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ASA - Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Abstinentenorganisationen
Jahresberichte
Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Abstinentenorganisationen
Arbeitsgemeinschaft ASA, Postfach 8957, 3001 Bern, Fon 031 300 58 63, Fax 031 300 58 65 - email: <email-pii> - Internet: http://www.edimuster.ch/asa/index.htm
2000/2001 - 1999/2000 - 1998/1999 - 1997/1998
Jahresbericht 2004/2005
Die ASA 2004/2005
Die Delegiertenversammlung vom 4. September 2004 fand traditionell auf der Hupp, im Haus des Blauen Kreuzes in Wisen SO statt. Die zehn anwesenden Delegierten und Vorstands-mitglieder gaben dem Vorstand den Auftrag, ein Treffen mit den Mitgliederverbänden zu organisieren, um die Bedürfnisse für die ASA gemeinsam klären zu können.
Der Vorstand tagte am 5. November 2004 sowie am 26. Januar und 23. Mai 2005. Einerseits ging es dabei um die Planung des Treffens der Mitgliederorganisationen der ASA vom 2. März 2005, andererseits um die Delegiertenversammlung vom 3. September 2005 in Zürich. Er beschloss auch, das Geschäftsjahr bis zum 31. Juli 2005 zu verlängern.
Das Treffen der Mitgliederorganisationen vom 2. März 2005 fand zum Thema «Die Zukunft der ASA» in Zürich statt. Dem Vorstand wurde der Auftrag erteilt, der DV vom 3. September 2005 die Auflösung der heutigen ASA zu beantragen und die ASA in eine Arbeitsgemeinschaft ohne Statuten zu überführen. So wäre es weiterhin möglich, Präsidenten-Treffen der Abstinentenorganisationen zu wichtigen Themen durchzuführen.
So legte der Vorstand an seiner letzten Sitzung vom 23. Mai in Bern die Traktanden für die DV fest. Haupttraktandum ist dabei die Auflösung des Vereines. Er hat auch entschieden, dass im Anschluss an die DV alle Mitgliederorganisationen sowie die rund 400 Adressen mit einer letzten ASA-News über die Auflösung orientiert werden. Mit einem jährlichen Präsidenten-Treffen der Abstinentenorganisationen und den weiteren Kontakten zu Eurocare sowie zur EKA wird die Arbeit auch ohne Vereinsstrukturen weitergeführt.
Alkoholpolitisches
Zwei Themen haben die alkoholpolitische
Diskussion im Berichtsjahr dominiert:
• Fast ein Jahrhundert lang war in der Schweiz der Absinth illegal, gefälscht oder nachgeahmt. In der neuen Bundesverfassung wurde das Verbot weggelassen; es war also einfach, den Neuenburgern nachzugeben und die "Grüne Fee" wieder zum Leben zu erwecken. Ob die grosse Medienkampagne für das Kultgetränk unserer Urgrosseltern Wirkung zeigt, wissen wir noch nicht. Immerhin enthält der "neue" weniger Alkohol und fast kein Thujon – also weniger Gift.
• Weniger Aufmerksamkeit
erregte die Tatsache, dass täglich – vor den ominösen
0,5 – 2 Wirtschaften Konkurs gehen. Die Liberalisierung ging zu
weit. Gilt bald wieder "Wer nichts wird, wird..."?
• Auch keinen Medienrummel
gab es zur "phänomenalen" Aktion in der Berner Gewerbeschule:
51 von 60 Lehrlingen lebten einen Monat lang alkoholfrei. Soll ich mich
freuen oder traurig sein?
Die Arbeit in der EKA und bei EurocareDie Arbeit der Eidgenössischen Kommission für Alkoholfragen (EKA) war im Anfang des Berichtsjahres noch geprägt von der erfolgreichen Kampagne für die 0,5-Promille-Abstimmung. Bei Auseinandersetzungen mit Abstimmungsvorlagen konnte ich jeweils Informationen über Fakten und Tendenzen aus den EU-Ländern und aus der EU-Commission einbringen. Dieses Wissen beziehe ich aus regem E-mail-Kontakt mit Eurocare und den jährlich 1-2 Sitzungen.
Danach waren in der EKA die Dauerbrenner RTVG (Radio- und Fernsehgesetz)
und Biersteuergesetz Schwerpunkte neben der sehr praxisbezogenen Arbeit
an kantonalen Alkohol–Aktions–Plänen.
