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In 2 Wochen habe ich schon meinen letzten Arbeitstag. Danach bereise ich noch Australien und die Nordinsel von Neuseeland 🙂
Am 07.03.17 fliege ich nach Melbourne wo ich zwei Tage verbringe. Danach geht es nach Perth wo ich einen Kollegen besuchen will, welcher dort auf einer Farm arbeitet. Ab dem 16.03.17 fahre ich mit einem Schweizer Kollegen mit dem Camper von Sydney nach Cairns. Von dort aus fliegen wir nach Aukland, von wo wir mit meinem Auto runter nach Christchurch fahren.
Am 28.04 steige ich dann in Christchurch in den Flieger, um zurück in die Schweiz zu fliegen.
Damit die Kälber günstig gehalten werden können, werden die Kälberboxen meistens mit Holzschnitzeln eingestreut.
Mit dem Bagger werden dann diese Schnitzel einmal im Jahr aus den Boxen geholt.
Ein paar Tage waren wir damit beschäftigt auf verschiedenen Farmen diese Ställe auszumisten. Die Schnitzel werden dann mittels spezial Anhänger in die Fahrspuren der Bewässerungsanlagen geleert. Da die Räder der Bewässerungsanlage immer am selben Ort durchfahren entstehen zum Teil bis zu 30cm Tiefe gräben.
Der spezial Anhänger hat am Boden eine Öffnung welche so breit wie der Graben ist. Nun wird mittig über den Graben gefahren und ein Schieber geöffnet, so dass die Schnitzel in den Graben fallen. Am Ende des Wagens ist ein Blech montiert, welches die überschüssigen Schnitzel mitnimmt und für eine Ebene Schnitzelschicht sorgt.
Mein Chef hat neben dem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen noch eine Holzschnitzel Produktions- und Verarbeitungsfirma. Die Firma beliefert zwei Spitäler mit Holzschnitzel zum Heizen, verkauft Holzschnitzel an Farmer, welche ihre Kälberställe damit einstreuen und produziert und verteilt Holzschnitzel auf Spielplätzen.
Um die Schnitzel effizient und gleichmässig auf Spielplätzen auszubringen, werden diese mittels Gebläse durch einen Schlauch geblasen. Am Ende des Schlauches kann ein Mitarbeiter die Schnitzel, ähnlich wie beim Güllen, verteilen 😉
In Neuseeland gibt es keine Firma die solche Systeme anbietet und somit flog mein Chef vor einem Jahr nach Amerika zu einem Hersteller von solchen Blasanhängern. Da es sehr teuer gewesen wäre einen solchen Anhänger an die neuseeländischen Strassengesetze anzupassen, beschloss er die Technologie von den Amerikanern zu kaufen und auf ein bestehendes Anhänger Chassis aufzubauen. Ein kleines Anlagenbau Unternehmen (1 Chef, 2 Angestellte) wurde von meinem Chef beauftragt den Bau durchzuführen.
Nach vier Monaten, konnte der Anhänger ende Januar in betrieb genommen werden. Mit dem Gebläse ist es möglich die Schnitzel durch einen über 200m langen schlauch zu blasen. Ausserdem können um die 30 Kubikmeter Schnitzel mitgefühl werden.
Das Gerstenstroh ist hier sehr gefragt, da es im Winter zu den Futterrüben verfüttert wird (Struktur für den Wiederkäuer). Von den 45ha gab es um die 400 Quaderballen, welche wir zu Scheunen transportierten, um sie vor dem Regen geschützt zu lagern.
Mitte Januar haben wir an knapp zwei Tagen unsere 45ha Wintergeste geerntet. Da an diesen Tagen ein warmer Wind wehte konnte fast die ganze Nacht geerntet werden, ohne dass das Getreide zu feucht wurde.
Dadurch, dass jedes Feld eingezäunt ist und zum Teil Hecken rund um den Eingang zum Feld wachsen, muss das Schneidwerk beim Wechseln zum nächsten Feld abgekoppelt werden und im neuen Feld wieder angehängt werden. Dies kostet viel kostbare Zeit.
Ausserdem war der Abtransport schlecht organisiert, so dass der Drescher mehrere male wegen vollem Bunker warten musste, bis er entladen konnte.
Um gewissen Unkräutern längerfristig an den Kragen zu gehen, braucht es auch hier Manpower. Somit verbrachte ich ein paar Tage damit, im Gerstenfeld, wilden Hafer auszureissen.
In den Rüben sind es sogenannte „Bolter“ die ein Problem darstellen. Dies sind Rübenpflanzen die im ersten Jahr Samen bilden (Dies kann durch eine Genmutation entstehen, wenn sich die Zuchtrübe bei der Samenproduktion mit einer Wildrübe kreuzt oder auch wetterbedingt durch Frost (Täuschung der biologischen Uhr)). Eine Futterrübe ist eine zweijährige Pflanze und bildet erst im zweiten Jahr, nach der Aussaat, Samen.
Durch die Samenbildung schrumpft der Ertrag (kleinere Rüben und starke Konkurrenz zu den „normalen“ Rüben). Ausserdem will man nicht, dass im Folgejahr wieder Rüben wachsen.
Die effektivste Methode um dem Problem Meister zu werden, ist das ausreissen der Rüben von Hand.
Während meinen Weihnachtsfreien erkundete ich die Südinsel von Neuseeland. Ich fuhr an der Ostküste runter in den Süden und an der Westküste hoch bis nach Greymouth. Mit der Fahrt über den Arthurspass gelangte ich nach Christchurch, von wo ich nach hause fuhr.
Übernachtet habe ich im Auto und im Hostel. Es gab viele gute Begegnungen, meist mit Deutschen und auch Schweizern.
Einmal habe ich sogar zwei Autostöppler aus dem Berner Oberland aufgegabelt 🙂 Ja die Welt ist klein 😉
Die Landschaft hier ist wunderschön und abwechslungsreich und zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass es hier auch sehr hügelige Gebiete gibt. Bin mir halt von Canterbury, Flachland gewohnt. Auch gibt es Gebiete wo du während zwei Stunden Autofahrt kaum Häuser siehst und du keinen Handy Empfang hast.