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Mit dem Roman «Die Spur des Bienenfressers» des Ghanaers Nii Parkes taucht Westafrika erstmals in Deutsch auf der Krimilandkarte auf. Ausgangspunkt der Story: Die Geliebte eines Ministers entdeckt in einer Hütte in einem Dorf menschliche Überreste. Der regional verantwortliche Polizeiinspektor strebt eine steile Karriere an und versucht alles, um sich bei diesem Minister zu empfehlen. Doch weil die Polizei die DorfbewohnerInnen brüskiert, stecken die Ermittlungen fest. Also zaubert der Karrierist einen Wissenschaftler hervor: Er zwingt den Gerichtsmediziner Kayo, die Ermittlungen zu übernehmen.
Kayo, der in England studiert hat und in der ghanaischen Hauptstadt Accra ein Labor leitet, ist der eine Erzähler. Der zweite ist ein alter Jäger aus dem Dorf namens Opanyin Poku. Mit diesen Erzählern habe er zwei Welten in Ghana ausdrücken wollen, sagte Parkes in einem Interview. In den meisten afrikanischen Staaten seien die Städte postkolonial, die Dörfer aber «ausserkolonial». Die DörflerInnen hätten zwar westliche Einflüsse mitbekommen, doch bestimmten diese nicht ihre Handlungsweise. Diese beiden Gesellschaften habe er zusammenbringen wollen. Beide erklärten die Ereignisse im Dorf auf eigene Weise.
Das städtische, postkoloniale Ghana beschreibt Parkes, wenn der Gerichtsmediziner auf dem Laptop dreidimensionale Modelle des Tatorts entwirft. Das ländliche, ausserkoloniale zeigt er, wenn der Jäger dem Ermittler zwei Abende lang die Hintergründe des Verbrechens erzählt – in der Dorfbar bei Palmwein. Dieser Perspektivenwechsel ist einer der Reize des Krimis.
Nii Parkes wurde 1974 in Grossbritannien geboren, wuchs in Accra auf, studierte in England und lebt heute in London und Accra. Er betätigt sich auch als Slampoet. Die Direktheit von Slamtexten und das Weglassen von Überflüssigem prägen diesen Erstlingsroman, einen afrikanischen Krimi voller Poesie und kräftiger Bilder.