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„Sprache hat mich schon immer fasziniert…..“ Weshalb sage ich was und warum? Wo kommt die Aussage her?
Meine Auseinandersetzung mit der Sprache findet Anwendung in meinen Coaching Sessions und ist eine wesentliche Grundlage, meine Klienten zu unterstützen, die Selbst-Lügen zu vernichten, Mythen und Missverständnisse aufzuklären und limitierende Glaubensbekenntnisse – ob selbst entwickelt oder von einem freundlichen Farmer gepflanzt – zu eliminieren.
Immer und nie sind zwei Worte, die mich sofort wie einen Spürhund, der die Beute gerochen hat, beschäftigen.
„Das mache ich immer so!“ oder „Das funktioniert nie!“ oder „Es scheint, dass immer etwas schief geht“ oder „Das kann ich nie!“.
„Immer“ und „nie“ sind sehr absolut, fixiert, permanent und damit nicht änderbar. Ihre Referenz liegt in der Vergangenheit und ihre Aussage wird in die Zukunft projiziert, als wäre sie eine unmissverständliche Diagnose einer Situation oder Sache.
Diese Selbst-Fehl-Diagnose ist so mächtig und potentiell ein sehr gefährlicher Input für das Betriebssystem Gehirn.
Unser Hirn hat keine Wahl und ist signifikant beeinflusst, wenn es uns sagen hört, „Dies ist immer/nie die Art und Weise wie Dinge geschehen!“. Wie soll das Hirn damit umgehen? Und vor allem: jede dieser Aussagen schliesst unwiderruflich Veränderung und/oder weitere Optionen aus.
Die Entscheidung, eine mehr befähigende, ermächtigende Sprache zu verwenden, hat nichts mit positivem Denken oder mit uns selbst anzulügen zu tun. Es ist vielmehr, die Sprache im gegenwärtigen Moment zu schaffen und zu verwurzeln und über die Wahrheit unserer Realität zu reflektieren und damit definitiv besser, als Etiketten oder Verallgemeinerungen zu verwenden.
Anstatt standardmässig immer oder nie zu verwenden, würde es nicht mehr der Wahrheit und Realität entsprechen, weniger beschämend, tadelnd und einschränkend sein, zu sagen:
„Historisch gesehen“ oder „bis heute“ oder „bisher“ oder „in der Vergangenheit habe ich“ oder „wenn herausgefordert, habe ich ABC oder XYZ getan/nicht getan.“
Es mag zu einfach erscheinen und vielleicht denken Sie, das macht doch keinen grossen Unterschied, wie ich mit mir spreche. Nun, ich erwarte nicht, dass Sie mir glauben oder in etwas vertrauen, was Sie selbst noch nicht erlebt haben. Ich lade Sie einfach ein, es auszuprobieren.
Wenn Sie sich beim Gebrauch solch absoluter Worte wie immer und nie ertappen, machen Sie eine kurze Pause und fragen Sie sich selbst, ob Sie tatsächlich und wirklich, mit Sicherheit wissen können, dass etwas immer oder nie stattfindet.
Wenn Ihre Antwort „Nein“ ist, wenn Sie erkennen, dass Sie nicht mit 100%iger Sicherheit das immer oder nie bestätigen können, dann ist es an der Zeit, andere Begriffe, mehr realistische Worte für die Beschreibung und Interpretation der Situation oder Sache zu benutzen.
Was wie eine einfache, elementare semantische Übung aussieht, mag Sie jedoch entführen in eine Welt, in der Sie weder bei den Gewohnheiten, den Geschichten die Sie glauben, bei Ihren Glaubenssätzen oder bei der Art und Weise, wie etwas zu erledigen sei, Ihr eigener Gefangener sind.
Mit diesem Wechsel im Denken gibt man sich selbst die Erlaubnis, sich selbst wieder zu finden und sich selbst zu führen – mit einer grösseren Vielfalt an Optionen und mit viel mehr Klarheit und Bezug zur Realität.
Über Gewohnheiten und Denkmuster reflektieren…
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