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Arbaz
Glocken
Glocke 1
Bb' / 1899 / Georges Francisque Paccard
Verzierung: Jungfrau Maria und Kreuzigung / Neogotische Verzierungen auf verschiedenen Ebenen
Inschrift: PAROISSE D'ARBAZ 1899, SAINTE MARIE PRIEZ POUR NOUS ET PROTEGEZ ARBAZ, GEORGES FRANCISQUE PACCARD FONDEUR A ANNECY-LE-VIEUX HTE SAVOIE
Glocke 2
H' / 1868 / Moritz Sutermeister
Verzierung: Jungfrau mit Kind und Kreuzigung / Palmettenblätter
Inschrift: COMMUNE D'ARBAZ. / 1868 (vorne) - FONDU PAR M.SUTERMESISTER / A AARAU (hinten)
Glocke 3
Db'' / 1849 / Bonifaz Walpen
Verzierung: Kreuzigung, Jungfrau mit Kind und St. Theodul / Fries aus Weintrauben und Weinblättern
Inschrift: SIT NOMEN DOMINI BENEDICTUM darüber die Jahrzahl 1849
Glocke 4
F'' / 1926 / Rüetschi
Verzierung: Wappenschild der Giesserei Rüetschi, Aarau über der Jahrzahl 1926
Inschrift oben: ADRIANA - JOSEPHA - ARBAZ
Glocken in der alten Kirche (1818 - 1819)
Bis zur Mitte des Jahrhunderts :
Die Kirche scheint nur eine Glocke gehabt zu haben, die der Kirchenpfleger/Sckristan nach den Empfehlungen des Gemeinderats zu läuten hatte. Diese Glocke wurde durch einen "Steinschlag" Mitte des 19. Jh.zerstört.
Am 15. August 1849 schloss die Gemeinde mit dem Glockengiessermeister Boniface Walpen aus Reckingen einen Vertrag über die Herstellung von drei Glocken ab: Die größte sollte 400 Pfund wiegen, die zweite 220 Pfund und die dritte 140 Pfund. Die Finanzierung des Vorhabens wurde durch verschiedene Spenden in Form von Geld, Metall und Lebensmitteln sowie durch die Versteigerung eines 60 Klafter großen Gemeindegrundstücks auf dem Place du Marais sichergestellt.
Der Gießermeister verbrachte 22 Tage in Arbaz, wo das Giessen einen Tag und eine Nacht gedauert hat. Zu dem gesammelten Metall kamen die 140 Pfund der alten Glocke sowie einige Stücke der Glocke von Saint-Théodule hinzu, die der Vikar Copt beim Kapitel von Sitten erbeten hat. "Am Tag des Einschmelzens werde ich mich vor Ort begeben, um sie zusammen mit dem Metall der Glocken in den Ofen zu stellen, zusammen mit dem versiegelten Brief des Offizials des Bischofs."
Der Überlieferung zufolge erhielt der Heilige Theodul vom Papst als Belohnung für einen Dienst eine mit besonderen Kräften ausgestattete Glocke. Vom Teufel getragen, soll er sie nach Sitten zurückgebracht haben. Teile dieser Glocke wurden beim Guss vieler anderer Glocken verwendet: 1385 in Luzern, 1465 in Biel und 1490 in Basel.
1868: In der Gemeinderechnung wird eine Ausgabe von 1'339 Rf 59 erwähnt für den "Erwerb einer Glocke mit Kosten für ihre Segnung und Transport nach Arbaz".
Arbaz."
Am Ende des Jahrhunderts werden vier Bürger von Arbaz dazu verurteilt, jeweils 15 Rf zu zahlen, weil sie die kleine Glocke "im Spaß gespalten hatten...".
Glocken in der neuen Kirche (1909 - 1912)
Heute hängen im Glockenturm von Arbaz vier Glocken, drei aus dem 19. und eine aus dem 20. Jahrhundert
Von den drei Glocken, die Bonifatius Walpen 1849 gegossen hatte, hat nur eine kleine überlebt.
