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Eine retrourethrale Schlinge wird bei Männern eingesetzt, um Harninkontinenz zu behandeln, die durch eine geschädigte oder geschwächte Harnröhre verursacht wird, z.B. nach einer radikalen Prostataoperation. Insbesondere wenn nach ausgiebigen konservativen Massnahmen wie Beckenbodengymnastik eine leichte Restinkontinenz bestehen bleibt bietet das Verfahren eine zusätzliche Stabilität im Beckenboden, die häufig die Probleme des Wasserhaltens beseitigen kann. Für Patienten mit einer ausgeprägten Inkontinenz (>3-4 Vorlagen am Tag) ist das Verfahren weniger geeignet, hier kommt der künstliche Schliessmuskel zum Einsatz.
Die Schlinge besteht aus einem dünnen Band, das hinter die Harnröhre am Damm gelegt und von hier im Becken gespannt wird. Es sorgt für eine Stabilisierung des körpereigenen Schliessmuskels im Becken und verhindert somit bei einer Druckbelastung im Bauraum ein Aufpressen des Schliessmuskels. Dadurch wird der Harnröhrenverschluss verbessert und der unwillkürliche Harnverlust reduziert bzw. verhindert.
Die Wahl der geeigneten Behandlung hängt von der individuellen Situation des Patienten ab und sollte in Absprache mit einem Arzt erfolgen.
Bei der Frau gibt es ein analoges Verfahren hierzu. Dieser Eingriff wird jedoch durch die Kollegen der Frauenklinik durchgeführt, bitte sprechen Sie bei Bedarf die Kollegen hierzu an.