Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03189.jsonl.gz/2741

Freizeitlabor von Rolf Springer aus Kilchberg ZH im Dachgeschoss an der Jungstrasse 7. Wie bereits unter Rolf Springer kurz erwähnt, betrieb er seit Sommer 1967 und bis etwa 1973 ein Labor, so seine Bezeichnung für den grossen Mansardenraum, in welchem er zahlreiche seiner Aktivitäten konzentrierte, welche er zu Hause aus Platz- und anderen Gründen nicht betreiben konnte. Fotos zu diesem Beitrag siehe unter Springer, Rolf!
Sanitäre Einrichtungen
Das Labor hatte kein WC, sodass zum vornherein fest stand, dass die Arbeit immer wieder durch einen Besuch der Bahnhoflatrine in Örlikon unterbrochen werden musste. Rolf hatte dann meist die Idee, in einer nahen Beiz ein Bier zu trinken und das kleine Geschäft im WC des Restaurants zu erledigen. Dieser Umstand brachte nicht selten die Forschung im Labor völlig zum Erliegen, da sich die Restaurantbesuche meistens in die Länge zogen.
Es waren die nachfolgenden Projekte, welche im Labor Springer zur Realisierung kamen:
Schwerwassermoderator
Vorgeschichte:
Rolf hatte eine recht ernsthafte wissenschaftliche Ader, auch wenn er diese «nur» autodidaktisch entwickelte. Unter vielen anderen Experimenten stach vielleicht jenes vom Winter 1966/1967 am stärksten ins Auge, wo er allen Ernstes beabsichtigte, schweres Wasser selber herzustellen. Er wandte sich an mich mit einem im Kopfe bereits ausgedachten Lösungsweg und bat mich wegen meiner Laborerfahrung um Mithilfe. Seine Hilfe bestand dann aus dem Einbringen der Idee und der Finanzierung und meine Aufgabe war es, die Pläne zu zeichnen und die Teile für die Apparatur einzukaufen, aufzubauen und in meiner Küche (!) an der Hohlstrasse 9 zum Laufen zu bringen. Gekauft habe ich alles bei «Christoffel, Laborbedarf» in der Gegend der Zentralstrasse. Gesagt, getan. Schon nach wenigen Tagen lief die erste Anlage und lieferte das angeblich mit Deuterium angereicherte Wasser, jedoch konnte man auf der teuren Laborwaage, welche Rolf als Occasion so ganz nebenbei erwarb, nicht den geringsten Gewichtsunterschied gegenüber Hahnenwasser feststellen. Er hat sich nie darüber geäussert, wieviel er für die Waage hinblätterte, doch dürfte es dürfte es eine schöne Stange Geld gewesen sein. Nach diesem Misserfolg entwarf Rolf eine dreistufige Anlage, welche ich wiederum zeichnete, das Zubehör einkaufte und aufbaute. Auch diese Anlage lief rein funktionell zur vollen Zufriedenheit, lieferte aber ebenfalls nicht jenes 10'000stel Gramm Deuterium, welches er im Minimum anstrebte.
Da sagte ich ihm mehr zum Spass, dass man eben eine siebenstufige Destillationsanlage bauen müsste, um Ergebnisse im messbaren Bereich zu erzielen. Nach einem Monat Arbeit lief auch diese Anlage. Sie brodelte und zischte und zwischendurch liefen Pumpenmotoren. Sicherheitshalber liessen wir die Küchenfenster offen, verschlossen sie aber mit den Henkeln der Holzläden. Das bewog dann den interessierten Hauswart, während meiner Abwesenheit einmal gewundrig hinter die Läden zu gucken, um zu erforschen, was denn da so blubberte und gluckste. Was er sah, löste beim ihm Angst und Schrecken aus und liess ihn befürchten, dass eines Tages das ganze Haus in die Luft flöge. Er benachrichtigte sofort die Hausbesitzerin Frau May, welche mir noch am gleichen Abend höchst persönlich den Betrieb der Anlage in der Mietwohnung verbot.
