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|Peter
Lorre Biografie Teil 2|
Diese Biographie beruht auf Peter Lorre. Ein Fremder im Paradies. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2004,
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Artikel vom 13. September 2004
Nach dem Erfolg von M
- Eine Stadt sucht einen Mörder 1931 war Peter Lorre abwechselnd
für Film, Bühne und Rundfunk tätig, so an den Reinhardt-Bühnen (Deutsches
Theater und Kammerspiele), 1933 auch in Victor Barnowkys Komödienhaus und im
Kabarett der Komiker. In der Berliner Funkstunde ist er mit berühmten
Kollegen wie Josef Schmidt, Oskar Karlweis, Helene Weigel, Fritz Kortner und
Cäcilie Lvovsky, seiner späteren ersten Frau, zu hören.
Rund ein halbes Dutzend Filme später reiste Lorre am 25. Februar 1933
nach Wien, der ersten Station seines Exils, wo er allerdings nicht mehr
gefragt war. Er wirkte noch im Kontingentfilm Unsichtbare Gegner sowie
als Judas in den Passionsspielen im Zirkus Renz mit.
Als ihm die Ufa per Telegramm mitteilte, das Kaspar-Hauser-Projekt sei
unterschriftsreif, kabelte der "Lieblingsschauspieler des Führers"
und Film-Kindermörder zurück: "Für zwei Mörder wie Hitler und mich
ist in Deutschland kein Platz."
Peter Lorre reiste nach Znaim ab, noch bevor er weitere Projekte wie Ein
Kaspar Hauser von heute und Der Kaufmann von Hamburg realisieren
konnte. Im Spätsommer kam er zusammen mit Cäcilie Lvovsky in Paris an. Sie
wohnten im Hotel Ansonia, das deutsche Emigranten wie Billy Wilder und
Friedrich Holländer beherbergte.
In Paris bestritt Lorre seinen Lebensunterhalt mit Synchronisieren und drehte
vier Tage mit Georg Wilhelm Pabst Du haut en bas. Daneben gab es keine
Arbeit für ihn.
Erst am 15. Mai 1934 schloss Columbia in Hollywood einen Vertrag mit ihm ab.
Davor drehte er noch mit Alfred
Hitchcock The Man Who Knew Too Much (1934) in London, wo Lorre und
Lvovsky am 22. Juni in Westminster heirateten. Vier Wochen später reiste das
Paar mit der Majestic in die USA.
Die Columbia empfing Peter Lorre als Star, wusste aber nichts Rechtes mit ihm
anzufangen. Als man ihn in einen B-Movie stecken wollte, beharrte Lorre auf
Harry Cohns Versprechen, ihn in einem wichtigen Film einzusetzen. Viele
Projekte wurden nie realisiert, so ein Drehbuch von Pabst sowie eine Version
von Der brave Soldat Schwejk, mit Lorre in der Hauptrolle und Charles
Chaplin als Regisseur.
Zu Beginn teilte Lorre übrigens mit Billy Wilder ein winziges Zimmer im
Chateau Marmont in Hollywood, ehe die Lorres in ein komfortables Domizil am
722 Linden Drive zogen.
Erst am 12. Juli 1935, ein Jahr nach seiner Ankunft in den USA, war Peter
Lorre erstmals in einem amerikanischen Film zu sehen: Er spielte den
glatzköpfigen Dr. Gogol im von MGM produzierten Streifen Mad Love.
Erst danach drehte er unter der Regie von Josef von Sternberg seinen ersten
und letzten Columbia-Film für die nächsten fünf Jahre, Crime and
Punishment.
1936 drehte Lorre erneut mit Hitchcock in London, diesmal Secret
Agent. Danach reiste er mit Cäcilie in der Karwoche zur
Österreich-Premiere des Sternberg-Films nach Wien, wo er seinen alten
Freunden Karl Kraus und Theodor Csokor einen letzten Besuch abstattete.
Columbia und Lorre trennten sich einvernehmlich. Danach bot Darryl F. Zanuck,
der Chef der Twentieth Century Fox, dem Schauspieler ein befristeten, mit $750
pro Woche gut dotierten Vertrag an. Lorre akzeptierte und übernahm eine Rolle
in Crack Up, die ihm wieder einmal erlaubte, sein komisches Talent
einzubringen.
