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Herr Guy, Sie sind einer der grössten Gitarristen überhaupt und mehrfacher Grammy-Gewinner. Bedeutet Ihnen ein Auftritt am Montreux Jazz Festival noch etwas Spezielles?
Es ist immer besonders hier. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich als kleiner Junge davon träumte, B.B. King, Muddy Waters und all diese Grössen mal sehen zu dürfen. Und dann stehst du plötzlich mit ihnen auf derselben Bühne in Montreux. Das ist speziell, nicht zuletzt, weil viele von ihnen von uns gegangen sind.
Sie sprechen die vielen Stars an, die dieses Jahr verstorben sind.
Genau. Mir kommt es vor, als sei ich zu Bett gegangen – und am nächsten Morgen war keiner mehr da. Auch Claude Nobs ist ja leider nicht mehr unter uns. Man sollte das Festival ihm zu Ehren in «Claude Nobs Montreux Jazzfestival» umbenennen.
Stimmt es, dass Sie eine ganz besondere Beziehung zu Claude Nobs hatten?
Oh ja. Ich bin sicher, Claude lächelt mir jetzt vom Himmel herab zu.
Ist der Tod für Sie als bald 80-Jähriger präsent?
Auf jeden Fall. Den Tod kannst du nicht ignorieren. Meine Mama sagte immer: «Wenn du nicht bereit bist zu gehen, musst du gar nicht erst kommen.»
Sie stammen aus ärmlichen Verhältnissen, spielen heute an Orten wie Montreux. Wie geht es Ihnen dabei?
Es ist immer noch surreal für mich. Meine Eltern haben in ihrem ganzen Leben kaum mehr als 50 000 Dollar verdient. Ich dagegen habe kürzlich ein Angebot erhalten, an einer Party für 100 000 Dollar zu spielen. Ich mache solche Auftritte manchmal, aber ich gebe auch viel zurück. Ich bin nicht reich, aber ich habe mehr, als ich zum Leben brauche.
Buddy Guy spielt heute Abend im Zürcher Kongresshaus.