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Eschenberg, Restaurant und Hof
Landgasthof zum Eschenberg
Eschenbergstr. 1
8400 Winterthur
052 232 54 33
Nachdem die Stadt bereits 1725 mehrere Häuser auf dem Eschenberg erworben hatte, richtete sie 1846 im damaligen „Silberhaus“ eine Wirtschaft ein. Der Restaurant-Betrieb ist seither in der mehrmals renovierten und umgebauten Liegenschaft durch Pächter immer aufrechterhalten worden. Nachdem 1990 nebenan ein neuer Bauernhof gebaut wurde, dient das Haus nur noch der Gastronomie. Nach Verkauf durch die Stadt ist es seit 2005 in Privatbesitz.
Das zusammenhängende Waldgebiet des Eschenberges weist mit dem Hof Eschenberg und dem Wildpark Bruderhaus zwei grössere waldfreie Stellen auf. Sie sind bedeutende und nahe Ausflugsziele der Winterthurer Stadtbevölkerung.
Der Hof Eschenberg ist wohl älteren Ursprungs. Es wird vermutet, dass im fünften Jahrhundert die eingedrungenen Alemannen diesen Flecken als Siedlungsraum genutzt hatten.
Der Hof Eschenberg war um Mitte des 13. Jahrhunderts Bestandteil der kyburgischen Grundherrschaft. Hier beginnt auch seine fassbare Geschichte. Dass der Hof damals schon von einiger Bedeutung war, sagt uns der Zins, den er der Herrschaft Kyburg entrichtete: 18 Mütt Kernen, 7 Malter Haber, 10 Schweine, deren jedes 5 Schilling gelten sollte, dazu 5 Schilling für Flachs. Das war mehr als das Doppelte von dem, was andere Höfe dieser Grössenordnung entrichteten.
1264 übergab Graf Hartmann der Ältere von Kyburg - wenige Monate vor seinem Tode - nebst anderen Gütern den Hof Eschenberg an das Chorherrenstift Heiligenberg bei Winterthur. Damit brach ein Stück aus der alten kyburgischen Grundherrschaft heraus. Mehr als ein Jahrhundert besassen die Chorherren den Eschenberg. Aus uralten Rödeln kann man die Namen einiger Bauern erfahren, die mit ihrer Hände Arbeit den Boden bestellten und ihr Vieh auf ihm zur Weide trieben: Cuonrat Bruoder, Hans Rösli, Ruedi Rösli sowie Cuonrat Rösli.
Einer Geschichtsschreibung aus dem Jahre 1569 ist zu entnehmen, dass damals vier landwirtschaftliche Heimwesen auf dem Eschenberg standen:
1. "der grosse Hof" umfasste zwei Häuser,
2. "das Ernisgütli" mit einer Scheune (ohne Wohnhaus),
3. das "Zimmermannsguot" mit einem Haus und
4. "das weitere Gut" mit einem Wohnhaus.
Das ganze Areal umfasste 123 Jucharten Acker unter dem Pflug und etwa 30 Mannwerk Wiesen für Heu und Emd. Das sind mehr als 50 ha, die der landwirtschaftlichen Nutzung offen standen, also mehr als das Doppelte dessen, was die heutige Lichtung umfasst (ca. 18 ha).
Nach der Reformationszeit, in der die Klöster und Stifte auf Zürcher Boden aufgehoben und ihre Güter staatlicher Verwaltung unterstellt wurden, war der zürcherische Amtmann in Winterthur für den Hof Eschenberg zuständig. Im 17. Jhdt. ist die heutige Waldlichtung noch nicht völlig von Wald umgeben gewesen. Über Wies- und Ackerland war der Eschenberg mit dem Hofe Häsental verbunden gewesen. Der Hof Häsental war an der Töss bei Sennhof gestanden.
