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Wiederbelebung bei Säuglingen und Kindern
So funktioniert sie!
Eine Reanimation beim Säugling und Kind umfasst wie beim Erwachsenen Herzdruckmassage und Atemspende. Rechtzeitig durchgeführt kann sie bei einem Atem- und Kreislaufstillstand das Leben des Kindes retten! Erfahren Sie hier, wie Sie bei der Reanimation von Säuglingen und Kindern vorgehen und welche Unterschiede es zur Wiederbelebung bei Erwachsenen gibt!
Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung wird immer dann ausgeführt, wenn Bewusstlosigkeit und keine normale Atmung feststellbar sind oder Zweifel daran bestehen, dass eine normale Atmung vorhanden ist.
Aufgrund der höheren Gefahr bei Kindern und Säuglinen von einer Verlegung der Atemwege durch Fremdkörper, sollten vor Beginn der Herzdruckmassage bis zu fünf initiale Atemspenden verabreicht werden. Ist eine Atemspende nicht möglich, erfolgt ausschliesslich die Herzdruckmassage.
Bei Kindern
• Wenn kein Mobiltelefon verfügbar, 1 Minute CPR vor Alarmierung
• Beginn mit 5 Beatmungen
• Verhältnis 15 Kompressionen zu 2 Beatmungen (für Einzel- oder Laienhelfer: 30:2)
• Kompressionstiefe 1/3 Brustkorbdurchmesser
Reanimation Baby
Mit „Baby“ oder „Säugling“ sind Kinder bis zum Ende des ersten Lebensjahres gemeint. Bei ihrer Reanimation gehen Sie wie folgt vor:
Reaktion prüfen
Prüfen Sie, ob das Baby reagiert, am besten durch einen leichten Schmerzreiz. Sie können das Baby zum Beispiel sanft in die Innenseite des Oberarms kneifen.
Rückenlage
Legen Sie das Baby flach auf den Rücken, am besten auf eine harte Unterlage.
Kopf in neutraler Position
Bringen Sie den Kopf des Säuglings in eine normale, also neutrale Position (nicht überstrecken!).
Atmung überprüfen
Halten Sie das Kinn des Babys mit zwei Fingern fest. Legen Sie dann bei geöffneten Atemwegen Ihr Ohr über Mund und Nase des Säuglings, um eventuelle Atemgeräusche hören zu können. Richten Sie beim Horchen Ihren Blick auf den kindlichen Brustkorb, um eventuelle Atembewegungen zu erkennen.
5 x Atemspende zu Beginn
Wenn das Baby nicht oder nicht richtig atmet oder Sie sich diesbezüglich unsicher sind, sollten Sie es sofort beatmen, und zwar über Mund und Nase gleichzeitig: Beginnen Sie dabei mit fünf Atemhüben.
15 x Herzdruckmassage
Nach den fünf Atemhüben legen Sie zwei Finger mittig auf das Brustbein des Babys und drücken sie nach unten. Wiederholen Sie dies 15-mal in einer Frequenz von ca. 100-120 pro Minute (dazu drücken Sie etwa zweimal pro Sekunde auf das Brustbein des Babys). So wird es für erfahrene Helfer empfohlen. Ungeschulte Helfer, die sich nur mit der Reanimation von Erwachsenen auskennen, können unter Umständen auch 30-mal die Herzdruckmassage durchführen, wie es bei Erwachsenen empfohlen wird.
Atemspende und Herzdruckmassage im Wechsel
Spenden Sie nun weitere zweimal Atem, bevor Sie erneut eine Herzdruckmassage machen (erfahrene Helfer: 15-mal; ungeschulte Helfer ggf. 30-mal). Diesen 15:2-Zyklus (bzw. 30:2-Zyklus) setzen Sie so lange fort, bis entweder der Rettungsdienst eintrifft oder das Baby wieder von allein atmet.
Reanimation Kind (ab einem Jahr)
Die kardiopulmonale Reanimation (Herzdruckmassage und Beatmung) bei Kindern ab einem Jahr verläuft ähnlich:
Atemwege öffnen und Atmung überprüfen
Gehen Sie dabei wie bei Babys vor. Allerdings können Sie bei Kindern ab einem Jahr den Kopf gegebenenfalls ganz leicht überstrecken.
5 x Atemspende zu Beginn
Beginnen Sie die Beatmung (wie bei Babys) mit fünf Atemhüben. Spenden Sie den Atem bei kleinen Kindern über Mund und Nase gleichzeitig, bei älteren Kindern über Mund oder Nase.
15 x Herzdruckmassage
Führen Sie 15-mal (als ungeschulter Helfer ggf. 30-mal) die Herzdruckmassage durch, indem Sie rhythmisch mit dem Handballen auf die Mitte des kindlichen Brustkorbs drücken. Dabei wird wie bei Babys eine Frequenz von ca. 100-120 pro Minute empfohlen, also etwa zweimal pro Sekunde.
Atemspende und Herzdruckmassage im Wechsel
Setzen Sie Atemspende und Herzdruckmassage im Wechsel fort. Erfahrene Helfer sollten sich dabei wie medizinisches Personal an den 15:2-Zyklus halten (15-mal Herzdruckmassage und 2 Beatmungen im Wechsel). Ungeschulte Helfer können gegebenenfalls auch den von der Reanimation von Erwachsenen bekannten 30:2-Zyklus anwenden. Hören Sie mit der Wiederbelebung erst auf, sobald der Rettungsdienst eintrifft oder das Kind wieder zu atmen beginnt.
Thoraxkompressionen und Beatmungen (CPR)
Technik der Thoraxkompressionen
- Säuglinge: Zwei-Daumen-Technik (mehrere Helfende) oder Zwei-Finger-Technik (Einzelhelfer)
- Kinder: Kompression mit dem Handballen
- Thorax um ein Drittel seines anteroposterioren Durchmessers komprimieren
- Vollständige Entlastung nach jeder Kompression
Kompressions-Ventilations-Verhältnis
- Ausgebildete Ersthelfende: 15:2
- Einzel- oder Laienhelfer: 30:2
Ausgebildete Ersthelfende wird ein 15:2-Zyklus empfohlen (15-mal Herzdruckmassage und 2 Beatmungen im Wechsel) anstelle des 30:2-Zyklus, wie er bei Erwachsenen angewendet wird.
Bei einem Verhältnis von 15:2 werden mehr Beatmungen durchgeführt, während bei einem Verhältnis von 30:2 mehr Thoraxkompressionen erfolgen.
CPR-Frequenz: 100–120/min. Unterbrechungen vermeiden (max. 10 s)
Kind oder schon erwachsen?
Wer erwachsen aussieht, oder (Tipp unseres Experten) falls man beim Reinkommen überlegt „ist das noch ein Kind oder schon erwachsen?“ – Erwachsenenalgorithmus mit 30:2.
AED-Einsatz (sobald verfügbar)
Alle 2 min Rhythmusanalyse und ggf. Defibrillation
Altersabhängige Anwendung
- Kinder ab 8 Jahren: Pads und Einstellungen wie bei Erwachsenen verwenden
- Kindern <8 Jahren (bzw. <25Kg): Kindermodus (Leistungsminderer) verwenden