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Als Grundlage gilt: Fortschrittliches Hundetraining ist ein Handwerk. Früher war die Strafe beim Hundetraining das gängige Mittel, um unerwünschtes Verhalten zu stoppen.
Es wäre falsch zu behaupten, dass diese Methode zur Erreichung eines gewünschten Verhaltens keine Erfolge zeigt.
Inzwischen hat sich aber der Zeitgeist gewandelt und die Sicht auf den Hund hat (auch wenn der Welt-Biodiversitätsrat allarmierende Zahlen in Bezug auf beschleunigte Artensterben präsentiert hat, was mehr ein Strukturbedingtes Problem ist), durch Erkenntnis von der Leidensfähigkeit, von der Ähnlichkeit gewisser Hirnstrukturen und ihren physiologischen Abläufen ein Bewusstsein entwickelt, das Gewalt im Hundetraining aus ethischer Sicht nicht mehr legitimieren kann .
Die Vorgehensweise beim erlernen von Verhalten beim Hund beruht auf das Wissen der Lerntheorie aus der Humanpsychologie, nach der Verhalten über positive und negative Verstärker beeinflusst werden kann.
Ein positiver Verstärker ist etwas das dazu führt, dass ein zuvor gezeigtes Verhalten wahrscheinlich häufiger auftritt. Negative Verstärker dagegen bewirken, dass ein Verhalten wahrscheinlich weniger wird.
Grundsätzlich gilt: Die Konsequenz, die auf ein gezeigtes Verhalten folgt, hat Auswirkung auf die kommende Reaktion im selben Kontext.
Dies geschiet durch assoziatives Lernen, durch Verknüpfung von Aussenreiz, der Handlung die gezeigt wird und die Konsequenz, die diese Handlung hervorruft.
Beispiel: Ein unruhiger Hund, der in der Wohnung immer seinem Halter nachläuft, weil ihm die Aufmerksamkeit von ihm wichtig ist, was sich unter umständen zu einem sehr nervigen Verhalten entwickeln kann.
Eine Möglichkeit zur Verhaltensänderung wäre, sobald der Hund sich von sich aus hinlegt, kann man dieses Verhalten, ohne jeglichen Kommentar, verstärken (belohnen). Der Lernprozess für den Hund lautet, sobald ich mich hinlege geschiet etwas Angenehmes, es gibt z.B. Futter, Spiel, oder Zuneigung vom Halter. Das Gute daran ist, dass der Hund selbständig erlernt hat, welches Verhalten sich für ihn lohnt.
Damit der Hund aber versteht, dass er die Belohnung fürs Hinlegen gekriegt hat, muss die Belohnung innerhalb einer Sekunde nach der Ausführung des zu belohnende Verhalten gegeben werden, damit die Verknüpfung zwischen Hinlegen und Belohnung neuronal erfasst werden kann. Kommt die Belohnung zu spät, wird sich der Hund sicher über den Leckerbissen freuen, aber für was er diesen gekriegt hat, diese Information kommt nicht zu Stande.
Den Hund innerhalb einer Sekunde zu belohnen geht nur, wenn der Hund in unmittelbarer Nähe ist, und der Halter die Belohnung bei sich hat.
Reicht die Zeit von einer Sekunde nicht um zu belohnen, brauchen wir ein Werkzeug, um die Reaktionszeit des Hundehalters zu verlängern. Dies geschiet mit einem Lobwort, in der Fachsprache Sekundärverstärker genannt.
Wieso vermag ein Lobwort die Reaktionszeit für das Belohnen zu verlängern?
Damit ein Lobwort, z.B. „fein“, „supi“, „bravo“ u.s.w. diese Eigenschaft erlangt muss er mit einem Primärverstärker über die klassische Konditionierung verknüpft werden.
Primärverstärker sind Dinge die der Hund grundsätzlich zum Überleben braucht, z.B. Futter, Wasser, Sozialkontakte, Schutz u.s.w.
Durch die erfolgte Verknüpfung eines Lobwortes mit einem Primärverstärker, kündigt das akustische Signal eine Belohnung an, das beim Hund eine Erwartungshaltung auslöst, die uns zwei bis drei Sekunden mehr Zeit geben, um das gewünschte Verhalten zu belohnen. (Später kann die Überbrückungszeit noch weiter verlängert werden)
Zur Eingangsfrage: Ist der Klicker im Training notwendig?
Der Klicker besitzt die gleiche Eigenschaft wie ein Lobwort. Der Vorteil eines Klickers ist, da das Geräusch kurz und prägnant ist und somit Verhalten punktgenau einfangen kann, dies spielt eine Rolle, wenn man mit dem Hund komplexere Verhaltensabläufen trainieren will.
Für die Grunderziehung eines Hundes, die Eingliederung in einen sozialen Verbund reicht die Arbeit mit einem Lobwort vollkommen aus.
Zum einüben von Tricks, oder für den Aufbau von Verhaltensketten, ist die Arbeit mit einem Klicker, für ein klar strukturiertes Training, ein nützliches Werkzeug.