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Vor- und Nachteile von Freihandel
Freihandel ist ein volkswirtschaftlicher Begriff, der sich auf den unbeschränkten Handel mindestens zweier Nationen bezieht. Mit der Option des Freihandels, also ohne Einschränkungen durch Zoll, Importlimits oder Importbeschränkungen wird Wohlstand in einer Volkswirtschaft verbunden. Zu den staatlichen Maßnahmen zur Einfuhrbeschränkung gehören Importkontingente zur mengenmäßigen Einfuhr eines Gutes oder Importzölle für Einfuhren. Die Erhebung einer Einfuhrumsatzsteuer ist möglich.
Freihandel in der Europäischen Union
Wenn keine Importbeschränkungen oder Exportauflagen vorliegen, ist ein Freihandel gegeben. Liberale Politik geht von einer Vervollkommnung des Freihandels, also des schrankenlosen Handels aus. Protektionismus dagegen ist eine Schutzpolitik, die die Volkswirtschaft vor dem freien Wirken der Betriebe und ihrer Beschaffungsentscheidungen durch Vorgabe von Importquoten oder -zöllen schützen soll. Freihandel liegt in Europa seit dem europäischen Binnenmarkt grundsätzlich vor. Handel außerhalb der EU kann mit Handelsbeschränkungen versehen sein.
Freier Handel bezieht sich aber nicht nur auf die Frage der Beschränkungen, sondern vor allem auf die Frage, wie das zu handelnde Gut in einem freien Handel definiert werden kann. Freier Handel impliziert die freie Verhandlung von Wert und Gegenwert unter Einsatz der vorhandenen Mittel. Auch für Aktienmärkte ist ein freier Handel wichtig und vor allem Unternehmen können somit höhere Rentabilitäten erzielen und mehr Dividende ausschütten.
Ursprünge des Freihandels
Der Volkswirtschaftler Adam Smith begründete die Freihandelstheorie. Sein im 18. Jahrhundert veröffentlichtes Werk „Der Wohlstand der Nationen“ stellt die These auf, Freihandel könne die Spezialisierung und Arbeitsteilung fördern. Ein jedes Land habe spezielle Wettbewerbsvorteile und durch den Freihandel könnte ein Kostenvorteil zwischen Wert der Ware und Anschaffungskosten entstehen. Je weniger Beschränkungen der Handel habe, desto mehr Wohlstand und Wachstum gebe es. Mit Spezialisierung wird auch eine gesteigerte Effizienz verbunden. Der freie Handel zwischen den Nationen fördere das Angebot der verfügbaren Güter und Dienstleistungen und ließe neue Märkte erschließen.
Negativ am Freihandel wird bewertet, dass es dabei keine Begrenzung und Vorgaben zum Schutz der Ressourcen gibt. In der modernen Globalisierungskritik, die der Freihandelspolitik nachfolgte, wurde häufig der Aspekt Umweltschutz, zum Beispiel in schnell wachsenden Schwellenländern, thematisiert. Der Binnenhandel im Gegensatz zum Freihandel erfolgt in einem in sich geschlossenen System und erfordert wesentlich weniger Verkehrsressourcen als im globalen Handel. Ein Binnenmarkt kann also im Gegensatz zur Freihandelszone als wertestabilisierend und qualitätssichern gelten.
Beschränkungen des Freihandels
Wenn die Wirtschaft aktiver ist als der Staat in seinem wirtschaftlichen Gefüge von Binnenmarkt, Wirtschaftsunion und Internationalen Organisationen, kann es sein, dass das Wirtschaftsministerium Handelsauflagen für den Handel außerhalb der Handelsunion, in Deutschland also außerhalb der Europäischen Union, auferlegt. Dazu gehören Handelszölle, Importbeschränkungen oder Importauflagen. Das gleiche gilt, wenn Ressourcen unbedingt im eigenen Land gebraucht werden. Dann können Exportzölle und Exportquoten auferlegt werden. Vorkommen kann das in verschiedenen Wirtschaftsbranchen wie zum Beispiel Stahlproduktion, Kunststoffindustrie und Erdölverarbeitende Industrien. Führe also ein Export zu einem Mangel im eigenen Land, dann ist das Erheben von Exportzöllen eine mögliche Maßnahme.
Regierungen können übrigens auch den Freihandel unterstützen, indem sie zum Beispiel Freihandelsabkommen mit Schwellenländern oder anderen Industrienationen abschließen. In Europa werden die einzelnen Staaten die Verhandlung von Freihandelsabkommen vorwiegend den in der Europäischen Union vorliegenden Gremien vorgeben.
Bedeutung der Europäischen Union für den Freihandel
In der Europäischen Kommission werden Freihandelsabkommen für die Europäische Wirtschaftszone verhandelt. Zielgruppe sind hierbei die Wachstumsregionen zur Sicherung von Arbeit, Wachstum und Beschäftigung. Die EU gilt aber im Gegensatz zu anderen Global Playern wie die USA und Japan als zurückhaltend bei der Verhandlung von Freihandelsabkommen. Die seit 2020 verhandelten Freihandelsabkommen betreffen tarifäre Regelungen des Zolls und der Exportsubventionen, sondern auch den Abbau nicht tarifärer Handelsbeschränkungen wie Wettbewerb und Investition. Basis sind die Beschlüsse der World Trade Organization (WTO).
