Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03141.jsonl.gz/922

Gruppen I und II um so kräftigere Basen entstehen, je höher das Atomgewicht der Elemente ist. Auch in andern Gruppen wächst mit
dem Atomgewicht der säurebildende Charakter und nimmt der basenbildende ab.
Am deutlichsten tritt der chemische Wert der Elemente als eine Funktion der Atomgewichte hervor. So bilden die Anfangsglieder
der Hauptgruppen die folgenden Verbindungen mit Chlor oder Wasserstoff:
Diese Studien, welche besonders vonL. Meyer und Mendelejew verfolgt wurden, führten zur Richtigstellung von Atomgewichten
in Fällen, wo, wie bei Molybdän und Uran, das bisher angenommene Atomgewicht eine richtige Einordnung des Elements in das System
nicht zuließ. Die Tabelle weist aber auch Lücken auf, welche auf die Existenz noch nicht bekannter Elemente schließen
lassen. Die Stellung dieser Lücken gestattete, die Eigenschaften der noch nicht bekannten Elemente vorauszusagen, und in zwei Fällen,
durch die Entdeckung des Galliums und des Skandiums, haben sich diese Spekulationen als vollkommen begründet erwiesen.
Die in solcher Weise nachgewiesenen Beziehungen der Atomgewichte der Elemente zu einander scheinen nun aber darauf
hinzudeuten, daß die Elemente, welche bisher nicht weiter zerlegt werden konnten, keineswegs wirklich unzerlegbar
sind, sondern aus Einheiten höhern Grades bestehen. Diese Annahme wird auch durch manche Experimentaluntersuchungen, welche
die elementare Natur mancher Elemente stark in Zweifel stellen, wesentlich unterstützt.
Vgl. Meyer, Die modernen
Theorien der Chemie (Braunschw. 1880).
in der Mathematik (und ebenso auch in andern Wissenschaften) s. v. w. Grundlehren, z. B. Euklids Elemente; bisweilen
auch s. v. w. verschwindend kleine Teilchen oder Differentiale (s. Differentialrechnung). In der Astronomie nennt man Elemente diejenigen
Bestimmungsstücke der Bahn eines Himmelskörpers, mit Hilfe deren man diese Bahn sowie den Ort des Himmelskörpers
in derselben für jede gegebene Zeit finden kann. Diese Elemente sind:
1) die halbe große Achse;
2) die Exzentrizität;
3) die Neigung der Bahn, d. h. ihr Winkel mit der Ebene der Erdbahn;
4) die Länge des aufsteigenden Knotens;
5) die Länge des Perihels;
6) die mittlere Länge der Epoche (zur Bezeichnung des Ortes, den der Himmelskörper in einem bestimmten Augenblick, in der Epoche,
einnimmt) oder statt dessen die Länge des Perihels. Bisweilen gibt man auch noch die mittlere tägliche Bewegung und die Umlaufszeit
an, welche bei Planeten und Kometen nach dem dritten Keplerschen Gesetz von der großen Achse abhängen. Bei
Doppelsternen sind aber diese beiden Elemente von der großen Achse unabhängig, und eins derselben muß daher angegeben werden.
Auch gibt man hier nicht die Neigung der Bahn gegen die Ekliptik, sondern gegen die Ebene an, welche senkrecht auf der Verbindungslinie
des Hauptsterns mit uns steht; statt der Länge des Knotens gibt man mit der Bezeichnung »Knoten« den Positionswinkel
(s. d.) der Durchschnittslinie der Bahnebene mit der erwähnten Ebene an. - Im übertragenen Sinn, anknüpfend an die alte
Vorstellung der »vier Elemente«, ist Element s. v. w. Lebensstoff, Lebensbedingung, dann auch das einem Passende, Behagende,
worin man sich frei und ungehindert bewegt, gedeiht etc.; daher die Redensart:
»in seinem Element sein«. Elemente
einer Kunst oder Wissenschaft sind die Anfangsgründe derselben (vgl. Elementar).