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Altnau – Am 25. Oktober um 17.15 Uhr gastiert das Klavierduo Jost Costa in der Evangelischen Kirche in Altnau mit einem Konzertprogramm für Klavier zu Händen. Es erklingen Werke von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Claude Debussy und einem der beteutesten schweizer Komponisten - Hans Huber.
Beethovens 250. Geburtstag wurde 2020 an verschiedenen Orten der Welt begangen. So auch am kommenden Sontag in Altnau mit den «Variationen über ein Thema des Grafen Waltstein» für Klavier zu vier Händen.
Das vierhändige Klavierspiel gehörte zu den musikalischen Lieblingsübungen des 19. Jahrhunderts, ein »Trend», der sich in Beethovens Lebenszeit noch nicht deutlich genug abzeichnete, um den stets wachen Geschäftssinn des Meisters zu wecken. Seine wenigen Stücke für Klavier zu vier Händen sind fast durchweg Jugendwerke und eben zu dem geselligen Zweck komponiert, der die Gattung später so rasend beliebt machte. Nur die drei Märsche, op. 45, stammen aus der Zeit nach 1800. Unter den zahllosen Adligen, mit denen Beethoven verkehrte – nicht immer »politically correct», wie die Anekdoten um diese Variationen zeigen -, gebührt dem Grafen Ferdinand von Waldstein ein Ehrenplatz. Der böhmische Graf, der seit seiner Jugend in Bonn lebte, war der früheste Gönner des Komponisten, der ihn massiv förderte und wohl auch für dessen zweite Reise nach Wien verantwortlich war. Er soll ihm die berühmten Worte »Mozarts Geist aus Haydns Händen» als Motto mit auf den Weg gegeben haben.
«Leider nicht von mir….Ihr Johannes Brahms» diese Worte, und den ersten Takt von «an der schönen blauen Donau» schrieb der wohl eher als schüchtern bekannte Johannes Brahms, als kleine Widmung auf einen Fächer. Es handelte sich dabei um den Fächer von der Ehefrau des «Walzerkönigs» Johann Strauss. Den Walzer entdeckte Brahms in Wien und er inspirierte sich für die Komposition seiner eigenen Walzer Op. 39. Dort fing er die Stimmungen der legendären rauschenden Bälle ein.
Claude Debussy arbeitete ab 1903 an La Mer. In einem Brief vom 12. September 1903 aus seinem Feriendomizil bei seinen Schwiegereltern in der Bourgogne an seinen Freund André Messager schreibt er: «Sie wussten vielleicht nicht, dass ich für die schöne Laufbahn eines Matrosen ausersehen war und dass nur die Zufälle des Daseins mich auf eine andere Bahn geführt haben. Nichtsdestoweniger habe ich mir für die See eine aufrichtige Leidenschaft bewahrt.» Diese Leidenschaft geht zurück bis zu seiner Kindheit, als er viel Zeit bei seiner Tante väterlicherseits in Cannes verbrachte, wo er das Meer kennen- und lieben lernte. Weiter schreibt er: «Sie werden zu mir sagen, dass der Ozean nicht gerade die Rebhügel der Bourgogne bespült […] und dass die Sache wie eine Atelierlandschaft ausfallen könnte, aber ich habe zahlreiche Erinnerungen. Das taugt meiner Ansicht nach mehr als eine Wirklichkeit, deren Zauber im allgemeinen zu schwer auf unseren Gedanken lastet.»
Die französische Pianistin Yseult Jost und der portugiesische Pianist Domingos Costa spielen in Altnau die vierhändige original Bearbeitung des Komponisten die lange Zeit als unspieltbar galt.
Hans Huber, die bedeutende schweizer Musiker Persönlichkeit wirkte in Basel und hat ein umfassendes musikalisches Werk.
Zu Gehör kommen seine Ländler vom Luzernersee für Klavier zu vier Händen. Diese Stimmungsvollen Klangbilder fangen die traumhaften schweizer Landschaften ein. Huber engagierte sich für das schweizer Musikleben mit der Gründung des schweizer Tonkünstlerverbands, dem Basler Konservatorium und dem Basler Gesagsverein. Ihm zu Ehren gibt es in Zürich, Basel und Solothurn Hans Huber Strassen.
