Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/136790

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht darüber zu erstellen, ob erstens der sich abzeichnende Verlust von Arbeitsplätzen im Berggebiet durch eine Umstrukturierung der Arbeitsplätzeverteilung der Bundesverwaltung teilweise wettgemacht werden könnte und mit welchen Kosten und welchem Nutzen für die Qualität der Dienstleistungen der Bundesverwaltung dies zweitens verbunden wäre.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Verknüpfung der Organisation der Bundesverwaltung mit den Auswirkungen der Zweitwohnungs-Initiative auf die Berggebiete ist problematisch, stehen diese beiden Themen doch in keinem direkten Zusammenhang. Die Wahl des Standorts der Bundesarbeitsplätze basiert auf Kriterien wie z. B. die Nähe zur Landesregierung und zu den Departementsführungen. Im Weiteren hat sich der Bundesrat mit dem Unterbringungskonzept 2024 des Bundesamtes für Bauten und Logistik vom 15. April 2011 für eine Konzentration von Verwaltungseinheiten in der Agglomeration Bern entschieden. Dadurch können Synergien genutzt werden. Verschiedene Bürogebäude im Grossraum Bern sind in der Planung, befinden sich im Bau oder stehen kurz vor der Vollendung.</p><p>Es kann zudem nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass bei einer allfälligen Verlegung von Bundesarbeitsplätzen in Berggebiete die betroffenen Mitarbeitenden ihren Wohnsitz auch tatsächlich vor Ort wählen. Würden sie dies nicht tun, würde der Pendlerverkehr in die betroffenen Regionen erhöht, was einen unerwünschten Effekt auf die verschiedenen Bestrebungen bezüglich eines nachhaltigen Umgangs mit Energie und Ressourcen im Rahmen der bundesrätlichen Energiestrategie 2015 und des in diesem Zusammenhang stehenden Mobilitätskonzeptes haben könnte.</p><p>In den letzten Jahren wurden einige Bundesarbeitsplätze verlegt, beispielsweise das Bundesamt für Kommunikation nach Biel, das Bundesamt für Statistik nach Neuenburg, das Bundesamt für Wohnungswesen nach Grenchen sowie das Bundesstrafgericht nach Bellinzona und das Bundesverwaltungsgericht nach St. Gallen. Ob weitere Verlegungen möglich und sinnvoll sind, ist zu gegebener Zeit im Einzelfall zu entscheiden.</p><p>Eine Strategie des Bundes für die Berggebiete und ländlichen Räume (Motion Maissen 11.3927) sowie eine umfassende Politik für die Berggebiete und ländlichen Räume sind im Übrigen im Rahmen der Legislaturplanung 2011-2015 (Art. 18, Ziel 17, Massnahme 69) in Erarbeitung. Letztere wird als Dachstrategie des Bundes für die Berggebiete und ländlichen Räume gelten und Handlungsempfehlungen zu wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Entwicklungen beinhalten. Im Rahmen der Strategie gemäss Motion Maissen 11.3927 wird eine Gesamtschau zu den Herausforderungen im Berggebiet und im ländlichen Raum erstellt, und es werden entsprechende Handlungsempfehlungen im Bereich der sozioökonomischen Entwicklung abgeleitet und formuliert.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.