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Doch die Karriere von Platini als Fussballfunktionär konnte das etwas mildere Urteil nicht retten. Kurz nach der Verkündung teilte der frühere Spielmacher in einer persönlichen Erklärung seinen Rücktritt mit.
“Ich nehme den Entscheid des CAS zur Kenntnis, halte ihn aber für eine gravierende Ungerechtigkeit”, hiess es in der Stellungnahme. Platini war von der FIFA ebenso wie der ehemalige FIFA-Chef Sepp Blatter wegen einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken 2011 vom Schweizer an den Franzosen gesperrt worden. Die in den FIFA-Büchern nicht verbuchte Summe sei verspäteter Lohn für Platinis Dienste gewesen, beteuerte Blatter, dessen Fall vom CAS im Verlauf des Monats ebenfalls verhandelt wird.
Das CAS empfand die sechsjährige Sperre zwar als “zu hart”, meinte aber auch: “Die Kammer ist nicht überzeugt von der Rechtmässigkeit der Zahlung.” Zudem soll Platini von der Verlängerung eines Altersvorsorge-Plans profitiert haben, “zu der er nicht berechtigt war”. Das CAS halte eine lange Sperre “im Lichte der Spitzenfunktion von Herrn Platini, der Abwesenheit jeglicher Reue und des Einflusses dieser Sache auf den Ruf der FIFA” für gerechtfertigt. Der Entscheid der Richter sei einstimmig erfolgt.
Für Platini hätte sich nur bei einer Gesamtdauer von maximal einem Jahr die theoretische Chance auf eine Rückkehr in den Chefsessel der UEFA ergeben. Nun wird das Exekutivkomitee des europäischen Kontinentalverbands am 18. Mai an einer Sondersitzung über das Prozedere der nun anstehenden Präsidentenwahl beraten. Da die Fristen für eine Kür vor dem EM-Start am 10. Juni sehr knapp sind, scheint die Wahl eines Nachfolgers von Platini im September wahrscheinlich.
Platini wird seinen juristischen Kampf vor Schweizer Zivilgerichten fortführen, teilte er mit. Der 60-Jährige war von der FIFA im letzten Dezember ursprünglich für acht Jahre gesperrt worden, im Februar wurde die Strafe ein erstes Mal reduziert. Blatter kommentierte das Urteil gegen seinen früheren Protégé nicht. Die Erfolgsaussichten des Wallisers vor dem CAS sind dadurch aber zusätzlich kleiner geworden.
Platini hatte vor einem knappen Jahr noch als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Blatter als FIFA-Präsident gegolten. Der Vorstoss an die Spitze des Weltfussballverbandes hätte der Höhepunkt seiner Karriere als Funktionär werden sollen. Nach seiner Spielerlaufbahn war Platini französischer Nationalcoach und Vizepräsident des Organisationskomitees der WM 1998 gewesen, ehe er als Berater von Blatter anheuerte. 2007 wurde er nach einer Kampfwahl gegen Lennart Johansson UEFA-Präsident.
(SDA)