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- Chinas Raumstation «Tiangong-1» ist offenbar ohne Schäden anzurichten in der Nacht über dem Südpazifik in die Erdatmosphäre eingetreten.
- Das acht Tonnen schwere Labor sei dabei grössenteils verglüht, teilt Peking mit.
- Die übriggebliebenen Teile würden ins Meer stürzen.
Über dem Südpazifik ist Chinas Raumstation «Tiangong-1» in die Erdatmosphäre eingetreten und dabei grösstenteils verglüht, erklärte die chinesische Raumfahrtbehörde CMSEO. Die übrigen Teile des acht Tonnen schweren Weltraumlabors werden demnach ins Meer stürzen.
Das Raumlabor trat gegen 02:15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit MESZ über dem Südpazifik in die Erdatmosphäre ein.
Bis zu 3,5 Tonnen in kleinen Teilen abgeregnet
Die Raumfahrtbehörden weltweit verfolgten den Sinkflug von «Tiangong-1» genau. Der grösste Teil der ursprünglich samt Treibstoff 8,5 Tonnen schweren Raumstation dürfte nach Auffassung von Technikern verglüht sein.
Ein Experte der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa hatte im Vorfeld des Absturzes gesagt, dass etwa 1,5 bis 3,5 Tonnen des Raumlabors als kleine Teile auf Land oder Meer treffen könnten.
Schweiz nördlich der berechneten Absturzzone
Die Zone, in der Trümmerteile niedergehen könnten, liegt zwischen dem 43. Grad nördlicher und dem 43. Grad südlicher Breite. Die Schweiz liegt nördlich davon. Experten vermuteten, dass die meisten Teile ins Meer stürzen.
Bereits vor einigen Tagen hatte die chinesische Raumfahrtbehörde beteuert, niemand müsse befürchten, dass die Station «wie in einem Science-Fiction-Film wild auf die Erde stürzen wird». Vielmehr werde sie sich in einen «prächtigen Sternschnuppenregen verwandeln, der durch den sternenklaren Himmel zur Erde braust».
Verletzung durch Trümmerteile unwahrscheinlich
«Die Wahrscheinlichkeit für ein Individuum, von einem Trümmerteil verletzt zu werden, ist so hoch wie die Möglichkeit, von einem Blitz zweimal in einem Jahr getroffen zu werden», sagte der Esa-Experte.
In der Geschichte der Raumfahrt gab es bisher noch keinen bestätigten Fall, in dem ein Mensch von herabfallendem Weltraumschrott verletzt wurde.
Seit 2011 auf Erdumrundung
Vor ihrem Absturz in der Nacht war die Weltraumstation «Tiangong-1» ausser Kontrolle geraten. Im März 2016 brach der Funkkontakt ab – der künstliche Erdtrabant liess sich nicht mehr steuern und auch nicht mehr kontrolliert in die Atmosphäre manövrieren.
China, das ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm unterhält, hatte «Tiangong-1» im September 2011 im Weltall ausgesetzt. Auf dem Aussenposten im All koppelten mehrere bemannte und unbemannte Raumschiffe an, doch seit 2013 hat kein Taikonaut mehr die Raumstation betreten.
Im September 2016 schickte China den Nachfolger «Tiangong-2» ins All. Bis 2022 soll daraus eine grosse, ständig bemannte Raumstation entstehen.