Da Eurocare als Lobbying–Organisation vor allem bei der EU-Commision
in Brüssel arbeitet, fordert sie ihre Mitglieder ab und zu auf, zu
einem speziellen Diskussionsthema Kommentare über die Situation im
eigenen Land und entsprechende Anregungen direkt an die EU-Commission
zu senden. (z.B. Anf. Juni 05: detaillierte Informationen über aktuelle
Aktivitäten der Alkohol-Industrie, die unsere Bemühungen unterlaufen,
zeitgemässere Gesetze zu schaffen). Hierfür sind wiederum meine
bei der EKA gewonnenen Einblicke hilfreich.
Rückblick und Dank
Am 23. November 1974 fand in Olten die Gründungsversammlung der ASA statt. Tagungspräsident war Bernhard Zwiker. Als Protokollführer amtete schon damals Edi Muster. Der ASA gehörten Organisationen an, die jetzt schon länger von der Bildfläche verschwunden sind. Dazu gehören u.a. die Vereinigung abstinenter Pfarrer und Prediger in der Schweiz, die Schweizerische Katholische Abstinentenliga oder die Vereinigung abstinenter Ärzte. Im Lauf der Jahre wurde die Anzahl der Mitgliederorganisationen immer kleiner. In den letzten zwei Jahren wurden auch kantonale Abstinentenverbände aufgelöst.
In das Präsidentenamt der über dreissig Vereinsjahre haben sich namhafte Persönlichkeiten engagieren lassen. Als erster Präsident amtete Otto Zwygart sen.. Dann folgte die unermüdliche Annette Högger-Hotz, die die ASA bis zu ihrem Schlaganfall führte. Hansruedi Seiler übernahm die Geschäfte als Vizepräsident bis zur Wahl von Ernst Erb als Präsident. Letzter und noch amtierender Präsident der ASA ist Peter Ritschard.
Der Dank richtet sich an alle, die sich in irgend einer Form für die Arbeitsgemeinschaft einsetzten. Neben der Präsidentin und den Präsidenten gehören dazu die Vorstandsmitglieder, die Revisoren, die Leiterinnen und Leiter der einzelnen Organisationen und Verbände. Aber auch allen, die sich an den Tagungen und in den eigenen Vereinen für die Alkoholabstinenz einsetzten, gehört der Dank. Eine Person sei hier noch besonders erwähnt. Es ist dies Edi Muster, der bis zu seiner Pensionierung bei der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme SFA das Sekretariat führte. Da er auch heute noch Vorstandsmitglied ist, hat er die ganzen fast 31 Jahre der ASA miterlebt und mitgeprägt. Das ist einen besonderen Dank wert!
Mit der Vereinsauflösung der ASA liegen inskünftig die weiteren Aktivitäten bei den einzelnen Mitgliederorganisationen sowie den kantonalen Abstinentenverbänden.
Hupp-Tagung 2001
An der Hupp-Tagung (s. Foto Hupp) 2001 nahmen 16 Vorstandsmitglieder, Delegierte und Gäste teil. Die geschäftlichen Verhandlungen verliefen ohne spezielle Entscheide. Einzig beim Vorstand mussten die Rücktritte von Else Schönthal, Eva Thürig und Ernst Jauslin bekanntgegeben werden. Die Tagung stand unter dem Thema "Jugend und Alkohol". Dabei wurde die Problematik des Jugendalkoholismus deutlich.
Die Arbeit im Vorstand
Der ASA-Vorstand tagte in diesem Geschäftsjahr dreimal. Dabei legte er sein Schwergewicht auf die Vorbereitung und Durchführung der Hupp-Tagung vom 1. September 2002 in Wisen und die Arbeitsschwerpunkte bei den Mitgliederorganisationen. Im Informationsbereich wurde über die Tätigkeiten der Eidgenössischen Kommission für Alkoholfragen und Eurocare orientiert, u.a. mit den Themen: Die Frage der Herabsetzung der Promillegrenze im Strassenverkehr von 0,8 auf 0,5 und ie TV- und Radiowerbung für alkoholische Getränke in Europa
Bei den Mitgliederorganisationen
Ein Blick zurück zeigt, dass verschiedene Abstinentenverbände wie die abstinenten Pfarrer, die abstinenten Lehrer oder die Abstinentia sich aufgelöst haben. Neben dem starken Rückgang abstinenter Organisationen gilt es jedoch festzuhalten, dass in der Hauptsache drei Organisationen aktiv die Arbeit weiterführen. Es sind dies das Blaue Kreuz mit all seinen Verbänden, die Schweizer Guttempler IOGT (mit Juvente) und der Schweizerische Abstinenten Verkehrsverband. Auch die kantonalen Abstinentenverbände leisten in ihren Regionen wichtige Arbeit zugunsten der Volksgesundheit. Darauf darf die ASA aufbauen. So ist es möglich, die durch die Auflösung von Abstinentenorganisationen verbleibenden Mitglieder die ASA-Aktivitäten anzubieten und sie in ihrer Arbeit vor Ort zu unterstützen. Neu hat der ASA-Vorstand die ASA-News ins Leben gerufen, um so wichtige Informationen an 500 Adressen in loser Folge weitergeben zu können.
