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Ein russisches Passagierflugzeug mit 224 Menschen an Bord ist am Samstagmorgen über der ägyptischen Sinai-Halbinsel abgestürzt. Der Airbus A-321 zerschellte kurz nach dem Start in Scharm el-Scheich in einer Bergregion
Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete, alle Passagiere seien Russen gewesen. An Bord waren 200 Erwachsene, 17 Kinder und sieben Besatzungsmitglieder, wie die russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf die heimische Flugsicherung berichtete.
Interfax berichtete unter Berufung auf einen Vertreter der russischen Luftfahrtbehörde, die Maschine mit der Flugnummer 9268 sei um 05.51 Uhr Ortszeit (04.51 Uhr MEZ) in Scharm el Scheich am Roten Meer in Richtung St. Petersburg gestartet.
Das Flugzeug habe dann aber nicht wie erwartet Kontakt mit den Fluglotsen in Zypern aufgenommen. Es habe seitdem keinen Kontakt mehr zu der Maschine gegeben, und sie sei auch nicht mehr auf dem Radar aufgetaucht. In St. Petersburg wurde die Maschine um 10.20 Uhr MEZ (12.20 Uhr Ortszeit) erwartet.
Ägyptische Militärflugzeuge sichteten nach Regierungsangaben das Wrack der Maschine in einer bergigen Gegend nahe des Al-Arisch-Flughafens im äussersten Norden des Sinai am Mittelmeer. 45 Krankenwagen seien zum Absturzort geschickt worden, um Tote zu bergen und mögliche Verletzte zu retten, teilte die ägyptische Regierung mit.
Das Flugzeug sei zerstört, sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden am Unglücksort. Es gebe kaum Hoffnung auf Überlebende. Hinweise, dass es abgeschossen worden sein könnte, habe man nicht. In der Region kommt es immer wieder zu Anschlägen von Islamisten, die in Verbindung zur Extremistenmiliz IS stehen.
Ägyptens Ministerpräsident Scherif Ismail richtete einen Krisenstab ein. Schlechtes Wetter erschwerte der Regierung zufolge den Rettungskräften den Zugang zur Absturzstelle. Der russische Katastrophenschutz bereitete den Abflug von drei Maschinen mit Bergungsmannschaften vor.
Das Flugzeug habe der sibirischen Gesellschaft Kolavia mit Sitz in Tjumen (Sibirien) gehört, sagte ein Sprecher der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Das Flugzeug war russischen Medienberichten zufolge gut 18 Jahre alt und gehörte der Gesellschaft seit März 2012. Laut Moskauer Medien wurde Flug 9268 vom Subunternehmen MetroJet durchgeführt.
Branchenberichten zufolge besuchten im vergangenen Jahr etwa drei Millionen Russen Ägypten – dies sei die grösste ausländische Gruppe gewesen. Reisebüros locken mit günstigen Pauschalangeboten und dem guten politischen Verhältnis zwischen Kairo und Moskau.
Da westliche Touristen wegen mehrerer Terroranschläge und der derzeitigen autoritären Regierung das Land meiden, sind russische Gäste für die ägyptische Tourismusbranche von grosser Bedeutung. (egg/sda/dpa/afp/reu)