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Etwa 800 Meter nördlich von Brockhoff bauten William und James Rennie ein steinernes Weingut. Die Brüder stammten aus Sterlingshine/Schottland, waren weit gereist, gut ausgebildet und Söhne eines wohlhabenden Kohlehändlers und Eisenfabrikanten. Im Jahr 1886, kurz nach ihrer Ankunft in Kalifornien, kauften sie 85 Hektaren Land von George K. Gluyas, einem Engländer, der sich um 1869 in Napa niedergelassen hatte.
Umgehend wurden 20 Hektaren mit Weinreben bepflanzt. Die Rennies vergrösserten und verbesserten den Weinberg stetig und bauten zwei Jahre später ihr zweistöckiges Weingut mit einer Lagerkapazität von 320’000 Liter; ihre Fässer bestand zur Hälfte aus Redwood- und zur Hälfte aus Eichenholz. Da ihr Weinberg schon bald von der Reblaus befallen wurde und der Weinmarkt sehr zähe war, waren die Rennies nur zwölf Jahre lang als unabhängige Winzer im Napa Valley tätig. Sie blieben jedoch bis zur Prohibition in der Branche tätig. Bereits 1898 taten sie sich mit ihrem Nachbarn John H. Wheeler zusammen und pachteten das grosse Weingut Natoma Winery in der Nähe von Folsom, dass sie drei Jahre lang nicht sehr erfolgreich betrieben. Im Jahr 1900 zog William nach Fresno, wo er die Nachfolge von Colonel Trevelyan als Geschäftsführer der Barton Estates Weinberge und Weinkellereien antrat.
Als James 1904 zum Leiter der grossen Weinberge und des Weinguts von Leland Stanford in Vina ernannt wurde, verkauften die Rennies ihren Besitz an der Zinfandel Lane.
Einige Zeit nach der Aufhebung der Prohibition gingen der neu bepflanzte Weinberg und das Weingut in den Besitz von Louis Martini über. Dieser wiederum veräusserte das Anwesen und die Rebberge erneut. Nach diversen Handänderungen heisst das Weingut, oder wenigstens der Ort, wo die Rennies Brüder aktiv waren, jetzt Cathiard Vineyards.
Eine halbe Meile nordöstlich der Rennies an der Inglewood Lane verweilen versteckt die Überreste eines kleinen, von Weinstöcken umgebenen Steinbaus, was darauf hindeutet, dass an diesem Ort einst Wein hergestellt wurde. Das Weingut wurde 1886 von Thomas Amesbury errichtet, einem Kapitän aus Maine, der das Grundstück in den späten 1860er Jahren erworben hatte und bis 1876 sechs Hektaren mit Reben bepflanzt hatte, vor allem mit Zinfandel und Riesling. Er stellte kleine Mengen Wein her, bevor er dieses 250’000 Liter fassende Weingut baute. In den späten 1890er Jahren wurde das Anwesen von George Schoenwald gepachtet, der es zusammen mit seinem grösseren Weingut in St. Helena etwa zehn Jahre lang gleichzeitig betrieb. Das war im Gebiet der heutigen Young Inglewood Vineyards.
Etwa eine Meile nördlich der Zinfandel Road begann John McPike um 1880 mit dem Anbau von Zinfandel- und Chasselas-Reben nordöstlich des Highways. Im Jahr 1885 errichtete er ein steinernes Weingut in einem Eichenhain auf der anderen Strassenseite des Weinbergs. Bis 1890 hatte er 40 Hektaren mit Rebstöcken bepflanzt, und seine Weinerträge beliefen sich auf durchschnittlich 140’000 Liter pro Jahr. In seinen Weinbauaktivitäten war er mit Dr. George B. Crane, einem geachteten Pionier in Sachen Weinbau von St.Helena, verbunden. John McPikes Frau war eine der
Dr. G.B. Crane
Töchter von Dr. Crane. Nach McPikes Tod im Jahr 1897 führte ihr Sohn William das Unternehmen bis 1908 weiter. Zu diesem Zeitpunkt kaufte Theodore Gier - ein bereits gut etablierter Winzer im Livermore Valley und am Mill Creek westlich von Napa City das Anwesen, vergrösserte die Kellerei und betrieb sie bis zur Prohibition. Nach der Aufhebung des Verbots wurde die Anlage wiedereröffnet und für die Nutzung als Napa Cooperative Winery weiter vergrössert und modernisiert.
Ein paar hundert Meter nördlich von McPike's auf der Westseite des Highways befand sich die Winery von John Thomann aus dem Jahr 1874. John Thomann war in seiner Schweizer Heimat auf einem Weinbau Betrieb gross geworden.
Gerade einmal 22-jährig wanderte er 1858 vom Kanton Aargau über New York – Panama nach Sacramento aus, wo sein Onkel Henry Thomann einen Weinberg auf einem Grundstück besass, das er von seinem «angesehenen» Landsmann John A. Sutter erworben hatte. Ein Jahr nach seiner Ankunft in Kalifornien begann John mit dem Destillieren von Früchten und Trauben. Er war einer der ersten Brenner in der jungen Geschichte Kaliforniens.
Sein Onkel, Henry Thomann, gab den Weinbau bald auf und eröffnete ein Spirituosengeschäft. John begann aber nebenbei das Weinhandwerk in Henry Gerkes Weinkellerei an der Eleventh Street und dem North Levee in Sacramento auszuüben.
Anfangs der 1870 er Jahre siedelte John Thomann nach St. Helena über, wo er Land erwarb und Rebberge anlegte. Dies einerseits 20 Hektaren am Howell Mountain und rund um sein zukünftige Winery im Süden von St. Helena, die John Thomann 1874 eröffnen konnte. Er produzierte um die 400’000 Liter Wein pro Jahr. Ein grosser Teil seiner Produktion wurde im Laufe der Jahre an S. Lachman & Company verkauft. Seine Destillerie, mit einer Kapazität von 3000 Liter Maische oder Wein pro Tag, kümmerte sich einerseits um verschiedene Fruchtbrände, aber auch um das Destillieren von nicht so gut gelungenen Weinen. Im Jahre 1885 erbaute er am Fusse des Howell Mountain ein weiteres Weingut, das er «Deer Park» nannte. Zudem vergrösserte er die Brennerei wesentlich.
John was sehr umtriebig und bekleidete in der jungen Gemeinde St. Helena und im Napa Valley zudem diverse Posten. So zum Beispiel war er Präsident der St. Helena Bank, Präsident des Gewerbevereins (Bonded Warehouse) und Präsident des deutschsprachigen «Turn Vereins». Auch war er in den Jahren 1880 – 1882 Supervisor des Napa Countys.
Trotz einiger Rückschläge durch die Reblaus produzierte Thomann bis Mitte der 1890er Jahre im Durchschnitt 650’000 Liter Wein pro Jahr. Seine Gesundheit liess leider nach und er kehrte zurück in den Aargau, um seine letzten Jahre in der Schweiz geniessen zu können. Im Jahre 1900 verstarb John Thomann.
Auf Landkarten oder Gebietskarten von St. Helena und Umgebung ist das Gebiet in dem John Thomann sein Weingut und seine Brennerei hatte mit THOMANN eingezeichnet. Also eine Gebietsbezeichnung.
Der Howell Mountain Weinberg und das Weingut wurden 1891 von einem anderen Schweizer, Emil Leuenberger, gekauft, dessen Frau die Tochter von Captain John Sutter war, einem erfolgreichen Geschäftsmann und ehemaligen Kapitän zur See. (Wohlgemerkt, nicht eine Tochter des «berühmten Pioniers» des Sacramento Valley mit demselben Namen). Nach John Thomanns Tod kauften die Leuenbergers auch sein Weingut in St. Helena (1904), und nannten es Sutter Home Winery.
Emil Leuenberger war seit vielen Jahren Inhaber des To Kalon Wine Depot an der 308 California Street in San Francisco. Mit zwei Partnern, Adolph Hintermann und John Grogg, eröffnete er nun das Weingut Sutter Home Vineyard mit neuen Büros im Napa Valley und einer Kellerei an der Folsom Street 1417 in San Francisco.
Grogg war der Winzer im Napa Valley und das Duo Leuenberger / Hinterman kümmerten sich um den Vertrieb der Weine und der Branntweine. Sowohl die Sutter Home Winery als auch die Deer Park Winery waren bis zur Prohibition in Betrieb.
Nach der Aufhebung der Prohibition eröffneten Fred Baroldo und Saccato die Sutter Home Weinkellerei wieder. Ihr Erfolg war eher bescheiden.
Im Dezember 1947 verliess die Familie Trinchero ihr Haus in New York City, um ihrem Traum von einem neuen Leben in der aufstrebenden Weinindustrie Kaliforniens nachzugehen. Im Jahr 1948 kauften die Trincheros das Weingut Sutter Home Winery. 1972 experimentierte Bob Trinchero mit einer Weinbereitungstechnik namens "saignée", bei der ein Teil des Saftes kurz nach dem Beginn der Fermentation abgezogen wird. Dieses Experiment, das im Grunde keines war, da diese Methode in Europa weit verbreitet war und immer noch ist. Neu war aber, dass Bob Trinchero dies mit Zinfandel probierte.
Bob Trincero
Der ablaufende Saft wurde dann komplett vergoren, wodurch der erste Jahrgang von Sutter Home's White Zinfandel entstand. Zu dieser Zeit war er trocken und von weisser Farbe. Die Produktion betrug lediglich 220 Kisten.
Bei der Ernte 1974er probierte Bob es mit einem Gärungsstopp, wodurch der Wein eine leicht rosa Farbe und etwa 2 Prozent Restzucker aufwies. Die Kunden von Sutter Home liebten diesen köstlichen neuen Weinstil und schon bald wurde der White Zinfandel der erste Wein, den Sutter Home jedes Jahr auslieferte. Die Produktion steigerte sich von 25.000 Kisten im Jahr 1981 auf über 4,5 Millionen Kisten im Jahre 1987!
In den fünfzig Jahren vor der Prohibition war ein grosser Teil der Bevölkerung von St. Helena und seiner unmittelbaren Umgebung auf die eine oder andere Weise mit der Weinindustrie verbunden, vielleicht ein grösserer Anteil als in jeder anderen kalifornischen Stadt. In den 1860er und frühen 70er Jahren war der herausragende Weinbauer der Gegend Dr. George Baldon Crane.
Dr. G.B. Crane
Thomas Jefferson, 3. Präsident der
Vereinigten Staaten von Amerika
Henry Pellet
Hafen von New York City
Dr. George B. Crane, der auf beiden Seiten des «Highways» im südlichen Teil von St. Helena Land besass, stammte aus dem Bundesstaat New York und hatte sein Medizinstudium an der Universität von New York abgeschlossen. Er hatte einige Jahre in Ohio und Missouri praktiziert, bevor er 1853 nach Kalifornien kam und sich in San Jose niederliess. Vier Jahre später zog er in dem Bemühen, ein für seine Frau angenehmes Klima zu finden, nach Napa, wo das schöne Weingut von John Patchett sein Interesse weckte. Er begann, seinen Beruf in der dünn besiedelten Gegend von St. Helena auszuüben, und beschäftigte sich gleichzeitig ernsthaft mit dem Weinbau. Anfangs scheint er als Arzt einige Gewissensbisse gehabt zu haben, was den Weinbau betraf, die sich aber glücklicherweise zugunsten von Thomas Jeffersons überlieferter Beobachtung auflösten, der sagte, dass weintrinkende Nationen gemässigter sind als solche, in denen destillierte Spirituosen in grossem Umfang konsumiert werden. Nachdem er sich entschlossen hatte, Weinbauer zu werden, sicherte sich Crane für etwa 15 oder 18 Dollar pro Hektare etwa 120 Hektaren Land, das sich südwestlich vom heutigen Highway 29 und zwischen der heutigen Grayson Street und der Sulphur Springs Avenue bis zur Crane Avenue erstreckte. 1859 kaufte er in San Jose genügend Missionsstecklinge, um zwölf Hektaren damit zu bepflanzen. Bei Agoston Harazthy in Sonoma und Alfred Stock in San Jose konnte er weitere und bessere Rebsorten erwerben und innerhalb weniger Jahre verfügte er über 45 Hektaren Rebland.
Unter den von Stock für vierzig Dollar pro Tausend gekauften Reben befanden sich auch einige unbeschriftete Rebstöcke, die sich als Rieslinge entpuppten - die ersten, die im Napa County gepflanzt wurden. Nachdem er auf diese Weise Weinberge angelegt hatte, baute er sich 1863 ein Weingut in Fachwerkbauweise, das etwa dreihundert Meter vom Highway entfernt, auf dem heutigen Gelände der St. Helena High School lag. Das Weingut war 26 x 50 Meter gross und hatte einen Steinkeller. In jenem Jahr hatte er das Glück, Henry Pellet als Weinmacher zu gewinnen, der zuvor die Weine von Patchett gekeltert hatte.
Aufgrund des begrenzten Lagerraums und des schwachen Weinmarktes in San Francisco stellte Crane 1867 fest, dass er mehr Wein besass, als er in Kalifornien absetzen konnte. Daher verschiffte er etwa 45’000 Liter Wein über Kap Hoorn nach New York zu einem Transportpreis von 2 Cents pro Liter. Es selbst reiste über Panama nach New York, um seine Ladung in Empfang zu nehmen. Seine Rieslinge und anderen Weissweine wurden für sehr gut befunden, aber die New Yorker Händler, die Verpflichtungen gegenüber ausländischen Weinexporteuren hatten, waren nicht bereit, Cranes Jahrgänge zu kaufen. Crane verschiffte daraufhin seinen Wein von New York über New Orleans nach St. Louis, um dort den Markt zu testen.
Dr. G.B. Crane war aber allem Anschein nach kein sehr kluger Geschäftsmann. Nach zwei Jahren war das beste Geschäft, das er machen konnte, der Tausch seiner Weine, zu denen auch einige gespritete Weine und Brandys gehörten gegen eine Farm in der Nähe von St. Louis, die er nicht wollte. Traurig kehrte er nach Kalifornien zurück, wo er erfuhr, dass sich der lokale Markt glücklicherweise verbessert hatte.
Im Jahr 1870 baute Crane eine neue Kellerei aus Beton und begann, seine Missions-Reben nach und nach durch bessere Sorten zu ersetzen. Pellets Platz als Winzer wurde später im Jahre 1885 von Rudolph Lemme eingenommen, dessen Vater Charles einen gut etablierten Weinberg und eine Weinkellerei an der Spring Mountain Road besass. Später heiratete Cranes Tochter, Alice, Rudolph Lemme. So blieb die Leitung des Unternehmens in der Familie, während der Arzt, inzwischen in fortgeschrittenem Alter, er wurde 1806 geboren, während der Weinlese immer ein Auge auf die Arbeit seiner Mitarbeiter hatte.
Leider wurde der Weinberg in den 1890er Jahren durch die Reblaus schwer geschädigt. Ein Jahr später, nach der Ernte 1891, entschloss Dr. Crane, seinen Weinbaubetrieb einzustellen und die Rebberge zu teilweise verkaufen, oder zu verpachten.
Der ehrwürdige Arzt, der bis wenige Monate vor seinem Tod im Jahr 1898 geistig und körperlich aktiv war, behielt sein grosses Interesse am Weinbau bei. Das Weingut wurde 1911 abgerissen, als die St. Helena High School das Gelände übernahm. Das gesamte, dem Highway zugewandte Crane-Grundstück ist heute unterteilt, aber der westliche Teil des Weinbergs, der der Crane Avenue zugewandt ist, wird immer noch bewirtschaftet.
Die Dr. Crane Vineyards sind im Besitze von Andy Beckstoffer, der die Trauben an ambitionierte Weingüter verkauft, die daraus meistens ihren Flagship Wein keltern. Die Weine der The Crane Assembly haben mit den ehemaligen Rebbergen des Doktors aber eher weniger zu tun...
In der Zwischenzeit kaufte Henry Alphons Pellet, ein Schweizer aus dem Kanton Neuenburg, als er 1863 Dr. Cranes Weinmacher wurde, auch Land auf der Westseite der Crane Avenue, gleich gegenüber von Cranes Weinberg. Während er als Cranes Weinmacher arbeitete, pflanzte er seinen eigenen Weinberg, den 15 Hektaren grossen Manzanita Vineyard an. Drei Jahre später baute er einen Weinkeller und ein Wohnhaus an der Ecke Grayson Street und Crane Avenue. Im Jahr 1870 ging er dann eine Partnerschaft mit Dimsdill B. Carver ein, einem Ohioaner, der ein allgemeines Handelsgeschäft in St. Helena betrieb und nebenbei auch einen eigenen Weinberg besass. Sie produzierten gemeinsam Weine bis 1878, als Carver sich aus der Partnerschaft zurückzog (obwohl er seinen Weinberg für ein weiteres Jahrzehnt behielt). Pellet produzierte weiterhin Wein und erweiterte 1888 die Kapazität des Weinguts auf 75’000 Liter. Er liess seinen Wein weder lange reifen noch füllte er ihn unter dem Manzanita-Etikett in Flaschen ab, sondern er produzierte im Auftrag und verschickte seine Produkte, bevor sie ein Jahr alt waren. Er war sehr einflussreich in der Branche und nahm regelmässig an Weinbaukongressen teil. Bereits 1886 war er als Weinberater tätig, und in späteren überwachte Henry Alphons auch für die CWA die Weinlese in den Sierra Foothills. In den frühen 1890er Jahren führte er umfangreiche Neupflanzungen von widerstandsfähigen Reben auf Manzanita durch. Der Besitz wurde 1894 von Alton L. Williams übernommen, einem New Yorker, der Bankier in St. Helena geworden war; Williams verpachtete den Weinberg an andere Winzer. Henry Alphons Pellet verstarb 1912 im Alter von 84 Jahren.
