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(aus dem morgenländischen Namen Saghir entstanden) heißt ein starkes eigentümlich genarbtes farbiges
Leder.
Das echte wird in
Astrachan, Konstantinopel etc. aus den Rückenstücken von Pferde- und Eselshäuten
bereitet, indem man dieselben enthaart, sehr sorgfältig ausfleischt, dann in einen Rahmen spannt, anfeuchtet, mit der Fleischseite
nach unten auf den
Boden legt und mit den harten eckigen Samen einer Art Melde bestreut. Nachdem man dann einenFilz
übergebreitet, werden die Samen in die weiche Hautmasse eingetreten, welche dadurch Grübchen und Unebenheiten erhält,
die auch beim nachfolgenden Trocknen nicht verschwinden. An den trocken gewordenen Stücken nimmt man nun mit einem scharfen
Instrument auf der Fleischseite die kleinen Erhöhungen fort, welche den Eindrücken der Samenkörner entsprechen. An
diesen Punkten wird sonach die Masse der Haut verdünnt.
Wird dieselbe nun wieder in Wasser geschwellt, wobei die Körner von selbst herausfallen, so quellen die nicht betroffenen
Stellen mehr als die verdünnten und es entsteht die dem Ch. eigene körnige Oberfläche.
Erst nach dieser Vornahme erhalten die Stücke ihre weitere Präparatur und Färbung. Die echten Ch.
finden ihre Verwendung im Morgenlande selbst zu Messer- und Säbelscheiden, Pferdezeug etc.
Bei uns werden dieselben dadurch nachgeahmt, daß man irgend welchem
Leder durch heiße gravierte Kupferplatten oder Walzen
eine ähnliche Körnelung einpreßt. In derselben Weise entsteht auch das zu Büchereinbänden gebrauchte Chagrinpapier.
Chagrinleder wird gemäß Zollt. im Anh. Nr. 21 b verzollt, Chagrinpapier
gemäß Nr. 27 e.
ein dichter Quarz, nach einigen Mineralogen ein Gemenge von amorphem und kristallinischem Quarz, kommt
in zahlreichen, durch ihre Färbung verschiednen Varietäten vor, die besondere Namen führen und als Halbedelsteine und
Material für Kameen, Ringsteine, Siegelsteine und viele andere Schmuck- und Gebrauchsgegenstände zum
Teil schon seit alten Zeiten (namentlich zu Kameen) verarbeitet werden. Die bekanntesten Varietäten sind folgende: GewöhnlicherCh., ist grau und durchscheinend;
Karneol, dessen meist geschätzte Varietät die blutrote ist, der aber auch braunrot oder
gelbrot erscheint;
Chrysopras, durch Nickeloxyd apfelgrün, und Plasma, durch Eisenoxydul dunkelgrün
gefärbter Ch. Jaspis, ein undurchsichtiger, durch Eisengehalt gleichmäßig gelbbraun,
rot, grün, schwarz etc. gefärbter
Kiesel, kommt in größern Stücken vor und gibt daher Material zu Säulen, architektonischem
Zierrat, Tischplatten, Vasen, die eine schöne Politur annehmen.
Arbeiten von schönem Jaspis gibt es sehr wertvolle selbst
noch aus dem Altertum. In verschiedenen Farben regelmäßig gestreift heißt der Stein Bandjaspis, und
wird besonders schön
in Sibirien gefunden. Schön gezeichnet ist auch der ägyptische Jaspis, sog.
Nilkiesel. Fundorte besserer Jaspisse sind außerdem in Sicilien, Sachsen, Böhmen, Tyrol. Von hier wird «Meraner
Jaspis» in prachtvollen Varietäten angeboten. Ferner mehrfarbige Ch. sind:
Heliotrop, durchscheinend dunkelgrün, mit eingestreuten undurchsichtigen, zinnoberroten Punkten;
Onyx, mit weißen und schwarzen oder dunkelbraunen
Bändern oder Schichten.
Calcedonyx,
abwechselnd grau und weißgestreift; Stephanstein, ist ein weißer Ch. mit blutroten
Flecken. Endlich hat man auch Ch. mit wolkenartigen, moosartigen etc.
Flecken und Zeichnungen. Die
Onyxe, also die Varietäten mit wechselnden Streifen, die mithin in andrer
Richtung betrachtet übereinander liegende Schichten bilden, sind das hauptsächliche Material zum Schneiden von Kameen,
eine sehr alte Kunst, die auch noch jetzt in Italien betrieben wird. Durch die Aufeinanderfolge verschiedenfarbiger Schichten
lassen sich
[* 1]
Figuren auf andersfarbigem Grunde darstellen, und wenn 3, 4 solcher Schichten
vorhanden und dünn genug sind, um sie sämtlich an verschiedenen Stellen zu Tage legen zu können, so sind solche Stücke
sehr wertvoll, Durch die heutige Glastechnik können übrigens viele der hier berührten Naturprodukte ganz gut nachgeahmt
werden.
