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Der Italiener bringt Fähigkeiten mit, um es auf dem Walliser Schleudersitz länger auszuhalten als viele Vorgänger, zu denen er selbst gehört.
Ohne Angelo Renzetti wäre Paolo Tramezzani keine Grösse im Schweizer Fussball geworden. Renzetti, das Tessiner Pendant von Christian Constantin, beorderte den heute 51-Jährigen im Dezember 2016 auf den Trainerposten. Lugano war im Herbst unter Trainer Andrea Manzo in eine missliche Lage geraten. Es drohte der Abstieg, kaum war man 2015 nach 13 Jahren aufgestiegen.
Für den Frühling erfuhr das Kader keine revolutionären Änderungen, sieht man von den Verstärkungen von Carlinhos und Armando Sadiku für die Offensive ab. Tramezzani holte enorm viel heraus. Mit der zweitbesten Rückrundenbilanz der Liga - nur Double-Gewinner Basel war etwas besser - stiess Lugano auf den 3. Platz und in die Europa League vor.
Unter Tramezzani brachten es die Tessiner auf einen Durchschnitt von 1,94 Punkten pro Spiel. In seinen bisher sieben Saisons in der Super League schnitt Lugano weder in einer ganzen Saison noch in einer Hinrunde oder einer Rückrunde derart gut ab.
Aus Lugano geholt und entlassen
Die Kunde von Tramezzanis Taten drangen schon bald über den Simplon ins Wallis. Zu Renzettis grossem Ärger fand Constantin Mittel und Argumente, um Tramezzani für die neue Saison ins Tourbillon zu lotsen. Wo dem Italiener nicht viel gelingen wollte. Nach zwölf Runden der Super League wurde er entlassen. Nicht nur in der Meisterschaft war Sions Abschneiden ungenügend. In der Europa League schieden die Sittener gegen einen Vertreter aus Litauen (Suduva Marijampole) aus, im Schweizer Cup gegen Stade Lausanne-Ouchy.
Ligaerhalt unter Tramezzani
Etwas an Paolo Tramezzani musste Christian Constantin trotzdem gefallen haben, sonst hätte er ihn im Juni 2020, als die Mannschaft an der Sauerstoffflasche hing, kaum zurückgeholt. In jener Pandemie-Saison blieben ab Mitte Juni noch 13 Runden zu spielen. Tramezzani benötigte eine Zeitlang, um die unter dem portugiesischen Trainer Ricardo Dionisio Pereira desolat aufgetretene Equipe aufzumöbeln. In den letzten acht Runden holten die Sittener 15 Punkte.
Die einzige Niederlage war ein 0:1 im Tourbillon, mit dem YB den Meistertitel sicherstellte. Sion siegte in der letzten Runde bei Servette und stiess auf den erlösenden 8. Platz vor. Trotz des Efforts ging Constantin den Weg nicht mit Tramezzani weiter. Er installierte einen renommierteren Italiener, den 2006er-Weltmeister Fabio Grosso.
Alles in allem war Paolo Tramezzani in seinen kurzen Schweizer Abschnitten erfolgreich. Seine Chancen in Sitten stehen diesmal nicht schlecht, zumal Sion aus Ausscheiden im Cup gegen Stade Lausanne-Ouchy noch unter Marco Walker hinter sich gebracht hat.