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Geschichtlicher Rückblick
Schlieremer Gaswerkareal
Die Geschichte des Schlieremer Gaswerkareals nahm im 19. Jahrhundert seinen Anfang.
In den 1890er-Jahren begann der Bedarf der Stadtzürcher an Gas, das die bis dahin übliche Ölbeleuchtung ablöste, rapide zu steigen. Die erste Anlage zur Gasgewinnung aus Holz auf dem Platzspitz wurde bald zu klein – auch weil Gas nun vermehrt zur Wärmeproduktion verwendet wurde –, und so begann 1893 die Verlegung des gesamten Komplexes nach Schlieren.
In den nächsten Jahrzehnten musste die Gasproduktion verschiedentlich umgestellt werden. Die beiden Weltkriege führten immer wieder zu Lieferschwierigkeiten von Steinkohle, und so wurde Gas aus Torf aus dem Entlebuch oder durch Holzveredelung gewonnen; beides aufwendige, unwirtschaftliche Verfahren. Im Zweiten Weltkrieg musste der Gaskonsum sogar rationalisiert werden und es kam zu 187 Entlassungen im Gaswerk. Ab 1972 wurde von Kohle auf Erdgasimport umgestellt und 1974 die Gaskokserei schliesslich ganz eingestellt.
Das 1897 erbaute Gaswerk Schlieren ist heute ein wichtiger industrieller und sozialhistorischer Zeuge der Zürcher Stadtgeschichte. Der Bau des Gaswerks steht in direktem Zusammenhang mit der Eingemeindung von 1893 sowie mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Zürich von der Zeit des «Fin de Siècle» bis zum Ersten Weltkrieg.
Gasverbund Ostschweiz AG
Am 31. Januar 1966 wurde die Gasverbund Ostschweiz AG (GVO) mit Sitz in Zürich gegründet. Zweck war, durch Zusammenschluss kommunaler und privater Gaswerke den Absatz von entgiftetem Gas durch rationellere und qualitativ hochstehende Produktion und Verteilung zu erweitern und den Partnern die bestmögliche Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Zur Versorgung ihrer zwölf Partner nahm die GVO im Jahre 1969 über ein Ferngasleitungsnetz von über 200 km eine moderne Spaltanlage in Betrieb. Damit wurde, zusätzlich zur Kohlengasproduktion, entgiftetes Gas mit gleichem Heizwert hergestellt. Im gleichzeitig neu erstellten Maschinenraum wurde die Kommandozentrale eingebaut, von der aus das ganze Verbundnetz automatisch ferngesteuert und überwacht werden konnte. Ebenfalls konzipierte man die ganzen Gasverteilanlagen für die Gasversorgung Zürich und den GVO neu.
Mit dem Bau der Erdgastransitleitung Niederlande‒Italien durch die Schweiz schloss sich der GVO mit seinen Partnern ans europäische Erdgasnetz an. Die Umstellung auf Erdgas erfolgte von 1972 bis 1974, sodass am 6. Mai 1974 die letzte Kohlengaskammer der Ofenanlage geschlossen und somit die Gaskokerei der Stadt Zürich in Schlieren stillgelegt wurde. Mit diesem denkwürdigen Ereignis fand die Periode der Gaserzeugung aus Kohle in Schlieren ihr Ende.
Erdgas Ostschweiz AG
Im November 1992 einigten sich die Partner zu einem neuen Aktionärsbindungsvertrag und genehmigten gleichzeitig eine generelle Statutenrevision. Neben einem neuen Organisationsreglement wurden grundsätzliche Entscheidungen über Preisgestaltung und Zweck der Gesellschaft gefällt.
Mit einer neuen Firmenbezeichnung sollte die strategische Neuausrichtung unterzeichnet werden und mit einem neuen Auftritt nach aussen getragen werden. Aus Gasverbund Ostschweiz AG wurde Erdgas Ostschweiz AG. Die Namensänderung wurde an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 18. November 1993 in Winterthur beschlossen.
Die Erdgas Ostschweiz AG zählt heute zu den vier Regionalgesellschaften der Schweiz und beliefert die ihr angeschlossenen Lokalversorger in der Ostschweiz mit Erdgas. Sie transportiert rund ein Drittel des in der Schweiz verbrauchten Erdgases.
Am 1. Oktober 2014 hat das Unternehmen ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufgeschlagen und die Tochtergesellschaft Open Energy Platform AG gegründet. Die neue Organisationsstruktur richtet sich in hohem Masse nach den geänderten Marktanforderungen und bietet eine gute Ausgangsbasis für die strategische Weiterentwicklung.