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- Veröffentlicht: 27. November 2012
Im Frühjahr 1984 orientierte mich der Wirt des Rialto, dass dieses Gebäude vom Staat saniert werden soll. Er wusste, dass ich mich seit langem mit neuen Wohnformen für Betagte befasste.
Er machte mich auf die Infrastruktur dieses Gebäudes aufmerksam, das sich bestens für
alternative Alterswohnformen eigne. Wir suchten im Quartier engagierte Leute, verschiedene Vereine schickten Mitglieder zu einer Vorbesprechung. Auch bei Seniorenvereinen hielt ich Vorträge über Wohnformen im Alter, um eine möglichst breite Trägerschaft zu finden.
Es bildete sich eine Interessengemeinschaft Rialto, und ich erstellte ein Konzept z.H. des Vorstehers des Sanitätsdepartements. Unsere Bemühungen waren jedoch erfolglos. Nach einiger Zeit meldeten sich ältere Leute bei mir und fragten, ob diese Idee nun gestorben sei oder ob man nicht irgendwie etwas Neues beginnen könnte? Wir trafen uns, liessen Unterlagen von den Grauen Panthern in Deutschland kommen und begannen in Kleingruppen nach dem Vorbild der Grauen Panther zu arbeiten.
Im Beobachter lasen wir von anderen Gruppen, welche im Entstehen waren. Obwohl die Eigenaktivierung und die Selbsthilfe sowie politische Arbeit im Sinne der Gleichberechtigung für die Alten im Vordergrund stand, war es eine sehr harte Zeit. Schwierig vor allem war es, die Vorstellungen der einzelnen Mitglieder unter einen Hut zu bringen, weil einige Beratungshilfe anbieten wollten, was aber nicht den Zielsetzungen der "Grauen Panther"- Bewegung entspricht.
Tapfer hielten einige durch, kamen regelmässig zu den Monatsversammlungen. Um Machtkämpfe zu verringern erstellte ich ein Organigramm, ein erstes Leitbild wurde geboren, ebenso erarbeiteten wir Statuten.
Dem Ausarten in einen Kaffeeklatschverein war sehr schwer entgegen zu wirken.Dr. Ueli Maeder beriet uns, es sprangen Umberto Stücklin und Dr. E. Streckeisen ein und gemeinsam gelang es uns, das Konzept durchzusetzen.
Die "Grauen Panther" begannen aktiv zu arbeiten. Sie begannen ihre Bedürfnisse hinsichtlich von Altersfragen zu definieren. Es entstand ein 3 Säulenprogramm, welches veröffentlicht wurde.
1. Daheim alt werden, daheim leben, daheim sterben
2. Kontrolle und Überwachung der Heime
3. Selbstverwaltung, wunschgemässe Wohnformen.
Sie begannen sich einzumischen in Fragen, die das Alter betrafen. So waren sie mitbeteiligt an der Gründung und am Aufbau eines Spitex-Nachtdienstes, so dass die alten Pflegebedürftigen nicht bereits um 17.00 Uhr ins Bett mussten. Im weiteren gelang es den grauen PantherInnen in allen Gremien, die das Alter betrafen, Einsitz zu nehmen und die Anliegen der alten Menschen zu vertreten.
Es entstanden die ersten Arbeitsgruppen, welche sich selbstständig organisierten. Felix Mattmüller übernahm das Präsidium, der Verein wurde grösser und grösser. Es entstanden der Dienstagclub, die Jassrunde und vieles mehr. Nicht vergessen darf man das "Tramreferendum". Wie eifrig waren doch die "Grauen Panther" beim Unterschriftensammeln auf der Strasse.
Heute haben die "Grauen Panther" ihren Platz in der Region erobert, sie haben die Gesellschaft für Altersfragen sensibilisiert.
Denn:
ALT SEIN IST DIE ZUKUNFT FUER ALLE
von Therese Zaugg, Basel