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Das Risiko für das Kind ist bei einer geplanten und unkomplizierten Schnittentbindung nicht hoch. Die Wahrscheinlichkeit für Geburtsverletzungen oder Sauerstoffmangel ist statistisch gesehen sogar geringer als bei einer vaginalen Geburt. Je näher am errechneten Geburtstermin der Kaiserschnitt durchgeführt wird, umso reifer ist das Kind und umso weniger Probleme sind von kindlicher Seite zu erwarten.
Womit Kaiserschnitt-Babys Schwierigkeiten haben könnten
Aber ein Kaiserschnitt ist für das Kind nicht automatisch auch die bessere Methode, zur Welt zu kommen, auch wenn dies häufig angenommen wird.
Die Neugeborenen leiden häufiger unter Atemproblemen, dem sogenannten Atemnotsyndrom. Folgende Theorie versucht dies zu begründen: Das Fruchtwasser wird nicht wie bei der vaginalen Geburt durch den starken Druck auf dem Weg durch den engen Geburtskanal aus der Lunge gepresst. Ausserdem ist die Ausschüttung von Stresshormonen, die durch Wehen und den Durchtritt durch den engen Geburtskanal ausgelöst wird, eine natürliche und positive Begleiterscheinung der Geburt. Der Katecholamin-Stoss stoppt die Freisetzung von Flüssigkeit in die fetale Lunge und steigert die Freisetzung von Surfactant, was dem Kind die ersten Atemzüge nach der Geburt erleichtert. Nach dieser Theorie könnte es den Kindern buchstäblich den Atem verschlagen, wenn sie durch den chirurgisch geöffneten Uterus das Licht der Welt erblicken.
Ausserdem sollen Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, später dreimal so häufig an Bronchialasthma erkranken wie Kinder, die vaginal geboren wurden. Neuere Studien zeigen auch, dass Kinder nach Kaiserschnitt im Vergleich zu Vaginalgeborenen häufiger an Allergien und Infektionskrankheiten leiden. Es gibt auch Hinweise, dass ein Kaiserschnitt das Risiko des Kindes, an Diabetes mellitus Typ 1 zu erkranken, erhöhen kann.
Die Ursachen für diese Auswirkungen des Geburtsmodus auf die längerfristige Gesundheit des Kindes sind nicht restlos geklärt. Diskutiert wird, dass die unterschiedlichen kindlichen Darmbakterien nach Vaginal- bzw. Schnittgeburten eine wichtige Rolle für den Aufbau des Immunsystems spielen. Diese Darmbakterien spielen auch eine Rolle bei der Entstehung von allergischen Erkrankungen, Infektionen und Diabetes.
Schadet die Anästhesie dem Baby?
Die meisten Kaiserschnitte werden in Teilnarkose vorgenommen. Das heisst, die Mutter ist wach und kann ihr Kind gleich nach der Geburt sehen und nach Abschluss der Operation in die Arme nehmen. Durch gezielte Lagerung und wenn nötig Medikamente versuchen die Ärzte, den bei Teilnarkosen häufig auftretenden Blutdruckabfällen entgegen zu wirken. Starke und vor allem länger andauernde Blutdruckabfälle vermindern nämlich auch die Durchblutung der Gebärmutter und somit die Versorgung des Kindes mit Sauerstoff. Die Anästhesisten (Narkoseärzte) achten auch sehr darauf, dass bei einer selten nötigen Vollnarkose soviel Betäubungsmittel wie nötig, aber so wenig wie möglich gegeben wird, damit das Neugeborene nicht darunter leidet und Probleme hat, sich an die Umwelt anzupassen.
Welche Babys vom Kaiserschnitt profitieren
Andererseits kann ein schwaches Kind durch Komplikationen einer vaginalen Geburt, zum Beispiel durch akuten Sauerstoffmangel, schwer geschädigt werden und dann ist eine Schnittentbindung oft sinnvoll. Das kann der Fall sein bei einer Plazentainsuffizienz, teilweisen Plazentalösungen und weiteren Komplikationen, welche die Versorgung des Kindes mit Sauerstoff gefährden. Auch eine Wehenschwäche mit Geburtsstillstand ist ein Beispiel dafür.
Sind gefährliche Veränderungen im CTG zu erkennen, muss das Kind unbedingt so schnell wie möglich geboren werden. Je nach Situation wird dann eine geburtshilfliche Zange, eine Saugglocke oder eine Schnittentbindung eingesetzt. Ist das Kind sehr gross(über 4.5 kg), kann es bei einer vaginalen Geburt auch eher zu Geburtsverletzungen an Nerven oder Knochen kommen.