Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03423.jsonl.gz/1905

Die EU will ein Satelliten-Internetsystem aufbauen, ähnlich wie es die beiden Unternehmen Amazon und SpaceX machen. Die Europäische Kommission hat heute einen 6 Milliarden Euro schweren Plan vorgelegt. Ziel sei es, die Abhängigkeit von Europa von ausländischen Unternehmen zu verringern. Ausserdem sollen mit einem eigenen System Kommunikationsdienste und Daten besser gegen Eingriffe von aussen geschützt werden, erklärt die EU-Kommission.
Der Schritt erfolge vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über die militärischen Fortschritte Russlands und Chinas sowie die Zunahme der Satellitenstarts, so die EU.
"Unsere neue Konnektivitätsinfrastruktur wird einen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang bieten, als Backup für unsere derzeitige Infrastruktur dienen, unsere Widerstandsfähigkeit und Cybersicherheit erhöhen und Konnektivität für ganz Europa und Afrika bereitstellen", schrieb EU-Industriechef Thierry Breton in einer Erklärung.
Zuvor berichtete die 'Financial Times' über die EU-Pläne. Demnach gab es Bedenken vonseiten des internen Ausschusses, der von der Kommission unterbreitete Vorschläge prüft. Dieser sei der Ansicht, dass das System Geld verschwende und mit kommerziellen Diensten konkurrieren würde.
Die EU brauche aber ein souveränes, verschlüsseltes System, das Regierungen und Unternehmen nutzen können, sagte Breton kürzlich gegenüber dem französischen Fernsehsender 'BFM'. "Es ist unerlässlich, dass Europa seine eigene Konstellation hat und nicht von den Amerikanern und Chinesen abhängig ist", fügte er an.
Die Kosten in Höhe von 6 Milliarden Euro werden durch einen Beitrag der EU in Höhe von 2,4 Milliarden Euro von 2022 bis 2027, durch den EU-Haushalt, die EU-Länder, die Europäische Weltraumorganisation und private Investitionen finanziert. Die EU beabsichtigt, das Programm im nächsten Jahr zu starten.