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Nach unserer ersten Nacht auf dem Campground in Page, Arizona, hatten wir für den darauffolgenden Morgen eine Tour zum Lower Antelope Canyon gebucht. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Slot-Canyon, welcher von oben betrachtet kaum auffällt und seine Schönheit erst mit dem Heruntersteigen in den “Slot” offenbart. Der Antelope Canyon liegt im Gebiet der Navajos, einem Stamm amerikanischer Ureinwohnern. Aufgrund mehreren Katastrophen in der Vergangenheit, bei denen Besucher die Gefahren von plötzlichen Sturzfluten in der Schlucht unterschätzten, darf der Antelope Canyon nur noch in geführten Touren besucht werden. Unsere kleine Gruppe von sechs Leuten wurde ganz authentisch von einem Navajo geführt, der uns auf spezielle Felsformationen aufmerksam machte und uns die besten Plätze für die schönsten Fotos zeigte. Schaut mal, was dabei herausgekommen ist! Erkennt ihr die Figuren in den Felsen?
Den Rest des Tages verbrachten mit einer vergebenen Fahrt zum geschlossenen Visitor Center, wo wir uns über die Strassenverhältnisse für unser nächstes Abenteuer informieren wollten. So verbrachten wir den Nachmittag stattdessen mit einer spontanen Führung beim Glen Canyon Staudamm. Von einem lustigen Rentner (der übrigens vor ca. 120 Jahren mal ein halbes Jahr in Zürich gewohnt hat) wurden wir mit spannenden Informationen über den Damm versorgt. So lernten wir, dass die Stadt Page und alle übrige Infrastruktur der Region erst 1956 gebaut wurde, um den Bau des Damms zu ermöglichen. Dieser wurde zwischen 1960 und 1963 fertiggestellt und das Kraftwerk liefert seither mit seinen acht Generatoren Strom für die Region. Alle Turbinen können aber nur in guten Jahren betrieben werden, wenn der Stausee (Lake Powell) im Frühjahr vom Colorado River genügend gefüllt werden konnte. Aufgrund der anhaltenden Dürre der letzten fünf Jahre ist der See zur Zeit aber nur zur Hälfte gefüllt.
Das zweite Highlight, welches wir tags darauf von Page aus starteten, war die Wanderung zu “The Wave”. Diese spektakuläre Felsformation ist Teil des Vermilion Cliffs National Monuments und darf nur mit einem Permit bewandert werden. Täglich dürfen nur 20 Personen zu diesem Naturwunder und wir gehörten zu den Glücklichen, die bei der Lotterie um die Permits ausgelost wurden. Bereits die Zufahrt zum Trailhead via unbefestigter Strasse sowie die Wanderung zur Welle waren ein Erlebnis für sich. So war die Wanderroute nicht wie gewohnt mit Wegweisern markiert, sondern musste im Stile einer Schnitzeljagd mit einigen Referenzpunkten selbst gesucht werden. Belohnung für den erfolgreichen Orientierungslauf war schlussendlich eine geologische Seltenheit. Sandsteinschichten in allen rot und orange Tönen winden sich wie Wellen durch die Landschaft und es fällt einem schwer sich vorzustellen, wie Wind, Wasser und viel, viel Zeit das alles geformt haben sollen.
Den Tag liessen wir mit unserer neu entdeckten kulinarischen Leidenschaft ausklingen: Sushi. Überwältigt von den vielen Eindrücken ging die Reise nach der dritten Nacht in Page weiter Richtung Grand Canyon.
Bis gleich,
Gabi & Reto