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Natur und Landschaft
Der Kanton Obwalden umfasst das Sarneraatal mit den sechs Gemeinden Alpnach, Sarnen, Sachseln, Giswil, Kerns und Lungern und die Exklavengemeinde Engelberg. Die totale Kantonsfläche beträgt 491 Quadratkilometer. Der Titlis in der Gemeinde Engelberg ist der höchste Punkt des Kantons Obwalden (3230 m ü. M.).
Auf der Älggi-Alp in der Gemeinde Sachseln liegt der geografische Mittelpunkt der Schweiz. In der Nähe befindet sich zudem der Waldmittelpunkt der Schweiz.
Obwaldens Landschaft gliedert sich in das offene Sarneraatal, seine verzweigten Seitentäler und die Berggemeinde Engelberg.
Das Kerngebiet des Kantons Obwalden erstreckt sich als breites Tal, das terrassenförmig vom Brünigpass bis zum Sarnersee abfällt und von da weiter bis zur Rengg und zum Alpnachersee ausläuft. Der Alpnacher Seespiegel ist gleichzeitig der tiefstgelegene Punkt des Kantonsgebietes.
Das Obwaldner Haupttal zwischen Brünig und Alpnachersee wurde in früheren Eiszeiten durch einen Arm des mächtigen Aaregletschers geprägt. Es ist umgeben von Bergen mit Seitentälern, deren Bäche sich in der Sarner Aa vereinen oder selber in den Alpnachersee münden. Eine östliche Seitenkammer zum Sarneraatal bildet das Melchtal.
Das Flyschgebiet im Grenzbereich zum Kanton Luzern ist hügelig gestaltet. In den Kalkgebieten ragen steile Berge empor, unter ihnen der Pilatus (2128 m ü. M.). Weltweite Berühmtheit geniesst der Titlis, er ist Teil der Gemeinde Engelberg, einer von markanten Höhenzügen umschlossenen Berggemeinde im Einzugsgebiet der Engelberger Aa.
Das vielfältige Landschaftsbild ist charakterisiert durch Seen, durch Überreste einst grosser Obstanlagen, durch Streusiedlungen und durch ganzjährig bewohnte Einzelhöfe, die sonnseitig bis 1450 m ü. M. reichen. In höheren Lagen finden sich ausgedehnte Wald- und Weideflächen.
Weitere landschaftsprägende Merkmale des Kantons Obwalden sind die vielen Hecken, Obstbäume und auch der Wald, welcher rund 40 Prozent der Kantonsfläche einnimmt.
Zahlen und Fakten
- Bevölkerung (Ende 2021): 38 426
- Fläche: 490,6 Quadratkilometer, aufgeteilt auf sieben Gemeinden
- Hauptsprachen: Deutsch 92,0 %, Französisch 1,5 %
- Religionszugehörigkeit: Römisch-katholisch 68,1 %; Evangelisch-reformiert 10,4 %, ohne religiöse Zugehörigkeit 15,8 %
- Wirtschaft: Bruttoinlandprodukt pro Einwohner in Franken (2018): 67 458
- Beschäftigte: 22 558
im 1. Sektor: 1 709
im 2. Sektor: 7 327
im 3. Sektor: 13 522
- Link: Kantonsportrait Bundesamt für Statistik
Wirtschaft und Arbeit
Der Kanton Obwalden ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Unternehmen. Er bietet rund 23 000 Personen in 3 700 Unternehmen Arbeit.
Bekannte Unternehmen wie maxon, Leister, Gasser Felstechnik oder bio-familia sind in Obwalden angesiedelt. Der Kanton ist aufgrund seiner Wirtschafts-, Steuer- und Finanzpolitik insbesondere für KMU attraktiv und zeichnet sich durch Spezialisten in den Bereichen Feinmechanik, Mikrotechnik und Mikroelektronik aus.
Leben und Wohnen
Im Kanton Obwalden leben rund 38 000 Menschen. Obwalden ist ein attraktiver und vielfältiger Lebens- und Arbeitsraum, gerade auch für junge Familien. Der Kanton weist eine der tiefsten Kriminalitätsraten Europas auf. Er ist ländlich geprägt, liegt dank den gut ausgebauten Verkehrswegen aber nahe an urbanen Zentren wie Luzern oder Zürich. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Obwalden der drittkleinste Kanton der Schweiz. Er ist in sieben Gemeinden eingeteilt.
