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/Verhalten von Bartagamen - Pogona vitticeps
Die meiste Zeit sitzen unsere Bartagamen im Terrarium und beobachten ihre Umgebung. Sie klettern gerne und zeigen noch viele weitere Verhaltensweisen, wie Ihr im Folgenden sehen könnt.
Kopfnicken: Es gibt zwei Varianten von diesem Verhalten:
|Kopfnicken||

· Schnelles, heftiges Nicken: Unsere Bartagamen, beider Geschlechter, nicken, wenn sie einander beeindrucken wollen. Man sieht dies aber häufiger bei den Männchen. Es ist Bestandteil von Kämpfen und des Balzverhaltens. Die Wirkung kann durch Schwarzfärben des Bartes unterstützt werden.
· Langsames, leicht federndes Nicken: Wird meist von Weibchen gezeigt, wenn sie zur Paarung bereit sind, aber auch von kleineren Männchen. Wir deuten dieses Verhalten als Zeichen von Unterwürfigkeit.
Winken mit den Vorderbeinen:
|Winken||

Damit beantworten sie das Nicken eines Artgenossen. Sie winken aber auch, wenn sie einen neuen Ast erklommen haben. Kleine Bartagamen winken gegenüber grösseren. Wir deuten dieses Verhalten als Versuch einer Beschwichtigung oder einfach als Zeichen der Unsicherheit.
offenes Maul:
|offenes Maul||

Dies dient zur Abkühlung, da die Tiere nicht schwitzen können. Sie müssen dann in einen kühleren Bereich ausweichen können.
Augen aufblähen:
Bartagamen können ihre Augenlider aufblähen und sehen dann aus wie kleine Frösche. So reinigen sie ihre Augen. Das sieht zwar schrecklich aus, ist aber für die Tiere offensichtlich ungefährlich.
Baden:
|Baden||

Unsere Bartagamen baden gerne in lauwarmem Wasser. Sie können gut schwimmen und tauchen. Wenn sie geübt sind, legen sie die Vorderbeine flach an den Körper und steuern mit dem Schwanz, wie ein Krokodil. Ist das Wasser tief genug, pumpen sie ihren Körper voll Luft und lassen sich wie einen kleinen Ballon im Wasser treiben. Als wir sie so zum ersten mal gesehen haben, hat uns das ziemlich erschreckt, da sie ungefähr eine halbe Minute nicht atmen und sich einfach seitlich, mit halb geschlossenen Augen treiben lassen. Wir zählen immer vorsichtshalber bis 30 und wenn sie bis dann nicht wieder sichtbar atmen, schieben wir eine Hand unter ihren Bauch und befördern ihre Nase aus dem Wasser.
Die Bartagamen müssen an mehreren Stellen im Badebecken stehen und sich ausruhen können. Dazu befestigen wir Badewannenkissen mit Saugnäpfen in der Badewanne, auf die sie sich setzen können ohne abzurutschen. Bei den kleinen Bartagamen stellen wir einen Stein ins Badebecken.
Revierkämpfe:
|Revierkämpfe||

An den Revier- und Rangkämpfen nehmen alle Männchen und Weibchen teil.
è Es ist wichtig, dass sich ein unterlegenes Tier aus dem Blickfeld des Stärkeren zurückziehen kann.
Fortpflanzung:
|Fortpflanzung||

Bartagamen werden nach einem knappen Jahr geschlechtsreif. Die Paarung findet meist nach der Winterruhe statt. Nach einem Monat Tragzeit gräbt das Weibchen ein ca. 20 cm tiefes Loch in den feuchten Sand und legt bis zu 40 Eier. Das Weibchen kann nach einmaliger Begattung mehrere befruchtete Gelege produzieren. Sie legt diese im Abstand von 20-30 Tagen ab. Da die Zucht neben vielen Freuden auch mit einem grossen Aufwand verbunden ist, informiert Euch bitte vorher auf der Seite Bartagamen-Zucht
Sommerpause: Gelegentlich ziehen sich die Bartagamen im Sommer für ein paar Tage in die Höhle zurück und dösen.
Winterruhe (Winterschlaf):
|Winterruhe||

