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Der Krypto-Börse FCoin fehlen bis zu 13.000 Bitcoin mit einem Wert vom bis zu 130 Millionen USD. Die Börse erntete in der Vergangenheit bereits für das umstrittene „Trans-Fee-Mining“-Modell Kritik.
FCoin in der Bredouille
Zhang Jian, ein ehemaliger leitender Angestellter von Huobi, gründete FCoin im Mai 2018. Er schrieb am Montag in einem langen Post, dass die Börse nicht mehr in der Lage ist, den Auszahlungsforderungen der Nutzer nachzukommen. Er berichtet von einem Defizit von etwa 7.000 bis 13.000 Bitcoin.
Jian veröffentliche diese Nachricht zunächst auf Chinesisch. Daraufhin wurde der Text auf Reddit übersetzt. Die Nachricht war ein Schock für die Anleger in China, da es sich um eine recht große Summe handelt.
In der veröffentlichten Stellungnahme heißt es, dass weder ein Hacker-Angriff noch ein Betrugsversuch von Seiten der Börse zu dieser Situation führten. Jian schrieb, dass das Problem „etwas zu kompliziert“ sei, „um es in einem Satz zu erklären“. In den nächsten Zeilen versucht er deshalb die Faktoren, die zu dieser Situation beigetragen haben, zu erklären.
Das Problem sei auf interne Systemfehler zurückzuführen. Nutzer erhielten über einen langen Zeitraum hinweg mehr transaktionsbasierte Mining-Gewinne, als sie hätten erhalten sollen. Da das Unternehmen dies nicht früh genug bemerkte, wurde diese Summe immer größer.
Trans-Fee Mining
Die Börse ging im Mai 2018 an den Start. Damals brachte sie einen eigenen Token mit dem Namen FT auf den Markt. Um einen Anreiz für den Handel zu schaffen, nutzte das Unternehmen ein neuartiges Modell namens „Trans-Fee-Mining“.
FCoin brachte über die Hälfte der FTs im Austausch für Transaktionen auf den Markt. Konkret heißt das, dass die Börse die anfallenden Transaktionsgebühren für Kunden zu 100 Prozent in FTs erstattete. Außerdem erhielten Nutzer eine weitere Summe, wenn sie ihre FTs kontinuierlich behielten.
Durch einen Fehler im System erhielten Nutzer ab Mitte 2018 eine höhere Summe, als sie hätten erhalten sollen. Das Unternehmen habe erst Mitte 2019 ein vollständiges Back-End-Prüfungssystem eingerichtet, um die digitale Buchhaltung ordnungsgemäß zu verwalten.
Als der Preis für den Token kontinuierlich sank, entschied sich das Team von FCoin dazu, FTs vom Markt zurückzukaufen. So sollte die Nachfrage den Preis erneut in die Höhe treiben. Diesen Schritt bezeichnete der Börsen-Gründer als einen der „Entscheidungsfehler“, die er gemacht hat.
Die Systemfehler kombiniert mit den Entscheidungsfehlern hätten zu der Situation geführt, in der sich die Börse nun befindet.
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Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.