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Informelles Lernen und non-formelle Bildung in der Jugendarbeit
Informelles Lernen beinhaltet ein Spektrum von verschiedenen Lernformen, die vor allem ausserhalb des formalen Bildungssystems anzutreffen sind. Sie sind die Grundlage einer gelingenden Sozialisation. Die Jugendarbeit in der Schweiz wird oftmals mit den beiden Ansätzen der Prävention und der Erziehung begründet. Besonders im Bereich der Erziehung ist ihre pädagogische Rolle jedoch sehr unklar gezeichnet und ein Bezug zur Bildung wird, wenn überhaupt, nur beiläufig erwähnt. Den theoretischen Rahmen der Jugendarbeit stellt die Soziokulturelle Animation (SKA) dar. Die SKA beschreibt ihre Interventionen als Beeinflussungsversuch autopoietischer Systeme, ohne dabei von aussen Ziele verfolgen zu wollen. Sie distanziert sich von pädagogischen Ansätzen und verstrickt sich damit in einer Paradoxie. Um ihre Adressatinnen und Adressaten zur Emanzipation und Selbstorganisation zu führen, muss sie versuchen, durch ihre Interventionen Veränderungen herbeizuführen. Eine SKA, die keine Veränderungen intendiert und nicht beeinflussen will, ist funktionslos und ohne professionellen Auftrag. SKA ist ohne eine Bildungsintention also undenkbar. Die Funktionen der SKA zeigen auf, welche Lernprozesse und Lernziele sie bei ihrer Adressatenschaft beabsichtigt. Betrachtet man die Angebote der Jugendarbeit mit einer "Bildungsbrille", so wird die Didaktik einer non-formellen Bildung sichtbar. Non-formelle Bildung ist eine pädagogisch intendierte Intervention, um informelle Lernprozesse von Adressatinnen und Adressaten anzuregen. Im Zentrum steht dabei nicht eine Wissensvermittlung, sondern der Versuch, das „Selbstlernen“ der Adressatenschaft mittels einer animativen Didaktik zu fördern.