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While the City Sleeps
Regie: Fritz Lang
Darst.: Dana Andrews, Rhonda Fleming, George Sanders, Howard Duff, Thomas Mitchell, Vincent Price, Sally Forrest, John Drew Barrymore, Ida Lupino, James Craig u.a.
Ausgangspunkt dieses düsteren Journalismus-Thrillers von Fritz Lang ist ein zynischer Wettbewerb: Ein Verlagschef setzt drei Redakteure auf die Spur eines Serienmörders an. Wer ihm als Erster eine Exklusivstory zum Killer liefert, darf fortan die Zeitung leiten. In den Redaktionen beginnt ein erbittertes Ringen um den Posten, wobei Kollegialität nichts zählt, neue Allianzen geschmiedet und alte verraten werden. Johannes Binotto hat in der NZZ über «While the City Sleeps» geschrieben: «Eine Welt ausserhalb der Redaktionen und Fernsehstudios scheint gar nicht mehr zu existieren. Es ist vielmehr, als würden die Verbrechen nur für und wegen der Berichterstattung geschehen. Polizei und Justiz haben das Gewaltmonopol längst an die Kollegen von der Presse abgetreten. Und selbst der gejagte Serienkiller scheint bloss eine Erfindung der Revolverjournalisten zu sein.» Der zweitletzte US-Film des deutschen Exilanten wurde seinerzeit wenig geschätzt, erweist sich aber als erstaunlich weitsichtig und hat an Aktualität gewonnen, wenn hier eine Reportermeute das Gesetz selbst in die Hand nimmt, um die Auflage zu erhöhen. Auf «While the City Sleeps» trifft somit gewiss zu, was François Truffaut einmal über Lang festgehalten hatte: «Man sollte sich seine späten Filme immer wieder ansehen, Fritz Lang ist der isolierteste und unverstandenste unter den zeitgenössischen Filmemachern.» Lang konnte für seinen sorgfältig und temporeich inszenierten Film noir ein erstklassiges Ensemble an damaligen Stars verpflichten, darunter Vincent Price, Ida Lupino, Thomas Mitchell und George Sanders. Harry Tomicek vom Österreichischen Filmmuseum Wien schreibt: «Ein grimmiges Lehrstück über den Zusammenhang von Profit, Mord und Medienkorruption. (…) Auf den Mythos des Journalisten als Beschützer der Witwen und Waisen setzt Lang das Rasiermesser seiner amerikanischen Erfahrungen an.»