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Christian Cotting, Sie waren viele Jahre im Schweizer Alpen Club (SAC) tätig. Was war Ihre Aufgabe?
Ich war zuerst vier Jahre Sekretär des SAC-Sektion Kaiseregg, bevor ich 2003 in den Zentralvorstand berufen wurde. Diese Funktion habe ich acht Jahre ausgeübt. Dann bestimmten die Statuten, dass es einen Wechsel gibt.
Wie profitiert die Schweizer Wirtschaft vom SAC?
Der SAC ist einer der grössten Sportverbände des Landes. Somit profitiert das Land zuerst von den Steuereinnahmen aus der Klubtätigkeit und den Löhnen der Mitarbeitenden. Dann profitieren die Bergführer, die als Beauftragte des SAC Kurse und Touren anbieten. Zuletzt profitieren die Sportausrüster, die den Klubmitgliedern Bergsportartikel anbieten. Durch die Mehrwertsteuer beim Verkauf ist der Staat hier wiederum Profiteur. Zudem ist es für ein Alpenland wie die Schweiz bedeutsam, einen kompetenten Bergsportverband im Gebiet zu haben. Die Alpine Literatur, die der SAC publiziert, ist auch für den Schweizer Tourismus zentral.
Kann man auch direkt beim Klub die passende Ausrüstung kaufen?
Teilweise schon, aber in einem sehr beschränkten Umfang im Vergleich zu den üblichen Detailhändlern.
Könnte der Bergsport in Zukunft noch bedeutsamer für die Wirtschaft werden?
Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Je nachdem, wie sehr die Alpen noch verbaut werden. Durch das Ansteigen der Permafrostgrenze wird Bergsteigen zudem immer gefährlicher. Der Zugang zur Bergwelt wird auch durch Tier- und Naturschutzbestimmungen immer mehr eingeschränkt–zum Beispiel durch die Naturschutzonen. Und schliesslich stellt sich auch die Frage der Schneesicherheit durch die steigenden Temperaturen auf der Erde. Der Bergsport wird sicher immer betrieben werden, die Frage ist nur, welche Bedeutung ihm in Zukunft zukommen wird.