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Einfluss des Klimawandels auf die Hitze in Europa im Juni bestätigt
In der Schweiz reiht sich der Juni 2017 nach 2003 als zweitwärmster Juni seit Messbeginn 1864 in die Aufzeichnungen ein. Betroffen war aber nicht nur die Schweiz, sondern weite Teile West- und Zentraleuropas. Auch in den Niederlanden, Frankreich und England wurden neue Rekorde aufgestellt, wobei die Monatsmitteltemperaturen rund 3 Grad über der Referenz 1981-2010 lagen. In Portugal und Spanien kam es, begünstigt durch Trockenheit und hohe Temperaturen, zu grossflächigen Waldbränden, die 64 Menschenleben und über 200 Verletzte forderte.
Ist nun der Klimawandel „verantwortlich“ für die Juni-Hitze? Ein klares Ja oder Nein als Antwort ist nicht möglich. Einfluss haben natürliche Schwankungen (die wir als „Wetter“ erleben), die aber nicht exakt vorhersagbar sind. Mit Hilfe von Klimaszenarien können wir aber „in die Zukunft schauen“ und abschätzen, wie wahrscheinlich ein ähnlich warmer Juni gegen Mitte oder Ende des 21. Jahrhunderts sein wird.
Hitzeereignisse in Europa haben sich vervierfacht
In einer aktuellen Studie der World Weather Attribution (WWA) Gruppe, mit Unterstützung des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, wurde der Einfluss des Klimawandels auf die Hitze im Juni 2017 untersucht. Insgesamt wurden sieben europäische Länder betrachtet, darunter auch die Schweiz. Europaweit sind mittlere Temperaturen wie die des Juni 2017 gar nicht so selten. Sie treten etwa alle 10 bis 30 Jahre einmal auf. Die Schweiz liegt mit einer etwa 20-jährigen Wiederkehrzeit in der Mitte dieses Bereichs. Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch betrug diese Wiederkehrzeit noch deutlich über 100 Jahre. Der Juni 2017 wäre also um 1900 ein extrem seltenes und unwahrscheinliches Ereignis gewesen. Hauptgrund für diese Zunahme ist gemäss der Studie die seither verzeichnete Erwärmung.
Um den Einfluss des Klimawandels zu untersuchen wurden Experimente mit Klimamodellen durchgeführt. In Klimamodellen kann man u.a. den menschlichen Ausstoss von Treibhausgasen ein- und ausschalten. Der Unterschied dieser beiden Konfigurationen des Modells gibt eine Aussage über den Beitrag des Menschen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich die Wahrscheinlichkeit solcher Hitzeereignisse in Europa durch Einfluss des Klimawandels seit Beginn des 20. Jahrhunderts mindestens vervierfacht, in Südeuropa sogar mindestens verzehnfacht hat.
Regelmässige Hitzewellen in der Zukunft
Werfen wir zum Schluss noch einen Blick in die Zukunft. Wie wahrscheinlich werden solche Juni-Temperaturen gegen Ende des Jahrhunderts? Das ist hauptsächlich davon abhängig, wie viel Treibhausgase der Mensch heute und in Zukunft ausstossen wird und kann in sogenannten Emissionsszenarien ausgedrückt werden. Selbst in einem moderaten Szenario mit niedrigen Emissionen würden in weiten Teilen Europas solche Hitzemonate mehr als einmal alle 10 Jahre auftreten; im Mittelmeerraum sogar alle 2 bis 3 Jahre. Bei einem starken Emissionsszenario (Emissionen wie bisher) wären Juni-Temperaturen, die uns heute extrem vorkommen, hingegen die Regel (Abbildung 1).