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Zwischen 1959 und 1963 starben 15 Hunter-Piloten der Schweizer Luftwaffe bei Abstürzen. Dieser «Kollateralschaden» des Schweizer Kampfjet-Einsatzes wird im Buch «Schattenflug» und dem darauf aufbauenden Film «volo in ombra» aufgearbeitet.
Insgesamt 160 Hunter-Kampfflugzeuge kaufte das Schweizer Militär ab 1958. Davon stürzten 30 Stück ab, viele davon kurz nach der Inbetriebnahme. Bei einem solchen Absturz starb am 25. Oktober 1960 ein 24-jähriger Militärpilot nahe Meiringen, nach nur 28 Flugstunden auf dem Hunter. Am Morgen dieses Tages hatte er seiner Frau versprochen zum letzten Mal zu fliegen. Das Buch «Schattenflug» der Autorin Anna Ruchat verarbeitet die persönlichen Erlebnisse der Tochter des Piloten. Basierend auf den Unfallprotokollen schreibt die Autorin über ihren Umgang mit dem Tod ihres Vaters. Das Buch hat auch eine politische Dimension. So zitiert die Autorin zum Beispiel aus dem Kondolenzschreiben der Armee. Dort liest man von der «Pflicht, welche für uns Schweizer heilig ist, für die Ihr Sohn gestorben ist».
Die Schweiz im mentalen Kriegszustand
Der bisher erst in italienischer Sprache ausgestrahlte Film «volo in ombra» von Olmo Cerri nimmt diesen Todesfall auf und setzt den tragischen Einzelfall in den grösseren politischen Zusammenhang dieser Zeit. Die Schweiz war in der Mentalität des Kalten Krieges gefangen, militärisch rüstete sie unentwegt auf: 1947-1949 kaufte die Schweiz 175 Kampfflugzeuge vom Typ «Vampire», 1951-1954 erneut 250 vom Typ «Venom». Diese schnelle Aufrüstung führte dazu, dass Flugzeuge schlecht gewartet wurden und die Piloten schlecht geschult waren. Der militärische Grössenwahn kannte keine Grenzen, es existierten sogar Pläne für die Herstellung einer eigenen Atombombe. Sechzehn Militärpiloten mussten den Aufrüstungswahn der politischen Elite mit ihrem Leben bezahlen.
Bildquelle: www.voloinombra.ch