Hierbei handelt es sich nicht um einen richtigen Schlaf, sondern um eine mehrwöchige Winterruhe. Unsere Bartagamen werden so gegen Ende November immer träger und signalisieren uns so ihr Ruhebedürfnis.
è Wir lassen unsere Bartagamen erst in die Winterruhe, wenn sie mehr als 200 Gramm wiegen und ihre Reserven (Fettpolster in der Schwanzwurzel) gross genug sind. Die erste Winterruhe halten unsere Tiere mit ca. 1.5 Jahren. Kleinere Bartagamen dürfen im warmen Terrarium dösen und werden weiterhin regelmässig gefüttert.
· Vorbereitungen für die Winterruhe:
è Frühzeitig (im September) eine Kotprobe vom Tierarzt auf Darmparasiten untersuchen lassen oder die Kotprobe ans Institut für Parasitologie der Uni Zürich schicken. Parasiten sollten vom Tierarzt behandelt werden. Diese könnten sonst den Bartagamen schaden. Zwischen einer medikamentösen Behandlung und dem Beginn der Winterruhe sollten, je nach Medikament, bis zu vier Wochen liegen.
è Die Winterruhe leiten wir mit zwei Fastenwochen ein. In der ersten Woche bekommen die Bartagamen nur noch Heimchen und kein Grünfutter mehr, da dieses schwerer zu verdauen ist. In der zweiten Woche bekommen die Bartagamen gar kein Futter mehr und werden mehrfach gebadet, um den Darm zu entleeren. Wasser bieten wir ihnen aber immer an, auch während der Winterruhe. In diesen zwei Wochen senken wir die Beleuchtungsdauer und die Heizzeit der Wärmelampen täglich um eine Stunde.
è Jetzt bereiten wir auch das Terrarium für die Winterruhe vor. Wir entfernen den Sand, reinigen das Terrarium gründlich und legen es mit Küchenrolle oder frischem, trockenem Sand aus. Jeder bekommt eine eigene Höhle, in der er ungestört dösen kann.
· Während der Winterruhe:
è Das Terrarium wird an einen kühlen, dämmrigen Ort gestellt, an dem die Temperaturen zwischen 12° und 18°C (nie unter 8°C) betragen. Wir stellen unser Winterruheterrarium in die Waschküche im Erdgeschoss. Wer keine eigene Waschküche hat, kann das Terrarium auch ins Schlafzimmer stellen.
Ø Bei Zimmertemperaturen über 20°C verlieren die Bartagamen zuviel Wasser und drohen auszutrocknen.
è Die Lampen bleiben ausgeschaltet. Unser Thermometer zeigt die momentane, aber auch die tiefste und die maximal erreichte Temperatur an.
Ø So können wir notfalls die Heizung einschalten, wenn die Temperatur mal unter 12° C fällt.
è Unsere Bartagamen ruhen ca. zwei Monate. Sie erhalten während dieser Zeit kein Futter, wir bieten ihnen aber eine flache Wasserschüssel an. Die Bartagamen bewegen sich während der Winterruhe sehr wenig und verlieren kaum an Gewicht (höchstens zwei Gramm pro Woche).
Ø Wir wägen sie alle ein bis zwei Wochen und notieren ihr Gewicht, um sicherzugehen, das keiner zu schnell bzw. zu viel abnimmt.
· Nach der Winterruhe:
è Nach ca. zwei Monaten kommen die Bartagamen in das gewohnte Zimmer zurück. Das Terrarium wird jetzt wieder wie gewohnt eingerichtet. Die Beleuchtungsdauer und die Temperatur werden langsam erhöht. Meist fressen sie schon nach einem Tag und beginnen mit den Revierkämpfen.
Bei Fragen wendet Euch an <email-pii>
© by Alex und Sabine 30.12.2001
copyright © by ArW, SN 02. 01. 2003
updated by ArW, SN 09. 02. 2003