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Mein Kind spricht (noch) nicht...
Wenn dein Kind (noch) nicht spricht, kann das verschiedene Gründe haben. Es gibt einfach Kinder, die spät zu sprechen beginnen. Die Ursachen und wie du dein Kind in der Sprachentwicklung unterstützen kannst, erfährst du in diesem Artikel.
Wenn Kinder ab dem Alter von 2 Jahren weniger als 50 Wörter sprechen, spricht man von „Late Talker“, also „Spätentwicklern“ („Spätsprechern“). Ein verspätetes Beginnen mit Sprechen kann die Sprachentwicklung gefährden. Oft holen Kinder ihre Altersgenossen aber auch rasch auf, so dass sie im Alter von drei Jahren über einen altersgemässen Wortschatz verfügen. Wenn dein Kind mit 3 Jahren noch nicht oder nur wenig spricht, ist eine logopädische Beratung sinnvoll.
Die Sprachentwicklung von Kindern
Das Erlernen der Sprache ist für dein Baby ein langer und vielseitiger Prozess, zu dem das Kind auf jeden Fall auch bereit sein muss. Bereits ein Neugeborenes bringt dafür die ersten Voraussetzungen mit. So sind schon die Sprachzentren im Gehirn bei der Geburt vorhanden und auch alle nötigen Muskeln und Organe wie die Lippen, das Gehör, die Zunge oder das Zwerchfell sind ausgebildet. Neben den biologischen Voraussetzungen bringt dein Kind auch die angeborene Bereitschaft für soziale Bindung mit auf die Welt. Es möchte eine Beziehung mit Menschen eingehen und sich mit ihnen auch verständigen können. Die Sprachentwicklung von Kindern verläuft vermutlich bei allen Kindern in der gleichen Reihenfolge ab. Es gibt jedoch keinen festen Zeitpunkt dafür, ab welchem Alter ein Kind damit beginnt, deutliche Wörter auszusprechen:
- Eine grosse Mehrheit der Kinder beginnt zwischen ein- und anderthalb Jahren die ersten Wörter zu sprechen - meist "Mama" und "Papa".
- Einige Kinder sprechen schon mit 9 Monaten die ersten Worte, einige wenige Kinder lassen sich aber auch bis zu einem Alter von etwa zweieinhalb Jahren damit Zeit.
- Jungs tun sich meistens insgesamt schwerer mit dem Sprechen lernen und benötigen auch oft mehr Zeit als Mädchen.
- Grosse Unterschiede zeigen sich auch beim Wortschatz. Bei einem Kind mit einem Alter von etwa 20 Monaten kann die Spanne hier zwischen 50 und 250 gesprochenen Wörtern liegen.
Wann liegt eine Sprachstörung in der Entwicklung vom Kind vor?
Kinder beginnen mit etwa 18 bis 24 Monaten damit, Sätze mit zwei Wörtern zu bilden. Auch die magische 50-Wort Grenze wird in diesem Alter überschritten, das heisst in diesem Alter gehören bereits mehr als 50 Wörter zum Wortschatz der Kleinen. Doch einige Kinder (13 - 20 Prozent) können auch mit 2 Jahren nur sehr wenige Worte äussern. Diese Kinder werden als Spätsprecher bezeichnet. Allerdings besteht auch hier noch kein Grund zur Panik, denn etwa die Hälfte der Kinder holt diesen Entwicklungsrückstand schnell wieder auf und hier kann von Sprachstörungen keine Rede sein. Bis zu einem Alter von vier Jahren sind bei vielen Spätsprechern keine Unterschiede in der Entwicklung mehr zu erkennen. Bei der anderen Hälfte manifestiert sich diese jedoch und kann zu einer Lese- und Rechtschreibschwäche führen.
Das Hören ist natürlich direkt mit der Sprache verbunden. Babys mit Hörproblemen hören mit etwa 6 Monaten auf zu plappern. Wenn dein Kind keinerlei Laute mehr von sich gibt solltest du einen Arzt zu Rate ziehen. Auch wenn dein Kind mit 15 Monaten noch keine verständlichen leichten Worte aussprechen kann, solltest du mit deinem Arzt darüber reden, denn dieser kann zumindest ausschliessen, dass Sprachstörungen vorliegen. Stammelt oder stottert dein Kind, solltest du auch zunächst keine übereiligen Schlüsse daraus ziehen. Erst bei anhaltendem Stottern solltest du eine Logopädie um Rat fragen und überprüfen lassen, ob Sprachstörungen vorliegen können.
Entwicklung Kind: So unterstützen Eltern ihre Kinder bei der Sprachentwicklung
Bei der Sprachentwicklung ist natürlich viel Übung gefragt und Eltern können die Kleinen natürlich aktiv unterstützen. Rede so viel wie möglich mit deinem Kind und auch das gemeinsame Singen von Lindern wirkt sich positiv auf die Entwicklung vom Kind aus. Macht dein Kind beim Sprechen Fehler, korrigiere es sanft, ohne dabei direkt kritisierend zu wirken. Du kannst etwa den Satz richtig ausgesprochen nochmal in deiner Antwort wiederholen: "Datze hat gedrundn, Mama" - "Ja Schatz, die Katze hat getrunken".
Auch mit unterschiedlichen Rhythmusspielen kannst du die Sprache aktiv fördern. Honoriere jedes richtig gesprochene Wort deines Kindes richtig und sei vorsichtig mit zu viel Kritik.
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