Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/243760

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat soll aufzeigen, warum es bei einigen Berufen zu gehäuften Lehrabbrüchen und hohen Ausfallquoten an Abschlussprüfungen kommt und wie dagegen bei den Verbundpartnern griffigere Massnahmen eingefordert werden können. Dabei ist auch aufzuzeigen in welcher Form die notwendige Zusammenarbeit mit den Kantonen und den Kommissionen für Bildung &amp; Qualität (B&amp;Q) zu stärken ist. Der Bundesrat soll zudem prüfen, wie ein öffentlich einsehbares und aussagekräftiges Monitoring von Erfolgsquoten bei Lehrabschlussprüfungen nach Berufen und Regionen eingerichtet werden kann ohne die Datenschutzbestimmungen zu verletzen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Verbundpartner der Berufsbildung - Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt (OdA) - nehmen die Verantwortung für Berufsentwicklung und Ausbildungsqualität gemeinsam wahr. In den berufsspezifischen Kommissionen für Berufsentwicklung &amp; Qualität (Kommissionen B&amp;Q) sorgen sie dafür, dass Bildungsinhalte und Ausbildungsqualität der beruflichen Grundbildungen periodisch den Erfordernissen der Arbeitswelt angepasst werden sowie die Qualifikationsverfahren den gängigen Gütekriterien wie Zuverlässigkeit, Chancengerechtigkeit und Ökonomie entsprechen.</p><p>Die aktuellen Daten des Bundesamts für Statistik zeigen, dass die Erfolgsquote in den Qualifikationsverfahren der beruflichen Grundbildung je nach Sprachregion, Kanton und Lehrberuf stark variiert. Ist die Durchfallquote in einem Beruf überdurchschnittlich hoch, so obliegt es dem jeweiligen Kanton und regionalen Berufsverband, den Gründen nachzugehen und gemeinsam entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Hier hat die Lehraufsicht eine wichtige Rolle in Zusammenarbeit mit den regionalen Berufsverbänden. Denn sie kennen die Unternehmen und Verhältnisse vor Ort am besten, verfügen über persönliche Kontakte und können gezielt nach passenden Lösungen suchen. Bei den im Postulat genannten Berufen handelt es sich um Berufe, die Rekrutierungsprobleme haben. Das heisst, das Angebot an Lehrstellen ist häufig grösser als die Nachfrage. Zudem sind die Unternehmen oftmals mit Jugendlichen konfrontiert, welche Mühe bekunden beim Übergang von der obligatorischen Schule in die berufliche Grundbildung.</p><p>Bei sehr hohen Durchfallquoten in einzelnen Kantonen kann der Bund, namentlich das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), diese Thematik in den entsprechenden Kommissionen für Berufsentwicklung und Qualität einbringen und von den Zuständigen Massnahmen fordern. So wurde bei zwei beruflichen Grundbildungen (Heizungsinstallateur/in EFZ und Sanitärinstallateur/in EFZ) bereits gehandelt und die Lehrdauer auf vier Jahre erhöht.</p><p>Wichtig ist, dass die Jugendlichen sich im Berufswahlprozess ein Bild vom Lehrberuf und den Anforderungen im Betrieb machen können. Hier setzen verschiedene Massnahmen an wie Berufswahlprozess in der Schule, Schnupperlehren, Berufsmessen und Online-Plattformen. Das SBFI unterstützt die Kantone und OdA mit diversen Projekten im Berufswahlprozess.</p><p>Ein entscheidender Faktor ist zudem die Qualität der Ausbildung im Lehrbetrieb. Hier wurde von den OdA im Rahmen der Initiative "Berufsbildung 2030" das Projekt "Top-Ausbildungsbetrieb" lanciert, welches vom SBFI massgeblich finanziert wird. Das Projekt hat zum Ziel, die Ausbildungskompetenz in den Betrieben zu stärken. Dazu wird ein branchenübergreifendes Weiterbildungssystem für Betriebe und die in der Ausbildung von Lernenden engagierten Personen entwickelt. Das Projekt baut auf dem obligatorischen Berufsbildnerkurs auf.</p><p>Der Bundesrat ist der Meinung, dass bereits ein etabliertes und auf die Bedürfnisse der einzelnen Branchen abgestimmtes Instrumentarium existiert, um die Jugendlichen zu unterstützen und Betriebe zu entlasten. Er erachtet deshalb den Aufbau eines übergeordneten Monitorings nicht als angezeigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.