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Die Voraussetzungen für den Bau des Hauptgebäudes der Universität Zürich waren alles andere als einfach: Probleme machten etwa das abschüssige Terrain und die städtebauliche Konkurrenz zu Gottfried Sempers palast-artigem ETH-Gebäude. Karl Moser aber frohlockte: «Es gibt», schrieb er, «nur wenige Städte in Europa, welche bezüglich ihrer Lage Zürich gleichzustellen sind, und vielleicht keine zweite Hochschule, für die ein so schön gelegener Bauplatz bestimmt wurde.»
Karl Moser, 1860 im aargauischen Baden geboren, war ein überaus produktiver Architekt: Zu seinen zahlreichen Werken zählen das Zürcher Kunsthaus (1910) und der Badische Bahnhof Basel (1913). 1908 gewann er mit seinem Karlsruher Büro Curjel & Moser den im Jahr zuvor ausgeschriebenen Wettbewerb für das Zürcher Universitätsgebäude. Am 2. Januar 1911 erfolgte der erste Spatenstich. Die feierliche Eröffnung fand vom 17. bis 20. April 1914 statt.
Nicht nur die Zürcher Öffentlichkeit, auch die Fachwelt begrüsste das Werk enthusiastisch. Doch nur wenige Monate danach – mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs – endete die Epoche, zu deren Signum das Universitätsgebäude geworden war. Architektur- und Kunsthistoriker der folgenden Jahrzehnte konnten mit der Opulenz von Mosers Hauptwerk nicht mehr viel anfangen. Erst mit der Postmoderne in den 1980er-Jahren entwickelte sich wieder ein Sinn für die Qualitäten dieser Architektur.
Die Ausstellung «Eine Stadtkrone für Zürich» zeichnet die Baugeschichte des UZH-Hauptgebäudes in sieben Stationen nach. 120 erstmals aufbereitete Fotografien aus der Zeit von 1910 bis 1914 dokumentieren die damalige Grossbaustelle in jeder ihrer Phasen. Der zu einem langen Band arrangierte Bilderzyklus erlaubt es, die Entstehung des Bauwerks Schritt für Schritt nachzuvollziehen. Möbel, die Moser eigens für das Hauptgebäude entwarf, zeigen, dass der Architekt im grossen Wurf immer auch das Detail mit bedachte. Skizzen, Zeichnungen und Modelle schliesslich machen erlebbar, wie aus Ideen und Planspielen jenes Gebäude entstand, das heute so selbstverständlich die Zürcher Altstadt krönt.
Kurator und Szenograf der Ausstellung: Thomas Gnägi