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Die wirtschaftliche Erholung in der EU: warum ist sie so langsam?
Philipp Hildebrand, Mitglied des Direktoriums
The Brussels Economic Forum, Charlemagne, 21.04.2005
Das reale BIP ist seit den 80er Jahren in den USA stärker gewachsen als in der EU. Neben zyklischen Faktoren und speziellen Ereignissen wie der deutschen Wiedervereinigung sind dafür auch strukturelle Elemente verantwortlich. Die transatlantische BIP- Wachstumsdifferenz kann bis 1995 durch Messunterschiede sowie durch ein stärkeres Wachstum des Arbeitsinputs in den USA erklärt werden. Ab diesem Zeitpunkt ist der Arbeitsinput in der EU im Einklang mit der Lissabon-Strategie jedoch beinahe gleich stark gewachsen, was von grosser Wichtigkeit für die Finanzierbarkeit des Sozialvertrags in der EU ist. Das stärkere Wachstum des Arbeitsinputs hatte eine Umkehr im relativen Wachstum der Produktivität zur Folge, worin die USA nun klar führend sind. Für die EU besteht die Herausforderung darin, diesen anfänglichen Rückgang des Produktivitätswachstums zu kompensieren ohne die weitere Liberalisierung des Arbeitsmarktes zu stoppen. Dies muss einerseits durch Aus- und Weiterbildungsmassnahmen geschehen. Auf der anderen Seite steht die Liberalisierung weiterer Input-Märkte und der Produktmärkte im Vordergrund, damit sich das Produktivitätspotential der neuen Technologien voll entfalten kann.