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Eine internationale Expedition hat 1'000 Tonnen Abfall von einer russischen Forschungs-Station in der Antarktis weggebracht.Dieser Inhalt wurde am 31. März 2002 - 17:25 publiziert
Einer der Hauptsponsoren des Projekts ist Ernesto Bertarelli, Chef der Schweizer Biotechfirma Serono.Reporter Vincent Landon von swissinfo reiste in die Antarktis, um bei der Putzaktion dabei zu sein. Im zweiten Teil seines Tagebuchs erzählt er, wie es an Bord der Jacht zugeht.
Aller Anfang ist schwer
Die Jacht der Mission Antarctica, die "2041", ist rund 23 Meter lang und fünf Meter breit. Auf ihr werden wir zwölf - acht Gäste und vier Crewmitglieder - die nächsten zehn Tagen verbringen.
Das Boot wurde für Rennen durch die Meere der südlichen Erdhalbkugel gebaut, für die British Steel Challenge - später BT Global Challenge - bekannt als die schwierigste Segelregatta. "Sie wurde gebaut, um in den südlichen Ozeanen in der falschen Richtung um die Welt zu segeln", erklärt Peter Malcolm, der Projektkoordinator der Mission Antarctica. "Das heisst, sie kann in schwerer See gegen den Wind segeln, so dass das ganze Boot losgeht wie eine Rakete, wenn es sich nur ein wenig aus dem Wind dreht."
Das Boot heisst "2041", weil in diesem Jahr der Zustand der Umwelt in der Antarktis erneut geprüft werden muss. Zur Zeit wird der Kontinent für friedliche Forschungs- und Schulungszwecke genutzt, aber territoriale Ansprüche und der Wunsch, die Bodenschätze der Antarktis abzubauen, könnten Überhand nehmen.
In der Bucht
Wir sind in der Maxwell Bay vor Anker gegangen, einer Gegend, die ironischerweise Bananengürtel der antarktischen Halbinsel genannt wird. Hier besteht die Landschaft nicht nur aus Schnee und Eis. Felsige Hügel umschliessen die Bucht. Vor uns am Strand liegen die hell gestrichenen Hütten der chilenischen Station und die roten Unterkunftsbaracken der Russen. Die beiden Nationalitäten sind durch einen kleinen Fluss getrennt, der auch die Grenze zwischen zwei Zeitzonen ist. Die Chilenen sind den Russen eine Stunde voraus.
Wir haben uns in warme Unterwäsche, Webpelz und wasserdichte Kleidung eingepackt, aber wenn man auf Deck dem Wind ausgesetzt ist, nützen alle Kleidungs-Schichten nicht viel.
Die Jacht wurde für eine leichtere Handhabung umgebaut. Ursprünglich war sie für Segelregatten rund um die Welt gebaut, mit einer Mannschaft von 14 Personen. Nur schon um bei zunehmendem Wind die Segel zu wechseln, brauchte es sieben Personen vorne auf dem Boot, um ein Segel einzuholen und ein anderes zu setzen. Jetzt kann dank einem Rollreff eine Person allein das Seil in eine Winde einführen und so einen Teil des Segels einrollen.
Ausserdem wurde der Bug mit fünf Millimeter dickem Stahl verstärkt, damit die Jacht auch durch Eis segeln kann.
Die Regeln bei "Mann über Bord"
Wir lernen einige Grundlagen des Segelns. Der zweite Maat, Alex Johnston, erklärt uns die Sicherheitsregeln. "Regel Nummer eins lautet: Nicht über Bord fallen! Dazu binden wir uns fest und befolgen die Sicherheitsregeln", sagt er. "Wenn man jemanden über Bord gehen seht, schreit man so laut wie möglich 'Mann über Bord' und streckt die Hand in die Richtung aus, in die er gefallen ist. Man darf ihn nie aus den Augen verlieren. Es ist sehr schwierig, etwas im Wasser zu erkennen, und bei starkem Wellengang verschwindet jemand ziemlich schnell.
"Die Person im Wasser sollte versuchen, nicht um sich zu schlagen oder zu schwimmen, weil das wertvolle Energie verbraucht. "Innert zweier Minuten nach dem Fall ins Wasser verliert man trotz guter Ausrüstung das Gefühl in Armen und Beinen", erklärt Alex. "Innert zehn Minuten ist man unterkühlt und danach geht's nicht mehr lange ..." "Also, Kapuze auf, wenn sie nicht schon oben ist, Rücken zum Wind, Arme kreuzen - so - entspannen. Wir kommen, und holen euch. Und versucht, nicht in Panik zu geraten."
Hygiene kleingeschrieben
Unter Deck gibt es eine schockierende Nachricht - jede und jeder darf während der zehntägigen Reise nur einmal duschen. Das Boot hat rund 600 Liter Wasser an Bord und hat auch eine Entsalzungsanlage, aber Wassersparen ist erstes Gebot.
Endlich sind wir bereit, den Anker zu lichten. Bevor wir lossegeln, frage ich Captain Andy Dare, der in den letzten sieben Jahren über 120'000 Kilometer mit dieser Bootsklasse gesegelt ist, was am Segeln in antarktischen Gewässern besonders ist.
"Nun, ein Unterschied liegt darin, dass man hier auf sich allein gestellt ist", lautet seine Antwort. "Es gibt keine Unterstützung, keine Rettungsboote, es ist niemand in der Nähe und man muss wirklich unabhängig und sehr sicherheits-bewusst sein, weil einem niemand zu Hilfe kommen kann. Hier unten gibt es keine zweite Chance."
Und nächtes Mal: Wir stechen in See.....
Vincent Landon
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