Das Duo Jost Costa
Raffinierte Virtuosität, Klangsinnlichkeit und eine Vorliebe für außergewöhnliche Programme zeichnen das von den Pianisten Yseult Jost und Domingos Costa 2006 gegründete Duo aus.
Nach ihrem Studium in Paris (Sorbonne), Porto, an den Musikhochschule Stuttgart, Basel und Detmold, studierten sie in der Meisterklasse von Prof. Hans-Peter Stenzl in Stuttgart und schlossen 2013 mit dem Master für Klavierduo ab.
Gewinner des Grieg Wettbewerbs für Klavierduo in Oslo, (Hauptpreis und 3 Sonderpreise unter anderem für die Interpretation zeitgenössischer Musik) war das Duo zu Gast beim Beethovenfest in Bonn, Festival En Blanco y Negro in Mexico City, Casa da Musica Porto (PT), Festival Zingster Klaviertage, dem Gesellschaftshaus Magdeburg, Palazzo Albrizzi Venedig (IT), Festival Camino al Tagliamento (IT), Festival International de Musique de Besançon (FR), im Stravinski Auditorium Montreux (CH), im Theaterhaus Stuttgart, in dem Theater TAPS Strasbourg (FR), in der Maison Heinrich Heine Paris, den Staatstheatern von Montbéliard, Besançon, Dôle (FR), im Wilhelma Theater Stuttgart, im Consol Theater und dem Klangraum Flora Gelsenkirchen in der Norwegian Academy of Musik Oslo (NO), der Schowburg Almere (H), beim Internationalen Festival in Schwäbisch Gmünd, im Landesmuseum «Fruchtkasten» Stuttgart, unter anderen.
Als neugierige leidenschaftliche Musiker haben Yseult Jost und Domingos Costa diverse Veranstaltungen konzipiert in denen Musik und Tanz, Musik und Dichtung, oder Musik und Malerei aufeinander treffen. Zutiefst überzeugt von der Kraft der Musik in der Gesellschaft haben sie Konzerte in sozialen Einrichtungen und in Gefängnissen wie Stammheim und Heimsheim gespielt.
Angeregt durch die Klangsinnlichkeit, Virtuosität und dem telepathischen Zusammenspiel des Duos Jost Costa, haben zeitgenössische Komponisten neue Werke für das Duo geschaffen und Ihm gewidmet, unter Ihnen: John Palmer (UK), Paulo Bastos (PT), Daniel Basomba (ES), Nicolas Jacquot (FR), Theo Herbst (ZA), Riccardo Vaglini (IT), Michael Walter (DE).
Als gefragte Dozenten hielten Sie Vorträge, Workshops und Meisterkurse an der Universität Hamburg, dem Conservatório Braga (PT), Conservatoire à Rayonnement Départemental du Grand Belfort Henri Dutilleux (FR), Musikhochschule Venedig (IT), University of Cape Town (ZA), University of Wittwatersrand (ZA) und der University of Pretoria (ZA).
Seit 2016 vergibt das Duo Jost Costa Aufträge an junge Choreografen. So entstanden einige Neu – Inszenierungen großer Meisterwerke des 20. Jahrhunderts für die originalen Klavierduofassungen und Tanz, unter anderem eine neue Choreographie des Sacre du Printemps von Igor Strawinsky, Parade von Erik Satie, und die Création du Monde von Darius Milhaud. Die Aufführungen wurden von Publikum und Kritik mit Begeisterung aufgenommen.
Ab dem Herbst 2016 entwickelt das Duo in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum Württemberg und der Stadt Stuttgart eine Reihe von Kinderkonzerten, die bereits 2000 Grundschulkinder im Großraum Stuttgart den Besuch eines klassischen Konzerts ermöglichte.
Yseult Jost und Domingos Costa realisierten Aufnahmen für den Südwestrundfunk (Swr2), den Westdeutschen Rundfunk (Wdr3), Deutsche Welle (DW) und Radio BFC Classique (FR).
Sie wurden von der portugiesischen Regierung für Ihre Leistungen und das kulturelle Engagement ausgezeichnet.