Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/92264

<h2>SubmittedText<h2><p>In Rezessionszeiten mit steigender Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit sind "Investitionen ins menschliche Kapital" zu fördern. Bildungspolitische Massnahmen könnten die künftige Wettbewerbs- und Arbeitsmarktfähigkeit wesentlich verbessern.</p><p>Angestellte, die aufgrund der Rezession vorübergehend von Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit betroffen sind, könnten die Zeit für eine sinnvolle Weiterbildung nutzen.</p><p>Betriebe könnten zudem animiert werden, während der Rezession zusätzliche Lehrlingsstellen zu schaffen und zusätzliche Lehrlinge auszubilden. Mit der Betreuung und Ausbildung könnten Angestellte, die sonst von Kurzarbeit betroffen wären, beauftragt werden.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, im Rahmen eines allfälligen dritten Konjunkturpaketes im Sinne einer Weiterbildungsoffensive solche und andere Massnahmen vorübergehend zu finanzieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass Weiterbildung während Kurzarbeit wichtig ist. Gemäss Artikel 47 Aviv besteht während der Kurzarbeit unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, dass mit Einwilligung der kantonalen Amtsstellen die betroffenen Arbeitnehmenden die ausfallende Arbeitszeit ganz oder teilweise zur Weiterbildung nutzen. Die Weiterbildungskosten werden vom Arbeitgeber getragen.</p><p>Im Rahmen des zweiten Stabilisierungspaketes hat der Bundesrat beschlossen, die Bezugsdauer der Kurzarbeitsentschädigung von 12 auf 18 Monate zu verlängern, die Karenzfrist zu verkürzen und die Weiterbildung während der Kurzarbeitsphase ohne Auflagen zu bewilligen. Die Ausgleichsstelle der ALV im Seco hat in einer Mitteilung an die kantonalen Amtsstellen und anerkannten Arbeitslosenkassen explizit darauf hingewiesen, dass Weiterbildungsmöglichkeiten grundsätzlich im Interesse der von Kurzarbeit Betroffenen sind, weshalb das Seco diese Möglichkeit sehr unterstütze.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, im Rahmen eines allfälligen dritten Stabilisierungspaketes weitere Massnahmen im Bereich der Weiterbildung zu prüfen. Bei einem positiven Entscheid werden mitinteressierte Dienststellen bei der Erarbeitung von Massnahmen mit einbezogen.</p>  Antwort des Bundesrates.