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Welche Folgen hat die «Erziehung zur Anpassung» auf das Gefühlsleben?
Das Gefühlsleben des Menschen entsteht in den ersten Lebensjahren. Die Erlebnisse, die das Kind mit seinen Bezugspersonen macht, ermöglichen ihm mehr oder weniger, ob es sich unter den Menschen wohlfühlt, sich breit machen kann, sich emotional öffnen und sich zugehörig fühlen kann. Sind die Eltern sowie andere Erziehungs- und Lehrpersonen einseitig damit befasst, das Kind auf den richtigen Weg zu lenken, dann kommen die Kinder als Menschen zu wenig vor. Der Mensch erwirbt dann ein Streben, sich anzupassen, sogar sich anzuschmiegen und den anderen zuliebe oder aus Angst vor anderen, nicht selbst zu leben, sondern zu funktionieren und nicht aufzufallen oder niemanden zu enttäuschen. Das passiert auch bei ganz lieben Eltern, ohne dass diese das registrieren. Das Bestreben, nicht vorzukommen, sich sogar unsichtbar zu machen, nicht zu stören, nicht aufzufallen oder zu gefallen, verhindert dem Menschen, selbst zu empfinden, wie man sich in eine genügend tiefe Verbindung mit anderen begeben kann. Man fühlt sich dann wenig oder gar nicht als Mitgestalter des Lebens, selbst wenn man aktiv tätig oder unauffällig mittreibt und sein tägliches Leben erfüllt. Daraus können Sinnlosigkeitsgefühle, emotionale Unausgefülltheit, Lustlosigkeit und innere Starre entstehen, die viele mit Alkohol, Drogen oder Spielen ausschalten wollen.
Tags: Erziehung, Gefühle, Gehorsam