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Geschichte des Weinbaus
Einst das Chianti nördlich der Alpen
Johann Adam Pupikofer schätzte 1837 das Nutzland des Kantons Thurgau auf 66‘280 Hektaren. Davon umfasse die Rebfläche den 30. Teil, also etwa 2200 Hektaren (Band Thurgau der Reihe „Gemälde der Schweiz“). Gustav Schmid errechnete für 1801 eine Rebfläche von 2325,26 Hektaren (Band 110 der Thurgauer Beiträge zur Geschichte, 1972). Heute beansprucht der Weinbau mit 272 Hektaren noch rund einen Zehntel der damaligen Fläche.
Waren es tatsächlich erst die Römer, welche den Wein an den Bodensee brachten? Trauben wurden offenbar schon früher geerntet, denn in steinzeitlichen Fundstellen an Bodensee und Hochrhein fanden Archäologen Traubenkerne an den Feuerstellen. Ob allerdings im Neolithikum in unserer Gegend bereits Weingenüsse bekannt waren, lässt sich nicht belegen, auch gab es keinen gezielten Rebbau. Bei den gefundenen Kernen handelte es sich wahrscheinlich um die Waldrebe, die Vitis silvestris. Sie wird als Vorläuferin oder ganz nahe Verwandte der heutigen Reben betrachtet. Es sind spontane Rebsorten entstanden: Der Räuschling zählt dazu, wie auch der Riesling, der seinen Ursprung in den Auenwäldern des Rheins hatte.