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Es kam mir eine eigene Simulatorübung in den Sinn: Als bereits erfahrener Fluglehrer und Prüfungsexperte gelang es mir nämlich nicht auf Anhieb, in einem Flugsimulator eine mir unbekannte Linienmaschine (MD 80) in einem Sichtanflug stabil – und von Hand gesteuert – auf eine grosse Piste zu bringen. Im Gegensatz zu den Terroristen mit offenbar sehr geringer Flugerfahrung verzeichnete ich damals bereits tausende von Flugstunden und Landungen. Das Fliegen von Kleinflugzeugen und grossen Airliners hat mit Ausnahme, dass sich beide im gleichen Element befinden – und den gleichen physikalischen Gesetzen unterworfen sind – nicht viel gemeinsam.
Zudem ist es für Flug-Anfänger schwierig, aus ungewohnt grosser Höhe alleine nach Sicht zu navigieren (die Terror-Piloten hatten kaum Ausbildung im Instrumentenflug und ein modernes Cockpit mit Bildschirmen lässt sich nicht innert Minuten beherrschen). Noch schwieriger ist es für einen ungeübten Piloten, aus grosser Höhe ein relativ kleines Ziel wie ein Hochhaus inmitten New York’s mit einem so grossen Fluggerät zu treffen. Zudem wäre bei einem «Handgelenk mal Pi»-Sinkflug die maximale Geschwindigkeit rasch überschritten, das Flugzeug würde einen sogenannten High-Speed-Stall produzieren, mit der Gefahr, dass sich das Flugzeug bereits in der Luft zerlegt.
Fazit: Meines Erachtens ist es sehr unwahrscheinlich, dass wenig trainierten Kleinflugzeug-Piloten derart anspruchsvolle Manöver mit Passagierflugzeugen gelingen, wie sie am 11. September 2001 «erfolgreich» ausgeführt wurden. Eine Meinung, welche übrigens zahlreiche sehr erfahrene Airlinerpiloten öffentlich teilen (1, 2).
In Anbetracht der gewaltigen und tragischen Auswirkungen dieser Terroranschläge – und der offensichtlich immer noch offenen Fragen – wäre es auch nach 10 Jahren angebracht, hierzu definitive Klarheit zu schaffen.