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Das Internationale Filmfestival Freiburg (FIFF) enthüllt das Plakat seiner 34. Ausgabe, die vom 20. bis 28. März 2020 stattfinden wird: eine Explosion flammender Gelb- und Rottöne sowie warmem Gold. Der visuelle Auftritt steht sinnbildlich für die brennende Leidenschaft, mit der sich das Festival für die Diversität und die grossen Kämpfe der Menschheit einsetzt und kann auch als eine Art Reaktion auf die Brände verstanden werden, die unseren Planeten heimsuchen. Dies zeigt sich auch in der Sektion Genrekino 2020: Nach dem Western, dem Erotikfilm und der romantischen Komödie präsentiert das FIFF Spielarten eines verblüffenden Subgenres: die Uchronie (Alternativweltgeschichte). «Uchronie ist ein Genre, das auf dem Prinzip basiert, Geschichte neu zu schreiben, indem es ein Ereignis der Vergangenheit verändert.» Die derzeit im Kino laufenden Filme Once upon a time in… Hollywood von Quentin Tarantino (eine Welt, in der Sharon Tate nicht von den Jüngern von Charles Manson ermordet wurde) und Yesterday von Danny Boyle (eine Welt ohne Beatles und ohne Zigaretten) sind die jüngsten Beispiele dieses äusserst innovativen Genres.
«Versetz dich mal in meine Lage!» Wer hat diesen Satz nicht schon mindestens einmal in seinem Leben ausgesprochen? Mit Genrekino: Verkehrte Welten enthüllt das FIFF das Thema seiner zweiten Sektion (nach der Sektion Neues Territorium, die Ruanda gewidmet sein wird). Diese wird die Festivalbesucherinnen und -besucher mit ebenso Spannendem wie auch Verstörendem konfrontieren: Was wäre, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten? Was, wenn auf der Welt ein Matriarchat herrschen würde, in dem sich die Männer verschleiern müssten? Und was, wenn sich das wohlhabende Afrika mit einer enormen Einwanderungswelle aus dem armen Europa konfrontiert sähe? Oder wenn der Sezessionskrieg von den Sklaverei betreibenden Konföderierten gewonnen worden wäre? Oder Rassisten selber Opfer von Erniedrigungen und Übergriffen würden? Thierry Jobin, künstlerischer Leiter des FIFF: «Auf allen Kontinenten sind aus diesen "Was wäre, wenn?" und vielen weiteren Fragen (bekanntlich kennt die Phantasie der Künstlerinnen und Künstler keine Grenzen) Filme entstanden, welche die Weltordnung ins Wanken bringen. Wir sind sehr glücklich, den Festivalbesucherinnen und -besuchern Filme zeigen zu können, die mit Sicherheit für Fragen und Diskussionen sorgen werden und ein breites Publikum ansprechen. Von den rund fünfzehn Filmen werden einige erst um Mitternacht gezeigt, andere richten sich an die ganze Familie. Dies trifft sich gut, denn anlässlich des FIFF 2020 wird eine neue Sektion aus der Taufe gehoben: eine Sektion für Eltern und ihre Kinder.»
Normalerweise gibt das FIFF nicht viel auf äussere Erscheinungen… Eine Ausnahme ist das Plakat 2020, ein Feuerwerk der Farben und ein Sinnbild für ein Festival, das nur zu gerne Dogmen und Klischees zum Platzen bringt. Die kreative Freiburger Kommunikationsagentur Asphalte Design wird die Strassen der Stadt und die nächste Ausgabe des FIFF mit gelben und orangefarbenen Farbtupfern zum Leuchten bringen. Im nächsten Frühling wird eine strahlende Sonne über Freiburg aufgehen… und erst wieder verschwinden, wenn sie alle ihre Verheissungen eingelöst hat.
Das Festival hofft zudem, von Produktionen aus der ganzen Welt geblendet zu werden. Der Call for entries für den Internationalen Wettbewerb: Kurz- und Langfilme ist eröffnet. Das Festival steht sämtlichen Genres (Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme) offen, die offizielle Selektion beschränkt sich jedoch auf Werke aus Ländern aus Afrika, Asien, Lateinamerika, dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus osteuropäischen Ländern ausserhalb der EU. Das Reglement und das Anmeldeformular sind auf der Website des Festivals verfügbar: fiff.ch/call-entries. Die Auswahlkommissionen freuen sich auf möglichst zahlreiche Bewerbungen für Werke, die die nächste Ausgabe des FIFF zum Strahlen bringen werden.
Leitung des FIFF
Madeleine Descloux, administrative Leiterin a.i.
Thierry Jobin, künstlerischer Leiter
Mathieu Fleury, Präsident des Vereins