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© Marcel Burkhardt
Das Projekt klärt ökologische Engpässe der Rauchschwalbe im Zeitabschnitt zwischen dem Ausfliegen und dem Wegzug.
Die Zeit nach dem Ausfliegen ist eine kritische Periode im Lebenszyklus vieler Vogelarten. Doch ist noch weitgehend unerforscht, welche ökologischen Faktoren die Überlebensrate der jungen Vögel mitbestimmen. Kenntnis darüber ist für das Verständnis der Dynamik von Populationen unabdingbar.
Die frisch flüggen Rauchschwalben werden mit winzigen Sendern ausgerüstet, wodurch die einzelnen Vögel jederzeit geortet werden können. So kann zum Beispiel ermittelt werden, wie sich die Raumnutzung der Jungschwalben entwickelt und, dank täglicher Ortungen, welche Vögel wie lange überleben. Ferner erlauben die Funde von toten Jungen Rückschlüsse auf die Todesursachen.
Obwohl die Zeit nach dem Ausfliegen der Jungen als kritische Periode im Lebenszyklus vieler Vogelarten angesehen wird, fehlen quantitative Untersuchungen weitgehend. Diese sind aber für das Verstehen der Ökologie und Populationsdynamik einer Art unerlässlich.
Die Dissertation von Martin Grüebler analysiert mit Experimenten die Auswirkung des Eltern-Verhaltens auf die Überlebensrate der Jungvögel nach dem Ausfliegen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Betreuungsdauer durch die Rauchschwalben-Eltern die Überlebenschancen stark beeinflusst. Da aber Rauchschwalben in der Regel zweimal brüten, ist die Betreuung der Jungen der Erstbrut kürzer als ideal wäre. Dadurch nehmen die Eltern eine Verminderung der Überlebensrate der Erstbrut in Kauf, aber sie sichern sich so gleichzeitig bessere Bedingungen für die Aufzucht der zweiten Brut. Insgesamt bringt dieser Kompromiss eine grössere Zahl selbständiger Junger, als dies mit einer ideal und einer schlecht betreuten Brut möglich wäre.
Der Zeitpunkt der Familienauflösung ist demnach eine `Entscheidung´ der Eltern, die den lebenslänglichen Bruterfolg maximiert.
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