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allerdings eine verhältnismäßig kleine.
Kriegsschiffe führen
Geschütze,
[* 3] sind sehr stark gebaut und auf große
Schnelligkeit
und Manövrierfähigkeit oder beides zusammen berechnet.
Indes tragen auch manche
Handelsschiffe
Geschütze, manche
Kriegsschiffe
aber, wie z. B.
Avisos, nicht. Fluß
schiffe sind meistens mit ganz flachem
Boden, also sehr einfach gebaut im
Gegensatz zu den
See
schiffen, die mit einem
Kiel
[* 4] (s. d.) versehen sind und dann die eigentümliche Form Textfig. 1 haben,
während erstere im
Querschnitt rechtwinkelig
[* 1]
(Fig. 2) erscheinen
(Kähne); sie erfordern, da weder an ihre
Geschwindigkeit
noch ihre
Festigkeit
[* 5] besondere Anforderungen gestellt werden, auch keine schwierigen
Konstruktionen ihrer unter
Wasser gelegenen
Teile.
Fluß
schiffe, die nicht
Dampfer sind, haben meistens nur den
Zweck, große
Lasten überhaupt ohne Rücksicht
auf
Geschwindigkeit zu transportieren; an ihrem
Bau ist daher höchstens bemerkenswert, daß der
Boden nach vorn und hinten
leicht ansteigt, oder daß das S. nach beiden
Enden spitz zuläuft, um der Vorwärtsbewegung einen geringern
Widerstand entgegenzusetzen.
Die Flußdampfer sind oft, wie z. B. die auf den
Strömen
Nordamerikas gebräuchlichen, von bedeutender
Größe.
Äußerlich riesigen
Palästen von zwei und drei
Etagen gleich, in einer Gesamthöhe von 10-15 m bei 100 m
Länge und mit starken
Maschinen, haben sie es bis zu einer
Fahrt von 20
Knoten gebracht und tauchen dabei doch nicht tiefer als
etwa 2 m, um über die zahlreichen
Untiefen hinwegzukommen. Zu den Flußdampfern gehören auch die Kettenschlepp
schiffe (s.
Tauerei). Küsten
schiffe halten zwischen den vorigen und den Seeschiffen die Mitte; sie sind noch flach, resp.
klein genug, um seichte Gewässer befahren zu können, aber doch von genügender
Stabilität, um gegen
das
Kentern (s. d.) gesichert zu sein. Zu dieser
Klasse gehören die norddeutschen
Ewer,
Galjoten,
Galjassen und die holländischen
Tjalken,
Smacken und
Kuffen, welch letztere sogar bis zu den afrikanischen
Kolonien fahren.
Unsre Küsten
schiffe haben, um besser kreuzen (s.
Lavieren) zu können, ein sogen.
Schwert an jeder Seite. Dieses,
ein Brettgefüge in Form eines
Flügels, wird parallel dem
Kiel ins
Wasser gelassen und verhindert dann das Seitwärtstreiben
des Fahrzeugs. Das
Schwert vertritt somit den bei den See
schiffen tief hinabreichenden
Kiel. An die See
schiffe werden bei weitem
die höchsten Anforderungen gestellt.
Speziell wieder sind große
Kriegsschiffe, welche den
Dienst in fernen
Meeren versehen, sogen.
Kreuzer
(Panzerschiffe
[* 6] sind oft abnorm), mit allen den Seedienst betreffenden Einrichtungen auf das
sorgfältigste ausgerüstet.
Der Schiffbau.
(Hierzu die Tafeln »
Schiff I und II«, mit Erklärungsblatt.)
Soll ein hölzernes S. erbaut werden, so wird zunächst [* 1] (Fig. 4-6, S. 456) der »Kiel gestreckt«, welcher das Rückgrat des Schiffsgerippes bildet und aus längsschiffs zusammengefügten Balken von rechteckigem Querschnitt besteht. An denselben schließt sich nach vorn der Vorsteven an, erst wenig, dann steiler ansteigend, also nach vorn konvex. Am Hinterende des Kiels steht senkrecht zu ihm der gerade Hintersteven. Schraubendampfer haben noch einen Rudersteven, der, ersterm ähnlich, in einem Abstand, welcher zur Anbringung der Schraube genügt, hinter demselben ebenfalls senkrecht von einer Verlängerung [* 7] des Kiels aufsteigt.
