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Seit die NHL im Sommer 2013 die Gruppeneinteilung der Conferences neu organisiert hat, geistert das Gerücht über eine erneute Expansion herum. Vor allem die ungerade Anzahl Teams in den Conference nährt dieses Gerücht, dass der Westen bald zwei neue Teams erhalten dürfte.
Das Statement von Commissioner Gary Bettman und der NHL lautet klipp und klar, dass in nächster Zeit keine Expansion geplant ist. Trotzdem scheint ein gewisses Interesse zu bestehen und deshalb besuchten Bettman und sein Stellvertreter Bill Daly die Stadt Seattle letztens um sich ein Bild der aktuellen Situation vor Ort zu machen.
„Things are popping up, but we’re not in an expansion process. Could we get to one at some point? Maybe. But right now we’re not focused on going through an expansion process.“ – Gary Bettman, NHL Commissioner
Fakt ist, dass Seattle ein attraktiver Markt wäre. Die Stadt hat mit den Seattle Seahawks ein Football-Team in der NFL und den Seattle Mariners, dem Baseball-Team in der MLB zwei gefestigte und erfolgreiche Teams mit einer soliden Fan-Basis. Unvergessen sind auch das Basketball-Team Seattle Supersonics, welches bis 2008 mit der NBA in der Stadt logierte, jedoch nach Oklahoma verkauft wurde. Der Grund für den Wegzug der Sonics war die veraltete KeyArena, welche u.a. auch das Hockey-Team Seattle Thunderbirds aus der kanadischen Junioren Liga WHL beheimatet. Die Arena fast für Eishockey 15‘177 Zuschauer und wäre zusammen mit dem MTS Center der Winnipeg Jets eine der kleinsten der NHL und deshalb für ein Expansions-Team eher ungeeignet.
Die Stadt Seattle versucht allerdings seit dem Wegzug der NBA-Sonics fieberhaft neue Investoren zu finden, welche bereit sind eine neue Halle zu finanzieren und die Stadt somit wieder attraktiv für eine Rückkehr der NBA zu machen und allenfalls auch für die NHL. Mit Chris Hansen hat die Stadt auch einen willigen Businessman gefunden und ihm die Exklusivrechte erteilt in den nächsten drei Jahren einen Bau voranzutreiben. Hansen ist bereit die Kosten für eine neue Halle zu tragen, aber sie muss dementsprechend rentieren und soll neben einem NBA-Team wenn möglich auch ein NHL-Team beheimaten. Jedoch ist Hansen nicht gewillt die neue Arena, die Gebühren für eine NBA-Expansion oder Umzug und auch noch die Zahlungen im selben Bereich an die NHL zu tätigen. Deshalb will Hansen einen Partner für das NHL-Team haben und ist somit, bevor überhaupt gebaut wird, auf der Suche nach einem weiteren finanzkräftigen Mitstreiter.
„The sense I get is he doesn’t want to build a building just to have a tenant and since he seems to have things tied up with the city for the next three years, give or take, there’s no certainty about a building.“ – Gary Bettman, NHL Commissioner
Folglich ist die Situation die gleiche wie in den Städten Las Vegas und Québec, in denen Projekte für neue Stadien vorhanden sind und die Standorte somit als potentielle neue Spielorte in den Vordergrund rücken, jedoch ohne konkrete und komplett finanzierte Bauvorhaben für die NHL keine Option darstellen. Denn die NHL will nur in ein gemachtes Bett einziehen und sich nicht noch mit einer lästigen und kostspieligen Stadion-Debatte rumschlagen.