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Es verwundert nicht, dass die beiden hier zu hörenden legendären Solisten eng mit Wilhelm Furtwängler verbunden waren: Wie bei jenem ist da ein umgehend wahrnehmbares Vibrieren in der Musik, eine kaum greifbare Art von Spannung, die nicht mit Tempi oder Dynamik zu erklären ist, ja sie scheint gar intensiver zu werden, je minimalistischer die Musik wird – man höre das Ende des Adagio-Satzes der ersten Sonate! Es ist eine besondere Art von Musikalität, die sich auf dieser Aufnahme manifestiert, eine Art, wie sie selbst Mitte der 50er Jahre nur noch selten anzutreffen war und die längst ausgestorben ist. Für den grossen, allerdings fast nur durch Aufnahmen der Schellack-Ära dokumentierten Pianisten Edwin Fischer war dies gar eine seiner letzten Aufnahmen überhaupt, sein sich rapide verschlechternder Gesundheitszustand zwang ihn kurz darauf, das Klavierspiel aufzugeben. Die Diskographie der italienischen Violinistin ist bekanntlich kurz; sie zog sich auf dem Höhepunkt ihres Ruhms gänzlich aus dem Musikleben (und weitgehend der Öffentlichkeit) zurück und lebte mit ihrem Mann, den sie um sechs Jahre überlebte, in Edinbourgh. Dies hier ist eine ihrer berührendsten, intimsten Aufnahmen (erschienen ursprünglich unter der Nummer ALP 1282 auf HMV) – bei der man nicht umhin kommt, gelegentlich an jene berühmte Episode aus dem Jahre 1958 zu denken. Da hatte ihr ein Hörer eines Radiomitschnittes einen Brief geschrieben: Er, bislang ein überzeugter Atheist, glaube nun fest an die Existenz eines Gottes. De Vitos Spiel im langsamen Satz des Mendelssohn-Konzertes sei ein unumstösslicher Beweis.
© Janis Obodda