Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/2257

Eine Magenverkleinerung ist ein Teil einer bariatrischen Operation und führt über die Reduktion des Magenvolumens zu einer Gewichtsabnahme, da weniger Nahrung pro Mahlzeit aufgenommen werden kann. Daneben gibt es aber auch noch hormonelle Faktoren, welche durch die Verkleinerung des Magens beeinflusst werden und zu einer Gewichtsreduktion führen.
Die operativen Verfahren einer Magenverkleinerung
Eine Magenverkleinerung in der Schweiz wird vor allem im Rahmen folgender Eingriffe durchgeführt: Beim Schlauchmagen, beim Magenbypass und bei der biliopankreatischen Diversion. Den Magen verkleinern kann man aber auch durch die Implantation eines Magenbandes.
Die zur Magenverkleinerung am häufigsten angewandten Arten sind der Schlauchmagen und der Magenbypass. Während beim Schlauchmagen ein Grossteil des beutelförmigen Magens abgetrennt und entfernt wird, ist der verbliebene Schlauchmagen noch grösser als beim Magenbypass. Beim Magenbypass wird der Magen bereits kurz unterhalb der Speiseröhre durchtrennt. Der so entstandene Vormagen hat ein Füllungsvolumen vergleichbar mit einer Espressotasse. Der Restmagen wird jedoch nicht entfernt, sondern an Ort und Stelle belassen. Die entstehenden Magensekrete werden weiterhin dem anatomischen Verlauf folgend in den Dünndarm abgegeben. Die Nahrung wird jedoch über eine an den Vormagen angeschlossene Dünndarmschlinge weiter transportiert.
Die unterschiedlichen magenverkleinernden Verfahren dauern in der Regel eine Stunde für das Magenband und bis zu mehreren Stunden für die biliopankreatische Diversion. Schlauchmagen- und Magenbypass-OP dauern in etwa ein bis zwei Stunden.
Allen Verfahren gemein ist, dass durch die operative Magenverkleinerung weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Man nennt diesen Effekt Restriktion, der ein mögliches Überessen, welches durch die erhöhte Kalorienaufnahme zu einer Gewichtszunahme führt, verhindern soll. Jedoch können flüssige Nahrung mit hohem Nährwert weiterhin zugeführt werden und den Effekt der Gewichtsabnahme reduzieren. Aufgrund der Entfernung von Magenanteilen oder dem Ausschalten von Magenanteilen aus der Nahrungspassage werden bestimmte Hormone in ihrer Ausschüttung und Wirkung verändert, welche auch zu einem verminderten Hungergefühl führen.
Nach einer operativen Magenverkleinerung muss man in der Regel drei bis fünf Tage im Krankenhaus verbringen. Bis sich der Körper an die Magenverkleinerung gewöhnt und man die eigenen Essgewohnheiten angepasst hat, kann es mehrere Wochen bis Monate dauern.
Voraussetzungen für eine Magenverkleinerung
Ab wie viel Kilogramm Körpergewicht eine Magenverkleinerung sinnvoll ist, solltest Du zusammen mit Deinem Arzt entscheiden. Wichtig ist, dass eine Magenverkleinerung Teil eines bariatrischen Eingriffs ist. Entsprechend müssen auch die gesetzlichen Voraussetzungen für einen bariatrischen Eingriff gegeben sein. Dies ist vor allem ein Body-Mass-Index von 35 kg/m² oder mehr. Zudem kann eine Magenverkleinerung auch schon bei einem BMI von 30 kg/m² oder mehr durchgeführt werden, wenn bereits Folgeerkrankungen wie zum Beispiel eine Blutzuckerkrankheit vorliegen. Des Weiteren müssen gescheiterte konventionelle Abnehmversuche dokumentiert sein. In der Schweiz bedarf es zusätzlich einer schriftlichen Einverständniserklärung, sich einer lebenslangen bariatrischen Nachsorge zu verpflichten. Dies bedeutet, jährliche ärztliche Checks durchzuführen, um mögliche Mangelernährungszustände, welche durch eine Magenverkleinerung auftreten können, festzustellen.
Was sind Nebenwirkungen und Risiken einer Magenverkleinerung?
Bei einer Magenverkleinerung nimmt man Risiken einer Operation in Kauf. Je nach Verfahren variieren auch die Risiken. Beim Magenband sind die Risiken am geringsten, da weder ein Teil des Magens entfernt noch am Darm operiert wird. Es wird lediglich ein Fremdkörper um den oberen Magen gelegt. Beim Magenschlauch wird ein Grossteil des Magens entfernt und entsprechend entsteht ein Risiko für eine Undichtigkeit entlang der Naht am Magen. Beim Magenbypass wird der Magen am oberen Anteil durchtrennt und mit dem Dünndarm verbunden. Auch hier entsteht ein Risiko für eine Undichtigkeit der Magen-Darm-Verbindung.
Entsprechend variieren auch nach der Magenverkleinerung die Nebenwirkungen. So kann das Magenband zu Schmerzen nach dem Befüllen führen. Auch kann es zu einer Wanderungsbewegung des Bandes kommen, welche im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass man das Band wieder operativ entfernen muss. Beim Schlauchmagen kann als sehr störende Nebenwirkung Sodbrennen auftreten. Dabei steigt vermehrt Magensäure in die Speiseröhre auf und kann dort schmerzhafte Entzündungen verursachen. Beim Magenbypass kann es zum sogenannten Dumping-Syndrom kommen. Durch die Fortleitung unverdauter Nahrung in den Dünndarm kann es zu einer überschiessenden Insulinantwort kommen, sodass man in einen Zustand der Unterzuckerung kommen kann. Dies kann bis hin zu einem Kreislaufversagen führen.
