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Das Humane Papillomavirus HPV ist eines der wenigen Viren, das Krebs auslösen kann. Weshalb dies so ist und wie du dich davor Schützen kannst erfährst du in diesem Tafelbild.
Das Humane Papillomavirus (HPV) ist bei einem Durchmesser von 60nm ikosahedrisch aufgebaut, von keiner Membran umhüllt und besitzt ein zirkuläres Doppelsträngiges DNA Genom. Detaillierte Informationen zum Aufbau von Viren und deren Genomtypen findest du in den verlinkten Tafelbildern.
Es gibt verschiedene Typen des HPV. Während einige harmlos sind und beispielsweise für die Entstehung von Warzen oder Genitalwarzen verantwortlich sind, können andere Krebs verursachen. Dieses Tafelbild fokussiert auf die krebsverursachenden Typen des Virus. Dabei findet die Infektion im Genitalbereich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr statt. Die Viren gelangen durch kleinste Rupturen der Haut oder Schleimhaut ins Gewebe, wobei die Viren je nach Sexualpraktik auch in den Hals, Rachen oder Analbereich gelangen können. Eine Infektion verläuft in der Regel asymptomatisch, so dass infizierte Personen die Viren lange nicht bemerken und das Virus weiter verbreiten.
Die Zellen die eine Schleimhaut bilden, regenerieren sich von unten nach oben, wobei die basalen Keratinozyten als Reservoir an teilungsfähigen Zellen wie auch an Viren dienen. Dabei infizieren die Viren die basalen Keratinocyten einer Schleimhaut, wobei sich die Virus-Genome synchron mit der S-Phase (DNA-Replikation) der Wirtszelle teilen. In den intermediären Keratynozyten findet zellunabhängige Virus-Replikation statt, während das Kapsid und danach die kompletten Viren in den oberflächlichen Keratynozyten der Schleimhaut gebildet werden. Die Anzahl nachweisbarer Virusgenome nimmt dabei von unten (basale-) nach oben (oberflächliche Keratinozyten) zu. Einzelne Genprodukte des Virus erhöhen dabei in den Wirtszellen die Telomeraseaktivität, was die Teilungsfähigkeit der Zellen erhöht und inaktivieren Tumorsupressorgene (p53, pRb) was die Möglichkeit des zellulären Selbstmordes entarteter Zellen deaktiviert. Darüber hinaus scheint auch die Integration des ringförmigen DNA-Genoms des HPV ins Wirtsgenom eine wichtige Rolle in der Entstehung von Krebs zu spielen. Anzumerken ist, dass trotz einer Infektion mit einem potenziell Krebsauslösenden HPV Typ, es nicht in jedem Fall zur Krebsentstehung kommt.
Gemäss einer globalen Erhebung sind die folgenden Prozentsätze der jeweiligen Krebstypen mit HPV Typen (16, 18, 31, 33 & 45) assoziiert:
- Gebärmutterhals 99.7%
- Schamlippenkrebs 25.1%
- Scheidenkrebs 69.9%
- Peniskrebs 60%
- Analkrebs 84.3%
- HNO - Krebs 25%
In Anbetracht dieser Daten, stellt eine Infektion mit HPV einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung von Krebs in verschiedenen Organen beider Geschlechter dar. Zur Vermeidung dieses Risikos wurde im Jahr 2006 in der Schweiz eine Impfung, die gegen alle oben aufgezählten (und weitere) HPV-Typen schützt, zugelassen. Sinnvollerweise wird die Impfung vor dem einsetzen der sexuellen Aktivität bei Jugendlichen beider Geschlechter vorgenommen, um sie vor einer Infektion zu schützen und der Entstehung von Krebs und Genitalwarzen vorzubeugen.
Weitere Informationen zur Impfkampagne des BAG findest du hier.
Quellen
- viralzone.expasy.org - Papillomaviridae
- bag.admin.ch - HPV
- JP Klussman et al.; HPV-DNA-Integration in Oropharynxkarzinomen; Thieme E-Journals
- Alemany L, Saunier M, Tinoco L, Quiros B, Varado-Cabrero I, Alejo M, et al.: Large contribution of human papillomavirus in vaginal neoplastic lesions: a worldwide study in 597 samples. Eur J Cancer 2014; 50: 2846–54