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Tour #6
Swiss Dreams
5.–28. Mai 2023
Konzertprogramm
Antonio Vivaldi (1678 – 1741)
Concerto Grosso in a-Moll RV 356 op.3 Nr. 6
Hermann Suter (1870 Kaiserstuhl – 1926 Basel)
Violinkonzert A-Dur op. 23
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847)
Ein Sommernachtstraum op. 61 (Auszüge)
George Templeton Strong (1856 – 1948 Genf)
Le Livre d’Images, Suite Nr. 3
Hermann Suter (1870, Kaiserstuhl – 1926, Basel) war einer der bedeutendsten Komponisten der Schweiz und hat das Musikleben des Landes nachhaltig geprägt. Als Dirigent stand er dem Basler Gesangverein sowie der Liedertafel vor und leitete über 20 Jahre lang bis kurz vor seinem überraschenden Tod 1926 die Konzerte der Allgemeinen Musikgesellschaft Basel. Von 1918 bis 1921 wirkte er zudem als Direktor des Basler Konservatoriums. Als Dirigent war er ein wichtiger Fürsprecher zeitgenössischer Komponisten und führte unter anderem Werke von Richard Strauss, Igor Strawinsky, Arnold Schönberg, Béla Bartók und Arthur Honegger auf. 1913 zeichnete ihn die Universität Basel mit der Ehrendoktorwürde aus.
Wichtig war Suter in seinen Programmen, musikalische Entwicklungslinien aufzuzeigen, die zeitlich grosse Bereiche abdeckten, um dadurch das «Publikum zu erfreuen und zugleich zu führen, ohne dass es einer Belehrung inne wurde». Dieses Ideal hat das Swiss Orchestra bei der Programmgestaltung seiner Tour #6 aufgegriffen und stellt Suters spätromantischem Violinkonzert A-Dur op. 23 Antonio Vivaldis Concerto Grosso in a-Moll RV 356 op. 3 Nr. 6 gegenüber. Diese Kombination wählte auch Suter anlässlich der zweiten Aufführung des Violinkonzerts, die im Februar 1922 und damit einen Monat nach der Uraufführung durch den Widmungsträger Adolf Busch stattfand.
Dieser eigenwilligen Kombination eines spätromantischen und eines hochbarocken Stückes setzen wir noch eins obendrauf: Nach Beethovens Tod entbrannte in der Musikwelt ein erbitterter Streit darüber, ob die Zukunft der tönenden Kunst in der «reinen» absoluten Instrumentalmusik oder in der erzählenden Programmmusik liege. Und so stellen wir den beiden «absoluten» Werken von Suter und Vivaldi mit Felix Mendelssohn Bartholdys «Sommernachtstraum» (Auszüge) sowie der Suite «Le Livre d’Images» von George Templeton Strong zwei Kompositionen entgegen, die geprägt sind von ihrer bildhaften Musiksprache wie von ihrem programmatischen Inhalt.
George Templeton Strong ist ein Genfer Komponist mit amerikanischen Wurzeln, der 1856 in New York geboren wurde. Er liess sich nach mehreren Aufenthalten 1897 endgültig in der Schweiz nieder, wo er 1948 in Genf starb. 1918 wurde Strong in das Komitee des Genfer Conservatoire de musique gewählt und unterstützte ehrenamtlich die Förderung junger Talente. Strong war eine herausragende Persönlichkeit im Westschweizer Musikleben seiner Zeit und wurde als solche geehrt, etwa durch die zwischen seinem 75. und seinem 90. Geburtstag alle fünf Jahre stattfindenden Konzerte und Empfänge des Genfer Conservatoire. Als Liebhaber der Schweizer Berge widmete er sich mit Begeisterung der Aquarellmalerei, schrieb aber auch mehrere Symphonische Dichtungen und Kammermusik. Wie sehr sich die beiden Künste in Strongs Werk verschränken, wird auch in seiner klangschönen und farbigen «Bilderbuchsuite» mit ihren sprechenden Satztiteln «Jack le tueur de géants», «Les rêves de cendrillon» und «Cortège orientale» deutlich. Das Werk «Le Livre d’Images, Suite Nr. 3» wurde 2020 vom Genfer Didier Godel erstmals aufgrund der in der Universitätsbibliothek befindlichen Originalmanuskripte ediert. Diese Fassung rekonstruiert den dritten Satz «Cortège orientale» erstmals in seiner Urgestalt für Kammerorchester.
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Michael Barenboim erweckt die Musik mit seiner Violine zum Leben – und lässt sie dabei in all ihrer Vielfalt stets für sich selbst sprechen. Musikkritiker rühmen seine Interpretationen als «verblüffend», «aufregend», «wunderbar überzeugend und fesselnd». Dabei fühlt er sich nicht nur dem klassischen und romantischen Kernrepertoire verpflichtet, sondern widmet sich auch intensiv Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts, mit denen er höchste Anerkennung erntet.
Zu den Höhepunkten der letzten Jahre gehörte sein Einstand bei den Berliner Philharmonikern unter Vasily Petrenko. Wie schon bei seinen früheren erfolgreichen Debüts mit renommierten Orchestern, unter anderem mit den Wiener Philharmonikern unter Daniel Barenboim, dem Chicago Symphony Orchestra unter Asher Fisch und dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta, stand auch in Berlin Schönbergs Violinkonzert auf dem Programm. Auf einer Tournee mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Gianandrea Noseda spielte er die Violinkonzerte von Bruch und Tschaikowsky.
In den letzten Jahren debütierte Michael Barenboim unter anderem bei den Münchner Philharmonikern, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem hr-Sinfonieorchester, dem Gürzenich-Orchester Köln, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, der Accademia di Santa Cecilia, dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, der Filarmonica della Scala, dem Tonhalle-Orchester Zürich, der Academy of St Martin in the Fields, dem Gulbenkian-Orchester, dem Spanischen Nationalorchester, bei den Symphonieorchestern von Shanghai und Guangzhou sowie dem Boulez Ensemble. Soloprogramme spielte er unter anderem bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall, in der Wigmore Hall, dem Barbican Centre, der Carnegie Hall, der Elbphilharmonie, dem Konzerthaus Dortmund, dem Pierre Boulez Saal, dem Melbourne Recital Centre, dem Sydney Opera House, dem Teatro San Carlo di Napoli, dem Teatro Comunale di Bologna und der Kumho Art Hall.
Neben seinen Soloauftritten und Rezitalen spielt Michael Barenboim als Konzertmeister beim West-Eastern Divan Orchestra und beschäftigt sich regelmäßig und intensiv mit Lehrtätigkeiten: In der Barenboim-Said Akademie in Berlin leitet er den Bereich Kammermusik; darüber hinaus gibt er weltweit zahlreiche Meisterkurse.
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