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Dieses Mal steht beim Montagslesen der St.Galler Mönch Notker († 912) im Mittelpunkt, der in lateinischer Sprache gedichtet und Prosatexte geschrieben hat. Notker hat sich wegen eines Sprachfehlers selbst als «Balbulus» (Stammler) bezeichnete. Hier in St.Gallen ist er vor allem für seine Sequenzen – poetische Gesänge für die Messe – bekannt. Er hat aber auch eine Vielzahl anderer Werke geschrieben: ein Buch über die Taten Karls des Grossen, eine Lebensgeschichte des heiligen Gallus in Versen und Prosa, Briefe und kleine Gedichte, etwa über Pilze, die im Winter an einer Ecke des Klosters wuchsen. In Notizen einer Bibliotheksrevision können wir dem Bibliothekar Notker direkt über die Schulter schauen. Franziska Schnoor liest am 5. Februar 2024 ausgewählte Texte Notkers auf Latein und in deutscher Übersetzung und singt eine seiner Sequenzen.
Franziska Schnoor ist seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Stiftsbibliothek St.Gallen. Sie hat in Freiburg i. Br. mittelalterliches Latein, Musikwissenschaft und Germanistik studiert und wurde 2017 an der Universität Göttingen mit einer Arbeit über das lateinische Tierlobgedicht in Spätantike, Mittelalter und Früher Neuzeit promoviert. Wenn Franziska Schnoor eine Zeitreise machen könnte, würde sie gerne Notker begegnen, ihm bei der Bibliotheksrevision helfen und anschliessend mit ihm eine seiner Sequenzen singen.