John Lewelling
Lewelling Farm
Auf der Südseite der Sulphur Springs Road, knapp ein Kilometer von Dr. Crane entfernt, lag der Weinberg von John Lewelling. Die Lewellings stammte aus North Carolina und kamen 1856 nach Kalifornien.
Zu dieser Zeit legte John zusammen mit Elias Beard einen grossen Obstgarten in der Nähe der Mission San Jose am Südende der San Francisco Bay an. Im Jahr 1864 zog er nach St. Helena, kaufte ein grosses Grundstück und begann mit dem Weinbau. Um 1874 wurde er zum Pionier der Rosinenproduktion im Napa Valley. Fünf Jahre später wurde berichtet, dass er über 40 Hektaren Weinberge besass und Tafeltrauben und "zwei- bis dreihundert Kisten Rosinen" in San Francisco verkaufte. Dieses Weingut gibt es noch immer und wird von den Nachfahren von John Lewelling betrieben. Etwas sehr, sehr Ungewöhnliches in Kalifornien!
Etwa zwei Kilometer westlich der Weinberge von Crane und Lewelling in St. Helena liegen rund 600 Hektar, die in den späten1860er Jahren von Colonel Erasmus D. Keyes, erworben wurden. Colonel Erasmus D. Keyes diente im Bürgerkrieg auf der Seite der Nordstaaten und stieg zum Brigadegeneral auf und führte die Keyes' Brigade in der erste Schlacht von Bull Run im Jahr 1861 an. 1864 - nach 32 Jahren Militärdienst, wurde er, nachdem er einem Befehl von allerhöchster Stelle nicht nachgekommen war, aus der Nordstaaten Armee entlassen.
Nach dem Bürgerkrieg zog General Keyes nach San Francisco und dann nach Napa, wo er 1867 an den Hängen der Mayacamas-Berge, südwestlich der heutigen Stadt St. Helena ein grosses Stück Land erwarb auf dem bereits rund 4 Hektaren mit Reben bepflanzt waren.
Der General pflanzte umgehend weitere Reben au und errichtete an einem Hang ein dreistöckiges Weingut aus Stein das er passenderweise, «Edge Hill» nannte. Es verfügte über eine Lagerkapazität von etwa 300’000 Liter Wein.
Nebst dem Engagement auf seinem Weingut war Colonel Erasmus D. Keyes von 1867 bis 1869 Präsident einer Goldminengesellschaft, dazu noch von 1868 bis 1872 Vizepräsident der «California Vine-Culture Society». Auch war er im Spar- und Darlehensgeschäft tätig und war auch während 4 Jahren der Präsident des Hafens von San Francisco.
Daneben war Colonel Erasmus D. Keyes auch als Militärhistoriker tätig und gab noch zu Lebzeiten die Schrift „The Rear Guard at Malvern Hill“ als Teil der Reihe „Battles and Leaders of the Civil War“ von The Century Company sowie von „Fifty Years‘ Observation of Men and Events“ (1884) heraus. Sein letztes Werk „From West Point to California“ wurde 1950 posthum veröffentlicht.
Im Jahr 1872 erwarb Richard W. Heath, Generalmajor der staatlichen Miliz, ein gebürtiger Virginier, der viele Jahre lang als Börsenmakler und einflussreicher demokratischer Politiker in San Francisco und Oakland tätig war, das Anwesen. Er pflanzte weitere Rebstöcke und setzte den Weinbau fort. Nach seinem Tod im Jahr 1875 übernahm seine Witwe Mary die Leitung des Weinguts. Im Jahr 1877 erzielte sie eine Ernte von 270’000 Liter Wein.
Zwei Jahre später erwarb ein weiterer ehemaliger Armeeoffizier, Hauptmann William (Willhelm) Scheffler, das Edge Hill Weingut, das nun bereits etwa 50 Hektaren Rebfläche umfasste. Der aus Preussen stammende Scheffler hatte eine militärische Ausbildung genossen und war bis 1848 Offizier in der preussischen Armee. Wohlweislich hat William Scheffler in Anbetracht der bevorstehenden Unruhen und Scharmützel seine Heimat verlassen. Im März 1848 begann die Deutsche Revolution, die sich bis in den Spätherbst 1849 hinzog. Das revolutionäre Geschehen umfasste ganz Deutschland und den ganzen Deutschen Bund zu dem auch Preussen, Österreich, Ungarn und Oberitalien gehörte.
Die mit der Niederschlagung der Revolution und der nachfolgenden Reaktionsära einhergehende Verfolgung von Anhängern einer liberalen, vor allem aber einer republikanisch-demokratischen oder sozialistischen Gesinnung, veranlasste in den Jahren 1848/49 Zehntausende zur Flucht aus den deutschen Staaten. Sie fanden zunächst vor allem in Frankreich, England oder der Schweiz Asyl. Viele, die sich eine mehrere Wochen dauernde Schiffsreise leisten konnten, suchten für sich und ihre Familien, die ihnen in der ursprünglichen Heimat verwehrten, persönlichen und politischen Freiheiten in Übersee. In Australien und den USA gibt es mit dem Begriff «Forty-Eighters» oder «Forty Niners» eine Bezeichnung für die zwischen Ende der 1840er und Mitte der 1850er Jahre aus den deutschen Ländern geflüchteten Einwanderer. Hauptmann William Scheffler wanderte in die Vereinigten Staaten aus und war während des Bürgerkriegs sogar Adjutant von Präsident Abraham Lincoln. Nach dem Krieg war er als leitender Angestellter in verschiedenen Lebensversicherungsgesellschaften an der amerikanischen Ostküste tätig. 1873 zog er schliesslich nach Kalifornien. (Wir sind wiederum beim Thema Kalifornien und seinem Wein – Entschuldigung!)
Nach dem Kauf von Edge Hill im Jahr 1879 baute Scheffler ein neues Gärhaus, erhöhte die Lagerkapazität des Weinguts auf 450’000 Liter und pflanzte weitere 15 Hektaren Weinberge an. Sein Jahrgang 1883 umfasste 370’000 Liter Wein. Im Jahr 1885 nahm er weitere Verbesserungen vor und baute ein schönes Haus auf dem Grundstück. Mit diesem Bau, so scheint es heute, hatte er sich wohl übernommen, denn im folgenden Jahr musste er das Anwesen an die Edge Hill Vineyard Association abtreten. Er und zwei andere lokale Weinbauern (Jules Le Maitre und Fred H. Wassmann) besassen einen kleineren Anteil an der Vereinigung, ihre Hauptaktionäre waren aber George W. Phillips, ein Investor, und Ernest Dickman, ein Bankier und Anwalt, beide aus New York City.
Bis 1890 hatten die beiden New Yorker die vollständige Kontrolle über das Unternehmen und ernannten Baron von Schilling, der bereits für das Beringer Weingut eine Führungsposition bekleidete, zu ihrem Geschäftsführer. Ein Zeitgenosse bezeichnete den Baron von Schilling als "aus einer angesehenen deutschen Familie aus Württemberg stammend, als Bauingenieur ausgebildet, viel gereist, unverheiratet und ein Gentleman im wahrsten Sinne des Wortes" bezeichnete.
Die Vereinigung verfügte nun über 60 Hektaren Weinberge, eine Weinkellerei, die auf ein Fassungsvermögen von 900’000 Liter erweitert worden war und eine Brennerei.
Ein Grossteil der Weinberge war jedoch zu dieser Zeit stark von der Reblaus befallen. Im darauffolgenden Jahr gab Scheffler die Hoffnung auf, das Edge Hill Weingut jemals wieder rentabel gestalten zu können. Er zog nach San Francisco, wo er ein Spirituosengeschäft eröffnete. Die Edge Hill Vineyard Association setzte ihren Betrieb bis 1907 fort, dann ging das Weingut in den Besitz von Bessie Dichman über. Diese wiederum veräusserte Edge Hill im darauffolgenden Jahr an John W. Steves, einen Eisenwarenhändler in St. Helena, der auf Edge Hill bis 1911 Wein herstellte.
Das Steves Hardware Geschäft gibt es noch heute – seit 1937 aber mit neuen Besitzern die seit dieser Zeit das Geschäft generationenübergreifend persönlich führen.
Theodore Gier übernahm Edge Hill im Jahr 1911 und führte es bis zur Prohibition weiter. Trotz des Weinbergs in Hanglage (mit Ostausrichtung), der schönen Gebäude und Anlagen und der angesehenen Besitzer erreichte Edge Hill damals, laut Überlieferungen nie sein volles Potenzial.
Die Weinproduktion wurde eingestellt und schliesslich wurde das Anwesen in kleinere Teile aufgeteilt und teilweise veräussert. Im Jahr 1952 erwarb die Familie Martini Edge Hill (Louis P. und Elizabeth Martini). Die Martinis wohnten in dem alten Gebäude der Edge Hill Weinkellerei und nutzten die Brennerei als alte "Scheune" und Garage. Nach dem Tod von Louis P. Martini im Jahr 1998 wollte Elizabeth an einem Ort leben, der weniger Instandhaltung erforderte und so verkaufte sie das Anwesen im Jahr 2000 an Leslie Rudd (die Martini Winery wurde übrigens zwei Jahre später an die Familie Gallo verkauft).
Leslie Rudd blickt auf eine lange Geschichte in der Weinbranche zurück; seine Eltern gründeten 1949 die Standard Beverage Corporation, die später zum grössten Wein- und Spirituosengrosshändler im Bundesstaat Kansas wurde. Folglich war er schon in jungen Jahren mit der Spirituosen- und Weinbranche vertraut. Zu seinen bekannteren Anwesen im Napa Valley gehören Rudd Estate am östlichen Ende der Oakville Cross Road und das Press Restaurant in St. Helena.
Rudd besass viele Jahre lang die Oakville Grocery am westlichen Ende der Oakville Cross Road (Kaliforniens ältestes durchgängig betriebenes Feinkostgeschäft), bevor er dieses kultige Geschäft Ende 2018 an Jean Charles Boisset verkaufte. Auch an Dean & Deluca, einem Delikatessen- und Weinfachgeschäft, das vor allem im Asiatischen Raum einige Filialen hatte, war Leslie beteiligt. Die Dean & Deluca Filiale am Südende von St. Helena lag praktisch vor Leslies Haustüre. Leslie Rudd ist im Mai 2018 verstorben.
Getreu dem Erbe von Edge Hill beschloss Rudd, verschiedene Rebsorten zu pflanzen, darunter Zinfandel, Petite Sirah, Mourvèdre, Grenache, Carignane und einige wenige Rebstöcke von Alicante Bouschet. In den "alten Tagen des Napa Valleys" war dies eine übliche Art der Weinherstellung - man nahm die Trauben eines Weinbergs, der mehrere rote Rebsorten enthielt, kelterte daraus einen Wein und nannte diesen dann «Gemischter Schwarze»
Anfang 2022 verkaufte die Familie Rudd das Weingut Edge Hill (die Marke, das Grundstück und das vorhandene Inventar) an Joel Gott von Gott Wines und setzte damit die Geschichte der verschiedenen Besitzer fort. Die Familie Gott ist eng mit dem Napa Valley verbunden und besitzt unter anderem die kultige Burger Bude «Gott's Roadside» (den ursprünglichen Taylor’s Refresher) in St. Helena, sowie mehrere andere «Gotts- Roadside Imbisse» in Nordkalifornien. Das Unternehmen produziert etwa 1 Million Kisten Wein pro Jahr. Schauen wir auf das Weingüter- und das Weinmarken-Portfolio von der Trinchero Familie so ist Joel Gott dort gelistet. Es ist fest anzunehmen, dass die Trincheros die jetzigen Besitzer der Edge Hill Winery sind.
Ein weitaus weniger ehrgeiziges Unternehmen im Weinbau war das von Orrin Jones; es befand sich auf der Nordseite der Sulphur Springs Road gegenüber von Edge Hill. Jones war 1849 nach San Francisco gezogen und hatte in der Jessie Street eine Schuhfabrik gegründet. In den frühen 1880er Jahren, als er noch im Schuhgeschäft tätig war, kaufte er dieses 22 Hektaren grosse Grundstück in St. Helena und bepflanzte 18 Hektaren mit Riesling-, Carignane- und Mataro-Trauben. 1888 baute er an diesem Ort ein kleines Weingut und Wohnhaus. Sein Weinberg wurde bald stark von der Reblaus befallen und die Erträge blieben aus. Nach seinem Tod im Jahr 1893 gab es keine Weinlese mehr und somit auch keine Orrin Jones Weine mehr.
Auf der anderen Seite des Highways, auf der Nordseite der Dowdell Lane, befand sich eine 1876 von George C. Fountain aus Stein erbaute Weinkellerei. Dort kelterte er die Trauben seines 6 Hektar grossen Weinbergs, hauptsächlich weisse Rebsorten - Chasselas, Burger und Riesling. Fountain stammte aus Staten Island, New York, und war 1850 nach Kalifornien gekommen. Etwa zwanzig Jahre lang war er im Heu- und Getreidegeschäft in San Francisco und Sacramento tätig und dies erfolgreich. Zusätzlich zu seinen Aktivitäten im Weinbau war er auch eine Zeit lang Bürgermeister von St. Helena. Fountains Sohn, George Jr., kelterte Wein bis zur Prohibition.
Auf der Südseite der Dowdell Lane wurde etwas später mit dem Weinbau begonnen. Die ersten Rebstöcke wurden dort 1906 von William F. Bornhorst und William Ebeling gepflanzt. Beide waren einst junge Abenteurer. Bornhorst ging als junger Seemann aus Hamburg 1880 in San Francisco von Bord und liess sich in Napa County nieder. Ebeling kam im Alter von dreizehn Jahren von Deutschland nach New York und erlernte dort den Beruf des Barbiers. Bei Ausbruch des Bürgerkriegs meldete er sich bei den berühmten «Thirty-Ninth New York Volunteers» und war vier Jahre lang im aktiven Dienst. Als er im Alter von achtzehn Jahren 1866 entlassen wurde, zog er nach Chicago, wo er einen Friseursalon eröffnete. Diesen verlor er aber beim grossen Stadtbrand von Chicago im Jahre 1871. Drei Jahre später kam er nach Kalifornien und eröffnete einen Friseursalon in Calistoga. Als sich William F. Bornhorst und William Ebeling 1884 zusammentaten, gründeten sie drei Meilen westlich von Calistoga einen 20 Hektaren grossen Weinberg und bauten dort 1892 ein Weingut. Diesen Besitz verkauften sie 1909, nachdem sie in der Dowdell Lane eine Weinkellerei mit einem Fassungsvermögen von 750’000 Litern errichtet hatten. Ebeling starb 1910, aber zwei Jahre später heiratete seine Witwe Elizabeth den Geschäftspartner Bornhorst und unter dem Namen Bornhorst & Ebeling wurden bis zur Prohibition sowohl rote als auch weisse Tafelweine hergestellt und abgefüllt.
Dowdell bei der CWA
Die Dowdell Lane erhielt ihren Namen übrigens von James Dowdell, einem Iren aus der Grafschaft Louth, der 1865 im Alter von zwanzig Jahren nach Neuseeland ausgewandert war und dort drei Jahre lang Landwirtschaft betrieb, bevor er nach Kalifornien kam. Er arbeitete mehrere Jahre lang für Colonel Keyes Edge Hill Winery.
James Dowdell war wohl ein sehr tüchtiger Zeitgenosse und konnte so 25 Hektaren Land entlang dieser Strasse erwerben, die sich von dem, was später Bornhorsts Land wurde, nach Nordosten bis zum Fluss erstreckte. 1880 hatte er 10 Hektaren mit Reben bepflanzt. Als die Greystone Cellars 1888 gebaut wurde, ernannte William Bourn ihn, James Dowdell zum Verwalter. Nach seinem Tod im Jahr 1902 führte sein Sohn Arthur, der zum Weinbauer ausgebildet worden war, den Weinberg weiter und wurde von der CWA ebenfalls in der Greystone Winery als leitender Angestellter eingestellt.
Nördlich von Dr. Crane in St. Helena befand sich der Weinberg von Edmond Heymann, einem Deutschen, der 1868 ins Napa Valley gekommen war und in White Sulphur Springs eine Bar und einen Gemischtwarenladen eröffnete. Im Jahr 1874 kaufte er das Gelände seines zukünftigen Weinberges, ein keilförmiges Grundstück, das von der Main Street, der Grayson Avenue und dem Sulphur Springs Creek begrenzt wurde. Er pflanzte hauptsächlich Gutedel-, Riesling- und Burger-Trauben an und baute fünf Jahre später eine hölzerne Weinkellerei. Nach und nach vergrösserte er seine Anpflanzungen und hatte 1892 bereits 16 Hektaren mit Reben bepflanzt. In den 1890er Jahren pflanzte er einige resistente Reben an, stellte aber 1894 den Weinbau ein, ging in den Ruhestand und zog nach San Francisco. Das Weingut wurde schliesslich 1922 abgerissen.
An der Ecke Main Street und Charter Oak Avenue stand ein Gebäude aus gelbbraunem Naturstein, das als "11 Old St. Helena Winery" bekannt war; daneben stand ein grosses verwittertes, weiss gestrichenes Fachwerkgebäude. Letzteres war die Weinkellerei und das erste Sherry-Haus in St. Helena. Frank Sciaroni, einem gebürtigen Schweizer gehörte diese Unternehmung. Beide Gebäude stammten aus dem Jahr 1880. Sciaroni besass keinen eigenen Weinberg, sondern kaufte Weintrauben von lokalen Rebbauern. In seinem Fasskeller hatte es Platz für knapp 400’000 Liter Wein. Sein Sohn, James Anthony, arbeitete in seinen späteren Jahren mit ihm zusammen. Er verkaufte den Betrieb 1906 an Giovanni Paganini, der bis zur Prohibition Wein herstellte und nach der Aufhebung der Prohibition wieder eröffnete, um das Geschäft bis etwa 1940 fortzuführen.
