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Bauten in Gefahrenzonen
Bauten in Gefahrenzonen
Neue Gebäude sowie Gebäuderenovationen in Gefahrenzonen unterliegen Baubeschränkungen. Diese Beschränkungen variieren je nach Art und Stufe der Gefahr, die in der jeweiligen Zone vorhanden ist.
Die Bauplaner ziehen bei der Projektplanung die Baureglemente der Gemeinden zu Rate, damit die anerkannten Gefahren angemessen berücksichtigt werden. Gegebenenfalls können sie sich mit einem Vorentwurf des Projekts und der Bitte um Auskunft an die Kantonale Baukommission (KBK) wenden.
Die kommunalen Reglemente müssen Bezug nehmen auf die Vorschriften, die in Gefahrenzonen betreffend Eigentumsbeschränkungen und Bauauflagen gelten.
Generelle Vorschriften in Gefahrenzonen
Lawinen
- In der roten Gefahrenzone (erhebliche Gefährdung) wird grundsätzlich weder die Errichtung noch die Vergrösserung einer Baute oder Anlage, die Mensch oder Tier als Behausung dient, bewilligt. Es dürfen in ihr keine neuen Bauzonen bewilligt werden, und Bauzonen, die bereits bewilligt aber noch nicht bebaut worden sind, müssen wieder ausgezont werden.
- In der blauen Gefahrenzone (mittlere Gefährdung) können Errichtung oder Vergrösserung von Bauten und Anlagen unter bestimmten Auflagen und Nutzungsbeschränkungen bewilligt werden. Bauten, in denen es zu grösseren Menschenansammlungen kommt (Restaurants, Hotels, Schulen usw.), sind darin nicht erlaubt. Neue Bauzonen werden nur bewilligt, wenn sie als dringend notwendig erachtet und nicht andernorts eingerichtet werden können.
- Die gelbe Gefahrenzone (geringe Gefährdung) hat im Wesentlichen einen hinweisenden Charakter. Sie wird nicht auf die Zonennutzungspläne übertragen, da sie keine Nutzungsbeschränkungen mit sich bringt. Sie erscheint auf Gefahrenkarten entweder als Einflussbereich eines Ereignisses von ausserordentlicher Grösse oder einer Staublawine.
In der weissen Zone herrscht nach dem aktuellen Stand des Wissens keine Gefahr.
Massenbewegungen
- In der roten Gefahrenzone (erhebliche Gefährdung): grundsätzlich generelles Bauverbot.
- In der blauen Gefahrenzone (mittlere Gefährdung): Bauten sind möglich, vorausgesetzt der Gesuchsteller weist zusammen mit dem Baugesuch ein technisches Gutachten vor, welches aufführt, welche baulichen Massnahmen zur Verringerung der Gefährdung erforderlich sind.
- In der gelben Gefahrenzone (geringe Gefährdung): Bauten sind grundsätzliche möglich, vorausgesetzt, es liegt eine Vormeinung der kantonalen Fachstelle vor, in welcher diese die überlicherweise auf den Einzelfall zugeschnittenen Schutzauflagen nennt.
- In der gelb-weiss gestreiften Zone (Restgefährdung): Baubewilligung wird gemäss der nach SIA-Normen festgelegten Bauklassen erteilt, oder allenfalls gemäss der gegebenen Baudichte. Die kantonale Behörde legt in ihrer Vormeinung die einzuhaltenen Schutzauflagen fest.
- In der weissen Zone herrscht nach dem aktuellen Stand des Wissens keine Gefahr.
Ausnahmen können bewilligt werden, aber nur, wenn für eine Baute oder Anlage Standortgebundenheit geltend gemacht werden kann und wenn sicherheitstechnische Massnahmen zur Verringerung der Gefährdung getroffen werden.