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Depression / Burnout / Bipolar
Etwa jede vierte Person leidet mindestens einmal in ihrem Leben eine Depression.
Eine Depression erfasst den ganzen Menschen:
- psychisch mit depressiver Stimmung, Freudlosigkeit und ohne Perspektiven
- körperlich mit Appetitverlust, Schlafstörungen oder Schmerzen
- im sozialen Leben mit Unverständnis bis Isolation
- im Arbeitsleben mit Problemen wie Arbeitsverlust, IV oder Schwierigkeiten bei der Stellensuche
Was ist eine Depression?
Wir sind nicht immer gleich guter Stimmung. Wer kennt die Momente nicht, in denen wir uns traurig, einsam oder niedergeschlagen fühlen?
Oft gibt es gute und verständliche Gründe für solche Tiefs, wie Trauer, persönliche Enttäuschungen, Stresssituationen, usw.
Ist ein solches Tief bereits das Anzeichen einer Depression?
Normalerweise erholt man sich innert Stunden oder Tagen wieder von Stimmungstiefs und kann sich weiterhin an schönen Dingen wie an einem guten Essen, an einem guten Film, an Treffen mit Freunden oder einem schönen Wochenende erfreuen.
Manifestiert sich die schlechte Stimmung aber über Tage und Wochen und beginnt zunehmend, unsere Tagesaktivitäten, sozialen Beziehungen oder die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder Freizeit zu beeinflussen, könnte sich eine Depression entwickeln.
Welches wären die Anzeichen einer Depression?
Die Welt Gesundheitsorganisation WHO hat Kriterien zusammengestellt, mit deren Hilfe eine Depression festgestellt (diagnostiziert) werden kann. Dafür müssen die depressiven Symptome für mindestens zwei Wochen vorherrschend sein.
Die drei Hauptsymptome sind
- Depressive Stimmung:
Ich leide unter gedrückter, depressiver Stimmung fast die ganze Zeit am Tag und so gut wie jeden Tag in der Woche. Meine Stimmung ist dabei nicht von irgendwelchen bestimmten Umständen oder Ereignissen beeinflusst
- Interessensverlust und Freudlosigkeit:
Aktivitäten, die ich sonst gerne gemacht habe, machen mir nun keine Freude mehr bzw. interessieren mich nicht mehr
- Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit:
Ich ermüde viel leichter als sonst und / oder meine Energie, mein Antrieb sind deutlich verringert
Wenn mindestens zwei Hauptsymptome und zwei weitere Symptome vorherrschen, liegt eine leichte Depression vor.
Je mehr Symptome vorliegen und je stärker die täglichen Aktivitäten beeinflusst werden, desto ausgeprägter ist die Depression. Eine Depression ist aber immer individuell, wie der Mensch, der unter ihr leidet. Je nachdem, welche Symptome bestehen, zeigt sich auch die Depression verschieden.
Weitere Symptome:
- verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
Ich kann mich schlecht Konzentrieren oder ich habe Schwierigkeiten, mich zu entscheiden oder ich fühle mich unschlüssig, wie ich mich verhalten soll.
- Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
Mein übliches Selbstvertrauen / Selbstwertgefühl ist weg.
- Schuldgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit
Ich mache mir Selbstvorwürfe bzw. habe Schuldgefühle, die reichlich übertrieben und unbegründet sind.
- Negative und pessimistische Zukunftsaussichten
Ich fühle mich innerlich angespannt und verhalte mich ruhelos und getrieben oder das Gegenteil davon: Ich bin körperlich verlangsamt und sehe die Zukunft schwarz.
- Suizidgedanken, erfolgte suizidale Handlungen
Ich beschäftige mich mit Gedanken über Tod oder Selbstmord.
- Schlafstörungen
Mein Schlaf ist gestört
- Appetitverminderung
Ich habe weniger Appetit als sonst und Gewicht abgenommen oder das Gegenteil davon: Ich habe mehr Appetit als sonst und Gewicht zugenommen.