Das Land entlang der Ostseite der Spring Street von der Main bis zur Hudson Street und hinunter zum Sulphur Springs Creek gehörte einst John Greer, einem Iren, der sich in den frühen 1850er Jahren in St. Helena niederliess. Er baute sein Haus an der Spring Street und hatte bis 1873 etwa 20 Hektaren mit Weinreben bepflanzt. In diesem Jahr 1873 verkaufte er auch ein grosses Grundstück südlich der Spring Street an Joseph Ghisletta, einen gebürtigen Schweizer, der einige Jahre zuvor eine Milchviehherde aufgebaut hatte und Käse herstellte.
Auf seinem neu erworbenen Grundstück in der Spring Street begann Ghisletta sofort mit dem Bau eines "beträchtlichen Steinbaus mit einem Fassungsvermögen von 400’000 Liter. Bereits 1874 kelterte er dort seinen ersten Jahrgang. Vier Jahre später schien es, dass er die Anlage an N. Degouy verpachtet hatte, der sowohl Wein als auch Brandy herstellte und 1880 220’000 Liter und 1884 340’000 Liter herstellen konnte.
Nach Degouy nutzten mehrere Winzer diese Produktionsstätte. Nach und nach wurden aber die Gerätschaften und die Fässer verkauft. Im Jahre 1913 war die gesamte Ausrüstung verkauft. In diesem Jahr erwarb John Poggi, der als junger Mann aus Italien ins Napa County gekommen war, das Anwesen von den Erben Ghislettas. Er kaufte auch neue Pressen und einige Fässer und erzeugte bis zur Prohibition Wein.
Im Jahr 1934 verkaufte Poggi das Anwesen an Cesare Mondavi, der es in «Sunny St. Helena Winery» umbenannte und unter diesem Etikett Weine produzierte und abfüllte. Als Mondavi 1943 das grössere und berühmtere Weingut Krug übernehmen konnte, wurde aus dem Sunny St. Helena unter neuer Leitung das Muther Weingut, dass aber leider nie so richtig Erfolg hatte. An dieser Stelle und in diesen Mauern begann auch die Weinkariere von Bill Harlan, der zusammen mit Partnern 1986 die Sunny St. Helena Winery kaufte. Bereits 1992 stieg Jack (Jakob) Schlatter als Partner in die Unternehmung ein und eröffnete neue Märkte für die Weine dieses Weingutes. 1996 übernahm dann die Familie Schlatter das Weingut und benannten es Merryvale. Dies war der Startschuss eines beispiellosen Aufstiegs eines Weingutes, vor allem hier im deutschsprachigen Raum Europas und ganz besonders natürlich in der Schweiz, da Jack einerseits ja ein waschechter Schweizer ist und die Weine begeistern. Sein Sohn René führt das Weingut seit geraumer Zeit mit grossem Erfolg weiter.
Ganz in der Nähe, an der Hudson Street, baute Baldassare Tossetti in den späten 1870er Jahren eine kleine Weinkellerei. Die Montebello Wine Company.
Tossetti war ein weiterer der vielen italienischsprachigen Schweizer, die sich zu dieser Zeit im Napa Valley niederliessen und auf eine erbauende Zukunft hofften.
Seine ersten Jahrgänge umfassten im Durchschnitt etwa 70’000 Liter Wein, Tendenz steigend. 1888 produzierte er schon etwa 350’000 Liter, hauptsächlich aus Trauben seiner Nachbarn. Um 1890 gab er den Weinbau aus ungeklärten Gründen auf.
Das an Tossettis Weinkellerei angrenzende Land gehörte zu diesem Zeitpunkt George (Georg) Schoenwald, einem Preussen und ehemaligen Geschäftspartner von Swen Alstrom. Alstom besass in San Francisco zwei Hotels und dazu, zuhinterst in einem versteckten Seitental in St. Helena, das White Sulphur Spring Resort, eine Art von Kurhotel.
George Schoenwald, der Besitzer des Calistoga Springs Hotel, übernahm das Sulphur Springs von Swen Alstrom zwei Jahre später. 1882 pflanzte Schoenwald siebzehn Hektar Zinfandel und andere Rotweinsorten auf seinem Grundstück zwischen der Spring und Hudson Street an und begann mit der Weinherstellung in der steinernen Kellerei. Er nannte sein Anwesen «Esmeralda», was mit Smaragd übersetzt werden kann.
1887 wurde Schönwald Manager des Hotels Del Monte in Monterey, er kombinierte fortan die Berufe Hotelier und Weinbauer bis 1895, als er sein Direktionsamt im Del Monte Hotel niederlegte und nach St. Helena zurückkehrte, um sich vollkommen dem Weinbau und dem Weingut zu widmen. Zudem war er auch als Mitglied des Stadtrates von St. Helena aktiv.
Sein Weinberg wuchs auf fünfunddreissig Hektar an und umfasste auch einige Cabernet Sauvignon, aus denen er, so wird berichtet, einen bemerkenswert guten Claret herstellte. So so, dem ist heute noch so, wenn nicht sogar besser, anders als damals ist der Wein heutzutage mit Bestimmtheit. Heute heisst das von George Schoenwald gegründete Weingut Spottswoode! Schönwald nutzte sein Weingut bis zu seinem Tod im Jahr 1911, als es dann an Jacques Pacheteau verpachtet wurde.
Pacheteau war ein unternehmungslustiger Mann, der als Jugendlicher in Frankreich nicht nur die Kunst der Weinherstellung, sondern auch das Färberhandwerk erlernt hatte. Von 1875-87 war er in San Francisco in der Färberei von F. Thomas & Company beschäftigt. Zu dieser Zeit kam er nach Napa County und begann, Wein zu kaufen, um diesen in New York zu verkaufen. Dieses Unternehmen, mit dem Namen «California Wine Cellar», war ein Erfolg. Jacques Pacheteau verschiffte jährlich etwa viertausend Fässer mit Wein aus dem Napa County und belieferte, wie es ein Historiker ausdrückte, "über dreitausend New Yorker Familien mit den berauschenden Produkten der kalifornischen Weinberge". Nach einigen Angaben zufolge kaufte er jeweils die gesamte Produktion von kleineren Weinkellereien innerhalb des Napa County. Bis zur Übernahme und der Leitung des ehemaligen Schönwald-Betriebs, so scheint es, dass Jacques Pacheteau keinen eigenen Wein hergestellt hatte.
Pacheteau zog sich auf seine Ranch an der Diamond Mountain Road etwa eine Meile südwestlich von Calistoga zurück, wo er ein hübsches Steinhaus und 10 Hektaren Rebland besass. Er schloss seine New Yorker Depots, betätigte sich aber als Eigentümer eines Ferienhotels in Calistoga, dem Pacheteau's Hot Springs.
Nachdem Schonewald 1906 den Rest des Anwesens verkauft hatte, wechselte es mehrmals den Besitzer. Irgendwann benannte einer der Eigentümer das Weingut Esmeralda in Lyndenhurst um, zu Ehren des Lindenhains, der auf dem Grundstück wuchs. Im Jahr 1910 wechselte das Anwesen erneut den Besitzer, und zwar an die Familie Spotts. In diesem Jahr erhielt das Anwesen seinen endgültigen Namen, Spottswoode, zu Ehren des verstorbenen Ehemanns von Frau Spotts.
Während des Besitzes der Spotts wurde der Weinberg mit einer Reihe von heute unüblichen Sorten bepflanzt, darunter Green Hungarian und French Colombard. Diese Trauben wurden an die Christian Brothers und später an die St. Helena Cooperative verkauft.
Ganz in der Nähe, auf dem Land nördlich und westlich von der Madrona Avenue und der Hudson Street bepflanzte Franz «Frank» Kraft 10 Hektaren hauptsächlich mit Zinfandel- und Chasselas-Trauben. Das Land hatte er 1884 von George Schoenwald erworben. Frank erbaute ein steinernes Weingut aus Sandstein und ein wunderschönes Viktorianisches Landhaus an der Hudson Street. Die Old Kraft Winery produzierte bis zum Ende der 1880 Jahre rund 120’000 Liter Wein.
Anfangs der 70er Jahre reisten Mary und Jack Novak zusammen mit ihren 5 Kinder ins Napa Valley und verliebten sich umgehend in die ländliche Schönheit und das entspannte Tempo von St. Helena. Dort entdeckten sie auch das idyllische Spottswoode Anwesen mit einem wunderschönen Garten und einem alteingesessenen Weinberg, der bereits lange vor der Prohibition angepflanzt wurde. "Ich war schon immer ein Mensch, der das Land liebt", sagte Mary. "Als ich durch die Gärten und den Weinberg spazierte, wusste ich, dass wir hier unser Zuhause einrichten können."
Ursprünglich aus Los Angeles stammend, erwarb Mary einen Abschluss in Pädagogik in Stanford, bevor sie sich mit ihrem Mann, Dr. Jack Novak, in San Diego niederliess.
Im Jahr 1972 verkauften die Novaks Jacks Arztpraxis und zogen nach St. Helena auf das Spottswoode Anwesen, das die beiden vorher käuflich erwerben konnten. Bald darauf erwarben sie ein zusätzliches, angrenzendes 7 Hektar grosses Grundstück und begannen, den ursprünglich 1882 angelegten Weinberg neu zu bepflanzen. Traurigerweise erlitt Jack am 14. November 1977 im Alter von nur 44 Jahren einen schweren Herzinfarkt und verstarb. Mit der Ermutigung ihrer weinanbauenden Nachbarn übernahm Mary die Leitung des Weinguts und fuhr ihre erste Ernte ein. Die Trauben wurden aber an lokale Winzer, darunter die Familien Shafer und Duckhorn verkauft.
Zehn Jahre später, nachdem Mary den Ruf von Spottswoode als Quelle für begehrte Trauben im Tal aufgebaut hatte, stellte Mary den Winzer Tony Soter ein und gründete die Spottswoode Winery, ein Ereignis, das durch den Debüt Jahrgang des 1982er Estate Cabernet Sauvignon markiert wurde. Mit Tonys Unterstützung begann Mary, den Weinberg biologisch zu bewirtschaften. Nach den hochgelobten Jahrgängen Mitte bis Ende der 1980er Jahre und drei aufeinanderfolgenden Jahren auf der begehrten Top-100-Weinliste des Wine Spectator begann Mary aus den Spottswoode Trauben ausschliesslich Spottswoodes eigene Weine zu produzieren.
1989 erwarben die Novaks das alte Weingut Kraft, das sich in der Nähe ihres Wohnhauses befand. Mitte der 1990er Jahre beauftragte die Familie den bekannten Weinbauarchitekten Howard Backen mit dem Entwurf einer neuen Kellerei und der Renovierung des alten steinernen Kellereigebäudes. Die neue Weinkellerei und der Fassraum wurden 1999 fertiggestellt. Heute führt Beth Novak mit einer riesengrossen Umsicht dieses in allen Belangen einzigartige Weingut.
Entlang der Spring Street südwestlich von Schoenwald und gegenüber des St. Helena-Friedhof, kaufte Louis Sander um 1882 von den Gebrüdern Beringer eine Parzelle von 20 Hektaren, einschliesslich einiger Weinberge. Sander, ein Deutscher, war 1866 nach San Francisco gekommen und fand Arbeit als Kellner. Im Jahr 1873 wurde er zusammen mit seinem Landsmann Theodore Dierks Mitinhaber des German Hotel an der First Street. Ihre Gäste waren hauptsächlich Arbeiter, die in der Nähe das Palace Hotel bauten. Einige Jahre später eröffnete er zusammen mit einem anderen deutschen Geschäftspartner das Winter Garden, eine Kombination aus Restaurant und Bar mit einem Versammlungssaal für Tanzveranstaltungen und politische Versammlungen. Es befand sich an der Ecke Stockton und Post Street.
Sander vergrösserte den Weinberg in St. Helena und baute um 1885 eine hölzerne Weinkellerei, in der er sowohl rote als auch weisse Tafelweine herstellte. Die Reblaus begann seine ursprünglichen Anpflanzungen zu zerstören, so dass er Mitte der 1890er Jahre damit begann, seine Zinfandel-, Petite Sirah-, Carignane- und Golden Chasselas-Reben auf resistente Sorten umzupflanzen. Das Weingut wurde später leider durch ein Feuer zerstört.
Westlich der Madrona Avenue und nördlich von Kraft hatten Mitte der 1870er Jahre George B. Worrell aus Ohio zusammen mit William C. Ward aus Illinois, kleine Weinberge. Neben den üblichen Zinfandel- und Rieslingreben bauten sie auch Gutedel an. Ihre gemeinsame Anbaufläche wuchs schliesslich auf 20 Hektaren heran. Unter dem Namen Ward & Worrell errichteten sie um 1882 eine Weinkellerei mit einem Fassungsvermögen von etwa 170.000 Liter. Sie hatten einige Jahre lang Erfolg bis 1894 ihre Rebstöcke so stark von der Reblaus befallen waren, dass sie die verbliebenen Rebstöcke ausrissen, ihre Ausrüstung verkauften und das Land als Wohngebiet aufteilten. Heute schlängelt sich die Vineyard Avenue durch dieses Gebiet.
Ein weiteres Weingut innerhalb der Stadtgrenzen von St. Helena war das 1879 von August Beretta und seinem Bruder Fred errichtete Holzgebäude an der Dean York Lane, etwas westlich der Kreuzung mit der Spring Mountain Road. Die Berettas, die aus der Schweiz stammten, hatten hier 1871 einen kleinen Weinberg angelegt. Sie verkauften ihren Besitz 1885 an Azariah Alsip, bauten aber bis 1900 weiterhin Wein in St. Helena an. Das Gelände der Weinkellerei und der umliegenden Weinberge wurde ebenfalls als Wohngebiet aufgeteilt.
Bis ins Jahr 1960 konnte man auf der Nordseite der Pope Street, etwa 400 Meter von der Kreuzung mit der Main Street und kurz vor der Brücke über den Sulphur Springs Creek, ein gut erhaltenes Holzgebäude, das Jacob Meily in den späten 1880er Jahren als Weinkellerei gebaut hatte erblicken. Meily wurde in der Schweiz geboren, wurde in den frühen 1860er Jahren Siedler in Nebraska und kam um 1880 nach Napa County. Auf dem niedrig gelegenen Boden westlich des Sulphur Springs Creeks pflanzte er auf 15 Hektaren Trauben an. Zur Hauptsache waren es Zinfandel, Gutedel und Riesling. In seiner Kellerei mit rund 175’000 Liter Fassungsvermögen standen vor allem Fässer aus Redwood. Der Weinberg wurde um 1893 stark von der Reblaus befallen; die Rebstöcke wurden nicht ersetzt, und Meily stellte den Weinanbau um das 1900 endgültig ein.
In der Pope Street, eine Viertelmeile nordöstlich und noch vor Meily, begann William Leuthold Mitte der 1870er Jahre mit dem Anbau von Zinfandel auf 7 Hektaren. Leuthold, ein Schweizer aus dem Kanton Zürich, war in San Francisco als Fuhrunternehmer tätig gewesen. Er baute ein kleines Weingut und heiratete Anna Trumpler. Vor 1880 machte er seinen Schwager und Landsmann Walter Trumpler, der in San Francisco als Hausmaler tätig gewesen war, zu seinem Partner. Die Partner scheinen sich schnell in die Details des Weinbaus und der Weinherstellung eingearbeitet zu haben, unerwartet starb Leuthold 1882, woraufhin seine Witwe das Weingut übernahm und unabhängig von ihrem Bruder, bis etwa 1902 ihre eigenen Weinberge bewirtschaftete. Das eindrückliche Fachwerk-Weinhaus wurde leider 1905 durch ein Feuer zerstört und nie ersetzt.
Trumpler sicherte sich in der Zwischenzeit 35 Hektaren Land in Hanglage nördlich von St. Helena und etwas südöstlich der Kreuzung der Bale Lane und des Silverado Trails. Dieses Land grenzte an einen Teil des Besitzes von Jean Laurent, einem erfahrenen Weinbauern, dessen Frau eine Schwester von Walter Trumpler war.
An diesem Ort legte Trumpler seinen eigenen Weinberg an und baute 1888 ein steinernes Weingut. Als sich in den 1890er Jahren die Reblaus ausbreitete, pflanzte er nach und nach 15 Hektaren mit widerstandsfähigen Rebstöcken an. Bis zu seinem Tod im Jahr 1909 stellte er Wein her, danach führten seine Witwe und seine Söhne, Hans und Walter jr., den Betrieb für einige Jahre weiter. Die Weinkellerei wurde nach der Prohibition nicht wiedereröffnet.
Im Jahr 1908 kaufte Stephen Jackse nördlich und östlich der Railroad Avenue und der Fulton Lane Land, das bereits mit Reben bebaut war. Er stammte aus Österreich und hatte dort die Kunst der Weinherstellung erlernt. In der Nähe der Kreuzung von Railroad Avenue und Pine Street errichtete er eine grosse hölzerne Weinkellerei, in der er bis zur Prohibition Wein herstellte. Nach der Aufhebung der Prohibition wurde der Betrieb wiedereröffnet und produzierten rote und weisse Tafelweine. Die Jackse füllten ihre Weine nicht in Flaschen ab, sondern zogen es vor, alle ihre Weine fassweise zu verkaufen. Keines der Jackse-Kinder heiratete. Es heisst, dass nach dem letzten Todesfall im Jahr 1978 Verwandte aus Österreich kamen, um den Nachlass zu regeln. Heute sind in der ehemalige Jackse Winery die Büroräumlichkeiten und Sitzungszimmer der Napa Valley Vitners untergebracht.
