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Verantwortlich für das Postdoc-Projekt: Dr. Henning Trüper
Finanzierung: UFSP Asien und Europa
Projektdauer: Januar 2009 – Dezember 2011
Forschungsfeld: Verflechtungsgeschichten
Abstract
Mein Projekt widmet sich der Wissenschaftsgeschichte der Philologien im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es zielt dabei auf die historische Epistemologie dieses Feldes verschiedener, in unterschiedlichem Maß institutionalisierter Disziplinen, denen jedoch bestimmte Praktiken gemeinsam waren: so zum Beispiel der forschende Antikenbezug, die Herstellung von Grammatiken und Wörterbüchern, das Sammeln von Inschriften auf Forschungsreisen, die Techniken des Edierens. Das Projekt fragt nach der Bedeutung der philologischen Praxis für die Entwicklung einer spezifischen Gelehrtenkultur, die als bedeutender Bestandteil der europäischen Kulturgeschichte der Moderne zu begreifen wäre: als einer von verschiedenen, nicht auf ein eindeutiges Ziel zulaufenden Prozessen der "Verwissenschaftlichung". Insbesondere soll gezeigt werden, dass und auf welche Weise für die Ausprägung der epistemischen Muster philologischer Gelehrsamkeit Begegnungen mit und Projektionen auf asiatische – "orientalische" – Weltgegenden von zentraler Bedeutung waren. Ferner geht es um die Frage, inwiefern die fraglichen Muster für die Entwicklung spezifischer diskursiver und praktischer Formen in Politik, Geschichtskultur und Religion im 19. und 20. Jahrhundert von zentraler Bedeutung waren. Das Projekt soll aus verschiedenen Fallstudien bestehen, die chronologisch und thematisch unterschiedlichen Bereichen entstammen und die verschiedenen Facetten der Themenstellung abdecken.