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Menschen mit vollem und glänzendem Haar wirken jung, gesund und attraktiv. Ein Haarverlust wird hingegen mit Alter und Krankheit verbunden. Umso belastender ist es, wenn man sich von seiner einstigen Haarpracht verabschieden muss. Haarausfall ist keine Seltenheit und betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Die einzelnen Formen des Haarverlustes haben verschiedene Ursachen. Nur wenn die Wurzel des Problems bekannt ist, können Haare sowie Kopfhaut entsprechend behandelt werden.
Was ist Haarausfall?
Wenn Haare ausgehen, ist das nicht immer sofort ein Grund zur Sorge. Ein natürlicher Haarverlust nach dem Waschen, Föhnen und Bürsten ist vollkommen normal. Jedes Haar durchläuft nämlich einen Lebenszyklus, der aus folgenden 3 Phasen besteht:
- Wachstumsphase: Die Haare werden in den Haarfollikeln neu gebildet. Diese Phase dauert zwischen 2 und 6 Jahren. Rund 85% aller Haare befinden sich im Wachstum.
- Übergangsphase: Hier kommt die Zellteilung zum Erliegen, sodass die Haarwurzeln nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden und schrumpfen. Die Übergangsphase dauert ca. 2 Wochen, wobei etwa 1-3% der Haare davon betroffen sind.
- Ruhephase: In der letzten Phase des Lebenszyklus endet die Stoffwechselaktivität der Haarfollikel. Die Haare verkümmern und fallen aus. Rund 8-14% der Haare befinden sich in der Ruhephase. Danach kehrt der Haarzyklus zur Wachstumsphase zurück und der Kreislauf beginnt erneut.
Durch einen beschleunigten Ablauf oder eine verkürzte Wachstumsphase gehen die Haare aus. Falls deutlich mehr als 100 Haare über einen längeren Zeitraum ausgehen und nicht mehr nachwachsen, liegt ein Haarausfall vor. Mediziner sprechen von der sogenannten Alopezie.
Gründe für den Haarausfall
Ein Haarverlust verläuft nicht immer gleich. Je nach Ursache und Art des Haarverlusts werden insgesamt drei verschiedene Formen unterschieden. Jede Ausprägung zeichnet sich dabei durch bestimmte Symptome aus.
Erblich bedingte Alopezie
Die häufigste Form des Haarschwundes ist der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie), der genetisch bedingt ist. Die Haarfollikel reagieren empfindlicher auf das Hormon DHT (Dihydrotestosteron), wodurch sie nur mehr eingeschränkt wachsen und letztendlich ausfallen. Hauptsächlich sind Männer davon betroffen, aber Frauen leiden ebenfalls darunter.
Bei Männern zeigt sich der Haarverlust zunächst in Form von Geheimratsecken im Stirn- und Schläfenbereich. Im weiteren Verlauf fallen die Haare am oberen Hinterkopf aus, bis schlussendlich eine Glatze entsteht. Frauen verlieren ihre Haare vor allem im Bereich des Mittelscheitels. Im Gegensatz zu Männern entstehen jedoch nur selten richtig kahle Stellen.
Kreisrunder Haarausfall
Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich an einer oder mehreren Stellen am Kopf innerhalb kürzester Zeit kreisrunde, kahle Stellen in den Haaren. Diese können sich so weit ausdehnen, dass sie im Laufe der Zeit zur völligen Haarkahlheit führen.
Die Ursache ist womöglich eine Autoimmunerkrankung, bei der körpereigene Immunzellen die Haarfollikel angreifen. Folglich wird das Haarwachstum gestört und der Haarverlust tritt ein.
Diese Form des Haarverlustes führt nicht nur zum Verlust der Kopfhaare. In manchen Fällen sind auch Augenbrauen, Wimpern, Achsel – und Schambehaarung sowie die männliche Bartbehaarung betroffen.
Diffuse Alopezie
Unter der diffusen Alopezie leiden grundsätzlich mehr Frauen als Männer. Betroffene verlieren ihre Haare nicht an bestimmten Kopfbereichen. Stattdessen fallen hier die Haare gleichmäßig aus. Die Haarpracht wird an allen Stellen gleich dünn, sodass die Kopfhaut immer mehr durchschimmert.
Bei dieser Form des Haarverlustes kommen mehrere Ursachen in Frage. Sobald der Grund für den gleichmäßigen Haarschwund feststeht, kann dieser so behandelt werden, dass die ausgefallenen Haare wieder nachwachsen. Mögliche Gründe sind die folgenden:
- Hormonschwankungen: Das Haarwachstum wird hormonell gesteuert. Ein veränderter Hormonhaushalt kann Auswirkungen auf die Haarpracht haben. So kann ein Haarverlust z. B. nach der Schwangerschaft, nach dem Absetzen der Antibabypille oder als Folge der Wechseljahre auftreten.
- Schilddrüsenerkrankungen: Die Schilddrüse ist ein äußerst wichtiges Stoffwechselorgan. Bei einer Störung – besonders bei einer Unterfunktion – können die Haare schilddrüsenbedingt ausfallen.
