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War es Zufall, dass sich in den vergangenen 30 Jahren mehrere starke Stürme in der Schweiz ereigneten? Oder leben wir in einer Zeit, in der es Stürme mit Orkanstärke immer häufiger geben wird? Nimmt ihre Windstärke sogar noch zu?
Winterstürme haben in den letzten 150 Jahren im Schweizer Wald zu schweren Schäden geführt. Besonders wegen des kurzen Abstands der Orkane Vivian (Februar 1990) und Lothar (Dezember 1999) fragen sich viele Menschen, ob wir mit derart starken Stürmen und zerstörerischer Folgen sogar noch häufiger rechnen müssen.
Ein Waldforscher der WSL hat auf diese Frage eine Antwort gesucht. Dabei schaute er sich Messreihen von stürmischen Winden aus dem Kanton Zürich ganz genau an. Denn er wollte wissen, wann es in den letzten 150 Jahren besonders starke stürmische Winde gab.
Dabei konzentrierte er sich bei jedem Sturm auf die höchste durchschnittliche Geschwindigkeit pro Stunde und auf die Spitzengeschwindigkeit der kurzen aber sehr schnellen Sturmböen.
Den grössten Schäden, so fand er heraus, richteten vor allem die mehr als 144 km/h schnellen Orkanböen aus – dies entspricht 40 Metern pro Sekunde; in dieser Einheit messen Fachleute die Windgeschwindigkeit.
Die maximale Geschwindigkeit der Orkanböen hat seit 1933, als erstmals die Böen genau gemessen wurden, laufend zugenommen und erreichte in den frühen 1990er Jahren den bisherigen Maximalwert.
Alle zehn Jahre ein bis zwei starke Stürme
Derart starke Stürme gab es im Kanton Zürich in den letzten 30 Wintern etwas häufiger als in den hundert Jahren zuvor, fand der WSL-Forscher heraus. Zwischen 2000 und 2014 gab es in der Schweiz allerdings keine derart starken Stürme, die sich landesweit auswirkten. Die Zugbahnen der orkanartigen Stürme, die über Europa hinwegzogen, lagen weiter nördlich. In kleineren Gebieten stürmte es aber trotzdem manchmal sehr stark. So ereigneten sich zwischen 2005 und 2015 sechs für europäische Verhältnisse grossflächige Stürme, von denen aber nur Kyrill (2007) und Emma (2008) die Schweiz im Norden streiften.
Theoretisch verstärken sich Stürme, wenn die Temperatur und damit auch die Energie in der Atmosphäre zunimmt. In tropischen Regionen kann man dies bereits gut sehen. Aber für ein Land in den Breitengraden der Schweiz lässt sich dieser Zusammenhang in der Praxis nicht so gut nachweisen. Schwere Stürme sind nämlich relativ selten, und deshalb fehlen den Forschern oft Daten über längere Zeiträume.
Aufgrund aller Stürme, die während der letzten Jahre über Europa fegten, erwarten die Forschenden, dass die Zentren der stärksten Stürme auch in Zukunft vermehrt nördlich der Alpen vorbeiziehen werden. Der Süden und Osten unseres Landes dürfte hingegen von andauernden Sturmereignissen weniger betroffen sein.
Im September 2017 zerstörte Orkan Irma Teile der Karibik und Florida. Klicke das Bild an, um auf der interaktiven Karte einzuzoomen und den Ablauf des Orkans anzuschauen. Quelle: www.ventusky.com