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Verschiedene Lebererkrankungen können mit Methoden der interventionellen Radiologie erfolgreich diagnostiziert und behandelt werden. Dazu gehören:
- Herdförmige Veränderungen der Leber z.B. bei primären Tumoren oder Metastasen
können zum einen per Gewebeentnahme Ultraschall-, MR- oder CT-gezielt diagnostiziert, zum anderen mit Alkohol, Hitze oder Kälte verödet werden.
Der primäre Lebertumor (das hepatozelluläre Karzinom) und z.B. Metastasen von hormon ausschüttenden Tumoren können auch durch Verstopfung der arteriellen Blutzufuhr gegebenenfalls in Kombination mit einer Chemotherapie behandelt werden. Solche Therapien werden immer interdisziplinär abgestimmt.
- Diffuse Veränderungen der Leber
Sie werden meist unter Bildführung mit einer Gewebeentnahme aus der Leber mit einer 1-2mm starken Nadel direkt durch die Haut (perkutan) abgeklärt. Wenn dies z.B. wegen einer Blutungsneigung des Patienten nicht möglich ist, ist die „transjuguläre“, also durch einen Weg über die rechte Halsvene vorgenommene Leberbiopsie, eine gangbare Alternative.
Dabei kann man gleichzeitig durch Messungen bestimmen, ob ein Pfortaderhochdruck vorliegt. Die Pfortader sammelt das venöse Blut aus dem Darm und der Milz und führt es der Leber zu.
Der Pfortaderhochdruck ist meist Folge einer Leberverhärtung und kann zu Wasserbauch (Aszites), Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre und anderen unangenehmen Komplikationen führen.
- Der Pfortaderhochdruck
Dieser lässt sich in schweren Fällen, die sich durch medikamentöse Behandlung oder durch Magenspiegelung nicht beherrschen lassen, durch Anlage einer Kurzschlussverbindung zwischen Pfortader und Lebervene, einen sogenannten portosystemischen Shunt, effektiv senken. Diese Technik funktioniert in vielen Fällen auch bei einem thrombotischen Pfortaderverschluss.
- Verschluss der Lebervene
Eine seltene Erkrankung ist der Verschluss der Lebervene, die das Blut aus der Leber zurück zum rechten Herzen führt. Auch sie kann zu Wasserbauch und Ösophagusvarizenblutungen, aber auch zum kompletten Leberversagen führen.
Hier ist die interventionelle Radiologie in der Lage, durch auflösen bzw. absaugen des Blutgerinnsels den Zustand entscheidend zu verbessern.
- Tumorbedingte Gallenwegsverschlüsse
Zu den Gallenwegserkrankungen, die interventionell-radiologisch behandelt werden können, zählen vor allem die tumorbedingten Gallenwegsverschlüsse.
Hier können wir in fast allen Fällen den Abfluss in den Zwölffingerdarm wieder herstellen. Auch akute Entzündungen der Gallenblase, die nicht oder noch nicht operiert werden können, können mit gutem Erfolg drainiert werden.