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Es wird vermutet, dass ums Jahr 1200 in Rüderswil die erste Kirche oder Kapelle entstand. Zeuge dieser Zeit ist wahrscheinlich die kleinere Glocke, die vor der Kirche steht. In romanischen Lettern trägt sie die Inschrift "O rex gloriae Christe veni cum pace amen", was heisst: "O König der Ehren, Christus, komm mit Frieden. Amen".
Gute 200 Jahre lang mahnte dieses e-Glöcklein die Gläubigen. Erst 1423 wurde ihm eine Schwester zugestellt. 1818 folgten die dritte und in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts die vierte Glocke.
Der älteste Teil der Kirche ist der aus der zweiten Hälfte des 14. oder 15. Jahrhunderts stammende Turm aus Tuffsteinquadern. Weiter weisen nur noch Teile des Chors auf die ursprüngliche Kirche hin, die verschiedene Ausbauten und Renovationen erlebte:
- 1709 Instandstellung des Chors
- 1783/84 Gesamtrenovation mit Einbau der ersten Orgel
- 1883 Gesamtrenovation mit Einbau der farbigen Chorfenster
- 1931 Neuaufbau, ausser Chor und Turm
- 1979/80 Gesamtrenovation
In der heutigen wohltuenden Schlichtheit gefällt die Rüderswiler Kirche allen.
Kirche, Pfarrhaus und Pfrundscheune bilden eine ausgewogene Einheit. Das Pfarrhaus wurde 1720 neu erbaut. Eine erste Kunde über eine Priesterwohnung stammt aus dem Jahre 1488. Die Pfrundscheune wird bereits 1507 erwähnt. Diese diente den Priestern und Pfarrherren, die Selbstversorger waren, als Stall und Speicher.
Die Pfrundscheune wurde mehrmals erneuert unter anderem 1749, 1772, 1812, und ging 1977 aus Privatbesitz in das Eigentum der Gemeinde über. Heute wird sie von der Kirchgemeinde als Kurs- und Freizeitraum benutzt, respektive vermietet.
Von 1812 bis 1824 wirkte der Liederdichter und Historiker Gottlieb Jakob Kuhn (Ha an em Ort es Blüemeli gseh...) als Pfarrer in Rüderswil. Er schrieb während dieser Zeit eine ausserordentlich reiche Chronik über lokale und auswärtige Ereignisse. Gottlieb Jakob Kuhn war wohl der bedeutendste Pfarrer der Gemeinde.