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Die Erfolgsgeschichte eines Weltkonzerns
Apple - Von der Garagenfirma zum Imperium
Apple ist eines der umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Das iPhone hat den Handy-Markt revolutioniert. Wie schaffte es der Konzern an die Spitze? Meilensteine und spannende Hintergründe zum Tech-Giganten aus Cupertino.
Alles begann in einer Garage in Los Altos bei San Francisco: Am 1. April 1976 gründeten die Freunde Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne mit einem Startkapital von 1.300 US-Dollar das Unternehmen "Apple Computer Company". Jobs, Wozniak und Wayne kannten sich aus dem "Homebrew Computer Club", einem Verein von IT-Fans und Hackern, der zahlreiche Computer-Pioniere und erfolgreiche Unternehmer hervorbrachte. 45 Prozent der Geschäftsanteile wurden je von Jobs und Wozniak gehalten, Wayne besaß zehn Prozent. Wozniak galt als der kreative Bastler und Computer-Hacker unter den drei Gründern, Jobs hatte die Idee zur Firmengründung und galt als Visionär der Truppe. Wayne dagegen fungierte mehr als Vermittler zwischen Jobs und Wozniak. Er verließ die Firma jedoch schon kurz nach der Gründung. Seine Anteile an dem Unternehmen verkaufte er für mehrere Hundert Dollar.
Lange bevor IBM, Intel und Microsoft das Fundament für ihre Personal Computer legten, hatten Jobs und Wozniak bereits die Vision eines persönlich einsetzbaren Rechners in die Tat umgesetzt. Das erste Produkt von Apple war der Apple I, ein 666,66 US-Dollar teurer Holzcomputer, der von Steve Wozniak entwickelt wurde und 1976 auf den Markt kam. Knapp ein Jahr später erschien der Apple II, ebenfalls von Wozniak konzipiert. Mit dem Modell sah man zum ersten Mal das bekannte Logo.
Eine Apfelplantage als Inspiration für Name und Logo
Der erste Entwurf des Logos stammte von Ron Wayne und war eine Zeichnung im Stil eines barocken Kupferstichs, die Isaac Newton unter einem Apfelbaum sitzend zeigte. Schnell verwarf man die Erstversion jedoch, da diese viel zu kleinteilig war. 1977 entwarf Rob Janoff ein weitaus simpleres Logo für das Unternehmen: eine in Regenbogenfarbe gestreifte, angebissene Apfelsilhouette. Diese Version hält sich bis heute, wird aber seit 1998 überwiegend einfarbig dargestellt.
Die Entstehung des Unternehmensnamens ist durchaus kurios: Die erste Idee zu Apple kam von Steve Jobs. Ein Besuch auf einer Obstplantage soll dabei als Inspiration gedient haben, wie Jobs einmal in einem Interview verriet. Auch Steve Wozniak bestätigte später in seiner Autobiografie "iWoz" diese Geschichte. Demnach soll Jobs kurz vor der Firmengründung gerade erst eine Apfelplantage besucht und währenddessen eine Obstdiät praktiziert haben. Den Begriff "Apfel" habe er damals als sehr freundlich, schwungvoll und nicht einschüchternd empfunden.
Steve Jobs: Der Visionär bei Apple
Der am 24. Februar 1955 in San Francisco, Kalifornien geborene Steven "Steve" Paul Jobs galt stets als Revolutionär bei Apple. Doch er war nicht durchgehend an der Entwicklung der Firma beteiligt. Nachdem er 1983 den Pepsi-Manager John Sculley für den Posten als Geschäftsführer bei Apple anwarb, verließ er 1985 nach einem internen Machtkampf mit Sculley das Unternehmen.
