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Mickelson schreibt Golfgeschichte
Phil Mickelson hat im Alter fast 51 Jahren die 103. PGA Championship gewonnen. Damit ist er der älteste Sieger eines Majors, der bisherige Rekord datiert aus dem Jahr 1968. Die Fans waren auf dem 18. Grün kaum mehr zu halten.
2021-05-24
«Das ist ein unglaubliches Gefühl», sagte Mickelson direkt nach seinem insgesamt sechsten Major-Titel seiner langen Karriere: «Ich habe geglaubt, dass es möglich ist, obwohl eigentlich alles dagegen sprach. Ich hoffe, das ist für andere eine Inspiration. Man muss an seinen Fähigkeiten arbeiten, aber bei Gott: Das ist es wert.»
Als 116. in der Weltrangliste gehörte der Amerikaner wahrlich nicht zu den Favoriten. Allerdings spielte niemand so konstant wie der Linkshänder. Belohnt wurde er bereits am zweiten Tag mit der geteilten Führung, die er am Moving Day behauptete. Kurz vor seinem 51. Geburtstag am 16. Juni schaffte er nun den Rekord als ältester Major-Sieger. Damit löst er den Amerikaner Julius Boros, der 1968 bei seinem Erfolg bei der PGA Championship 48 Jahre alt war, als Rekordhalter ab.
Direkt-Duell mit Koepka
Mickelson ging mit einem Schlag Vorsprung in die Finalrunde, die der 50-Jährige an der Seite des vierfachen Major-Siegers Brooks Koepka bestritt. In der frühen Phase der vierten Runde lieferten sich die beiden Amerikaner ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Schnell wurde klar: Es würde ein Kampf der Nerven werden. Nicht die Jagd nach Birdies stand im Vordergrund, sondern vielmehr das Vermeiden von Fehlern.
Zwar blieb auch der Kalifornier nicht fehlerfrei (Bogeys auf den Löchern 1, 3, 6, 13, 14 und 17), jedoch erspielte er sich auch immer wieder Birdie-Chancen, von denen er fünf nutzen konnte. Seinem Spitznamen «Phil the Thrill» wurde der dreifache Masters-Champion an der fünften Spielbahn gerecht, als er seinen zweiten Schlag aus dem Bunker einlochte und somit die Zuschauer zum Ausrasten brachte.
Auf dem 18. Grün spielten sich dann teils chaotische Szenen ab, in denen die Ordner nur mit Mühe für Ordnung sorgen konnten. Bei all dem Trubel behielt ein Mann aber die nötige Ruhe. Mickelson lag mit zwei Schlägen auf dem Grün und hatte drei Putts zum Sieg. Den zweiten versenkte er zur 73er Schlussrunde (+1) und somit sicherte sich der Senior mit einem Gesamtergebnis von sechs unter Par seinen zweiten Titel bei der PGA Championship. Dies mit zwei Schlägen Reserve auf den zweimaligen PGA-Champion und zweimaligen US-Open-Sieger Brooks Koepka sowie dem Südafrikaner Louis Oosthuizen.
Von den 10 000 Fans, die nach den Corona-Lockerungen auf die Anlage durften, wurde Mickelson enthusiastisch gefeiert. «Ich glaube nicht, dass ich jemals eine solche Erfahrung gemacht habe, danke dafür», sagte Mickelson als er die Wanamaker-Trophäe entgegennahm: «Ein bisschen nervenaufreibend, aber vor allem genial.» Sein letzter Majorsieg hatte schon acht Jahre zurückgelegen.
Für den US-Star ist es der sechste Erfolg bei einem Major-Turnier. Dreimal gewann er das Masters (2004, 2006, 2010), die British Open (2013) und zweimal die PGA Championship (2005, 2021). Zudem ist es sein 45. Sieg auf der US-Tour, für den er gut zwei Millionen Dollar (1,64 Millionen Euro) an Preisgeld und die Wanamaker Trophy erhielt.