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1. Überblick
Die chronisch obstruktive Bronchitis ist eine dauerhafte (chronische) Lungenkrankheit, die meist durch Rauchen entsteht, seltener auch durch Luftverschmutzung wie Staub, Dämpfe und Gase.
Anders als die akute Bronchitis, die durch eine Infektion mit verschiedenen Erregern (meist Viren) entsteht, ist die durch Rauchen oder Luftverschmutzungen ausgelöste chronisch obstruktive Bronchitis nicht ansteckend.
Die chronisch obstruktive Bronchitis führt zu einer Verengung (= Obstruktion) der Atemwege (Bronchien). Daher zählt sie zur Gruppe der sogenannten COPD (= chronic obstructive pulmonary disease bzw. chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Eine COPD ist keine eigenständige Krankheit, sondern bezeichnet mehrere Erkrankungen der Lunge, die eine ähnliche Symptomatik zeigen. Dazu gehört neben der chronisch obstruktiven Bronchitis vor allem das Lungenemphysem, eine krankhafte Überblähung der Lunge. Obwohl die als COPD zusammengefassten Atemwegserkrankungen vermeidbar sind, haben sie die höchste Steigerungsrate und sind weltweit die vierthäufigste Todesursache.
Die chronisch obstruktive Bronchitis äussert sich vor allem durch die sogenannten AHA-Symptome:
- Auswurf
- Husten
- Atemnot
Als Vorstufe der chronisch obstruktiven Bronchitis gilt die einfache chronische Bronchitis. Bei Letzterer fehlt die für eine chronisch obstruktive Bronchitis typische Atemnot. Mögliche Folgeerscheinungen der chronisch obstruktiven Bronchitis sind ein Lungenemphysem, ein chronisches Cor pulmonale (Rechtsherzinsuffizienz) oder Lungenkrebs (Bronchialkarzinom).
Die gegen eine chronisch obstruktiven Bronchitis eingesetzte Therapie hat zum Ziel,
- die Symptome zu lindern, die Anzahl der Hustenanfälle zu verringern und das Fortschreiten der Lungenkrankheit aufzuhalten,
- die Lungenfunktion und damit die Lebensqualität zu verbessern,
- Komplikationen zu vermeiden und so
- die Lebenserwartung zu erhöhen.
Die erste Massnahme zur Linderung der Beschwerden besteht darin, das Rauchen einzustellen. Ausserdem können Medikamente die Symptome mildern und so die Lebensqualität erhöhen. Die chronisch obstruktive Bronchitis ist jedoch nicht vollständig heilbar und macht in den meisten Fällen eine lebenslange Behandlung notwendig.
2. Definition
Die chronisch obstruktive Bronchitis ist eine dauerhafte Erkrankung der Lunge, die durch verengte Bronchien gekennzeichnet ist. Diese Verengung (= Obstruktion) ist für die Hauptsymptome Husten, Atemnot und Auswurf verantwortlich.
Typischerweise verengen sich die Bronchien im weiteren Verlauf der chronisch obstruktiven Bronchitis zunehmend, was sich durch keine Behandlung vollständig rückgängig machen lässt. Wegen dieser kennzeichnenden Atemwegsverengung zählt die chronisch obstruktive Bronchitis zu den COPD (= chronic obstructive pulmonary diseases bzw. chronisch obstruktive Lungenerkrankungen). Als ihre Vorstufe gilt die einfache chronische Bronchitis.
Häufigkeit
Etwa 15 Prozent der über 40jährigen in der Schweiz haben eine chronische Bronchitis.
Die meisten Menschen mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis sind über 40 Jahre alt, wobei Männer etwa dreimal häufiger betroffen sind als Frauen. 90 Prozent der Betroffenen sind oder waren Raucher. Unter den Todesursachen steht die chronisch obstruktive Bronchitis auf Platz vier.
3. Ursachen
Für eine chronisch obstruktive Bronchitis kommen als Ursachen Luftverschmutzungen infrage – allen voran Zigarettenrauch, seltener auch Staub oder Dämpfe. Diese reizen die Schleimhaut und die Hautschicht der Atemwege. Bei ständiger Belastung kommt es hier zu Veränderungen, die sich in späteren Stadien der Lungenerkrankung nicht mehr rückgängig machen lassen.
