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In der Schweiz muss niemand in absoluter Armut – also mit weniger als zwei Franken am Tag – leben. Gemessen am Lebensstandard gibt es jedoch durchaus so manche Menschen, welche in Armut oder nahe der Armutsgrenze leben: 750 000 darunter und 660 000 knapp darüber.
Diese Zahlen werden aufgrund des verfügbaren monatlichen Einkommens berechnet, erklärt Andreas Lustenberger (Leiter Politik und Public Affairs bei Caritas Schweiz). Eine vierköpfige Familie befindet sich unterhalb der Armutsgrenze, wenn sie weniger als 4000 Franken monatlich verdient; bei einem Einpersonenhaushalt liegt die Grenze bei 2200 Franken. Aus Sicht von Caritas sind solche Beträge sehr knapp bemessen, zudem stammen die Armutszahlen aus der Zeit vor der Corona-Pandemie.
Die vergangenen zwei Jahre haben nämlich gezeigt, dass der Lebensstandard sehr schnell absinken kann. «Wir von Caritas haben gesehen, wie viele Leute in dieser Pandemie an der Armutsgrenze leben und wie wenig es braucht, dass es den Menschen nicht mehr gut geht», gibt Lustenberger zu bedenken.
Caritas will die Gelegenheit wahrnehmen, um auf die Armut in der Schweiz hinzuweisen. Das Hilfswerk hat deshalb einen «Appell für eine Schweiz ohne Armut» lanciert, welcher sechs Forderungen enthält.