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US-Dollar Analyse von Mitte April 2011: Zyklen und geokosmische Zusammenhänge
Von Raymond A. Merriman
Für die Zukunft des US-Dollars scheinen mir aus astrologischer wie auch aus fundamentaler Sicht folgende Zusammenhänge als bedeutsam:
Die Uranus/Pluto-Zyklen
Die Möglichkeiten eines Zusammenbruchs der US-Währung studiere ich seit 2008 und ganz besonders seit dem letzten Jahr. Dass dies ein Thema sein könnte, ergab sich ursprünglich aus dem Transit des Pluto Anfang Steinbock, von wo aus dieser eine Opposition zur US-Venus und zum US-Jupiter bildet. Dazu gesellt sich seit kurzem ein Transit des Uranus, der zu beiden Faktoren ein Quadrat macht.
Dies ergibt aus einem möglichen Total von sechs vier Aspekte, die in einem Horoskop Zahlungsunfähigkeit anzeigen können – ganz besonders wenn die entsprechende Entität (in dieser Fall Nation) mehr ausgibt als sie einnimmt. Harte Aspekte (wie Quadrate oder Oppositionen) von Langsamläufern zur Radix-Venus, zum Radix-Jupiter oder zum Herrscher des zweiten Hauses stellen eine Zeit dar, während welcher man in Versuchung gerät, wesentlich mehr auszugeben als man einnimmt. Dies bedeutet aber nicht, dass man in einen Konkurs schlittern muss, denn man kann eine solche Gefahr abwenden, wenn man sich in seinen Ausgaben bewusst zurückhält, wodurch ein Ungleichgewicht in Haushaltsangelegenheiten vermieden wird. Man muss sich aber vor ungewöhnlichen Lebensbedingungen und Neigungen zu unkontrollierten Ausgaben bewusst in Acht nehmen.
In der astrologischen Gemeinschaft sind sich die meisten bewusst, dass es über den Herrscher des zweiten Hauses des US-Horoskops keine Einigkeit gibt, denn wir verfügen nicht über eine gesicherte Geburtszeit. Lässt man solche Aspekte dementsprechend ausser Acht, so verbleiben sechs Möglichkeiten für harte Aspekte, die eine Zeit der Zahlungsunfähigkeit der USA anzeigen können: Harte Aspekte des Transit-Uranus, –Neptun oder –Pluto zur Radix-Venus oder zum Radix-Jupiter. Wenn solche Aspekte aktiv sind, besteht für das Land eine Gefahr der Zahlungsunfähigkeit, wenn es mehr ausgibt als es einnimmt. Zwischen 2008-2013 sind vier dieser Aspekte vorhanden (Pluto in Opposition zur US-Venus und zum US-Jupiter und nun auch Uranus Quadrat US-Venus und US-Jupiter), wie bereits im Buch „Voraussagen für 2008“ besprochen. Jedes Mal, wenn ich in der Folge dieser Frage nachging, musste ich feststellen, dass die US-Regierung (und ein grosser Teil Europas ebenfalls) weiterhin daran ist, mehr auszugeben als eingenommen wird, wodurch der nationale Schuldenberg mit alarmierender Geschwindigkeit zunimmt (ich sehe mich nicht gern als jemand, der Alarm schlägt, aber ich fühle mich alarmiert und stelle mir die Frage „was passiert, wenn….?“).
Dabei geht diese Schuldenproblematik (mehr Ausgaben als Einnahmen) nicht einmal mit der Periode von 2008-2013 zu Ende. Als nächstes konstelliert sich nämlich zwischen 2012-2015 ein Quadrat des Uranus zum Pluto, was die Möglichkeit einer totalen Explosion der Weltschulden beinhaltet. Aus meiner Sicht könnte damit eine Zeit angezeigt sein, während welcher die Funktion und das Zusammenspiel der gegenwärtigen Währungen grundlegend verändert wird. Das Uranus/Pluto-Quadrat, welches zwischen Uranus in Widder und Pluto in Steinbock gebildet wird, macht dabei ein grosses Quadrat zur Sonne/Saturn-Quadratur der USA auf 11-14 Grad Krebs/Waage. So könnte der Status der USA in der Welt (Grossmacht und Halterin der internationalen Leitwährung) während dieser Zeit eine grundlegende Veränderung erfahren, wobei das Ganze um das globale Thema der Schulden kreist. Diese Dynamik kann zum Zeitpunkt, zu welchem sie sich mit voller Wucht entfaltet, unseren Status oder unsere Währung als internationale Leitwährung in Frage stellen, und zwar basierend auf den Aspekten der Langsamläufer zum US-Horoskop. Ähnliches mag aber auch mit der Eurowährung geschehen, wenn man bedenkt, dass diese am ersten Januar 1999 um 00.01 Uhr, Frankfurt, eingeführt wurde (Angaben von Irma Schogt, Niederlande).
