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Western. USA 1962
Alternative Titel Das war der Wilde Westen;
The River - The Plains - The Civil War - The Railroad - The Outlaws
Regie John Ford, George Marshall, Henry
Hathaway
Drehbuch James R. Webb
Produktion Bernard Smith
Musik Alfred Newman
Kamera William H. Daniels, Milton Krasner, Charles Lang, Hoseph LaShelle
Schnitt Harold F. Kress
Darsteller Debbie Reynolds, Carroll Baker, George Peppard, James Stewart,
Gregory Peck, Henry Fonda, Richard Widmark, Lee J. Cobb, Carolyn Jones, Karl Malden,
Robert Preston, Eli Wallach, John Wayne, Walter Brennan, Agnes Moorehead,
Harry Morgan, Thelma Ritter, Russ Tamblyn, Lee Van Cleef, Spencer Tracy (Erzähler)
Länge 165 Min.
Kinostart 20.2.1962
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.|
©
Text Marco, molodezhnaja 12.6.10
© Bilder MGM, Screenshots molodezhnaja
STORY
Nordamerika im Jahr 1839: Nach der Eröffnung des Erie-Kanals zieht es immer mehr Menschen gen Westen, die auf unbesiedeltes Land aus sind. Zu ihnen gehört auch der alte Zebulon Prescott (Karl Malden) aus Neuengland, der mit seiner Frau Rebecca (Agnes Moorehead) sowie den Töchtern Eve (Carroll Baker) und Lillith (Debbie Reynolds) unterwegs ist. Auf ihrer langen Reise treffen sie den Trapper Linus Rawlings (James Stewart), in den Eve sich verliebt. Doch die Familie muss weiter - Richtung Ohio, wo sie siedeln möchten. Als der Vater stirbt, beschliessen Eve und Lillith, zu seinen Ehren genau dort ihr Domizil aufzuschlagen. Eve wird mit Linus denn auch sesshaft, während Lillith bald in St. Louis als Revuegirl arbeitet. Eine Liebe zum verschuldeten Glücksspieler Cleve Van Valen (Gregory Peck) etwa hält nicht lange, da eine Goldmine in Kalifornien, die Lillith geschenkt bekommen hat, nichts abwirft. Einige Jahre später zerreisst der Bürgerkrieg das Land. Eve, die ihren Mann bereits verloren hat, muss ansehen, wie ihr Sohn Zeb (George Peppard) an die Front geht und unter den Nordstaaten-Generälen Ulysses S. Grant (Harry Morgan) und William T. Sherman (John Wayne) kämpft. Danach verdingt er sich als Offizier der US-Kavallerie und wird mit Jethro Stuart (Henry Fonda) in den Konflikt mit den Indianern verwickelt, bevor er nach Arizona weiterzieht. Dort taucht auch seine Mutter Lillith auf.
REVIEW
Das Aufkommen der Flimmerkiste sorgte in Hollywood für gewaltige Umsatzeinbussen. Die Produzenten setzten darum auf immer neue Wege, um das Publikum wieder in die Kinos zu locken. Etwa 3D oder starbesetzte Spektakel. Ein ganz besonders keckes Projekt war Cinerama. Dieses Panorama-Bildverfahren sollte den Kinobesuch zum noch überwältigenderen Ereignis machen. Dazu wurde mit einer riesigen Kamera aus drei nebeneinander montierten Linsen gedreht. Im Kino setzte dies eine gekrümmte Panorama-Leinwand voraus, die dem Zuschauer ein gigantisches Bild brachte, das beinahe den gesamten Sichtbereich abdeckte. Sozusagen die Vorstufe zu IMAX.
Das MGM-Epos "How the West Was Won" war der vielleicht grösste Film in diesem Verfahren. Wenn sein Superbreit-Bild auf ein rechteckiges Widescreen-Format gedrückt wird, entstehen bei Bewegungen seltsame Verzerrungen. Der Fischaugen-Effekt. Bewegungen von einer Seite zur nächsten sind besonders mühsam. Die Blu-ray bietet auf Disk 2 ein Bild an, welches das Kinoformat simuliert und dieses Verzerren links und rechts nicht aufweist - dafür ist das Bild nicht mehr rechteckig, sondern eine langgezogene Hyperbel. Beide Formate sind nicht ideal und schaden dem Genuss etwas.
