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SAE 20 – 24 der Sowjetunion
- 1975 : SAE 20 – Am 23.10.74 hat die „OB“ als Flaggschiff der 20. sowjetischen Antarktisexpedition den Hafen von Leningrad verlassen. Das Schiff nahm zunächst Kurs auf Südamerika, um von dort die Station Bellingshausen anzulaufen. Danach werden die übrigen Stationen in der Antarktis versorgt werden. An Bord sind die Teilnehmer der DDR-Gruppe, von denen vier in der Antarktis überwintern werden.
Die Armada der sowjetischen Schiffe wird ergänzt durch die Forschungsschiffe „Professor Wiese“ und „Professor Subow“ sowie die Versorgungsschiffe „Wankarem“ und „Gelendschik“ .Insgesamt umfasst die 20. SAE 350 Forscher, darunter Teilnehmer aus der DDR, Polen, Frankreich und U.S.A. 230 Personen werden in der Antarktis überwintern. Die Schiffe verliessen den Hafen von Leningrad am 10. bzw. 11. November 1974. Ihnen folgte am 22.12.74 das Versorgungsschiff „Wankarem“, das die Stationen Molodjoshnaja und Bellingshausen anlaufen wird. Mitte Januar 1975, hat der Tanker „Gelendschik“ seinen Heimathafen im schwarzen Meer verlassen und Kurs Antarktis genommen. Er bringt Treibstoff zu den Stationen Bellingshausen, Molodjoshnaja und Mirny. Der Schlittenzug hat die Station Mirny am 4.2.75 verlassen.
Als Austauschwissenschaftler arbeitet der Amerikaner Dr. Frank S. Sechrist auf der Station Molodjoshnaja, während seine Kollegen Dr. Sergej A. Abakumow und Dr. Sergej M. Myagkov auf der McMurdo Station tätig sein werden.
Besondere Unternehmen sind ein Schlittenzug von Mirny nach Wostok und zurück und eine Expedition im Gebiet des Amery-Eisschelfs. Ein neues Flaggschiff der UdSSR-Polarflotte liegt zur Zeit in der ukrainischen Werft Nikolajew auf Kiel. Es wird den Namen des Forschers Michail Somow tragen. Das Schiff ist für Fahrten in schweren Eisverhältnissen konstruiert und mit Apparaturen für den Datenempfang von Erdsatelliten ausgerüstet. Die Wasserverdrängung beträgt 14.000 Tonnen, die Geschwindigkeit 15 Knoten.
- 1976 : S Die 21. SAE wird wieder mit mehreren Schiffen gen Süden fahren. Am 8.10.75 verliess die „Michail Somov“ den Hafen von Leningrad, ihr folgte am 17.10.75 die „Kapitän Markow“. Weitere Abfahrten waren am 25.10.75 die „Wassili Fedossejew“ und am 30.10.75 die „Professor Wiese“. Wohl wichtigste Aufgabe in dieser Saison wird die Errichtung der neuen Station „Drushnaja“ (die Freundschaftliche) direkt am Weddell-Meer sein. Auf ihr sollen ca. 50 Forscher, in erster Linie Geologen und Geophysiker, Platz finden. Hauptaufgabe ist die Suche nach Rohstoffvorkommen (Öl und Gas) in diesem Gebiet. Auf der Station Molodjoshnaja wurde vor kurzem eine erste Wetterrakete gestartet, mit der die oberen Schichten der Atmosphäre untersucht werden sollen. Gegenüber gewöhnlichen Radiosonden, die nur in Höhen von 30 bis 40 km vorstossen, können diese Raketen bis zu 100 km hoch fliegen. Zum Schutz der Wale will die Sowjetunion die Zahl ihrer Fangflotten in der Antarktis auf zwei verringern. Wie der sowjetische Delegierte auf der kürzlich stattgefundenen Londoner Walfangkonferenz sagte, folgt man damit nur der Realität, dass die Antarktis inzwischen weitgehend leergefischt ist.
Es wird auch noch der Frachter „Michail Kalinin“ an der 21. SAE teilnehmen. Er ist mit einem Bordpostamt ausgerüstet und hat inzwischen den Hafen von Riga/Lettland verlassen. Die „Michail Somov“ ist inzwischen auf dem Weg zur Weddell-Küste, wo die neue Station „Drushnaja“ errichtet werden soll. Sie ist das neue Flaggschiff der sowjetischen Antarktisflotte und löst die „Ob“ ab, die in Zukunft nur noch in arktischen Gewässern Dienst tun soll. Kapitän des neuen Schiffes ist Michail Michailov. Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit wird in dieser Saison der amerikanische Wissenschaftler Ralph N. Johnson vom U.S. Geological Survey auf der Vostok-Station überwintern. Sein Kollege Sergej M. Miagkov arbeitet dafür auf amerikanischen McMurdo Station.
Eisbohrungen, die sich einer Tiefe von etwa 1000 Metern nähern, werden gegenwärtig von Wissenschaftlern der Station „Wostok“ niedergebracht. Durch die Bohrungen sollen Erkenntnisse über mehrere Jahrtausende der Entwicklungsgeschichte der Antarktis und der Erde überhaupt gewonnen werden. Durch die Bohrungen können Veränderungen in der Radioaktivität, der chemischen Zusammensetzung dieser Niederschläge sowie die Intensität des Absetzens von kosmischem Staub auf der Erde und viele andere Erscheinungen festgestellt werden. Als Beitrag zum internationalen Jahr der Frau will eine Gruppe sowjetischer Skiläuferinnen die Antarktis durchqueren und dabei den Südpol erreichen. Wie berichtet wird, soll die Expedition von der Station Wostok zum amerikanischen Stützpunkt 50 Tage dauern.
- 1977 : SAE 22
- 1978 : SAE 23
- 1979 : SAE 24
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