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Die Total Expense Ratio (TER) ist ein Mass, welches die Gesamtkosten eines Investmentfonds widerspiegelt. Sie wird als Prozentsatz des verwalteten Vermögens ausgedrückt und umfasst verschiedene Kostenkomponenten wie Managementgebühren, Vertriebskosten, Buchhaltungs- und Rechtskosten. Nicht enthalten sind die Transaktionskosten innerhalb eines Anlagefonds.
Die TER ist für Anleger insofern von grosser Bedeutung, als dass sie ihnen hilft, die Kostenstruktur eines Fonds zu verstehen und verschiedene Fonds miteinander zu vergleichen. Eine niedrigere TER bedeutet in der Regel, dass ein Fonds kostengünstiger ist. Kosten spielen eine entscheidende Rolle bei der Erzielung von langfristigem Anlageerfolg. Während die erwartete Rendite alles andere als gewährleistet ist, sind die Kosten in der Regel konstant und fallen immer an!
Wo kann ich die TER einsehen?
Die TER finden Sie in den sogenannten wesentlichen Anlegerinformationen zu einem Fonds unter "laufende Kosten" sowie im Jahresbericht des Fonds. Zusätzlich steht die Total Expense Ratio (TER) oft auch im Factsheet, einem Informationsblatt, das die Fondsgesellschaften zu jedem Fonds ausgeben. Eine Möglichkeit ist über die Plattform «Fundinfo» mit der entsprechenden Valoren- oder ISIN-Nummer das entsprechende Factsheet zu erhalten: www.fundinfo.com/de/
Wie wirken sich höhere Kosten auf die Rendite aus?
Ein niedrigeres Kostenverhältnis kann sich im Laufe der Zeit erheblich auf die Rendite eines Fonds auswirken. Angenommen, zwei Fonds erzielen über einen Zeitraum von zehn Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von jeweils 4 Prozent. Wenn der eine Fonds eine TER von 1 Prozent und der andere eine TER von 0.5 Prozent hat, würde der erste Fonds eine höhere Gesamtrendite für den Anleger erzielen. Die Kosten können sich im Laufe der Zeit summieren und einen erheblichen Unterschied im Anlageergebnis ausmachen. Dieses Beispiel verdeutlicht das:
Die zu Beginn eventuell als vernachlässigbar eingestufte Kosten-Differenz von 0.5%, führt mit der Zeit zu spürbaren Differenzen. Dies unter der Annahme, dass beide Fonds dieselbe Bruttorendite erzielen, was tendenziell bei passiven Instrumenten erwartet werden kann. Ein Investor in Fonds 2 hat in diesem Beispiel nach zehn Jahren eine um rund 7%-Punkte bessere Performance erzielt als ein Anleger in Fonds 1.
Welche weiteren Punkte sind zu beachten?
Es ist wichtig zu beachten, dass die TER nicht die einzige Kennzahl ist, die bei der Fondsauswahl berücksichtigt werden sollte. Anleger sollten auch andere Faktoren wie die erzielte und erwartete Performance des Fonds, die Anlagestrategie, das Risikoprofil und die Erfahrung des Fondsmanagements berücksichtigen. Die TER kann nicht als alleiniges Kriterium dienen, da ein teurerer Fonds mit einer überlegenen Performance möglicherweise dennoch attraktiver ist.
Darüber hinaus ist es zielführend, die TER im Kontext des Anlageziels und der Anlageklasse zu betrachten. So haben Passive Fonds tendenziell niedrigere TERs im Vergleich zu aktiv verwalteten. Das liegt daran, dass passive Fonds den zugrunde liegenden Index passiv nachbilden, während aktive Fonds ein höheres Mass an Research und Management erfordern.
Zusammenfassung
Insgesamt ist die TER ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Fondsauswahl und dessen Bewertung. Anleger sollten die TER nutzen, um die Kosten ihrer Investitionen zu verstehen und verschiedene Anlagefonds miteinander zu vergleichen. Eine fundierte Entscheidung sollte jedoch auf einer ganzheitlichen Analyse verschiedener Faktoren basieren, um sowohl die Kosten als auch die potenzielle Rendite und das Risiko des Fonds angemessen zu bewerten.
Bildquelle: Titelbild: Unsplash - Kelly Sikkema