(Charmotte); die Masse, aus welcher die für Schmelzöfen und andre Feuerungsanlagen so vielbegehrten feuerfesten
Backsteine (Chamottesteine), ferner
Schmelztiegel, Kapseln zum Porzellanbrennen etc. gefertigt werden; sie besteht aus reinem
Thon, gemengt mit bereits vorher gebranntem und gemahlenem
Thon. Die Feuerbeständigkeit der Masse, vermöge welcher sie selbst
in anhaltender Weißglut nicht berstet, mürbe wird oder schmilzt, liegt lediglich in der Reinheit des
Thons, in der Abwesenheit von
Alkalien,
Kalk,
Eisenoxyden, denn solcher reine
Thon ist schon von Natur feuerfest.
Der Zusatz des bereits gebrannten
Thons oder von Thonscherben hat den Zweck, das starke Schwinden zu verhindern, welchem der
fette, feuerfeste reiner
Thon beim Brennen ausgesetzt ist. Ein guter feuerfester Stein darf nicht zerspringen,
wenn er glühend in kaltes Wasser geworfen wird. Die von Ziegelhütten und zum Teil Porzellanfabriken in den Handel gebrachten
Steine sind gebrannt und mehr oder weniger weiß. Wo sie an demselben Orte hergestellt und verbraucht werden, geschieht das
Vermauern in lufttrocknem Zustande, und zwar unter allen Umständen ohneKalk, nur mit Thonmörtel. -
Ch. unglasierte zollfrei; glasierte s. Tarif im Anh. Nr. 38 b.
(Champagnerweine); im weiteren Sinne des Wortes alle in der gleichnamigen französischen Landschaft erzeugten
Weine; im engeren Sinne die aus dortigen
Trauben gefertigten Schaumweine. Jetzt gibt man den Namen Ch.
oder Sect überhaupt allen Schaumweinen, auch wenn sie nicht in Frankreich gefertigt wurden. Es sind hauptsächlich die Departements
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Ardennes, Aube, Marne und Haute Marne, welche auf nahezu 20000 Hektaren durchschnittlich 700000 Hektoliter Wein liefern, hiervon
werden jedoch nur 180000 Hektoliter auf Schaumwein verarbeitet; der übrige Wein, Champagne non mousseux, kommt unverändert
zum Verbrauch, aber fast nur im Lande selbst. Unter diesen ist der Sillery sec non mousseux, ein weißer,
trockner Wein von eigentümlichem Aroma, der beste. Der beste Schaumwein wird in der Gegend von Rheims und in den berühmten
Lagen von Bouzy, Verzy und Verzenay, sowie auf den Höhen der Marneufer bei Ay, Mareuil, Dizy und Epernay erzeugt.
Der Schaumwein, durch seinen großen Gehalt von Kohlensäure ausgezeichnet, wird stets nur in Flaschen
versendet und verkauft. Man verwendet zu seiner Bereitung am liebsten eine Mischung von Most aus blauen und weißen Trauben.
Die Hauptgährung erfolgt in Fässern und erst im Frühjahre wird der Wein auf die bekannten starkwandigen Champagnerflaschen
gefüllt, um hier die Nachgärung durchzumachen. Diese wird dadurch unterstützt, daß man etwas sogenannten
Likör (etwa 3%), d. i. eine Auflösung von Zucker in Wein und einige andre Substanzen zusetzt.
Durch diesen Zuckerzusatz kommt der Wein von neuem in Gährung und die sich hierbei bildende Kohlensäure kann nicht entweichen,
da die Flaschenkorke fest verschlossen werden. Die Flaschen bringt man später in geneigte Lage mit den
Korken nach unten, so daß sich die geringe Menge neu gebildeter Hefe auf den Kork absetzt, der dann durch geschicktes Öffnen
schnell entfernt und durch einen neuen ersetzt wird. Ein kleiner Verlust an Wein ist hierbei nicht zu vermeiden; die Flaschen
werden vor dem Verkorken wieder vollgefüllt und mit Draht und Bindfaden verschlossen.
Geringere Sorten von Champagner werden auch auf die Weise bereitet, daß man versüßten Wein auf ähnliche Weise mit Kohlensäure
imprägniert, wie dies bei der Bereitung des kohlensauren Wassers geschieht. Sehr viel Ch.
wird jetzt auch in Deutschland und Österreich fabriziert. Der Erlös aus dem Verkaufe des französischen
Ch. wird zu 60 Millionen Franks jährlich angegeben. Die Produktion von Ch.
in Frankreich beläuft sich auf 23000000 Flaschen jährlich, wovon nur circa 3500000 im Lande selbst verbraucht werden. -
Einfuhrzoll: S. Tarif im Anhang, Nr. 25 e 2.