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Poetry makes nothing happen
Ausgangspunkt der Arbeit war eine längst von anderen Architekten formulierte städtebauliche Hypothese, nämlich die Notwendigkeit eines neuen Baus als Brückenkopf am stadtseitigen Ende der Lorrainebrücke in Bern. Das Argument war also bekannt und schien klar zu sein. Mich reizte aber die Idee, diese Hypothese für eine begrenzte Zeit vor Ort auszuprobieren und sie als Modell im Maßstab 1:1 den gesellschaftlichen Kräften des Ortes auszusetzen. Ich hatte den Anspruch, das was alle schon wissen, nicht nur auf dem Papier und im Kopf sichtbar, sondern auch im Raum vor Ort erlebbar zu machen. Ich wollte die schon bekannte Hypothese als Versuchsbau mit den gesellschaftlichen Bedingungen des Ortes konfrontieren, mit der Absicht, aus der theoretisch-intellektuellen Erfahrung eine praktisch-emotionale Erfahrung zu machen. Ziel war also, die Erinnerung an die Idee eines Brückenkopfs in eine Erinnerung an das Erlebnis eines Brückenkopfs zu transformieren. Von dieser Verschiebung des Fokus - von der Idee zum Erlebnis - erhoffte ich mir, dass die Erinnerung besser haften bliebe; wie in der Poesie, sozusagen im Mund überlebte, und bisweilen in etwas Neues mündete.
(Fortsetzung nächstes Bild)