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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Erstes Buch
16.
Es wundert mich, wie Celsus "die Odrysen, Samotzhraker, Eleusinier und Hyperboleer" unter die ältesten und weisesten Völker gestellt, die Juden aber der Aufnahme unter die weisen oder alten Völker nicht für würdig gehalten hat, obwohl doch bei den Ägyptiern, Phöniziern und Griechen viele Schriften im Umlauf sind, die das hohe Alter der Juden bezeugen; ich habe es für überflüssig gehalten, diese Schriften hier anzuführen. Wer dazu Neigung hat, kann das Werk des Flavius Josephus über das hohe Alter der Juden in zwei Büchern nachlesen; dort wird eine große Liste von Schriftstellern angeführt, welche das hohe Alter der Juden bezeugen. Auch von Tatian, der später gelebt hat, ist die Rede an die Griechen vorhanden, wo der kenntnisreiche Verfasser die Schriftsteller angibt, die über das hohe Alter der Juden und des Moses berichtet haben. Die Darstellung des Celsus scheint also weniger wahrheitsliebend als gehässig zu sein, da er die Absicht hat, den Ursprung des Christentums, der an die Juden anknüpft, herabzuwürdigen. Er nennt sogar "die Galaktophagen des Homer, die Druiden der Galater und die Geten" "sehr weise und alte Völkerschaften, die den jüdischen Lehren verwandte Lehren erörtern" sollen; ob von diesen Völkern Schriften vorhanden sind, weiß ich nicht. Nur den Hebräern spricht Celsus, soweit es ihm möglich ist, das hohe Alter und die Weisheit ab.
Wenn Celsus dann weiter ein Verzeichnis von alten und weisen Männern gibt, die ihren Zeitgenossen1 und der Nachwelt durch ihre Schriften genützt haben, so nimmt er den Moses in dieses Verzeichnis der Weisen nicht auf. Von "Linos", den er an erster Stelle nennt, sind weder Gesetzt noch Schriften vorhanden, durch welche die Völker bekehrt und gebessert worden wären; die Gesetze des Moses aber gelten bei einem gesamten Volke, das über die ganze Erde zerstreut ist. Man urteile nun, ob er nicht geradezu boshaft gehandelt hat, dass er in seinem Verzeichnis der Weisen selbst den Moses überging, während er von "inos". Musaios, Orpheus, Pherekydes, dem Perser Zoroaster und von Pythagoras" behauptete, dass sie "über diese Dinge verhandelt und ihre eigenen Lehrsätze in Büchern niedergelegt haben, und dass diese noch bis auf den heutigen Tag bewahrt werden" Absichtlich vergaß er die besonders von Orpheus aufgezeichnete Sagengeschichte der vermeintlichen Götter zu erwähnen, in der diesen menschlichen Leidenschaften und Schwächen beigelegt werden.
1: durch ihre Tätigkeit