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Kolumban verbindet Bangor mit Bregenz durch eine Städtepartnerschaft
Werner Schelling, ehemaliger Kulturstadtrat von Bregenz und Mitinitiant der Städtepartnerschaft mit Bangor / Irland
Der langjährige Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Kolumban in Bregenz Albert Holenstein hatte eine starke Beziehung zum Namensgeber „seiner“ Kirche. Hartnäckig verfolgte er das Ziel, vor und in seiner Kirche sichtbare Zeugnisse von den wichtigsten Stationen im Leben des großen Heiligen zu präsentieren: Bangor, Luxeuil und Bobbio.
Aufgrund seiner guten Kontakte nach Nordirland gelang es ihm, einen Felsbrocken von der Küste von Bangor, wo Kolumban seine große Reise begonnen hatte, zum Geschenk zu erhalten. Am Kolumbanstag (23. November) des Jahres 1984 wurden der Stein und die daneben aufgestellte Gedenktafel im Rahmen einer grossen Feier eingeweiht, an der neben vielen anderen prominenten Gästen eine kleine Abordnung aus Bangor teilnahm: ein anglikanischer Kanoniker, ein katholischer Pfarrer und John McConnell Auld, ein Mitglied des Stadtrates von Bangor (eigentlich des North Down Borough, der Kommune mit der Kernstadt Bangor). Dieser meinte in seiner Ansprache: „Zwei Ideen des 20. Jahrhunderts, die Kolumban sicherlich begrüssen würde, sind die Verschwisterung von Städten und das Reisen junger Menschen. So will mein Stadtrat Ihnen vorschlagen, als ein bleibendes Band zwischen unseren beiden Städten Bangor mit Bregenz zu verschwistern.“
Der Vorschlag fiel beim damaligen Bregenzer Bürgermeister Dipl.-Ing. Fritz Mayer, dem die Stadtgeschichte und die internationale Positionierung grosse Anliegen waren, auf fruchtbaren Boden. Bereits am 18. Dezember 1984 beschloss die Stadtvertretung einstimmig die Begründung der Städtepartnerschaft mit Bangor. Im North Down Borough Council liess man sich Zeit. Zuerst war man sich offensichtlich im mehrheitlich unionistisch-protestantischen Council über die Partnerschaft mit einer „katholischen“ Stadt doch nicht so einig. Dann wurde am 15. November 1985 zwischen der britischen Premierministerin Margaret Thatcher und dem irischen Premierminister Garret FitzGerald das Anglo-Irish Agreement unterzeichnet, das der Republik Irland gewisse Mitspracherechte bei der Verwaltung von Nordirland einräumte. Für die Unionisten war das der Sündenfall schlechthin, der Anfang vom Ende der Union Ulsters mit Grossbritannien. Sie starteten eine Protestkampagne, die in den unionistisch dominierten Kommunen zur Lahmlegung der politischen Gremien führte. Dies galt auch für das North Down Borough Council. Dieser Zustand dauerte bis 1987 an. Dann endlich fand sich im Council eine Mehrheit für die Partnerschaft mit Bregenz. Am 21. Oktober 1987 wurde die „Declaration of Friendship“ in einer feierlichen Zeremonie im historischen Rathaus von Bangor unterzeichnet.
Aufbauend darauf pflegten die Städte über Jahre hinweg einen regen Jugendaustausch und förderten die Vernetzung zwischen Politik und Verwaltung. Im Jahr 2019 fand wieder eine offizielle Begegnung zwischen den Städten, vertreten durch Deborah Girvan, Stadträtin aus Bangor und Präsidentin der Europäischen Vereinigung des Kolumbanweges (ganz vorne stehend), und David Ward-Perkins, Professor für Tourismus und Marketing an der Skema Business School (vorne links stehend), die vom ehemaligen Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart (vorne Zweiter rechts stehend) gemeinsam mit Cornel Dora, Stiftsbibliothekar von St. Gallen (vorne rechts stehend), sowie von Dr. Karl Dörler, Obmann Bildungswerk Bregenz der katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden (hinten in der Mitte stehend) und Wolfgang Sieber, Präsident des Kolumbansweg Schweiz/Österreich (vorne Zweiter von links stehend), empfangen wurden.