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9.2 km
Publiziert: 18 April 2022
Der Schriftsteller dokumentiert in seinen Romanen das Leben in einem Tal, in dem auch heute noch die Zeit stillzustehen scheint.
Plinio Martini wurde 1923 in Cavergno im Bavonatal geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Wie Piero Bianconi dokumentiert auch er das Leben im Tal, berichtet von Armut und Emigration. Sein 1970 erschienener Roman Il fondo del sacco (Nicht Anfang und nicht Ende) ist die Geschichte eines jungen Mannes, der in den 1920er-Jahren aus dem Maggiatal nach Kalifornien auswandert, wo ihn fürchterliches Heimweh und Sehnsucht plagen. In seinen weiteren Werken – auf Deutsch sind dies Requiem für Tante Domenica und Fest in Rima – setzt sich der 1979 verstorbene Schriftsteller ebenfalls mit dem Tessin seiner Vorfahren auseinander.
Wer sich heutzutage ins Val Bavona aufmacht, kann nicht nur die dem Tal eigene Ursprünglichkeit erleben und einen Eindruck vom früheren Leben erhalten, sondern auch eine kleine Kulturreise unternehmen. Etwa am 1. Mai, wenn eine Prozession mit langer Tradition von Cavergno bis zum Kirchlein von Gannariente führt. Oder man begibt sich auf eigene Faust auf den Weg der Transhumanz, auf welchem man an einigen Schauplätzen von Martinis Werken vorbeikommt. Der Sentiero di pietra (Steinweg) führt ebenfalls von Cavergno, dem “Tor zum Val Bavona”, bis nach Foroglio und weiter ins Val Calnègia.
Der Begleitprospekt zum "Steinweg" bestätigt Martinis Erfahrungen. Dort heisst es über die Cavergnesi und die Bignaschesi, die Bewohner des Nachbardorfes: “Vor allem im XIX. Jahrhundert wählten viele von ihnen, anstatt den Weg des Tals, den schmerzlicheren Weg der Emigration: zuerst nach Holland, dann nach Übersee. Die Folge war ein Mangel an fähigen Männern und ein demographisches Ungleichgewicht, das sich erst in den letzten Jahrzehnten wieder normalisiert hat.”
Bitte beachten Sie, dass eine genaue Planung der Route, die man zurücklegen möchte, notwendig ist. Der erste Abschnitt ab Cavergno (oder Bignasco) führt entlang eines bequemen Weges, und auch die Talsohle der Calnègia ist trotz eines kurzen Aufstiegs ohne besondere Vorbereitung machbar. Der weitere Aufstieg zu den Alpweiden ist jedoch anspruchsvoll, gute Kondition, viel Zeit und Bergsteigerausrüstung sind notwendig.
Die Stiftung hat keine festen Öffnungszeiten und sollte per Mail oder Telefon kontaktiert werden. Das auf der Karte markierte Cavergno ist zugleich der Startpunkt des Weges der Transhumanz