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2007 ersteigerte John Maloof auf der Suche nach historischen Dokumentationen über ein Quartier in Chicago zufällig einige Kisten mit altem Fotomaterial, die er für 400 Dollar erstand. Was wie ein Haufen Negative und unentwickelte Filmspulen aussah, entpuppte sich bald als Fundus mit über 100'000 Fotonegativen, Tonaufnahmen und dokumentarische Home Movies, die eine eigene künstlerische Handschrift aufwiesen.
Fasziniert von den Bildern machte es sich Maloof zur Aufgabe, mehr über die Fotografin, eine gewisse Vivian Maier, herauszufinden. Durch akribische Archivarbeit fand er mehrere Personen, die sie als Haushaltshilfe und Kindermädchen gekannt haben, und rekonstruierte Stück für Stück ihre Lebensgeschichte.
1926 in New York geboren, verbrachte Vivian Maier ihre Kindheit und Jugend zwischen Frankreich und den USA, bevor sie 1956 nach Chicago zog, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Ihre bescheidene Existenz verdiente sie als Haushaltshilfe. Mit den Kindern, die sie hütete, und an ihren freien Tagen unternahm sie lange Streifzüge durch die Stadt, im Laufe derer sie obsessiv Unmengen an Fotos schoss.
John Maloof schildert seine fast schon detektivischen Recherchearbeiten, die erstaunlichen Erkenntnisse, die sie zutage förderten, und auch die vielen offenen Fragen rund um die verschlossene Person der Fotografin im Dokumentarfilm Finding Vivian Maier, der 2013 erschien. Vivian Maier indessen, die 2009 starb, ihre auf über 150'000 geschätzten Aufnahmen zeitlebens niemandem gezeigt und einen Grossteil ihres teils zwangsversteigerten Werkes selber nie gesehen hatte, ist innerhalb von wenigen Jahren zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der amerikanischen Street Photography aufgestiegen.
Die Ausstellung «Taking the Long Way Home» in der Photobastei Zürich gibt mit über 150 Abzügen einen umfangreichen Einblick in das fotografische Werk von Vivian Maier, vor allem aus ihrer Zeit in New York (frühe 1950er Jahre) und Chicago (ab 1956). Anders als der Dokumentarfilm fokussiert sie nicht auf die rätselhafte Person der Künstlerin, sondern primär ihre Motivwahl.