Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03621.jsonl.gz/2986

Mediterrane Weine – Lebenselixiere aus den Küstenregionen des Mittelmeers
Wenn Du an das Mittelmeer denkst, verbindest Du es nicht auch mit strahlendem Sonnenschein, Strand und kulinarischen Genüssen? Auch der Wein, den Du im Urlaub getrunken hast und der in den Mittelmeerregionen zum Alltag dazugehört, kommt Dir wieder in den Sinn? Wenn das so ist, dann solltest Du auf die leckeren mediterranen Weine nicht verzichten.
Diese Weine sind Weine, die in sonnigen, warmen und trockenen Ländern mit milden Wintern hergestellt werden. Hier beträgt der jährliche Niederschlag nicht mehr als 400 Liter. Das Mittelmeerklima und die hohe Sonnenscheindauer sorgen dafür, dass die Trauben intensiv reifen und über eine hohe Zuckerkonzentration verfügen. Dadurch wird durch die Hefen mehr Alkohol (ab 13,5 Prozent) umgewandelt, was zu einer schmackhaften Präsentation am Gaumen führt. Es ist aber möglich, durch gezielte Lagenwahl die Reifezeit zu verringern. Außerdem besteht nur ein geringes Risiko auf Pilzerkrankungen. Da Kupfer nicht eingesetzt werden muss, ist der biologische Anbau einfacher.
Zu den ältesten Weinanbaugebieten Europas gehört der Mittelmeerraum. Da auch wir in unserem Restaurant derartige Weine aus Portugal, Spanien und Italien anbieten, wird auf diese Weinregionen nachfolgend näher eingegangen.
Weine aus Portugal
Schon vor Jahrtausenden wurde in Portugal Wein angebaut, brachten doch schon die Phönizier, Griechen, Karthager und Römer die Rebstöcke und Techniken für den Anbau und die Produktion des Weines mit. So exportierten damals die Römer portugiesische Weine in ihr Land. Auch die Briten verschifften aufgrund des Abkommens „Tücher und Wein“ Weine aus Portugal. Zu den bekanntesten Weinspezialitäten des Landes zählt der Portwein. Er wurde in England als Ersatz für die französischen Weine, die mit horrenden Zöllen belegt waren, anno 1690 entdeckt. Nachdem Ende des 19. Jahrhunderts sehr viele Weinanbaugebiete Portugals durch Mehltau und die Reblaus vernichtet wurden, wurde erst wieder im Jahre 1930 mit dem Wiederaufbau und der Weinproduktion begonnen.
Seither sind die Weine, ganz gleich, ob es sich um rotwein oder weisswein handelt, weltweit sehr geschätzt und beliebt. Wusstest Du, dass das kleine Land Portugal eines der zehn bedeutendsten Weinexporteure der Welt und Ursprungsland des ältesten Prädikatweinsiegels „dem DOC“ ist? Dieses Siegel wurde im Jahre 1756 in der ältesten Weinregion der Welt, im Dourotal, eingeführt und verbreitete sich weltweit. Da in Portugal circa 285 einheimische Rebsorten angebaut werden, wird das Land auch als „Schatzkammer regionaler Rebsorten“ bezeichnet.
Die bekanntesten Weinanbaugebiete Portugals
Angebaut werden die Reben in einer Vielzahl von Anbauregionen, in denen der Weinbau auf höchstem Niveau betrieben wird. Nachstehend erhältst Du Informationen über die ältesten Weinbauregionen Portugals, aus denen auch die in unserem Restaurant angebotenen portugiesischen Weine stammen.
Das Weinbaugebiet Douro
Die älteste abgegrenzte Weinbauregion der Welt liegt mit ihrer einzigartigen Kulturlandschaft, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, im „Dourotal“ im Nordwesten Portugals. Hier produziert man die Weine auf den „Socalcos“, den pittoresken Terrassen des Dourotales. Das Douro ist die Wiege des Portweines, dessen Qualitätskriterien vom Marquis de Pombal bereits anno 1756 initiiert wurden. Dieses Weinanbaugebiet steht aber auch für exzellenten rotwein und weisswein mit feinem, kräftigen Geschmack.