Was ist eine manisch-depressive Krankheit?
Bei der manisch-depressiven Krankheit (auch bipolare Störung genannt) wechseln sich depressive Phasen wie oben beschrieben, mit Phasen des Hochgefühls und übermäßiger Aktivität ab (manische Phasen). Während der manischen Phasen trauen sich Betroffene viel mehr zu, als dies normalerweise der Fall ist. Sie handeln oft unüberlegt und sind rastlos. Solche Phasen der Selbstüberschätzung können schwerwiegende soziale und/oder materielle Probleme zur Folge haben.
Die Symptome, die auf eine manische Phase hinweisen, sind:
- übertriebenes Selbstbewusstsein oder Grössenwahn
- verringertes Schlafbedürfnis (z. B. Erholungsgefühl nach nur drei Stunden Schlaf)
- gesprächiger als üblich oder Drang zum Reden
- Ideenflucht oder subjektives Gefühl, dass die Gedanken rasen
- Zerstreutheit (Aufmerksamkeit wird zu leicht zu unwichtigen oder belanglosen externen Reizen gezogen)
- Zunahme zielgerichteter Aktivitäten (entweder sozial, am Arbeitsplatz oder in der Schule oder sexuell) oder psychomotorische Unruhe, exzessive Beschäftigung mit angenehmen Tätigkeiten, die höchstwahrscheinlich negative Folgen hat (z. B. ungehemmter Kaufrausch, sexuelle Taktlosigkeiten oder törichte geschäftliche Investitionen)
Was löst eine Depression aus?
Die Ursachen einer Depression sind nicht vollumfänglich geklärt. Mögliche Auslöser können anhaltender negativer Stress, beispielsweise durch belastende Lebenssituationen, traumatische Kindheitserlebnisse oder Überarbeitung (Burn-Out) sein. Dazu deutet vieles darauf hin, dass es Personen mit einer höheren, familiär-genetischen „Verletzlichkeit“ gibt, die eher in eine Depression rutschen als Personen, die mit einer robusteren psychischen Konstitution ausgestattet sind und stressresistenter bleiben.
Es gibt zudem Depressionsarten, bei denen die Lichtintensität eine Rolle spielen dürfte (Winterdepression) oder wechselnde Hormonsituation wie nach der Geburt eines Kindes (postnatale Depression).
Was passiert im Kopf?
Vieles deutet darauf hin, dass während einer depressiven Episode einige Neuro-Hormone (Neurotransmitter, wie Noradrenalin, Dopamin oder Serotonin) im Gehirn erschöpft sind. Oft ist dazu das Stresshormon Cortisol fehlgesteuert (erhöht), sodass sich der Körper «sozusagen» in einer permanenten Stresssituation befindet. Cortisol, wenn es ungewöhnlich lange erhöht ist, hat die negative Eigenschaft, bestimmte Hirnstrukturen anzugreifen, die Stimmung und Lern- und Gedächtnisfunktionen regulieren. Studien zeigen, dass lange, unbehandelte Depressionen diese Hirnstrukturen schrumpfen lassen. Daher ist es wichtig, Depressionen nach allen Regeln der psychiatrischen Kunst konsequent zu behandeln.
Wie viele Menschen leiden darunter?
In der Schweiz leiden rund 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an einer Depression. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Wie oben erwähnt, sind die Krankheitssymptome individuell und eine Depression wird oft nur schwer und spät erkannt. So klagen Menschen gelegentlich über körperliche Probleme, die keine medizinische Ursache zu haben scheinen.
Depressionen sind behandelbar!
Was ist zu tun?
Angehörige von depressiven Menschen müssen wissen, dass eine Depression eine Krankheit im medizinischen Sinn ist. Beim Verdacht auf eine Depression ist immer umgehend der Hausarzt oder ein Psychiater zu konsultieren. Wenn kein Psychiater in nützlicher Frist verfügbar ist, stehen ambulante psychiatrische Institutionen von Kliniken zur Verfügung, die Abklärung und eine allfällige Behandlung einleiten.