Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03424.jsonl.gz/1598

« Die Stadt ist ein 360° Theater » (Michel Crespin)
Die Vereinigung der Schweizer Strassenkünste (FARS) hat 2019 damit begonnen, Standorte für Künstler zu schaffen, die sich frei im öffentlichen Raum äussern wollen. Spezifische Räume die es Künstlertruppen ermöglichen, öffentlich aufzutreten, nachdem sie sich in einer online-Plattform eingeschrieben haben. Das Projekt bezweckt, den Arbeitsaufwand der Städte und den Zugang der Künstler zum öffentlichen Raum zu vereinfachen.
Die Benutzung dieser mit kleinem Aufwand hergerichteten Plätze wird durch eine Charta geregelt, an die sich jeder Benutzer hält. Durch das Auftreten der Strassenkünstler beleben sich um diese Plätze Quartiere oder populäre Orte, es entstehen Quartierevents und andere spontane Aktionen der Bevölkerung.
Um auf der Strasse auftreten oder sich öffentlich äussern zu können, müssen heutzutage bei verschiedenen städtischen Ämtern Bewilligungen eingeholt werden, sei es für einen Tag, einen Monat oder ein Jahr. Manchmal muss eine Gebühr entrichtet und es muss bewiesen werden, dass man „Künstler“ ist und dass die geplante Darbietung auf der Strasse gespielt werden kann. Jede Gemeinde oder Stadt hat ihre eigene Vorgehensweise, die Anfragen von Strassenkünstlern zu behandeln. Diese Vorschriften und Bewilligungen sind notwendig, um eine gewisse Kontrolle über die Aktivitäten im öffentlichen Raum zu bewahren. Andererseits verhindern sie jegliche Möglichkeit spontaner Projekte und wirken abschreckend auf Künstler, die sich im öffentlichen Raum produzieren wollen.
Um die Künstler zu ermuntern, auf der Strasse zu spielen, das Quartierleben (wieder) zu beleben und in Schwung zu bringen, und einen „freieren“ Zugang zum öffentlichen Raum zu finden, wollen wir in Zusammenarbeit mit den Städten Plätze für den Auftritt von Strassenkünstlern schaffen. Die Bewilligungsanfragen für Auftritte im öffentlichen Raum sollen vereinfacht und harmonisiert werden.
Unser Ziel ist:
- Den Bewilligungsablauf für Anfragen für Auftritte zu harmonisieren und zu vereinfachen, durch Schaffen einer gemeinsamen Antragsplattform aller interessierten schweizerischen Städten
- Für (schweizerische und ausländische) Künstler den Zugang zum öffentlichen Raum zu vereinfachen
- Den Arbeitsaufwand der Ämter zu erleichtern
- Städte und Quartiere zu beleben
- Einen bestehenden Kulturraum aufzuwerten
- Die Förderung von Quartierevents um diese Plätze herum
- Den Zugang zu Kultur für alle zu fördern
- Die Bande zwischen Behörden und bestehenden Vereinigungen vor Ort zu stärken
- Generationen und Bevölkerungsgruppen zusammenzubringen
Um dieses Projekt zu realisieren und eine Vorstellung der endgültigen Form dieser Plätze zu bekommen, hat die FARS ihr Vorgehen in mehrere Abschnitte unterteilt :
- Suche vor Ort (Oktober 2019 – Januar 2020)
- Fragebogen an Künstler, betreffend ihrer Gewohnheiten bei Strassenaufführungen in der Schweiz
- Umfrage bei ca. 30 Städten in der Schweiz zu den Bedingungen für eine Strassenaufführung
- Präsentation der SKK (Städtekonferenz Kultur) und des Funktionsmodelles der „Plätze 360“ (März 2020)
- Studie vor Ort in Partnerschaft mit der Stadt Bulle und ihren Ämtern für Kultur, Städtebau und Sicherheit. Mit Hilfe von Fachleuten und Verantwortlichen für Kultur verschiedener schweizer Städte werden wir versuchen, den bestmöglichen Raum in Bulle zu finden, um einen Versuchs-„Platz 360“ zu schaffen (März 2020)
- Erstellen der ersten Pilotplätze 360 in 2-3 Städten der Schweiz (Juni-August 2020)
Wir zählen auf die Mitarbeit der schweizerischen Städte, um dieses Projekt stufenweise weiterzuführen, indem sie uns ihre Meinung und Erfahrungen zum Konzept, die für eine Stadt möglichen Investitionen sowie die Bedürfnisse mitteilen (denen die FARS entgegenkommen kann). Und schliesslich wären wir hocherfreut, in verschiedenen Städten „Plätze 360“ testen zu können, um unsere Recherchen durch praktische Erfahrungen ergänzen zu können.
Das Ziel ist, das allgemeine Projekt gemeinsam zu entwickeln und es den Besonderheiten und spezifischen Bedürfnissen jeder Stadt anzupassen.
Zurzeit haben die Städte La Chaux-de-Fonds, Neuchâtel, Bulle und Biel Interesse gezeigt und verfolgen das Projekt aufmerksam.
Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren falls Sie weitere Informationen zum Stand des Projektes wünschen.