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Hergestellt von RFT / VEB Funkwerk Köpenick, VEB Kombinat Nachrichtenelektronik, Köpenick.
Der Einseitenband - Kurzwellen - Verkehrsempfänger EKV wurde vor allem von ostdeutschen Nachrichtendienst- und Regierungsstellen eingesetzt und wurde zu Beginn der siebziger Jahre in verschiedenen Modellen und Konfigurationen vom VEB Funkwerk Köpenick hergestellt. Das Gerät war volltransistorisiert und entsprach mit mechanischen ZF-Filtern, ISB-Demodulator und Diversity-Zusatz und dem FSK- Demodulator dem damalig neuesten Stand der Kommunikationstechnik. Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten kamen zahlreiche Geräte auf den Gebrauchtgerätemarkt.
EKV 01: Grundgerät im kleinen Gehäuse
EKV 02: Grundgerät im kleinen Gehäuse
EKV 03: Grundgerät im kleinen Gehäuse
EKV 10: Grundgerät, DM031 A3B(ISB)-Demodulator NF 250 - 6000 Hz
EKV 11: Grundgerät, LZ031 Langwellenzusatz, AAD 02 Antennendiversity, DM011 FM-Demodulator 1 Kanal
EKV 12: Grundgerät, AAD 02 Antennendiversity, DM023 FM-Demodulator 2 Kanal, DM032 A3B-Demodulator NF 300 - 3400 Hz
EKV 13: Grundgerät, LZ031 Langwellenzusatz, AAD 02 Antennendiversity, DM023 FM-Demodulator 2 Kanal, DM031 A3B-Demodulator NF 250 - 6000 Hz
EKV 14: Grundgerät, AAD 02 Antennendiversity, DM023 FM-Demodulator 2 Kanal
EKV 15: Grundgerät, AAD 02 Antennendiversity, DM011 FM-Demodulator 1 Kanal
Im folgenden werde ich nur auf das Empfänger- Grundgerät zum Einseitenband - Kurzwellen - Verkehrsempfänger EKV 13 eingehen.
Der EKV der Modellreihe 10 - 15 ist in ein 53 x 41,5 x 41 cm grosses mit seitlichen Tragegriffen versehenes graues Metallgehäuse eingepasst, oberhalb des Grundgerätes finden je nach Typ zusätzliche Einschübe (Diversity, ISB- Demodulator) Platz. Bei der Modellreihe EKV 01 - 03 ist nur das Grundgerät mit unterschiedlicher Filterausstattung und Abdeckung des Langwellen- Bereiches ins Gehäuse eingebaut, welches dann etwas weniger voluminös ausfällt. Das Gerät kann mit 110/127 und 220 V Wechselstrom oder 24 Volt Gleichstrom (von einer Fahrzeugbatterie) betrieben werden.
Auf der Frontplatte des Grundgerätes finden sich oben rechts die Schalter für Netzbetrieb, den Quartzofen der zur Verbesserung der Frequenzstabilität dauernd eingeschaltet bleiben kann und Batteriebetrieb. Darunter sind die Sicherungen zugänglich.
Links oben befindet sich der Grill des Monitorlautsprechers, der durch Ziehen des gleich daneben gelegenen Lautstärkereglers aktiviert wird.
Mit dem daneben liegenden Knebelschalter kann aus der je nach Gerätetyp unterschiedlichen Auswahl von CW, SSB und AM - Filtern das passende ZF-Filter geschaltet werden, die mechanischen Filter zeichnen sich durch ihre Steilflankigkeit aus. Der rechts daneben liegende Schalter dient zur Feineinstellung des geräteintern generierten Hilfsträgers zum SSB-Empfang, der folgende zweite kräftige Knebelschalter zur Betriebsartenwahl. Reihum kann vom A1 (CW, Morseempfang), A2,3 (AM-Empfang mit manueller HF-Regelung, rascher und langsamer AGC), A3J/A3A (SSB-Empfang mit unterdrücktem resp. reduziertem Träger, jeweils manuelle und rasche resp. langsame AGC-Regelung), A3J/A3A mit zusätzlich beschnittenem NF-Frequenzgang 1,85 kHz und F4 (Fax-Graustufenempfang) umgeschaltet werden, d.h. sowohl Betriebsart AM/ SSB/ CW wie auch die AGC werden mit diesem Schalter eingestellt. Weiter rechts folgt das Anzeigeinstrument, das mit einem darunter liegenden Schalter nicht nur zur Anzeige der HF- und NF-Signalstärke sondern auch zur Kontrolle der Versorgungsspannungen und von weiteren Referenzspannungen eingesetzt werden kann.
