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Die Geschichte der Kapelle St. Laurentius – Schloss Beroldingen
Die Kapelle wurde mitsamt dem Schlösschen um 1530 gebaut von Landammann Ritter Josue von Beroldingen. Die Einweihung der Kapelle fiel auf den 21. Mai 1546, am Tag nach der Konsekration der Pfarrkirche. Mit Rücksicht auf den illustren Bauherrn hat der Konstanzer Bischof Johannes V. von Wetza persönlich die Kapelle zu Ehren von Christi Auferstehung sowie vom hl. Thomas und Laurentius geweiht.
Am 10. Februar 1547 erteilten zehn römische Kardinäle einen Ablass für alle, die zur Zierde oder Unterhalt der Kapelle beitrugen. Am 23. Februar 1547 verlieh Papst Paul III. einen vollkommenen Ablass, welcher am 24. November 1550 durch zehn römische Kardinäle erneuert und erweitert wurde. Um dieser kirchlichen Stiftung verstärkte, dauernde Bedeutung zu verleihen, wollte Josue sie mit einer Kaplaneipfründe versehen.
Um 1548/49 holte er das Einverständnis des designierten Bischofs von Konstanz, Christoph Mezler von Feldkirch, ein. Er stellte auch ein Vermögen von 2200 Goldgulden zur Verfügung und gründete zudem für die Kapelle eine Ewig-Licht-Stiftung.
1561 wurde die Pfründe erstmals vergeben.
Das Glöcklein trägt die Jahrzahl 1582 und wurde mit anderen Glocken für Urner Kirchen auf der Landleutematte in Altdorf gegossen. Der Giesser war Franz Sermund von Bormio.
Gemäss Urkunde vom 24. Juli 1598 machte Ritter und Alt-Landammann Sebastian von Beroldingen Sitz und Güter zu einem Familien-Fideikommiss und verfügte, dass der Pächter den Pfrundkaplan, so oft er von Altdorf her auf den Berg kommt, um in der Schlosskapelle die Stiftmessen der Familie zu lesen, an seinem Tisch haben und erhalten soll.
1671 wurde die Kapelle beschädigt durch einen Einsturz am Schloss.
1681 fand eine Renovation im Deckenbereich statt.
1716 liess der Pfrundvogt Joh. Caspar von Beroldingen ein Chorgitter anbringen.
1767 wurden die Stukkaturen angebracht und der Kapelle die Herrschaftsempore zugefügt.
Seit 1772 halten die Seelisberger jährlich einen Kreuzgang nach Beroldingen ab.
1799 Verwüstung und Plünderung des Kapellenschatzes durch die Franzosen.
Die Beroldinger sind seit 1801 in Uri ausgestorben. Dagegen leben im Ausland noch heute eine Anzahl von verschiedenen Seitenlinien, die sich 1930 zur 400 jährigen Gedenkfeier hier einfanden.