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Wir Konsumenten haben dank dem Verzicht auf unsere gewohnten Freizeitaktivitäten sowie auf einen teuren Auslandsurlaub einiges gespart. Man sagt, Frauen würden weniger Kosmetik verbrauchen und viele machen sich neuerdings zu Hause ein ausgiebiges Frühstück zur Gewohnheit. Sogar die Haustiere profitieren von der (Omni-)Präsenz ihrer Besitzer. Angesichts seiner Vorteile könnte man denken, dass sich die Arbeitswelt nach der Pandemie auf eine generelle Verbreitung des Homeoffice hinbewegen würde. Ist dem so?
Das Spannende an interkulturellen Beziehungen ist, dass sie nicht selten jenseits von Effizienz, bloßem Funktionieren und dem starren Einhalten von Regeln verlaufen. Sie betreffen menschliches Miteinander, bei dem es auf ein sorgfältiges Einarbeiten in interkulturelle Verstehensprozesse ankommt. Gerade deswegen sollte interkultureller Kompetenz in der gegenwärtigen Arbeitswelt genügend Raum und Eigenständigkeit gegeben werden.
In der Wirtschaft führt kulturbedingte Fehlkommunikation immer wieder zu peinlichen Missständen bis zum Abbruch von internationalen Grossprojekten und Joint Ventures. Wird das Projekt irgendwie über die Ziellinie gebracht, stellt man mit Bedauern eine satte Erhöhung der Schlussrechnung fest. Im Jahr 2014 finde ich mich selbst in einem IT-Projekt involviert, in dem ein Zürcher und ein New Yorker Team ein gemeinsames Datenbank-System entwickeln.
In einem ihrer Gedichte beschreibt Fanny de Beauharnais die Franzosen als widersprüchlich, frivol und kindisch. Sie war eine Poetin und Schriftstellerin des 18. Jahrhunderts. Kaum zu glauben, dass eine Icone der französischen Literatur ihre Mitbürger derart disqualifiziert.
Was ist wirklich dran? Die Franzosen sind widersprüchlich in ihrer Einstellung. Zumindest wenn es um Individualismus und Machtdistanz geht. Das bestätigt Edward T. Hall, ein zeitgenössicher amerikanischer Psychologe und Buchautor.
Oman ist nicht Saudi-Arabien. Hier lehnen sich die Gesetze ans englische Recht, nicht an die Scharia an. Die Omanis sind weder Sunniten noch Schiitten, sondern Ibaditen. Die Ibaditen, die auch in den Vereinigten Emiraten und im Irak vertreten sind, praktizieren einen offenen und gegenüber anderen Glaubensformen, toleranten Islam. Ibaditen sind der Meinung, dass Religion nicht für Kriege und Auseinandersetzungen missbraucht werden darf.
Es ist eine Grundannahme der Araber, dass der Mensch nur etwas bewegen kann, wenn Gott es auch will. Deshalb… fragen Sie Khalil, ob er sich mit Ihnen am nächsten Tag zum Mittagessen verabreden möchte. Die Chancen sind gross, dass er mit einem «inschallah» antwortet. Das bedeutet «mit Gottes Willen» und ist ein Ausdruck von Demut. Allerdings vermeidet auch dieses «sogottwill» eine klare Stellungnahme. Wie die Japaner lassen also auch Araber Raum für Ambiguität. Den Europäern bleibt nur eins übrig: Ambiguitätstoleranz zu entwickeln.