Ausblick
Mit dem Thema "Übers Internet in die weite Welt> hat der ASA-Vorstand ein wichtiges Thema für die Hupp-Tagung 2002 gewählt. Viele Informationen über den Alkohol, seine Auswirkungen sowie über weitere Drogen können übers Internet abgefragt werden. Es ist das Ziel, die Mitglieder darüber zu orientieren, damit diese Informationsquellen auch wirklich benutzt werden.
Dank
Der Dank gilt allen, die sich in irgend einer Form aktiv am Fortbestehen der ASA beteiligt haben. Dies betrifft den Vorstand, die Revisoren und diejenigen, die aktiv an den Tätigkeiten der ASA teilnehmen. Noch gibt es viel zu tun, neue aufgaben warten auf uns. Auch heute gilt der Spruch:
Die
Alternative: Alkoholfrei - weil 's vernünftig ist.
Jahresbericht 2000/2001
2001 - das Internationale Jahr der Freiwilligen
Bei der Beurteilung der Arbeit der Freiwilligen wird oft übersehen, dass ihr Einsatz eine Infrastruktur an Material und Administration benötigt. Mit blossen Worten und leeren Händen kann die Aufmerksamkeit des Publikums nicht erreicht werden; eine längerfristige Wirkung braucht mindestens Papier.
Zu schlecht beurteilt wird oft die Tätigkeit der "unqualifizierten Amateure" gegenüber derjenigen von "qualifizierten Professionellen". Wer jahrelang sich aus Überzeugung mit der Aufklärung über Alkoholprobleme - im speziellen Fall mit der Prävention von Alkohol im Verkehr befasst - erwirbt sich ein Wissen und ein Können, das ihn zu dieser Tätigkeit befähigt. Oft wird die Arbeit von Studenten, die nach einem Kurzkurs stundenweise honorierte Arbeit leisten, diskussionslos als "professionell" anerkannt und entsprechend subventioniert. Die entschädigungslos geleistete Arbeit von Freiwilligen wird üblicherweise in Franken umgerechnet und in die Schlussrechnung einer Aktion einbezogen, aber nicht immer anerkannt und gewürdigt.
Im "Internationalen Jahr der Freiwilligen" wird die Tätigkeit von Freiwilligen zu Recht gelobt. Im Vorder-grund stehen aber die Helfer, die Alte, Kranke und Invalide in verdienstvoller Weise betreuen und be-gleiten. Vergessen werden aber oft die sozial, kulturell und politisch tätigen Freiwilligen. Gerade auf dem Gebiete der Prävention von Alkoholproblemen braucht es nicht nur "neutrale" Grossaktionen, die über Werbeagenturen laufen, sondern auch den engagierten Einsatz von Freiwilligen, die nicht neutral sein, sondern ein Gegengewicht gegen Werbung und Sitten bilden wollen.
WHO-Konferenz Jugend und Alkohol" - Stockholm 2001
Die ASA ist beunruhigt über die Entwicklung des Alkoholkonsums Jugendlicher. Sie ist erfreut darüber, dass die WHO sich an einer Sonderkonferenz mit dem Thema Jugend und Alkohol" befassen wird. Sie unterstützt als NGO die Stellungnahme von Eurocare. Sie betrachtet folgende Punkte als besonders wichtig für die Erreichung der gesetzten Ziele:
1. Die Beschäftigung mit dem Alkoholkonsum Jugendlicher darf nicht vom Konsum Erwachsener und dessen Folgen ablenken. Das Verschwinden der Bedrohung durch Alkopops darf nicht zu der irrigen Meinung verleiten, das Problem des Alkoholkonsums der Jugendlichen habe sich erledigt.
2. Der Konsum von Alkohol wird heute als wichtiger Teil unser Konsum- und Freizeitgesellschaft be-trachtet und dargestellt. Da Jugendliche und Kinder auch zu dieser Gesellschaft gehören (wollen), darf die Alkoholproblematik nicht losgelöst von den allgemeinen Werbe- u.a. Marketingstrategien für Alko-holbetrachtet werden.