Die Pratt Lane verläuft von der Main Street in St. Helena in nordöstlicher Richtung, direkt südlich des York Creek. Etwa eine halbe Meile von dieser Kreuzung entfernt pflanzte Emil Zange in den frühen 1870er Jahren Weinreben an. Zange war ein Deutscher, der in den 1850er Jahren nach Kalifornien gekommen war, um in den Minen der Mother Lode sein Glück zu versuchen. Um 1884 baute er eine zweistöckige Weinkellerei, die untere Etage aus Stein, mit einer Lagerkapazität von 220’000 Liter Wein. In den frühen 1890er Jahren experimentierte er mit der Veredelung von Rebstöcken auf widerstandsfähige Unterlagen und entschied sich für die Lenoir-Rebe, weil sie schnell wuchs. Zange stellte sowohl rote als auch weisse Tafelweine her. Im Jahre 1913 verkaufte Emil Zange das Weingut an Joseph Varozza, ein Schmied aus St. Helena.
Dieser kelterte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1946 Wein her. Dieses wunderschöne Anwesen ist seit 110 Jahren im Besitz der Familie Varozza. Jahrzehntelang betrieb Harold Varozza die Ranch nach dem Tod seines Vaters und verkaufte die Trauben an örtliche Weinkellereien. 1999 übernahmen Harolds Sohn Jack und dessen Ehefrau Dianna die Ranch und produzieren nun Weine unter ihrem eigenen Label. Jack und Dianna bauen verschiedene Sorten an, darunter auch Zinfandel Trauben, die sie aber seit 2007 an die Biale Winery verkaufen.
An der Pratt Lane nordöstlich von Zange, die sich bis zum Fluss hinunter erstreckt, befand sich ein 1877 angelegter Weinberg und ein 1883 erbautes Weingut, die Chula Vista Winery. Der Besitz war das Gemeinschaftsunternehmen der Brüder Frank J. und George H. Merriam, die aus Maine hierher gezogen sind.
Im Jahr 1893 hatte die Reblaus ihre Reben stark geschädigt, und ein offizieller landwirtschaftlicher Bericht sagte in jenem Jahr voraus, dass alle Rebstöcke innerhalb von drei oder vier Jahren absterben würden. Die Merriams pflanzten jedoch in weiser Voraussicht den ursprünglichen Weinberg neu an und legten später weitere 4 Hektaren mit widerstandsfähigen Rebstöcken an, so dass Chula Vista bis zur Prohibition stetig Wein keltern konnte. Die durchschnittliche Jahresproduktion belief sich auf ca. 90’000 Liter Wein, aufgeteilt in weisse und rote Tafelweine. Das Kellereigebäude überlebte die Prohibition, wurde aber nach der Aufhebung nicht wiedereröffnet und die Gebäude wurde später abgerissen.
Am Highway 29 nördlich von St. Helena fallen selbst dem eiligsten Reisenden drei große Weingüter aus Stein ins Auge. Nördlich von York Creek, auf der Westseite des Highways, befindet sich das Weingut Los Hermanos, das 1876 von Jacob und Frederick (Friederich/ Fritz) Beringer erbaut wurde. Die Brüder waren gebürtig aus Mainz, Deutschland. Dort lernten die beiden in ihrer Jugend das Winzerhandwerk. Friedrich war der Ältere; er studierte am College von St. Louis in Paris und betrieb dort zehn Jahre lang ein Geschäft, bevor er 1862 nach New York kam, um sich im Malz- und Gerstengeschäft zu engagieren. Jacob arbeitete bis 1868 als Kellermeister für Mainzer Winzer, dann wanderte er nach New York aus und eröffnete ein Depot für deutsche Weine. Im Jahr 1872 zog er nach St. Helena weiter und arbeitete bis 1878 als Vorarbeiter für Charles Krug. Während dieser Zeit, und mit finanzieller Unterstützung von seinem Bruder Frederick kaufte Jacob eine 50 Hektaren grosse Ranch von William (Willhelm) Daegner. Daegner, ein Preusse, hatte bereits dreissig Hektaren auf dieser Ranch mit Weinreben bepflanzt.
Jacob Beringer vergrösserte den Weinberg umgehend und baute die spätere «Los Hermanos Winey», ein stattliches dreistöckiges Weingut aus behauenem Stein mit dahinterliegenden und fein gearbeiteten Felsenkellern, die sich heute noch in den Hang hineinziehen. Beringers Weinberg umfasste schliesslich 65 Hektaren, auf denen vorwiegend Zinfandel-, Riesling- und Gutedel-Trauben angebaut wurden. Ausgehend von einer «bescheidenen» Ernte von 290’000 Liter im Jahr 1880 wuchs und gedieh die Los Hermanos Winery, wobei die Weinherstellung sorgfältig von Jacob überwacht wurde. Im Jahr 1884 schloss sich Frederick seinem Bruder in St. Helena an und wurde bis zu seinem Tod im Jahr 1901 der Geschäftsführer des Unternehmens. Nach Jacobs Tod im Jahr 1915 führte sein Neffe Frederick Jr. das Unternehmen erfolgreich bis zur Prohibition weiter. Nach der Aufhebung der Prohibition wurde die Weinkellerei wiedereröffnet und unter den Nachkommen der Gründer wurde die Produktion von Dessert- und Tafelweinen fortgesetzt. Die Weinkeller wurden 1969 an Nestle, den Schweizer Lebensmittelkonzern, verkauft. Diese wiederum veräusserte das Beringer Weingut im Jahre 2002 an die australische Foster’s Group, die wiederum 2011 ihre Weinaktivitäten rund um den Globus in eine neue Firma die Treasury Wine Estates ausgliederte.
Nördlich an Los Hermanos grenzt das weitaus grössere Weingut, die Greystone Cellars, eine Schöpfung von William B. Bourn Jr. an die Beringer an. Sein Vater war ein Mann aus Massachusetts, der durch seine Investitionen in die Schifffahrt und den Bergbau in Kalifornien zu grossem Reichtum kam. Im Jahr 1872 kaufte er von Gouverneur Edward Stanly (dem von Lincoln ernannten Gouverneur von North Carolina zu Kriegszeiten) Land, das an General Heaths Edge Hill Vineyard angrenzte. Er baute ein großes Steinhaus und begann mit der Anpflanzung eines Weinbergs, starb jedoch zwei Jahre nach dem Erwerb des Grundstücks. Seine Witwe führte jedoch die Verwaltung des Anwesens weiter.
An der Sulphur Springs Road, etwas westlich der Crane Avenue, wurde ein Weingut gebaut, und 1880 standen auf 18 dieser 100 Hektaren Land Reben. Da die ursprüngliche Weinkellerei nicht mehr ausreichte, um die Trauben zu keltern, begann William Bourn Jr. 1888 am Highway 29 mit dem Bau einer beeindruckenden dreistöckigen Weinkellerei aus hellgrauem und rotem Vulkangestein. Die fertige Weinkellerei hatte eine Fläche von 125 mal 25 Meter, einen 35 Meter hohen Turm und ein Fassungsvermögen von über sieben Millionen Liter Wein. Die Architekten, Percy und Hamilton aus San Francisco, informierten sich bei Captain Hamden W. Mcintyre, dem Leiter des Stanford Weingutes in Vina am Sacramento River, über die Bauweise einer Weinkellerei.
Zusammen mit William Bourn war E. Everett Wise aus Healdsburg an diesem 300.000 Dollar teuren Projekt beteiligt - ein für die damalige Zeit enormes Unterfangen. Im Herbst 1889 waren die Arbeiten am Gebäude noch im Gange, aber es wurden dennoch fast 2 Millionen Liter Wein gekeltert.
Die gepressten Trauben stammten unter anderem aus den 50 Hektar grossen Rockland-Weinbergen und dem 80 Hektar grossen Inglebourn-Weinberg von Bourn, der gegenüber dem von Theron Ink am Highway 29 in Rutherford lag. Eine gewisse Menge an Trauben wurde zusätzlich von den zahlreichen kleinen Weinbergen in der Nähe dazugekauft, deren Besitzer keine Winzer waren. Im folgenden Jahr kaufte William Bourn die Anteile von E. Everett Wise auf und wurde so alleiniger Eigentümer der Greyston Winery.
Die auffallend grosse Lagerkapazität von Greystone war nicht nur für die Lagerung von Bourns eigenen Weinen gedacht, sondern auch für andere Winzer. Bourn war sich bewusst, dass viele kleine Winzer aus Platzmangel nicht in der Lage waren, ihre Weine zu lagern und reifen zu lassen und so bot er diesen Weingütern an in der Greystone Winery Wein zu lagern. Dies zu einem festen Preis pro Gallone, wobei dieses Entgelt die Lagerung, das Abfüllen und die Pflege des Weins sowie auch die Reifung in Eichenholzfässern einschloss.
Da keine Bank Wein als Sicherheit betrachtete, entwickelte Bourns in seinen Greystone Cellars ein eigenes Konzept, indem er für die dort gelagerten Weine einen Vorschuss von zehn Cent pro Gallone den Weingütern, die den Wein bei ihm reifen liessen, gewährte. Die Kellerquittungen boten den Eigentümer eine Sicherheit, die der eines Getreidelagerscheins entsprach.
Obwohl es sich um einen soliden Plan handelte, der von bedeutenden Investoren mit hohen Prinzipien unterstützt wurde, war dieser Plan nicht von Erfolg gekrönt. Nachdem er einige Jahre lang mit den Weinhändlern von San Francisco konkurriert hatte, erkannte Bourn die Sinnlosigkeit des Versuches, auf diese Weise ein Weingeschäft zu betreiben. Im Jahr 1892 wurde die grosse und majestätische Weinkellerei schliesslich von Charles Carpy erworben.
Zwei Jahre später folgte die Greystone Winery den anderen Carpy-Betrieben in die California Wine Association, die es bis zur Prohibition hin betrieb.
Nach der Aufhebung der Prohibition wurde Greystone wiedereröffnet und wechselte mehrmals den Besitzer, bevor es 1950 zu einem Weingut der Christian Brothers wurde.
Heute ist das Gebäude so beeindruckend wie eh und je, aber es wird nicht mehr als Weinkellerei betrieben und dient stattdessen für unterschiedliche Zwecke. Einerseits ist dort das CIA untergebracht das Culinary Institut of America, mit riesiger Küche für die Studenten, Schulungsräume, und einem angegliederten Restaurant mit Showküche. Daneben ist auch die grosszügig gestaltete Vitners Hall of Fame in der ehemaligen Greystone Winery untergebracht. Ferner dient das Gebäude auch für grosse Weinevents, wie etwa die alljährlich im Februar stattfindende Napa Premier Degustation, wo schon einmal über 200 Winzer ihren Wein präsentieren können. Platz in Hülle und Fülle! Im Parterre ist ein grosser Shop für Küchenutensilien und dergleichen untergebracht. Auch befindet sich die Grossflaschen-Sammlung von David & Judy Breitstein, dem ersten Weinhändler aus Los Angeles, der dort im Süden Kaliforniens Napa Valley Weine feilbot in diesem Gemäuer.
Sie schenkten ihre Sammlung an Grossflaschen dem Greystone. Wir lernten David & Judy einmal bei Phil Ross auf der Diamond Creek Winery kennen und hatten das grosse Vergnügen, mit ihnen zusammen einige Weine zu degustieren. Sie wussten so vieles zu erzählen. Später sind wir dann noch zusammen zu Phelps und Heitz gefahren worden. Geblieben ist uns auch der Name ihrer Weinhandlung mit Filialen in und rund um Los Angeles «Duke of Bourbon» Eine damalige Institution und der Wegbegleiter für so viele auf dem Weg zum guten Wein.
Gegenüber von Greystone, aber fast unsichtbar hinter einem Haufen weit ausladender Eichen, liegt das Charles Krug Weingut. Im Jahr 1860 heiratete Krug Catherine Bale, deren Mutter, Maria Ignacia Soberanes, eine Nichte von General Vallejo war. Die 210 Hektaren Land war die Mitgift der Familie Turner. Später im selben Jahr begann Krug mit der Anpflanzung von Rebstöcken auf dem Gelände, wobei er klugerweise andere als die Missionsreben wählte, obwohl letztere immer noch viel zahlreicher waren als alle anderen. Schon bald hatte er einen Ruf für hervorragende Weine. 1875 baute er eine ein Million Liter fassende Weinkellerei, die eine kleinere, 1862 errichtete und 1874 durch einen Brand zerstörte Kellerei ersetzte. Diese Kellerei, ein quadratisches Steingebäude mit hölzernen Giebeln und einem achteckigen Holzturm, war einige Jahre lang die grösste im Napa County. Charles Krugs Weinbereitungsmethoden waren ein Vorbild für die benachbarten Winzer. Sein akkurat gestutzter Bart und seine stahlumrandete Brille verliehen ihm ein nicht unberechtigtes professionelles Aussehen, denn er bildete eine Reihe jüngerer Männer im Weinbau und in der Weinherstellung aus.
Im Jahr 1875 richtete Krug ein Depot in St. Louis ein, wo er die dortigen Interessierten im Umgang mit seinen Weinen schulte und Vorträge über die kalifornischen Weine im Allgemeinen hielt. Er stellte sowohl rote als auch weisse Tafelweine her. 1883 wurde sein Chasselas aus dem Jahr 1876 auf einem Weinkongress mit zehn von zehn Punkten bewertet. Bereits zu diesem Zeitpunkt erkannte Krug die Notwendigkeit der Veredelung auf Reblaus resistente Unterlagen und begann daher, seinen 55 Hektaren grossen Weinberg mit Riesling, Chasselas, Burger, Zinfandel und Cabernet Sauvignon neu zu bepflanzen. In diesem Jahr begann er auch mit der Anpflanzung von weiteren vierzig Hektaren auf dem Howell Mountain, von denen er einige mit Traminer Reben bepflanzte, aus denen später bewundernswerte Weine entstanden.
Obwohl Krug weiterhin sorgfältig hergestellte Weine aus gut ausgewählten Trauben produzierte, geriet er 1886 in finanzielle Schwierigkeiten. Er verpachtete den grössten Teil seiner Weinkeller an William B. Bourn Jr. 1892 starb Krug, und seine Erben verkauften 1895 das gesamte Weingut an James K. Moffitt. Moffitt war ein Beamter der Crocker National Bank of San Francisco und stellte Bismark Bruck als Verwalter ein. Bruck stammte aus der Grossfamilie Krug, seine Mutter, Lolita Bale, war die Schwester von Mrs. Catherine Krug. Er war nach dem Tod seines Onkels drei Jahre lang Winzer und blieb danach bis zur Prohibition Superintendent auf dem Krug Weingut. Er war auch Mitglied der staatlichen Legislative. Krugs Betrieb produzierte bis zur Prohibition Weine und obwohl die Familie Moffitt Eigentümerin war, firmierte sie als Krug Winery und verwendete das bekannte Etikett. Im Jahre1943 erwarb die Firma Cesare Mondavi & Sons (Peter & Robert) die Weinberge und die Kellerei und behielt den altehrwürdigen Namen Charles Krug bei.
Krugs Nachbar im Norden war ein anderer Deutscher, John C. Weinberger, ein Bayer, der, wie so viele seiner Landsleute, 1848 nach Amerika geflohen war. Er arbeitete bis 1865 in New York in der Süsswarenherstellung, dann zog er nach Indianapolis und gründete dort eine Gärtnerei. 1869 kam er schliesslich zusammen mit seiner Frau Hannah nach St. Helena. Sie kauften 100 Hektaren Land von Charles und Carolina Krug für nur gerade einmal 3.000 Dollar!
Im darauffolgenden Jahr bepflanzten sie 7 Hektaren mit Reben. Im Jahr 1876 ersetzte er seine kleine hölzerne Weinkellerei durch ein dreistöckiges Gebäude mit einem Fassungsvermögen von 500’000 Liter. Das aus rötlichem, in der Nähe abgebautem Stein errichtete Weingut wurde bald zu einem markanten Wahrzeichen an der Westseite des heutigen Highways 29. Die J.C. Weinberger Winery soll den ersten steinernen Weinkeller in der Gegend gehabt haben. Die Weinkellerei war in der Lage, etwa 250’000 Liter Wein zu produzieren und stellte auch Traubensirup her. Die Weinbergers waren die ersten, die mit der Umwandlung von Traubensaft in Sirup experimentierten.
Hannah Weinberger übernahm 1882 die Kontrolle über das Weingut, nachdem ihr Mann John Christian, der am 13. Juli 1830 in Weissenburg in Bayern geboren wurde, getötet wurde. John wurde "von einem verärgerten entlassenen Angestellten ermordet, der seiner Tochter Minnie unerwünschte Avancen gemacht hatte".
Sie bat Colin T. McEachran, ein Schotte, der selbst ein Weingut betrieb, anfänglich um etwas Hilfe und Rat im Keller und im Weinberg.
Nebst dem Weingut übernahm Hannah von ihrem verstorbenen Mann auch den Posten des Präsidenten der Bank of St. Helena. Das Weingut florierte unter ihrer Leitung. Im Jahr 1889 wurde die Produktion auf 375’000 Liter Wein und 18’000 Liter Brandy ausgeweitet. Im selben Jahr reiste Hannah über den Atlantik nach Paris, um an der Pariser Weltausstellung 1889 teilzunehmen. Dort nahm sie an einem prestigeträchtigen Weinwettbewerb teil, an dem viele der besten französischen und anderen europäischen Weingüter teilnahmen. Hannah gewann eine Silbermedaille für ihren Wein und war damit die einzige Frau aus Kalifornien, der dies gelang. Diese Auszeichnung und die damit verbundene Publicity trugen dazu bei, dass sich in der Weinwelt die Meinung über den Wert und die Qualität der aufstrebenden kalifornischen Weinindustrie änderte. In einem Buch aus dem Jahr 1889 von Wines and Vines of California wurde Hannah Weinberger zusammen mit 17 anderen Frauen in die Liste der Kellermeister und Weinbauern aufgenommen.
