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Ein bisschen Technik dann und wann, auch Grübler amüsieren kann. Drum kühnlich denk ich schon so weit: Wir legen noch ein Ei zu zweit.
Einstein liebte es, Knittelverse zu verfassen. Auch wenn er dem Erfinder Rudolf Goldschmidt Briefe schrieb. Mit dem «Ei» ist in obigem Vers ein Hörgerät gemeint, das die beiden gemeinsam entwickeln wollten. Schon vorher hatten sie erfolgreich ein Patent für eine Vorrichtung für Schallwiedergabegeräte, Link öffnet in einem neuen Fenster eingereicht.
Die Idee für das Hörgerät kam Einstein, nachdem er 1928 die Sängerin Olga Eisner kennengelernt hatte. Sie war schwerhörig: ein Todesurteil für ihre Karriere. Einstein wollte ihr helfen und tat sich dafür mit Goldschmidt zusammen.
Ein Hörgerät am Schädelknochen
Die beiden sinnierten mit verschiedenen Medizinern, um eine Lösung zu finden. Schliesslich nahm Goldschmidt, der voller Enthusiasmus war, das Projekt in die Hand. Mit einem Chirurgen und einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt diskutierte er die Möglichkeiten, ein kleines Hörgerät am Schädelknochen beim Ohr zu befestigen. Die Schallwellen sollten über den Knochen direkt ans Innenohr geleitet werden.
Einstein unterstütze Goldschmidt mit Ideen und Vorschlägen für die Entwicklung. In langen Briefwechseln tauschten sich die beiden regelmässig über den Stand der Dinge aus.
Erfolgreicher Selbstversuch
Mitte der 1930er-Jahre emigrierte Einstein von Berlin nach Princeton in den USA. Obwohl der Kontakt der Erfinder immer loser wurde, hielt Goldschmidt an der Idee fest, ein marktfähiges Hörgerät zu erschaffen. Er testete seine Entwicklung sogar an sich selbst und befestigte den Prototypen an seinem Schädelknochen. 1941 berichtete er Einstein in einem Brief von seinem Selbstversuch:«Es war eine grosse Sensation, als ich feststellte, dass ich ‹magnetisch› hören konnte, obwohl ich mein äusseres Ohr verstopft hatte.»
Die Antwort auf diesen Brief dürfte ein heftiger Dämpfer für Goldschmidt gewesen sein. Einstein schrieb:«Hier [in den USA] gibt es bereits solche Geräte, die so alt sind wie unsere Anstrengungen.» Und er fügte an, dass selbst die befreundete Sängerin seit kurzem eines dieser Hörgeräte trage.
Goldschmidt gab zwar trotzdem nicht auf und reichte später ein Patent für sein Gerät ein. Aber mit Einsteins Ambitionen als Hörgeräte-Entwickler war es mit dieser Erkenntnis vorbei.