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Dieser Text ist ein Extrakt vom Buch
"Gnome, Götter, Gottesdiener"
In Märchen und Legenden werden oft Begegnungen zwischen Menschen und Wesenhaften beschrieben. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Geschichten über Hirten, die von den Wesenhaften Hilfe bei der Bewachung und Pflege ihrer Herden erhalten; über Menschen, die bei starken Gewittern Unterstand finden oder durch wesenhafte Hilfe nach Hause geführt werden, nachdem sie sich im Nebel verirrten. Auch findet man Erzählungen über Hirten, die genau vom Zeitpunkt erfuhren, wann sie ihre Tiere in die Berge hinauf oder auch wieder hinunter ins Tal führen sollen, wo lawinensichere Hütten und Ställe zu bauen sind oder wie sie einem Erdrutsch entgehen können. Man erfährt von Bauern, denen der günstigste Moment zum Säen, Ernten oder zur Durchführung verschiedener Feldarbeiten angegeben wird; von Fischern, denen gezeigt wird, wo sie ihre Netze auswerfen sollen; von Bergarbeitern, denen bei ihrer Tätigkeit geholfen wird und so weiter.
Die Märchen und Legenden enthalten auch viele Beschreibungen, in denen Menschen von wesenhaften Helfern auf neue Möglichkeiten hingewiesen werden, das besser zu nützen, was die Natur bietet. Sie werden zum Beispiel darin unterrichtet, wie Metalle zu schmieden sind, welche Erde benutzt werden soll, um die besten Töpferwaren zu erhalten, welche Pflanzenfasern zum Weben gewählt werden sollen, wie man vorgehen kann, um besseren Käse zuzubereiten, wo gegraben werden soll, um eine Quelle zu finden oder welche Heilpflanzen sich zur Behandlung verschiedener Krankheiten eignen.
Geschichten dieser Art sind zahllos. Man findet sie in allen Ländern Europas. Daraus könnte man schließen, daß solche Erzählungen etwas für unsere Region beziehungsweise Kultur Typisches seien. Es gibt jedoch ähnliche Beschreibungen in den Märchen und Legenden aller Teile des Erdballes, das heißt, sowohl bei den Eskimos des hohen Nordens als auch bei den einheimischen Stämmen im Südens von Ozeanien, in den Ländern Afrikas, wie auch in Indien, China und Japan – oder beispielsweise bei den Indianerstämmen Nord- und Südamerikas usw.
Überlieferungen und Berichte über Kontakte zu Naturwesen stammen auch aus allen denkbaren Naturgebieten. Völker, die in hohen, entlegenen Bergtälern wohnen, kennen sie ebenso wie Insel-, Wüsten-, Tropen- oder Urwaldbewohner. Dabei bezeugen nicht nur kleine, besonders naturnah lebende Stämme durch persönliche Erfahrungen oder alte Überlieferungen die Existenz der Wesenhaften. Auch in den großen Kulturen, die breite Spuren in der Menschheitsgeschichte hinterlassen haben, war das Wissen um wesenhafte Kräfte vorhanden: in der mesopotamischen ebenso wie in der griechischen oder römischen Hochkultur, in der chinesischen ebenso wie in der ägyptischen oder jener der Inkas.
Man kann also gut von einem weltweiten Wissen über die Wesenhaften sprechen.
