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Zeiss
Die durch politisch-wissenschaftliche Einflüsse äußerst geprägte Firmengeschichte von Zeiss begann als kleine Werkstatt mit angeschlossenem Ladengeschäft bereits 1846 in Jena. Der Gründer Carl Zeiss bot dort neben manuell gefertigten Mikroskopen unter anderem Fernrohre und Brillen an und traf auf einen schnell wachsenden Kundenstamm. Bereits Anfang der 1850er Jahre beschäftigte Carl Zeiss 10 Mitarbeiter und war mehrfach umgezogen.
Unzufrieden mit der eher manuellen Produktion von Mikroskopgläsern und vielen gescheiterten Versuchen der Optimierung, begann Zeiss 1866 eine Zusammenarbeit mit Ernst Abbé, die bahnbrechend werden sollte: Abbé gelang es 1872, die Theorie der Mikroskop-Optik nach Jahren der Forschung aufzustellen, die auch heute noch Grundlage jeglicher Hochleistungsoptik ist.
Nach dem Bau eines Werkes für optische Gläser konnte Zeiss nun als einzige Firma weltweit Mikroskope in automatischer Fertigung herstellen. 1875 verfügte die Firma bereits über 60 Mitarbeiter. Im selben Jahr wurde Ernst Abbé Teilhaber von Zeiss, der von nun an seine meiste Arbeitskraft in die Entwicklung der Firma investierte. Zum Zeitpunkt des Todes von Carl Zeiss 1888 wurden entsprechend schon 327 Mitarbeiter beschäftigt.
Spannungen in der Firmenfortführung konnten nur durch die Gründung einer Stiftung, der Carl-Zeiss-Stiftung, im Jahr 1891 gelöst werden, der Abbé bis 1903 vorstand, und die 1891 zur alleinigen Eigentümerin des Zeiss Werks gemacht wurde.
Die Entwicklung von Carl Zeiss führte in den kommenden Jahren steil nach oben, wobei sich sogar der Erste und Zweite Weltkrieg eher entwicklungsfördernd statt -hemmend auswirkte. Die Rolle von Carl Zeiss ist hier vergleichbar mit der von Bausch&Lomb in den USA: Es gab ein erhöhtes Nachfrageaufkommen für beispielsweise Kameralinsen und Zielfernrohre, die im deutschen Raum zu einem Großteil von Carl Zeiss zur Verfügung gestellt wurden.
Die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war von Spaltung geprägt: Durch eine kurzzeitige Besetzung Jenas durch US-amerikanische Truppen und ihrem abschließendem Abzug, wurden einige Experten und Spezialisten gezwungen, Jena in Richtung Baden-Württemberg zu verlassen. Auf Seiten der DDR wurden in den folgenden Jahren die Carl-Zeiss-Werke verstaatlicht, auf Seiten der BRD entwickelten sich in Oberkochen die Opton Optische Werke Oberkochen GmbH, Sitz der Carl-Zeiss-Stiftung befand sich in Heidenheim. Erst im Zuge der Wiedervereinigung wurden die verschiedenen Firmen in den 1990er Jahren wieder zu einem Unternehmen vereint.
Heute hat Carl Zeiss knapp 13.000 Mitarbeiter weltweit und einen Jahresumsatz von ungefähr 2,7 Milliarden Euro. Der Konzern stellt eines der wichtigsten Unternehmen im feinmechanisch-optischen Bereich dar. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich nach wie vor in Oberkochen, andere Standorte lassen sich neben Jena, München, Göttingen, Wetzlar und Aalen in Deutschland weltweit finden. So gibt es Standorte unter anderem in Frankreich, Großbritannien, Mexiko, den USA, der Schweiz und Weißrussland.
Im Bereich der Kontaktlinsen bietet Zeiss Kontaktlinsen in verschiedensten Arten an. Die weichen Monatslinsen von Zeiss sind unter der Bezeichnung Zeiss Contact Day 30 spheric erhältlich, torische Linsen haben die entsprechende Erweiterung Zeiss Contact Day 30 toric. Des Weiteren sind Tageslinsen erhältlich, die, im Rahmen der Marke Contact Day, den Namen Contact Day 1 Easy Wear tragen.