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Am 18. Januar 1908 waren es 37 begeisterte Schützen, welche im damaligen Restaurant Schweizerhaus innerhalb des Zwingli-Vereins Basel eine Schiesssektion gründeten.
Das Budget sah damals Ausgaben in der Höhe von 200 Franken vor. Zum Vereinsprogramm gehörten nächtliche
Gewaltmärsche. Mitglieder, welche der Generalversammlung fernblieben, wurden ausgeschlossen.
1920, also 12 Jahre später, machte sich die junge Schützengemeinschaft selbständig. Daraus entstanden ist die Scharfschützen-Gesellschaft Basel.
1924 erhielt die Gesellschaft eine Vereinsfahne, welche nach dem kühnen Entwurf des Kunstmalers Niggi Stoecklin ausgeführt wurde. Das Besondere daran war, dass man auf jegliche Schrift verzichtet hat.
Patensektionen waren der Schützenbund und die Schiesssektion der Kaufleute. Aus Anlass des 25-Jahr-Vereinsjubiläums führten die Scharfschützen 1933 ein Jubiläumsschiessendurch.
Mit zwei Grosserfolgen
1933 1. Rang am X. Kant. Schützenfest beider Basel
1934 1. Rang am Eidg. Schützenfest in Fribourg
gelang der Gesellschaft der längst erstrebte und mühsam erkämpfte Durchbruch, welche die Scharfschützen Basel an die Spitze der Baselstädtischen Schiessvereine und zugleich in die Reihe der führenden Vereine des ganzen Landes brachte. Gefeiert wurde dazumal im Vereinslokal «Restaurant Gifthüttli» in Basel.
1945 wurde die Alte Garde gegründet. Die Alte Garde der Scharfschützen ist die Vereinigung der älteren Kameraden.Beitrittsberechtigt sind alle Mitglieder der Scharfschützen nach dem zurückgelegten 50. Altersjahr, sofern sie mindestens 10 Jahre Aktivmitgliedschaft im Stammverein ausweisen können.
Das Pistolenschiessen wurde im Stammverein schon vor dem Zweiten Weltkrieg gepflegt. Die Schiesstätigkeit beschränkte sich damals aber fast ausschliesslich auf das oblig. Programm und das Feldschiessen. Am 29. Mai 1948 erfolgte der Beitritt der Pistolenschützen zum Schweiz. Revolver- und Pistolenschützen-Verband SRPV.Der Aufschwung der Pistolensektion nach dem Beitritt zum SRPV war enorm. Während noch vor dem Zweiten Weltkrieg nur zwischen 10-15 Mitglieder das Pistolenschiessen pflegten, wuchs die Zahl nach dem Krieg auf 30 Schützen.
Das Jahr 1955 darf man wohl als das erfolgreichste der Pistolen- schützen bezeichnen.
1. Rang am Kant. Schützenfest beider Basel, Liestal
1. Rang am Polizeischiessen Basel
1. Rang am Barbaraschiessen Basel
Zwei Jahre später, 1957, gelang der Einzug in den Final der Schweiz. Pistolen-Gruppen-Meisterschaften in St. Gallen, wo die Gruppe der Scharfschützen-Gesellschaft den 8. Schlussrang belegten.
Als herausragender Schütze erwies sich unser Georges Naegelin, welcher mit der Ordonnanzpistole ein, für damals mit 99 Punkten, ein sensationelles Rekordresultat Dieses Resultat hatte lange Jahre Bestand und wurde erst Jahrzehnte später übertroffen.
Auch im Kantonalvorstand waren und sind die Scharfschützen würdig vertreten. In den Jahren 1955 bis 1970 war es unser Ehrenmitglied, Prof. Max Geiger, welcher den Kantonal-Schützenverein Basel als Präsident führte. Zurzeit wird das Amt Aus- und Weiterbildung durch ein Mitglied der Scharfschützen-Gesellschaft betreut.
1958 war wiederum ein Jubiläumsjahr, denn es galt, das 50 jährige Vereinsbestehen zu feiern. Leider war man sich betreffend der Durchführung nicht ganz einig. So fand am 17. Mai 1958 im Stadt-Casino Basel eine grosse Feier statt.
Ein Jahr später, am 8., 9., 10. sowie 15. und 16. August 1959 führten die Scharfschützen ihr bisher grösstes Jubiläumsschiessen durch. Das Schiessen zählte zur Kategorie 4, welches nach heutigem Massstab in der Kategorie C angesiedelt wäre. Die Plansumme betrug 51000 Franken Gewehr und 9000 Franken Pistole. Auf der 300-m-Distanz standen 7 Stiche zur Verfügung. Auf der Kurzdistanz waren es 6 Stiche.
In der Zwischenzeit befand sich der Stamm im Restaurant Salmen beim Spalentor. Mit viel Liebe und Investitionen wurde mit Hilfe und Unterstützung der ehemaligen Brauerei Salmen im Säli eine Schützenstube eingerichtet. Bis 1988 unter Mitwirkung der Brauerei Cardinal die für uns bittere Umwandlung der Schützenstube in einen tunesischen Speisesaal
Tatsache wurde. Mittlerweile ist auch dieses tunesisches Restaurant Geschichte und in den Räumlichkeiten befindet sich heute ein Zahntechnisches Labor.
Seit 1964 bestanden freundschaftliche Kontakte zur Innerschweizer Sektion Seewen, SZ. Im Turnus von 2 Jahren traf man sich zum kameradschaftlichen Wettkampf. 1987 waren die Scharfschützen, anlässlich der Fahnenweihe, Patensektion der Seewener Schützenkameraden. Das letzte Treffen fand leider im Jahr 2000 statt.