Gnomen beispielsweise werden in Indien Bhoutas oder Pretas genannt; die Mohammedaner kennen die Begriffe Genius oder Djinn. Im Talmud, dem religiösen Buch der Juden, werden die Gnome als die Hüter der Erde und der unterirdischen Welten bezeichnet, während die sie bei den Azteken Tepictoton genannt werden und sich der Überlieferung nach vorwiegend um die Berge kümmern. Die brasilianischen Traditionen erwähnen einen die Wälder schützenden Gnom namens Kurupira, ägyptische Überlieferungen sprechen von Bes, einem bärtigen und unförmigen Gnom, der jedoch sehr populär ist, da er die Menschen beschützen soll. Die Iroquois-Indianer unterscheiden drei Hauptarten von „Gnomen“, je nachdem, ob diese sich mit den Felsen und dem Wasser, den Pflanzen und den Strömen oder dem Boden und den Höhlen befassen. Unabhängig von den „Zutaten“ der landesspezifischen Überlieferungen, erweisen sich alle diese Wesenheiten jedenfalls als entfernte Verwandte „unserer“ Gnome – und es fällt auf, wie einheitlich diese Naturwesen in den Überlieferungen der unterschiedlichsten Kulturen vorkommen. Nixen – Wesenhafte, die dem Element Wasser verbunden sind – kannte man ebenfalls überall. Im antiken Griechenland und auch Rom ging man davon aus, daß jeder Fluß, Strom, Bach, Weiher, See, jede Quelle und natürlich auch das Meer von Nixen, Seefrauen, Nymphen oder ähnlichen Wesenheiten bevölkert ist. In Afrika war dies ebenso der Fall wie bei den nordamerikanischen Indianern, sowie in Ozeanien oder bei den Eskimos, die – bedingt durch die Naturgegebenheiten – vorwiegend von Wesenheiten sprachen, die mit dem Meer, den Buchen, Fluten, Wellen usw. in Verbindung stehen.Viele Traditionen überall in der Welt erwähnen auch riesige Wesenheiten, die vor allem zu Beginn der Formung unseres Planeten tätig waren. Es sind die Asouras der Inder, die Titanen der Griechen, die Riesen der nordischen Traditionen usw. Ihre enormen Ausmaße und ihre gewaltigen Kräfte erlaubten es ihnen, die Erdoberfläche – die Täler, Hügel, Gebirge, Felswände und Abgründe – zu formen.
Stets werden die Wesenhaften so beschrieben, daß ihre Ausmaße und auch ihre Körperform genau der jeweiligen Tätigkeit angepaßt ist. Wenn die Riesen groß sind, so deshalb, weil sie sich mit Dingen großen Umfanges befassen; und die Elfen sind klein, seil sie das Wachstum zarter Blumen unterstützen. Die Gnome wirken ebenso „dicht“, wie die Felsen und die Erde, die Nixen dagegen so fließend und beweglich wie das flüssige Element, dem sie zugehören. Luftgeister wiederum wirken leicht wie die Luft selbst. Immer stimmen die Eigenschaften der nichtstofflichen Körper der Naturwesen mit der Aufgabe überein, die sie zu erfüllen haben. Form und Tätigkeit stehen im Einklang – diese Logik gilt überall in der Natur.
Die „Götter“ der Antike
Zu den Wesenhaften gehören jedoch nicht nur alle Wesenheiten, die wir bisher erwähnten, die also im direkten Kontakt mit der Materie stehen und diese formen, beleben und leiten. Den Überlieferungen zufolge gibt es über den vielfältigen Arten von „Arbeits-Kräften“ noch andere, höhere Wesenhafte, die deren Tätigkeiten leiten und koordinieren. Und zuletzt gibt es eine begrenzte Anzahl höchster „Führungskräfte“, die an der Spitze einer ganzen Hierarchie stehen. Diese wurden von verschiedenen Völkern, die von ihnen Kenntnis hatten, als „Götter“ verehrt. Es sind dies die gut bekannten Götter der griechischen und römischen Antike: Zeus, der Gott des Himmels und der meteorologischen Phänomene im allgemeinen; Hades, der Gott der Unterwelten; Poseidon, der Gott der Meere; Artemis, die Göttin der wilden Erde (Wälder und Wiesen); Demeter, die Göttin der kultivierten Erde; Hephaistos, der Gott des Feuers und der Vulkane; Aphrodite, die Göttin der Fruchtbarkeit, der Pflanzen usw.
Diese Götter stehen nicht nur als treibende Kräfte hinter den Naturphänomenen, sondern sie personifizieren auch bestimmte Tugenden, die in Verbindung mit ihrer Tätigkeit stehen. Zum Beispiel den Gerechtigkeitssinn (Zeus), die Schönheit (Aphrodite), den Mut (Mars), die Wachsamkeit (Athena), die Demut und das Pflichtbewußtsein (Merkur), die Treue (Hera), die Reinheit (Artemis) usw.
Die zwölf „Hauptgötter“ der griechischen, römischen oder germanischen Mythologie, die also in Europa erwähnt wurden, findet man – von einigen Abweichungen abgesehen – in Afrika, Asien und in Amerika ebenfalls. Alle Traditionen schreiben diesen Göttern auch einen Wohnsitz im Himmel zu, von den Griechen Olymp, den Germanen Walhall und den Kelten Tir-na-Moe genannt.
