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Vettel macht im Strategiepoker alles richtig und gewinnt erneut die Weltmeisterschaft
Es war ein Rennen geprägt von strategischen Überraschungen und unliebsamen Defekten im Dauersmog von Delhi beim grossen Preis von Indien.
Vettel auf Pole neben Rosberg und sein schärster Konkurrent Alonso startete auf harten Reifen von Startplatz 8. Hamilton kam gut weg und versuchte zwischen Vettel und Rosberg in der Mitte zu überholen, doch die zwei machten ihm die Türe zu. Alonso touchierte im Gedränge der ersten Kurve einen vor ihm liegenden Konkurrenten und das beschädigte die Frontpartie seines Ferraris. Vettel nahm seinen Verfolgern 2,4 Sekunden in der ersten Runde ab und es sah nach einem gewohnten Start-Ziel-Sieg aus. Doch ein plötzlicher Funkspruch „Box,Box“ führte zu einer überraschenden Wechsel auf die harten Reifen bereits in Runde 2. Alonso folgte ihm und holte sich zusätzlich eine neue Front. Dieser verfrühte Boxenstopp warf die zwei auf Platz 17 und 19 zurück. In der Zwischenzeit überholte Massa zum Erstaunen der Zuschauer die zwei Mercedespiloten ohne grosse Mühe und brachte Ferrari in Führung. Alonso erkundigte sich in Runde 6 nach dem Zustand seines Wagens. Das Team funkte ihm zurück: “ at moment car is ok!“ Die ersten weiteren Boxenstopps der anderen Fahrer waren nun an der Reihe. Massa hatte 18 Sekunden Vorsprung auf Vettel und machte den Boxenstopp in Runde 8, doch der Vorsprung reichte nicht und der Heppenheimer fuhr an Massa vorbei auf Platz 6 fahrend und Massa folgte auf Platz 9. In Runde 12 überholt Vettel bereits Grosjean und hatte sich mittlerweile auf Rang 4 vorgearbeitet. Alonso war immer noch auf Platz 16 zu finden. Und das machte den Unterschied der Kontrahenten sehr deutlich.
Nach dem ersten Drittel bot sich ein unerwartetes Bild in der Klassifizierung
Die verschiedenen Reifen-Strategien führten zu überraschenden Klassierungen. In Runde 22 führte Mark Webber etwa 12 Sekunden vor Vettel. Perez (3.), Ricciardo(4.), Sutil (5.),Massa (6.), Rosberg(7.), Hamilton (8.) und Räikkönen (11.) mit schon über 40 sekunden Abstand folgten ihnen. Alonso war derweil 13ter. Die Duelle der hinteren Ränge waren vielfach interessanter als die Wechsel an der Spitze. Rosberg beispielsweise überholte Massas Ferrari in Runde 24, doch der überholte den Mercedesfahrer gleich wieder zurück. Die nächsten Boxenstopps fanden in den Runden 28 bis 32 statt. Alonso wechselte auf die Soft reifen, um aufholen zu können. Doch das bedeutete auch, dass er noch einmal reinkommen musste, denn die Soft Reifen hielten nur etwa 17 Runden. Sebastian Vettel wechselte auf die harten Reifen in Runde 31. Da er in Runde 1 die weichen Reifen fuhr, bedeutete dies, dass er nicht mehr reinkommen musste. Zwei Runden später machte das Team von Red Bull seinen deutschen Fahrer darauf aufmerksam, dass die Reifen für den gesamten Stint (Rennabschnitt) also bis zum Schluss halten müssen. Auch Teamkollege Webber wurde dazu aufgerufen, mit einem „we can’t get crazy!“, sich zu beruhigen. Beide versuchten die schnellste Runde herauszufahren.
