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Der Kampf um die politische Gleichstellung der Frauen in der Schweiz seit 1900
1971 war die Schweiz eines der letzten Länder der Welt, die das Frauenstimmrecht einführten. Die Publikation gibt einen Überblick über die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um das Frauenstimmrecht und beleuchtet die Hintergründe, welche die Schweiz im europäischen Vergleich zum «gleichstellungspolitischen Sonderfall» machten. Abschliessend wird der Einstieg der Frauen in die Schweizer Politik und die Entwicklung ihrer Vertretung auf Bundes- und Kantonsebene während der letzten fünfzig Jahre analysiert.
Die bürgerliche Aufklärung postulierte die Gleichheit aller Menschen, doch die Französische Revolution schloss die Frauen von politischer Partizipation aus. Während das Männerstimmrecht in der Schweiz vergleichsweise früh eingeführt wurde, kam man in Sachen Frauenstimmrecht bis in die 1960er-Jahre nicht vom Fleck. Dies hatte mit der konservativen politischen Kultur zu tun, aber auch mit den zuweilen etwas mutlosen BefürworterInnen und der unwilligen Elite, namentlich dem Bundesrat, der Parlamentsaufträge schubladisierte. Die konservative Mehrheit blockierte das Thema in Bund und Kantonen.
Nach der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 ging es im Nationalrat und in den meisten Stadt- und Kantonsparlamenten mit der Frauenvertretung relativ zügig voran. Doch es brauchte mehrfach Druck von aussen: in den frühen 1990er-Jahren den Frauenstreik und den Brunner-Effekt, bei den jüngsten Wahlen den zweiten Frauenstreik sowie weitere Aktivitäten der Zivilgesellschaft.