Wichtige Freihandelsabkommen sind das CETA (Comprehensive Economiv Trade Abkommen) zwischen der EU und Kanada zum Abbau der Zölle und Verbesserung des Marktzugangs und Sicherung der Handelspartner. Dadurch sollen die Absatzmärkte für Europäischen Güter aus Industrie, Landwirtschaft und aus dem Dienstleistungssektor verbessert werden. Hohe EU-Standards werden so mit dem Handelspartner Kanada abgeglichen und standardisiert. Zwei Prozent aller zwischen der EU und Kanada gehandelten Leistungen werden nur noch Zolltarifen unterworfen. Auch bei öffentlichen Ausschreiben verspricht CETA gleichberechtigte Marktzugänge in beiden Wirtschaftszonen. Die Ratifizierung der Mitgliedsstaaten dauert noch an.
Zwischen den USA und der EU besteht seit jeher ein reger wirtschaftlicher Austausch. Das transatlantische Abkommen TTIP zwischen den EU und der USA wurde aber 2017 auf Eis gelegt. Wenn Freihandelsabkommen dazu führen, dass Handel unnötig verkompliziert oder erschwert wird, dann sind die Verhandlungen unter den gegebenen Umständen nicht weiter zu führen. Anstelle des TTIP wurde 2018 eine Handelsagenda vereinbart, die die Vereinfachung des Handels mit Industriegütern außer KFZ vorsieht. Über weitere Abkommen mit den USA wurden Verhandlungsmandate erteilt.
Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass der Handel in der EU keinen Handelsbeschränkungen unterliegt, also eine Freihandelszone innerhalb der Grenzen ihrer einzelnen Mitgliedsstaaten und ihrer nationalen Steuergesetzgebungen ist.
Eine interessante Wirtschaftszone für Freihandelsabkommen ist Südostasien (ASEAN). Durch die Wachstumsdynamik und seine Industriestandards ist ASEAN ein wichtiger Handelspartner der EU, dessen Staaten Wettbewerbsvorteile durch effiziente Massenproduktion und ein verglichen niedriges Lohn- und Gehaltsniveau bieten. Die Verhandlungen in diesem Bereich verlaufen aber zäh, von einer Freihandelszone kann also noch nicht gesprochen werden. Anders sieht es bei den Verhandlungen mit Singapur aus. Hier wurde bereits 2018 ein Abkommen zum Schutz von Freihandel und Investitionen unterzeichnet, das 2019 vom EU-Parlament ratifiziert wurden. Vietnam gilt als wichtigster Handelspartner innerhalb der EU.
Vor- und Nachteile von Freihandelspolitik
Freihandel gilt immer noch als wirtschaftliches Ideal. Man sagt, dass der Verzicht auf staatliche Maßnahmen der ökonomische Schlüssel zu einer gesunden und selbst erhaltenden Weltwirtschaft seien. Eine Freihandelspolitik ist aber dennoch entscheidender Aufgabenbereich in der Organisation der Europäischen Union, insbesondere der Europäischen Kommission.
Freihandel bedeutet, dass für die Auswahl von Waren, Gütern und Dienstleistungen eine große Auswahl von Märkten zur Verfügung steht. Auf der einen Seite gibt es die Anbieter, zumeist in Form von Betrieben, auf der anderen Seite gibt es die Abnehmer, also andere Betriebe, öffentliche Institutionen oder Privatpersonen. Passiert das ganze zwischen Verhandlungspartnern verschiedene Nationen, beziehungsweise Handelszonen, so kann der Bereich Import und Export berührt werden. Freihandel kann durch eine restriktive Wettbewerbspolitik oder Wettbewerbsschranken eingeschränkt werden.
Freihandel führt zur Ermittlung des wirtschaftlichsten Wertes eines bestimmten Gutes unter Berücksichtigung seiner Beschaffungs- und Transportkosten. Ein Nachteil des Freihandels ist die besonders hohe Qualifikation, die seine Teilnehmer vorweisen müssen, um tatsächlich auf multinational angefragten Märkten tätig zu sein.
Geschützte Märkte des Binnenmarktes gegen den Handelsbeteiligten mehr Sicherheit durch die klaren Rahmenbedingungen des Heimatlandes. Freihandel verspricht mehr Entscheidungsfreiheit, mehr Auswahl und günstigere Preise. Welche Folgekosten sich durch das Öffnen von Märkten ergeben, ist allerdings im Vorhinein schwer abzusehen. Nur, weil es für eine Handelskonstellation keine Schranke gibt, heißt das nicht, dass es keine Risiken oder zumindest Nachteile gibt.