Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/536

| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VII.
35.
Ein gewisser Theodotos aus Byzanz führte eine neue Häresie ein; über den Ursprung des Alls lehrte er teilweise in Übereinstimmung mit der wahren Kirche, daß alles von Gott geschaffen sei; von Christus aber behauptet er, unter Entlehnung aus der Schule der Gnostiker, des Kerinthos und der Ebionäer, er sei auf folgende Art erschienen: Jesus sei ein Mensch, aus der Jungfrau geboren nach dem Ratschluß des Vaters; er habe wie die übrigen Menschen gelebt und sei überaus gottesfürchtig gewesen; später bei der Taufe im Jordan sei Christus über ihn in Gestalt einer Taube [S. 222] herabgekommen1; daher seien in ihm nicht eher die Kräfte tätig gewesen, als bis sich der Geist von oben in ihm zeigte; dieser Geist soll der Christus sein. Die Theodotianer2 lassen ihn bei der Herabkunft des Geistes Gott geworden sein, andere nach seiner Auferstehung von den Toten.
1: Luk. 3, 22.
2: Wendland.