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Nach historischen Überlieferungen unterschieden bereits die Ärzte in der Antike akute von chronischen Erkrankungen. Langwierige Krankheiten galten als unheilbar. Deshalb konzentrierte sich die Behandlung auf akute Erkrankungen. Diese Strategie ist auch heute noch dominierend. Gegenwärtig sterben etwa neun von zehn Menschen an chronischen Erkrankungen. Die meisten davon entstehen auf der Grundlage einer akuten, lokalisierten Entzündung. Sie kann viele Jahre diagnostisch symptomlos verlaufen, um dann in eine systemische chronische Erkrankung überzugehen. Das gilt insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bereits vor mehr als 30 Jahren informierte die WHO, dass circa 80 Prozent der chronischen Erkrankungen einen Bezug zu Umweltbelastungen haben. Neue Lebensgewohnheiten, als Ausdruck von Wohlstand angesehen, belasten zunehmend den Gesundheitserhalt der Menschen und sind zu einer schleichenden Gefahr geworden. Heute erwarten erkrankte Menschen vorwiegend von ihrem Arzt, dass er die geschilderten Symptome schnell medikamentös lindert, wobei die Diagnose ihrer Ursachen oft verdrängt wird. Es dominiert eine angepasste „Akutmedizin“, die durch das enge Zeitlimit des Arztes zusätzlich unterstützt wird. Diese Entwicklung sollte nicht dem Selbstlauf überlassen bleiben.