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Stanislas Aeby besucht das Kollegium St. Michael (1860–1866). Seine politische Karriere beginnt mit der Ernennung zum Kassier der Tilgungskasse der Staatsschuld. 1881 gibt er dieses Amt auf, da er als Nachfolger des zurückgetretenen Arthur Techtermann in den Staatsrat gewählt wird. Er ist das einzige Regierungsmitglied, das nicht im Kantonsparlament sitzt, bis er am 2. Juli 1882 als Abgeordneter des Saanebezirks in den Grossen Rat gewählt wird. Stanislas Aeby bleibt 33 Jahre im Staatsrat, den er 1896, 1902 und 1910 präsidiert. Er leitet die Kriegsdirektion (Militärdirektion, ab 1902 zusätzlich Waldungen, Weinberge und Liegenschaften) und ist ein getreuer Gefolgsmann Pythons. Ohne wahres politisches Gewicht, zeichnet er sich mehr durch seine Unterstützung des konservativen Regimes als durch seine persönlichen Initiativen aus.
Seine Positionen beruhen auf einem starken Widerstand gegen jede Form von Zentralismus auf militärischer Ebene. Seine Gegner werfen ihm eine Marginalisierung des Kantons in Verteidigungsdingen vor. Nach dem Scheitern seiner Bemühungen, den Kantonshauptort zu einem eidgenössischen Waffenplatz zu machen, verzichtet Freiburg auf die Erneuerung seines Abkommens mit dem Bund über die militärischen Anlagen und Übungen, so dass die Pérollesebene ihre Funktion als Exerzierplatz verliert und für die wirtschaftliche Entwicklung zur Verfügung steht. Der einzige Bau, der die Schwächen von Aebys Bilanz etwas ausgleicht, ist das zweite Zeughaus in Pérolles, das im Jahr 1905 gebaut wurde.
In der Armee nimmt er als 1. Unterleutnant am Grenzwachtdienst teil (1870). Zuletzt bekleidet er den Rang eines Majors und ist Kommandant des 13. Bataillons (1878–1883).
Am 29. März 1914 stirbt Stanislas Aeby in Ausübung seines Amtes. Durch Krankheit geschwächt, hatte er schon lange an einen Rücktritt gedacht. Sein Neffe Marcel Vonderweid folgt ihm ins Staatsrats-Amt nach.