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STELLA
»Stella!«
Mein Herzschlag beschleunigte sich. Nichts löste meinen Kampf-oder-Flucht-Reflex so zuverlässig aus wie der Klang von Merediths Stimme. »Ja?« Ich verbarg meine Nervosität hinter einer neutralen Miene.
»Ich verlasse mich darauf, dass du in der Lage bist, alles selbst ins Büro zurückzubringen.« Sie schlüpfte in ihren Mantel und warf sich die Handtasche über die Schulter. »Ich habe eine Verabredung zum Abendessen, die ich nicht verpassen darf.«
»Na…«
Sie verschwand durch die Tür.
»Natürlich bin ich dazu in der Lage«, beendete ich meinen Satz.
Der Fotograf hielt inne und zog die Augenbrauen hoch. Ich antwortete mit einem resignierten Schulterzucken. Ich war nicht die erste journalistische Assistentin, die unter ihrer tyrannischen Chefin zu leiden hatte, und ich würde auch nicht die letzte sein. Früher mal hatte ich von einem Job bei einem Modemagazin geträumt. Jetzt, nach vier Jahren bei DC Style, hatte die Realität den einstigen Glanz dieses Traums schwer getrübt.
Auf dem Heimweg, nachdem ich das Set abgebaut und die Sachen im Büro abgeliefert hatte, war meine Stirn schweißnass, und meine Muskeln waren auf dem besten Weg, sich in Wackelpudding zu verwandeln.
Die Sonne war schon vor einer halben Stunde untergegangen, und die Straßenlaternen warfen trübe orangefarbene Lichtinseln auf die schneebedeckten Bürgersteige. Es gab eine Schneesturmwarnung für die gesamte Stadt, aber er sollte erst später am Abend einsetzen, und zu Fuß war ich schneller als mit der Bahn, die bei jedem Zentimeter Schnee Zicken machte. Man sollte meinen, die Stadt wäre besser auf solches Wetter vorbereitet, immerhin schneite es hier jedes Jahr, aber nein. Nicht in D. C.
Ich hätte beim Gehen nicht auf mein Handy schauen sollen, vor allem nicht bei diesem Wetter, aber ich konnte nicht anders: Ich rief die E-Mail auf, die ich am Nachmittag erhalten hatte, und hoffte, dass sie nicht mehr so beunruhigend klang wie vorhin, aber die Hoffnung war vergebens.
Ab dem 1. April werden die Kosten für ein Einzelzimmer im Greenfield Senior Living auf 6500 Dollar pro Monat erhöht. Wir entschuldigen uns im Voraus für etwaige Unannehmlichkeiten, aber wir sind zuversichtlich, dass die Änderungen zu einer noch besseren Pflegequalität für unsere Bewohner führen werden …
Der grüne Smoothie vom Mittagessen schwappte wild in meinem Magen hin und her.
Unannehmlichkeiten, schrieben sie. Als ob sie gerade nicht die Preise einer Einrichtung für betreutes Wohnen um mehr als zwanzig Prozent erhöht hätten. Als hätten nicht lebende, atmende,verletzliche Menschen zu leiden unter der Gier der neuen Leitung.
Einatmen, eins, zwei, drei. Ausatmen, eins, zwei, drei. Ich versuchte, meine aufsteigende Panik in den Griff zu bekommen.
Maura hatte mich praktisch aufgezogen. Sie war der einzige Mensch, der immer für mich da gewesen war, auch wenn sie j