Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/1814

DIE NUTZUNG DER ALPEN
Im Valle di Lodano gibt es fünf wichtige Alpen: Alp di Pii, Alp da Nagairón, Alp da Canaa, Alp da Cófna e Alp da Tramón.
Alte Schriften belegen, dass die Alpen im Valle di Lodano schon seit dem 13. Jahrhundert bestossen wurden. Das Gebiet wurde dabei durch die Transhumanz, der traditionellen, jahreszeitlichen Wanderung der Älpler mit ihren Tieren (Kühe, Ziegen und Schweine) zwischen Talboden und hochgelegenen Alpen bewirtschaftet: Während fast vier Monaten, von Juni bis September, zogen die Älpler über die Maiensässe bis hinauf zu den zu jeder Alp gehörenden zwei Alpstufen.
Beim Wechsel von einer Alpstufe zur nächsten wurde nicht nur das Vieh dorthin getrieben, vielmehr mussten auch alle notwendigen Gerätschaften auf dem Rücken weitertransportiert werden. Die Aktivitäten auf der Alp selbst blieben immer die gleichen: Aufstehen im Morgengrauen und Melken der Ziegen und Kühe, welche dann zu den Weiden gebracht wurden. Der Käser selbst blieb in der Hütte, um die Milch zu Butter und Käse zu verarbeiten. Während des Tages mussten noch andere, kleinere Arbeiten verrichtet werden wie Holzfällen oder Instandsetzen der Wege. Am späten Nachmittag begann wieder die Arbeit des Melkens. Erst bei einbrechender Nacht konnte man sich schliesslich zur Ruhe legen.
Auf jeder Alp gab es eine einfache, sehr spartanisch eingerichtete Hütte, in der man lebte und in der der Käse gemacht wurde, einen oder mehrere Ställe für das Vieh, einen Schweinenpferch und einen Keller. Auf Tragbalken der Hütten eingeritzte Daten geben Auskunft über den Zeitpunkt der Erstellung oder der Ausbesserung der Gebäude. Sehr wichtig war stets die Verfügbarkeit von Wasser. Holzkreuze, welche von tiefen religiösen Gefühlen zeugten, waren überall präsent.
Die Alpen wurden in der Regel durch öffentliche Versteigerungen für drei oder sechs Jahre verpachtet; ein Vertrag regelte detailliert Rechte und Pflichten des Pächters.