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Die Biodiversität umfasst nicht nur die Vielfalt der Arten. Die biologische Vielfalt kann in drei Ebenen eingeteilt werden:
Vielfalt der Gene
Jedes Lebewesen unterscheidet sich durch kleine Abweichungen in der Erbsubstanz von seinen Artgenossen. Die Individuen der gleichen Art in einem Gebiet bilden zusammen eine Population. Die genetische Variabilität einer Art oder Population erlaubt es dieser, sich an verändernde Umweltbedingungen wie z.B. die Klimaveränderung anzupassen. Es überleben nur diejenigen Varianten, die mit den neuen Lebensbedingungen zurechtkommen. Die genetische Vielfalt bildet deshalb die «Versicherung» für den Fortbestand einer Population.
In der Landwirtschaft wird die genetische Vielfalt genutzt und gestaltet. Der Anbau und die Züchtung spezialisierter Tierrassen und Pflanzensorten ermöglichen die Produktion einer erstaunlichen Palette an verschiedenen Nahrungsmitteln.
Vielfalt der Arten
Häufig wird unter Biodiversität die Vielzahl an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen verstanden. Sichtbar wird die Artenvielfalt zum Beispiel in einer bunten Blumenwiese, im Gegensatz zu einem eintönig grünen Sportrasen. Die Vielfalt der weltweit erfassten Arten ist enorm! Bisher wurden 1,7 Millionen Arten auf der Erde beschrieben. Die Gesamtzahl aller Arten ist unter Wissenschaftlern stark umstritten; aktuelle Schätzungen liegen zwischen 5 bis 10 Millionen. In der Schweiz sind bisher rund 30 000 Tierarten und 19 000 Pflanzen- und Pilzarten bekannt.
Vielfalt der Lebensräume
In gleichförmigen, wenig strukturierten Landschaften erstreckt sich derselbe Lebensraumtyp über weite Gebiete. Vielfältige Landschaften wie die Alpentäler hingegen zeigen eine grosse Fülle an unterschiedlichen Lebensräume. In der Schweiz wurden die Lebensräume in ein umfassendes System klassifiziert. Mehr als 250 Vegetationsgesellschaften sind in Bereiche wie Feuchtgebiete, Wiesen, Hochstaudenfluren oder Gletschervorfelder eingeteilt. Jeder Lebensraum ist geprägt von den darin lebenden Organismen und deren Wechselwirkungen untereinander und mit ihrer Umwelt.
Wechselwirkungen
Die Organismen und Populationen in den verschiedenen Lebensräumen stehen in Kontakt miteinander, sie fressen, jagen und profitieren voneinander. So bestäuben zahlreiche Insekten die farbenfrohen und nektartragenden Blütenpflanzen und erlauben dadurch deren Fortpflanzung. Die aus der Befruchtung entstandenen Samen oder Früchte werden wiederum von Insekten, Vögeln, Säugern oder auch dem Menschen verspeist, was gleichzeitig zur Ausbreitung der Pflanzenart beiträgt. Tiere und Pflanzen werden von physischen Elementen wie dem Klima, dem Boden oder dem Wasserhaushalt beeinflusst, und üben selber einen Einfluss auf ihre Umwelt aus. Die Bestäubungsleistung von Insekten, die Fruchtbarkeit des Bodens dank unzähliger Mikroorganismen, Pilzen oder auch Regenwürmer, wie auch die Schönheit einer wilden Berglandschaft oder der kultivierten Hügel des Mittellandes werden Ökosystemleistungen genannt: Sie tragen zum Wohlergehen der Menschen bei.