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Die amtierende Miss America, Cara Mund, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Schönheitswettbewerb. Sie behauptet, man habe sie zum Schweigen gebracht, herabgewürdigt und marginalisiert. All dies schreibt sie in einem Brief, der sich an die Führung des Wettbewerbs richtet, berichtet der Spiegel.
Weiter heisst es, dass Mund von Interviews ferngehalten worden sei und nicht zu Meetings eingeladen wurde. Einmal habe sie in einem Interview angedeutet, dass es auf der Führungsebene des Schönheitswettbewerbs Probleme gebe, woraufhin einer ihrer TV-Auftritte gekürzt worden sei.
Es ist nicht das erste Mal, dass Kritik gegen die Miss-Wahl laut wird. Insbesondere die Chefin von Miss America, Gretchen Carlson, steht seit Monaten unter Beschuss der Öffentlichkeit. Dabei hat sie die Führung des Wettbewerbs erst im Januar übernommen. Grösster Kritikpunkt: Sie hat die Kategorie «Bikini» abgeschafft.
Auf die Vorwürfe von Mund reagiert Carlson in einem langen Statement. Man sei stolz auf Mund, heisst es darin. Sie wolle aber dennoch klar stellen, dass die Miss niemals gemobbt oder zum Schweigen gebracht worden sei. Es sei aber wohl frustrierend, in einem Jahr zu kandidieren, in dem sich so viel verändere.
Carlson hatte die Leitung des Schönheitswettbewerbs Anfang Jahr übernommen, nachdem mehrere sexistische E-Mails ihres Vorgängers, Sam Haskell, veröffentlicht worden waren. Darin hatte er vulgäre Sprüche über ehemalige Gewinnerinnen verfasst und eine Frau sogar als «Stück Müll» bezeichnet. Seit dem Skandal besetzen nur noch Frauen die höheren Positionen des Wettbewerbs.
Die neue Chefin muss aber noch immer viel Kritik einstecken. 22 Vertreter von US-Bundesstaaten, in welchen der Wettbewerb stattfindet, haben eine Petition unterschrieben, die ihren Rücktritt fordert. Carlson selbst sieht ihre Kritiker als «laute Minderheit» an, die unglücklich über die Abschaffung des Bikini-Segments sei. Sie ist sich aber sicher, dass ihre Entscheidung den Wettbewerb relevanter gemacht habe und von vielen unterstützt werde.
Die neue Miss America soll in drei Wochen gekürt werden. Die laute Kritik hat aber bereits jetzt schon Folgen: 75'000 Dollar Stipendien sind bereits verloren gegangen.
(doz)