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Mit Verbesserung der Sequenzierung und der technischen Analysen wurden die Bakterien durch ihre Gene und Proteine verglichen. Es begann taxonomisch die «phylogenetische Phase». 2018 publizierten Salvetti et al. die Resultate der Genom-Sequenzierung von 232 Spezies innerhalb des Genus Lactobacillus. Die Resultate zeigten einen hohen Grad phenotypischer und genotypischer Variationen.
Das Genus Lactobacillus enthält mehr als 250 Spezies. Neue DNA-basierte analytische Methoden erlaubten den Wissenschaftlern zu sehen, dass die Spezies, historisch unter «Lactobacillus» gruppiert, genetisch sehr verschieden waren und nicht der Nomenklaturkonvention entsprachen. Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat dieses Genus somit in Gruppen von ähnlichen Spezies - die bestimmte physiologische und metabolische Eigenschaften teilen - in neue Genus-Namen unterteilt.
Alle neuen Bezeichnungen beginnen mit «L», damit die Abkürzung weiterhin bestehen kann: Limosilactobacillus reuteri DSM 17938 kann weiterhin als L. reuteri DSM 17938 geschrieben werden.
Die neue Gruppierung bringt bestimmte Bakterien, die ähnliche Eigenschaften besitzen, zusammen.
Wenn wissenschaftliche Literatur für einen bestimmten Stamm gesucht wird, wird es notwendig unter beiden Genus-Namen zu recherchieren (Zheng et al., 2020).
«Limosi» aus dem Latein «Limosus» bedeutet schleimig und bezeichnet die Fähigkeit der Stämme, Exopolysaccharide zu produzieren. Auch der Lactobacillus Fermentum wurde in dieses neue Genus eingeteilt. Fermentum wird in fermentiertem Getreide und Milchprodukten gefunden. Reuteri wird in Menschen, Vögel, Nagetiere, Schweine, fermentiertem Getreide und Hefe identifiziert. Die neue Klassifizierung bietet eine bessere ökologische und funktionale Vision und verbessert das Verständnis der Unterschiede innerhalb der Laktobazillen. Wirtsadaptierte Bakterien sind beispielsweise wettbewerbsfähiger als Bakterien, die keine gemeinsame Evolutionsgeschichte mit dem Wirt haben, was bei der Wirksamkeit eines Produktes zur Bekämpfung von Krankheitserregern interessant ist. Diese Neuklassifizierung von Laktobazillen ist eine einmalige Gelegenheit, die Welt der Bakterien besser zu erklären, die Besonderheiten der neuen Gruppen besser zu verstehen und gezieltere Produkte besser zu entwickeln mit letztendlich besserer Wirksamkeit.
Wenn Sie zurzeit dieses Bakterium einnehmen, ändert sich für Sie überhaupt nichts. Es bleibt immer das gleiche Milchsäurebakterium. Es wird einfach mit der Zeit auf den neuen Namen angepasst. Wichtig ist nur, dass Sie wissen, um was geht. Wir haben uns mit der Änderung des Genus «Lactobacillus» befasst, welcher bis anhin Anwendung fand, wie wenn wir Menschen im gleichen Genus wie Lemuren zusammengefasst worden wären.
Limosilactobacillus reuteri (früher bekannt als Lactobacillus reuteri) ist ein Bakterium, das sich seit Anbeginn der Zeit mit dem Menschen entwickelt hat und daher an seinen Wirt angepasst ist. L. reuteri gehört zu den ersten Bakterienarten, die sich auf natürliche Weise in der Mikrobiota des Neugeborenen etabliert. Die Produkte mit L. reuteri DSM 17938 und ATCC PTA 6475 gehören hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit zu den wissenschaftlich am besten dokumentierten Nahrungsergänzungsmitteln weltweit. Bis heute wurden 158 klinische Studien mit diesen L. reuteri-Stämmen an etwa 15’034 Menschen jeden Alters durchgeführt. Positive Ergebnisse wurden für mehrere Magen-Darm-Probleme und die Knochengesundheit gezeigt.
Die Organismen selbst sind unverändert
Deren Effekte sind unverändert
Die Sicherheit ist unverändert
EPS sind wichtige Lebensmittel- und Arzneimittelzusätze mit nützlichen antioxidativen, krebsbekämpfenden und immunbezogenen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit. Die EPS werden jedoch durch eine niedrige Ausbeutung und die Notwendigkeit komplexer Kulturbedingungen bei der Fermentation begrenzt.
Die von L. reuteri produzierten EPS sind wichtig für die Biofilmbildung und Anhaftung des L. reuteri an die Epitheloberflächen. Darüber hinaus sind die L. reuteri synthetisierten EPS in der Lage, die Adhäsion von E. coli zu hemmen (Ksonzekova et al., 2016). Dazu unterdrücken EPS auch die Genexpression von proinflammatorischen Zytokinen, die durch eine E. coli-Infektion induziert werden (einschliesslich IL-1b und IL-6). Weitere In-vivo-Experimente (Chen et al., 2014) zeigten ähnliche Ergebnisse: Durch L. reuteri entstandene EPS verhindern Durchfall bei bakterieller Infektion durch Verringerung der Adhäsion von E. coli.
Weiter wirken EPS als Prebiotikum. Bifidobakterien ernähren sich gerne von EPS. Auch in klinischen und wissenschaftlichen Studien konnte man bei der Zugabe von L. reuteri DSM 17938 eine Zunahme der Bifidobakterien sowie weiterer Milchsäurebakterien feststellen.