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Allgemeine Leitlinie
Seit der Einführung von Technologien wie ChatGPT hat die Bedeutung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Bildungslandschaft stetig zugenommen (1). Diese allgemeine Leitlinie soll als Orientierungshilfe für den Einsatz von KI-basierten Werkzeugen im Bildungskontext dienen. Sie enthält Empfehlungen für den Einsatz von KI in der Bildung, die für Lernende, Studierende und Lehrende von Interesse sind.
Empfehlungen
Die hier vorgestellten Empfehlungen basieren auf dem Whitepaper von Gimpel et al. mit dem Titel Unlocking the Power of Generative AI Models and Systems such as GPT-4 and ChatGPT for Higher Education: A Guide for Students and Lecturers. Ziel dieses Whitepapers war es, generative KI-Technologien in der deutschen Hochschulbildung zu untersuchen, Beispiele und Leitfäden bereitzustellen und ihre Integration zu fördern (1). Einige der dort enthaltenen Empfehlungen für Lehrende und Studierende wurden für unsere «Allgemeine Leitlinie» zusammengefasst, modifiziert, ergänzt oder weggelassen.
Halte dich an die Bestimmungen und Gesetze
Es ist wichtig, die Vorschriften und Richtlinien auf verschiedenen Ebenen zu befolgen.
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Befolge die rechtlichen Vorgaben
Beachte die geltenden gesetzlichen Bestimmungen, z.B. in Bezug auf den Umgang mit sensiblen Daten und die Einhaltung des Urheberrechts.
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Halte dich an die Richtlinien oder Leitlinien deiner Bildungseinrichtung
Informiere dich über die Regeln für den Einsatz von KI in deiner Bildungseinrichtung oder in den einzelnen Modulen/Kursen.
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Erkundige dich genau, in welchem Umfang du KI-Werkzeuge bei deiner Arbeitstätigkeit oder für die Leistungsnachweise verwenden darfst.
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Achte auf die Einhaltung der Richtlinien zur korrekten Zitierweise und Deklaration der verwendeten (KI-)Werkzeuge.
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Nutze generative KI-Systeme als Hilfswerkzeuge
Generative KI-Systeme wie ChatGPT können bei der Erstellung von Texten wie wissen- schaftlichen Berichten hilfreich sein, aber sie können kritisches Denken und Kreativität nicht ersetzen. Es obliegt den Nutzer:innen, echte Innovation und Kreativität in ihre Arbeit mit einfliessen zu lassen.
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Betrachte KI-basierte Werkzeuge als zusätzliche Hilfsmittel
Betrachte die KI als ein zusätzliches Hilfswerkzeug wie Google. Sei dir bewusst, dass die Verantwortung für den Inhalt deines Textes bei dir und nicht bei der KI liegt. Zum Beispiel ist es, wie bei der Verwendung von gegoogelten Inhalten, deine Aufgabe, die Verlässlichkeit der so gewonnenen Informationen zu hinterfragen.
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Nutze KI-basierte Werkzeuge als Schreibpartner
Nutze generative KI-Systeme wie ChatGPT, um neue Ideen zu entwickeln und ein grundlegendes Textgerüst zu erstellen. Nutze dann KI-Systeme, um dieses «Grundgerüst» Schritt für Schritt zu einem sprachlich hochwertigen Text auszuformulieren.
Führe mit Chatbots ein Gespräch
Bei der Verwendung von Chatbots (z.B. ChatGPT oder Bard) die auf Large Language Models (LLM) basieren, ist nicht immer klar, wie diese effektiv eingesetzt werden können. In einigen Fällen ist es von Vorteil, dem Chatbot genaue und spezifische Informationen zu geben und den Dialog mit dem Chatbot in einer Form zu führen, die einem Gespräch entspricht.
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Stelle dem Chatbot relevante Informationen zur Verfügung
Im Falle von ChatGPT ist der Chatbot unter anderem auf Schlüsselwörter und Anfragen angewiesen. Es ist daher ratsam, den Kontext, das beabsichtigte Ziel, spezifische Informationen und den gewünschten Ton (z.B. formelle Ausdrucksweise) anzugeben. So kann der Dialog in die richtige Richtung gelenkt werden. Informiere dich in diesem Zusammenhang über die Gestaltung effektiver Anfragen (z.B. unter den Suchbegriffen Prompt-Strategies, Prompting, Prompt-Engineering, ...).
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Gib dich nicht mit dem ersten Ergebnis zufrieden
Wiederhole die Anfrage (Prompt) oder passe sie an, um mehrere Ergebnisse zu erhalten, die du dann vergleichen kannst.
