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Die 2-Kontakt-Punkte geben deinem Hund einen Rahmen und es fällt dir leichter deinen Hund sanfter zu führen.
Falls dein Hund an der Leine zum Beispiel auf andere Hunde mit Bellen reagiert und er im Alltag plötzlich beginnt auch andere Sachen anzubellen, kann dir dieser Beitrag eine Erklärung dafür bieten.
In der Theorie des Erregungstransfers wird erklärt, dass eine 1. Erregung A gemeinsam mit einer 2. Erregung B nicht einfach nacheinander gereiht stattfinden, sondern dass sich die beiden Erregungen sogar kumulieren.
So entsteht also im Körper mehr Erregung als wenn die einzelnen Erregungen A und B getrennt voneinander stattfinden würden.
Dies hat einen Einfluss auf die Impulskontrolle deines Hundes!
So kann sich dein Hund z.B. bei einer 1. Erregung A noch gut hemmen und reagiert nicht auf einen Auslöser, da dieser noch unter der Hemmschwelle liegt.
Sobald nun aber eine 2. Erregung hinzukommt und die 1. Erregung im Körper noch nicht abgebaut ist, kumulieren sich die zwei Erregung und es entsteht mehr Erregung, wie in der Kurve C ersichtlich ist.
Die Krux an der Sache ist nun, dass dein Hund plötzlich auf Auslöser reagiert, die alleine noch unter seiner Reizschwelle liegen würde. Dadurch das sich die Erregung aber kumuliert hat dein Hund nicht mehr genug Impulskontrolle und reagiert auch auf andere Auslöser.
Deshalb ist es immer sinnvoll nach einer Steigerung des Erregungsniveaus deines Hundes zuerst einmal dieses wieder zu senken. Je mehr dein Hund die Erregung abbauen kann, desto weniger wird sich diese Erregung in die nächste Situation transferieren und sich auch weniger mit der nächsten Erregung kumulieren.
So sind zum Beispiel Schnüffelspiele oder auch sanfte Berührungen eine gute Möglichkeit deinen Hund zu beruhigen.
Verlasse den Ort der hohen Aufregung nicht direkt. Sonst speichert dein Hund diesen Ort zum Beispiel damit ab, dass dort zuletzt eine Katze war. Beim nächsten Mal, wenn dein Hund wieder dorthin kommt, wird er an dieses letzte Bild erinnert und seine körperliche Erregung steigt.
Durch die Sommerzeit entstehen einerseits wieder vermehrt Gewitter, andererseits wird in der Schweiz schon bald, am 1. August wieder Nationalfeiertag gefeiert und an diesem Tag werden wieder viele Hunde durch das Geknalle in Angst und Schrecken versetzt.
Was du jetzt schon tun kannst um deinen Hund auf diese Tage vorzubereiten
-Besorge deinem Hund ein Thundershirt oder eine Bandage
-Kauf dir eine Geräusch-CD oder lade im Netz verschiedene Geräusche runter
-Halte Rescue-Bachblüten für unerwartete Situationen bereit
Thundershirt oder Bandage
Wie es der Name schon sagt, wurde das Thundershirt speziell entwickelt dass geräuschempfindliche Hunde während solchen Situationen Geborgenheit und Schutz durch das Tragen des Thundershirts spüren können.
Die Bandage hat eine sehr ähnliche Wirkung. Das Thundershirt wirkt jedoch etwas mehr, wie ein Lieblingspullover bei Menschen. Man fühlt sich einfach wohl und geborgen in seinem Pullover. Das Thundershirt wirkt fast wie eine angenehme Umarmung, so dass dein Hund sich während stressigen Situationen geborgener und sicherer fühlt.
Training mit Geräuschen
Du kannst deinen Hund auch schrittweise an verschiedene immer lauter werdend Geräusche gewöhnen.
