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Legislaturindikator: Schäden durch Naturereignisse
Auszug aus dem Legislaturziel 15: Besonders aktuell sind vermehrte bewaffnete Konflikte, Terrorismus, Spionage und technisch bedingte Katastrophen. Dazu bleiben traditionelle Bedrohungen und Gefahren für die Schweiz bestehen, u. a. Gewaltextremismus, das Risiko von Versorgungsstörungen und Naturgefahren.
Bedeutung des Indikators: Naturereignisse wie Hochwasser, Murgänge, Rutschungen, Steinschlag, Fels- und Bergsturz können bedeutende Sach-, Personen- und Umweltschäden verursachen. Die Minderung der vorhandenen Risiken und die Begrenzung der Schäden, wenn es zu einem Ereignis kommt, sind von volkswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. Die Höhe der Schäden durch Naturereignisse wird von der Nutzung des Siedlungsraums und von der Intensität sowie dem räumlichen Ausmass der Naturereignisse beeinflusst.
Der Indikator misst die Kosten, welche von Naturereignissen wie Hochwasser, Murgängen, Rutschungen, Steinschlag, sowie Fels- oder Bergsturz verursacht werden. Diese Kosten sind unter anderem abhängig von der Anzahl und dem Wert der beschädigten Häuser und Güter.
Quantifizierbares Ziel: Wo es nicht möglich ist, Naturgefahren auszuweichen, werden Massnahmen baulicher, biologischer oder organisatorischer Art getroffen, um die Gefahr abzuwenden oder die Schäden zu reduzieren.
Kommentar
Von 1972 bis 2019 verursachten Hochwasser, Murgänge, Rutschungen, Steinschlag, Fels- und Bergsturz Gesamtschäden in der Höhe von 14,4 Milliarden Franken; dies entspricht einem durchschnittlichen Schaden von rund 300 Millionen Franken pro Jahr. Hochwasser und Murgänge verursachten im selben Zeitraum Schäden von 13,4 Milliarden Franken, die Schäden durch Rutschungen, Steinschlag, Fels- und Bergsturz beliefen sich auf gut 1 Milliarde Franken (teuerungsbereinigte Zahlen). 2019 betrugen die Schäden durch diese Naturereignisse 83 Millionen Franken.
Rund die Hälfte der Schäden seit 1972 ist auf die fünf grössten Einzelereignisse zurückzuführen. So verursachte das Hochwasser vom August 2005 allein Schäden in Höhe von rund 3 Milliarden Franken. Das ist die höchste Schadensumme der letzten 47 Jahre.
Im Jahr 2018 hat der Bund insgesamt rund 233 Millionen Franken für den Schutz vor Naturereignissen ausgegeben. 120 Millionen Franken wurden dabei in Schutzmassnahmen gegen Wasser investiert, 73 Millionen in Schutzwälder und 40 Millionen Franken in Massnahmen zum Schutz vor Murgängen, Rutschungen, Steinschlag, Fels- und Bergsturz sowie Lawinen.
Rund die Hälfte der Schweizer Waldfläche gilt als Schutzwald. Das entspricht einer Fläche von rund 585 000 Hektaren. Schutzwälder bewahren Siedlungen, Verkehrswege und Industrieanlagen vor Naturereignissen wie Rutschungen, Lawinen, Felssturz oder Steinschlag.
Durch das Auftauen des ständig gefrorenen Bodens, sogenannter Permafrost, verliert der Boden an Stabilität und es kann zu Steinschlag, Felsstürzen sowie Rutschungen und Murgängen kommen. Permafrost kommt auf etwa 5% der Schweizer Landesfläche vor und ist hauptsächlich oberhalb von 2500 Metern über Meer anzutreffen. In den letzten Jahren sind die Temperaturen der Böden mit Permafrost aufgrund der wärmeren klimatischen Bedingungen angestiegen.