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Die Geschichte der Lupinen
Namensgebung
Der lateinische Name Lupinus und die davon abgeleiteten Namen, sowie die übersetzungen Wolfsbohne und Féve de loup beziehen sich vermutlich auf die Bitterkeit der Samen. Nach anderen, unwahrscheinlicheren Deutungen soll der Name vom «gierigen Eindringen der Wurzeln in den Boden» oder von der zottigen Behaarung der Hülse kommen. Die einjährigen Lupinus albus und Lupinus angustifolius hiessen im 18. Jahrhundert in der Schweiz Mausbohnen, weil sie die Mäuse aus den Gärten vertreiben sollten. Später wurden die als Zierpflanzen kultivierten Arten, ihrer steif aufrechten, szepterförmigen Blütentrauben wegen auch «Kaiserstäbli» oder «Jelängerjelieber» genannt. Da Lupinus angustifolius früher zum zubereiten von Kaffesurrogat (ein Kaffeeersatz) verwendet wurde, ist sie in Süddeutschland, im Tirol und in der Ostschweiz auch unter dem Namen «Kaffee» oder «Schwäbischer Kaffee» bekannt. Heute hat sich der Name Lupine durchgesetzt.
Kulturgeschichte
Die Kultur der Lupine reicht bis ins ägyptische, griechische und römische Altertum zurück. In ägyptischen Gräbern und in Pompeij wurden Samen von Lupinus albus gefunden. Lupinen wurden damals wegen den Samen angebaut, aus welchen man Viehfutter, menschliche Nahrung oder Medizin gewinnen konnte. Zudem eignet sie sich als Gründünger. Von den Lupinensamen erwähnte Zwinger (1696) in seinem Kräuterbuch, dass sie schwer verdaulich seien und vorwiegend äusserlich verwendet würden. Ein Absud davon sei gut für räudige Schafe. Mit Lupinenmehl und bitterem Mandelöl wurden Kinder eingerieben, um die Würmer abzutreiben. Heute werden die mehrjährigen, meist züchterisch bearbeiteten Lupinen als Zierpflanzen in Gärten und Parks verwendet.
Lupinus Westcountry
Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Vielblatt-Lupine (Lupinus polyphyllus) wurde bereits Ende des 18. Jahrhunderts in Europa eingeführt. Durch Einkreuzung von ausdauernden Vertretern der Arten sind viele Sorten der Lupinus polyphyllus Gruppe entstanden. Die wohl bekannteste Sortengruppe, die Russel Lupine, ist nach ihrem Züchter George Russel benannt. Interessanterweise lässt sich der Stammbaum der neuen Westcountry Lupinen bis zu den durch Russel gezüchteten Typen zurückverfolgen. Die englische Staudenzüchterin Sarah Conibear hat vor ca. 12 Jahren Saatgut aus der Russel Linie erhalten und daraus die Westcountry Lupinen gezüchtet und selektiert. Sarah Conibear von den Westcountry Nurseries (England, Devon) konnte diese neuen Lupinen mit grossem Erfolg bereits mehrfach an der Chelsea Flower Show ausstellen.