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Dieser von der EU empfohlene Indikator ist einer der wichtigsten im Arbeitsmarktbereich. Eine Arbeitsmarktbeteiligung auf einem stabilen Niveau trägt erheblich zur Integration bei. Eine Angleichung der Erwerbsquoten von Personen verschiedener Bevölkerungsgruppen würde – zumindest zahlenmässig und unabhängig von einer branchenspezifischen Betrachtung – eine Angleichung der Teilhabe am Arbeitsmarkt anzeigen. Grosse Unterschiede der Erwerbsquote können als Zeichen mangelnder Anpassung an übliche Erwerbsnormen in der Schweiz interpretiert werden.
Die Erwerbsquoten der 15- bis 64-Jährigen lagen 2017 bei allen nach Migrationsstatus differenzierten Bevölkerungsgruppen nahe beieinander. Dennoch sind die Erwerbsquoten bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten sowie der zweiten oder höheren Generation leicht tiefer als diejenige der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (82,5% bzw. 83,9% gegenüber 84,9%).
Das Gegenteil ist festzustellen, wenn die Erwerbsquoten in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) betrachtet werden: Die Quote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist höher als diejenige der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Die erste Generation sowie die zweite oder höhere Generation weisen höhere Quoten auf (73,9% bzw. 73,6%) als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (72,7%).
Während sich bei den Männern die Erwerbsquote und die die Erwerbsquote in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) je nach Migrationsstatus ähnlich präsentieren, zeigt sich bei den Frauen ein anderes Bild.
Bei den Männern weisen die Personen mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation nicht nur die tiefste Erwerbsquote sondern auch die tiefste Erwerbsquote in VZÄ auf (86,7% bzw. 83,4%). Die Männer der ersten Generation verzeichnen die höchsten Quoten (90,1% bzw. 87,9% in VZÄ) und jene ohne Migrationshintergrund leicht darunter liegende Werte (88,1% bzw. 85,8%).
Bei den Frauen sind je nach Art der Erwerbsquote Unterschiede zu beobachten: Während Frauen ohne Migrationshintergrund eine höhere Erwerbsquote (81,8%) verzeichnen als jene mit Migrationshintergrund beider Generationen (74,7% bei der ersten Generation, 80,9% bei der zweiten oder höheren Generation), ist ihre Erwerbsquote in VZÄ die niedrigste (59,3% gegenüber 59,6% bei der ersten Generation und 62,8% bei der zweiten oder höheren Generation).
Zwischen 2012 und 2017 sind die Erwerbsquoten und die Erwerbsquoten in VZÄ der 15- bis 64-Jährigen bei allen untersuchten Bevölkerungsgruppen (ohne Migrationshintergrund, erste Generation mit Migrationshintergrund, zweite oder höhere Generation mit Migrationshintergrund) gestiegen.
Die Entwicklung der Erwerbsquoten bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen verlief unterschiedlich: Bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation war die Erhöhung der Erwerbsquoten am geringsten (+1,5 Prozentpunkte), bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation am stärksten (+2,6 Prozentpunkte).
Die Zunahme der Erwerbsquote in VZÄ beläuft sich bei den beiden Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund auf jeweils 2,2 Prozentpunkte, bei derjenigen ohne Migrationshintergrund auf 1,3 Prozentpunkte.
In drei Grossregionen verzeichnet die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund die höchsten Erwerbsquoten (Espace Mittelland, Zürich und Ostschweiz). Eine Ausnahme stellt insbesondere das Tessin dar, wo die Bevölkerung mit Migrationshintergrund eine höhere Quote hat (80,4% bei der ersten Generation, 79,6% bei der zweiten oder höheren Generation im Vergleich zu 76,4% bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund). In der Nordwestschweiz und in der Zentralschweiz hat die zweite oder höhere Generation die höchsten Quoten, aber der Unterschied zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist gering (85,6% gegenüber 84,4% bzw. 89,4% gegenüber 87,1%). In der Genferseeregion ist die Erwerbsquote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation am höchsten (81,1% gegenüber 79,4% bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund).
Bezüglich der Erwerbsquote in VZÄ ist zu vermerken, dass die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund in drei Grossregionen die tiefsten Quoten aufweist (Nordwestschweiz, Zentralschweiz und Tessin). Die Unterscheide zwischen den Generationen sind im Espace Mittelland und in Zürich gering. Die zweite oder höhere Generation verzeichnet überall die höchsten Quoten - ausgenommen in der Genferseeregion und im Tessin, wo die Quote der ersten Generation diejenige der anderen Bevölkerungsgruppen übersteigt.
Mit einer Erwerbsquote von 76,4% und einer Erwerbsquote in VZÄ von 66,0% verzeichnet die im Tessin lebende Bevölkerung ohne Migrationshintergrund die tiefsten Werte. Die höchsten Werte dagegen weist die zweite oder höhere Generation in der Zentralschweiz auf (89,4% bzw. 80,3% in VZÄ).
Tabellen
Definitionen
Die Erwerbsquote (siehe Definition auf dieser Seite) drückt die Beteiligung am Arbeitsmarkt der 15- bis 64-Jährigen nach Migrationsstatus aus. Sie unterscheidet allerdings nicht zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten. Die Erwerbsquote in Vollzeitäquivalenten ergänzt diese Informationen, indem sie den Beschäftigungsgrad einbezieht.
Als Erwerbspersonen gelten die erwerbstätigen und die erwerbslosen (gemäss ILO) Personen. Erwerbspersonen werden mit dem Arbeitsangebot gleichgesetzt. Grundgesamtheit ist die ständige Wohnbevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren.
Die Erwerbsquote der 15- bis 64-Jährigen gibt den Anteil der Erwerbspersonen an der Grundgesamtheit an.