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Das Erstaunen, nein das Entsetzen, war gross, als der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter am 2. Dezember 2010 im Zürcher Hallenstadion verkündete, dass die Fussball-WM 2022 in Katar stattfinden wird. Katar? Der (Wüsten-)Kleinstaat auf der arabischen Halbinsel? Eine der vielen Schlagzeilen unmittelbar nach der Vergabe lautete fantasievoll und zweideutig: «Man hat den Fussball in die Wüste geschickt!»
Fussball-WM in der Wüste, in einem Land, das keinerlei Fussball-Tradition vorweisen kann! Das waren in den ersten Stunden nach der WM-Vergabe die grössten Probleme, welche sich der Fussball-Gemeinde stellten. Doch der richtigen Probleme, welche eine WM in Katar mit sich bringen, wurde sich die Öffentlichkeit erst nach und nach bewusst.
Da ist einmal das Klima. Wenn die Fussball-WM im Juni über die Bühne geht, wird es in Katar 40 Grad heiss – mindestens. Eine erste katarische Idee, supermoderne Stadien mit Kühlungsanlagen zu bauen, wurde von der FIFA mit dem Hinweis auf Umweltunverträglichkeit verworfen. Und dies Jahre bevor Greta Thunberg die Bühne der Welt- und Gesellschaftspolitik betrat.
In einem schwierigen Prozess wurde der Termin der WM schliesslich von Juni/Juli in den Spätherbst und die Adventszeit verschoben. Dies hatte zur Folge, dass der seit Jahren angewandte Rahmenkalender der Fussball-Wettbewerbe abgeändert werden musste. Die nationalen Meisterschaften 2022/23 zum Beispiel beginnen statt im Spätsommer bereits im Juli. Die Gruppenphase der europäischen Klub-Wettbewerbe dauert nur zwei statt drei Monate. Sie muss Anfang November beendet sein.