Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/3081

Im Jahre 1230 wird Glis erstmals als "Glisa" erwähnt. 1290 trennten sich die Orte Glis, Holz und Gamsen von der Urgemeinde Naters und bildeten drei selbstständige Gemeinden. Damit verbunden war die Entstehung der Burgerschaften Glis und Gamsen. Die Burgerschaft Gamsen gab mit der Zeit ihre Selbstständigkeit auf und fusionierte 1690 mit jener von Glis. Im Jahre 1719 gab sich die Burgerschaft Glis eigene Burgersatzungen. Auf der Karte von Sebastian Münster finden wir Glis im Jahre 1545.
Kirchlich gehörte Glis bis 1642 zur Pfarrei Naters, führte aber schon seit dem 12.-13. Jh. ein Eigenleben. Die Kirche "Unserer Lieben Frau auf dem Glisacker" ist seit dem 14. Jh. Wallfahrtszentrum der Oberwalliser. Die heutige Pfarrkirche, die Elemente der Spätgotik mit Formen der Renaissance verbindet, verdankt ihr Aussehen einerseits dem Prismeller Meister Ulrich Ruffiner. Dieser verstarb zwischen 1549 und 1556, als er bei der Ausführung von Bauarbeiten vom Gliser Kirchturm stürzte. Andererseits verliehen die ebenfalls aus dem Prismell stammenden und im Dienste Stockalpers stehenden Baumeister Peter und Christian Bodmer dem sakralen Bau ein nachhaltiges Gepräge, indem sie um die Mitte des 17. Jahrhunderts Ruffiners Pläne von 1519 vollendeten.
Bis zum Zweiten Weltkrieg waren die Bewohner hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten sich Glis und Gamsen von Dörfern zu Wohnsiedlungen einer hauptsächlich in Brig und in Visp Erwerbstätlgkeiten nachgehenden Bevölkerung. ln die Fusion von 1973 brachten die kleinen Partner wertvolle Baulandreserven, mit der 1894 in Gamsen gegründeten Sprengstofffabrik Sociéte Suisse des Explosifs ein lndustrieunternehmen sowie mit dem Brigerbad einen wichtigen Tourismusmagneten ein. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich der ehemalige Gliser und Gamsner Grund mit der Niederlassung zahlreicher Unternehmen zur Industrie- und Gewerbezone entwickelt
* A. Stockalper - No 1328
** Recensement de Valais de L.Meyer p.78
Mit der «Zeitreise» lässt sich der Landschaftswandel anhand dieser Kartenwerke auf interaktive Weise erfahren.