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Führe dein Chatbot-Gespräch iterativ fort
Reagiere auf die generierten Antworten, indem du Erläuterungen verlangst oder Folgefragen stellst.
Sei dir der Risiken bewusst
Nutzer:innen von KI-basierten Werkzeugen sollten sich über die Risiken im Klaren sein. Letztendlich sind sie bei Verfehlungen verantwortlich. Es ist daher ratsam, sich bei jedem KI-generierten Ergebnis zu überlegen, ob man die Verantwortung dafür übernehmen will oder kann.
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Teile der KI nur das mit, was du teilen möchtest oder darfst
Fühle dich nicht verpflichtet, etwas Persönliches mitzuteilen. Alles, was du der KI mitteilst, kann potenziell als Trainingsdaten für die KI oder anderweitig verwendet werden.
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Vermeide versehentliche Plagiate
Bei der Generierung von Texten besteht die Gefahr, dass du versehentlich Plagiate erstellst. Achte zum Beispiel darauf, dass du die generierten Textzusammenfassungen korrekt zitierst. Beispielsweise ist ChatGPT (noch) nicht in der Lage, Textpassagen korrekt zu zitieren.
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Vermeide Verletzungen des Urheberrechts
Informiere dich, ob du der Urheber oder die Urheberin der KI-generierten Ergebnisse bist. Ein weiterer Punkt ist die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Inhalten (z.B. Texte oder Bilder) zur Generierung von KI-Ergebnissen.
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Erkenne Falschinformationen und Bias
Erkenne Unwahrheiten, indem du generierte Ergebnisse hinterfragst, die Evidenz prüfst und versuchst, mehrere Perspektiven einzubeziehen. Im Fall von ChatGPT wurde deutlich, dass der Einsatz von LLMs verschiedene Fallstricke mit sich bringen kann. Beispielsweise neigen LLMs zu Halluzinationen (Erzeugung falscher Informationen, die nicht auf den Textdaten basieren, mit denen das System trainiert wurde) und zur Verbreitung falscher Informationen und Vorurteile (die bereits in den verwendeten Trainingsdaten vorhanden waren).
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Kenne die Limitationen von KI
Mache dich mit den Grenzen von KI-Technologien vertraut und sei dir dieser Grenzen stets bewusst.
Über diesen Beitrag
Die Autor:innen dieses Beitrags erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aktuell arbeiten Bildungseinrichtungen daran, ihre eigenen Richtlinien zu entwickeln. Wir empfehlen den Lesenden, die hier präsentierten Informationen lediglich als Orientierungshilfe zu verwenden und die jeweils geltenden Bestimmungen gesondert zu konsultieren. Zudem weisen wir darauf hin, dass die Inhalte der verwendeten Literatur hier in einer stark gekürzten Fassung dargestellt werden.
Beim Verfassen dieses Beitrags haben die Autor:innen ChatGPT (Ver. 2.10. und 3.10.2023), DeepL Translate (Ver. 2.10.2023), DeepL Write (Beta Ver. 3.10.2023) und Microsoft Word verwendet, um die sprachliche Darstellung ihrer Gedanken zu verbessern. Die volle Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Autor:innen.
Lizenz
Dieser Beitrag enthält bearbeitete und umstrukturierte Inhalte aus dem Whitepaper Unlocking the Power of Generative AI Models and Systems such as GPT-4 and ChatGPT for Higher Education: A Guide for Students and Lecturers von Henner Gimpel, Kristina Hall, Stefan Decker, Torsten Eymann, Luis Lämmermann, Alexander Mädche, Maximilian Röglinger, Caroline Ruiner, Manfred Schoch, Mareike Schoop, Nils Urbach und Steffen Vandirk. Das Whitepaper wurde als Teil der Hohenheim Discussion Papers in Business, Economics and Social Sciences (ISSN 2364-2084) veröffentlicht. Die inhaltliche und textliche Bearbeitung wurde vom Projektteam Bildung 6.0 / BeLEARN vorgenommen. Sowohl das Whitepaper als auch dieser Beitrag stehen unter der Creative Commons Attribution ShareAlike 4.0 (CC BY-SA 4.0 International License) Lizenz.
Quellen
- Gimpel H, Hall K, Decker S, Eymann T, Lämmermann L, Mädche A, Röglinger R, Ruiner C, Schoch M, Schoop M, Urbach N, Vandirk S. Unlocking the Power of Generative AI Models and Systems such as GPT-4 and ChatGPT for Higher Education A Guide for Students and Lecturers Unlocking the Power of Generative AI Models and Systems such as GPT-4 and ChatGPT for Higher Education A Guide for Students and Lecturers. University of Hohenheim; 2023.