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(rh) Bauherr und Architekt sind weitgehend frei, wie sie ihre Zusammenarbeit regeln. Beispielsweise die Leistungen, das Honorar und den Zeitplan. In der Schweiz gilt Vertragsfreiheit. Der Architekturvertrag ist im Obligationenrecht nicht besonders geregelt. Ein schriftlicher Vertrag ist nicht zwingend, aber sinnvoll. Falls die Vertragsparteien keinen schriftlichen Vertrag abschliessen, regelt das Gesetz die Architektenhaftung.
Wann haftet der Architekt für die Planung?
Ein mangelhafter Plan ist kein Schaden, führt aber in der Regel zu einem Schaden oder Mangel. Vier Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Architekt haftbar wird und für den Schaden einstehen muss:
- Den Bauherren muss ein Schaden entstehen, zum Beispiel Mehrkosten oder ein Minderwert.
- Der Architekt muss einen Fehler gemacht und damit den Architektenvertrag verletzt haben.
- Die Vertragsverletzung muss den Schaden verursacht haben. Der Architekt haftet nicht für Fehler anderer, selbst wenn sein Plan fehlerhaft ist.
- Der Architekt hat unsorgfältig oder fahrlässig gehandelt und damit schuldhaft gehandelt.
Wenn diese vier Punkte erfüllt sind, haftet der Architekt für Schäden am Bauwerk und für Personenschäden. Zum Beispiel, wenn er die Mindesthöhe für Geländer oder Brüstungen (SIA-Norm 358) missachtet und deswegen jemand verunglückt.
Wann haftet der Architekt für Kostenüberschreitungen?
Der Architekt muss in jeder Bauphase die mutmasslichen Kosten schätzen. Je näher der Projektabschluss rückt, desto genauer muss seine Schätzung sein. Die Toleranz liegt in der Regel bei plus/minus 10 Prozent. Damit er und der Bauherr die Kosten jederzeit kontrollieren können, muss der Architekt eine detaillierte Bauabrechnung führen, die unter anderem ausweist, ob mit Mehrkosten zu rechnen ist. Sobald Mehrkosten absehbar sind, muss der Architekt den Bauherren informieren.
Wenn die Mehrkosten nach Bauabschluss innerhalb der Toleranzgrenze liegen, trägt sie der Bauherr. Ausser, der Architekt hat den Vertrag eindeutig verletzt. Sobald die Kosten die Toleranzgrenze überschreiten, liegt der Verdacht nahe, der Architekt hätte den Vertrag verletzt. Dann haftet er grundsätzlich und muss beweisen, dass die Mehrkosten beispielsweise durch Sonderwünsche der Bauherren entstanden sind. Falls ihm das misslingt und die Kostenüberschreitung auf eine Vertragsverletzung zurückzuführen ist, kann sich der Architekt nicht auf die Toleranzgrenze berufen. Wie hoch sein Anteil an den Mehrkosten ist, muss abgeklärt werden.