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Überproduktion.
ist im weitern Sinn nur dann vorhanden, wenn von einem Gute mehr erzeugt wird, als zur vollen Befriedigung des in der Gesellschaft bestehenden Bedürfnisses erforderlich ist. Dieser Fall kann indes nur ausnahmsweise und vorübergehend für einzelne Güter eintreten, da in der Regel die Bedürfnisse und Wünsche der meisten Menschen in Bezug auf fast alle Güter, mit Ausnahme etwa der allergewöhnlichsten, nur unvollständig oder gar nicht befriedigt sind.
Die wirkliche Konsumtion hängt aber nicht von dem Wünschen und Begehren der Konsumenten ab, sondern von ihrer Fähigkeit, sich die gewünschten Güter durch Arbeit oder sonstige Leistungen zu verschaffen, oder, wie sich die Sache in der bestehenden Gesellschaftsordnung gestaltet, einen Preis dafür zu bezahlen. Man spricht deshalb auch von Unterkonsumtion. Durch Herabsetzung des Preises kann in der Regel der Absatz einer Ware beliebig ausgedehnt werden; aber die Produzenten können ihrerseits nicht unter einen gewissen Preissatz hinabgehen, ohne Schaden zu leiden. Demnach besteht im ¶
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engern Sinne dann, wenn das Angebot einer Ware so groß ist, daß der Absatz nur zu einem Preise möglich wird, bei welchem viele Produzenten nicht den normalen Gewinn haben oder sogar Verlust erleiden (Produktionskrisis). Sehr bestritten ist es, ob eine dieser Art bei allen Waren zugleich stattfinden könne, weil jede Ware, die auf dem Markte erscheint, zugleich Absatzgelegenheit für eine andere schaffe. Jedenfalls ist aber eine in einzelnen Zweigen der Gütererzeugung möglich. Die Erscheinungen der dauern oft längere Zeit an, bis sie endlich infolge Einschränkung der Produktion, der Zunahme der Bevölkerung, [* 3] der weitern Entwicklung der Verkehrsmittel und des Welthandels durch eine aufsteigende Preisbewegung beseitigt werden. (S. Absatz, Handelskrisen.) -
Vgl. Neurath, Die wahren Ursachen der
Überproduktionskrisen (Wien
[* 4] 1892).