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Vom 30. Juli bis 5. August 1947 fand in Seelisberg die sog. «Konferenz von Seelisberg» statt, offiziell die «Internationale Dringlichkeitskonferenz zum Problem des Antisemitismus». Die Konferenz war die zweite Konferenz des Internationalen Rates der Christen und Juden (ICCJ). Ihr Zweck war es, die Ursachen des christlichen Antisemitismus zu erfassen, den es auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch gab, und die Erarbeitung von Massnahmen, um diesen zu bekämpfen. Es kamen 63 Teilnehmende und 2 Beobachter aus zwölf Nationen zu dieser Konferenz, sowohl Juden als auch Christen (Protestanten und Katholiken, Geistliche und Laien). Sie befassten sich unmittelbar mit der Frage des Antisemitismus und fragten, in welchem Grade die christliche Lehre durch Tradierung antisemitischer und antijudaistischer Vorurteile Feindseligkeiten gegenüber Juden und das Judentum begünstigten. Die «Konferenz von Seelisberg» arbeitete die zehn «Seelisberger Thesen» aus, die bis heute einen Grundstein des theologischen Dialogs von Juden und Christen darstellen.