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Sprachen, einer der Hauptzweige des großen indogerman. Sprachstammes (s. Indogermanen), der in betreff des
Wortschatzes den germanischen, in grammatischer Hinsicht den italischen Sprachen am nächsten steht und früher den ganzen
Westen von Europa
[* 4] beherrschte (s. Kelten), aber im Lauf der Jahrhunderte immer mehr an Terrain verloren hat.
Er zerfällt in zwei Hauptgruppen: die kymrische oder britannische und die gälische Gruppe. Zur erstern Gruppe wird meistens
auch das ausgestorbene, sehr altertümliche Altgallische gerechnet, das man nur teils aus Orts- und Eigennamen und andern Wörtern,
die von alten Autoren angeführt werden, teils aus gallischen Münzen
[* 5] und etwa drei DutzendInschriften kennt,
die meist an dem mittlern Lauf der Saône gefunden wurden und im einzelnen noch nicht sicher erklärt sind; nach neuern Forschungen
scheint es indessen den beiden noch lebenden Gruppen der keltischen Sprache gleich fernzustehen.
Eine Gesellschaft zur Erhaltung der keltischen (irischen) Sprache besteht in Dublin
[* 6] seit 1877. Das Hochschottische oder Erse, die
Sprache der berühmten LiederOssians, auch speziell Gälisch genannt, wird nur in dem gebirgigen Teil Schottlands
gesprochen. Das Manx, die alte keltische Sprache der Insel Man, wird dort nur sehr selten gehört. Die Gesamtzahl der keltisch
Redenden in Europa beträgt jetzt nur noch etwa 3½ Mill. Wahrscheinlich durch die frühzeitige Einwirkung fremder, namentlich
baskischer und uralaltaischer Sprachtypen sind die keltischen Sprachen von dem gemeinsamen indogermanischen Stammtypus
so stark abgewichen, daß die Bestimmung ihrer Verwandtschaft eine der spätesten und schwierigsten Untersuchungen des bekannten
Entdeckers des indogermanischen Sprachstammes, Fr. Bopp, bildete.