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Das BfS hatte im Dezember 2007 mit der «Epidemiologischen Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken» (KiKK-Studie) bereits die Häufigkeit von Tumoren bei Kindern unter fünf Jahren in einem 5-km-Radius um westdeutsche Kernkraftwerke untersuchen lassen. Dabei zeigte sich, dass im Nahbereich der Reaktoren ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Krebserkrankungen, insbesondere für Leukämien, bei Kindern besteht. Die Ursache dieses Risikos ist allerdings bislang nicht geklärt. Denn nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand kann der beobachtete Anstieg der Erkrankungen nicht durch die Strahlenbelastung aus einem Kernkraftwerk erklärt werden.
Parallel dazu wurde in der jetzt vorgestellten Studie der Frage nachgegangen, ob es in der Umgebung von Kernkraftwerken möglicherweise ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gibt. Hierzu wurden in einem 10-km-Radius um die Kernkraftwerke Biblis und Philippsburg sowie in einer kernkraftwerksfernen Vergleichsregion (Kaiserslautern und Umgebung) alle Geburten und Aborte zwischen November 2006 und Februar 2008 erfasst. Die Studie umfasste 5273 Kinder und Feten, davon 5218 Lebendgeborene, 30 Totgeborene und 25 induzierte Aborte. Speziell geschulte Kinderärzte untersuchten die Lebendgeborenen. Ein internationales Expertengremium klassifizierte alle Fehlbildungen.
Dabei zeigte sich kein Unterschied in der Häufigkeit angeborener Fehlbildungen zwischen der Umgebung der beiden Kernkraftwerksstandorte und der Vergleichsregion. Ausserdem präsentiert sich auch kein Abstandtrend in der Umgebung der Kernkraftwerke, der auf ein steigendes Risiko mit zunehmender Nähe des Wohnorts zu den Anlagen hinweist. Mit der vorgelegten Studie wurde gemäss BfS eine der weltweit umfangreichsten Studien zum Thema Fehlbildungen in der Umgebung von Kernkraftwerken durchgeführt.
Quelle
D.S. nach BfS, Medienmitteilung sowie Bericht «Epidemiologischen Studie zu angeborenen Fehlbildungen in der Umgebung deutscher Leistungsreaktoren», 21. Juli 2010