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Das alte Wappen

||Die Sonne symbolisiert die Nach Süden ausgerichtete Lage

||Die Schranke symbolisiert die nahe Grenze

||Die Sichel symbolisiert die Landwirtschaft

||Das Beil symbolisiert die Fortwirtschaft

Lage
Die Fraktion Indemini (Gemeinde Indemini bis 2010) befindet sich im oberen Teil des Einzugsgebiets des Flusses Giona, welcher
auf seinem Weg nach Maccagno das Veddasca Tal durchläuft. Das Dorf ist vom Gambarogno her via dem Pass Alpe di Neggia über eine kurvenreiche Strasse erreichbar.
Vor und hinter dem Dorf erheben sich majestätisch die Berge Monte Pola, der Gradiccioli,
der Tamaro und der Paglione. Zwei Pässe, Neggia und Sant'Anna, verkürzen die Distanz zum Ufer des Lago Maggiore im Gambarogno.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über zwei Berghänge. Am rechten Berghang der Giona, der Sonnenseite, befindet die Verbindungsstrasse vom Gambarogno nach Indemini.
Die Südlage hat den Wohnungsbau begünstig. Nebst kleinen Häusergruppen befinden sich hier der kleine Orstkern Idacca und das Dorf Indemini.
Aud der gegenüberliegenden Talseite liegen die beiden grossen Alpgebiete Sciaga und Montoia welche zu den zahlreichen Alpweiden auf der gesamten linken
Seite des Tals Veddasca gehören.
Gemeindegebiet
Indemini grenzt auf Schweizerseite an die Gemeinden Vezio, Mugena, Arosio, Lugano (Demanio del Cusello),
Piazzogna, San Nazzaro (Vairano) und Gerra Gambarogno und in Richtung Italien an die Gemeinde Biegno (heute Fraktion Veddasca).
Die Grenzen zu Biegno-Veddasca wurden zwische Mailand (damals unter Oesterreicher Herrschaft) und den Schweizer Kantonen mit dem Vertrag von Varese am 2. August
1752 festgelegt. Der Vertrag wurde am 22. Juni 1754 in Biegno durch Unterschriften ratifiziert.
Das Gemeindegebiet erstreckt über eine Fläche von 11,129 Quadratkilometer.
Davon sind rund 9 Quadratkilometer im Besitz des Patriziats (Bürgergemeinde) und die restliche Fläche befindet sich in Privatbesitz.
Der Privatbesitz in unmittelbarer Dorfnähe erstreckt sich von den tieferliegenden bis zu den höhergelegenen Monti (Boaro, Rii, Idacca, Sciaga e Cimalprato). Am Anfang war diese Fläche in eine Vielzahl kleiner Parzellen, von denen einzelne lediglich 3 m2 massen, aufgeteilt. Die Zahl der rund 11'150 Parzellen vergrosserte sich im Laufe der Zeit auf rund 16'000 und es wurden ca. 785 Gebäude (Rustici) gezahlt.
Nach der Neugruppierung der Parzellen mit einer provisorischen Landvermesung (RT) in den Jahren 1960 bis 1970 wurde die Anzahl Parzellen mit den jeweiligen Gebäuden auf 787 Grundbuchnummern reduziert. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten wurde auch die Verbindungsstrasse zwischen Indemini und Biegno (Veddasca) realisiert. Die Eröffnung der Strasse erfolgte im Jahr 1965.
Das erste Steuerregister mit Angabe von Immobilien in Privatbesitz datiert aus dem Jahre 1766. Die Parzellen sind darin mit Bezug zu Pflanzen, Mauern oder Steinen beschrieben. Die ersten Grundbuchpläne dagegen wurden erst in den Jahren 1850-1851 erarbeitet und eine Kopie am 10. Dezember 1859 an den Staatsrat abgegeben. Im Jahre 1882 wurden diejenigen Güter des Patriziats, welche in Privatbesitz übergegangen sind, hinzugefügt. Der nachfolgende Grundbuchplan, erarbeitet von Ing. Ferretti aus Caslano, wurde anfangs 1972 der „Sezione Fondiarie di Bellinzona“ abgegeben. Dieser hatte provisorischen Charakter bis zum 28. März 2001. Die letzte Landvermessung wurde durch Ing. Gabriele Calastri aus Sementina im Auftrag der Gemeinde durchgeführt. Die Arbeiten dauerten 7 Jahre und der nun definitive Grundbuchplan wurde am 28. März 2001 in Kraft gesetzt.
