Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03101.jsonl.gz/620

Das Alphorn
Das Alphorn ist ein sehr altes traditionelles Instrument; die älteste Erwähnung eines Alphorns stammt aus einer Buchrechnung des Klosters St. Urban aus dem Jahr 1527. Als Dank für sein Alphornspiel wurden einem Musiker aus dem Wallis damals zwei Münzen gegeben. Das älteste Buch in welchem ein Alphorn erwähnt wurde, stammt aus dem Jahr 1555 und der Feder des Autors Gesner. Im "Buch der Botanik des Pilatusberges" beschreibt er das Alphorn als ein Instrument aus zwei gebogenen und ausgehölten Holzstücken, welche mit einer Weidenwicklung zusammengesetzt wurden. Das Alphorn gehört zur gleichen Gruppe von Aerophonen wie beispielsweise die Trompete, Posaune, Klarinette, Flöte, usw. Es wird meist aus Fichtenholz hergestellt und hat ein Gewicht von etwa 3 bis 4 kg. Das Mundstück kann aus Zwetschgen-, Oliven-, Rosen- oder Ebenholz gefertigt werden; viele Bläser nutzen auch ein Mundstück aus Kunststoff.
Wie wird ein Ton mit dem Alphorn erzeugt?
Durch die leicht oder stärker gespannten Lippen des Bläsers wird Luft ins Mundstück geblasen. Stark gespannte Lippen ergeben hohe Töne, weniger gespannte Lippen ergeben tiefe Töne. Die Lippen werden durch die in das Instrument geblasene Luft in Schwingung versetzt. Diese Schwingungen bilden im Alphorn die sogenannten Naturtöne.
Atmungstechnik
Beim Einatmen zieht sich das Zwerchfell zusammen und der Bauch wölbt sich nach vorne. Das Ausatmen und die Erzeugung des Tons soll gut kontrolliert erfolgen, d.h. möglichst ohne jegliche Verkrampfung oder Druck. Die richtige Atmung ist erforderlich für ein ausdruckstarkes Spiel des Alphorns und muss regelmässig geübt werden.
Technik des Ansatzes
Ein regelmässiges Üben und Trainieren der Lippenmuskulatur ist sehr wichtig, um ohne Druck das Alphorn zum Klingen zu bringen. Eine gut ausgebildete Muskulatur ist folglich Voraussetzung, um die Spannung der Lippen zu gewährleisten ohne dass diese rasch ermüden. Die Ansatztechnik ist äusserst wichtig, um ein gepflegtes Alphornspiel, insbesondere in Bezug auf Dynamik, zu ermöglichen.
Die Länge des Alphorns gibt die Tonalität
Die Melodien für Alphorn sind meist in „C“ geschrieben. Die reale Tonhöhe ergibt sich aus dem Grundregister des Instruments.
|Stimmung||Länge|
|Es||405 cm|
|E||389 cm|
|F||368 cm|
|Fis/Ges||347 cm|
|G||327 cm|
|As/Gis||309 cm|
Das längste Alphorn der Welt ist 47 m lang und gebaut haben dies unser Gründungs- und Ehrenmitglied Josef Stocker aus Kriens (LU) und der Amerikaner Peter Wutherich. Das längste spielbare Alphorn ist ebenfalls von Josef Stocker erbaut und 14 m lang.
Naturtonreihe
13 Töne können geblasen werden und trotz des angenehmen Klangs des Alphorns klingen einige Töne für das menschliche Ohr «schief». Gerade diese «schiefen» Töne machen das Alphorn allerdings so unverwechselbar.