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Roger Federer gegen Juan Martin Del Potro – im Viertelfinal des US Open kommt es bereits zum 22. Duell zwischen dem «Maestro» und dem «Turm aus Tandil». Der Schweizer hatte zwar meist das bessere Ende für sich, Del Potro fügte ihm aber auch schmerzvolle Niederlagen zu.
Eine Hürde muss Roger Federer beim US Open auf dem Weg zum möglichen Duell mit Rafael Nadal um die Nummer-Eins-Position noch nehmen. Es ist allerdings eine hohe Hürde: 1,98 Meter ist sie gross, Juan Martin Del Potro heisst sie. Es ist bereits das 22. Duell zwischen dem Argentinier und dem Schweizer.
Während Federer gegen Philipp Kohlschreiber quasi in den Viertelfinal spazierte, musste Del Potro über dreieinhalb Stunden kämpfen. Obwohl er krank war und Dominic Thiem mit 6:1, 6:2 führte, bezwang er den Österreicher nach zwei abgewehrten Matchbällen noch in fünf Sätzen.
Nun wartet also Federer auf Del Potro. Mal wieder … Vor neun Jahren besiegte der Argentinier den Schweizer auf dem Weg zu seinem einzigen Grand-Slam-Titel im US-Open-Final. Doch das war längst nicht das einzige denkwürdige Duell zwischen den beiden:
Juan Martin Del Potro ist gerade mal 18 Jahre alt, als er in der zweite Runde von Wimbledon zum ersten Mal auf Roger Federer trifft. Es ist erst sein fünftes Grand-Slam-Turnier, davor war der grossgewachsene Argentinier nur in Australien über die erste Runde hinausgekommen.
Gegen den damals bereits vierfachen Wimbledon-Champion Federer ist die Weltnummer 56, die erst ihr drittes Turnier auf Rasen spielt, völlig chancenlos und verliert 2:6, 5:7, 1:6. Für Rasenkönig Federer ist es der perfekte Aufgalopp, er macht später mit einem Finalsieg über Rafael Nadal seinen fünften Titel in Serie klar.
Head-to-Head: 1:0 für Federer.
Was für eine Demonstration! Federer gesteht Del Potro beim zweiten Duell an einem Grand-Slam-Turnier nur drei Games zu und gewinnt im Viertelfinal der Australian Open locker mit 6:3, 6:0 und 6:0. Mehr zu reden als das Sportliche gibt nach der Partie Del Potros Kommentar zur Niederlage: «Verdammt, dieser Hurensohn gewinnt alles! Ich hatte Lust, Federer umzubringen», sagt der Youngster. Zwar meint er es im Scherz, die Wortwahl lässt dann doch etwas zu wünschen übrig.
Federer bodigt nach der Gala gegen Del Potro auch Andy Roddick im Halbfinal in drei Sätzen, verliert im Endspiel dann aber gegen Rafael Nadal in fünf Sätzen und weint bei der Siegerehrung bittere Tränen.
Head-to-Head: 4:0 für Federer.
Vor dem sechsten Duell hat Federer gegen Del Potro noch immer eine weisse Weste. Er hat sogar noch keinen Satz gegen den «Turm aus Tandil» abgegeben. Das ändert sich im Halbfinal des French Open aber schlagartig. Nach dem Schock-Aus von Topfavorit Rafael Nadal gegen Robin Söderling bietet sich dem Schweizer plötzlich die Chance, erstmals in Roland Garros zu triumphieren und seinen Karriere-Slam zu vervollständigen.
Doch Federer tut sich schwer mit der Favoritenrolle. Im Achtelfinal muss er gegen Tommy Haas einen 0:2-Satzrückstand aufholen. Und auch im Halbfinal gegen Del Potro muss der Schweizer seine Entfesselungskünste unter Beweis stellen. Der 20-jährige Del Potro, der erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinal steht, dominiert die ersten drei Sätze dank seinem Aufschlag und der wuchtigen Vorhand.
Nur weil Federer im Tiebreak des zweiten Satzes sein bestes Tennis auspackt, liegt er «nur» mit 1:2 Sätzen zurück. Über den Kampf findet der «Maestro» danach zurück ins Spiel und siegt gegen den immer müder werdenden Del Potro doch noch mit 3:6, 7:6, 2:6, 6:1 und 6:4. Im Final lässt Federer Nadal-Bezwinger Robin Söderling dann keine Chance mehr.
Head-to-Head: 6:0 für Federer.
