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Das SRK arbeitet in Bolivien eng mit indigenen Organisationen zusammen und verbessert die Gesundheit in benachteiligten Regionen.
Das lateinamerikanische Binnenland wurde in der Vergangenheit oft durch Blockaden und politische Unruhen gelähmt. Seit 2006 ist Bolivien jedoch politisch stabil und konnte seither auf der Grundlage einer neuen Verfassung einen zukunftsweisenden Weg einschlagen: Ein stabiles Wirtschaftswachstum und eine wirksame Politik der sozialen Integration führten zu einer deutlichen Reduktion der Armutsrate. Dennoch leben immer noch mehr als 40 Prozent der Bolivianer/innen unter der Armutsgrenze, viele Kinder sind mangelernährt.
Im Südosten Boliviens verbessert das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) die Gesundheit in abgelegenen und benachteiligten Regionen. Dabei arbeitet eng mit indigenen Organisationen zusammen. Die grösste der fünf aktuellen Arbeitsregionen und der zwei Gebiete, in denen es 2015 mit der Arbeit beginnt, ist der Kanton Poco Poco mit 25 Dörfern. Total baut SRK in etwas mehr als 80 Dörfern die Gesundheitsdienstleistungen aus und verbessert so die Lebensbedingungen der Menschen. Zugleich unterstützt es indigene Organisationen dabei, ihre Rechte einzufordern.
Nothilfe nach Naturkatastrophen
Die ländliche Bevölkerung leidet immer wieder unter Naturkatastrophen wie Dürren oder Überschwemmungen. Zusammen mit dem Bolivianischen Roten Kreuz (BRK) und indigenen Partnern versorgt das SRK arme Familien mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten. Zudem bereitet das Rote Kreuz sie darauf vor, bei zukünftigen Katastrophen besser gewappnet zu sein.
In abgelegenen Regionen trägt das SRK gemeinsam mit den lokalen Behörden zu einer besseren Gesundheitsversorgung bei: freiwillige Gesundheitshelfer/innen leisten in den Dörfern erste Hilfe und behandeln häufige Leiden wie Durchfall und Atemwegerkrankungen. Gleichzeitig führen sie Schwangerschafts- und Kleinkinderkontrollen durch und verweisen schwer Kranke an die nächste Gesundheitsstation. Eine wichtige Rolle spielt auch die Versorgung mit Trinkwasser und die Gesundheitserziehung zu Fragen der Hygiene sowie die Familienplanung. Das Personal der Gesundheitszentren wird vom SRK unterstützt, damit es die Vorgaben der nationalen Gesundheitspolitik wirksam umsetzen kann.
Prävention in Schulen
Immer wichtiger wird im SRK-Gesundheitsprogramm in Bolivien die Zusammenarbeit mit Schulzentren. Dabei geht es vor allem um Bewusstseinsbildung und Prävention. Zusammen mit dem Bildungsrat der indigenen Bevölkerung der Quechuas werden die Lehrpläne in ländlichen Regionen so angepasst, dass Gesundheit für Kinder und Jugendliche bereits in der Schule zu einem wichtigen Thema wird.
Traditionelle Medizin
Die traditionelle Heilkunde ergänzt die westliche Schulmedizin. Das Rote Kreuz sucht deshalb die Zusammenarbeit mit Heilern und traditionellen Hebammen, die es weiterbildet. Durch den Anbau und die Verarbeitung von Heilpflanzen kann ein Teil des kulturellen Erbes der indigenen Gemeinschaften bewahrt werden.
Stärkung der Partner
Durch Weiterbildung des Personals in Projektmanagement, Buchhaltung und Administration fördert das SRK die Selbstverwaltung der indigenen Organisationen. Damit ermöglicht es ihnen, mit den Gesundheitszentren und lokalen Spitälern so zusammenzuarbeiten, dass sich die Prävention und Behandlung von Krankheiten für die Bevölkerung deutlich verbessern. Das SRK unterstützt das Bolivianische Rote Kreuz auch bei der Durchführung von Projekten im Bereich der Katastrophenvorsorge und bei der Stärkung der regionalen Vertretung im Departement Chuquisaca.