Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03293.jsonl.gz/3059

17 Tage nach ihrem schlimmen Unfall beim ersten Einsatz ist die spanischen Formel-1-Testpilotin Maria de Villota in die Heimat zurückgekehrt.
Wie ihr Rennstall Marussia bekanntgab, hat die 32-Jährige am Freitag das Addenbrooke-Krankenhaus in Cambridge verlassen und ist bereits wieder in Spanien eingetroffen. Sie habe, so das Team des deutschen Stammpiloten Timo Glock, "im Lauf der vergangenen zwei Wochen deutliche Fortschritte gemacht".
Die Tochter des früheren Formel-1-Piloten Emilio de Villota hatte bei dem Unglück am 3. Juli schwere Kopf- sowie Gesichtsverletzungen erlitten und ihr rechtes Auge verloren. Sie wurde zweimal operiert und lag zwischenzeitlich im künstlichen Koma.
"Ein behaglicheres und vertrauteres Umfeld, zusammen mit der Unterstützung ihrer Familie und Freunde, werden zweifellos ein Umfeld sein, das der nächsten Phase ihrer Genesung zuträglich ist", erklärte das Team nun.
Der Präsident des spanischen Motorsportverbandes, Carlos Gracia, hatte am Vortag empört auf das Vorgehen des Rennstalls reagiert. Das Team habe die Schuld an dem Unglück und versuche nun, sich durch voreilige Stellungnahmen seiner Verantwortung zu entziehen.
"Ich denke, sie wollten Maria die Veranwortung zuschieben", hatte Gracia der Sporttageszeitung "AS" gesagt, nachdem Marussia unter der Woche mitgeteilt hatte, ein technischer Defekt scheide als Unfallursache aus.
"Wir müssen erst einmal abwarten, ob sie sich an die Vorgänge überhaupt erinnern kann. Aber selbst, wenn es ein Fahrfehler war, hat man logistisch dort fahrlässig gehandelt. Die offen stehende Landeklappe hat wie ein Messer fungiert. Das ist in etwa so, als würde man ein Garagentor genau bis auf Kopfhöhe des Fahrers öffnen. Das ist ein Fehler des Teams. Sicher ist, dass ein Topteam wie McLaren oder Ferrari gründlicher gearbeitet hätte."