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Die vergangenen Tage brachten Starkregen im Tessin. Von Sonntag bis Dienstag gab es bis 250 mm Regen. Regelrecht zahm wirken diese Mengen, wenn man sie mit Zahlen aus Frankreich und Italien vergleicht, dort brachte dasselbe Tiefdruckgebiet teils bis 740 mm innert 12 Stunden. Das entspricht 740 Liter Wasser auf einen Quadratmeter. Das ist fast so viel wie üblicherweise im Schweizer Mittelland in einem Jahr fällt (um 1000 mm). Die enormen Regenmengen überraschen allerdings mehr als der Zeitpunkt der Unwetter.
Wann kommen die Gewitter?
Während es in der Schweiz häufig im Sommer zu Gewittern kommt, entstehen diese im Mittelmeergebiet besonders oft im Herbst. Wie die Grafik zeigt, häufen sich Extremniederschläge im Mittelmeerraum im Oktober.
Warmes Meer, kalte Luft
Zwei Hauptaspekte führen zu dieser Gewitterhäufung:
- Das Mittelmeer ist ähnlich warm wie im Sommer. Es dient als Energie- und Feuchtequelle für die Bildung von Unwettern.
- Es ziehen häufig Tiefdruckgebiete über das Mittelmeer. Im Sommer ziehen diese typischerweise weiter im Norden vorbei.
Wenn ein Tiefdruckgebiet mit kalter Höhenluft auf das warme Meer trifft, können sich besonders heftige Unwetter bilden. In gebirgigen Küstenregionen werden solche Unwetter durch die Topografie noch verstärkt, wie in den letzten Tagen geschehen. Die feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum war übrigens auch für den Starkregen im Tessin mitverantwortlich. Im Satellitenfilm kann man bestaunen, wie sich die Unwetter-Wolken am Montag und Dienstag im Tiefdrucksystem über dem Golf von Genua gebildet haben.