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Vierzig Jahre lang war das Schriftstellerpaar Joan Didion und John Gregory Dunne verheiratet, als Dunne eines Abends im gemeinsamen Zuhause einen Herzinfarkt erlitt und starb. «Das Jahr magischen Denkens» erzählt von dieser Ehe, von der eigenen Welt zweier kreativer Menschen, die einander im Leben und in der Arbeit alles waren. Und es erzählt von der schweren Krankheit der einzigen Tochter Quintana, die zu dem Zeitpunkt, als ihr Vater starb, auf der Intensivstation eines New Yorker Krankenhauses um ihr Leben kämpfte.
Indem sie darüber schreibt, versucht Joan Didion, dem Geschehen einen Sinn abzugewinnen, es einzuordnen in Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, von Ordnung und Zweck. Als sie an sich feststellt, dass sie sich von der insgeheimen Hoffnung auf die Rückkehr ihres Mannes nicht zu lösen vermag, stellt sie ihre Regression zum «magischen Denken» unter Beobachtung.
Satz für Satz arbeitet sie an der Rückgewinnung der Kontrolle. So lotet ihr Bericht auf klügste Weise die Grenzen der Klugheit aus, er ist ein Aufbegehren des Verstandes gegen die existentielle Unvernunft des Todes und eine brillante und bewegende Studie der Trauer.
«Das Leben ändert sich schnell.
Das Leben ändert sich in einem Augenblick.
Man setzt sich zum Abendessen, und das Leben, das man kennt, hört auf.
Die Frage des Selbstmitleids.»
Mit: Heidi Ecks
Aus dem Amerikanischen von Antje Rávic-Strubel - Musik: Ole Schmidt - Hörspielbearbeitung und Regie: Thomas Fritz - Produktion: MDR 2019 - Dauer: 51'
Das Hörspiel steht bis am 20.12.2020 zum Nachhören und als Download zur Verfügung.