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Die "Pferdegarage" war nie eine "Laternengarage"
Zur Unterbringung eines Pferdes braucht es einen Stall mit meist zweiteiliger Futterkrippe, Plampern, Anbindevorrichtung und dgl. sowie eine umfangreiche Infrastruktur:
Wagenremise, Geschirrkammer, Futterschneidmaschine, Miststock, Brunnentrog, Waschplatz, Heustock, Lager für Stroh- oder Torfstreue, ein mäusesicheres Lager für Hafer oder Kraftfutter sowie diverse Kleingeräte und eine Apotheke, die der Pferdepflege dient. Dies bedeutet für wenige Pferde ein enormen Aufwand. Darum stellten Pferdebesitzer in städtischen Agglomerationen ihre Reit- und/oder Zugtiere oft in Stallungen von Transportunternehmungen unter, oder mieteten dort Pferde für ihren wiederkehrenden Bedarf.
Das heutige Settelen Areal entspricht räumlich immer noch dem Pferdebetrieb von 1907. Das Projekt beinhaltete nicht nur die komfortable Unterbringung von 160 bis 170 Pferden, sondern auch moderne Werkstätten für Wagner, Schmiede, Sattler und Schneider, gedeckte Abstellflächen für den gesamten Wagenpark sowie Lager für einen Jahresvorrat von Futter und Streue. Vergleicht man die Transportkapazität der damaligen Fuhrhalterei mit heutigen Motorfahrzeugen, so würde etwa ein Zehntel der Fläche und ein Zwanzigstel des Gebäudevolumens zur Unterbringung des Betriebes genügen.