3. Als einer der Hauptursachen für das teilweise Scheitern des Europäischen Aktionsplan Alkohol" wur-de der Widerstand der Alkoholindustrie erkannt und deren Versuche, auf die Gesundheitspolitik der ein-zelnen Länder Einfluss zu nehmen. Ihre irrige Behauptung, es gebe eine klar erkennbare Grenze zwischen "ungefährlichen Konsum (use)" und "gefährlichem Missbrauch (missuse)" ist weit verbreitet.
4. Der Alkoholkonsum Jugendlicher muss im Rahmen der gesamten Jugendkultur angegangen - muss bei allen jugendpolitischen Massnahmen mitberücksichtigt werden.
Jugend
+ Alkohol - sie vertrinken ihr Leben
Die ASA unterstützt u.a. folgende konkreten Forderungen:
Rückblick auf ein bewegte Vereinsjahr
Das vergangene Jahr war für den Vorstand geprägt durch den Wechsel des Sekretariates. Nicht mehr Eduard Muster von der SFA führt das Sekretariat, sondern Hansruedi Seiler vom Blauen Kreuz in Bern. Da jedoch Hansruedi Seiler gegen Ende unseres Geschäftsjahres einen Bildungsurlaub beziehen durfte, hat sich der Zivildienstleistende Andreas Schönmann in die Bresche geworfen und die ASA administrativ betreut. Es sei ihm an dieser Stelle für seinen Einsatz gedankt.
An den Vorstandssitzungen der ASA fand im Berichtsjahr ein reger und befruchtender Austausch von Informationen aus den verschiedenen Organisationen statt. Der Schweizerische Abstinenten-Verkehrsverband SAV musste leider vermelden, dass ein massiver Einbruch bei den Subventionen zu verzeichnen war. Bekanntlich wird ja auf jeder Haftplichtprämie für Motorfahrzeuge ein Unfallverhütungsbeitrag zugeschlagen, der vom Fonds für Verkehrssicherheit FVS verwaltet wird und aus dessen Erträgnissen der SAV seine Aktionen gegen Alkohol am Steuer finanziert. Durch Fehlkalkulationen geriet der FVS in Finanzschwierigkeiten und musste den Beitrag für alkoholbedingte Unfälle auf einen Drittel senken. Die Fachstelle "Alkohol am Steuer - Nie (ASN)", welche die Mittel treuhänderisch für alle verwaltet, behielt das Geld des Fonds für sich selber ein und verweigerte die Weiterleitung der ohnehin auf ein Drittel reduzierten Gelder an ihre Partner.
Zum Schluss noch einige Gedanken
zur ASA: Die Abstinenz hatte in den letzten Jahren einen zuneh-mend schwierigeren
Stand. Globalisierung und Liberalisierung haben dazu geführt, dass
viele Errungen-schaften der Abstinenzbewegung in Frage gestellt wurden.
Vielerorts wird nicht mehr verstanden, dass der Alkoholabsatz in gewissen
Bahnen mit Schranken verlaufen muss. Und ganz besonders wichtig ist auch
der einzelne Abstinent, der ein fröhliches Leben ohne Bier, Wein
und Schnaps führen kann. Die ASA führt all diese Menschen zusammen
und überlegt sich, wie die Prävention in der heutigen Zeit gemacht
werden soll.
ASA JAHRESBERICHT 1999/2000
Ist Alkohol eine Droge?
Im letzten Jahr ist diese Diskussion neu aufgebrochen. Das Bundesamt für Gesundheitswesen BAG hat in der Vernehmlassung zur Revision des Betäubungsmittelgesetzes u.a. vorgeschlagen, in der Prävention Alkohol, Tabak und Betäubungsmittel als abhängigkeitsbildende, psychotrope Substanzen gleich zu behandeln. Die ASA hat dieser Absicht - nach einer Vorbemerkung zum Begriff Suchtmittel - zugestimmt:
Wir möchten in Bezug auf alle Artikel des Gesetzes, in denen der Begriff Suchtmittel vorkommt, betonen, dass nicht nur der abhängige Konsum vor volksgesundheitlicher Bedeutung ist. Gerade beim Alkohol dürfte der Grossteil der Probleme nicht auf "Sucht", sondern auf den der Situation und der Person "unangepassten Konsum", also auf akute Alkoholisierung, zurückzuführen sein.
Wir sind mit der Ausdehnung der Präventioskompetenz auf legale Drogen einverstanden, wobei nicht nur die Aspekte der Süchtigkeit, sondern alle Probleme im Zusammenhang mit dem akuten und chronischen Konsum von Suchtmitteln erfasst werden sollen.
Die Kompetenz der Ärzte, schwer Abhängige Beratungsstellen zu melden, soll auf alle Suchtmittel ausgedehnt werden.
