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Rund 1.600 christliche Handschriften aus dem Katharinenkloster im Sinai sind ab sofort frei im Internet zugänglich. Die von der israelischen Nationalbibliothek digitalisierte Sammlung umfasst Manuskripte ab dem 12. Jahrhundert in einer beeindruckenden Vielfalt von zahlreichen Sprachen, darunter Griechisch, Arabisch, Syrisch, Georgisch und Armenisch, wie die Bibliothek (Mittwoch) mitteilte.
Die digitalisierten Manuskripte sind nach Einschätzung von Projektleiter Stefan Litt, Kurator der geisteswissenschaftlichen Sammlung der Nationalbibliothek Israels, „wirklich von unschätzbarem Wert, insbesondere für Wissenschaftler des orthodoxen griechischen Christentums“.
Die Texte beziehen sich hauptsächlich auf das frühe Christentum und die Kirchenväter. Ebenfalls digitalisiert und zugänglich gemacht wurden Fotos des Klosters und seiner Umgebung, die israelische Fotografen kurz nach der Eroberung des Sinai im Sechs-Tage-Krieg von 1967 aufnahmen, sowie kürzlich aufgetauchtes seltenes Farbfilmmaterial von Jacques Soussana.
Die Digitalisierung der Manuskripte wurde demnach dringend nötig, da die ursprünglichen Mikrofilme zu verfallen begannen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Kloster und israelischen Experten geht zurück auf die späten 1960er Jahre, als der Vorläufer der Nationalbibliothek, die Jüdische National- und Universitätsbibliothek, mit Erlaubnis des griechisch-orthodoxen Erzbischofs eine Bestandsaufnahme der Handschriftensammlung des Klosters durchführte und etwa 1.600 Handschriften mikroverfilmte, die bei einer früheren Expedition der U.S. Library of Congress nicht berücksichtigt worden waren.
Die Bibliothek des als Unesco-Welterbe eingetragenen Katharinenklosters gilt in Bezug auf ihre rund 4.500 Manuskripte als zweitwichtigste Bibliothek weltweit nach der vatikanischen. Laut Mitteilung ist es zudem die älteste funktionierende Bibliothek der Welt und seit der Gründung des Klosters durch den byzantinischen Kaiser Justinian I. im sechsten Jahrhundert in Betrieb.
KNA/akr/brg