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kam. Bald darauf, 6. April, starb an den Folgen einer Wunde in der Schulter, die er in einer Fehde mit dem Vicomte Guidomar von Limoges vor dessen Schloß 26. März erhalten hatte. Sein Bruder Johann ohne Land folgte ihm in der Regierung. An ritterlichen Tugenden übertraf alle seine Zeitgenossen, auch seine Leutseligkeit und Freigebigkeit werden gerühmt; damit aber waren Habgier und Gewaltthätigkeit verbunden. Für England war seine Regierung keine segensreiche. Den Beinamen Löwenherz verdankt er teils seinem ganzen Wesen, teils seiner Vorliebe für das Bild des Löwen, [* 2] das er besonders gern im Wappen [* 3] führte.
Vgl. James, History of I. (2. Aufl., Lond. 1855, 2 Bde.);
Aytoun, Life and times of I. (das. 1840 u. öft.);
»Chronicles and memorials of I.« (hrsg. von Stubbs, das. 1864-65, 2 Bde.).
3) Richard II., Sohn Eduards, des Schwarzen Prinzen, geb. folgte seinem Großvater Eduard III. 1377 in der Regierung und stand anfangs unter der Leitung seiner Oheime, der Herzöge von York, Gloucester und Lancaster. Die infolge des Kriegs mit Frankreich und der Verschwendung des Hofs notwendig gewordene Auflage einer Kopfsteuer veranlaßte 1381 eine offene Empörung unter dem Ziegelbrenner Wat Tyler, welche aber schnell unterdrückt wurde. Herangewachsen, bewies Richard weder Lust noch Talente zu der Regierung und ging fast nur Lustbarkeiten und Ausschweifungen nach.
Gegen die Schotten, welche 1385, durch ein Korps Franzosen unterstützt, einen Raubzug nach Northumberland unternahmen, rückte er zwar mit einem starken Heer aus, entließ aber dasselbe unverrichteter Sache wieder. Als er sich ausschließlich von Günstlingen leiten ließ, vereinigten sich die Lords mit dem Herzog von Gloucester und setzten mit Zustimmung des Parlaments einen Rat von 14 Mitgliedern ein, der unter der Präsidentschaft Gloucesters die oberste Leitung der Geschäfte besorgen sollte.
Erst 1389 gelang es Richard bei der Uneinigkeit der englischen Großen, sich von dem Rate der Barone zu emanzipieren. Mit Frankreich schloß er einen Waffenstillstand, der wiederholt verlängert wurde, und verlobte sich zur Befestigung desselben nach dem Tod seiner ersten Gemahlin, Anna von Böhmen, [* 4] der Tochter des Kaisers Karl IV., 1396 mit Isabella, der erst achtjährigen Tochter des Königs Karl VI. von Frankreich. Darauf wagte Richard 1397, gegen den Herzog von Gloucester und seine Partei einzuschreiten.
Ersterer wurde verhaftet und zu Calais [* 5] im Gefängnis ermordet, der Graf von Arundel wurde enthauptet, der Graf von Warwick, die Herzöge von Hereford und Norfolk verbannt. Den 1386 eingesetzten Vierzehnerausschuß hob das gefügige Parlament auf und ernannte statt dessen einen aus 18 ganz dem König ergebenen Baronen und Rittern zusammengesetzten Ausschuß, dessen große Vollmachten Richard der Einberufung des Parlaments überheben und ihm absolute Regierung ermöglichen sollten.
Als er aber 1399 einen Feldzug nach Irland unternahm, erhob der verbannte Herzog von Hereford, den Richard der Güter seines Vaters, des Herzogs von Lancaster, beraubt hatte, das Banner der Empörung und nahm den von allen verlassenen König im August 1399 gefangen. Richard wurde erst nach Flint Castle, dann in den Tower nach London [* 6] in Gewahrsam gebracht, mußte 29. Sept. eine Entsagungsakte unterzeichnen und wurde überdies 30. Sept. vom Parlament abgesetzt, worauf Hereford unter dem Namen Heinrich IV. den Thron [* 7] bestieg. Richard kam als Gefangener auf das Schloß Pontefract in der Grafschaft York und starb hier wahrscheinlich eines gewaltsame Todes.
