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Die aktuelle Hitzewelle bietet ein paar interessante Details. Was ist speziell? Ist sie gar aussergewöhnlich?
Wetter
Die aktuelle Hitzewelle bietet ein paar interessante Details. Was ist speziell? Ist sie gar aussergewöhnlich?
MeteoSchweiz spricht von einer Hitzewelle, wenn die Kriterien für eine Hitzewarnung der Stufe 3 überschritten werden. Also wenn die Tagesmitteltemperatur an mindestens drei aufeinander folgenden Tagen mindestens 25 Grad beträgt.
Die aktuelle Hitzewelle ist für eine zweite Augusthälfte recht aussergewöhnlich, aber nicht unbedingt nur bezogen auf die Höchsttemperatur in den Niederungen, sondern auch auf die Dauer. Dazu weiter unten mehr.
Die Maxima bewegen sich auf der Alpennordseite in den kommenden Tagen um 34 Grad. Damit werden die Höchsttemperaturen gebietsweise im Bereich der Rekordwerte für die zweite Augusthälfte liegen. Die Stationen in Wynau und Payerne erreichten oder egalisierten bereits gestern den Rekord.
Aussergewöhnlich ist die Dauer der derzeitigen Hitzewelle auf der Alpennordseite für eine zweite Augusthälfte. Voraussichtlich werden es rund sechs bis acht Hitzetage am Stück sein.
Normalerweise bringt der gesamte August in den Niederungen etwa drei bis sechs (Klimanorm 1991-2020), im Extremfall wie im August 2003 etwa 12 bis 18 Hitzetage. Aber selbst im August 2003 wurden die meisten davon in der ersten Monatshälfte gemessen. In der zweiten Monatshälfte gab es beispielsweise an der Station Bern/Zollikofen noch fünf Hitzetage (von gesamthaft 16), davon jedoch nur zwei hintereinander.
An derselben Station gab seit den 1980er Jahren maximal fünf aufeinanderfolgende Hitzetage in der zweiten Augusthälfte (in den Jahren 2009, 2011 und 2012). Mit der gegenwärtigen Hitzewelle werden an der Station voraussichtlich sechs oder sieben Hitzetage ohne Unterbruch registriert. Dies zeigt, dass eine solche Dauer einer Hitzewelle in der zweiten Augusthälfte selten ist.
Unter einem Hoch, wie sich die Schweiz in den nächsten Tagen befindet, sinkt die Luft ab (Subsidenz) und erwärmt sich dabei. Die Subsidenz liefert quasi eine zusätzliche Erwärmung.
In der Nacht auf Montag erreicht das Hoch sowie dessen Subsidenz über dem Alpenraum die maximale Ausprägung. Die Nullgradgrenze liegt dann – dank dem zusätzlichen Wärmeinput der Subsidenz – voraussichtlich auf etwas über 5000, vielleicht sogar gegen 5200 m ü.M. Diese Höhe wird nur selten erreicht. 5200 m ü.M. würde, wenn man die Daten der Radiosondenaufstiege von Payerne seit Messbeginn 1954 auswertet, einem neuen Rekord entsprechen.
Dass die Temperatur aktuell – und bis weit in die nächste Woche hinein – auch auf den Alpengipfeln aussergewöhnlich hoch sein wird, steht ausser Frage. Neue August-Rekorde werden jedoch auf den Gipfelstationen mit recht hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht, auch nicht bezogen nur auf die zweite Monatshälfte. Wie passt das mit einer rekordverdächtig hohen Nullgradgrenze zusammen?
Grund dafür ist wiederum die Subsidenz. Diese setzt sich nicht in jedem Fall von oben her über alle Luftschichten hinweg durch.
In der Nacht auf Montag, 21. August, dürften nur Luftschichten oberhalb von ungefähr 4000 m ü.M. von der Subsidenz bzw. von der Erwärmung «profitieren». Darunter findet keine wesentliche Erwärmung durch die Subsidenz statt. Dies erklärt, warum einerseits die Nullgradgrenze rekordverdächtig hoch, und andererseits Gipfellagen ein gutes Stück von Rekordwerten entfernt sein dürften.
Ob eine Hitzewelle aussergewöhnlich ist oder nicht, sie bietet immer wieder interessante Details. Letztlich ist keine Hitzewelle wie die andere.