Die Spanten, gewissermaßen die Rippen des Schiffs, sind rechtwinkelig auf den Kiel aufgebolzt und bestehen jedes aus zwei Lagen gekrümmter Hölzer, jede Lage wieder aus mehreren Stücken, von denen das unterste, quer über den Kiel gelegte und mit ihm verbolzte Bodenwrange heißt; darauf folgen nach oben die Kimmstücke, zu oberst die Auflanger, sämtliche Teile untereinander durch eiserne Bolzen verbunden. Den vordern und hintern Teil des Schiffsgerippes bilden die Kantspanten, halbe Spanten, die je nach der Form des Schiffs einen mehr oder minder spitzen Winkel [* 8] mit dem Kiel bilden.
Das Heck (s. d.) des Schiffs wird durch die Heckstützen hergestellt, Krummhölzer, deren untere Enden mit dem Hintersteven verbunden sind. Zur Befestigung der Schiffsplanken oberhalb des Oberdecks dienen die Regelingstützen, welche meist als Fortsetzung des obersten Auflangers der Spanten anzusehen sind. Zur Verstärkung [* 9] des Schiffs in der Längsrichtung liegt über dem Kiel auf den Bodenwrangen ein dem Kiel ganz ähnlicher Balken, das sogen. Kielschwein. Durch letzteres, die Spanten und den Kiel gehen Bolzen, so daß das Ganze ein festes Gefüge erhält.
Die Verstrebung der Seitenwände und den hauptsächlichsten Querverband bilden die Deckbalken, welche durch hölzerne oder eiserne Kniee mit den Spanten verbunden werden. Sie gehen von Spant zu Spant quer über das S. und ruhen mit ihren Enden auf den Balkwegern, starken Balken, die von vorn bis hinten reichen, und von denen mehrere übereinander [* 1] (Fig. 5 k) an der Innenseite der Spanten befestigt sind. Ganz ähnliche Hölzer sind die Wassergänge, nur liegen diese auf den Deckbalken und gegen die Spanthölzer gebolzt.
Sind die bisher erwähnten Teile angebracht, so ist das Gerippe des Schiffs fertig und damit seine Form gegeben. Auf der Außen- und Innenseite der Spanten wird jetzt eine Haut [* 10] von Bohlen, sogen. Planken, angebracht, die, von oben anfangend, außen die Namen: Farbegangs-, Bergholz-, Kimmungs-, Boden- und Kielplanken, innen die Namen: Setzbord-, Wegerungs-, Kimmwegerungs- und Sandstaakplanken führen. Dieselben stehen stumpf auf- und nebeneinander, werden durch Bolzen an den Spanten etc. befestigt und enden im Kiel, Vor- und Hintersteven, welche für die feste Lagerung derselben mit einer Rinne (Sponung) versehen sind.
Den Abschluß des innern Schiffsraums nach oben bildet das Deck, welches aus den horizontalen Deckplanken besteht, die auf den Deckbalken, wie die Planken an den Spanten, angebracht sind. Große Schiffe, [* 11] namentlich Kriegsschiffe, haben mehrere Decks übereinander, die das S. in mehrere Etagen einteilen. Man erbaut hölzerne Schiffe zuweilen nach einer andern Methode, indem man schwächere Spanten nicht so hoch wie nach der erstbeschriebenen Methode reichen, sondern nur aus Bodenwrange und einem Auflanger bestehen läßt.
Die Außenhaut besteht dann aus 2-3 übereinander liegenden Plankenlagen, von denen die eine, bez. die beiden innern (im letztern Fall sich kreuzend) in einem Winkel von 45° gegen den Horizont [* 12] geneigt sind. Die äußere Plankenlage ist horizontal. Schiffe dieser Art nennt man diagonal gebaut. Sie haben vor Schiffen der gewöhnlichen Bauart den Vorteil größerer Leichtigkeit und Festigkeit, aber auch einige Nachteile. Um den Schiffskörper wasserdicht zu machen, werden sämtliche Nähte, d. h. die Fugen zwischen zwei Planken, abgedichtet,
[* 1] ^[Abb.: Fig. 1 u. 2. Schiffsbodenformen.] ¶
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[* 13] ^[Abb.: Fig. 7-9. Eisernes Schiff. [* 14] Konstruktion. a Kiel, b Kielschwein, c Hintersteven, d Vorsteven, e Querspanten, f Seitenkielschwein, g äussere Beplattung, h Deckbalken, i Oberdeckplanken, k Zwischendeckplanken, l Regeling, m Ruder.]
