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Wegen der politischen und wirtschaftlichen Krise in Brasilien hat sich die Ratingagentur Standard & Poor's über die weitere Entwicklung des Schwellenlandes skeptisch geäussert. Zwar bestätigte das US-Unternehmen am Dienstag seine Bewertung «BBB-».
Zugleich senkte S&P aber den Ausblick auf negativ von stabil. Die Korruptionsermittlungen gegen Politiker und Firmen wirkten sich immer mehr auf die Haushalts- und Konjunkturprognosen aus, erklärten die Experten. Die Affären erschwerten zudem die Verabschiedung von Gesetzen.
Höhere Zinskosten
Eine Herabstufung der Bonitätsnote könnte das Vertrauen von Investoren gefährden und die Zinskosten für den südamerikanischen Staat steigen lassen. Die Regierung hatte in der vergangenen Woche ihre Sparziele für dieses und das kommende Jahr wegen sinkender Steuereinnahmen kassiert.
Brasilien befindet sich in der schwersten Rezession seit 25 Jahren. Zudem steckt das Land in einer tiefen politischen Krise. Hintergrund ist ein Bestechungsskandal beim staatlichen Ölkonzern Petrobras, in den Dutzende Verbündete von Präsidentin Dilma Rousseff verwickelt sind. Umfragen zufolge wollen zwei Drittel der Bürger, dass Rousseff gestürzt wird. Ihr wird vorgeworfen, eine verfehlte Wirtschaftspolitik zu betreiben und für ihre Wahlkämpfe 2010 und 2014 Schmiergeld eingesetzt zu haben.
(reuters/ise)