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Anfangs Juli wurde bekannt, dass Microsoft die semantische Suchmaschine Powerset inklusive Belegschaft und Patenten gekauft hat. Von den beiden Parteien wurde kein Kaufpreis genannt, der geschätzte Preis von etwas mehr als 100 Mio. $ wurde allerdings nicht dementiert.
Powerset wurde vor gut eineinhalb Jahren mit 12.5 Mio. Risikokapital gegründet und hatte damals einen geschätzten Marktwert von 42.5 Mio. Mit dem Versprechen, die semantische Suche im Web zu revolutionieren und einer geschickten PR-Abteilung gelang es ihnen, sich ein Image als potentieller „Google-Killer“ zu zulegen.
Die semantische Suche unterscheidet sich von den herkömmlichen Suchmaschinen wie Google dadurch, dass die Suchanfrage mit einem normalen Satz gemacht werden kann. Ich frage also die Suchmaschine „Wer war der erste Mann auf dem Mond?“ und die Antwort sollte dann „Neil Armstrong“ sein. Bei Google würde die Anfrage in Stichworten geschehen. Der Vorteil einer semantischen Suchmaschine ist darin zu sehen, dass sie zum Beispiel das Wort „Mutter“ richtig interpretieren kann, ob der eine Elternteil oder das Gegenstück einer Schraube gemeint ist. Bei Google wird im Ergebnis nicht darauf geachtet, da die Suchmaschine die Stichworte verarbeitet, ohne deren Bedeutung zu kennen.
Der grosse Nachteil der semantischen Suchtechnik ist die Tatsache, dass die Abwicklung einer Suchabfrage rund 100 Mal mehr kostet, als eine Suchabfrage bei Google. Hier ist auch der Grund zu sehen, dass die Firma sich an Microsoft verkauft hat. Um auf diesem Gebiet weiter zu forschen, sieht die Zukunft mit den Ressourcen von Microsoft wohl rosiger aus.