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Das fingernagelgrosse Gerät «MyEye» wird am Bügel einer Brille befestigt. Durch optische Erkennungssoftware ist es in der Lage, gedruckte Texte zu lesen, auf die der Nutzer deutet – etwa Namen von Geschäften, Zeitungstexte, Speisekarten oder Banknoten. «MyEye» ist lernfähig: Gesichtern bekannter Personen lassen sich Namen zuordnen, sodass diese bei einem erneuten Treffen wiedererkannt werden. Umgerechnet etwa 3500 Euro kostet das Gerät, das aus einem Kopfstück und einer Basis sowie einem Ladegerät besteht. Israelis, die als blind anerkannt sind, erhalten vom Staat einen Zuschuss von umgerechnet 1200 Euro für den Erwerb des Gerätes. Updates werden automatisch und kostenlos heruntergeladen, ausserdem erhalten neue Nutzer eine persönliche Einweisung in die Nutzung von «MyEye». In den kommenden Monaten soll ein neues Software-Update herauskommen, das unter anderem Möglichkeiten wie das Scannen von Barcodes und eine physische Beschreibung von Menschen wie deren geschätztes Alter und Geschlecht bereithält – ein weiterer Schritt in die Unabhängigkeit für Menschen mit Sehbehinderung. Die israelische Innovationsbehörde unterstützt die Erfindung von Hilfsmitteln für Menschen mit speziellen Bedürfnissen. So wurde zum Beispiel die Entwicklung einer Schaukel für Kinder mit Behinderungen gefördert.
(Artikel aus factum 9/2017)