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Als 1909 der junge Farmer Emiliano Zapata (Marlon Brando) Teil einer Delegation ist, die den amtierenden Präsidenten Mexikos dazu bewegen soll, ihnen ihr Land zurückzugeben, welches ihnen unrechtmässig genommen worden war, ahnt er noch nichts von seiner grossen Zukunft. Indem er Präsident Diaz (Fay Roope) widerspricht und gegen eine juristische Lösung ist, kommt der junge Mann sogleich auf die schwarze Liste.
Ohne Land und Geld sieht er sich, zusammen mit seinem Bruder Eufemio (Anthony Quinn), gezwungen, in die Rebellion zu gehen, wobei er von dem gleichgesinnten Pancho Villa (Alan Reed) sowie dem in die USA geflohenen Politiker Francisco Madero (Harold Gordon) unterstützt wird. Die Bewegung findet gewaltigen Zuspruch in der Bevölkerung, sodass sich immer mehr Menschen dem bewaffneten Widerstand anschliessen. Als General kann Zapata viele Erfolge verbuchen. Dennoch erreicht Emiliano die Nachricht vom Sieg über den Präsidenten überraschend und ist gefolgt von der Angst, nun eine ganz andere Verantwortung zu übernehmen, der sich der Analphabet nicht gewachsen fühlt.
Bilder eines KämpfersUnter der konformistischen Oberfläche der 1950er Jahre konnte man vor allem in der Literatur, in der Musik sowie dem Film dieser Dekade oft den Widerstand in Form des Rebellen vorfinden. In Emiliano Zapata sah Drehbuchautor John Steinbeck eine solche Figur, wobei ihn insbesondere dessen Biografie, geschrieben von Edgcomb Pinchon, interessierte, an der er sich für sein Skript zu Viva Zapata! orientierte. Mit Marlon Brando als Zapata konnte ein Darsteller gewonnen werden, der diesen Zapata als einen von seinem Ruhm und Ruf gehetzten Menschen zeigt, was man als eine Art Vorbereitung auf spätere Rollen wie in Der Wilde sehen kann.
Während für Steinbeck eine Biografie die wichtigste Inspiration darstellte, konnte sich Regisseur Elia Kazan in erster Linie für die Fotografien Agustin Casasolas begeistern, denen er ästhetisch in Viva Zapata! nacheifern wollte, ebenso wie dem italienischen Neorealismus. Diese Informationen sind bei der Rezeption gerade deswegen wichtig, weil man als Zuschauer keinesfalls den Fehler machen sollte, eine richtige Biografie Zapatas zu erwarten, selbst wenn der Film auf dem Papier diesen Anspruch hat. Viele Ereignisse, insbesondere die Feldzüge gegen die mexikanische Armee, bleiben nur eine Erwähnung oder werden gänzlich übergangen, sodass der Fokus ganz auf Brando liegt und seiner Darstellung als Rebell, dem sein Ruhm langsam aber sich unheimlich wird. Oft gewinnt man den Eindruck, als wäre Zapata überrascht über einen Triumph oder die Bewunderung, die ihm entgegengebracht wird, was die Tragödie seiner Person ansetzt bei der Erkenntnis, dass er in ein normales Leben nicht mehr zurückkehren kann.
Der melancholische GeneralDa sich der Zapata in Kazans Film von dem Realen entfernt, ist auch Brandos Darstellung in diesem Kontext zu verstehen. Der Schauspieler stellt diese Figur als einen Getriebenen dar, der sich immer mehr einer Melancholie hingibt, die ihn zu einem tragischen Helden werden lässt. Während wir auf der einen Seite eine Person sehen, die für sich und andere gegen ein despotisches Regime einsteht, beobachten wir zugleich die Veränderung eines Menschen, der nicht mehr mithalten kann mit jener Kunstfigur des Rebellenführers, dessen ikonischer Status ihn schon längst überholt hat und den er schon nicht mehr kontrollieren kann.
In Viva Zapata! wird weniger auf Authentizität Wert gelegt, sondern vielmehr auf eine Mischung aus jener Heldenpose und einer Romantisierung der Hauptfigur, was im Kontext eines Westerndramas durchaus seinen Reiz hat, aber ebenso typisch für ein Hollywood ist, welches einen US-Amerikaner als Mexikaner besetzt.