Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03414.jsonl.gz/170

Chevrolet Corvair Lakewood - der schrägste aller Kombi?
Auch mit dem Chevrolet Corvair Lakewood hoben die Corvair-Verkaufszahlen nicht ab. Man kann es irgendwie verstehen.
Es begann schon: schwierig. Neun Jahre brauchte Chevrolet, bis der Corvair endlich aus der Entwicklung kam und auf den Markt geschickt werden konnte. Die Amerikaner wollten Ende der 50er-Jahre eine Alternative gegen die immer erfolgreichen werdenden Importfahrzeuge anbieten, vor allem der VW Käfer war ihnen ein Dorn im Auge. Doch sie konnten halt nicht: klein. Und von luftgekühlten Heckmotoren hatten sie aber sowas von keine Ahnung.
Mit Turbo kam der Corvair auf bis zu 180PS
Eigentlich war der Corvair ja eine sehr fortschrittliche Konstruktion. Es gab Einzelradaufhängung rundum, die Karosserie war selbsttragend, es gab Sicherheitsglas rundum, viele Komponenten waren aus Aluminium gefertigt. Die Raumausnutzung war fortschrittlich, den 6-Zylinder-Boxer gab es in den unterschiedlichsten Varianten, die stärksten Versionen kamen 1965/1966 mit 2,7 Liter Hubraum und Turbo (!) auf bis zu 180 PS. Doch mehrheitlich wurden die günstigen Varianten gekauft, 2,3 Liter Hubraum, zu Beginn eher müde 65 PS.
Der (oder: die?) Corvair hatte ein paar Probleme. Zu Beginn war er undicht, verbrauchte fast mehr Öl als Benzin. Es gab Fehlzündungen und abspringende Keilriemen. Und dann war ja noch das ungewohnte Design, das nun wirklich nicht nach dem Geschmack aller Kunden war. Ein Blick auf diesen Kombinationskraftwagen, Chevrolet Corvair Lakewood 700 genannt, dürfte das Problem erklären.
Von 1960 bis 1964 wurden vom Corvair, den es als viertürige Limousine, zwei- und viertüriges Coupé, fünftürigen Kombinationskraftwagen, Kleinbus, Kastenwagen und Pick-up gab, jährlich rund 200’000 Stück verkauft. Mehr als vom Käfer, nicht einmal die Hälfte seines direkten Konkurrenten Ford Falcon (der sehr konventionell war). Die zweite Generation wurde 1965 eingeführt - und mitten im Jahr 1969 ersatzlos aus dem Programm gestrichen.
RM Sotheby’s versteigert am 13./14. August in Monterey unseren Auktionsfund der Woche, einen Lakewood ist ausgezeichneten Zustand - und in aussergewöhnlicher Farbe. Ganz günstig wird der Wagen in diesem Zustand nicht sein – ausserdem haben die Corvair heute wohl mehr Fans als damals, als sie noch auf dem Markt waren.
Galerie