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Louis Guiguer gründete zusammen mit dem Lyoner Jean-Claude Tourton um 1700 die Bank „Tourton & Guiguer“ in Paris, welche bereits 1707 fest etabliert war und welche der französischen Regierung Kredite vergab. Der Neffe von Louis Guiguer, Isaac Thelluson, trat 1708 als 18jähriger in die Firma ein und übernahm 1715 die Geschäftsleitung der nun in „Thellusson & Cie.“ umbenannten Bank, Guiguer und Tourton blieben stille Teilhaber. Nach einem Streit mit Thellusson stieg Guiguer 1717 ganz aus der Firma aus und investierte all sein Vermögen in Aktien der französischen „Compagnie de la Louisiane ou d'Occident“, der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ von John Law, die der Erschliessung der französischen Kolonien in Nordamerika mit Siedlern und Sklaven diente. Guiguer war in der Startphase der viertwichtigste Aktionär. Mit den Gewinnen daraus kaufte er 1723 für 142'000 Pfund die Freiherrschaft Prangins am Genfersee, wurde damit zum Baron de Prangins. Das zerrüttete Gebäude liess er zu einem Schloss umbauen, das heute im Besitz der Eigenossenschaft ist.
Fässler Hans, Reise in Schwarz-Weiss. Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei, Zürich 2005, S. 81-87.