Die Atemwegsreizung verursacht zunächst – als Vorstufe der chronisch obstruktiven Bronchitis – eine einfache chronische Bronchitis. Diese kann innerhalb weniger Wochen ausheilen, wenn die Betroffenen für ein Ende der Atemwegsreizung sorgen. Dies bedeutet in den meisten Fällen: mit dem Rauchen aufhören. Je mehr Zigaretten man inhaliert, desto höher ist das Risiko, infolge einer chronischen Bronchitis später eine chronisch obstruktive Bronchitis zu entwickeln: Im weiteren Verlauf zerstört die Atemwegserkrankung die Flimmerhärchen und schädigt die Schleimhaut der kleinen Lungenbläschen. Deswegen sind die Lungenbläschen beim Ausatmen zunehmend instabil und fallen in sich zusammen. Die entzündete Bronchialschleimhaut verdickt sich und wirkt somit verengend (= obstruktiv) auf die Luftwege.
Neben dem aktiven Tabakkonsum als Hauptursache für eine chronisch obstruktive Bronchitis können auch Passivrauchen, eingeatmete Schadstoffe am Arbeitsplatz oder Luftverschmutzungen im Freien (Staub, Dämpfe und Gase) dazu beitragen, dass diese Lungenkrankheit entsteht. Besonders betroffen sind Bergleute und Arbeiter in Betrieben, in denen sie einer ständig verunreinigten Luft ausgesetzt sind.
Anders als die akute Bronchitis, deren Ursachen verschiedene Erreger (meist Viren) sind, ist die durch Rauchen oder Luftverschmutzungen ausgelöste chronisch obstruktive Bronchitis nicht ansteckend.
4. Symptome
Typische Anzeichen für eine chronisch obstruktive Bronchitis sind die sogenannten AHA-Symptome: Auswurf, Husten, Atemnot.
Auswurf
Die chronisch obstruktive Bronchitis ist meist von Husten mit starkem Auswurf begleitet, der normalerweise weiss, bei bakteriellen Infekten gelb-grün verfärbt ist. Durch diese Symptome äussert sich schon die – als Vorstufe der chronisch obstruktiven Bronchitis geltende – chronische Bronchitis.
Husten
Ein weiteres Anzeichen für die chronisch obstruktive Bronchitis ist ein meist schon länger bestehender Husten. Vor allem morgens nach dem Aufstehen besteht typischerweise ein besonders starker, quälender Husten (Raucherhusten).
Atemnot
Eine einfache chronische Bronchitis ist so gut wie nie mit Atemnot verbunden. Dieses Symptom tritt erst auf, wenn die Erkrankung der Atemwege zum nächsten Stadium übergeht und eine chronisch obstruktive Bronchitis entsteht: Dann ist durch die Verengung (Obstruktion) der Bronchien der Atemwegswiderstand erhöht und die Lunge kann sich schlechter entfalten. Die chronisch obstruktive Bronchitis zeichnet sich durch eine fast ständige Atemnot aus, vor allem bei Belastung.
5. Diagnose
Bei Verdacht auf eine chronisch obstruktive Bronchitis beginnt die Diagnose zunächst mit der Anamnese (Aufnahme der Krankheitsgeschichte). Anschliessend erfolgen eine körperliche Untersuchung, eine Lungenfunktionsdiagnostik (Spirometrie), eine Allergiediagnostik, Laboruntersuchungen des Bluts und eventuell Röntgen- oder Computertomographieuntersuchungen der Lunge. Ein Lungenfacharzt (Pneumologe) kann ausserdem weitere diagnostische Massnahmen ergreifen.
Lungenfunktionsdiagnostik
Bei Verdacht auf eine chronisch obstruktive Bronchitis lässt sich die Diagnose mithilfe der sogenannten Spirometrie sichern: einer Messung und Aufzeichnung der Atmung, die eine umfassende Lungenfunktionsdiagnostik ermöglicht. Dabei kann der Arzt zum Beispiel folgende Werte erfassen:
- wie gross das Fassungsvermögen der Lunge insgesamt ist
- welche Kraft man aufbringen kann, um Luft aus der Lunge auszuatmen
- wie gross der Widerstand der Atemwege ist, den verengte Bronchien verursachen
Die oft vor Beginn einer chronisch obstruktiven Bronchitis bestehende einfache chronische Bronchitis zeigt gewöhnlich keine wesentlichen Veränderungen in der Spirometrie. Liegt eine chronisch obstruktive Bronchitis vor, sind bei der Diagnose dagegen deutliche Zeichen einer Verengung der Bronchien feststellbar.
