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Der dänische Reaktorentwickler Copenhagen Atomics hat am 25. November 2022 gegenüber der Financial Times Tests eines Prototyps des Thorium-Flüssigsalzreaktors angekündigt, den das Unternehmen entwickelt. Diese sollen laut Thomas Steenberg, CEO von Copenhagen Atomics, noch vor Weihnachten am Stadtrand von Kopenhagen starten. Da der Bau von Kernkraftwerken in Dänemark verboten sei, werde dabei kein radioaktives Material zum Einsatz kommen. Mit den Tests wolle man die Auslegung des 1-MW-Demonstrationsreaktors validieren, den man bis 2025 betriebsbereit haben möchte.
Der finale Copenhagen Atomics Waste Burner wird dereinst eine thermische Leistung von 100 MW haben und soll 2028 ausserhalb Dänemarks in Betrieb gehen. Als Startbrennstoff dient eine Kombination aus Thorium und Bestandteilen ausgedienter Brennelemente aus gegenwärtigen Kernkraftwerken: «Indem wir unsere Reaktoren mit langlebigen ‹Abfällen› aus ausgedienten Brennelementen in Gang setzen, können wir diese in Spaltprodukte umwandeln, die nur 300 Jahre lang gelagert werden müssen», so Copenhagen Atomics.
Das Unternehmen betont, dass bereits jetzt genügend Thorium gefördert werde, «um die Energieversorgung der heutigen Zivilisation für die nächsten tausend Jahre sicherstellen zu können». Dazu müsse das Thorium zuerst in Form eines Flüssigsalzes gebracht werden. Der Thoriumbrennstoff auf Fluorid-Basis (LiF-ThF4) ist im Kühlmittelkreislauf gelöst. Der Waste Burner ist mit einem Schwerwasser-Moderator und thermischen Neutronen ausgelegt. Er kann nicht nur Atommüll wiederverwerten, sondern auch neuen Brennstoff aus dem Thorium erbrüten und besitzt ein System zum Abtrennen von Spaltprodukten. Der kleine, modulare Reaktor wird in einem 40-Fuss-Frachtcontainer Platz haben und daher gut transportierbar sein. Einzelheiten zum Funktionsprinzip des Reaktors verrät das Unternehmen auf YouTube.
Kostenvorteile durch Fliessbandfertigung in Serie
Copenhagen Atomics plant seinen Waste Burner in Serienfertigung am Fliessband herzustellen. Dies sei sehr kostengünstig, da man den Reaktor am Verwendungsort nur noch installieren und nicht mehr von Grund auf zusammenbauen müsse. Die Stromgestehungskosten sollen unter 20 $/MWh liegen. Das Unternehmen hofft, dass dank der Aufnahme der Kernenergie in die EU-Taxonomie weitere Gelder von umweltbewussten Investoren fliessen könnten.
Dereinst möchte das dänische Unternehmen seinen Reaktor im Build-Own-Operate-Modell anbieten und damit die Komplexität für Entscheidungsträger beseitigen: «Die Unternehmen fürchten die Verantwortung für den Betrieb eines Kernkraftwerks, die Stilllegung und den Umgang mit radioaktiven Abfällen. Wir kümmern uns um all das und liefern dem Kunden einfach zuverlässige und grüne Energie», so Thomas Jam Pedersen, Co-Gründer und Präsident von Copenhagen Atomics.
Quelle
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