Die unterste Bedienelementereihe umfasst die Preselektorgruppe, die HF-Verstärkungsregelung und die Frequenz- Abstimmung. Über den Kopfhörerbuchsen liegt der Preselektorabstimmknopf, mit dem Preselektorbandschalter daneben kann diese Baugruppe entweder abgeschaltet (Stellung 1,6 - 30 MHz) oder das entsprechende Kurzwellen resp. MW/ LW- Segment gewählt werden, beim Empfang mit aktiviertem Preselektor muss jeweils mit dem linken Drehknopf auf Signalmaximum gepeakt werden. Rechts davon liegt der Regler für die HF-Verstärkung, in der Einstellung MGC des Betriebsartenschalters wird die HF- und ZF-Verstärkung ganz von Hand eingestellt, im Automatikbetrieb erledigt die AGC diese Aufgabe. Im Automatikbetrieb ist es bei gezogenem Knopf möglich, die Regelung des 3. ZF-Verstärkers der Automatik zu überlassen, die HF- und ZF1-Verstärkung aber manuell vorzunehmen.
Weiter rechts folgen die Abstimmregler, mit den ersten beiden Drehknöpfen wird die MHz-Stelle resp. die 100 kHz-Stelle geschaltet, der grosse Abstimmknopf ist für die letzten Stellen zuständig, die Frequenz wird mechanisch digital auf 100 Hz genau angezeigt. Mit einem kleinen Drehknopf kann die Abstimmung mechanisch gebremst und gegen versehentliche Verstellung blockiert werden. Auf Knopfdruck wird in MHZ-Abständen ein Oszillatorsignal hörbar.
Im praktischen Einsatz ist der Empfänger nicht ganz problemlos zu bedienen, resp. problemlos kann der Empfang durch eine Fehlbedienung verunmöglicht werden. Durch Druck auf die gelborange Netztaste wird der Empfänger eingeschaltet, bei herausgezogenem Lautstärkeregler sollte jetzt ein Rauschen hörbar werden. Zum AM-Empfang sollt der ZF-Filterschalter in der oberen Mittelstellung auf +/- 3000 Hz und der Betriebsartenschalter auf A2,3 Automatik 0,2 (Sekunden Abfallzeit) stehen. Der Preselektor wird zunächst in der Stellung 1,6 - 30 umgangen, die HF-Verstärkungsregler gehören abgeschaltet resp. in Linksanschlag. Nach Einstellen der Empfangsfrequenz 06 (MHz) mit dem ersten und 1 (100 kHz) mit dem zweiten Drehschalter wird mit dem grossen Abstimmknopf auf 55,0 gekurbelt, es sollte jetzt Radio Oesterreich International aus Wien auf 6155 kHz hörbar werden. In Stellung UZF zeigt das Messinstrument als S-Meter die Feldstärke an. Ist noch nichts hörbar, muss oben am ersten Einschub sichergestellt sein, dass der Telephonie- Demodulator TFA und die Antenne 1 gewählt und das Eingangssignal hinten dem richtigen Antenneneingang zugeführt worden ist.
Nach diesen ersten Schritten kann die Wirkungsweise der verschiedenen Verstärkungsregelarten, die Charakteristiken der ZF-Filter und des Preselektors in verschiedenen schwierigeren Empfangssituationen erprobt werden, wobei sich der EKV vor allem auch im SSB-Bereich als trennscharfer empfindlicher Empfänger erweisen wird. Der Ton aus dem kleinen Monitorlautsprecher bleibt allerdings blechern, eine Klangblende oder ein Notchfilter sind nicht vorgesehen, eine Verbindung mit einem NF-Notchfilter kann hier viel bewirken.
Entsprechend der analogen Technik muss der Besitzer eines EKV auf die Möglichkeiten von Frequenzspeichern oder Uhr-/ Timerfunktionen verzichten. Dafür ist mit dem EKV mit zweiter Demodulatoreinheit der beispielsweise bei Kurzwellenfeedern genutzte ISB-Empfang (independent side band, in beiden Seitenbändern werden unterschiedliche Informationen, z. Bsp. zwei Sprachdienste, übermittelt) und mit dem FSK- Demodulator Datenübermittlungsempfang in exotischen Profigeräten vorbehaltenen Betriebsarten möglich.
Dreifachsuperhet mit mechanisch - digitaler Frequenzanzeige.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.