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Der Name Luca Radice gehört zu den grossen in der jüngeren Geschichte des FC Winterthur: Der 33-jährige Offensivspieler (9.4.1987) hat in 14 Jahren beeindruckende 350 Spiele in der Meisterschaft und im Cup für das Fanionteam bestritten – so lange und viel wie keiner in diesem Jahrtausend.
2004 holte der FCW den jungen Talentspieler vom Inter Club Zurigo auf die Schützenwiese, wo er von der U18 rasch in die U21 aufstieg und 21 Spiele in der 1. Liga bestritt. 2006 schaffte der flinke Linksfuss für niemanden überraschend den Sprung in das Challenge-League-Team.
Anfänglich spielte Luca Radice in der Offensive, dann wurde er zum begehrten Linksverteidiger umgeschult. Seine konstanten und guten Leistungen auf dieser Position weckten Begehrlichkeiten: Im Winter 2013/14 wechselte er schliesslich zum Super-Ligisten FC Aarau, für den er in den ersten beiden Saisons 53 Spiele (6 Tore) in der höchsten Liga und in der dritten Saison 24 in der Challenge League bestritt. Im Sommer 2016 kehrte der verlorene Sohn unter Applaus der FCW-Gemeinde wieder in die Eulachstadt zurück.
Luca Radice erlebte mit dem FCW schöne Erfolge im Cup: 2011/12 mit Hitchcock-Siegen gegen St. Gallen und YB (Elfmeterschiessen) und einer denkwürdig knappen Niederlage im Halbfinal gegen den damals grossen FC Basel. 2016/17 war er am Wunder von Bern (Sieg gegen YB, nach einem 0:2-Rückstand zur Pause) und wieder an einer knappen Niederlage im Halbfinal gegen den FCB beteiligt. 2018/19 erlebte er die Niederlage gegen den FC Basel im Achtelfinal. Hinzu kamen Spiele vor viel Publikum gegen Dortmund, St. Pauli oder West Ham United und die denkwürdige Auswärtsreise im Sommer 2018 zum FC United of Manchester (1:1). Torschütze zum Führungstreffer: Luca Radice!
Eigentlich hätte unsere Nummer 11 noch bis Ende Juni einen laufenden Vertrag gehabt, die Corona-Pause und die zeitverschobene Geistermeisterschaft brachten aber den Fahrplan durcheinander. So hat Luca Radice die sportliche Führung des FCW gebeten, seinen Vertrag vorzeitig aufzulösen, damit er sich voll auf seinen Schulabschluss im September konzentrieren kann. Das ist von Seiten des FCW zwar bedauerlich, wir können aber den Entschluss nachvollziehen. Schliesslich geht es um die berufliche Zukunft, die jemand wie Luca, der so viele Jahre im Profifussball engagiert war, auf jeden Fall ernst nehmen soll.
Luca ist einer derjenigen Fussballer, der sein Leben nach dem Fussball immer ernst genommen hat. Als Jungspund hat er bereits eine Lehre als Metallbaukonstrukteur abgeschlossen, danach hat er sich neben seiner Fussballkarriere im kaufmännischen Bereich weitergebildet und zurzeit bereitet er sich auf die Abschlussprüfung zum eidg. Technischen Kaufmann vor. Fussball wird Luca weiterhin spielen – er hat wie die beiden Winterthurer Rijad Saliji und Bojan Milosavljevic beim FC Rapperswil-Jona unterschrieben.
Da eine würdige Verabschiedung mit einer schönen Publikumskulisse in der aktuellen Phase nicht möglich ist, werden dies der FCW und Luca Radice in der neuen Saison zu gegebener Zeit nachholen.
Wir danken Luca Radice für seinen aussergewöhnlichen Einsatz für den FCW und wünschen ihm von Herzen alles Gute, viel Gesundheit, spannende Momente, Glück und Erfolg in der Zeit nach der Schützenwiese.
Andreas Mösli, Geschäftsführer
Luca Radice: „War mir eine Ehre, so lange Teil dieses Vereins zu sein“
Es kommt mir wie gestern vor, wenn ich daran denke, wie ich mit meinem Vater am Eingang der Libero Bar stand und nach dem Eingang zur Geschäftsstelle fragte……und heute muss ich mich leider als aktiver Berufsfussballer verabschieden.
Es war mir eine Ehre, für so lange Zeit ein Teil dieses Vereins zu sein. Mir bereitete die Schützenwiese immer sehr viel Freude, und es war toll, all diese Spiele an diesem besonderen Ort bestreiten zu können. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Fans, Anhängern, Bekannten, Freunden und bei meiner Familie für die langjährige Unterstützung bedanken. Ganz speziell bedanken möchte ich mich bei meinen Eltern und meinem Bruder, die in all diesen Jahren KEIN EINZIGES Spiel auf der Schützenwiese verpasst haben.
Egal ob Heim- oder Auswärtsspiel: Man konnte sich auch immer darauf verlassen, dass hinter uns Spielern der „12. Mann“ stand und uns mit aller Kraft und Euphorie unterstützte. Für diese gemeinsame tolle Zeit möchte ich mich bei allen Fans, speziell der Bierkurve ebenfalls bedanken. Egal ob Sieg oder Niederlage: Für mich war es stets ein Genuss für diesen Verein auf dem Spielfeld zu stehen. Danke vielmals.
Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei allen verantwortlichen Vereinsmitgliedern, die mir in dieser langen Zeit beim FCW das Vertrauen geschenkt haben, damit ich meiner Leidenschaft als Fussballer nachgehen konnte. Besten Dank.
Sicher ist, dass ich in ferner Zukunft zurück auf die Schützenwiese finden werde, um den FCW auch mal von ausserhalb des Spielfeldes zu unterstützen – und dies auf jeden Fall mit einem kühlen Getränk und einer Bratwurst in der Hand. Unglaublich aber wahr: Ich hatte noch nie eine auf der Schützenwiese! Ich hoffe es wird dann auch weiterhin so sein wie gewohnt, wo sich jeder auf der Schützenwiese willkommen fühlt und mit viel Freude und Spannung das Spiel geniessen kann.
Bis dahin wünsche ich jedem einzelnen alles Gute, viel Glück und Erfolg für seine persönliche Zukunft und auf ein baldiges Wiedersehen.
Liebe Grüsse, Luca Radice