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Zum Glück hat Radio DRS1 jemand anderes gefunden als der omnipräsente Beda Stadler, um gegen die Komplementärmedizinvorlage Stellung zu nehmen. Michael Rüegg, ehemaliger Naturheilpraktiker, hatte in der Sendung Doppelpunkt Forum gestern Abend einiges zu sagen (sein Kontrahent kam kaum zum Zug…):
Mir fiel dann immer mehr auf, dass die ganzheitlichen Methoden eine ganz komische Vermischung zwischen Wissen und Glauben machen. Mir fiel dann auch auf, dass das Strömungen sind, die in den letzten 200 Jahren immer wieder kamen und insbesondere in Krisenzeiten sehr stark wurden. Die Homöopathie entstand gerade in der Zeit eines grossen Umbruchs, als es die Schulmedizin noch nicht gab, und die «alte Schulmedizin», die Humoralmedizin, gescheitert war. Die Homöopathie füllte diese Lücke. Später, beim Übergang zum 20. Jahrhundert, hatten wir grosse soziale Krisen. Auch dann kamen Reformbewegungen auf: Nudisten, Vegetarier, Anarchisten, Marxisten, viele Heilslehren. Später, v.a. zwischen den beiden Weltkriegen, kam die Anthroposophie auf. In den 1950er Jahren gab es den Contergan-Skandal – auch dieser sorgte für einen grossen Schub für die Komplementärmedizin.