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Selbstthåtige doppelte Zinkenfräsmaschine zur Kistenfabrication.
(Patent von Rummer & äßner in Chemniß.)
(Hierzu figur 4 bis 8, Tafel IX.)
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Der außerordentlich bedeutende, von Jahr zu Jahr ges steigerte Verbrauch von Kisten rief mit deren Fabrication im Großen in natürlicher Folge auch das Bedürfniß dazu geeigneter Maschinen hervor, namentlich solcher zur mechanischen Herstellung der Zinken und Schliße in den Kistenwänden.
Dergleichen Maschinen find bereits mehrfach construirt worden; doch haben selbst die bisher besten dem Anspruche an Leistungsfähigkeit nicht zu genügen vermocht. Die Manipulationen waren zu mannigfaltig, die Bedienung war zu zeitraubend und nicht leicht genug, und die Production eine zu beschränkte.
Die Zintenfräsmaschine aus der Werfzeugmaschis nenfabrit von Rummer & fäßner in Chemniß dagegen verrichtet fast sämmtliche Operationen selbstthätig, ist leicht und schnell zu bedienen und übertrifft in ihrer Leistungsfähigkeit die besten der bis jeßt existirenden Maschinen um das Fünfs bis Sechefache.
Fig. 4, Taf. IX, stellt die Seitenansicht, Fig. 5 die Vorderansicht und Fig. 6 den Grundriß dieser Maschine in Fig. 7 und 8 die beiden verschiedenartigen Schliße, wie solche die Maschine gleichzeitig erzeugt, in der natürlichen Größe dar. Das Vorgelege, von welchem aus alle Mechanismen der selbstthätigen Functionen betrieben werden, befindet sich an der Maschine selbst, so daß die Bewegung der Transmissionswelle durch einen Riemen direct auf die Maschine übertragen wird. Bom Riemen RR wird durch Räderübersegung ein, zwischen den fest mit einander verbundenen Gestellen A, A gleitender Wagen BB auf- und abbewegt, und zwar in einer ihm vorgeschriebenen, nach der Dide, eventuell der Menge der aufgespannten Bretter fid richtenden Entfernung. Auf eben gedachtem Wagen sipen 3 Spindelstöde C, C, C, in deren Spindeln zu beiden Seiten Fräser D und D, eingelegt sind. Die zwei äußeren dieser Spindelstöcke fönnen gleidhmäßig gegen den festen mittleren verstellt werden, je nachdem man eine grös Bere oder kleinere Zinfentheilung ausführen will. Die Spindeln erhalten ihre Umdrehung durch die Riemen SS und ss, so daß die Fräser D und D, beim Nieder- und Aufgange des Wagens B Schlige in die auf den zwei Solitten E und E. aufgespannten Bretter einfräsen. Bei dieser Arbeit verbleibt einer der beiden Schlitten in unverrückter Stellung, während der andere in eine selbstthätige horizontale Bewegung nach voroder rüdwärts verseßt werden kann, wodurch es möglich wird, in die Bretter auf der einen Seite verticale, auf der an: deren Seite schräge Schliße zu gleicher Zeit einzuarbeiten.
Die 3 Fräsen D auf der Seite des feststehenden Solittens E haben eine nach hinten zu verjüngte Gestalt und erzeugen ohne Weiteres die schwalbenschwanzförmigen Schliße a, a.. Fig. 8. Die 3 Fräser D, dagegen auf der Seite des fortschreitenden Schlittens E, haben parallele Schneids fanten und vollziehen bei dem Vor- oder Rückwärtsgange dieses Schlittens die Berstellung der Schliße b, b.. Fig. 7. Durch Regulirung am Griffe F, Fig. 5 und 6, fann die nach ror- oder rüdwärts gerichtete Bemezung des Schlittens E
augenblidlich in die entgegengesepte umgesteuert werden. Diese Umsteuerung hat beim Eintritte der Fräser D, in jede der durch die Bretter gebildeten Fugen, welcher genau durch einen am Wagen angebrachten Zeiger abgelesen werden kann, zu erfolgen, so daß zunächst beim Niedergange des Wagens die Soliße by, b.. Fig. 7, eingefräst und dann beim Wagenaufgange die fertigen Schliße b, b.. gebildet werden.
