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CVP und FDP verlangten, dass die private Idee einer Velostation unter der Reuss nochmals geprüft wird. Nun ist klar: Stadtrat und Parlament halten nichts davon und lehnen das Postulat ab.
19. Mai: Die Stadtluzerner heissen den Sonderkredit für die Planung einer Velostation unter der Bahnhofstrasse in der Höhe von 2,05 Millionen Franken mit 54 Prozent Ja-Stimmen gut.
Im Juli reichten die beiden Grossstadträte Andreas Felder (CVP) und Rieska Dommann (FDP) ein dringliches Postulat ein, in dem sie den Luzerner Stadtrat baten, im Rahmen der weiteren Planung eine Velostation unter der Reusssohle als Alternative zur Velostation unter der Bahnhofstrasse zu prüfen (zentralplus berichtete).
Die wesentlichen Konzeptmerkmale der Velostation Reuss sind die Situie- rung unterhalb der Reuss mit zwei Zufahrtsrampen aus beiden Richtungen, zwei den Ufermauern vorgelagerten Erschliessungsinseln in der Reuss sowie einer Ufertreppe zwischen den beiden Zugangsinseln.
Bauen in Gewässern braucht Sonderbewilligung
Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Er lehnt das Postulat ab. Er schreibt, eine Velostation unter der Reuss sei im Rahmen der Machbarkeitsstudie nicht in Betracht gezogen worden, da das Bauen in Gewässern einer Sonderbewilligung bedarf, welche nur standortgebundene, im öffentlichen Interesse liegende Anlagen erhalten.
Um diese Sonderbewilligung zu erhalten, müsse nachgewiesen werden, dass es keine Lösungen ausserhalb des Gewässers gibt. Da dies auch für Bauten unter einem Gewässer gilt, bezweifelt der Stadtrat stark, «dass für eine Velostation unter der Reuss eine Sonderbewilligung erteilt würde». Dies umso mehr, da mit der Velostation unter der Bahnhofstrasse eine valable und funktionierende Option ausserhalb des Gewässerraums bestehe. Auch allfällige finanzielle Gründe reichten rechtlich nicht aus, den Standort innerhalb des Gewässerraums zu rechtfertigen.
Kein direkter Bahnhofszugang
Als wesentlichen Nachteil der Velostation Reuss erachtet der Stadtrat ausserdem den fehlenden direkten Zugang zum Bahnhof. Zwar wird davon ausgegangen, dass dieser genauso wie bei der Velostation unter der Bahnhofstrasse auch bei der Velostation Reuss gebaut werden könnte, aller- dings mit entsprechenden Mehrkosten verbunden wäre.
Zu bedenken sei, dass die Werkleitungsumlegungen gerade in diesem stark belegten Bereich wohl in ähnlichem Masse zu Buche schlagen würden wie im Projekt einer Velostation unter der Bahnhofstrasse. «Zudem bergen die optimistisch angesetzte Tiefenlage der Velostation Reuss ohne grosse Überdeckung zwischen der Reusssohle und dem Deckel sowie das Bauen in der Reuss weitere bauliche Risiken», so der Stadtrat weiter.
Der Stadtrat betont zusammenfassend, er wolle am ordentlichen, im Rahmen der Abstimmung bestätigten Projekt sowie am eng gesteckten Zeitplan festhalten und lehnt die Prüfung einer Velostation als Alternative zum bestehenden Projekt ab.
Auch Parlament sagt Nein
Doch: Im Verlauf der Planungsarbeiten zum Durchgangsbahnhof sei langfristig eine Erweiterung der Velostation Bahnhofstrasse bis unter die Reuss als eine der Optionen nicht ausgeschlossen, zumal für eine Erweiterung die rechtlichen Voraussetzungen weniger aussichtslos erscheinen.
Auch das Stadtparlament hat das Postulat am Donnerstag abgelehnt. Damit ist der Alternativstandort für das Veloparking endgültig vom Tisch.
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