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Bern, um 1850
Postverwaltung Bern
H. 210, B. 137, L. 340 cm
Inv. 1971.3066.
Der Char-de-côté war vor allem in der Westschweiz und den angrenzenden Gebieten Frankreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark verbreitet. Die schweizerische Postverwaltung besass nur wenige Fahrzeuge dieses Typs. Die Konstruktion des Char-de-côté ermöglichte dank des um 90° nach links gedrehten Kastens und des wenig beschlagenen Fahrgestelles mit geraden, hölzernen Tragbäumen den Bau eines leichten, schmalen und preiswerten Fahrzeuges. Die unbeschlagenen Tragbäume aus dem zähen, elastischen Eschenholz trugen zur weichen, angenehmen Federung des Wagens bei. Erkauft wurden diese Vorteile damit, dass die Passagiere quer zur Fahrtrichtung sassen. Dies wurde als unbequem empfunden und verunmöglichte die Aussicht auf die rechte Strassenseite. Die Tragbäume stützen sich mit einfachen Querfedern auf die Achsstöcke ab. Ein Langbaum verbindet die beiden Achsen. Die ersten Chars-de-côté waren oben völlig offen. Der Kasten bestand nur aus einem einfachen Sitz mit einem Fussbrett. Mit dem besseren Ausbau der Strassen in ländlichen Gebieten und den wachsenden Komfortansprüchen wurden die Chars-de-côté durch andere Kutschentypen verdrängt.