Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03365.jsonl.gz/837

| Methodius von Olympus († 312) - Gastmahl oder Die Jungfräulichkeit (Symposion seu convivium virginum)

Fünfte Rede: Thallusa
I. Thallusa.
Thallusa.
Thallusa soll ein wenig innegehalten und etwas bei sich erwogen haben, dann habe sie begonnen: Ei, liebe Arete, ich möchte, daß du auch darin meine Gehilfin werdest, damit ich mit Worten an die Öffentlichkeit trete, die deiner und auch der Anwesenden würdig sind. Das größte und eindrucksvollste Weihgeschenk und Weihestück, dazu es kein Gegenstück von gleichem Wert gibt, das Menschen Gott darbringen könnten — das ist die Jungfrauschaft in Kampf und Streit! Davon bin ich fest überzeugt und ich habe diese Überzeugung aus der Hl. Schrift. Sonst hätte man nicht die allein, die sich selbst mit freiem Willen opfern wollten, Erfüller eines großen Gelübdes geheißen, wenn doch viele viel Gutes nach dem Gesetze zur Erfüllung ihrer Gelübde vollbrachten. Denn so heißt das Wort: „Und es sprach der Herr zu Moses: Sprich zu den Kindern Israels und sage ihnen: ein Mann oder ein Weib, das ein großes Gelübde tut, soll seine Reinheit weihen dem Herrn“1. Der eine gelobt Gefäße aus Gold und Silber [S. 323] in den Tempel zu bringen zum Opfer, der eine zu opfern den Zehnten von den Früchten, der andere von dem Vermögen; wieder einer weiht das beste von den Herden und ein andrer seine Existenz. Aber damit vermag keiner ein großes Gelübde dem Herrn zu tun, sondern erst der, der sich selbst Gott ganz darbringt. —
1: Nm 6,2.