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Lausanne HC - SCL Tigers 3:1 (1:0, 2:0, 0:1)
Lausanne war zu stark und die Langnauer Offensive erwachte zu spät. Die SCL Tigers bezogen im Waadtland eine indiskutable 1:3 - Niederlage.
Ihm hatten es die Langnauer zu verdanken, dass das Resultat nicht deutlicher ausfiel. Damiano Ciaccio erfreut sich einer ausgezeichneten Form und hielt, was zu halten war. Bild: Susanne Bärtschi (Archiv)
Man ist geneigt zu sagen, dass die Langnauer zu spät erwacht seien, um in Lausanne zu punkten. Doch dies würde unterstellen, die SCL Tigers hätten es in Lausanne selbst in der Hand gehabt, zu Punkten zu kommen. Doch dies war nicht so. Während den beiden ersten Dritteln waren die Lausanner immer einen Schritt schneller, erzeugten einen derartigen Druck, dass die Tiger kaum aus ihrem eigenen Drittel, verschweige denn zu Gegenstössen kamen. Dass es nach 40 Minuten lediglich 0:3 stand, hatten die Tiger ihrem Torhüter und der völlig ungenügenden Chancenverwertung der Lausanner zu verdanken. Der Druck war im zweiten Dritte so grosse, dass die Langnauer jeweils die Gelegenheit zum wechseln wahrnehmen mussten, wenn sie einmal den Weg aus ihrer eigenen Zone fanden. Dass dieser Druck irgendwann aber trotz aller ausgelassenen Chancen zu Toren führen würde, war eher zwingend als nur logisch. Im zweiten Abschnitt «erschoss» Ex-Tiger Etienne Froidevaux sein ehemaliges Team mit zwei Toren zum 0:2 (31.) und zum 0:3 (36.). Zuerst nützte der Berner im Dress der Wadtländer eine der sechs gegen die Tiger ausgesprochenen Strafen aus, danach bezwang er Damiano Ciaccio aus spitzem Winkel.
Erst im Schlussdrittel konnten die Langnauer ihrerseits Druck aufbauen. Hein Ehlers hatte die Linien ungestellt und liess die drei ausländischen Stürmer in einer Linie antreten. Dies zahlte sich aus. Nachdem die Emmentaler zuerst eine doppelte und danach eine einfache Unterzahlsituarion, beide noch aus dem zweiten Abschnitt überstanden hatten, lancierte Brendan Shinnimin seinen Teamkollegen Eero Elo, der den ebenfalls starken Cristobal Huet im Lausanne-Tor aussteigen liess und einschob. Danach war einige Minuten vor Huets Tor die Hölle los, doch Chris DiDomenico & Co vergaben einige Hochkaräter. Gegen Ende des Spiels gelang es aber den Lausannern, das Geschehen wieder vor das Tor der Tiger zu verlagern. Die Langnauer mussten die Niederlage akzeptieren.
Im ersten Abschnitt konnten die SCL Tigers das Geschehen offen halten, denn trotz Dauerdruck der Gastgeber konnten sich diese nur einen knappen 1:0 - Vorsprung erarbeiten. Ärgerlich, dass das Gegentor vermeidbar war. Raphael Kuonen verlor die Scheibe im Zurücklaufen an John Gobbi, und dann ging es schnell. Die Scheibe fand via Thomas Deruns den Weg zu Alain Miéville, der souverän verwertete. Das unnötige Gegentor täuscht aber nicht darüber hinweg, dass dieser Vorsprung eher zu knapp ausgefallen ist. Die Waadtländer besassen mehrere gute Chancen zu einer höheren Führung. Damiano Ciaccio im Tiger-Tor erfreut sich derzeit einer überragenden Form und wie bereits im Spiel auswärts gegen den EHC Biel hielt er erneut sensationell. Die einzige wirklich gute Tormöglichkeit für die Langnauer, bei denen mit Verteidiger Ville Koistinen und Flügelstürmer Thomas Nüssli zwei für die Offensive wichtige Kräfte leicht angeschlagen fehlten, und die nur mit drei Ausländern antreten konnten, hatte in der 13. Minute Topscorer Chris DiDomenico. Doch er verzog seinen Schuss knapp.
Lausanne war die SCL Tigers vor allem in läuferischer Hinsicht hoch überlegen. Dies führte dazu, dass das Team von Heinz Ehlers vierzig Minuten kaum Zugriff auf die Scheibe hatten. «Wir wussten, dass Lausanne sehr heimstark ist, hatten jedoch fast zu viel Respekt. Wir wollten möglichst lange Gegentreffer vermeiden, kassierten aber gegen Ende des Stardrittels das Tor», fasste Flurin Randegger zusammen. Dass die Tiger am Schluss noch zulegen konnten, begründete Randegger so: «Für uns war klar, dass unser Gegner die in den ersten vierzig Minuten angeschlagene Pace nicht über das ganze Spiel aufrecht erhalten können. Wir wollten deshalb zuerst die Strafen von vor der Pause überstehen und dann möglichst rasch ein Tor erzielen. Dies gelang zwar, aber es reichte dann halt trotzdem nicht.»
Patinoire de Malley, Prilly, 5'773 Zuschauer. SR: Erard/Massy, Küng/Ströbel. Tore: 17.Miéville (Deruns, Gobbi) 1:0. 31. Froidevaux (Walsky, Ausschluss Shinnimin) 2:0. 36. Froidevaux (Walsky) 3:0. 42. Elo (Shinnimin) 3:1. Strafen: 1-mal zwei Minuten gegen Lausanne, 6-mal zwei Minuten gegen die SCL Tigers.
Lausanne HC: Huet; Genazzi, Nodari; Trutmann, Junland;Fischer, Gobbi; Kneubühler, Borlat; Pesonen, Froideaux, Walsky; Ryser, Jeffrey, Danielsson; Deruns, Miéville, Schelling; Herren. In-Albon, Antonietti.
SCL Tigers: Ciaccio; Currit, Seydoux; Randegger, Zryd; Müller, Weisskopf; N. Berger, Shinnimin, Elo; Moggi, Albrecht, DiDomenico; Lindemann, P. Berger, Kuonen; Chiriaev, A. Gerber, R. Gerber, Wyss.
Bemerkungen: Lausanne ohne Ritz, Lardi, Augsburger, Savary, Conz, Ledin; SCL Tigers ohne Stettler, Haas, Schremp, Koistinen, Nüssli, Blaser (alle verletzt)