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Die Myrte: Myrtus communis
Die Myrte wirkt als Heilpflanze antibakteriell, entzündungshemmend und schleimlösend. Überwiegend wird sie deshalb bei Erkältungskrankheiten wie Husten, Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung und Bronchitis eingesetzt. Für die therapeutische Behandlung verwendet man in erster Linie das ätherische Öl, das aus den Blättern sowie Zweigspitzen der Myrtenpflanze gewonnen wird, oder aber die getrockneten Blätter des Heilkrauts. Die Hauptwirkstoffe der Heilpflanze sind α-Pinene, 1,8-Cineol, Limonene, Tannin, γ-Terpinene, Nerol, Geraniol und Linalylacetat.
Heimat der Myrte: vor allem Mittelmeerraum und Kanaren
Heimisch ist die Myrte hauptsächlich im Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln. Darüber hinaus ist sie sie jedoch auch bis in den nordwestlichen Himalaya verbreitet. In diesen Regionen findet man sie vor allem in Wäldern oder Macchien, die relativ feuchte, steinige und kalkfreie Bodenbedingungen bieten. Macchien sind Buschwaldzonen, die aus von Menschen im Übermass genutzten Wäldern hervorgegangen sind. Der Name Myrte stammt offenbar aus dem Griechischen. Unklar ist jedoch, ob er vom Wort myromai (fliessen, üppig gedeihen) oder von myron (Balsam) hergeleitet wurde.
Geschichte der therapeutischen Nutzung
Bereits im alten Ägypten wurde die Myrte als Heilmittel sehr geschätzt. Damals verwendete man ihre Blätter gegen rheumatische Beschwerden und Rückenschmerzen. Der berühmte griechische Arzt Hippokrates von Kos (460 v. Chr.- 370 v. Chr.) setzte sie als Mittel zur Behandlung von Uterusleiden ein.
Dioskurides, der im 1. Jahrhundert nach Christus im römischen Kaiserhaus sowie im Heerwesen praktizierte, schreibt der Heilpflanze in seiner Arzneimittellehre ein breites Wirkspektrum zu: So empfiehlt er ihre Beeren als Heilmittel gegen Magenprobleme sowie gegen Blutspeien, Reizblase und Geschwüre. Wirksam soll sie auch gegen Spinnenbisse, Skorpionstiche und darüber hinaus bei Augenleiden sein. Seinen Beobachtungen zufolge, helfen die Blätter der Pflanze zudem gegen Magenerkrankungen und diverse Entzündungen.
In Mitteleuropa wurde die Myrte verhältnismässig spät eingeführt. Der Arzt und Philosoph Paracelsus (1493-1541) behandelte Mastdarmschmerzen und Feigwarzen mit dem Öl der Pflanze. Der Botaniker und Arzt Adam Lonitzer (1528-1586) nutzte sie dagegen bei Herz- und Magenprobleme und bei Geschwülsten der Genitalien sowie bei diversen Entzündungen, eitrigen Ohrerkrankungen, feuchten Geschwüren und bei müden und zerschlagenen Gliedern.
Therapeutische Anwendung der Myrte
Die Myrte kann man (wie viele andere Heilpflanzen) innerlich wie äusserlich anwenden.
Innerliche Anwendung
Für eine innerliche Anwendung wird das ätherische Öl der Myrte normalerweise mit Wasser verdünnt. Man kann allerdings auch Fertigpräparate kaufen, in denen das Myrtenöl verarbeitet wurde. Das Hauptanwendungsgebiet des Heilkrauts sind Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen, Sinusitis oder Bronchitis. Das ätherische Öl der Heilpflanze hilft, den Schleim zu lösen und abzutransportieren. Zudem unterstützen seine entzündungshemmenden Eigenschaften den Heilungsprozess bei Infektionskrankheiten. Darüber hinaus lassen sich auch Harnwegserkrankungen oder Durchfall mit Myrtenöl behandeln.
Äusserliche Anwendung
Äusserlich kann man Myrte zur unterstützenden Wundheilung und bei Entzündungen des Zahnfleisches oder des Gehörgangs verwenden. Ausserdem wird sie gelegentlich eingesetzt, um PatientInnen bei Hämorrhoiden Linderung verschaffen.
Warnhinweis
Das ätherische Öl kann in höheren Dosen toxisch wirken und Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Übelkeit auslösen.
Die Phytotherapie in der Schweiz
Die Behandlung mithilfe von Heilpflanzen wird auch Phytotherapie genannt. Die Kosten dieser alternativmedizinische Therapie werden in der Schweiz derzeit von der Grundversicherung übernommen, sofern bestimmte Voraussetzungen dafür vorhanden sind. Viele weitere alternativmedizinische Therapien unterstützen die Krankenkassen dagegen nur dann, wenn der Versicherungsnehmer eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hat. Freunde der Alternativmedizin sollten sich daher überlegen, ob sich solch eine Zusatzversicherung für sie lohnt.