Wir begrüssen eine Ausdehnung der Bestrafung der Abgabe an Kinder auf alle Suchtmittel:
.Strafbar soll sein die kostenlose Abgabe oder die Zur-Verfügungsstellung in gesundheitsgefährdender Ausmasse: Dies betrifft auch Eltern, Freunde usw. (Die einfache Abgabe geringer Mengen von Alkohol, Tabak und ev. anderer Substanzen durch Eltern usw. soll wie bis anhin straffrei bleiben.)
.Strafbar soll sein der Verkauf aller Substanzen in jeder Menge, auch wenn dabei kein Gewinn erzielt wird. (Neben den eigentlichen "Dealern" würden somit erfasst auch Geschäftsinhaber, die Tabak und Alkohol an Kinder verkaufen, sowie das Vorschieben eines erwachsenen Käufers.
Wirte sind keine Dealer
Gewerbekreise (wie Wirte, Winzer und Detaillisten) und die Tabakmultis sind gegen diese Gleichstellung auf dem Gebiete der Prävention auch die Verkaufverbote gehören zur Prävention! Sturm gelaufen. Da sie wissen konnten, dass das Publikum die Vorschläge des BAG nicht kannte, griffen sie zum Mittel der Uebertreibung: jeder Verkäufer werde als Dealer kontolliert und jeder Raucher werde vom Arzt der Polizei gemeldet was das BAG natürlich nie gefordert hat.
Was meint die WHO das oberste Gesundheitsgewissen der Welt dazu?
Es gibt keine offizielle umfassende Auflistung psychoaktiver Drogen weder durch die WHO noch durch die UNO ; die Zahl dieser Substanzen ist unbegrenzt. Eine Expertengruppe der WHO hat 1965 die abhängigkeitsbildenden Drogen in 7 Gruppen eingeteilt:
Opiate, Alkohol/Barbiturate, Kokain, Cannabis, Amphetamine, Khat und Halluzinogene.Nach dem heutigen Wissensstand gehört auch Nikotin dazu.
Sucht wurde wie folgt definiert: Sucht ist ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge und gekennzeichnet durch vier Kriterien:
1.Ein unbezwingbares Verlangen
zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
Gesundheitspolitisch gesehen haben also das BAG und die ASA recht. Wirtschaftspolitisch gesehen ist der Wunsch, der Wirte usw. verständlich, dass ihre Produkte nicht den gleichen Bestimmungen wie Heroin u.ä. unterstellt werden. Einen völligen Freispruch, wie sie forden, können wir ihnen aber nicht gewähren; für ihre Produkte und Tätigkeiten muss es gleichartige Vorschriften geben.
Alkohol Droge Nummer eins
Nach der Definition der WHO wurde in den 60er Jahren der Slogan «Alkohol - Droge Nummer eins» geschaffen. Wir hofften, der schlechte Ruf der Drogen werde so auf den Alkohol abfärben und zu einem umfassenden Alkoholgesetz führen. (Dr. Paul Steiner hat darüber geschrieben.) Wir hatten uns getäuscht. Der im Volke weit verbreitete "gute" Ruf des Alkohols hat auf die Drogen abgefärbt. «Wenn Alkohol legal ist, womit rechtfertigt man strengen Bestimungen gegen die Drogen?»
In den letzten Jahren ist der Gesetzgeber zum auch das Volk zählt sogar in die andere Richtung gegangen und hat die Gesetzgebung über den Alkohol laufend abgebaut. Ganz Radikale fordern sogar die Abschaffung der Wirtschaftsgesetze und die Privatisierung der Alkoholverwatung (!).
Müssen wir diese alkoholpolitische
Eiszeit weiter laufen lassen, bis der Leidensdruck uns zu Umkehren zwingt?
Kurz nach der letzten Delegiertenversammlung und Hupp-Tagung verstarb unser langjähriges Vorstandsmitglied Friedrich Ehrsam aus Regensdorf/ZH am 24. September 1999. Friedrich Ehrsams Vater war bereits "Blaukreuz-Agent³ im Tösstal gewesen und er selbst hat sich zeit seines Lebens vollständig mit der Abstinenzbewegung identifiziert. Eine Delegation der ASA nahm an seiner Bestattung in Regensdorf teil (Nebenbemerkung: inzwischen ist auch seine Frau Gerda gestorben, die einige Monate vor seinem Tod einen schweren Hirnschlag erlitten hatte, was ihn äussert schwer belastete).
