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Der Klimawandel ist in der Schweiz das Thema, das die politische Agenda beherrscht. Wie wichtig ist es in Peru? Nelson Paco Chipana, ein von der Stiftung Conrado Kretz unterstützter Student, mit Hintergründen dazu.
Der Klimawandel ist heute ein sehr wichtiges globales Thema. In unserem Land haben wir Orte, wo man die berühmten verschneiten Berggipfel sehen kann, bekannt als „Nieves Perpetuas“ (ewiger Schnee). Da in den vergangenen Jahren immer weniger Schnee gefallen ist, stehen für die Gletscher entsprechend weniger Wasser zur Verfügung.
Hier in Peru kann man auch klare Veränderungen beobachten in Bezug auf Naturkatastrophen. Im Norden und Süden des Landes gibt es starke Regenfälle und Frost, trotzdem steigt die Temperatur. Auf der anderen Seite haben wir in unserem Land ein klimatisches Phänomen, das als „El Niño“ bekannt ist. Es ist abhängig von der Erwärmung des Wassers im Pazifik, weshalb es in jüngster Zeit sehr oft und stark war. Der Meeresspiegel steigt dann in verschiedenen Orten des Landes. Alle dieses Katastrophen verursachen Schlammlawinen, Flutungen und Überschwemmungen. Das hat einen negativen Einfluss auf die Landwirtschaft und Fischerei, auf die Leistung und Gesundheit. In Bezug auf die Gesundheit lassen sich verschiedene Erkrankungen der Haut und der Atemwege feststellen. Am Ende haben diese auch einen Einfluss auf die Wirtschaft in unserem Land.
Da Peru ein Entwicklungsland ist, sind die Möglichkeiten, sich gegen den Klimawandel zu engagieren, sehr klein. Zurzeit ist das Land mit politischen Problemen beschäftigt. Da Peru ein Land mit reichlich biologischer Vielfalt ist, sind meine Schwester und ich der Meinung, dass man Umweltprojekte im Bildungsbereich fördern und über die Folgen des Klimawandels informieren sollte. In unserem Land gibt es nur wenige Fortschritte in Bezug auf dieses Thema.
Eigene Erfahrungen
Um die Wahrheit zu sagen, wir hören wenige Diskussionen über diese Themen, aber es besteht schon Interesse, die Verschmutzung zu verkleinern, die durch Menschenhand verursacht wird. Ich kann mich erinnern, dass es bis vor sechs Jahren im August sehr starke Stürme gab, aber heute gibt es sie nicht mehr. Wir beobachten auch eine höhere Temperatur im Sommer am Mittag, früher sind die Regengüsse noch länger gewesen als dieses Jahr. In den vergangenen Jahren regnete sich oft so häufig, dass die Flüsse anstiegen und es Trinkwasserstopps gab. Jetzt, wo wir im Herbst sind, ist die Kälte morgens und nachmittags im Vergleich zu den Vorjahren intensiv. In letzter Zeit haben wir sehr häufig kleine Erdbeben erlebt.
Die grünen Flächen werden kleiner
Als wir noch in Puno/Juliaca gelebt haben, im Süden von Peru, haben wir grüne Flächen gesehen, wo Blumen und Weiden wuchsen. Es war sehr schön, diese saubere Luft einzuatmen im Frühling und Sommer. Aber mit den Jahren wurde all das immer weniger. Immer wenn wir nach Hause zu unseren Eltern reisten, mussten wir feststellen, dass die Verschmutzung grösser geworden war. Die saubere Luft und die grünen Flächen gibt es nicht mehr und das Trinkwasser hat auch diesen komischen Geruch und Geschmack. In unserer Heimatregion sinkt die Temperatur in der Nacht auf bis zu minus 10 Grad, und in schattigeren Orten sogar bis zu minus 20 Grad. Aber wenn man dann an die Sonne geht, hat man das Gefühl, zu brennen. Diese Kälte in der Nacht führt immer wieder dazu, dass Kinder sterben.
In unserem Land haben wir keine gute Bildung und darum sind wir weiterhin ein Entwicklungsland. Wir müssen Prioritäten setzen, um unseren Planeten zu erhalten!
Titelbild: Starke Regenfälle und Hagel in Juliaca