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Die Geschichte der kleinen Meerjungfrau von Hans Christian Anderson ist Vielen bekannt. Ganz oft wird sie verwechselt mit derjenigen von Disneys Arielle, der kleinen Meerjungfrau, die sich in einen schönen Menschenprinzen verliebt und bei der es natürlich nach vielen Abenteuern zum Happy End kommt.
So aber enden die Geschichte von Rusalka und auch diejenige von Hans Christian Anderson nicht. Leider gibt es da für die Meerjungfrau kein Happy End.
Die Oper «Rusalka» wurde von Antonín Dvořák komponiert. Der Text wurde verfasst von einem tschechischen Dichter namens Jaroslav Kvapil. Die traurige Geschichte der Meernixe, welche aus dem Wasser steigt um ihre Liebe zu finden, ist in vielen Kulturen ein Thema. Jaroslav Kvapil hat für das Libretto von «Rusalka» hauptsächlich das bereits genannte Märchen «Den lille Havfrue» (Die kleine Meerjungfrau) von Hans Christian Anderson verwendet. Daneben bedient er sich aber auch verschiedenster andere Motive, zum Beispiel benutzt er Inhalte aus dem altfranzösischen Sagenkreis um die schöne Melusine sowie aus Friedrich de la Mottes «Undine».
«Rusalka» heisst übersetzt nichts anderes als Nixe.
Inhalt
Rusalka sitzt betrübt am See – Niemand kann sie aufheitern. Nicht die Elfen, die am See tanzen, nicht ihre Schwestern und auch nicht der alte Wassermann. Rusalka gesteht dem Alten, dass sie ein Mensch werden möchte, um den Prinzen heiraten zu können, welchen sie am See gesehen hat.
Der Wassermann warnt Rusalka vor den Gefahren, doch merkt er, dass er die Nixe nicht davon abhalten kann. Von Mitleid angetrieben rät er Rusalka, sich an eine Hexe zu wenden. Diese erklärt ihr, dass die Erfüllung ihres Wunsches möglich ist, aber nur unter sehr harten Bedingungen. Ihr Mund wird verschlossen und so können die Menschen ihre Stimme nicht vernehmen, aber damit nicht genug; die zweite Bedingung ist noch viel schlimmer. Sollte sie das erhoffte Glück nicht finden, so wird sie ins Geisterreich verbannt und ihr Liebster wird sterben. Rusalka glaubt fest an ihr Glück und so lässt sie sich auf den Zauber der Hexe ein.
In der Gestalt eines wunderschönen Mädchens steigt sie aus dem Teich und der Prinz findet sie. Erst scheint alles perfekt zu sein. Der Prinz verliebt sich und will Rusalka heiraten. Am Tag der Hochzeit trifft der Prinz auf eine Fürstin und verrät Rusalka. Daraufhin verkündet der Wassermann ihm mit schauriger Stimme sein Schicksal und verschwindet mit Rusalka in die Tiefe.
Rusalka ist gebrochen. Sie sitzt gealtert am See. Die Hexe sagt ihr, dass sie nur dann zu ihren Schwestern zurückkehren kann, wenn sie ihrem Liebsten mit einem Messer das Herz heraus schneidet. Das verweigert Rusalka und die Hexe verhöhnt sie laut.
Die Gehilfen des Prinzen, sein Küchenjunge und ein Heger (das ist ein Tierpfleger) kommen auch zu der Hexe und behaupten, Rusalka hätte ihren Prinzen verhext. Der Wassermann verflucht sie und jagt sie fort.
Der Prinz, welchen nun doch Gewissensbisse plagen, sucht nach Rusalka, um sie um Vergebung zu beten. Sie schenkt ihm einen letzten tödlichen Kuss und verschwindet in den Tiefen des Sees.
Eines der berühmtesten Stücke aus Rusalka ist die Arie, welche Rusalka zum Ende des ersten Aktes singt. Das Stück heisst «Měsíčku na nebi», was übersetzt soviel heisst wie «Zum Mond» oder «An den Mond».
