Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03466.jsonl.gz/3051

Arabica-Kaffee ist auch als Bergkaffee bekannt und mit rund 70% Marktanteil bei Weitem der meist kultvierte Kaffee.
Die meisten Arabicaanbaugebiete befinden sich zwischen 1'200 und 1'500 Meter über Meer. Wobei vereinzelt auch bis zu einer Höhe von 2'800 Metern über Meer Pflanzen kultiviert werden.
Arabica hat etwas mehr Säure und ist weniger Bitter als der Robusta-Kaffee und schmeckt daher edler und feiner.
Da ich seit 1988 schon mehrere Male Indonesien bereist und zwischen 1996 und 2006 auf Bali gelebt habe, liegt es auf der Hand, dass ich mich vorwiegend für indonesischen Kaffee interessiere.
In Indonesien werden Arabicapflanzen schon seit dem 17. Jahrhundert angebaut. Dabei zeichnen sich die auf der Vulkanerde von Java und Sumatra kultivierten Varietäten mit äusserst gehaltvollem Körper und wenig Säure aus. Deshalb sind sie bei Grossröster sehr beliebt für Mischungen (Blends) mit südamerikanischen Sorten.
Heutzutage werden rund 90% des in Indonesien produzierten Kaffees von Kleinbauern kultiviert. In Indonesien werden mehr als 20 verschieden Varietäten von Coffea arabica kommerziell angebaut. Diese werden in sechs Hauptkategorien gefasst. Unter anderem die folgenden:
- Typica -> ist die, von den Holländer zuerst kultivierte Pflanze. Sozusagen die Urkaffeepflanze. Ein Grossteil der Typica viel dem in den 1880er Jahren grassierenden Kaffeerost zum Opfer. Dennoch kann man noch heute die Varietäten Bergandal und Sidikalang in den Hügeln Sumatras finden.
- Hibrido de Timor (HDT) -> Diese Varietät welche auch unter dem Namen "Tim Tim" bekannt ist, ist eine natürliche Kreuzung zwischen einer Arabica- und einer Robustapflanze.
- Linie S -> Diese Gruppe von Varietäten sind in Indien entwickelt worden und stammen von einer Bourbon Sorte ab. S-288 und S-795 werden hauptsächlich in Lintong, Aceh, Flores und in anderen Gegenden Indonesiens angebaut.
Auf Bali gibt es zwei Hauptanbaugebiete. Einerseits um Kintamani, andererseits in der Gegend um Banyuatis.
Kopi Banyuatis ist in den letzten paar Jahren zu einer Brandmarke angewchsen und wird in die ganze Welt exportiert. Tendenz steigend.
Der Kopi Luwak Beschiss
Solange ich nicht garantiert zu Rohbohnen des wild lebenden Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus) komme, halte ich mich von diesem Kaffee fern.
Seitdem Morgan Freeman und Jack Nicholson im Film "Das Beste kommt zum Schluss" (The Bucket List) aus dem Jahr 2007, genüsslich eine Tasse Kopi-Luwak trinken, ist die Nachfrage nach diesem exklusiven Kaffees ins Unermessliche gestiegen.
Das hat natürlich skrupellose Kaffeeproduzenten auf den Plan gerufen. Wo früher, vor dem Boom, die natürliche weltweite Ernte bei rund 500 bis 1'000 Kilogramm gelegen war, vegetiern nun hunderte dieser armen Viecher als Fress- und Scheissmaschinen in Käfigen vor sich hin. Frei lebende Civet-Katzen werden immer seltener! Einmal mehr geht die Profitgier des Menschen über Leichen.
An der Strasse von Bangli nach Kintamani schiesst eine Kopi Luwak Plantage nach der anderen aus dem Boden. Da gibt es Kaffee-Luwak Bauern, welche sich mit einer jährlichen Ernte von 7'000 (7 Tonnen) brüsten.
