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ZfM: Call for Papers, Sound|Archive
Erwünscht sind Einreichungen, die nicht nur analytisch-deskriptiv an der Schnittstelle von Medienwissenschaft und Sound Studies operieren, sondern auch solche, die begriffliche Festschreibungen infrage stellen und auf neue Art und Weise denkbar und produktiv machen.
Im Kontext aktueller Debatten über die Dekolonialisierung von Archiven, die Restitution von Sammlungsobjekten und die Aufarbeitung kolonialer Geschichte erhält auch die Frage nach kolonialen Praktiken und Prozeduren, die den Aufnahmen und Archiven von Klang oder Sound zugrunde liegen, neue Dringlichkeit. Medienwissenschaftliche Untersuchungen versprechen Einsichten in die Bedingungen von Aufzeichnung, Bearbeitung, Distribution und Zirkulation ebenso wie in die Rezeption und Klassifizierung von Klängen, Stimmen und Geräuschen (noise). In den Archiven selbst wären Machtverhältnisse, wie sie durch Prozeduren und Infrastrukturen implementiert sind, aufzuspüren. Jedoch arbeiten akustische Medien auch an der Transgression von staatlich, polizeilich oder militärisch aufgeteilten Territorien mit, wenn sie diese durch technische Standards oder Formate unterlaufen, wie etwa durch pirate radios, hotline supports, die mit Flüchtenden auf den Meeren Kontakt halten, oder anderen Formen klandestiner Sender. Fragen nach dem Status von Klängen als historischer Quelle wären im Sinne einer Handlungsmacht des Sonischen überhaupt zu stellen. Der Schwerpunkt richtet seine Aufmerksamkeit dabei vor allem auf Themen des «Globalen Südens», wie Gavin Steingo und Jim Sykes es programmatisch als «Remapping» initiiert haben.
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