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Geschichte der Schnägge-Zunft
Die Schnägge-Zunft entstand aus Mitgliedern der Dorffasnacht Biberist. Fasnächtler aus der Gründungszeit der Dorffasnacht (1945) und den ersten Fasnachts-Jahren der Dorffasnacht wollten nach mehr als zwei Jahrzehnten Aktivzeit etwas kürzertreten. Im Jahr 1969 wurde beschlossen, eine Schnägge-Zunft zu gründen. In dieser Vereinigung sollen sich ehemalige Aktivnarren und Freunde der Dorffasnacht Biberist finden.
Am 6. Januar 1971 war es dann so weit. Im Restaurant Freiheit an der Sonnenrainstrasse fand die Gründungsversammlung statt. - Protokoll der Gründungsversammlug
Trotz vieler Entschuldigungen gründeten die sechs nachstehend aufgeführten Fasnächtler die Schnägge-Zunft.
Die 6 Gründer der Schnägge-Zunft
Im Verlaufe des Jahres 1971 traten die meisten der entschuldigten Fasnächtler der Zunft bei. Dies waren die zehn Mannen Bannwart Ernst, Begert Willi, Hug Manfred, Hess Robert, Iseli Rudolf, Kirchhofer Hans, Lehmann Heinz, Lindenmann Walter, Lüthi Paul und Müller Otto. So zählte die Schnägge-Zunft am Zunftbott vom 5. Januar 1972 bereits 16 Mitglieder. Am Bott vom 5. Dezember 1972 traten weitere drei Fasnächtler der Zunft bei, nämlich Gasser Fritz, Kopp Walter, und Willi Josef. Der Mitgliederbestand erhöhte sich auf 19 Personen.
26 Jahre lang war die Schnägge-Zunft mit ihrem Zunftschiff am Fasnachtsumzug dabei. 1998 wurde das Schiff zum letzten Mal unter Dampf gesetzt. Die Holzkonstruktion hatte in all den Jahren stark gelitten. Ausserdem war kaum mehr ein Fahrzeug (VW-Picup) aufzutreiben, wo die Konstruktion draufpasste.
Eine kleine Anekdote: Willi Begert, der als Zünftler auch auf das Schiff gehörte, war mit weit über 80 Jahren altershalber nicht mehr so gelenkig, um über die Reling auf das Schiff zu klettern. So kam die Schiffsbesatzung auf die Idee, Willi solle sich auf den Boden legen. Danach fuhr man mit dem Schiffsheck langsam über Willi Begert, bis man ihn dann durch eine Öffnung auf das tiefer liegende Schiffsdeck hieven konnte.
Zunftfahne
Die erste Fahne aus dem Jahre 1973 war aus einem filzartigen Tuchstoff und hatte nach fast 20 Jahren ausgedient. Die Fahne wurde durch den Zünftler, Ruedi Iseli, hergestellt.
1991 wurde eine neue und modernere Fahne eingeweiht. Der Entwurf entstammt von Willi Wälchli. Die Fahne selber wurde wiederum durch Ruedi Iseli und seiner Frau, Liliane Iseli, hergestellt. - Die beiden Zunftfahnen waren in der Narrenhochburg St. Urs deponiert. Beim Grossbrand des Gasthofes St. Urs in den frühen Morgenstunden des 2. August 2008 fielen diese den Flammen zum Opfer.
Von der Narrenkappe zur Melone
An der Fasnacht 1971 trugen die Zünftler eine weisse Narrenkappe. Bereits ein Jahr später trat man mit einer sogenannten Komiteemütze in Erscheinung. Diese war nach 20 Jahren Gebrauch abgenützt und war nicht mehr zu beschaffen. Deshalb wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Zunft (1991) eine neue Mütze beschafft. Die Frauenquote nahm mit zunehmendem Alter der Zunft zu. Die sogenannte Komiteemütze war jedoch bei den weiblichen Zünftlern nicht beliebt. Eine Schirmmütze trat im Jahr 2001 an deren Stelle. Mit der Beschaffung einer neuen Bekleidung im Jahr 2010 schmückte fortan nebst der Schirmmütze eine schwarze Melone den Kopf der Zünftlerinnen und Zünftler.