Während eines Spieles der Maschine oder eines vollendeten Wagenlaufes werden demnach auf einfachste Weise 3 Baar in einander passende Schliße und Zinken zweier oder mehrerer Kistenwände vollkommen fertig.
Zur Completirung der Schliße in die aufgespannten Bretter muß diese Arbeit wiederholt werden, wozu es vorher einer unter sich gleichen, nach Maßgabe der Zinfentheilung zu bewirkenden Verstellung beider Schlitten E, e, bedarf. Dieselbe geschieht durch Räderübertragung und zwar selbstthätig unter Einwirkung des Bolzens H, Fig. 4 und 6, und der am Sơlitten E, Fig. 4*), angeschraubten, mit Einschnitten versehenen Schablone G. Der zum Einrüden der Schlittenverstellung dienende Griff J steht, wie in Fig. 6 ersichtlich, mit den Bolzen H in folcher Verbindung, daß im Augenblice, wo durch ihn die Bewegung beider Schlitten veranlaßt wird, sich Legterer aus einer Deffnung des Geftelles A,**) und einem Einschnitte der Schablone G herausschiebt, dann außerhalb an diese anlegt und so lange die Bewegung unterhält, bis er von selbst, vermittelst einer Feder, durch den nächstfolgenden Einschnitt zurüdschlüpft. Durch die Entfernung der Schabloneneinschnitte ist die Größe der Schlittenverstellung figirt, und sie ist, da auf jeder Seite der Maschine 3 Fräser in gleichen Abständen arbeiten, dreimal so groß, als die angenommene Zinfentheilung.
Jeder einzelne Mechanisinus, sowie selbstredend die ganze Maschine, ist in beliebiger Stellung sofort ausrüdbar und ders gestalt eingerichtet, daß alle Arten Zinken, starke und schwache, mit willkürlicher Schräge und Theilung gefertigt werden können. Dabei ist die Bedienung eine so einfache, daß die Maschine jedem gewöhnlichen Arbeiter nach furzer Anleitung selbstständig übertragen werden fann. Zu ihrem Betriebe bedarf fie 11 bis 2 Pferdestärken.
Die Productivität der Masdyine berechnet sich wie folgt:
Sollen z. B. Kisten von 500mm Höhe, 25mm Wandstärke mit einer Zinfentheilung von 60mm fabricirt werden, wobei die Kistenwände resp. nad; Fig. 8 8 Schliße und 9 Zinken, nach fig. 7 9 Schliße und 8 Zinken erhalten, so hat, zur Bildung dieser Schliße und Zinken an dem eingespannten Ende der Bretter, der Wagen B 3 Mal auf- und niederzugehen und eine zweimalige Verstellung der Schlitten E, E, stattzufinden. Bei der zu Grunde gelegten Geschwindigkeit des Wagens von 100mm pro Minute und der Verstellung der Solitten von 1000mm pro Minute bedarf, vorausgesept,
*) In der Zeichnung fälsolid mit E bezeichnet. **) Ebenfalls in Fig. 4 fälschlich AA bezeichnet.
daß 4 Bretter auf jeder Seite der Maschine aufgespannt sind, der ca. 130mm betragende Wagenhub 1,8 Minuten, die 180mm betragende Fortstellung der Schlitten 0,18 Minuten. Fiernach ist zum Einarbeiten der Schliße an dem einen Ende der 8 Seitenwände von zwei dergleichen Kisten während 6 einfacher Wagenhübe à 130mm 6. 1,3 = 7,8 Min., 3 Wagenumsteuerungen am Griff K ca. 3.0,1 = 0,3 2 Schlittenverstellungen à 180mm am Griff J.
2.0,18 = 0,36 etwaigen Aufenthaltes bei normalem Gange ..
0,54 ein Zeitaufwand von 9 Min.,
mithin zur Herstellung aller Schliße und Zinken auf beiden Seiten der Bretter, exclusive Umspannen, ca. 18 Minuten er: forderlich. Demzufolge vermag ein eingerichteter Arbeiter bei ungestörtem Gange der Maschine mittelft derselben pro Stunde ca. 20 Seitenwände zu 5 Stüd Kisten und in 12 Arbeit8: ftunden ca. 240 Seitenwände zu 60 Stück Riften oben angegebener Dimensionen fertig zu verzinfen und alle Nebenarbeiten dabei zu verrichten. Selbstverständlich ist bei ichwa: cheren oder fleineren Kisten, wie sie meist zur Verwendung kommen, die Production eine verhältnißmäßig größere.
ca.
