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Covid-Patienten der dritten Welle: Jünger und häufig übergewichtig
Die Patientinnen und Patienten, die während der dritten Coronavirus-Welle auf einer Schweizer Intensivstation lagen, unterscheiden sich von den Patienten der ersten und zweiten Welle: Sie waren deutlich jünger und hatten häufiger Übergewicht.
Die Patientinnen und Patienten der dritten Welle, also jener Welle vom Frühling 2021, waren im Schnitt fünf Jahre jünger als die Patienten der ersten und zweiten Welle. Sie hatten zudem einen höheren Body Mass Index und litten vermehrt an Vorerkrankungen, wie das Universitätsspital Zürich (USZ) in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.
Bei den Vorerkrankungen waren vor allem koronare Herzkrankheiten häufig. Diese Patientinnen und Patienten der dritten Welle hätten Covid-19 etwas besser toleriert, hätten eine tiefere Konzentration von weissen Blutkörperchen aufgewiesen und eher weniger Kreislaufunterstützung benötigt, schreibt das USZ.
Allerdings erlitten sie häufiger eine schwere Form von akutem Lungenversagen (ARDS). Diese Erkrankung kann auch bei jüngeren Personen bleibende Schäden verursachen. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass von jungen Patienten mit schwerem ARDS nur etwa die Hälfte nach einem Jahr wieder voll arbeitsfähig ist.
„Die Unterschiede, die wir in der dritten Welle beobachten können, hängen wahrscheinlich zu einem grossen Teil mit der nationalen Impfkampagne zusammen“, wird Matthias Hilty in der Mitteilung zitiert. Hilty ist Intensivmediziner am Universitätsspital und Hauptautor der Studie.
Die Altersverschiebung hin zu jüngeren Patienten liegt jedoch nicht nur an der Impfkampagne, die ältere Patienten vor einem schweren Verlauf schützt. Das Universitätsspital geht ausserdem davon aus, dass auch „veränderte Viruseigenschaften“ für die gestiegene Zahl jüngerer Patienten verantwortlich sind.
Personen mit den genannten Risikofaktoren reagierten in der dritten Welle anders auf das Virus als die Patienten der ersten und zweiten Welle. Dies gebe Anlass zur Vorsicht, schreibt das Universitätsspital. Bei der weiteren Planung zur öffentlichen Gesundheit und der Impfstrategie sollte dies berücksichtigt werden.
Für die Untersuchung wurden die Daten aller 1829 Patientinnen und Patienten ausgewertet, die in in einem Schweizer Spital wegen Covid-19 auf einer Intensivstation lagen.
1690 dieser Personen wurden vor dem 1. Februar 2021 behandelt und werden damit zur ersten und zweiten Welle gezählt. 139 Betroffene wurden später eingeliefert und werden zur dritten Welle gezählt.
(text:sda/bild:unsplash)