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Klima-Forscher war von Energiekonzernen bezahlt
Ein Kronzeuge der Zweifler am menschlichen Verschulden an der Klima-Erwärmung kassierte von der Industrie, ohne dies offenzulegen.
Dank des strengen Öffentlichkeitsgesetzes in den USA («Freedom of Information Act») konnte Greenpeace den Schwindel aufdecken. Wei-Hock Soon, Wissenschaftler beim «Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics», veröffentlichte in wissenschaftlichen Zeitschriften jahrelang Studien, wonach fast nur Sonnenaktivitäten an der Klimaerwärmung schuld seien und nicht die Treibhausgase der Industrie. In mindestens elf der seit 2008 veröffentlichten Studien gab Soon keine Interessenkonflikte an, obwohl er für diese Studien von Energiekonzernen insgesamt über eine Million Dollar kassierte. Das berichtet die «New York Times». In der Schweiz hat bisher nur die Westschweizer Zeitung «Le Temps» darüber informiert.
Er habe sich für seine Studien «von der Industrie nicht beeinflussen lassen», diese jedoch den Konzernen stets für Zuschüsse vorgelegt, erklärte Wei-Hock Soon. Warum er dies bei seinen Veröffentlichungen und Auftritten meistens verschwieg, liess Soon unbeantwortet.
Soon war in den USA ein gerne gesehener Gast in konservativen Fernsehstationen, trat als gut bezahlter Redner an Veranstaltungen auf, die von Leuten und Firmen organisiert wurden, welche den Einfluss der Treibhausgase auf das Klima abstreiten. Überdies stellte er sich als Zeuge in Kongress-Hearings zur Verfügung. All dies, ohne jeweils seinen Interessenkonflikt offen zu legen.
«Die Strategie der Industrie besteht darin, den Eindruck zu wecken, die Wissenschaftler seien sich nicht einig und es gebe deshalb noch keinen Handlungsbedarf», erklärte Naomi Oreskes, Wissenschaftshistorikerin an der Harvard Universität und Co-Autorin des Buchs «Merchants of Doubt».
Früher waren unter den Sponsoren von Soon die «Exxon Mobil» und das «American Petroleum Institute», die grösste Lobby-Organisation der Öl- und Gasindustrie in den USA, und bis vor kurzem eine Tochtergesellschaft des US-Energiekonzerns «Southern Company», der wesentliche Anteile an der Kohlenindustrie hält.
Die «New York Times» zitiert Gavin A. Schmidt, Direktor des Goddard-Klimaforschungsinstituts in New York: «Die Sonne war bisher für wahrscheinlich höchstens zehn Prozent der Klimaerwärmung verantwortlich, die Treibhausgase für fast den ganzen Rest.»
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4 Meinungen
Sie wissen aber genau, dass Jeder einen Interessenkonflikt hat, der sich von jemandem bezahlen lässt, der an bestimmten Resultaten interessiert ist.
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