[* 13] ^[Abb.: Fig. 4-6. Hölzernes Schiff. Konstruktion. a Kiel, b Vorsteven, c Achtersteven, d Bodenwrangen, e Kimmstücke, f Auflanger, g Kielschwein, h Loskiel, i Deckbalken, k Balkweger, l Wassergänge, m äussere, n innere Beplankung, o Oberdecksbeplankung, p Regeling, q Heck, r Galjon.] ¶
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indem man mit Meißel [* 16] und Hammer [* 17] Werg hineinschlägt und sie schließlich mit Pech oder Harz füllt. Zur Konservierung des Holzes wird das ganze S. mit Teer oder Öl gestrichen, der unter Wasser gelegene Teil zum Schutz vor dem Bewachsen mit Seepflanzen und Seetieren, welche die Geschwindigkeit verringern würden, und vor dem Bohrwurm mit einem Bodenbeschlag versehen, d. h. der Boden wird mit Kupfer- oder Bronze-, auch wohl mit billigern Zinkplatten benagelt. Kiel, Kielschwein, Spanten, Deckbalken, Außenhaut- und Wegerungsplanken werden meist aus Eichenholz, die Deckplanken aus Kiefernholz gefertigt.
Statt des teuern Eichenholzes hat man in neuerer Zeit auch vielfach fremde Hölzer verwendet; so zu Kielstücken, Steven, Wegerungs- und Außenhautplanken Teakholz, zu Deckbalken Mahagoniholz, zu Deckplanken amerikanische Nadelhölzer [* 18] (Pitchpine, Yellowpine und Whitepine). In Amerika [* 19] werden minderwertige Schiffe fast ausschließlich aus Nadelholz hergestellt. Handelsschiffe erhalten häufig Kiele aus Buchenholz, welches sich vermöge seiner großen Länge, Haltbarkeit im Seewasser und Billigkeit zu diesem Zweck eignet.
Beim Bau eiserner Schiffe (Fig. 7-9) wird als Grundlage ebenfalls der Kiel gelegt, welcher entweder ein voller Eisenbalken oder hohl und kastenförmig ist, oder aus mehreren vertikal nebeneinander stehenden Platten besteht. Große Schiffe haben zuweilen gar keinen außen sichtbaren Kiel, dann aber gewöhnlich 2 Seitenkiele, die nur äußerlich angebracht sind und das Schlingern des Schiffs (s. unten) vermindern sollen. Der Vorsteven ist meist massiv und an den Kiel angenietet; Hinter- und Rudersteven sind ebenfalls massiv, der erstere bei Schraubenschiffen mit einer Anschwellung versehen, durch welche die Schraubenwelle geht.
Beide bilden zusammen einen Rahmen, der, wenn aus Bronze [* 20] oder Gußstahl gefertigt (Kriegsschiffe), aus Einem Stück gegossen ist, sonst aber aus mehreren, gewöhnlich drei, Stücken zusammengeschweißt wird. Die Spanten oder Rippen eines eisernen Schiffs werden aus L- oder Z-Eisen gebogen; sie erhalten oberhalb des Kiels Verstärkungen aus eisernen Platten, welche die Bodenwrangen hölzerner Schiffe vertreten, weiter nach oben Verstärkungen aus Winkeleisen, so daß der Querschnitt der [* 15] Fig. 3 entsteht.
Das Kielschwein ist entweder eine einfache Vertikalplatte oder ein nach unten offener Kasten. Bei neuern, namentlich Panzerschiffen bestehen Kiel und Kielschwein zusammen aus einer bis 1 m hohen vertikalen Platte, an welche unten eine Horizontalplatte und darauf die Außenhaut, oben die Innenhaut fest angenietet ist. Von beiden Seiten stoßen gegen diesen Kiel diejenigen quer gerichteten Platten, welche die Spanten bilden. Die Außenhaut besteht aus Eisen- oder Stahlplatten, die neben- oder übereinander liegend an den Spanten etc. durch Nietung befestigt sind und nach außen eine glatte Fläche bilden.
Große eiserne, namentlich Panzerschiffe erhalten außer der Außenhaut noch eine vollständige Beplattung an der Innenseite der Spanten; auch haben solche Schiffe zu ihrer Verstärkung in der Längsrichtung noch Seitenkielschweine oder Längsspanten, d. h. Plattenreihen, welche ungefähr dem Kiel parallel von vorn nach hinten laufen und vertikal zur Schiffswand stehen, so daß das oberste derselben, der sogen. Panzerträger, horizontal liegt. Durch die Beplattung an der Innen- und Außenseite der Spanten entsteht ein Hohlraum (der sogen. doppelte Boden), welcher durch Kiel, Spanten und Längsspanten in viele einzelne Zellen geteilt wird.