Ich möchte jedoch nicht diesen geschäftstüchtigen Kaffeebauern alleine die Schuld in die Schuhe schieben. Die tierquälerischen Machenschaften, welche hinter dem Kopi Luwak stehen, sind schon länger bekannt. So lange es Menschen gibt, welche vor den Tatsachen die Augen verschliessen und bereit sind einen überrissenen Preis für in Gefangenschaft herangezüchteten Kaffee zu bezahlen, dreht sich der Hamster im Rad.
Auf der 350 km langgezogenen Insel Flores wird seit jeher Kaffee angebaut. Vor allem um die auf rund 1'200 Metern über Meer gelegenen Städte Ruteng und Bajawa finden Arabicapflanzen optimale klimatische Bedingungen. Die Vulkanreiche Erde tut ihr übriges für gehaltvollen, nach Schokolade und Vanille schmeckenden Kaffee.
Auf Flores werden die Pflanzen unter Schatten spendenden Bäume gehalten. In den niederen Lagen wird Robusta angebaut. Aber auch an einem Hybrid, einer Kreuzung zwischen Arabica und Robusta wird seit längerer Zeit experimentiert.
Ziel ist es das Aroma von Arabica und die Widerstandsfähigkeit einer Robustapflanze zu erlangen.
Ich persönlich reise regelmässig nach Flores. Kommen Sie doch mal mit! Mehr Infos auf Kaffeefahrten...
Im Westen Javas wurde unter der Schirmherrschaft der VOC (Holländisch Ost-Indien Kompanie) zuerst mit Kaffeepflanzen aus Indien experimentiert.
Nach anfänglichen Misserfolgen, ist es schliesslich gelungen die Pflanze zu kultivieren. Bereits im 17. Jahrhundert exportierten die niederländischen Kolonialherren Kaffee in rauen Mengen nach Europa bis in den späten 1880er Jahren der gefürchtete Kaffeerost ein Grossteil der Kaffeepflanzen dahingerafft hat.
Die Holländer haben daraufhin die anfälligeren Arabikastauden mit widerstandsfähigeren Robusta ersetzt.
Heutzutage ist das Hauptanbaugebiet für exzellenten Arabica auf dem Ijen Plateau im Osten von Java. Eine Rarität ist der sogenante "Old Brown" oder "Old Java". Einige Plantagen lagern den Rohkaffee bis zu fünf Jahre. Dabei wechseln die Bohnen ihre Farbe vom anfänglichen Grün in einen Braunton. Dies hat natürlich seinen Einfluss auf den Kaffee in der Tasse.
Auch der Toraja Kaffee besticht durch ein einmaliges Aroma. Kultiviert wird er im Hochland von Zentralsulawesi.
Ein Besuch bei den Menschen im Tanah Toraja ist selbst heutzutage noch ein einmaliges Erlebnis.
Es gibt weltweit nur wenige Kaffees, welcher seine Herkunft mit einem unverwechselbaren Aroma in der Tasse nicht verbergen kann. Darunter ist sicherlich der Arabica vom Norden Sumatras.
Abgesehen von der vulkanreichen Erde, hat vor allem die Verarbeitung der geernteten Kirschen Einfluss auf das Aroma. Diesem einmaligne Prozess sagen die Indonesier "Giling Basah", was soviel wie nass schälen bedeutet.
Mandheling und Gayo geniessen weltweit unter Kaffeekenner einen hervorragenden Ruf.
Der Kaffee wird vor allem in zwei Gebieten angebaut. Beide sind sehr entlegen und auf der Strasse nicht erreichbar.
Zum einen wird im Baliem Tal, im Hochland von Jayawijaya in der nähe der Stadt Wamena hochwertiger, organischer Arabica auf bis zu 2'000 Metern über Meer angebaut.
Auch das andere Anbaugebiet liegt abgelegen zwischen 1'400 bis 2'000 Metern im Kamu Tal in der Region von Nabire.