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Amerikaner trinken ihren Wein gleich selbst
Weine aus Amerika. Ja, sie können es wirklich. (Yes we can/Obama). Die USA sind heute eine sehr gut etablierte Nation im Weinanbau. Nach den klassischen Weinländern wie Frankreich, Italien, Spanien kommt flächenmässig, aber auch produktionsmässig an vierter Stelle bereits Amerika. Es ist sehr schwierig die besten Weine aus Amerika in Europa zu kaufen. Die Nachfrage im Inland d.h. in den United States of America ist riesig. Man trinkt den guten Wein gerne selbst bei sich zu Hause. Dies treibt aber auch die Preise für sämtliche Weine. Es gibt sie aber immer noch, die absolut günstigen, speziellen und trotzdem ausgezeichneten Weingüter in diesem Land.
Kalifornische Weine aus dem Napa Valley, Sonoma Valley und Sonoma County
Der neue Sommelier des Restaurant Chesery in Gstaad, Marco Rivieccio, hat einige davon ausgewählt und diese am heutigen Abend den Weinfreunden Gstaad-Saanenland vorgestellt. Es sind dies Produkte aus dem Napa Valley, Sonoma Valley und Sonoma County. Alle in Kalifornien. Dies ist die grösste Weinregion in Amerika. Mehr als 90 % des Weines wird hier gemacht. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Reben angepflanzt. Man beschränkte sich vorerst auf einheimische Sorten, allerdings waren diese Produkte nicht sehr schmackhaft. Hundert Jahre später wurden aus Europa Rebstöcke eingeführt, diese fielen jedoch der Reblaus zum Opfer, die Amerikaner aber nicht. Durch Kreuzungen USA/Europa wurden resistentere Weinstöcke herangezogen. Durch das Alkoholverbot (Prohibition) zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Vorrücken der Weine aus Amerika zurückgebunden. Heute gehören sie endlich auch zur Weltspitze.
Man findet in Kalifornien Weissweine (Chardonnay und Colombard) sowie Rotweine (Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Zinfandel). Der Wein schmeckt durch den Einfluss der Sonne und die Nähe zum Meer (Pazifik) sehr fruchtig, wuchtig und auch nahrhaft. Der Boden besteht aus unterschiedlichen Produkten, je nach Lage Sand, Lehm, Kies und Löss (feine-kalk- und tonhaltige Erde). Es werden nur reife Trauben gelesen, der Alkoholgehalt kalifornischer Weine ist deshalb relativ gross. Sie sind genauer gesagt sehr wuchtig. Heute produzieren die Amerikaner in Kalifornien wieder in der klassischen Art mit der sie vor einigen Jahrzehnten bekannt wurden und viele Freunde gewinnen konnten. Sie wenden sich vom geballten, konfitüreartigen Rebensaft ab und erzeugen immer mehr harmonische, geschmacksvolle, weiche und haltbare, edle Tropfen. In Kalifornien bestehen heute über -4000- Weinkellereien, was die grosse Bedeutung dieser Gegend noch hervorhebt. Der Weintourismus ist hier sehr beliebt. Es kommen jedes Jahr über 5 Millionen Besucher ins Napa Valley. Diese setzen insgesamt einen Umsatz von fast 2 Milliarden Dollars pro Jahr um. Nach Disneyland ist das Napa Valley wohl eine der grössten Reiseverkehrs-Attraktionen in Amerika!
Die Fische im Haus sind Chefsache
Endlich war es wieder soweit. Der grosse Wunsch der Mitglieder unserer Weinfreunde ging nochmals in Erfüllung. Der schon fast legendäre Anlass, d.h. eine Degustation im Restaurant Chesery in Gstaad, war wieder Realität. Wir durften nur noch alles geniessen. Gastgeber Robert Speth ist der Autor des Kochbuches „Cuisine Pure“, das Beste aus 30 Jahren Kochkunst der Chesery Gstaad, aus dem Jahre 2014. Urs Heller, Chefredaktor GaulMillaut schreibt denn auch im Vorspann vom „Treffpunkt Chesery in Gstaad“. „Ein Restaurant ohne Prunk und Protz, dafür mit viel Holz. Offensichtlich ein Gute-Laune-Restaurant, denn die Stimmung an allen Tischen ist prächtig. Robert Speth bleibt sich beim Kochen treu. Es gibt zwar Foie gras und Kaviar, aber anderes ist ihm wichtiger, z.B. die unglaublich saftige sardische Lammschulter, das knusprige Spanferkel oder die Loups de Mer und Turbots. All dies bleibt in Erinnerung, weil es perfekt gebraten ist, serviert mit unglaublich tiefen, intensiven Saucen. Die Fische im Haus sind Chefsache. Robert Speth ist sein eigener Poissonnier. Wir lieben ihn.“ Viel Vergnügen beim Durchblättern und Nachkochen. Die Rezepte sind eigentlich ganz leicht nach zu kochen, was für den Autor des Buches spricht. Wir brauchen ihn eigentlich nicht mehr vorzustellen.
