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Die Unterstützung der Schwächsten, d.h. der Waisen, war Margrit Fuchs immer ein grosses Anliegen. Sie hat aus diesem Grund ein eigenes Waisenhaus in Gitarama aufgebaut, wo insbesondere nach dem Bürgerkrieg viele Waisen ein neues Zuhause fanden. Auch heute gibt es in Ruanda viele Waisen, was auf die allgemeine schlechte Gesundheitsversorgung und insbesondere auch auf Aids zurückzuführen ist.
Die Waisen alle in Waisenhäusern unterzubringen ist (auch aus finanziellen Gründen) nicht möglich und die Regierung fordert explizit, dass Waisen wenn immer möglich in Familien integriert aufwachsen sollen. Wenn Kinder keinen Unterschlupf bei Verwandten finden, leben sie auch häufig als Waisenfamilien, wobei das älteste Kind die Verantwortung als ‚Chef de famille‘, d.h. Familienoberhaupt übernehmen muss.
Um solche Waisenfamilien zu unterstützen wurde das Projekt mit den ‚mamans volontaires‘, d.h. den freiwilligen Müttern und den Gemeinschaftskantinen aufgebaut, Dabei erhalten die Kinder dreimal die Woche ein Mittagessen, welches die freiwilligen Mütter zubereitet haben und die ihnen auch mit Rat und Tat als erwachsene Ansprechperson zur Verfügung steht. Neben den Mahlzeiten erhalten die Kinder auch Kleider, Hygieneartikel, die notwendigsten Utensilien für den Haushalt und wenn nötig eine Schuluniform und Schulmaterial. Wenn nötig wird den Waisenfamilien auch geholfen, ihre oft baufälligen Behausungen zu renovieren. Da sich bald zeigte, dass nicht nur Waisenkinder in prekärsten Situationen aufwachsen, wurde das Projekt auch auf sozial schwache Familien ausgedehnt (s. Gemeinschaftskantinen).
Bedingt durch die grosse Armut der Bevölkerung und soziale Spannungen in den Familien gibt es auch viele Strassenkinder, d.h. Kinder (praktisch alles Knaben) ab ca. 6 Jahren, die teils aus familiären Gründen, teils aus Hunger weggelaufen sind und nun auf der Strasse leben. Die Kinder werden zumeist von der Polizei aufgegriffen und ins Bureau Siocial gebracht, wo sie im Heim für Strassenkinder eine temporär begrenzte Aufnahme finden. Die Verantwortlichen des Bureau Social bemühen sich Kontakt zu den Familien aufzunehmen um die Kinder wiederum in ihre Familien zu integrieren. Dabei wird häufig die Familie durch eine Viehspende (eine Ziege oder ein paar Hühner) oder die Uebernahme des Schulgeldes unterstützt um die soziale Not zu lindern.