(Quelle: Eric Blanc, Arbaz - Die Töne der Glocken sind unter Audio zu hören)
Läuteregeln
Samstag und Sonntag
Carillon mit 4 Glocken, eine halbe Stunde vor der Messe
Feiertage
Carillon und Festtagsläuten
Allerheiligen (1 November)
> Feiertags-Carillon, eine halbe Stunde vor der Messe
> Feiertags-Carillon vor der Vesper
> Nichts nach der Vesper
Fronleichnam
> Feiertags-Carillon, eine halbe Stunde vor der Messe
> Stopp des Carillons wenn die Soldaten zur Übernahme der Fahne am Eingang des Kirchplatzes
> Feiertags-Carillon nach der Messe wenn die Leute die Kirche zur Prozession verlassen
> Feiertags-Carillon beim Gang von einem Altar zum anderen
> Stopp des Carillons während den Gebetenn an jedem Altar
> Feiertags-Carillon wie vor der Messe beim Einzug Prozession auf den Kirchplatz
> Kurzes Carillon zum Schluss beim Verlassen der Kirche
> Nachmittags-Vesper, Feiertags-Carillon, eine halbe Stunde davor
Taufe
> 3 Schläge für einen Jungen
> 2 Schläge für ein Mädchen
Todesfall (so früh als möglich) Totenglocke auf Glocke 1
> 8 Schläge für eine Frau
> 9 Schläge für einen Mann
Vorabend der Beerdigung (um 17.00 Uhr)
Geläute mit Glocke 1 oder "Unterschlagen" für Verstorbene (siehe Noten)
> 3 Durchläufe für Männer
> 2 Durchläufe für Frauen
Beerdigung
> 20 Minuten davor - Gläute mit der Glocke 3
> 5 Minuten davor (Pfarrer kommt zum Segnen) - "Unterschlagen" für Verstorbene wie am Vorabend
> Nach der Messe (wenn alle die Kirche verlassen haben) - "Unterschlagen" für Verstorbene wie am Vorabend
Kirche
Im Mittelalter war Arbaz, das zur Kirche von Ayent gehörte, von der Benediktinerabtei Ainay abhängig, wie ein Dokument aus dem Jahr 1107 belegt, in dem der Papst die Güter des Klosters in Lyon unter seinen Schutz stellte.
Im Jahr 1620 übertrug die Abtei Ainay dem Kapitel von Sitten das Priorat Ayent mit den damit verbundenen Rechten. Somit unterstand Arbaz während des Ancien Régime sowohl in geistlicher als auch in weltlicher Hinsicht derselben Autorität. Die Privatpersonen und die Gemeinde von Arbaz kauften dem Bischof 1805 seine herrschaftlichen Rechte ab und erlangten damit rechtliche und politische Autonomie.
Bereits 1667 wird in Arbaz eine Kapelle erwähnt. Sie wird vergrößert und 1819 zur Kirche umgebaut. Der Hauptaltar mit einem Gemälde, das die Heimsuchung darstellt, und die Seitenaltäre stammen aus dem Jahr 1820. Im Jahr 1844 erwirbt die Gemeinde die große Orgel. 1906 beschloss der Gemeinderat, aufgrund der steigenden Bevölkerungszahl eine neue Kirche zu bauen. Sie wird am Eingang des Dorfes platziert, um hervorgehoben zu werden, und ist von einem Park und einem Friedhof umgeben, den die Arbazianer gerne mit Blumen schmücken. Sie wird 1912 in einem neoromanischen Stil fertiggestellt. Ihr schlanker Glockenturm ist weit in der Umgebung zu sehen. Außen sind die Portale und Strebepfeiler aus Tuffstein. Im Inneren öffnet sich ein schöner liturgischer Raum für 300 Personen unter einem majestätischen Gewölbe ohne Säulen. Die hölzerne Tribüne ist von großer Eleganz. Die aktuellen Glasfenster von Paul Monnier stammen aus dem Jahr 1966. Da die Kirche der Mariä Heimsuchung geweiht ist, sind die Themen der großen Glasfenster von den Geheimnissen des Rosenkranzes inspiriert. Die sehr originellen Chorfenster stellen die «Litanei der seligen Jungfrau Maria» dar.