Das Einflußgebiet jedes Gottes und die Fähigkeiten, die ihm jeweils zugeschrieben werden, ähneln einander ebenfalls. Überall gibt es einen „Gott des Himmels“, der gleichzeitig der „Gott“ des Gewitters ist und Blitze mit Hilfe einer Waffe oder eines Werkzeuges schleudert. Bei den Griechen ist es Zeus mit seiner Lanze; bei den Römern Jupiter, ebenfalls mit einer Lanze ausgestattet; bei den Germanen ist es Thor (Donar) mit seinem Hammer; bei den Inkas Catequil mit seiner Schleuder; in China Lei-Kong mit Holzhammer und Meissel; die Iroquois-Indianer kennen Hino mit Bogen und Pfeilen; in Mozambique wird der Gott Tilo genannt; in Guinea Nyamie; in Senegal Rockh-Sene; in Guatemala Hurakan; in Indien Indra.
Die Namen diese „Götter“ ähneln einander manchmal sehr. Beispielsweise wird die Gottheit, die für das Feuerelement verantwortlich ist, in Indien Agnis genannt, Ogni von den slawischen Völkern, Ignis bei den Römern. Die Ordnung der Natur ist in Griechenland von Uranus abhängig, und von Varuna in Indien.
Alle diese Beispiele zeigen, daß die Völker und Zivilisationen die Natur früher nicht nur als Materie betrachteten, sondern ihr Wirken personifizierten, es belebenden Kräften zuschrieben, die auch – abhängig von der jeweiligen Aufgabe – bestimmte Eigenschaften aufwiesen. Weltweit zeigt sich dabei das einheitliche Bild einer hierarchischen Ordnung, an deren oberster Stelle eine Gruppe höchster Götter gemeinsam wirkt.
Eine solche einheitliche Weltsicht kann überraschen. Denn abgesehen von wenigen kultur- und milieubedingten Unterschiedlichkeiten stimmen auf der ganzen Erde die Beschreibungen der Wesenhaften und ihrer Führer (der Götter) im Grunde auf erstaunliche Weise überein. Wie ist so etwas möglich? Woher kommt diese Einheitlichkeit?
Woher stammt das Wissen?
Hier stehen einander zwei Hypothesen gegenüber. Die erste erklärt das ganze Wissen über die Wesenhaften zur menschlichen „Erfindung“, die sich durch mündliche oder schriftliche Überlieferung über den Erdball verbreitet hat. Demnach hat man sich irgendwann in der Geschichte vorgestellt, daß die Natur von personifizierten Kräften belebt wird, und diese Annahme hat sich sodann langsam über den ganzen Erdball verbreitet.
Die zweite Hypothese geht hingegen von etwas eigentlich Naheliegenderem aus: Der Grund dafür, daß so viele verschiedene Völker der Erde von der Existenz der Wesenhaften überzeugt sind und sie auch auf ganz ähnliche Weise beschreiben, liegt einfach darin, daß diese Wesenheiten eben wirklich überall gesehen wurden. Es gab also keine Überlieferung haltloser Vorstellungen, sondern es wurde in jedem Volk lokal einfach das verarbeitet, was ursprünglich auf persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen beruhte.
Diese Erlebnisse mußten allerdings sehr markant und unzweifelhaft gewesen sein, um die daraus entstandenen Überlieferungen so klar erstehen zu lassen. Wären sie nur aus irgendwelchen Träumereien, Phantastereien oder Spekulationen hervorgegangen, müßten die Beschreibungen aus den verschiedenen Regionen der Erde sehr verschieden sein. Wie wir gesehen haben, stimmen sie jedoch weitgehend überein – eine Tatsache, die sich in die Hypothese Nummer zwei fügt.
Daß eine getreue Übermittelung irgend eines menschlichen Gedankenspiels letztlich über die ganze Welt stattfand, wie dies von der ersten Hypothese unterstellt wird, muß man übrigens schon vom Prinzip her in Zweifel ziehen.
