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Fairer Handel ist ein entwicklungspolitisches Instrument. Es ermöglicht ProduzentInnen in Entwicklungs- und Schwellenländern eine Verbesserung ihres Lebensstandards. In diversen Studien wurde dieser Wirkungszusammenhang wissenschaftlich belegt.
Jedes Fair Trade-Projekt ist einzigartig. Viele Studien beleuchten die Wirkung des Fairen Handels für einzelne Länder und Sektoren. Um allgemeine Aussagen zum Fairen Handel machen zu können, haben Wissenschaftler verschiedene Studien zur Wirkung des Fairen Handels zusammengetragen. Diese sogenannten Metastudien zeigen, dass faire Handelsbeziehungen mit ProduzentInnen einen positiven Einfluss auf das Einkommen und auf Vorfinanzierungsmöglichkeiten (d.h. Aufnahme von Krediten zur Finanzierung von Saatgut, o.ä.) aufweisen. Durch die langfristigen Verträge mit den AbnehmerInnen nehmen die ProduzentInnen ihre Situation als stabiler wahr und sind weniger Existenzängsten ausgesetzt. Zudem arbeiten die Betriebe umweltschonender als konventionelle Unternehmungen.
Konkret lassen sich basierend auf der Metastudie von Dragusanu et al. aus Harvard, welches 2014 publiziert wurde, folgende Erkenntnisse zusammenfassen:
- Fair Trade-AnbieterInnen erhalten tendenziell höhere Preise für ihre Produkte als AnbieterInnen, die nicht zertifiziert sind.
- Fair Trade-ProduzentInnen haben einen besseren Zugang zu Krediten als ProduzentInnen des konventionellen Handels.
- Fair Trade-ProduzentInnen nehmen ihr ökonomisches Umfeld stabiler wahr.
- Nicht zuletzt verwenden Fair Trade-Unternehmungen weniger Pestizide und arbeiten umweltfreundlicher als ProduzentInnen, welche nicht nach Fair Trade-Standards produzieren.
Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten Fair Trade-ProduzentInnen die Fair Trade-Prämie, mit welcher Projekte in der Gesellschaft unterstützt werden. Dabei werden diese Gelder oft zur Produktivitätssteigerung oder für Infrastrukturinvestitionen eingesetzt. Die Fair Trade-Prämie soll zum Wohl der gesamten Gesellschaft genutzt werden, so dass alle (auch Menschen, die nicht nach Fair Trade-Standards produzieren) davon profitieren können und sich die Gemeinschaft als Ganzes verändern kann.
Die positiven Erkenntnisse der bisherigen Forschung lassen den Schluss zu, dass Fair Trade zu verbesserten Lebensbedingungen der ProduzentInnen in Entwicklungs- und Schwellenländern führt. Der Faire Handel weist aber auch entwicklungspolitische Grenzen auf – oft sind es fehlende institutionelle Rahmenbedingungen in den Produktionsländern, die eine Verbesserung der Lebensstandards grundsätzlich erschweren.
Eine Auflistung von ausführlicheren Studien der Wirkungsforschung finden Sie hier:
- R. Dragusanu and N. Nunn (2015): “The Impact of Fair Trade Certification: Evidence from Coffee Producers in Costa Rica,” Work in progress, Harvard University.
- R. Dragusanu, D. Giovannucci, Nathan N. (2014): “The Economics of Fair Trade,” Journal of Economic Perspectives 28 (3), pp. 217-236.
- Forum Fairer Handel e.V. (2016): “Wirkungen des Fairen Handels”.
- S. Klier, Possinger S. (2012): “Assessing the Impact of Fairtrade on Poverty Reduction through
Rural Development Final Report – Fairtrade Impact Study, “ Center for Evaluation (CEval)
Saarland University.
- V. Nelson, Smith S. (2011): “Fairtrade in the Cotton Sector: Assessing the Impact in Mali,
Senegal, Cameroon and India,” synthesis report.
- V. Nelson, Pound B. (2009): “A review of the impact of Fairtrade over the last ten years,”
Natural Resources Institute, University of Greenwich
- Twin and Twin Trading (2013): “Empowering Women Farmers In Agricultural Value Chains”.
- S. Smith (2010): „Fairtrade Bananas a global Assessment,“ final report, IDS University of
Sussex.