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Gemäss «Red Book» der Kernenergieagentur NEA der OECD und der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) reichen die derzeit weltweit erfassten Uranvorkommen für mehr als 130 Jahre, um den Jahresbedarf des heutigen kommerziellen Reaktorparks zu decken. Hinsichtlich eines weltweiten Ausbaus der klimafreundlichen Kernenergie macht auch die Erschliessung unkonventioneller Uranressourcen Sinn, wie z.B. die Gewinnung von Uran aus Meerwasser. Gemäss World Nuclear Association (WNA) besitzt Meerwasser eine Konzentration von typischerweise 0,003 parts per million (ppm) Uran. Kontinentale Erdkruste enthält im Vergleich dazu rund 2,8 ppm Uran und Uranerze 20’000 ppm Uran und mehr. Im Meerwasser gibt es aber die riesige Menge von insgesamt rund 4,5 Milliarden Tonnen natürliches Uran, wodurch sich die Entwicklung kostengünstiger Urangewinnungsmethoden aus Meerwasser anbietet.
Im Südchinesischen Meer betreibt die CNNC seit 17. Mai 2023 eine Testplattform zur Urangewinnung aus Meerwasser unter realen Bedingungen. Sie führe die herausfordernden Arbeiten in einer Allianz zusammen mit chinesischen Universitäten und mehreren Firmen durch. Die Plattform sei Teil eines Forschungs- und Testzentrums und es gebe auch einen internationalen Austausch, so die CNNC. In Hainan hat gemäss CNNC gleichentags die «2023 Technical Innovation Alliance Council and Academic Exchange Conference on Uranium Extraction from Seawater» stattgefunden. Dort hätten die Allianz-Mitglieder Verträge für die Projekte unterzeichnet, die durch den Innovationsentwicklungsfonds, «den ersten Spezialfonds für die innovative Entwicklung der Meerwasser-Urangewinnung in China» unterstützt würden. Mehr zur Urangewinnung aus Meerwasser.
Quelle
B.G. nach CNNC, Medienmitteilung, 18. Mai 2023; OECD-NEA und IAEO, Red Book 2022, 3. April 2023