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Entwicklung der Blase
Die Blase entwickelt sich aus dem oberen Teil des Sinus urogenitalis (SUG) und steht mit der Allantois in Verbindung.
Die Allantois obliteriert im Laufe der Entwicklung und bildet einen fibrösen Strang, Urachus, der nach der Geburt zum Ligamentum umbilicale medianum wird.
Während sich die Kloake auftrennt, wird der kaudale, ursprünglich gemeinsame Teil des Ductus mesonephricus (Wolff'scher Kanal) und der Ureterknospe in der oberen, postero-lateralen Wand des Sinus urogenitalis (zukünftige Blase) aufgenommen. Auf Höhe des Eintritts dieses gemeinsamen Teils des Mesonephrosgangs in die Blase können zwei Zonen unterschieden werden: der Teil oberhalb der Eintrittsebene des Mesonephrosgangs in die Blase gehört zum Harntrakt und der Teil unterhalb zum Genitaltrakt, dessen Entwicklung im Modul Genitaltrakt näher besprochen wird.
Das schnelle Wachstum der hinteren Wand des Sinus urogenitalis führt dazu, dass der gemeinsame unterste Teil des Ureters und des Ductus mesonephricus (Wolff'scher Kanal) beidseits in die Wand der Blase aufgenommen wird. Weitere komplizierte Wachstumsvorgänge führen dazu, dass die Uretermündungen und die Mündungsstellen des Ductus mesonephricus (Wolff'scher Kanal) im Laufe der weiteren Entwicklung eine kranio-kaudale Vertauschung durchlaufen. Die Ureteröffnungen schienen dabei nach kranio-lateral zu wandern und die Mesonephros-Mündungen scheinen nach kaudo-medial verschoben zu werden. Die dabei entstandene dreieckige Zone wird als Trigonum vesicae bezeichnet. Der Wolf'sche Kanal bildet beidseits beim Mann den künftigen Ductus deferens.
Das Trigonum vesicae wird sich durch eine Annäherung der Mündungsstelle der Uretere und derjenigen der Ductus mesonephrici (Wolff'sche Kanäle) bilden. Das Trigonum stammt also vom Mesoderm, während die ventrale Wand der Blase endodermalen Ursprungs ist. Später wird allerdings das Trigonum ganz von endodermalen Epithelzellen überzogen. Aus dem Splanchnopleura Mesoderm, welches das Endoderm aussen überzieht, entwickelt sich im Laufe der 12. Woche die glatte Muskulatur der Blase.