Nachgeschichte
Daraufhin mietete Rolf eine Dachkammer in Seebach an der Jungstrasse 7 im 6. Stock und die ganze Anlage wurde dorthin verfrachtet, neu aufgebaut und in Betrieb gesetzt. Leider kam sie gar nie zum Destillieren, da die Betriebstemperatur mit der vorgesehenen Heizung nicht erreicht werden konnte. Ausserden gab es immer wieder Störungen mit dem Pumpenmotor, einem Getriebemotor des Typs Monoperm mit Richard-Getriebe der Firma Marx. Er stammte noch aus meiner Bastlerzeit um 1960. Er vertrug das häufige Ein- und Ausschalten nicht, sodass die Kohlenbürsten verstaubten und der Motor den Betrieb einstellte. Aus Kostengründen war das dann das Ende der Springer'schen Schwerwasseraufbereitung, aber nicht das Ende des Labors Springer.
Brennhafen
Da er jedoch von der Destillationsanlage an sich sehr begeistert war, suchte er dafür einen neuen Einsatzzweck in Form einer Schnapsdestillation, musste jedoch bald erkennen, dass von der alten Anlage nur wenige Teile verwendet werden konnten. So bekam ich den Auftrag, das Grundprinzip der Schnapsdestillation mit bereits vorhandenen Teilen von anderen Projekten zu erproben, was dann mit einem Elektro-Réchaud, einem Dampfkochtopf ohne Ventil, einem Stück Gartenschlauch, einer Kühlschlange, einem offenen Kühlkreislauf und einem Auffangbecher zur Erprobung gelangte. Der von ihm entworfene Brennhafen sah zwar eher wie ein Gschwelltikochtopf aus und lieferte einen Schnaps, welcher den Geschmack des Gartenschlauchs mitbekam, welcher als Zwischenstück zwischen Kochtopf und Kühlschlange eingesetzt war.
Mit Hilfe eines mir nicht bekannten jungen Chemikers baute er dann eine zweite Anlage auf, die aber sehr viele Anleihen von einer Erdöldistillerie besass und gar nicht so romantisch wie ein «petit alambic» aussah, welches es für diesen Zweck eigentlich auch getan hätte. Das Resultat war, dass die Anlage, welche ihm der Chemiker zum Kauf empfahl, immer nur recht kurze Zeit arbeitete und dann bald einmal von der Maische verstopft war und aufwändig geputzt werden musste. Nach der Produktion von wenigen Dezilitern Zwetschgenschnaps, welcher stark nach fauligem Vorlauf schmeckte und Methylalkohol enthielt, den man besser nicht trank, fristete die Anlage nur noch einen Dornröschenschlaf und ging später günstig an einen Interessenten weiter.
Auf der Zungenspitze kosteten dann einige seiner Kollegen von seinem «Eau de vie de pruneaux», doch hielt er sie wohlweislich davon ab, mehr zu kosten, denn Methylalkohol ist 'extrem ungesund'. Dass man zum Brennen eine Lizenz benötigte, wusste er zwar, doch er hatte nie die Absicht, Schnaps herzustellen oder gar unter die Leute zu bringen. Ihn interessierte einfach der Brennvorgang. So interpretierte er seine Brennerei als gewöhnliche Destillation, wie sie in vielen Labors durchgeführt wurde und wäre nie auf die Idee gekommen, sich um eine Lizenz zu kümmern.
Mäusezucht und Boa constrictor
Weil Rolf Springer irgendwo eine Boa constrictor als Haustier sah, fand er, dass ein solches Haustierchen sicherlich ganz originell zu ihm passen würde. Der Kauf des Tiers war kein Problem. Schwieriger war dann die Beschaffung des Futters für das langsam grösser werdende Tier. Als er in seinem Zoogeschäft keine jungen Mäuse mehr bekam, weil der Verkäufer allmählich ahnte, dass er sie nur zu Futterzwecken erwerben wollte, beschloss er, eine eigene Mäusezucht aufzubauen, um die Scherereien in der Zoohandlung zu vermeiden. Bald standen zwei Prototypen mit vier bzw. sieben Verschlägen auf seinem Labortisch. Dabei erwies sich das siebenteilige Modell als das geeignetere. Nun galt es, die Mäusezucht effizient zu organisieren. Es wurden in jeden Verschlag ein Mäusepaar untergebracht, welches die Aufgabe hatte, sich zu vermehren, was stets recht schnell gelang.
