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Das Klimaschutzgesetz, über welches die Schweiz am 18. Juni 2023 abstimmt, legt den Absenkpfad für Treibhausgasemissionen fest, mit dem Ziel, bis 2050 «Netto-Null» zu erreichen. Das Gesetz beruht auf dem Pariser Klimaabkommen. Dieses postuliert, die seit 1850-1900 gemessene globale Erwärmung unter 2 Grad halten (1.5 Grad Ziel). Die untenstehende Figur 1 zeigt, dass zur Erreichung des 1.5 Gradziel (6. IPCC Assessment Report 2021) ein Emissionsreduktionsprogramm erforderlich wäre, das utopisch ist. Das Pariser Klimaabkommen kann buchstabengetreu weder sozialverträglich noch ökonomisch sinnvoll umgesetzt werden. «Netto Null» ist global auch bis 2060 (Ziel China’s) oder 2080 kaum zu realisieren. Es wäre schon viel erreicht, die globalen CO2 Emissionen innerhalb von 30-50 Jahren zu halbieren.
Figur 1: Gemäss IPCC (Weltklimabericht 2021) erforderliche Senkung der CO2 Emissionen zur Erreichung des 1.5 Gard- (grün), 1.7 Grad- (blau) oder 2 Gradziels auf Basis von Kohlenstoff-Restemissionsbudgets (Quelle Global Warming Policy Foundation UK)
Das Klimaschutzgesetz (als Gegenvorschlag zur Gletscher Initiative) legt für die Schweiz Etappenziele fest, um netto Null CO2 Emissionen bis 2050 zu erreichen. Die anvisierte Klimawirkung, z.B. auf Gletscher, ergibt sich aus dem vorgeschlagenen Absenkpfad aber nur, wenn dieser von einer Mehrheit der Länder der Welt auch umgesetzt wird und die Hypothese, dass die Erwärmung seit 1850 überwiegend auf den angestiegenen CO2 Emissionen zurückgeführt werden kann, zutrifft. Dies ist, wie schon in meinem Blogbeitrag von März 2021 dargelegt, keineswegs sicher. Der Weltklimarat ignoriert wesentliche Fakten zur Klimaentwicklung seit Jahren. Ich bedauere dies, denn ich war selbst für das IPCC tätig (1998).
Zu ignorierten Fakten untenstehend in Figur 2 ein Beispiel: Der Verlauf der Temperatur bei Ablagerung von Schneeeis, nachgewiesen in Eisbohrkernen Grönlands (Climate Greenland Ice Research 2022). Die Messung zeigt, dass das Temperaturminimum der letzten 8000 Jahre im Grönlandeis um 1850 zum Ende der Kleinen Eiszeit lag. Die Messung passt zur Beobachtung, dass die Alpengletscher während der letzten 10’000 Jahren nie weiter vorgestossen sind als um 1850. Diese Kaltzeit fällt zufälligerweise zusammen mit dem Beginn der weltweiten Temperaturmessungen. Die Fluktuation der Eistemperaturen bis 1850 hatte weitgehend natürliche Ursachen. Es war während des holozänen Klimaoptimums vor ca. 6000 Jahren in Grönland (und in mittleren nördlichen Breiten) wärmer als heute. Dem widerspricht das IPCC.
Figur 2: Temperatur von Eiskernen aus Grönland bei Ablagerung: Diese war 6000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, während des holozänen Klimaoptimums 2 Grad höher als heute, während des mittelalterlichen Klimaoptimums vor 1000 Jahren gut 1 Grad wärmer als heute (Climate Greenland Ice Research). Die Temperaturen in Grönland erreichten ein Minimum zum Ende der Kleinen Eiszeit um 1850, als auch die Gletscher in dem Alpen ihre Höchststände des Vorstosses während der letzten 10’000 Jahren erreichten.
Das IPCC ignoriert, ja manipuliert Befunde, dass die Temperatur während der vergangenen Jahrtausende auch schon wärmer waren als heut,e um die Erderwärmung seit Beginn der Industrialisierung weitgehend auf menschliche Einflüsse zurückführen zu können. Dies hat die niederländische Clintel Stiftung veranlasst, eine eigene Klimadeklaration zu verfassen. In der untenstehenden Figur 3 sind die ersten 3 Kernbotschaften abbildet.
