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Baukultur & Siedlungsentwicklung
Lange Zeit war die Manegg industriell geprägt. Das Gebäude der ehemaligen Spinnerei erinnert an diese Vergangenheit.
Wie beinahe überall in und um Zürich sind die ehemaligen Industriegebiete bedingt durch den Strukturwandel im Umbruch. Das Gebiet der Manegg war lange Zeit von landwirtschaftlicher Produktion geprägt und kaum bebaut, bis sich mit der Baumwollspinnerei 1857 eine erste industrielle Produktionsstätte in der Sihlaue niederliess.
Um 1905 wurde die Spinnerei verkauft und die «Papierfabrik an der Sihl» produzierte während rund 100 Jahren an dieser Stelle. Die Produktion wurde kontinuierlich erweitert, in den 1970er-Jahren arbeiteten rund 500 Menschen in der Fabrik bis diese im Jahr 2000 den Betrieb einstellte. Die Gebäude der Sihl-Papierfabrik, die Holländerhalle sowie der Wasserturm entstanden zum grössten Teil in den 1960er-Jahren.
Seit 2007 steht das Gebäude der alten Spinnerei unter Denkmalschutz. Es gilt als das grösste Industriegebäude Zürichs aus dem 19. Jahrhundert. Das Gebäude wird erhalten, saniert und im Inneren komplett neu ausgebaut. Durch die markante Fassade und seine exponierte Lage ist es ein wichtiger Ankerpunkt der Arealentwicklung.
Der Fabrikkanal der Spinnerei Manegg wird in Leimbach von der Sihl abgezweigt. Er verläuft teils oberirdisch, teils eingedolt entlang des Entlisbergs zur Manegg, von da unter dem Autobahndreieck hindurch bis zur Allmend und dort wieder in die Sihl. Der Kanal diente rund 150 Jahre der Stromproduktion für verschiedene Industrieanlagen in der Manegg. Heute ist er ein Entwässerungskanal, ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna und – zusammen mit den übrigen Industrieanlagen – ein industrie- und sozialgeschichtlich bedeutendes Schutzobjekt. Der Kanal wird 2021/2022 saniert und revitalisiert werden.