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Die islamische Revolution im Iran im Jahr 1979 brachte viele Widersprüche in das Leben der iranischen Frauen, die zuvor im Jahr 1963 das allgemeine Wahlrecht erhalten hatten und seitdem ein aktiver Teil der modernen iranischen Gesellschaft waren. Obwohl vor der islamischen Revolution die Frauen alle Freiheiten hatten und theoretisch gleichgestellt waren, blieb ihre Rolle im Kino bis dahin marginal. Paradoxerweise wurden, parallel zu den vermehrten Einschränkungen für Frauen im Anschluss an die islamische Revolution, die Frauen im iranischen Kino zunehmend präsenter. Viele von ihnen begannen damit, sich künstlerisch durch das Medium des Kinos auszudrücken. Als ein Ergebnis davon kam es während der vergangenen drei Jahrzehnte zu einem unglaublichen Anstieg des weiblichen Anteils im iranischen Kino. Wie Frédéric Maire, der Direktor der Cinémathèque suisse, sagt: «Heute gibt es anteilsmässig mehr Regisseurinnen im Iran als in den USA.»
In diesem Zusammenhang kommt dem Kurzfilm eine grosse Bedeutung zu. Die Unabhängigkeit der Filmemacherinnen, die sich hauptsächlich aus der Selbstfinanzierung der Filmprojekte ableitet, ist sowohl in Bezug auf ihren Standpunkt als auch auf die Produktion selbst, von hohem Wert. Diese Filme sind in ihrer Hauptsache ein Weg, um soziale und kulturelle Probleme auszudrücken, zu analysieren und zu kritisieren. Mittlerweile sind Filmemacherinnen ebenso professionell wie ihre männlichen Gegenparts. Ihr spezifisch weiblicher Standpunkt hilft dem Publikum, den Iran durch ein anderes Fenster zu betrachten: durch ein humaneres, freundliches, liebevolles und präzises Fenster.
Die Geduld und die Genauigkeit der Künstlerinnen führte zu verblüffenden kurzen Animationsfilmen; der spezifische Blick der Künstlerinnen auf der Suche nach einer Vision zur Realität schuf aussergewöhnliche Kurzdokumentationen; ihre persönliche Alltagserfahrung wird zur Quelle für ihre Kurzprosa; und ihr künstlerisches Interesse und ihre Neugierde gegenüber neuen Herangehensweisen im Kino sind die Motivation für neue kurze Experimentalfilme.
Unser Filmfestival hat das Ziel, dem schweizerischen Publikum eine Auswahl unabhängiger Arbeiten junger Filmemacherinnen aus dem Iran näherzubringen, deren Inspirationsquelle die Orte sind, in denen sie leben. Diese Veranstaltung ist denen gewidmet, die eng und fest mit der übrigen Welt durch den kulturellen und literarischen Austausch verbunden und zugleich in lokaler Verbundenheit vor Ort tätig sind.
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