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Die Waldwachstumslehre wird auch als Waldertragskunde oder Ertragskunde bezeichnet.
Namensänderungen sind äussere Zeichen geänderter Inhalte. Aus den Definitionen in drei verschiedenen Lehrbüchern (siehe Kapitel 14) wird dies deutlich ersichtlich:
ASSMANN (1961):
"Der Ertragskunde ist die Aufgabe gestellt, das quantitative Ausmass der Wachstumsvorgänge im Walde im Zusammenhang mit der Zeit, dem Standort und den technisch-wirtschaftlichen Massnahmen des Menschen zu erforschen".
ERTELD und HENGST (1966):
"Die Waldertragslehre hat die Aufgabe, die Gesetzmässigkeit der Wachstumsvorgänge am Einzelbaum und in Waldbeständen zu erforschen und das Ertragsvermögen an Holz im Walde unter verschiedenen natürlichen und wirtschaftlichen Bedingungen zu erkunden".
KRAMER (1988):
"Die Waldwachstumslehre hat die Aufgabe, die Gesetzmässigkeiten der quantitativen und qualitativen Wachstumsvorgänge bei Einzelbäumen und Waldbeständen zu erforschen. Sie untersucht den Einfluss natürlicher und anthropogener Faktoren auf das Wachstum, den Massen- und Wertertrag sowie auf die Bestandessicherheit. Sie liefert wichtige Grundlagen für eine Optimierung des Waldertrages bei unterschiedlichen Zielsetzungen unter sorgfältiger Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte und des Prinzips der Nachhaltigkeit".
Zuerst stand der Holzertrag im Vordergrund. Diese Betrachtungsweise wurde durch wirtschaftliche Ueberlegungen ergänzt. Heute werden ebenfalls ökologische Gesichtspunkte und Fragen der Stabilität und der Nachhaltigkeit berücksichtigt.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Begriff "Waldwachstumslehre" im Zuge der Studienreform der 80er-Jahre eingeführt (KRAMER, 1988). An der ETHZ erfolgte der Wechsel von der "Ertragskunde" zur "Waldwachstumslehre" im Laufe des Jahres 1989 (offiziell mit dem Wintersemester 1989/90).
Ertragskundliche Symbole (in Anlehnung an KRAMER 1988, S. 51)