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Wimmis-Simmental BE
Engnis Wimmis
Als Schluss oder Weiterführung der Sperrstelle entlang der Simme-Kander bis zum Thunersee in Einigen war das Engnis in Wimmis armiert. Konkret sind es zwei Sperrstellen, die sich links und rechts der Burgfluh befinden, in der das Artilleriewerk Burg gebaut wurde. An diesen Punkten sollten sowohl Vorstösse ins als auch aus dem Simmental verzögert oder verhindert werden.
Stockhorn-Gantrischkette
Mit dem Bezug des «wehrhaften Reduits» wurde die 2. Division ebenfalls zurückgenommen. Sie besetzte die Gegend vom Stockhorn bis Kaiseregg, also zwischen der 1. Division und der 3. Division (Thunersee). Rasch begann man, die Übergänge der Stockhorn-Gantrischkette zu befestigen (Einzelanlagen siehe unten), um das Passieren von feindlichen Truppen ins Simmental und somit hinter die Reduitgrenze zu verhindern. Meist sind diese Werke links und rechts der eigentlichen Passübergänge vorhanden und bestehen aus ein oder zwei Infanteriewerken. Zum Teil wurden aber sogar 7,5 cm Kanonen in diese Höhe transportiert - Beispiel das AW Bürglen mit 4x7,5 cm Kan.
Es handelt sich ausschliesslich um Werke, die von der 2. Division selber geplant wurden und nicht um BBB-Anlagen (Kategorie I). Truppenwerke mit permanenter Bewaffnung (Kategorie II) wurden 20 geplant. Mitte 1944 ist einem Bericht zu entnehmen, dass 2 davon dem Festungswachtkorps übergeben worden sind, die restlichen 18 sollen im Herbst fertig werden. Ergänzt wird diese Aussage mit dem Satz: «…, was als eher optimistisch bezeichnet werden muss, da einzelne Werke, wie das Gipfelwerk Bürglen, erst im Ausbruch sind».
In der Kategorie III waren Truppenwerke ohne permanente Bewaffnung eingeteilt. Dazu heisst es im Bericht vom Juni 1944: «32 Werke; davon 12 dem Festungswachtkorps übergeben und noch 20 in voller Arbeit. Diese 20 Werke werden voraussichtlich noch diesen Sommer fertig. 5 Werke der Stockhornkette wurden eben erst begonnen und sind kaum vor Ende 1945 fertig. Ursprünglich waren noch 9 weitere Werke projektiert, können aber mangels Kreditmittel nicht mehr ausgeführt werden. Das hierfür bereitgestellte Geld wird für die Vollendung der im Bau befindlichen Werke verwendet. Da die Waffen für diese 9 projektierten Werke bereits bestellt waren, können sie für im Bau befindliche Werke verwendet werden.»
Dass diese umfangreichen Befestigungsarbeiten im Sektor der 2. Division nicht unumstritten waren, zeigt der Bericht ebenfalls: «Es fällt aber auf, welche gewaltigen Summen notwendig waren, um nur erst mit den Bauinstallationen beginnen zu können. Für sämtliche Werke der Stockhornkette mussten aus dem Tal der kalten Sense besondere Strassen angelegt werden, die, weil auf der Feindseite gelegen, nach Bauvollendung nach allen Regeln der Kunst wieder zerstört werden müssen. Es sind somit grosse Geldmittel unproduktiv ausgegeben worden. Man muss sich auch fragen, ob es zweckmässig ist, auf Gipfelstellungen der Stockhornkette panzerbrechende Waffen und Feldgeschütze einzubauen, denn die Übergänge ins Simmental sind für Panzerwagen nicht befahrbar und den Feldbatterien fehlt die unerlässliche Beobachtung auf grössere Distanz.»
Auch im Bereich der Planung wurde kritisiert. Wohl bestehe innerhalb der 2. Division eine zusammenhängende Planung der Festungswerke; «dagegen unterliesse es das vorgesetzte Kommando des 1. Armeekorps für die Koordination zwischen den Heereseinheiten zu sorgen.» Der Abschnitt der 2. Division sei durch ein enges Netz von Gipfel- und Passstellungen verteidigt, die teilweise grosse Summen an Kreditmitteln beanspruchen würden. Im Abschnitt der 3. Division befinden sich hingegen bis zum Ausläufer der Simmenfluh keine Werke mehr, nicht einmal der gefährliche Übergang vom Heiti-Berg weist Werke auf. Auch links der 2. Division befinden sich abgesehen von Neuschels bei der 1. Division keine Werke mehr. «Man muss sich deshalb fragen, ob ein derart teurer Ausbau eines Zwischenstücks gerechtfertigt war, wenn links und rechts daneben grosse Lücken klaffen.»