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Verkehr verlagert sich automatisch
Mehr Autos auf der Grotzenmühle- und Allmeindstrasse, weniger auf der Langrütistrasse
Die im April gemachte Verkehrsmessung dient dem Bezirksrat als Grundlage zur Planung verkehrstechnischer Projekte – unter anderem für die Verkehrsverlagerung von der Langrüti- zur Allmeindund Grotzenmühlestrasse.
VICTOR KÄLIN
Das Anliegen ist inzwischen bald 20 Jahre alt. Bereits im Jahr 2000 wollte der Bezirksrat den Transitverkehr von und nach Alpthal in markant andere Bahnen lenken. Im Rahmen der damaligen Erschliessungsplanung schlug er vor, dass der Durchgangsverkehr nicht mehr über die Langrütistrasse, sondern über die Grotzemühle- und Allmeindstrasse geführt werden soll. Das hätte eine Umklassierung der Strassen erfordert: Die Langrütistrasse wäre neu zur Groberschliessungsstrasse geworden, die Grotzemühle- und Allmeindstrasse umgekehrt zur Basiserschliessungsstrasse. Geschehen ist seither zwar einiges; an der offiziellen Verkehrsführung Süd hat sich jedoch nichts verändert. Noch keine Entscheide gefällt
Das Thema hat in diesem Jahr allerdings an Fahrt gewonnen. Der Bezirksrat liess auf Basis einer im April erfolgten Verkehrsmessung ein Verkehrsgutachten erstellen. Die damit erhobenen Daten dienen ihm als Grundlage zur weiteren Planung verkehrstechnischer Projekte.
So werden zum Beispiel mögliche Auswirkungen einer Verkehrsumlagerung gerade im Bereich Langrütistrasse und Grotzenmühle-/ Allmeindstrasse analysiert. In diesem Zusammenhang soll auch geprüft werden, wie sich der Lärm in diesem Gebiet reduzieren liesse. Die Daten dienen weiter als Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Anpassung der Tempolimiten. Das Verkehrsgutachten liegt inzwischen vor; Entscheide hat der Bezirksrat allerdings noch keine gefällt.
Ins Dorf hinein zu fahren, ist weniger attraktiv Interessant sind die aktuellen Daten, da sie mit jenen aus dem Jahr 2013 verglichen werden können. Im Fokus stehen dabei die Langrütistrasse sowie die Grotzenmühle-/ Allmeindstrasse. Im Zeitraum der letzten sechs Jahre hat der Verkehrsfluss (Transitverkehr und Binnenverkehr) auf der Grotzenmühlestrasse um 84 Prozent zugenommen! Auf der Langrütistrasse reduzierte er sich jedoch um fast 25 Prozent. Gegenüber der 2013 erfolgten Zählung hat das Verkehrsvolumen auf beiden Strassen insgesamt um 13,7 Prozent zugenommen (siehe Kasten).
Verlagerung auf die Grotzenmühlestrasse «Der Verkehr verlagert sich automatisch », bilanziert Andreas Baumgartner, der Abteilungsleiter Planung Bauen Umwelt Energie beim Bezirk Einsiedeln. Einerseits führte die rege Wohnbautätigkeit zu Mehrverkehr auf der Grotzenmühlestrasse (vor allem Binnenverkehr); andererseits durchquert der Transitverkehr das Dorf schneller, wenn er den Weg über die Grotzenmühle- und Allmeindstrasse nimmt. Der Weg über die Langrütistrasse ist aufgrund der Verkehrsknoten beim Dorfplatz und beim Bahnhof zeitintensiver und somit weniger attraktiv.
Das Verkehrsgutachten bleibt allerdings nicht bei der Gegenwart stehen, sondern wirft einen Blick ins Jahr 2035. Der Bezirksrat liess die Veränderungen berechnen, die eine Verkehrsverlagerung von der Langrütistrasse auf die Grotzenmühle-/Allmeindstrasse bewirkt. Ziel einer solcher Verlagerung ist es, den Transitverkehr von der Langrütistrasse auf die Grotzenmühle- und Allmeindstrasse zu bringen. Dadurch soll das Zentrum von Einsiedeln entlastet werden. Als Massnahmen kommen eine Signalisationsänderung, der Ausbau der Grotzenmühlestrasse sowie der Umbau des Knotens Langrütistrasse/Allmeindstrasse in Frage.
Gemäss Verkehrsmodell wird im Prognosehorizont 2035 der grösste Teil des Transitverkehrs via die Grotzenmühlestrasse fahren. Von den 1680 Fahrzeugen, welche das Dorf täglich durchqueren, werden aufgrund der erwähnten Massnahmen 1610 (96 Prozent) den Weg über die Grotzenmühlestrasse wählen. Lediglich 70 Fahrzeuge (4 Prozent) benutzen die Langrütistrasse. Diese Zahlen betreffen ausschliesslich den Transitverkehr; nicht miteingerechnet ist der Binnenverkehr.
Planung schreitet voran
Dank des Gutachtens schreitet beim Bezirk die Planung für die Verkehrsverlagerung voran. Andreas Baumgartner geht davon aus, dass bis Ende dieses Jahres das Lärmsanierungsprojekt sowie das Strassenbauprojekt ausgearbeitet sind. Er betont, dass der Bezirksrat «die Ziele zwar definiert, aber noch keine Entscheide getroffen hat» – auch nicht zu einer möglichen Umklassierung.
Der weitere Verlauf ist somit noch offen. Sollte der Bezirksrat aber die Verkehrsumlagerung beschliessen, steht fest, dass am Schluss der Stimmbürger das letzte Wort hat: Für die erwähnte Umklassierung der Strassen braucht es zwingend eine Abstimmung; ob das für das Bauprojekt Grotzenmühle-/ Allmeindstrasse auch gilt, hängt von der Kostenhöhe ab. Allenfalls genügt eine Zustimmung via Budget. Einzig für das Lärmsanierungsprojekt gibts keinen Urnengang; das ist eine gesetzliche Pflicht. Öffentlich aufgelegt wird es aber ebenfalls.