Um eine chronisch obstruktive Bronchitis von anderen möglichen Ursachen für die bestehenden Symptome abzugrenzen, ist zusätzlich ein sogenannter Bronchospasmolyse-Test geeignet: Hierbei inhalieren die Betroffenen ein Medikament, das ihre Bronchien erweitert. Wenn bei einem erneuten Lungenfunktionstest nach etwa zehn Minuten die Atemwege nicht mehr verengt sind, spricht dies für eine asthmatische Erkrankung, denn: Nur bei einer asthmatischen Erkrankung lassen sich die Bronchien vollständig erweitern. Bleibt die Verengung auch nach dem Test bestehen, spricht dies für eine chronisch obstruktive Bronchitis.
6. Therapie
Die chronisch obstruktive Bronchitis erfordert meist eine lebenslange Therapie. Diese kann die Symptome der Lungenerkrankung lindern und ihr Fortschreiten aufhalten. Doch auch bei geeigneter Behandlung ist die chronisch obstruktive Bronchitis nicht heilbar.
Die gegen eine chronisch obstruktive Bronchitis eingesetzte Therapie zielt vor allem auf Folgendes ab:
Begleitende Massnahmen
Wenn Sie eine chronisch obstruktive Bronchitis haben, sind neben der Therapie einige begleitende Massnahmen zur Vermeidung der Risikofaktoren dringend zu empfehlen: So ist es wichtig, unbedingt das Rauchen einzustellen, denn die Erkrankung der Atemwege kann sich bis hin zum Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) verschlimmern.
Entstand die chronische Bronchitis infolge von Umweltbelastungen oder Luftverschmutzung, kann es zur Therapie ratsam sein, den Wohnort beziehungsweise den Arbeitsplatz zu wechseln und so für saubere Atemluft zu sorgen. Ein Urlaub am Meer oder in den Bergen bringt kurzfristig Erleichterung.
Medikamentöse Therapie
Gegen die chronisch obstruktive Bronchitis erfolgt eine medikamentöse Therapie zur Linderung der Symptome. Hierzu sind folgende Mittel verfügbar:
Bronchodilatatoren
Gegen die für eine chronisch obstruktive Bronchitis typische Atemnot hilft Ihnen eine medikamentöse Therapie mit Bronchodilatatoren: Dies sind bronchienerweiternde Medikamente, die durch ihre atemnotlindernde Wirkung Ihre Leistungsfähigkeit verbessern. Bronchodilatatoren gibt es in Sprayform (Beta-2-Sympatomimetika oder Anticholinergika), als Tabletten, Tropfen oder als Trinklösung.
Physikalische Massnahmen
Die gegen eine chronisch obstruktive Bronchitis eingesetzte Therapie kann auch verschiedene physikalische Massnahmen umfassen. Diese Massnahmen stellen eine wichtige Unterstützung der medikamentösen Behandlung dar. Hauptziele der physikalischen Therapie sind:
Vermeidung unproduktiven Hustens
Bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis ist die Vermeidung unproduktiven Hustens empfehlenswert. Dies können Sie mit folgenden Massnahmen erreichen:
- Beissen Sie bei Hustenreiz auf die Oberlippe auf, was den Reiz reflektorisch dämpfen kann.
- Vermeiden Sie tiefe Atemzüge und atmen Sie warme, feuchte Luft durch die Nase ein, um Linderung zu schaffen.
- Wenden Sie die sogenannte Lippenbremse an: Atmen Sie durch die geschürzten Lippen aus und bauen Sie so einen Druck im Mund und in den Bronchien auf, um diese auseinanderzudrücken (Blasmusikern ist die Bewegung gut bekannt). Die Lippenbremse eignet sich zum Beispiel beim Treppensteigen und bei anderen Anstrengungen.