Die feinen, exklusiven Rotweine aus dem Dourotal zeichnen sich durch eine leuchtende, tiefe, volle Farbe, teilweise auch mit Farbreflexen, aus. Wenn sie jung sind, können sie aber auch sehr tanninhaltig sein, wobei sie aber mit zunehmender Reife weicher schmecken. Die Nase umspielt meist ein Bouquet aus intensiven, fruchtigen Aromen (Blaubeere, Brombeere, Himbeere oder Kirsche), gepaart mit blumigen Noten (Veilchen), nassem Stein und Facetten von Würzigkeit. Am Gaumen stellt sich der Douro Rotwein körperreich mit ausbalancierter Säure, ausgewogen und fruchtig frisch mit ganz fein geschliffenen Tanninen dar. Das Finish ist nicht nur lang, es ist auch blumig und fruchtstark. Außerdem ist meist eine leichte Mineralität zu spüren. Aber es gibt auch Rotweine, die sich leicht fruchtig in der Nase zeigen und sich geschmacklich eher leichtgewichtig mit zurückhaltender salziger Mineralik und seidiger Tanninstruktur darstellen. Auch der in unserem Restaurant angebotene tiefrote „Exlibris Bako“ stammt aus dem Dourotal.
Mit einem leichteren, nicht so komplexen Douro Rotwein, beispielsweise Alentejo, Algarve oder Bairrada, lassen sich weißes Fleisch und rote, gekochte Fleischsorten wunderbar ergänzen. Zu fettigen Fleischgerichten sorgt ein roter Dão für die Ausbalancierung. Die kräftigen, klassischen Rotweine lassen sich besonders gut zu kräftigen Fleischgerichten mit Soße, Wild, fleischigen Eintöpfen und Innereien kombinieren.
Douro Weißweine weisen eine hellgoldene- bis zitronengelbe Farbe auf und werden Dich mit Frische, Charme und ihrem eigenständigen Charakter begeistern. Schon beim Öffnen der Flasche wird die Nase von einem frischen blumigen Duft umspielt, der von Aromen reifer grüner und gelber Früchte sowie einem Hauch Schiefer flankiert wird. Bei einigen Weißweinen kristallisieren sich neben den floralen Noten auch Zitrusfrüchte und Mandel heraus. Am Gaumen präsentieren sie sich in voller Dichte mit einer erfrischenden Säure, teilweise mit einer leichten Salzigkeit. Herauszuschmecken sind fruchtige Aromen von grünem Apfel, Birne mit leichter Pfeffernote. Aber auch florale und würzige Aromen sind bei einigen Weißweinen vorherrschend. Der Abgang ist bei allen Douroweinen dieser Art sehr lang und frisch, bei einigen Weinen zwar lang, aber mit blumigen und mineralischen Aromen.
Er wird sehr gern zu Speisen, wie Geflügel, gedünsteter Fisch, gebratene oder gegrillte Meeresfrüchte und aufgrund seiner Fruchtigkeit zu scharf gewürzten Speisen gereicht.
Die im Zentrum Portugals liegende Weinregion Dão DOC
Die Weinregion Dão gehört ebenfalls zu den ältesten Weinanbauregionen Portugals und hat Weinbaugeschichte geschrieben. Sie liegt, von Bergen geschützt, nordöstlich des Zentrums Portugals. Seinen Namen verdankt die Region dem kleinen Fluss Dão, der in dieser Bergregion entspringt. Im Dão werden die Weine auf einer Höhe 400 bis 700 Metern über dem Meeresspiegel, die von Granit und Schiefer dominiert wird, angebaut und produziert.