Über Hannah Weinbergers frühes Leben und ihre Ausbildung ist wenig bekannt. Hannah Elizabeth Rabbe wurde am 7. Oktober 1840 in New Albany, Indiana, geboren. Später lebte sie im nahen gelegenen Ohio, wo sie als Hannah Rabbe aus Cincinnati geführt wurde und wo sie 1871 John Christian Weinberger heiratete. John, der gewöhnlich J.C. genannt wurde, war im Alter von 18 Jahren aus Bayern in die USA eingewandert. Kurz vor ihrer Hochzeit hatte J.C. das Grundstück in Kalifornien gekauft.
Hannah führte ihr Weingut weiter, bis sie 1920 zu Beginn der Prohibition, gezwungen war, den Betrieb einzustellen. Der 18. Zusatzartikel zur US-Verfassung verbot den Verkauf von Alkohol und machte das Weingeschäft gewissermassen überflüssig.
Hannah starb am 5. Mai 1931. Sie wurde 90 Jahre alt. Hannah hinterliess ein unglaubliches Vermächtnis als jemand, der die frühe Weinindustrie von Napa geprägt hatte.
Das Anwesen stand bis 1938 leer, als die Familie Harrison aus San Francisco die Winery erwarb. Sie beauftragten den berühmten Architekten Bourn Hayne damit, die beiden oberen Stockwerke der baufälligen Schwerkraftkellerei in eine Sommerresidenz umzubauen. Im Jahr 1956 erwarb die Familie Gonser das Anwesen und nutzte es bis 1999 als Sommerresidenz, als William und Jane Ballentine das Anwesen erwarben. Mit nur vier Besitzern im Laufe von über 140 Jahren konnte das Anwesen in seinem ursprünglichen Design bemerkenswert intakt bleiben. Die Ballentines eröffneten zur Jahrtausendwende an diesem historischen Platz und in diesen historischen Gebäuden ihre William Cole Winery.
Etwa 2 Kilometer nördlicher als die Weinbergers war Colin T. McEachran als Weinbauer tätig; er war ein Schotte, der als kleiner Junge mit seinen Eltern nach New York gekommen war und als Kapitän angesprochen wurde, weil er Kapitän eines Schiffes auf den Grossen Seen gewesen war. Er betrieb Bergbau in Tuolumne County, bevor er um 1870 ins Napa Valley zog und im Weinbau tätig wurde. Im Jahr 1878 errichtete er seine kleine Kellerei Alta Vineyards in den Ausläufern südlich von Calistoga, gleich unterhalb des älteren und berühmteren Weingutes von Jacob Schram. Einige Jahre später baute McEachran ein neues Weingut an der Ostseite des Silverado Trail, südlich der Lodi Lane. Dort stellte er Wein für sich und seine Schwägerin Weinberger her. Nach 1900 kelterte McEachran alle Trauben seiner beiden Weinberge in der grossen Weinberger-Kellerei und nutzte seine eigenen Gebäude nur noch zur Lagerung. Der grösste Teil seiner Produktion, im Durchschnitt 350’000 Liter Wein und 15’000 Liter Branntwein pro Jahr, wurden grösstenteils jeweils nach New York und Texas verschifft.
Etwa zu dieser Zeit stieg Weinbergers Sohn John C. Jr. in das Geschäft ein, unterstützte McEachran bis zu dessen Tod im Jahr 1909 und war dann bis zur Prohibition als Winzer tätig. Das Weingut Weinberger wurde anschliessend in ein Privathaus umgewandelt.
Ein etwas kleineres Gebäude aus rosafarbenem, lokal abgebautem Vulkangestein steht unmittelbar südlich des Weinguts der Weinbergers Es war früher das Weingut von William H. Castner, der auch einen 25 Hektaren grossen Weinberg besass, der sich auf beiden Seiten des Highways erstreckte und im Nordwesten an den Weinberg von Krug grenzte und bis zum Fluss hinunterreichte. Castner stammte aus Maine und war von Beruf Schiffszimmermann; er liess sich 1870 zusammen mit seinem Sohn William H. Jr. an diesem Ort im Napa Valley nieder und fand bereits einige Weinstöcke auf seinem neuen Anwesen vor. Castner baute 1880 eine 150’000 Liter fassende Weinkellerei und begann, einen Teil seines Weins in San Francisco zu verkaufen, wo sein anderer Sohn ein Spirituosengeschäft an der Ninth Street betrieb. Obwohl die Castners 1891 in finanziellen Schwierigkeiten steckten und der Weinberg stark unter der Reblaus litt, produzierten sie bis 1914 weiter Wein. Heute ist das von Castner errichtete Gebäude die Heimat der Morlet Estate Winery.
Angrenzend an den Weinberg der Castners und gegenüber von Weinberger befand sich ein weiteres steinernes Weingut. Dieses gehörte ursprünglich Jean Laurent, der im Alter von fünfzehn Jahren aus seiner Heimat Bordeaux nach Kalifornien gekommen war. Einige Jahre lang arbeitete er als Bergarbeiter und Rancher im Tuolumne County und begann 1860 in Sonora mit der Weinherstellung. 1868 kam er ins Napa Valley und arbeitete für Charles Krug.
Vier Jahre später bepflanzte er etwa 20 Hektaren mit Weintrauben und errichtete 1879 seine zweistöckige grosse Weinkellerei mit einer Kapazität von rund 750’000 Liter Wein. Seine Ernten ergaben im Durchschnitt zwischen 150- und 230’000 Liter Wein. Nach seinem Tod im Jahr 1890 übernahm das Weingut seine Witwe und deren Bruder Walter Trumpler, der ebenfalls Winzer im Napa Valley war. Später stiegen die Söhne vom Gründer Jean Laurent, August und Eugene, in den Betrieb ein. Diese zwei pflanzten in grossem Umfang resistente Unterlagen an. Im Jahr 1909 verpachteten die Laurents die Anlage an Joseph Brovelli, der sie bis zur Prohibition hin betrieb; nach der Aufhebung der Prohibition wurde sie zur St. Helena Cooperative Winery umfunktioniert. Heute steht dort die Markham Winery, die von dem heutigen japanischen Besitzer aufwändig renoviert wurde. Das Originalsteingebäude der Laurents wurde prominent und geschickt in den Neubau der Markham Winery integriert.
Etwa eineinhalb Kilometer nördlich der Krug-Weinkellerei zweigt die Lodi Lane in östlicher Richtung vom heutigen Highway 29 ab. Unmittelbar oberhalb der Kreuzung befindet sich das attraktive steinerne Weingut, das heute als Freemark Abbey bekannt ist; es wurde 1905 anstelle eines früheren Fachwerkgebäudes der Lombarda Wine Company errichtet. Diese Firma war 1895 von Antonio M. Forni gegründet worden, einem Italiener aus der Lombardei, der 1876 ins Napa County gekommen war. Er und zwei Partner waren als Besitzer des Europa Hotels und eines Tabakladens in St. Helena erfolgreich gewesen. Vor seinem Tod im Jahr 1905 nahm Forni seinen jungen Cousin, Charles B. Forni, als weiteren Partner mit einem Anteil von einem Drittel auf. Charles und Antonios Witwe setzten dann die Weinherstellung bis zur Prohibition fort. Nach der Aufhebung des Verbots eröffnete Charles Forni das Weingut wieder und betrieb es bis 1939.
Die Ehlers Lane verläuft vom Highway 29 aus ebenfalls in östlicher Richtung und liegt ungefähr einen Kilometer nördlicher als die Lodi Lane. Der Name leitet sich von Bernard Ehlers ab, einem Deutschen, der 1874 nach Kalifornien kam und sich zuerst in Sacramento niederliess. In den 1880er Jahren zog er ins Napa County und begann mit der Anpflanzung von Rebstöcken und baute dazu 1886 ein zweistöckiges Weingut aus rosafarbenem Eruptivgestein an der Ehlers Lane, lediglich ein paar hundert Meter vom Highway 29 entfernt. Ehlers starb um 1900, seine Witwe führte den Weinbau bis zur Prohibition weiter. Das Weingut wurde nach der Aufhebung der Prohibition wiedereröffnet und von Alfred Domingos betrieben, an den die Witwe Ehlers das Anwesen veräussert hatte.
In diesem Teil des Napa Valley lebte auch William Whitingham Lyman, der dafür bekannt war, dass er sich viele Gedanken über die Herstellung von hervorragenden Weinen machte. Lymans Weingut El Molino wurde aus lokalem Bruchstein erbaut und befand sich westlich des Highways, südlich des Old Mill Creek und der alten Getreidemühle, die 1846 für Dr. Bale erbaut worden war. Lyman war der Sohn eines Bischofs der Episkopalkirche in North Carolina und studierte an der Universität Berlin. Im Jahr 1871, als junger Mann, der kaum volljährig war, erwarb er 40 Hektaren Land von Florentine E. Kellogg, der bereits 1855 einige Missionsreben auf dem Grundstück gepflanzt hatte. Lyman vergrösserte Kelloggs frühere Anpflanzungen auf zunächst 30 Hektaren und dann auf rund 40 Hektaren. Er pflanze verschiedene Rebsorten an, um Erfahrungen zu sammeln, welche Traubensorten denn in seinem Rebberg die besten Resultate hervorbringen würden.
Im Jahr 1872 baute Lyman sein Weingut unter der Leitung von Charles Krug. Er beschäftigte chinesische Arbeiter, die Steine aus der Umgebung herbeischleppten, um ein zweistöckiges Gebäude mit einem Fassungsvermögen von 150’000 Liter zu errichten. Drei Jahre danach vergrösserte er seinen Keller auf 350’000 Liter Inhalt.
Lyman engagierte sich in öffentlichen Angelegenheiten und war auch Gründungsmitglied der Napa Valley Wine Company. Seine Nachkommen sind noch immer im Besitz des "alten Lyman-Hauses", das 1849 von Kellogg aus Rotholz erbaut wurde und somit wahrscheinlich das älteste Fachwerkhaus im Napa County ist.
Etwa anderthalb Meilen nordwestlich der Bale Mill überquert der Highway 29 den Ritchie Creek und schwenkt scharf nach Westen. Zwischen dem Bach und der Larkmead Lane erstreckt sich nördlich des Highways ein Grundstück, das einst die 70 Hektaren grosse Ranch von George M. Tucker bildete. Der aus dem Muskingum County, Ohio, stammende Tucker durchquerte 1846 zusammen mit seinen Eltern die Prärie und begleitete im folgenden Jahr, obwohl er erst sechzehn Jahre alt war, seinen Vater, Reason Tucker, auf der Expedition von Sutten-Fort aus zur Unterstützung und zur Rettung der Donner Party. Diese grosse Siedlergruppe, die im mittleren Westen in Richtung Kalifornien aufbrach, wurde bei der Überquerung der Sierra Nevada vom frühen Wintereinbruch überrascht und sass irgendwo in den Sierras fests. Nur ein paar wenige, die sich von ihren verstorbenen Mitreisenden ernährten, konnten schliesslich gerettet werden.
Später aber noch im selben Jahr liess sich die Familie in diesem Teil vom Napa Valley nieder und baute ein Blockhaus.
Nach der Entdeckung des Goldes verbrachte der junge Tucker zwei Jahre in den Minen der Sierra Fotthills, kehrte dann nach Napa zurück und heiratete die Tochter seines Nachbarn, Florentine Kellogg. Er beschäftigte sich mit der allgemeinen Landwirtschaft und mit dem Weinbau. Während er praktisch sein gesamtes Weinbergs Land in diesem Gebiet behielt, verkaufte Tucker 1884 einen Hektar entlang der Larkmead Lane an Simon P. Connor, der aus Nova Scotia stammte und von Beruf Küfer war.
Connor hatte sich durch zwei geniale Erfindungen mehr als nur einen Namen gemacht: einen Apparat zur Zerstörung von Mikrodermasporen, indem er den Wein durch einen erhitzten Raum trieb, und eine "Spundflasche", die ein Fass hermetisch abschloss und gleichzeitig einen Blick auf die Oberfläche des Weins ermöglichte. Ob Tucker bereits Wein herstellte, ist unklar, aber ein Jahr nach dem Kauf des Anwesens hatte Connor eine Weinkellerei in der Larkmead Lane und meldete eine Weinlese von 240’000 Liter Wein.
Im Jahr 1887 verkaufte Connor die Weinkellerei an Adele C. Furniss und V. Courtois. Furniss, gebürtige Französin, war die Witwe von Hartman Furniss. Courtois, ein Franzose aus Cette und Sohn eines Winzers, war 1883 ins Napa Valley gekommen und hatte während seiner Tätigkeit als Weinmakler verschiedene Weinkeller gemietet und Wein im Auftrag dritter hergestellt.
Frau Furniss besass 10 Hektaren Weinberge westlich von Calistoga an der Diamond Mountain Road. Ihr Vertrauen in ihren Landsmann scheint sie vorerst dazu bewogen zu haben, in die Weinindustrie einzusteigen. Die Partnerschaft dauerte jedoch nur ein Jahr, bevor die Witwe, die das Unternehmen offenbar finanziert hatte, das alleinige Eigentum an der Weinkellerei erwarb.
Im folgenden Jahr, 1888, pachtete eine Gruppe von Weinbauern das Weingut und gründete die Larkmead Cooperative Winery. Der Name wurde dem Gebiet wegen der vielen Lerchen gegeben und war auch der Name des Bahnhofs, der neben dem Weingut lag. Der Genossenschaft war kein Erfolg beschieden, und noch vor der nächsten Weinlese wurde die Anlage an das Weinhaus Kohler & Van Bergen in San Francisco verpachtet.
Im Jahr 1893 wurde das Weingut dann von J. Battista Salmina und seinem Neffen Felix Salmina gepachtet. Salmina war ein Schweizer aus dem Kanton Tessin, der sich zunächst als Milchbauer und später auch als Besitzer des William Tell Hotels an der Spring Street in St. Helena einen Namen gemacht hatte. Sein Neffe Felix war der Hotelmanager des William Tells. Im Jahr 1902 erwarben Onkel und Neffe das Weingut von Frau Furniss.
Unter den Salminas stieg die Weinproduktion an. Sie erwarben einen zweiten, 8 Hektaren grossen Weinberg im Conn Valley, um ihren bestehenden, 14 Hektaren grossen Weinberg rund um das Weingut zu ergänzen. 1906 ersetzten sie das ursprüngliche Holzgebäude durch eine steinerne Weinkellerei mit einem Fassungsvermögen von 1,8 Millionen Liter und bauten dazu noch eine Destillerie. Zwei Jahre später fügten sie ein neues Gärungsgebäude hinzu. Als J. Battista Salmina 1908 starb, gründeten Felix und die Witwe seines Onkels das Unternehmen F. Salmina & Company und führten es bis zur Prohibition weiter. Zu dieser Zeit produzierten sie sowohl Tafel- als auch Dessertweine und lieferten jährlich zwischen sechs- und siebentausend Fässer aus, ihr Label Larkmead war bekannt und geschätzt. Nach der Aufhebung der Prohibition eröffnete die Familie Salmina den Betrieb wieder und verwendete weiterhin das Etikett Larkmead.
Nach dem Tod von Felix Salmina im Jahr 1940 wechselte das Weingut mehrmals den Besitzer, bis es 1948 von Larry und Polly Solari erworben wurde.
Larry war in der Welt des Weins gut vernetzt - in den 1940er Jahren war er sehr aktiv in der Lodi Wine Guild und später CEO von United Vintners, einer Genossenschaft, die mehrere ikonische Weingüter der Region besass, darunter die Italian Swiss Colony, Inglenook und Beaulieu Vineyard. Er war auch Geschäftsführer von Heublein, dem grossen Hersteller und Vertreiber von alkoholischen Getränken und schliesslich Vorsitzender des Wine Institute.
Was den Lauf der Geschichte für das ursprüngliche Weingut veränderte, war die falsche Diagnose eines Arztes, der Larry im Alter von 39 Jahren mit Krebs konfrontierte. Diese düstere Prognose veranlasste ihn 1952, das Weingut Larkmead zu verkaufen. Das Rebland aber behielt er für seine Familie, um Trauben an andere Weinkellereien zu verkaufen. Zwei Jahre später erhielt er eine weitere Diagnose und erfuhr, dass er nie an Krebs erkrankt war. Nachdem er diese Nachricht erhalten hatte, begann er in den 1950er Jahren mit dem Bau eines neuen Weinguts auf dem Gelände.
Die Tochter von Larry und Polly, Kate Solari Baker, leitet das Weingut, an dem inzwischen auch die dritte und vierte Generation beteiligt ist. Kates Ehemann David Cameron, ein Absolvent der Stanford University und ehemaliger Bürgermeister von Belvedere in Marin County, starb 2023. Durch den ununterbrochenen Familienbesitz seit 1948 gehört das Gut zu den Grundstücken im Napa Valley, die sich am längsten im Besitz einer Familie befinden. Obwohl sie bereits Mitte der 1980er Jahre einige eigene Weine herstellten, war 1997 ihr erster moderner Jahrgang, ein Cabernet Sauvignon, für den der damalige beratende Winzer Paul Hobbs verantwortlich war.
Da die Solaris auf Grund der falschen Diagnose die Winery, aber nicht das Rebland verkauft hatten bestand die Möglichkeit, dass es eine Art wie zweite Larkmead Winery geben könnte.
Was auch immer den Verkauf von Larry Solaris umfasste, diese Habe durchlief anscheinend in kurzer Zeit ein paar Handänderungen. Schliesslich jedoch wurde diese Habe zum Grundstock der Kornell Champagne Cellars die im Jahr 1958 gegründet wurde. Diese, meine, Vermutung ist gestützt auf Aussagen der Swiss American Historical Society Review, Vol. 56 [], No. 1, Art. 7 und eines Artikels der New York Times. Auch Aussagen des Informationsseite des Napa Valley Projects decken diese, meine, Vermutungen.