Die folgenden fünf Jahre bezeichnete Jobs später als eine seiner kreativsten Phasen. 1986 baute er mit der Firma "NeXT Inc." ein weiteres Computerunternehmen auf. Im selben Jahr investierte Steve Jobs in eine Abteilung der Lucasfilm Graphics Group und kaufte diese aus dem Unternehmen von “Star Wars”-Schöpfer George Lucas heraus – "Pixar Inc." war geboren und verbuchte in den darauffolgenden Jahren mit Produktionen wie "Toy Story", "Findet Nemo" oder "Die Unglaublichen" große Erfolge. 1996 kaufte Apple Jobs’ Firma NeXT für 402 Millionen US-Dollar. Steve Jobs war seitdem zunächst nur in beratender Funktion bei Apple tätig, stieg aber im Sommer 1997 wieder voll als Geschäftsführer ein. Den Posten als CEO behielt er bis zum Jahre 2011, danach übernahm Tim Cook die Führung des Konzerns. Jobs ist bis heute eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Computerindustrie. Er starb am 5. Oktober 2011 an einer Krebserkrankung.
Apple: Vielfältige Produktpalette, minimalistisches Design
Die heutige Produktpalette des Tech-Giganten Apple umfasst beinahe die gesamte Bandbreite digitaler Güter. So zählen neben Computern, Laptops, Smartphones und Betriebssystemen auch verschiedene Software-Anwendungen sowie Smartwatches, MP3-Player und Cloudservices dazu.
Computer
Nach seiner Rückkehr in das Unternehmen 1997 krempelte Steve Jobs zunächst die Computer-Modelle von Apple um. Der erste iMac kam 1998 auf den Markt. Derzeit stellt Apple zwei verschiedene Notebooks her: das MacBook Air und das MacBook Pro. In der Kategorie Desktop-Rechner bietet Apple folgende Versionen an: iMac, Mac mini, Mac Pro und Mac Studio.
Betriebssysteme
Das Betriebssystem macOS wurde für Laptop- und Desktop-Computer der Mac-Reihe entwickelt. Außerdem wurde es zum Fundament weiterer Apple-Entwicklungen wie iPod, iPhone und iPad. Auf dem iPhone kommt das Betriebssystem iOS und auf dem iPad das System iPadOS zum Einsatz.
Mobile Geräte
2001 stellte Apple den iPod vor. Zwar gab es schon vor dem iPod mobile MP3-Player, doch mit keinem war es so einfach, Tausende Songs einfach unterwegs dabei zu haben. Im Laufe der Jahre kamen mehrere Modelle wie der iPod nano, iPod shuffle und der iPod touch hinzu. 2007 erreichte Apple einen weiteren Meilenstein: In San Francisco präsentierte Steve Jobs in einer legendären Keynote das erste iPhone, das die Mobilfunkbranche komplett auf den Kopf stellen sollte. Bis heute bringt Apple regelmäßig neue Versionen des Smartphones heraus. Mit dem iPad unternahm Jobs 2010 seinen letzten Anlauf, einen etablierten Markt aufzumischen. Mittlerweile können Apple-Fans zwischen dem normalen iPad, dem iPad Mini, iPad Air und iPad Pro wählen. Die Smartwatch Apple Watch ist seit 2015 erhältlich.
Software
Apple liefert mit den Betriebssystemen macOS und iOS Programme für viele Anwendungsfelder, etwa den Webbrowser Safari, die professionelle Filmschnitt-Software Final Cut Pro, das Videoschnittprogramm iMove und das Textverarbeitungsprogramm Pages. Auch der Videotelefonie-Dienst Facetime und das Präsentationsprogramm Keynote gehören zu beliebten Softwares.
Online-Dienste
- App Store – Plattform zum Anbieten und Laden von Programmen
- iTunes Store – in iTunes integrierte Onlineplattform zum Kauf von Musik, Spielfilmen und anderen Multimedia-Inhalten
- iCloud – teilweise kostenloser Cloud-Computing-Dienst
- Apple Music – Musikstreamingdienst
- Apple Arcade – Videospiele-Abonnement-Service
- Apple TV+ – Video-on-Demand-Service
- Apple Fitness+ – Fitness-Dienst, der Workout-Videos anbietet
In der Regel sind die Produkte in funktioneller Hinsicht untereinander verbunden. Das heißt: Ein iPhone kann mit einem iMac oder Macbook so gekoppelt werden, dass Termine, E-Mails oder Browser-Verläufe auf allen Geräten zur Verfügung stehen. Das Design der Apple-Produkte zeichnet sich durch Schlichtheit und Einfachheit aus. Dies zeigt sich auch in der grafischen Benutzeroberfläche, welche eine vergleichsweise geringe Anzahl an Bedienelementen aufweist.