Nicht alle Spant-, resp. Seitenkielschweinplatten sind voll, sondern, um an Material und Gewicht zu sparen, durchbrochen; sofern sie das nicht sind, begrenzen sie eine wasserdichte Zelle. [* 21] Auch das ganze große Innere des Schiffs ist vermittelst eiserner Wände, die von vorn nach hinten, resp. von einer Schiffswand zur andern reichen (Längs- und Querschotte), in mehrere wasserdichte Abteilungen getrennt. Sie dienen zur Verstärkung des Verbandes, hauptsächlich aber zur Lokalisierung eines durch einen Rammstoß, einen Torpedo oder auf andre Weise entstandenen Lecks.
Als Befestigungsmittel der einzelnen Teile untereinander dienen Niete oder Schrauben, [* 22] welche in mehreren Reihen nebeneinander durch vorher in die Platten etc. gebohrte Löcher gesteckt und dann verklinkt werden. Behufs des Abdichtens werden die Nähte nur verstemmt, sie werden durch die Bildung von Rost ohne weiteres sehr gut wasserdicht. Zur Konservierung werden eiserne Schiffe mit einem Mennige- oder Ölfarbenanstrich versehen; sie können aber nicht gekupfert werden, da sich zwischen Eisen, [* 23] Kupfer [* 24] und Seewasser ein galvanischer Strom bildet, welcher das Eisen in kürzester Zeit zerstören würde.
Daraus entsteht der Nachteil, daß sich allerlei Seegewächse und Seetiere (Balaniden) an das S. ansetzen, und es ist bis jetzt nicht gelungen, einen Ersatz für das Kupfer zu finden. Durch das Bewachsen büßen aber die Schiffe an Geschwindigkeit bedeutend ein, und sie müssen daher häufig, mindestens alle Jahre, gedockt und mit neuem Anstrich versehen werden. Hierin liegt der Hauptnachteil der eisernen Schiffe gegenüber den hölzernen, während sie sonst große Vorteile bieten.
Man kann nur aus Eisen lange, scharfe und dabei starke Schiffe bauen; auch sind eiserne Schiffe bedeutend dauerhafter als hölzerne. Man hat versucht, die Vorteile eiserner und hölzerner Schiffe zu vereinigen, und aus diesen Bemühungen entstanden die Kompositschiffe oder Schiffe gemischten Systems, bei welchen die Spanten immer, sehr häufig auch Kielschwein, Deckbalken und andre wichtige innere Teile aus Eisen, die Außenhaut dagegen stets aus Holz [* 25] bestehen, so daß man nun die Kupferplatten anbringen kann.
Die Größe eines Schiffs kann dadurch angegeben werden, daß man die Anzahl der Tonnen à 1000 kg nennt, welche das von dem schwimmenden S. verdrängte Wasser wiegt. Dies ist das Deplacement eines Schiffs. Der Tonnengehalt ist dagegen die Ladefähigkeit eines Schiffs, also ungefähr das Deplacement minus Eigengewicht. Nach der deutschen Schiffsvermessungsordnung dagegen wird zur Ermittelung der Ladungsfähigkeit eines Schiffs der Raumgehalt durch Vermessung nach dem Metermaß festgestellt (s. Schiffsvermessung).
Bei einem fertigen S. (Kriegsschiffe nennt man in diesem Fall »in Dienst«, im Gegensatz von »außer Dienst«, wo sie abgetakelt und ungebraucht sind) unterscheiden sich äußerlich scharf der Rumpf und die Takelage (s. d.). Vom Rumpf sieht man den über Wasser befindlichen Teil der Schiffswand, welch letztere nach oben in flach konkaver und schlank verlaufender Linie endigt; nach vorn begrenzt der gewöhnlich vorn übergeneigte Vorsteven, nach hinten das Heck das Bild. Ganz vorn, über dem Vorsteven und unter dem Bugspriet, befindet sich die Galjonsfigur, eine hölzerne Statue, die Bezug auf den Namen des Schiffs hat; Heck und Bug sind außerdem nicht selten verziert. Der Rumpf ist entweder einfarbig, meistens schwarz
[* 15] ^[Abb.: Fig. 3: L- oder Z- Eisen.] ¶