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Eidgenössischer Verband des reinrassigen Freiberger Pferdes -
Eine Sektion des Schweizerischen Freiberger Zuchtverbandes
Seit 1994 kämpfen wir um den Erhalt der Urgenetik in der Freibergerrasse und für die Erhaltung einer breiten genetischen Basis. Auslöser für diesen Kampf war eine Stute, die Heidi Gurtner mit einem so genannten „Reinen Hengst“ belegen wollte.
Im Jahr 1997 verabschiedete sich der Bund aus der Freibergerzucht, was zur Gründung des Schweizerischen Freiberger Zuchtverbands (SFZV) im Jahre 1997 als privater Zuchtverband führte.
Ebenfalls in 1996 wurde auf Initiative Heidi Gurtners die Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Original-Freiberger (IGOFM) gegründet, mit der Zielsetzung, die so genannten reinen Hengstlinien und Stutenstämme zu erhalten. Die in ihrer Zeit Verantwortlichen der IGOFM wollten gemeinsam mit dem SFZV dieses Ziel erreichen, anstatt damals schon, wie ihnen von Fachleuten geraten, einen selbständigen und anerkannten Zuchtverband zu gründen.
1997 einigten sich die beteiligten Partner SFZV, IGOFM, Pro Specie Rara und das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) darauf, dass als Stichjahr das Jahr 1950 gelten solle. Alle zuvor geborenen Pferde und deren Nachkommen gelten zu 100% reinrassig. Verbunden mit dem Wissen, dass auch da noch geringe Fremdblutanteile vorhanden waren, jedoch in anderer Konstellation der Founderhengste (Kaltblüter, Halbblüter). Das Ziel der IGOFM fokussierte sich vor allem gegen die massiven Einkreuzungen von Warm- und Vollblütern in die Rasse ab dem Jahr 1959 (Founder Doktryner, OX etc.).
Die IGOFM hatte wenig Erfolg, denn ihr Antrag auf 0,0 Prozent Fremdblut für einen so genannten Originalfreiberger wurde abgelehnt.
Damals schon wurde in Fachkreisen behauptet, der Erhalt der Ur-Rasse sei nur noch möglich bis zu einem Fremdblutanteil von zwei Prozent, obwohl bekannt war, dass zu der Zeit noch mehr als 2000 Stuten und etwa dreißig Hengste vom alten Schlag in der Zucht standen, und eben daher diese Zweiprozenttheorie unzutreffend war, damals wie heute.
Man darf nochmals darauf aufmerksam machen, dass seiner Zeit die Przewalski-Pferdepopulation nur noch dreizehn zuchtfähige Pferde zählte; heute dagegen sind es wieder über 1500 Individuen ohne irgendwelche Anzeichen von Inzuchtdepressionen.
In 2004 machten wir die Leitung des SFZV in Bellelay, anlässlich der Vorführung der Basishengste erneut auf unsere Anliegen aufmerksam, ebenfalls erinnerten wir an die abgegebenen Versprechen des SFZV aus dem Jahr 2003 in Glovelier, man werde jetzt jährlich mindestens zwei schöne reine Hengste ankören, und das, nach dem alle fünf vorgestellten reinen Hengste scheiterten. Natürlich wurden diese Zusagen mündlich abgegeben (wenn auch vor Zeugen) zur Beruhigung der IGOFM. Die Versprechungen wurden nicht eingehalten, und erwiesen sich als reine Hinhaltetaktik. Ebenso diverse andere Vorgehensweisen und Maßnahmen, die hier aufzuführen zu weit gehen würde.
Im Jahr 2006 meldeten wir uns erstmalig in Schriftform (Kopie an BLW) beim SFZV um eventuell mögliche Synergien auszuloten. Als dann wurden wir vom damaligen Geschäftsführer mit schriftlichen Anfragen und Telefonaten beehrt, die mehr oder minder in die gleiche Richtung zielten, nämlich: Hinhalten, Versprechungen abgeben, drohen und vertrösten. Trotz dieser Kalamitäten traf sich die Führung des SFZV pro Forma mit uns um bestimmte Themen zu erörtern.
2007 erhielten wir Nachricht über ein neues Zuchtprogramm, das der SFZV durchsetzen wollte. Grob dargestellt ging es um zwei Kategorien, Pro SFZV und / oder Andere, mit der Zielrichtung, Züchter die nach Maßgaben des SFZV züchten zu belohnen, die Anderen hingegen abzustrafen. Die Ur-Rasse hätte sich natürlich in der Sektion Andere wiedergefunden. Seinerzeit waren wir als Exponenten der Ur-Rasse leider noch nicht organisiert und wurden daher nicht nach unserer Meinung gefragt.
