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Fehlverhalten soll Banker teurer zu stehen kommen. Auch jene, die bloss zuschauen und schweigen. Die Bank of England fordert, ihre Boni einzuziehen.
Manipulationen, unerlaubte Transaktionen, Täuschung von Kunden, falsche Angaben zu Produkten und Risiken – die Fehlverhalten in Banken, die in den letzten Jahren an die Öffentlichkeit gekommen sind, haben das öffentliche Vertrauen in die Branche erschüttert.
Die Bank of England fordert nun strengere Massnahmen, um weitere Skandale zu verhindern, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» schreibt. Banken sollen Angestellte bestrafen, die keine adäquaten Schritte unternehmen, Fehlverhalten ihrer Kollegen zu identifizieren, sie damit zu konfrontieren und diese zu melden. Die Strafe solle darin bestehen, Teile der ausstehenden Boni einzuziehen.
Sie alle hatten Mitwisser
Die Bank of England ist der Meinung, dass mit dieser Androhung viel Schaden abgewendet werden könnte. Tatsächlich wären die Manipulationen des Libor nicht möglich gewesen, wenn Unbeteiligte nicht schweigend zugesehen hätten.
Anfang November wurde der Fall eines ETF-Händlers der Credit Suisse bekannt, dessen unerlaubte Transaktionen über zwei Wochen lang von Kollegen gedeckt worden waren. Auch UBS-Trader Kweku Adoboli hatte Mitwisser bei seinen Transaktionen, die zu einem Verlust von 2,3 Milliarden Dollar führten.
Versagen im Risikomanagement und Fehlverhalten könnten jahrelang unter dem Deckel gehalten werden, so die Bank of England in dem Statement. Dies solle Banken aber nicht davon abhalten, Ex-post-Risikoanpassungen vorzunehmen und den betreffenden Individuen ihre variablen Vergütungen zu kürzen.
RBS zog Boni ein zur Bezahlung der Libor-Busse
Dies solle auch Vorgesetzte betreffen, die nur indirekt verantwortlich für Fehlverhalten seien. Boni aller involvierten Angestellten sollten während der Dauer der Untersuchungen eingefroren werden.
Teilweise wird dies bereits umgesetzt: Die Royal Bank of Scotland zog im laufenden Jahr Boni in der Höhe von 302 Millionen Pfund ein und kürzte Löhne, um so die Busse über 381 Millionen Pfund zu kompensieren, welche die Bank wegen des Liborskandals zahlen musste.