Der für die Dão Region typische Wein ist ein rubinroter, alkoholhaltiger rotwein. Er verwöhnt die Nase mit einem zarten Duft, kann sich aber auch als ein elegantes Bouquet aus sehr blumigen, schwarzbeerigen, würzigen und pfeffrigen Aromen darstellen. Sogar Milchschokoladenaromen sind teilweise erkennbar. Im Mund stellt er sich samtig, weich, intensiv, fruchtig (dunkle Beeren, Schwarzkirsche, Walderdbeere) mit einer erdigen Note und verführerischen Tanninen dar. Auch das lange Finish ist sehr angenehm. Die attraktiven Weine haben ein sehr gutes Alterungspotenzial. Erst nach längerer Lagerung entwickeln sie ihren vollen Charakter.
Diese roten Weine sind besonders mit Speisen, wie Wild, Hummer, kräftige Fleischgerichte mit Soße und Käse, kombinierbar.
Der weisswein aus der Region Dão besticht nicht nur durch Mineralität, sondern auch durch seine frischen, konzentrierten fruchtigen Aromen und seinem geringen Alkoholanteil. Die Nase wird je nach Weinsorte mit einem feinen Aromenbild aus Apfel, Johannisbeere mit Noten aus Pfirsich und Quitte, Mango, Birne, Kiwi und Litschi verwöhnt. Am Gaumen wird diese fruchtige Note teilweise noch durch Zitronengras ergänzt. Im Nachhall ist dann ein wenig süßer Apfel zu merken.
Aufgrund des wunderbaren Bitterstoffes wird der weiße Wein aus Dão zu einem idealen Essensbegleiter, besonders für kräftige Speisen, wie Wildente, Fasan, Fisch, Muscheln, Schnecken und Käse, um nur einige zu nennen.
Weine aus Spanien
Bereits 4000 vor Christus wurde in Spanien Wein angebaut. Der organisierte Weinbau begann jedoch erst circa 1000 vor Christus in der Provinz Cadiz. Diesen brachten die Griechen und Phönizier nach Spanien. Nachdem die Römer dann ein paar Jahrhunderte später die Keltertechnik verbesserten und nach Spanien brachten, entstanden so um 500 vor Christus beachtenswerte Weine. Ihre Bekanntheit über die Landesgrenzen hinweg erhielt Spanien aber erst im 16. Jahrhundert. Diese wurde jedoch durch mehrere Krisen im 18. und 19. Jahrhundert getrübt. Das Interesse an Wein aus Spanien nahm wieder ab.
Eine Renaissance erfuhr er erst wieder, als in den Jahren 1865 und 1885 in Frankreich die Reblaus den größten Teil der Rebflächen vernichtete. Im Jahre 1935 erfolgte die erste Herkunftsbezeichnung (D. O.) mit Jerez. Eine weitere Krise musste der spanische Weinbau während der Francodiktatur durchleben. Erst Mitte der 1980er Jahre war es möglich, den Weinbau, dank gezielter Förderprogramme der Regierung, wieder zu evolvieren. Heute zählt Spanien zu den dynamischsten Weinanbauländern weltweit, in dem Tradition und Moderne miteinander Hand in Hand gehen. Für den Charakter der mediterranen Weine aus Spanien gilt: viel Frucht, kraftvolles, weiches Tannin und geringe Säure.
Weinbauregionen in Spanien
Wenn Du den Umfang der Rebfläche Spaniens betrachtest, wirst Du feststellen, dass Spanien das größte Weinanbauland der Welt ist. Wein wird in allen Regionen des Landes angebaut. Besonders Weine aus der Weinregion Rioja waren schon in der Anfangszeit des spanischen Weinbaus sehr gefragt. Zwei von siebzehn Weinbauregionen, deren Weine Du auch in unserem Restaurant genießen kannst, stellen wir Dir hier näher vor.
