Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03199.jsonl.gz/2129

Der Korrutionsskandal um die usbekische Präsidententochter Gulnara Karimowa weiter sich aus. Die Schweiz hat auf Wunsch von Washington ein weiteres Konto mit möglichen Schmiergeldern gesperrt.
Im Zusammenhang mit der Geldwäscherei-Affäre um die usbekische Präsidententochter Gulnara Karimowa hat die Schweiz auf Gesuch der USA eine weitere Kontensperre angeordnet. Karimowa und ihr Umfeld werden verdächtigt, für die Vergabe von Mobilfunklizenzen in Usbekistan Korruptionsgelder kassiert zu haben.
Raphael Frei, Sprecher des Bundesamts für Justiz (BJ), bestätigte am Samstag einen entsprechenden Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung». Das Gesuch aus den USA traf bereits am 27. März in Bern ein; die Sperre wurde am 10. Juni angeordnet.
Bereit über 800 Millionen Dollar eingefroren
Zum Volumen der Gelder konnte Frei keine genaueren Angaben machen. Sie lägen allerdings sicherlich unter den 640 Mio USD, von denen das US-Blatt «Wall Street Journal» geschrieben hatte. Es sei auch möglich, dass es sich teilweise um dieselben Vermögenswerte handle, die bereits durch die Bundesanwaltschaft (BA) eingefroren worden seien.
In der Schweiz ermittelt die BA gegen Karimowa und fünf weitere Personen wegen des Verdachts auf Geldwäscherei. In diesem Zusammenhang wurden bereits Vermögenswerte von über 800 Mio CHF beschlagnahmt. Die gesperrten Gelder könnten dabei aus mutmasslich unrechtmässigen Vorgängen im usbekischen Telekommunikationsmarkt stammen.
Villa von Präsidententochter durchsucht
Das Strafverfahren wurde im Juli 2012 eröffnet. Zu Beginn der Ermittlungen besass Karimowa als ständige Vertreterin Usbekistans bei der UNO in Genf noch diplomatische Immunität. Als sie 2013 bei ihrem Vater in Ungnade fiel und als UNO-Botschafterin abberufen wurde, konnte die Bundesanwaltschaft ihre Ermittlungen auf die Präsidententochter ausweiten.
(sda/mbü)