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Roman Schmid v/o Busch, 24.02.1929 – 02.12.2021
20.12.2021 - Oscar Gemsch v/o Tenno
Nachruf
Dr. med.
Roman Schmid v/o Busch
Kyburger, Neu-Romania
24.02.1929 – 02.12.2021
Roman Schmid v/o Busch wuchs als Sohn des Arboner Allgemeinpraktikers Dr. med. Walter Schmid v/o Zipp (ebenfalls Kyburger) mit den beiden Brüdern Jost und Wolfgang auf. Seine Mutter, Ella Rüst, war Rorschacherin.
Nach der Primar- und Sekundarschule in Arbon absolvierte er die Kantonsschule in Zug und schloss 1948 mit der Matura Typ C ab. Da damals Latein eine Voraussetzung fürs Medizinstudium war, eignete sich der junge Arboner dies im Selbststudium und mit Privatstunden noch an und erlangte die eidgenössische Matura in Zürich.
Von 1949-1955 studierte Roman Schmid Medizin an den Universitäten Fribourg und Zürich. Das Staatsexamen bestand er 1955 in Zürich. Anschliessend doktorierte Busch bei Prof. Wiesmann am bakteriologischen Institut und verfasste die Dissertation mit dem Thema «Die Echinokokkenkrankheit in der Schweiz, 1926-1955».
Busch wuchs in einer StVer-Umgebung auf (der Vater v/o Zipp und weitere Verwandte waren StVer). Alle drei Brüder (Wolfgang, Jost und Roman Schmid) waren in den Verbindungskreisen (Neu-Romania, Kyburger) bekannt, und mit Anspielung auf ihren Dialekt waren die älteren Brüder die «Grossen Schüblige» und Roman der «Kleine Schüblig». So trat Roman Schmid in Fribourg 1949 den Neu-Romanen bei und bekleidete im WS 1950/51 das Amt des FM. Nach dem 2. Prope in Fribourg wechselte er im WS 1951/52 zu den Kyburgern in Zürich. Im SS 1953 führte er die Kyburger als Burggraf. Anlässlich des 1955 bestandenen Staatsexamens wurde er von den Kyburgern mit Fahne am Portal der Uni abgeholt; zum gemeinsamen Essen begab man sich ins Restaurant Commercio. Nach dem Studienabschluss 1955 trat Busch in den AH-Verband über.
Nach diversen Assistenzstellen im In- und Ausland übernahm Busch 1960 die Arztpraxis seines Vaters Walter Schmid v/o Zipp in Arbon an der Bahnhofstrasse 43.
Im selben Jahr, am 8.10.1960, heiratete Busch mit Claire Faessler von Goldach, die er während seines Aufenthaltes an der Augenklinik St. Gallen kennengelernt hatte. Der Ehe entsprossen vier Söhne Ivo, Walter, Bernhard und Jost.
Roman Schmid folgte nicht nur den Spuren des Vaters, den er in bestimmten Fällen anfänglich noch zur Beratung beizog, viele Familien wählten ihn zum Hausarzt und suchten ihn während ihres ganzen Lebens auf. Als in Arbon noch kein Kinderarzt tätig war, behandelte er auch Kinderkrankheiten und nahm Impfungen vor. Bis sich ein Frauenarzt in Arbon niederliess, wurde er auch im Zusammenhang mit Geburten aufgesucht. Oft musste er auch nachts ausrücken oder wurde rund um die Uhr zu Verkehrsunfällen gerufen.
Roman Schmid wirkte während mehreren Jahren als Schularzt an der Oberstufe sowie als Mitglied in der Sekundarschulbehörde.
Während Jahrzehnten stellte sich Dr. Roman Schmid im Samariterverein für Vorträge sowie für die Abnahme von Kursen zur Verfügung. Seine Geduld gegenüber Laien und sein Humor galten viel. Schon vor Jahrzehnten wies er auf die Bedeutung der Gewichtskontrolle hin.
So liebenswürdig, bescheiden und umgänglich Roman Schmid im Kreis von Familie und Bekannten war, im Kontakt mit Patienten trat er bestimmt auf. Auf seine Diagnose war Verlass, er war in Tagen der Krankheit oder bei Unfällen ein sicherer Begleiter.
Roman Schmid hat sich während 36 Jahren als praktizierender Arzt grosse Erfahrung angeeignet. Wenn es ihm richtig schien, entliess er einen nach dem ersten Untersuch und versicherte: «Heilung ist nahe, Sie benötigen mich nicht weiter.» So war es dann auch. Niemals hätte er aus einer Behandlung persönlichen Nutzen gezogen.
Im Militär war Busch Hptm. der Sanität. Er wurde als bestimmter, erfahrener und pflichtbewusster Truppenarzt geschätzt.
Busch war auch geschichtlich interessiert. Die Ziele der Museumsgesellschaft und die erfolgreichen archäologischen Ausgrabungen faszinierten ihn. Er kannte die Fundorte in der Bleiche und im Schlossbezirk, er verfasste Artikel und hielt Vorträge zur Geschichte und Archäologie seiner Vaterstadt. Auch führte er die Ostschweizer Kyburger mit Begeisterung durch sein geschichtsträchtiges Arbor Felix. Seine leise Erwartung erfüllte sich leider nicht: Die Römerstrasse zu finden, die einst aus Arbor Felix hinausgeführt hatte, blieb ihm verwehrt.
Als Dr. Schmid 1996 die Praxis aufgab, war das Bedauern gross, denn Tag und Nacht war ihm keine Stunde zu viel, bei schwerer Krankheit oder Unfall Hilfe zu leisten. Er selber blieb leider vor schwerer Krankheit (Demenz) nicht verschont. Doch die ganze Familie mit den zehn Grosskindern stand ihm auf ganz beispielhafte Weise bei.
Sein Sohn Ivo (Neu-Romane) führt die Arzt-Tradition weiter. Generationen von Arbonern wurden seit 1921 (bereits 100 Jahre lang!) – und werden heute noch – von drei Arztgenerationen Walter, Roman und heute Ivo Schmid betreut.
Busch hat sich im Kreise seiner Farbenbrüder stets wohlgefühlt. Zusammen mit den Studienkollegen aus seiner Aktivzeit (Chlor, Chlee, Diavolo, Sais, Zar, …) genossen sie das Stammleben im „Hörnli“ (langjähriges Stammlokal).
Er nahm stets an den von Manna jährlich organisierten Anlässen teil. Später wurde er - gesundheitlich bereits angeschlagen – von seiner Frau Claire mit dem Auto zum Ostschweizer Kyburger Stamm gefahren oder vom „legendären“ Fritsche v/o Zart an den Stamm mitgenommen.
Als liebenswürdiger Freund und engagierter Kyburger wird uns Busch in bester Erinnerung bleiben. Er ruhe in Frieden.