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Text:
Die Beleuchtung soll im Bereich von Gewässern bestmöglich reduziert werden, um das Gewässerökosystem nicht durch Lichtverschmutzung zu belasten. Entsprechende Massnahmen sind zu planen und in Zusammenarbeit mit den Gemeinden bis Ende 2023 umzusetzen.
Begründung:
Gemäss wissenschaftlichen Studien sind Gewässer besonders stark von nächtlicher Beleuchtung betroffen. Siedlungen konzentrieren sich oft um Gewässer und erhellen so die angrenzenden Bereiche. In städtischem Umfeld ist es um ein Vielfaches heller als unter natürlichen Bedingungen. Die Ökosysteme von Gewässern reagieren besonders empfindlich auf Licht. So ist zum Beispiel von Fischen bekannt, dass durch Veränderungen der natürliche Lichtdauer durch künstliches Licht in Prozesse eingegriffen wird, die auf saisonalen und Tag-Nacht- Rhythmen beruhen, wie z.B. die Frassaktivität, Schwarmbildung, Wanderverhalten oder Fortpflanzung. Es gibt Studien, die belegen, dass einige Fischarten schon von sehr geringen Lichtstärken beeinflusst werden. So wird der Melatoninrhythmus bei Egli und Rotauge schon bei nächtlichen Beleuchtungsstärken, die denen von lichtverschmutzten Gewässern entsprechen (um 1 Lux), fast komplett unterdrückt. Auch auf das Zooplankton sind die Auswirkungen wissenschaftlich belegt.
Im Kanton Aargau als Wasserkanton gibt es diverse Bäche, welche entlang von Kantons- oder Gemeindestrassen gehen und durch deren Beleuchtung in Mitleidenschaft gezogen werden. Gemäss überwiesenem Postulat 18.197 erstellt der Regierungsrat ein Beleuchtungsreglement, welches den kantonsweit einheitlichen Umgang mit der öffentlichen Strassenbeleuchtung auf Kantonsstrassen regelt. In diesem Reglement soll ein extra Kapitel betreffend Beleuchtung entlang von Gewässern in Abstützung auf wissenschaftliche Erkenntnisse aufgenommen werden. Vermutlich reicht die heutige Gesetzgebung im EG UwR aus. Allfällige Anpassungen von Verordnungen sind jedoch zu prüfen.
Der GLP schwebt vor, dass die Frage der Beleuchtung entlang von Gewässern speziell bei der Bewilligung von Bau- und Nutzungsordnungen (z.B. durch Musterparagraph), bei der Planung von Verkehrsvorhaben und Revitalisierungen bei der Beratungen von Gemeinden in Sachen Raumplanung, Verkehrsplanung und Naturschutz und ähnlichem aktiv angegangen wird.