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TG (6 Sitze): FDP gewinnt einen Sitz
Im Thurgau gewinnt sicher einen Nationalratssitz, wer ein Siebtel (14,3 Prozent) der Stimmen erhält. Die Listenverbindung der Kleinparteien GLP/BDP/EVP/EDU eroberte im Jahr 2011 den FDP-Sitz, der an die GLP mit nur 5,2 Prozent Parteistimmen ging. Dieses Bündnis ist implodiert, der GLP-Sitz ist darum im Herbst stark gefährdet. GLP, BDP und EVP schliessen sich dieses Jahr neu mit der CVP und der FDP zusammen, die EDU neu mit der SVP. SP/Grüne bleiben unverändert verbündet und werden den einen SP-Sitz klar verteidigen. SVP/EDU erreichten 2011 42,2 Prozent der Stimmen, ganz knapp weniger als die Hürde für sichere drei Sitze. Das neue Mittebündnis CVP/FDP/GLP/BDP/EVP erreichte 2011 zusammen 38,7 Prozent, was 2015 sicher zwei Sitze ergibt, die garantiert an die CVP (14,4 Prozent) und FDP (11,2 Prozent) gehen werden. Die einzige Hoffnung für eine Sitzverteidigung der GLP liegt darin, dass das Mittebündnis das SVP-Bündnis überholt und der SVP somit einen der drei Sitze abknöpft. Zusätzlich müsste die GLP mehr als die Hälfte der Stimmen sowohl von der CVP wie von der FDP erreichen, ansonsten ginge der eroberte zusätzliche Sitz an die CVP oder FDP.
Fazit: Die FDP gewinnt einen Sitz. Entweder auf Kosten der GLP oder – bei einem Exploit der GLP – auf Kosten der SVP.
FR (7 Sitze): SVP bedrängt CVP
Im Kanton Freiburg braucht es ein Achtel der Stimmen (12,5 Prozent) für einen sicheren Nationalratssitz. Das Linksbündnis SP/Grüne/CSP/EVP erreichte 2011 mit 37,9 Prozent knapp drei sichere Sitze, wobei der CSP-Sitz zur SP wanderte, obwohl die CSP eine Unterlistenverbindung mit der EVP abgeschlossen hatte. 2015 verbünden sich die linken Parteien wiederum auf die gleiche Weise, wobei die vielen Zusatzstimmen von SP-Parteipräsident Christian Levrat (der heuer nur für den Ständerat kandidiert) wegfallen, weswegen die Linke um den dritten Sitz kämpfen muss. Die BDP verlässt dieses Jahr das CVP/GLP-Bündnis und schliesst sich mit der FDP zusammen, deren Sitz somit auch gesichert ist. CVP/GLP erreichten 2011 (ohne BDP) 23,8 Prozent, SVP/EDU 22,1 Prozent. Der zweite Sitz der CVP wird somit stark bedrängt von der grösseren SVP, die einen zweiten Sitz erringen will. Falls die CVP den zweiten Sitz an die SVP verlieren würde, wäre dies allein ihrer «Partnerin» BDP zu verdanken, deren Bündnispolitik in Fribourg strategisch nicht nachvollziehbar erscheint.
Fazit: Es wird knapp, der Wahlkampf wird entscheidend sein. Die CVP hat ganz leichte Vorteile, weil sie mit zwei Bisherigen antritt, die SVP nur mit einem.