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Gegenwartswestern im alten SchlossKino 19.02.2019
Sie sind die Cowboys der Moderne – Gastarbeiter, die sich verdingen für eine Arbeit an einem unbekannten Ort, in einer Gruppe aus ihnen fremden Männern. Der imponierende Spielfilm «Western» (2017), von Valeska Grisebach mit Laien gedreht, erzählt eine unaufgeregte und gleichzeitig sehr einfühlsame Geschichte von ostdeutschen Saisonniers, die in Bulgarien an einem neuen Ort versuchen anzukommen. Das birgt Tücken, aber auch Möglichkeiten zum Neuanfang. Der Film läuft im Winterkino im Schloss Oberhofen.
Im AuslöschlagerKino 19.02.2019
«Boy Erased» ist die gleichnamige Verfilmung der Memoiren von Garrard Conley. Als Garrard (Lucas Hedges), Sohn der Baptisten Nancy (Nicole Kidman) und Marshall (Russell Crowe), zugibt, homosexuell zu sein, sind diese schockiert. Er wird in ein Camp geschickt mit dem Ziel, seine für die fromme Kleinstadt unakzeptable Orientierung nach streng biblischer Erziehung «auszulöschen» und aus ihm einen heterosexuellen Mann zu machen.
Für das Ende am StartKino 19.02.2019
Als die 60-jährige Joher den Friedhof besucht, auf dem ihre Schwester begraben ist, und in deren Leben sie immer mehr hineinschlüpft, beschliesst sie, bald im selben Grab zu liegen. Dort begegnet ihr der Totengräber Ali, der ihr bei den Vorbereitungen ihres Ablebens hilft. Die algerische Tragikomödie «Until the End of Time» (2017) lebt von den schrulligen Figuren. Yasmine Chouikhs Regiedebüt läuft im Rahmen des Arab Film Festivals in der Cinématte.
Im Kopf von Wilhelm ReichAusstellungen 19.02.2019
Der Basler Künstler Ivan Mitrovic beschäftigt sich in der Ausstellung «Reich» mit der Orgontheorie des Freud-Schülers und Psychoanalytikers Wilhelm Reich. Dieser vertrat in seiner Theorie unter anderem die Meinung, dass unterdrückte Sexualität zu Faschismus führen könne. Mitrovic weitet diese These spielerisch auf den Kapitalismus aus und entwirft rauschhafte und orgiastische Werke mit Namen wie «Was kostet die Welt (Marx’s Traum)».
Auf allen KanälenAusstellungen 19.02.2019
M.S. Bastian und Isabelle L. bespielten mit ihren fabelhaften Pop-Art-Welten Anfang Jahr bereits die Galerie Casita und Da Mihi in Bern. Jetzt wird auch das Ono von der «Bastomania» ergriffen. Der gleichnamige 556-seitige Bildband blickt auf die 35 Jahre ihres Schaffens zurück. Das Bieler Künstlerpaar lädt im Altstadtkeller zur Diashow und zum «Polstergruppe-Gespräch».
Mathematik in FarbenAusstellungen 19.02.2019
Jede ihrer Bildkompositionen entspringe einer mathematischen Idee, sagt die Künstlerin Johanna Wüthrich. Daraus entwickelt die Bernerin die Grundgestaltung der Formen ihrer Bilder. Mittels Überlagerung erschafft Wüthrich eine kunterbunte, abstrakte Bildwelt, die dreidimensional zu sein scheint. In Stef’s Kultur Bistro stellt sie ihre Werke unter dem Titel «Ordnung – Unordnung» aus.
Süsse Offline-EinsamkeitSounds 19.02.2019
Die in Zürich lebende Musikerin Daniela Weinmann alias Odd Beholder macht melancholischen Traumpop mit Substanz. Auf ihrem Debütalbum «All Reality Is Virtual», mit dem sie zu Bee-flat kommt, befasst sie sich mit dem Irrsinn unserer digitalen Realität, mit «Offline-Einsamkeit» und «obsessiver Selbstvermarktung» auf allen Social-Media-Kanälen.
Perspektive aus der MitteWorte 19.02.2019
Der ehemalige Vizekanzler Österreichs und Präsident des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa, Erhard Busek, ist Co-Autor des Buches «Mitteleuropa revisited. Warum Europas Zukunft in Mitteleuropa entschieden wird». Als Gast der Schweizerischen Gesellschaft für Aussenpolitik referiert er über den Neo-Nationalismus im Osten Europas und die «Neue Spaltung zwischen Ost und West in Europa».
Jazz als AusgangspunktSounds 19.02.2019
Sängerin und Flötistin Melanie Charles aus Brooklyn singt laut «The Village Voice» mit einem Spirit von Erykah Badu und Syd Bennet und versteht Jazz als «Ausgangspunkt, nicht als Ziel». Sie spielt sowohl Jazzklassiker als auch Musik, in der Einflüsse aus dem Gospel, ihrer Opernausbildung oder ihrer haitianischen Heimat zu hören sind. Mit ihrem neuen Quartett Melanie Charles & Make Jazz Trill Again spielt sie exklusiv in der Schweiz.
Die Billie Holiday des FolksKino 19.02.2019
Sie war eine verkannte Figur in der amerikanischen Folkszene der 60er-Jahre. Bob Dylan bewunderte sie, ihre kratzige Stimme berührte und sie galt als folkige Antwort auf Billie Holiday. Doch Karen Dalton blieb eine Unbekannte, wie es der Dokumentarfilm «A Bright Light – Karen and the Process» von Emmanuelle Antille verdeutlicht. Im Fri-Son wird der Film gezeigt und Laure Betris, Melissa Kassab und Dayla Mischler interpretieren Daltons Songs.
