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Rothenthurm
Das Wappen zeigt in Blau, auf grünem Boden, ein rotbedachtes, weisses Torstück der Letzimauer, das seitlich von einem weissen Turm mit rotem Dach flankiert wird.
- Einwohner: 2 294 (Stand: Ende 2015)
- Fläche: 22,8 km2
- Geografische Lage
- Homepage Rothenthurm
- Bezirk Schwyz
- Verband Schwyzer Gemeinden und Bezirke
Geografie, Geschichte, Wirtschaft
Rothenthurm (Gemeindeteile: Rothenthurm, Äussere Altmatt, Mittlere Altmatt, Biberegg) ist ein Strassendorf in einem auf rund 900 m gelegenen Hochtal mit ausgedehnter Moorlandschaft. Trotzdem hat es einen weitgehend geschlossenen Dorfcharakter. Das Hochmoor von Rothenthurm ist von nationaler Bedeutung und gehört zu den schützenswerten Landschaften. Es wird mäanderartig in vielen Schlangenwindungen von der Biber durchflossen.
Im Jahre 1018 ging das Hochtal "altun Matta" (heute Altmatt) als Schenkung von Heinrich II an das Kloster Eisiedeln. Damit begannen auch die Streitigkeiten zwischen Schwyz und Einsiedeln. Um das Jahr 1300 sind die ersten Niederlassungen der Gebrüder Ulminer und der Familie Imfeld urkundlich erwähnt. 1310 wurde quer übers Tal eine Letzimauer errichtet und 13 Jahre später mit Ecktürmern an beiden Enden versehen. Einer davon ist bis heute erhalten geblieben, hat dem Dorf den Namen gegeben und ziert das Gemeindewappen. Im Jahre 1774 wurde Rothenthurm eine selbstständige Pfarrei.
Ein wichtiges Datum ist der 2. Mai 1798, als die Schwyzer unter Führung von Landeshauptmann Aloys von Reding und Pater Paul Styger gegen die Franzosen zogen und trotz zahlenmässiger Unterlegenheit die Eindringlinge in die Flucht schlugen. Von 1833 bis 1847 fanden in der Altmatt (beim heutigen Gasthaus Schäfli) Landsgemeinden statt. Jene vom 6. Mai 1838 ging als "Horn- und Klauenstreit" in die Geschichte ein. Sie endete mit einer Schlägerei unter den rund 10 000 Anwesenden, weil man sich nicht über die Verteilung des Genossennutzens der Oberallmeind einigen konnten. Erst nach einer weiteren, unter eidgenössischer Aufsicht geleiteten Landsgemeinde kehrte allmählich wieder Ruhe ein.
1892 wurde die mächtige Pfarrkirche St. Antonius eingeweiht. Man sagt, dass die Rothenthurmer unbedingt eine um ein paar Zentimeter längere Kirche wollten als die Schwyzer. Seit 1905 fassen die Seegemeinden Horgen, Thalwil, Rüschlikon und Kilchberg ihr Trinkwasser im Hochtal von Rothenthurm. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde das erste Schulhaus erbaut, und 1957 die Kantonsstrasse, die bis dahin durch das schmale Tor führte, um den Letziturm geführt.
Ursprünglich war Rothenthurm eine Bauerngemeinde. Viel war aber wegen des rauhen Klimas und dem Moorboden nicht zu verdienen. Willkommenen Verdienst brachte 1891 der Bau der Südostbahn. In den Kriegsjahren betrieb man zur Gewinnung von Heizmaterial das "Turpnen" (Torfstechen) . Im Winter war bis 1960 das "Ischnä" verbreitet. Dabei wurde aus gestauten Weihern Eis gesägt, in Eiskellern gelagert und im Sommer an die Brauereien verkauft. Frauen und Kinder trugen mit "Chorbä" etwas ans Einkommen bei. Nach dem Krieg begann der Wandel zum Industriedorf. Aus kleinen Wagnereien wurden grosse holzverarbeitende Unternehmen, vor allem Möbelfabriken. Weitere Betriebe gibt es in folgenden Bereichen: Bauhandwerk, Metall- und Kartonverarbeitung, Bekleidung. Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen findet ihren Verdienst in Industrie, Handwerk und Gewerbe. In der Landwirtschaft sind nur noch gut 10 Prozent beschäftigt.
Freizeitangebot, Sehenswürdigkeiten
Im Sommer ist Wandern aktuell. Im Winter laden mehrere Skilifte und die Finnenloipe in der herrlichen Moorlandschaft zu sportlicher Betätigung ein. Ferner kann man schwimmen (Hallenbad) und reiten.
Letziturm und die Pfarrkirche St. Antonius (mit dem weissen Namenszug auf dem Dach), Häusergruppe Biberegg mit der Loretokapelle, Naturbeobachtung im Moorgebiet, Vogelberingungsstation (zweimal jährlich in Betrieb).
Gemeindeverwaltung
Schulstrasse 4, 6418 Rothenthurm
Tel. 041 839 80 20, Fax 041 839 80 21, E-Mail <email-pii>
Gemeindepräsident: Stefan Beeler
Gemeindeschreiber: Roger Andermatt-Moser