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Kino | Control
Publiziert am 26. April 2008
Synopsis: Ian Curtis ist 19 Jahre alt, als er Debbie kennen lernt. Schon bald nach der Heirat stösst Ian als Sänger zu der Band Joy Division. Seine einzigartige Stimme und sein düsteres Charisma lassen die Band schon bald zu einer lokalen Berühmtheit werden. Doch er kommt mit dem schnellen Ruhm nicht zurecht. Eine Affäre mit der Journalistin Annik beschleunigt das Ende seiner Ehe und verstärkt seine Schuldgefühle. Epileptische Anfälle und eine schwere Depression machen ihm zunehmend zu schaffen. Am Abend vor der ersten Amerika-Tournee fasst er einen folgenschweren Entschluss…
Kritik: Eines vorweg: Auch wer mit Punk Musik nichts am Hut hat sollte sich auf Anton Corbijns Regiedébut einlassen. „Control“ ist ein Film über die letzten Tage im Leben des legendären Sängers Ian Curtis (intensiv und überzeugend dargestellt von Sam Riley). Curtis, ein melancholischer und introvertierter Musiker, der sich zunehmend seiner Familie entfremdet – und sich selbst. In seinen existentialistischen Songtexten und seinen spastischen Bewegungen auf der Bühne widerspiegelt sich die Zerrissenheit dieser Figur. „Die Kämpfe sind endlich vorbei“. Mit diesen Worten will sich Curtis verabschieden. Von einer Welt mit tristen Industrievorstädten, eingehüllt in Zigarettenqualm, ertränkt in Alkohol und betäubt durch Drogen und Medikamenten.
Noch etwas zum Schluss: Eigentlich mag ich die rauen Stimmen und diese übersteuerten Gitarren nicht. Doch diese Abneigung wird bereits nach den ersten Filmminuten zur Nebensache. Denn nur EIN Rhythmus vermag die ausdrucksstarken Bilder, die quälenden Selbstzweifel und destruktive Melancholie derart wirkungsvoll zu orchestrieren – Punk.
Isabella Fischer
Bonusinfo: Joy Division fand sich im Jahre 1977 zunächst unter dem Namen Warsaw – in Anlehnung an den David Bowie-Song Warszawa – in Manchester zusammen. 1979 erschien unter dem Namen Joy Division das erste Album „Unknown Pleasures“. Joy Division war eine der wichtigsten Bands der Post Punk-Bewegung und des Dark Wave. Nach dem Suizid des Sängers Ian Curtis gründeten die drei verbliebenen Mitglieder 1980 die Band New Order.
Die Band gilt als Inspirationsquelle für unzählige Musikgruppen wie Editors, Nine Inch Nails, Moby u.v.a.