Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03094.jsonl.gz/2471

von Thomas Zotz
Die Zähringer zählten neben den Staufern und Welfen zu den führenden Adelsgeschlechtern des deutschen Südwestens im hohen Mittelalter. Seit der Jahrtausendwende historisch greifbar, stieg die Familie mit dem Leitnamen Bertold während des 11. Jh. in herzoglichen Rang und damit in die Spitzengruppe der Adelsgesellschaft auf, zunächst in Kärnten, später in Schwaben, hier allerdings gegen den staufischen Herzog von Schwaben. Nach dem Verzicht auf das Herzogtum Schwaben um 1100 hiess die Familie nach der Burg Zähringen, der Herzogstitel blieb ihr erhalten. Im westlichen Teil Schwabens, später auch in Burgund zwischen Jura und Genfer See bauten die Herzöge von Zähringen und Rektoren von Burgund eine Herrschaft eigener Hoheit auf, gestützt auf Adlige und Ministerialen. Mit der Gründung bzw. dem Ausbau von Städten und der Errichtung von Burgen suchten sie ihr Land zu konsolidieren. Dies war das primäre Ziel der Zähringer, insofern blieb die Thronkandidatur des letzten Zähringers Herzog Bertolds V. nur eine spektakuläre Episode.
, Thomas : Eine kurze Geschichte der Zähringer
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 23. Jahrgang 2018, Heft 3, 110 - 118.