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Umfrage zum Sicherheitsempfinden in der Stadt Bern
Im Rahmen der von der Kantonspolizei präsentierten Studie zum Sicherheitsempfinden der Bevölkerung wurde auch eine Umfrage in Bern durchgeführt. Während in der Stadt Bern die Kriminalstatistik einen Rückgang der Straftaten aufweist, vermittelt die Bevölkerungsbefragung folgendes Bild: Grundsätzlich fühlen sich die Befragten sicher und beurteilen die Polizeipräsenz als genügend. Am meisten stören Vandalismus, Littering sowie Drogensucht und -handel. Das subjektive Sicherheitsempfinden ist für den Gemeinderat ein wichtiger Faktor der Lebensqualität. Er wird daher die Fakten aus der Krimi-nalitätsstatistik mit den Ergebnissen der Befragung vergleichen, analysieren und Schlüsse daraus für die Schwerpunktsetzung im ersten Quartal 2012 ziehen.
Die heute vorgestellte Studie wurde unter der Leitung der Kantonspolizei Bern und dem kriminologischen Institut der Universität Zürich erstellt. Daran beteiligt haben sich nebst der Stadt Bern auch 16 weitere Berner Gemeinden. Ziel der Studie war es, ein Bild der subjektiven Einschätzung der Sicherheitslage der Bürgerinnen und Bürger zu erhalten. Nicht berücksichtigt sind in der Studie die tatsächlichen Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik. In der Stadt Bern wurden rund 500 Personen zu ihrem persönlichen Sicherheitsempfinden und zu ihren Erfahrungen mit der Sicherheit im öffentlichen Raum befragt.
Stadt Bern wird grundsätzlich als sicher empfunden
Eine erste Sichtung der Ergebnisse ergibt, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Stadt Bern insgesamt als sicher empfindet. Aufgeschlüsselt in einzelne Bereiche zeigt sich folgendes Bild: 13,9 Prozent der Befragten in der Stadt Bern gaben an, in den letzten zwölf Monaten Angst gehabt zu haben, Opfer eines Verbrechens zu werden. Dies entspricht sowohl den Werten im Kanton Bern (13,9%) wie jenen in der übrigen Schweiz (12,6%). Ebenfalls ähnliche Werte wie in anderen Schweizer Städten werden zudem zur Frage des Sicherheitsgefühls in der Nacht ausgewiesen: 22,3 Prozent der Befragten gaben an, sich nachts alleine auf der Strasse in der Stadt Bern unsicher zu fühlen. Allerdings bestehen hier Unterschiede nach Geschlecht und Alter: Frauen und ältere Menschen fühlen sich eher unsicher als Männer und jüngere Befragte. Auf vergleichsweise höhere bzw. negativere Werte kommt die Studie beim Vandalismus: Diesen empfinden 61,6 Prozent der Befragten als störend. Gleiches gilt für die Bereiche Littering (57,5%) und Drogensucht/-handel (49,1%). Bei den drängendsten Problemen nannten 40,2 Prozent der Befragten erneut das Thema Vandalismus, gefolgt von Einbrüche/Diebstähle/Raub (24,2 %) und Strassenverkehr (23%).
Anderes Bild als Kriminalitätsstatistik
Die Befragung zeigt zudem, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung in gewissen Deliktsbereichen negativere Erfahrungen gemacht hat, als sich dies in der Kriminalitätsstatistik niederschlägt. So hat etwa die Anzahl der Tätlichkeiten und Drohungen gemäss der Umfrage im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr von 4,5 auf 8,3 Prozent zugenommen. In der Kriminalstatistik hingegen ist 2010 kein deutlicher Anstieg festzustellen. Auch bei den Einbrüchen zeigt sich ein anderes Bild: Die befragten Bernerinnen und Berner waren gemäss eigenen Angaben in den letzten fünf Jahren doppelt so stark betroffen wie der Schweizer Durchschnitt. Gemäss Kriminalstatistik sind die Einbruchdiebstähle seit 2008 allerdings stark rückläufig.
Die Ursachen der Unterschiede zwischen der Befragung und der Kriminalitätsstatistik werden nun vertieft analysiert.
Polizeipräsenz wird als ausreichend wahrgenommen
Interessant sind zudem die Ergebnisse zur Polizeipräsenz: 61,4 Prozent der Befragten erachten diese in der Stadt Bern als genügend. Damit wird die Polizeipräsenz in der Stadt Bern deutlich besser beurteilt als in anderen Städten und als im Kanton Bern (53,4%). Zudem sind 32,9 Prozent der Meinung, dass die Polizeipräsenz in den letzten drei Jahren zugenommen habe.
Ergebnisse vertieft analysieren und allfällige Massnahmen daraus ableiten
Die Sicherheit und das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger ist für den Gemeinderat ein wichtiger Faktor der Lebensqualität. Die Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie der Stadt Bern wird die Ergebnisse der Befragung nun bis Ende 2011 vertieft analysieren. Gemeinsam mit der Kantonspolizei Bern sowie weiteren Beteiligten wird sie prüfen, welche Schlüsse aus der Auswertung zu ziehen und welche Massnahmen allenfalls von Seiten der Stadt zu ergreifen sind. Ziel ist, im ersten Quartal 2012 konkrete Schritte aufzuzeigen.