, Organisation, Ressourcen, Verantwortung) und sollten sich deshalb aufgrund Ihrer Wirksamkeit rechtfertigen lassen. Im Rahmen dieser Studie wird aufgezeigt, dass die Wirksamkeit wissenschaftlich bislang unzureichend untersucht ist. Es erstaunt, dass zurzeit Wirksamkeitsbegründungen vor allem auf Annahmen und Argumentationen basieren, aber nur wenige empirische Studien vorliegen.
Um einen Beitrag zur Verbesserung dieser Sachlage leisten zu können, widmet sich die hier vorgestellte Interventionsstudie einem Wirksamkeitsvergleich von parallelisierten Indoor- und Outdoor-Projektwochen im Themenbereich Klimawandel, die mit acht 5. bzw. 6. Klassen an Schweizer Primarschulen durchgeführt werden. Die Unterrichtseinheiten, die sich an BNE-Prinzipien orientieren, wurden mit jeweils identischen Lernzielen, analoger Lernschrittsequenzierung und Lerninhalten realisiert. Es werden Lerneffekte im Hinblick auf Umweltwissen, Umwelteinstellung und Umwelthandeln über den Klimawandel unmittelbar nach, sowie ein halbes Jahr nach Abschluss der Intervention untersucht.
So verfolgt das vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Forschungsvorhaben die folgenden Zielsetzungen:
1. Wirksamkeitsvergleich von parallelisierten Indoor- und Outdoor-Unterrichtseinheiten im Themenbereich Klimawandel, die nach BNE-Prinzipien im Rahmen einer Interventionsstudie durchgeführt werden. Diese Unterrichtseinheiten sollen mit jeweils identischen Lernzielen, analoger Lernschrittsequenzierung und Lerninhalten realisiert werden. Es sollen Lerneffekte im Hinblick auf Umweltwissen, Umwelteinstellung und Umwelthandeln über den Klimawandel verglichen werden.
2. Anwendung und Validierung bestehender Instrumente zur Messung von Umwelteinstellungen und -handeln.
3. Validierung der von uns als relevant eingestuften Kontrollvariablen Wohlbefinden, Lernerlebnis und Lernmotivation zur Erklärung der Unterschiede zwischen Unterricht innerhalb und ausserhalb des Schulzimmers. Daraus sollen Kriterien für erfolgreichen Outdoor-Unterricht, der klimarelevantes Umwelthandeln induziert, abgeleitet werden.
Aufgrund der aktuellen aber noch weiter auszuwertenden Datenlage kann bereits gezeigt werden, dass Unterricht zum Thema Klimawandel mit 10-12jährigen Kindern in Bezug auf die Vergrösserung des Umweltwissens mit beiden Versuchsgruppen (In- und Outdoor) lernwirksam durchgeführt werden kann. Die Umwelteinstellung kann bei keiner Versuchsgruppe in besonderem Masse beeinflusst werden. Die Motivation hingegen in Zukunft gezielte Umwelthandlungen durchzuführen, wird bei beiden Gruppen gesteigert, bei der Outdoorgruppe zudem signifikant stärker. Förderliche Lernsituationen können also im Rahmen schulischer Interventionen in der freien Natur sehr gut geschaffen werden, wenn es gelingt diese didaktisch ansprechend und vielfältig zu gestalten, d.h. anhand kompetenzorientierter Auftragskultur auszurichten.