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Der motorisierte Verkehr am Gotthard
Die Urner Polizei büsste die Pioniere, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Erste mit einem Automobil über den Gotthard wagten. Ihr Vergehen? Sie hatten keine Vierbeiner vorgespannt. Tempi passati. Schnell wurde die Geschichte des Automobils am Gotthard zu einer Geschichte des Staus.
Die ersten Autos - Busse wegen fehlendem Gespann
Die erste überlieferte Fahrt über den Gotthardpass gelingt dem französischen Grafen Cognard mit seinem Peugeot Quadricyle scheinbar bereits 1895.
Die Urner Verkehrsgesetze, respektive die Polizei ist mit den neuen Verkehrsmitteln überfordert. Als der deutsche Dichter Otto Julius Bierbaum 1902 den Gotthardpass mit dem Automobil überquert, wird er in Göschenen von einem Polizisten angehalten und muss eine Busse von 20 Franken bezahlen. Sein Vergehen? Er hat für die Passfahrt kein Tier vorgespannt und das ist im Kanton Uri noch bis 1906 Pflicht.
Verkehrschaos auf der Tremola
Die Zeiten idyllischer, einsamer Passfahrten ist am Gotthard schnell vorbei. 1922 fahren die ersten Postautos, damals «car alpin» genannt, über den Pass. Vor dem Zweiten Weltkrieg überqueren bereits täglich 850 Fahrzeuge den Gotthard. In den sechziger Jahren quälen sich im Sommer fast 900’000 Fahrzeuge über die Tremola.
Als Alternative bieten die SBB die Verladung auf die Eisenbahn an. Bereits in den dreissiger Jahren transportiert man Autos als Stückgut, 1954 bis 1980 werden an den Bahnhöfen Airolo und Göschenen Verladestationen betrieben.
In den siebziger Jahren werden pro Jahr eine halbe Million Autos durch den Bahntunnel transportiert.
Die Eröffnung des Strassentunnels und der Stau auf der A2
1967 wird die neue Passstrasse eröffnet, aber auch diese bleibt im Winter geschlossen. 1980 zelebriert man die Eröffnung des Strassentunnels.
Doch der Bevölkerung im Nordtessin ist nicht zum Feiern zu Mute. Das letzte Teilstück der Autobahn im Südkanton wird erst 1986 fertiggestellt. Bis dann verstopfen noch mehr Fahrzeuge als zuvor die Dorfstrassen in der Leventina.
Nach der Eröffnung der Autobahn leidet das lokale Gewerbe entlang der Tessiner und Urner Kantonsstrasse. Kaum ein Tourist kommt mehr an den Tankstellen und Restaurants vorbei. Das Verkehrschaos verlagert sich weiter in den Süden.
Durch die Eröffnung des Gotthardtunnels verlängert sich die Reisesaison für sonnenhungrige Deutschschweizer am Langen- und Luganersee.
An Ostern, Auffahrt oder Pfingsten: Vor dem Gotthardportal gibt es kilometerlange Blechlawinen.
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01.08.2016 19:05
01.08.2016 19:05
Zum Start der dritten Woche verwandeln sich unsere Reisenden in waschechte Töfflimeitli und Töfflibuebe. Anna fährt zum ersten Mal in ihrem Leben selbst ein Töffli. Wisu freut sich besonders - er war schon früher ein Töfflifan und ist auch sogleich zur Stelle, als ein Motor den Geist aufgibt.