Um die nutzbaren Wiesen rund um den Dorfkern zurück zu gewinnen wurden in jüngster Vergangenheit Stützmauern realisiert. Würden alle aneinandergereiht ergäbe dies eine Mauer von 4’000 Metern Lange und einer durchschnittlichen Höhe von 1,5 Metern.
Die Landwirtschaft hat im Laufe der Zeit, insbesondere in den 70er und 80er Jahre, grosse Veränderungen erfahren. Die Reduktion der bewirtschafteten Fläche hat zu einer Vergrösserung der Waldfläche und der Verwilderung der Wiesen geführt und so teilweise den Landschaftswert verändert.
Die Zusammensetzung der Vegetation des Gemeindegebiets ist typisch für das lokale (insubrische) Klima. Bis zu einer Höhe von rund 1’000 müM überwiegen die Kastanienbäume wahrend sich oberhalb dieser Grenze Buchenwälder ausbreiten. Nadelbäume sind eher selten. Der Wald hat auf der einen Seite Schutzcharakter, da viele Gebiete geologisch instabil sind. Auf der anderen Seite sind aber auch Plantagen von Kastanienbäumen (sog. Selva castanile) im Tal von Indemini zu beobachten. Sie zeigen die Wichtigkeit der Kastanie als Nahrungsmittel wahrend der Hochblüte der Landwirtschaft in Indemini auf.
Auch wenn sich auf dem Gemeindegebiet keine Vorkommnisse von naturwissenschaftlicher Bedeutung befinden, garantiert die Unversehrtheit der einzelnen landschaftlichen Elemente die Entwicklung einer bemerkenswerten Artenvielfalt. Aus landschaftlicher Sicht speziell zu erwähnen ist die Magerwiese auf der Alp Sciaga.
Bevölkerung
Während rund eines Jahrhunderts lebten über 300 Personen in Indemini. Die Arbeiter gingen regelmässig ihrer Arbeit in der Fremde nach. Bis in die Jahre 1860-1865 war das bevorzugte Land für die Emigration Italien, nach 1870 erstreckte sich die Arbeitssuche auch jenseits des Gotthards oder nach Frankreich, dazu kamen auch definitive Auswanderungen nach Aegypten oder auf den amerikanischen Kontinent. Die Emigranten aus Indemini arbeiteten vorwiegend als Maurer.
Die Abwanderung der Bevölkerung in den Tessiner Bergtälern hat auch Indemini nicht verschont. Aktuell leben im Dorf noch rund 60 Einwohner. Indemini lebt jedoch an den Wochenenden und während des Sommers auf. Nicht nur auf Grund der Anwesenheit der Touristen, sondern auch weil viele Indemineser ihr Haus als Zweitwohnsitz pflegen und regelmässig an den verschiedenen Veranstaltungen im Dorf teilnehmen.
Das Inkrafttreten des Zonenplans (Piano regolatore) ermöglichte, abgesehen von der Förderung des Interesses an Rusticis, die Koordination und Verwaltung aller Aktivitaten nach einheitlichen Baurichtlinien mit Blick auf die Erhaltung des ursprünglichen Charakters. In diesem Sinn erfolgten in den 80iger und 90iger Jahren viele Rennovationsprojekte die es erlaubten, die kulturellen und baulichen Schätze, nicht nur in Indemini, sondern auch auf den kleinen Monti entlang der Kantonsstrasse zu erhalten. Dies wurde auch unterstützt durch den Umstand, dass der Zonenplan von Indemini keine neuen Bauzonen vorsah und so den Handel mit bestehenden Gebäuden unterstützte.