- Medikamente: Verschiedene Medikamente führen zu vermehrt ausfallenden Haaren. Vor allem Präparate, die bei einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, schädigen die Haarwurzeln. Somit ist es möglich, dass eine diffuse Alopezie aufgrund einer Krankheit und ihrer medikamentösen Behandlung entsteht.
- Eisenmangel: Ein Haarschwund durch Eisenmangel oder Vitaminmangel ist keine Seltenheit. Eine unausgewogene Ernährung kann negative Auswirkungen auf die Haare haben. Wertvolle Vitamine und Nährstoffe sind schließlich sehr wichtig für ein gesundes Haarwachstum.
- Stress: In sehr stressigen Situationen schüttet der Körper mehr Adrenalin und Cortisol aus. Durch diese höhere Hormonkonzentration werden die Haarfollikel geschädigt. Die Folge: ein stressbedingter Haarverlust.
Haarausfall bei Frauen
Frauen empfinden lichter werdendes Haar meist als größere Belastung als Männer. Die Ursache für die weibliche Alopezie liegt primär in einem veränderten Hormonhaushalt. Nach der Schwangerschaft und Geburt sinkt der Östrogenspiegel, wodurch viele Haarfollikel gleichzeitig in die Ruhephase wechseln. Der Haarschwund stellt sich jedoch etwa 5 Wochen nach der Entbindung wieder von selbst ein.
Auch in den Wechseljahren (Menopause) kommt es zu einem Umschwung des Hormonhaushaltes. Neben Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen können genauso die Haare darunter leiden. Der Östrogenspiegel nimmt zunehmend ab und männliche Hormone breiten sich aus. Als Folge der hormonellen Veränderungen im Körper fallen die Haare aus.
Mittel gegen Haarausfall
Viele Männer und Frauen legen sehr viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Darunter fällt natürlich eine volle und glänzende Haarpracht. Ein zunehmender Haarschwund knackst das Selbstwertgefühl an. Es gibt zwar leider noch keine Mittel, die die ausgefallenen Haare endgültig wieder zurückbringen, aber die folgenden können für Verbesserung sorgen.
Minoxidil
Minoxidil ist eigentlich ein Medikament gegen Bluthochdruck, aber wird auch bei ausfallenden Haaren verwendet. Ein erblich bedingter Haarverlust kann mit einer speziellen Minoxidil-Lösung bzw. einem Minoxidil-Schaum bekämpft werden. Der Wirkstoff wird sorgfältig auf die Kopfhaut aufgetragen und kann eine Alopezie gezielt stoppen.
Minoxidil stimuliert die Haarwurzeln und sorgt für gesundes Haarwachstum. Bei der Anwendung muss beachtet werden, dass sich der Haarverlust vorübergehend verstärken kann. Das ist keine gefürchtete Nebenwirkung, sondern zeigt lediglich an, dass die Therapie gut anschlägt.
Shampoo gegen Haarausfall
Es gibt zahlreiche Wirkstoffe, die bei Haarverlust helfen können. Viele der wachstumsfördernden Substanzen sind in speziellen Shampoos enthalten. Die folgenden Inhaltsstoffe in Shampoos gegen Haarschwund fördern das Haarwachstum nachweislich.
- Koffein lässt die Haare wachsen und versorgt müde Haarwurzeln mit viel Energie. Allerdings muss der Wirkstoff genügend Zeit haben, um tief in die Kopfhaut einzudringen. Deshalb sollte man bei der Verwendung eine Einwirkzeit von mindestens 2 Minuten berücksichtigen.
- Aloe Vera wirkt einem Nährstoffmangel entgegen, der der Grund für ausgehende Haare sein kann. Aloe Vera beinhaltet wertvolle Stoffe wie Zink, Magnesium und Eisen, die für ein gesundes Haarwachstum sorgen. Somit kann der Pflanzensaft bei Haarschwund helfen und für hohe Spannkraft der Haare sorgen.
- Vitamin E hilft dem Körper, freie Radikale zu binden und das Immunsystem gezielt zu unterstützen. Das Vitamin soll Haut und Haare jung und gesund halten. Als Wirkstoff im Shampoo führt Vitamin E zu glänzenden Haaren und beugt Haarbruch vor.
Alopezie kaschieren
Ein Haarschwund kann nicht immer rückgängig gemacht werden. In vielen Fällen wachsen die Haare nicht mehr nach. Dünner werdendes Haar wirkt sich negativ auf die Selbstwahrnehmung aus und kann psychische Folgen haben.
Um allerdings nicht ständig unter der schwindenden Haarpracht leiden zu müssen, sind authentisch wirkende Haarersatzteile wie z. B. Toupets oder Perücken eine gute Investition. Damit kann ein Haarverlust optimal kaschiert und das Selbstwertgefühl der Betroffenen wieder gestärkt werden.
Jedes Haar besitzt nur eine begrenzte Lebensdauer und erneuert sich ständig. Ausgehende Haare sind deshalb völlig normal. Wenn sich die Haarpracht jedoch über mehrere Wochen zunehmend verabschiedet, liegt ein Haarausfall vor. Obwohl es kein Wundermittel gegen den Haarschwund gibt, können verschiedene Wirkstoffe für Verbesserung sorgen. Als letzte Instanz können Haarersatzteile kahle Stellen kaschieren und steigern so das Selbstbewusstsein.
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