CA.
Einige Worte über den „Constructeur“ des Professor Reuleaur. .
Von 7. Lüders.
(Fortseßung von Seite 321.)
Wir treten nun mit $. 19 in den zweiten Absdynitt des Constructeur": , Die Construction der Maschinenelemente" ein. Der Verf. beginnt mit den Schrauben und adoptirt den von Whitworth angegebenen Querschnitt der Gewindes gänge; anstatt aber, wie man erwarten sollte, das Whit: worth'sche System ganz und gar zu adoptiren, wird die früher in der Constructionslehre" gegebene Tabelle wiederholt, in welcher die in Millimetern gegebenen Durchmesser und Steigungen der Schraubbolzen sich nur so weit der englischen Scala anschließen, als es die Hüdficht auf eine regelmäßige Progression der Durchmesser erlaubt. Wir stellen hier die Resultate beider Scalen nebeneinander.
Es bedeuten in nebenstehender Tabelle:
Zollen nach Whitworth,
nach Whitworth, d, den Durchmesser des Schraubbolzens in Millimetern
nady Reuleauty, n, die Anzahl der Gewindegänge auf 1 Zoll englisch
nach Whitworth, n, die Anzahl der Gewindegänge auf 1 Zoll englisch
nach Reuleaux
Man sieht sogleich, daß ein gleichzeitiger Gebrauch beider Systeme oder ein almäliger Uebergang von einem zum anderen ganz unmöglich sind, und daß die Einführung des Reuleaur': schen Systemes init nicht geringeren Unbequemlichkeiten und Umwälzungen verbunden sein würde, als die Annahme irgend einer anderen metrischen Scala, z. B. der von Armengaud oder der von Redtenbacher vorgeschlagenen.
Wir möchten sogar annehmen, daß der Uebergang zu einer dieser Scalen leichter durchzuführen wäre, als der Uebergang zu der dem alten Systeme viel zu nahe stehenden des Constructeur".
Die auf englisches Maß basirte Whitworth scala bat fidy dem rheinischen Maße gegenüber Eingang verschafft trotz des Verlustes an Arbeit und Material, welcher daraus entsteht, daß an einem nad rheinischem Maße gewalzten Rundeisen
von mehr als Zoll (16mm) Durchmesser das entsprechende Gewinde ohne vorhergehende Streckung nicht mehr angeschnitten werden fann*). So wenig wie diese Nachtheile die einheitliche Einführung des Whitworth gewindes verhindern konnten, so wenig wird dasselbe bei der hoffentlich bald eintretenden allgemeinen Einführung des Metermaßes verdrängt werden. Schon der Umstand fällt schwer in's Gewicht, daß unsere Schraubenschneidebänke nach englischem Maße geschnittene Leits spindeln haben und also Gewinde reproduciren, deren Gangs zahl sich auf den englischen Zoll bezieht.
Bei Beibehaltung des Metermaßes würde es wohl zwed mäßig sein, die dwächeren Sorten Rundeisen nach englischen
*) Dies gilt natürlich nur von roben Sorauben. Bei gedrehten Boizen fäüt die Mebrarbeit fort, da man ja nur bas Ende derselben etwas dinner zu drehen braucht.
Maßen herzustellen und also, worauf es eigentlich ankommt, die Abstufungen des Durchmessers nach Achteln beizubehalten. Es würde genügen, diese Theilung von 25mm Durchmesser ab beizubehalten, welches Eisen dann aber effectiv zu 25mm, 4 = 1 Zoll englisch gewalzt würde, indem unbearbeitete Schrauben von größerem Durchmesser in fabrikmäßiger Darstellung wohl nienials vorfommen.
