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Eine Gruppe von sieben Zentralbanken und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichte heute einen Bericht, in dem die Ausgangsprinzipien dargelegt werden, die notwendig wären, damit öffentlich zugängliche CBDCs (Digitales Zentralbankgeld) die Zentralbanken bei der Erfüllung ihres öffentlichen Auftrags unterstützen könnten.
Der Bericht, «Central bank digital currencies: foundational principles and core features», wurde von der Bank of Canada, der Bank of England, der Bank of Japan, der Europäischen Zentralbank, der Federal Reserve, der Sveriges Riksbank, der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der BIZ erstellt. Er hebt drei zentrale Prinzipien für eine CBDC hervor:
+ Koexistenz mit Bargeld und anderen Formen von Geld in einem flexiblen und innovativen Zahlungssystem.
+ Eine Einführung von CBDC soll umfassenderen strategischen Zielen dienen und die Geld- und Finanzstabilität nicht gefährden.
+ Die Eigenschaften sollen Innovation und Effizienz fördern.
Die Gruppe der Zentralbanken wird weiterhin auf dem Gebiet der CBDC zusammenarbeiten, ohne einen Entscheid darüber vorwegzunehmen, ob eine CBDC auf ihrem Hoheitsgebiet eingeführt werden soll oder nicht.«Dieser Bericht stellt für die Zentralbankgruppe einen echten Fortschritt dar, indem man sich auf gemeinsame Prinzipien geeinigt und die wichtigsten Eigenschaften identifiziert hat, die man für ein einsatzfähiges CBDC-System als notwendig erachtet. Der Bericht hilft den Zentralbanken nicht nur bei der Erfüllung ihres öffentlichen Auftrags, sondern legt ausserdem einen nützlichen Rahmen vor zur Frage, wie Zentralbanken in einer sich stets wandelnden digitalen Welt Geld zur Verfügung stellen und die Zahlungssysteme unterstützen sollen. Diese Gruppe von Zentralbanken hat einen starken internationalen Konsens erreicht, der uns einen Weg aufzeigen wird, wenn wir jetzt alle das Für und Wider und die Ausgestaltung einer CBDC auf unserem eigenen Hoheitsgebiet erörtern», sagte der Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Sir Jon Cunliffe, Deputy Governor der Bank of England und Vorsitzender des Committee on Payments and Market Infrastructures.
Auf der Grundlage dieser Prinzipien hat die Gruppe die Kerneigenschaften eines künftigen CBDC-Systems eruiert. Ein solches System muss
+ widerstandsfähig und sicher sein, um die betriebliche Integrität aufrechtzuerhalten;
+ bequem zu nutzen und mit sehr geringen oder gar keinen Kosten für die Endnutzer verbunden sein;
+ von angemessenen Standards und einem klaren rechtlichen Rahmen untermauert sein;
+ dem Privatsektor eine adäquate Rolle einräumen sowie den Wettbewerb und die Innovation fördern.
«Eine Form, die diese Eigenschaften aufweist, kann den Zahlungsverkehr widerstandsfähiger, effizienter, inklusiver und innovativer machen. Obwohl es aufgrund nationaler Prioritäten und Gegebenheiten keine einheitliche CBDC für alle geben wird, bietet unser Bericht ein Sprungbrett für weitere Entwicklungen bezüglich funktionsfähigen CBDCs», sagte der Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Benoît Cœuré, Leiter des BIS Innovation Hubs.
Eine Weiterentwicklung von CBDC erfordert eine Verpflichtung zu praxisbezogenen Analysen und angewandten technischen Versuchen. Obwohl diese schon in Angriff genommen wurden, verlangt das Innovationstempo bei den Geld- und Zahlungstechnologien eine Priorisierung von kollaborativen Experimenten.
«Während technologische Entwicklungen die Art, wie wir zahlen, verändern, sind die Zentralbanken verpflichtet, das Vertrauen der Menschen in unser Geld zu schützen. Neben der Erfüllung ihrer inländischen Aufgaben müssen die Zentralbanken auch eng zusammenarbeiten, um bei der Erforschung von CBDC eine wegweisende Rolle zu spielen, damit verlässliche Prinzipien für CBDC identifiziert und die Innovation gefördert wird. Der vorliegende Bericht ist ein überzeugender Beleg für eine solche internationale Zusammenarbeit», sagte Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank und Vorsitzende der Gruppe von Zentralbankpräsidenten, die für diesen Bericht verantwortlich sind.
Bei den künftigen Aktivitäten wird es unter anderem darum gehen, sich mit weiteren offenen Fragen rund um CBDCs sowie den Herausforderungen bezüglich grenzüberschreitenden Zahlungen zu befassen und im eigenen Land sowie mit weiteren Zentralbanken einen gut informierten Austausch über wichtige Fragen zu suchen und zu pflegen. Die Arbeit des BIS Innovation Hubs, die der erweiterten Zentralbankgemeinschaft dient, wird zur Erfüllung dieses Ziels beitragen.
Thomas J. Jordan, Präsident des Direktoriums der SNB, sagte: «Wir erleben im Moment eine rasante Entwicklung im Bereich von digitalem Geld. Die Zentralbanken müssen eine fundierte Position entwickeln, ob und in welcher Form digitales Zentralbankgeld in tokenisierter Form künftig zum Einsatz kommen könnte. Für die SNB steht zurzeit insbesondere die Erforschung der Verwendung von digitalem Zentralbankgeld durch Finanzinstitute im Vordergrund, sowohl im inländischen als auch im grenzüberschreitenden Kontext. Zu diesem Zweck führt die SNB zusammen mit dem BIS Innovation Hub ein Projekt durch, bei dem die Integration von Zentralbankgeld in eine Distributed-Ledger-Techno logie-basierte Finanzmarktinfrastruktur untersucht wird».
Bericht der Bank for International Settlements („BIS“) (auf Englisch)
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Quelle:
Bank for International Settlements („BIS“)
www.bis.org