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Querentwässerung
Die Querentwässerung dient dazu, das direkt auf der Wegoberfläche anfallende Wasser seitlich abzuleiten. Dies erfolgt meistens über eine Querneigung des Weges. Ist ein Längsgefälle vorhanden, sollten zusätzlich Querabschläge eingebaut werden.
1. Entwässerung mittels geneigter Wegoberflächen
Querneigung talwärts
Bei leichten bis mittleren Hangneigungen, geringem Hangwasserzufluss und einer stabilen talseitigen Böschung hat sich die Entwässerung über eine 3 bis 5 % talwärts geneigte Wegoberfläche bewährt. Der Vorteil der talseitigen Entwässerung (über die Schulter) liegt im geringen Unterhaltsaufwand, da keine Längsentwässerung nötig ist. Bei starkem Hangwasserzufluss sind die Wegoberfläche und die talseitige Böschung jedoch erosionsgefährdet.
Querneigung bergwärts
Bei starkem Hangwasserzufluss und/oder erosionsempfindlichem Untergrund ist es sinnvoll, die Wegoberfläche 3 bis 5 % bergwärts zu neigen. Auch in exponiertem Gelände kann dies sinnvoll sein, um einem Ausrutschen gegen die Talseite hin vorzubeugen. Bergwärts geneigte Wegoberflächen werden über eine bergseitige Längsentwässerung mit Querabschlägen entwässert.
Querneigung bei Wegen in der Ebene
Auch Wege in der Ebene können über eine Querneigung oder eine leichte Bombierung entwässert werden. Wenn das angrenzende Terrain ausreichend Wasser aufnehmen kann, sind keine zusätzlichen Massnahmen notwendig. Bei Böden, die zur Vernässung neigen, ist zusätzlich eine Längsentwässerung empfehlenswert. Die Querneigung muss von Zeit zu Zeit erneuert werden, da sie allmählich abflacht.
2. Querabschläge
Querabschläge dienen der seitlichen Entwässerung auf Wegen mit Längsneigungen ab 10 % sowie der Ableitung von Wasser aus Längsentwässerungen.
Von zentraler Bedeutung sind die richtige Platzierung und der regelmässige Unterhalt der Querabschläge. Damit das anfallende Wasser kontrolliert weggeführt wird, müssen Entwässerungen oberhalb von Wegabschnitten in Falllinien, Kunstbauten (Treppen, Randabschlüsse, Stützmauern) sowie oberhalb der Wendepunkte angelegt werden.
Um eine grösstmögliche Selbstreinigung zu erreichen, werden Querabschläge mit einer Neigung von ca. 5 % und einem Winkel von 30 bis 45 Grad zur Längsachse des Weges angelegt. Idealerweise ragen sie mindestens 20 cm über den Wegrand hinaus. Die talseitige Böschung wird beim Ausfluss mit Steinen gegen Auskolkung gesichert. Bei erosionsgefährdeten Hängen muss das anfallende Wasser kontrolliert abgeleitet werden, z. B. in nahe gelegene Bäche, Gräben oder solideres Terrain.
Querabschläge aus Rundhölzern oder Balken
Einfache Querabschläge lassen sich aus Holz erstellen. Rundhölzer oder Balken mit einem maximalen Durchmesser von 25 cm werden ca. 10 cm tief in die Wegoberfläche eingelassen und mit Pflöcken oder Armierungseisen befestigt. Als Variante können auch längs eingekerbte Baumstämme mit der Schnittfläche wegaufwärts eingebaut werden. Bergseitig werden die Querabschläge in die Böschung eingegraben, damit kein Wasser vorbeifliessen kann. Querabschläge aus Rundhölzern eignen sich für alle Wegtypen und Niederschlagsverhältnisse.
Querabschläge aus Natursteinen
Einfache Querabschläge können auch aus Natursteinen gebaut werden. Die Steine werden quer über den Weg passgenau aneinandergereiht und 10 bis 20 cm tief in den Wegkörper eingebunden. Eingeschlagene Pflöcke oder Armierungseisen verhindern ein Umkippen. Der erste Stein wird in die
bergseitige Böschung eingebunden, damit kein Wasser vorbeifliessen kann. Die Steine sollten nicht mehr als 15 cm über die Wegoberfläche hinausragen. Querabschläge aus Natursteinen sind oft auf Bergwanderwegen anzutreffen. Sie eignen sich für alle Niederschlagsverhältnisse.
Gräben mit Kieswall
Eine weitere Möglichkeit, einfache Querabschläge zu erstellen, ist das Ausheben flacher Gräben quer zum Weg. Das Aushubmaterial wird entlang des Grabens als Wall aufgeschüttet und verdichtet. Der Höhenunterschied zwischen Graben und Wall beträgt ca. 20 cm, die Grabenbreite bis zu 50 cm. Die Erstellung und der Unterhalt sind kostengünstig. Gräben mit Kieswall eignen sich für Wege mit geringer Längsneigung und mässigem Wasseranfall, welche nicht mit Maschinen befahren werden.
Querrinnen
Querrinnen sind eine auf Wanderwegen häufig verwendete Form von Querabschlägen. Sie sind dauerhafter als einfache Querabschläge aus Holz, Natursteinen oder Erdwällen, ihre Erstellung ist aber aufwändiger. Querrinnen können vor Ort aus Schnittholz oder behauenen Steinen konstruiert werden. Im Handel sind vorfabrizierte Querrinnen aus Holz, Beton und Stahl verfügbar. Die Einbindetiefe in den Wegkörper beträgt ca. 15 cm, die Oberkante der Rinne ist niveaugleich mit der Wegoberfläche. Das Innenmass sollte 10 bis 15 cm betragen. Auf steilen Wegen kann es vorkommen, dass Querrinnen durch den Bergdruck eingedrückt werden. Bei Holzrinnen lässt sich dies durch Einschlagen von Bauklammern vermeiden. Eine vertikale Fixierung der Rinne im Erdreich mit Armierungseisen oder Erdankern sorgt für zusätzliche Resistenz gegen Druck von unten. Querrinnen eignen sich für Wege von mehr als 2 m Breite mit starkem Wasseranfall.
Rohrleitungen
Wasser aus Längsentwässerungen kann auch über Rohre anstatt über Querabschläge abgeleitet werden. Der Innendurchmesser sollte dabei mindestens 15 cm betragen. Da Rohre eingegraben werden, erlauben sie den Bau von ebenen Wegoberflächen mit hohem Gehkomfort. Rohre sind aber aufwändig im Unterhalt, da sie leicht verstopfen.
Hinweis für Wege mit gemeinsamer Nutzung Velo und Mountainbike
Bei Wegen, die gemeinsam fürs Wandern und Velofahren oder Mountainbiken bestimmt sind, ist die Wahl der Entwässerung sorgfältig abzuklären. Querabschläge mit hochgestellten, einfachen Abschlägen sind für Radfahrende gefährlich. Es eignen sich Quergräben oder eingeschränkt auch Querrinnen mit gebrochenen Kanten. Um ein möglichst gefahrloses Befahren sicherzustellen, sollte der Innendurchmesser maximal 8 cm betragen und die Rinnen in flachem Winkel eingebaut werden.