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1906 wurde die Schiesssektion Zwingli-Verein-Basel ins leben gerufen. Während 2 Jahren nahmen diese an den Übungen des Landsturm-Schiessverein Basel teil. Im Januar 1908 waren es 37 begeisterte Schützen, welche im damaligen Restaurant Schweizerhaus die selbstständige Schiesssektion Zwingli-Vereins Basel konstituierten.
Das Budget sah damals Ausgaben in der Höhe von 200 Franken vor. Zum Vereinsprogramm gehörten nächtliche Gewaltmärsche. Mitglieder, welche der Generalversammlung fernblieben, wurden ausgeschlossen. Im gleichen Jahr trat die Schiesssektion dem Kantonalschützenverein Basel-Stadt bei.
1920, also 12 Jahre später, wurde der Verein in Scharfschützen Gesellschaft Basel umbenannt.
1921 bis 1936 wurde die Scharfschützen Gesellschaft von Moriz Henneberger präsidiert. Er war nicht nur ein charismatischer Schütze sondern auch Schweizer Schachmeister und Schacholympiade Teilnehmer. Auf seine Initiative hin wurde die Tochtersektion Werktagschiessverein gegründet um den Schiessbetrieb am Wochenende zu entlasten. 1949 wurde er Ehrenpräsident und 1958 Ehrenveteran der Scharfschützen Gesellschaft.
1924 erhielt die Gesellschaft eine Vereinsfahne, welche nach dem kühnen Entwurf des Kunstmalers Niggi Stoecklinausgeführt wurde. Das Besondere daran war, dass man auf jegliche Schrift verzichtet hat. Patensektionen waren der Schützenbund und die Schiesssektion der Kaufleute.
Aus Anlass des 25-Jahr-Vereinsjubiläums führten die Scharfschützen 1933 ein Jubiläumsschiessen durch.
Grosserfolge
1933 1. Rang am 10. Kant. Schützenfest beider Basel
1934 1. Rang am Eidg. Schützenfest in Fribourg
Mit den zwei Grosserfolge, gelang der Gesellschaft der längst erstrebte und mühsam erkämpfte Durchbruch. Diese Erfolge brachten die Scharfschützen Basel an die Spitze der baselstädtischen Schiessvereine und zugleich in die Reihe der führenden Vereine des ganzen Landes. Gefeiert wurde dazumal im Vereinslokal «Restaurant Gifthüttli» in Basel.
Gründung Alte Garde
1945 wurde die Alte Garde gegründet. Die Alte Garde der Scharfschützen ist die Vereinigung der älteren Kameraden.Beitritts berechtigt sind alle Mitglieder der Scharfschützen nach dem zurückgelegten 50. Altersjahr, sofern sie mindestens 10 Jahre Aktivmitgliedschaft im Stammverein ausweisen können.
Pistolenschiessen
Das Pistolenschiessen wurde im Stammverein schon vor dem Zweiten Weltkrieg gepflegt. Die Schiesstätigkeit beschränkte sich damals aber fast ausschliesslich auf das oblig. Programm und das Feldschiessen. Am 29. Mai 1948 erfolgte der Beitritt der Pistolenschützen zum Schweiz. Revolver- und Pistolenschützen-Verband SRPV. Der Aufschwung der Pistolensektion nach dem Beitritt zum SRPV war enorm. Während noch vor dem Zweiten Weltkrieg nur zwischen 10-15 Mitglieder das Pistolenschiessen pflegten, wuchs die Zahl nach dem Krieg auf 30 Schützen.
Das Jahr 1955 darf man wohl als das erfolgreichste der Pistolenschützen bezeichnen.
1. Rang am Kant. Schützenfest beider Basel, Liestal
1. Rang am Polizeischiessen Basel
1. Rang am Barbaraschiessen Basel
Zwei Jahre später, 1957, gelang der Einzug in den Final der Schweiz. Pistolen-Gruppen-Meisterschaften in St. Gallen, wo die Gruppe der Scharfschützen-Gesellschaft den 8. Schlussrang belegten. Als herausragender Schütze erwies sich unser Georges Naegelin, welcher mit der Ordonnanzpistole ein, für damals mit 99 Punkten, ein sensationelles Rekordresultat Dieses Resultat hatte lange Jahre Bestand und wurde erst Jahrzehnte später übertroffen.
Kantonalvorstand und Jubiläum 50 Jahre
Auch im Kantonalvorstand waren und sind die Scharfschützen würdig vertreten. In den Jahren 1955 bis 1970 war es unser Ehrenmitglied, Prof. Max Geiger, welcher den Kantonal-Schützenverein Basel als Präsident führte. Zurzeit wird das Amt Aus- und Weiterbildung durch ein Mitglied der Scharfschützen-Gesellschaft betreut.
