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Die Entwicklung von Microsofts neuartigem Datei- und Speichersystem WinFS wird aufgegeben - Teile der Arbeit sollen in SQL-Server und ADO.net weiterleben.
Unter dem Namen 'WinFS' verfolgt Microsoft seit Jahren ein äusserst ehrgeiziges Ziel: Man wollte ein File- und Speichersystem für Windows bauen, das die Inhalte von strukturierten (z.B. Datenbanken), halbstrukturierten (z.B. Mails in Exchange) und unstrukturierten Daten (z.B. Powerpoint-Files) auf Windows-Maschinen erfassen kann. 'WinFS' wäre als Zwischenschicht auf dem eigentlichen Dateisystem von Windows, NTFS, zu liegen gekommen. So wären dann ganz neuartige Abfragen möglich geworden: "Zeige mir alle Personen, von denen ich mehr als zwei Fotos auf meinem Computer habe, die in Konolfingen leben und mit denen ich in den letzten 6 Monaten mailte."
Microsoft-Entwickler Quentin Clark liess am Freitag-Abend im Blog des WinFS-Teams nun aber die Bombe platzen: WinFS werde nicht als separates Produkt ausgeliefert und auch die Beta2-Version (eine Beta 1 wurde vor einem Jahr an Windows-Entwickler ausgeliefert) wird es nicht gegeben. Stattdessen sollen einzelne Features von WinFS in die nächste Generation der Datenbank 'SQL Server' und in 'ADO.net' eingebaut werden. ADO.net wird ein Teil der Entwicklungsumgebung .Net Framework.
Ehemaliger Pfeiler der Technologie-Strategie von Gates
Das "Über-Filesystem" WinFS war von Microsoft und vor allem von Chefstratege Bill Gates lange als wichtiger Pfeiler der künftigen Windows-Betriebssysteme angesehen worden. Noch an der vergangenen Entwickler-Show "TechEd" letzte Woche in Boston gab es fünf Vorträge über WinFS und man erwartete ein Beta2-Version für diesen Sommer.
Ob 'WinFS', eigentlich eine gigantische lokale Datenbank, die alles über alle Daten auf einem Computer "weiss", Teil eines übernächsten Betriebssystems werden soll, darüber schweigt sich Quentin Clark aus. (Christoph Hugenschmidt)