Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03275.jsonl.gz/2837

Andere Religionen – andere Kalender
Gregorianischer Kalender als offizielle Zeitrechnung
Auch wenn sich inzwischen der gregorianische (westliche) Kalender als offizielle Zeitrechnung weltweit durchgesetzt hat, so spielen doch nach wie vor andere Kalendersysteme eine wichtige Rolle. Dies betrifft nicht nur die Festlegung des aktuellen Jahres, des Monats und des Tages sondern auch die Datierung religiöser Feste.
Wann genau Menschen anfingen, bewusst Kalendersysteme einzusetzen ist nicht bekannt. Die ältesten Kalendersysteme basieren auf der Beobachtung der Natur (Wechsel der Jahreszeiten), der Beobachtung des Mondes und/oder der Beobachtung der Himmelskörper.
Zeit und Zeitrechnung ist relativ und schaut man sich die vorhandenen Kalendersysteme an, so herrscht weltweit weder Einigkeit über das aktuelle Jahr, der Anzahl der Wochentage oder auch die Länge eines Monats, denn ähnlich der Vielfalt der Religionen ist auch die Vielfalt vorhandener Zeitrechnungen.
Für die Schweiz und generell für den europäischen Kontinent spielen jedoch nicht alle Kalendersysteme eine Rolle. Die wichtigsten Systeme können in Lunarkalender, Lunisolarkalender und Solarkalender unterteilt werden.
Lunarkalender (Mondkalender)
Lunarkalender basieren auf der Beobachtung der Mondphasen. Entsprechend wird in Mondmonaten und Mondphasen gerechnet, wobei ein Mondmonat entweder mit der Sichtung des Halbmondes oder der Sichtung der jüngsten Mondsichel beginnen kann.
Der bekannteste reine Mondkalender, der noch in Gebrauch ist, ist der islamische Kalender. Sein historischer Bezugspunkt ist der 1. Muharram 1 AH (16. Juli 622), dem Tag der Hidschra, an dem Muhammad aus Mekka auszog. Die zwölf Monate des islamischen Kalenders beginnen jeweils mit der Sichtung der jüngsten Mondsichel (hilal). Bedeutsam ist dies vor allem für die richtige Festlegung des Beginns des Fastenmonats Ramadan, der im gregorianischen Jahr 2012 voraussichtlich am 20. Juli beginnen wird und mit dem Fastenbrechenfest am 19. August endet, das zugleich den Beginn des Monats Schauwal markiert. Nach islamischer Zeitrechnung befinden wir uns im Jahr 1433. Das islamische Neujahr 1434 wird nach unserer Zeitrechnung voraussichtlich auf dem 15. November 2012 liegen, ist jedoch kein gebotenes islamisches Fest, sondern hat den Charakter eines Gedenktages.
Lunisolarkalender
Die beiden bekanntesten Lunisolarkalender sind der jüdische und der chinesische Kalender, die sich sowohl am Sonnen- als auch am Mondlauf orientieren. Mit reinen Mondkalendern hat der jüdische Lunisolarkalender gemein, dass ein Monat mit dem Neulicht (jüngste Mondsichel) beginnt. Allerdings gibt es davon insgesamt fünf Ausnahmen. Der Angleich an das Sonnenjahr geschieht durch Schaltjahre, in denen ein weiterer Monat angehängt wird. Entsprechend variieren zwar die exakten Daten der jüdischen Feste, sie bleiben jedoch ungefähr in der gleichen Jahreszeit.
Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit der Schöpfung der Welt. Das jüdische Neujahr, Rosch ha-Schana wird nach westlicher Zeitrechnung auf dem 17. September 2012 liegen. Zwei Tage lang feiern dann Juden auf der ganzen Welt den Beginn des Jahres 5773.
Solarkalender
Solarkalender orientieren sich am Lauf der Sonne. Die reinen Sonnenkalender sind heute die weltweit verbreitetsten, sind jedoch keineswegs untereinander identisch. Heute ist der gregorianische (westliche) Kalender weltweit am häufigsten in Gebrauch.
Weitere gebräuchliche Solarkalender sind der Julianische Kalender, Basis für die Datierung aller liturgischen Feste christlich-orthodoxer Altkalendarier oder auch z.B. der Koptische Kalender. Der Julianische Kalender, eingeführt von Julius Cäsar und u.a. in der Russischen und Serbisch-Orthodoxen Kirche in Gebrauch, weicht heute vom gregorianischen Kalender um 13 Tage ab. Das Julianische Jahr, nicht zu verwechseln mit dem Julianischen Datum, ist gegenüber dem gregorianischen Jahr um ca. 11 Minuten länger. Entsprechend liegt für die Gläubigen innerhalb der sogenannten Altkalendarischen Kirchen das Hochfest der Geburt Christi (Weihnachten) jährlich auf dem 6. und 7. Januar des westlichen Kalenders.
Auch die Sikhs berechnen ihre Feiertage seit Januar 2002 nach dem Sonnenkalender, dem Nanakshahi Kalender. Seitdem gehören fast alle wichtigen Feste zu den regelmässigen Festen. Eine Ausnahme ist aber z.B. das Hola Mohalla Fest, das im westlichen Jahr 2008 auf dem 22. März lag, in 2009 am 1. März, 2011 am 20. März und 2012 am 9. März gefeiert wird.
Weitere Informationen:
Mehr Informationen über verschiedene Kalendersysteme, wie z.B. der Tamilischen Hindus, der Bahá'í oder des Theravada- und des Vajrayana-Buddhismus können Sie dieser Website entnehmen.
Eine gute Ausgangsbasis für eigene Recherchen bietet ausserdem die Website «Kalender - Computus». Dort finden Sie neben zahlreichen kommentierten Links zu den Kalendern der Welt auch die sogenannte Osterformel mit der der höchste Feiertag im christlichen Kirchenjahr, der Ostersonntag, berechnet wird. Er fiel im Jahr 2011 auf den 24. April. Das heisst, dass nochmals wie 2010 alle christlichen Kirchen am gleichen Tag Ostern feierten. Hingegen 2012 und 2013 wird Ostern an verschiedenen Daten gefeiert werden.
[int.Nr.:i80e1203]
Aktualisiert: 19.12.2011
Für einen direkten Link auf diese Seite genügen diese Angaben:
www.inforel.ch/i80e1203.html
© INFOREL, Information Religion, Postfach, 4009 Basel. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!