Doch die Arbeit der ASA nahm ihren Fortgang: Eine Sitzung fand bei der SFA in Lausanne statt, wo das neue Doku Center besichtigt werden konnte und eine Diskussion mit dem Direktor der SFA, Dr. Müller, einen befruchtenden Gedankenaustausch ermöglichte. In weiteren Sitzungen wurde über den Antrag des Schweizerischen Abstinentenbundes SAB vom 22.7.99 diskutiert. Obwohl in der Vernehmlassung eine breite Ablehnung dieses Antrages offenkundig wurde, entschied sich der Vorstand, der Delegiertenversammlung 2000 einen Vorschlag für eine Statutenrevision im Sinne der Initianten zu machen, da die eingentliche Kerntätigkeit der ASA als Dachverband nicht tangiert wird.
Anfang März 2000 wurde
der Vorstand der ASA von der Einstellung der beruflichen Tätigkeit
von Edi Muster, unserem Sekretär und Fachberater in Fragen der Alkoholpolitik
informiert. Die administrativen Arbeiten für die ASA, die bisher
in Lausanne durchgeführt wurden, konnten dem Zentralsekretariat des
Blauen Kreuzes in Bern übergeben werden. Der Vorstand war erfreut
über diese glückliche Lösung, da so die ASA weiter breit
abgestützt bleibt.
JAHRESBERICHT ASA 1. April 1998 - 30. Juni 1999
Alles neu macht der Juli
Mit voller Absicht schliessen wir den Jahresbericht am 30 Juni 1999 ab. An diesem Tag endet die traditionelle schweizerische Alkoholpolitik. Ab 1. Juli werden importierte Spirituosen gleich niedrig besteuert wie einheimische: Whisky, Wodka usw. werden bis zu 40% billiger als bisher; ausländische Obstbranntweine (Kirsch u.ä.) werden billiger als einheimischer, da sie im Ausland billiger produziert werden. Einheimische Schnäpse werden weniger scharf kontrolliert als bisher, da der Grund dafür, die bevorzugte Besteuerung, wegfällt. Die Schweiz musste auf Grund der WTO den gleichen Steuersatz für importierte und einheimische Spirituosen erheben; leider hat die Schweiz diesen Ansatz viel zu niedrig angesetzt.
Wahrscheinliche Folgen sind: Weniger Steuereinnahmen und weniger Alkoholzehntel, Anstieg des Konsums importierter Schnäpse, Absatzprobleme für Obstbauern. Zu befürchten ist ein Anstieg des durchschnittlichen Alkoholkonsums, besonders bei Jugendlichen, und damit eine Zunahme der Alkoholprobleme. Natürlich hat niemand diese Folgen gewünscht; sie sind ein Zeichen weltweiter alkoholpolitischer Hilflosigkeit: Alkohol wird wie jede andere Ware behandelt, obwohl er es nicht ist, und damit wirtschaftlich bevorzugt. Diese ungerechtfertigte Gleichbehandlung fällt in die Zeit des Kahlschlages der kantonalen Wirtschaftsgesetze: Bedürfnisklausel, Wirteprüfungen, Polizeistunde usw. werden angezweifelt und abgeschafft. Sind wir bald wieder am Anfang?
Alles im Griff?
Das muss man sich wirklich fragen. Die Alkoholpolitik sicher nicht. Dass viele Schweizer auch ihren Alkoholkonsum nicht im Griff haben, ist seit langem bekannt. Natürlich glauben jede und jeder, sie oder er hätten alles im Griff, nur die anderen nicht. Zweifel sähen in diese Welt der Sicherheit will die grosse Kampagne des BAG, bei welchem auch die EAV und SFA mitmachen. Es sollen aber auch Ratschläge erteilt werden, wie man den Konsum im Griff bekommen kann. Die Aufgabe ist nicht leicht zu erfüllen, da jeder Ratschlag sofort falsch gesehen werden kann: Wenn etwas unter Umständen gut sein kann, so ist doch das Doppelte viermal so gut ... Und auf alle Fälle sind es immer die anderen.
Legal, aber nicht banal
Ein ähnliches Problem greift der 3. Schweizerische Aktionstag Alkohol am 11.11.99 auf: Alkohol ist legal - wird sogar (fast) wie jede andere Ware behandelt; es ist aber deswegen nicht banal, nicht harmlos. Gerade im Vorfeld des Jahreswechsels 99/00, für den vielerorts bereits "geistige" Reserven angelegt werden, kann ein solcher Slogan nützlich sein. (Vielleicht kann er auch als Hinweis dienen, dass andere Drogen mit der Legalisierung nicht harmlos werden ...) Der Tag wird organisiert von den Fachverbänden A + S (früher VSFA), GREAT (Romandie), STCA (Ticino) und der SFA. Kontaktstellen sind die lokalen Alkoholberatungsstellen, die allerdings in jedem Kanton anders heissen...