Bis jeßt haben übrigens weder die Scala im ,Constructeur", noch die von Redtenbacher vorgeschlagene die geringste praktisdie Bedeutung erlangt, und wird wohl dasselbe mit Armengaud's Scala der Fall sein, indem auch in Franfreich, so viel wir wissen, Whitworth's Scala die übliche ist. Nur in den Werkstätten der französischen Marine scheint, nach einer Notiz im Armengaud zu schließen, ein eigenes Gewindesystem zu existiren, dessen Scala nach einzelnen Millimetern fortschreitet.
Ør. Reuleaug sagt in der Anmerkung S. 66: ES unterliegt feinem Zweifel, daß auch andere als die gegebenen Verhältnisse für die Ausführung der Muttern und Köpfe gut geeignet sein fönnen, indessen ist es sicherlich zu empfehlen, fich an ein Dimensionssystem anzuschließen, damit die Gleichförmigkeit, welche für das Gewindesystem schon so glücklich erreicht ist, ihre Vorzüge auch bei den übrigen Dimensionen der Schrauben geltend machen kann."
So wenig aber wie das von Hrn. Neuleaux vorges schlagene Gewindesystein der Fortdauer der glüdlich erreichten Gleid förmigkeit förderlich sein dürfte, so wenig vermögen wir in seinem Vorschlage den bearbeiteten und den unbearbeiteten Muttern verschiedene Schlüsselweiten zu geben, einen Schritt gu
der gewünschten Einheit zu erbliden. Im Gegentheile, wir glauben, daß dadurch das ohne Zweifel existirende Uebel mangelnder Gleichförmigkeit in den Dimensionen der Muttern noch vergrößert und gleichsam legalisirt werden würde. Wir können für den Vorschlag Hrn. Reuleaur' durchaus feinen anderen Grund finden, als den Gedanken, die bearbeiteten Muttern aus den unbearbeiteten herzustellen, ein Verfahren, welches in mangelhaft organisirten Werkstätten gelegentlich ge duldet, seltener wohl wirklich eingeführt ist, und dessen Folgen da, wo sich bearbeitete und unbearbeitete Muttern nebeneinander finden, wenn auch nicht gerade großen Schaden, so dod Ums stände und Aerger genug verursachen kann.
In England braucht man allgemein die von Whitworth empfohlenen Schlüsselweiten für bearbeitete und unbearbeitete Muttern, in Deutschland aber sind wir, abgesehen von den Folgen des eben besprodjenen Verfahrens, noch nicht bis zur Adoption einer bestimmten Scala gelangt. So ist es z. B. in vielen Fabriken üblich, den größten Durchmesser der Muttern = 2d zu machen, woraus sich die Schlüsselweite - 1,75 d ergiebt, was für Bolzen von bis 1 Zoll (19mm bis 23mm) Durchmesser ziemlich mit Whitworth stimmt, für kleinere Diameter aber zu winzige, und für größere zu schwere Abs messungen liefert.
Zu den verschiedenen Formen der Befestigungsschrauben in S. 25 ist Weniges und nicht gerade Wesentlides zu bemerfen. Die so warm empfohlenen Formen Fig. 15 und 16, obgleich unter ilmständen gewiß nüßlich, sind unserer Meinung nach nur da anzuwenden, wo die Construction ohne wesent: liche Nachtheile nicht in der Art angeordnet werden kann, daß
die Bolzen, nachdem die zu verbindenden Theile aufeinander gestellt sind, sich von unten einbringen lassen. Wir werden auf diesen Punft bei Besprechung der Wandlagerstühle zurückfommen.
Die in Fig. 17 dargestellte Befestigung der Fundamentanfer in einer gußeisernen Kapsel im Fundamente läßt fid) auch gelegentlich anwenden, ohne aber im Allgemeinen vor der gewöhnlichen Befestigungsart Vortheile zu gewähren, während ste ihre besonderen Mängel hat. Es könnten z. B. Unzuträglichkeiten entstehen, wenn ein Anfer beim Anziehen reißen follte, oder wenn vor der Einbringung der Anker etwas in die Anferlöcher fiele. Es wäre entschieden besser, die Kapseln an einer Seite offen zu machen und mit einem Canale in Verbindung zu seßen, der aber nicht so weit zu sein braucht, wie man fte jeßt behufs Einbringung der Anferscheiben machen muß. fr. Reuleaux freilich erblidt gerade in dem Wegfallen aller Canäle eine sehr vortheilhafte Vereinfachung der Maurerarbeit; doch scheint uns der Umstand sehr gering anzuschlagen zu sein. Auch bedingt die neue Construction etwas unförmliche Löcher in dem zu befestigenden Maschinentheile, sowie genaue Uebereinstimmung dieser Lödjer mit denen im Fundamente.
