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Portein
Das weilerartige Portein liegt auf 1'178 m ü.M. auf dem natürlichen Geländerücken zwischen dem Porteiner Tobel und dem Val da la Malanotg.
Das in die weichen Bündner Schiefer eingetiefte Porteiner Tobel hat den Dorfbewohnern schon in früheren Zeiten Kummer und Sorge bereitet. 1610 zum Beispiel wälzte sich eine flutartige Wassermasse, von Steinen und Schlamm durchsetzt, durch das Tobel und verwüstete grosse Teile des Weilers Summaprada. Dabei wurden auch die seitlichen Tobelwände unterspült. Wenige Jahre später stürzte denn auch die nördliche Kirchenmauer der alten St. Galluskirche infolge Unterspülung der Fundamente ins Tobel ab.
Bei der Ruine der alten Pfarrkirche St. Gallus erinnern drei Linden wohl an den berühmtesten Einwohner der Gemeinde, Johann Anton Grass, der von 1684 bis 1770 lebte. Er wirkte als Arzt, Chirurg, Zahnarzt, Harndiagnostiker, Badearzt, Chemiker, Pharmazeut und Betreuer der Nonnen im Kloster Cazis, Dorfpolitiker und Bauer. Johann Anton Grass beherrschte zehn Sprachen und hat verschiedene Berufungen als Leibarzt an den Königshäusern von London, Paris und Berlin ausgeschlagen, um seinen Heinzenberger Patienten erhalten zu bleiben.
Auf ein Kuriosum längst vergangener Zeiten lässt eine Tafel in der Kirche von Portein schliessen. Sie erinnert an die letzte Kinderhochzeit im Dorf.