Unvorhersehbare Ereignisse und Überraschungen waren an diesem Rennen die Regel
Doch was für ein Pech und nicht das erste Mal in diesem Jahr wiederfuhr dem Australier. Vier Runden später nach der vorangegangenen Ansage kam der nächste Funkspruch: „Stop the car, stop the car, alternator…..!“ Webber wollte es zuerst gar nicht glauben, nachdem es lange so schien, als könne er das Rennen gewinnen. Er hielt dann aber mit defekter Lichtmaschine an. Vettel wurde über das Schicksal seines Kollegen über Funk informiert. Sutil auf Force India fuhr aufgrund der Ein-Stopp-Strategie lange auf Position 3 und holte sich in Runde 42 beim einzigen Boxenstopp die Soft Reifen ab. Inzwischen lag Vettel aufgrund Webbers Ausfall wieder in Führung vor Räikkönen (+25 Sek.), Rosberg (+8 Sek.), Grosjean, Massa und Hamilton. In Runde 46 lieferte Nico Rosberg die schnellste Runde ab mit 1:28,915 Min. Er wusste, dass er Räikkönen einholen könnte. Dieser wiederrum erhielt zwei Runden später die Anweisung :“save fuel!“ Und das erschwerte dem Finnen es zusätzlich, den Podiumsplatz zu sichern. Grosjean machte von Runde 49 bis 54 fast 7 Sekunden Boden gut auf seinen Stallgefährten und es war die Frage, wie lange es wohl noch dauere, bis Räikkönen überholt würde und vom zweiten Platz verdrängt werde. Alonso tat sich hinter Ricciardo indes schwer und blieb auf Platz 11 kleben. Eine Runde später musste Saubers Hülkenberg in Runde 56 technisch bedingt aufgeben. In derselben Runde musste sich Grosjean von Räikkönen zurücküberholen lassen, weil er sein Temperament nicht unter Kontrolle hatte und in einer Kurve ausserhalb der Markierungen an seinem Teamkollegen vorbeiging. Rosberg war zuvor schon am Finnen vorbeigezogen und sicherte sich den zweiten Platz. Auch Hamilton und Perez schlossen auf den Finnen auf und mit einem glücklichen Manöver schnappte sich Perez gleich Beide auf einen Streich. Inzwischen war Sebastian Vettel auf seiner letzten Runde und gewann den grossen Preis von Indien in eindrücklicher Weise. Ausser sich vor Freude bot der Deutsche den Zuschauern eine Showeinlage, wobei er seinen Red Bull ein paar Runden im Kreis drehte und die Reifen rauchen liess vor der Zuschauertribüne auf der Start-Zielgeraden. Er sprang auf seinen Wagen, hüpfte vor Freude darauf herum und posierte siegesbewusst. Anschliessend rannte er auf die Tribüne zu und schmiess vom Zaun aus seine Handschuhe ins Publikum. Danach bewegte er sich eilends zur Siegerehrung. Nach der Siegerehrung wurde das obligate Interview von Ex-Fahrer David Coulthard abgehalten. Auf die Frage nach seinem Gemütszustand äusserte sich der neue Weltmeister folgendermassen: „Thank you on the crowd and it’s a shame we don’t race here next year!“ Grosjean, der im Qualifying nicht einmal das Q2 erreichte und deshalb von Startplatz 17 das Rennen begann, sagte auf Coulthards Frage, ob er damit gerechnet hätte hier stehen zu können: “ Ich hätte keinen Penny darauf gewettet!“ Es war ein Rennen geprägt von Glück und Pech bei Strategie und Technik, was zu dieser Klassierung geführt hatte. In den nächsten Rennen wird der Kampf um die hinteren Plätze ausgetragen, wer Vizeweltmeister wird und wer Zweiter der Konstrukteurswertung wird.
Rangliste Grosser Preis von Indien 2013
1 Sebastian Vettel Red Bull Racing-Renault 60 25
2 Nico Rosberg Mercedes 60 +29.8 Sek. 18
3 Romain Grosjean Lotus 60 +39.8 Sek. 15
4 Felipe Massa Ferrari 60 +41.6 Sek. 12
5 Sergio Perez McLaren 60 +43.8 Sek. 10
6 Lewis Hamilton Mercedes 60 +52.4 Sek. 8
7 Kimi Räikkönen Lotus 60 +67.9 Sek. 6
8 Paul di Resta Force India 60 +72.8 Sek. 4
9 Adrian Sutil Force India 60 +74.7 Sek. 2
10 Daniel Ricciardo Toro Rosso 60 +76.2 Sek. 1
11 Fernando Alonso Ferrari 60 +78.2 Sek.
12 Pastor Maldonado Williams 60 +78.9 Sek.
13 Jean-Eric Vergne Toro Rosso 59 +1 Runde
14 Jenson Button McLaren 59 +1 Runde
15 Esteban Gutierrez Sauber 59 +1 Runde
16 Valtteri Bottas Williams 59 +1 Runde
17 Max Chilton Marussia 58 +2 Runden
18 Jules Bianchi Marussia 58 +2 Runden
19 Nico Hülkenberg Sauber 54 +6 Runden
Ausgeschieden
Mark Webber Red Bull Racing 39 +21 Runden
Charles Pic Caterham 35 +25 Runden
Giedo van der Garde Caterham 1 +59 Runden