Hanns Kornell gründete Kornell Champagne Cellars im Jahr 1958, als er das Weingut Larkmead, (also das, was Larry Solari verkauft hatte) in der Nähe von St. Helena erwarb.
Kornell entwickelte die teure "Champagner-Methode", bei der der Schaumwein flaschenweise hergestellt wird, zu einer Zeit, als die meisten kalifornischen Erzeuger ihn in grossen Stahltanks produzierten. Zu einer Zeit produzierte er acht verschiedene Schaumweinsorten, die er, wie viele amerikanische Hersteller damals, Champagner nannte. Er trug dazu bei, das Interesse an gutem Schaumwein zu wecken, war aber nicht in der Lage, mit den finanzstarken europäischen Champagnerfirmen zu konkurrieren, als diese in den 1970er Jahren begannen, Niederlassungen in Kalifornien zu gründen.
In den 1980er Jahren nahm er einen Kredit in Höhe von 4,5 Millionen Dollar auf, um sein Weingut zu modernisieren, doch der Abschwung in der kalifornischen Weinindustrie am Ende des Jahrzehnts versetzte seinem Unternehmen einen tödlichen Schlag. Im Jahr 1991 meldeten die Kornells Konkurs an, und im Jahr darauf wurde ihr Weingut von den Banken zwangsvollstreckt.
Anfang 1992, als die Kornells um ihr Überleben mit der Sozialversicherung kämpften, stand ihnen die Zwangsräumung bevor. Robert Mondavi, ein Freund der Kornells seit ihrer Ankunft im Napa Valley, kaufte ihr Haus und sagte dem Ehepaar, es gehöre ihnen, solange sie dort lebten.
Herr Kornell wurde 1911 in Lublinitz, Deutschland, geboren und erinnerte sich, dass er im Alter von 4 Jahren zum ersten Mal Trauben im Weinberg seines Grossvaters pflückte. Er studierte am Geisenheimer Önologischen Institut und arbeitete in Weinbergen in Frankreich und Italien. Da seine Familie gegen die Nazis war, wurde er 1938 in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert. Ein Jahr später wurde er unter der Bedingung freigelassen, dass er Deutschland innerhalb von 48 Stunden verlasse.
Als er 1939 mit 2 Dollar in New York ankam, trampte er nach Kalifornien und arbeitete in mehreren Weinkellereien. Später arbeitete er in Weingütern in Kentucky und Missouri. 1952 kehrte er nach Kalifornien zurück, pachtete ein Weingut in Sonoma und sparte sein Geld, bis er Larkmead kaufen konnte. Sein bester Wein, der seine deutsche Herkunft widerspiegelt, hiess «Sehr trocken» und wurde aus Rieslingtrauben hergestellt.
Auf der Ostseite der Larkmead Lane und nördlich der Tucker Ranch erwarb Charles M. Burgess 1870 55 Hektaren Land. Burgess kam 1858 aus dem Bundesstaat New York nach Kalifornien und liess sich in San Francisco nieder, wo er viele Jahre lang für die Ställe einer Fuhrhalterei zuständig war.
In Jahre 1880 zog er schliesslich auf seine Ranch im Napa Valley und bepflanzte 10 Hektaren mit Zinfandel-, Carignan- und Burger-Trauben an. Im folgenden Jahr verdoppelte er diese Anpflanzung und errichtete dazu 1887 ein Weingut am Fusse eines bewaldeten Hügels etwas östlich der heutigen Kreuzung von Silverado Trail und Larkmead Lane. Seine Rebstöcke blieben grösstenteils von der Reblaus verschont und er hatte jedes Jahr eine Ernte.
Nach seinem Tod im Jahr 1901 erwarb Frank Saviez, ein Franzose aus dem Weinbaudepartement Var, der von Beruf Holzschnitzer war, das Anwesen. Er war 1883 nach Kalifornien gekommen, hatte als Holzfäller in Sonoma County gearbeitet und dann in der Nähe von Sebastopol Landwirtschaft betrieben. Im Jahr 1893 wurde er zum Vorarbeiter des grossen Coit-Weinbergs ernannt, der an die Burgess-Ranch auf der Westseite der Larkmead Lane angrenzte. Saviez bewirtschaftete den ehemaligen Burgess-Weinberg, den er Cedar Lane nannte und stellte bis zur Prohibition Wein her. Das alte Fachwerkweingut wurde nach der Aufhebung der Prohibition nicht wiedereröffnet, blieb aber bestehen, bis es 1945 durch ein Feuer zerstört wurde. 1963 befand sich die Ranch im Besitz der Söhne von Saviez, und ein Grossteil des Landes war immer noch mit Reben bebaut.
Der 13 Hektar grosse Coit-Weinberg, dessen Vorarbeiter Frank Saviez war, lag westlich der Larkmead Lane. Er war in den Jahren 1880/81 von Dr. Charles M. Hitchcock, einem pensionierten Arzt der US-Marine, und seiner Tochter Lillie Hitchcock-Coit angelegt worden. Frau Coit, deren Denkmal den Telegraph Hill in San Francisco dominiert, baute hier ein viel bewundertes Haus nach dem Vorbild der Bungalows in Indien.
Eine Veranda umgab das Gebäude, zwei Flure führten rechtwinklig hindurch, und es gab Türen mit Buntglasfenstern. Sowohl ihr Vater wie auch ihr Ehemann verstarben 1885. Sie selbst verbrachte aber weiterhin einen Grossteil ihrer Zeit im Bungalow und pflegte den Weinberg.
Frona Wait, in Wines & Vines of California erwähnte 1889 Mrs. Coits Weinaktivitäten. Sie wurde auch im Schreiben des Kommissars von 1893 aufgeführt. In diesem Bericht wird ihre Kellerei mit einem Umfang von 220’000 Litern angegeben. Dies war möglicherweise ihre letzte Weinlese, ausser vielleicht eine im Jahr 1894, denn in den Veranlagungslisten von 1895 werden Möbel, ein Klavier, eine Bibliothek und Nutztiere aufgeführt, aber kein Wein erwähnt. Da auf diesem Teil des ehemaligen Coit-Grundstücks keine Überreste eines Kellereigebäudes zu finden waren und sich keiner der alten Bewohner der Gegend an die Existenz einer Kellerei dort erinnern kann, scheint es dort schlichtweg auch keine gegeben zu haben. Stattdessen wurden die Coit-Trauben wahrscheinlich im Auftrag einer anderen örtlichen Weinkellerei gekeltert, möglicherweise in der ehemaligen Conner-Kellerei an der Larkmead Lane.
Auch vom Bungalow gibt es keine Spur mehr, und nur drei nackt aussehende Palmen erinnern noch an seinen Standort. Der ursprüngliche Weinberg fiel leider der Reblaus zum Opfer. Die drei einsamen Palmen stehen aber noch immer, seit Jahrzehnten umsäumt von den Reben des Three Palms Vineyard.
Nördlich der Hitchcock-Coit-Grundstücke und etwa eine halbe Meile von der Kreuzung der Larkmead Lane mit dem Silverado Trail entfernt führt eine Nebenstrasse durch das ehemalige Anwesen von Frank Ashton. Wie sein Nachbar Burgess stammte auch Ashton aus dem Bundesstaat New York. In den Jahren 1880-81 bepflanzte er etwa 12 Hektaren mit Zinfandel- und Riesling-Trauben an. Seine Reben gediehen gut auf dem kiesigen Boden und blieben mehr als zwei Jahrzehnte lang relativ frei von der Reblaus. Bis etwa 1900 hatte er kleine Weinerträge. Frank Ashtons Hauptinteresse galt aber immer der Schaf- und Rinderzucht. auch Von 1914 bis 1918 war Frank Asthon im Nebenamt als Friedensrichter tätig.
Vom Highway aus, eine halbe Meile nordwestlich der Kreuzung mit der Larkmead Lane, verläuft der Peterson Drive nach Südwesten in Richtung der bewaldeten Mayacamas Range. Hier, an Hängen und Bergrücken, die nur selten von schweren Frösten heimgesucht werden, befinden sich die Schramsberg Vineyards, deren Trauben mehr als ein halbes Jahrhundert lang einige bewundernswerte Weissweine hervorgebracht hatten. Der Gründer und Besitzer, Jacob Schram, stammte aus Pfeddersheim, einer Stadt am Rhein in der Nähe von Worms und in der Nähe des berühmten Liebfrauenstifts. Er erlernte das Friseurhandwerk und übte es dreizehn Jahre lang in New York aus, nachdem er 1840 dort gekommen war. Im Jahr 1854 zog er nach San Francisco und wurde Inhaber des Metropolitan Theatre Tonsorial Parlors an der Montgomery Street.
Nachdem er 1862 dieses Hanggrundstück in Napa erworben hatte, zogen Schram und seine Frau ins Napa Valley und begannen, es von Bäumen und Gestrüpp zu befreien, um anschliessend Reben zu pflanzen. Um seine Finanzen aufzubessern, bot Schram weiterhin samstags und sonntags Haarschnitte und Rasuren an. Bis 1868 hatte er fünfzehntausend Rebstöcke gepflanzt und (als Autodidakt) genug Wein produziert, um die beträchtlichen Verbesserungen im Weingut zu finanzieren. Im nächsten Jahrzehnt stieg seine Weinproduktion stetig bis auf durchschnittlich 500’000 Liter an. Im Jahr 1883 wurde sein Riesling auf einer Weinmesse in Napa als der beste eingereichte Wein bewertet. Sein Ruf war inzwischen so gut, dass er, auch wenn es sich bei seiner Produktion nicht um einen echten «Liebfraumilch – Wein» handelte, eine beträchtliche Menge von diesem Wein direkt an einige der besten Hotels und Clubs in San Francisco verkaufen konnte. Einen grossen Teil seines Erfolgs verdankte er seinem Kellermeister Jerome Bardot, den er 1878 einstellte. Bardot war ein Franzose aus Arbois und Absolvent der Hochschule von Arbois, die Winzer ausbildete. Auf der Pariser Weltausstellung gewann der Riesling von Schram eine Goldmedaille und auf der Midwinter Fair 1894 in San Francisco den ersten Platz.
Abgesehen von diesen Erfolgen war Schram dafür bekannt, dass er seine Gäste sehr gastfreundlich empfing. Robert Louis Stevenson besuchte ihn 1880 und berichtete, dass er "jede Sorte und jeden Farbton von Schramsberger" gekostet habe und bemerkte, dass sein Goldener Gutedel ein bemerkenswertes Bukett habe. Für Schram, so Stevenson weiter, war die Verkostung ein feierlicher Akt; sein ernster Geschmack erwärmte mein Herz ... er verfolgte jeden Schluck und las mit stolzer Besorgnis in meinem Gesicht....
1885 begann Schram mit dem Bau von in den Felsen gehauenen Kellern mit einem Fassungsvermögen von 350’000 Litern. Bis 1892 war er so erfolgreich, dass er auch ein stattliches Wohnhaus erbauen konnte. Er war fast bis zu seinem Tod im Jahr 1905, im Alter von achtzig Jahren, aktiv. Zu diesem Zeitpunkt war sein Profil mit dem langen, vollen, weissen Bart und dem üppigen weissen Haar in den Kreisen der Weinbauern bekannt und geschätzt. Schrams einziger Sohn, Herman, war in diesem Geschäft aufgewachsen und machte Wein bis zur Prohibition. Der Besitz wurde 1921 verkauft. Zwanzig Jahre später wurde das Weingut von John Gargano wiedereröffnet. Im Jahr 1951 wurde das Anwesen von dem inzwischen verstorbenen Douglas Pringle erworben, der das Etikett Schramsberger wiederum aktivieren wollte. Der Erfolg blieb aus und das Weingut wurde 1963 stillgelegt.
Im Jahr 1965 erwarben Jack und Jamie Davies, aus Südkalifornien kommend, das grosse in die Jahre gekommene Anwesen von den Pringles und produzierten in diesem Jahr ihren ersten Wein aus gekauften Trauben.
Der damalige Manager von den Draper Vineyards am Spring Mountain, Joe Torres, überwachte die ersten Neuanpflanzungen auf der Schramsberg Winery unter der neuen Leitung von Davies.
Jacks frühes Interesse am Wein wurde geweckt, als er der San Francisco Wine and Food Society beitrat. Dort lernte er auch Martin Ray kennen, einen Winzer aus den Santa Cruz Mountains, der sich auf sortenreine Weine spezialisiert hatte. Durch Martin Ray war Jack bereits mit Schaumweinen in Berührung gekommen, und er stellte fest, dass es im Napa Valley eine Reihe von Weingütern gab, die Stillwein produzierten, aber nur wenige Weingüter zwischen Napa und Sonoma, die sich auf Schaumweine konzentrierten - und schon gar nicht aus Sorten wie Chardonnay und Pinot Noir.
Eine Idee war geboren und eine Erfolgsgeschichte begann!
Ein relativ spät angelegter Weinberg in diesem Gebiet wurde von Libero Pocai im Jahr 1905 eine Meile nördlich von Schram und östlich des Highways angelegt. Pocai stammte aus Lucca, Italien; er kam in den 1870er Jahren nach Kalifornien und fand Arbeit in den Korbel-Weinbergen in Sonoma County. Im Jahr 1912 baute er dann sein eigenes Weingut neben seinem Weinberg und betrieb es bis zur Prohibition. Nach deren Aufhebung eröffnete er es wieder. Nach seinem Tod im Jahr 1936 führten seine Söhne Frank und Henry den Betrieb weiter und verkauften hauptsächlich fassweise rote Tafelweine.
Calistoga verdankt seinen Ursprung Samuel Brannan, einem Ex-Mormonen, der
der mit Immobiliengeschäften in Sacramento zum Multimillionär wurde. Er war der erste Millionär des jungen Kaliforniens.
Im Jahr 1859 erwarb er die Agua Caliete Rancho, ein Stück Land, das sich um mehrere heissen Quellen herum befand. Dort begann er mit der Anpflanzung von Stecklingen von Weinreben, die er während eines Besuchs in Europa gesammelt hatte. Schliesslich besass er einen Weinberg von 42 Hektaren Fläche. Nachdem er beschlossen hatte, dass der Ort als mondäner Kurort entwickelt werden könnte, nannte er ihn Calistoga, in der Zuversicht, dass er das "Saratoga von Kalifornien" werden würde. Er errichtete eine Weinkellerei und Brennerei an der Ecke Grant und Stevenson Avenue, in der Nähe des kleinen Baches, der an der Napa Valley Cooperative Winery vorbeifliesst.
Einige Jahre später errichtete er eine zweite und grössere Weinkellerei ein Stück weiter östlich, wo der Silverado Trail von der Lincoln Avenue abzweigt. Dieses Gebäude hatte schwere, mit Sägemehl isolierte Fachwerkwände. Samuel Brannan betrieb Weinbau bis etwa ins Jahr 1867. Wenig später wurde er geschieden und seine Frau erhielt den gesamten Calistoga-Besitz. Nach und nach wurden die Brannan Besitztümer veräussert. Mehr dazu bei Land und Leute/Pioniere des 19. Jahrhunderts.
George Lang, der Besitzer eines Spirituosengrosshandels in San Francisco
war einer der Käufer. Er errichtete einen 40 Hektaren grossen Rebberg auf der Ostseite der Lincoln Avenue und erwarb zusätzlich von ex-Frau Brannan ein Gebäude, das zur Weinkellerei umgewandelt werden konnte.
Unter dem Namen Calistoga Winery & Distillery Company, produzierte Georg Lang einen respektablen Riesling und produzierte auch diverse Branntweine. Im Jahr 1889 belief sich seine Weinlese auf 370’000 Liter. 1891 verkaufte George Lang ca. 14 Hektaren Rebland an Theodore Light. Lang behielt jedoch 26 Hektaren und arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1895 weiter als Weinbauer und Spirituosengrosshändler.
Die Lights stammten aus dem Lebanon County, Pennsylvania, (die alte Schreibweise!) und waren 1858 nach Kalifornien gekommen. Mit ihrem Vater und zwei weiteren Brüdern hatten sie eine Milchfarm in Plumas County aufgebaut. Im Jahr 1874 zogen die zwei Brüder Epariarn und Theodore nach Napa County und legten nördlich von Calistoga an den Hängen oberhalb des Highway 29 einen Weinberg an. Sie verkauften ihre Trauben an benachbarte Winzer, bis sie 1885 ihren ersten eigenen Jahrgang in der neu erstellten Kellerei produzieren konnten.
1899 bauten die Lights ein zweites Weingut, ein Fachwerkgebäude mit 750’000 Liter Kapazität, in der Nähe der Kreuzung von Mark West Springs Road und der Franz Valley Road. Nach dem Tod von Theodore Light im Jahr 1900 übernahmen sein Bruder Epariarn und seine drei Söhne die Weinbaubetriebe. Sie gründeten in Partnerschaft die Firma E. Light & Sons.
1903 erwarb die California Wine Association (CWA) das Light Weingut an der Mark West Springs Road, betrieb es aber nur wenige Jahre, danach wurde das Weingut abgebaut.
Einige Jahre später erwarb Charles Forni (der bereits eine Weinkellerei in der Nähe von St. Helena besass) einen Anteil an der Firma E. Light & Sons; der Firmenname lautete nun Mount Helena Wine Cellar. Bis zur Prohibition hin wurde in den ehemaligen Stallungen von Brannan Wein hergestellt. Nach der Aufhebung der Prohibition wurde die Weinkellerei wiedereröffnet und war bis 1960 aktiv.
An der Lincoln Avenue in Calistoga, wo heute das Hotel Fior d'Italia steht, baute Louis Kortum 1879 eine Weinkellerei. Der gebürtige Mecklenburger hatte das Weingeschäft in Deutschland erlernt und arbeitete nach seiner Ankunft in Kalifornien im Jahr 1872 zunächst für Kohler & Frohling in Los Angeles und dann in der Cucamonga Winery im Hinterland von Los Angeles.
