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Champagne Pommery
„Gott, ist das Alltagsleben schön!“
Dieser Satz stammt von Madame Pommery. Und es wundert mich überhaupt kein bisschen, dass die Firma einer Frau, die mit diesem Satz bekannt ist, bereits vor 180 Jahren ein prosperierendes, innovatives Unternehmen war, und bis heute weltweit erfolgreich ist.
Foodfreaks durfte in die Champagne! Im Rahmen einer Pressereise haben wir viel über die Champagne und die Champagner-Herstellung gelernt und durften einige Domaines besuchen. Wir waren bei Laurent-Perrier, Vranken-Pommery, Philipponnat und Eric Rodez. Erläuterungen und Hintergründe findet ihr in unserem allgemeinen Artikel – sagt Bescheid, wenn etwas fehlt!
Ihren Anfang nahm die Geschichte von Madame Pommery im Jahr 1858, als nach dem Tod ihres Ehemannes Jeanne Alexandrine Louise Pommery die Leitung und die Geschicke des Hauses in die Hand nahm. Eigentlich durfte eine Frau damals kein Unternehmen halten oder führen. Aber immerhin waren die Franzosen im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern so fortschrittlich, dass sie zumindest Witwen gestatteten, nach dem Tod des Ehemannes die Geschäfte weiter zu führen, wenn dies für das Überleben der Familie erforderlich war und die Öffentlichkeit durch den Namenszusatz „Veuve“ (franz.: „Witwe“) angemessen vorgewarnt wurde. In diesem Umfeld schaffte es La Veuve Pommery, sich durchzusetzen, obwohl sie ungewöhnliche Methoden einsetzte, die es noch nie gab.
So entschied sie sich zum Beispiel bereits vor weit mehr als 100 Jahren, ihr Weinhaus und die Weinkeller der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und öffnete diese für Besichtigungen. Natürlich waren alle Männer im Business umgehend davon überzeugt, dass dies ihren sofortigen Ruin bedeuten würde, wäre doch kein Firmengeheimnis mehr sicher. Das hat sich nicht bewahrheitet. Statt dessen ist eingetreten, was La Veuve Pommery damit bewirken wollte. Die Kunden dankten ihr ihre Offenheit mit Loyalität und einer Verbundenheit gegenüber der Marke, die zu einem beachtlichen Wachstum führte.
Um ihren Kritikern zu beweisen, dass ihre Geschäftstrategie erfolgreich war und sie unablässig neue Märkte erschliessen konnte, hat La Veuve Pommery in ihren Kellern jeweils den Namen einer neuen Stadt an der Wand angebracht, wenn sie dort ihre Champagner verkaufen konnte. Durch die Kellerbesichtigungen wurden diese geschäftlichen Erfolge für alle sichtbar. So konnten selbst die hartnäckigsten Kritiker nach einigen Jahren zum Verstummen gebracht werden.
Eine weitere Innovation, die von La Veuve Pommery erfunden wurde, war die Entwicklung des „Pommery Nature 1874“. Madame Pommery erkannte auf ihren Reisen, dass auf dem Markt ein Bedürfnis nach einem weniger süssen und statt dessen frischen und eleganten Getränk aufkam. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, erntete sie die Trauben später, verlängerte die Reifezeit in den Kellern und veränderte die Dosage, indem sie den Zucker stark reduzierte oder sogar ganz wegliess. Daraus entstand der erste Champagner der Geschmackskategorie „Brut“. Schnell hat sich dies auch bei den anderen Champagnerhäusern durchgesetzt.
Bereits La Veuve Pommery war eine Kunstliebhaberin. Sie hat vom Künstler Gustave Navlet Wandreliefs in den Kellern anbringen lassen, die dieser bei Kerzenlicht (damals gab es noch kein elektrisches Licht) hergestellt hat. Und sie hat von weiteren Künstlern Kunst gesammelt, und diese in den insgesamt 18 km Kellern des Hauses Pommery ausgestellt.
Auch heute finden noch regelmässig Ausstellungen moderner Kunst in den Kellerräumen statt – und an vielen Ecken des Kellers ist noch heute Kunst angebracht, zum Beispiel in Form von unzähligen Mäusen:
Das alte Anwesen, in dem die Firma immer noch sitzt und wirtschaftet, wurde im Jahr 2015 offiziell als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt. Inzwischen ist Pommery eines der grössten Häuser der Champagne, welches professionelle Führungen anbietet und ein klein wenig den Charakter des Disney-Schlosses in der Champagne trägt.
Die Räume in der Domaine Pommery kann man übrigens mieten, sowohl für kleine als auch für grosse Anlässe und Gruppen. Und wir können aus erster Hand berichten, dass die kulinarischen Genüsse, die das Haus Pommery für derartige Anlässe auftischt, sich durchaus mit den berühmten Champagnern dieses Hauses messen können.
Wir haben die folgenden Champagner probiert:
Pommery Blanc de Blanc
Ausschliesslich aus Chardonnay-Trauben gekeltert. Schön frisch und leicht mit Minze und Apfelnoten und im Abgang vanillig anmutenden Briochetönen. Köstlich zu einem Apero!
Pommery Rosé Apanage
Das ist sicherlich einer der hellsten Rosé Champagner, die es gibt. Meine Lieblingsfrucht Quitte findet sich dort geschmacklich ebenso wieder, wie Erdbeeren mit Sahne, und leichte Grapefruit-Noten im Abgang.
Pommery Brut Apanage
Feinste kleine Perlen und feinwürzige Zitrusnoten ergänzen eine ausgewogene Mineralität und eine fein abgerundete Säure.
Pommery Cuvée Louise 2004
Dieser Champagner lag von 2004 bis 2017 auf der Hefe, irgendwo versteckt in den insgesamt 18 km Kellern des Hauses Pommery, und wir finden, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Die Hefe hat einen sehr cremigen Ton entwickelt, der auf der Zunge durch Hagebutten-Noten abgerundet wird. Entwickelt sich sehr leicht zu einem Favoriten!
Pommery Grand Cru Millésime 2006
Die Reben für diesen Champagner stammen ausschliesslich von Rebstöcken aus Lagen mit Süd-Ost-Ausrichtung. Nur wenn die Qualität der Trauben aus einem Jahr für ausreichend empfunden wird, werden diese zu einem Jahrgangschampagner verarbeitet. Neben ausgewogenen mineralischen Tönen sind deutlich reife Zitrusfrüchte und dunkle Walderdbeeren erkennbar.
Informationen
Vranken-Pommery Monopole
5, Place Général Gouraud
BP 1049
51689 Reims Cedex 2
Frankreich
Telefon: +33 3 26 61 62 63
Besucht am 15.10.2018
Pommery bietet Besuche und Führungen auch für Einzelpersonen und kleinere Gruppen an.
FoodFreaks wurde vom Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne (CIVC) zu der Pressereise in die Champagne eingeladen. Bei Vranken-Pommery wurde FoodFreaks zu einer Champagnerverkostung und einem Abendessen eingeladen.
FoodFreaks nimmt diese Einladungen gerne entgegen, da ansonsten diese Berichte wesentlich seltener möglich wären. Dennoch schreiben wir unsere Meinung und lassen uns von der Einladung nicht beeinflussen!