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Ehekrieg, zahllose Drinks, Seelengemetzel, Erniedrigung, verzweifelte Versuche, Gefühle am Leben zu erhalten… Ist das alles eine gut geprobte super Show, ein böses Rollenspiel? Getrieben aber von echter Sehnsucht und dem Wunsch nach einem anderen Leben, die ihre Form nicht finden? – Seit 1962 steigen Martha und George immer wieder in die Arena ihres Wohnzimmer, kommen Nick und Honey spät abends zu Besuch als Sparringspartner – und ein gnadenloser Kampf beginnt. Was immer zur Sprache kommen kann, kommt zur Sprache. Weh tun soll es. Und verwundbar sind alle, Martha, die Tochter des Dekans der Universität, George, der nicht besonders erfolgreiche Professor, Nick, der Biologie-Jungstar, und Honey, von Ängsten geschüttelt. – Was das berühmte Stück von Edward Albee vor allem offenbart: Wie das Spiel die Realität immer mehr beherrscht. Wahrheit, Fassade und verborgene Lebenslügen sind nicht mehr zu unterscheiden. Marthas Sohn, der ein gutes Leben hat, ist vielleicht nur eine Phantasie, aber wenn George ihn sterben lässt, was ist das dann? Und ist das alles nicht immer noch besser als die Provinz, die Langeweile und die Angst?