Bei Schrauben von größerem Durchmesser, welche nicht mehr mit der Kluppe, sondern auf der Drehbant geschnitten werden, fällt die Nothwendigkeit einer festen Gewindescala fort, und können daher nach Umständen verschiedene Verhältnisse angewendet werden.
Die Regeln in $. 26 geben für größere Befestigungsfchrauben Dimensionen, welche den Verhältnissen der legten Stufen der Whitworthscala ziemlich entsprechen und können als Ausgangspunkt benußt werden; ebenso ist die Regel 40 in §. 27 für Preßschrauben mit flachem Gewinde verwendbar, da die Steigung bei diesen in der Regel zul d bis
genommen werden kann. Dagegen halten wir die Einführung des Begriffes der ,, erweiterten“ Schraube für ganz überflüfftg. Hr. Reuleaux giebt die Regel, daß man im Allgemeinen einer Schraube, deren Durchmesser aus irgend welchen Gründen größer genommen worden ist, als dem durch sie auszuübenden Drude entspricht, denjenigen Gewindequerschnitt zu geben hat, welchen sie bei normalem Durchmesser erhalten würde.
· Als Beispiel folcher Erweiterungen führt er, freilich ohne Zahlenangaben, zuerst Röhrenverbindungen und Stopfbüchsen an, und müßten sich darnach also die Dimensionen des Gas: röhrengewindes aus denen der Schrauben, weldie zur Verbindung der Flanschen von Röhren gleichen Durchmessers dienen, berleiten lassen!
Wir fönnen hier einschieben, daß die Dimensionen des Gasgewindes nicht allein nidyt hier, sondern auch nicht weiter unten bei den Röhrenverbindungen sich finden, was uns ein entschiedener Mangel zu sein scheint.
Bei den Prebichrauben lassen fich gar keine Umstände finden, welche uns bewegen fönnten, der Schraubenspindel größere Durchmesser zu geben, als wir aus Festigkeitsrücfichten für geboten erachten, es sei denn, daß dieselbe, wie auch Fr. Neuleaux erwähnt, auf rückwirkende Festigkeit ihrer Länge halber beredynet werden muß, was aber höchst selten der Fall sein wird; man wird also bei diesen gar keine Gele
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genheit haben, die Regel über die erweiterte Schraube anzuwenden.
Außerdem ist in manchen Fällen der Preßschrauben aus befannten Rücksichten eine gewisse Steigung nothwendig, und daher die Verkleinerung derselben, welche bei den erweiterten Schrauben stattfindet, gar nicht zuläffig. Nur unter den Bes festigungsschrauben finden wir eigentlich Beispiele von wirflichen Erweiterungen der Schraubenspindel, 3. B. bei der Bes festigung der Kolben auf den Kolbenstangen mittelst Muttern, und könnte man da immerhin zuerst die Reuleaur'sche Regel versuchen anzuwenden.
Was endlich noch die Beredynung der Durchmesser der Schrauben betrifft, so seßt der Constructeur" nach üblicher Annahme d = 0,67 VP, woraus fich S=2,8 Kilogrm. giebt; er macht aber hiervon bei Preßschrauben eine Ausnahme, indem er vei sorgfältiger Ausführung d=0,46 VP und somit S= 6 Kilogrm. gestattet. Diese legte Annahme ist ziemlid) hoch, da die beim Anziehen entstehende Torsion der Spinder die Spannung in derselben bei gewöhnlichen Verhältnissen um ca. 25 pt. gegen die dem ausgeübten Zuge entsprechende erhöht, und also S= 7,5 Kilogrm. wird. Es hätte and wohl darauf hingedeutet werden fönnen, daß es häufig rathsam ist, nicht den mit der Schraụbe auszuübenden Druck bei Beredynung des Durchmessers zu Grunde zu legen, sondern die größte Anstrengung, deren die bewegende Torsionsfraft überhaupt fähig ist.
