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Surenenpass
(Kt. Uri und Obwalden). 2305 m. Ziemlich stark begangener Passübergang zwischen der Urirotstockkette einerseits und der Schlossbergkette andrerseits. Der 4¾ Stunden über Engelberg gelegene Pass führt über den schmalen Kamm der Surenenegg zwischen dem Nageldach (2454 m), einem Ausläufer des Schlossbergs, und dem Blackenstock (2922 m), einem Ausläufer des Uri Rotstocks. Er verbindet Erstfeld oder Altorf im Reussthal mit Engelberg und bietet eine prachtvolle Aussicht gegen den Titlis und die Grosse Windgälle, sowie im allgemeinen auf ein wildes und grossartiges Hochgebirgsgebiet.
Der Uebergang Erstfeld oder Altorf-Engelberg erfordert etwa 8 Stunden Marschzeit. Der Weg wird von Th. Herzog im Führer durch die Urner Alpen des A. A. C. Zürich (Bd I, 1905) wie folgt beschrieben: Von Erstfeld wenig n. vom Bahnhof auf der Strasse unter dem Bahnkörper hindurch, sodann über die Reussbrücke zur Kirche. Von dort am Fuss des Berghanges etwa 10 Min. thalabwärts bis Niederhofen, von wo der Weg in steilen Kehren durch den Wald anzusteigen beginnt. Nach 20 Min. wird ein Wiesenstafel erreicht, an dessen oberm Ende der Weg wieder in den Wald eintritt und am s. Ufer des Bockibaches durch das steile Tobel (oben waldfrei) emporsteigt. Am Ende des Tobels erreicht man den grossen Thalboden der Waldnacht; nun über eine steinerne Brücke auf das n. Bachufer zu der etwa vom 1. März bis 1. Dezember bewohnten Unteren Waldnachtalp (Waldnachtberg 1393 m) mit gutem Heulager (2½ Stunden). - Von Altorf zunächst auf der Strasse nach Attinghausen, dann auf gutem Weg an der Ruine vorbei, dem linken Ufer des Kummenbaches entlang, sodann diesen überschreitend am rechten Ufer zur Alp Stückiberg; von hier steil zum Plattenberg und auf dessen Rücken zum Waldnachtberg (2¾ Stunden).
Von der Untern Waldnachtalp fast eben über Wiesen in 20 Min. zu der etwa vom 1. Mai bis 1. November bezogenen Obern Waldnachtalp mit Heulager. Von hier führt der Weg westl. durch ein enges, noch im Sommer mit Schneeresten erfülltes Tobel in Windungen gegen die Wände des Blackenstockes hinauf und zum Schluss über welliges Terrain in etwa 2 Stunden zur Passhöhe der Surenen (2305 m). Im Abstieg anfangs südwärts, dann nach W. umbiegend senkt sich der vorzügliche Weg zur Blackenalp (1778 m), die fast das ganze Jahr über bewohnt ist (etwa ¾ Stunden; gutes Heulager).
Hinter den
Hütten zunächst über den Bach auf das linke Ufer; 20 Min. weiter, oberhalb der
Fluh, über
die der Bach den bekannten Stierenfall bildet, zurück auf das rechte Bachufer und in 30 Min. ziemlich steil hinab nach Nieder
Surenen (kleines Wirtshaus). Auf schmalem Strässchen durch
Wald und
Wiesen, an der Herrenrüti vorbei, hinaus
nach
Engelberg (etwa 1½ Stunden). Im Jahr 1799 überschritt eine französische Division unter dem General Lecourbe den
Surenenpass
mit Artillerie, um die Oesterreicher im
Reussthal unversehens zu überfallen, musste sich aber vor dem ungestüm vom
Gotthard
herabdrängenden General Suwarow wieder zurückziehen.
Surenenalp und
Surenenpass liegen in der Flyschzone, die die
Kalkmassen des Uri
Rotstocks und des
Schlossbergs voneinander trennt und sich so zwischen die autochthone Kalkmasse des
Titlis
und die überschobenen Kalke des Uri
Rotstocks einschiebt.