Schleimlösende Mittel
Eine Behandlung durch schleimlösende Mittel (z.B. Acetylcystein oder Efeuextrakt) kann die chronisch obstruktive Bronchitis in ihrem Verlauf nicht direkt beeinflussen. Sie lindert jedoch die Symptome bei akuten Infekten und massiver Schleimbildung.
Kortison
Gegen eine schwere chronisch obstruktive Bronchitis ist eine Therapie mit Kortison sehr wirksam, das Sie in die Lunge einatmen (inhalieren), um Entzündungen der Bronchialschleimhaut zu lindern. Das inhalative Kortison gehört bei mittelschweren bis schweren Fällen von COPD (= chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) zur Basistherapie.
Erleichterung des Abhustens
Geht die chronisch obstruktive Bronchitis mit massiver Schleimbildung einher, sind physikalische Massnahmen zur Erleichterung des Abhustens ratsam. Hierzu können Sie in der Krankengymnastik die Technik der FET (für engl. forced expiration technique, Technik zum forcierten Ausatmen) erlernen, welche die Atemwege reizt und so das Abhusten erleichtert.
Hustenstiller
Führt die chronisch obstruktive Bronchitis zu trockenem Reizhusten, können Sie als kurzfristige medikamentöse Therapie einen Hustenstiller einnehmen.
Über einen längeren Zeitraum sind Hustenstiller nicht anzuwenden, weil diese Mittel den Hustenreiz unterdrücken, so dass Sie den in den Bronchien gebildeten Schleim nicht mehr auf natürliche Weise abhusten. Der Schleim kann sich dann in den Bronchien festsetzen und letztendlich eine Lungenentzündung auslösen.
Linderung der Atemnot
Eine Linderung der für die chronisch obstruktive Bronchitis kennzeichnenden Atemnot erreichen Sie durch folgende Massnahmen:
- Kutschersitz: Stützen Sie sich mit den Unterarmen in vorgebeugter Haltung auf die Knie
- Aufrechtes Stehen an einer Wand
- Aufstützen des Oberkörpers auf ein Autodach, einen Schrank oder Ähnliches
Verbesserung der Leistungsfähigkeit
Gegen die durch eine chronisch obstruktive Bronchitis verursachten Leistungseinschränkungen helfen physikalische Massnahmen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Die Atmung lässt sich mit einem Trainingsprogramm verbessern, das die Atemmuskulatur stärkt. Bei diesem Ausdauertraining ist besonders auf die eingeschränkte Lungenfunktion und eine möglicherweise bestehende Herzschwäche zu achten. Zuvor ist eine sorgfältige Diagnostik nötig; besprechen Sie mögliche Risiken am besten mit dem Arzt. Durch regelmässige Teilnahme an einer Lungensportgruppe können Sie Ihre körperliche Belastbarkeit und damit Ihre Lebensqualität steigern.
Trainieren Sie Ihre Muskulatur täglich 10 bis 15 Minuten und unterbrechen Sie das Muskeltraining durch kleine Pausen. Das Trainingsprogramm können Sie ebenfalls bei der Krankengymnastik erlernen.
Antibakterielle Therapie
Eine chronisch obstruktive Bronchitis erfordert eine antibakterielle Therapie, wenn sich Ihr Allgemeinzustand verschlechtert und/oder wenn Sie Fieber haben, verbunden mit grünlich-eitrigem Auswurf. Hat Ihre chronisch obstruktive Bronchitis ein schweres Stadium erreicht, können Antibiotika auch zum Einsatz kommen, wenn Sie eine virusbedingte Erkältung haben, um Ihre in der Abwehr geschwächten Bronchien vor einer zusätzlichen bakteriellen Infektion zu schützen. Bei akuten Infekten ist vor der antibakteriellen Therapie eine Speichelprobe zu entnehmen, um darin die Bakterienarten und deren Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegenüber den verschiedenen Antibiotika zu bestimmen.
Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT)
Befindet sich die chronisch obstruktive Bronchitis in fortgeschrittenem Stadium, zeigt die Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT) eine gute, lebensverlängernde Wirkung (wie bei jeder anderen COPD = chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Wenn in Ihrem Blut ein erheblicher chronischer Sauerstoffmangel herrscht, erhalten Sie hierzu über eine Nasensonde mindestens 16 bis 24 Stunden täglich Sauerstoff. Sinnvoll ist die LTOT vor allem bei Menschen mir chronischer Rechtsherzschwäche ( Rechtsherzinsuffizienz). Eine regelmässige Kontrolle durch den Facharzt ist notwendig.
