Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03238.jsonl.gz/10

Wie das Expeditionsteam auf Twitter am 16. Februar gemeldet hatte, wurde die Region, in der Shackleton’s «Endurance» am 21. November 1915 gesunken war, erreicht. Gleich daruaf wurde auch damit begonnen, die ferngelenkten Unterwasserfahrzeugen von SAAB, den «Sabertooth» (Säbelzahn) beriet zu machen und sie bald in die Tiefe zu lassen. In dem Abschnitt des Weddellmeeres bedeutet dies, rund 3’000 Meter Wassersäule bis auf den Grund zu überwinden.
Tags darauf gelang es dem Team dann auch, den «Sabertooth» zu Wasser zu lassen und in die Tiefe zu schicken, wie auf einem Video auf Twitter gezeigt wurde. «Am 21. November 1915 schrieb die «Endurance» Geschichte, als sie hier in der Antarktis sank», sagt Dan Snow von HistoryHit, einem Medienkanal der die Expedition medial begleitet. «Heute schreiben wir Geschichte indem wir dieses Fahrzeug hinunterschicken, um zu sehen, ob wir sie (die «Endurance», Anm. d. Red.) finden können.» Damit beginnt nun die Suche nach dem legendären Schiff bzw. nach seinen Überresten.
Die Expedition startete am 5. Februar von Kapstadt aus an Bord des südafrikanischen Forschungseisbrechers S.A. Agulhas II. Nach elf Tagen Fahrt durch den Südlichen Ozean erreichte das Schiff die Packeisgrenze des Weddellmeeres. Die Fahrt dorthin war geprägt von ziemlich viel Wind und Wellen. Trotzdem konnte das Schiff mit bis zu 16 Knoten (29.6 km/h) fahren. Die Eisbedingungen sind dort kurz vor der Minimalausdehnung, was der Fahrt des Schiffes entgegenkam. Auf den Eiskarten zeigt sich, dass die Dichte an Meereis dort nur etwa 50 Prozent beträgt.
Unterwegs konnten auch ein weiteres Teilziel, nämlich wissenschaftliche Untersuchungen des Meereises von Dr. Stefanie Arndt, Jakob Belter und Christian Katlein vom AWI, durchgeführt werden, wie Beiträge von Expeditionsfotografin Esther Horvath auf deren Instagram-Konto gezeigt hatten. Diese Daten sind sehr wichtig, da aus diesem Teil des Weddellmeeres kaum Daten zu Meereis bestehen. Weitere Forschungsprojekte an Bord beinhalten Meteorologie, Ozeaongraphie und Marineingenieurswesen. Das Expeditionsteam wird weiterhin Updates über die Entwicklung der Geschehnisse auf Twitter und auf der Webseite liefern. Wir bleiben dran und informieren entsprechend ebenfalls über unsere Kanäle auf Facebook und Twitter.
Dr. Michael Wenger, PolarJournal
Link zur Twitter-Seite von „Endurance 22“ für Live Updates