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Die Situation rund um die portugiesische Fluggesellschaft TAP Air Portugal ist weiterhin kritisch. Die so dringend benötigte staatliche Finanzhilfe ist allerdings an einige Bedingungen geknüpft, die die Airline weiter reduzieren sollen. Ein Überblick.
Im Zuge der staatlichen Hilfeleistung für die nationale Fluggesellschaft Portugals äusserte sich nun der Betriebsrat von TAP bezüglich der laufenden Umstrukturierung. Die Finanzspritze vonseiten der portugiesischen Regierung erfolge nur unter der Bedingung, dass der Staat die Kontrolle über die Nationalairline übernehme, wie aus Informationen des Reiseportals aerotelegraph.com hervorgeht. Aufgrund der Covid-19-Pandemie sei es deutlich schneller zu einer “finanziellen Kernschmelze” gekommen, als Beobachter im Voraus angenommen hatten.
Staatliche Finanzhilfen von bis zu einer Milliarde Euro im Gespräch
Für die Umstrukturierung der Airline und das damit verbundene Rettungspaket für die TAP sei eine eigene Arbeitsgruppe geschaffen worden, “um eine irreversible Verschlechterung zu verhindern”. Besagtes Gremium bestehe aus einem Krisenmanager, zwei Ministern, einigen Experten der staatlichen Beteiligungsgesellschaft Parpública, der Unternehmensberatung Deloitte und zudem der Anwaltskanzlei Vieira de Almeida. Bis zu einer Milliarde Euro seien nach Informationen verschiedener portugiesischer Medienberichte im Gespräch.
Doch es wird auch von Unstimmigkeiten innerhalb des Krisenmanagements von TAP Air Portugal berichtet, die die Massnahmen zu Restrukturierung ausbremsen. Offenbar seien sich die Aktionäre uneinig. Während die Regierung ihre finanzielle Unterstützung durch Kapitalerhöhungen und einer Erweiterung der Staatsanteile durchsetzen möchte, verlangen “private Anteilseigner” ein staatliches Darlehen.
Verluste von mehr als 100 Millionen Euro im Jahr 2019
Zudem müsse man der Europäischen Union nachweisen können, dass die finanzielle Krisensituation der portugiesischen Fluggesellschaft nicht schon vor der Covid-19-Pandemie eingeleitet wurde, um die staatliche Finanzspritze erhalten zu können. Im vergangene Jahr hatte TAP Air Portugal allerdings Verluste von über einhundert Millionen Euro verzeichnet, was die Diskussionen um die zukünftige Gestaltung der Airline und die staatliche Beteiligung weiter verkomplizieren dürfte.
Innerhalb der vergangenen Jahre hatte TAP Air Portugal das Angebot nach Nordamerika und Brasilien erweitert, und zudem grosse Teile der Flotte durch neuere Maschinen ersetzt. Trotz dieser Massnahmen war es bis dato allerdings nicht gelungen, die potugiesische Airline wieder auf Kurs zu bringen. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und das damit verbundene Aussetzen des internationalen Luftverkehrs über mehrere Wochen hinweg taten ihr Übriges. Eine Restrukturierung der Airline bedeutet nun vermutlich die Kündigung und/oder Verkürzung wichtiger Arbeitsplätze, eine weitere Verkleinerung der Flotte und vermutlich eine damit verbundene Reorganisation des portugiesischen Flugplanes. Nähere Informationen zum geplanten Rettungspaket des Staates erwarte man für Ende des laufenden Monats Mai.
Fazit zur möglichen Staatshilfe für TAP Air Portugal
In der jetzigen Situation erreichen uns Medienberichte wie diese beinahe täglich. Die Konsequenzen der Covid-19-Pandemie werden uns in all ihren Ausmassen wohl noch einige Zeit begleiten, und ihr gänzliches Ausmass in vermutlich nicht allzu naher Zukunft entfalten. Weltweit befinden sich nach wie vor ganze Flotten auf dem Boden, Millionen von Mitarbeitern in Kurzarbeit und die mediale Berichterstattung ist geprägt von Restrukturierungen, Insolvenzankündigungen und staatlichen Hilfeleistungen. Im Fall von TAP Air ist es zumindest positiv zu bewerten, dass die portugiesische Fluggesellschaft staatliche Finanzhilfe erwarten kann, auch wenn diese an einige unerfreuliche Bedingungen geknüpft ist. Nun bleibt abzuwarten, wie sich diese Informationen bis Ende des Monats entwickeln werden…