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Die Jucker-Saga – Teil 7
Nach dem Tod der Mutter Jucker wohnte Stiefvater Hermann trotzdem weiter auf dem Juckerhof, zusammen mit einer neuen Frau… Walter Jucker erzählt die Geschichte weiter…
Das Schürli gehört zum Juckerhof
«Um die grösseren Haushaltskosten bezahlen zu können, nahm Hermann in der Sägerei Graf die Stelle eines Hilfsarbeiters an. Für unsere Familie und auch die Angestellten war dies eine grosse Erleichterung. Mitte der fünfziger Jahre begann bei uns die Güterzusammenlegung. Glücklicherweise war Hermann bereit, mir sein Haus, das Schürli und fast 2 HA Land zu verkaufen. Damit unsere «Stiefmutter» die das gesetzliche Vorkaufsrecht hatte, mit dem Handel einverstanden war, musste ich ihr 5'000 Fr. bezahlen. Unserer «Stiefmutter» passte es in unserer Umgebung gar nicht.
Sie zügelte wieder nach Wetzikon in das Haus ihrer Mutter. Für Hermann hatte sie ein kleines Zimmer im Estrich. Schon während der Kriegszeit konnte mein Bruder, der sich an unserer Hochzeit in die Brautführerin «Marta» verliebte und kurz nach der zweiten Mobilmachung heiratete, in Waltalingen ein damals mittleres Heimwesen günstig kaufen. So konnte auch ich zu jener Zeit unser Heimwesen notariell übernehmen. Meine Eltern bekamen in unserem Haus das lebenslängliche Wohnrecht.
Abschied von Hermann
Hermann war in seinem Heim in Wetzikon nicht so gut versorgt, wie er gehofft hatte. Bei der Arbeit in der Sägerei erlitt er einen Beinbruch. Hermann wollte so verunfallt wieder zu uns kommen. Elsa und ich fanden, der Patient gehöre in den Spital. Dies wollte Hermann nicht. Die Schwester von Hermann’s Frau nahm den Patienten auf. Hermann wollte von seinem Wohnrecht bei uns Gebrauch machen. Wir mussten ein Zimmer bereit machen. Bevor der Beinbruch ganz geheilt war, musste Hermann wegen einer Lungenembolie in den Spital. Einige Tage später starb er im Alter von 70 Jahren.
Hermann hat unserer Familie über dreissig Jahre geholfen, den Betrieb zu erhalten. Er hat die kleine Nachbarliegenschaft gekauft und mir und unserer Familie verkauft. Aber er hat uns auch viele Sorgen bereitet.»
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Ueli sagt über Hermann, wenn er nicht getrunken habe, sei er eigentlich ein ruhiger Typ gewesen. Er habe vor Hermann jedenfalls keine Angst gehabt. Eher sei es umgekehrt gewesen. Den Bezug zu den Pferden hat Ueli ebenfalls von Hermann. Uelis Vater Walter habe nichts mit Pferden am Hut gehabt. Es sei Hermann gewesen, der die Pferde auf den Juckerhof gebracht habe. Im Sommer fuhr er mit ihnen jeweils zweimal täglich die Milch nach Uster. Ueli’s Job war es damals, die Pferde jeweils einzuspannen und zu füttern.
Die Ära nach Hermann war also abgeschlossen und schon bald kam Ueli Jucker (Vater von Beat und Martin) ans Ruder auf dem Juckerhof. Weiter geht es in Teil 8…
Teil 1 – frühes Familiendrama
Teil 2 – Hilfe von aussen zu einem hohen Preis
Teil 3 – das schwierige Leben zwischen den Weltkriegen
Teil 4 – blühendes Familienleben
Teil 5 – Turbulente Jahre und ein volles Haus
Teil 6 – der Jucker hat schon immer gesponnen