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|PatientInnen-Dossiers - Endokrinologie|
Bewertung: Modell-Dossier Autor: Prof. G. A. Spinas26-jährige Krankenschwester, müde und adynam
Vorgeschichte
Eine 26-jährige Krankenschwester berichtet, seit ca. drei Jahren vermehrt müde und adynam zu sein. Sie sei schnell erschöpft, habe das Gefühl, keinen "grösseren Gang" einlegen zu können, weil der Körper nicht mitmache. Sie sei zunehmend depressiv geworden und habe ihre Arbeit aufgeben müssen.
Anamnestisch klagt sie über eine trockene Haut (sie müsse sich mehrmals täglich mit feuchtender Creme einsalben), struppiges Kopfhaar mit starkem Haarverlust. Die Patientin ist chronisch obstipiert, friert immer und benötigt mindestens zehn Stunden Schlaf mit Bettflasche. Ausserdem kommt es zu einer Gewichtszunahme von 7kg, es entwickeln sich eine teigige Schwellung des Gesichtes, eine rauhe und tiefe Stimme, sowie Zyklusunregelmässigkeiten. Die Patientin wird daraufhin wegen einem erhöhten Serumkreatinin zur nephrologischen Abklärung zugewiesen.
Status
In der klinischen Untersuchung zeigt sich eine übergewichtige Patientin mit teigigen Ödemen an Gesicht und prätibial. Auffallend ist eine trockene, schuppenden Haut, eine rauhe und tiefe Stimme sowie eine kalte Peripherie. Es findet sich ausserdem eine Bradykardie mit einer Herzfrequenz von 55 Schlägen pro Minute, eine Hypotonie mit Blutdruckwerten von 90/70mm Hg, sowie eine low voltage im EKG. Die Muskeleigenreflexe sind deutlich verlangsamt. Die Schilddrüse ist nicht palpabel, sonographisch finden sich kleine Schilddrüsenlappen.
Labor
Die Blutanalyse ergibt stark verminderte Konzentrationen der freien Schilddrüsenhormone fT4 (3.2 pmol/l; normal 9-28) und fT3 (0.46 pmol/l; normal 1.6-3.0) und ein stark erhöhter TSH-Wert (605 mU/l; normal: 0.5-4). Der Prolaktinspiegel ist ebenfalls erhöht. Ausserdem sind Cholesterin, Triglyzeride und die Kreatininkinase im Serum erhöht, es liegt eine mikrozytäre, normochrome Anämie vor. Schilddrüsenautoantikörper (Anti-TPO-AK und AntiTG-AK) können nicht nachgewiesen werden.
Diagnose
primäre Hypothyreose - (wahrscheinlich autoimmunen Ursprungs)
Therapie
T4-Substitution (Eltroxin)
Verlauf
Unter dieser Therapie kommt es zu einer raschen Besserung der Beschwerden: Die Patientin verliert 7kg an Gewicht, die teigigen Ödeme verschwinden, ebenso die Kälteintoleranz, der Blutdruck normalisiert sich.
Die Patientin kann daraufhin ihre Arbeit als Krankenschwester wieder aufnehmen.
Patientin vor (links) und nach (rechts) Therapie der Hypothyreose
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