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13/10/17
Warum CSR – lohnt sich das?
Der Trend zum gesellschaftlich verantwortungsvollen Investieren besteht schon seit längerem, dennoch hat sich das globale Wachstum von SRI-Anlagen nicht abgeschwächt. Derzeit beläuft sich das Volumen der SRI-Vermögen auf mehr als ein Viertel des verwalteten Gesamtvermögens weltweit, wobei Europa mit einem SRI-Anteil von über 50% der Gesamtanlagen das Feld anführt.
Grafik 1: Growth of SRI Assets by Region 2012-2016, billion USD
Quelle: HQAM, Global Sustainable Investment Alliance (GSIA) Global Sustainable Investment Review 2014;2016
Für den Trend zum nachhaltigen Investieren gibt es eine Reihe von Gründen. Der wichtigste ist jedoch, dass die Evaluation einer Anlage unter CSR-Aspekten oft als zusätzliches Risikomanagementinstrument wahrgenommen wird, was auch in einer Studie vom CFA Institute bestätigt wurde1.
Diverse Beispiele zeigen, dass eine rechtzeitige Vermeidung von Unternehmen mit fragwürdiger Nachhaltigkeitspolitik das Investitionsrisiko minimiert:
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Ein Extremfall ist Transocean mit seiner langen Geschichte schlechter Nachhaltigkeitswerte im Vergleich zu anderen Firmen im Bereich Tiefwasserbohrungen. Nach der Deepwater Horizon-Katastrophe im Jahr 2010 hat sich der Kurs von Transocean innerhalb von zwei Monaten halbiert. Jeder nachfolgende Unfall, von dem das Unternehmen betroffen war, wurde von einem starken Kursrückgang begleitet. Dies führte zu einem extrem hohen Beta von 1,67.
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Valeant Pharmaceuticals, ein weiteres Unternehmen mit schlechtem CSRRanking, erlebte nach einem Preisskandal einen Kurssturz von 80% zwischen August 2015 und April 2016.
CSR-Filter trägt zur Leistung bei
Ein Blick auf historische Daten zeigt, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung beim Aufbau eines Portfolios extreme Risiken vermeiden hilft. Darüber hinaus gibt es eine Menge an Statistiken, welche die Fähigkeit eines CSR-Faktors zur Erzeugung von Alpha bestätigen. Obwohl erste Forschungsergebnisse gegen das Thema Nachhaltigkeit sprachen, beweisen jüngste Studien den Mehrwert der Nachhaltigkeitsanalyse. Das Stereotyp der unterdurchschnittlich performenden "grünen" Portfolios entstand aus den Screenings nach Negativkriterien, die zu Beginn des SRI-Trends auf die Portfolios angewendet wurden: Ganze Branchen wurden ausgeschlossen, so dass die Portfolios völlig undiversifiziert waren. Oft bestand dabei eine Biais zu kleineren Technologiewerten. In der Tat gibt es Studien, die eine negative oder neutrale Beziehung zwischen SRI-Faktoren und Aktienperformance zeigen, aber weit mehr Studien plädieren für Nachhaltigkeitsinvestitionen.
Morgan Stanley3 hat beispielsweise 10.228 Investmentfonds und 2.874 Mandate untersucht und kam zum Schluss, dass es eine positive Beziehung zwischen Investitionen in Nachhaltigkeit und operativer Performance gibt – die Renditen von nachhaltigen Investitionen übertreffen die Performance von vergleichbaren traditionellen Anlagen. Eccles, Ioannou und Serafeim4 stellten fest, dass ein "High-Sustainability"-Portfolio ein Portfolio mit einer "schlechten Nachhaltigkeit" um jährlich um 4,8% übertrifft.
Gute CSR-Unternehmen sind oft auch finanziell gute Unternehmen
Offensichtlich beurteilt der Markt Investitionen in Nachhaltigkeit positiv, was durch bessere Kennzahlen bestätigt wird. Friede, Busch und Bassen5 haben über 2000 Studien zum Zusammenhang zwischen CSR und Unternehmensperformance ausgewertet und kommen zum Schluss, dass es sich lohnt, in CSR zu investieren. Denn gute CSR-Ergebnisse gehen mit überdurchschnittlichen Finanzergebnissen einher. Die Berücksichtigung von CSR-Aspekten führt oft zu reduzierten Kapitalkosten und einer erhöhten Kapitalrentabilität und Tobins Q.
Der HQAM Ansatz für nachhaltige Investitionen
Eine Analyse der durchschnittlichen Nachhaltigkeitswerte auf Sektorebene zeigt, dass in den meisten Fällen das durchschnittliche Quality-Sektorunternehmen einen höheren Wert ausweist als das durchschnittliche Sektorunternehmen der Benchmark (siehe nachstehende Tabelle). Die Ergebnisse bestätigen, dass die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens und CSR nicht im Widerspruch zu einander stehen müssen, im Gegenteil wie die Ergebnisse für die Bereiche Bauprodukte, Chemie, IT-Dienstleistungen, Pharmazeutika zeigen.
Grafik 1: Growth of SRI Assets by Region 2012-2016, billion USD
Quelle: HQAM, MSCI, Sustainalytics
Die Schlussfolgerung ist daher ziemlich klar: Unternehmen mit einer guten CSR Praxis profitieren nicht nur von einem höheren Vertrauen der Investoren, sondern auch von einer langfristig besseren Positionierung. Dies aufgrund der Tatsache, dass am Ende die Betriebskosten sinken, die Kapitalbeschaffung günstiger wird, höhere Gewinne erzielt und die Bewertungen besser werden.
Bei HQAM machen wir laufend die Erfahrung, dass finanziell gesunde Unternehmen auch hohe CSR-Ratings haben bzw. Finanzstärke sogar die Voraussetzung für gute CSR-Ratings ist, was die oben getroffene Aussage validiert. Geberit zum Beispiel, ein Schweizer Sanitär- und Systemhersteller, weist außergewöhnlich gute Finanzergebnisse aus und geniesst gleichzeitig die höchstmögliche Nachhaltigkeitsbewertung bei Sustainalytics.
Grafik 3: Financial conditions of Geberit AG
Quelle: HQAM
Wirtschaftliche Nachhaltigkeit ist der Kern des HQAM Quality Anlageprozesses. Der Prozess beinhaltet eine spezifische SRI-Plausibilitätsprüfung, um zu beurteilen, ob aus Risikoperspektive ethische Normen eingehalten werden.
Quellen:
1. ESG Issues in Investing: Investors Debunk the Myths. (2015). CFA Institute,
https://www.cfainstitute.org/ethics/Documents/issues_esg_investing.pdf.
2. Kelly, R. (2016). Sustainable Investing as Performance Investin. Thornburg Investment Management.
3. Sustainable Signlas: New data from the Individual Investor.(2017). Morgan Stanley Institute for Sustainable Investing.
4. Eccles, R. G., Ioannou, I., & Serafeim, G. (2013). The Impact of Corporate Sustainability on Organizatioonal Processes and Performance. Harvard Business School Working Paper Series. Harvard Business School.
5. Friede, G., Busch T. & Bassen, A. (2015). ESG and financial performance: aggregated evidence from more than 2000 empirical studies, Journal of Sustainable Finance & Investment, 5:4, 210-233.