Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03305.jsonl.gz/2803

Die Entstehung unserer Schule
Die Kantonsschule Sargans ist die Mittelschule im Süden des Kantons St. Gallen. Bei uns besuchen rund 750 Schülerinnen und Schüler aus dem Sarganserland, dem Werdenberg, dem Gasterland, dem Oberrheintal und dem Fürstentum Liechtenstein das Gymnasium, die Fach-, Wirtschafts- oder Informatikmittelschule.
«Zweigschule» Sargans
Die Errichtung der Kantonsschule Sargans – in der Gründungsphase als «Zweigschule des Lehrerseminars und der Kantonsschule» bezeichnet – gehört staats- und bildungspolitisch wie auch volkswirtschaftlich zu den bedeutendsten Ereignissen der neueren sarganserländischen Geschichte. Die Gründung dieser Mittelschule ist der Bevölkerung des Einzugsgebietes nicht wie ein Geschenk vom Himmel in den Schoss gelegt worden. Es bedurfte zur Realisierung nicht nur des konzentrierten politischen Willens der Bezirke Sarganserland und Werdenberg, sondern auch eines engagierten Einsatzes gegenüber fragwürdig gewordenen Geisteshaltungen in der Schulpolitik.
Die ersten Schritte
Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte im Sarganserland eine Aufbruchstimmung. Die Einwohner fühlten sich sowohl in der politischen Vertretung als auch wirtschaftlich, verkehrsmässig und bildungspolitisch vom Kanton vernachlässigt. Eine über die Parteigrenzen hinaus geschlossene Grossratsdelegation des Sarganserlandes wurde im Kantonsparlament sehr aktiv. 1954 wurde der Verein «Sarganserländische Talgemeinschaft» gegründet. Schon bald trugen Anstrengungen der Mitglieder Früchte. Nach einer Motion und einer Interpellation 1958 wurde eine Interessensgemeinschaft für eine Kantonsschule Sargans und eine technische Lehranstalt in Buchs aktiviert.
Regierung und Parlament stimmen dem Projekt zu
Nach verschiedenen Aussprachen stimmte die Regierung und der Grosse Rat dem Projekt zu. Eine Sammlung in den Bezirken Sarganserland und Werdenberg bescherte 360’000 Franken und die Politische Gemeinde Sargans schenkte dem Kanton das Bauland im Wert von etwa 100’000 Franken. Am 31. Januar 1961 stimmte der Grosse Rat ab. Mit 146 Ja- gegenüber einer Nein-Stimme wurde dem Projekt der Zweigschule Sargans zugestimmt.
Der Souverän hat das letzte Wort
Das St.Gallervolk hatte am 16. April 1961 gleich über drei Bauvorhaben abzustimmen: Kantonsschule St.Gallen, Lehrerseminar Rorschach, Zweigschule Sargans. Die ersten beiden Vorlagen galten im vornherein als unumstritten. Ganz anders bei der Zweig- schule Sargans: Im Vorfeld der Abstimmung fand eine emotionsgeladene Kontroverse statt. In alle Haushaltungen wurden anonyme Flugblätter verteilt, in welchen die Zweigschule Sargans in abstossender Weise als «Zwitterschule», «Rumpfschule», «Zwergschule» oder «Experimentierschule» abqualifiziert wurde. Dank dem Einsatz vieler Befürworter konnte aber Gegensteuer gegeben werden. Erfolgreich, wie der Abstimmungssonntag zeigte: Mit dem knappen Ergebnis von 26’517 Ja- gegenüber 23’367 Nein-Stimmen wurde die Vorlage angenommen. Dabei stimmten nur die Bezirke St.Gallen, Rorschach, Unterrheintal und selbstverständlich Werdenberg und Sarganserland zu, alle anderen dagegen. Ohne die erdrückenden Ja-Mehrheiten des Sarganserlandes (3’294 zu 830, das sind 80 Prozent Ja-Stimmen) und des Werdenbergs (2’694 zu 734, 79 Prozent Ja) wäre die Vorlage gescheitert! Die Solidarität zwischen Sarganserland und Werdenberg hielt auch bei der Abstimmung über den Bau des Neu-Technikums (NTB) in Buchs an.
Am 22. Mai 1963 wurde die Kantonsschule an der Pizolstrasse 14 in Sargans eröffnet. 1969 und 1992 wurde das Gebäude erweitert.
Im Jahr 2013 feiert die Kantonsschule Sargans ihr 50-jähriges Bestehen. Die einst despektierlich «Zwergschule» bezeichnete Institution ist zu einem überregionalen Bildungs- und Kulturzentrum gewachsen.
Neubau
Im Jahr 2014 wurde ein Neu- und Umbau der Kantonsschule Sargans vom Volk bewilligt, da die Gebäude renovationsbedürftig geworden und die Schule gewachsen ist. Nach langer Vorbereitungszeit ist nun auf Sommer 2023 der Baubeginn geplant. Im Februar 2026 soll die neue bzw. umgebaute bezogen werden können.