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1955 in Basel geboren, erlangte Evi Graf zunächst das Diplom in Heilpädagogik an der Universität Freiburg i.Üe. (1977). Anschliessend übernahm sie die Leitung einer Tagesschule für Mehrfachbehinderte, studierte gleichzeitig Psychologie an der Universität Basel und schloss mit dem Lizentiat ab (1982). Weitere Berufserfahrungen sammelte sie als Psychologin in einem Justizheim und in der eigenen Praxis, wo sie auch mit Eltern behinderter Kinder arbeitete. Zu diesem Themenfeld entstand ihre Doktorarbeit, mit der sie an der Universität Zürich promovierte (1987). Ab 1987 war sie am damaligen Institut für Sonderpädagogik tätig, zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt zum Sprachaufbau bei an- bzw. dysarthrischen Kindern und Jugendlichen (bis 1990). Ein Stipendium des Nationalfonds ermöglichte ihr einen Studienaufenthalt an der University of York (UK), mit Schwerpunkt Neuropsychologie. Die dort entstandene Habilitation war der Dyslexie gewidmet, basierend auf Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie, Sonderpädagogik und der Neuropsychologie. Seit ihrer Rückkehr in die Schweiz (1992) war sie ununterbrochen in der Lehre an der Universität Zürich tätig und führte Veranstaltungen zur Körperbehindertenpädagogik und zum Qualitätsmanagement in Organisationen durch. Die Universität Zürich verlieh ihr 1994 die venia legendi für Sonderpädagogik, 2001 wurde sie zur Titularprofessorin ernannt. Es war ihr ein Anliegen, die Sonderpädagogik mit der Neuropsychologie zu verknüpfen, da Interdisziplinarität grundlegend ist für das Verständnis der Komplexität von Beeinträchtigungen. Eine weitere Schwerpunktsetzung erfolgte in der Sozialpolitik, die ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin der Vereinigung Cerebral war, einer gesamtschweizerischen Dachorganisation (1992 bis 2007). Zusätzlich hatte sie verschiedene Lehraufträge im In- und Ausland inne und begleitete Organisationen in ihrer Entwicklung. 2017 trat sie nach 30jähriger Tätigkeit an der Universität Zürich zurück.
Ausgewählte Publikationen von Evi Graf
Graf, Evi (2005). Leben mit cerebralen Bewegungsstörungen. Solothurn: Vereinigung Cerebral Schweiz.
Graf, Evi (2005). Körperbehindertenpädagogik als Mehrfachbehindertenpädagogik. In H. Dohrenbusch, H., Godenzi, L. & Boveland, B. (Hrsg.), Differentielle Heilpädagogik (S. 97-130). Luzern: SZH.
Quelle
Persönliche Mitteilungen von Evi Graf im Januar 2018
Autorenschaft
Georgina Bokor, Ingeborg Hedderich
Zeitmarke
1992