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Beschreibung
Michael Schmaedecke: Die Ruine Pfeffingen, Pfeffingen BL – Vorbericht zu den bei der Sanierung 2013 bis 2017 gewonnenen neuen Erkenntnissen zur Baugeschichte
Die Ruine Pfeffingen, Pfeffingen BL – Vorbericht zu den bei der Sanierung 2013 bis 2017 gewonnenen neuen Erkenntnissen zur Baugeschichte
Von 2013 bis 2017 durchgeführten umfassenden Sanierung der Ruine Pfeffingen wurde die Burganlage erstmals baugeschichtlich untersucht. Wenige Keramikfunde scheinen auf frühmittelalterliche Besiedlung des Platzes hinzuweisen.
Auf Grund historischer Zusammenhänge geht man davon aus, dass eine erste Burg im 10./11. Jh. von den Grafen von Saugern erbaut wurde. Unter dem späteren Wohnturm fanden sich Mauerzüge, die dieser ersten Burg zugeordnet werden können.
Mehrere Jahre nach dem Basler Erdbeben 1356, bei dem die Burg wohl stark beschädigt wurde, wurde die gesamte Burganlage von den Grafen von Tierstein, die die Burg am Ende des 12. Jh. in Besitz nahmen, weitgehend neu erbaut.
Anhand bestimmter Gerüsthebelhölzer konnte der mächtige Wohnturm dendrochronologisch in die 1380er und 1390er Jahre datiert werden. In jener Zeit entstanden auch der Zwinger im Südwesten mit dem Hexenturm und wohl auch die Schildmauer. Weitere Ausbauten erfolgten im 15. Jh.
Im 16. Jh. baute der Basler Bischof die Burg zu einem Landvogteisitz um. Dabei entstand die «Neue Behausung», ein repräsentativer Wohn- und Verwaltungsbau. Nachdem der Vogt seinen Dienstsitz ins nahe Dorf Aesch verlegt hatte, wurde die Burg in der ersten Hälfte des 18. Jh. aufgegeben und zerfiel.
Als man im 19. Jh. beabsichtigte, einen englischen Garten anzulegen, in dem die Burg einen zentralen Platz einnehmen sollte, wurden Partien des Wohnturms gesichert. Eine erste Sanierung der Burganlage erfolgte in den 1930er Jahren, bei der mit dem Bestand mitunter sehr frei umgegangen wurde.