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Die Installation wurde am Mittwoch enthüllt, kurz nach dem Tag, an dem die Dichterin 100 Jahre alt geworden wäre (1.11.). Das Denkmal verwendet ihr Gedicht «Winterantwort» als Schriftzug, der in einem ausgestanzten Metallband am Geländer der Schwedenbrücke entlangläuft.
Der Text erinnert an Aichingers jüdische Grossmutter, die im NS-Vernichtungslager Maly Trostinez getötet wurde. Im Jahr 1942 musste die junge Frau von der Schwedenbrücke aus mitansehen, wie die Grossmutter und zwei enge Verwandte in einem LKW abtransportiert wurden.
Mit ihren Erzählungen, Gedichten und Hörspielen gehört die 2016 gestorbene Aichinger zu den berühmtesten Nachkriegsautorinnen im deutschsprachigen Raum. Die Dichterin habe gegen die Verdrängung der Geschichte angekämpft, sagte Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. «Das heute enthüllte Erinnerungszeichen wirkt genau in diesem Sinne und führt uns vor Augen, was Worte zu bewirken vermögen.» Das von Aichingers Schwiegertochter Elisabeth Eich gestaltete Sprachband wurde vom österreichischen Kulturministerium, der Stadt Wien und der S. Fischer Stiftung Berlin finanziert.