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Kommunikationsfähigkeit trainieren und das Beste aus Gesprächen herausholen
Veröffentlicht am 02.06.2021 von Fredy Pillinger
In vielen Berufen ist eine gute Kommunikationsfähigkeit unabdingbare Voraussetzung. So wundert es nicht, dass sie explizit in Stellenanzeigen als eine der Schlüsselkompetenzen verlangt wird. Wer nicht gut kommunizieren kann, wird Schwierigkeiten haben, sich verständlich zu erklären oder andere gar zu überzeugen. Doch was macht eine gute Kommunikationsfähigkeit aus, und welche Möglichkeiten gibt es, die Kommunikation zu verbessern? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie hier
Was setzt eine gute Kommunikationsfähigkeit voraus?
Kommunikationsfähig zu sein bedeutet nicht etwa, viel zu reden. Vielmehr geht es darum, dass Sie in der Lage sind, Botschaften, klar, deutlich und unmissverständlich zu formulieren. Es bedeutet auch, dass Sie die Botschaften anderer richtig interpretieren. Wichtige Merkmale sind gutes Zuhören sowie die Fähigkeit, Mimik, Gestik und Körperhaltung anderer richtig zu entschlüsseln und darauf zu reagieren. Grundsätzlich setzt die Kommunikationsfähigkeit die innere Bereitschaft und die Fähigkeit voraus, mit anderen auf jede mögliche Weise offline und online zu kommunizieren. Dabei geht es um den Austausch von Wissen sowie von Informationen und Meinungen in schriftlicher und mündlicher Form. Ziel ist, Wissen und Zusammenhänge zu übermitteln, zu informieren, andere Menschen zu überzeugen und sich gegebenenfalls verbal durchzusetzen. Kommunikation ist in den meisten Berufen eine Kernkompetenz, weil es oftmals darum geht, zu präsentieren, vorzutragen, zu verhandeln, Botschaften zu formulieren oder Sachverhalte zu verhandeln.
Wie funktioniert Kommunikation?
Damit Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit verbessern können, sollten Sie wissen, wie Kommunikation funktioniert. Wertvolle Hilfe leistet diesbezüglich der Kommunikationswissenschaftler, Psychologe und Autor Paul Watzlawick, der fünf sogenannte Axiome - das sind die Grundsätze einer erfolgreichen Kommunikation - formulierte. Das von Watzlawick entwickelte Modell hilft, die Funktionen von Kommunikation zu verstehen, was eine notwendige Voraussetzung für die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit ist.
1. Jede Kommunikation - das gilt für die verbale wie für die nonverbale Kommunikation - ist Verhalten. Das bedeutet, dass es nicht möglich ist, nicht nicht zu kommunizieren. Genauso wenig ist es möglich, sich nicht nicht zu verhalten. Selbst diejenigen, die ein Gespräch verweigern, senden damit eine Botschaft.
2. Jede Kommunikation hat einen inhaltlichen und einen Beziehungsaspekt, so Watzlawick. Dabei bestimmt der Beziehungsaspekt den Inhaltsaspekt. Das bedeutet, dass Kommunikation unabhängig vom jeweiligen Inhalt verbindet, weshalb der Beziehungsaspekt den Inhaltsaspekt dominiert.
3. Watzlawick sagt auch, dass die Natur einer Beziehung durch die Interpunktion der Kommunikationabläufe seitens der Partner bedingt ist. Das heisst, dass jeder Mensch aus seinen Erfahrungen eine subjektive Wirklichkeit entwickelt, die sein Handeln bestimmt. In der Kommunikation prallen Werte und Wirklichkeiten aufeinander, woraus unterschiedliche Reaktionen resultieren.
4. Die menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten. Als digital bezeichnet Watzlawick die Sprache, während Mimik und Gestik die analoge Komponente sind. Passen analoge und digitale Modalitäten nicht zusammen, kommt es zu einem Störgefühl.
5. Zwischenmenschliche Kommunikationsverläufe verlaufen entweder komplementär oder symmetrisch. Das ist davon abhängig, ob die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern auf Unterschiedlichkeit oder Gleichheit beruht. Kommunikation ist ausserdem ein Ausdruck der Beziehung zwischen den Gesprächspartnern. Kollegen kommunizieren auf gleicher, also auf symmetrischer Ebene, während der Arbeitgeber den Arbeitnehmer dominiert, sodass die Kommunikation ungleich beziehungsweise komplementär verläuft.
Mit diesen Tipps verbessern Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit
Die nachfolgenden Tipps werden Ihnen helfen, Ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern:
Tipp 1: Bauen Sie Ihren Wortschatz aus
Ihren Wortschatz bauen Sie durch Lesen aus. Das gilt für Bücher ebenso wie für Zeitungs- und Magazinartikel. Aber auch Podcasts und Videos zu Sachthemen helfen Ihnen, Ihren Wortschatz zu vergrössern und Ihre Kommunikationsfähigkeit zu trainieren. Fassen Sie einzelne Abschnitte des Gelesenen oder Gehörten mit Ihren eigenen Worten zusammen und nutzen Sie jede Gelegenheit, um sich mit anderen Menschen zu unterhalten.
Tipp 2: Lernen Sie, Kommunikationsebenen zu unterscheiden
Ein sehr bekanntes Kommunikationsmodell stammt von Friedemann Schulz von Thun, der diese Kommunikationsebenen unterscheidet: Sachebene, Selbstoffenbarungsebene, Beziehungsebene und die Appellebene. Lernen Sie diese Ebenen zu unterscheiden, wodurch Sie Missverständnissen in Gesprächen vorbeugen.
Tipp 3: Beschäftigen Sie sich mit den verschiedenen Beziehungsebenen
Die Beziehungsebene offenbart die jeweilige Beziehungsebene, die in Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich und Kind-Ich differenziert werden kann und die den Inhalt und den Ton der Kommunikation bestimmt. Braucht ein anderer Mensch Verständnis und Zuwendung, findet die Kommunikation auf der Ebene des Eltern-Ichs statt. Erfolgt im Gespräch die Aufforderung zu mehr Eigenverantwortlichkeit, begegnen Sie Ihrem Gegenüber auf dem Erwachsenen-Ich und damit auf Augenhöhe.
Tipp 4: Stärken Sie Ihre Empathie
Tatsächlich entscheidet die Empathiefähigkeit darüber, ob zwischenmenschliche Beziehungen gelingen oder nicht. Ihr Einfühlungsvermögen stärken Sie, indem Sie sich in die andere Person versetzen und ihre Ziele, Gedanken, Ängste, Wünsche und Sorgen nachempfinden. Zeigen Sie Interesse und stellen Sie Fragen. Hören Sie zu und schweigen Sie, wenn es darum geht, dem anderen Raum zu lassen. Verwenden Sie eine ähnliche Sprache, wodurch Sie Vertrauen und ein Gefühl der Gemeinsamkeit aufbauen.
Die Fähigkeit zu kommunizieren ist ein Entwicklungsprozess, an dem Sie ein Leben lang arbeiten können. Die Kommunikationsfähigkeit ist eine Sache des Trainings, und so bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie Seminare und Rhetorikkurse besuchen oder sich als Autodidakt selbst schulen.