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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
23. Kapitel: Das blutflüssige Weib
1.
Auch in betreff jenes Weibes, das am Blutfluß leidend den Rocksaum berührte und geheilt wurde, sind sie offenkundig im Irrtum. Dieses Weib soll ja die zwölfte Kraft bedeuten, den zwölften Äonen, der in Irrtum geriet und sich ins Unendliche ausdehnte. Erstlich ist nämlich jener Äon gar nicht der zwölfte, wie wir gezeigt haben. Zum Überfluß aber auch dies ihnen zugegeben, so sollen von den zwölf Äonen elf zwar ohne Leiden geblieben sein, der zwölfte aber nicht. Das Weib hingegen war elf Jahre krank und wurde erst im zwölften Jahre geheilt. Wenn nun umgekehrt die elf Äonen unheilbar krank gewesen und der zwölfte geheilt worden wäre, dann könnte man noch mit einiger Wahrscheinlichkeit das Weib ihr Abbild nennen. Weil sie aber elf Jahre krank war und nicht geheilt wurde und erst im zwölften Jahre geheilt wurde, darum ist es unmöglich, darum kann sie nicht das Abbild des zwölften Äonen sein, der allein in Leiden geriet, während die übrigen elf überhaupt nicht gelitten haben. Der Wesenheit und Beschaffenheit nach kann ja bisweilen das Abbild vom Urbild verschieden sein, in dem Äußeren aber und in den Grundzügen muß immer die Ähnlichkeit bestehen und den Vergleichungspunkt für beide hergeben.