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Kaum ein Sachverhalt der fortgeschrittenen Industriegesellschaften wurde empirisch so irttensiv untersucht wie die Massenkommunikation. So unbestritten die Existenz von Wirkungen der Massenmedien auf die Meihung, Einstellung und das Verhalten ihres Publikums ist, so umstritten sind doch weiterhin die zahlreichen Versuche einer funktionalen oder gar kausalen Zuordnung. Während die Soziologie und Sozialpsychologie in anderen Teilbereichen, z. B. der Industrie-oder Berufssoziologie, das Stadium der Ideologiekritik zwar nicht über wunden, aber doch weitgehend abgeklärt hat, sieht sich die Massenkommunikations forschung vor allem immer wieder aufgerufen, eingespielte und eingeschliffene, stereotype Vorstellungen über die Wirkung der Massenmedien zu widerlegen. In besonderer Weise muB sie sich dab ei einerseits mit einem psychologischen Reduktio nismus, der wesentlich in der Tradition von LE BON steht, auseinandersetzen und andererseits gegen eine ästhetisierende Kulturkritik wehren, deren Position mit dem Begriff des "aristokratischen Individualismus" (FRIEDRICH NIETZSCHE) zu treffend beschrieben ist. "Der Aufstand der Massen" (ORTEGA y GASSET) wird als die gesellschaftliche Ent wicklung der letzten hundert Jahre verstanden, bei der eine ungegliederte und unbestimmte Vielzahl isolierter und gleichartiger Inàividuen in kulturgefährdender Absicht aufgebrochen ist, angetrieben und bestimmt von der "Massenseele" (GUSTAVE LE BON), welche sich einzig in "einer häf1lichen Möglichkeit des Mensch seins" verwirklichen kann, wie Hofstätter diese gesellschaftsphilosophische Vision treffend gekennzeichllet hat ( P. R. HOFSTÄTTER, 1957, S. 9). Wo ab er die Struk turierung gesellschaftlicher Prozesse verkannt und die Existenz sozialer Gruppie rungen und Illstitutionalisierungen in ihrer vergesellschaftenden Funktion miB deutet wurden, konnte die "Legende von der Massengesellschaft" (THEODOR GEIGER) entstehen.
Inhalt
1. Einleitung.- 2. Die Inhaltsanalyse von zwei Kölner Lokalzeitungen.- 3. Mitarbeiter bei einer Lokalzeitung.