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Der Turm gefährdet laut den Behörden das stark belebte Quartier im Süden der Stadt, in dem er steht. Zumal sich eine grosse Wohnüberbauung in seiner direkten Nähe befindet. Doch noch schraubt sich der Turm elegant und filigran in den Himmel.
Entworfen hat den an ein luftiges Drahtgeflecht gemahnenden Stahlbau der russische Ingenieur Wladimir Schuchow. Der Turm besteht aus sechs übereinander gestellten Hyperboloiden. Die Basis der einzelnen Etagen oder Turmteile bildet jeweils ein biegesteifer Ring. Die Stockwerke wurden am Boden separat zusammengesetzt und dann mittels Kränen hochgehoben und positioniert. Ursprünglich hätte der Turm 350 Meter hoch werden und damit den Eiffelturm um 26 Meter überragen sollen. Gleichzeitig sollte er aber um vieles leichter als der französische Turm der Superlative sein: Schuchow hatte sein Projekt so konzipiert, dass es dafür gerade mal 2200 Tonnen Stahl gebraucht hätte. Zum Vergleich: Die reine Stahlkonstruktion des Eiffelturms wiegt gemäss Wikipedia rund 7300 Tonnen. Weil diese Menge nicht verfügbar war, entschied Lenin, dass der Turm nur 150 Meter hoch wird.
Allerdings wehren sich das Kulturministerium und der Urenkel seines Erbauers – der ebenfalls Wladimir Schuchow heisst - gegen das Ende des Turms. Schuchow ist auch Präsident der Schuchow-Stiftung, die sich für den Erhalt des Turms engagiert. „Der Turm ist ein einzigartiges Denkmal der Architektur, der Technik und der Wissenschaft“, erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur Itar Tass.
Wie „The Moscow Times“ berichtet, gab es 2010 Pläne den Turm zu erhalten. Die dafür nötigen rund 135 Millionen Rubel waren vorhanden. Doch die Arbeiten wurden nie aufgenommen, weil sich die Sanierung mit üblichen Geräten und Werkzeugen offenbar nicht bewerkstelligen liess. Zudem stellte sich heraus, dass sich die Baukosten am Ende verdoppelt hätten. Damit dürften die Chancen gering sein, dass der Turm überlebt. (mai)