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Was versteht man unter einem Trauma?
Ein Trauma kann entstehen, wenn ein Mensch unerwartet überwältigt wird von einer äusseren Bedrohung, die subjektiv entweder als lebensgefährlich eingestuft und/oder als so schlimm betrachtet wird, dass man die seelischen und körperlichen Schmerzen nicht aushalten kann.
Voraussetzung ist, dass wir einer Extremsituation ausgesetzt sind, auf die wir nicht vorbereitet sind und in der wir uns nicht zu helfen wissen. Wir sind dem Geschehen ausgeliefert, können uns weder verteidigen noch davor fliehen. Überlebens- und Schutzmechanismen werden aktiviert, der Organismus erstarrt und kann in eine Dissoziation fallen, damit er das Unerträgliche nicht mehr spüren muss.
Das Nervensystem reagiert auf Gefahr und mobilisiert grosse Mengen von Energie für eine Verteidigung. Sind wir erfolgreich, kehrt das Nervensystem wieder zu seiner normalen Funktionsweise zurück. Gelingt es uns hingegen nicht, verbleibt die überschüssige Energie im Körper. Wird diese Energie nicht entladen, verhält sich der Organismus, als wäre die Gefahr noch nicht vorbei, und befindet sich dadurch in einer ständigen Überbelastung und einem dauerhaften Erregungszustand. Wenn der Organismus es nicht schafft, seine Balance wieder herzustellen, entwickeln sich Traumasymptome.
Folgen einer Traumatisierung
Nach einem traumatischen Ereignis und der enormen Stressbewältigung versucht das Gehirn, die gesamten Inhalte zu integrieren und damit fertigzuwerden. Dabei schwankt der Mensch für 6 bis 12 Wochen zwischen gegensätzlichen Verwirrtheitszuständen. Bei rund einem Drittel der Menschen entwickelt sich eine PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung). Hier einige Symptome:
- Intrusionen (Albträume, Wiedererleben von Traumaerinnerungen, Bildern, Gedanken, Flashbacks)
- Konstriktion (Rückzug, Entfremdung, Kontaktvermeidung, Empfindungslosigkeit, Dissoziation, Konfrontation mit dem Ereignis vermeiden)
- Übererregung (emotionale Schwankungen, Reizbarkeit, Angstzustände)
Beratung und Unterstützung
Wenn Sie unter den Folgen eines traumatischen Ereignisses leiden, erhalten Sie auf unserer Beratungsstelle Hilfe und Unterstützung. Wir können Ihnen aufklärende Informationen zum Thema Trauma geben (Entstehung, Folgen, Verlauf, Aufarbeitung) und helfen Ihnen, sich darin zu verstehen. Wir bieten keine Traumatherapie an, unterstützen Sie jedoch in der Stabilisierung und Ressourcenaktivierung und vermitteln für die Traumaauflösung an erfahrene Therapeutinnen und Therapeuten.
In der Beratung sind wir darauf bedacht, Sie vor einer Retraumatisierung zu schützen. Wir respektieren Ihre wie auch unsere Grenzen.