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Unter den rezeptfreien Schmerzmitteln gelten Paracetamol-Präparate als besonders verträglich – vor allem wenn es um eine speziell empfindliche Patientengruppe geht: die schwangeren Frauen. Die meisten Medikamente gelangen bei einer Schwangerschaft durch die Plazenta in das ungeborene Kind. Deshalb sollten Schwangere besonders vorsichtig sein, da allenfalls der Fötus geschädigt werden kann.
Paracetamol – vertrieben beispielsweise unter den Markennamen «Panadol» oder «Dafalgan» – wird als für Schwangere besonders gut verträgliches Schmerzmittel angepriesen. Empfohlen auch von Ärzten als Alternative zu anderen Präparaten wie etwa Aspirin.
Dabei galt Paracetamol im Jahre 1887, als es erstmals von Menschen geschluckt wurde, noch als sehr schlecht verträglich und geriet deshalb auch rasch wieder in Vergessenheit. Für die Nebenwirkungen, so zeigte sich später, waren aber Verunreinigungen verantwortlich gewesen. Diese griffen das Eisen in den roten Blutkörperchen an, die Folgen waren eine Verdunkelung der Haut und blaue Lippen.
Seit den 1950er Jahren sind nun einwandfrei hergestellte Paracetamol-Präparate erhältlich. Unbedenklich war Paracetamol allerdings nie: In hohen Dosen wirkt es beispielsweise stark leberschädigend. Und zwei grossangelegte skandinavische Studien bei schwangeren Frauen zeigen nun, dass Paracetamol im Verdacht steht, das Risiko für das «Zappelphilipp-Syndrom» ADHS bei Kindern zu erhöhen.
Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, Link öffnet in einem neuen Fenster, das unter anderem auch für die Beipackzettel von Medikamenten zuständig ist, überlegt sich deshalb eine Anpassung der Warnungen für Schwangere. Bis jetzt steht auf dem Zettel: «Das Risiko einer Paracetamol-Einnahme während der Schwangerschaft in korrekter Dosierung gilt zur Zeit als gering.» Könnte sein, dass sich diese Zeiten bald ändern.