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Lust auf eine Pressekonferenz hatte Novak Djokovic nach seinem unrühmlichen Abgang im Achtelfinal der US Open gegen Pablo Carreno Busta nicht. Er nahm die Busse in Kauf, um nicht vor den Medien erscheinen zu müssen. Wenig später meldete sich der Serbe in den sozialen Netzwerken und entschuldigte sich für den Vorfall.
So unbeabsichtigt. So falsch.
«Diese ganze Situation lässt mich wirklich traurig und leer zurück», schrieb er in einem Instagram-Eintrag. Er wolle sein Fehlverhalten auf dem Platz und die darauf folgende Disqualifikation als «Lektion» nehmen, erklärte der Weltranglistenerste.
Djokovic hatte nach einem verlorenen Aufschlagspiel im ersten Satz wütend einen Ball weggeschlagen und dabei eine Linienrichterin getroffen. Zwar hatte der 33-Jährige den Ball nicht mit Absicht in ihre Richtung geschlagen, die Linienrichtrein ging aber zu Boden und hatte danach sichtlich Probleme mit dem Atmen. «Es tut mir extrem leid, dass ich ihr solch einen Stress bereitet habe. So unbeabsichtigt. So falsch», hiess es in der Stellungnahme weiter.
Tennis-Grössen stehen hinter dem Entscheid
Dieser einzigartige Vorfall hat natürlich Reaktionen ausgelöst. Der (mutige) Entscheid, Djokovic aus dem Turnier zu nehmen, wird gestützt.
Die Offiziellen hatten keine andere Wahl, als ihn zu disqualifizieren.
- «Regeln sind Regeln. Es ist für alle eine unglückliche Situation. Aber die Disqualifikation ist der richtige Entscheid», schrieb Billie Jean King, 12-fache Grand-Slam-Siegerin.
- Martina Navratilova, 18-fache Major-Siegerin, äusserte sich auf Twitter: «Unglaublich, was gerade auf dem Platz passiert ist. Die Offiziellen hatten keine andere Wahl, als ihn zu disqualifizieren.»
- «Es ist der richtige Entscheid», sagte der ehemalige Weltranglisten-4. Tim Henman. «Djokovic zielte zwar nicht auf die Linienrichterin, aber man muss für sein eigenes Verhalten verantwortlich sein.»
- «Das darfst du nicht tun», meinte Mats Wilander. «Es ist so viel Pech, wie man auf dem Platz nur haben kann.»
- Der ehemalige French-Open-Finalist, Alex Corretja, äusserte sich: «Es ist unglaublich, wie Zentimeter nicht nur ein Spiel, sondern auch die Zukunft und Geschichte unseres Sports verändern können. Sie mussten ihn disqualifizieren, sie hatten keine andere Wahl.»
Wie viele Jahre würde ich gesperrt werden?
Natürlich durfte auch die Reaktion von Nick Kyrgios, der wegen der Corona-Pandemie auf die Teilnahme an den US Open verzichtet hatte, nicht fehlen: «Stellt euch vor, ich wäre an Jokers Stelle gewesen. Wie viele Jahre würde ich gesperrt werden? 5? 10? 20?», fragte der Australier zynisch.