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Das erste Handelsgericht wurde zu Toulouse
[* 3] 1549, das von Paris
[* 4] 14 Jahre später durch den Kanzler de l'Hôpital errichtet. Einer
vom Prevost der Kaufleute und den Schöffen von Paris bezeichneten Versammlung von 100 notabeln Parisern
wurde durch ein Edikt von 1563 das Recht erteilt, fünf konsularische Richter auf ein Jahr zu ernennen, deren Funktionen unentgeltlich
waren, und welche über alle Streitigkeiten zwischen Kaufleuten urteilen sollten. Diese Einrichtung wurde durch das die Zünfte
und Handwerksinnungen aufhebende Edikt vom Februar 1776 bestätigt und dauerte bis zur Revolution.
Die Befugnisse der so eingerichteten Korporationen bestanden darin:
1) als gütliche Schiedsgerichte über von den Parteien freiwillig vor sie gebrachte Handelsstreitigkeiten zu urteilen;
3) im allgemeinen über Handel und Schiffahrt zu wachen und deren Nutzen zu fördern. Die Revolution ließ diese Zustände im
Wesen bestehen; das Gesetz vom ordnete die und der Code de commerce behielt sie bei. Handelsgerichte werden dort errichtet, wo
die Lebhaftigkeit des Verkehrs ein Bedürfnis dafür begründet; wo dies nicht der Fall ist, entscheiden
die gewöhnlichen Tribunale »commercialement«. Zur Zeit bestehen in Frankreich 389 Handelstribunale, wovon 216 ausschließlich
aus Vertretern des Handelsstandes zusammengesetzt sind.
Das deutsche Handelsgesetzbuch setzt die Errichtung von Handelsgerichten voraus; wo solche noch nicht
begründet waren, sollten vorläufig die gewöhnlichen Gerichte in Handelssachen entscheiden. Eine endgültige Regelung wurde
durch das deutsche Gerichtsverfassungsgesetz vom herbeigeführt. Dasselbe hat die Handelsgerichte, welche
damals bestanden, aufgehoben. An ihrer Stelle können überall da, wo die Landesjustizverwaltung ein Bedürfnis dazu als vorhanden
annimmt, bei den LandgerichtenKammern fürHandelssachen ins Leben gerufen werden.