Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03247.jsonl.gz/2921

Seit zwei Jahren beschäftigt uns dieser SARS-CoV-2-Virus mit immer neuen Mutationen und immer neuen Massnahmen, um seine Verbreitung einzudämmen. Nun taucht in den Medien auch immer öfter der Begriff „long covid“ auf. Damit wird gemeint, dass die Krankheitssymptome der Viruserkrankung auch nach der akuten Phase im ersten Monat weiter bestehen bleiben, oder sich verändern, und die Betroffenen sich weiterhin krank und nicht leistungsfähig fühlen. Ca. 25 % der wegen Covid-19 Hospitalisierten leiden drei Monate nach Beginn ihrer Infektion noch unter Long Covid. Bezogen auf alle an Covid-19-Erkrankten scheinen nach einem Jahr noch ca. 10 % an eher leichten Krankheitssymptomen zu leiden.
All diese Aussagen sind sehr vorsichtig zu interpretieren, weil Reinfektionen, u.U. mit verschiedenen Virus-Varianten bisher noch überhaupt nicht untersucht werden konnten.
Medizinisch korrekt heisst dieser Zustand ab dem vierten Monat nach der Infektion „Post Covid Condition“ PCC, also Zustand nach einer COVID 19-Erkrankung. Der SARS-CoV-2-Virus ist dann nicht mehr nachweisbar, aber trotzdem fühlen sich die Betroffenen müde und nach der kleinsten Anstrengung erschöpft, mit unerklärbaren Schmerzen, Schwindel, Atemnot oder Verdauungsstörungen u.v.a.m. (Diese Gesundheitsbeschwerden können nicht mit anderen Ursachen erklärt werden, z.B. den Kontaktbeschränkungen oder Nebenwirkungen von Therapien.)
Darüberhinaus können aber Atemprobleme oder ein verändertes Körpergefühl Erkrankte verunsichern , und damit indirekt zu Ängsten und depressiven Verstimmungen führen, die wiederum die körperlichen Stressreaktionen noch verstärken – ein Teufelskreis, der bewusste Anstrengung braucht, um unterbrochen zu werden.
Bei Frauen dominieren eher die unspezifischen Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Kopfschmerz oder Schwindel, bei Männern eher Atemnot und Husten – viele von ihnen Raucher oder Ex-Raucher oder mit berufsbedingten Belastungen der Atemwege. Risikofaktoren für diesen Zustand nach COVID 19 sind
– mehr als fünf Symptome in der ersten Woche der Infektion,
– Alter über 50,
– Übergewicht sowie
– Vorerkrankungen wie Diabetes, Asthma bronchiale oder andere Lungenerkrankungen.
Erfreulicherweise verschwinden diese Gesundheitsbeschwerden nach mehr oder weniger langer Zeit auch wieder, nur die wenigsten PatientInnen leiden dauerhaft an den Folgen einer Viruserkrankung.
Für die, die es ganz genau wissen möchten, hat die schweizerische Gesellschaft für Versicherungsmedizin den Fragebogen EPOCA entwickelt; darüberhinaus werden weitere Möglichkeiten zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit beschrieben
https://www.swiss-insurance-medicine.ch/storage/app/media/Downloads/Dokumente/covid-19/220317_Post-Covid-19-Erkrankung_Empfehlung.pdf