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Diese neue Kleiderordnung hat der Badmington-Weltverband BWF beschlossen. Empfohlen hatte es die Marketingagentur «Octagon», um den Sport (für Männer) attraktiver zu machen.
Barbara Steffens, Emanzipationsministerin des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, wirft dem Badminton-Weltverband vor, Frauen zu instrumentalisieren : «Es ist absolut inakzeptabel, dass Frauen vorgeschrieben wird, sie sollen mehr Bein zeigen, damit eine Sportart attraktiver wird. Das macht den Sport nicht attraktiver, sondern offenbart nur sexistisches Gedankengut.» Steffens kritisiert die «Herren im Verbandvorstand» die über die Bewegungsfreiheit von Frauen entscheiden.
Unter den Spielerinnen ist die neue Vorgabe umstritten. Die Inderin Jwala Gutta, die immer kurze Röcke trägt und unter den Spielerinnen als Glamour Girl gilt, spricht von einem Schub, den der Badminton-Sport nötig habe. Das Frauentennis erhalte viel mehr Aufmerksamkeit, weil Top-Spielerinnen wie Maria Sharapova oder die
Williams-Schwestern attraktiv gekleidet seien, sagte sie gegenüber der «Bangkok Post». Die Spielerinnen sollten aber nicht gezwungen werden, kurze Röcke zu tragen. Stattdessen sollten die Kleiderhersteller attraktivere Dresses entwerfen.
Die Gegnerinnen der neuen Kleiderordnung lehnen sie mit dem Argument ab, dass sie sich nicht vorschreiben lassen wollen, in welchen Kleidern sie spielen sollen. In konservativen Gesellschaften wie beispielsweise Indien, seien Frauen in zu kurzen Röcken zudem der gesellschaftlichen Kritik ausgesetzt. In solchen Fällen dürfen die Spielerinnen unter dem Rock Shorts tragen, sagt Darren Parks vom Badminton-Weltverband. Für Liliyana Natsir aus Indonesien ist dies ein kleiner Trost. Ein Rock behindere ihr Spiel, sagt die zweimalige Weltmeisterin im gemischten Doppel.
Der Badminton-Weltverband ist nicht der erste Sportverband, der mit leicht bekleideten Frauen mehr Aufmerksamkeit sucht. Die offizielle Kleidervorschrift für Frauen beim Beachvolleyball ist, dass die Bikini-Höschen an der Seite nur maximal sieben Zentimeter breit sein dürfen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Herausgeberin und Redaktorin der Zeitschrift «FrauenSicht»