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Epiretinale Membran (Epiretinale Gliose, Zellophanmakulopathie)
Einführung
Die epiretinale Membran (epiretinale Gliose, Zellophanmakulopathie) ist eine durchsichtige, fibroblastische Membran, welche sich auf der Oberfläche der Netzhaut (auf der ILM) vor allem auf dem hinteren Pol bildet.
In den meisten Fällen kennen wir die genaue Ursache der epiretinalen Membran nicht (idiopathisch), aber Operationen im Augeninneren (intraokulare Augenoperationen), Netzhautrisse, Augenentzündungen, Diabetes, Glaskörperblutungen, Venenverschlüsse in der Netzhaut, Trauma oder Erkrankungen, die Fibrosis anregen, können eine epiretinale Membran verursachen. Der Augenarzt muss die Netzhaut gründlich untersuchen und all diesen Krankheiten anhand der Vorgeschichte und der Untersuchung ausschliessen.
Die idiopatische epiretinale Membran (ERM) ist nicht selten, kommt bei 2% der über 50-jährigen und 18-20% der über 75-jährigen vor. Beide Geschlechter sind gleich betroffen. In 15-20% der Fälle zeigt sich die epiretinale Membran in beiden Augen.
Symptome der epiretinalen Membran
Die meisten Patienten haben in der Anfangsphase keine Symptome. Beim Fortschreiten der Erkrankung sind Sehverschlechterung und verzerrtes Sehen (Metamorphopsie) die Hauptsymptome.
Klinischer Befund
Eine zellophanartige, glitzernde, dünne Schicht zeigt sich auf der Makula oder um die Makula. Diese dünne Schicht ist in der Regel gefaltet. Mit der Zeit verdickt sich die Membran. Unter der epiretinalen Membran kann sich ein sogenanntes Pseudoloch bilden, der mit dem Makulaloch nicht zu verwechseln ist. Selten zeigen sich intraretinale Blutungen, weisse Flecken (verzögerter Axoplasmatransport) und Ödem.
Woher die Zellen, die die epiretinale Membran bilden, kommen ist immer noch unbekannt. Laut histologischen Untersuchungen stammen die Zellen aus dem retinalem Pigmentepithel (RPE).
Diagnostik
Der Augenarzt erkennt die epiretinale Membran bei der Funduskopie (Netzhautuntersuchung mit einer Linse und der Spaltlampe) und mithilfe der OCT-Untersuchung. Bei der Spaltlampenuntersuchung ist die zellophanartige Struktur mit den Falten zu sehen. Die OCT zeigt eine dünne, hyperreflektive (sehr weiss) Schicht auf der Netzhaut. Diese dünne Schicht kann in der Netzhaut Falten werfen. Wenn die ellipsoide Zone, in der sich die Fotorezeptoren befinden noch unbetroffen ist, ist die Sehschärfe noch gut.
Behandlung
Bei guter Sehschärfe und Fehlen der Symptome ist keine Therapie notwendig. In diesem Fall wird das Auge in regelmässigen Abständen (mindestens halbjährlich) kontrolliert. Wenn der Patient eine Sehverschlechterung wahrnimmt und/oder das verzerrte Sehen eingetreten ist, kann ein operativer Eingriff (Vitrektomie und Membranpeeling) in Erwägung gezogen werden.
Das Ziel der Operation ist, die Sehschärfe zu verbessern und den Patienten vom Verzerrtsehen zu befreien. Nach der Operation dauert es mindestens 6-8 Wochen, bis eine Verbesserung der Sehkraft festgestellt werden kann. Die Erholung der Retina ist ein langsamer Prozess und dauert in der Regel mehrere Monate. Während dieser Zeit sind regelmässige augenärztliche Kontrollen erforderlich.
Sehr selten (<1%) kann sich die epiretinale Membran spontan von der Netzhaut ablösen und die Sehkraft steigt langsam an.
Diese Erkrankung stellt ein häufiges Problem in der Augenheilkunde dar. Dank präziser Diagnostik und ausgereiften Operationstechniken kann die epiretinale Membran früh erkannt, verlaufskontrolliert und sehr gut behandelt werden.
Zusammenfassung
Die epiretinale Membran (epiretinale Gliose) entwickelt sich sehr langsam im höheren Lebensalter. Der Befund kann lange stabil bleiben oder er kann sich langsam verschlechtern. Im Allgemeinen wird dann operiert, wenn die bestkorrigierte Sehschärfe unter 60% fällt. In diesem Fall wird der Glaskörper und die epiretinale Membran entfernt.
Da sich das Nervengewebe langsam erholt, dauert es mehrere Monate bis die endgültige Sehschärfe erreicht wird. Nach der Operation finden regelmässige Kontrolle beim Augenarzt statt.
Wir sind spezialisiert auf Netzhauterkrankungen und Sie können immer auf unseren Augenarzt in Zürich Opfikon zählen.