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Am 21. Januar 2021 trafen sich Angehörige von Opfern des Verschwindenlassens, MenschenrechtsverteidigerInnen und Menschenrechtsorganisationen virtuell mit DiplomatInnen, um über die sich zuspitzende Krise des Verschwindenlassens im Bundesstaat Guerrero zu sprechen.
Das virtuelle Treffen mit dem diplomatischen Corps fand als Ersatz für den geplanten Besuch im Bundesstaat Guerrero Anfang 2020 statt, der aufgrund der Covid-19-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Es waren VertreterInnen der Botschaften der USA, Kanadas, Grossbritanniens, Deutschlands, Irlands, Österreichs sowie der Delegation der Europäischen Union in Mexiko anwesend.
Zuerst informierten die MenschenrechtsverteidigerInnen die Botschaftsabgeordneten über die kritische Situation der MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen in Guerrero angesichts der herrschenden Makrokriminalität. Danach kamen Angehörige von Opfern des Verschwindenlassens zu Wort. In Kollektiven suchen sie gemeinsam nach ihren Angehörigen und das gibt ihnen Mut. In einer Region, die vom organisierten Verbrechen kontrolliert wird, ist diese Suche alles andere als einfach. Sie merkten auch an, sich alleingelassen zu fühlen, sowohl bezüglich des fehlenden Zugangs zu Wahrheit und Gerechtigkeit, als auch in Bezug auf das tägliche Überleben in Zeiten der Pandemie.
Forderung nach Gerechtigkeit
Angehörige verschiedener Fälle von gewaltsamem Verschwindenlassen durch staatliche Sicherheitskräfte ergriffen das Wort, um ihre Forderung nach Gerechtigkeit auf internationaler Ebene auszudrücken. So äusserte Tita Radilla, Tochter des Menschenrechtsverteidigers Rodendo Radilla Pacheco, der 1974 von der Armee zum Verschwinden gebracht wurde, ihre Empörung darüber, dass der mexikanische Staat 12 Jahre nach dem Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte immer noch nichts unternommen hat.
Norma González, die Ehefrau des 1996 verschwundenen indigenen Lehrers Gregorio López Alvarado, forderte eine Ermittlung gegen die verantwortlichen Agenten des mexikanischen Nachrichtendienstes und Cristina Bautista, Mutter eines Studenten aus Ayotzinapa, der im September 2014 in Iguala verschwand, erzählte von der Suche der Eltern nach ihren Kindern, die bereits sechs Jahre andauert, und forderte die Untersuchung aller Armeeangehörigen, die an diesem Verbrechen beteiligt waren.
Am Ende des Treffens dankten die VertreterInnen der Botschaften den Betroffenen für ihre Aussagen und zeigten Anteilnahme an der schwierigen Situation. Das Menschenrechtszentrum Tlachinollan und PBI, die das Treffen organisierten, werden weiterhin internationale AkteurInnen über die Krise des Verschwindenlassens in Guerrero informieren und sich dafür einsetzen, dass Sicherheit und die Einhaltung der Menschenrechte in diesem Bundesstaat Realität werden.
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- Vollständiger Artikel: Familiares de víctimas de desaparición en Guerrero se reúnen con el cuerpo diplomático, 22 de enero del 2021; Artikel in Englisch