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Gemeinschaftsgräber auch für Erdbestattung
Aus einem Bericht der Thurgauer Zeitung vom 21. Juni 2014 konnte man entnehmen, dass im Friedhof Frauenfeld-Oberkirch ein neues Gemeinschaftsgrab für Urnenbestattungen eröffnet wurde. Dies sei notwendig geworden, da die Kapazitätsgrenze des bestehenden Gemeinschaftsgrabes für Urnenbestattungen erreicht wurde.
Nachdem areligiöse Verbände, wie die Freidenker, in bewusster Abgrenzung zur christlichen Bestattungskultur und zum Auferstehungsglauben, die Feuerbestattung proklamierten, wurde 1889 das erste Krematorium der Schweiz eröffnet. 1896 fand in Frauenfeld, mit der Asche des Friedhofverwalters Johannes Raggenbass, die erste Urnenbestattung statt. Die Erlaubnis für diese Urnenbestattung gab damals der Regierungsrat mit der Auflage, dass keine Glocken läuten und keine grosse Trauerfeierlichkeit stattfinden durfte.
Nachdem über viele Jahrzehnte eine stetige Kampagne gegen die Erdbestattung und für die Kremation geführt wurde, sind wir heute soweit, dass mancherorts mehr als 90% der Verstorbenen kremiert werden. Leider sind auch Kirchen und Freikirchen auf den Zug der Freidenker aufgesprungen und erklärten die Kremation als legitim, obwohl die Bibel immer nur von Ganzkörperbestattung, Verwesung, Grab und Gruft spricht und nur in Ausnahmefällen von Leichenverbrennung. Und wenn die Bibel von Leichenverbrennung spricht, dann tut sie das immer in Verbindung mit Gericht.
Bedauerlicherweise ist es heute vielerorts so, dass für Ehepartner, welche im selben Grab bestattet sein wollen, der Zweitverstorbene kremiert werden muss. Dadurch wird für den zweitverstorbenen Ehegatten das Recht auf die freie Wahl seiner Bestattungsart abgesprochen.
Erfreulicherweise wurden neulich auf dem Bremgartenfriedhof in Bern und auf dem Friedhof Friedental in Luzern Gemeinschaftsgräber für Erdbestattungen eingeführt. Dort werden die Verstorbenen in einem Rasenfeld dicht beieinander bestattet. Individueller Grabschmuck oder ein Grabmal sind nicht möglich, doch kann z.B. in Bern auf Wunsch eine Namensnennung auf eine, in den Rasen eingelassene, Steinplatte eingraviert werden.
Es ist zu wünschen, dass auf allen Friedhöfen der Schweiz Familien- und Gemeinschaftsgräber für Erdbestattung eingeführt werden, damit allen Personen der Wunsch, „erdbestattet zu werden“, gewährt werden kann, auch dann, wenn die Leute mittellos sind. Heute werden ja mit grossem Aufwand Grabfelder für die muslimischen Gläubigen zubereitet. Warum sollte es nicht auch für Christen möglich sein, gemäss ihrem Wunsch erdbestattet zu werden? Der Verein für Erdbestattung und Persönlichkeitsschutz (VE+P) ruft amtierende Gemeinderäte, Politiker und Bürger der ganzen Schweiz dazu auf, sich für Familien- und Gemeinschaftsgräber für Erdbestattungen einzusetzen.
Da in den meisten Kantonen die Kremation der Regelfall ist, das heisst: Wenn keine Verfügung für eine Erdbestattung gemacht wurde oder die Familienmitglieder nicht eine Erdbestattung verlangen, wird kremiert. Deshalb empfiehlt der VE+P, die Erdbestattung zu verfügen. „Verfügungsformulare für eine Erdbestattung“ und eine „Anleitung zum Verfügen“ können unter www.ve-p.ch heruntergeladen und ausgedruckt oder beim Sekretariat VE+P, Postfach 16, 8514 Bissegg gratis bestellt werden.
Arthur Bosshart
Sekretär VE+P
www.ve-p.ch
Gemeinschaftsgrab auch für Erdbestattungen (PDF Datei zum ausdrucken)
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