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Schon immer war Nepal das kleine Land zwischen den Giganten, weshalb es kulturell auch stark von China und Indien geprägt wurde. Besonders der indische Einfluss spiegelt sich heute in Religion und Kultur wieder. Aus dem ehemaligen Mischvolk, welches das Kathmandu-Tal besiedelte, entstand das Volk der Newar. Ab dem 8. Jahrhundert war Tibet in der Lage besonders starken Einfluss auf Nepal zu nehmen. Als der Einfluss abklang, sah Indien die Chance – so übernahmen die Rajputen die Herrschaft über das Land und behielten sie bis ins 14. Jahrhundert, als die nepalesische Malla-Herrschaft sich vom großen Nachbarn lossagte.
Doch die politische Stabilität blieb aus, weshalb eine Trennung in drei Königreiche veranlasst wurde: Kathmandu, Bhaktapur und Patan. Hier erhielten die Maila ihre Herrschaft noch einige Jahre aufrecht, bis 1768 die Reiche wieder zu einem Herrschaftsgebiet vereinigt wurden durch den Herrscher Prithvi Narayan Shah. Auch die Briten versuchten aus ihrem Kolonialgebiet Indien ihren Einfluss gen Himalaya auszudehnen, was aufgrund des Widerstandes der herrschenden Gurkha-Dynastie nicht gelang. Der Widerstand entwickelte sich 1815 zum Krieg, der erst durch einen Vertrag geregelt wurde. Dieser führte zur Abgabe nepalesischer Gebiete an die Briten und zur Abmachung, nepalesische Soldaten Britannien zur Verfügung zu stellen. So übernahmen die Briten das Land weder als Kolonie noch als Protektorat, Nepal blieb unter der folgenden Rana-Dynastie selbstständig.
Doch politische Stabilität war noch lange nicht in Sicht, besonders nach dem zweiten Weltkrieg zerrüttete sich das Land weiterhin. Erste freie Wahlen wurden 1959 gestattet, doch die Regierung zerstritt sich. Das Ringen zwischen König und Parteien gipfelte 1996 in den rebellischen Unruhen durch Maoisten, welche gegen die bestehenden sozialen Kasten und die immer wieder aufkeimende autokratische Regierung kämpfen wollten. Erst zehn Jahre später wurde endgültig ein neues Parlament eingesetzt, dass 2007 die Abschaffung der Monarchie einführte. Bis heute hat sich die innerpolitische Lage noch nicht entspannt, die demokratische Regierungsform steht noch unter den Folgen der Maoisten.