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2022: Kamila Walijewa (ROC)
Seit insgesamt drei Tagen warten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Eiskunstlauf-Teamwettbewerbs an den Olympischen Winterspielen in Peking auf die Siegerehrung. Wie sich zeigte, soll der Grund für die lange Wartezeit ein positiver Doping-Test sein. Im Vordergrund steht das russische Wunder-Eiskunstlaufkind Kamila Walijewa, die sogar die Goldmedaille gewann. In einer Dopingprobe der 15-Jährigen soll das nicht erlaubte Medikament Trimetadizin nachgewiesen worden sein. Ob das russische Team jetzt Gold bekommt und Walijewa beim kommenden Einzelwettbewerb teilnehmen darf, entscheidet sich nun vor dem internationalen Sportgerichtshof (CAS).
Hinzu kommt, dass Russlands Sportlerinnen und Sportler aufgrund von mehreren Dopingfällen nicht mehr als Vertreter ihres eigenen Heimatlands auftreten dürfen, sondern nur als jener des Russischen Olympischen Komitees (ROC).
1968: Hans Gunnar Liljenwall (SWE)
Der Schwede war der erste Sportler, welcher bei den Olympischen Spielen aufgrund eines Dopingvergehens überführt wurde. Bei den Spielen in Mexiko-Stadt gewann Liljenwall die Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb des modernen Fünfkampfes (Pistolenschiessen, Degenfechten, Schwimmen, Springreiten, Querfeldeinlauf). Beim Dopingtest wurde bei Liljenwall 0,81 Promille Alkohol im Blut nachgewiesen. Laut eigenen Aussagen hatte er vor dem Schiessen «zwei Bier» getrunken, um seine Nerven zu beruhigen. Die Medaille wurde ihm am Ende aberkannt.
1968: Karl Schranz (AUS)
Die Sichtverhältnisse während eines Slalomrennens bei Olympia in Grenoble (F) waren alles andere als gut. So kam es, dass der österreichische Skifahrer Karl Schranz behauptete, dass er eine mysteriöse Gestalt in Schwarz gesehen habe, die ihm den Weg abgeschnitten hat. Schranz musste deshalb sofort anhalten und das Rennen abbrechen. Der Österreicher durfte danach erneut starten und schaffte eine Rekordzeit. Nach dem Rennen schaute das Komitee die Fernsehaufzeichnung an und fand heraus, dass Schranz ein Tor am Anfang der Piste verpasst hatte. Seine Gold-Medaille musste er an den zweitplatzierten Franzosen Jean-Claude Killy abgeben.
1980: Aus Olympiadorf wird ein Gefängnis
Ein weiterer Skandal fand bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid, USA, statt. Pläne zeigten, dass die offizielle olympische Unterkunft nach der Beendung der Spiele in ein Gefängnis umgewandelt werden sollte. Die Bevölkerung und das Olympische Komitee fanden das jedoch gar nicht lustig und protestierten dagegen. Viel gebracht haben die Proteste jedoch nicht, denn das Projekt wurde trotzdem durchgeführt. Seit 1981 steht die «Adirondack Correctional Facility» in Lake Placid.
1988: Ben Johnson (KAN)
Es ist wahrscheinlich das berühmteste Doping-Vergehen bei den Olympischen Spielen. Der kanadische Sprinter Ben Johnson stürmte bei der 100-Meter-Distanz in Seoul nicht nur zu Gold, sondern stellte mit 9,79 Sekunden einen neuen Weltrekord auf. Drei Tage später kam dann jedoch der Schock: Johnson hatte nachgeholfen und wurde disqualifiziert.
1994: Tonya Harding (USA)
Einer der bekanntesten Skandale der Olympischen Spiele: Der Ehemann der amerikanischen Eiskunstläuferin Tonya Harding arrangierte einen Monat vor den Olympischen Spielen einen Überfall auf ihre grösste Konkurrentin Nancy Kerrigan. Nach dem Überfall war Kerrigan verletzt, konnte jedoch trotzdem am Wettbewerb teilnehmen und gewann sogar. Der Ehemann, Jeff Gillooly, wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Bis heute ist unklar, wie viel Tonya Harding über den Plan ihres jetzigen Ex-Mannes wusste. Sie wurde jedoch für den Rest ihres Lebens aus dem Dachverband der Eiskunstläufer ausgeschlossen und darf auch nicht als Coach arbeiten.
1998: Manipulation auf Tonband aufgenommen
An den Olympischen Winterspielen in Nagano, Japan, nahm ein Richter einen anderen auf Tonband auf, wie dieser während der Eis-Tanz-Vorführungen die Resultate verändern wollte. Dick Pound, der ein internationaler Abgeordneter des Olympischen Komitees ist, verlangte danach, dass die Disziplin Eistanz aus dem Programm gestrichen wird, da diese im Allgemeinen nicht gut zu bewerten ist. Sein Vorhaben war jedoch ohne Erfolg. Der Eistanz gilt weiterhin als eine der am schwierigsten zu bewertenden Disziplinen.
2002: Bestechung durch Geschenke
Dass die Olympischen Spiele im Jahr 2002 in Salt Lake City stattfanden, war alles andere als ein Zufall. Mehrere Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees wurden mit Geschenken bestochen, dass sie für die US-amerikanische Stadt abstimmen. Bei den Geschenken handelte es sich nicht nur um Bargeld, sondern auch um Stipendien für Universitäten und sogar Schönheitsoperationen. Mehrere Mitglieder haben die Bestechungsangebote angenommen und mussten danach ihr Amt abgeben.
(mbr)