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Der Markt und seine Mechanismen, dieses Ungleichgewicht auszubalancieren, stünden «enorm unter Druck». Die IEA mit Sitz in Paris macht vor allem die Rückkehr des ölproduzierenden Irans an die Märkte für die Entwicklung verantwortlich.
Nachdem Teheran nach Überzeugung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Auflagen aus der Atomvereinbarung umgesetzt hatte, waren am Samstag die meisten Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Teheran aufgehoben worden. Damit könne die globale Ölproduktion bis Ende März täglich um rund 300'000 Barrel steigen, erklärte die IEA.
Der Iran produziert derzeit etwa 2,8 Millionen Barrel Rohöl pro Tag und exportiert etwas mehr als eine Million davon. Das Land hat nach eigenen Angaben aber die Kapazitäten, täglich noch 500'000 Barrel mehr zu produzieren. Der Chef der iranischen Ölbehörde hatte am Montag mitgeteilt, es sei bereits die Anordnung ergangen, die Förderung entsprechend zu erhöhen. Im Gegenzug geht die IEA davon aus, dass die Produktion der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) insgesamt zurückgeht.
Vor diesem Hintergrund und verbunden mit einer Nachfrage, die weniger stark steigt als angenommen, «könnten die Ölpreise noch weiter fallen», resümiert die IEA. Der Ölpreis ist bereits seit gut eineinhalb Jahren unter Druck. Seit Mitte 2014 ist er um etwa 75 Prozent gefallen.
Führende Banken übertreffen sich mit immer niedrigeren Prognosen für die Ölpreise. Während die US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley von einem Tiefpunkt bei 20 Dollar ausgehen, hatte die britische Bank Standard Chartered ein Abrutschen bis auf 10 Dollar nicht ausgeschlossen.
Ölpreise sinken weiter
Ein Tag nach der Warnung der Internationalen Energieagentur, der Ölmarkt drohe im Überangebot zu «ertrinken», fallen die Ölpreise weiter. Banken übertreffen sich mit immer niedrigeren Prognosen.
Die Ölpreise gingen am Mittwoch erneut auf Talfahrt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur März-Lieferung kostete am Vormittag 27,95 US-Dollar und damit 81 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI zur Lieferung im Februar fiel noch etwas stärker um 1,07 Dollar auf 27,39 Dollar.
Der Preis für US-Rohöl rutschte damit auf den tiefsten Stand seit über zwölf Jahren. Händler erklärten die sinkenden Preise mit der Aussicht auf steigende Ölreserven in den USA. «Derzeit sind die Aussichten für den Ölmarkt ziemlich negativ», sagte Rohstoffexperte Angus Nicholson vom britischen Handelshaus IG Group. Zuletzt habe die Aussicht auf steigende Ölexporte durch den Iran nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen den Preisdruck verstärkt.