Alkohol und Familie
Am letztjähigen Aktionstag haben sich wie im Vorjahr Abstinentenorganisationen beteiligt. Ihnen wurde die Mitarbeit durch grosszügige Beiträge des Schweiz. Bundes Abstinenter Frauen ermöglicht. Herzlichen Dank! Die Flugblätter der SFA in deutsch, französisch, italienisch, romantsch, spanisch, portugiesisch, albanisch, kroatisch und türkisch sind immer noch erhältlich. Das Problem ist leider nicht kleiner geworden.
Abstinenten im Internet
Abstinenten findet man mehr und mehr im Internet. Die Anfangsscheu scheint überwunden zu sein. Allerdings verschweigen einige Seiten das Wort Abstinenz, scheinen sogar vor "Alkohol" Angst zu haben. Eigene Seiten haben folgende Mitglieder:
Schweizer Guttempler IOGT:
http://www.iogt.ch/
(mit vielen Links zu anderen Seiten)
Die ASA
Nach dem überraschenden Hinschied von Ernst Erb hat der bisherige Vizepräsident Peter Ritschard den Vorsitz übernommen. Die DV hat ihn im Herbst als Präsidenten bestätigt. Im Dezember hat der Vorstand Hansruedi Seiler zum Vizepräsidenten ernannt. Leider sind in diesem Jahr zwei Mitglieder wegen Auflösung aus der ASA ausgeschieden: die Abstinentia (PTT und Zoll) und der Kantonale Abstinentenverband St. Gallen. Es muss diskutiert werden, wie die übrig bleibenden Sektionen und einzelnen Abstinenten in die ASA integriert werden können. Jedenfalls können alle Abstinenten an den Veranstaltungen der ASA teilnehmen.
ASA und Eurocare
Das englische Verb "to care" heisst laut Wörterbuch "sich kümmern um". Auch wenn Eurocare die Abkürzung von "European Council for Alcohol Research Rehabilitation and Education" (Advocacy for the Prevention of Alcohol Related Harm in Europe / Pour une politique de prévention des conséquences de l'alcoolisation en Europe) ist, so stimmt die Übersetzung: Eurocare kümmert sich um die europäische Alkoholpolitik. Unter dem Namen Eurocare treffen sich private Organisationen, die sich um die europäische Alkoholpolitik kümmern und versuchen, sie in unserem Sinne zu beeinflussen. Dank Eurocare hat sich die EU in Brüssel erstmals mit den gesundheitlichen Aspekten des Alkohols befasst und nicht nur mit den fiskalischen und wirtschaftlichen. Mitglieder des ASA-Vorstandes nehmen an den Sitzungen teil, erfahren so aus erster Hand, was in Europa geschieht und können die gesundheitspolitischen Aktivitäten unterstützen und die Ideen weiter verbreiten.
ASA JAHRESBERICHT 1997/98
Zum ersten Mal wird dieser Jahresbericht nicht vom Präsidenten, sondern vom Sekretär verfasst. Ende Juni erreichte uns die traurige Nachricht vom Hinschied von Ernst Erb.
Ernst Erb-Miesch, 2. April 1927 - 28. Juni 1998
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Ernst Erb war ein überzeugter, aktiver Abstinent. In der Abstinenzbewegung hat er in verschiedenen Ämtern gewirkt. In der Abstinentia war er Sektions- und Zentralpräsident; dem Blauen Kreuz diente er u.a. als internationaler Kassier, als Kassier der Jubiläumsstiftung in Cossonay und als Fähnrich der Basler Blaukreuzmusik. In Basel war er Präsident des kantonalen Abstinentenverbandes. An der Delegiertenversammlung 1992 wurde er zum Präsidenten der ASA gewählt; sein Amt führte er mit Initiative, Einsatz und Begeisterung. Spasseshalber bezeichnete er sich als obersten Abstinenten der Schweiz" und wirkte als Botschafter der ASA in den Vereinen und den Behörden gegenüber. Sein Einsatz für soziale Belange beschränkte sich übrigens nicht nur auf die Abstinenz. Die ASA wird ihn noch lange vermissen.
