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7. – 9. Oktober Shiraz – Isfahan
Die Provinz Fars ist die grösste Provinz in der Südhälfte Irans. Sie war das Kerngebiet des achämenidischen Weltreichs, und aus ihrer alten Bezeichnung Parsa
leitete sich der Landesname Persien ab, den Iran bis 1935 trug. In der Provinz leben 4,4 Mio. Menschen. Abgesehen von Shiraz, wo es eine Erdölraffinerie, Zementfabriken, Kunststoff-, Textil- und Elektronikindustrien gibt, ist in Fars die Agrarwirtschaft
mit Zitrusfrüchten, Weintrauben, Datteln, Getreide und Baumwolle vorherrschend. In der fruchtbaren Ebene des Kor-Flusses im Nordosten von Shiraz, zu der auch die Marvdasht-Ebene gehört, sind 7000 Jahre alte Siedlungshügel gefunden worden.
Shiraz, die Hauptstadt der Provinz hat mit Vororten 1,5 Mio. Einwohner und liegt 1540 m hoch. Wegen ihrer vielen Gärten und Parks ist sie als Stadt der Rosen und Nachtigallen bekannt. Hinzu kommt, dass sie als Stadt der Dichter gilt, da sich hier die
Grabanlagen der von allen Bevölkerungsschichten verehrten Dichter Hafis und Saadi befinden.
Besichtigung des Shah-Cheragh-Heiligtums (Spiegelmoschee). Hier wird ein Bruder Imam Rezas, Seyed Mir Ahmad ibn Musa, der um 820 bei Kämpfen mit Truppen
des Abbasiden-kalifen Mamun in Shiraz getötet wurde, als Shah Cheragh oder König des Lichts verehrt.
Weiter ging es ins Zentrum, zur Zitadelle (Festung von Karim Khan) am Meydan-e Shohada-Platz. Ueber dem Eingangsprotal befindet sich ein farbiges
Fliesenbild mit der Darstellung des mythischen Kampfes zwischen Rostam und einem bösen Geist. Der Innenhof enthält Grünanlagen und Wasserbecken.
Der Eram-Garten liegt etwas ausserhalb der Stadt. Es ist eine wunderschöne Gartenanlage,
die von Wasserläufen durchzogen, mit Zypressen, Pinien, Palmen und Orangenbäumen bewachsen ist. Sehr erholsam und angenehm. Das leckere Glace, welches wir wann immer möglich geniessen, schmeckt uns sehr. Zum Abschluss besuchten wir noch
das Hafis-Mausoleum. „Hafez“ gilt als der grösste Lyriker der persischen Sprache. Die Iraner verehren seine Lyrik sehr. Er verstarb 1389 und aus Liebe zu seiner Vaterstadt drückte er in zahlreichen Ghaselen aus, von denen eine lautet:
„Shiraz, und der Rukna Quell‘ und ein Windhauch voller Düfte, achte sie nicht gering, denn sie sind das Schönheitsmal auf der Wange unserer weiten Erde.“
Nach kurzer Weiterfahrt erreichten wir das berühmte
UNESCO-Weltkulturerbe Persepolis.
Um den zeremoniellen Festlichkeiten des achämenidischen Weltreichs, das von Aegypten bis zum heutigen Pakistan reichte, einen angemessenen Rahmen zu geben, gründete König Darius I. um 518 v.Chr. die Repräsentationshauptstadt
Parsa, welche griechische Geschichts-schreiber Persepolis, Stadt der Perser nannten. Diese Anlage diente ausschliesslich zur Feier des Neujahrsfestes, an dem Abgesandte aller Völkerschaften des Reiches teilnahmen und kostbare Geschenke mitbrachten. Das
musste eine sehr beeindruckende Anlage gewesen sein. In dem Dokumentarführer von Persepolis von Alireza Shapur Shahbazi kann man alles darüber nachlesen. Er war Experte der Geschichte und Kultur des antiken Iran. Wir standen mit unseren Womis direkt
daneben und konnten bei Sonnenuntergang tolle Fotos machen.
Besichtigung der Felsengräber in Naqsh-e Rostan. Wir sehen Gräber von 4 Königen. Das einzige, bisher eindeutig identifizierte Felsengrab ist das von König
Darius I.
Wir fuhren weiter nach Izadkhast zu einer Ruinenstadt aus sassanidischer Zeit. Mit viel Fantasie können wir uns vorstellen, wie die Leute anno dazumal gelebt hatten. Wenige hundert Meter östlich davon liegt in malerischer
Lage vor einer Felswand eine typische Hofkarawanserei mit vier Iwanen aus der ersten Hälfte des 17. Jhd.
In Pasargadae besuchten wir das Kyrus-Grab. An diesem Ort siegten die Perser im Jahre 550 v.Chr. über die Meder, und Kyrus
der Grosse liess daraufhin hier eine Residenzstadt errichten. Kyrus II. wurde als toleranter Herrscher beschrieben. Er soll die bei Kriegszügen erbeuteten Götterstatuen zurückgegeben haben und die Unterdrückung der fremden und eigenen Bevölkerung
beendet haben. Noch über 300 Jahre später brachte Alexander der Grosse seine Verehrung vor dem Grabmal dieses persischen Königs in Pasargadae zum Ausdruck.
Nach so viel Geschichte waren wir froh wieder durch die Weite des
Landes zu fahren. Auf der sehr guten Autostrasse begegneten uns viele Laster. Viele sind mit grossen Marmor-blöcken, die in dieser Gegend abgebaut werden, beladen. Die werden in der Umgebung in grossen Hallen zugeschnitten und weiterverarbeitet.
Der Verkehr Richtung Isfahan nahm stetig zu und alles wurde eng. Von zwei vorgegebenen Spuren gab es plötzlich wieder vier und umgekehrt. Glücklich und unversehrt kamen wir beim Hotel Tourist Inn an. Kurzerhand entschlossen wir uns mit dem Taxi
ins Zentrum zum Nachtessen zu fahren. Das war ein spannendes Erlebnis. Beim vorgeschlagenen Restaurant gab es Buffet, was wir nicht unbedingt wollten. Ein Taxifahrer gab uns das Restoran-e Shahzad an und erbot sich gleich uns dahin zu chauffieren. Im dichten
Abendverkehr kurvten wir mit zwei Taxis über die Gassen hintenherum und zack wieder in die Hauptstrasse, das war ein Abenteuer. Ich dachte die Bussfahrer in Portugal waren schon verrückt, aber die Taxifahrt übertraf alles. Allerdings assen wir
in dem iranischen Restaurant hervorragend. Zu sechst, 4 hinten 3 vorne, fuhren wir dann gut gelaunt nach Hause. Uebrigens der Taxifahrer war auch nicht gerade von schlanker Natur.