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Wörterbuch der festen Wendungen und Wortverbindungen der deutschen Sprache
Ziel ist die empirisch begründete Erfassung der nicht-idiomatischen Wendungen und Wortverbindungen – Kollokationen – des Grundwortschatzes der deutschen Sprache und ihre Dokumentation in Form eines Wörterbuchs für Lerner und Lernerinnen des Deutschen – sowohl für den Bereich Deutsch als Muttersprache wie auch Deutsch als Fremdsprache. Kollokationen sind als Marker für einen unauffällig formellen Sprachgebrauch ein zentraler Faktor der als normal, natürlich und richtig empfundenen Sprech- und Schreibweise in einer Sprache, obwohl sie erstsprachlichen SprecherInnen selten als solche bewusst sind. Sie gehören zum Wortschatz und müssen im Erst- oder Zweitspracherwerb – wie einzelne Wörter, jedoch als Kombinationen – gelernt und, soweit es eher formelle Situationen betrifft, auch in gesteuertem Lernprozess gelehrt werden. Daher bilden sie auch ein wichtiges Thema des schulischen Unterrichts und bedürfen der lexikografischen Beschreibung und Kodifizierung.
Trotz der unumstrittenen Bedeutung der Kollokationen gibt es aktuell kein Kollokationenwörterbuch des Deutschen. Dies mag daran liegen, dass die Bedeutung der Kollokationen ausserhalb der Fachkreise noch zu wenig bekannt ist und die Identifizierung der wichtigsten und häufigsten Kollokationen vor der Zeit der Korpuslinguistik ohne empirisch gesicherte Basis erfolgen musste und entsprechend aufwändig und wissenschaftlich ungenügend abgesichert war.
Die Arbeit am Kollokationenwörterbuch wird auf den Vorarbeiten des NF-Projektes „Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts (DWDS)“ bzw. dem im Rahmen dieses Projekts entstandenen SCHWEIZER TEXTKORPUS aufbauen sowie von erprobten Grundwortschätzen des Deutschen ausgehen. Zusätzlich sollen die weiteren Korpora des Deutschen und die über Internet zugänglichen deutschen Texte als Materialbasis ausgewertet werden. Die Abfassung der Wörterbuchartikel geschieht in einem klassischen lexikografischen Redaktionsverfahren.
Das Projekt ist von grundlegender wissenschaftlicher Bedeutung, weil es erstmals die wichtigsten festen Wendungen und Wortverbindungen des deutschen Grundwortschatzes auf empirischer Basis zusammenstellt und dokumentiert sowie lexikografisch bearbeitet und damit eine der ersten produktorientierten korpuslinguistischen Auswertungen deutscher Korpora darstellt. Gleichzeitig soll das Wörterbuch auch den SprachteilhaberInnen ausserhalb der engen Fachkreise und speziell den Sprachlernenden die Bedeutung und Form der deutschen Kollokationen vermitteln. Schliesslich wird damit der Anspruch der schweizerischen Germanistik untermauert, grundlegende lexikografische Arbeiten zur deutschen Sprache zu verfassen.
Projektleitung
wissenschaftlicher Beirat
- Prof. em. Dr. Harald Burger
- PD Dr. Hans Bickel
- Prof. Dr. Brigit Eriksson
wissenschaftliche Mitarbeitende
- M.A. Tobias Roth
- Dr. Marcel Dräger
- M.A. Stefanie Meier
- Dr. Lorenz Hofer
- M.A. René Frauchiger
wissenschaftliche Hilfskräfte
- B.A. Marlène Linsmayer
- Alessandra Widmer
- B.A. Jana Göke
- B.A. Eva Rösch
- M.A. Caroline Runte
ehemalige Mitarbeitende
- Dr. Markus Gasser