Die in $. 28 gegebenen Regeln über Schraubenverbindungen weichen von den in der ,,Constructionslehrew (S. 92 und Taf. III) gegebenen mehr oder weniger ab; wir wollen aber auf diese Unterschiede nicht näher eingehen, da wir diesen Regeln überhaupt nur eine sehr geringe Widytigkeit beilegen.
In Fig. 30 bis 33 sind Verbindungen dargestellt, bei denen die Schrauben, welche die Construction zusammenhalten, nur durch den von der eigenen Mutter ausgehenden Zug beansprucht werden, während die in der Construction wirkenden, in der Regel nicht unbedeutenden Kräfte, welche die Schrauben fenfrecht zu ihrer Are beanspruchen würden, durch die Art der Zusammenfügung der einzelnen Bestandtheile aufgenommen werden. Der Durdymesser der Schrauben läßt sich daher nicht berechnen, sondern wird nach Gutdünfen so angenommen, daß er, wie man zu sagen pflegt, nicht außer Verhältniß zu den übrigen Dimensionen des Ganzen steht. Hier scheint nun in der That das wahre Feld der Verhältnißzahlen zu sein; bei der ungemeinen Verschiedenheit der Constructionen aber, bei weloven folde Verbindungen vorkommen, find allgemeine Regeln nicht aufzustellen, sondern nur solche für einzelne Gruppen, wie es z. B. Redtenbacher in seinen Wasserrädern ges than hat.
Aud Fig. 30 und 31 lassen sich faum anders auffassen, wie als Theile eines Wasserrades; es würde fich aber nady einfacher Reduction aus den Verhältnißzahlen ergeben, daß die Dide des Kranzes fast i der Breite desfelben betragen jol, während Redtenbacher bis as vorschreibt. Und weshalb sind in allen Beispielen nur zwei Schrauben zur Verbindung gebraucht? Nehmen wir Fig. 32 und 33 als Bers bindungen von Armen mit einer Nabe, so ergeben sich ebenso wenig praktische Verhältnisse, wenn man danach zu construiren
versucht. Die Verbindung eines horizontalen Dampfcylinders wäre ein anderes Beispiel einer Construction, bei welcher Knaggen und Reile die arbeitenden Kräfte aufnehmen und die zusammenhaltenden Schrauben vor Beanspruchung senfrecht zur Are schüßen; wir wüßten aber in der That nicht, wie wir die Verhältnißzahlen des vorliegenden Paragraphen darauf anwenden sollten.
Daß die Arbeitsleisten die aufeinander zu passenden Flächen vollständig umsäumen, ist nur da zu billigen, wo man alles bobeln fann, wie fich in Fig. 30, 31 und 33 allenfalls annehmen läßt; in Fig. 32 aber müßte Bearbeitung von Hand eintreten, und statt der Arbeitsleisten einzelne Arbeitsflächen 11 bis 2 Zoll (39 bis 52mm) im Quadrat angeordnet werden.
Von den Flanschenverbindungen werden hier nur die für Gefäße, die feinem hohen inneren Drude ausgeseßt sind, behandelt, bei welchen daher alle Dimensionen empirijd find, aber diesmal ohne Schwierigkeit aus Verhältnißzahlen bestimmt werden können. Als Bezugseinheit wird natürlich die Wandstärke des Gefäßes gewählt; wir vermissen aber alle Ausfunft darüber, wie start man diese zu nehmen hat, und hierüber wird der Anfänger vor allem in Zweifel sein. Belanntlich genügen 1 bis 5 Zoll (13 bis 16mm) fast immer, indem bei größeren Fladen Veranferungen der Wände eintreten. Die Schrauben nimmt man zou (16mm) start und fept file 5 bis 6 Zoll (131 bis 157") von einander, die Flanschen werden 23 bis 3 Zoll (72 bis 79mm) breit, Zoll (46mm) did und erhalten zwisden jeder Schraube eine Verstärkungsrippe. Ueber die Entfernung der Schrauben von einander ist im „Constructeur“ Nichts gesagt; die Schrauben und Flanschen werden nach seinen Regeln reichlich did, Leptere aber etwas zu schmal, wenigstens wenn die Löcher für die Bolzen eingegossen werden sollen. Wir find im Ganzen für vieredige eingegossene Löcher und Schrauben mit Kopfbaltern, ohne aber eingebohrte Löcher und gewöhnliche Schrauben irgendwie zil tadeln.
