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Ronner, Emil Ernst
Emil Ernst Ronner (* 11.9.1903; † 14.3.2000) Lehrer, Redaktor
Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein (BSV).
Persönlicher Beitrag
Ein reiches und wechselvolles Leben liegt hinter mir. Geboren wurde ich in St. Gallen, bin aber in Bern aufgewachsen, wo mir mit meinen Geschwistern eine glückliche Jugendzeit beschieden war. Neben der Schule betätigte ich mich vor allem als eifriger Bastler und Leiter eines grossen Puppentheaters, für das ich nicht nur die Figuren und Kulissen, sondern auch die aufzuführenden Texte schuf. Als auch die Ausbildungszeit vorüber war, war ich nacheinander in verschiedenen Berufen tätig. Mein erstes Buch erschien, als ich 20 Jahre alt war und weitere folgten bald nach. Bis etwa im Alter von 50 Jahren waren es Jugendbücher, dann trat in meinem literarischen Schaffen eine Wendung ein mit dem Erscheinen meiner Roman-Biographie. Politisch habe ich mich während 18 Jahren als Stadtrat und als Mitglied des Grossen Rates betätigt. Schicksalsschläge sind auch mir nicht erspart geblieben. Am schwersten traf mich der nahezu gleichzeitige Verlust meiner lieben Lebensgefährtin und einer meiner beiden Töchter. Doch hat auch dieser Schlag meine Vitalität und Arbeitsfreudigkeit auf die Dauer nicht gebrochen, so dass ich mein hohes Alter in körperlicher Gesundheit und in geistiger Frische erreichte. Neben der Führung des Haushaltes und der Pflege meines Blumengartens finde ich immer noch Zeit für Arbeiten am Schreibtisch, für tägliche Lektüre, zu Vorlesungen aus eigenen Werken und zum Besuch von Kammermusikkonzerten. (ca. 1994)
Leben
„Emil Ernst Ronner, Bürger von Oppikon im Thurgau, wurde am 11. September 1903 in St. Gallen geboren. Er wuchs mit seinen drei Geschwistern in Bern auf, wo der Vater Beamter war. Im Anschluss an die obligatorischen Schuljahre besuchte er die Handelsateilung des Städtischen Gymnasiums und absolvierte anschliessend eine zweijährige kaufmännische Lehre. Zwei Jahre betätigte er sich als Korrespondent, um danach einem schon früher gehegten Wunsch zu folgen und Lehrer zu werden. Am Seminar Muristalden erwarb er 1928 das bernische Primarlehrerpatent. Nun folgten Sprachstudien in Paris und London, denen sich eine sechsjährige Erziehertätigkeit im ostschweizerischen Landerziehungsheim Hof Oberkirch anschloss. Nach längeren Auslandreisen und -aufenthalten kehrte er nach Bern zurück, um als freier Journalist und Schriftsteller zu wirken. Seit 1942 ist er wiederum im Lehramt tätig.
Schriftstellerisch begann Ronner schon früh zu wirken. Sein erstes Märchenbuch erschien, als er zwanzig Jahre alt war. In seinen Erzählungen, die zum Teil in mehrere Sprachen übersetzt wurden, wendet er sich in erster Linie an heranwachsende junge Menshen, deren Probleme ihn immer wieder beschäftigen und zur Auseinandersetzung mit ihnen zwingen. Sein Schreiben ist Dienst an der Jugend. Sie, auch in der Haltlosigkeit der Zeit, hinzuführen zu den unvergänglichen und beglückenden Werten des Lebens, ist ihm innere Verpflichtung.
Zahlreiche Reisen führten Emil Ernst Ronner durch ganz Europa. In Paris, Brüssel, London, Florenz, Perugia und Upsala verweilte er längere Zeit zu kunstgeschichtlichen Studien. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit und seiner Lehrtätigkeit pflegt er mit besonderer Liebe seinen Blumengarten. Er übersetzt aus der französischen und englischen Sprache ins Deutsche.“ (Quelle: Berner Schrifttum 1925-1950, Francke 1949, S. 134-135)
Auszeichnungen
- Literaturpreis der Stadt Bern 1953 und 1957
- Ronner, Emil Ernst im HLS