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Gegen Mutationen im Gen HER 2 gibt es heute wirksame Medikamente. HER-2 heisst wörtlich aus dem Englischen übersetzt: Vom Menschen abstammender (humaner) an der Zelloberfläche befindlicher (epidermaler) Wachstumsfaktor-Rezeptor 2. Das Protein HER-2 funktioniert als Andockstation für einen Wachstumsfaktor und ist somit an der Regulation des Zellwachstums beteiligt (siehe Schema: Wie wirkt Herceptin?). Auf der Zelloberfläche von gesunden Zellen finden sich im Allgemeinen nur wenige Exemplare von HER-2. Gut ein Viertel aller Brustkrebspatientinnen produzieren dieses Protein jedoch im Übermass: Sie besitzen einen Gendefekt und produzieren so übermässig viele HER-2 Proteine. Hat eine Zelle zu viele solcher HER-2-Proteine, teilt sie sich häufig und der Tumor wächst schnell und unkontrolliert. Die Folge: HER-2-positive Patientinnen leiden an einer besonders bösartigen Form von Brustkrebs.
Der monoklonale Antikörper gegen HER-2 mit dem Namen Herceptin erkennt das Protein HER-2 auf der Oberfläche von Krebszellen. Herceptin heftet sich an Krebszellen an und schaltet einen Mechanismus aus, welcher die Krebszelle für ihr wucherndes Wachstum braucht. Der Vorteil des Medikamentes ist, dass bei der Behandlung keine schweren Nebenwirkungen auftreten, die sich normalerweise bei einer Chemotherapie oder Bestrahlung einstellen.
Speziell an der Herceptin-Behandlung ist, dass vor der Behandlung ein Test durchgeführt wird, bei dem bestimmt wird, ob die Patientin tatsächlich am HER-2-Gendefekt leidet oder nicht. So wird sichergestellt, dass nur diejenigen Patientinnen das Medikamente erhalten, die auch tatsächlich davon profitieren. Auf diese Weise können nicht nur unnötige Behandlungen vermieden, es können auch Kosten eingespart werden.