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Berner Ständerätin 1991 – 2003
«Ich suche keineswegs Macht, aber ich bin auch nicht gern ohnmächtig. Ich will Ideen einbringen, etwas bewegen – auch im Gespräch mit Andersdenkenden, um im Rahmen einer korrekten intellektuellen Auseinandersetzung nach Möglichkeit einen Kompromiss zu finden.»
2.11.1991, Der Bund, Bd. 142, Nr. 257, S. 21
Christine Beerli-Kopp (*1953) wird 1991 als Kandidatin der FDP und erste Bernerin in den Ständerat gewählt. Sie präsidiert in ihrer Amtszeit die Aussenpolitische Kommission, die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit und ist Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben sowie der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur. Von 1996 bis 2002 ist Christine Beerli Präsidentin der freisinnig-demokratischen Fraktion der Bundesversammlung.
Ihre politische Karriere beginnt Christine Beerli mit 27 Jahren, als sie in Biel zur Stadträtin gewählt wird. Sechs Jahre später, 1986, erobert sie einen Sitz im bernischen Grossen Rat, den sie bis 1991 verteidigt. Sie präsidiert die freisinnige Fraktion im Grossen Rat und ist Vizepräsidentin der Kommission zur Totalrevision der Staatsverfassung. Die neue Verfassung des Kantons Bern tritt 1993 in Kraft.
Christine Beerli kandidiert 1991 mit grossem Rückhalt ihrer Partei für den zweiten bernischen Sitz im Ständerat. Im zweiten Wahlgang wird sie mit 56 Prozent der Stimmen gewählt und schlägt damit ihre Konkurrentin Leni Robert. Als Ständerätin setzt sich Christine Beerli an vorderster Front für Erwerbsersatzleistungen bei Mutterschaft ein, damit Frauen in einer gewährten Mutterschaftszeit finanziell entschädigt werden. Die Politikerin wird lange vor ihrer Kandidatur als zukünftige Bundesrätin gesehen. 2003 kandidiert sie für einen Sitz im Bundesrat. Doch sie verliert überraschenderweise gegen Hans Rudolf Merz. Nach der Bundesratswahl protestieren 15’000 Frauen auf dem Bundesplatz gegen die Nichtwahl von Christine Beerli und die Abwahl von Ruth Metzler, damals einzige weibliche Bundesrätin.
Christine Beerli ist Fürsprecherin in ihrer eigenen Kanzlei und ab 1998 Direktorin der Hochschule für Technik und Architektur in Biel. Von 1996 bis 2008 präsidiert sie zudem den Stiftungsrat von Pro Juventute Schweiz und von 2006 bis 2017 den Institutsrat von Swissmedic. 2008 wird sie vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes zur ständigen Vizepräsidentin ernannt. Dieses Amt hat sie bis 2018 inne.
Christine Beerli ist in Biel geboren und wächst mit zwei jüngeren Schwestern auf. Sie studiert Rechtswissenschaften an der Universität Bern und erwirbt 1978 das Fürsprecherpatent. 1983 heiratet sie und zieht nach Studen bei Biel.