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Am 24. Mai 2005 hat die axpo ihre „Studie Stromperspektiven 2020“ präsentiert, mit der sie einmal mehr behauptete Stromversorgungslücken herbeischwatzen will (als Begründung für die Planung eines neuen Atomkraftwerkes/Kernkraftwerkes). Die Axpo behauptet von sich, ein führendes Schweizerisches Energieunternehmen zu sein.
Eine der Aussagen aus der Stromperspektiven-Studie: Von 1970 bis 2004 hat der Stromverbrauch in der Schweiz kontinuierlich zugenommen. Dies trotz aller Bemühungen zur erhöhten Energieeffizienz.
Es stimmt, der Stromverbrauch hat zwischen 1970 und 2004 zugenommen, im Mittel um etwa 2 1/4 Prozent jährlich, in den letzten Jahren deutlich weniger. Dies ist allerdings kein Naturgesetz. Spannend ist eigentlich bloss die Frage, was die axpo bis anhin getan hat, um zur erhöhten Energieffizienz beizutragen. Wie die nachfolgenden Beispiele aus dem Internet zeigen, kann dies mit Sicherheit nicht als ernsthaften Beitrag bezeichnet werden. Bis zum aktuellen Zeitpunkt kann die axpo den Nachweis, dass „alle Bemühungen“ zur Steigerung der Energieeffizienz unternommen wurden, nicht antreten, genau wie viele andere Elektrizitätsversorgungsunternehmen nicht.
Die versprochenen Beispiele, aktuell am 24. Mai 2005 zwischen 17:45 und 18:30 Uhr aus dem axpo-Internet:
- Die axpo weist zwar darauf hin, dass bei Haushaltgeräten (Kühl- und Gefrierschrank, Kochherd und Backofen, Geschirrspüler, Waschmaschine und Tumbler) der Energieverbrauch auf der Energieetikette angegeben ist. Nicht erklärt ist die zentrale Botschaft
der Energieetikette, der Buchstabe A (Aha, ziemlich gut) bis G (ganz schlecht) weist nämlich auf einen Blick auf die energetische Qualität des Gerätes hin. Bezeichnend, dass die Axpo als Beispiel ausgerechnet eine Energieetikette für einen Kühlschrank mit der
Energiequalität B zeigt, obwohl es bereits Geräte
mit der Klasse „A++“ gibt. Dieser Unterschied ist energiepolitisch
bedeutsam, heisst es doch im entsprechenden
Merkblatt zur Energieetikette für Kühlgeräte: „Ein Gerät der Klasse
B verbraucht also rund doppelt so viel Energie wie ein
Gerät der A++-Klasse.„. So überrascht
es nicht weiter, dass es bei der axpo keinen Link zur Energieetikette gibt.
Einen Link zu topten „Der Klick zum besten Produkt“ gibt es zwar, aber ohne Erläuterungen oder weiterführende Informationen. Und auch als Partner dieser sehr wertvollen Internet-Seite betätigt sich die axpo nicht.
Fazit: Mindestens in Sachen Haushaltgeräte-Effizienz ist die axpo nicht gerade up-to-date!
- Einen gewichtigen und absolut unnötigen Stromverbrauch stellt der Standby dar, Strom, der gebraucht wird, obwohl das Gerät gar nicht benutzt ist. So verdienstvoll es ist, dass die axpo auf das Stromsparpotential bei Unterhaltungselektronik- und Bürogeräten hinweist, so wenig hilfreich sind die angegebenen Informationen. So wird etwa behauptet, Geräte, die das Energy-Label tragen, hätten einen besonders tiefen Standby-verbrauch. Wer auf den Link „www.energielabel.ch“ klickt, erfährt schon auf der ersten Seite, dass dieses Label bloss für Warmwasser-Komponenten verliehen wird. Es gibt dieses Label zwar auch für die versprochenen Gerätekategorien (bei der Group for Energy Efficent Appliances), aber kaum in einer für den Schweizer Markt geeigneten Form. Auch hier wäre ein Verweis auf www.topten.ch wesentlich hilfreicher.
Fazit: Zwar gut gemeint, aber auch beim Standby nicht gerade sehr aktuell.
- Auch die axpo bietet einen Stromverbrauchsrechner – mit den gleichen Daten im übrigen, die auch die Uraltversion von umweltnetz.ch braucht. Der Stromverbrauchsrechner energybox wäre deutlich flexibler – und gibt, zusammen mit einer Broschüre, auch noch gerade Tipps zur Verminderung des Stromverbrauchs!
- Zwar hat auch die axpo noch einen Bereich für „Büro & Industrie“, mit z.T. den gleichen Tipps wie für Haushalte – und Werbung für die Verwendung von Strom in Fertigungsprozessen.
Fazit: Zumindest auf der axpo-Internet-Seite für „Büro & Gewerbe“ kann wirklich nicht die Rede davon sein, dass die axpo sich ernsthaft für die Steigerung der Energieeffizienz einsetzt.
Eine weitere Quelle ist der Geschäftsbericht des Unternehmens. Wenn wie behauptet „alle Bemühungen“ zur Erhöhung der Energieeffizienz unternommen würden, würde dies einer Kernkompetenz der axpo entsprechen, mit entsprechenden Ausführungen im Geschäftsbericht. Tatsächlich, der Wortstamm „effi“ kommt sogar vor, allerdings in Kombinationen wie „effizientes Vertriebs-Management“ (also eher die Steigerung des Absatzes statt der Energie-Effizienzförderung), „Effizienz zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenserfolges“, „effiziente und transparente Führung der Unternehmensgruppe“, „Effizienz der betrieblichen Abläufe“, „effiziente Netzüberwachung“. Auch eine seitenweise Durchsicht des Geschäftsberichtes zeigt keinerlei Hinweise auf irgendwelche axpo-Bemühungen zur Förderung der Energieeffizienz.
Schlussfolgerung: Die axpo hat keinerlei Legitimation, zu behaupten, die Energieffizienzförderung sei bisher „mit allen Bemühungen“ erfolgt! Und weil die axpo von sich behauptet, ein führendes Schweizerisches Energieunternehmen zu sein, dürfte diese Aussage bis zum Beweis des Gegenteils für einen grossen Teil der „Schweizerischen Energieunternehmen“ gelten. Die Schweiz ist somit weit davon entfernt, den Strom effizient zu nutzen – zu Lasten der KonsumentInnen und der Umwelt. Denn: weniger ist besser als mehr Stromverbrauch!
siehe auch: Die Schweiz braucht keine neuen AKWs oder Gaskraftwerke – und kann und soll die bestehenden Kernkraftwerke so rasch als möglich stilllegen!
Link zur Schweizerischen Energiestiftung Link zu S.A.F.E Schweizerische Agentur für Energieeffizienz