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Stunde der Wahrheit im Fall Lance Armstrong: Nach all den Jahren der Dementis und Rechtsstreitigkeiten hat der gefallene Rad-Star eine Beichte abgelegt. «Ja», antwortete Armstrong, als ihn US-Talkmasterin Oprah Winfrey in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Interview fragte, ob ihm Doping zu seinen Radsportrekorden verholfen hätte. Ohne die Substanzen hätte er seine inzwischen aberkannten sieben Tour-de-France-Titel nicht gewonnen, sagte der 41-Jährige mit einem dünnen Lächeln. «Hat sich das damals nicht falsch angefühlt?», apellierte Winfrey an sein Gewissen. Seine Antwort: «Nein.»
Der Ex-Radprofi erklärte in dem bereits vor drei Tagen aufgezeichneten Interview, es sei nicht möglich, sieben Tour-de-France-Titel ohne Doping zu gewinnen. «Ich habe die Kultur nicht erfunden und ich habe nicht versucht, die Kultur zu stoppen.»
Armstrong hatte in der Vergangenheit vehement die Einnahme verbotener Mittel bestritten. Warum er gerade jetzt spricht, kann er nicht sagen. «Ich weiss es nicht. Es ist zu spät, es ist für viele Menschen zu spät, und das ist mein Fehler.»
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) forderte Armstrong derweil zu einem umfassenden Geständnis unter Eid auf. Lediglich die Offenlegung aller Details seiner Doping-Aktivitäten vor den zuständigen Anti-Doping-Behörden könne zu einer Überprüfung der lebenslangen Sperre des US-Amerikaners führen, hiess es.
Der internationale Radverband UCI hatte im Oktober alle Armstrong-Ergebnisse von August 1998 an gestrichen und ihn lebenslang gesperrt. Dem Texaner drohen nun Schadensersatzklagen und wegen Meineids sogar eine Gefängnisstrafe.