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Als «Knight Rider» Ende August 1985 erstmals auf deutsch zu sehen war, war die Serie in den USA fast schon fertig gedreht. Dort liefen die 90 Folgen in vier Staffeln zwischen 1982 und 1986. Acht Jahre später, 1994, kam Joel Meier zur Welt. Und bis er erstmals von Knight Rider hörte beziehungsweise sah, wie David Hasselhoff als Michael Knight für die Foundation für Recht und Verfassung Verbrecher jagte, vergingen nochmals neun Jahre.
Aber auch wenn Joel Meier eigentlich zu spät geboren wurde für die Serie – ihn hat sie gepackt und nicht mehr losgelassen. Es sei um ihn geschehen gewesen, damals mit neun oder zehn Jahren, sagt er.
Wir treffen uns in Uhwiesen an der Dorfstrasse, er schiebt das Garagentor zur Seite, startet den Motor und fährt einen Pontiac Firebird Trans Am auf den Vorplatz – er würde aber nie «meinen Pontiac» sagen, sondern «meinen K.I.T.T.». Die Abkürzung steht für Knight Industries Two Thousand. Joel Meier hat einen.
Hasselhoff «gehört dazu»
David Hasselhoff mag der Hauptdarsteller der Serie gewesen sein, ihr Star war die Einsatzeinheit der Foundation, das Auto, das sprechen, denken und autonom fahren konnte. «K.I.T.T. war seiner Zeit voraus», sagt Joel Meier, während just ein Nachbar mit einem Tesla davonfährt. Was dieses moderne Auto kann, konnte K.I.T.T. schon 1982. Das gefiel dem technikaffinen jungen Mann.
Während seine Begeisterung für K.I.T.T. ungebrochen ist, hat sich jene für David Hasselhoff abgekühlt. Er hört zwar dessen Musik, hat von ihm zur Hochzeit eine Grussbotschaft erhalten (hat seine Frau organisiert) und findet, «er gehört zur Serie dazu». Kein Verständnis hat Joel Meier aber dafür, dass dieser seine Replica verkauft hat und somit das, worauf sein Erfolg gründet. Ob er das selber auch tun würde? Für Joel Meier unvorstellbar. Vorher würde er sich von anderem trennen.
Zu viel Zeit und Leidenschaft stecken in dem Auto. 5000 Franken hat ihn die Basisversion gekostet. Wenig für deren Zustand. Fans müssten sich unterstützen, habe der Verkäufer gemeint und gespürt, dass das Auto in gute Hände kommt. Mit dem weissen Pontiac von damals hat der «Swissknight2000» mittlerweile aber nicht mehr viel gemeinsam. Joel Meier passte das Auto innen wie aussen immer mehr dem Filmfahrzeug der ersten beiden Staffeln an.
Dem K.I.T.T. immer ähnlicher
Seit einem halben Jahr ist sein K.I.T.T. auch schwarz foliert. Ihm seien vor Freude Tränen gekommen, erzählt Joel Meier. Er macht aber auch Kompromisse oder ist dazu gezwungen. Die Felgen zum Beispiel sind nicht original, das Lenkrad wird es nie sein, weil nicht zugelassen in der Schweiz, und vorne sind Blinklicht und Tagfahrlampen ebenfalls Pflicht.
Und die Motorhaube ist flach. Ihr fehlt die charakteristische Hutze – noch. In seiner Garage steht jedoch bereits eine richtige, die er wie vieles andere auch im Internet gefunden hat, die aber noch ein bisschen Arbeit verlangt.
Hilfreich dafür ist eine Schleifmaschine, die ihm seine Frau Corina zu Weihnachten geschenkt hat. «Damit das Projekt weiter vorankommt», wie Joel Meier sagt. Sie unterstützt ihn, wo es geht, und liess K.I.T.T. gar in der Wohnung zu – demontierbare Teile folierte er auch mal im Wohnzimmer.
Das Hobby braucht Zeit – mit Hilfe eines Freundes macht Joel Meier viel selber und hat sich, im Support einer Kabelnetzbetreiberin tätig, Fertigkeiten auch angeeignet. Teile wie das Cockpit muss aber auch er bestellen und achtet dabei sowohl auf Aussehen und Echtheit zur Serie, aber auch auf verbaute Technik für maximale Sicherheit des Fahrzeugs. Digital werden Tempo und Öldruck dargestellt, Features wie K.I.T.T.s synchronisierte Stimme kommen vom Speicher.
50 Aussagen aus der Serie – zum Beispiel «Devon ruft an» – können abgerufen (und natürlich ergänzt) werden. Auf dem Screen laufen Trailer. Und dann ist da noch der Scanner, das rote Lauflicht vorne, das auf Knopfdruck samt dem passenden Ton ein- und ausgeschaltet werden kann oder dank Sensoren auch auf Vorbeigehende reagiert. Auf Schweizer Strassen muss es aber aus sein.
Im Winter bleibt K.I.T.T. in der Garage. Von Frühling bis Herbst ist Joel Meier aber auch unterwegs und offen für Anfragen für Fotos oder Ausstellungen. Wenn der Scanner läuft und Betrachtende K.I.T.T. erkennen, ist die geteilte Freude für ihn doppelte Freude. Den Schlüssel gibt er aber auch dann nicht aus der Hand.
Info: www.swissknight2000.ch