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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Wie eng verfolgt der Bundesrat mit seinen Expert*innen die revolutionären Entwicklungen in der Batteriespeichertechnik?</p><p>2. Wie beurteilt der Bundesrat - im Lichte der technologischen und kommerziellen Entwicklungen - die Rolle der Batteriespeichertechnik für die nachhaltige und sichere Stromversorgung der Schweiz im Allgemeinen?</p><p>3. Wie beurteilt der Bundesrat vor diesem Hintergrund die Bedeutung der Kopplung von Batterien mit Photovoltaik(freiflächen)anlagen und Windstromgeneratoren für die Sicherung der Stromversorgung und der Netzstabilität?</p><p>4. Müssten die Ausbaupläne bei der Wasserkraft, insbesondere bei den Pumpspeicherwerken, aufgrund dieser Preis- und Technologie-Perspektiven bei der Batteriespeicherung neu beurteilt werden?</p><p>5. Wie beurteilt der Bundesrat das Potenzial von Elektroautos als Solarstromspeicher vor dem Hintergrund, dass der motorisierte Individualverkehr in den nächsten Jahren und Jahrzehnten elektrifiziert wird?</p><p>6. Wie beurteilt der Bundesrat die einschlägigen wissenschaftlichen und technologischen Fachkompetenzen der Schweizer Hochschulen? Plant er im Bereich der Schlüsseltechnologie Batteriespeicherung einen schnellen und signifikanten Ausbau?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zur Frage 1:</p><p>Das Bundesamt für Energie (BFE) verfolgt über seine koordinativen Aktivitäten in der Schweizer Energieforschung unter anderem die Entwicklungen der Batterietechnologien. Über die vom BFE geförderten Forschungs- und Pilotprojekte besteht ein direkter Austausch mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren. Aktuell beteiligt sich die Schweiz zudem an einer Ausschreibung des Europäischen Forschungsnetzwerks MERA.NET mit dem Fokus auf künftige Batteriesysteme.</p><p>Zur Frage 2:</p><p>Eine im Auftrag des BFE erarbeitete Studie analysierte 2013 die Rolle von dezentralen Batteriespeichern beim Umbau der Stromversorgung im Rahmen der Energiestrategie 2050. Günstige Speichertechnologien können - als Ergänzung und/oder Alternative zu Dieselaggregaten - an eine unterbruchsfreie Stromversorgung von kritischen Infrastrukturen im Fall von kurz- bis mittelfristigen Ausfällen des Stromnetzes beitragen. Zu beachten ist, dass es neben dem Zubau von Speichern weitere Flexibilitätsoptionen wie eine variable Einspeiseleistung oder eine verbrauchsseitige Steuerung gibt.</p><p>Zu den Fragen 3 und 4:</p><p>Das Schweizer Stromnetz ist bereits heute relativ flexibel: Steuerbare Wasserkraftanlagen, insbesondere Pumpspeicherwerke, können grosse Schwankungen der Produktion aus erneuerbaren Energien auffangen. Bei den Verteilnetzen sieht der Bundesrat in der Botschaft zum Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien eine Flexibilitätsregulierung vor, um die bereits vorhandene Flexibilität besser netzdienlich abrufen und nutzen zu können. Ein verstärkter Zubau an zusätzlichen Kapazitäten für die kurzfristige Speicherung ist momentan - abgesehen von Speicherlösungen für den Eigenverbrauch von lokal erzeugtem Strom - nicht vordringlich, könnte aber bei einem massiven Zubau nicht steuerbarer Stromproduktionsanlagen notwendig werden.</p><p>Zur Frage 5:</p><p>Aus der zunehmenden Elektrifizierung des Individualverkehrs ergeben sich zusätzliche Flexibilitätsoptionen. Indem Elektrofahrzeuge beispielsweise über Mittag geladen werden, können sie produktionsbedingte Spitzen abfangen (wie eine künftig hohe Produktion aus Photovoltaikanlagen über Mittag). Weitere Möglichkeiten zur Flexibilisierung ergeben sich mit der zunehmenden Verbreitung von Ladestationen und Fahrzeugen, die es erlauben, Strom bei Bedarf ins Netz einzuspeisen. Es ist jedoch zu beachten, dass jeweils nur ein Teil der Batteriekapazität zur Verfügung steht, um das Nutzungspotenzial der Fahrzeuge nicht einzuschränken. Wichtigste Voraussetzung hierfür ist eine weite Verbreitung entsprechender Ladeinfrastruktur, so dass möglichst viele Fahrzeuge gleichzeitig am Netz sind und ihre Flexibilität zur Verfügung stellen können.</p><p>Zur Frage 6.</p><p>In der Schweiz gibt es verschiedenste Batterie-Akteure im akademischen und industriellen Umfeld, die sich über die gesamte Wertschöpfungskette verteilen. Über die in den Jahren 2013 bis 2020 vom Bund geförderten nationalen "Swiss Competence Centers for Energy Research" (SCCER), speziell die SCCERs "Mobility" und "Heat and Electricity Storage", wurden zusätzliche personelle Forschungskompetenzen aufgebaut. Das 2020 gegründete Netzwerk iBAT, deren Mitglieder die Wertschöpfungskette von Herstellung bis Recycling abdecken, bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Behörden und Forschung zusammen. Verschiedene Netzwerkaktivitäten (Swiss Battery Days, iBAT Battery Tuesday, German-Swiss Industry Dialogue on Battery Supply Chain Event) stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz in dieser Schlüsseltechnologie. Der Bund unterstützt diese Entwicklungen durch Energieforschungsprojekte. Ebenfalls von Bedeutung sind Projekte, welche die Europäische Kommission fördert.</p>  Antwort des Bundesrates.