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Video
Titel:
I ha en Schatz gha
Thema: Kultur
Ort: Appenzell (Karte anzeigen)
Datum: 11.10.1941
Masse: 12,5 cm Durchmesser
Standort: Urs Egli, Kempten b. Wetzikon
Urheber/-in: Regie: Ernst Biller, St. Gallen
Beschreibung:
Eröffnungsszene aus dem Schweizer Spielfilm 'I ha en Schatz gha', der am 11. Oktober 1941 im St. Galler Kino Scala Uraufführung feierte. Regie führte der in St. Gallen geborene Theaterintendant, Produzent und Drehbuchautor Ernst Biller (1904-?). Produziert wurde der Film von der Zürcher Gesellschaft Sphinx Film AG unter der Leitung von Dr. Arnold Locher. In der Hauptrolle der Bauerntocher Marie ist die am Hirschberg bei Appenzell aufgewachsene Marie Sutter 'Enze Marie' (1916-1996) zu sehen. Ihr Verlobter Restöni wird gespielt von Armin Broger. Inhaltlich handelt es sich um einen Heimatfilm, der an Originalschauplätzen im Innerrhodischen spielt und im Stil eines Musicals von Gesangs- und Tanzszenen unterbrochen wird.
Geschichte:
Die Appenzeller Schauspielerin und Sängerin Marie Sutter fiel schon in der Jugend durch ihr Talent fürs Singen und Theater Spielen auf. Zusammen mit ihrer Schwester Ottilie (1918-2001) und weiteren Familienmitgliedern spielte sie ab 1934 in zahlreichen volkstümlichen Theaterstücken und Festspielen, die auch über ihre engere Heimat hinaus Beachtung fanden. 1938-1943 galt sie gleichsam als Aushängeschild der Appenzeller Folklore. Zu landesweitem Ruhm gelangten die Geschwister Sutter durch das dreistündige Festspiel, das am Appenzellertag der Landesausstellung 1939 in Zürich zur Aufführung kam. Der Besucherandrang war so gross, dass die Ausstellungspforten zeitweise geschlossen werden mussten!
Ernst Biller, der Leiter der Landi-Festhütte, kam in der Folge auf die Idee, einen Spielfilm zu lancieren, der das Appenzellerland in den Mittelpunkt der Handlung stellen sollte. Die Schauspielrollen wollte man wiederum mit den Geschwistern Sutter und weiteren Laiendarstellern besetzen. Die kleine Zürcher Filmgesellschaft Sphinx AG, welche neue Wege im Schweizer Heimatfilm suchte, übernahm die Produktion. Regie führte Ernst Biller selbst, assistiert von Johann Mock (1891-1972), dem Leiter der damals populären Heemetschutz-Bühne Appezöll. Die Idee der Produktionsfirma war, regionenbezogene Spielfilme mit ethnographischem Wert zu erstellen. Da Billers Unbedarftheit noch grösser war als sein Idealismus, blieb der Film auf dem Niveau der leichten Unterhaltung stecken. Auf Interesse stiess er in erster Linie in der Ostschweiz, wo die Kinos förmlich vom Publikum überrannt wurden. National gesehen fiel der Streifen beim Publikum jedoch durch. Nach einem weiteren, ebenso erfolglosen Produktionsabenteuer setzte sich Ernst Biller nach Frankreich ab und soll in Nizza als mittelloser Landstreicher verstorben sein.
Autor: Stephan Heuscher, Appenzell
Literatur:
Dumont, Hervé: Geschichte des Schweizer Films. Spielfilme 1896-1965. Lausanne 1987, S. 278f.
Appenzeller Volksfreund Nr. 56, 9. April 1997
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