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Tschechisches Umweltministerium billigt UVP für neue Kernkraftwerke
«Unsere Umweltverträglichkeitsprüfung hat bestätigt, dass die neue Kernenergiequelle keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit haben wird. Sie [die erste Einheit] soll eine der vier in Betrieb stehenden Einheiten des Kernkraftwerks Dukovany ersetzen», heisst es in einer Erklärung des Pressedienstes des Ministeriums. Die Genehmigung des Umweltministeriums ermöglicht den Zubau von maximal 2400 MW am Standort Dukovany. Sie sei keine Baugenehmigung, sondern eine «fachliche Grundlage für weitere Verfahren».
An der UVP nahmen alle Nachbarländer der Tschechischen Republik teil. Österreich und Deutschland nahmen an den Sitzungen teil, während Ungarn und Polen ihre Stellungnahmen schriftlich einreichten. Die Slowakei erachtete die in den UVP-Unterlagen enthaltenen Informationen als ausreichend und verlangte keine Konsultationen, teilte das Ministerium mit.
Im Juli 2019 hatte die tschechische Regierung einem vorläufigen Plan zugestimmt, wonach eine CEZ-Tochtergesellschaft am Standort Dukovany ein neues Kernkraftwerk bauen soll. Der Regierung zufolge wird die Elektrárna Dukovany II, ein Unternehmen, das zu 100% dem staatlich kontrollierten Energiekonzern CEZ gehört, für den Ausbau von Dukovany verantwortlich sein.
Eine Ausschreibung für das Bauprojekt wird voraussichtlich Ende 2020 stattfinden. Die Bauarbeiten sollen vor 2030 beginnen und zwischen 2035 und 2040 abgeschlossen sein. Der Auftragswert beläuft sich laut lokalen Presseberichten auf rund CZK 100 Mrd. (CHF 4,23 Mrd.). Die Regierung hat bereits angekündigt, für das Projekt finanzielle und politische Garantien bereitzustellen.
In der Tschechischen Republik sind derzeit insgesamt sechs Kernkraftwerkseinheiten in Betrieb: vier WWER-440-Einheiten am Standort Dukovany und zwei WWER-1000-Einheiten am Standort Temelin. Die Energiestrategie von 2015 sieht eine neue Einheit in Dukovany und möglicherweise drei weitere Einheiten in Dukovany oder Temelin vor.