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Eine 1928-29 in Basel gegr. Holding-Gesellschaft des dt. IG-Farben-Konzerns erlangte nach 1945 als I. internat. Bekanntheit. Die ursprünglich deutsch kontrollierte, wenn auch formell nicht in dt. Eigentum befindl. I. wurde 1937-40 "verschweizert", um den Hauptbesitz der I., die ehem. Tochtergesellschaften von IG-Farben in den USA, zu sichern. Die amerikan. Behörden hielten den Vorgang für unglaubwürdig und beschlagnahmten die Tochtergesellschaften in den USA nach Kriegseintritt 1942 als eigentlich dt. Unternehmen. Derselben Ansicht neigten die schweiz. Behörden zu und liessen 1945-46 eine gründl. Revision der beteiligten Firmen durchführen (sog. Rees-Bericht). Beweise einer formellen Tarnung fanden sich nicht, hingegen bestanden enge personelle Verflechtungen, so dass die Unabhängkeit der Holding von IG-Farben im Zweifel blieb. Da es um erhebl. Vermögenswerte ging, der Nachweis formeller Abhängigkeit nicht erbracht war und die schweiz. Aussenwirtschaftspolitik nach dem Krieg Distanz zu den westl. Siegermächten suchte, entzog der Bundesrat den Bericht jeder öffentl. Einsicht und stellte sich hinter den Kreis um die I. In der Folge kam es zu einem diplomat.-rechtl. Konflikt zwischen den Leitern der I., den USA und der Eidgenossenschaft, der die schweiz. Beziehungen zu den USA über Jahre belastete. Das hängige Gerichtsverfahren in den USA fand jedoch nie statt. Ab 1957 zogen sich die alt Eigentümer der I. zurück. Die Schweiz. Bankgesellschaft übernahm die Aktienmehrheit und konnte sich 1963-65 in einem aussergerichtl. Vergleich mit den amerikan. Behörden rund 40% des ehem. Besitzes der I. in den USA sichern. Um die Interessen der Bank gegen weitere rechtl. Anfechtungen zu schützen, hielt der Bundesrat den Rees-Bericht bis zu den Untersuchungen der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg unter Verschluss, was den Spekulationen über dessen Inhalt Auftrieb gab. Seit 2002 ist der Bericht frei zugänglich.
Literatur
– Veröff. UEK 2
Autorin/Autor: Mario König