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Schweiz–UNO: eine lange Geschichte
Die Charta der Vereinten Nationen feiert ihr 75-jähriges Bestehen. Sie wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco von 50 Staaten unterzeichnet und ist zugleich Gründungsvertrag und Rahmenwerk der Organisation der Vereinten Nation (UNO). Die Grundsätze und Ziele der UNO decken sich immer noch weitgehend mit den Interessen und Werten der Schweiz.
Der Vertreter Ägyptens unterzeichnet an der Konferenz von San Francisco die Charta der Vereinten Nationen. © UNO/Historische Aufnahme
Die Staatengemeinschaft feiert das 75-jährige Bestehen der Charta der Vereinten Nationen, des Gründungsvertrags der Organisation der Vereinten Nationen (UNO). Ihre Gründung ging auf eine Initiative des damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt zurück. Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wollte er mit seinen Verbündeten ein neues Gremium für den internationalen Dialog ins Leben rufen. Damit sollte auch der gescheiterte Völkerbund abgelöst werden, der wegen der Nichtmitgliedschaft der USA und mehrerer anderer Grossmächte von Anfang an geschwächt war. Das Hauptziel war damals, die künftigen Generationen vor der Geissel des Krieges zu bewahren. Präsident Roosevelt, der den Grundstein für die neue internationale Organisation gelegt hatte, erlebte das Ergebnis seiner Bemühungen leider nicht mehr. Er verstarb wenige Wochen vor der Konferenz von San Francisco. Harry S. Truman führte das Projekt zu Ende. Nach dreimonatigen Verhandlungen wurde der Plan am 26. Juni 1945 an der Konferenz von San Francisco mit der Unterzeichnung der UNO-Charta durch 50 Staaten Wirklichkeit. Sie trat am 24. Oktober 1945 in Kraft, nachdem sie die Mehrheit der Gründungsstaaten ratifiziert hatten. Die Organisation der Vereinten Nationen war entstanden.
Kraft der Befugnisse, die ihr die Charta verleiht, und dank ihrer einzigartigen internationalen Bedeutung verfügt die UNO auch heute noch über eine hohe Legitimität in ihren Wirkungsbereichen, bei ihrer Einbindung in Entscheidungsprozesse und in Bezug auf ihre Rolle bei der Erarbeitung internationaler Normen und Standards. Fast alle Staaten der Welt sind Mitglied der UNO. Für die Vertreterinnen und Vertreter der Staaten ist sie ein Diskussionsforum, in dem sie sich einigen und gemeinsam Probleme lösen können. Somit ist die Charta der Vereinten Nationen heute genauso bedeutend wie vor 75 Jahren. Sie ist ein gemeinsamer Nenner, an dem sich die ganze Welt nach wie vor orientieren kann.
Der Multilateralismus und die Schweiz
Die Grundsätze und Ziele der UNO-Charta decken sich weitgehend mit den verfassungsmässigen Interessen und Werten der Schweiz. Wie bereits 1920 beim Völkerbund ist die Schweiz der einzige Staat, der der UNO nach einer Volksabstimmung beigetreten ist (2002). Heute ist die Schweiz ein aktives und innovatives UNO-Mitglied. Sie sticht nicht nur als Verfechterin des humanitären Völkerrechts, der Menschenrechte, der Förderung des Friedens und der nachhaltigen Entwicklung hervor, sondern wird von den anderen Staaten auch als Vermittlerin bei schwierigen Verhandlungen geschätzt. Dank ihrer UNO-Mitgliedschaft kann die Schweiz ausserdem aktiv zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen und gleichzeitig ihre nationalen Interessen wahren. Das ist mit ein Grund, weshalb die Schweiz für die Periode 2023–2024 für einen nichtständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat kandidiert.
Organisation der Vereinten Nationen
Die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) hat heute 193 Mitglieder, darunter die Schweiz. Der Hauptsitz der UNO befindet sich in New York, mit Aussenstellen in Genf, Wien und Nairobi. Zahlreiche Agenturen und Sonderorganisationen der UNO haben ihren Sitz in Genf, wo heute zwei Drittel der Aktivitäten des UNO-Systems stattfinden.
Aussenpolitische Strategie 2020–2023
Die aussenpolitische Strategie des EDA definiert die vier thematischen Schwerpunkte der Schweizer Aussenpolitik. Die Schweiz setzt sich für eine friedliche und sichere Welt ein, die ein Leben ohne Furcht und Not, den Schutz der Menschenrechte sowie wirtschaftliche Prosperität ermöglicht. Die Kandidatur der Schweiz für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat für die Periode 2023–2024 ist Teil dieses Ziels.