Die Wahl seines Standorts in Calistoga erwies sich als unglücklich, denn eines Winters trat der Napa Creek über die Ufer und schwemmte die Pfähle und die Weinfässer in seinem Keller weg. Kortum baute daraufhin eine Viertelmeile westlich, am Fusse einer Schlucht in der Nähe der Kreuzung von Lincoln Avenue und Highway 128, ein neues Weingut aus Holz. Als Wohnhaus baute er eine Hütte wieder auf, die der Pionier John York aus Tennessee 1845 auf dem Grundstück errichtet hatte. Kortums Partner war Julius Fulcher, ein Deutscher und Fassmacher von Beruf, der in den 1870er Jahren ebenfalls als Winzer im Gebiet von Los Angeles gearbeitet hatte. Kortum stellte bis zur Prohibition Wein her und wurde in seinen späteren Jahren von seinem Sohn William unterstützt. Heute befindet sich auf einem Teil des Grundstücks eine Tankstelle, und ein Teil des alten Weinguts dient noch als Scheune. Das Gebiet wird immer noch Kortum Canyon genannt.
An den Standort von John Yorks Hütte erinnert ein historischer Gedenkstein. York bewohnte das Grundstück jedoch nur bis 1849, als er umzog und ein Haus an der Spring Mountain Road am Rande der späteren Stadt St. Helena errichtete. Dort hatte er bald einen kleinen Weinberg, und obwohl er sich mit allgemeiner Landwirtschaft beschäftigte, waren die roten Weintrauben seine Favoriten und bestimmten die Ernten. Bis 1880 hatte er 15 Hektaren mit Reben bepflanzt. Sein Sohn William E. York besass ebenfalls einen Weinberg von etwa 5 Hektaren in der Nähe von Calistoga, aber niemand in der Familie, zu der noch mehrere Jungen gehörten, wurde Winzer. (Es sei darauf hingewiesen, dass diese Familie nicht mit Eli York verwandt war, der ein Weingut in der Lodi Lane besass).
Zwei Meilen nördlich von Calistoga, auf dem Highway 29, zweigt die Tubbs Lane nach Südosten ab. Eineinhalb Kilometer von dieser Kreuzung entfernt errichtete Alfred L. Tubbs im Jahr 1884 ein grosses, schlossähnliches Weingut. Der aus New Hampshire stammende Tubbs zog 1850 nach San Francisco und gründete dort die Tubbs Cordage Company. Während er sein Geschäft in San Francisco weiterführte, kaufte er 1870 370 Hektaren Land am Nordende des Napa Valleys. 1882 begann er mit der Bepflanzung eines 90 Hektaren grossen Weinberges und baute ein grosses Haus, das er "Hill Crest" nannte. Zwei Jahre später errichtete er sein Weingut aus hellem, lokal gebrochenem Stein.
Bei der Auswahl der Rebstöcke suchte Tubbs nach fundierten Ratschlägen. Während eines Besuchs in Europa schickte er zehntausend Stecklinge aus dem Weinberg von Schloss Johannisberg im Rheingau und eine ähnliche grosse Anzahl von Château Yquem und Château Lafite nach Calistoga. Im Jahr 1886 stellte er als Kellermeister Jerome Bardot ein, der zuvor bei Jacob Schram angestellt war und diesem zu einem hohen Ansehen für die Schramsberger Weine verholfen hatte.
Unter dem Namen Tubbs stellte er einige hervorragende rote und weisse Weine her. Tubbs' Produktion stieg im Laufe der Jahre und belief sich 1893 auf 1,2 Millionen Liter. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Reblaus in seinen Weinbergen noch nicht aufgetreten, aber er hatte in weiser Voraussicht damit begonnen, resistente Unterlagsreben zu pflanzen. Von den 90 Hektar Rebfläche waren fünfundsiebzig auf Riparia-Unterlagen gepflanzt worden. Tubbs verbrachte viel Zeit in Hill Crest und engagierte einen Landschaftsarchitekten, der auch die schönen Gärten des Hotels Del Monte in Monterey entworfen hatte, und betraute diesen mit der Gestaltung des Anwesens.
Nach dem Tod von Tubbs im Jahr 1897 übernahm sein Sohn William B. Tubbs die Weinberge und das Weingut, der wiederum von seinem Sohn Chapin abgelöst wurde. Um 1903 wurde das gesamte Weingut als A. L. Tubbs Inc. reorganisiert und als solches auch bis ins Jahr 1919 betrieben. In diesem Jahr zahlte Chapin Tubbs die anderen Erben aus. Nach der Aufhebung der Prohibition stieg Chapin Tubbs wieder in das Weingeschäft ein. 1934 benannte Chapin Tubbs das Weingut in Chateau Montelena um und war bis zu seinem Tod im Jahr 1947 aktiv. Danach wurde das Weingut verpachtet und nur zwei Jahre später wurde die Weinherstellung eingestellt.
Das Anwesen stand leer, bis das Ehepaar Yort & Jeanie Wing-Frank aus Los Angeles 1958 das Grundstück kauften, um sich auf dem Land zur Ruhe zu setzen. Das Paar hatte zuerst das Hotel Calistoga in Calistoga gekauft, bevor es das Chateau Montelena erwarb.
Yort wurde in China geboren; er war Elektroingenieur und betrieb an der 1041 Colorado Street in Pasadena unter dem Namen Wing Company ein erfolgreiches Geschäft für Fernsehreparaturen (das Gebäude war einem Fernsehgerät nachempfunden). Während ihrer Zeit auf dem Grundstück schufen sie den Jade-See (Jeanies Spitzname). Der See enthielt sogar eine Fischerdschunke aus Teakholz namens Wang Po, komplett mit einem Dieselmotor. Es ging schliesslich unter, wurde aus dem See gezogen und dann in den Weinbergen verbrannt. Der heutige Verkostungsraum wurde früher von Yort als Werkstatt genutzt.
Die Wing-Franks verkauften das Anwesen 1968 an Lee und Helen Paschich. Die Paschichs besassen ein Unternehmen namens Shades Inc., das sich auf Fensterverkleidungen aus Bambusholz konzentrierte Die Paschichs besassen zu dieser Zeit auch einen Weinberg an der Picket Road in Calistoga.
Die Vollzeit-Weinherstellung wurde 1972 wieder aufgenommen, als der Anwalt James Barrett und seine Geschäftspartner die Mehrheit des Anwesens von den Paschichs erwarben (Lee Paschich blieb als Geschäftsführer an Bord). Einer der Partner, Ernie Hahn von The Hahn Company, war ein grosser Entwickler von Einkaufszentren. Der erste Jahrgang, der unter dem Namen Chateau Montelena auf den Markt kam, war ein Weisswein, ein 1972er Riesling, dessen Trauben vom Muir-Hanna-Weinberg aus der Oak Knoll AVA nördlich der Stadt Napa stammten. Sie produzierten auch einen 1972er Cabernet Sauvignon, der jedoch nicht die gewünschte Qualität aufwies und deshalb unter dem Namen Silverado Cellars abgefüllt wurde.
Der Gründungsweinmacher von Chateau Montelena und fünf Jahre lang Kommanditist mit einem Anteil von 5 % am Unternehmen war Mike Grgich, der später die legendären Grgich Cellars gründete
Im Jahr 2008 sollte das Weingut an Château Cos d'Estournel in Bordeaux verkauft werden, aber glücklicherweise kam der Verkauf nicht zustande; Chateau Montelena befindet sich weiterhin im Besitz der Familie Barrett und wird von ihnen betrieben.
Wer mehr über Chateau Montelena erfahren möchte, kann dies mit dem Buch What is More Real than a Dream? A Chateau Montelena Memoir, geschrieben von James' erster Frau Laura Grace Barrett. Dieses Buch bietet einen Insider-Blick auf Chateau Montelena, einschliesslich der frühen Jahre, der Persönlichkeiten, ihres preisgekrönten Chardonnays von 1973 bei der Pariser Verkostung von 1976 und des darauffolgenden Films Bottle Shock.
Jim starb 2013; heute ist sein Sohn James Patrick (Bo) Barrett einer der Eigentümer und Winzer; Bo ist übrigens mit Heidi Peterson verheiratet, einer der wohl berühmtesten Winzerinnen Kaliforniens. Bo ist seit seiner Anstellung im Keller im Jahr 1972 mit dabei. Im Jahre 2010 war er für die Schaffung der Calistoga American Viticulture Area Calistoga AVA verantwortlich.
Zwei Meilen nördlich der Tubbs Lane am Highway 128 besass Adam Grimm eine 100 Hektaren grosse Ranch. Grimm stammte aus Hessen, Deutschland, wo seine Familie im Weinbau tätig war. Im Jahr 1884 stieß sein Cousin Jacob zu ihm, ein junger Mann von einundzwanzig Jahren, der drei Jahre lang bei Jacob Schram gearbeitet hatte. Gemeinsam begannen sie, das Land zu roden und einen Weinberg mit importierten Rebstöcken zu pflanzen. Im Jahr 1888 errichteten sie einen Weinkeller mit einem Fassungsvermögen von 375’000 Liter, den die Beiden später durch das Graben von Tunneln in den Hang um 50’000 Liter weiter erhöhten. Sie erwarben sich den Ruf, einen ausgezeichneten Weisswein und einen feinen Branntwein herzustellen.
Nach dem Tod seines Onkels führte Jacob Grimm den Betrieb weiter, sogar während der Prohibition, als er sakramentale Weine herstellte. Jacob Grimm II erbte das Unternehmen und verkaufte es 1932 an Robert Grison und Thomas W. Tooney, die unter dem Namen Napa Vineyards & Wine Vaults bis 1940 tätig waren.
Entlang der Spring Mountain Road, die von St. Helena aus über die Mayacamas Range nach Westen ansteigt, sind einige schöne Weinberge angelegt worden. Am Fusse der ersten Ausläufer, etwa eine Meile von St. Helena entfernt, befand sich das 200 Hektaren grosse Anwesen von Tiburcio Parrott. Er war der Sohn von John Parrott, einem Engländer, der durch den Handel mit Chile schon vor der Besetzung Kaliforniens durch die Amerikaner den Grundstein für ein grosses Vermögen gelegt hatte und seinen Reichtum während des Goldrausches weiter vergrösserte. Tiburcio Parrott setzte die geschäftlichen Aktivitäten seines Vaters erfolgreich fort.
Auf seinem Grundstück in Napa baute er 1885 ein grosses Landhaus mit einem kunstvollen Turm und einer Kuppel und nannte es Villa Miravalle. Rund um das Haus begann er mit der Anpflanzung von Rebstöcken, von denen ein grosser Teil Cabernet Sauvignon war. Seine erste Weinlese fand 1888 statt, wobei er den Keller seines Hauses als Weinkeller nutzte. Die Menge, die er anfänglich produzierte, war nicht sehr beeindruckend, nur rund 500 Liter, aber der Wein war bemerkenswert gut. Im Jahr 1890, als der Weinberg in voller Blüte stand, hatte er eine Ernte von 15’000 Liter und baute eine Kellerei mit Tunneln, die tief in den Hang gegraben waren.
Drei Jahre später verkaufte er bereits 45’000 Liter Rotwein aus seinen Cabernet-Trauben an C. Carpy & Company und tätigte damit den bis dahin grössten Verkauf von Cabernet in Kalifornien. Zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 1894 besass Parrott 50 Hektaren mit Reben, die alle mit sorgfältig ausgewählten Sorten bepflanzt waren. Seine Witwe stellte bis zur Prohibition weiterhin Cabernet her. Miravalle war 1960 immer noch ein gut gepflegtes Landgut, und der grosse Olivenhain, den Parrott anlegte, gedieh immer noch, aber ein Grossteil des Weinberges war bereits abgestorben, und seit der Prohibition wurde zudem hier auch kein Wein mehr hergestellt.
Im Jahr 1974 erwarb Mike Robbins das sogenannte Parrott Estate und das Miravelle Herrenhaus. Schon bald nach dem Erwerb dieses historischen Anwesens restaurierte Mike das stattliche alte viktorianische Gebäude und baute ein Weingut - und verlegte Spring Mountain Vineyards an seinen heutigen Standort. Der Name war aber geschützt und vergeben.
Der Name Spring Mountain Vineyards war für die Freemark Abbey Winery reserviert und auch eingetragen.
Mike Robbins versuchte daraufhin sogar, die Freemark Abbey Winery zu kaufen, was ihm jedoch nicht gelang. Der Name Spring Mountain Vineyards wurde von den Eigentümern von Freemark Abbey zu dieser Zeit als Zweitmarke verwendet. Mike erwarb schliesslich die Rechte an diesem Namen von einem der Eigentümer.
Von 1975 bis 1979 ließ Robbins eine neue Kellerei auf dem Gelände errichten, die stark dem "Rathaus" in Disneyland ähnelte. Vor dem Um- und Neubau stand dort ein alter Schuppen vor den Kellerstollen. Die Materialien für die Kellerei stammten zum Teil von alten Häusern in San Francisco, die zu dieser Zeit abgerissen wurden.
Unter Mikes Leitung wurden nicht nur hervorragende Weine produziert, sondern Spring Mountain Vineyards war auch eines von mehreren Weingütern in Napa, die in der Fernsehserie Falcon's Crest auftraten. Mike brachte in den frühen 1980er Jahren sogar mehrere Weine unter dem Label Falcon Crest heraus. Das Weingut gehörte zu den wenigen Auserwählten bei der Pariser Weinprobe 1976 - der Chardonnay von den Spring Mountain Vineyards aus dem Jahr 1973 belegte den vierten Platz bei der Chardonnay Verkostung.
Jacqui (Jacob) Safra, ein in der Schweiz ansässiger Geschäftsmann, Filmproduzent, Investor der Encyclopædia Britannica und einigem mehr, sowie zahlreicher anderer Interessenten, kaufte zwischen 1992 und 1996 drei historische Weingüter (drei aneinandergrenzende Weinberge) - Miravelle, Chateau Chevalier und La Perla - mit einer Gesamtfläche von 360 Hektaren, von denen 100 Hektaren mit Reben bepflanzt sind. So auch das «Falcon Crest» von Mike Robbins
Miravelle liegt auf einer Höhe von 200 M.ü.M und ist die am niedrigsten gelegene Lage des Weinguts, wo auch die Besucher des Weinguts empfangen werden.
Im Jahr 2022 meldete die Spring Mountain Vineyard Konkurs an, unter anderem aufgrund der erheblichen Brandschäden, die das Anwesen während des Glass Fire im Herbst 2020 erlitt.
Ende Juni 2023 ging das Anwesen in den Besitz des derzeitigen Eigentümers über, der in New York ansässigen MGG Investment Group LP unter der Leitung des Gründers (2015) und derzeitigen CEO Kevin Griffin. Erfreulicherweise bleibt die gesamte Immobilie intakt und wurde nicht in kleinere Teile abparzelliert. Die Eigentümer haben für die kommenden Jahre zahlreiche Verbesserungen und Veränderungen auf dem Gut geplant, darunter eine umfangreiche Neubepflanzung der Weinberge, die Anpflanzung zusätzlicher Rebflächen, ein umfangreiches Upgrade der bestehenden Kellerei und die Restaurierung und Modernisierung einiger alter Gebäude.
500 Meter oberhalb von Miravalle, an der Spring Mountain Road, führt eine Nebenstrasse in nordwestlicher Richtung zu den ehemaligen Weinbergen und dem Weingut von Charles G. R. Lemme, einem Deutschen, der sich in Boston niederliess und dort etwa zwanzig Jahre lebte, bevor er nach Westen zog. Er begann um 1874 mit der Anpflanzung von Weinreben und errichtete zwei Jahre später ein steinernes Weingut. Innerhalb weniger Jahre hatte er fünfunddreissig Hektaren mit Zinfandel, Chasselas und Rieslig bepflanzt und produzierte einige angesehene Weine. In den späten 1870er Jahren produzierte er im Durchschnitt fast 40’000 Liter Wein, im Jahre 1881 erreichte er bereits 75’000 Liter Marke. Nach seinem Tod im Jahr 1884, führte sein Sohn Rudolph W. Lemme das Weingut bis zu seinem eigenen Tod im Jahr 1901 weiter.
Im Jahr 1903 wurde das Unternehmen reorganisiert und in die La Perla Vineyard Company und die Spring Mountain Vineyard Co. umgewandelt. Lemmes Witwe, sein Schwager William McPike sowie Claus und August Schilling aus San Francisco waren die Hauptaktionäre. Schliesslich erlangte Claus Schilling, Präsident des Weinhauses C. Schilling & Co, die volle Kontrolle. Schilling kaufte die Lemme-Jahrgänge schon seit mehreren Jahren und zahlte für die 1891er und 1892er Produktion "den bisher besten Preis im Napa Valley".
Das Anwesen mit seinem schönen Wohnhaus wurde als "Schilling Place" bekannt, und Lemmes stattliche Weinkellerei, die La Perla Winery, wurde vergrössert, um die Trauben von Schillings 130 Hektaren grossem Weinberg zu verarbeiten. Bis zur Prohibition wurde dort Wein hergestellt. Nach der Aufhebung des Verbots übernahm die Solano Wine Co. das Anwesen.
Zwei Meilen oberhalb von Lemme an der Spring Mountain Road ließ sich in den 1880er Jahren ein weiterer ehrgeiziger Winzer nieder. Es war Fortune Chevalier, ein Franzose, der mit dem Goldrausch nach Kalifornien gekommen war. Im Jahr 1872 gründeten er und sein Partner Auguste Comte, ein weiterer Franzose, das Weinhaus F. Chevalier & Company in der Front Street 614 in San Francisco. Einige Jahre später zog das Unternehmen, um dem wachsenden Geschäft Rechnung zu tragen, an die 520 Washington Street um. 1889 wurde Chevaliers Sohn George Geschäftsführer, und unter seiner Leitung zog die Firma 1896 in die Beale Street um, wo sie ein fünfstöckiges Gebäude mit einer Lagerkapazität von beinahe einer Million Liter bezog. Jährlich füllte das Unternehmen etwa 3 Millionen Liter Wein ab, "die alle in speziellen Tanks mit elektrischem Strom sterilisiert wurden", wie es damals in der Pacific Wine and Spirit Review hiess.