Nur zweieinhalb Monate nach Paris stehen sich Federer und Del Potro zum siebten Mal gegenüber, dieses Mal im Final des US Open. Der Schweizer spielt zunächst Tennis von einem anderen Stern und führt schnell 6:3, 5:4. Doch als er zum Gewinn des zweiten Satzes aufschlägt, gelingt dem Argentinier plötzlich alles. Del Potro schlägt Winner um Winner, lässt sich vom Publikum abklatschen und von der Euphorie tragen.
Federer hält dagegen und geht mit 2:1 Sätzen in Führung. Je länger die Partie dauert, desto mehr Fehler schleichen sich bei ihm aber ein. Der Maestro hadert mit sich und dem Schiedsrichter, Del Potro dagegen bleibt in seinem ersten Grand-Slam-Final unbeeindruckt und schaukelt das Ding unter tosendem Applaus der Zuschauer nach Hause. Mit einem 3:6, 7:6, 4:6, 7:6, 6:2-Erfolg gewinnt er seinen bislang einzigen Grand-Slam-Titel, Federer quittiert die Sensation mit einem anerkennenden Lächeln.
Head-to-Head: 6:1 für Federer.
Im Viertelfinal des French Open steht Federer gegen Del Potro mit dem Rücken zur Wand. Nach verlorenem Startsatz liegt er im Tiebreak des zweiten Durchgangs 4:5 zurück, als beim sonst so besonnenen Schweizer plötzlich die Sicherungen durchbrennen. Eine Rückhand des «Maestro» segelt auf die Linie, da ruft ein Fan lauthals «out». Der Punkt geht schliesslich an Del Porto, der nun zwei Satzbälle hat. Zu viel für Federer: Der schäumt vor Wut und brüllt ein lautes «Shut up!» ins weite Rund.
Del Potro nutzt gleich seinen ersten Satzball und geht mit 2:0 Sätzen in Führung. Doch Federer schafft die Wende noch. Er überlässt Del Potro danach nur noch fünf Games und gewinnt mit 3:6, 6:7, 6:2, 6:0, 6:3. Für den zweiten French-Open-Titel reicht es am Ende aber nicht. Im Halbfinal unterliegt er Novak Djokovic in drei Sätzen.
Head-to-Head: 12:2 für Federer.
Noch ein Sieg trennt Roger Federer von der lang ersehnten olympischen Einzelmedaille. Auf dem heiligen Rasen von Wimbledon trifft der Schweizer im Halbfinal mal wieder auf Del Potro. Und das Spiel wird für Federer und alle seine Fans erneut zur Geduldsprobe, der Argentinier serviert unglaublich stark. Nach dem Verlust des ersten Satzes holt sich Federer den zweiten im Tiebreak. In 1:43 Stunden gelingt ihm kein einziges Break.
Das muss sich im Entscheidungssatz ändern, denn dieser wird ausgespielt. Beide erspielen sich Breakbälle, doch erst beim Stand von 17:17 durchbricht Federer erstmals Del Potros Service. Es ist die Entscheidung: Federer serviert das Match wenig später nach Hause, er gewinnt nach 4:24 Stunden 3:6, 7:6, 19:17. Es ist bis heute das längste Tennisspiel auf zwei Gewinnsätze der Geschichte. Den Final am nächsten Tag gegen Andy Murray verliert Federer dann allerdings klar in drei Sätzen.
Head-to-Head: 13:2 für Federer.
Zwei Monate nach dem epischen Olympia-Fight stehen sich Federer und Del Potro im Final von Basel bereits wieder gegenüber. Diesmal hat der Argentinier aber das bessere Ende für sich und vermiest Federer den sechsten Heimsieg. Im Tiebreak des dritten Satzes hat Del Potro die besseren Nerven und siegt 6:4, 6:7, 7:6.
Head-to-Head: 13:3 für Federer.
Im Jahr darauf bietet sich Federer in Basel die Chance zur Revanche. Der Schweizer hat keine einfache Zeit hinter sich, kämpft schon die ganze Saison mit Rückenproblemen und kassiert viele frühe Niederlagen. Und auch das Heimturnier endet mit einer Enttäuschung: Wie im Vorjahr trifft er im Final auf Del Potro, der sich in einem weiteren engen Match mit 7:6, 2:6 und 6:4 durchsetzt.
Head-to-Head: 13:5 für Federer.
Nach einer fast dreieinhalbjährigen Pause kommt es in Miami zum bislang letzten Duell zwischen Federer und Del Potro, der wegen Handgelenksproblemen immer wieder pausieren musste. Nachdem die letzten sieben Spiele allesamt mit einem Entscheidungssatz geendet haben, ist es diesmal eine klare Angelegenheit für Federer. Der frischgebackene Australian-Open-Champion siegt in der dritten Runde mit 6:3 und 6:4.
Head-to-Head: 16:5 für Federer.