Ausserdem hat die Technik nicht nur verzerrte Bilder zur Folge, sie verunmöglicht auch Nahaufnahmen: Geht die Kamera nämlich zu nah, bilden die drei Linsen den Kopf verzerrt ab. "How the West Was Won" wirkt daher distanzierter - dramatische Nahaufnahmen fehlen komplett. Als Entschädigung dafür bekommen wir Bilder von selten gesehener Reichhaltigkeit. Es scheint oft, als würden 180° Sichtfeld abgedeckt, voller Wälder, voller Landschaften, voller Bildinformationen. Ab und zu tauchen die "Nähte" auf, welche die drei Bilder trennten, doch die Restauration entfernte sie weitgehend und sorgt für einen eindrücklichen visuellen Rausch.
Doch das Grossprojekt, das 15 Millionen Dollar verschlang und im Jahr 1962 zum erfolgreichsten Film avancierte, ist nicht nur in seiner Optik ein wuchtiges Ding, sondern auch bei seiner Cast & Crew. Hinter der Kamera standen mit John Ford, George Marshall und Henry Hathaway drei Westernikonen, und vor der Kamera versammelten sie gut zwei Dutzend Stars, die in Hollywood en vogue waren. Die nominellen Hauptdarsteller: die soliden Mädels Debbie Reynolds und Carroll Baker. Der anfänglich etwas steife George Peppard dominiert derweil die zweite Filmhälfte. Und um sie herum versammelt sich ein wahres Who-is-Who.
Den Anfang macht Jimmy Stewart, der für seinen Part gut und gerne 20 Jahre zu alt ist. Gregory Peck gibt solide den Scharlatan, Henry Fonda den Indianerfreund, Richard Widmark überzeugt als Bahnunternehmer, Karl Malden als Patriarch der Sippe, Eli Wallach als Schurke, Spencer Tracy als Erzähler und John Wayne in einer kurzen Rolle als Nordstaatengeneral. Nicht jeder in dieser Truppe zeigt eine Bestleistung, doch alle zusammengenommen sind ziemlich beeindruckend. Welcher Regisseur wo am Werk war, ist derweil rein künstlerisch schwer zu sagen, aber alle drei haben ihre Hochs und Tiefs.
Der legendäre John Ford zeichnete verantwortlich für die Bürgerkriegssequenz und durfte als Actionhighlight eine Kriegsszene inszenieren. George Marshall drehte "The Railroad" und sein grosser Moment kommt beim gigantischen Angriff der Büffelherde. Es sind Actionszenen wie diese, die den etwas langen und bisweilen geschwätzigen Film aufheizen. Der wichtigste Regisseur im Team, Henry Hathaway, übernahm die restlichen: Etwa eine Fahrt auf einem reissenden Fluss oder im Finale der Angriff auf den Zug. Alles tolle Sequenzen.
Ist alles dazwischen öde? Sicherlich nicht. Die Optik alleine hält das Interesse wach, die Schauspieler erledigen den Rest. Und die Story bietet, passend zum Titel, alle möglichen Facetten zum Thema Frontier und West-Expansion. Echte Langeweile kann gar nicht einkehren - aber man wünscht sich eine etwas dynamischeren Film. Die statische Kamera, das Fehlen von Close-ups, der epische Charakter, all das macht die Sache etwas steif. Und daher ist man froh um jede Actionsequenz. Und um jeden Wechsel der Location: mal grüner Osten, mal staubiger Westen, mal Indianerland, mal schneebedeckte Gipfel, mal eine Stadt.
Und man freut sich jederzeit über die pompösen Rhythmen von Alfred Newman, die das Ganze begleiten. Newmans wuchtiger Soundtrack gehört auf jeden Fall zu den Hauptattraktionen von "How the West Was Won". Zum Meisterwerk reicht es diesem als Westen-Denkmal konzipierten Epos also nicht, zu grosser Hollywood-Unterhaltung aber schon. Von der gut vierminütigen Ouvertüre über die vielen kleinen Highlights bis hin zum Abspann sieht man hier buchstäblich grosses Kino. Und daher ist man auch schneller bereit, die Längen und aus der Technik resultierenden Probleme hinzunehmen. Auf jeden Fall gibt es nicht viele Filme wie diesen hier.
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EXTERNE REVIEWS
imdb.com
SCREENSHOTS
Screenshots der DVD mit TotalMedia Theatre 3, verkleinert und leicht geschärft mit CorelPaint
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