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Das Guangzhou Symphony Orchestra
Programm
Guo Wenjing (*1956)
„Folk Song Suite“ für Streichorchester
Yin Chengzong / Chu Wanghua / Sheng Lihong / Liu Zhuang
„Der Gelbe Fluss“, Konzert für Klavier und Orchester
Peter Tschaikowski (1840-1893)
Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64
Rezension:
Dieses aussergewöhnliche Konzert ging einem bis zum Schluss unter die Haut. Dirigent Lin Daye leitete seine zahlreichen Musiker, sein grossartiges Orchester mal sanft mit Tai-Chi-anmutenden Gesten, mal mit eher streng temperamentvollen.
Die „Folk Song Suite“ unterstrichen die Instrumentalisten der Kontrabässe und Celli, indem sie auf ihre Instrumente klopften. Dies erzeugte eine wunderschöne Atmosphäre, fast wie ein Bild von der Weite Chinas.
Die Komposition „Der Gelbe Fluss“ beginnt mit einem Harfenakkord. Den Solopart am Flügel übernahm die 20-jährige Mélodie Zhao, eine Schweizerin mit chinesischen Wurzeln.
Leider übertönten die anderen Musiker zeitweise das grandios perlende Spiel der Solistin. Die Komposition ist teilweise jazzig, melodiös, bombastisch. Die asiatischen Akzente setzt die traditionelle Bambusflöte. Das Finale reiht mehrere Kampflieder der Partei aneinander, bevor ganz zuletzt die Mao-Hymne „Der Osten ist rot“ ertönte, die in die Schlusszeile der „Internationalen“ übergeht. Ein wuchtig-lautes Klangerlebnis.
Als Zugabe spielte Mélodie Zhao noch ein kurzes, fröhliches, berauschendes chinesisches Stück, bevor man das gutgestimmte Publikum in die Pause entliess.
Tschaikowskis 5. Sinfonie begann mit schwermütigen Klängen, mit russischer Melancholie, die sich bis zum Finale zur Euphorie steigerte. Fast zu perfekt gespielt und pompös fürs Ohr.
Das bravouröse Orchester verdankte den Applaus des begeisterten Publikums mit zwei Zugaben.