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Hamarikyū: Tokios urbane Oase
Zurzeit ist Japan in weiter Ferne. Träumen von einer Japan-Reise darf man aber weiterhin. In dieser Serie stelle ich Orte vor, die man besuchen sollte, sobald diese Krise einmal vorbei ist. Weitere Inspirationen finden Sie in meinem Reisebuch «Jan in Japan – 60 Orte abseits von Tokio und Kyoto».
Die Tokioter Parkanlage Hamrikyū onshi teien liegt direkt an der Bucht im Zentrum der Hauptstadt. Umgeben ist dieser grüne Ort vom Gelände des ehemaligen Fischmarkts Tsukiji, einer Hochautobahn und ganz vielen Hochhäusern. Das moderne Einkaufsviertel Ginza ist in Gehdistanz. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass dieser Garten ein Produkt der Neuzeit ist. Tatsächlich aber handelt es sich beim Hamarikyū-Park um eine Anlage, deren Anfänge in die Edo-Zeit zurückreichen und heute als besondere historische Stätte gelistet ist.
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Es war Matsudaira Tsunashige, Fürst der Provinz Kofu und jüngerer Bruder von Shogun Tokugawa Ietsuna, dem damaligen Herrscher über Japan, der diesen Ort 1654 aufschütten liess und zu seiner Residenz machte. Dieses Stück Land, das von einem Wassergraben umgeben ist, blieb über die gesamte Edo-Zeit hinweg im Besitz der Tokugawa-Herrscherfamilie, die die Anlage als repräsentative Empfangsresidenz für die besuchende Aristokraten aus Kyoto, als Verweilort und auch zur Entenjagd nutzte.
1707 erhielt sie den weitläufigen Shioiri-Teich, der direkt mit dem Meerwasser der Bucht verbunden ist. Auf einer Insel dieses Gewässers steht das Teehaus Nakajima no ochaya. Zwei weitere schmücken das Ufer. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, unter dem elften Shogun Ienari, hatte dieser Wandelgarten seine endgültige Form angenommen.
In die Moderne
In der Meiji-Zeit (1868 und 1912), der Zeit der Modernisierung des Landes, ging der Garten in den Besitz der Kaiserfamilie über. Er wurde zur Nebenresidenz (jp. rikyū) des Tenno. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hamarikyū zur öffentlichen Anlage der Hauptstadt Tokio, die den damals zerstörten Ort Schritt für Schritt wiederaufbaute und ihr den alten Glanz zurückgab. Bereits am 1. April 1946 wurden die Tore für die Besucher geöffnet. Der Eintritt kostet heute 300 Yen.
Dieser 25 Hektar grosse Park zeichnet sich heute durch eine vergleichsweise dichte Bewaldung – er zählt rund 8000 Bäume, darunter eine 300 Jahre alte Kiefer – landschaftlich unterschiedlich gestalteten Abschnitte, die zur jeder Jahreszeit etwas zu bieten haben, mehrere Teichanlagen und weitläufige Spazierwege aus. Der direkte Anstoss ans Meer ist in dieser Form einmalig in Tokio. Der Hamrikyū-Park ist ein grünes Refugium inmitten der hektischen japanischen Hauptstadt.
Der Standort des Hamarikyū-onshi-teien
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