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Herr Friedli hat als Kundenberater gearbeitet. Wegen einer Umstrukturierung wurde ihm die Stelle gekündigt. Die Firma hat ihn per sofort freigestellt, damit er genügend Zeit für die Stellensuche habe. Sicher hatte es auch damit zu tun, dass er sehr gute Kundenkontakte pflegte und die Versicherung Angst hatte, dass er seine Klienten auf die eine oder andere Art über seinen Weggang informierte.
Herr Friedli war mit diesen Konditionen einverstanden. Da ihm die Firma gekündigt hatte, entfiel das Konkurrenzverbot und er konnte ohne weiteres wieder eine ähnliche Stelle suchen.
Seine Kündigungsfrist betrug 3 Monate. In der Freistellungsvereinbarung stand aber der Satz: „Mit der Freistellung gelten die Überstunden als bezogen…“. Damit war er nicht einverstanden. Er beschwerte sich beim Arbeitgeber. Dieser fühlte sich aber im Recht. Er meinte, dass er ihm bereits 3 Monate „Urlaub“ schenken würde, daher müsse er diese Überstunden nicht auch noch bezahlen.
Dieser Fall ist im OR klar geregelt. Besteht keine vertragliche Abmachung, wonach die Überstunden durch Freizeit abgegolten werden, konnte Herr Friedli auf eine Auszahlung bestehen. Dazu gehört auch einen Zuschlag von 25 Prozent (Art 321c OR).
Bei einer Freistellung, einer Kündigung oder einem Arbeitszeugnis empfiehlt es sich, sich bei einer Fachstelle beraten zu lassen.