Nachdem sich einige Projekte zerschlagen haben, so eine Verfilmung von Maxim
Gorkis Nachtasyl sowie Lorres Bühnendebüt in Ferdinand Bruckners Napoleon.
Den Part des Captain Delmar in Love Under Fire musste er
krankheitsbedingt an John Carradine abgeben.
Doch 1937 schlug erneut Peter Lorres Stunde, als am 27. Juli Think Fast,
Mr. Moto in die US-Kinos kam. Die Rolle des japanischen Meisterdetektivs
verhalf ihm zu grosser Popularität. Bis 1939 drehte er insgesamt acht Filme
der Mr. Moto-Serie.
Für die folgenden vier Jahre verzichtete er auf einen fixen Studiovertrag und
arbeitete freiberuflich für Columbia, MGM, Republic und RKO. Mit Geld konnte
er allerdings nicht gut umgehen und geriet in finanzielle Schwierigkeiten.
Bereits im Oktober 1939 musste er ein Darlehen von $2150.30 bei der William
Morris Agency Inc. aufnehmen, damit er für sich und seine engsten
Familienangehörigen lebenswichtige Güter kaufen konnte. Im Gegenzug trat er
der Gesellschaft alle Gelder und sonstigen Einkünfte aus seinem Vertrag mit
der Muttergesellschaft von MGM, Loew's Incorporated, ab.
Nach fünf Filmen 1940 spielte Lorre 1941 den ungarischen Emigranten Janos
Szabo in The Face Behind The Mask, die Rolle die seiner eigenen
Biografie am nächsten kam. Im selben Jahr wurde er Bürger der Vereinigten
Staaten und drehte erstmals für Warner Bros.
The Maltese Falcon war einer von vier Filmen, bei denen Peter Lorre
1941 mitspielte. Der Regisseur John Huston bemerkte dazu, dass die
Schauspieler normalerweise am Ende des Tages jeder für sich alleine nach
Hause gingen, jedoch nicht so bei diesem Streifen. Humphrey
Bogart, Ward Bond, Mary Astor, Peter Lorre und John Huston sassen nach Drehschluss im Lakeside Country Club
bis Mitternacht bei Drinks und Abendessen zusammen.
Das in 34 Tagen gedrehte Regiedebüt von John Huston legte den Grundstein für
Peter Lorres erfolgreiche Karriere bei Warner Bros. Zumeist war Lorre als
Gegenspieler des in jeder Hinsicht gewichtigen Sydney Greenstreet zu sehen. Zu
diesen Filmen gehörten Background to Danger, Passage to Marseille,
The Mask of Dimitrios, The Conspirators, Three Strangers,
The Verdict sowie 1943 Casablanca.
1943 unterzeichnete Lorre mit Warner Bros. einen Einjahresvertrag, der ihm
mindestens zwei Filme pro Jahr sowie ein Anfangseinkommen von $1750 pro Woche
garantierte.
Mit seinen Versuchen, auf der New Yorker Bühne zu reüssieren, hat Peter
Lorre jedoch weiterhin keinen Erfolg. Mehrere Broadway-Projekte zerschlagen
sich. Ein Auftritt am Dramatic Workshop, ein umjubelter Brecht-Abend im Studio
Theater an der New School of Social Research sowie ein Autritt im Rahmen der
antifaschistischen Massenveranstaltung We Fight Back sind die magere
Ausbeute. Alle Projekte mit Bertolt Brecht, der seit Sommer 1941 als Exilant
in Kalifornien lebt, zerschlagen sich.
1944 wurde Peter Lorre Mitglied des Council for a Democratic Germany, dem so
illustre Namen wie Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger und Heinrich Mann
angehörten. Im September jenen Jahres kam mit dreijähriger Verspätung einer
von Peter Lorres grössten Erfolgen im komischen Fach ins Kino: Arsenic and
Old Lace. Im 1941 gedrehten Streifen mit Cary
Grant brillierte Lorre in einer Nebenrolle.