Die ursprüngliche Voraussage eines Zusammenbruchs des US-Dollars basierte ausschliesslich auf den im Jahre 2008 für die unmittelbare Zukunft identifizierten Aspekten zum US-Horoskop. Die inzwischen eingetretenen Ereignisse scheinen die diesbezüglichen Befürchtungen zu rechtfertigen, insbesondere wenn man den Rückgang des Wertes des US-Dollars im Vergleich zu anderen Währungen seit 2008 anschaut.
Betrachtungen aus der Perspektive der Finanzzyklen
Aus zyklischer Sicht sehe ich aber auch die Möglichkeit einer entgegengesetzten Entwicklung. So verhält sich der Wert des US-Dollars zum japanischen Yen (wie auch anderer Währungen) gemäss einem 16,5-Jahres-Zyklus, welcher immer von Tief zu Tief gemessen wird (dies ist die Art, wie wir Zyklen definieren). Das letzte Allzeittief fand im April 1995 statt, und dies liegt exakt 16 Jahre zurück. Das Dollar/Yen-Verhältnis fiel damals auf 79.75. Zyklen variieren im Umfang von 1/6 ihrer mittleren Länge, so dass ein Tief zwischen 2008-2014 erwartet werden kann, womit ein neuer Zyklus beginnen würde. Das Jahr 2011 liegt genau in der Mitte dieses Zeitrahmens.
Dieser lässt sich jedoch einengen und präzisieren, denn ein 16,5-Jahres-Zyklus (von Tief zu Tief) kann in drei 5,5-Jahres-Zyklen mit einem Orb von 11 Monaten unterteilt werden. Der letzte dieser Unterzyklen mit einer durchschnittlichen Dauer von 5,5 Jahren begann mit dem Tief von 101.65 im Januar 2005, so dass das nächste Tief (und das Ende des 16,5-Jahres-Zyklus) um die Zeit von Juli 2010 +/- 11 Monate zu erwarten ist. Dies ergibt dafür den Zeitrahmen von Juli 2009 – Juni 2011 als ideale Periode für die Ueberlappung des 5,5- und des 16,5-Jahres-Zyklus. Am 17. März 2011 fiel der Dollar im Vergleich zum Yen auf ein neues Allzeittief. Er durchbrach an jenem Tag die Marke von 79.75, um ein neues Allzeittief auf 76.25 zu erreichen. Der Kurs hat sich inzwischen auf über 85.54 am 7. April – seinem höchsten Niveau in Monaten – erholt. Dies ist eine 12+ % Verbesserung in weniger als einem Monat, und das ist für eine Währung sehr viel! Typischerweise haben wir solche Bewegungen zu Beginn eines neuen Langzeitzyklus. Dies könnte suggerieren, dass der 17. März dem Tief der beiden erwähnten Langzeitzyklen entsprach. Trifft dieses Modell auf die gegenwärtige Situation zu, so könnte der Dollar in den nächsten 2-5 Jahren nach oben gehen. Dies fällt aber exakt in die Zeit von 2012-2015, wenn Uranus Quadrat Pluto die erwähnten massgeblichen Aspekte zum US-Horoskop bildet, welche wiederum auf die Möglichkeit eines Zusammenbruchs des Dollars (oder etwas ähnlich Gelagertem im Zusammenhang mit der US-Regierung) hinweist. Sehen Sie das Problem?
Diese sich widersprechenden Modelle lassen mich für den Dollar folgende Möglichkeiten in Betracht ziehen:
1. Der Dollar bildet zurzeit einen Boden und wird aufgrund zyklischer Gesetzmässigkeiten bis 2012-2015 wieder an Wert gewinnen. In dieser Perspektive wird dessen Status als Reservewährung nicht abgewertet. Die Führer dieser Welt werden auch keine Veranlassung haben, einen solchen Schritt zu tun, wenn der Dollar an Wert zunimmt, ausser dessen Kurs würde plötzlich zu stark (ebenfalls eine Möglichkeit). Könnte dies beinhalten, dass der Euro im Vergleich zum Dollar zwischen 2012-2015 kollabiert? Werden sich die Investoren erneut dem Dollar als sicheren Hafen gegen eine Entwertung der Eurowährung oder sogar des Yen zuwenden?
