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Mit berufspolitischem Engagement sich für Arbeitnehmerinteressen einsetzen
Als Zentralsekretärin bei einer Gewerkschaft im Umfeld der Medien bin ich für drei Bereiche der Organisation zuständig: für die Leitung des Sektors Presse, in dem die Journalistinnen und Journalisten der Zeitungen und Zeitschriften organisiert sind; für die Kommission der freien Medienschaffenden sowie für den Rechtsdienst der gesamten Gewerkschaft.
Ein Teil meiner Arbeit besteht aus der Beratung von Gewerkschaftsmitgliedern, die Probleme an ihrem Arbeitsplatz haben. Ich gebe ihnen über die rechtliche Situation Auskunft, bespreche mit ihnen, was sie unternehmen können. Dann kann es auch um Fragen zu Sozialversicherungen, zu Urheberrechten oder zum Persönlichkeitsschutz von Menschen gehen, über die sie schreiben oder die sie fotografiert haben. Es kommt auch oft vor, dass ich in kollektiven Streitigkeiten, die durch Stellen- und Pensenkürzungen entstehen, ganze Abteilungen oder Redaktionen berate. Ich prüfe, ob man Druck aufbauen und Kündigungen verhindern kann, und versuche, mit den Arbeitgebern einen Sozialplan auszuhandeln.
Ein weiterer Bereich ist die Aufgabe, Gesamtarbeitsverträge auszuhandeln. Einen Gesamtarbeitsvertrag gibt es für die Redaktionen der Deutschschweiz und des Tessin zurzeit nicht. Als Gewerkschaft versuchen wir nun, wieder einen GAV zu erstellen und dafür die Medienschaffenden zu mobilisieren. Ich gehe mit Kolleginnen und Kollegen in die Redaktionen, verteile Flugblätter, organisiere Versammlungen, sammle Unterschriften und lanciere Petitionen.
Um diese Aufgaben zu planen, zu diskutieren und um die Arbeit des Sekretariats zu kontrollieren, gibt es den Vorstand, der aus gewählten und engagierten Mitgliedern besteht. Mit ihm sitzen wir regelmässig zusammen. Mit meinem anderen Vorstand, der Kommission «Freie», erarbeite ich Hilfsmittel und Dienstleistungen für unsere freischaffenden Mitglieder. Es geht um Versicherungsangebote, eine Auftragsdatenbank, Merkblätter und Broschüren sowie um Tagungen zu Fachthemen.
Schliesslich gibt es eine ganze Reihe von sporadisch auftauchenden, aber oft sehr aufwändigen Aufgaben. Zum Beispiel wenn es darum geht, im Rahmen einer Vernehmlassung des Bundes zur Revision des Urheberrechtsgesetzes Stellung zu nehmen, wenn die Europäische Journalistenföderation Gäste in die Schweiz schickt, oder wenn wir mit anderen Verbänden des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes beschliessen, ein Referendum oder eine Initiative zu lancieren.