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Innerrhoden und seine Verdingkinder
- Freitag, 2. Oktober 2015, 10:27 Uhr
Die Standeskommission - die Innerrhoder Regierung - hat beschlossen, den Heimalltag im Kinderheim Steig aufarbeiten zu lassen. Im Fokus steht die Zeit ab dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er-Jahre.
Bis in die 1980er-Jahre wurden in der Schweiz fürsorgerische Zwangsmassnahmen angeordnet. Es ging um Heimeinweisungen, die Platzierung als Verdingkinder, Zwangssterilisationen und weitere Eingriffe. Auch Innerrhoden möchte dieses Kapitel beleuchten, wie die Regierung schreibt.
Kinderheim Steig im Brennpunkt
Im Fokus steht das Kinderheim Steig. Die Standeskommission möchte für die Aufarbeitung der Heimgeschichte einen Auftrag vergeben. Weil man zum grössten Teil auf Aussagen von ehemaligen Heimkindern abstellen muss, ist die Untersuchung auf den Zeitraum zwischen dem Zweiten Weltkrieg und den 80er Jahren beschränkt.
Die Standeskommission anerkennt, dass die Situation für die von den Massnahmen betroffenen Personen damals sehr schwierig war und teilweise auch heute noch schwierig ist. Sie bedauert die persönlichen Schicksale und möchte mit der Aufarbeitung der Geschichte einen Beitrag zur Klärung leisten.