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Textilproduzenten in Bangladesch fürchten angesichts der Inflation im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine einen andauernden Rückgang der Bestellungen aus dem Westen.
Fabriken in Bangladesch, dem größten Bekleidungsproduzenten nach China, hätten in den vergangenen drei Monaten rund 15 Prozent weniger Aufträge aus dem Ausland erhalten als von Mai bis Juli im Vorjahr, sagte der Vizepräsident der Bangladesh Knitwear Manufactures and Exporters Association (BKMEA), Mohammad Hatem, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.
Das entspreche einem Verlust an Bestellungen im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Hatem produziert unter anderem für die Bekleidungskette Primark.
Kaum neue Bestellungen
Der Direktor der Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association (BGMEA), Abdulla Hil Rakib, glaubt, dass der Rückgang bei den Bestellungen während des Kriegs andauern werde. Es sei verständlich, dass Modemarken kaum neue Bestellungen aufgäben, wenn sie selbst auf ihrem Lagerbestand sitzen blieben. Rakib produziert unter anderem für H&M, s.Oliver und Intersport.
Die meiste Bekleidung aus Bangladesch ist für westliche Märkte bestimmt – 60 Prozent der Erträge kommen dabei aus der EU, wie es in der BGMEA-Statistik heißt. Der Textilsektor ist für mehr als 80 Prozent der jährlich rund 52 Milliarden Dollar Exporteinnahmen des Landes verantwortlich. Derzeit sind die Devisenreserven laut offiziellen Angaben deutlich niedriger als sonst. Bangladesch hatte erst kürzlich den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar gebeten. (dpa)