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Gemeinsame Literaturkommission der Kantone Bern und Jura: Französischer Autor und Westschweizer Schriftstellerin ausgezeichnet
02.05.2011 Die gemeinsame Literaturkommission der Kantone Bern und Jura hat den Prix Renfer an den französischen Schriftsteller Yves Ravey (Bild) aus Besançon und den Prix Alpha an die in Biel lebende Schriftstellerin Noëlle Revaz für ihren Roman "Efina" verliehen. Die 2009 gegründete Kommission zeichnet mit diesen beiden Preisen Autorinnen und Autoren aus, die in der Jurabogen-Region leben. Mit dem Prix Renfer wird ein Gesamtwerk gewürdigt, mit dem Prix Alpha ein einzelnes literarisches Werk. Die Preise werden am 4. Juni 2011 anlässlich der Solothurner Literaturtage übergeben.
Fotos: H. Bamberger (oben), C. Hélie (unten)
Die gemeinsame Literaturkommission der Kantone Bern und Jura, gegründet auf der Grundlage einer Vereinbarung beider Kantone, will französischsprachige Autorinnen und Autoren fördern, die einen engen Bezug zu den beiden Kantonen haben. Zu Beginn ihrer Tätigkeit hat die 2009 entstandene Kommission zwei neue Literaturpreise ins Leben gerufen, die alle zwei Jahre verliehen werden.
Mit dem Prix Renfer, benannt nach dem Dichter Werner Renfer (1898-1936) aus St-Imier, wird ein literarisches Gesamtwerk (Lyrik, Roman, Theater, Essay) einer Autorin oder eines Autors französischer Sprache mit einem Bezug zu Jurabogen-Region ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15'000 Franken dotiert. Der mit 8'000 Franken dotierte Prix Alpha ist ein Förderpreis für Autorinnen oder Autoren französischer Sprache mit einem Bezug zur Jurabogen-Region.
Der Begriff "Jurabogen" ist bewusst grosszügig gefasst. Er umfasst sowohl den schweizerischen als auch den französischen Teil der Region. Damit gewinnen die beiden Preise an internationaler Ausstrahlung. Die Anwärterinnen und Anwärter müssen ein Werk in den zwei letzten Jahren vor dem Entscheid der Jury, die aus Mitgliedern der interkantonalen Kommission zusammengesetzt ist, publiziert haben.
Der erste Preisträger des Prix Renfer 2011 ist der französische Schriftsteller Yves Ravey (Bild oben). Er wird für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. Yves Ravey wurde 1953 in Besançon geboren und hat rund zwanzig Romane und Theaterstücke publiziert. Sein Werk zeichnet sich aus durch einen dichten und präzisen Stil, seine Erzählkraft und die Vielzahl der Lesarten, die es anbietet. Sein letzter Roman "Enlèvement avec rançon" ist 2010 beim Verlag Editions de Minuit erschienen. Eine Bühnenadaptation des Romans "Drap" wurde 2011 von der Comédie Française aufgeführt. Yves Ravey lebt zurzeit in seiner Heimatstadt Besançon, wo er Lehrer am Gymnasium ist.
Den Prix Alpha 2011 erhält die in Biel wohnhafte Noëlle Revaz (Bild unten) für ihren Roman "Efina". Noëlle Revaz wurde 1968 in Vernayaz, Kanton Wallis, geboren. Sie schreibt seit 2001. Ihr erster Roman "Rapport aux bêtes" (Gallimard 2002) wurde in der Schweiz und in Frankreich in verscheidenen Bühnenadaptationen aufgeführt. Mit "Efina", erschienen 2009 bei Gallimard, hat Noëlle Revaz erneut ihr schon vom ersten Buch bekanntes Talent und ihre Originalität unter Beweis gestellt. Sie hat zudem zwei Hörspiele verfasst. Der mehrstimmige Monolog "Quand Mamie" ist dieses Jahr beim Verlag Mini-Zoé erschienen. Die Schriftstellerin ist Dozentin am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel.
Noëlle Revaz
Die öffentliche Preisverleihung findet am Samstag, 4. Juni 2011 um 17 Uhr im Rahmen der Solothurner Literaturtage im Landhaus statt. Die beiden Preisträger werden aus ihren Werken lesen. Weiter werden sich die vier Mitglieder der interkantonalen Kommission Dominique Bondu, Arnaud Buchs, Françoise Matthey, Martin Neuenschwander und Rose-Marie Pagnard äussern.
mgt
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