Bitte fange mit einer sehr niedrigen, leisen Lautstärke an! Auch wenn dein Hund noch gar keine Stresszeichen zeigt, beginne wirklichauf einer sehr leisen Stufe.
Lass die Geräusche laufen und beschäftige deinen Hund dann mit etwas Positivem.
Zum Beispiel kannst du ihm Futter in der Wohnung verteilen, einen gefüllten Kong geben oder auch beginnen mit ihm zu spielen. Bei dies
em Schritt geht es darum, dass dein Hund lernt Geräusche als etwas positives zu verknüpfen.
Wiederhole diese Schritte jeden Tag! Drehe die Lautstärke jeden Tag eine Stufe höher auf. Aber wirklich nur eine Stufe. Das Ziel ist, dass du die Geräusche am Schluss sehr laut abspielen kannst und dein Hund wirklich Freude an diesen Geräuschen empfindet.
ABER: Die Geräusche simulieren noch lange kein echtes Gewitter oder Feuerwerke.
Sie können aber deinem Hund helfen, als erster Schritt doch mit lauteren Geräuschen zurecht zu kommen.
Tipp: Du hast bereits eine gewisse Zeit geübt und kannst die Geräusche laut abspielen und dein hat Hund Freude und kann auch fressen und spielen.
PRIMA! Beim nächsten Mal, wenn ein Gewitter aufzieht, kannst du die Geräusche abspielen und beginnen mit deinem Hund Futter zu suchen, ihm den Kong zum auslecken geben oder zu spielen. Da er die Geräusche von der CD kennt, wird dein nun Hund leichter fressen können, als wenn er nur das Gewitter draussen hört.
Beachte: Früher und leider immer noch galt die Regel „du musst deinen Hund während einem Gewitter ignorieren, sonst verstärkst du seine Angst“. Stell dir aber nun einmal vor, du sperrst eine Person mit einer starken Spinnenphobie in einen Raum und sagst ihr „du brauchst keine Angst haben, ich komme in 2 Stunden dann wieder“. Wie wird sich diese Person wohl fühlen? Sie wird sich sicher von dir in Stich gelassen fühlen!
Klar ist es kontraproduktiv, wenn man zwei Spinnenphobiker, welche sich gegenseitig Angst machen in einen Raum sperrt. Aber es geht viel mehr um Social Support, wenn du nämlich eine Situation neben einer Person durchstehst, welche dir einfach nur ein wenig Halt gibt, soziale Unterstützung eben, dann fühlst du dich gleich wohler. Die andere Person sollte aber klar eine gewisse Souveränität ausstrahlen. Zum Beispiel tief und langsam atmen, eine angenehme und ruhige Stimmlage beim Sprechen und vielleicht fühlt sich sogar ein wenig körperlicher Kontakt gut an.
In diesem Artikel gibt es ein tolles Video! Du siehst, wie ein gestresster Affe von seinem Freund sofort umarmt wird und dadurch sich nicht weiter in den Stress steigert.
Affenumarmung
Deinem Hund geht es sicher ähnlich. Gib ihm während stressigen Situationen Halt,
einen Rahmen indem er sich sicher und geborgen fühlen kann! Lass ihn nicht mit seinem Stress alleine, sonst lernt dein Hund nur, dass du ihn im Stress im Stich lässt und er die Situation alleine bewältigen muss. Sei also bitte ein richtiger Fürsorgegarant für deinen Hund. Beachte aber, dass Kaniden keine Menschen sind und es im Gegensatz zu den Affen nicht so gerne mögen, mit beiden Armen umarmt zu werden. Finde also heraus, welche Berührung dein Hund mag und ihm Halt geben.
Entspannungsmusik
Du kannst zusätzlich auch die CD „Through a Dog’s Ear“ kaufen.
