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Fredy Neptune
Englisch und Deutsch
Aus dem australischen Englisch von Thomas Eichhorn
2004. 520 Seiten. Leinen mit Lesebändchen
Umschlaggestaltung von
Beate Becker
ISBN 9783250104759
20. Jahrhundert am eigenen Leibe erfährt.« Die Zeit
Friedrich Boettcher, alias Fredy Neptune, der australische Seemann aus einer deutschen Immigrantenfamilie, wird während des Ersten Weltkriegs Zeuge der türkischen Greueltaten gegen die Armenier. Als er sieht, wie eine Gruppe von Frauen bei lebendigem Leib verbrannt wird, ist das der Schock seines Lebens. Er merkt, dass er von nun an keine Empfindungen mehr wahrnimmt, allerdings fortan zu immensen Kraftleistungen imstande ist. Fredy versucht, nach Australien zurückzukehren, doch seine deutsche Herkunft wird ihm zur Last gelegt, womit kaum mehr ein Ort existiert, wohin er heimkehren könnte. Und so wird Fredy ins kalte Wasser der Geschichte geworfen und kämpft darum, den Kopf oben zu behalten. Die Umstände führen ihn nach Amerika, wo er sich als Hobo durchschlägt und in Hollywood kleine Filmrollen übernimmt, und nach Deutschland. Er verkehrt in den verschiedensten Kreisen, ist gleichwohl mit Pennern wie mit der Elite zu sehen, wird als deutscher Held bejubelt, um dann wieder in Vergessenheit zu geraten. Als Zeuge des Entsetzens der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert versucht Fredy (erfolglos), sich zurückzuziehen, um ein möglichst einfaches Leben zu führen. Doch erst am Ende ist es ihm vergönnt, sein menschliches Empfindungsvermögen zurückzugewinnen.
Les Murrays Abenteuerroman in Strophen ist eine faszinierende Kaskade von Geschehnissen und ein vollkommenes Lesevergnügen, von der ersten Seite bis zur letzten. Mit Fredy Neptune, dem »Odysseus aus dem Outback«, erhält die Literatur einen unvergesslichen neuen Helden, der sich in pikaresker Tradition zwischen Frankenstein und Superman, zwischen Don Quixote und dem Fliegenden Holländer ansiedelt. Kritiker nennen Les Murray in einem Atemzug mit Seamus Heaney, Derek Walcott und Joseph Brodsky.
»Die unwiderstehliche erzählerische Energie, die dieses ›Erinnerungsbuch in Versen‹ durchströmt, die Kraft der Sprache, der Erfindungsreichtum und die Agilität der Episodenverknüpfung nötigen uns Bewunderung ab.« Joachim Sartorius, Die Welt
Preis der Leipziger Buchmesse 2005 in der Kategorie Übersetzung an Thomas Eichhorn für seine Übersetzung von »Fredy Neptune«
»Thomas Eichhorn hat das humoristisch-sinistre Versgedicht des australischen Lyrikers in eine freie Strophenform übertragen, die der rhythmischen Vielfalt dieses Textes und seiner Herkunft aus dem mündlichen Erzählen in virtuoser Weise gerecht wird.« Aus der Begründung der Jury