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Die Schriften von Augusto Giacometti (1877–1947), einem der profiliertesten Exponenten des Jugendstils und des Symbolismus in der Schweiz, sind 1966 durch eine Schenkung aus dem Nachlass des Kunsthistorikers Erwin Poeschel ans Nachlassarchiv gelangt. Der Nachlass umfasst Tagebücher, Skizzenbücher, Manuskripte und Typoskripte von Reden, Vorträgen und von autobiografischen Schriften des Künstlers. Ausserdem finden sich Briefe, Werkfotografien, Sonderdrucke, Kopien von Werkverzeichnissen sowie vom Künstler gesammelte Presseartikel in den reichen Nachlassbeständen.
Besonders aufschlussreich sind 38 Skizzenbücher, die zwischen 1894 und 1947 entstanden sind und die die künstlerische Entwicklung von der Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Zürich (1894–1897) über das Studium bei Eugène Grasset in Paris (1897–1901) hin zur Etablierung als Fresken- und Glasmaler und als freischaffender Künstler von internationalem Rang dokumentieren. Hervorzuheben sind auch vier Tagebücher aus den Jahren 1932–1937 sowie die ausführliche Korrespondenz Giacomettis mit seiner Mutter Martha von 1904–1927, an denen sich die biografischen Stationen mit Wohnsitz in Florenz und Zürich sowie häufige Reisen ins Ausland nachvollziehen lassen.
Augusto Giacometti hat zu Beginn der 1940er-Jahre in zwei Bänden seiner Autobiografie („Von Stampa nach Paris“ und „Von Florenz nach Zürich“) seine künstlerische Entwicklung, seine Arbeiten und sein ästhetisches Credo ausführlich niedergeschrieben. Ausserdem hat er in den letzten beiden Lebensjahrzehnten auch in Vorträgen und Reden – unter anderem als Mitglied und späterer Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission – zur aktuellen Kunstentwicklung, zur Arbeit von zeitgenössischen Künstlerkollegen und zum eigenen Kunstverständnis Auskunft gegeben. Einige dieser Schriften, darunter verschiedene hand- und maschinenschriftliche Fassungen der Autobiografie, finden sich ebenfalls im vorliegenden Nachlass und dokumentieren Leben und Werk ausführlich.
Signatur
SIK-ISEA, HNA 13
SIK-ISEA, HNA 205
SIK-ISEA, HNA 209
SIK-ISEA, HNA 237
SIK-ISEA, HNA 958
Konzeption und Durchführung
Michael Schmid, lic. phil., Einführungstext und Auswahl Dokumente
Kontakt
Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
<email-pii>
Publiziert am 8.10.2008