Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03196.jsonl.gz/2979

Studien von Forschern des “Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia (Inpa)” (Nationales Forschungsinstitut Amazoniens) sind einen Schritt weiter in der Entdeckung neuer Substanzen, die in der Lage sind, die Parasiten der Malaria abzutöten. Die Forschungen werden auf einer Basis von isolierten, bioaktiven Substanzen, mit fünfzehn Pflanzenarten der Amazonasregion, entwickelt.
Unter den vielversprechendsten der von den Wissenschaftlern studierten Substanzen ist 4-Nerolidilcatecol (4-NC), eine Substanz, die aus der Piper peltatum extrahiert wird, einer Heilpflanze, die in der regionalen Volksmedizin als “Caapeba-do-norte“ oder “Pariparoba“ bekannt ist.
Der Piper peltatum gehört zur Famile der Piperaceae, wächst als Strauch und wird ca. 2 m hoch. Die Blätter erreichen eine Länge von 20 bis 30 cm und sind herzförmig. Die Blattstiele können bis zu 21 cm lang werden. Wegen ihrer Grösse und spezieller Form werden die Blätter als Untersetzter oder als Einwickelpapier für Nahrung gebraucht.
Die Blütenstile sind kürzer nur etwa 1 bis 7 cm lang. Die Blüten sind klein, von weisser Farbe und werden zumeist 8 bis 9 cm lang und 3,5mm dick. Die Früchte, der Stamm und die Blätter haben einen kiefernartigen Geruch. Wenn die Früchte überreif sind, riechen sie allerdings eher nach Austern. Die Früchte werden von Fledermäusen und Vögeln gefressen und so verbreitet.
Die Substanz wird von Heilkundigen zur Behandlung von Malaria in Form von Tee verabreicht – sie wirkt auch bei Verdauungsstörungen, Infekten des Harnleiters, bei Fieber, Insektenstichen, und anderen Symptomen.
Die Malaria oder “Paludismo”, wie sie in Brasilien auch genannt wird, ist eine infektiöse akute oder chronische Krankheit, die von Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht werden, übertragen durch den Stich des infizierten, weiblichen Anopheles-Moskitos. Das Insekt injiziert die in seinem Speichel vorhandenen Mikroorganismen während des Stiches in die Blutbahn des Opfers, diese setzen sich in der Leber fest, wo sie reifen und sich reproduzieren.
Seit dem Jahr 2000 führen die Forscher der Inpa diese Studien durch, innerhalb der Forschungsgruppe der Laboratoriums “Princípios Ativos da Amazônia (Lapaam)“, zusammen mit dem “Laboratorium für Malaria und Dengue“, unter Mitarbeit der “Fundação de Medicina Tropical do Amazonas“.
In vitro Studien (im Reagenzglas – im Gegensatz zu Studien am lebenden Objekt), geleitet von einem der Mitarbeiter des Laapam, dem Pharmazeuten Luiz Francisco Rocha, haben eine bedeutende antimalarische Aktivität in Kulturen des Plasmodium falciparum demonstriert, dem verantwortlichen Parasiten für die gefährlichste Form der Malaria.
Ausserdem hat man eine Bewertung der antiplasmodischen Aktivität gegen den Plasmodium vivax vorgenommen, einer Spezies, die für mehr als 70% der Malaria-Fälle auf dem amerikanischen Kontinent verantwortlich ist.
Nach Aussage des Wissenschaftlers sind die Forschungen in den letzten zwei Jahren mit der extrahierten Substanz 4-NC, im Sinne der Erforschung ihres Potenzials als Droge, gut vorangekommen,. “Ich bin zuversichtlich, dass die Extrakte dieser Substanz in nächster Zeit für klinische Tests mit Patienten zur Verfügung stehen werden“, sagte Rocha in einem Interview.