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Ein Schnellkochtopf als Bombe. Die Komponenten sind überall verfügbar. Doch das ist nicht das einzige, was den Ermittlern nach den Anschlägen in Boston Sorgen macht.
Die Bomben waren simpel gebaut: Nach bisherigen Ermittlungen wurden sie aus handelsüblichen Schnellkochtöpfen hergestellt, die mit Nägeln, Metallkugeln und Schwarzpulver gefüllt waren. Gezündet wurden die Sprengsätze vermutlich über einfache Eieruhren, versteckt waren sie in Nylontaschen oder Rucksäcken, die auf der Strasse oder dem Bürgersteig in der Nähe der Ziellinie des Marathonlaufes abgestellt waren.
Laut CNN fanden Ermittler inzwischen auch den Deckel des Schnellkochtopfs. Das Metallteil habe auf einem Dach am Anschlagsort gelegen. Von dem Fund erhoffen sich Polizisten Hinweise auf den Ursprung des Sprengsatzes. Eine offizielle Bestätigung für die Information fehlt jedoch bislang.
«Wie du eine Bombe baust»
Der Topf als Bombe hat System. Auch die vier algerischen Islamisten, die im Jahr 2000 eine Bombe auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt zünden wollten, hatten sich einen pakistanischen Dampfkochtopf aus Aluminium bestellt, der bei einer Explosion in besonders kleine Teile zersplittert wäre. Auch bei der Bombe, die Faisal Shazad 2010 auf dem New Yorker Times Square zünden wollte, spielte ein Schnellkochtopf eine Rolle. Wegen eines fehlerhaften Zünders explodierte sie nicht.
Das US-Heimatschutzministerium warnte schon 2004 vor der Verwendung von Schnellkochtöpfen beim Bau von Terrorwaffen. In dem Bulletin wurde darauf hingewiesen, dass diese Technik vor allem in afghanischen Terror-Trainingscamps gelehrt wird.
2010 veröffentlichte das Heimatschutzministerium zusammen mit dem FBI einen weiteren Warnhinweis. Im selben Jahr stellte das britische Online-Blatt «Inspire», dem Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt werden, einen Artikel mit der Überschrift: «Wie Du eine Bombe in der Küche Deiner Mutter baust» in Netz. Darin heisst es: «Der Dampfkochtopf ist die effektivste Methode.»