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Der Ursprung der Naturheilkunde
Die älteste Apotheke der Welt ist die Natur. Schulmedizin, Naturheilkunde und Alternativen haben sich grob gesehen durch die Beobachtung der Tiere und das Erforschen der Pflanzen entwickelt.
Bis in die 1830er Jahre bildeten das Heilen und Lindern von Beschwerden und Krankheiten eine Einheit. Zurück geht die gesamte Heilkunst auf eine Sammlung antiker Schriften, die mehr als 60 medizinische Texte enthält. Geschrieben wurden diese Texte bereits zwischen 500 Jahre vor und 200 Jahre nach Christi Geburt. Besser bekannt sind diese Schriften unter dem Namen Corpus Hippocraticum oder Hippokrates Eid (Eid des Hippokrates). Diesen Eid muss noch heute jeder Humanmediziner leisten und ist, bis zum Ende seiner Arbeitszeit daran gebunden. Die Menschen betrachteten, in der Antike, den Arzt als Helfer der Natur. Nach Ansicht der Menschen dieser Zeit fand das Heilen von Krankheiten durch das Wirken der Natur statt. Mit der Hilfe der Natur stärkte und regte der Arzt die Selbstheilungskräfte seines Patienten an. Um dies zu erreichen, standen ihm die Ernährung, wie Pflanzen und die Tiere, das Wasser und das Klima zur Verfügung. Der Arzt behandelte und heilte vornehmlich durch das Anregen positiver Gedanken, dem Ableiten und Ausleiten diverser Gifte und Säfte beispielsweise durch Aderlass oder Schröpfen.
Wandel der Ansichten und Spaltung
Erst im Jahre 1839 kreierte der Arzt Johann Baptist Gross den Begriff Naturheilkunde. Er veränderte mit dieser Wortkreation die bisherige Ansicht zu dem, was ein Arzt tut und wie er arbeitet. Der Begriff Naturheilkunde spaltete ab dem 19. Jahrhundert die Ansicht der Menschen in naturheilkundliche und naturwissenschaftliche Behandlungsweisen. Die, als heute bekannte Schulmedizin (naturwissenschaftliche Medizin) orientierte sich an den neu errungenen Wissenschaften. Physik und Mechanik bildeten die neuen Grundlagen für die neue Medizin. Die naturwissenschaftlichen Mediziner experimentierten von nun an mit starken Giften. Entwickelten Tinkturen und Behandlungen, die im Nachhinein gesehen gefährlich sind und oft zum Tode des Patienten führten. Die naturheilkundlichen Ärzte schöpften im Gegenzug aus althergebrachtem Wissen. In dieser Zeit entwickelte Hahnemann die Homöopathie. Schüssler erfand die Schüssler-Salze und Kneipp, seine noch heute bekannten Wasser-Therapien. Neben den genannten sind Hildegard von Bingen, Prießnitz oder Schroth mit Ihren Therapien noch genauso geschätzt und bekannt.
Als Quacksalber, Scharlatane und Kurpfuscher diffamiert haben die Naturheilkundler nie aufgehört ihre Behandlungen weiterzuführen und weiter zu entwickeln. Die Schulmedizin war und ist bis heute voreingenommen und vergisst dabei, dass auch sie aus altem Wissen entstand. Das physikalische und mechanische Wissen um die Arbeitsweise des Körpers, die Bakteriologie, Virologie und die jeweiligen Therapien entwickeln sich bis heute stetig weiter. Das Wissen um den Geist und das Zusammenspiel zwischen Geist und Körper drängten die Schulmediziner weiterhin zurück. Psychiater, Psychologen und Seelsorger erhielten einen eigenen Arbeitsbereich und unterstützen die anderen Ärzte beim Bekämpfen der Krankheiten. Sie nehmen einen eigenen Platz ein, der ebenso als zweifelhaft galt wie die Naturheilkunde. Die Naturheilkunde ist sich entgegen der Schulmedizin bewusst, dass Körper und Geist eine Einheit bilden und behandelt beide Faktoren gleichzeitig.
