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Genf (awp/sda) - Die Zahl der Zeugen, die im Rahmen des Prozesses um das Debakel der Genfer Kantonalbank (BCGE) angehört werden sollen, ist erheblich reduziert worden. Der im Februar neu zum Gerichtspräsidenten ernannte Jean-Marc Verniory hat rund 50 Zeugen wieder von der Liste gestrichen.
Die Parteien wollten rund 80 Personen in den Zeugenstand berufen. Nun werden es noch rund 30 sein, wie der Informationsdienst der Genfer Justizbehörden zu einer Meldung der Online-Ausgabe der Zeitung "Le Temps" mitteilte.
Unter den nicht zugelassenen Zeugen befindet sich auch Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Sie war früher Verwaltungsrätin der Bank und als frühere Genfer Finanzdirektorin verantwortlich für die Rettung der Bank durch den Kanton Genf im Jahre 2000.
Auch der frühere Staatsrat Bernard Ziegler wurde von der Zeugenliste gestrichen. Er ist - in einer anderen Sache - Anwalt des Genfer Staatsanwaltes Daniel Zappelli und wäre in dieser Konstellation beim BCGE-Prozess von seinem eigenen Klienten befragt worden.
Der BCGE-Prozess soll zwischen dem 16. Mai und 15. Juli stattfinden. Drei früheren Verantwortlichen und zwei ehemaligen Revisoren der Bank wird vorgeworfen, während drei Rechnungsperioden von 1996 bis 1998 die Bilanz der BCGE geschönt zu haben.
Im Herbst 2010 standen die Angeklagten erstmals vor dem Genfer Geschworenengericht. Der Prozess musste jedoch abgebrochen werden, denn dem damals zuständigen Gerichtspräsidenten wurde vorgeworfen, das Auswahlverfahren der Geschworenen beeinflusst zu haben. Daraufhin wurde er suspendiert und durch Verniory ersetzt.
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