Die bekannteste spanische Weinregion La Rioja
Die berühmte Weinregion La Rioja liegt im Norden Spaniens. Der überwiegende Teil dieser Region liegt in circa 450 Metern über dem Meeresspiegel auf einem Plateau. Ihren Namen verdankt die Region dem Fluss „Rio Oja“, der dieses Gebiet durchfließt und in den Nebenfluss des Ebro, den „Rio Tiron“ mündet. Der Ebro prägte weite Teile des La Rioja. Die Schwemmlandböden in Ufernähe und die eisenhaltigen Tonerden, der Kalk und der Kies sowie Geröll sind kennzeichnend für dieses Gebiet. Das hier herrschende Klima ist für den Anbau von Wein ideal. Die Sommer sind warm und nicht zu heiß, die Winter nicht zu extrem und die Niederschläge reichen auch aus. Das Weingebiet Rioja ist in drei Subbereiche unterteilt: Rioja Alavesa (leichte, fruchtige Rotweine), Rioja Alta (körperreiche Rotweine, deutliche Tannine, gute Säure) und Rioja Baja (alkoholstarke, extraktreiche Rotweine). Rioja Weine werden zum größten Teil in Barriquefässern gereift.
Der Rotwein ist das Aushängeschild der Weinregion Rioja und wird von Weinliebhabern auf der ganzen Welt sehr geschätzt. Meist werden hier die Rebsorten Tempranillo, Garnacha und Graciano angebaut. Oftmals werden mehrere Rebsorten zusammen gekeltert und klassischerweise trocken ausgebaut. Die Rebsorte Graciano wird jedoch meist sortenrein verarbeitet. In der Nase nimmst Du Aromen von dunklen oder hellen Waldbeeren, saftiger Kirsche, ein Hauch Röstaromen, Vanille und Gewürzen wahr. Es kann sich aber auch als ein fruchtiges Bouquet aus Noten von Erdbeeren, schwarze Johannisbeeren, vollreifen Kirschen sowie würzigen Röstaromen von Butterkaramell und Zimt zeigen. Auch Schokolade, leichte Rauchnoten und Gewürznelke können im Nasenbild vorkommen. Am Gaumen präsentieren sich rote Rioja-Weine harmonisch bis elegant, samtweich und saftig frisch bei einer feinen Säure, zarten Tanninen und sanft eingebundenem Alkohol.
Ein weicher, samtiger Rotwein aus Rioja ist die optimale Ergänzung zu delikaten Meerestieren, hellem Schweine- und Geflügelfleisch sowie zu gereiftem Käse. Zu Rouladen und Rindfleisch mit Soße passt ein samtiger Rotwein mit Aromen der Erdbeere und zu Lammfleisch jeder Zubereitungsart ein trockener Rioja mit fruchtigen Aromen.
Neben den tollen roten Weinen werden auch leckere Weißweine, meist aus den Rebsorten Viura, Garnacha Blanca und Malvasia Riojana in Rioja produziert. Die Palette reicht von vollmundigen und körperreichen weißen Weinen bis zu frischen, fruchtigen und eleganten Weinen. Ihre Farbe ist Strohgelb bis Grünlich-gelb. In der Nase schwebt ein Duft, der sehr fruchtig (intensiv Apfel und Birne, Melone oder Zitrus) ist. Flankiert wird er von Röst- und Vanillearomen. Im Mund stellt er sich sehr frisch, weich und rund mit guter Säurestruktur dar. Am Gaumen ist er elegant, kraftvoll und geschmeidig. Im Abgang, bei dem Du die feine Säure der Fruchtaromen spürst, ist er lang anhaltend.
Der weiße wein aus der Weinregion Rioja ist ein genialer Begleiter für Speisen, wie in feiner Soße gegarter Fisch, chinesische und thailändische Gerichte, Geflügel- und Schweinefleisch. Trockenere weiße Weine solltest Du zu Muscheln, Garnelen, Scampi reichen. Auch zum Gemüse und zur Paella schmeckt ein fruchtbetonter weißer Wein wunderbar.
Die D. O. Ribera del Duero – eine der besten Weinregionen Spaniens
Mitten im Herzen von Kastilien liegt auf einer Hochebene das Weinanbaugebiet Ribera del Duero, auch „Goldene Meile von Ribera del Duero“ genannt. Sie umfasst eine Länge von 110 Kilometern entlang des namensgleichen Flusses Duero. Die breiteste Stelle weist 35 Kilometer auf. Die Ribera del Duero kann auf eine lange Weinbaugeschichte zurückblicken. Der Fund eines 66 Quadratmeter großen, circa 2.000 Jahre alten römischen Mosaiks mit der Darstellung des Gottes Bacchus, dessen Frau Ariadne und dem Begleiter des Weingottes Dionysos Ampelos in den 1970er Jahren belegt dies.
