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Heute sind Flugzeuge und Hubschrauber ziemlich alltäglich, auch im militärischen Zusammenhang. Aber das war nicht immer so!
Paris, im Winter 1870/71: Die Stadt wird von der preussischen Armee belagert. Die Situation ist nahezu aussichtslos. Die letzte Hoffnung besteht darin, dass Kriegsminister Léon Gambetta dem Feind mit seinen Truppen von Tours aus in den Rücken fällt. Aber wie soll man Gambetta in Tours von der eingekesselten Hauptstadt aus die entscheidende Nachricht zukommen lassen? Die einzige Möglichkeit ist der Luftweg. Doch das Flugzeug ist noch nicht erfunden, der Zeppelin auch nicht – es bleibt also nur der Heissluftballon. Am Abend des 24. November 1870, während die ausgehungerte Bevölkerung von Paris in ihrer Verzweiflung schon den Zoo leer isst, startet der Ballon. An Bord: die Herren Léon Bezier und Paul Rolier (die sich übrigens gegenseitig gar nicht sympathisch sind), begleitet von den guten Wünschen der Dritten Republik. Aber oha lätz: Der Wind bläst aus der falschen Richtung… Als am 25. November 1870 der Morgen graut, befindet sich der Ballon samt Besatzung irgendwo über der Nordsee. Ohne Telefon, ohne Handy, ohne Smartphone, ohne Internetzugang. Tja, dumm gelaufen bzw. geflogen. Was nun?
Diese (übrigens auf historischen Tatsachen beruhende) Geschichte erzählen Torsten Baaland und Per Paaske Gulbrandsen in ihrem Roman Gambettas Kurier.