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100’000 Kleinmotorräder verpesten täglich die Stadt
Die Koreanische Metropole Seoul leidet unter Feinstaub – und NOx – Verschmutzung. Täglich fahren bis zu 100’000 Kleinmotorräder mit Zweitakt- aber auch Viertaktmotoren durch die Stadt. So berichtet die „The Korea Times„. Auch die meisten Buslinien in Seoul werden mit Dieselmotoren betrieben. Beide Gruppen produzieren grosse Mengen an Feinstaub und NOx. Hinzu kommen viele Stromgeneratoren die noch mit Kohle betrieben werden. Um die Situation zu verbessern, hat jetzt die Regierung und die Stadt Seoul Massnahmen beschlossen.
2.8 Milliarden CHF für Verbesserungen
Das Land und die Stadt stellen rund 2.8 Milliarden CHF für die Verbesserungsmassnahmen zur Verfügung, so schreibt Reuters. Die Massnahmen sind umfangreich und sehr unterschiedlich. So sollen z.B. Luftfilter in Schulen, Universitäten und öffentlichen Gebäuden erneuert oder eingebaut werden. Stromgeneratoren die mit Kohle betrieben werden, sollen durch nachhaltige Systeme ersetzt werden. Die Kleinmotorräder mit Zweitakt- oder Viertaktmotoren sollen zukünftig Elektromotoren nutzen. Und auch die Busse sollen durch Elektrobusse ausgetauscht werden. Diesel-Fahrzeuge sollen in der grünen Zone der Stadt verboten werden.
Lieferservices werden unterstützt
Mit einigen Lieferservices, wie z.B. „Pizza Hut“ oder „Baemin Riders“ wurden Verträge abgeschlossen, dass sie 1’000 Elektro-Roller oder Elektro-Motorräder bis Ende des Jahres einsetzen und die alten Fahrzeuge dadurch ersetzen. Der Chef der Verkehrsbetriebe von Seoul, Goh Hong-seok, sagte:
„Wenn wir es schaffen 100’000 Zweiräder mit Verbrennungsmotoren durch elektrische Zweiräder zu ersetzen, ist das so als ob wir 600’000 Autos mit Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ersetzt hätten.“
Denn die Zweiräder erzeugen extrem viel Feinstaub und NOx, viele mehr als Autos. Die rund 100’000 Zweiräder mit Verbrennungsmotoren sollen spätestens bis 2025 komplett aus der Stadt verbannt bzw. durch elektrische Zweiräder ersetzt werden.
Für die Umstellung der Busse in Seoul werden 20 Mio. CHF bereitgestellt
Von den rund 1’600 Kleinbussen, die auf Kurzstrecken in der Stadt eingesetzt werden, werden bis 2020 rund 440 Stück auf Elektro umgestellt. Das kostet alleine rund 20 Mio. CHF. Diesen Betrag teilt sich das Land und die Stadt zu gleichen Teilen.
Grüne Zone und Fahrverbot für „alte“ Diesel
Weiterhin hat die Stadt beschlossen eine „Grüne Zone“ in der Stadt zu schaffen, die rund 16.7 Quadratkilometer gross ist. In ihr dürfen zukünftig keine Zweiräder mit Verbrennungsmotoren oder „alte“ Diesel mehr fahren. Damit Nutzer sich leichter umstellen können, wird es eine Übergangszeit bis Ende November 2019 geben. Wer danach mit einem Fahrzeug mit Diesel oder einem Zweirad mit Verbrennungsmotor in der Zone erwischt wird, muss eine Strafe von rund 230 CHF bezahlen. Betroffen sind davon rund 2.5 Mio. Fahrzeugnutzer in ganz Süd-Korea. Jedoch wird die Sperre nur von 06:00 Uhr am Morgen bis 19:00 Uhr am Abend gelten.