Denn es ist wohl bekannt, daß jede Information, die von Mund zu Mund über eine ganze Reihe von Zwischenpersonen weitergegeben wird, um so mehr Veränderungen erfährt, je öfter sie übermittelt wird. Teile der ursprünglichen Information werden bald weggelassen, verbogen und durch neue Elemente ergänzt, und was am Ende herauskommt, hat nichts mehr – oder nur noch sehr wenig – mit der anfänglichen Information zu tun. Außerdem stehen der Verbreitungshypothese geographische Gegebenheiten entgegen: Zu jener Zeit, da diese Überlieferungen sich weltweit hätten ausbreiten sollen, bedeuteten Ozeane, hohe Gebirgszüge, Wüsten, usw. fast unüberwindbare Hindernisse. Und doch findet sich das Wissen von den Wesenhaften auf beiden Seiten des atlantischen und pazifischen Ozeans, in Asien wie in Australien, auf beiden Seiten der Alpen und des Himalajas, im Norden wie im Süden der Sahara …
Und abgesehen davon: Damit sich das Wissen über die Wesenhaften so markant darstellt, daß wir heute von einheitlichen Überlieferungen ausgehen können, wäre wohl auch ein echter „Missionargeist“ vonnöten gewesen, der das übermittelte Wissen belebt und unterhält, wie dies zum Beispiel in der Verbreitung des Christentums der Fall war.
Gab es einen solchen Missionseifer bei den in Frage kommenden Völkern? Den Historikern und Ethnologen zufolge nein. Diese heben nämlich gerade das Fehlen von Missionsbestrebungen als besonders typisches Merkmal hervor, wenn es um Völker geht, bei denen der Glaube an die Wesenhaften im Mittelpunkt stand. Selbst damit beschäftigt, ihre innige Verbindung mit bestimmten „Naturgeistern“ zu pflegen, mißfiel es diesen Völkern nicht, wenn ihre Nachbarn zu anderen Wesenhaften Verbindung suchten als sie selbst.
Durch die Zeiten …
Auf das Wissen von der Existenz der Wesenhaften trifft man nicht nur überall auf der Welt, sondern man findet es auch zu jeder Zeit, soweit man in der Menschheitsgeschichte zurückblickt.
Die ältesten Zeugnisse, die uns Hinweise darauf geben, daß die Menschen mit Wesenhaften in Kontakt standen, sind Höhlen- bzw. Felszeichnungen, die vor mehr als 25.000 Jahren entstanden. Wenn dabei auch vorwiegend Tiere dargestellt werden, so findet man doch auch einige Formen, die typischen Wesenhaften gleichen – etwa auf den Zeichnungen des Tassili Massives (Sahara), von Kimberly (Australien) usw.Noch eindrucksvollere Zeugnisse erscheinen ab dem 5. Jahrtausend vor Christus mit Statuen und Wandmalereien, die Naturgeister und Götter in den Stadt-Staaten Mesopotamiens und in den ersten ägyptischen Reichen darstellen. Ab dem 4. Jahrtausend vor Christus findet man solche Zeugnisse in Indien, China und in Übersee – in Peru, wo die ersten Tempel-Pyramiden gebaut wurden. Ab dem 2. Jahrtausend vor Christus wird der Bezug zu den Wesenhaften bei den Assyriern und Phöniziern sichtbar, besonders jedoch in Griechenland, wo sich der entsprechende Kult auf außergewöhnliche Weise entfaltet.Im selben Zeitraum huldigen viele verschiedene Völker ihren wesenhaften „Göttern“ – auch dort, wo später Israel entstehen sollte. Gegen diesen Götterkult kämpfen die Juden später an, nachdem ihr Stammvater Abraham – etwa um 1800 vor Christus – die Offenbarung empfangen hatte, daß es in Wahrheit nur einen einzigen Gott gibt, der über allem steht, und nachdem Moses – gegen 1250 vor Christus – die Zehn Gebote Gottes empfangen durfte.Im letzten Jahrtausend vor der Geburt Jesu ist der Glaube an Wesenhafte und Götter im ganzen römischen Reich lebendig, ebenso bei den Völkern, die – wie die Gallier und Helvetier – mit Rom in Kontakt standen. Und noch zwei Jahrhunderte nach Christi Geburt findet der germanische Götterkult einen neuen Höhepunkt.