7. Verlauf
Eine chronisch obstruktive Bronchitis nimmt typischerweise einen fortschreitenden Verlauf, wobei die Verengung (Obstruktion) der Atemwege zunimmt und sich in der Regel nicht rückgängig machen lässt. Eine vollständige Heilung ist demnach nicht möglich. Allerdings helfen eine geeignete Therapie und vor allem ein rauchfreies Leben in vielen Fällen, das Fortschreiten der chronisch obstruktiven Bronchitis aufzuhalten und die Beschwerden erheblich zu lindern.
Ohne geeignete Massnahmen verschlechtert sich die Funktion der Lunge durch die chronisch obstruktive Bronchitis immer mehr und Befinden, Leistungsfähigkeit sowie Lebensqualität der Betroffenen sind zunehmend beeinträchtigt. Im weiteren Verlauf der Atemwegserkrankung entwickelt sich eine krankhafte Überblähung der Lunge – ein sogenanntes Lungenemphysem, das die Lunge dauerhaft schädigt. Über das Lungenemphysem in den Lungengefässen entsteht ein erhöhter Blutdruck, der letztlich das Herz chronisch schädigt und schwächt (Cor pulmonale, Rechtsherzinsuffizienz). Die häufigsten Komplikationen sind die Infektionen der Bronchien und die Lungenentzündung.
Notfall
Eine chronisch obstruktive Bronchitis kann in ihrem Verlauf jederzeit zu einem Notfall führen. Ein solcher Notfall ist durch Versagen der Atempumpe (Atemmuskulatur) oder ein Rechtsherzversagen gekennzeichnet. Auch durch zusätzliche Infekte der Atemwege kann sich der Zustand von Menschen mit chronisch obstruktiver Bronchitis akut verschlechtern. Im akuten Notfall ist den Betroffenen Sauerstoff zu verabreichen. Schnelle Linderung erreicht man durch Hochlagerung des Oberkörpers. Eventuell ist es erforderlich, die Betroffenen zu intubieren und zu beatmen. Bei einer bakteriellen Infektion sollten sie anschliessend Antibiotika erhalten.
8. Vorbeugen
Da der Hauptrisikofaktor für eine chronisch obstruktive Bronchitis der Tabakrauch ist, können Sie der Atemwegserkrankung vorbeugen, indem Sie nicht rauchen. Dies gilt auch für andere Atemwegserkrankungen: 90 Prozent aller Menschen mit einer COPD (für engl. chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung), zu der chronisch obstruktive Bronchitiden gehört, sind oder waren Raucher. Nichtraucher entwickeln nur in seltenen Fällen eine als Vorstufe geltende chronische Bronchitis.
Neben dem aktiven Rauchen ist es wichtig, vorbeugend auch Belastungen der Atemwege durch Passivrauchen, eingeatmete Schadstoffe am Arbeitsplatz oder Luftverschmutzungen im Freien (Staub, Dämpfe und Gase) soweit wie möglich zu vermeiden. Denn auch diese erhöhen das Risiko für eine chronisch obstruktive Bronchitis.
Impfungen
Wenn schon eine chronisch obstruktive Bronchitis besteht, können Sie mit zwei Impfungen Komplikationen vorbeugen:
Grippeimpfung
Wenn Sie eine chronisch obstruktive Bronchitis haben, ist die Grippeimpfung für Sie unbedingt empfehlenswert. Die Impfung ist jedes Jahr aufs Neue notwendig, weil die Grippeerreger jährlich wechseln. Sie wirkt ausschliesslich vorbeugend gegen die Grippe (Influenza) und nicht gegen eine einfache Erkältung.
Pneumokokken-Schutzimpfung
Auch die Pneumokokken-Schutzimpfung ist bei bestehender chronisch obstruktiver Bronchitis zum Vorbeugen ratsam. Pneumokokken sind weit verbreitete Bakterien, die eine Lungenentzündung hervorrufen können.