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Davide Longo steht wie ein Solitär in der italienischen Literaturlandschaft: In seinen drei bisher erschienenen Romanen «Der Steingänger», «Der aufrechte Mann» und aktuell in «Der Fall Bramard» (Rowohlt 2015, aus dem Italienischen von Barbara Kleiner) geht es stets um die existentiellen Themen – Identität, Würde, Liebe und Tod, Schmerz und Vergessen, Standhaftigkeit –, und immer sind sie sprachlich wie aus einem Block gemeisselt. In «Der Fall Bramard» kehrt Longo zurück in seine piemontesische Heimat: Der pensionierte Kommissar Corso Bramard lebt in einem Dorf am schönsten Wanderweg der Alpen, der Grande Traversata delle Alpi. Einst war er einem Frauenmörder auf der Spur, doch kurz vor der Aufdeckung wurde seine eigene Frau zum Opfer. Zwanzig Jahre später meldet sich der Mörder mit einem anonymen Brief wieder bei Bramard. Davide Longo hat einen aussergewöhnlichen Kriminalroman geschrieben über die Nähe von Schönheit und Verbrechen, und über Verletzungen, die man jahrelang in sich trägt, bis der Moment kommt, sich ihnen zu stellen und sie zu überwinden.
Davide Longo, *1971 in Carmagnola im Piemont geboren, lebt in Turin, wo er am Literaturinstitut «Scuola Holden» unterrichtet. Er schreibt Prosa, Hörspiele und Drehbücher für Kurzfilme. Für sein Romandebüt «Der Steingänger» erhielt er mehrere Preise, auch «Der aufrechte Mann» (2012) wurde von der Presse enthusiastisch aufgenommen.
In Zusammenarbeit mit dem Istituto Italiano di Cultura und der Società Dante Alighieri di Zurigo.
Büchertisch: Buchhandlung am Hottingerplatz