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Angesichts der düsteren Wirtschaftslage in Simbabwe boomt dort Bitcoin, berichtet TheNational.ae. Auf der Trading-Plattform Golix.io wird ein Bitcoin bereits zu einem Kurs von fast 10.000 $ gehandelt, während die Kryptowährung bei monentan weltweit im Schnitt bei 5.400 USD notiert.
Bitcoins werden nicht nur von Einzelpersonen gekauft, so ein Trader in Simbabwe, sondern auch von Unternehmen, die Rechnungen begleichen müssen. Das Land führte 2009 den US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel ein, nachdem der Simbabwe-Dollar quasi wertlos geworden war.
Auf LocalBitcoins Zimbabwe wird der Bitcoin zum weltweiten Durchschnittskurs verkauft; in der Landeshauptstadt dagegen zahlen einige Käufer weit über 10.000 $. Bitcoin, wie jeder Bitcoiner erwartet, hilft den Menschen im Land in Zeiten wirtschaftlicher Ungewissheit zu überleben, denn Simbabwe befindet sich seit Jahren in einer Dauerkrise.
Warum ist Bitcoin in Simbabwe so wertvoll?
In den frühen 2000er Jahren forderte Robert Mugabe, der Präsident Simbabwes, seine Landsleute auf, Farmen, die meist Nachfahren britischer Staatsbürger gehörten, zu besetzen. Als dies zum Zusammenbruch der Landwirtschaft des Landes führte, ging der Zimbabwe Reserve Bank das Geld aus.
Mitte der 2000er Jahre dann beschloss die Bank, Simbabwe-Dollars zu drucken, um die Gehälter der Armee, der Beamten und der Polizei zahlen zu können. Dies löste wenig überraschend eine Hyperinflation aus. In dieser Zeit konnte es geschehen, dass man morgens losging, um Brot zu kaufen, nur um in der Bäckerei feststellen zu müssen, dass sich der Preis gegenüber dem Vortag bereits verdreifacht hatte – sofern es überhaupt Brot gab.
Im Kampf gegen die Hyperinflation setzt Mugabe 2009 den Simbabwe-Dollar als Zahlungsmittel aus und führte den US-Dollar ein. Die Maßnahme griff: Die Preise stabilisierten sich. Da aber die Simbabwe Reserve Bank keine US-Dollar drucken kann, müssen sie importiert werden. In einem Interview mit einer lokalen Zeitung erklärte der Gouverneur der Reserve Bank, John Mangudya:
„Ja, wir importieren fast jede Woche Bargeld, etwa 10 Millionen US-Dollar wöchentlich. Wir importieren Dollar, weil wir diese Währung weiterhin in unserer Wirtschaft verwenden möchten.“
Im Zuge der drohenden Verstaatlichung kollabierte die Exportwirtschaft. Laut Bloomberg rationieren die Banken heute US-Dollar. Manche Institute zahlen maximal 20 $ pro Peron aus, ganz gleich, wie hoch das Bankguthaben des Kunden ist. Man hört immer wieder, dass Menschen sogar vor der Bank schlafen, damit sie früh genug da sind, um ja einige der begehrten Dollar ergattern. Die Zentralbank gab angesichts der Dollar-Knappheit sog. Bond Notes aus, die angeblich denselben Wert haben wie der US-Dollar. Doch nur wenige trauen der Sache, insbesondere da ausländische Lieferanten die Bond Notes nicht akzeptieren bzw. einige Unternehmens sie nur mit einem 50 % Aufschlag annehmen.
Das Problem in Simbabwe heute, so der Wirtschaftswissenschaftler Vince Musewe, ist nicht der Mangel an Waren, die man kaufen könnte, sondern der Mangel an Geld, um sie zu bezahlen – also genau das Gegenteil der Situation zu Beginn der Krise: „Früher war viel Geld im Umlauf und es gab nichts zu kaufen. Heute gibt es Waren, aber kein Geld, um sie zu bezahlen.“
Als Ausweg aus der Krise wenden sich die Simbabwer nun einer Währung zu, auf die sie sich, anders als bei Fiatgeld, verlassen können: Bitcoin.
Quellen
Foto CC0 via Pixabay (Victoria Wasserfälle)