Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03371.jsonl.gz/1301

Die Grabung in Egolzwil Moosmatte wurde anfangs Oktober 2019 abgeschlossen. Freigelegt haben wir einen Bereich einer mittelbronzezeitlichen Siedlung. Der örtliche Bodenaufbau ist mehrheitlich von Schwemmsedimentschichten geprägt, was das Erkennen von Schichten und Niveaus erheblich erschwerte. Ein Niveau mit zahlreichen Keramikscherben, Feuerstellen und Steinkonzentrationen weisen auf Gebäude und Aktivitäten hin. Diese Epoche ist in der Schweiz vergleichsweise schlecht erforscht. Im Kanton Luzern wurden erstmalig Siedlungsreste dieser Zeit freigelegt, diese Ausgrabung war deshalb von hoher Bedeutung. Weitere Siedlungsteile vermuten wir gegen das heutige Dorf Egolzwil. In jüngeren Schichten wurden mehrere späteisenzeitliche Gräben und Gruben entdeckt, sowie Keramikscherben. In einem dieser Gruben legten wir Reste einer Holzkonstruktion frei, dessen Funktion uns noch ein Rätsel ist. Aufgrund dieser Befunde gehen wir auch von einer eisenzeitlichen Siedlungsaktivität in der Nähe aus und vermuten, dass diese Befunde im Zusammenhang mit der gleichaltrigen Siedlung von Egolzwil Baumgarten (ca. 150m westlich) stehen. In der nächsten Zeit werden die Funde konserviert und die Dokumentation der Ausgrabung aufgearbeitet. Mit etwas Glück werden wir auch bald einen Interessenten für die wissenschaftliche Auswertung haben.