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Die gesetzliche Ausweitung der Sicherungsverwahrung seit 1998 führte zu einer zunehmenden Ausrichtung des Instituts an den Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit. Die Arbeit beschäftigt sich mit Ursachen dieses Prozesses und erörtert Wege zu einer restriktiveren Gestaltung, letzteres v.a. durch eine strikte Anwendung von Strafrechtsprinzipien.
Die Sicherungsverwahrung ist die härteste und umstrittenste strafrechtliche Maßregel. Gleichwohl ist sie seit Mitte der 1990er Jahre durch eine schwer zu überblickende Zahl von Gesetzesreformen erweitert worden. Damit ging eine Verschiebung des Spannungsverhältnisses zwischen dem Freiheitsanspruch des Betroffenen und der Sicherheit der Allgemeinheit zu Lasten der Freiheit einher. Die Erklärung der Hintergründe der zunehmenden Sicherheitsorientierung sowie die Erörterung möglicher Wege zu einer restriktiveren Gestaltung der Sicherungsverwahrung sind zentrale Gegenstände dieser Arbeit. Der Autor spricht sich für eine strikte Beachtung von Strafrechtsprinzipien aus, um der aktuellen Überbewertung sicherheitspolitischer Aspekte im Recht der Sicherungsverwahrung entgegenzuwirken.
Autorentext
Florian Conradi studierte Rechtswissenschaften an der Universität Frankfurt am Main. Er legte 2006 das Erste und 2008 das Zweite juristische Staatsexamen ab. Seit 2012 ist er als Richter in Hessen tätig.
Inhalt: Rechtsphilosophische Grundlagen des Maßregelrechts - Entwicklung der Sicherungsverwahrung - Sicherheitsorientierung im Recht der Sicherungsverwahrung - Bedeutung von Strafrechtsprinzipien - Freiheitsentziehende Maßregeln des Jugendstrafrechts in England, Spanien und den Niederlanden.