Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03203.jsonl.gz/1446

Zu den bekanntesten Einrichtungen der anthroposophischen Bewegung gehören die Rudolf-Steiner-Schulen oder Waldorf-Schulen, wie sie ausserhalb der Schweiz meist heissen: Volksschulen mit zwölf Klassen, die ohne Spezialisierung, ohne Leistungsniveaus, ohne Noten und Sitzenbleiben funktionieren. In der Schweiz gibt es rund 40 Steiner-Schulen mit etwa 8000 Schülerinnen und Schülern; weltweit sind es gegen 800 Schulen. Mit ihrer internationalen Verbreitung bilden sie die grösste von Staat und Kirche unabhängige Schulbewegung
Erziehung und Schulung haben in der Anthroposophie eine grosse Bedeutung, wird doch das ganze Leben als Entwicklungsweg verstanden, auf dem jede Menschenseele individuelle Lernerfahrungen durchlebt. An diesem Horizont orientiert sich auch die Pädagogik. Der Lehrplan richtet sich nicht nach den Bedürfnissen der Arbeitswelt, sondern geht von den Entwicklungsschritten des Kindes aus: er ist darauf angelegt, die Entfaltung der altersgemässen Fähigkeiten umfassend zu fördern. Viel konsequenter, als in anderen Schulen üblich, setzen die Steiner-Schulen künstlerische und handwerkliche Fächer ein, um nicht nur Verstand und Gedächtnis anzusprechen, sondern ebenso den Körper, die Sinne und das Empfinden zu nähren
Auf dem Gebiet der Heilpädagogik hat die Anthroposophie Pionierleistungen vorzuweisen, die - etwa mit der Camphill-Bewegung - in vielen Ländern anerkannt und verbreitet sind.