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Parallelen zwischen der HIV- und der COVID-19-Pandemie
Ein Gespräch mit MSD Chief Patient Officer Julie Gerberding, über ihre frühere Arbeit in der Betreuung von Menschen mit HIV und AIDS und über die Parallelen der AIDS- und der COVID-19-Pandemie
June 6, 2021
Dr. Julie Gerberding erinnert sich noch lebhaft an die ausgeprägte Stigmatisierung von HIV zu Beginn der Epidemie. In den 1980er Jahren war Julie Gerberding Ärztin, die im San Francisco General Hospital Patienten mit AIDS betreute.
«Das Stigma war ein Hindernis für die Identifizierung von Menschen mit einer Infektion. Es verhinderte, dass HIV- und AIDS-Patienten angemessen und fürsorglich behandelt wurden und man ihnen mit Empathie begegnete. Es verhinderte Investitionen in fortgeschrittene Medikamente», sagte Dr. Geberding. «Wir mussten das Stigma bekämpfen, nicht nur am Krankenbett. Wir mussten den Kampf in den Communities und Unternehmen in San Francisco und bei den Gesetzgebern führen, die für die Bewilligung ausreichender Mittel für die Pflege und Behandlung zuständig waren.»
Mit der Zeit wurde das San Francisco General Hospital das führende Spital für AIDS-Patienten in den USA, da es ein Modell für die HIV-Behandlung entwickelt hatte, das zum weltweiten Goldstandard wurde.
«Wir erkannten, dass unsere Stadt eine Hochburg für Neuinfektionen war. Aber anstatt uns verängstigt zurückzuziehen, nahmen wir uns vor, die Besten zu sein, erinnert sie sich. «Lasst uns der Ort sein, an dem jeder, der an dieser Krankheit leidet, die bestmögliche Versorgung, die beste Pflege und die beste soziale Betreuung erhält.» Wir vertieften uns in die Ausbildung anderer medizinischer Fachkräfte und in die Förderung der Forschung. Der Einblick in die Geschichten unserer Patienten trug schliesslich dazu bei, dass die Community in San Francisco sich darüber klar wurde, was wir als Stadt tun mussten, um die Pandemie zu bekämpfen.»
Dr. Gerberding sagt, dass diese frühen Karriereerfahrungen ihr Berufsleben weiterhin bestimmen.
«Ich wurde eine bessere Ärztin, weil wir keine wirksamen Therapien gegen HIV hatten. Ich musste lernen, meinen Patienten zuzuhören und auf ihre Bedürfnisse, über die medizinische Versorgung hinaus, einzugehen, und zwar auf eine Weise, die mein eigenes Verständnis und mein menschliches Einfühlungsvermögen erweiterte. Ich wurde zu einer Ärztin, die erst zuhörte und dann behandelte. Fürsorge und Zuhören sind Dinge, die ich als Chief Patient Officer von MSD immer versuchen werde, weiterzuführen.»
Zunehmende Bedrohung durch Infektionskrankheiten
Dr. Gerberding setzte ihre Ausbildung in den Bereichen Infektionskrankheiten und öffentliche Gesundheit fort. Gleichzeitig trieb sie die Forschung am San Francisco General Hospital voran, bis sie 1998 zu den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta wechselte. Im Jahr 2002 wurde sie Direktorin der CDC, die sie während ihrer Amtszeit durch mehrere weltweite Ausbrüche von Infektionskrankheiten führte.
«Wir leben in einer Welt, die in gewissem Sinne für das Auftreten neuer Infektionskrankheiten geschaffen ist, wie wir es jetzt mit COVID-19 erleben.»
Dr. Julie Gerberding
«Der zunehmende Kontakt mit tierischen Infektionsquellen, die zunehmende Bevölkerung, der Klimawandel, die Tatsache, dass es Millionen von Vertriebenen auf der Welt gibt – all diese Faktoren verändern die Ökologie von Infektionskrankheiten. Es werden weiterhin Infektionskrankheiten auftreten, und wir werden weiterhin hart daran arbeiten müssen, um mit ihnen Schritt zu halten.»
MSD hat kürzlich neue Kooperationen angekündigt, um zwei potenzielle Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 zur Vorbeugung von COVID-19 zu entwickeln und die Entwicklung eines antiviralen Wirkstoffes voranzutreiben, der sich derzeit in der frühen klinischen Entwicklung zur Behandlung von Patienten mit COVID-19 befindet.
«Zwischen der COVID-19-Pandemie und der HIV-Pandemie gibt es viele Gemeinsamkeiten.», sagt Dr. Gerberding. «Die Probleme sind komplex und kein Akteur kann eines davon allein lösen. Beide müssen durch Zusammenarbeit und umfassende Partnerschaften angegangen werden, bei denen die Beteiligten ihre besten Fähigkeiten und Ressourcen einbringen und mit anderen teilen.»
«Genauso wie wir auf eine lange Tradition im Kampf gegen HIV zurückblicken können, hat MSD das Ziel, ein wichtiger Akteur bei den globalen Bemühungen zur Bekämpfung von COVID-19 zu sein. Wir verfügen über fundiertes Fachwissen in der Erforschung von Infektionskrankheiten und leisten seit mehr als 125 Jahren wichtige Beiträge zur Bekämpfung von Pandemien. Die Erforschung von Infektionskrankheiten liegt in unserer DNA.»
Über COVID-19 heisst es, dass niemand sicher ist, bis alle sicher sind, so Dr. Gerberding. «Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen dieses Virus und fühlen mit den Betroffenen und ihren Familien. Trotzdem haben wir guten Grund zum Optimismus. Die weltweite Mobilisierung zur Bekämpfung dieser Krankheit ist beispiellos, und gemeinsam stellen wir uns der Herausforderung.»
Einen wichtigen Beitrag geleistet
Kürzlich zeichnete die University of California, Berkeley School of Public Health ihre Absolventin Dr. Julie Gerberding als eine von «16 Frauen, die die öffentliche Gesundheit verändert haben» für ihre Arbeit bei den CDC aus.
Julie L. Gerberding, M.D., M.P.H., ist Chief Patient Officer and Executive Vice President for strategic communications, global public policy, and population health at MSD.
CH-NON-01234, 06/2021