Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03346.jsonl.gz/433

Houssam floh vor etwa fünf Jahren aus dem Sudan in die nordwestliche Ecke das Südsudan. Sein kleiner Stamm gehört zu über zwanzig unerreichten Völkern der Region des Blauen Nil. Die Mehrheit von ihnen lebt jetzt in Flüchtlingslagern. Das enge Miteinander so vieler Stämme führt manchmal zu Unruhe und Gewalt in diesem Gebiet, das sowieso schon sehr abgelegen und unterentwickelt ist. Diese und andere Faktoren erschweren es sehr, als Ausländer dort zu Leben und die Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.
Das Leben in den Lagern ist hart und das Überleben nur durch die Hilfe der UN- und anderer Hilfsorganisationen möglich. Unser Projekt dort hilft Menschen, ihre Versorgung nachhaltiger zu gestalten, indem wir ihnen ermöglichen, selbst Lebensmittel anzubauen. So können wir gute Beziehungen zu Menschen der verschiedenen Stämme und ihren Leitern aufbauen und sie zu Christus einladen.
Nachfolger Jesu finden sich
Mit Houssams Stamm hatten wir noch keinen Kontakt gehabt. Er wurde durch einen äthiopischen Evangelisten zum Nachfolger Jesu. Als einziger Gläubiger in seinem Stamm gab er seinen Glauben weiter und sammelte eine kleine Gruppe interessierter Männer um sich, bis er vor Verfolgung in seinem Stamm in ein Lager in 30 km Entfernung fliehen musste. Aber er gab den Mut nicht auf und öffnete ein kleines Restaurant, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er gewann die Achtung der Menschen dort und gab seinen Glauben weiter. Wieder sammelten sich einige Menschen um ihn, die mehr von Jesus erfahren wollten.
Aber Houssam merkte, dass er selbst wachsen musste, um anderen zu zeigen, wie sie Jesus folgen konnten. Er lernte einige Nachfolger Jesu aus einem größeren Stamm kennen, in dem wir ein Landwirtschaftsprojekt mit 700 Familien haben. Diese kleine Gruppe ist in den letzten drei Jahren entstanden und besteht aus etwa 15 jungen Leuten. Sie sind die einzigen bekannten Gläubigen in diesem Lager mit 30.000 Menschen.
Wirst du mir helfen?
Houssam ist einiges älter als sie und war in seinem Stamm ein anerkannter und erfahrener Leiter. Ich lernte ihn bei meinem letzten Jüngerschaftstreffen mit der Gruppe kennen, bevor ich für einige Zeit nach Europa flog. Er war motiviert und lernwillig dabei und kam anschließend mit einer persönlichen Bitte zu mir: «Kannst du mir beibringen, wie ich andere lehren kann, Jesus zu folgen, wenn du von Europa wieder zurückkommst?»
Natürlich mache ich dies von Herzen gern, dazu bin ich ja hier her gekommen. Doch benötige wir dringend mehr Mitarbeiter. Wir haben im Moment eine grosse Offenheit unter diesen Stämmen und sollten die Chance nutzen, solange es die polistische Situation zulässt.
Ostafrika