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Ihre Unternehmensgruppe Hancock Prospecting hat zusammen mit der chinesischen Investorengruppe Shanghai Creed vergangene Woche ein Gebot von 365 Mio. AUD (275 Mio. Fr.) für die Megafarm S. Kidman & Co abgegeben, die in insgesamt vier Bundesstaaten über mehr als 10 Mio. ha Land und eine Herde von rund 185'000 Rindern verfügt.
Dem Gebot werden gute Chancen eingeräumt, da man sich mit dem Verkäufer bereits geeinigt hat und das Land mehrheitlich in australischer Hand bleiben würde. Andere Interessenten haben jedoch noch 30 Tage Zeit, ein besseres Kaufangebot abzugeben. Für den angestrebten Erwerb hat Rinehart mit den Chinesen das Joint Venture „Australian Outback Beef“ gegründet, an dem sie 67% der Anteile hält. Ob der Deal zustande kommt, hängt neben der Zustimmung chinesischer Behörden vor allem vom Ergebnis der Überprüfung durch die australische Überwachungsbehörde für Auslandsinvestitionen (FIRB) ab.
Im November 2015 und im Mai 2016 hatte Australiens Schatzmeister Scott Morrison bereits zwei Mal den Verkauf von Kidman an chinesische Mehrheitsinvestoren untersagt, weil dies gegen die „nationalen Interessen“ verstosse. Kritisch wurde dabei vor allem die Veräusserung der zu Kidman gehörenden Ranch „Anna Creek“ gesehen, auf deren 2,3 Mio. ha sich auch militärisches Sperrgebiet und eine Raketentestanlage befindet. Dieser Betriebsteil von Kidman muss laut Auflagen nun gesondert an australische Eigner verkauft werden.
In einer ersten Reaktion begrüssten australische Politiker, darunter auch Morrison, den beabsichtigten Kauf der Megafarm durch einen australischen Mehrheitseigner. Das vermehrte Engagement ausländischer Investoren in der australischen Land- und Ernährungswirtschaft wird zunehmend kritisch gesehen. Der Steuerbehörde zufolge befanden sich zum Stichtag 30. Juni 2016 insgesamt 52,1 Mio. ha in der Hand von Nichtaustraliern. Das waren 13,6% des gesamten Farmlandes. Die Unternehmerin Rinehart stammt aus einer Familiendynastie, die ihr Geld im Minensektor verdient hat. Nachdem es dort nicht mehr so gut läuft, investiert sie vermehrt in die prosperierende Landwirtschaft, vor allem in den Viehsektor.