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Mit der Stadt durch eine elektrische Strassenbahn verbunden. 99
Häuser, 1127 kathol.
und reform. Ew. Kirchgemeinden
Saint Antoine de Padoue (Stadt Genf)
und
Le Petit Saconnex. Verschiedene Industrien. Zimmerplatz.
Feilenfabrik.
(Kt. Neuenburg,
Bez. und Gem. Boudry).
440 m.
Weiler, am linken Ufer der
Areuse, je 2 km ö.
Boudry und s.
Colombier, 500 m von der
Station
Areuse der elektrischen Strassenbahn
Neuenburg-Boudry-Cortaillod. Telephon. 10
Häuser, 101 reform. Ew. Hier die 1876 eingerichtete
SekundarschuleBoudry-Cortaillod, ein zur Aufnahme von etwa 20 Frauen eingerichtetes Krankenhaus und ein
Waisenhaus für Mädchen. Diese beiden sind private Einrichtungen. 1763 wurde in Grandchamp eine Indiennefabrik eröffnet,
der in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Tuchfabrik folgte. Heute treibt ein von der
Areuse abgeleiteter Kanal eine
Säge
und eine Bienenkorbfabrik. Das ehemals hier befindliche freie Lehrerseminar ist jetzt nach
Peseux übergesiedelt.
Ueber dem
Weiler der steile Berghang von Souchaux-Naye. Aus dem Malmkalk des
Kammes von
Naye tritt eine
Stromquelle von 8,2 °C konstanter Temperatur und mit einer Stärke von durchschnittlich 3000 Minutenliter aus. Den industriellen
Betrieben liefert einen Teil ihrer Triebkraft eine 125 m über dem
See gefasste Quelle. Das Rohmaterial liefern
Steinbrüche
in den Gemeinden
Villeneuve,
Roche und
Ollon
(Montagne d'Arvel etc.). Eine der Bauten der mechanischen Sägerei
besteht aus einem für seinen neuen Zweck umgestalteten
Turm, der einst zu den Aussenwerken des
SchlossesChillon gehörte.
Kalktuff. 1005: Ager de Grandchamp; wurde damals zusammen mit dem Castellare geheissenen
Chillon vom
Bischof Hugues von
Sitten
im Tausch gegen einen Teil des Gebietes von Vacins in
La Tour de Peilz an
Bischof Hugues von Genf
abgetreten. 1195 verlieh
Graf Thomas von Savoyen den grandis campus dem Kloster Le
Haut Crêt unter der Bedingung, dass dieses hier
Reben anpflanze und
dem
Grafen einen Drittteil des Ertrages abliefere. Blieb bis zur Reformation Eigentum des
Klosters.
und Ressudens: 125 Häuser, 725 reform. Ew.; Dorf: 94 Häuser, 537 Ew. Kirchgemeinde Ressudens. Acker- und Tabakbau. Mühlen.
Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Schloss Grandcour steht an der Stelle einer älteren Burg. In der Gemeinde Grandcour
besteht die älteste Militärgesellschaft der Schweiz, die nach einer vom Freiherrn von Grandson belohnten
glücklichen Waffentat 1384 gestiftet worden ist. Der Gründungstag wird heute noch alljährlich am ersten Samstag im Mai
gefeiert.
Die Frage des Ursprunges der Siedelung hat verschiedenen geschichtlichen Hypothesen gerufen, von denen aber keine genügend
begründet erscheint. 1212: Grancort; war der Mittelpunkt einer Herrschaft, die ausserdem noch Chevroux, Chésard
und Ressudens umfasste. Die ersten bekannten Inhaber waren die Herren von Cossonay-Prangins, denen nach ihrem Sturz (1293) Ludwig
von Savoyen, Herr von Vaud, folgte. 1311 übergab Berlio Amoyri als Bevollmächtigter von Ludwig von Savoyen die Herrschaften
Grandcour und Le Vuilly an Peter von Grandson, dessen Familie sie bis 1397 verblieben, um dann 1403 als
Leibgedinge an Humbert von Savoyen zu kommen.
Später (1456) wurde Graf Franz 1. von Greierz im Tausch gegen eine dem Herzog von Savoyen geliehene Geldsumme Herr von Grandcour.
Von 1473 an ging dann die Herrschaft der Reihe nach in verschiedene Hände über, so u. a. in die des
Geschlechtes von Diessbach, das von der Mitte des 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts deren Eigentümer war. 1736 verkaufte
sie Marie von Diessbach an Abraham Sinner, der sie seinerseits wieder 1755 an Jean Louis Labat aus Genf
veräusserte. Dessen Sohn
behielt die Besitzung bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts und war der letzte Baron von Grandcour. Grandcour
war einst ein Flecken oder sogar eine kleine befestigte Stadt. Die Reformation fand hier von Seiten von Rochus von Diessbach
einen starken Widerstand. Heimat des Geschichtschreibers Abraham Ruchat, des Verfassers einer Histoire de la Réformationde la Suisse (6 tomes. Genève 1727-28) und eines Abrégé de l'histoire ecclésiastique duPaysdeVaud
(Berne 1707), die beide im 19. Jahrhundert neu aufgelegt worden sind.