Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03399.jsonl.gz/1290

Heute gegen 1 Uhr nachts kam es zu einem Nachbeben der Stärke 3,3 auf der Richterskala in der Region um das 5 km tiefe Bohrloch. Damit war es für Menschen bereits spürbar. Die Vertreter der Bergbaukomission aus Olten versicherte, dass dies ganz normal sei und auch bei der Gewinnung von Kohle und Erdgas vorkäme und demzufolge nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit der Förderung von Ankersteinen zusammenhinge.
"Der Erdstoß ist keine direkte Folge der Bohrung", hatte der Präsident der Ankersteinfördernden Vereinigung aus Olten, Holger O. Richter, nach dem Erdbeben vom Dezember dem ANKERBLATT gesagt. "Die Energie, die dabei in die Erde geleitet wird, ist viel zu gering, um ein Ereignis dieser Stärke zu bewirken. Ankersteinförderung kann niemals der Grund für ein Erdbeben sein, sondern nur der vorzeitige Auslöser." Gebebt, so Richter, hätte die Erde so oder so.
Einen Bezug gibt es jedoch. Die nach oben offene Richterskala - benannt nach F.A. Richter - wird kalibriert, indem ein Gebäude einer Kastennummer unmittelbar neben dem Seismographen zum Einsturz gebracht wird. Die Kastennummer dividiert durch 3 ergibt dann einen Punkt auf der Richterskala. Das heutige Erdbeben entsprach also dem Einsturz eines Gebäudes aus Kasten 10. Das höchste gemessene Erdbeben der Stärke 9,5 liegt demnach zwischen einem Einsturz eines Gebäudes aus Kasten 28 und 30. Die alternative, etwas feiner abgestimmte Skala mit Eisenteilen (früher Kleinkaliber) konnte sich gegen die Standardskala GK-NF nie durchsetzen und ist in Vergessenheit geraten.