Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/2706

versprechenden Werke sind: die Bronzestatue eines ruhenden Alexander (Nationalgallerie in Berlin), eine Marmorstatue der
Antigone (kaiserliches Schloß zu Berlin), Denkmal für die gefallenen Krieger in Spandau und das 1879 auf dem Friedhof in
Brüssel enthüllte Erzdenkmal für die im Krieg 1870/71 gefallenen
Deutschen, außerdem mancherlei dekorative Bildwerke für
das Reichstelegraphenamt und die Oberpostdirektion sowie kleinere Statuetten.
Hans, Maler des historischen
Genres, geb. 1843 zu Ansbach, begann, durch Krankheit gehindert, erst spät
seine künstlerischen Studien an der Akademie in München, machte aber rasche Fortschritte und arbeitete unter der Leitung
von Philipp Foltz sein erstes Bild, Ingeborg am Meer, das ein großes koloristisches Talent bekundete.
Dies Talent bildete er nachher unter Karl
Piloty noch weiter aus und malte 1868 eins seiner Hauptbilder:
Friedrich mit der
gebissenen Wange, das in den Besitz des
Herzogs von Koburg kam. Später ging er mit einem Reisestipendium nach Rom, wo er
Scenen aus der Renaissance- und Zopfzeit malte.
Hermann, Landschaftsmaler, geb. zu Bremen, bezog 1849 die Akademie in
Düsseldorf, wo er sich unter
Schirmer ausbildete. Später machte er vielfache Reisen nach Norwegen, der Schweiz, Italien
und den Pyrenäen und brachte aus allen diesen Ländern, am meisten aus Norwegen, zahlreiche Gebirgslandschaften von meisterhafter
Zeichnung und ansprechendem Kolorit, wenn auch nicht gerade von poetischer Auffassung. Zu den besten gehören: das Schwingfest
in Unspunnen in der Schweiz (1862), auch norwegischer Fjord, das Wetterhorn, Alpenglühen, das Lauterbrunnenthal, norwegischer
Wasserfall etc. Von 1869 an machte er in Nordamerika Reisen und entlehnte manche Motive aus
dem Yosemitethal in Kalifornien. Seit mehreren Jahren lebt er in Philadelphia und beschickt die deutschen
Ausstellungen seltener.
1) AntonHeinrich, Bildhauer, geb. zu München, Sohn des bekannten Historienmalers Heinr.
v. H. (gest. 1863), bildete
sich dort ausschließlich unter
Zumbusch und machte 1866 bis 1868 Studienreisen in Italien. Seine
Hauptwerke sind vier kolossale Balkonfiguren am neuen Rathaus daselbst (Bürgertugenden darstellend),
eine Giebelgruppe und zwei Figuren am neuen Wilhelms-Gymnasium, zahlreiche Grabdenkmäler, darunter
das
Knorr-Monument auf dem Campo Santo des alten Friedhofs. Seine Porträtbüsten sind von treffender Charakteristik. Seit 1875 ist
er Professor an der Kunstgewerbschule seiner Vaterstadt.
2) Georg, ein in New York lebender deutscher Bildhauer, geb. zu
Pfungstadt (Hessen-Darmstadt), war anfangs Klempner in Darmstadt und lernte daneben das Zeichnen in der Sonntagsschule. 1850 wanderte
er nach Nordamerika, wo er sich mit Schnitzarbeit so viel verdiente, daß er nach München gehen und sich vier Jahre lang
unterWidnmann ausbilden konnte. Dann kehrte er nach Amerika zurück und drang endlich nach langen Entbehrungen
mit seinen plastischen Arbeiten durch. Es sind Idealbilder, Porträtbüsten und Statuen, unter denen namentlich die Arbeiten
lyrischen und romantischen Inhalts gerühmt werden, z. B.: die Statue der Echo, die Büste
der Wasserlilie, das unterbrochene Gebet (Marmorrelief) u. a., unter den
Porträtbüsten die der Schauspielerin Franziska Janauschek und unter den Statuen das
Modell eines jugendlichen Goethe.
GeorgHans, Landschaftsmaler, geb. zu Berlin, arbeitete 1864-67 im Atelier von
Eschke und bildete
sich bis 1871 auf der Kunstschule in Karlsruhe unter
Gude und dem Einfluß von Lessing aus. In seinen
Bildern aus den mitteldeutschen Gebirgen und dem Schwarzwald herrschen eine ernste Auffassung und ein gediegener Ausdruck
der meistens melancholisch gestimmten Motive, z. B. in der Rhönlandschaft aus dem Jahr 1875 (Nationalgallerie
in Berlin).