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Die Tierschutzverordnung schreibt vor: «Kranke, lebensschwache oder verletzte Tiere müssen ihrem Zustand entsprechend gepflegt oder getötet werden». Dahinter steht der Grundsatz, dass keinem Tier ungerechtfertigt Schmerzen und Leiden zugefügt werden dürfen. Deshalb ist es unbedingt nötig, abzuwägen, ob eine Belastung des Tieres durch Pflegemassnahmen und Behandlungen gerechtfertigt ist. Wenn Behandlungen mit Schmerzen oder lang andauernder, stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit verbunden sind, kann der Entscheid richtig sein, das Tier noch vor einer Therapie zu töten.
Besitzerinnen und Besitzer von verletzten oder kranken Hunden, Katzen oder Pferden stehen nicht selten vor genau solchen Entscheidungen. Geht es hingegen um ein verletztes Huhn oder ein krankes Schwein auf einem Landwirtschaftsbetrieb, kommt eine Behandlung aus wirtschaftlichen Gründen häufig nicht in Frage. Hier gilt es, betroffene Tiere umgehend zu töten, damit sie nicht leiden müssen.
Wie werden Tiere richtig getötet?
Die Tierschutzverordnung legt Kriterien für eine fachgerechte Tötung fest. Ein zentraler Punkt ist die Kompetenz der Person, die Tiere tötet. Sie muss einen schonenden Umgang mit dem Tier garantieren und die geeignete Tötungsmethode sicher ausführen können. Zudem ist vorgeschrieben, dass die Person regelmässig Tiere tötet und damit die notwendige praktische Erfahrung hat. In der Tierschutzverordnung werden diese Kompetenzen unter dem Begriff «fachkundige Person» zusammengefasst.
Eine tierschutzkonforme Tötungsmethode führt sicher und ohne Schmerz und Angst zum Tod des Tieres. Um dies zu gewährleisten, muss das Tier in einem ersten Schritt das Bewusstsein verlieren. Beim Euthanasieren, also dem Einschläfern durch die Tierärztin oder den Tierarzt, geschieht dies medikamentös. Falls eine Euthanasie nicht möglich ist, muss das Tier anderweitig betäubt werden. Je nach Art und Grösse des Tieres gelten ein gezielter Schlag auf den Kopf oder der Bolzenschuss als korrekte Betäubungsmethoden. Weil die Betäubung allein nicht sicher zum Tod des Tieres führt, braucht es unmittelbar danach eine weitere Massnahme, die verhindert, dass das Tier wiedererwacht. Aus diesem Grund fordern die Fachinformationen des BLV zum fachgerechten Töten in den meisten Fällen das sofortige Entbluten, wie es bei der Schlachtung vorgeschrieben ist.
Das Tier muss überwacht werden, bis der Tod eingetreten ist. Zu den notwendigen Kenntnissen einer fachkundigen Person gehört somit auch das Feststellen des Todes.
Welche Tötungsmethoden sind verboten?
Es ist verboten, Tiere auf qualvolle Art oder aus Mutwillen zu töten. Als qualvoll gelten Tötungsmethoden, bei denen das Tier Schmerzen und Angst erleidet, indem es z.B. nicht unmittelbar betäubt wird. Darunter fallen das Ertränken, Ersticken oder Einfrieren, aber auch das Eintauchen in siedendes Wasser, wie es bei der Tötung von Hummern und anderen Krebsen bisher üblich war.
Weiter gelten beispielsweise das Köpfen oder Strecken ohne vorgängige Betäubung sowie das Erschlagen oder Zu-Boden-Schleudern als nicht tierschutzkonform: Beim Köpfen werden Tiere bei Bewusstsein entblutet, bei den anderen Methoden besteht die Gefahr, dass die Betäubung verzögert eintritt. Beides verstösst gegen die gesetzlichen Vorgaben einer fachgerechten Tötung.
Dürfen Tiere erschossen werden?
Der gezielte Kugelschuss ins Gehirn ist grundsätzlich eine tierschutzkonforme Tötungsmethode, bei der das Tier gleichzeitig betäubt und getötet wird. Wer die notwendige Bewilligung nach dem Waffengesetz hat und entsprechend ausgebildet ist, darf ein krankes oder verletztes Tier erschiessen.
Was ist zu beachten, wenn ein Tier getötet werden muss?
Wenn immer möglich, sollen Tiere durch Fachpersonen getötet werden, d.h. durch Tierärztinnen oder Metzger. Als optimale Tötungsmethoden gelten die medikamentöse Euthanasie, besonders bei Nutztieren aber auch eine professionelle Betäubung in Kombination mit Entbluten über die Halsschlagadern.
Es ist wohl davon auszugehen, dass die meisten Heimtierhalterinnen und -halter kranke oder verletzte Tiere nicht mit der notwendigen Kompetenz und Routine töten können. Von ihnen wird erwartet, dass sie ihre kranken oder verletzten Heimtiere einer Tierärztin oder einem Tierarzt zum Euthanasieren übergeben. Damit handeln sie immer tierschutzkonform.