Um die Aufzucht nicht zu gefährden, musste Rolf nun täglich durch die halbe Stadt fahren, um die Tiere mit frischem Futter, Wasser und Sägemehl zu versehen und zusätzlich noch die Verschläge putzen, was ihm bald einmal zu anstrengend wurde. So bekam ich den Auftrag, einen Fütterungsautomaten zu bauen, den ich wohlweislich für 49 Futterportionen auslegte. Die Wassertöpfchen ersetzte ich durch aufgehängte Wasserflaschen, an welchen die Mäuse das Wasser heraus saugen konnten. Damit war es dann möglich, die Tiere nur noch am Wochenende zu besuchen, da der Futtervorrat für sieben Tage reichte. Auch beim Bau dieses Automaten, welcher recht aufwändig gebaut werden musste, galt es wieder, von früheren Experimenten übrig gebliebene Geräte weiter zu nutzen. So baute ich eine Anlage, welche dutzendweise aus seinen alten Stockys-Baukastenteilen aus seiner Kinderzeit bestand und welche vom Niveauregler des Schwerwassermoderators, einem alten Kleinbahn-Trafo, einem Untersetzungsgetriebe von einem alten Teleskop angetrieben wurde und zur Freude aller recht gut funktionierte, da sie aus erprobten Teilen bestand.
Da die Tiere nicht ganz geruchlos zu halten waren und das ganze Treppenhaus nach ihnen roch, musste ich eine Belüftungsanlage bauen, die möglichst nichts kostete. So verwandelte sich Rolfs alter Lenco-Plattenspieler-Motor in einen Ventilatorantrieb, welcher an der Dachluke montiert wurde, was dann geruchlich eine Entlastung des Treppenhauses brachte, den tschechischstämmigen Hauswart namens Odehnal aber immer noch nicht so ganz überzeugen konnte. Immerhin tolerierte er nun den leichten Restgeruch, welcher nicht völlig zu beseitigen war. Der Lenco-Plattenspielermotor überlebte Wind und Wetter, Sommer und Winter und lief noch, als Rolf das Labor nach etwa sechs Jahren schloss. Er hatte zum Schluss weit über 25'000 Laufstunden auf dem Buckel. Dies ist als Hinweis zur damaligen Lenco-Qualität zu verstehen. In seiner besten Zeit besass Rolf Springer 232 Mäuse und das bei einem «Verschleiss» seitens der Boa von etwa 5 Mäusen pro Woche in ihrem letzten Lebensjahr! Da die Boa um 1969 verstarb, bestand Hoffnung, dass es ab sofort im Labor nicht mehr wie in einem Geissenstall roch, sodass wieder eher Kollegen Spass hatten, mit Rolf zusammen zu forschen. Das war allerdings ein Trugschluss, wie das nächste Projekt zeigt.
Chinchillazucht
Rolf hatte nie die Absicht, eine Chinchillazucht zu beginnen. Dennoch standen eines Tages zwei Käfige mit solchen Tieren in seinem Labor. Ebenfalls dabei waren die Gitter und Drähte für den Bau weiterer 20 Käfige. Die vier Chinchillas waren eine Leihgabe seitens eines mir nie bekannten Aussenseitertyps, welcher glaubte, damit viel Geld verdienen zu können. Rolf ist ihm vermutlich in einer Bar bei einem Bier in fortgeschrittener Stimmung irgendwann im Jahre 1969 aufgesessen. Da die Tiere noch viel mehr stanken als die Mäuse, blieb alles beim alten Zustand. Ich musste für Rolf sogar den Zeitschaltautomaten an der Eigenbaulüftung demontieren und auf Dauerlüftung umstellen. Den Zeitschaltautomaten hatte ich seinerzeit einbauen müssen, damit der Lärm des Ventilators nachts niemanden stört. Nun war der Lärm des Ventilators plötzlich das kleinere Übel. Aus der Erinnerung heraus reklamierte der Hauswart aber wieder vermehrt wegen des Tiergeruchs im Treppenhaus und so verschwanden die Chinchillas so schnell aus dem Labor, wie sie aufgetaucht waren. Das war ein Segen. Über den Verbleib der Tiere ist der OGS nichts bekannt.
