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Streichquartett Nr. 13
Jeden Freitag gibts Beethoven: Zu seinem 250. Geburtstag blicken wir wöchentlich auf eines seiner Werke. Heute auf das Streichquartett Nr. 13 in B-Dur.
Als Ignaz Schuppanzigh im April 1823 nach Wien zurückkehrte, bemerkte er schon während seines ersten Besuchs bei Beethoven: «Auf dem Lande werde ich ihn besuchen, da wollen wir zusammen ein neues Quartett komponieren.» Den entscheidenden Anstoss für die Komposition einer ganzen Reihe von Streichquartetten dürfte jedoch ein Brief von Fürst Nikolai Galitzin gegeben haben, in dem dieser gleich um «un, deux ou trois nouveaux Quatuors» bat. Doch schon die Uraufführung des ersten aus dieser Reihe am 6. März 1825 (Es-Dur op. 127) verlief enttäuschend – und machte deutlich, dass Beethoven mit seinen späten Streichquartetten weit in die Zukunft schaute. Bemerkenswert ist hierfür ein Kommentar über die Anforderungen des Werkes, den Schuppanzigh im Zuge einer Aussprache in ein Konversationsheft des tauben Komponisten eintrug: «Mechanische Schwierigkeiten sind ja nicht darinn, nur die Originalität macht es schwer, welche man im ersten Augenblik nicht fassen kann.»
Beethoven selbst war sich des interpretatorischen wie intellektuellen Anspruchs durchaus bewusst. In einem Skizzenbuch findet sich der auf den Kopfsatz des Streichquartetts B-Dur op. 130 abzielende Plan: «letztes Quartett [für Galitzin] mit einer ernsthaften und schwergängigen Einleitung». Am Ende wurde das Adagio dann doch nicht so gewichtig, dafür aber erscheint es mit dem nachfolgenden Allegro kontrastierend verzahnt. Dem an dritter Stelle stehenden Andante wie auch der berühmten Cavatina (5. Satz) geht dann jeweils ein knapp gefasstes Scherzo voraus. Den Abschluss bildete ursprünglich die später durch ein Rondo-Finale ersetzte und separat gedruckte «Grosse Fuge». Die konzeptionell in sich geschlossene ursprüngliche Fassung der Komposition bezeichnete Anton Schindler in seiner Beethoven-Biografie (3. Auflage von 1860) wenig verständlich als «Monstrum aller Quartett-Musik».
Dass Komponist und Publikum neue Werke mitunter unterschiedlich wahrnehmen, ist nicht erst ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. So erinnerte sich Karl Holz, Secundarius im Schuppanzigh-Quartett, an die Uraufführung von Opus 130 am 21. März 1826: «Die Produktion [Aufführung] war nie im Beisein Beethovens. Das Publikum war nach Umständen begeistert, erstaunt, oder fragend, doch aus Ehrfurcht nie absprechend. Es begriff – oder es begriff auch nicht. Bei der 1. Produktion des B [Dur] Quartetts, als noch die Fuge das Finale bildete, mußten die kleinen Zwischensätze in B Moll und G Dur, auf stürmisches Verlangen, wiederholt werden […]. Die Fuge ging unverstanden vorüber. Beethoven erwartete mich nach der Uraufführung im nächstgelegenen Gasthause. Ich erzählte ihm, daß die beiden Stücke wiederholt werden müssen [recte: mussten]. Ja! sagte er hierauf ärgerlich, diese Leckerbissen! Warum nicht die Fuge?» [Hervorhebungen im Original]
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