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E la nave va
Regie: Federico Fellini
Darst.: Freddie Jones, Barbara Jefford, Norma West, Peter Cellier, Victor Poletti, Elisa Mainardi, Paolo Paoloni, Sarah-Jane Varley, Fiorenzo Serra, Pina Bausch u.a.
Im Sommer 1914, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs, sticht eine feine Reisegesellschaft von Neapel aus mit dem italienischen Luxusdampfer Gloria N. in See. Mit an Bord ist der kauzige Herr Orlando, ein italienischer Journalist, der als Erzähler durch den Film führt und erklärt, dass das Schiff zum Zweck einer Seebestattung unterwegs ist. Es geht um die Asche von Edmea Tetua, der grössten Operndiva aller Zeiten, die vor einer Insel namens Erimo, dem Geburtsort Edmeas, ins Meer gestreut werden soll. Die illustre Gesellschaft auf dem Schiff besteht aus berühmten Opernsängern, Opern-Intendanten aus Mailand und Rom, Dirigenten, bizarren Verehrern und skurrilen Opernfans aus aller Welt. Ausser diesen Gestalten gibt es auf dem Schiff auch noch eine seltsame adlige Gesellschaft, welche die österreichisch-ungarische Monarchie repräsentiert. Angeführt wird sie vom Granduca di Harzock, seiner blinden, von Pina Bausch gespielten Schwester, einem Premierminister, einem Generalfeldmarschall und einem Polizeichef. Eines Nachts nimmt die Gloria N. Flüchtlinge aus Serbien auf, die in kleinen Booten Richtung Italien fliehen wollen. Als am nächsten Tag ein österreich-ungarischer Panzerkreuzer auftaucht, fordert deren Kommandant die Herausgabe der Flüchtlinge – der heraufziehende Erste Weltkrieg wirft seine Schatten voraus. Die Serben werden in Booten ausgesetzt und rudern Richtung Kriegsschiff. Dabei kommt es zu einem unerwarteten Zwischenfall. Fellinis viertletzter Film ist – typisch für sein Spätwerk – äusserst opulent inszeniert und kann als bildgewaltige Allegorie auf den Untergang der alten europäischen Adelsgesellschaft gelesen werden. Darüber hinaus enthält er mehrere Szenen von solcher Eindringlichkeit, dass sie Filmgeschichte geschrieben haben: die blinde Prinzessin, die die Töne des Donau-Walzers mit Farben assoziiert, der russische Sänger, der mit seinem Bass ein Huhn in Trance versetzt und natürlich das Nashorn, das, in einem Boot stehend, ins weite Meer hinausschaukelt. François Bonini schrieb auf avoir-alire.com: «Das letzte unbestrittene Meisterwerk in Fellinis Filmografie brilliert als vieldeutiges Bestattungsritual wie auch als ein berauschendes Fest der Kunst.»