Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/2648

|Altertum

Von wem das Bier wirklich erfunden wurde, bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Klar ist nur, dass es die Menschen schon begleitet, seit es so etwas wie Kultur überhaupt gibt.
Belegt ist, dass bereits die Sumerer in Mesopotamien etwa 4500 - 3000 v. Chr. ein entsprechend gebrautes Getränk kannten. Auch die Babylonier und Assyrer kannten die Bierbraukunst. Dies geht aus alten Keilschrifttexten hervor, in denen von einem bierartigen Getränk aus Gerste berichtet wird. Nach dem Untergang des babylonischen Reiches übernahmen die Ägypter, bei denen Ackerbau und Viehzucht bereits hoch entwickelt waren die Braukunst und brauten aus Gerste und Emmer ebenfalls ein Gebräu, das in ihrem Leben eine grosse Rolle spielte. Dies geht aus zahlreichen Schriften und bildlichen Darstellungen in alten Tempeln und Gräbern hervor.
Der verwendete Emmer (Triticum dicoccum) ist nebenbei die älteste bekannte Form des Kulturweizens, mit brüchiger Spindel und sehr festem Spelzenschluss. Er wird heute kaum mehr angebaut. Im Altertum war er aber bis etwa 200 v. Chr. die Hauptbrotfrucht.
Griechen und Römer
Bei den Griechen und Römern war das Bier nicht mehr so hoch im Kurs, da sie dem Dionysos respektive Bacchus in Form von Wein huldigten. Dennoch war es ihnen bekannt, berichten doch römische Autoren von einem bierartigen Getränk, das bei den Germanen aus einer "Halmfrucht" (Gerste) hergestellt wurde. Dieses Getränk hat aber keinesfalls etwas zu tun mit dem germanischen "Met". Met wurde aus dem Honig von Waldbienen hergestellt.
Mittelalter
Im Mittelalter waren im europäischen Raum hauptsächlich die Klöster an der Weiterentwicklung der Bierherstellung beteiligt. Eine wichtige Rolle für das Gebiet der Schweiz spielte insbesondere das Kloster St. Gallen, das vom irischen Mönch Gallus im Jahre 612 gegründet wurde. Die irischen Mönche brachten die Bierherstellung im Zuge der Christianisierung aus ihrer Heimat wieder nach ganz Europa. Bereits etwa um das Jahr 830 hatte das Kloster denn auch schon drei Brauhäuser in Betrieb, die das Bier für Mönche, Pilger und das Volk brauten.
Der Einsatz von Hopfen zu Brauzwecken wird in dieser Zeit zum ersten Mal auch historisch belegt.
Detaillierte Informationen zur Biergeschichte im Mittelalter finden Sie über den folgenden Link.
Neuzeit
Auffallend an der Geschichte des Bieres ist, dass die erste Vorbedingung für die Herstellung von Bier immer die Sesshaftwerdung der Völker, verbunden mit dem Getreideanbau war. Es ist auch klar, dass diese alten Biere eher als "bierartige" Getränke zu verstehen sind, die mit den heutigen Bieren wahrscheinlich nur wenig gemeinsam haben. Alle diese Biere waren nämlich "obergärige Biere". Erst die Möglichkeiten der Kühltechnik machten die heutigen "untergärigen Biere" möglich.
Auch heute gibt es aber noch diese nach alter Art hergestellten obergärigen Biere. Für England sind das "Porter", "Ale" und "Stout" zu nennen, während in Belgien das "Lambic" und das "La Gueuse" sowie in Deutschland das "Weissbier" bekannt sind.
Fast allen heutigen Bieren gemeinsam ist, dass sie aus den Ingredienzien, Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe hergestellt werden. Dies ist gar nicht so selbstverständlich, wurden doch bis zur Verordnung des Deutschen Reinheitsgebotes 1516 alle möglichen Zutaten benutzt. Spezialbiere können aber auch heute noch aus anderen Getreiden (Weizen oder auch Reis) gebraut sein. Die Deklaration ist aber gesetzlich klar vorgeschrieben.
Wenn Sie sich für die verschiedenen Biersorten interessieren, so finden Sie auch hier weitere informationen.