Am 13. März 1945 liessen sich Cäcilie (Cecilie) und Peter Lorre scheiden. Am
25. Mai heiratete er die Berlinerin Kaaren Verne (1918-1967), geborene
Ingeborg Klinkerfuss, die er 1942 bei den Dreharbeiten zu All Through the
Night kennengelernt hatte. Sie kauften sich eine Ranch in Brentwood. Nun
führte er ein relativ ruhiges Leben und kümmerte sich um seine Pferde.
Peter Lorre gehörte damals zu den meistbeschäftigten Schauspielern
Hollywoods. Im Oktober 1945 organisierte er zusammen mit Paul Henreid, Hedy
Lamarr und Fritz Kortner die Veranstaltung "Help for anti-Nazi theatre
people in Austria" (Actor's Lab). 1946 drehte er Black Angel, The
Chase, The Verdict und The Beast With Five Angers. Noch im
selben Jahr machte er sich selbständig und gründete Lorre Incorporated, eine
Partnerfirma der Mickey Rooney Inc. Doch kein Projekt kommt zustande. Auch ein
Film mit Warner Bros. wird nicht gedreht.
Im März 1947 trat Lorre in Veranstaltungen des Kabaretts der Komiker von New
York auf und nahm an einer Karl-Kraus-Feier teil, bei der er Gedichte und
Epigramme sprach. Im selben Monat wurde er wegen Drogenbesitz festgenommen;
seit Jahresanfang war er wegen seiner Sucht in ärztlicher Behandlung. My
Favorite Brunette war sein einziger Film 1947; in den Folgejahren sollten
es auch nicht mehr sein.
Peter Lorre wandte sich deshalb verstärkt dem Radio und hatte mit Hörspielen
in der Reihe Mystery in the Air von NBC Erfolge, so mit der
Hörspielfassung von Edgar Allan Poes The Tell-Tale Heart.
Im Oktober 1947 begann der Kongressausschusses für unamerikanische Umtriebe
Schriftsteller, Regisseure und Schauspieler unter die Lupe zu nehmen, um der
"kommunistischen Infiltration" der Filmindustrie entgegen zu treten.
Zusammen mit anderen Künstlern antwortete Peter Lorre darauf mit der
Radiosendung Hollywood Fights Back.
Am 21. Mai 1949 musste Peter Lorre Bankrott erklären. Im Juli verliess er mit
Kaaren die USA. Für kleine Gagen, aber vor vollem Haus trat er sechs Monate
lang mit Poes Einakter durch die britischen Provinztheater. Danach drehte er
bei Gaumont British den Film Double Confession und trat in der BBC mit The
Tell-Tale Heart auf.
Im Oktober 1949 ging Peter Lorre in Wiggers Kurheim - ob wegen Gelbsucht,
einer Operation oder zwecks Entzug ist nicht geklärt. Damals begannen seine
Pläne für seine erste und einzige Regiearbeit: Der Verlorene, 1951 an
der Biennale ausser Konkurrenz gezeigt. Daneben führte er in München
Engagementverhandlungen, macht eine Lesereise durch die Amerikahäuser und
lehnte Brechts Angebot ab, den Hamlet im Berliner Ensemble zu spielen.
1952 unterschrieb Lorre einen Vertrag für zwei Spielzeiten mit dem Plymouth
Theatre am Broadway, gleichzeitig schloss er einen Zweijahresvertrag mit RKO
ab. Da wie dort sollte er den Maler Toulouse-Lautrec in Moulin Rouge
verkörpern, doch die Rolle übernahm schliesslich José Ferrer. Andere
Projekte zerschlagen sich ebenfalls. Einzig A Night at Madam Tussaud's
wird realisiert, mit Peter Lorre als Theaterregisseur und Modellierer sowie
Miriam Hopkins als Hauptdarstellerin.
Am 20. Juni 1953 liess sich Peter Lore in Las Vegas von Kaaren Verne scheiden,
die Jahre später an Brechts Mitarbeiterin Elisabeth Hauptmann schrieb, welche
grosse Hilfe sie ihr "während dieser grauenhaften N.Y.-Mandeville-Zeiten"
gewesen sei, ohne die sie "heute wahrscheinlich nicht mehr am Leben
wäre."
