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Ausgangslage
Die N01 kommt auf dem Abschnitt SG-Winkeln bis SG-Neudorf aufgrund der hohen Verkehrsbelastung bereits heute an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. In den Belastungsspitzenstunden werden auf diversen Teilstrecken im Abschnitt 54 der N01 unzureichende Verkehrsqualitätsstufen erreicht. Die beiden ebenfalls 1987 in Betrieb genommenen Tunnelröhren durch den Rosenberg müssen ab ca. 2037 aufgrund ihres baulichen Zustands und ihres Alters umfassend saniert werden. Um den anstehenden Verkehr auf der N01 trotzdem bewältigen zu können, ist die Sanierung erst nach Inbetriebnahme einer neuen 3. Röhre Rosenberg möglich.
Auftrag
Die Filiale Winterthur des Bundesamts für Strassen (ASTRA) hat die IG SG 3+ unter der Federführung der Gähler und Partner AG mit der Durchführung eines Variantenstudiums für eine 3. Röhre und der nachfolgenden Ausarbeitung der Bestvariante zum Generellen Projekt (GP) und Ausführungsprojekt (AP) nach Nationalstrassenverordnung (NSV) beauftragt.
Projekt
Die neue 3. Röhre Rosenberg wird südlich zu den beiden bestehenden Röhren gebaut. Sie weist eine Gesamtlänge von rund 1.6km auf und wird mit 2. Fahrstreifen und einem Pannenstreifen ausgestattet. Die Fahrbahnbreite von 11.25m lässt den allfälligen Betrieb mit 3 Fahrstreifen und einer entsprechenden Kapazitätserhöhung zu. Das Tunnelportal im Westen befindet sich auf Höhe der bestehenden Portale der 1. und 2. Röhre. Nach einem kurzen Tagbauabschnitt im Westen, folgt der etwa 1.3km lange bergmännische Abschnitt, welcher im östlichen Bereich das bestehende OLMA Areal mit knapper Überdeckung unterfährt. Im Bereich der bestehenden OLMA Halle 9 wird der Tunnel in Deckelbauweise (111m) erstellt. Bevor der Tunnel im Osten endet, unterquert er innerhalb der Überdeckung Rosenberg Ost (ÜRO) die zukünftige Halle 1 der OLMA (158m).
Der bergmännische Tunnel weist je nach Ausbruchsicherung einen Ausbruchquerschnitt von knapp 190m2 auf. Der Hauptvortrieb erfolgt mit einer Teilschnittmaschine (TSM) von Westen. Zur Baugrunderkundung und aus baulüftungstechnischen Gründen wird vorgängig von Westen ein Pilotstollen erstellt. Aus bauzeitlichen Risikoüberlegungen wird gleichzeitig zum Hauptvortrieb ein Gegenvortrieb im bautechnisch anspruchsvollen (Gebäude mit geringer Überdeckung in geotechnisch ungünstigen Formationen) Ostabschnitt gebaut.
Aufgrund der Unterquerung der bestehenden Infrastruktur (SBB-Tunnel, Hochhäuser, OLMA Hallen) liegt die zukünftige Trassee der 3. Röhre deutlich tiefer als diejenige der zwei bestehenden. Daher wird auf Querverbindungen zur 2. Röhre verzichtet und der verbreiterte Werkleitungskanal unter der Fahrbahn dient als Fluchtweg. Die Lüftung (Rauchabsaugung) des Tunnels erfolgt durch den Abluftkanal über der Zwischendecke und die Lüftungszentrale im Westen. Im Portalbereich Ost und in Tunnelmitte sind weitere Betriebszentralen geplant. Letztere beinhaltet auch die Pumpen für die Tunnelentwässerung aus dem Tiefpunkt.
Aufgrund der sehr engen Platzverhältnisse und der schwierigen Erschliessungsmöglichkeiten wird für die Hauptarbeiten im Westen im Bereich der Galerie Dietli eine massive Installationsplattform über der Autobahn erstellt, welche über Auffahrtsrampen ab der Autobahn vom Westen und Osten erreicht werden kann. Die Wegfahrt erfolgt aus Platzgründen nur nach Westen. Über diese Installationsplattform kann der Hauptvortrieb direkt bedient werden.
Neben dem Tunnel umfasst das Projekt auch umfangreiche Trasseeanpassungen mit Mittelstreifenüberfahrten in den Portalzonen. Zudem sind beim Anschluss St. Fiden eine neue Ausfahrtsbrücke und mehrere Stützmauern geplant. Beim Westportal müssen die bestehenden Konstruktionen im Rutschhang Dietli durch ein neues Stützbauwerk ersetzt werden.
Bauherrschaft
Bundesamt für Strassen, ASTRA Filiale Winterthur
Unsere Leistungen
SIA Phasen 31 und 33
Status
In Arbeit
Ort
St. Gallen