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Grenzen der Beweiskraft kartographischer Darstellungen
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stritten sich im englischen Wildmore Fen verschiedene Herrschaftsträger um Besitz- und Nutzungsrechte. Neben mehreren Urkunden wurde im Laufe des Streits auch eine Karte gezeichnet, weil dieselbe offensichtlich Ansprüche vor Ort evidenter festhalten und präsentieren konnte. In diesem konkreten Fall wurde der Karte eine urkundliche Funktion zugewiesen. Karten konnten demnach vor Gericht Evidenz generieren und ähnlich wie Urkunden als Beweismittel zur Durchsetzung herrschaftlicher Ansprüche dienen. Eine Reflexion über den Nutzen von Karten als Beweismittel vor Gericht ist in Bartolo da Sassoferratos Traktat De Fluminibus (1355) erstmals greifbar. Mit dem einsetzenden juristischen Diskurs ist auch eine Zunahme der Produktion von Karten, die im Kontext eines Konflikts entstanden sind, einhergegangen. Überlegungen zum juristischen Diskurs über den Nutzen von Karten vor Gericht implizieren, auch nach den Grenzen der Evidenzkraft von Karten zu fragen. Anhand des gelehrten Diskurs’ und praktischen Beispielen aus dem schweizerischen Raum soll einerseits gezeigt werden, wie Karten vor Gericht verwendet wurden und wie sie andererseits im Gebrauch auf die Grenzen ihrer Beweiskraft stiessen.