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Silvia Bezzola und Ernst Scherz (Gstaad Palace)
«Ich komme mit!» Silvia Clara Bezzola ist verliebt und eine Trennung von ihrem Verlobten undenkbar. «Beinahe unerträglich», findet auch Ernst Scherz, der für die Wintersaison im Hotel Kulm in St. Moritz verpflichtet ist.
Jetzt, im Sommer 1935, sind beide noch in Flims. Die 28-jährige Silvia leitet den Hausdienst im Parkhotel Waldhaus, das ihre Eltern seit fast drei Jahrzehnten führen. Ernst, zwei Jahre jünger, ist der neue Chef de Réception. Der Bankierssohn hat seinen Berufswunsch durchgesetzt, sich in renommierten Häusern die Sporen verdient, zuletzt im Shepheard’s Hotel, Kairo. Das «Waldhaus» erscheint ihm «wie ein kleines Königreich»: gegen 400 Betten in drei Gebäuden, prächtiger Park, dunkle Tannenwälder, blauer See. Hier ist Silvia geboren und aufgewachsen, zusammen mit dem älteren Bruder Roman. Der Vater, Eduard Bezzola, Spross einer alteingesessenen Engadiner Familie aus Zernez, erfolgreicher Hotelier, engagiert sich leidenschaftlich für die romanische Sprache. Die Mutter, Clara Bezzola-Wiedemar, entstammt einer Berner Industriellenfamilie. Sie teilt mit ihrer Tochter das künstlerische Talent. Silvia wollte selbständig, berufstätig sein und lernte das Handwerk der Kunstweberin. In Zürich führte sie zusammen mit einer Freundin ein Atelier für Kunstgewerbe. Später, als Hotelière, wird sie jahrelang die Hausweberei Saanen präsidieren. Im Herbst 1935 verlobt sich das Paar. Eine Heirat ohne angemessene Verlobungszeit, «an die man sich nicht zuletzt aus Respekt und Rücksicht auf die zukünftigen Schwiegereltern hielt, war damals unstatthaft», schreibt Ernst Scherz in seinen Erinnerungen.