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Siedlungsentwicklung Büren a.A. zwischen 1800 - 1918
Inhaltsverzeichnis
Industrialisierung / Uhrenbranche
Wie bereits erwähnt, hatte der Bahnbau und Anschluss von Büren an die "weite Welt" zur Folge, dass sich neben dem Fremdenverkehr auch erste Industriezweige- und Quartiere entlang der neuen Bahnerschliessung ansiedelten. Mit der Eisenbahn eng verbunden kam auch die Uhrenindustrie nach Büren.
Bereits 1873 war in Büren die Uhrenmanufaktur Fritz Suter & Cie. ansässig. Bis 5 Personen produzierten täglich max. 3 Taschenuhren. Diese Taschenuhren wurden vornehmlich nach England "made at Buren" exportiert und genossen einen einwandfreien Ruf und wurden aufgrund dessen Qualität sehr geschätzt. Die Produktion wurde laufend gesteigert, so dass bereits 1896, 250 Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt wurden. Büren zählte damals 1650 Einwohner. 1898 verkaufte die Suter & Cie. ihre Fabrik der englischen Firma H. Williamson Ltd. Herr Fritz Suter -Rätz war kein eigentlicher Uhrenmacher sondern Unternehmer. Er hatte den Grundstein sowohl für die Uhrenfabrik als auch eine Ziegelei in der Ey (Gebiet zwischen Nidau - Büren - Kanal und alte Aareschleife) gelegt. Dank des best. Bahnanschlusses investierte und expandierte die H. Williamson Ltd. weiter in Büren und baute den Standort als internationale Niederlassung weiter aus. Als Herzstück fällt das heutige Gewerbezentrum in der ehemaligen Uhrenfabrik am östlichen Ende der Stationsgeleiseanlage auf. Der aussergewöhnlich lange und schlanke Baukörper besticht durch die fein nuancierten Rottöne der Sichtbachsteinfassade. Der englische Backsteinstil erinnert eindeutig an den britischen Auftraggeber.
Dieser Aufschwung in der Uhrenbranche hatte nun deutliche Konsequenzen und Auswirkungen auf die Siedlungsentwicklung in Büren. Nebst der Erweiterung der Uhrenmanufaktur zur dominanten und prägenden Uhrenfabrik, musste natürlich auch Wohnraum für die wachsende Bevölkerung insbesondere der Fabrikarbeiter und Angestellten realisiert werden. Diese Bauten wurden ohne grosses Konzept, vornehmlich entlang der Bahnlinie (Lindenweg) aufgestellt. Dabei entstanden recht unterschiedliche Haustypen, wobei der Heimatstil vorherrschte. Die Häuser und Villen mit ihren Gärten, bilden ein langgestrecktes, für die Situation hinter den Geleisen charakteristisches Wohnquartier.
Schon bald wurde durch das Bevölkerungswachstum mit deutlichem Anstieg der Schülerzahlen, das Schulhaus im Städtchen zu klein. 1897 wurde daher ein grosses und neues Schulhaus im Westen auf einer freien Parzelle (Mäschimatte) zwischen Städtchen und Scheurendörfli aufgrund einer Expertise und Plänen von Architekt Fröhlicher aus Solothurn erbaut. Der Prachtsbau erscheint für die Verhältnisse der Bürener auf den ersten Blick als etwas überdimensioniert. Als Zeichen der Zeit jedoch galt das Schulhaus mit seiner prächtigen Allee als modern und innovativ. Die Schulzimmer wurden multifunktionell genutzt. So diente dass Schulhaus auch als Truppenunterkunft und die Schulpulte wurden für den Unterricht in die geräumigen Gänge gestellt.
Weiters besitzte das Schulhaus im 19. Jahrhundert noch keinen Uhr- und Glockenturm. Dieser wurde erst nach der Niederlegung des Dotzigentores 1906 errichtet. Viele Bürener, vorallem die Bauern auf dem Felde, vermissten das zeitschlagende Glöcklein des Dotzigentorturmes. Deshalb entschloss man sich für einen Ersatz auf dem neuen Schulhaus.
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