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Die akute Form ist vorwiegend die Begleiterin von Knochenbrüchen, Schußwunden, Amputationen, wobei eitererregende Bakterien
in das weiche Markgewebe gelangen, hier Eiterung und durch Aufnahme ins Blut typhusähnliches Fieber und
Tod veranlassen. Als Ursache dieser Knochenmarkentzündung ist neuerdings von Rosenbach eine besondere Art der Spaltpilze aufgefunden worden, welche
als Staphylococcus pyogenes aureus bezeichnet wird. Diese Eiterkokken siedeln sich zuweilen in dem Mark der Röhrenknochen
an, wodurch eine Krankheit entsteht, welche man, da äußere Ursachen derselben nicht bekannt sind, als
spontane oder idiopathische Knochenmarkentzündung bezeichnet.
Sie befällt in ihrer leichtern Form besonders Kinder, in der schweren Form Personen, deren Blutbildung sehr mangelhaft ist,
entweder wegen unzureichender Bildung der Blutkörper überhaupt (perniziöse Anämie) oder wegen übermäßigen Auftretens
farbloser Zellen (Leukämie); diese Knochenmarkentzündung verläuft mit oder ohne Fieber und endet schon wegen des Grundleidens
stets tödlich. Die Behandlung der chronischen Knochenmarkentzündung bietet keine Aussicht auf Erfolg. Die akute
Entzündung ist mit absoluter Ruhigstellung, Eisbeuteln und Morphium zu bekämpfen; sofern das Fieber beunruhigend wird, ist
höchste Gefahr im Verzug und weder Resektion der erkrankten Knochenstücke noch Amputation ganzer Glieder
[* 5] zu scheuen.