Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03172.jsonl.gz/1087

Mangelnde Transparenz.
Israel droht ein schwerer Schlag gegen die Transparenz, denn die Regierung von Premierminister Netanjahu hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der das Recht auf Information einschränken soll – nach Ansicht von Rechtsgruppen ein unverzichtbarer Eckpfeiler einer freien Gesellschaft. Sollte das umstrittene Gesetz verabschiedet werden, droht es Journalisten und der israelischen Bevölkerung die Augen zu verschließen und sie daran zu hindern, sich mit dem Umgang der Regierung mit einem der wichtigsten Ereignisse in der jüngeren Geschichte des Landes auseinanderzusetzen.
Die Achtung der Informationsfreiheit ist Ausdruck des Bekenntnisses einer Regierung zu demokratischen Werten. Kluger ausgedrückt: Sie ist das Lebenselixier einer informierten, aufgeklärten Öffentlichkeit, die in der Lage ist, die Macht zur Rechenschaft zu ziehen. Deshalb ist Netanyahus Schritt, die Aktivitäten der Regierung in Geheimhaltung zu hüllen, ein beunruhigender Wink in Richtung Zensur.
Nach dem Informationsfreiheitsgesetz sind öffentliche Einrichtungen in Israel verpflichtet, Anfragen innerhalb von 30 Tagen zu beantworten. Sie können die Beantwortung ohne Begründung um weitere 30 Tage und mit Begründung um bis zu zwei Monate verzögern. Nach einer kürzlich erlassenen Direktive des Justizministeriums werden jedoch Entscheidungen von Regierungsbehörden, die nach dem Beginn des Krieges am 7. Oktober zu treffen waren, um sieben Monate verschoben, was auch Anträge auf Informationsfreiheit einschließt.
Die neue Gesetzgebung, die von Kritikern als Versuch bezeichnet wird, die freie Meinungsäußerung und eine akkurate Berichterstattung zu unterdrücken, unterstreicht die Dringlichkeit, Transparenz zu verteidigen.
Mit der Einschränkung der Informationsfreiheit scheint die Regierung Netanyahu einen gefährlichen Weg einzuschlagen, der die Grenze zwischen nationaler Sicherheit und Unterdrückung verwischt. Israel ist nicht der einzige Staat, der mit dieser Krise konfrontiert ist, aber es reiht sich in die wachsende Liste von Ländern ein, die unter dem Deckmantel von Krisen demokratische Normen und Rechte aufweichen.