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Der Jude Kurt Landauer widmete sein ganzes Leben dem FC Bayern. Er prägte vieles, was den Verein gross gemacht hat und woran die Vereinsführung noch heute festhält.
Der FC Bayern ist mit sieben Europapokalsiegen, davon fünf in der Champions League bzw. dem Europapokal der Landesmeister, der erfolgreichste deutsche Profifussballverein. Mit 223.985 Mitgliedern ist er einer der grössten und wirtschaftlich einer der stärksten Clubs der Welt.
Der Kaufmann und Fussballfunktionär Kurt Landauer war zwischen 1913 und 1951 vier Mal Präsident des FC Bayern. 1932 gewann er mit dem Verein die erste Deutsche Meisterschaft. Als die Nationalsozialisten im folgenden Jahr an die Macht kamen, verlor Kurt Landauer als Jude seine Arbeitsstelle bei den „Münchner Neusten Nachrichten». Im März 1933 musste er auch sein Amt als Bayern-Präsident abgeben. Einen Tag nach der Pogromnacht vom 9. November wurde er für zwei Monate im Konzentrationslager Dachau interniert und konnte nach seiner Entlassung in die Schweiz flüchten, während vier seiner Geschwister von den Nazis ermordet wurden. Die Bayern-Spieler hatten ihn aber nicht vergessen: Bei einem Freundschaftsspiel in Zürich im Jahre 1943 rannten sie zur Tribüne und begrüssten ihren Präsidenten herzlich. 1947 kehrte Kurt Landauer nach München zurück und wurde nochmals bis 1951 Präsident des FC Bayern. Am 21. Dezember 1961 starb Kurt Landauer in München. Auf der Jahreshauptversammlung im November 2013 haben ihn die Vereinsmitglieder posthum zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Dirk Kämper ist Historiker, Drehbuchautor und Journalist, u.a. für ARD, WDR und 3sat. Seine erzählerische Biografie „Kurt Landauer: Der Mann, der den FC Bayern erfand» ist diesen Herbst im Orell Füssli Verlag erschienen.
Andreas Wittner ist Sportarchivar und freier Autor.