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Sexuelle Reviktimisierung in der stationären Jugendhilfe
Präventive Handlungsempfehlungen für die sozialpädagogische Praxis
Im Zentrum dieser Arbeit steht das Phänomen der sexuellen Reviktimisierung, die bei jugendlichen Mädchen in der stationären Jugendhilfe meist durch Gleichaltrige verübt wird. Die vorliegende Arbeit beleuchtet, wie Sozialpädagog*innen im stationären Heimalltag das Reviktimisierungsrisiko bei den betroffenen Mädchen reduzieren können. Empirische Befunde verzeichnen, dass sexueller Missbrauch in der Kindheit vermehrt durch Personen aus dem engeren Familienkreis ausgeübt wird, was gravierende Auswirkungen auf das spätere Bindungs- und Sexualverhalten haben kann. Zu diesen gehören ein ängstlich-vermeidender Bindungsstil, ein undeutliches Konzept von Grenzen und sexuelles Risikoverhalten, was alles wiederum das Risiko für sexuelle Reviktimisierung in intimen Beziehungen erhöht. Unter Berücksichtigung dieser Risikofaktoren und des sozialpädagogischen Heimauftrags wurden sozialpädagogische Ziele formuliert und Handlungsempfehlungen aus der Trauma- und Sexualpädagogik erarbeitet, die das Bindungs- und Sexualverhalten der Mädchen beeinflussen. Die Empfehlungen fördern das Vertrauen der Mädchen in sich selbst und die Umwelt, ermöglichen positive Beziehungserfahrungen, steigern ihre Selbstwahrnehmung und Gefühlsregulation und schaffen im Heim sowie in der Betreuungsbeziehung ein Klima, das dazu einlädt, sexuelle Thematiken zu bearbeiten. Sexualpädagogische Bildungsprozesse werden anhand eines Gruppen- und Einzelangebotes beleuchtet, die die sexuelle Identität der Mädchen stärken. Zudem wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, Sexual- und Traumapädagogik in der sozialpädagogischen Ausbildung zu verankern.