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Graf Rumford wurde mit einer nach ihm benannten Suppe berühmt, die er im 18. Jahrhundert im Dienste des Bayerischen Hofes als billige Soldatennahrung erfunden hatte und dann zur Ernährung der Armen propagierte. Er ging davon aus, dass auch ein kräftiger, schwer arbeitender Mann mit einem geringen Mass an fester Nahrung auskomme und ausreichend seinen Hunger stillen könne, wenn die Speisen nur ordentlich zubereitet seien. Die "ordentliche Zubereitung" bestand darin, eine Suppe mit möglichst viel Wasser und Essig zu mischen. In einem Essay lässt sich Rumford über den gewaltigen Nährwert des Wassers aus, den man schon daran erkenne, dass Pflanzen sich allein davon ernähren könnten. Dem Essig schliesslich wurde eine grosse Heilwirkung gegen alle möglichen Krankheiten zugeschrieben.
Kein Wunder also, dass er für derart tiefgreifende Erkenntnisse zum Grafen gemacht wurde – von seiner Suppe war er ein schlichter Benjamin Thompson.
Hier das wahrlich einfache Rezept:
Gerstengraupen mit Erbsen und so vorhanden einigen Kartoffeln kochen und mit reichlich Essig und etwas Salz abschmecken.
Vielleicht findet auch die Schweizer Armee 2001 wieder zurück zu Wasser, Essig, Gerste und Erbsen. Bundesrat Villiger wird es wohl mit Fassung tragen, wenn er – trotz unbestreitbarem Spareffekt – auf den fälligen Grafentitel wird verzichten müssen.
Natürlich, 10/1997