Der Meisterkoch Robert Speth und der Sommelier Marco Rivieccio bitten zu Tisch
Robert Speth, geboren 1956 in Ravensburg (Deutschland), Konditor/Konfiseur Lehre und auch Kochlehre mit Meisterprüfung. Ab 1979 verschiedene Stationen, u.a. bei Louis Othier, Restaurant L’Oasis, in La Napoule, Frankreich, bei Heinz Winkler im Restaurant Tantris in München und im Steigenberger Gourmet-Party Service im „Frankfurter Hof“ in Frankfurt. Seit 1984 Restaurant Chesery In Gstaad, seit 1989 selbständig: Catering und Party Service, seit 1991 in der Sommersaison zusätzlich Restaurant Golfclub Gstaad-Saanenland. Seit 1998 ein Michelin-Stern, 2001 „Aufsteiger des Jahres“ und 2005 „Koch des Jahres“ von Gault Millau.
Insgesamt -23- Teilnehmer waren an diesem Abend anwesend, herzlich begrüsst von unserem Starkoch. Durch den Abend geführt wurden wir vom neuen „Sommelier“ des Hauses, Marco Rivieccio, Gewinner des „Grand Prix 2013“ für die beste Weinkarte des Jahres im Schweizerhof in Bern (Jack’s Brasserie), also wirklich ein Könner seines Faches und ein grosser Kenner der Weinbühne. Er führte sich selbst ein und zwar mit einem Drink aus Apple Juice aus Amerika zum Apéro. Zusammen mit der wirklich hervorragenden Küche von Robert Speth, ist der Sommelier ein unersetzlicher Mitarbeiter. Seine Ausführungen waren ausgezeichnet, kurz, ausgeprägt, wirklich sehr individuell, deshalb überaus verständlich. Die Weinfreunde überhäuften ihn dann auch mit Beifall. Alle Teilnehmer waren begeistert, nicht nur wegen den Erklärungen, den Weinen, (dieses Mal, wie von den Weinfreunden gewünscht, nicht zu viele, dafür aber von erster Güte) sondern vor allem auch wegen der erfolgreichen Küche, welche unsere Anforderungen an das Restaurant Chesery mehrfach überbieten konnte. Die Atmosphäre ist wirklich behaglich und richtig friedlich, die Dienstleistungen hervorragend, der Service ausgezeichnet, die Stimmung phantastisch, die Küche sagenhaft. Die Weine runden den Anlass ausnahmslos ab. Die Weinfreunde hoffen, auch im nächsten Jahr wieder eine Degustation bei Robert Speth abhalten zu dürfen. Die Beschreibung der Weine erfolgt wie üblich, am Schlusse dieses Berichtes.
Und jetzt zum Dîner im Detail: Wie immer, wurden die Speisen dem Thema angepasst, diesmal also Amerika.
Sauvignon Blanc von Cuvaison, Napa Valley, Jahrgang 2013..
Nachher geniessen die Weinfreunde einen kleinen Hamburger mit Rosa Thunfisch, wieder etwas Aussergewöhnliches. Hat einen herausragenden Eigengeschmack, welcher stark an Kalbfleisch erinnert.
Dazu einen Chardonnay aus der Sonoma Coast, auch vom Jahr 2013. .
Der Wein dazu, ein Pinot Noir von der Sonoma Coast, Jahrgang 2011. Diese Weinsorte wird in Amerika immer beliebter, obwohl natürlich der Cabernet Sauvignon überwiegt. Rotwein und Fisch ist heute kaum mehr ein Thema. Der gebotene Pinot Noir passte ausgezeichnet zum Menu.
Der passende Wein dazu, Carlisle Zinfandel, Saitone Ranch, Jahrgang 2012.
Als Ueberraschung ein Süsswein, Kapcsandy Familiy Winery, 2008, Vino del Sol aus dem Napa Valley.
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