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Moderne deutsche Malerei aus Privatbesitz – Eine kurze Ausstellungsgeschichte
Der langjährige Konservator der Kunsthalle Basel, Wilhelm Barth plante für Oktober 1932 eine Ausstellung mit moderner Malerei. Zu dieser Zeit nicht selbstverständlich, da diese Kunst damals «leider immer noch nicht voll anerkannt wird», wie ein Leihgeber in einem Brief an den Konservator feststellt [Brief von Wilhelm Graf von Kielmansegg, Basel, an Wilhelm Barth, Basel, vom 26.09.1932]. Die Leihgaben für die Ausstellung sollten vor allem aus den Basler Privatsammlungen von Richard Doetsch-Benziger, Karl Im Obersteg, Emanuel Hoffmann und Wilhelm Graf von Kielmansegg kommen. Die Ausstellung wurde jedoch kurzfristig verschoben, da Emanuel Hoffmann nach einem fatalen Autounfall verstarb und stattdessen eine Gedenkausstellung in der Kunsthalle Basel veranstaltet wurde.
Ein Jahr später, am 7. Oktober 1933 eröffnete die Ausstellung Moderne deutsche Malerei aus Privatbesitz in der Kunsthalle Basel. Viel war in der Zwischenzeit passiert – vor allem in Deutschland, wo die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren und neue Gesetze erlassen hatten, welche Freiheit und letztlich Sicherheit ganzer Bevölkerungsgruppen einschränkte.
Die Ausstellung zeigte schliesslich nicht nur Werke aus Basler Sammlungen – rund 40% der gezeigten Kunst stammte von zwei Sammlerinnen aus Deutschland: Tekla Hess und Nell Walden. Die Werke aus diesen Sammlungen waren als Deposita in die Kunsthalle Basel gekommen, das heisst, sie blieben über die Ausstellung hinaus, über längere Zeit in Basel.
Die Identifikation der Kunstwerke und ihren Leihgeber*innen sind wichtige Schritte zur Aufarbeitung der Ausstellung. Der Katalog enthält zwar wertvolle Informationen wie Künstler*in, Werktitel und gelegentlich das Entstehungsjahr und die Technik, gibt jedoch lediglich allgemeine Angaben zum Eigentum an, indem er besagt, dass die Werke aus privaten Sammlungen in Deutschland und Basel stammen, ohne konkrete Namen zu nennen. Die für die Provenienzforschung wichtige Aufgabe der Zuordnung der Kunstwerke zu ihren jeweiligen Leihgeber*innen liegt somit im Bereich der Archivrecherche. Briefe und Transportlisten müssen konsultiert werden. Durch eine sorgfältige Untersuchung dieser Archivmaterialien kann eine eindeutige Verbindung zwischen den Kunstwerken und ihren Leihgeber*innen hergestellt werden.
Im Fotoarchiv der Kunsthalle Basel sind die Ausstellungen der 1930er Jahre nicht vollständig dokumentiert. Tatsächlich wurde lange angenommen, dass von der Ausstellung Moderne deutsche Malerei aus Privatbesitz keine Fotodokumentation überliefert ist. Erst die Erschliessung des assoziierten Teilnachlasses des Ateliers Robert Spreng in den Jahren 2021–2023 brachte insgesamt zehn Werk-Fotografien dieser Ausstellung zutage.