1980 knüpften die Scharfschützen weitere freundschaftliche Bande zu den Stadtschützen Rheinfelden und der Schützengesellschaft Muttenz. Ab 1981 fand jährlich zu Saisonbeginn einFreundschaftsschiessen auf beiden Distanzen statt. Auch dieser Anlass gehört der Vergangenheit an.
1983 stand uns wieder ein Jubiläum bevor, waren es inzwischen doch 75 Jahre Scharfschützen-Gesellschaft, welche es zu feiern galt. In Anbetracht der besonderen Schiessverhältnisse im Stand Allschwilerweiher und um die ohnehin geplagten Anwohner nicht noch mehr zu strapazieren, entschloss sich der Verein zu einem 300-m-Gruppen- Wettkampf mit begrenztem Teilnehmerfeld. Teilnehmen konnten alle Sektionen des KSV BS sowie einige von uns eingeladene Gastsektionen. Das Jubiläumsschiessen fand am Samstag, den 3. September, statt. Einem Beitrag zur Teuerung entsprach auch das Einzeldoppel von Fr. 12.-. Ein Gruppendoppel wurde nicht erhoben. 255 Schützen nahmen am Wettkampf teil. 37 Gruppen konnten rangiert werden. Das Jubiläumsjahr fand am 12. November im Restaurant Seegarten mit einer würdigen Feier seinen Abschluss.
Die Wichtigkeit der Ausbildung von Jungschützen wurde bereits in den frühen Anfangsjahren erkannt. Schon in den ersten Protokollen des Gründungsjahres ist von Jungschützen die Rede, und es existierte damals schon ein Jungschützenleiter. Die Scharfschützen hatten in Dr. M. Henneberger einen Jungschützenleiter, der sich während fast zwei Jahrzehnten mit grossem Einsatz der Ausbildung junger Schützen gewidmet hat. Die Entwicklungder Scharfschützen Gesellschaft ist der beste Beweis dafür. Der rasche Aufstieg der kleinen Gesellschaft war nur möglich dank einem gut aus- gebauten Jungschützenwesen. Ab 1979 wurden die Bemühungen zur Ausbildung wieder intensiviert. In ununterbrochener Reihenfolge gelang den «Jungscharfschützen», seit Bestehen der JS-Gruppenmeisterschaft die Teilnahme am Final in Biel bzw. Zürich.
Mit dem 9. Rang gelang 1988 das bisherige beste Resultat einer Basler Jungschützengruppe.
1991 fand ein Generationenwechsel statt. So präsentiert sich das Durchschnittsalter des engeren Vorstands auf 25,5 Jahre. Mitglieder 1992: Ehrenmitglieder 4
Freimitglieder 25
Aktive 24
B-Mitglieder 42
Passivmitglieder 18
Jungschützen 11
Total 124 Mitglieder
Ein Jahr später, 1992, legten sich die Scharfschützen-Gesellschaft neue Statuten zu, welche bis heute ihre Gültigkeit haben.
In den Jahren 1993 und 1994 erfolgten erste Fusionsgespräche mit anderen Vereinen. Da aus den unterschiedlichen Meinungen und Ansichten keine Einigung zustande kam, wurden weitere Gespräche abgesagt und jeder Verein ging wieder seinen eigenen Weg.
1995, anlässlich des Eigd. Schützenfest in Thun, fand der letzte grosse Vereinsanlass mit Sektionsstärke statt. Der Anlass und die Einzelerfolge blieben bis heute in Erinnerung.
Nach dem Abgang diverser Leistungsträger und dem Zerfall der Jungschützentätigkeit musste sich die Scharfschützen-Gesellschaft im Jahr 2000 neu orientieren. Auf Grund der geringen Teilnehmerzahl haben sich die Scharfschützen entschlossen, sich beim Eidg. Schützenfest in Bière dem Feldschützenverein Basel anzuschliessen und unter diesem Namen am Sektionswettkampf teil zu nehmen. Obwohl die Scharfschützen hohe Resultate im Sektionsstich erreichten, warten wir bis heute auf eine Rangliste oder Anerkennung
Auf Grund der gemeinsamen Tätigkeit mit dem Kleinkalibergewehr bei den Sportschützen Helvetia gelang es der Scharfschützen-Gesellschaft, ab dem Jahr 2002 eine Annäherung zum Schiessverein Helvetia zu finden. Seither werden gemeinsam Regionale-, Kantonale-, und 2005, Eidg. Schützenfeste besucht. Zudem sind seit 2007 an den freiwilligen Übungen in der Schiessanlage Rauschenbächlein beide Vereine teilnahmeberechtigt.
Im 2007 titelte der Blick „Das ist Weltrekord“ als das Scharfschützenmitglied Paul Lienin mit seinen 100 Jahren den 75 Feldschiessenkranz schiesst.
Leider haben in der Zwischenzeit viele Kameraden uns für immer verlassen. Sie hinterlassen im Verein eine grosse Lücke. Mit dem Ausfall der Jungschützenausbildung und der zurzeit nicht einfachen Situation im Schiesswesen wird es schwierig sein, diese Lücke wieder zu füllen. So ist die Scharfschützen-Gesellschaft zu einem Verein mit einer kleinen Mitgliederzahl
geschrumpft.
Mitglieder 2008: Ehrenmitglieder 1
Freimitglieder 13
Aktive 8
Passivmitglieder 14
Jungschützen 0
Total 36 Mitglieder
Mit der Schliessung der Schiessanlage Allschwilerweiher und dem Umzug nach Muttenz in die Lachmatt steht der
Scharfschützen-Gesellschaft eine ungewisse Zukunft bevor. Es ist zu hoffen, dass dieser Verein trotz diesen Umständen noch eine längere Zeit Bestand hat und es nicht auf einmal heisst: Das war’s!