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|Kommt Ihnen die Szene bekannt vor? Frühmorgens während der "Rushhour" im Zug. Müde blickende Augen, ausdruckslose Mienen, hängende Mundwinkel. Betritt eine Person fröhlich oder sogar lachend den Zug, vergeht ihr das Lachen spätestens beim Anblick der vielen griesgrämigen Gesichter oder der sogar bösartigen Blicke. Welch unsägliches Glück, dass Blicke nicht töten können.|
|Dass Lachen das Wohlbefinden steigern kann und erst noch gesund ist, wissen viele Menschen anscheinend noch nicht. Es muss nicht immer ein herzhaftes Lachen sein, bereits ein Lächeln bringt schon viel.Die Gelotologie (Lachforschung) hat herausgefunden, dass Lachen viele positive Wirkungen zeigt: Geringere Schmerzempfindlichkeit während der Dauer des Lachens, Freisetzung von Endorphinen (Glückshormonen), Stärkung des Immunsystems und Steigerung der Leistungsfähigkeit unseres Atmungsapparates.Zudem wird die Anzahl von Killerzellen und Antikörpern, die gegen Viren, Bakterien, aber auch Tumorzellen ankämpfen erhöht. William Fry, der als Begründer der Lachforschung gilt, konnte nachweisen, dass Lachen auch das Herzkreislaufsystem unterstützt, indem der Puls erhöht wird. Dies hat zur Folge, dass sich die Herztätigkeit verbessert.

Sicher muss aber an dieser Stelle erwähnt werden, dass das Lachen allein einen kranken Menschen nicht heilen kann. Als begleitende Therapie kann das Lachen aber durchaus einen positiven Einfluss auf den Heilungserfolg bewirken.
Begründer des Lachclubs
Auch Madan Kataria ist überzeugter "Lacher". 1995 gründete er in Mumbai, Indien den ersten Lachclub. Damals war er noch praktizierender Arzt. Weil er einen Artikel über die positiven Auswirkungen des Lachens schreiben sollte, kam er auf die Idee mit dem Lachclub. Die erste Session fand mit fünf Leuten statt, die er zufällig im Park in Mumbai antraf. Heute gibt es über 1300 Clubs in Indien und 700 weitere Clubs auf der ganzen Welt. Ein Lachclub hat für Madan Kataria aber mehr als nur gesundheitliche Aspekte. "Die Idee des Lachclubs ist nicht politisch, nicht religiös und nicht profitorientiert. Wir wollen Lachclubs auf der ganzen Welt gründen und die Message ist: Wir können mit Lachen den Weltfrieden bringen," sagt Madan Kataria.
Grimassen schneiden erlaubt
Um mit dem Lachen zu beginnen, braucht es niemanden, der Witze erzählt. Abwechslungsweise werden Lachübungen, Atemübungen und Dehnübungen praktiziert. Diese Techniken sind teilweise aus dem Yoga heraus entstanden, daher werden diese übungen auch Lach-Yoga genannt. Anfangs wird künstlich gelacht, doch durch das Gesetz der Gruppendynamik und aus den teilweise absurden Situationen heraus, entsteht bald ein richtiges Lachen.Mal Hand aufs Herz. Müssten Sie nicht auch herzhaft herauslachen, wenn Ihnen eine fremde Person die Zunge rausstreckt und dabei eine komische Grimasse reisst?
Erster Lachclub in der Schweiz
Auch in der Schweiz hat seit kurzem der erste Lachclub Einzug gehalten.Erstmals traf sich am 18. Juni frühmorgens beim Bahnhof Stadelhofen in Zürich ein kleines Grüppchen zwecks ersten Lachversuchen . Sicher eine gute Methode, um sagen wir mal, das eher zurückhaltende Schweizervolk aus der Reserve zu locken.
Ob jung oder alt, ob Frau oder Mann, jedem schien das Lachen riesigen Spass zu machen. Und Sie, haben Sie heute schon gelacht? Wenn nicht, schauen Sie doch einmal in den Spiegel und lachen Sie über sich selbst. Auch das kann sehr entspannend sein.

Autorin/Autor

Rebekka Wagner
|Publikationsdatum||30.06.2003|