Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/172183

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Wölfe rissen im Oberwallis schon vor der Sömmerung 2016 auf den Dorfweiden fast 50 Schafe und Ziegen. Herdenschutzmassnahmen nützten nichts. Die Esel erwiesen sich als untauglich, und selbst ein Elektrozaun, der unter 6000 Volt Spannung stand, war für den Wolf kein Hindernis. Die Fachstelle Agridea meint immer noch, ein 1,5 Meter hoher Zaun würde zum Schutz vor Wölfen reichen. Angeblich erachtet das BLV plötzlich eine Zaunhöhe von 2 Metern als notwendig.</p><p>Was gilt nun als vom Bund anerkannte Herdenschutzmassnahme?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Richtlinie des Bafu zum Herden- und Bienenschutz für das Jahr 2016 sind die wirksamen Herdenschutzmassnahmen gegen den Wolf definiert. In der landwirtschaftlichen Nutzfläche gelten als wirksame Massnahmen Herdenschutzhunde und fachgerecht erstellte und gut unterhaltene, elektrifizierte Zaunsysteme. Die genauen Anforderungen an den Aufbau und Unterhalt solcher dem Herdenschutz dienenden Zäune finden sich in einem Merkblatt der Agridea (Merkblatt für Herdenschutzzäune auf Kleinviehweiden) im Anhang zur genannten Richtlinie. Die Agridea ist vom Bafu als nationale Koordinations- und Beratungsstelle in Sachen Herdenschutz mandatiert und berät die Kantone dahingehend.</p><p>Die erforderliche Zaunhöhe für einen effektiven Herdenschutz beträgt minimal 1,1 Meter, der Zaun muss den Wolf wirksam am Durch- und Unterkriechen hindern, und es ist eine Zaunspannung von mindestens 3000 Volt erforderlich. Nach vorläufiger Kenntnis des Bafu fanden die erwähnten Nutztierrisse im Kanton Wallis auf Vorweiden statt. Deren Umzäunung hat die genannten Anforderungen an eine wirksame Herdenschutzmassnahme nicht erfüllt. Die Zäune wiesen grosse Lücken auf, waren zu wenig hoch und ermöglichten dem Wolf das Durch- oder Unterkriechen. Dem Bafu liegt aber noch kein offizieller Bericht der zuständigen Behörden des Kantons Wallis vor.</p>