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Merlot
Landwirtschaftliches Produkt
Benennung
Typ
- Familie
- Gattung
- Typ
Systematik
- Ordnung
- Familie
- Gattung
Historisch: Merlot Noir, Médoc Noir, Sémillon Rouge
Botanisch: Vitis vinifera L. ssp. sativa Edelrebe
Characteristika
Merlot liefert farbintensive, dunkelrote Weine mit fruchtigen Noten, komplexem Bouquet und weichen, gut eingebundenen Gerbstoffen. Die blauschwarzen, kugelförmigen Beeren ergeben einen neutralen Most mit hohem Zucker- und eher tiefem Säuregehalt. Neben Blauburgunder ist Merlot die zweite meistangebaute rote Rebsorte in Graubünden. Die Anbauweise der Merlot-Traube in Misox wird als Mezzana bezeichnet – es handelt sich dabei um einen Drahtbau, wie er auch im Tessin noch verwendet wird. Merlot gedeiht schlecht bei grosser Trockenheit und benötigt eine mässige Wasserversorgung und kalte, nicht zu schwere Böden.
Geschichtliches
Merlot wurde anfangs des 20. Jahrhunderts in die Schweiz eingeführt und hauptsächlich im Tessin angepflanzt. 1907 wurden aus Frankreich 12 000 Pflanzen in die Schweiz importiert und an die Bauern im Tessin verteilt. Von dort wurde Merlot über Misox und Puschlav sukzessiv auch in Nordbünden verbreitet. Die Rebsorte stammt aus der Bordeaux-Region, wo sie erstmals 1784 in Schriften über die Medoc-Weine erwähnt wurde. Ihr Name leitet sich wahrscheinlich von merlau ab, was die Bezeichnung eines schwarzen Vogels auf Okzitanisch ist. Die galloromanische Sprache wurde hauptsächlich im südlichen Drittel Frankreichs gesprochen und da dieser gewisse Vogel Merlot besonders mochte, wurde die Traube nach ihm benannt. Gemäss den genetischen Untersuchungen ist Merlot eine natürliche Kreuzung von Cabernet Franc und einer alten Rotweinsorte namens Magdeleine Noire des Charentes. Diese Kultursorte wurde erstmals in den 1990er-Jahren bei einer Neuanlage eines Weinbergs im Saint-Suliac gefunden. Ein paar Jahre später wurde die Rebe in vier weiteren Gemeinden des Départements Charente im Westen Frankreichs gefunden. Die Reben wurden lokal Magdalena-Reben genannt, da sie oft viel früher als die anderen Trauben in dieser Gegend um den Festtag der Maria Magdalena am 22. Juli reiften. Aus diesem Zusammenhang wurden diese alte Rotweinsorte und der zweite Elternteil von Merlot Magdeleine Noire des Charentes genannt. Im Laufe der Vervielfachung der Merlot-Pflanze ist durch bestimmte Mutationen ein grauer Klon der Merlot-Pflanze entstanden, der Merlot Gris. Durch natürliche Kreuzung zwischen Merlot und der aus Westfrankreich stammenden Traubensorte Folle Blanche wurde der Merlot Blanc geboren. Diese Kultursorte ist jedoch heutzutage nahezu gänzlich verschwunden.
Vorkommen & Verbreitung
Verwendung
Körperreiche, fruchtige Rotweine mit gut eingebundenen Gerbstoffen.
Die Bündner Merlots passen wunderbar zu kräftigen Speisen, zu rotem Fleisch und zu Wildgerichten. Sie munden auch zu Coppa, Wurst- und Salsiz-Spezialitäten und zum Alp- und Bergkäse wie auch zu Gemüsegerichten.
Bezugsquellen
Schweiz
Bilder
Quellen der Recherche
Eggenberger, W. et. al. (1977). Schweizer Weinatlas. Basel: Pharos-Verlag Hansrudolf Schwabe.
OFD Communication Genf (1994). Schweizer Weine für Kenner. Vevey: Mondo Verlag.
Robinson, J./Harding, J./Vouillamoz, J. (2012). Wine Grapes. New York: HarperCollins Publishers.
Dupraz, P./Spring, J. (2010). Rebsorten. Die wichtigsten in der Schweiz angebauten Rebsorten. Nyon: Changins.
Vouillamoz, J. (2018). Schweizer Rebsorten – Ihre Geschichte und Ursprünge. Bern: Haupt Verlag.
Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Weine und Spirituosen (2018). Das Weinjahr 2018. Abgerufen am 15. Oktober 2019 von Link
Stein und Wein Verein, c/o Kündig Rainer/AS Verlag (Hrsg.) (2018). Stein und Wein. Entdeckungsreisen durch die schweizerischen Rebbaugebiete. Zürich: AS Verlag.