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Wie ist die aktuelle epidemiologische Lage?
Patrick Mathys vom BAG beschreibt die aktuelle Lage als «ungünstig». Die Fallzahlen stiegen wieder an und die Impfgeschwindigkeit sinke. Besonders die tieferen Temperaturen können die Fallzahlen weiterhin steigen lassen, so wie das bereits letzten Herbst geschah. Laut Mathys zirkuliere das Virus am stärksten unter den 10- bis 19-Jährigen, generell werden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Alterskategorien kleiner.
Laut Tanja Stadler von der Task Force seien in der Schweiz 1,6 Millionen Menschen nicht immun gegen das Coronavirus. Geimpfte seien besser geschützt als Ungeimpfte, so verhindern zwei Impfungen laut Stadler 8 von 10 Hospitalisationen.
Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher
Wie ist die Situation auf den Intensivstationen?
Auf den Intensivstationen bleibe die Lage weiterhin angespannt. Laut Mathys werden täglich zwischen 15 und 20 Personen hospitalisiert, bei der Alterskategorie 80+ ist die Hospitalisationsrate am höchsten. Der Altersmedian auf den Intensivstationen beträgt weiterhin 57. Covid-Patienten benötigen über 10 Prozent der betriebenen Intensivplätze. «Eine Entlastung ist nicht zu erwarten.»
Was ist eine Booster-Impfung?
Eine dritte Impfung kann für gewisse Personengruppen zum Impfschutz beitragen oder den Impfschutz auffrischen. Eine solche Dritt- oder Booster-Impfung beinhaltet denselben Impfstoff wie jener, der bei der ersten und zweiten Impfung verwendet wurde.
Mathys betont, dass die dritte Impfung keine grossen Auswirkungen auf die epidemiologische Lage haben wird, diese sei nur ein persönlicher Schutz. «Die wirklichen Game-Changer dieser Pandemie sind die ersten und zweiten Impfungen.»
Wer sollte sich ein drittes Mal impfen lassen?
Claus Bolte von Swissmedic erklärt, dass immunsupprimierte Personen eine dritte Impfung zur Vervollständigung des Schutzes benötigen, dies sei durch Studien nachgewiesen. Auch besonders gefährdete Menschen (zum Beispiel durch Vorerkrankungen, Diabetes, Krebs) sollen sich ein drittes Mal impfen lassen.
Christoph Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen EKIF ergänzt, dass die Booster-Impfung besonders für Personen über 75 Jahren und Bewohnerinnen und Bewohner von Altersheimen sowie Personen über 65 Jahren mit Risikofaktoren empfohlen ist.
Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher
Quelle: FM1Today
Für mich ist keine dritte Impfung empfohlen – kann ich trotzdem eine Booster-Impfung haben?
Ja, da die Booster-Impfung ab einem Alter von 12 Jahren zugelassen ist, können sich auch Personen ein drittes Mal impfen lassen, welche nicht den Personengruppen angehören, für welche die Impfung empfohlen ist. Eine dritte Impfung müsse aber ärztlich abgeklärt und verordnet werden.
Ab wann kann ich mich zum dritten Mal impfen lassen?
Das BAG geht davon aus, dass die dritten Impfungen ab Mitte November verabreicht werden können. Das BAG will das Anmeldeverfahren ab dem 4. November ermöglichen. Da die Kantone jedoch für die Impfungen verantwortlich seien, könne es noch etwas dauern, bis die nötigen IT-Tools zur Verfügung stünden.
Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher
Welche Auswirkungen hat eine dritte Impfung auf das Covid-Zertifikat?
Zuerst hiess es, dass eine dritte Impfung nichts an der Gültigkeitsdauer des Covid-Zertifikats ändern würde. Dies sagte Patrick Mathys vom BAG an der Medienkonferenz. Am Dienstagabend folgte aber die Kehrtwende: Christoph Berger von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen erklärte gegenüber "SRF", dass eine Booster-Impfung die Zertifikatsdauer um 365 Tage verlängert. Man wolle allerdings nicht, dass bereits vollständig geimpfte Menschen eine dritte Impfdosis anstreben, nur um ein länger gültiges Zertifikat zu erhalten.
(red.)