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Ionisierende Strahlung ist Strahlung, die über genügend Energie verfügt, um Atome oder Moleküle zu ionisieren, d.h. um Elektronen aus ihrer Atomhülle zu lösen. In den Zellen von Organismen kann ionisierende Strahlung zu Veränderungen in der DNA und/oder zum Zelltod führen. In hohen Dosen kann ein solcher Zelltod Organe schädigen und zu sogenannten deterministischen Gesundheitseffekten wie akutem Strahlensyndrom oder Hautverbrennungen führen. Andererseits kann eine Schädigung der DNA überlebender Zellen zu sogenannten stochastischen Effekten wie Krebs führen. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass die Krebsrisiken mit der Strahlendosis linear zunehmen und dass es keine Schwelle gibt, unterhalb derer Effekte ausgeschlossen werden können. Diese Annahme wird als «linear no-threshold»-Modell (LNT) bezeichnet und wird im Strahlenschutz zur Berechnung der Auswirkungen der Exposition gegenüber niedrigen Strahlendosen auf das Krebsrisiko angewendet. Da diese Effekte voraussichtlich gering sind, sind sie in epidemiologischen Studien schwer zu messen.
Mehr Informationen zu gesundheitlichen Effekten von ionisierender Strahlung finden Sie unter: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/strahlung-radioaktivitaet-schall/strahlung-gesundheit/wirkung-von-strahlung-auf-die-gesundheit.html
Die durchschnittliche Exposition der Schweizer Bevölkerung gegenüber ionisierender Strahlung beträgt etwa 5,8 mSv pro Jahr. Mit 3,2 mSv/y macht Radon den Hauptanteil aus, aber da es durch den Alpha-Zerfall zerfällt, wird die Dosis von Radon hauptsächlich über Lunge und Haut absorbiert. Der nächste wichtige Beitrag kommt von diagnostischen medizinischen Verfahren (1,4 mSv), kosmischer (0,4 mSv) und terrestrischer (0,35 mSv) Strahlung sowie durch die Einnahme von Radionukliden (0,35 mSv). Andere Quellen tragen zusätzlich 0,1 mSv/y bei [1].
Karte der terrestrischen und kosmischen Hintergrundstrahlung in der Schweiz basierend auf einem Modell von Rybach et al. 2002 [2]
Mehr Information über die verschiedenen Komponenten der Strahlenexposition in der Schweiz und wie diese gemessen werden, finden Sie unter:
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/strahlung-radioaktivitaet-schall/strahlung-gesundheit/strahlenexposition-der-schweizer-bevoelkerung.html
Jahresbericht zur Umweltradioaktivität und zur Strahlenexposition, Bundesamt für Gesundheit. (BAG): https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/das-bag/publikationen/taetigkeitsberichte/jahresberichte-umweltradioaktiviaet.html
Albert Gockel und die kosmische Strahlung: https://www.sps.ch/artikel/physik_anekdoten/zwei_pioniere_auf_dem_gebiet_kosmische_strahlung_6/albert_gockel_und_die_kosmische_strahlung/
References:
1 Bundesamt für Gesundheit. Umweltradioaktivität und Strahlendosen in der Schweiz, Jahresbericht 2017. Bundesamt für Gesundheit BAG, Abteilung Strahlenschutz, Schweizerische Eidgenossenschaft; 2018.
2 Rybach L, Bachler D, Bucher B, Schwarz G. Radiation doses of Swiss population from external sources. J Environ Radioact. 2002;62(3):277-86.