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In Erinnerung an DIPL. ING. WERNER GRAF 1902 - 1977 †
Am Samstag, 26. Februar 1977, starb im Krankenhaus Rorschach an den Folgen eines Reitunfalls Werner Graf, dipl. Maschinen-Ingenieur.
Werner Graf war 1966 nach Wollerau übergesiedelt. Das Wochenende verbrachte er mit Vorliebe in Wollerau in seiner Wohnung mit dem schönen Blick auf den Zürichsee. Hier pflegte er seine Freundschaften, hier erfüllte er seine Bürgerpflicht (er fehlte an keiner Wahl oder Abstimmung). Das öffentliche Geschehen lag ihm überhaupt am Herzen. Wer mit ihm in Diskussionen verwickelt wurde, spürte, welch engagierter Bürger Werner Graf war.
Während der Woche stand der äusserst aktive Mann in seinem Betrieb, in der von ihm aufgebauten Treibriemenfabrik in Staad, unweit des Bodensees, und bediente einen internationalen Kundenkreis. Seinen Mitarbeitern und seinen Geschäftspartnern widmete er seine volle Kraft. Sein moderner Betrieb zählte vierzig Arbeiter und Angestellte. Er war ein tüchtiger und sozialer Arbeitgeber. In allen Abteilungen war er der überlegen organisierende Chef.
Werner Graf liebte die Gesellschaft, unterhielt den menschlichen Kontakt. Er war ein fröhlicher und grosszügiger Geber und diese hat bekanntlich Gott lieb, ein väterlicher Freund von seltener Treue. Mit Begeisterung sprach er von seinen Freunden im st. gallischen Gossau, wo er 1902 geboren wurde und seine Jugend verbrachte, von der Corona Sangallensis, der Studentenverbindung an der Kantonsschule St. Gallen, von den Kyburgern und vom Club Felix in Zürich, von der Akademikerverbindung Helvetia Monacensis und den Studienjahren in Zürich und München. Mit Interesse hörte man seine Berichte über einen 6 jährigen Aufenthalt auf Sumatra, wo er für ein weltbekanntes Kautschuk-Unternehmen aus London mit grosser Sachkenntnis Gummiplantagen betrieb. Noch vor 2 Jahren besuchte der Unermüdliche auf einer Flug- und Seereise sein früheres Tätigkeitsfeld in Südostasien!
Knall – so war der Studentenname – war in seinen Lebensansprüchen bescheiden. Dagegen war er bester Weinkenner und passionierter Reiter. In Reitausflügen suchte er Erholung von den Mühen und Sorgen des Tages, was ihn nicht hinderte, nach dem Ritt in seinen Betrieb zurückzukehren, um bis spät in die Nacht zu arbeiten und zu planen.
Dipl. Ing. Werner Graf konnte sich, trotz vorgerücktem Alter, von seinem Betrieb nicht lösen. So stand er bis zuletzt mitten in der Arbeit, im Stress, in der Verantwortung. Auf dem Ausritt mit einem jungen neu erworbenen Pferd verunfallte er schwer und gab nach 14 Tagen harten Leidens seine Seele dem Schöpfer zurück.
Seinen Angehörigen und seinen Mitarbeitern sprechen wir unser herzliches Beileid aus. Werner Graf bleibt allen, die seine markante Persönlichkeit gekannt haben, unvergessen. Er ruhe im Frieden des Herrn.