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Schauen wir uns heute in unserem zweiten Beitrag zum Thema “Märchen aus Sicht eines Recruiters” das Active Sourcing an, das zu temporären Anstellungen in einem Märchen geführt hat. Das finden wir zum Beispiel bei «Aschenputtel». (Wir beziehen uns auf die Version der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm, Auflage 1980.)
Aschenputtel wird unaufhörlich von ihrer bösen Stiefmutter und den beiden Stiefschwestern gepeinigt, ausgenutzt und gedemütigt. So durfte sie beispielsweise nicht mit zum Fest des Königs und aus lauter Gemeinheit schütteten ihr die Schwestern Linsen in die Asche und sie sagten: «…wenn du die Linsen in 2 Stunden wieder ausgelesen hast, so sollst du mitgehen.» Das Mädchen verzweifelte fast, doch dann hatte sie eine Idee:
Sie rekrutierte ihre Freunde die Tauben in temporärer Anstellung, die diese Aufgabe für sie übernahmen und schnell fertig wurden. (Die Entlohnung waren die Linsen, die sie fressen durften.) Die Stiefmutter war, ob der schnellen Erledigung der Arbeit sehr (negativ) überrascht und meinte: «…wenn du mir zwei Schüsseln voll Linsen in 1 Stunde aus der Asche reinlesen kannst, so sollst du mitgehen.» Und dachte: ‘Das kann es ja nimmermehr.’
Doch Aschenputtel verzagte nicht, rekrutierte abermals die Tauben wiederum in temporärer Anstellung, um ihr zu helfen. Sie waren auch dieses Mal schnell fertig, doch ohne Erfolg für Aschenputtel. Sie durfte nicht mit. Letztendlich kam das Mädchen dann aber mit Hilfe ihrer verstorbenen Mutter doch noch zu einem schönen Kleid und ging zum Fest des Königs. Der Königssohn verliebte sich in sie, fand sie mit Hilfe ihres verlorenen Schuhs wieder und heiratete sie.
Wann braucht man überhaupt temporäre Angestellte? Für gewöhnlich wenn (viele) nicht planbare Aufgaben auftreten, die in kurzer Zeit erledigt werden müssen. Dann ist es wichtig, geeignete Kandidaten zu finden, die optimal auf die Aufgabe passen. Aber ist es wirklich die einzige Aufgabe des Recruiters das Knowledge-Gap zu schliessen? Nein, unserer Meinung nach sollten auch die Business-Herausforderungen von Morgen in Betracht gezogen und Kandidaten gesucht werden, die neben dem Fach-Know-how auch das Potenzial für die Zukunft mitbringen. Es ist sicher nicht sinnvoll nur nach KPIs einzustellen. Und was ist hier die Moral von der Geschichte? Behandle auch deine temporären Angestellten immer gut (wie die Tauben) und suche sie nach ihrem Potenzial aus, dann kommen sie auch wieder und bleiben möglicherweise auch langjährige Begleiter in Form von Freelancern oder gar Festangestellten.
Lesen Sie in unserm nächsten Beitrag: Märchen aus Sicht eines Recruiters (Teil III) “Die Bremer Stadtmusikanten” Active Sourcing – berufliche Neuorientierung.