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Die Stimme Sarumans (Herr der Ringe, Drittes Buch, 10. Kapitel, S. 816) ähnelt den zahllosen Expertenstimmen im Meer der sozialen Netze. Es zählen nicht die Inhalte, sondern der Auftritt.
Wer arglos dieser Stimme lauschte, wusste nachher meistens nicht mehr, was sie eigentlich gesagt hatte; erinnerte er sich aber, so wunderte es ihn, wie wenig Kraft die Worte allein noch besaßen.
Das Erlebnis selbst überstrahlt die Aussagekraft und stellt sie in den Hintergrund. Diese Verschiebung erachte ich als eine der erheblichsten Prägungen unseres Medienzeitalters.
Die meisten wussten dann nur noch, dass es eine reine Freude gewesen war, diese Stimme anzuhören, und dass alles, was sie sagte, gerecht und vernünftig klang und im Zuhörer den Wunsch erweckte, durch rasche Zustimmung die eigene Klugheit zu beweisen. Was andere sagten, klang dagegen grob und ungeschlacht; und wenn sie der Stimme widersprachen, entbrannte Zorn im Herzen der Bezauberten. Bei manchen wirkte der Zauber nur, solange die Stimme zu ihnen selbst sprach; und wenn sie sich an einen anderen wandte, lächelten sie wie Männer, die einen Gauklertrick durchschauen, den andere bestaunen. Viele hielt allein der gegenwärtige Klang der Stimme im Bann, aber bei denen, die ganz von ihr bezwungen waren, wirkte der Zauber fort, wenn sie weit entfernt waren; und immer hatten sie dann diese leise Stimme im Ohr, die auf sie einredete und sie anspornte. Niemand aber blieb unberührt, und niemand konnte ohne Anstrengung des Willens und Geistes ihre Bitten und Befehle zurückweisen, solange ihr Herr sie noch in der Gewalt hatte.