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Mit dem Standard-Analysemodell können systematische Lohndiskriminierungen in einem Unternehmen identifiziert werden. Das anerkannte und bewährte Modell wird zur Überprüfung der Lohngleichheit im öffentlichen Beschaffungswesen des Bundes angewendet. Mit Logib steht eine einfache und kostenlose Implementierung des Modells in Excel bereit, die Unternehmen für einen aussagekräftigen Selbsttest ihrer Lohnpraxis verwenden können.
Der Bund verwendet für seine Kontrollen der Einhaltung der Lohngleichheit im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens ein Standard-Analysemodell, das auf der wissenschaftlich anerkannten Regressionsanalyse basiert und vom Bundesgericht zugelassen wurde. Auch im sozialpartnerschaftlichen "Engagement Lohngleichheit ELEP" wurde vereinbart, das Standard-Analysemodell des Bundes zu verwenden.
Feststellen einer systematischen Diskriminierug
Mit dem Standard-Analysemodell können systematische Lohndiskriminierungen in einem Unternehmen identifiziert werden. Es besteht aus zwei Komponenten: zum einen aus einer statistischen Methode, der semi-logarithmischen OLS-Regressionsanalyse basierend auf dem Mittelwert, und zum andern aus einem Modell, mit dem der Lohn der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eines Unternehmens anhand von persönlichen Qualifikationsmerkmalen (Ausbildung, Dienstalter und potenzielle Erwerbserfahrung), von arbeitsplatzbezogenen Faktoren (Kompetenzniveau und berufliche Stellung) erklärt wird. Zudem wird damit überprüft, welcher Anteil des Lohnunterschieds nur auf das Geschlecht zurückgeführt wird. Bei sonst gleichen Bedingungen kann mit dieser Methode ermittelt werden, welcher Teil der Lohndifferenz nicht durch lohnrelevante, objektiv-nichtdiskriminierende Faktoren erklärt werden kann.
Mit dieser Methode ist es möglich zu bestimmen, welche Lohndifferenzen zwischen Frauen und Männern in einem Unternehmen bei vergleichbaren persönlichen und berufsbezogenen Merkmalen bestehen und ob gestützt darauf eine geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung zu vermuten ist.
Selbsttest-Instrument Logib
Im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) und der Beschaffungskonferenz des Bundes (BKB) wurde ein Instrument entwickelt, damit dieses Standard-Analysemodell auch von Laien einfach gehandhabt werden kann. Dafür wurde das Standard-Analysemodell technisch in Excel umgesetzt. Das daraus entstandene Lohngleichheitsanalyse-Instrument heisst Logib und wird im Internet kostenlos zur Verfügung gestellt.
Ein anerkanntes und bewährtes Modell
Die im Rahmen der Regulierungsfolgenabschätzung befragten Unternehmen beurteilen das Standard-Analysemodell des Bundes und das Instrument Logib mehrheitlich als geeignet. Lohngleichheitsanalysen in anderen europäischen Ländern (z.B. Deutschland, Finnland, Frankreich, Luxemburg, Grossbritannien, Polen, Portugal und Tschechien) basieren ebenfalls auf dem Standard-Analysemodell des Bundes.
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