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Vicente Del Bosque und Giovanni Trapattoni gehören zu den Trainer-Oldies dieser EM. Der Spanier gilt als Gentlemen, während der irische Nationalcoach in der Presse eher als verrückt gilt. Erfolg haben beide.
Vicente Del Bosque
Mit dem Team, das Vicente Del Bosque nach der Europameisterschaft 2008 von seinem Vorgänger bekam, konnte man eigentlich nichts falsch machen. Trotzdem ist es erstaunlich, wie nahtlos der Trainer an die Erfolge der letzten EM und den guten Lauf des Teams anknüpfte, seit seinem Amtsantritt nur zwei Pflichtspiele verlor und als Krönung nach dem EM- auch noch den WM-Titel nach Spanien holte. Dass Del Bosque der richtige für diesen Job ist, daran hat sowieso selten ein Fussball-Experte in Spanien gezweifelt. Der 61-Jährige gilt als alter Trainerfuchs, der weiss, wie man mit einem Starensemble umzugehen hat. In Spanien geniesst er aufgrund seiner Höflichkeit und seinem ruhigen und ausgeglichenen Umgang mit den Medien sogar den Spitznamen «Gentleman».
Vor seinem Amtsantritt als Nationaltrainer Spaniens verbrachte Del Bosque die meiste Zeit seines Lebens auf dem Trainingsgelände und im Stadion von Real Madrid. Bereits als Profi stand der Spanier fast ausschliesslich bei den Königlichen unter Vertrag, feierte grosse Erfolge und lief in dieser Zeit 18-mal im spanischen Nationaldress auf. Nach seiner Aktiv-Karriere wurde er sofort Jugendkoordinator bei Real und dann Trainer der Reserve. Del Bosque musste sich aber gedulden, ehe er definitiv das Ruder der ersten Mannschaft übernehmen durfte. Zunächst stand er nämlich oft nur interimistisch an der Seitenlinie, sozusagen als Überbrückung zwischen zwei Trainern. Als er aber im Jahr 2000 als Lückenbüsser die Meisterschaft und den Champions League-Titel gewann, wurde er endlich mit einem Vertrag ausgestattet. In der Folge holte er noch je einmal den Titel in der Liga und der CL, ehe sein Vertrag im Sommer 2003 nicht mehr verlängert wurde. Danach hatte Del Bosque noch ein kurzes Engagement bei Besiktas Istanbul, wurde dort aber nach nur einem halben Jahr gefeuert. Als spanischer Nationaltrainer konnte der Trainer seine bisher grössten Erfolge feiern. Nach dem WM-Titel fehlt im nun nur noch der Gewinn der Europameisterschaft, um alle grossen Trophäen des nationalen und internationalen Fussballs in seinem Regal stehen zu haben. Sollte ihm das nicht gelingen, dürfte er aber wohl schon bald wieder einem anderen Coach das Ruder überlassen, welcher aber ein nicht minder phantastisches Team bei seinem Amtsantritt antreffen wird als Del Bosque selber.
Giovanni Trapattoni
Giovanni Trapattoni gehört zu den erfolgreichsten Trainern Europas. Seit 1972 steht der 73-Jährige ununterbrochen auf den Trainingsplätzen dieser Welt, also seit 40 Jahren. In dieser Zeit hat er alles gewonnen, was ein Vereinstrainer gewinnen kann, die Champions League, den UEFA Cup, Meisterschaften und Pokalsiege in Italien, Deutschland, Portugal und Österreich. In Italien hat Trapattoni beinahe jedes Spitzenteam trainiert, in Deutschland erregte er vor allem während seiner Zeit bei Bayern München Aufsehen und hatte einige legendäre Auftritte. Als Nationalcoach indes hatte Trapattoni bei seiner ersten Station wenig Erfolg, von 2000 bis 2004 coachte er die «Squaddra Azzurra», schied an der WM 2002 aber im Achtelfinale aus und scheiterte an der Europameisterschaft 2004 gar in der Vorrunde, worauf sein Vertrag nicht mehr verlängert wurde. Seit vier Jahren ist er nun Trainer der irischen Nationalelf und führt das Team zum zweiten Mal in der Geschichte an eine EM-Endrunde. Für die erfolgreiche Qualifikation erhielt «Trap» viel Lob in Irland, ansonsten wird der Italiener aber auch oft kritisiert, beispielsweise für seine defensive Taktik, seine Personalentscheide oder sein schlechtes Englisch. Doch Trapattoni lässt sich, wie bereits bei früheren Stationen, nicht beeindrucken von seinen Kritikern und geht unbeirrt seiner Wege.
Dieses Selbstvertrauen schöpft der Italiener aber nicht nur aus 40 Jahren Erfahrung als Trainer, sondern auch aus einer enorm erfolgreichen Karriere als Profi. Als Aktiver spielte «Trap» 17 Jahre lang beim AC Mailand, und war bereits damals ein eifriger Titelsammler. Nach seinem Karriereausklang beim FC Varese kehrte er sofort zu seinem Stammverein zurück, übernahm ein Jugendteam und stand nur zwei Jahre später bereits bei der 1. Mannschaft an der Seitenlinie. Nun ist Trapattoni, fast ein halbes Jahrhundert später, in Irland angekommen. Der «Maestro» weiss immer noch, wie Fussball funktioniert – die Erfolge seines Teams geben ihm recht. Auch mit 73 wirkt Trapattoni noch so leidenschaftlich wie zu Beginn seiner Trainerkarriere. Und seine Interviews nach dem Spiel sind immer noch legendär.
Die EM-Geschichte zum Spiel Spanien-Irland: Stephen Irelands Lügen
Bild:rfefs.es / fai.ie
Er ist eine deutsche Fernsehlegende mit Kultstatus. Im Interview mit kurzpass.ch rechnet Waldemar Hartmann mit der ARD ab, spricht über die Steueraffäre um Uli Hoeness und lobt seine Wahlheimat Chur.
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