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Odebrecht zahlte zwischen 50'000 und 100'000 Dollar monatlich für "Baugenehmigungen" in von den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) kontrollierten Gebieten. Das hätten zwei Konzernvertreter während der Ermittlungen ausgesagt, berichtete das brasilianische Magazin "Veja" am Samstag.
Erstmals seien die Gelder in den 90er Jahren geflossen, nachdem zwei Odebrecht-Mitarbeiter von der FARC entführt worden seien, sagten die beiden Konzernvertreter laut "Veja". Der brasilianische Konzern habe ein US-Verhandlungsteam beauftragt, das die Entführten frei bekommen habe. Anschliessend seien regelmässige Zahlungen erfolgt, um ähnliche Vorkommnisse für die Zukunft auszuschliessen.
Die FARC habe in diesem Zusammenhang von einer "Guerilla-Steuer" gesprochen, Odebrecht die Gelder als "operative Kosten" oder "Gebietstribut" verbucht. Auf diese Weise habe Odebrecht neben anderen Projekten eine mehr als 500 Kilometer lange Autobahn fertigstellen können, hiess es in dem Bericht. Die Strasse verbindet Kolumbiens Landesinnere mit der Karibikküste des lateinamerikanischen Landes.
Ganz Lateinamerika betroffen
Der weitverzweigte Korruptionsskandal um den Baukonzern Odebrecht erschüttert derzeit ganz Lateinamerika. Die Ermittlungen gegen das Unternehmen begannen im Jahr 2014 und förderten nach und nach ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbeamte und Manager zutage. Mit dem Geld sollen sich der Konzern und andere Baufirmen Aufträge gesichert und teils sogar eine vorteilhafte Gesetzgebung erkauft haben.
Das Unternehmen gab zu, in zwölf Ländern illegale Zahlungen in Höhe von rund 800 Millionen Dollar geleistet zu haben. Ex-Unternehmenschef Marcelo Odebrecht wurde in Brasilien wegen Korruption und Geldwäsche zu mehr als 19 Jahren Haft verurteilt.
(AWP)