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Zwischen Hunde- und Katzenmenschen entzünden sich immer wieder hitzige Diskussionen bezüglich ihrer Vierbeiner. Hundeliebhaber rücken gern die Loyalität und Treue ihrer Tiere in den Vordergrund, während sie Katzen als unberechenbar, hinterhältig und launisch abstempeln. Katzenhalter lieben ihre Samtpfoten für ihre Unabhängigkeit und ihren Dickkopf und stigmatisieren Hunde als unterwürfig, unselbstständig und gefallsüchtig. Diese unterschiedlichen Ansichten legen den Schluss nahe, dass Hundemenschen ganz anders ticken als Katzenliebhaber. Doch lässt die Wahl des Haustieres wirklich Rückschlüsse auf den Charakter zu?
Alles nur Klischee? Die Wissenschaft hat es untersucht
Seit Jahrzehnten diskutieren Wissenschaftler darüber, ob sich Tierfreunde anhand ihrer Persönlichkeit in Hunde- und Katzenmenschen aufteilen lassen. Im Jahr 2010 untersuchte der Psychologe Samuel Gosling 4.500 Tierhalter im Rahmen einer Online-Umfrage mithilfe eines Fünf-Faktoren-Modells. Dieses heute als Standardmodell in der Persönlichkeitsforschung eingesetzte Konzept analysiert das Naturell eines Menschen anhand von Werten, die er in folgenden fünf Punkten erzielt:
- Aufgeschlossenheit (Offenheit für Erfahrungen),
- Gewissenhaftigkeit (Perfektionismus),
- Verträglichkeit (Rücksichtnahme, Empathie, Kooperationsbereitschaft),
- Extraversion (Geselligkeit),
- Neurotizismus (emotionale Labilität, Verletzlichkeit).
Eine weitere Untersuchung führten die Psychologin Denise Guastello und ihr Team im Jahr 2017 an 600 Studierenden durch. Die Teilnehmer mussten sich als Katzen– oder Hundetyp einordnen und Fragen beantworten, die Aufschluss über ihren Charakter gaben.
Katzenmenschen: in sich gekehrte Individualisten?
Samuel Goslings Studienergebnissen zufolge sind Katzenliebhaber tendenziell zurückhaltender, ruhiger, stiller und reservierter als Hundemenschen. Zum Teil neigen sie zu einer schüchternen Persönlichkeit und legen weniger Wert auf Gesellschaft als Hundefreunde. Angeblich erscheinen sie häufig sensibler, ängstlicher und nervöser als Menschen, die Hunden den Vorzug geben.
Denise Guastello kam zu dem Ergebnis, dass Katzenmenschen zwar introvertierter und empfindsamer sind als Hundetypen, aber auch vorurteilsfreier und aufgeschlossener. Eine Tendenz zu Ängstlichkeit und Nervosität konnte sie nicht entdecken. Sie bescheinigte Katzenfreunden ausserdem eine grössere Individualität, Unabhängigkeit und Unkonventionalität als Hundehaltern. Überdies schnitten überzeugte Katzenliebhaber bei IQ-Tests tendenziell erfolgreicher ab als Hundemenschen, waren kreativer und weniger darauf versteift, sozialen Normen zu entsprechen.
Hundeliebhaber: kontaktfreudig und angepasst?
Laut Gosling sollen Hundefreunde extrovertierter, aktiver, geselliger und gesprächiger sein als Menschen, die Katzen bevorzugen. Sie wirken nach aussen hin heiterer und fröhlicher und erwiesen sich in der Studie als ausgeglichener, sorgloser und entspannter als Katzenfreunde. Gleichzeitig sollen sie eine höhere Ausprägung an Verträglichkeit und Perfektionismus aufweisen.
Guastello attestierte Hundemenschen Lebhaftigkeit, Geselligkeit, Extrovertiertheit und Warmherzigkeit. Sie kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei Hundeliebhabern um praktisch veranlagte Persönlichkeiten handelt, die Wert darauf legen, sich gut in soziale Gruppen einzuordnen.
Eine vom «Journal for the Scientific Study of Religion» veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2020 ergab ausserdem, dass Hundemenschen eher zu Religiosität neigen als Katzenliebhaber. Das könnte sich aber auch darin begründen, dass religiöse Menschen bezüglich der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft oder der Regelkonformität ähnliche Persönlichkeitsmerkmale aufweisen wie Hundetypen.
Keine Regel ohne Ausnahme
Auch wenn die Studienergebnisse recht interessant klingen, solltest du sie nicht zu ernst nehmen. Es existieren immer Ausnahmen und keinem ist geholfen, wenn du jemandem mit Vorurteilen begegnest, nur weil er eine andere Tierart lieber mag als du. Ausserdem gibt es viele Tierfreunde, die sowohl Hunde als auch Katzen mögen und beiden Arten ein glückliches Zuhause bieten. Deren Persönlichkeit wurde in den Studien nicht bewertet. Unberücksichtigt blieben auch Menschen, die gar keine Tiere mögen oder Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Reptilien oder Vögel favorisieren.
Letztendlich spielt es keine Rolle, welches Tier du bevorzugst. Wichtig ist, dass dein Haustier zu dir passt und dein Leben bereichert und ihr euch miteinander wohlfühlt. Was andere von deiner tierischen Gesellschaft halten, kann dir völlig egal sein.
Häufig gestellte Fragen zu Hund oder Katze
Was ist besser, eine Katze oder ein Hund?
Suchst du ein Haustier, das deine Nähe sucht und überall mit dabei sein möchte, bist du mit einem Hund gut bedient. Bevorzugst du ein eher unabhängiges Tier, das nicht ständig um deine Aufmerksamkeit buhlt, ist eine Katze die bessere Wahl.
Was haben Hunde und Katzen gemeinsam?
Beide Tierarten sind neugierig und intelligent und immer daran interessiert, etwas Neues zu entdecken. Katzen lassen sich ebenso wie Hunde erziehen. Bei beiden führt die Belohnung von erwünschtem Verhalten am ehesten zum Erfolg.
Wie lange leben Katzen und wie lange Hunde?
Katzen werden im Durchschnitt zehn, Hunde elf Jahre alt. Beim Höchstalter liegen Katzen allerdings klar vorn. Laut „Guinnes-Buch der Rekorde“ erreichte die älteste Hauskatze ein mythisches Alter von 38 Jahren und war damit neun Jahre älter als der Rekordhalter unter den Hunden.