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Küsten.
Die
Küsten haben eine äußerst geringe
Entwicklung: ihre Länge beträgt nur 27638 km,
wovon auf das Mittelmeer 5254, auf den Atlantischen Ocean 10840, auf den
Indischen Ocean 8584 und auf das
Rote Meer 2960 kommen.
Die
Küstenentwicklung (1067 qkm Flächenraum auf 1 km
Küstenlänge) ist daher gegen die der übrigen Erdteile eine
sehr ungünstige, während in Europa
[* 3] schon auf 278 qkm Flächenraum 1 km
Küstenlänge kommt. Vom flachen Delta
[* 4] des
Nils westwärts
zieht die Nordküste, ohne größere Häfen und mit dem Ansteigen des
Landes allmählich steiler werdend,
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0177a Physikalische Karte von Afrika [* 6] ¶
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west-176 nordwestlich zum Plateau von Barka, das nach N. schroff zum Meere hin abfällt. Zwischen diesem Tafellande und dem Atlasgebirge liegt die einzige größere Einbuchtung der Nordküste, der Meerbusen der Syrten, mit dem Golf von Sydra (Große Syrte) im O. und dem Golf von Gabes (Kleine Syrte) im W.; die von Bengasi am Westabhang des Plateaus von Barka bis Kap Bon an der tunes. Küste durchweg flache, sandige Küste macht schon seit alters die Schiffahrt an derselben gefährlich.
Von Kap Bon an tritt das Gebirge hart an das Meer heran und zahlreiche, steile Vorgebirge springen weit ins Meer vor. Im W. bildet die Halbinsel von Tetuan eine weit nach Spanien [* 8] hin vorspringende Brücke [* 9] zwischen Europa und A., die hier durch die enge Straße von Gibraltar [* 10] voneinander getrennt werden. Bei Kap Spartel oder Espartel (Ras Ischberdil) beginnt, nach SW. umbiegend, die atlantische Küste, die in ihrem nördlichen, die Sahara begrenzenden Teile flach ist und von heftiger Brandung umtobt wird. An dieser Strecke liegt das Kap Bojador und südlich von Kap Blanco die jetzt vollständig durch Sandbänke versperrte Bai von Arguin.
Die Küste erreicht im Kap Verde (Grünes Vorgebirge) ihren westlichsten Punkt; obwohl immer noch flach und öde, wird sie doch durch die hier mündenden Flüsse [* 11] Senegal, Gambia und Rio [* 12] Grande einigermaßen zugänglich gemacht und belebt. Beim Kap Roro biegt die Küste nach SO. um und setzt sich als Sierra Leone- und Pfefferküste in dieser Richtung mit den Kap Verga, Sierra Leone und Mesurado bis zum Kap Palmas fort, vielfach durch breite Flußmündungen eingeschnitten, umsäumt von kleinen Inselgruppen (Bissagos-, Los- und Sherboro-Inseln).
Vom Kap Palmas an streicht sie ostwärts als Elfenbein-, Gold- und Sklavenküste, meist niedrig, mit vielen, weit ins Land eindringenden Lagunen, bis jenseit des kaum über Meereshöhe sich erhebenden Nigerdeltas. Das Delta des Nigers trennt die Bai von Benin von der Bai von Biafra. Hier erhebt sich zwischen dem breiten Ästuarium [* 13] des Alt-Calabar und dem Delta der Kamerunflüsse ein gewaltiger, vulkanischer Gebirgsstock unmittelbar vom Meere aus, dessen südwestl.
Fortsetzung in den Inseln Fernando Po, Principe, St. Thomé und Annobon zu erkennen ist. Von der Bai von Biafra verläuft die Küste von Niederguinea ziemlich gerade nach Süden. Ein abwechselnd breiteres und schmaleres Flachland trennt das terrassenförmig aufsteigende Randgebirge vom Meere. Fast unter dem Äquator liegt die Meeresbucht des Gabun, dann gegen Süden Kap Lopez und das Delta des Ogowe, die kleine Bucht von Majumba, die Mündung des Kongo, die flache Halbinsel von Loanda, die Mündung des Quanza, die Bucht von Benguella, der Hafen von Mossamedes, das Kap Negro mit Porto Alexandre, die Große Fischbai und die Tigerspitze.
Von hier an südöstlich bis zur Kapkolonie bildet die Küste eine Sand- und Felsenwüste. Nur die Walfischbai und Angra
[* 14] Pequena
gewähren den Schiffen einigen Schutz. Jenseit des Oranjeflusses beginnt die engl. Kapkolonie mit ihren
hafenreichern, sehr belebten
Küsten. Hier ist die St. Helenabai, die geschützte Saldanhabai, die Tafelbai mit der Kapstadt,
[* 15] die Falsebai und zwischen beiden das Kap der Guten Hoffnung, östlicher die Walkerbai und das Kap Agulhas (Nadelkap), die Südspitze
von A. Bis zur Algoabai behält die Küste westöstl.
Richtung, mit geringer Ablenkung gegen Norden, [* 16] bei, dann wendet sie sich nordöstlich. Grün und felsig wird sie von vielen Flüssen unterbrochen, besitzt aber, außer Port Elizabeth und East-London, bis Port Natal keine nennenswerten Häfen. Flacher werdend, setzt sie sich nach der großen Delagoabai und bis zum Kap Corrientes in derselben Richtung fort, macht aber dann zwischen diesem und der Bai von Mozambique als Küste von Sofala und Mozambique eine große Einbuchtung, in der von S. nach N. Port Inhambane, die Bai von Sofala und das Delta des Sambesi aufeinander folgen, und welche gegenüber der Insel Madagaskar [* 17] die Westseite des Kanals von Mozambique bildet.
Von Mozambique bis Kap Delgado geht die Küste gerade nach N., behält dann aber, mit Ausnahme der flachen Einbiegung der Suaheliküste bei Sansibar, [* 18] nordöstl. Hauptrichtung bis Kap Guardafui bei. Das Dreieck [* 19] des Somallandes begrenzt mit seiner Nordküste den Golf von Aden. [* 20] Vom Nordufer des im westlichsten Teile desselben gelegenen Golfs von Tedschura beginnt die Danakilküste mit dem Ras Bir, die, sich nordwestlich bis gegen Massaua [* 21] hinziehend, die Straße Bab el-Mandeb, den Eingang zum Roten Meere, und dieses selbst im SW. begrenzt.
Die mit Ausnahme weniger Punkte öde afrik. Küste des Roten Meers hat im allgemeinen eine Richtung von SO. nach NW. Nennenswerte Einbuchtungen und Vorsprünge sind die Annesleybai oder Bai von Adulis (Sula) mit dem vorliegenden Dahlak-Archipel, der Hafen von Massaua vor der Bucht von Arkiko, der Hafen von Suakin, Ras Rauai, Ras Elba mit dem 1200 m hohen Djebel Elba dahinter, und Ras Benas mit dem Golf von Benas oder Berenice. Gegen N. läuft das Rote Meer in zwei Arme aus, das westlichere Bahr Sues mit dem Hafen von Sues und das Bahr Akaba, die beide die Halbinsel des Sinai umfassen.