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Die Japaner sind die Weltmeister im Trinken von Whisky. Der pro Kopfverbrauch liegt hier um einiges höher als bei den Briten und Amerikanern.
Dass sich im Laufe der letzten 100 Jahre in Japan eine Whiskykultur entwickeln konnte, ist sehr ungewöhnlich. Whisky hat es bisher als einziges destilliertes alkoholisches Getränk aus dem Westen geschafft, sich auf dem japanischen Markt zu etablieren. Zunächst wurde der Weg durch importierte Abfüllungen aus Schottland und Irland geebnet. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich in Japan eine eigene Whiskyindustrie entwickelt.
WOHER IST ER?
Japanischer Whisky kommt (natürlich) aus Japan. Er wird nicht nur in einem einzigen Stil hergestellt – er umfasst eine grosse Auswahl an Geschmacksprofilen und Eigenschaften.
WORAUS WIRD ER GEMACHT
Japanischer Whisky ähnelt in vielerlei Hinsicht dem schottischen, unter anderem wegen dem weit verbreiteten Einsatz von gemälzter Gerste als Hauptbestandteil und der Praxis des Mischens von Malz- und Getreide-Whiskies. Einige japanische Destillerien stellen gereifte Spirituosen aus Reis her, die ausserhalb Japan als Reis-Whiskies verkauft werden.
WIE WIRD ER GEMACHT?
Es gibt nur wenige Vorschriften über die Herstellung von japanischem Whisky. Wie in Schottland, Irland, den Vereinigten Staaten oder Kanada wird auch japanischer Whisky mit Kupferbrennblasen und Säulenkolonnen destilliert.
Japanische Brennereien importieren oft gemälzte Gerste aus Schottland und können Torf verwenden oder auch nicht. Ausserdem wird japanischer Whisky oft mit importiertem Whisky aus Schottland oder anderen Ländern vermischt, vor allem weil japanische Destillerien nicht jede Art von Whisky herstellen können und – im Gegensatz zu schottischen und irischen Kollegen – nur selten Whisky untereinander austauschen. Die Fässertypen variieren von den traditionellen Ex-Bourbon-Fässern aus weisser Eiche bis hin zu Fässern aus der seltenen Mizunara-Eiche. Das Fehlen strenger Vorschriften ermöglicht eine grosse Kreativität bei der Herstellung von Whisky.
KLASSISCHE BEISPIELE
Vielleicht möchtest Du deine japanische Whisky-Entdeckung mit Marken wie Suntory Kakubin Regular und Hibiki Japanese Harmony beginnen, die leicht zu finden sind, leicht und körperreich und typisch für japanische Blends. Probiere sie in einem Highball (mit Sodawasser gemixt und mit Eis serviert), wie es in Japan typisch ist.
Nikka Coffey Grain und Coffey Malt bieten zwei einzigartige Geschmacksprofile von Getreide- und Malt-Whisky, die in einem Coffey Still hergestellt werden, während Yoichi und Miyagikyo Single Malts die unterschiedlichen Stile der beiden verschiedenen Destillerien von Nikka zeigen.
YAMAZAKURA Blended WhiskyJapanischer Whisky mit Altersangabe ist heutzutage zwar teuer und schwierig zu finden, aber Yamazaki, Hakushu und Hibiki haben alle Abfüllungen ab 12 Jahren.
BRENNENDE FRAGEN
Warum ist es so schwer, erschwinglichen japanischen Whisky zu finden?
In den letzten Jahren haben Whiskytrinker weltweit entdeckt, wie grossartig japanische Whiskies sein können – und sie haben entsprechend gekauft. Die Nachfrage explodierte, als Jim Murray in seiner Whisky Bible 2015 den Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 als Whisky of the Years kürte.
Leider waren die japanischen Whiskyhersteller nicht auf den plötzlichen Anstieg der Popularität vorbereitet und konnten die Nachfrage nicht mehr decken. Whisky braucht Zeit, um alt zu werden. Als Reaktion darauf haben Marken wie Suntory und Nikka die Anzahl der verfügbaren Abfüllungen mit Altersangabe stark reduziert und teilweise durch altersunabhängige Abfüllungen ersetzt. Whiskies wie Hibiki Japanese Harmony und Suntory Kakubin sind zwar weit verbreitet, aber gealterte Single Malts aus Japan werden auch in den nächsten Jahren noch limitiert sein, da die Destillateure ihre Bestände wieder aufbauen.
Warum ist der japanische Single Malt Whisky dem schottischen so ähnlich?
Aus historischen Gründen. Die Gründer der japanischen Whiskyindustrie am Anfang des 20. Jahrhunderts studierten die Whiskyherstellung in Schottland und übernahmen viele der Praktiken (Masataka Taketsuru). Der japanische Single Malt Whisky hat einige seiner einzigartigen Eigenschaften, wie z. B. die Konzentration auf Balance und Harmonie und eine unverwechselbare Whisky-Kultur, die sich auf Cocktails und Highballs konzentriert. Aber nach langjähriger Regelung kann man nur Whisky, der in Schottland hergestellt und gereift wird, als Scotch bezeichnen.
Wie können japanische Brennereien Whisky aus anderen Ländern verwenden?
Eine offizielle Definition des japanischen Whiskys existiert nicht, und es ist legal für die Produzenten, mit Whisky aus Schottland oder anderswo zu blenden. Die Praxis wird jedoch selten offen diskutiert. Laut Rosemary Gallagher, Leiterin der Kommunikationsabteilung der Scotch Whisky Association (SWA):”Es ist nichts falsch daran, Scotch mit Whisky anderer Herkunft zu mischen, solange die Kennzeichnung solcher Produkte den Verbraucher nicht dazu verleitet, davon auszugehen, dass es sich bei dem Produkt um Scotch handelt. Es gibt keine offizielle Definition von Whisky in Japan, die wir kennen.”
Was ist mit Reis-Whisky?
Einige japanische gelagerte Spirituosen werden aus Reis hergestellt. In Japan können diese Produkte nicht als Whisky verkauft werden. Aber in den Vereinigten Staaten erkennt die TTB Reis als Getreidekorn an, und so können diese Produkte als Whiskies etikettiert und verkauft werden.
Was ist ein «Pure Malt»?
Einige japanische Whiskies verwenden auf ihren Etiketten den Begriff «Pure Malt», wie z. B. Nikka Taketsuru Pure Malt. Diese Bezeichnung ist die gleiche Bezeichnung wie ein schottischer blended Malt – ein Whisky, dessen Bestandteile zu 100 % aus gemälzter Gerste bestehen, aber aus mehr als einer Brennerei stammen.