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Voriconazol und Lapatinib beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Erhöhte Lapatinib-Konzentrationen und Risiko für ventrikuläre Rhythmusstörungen
Mechanismus
Additive Verlängerung der QT-Zeit. Voriconazol ist ein starker Hemmer von CYP3A4, welches massgeblich für den Abbau von Lapatinib verantwortlich ist. In Kombination ist mit erhöhten Lapatinib-Konzentrationen zu rechnen.
Effekt
Durch die additive Verlängerung der QT-Zeit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von kardialen unerwünschten Wirkungen wie Arrhythmien, Torsades de pointes oder Herzstillstand. In einer Studie mit gesunden Probanden war bei Gabe von Lapatinib mit dem ebenfalls starken CYP3A4-Hemmer Ketoconazol die AUC von Lapatinib ungefähr um das 3,6-Fache gesteigert, die Cmax um das 2,1-Fache erhöht und die Halbwertszeit verlängerte sich auf das 1,7-Fache [Smith DA, 2009]. Eine ähnlich starke Interaktion ist auch bei Voriconazol zu erwarten.
Empfehlung
Gemäss Schweizer Fachinformation ist die Gabe von Voriconazol mit CYP3A4 Substraten, für welche eine QTc-verlängernde Wirkung bekannt sind, kontraindiziert. Soll die Kombination dennoch eingesetzt werden, sind regelmässige EKG-Kontrollen der QT-Zeit, insbesondere bei Änderungen der medikamentösen Therapie, notwendig. Aufgrund der erwarteten Konzentrationserhöhung von Lapatinib sollte eine Dosisreduktion erwogen werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018