Bereits am 23. Juli 1953 heiratete Peter Lorre die Hamburgerin Anne Marie
Brenning (1922-1972), die in erster Ehe mit dem Chef des früheren Kabaretts
Bonbonnière, Stoldt, verheiratet gewesen war. Noch im selben Jahr wurde ihre
gemeinsame Tochter Catharine geboren. Im Herbst jenen Jahres ging Lorre als
Gastgeber und Erzähler seiner eigenen Hörspielreihe Nightmare auf
Sendung.
Am 12. März 1954 lief Peter Lorres letzter gemeinsamer Film mit Humphrey
Bogart und John Huston an: Beat The Devil. Darin spielte er mit
Selbstironie einen menschenfreundlichen Gangster. Der Wunsch, seine
Regiearbeit Der Verlorene in den USA rauszubringen zerschlug sich
ebenso wie Pläne, mit Roberto Rosselini und Ingrid Bergmann in Italien zu
drehen; erst lange nach Lorres Tod, 1983, wurde Der Verlorene als The
Lost One deutsch mit englischen Untertiteln beim San Francisco Film
Festival gezeigt.
Aus Deutschland kamen keine Angebote. Stattdessen holte ihn Disney für 20,000
Leagues Under the Sea. Danach schien seine Filmkarriere am Ende. Ende der
1950er Jahre arbeitete Lorre vor allem für das Fernsehen und versuchte erneut
vergeblich, am Broadway Fuss zu fassen.
Am 10. Mai 1959 erlitt er bei den Dreharbeiten zu Scent of Mystery in
Spanien eine Herzattacke. Der als Sonnenstich verharmloste fast tödliche
Zwischenfall war das Resultat von Krankheiten seit seiner Jugend (Skorbut,
zeitweiliger Stimmverlust, Gelbsucht, etc.) sowie Konsum von Narkotika und
Alkohol.
Im März 1961 wurden Peter und Anne Marie Lorre wegen $4494
Einkommenssteuerschuld gepfändet. Im Jahr darauf war der Schauspieler
gezwungen, für den Billigfilmer Roger Corman in den drei Horrorkomödien Tales
of Terror, The Raven und The Comedy of Terrors vor der
Kamera zu stehen. Seine Partner waren Boris Karloff, Vincent Price und Basil
Rathbone. Heute sind es Kultfilme. Daneben hatte Lorre noch einen kleinen
Auftritt in Five Weeks in a Balloon.
Im Oktober 1962 trennte sich Lorre von seiner Frau. Seine neunjährige Tochter
Cathy sah er regelmässig. Im Sommer 1963 strengte Lorre einen Prozess gegen
Eugene Weinand an, der sich den Künstlernamen Peter Lorre Jr. zugelegt hatte,
und siegte vor Gericht. In jenem Jahr stand er in The Patsy unter der
Regie von Jerry Lewis zum letzten Mal vor der Kamera. Am 23. März 1964, vier
Tage nach Drehschluss, fand in seine Haushälterin im Schlafanzug auf dem
Fussboden neben dem Bett; laut den Ärzten erlag er vermutlich einem
Schlaganfall. Er wurde auf dem Hollywood Memorial Cemetery beigesetzt.
Teil 1 der
Biografie von Peter Lorre.

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Schweiz. Das Buchcover schmückt ein Szenenbild aus M - Eine Stadt
sucht einen Mörder. Das Buch ist die Quelle für die nebenstehende
Biografie. Neben alten und neuen Artikeln zu seinem Leben sowie einer konzisen
Biografie beinhaltet der Band eine detaillierte Liste von Lorres Auftritten
auf der Bühne, im Film, im Fernsehen sowie seine Arbeiten für das Radio. Das
Buch ist allen Fans von Peter Lorre ans Herz zu legen.
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Arsenic and Old Lace, 1944. Regie: Frank Capra. 1941 gedreht. Mit Cary
Grant, den zwei älteren Damen Josephine Hull und Jean Adair sowie Peter
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Die Spur des Falken, 1941. Regie: John Huston. Mit Humphrey Bogart,
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