Aber erst mit der Gründung der Städte Aranda de Duero, Peñafiel, Roa und San Esleban de Gormaz im 10. und 11. Jahrhundert begann auch der systematische Weinbau. Der wein wurde ein Handelsgut. Bereits im 15. Jahrhundert wurden zum Weinanbau und des Handels mit ihm erste gesetzliche Bestimmungen verabschiedet. Obwohl es viele Rückschläge zu meistern galt, entwickelte sich die Ribera del Duero bis zum Ende des 19. Jahrhunderts positiv. Den Status D. O., Denominacion de Origen, erhielt die Region im Jahre 1982, was sie dem beständigen Qualitätsanbau des Weingutes Vega Sicilia, das schon seit anno 1860 existiert, zu verdanken hatte.
Heute ist die Ribera del Duero, wie Rioja auch, eine der Regionen, die die prestigeträchtigsten Weine, überwiegend Rot- und Roséweine, herstellt. In 300 Keltereien werden, bis auf wenige Exoten, alle Rotweine aus den Tempranilloreben gekeltert und dies in Spitzenqualität.
Besonders das seit Generationen erfolgreiche Weingut Bodegas Tamaral, deren Weine auch in unserem Restaurant ausgeschenkt werden, hat sich einen sehr guten Namen gemacht. Hier werden die mehrfach ausgezeichneten Weine teilweise aus den Trauben von wurzelechten Rebstöcken aus dem Jahre 1880 gekeltert.
Die roten Weine des Ribera del Duero dominiert zwar die Tempranillorebe, aber in Kombination mit den Rebsorten Garnacha, Cabernet Sauvignon oder Merlot werden sie zu einer gehaltvollen, fruchtbetonten Cuvée. Die Nase wird von einem Arrangement aus fruchtigen Beerenaromen des Tempranillos, Brombeere, Pflaume, etwas Marmelade, Lakritze und Cassis, aber auch Kräuteraromen und Facetten von Leder und Röstaromen je nach Ausbau sowie Toast verwöhnt. Sie haben einen trockenen, fruchtigen Geschmack. Im Mund stellt sich der „Rote“ in einer Konsistenz von leicht bis hin zu sehr ergiebig, vollmundig und kräftig dar. Das Finish ist lang und komplex.
Leichte Rotweine sind besonders gut zu Vorspeisen, kalten Platten und vegetarischen sowie asiatischen Gerichten kombinierbar. Mittelschwere rote Weine eigenen sich als Ergänzung von Schweins-, Kalbs- und Geflügelgerichten. Die schweren, gerbstoffhaltigen Weine werden zu Rinderbraten und Schmorgerichten gereicht. Kräftige, rustikale rotweine sind sehr gut mit Wild- und Lammspeisen sowie Pilzgerichten zu ergänzen.
In der Region Ribera del Duero hat nicht nur der rote Wein einen besonderen Stellenwert, sondern auch der Rosado. Diese Roséweine sind trocken ausgebaut und haben Profil. Ihre Farbpalette reicht von zartem über leuchtendem Rosé bis hin zu intensivem Pink. Ein Bouquet aus reifen Aromen von Beerenfrüchten, wie Himbeere, Erdbeere, Brombeere und Kirschen, entströmt schon beim Öffnen der Flasche und umspielt die Nase. Ein Rosado verwöhnt den Gaumen mit einer wundervollen, fruchtigen Frische, die mit blumigen Noten gepaart ist. Der Nachhall ist lang, weich, ausgewogen und kann mineralisch geprägt sein.
Wenn Du einen Rosado zu vegetarischen, asiatischen und orientalischen Gerichten, Antipasti, Fisch, hellem Fleisch, Geflügel, Kalb, Quiches, aber auch zu Zwiebel- und Flammkuchen reichst, hast Du das Menü optimal komplettiert.
