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Im Profisport können Hundertstelsekunden darüber entscheiden, wer gewinnt und wer verliert. Der Konkurrenzdruck ist hoch, die Trainingszeit knapp. Da kann die Versuchung, mit verbotenen leistungssteigernden Wirkstoffen und Methoden nachzuhelfen, gross werden.
Sei es im Radsport, im Schwimmsport oder in der Leichtathletik – immer wieder werden neue Dopingfälle im Spitzensport publik. Doping ist verboten, da es als gesundheitsgefährdende und unfaire Leistungssteigerung gilt, weshalb regelmässig getestet wird. Doch auch im Breitensport ist Doping kein unbekanntes Phänomen. Das Wort «to dope» bedeutet «sich aufputschen». Wer dopt, nimmt unerlaubte Substanzen oder nutzt illegale Methoden, um seine sportliche Leistung zu steigern oder zu erhalten.
Blutdoping ist eine dieser verbotenen Methoden. Bis vor ein paar Jahren wurde sie häufig angewendet, da die Methode im Ausdauersport sehr effektiv war. Es gibt mehrere Techniken, die darauf abzielen, die Menge der roten Blutkörperchen im Blut zu erhöhen, um mehr Sauerstoff zu den Muskeln zu transportieren. Bei der Eigenbluttransfusion wird dem Sportler beispielsweise kurz vor einem Wettkampf eigenes Blut verabreicht, wodurch er weitere Blutkörperchen aufnimmt. Damit werden Ausdauer und Leistung verbessert. Weiter gibt es die Methode der Verabreichung von EPO, einem von der Niere produzierten Hormon, das zu einem Anstieg der im Blut zirkulierenden roten Blutkörperchen führt. Diese Dopingmethoden sind riskant, dadurch wird das Blut zähflüssiger, was zu einer Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems führen kann.
Beim Gendoping gehen die Sporttreibenden noch einen Schritt weiter und verändern ihre Erbsubstanz. So wird der Körper dazu gebracht, selbst leistungssteigernde Substanzen zu produzieren. Eine Möglichkeit ist das Ausschalten eines Eiweisses, das den Muskelaufbau ab einer bestimmten Grenze stoppt. Sobald es deaktiviert ist, können theoretisch alle Muskeln des Körpers immer weiter wachsen. So können sich Sporttreibende schnell grosse und starke Muskeln antrainieren und leistungsfähiger werden. Nebenwirkungen sind bisher kaum bekannt. Es wird aber vermutet, dass nicht nur die Muskeln unkontrolliert wachsen. So könnte es zu Krebserkrankungen oder unkontrollierbaren Deformierungen und Fehlfunktionen der Organe kommen.
Wer dopt, schadet dem Sport und dem eigenen Körper.
Zu den verbotenen Doping-Wirkstoffen zählen Substanzen wie Wachstumshormone, Anabolika oder Amphetamine. Die Liste der verbotenen Stoffe ist lang und wächst laufend. Anabole Wirkstoffe werden unter anderem verwendet, um einen stärkeren Muskelaufbau zu erzielen und dadurch bessere Leistungen zu erreichen. Sie haben aber starke Nebenwirkungen und können unter anderem das Krebsrisiko erhöhen. Anabolika kommen auch in der Viehzucht sowie in der Medizin zum Einsatz. Beispielsweise erreicht das Antiasthmatikum Salbutamol, das häufig gegen Asthma eingesetzt wird, ab einer sehr hohen Dosis eine anabole Wirkung. Der Wirkstoff gilt in der Pharmazie-Nomenklatur selbst jedoch nicht als Anabolikum. Ebenfalls gedopt wird mit Stimulanzien, die anregend wirken. Dazu zählen auch Drogen wie Amphetamin, Kokain und Ecstasy. Diese sind allerdings auch einige Wochen nach der Konsumation im Urin nachweisbar. Unter die Kategorie Stimulanzien fällt auch Ephedrin, ein Stoff, der in Erkältungsmitteln vorkommt. Stimulanzien unterdrücken die Ermüdung und erzeugen Hochstimmung. Deshalb werden sie häufig in Ausdauersportarten eingesetzt, wie im Fussball. Allerdings können Stimulanzien zahlreiche Nebenwirkungen auslösen wie Erschöpfungszustände, die zu Kollaps, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufversagen, Hirnstörungen, Erschöpfung und Tod führen können.
Doping schadet aber nicht nur dem Körper, sondern auch dem Sport und ist unfair gegenüber Athletinnen und Athleten, die nicht dopen, und gegenüber den Fans. Sport kann etwas Wunderbares sein, das sich positiv auf Gesundheit und Selbstbewusstsein auswirkt. Auch für Hobbysportler ist Vorsicht geboten. Für ein positives Testresultat genügen auch scheinbar harmlose und rezeptfreie Medikamente wie Hustensaft oder ein Asthmaspray. Wer vor einer Medikamenteneinnahme auf Nummer sicher gehen will, kann sich auf www.antidoping.ch informieren.
Autor: Kathrin Reimann
Es existieren legale Wege zur Leistungssteigerung: Supplemente finden Sie zahlreich in Ihrer Apotheke. Beliebt sind Produkte mit Magnesium und Kalium. Magnesium trägt zur Funktion von Muskeln, Nerven und Energiestoffwechsel bei und reduziert Müdigkeit und Erschöpfung. Kalium fördert die Muskelfunktion und trägt zu einem normalen Blutdruck bei. Beliebt sind Aminosäuren wie etwa L-Carnitin. Dieses fördert die Fettverbrennung. Auch wird ihm eine muskelwachstumsfördernde Eigenschaft zugeschrieben. In der Apotheke erhalten Sie zudem Proteine wie Molkenprotein, Kohlenhydrate wie Traubenzucker und pflanzliche Extrakte wie Guarana.