Darauf sind Lieder enthalten, welche psychoaktiv wirken und ganz ohne Üben eine positive und beruhigende Wirkung auf deinen Hund haben. Als ich die CD vor Jahren gekauft habe, war ich bei einer Kollegin zu Besuch. Die CD wurde sofort ausgepackt und unsere 3 Hunde waren grad noch ein bisschen unruhig. Dann habe ich die CD abgespielt und konnte es selber kaum glauben, dass die 3 Hunde innerhalb von weniger als 5 Minuten alle auf ihren Decken lagen und begonnen haben zu schlafen. Wir konnten unseren Augen kaum glauben.
(Mittlerweile gibt es den Relaxodog, welcher auch grossartige Unterstützung im Training bieten kann.)
Akute Notfallhilfe
Falls doch plötzlich ein Gewitter auftaucht und du noch nicht zum Üben gekommen bist, kannst du deinem Hund helfen, wenn du Radio oder TV laut laufen lässt. Wenn möglich die Rollladen runterlässt und selber ganz ruhig und entspannt bleibst. Auch würde ich immer Rescue Bachblüten für eine solche Situation bereit halten! Viele Hunde ziehen sich aufgrund der elektrostatischen Ladung, die bei Gewitter entsteht. gerne ins Badezimmer oder sogar die Dusche oder Wanne zurück.
Falls du beim Training Hilfe brauchst, gebe ich dir gerne auch Coaching via Skype oder Telefon. Selbstverständlich kannst du auch ein Live-Einzeltraining mit mir buchen.
Egal ob du auch zu der Fraktion der positiv verstärkenden Trainern gehörst. Ob du wie ich zur TTouch-Familie gehörst 😉
Oder ob du einfach nur ein ganz stinknormaler Hundehalter bist.
Dieser Text wird sich um unser Denken handeln und soll eine Bitte für Toleranz gegenüber anders Denkenden sein und auch für mehr Flexibilität in unserem Denken sorgen. Und vielleicht können wir auch unser Denken überdenken. DENKSTE!!!!
Ich bin ein Mensch der gerne provoziert und heikle Themen anspricht! (und ja, denken tu ich auch gerne)
Meiner Meinung nach genügt es nicht dem Hund einfach im richtigen Moment Leckerlies reinzustopfen! Das habe ich am eigenen Leib erleben dürfen, als ich Lea adoptierte, welche früher draussen fast gar nix fressen konnte. Dies ist jedoch eine andere Geschichte.
Braucht es einfach nur eine gute Beziehung?
Bindung und Beziehung sind eigentlich sehr abstrakte Worte!
Was können wir uns genauer darunter vorstellen?
Mir hilft es weiter, die Worte zuerst in einen Kontext zu setzen.
Du bindest dich gerne an eine Person die dich führt, souverän ist und dir ausserdem noch Sicherheit gewährleistet. Schon nur rein an manchen Menschenfetischen ist allzu gut zu erkennen, dass es doch sehr befriedigend (im wahrsten Sinne des Wortes) sein kann, Macht abzugeben und sich führen zu lassen! Mir als Mensch fällt es nur extrem schwer, mich von jemanden führen zu lassen, da ich selber so kontrollsüchtig bin und alles selber machen möchte! Wenn ich mich aber bei jemandem wirklich wohl fühle, dann lass ich auch gerne einen anderen souveränen z.B. Autofahren. Sobald jemand unsicher fährt oder selber an sich zweifelt, will ich sofort wieder selber das Steuer übernehmen und fühle mich erst dann wieder sicher!
Aber das ist unter Lebewesen der gleichen Art! Ich habe ein klares Bild und weiss, wie man anständig Auto fährt. Falls jemand diese Massstäbe nicht erreicht, setze ich einen Stempel auf diesen Menschen als „schlechter oder unsicherer Autofahrer“.
Hunde denken nicht so und analysieren keine menschlichen Führungsdefizite.
Hund lernen aber sehr wohl eigene Strategien zu entwickeln und so entstehen dann auch für Menschen unerwünschte Verhalten (Der Hund ist weder dominant, noch will er die Weltherrschaft übernehmen).
