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Eine Tour durch die Zentralmongolei
Nach langem Warten, zig Emails nach Europa und Japan und dem stetigen Zusehen, wie unsere Freunde und die Overlander weiterziehen, erhalten wir die Bestätigung, dass nach dem Wochenende einen Zylinderkopf inklusiv Dichtung zu uns verschickt werden kann. Drei bis fünf Tage soll der Versand dauern. Also packen wir die Gelegenheit und lösen uns vom Internet und dem Herumsitzen und brechen mit der Reiseleiterin Urka und dem Fahrer Ogi für vier Tage in die Zentralmongolei auf.
Zwischen Ulaanbaatar und der alten mongolischen Hauptstadt Kharkhorin durchfahren wir hüglige Graslandschaften bis hin zu steinigen Halbwüsten. Abseits der Strasse, umschlossen von rund geformten Felsen und kleinen Bergen befinden sich alte Klosterruinen. Das damalige Kloster wurde in den 30er Jahren auf Stalins Befehl hin zerstört und erst Jahre später konnten wieder kleine neue Tempel aufgebaut werden. Ein Gewitter zieht über die Region und es schüttet Unmengen von Wasser vom Himmel. Wir wärmen uns in Holzjurten auf und lernen von Urka und Ogi einiges über die Mongolei. Im Verlauf des Abends werden wir in ihren traditionellen Vodkabrauch eingeweiht.
Mongol Els ist einen kleinen, schmalen Dünengürtel umgeben von Steppe und steinigen Bergen. Am Rand des Gürtels werden wir in eine Jurte zu mongolischem Tee eingeladen. Die Familie besitzt einige Kamele und wir geniessen einen kurzen Ausritt auf die Dünen. Der gemächliche Gang verlockt auch Tobi wieder auf einem Tier zu sitzen, schliesslich sei Kamelreiten nicht mit dem Reiten auf mongolischen Pferden zu vergleichen.
Kharkhorin
Chinggis Khan vereinte im 13. Jahrhundert die mongolischen Stämme und erobert weite Teile Zentralasiens und Nordchinas. Er liess sich am Orchon Fluss nieder und sein Sohn und Nachfolger erbaute dort auf Chinggis Kahns Wunsch hin die erste Hauptstadt des Mongolenreichs. Die Grosskhane holten fremde Handwerker und Künstler in die Hauptstadt und liessen diese für sie arbeiten. So entstand ein kultur-, religions- und völkerdurchmischtes Leben. Ende 14. Jahrhundert kollabierte das mongolische Grossreich und die Chinesen zerstörten die Stadt Kharkhorin.
Alles was von der ehemaligen Hauptstadt noch übrig blieb, wurde 1586 zur Hilfe genommen um das erste buddhistische Kloster (Erdene Zuu) zu bauen. Zu Spitzenzeiten hatte es innerhalb der Mauern bis zu 100 Tempels und über 1000 Mönche. Im Zuge stalinistischer Säuberung wurde Erdene Zuu bis auf drei Tempel zerstört und die Mönche teilweise umgebracht oder nach Sibirien verbannt.
Das Eintauchen in die Geschichte ist spannend und eindrücklich. Auch kann Urka einiges über Buddhismus fesselnd erzählen und uns vor Augen führen.
Fischen am Ögii Nuur
Unweit von Kharkhorin liegt der Ögii Nuur. Das kühle, blaue Wasser lockt uns zum Baden und Tobi kriegt endlich die Möglichkeit zu Fischen. Freudig steht er im Wasser und versucht sein Glück. Abends hätte es mit Tobis Fang bloss eine Seegrassuppe gegeben, wenn wir nicht zuvor im Jurtencamp frischen Fisch organisiert hätten.