2022 wurde wiederum ein Scharfschütze zum Präsident in den Kantonalvorstand gewählt. Seine Amtszeit dauerte jedoch nur 7 Tage, nämlich bis zur Fussion des Kantonalschützenvereins Basel mit Kantonalschützengesellschaft Baselland zum Schiesssportverband Region Basel.
1958 war wiederum ein Jubiläumsjahr, denn es galt, das 50 jährige Vereins bestehen zu feiern. Leider war man sich betreffend der Durchführung nicht ganz einig. So fand am 17. Mai 1958 im Stadt-Casino Basel eine grosse Feier statt.
Ein Jahr später, vom 8. bis 10. sowie 15. und 16. August 1959 führten die Scharfschützen ihr bisher grösstes Jubiläumsschiessen durch. Das Schiessen zählte zur Kategorie 4, welches nach heutigem Massstab in der Kategorie C angesiedelt wäre. Die Plansumme betrug 51'000 Franken für Gewehr und 9'000 Franken für Pistole. Auf der 300m Distanz standen 7 Stiche zur Verfügung. Auf der Kurzdistanz waren es deren 6.
Mitglieder 1991:
Ehrenmitglieder 4
Freimitglieder 25
Aktive 24
B-Mitglieder 42
Passivmitglieder 18
Jungschützen 11
Total 124 Mitglieder
Stammlokal und Freundschaftsschiessen
In der Zwischenzeit befand sich der Stamm im Restaurant Salmen beim Spalentor. Mit viel Liebe und Investitionen wurde mit Hilfe und Unterstützung der ehemaligen Brauerei Salmen im Säli eine Schützenstube eingerichtet. Bis 1988 unter Mitwirkung der Brauerei Cardinal die für uns bittere Umwandlung der Schützenstube in einen tunesischen Speisesaal, Tatsache wurde. Mittlerweile ist auch dieses tunesisches Restaurant Geschichte und in den Räumlichkeiten befindet sich heute ein medizinisches Labor.
Seit 1964 bestanden freundschaftliche Kontakte zum Innerschweizer Schützenverein Seewen, SZ. Im Turnus von 2 Jahren traf man sich zum kameradschaftlichen Wettkampf. 1987 waren die Scharfschützen, anlässlich der Fahnenweihe, Patensektion der Seewener Schützenkameraden. Im 2000 fand bedauerlicherweise das vorerst letzte Treffen statt.
1980 knüpften die Scharfschützen weitere freundschaftliche Bande zu den Stadtschützen Rheinfelden und der Schützengesellschaft Muttenz. Ab 1981 fand jährlich zu Saisonbeginn ein Freundschaftsschiessen auf beiden Distanzen statt. Auch dieser Anlass gehört leider der Vergangenheit an.
Jubiläum 75 Jahre Scharfschützen
1983 stand uns wieder ein Jubiläum bevor, waren es inzwischen doch 75 Jahre Scharfschützen-Gesellschaft, welche es zu feiern galt. In Anbetracht der besonderen Schiessverhältnisse im Stand Allschwilerweiher und um die ohnehin geplagten Anwohner nicht noch mehr zu strapazieren, entschloss sich der Verein zu einem 300mGruppen Wettkampf mit begrenztem Teilnehmerfeld.
Teilnehmen konnten alle Sektionen des KSV BS sowie einige von uns eingeladene Gastsektionen. Das Jubiläumsschiessen fand am Samstag, den 3. September, statt. Einem Beitrag zur Teuerung entsprach auch das Einzeldoppel von Fr. 12.-. Ein Gruppendoppel wurde nicht erhoben.
255 Schützen nahmen am Wettkampf teil. 37 Gruppen konnten rangiert werden.
Das Jubiläumsjahr fand am 12. November im Restaurant Seegarten mit einer würdigen Feier seinen Abschluss.
Jungschützen
Die Wichtigkeit der Ausbildung von Jungschützen wurde bereits in den frühen Anfangsjahren erkannt. Schon in den ersten Protokollen des Gründungsjahres ist von Jungschützen die Rede, und es existierte damals schon ein Jungschützenleiter.
Die Scharfschützen hatten in Dr. M. Henneberger einen Jungschützenleiter, der sich während fast zwei Jahrzehnten mit grossem Einsatz der Ausbildung junger Schützen gewidmet hat. Die Entwicklung der Scharfschützen Gesellschaft ist der beste Beweis dafür. Der rasche Aufstieg der kleinen Gesellschaft war nur möglich dank einem gut ausgebauten Jungschützenwesen.
