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Gorleben (Deutschland)
Bild rechts: Atomrechtliche Anlagen Gorleben: Erkundungsbergwerk, Zwischenlager und
Pilot-Konditionierungsanlage.
Bekannt geworden ist Gorleben durch die Atomindustrie, die ca. 3 Kilometer südlich
vom Ort entfernt einen nuklearen Entsorgungsstandort für Deutschland festlegte.
Das Atomare Zwischenlager, das Erkundungsbergwerk und die Pilot-Konditionierungsanlage
prägen seit einigen Jahren die Region um Gorleben.
An diesem Industriezweig hängen zahlreiche Arbeitsplätze der Anwohner.
Weitere Einkommensquellen in der Samtgemeinde sind die Landwirtschaft und der Tourismus.
Am 22. Februar 1977 überrascht der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht
die Republik mit der Entscheidung, im Wendland ein nationales Endlager für hochradioaktiven
Atommüll und eine Wiederaufarbeitungsanlage zu errichten. Es sollte das grösste
Industrieprojekt Europas werden. Heute streiten Politiker und Atomkraftgegner noch immer
über das Endlager in Gorleben, doch die Entscheidung von einst hat die Region und die
Menschen dort verändert.
Sitzblockade in Dannenberg am 23. April 1995. © dpa - Bildarchiv Fotograf: DB Woelk
Sitzblockaden in Dannenberg am 23. April 1995: Die Polizei musste die Demonstranten wegtragen.
An diesem 25. April befindet sich Gorleben im Ausnahmezustand. Sämtliche Schulen sind geschlossen,
die Bauern organisieren per Trecker einen Protestmarsch. Tausende Polizisten treffen auf
Tausende Demonstranten. Überall sieht man Transparente, "Stoppt Castor" oder "Tschernobyl
ist das Stalingrad der Atommafia" steht darauf. Überall sind Anti-Atomkraft-Lieder
zu hören. Es sind "überwiegend friedlich protestierende Bürger", wie Alfred Soetbeer,
Sprecher des Einsatzstabs der Polizei, bekannt gibt.
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