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Brasilien (portugiesisch Brasil ) ist der flächen- und bevölkerungsmässig fünftgrösste Staat der Erde und der bevölkerungsreichste Südamerikas. Er nimmt 47 Prozent des Kontinents ein und grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn gesehen) an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien und Uruguay und den Atlantik. Brasilien hat so mit jedem südamerikanischen Land ausser Chile und Ecuador eine gemeinsame Grenze.
"Brasilien“ geht auf den portugiesischen Namen Pau-brasil des Brasilholz-Baumes (Caesalpinia echinata) zurück. "Brasa" bedeutet im Portugiesischen "Glut" und "glühende Kohlen"; das Adjektiv "brasil" ("glutartig") bezieht sich auf die Farbe des Holzes, das, wenn geschnitten, rot leuchtet und in Europa zum Färben von Stoffen benutzt wurde. Diese heute vom Aussterben bedrohte Baumart war zur Zeit der frühen Kolonisation in den Wäldern der brasilianischen Atlantikküste weit verbreitet und ein wichtiges Ausfuhrprodukt der Region.
Noch vor Kolumbien, Mexiko und Indonesien ist Brasilien das artenreichste Land der Erde. Entdeckt wurden bislang rund 3'000 Wirbeltier-, 3'000 Süsswasserfisch-, 55'000 Blütenpflanzen-, 517 Amphibien- und 51 Primaten-Arten. Allein 207 dieser Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Der Wald wird stetig verkleinert. Zu frühen Kolonialzeiten war noch etwa 60 % der Landesfläche mit Wald bedeckt, heute ist es nur noch ein Drittel davon.
Der tropische Regenwald im Amazonasgebiet ist eines der grössten unberührten Waldgebiete der Welt. Landnutzungsänderungen vor allem für plantagenartige Land- und Forstwirtschaft zerstören diese Unberührtheit, aber auch Infrastrukturprojekte wie neue Strassen (zum Beispiel die Transamazõnica und die Perimetral Norte) tragen ihren Teil dazu bei.
Die Kriminalitätsrate Brasiliens ist im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt relativ hoch. Jährlich sterben gemäss einer Statistik von 2005 in Brasilien über 55'000 Menschen durch Mord oder Totschlag. Dies entspricht einer Zahl von über 150 Tötungsdelikten pro Tag. Die brasilianische Polizei hat vor allem in den Städten mit Morden, Entführungen, Raubüberfällen und organisierten Drogen- und Kriminellensyndikaten (wie etwa das Comando Vermelho in Rio de Janeiro und das Primeiro Comando da Capital in São Paulo) zu kämpfen.
National- und auch Volkssport des Landes ist Fussball. Die brasilianische Fussballnationalmannschaft ist fünfmaliger Weltmeister und damit die erfolgreichste Nationalmannschaft der Welt. Darüber hinaus gewann Brasilien acht Mal die Copa América, die Südamerika-Meisterschaft. Für viele Fussballfreunde gilt darüber hinaus Pelé als einer der besten Fussballer aller Zeiten. Auch andere Spieler wie Arthur Friedenreich, Garrincha und Zico zählten zu den besten ihrer Zeit. Die Auszeichnung als Weltfussballer des Jahres erhielten zudem Romário, Ronaldo, Rivaldo, Ronaldinho und Kaká. Auch in der aktuellen Mannschaft spielen viele international bekannte Stars. Die Nationalmannschaft der Damen gehört ebenfalls zur Weltspitze, auch wenn ihr ein WM- oder Olympiasieg noch nicht gelang und hat mit Marta Vieira da Silva die wohl beste Spielerin der Welt in ihren Reihen.
Der Karneval in Rio de Janeiro - carnaval carioca, carnaval do Rio oder Rio carnaval genannt - beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch und ist eine der Hauptattraktionen der Stadt. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den grössten Festen der Welt.Organisiert wird der Karneval vom Tourismusbüro der Stadt in Zusammenarbeit mit der Liga der Sambaschulen Liga Independente das Escolas de Samba do Rio de Janeiro (LIESA). Aber auch die übertragenden Fernsehsender sprechen meist ein Wort mit. Auf den Tribünen des nach Plänen von Oscar Niemeyer 1984 in nur 120 Tagen erbauten Sambódromo haben 88'500 Zuschauer Platz. Die Paraden beginnen in der 700 Meter langen Arena jeweils um 21 Uhr und dauern pro Festtag etwa 10 Stunden. Das bedeutet, dass die letzte Parade bereits im Licht des folgenden Morgens durchgeführt wird.
Der Tourismus ist in Brasilien noch nicht sehr bedeutend und macht nur etwa 0,5 % des Bruttosozialprodukts aus. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 10 %. Die jährliche Besucherzahl liegt bei etwa 4,8 Millionen. Beliebt sind vor allem die Strände und der Karneval von Rio de Janeiro, die Hauptstadt Brasília, das Amazonasbecken und der Nordosten mit seinen Stränden und Kultur und die Wasserfälle von Iguaçu.
Brasilien ist mit Bestimmtheit eine Reise wert!