Obwohl Chevalier, der in erster Linie als Weinhändler tätig war und im Palace Hotel in San Francisco residierte, war er stolz auf sein Chateau Chevalier, sein Anwesen an der Spring Mountain Road. Dort, inmitten von vierzig Hektar Weinbergen, baute er 1891 ein viel bewundertes steinernes Weingut, ein Gebäude im Stil eines französischen Schlosses mit einem Schieferdach und Buntglas Fenstern. Bis zur Prohibition wurde im Chateau Chevalier die Weinmarke Castle hergestellt. Die Wiederbelebung des Weinbergs und der Kellerei begann in den 1970er Jahren mit Neubepflanzung und Renovierung. Heute werden dort hauptsächlich Chardonnay und Cabernet Sauvignon hergestellt.
Zwei Meilen oberhalb von Chateau Chevalier, wo die Spring Mountain Road steil die Mayacamas Range hinaufführt, legten die Deutschen Philip Conradi und Theodore Moding in den späten 1880er Jahren Weinberge an. Conradi rodete sein Land von Steineichen und Madronen und legte etwa eine halbe Meile von der Strasse entfernt einen 30 Hektaren grossen Rebberg an. Im Jahr 1882 konnten die ersten Trauben aus diesem Rebberg bereits zu Wein verarbeitet werden. Bis zur Prohibition firmierte er als Conradi & Company. Moding besass einen 8 Hektaren grossen Weinberg auf einem Bergrücken etwa eine Meile weiter nördlich und ganz in der Nähe der Grenze zum Sonoma County. Er errichtete auch ein steinernes Weingut und steinerne Höhlen für die Reifung seiner Weine. Conradi und Moding hatten mit der Wahl ihrer Weinberge Glück, denn ihre Rebstöcke waren fast frei von Frostschäden und blieben lange von der Reblaus verschont.
An der Spring Mountain Road westlich von Moding und direkt an der Grenze zu Napa County befinden sich die Ruinen eines zweistöckigen steinernen Weinguts und die Überreste eines grossen Weinberges. Dieser Besitz wurde Mitte der 1880er Jahre von Frank E. Souto erworben, einem gebürtigen Portugiesen, der in den Weinbergen von Contra Costa an der San Francisco Bay gearbeitet hatte, bevor er sich hier oben am Spring Mountain niederliess und einen kleinen Weinberg anlegte. Um 1889 erwarb ein erfahrener Schweizer Winzer, Constant Varozza, einen Teil von Soutos Bergranch, vergrösserte den Weinberg schrittweise und begann mit der Weinherstellung.
Im Jahr 1894 übernahm Varozzas Sohn James den Betrieb, der dann (passenderweise) als Gipfelweinkellerei bekannt wurde. Sowohl James Varozza als auch sein Sohn Mili gewannen das Vertrauen von Rabbi Radensky aus New York, der mit ihnen einen Vertrag über die Herstellung koscheren Weins abschloss und sie während mehrerer Weinlesezeiten besuchte, um sich zu vergewissern, dass der Wein nach den alten Vorschriften hergestellt wurde. Im Jahr 1910 produzierten die Varozzas 25’000 Liter Wein für Radensky. Obwohl die Weinkellerei nach der Prohibition nicht wiedereröffnet wurde, wurde der Weinberg bis in die 1940er Jahre weiter bewirtschaftet.
Vom südlichen Stadtrand von St. Helena führt die Pope Street in östlicher Richtung über den Napa River, kreuzt den Silverado Trail und wird zu einer windigen Kleinstrasse, die einen niedrigen Bergrücken erklimmt, bevor sie ins Conn Valley abfällt. Die Glendale Ranch am oberen Ende dieses Tals gehörte in den frühen 1880er Jahren Edward M. Hall, dem Sohn eines Börsenmaklers aus San Francisco. Im Jahr 1885 ging Hall eine Partnerschaft mit seinem Schwager Alfred Tubbs aus Calistoga ein und bepflanzte 40 Hektaren mit Zinfandel- und Chasselas-Reben.
Im Durchschnitt konnte Hall etwa 220’000 Liter Wein keltern, darunter einen bemerkenswerten guten Weisswein. Das Gebiet war viele Jahre lang beinahe frei von der Reblaus, erst so ab Mitte der 1890er Jahre begann der Schädling, die Reben in Glendale zu schädigen. Da das Weingut Tubbs in der Nähe von Calistoga ein grösseres und rentableres Unternehmen war, wurde der Betrieb in Glendale kurz nach 1900 eingestellt.
Südlich vom Glendale Weingut pflanzte zur Mitte der 1870er Jahren ein Schweizer Winzer, Louis Corthay, auf 15 Hektaren seiner 250 Hektaren grossen Ranch Zinfandel-Trauben an. Er baute eine steinerne Weinkellerei und nutzte den Keller seines Hauses als zusätzlichen Lagerraum. 1893 verfügte er über einen Keller mit 125’000 Liter Kapazität. Nach Corthays Tod im Jahr 1890 übernahm sein Sohn George, obwohl er erst achtzehn Jahre alt war, den Weinanbau. Er war bis etwa 1910 im Geschäft und produzierte trockene Tafelweine unter dem scheinbar unpassenden Namen "Mountain Sweet". Die Ranch ist heute ein historischer Ort, denn hier wurde das erste Hotel an der alten Postroute, die von Napa hinauf ins Lake County führte, eröffnet.
Die Conn Valley Road folgt den Windungen des Conn Creek und etwa eine Meile südöstlich von Corthays Weingut verläuft sie entlang der McVeagh Ranch, die früher die Mountain Cove Ranch von Azariah Bednogow Alsip war. Alsip wurde in Indiana geboren, zog nach Kalifornien und betrieb fünfunddreissig Jahre lang eine Farm in der Nähe von Rio Vista im Solano County, bevor er 1885 ein Grundstück in Napa kaufte. Zu seiner Conn Valley Ranch gehörte ein Haus, das von John Conn, dem Iren, nach dem das Tal benannt ist, gebaut worden war. 14 Hektaren des Landes waren von August Beretta (dessen Weingut sich in St. Helena befand) mit Reben bepflanzt worden. Obwohl er zum Zeitpunkt des Kaufs bereits über siebzig Jahre alt war, plante Alsip sorgfältig für die Zukunft und errichtete 1887 eine Weinkellerei aus hellbraunem Sandstein mit einem Fassungsvermögen von 250’000 Liter Wein. Ausserdem vergrößerte er den Weinberg auf 30 Hektaren. Trotz dieser ehrgeizigen Anfänge überlebten der Weinberg und das Weingut nicht lange nach Alsips Tod im Jahr 1898.
Ein Kilometer südöstlich der Mountain Cove Ranch befand sich der erste Weinberg im Conn Valley. Es war das Projekt von Germain Crochat, einem Franzosen, und seinen beiden Schweizer Partnern Frederick Metzner und Charles Volper. Crochat hatte einige Jahre in New Orleans verbracht, bevor er ins Napa Valley kam, wo er zwei Jahre lang für Charles Krug arbeitete, bevor er die Partnerschaft unter dem Namen G. Croch & Company gründete.
Das Unternehmen erwarb 300 Hektaren Land, bepflanzte 20 davon mit Reben und baute eine steinerne Weinkellerei mit einer angrenzenden Brennerei.
Bis 1886 vergrösserten sie ihre Anpflanzungen auf 60 Hektaren und hatten sogar eine eigene Küferei. Zudem hatten sie den passenderen Namen «Franco-Swiss Company» angenommen.
Volper, der für den Verkauf zuständig war, starb 1893, einer seiner Söhne übernahm als Erbe seine Anteile. Crochat starb im folgenden Jahr darauf. Seine Erben verkauften ihre Anteile an der Firma, obwohl einer von Crochats Söhnen, Louis, später der Destillateur der Firma wurde. Crochots Witwe war jedoch nicht untätig, sie und ihre Söhne kauften eine Viehzuchtfarm im nahe gelegenen Chiles Valley. Dort besassen sie auch einen kleinen Weinberg und einen Weinkeller mit einem Fassungsvermögen von um die 120’000 Liter.
Metzner war der französisch-schweizerische Winzer gewesen und blieb aktiv in der Firma bis zu seinem Tod im Jahr 1916.
Im unteren und breiteren Teil des Conn-Tals, der heute vom Hennessy-See bedeckt ist, wurden Mitte der 1870er Jahre drei Weinberge angelegt.
Die Besitzer waren Richard G. Eubank, der aus Kentucky stammte, Augustin Gressot, ein Franzose, und Julius Reimann, ein Deutscher. In den 1880er Jahren kamen ein weiterer Franzose, Louis Glandon, und ein weiterer Deutscher, Emil Walter, hinzu. Offensichtlich ist von diesen ehemaligen Betrieben heute nichts mehr zu sehen, aber bevor das Land überflutet wurde, wurde ein Teil des bearbeiteten Steins der Eubank-Weinkellerei nach St. Helena transportiert und beim Bau eines Anbaus an die römisch-katholische Kirche von St. Helena verwendet.
Der Chiles Creek, ein Nebenfluss des Conn Creek, entwässert ein enges Tal, das sich etwa acht Meilen lang nach Nordosten erstreckt. Hier befanden sich neben dem Weinberg der Familie Crochet eine Reihe weiterer kleiner Weinberge. Der bemerkenswerteste war der des Weinbauenthusiasten George Husmann. Husmann pachtete, wie bereits erwähnt, von 1881 bis 1886 die Talcoa-Weinberge im Carneros-Distrikt. Bevor er den Carneros-Pachtvertrag beendete, pflanzte er im Chiles Valley 15 Hektaren mit resistenten Rebstöcken an und nannte es Oak Glen Vineyard. Im Jahr 1886 zog er auf das Grundstück und baute drei Jahre später, als sein Weinberg bereits voll ertragreich war, das erste Weingut im Tal. Dabei handelte es sich um ein steinernes Gebäude mit einem Fassungsvermögen von 219’000 Liter.
Bis zu seinem Tod im Jahr 1902 setzte Husmann seine Experimente mit resistenten Rebsorten an diesem Standort fort. Seine Söhne George C. und Frederick übernahmen das Geschäft und vergrösserten den Keller auf 750’000 Liter. Sie waren jedoch in ihren Bemühungen durch die dreizehn Meilen lange Strecke bis zur nächsten Eisenbahn in St. Helena benachteiligt und in Trotz ihrer Beharrlichkeit mussten sie den Betrieb um 1910 einstellen.
Etwa eine Meile östlich von St. Helena auf dem Silverado Trail steigt die Howell Mountain Road in die steilen Gebirgszüge des nördlichen des Conn Valleys hinauf, passiert Angwin und führt dann hinunter ins Pope Valley. William Angwin, nach dem die Stadt benannt wurde, kam 1876 als Pastor der methodistischen Kirche nach St. Helena. Er kaufte 50 Hektaren Land in den Bergen und wurde Farmer. Einige Jahre später baute sein Sohn Edwin ein Hotel und so wurde Angwin zu einem beliebten Sommerurlaubsort.
Wie bereits erwähnt, begann John Thomann 1885 damit, in der Nähe von Angwin Weinberge anzulegen. Drei Jahre später errichtete er ein zweistöckiges Weingut an den Hängen des Howell Mountain an der heutigen Deer Park Road in der Nähe des heutigen St. Helena Spitals. Er nannte es Deer Park Winery. Nach der Prohibition kaufte John J. Ballentine den Weinberg, eröffnete das Weingut wieder und betrieb es zusammen mit seinem Sohn. Die zahlreich vorhandenen Rehe durchbrachen jedoch die Zäune und zerstörten jedes Jahr mehr und mehr Rebstöcke, so dass sowohl das Weingut als auch der Weinberg aufgegeben wurden. Die letzte, kleine Weinlese fand 1962 statt.
Der Weinberg von Thomann war nicht der erste grosse Weinberg in der Gegend, die einige Jahre lang den Ruf eines "Wärmegürtels" hatte (Himbeeren, so hiess es, konnten bis fast Weihnachten geerntet werden). 1884 besass auch Charles Krug hier bereits 15 Hektaren mit Reben.
Im selben Jahr liess er seine chinesischen Arbeiter weitere 20 Hektaren roden. In dieser Gegend befanden sich auch, wie bereits erwähnt, der um 1881 erstellte Weinberg und das dreistöckige Weingut von Brun & Chaix an der White Cottage Road nahe dem Gipfel des Bergrückens etwa 3 Kilometer westlich von Angwin. Vor 1890 besass Winfield Scott Keyes, ein Sohn des Gründers von Edge Hill und ein angesehener Bergbauingenieur, vierzig Hektaren Weinberge, die im Norden an Brun & Chaix angrenzten.
Ein weiterer Winzer, der es für zweckmässig hielt, in diesem Gebiet ein zweites Weingut zu betreiben, war Richter Serranus Hastings, der auch in Rutherford und im Lake County tätig war. Er baute um 1885 ein steinernes Weingut an der Kreuzung von Cold Springs und Las Posadas Road und umgab es mit 40 Hektaren Reben, darunter auch einige Cabernets. Nach Hastings' Tod im Jahr 1893 verwaltete William Geiselman, der den Weinberg beaufsichtigt hatte, das Anwesen für die Hastings.
Die Weinkellerei verfügte über eine 300’000 Liter fassende Fasskapazität, die meiste davon war aus Eiche. Es ist wahrscheinlich, dass die Trauben von Winfield Keyes' Weinberg hier gekeltert wurden, da Keyes' Frau eine Tochter des Richters Hastings war. Der Hastings-Weinberg blieb, ebenso wie der von Thomann, lange Zeit frei von der Reblaus. Die stillgelegte Weinkellerei dient heute Kunststudenten des nahe gelegenen Pacific Union College als Motiv für Gemälde.
Eine Meile östlich von Hastings Weingut, an der Las Posadas Road, befand sich ein weiteres steinernes Weingut, das Pine Crest. Es wurde 1908 von Frederick Hess erbaut, der lange Zeit «Der Demokrat», eine deutschsprachige Zeitung in San Francisco, herausgegeben hatte. Er vergrösserte nach und nach seine Anbaufläche und hatte sich bis 1913 einen guten Ruf für seine erlesenen Rebsorten erworben. Er setzte die Weinherstellung bis zur Prohibition fort. Das Pine Crest wurde nach der Prohibition nicht wiedereröffnet, aber das Gebäude steht noch immer und ist jetzt als Rancho La Jota bekannt, das ein Teil der 18’000 Hektaren grossen Ranch war, die 1843 an George Yount vergeben wurde.
Auf dem Howell Mountain gab es auch andere Weinberge und Weingüter, bis 1895 waren in der Nähe von Angwin etwa 150 Hektaren mit Reben bepflanzt, die grösstenteils von der Reblaus nicht beschädigt wurden.
Zwei Meilen weiter nördlich gab es bereits 1883 Weinanbau, und die Trauben wurden zur Kelterung in die Howell Mountain Winery von Brun & Chaix aus dem Tal hochgezogen. Heute ist dieses Winery unter dem Namen La Reda bekannt.
Die Haug Winery
Die Schmiede von Haus
Um 1895 baute der Deutsche Gotthilf Haug ein kleines Weingut, das an seinen Weinberg im Pope Valley angrenzte. 1911 folgte ihm der aus der Schweiz stammende Edward Haus. Haus hatte sich in den 1880er Jahren in Pope Valley niedergelassen und pflanzte, während er noch seinem Beruf als Schmied nachging, einige Zinfandels an. Er verkaufte sein Produkt bis zur Prohibition in grossen Mengen. Nach der Aufhebung des Verbots eröffnete Samuel Haus, der Sohn des Gründers, das Weingut wieder und stellte in diesem beinahe menschenleeren Tal Wein her.
Die ersten Weinbauern im Napa Valley erzielten bemerkenswerte Fortschritte bei ihren Anpflanzungen und Weinlesen. Im Jahr 1870 wurden 1,2 Millionen Liter Wein und 14’000 Liter Branntwein hergestellt; 1875 waren es schon über 2,5 Millionen Liter Wein und 45’000 Liter Branntwein; 1880 waren es beeindruckende 9 Millionen Liter Wein und 220’000 Liter Branntwein; bis 1886 hatte sich die Weinernte auf 17 Millionen Liter beinahe verdoppelt, dazu wurden mehr als 350’000 Liter Branntwein produziert.
Im Zeitraum von 1880 bis 1890 wuchs die Anbaufläche des Napa District von 2700 Hektaren auf 9800 Hektaren. Die Zahl der Weinkellereien in Napa County stieg in dieser Zeitspanne von neunundvierzig auf einhundertfünfzig.
Doch die Reblaus forderte ihren Tribut in den Weinbergen des Distrikts. Nur vier Jahre später war die Gesamtfläche auf 6000 Hektaren gesunken. Zur Jahrhundertwende und in den 20 Jahren danach verringerte sich die Anbaufläche weiter und am 17. Januar 1920 trat der 18. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten in Kraft. Das landesweite Verbot der Herstellung, des Transports und des Verkaufs von Alkohol. Am 5. Dezember 1933 wurde dieser Artikel wiederum ausser Kraft gesetzt, der Spuk war vorbei.
HINWEIS: Der historische Text für dieses Manuskript wurde von Herrn Peninou in den 1950er und frühen 1960er Jahren recherchiert und geschrieben. Daher beziehen sich fast alle seine Verweise auf das "Jetzt" oder die "Gegenwart" auf diesen Zeitraum.