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Nach dem Erfolg von "hellomrpresident" am Davoser Weltwirtschaftsforum 2001 plant der Künstler Johannes Gees eine Neuauflage der Aktion am kommenden Weltinformations-Gipfel.
Doch dieses Mal in viel grösserem Massstab: in den vier Metropolen New York, Rio de Janeiro, Bombay und Genf.
Die interaktive Laser-Installation "hellomrpresident" war im Jahr 2001 ein prägendes Merkmal des Davoser Weltwirtschaftsforums (WEF).
Die mit Laser auf die verschneiten Berghänge über Davos projizierten SMS-Botschaften erregten das Interesse der Medien und gingen um die ganze Welt. Realisiert werden konnte das Projekt dank der finanziellen und technischen Unterstützung von swissinfo.
"Dies war der einzige Weg, wie man in dem zur Festung verwandelten Bergdorf noch demonstrieren konnte", erinnert sich der Künstler Johannes Gees.
Kreative Intervention
Ziel war es, mit den in Davos versammelten globalen Wirtschaftsführern zu kommunizieren. Während der fünf Tage des WEF erhielt Gees mehr als 8000 SMS-Nachrichten aus über 70 Ländern. "Das waren fünfmal mehr als wir projizieren konnten."
Rund 80% dieser Botschaften waren wirklich interessant, sei es wegen ihres politischen Inhalts oder wegen ihrer Poesie. Gees' Favorit war "Listen to the mountain", der bewusst mit der stummen Autorität der riesigen schneebedeckten Projektionsfläche spielte.
"Das Wissen, dass die Botschaften auch tatsächlich projiziert werden, hat die Autoren angestachelt, über den Inhalt ihrer Botschaften intensiver nachzudenken", erklärt sich der Zürcher Künstler die hohe Qualität der Beiträge.
"Soziale Skulptur"
Nun plant Gees mit "Helloworld" eine Neuauflage seiner "sozialen Skulptur", und zwar im globalen Massstab. "Helloworld" wird vom 9. bis zum 12. Dezember stattfinden, in vier Städten. Neben Genf, der Gastgeberin des Weltgipfels, in New York (USA) sowie Bombay (Indien) und Rio de Janeiro (Brasilien).
Wie damals in Davos sollen die SMS-Botschaften nach einer redaktionellen Überprüfung auf markante Orte im öffentlichen Raum projiziert werden. Auf den Jet d'Eau in Genf, das Air-India-Gebäude in Bombay oder direkt auf natürliche Flächen wie den Morro dois Irmaos in Rio.
Die Botschaften werden simultan auch im Konferenz-Gelände des PALEXPO in Genf, wo der Weltgipfel stattfindet, zu sehen sein. Und zwar in den sechs UNO-Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Arabisch und Chinesisch.
Wie beim WEF 2001 können die Botschaften via Telefon oder die Website des Projekts gesendet werden. swissinfo wird das Projekt erneut logistisch unterstützen.
Gees hofft, dass "Helloworld" ein Eigenleben entfalten und sich zu einem Spiel entwickeln wird. Dabei werden die Leute nicht unbedingt wissen, dass die Aktion in Zusammenhang mit dem Weltgipfel in Genf steht, und dass sie an einem Dialog zwischen drei Kontinenten teilnehmen.
Zivilgesellschaft einbinden
Marc Wehrlin, der als Vertreter des Bundesamts für Kultur (BAK) am Gipfel teilnehmen wird, war von der Einfachheit von "Helloworld" sofort überzeugt. Das Bundesamt wurde vom Departement des Innern beauftragt, parallel zum Gipfel einen kulturellen Event zu organisieren.
Die Stärke von "Helloworld" ist, dass es über das offensichtliche Thema des digitalen Grabens hinaus auch die kulturelle Vielfalt der Autoren und Leser der SMS-Botschaften mit einschliesst. "Es ist offen gegenüber der Zivilgesellschaft und kommt damit einem Wunsch der UNO entgegen", begründet Wehrlin die Unterstützung des BAK für das Projekt.
Es lässt sich wohl kaum ein geeigneteres Vehikel vorstellen, um über globale Kommunikation zu sprechen und zugleich die Relevanz der Gipfelthemen zu überprüfen.
swissinfo, Anne Rubin
(Übertragen aus dem Französischen: Hansjörg Bolliger)
Fakten
Johannes Gees (1960) studierte Ethnologie und lebt in Zürich.
Für seine interaktive Laserinstallation "hellomrpresident" am WEF 2001 wurde er mit dem Transmediale Award 2002 ausgezeichnet.
In Kürze
"Helloworld" findet vom 9. bis zum 12. Dezember statt.
SMS-Botschaften werden projiziert in Genf, Bombay, New York und Rio de Janeiro.
Wie beim WEF 2001 können die Botschaften via Telefon oder über die Website des Projekts gesendet werden.
swissinfo wird das Projekt erneut logistisch unterstützen.