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Der Grund für die Anpassung sind veränderte Rahmenbedingungen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Banken ihre Geschäfte aufgrund schärferer Regulierung komplett umstellen müssen. Eine vergleichbare Zäsur gab es auch bei der letzten grossen Finanzkrise Ende der 1920er-Jahre. Vor der Krise konnten Bankkunden im grossen Stil Aktien auf Pump kaufen. Um ein Wertpapier zu erwerben, das an der Börse für 100 Dollar gehandelt wurde, reichte ein Einsatz von 5 Dollar. Das hatte zur Folge, dass sich die Märkte in Höllentempo nach oben schossen. Mit dem Einsatz von gepumptem Geld entstand eine riesige Aktienblase, die im Oktober 1929 platzte und Millionen von Amerikanern in bittere Armut trieb.
Die Folge war eine Armada von neuen Gesetzen. Plötzlich war es nicht mehr möglich, mit einem Mini-Einsatz riesige Aktienberge zu hebeln. Die sogenannten Margins wurden auf 50 Prozent heraufgesetzt. Das hiess, der Kunde musste die Hälfte einer Aktie aus dem eigenen Sack bezahlen, nicht nur 5 Prozent wie vor Einführung der Regulierung. Der Leverage verschwand mit einem Schlag aus dem System. Für die Aktienhändler war dieser Eingriff selbstredend eine Katastrophe. Die Geschäfte brachen ein; smarte, kreative Köpfe, die den Aktienhandel mit komplizierten Produkten befeuerten, verliessen die Banken. Das Geschäft wurde langweilig. Und die Löhne für Bankangestellte passten sich wieder der Realwirtschaft an – und blieben tief, bis sie sich in den 1990er-Jahren wieder entkoppelten, wie die beiden Wissenschafter Thomas Philippon und Ariell Reshef in einer aufsehenerregenden Studie 2009 herausgefunden hatten.
Wenn die UBS nun den gewichtigsten Teil des Investmentbankings – das sogenannte Fixed-income-Geschäft – herunterfährt, dann wird auch sie deutlich langweiliger. Die klügsten Köpfe der Bank müssen über die Klinge springen. Promovierte Mathematiker und Physiker, welche die kompliziertesten Verbriefungsprodukte konstruiert haben. Das Meisterstück dieser modernen Finanztheoretiker waren spezielle Kreditderivate, die minderwertige Hypotheken in erstklassige Anleihen verwandelten. Als Grund für die Schliessung des Fixed-income-Geschäfts nannte Sergio Ermotti die verschärften Regulierungen unter Basel III. Hier geht es letztlich um das Gleiche wie im Nachgang des Börsenkrachs vor 80 Jahren. Es geht darum, dass die Banken für ihre Geschäfte mehr eigenes Geld einsetzen müssen.
Und was heisst das für die Löhne der Banker, werden auch diese sich der Realwirtschaft anpassen? Glaubt man den Forschern Philippon und Reshef, wird genau dies geschehen. Doch der Prozess dürfte lange dauern. Die Banken werden alles tun, um die Lohnunterschiede aufrechtzuerhalten. Lieber Leute entlassen, als mit einer allgemeinen Lohnsenkung die Jobs auf mehrere Schultern zu verteilen. Die jüngsten Entwicklungen bei der UBS lassen keinen anderen Schluss zu.
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Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter, dann endet der berühmte Maya-Kalender. Für viele Angestellte der Grossbank UBS ging die Welt bereits vergangene Woche unter. Die UBS, einst eine Ikone des weltumspannenden Finanzgeschäfts, kündigte den Abbau von 10 000 Stellen an. Sie wird sich in Zukunft auf Vermögensverwaltung konzentrieren, wie einst die legendäre Schweizerische Bankgesellschaft, aus der die UBS 1998 hervorging. Die Bank setzt damit einen dicken Schlussstrich unter eines der traurigsten und teuersten Kapitel der Schweizer Firmengeschichte.