Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03644.jsonl.gz/1575

Die Tageslänge in den ersten Lebensmonaten hat vermutlich einen Einfluss auf die innere Uhr. Diesen Zusammenhang will eine amerikanische Studie gefunden haben, welche die Wirkung unterschiedlicher Tageslängen auf Mäusebabys untersucht hat. Dabei zeigte sich, dass Versuchstiere, die in winterlich kurzen Lichtphasen aufwuchsen, im späteren Leben eine deutlich nach hinten verschobene Tagesaktivität aufwiesen.
Der Versuch
Die Forscher zogen die Labormäuse von Geburt bis zur Entwöhnung von der Mutter in winterlichen oder sommerlichen Lichtphasen auf. Die Wintermäuse waren während 8 Stunden pro Tag künstlichem Tageslicht ausgesetzt, die Sommermäuse während 16 Stunden. Anschliessend wurde eine Teil der Versuchstiere noch einmal während 28 Tagen unter den gleichen Lichtbedingungen gehalten oder aber den entgegengesetzten. Anschliessend wurden alle Mäuse andauernder Dunkelheit ausgesetzt. Die Wissenschaftler untersuchten nun die Aktivität und danach auch die Gehirne der Versuchstiere.
Das Ergebnis
Die Lichtphase in der Zeit von der Geburt bis zur Entwöhnung hatte die Tiere deutlich geprägt – die nachfolgenden 28 Tage in anderen Lichtverhältnissen hatten hingegen keinen Einfluss. Die wintergeborenen Mäuse zeigten im Gegensatz zu den Sommergeborenen auch bei ständiger Dunkelheit deutlich nach hinten verschobene Aktivitätsphasen. Aktivierungsmuster im Gehirn der Tiere, die die biologische Uhr und damit die Aktivierungsphasen repräsentieren, belegten diesen Zusammenhang. Damit konnten die Forscher zeigen, dass die Lichtphase zu Beginn des Lebens der Mäuse nachhaltig ihre innere Uhr geprägt hatte.
Wie die Mäuse so der Mensch?
Ausserdem zeigte sich in weiteren Untersuchungen, dass die wintergeborenen Mäuse ungewöhnlich auf Veränderungen der Tageslänge reagierten. Während die Aktivität der sommergeborenen Mäuse im Einklang mit der jeweiligen Tageslänge war, gab es bei der Gruppe der wintergeborenen Mäuse starke Schwankungen.
Die Wintermäuse würden somit einen Effekt zeigen, der auch von Menschen bekannt ist, die an einer saisonal bedingten Depression leiden, so die Forscher