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Schwachsichtigkeit
(Amblyopie), Schwäche des Sehvermögens, geht in allen erdenklichen Abstufungen in die völlige Blindheit (Amaurosis, schwarzer Star) über und besteht darin, daß infolge verschiedenartiger anatomischer Störungen die Nervenhaut des Auges für Lichteindrücke unempfindlich oder die Leitung im Sehnerv unterbrochen oder das Zentrum des Sehnervs innerhalb des Gehirns unfähig geworden ist, Lichteindrücke in sich aufzunehmen. Die S. ist also in der Mehrzahl der Fälle nur ein Symptom, welches sich zu den verschiedensten anatomischen Störungen des Auges, des Sehnervs und des Gehirns hinzugesellen kann.
Hierher gehört auch diejenige S., welche durch Nichtgebrauch des Auges allein zu erklären ist, wie diejenige, welche man fast immer bei dem schielenden Auge [* 2] findet (amblyopia ex anopsia). Dieses Übel unterscheidet sich von dem Unvermögen, in der Nähe feinere Gegenstände zu sehen, der sogen. Weitsichtigkeit, welche im gewöhnlichen Leben auch oft als ein »Schwächerwerden der Sehkraft« betrachtet wird, insofern, als letztere durch optische Hilfsmittel (Brillen) so verbessert werden kann, daß das Sehvermögen ganz normal wird, während bei der eigentlichen S. optische Mittel so wenig nützen, daß feinste Druckschrift nie damit gelesen werden kann.
Schwachsichtige sind sehr kurzsichtig und halten alle Gegenstände sehr nahe oder neigen das
Gesicht
[* 3] den Gegenständen zu,
die sie betrachten wollen.
Gräfe nennt dies
Kurzsichtigkeit aus S. (myopia ex amblyopia), die aber nie, wie die eigentliche
Kurzsichtigkeit, durch konkave, sondern im Gegenteil eher durch schwache konvexe
Linsen (Vergrößerungsgläser) korrigiert
wird. Die genaue Unterscheidung und zweckmäßige Behandlung muß einem Augenarzt überlassen werden.
Vgl.
Star, schwarzer.