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(lat.), philosophisches und physiologischesSystem, nach welchem die denkende
Seele Lebensprinzip
jeder Thätigkeit im
Körper sein und demgemäß ebensowohl ohne
Bewußtsein das Wachstum des
Körpers bewirken, wie mit
BewußtseinSchlüsse bilden soll. Hauptvertreter dieses
Systems war G. E.
Stahl (1660-1734), dessen Anhänger daher Animisten genannt wurden;
der hauptsächlichste Gegner
Stahls war Friedr.
Hoffmann (s. d.),Animismus wird auch die Weltanschauung
der niedern Naturvölker genannt, nach welcher alle
Dinge für beseelt gelten, wobei also alles Wirken und Geschehen in der
Natur von innewohnenden
Elementargeistern und
Dämonen abgeleitet wird.
das von G. E. Stahl (s. d.) zu Anfang des 18. Jahrh. aufgestellte
System in der Medizin, wonach die vernünftige Seele (anima) als das Princip des Lebens betrachtet wird. Die Krankheiten, lehrte
Stahl, seien Reaktionen der Seele gegen die Krankheitsursachen, d. h.
innerliche Bewegungen, welche die Seele im Kampfe mit jenen Ursachen ausführe, und die
ärztliche Behandlung müsse sich daher
darauf beschränken, die der Einwirkung entgegenstehenden Hindernisse wegzuräumen und sie im Kampfe gegen die Krankheitsursachen
zu unterstützen. Die AnhängerStahls wurden Animisten genannt. Sein entschiedenster Gegner war Friedr. Hoffmann (s. d.).
- In der neuern anthropol. Forschung ist Animismus als Ausdruck für die bei allen Naturvölkern beobachtete
Neigung eingeführt worden, die ihnen mechanisch unerklärlichen Wirkungen der Dinge sich durch Annahme seelischer Kräfte
oder handelnder Persönlichkeiten in den Dingen begreiflich zu machen.