Kritik und Kontroversen rund um Apple
Apple ist als eines der profitabelsten Unternehmen weltweit schon oft in die Kritik geraten. Über die Jahre wurden immer wieder die Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern kritisiert. Einen Großteil seiner Produkte lässt Apple von Zulieferern wie dem taiwanesischen Unternehmen Foxconn fertigen. Die dortigen Arbeitsbedingungen sollen teilweise nicht westlichen Standards entsprechen. So war schon wiederholt von erzwungenen Überstunden und Unterschreitungen des gesetzlichen Mindestlohns die Rede. Apple schloss sich daraufhin unter anderem der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) an, einem Industrieverband, dessen Mitglieder sich bestimmten Arbeitsrechts- und Umweltstandards verpflichten. Seit 2007 veröffentlicht Apple jährlich Berichte über im Vorjahr durchgeführte Überprüfungen von Zulieferbetrieben. Doch auch in den folgenden Jahren gab es immer wieder Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen bei Zulieferbetrieben.
Auch Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace konfrontierten Apple mit Vorwürfen. 2006 wurde das Unternehmen für die Verwendung von damals zwar industrieweit üblichen, aber giftigen Chemikalien kritisiert. Die Organisation bemängelte außerdem, dass Apple keine ausreichenden Absichtserklärungen zum Umstieg auf erneuerbare Energien und zur Vermeidung von Treibhausgasen sowie zur Verwendung von recyceltem Plastik und Papier veröffentlichte. 2013 engagierte das Unternehmen Lisa Jackson, zuvor Chefin der US-Umweltschutzbehörde EPA, als Koordinatorin für Umweltschutz-Aktivitäten. Mit Erfolg: 2016 verkündete Apple, dass 93 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Sich selbst hat Apple ein hohes Ziel gesetzt: Bis 2030 soll jedes Produkt klimaneutral produziert sein.
Datenschützer kritisieren außerdem den Umgang Apples mit personenbezogenen Daten. Im Gespräch mit dem "Spiegel" forderte die frühere deutsche Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger 2010 mehr Transparenz vom Unternehmen. "Den Nutzern von iPhones und anderen GPS-fähigen Geräten muss klar sein, welche Informationen über sie gesammelt werden." Sie sehe "Apple in der Bringschuld, die von Steve Jobs vielbeschworene Transparenz auch tatsächlich umzusetzen".
Noch kontroverser war lange Zeit Apples Datennutzung des Sprachassistenten Siri. Wie der "Business Insider" im Mai 2020 berichtete, soll der Whistleblower Thomas le Bonniec Teil des sogenannten "Grading"-Projekts gewesen sein. Seine Aufgabe habe darin bestanden, Siri zu verbessern. Er habe Gespräche, die Personen mit Siri führten, angehört, aufgezeichnet und transkribiert. Die Aufzeichnungen seien den Benutzer:innen dabei nicht bewusst gewesen, ein Einverständnis sei nicht eingeholt worden.
Verwendete Quellen:
- "Spiegel": "Leutheusser-Schnarrenberger attackiert Apples Datensammelei"
- "Business Insider": "Ein Apple-Whistleblower, der über Siri iPhone-Nutzern beim Sex zuhören musste, prangert den Tech-Giganten nun öffentlich an"
- "Merkur": "Apple-Gründer Steve Jobs: Darum ist dieser Mann eine Legende"
- Nachrichtenagentur dpa
- Newsroom Apple.com
- "CNET.com": "Apple-Foxconn tale goes well beyond Apple, and tech"
- "heise.de": "Greenpeace lobt Apple"