Dennoch sind die Verfahren für eine Magenverkleinerung mit einem geringen Risiko verbunden und daher nicht gefährlicher als andere Operationen am Magen-Darm-Trakt.
Die Effekte der Magenverkleinerung auf den Gewichtsverlust sind je nach angewandtem Verfahren unterschiedlich. Das Magenband mag zwar das geringste Risiko während des Eingriffs haben, hat aber auch die niedrigsten Abnehmeffekte und muss häufig aufgrund von Nebenwirkungen im Verlauf wieder entfernt werden. Schlauchmagen und Magenbypass liefern ähnlich gute Resultate für die Gewichtsabnahme in den ersten 2 bis 5 Jahren nach der Operation. Der Magenbypass beinhaltet neben der Magenverkleinerung auch eine Umleitung der Nahrungspassage, welche ebenfalls sehr effektiv zu einer Gewichtsabnahme führt. Beim Magenschlauch kann es mit der Zeit zu einer Ausdehnung des Magens kommen, sodass mit der Zeit auch wieder mehr Nahrung aufgenommen werden kann und eine entsprechende Gewichtszunahme auftreten kann.
Was kostet eine Magenverkleinerung?
Eine Magenverkleinerung ist in der Regel Teil eines bariatrischen Verfahrens. Die Kosten der Magenverkleinerung werden somit von der Krankenkasse bezahlt, wenn die Voraussetzungen für einen bariatrischen Eingriff erfüllt werden. Anbieter einer Magenverkleinerung mit Angabe der Preise sind deshalb unethisch und aus unserer Sicht nicht vertrauenswürdig.
Magenverkleinerung – Erfahrungen
Wenn viele Patienten von einer Magenverkleinerung sprechen, dann meinen sie in der Regel eine bariatrische Operation. Der Begriff kommt aus dem griechischen báros oder zu Deutsch: Schwere bzw. Gewicht.
Sowohl das Gewicht wie auch die aktuelle gesundheitliche Situation sind wichtig für die Auswahl der favorisierten OP-Methode, welche von Arzt und Patient gemeinsam entschieden wird. Viele Patienten entscheiden sich meist er nach einer ganzen Zahl vergeblicher Diätversuche für eine Operation. Dabei zeigen aktuelle Studien, dass die Therapieform zu den wirkungsvollsten Therapiemöglichkeiten bei Adipositas zählt. Immer wieder schildern uns Patienten – nachdem sie die Operation durchgeführt haben – dass sie diese Entscheidung viel früher hätten umsetzen sollen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass eine Magenverkleinerung nur dann die richtige Entscheidung ist, wenn andere Möglichkeiten versagt haben und das Körpergewicht ständig angestiegen ist. Wie viel und wie schnell du an Gewicht verlieren wirst, kann nicht pauschal vorhergesagt werden und hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Aber die meisten Patienten empfinden neben der Gewichtsabnahme viele weitere Faktoren als sehr positiv. Ein besseres Körper- und Selbstwertgefühl und die Besserung von vielen Begleiterkrankungen, wie den Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2 sind weitere Dinge, die das Leben der meisten Patienten positiv verändern.
Ernährung nach Magenverkleinerung
Durch die Operation wird der Magen drastisch verkleinert. Entsprechend muss man sich und seine Essgewohnheiten nach der Operation umstellen. Um eine Gewöhnung des Körpers an die Magenverkleinerung zu erreichen, gibt es speziell ausgearbeitete Ernährungspläne, welche zusammen mit Ernährungsberatern zusammengestellt wurden. In der ersten Phase nach der Operation geht es vor allem darum, nicht schwer verdauliche Nahrung zu sich zu nehmen und gleichzeitig aufgrund der stark reduzierten Nahrungsmenge noch genügend Kalorien aufnehmen zu können.
Im längeren Verlauf gewöhnen sich die Patienten rasch an die veränderten anatomischen Verhältnisse und die deutlich geringen Essensportionen. Im weiteren Verlauf ist es dann besonderes wichtig, darauf zu achten, Zustände der Mangelernährung zu vermeiden. Insbesondere bestimmte Vitamine können teilweise oder überhaupt nicht mehr vom Körper aufgenommen werden und müssen deshalb ein Leben lang durch Präparate ersetzt werden. Auch muss auf eine ausreichende Proteinzufuhr nach Magenverkleinerungen geachtet werden, um einen möglichen Muskelabbau zu vermeiden. Entsprechend sind die Ernährungspläne auf den jeweiligen Zeitpunkt nach einer bariatrischen Operation abgestimmt.
Alternative Methoden zur Magenverkleinerung
Die Magenverkleinerung ist bei allen Verfahren der bariatrischen Chirurgie ein integraler Bestandteil. Eine gute Alternative zu einer Magenverkleinerung ist aus unserer Sicht zur Zeit nicht verfügbar. Beim Magenballon wird über eine Magenspiegelung ein Ballon im Magen platziert und aufgeblasen. Durch das Volumen des Ballons wird entsprechend das Volumen des Magen verkleinert, ohne eine Adipositas-Chirurgie durchführen zu müssen. Leider ist der Ballon nur für wenige Monate im Magen und muss danach durch eine erneute Magenspiegelung wieder entfernt werden. Jede Platzierung eines neuen Ballons muss vom Patienten selbst bezahlt werden (die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht), sodass man hier nicht von einer dauerhaften Gewichtsreduktion sprechen kann. Nur eine Magen-OP – ob Magenbypass, Schlauchmagen oder ein anderes Verfahren – konnte in Studien einen dauerhaften Gewichtsverlust nachweisen. Welches Verfahren genau dem jeweiligen Patienten angeraten wird, sollte individuell nach sorgfältiger Beratung und nach Wunsch des Patienten erfolgen.