Vom SFZV wurden wir 2007 zu einer Sitzung nach Avenches eingeladen, und hier wurde uns gesagt, dass wir keine Ansprüche an den SFZV zu stellen hätten, etc.
Das neue Zuchtprogramm wurde von der Delegiertenversammlung des SFZV 2008 abgelehnt.
Im Jahr 2008 ist die Ur-Rasse (die umgangssprachlich als so genannte Reine Freiberger, französisch Race pure des Franches Montagnes, bezeichnet wird) auf einen Bestand von nur noch ungefähr 300 Tiere gesunken, und davon wird noch ein großer Anteil infolge des heutigen Zuchtziels eingekreuzt. Frei nach dem Motto: „Ein Pferd ohne Fremdblut ist kein Pferd“. In den vergangenen Jahren wurden nur noch wenig reine Pferde geboren, oftmals leider für die Metzgerei bestimmt, entsprachen sie doch nicht dem modernen Zuchtziel. Die Feldtests 2002 bis 2007 wurden daher nur noch mit 145 dieser Pferde beschickt.
Die Urgenetik, die eine landwirtschaftliche Biodiversität gemäß dem Rio-Abkommen von 1991 darstellt, ist extrem gefährdet. Für deren Erhaltung aber hat sich die Schweiz mit Unterzeichnung des Abkommens von Leipzig verpflichtet.
Folglich sahen wir uns veranlasst unseren Worten nun auch Taten folgen zu lassen;
Also entschlossen wir uns, zusammen mit Gleichgesinnten den Zuchtverband für die Ursprünglichen Freibergerpferde zu gründen. Die Gründungsversammlung fand am 23. August 2008 in Les Reusilles im Jura statt.
Seit dem liegen Jahre mit viel Verwaltungssarbeit hinter uns. Neben Verbandsinternas, standen auch noch weitere Aktivitäten auf dem Programm, nämlich diverse Sitzungen mit dem BLW und dem SFZV über eine zukünftige Zusammenarbeit. Was im Jahre 2012 zum Beitritt des RRFB als Sektion des SFZV mündete. Wobei beiderseits die Statuten und Reglemente angepasst wurden.
Der RRFB ist angetreten um die Zucht der Freiberger Pferde finanziell wieder interessanter zu machen. Dies ist nur noch in bescheidenem Umfang möglich, weil wir nun unsere Dienstleistungen anhand der hohen Tarife des SFZV ver-rechnen müssen.
Der ehrenamtlich arbeitende Vorstand des RRFB bemüht sich günstige Aufzuchtmöglichkeiten für Fohlen und Jungpferde zu schaffen. Die Aufzucht und Hengsthaltung erfolgt privat, ohne indirekte finanzielle Unterstützung des Staates. Die Schauen, Feldtest und Körung der Urfreibergerhengste sind Sache des RRFB. Die Richter werden vom SFZV entschädigt. Der SFZV kassiert jedoch die bedeutend höheren Bundesbeiträge des RRFB ). Die Gelder der Richter fliessen in die Vereinskasse des RRFB ein, da ja die Funktionäre des RRFB ehrenamtlich arbeiten.
Die beiden Partner und der Mediator werden sich in ca. einem Jahr Zwecks Besprechung allenfalls weiteren Massnahmen oder Erkenntnissen treffen. (Siehe Mediations Protokolle)
Im weitern machen wir aufmerksam, dass seit 1. 9. 2009 ein Projekt läuft "Titel Genomische Zuchtwertschätzung und Selektion beim Freibergerpferd" dieses sollte am 31.12.2012 abgeschlossen sein. Wir nehmen an, dass hier auch die Urfreiberger eingeschlossen sind. zumindest wurde uns dies am 5.2.2012 vom BLW unter anderen Punkten mitgeteilt. Zitat:
Gegenwärtig bezahlt das BLW an ein Projekt das auch zu Gunsten der Urfreiberger ausgelegt wurde: „Genetische Analyse der Freiberger mit 0% Fremdblutanteil im Hinblick auf ihre Position innerhalb der Population FM". Darin eingebunden ist auch die Genotypisierung der Urfreiberger im Hinblick auf CLF.