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Direkt aus dem Höhentrainingslager in St. Moritz machte ich einen Abstecher nach Luzern, um über 3000 m gegen starke Konkurrenz zu laufen. Das Rennen war sehr unruhig mit Rundenzeiten zwischen 69 und 75 Sekunden. Die zwei Kilometer-Marke passierte ich nach etwas mehr als 6 Minuten. Der letze Kilometer war dann der schnellste und mit 8:58,63 Minuten blieb ich erstmals unter der 9-Minuten-Grenze.
Am nächsten Tag reiste ich direkt wieder zurück in die Höhe und bereite mich hier in den kommenden Wochen intensiv auf die WM in London vor.
In Paris kam ich zum zweiten Auftritt des Jahres auf Stufe der Diamond League und zum zweiten Mal gelang mir eine Glanzleistung. Im Gegensatz zum Rennen in Oslo war in Paris die gesamte Weltelite am Start, daher war eine Wiederholung meines dritten Ranges von Beginn weg ausgeschlossen. Als Nummer 12 auf der Entry List wäre eine Top 10 Klassierung schon sehr gut.
Wie abgesprochen hielt ich mich zuerst hinten im Feld auf und gab dann auf dem zweiten Kilometer Gas. Mein Plan ging ausgezeichnet auf und die Durchgangszeiten lagen im Bereich meines Schweizer Rekordes. Im Ziel lag ich mit 9:22.01 min nur 36 Hundertstel über meiner Bestzeit, wurde hervorragende achte und das in einem Feld, das soviel Weltklasse bot wie noch nie ein Rennen über 3000 m Steeple.
Ein kurzer und intensiver Wettkampfblock ist nun abgeschlossen. Schon bald reise ich für 3.5 Wochen in die Höhe nach St. Moritz, um mich auf die WM in London vorzubereiten.
Zum ersten Mal in der Geschichte steigt die Schweiz an der Team EM in die Super League auf, welche die Top 12 Nationen Europas umfasst - wahnsinn!
Als einzige stand ich in zwei Einzeldisziplinen im Einsatz. Am Samstag ging ich über 3000 m Steeple und am Sonntag über 5000 m auf Punktejagd. In beiden Disziplinen konnte ich einen überzeugenden Sieg feiern und so insgesamt 24 Punkte für das Schweizer Team sammeln. Während es am Samstag im Steeple-Rennen noch schnelle letzte 1000 m waren, die zum Sieg führten, stürmte ich über 5000 m mit einem fulminanten Schlussspurt zum Punktemaximum.
In einem packenden Wettkampf entschieden am Schluss wenige Punkte über die Podestplätze und damit den Aufstieg in die höchste Liga. Schweden vor Finnland und der Schweiz lautete am Schluss das Klassement. Die Türkei lag mit nur 3 Punkten Rückstand auf Rang vier.
Das Video zu meinem 5000 m Lauf:
An den Bislett Games in Oslo startete ich zum zweiten Mal bei einem Diamond League Rennen im Ausland. Von den Wettkämpfen in Belfort und Bern habe ich mich schnell erholt und stand gut vorbereitet bei perfekten Bedingungen zusammen mit 12 Läuferinnen an der Startlinie. Es war geplant, dass ich mich am Anfang des Rennens etwas vom Feld mitziehen lassen möchte, doch schon nach etwas mehr als einem Kilometer war mir das Tempo zu langsam und ich übernahm die Spitze des Feldes, welche ich bis eingangs der letzten Runde nicht mehr abgab. Zusammen mit einer Kenianerin und einer Äthiopierin konnte ich mich etwas vom Feld absetzen, musste die beiden auf der Schlussrunde dann aber ziehen lassen und erreichte das Ziel als Dritte in neuer Schweizer Rekordzeit von 9:21,65 min! Wahnsinn! Meinen 6 Tage alten Rekord von Belfort verbesserte ich somit nochmals um über 5 Sekunden und bin nun die Nummer 2 in Europa sowie die Nummer 12 der Welt!
