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Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Norden Chiles hat ein weiterer heftiger Erdstoss die Menschen aus ihren Häusern getrieben.
Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,6 vom Mittwochabend (Ortszeit) lag nach Angaben der nationalen Erdbebenwarte CSN im Pazifik, 45 Kilometer südwestlich der Stadt Iquique. In derselben Gegend hatte sich am Vortag das Beben der Stärke 8,2 ereignet, bei dem sechs Menschen umkamen. Die Tiefe des Nachbebens wurde auf rund 28 Kilometer geschätzt.
Der Notfalldienst Onemi gab einen Tsunami-Alarm für die Küste nördlich der Stadt Antofagasta heraus. Aus Furcht vor schweren Flutwellen wurden Teile der Küstenregion bis hin ins benachbarte Peru evakuiert. Wenig später traf eine lediglich 70 Zentimeter hohe Flutwelle auf die Küste, die Tsunami-Warnung wurde wieder aufgehoben.
Chiles Präsidentin Michelle Bachelet verliess das Hotel in der Nähe des Strandes in der Stadt Arica, um in sicherer Höhe mit dem Notfallstab zusammenzukommen, wie das chilenische Fernsehen berichtete. Die Präsidentin war am Mittwoch nach Nordchile geflogen, um die Lage nach dem ersten Erdbeben zu begutachten.
2,5-Meter-Flutwelle
Bei dem stärksten Beben seit 1877 hatten sich am Dienstag knapp eine Million Menschen vor der Tsunami-Gefahr in Sicherheit gebracht. Bis zu 2,5 Meter hohe Wellen zerstörten zahlreiche Fischerboote in Iquique. In der Stadt wurden um die 2000 Wohnungen beschädigt, sagte Bürgermeister Jorge Soria.
Der Erdstoss von Mittwoch sei kein neues Erdbeben, sondern ein starkes Nachbeben, erklärte der Leiter der Erdbebenwarte. Seit dem 8,2-Beben wurden über 170 Nachbeben verzeichnet, unter ihnen mehrere mit einer Stärke von über 5,0.
In Chile bebt die Erde immer wieder, die Gegend gehört zu den seismisch aktivsten der Welt. Das Land liegt in einer Region, in der die tektonische Nazca-Platte auf die südamerikanische trifft. Die Erdstösse gehören zu den stärksten weltweit.