Der Komponist
Antonín Dvořák wurde am 8. September 1841 in Nelahozeves im heutigen Tschechien geboren. Nelahozeves hiess zu dieser Zeit noch Mühlhausen und lag in der Region Böhmen, einem Teil der später zum deutschen Kaiserreich gehören sollte. Der Karte könnt ihr entnehmen, dass Nelahozeves in der Nähe von Prag liegt. Antonín Dvořák war Böhme, das sagt man so, da in dieser Zeit das Land Tschechien noch nicht existiert hat. Dieses wurde erst nach dem ersten Weltkrieg, 1918 gegründet.
Antonín Dvořáks Vater war Gaststättenbesitzer und hatte auch noch eine Metzgerei. Zu einem späteren Zeitpunkt verdiente er sein Geld als Bratschenspieler. So wurde Antonín Dvořák die Musik in die Wiege gelegt. Bereits in den ersten Schuljahren bekam Antonín Geigenunterricht und später auch Orgelunterricht. Er bemühte sich sehr, Deutsch zu lernen, denn dies war zu dieser Zeit in der Region Böhmen sehr wichtig.
Seine ersten Jahre als Berufsmusiker verbrachte Dvořák als Bratschist.
Der internationale Durchbruch gelang Dvořák erst 1877, als Johannes Brahms ihm verhalf, die Duette «Klänge aus Mähren» zu veröffentlichen. Danach entwickelte sich seine Karriere schnell. Er reiste mit seiner Frau Anna nach London, Moskau und in andere Städte Europas und komponierte verschiedenste Auftragswerke, wie zum Beispiel das «Stabat Mater».
(Bild: „Antonín Dvořák with his wife Anna in London, 1886“ von Unbekannt – Burghauser, Jarmil: Antonín Dvořák, p. 69. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons)
1892 wurde er Direktor des Konservatorium in New York, wo er bis 1895 blieb. Später kehrte er nach Tschechien zurück um dort das Konservatorium in Prag zu leiten. Dvořák war durch seine Tätigkeiten zu einigem Reichtum gekommen und konnte sich einen Palast in Prag leisten. Er nannte sein Anwesen «Villa Amerika». In diesem Gebäude befindet sich noch heute das Dvořák-Museum.
Die Oper «Rusalka» gehört zu Dvořáks letzten Werken. Sie entstand im Jahr 1900. Vier Jahre später 1904 verstarb Dvořák an einem Hirnschlag im Kreise seiner Familie. Sein Trauerzug wurde von tausenden Menschen begleitet.
Die (Haupt-)Rollen in der Oper «Rusalka»
Der Prinz (Tenor) / Angus Wood
Rusalka (Sopran) / Evgenia Grekova
Der Wasserman (Bass) / Kai Wegner
Die fremde Fürstin (Mezzosopran) / Ursula Hesse von den Steinen
Jezibaba, Die Hexe (Mezzosopran) / Claude Eichenberger
Der Heger (Tenor) / Andries Cloete
Der Küchenjunge (Mezzosopran) / Sophie Rennert
3 Elfen (Sopran, Mezzosopran, Alt)
Ein Jäger (Tenor)
Schulklassentarif
Der Eintritt kostet pro Schülerin und Schüer 15.-, pro 10 SchülerInnen kommt eine Lehrperson zum gleichen Tarif.
Weitere Informationen
Im folgenden Link kann das Märchen, wie es von Hans Christian Anderson geschrieben wurde, nachgelesen werden.
Hans Christian Anderson war ein dänischer Schriftsteller. Sein Märchen ist in Dänemark so bekannt, dass in Kopenhagen am Hafen eine Statue der kleinen Meerjungfrau steht. Diese wiederum ist so berühmt, das tausende von Touristen diese jährlich besuchen.
Kurze Zusammenfassung aus dem Opernführer von Loriot
«Die Teichnixe Rusalka – nach Nixenart halb Frau, halb Fisch – empfindet im Hinblick auf eine ersehnte Liebschaft mit dem ortsansässigen Prinzen, ihren Unterleib als unzweckmässig. Nach Rücksprache mit einer sachkundigen Hexe und Umwandlung in eine Menschenfrau versucht sie, dem Prinzen Appetit zu machen. Doch diesem, einem Mann mit feiner Zunge, ist nicht nach Fisch, und Rusalka plumpst mit Schwanz in ihren Teich zurück. Von dort bezaubert sie uns – nun gewissermassen als Verflossene – mit ihrem Lied; «Du lieber Mond». Übrigens wird das Werk in der Originalsprache gesungen, aber soviel tschechisch werden Sie ja wohl noch können.»