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.org-Verkauf löst eine Demonstration aus27. Januar 2020 um 14:50
In Los Angeles protestierten Aktivisten gegen den 1,1-Milliarden-Dollar-Verkauf der Domain-Vergabestelle an Private.
Die Domain-Endung .org ist für Non-Profit-Organisationen (NPO) gedacht, und die Domain wurde bisher auch von einer NPO verwaltet, der Internet Society (ISOC). Dies soll sich ändern, denn die ISOC will .org verkaufen zu einem Preis von 1,13 Milliarden Dollar. Käufer ist Ethos Capital, ein unbekanntes Unternehmen mit nur zwei Mitarbeitern. Einer ist pikanterweise der frühere ICANN-CEO Fadi Chehade. Die Organisation ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) koordiniert die Vergabe von einmaligen Namen und Adressen im Internet.
'The Register' schreibt, der Deal werde zu einem Drittel durch Schulden finanziert. "Das Geld stammt von milliardenschweren republikanischen Investitionsvehikeln," heisst es dazu.
Dies rief die Aktivisten der Electronic Frontier Foundation (EFF) auf den Plan, ebenso weitere Gegner des Deals, darunter viele NPOs von den Pfadfinderinnen bis hin zu Greenpeace. Ebenso reihte sich der bekannte Science-Fiction-Autor und Internet-Aktivist Cory Doctorow unter die Gegner sowie diverse Senatoren aus Washington.
"Der Verkauf von .org schockierte jeden in der Internet-Welt", bilanziert 'The Register'. Die Gegner wollen den Verkauf stoppen und appellieren deswegen an ICANN. Zum Widerstand gehört eine Petition, die aktuell von 700 Organisationen und mehr als 20'000 Einzelpersonen unterzeichnet wurde.
In Los Angeles gab es sogar eine Demonstration während einer ICANN-Sitzung, um die Petition zu übergeben. Laut 'The Register', welcher vor Ort war, gelang dies nach einigen Debatten auch. Nun soll geklärt werden, ob ICANN den Verkauf stoppen könnte, und falls ja, können darüber Mitarbeitende entscheiden oder das Aufsichtsgremium. Weil eine Blockade des Verkaufs wohl juristische Streitereien zur Folge haben wird, muss auch geklärt werden, ob der Disput anderswie gelöst werden könnte.
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