Gesunde Alkoholpolitik
Im Jahr 1997 befasste sich die ASA mit der "Europäischen Charta Alkohol", die von der WHO Europa mit Zustimmung der Schweiz verabschiedet, in unserem Land aber nicht den nötigen Eindruck gemacht hat. (Um sie europäisch zu unterstützen, ist die ASA dem internationalen Verein "EUROCARE - für eine gesundheitsorientierte Alkoholpolitik in Europa" beigetreten. Auch in CIAO, dem "Committee of International Abstinence Organisations" sind Mitglieder der ASA aktiv.) In einer Studientagung in Olten wurden die Charta und die Entwürfe zur Bundesverfassungsreform diskutiert. Auf der Hupp kam der zweite Schritt: Die Kursteilnehmer formulierten alkoholpolitische Forderung aus der Sicht der Abstinenten.
Hooch, der Wolf im Schafspelz
So begann die Pressemeldung der ASA: In jedem Fläschchen der Limonade Hooch" hat es 12 g reinen Alkohol. Kinder trinken mit der Limonade diesen Alkohol ohne zu wissen, dass sie damit ein Gläschen Schnaps zu sich nehmen." Die Alkoholverwaltung hat inzwischen alle Alcopops ihren strengen Werbe-, Verkaufs- und Steuerbestimmungen unterstellt und damit für einige Zeit Ruhe gebracht. Mitte 1998 hat der Bundesrat den Steueransatz je Dose von 3 Franken auf 50 Rappen gesenkt. Das Finanzdepartement überschrieb seine Pressemeldung mit Alcopops: Importe erleichtert". Womit der Zweck wohl denselbigen erreicht hat!
Tag der Solidarität mit alkoholkranken Menschen
Dieser 1. "Schweizerische Tag zum Thema Alkohol" wurde von den Fachverbänden A+S, GREAT, STCA und SFA ins Leben gerufen; obwohl spät informiert, haben die Abstinenten an vielen Orten aktiv mitgearbeitet. Die behandelten Themen sind in den folgenden Artikeln zu finden: - Eingriffe in den Alkoholmarkt sind präventiv ausgerichtet - Alkoholkranke sind nicht Menschen zweiter Klasse - Nicht zum Alkoholkonsum verleiten (Diese Artikel sind alle im Internet auf der Seite http://www.sfa-ispa.ch zu finden.) Das Thema 1998 lautete "Alkohol und Familie"; der Tag fand am 12. November statt.
Weniger Promille, mehr Sicherheit
Der Bundesrat scheint nach jahrzehntelangem Zögern mit der Herabsetzung der Promillegrenze Ernst machen zu wollen. Der Widerstand der Alkohol- und Autolobby ist aber mächtiger als je zuvor. Wer wagt es, gleichzeitig zwei heilige schweizerische Kühe an die Halfter zu nehmen, das Auto und den Alkohol! Die ASA hat sich für die Herabsetzung der Grenze der Strafbarkeit ausgesprochen, ohne ihr Ziel "Null Promille!" aufzugeben. Sie hat sich ferner für die Einführung der verdachtsfreien Atemluftsprobe ausgesprochen.
Politische Niederlagen
Zweimal das Parlament und einmal der Bundesrat haben sich gegen unsere Wünsche - und die der "Europäischen Charta Alkohol" ausgesprochen: Der Nationalrat hat eine parlamentarische Initiative für eine allgemeine Sozialkostensteuer auf alle Alkoholika abgelehnt. In der Nachführung der Bundesverfassung hat er zur Erleichterung der Verfassung (und zur Erleichterung der Alkohollobby) wichtige alkoholpolitische Bestimmungen über Bord geworfen. Der Bundesrat seinerseits hat die einheitliche Schnapssteuer für inländische und importierte Produkte so tief wie nur möglich festgelegt. Mit 29 Franken je Liter 100% werden Whisky u. Cons. ab 1. Juli 1999 stark verbilligt. Der Konsum wird ansteigen und die Gelder für den Alkoholzehntel werden sinken.
In Verbänden und Sektionen
Die Arbeit der ASA wird aber nur zu einem kleinen Teil im Vorstand und an der Delegiertenversammlung geleistet. Sie geschieht in den Vereinen und durch die einzelnen Mitglieder an Ort. Dafür sei allen Mitarbeitern herzlich gedankt.
P.S. Sinn und Zweck eines Jahresberichtes ist es nicht, die Themen eines Jahres aufzulisten und beruhigt abzuhaken. Er soll vielmehr als Anregung dienen, die Aufgaben weiter zu führen. Daher können alle erwähnten Dokumente zur Weiterbearbeitung beim Sekretariat bezogen werden.
Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Abstinentenorganisationen
Arbeitsgemeinschaft ASA, Postfach 8957, 3001 Bern, Fon 031 300 58 63, Fax 031 300 58 65 - email: <email-pii> - Internet: http://www.edimuster.ch/asa/index.htm