Der „Eschenberg“ war einst stark bevölkert gewesen. 1724 wohnten auf den damals zwei Höfen 93 Menschen. Die Obrigkeit ergriff drastische Massnahmen und leitete eine Umsiedlung ein, um wieder „geordnete“ Verhältnisse zu schaffen. 1833 wurde der eine Bauernhof abgebrochen und das dazu gehörende Land teils dem übrig bleibenden Hofe zugeschlagen, teils in Wald umgewandelt. Durch Brände und Abbruch wurden die Bauten schliesslich bis auf das "Silberhaus" dezimiert. Es ist nach dem einstigen Besitzer Heinrich Rösli, den den Übername "Silber" trug benannt.
Im Jahr 1725 erwarb die Stadt von den Familien Rösli die damaligen Höfe "Silberhaus", die "Galeere" sowie das "Ernisgütli". Damit gelangte die Stadt in den völligen und uneingeschränkten Besitz aller Eschenberggüter; sie verfügte über alle Gebäude und hatte auch die alten Erblehenrechte nicht mehr zu respektieren. Sie vereinigte nun das Ganze zu einem einzigen grossen Hofkomplex, den sie in zwei Hälften verlieh. Sie schloss zu Lichtmess 1725 mit den neuen Pächtern Hans Ulrich Koblet (geb. 1673) von Eidberg und Ulrich Kupper (geb. 1674) von Buchern, die Handlehenverträge ab. Koblet wohnte in der "Galeere", Kupper im "Silberhaus".
1828 verlassen die Nachkommen von Kupper den Eschenberg, an deren Stelle kam Jakob Müller von Thaa bei Iberg. Als 1833 die Lehenzeit der Familie Koblet zu Ende ging, wurde kein neuer Pächter mehr bestellt; die Stadt brach die "Galeere" ab und forstete viel Kulturland auf, sodass künftig ein Pächter genügte. Es war zunächst Konrad Müller, Sohn des Jakob.
Die Stadt richtete 1846 im einstigen "Silberhaus" eine Wirtschaft ein. Erster Pächter für 12 Jahre wurde Lehenmann Konrad Müller. Nach Ablauf der Pachtzeit übernahm Konrad Müller's Sohn Joachim die Gaststätte; ihm folgte 1868 Heinrich Elliker von Küsnacht. In dieser Familie verblieb sie mehrere Jahrzehnte. Weitere Wirte auf dem Eschenberg waren:
Edwin Bocksberger, Rudolf Anliker und Wilhelm Schweizer. Ab 1950 war die Familie Kupper als Land- und Gastwirt tätig. Die Stadt bemühte sich, aus dem Hofe Eschenberg einen Ausflugspunkt zu machen.
Im Jahre 1906 erbaute sie neben dem Haus für weinselig-romantische Gemüter eine gedeckte Trinkhalle, die auf älteren Bildern und Postkarten mit dem Motto "Gruss aus dem Eschenberg" noch zu sehen ist. Man empfand sie mit der Zeit als überflüssig und verwandelte sie 1948 in eine Garage mit Wagenschopf. 1979 wurde das Restaurant Frohsinn in Wülflingen abgebrochen; die dortige Trinkhalle verlegte man zum Restaurant Eschenberg -
1979 wurde das Restaurant wieder um eine offene Trinkhalle ergänzt. Früher war diese eine Kegelbahn, Baujahr 1895, des Restaurants Frohsinn in Wülflingen gewesen. Als östliche Anbaute dient sie wieder als idealer, überdachter Abschluss der Gartenwirtschaft.
In der zweiten Hälfte des 20. Jhdt. scheiterte eine umfassende Umgestaltung des Bauernhauses zu einem gut gestalteten Restaurationsbetriebes mit Kegelbahn in einer Volksabstimmung. Die Neuerstellung eines neuen Hofes wurde 1990 ausgeführt und das Restaurant im alten Haus renoviert und im bisherigen Rahmen weiter betrieben. 2005 verkaufte der Stadtrat die Liegenschaft und vergab damit die Einflussnahme auf ein wertvolles Naherholungsziel.
Quelle: stadträtliche Weisung Nr. 176 an Gemeinderat vom 22.11.1985