Neue Anerkennung erwarb sich die Naturheilkunde im 20. Jahrhundert. Als neue Medizin sollten Naturheilkunde und Naturwissenschaft zusammen und gemeinsam eine neue Medizin bilden, die neue deutsche Heilkunde. In den Jahren nach der NS-Herrschaft zerschlug sich dieses Projekt und die naturwissenschaftliche Medizin übernahm aufs Neue das Feld. Die Naturheilkunde überlebte nach dem Zweiten Weltkrieg durch die finanzielle und seelische Not der Menschen.
Naturheilkunde heute
Bis in die heutige Zeit hat die Naturheilkunde ihren hohen Status aus der Antike nicht mehr erreicht. Vor circa 50 Jahren erlebte sie einen neuen Aufschwung. Die Schulmedizin konnte die Naturheilkunde nicht mehr ignorieren. Kranke Menschen sahen die naturheilkundlichen Verfahren in vielen Fällen als letzten Ausweg an und die Naturheilkunde konnte vielfach nur noch bedingt Hilfe leisten.
Die letzten circa 30 Jahre verhalfen der Naturheilkunde zu größerem Aufschwung. Stetig wendeten sich mehr Menschen der Naturheilkunde zu und das nicht allein, wenn sie schwer krank waren. Naturheilkunde nahm ihren festen Platz mit Meditation, Körperertüchtigung, Homöopathie, Meditation, TCM und vielen weiteren Praktiken ein. Ihr Einsatz beginnt vor dem Auftreten von Krankheiten.
Heute sind sich die Menschen darüber bewusst, dass sie nicht nur aus einem Körper und Molekülen bestehen. Bewusst ziehen sie die ganzheitliche Behandlung bei vielen Krankheiten vor. Die ganzheitliche Medizin regt die Selbstheilung des Patienten an und lindert die Symptome, wie der Ursprung es vorgibt. Der Geist heilt in Verbindung mit den weiter entwickelten Therapien den Körper.
Die Schulmedizin behandelt weiterhin die Symptome des Körpers und lässt den Geist weiterhin außer Acht. Eine Überweisung an Psychiater oder Psychologen erfolgt heute nur bei besonderen Erkrankungen. Die Symptome verschwinden für einige Zeit, aber die Ursache bekämpft die Schulmedizin nicht. Je nach Krankheit stellen sich die Symptome verstärkt erneut ein oder es folgen weitere Symptome und/oder weitere Erkrankungen. Für den Patienten beginnt auf diese Weise eine Odyssee von Mediziner zu Mediziner bis die Ursache gefunden und nach langem Irrweg Bekämpfung erfährt.
Das Vertrauen der Patienten in die Schulmedizin sinkt von Jahr zu Jahr weiter und Heilpraktiker, Naturheiler oder andere Heilkundige erfahren wachsenden Zulauf. Der Grund ist darin zu suchen, dass die Schulmedizin mittlerweile bei vielen Krankheiten (siehe Krankenhaus-Virus oder MRSA) an ihre Grenzen stößt. Die Naturheilkunde drängt stetig voran. Wissenschaftler erforschen Pflanzen, die bisher nicht oder noch nicht als Heilpflanzen anerkannt sind. Menschen mit Krankheiten und Menschen, die ihren Körper stärken möchten wenden sich vermehrt der Naturheilkunde zu. Erlernen Yoga, entdecken für sich die Meditation, wenden Homöopathie an und erinnern sich an Kneipp oder die Schriften der Hildegard von Bingen.
Naturheilkunde nimmt heute einen Platz außerhalb der ehemaligen Nische ein. Sie stellt einen alternativen Weg dar, dem Stress, der Krankheiten dieser Zeit und den chemischen, aggressiven Medikamenten zu entgehen. Heilung mit natürlichen Mitteln und auf natürlichem Weg ist nicht mehr Quacksalberei, sondern eine ernstzunehmende Heilkunst.
Für jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, dieser Ausspruch ist kein geflügeltes Wort mehr, sondern eine Tatsache, die sich mit jeder erkundeten Pflanze mehr bestätigt.