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Vom Widerstands- zum Rechtsdiskurs: Neue Formen von Subjektivitäten jenseits der Transitional Justice in post-Apartheid Südafrika
Das Paper beschäftigt sich mit neuen Formen von Subjektivitäten, welche aus Prozessen, die auf Zeiten der "transitional justice" und quasi-rechtlichen Institutionen wie Wahrheitskommissionen folgen, hervorgehen. Die südafrikanische Selbsthilfe- und Lobbygruppe "Khulumani Support Group" knüpft dort an, wo die Wahrheitskommission Mitte der 1990er Jahren an ihre Grenze stiess. Einerseits unternimmt sie rechtliche Schritte, um Konzerne und die heutige südafrikanische Regierung in Fragen der Verfolgung der Täter und der Aufarbeitung von Komplizenschaft unter dem Apartheidregime zur Verantwortung zu ziehen. Andererseits drückt sie mit politischen Mitteln ihre Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Regierung aus. Sie orientiert sich, neben anderen politischen Moralvorstellungen, am globalen Menschenrechtsdiskurs als autoritative Referenz.
Das Paper befasst sich mit der Konstruktion von Identitäten, wie sie durch rechtliche Rahmenbedingungen festgelegt werden. Es thematisiert zudem "gelebtes Recht" in dem Sinne, dass es die Übersetzungsleistungen untersucht, welche die Klagenden einer Sammelklage gegen Konzerne, die das Apartheidregime unterstützten, erbringen. Dabei wirft es die Frage auf, welche rechtlichen Vorstellungen des Opfer-Seins Einzug in den Alltagdiskurs und in die Handlungen der Klagenden finden. Die Bedürfnisse und Forderungen der Mitglieder von Khulumani finden zwar in der Vergangenheit ihren Ursprung, müssen aber im Licht der Gegenwart verstanden werden. Hier geht es um die Aushandlung von Zugehörigkeiten und des Bürger-Seins im post-Apartheid Südafrika sowie um die letztlich zentrale Frage, inwiefern die junge Demokratie das Versprechen der (Wieder)Herstellung der Würde halten konnte und kann.