Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03510.jsonl.gz/328

- Durchführung von Videoaufnahmen über mehrere Tage
- Systematische Analyse und Bewertung von Verkehrskonflikten zur Abschätzung des Konflikt- und Gefahrenpotentials
- Teilautoamtisierte Zählung des Fuss- und Veloverkehrs
- Auslegeordnung über zusätzliche bauliche Sicherungsmassnahmen zwischen Radweg und MIV-Fahrspur
- Visualisierungen einer Sicherungsmassnahme
- Illustrierter Bericht
Projektbeschrieb
Im Jahr 2015 wurde auf der Quaibrücke ein baulich getrennter Zweirichtungsradweg realisiert. Dieser soll in beiden Richtungen weitergeführt werden, sodass sich Radfahrende zukünftig um das gesamte Seebecken auf einer sogenannten Komfortroute bewegen können. Die Tatsache, dass sich Radfahrende unmittelbar entlang stark befahrener Strassen bewegen, löste vereinzelt subjektive Sicherheitsbedenken aus und führte zu einer Diskussion über die Notwendigkeit zusätzlicher Sicherungsmassnahmen. Um eine objektive Einschätzung darüber vornehmen zu können, beauftragte die Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich die verkehrsteiner AG mit einer videobasierten Analyse und der Ausarbeitung einer Auslegeordnung über Notwendigkeit und Wirkung von Sicherungsmassnahmen zwischen Radweg und MIV-Spur.
Mittels Videoanalyse wurde das Verkehrsgeschehen auf der Quaibrücke quantitativ und qualitativ ausgewertet und damit eine Grundlage für die Einschätzung des Konflikt- und Gefahrenpotentials der bestehenden Anlage geschaffen. In einem zweiten Schritt wurde unter Berücksichtigung von Normen und Richtlinien sowie andernorts bestehender Anlagen dargelegt, wie eine Sicherungsmassnahme zwischen Radweg und MIV-Spur auf der Quaibrücke aussehen könnte und welche Wirkungen damit verbunden wären.
Die Videoanalysen zeigten, dass die Anlage sehr stark frequentiert wird und insgesamt gut funktioniert. Aufgrund der hohen Aktionsdichte sind aber auch konflikthafte Abläufe keine Seltenheit. Diese betreffen in erster Linie Begegnungen von Velofahrenden untereinander bzw. von Zufussgehenden und Velofahrenden. Konflikte zwischen Velos und Fahrzeugen auf der angrenzenden MIV-Spur kommen praktisch keine vor. In der Gesamtbeurteilung lässt sich für die Quaibrücke keine Notwendigkeit für zusätzliche Sicherungsmassnahmen zwischen Radweg und MIV-Spur ableiten. Das Aufzeigen einer möglichen Ausgestaltung einer Sicherungsmassnahme auf der Quaibrücke und den damit verbundenen, zu erwartenden Wirkungen, gibt Hinweise darauf, dass eine solche im Regelfall mehr und z.T. erhebliche Nachteile erwarten lässt. Sicherungsmassnahmen können allenfalls als lokale Massnahme sinnvoll sein, wenn nachweislich ein erhebliches Gefahrenpotential besteht, das damit entschärft werden kann. In Anbetracht der Nachteile muss bei der Prüfung zur Umsetzung von Massnahmen jedenfalls eine sorgfältige Abwägung erfolgen.