Figur 3: Klimadeklaration Clintel https://www.eike-klima-energie.eu/2020/02/12/clintel-manifest-wendet-sich-gegen-klima-angstmache/?fbclid=IwAR2JsAYE6Itikj8DOQJTr4N11QFvjG-lwA9rV12McZmwJA2BqkNp2KQNm6w&print=pdf
Die wichtigste natürliche Ursache Klimaerwärmung ist der Einfluss der Sonne. Die im 20. Jahrhundert beobachtete Klimaerwärmung (Figur 4) ist nicht nur auf menschliche Aktivität zurückzuführen, sondern auch wesentlich auf den Anstieg der Sonnenaktivität seit 1850 (Shaviv Nir und Henrik Svensmark, 2022). Weiter haben sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts nicht nur die Erde, sondern auch alle benachbarten Planeten erwärmt. Die entsprechenden kosmischen Einflüsse sind noch nicht ganz verstanden. Wird die Sonnenaktivität, welche in den Klimamodellen des Weltklimarats stark unterschätzt wird, angemessen berücksichtigt, so folgt, dass die Klimasensitivität der Treibhausgasemissionen bedeutend kleiner ist als die vom 6. Weltklimabericht (2021) angegebene Spanne von 1.5 – 4 Grad. Erwärmung, welche eine Verdoppelung der CO2 Konzentration in der Atmosphäre auslöst, bezeichnet der Weltklimarat als Klimasensitivität. Wird der Einfluss der solaren Aktivität auf den Energiehaushalt der Erde anhand von Indikatoren aus der Klimageschichte mitberücksichtigt, so resultiert eine Klimasensitivität von etwa 1-2 Grad bei Verdoppelung des CO2 Gehalts der Atmosphäre. Die zwischen 1980 und 2020 beobachtete Erwärmung verläuft viel langsamer als in den Modellen des Weltklimarats prognostiziert (Fig 4) und bestätigt damit indirekt eine tiefere Klimasensitivität.
Fig 4: Clintel: Globaler Verlauf der Temperatur 1850 – 2020 wie breit akzeptiert. Wenn der Erwärmungstrend extrapoliert wird, erreicht die Temperaturerwärmung bis 2050 +1.6 Grad.
Das ist kein Detail. Denn damit fällt das Kernargument des Weltklimarats, weshalb Netto-Null bis 2050 erreicht sein müsste, in sich zusammen. Das Klimaschutzgesetz steht somit auf keiner soliden Basis. Es steht unter Einfluss einer seit Jahren verbreiteten Klimahysterie („Klimanotstand“) und missachtet weiter die Verfassungsgrundlagen der Verhältnismässigkeit und der Eigentumsgarantie.
Massnahmen müssen wirtschaftlich tragfähig und sozialverträglich umsetzbar sein. Eine Reduktion des Verbrauchs an Benzin, Diesel, Oel und Gas um mehr als die Hälfte gegenüber 1990 im Jahrzehnt ab 2031 ist mit den Massnahmen gemäss Gesetz (Subventionen) nicht zu erreichen. Die Vorlage ist daher Demokratie-politisch unredlich. Sie enthält strenge Klimaziele, sagt aber nichts zu den notwendigen Massnahmen und Kosten. Der Stimmbevölkerung wird kein reiner Wein eingeschenkt.
Anstelle des Netto-Null Ziels würde es aufgrund Stand des Wissens ausreichen, den Treibhausgasausstoss der Schweiz bis 2050 auf 1.5 – 2.0t/Kopf der Bevölkerung zu senken und dabei Energiesicherheit und wirtschaftliche Tragbarkeit zu gewährleisten. Auch dieses Ziel wäre noch ambitioniert, aber volkswirtschaftlich vertretbar. Ein Gesetz, welches auf unredlicher Basis beruht, kann für die Zukunft der Schweiz nichts Gutes schaffen. Subventionen sind mit Bedacht einzusetzen. Nicht dafür, den Heizungsersatzmarkt forciert auf Wärmepumpen umzustellen, solange die entsprechende Stromversorgung nicht gesichert ist. Der von BR Albert Rösti angestrebte Ausbau der Stromerzeugung v.a. im Winterhalbjahr ist zu unterstützen.