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Der Sozialist erhielt dabei mit etwa 313.000 zu 193.000 Stimmen mehr Zuspruch als bei seiner ersten Wahl vor einem Jahr. Diese hatte die Partei tief gespalten: Kritiker werfen Corbyn vor, Labour mit einer stark linksgerichteten Politik jede Siegeschance bei Wahlen zu nehmen. Corbyn rief seine Partei am Samstag zur Geschlossenheit auf und forderte einen Neuanfang, um die anstehende politische Arbeit gemeinsam zu meistern. "Erinnert Euch immer daran, dass es in unserer Partei viel mehr Gemeinsamkeiten gibt als Trennendes." Mit dem Wahlergebnis geht der 67-Jährige gestärkt in den am Sonntag beginnenden Parteitag in Liverpool.
Vor allem nach dem Brexit-Referendum war Corbyn massiv in die Kritik geraten. Die Fraktion im Unterhaus sprach ihm ihr Misstrauen aus. Seine Widersacher warfen ihm vor, nicht nachdrücklich genug für einen EU-Verbleib des Landes geworben zu haben und die Partei zu weit nach links zu rücken. Der Pazifist hat sich für einen Austritt aus der Nato ausgesprochen und will die britischen Atomwaffen verschrotten. In Wirtschaftsfragen setzt er sich für einen grösseren Einfluss des Staates ein und will die Bahn verstaatlichen. Zudem sollen die Rechte von Arbeitnehmern und Gewerkschaften gestärkt werden. Corbyn zeigt sich zudem offen für die Forderung nach der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.
In Grossbritannien wurde im vergangenen Jahr gewählt, Labour erlitt eine schwere Niederlage. In Umfragen liegen die regierenden Konservativen unter Premierministerin Theresa May derzeit sieben Prozentpunkte vor Labour. Die nächste Parlamentswahl findet turnusmässig 2020 statt.
(Reuters)