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Der vorliegende Bericht beschreibt den Aufbau und die Ergebnisse eines hydrogeologischen Modells im Gebiet des potentiellen Endlagerstandortes Oberbauenstock (Kanton Uri). Ziel der Modellierung ist die Simulation der Grundwasserströmungsverhältnisse im Wirtgestein und den angrenzenden Formationen. Das Modellgebiet liegt im Bereich der Überschiebung von Drusbergdecke und Axendecke und umfasst eine Fläche von rund 32 km2.
Im Bericht werden alle zum Aufbau des Modells durchgeführten Schritte dargestellt. Die räumliche Anordnung der relevanten Wasserstauer und Wasserleiter und ihre hydraulischen Eigenschaften werden definiert. Die Deckenüberschiebung, steilstehende Brüche, der Seelisbergtunnel und die Endlagerbauwerke werden darin als diskrete Strukturen berücksichtigt.
Zur numerischen Lösung der Potentialgleichung wird das Finite-Element-Programm FEM301 verwendet. Dieses berechnet den stationären Grundwasserfluss in einem vollständig gesättigten porösen Medium.
Der Bericht vertieft und ergänzt das in einer früheren Modellierphase für das Projekt «Gewähr» geschaffene Verständnis der hydrogeologischen Zusammenhänge im Gebiet Oberbauenstock. Mit Parametervariationen wird die Abhängigkeit der Grundwasserfliessysteme von weniger gesicherten Annahmen betreffend hydraulischer Kennzahlen, Ausdehnung des Wirtgesteins und verschiedener Randbedingungen untersucht. Die Resultate geben Auskunft über den spezifischen Wasserfluss durch das Endlager und umfassen Aussagen bezüglich Fliesswege und Fliesszeiten von den Endlagerkavernen durch das Wirtgestein zur Biosphäre.
Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zur Planung der Linienführung des Zugangsstollens zum Endlager und dienen als hydrodynamische Grundlage für die Ausarbeitung eines Untersuchungsprogramms für die kommende Sondierphase.
Das in diesem Bericht vorgestellte Modell beruht auf dem gegenwärtigen Stand des Wissens über die Hydrogeologie des Gebietes am Oberbauenstock. Das vorhandene Datenmaterial erlaubt es, einzelne Modellierergebnisse mit unabhängigen Daten zu überprüfen. Die vorgesehenen Untersuchungen werden neue Informationen erbringen, die zur besseren Definition von Teilen des vorliegenden konzeptuellen Modells beitragen werden. In diesem Sinne darf die Modellierung nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Sie steckt aber das mögliche Ausmass von Änderungen ab, die bislang noch ungenau erfasste Faktoren auf die simulierten Fliessverhältnisse haben können.