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Die Geldwäscherei Review
2016 veröffentlichten internationale Medien eine Reihe von Artikeln über Kunden der in Panama ansässigen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca und deren Finanzkonstrukte in Steueroasen. Die Artikel basierten auf Millionen von Dokumenten, die von einem Whistleblower zugespielt wurden. Diese als Panama Papers bezeichneten Dokumente bewiesen, dass zahlreiche Sportfunktionäre, Politiker - darunter frühere und noch amtierende Staats- und Regierungschefs - und andere Prominente, mithilfe von Mossack Fonseca in legale Strategien der Steuervermeidung, aber auch in Steuer- und Geldwäschedelikte sowie andere Straftaten involviert waren. Quasi als Gastgeber des Films fungieren der in Deutschland geborene Jürgen Mossack und sein panamaischer Partner Ramón Fonseca, die von Gary Oldman und Antonio Banderas gespielt werden. Sie erklären dem Publikum die Basics über Briefkastenfirmen, Steueroasen und die von ihnen entwickelten Methoden der Geldwäsche. Um dem Zuschauer das sperrige Thema näher zu bringen, ist die Geschichte in verschiedene, voneinander unabhängige Episoden unterteilt. Jede Kurzgeschichte stellt dem Zuschauer mögliche Akteure - sowohl auf der Seite der Täter als auch der Opfer - näher vor. Sie alle sind durch auf irgendeine Weise mit Mossack Fonseca verbunden oder durch ihre Geschäftstätigkeiten betroffen. Während Oldman und Banderas alle Episoden einleiten, ist Meryl Streep, als trauernde Witwe, die im Kampf gegen Versicherungsbetrug auf die beiden Anwälte stösst, die einzige Konstante des Films. Absolut beeindruckend ist das bis zur kleinsten Nebenrolle erstklassig besetzte Ensemble, dem nebst Streep, Banderas, Oldman weitere klingende Namen wie Sharon Stone, Nonso Anozie, Robert Patrick, Melissa Rauch, David Schwimmer, James Cromwell, Will Forte, Jeffrey Wright oder Matthias Schoenaerts angehören.
Die Absicht mit den Kurzgeschichten war sicherlich eine Gute, doch bei der Umsetzung hat Soderbergh etwas zu viel gewollt. Mit den beiden Erzählern, der ermittelnden Rentnerin (Streep) und den unterschiedlichen Geschichten wirkt alles viel zu überladen. Dadurch fühlen sich die gut eineinhalb Stunden Laufzeit zu lange an. Während sich die schauspielerischen Leistungen generell dank eines starken Ensembles auf einem hohen Niveau befinden, wirkt Gary Oldman für einmal fehlbesetzt. Zwar müht er sich sichtlich ab, sein englisch glaubwürdig mit einem deutschen Akzent rüberzubringen, doch darin liegt genau das Problem. Es wirkt zu bemüht und zu überspitzt, bis zu dem Punkt wo es wieder theatralisch (fast schon nervend) und unglaubwürdig klingt. Apropos: Bewusst theatralisch ist auch die ganze Inszenierung, bis hin zum Durchbrechen der vierten Wand (diverse Charaktere sprechen direkt in die Kamera zum Publikum) oder indem bewusst das Filmset gezeigt wird. Das stört den Erzählfluss und soll den Film interessanter wirken lassen als er tatäschlich ist. Dass man komplexe Finanzthemen einigermassen verständlich und vor allem extrem unterhaltsam inszenieren kann, haben grossartige Filme wie Wall Street, (1987), The Wolf of Wall Street (2013) oder The Big Short (2015) bestens bewiesen.
Die Geldwäscherei / The Laundromat (Kurzinhalt)
Die beiden Anwälte Jürgen Mossack und Ramón Fonseca sind Experten für die Gründung von Briefkastenfirmen und Offshore-Konstrukte. Sie wissen, wie man Superreiche noch reicher macht. Ihre Kanzlei Mossack Fonseca half bei der Gründung von 300000 Briefkastenfirmen. In Steven Soderberghs Geschichte führen sie als Narren mit viel schwarzem Humor durch die wahre Geschichte der Panama Papers und illustrieren die illegalen Absurditäten, mit denen die Superreichen das korrupte Finanzsystem aushebeln. Mit THE LAUNDROMAT zeigt uns Steven Soderbergh, warum er zu Recht als einer der vielseitigsten Kreativen Hollywoods gilt. Virtuos verwebt er die persönlichen Dramen der kleinen Leute mit den Finanzgeschäften und Machenschaften der Elite. Das brillante Schauspielensemble mit Meryl Streep, Gary Oldman, Antonio Banderas, David Schwimmer, Matthias Schoenaerts und Sharon Stone bewegt sich gekonnt zwischen operettenhafter Komödie und sozialkritischem Drama. (Text: ZFF.com)
(Quelle: Netflix)