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Adeliges Damenstift
13. / 14. Jahrhundert
15. / 16. Jahrhundert
17. / 18. Jahrhundert
Chronik & Geschichte
Zisterzienser
1790
1802
1803
Umwandlung des Klosters in ein weltliches, adeliges Damenstift unter Leopold II.
Der Kanton Fricktal erklärt die Stiftsgüter als Kantonalgut.
Der Kanton Aargau übernimmt die Stiftsgüter, schliesst die Säkulari-sation vollends ab und schickt die letzten Nonnen in Pension.
Josepha von Freyental
Letzte Äbtissin Olsbergs und Oberin des adeligen Damenstifts ab 1791 bis zur endgültigen Aufhebung
Bild: © Fricktaler Museum, Rheinfelden
Rascher Niedergang und Säkularisation
Die internen Streitereien führten schlussendlich zur Aufhebung der Selbstverwaltung des Klosters. Die österreichische Regierung sah vorerst von einer gänzlichen Aufhebung ab und prüfte für die Olsberger Konventfrauen andere Einsatzmöglichkeiten in der Krankenpflege und im Schuldienst. Mit dem Tod der letzten Äbtissin 1785, Victoria von Schönau, war die Aufhebung des Klosters faktisch vollzogen.
Kaiser Joseph II. leitete die Säkularisation des Klosters ein. 1787 erliess Leopold II. das Dekret zur Umwandlung in ein adeliges Damenstift. Am 2. März 1791 wurde dieses eröffnet und die bisherige Priorin Josepha von Freyental zur Oberin gewählt. Nur diese war verpflichtet, das Klostergelübde abzulegen. Die liturgischen Verpflichtungen beschränkten sich auf ein Minimum. Die politischen Wirren und kriegerischen Auseinandersetzungen an der Schwelle zum 19. Jahrhundert brachten dem Damenstift bald sein Ende.
Schon 1802 erklärte der junge Kanton Fricktal die Stiftsgüter als Kantonalgut. Dieses wechselte 1803 an den Aargau. Die aargauischen Behörden führten die unter Joseph II. begonnene Säkularisation vollends aus. Mit dem Klostergesetz von 1805 wurde die Umwandlung in eine weibliche Erziehungsanstalt beschlossen. Die wenigen Stiftsdamen schickte man mit Geldabfindungen in Pension.
Olsberg, das die Franzosen aus der Verbindung mit dem rechtsrheinischen Breisgau lösten, war mit dem Fricktal ein Geschenk an den jungen Kanton Aargau. Es herrschte, in massgebenden Kreisen nicht geringe Verlegenheit, was man mit diesem verweltlichten Kloster und mit den sechs verbliebenen «hülflosen Damen mit liebenswürdigem Charakter», die jüngste 51, die älteste 66-jährig, anfangen solle.
Stiftsverwalter Johann Baptist Jehle, ein angesehener Politiker und Oberrichter, glaubte, die «schönste Weihe» würde das Kloster durch die Errichtung einer Anstalt für die weibliche Jugend erhalten. Es ge-reicht den Stiftsdamen zur hohen Ehre, dass sie die Zeichen der Zeit verstanden.
«Tausende Mütter und Töchter werden für die Bildung und Erziehung in Olsberg dankbar sein», schrieben sie untertänigst an die aargauische Regierung. Nach dem Austritt der Stiftsdamen, die mit grosszügigen Pensionen abgefunden wurden, stand das Stift zur Verfügung des Kantons. Spärliche Zeugen des einstigen Glanzes, der Stab der Äbtissin, Weinkännchen aus Silber, ein «Gragöl», das heisst eine Zuckerbüchse, 12 schwer versilberte Kaffeelöffel, Zuckerschere und Zuckerlöffel, wanderten in die Münzstätte nach Aarau und wurden eingeschmolzen.