2. Wenn der Dollar bis 2012 weiter damit fortfährt, Tiefs zu bilden, findet dies ausserhalb des 5,5-Jahres-Zyklus-Zeitbandes statt, was die Möglichkeit verstärkt, dass wir es nicht mit einer Umkehr zu einer Aufwärtsbewegung zu tun haben, sondern mit einem Zusammenbruch der US-Währung, womit deren Zyklus (und vielleicht gar deren Existenz) zu Ende geht. Uranus und Pluto könnten tatsächlich, wie anfänglich besprochen, mit dieser Möglichkeit korrelieren. Der Zusammenbruch von 2012-2015 könnte aber jede Hauptwährung der Welt betreffen. Das Einzige, was für einen Zusammenbruch des US-Dollars spricht, ist die Tatsache, dass ein derart starker Aspekt wie das Uranus/Pluto-Quadrat eine überwältigende Einwirkung nahelegt und diese im Falle des Dollars zweifellos grösser wäre als im Falle des Euro, wenn man bedenkt, dass der US-Dollar den Status der internationalen Leitwährung innehat. Die Ueberlegung bezieht sich also auf den Symbolismus der involvierten Planeten und die Seltenheit eines Aspektes, wie er uns bevorsteht.
Wie Sie sehen, kann ich als Analytiker von Zyklen die Möglichkeit einer plötzlichen Erstarkung des Dollars bis 2012-2015 nicht ausschliessen – insbesondere weil wir uns in einer Zeit befinden, in welcher aufgrund der FED-Politik eines weichen Dollars jeder das Szenario eines Zusammenbruchs erwartet. Ein steigender Dollar würde jedoch steigende Zinsen voraussetzen, was wiederum für die Aktienbörsen und Anleihenmärkte negativ wäre. Uranus Quadrat Pluto könnte sich auch auf diese Weise manifestieren. Das Kernthema lautet dabei, dass – unabhängig davon, welches Szenario wir bevorzugen – die Dinge sich unter einem solchen Aspekt nicht ordentlich entwickeln, sondern von einem extremen Chaos begleitet sein dürften.
Wenn Sie mich nach einer Strategie im Anschluss an den Rückgang des Dollars vom 17. März fragen, würde ich Folgendes vorschlagen: Beobachten Sie jede korrektive Abwärtsbewegung des Dollars – inklusive möglicher neuer Tiefs, während sich Jupiter immer noch im Widderzeichen befindet – und berücksichtigen Sie, dass das 5,5-Jahres-Zyklustief im Dollar/Yen-Wert sich bis spätestens bis Ende Juni 2011 einstellen kann. Macht der Dollar auch nach dem Juni 2011 neue Tiefs, sollten Sie „hedgen“ oder möglicherweise aussteigen.
Wie gehen Sie andererseits mit einem steigenden Dollar um? Sie können Dollar ETFs kaufen oder aber Euro ETFs, Yen ETFs oder ETFs auf den chinesischen Renminbi shorten. Jedes Mal, wenn der Dollar zurückgeht und das Tief vom März testet oder gar eine korrektive 38-62 %-Abwärtsbewegung in Richtung dieses Tiefs einleitet, haben Sie die Möglichkeit, weiter zuzukaufen. Wieviel Sie kaufen, ist jedoch davon abhängig, wieviel Risiko Sie auf komfortable Art eingehen können. Dabei sollte gelten, dass Sie nie Gefahr laufen, Ihren Lebensstil einem Risiko auszusetzen, obwohl unter solchen Aspekten verschiedene Komponenten Ihres Lebens unter einem erhöhten Risiko stehen können.
Nebenbei: Wenn irgendjemand sich dazu entscheidet, eine Wette auf einen steigenden Dollar statt eines zusammenbrechenden Dollars einzugehen, sind Sie dafür alleine und ausschliesslich verantwortlich. Eine formelle Empfehlung, dies zu tun, gebe ich hiermit nicht ab. Berücksichtigen Sie jedoch, dass Investoren hinsichtlich Waren, Währungen oder Aktien dann am bärischsten sind, wenn sich diese auf einem Allzeittief befinden. Wenn wiederum die grosse Mehrheit in eine Richtung denkt, ist es meistens weise, sich zu fragen: Was ist, wenn sie alle falsch liegen? Was wären die Konsequenzen einer solchen Entwicklung? Diese Frage stellt sich, denn es ist am Punkt eines Tiefs oder eines Hochs kein Verlass auf die allgemeine Meinung. Diese führt zu Fehleinschätzungen.