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Georgen(Kt. St. Gallen,
Bez. und Gem. Tablat).
754 m. Gemeindeabteilung und schönes grosses Dorf, im obern
Steinachthal und 1 km s. St. Gallen.
Strasse nach St. Gallen.
Drahtseilbahn St. Gallen-Mühleck. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen nach
St. Gallen.
Zusammen mit
Hub,
Kesswil,
Ladern,
Pfalz,
Scheitlinsbühl,
Schlipf und
Watt: 196
Häuser, 2368 zur Mehrzahl kathol. Ew.; Dorf: 64
Häuser, 919 Ew.
Filiale der Dompfarrei und reform. Kirchgemeinde St. Gallen.
Priesterseminar des Bistums St. Gallen.
Schöne Schulhäuser. Industrielle Ortschaft:
Schokoladefabrik, Maschinenfabrik, Giesserei, Baumwollweberei, Herstellung von Altären.
Steinbrüche. Zahlreiche Bewohner
arbeiten in den Fabriken und Geschäften der Stadt
St. Gallen.
Bischof Salomon von Konstanz liess hier in der Steinachschlucht
die nach ihm benannte Salomonszelle erstellen. Hier liess sich 912 die fromme
Jungfrau Wiborada nieder, die am 2. Mai 925 von
den Hunnen getötet und von Papst Klemens II. 1046 heilig gesprochen wurde. In der Folge entstand dann hier ein Frauen-Benediktinerkloster,
das unter der Aufsicht des Stiftsdekanes von St. Gallen stand und wegen ständiger Zunahme der Zahl der Nonnen 1646-1671
vergrössert werden musste. Nachdem es vom Grossen
Rat des neu gegründeten Kantons St. Gallen
ein erstesmal 1809 und dann endgiltig 1812 aufgehoben
worden war, erhielten die Schwestern zunächst die Erlaubnis, weiterhin in Gemeinschaft zu verbleiben, bis man 1834 den noch
überlebenden fünf Nonnen einen Ruhegehalt aussetzte. 1838 beschloss die katholische Kommission des Grossen Rates, das Priesterseminar
des Bistums St. Gallen
ins Kloster zu
St. Georgen zu verlegen, und 1847 richtete
Bischof Johannes Mirer mit Erlaubnis des Grossen Rates
hier ein Knabenkonvikt ein, das 1855 in ein katholisches Knabenseminar (Präparandenschule) umgewandelt
und 1874 vom Grossen
Rat aufgehoben wurde. Die Lehrkurse des Priesterseminars dauern vom Herbst bis Pfingsten und bereiten
unmittelbar auf den Empfang der Priesterweihen vor.
Hinter dem DorfSt. Georgen liegt das
Philosophenthal, in dem die Mehrzahl
der industriellen Betriebe (mechanische Werkstätten, Maschinenfabrik, Baumwollweberei) sich befindet. Im benachbarten Demutsthal
wurde 1904 das eidgenössische Schützenfest in St. Gallen
abgehalten.