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Kubatur
Kubatur
3'120 m3 nach SIA 416
Baubeginn
November 2007
Fertigstellung
August 2009
ArchitektIn / Achitektenteam
Miller & Maranta AG, Basel
Bauingenieur
Conzett, Bronzini, Gartmann AG, Chur
Das Grundstück liegt an idyllischer Lage zwischen einer Gesteinsrippe aus Nagelfluh und dem Ufer eines Schweizer Sees. Das neue Anwesen stellt sich selbstbewusst auf die natürliche Geländekante, welche sich zwischen der Felswand und dem topografischen Gefälle Richtung See gebildet hat und macht diese zum Thema des Entwurfs. Das Gebäude schmiegt sich im rückwärtigen Bereich an die Felskante und öffnet sich zum See hin mit grossen Verglasungen.
Im Eingangsgeschoss sind die Wohnräume von Ost nach West in einem differenzierten Raumkontinuum aufgereiht und zur Aussicht hin orientiert. Die Haupträume öffnen sich zu grossen überdachten Terrassenflächen. Über eine offene Treppenanlage erreicht man aus der Eingangshalle das untere Geschoss, welches in direktem Bezug zum Garten steht und die Schlafräume aufnimmt.
Die raumhohen Fenster mit bronzenen Rahmen verstärken den Bezug zur Umgebung. Die zurückhaltende Farbigkeit bindet das Gebäude über die Strukturierung der Oberflächen in die Umgebung ein. Das Innere des Gebäudes ist mit ausgesuchten hellen Materialien ausgekleidet, welche in Bezug zur entsprechenden Nutzung stehen. Terrazzoflächen und marmorhaltige Kalkputze in den öffentlicheren Bereichen und Parkettflächen aus Platane und gestrichenes Baumwollgewebe in den Schlafräumen. In den Bädern wird die warme Raumstimmung durch die präzise geschnittenen, raumhohen Kalksteintafeln fortgesetzt.
Die Tragstruktur des zweigeschossigen Hauptgebäudes besteht aus Stahlbeton. Die gefaltete Dachfläche ist ebenfalls in Beton ausgeführt und kragt seeseitig bis zu 6 m entlang der gesamten Gebäudelänge aus. Die gefaltete Dachfläche ist steifer als eine gleich dicke, flach ausgeführte Decke. Diese Tatsache wird statisch genutzt und das Dach als Faltwerk ausgebildet, das lokal mit Hilfe von Vorspannkabeln verstärkt wird. Eine Randverstärkung gleicht zusätzlich die Verformungen des Dachvorsprunges aus. Die Dachlasten werden hauptsächlich von der inneren Längswand im Obergeschoss getragen. Diese stützt sich direkt auf die Querschotten im Erdgeschoss ab.
Der Neubau ist im anstehenden Molassefels fundiert. Seeseitig fällt die Felsoberfläche stark ab. Die Gebäudelasten werden in diesem Bereich mittels Mikrobohrpfählen in den Fels eingebunden.
Für die Stahlbetonstruktur im Inneren des Gebäudes wurde eine übliche Betonmischung gewählt. Die Aussenschicht (Wände und Dach) wurde mit einer objektspezifisch zusammengesetzten Betonmischung erstellt. Die Anforderungen an diese Betonmischung waren sehr hoch und an verschiedenen Mustern wurden die technischen Eigenschaften und das Aussehen erprobt und optimiert. Der leicht eingefärbte und mit Höchstwasserdruck (bis 2’000 bar) bearbeitete Sichtbeton macht das Konglomerat der Zuschlagstoffe – Lava-Schotter und Andeerer-Granit – sichtbar.
Das Gebäude wird mit einer Erdsonden-Wärmepumpe beheizt und verfügt über eine Komfortlüftung für sämtliche bewohnten Räume. Im stark sonnenexponierten Obergeschoss werden die Dachflächen im Sommer über ein TABS-System leicht gekühlt.