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MONET – Jugenderwerbslosigkeit gemäss ILO
Bedeutung des Indikators
Eine nachhaltige Gesellschaft muss ihr Humankapital entwickeln und bewahren. Dazu müssen die jüngeren Generationen in einem offenen, motivierenden und zukunftsgerichteten Umfeld leben können (Prinzip 7d). Das wirtschaftliche System soll den Jungen, und allen anderen Personen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen möchten, eine sinnstiftende Arbeit ermöglichen, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können (Prinzipien 2a, 2c und 13). Eine hohe Jugenderwerbslosigkeit ist Ausdruck einer erschwerten Arbeitsmarktintegration und einer möglichen Prekarisierung dieser Bevölkerungsgruppe. Sie weist zudem auf einen Mangel an Gerechtigkeit zwischen den Generationen hin (Prinzip 4b). Eine Abnahme der Jugenderwerbslosigkeit ist daher für die Nachhaltige Entwicklung positiv.
Der Indikator zeigt den Anteil der Erwerbslosen gemäss ILO an der 15- bis 24-jährigen Erwerbsbevölkerung.
Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 2a Bedürfnisdeckung, 2c Armutsbekämpfung, 4b Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit, 7d Kindergerechtes Umfeld, 13 Sinnstiftende und existenzsichernde Beschäftigung.
Kommentar
Trotz Schwankungen ist die Erwerbslosenquote gemäss ILO der 15- bis 24-Jährigen über den Zeitraum 1991–2018 hinweg insgesamt angestiegen. Sie ist durchschnittlich 1,7-mal so hoch wie jene der gesamten Erwerbsbevölkerung gemäss ILO. Die Ursachen dieser Differenz sind vielfältig. Die Jugenderwerbslosigkeit reagiert beispielsweise besonders stark auf konjunkturelle Schwankungen. In konjunkturell schwachen Zeiten bauen die Unternehmen Personal ab, indem sie «natürliche Abgänge» nicht ersetzen, wodurch es für Jugendliche noch schwieriger wird, im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen.
Die Erwerbslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährigen ist zudem mit der Frage der Berufsausbildung und des Lehrstellenangebots für Schulabgängerinnen und -abgänger gekoppelt. Um diesem Umstand besser Rechnung zu tragen, fordern verschiedene Akteure (insbesondere die Gewerkschaften und der Bund) die Arbeitnehmer auf, zusätzliche Lehrstellen zu schaffen. Auch die Brückenangebote zwischen obligatorischer Schulzeit und Berufswelt dienen dazu, die Jugenderwerbslosigkeit zu verringern.
Auf europäischer Ebene (EU-28) ist die Erwerbslosenquote gemäss ILO bei den 15- bis 24-Jährigen (2017: 16,8%) 2,4 Mal höher als in der Schweiz (2017: 6,9%).