Gewiefte GeissFamilie 19.02.2019
Um herauszufinden, was mit ihrer Milch nach dem Melken passiert, begibt sich eine Ziege mit einer Maus auf Entdeckungsjagd. Die beiden erfahren allerlei über die Lebensmittelproduktion auf dem Bauernhof, etwa wie Milch zu Käse wird. Der Chinderbuechlade präsentiert das detailverliebte und lehrreiche Kinderbuch «Die Geiss, die alles weiss» der Illustratorin Mira Gysi in der Kornhausbibliothek.
Eine musikalische SeefahrtSounds 19.02.2019
In der Konzertreihe «Cadenza» geben die Lehrkräfte der Musikschule Biel in ihren eigenen Formationen Konzerte verschiedenster musikalischer Stile. Am Konzert «Wellenreiter» sind Lukas Vogelsang und Tobias Jenni als Duo Cheminée unterwegs, das mit Baritonsaxofon und Klavier den Brunch auf der Rundfahrt über den Bielersee ergänzt, mit Klassikern aus unterschiedlichen Epochen und einigen Seemannsliedern.
BlitzgescheitSounds 19.02.2019
Wien sei mit dem «Defibrillator aus dem popkulturellen Dornröschenschlaf geschockt worden», heisst es auf der Website von Kreisky, fast wöchentlich würden neue aufregende Bands entstehen. Schon über zehn Jahre dabei sind die grantelnden österreichischen Noise-Rocker. Mit ihrem neuen Album «Blitz», dessen tanzbare Lieder Titel wie «Ein Depp des 20. Jahrhunderts» oder «Veteranen der vertanen Chance» tragen, kommen sie ins Rössli.
Neues aus den 80ernSounds 19.02.2019
Ob das neue Album «Bizarre» des Electro-Trip-Hop-Duos Fiji ebenso leichtfüssig daherkommt und einem wie frisch aus den 80er-Jahren um die Ohren fliegt, wie sein Vorgänger? In der Mühle Hunziken lässt sich dies herausfinden: Die Berner Do-it-yourself-Band spielt im Vorprogramm der Zürcherin Annakin, die dort ebenfalls ihre neuste Platte «The End of Eternity» präsentiert.
Kollektive VorbilderKlassik 19.02.2019
Der seit über 60 Jahren als Pianist und in der Ausbildung tätige Volkmar Lehmann ist Solist am Konzert «Vorbilder» des Orchestra Arte Frizzante und ein Vorbild der Orchestermitglieder. Das Berner Orchester, das im Kollektiv Stücke erarbeitet, spielt Bartóks «Divertimento für Streicher», die Ouvertüre von Bachs «La calamità de’cuori» und Mozarts Klavierkonzert Nr. 12 in A-Dur.
Visuell und imaginärWorte 19.02.2019
Im Buch «Welt ohne Inventar» verknüpft die Autorin und Literaturwissenschaftlerin Katja Hachenberg ihre Erzählungen mit den Reliefgesichtern des Bildhauers Reinhard Voss. Somit verbindet sich in diesem Buch das Sichtbare mit der Fantasie. Hachenberg erzählt von Charakteren, die sich gegen die Norm auflehnen und somit als Aussenseiter eingeordnet sind. Im Paradiesli liest sie aus aus ihrem Buch und diskutiert mit Urs Heinz Aerni.
Noch einmal mit GefühlSounds 19.02.2019
Facettenreiches Gitarrenspiel, einnehmende Stimme, durchdachte Texte: Gute Singer-Songwriter sind rar. Der in Bern lebende Engländer Dan Ward (Bild) hält Ausblick nach unentdeckten Talenten. In seiner «Singer Songwriter Night» in der Matte Brennerei begrüsst der Musiker regelmässig einen Gast mit sich auf der Bühne. Im Februar ist dies Michayannick aus Bern. Ein junger Mann mit gefühlvoller Stimme.
In 80 Jahren über den DoppelkontinentWorte 19.02.2019
Wie die Spanier ab 1492 den amerikanischen Doppelkontinent in 80 Jahren unter ihre Herrschaft bringen konnten, ist für Vitus Huber «erklärungsbedürftig». Der Berner Historiker hinterfragt im Buch «Die Konquistadoren. Cortés, Pizarro und die Eroberung Amerikas» die Rolle der Religion genauso wie «Eroberungslizenzen» oder «narrative Strategien der Zeitzeugen». Ebenfalls betrachtet er die Konquistadoren aus den Augen ihrer Zeitgenossen.
Blütejahre des TangosSounds 19.02.2019
Spätestens seit Einführung des aus Deutschland stammenden Bandoneons ab 1910 wurde Tango weltweit populär. Nach 1950 und aufgrund eines staatlichen Versammlungsverbots gingen der Tanz und die Musik in Argentinien beinah vergessen, bis Astor Piazzolla der Musik einen neuen Anstrich verpasste. Mariusz Chrzanowski, Christoph Zbinden, Luiss Carrillo und Nazar Novakovych spielen in Moosseedorf Tangos aus den frühen Blütejahren 1925 bis 1950.
Mit Stimme und Stimmung
Erzählerisch und musikalisch «ein Rebhuhn auseinandernehmen» – das kann irgendwie nur Michael Fehr so richtig gut. Er singt seine Geschichten, die mit handfestem Blues unterlegt sind, wie andere Schauermärchen erzählen. Mit Stimme und Stimmung arbeitend bringt er es fertig, einem die Haare aufzustellen. Der Spoken-Word- Künstler und Sänger weiht im ISC das Album «Im Schwarm» ein, das er mit Gitarrist Manuel Troller entwickelte und mit Andi Schnellmann (Bass) und Rico Baumann (Perkussion) live vorstellt.