Weine aus Italien
Italiens Weinbaugebiete zählen zu den ältesten der Welt. Ihre Geschichte geht bis circa 1.000 vor Christus zurück. Damals brachten die Griechen die ersten Weinreben nach „Enotria“, dem Weinland, wie sie Italien nannten. Noch heute stammen einige angebaute Rebsorten aus Griechenland. Lange Zeit genoss der griechische Wein, sogar nach dem Aufstieg des Römischen Reichs, hohes Ansehen. Die Erfahrungen der eingesessenen Bauern halfen den Römern beim Weinanbau und bei dessen Weiterentwicklung. Wein wurde ein sehr wichtiger Teil der Alltagskultur und so war es nicht verwunderlich, dass die Römer die Rebflächen auf die Provinzen erweiterten. So entstanden in Italien flächendeckend Weinanbauregionen, die dafür sorgten, dass der Handel mit Wein florierte. Nicht nur damals war der Weinbau einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Italiens, er ist es auch heute noch. Einen Unterschied gibt es jedoch. Früher setzte man auf Masse, aber seit den 60er Jahren wird sehr viel Wert auf hochwertige Qualitätsweine gelegt.
Die Weinanbauregion der Extraklasse Valpolicella
Die Weinregion Valpolicella liegt mit ihren fünf Weinbaubereichen in Norditalien zwischen den Alpen und der Po-Ebene nahe dem Fluss Etsch. Hier wurde schon etwa 1.000 nach Christi Wein angebaut. Dies belegen Funde von Amphoren, Gefäßen und Schalen, die nicht nur Öl, sondern auch Wein enthielten. Im 13. Jahrhundert florierte die Weinproduktion so, dass viele Adlige, Dichter, Literaten und wohlhabende Bürger im Valpolicella Interesse an dem hier hergestellten Wein hatten und ihre Residenzen bauten.
Mit der Ankunft Napoleons und dem damit verbundenen Fall der Republik Venetien erlebte Valpolicella zwanzig leidvolle Jahre. Die Suche nach fruchtbarem Land wurde aber fortgeführt. Erst im Jahre 1872 mit der Gründung der Vereinigung „Società empöpgoca veronese“ entstanden einige Genossenschaften und viele kleine Weinkeller, die als „Cantine sociali“ bezeichnet wurden. Durch die Verbesserung der Produktionsbedingungen veränderte sich auch die Weinqualität und brachte der Region zunehmend Ruhm. Sogar Dichter huldigten ihn in ihren Versen. Beispielsweise schrieb Vittorio Betteloni seine Gedanken über Rebe und Weinlese im 19. Jahrhundert in einer „Ode an den Wein“ nieder.
Heute wird im gesamten Valpolicella mit seiner besonderen Terrassierung des Geländes mit den typischen Stein-Stützmauern und der hügeligen Landschaft Weinanbau betrieben. Die Rebsorten Corvina, Rondinell und Corvinione bilden vorwiegend die Basis für die Weine.
Unter den hier gekelterten Weinen befinden sich einige der besten italienischen DOC-Weine mit dem Namen der Weinregion.
Im Valpolicella wird neben den leichten, hellrubinroten Rotweinen auch der weltweit einzigartige und populäre trockene „Amarone“, der schon 1968 eine DOC-Appellation erhielt und den Du auch in unserem Restaurant genießen kannst, produziert. Die roten Valpolicella-Weine werden überwiegend aus den Rebsorten Corvina Veronese, Rondinella und Molinara gekeltert. Meist sind es leichte, angenehme Weine, sogenannte Sommerweine, die im Valpolicella-Gebiet produziert werden.
