Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03337.jsonl.gz/2059

|HOME||INDEX

Französischer Film

Gérard Philipe
1922 - 1959
|.

.
Gérard Philipe gehört zu den geheimnisvollsten Schauspielern des französischen Films. Durch seinen frühen Tod wurde der zu Lebzeiten bereits Kultstatus geniessende Künstler zur Legende.
Wenn er in der Öffentlichkeit erschien, wurde er sofort umringt, gefeiert und vergöttert. Als romantischer Held lag ihm das Publikum zu füssen und war ein Idol seiner Zeit wie James Dean oder Elvis Presley.
Geboren wurde Gérard Philipe als Sohn eines Hoteliers. Zunächst studierte er in Paris Medizin, um später als Arzt in den Kolonien zu arbeiten. Doch seinem Vater missfiel dieser Gedanke und Gérard Philipe fing an Jura zu studieren.
Bei einem Wohltätigkeitsfest wurde er von Marc Allègret entdeckt und mit einer kleinen Rolle im Film „Les petites du quai aux fleurs“ (44) bedacht.
Der Schauspieler Claude Dauphin wurde sein Lehrer und mit dem Engagement für „Sodom und Gomorrah „ als Engel schaffte Gérard Philipe den Durchbruch und wurde auf der Bühne und im Kino ein Star.
Mit Filmen wie „L'idiot - Der Idiot“ (45), „Le diable au corps - Teufel im Leib“ (46) oder „La chartreuse de Parme - Die Kartause von Parma“ (47) eroberte er sich einen festen Platz in der Riege der grossen Schauspieler.
In den 50er Jahren erreichte er den Höhepunkt seiner Karriere. Filme wie „La ronde - Der Reigen“ (50), „Les belles de nuit - Die Schönen der Nacht“ (52) und „Monsieur Ripois“ (54) boten ihm dankbare Rollen. Mit dem Film „Les orgueilleux - Die Hochmütigen“ (53) wurden Philipe und Michèle Morgan zum französischen Filmtraumpaar.
Einer der wichtigsten Regisseure in Gérard Philipes Karriere war nebst Christian-Jaque auch René Clair. Neben „Die Schönen der Nacht“ von 1952 - auf dem Höhepunkt von Gérard Philipes Karriere - spielte er u.a. auch in „La Beauté du diable“ (50) und „Les grandes manoeuvres - Das grosse Manöver“ (55).
Doch zum Mythos wurde Gérard Philipe vor allem durch einen Film, Christian-Jaques „Fanfan le Tulipe - Fanfan, der Husar“ (52). Der Film erzählt die Geschichte vom fröhlichen Jungen, der sich von der verführerischen Adeline (Gina Lollobrigida) anwerben läßt, die ihm weissagt, daß er die Tochter Ludwig XV, Henriette, heiraten werde. Das Ganze ist eine wunderschöne, abenteuerliche, tänzerisch beschwingte Parodie auf den Unsinn des Krieges.
1951 heiratete Gérard Philipe Nicole Fourcade. Aus ihrer Ehe entstammen zwei Kinder, eine Tochter und ein Sohn.
Im Film „Montparnasse 19“ (57) spielte er die Rolle des Malers Amedeo Modigliani. Der Film sollte ursprünglich der Regisseur Max Ophüls inszenieren, doch dieser starb kurz vor Beginn der Dreharbeiten. Jacques Becker übernahm die Regie und inszenierte den Film zum Gedächtnis an Max Ophüls.
Zu den aufsehenerregendsten Filmen des beliebten Stars zählt Roger Vadims „Les liaisons dangereuses - Gefährliche Liebschaften“ (59), obwohl der Film nicht wirklich zu überzeugen vermochte. Doch vor allem die Schauspielkunst von Gérard Philipe und Jeanne Moreau konnten begeistern und wurden für die Darsteller zum grossen Erfolg.
Das Geheimnis seines Erfolges ist schwer zu erklären. Die einen nannten ihn „Liebling der Götter“, andere beschrieben ihn als begnadeten Schauspieler. Selbst seine politischen Ansichten, seine Vorliebe für den russischen Film, sein Versuch, eine französisch-chinesische Produktion zu realisieren und seine Zusammenarbeit mit der DEFA schadeten seiner Karriere nicht im geringsten. Er übte auch etliche Jahre bis zu seinem frühen Tod die Funktion des Präsidenten der französischen Schauspielergewerkschaft aus.
Am 25. November 1959 verstarb Gérard Philipe in Paris an den
Folgen von Leberkrebs. Der Film „La fièvre monte à El Pao
- Für ihn verkaufe ich mich“ von Luis Buñuel konnte noch rechtzeitig
abgedreht werden und geriet zur Hommage an Gérard Philipe.
Weitere Filme mit Gérard Philipe:
Regie:
Drehbuch:
|Back|