Zur Dichtung wird bekanntlich Eisenfitt zwischen die Flanschen gestemmt, was aber für gute und bequeme Ausführung mehr Spiel zwischen den Flanschen verlangt, als sich bei 1 Zoll (13mm) Wandstärke und 5 zölligen (16mm) Schrauben aus Fig. 35 mit knapp & Zoll (4mm,5) ergiebt. Freilicy scheint es, als ob in den Beispielen im „Constructeur" alle Verbindungsflächen gehobelt fein sollen, was aber in der großen Mehrzahl aller Fälle eben so überflüssig, als ungebräuchlich wäre.
Sehr ausführlid, werden in $. 29 bis 36 die Nietver bindungen behandelt, zu denen wir aber nur weniges zu bemerfen haben. Die Spißföpfe in Fig. 36 und 39, welche im weiteren Verlaufe dieser Paragraphen ohne Ausnahme gezeichnet sind, findet man jegt nur noch sehr selten, und sieht man fast nur mit Gesenken hergestellte halbfugelförmige Röpfe. Bei dem versenkten Niete für Schiffswände, Fig. 40, ist der versenfte Ropf zu starf conisch; 30° Neigung genügt.
Die theoretischen Erläuterungen in $. 32 bis 35 übergeben wir.
Fig. 44 zeigt , die einfache Nietung mit abgebogenen Rändern, wobei innere und äußere Flädie der zu verbindenden Tafeln in eine Richtung fommen". Diese Construction, welche
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fehr viel Arbeit machen würde, ist von uns bis ießt nur in Lehrbüchern, aber noch nicht an einem ausgeführten Reffel ges funden worden; auch haben wir bei mehrfachen Erkundigungen niemals etwas über solche Ausführungen erfahren können. Das gegen fanden wir an einem in Seraing angefertigten Schiffsfeffel, welcher sich in dem befannten Werke ,Portefeuille de John Cockerill" abgebildet findet, in Wirklichkeit nicht die abgebogenen Ränder, welche die Zeichnungen zeigten. Wir sind daher geneigt, anzunehmen, daß diese Construction ihre Existenz in den Lehrbüchern einem Mißversländnisse der Zeichnungen der Fabrifen zu verdanken hat, auf welchen, um das Zeichnen zu erleichtern, die Verbindung der Bleche in dieser Urt angegeben wird, obgleich weder Constructeur noch Kesselschmied eine derartige Ausführung beabsichtigen.
Auf S. 82 wird angerathen, die Längsnäthe der Kessel mit zwei Reihen Nieten zu machen; dies scheint uns aber nur bei Locomotivfesseln, bei welchen es ja auch häufig geschieht, angebracht; bei Resseln, welche im Feuer liegen, muß man es gewiß vermeiden, der Flamme doppelte Blechstärken in größerer Ausdehnung zu bieten.
Die in Fig. 49 gezeichnete Verbindung der Platten entspricht eigentlich auch dem Ueblichen nicht ganz, vielmehr verfeßt man in der Regel den Stoß wenigstens noch um ein Nietloch mehr; dann wäre es für Anfänger gut gewesen, wenn auch die etwas abweichende Verbindung der folgenden Quernath, wo Platte Nr. 3 oben liegt, gezeichnet worden wäre.
Die bei leichten Blechconstructionen, vor allem also bei Gasometern und Reservoiren üblichen Blechstärfen und Abmessungen der Verbindungen finden fich nicht berücksichtigt. Die Bildung der Ede nach Fig. 68 ist faum empfehlenswerth; eine Ede läßt sich wohl so herstellen, man denfe fich aber die Manipulation eines derartigen Gerippes für ein etwas größeres Reservoir!