Ab 1979 wurden die Bemühungen zur Ausbildung wieder intensiviert. In ununterbrochener Reihenfolge gelang den «Jungscharfschützen», seit Bestehen der JS-Gruppenmeisterschaft die Teilnahme am Final in Biel bzw. Zürich.
Mit dem 9. Rang gelang 1988 das bisherige beste Resultat einer Basler Jungschützengruppe.
Ab 1990
1991 fand ein Generationenwechsel statt. So präsentiert sich das Durchschnittsalter des engeren Vorstands auf 25,5 Jahre.
Ein Jahr später, 1992, legten sich die Scharfschützen-Gesellschaft neue Statuten zu, welche 2016 erneut revidiert wurden.
In den Jahren 1993 und 1994 erfolgten erste Fusionsgespräche mit anderen Vereinen. Da aus den unterschiedlichen Meinungen und Ansichten keine Einigung zustande kam, wurden weitere Gespräche abgesagt und jeder Verein ging wieder seinen eigenen Weg. Fast alle Vereine mit denen Fusionsgespräche geführt wurden existieren nicht mehr.
1995, anlässlich des Eigd. Schützenfest in Thun, fand der letzte grosse Vereinsanlass mit Sektionsstärke statt. Der Anlass und die Einzelerfolge blieben bis heute in Erinnerung.
Nach dem Abgang diverser Leistungsträger und dem Zerfall der Jungschützentätigkeit musste sich die Scharfschützen-Gesellschaft im Jahr 2000 neu orientieren. Auf Grund der geringen Teilnehmerzahl haben sich die Scharfschützen entschlossen, sich beim Eidg. Schützenfest in Bière dem Feldschützenverein Basel anzuschliessen und unter diesem Namen am Sektionswettkampf teil zu nehmen. Obwohl die Scharfschützen hohe Resultate im Sektionsstich erreichten, warten wir bis heute noch auf eine Rangliste oder Anerkennung.
Auf Grund der gemeinsamen Tätigkeit mit dem Kleinkalibergewehr bei den Sportschützen Helvetia gelang es der Scharfschützen-Gesellschaft, ab dem Jahr 2002 eine Annäherung zum Schiessverein Helvetia zu finden. Seither werden gemeinsam Regionale-, Kantonale-, und 2005, Eidg. Schützenfeste besucht. Zudem sind seit 2007 an den freiwilligen Übungen in der Schiessanlage Rauschenbächlein beide Vereine teilnahmeberechtigt.
100 Jahre Paul Lienin
Im 2007 titelte der Blick „Das ist Weltrekord“ als das Scharfschützenmitglied Paul Lienin mit seinen 100 Jahren den 75 Feldschiessenkranz schiesst. Auch andere Zeitungen berichteten über 100 jährigen.
100 Jahre Jubiläum
2008, Leider haben in der Zwischenzeit viele Kameraden uns für immer verlassen. Sie hinterlassen im Verein eine grosse Lücke. Mit dem Ausfall der Jungschützenausbildung und der zurzeit nicht einfachen Situation im Schiesswesen wird es schwierig sein, diese Lücke wieder zu füllen. So ist die Scharfschützen-Gesellschaft zu einem Verein mit einer kleinen Mitgliederzahl geschrumpft.
Mitglieder 2008:
Ehrenmitglieder 1
Freimitglieder 13 Aktive 8
Passivmitglieder 14
Jungschützen 0
Total 36 Mitglieder
Trotz der ungewisse Zukunft der Scharfschützen feierten wir das 100 Jährige bestehen mit einem schönen Wenger Sackmessser.
Schiessstand Allschwilerweiher
1898 beschloss der Regierungsrat, dass die Schiessanlage Schützenmatte, nach 400 Jahren Schiessbetrieb, geschlossen werden müsse. Hinter dem Allschwilerweiher, fand man einen neuen Standort für den Schiessplatz, weit vor der Stadt entfernt.
2008, nach 109 Jahren wurde der Schiessbetrieb im Schiessstand Allschwilerweiher aufgrund der urbanen Entwicklung, neue Gesetze, verlorene Abstimmungen und Bundesgerichtsentscheid eingestellt. 2013 wurde das eigentlich schützenswerte Gebäude, teil abgerissen. Seit dem liegt das Areal unbenutzt trotz diverser Projekte. Die Basler Schützen fanden in der Schiessanlage Lachmatt eine neue Heimat. Seitdem schiessen die Scharfschützen in der Lachmatt und teils auch im Rauschenbächlein, Augst.