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Der deutsche Juniorenstrassenmeister Emil Herzog errang den Gesamtsieg am diesjährigen GP Rüebliland. Den Grundstein dafür legte er mit dem Sieg der ersten Etappe in Steinmaur. Er musste zwar zwischenzeitlich die Gesamtführung an den Dänen Tobias Svarre abgeben. Da dieser aber den entscheidenden Postabgang in der Schlussetappe im Gegensatz zu Herzog verpasste, reichte dem Deutschen der dritte Rang bei der Schlussetappe zum Gesamtsieg. In keiner Phase des Rennens ein Wort mitreden konnten die Schweizer.
Für die Schweizer Fahrer, die sich in diesem Jahr hohe Ziel setzten, ging die Rechnung während der gesamten Rundfahrt nie auf. In der ersten Etappe war mit Tim Rey zwar bei der entscheidenden Flucht ein Fahrer mit dabei, doch konnte er während der Schlussphase dieser schnellen Etappe das Tempo nicht mehr mithalten und fiel auf den 9. Rang zurück. In der Folge zerrissen die Schweizer keine grossen Stricke, so dass nicht nur alle Etappensiege, sondern auch alle Spezialwertungen an ausländische Fahrer gingen. Das stärkste Team war diesmal eindeutig das deutsche Team Auto Eder, welches letztlich nicht nur den Gesamtsieger stellte sondern gleich noch drei von vier Etappen gewann. Neben dem deutschen Emil Herzog wussten vor allem die Dänen und die Norweger zu gefallen.
Halbetappen selektionierten wenig
In den zwei samstäglichen Halbetappen von Stammheim zeigte sich das schon am Freitag siegreiche deutsche Team Auto Eder erneut gleich zweimal erfolgreich. Die erste Halbetappe «zupfte» der für das deutsche Team fahrende Estländische Meister Romet Pajur. Dieser gehörte einer 10köpfgen Spitzengruppe an, die sich bereits nach 10 Kilometer bildete und schliesslich durchkam.
Die 2. Halbetappe verlief ebenfalls sehr animiert. Viele Angriffe versandeten vorerst. Drei Fahrer konnten sich letztlich vom Feld lösen. Das Trio harmonierte sehr gut, so dass das Feld die drei Fahrer erst im Ziel wieder sah. Der Etappensieger Mathieu Kockelmann, ist zwar Luxemburger, aber ebenfalls Angehöriger des Teams Auto Eder. Er ist Europameister im Einzelzeitfahren. In den drei ersten Etappen war der sehr aufmerksam fahrende Däne Tobias Svarre immer vorne mit dabei, weshalb er nach drei Etappen die Führung im Gesamtklassement übernahm.
Noch einmal Gesamtleaderwechsel bei der Schlussetappe
Die letzte Etappe war nicht einfach zu bewältigen, galt es doch dreimal den «Bettwiler» zu erklimmen. Dennoch gab es Angriffe praktisch während der ganzen Etappe. Einer fünfköpfigen Fluchtgruppe gelang schliesslich die entscheidende Flucht. Nicht Unterschlupf in dieser Gruppe fand der Gesamtleader Tobias Svarre. Die anderen Fahrer der Fluchtgruppe waren alles Fahrer, die in der Gesamtwertung vorne dabei waren. Der starke, erst 17jährige Norweger Jorgen Nordhagen siegte schliesslich knapp vor seinen vier Verfolgern, darunter Herzog, der dank seinem dritten Platz in der Schlussetappe die Gesamtwertung verdient gewann. Seine Einschätzung des Rennens: «Der GP Rüebliland gefiel mir gut. Ich persönlich würde den zwei Halbetappen entweder eine ganze Etappe oder dann ein Zeitfahren vorziehen. Gesamthaft betrachtet war es eine gute Standortbestimmung drei Wochen vor der WM». Zu hoffen bleibt, dass die Schweizer dann einiges aufmerksamer fahren, denn am GP Rüebliland wussten sie nicht zu überzeugen.
Sehr zufrieden mit dem Ablauf der Rundfahrt zeigte sich OK-Präsident Ueli Schumacher. Es sei zwar schwer gewesen Etappenorte zu finden, aber nun konnte er mit Nebikon und Möhlin für 2023 erfreulicherweise bereits deren zwei bekanntgeben. Undenkbar wäre ein GP Rüebliland ohne Motorradfahrer. Diesmal sorgten rund 60 sehr versierte Töfffahrer für eine gute Streckensicherung.
Markus Schenk