Die Gründung des Islams im 6. Jahrhundert nach Christus beeinträchtigt den Glauben an die Wesenhaften nicht, sondern bestärkt ihn vielmehr. So versichert der Koran, daß Gott zusätzlich zu den Engeln und den Menschen auch die „Djinn“ geschafften hat. Diese bewohnen die nicht-materielle Welt, führen jedoch zahlreiche Arbeiten in der Materie aus.
Dem Koran zufolge – welcher sich manchmal gleichzeitig an die Menschen und die Djinns wendet (LV, 31–34) – hat Salomon den Tempel in Jerusalem mit Hilfe der Wesenhaften erbaut (XXXVIII, 36–41).
Die christliche Kirche versucht dagegen – vor allem in den Jahrhunderten des Mittelalters –, nicht nur den Glauben an die „Götter“ (der damals in unseren Breiten ohnehin nur noch schwach vorhanden war), sondern auch an die Existenz der „kleinen Wesenhaften“, der Gnome, Elfen und Feen, auszurotten. Dieses Unternehmen gelingt jedoch nicht, und es steht auch im Gegensatz zur Ansicht vieler bedeutender Persönlichkeiten der kirchlichen Welt. Denn im 12. Jahrhundert bestätigt beispielsweise Hildegard von Bingen in ihren Schriften die Existenz der Wesenhaften. In ihrem Werk „Das Buch vom verdienstlichen Leben“ beschreibt sie, wie die Wesenhaften sich bei einem Gesandten Gottes darüber beklagen, daß die Menschen die Natur zerstören und deren Wirken beinträchtigen, indem sie die Gesetze der natürlichen Zyklen nicht respektieren.
Im 14. und 15. Jahrhundert erfährt der Götterkult bei den Inkas und Azteken einen bedeutenden Aufschwung. Und in Europa ist es im 16. Jahrhundert der berühmte Arzt Paracelsus, der das Wissen um die kleinen Wesenhaften aufrecht erhält. Er widmet ihnen – von denen er sagte, daß er sie kennt, weil er sie sieht – eines seiner zahlreichen Werke.
Bis zum 17. und 18. Jahrhundert halten die Indianer Nordamerikas den engen Kontakt mit der Natur und den Wesenhaften aufrecht, ebenso wie die Ureinwohner Australiens, die um diese Zeit von Cook entdeckt werden.
Im 19. und 20. Jahrhundert wird der Glaube an die Wesenhaften durch das Christentum in den Hintergrund gedrängt. Doch haben es christliche Missionare in fast allen Regionen der Erde mit Völkern zu tun, die von der Wirklichkeit „höherer Wesenheiten“ überzeugt sind. Und noch heute ist das Wissen um die Wesenhaften – durchaus nicht nur durch die Märchen und Legenden – in einem Teil der Weltbevölkerung verankert.
Ein primitiver Glaube?
Wer den Kontakt zu den Wesenhaften und ihren Führern als „falschen, primitiven Glauben“ abtun will, muß jedenfalls zur Kenntnis nehmen, daß dieser Glaube außerordentlich langlebig ist. Falsche Begriffe und Vorstellungen, die wir Menschen uns machen, überdauern gewöhnlich nur eine kurze Zeit, ehe sie durch neue Vorstellungen ersetzt werden. Nach einigen Jahren, Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten, wird der Irrtum beziehungsweise die Realitätsferne normalerweise erkannt.
Beim „Glauben“ an die Wesenhaften war dies jedoch nicht der Fall. Er überdauerte bereits Jahrtausende und ist auch heute nicht auszurotten. Auch das weist darauf hin, daß die Vorstellung von Göttern, Elfen oder Gnomen nicht die Frucht der menschlichen Einbildung ist, sondern das Ergebnis wahrer Schauungen, tatsächlichen Erlebens.
Wenn dieses Wissen also in der ganzen Geschichte der Menschheit präsent war – hier einmal in Vergessenheit geratend, dort aber wieder neu erstehend –, so nicht nur deshalb, weil es auf erstaunliche Art und Weise von Generation zu Generation weitergegeben wurde, sondern weil es zu jeder Zeit wiederentdeckt werden konnte. Es geht bei den Wesenhaften ja um Naturkräfte, die für alle Entwicklungsprozesse notwendig sind, die untrennbar, wesentlich zur Natur selbst gehören. Und zu dieser lebendigen Wirklichkeit Zugang zu finden, war und ist eben zu allen Zeiten möglich.
Christopher Vasey