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The 36th Chamber of Shaolin (1978)
Die Blutsbrüder der grausamen Fäuste
The 36th Chamber of Shaolin (1978) Die Blutsbrüder der grausamen Fäuste
Oder: Kraft, Balance, Geschwindigkeit
Als ein junger Student namens San Te (Chia Hui Liu) miterleben muss, wie im Sog der Unterdrückung ein sinistrer General die Dorfbewohner, Mitschüler und den Lehrer umbringt, flieht er und schafft es sogar, seinen Häschern zu entkommen. Er erinnert sich an einen Ort, an dem Shaolin-Mönche scheinbar altertümliche Kampfkünste trainieren, mit deren Hilfe sich die Opfer des Krieges gegen ihre Übeltäter wehren könnten.
San Te schleust sich in das Kloster ein und wird dort aufgenommen. Doch aus dem knallharten Kung-Fu-Training wird erstmal nichts. Über ein Jahr lang wartet der Junge auf seine Chance, wischt die Böden und kann seine Racheglüste nur schwer verstecken. Als aber der Tag gekommen ist, an dem San Te endlich die Ausbildung zum Kung-Fu-Kämpfer beginnen darf, sieht er sich weiteren Hindernissen entgegen gestellt. Denn nicht nur müssen 35 Kammern absolviert werden (die titelgebende "36th Chamber" kommt dann später noch dazu), nein auch die Übungen haben auf den ersten Blick kaum etwas mit Kampf zu tun.
So muss der junge Mann über im Wasser liegende Baumstämme rennen, Kübel voll mit Wasser tragen, bewegenenden Kerzen hinterher schauen oder mit einem schweren Hammer Glockenschläge ausführen. Natürlich haben all diese Übungen einen tieferen Sinn. Und diesen muss San Te auf die harte Tour erlernen, bevor er sich in der letzten Kammer seiner endgültigen Prüfung stellt. Doch der Weg dahin scheint unendlich zu sein.
DVD-Rating
Wenn es eine Art "Mutter" aller Kartefilme geben würde, müsste The 36th Chamber of Shaolin definitiv in die nähere Auswahl kommen. Man spricht hier von einem "wegweisenden" Film für das Genre und damit hat man nicht mal so Unrecht. Die klassische Geschichte eines jungen Mannes, der über sich hinauswachsen muss, die Kampfkunst erlernt und seine anfänglichen Racheglüste zu unterdrücken versucht, ist sehr gut in Szene gesetzt und macht auch beim wiederholten Gucken grossen Spass.
Hauptdarsteller Chia Hui Liu (auch bekannt unter Gordon Liu) hatte in Kill Bill Vol. 1 und dessen Sequel Kill Bill Vol. 2 schöne Auftritte und ist somit auch jüngeren Zuschauern ein Begriff. Dort spielte er übrigens im ersten Teil den Anführer der "Crazy 88" und danach den weissbärtigen Kampftrainer von Uma Thurman. Genau, derjenige, der sich so federleicht aufs Schwert springt.
Auch wenn The 36th Chamber of Shaolin ein Klassiker ist, so hat auch er vor allem am Anfang und Ende des Filmes Mühe, das Interesse des Zuschauers zu wecken. Die Vorgeschichte ist relativ mühsam, allerdings ist der Mittelteil mit der Ausbildung und den verschiedenen Kammern (von denen man natürlich nur einen Bruchteil sieht) absolute Klasse. Der Schluss lässt dann wieder an Intensität nach, aber irgendwie muss die Rahmengeschichte ja auch zu Ende erzählt werden.
Fazit: The 36th Chamber of Shaolin macht im Mittelteil grossen Spass und lässt Freunde von hervorragend choreographierten Kampfszenen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dazu gibts knallrotes Kunstblut, farbenfrohe Dekorationen und ein paar tolle Kammern und Aufgaben. Für diejenigen, die den Film noch immer nicht gesehen haben, wirds höchste Zeit. Denn viele der heutigen Martial-Arts-Filme haben ihre Inspiration von Werken wie The 36th Chamber of Shaolin.
Eine schöne, aber leider relativ kurze, Dokumentation über die Kampfkunst und die Geschichte der Shaolinmönche ist das Highlight der Extras auf der DVD. Filmographien auf Texttafeln und diverse Trailer runden das Angebot ab. Ganz okay, aber ein bisschen mehr Hintergründe wären halt schon nett gewesen.
Technisch sieht man dem Film sein Alter an. Zwar macht das Bild einen mehrheitlich guten und klaren Eindruck, die deutsche Synchro ist aber relativ asynchron und mechanisch gesprochen. Leider fehlen deutsche Untertitel, so dass man entweder diese Sprachfassung anschauen muss oder auf die Originalfassung mit englischen Untertiteln ausweicht. Jedem das Seine.
OutNow.CH:
22.11.2008 / muri
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