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Schmiervorrichtungen.
[* 2] Die mechanischen S., welche das Schmiermaterial den sich reibenden Flächen in genau abgemessenen Mengen zuführen sollen, finden immer weitere Verbreitung wegen der damit verbundenen größern Sicherheit der Schmierung bei geringerm Ölverbrauch. Sehr häufig werden solche S. verwendet, welche das Öl je nach dem Gange der zu schmierenden Maschine [* 3] in größerer oder kleinerer Quantität einpumpen oder eindrücken. Zu diesen S. gehört der Viktoriaschmierapparat von J. ^[Josef] Losenhausen in Düsseldorf-Grafenberg [* 1] (Fig. 1). Derselbe besteht im wesentlichen aus einer einfach wirkenden Druckpumpe, welche das Öl durch eine Röhrenleitung zwischen die zu schmierenden Flächen drückt.
Die Bewegung des Kolbens Ader Pumpe [* 4] erfolgt während der Druckperiode von einer auf einer querliegenden Welle C angebrachten unrunden Scheibe B, während der Saugperiode durch eine Spiralfeder. Der Umfang der unrunden Scheibe ist eine in radialer Richtung gleichmäßig steigende Kurve (archimedische Spirale), die an ihrer breitesten Stelle plötzlich durch eine steil bis zum Anfang der Kurve abfallende gerade Linie unterbrochen wird. Berührt der Kolben die Scheibe an ihrer tiefsten Stelle, so wird er bei einer Drehung der Welle C samt Scheibe B in der Pfeilrichtung durch die ansteigende Kurve der Scheibe in die Pumpe hineingedrückt, bis er, den höchsten Punkt der Scheibe überschreitend, von diesem abgleitet und durch die Spannung der Spiralfeder plötzlich auf den niedrigsten Punkt zurückgeschoben wird, um gleich darauf seine Bewegung nach vorwärts wieder zu beginnen.
Die Pumpe saugt aus dem Ölgefäß G, welches, um den Ölvorrat sichtbar zu machen, zweckmäßig aus Glas [* 5] hergestellt wird. Die Antriebsvorrichtung besteht aus dem Hebel [* 6] H mit Sperrklinke S und dem auf der Welle C befestigten Sperrrad Z. Der Hebel H wird mittels einer bei M angreifenden Stange etc. mit dem zu schmierenden Maschinenteil oder einem Teil einer ganzen zu schmierenden Maschine so in Verbindung gebracht, daß er in schwingende Bewegung gerät und mittels der Klinke [* 7] S bei jeder Schwingung [* 8] das Sperrrad Z um eine gewisse Anzahl Zähne [* 9] in der Pfeilrichtung umdreht.
Die Anzahl der von der Sperrklinke übersprungenen Zähne läßt sich durch Verschiebung des Angriffspunktes M nach Bedarf regulieren. Durch das plötzliche Zurückspringen des Kolbens unter der Einwirkung der Spiralfeder soll bezweckt werden, daß die Saugperiode nur ein Minimum von Zeit in Anspruch nimmt, damit die Druckwirkung der Pumpe nur auf einen Augenblick unterbrochen und die Schmierung möglichst kontinuierlich erfolgt. Bei dieser Schmiervorrichtung können Öle [* 10] jeden Flüssigkeitsgrades verwendet werden.
Hat man dünnflüssige Öle, so kann die Schmiervorrichtung noch mit einem Öltropfapparat verbunden werden, welcher dazu dient, die Wirkung der Pumpe sichtbar zu machen. Er besteht aus einem über dem Druckventil der Pumpe angebrachten, mit Wasser gefüllten Glasrohr R, an welches sich oben die Druckleitung L für das Öl anschließt. Das aus der Pumpe herausgedrückte Öl tritt von außen sichtbar tropfenweise in dem Wasser empor. Beim Stillstand der zu schmierenden Maschine hört die Schmierwirkung auf, beginnt aber sogleich wieder mit der Ingangsetzung der Maschine.
Der Schmierapparat von Wittfeld (Patent-Präzisionsschmierapparat) druckt das Öl direkt aus dem Ölbehälter in die Druckleitung. Er besteht [* 1] (Fig. 2 u. 3, S. 838) aus dem Ölcylinder c, in dem ein Kolben p mittels eines Differentialschaltwerks und der
[* 1] ^[Abb.: Fig. 1. Viktoriaschmierapparat von Losenhausen.] ¶
forlaufend
Schraube s langsam vorwärts bewegt wird. Letzteres besteht aus den Zahnrädern a und b, dem Hebel d und der Sperrklinke e. Die Drehung der beiden Räder a u. b wird durch die schwingende Bewegung des Hebels d, welcher vermittelst der Öse o mit einem der hin und her schwingenden Teile einer Maschine verbunden ist, und der Sperrklinke e bewirkt. Das Rad b enthält in seiner Nabe die Mutter zur Schraube s, während das Rad a durch Nute und Feder so mit der Schraube verbunden ist, daß es sich auf ihr nur axial verschieben, nicht aber um sie drehen kann.
Würden beide Räder sich gleichmäßig drehen, so würde die Schraube s und der Kolben p sich nur drehen, ohne in den Pumpencylinder einzudringen. Nun haben aber die Räder a und b verschiedene Zähnezahlen, derart, daß unter der Einwirkung der Sperrklinke e das Rad a und somit auch die Spindel s im Drehungssinn gegen b voreilen wird. Dadurch wird die Schraube aus ihrer Mutter nach dem Pumpeninnern zu herausgeschraubt und zwar, da die relative Drehbewegung von a gegen b nur gering ist, mit sehr geringer Geschwindigkeit.
Der Kolben p wird somit ganz langsam vorbewegt und drückt das Öl vor sich her. Die Reibungswiderstände sind derart bemessen, daß der Apparat ohne Anwendung von Gegenklinken sicher arbeitet. Der jeweilig vom Kolben p zurückgelegte Weg, bez. die Menge des im Ölcylinder c noch vorhandenen Öls [* 12] kann in jedem Augenblick an dem Stande der Schraubenspindel s erkannt werden. Wenn der Kolben p seinen Hub vollendet hat, findet eine selbstthätige Auslösung des Schaltwerkes statt, so daß dieses den Kolben nicht mehr weiter vortreiben kann.
Dann muß der Cylinder von neuem gefüllt werden. Dies geschieht nach Umlegung des Hahnes h vom Trichter t aus, indem der Kolben p durch Umdrehung der Kurbel [* 13] k zurückgezogen wird. Hierbei muß jedoch das Rad b festgestellt sein und das Rad a sich frei drehen können, was durch Umklappen der Klinke e ermöglicht wird, so daß sie mit ihrer hintern hakenförmigen Verlängerung [* 14] r, die nur die Breite [* 15] des Rades b hat, in dieses eingreift. Auch bei diesen S. findet während des Stillstandes der Maschine eine Ölung nicht statt.
[* 11] ^[Abb.: Fig. 2.
Fig. 3. Präzisions-Schmierapparat von Wittfeld.]