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Ein MP3-Player war einst das de-facto Standardgerät für alle Musikliebhaber – etwas, was man haben musste, wenn man trendy sein wollte und unterwegs nicht ohne seine Lieblings-Tunes auskommen konnte. Vor allem Apple war viele Jahre lang am MP3-Markt beteiligt, beginnend mit dem iPod der ersten Generation in 2001 und dank der kontinuierlichen Verbesserung der iPod-Player. Das letzte Modell, der iPod Touch 6G der sechsten Generation, wurde jedoch schon im Jahr 2016 auf den Markt gebracht. Mit Smartphones, die in der Lage sind, große Mengen an Musik zu speichern und abzuspielen und der Möglichkeit, Musik zu streamen, hat der Bedarf an eigenständigen MP3-Playern deutlich abgenommen. Aber abgesehen von den Geräten, was ist mit dem Format (Codec) selbst? Wie hat sich das MP3-Audioformat gegenüber anderen, weitaus effizienteren Audioformaten, gehalten, die im Laufe der Jahre aufgetaucht sind?
Tschüss MP3?
Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Teil der deutschen Forschungseinrichtung, die Ende der 80er Jahre die MP3-Entwicklung finanzierte, gab im April 2017 bekannt, dass die Lizenzierung für MP3-bezogene Patente beendet sei. Ein anderes Audioformat namens „Advanced Audio Coding“, oder AAC, wurde zum Standard für Musikdownloads und Videos auf Mobiltelefonen. AAC ist das Standard-Audioformat beim Konvertieren von Musik von einer CD nach iTunes. Man könnte sagen, dass der Niedergang des MP3-Formats bedauerlich ist – obschon erwartet. Auf diese Weise können sich andere Entwickler auf bessere Audiokomprimierungsformate wie AAC konzentrieren und das Niveau der Audioqualität auf die nächste Stufe bringen.
Die Geschichte von MP3
Die Fraunhofer-Institut erfand und entwickelte das MP3-Format und hatte bis zum Verfall der Patente die Rechte für die Kompressionstechnik inne. Hier ist eine Zeitleiste der MP3-Technologie:
1987 – Das Fraunhofer-Institut in Deutschland begann mit der Erforschung hochwertiger Audiocodierung mit niedriger Bitrate. Es hieß das EUREKA-Projekt EU147, Digital Audio Broadcasting.
Januar 1988 – Die „Moving Picture Experts Group“ (MPEG) wurde gegründet.
April 1989 – Das Fraunhofer-Institut erhielt in Deutschland ein Patent für das MP3-Format.
1992 – Dieter Seitzer, der bei der Forschung am Institut mitgewirkt hat, integrierte seine Audiocodierung mit MPEG-1.
1993 – Der MPEG-1-Standard wurde veröffentlicht.
1994 – Der MPEG-2-Standard wurde entwickelt und ein Jahr später veröffentlicht.
26. November 1996 – Das US-Patent für MP3 wurde vergeben.
September 1998 – Fraunhofer beginnt damit, auf den Patentrechten zu bestehen. Wer die MP3-Audiocodierung verwendet, zahlt eine Lizenzgebühr an das Institut.
Februar 1999 – SubPop, eine Plattenfirma, vertreibt Musik im MP3-Format – es ist das erste derartige Unternehmen.
1999 – Die ersten tragbaren MP3-Player erscheinen auf dem Markt.