Vgl. Knyghton, Historia vitae et regni Ricardi II (hrsg. von Hearne, Oxford [* 8] 1729).
4) Richard III. (der Bucklige), jüngster Sohn des Herzogs Richard von York, geb. ward von seinem Bruder Eduard IV., der den englischem Thron usurpiert hatte, zum Herzog von Gloucester ernannt. Trotz seines mißgestalteten Körpers zeigte er in den Fehden seines Hauses mit den Lancastriern großen persönlichen Mut. Er soll 1471 an der Ermordung des abgesetzten Königs Heinrich VI. teilgenommen und 1478 zur Hinrichtung seines Bruders, des Herzogs von Clarence, mitgewirkt haben.
Nach dem Tod Eduards IV., ließ Richard zwar den Sohn desselben, Eduard V., für welchen er die Regentschaft übernahm, zum König ausrufen, erstrebte indes selbst die Krone. Er gewann deshalb den Herzog von Buckingham, den erbittertsten Gegner der Königin, bemächtigte sich des jungen Königs und später auch seines Bruders, des Herzogs von York, nahm den Titel Protektor und Defensor des Reichs an, beseitigte 13. Juni die Anhänger des Königs durch eine Art von Staatsstreich, ließ dann die beiden Brüder in den Tower bringen und sich selbst durch eine Volksversammlung zum König proklamieren. Am erfolgte seine Krönung, und wenige Tage später wurden die Prinzen im Tower ermordet, wahrscheinlich indem man sie in ihren Betten erstickte.
Buckingham knüpfte indes Unterhandlungen mit der Königin-Witwe Elisabeth an zu dem Zweck, ihre älteste Tochter, Elisabeth, mit dem sich in Frankreich aufhaltenden Grafen von Richmond zu vermählen und diesen dann auf den britischen Thron zu erheben. Allein der Plan wurde verraten, und Buckingham wurde 2. Nov. enthauptet, während Richmond vom englischen Gebiet wieder glücklich nach Frankreich entkam. Nun versammelte Richard das Parlament, ließ durch dasselbe sein Anrecht auf die Krone anerkennen, näherte sich dem Haus York und hielt, nachdem seine erste Gemahlin, Anna Nevil, Witwe des Sohns von Heinrich VI., verschieden war (daß Richard sie vergiftet habe, ist ein unverbürgtes und unwahrscheinliches Gerücht), um die Hand [* 9] der ältesten Tochter der Königin-Witwe, Elisabeth, an. Diese war ihm, wie ein uns erhaltener Brief zeigt, auch geneigt; aber es kam dennoch nicht zur Ausführung des Plans.
Denn des Königs Feinde hatten nicht aufgehört, eine Umwälzung zu planen, und Heinrich Tudor, Graf von Richmond, landete schon an der Spitze von 2000 Mann, denen schnell weitere Scharen zuströmten, bei Milford in Südwales. Richard stellte sich ihm 22. Aug. bei Bosworth mit einer gleich starken Truppenmacht entgegen, verlor hier aber Sieg und Leben, worauf Richmond unter dem Namen Heinrich VII. den englischen Thron bestieg. Diese Schlacht beendete die Kämpfe der beiden Rosen und schloß die Herrscherreihe aus dem Haus Plantagenet ab. Shakespeare hat Richard zum Helden einer Tragödie gemacht.
Vgl. Walpole, Historic doubts on the life and reign of King Richard III. (Lond. 1768);
Jesse, Life of Richard III. (das. 1861);
Gairdner, History of the life and reign of Richard III. (das. 1878);
Legge, Life and times of Richard III. (das. 1885, 2 Bde.).
5) Richard IV., s. Warbeck.
[Normandie.]
6) Richard Ohnefurcht (Sans Peur), Herzog von der Normandie, Sohn Wilhelm Langschwerts, geb. 935, folgte seinem Vater 943, mußte zuerst sein Herzogtum gegen den König Ludwig den Überseeischen von Frankreich und dessen Witwe Gerberga verteidigen, starb nach langer friedlicher Regierung ¶
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996 in Fécamp. Die Sage hat sein Leben mit vielen Abenteuern, in denen er seinen kühnen Mut bewährte, ausgeschmückt. Ihm folgte sein Sohn Richard II., der Gute (996-1026).