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Hochgeehrter Herr u Freund
Nach Ausweis des Copirbuches habe ich am 10 Sept. wegen Herrn Maraini geschrieben u ich bin auch überzeugt, dass der Brief abgegangen ist. Heute werde ich Herrn Pioda neuerdings informiren.
Was die Plangenehmigungen anbelangt, so glaube ich Ihnen schon gesagt zu haben, dass ich Herrn Schenk bei seiner Rückkehr aus dem Urlaub meinen Antrag übergab, dass er aber nicht glaubte darauf eintreten zu sollen, weil dem einzelnen Fall nicht präjudicirt werden dürfe. | Ich bedaure diesen Umstand, weil es sehr notwendig wäre aus diesem schwankenden u grundsatzlosen Verhältniss herauszukommen.
Herr Melegari ist seit Anfang dieser Woche in Rom; er sagte mir er sei berufen um namentlich auch über die Gotthardverhältnisse Auskunft zu geben. Ich hatte vor seiner Abreise noch eine einlässliche Besprechung mit ihm, bei deren Schluss er erklärte, er sei nun über alle Puncte völlig im klaren. An der Hand Ihrer Aufschlüsse u unserer Voten habe ich ihm auch eine schriftliche Darstellung des Sachverhältnisses übergeben, die er in Rom verwerthen kann. Er hatte freilich besser gethan die Sache vorher | zu studiren, statt durch eingebildete Vorurtheile alles zu verwirren.
Wie Herr Pioda schreibt hat das Ministerium die erste Jahresrate in das Budget aufgenommen, wo Sie aber gleichwol in der Kammer Anfechtung erleiden dürfte.
Mit freundschaftlichem Grusse
Ihr ergebenster
E Welti
Bern
27. Oct. 1872.