Weiden und Alpen
Die Tierhaltung war immer intensiv, jedoch mit einem massiven Rückgang in den letzten Jahrzehnten. Im Jahr 1875 zählte man rund 89 Milchkühe, 300 Schafe und 150 Ziegen, welche zum damaligen Zeitpunkt einen tiefen Stellenwert in der Tierhaltung hatten.
Der Weidegang ist für die ortsansässigen Bauern auf dem gesamten Territorium des Patriziats frei. Einige Alpen wurden Ende des 19. Jahrhunderts verlassen und anstelle der Weiden haben sich in imposanter Weise Waldgebiete ausgebreitet. Gut nutzbar ist heute noch die Alp Montoia, welche sich im Besitz des Patriziats befindet.
Heute sind noch vier Bauernbetriebe aktiv. Sie betreiben in erster Linie Kleintierhaltung und nutzen nebst den Weiden um das Dorf auch wieder diejenigen auf Sciaga mit 40-50 Ziegen und rund 50 Schafen. Die Alp Sciaga wurde 1998 von der Gemeinde Indemini gekauft. Nebst ca. 30 Gebäuden gehoren zur Alp eine Landwirtschafsfläche von über 20 Hektar, welche nach verschiedenen Arbeitseinsatzen zur Nutzbarmachung an zwei Bauernbetriebe von Indemini verpachtet werden konnte. Die Bauern verfügen dadurch über eine grössere Weidefläche auch wenn vermerkt werden muss, dass ein bequemer Verbindungsweg zwischen Indemini und Sciaga fehlt. Dies verursacht Schwierigkeiten, insbesondere für den Transport von Milchprodukten (Käse) für den sofortigen Konsum.
Die Alp Montoia auf 1'600 müM wurde vor kurzem durch das Patriziat von Indemini komplett renoviert. Seit Mai 2008 wird sie durch zwei junge Alphirten bewirtschaftet. Die Weiden auf Alpe di Neggia wurden an die Alphirten des Patriziats von Vira verpachtet.
Pfarrei
Schon um das Jahr 1600 wurde die Pfarrei gegründet. Vorher gehörte sie direkt zum Kapitel von San Vittore in Locarno-Muralto, welche die Messe nur an sehr wichtigen und traditionellen Festtagen zelebrierte.
Nach 1760 wurde anstelle der Kapelle die heutige Kirche gebaut. Sie wurde im Jahre 1859 modernisiert und vergrössert. Der Kirchturm stammt aus dem Jahr 1824. Im Jahre 1836 wurde der Friedhof gebaut, welcher 1906 repariert und vergrössert wurde. Im Rahmen einer Renovation sind im Jahr 1998 zusätzlich Urnengräber errichtet worden.
Schule
Die erste öffentliche Schule wurde 1828 in einem Raum des Pfarrhauses unter der Leitung von Pfarrer Don Francesco Ghezzi aus Lamone eröffnet.
Im Jahr 1840 belegte die Schule den Raum im heutigen "Haus des Patriziats" (Museum). In den Jahren 1869-70 baute man das erste Schulgebäude in Indemini. Es wurde bis zum Bau des neuen Schulhauses Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts genutzt. Dieses musste jedoch im Jahr 1969 wegen Schülermangels definitiv geschlossen werden. Das neue Schulhaus wurde 1991 renoviert um die jungste und letzte "Kinderwelle" in Indemini bis ins Jahr 1999 zu beherbergen.
Das ehemalige Schulgebäude aus dem Jahre 1870 befand sich in einem sehr schlechten Zustand, wurde 1987 komplett renoviert und dient heute als Herberge (Ostello).
Infrastruktur und Dienstleistungen
Die Fraktion Indemini hebt sich besonders durch ihren Einsatz für die Bereitstellung und den Unterhalt der Basisdienstleistungen im Dienste der Bevolkerung hervor. Sie versucht alle Möglichkeiten der landschaftlichen Werte des Gebiets vorteilhaft auszunutzen.