Sie werden meist jung getrunken und schmecken ein wenig nach Nuss. Es wird aber auch der „süße Recioto“, der mit einem Bouquet aus Aromen von dunkler Kirsche, Pflaume, getrockneten Blumen, Lakritze, aber auch Kräutern, Gewürzen und Menthol daherkommt, vinifiziert. Die Weine höherer Qualität sind viel delikater, haben einen feinen fruchtigen Geschmack nach Kirsche, der von einem Hauch von Bittermandel flankiert wird. Bei diesen Weinen ist nicht nur die Farbe deutlich tiefer, sondern auch die Alkoholgradation ist wesentlich höher.
Der aus getrockneten Weinbeeren hergestellte „Amarone“ hat zum Beispiel einen Alkoholanteil von 14 bis 17 Prozent. Dieser qualitativ sehr hochwertige, rote Wein besticht schon mit seinem Duftpotpourri aus Brombeere, Kirsche, Pflaume, Rosinen, Lakritze, Rosenblättern und Trüffel. Geschmacklich ist er sehr konzentriert, üppig, sehr voll und reichhaltig. Es ist aber auch eine leichte, etwas flüchtige Säure zu schmecken. Sehr viel Extrakt und Tannin sind ebenfalls vorhanden. Gereicht wird ein schwerer, kräftiger roter Wein beispielsweise zu den Gerichten Schmorbraten, Wildschweinragout, Rehkeule, Kalbsleber, Rinder- und Lammbraten.
Auch die weißen Weine aus der Region Valpolicella sind sehr lecker. Sie kommen meist in einer grüngelben Farbe daher, haben einen eleganten Körper und verfügen über eine zurückhaltende Frische. Ihr Duft erinnert an Apel, Birne und weiße Früchte, die aber im Geschmack auch Facetten von Holunder- und Zitrusblüten sowie Mandelmus aufweisen. Sie sind die ideale Ergänzung zu Speisen, wie Sardellen, Mortadella, Spargel, Geflügel- und Schweinefleisch sowie chinesische und thailändische Gerichte.
Doch was unterscheidet die Weine aus Portugal, Spanien und Italien von den Weinen in Frankreich und der Schweiz?
Die wesentlichen Unterschiede der portugiesischen, spanischen und italienischen Weine gegenüber den Weinen aus Frankreich und der Schweiz
Schweiz
Aufgrund der Tatsache, dass die Schweizer ihre Weine mit großer Vorliebe selbst konsumieren, sind sie sehr rar und kaum über die Grenzen des Landes bekannt. Die schweizerischen Winzer bauen am häufigsten die Rebsorten Merlot, Pinot Noir, Chasselas und Gamay an. Da jede Rebsorte einen eigenen Geschmack hat und aufgrund der klimatischen und geografischen Verhältnisse in den einzelnen Weinbauregionen, kommt es bei den Weinen zu farblichen und geschmacklichen Unterschieden.
So weisen die rotweine eine weiche, dichte rubinrote Farbe auf. Die Nase wird von einem Duft von dunklen Früchten, wie Heidelbeeren oder konzentrierten schwarzen Beeren, finessereich umspielt. Er kann aber auch ein Bouquet aus Herzkirsche mit Nussnoten aufweisen. Am Gaumen stellt er sich würzig mit präsenten Tanninen oder sehr fruchtig nach Walderdbeeren, die von Nelke flankiert werden, und samtig-kräftigen Tanninen dar. Im Abgang sind die schweizerischen Rotweine teilweise sehr lang, vielschichtig und von feinen Tanninen begleitet.
Bei den weißen Weinen aus der Schweiz dominiert die Chasselas-Traube. Die Weine erstrahlen im Glas glänzend goldgelb bis gelb mit leichten Grünreflexen. Sie duften nach Holunder, frisch angeschnittener Grapefruit, feinem Holz und geschmolzenem Gestein. Aber auch Orange, frischer Thymian und Salbei sind dabei. Der Duft kann sich aber auch als mineralistisches, exotisch fruchtiges Bouquet aus Mirabelle, getrockneter Ananas und Kamille darstellen. Aber auch Quitte kann dabei sein. Am Gaumen gibt sich der weiße Wein sehr vielschichtig, aber geradlinig. Im immens langen Abgang unterstreicht das Säurespiel die Mineralität des Weines.
