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Die Idee, in Schlieren einen neuen Stadtsaal zu erstellen, wird jetzt konkret. Der Stadtrat hat dem
Gemeindeparlament einen Kreditantrag für einen Architekturwettbewerb unterbreitet.
Das bestehende Saalangebot entspricht längst nicht mehr den Bedürfnissen einer Stadt mit über 18’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Diskussionen über einen neuen Saal drehten sich im Stadtrat, im Parlament und in der Bevölkerung um verschiedene kritische Punkte: Welches ist der geeignetste Standort? Wie kann ein neuer Saal finanziert werden? Und wie gross muss der Saal sein, damit er «bedürfnisgerecht» ist? Nun hat der Stadtrat auf die wesentlichen Fragen Antworten gefunden und unterbreitet dem Parlament einen Kreditantrag in der Höhe von rund 900’000 Franken für die Durchführung eines offenen Architekturwettbewerbs.
Stadtsaal und «Flügel» akzentuieren Schlierens Mitte
Der Stadtrat beurteilt die Fläche neben dem Stadtplatz mit der zukünftigen Haltestelle der Limmattalbahn im Zentrum als idealen Standort. Zusammen mit dem «Flügel», dem speziell gestalteten Dach der Haltestelle, soll ein Stadtsaal die neue Mitte der Stadt akzentuieren. Dieser Standort wurde bereits im Siegerprojekt des öffentlichen Wettbewerbs «Entwicklung
eines lebendigen und attraktiven Zentrums» aus dem Jahr 2005 vorgeschlagen. Das Land, welches dafür benötigt wird, gehört der Stadt und grenzt direkt an den Stadtpark, der nach der Verlagerung des Verkehrs über die Badenerstrasse bis zum Stadtplatz reichen wird. Auf einer Grundstücksfläche von 7’102 m² stehen rund 6’000 m² Nutzfläche für eine Überbauung zur Verfügung.
Privater Investor soll Finanzierung übernehmen
Die Finanzierung eines Saals ist auch für die Stadt Schlieren ein Knackpunkt. Die Rede ist von einem Investitionsvolumen von rund 43 Mio. Franken. Damit die Stadt kein Fremdkapital aufnehmen muss, soll der Rohbau durch einen privaten Investor realisiert werden. Dies hat verschiedene Vorteile: Die Stadt muss sich nicht zusätzlich verschulden und bleibt dennoch durch einen Baurechtsvertrag im Besitz des Landes. Sie tritt gegenüber dem Investor als Mieterin auf, übernimmt die Kosten für den Innenausbau in der Höhe von rund 4 Millionen Franken und betreibt den Saal selbst. Allerdings ist auch vorstellbar, dass die Stadt ihrerseits den Saal verpachtet. Wichtig ist dem Stadtrat, dass das Betriebskonzept in der Hand der Stadt bleibt. Es ist davon auszugehen, dass der Saal nicht kostendeckend geführt werden kann. Deshalb rechnet der Stadtrat auf der Basis dieses Finanzierungsmodells mit einem jährlichen Nettoaufwand von ca. 1,2 Mio. Franken, was rund
2 Steuerprozenten entspricht.
Raumprogramm wird in Arbeitsgruppen ausgearbeitet
Für den Architekturwettbewerb wurde ein provisorisches Raumprogramm erstellt. Es sieht eine multifunktionale Nutzung vor, mit einem unterteilbaren Hauptsaal mit 600 – 750 Sitzplätzen. Nebst Räumen für den Betrieb, WC-Anlagen, Anlieferung und Garderoben sollen ein Bistro mit Aufwärmküche sowie eine Tiefgarage mit ca. 90 Parkplätzen erstellt werden. Der Aussenraum muss für Märkte und Biergarten genutzt werden können und eine qualitativ hochstehende Anbindung an den Stadtpark bieten. Zur Erarbeitung des definitiven Raumprogrammes will der Stadtrat unter Einbezug zukünftiger Nutzerinnen und Nutzer Arbeitsgruppen bilden, die sich mit folgenden Themen auseinandersetzen: Musik, Kultur, Bühnentechnik, Ausstellungstechnik, Messen, Veranstaltungen, Kongresse, Betriebs-, Energie- und Facilitykonzept, Finanzierung, Vermarktung, Positionierung (Überprüfung einer Mantelnutzung wie Bibliothek, Museum usw.).
Manuela Stiefel, die zuständige Ressortvorsteherin Finanzen und Liegenschaften, ist vom Vorhaben überzeugt: «Für das Schlieremer Vereins- und Kulturleben, für die Wirtschaft und das Gewerbe mit etwa 1’000 Firmen braucht es in Schlieren flexible und multifunktionale Saal- und Seminarräume, Sitzungszimmer sowie Ausstellungs- und Präsentationslokale für Aufführungen, Veranstaltungen, Events und Kongresse, Kurse und Ausstellungen. Der geplante Standort ist ideal, Investoren zeigen sich bereits interessiert. Der neue Stadtsaal wird zur Attraktivität des Zentrums beitragen und Bestandteil unseres urbanen Lebens werden.»