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WusstenSie, dass eine Batterie ein Energiespeicher ist, der verfügbare, aber nichtbenötigte Energie zur späteren Nutzung bereithält? Energiespeicherkönnen so miteinander verbunden werden, dass sie Strom aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder abgeben. Wenn man diese Idee auf ein Gebiet überträgt, kannman sich vorstellen, dass die Stauseen in den Bergen miteinander verbunden sind und eine einzige Batterie bilden - eine alpine Batterie! Die 46 grossen Walliser Fluss- und Speicherkraftwerke, die heute als „kleine“ Batterien betrieben werden, würden miteinander in Dialog treten, um auf globale und vernetzte Artund Weise zu funktionieren. Das ist exakt die Definition des Projekts des Wasserkraftwerks Wallis. Und genau daran arbeitet FMV in dem Willen, alle kantonalen und schweizerischen Akteure in dieser gemeinsamen Vision zuvereinen.
Die Sache erhält in diesen unsicheren Zeiten eine strategische Dimension. Man denke nur an die gefährdete Sicherheit der schweizerischen und europäischen Energieversorgung oder an denmassiven Ausbau der erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und Wind. Um Stromknappheiten und -ausfälle zu vermeiden, müssen wir die alpine Batterie stärken. Dies bedeutet eine Erhöhung der Speicherkapazität für mehr Winterenergie und mehr Flexibilität.
Die Erhöhung der Speicherkapazität zur Deckung des Winterbedarfs durch Verschiebung von überschüssigem Photovoltaikstrom im Sommer: Mit der überschüssigen Solarenergie im Sommer wird Wasser in die Stauseen gepumpt. Die Energie aus Wasserkraft, die dann von Oktober bis April zur Deckung des hohen Energiebedarfs genutzt wird.
Die Verbesserung der Flexibilität, damit die Stromnetze, die den Unwägbarkeiten der unregelmässigenProduktion von Sonne und Wind ausgesetzt sind, optimal ausbalanciert werden können: Um Stromausfälle zu vermeiden, muss es ein konstantes Gleichgewichtzwischen Produktion und Verbrauch geben.
In Bezug auf die Versorgung importiert unser Land bereits heute während der kalten Jahreszeit grosse Mengen an elektrischer Energie. Ende 2021 hat die Energieministerin Simonetta Sommaruga das Ziel gesetzt, bis 2040 zusätzlich 2 TWh zusätzliche Winterenergie aus Wasserkraft zu erzeugen. Heute speichern Walliser Staumauern biszu 1,2 Milliarden Kubikmeter Wasser, was dem Volumen des Bielersees entspricht.In ihrer „Grundlagenstudie zum Potenzialder Wasserkraft im Wallis“ hat FMV 19 Projekte mit einer Ausbauskapazität von2,2 TWh ermittelt. Diese 2,2 TWh erfordern eine zusätzliche Speicherung von 655Millionen Kubikmetern Wasser durch Mauererhöhungen oder den Bau neuer Staumauern.
Im Bereich der Flexibilität wird das Wallis mit einem aussergewöhnlichen Instrument einen bedeutenden Beitrag zum Ausgleich der Stromnetze leisten: Das Pumpspeicherkraftwerk Nant-de-Drance, das im Sommer 2022 in Betrieb gehen wird. Seine Maschinen ermöglichen es, in weniger als fünf Minuten von Pumpen (-900MW) auf Turbinieren (+ 900 MW) umzuschalten, was der doppelten Leistung des Kernkraftwerks Gösgen entspricht. Nant-de-Drance funktioniert wie eine gigantische Wasserbatterie. Durch seine Tages- und Wochenzyklen kann überschüssiger Strom schnell gespeichert oder die benötigte Energie erzeugtwerden, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt. Somit trägt diese Anlage, ander FMV mit 10 % beteiligt ist, zur Stromnetz- und Stromversorgungssicherheit des Landes bei. Niemand hat den Schalter für die Sonne oder den Wind, aber das Wallis verfügt zukünftig über den Schalter für einen Teil der alpinen Batterie...