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Arachnoidalzyste
Klinische Bedeutung
Arachnoidalzysten sind angeborene Fehlbildungen der mittleren spinnennetzartigen Hirnhaut (Arachnoidea).
Symptomatik
Symptome durch Arachnoidalzysten sind selten. Die meisten Arachnoidalzysten werden als Zufallsbefund in einer CT- oder MRI-Bildgebung beschrieben. Wird eine Arachnoidalzyste grösser und komprimiert das umliegende Gewebe, können Beschwerden auftreten.
Intrakranielle Arachnoidalzysten können zu folgenden Symptomen führen:
- Kopfschmerzen
- epileptische Anfälle
- erhöhter Hirndruck mit Übelkeit und Erbrechen
- Grössenzunahme des Kopfumfanges bei Säuglingen
- Entwicklungsverzögerung, Sehstörungen
- Halbseitensymptomatik
- hormonelle Störungen wie zum Beispiel eine verfrühte Pubertätsentwicklung
Spinale Arachnoidalzysten:
Spinale Arachnoidalzysten können Beschwerden durch die Kompression von Nervenwurzeln oder Rückenmark und Liquorzirkulationsstörungen verursachen. Abhängig von der Lokalisation verursachen sie durch Druck auf Nervenwurzeln und/oder das Rückenmark ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine, Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen, eine Gangunsicherheit oder Störungen von Blasen- und Mastdarmfunktion.
Ursache
Arachnoidalzysten sind angeborene Fehlbildungen der mittleren spinnennetzartigen Hirnhaut (Arachnoidea), die während der Entwicklung durch eine Spaltung dieser dünnen Schicht entstehen. Es bildet sich ein Raum aus dem der Liquor cerebrospinalis (Hirnwasser) nicht entweichen kann. Arachnoidalzysten können intrakraniell oder spinal auftreten, meistens in Beziehung zu einer Zisterne (Liquor gefüllte Erweiterung des arachnoidalen Raumes). Weitaus die meisten Arachnoidalzysten sind im Bereich der Sylvischen Fissur lokalisiert.
Diagnostik
Eine Magnetresonanztomographie (MRT) ist die Diagnose der ersten Wahl. Hier zeigt sich die Zyste als flüssigkeitsgefüllter Raum. Der Zysteninhalt ist typischerweise isointens zum Liquor cerebrospinalis (Hirnwasser), die Zystenwand reichert kein Kontrastmittel an. Weiter können die umgebenden Strukturen und deren Kontakt zur Zyste dargestellt werden.
Behandlung
Arachnoidalzysten müssen und sollen nur dann behandelt werden, wenn sie Beschwerden verursachen. Die Behandlung erfolgt endoskopisch oder mikrochirurgisch. Dabei wird die Zyste eröffnet, so dass sie mit dem subarachnoidalen Raum kommuniziert. Durch diese schonende Fensterung und Rekonnektion fliesst das gestaute Zystenwasser über den normalen Weg ab.
Alternativ kann ein zystoperitonealer Shunt angelegt werden. Es wird ein Katheter in die Zyste eingebracht. Ein ableitender Katheter leitet die Flüssigkeit über ein Druckventil unter der Haut bis zum Bauchraum. Der Katheter endet intraperitoneal (im Bauchraum) wo die abfliessende Hirnflüssigkeit absorbiert wird.
Erfolg der Operation
Die endoskopische oder mikrochirurgische Zystenfensterung ist ein minimalinvasiver Eingriff, die Komplikationsrate niedrig. Allerdings kann es durch Vernarbung zum erneuten Verschluss der geschaffenen Zystenöffnung und somit zum Rezidiv kommen.