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Das Schweizer Kindermuseum zeigt aus Anlass des 200. Geburtstages des Frankfurter Arztes und Pioniers für Jugendpsychiatrie Dr. Heinrich Hoffmann (13.6.1809–20.9.1894) eine Struwwelpeter-Ausstellung. Das Thema passt zur aktuellen Frage in der Gesellschaft: Wie erziehe ich richtig? Der Struwwelpeter verdankt seine Entstehung dem Umstand, dass Vater Hoffmann bei der erfolglosen Suche nach einem Buch mit erzieherischen Ansprüchen für seinen damals dreijährigen Sohn Carl nichts vorfand und sich somit selbst als Autor und Illustrator betätigte. So stellte er Carl in seinem Struwwelpeter verschiedene Akteure vor – exemplarische Geschichten, die alle mit einer Strafe enden.
Nebst Reflexionen über Erziehungsfragen hat der Struwwelpeter, als echtes deutsches Erzeugnis, auch zu verschiedenen Adaptionen und Parodien geführt. Dass auch eine Struwwelliese fällig war, ist klar, ebenso eine Ausgabe auf Schweizer Mundart – dazu brauchte es immerhin hundert Jahre. Schneller, geknüpft an die 1848er Revolution, den Ersten und den Zweiten Weltkrieg, erschienen Parodien mit politischem Inhalt.
Die ausgestellten Bilder, Bücher und Spiele mögen zu leisem Schaudern, einsichtigem Lächeln, aber auch zu Zustimmung animieren und geben Antworten auf die Frage: Struwwelpeter – noch aktuell oder längst überholt?
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