Das Video zum Rennen:
Der Frauenlauf Bern ist mit fast 15'000 Läuferinnen einer der grössten Laufveranstaltungen der Schweiz. Nach meinem Schweizer Rekord zwei Tage zuvor stand ich in Bern über 5 km an der Startlinie. Nach gemütlichem Beginn zog ich das Tempo nach 3 km an und konnte mich von der Spitzengruppe absetzen. Nur die Äthiopierin Helen Tola Bekele konnte mir am Anfang folgen, musste dann aber bald abreissen lassen. Bis ins Ziel distanzierte ich die Konkurrenz um 30 Sekunden und mehr. Damit gelang mir der erste Schweizer Sieg in Bern seit 9 Jahren und den vierten in der 31-jährigen Geschichte.
Nach drei erfolgreichen Trainingswochen in St. Moritz reiste ich direkt nach Belfort und trat dort zum ersten mal in diesem Jahr über 3000 m Hindernis gegen internationale Konkurrenz an. Ein Weltklassefeld präsentierte sich unweit hinter der französischen Grenze. Die Spitze legte gleich nach dem Startschuss ein horrendes Tempo vor. So blieb ich entgegen dem Plan etwas hinter der 5er Spitzengruppe zurück. Nach 3:07 min für den ersten Kilometer zeigte die Uhr bei 2000 m 6:18 min an, das ist rund 2,5 Sekunden unter meiner 2000 m Steeple Bestzeit. Es gelang mir dann immer mehr zur Spitze aufzuschliessen und noch zwei Konkurrentinnen zu überholen. Bis im Ziel musste ich mich zwar 3 Kenianerinnen geschlagen geben, doch mit 9:26.86 min verbesserte ich meinen eigenen Schweizerrekord gleich um 4 Sekunden.
Nachdem bei meinem ersten Rennen über die Hindernisse technisch noch wenig stimmte, wollte ich es an den an den Schweizermeisterschaften in Uster unbedingt besser machen und erstmals die WM-Limite angreifen. Entgegen aller Wetterprognosen waren die Bedingungen ganz gut, etwas kalt war es schon, dafür trocken und windstill. Regelmässig wie ein Uhrwerk lief ich die 7 ½ Runden und auch die Technik stimmte. In 9:40,36 min unterbot ich die WM-Limite im ersten Anlauf im Alleingang! Ich bin richtig erleichtert, dass technisch wieder vieles stimmte und ich die Limite für London abgehackt habe. Jetzt kann ich mich in Ruhe und ohne Druck auf die kommenden Wettkämpfe vorbereiten, damit ich dann Mitte August in London topfit am Start stehen werde.
Traditionell startete ich meine Steeple-Saison beim internationalen Läufermeeting in Pliezhausen. Über die Distanz von 2000 m bietet sich die Gelegenheit, das Gelernte aus dem Training im Wettkampf zu testen. Von Beginn weg übernahm ich die Spitze und gab diese trotz hartnäckiger Konkurrenz nicht mehr ab. Die Zeit von 6:20,33 min bedeutet nicht nur neue persönliche Bestzeit, sondern auch Schweizer Allzeit-Bestleistung und Rang 21 in der Europa-All-Time-Bestenliste. Mein Fazit nach dem Rennen: läuferisch Top, technisch noch viel Verbesserungspotential.
Die nächste Gelegenheit bietet sich schon am kommenden Freitag in Uster um 19.35 Uhr anlässlich der Schweizermeisterschaft.
In Düdingen trat ich zum ersten Mal in diesem Jahr auf der Bahn an und wollte über 5000m eine schnelle Zeit laufen. Bei tiefen Temperaturen, Regen, Wind und 40-minütiger Verspätung sagte wenige Stunden vor dem Start auch noch meine Pacemakerin ab. Damit waren die ganz schnellen Zeiten leider nicht mehr möglich. Doch die Bedingungen können nicht immer perfekt sein und ich versuchte, das Beste daraus zu machen. So zog ich einsam an der Spitze meine Runden und erreichte mit 15:47.94 min sogar eine neue Bestzeit. Unter diesen Umständen bin ich mit dem Resultat ganz zufrieden, bin aber definitiv Hungrig auf mehr.