Schiessübungen
Eines schönen Tages um etwa 1970 lag bei einem meiner Besuche zum Nachfüllen des Mäusefütterungsautomaten in Rolf Springers Labor plötzlich ein Luftgewehr, eine Packung Bleikügelchen und ein Stapel Zielscheiben auf dem Arbeitstisch. Wie sich dann zeigte, trainierte er regelmässig im Labor mit dem Gewehr. Wie fleissig er übte, erkannte ich an der grossen Zahl von flachgedrückten Bleikügelchen im Kugelfang hinter der Zielscheibe, aber auch an dem Stapel verschossener Zielscheiben, welche sich auf dem Tische türmten. Da das Labor aber höchsten etwa 8 bis 10 Meter Schiessdistanz zuliess, fragte er mich, ob ich mit ihm auf die Suche nach einem Schiessplatz im Freien mitkäme.
So besuchten wir die Kiesgrube Süd in Seebach, welche ich aus der Jugenderinnerung für einen geeigneten Schiessplatz hielt, doch war diese dann bereits renaturiert und die Zufahrt verboten. So fuhren wir ins Säuliamt und suchten dort nach einem geeigneten Platz. Doch so lange wir auch suchten, im Kanton Zürich fanden wir keinen einzigen unbesiedelten Winkel, der weit genug von Häusern, Menschen und dergleichen entfernt war. Unverrichteter Dinge kehrten wir zurück, betraten das Restaurant Landhus und vertrieben uns den Hunger mit russischen Eiern und einem Bier.
Danach schoss Rolf, in Ermangelung einer anderen ihm genehmen Art, weiterhin im Labor. Den Beitritt zu einem Schiessklub kam für ihn wegen der Umtriebe nicht in Frage. Das Luftgewehr schenkte er mir 1973, wo es dann für mehrere Jahre das Wohnzimmer schmückte, ehe es an einen gemeinsamen Bekannten aus der Kart-Klub-Zeit weiter ging.
Bau eines Newton-Teleskops
Bereits im Jahre 1966 kaufte ich vom Seebacher Ronald Blattmann für Fr. 500.-- ein Newton-Spiegelteleskop mit 150 mm Spiegeldurchmesser und 1200 mm Brennweite. Es handelte sich ein hervorragend verarbeitetes Teleskop nach Badener Vorbild. Dieses Teleskop verkaufte ich später an Rolf Springer, der beabsichtigte, es mit einer guten parallaktischen Montierung, ebenfalls nach dem Badener Vorbild, zu ergänzen und später mit mir zusammen zu betreiben. Nach dem Besuch einer Vorführung in der Sternwarte Urania in Zürich und einem kurzen Fachgespräch mit dem dortigen Führer war Rolf überzeugt, dass der Kauf einer Badener Montierung, auch wenn sie damals über Fr. 2'000.-- kostete, der einzig richtige Weg sei.
So brachte Rolf das Teleskop in sein Labor und begann mit dem Studium der Unterlagen, welche er beim Verkäufer anforderte. Vorgesehen war, dass das Teleskop mit samt allem Zubehör, wie Astrokamera, Sucherfernrohr, elektrischer Nachführung selber getestet und fein justiert wurde, um sich im Umgang mit den Geräten in aller Ruhe vertraut zu machen. Als Astrokamera sollte seine Canon FTb dienen, für welche er einen Adapter zu kaufen gedachte. Da Rolf zu dieser Zeit gerade mehrere Projekte laufen hatte, die viel Geld verschlangen, verschob er das Projekt Teleskop auf den Sankt Nimmerleinstag. Rolf zeigte aber dennoch die weitere Zukunft konkret auf, indem er ankündigte, in absehbarer Zeit ein Haus bauen zu wollen, wo dann auf dem Dach ein runder Astrodom für das Teleskop erstellt werden sollte. Ich betrachtete von da an das Projekt Newton-Teleskop als provisorische Planungsleiche.
