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Die Tätigkeit der SozialarbeiterInnen ist durch vielerlei bedingt. Ob man nun an den gesetzlichen Rahmen denkt, der ihre Arbeit strukturiert, an die institutionellen Richtlinien, nach denen sie sich zu richten haben, an die Realitäten des Arbeitsmarktes oder an stets komplexer werdende KlientInnenssituationen - in jeder Hinsicht ist ihr Handlungsspielraum beschränkt. Dennoch begleiten, unterstützen, beraten und führen sie ihre Klienten auf dem Weg zur Wiedereingliederung. Auch wenn ihr Handeln bedingt ist, sind sie doch Handelnde. Dies ist das zentrale Paradox, das diese Forschungsarbeit motiviert hat, das Rätsel, das es zu lösen galt. Wie arbeiten SozialarbeiterInnen, wenn sie Bedingungen und Folgen ihres Handelns nicht überblicken können?
Der soziologieübliche begriffliche Werkzeugkasten wird um ein Konzept ergänzt, das eher aus der literarischen Sphäre vertraut ist : die Fiktion - und dieser Begriff wird unser Rätsel wirklich erhellen. Denn erst durch die Vermittlung einer Fiktion - durch die Schaffung eines fiktiven Raumes - geben die SozialarbeiterInnen dem Klienten die Möglichkeit zum Handeln.
Der erste Teil dieses Buches wird daher zunächst darauf abzielen, die Verwendung dieses begrifflichen Instruments zu rechtfertigen sowie seine Dimensionen und ihre Implikationen für die Analyse der Beziehung zwischen SozialarbeiterIn und Klient im Rahmen der finanziellen Sozialhilfe in einem Schweizer Kanton zu erfassen. Der zweite wird das Konzept gewissermassen auf die Probe stellen, indem wir unser Rätsel durch die Geschichte - die Fiktion - von David & Grégoire lösen ….