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Athen erhält 351 geraubte Antiquitäten von Kunsthandelsfirma zurück
Nach einem langen Rechtsstreit hat Griechenland 351 wertvolle geraubte Antiquitäten zurückerlangt. Wie das Kulturministerium in Athen am Samstag mitteilte, befanden sich die Schätze im Besitz einer berüchtigten britischen Kunsthandelsfirma, die liquidiert wird.
Nach einem langen Rechtsstreit hat Griechenland 351 wertvolle geraubte Antiquitäten zurückerlangt. Wie das Kulturministerium in Athen am Samstag mitteilte, befanden sich die Schätze im Besitz einer berüchtigten britischen Kunsthandelsfirma, die liquidiert wird.
Die Stücke stammen aus der Jungsteinzeit bis zur byzantinischen Zeit. Kulturministerin Lina Mendoni zufolge hat der Rechtsstreit um die Wiedererlangung der geraubten Antiquitäten 17 Jahre gedauert. Bereits 2006 hatten die griechischen Behörden demnach Ermittlungen gegen die im In- und Ausland tätige Firma Robin Symes Limited eingeleitet.
Fund in Genfer Hafen
Symes gilt als eine Schlüsselfigur des illegalen Antiquitätenhandels mit Verbindungen zu Grabräubern. Mitte der 2010er Jahre entdeckten italienische und Schweizer Polizisten einen riesigen Schatz gestohlener archäologischer Artefakte in einem von Symes angemieteten Lagerraum am Genfer Hafen. Das griechische Kulturministerium machte keine Angaben dazu, ob die Rückführungen mit dem damaligen Beutefund in Verbindung stehen.
Zu den Stücken der Antiquitätensammlung gehören eine Stauette aus weissem Stein aus der Jungsteinzeit aus dem Jahr 4000 v. Chr., eine kykladische Figur aus der Zeit zwischen 3200 und 2700 v. Chr., eine beschädigte Marmorstatue aus der Zeit 550-500 v. Chr. und eine fragmentierte Bronzestatue des jungen Alexanders des Grossen aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Auch zahlreiche Keramikfragmente werden repatriiert.
Auf der ganzen Welt verstreut
In Museen und Privatsammlungen auf der ganzen Welt verstreut befinden sich noch unzählige weitere geraubte Kunstwerke und Antiquitäten aus Griechenland, um deren Wiedererlangung die Regierung in Athen kämpft. Ein hochsensibles Thema ist die Rückgabe der Elgin Marbles, einem grossen Relief aus Marmor, das auch als Parthenon-Fries bekannt ist und sich im Britischen Museum in London befindet. Zu diesem Thema sollen Verhandlungen zwischen dem Museum und der griechischen Regierung im Gange sein.
Laut London hat der britische Diplomat Lord Elgin den Marmor-Fries 1802 «legal erworben» und an das British Museum verkauft. Die griechische Regierung spricht jedoch von Plünderung.
Erst im März gab Papst Franziskus drei Fragmente des Parthenon-Fries aus dem Vatikanbesitz als «Geste der Freundschaft» an Griechenland zurück. Das Parthenon ist eines der berühmtesten Baudenkmäler des antiken Griechenlands. Für den gesamten Parthenon-Fries ist im griechischen Akropolis-Museum ein freier Raum reserviert.