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Japan will mehr Geld für Walfang ausgeben
Ungeachtet der horrenden Kosten für den Wiederaufbau der Erdbeben- und Tsunamigebiete will Japan die Mittel für den Walfang beträchtlich aufstocken. Hauptgrund für das höhere Budget sind zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen gegen Tierschutzorganisationen.
Tokio. – Angesichts der jüngsten gewaltsamen Störaktionen der streitbaren Organisation Sea Shepherd fordert das Fischereiministerium für das nächste Budgetjahr rund 1,1 Milliarden Yen (13,2 Mio. Franken) für zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag.
Im laufenden Budgetjahr erhielten die Walfänger dafür 715 Millionen Yen (8,6 Mio. Franken) vom Steuerzahler. Berichte, wonach die Walfänger noch für das laufende Fiskaljahr zusätzlich zwei Milliarden Yen (24 Mio. Franken) per Nachtragsetat erhalten sollen, bestätigte der Sprecher nicht.
Die Umweltschutzgruppe Pro Wildlife sprach von einer geplanten «Vervierfachung» des bisherigen Walfangetats. Der Sprecher des Fischereiministeriums wollte sich nicht dazu äussern, ob der Etat noch im laufenden Fiskaljahr aufgestockt wird.
Fischereiminister Michihiko Kano hatte allerdings kürzlich laut japanischen Medien schon angekündigt, dass man zu Sicherheitszwecken erstmals ein Schiff seines Ministeriums als Begleitung der Walfangflotte in die Antarktis schicken wolle. Japan will demnach seinen «Wissenschaftlichen Walfang» in diesem Winter fortsetzen.
In der vergangenen Saison hatte die japanische Walfangflotte ihre Jagd auf die Meeressäuger angesichts verstärkter Störaktionen von Sea Shepherd abbrechen müssen. Umweltschützer hatten daher bereits die Hoffnung geschöpft, Japan werde den Walfang einstellen. Doch Tokio hält an seinem Kurs fest.
Im Winter stehen in der Antarktis, wo dann Sommer ist, weitere rund 1000 Wale auf der Abschussliste - offiziell zu «wissenschaftlichen Zwecken».
Das ist formal auch erlaubt, trotz des seit 1986 geltenden weltweiten Walfangmoratoriums. Auch dass das Fleisch der Meeressäuger nach der «Untersuchung» zum Konsum freigegeben wird, stellt keinen Verstoss gegen das Moratorium dar.
Kritiker sehen in dem «wissenschaftlichen Walfang» dagegen nur einen Vorwand, zumal Walforscher anderer Länder zu ähnlichen Ergebnissen kommen, ohne die Meeressäuger zu töten. (sda)