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Woher kommt eigentlich dieser Satz, den wir wahrscheinlich alle mehr oder weniger öfters schon zu Ohren bekommen haben.
In der Bibel gibt es ein Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Das Erstaunliche an dieser Geschichte: Alle Arbeiter – unabhängig wie lange und wieviel sie an diesem Tag gearbeitet haben – erhalten denselben Lohn. Ist das nicht ungerecht? Dazu kommt noch, dass am Zahlabend diejenigen zuerst belohnt werden, die zuletzt mit der Arbeit angefangen haben – also die Arbeiter mit lediglich einer Stunde Arbeitszeit. Die Letzten kommen also zuerst – die Letzten werden die Ersten sein.
Da ist es nicht verwunderlich, dass die Ersten, welche den ganzen Tag an der prallen Sonne geschuftet haben, auf die Barrikade gehen. Sie beschweren sich beim Gutsherrn. Und was antwortet dieser gute Herr? Zuerst einmal sagt er ihnen, dass sie genau das bekommen, was sie vereinbart haben – nämlich einen Denar (den üblichen Tageslohn für einen Handwerker). Die Arbeit der Ersten wird gerecht honoriert.
Und dann sagt er weiter, dass er dem Letzten gleich viel geben will wie dem Ersten. Er ist ein guter Herr! Er hat ein Herz für diejenigen, die am diesem Tag am längsten arbeitslos waren, für diejenigen, welche niemand wollte.
Zum Schluss folgen noch zwei einschneidende und entscheidende Fragen des Gutsherrn an die Adresse der Ersten: „Ist es mir etwa nicht erlaubt, mit dem, was mein ist, zu tun, was ich will? Machst du ein böses Gesicht, weil ich gütig bin?“
Der ursprüngliche Sinn des Gleichnisses ist klar: Jesus möchte die Zuhörer für die nicht berechnende Güte Gottes gewinnen, die letztlich alle ‚zu Ersten‘ machen möchte – unabhängig von allen Verdiensten. Er sprengt einmal mehr den Horizont unseres Gerechtigkeitsdenkens, weil die Gnade immer einen Schritt weiter geht als unsere Vorstellung von ‚gerecht und ungerecht‘.