Schon in den vorigen Paragraphen begegneten wir einzelnen Verschiedenheiten in den Regeln des Constructeur" und der ,,Constructionslehre"; doch konnten wir dieselben als unerheblich unberüdfichtigt lassen, da sie nicht aus verschiedenen Grundanschauungen entsprangen und somit der Charakter der Regeln derselbe blieb. Ganz anders stehen die Sachen in den Abschnitten, zu denen wir jept fommen; hier hat sich überall die Ansicht Frn. Reuleaur' über das, was der Praxis entspricht, im allerweitesten Umfange geändert, so daß fich „Constructeur“ und „, Constructionslehre" so zu sagen diametral entgegenstehen.
Wir fommen zuerst in $. 37 bis 67 zur Construction der Zapfen. Während Sr. Reuleaur noch in der ersten Hälfte der Constructionslehre" der alten Regel folgte, jeden Maschinentheil unter der Vorausseßung der ungünstigsten Verhältnisse zu berechnen und demgemäß bei den Zapfen annahm, daß fie mit ihrem äußersten Ende aufkagerten, so schreibt er schon in der zweiten Hälfte der ,Constructionslehre“, welche mohl ziemlich gleichzeitig mit dem ,,Constructeur" entstanden ist, vor, die Kurbelzapfen unter der Annahme zu berechnen, daß sie in den Lagerschalen des Schubstangenkopfes gleichmäßig aufliegen. Dieselbe Annahme wird nun im ,,Construcs teur" für alle Zapfen ohne Ausnahme gemacht, und werden diese also jeßt nur 0,7 fo starf, wie ebedem. Während in
der „Constructionslehre" also d = V jeßt nur d=11
za à zu nehmen. Freilich wird s jest etwas niedriger als früher, nämlich für Gußeifen = 3 Kilogrm. und für Schmiedeeisen = 6 Kilogrm., statt sonst resp. 3,75 Kilogrm. und = 7,6 Kilogrm. genommen. 58 wird dann:
,,Conftructeur" „Constructionslehre" für gußeiserne Zapfen d
j
d = d
P
di Stoßfrei und langsam gehende Zapfen dürfen sogar noch leichter gemacht werden, indem der Constructeur" bei solchen resp. S = 3,75 Kilogrm. und S=7,6 Kilogrm. zuläßt.
Wir möchten nun dem technischen Publicum die Frage vorlegen, ob die Annahme eines gleichmäßigen Auflagers der Zapfen im Allgemeinen für zulässig angesehen werden kann?
Bei den freilich aus ausgesuchtem Materiale hergestellten Kurbelzapfen der Locomotiven findet man häufig ziemlich schwache Dimensionen; aber die Länge dieser Zapfen ist verhältnißmäßig nicht groß, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines gleichmäßigen Auflagers erhöht wird; dennoch kommen Brüche nicht selten vor. Auch die Zapfen der Achsen der Eisenbahnwagen sind nicht allzustark; aber bei diesen kann die Last mit Sicherheit als gleichmäßig vertheilt oder in der Mitte des Zapfens angreifend betrachtet werden. Die Zapfen der Laufachsen der Locomotiven dagegen sind immer verhältnismäßig viel stärfer construirt. Es lassen sich gewiß Beispiele genug für und wider finden; dennoch sind wir und, wie wir glauben möchten, die Mehrzahl der Techniker für eine größere Sicherheit, da die Mehrfosten derselben in feinem Verhältniffe zu dem Schaden stehen, welchen der Bruch eines Zapfens an: richten fann.
Für schmiedeeiserne Zapfen, deren Umdrehzahl > 150 ist, giebt Fr. Reuleaur die Formeln:
d
(59), 1 =0,82 Vo
(60), d und sagt dazu auf S. 92: „Das Längenverhältniß ist mit Rücksicht auf den Reibungszustand und die Abnußung des Zapfens zu wählen. In dieser Beziehung sind in unseren Formeln die neueren Arbeiten über die Reibung geölter Flädjen berüdsichtigt; diese Arbeiten zeigen zwar untereinander noch keine vollständige Uebereinstimmung, gestatten aber doch bereits einige allgemeine wichtige Schlüsse zu ziehen".
Nichtsdestoweniger sind wir der Ansicht, daß diese Formeli einen weniger tiefen, aber zuverlässigeren Ursprung haben. Nehmen wir nämlich das Beispiel S. 94, welches der Wirflich feit entlehnt ist, zur Hülfe und jegen:
·=
c.in,
1,5
150
2 = CV 275;
.
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