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Uganda ist ein wichtiges Land für den Erhalt der Schimpansen in ihrem natürlichen Lebensraum. Dort leben auf 22 Gebiete verteilt insgesamt etwa 5‘000 Schimpansen der östlichen Unterart Pan troglodytes schweinfurthii. Ihr Lebensraum sind die Wälder entlang der westlichen Grenze Ugandas. Über 75% dieser Schimpansen leben in den Waldreservaten von Budongo, Bugoma, Kasyoha-Kitomi, Kalinzu, Maramagambo und im Kibale Nationalpark. Diese 6 Wälder beherbergen über 3‘000 Schimpansen. Die restlichen Tiere findet man in isolierten Waldfragmenten zwischen diesen Wäldern. Nur der Kibale Wald ist unter staatlichem Schutz, all die anderen Waldreservate sind schlecht bis gar nicht geschützt. Weitere Wälder, die nicht unter staatlicher Führung verwaltet werden, sind in privaten Händen. Diese Wälder werden oft für den kommerziellen Holzhandel gebraucht oder fallen der Landgewinnung für die Agrarwirtschaft zum Opfer. So entstehen immer kleinere Waldfragmente, in die die Schimpansen zurückgedrängt werden. Aber auch in den staatlichen Wäldern, die durch die NFA (National Forestry Authority) verwaltet sind, werden leider vielerorts illegal Bäume gefällt oder sogar ganze Flächen im Wald durch Bauern gerodet, um – verborgen im Wald – Agrarprodukte anzupflanzen.
Im nationalen Aktionsplan für den Erhalt der Schimpansen in Uganda wurde von der Wildlife Conservation Society (WCS) und dem Jane Goodall Institut (JGI) vorgeschlagen, die grösseren Wälder, in denen noch überlebensfähige Populationen von Schimpansen existieren, durch Korridore miteinander zu verbinden. Ein solcher Korridor entsteht zwischen dem Bugoma Waldreservat und dem Budongo Waldreservat, dazwischen liegen die kleineren Waldreservate Wambabya, Bujawe und Mukihani. Auf diese Weise könnte das Überleben der Schimpansen für die Zukunft gesichert werden.
Mit einem ganzheitlichen Ansatz wurde dieses Projekt im Jahr 2009 in Angriff genommen. Dabei gibt es drei Standbeine: Forschung, Bildung und Umweltschutz. Im Bereich Forschung führen wir regelmässige Populationszählungen der Schimpansen in den Wäldern Budongo, Bugoma und Wambabya durch, um zu untersuchen, wie sich die Populationsgrössen verändern und um zu sehen, welche Gefahren für die Schimpansen und Waldtiere in den einzelnen Wäldern oder Waldsegmenten festzustellen sind. Aufgrund dieser Daten können auch gezielt Massnahmen angegangen und umgesetzt werden.
Im Bereich Ausbildung führen wir in sieben verschiedenen Dörfern entlang des Schimpansen-Korridors Umweltbildung für die Schüler durch. Dabei geht es auch um das Bewusstsein, wie wichtig die Tiere und der Wald sind und wie man dieses wertvolle Habitat schützen kann. Aber auch Trainings für die Lehrer werden durchgeführt, so dass diese eigenständig das Thema Umwelt in den Unterrichtsstoff integrieren können. Es findet aber nicht nur theoretischer Unterricht statt, sondern es wird auch praktisch vermittelt, wie man zum Beispiel Bäume zieht und die Setzlinge anschliessend pflanzt. Auch das Thema Hygiene und Gesundheit wird vermittelt, so unter anderem das Wissen, wie man sich gegen Infektionskrankheiten schützen kann.
Im Bereich Umweltschutz bildet das Sustainable Livelihoods Project das dritte Standbein des Korridorprojektes. Hier wurden in den letzten Jahren einige neue Brunnen gebaut und Quellen geschützt, sowie den Bauern gezeigt, wie bessere Anbaumethoden zu einem höheren Ernteertrag führen. Rund 700 Bauernfamilien sind im Projekt integriert, und 80% dieser Bauern haben sich zu CFM-Gruppen (Community Forest Management) zusammengeschlossen. Dabei unterstützen sie einander bei der Renaturierung des Flusslaufes für den bewaldeten Korridor, oder sie übergeben Nachwuchs ihrer Nutztiere anderen Familien. Die Bauern haben auch eigene, kleine Baumschulen auf ihren Grundstücken angelegt. Wir geben ihnen die Samen und zeigen ihnen wie eine Baumschule gestaltet wird und wie man die Samen zieht. Zu diesem Zweck haben wir eine eigene Demonstrationsbaumschule errichtet, in der nicht nur die Bauern, sondern auch die Schüler lernen können, wie man aus Baumsamen Setzlinge heranzieht und diese später anpflanzt.