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An der Grossrecherche zu den «Paradise Papers» waren Journalisten von 97 Medien aus 67 Ländern beteiligt. Zugespielt wurden die 13,4 Millionen Dokumente ursprünglich Journalisten der «Süddeutschen Zeitung», die sie zu Recherchezwecken mit anderen Medeinhäusern teilten.
In einer Art Frage-Antwort-Spiel gaben die beiden beteiligten «Süddeutsche»-Journalisten Frederik Obermaier und Bastian Obermayer nun Einblick in ihre über einjährige Arbeit. Der Klein Report fasst zusammen, wie die Suche nach der Nadel in diesem Big-Data-Haufen von sich ging.
Was macht diese Dokumente, die von zwielichtigen Geschäften zeugen, so «paradisisch»? Da anders als im Fall der «Panama Papers» nicht ein einzelnes Land Schauplatz ist, das seinen Namen fürs Gesamtdossier hätte leihen können, entschied man sich für «Paradise Papers», angelehnt an den zwielichtigen Rufnamen der 19 involvierten «Steuerparadiese», schreiben die beiden SZ-Journalisten.
Neben dem geografischen gibt es einen gewichtigen inhaltlichen Unterschied zwischen den beiden Datenlecks: In den «Paradise Papers» figurieren nicht nur Politiker, Sportler und Superreiche, sondern auch viele Weltkonzerne, die das Offshore-System nutzten, wie zum Beispiel Apple, Facebook, Nike, McDonalds, Siemens oder Yahoo. Zum Überbringer des 1,4 Terabyte schweren Datensatzes wollte die «Süddeutsche» «aus Gründen des Quellenschutzes» keine Angaben machen.
En Detail bestehen die «Paradise Papers» aus zahlreichen Dateitypen wie PDFs, Word-Dateien, E-Mails oder auch Bildern und Datenbanksätzen. Summiert wurden der «Süddeutschen Zeitung» 13,4 Millionen Einzeldokumente zugespielt. Für ihre aufwändige Spurensuche nutzten die Journalisten die Software Nuix, mit der auch Strafverfolgungsbehörden arbeiten.
Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), mit dem die «Süddeutsche» auch schon bei den «Panama Papers» kooperiert hatte, baute für die Daten eine Rechercheplattform, auf die Journalisten der 97 beteiligten Medien zugreifen konnten.
In der 1997 gegründeten Investigativ-Organisation sind zurzeit etwa 200 Journalisten zusammengeschlossen, darunter auch vier, die für die «Süddeutsche Zeitung» schreiben. Schon bei den «Swiss Leaks» hat die SZ mit dem 2017 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten ICIJ zusammengearbeitet.
Pikant: Auch Namen von ICIJ-Gönnern – die Organisation finanziert sich über Spenden – tauchen in den «Paradise Papers» auf. So findet sich zum Beispiel George Soros in den Dokumenten. Der Milliardär verwaltet über die Kanzlei Appleby, wo ein Grossteil der Daten abfloss, verschiedene Offshore-Firmen in unterschiedlichen Steuerparadiesen.
Doch «das Konstrukt erweckt nicht den Anschein der Illegalität», schreiben die beiden an den Recherchen beteiligten SZ-Journalisten Frederik Obermaier und Bastian Obermayer. Soros selbst wollte sich auf Anfrage der «Süddeutschen» nicht dazu äussern.
Auch Ebay-Gründer Pierre Omidyar figuriert in den «Papers» als Chef einer Firma auf den Kaimaninseln, über die er Investitionen für seien Trust tätigt. Eine Sprecherin sagte gegenüber der SZ, Omidyar melde seine Investitionen den Steuerbehörden an.
Das ICIJ informiere seine Spender «über die Art der geplanten Recherchen» und «von Fall zu Fall auch über das übergreifende Thema, nicht aber über die spezifische Recherche». Die mitrecherchierenden Journalisten seien «vollkommen frei» in ihrer Arbeit, betonen die beiden Investigativen der «Süddeutschen».