Es ist noch anzufügen, dass Rolf, wenn auch um einige Jahre verspätet, sein Haus an bevorzugter Stelle für Himmelsbeobachtungen tatsächlich baute und auch den Astrodom nicht vergass. Der Rundbau diente vorläufig als Treppenhaus und darüber hätte dann die Kuppel nachträglich erstellt werden sollen. Da sich bald nach den Bau des Hauses bereits die ersten Schwierigkeiten mit seiner Firma abzuzeichnen begannen, musste er das Projekt mit dem Bau der Kuppel und den Kauf der parallaktischen Montierung weiter hinaus zögern. Spätestens aber 1989 wurde das Projekt dann zur definitiven Planungsleiche.
Mikroskopieren
Rolf Springer besass aus seiner Jugendzeit noch ein kleines Fünfzigfrankenmikroskop, welches er einmal zu Weihnachten bekam. Daneben besass er immer noch eine teure Laborwaage aus der Zeit des Schwerwassermoderators, welche im Stande war 1/10'000 g zu messen. Damit, so glaubte er, könnte er Zellforschung betreiben. Er begann, Pflanzenblätter, tote Mäuse und Hahnenwasser zu untersuchen. Auch kaufte er ein Fachbuch und zwar «Knaurs Buch der modernen Biologie», um daraus zu lernen. Das Buch landete später bei mir und lebt daher fast zwangsläufig immer noch. Er strebte an, die DNA und die Gene zu untersuchen, doch da dies nicht mein Fachgebiet war, ist nicht bekannt, wie weit er mit seinen Forschungen kam. Er erzählte von jenem jungen Chemiker, welcher ihm seinerzeit beim Bau des Brennhafens einmal beistand und dass dieser Interesse gezeigt hätte, nebenberuflich für ihn zu forschen. Rolf kaufte jedenfalls noch ein neues, sehr teures Mikroskop, welches stets mit einer Plastikhaube zugedeckt, auf seinen Einsatz wartete. Für sich alleine hat dieses aber keine Forschung betrieben, sondern nur vergeblich darauf gewartet, dass Forschung betrieben würde. Rolf hätte nämlich noch eine Zentrifuge, einen zweiten Arbeitstisch, ein Pult, eine Rechenmaschine und zahlreiche kleinere Gerätschaften und Glaswaren nebst den dazugehörenden Gestellen kaufen müssen, um den jungen Chemiker bei Laune zu halten und das Arbeiten erst zu ermöglichen. Der Einsatz des Chemikers liess dann auf sich warten, da Rolf keine Möglichkeit sah, ihn substanziell zu entlöhnen und an einer Nebenarbeit ohne Bezahlung war dieser nicht interessiert. Ausserdem wollte der Chemiker auch noch wissen, wie hoch der Forschungsetat im Jahr wäre.
Epilog
So kam Rolf rasch wieder auf den Boden der Realität zurück und arbeitete fortan wieder rein auf Hobbybasis mit seinen gewohnten Kollegen zusammen, was aber auch bedeutete, dass die «Arbeit» bald einmal ins Restaurant oder in eine Bar verlegt wurde und die «Forschung» sich auf andere «Fachgebiete» verlagerte. Das Labor döste die letzten Jahre daher mehr vor sich hin, als dass darin, dem Namen entsprechend, gearbeitet worden wäre. Es gab noch einige weitere Forschungsarbeiten, welche Rolf im Labor in Angriff nahm, doch konnte er mangels personeller Resourcen nicht mehr an die anfängliche Aufbruchstimmung anknüpfen, war er doch bereits in einem Alter, wo die meisten seiner Kollegen verheiratet waren und keine Zeit mehr hatten, mit ihm Projekte durch zu ziehen. So endete Rolf Springers Labor, Irrtum vorbehalten, irgendwann im Jahre 1973. Wie er die Räumung und die Verwertung durchführte, entzieht sich meiner Kenntnis ebenso wie alle nicht durchgeführten Projekte, die er nicht weiter verfolgte, wenn er keinen Interessenten fand, der für ihn die Arbeit erledigte.