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Winterstarre:
Landschildkröten halten, um den Winter zu überbrücken, einen Winterschlaf. Die Winterstarre gehört also zum natürlichen Jahreszyklus der Landschildkröten und sollte den Tieren ab dem ersten Lebensjahr ermöglicht werden. Gerade bei Jungtieren ist die Winterstarre gut, da diese sonst zu schnell wachsen. Tiere die regelmäßig ihre Winterstarre halten sind widerstandsfähiger. Viele Halter haben unberechtigte Sorgen, ihre Schildkröten zu überwintern weil sie Angst haben, dass sie erfrieren oder verhungern könnten.
Überwintern ohne Winterstarre:
Jungtiere von 0 - 2 Jahren können auch den ganzen Winter im Übergangsgehege durchgefüttert werden.
Grundsätzlich kann man auch erwachsene Tiere den ganzen Winter wach halten, was jedoch nicht einer artgerechten Tier-Haltung entspricht. Es braucht dazu ein grosses Gehege an einem warmen, hellen Ort.
Erwachsene Schildkröten, die nicht in der Winterstarre waren, haben im Frühling einen geringeren Vermehrungsdrang.
Überwintern von Babyschildkröten:
Für die frisch geschlüpften Schildkröten ist ein Winterschlaf von Oktober bis April zu lange!!!
Meine Babyschildkröten (0 - 3 Jahre alt) nehme ich, sobald die Tage kürzer und Nächte kälter werden, ins Haus.Ich lasse sie bis Mitte Dezember im Übergangsgehege in der Wohnung. Wenn sie nicht richtig fressen und nur noch schlafen, rüste ich das Gehege mit einer Wärmelampe und einer Tageslichtlampe aus. Unter der Wärmelampe darf es nicht zu heiss werden. Mit deiner Hand kannst du selber testen, ob es angenehm ist.
Solange ich draussen noch Löwenzahn finde, füttere ich sie damit. Sobald ich nichts mehr finde kaufe ich Salat für sie. Je dunkler der Salat, je gesünder. Z.B. Ruccola, Nüsslisalat,....
Mitte Dezember stelle ich das Übergangsgehege für 1 Woche an einen kühleren Ort (ohne Wärme- und Tageslichtlampe), damit die Tiere Zeit haben um sich auf die Winterstarre vorzubereiten. Viele Schildkrötenbesitzer baden die Tiere vor dem Einwintern damit sie ihren Darm entleeren können. Meine machen das selbstständig. Ich achte darauf, dass sie immer genügend frisches Wasser haben, in dem sie baden können. (Achtung!! Nicht zu tiefes Wasser, Landschildröten können nicht schwimmen.)
Nach einer Woche überwintere ich sie im Naturkeller oder im Kühlschrank bis Ende Februar.
Überwintern im Kühlschrank:
Auch wenn das für Tierfreunde befremdlich klingen mag: Der Kühlschrank ist für Schildkröten tatsächlich eine alternative, im Gegensatz zur Überwinterung in einer Freigehege - Wintergrube.
Die Tiere trotzen der Kälte problemlos. Die Temperatur ist leicht zu überwachen und schwankt nicht wie im Keller oder im Freiland. Die Schildkröte gräbt sich in ein leicht feuchtes Terrarium Substrat gemischt mit Gartenerde ein, dessen Temperatur man mit einem Thermometer überwacht. Die Temperatur sollte zwischen 4 und 8 Grad sein.
Lüften:
Überwintert die Schildkröte im Kühlschrank, sollte die Tür zweimal pro Woche zur Belüftung geöffnet werden. Der ideale Behälter für eine Überwinterung ist eine Kiste in der sich die Schildkröte etwas bewegen und bequem umdrehen kann.
Aufwecken der Schildkröten:
Im Frühling stelle ich die Kiste an einen hellen, warmen Ort. Nach einigen Stunden, Tagen wachen die Tiere von alleine auf.
Bis es draussen richtig warm ist, quartiere ich die Babyschildkröten wieder im Übergangsgehege ein.
Sobald die Tage wärmer werden, lasse ich die Kleinen am Tag ins Freigehege. Wenn die Nächte nicht mehr unter Null Grad warm sind, lasse ich sie draussen schlafen.
Überwintern in der Wintergrube:
Durch die natürliche Reduzierung des Tageslichtes und der tieferen Temperaturen bereitet sich die Schildkröte selbst auf die Winterstarre vor. Da die Temperatur nachts erheblich absinkt kann sich ihr Körper umstellen und sie hört selbst mit dem Fressen auf und entleert ihren Darm. Du siehst sie dann irgendwann nur noch wenn sie ein Sonnenbad nimmt und Wasser trinkt um ihren Darm zu entleeren. Irgendwann ist es dann soweit, sie gräbt sich in die lockere Erde zum "Schlafen" ein. Kommt sie dann 8-10 Tage nicht mehr aus ihrem Unterschlupf, kannst du die Wintergrube veschliessen. (Oder die Tiere in den Keller oder in den Kühlschrank umplatzieren)
Aufwachen im Frühling:
Sobald die Tage wieder wärmer werden (März-April) wachen die Tiere wieder auf und graben sich selber aus. Nicht alle Schildkröten schlafen gleich lang.
Bau einer Wintergrube:
Die Wintergrube sollte ca 70 cm tief sein. Der Boden mit Steinplatten oder einem Gitter auslegen, damit keine Ratten oder Mäuse von unten in die Grube gelangen. Die Grubenwände habe ich mit Backsteinen gemauert. (Kann auch mit Holz gebaut werden, diese verrotten aber relativ schnell im feuchten Erdreich)Das Holzhaus wird über die Backsteinmauer gestülpt, so dass es den Boden nicht berührt und somit nicht so schnell morsch wird.Als Deckel eignet sich eine Doppelstegplatte. Sie wärmt die Schutzhütte, in der die Schildkröten im Sommer schlafen. Zum füllen der Grube habe ich die ausgegrabene Erde mit Holzschnitzel (keine Buchenschnitzel) vermischt.
Auffrischung der Wintergrube im Herbst:
Jeden Herbst lockere ich die Erde in der Wintergrube neu auf und wässere sie. So ist die Erde über den ganzen Winter feucht. Sie darf nicht zu nass sein, aber auch nicht ganz austrocknen!