Dank der atemberaubenden Landschaft verfügt Obwalden auch über ein vielfältiges Freizeitangebot. Die grösseren und kleineren Seen laden im Sommer zum Schwimmen, Rudern oder Stand-Up-Paddeln sowie zum Spazieren und Verweilen ein. Die unterschiedlich hohen Berge sind mit einem mehr als 1000 Kilometer langen Wanderwegnetz bestens erschlossen und bieten auch Mountainbikern attraktive Routen. Im Winter kommen Sportler in den Skigebieten Engelberg-Titlis, Brunni, Melchsee-Frutt und Giswil-Mörlialp, auf den Loipen im Langis und in Engelberg sowie auf Schneeschuhtouren zum Beispiel auf dem Turren ob Lungern voll auf ihre Kosten. Das Hallenbad Aquacenter in Kerns sorgt auch bei schlechtem Wetter für Badespass.
Der Kanton Obwalden ist ein lebendiger Kultur- und Sportkanton. In Sport- und Kulturvereinen engagieren sich viele Obwaldnerinnen und Obwaldner für den Erwachsenen- und Jugendsport, in Trachtenvereinen, Laientheater, Musikvereinen, Jodelklubs und vielen mehr. Mit national und international ausstrahlenden Anlässen wie dem Skispringen Engelberg, dem Switzerland Marathon light oder dem Volkskulturfest Obwald ist der Kanton mehr als ein Geheimtipp.
Bildung und Forschung
Der Kanton Obwalden bietet mit den in den Gemeinden stark verankerten und innovativen Volksschulen der Gemeinden, der Kantonsschule Obwalden, der Stiftsschule Engelberg, der Schweizerischen Sportmittelschule Engelberg sowie dem Berufs- und Weiterbildungszentrum ein überraschend vielfältiges Bildungsangebot. Ergänzt wird dieses mit der Sonderschule Rütimattli und der Sonderschule Juvenat. Als Träger der Fachhochschule Zentralschweiz und mit der höheren Fachschule für Medizinaltechnik in Sarnen engagiert sich der Kanton auch aktiv in der Hochschulbildung.
Obwalden beherbergt das für die Mentalitätsgeschichte der Schweiz zweifellos wichtigste Buch, das Weisse Buch von Sarnen, welches für Friedrich Schillers «Wilhelm Tell» als Vorlage diente. Mit dem 1947 heiliggesprochenen Bruder Klaus stammt einer der bedeutensten Mystiker des Spätmittelalters und der Schweizer Landespatron aus Obwalden. Im Museum Bruder Klaus, dem Historischen Museum und dem Talmuseum Engelberg wird die Geschichte und Kultur Obwaldens lebendig.
- Link: Weisses Buch von Sarnen
Politik und Recht
Der Kanton Obwalden ist als einer von 26 Kantonen Teil des föderalistischen Systems der Schweiz. Auf Bundesebene verfügt Obwalden über je einen Sitz im National- und Ständerat. Auf den politischen Ebenen Bund, Kanton und Gemeinde werden die Gewalten aufgeteilt in Legislative, Exekutive und Judikative.
Die Legislative
Der Kantonsrat ist das Parlament des Kantons und damit die gesetzgebende Behörde (Legislative). Ihm gehören 55 Mitglieder, zurzeit 15 Frauen und 40 Männer, an. Der Rat wird jeweils auf eine Amtsdauer von vier Jahren nach dem Proporzwahlverfahren bestellt. Der Kantonsrat tritt zu zehn bis zwölf ganz- oder halbtägigen Sitzungen pro Jahr zusammen.
Die Exekutive
Der fünfköpfige Regierungsrat ist die gesetzausführende Behörde (Exekutive). Als oberste vollziehende Behörde des Kantons leitet, plant und koordiniert er die Staatstätigkeit, indem er laufend die Lage in Staat und Gesellschaft beurteilt, die grundlegenden Ziele staatlichen Handelns umschreibt und die Mittel und Organisation dafür bestimmt sowie den Kanton nach innen und aussen vertritt.
Die Judikative
Die Gerichte sind die Hüter des Gesetzes. Vom Volk gewählte Richterinnen und Richter gewähren Rechtsschutz, wo dieser verlangt wird und nach den Regeln des Gesetzes auch zu gewähren ist.