Es braucht aber keine gute Bindung oder Beziehung zu einem Menschen, dass ich mich als Beifahrer wohl fühle. Ich war auch schon in Fahrtrainings Beifahrer und habe mich von der ersten Sekunde sicher gefühlt (Das Gegenteil war auch der Fall). Dies hat alleine mit der Ausstrahlung der Person hinter dem Steuer zu tun gehabt!
Also brauch ich noch nicht mal langwierigen Bindungsaufbau um mich sicher zu fühlen.
Was Bindung mit Magnetismus und Sparen zu tun hat
Eine Bindung baust du auf und sie wird sogar stärker, je wohler und sicherer du dich bei jemanden fühlst. Also könnte man sagen, der Magnet wird immer stärker und du fühlst dich auf eine gewisse aber gute Art immer mehr zu einer Person hingezogen. Du kannst dich bei einer gesunden Bindung aber immer distanzieren ohne unter der Entfernung zu leiden. Sonst entsteht eine Abhängigkeit und keine gute, sichere Bindung.
Jedes schöne gemeinsame Ereignis kann mit Geld auf ein Konto einzahlen verglichen werden (oder eben dem Magneten der stärker wird). Je mehr auf dem Bindungskonto drauf ist, desto besser. Auf Hunde bezogen bedeutet dies, dass dein Hund, auch wenn er gerade ein Monster sieht, sich lieber an dir als Mensch orientiert, als einfach vor dem Monster zu flüchten oder es angreifen zu wollen.
Eigentlich könnte alles so einfach sein!
Einerseits braucht es ganz klar die positive Verstärkung um unsere Hunde zu TRAINIEREN!
Und das Training beinhaltet auch das Erlernen von GRENZEN.
So liegt es in unserer Menschenverantwortung den Hund nicht Fehler machen zu lassen.
Wir müssen den Alltag so gestalten, dass unser Hund sich um uns herum immer sicher genug fühlt, dass er sich an uns orientieren kann und nicht eine andere Strategie, wie z.B. Flüchten oder Kämpfen ergreifen muss.
Dies ist doch dann FÜHRUNG?
Der Mensch weiss genau, wie viel er von seinem Hund verlangen kann und der Hund muss keine Fehler machen. Dann sind die Grenzen ganz klar und werden auch nicht in Frage gestellt.
Hunde spüren und riechen menschliche Unsicherheit!!!!!!!!
Dies ist für mich der springende Punkt!
Ich kenne auch einige positiv verstärkende Hundetrainer/Trainerinnen welche auf mich nicht sehr sicher wirken. Da kann es den anders Denkenden schon mal so vorkommen, als ob wir unsere Hunde einfach nur mit Futterbelohnungen verdummen wollen.
Es braucht aber ganz schön viel Ehrlichkeit sich einzugestehen, dass das Herz bei Hundebegegnungen doch schneller pumpt, dass wir mehr Adrenalin ausschütten und plötzlich unruhig atmen! Kein Wunder, dass der Hund unruhig wird und beginnt zu bellen.
Auch wir Menschen müssen an uns arbeiten! Wir müssen lernen in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und cool & competent zu sein. Unsere Hunde werden uns dankbar dafür sein und sich noch wohler fühlen!
Die anders Denkenden
Ich setze mich sehr gerne in den Kopf von Menschen, die an Rudeltheorien und Dominanzgetue glauben. Nur so kann ich verstehen, was und wieso sie so denken. Dies erlaubt mir dann auch allenfalls in Gesprächen besser argumentieren zu können. Und wisst ihr was?
Vielleicht kann ich sogar was von anders Denkenden lernen!
Also wenn ihr das nächste Mal auf einen Text von Rudelführern stolpert, dann versucht doch den Text mit anderen Augen zu lesen und nicht gleich voller Vorurteile eine Hetzkampagne zu beginnen.
Und DENKSTE?