Im Gegensatz zu den Produkten aus Italien, Spanien und Portugal werden die Schweizer Weine als teurer empfunden.
Frankreich
Dass die französischen Weine auf dem Weinmarkt von großer Bedeutung sind, steht außer Frage. Frankreich zählt nicht nur zu den bedeutendsten Weingebieten der Welt, es ist auch bei Weinliebhabern das Weinland schlechthin. Das Land bringt ja auch klimatisch und geografisch alle Voraussetzungen mit, um feine Weine herstellen zu können. Frankreich produziert überwiegend Rotweine. Da ist es nicht verwunderlich, dass von vier Weinen drei rote Weine sind. Nur in wenigen Regionen wird mehr Weiß- als rotwein gekeltert. Hinzu kommt noch Champagner, der meist auch aus roten Trauben produziert wird, und Roséwein. Die roten Rebsorten, die überwiegend angebaut werden, sind Merlot, Grenache und Ugni-Blanc. Bei den weißen Weinen sind es die Rebesorten Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Syrah und Carignan. Auch die französischen Weine weisen gegenüber den hier vorgestellten Weinen Geschmacksunterschiede auf.
Die roten Weine zeigen sich im Glas von einer hellen rubinroten Farbe über Dunkelrot und granatfarben bis hin zu tiefem Rot mit violetten oder blau-violetten Reflexen. In der Nase stellen sie sich in einem feinen Duft aus Brombeere, schwarze Johannisbeere, Waldhimbeere, Sauerkirsche und Cassis, begleitet von Kräuternoten und etwas Pfeffer dar. Aber auch in einem leicht rauchigen Bouquet sowie in kühler, dunkler Frucht kann er sich in der Nase zeigen. Am Gaumen sind die Fruchtaromen, die teilweise von mineralischen Noten flankiert werden, sowie eine erfrischende Säure deutlich spürbar. Die Tannine sind je nach Weinsorte fein geschliffen und sandig beziehungsweise präsent, üppig und sehr rund. Ihre Struktur reicht von mittelkräftig über dicht bis hin zu leicht rustikal. Im Abgang setzt er sich saftig und fein in Szene. Er kann aber auch von griffigem Tannin begleitet werden.
Weißweine aus Frankreich erstrahlen schon in der Flasche in einem hellen Goldgelb, zartem Gelb bis hin zu kräftigem Honiggelb. Sie stehen für Frische. Da ist es nicht verwunderlich, dass von der Nase ein Duft aus Aromen von Vanille, Mango, Pfirsich, reife Ananas oder Aprikose, manchmal auch Blumen, wie Hyazinthe oder Akazie, weißer Pfeffer. Muskat und ein Hauch von mineralischen Noten wahrgenommen wird. Mineralische-, Holz- und erdige Aromen können auch dabei sein. Am Gaumen sind je nach Weinsorte die dezenten Fruchtnuancen, Kräuternoten und ein Hauch Nuss zu spüren. Auch die Säurestruktur variiert. Das mehrminütige Finish ist elegant, harmonisch, lang anhaltend und frisch mit weichen Tanninen. Der weiße Wein aus Frankreich kann als trockener bis lieblicher Wein erworben werden.
Kurzes Fazit
Die drei hier vorgestellten Weinregionen gehören zu den bekanntesten Weinländern in Europa, das steht fest. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie eine Vielzahl an unterschiedlichen Rotwein- und Weißwein-Sorten keltern. Viele werden noch traditionell hergestellt. Jeder Wein, ob der in Portugal, Spanien oder Italien hergestellt wurde, hat aufgrund der verwendeten Reben, der klimatischen und geografischen Gegebenheiten seinen ganz individuellen Geschmack und Charakter. Eines haben aber alle gemeinsam, sie werden alle gern getrunken und sind sehr gut mit vielen Speisen zu kombinieren. Aber auch für den Grillabend, die Sommerparty oder dem Plausch mit dem Nachbarn auf der Terrasse kannst Du diese Weine kredenzen.