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Durch einen Link auf Facebook gelangte ich zu einem Artikel auf 20min.ch. Dieser thematisiert die Reaktionen auf ein Kunstwerk, das seit Freitag in Lausanne zu sehen ist. In einem ausrangierten Bushäuschen präsentiert sich folgendes Bild:
Das aufgehängte Pferd enstammt der Idee der Künstler Maya Bösch und Régis Golay. In den Kommentaren zum Artikel entladen sich schockierte Reaktionen. Man solle doch die Künstler statt des Pferdes aufhängen, und Kunst sei das dann auf jeden Fall nicht. Es sei völlig respektlos und gehöre verboten.
Das führt unweigerlich zur Frage, was Kunst überhaupt ist. Wikipedia meint:
Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses.
Dieser Definition dürfte ein aufgehängtes ausgestopftes Pferd eigentlich schon standhalten. Dann könnte man sich natürlich auch fragen, was Kunst überhaupt darf. Ist es moralisch verwerflich, ein totes Pferd zu diesem Zweck aufzuhängen? Und wenn ja, müsste das Kunstwerk aus diesem Grund entfernt werden? Oder ist es sogar genau deshalb erst recht Kunst? Weil es zum Denken anregt?
Weiter könnte man hier natürlich auch einwerfen, warum ein so gezeigtes Pferd schlimm ist, wo doch die meisten von uns mehrmals pro Woche Fleisch auf dem Teller haben. Ist ein Pferdeentrcôte speziell respektvoll? Oder dürfen die Restaurants künftig nur noch für Spargeln und anderes Gemüse auf Ihren Schiefertafeln werben?