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Strassburg/Barcelona/A Coruña, 28. Oktober 2015 - Die Fondation Franz Weber (FFW), die Tierschutzorganisation Libera! und die Plattform Galicia, Mellor Sen Touradas (Galicien, besser ohne Stierkampf) zeigen sich hoch erfreut über das deutliche Signal, dass das Europäische Parlament an das Weiterleben der Stierkämpfe sendet. Das Parlament stimmt einem Änderungsantrag der Fraktion Grüne/EFA zu, gemäss dem die Fonds der EU die Zucht von Kampfstieren nicht unterstützen dürfen, da dies ein Verstoss gegen das Europäische Abkommen über den Tierschutz in der Viehzucht darstellt. 438 Abgeordnete des Europäischen Parlaments fordern ein Ende der Subventionen für die Zucht von Kampfstieren.
Gemäss Schätzungen der Tierschutzorganisationen wird die Zucht von Kampfstieren jedes Jahr mit 130 Millionen Euro aus Fonds der EU subventioniert. Sie unterstützen damit Aktivitäten, die in der Mehrheit der Mitgliedsländer der EU illegal sind, mit der Ausnahme von Portugal, Spanien und Südfrankreich. Mit 438 Ja, 50 Enthaltungen und 199 Nein wurde der Änderungsantrag deutlich angenommen und fügt der Stierkampflobby eine schwere Niederlage zu.
Die drei Tierschutzorganisationen verweisen auf ihre intensive Lobbyarbeit. In minutiöser und unablässiger Arbeit haben sie zahlreiche Eingaben an die Europäische Kommission sowie an das Europäische Parlament erstellt, in denen erklärt wurde, dass die Subventionen für die Zucht von Kampfstieren gegen bestimmte Anforderungen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verstösst. So zum Beispiel die Anforderungen zum Tierwohl in der GAP, die eine Grundbedingung für den Erhalt von Subventionen darstellt.
Des Weiteren haben die drei Tierschutzorganisationen gegen 30 Initiativen im Europäischen Parlament eingereicht, die aufzeigen, dass Subventionen aus Fonds der EU missbraucht werden zum Erhalt von zerfallenden Stierkampfarenen, für Stiftungen von bekannten Stierkämpfern und die Gründung von Stierkampfmuseen. Abgeordnete verschiedener Parteien im Europäischen Parlament haben auf Grund dieser Berichte Beschwerde bei der Europäischen Kommission erhoben.
Die Kampagne #NoMoreFunds wurde von der Fondation Franz Weber ins Leben gerufen und wird von Libera! und Galica, Mellor Sen Touradas unterstützt. Laut dem Sprecher der Kampagne, Rubén Perez, ist der Entscheid des Europäischen Parlaments ein erster Schritt zum Ende der Europäischen Subventionen für die Stierkämpfe.
„Europa muss eine klare Botschaft senden: Für Tierquälerei dürfen keine Änderungen oder Ausnahmen gemacht werden“, unterstrich Perez.