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Muskelkater ist ein harmloser, aber störender Schmerz in der Muskulatur. Er kann in jedem Muskel entstehen, grössere Partien an Armen und Beinen sind am häufigsten betroffen. In der Sportmedizin wird Muskelkater als TypIMuskelzerrung bezeichnet. Das sind kleine Risse in den Muskelfasern. Die Schmerzen setzen in der Regel nach 12 bis 24 Stunden ein und werden meist nach etwa 48 Stunden am stärksten empfunden. Forschende gehen davon aus, dass das anfängliche Trauma eine Entzündungswelle in Gang setzt, die anschliessend zu den spürbaren Schmerzen führt.
Häufige Auslöser
Bei exzentrischen Übungsformen, wie zum Beispiel Kraftübungen, ist das Risiko für Muskelkater am grössten. Diese Übungen belasten wenige Muskelfasern stark, was zu den kleinen Verletzungen führen kann. Entgegen der weitverbreiteten Meinung verhindert Dehnen einen Muskelkater nicht.
Weitertrainieren?
Am Anfang ist ein effizientes Training immer mit Muskelkater verbunden. Erst wenn er abgeklungen ist, dürfen die gleichen Muskelstrukturen wieder intensiv beansprucht werden. Eine permanente Überforderung der Muskulatur führt zu einem schlechteren Trainingseffekt. Ausserdem ist die Bewegungs und Muskelleistung während eines Muskelkaters häufig reduziert.
Muskelkater verhindern
Damit Muskelkater gar nicht entsteht, sollte das Training der körperlichen Leistungsfähigkeit angepasst sein sowie verschiedene Muskelgruppen ansprechen. Zudem ist eine Kombination aus exzentrischen Kraftübungen (Widerständen entgegenwirken) und konzentrischen (Widerstände überwinden) sehr empfehlenswert. Die Bedeutung von Erholungsphasen nach dem Training ist nicht zu unterschätzen.
Unterstützende Behandlung
Eine leichte Kompressionstherapie kann bei Beschwerden Abhilfe schaffen. Auf die Einnahme von Medikamenten verzichtet man besser. Auch Eisbäder direkt nach dem Sport sind nicht empfehlenswert. Diese können einzig bei Hochleistungssportlerinnen und sportlern, die in kurzer Zeit mehrere Wettkämpfe absolvieren müssen, einen positiven Effekt auf die Regeneration ausüben. Entspannungsbäder, natürliche Salben und Produkte mit Arnika oder Rosmarin können hingegen eine schmerzlindernde Wirkung haben.
( Dr. med. Christoph Kellerhals, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, Interdisziplinärer Schwerpunkt Sport- und Bewegungsmedizin)