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«Ich mache mir Sorgen, weil meine ältere Tochter lügt. Gestern zum Beispiel habe ich im Badezimmer meine zwei Töchter (4 und 6 Jahre) mit einer ausgeleerten Shampooflasche vorgefunden. Die grössere meinte sofort, es sei die kleinere gewesen, und die kleinere warf der grösseren vor, zu lügen. Mich nervt das auch deswegen, weil ich solche Verschwendung gar nicht gut finde. Also habe ich mich mit ihnen hingesetzt und gefragt, was passiert sei. Die eine sagte, es sei die andere gewesen, und die andere sagte, es sei die eine gewesen. Ich wusste nicht mehr was sagen … Nach einer Weile gab die grössere plötzlich zu, dass sie es war. Sie wollte viel Schaum machen und Prinzessin spielen in der Badewanne.» L.B.
Sie machen sich jetzt Sorgen, haben aber im Moment sehr gut reagiert. Bewusst oder unbewusst haben Sie Ihren Töchtern den Raum gegeben, sich auszudrücken. An dieser Situation können die Kinder lernen, die Geschichte oder Wahrnehmung des anderen Kindes anzuhören und für ihre Handlungen Verantwortung zu übernehmen.
Gab es anschliessend eine Konsequenz? Beispielsweise könnte man sich die Haare eine Weile mit einer ganz einfachen Seife waschen, bevor wieder das schäumende Shampoo gekauft wird? Damit vermitteln Sie zusätzlich, dass es Ihnen wichtig ist, Verschwendung zu vermeiden.
Könnte man eine andere Möglichkeit finden, Prinzessin zu spielen? Wie bewegt sich zum Beispiel eine Prinzessin, wenn sie ihr Bad nimmt? Oder was sagt sie, wenn sie ihr Bad nimmt? So helfen Sie den Kindern, Alternativen zum unerwünschten Verhalten zu finden.
Kinder, die die Möglichkeit haben, altersgerecht Verantwortung zu übernehmen, haben ein grösseres Selbstvertrauen und können Probleme besser lösen. Wenn Sie sich in solchen Situation auf die Suche nach Lösungen konzentrieren und weniger auf das Problem (das Lügen), lernen Ihre Töchter auch, dass es andere und besser Möglichkeiten als Lügen gibt.
Isabelle Badan, Kleinkinderzieherin und Berufsbildnerin, ist Mitarbeiterin beim Verein Familienbegleitung. Dieser bietet Unterstützung in der Erziehung von Kindern zwischen 0 und 7 Jahren. Tel: 026 322 86 33, <email-pii>, www.educationfamiliale.ch
«Kinder, die die Möglichkeit haben, altersgerecht Verantwortung zu übernehmen, können Probleme besser lösen. »