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Die Stadt Bellinzona und die Forschungsgruppe "Insubrische Ökosysteme" der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL haben gemeinsam eine Studie über Grünflächen in der Stadt und ihrer Umgebung durchgeführt.
Die Studie wurde zwischen November 2010 und April 2011 von der Tessiner Studentin Arianna del Biaggio im Rahmen ihrer Masterarbeit in Umweltnaturwissenschaften an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich durchgeführt. Das Ziel war, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie die Bevölkerung der Region Bellinzona das Grün in der Stadt und ihrer Umgebung wahrnimmt und wie diese Grünflächen für Erholungszwecke genutzt werden.
Mit Unterstützung der Stadt wurden 1000 zufällig nach Wohnadresse und Altersgruppe ausgewählte Personen in den Gemeinden Bellinzona, Giubiasco, Monte Carasso, Gorduno und Arbedo-Castione zu ihrer Meinung befragt. Von den 1000 angefragten Personen füllten 294 [oder fast ein Drittel] den ihnen per Post zugestellten Fragebogen aus. Dank der zahlreichen und vollständigen Antworten konnten die Ergebnisse der Studie im März 2015 im Rahmen eines wissenschaftlichen Artikels in der Zeitschrift "Urban Forestry & Urban Greening" vorgestellt werden.
Die Bevölkerung bringt dem städtischen Grün eine hohe Wertschätzung entgegen und ist sich bewusst, dass Grünflächen ökologisch und für Erholungszwecke sehr wichtig sind. Die Wahrnehmung der eigenen Lebensqualität ist tendenziell bei denjenigen höher, die einen privaten Garten besitzen oder in der Nähe einer öffentlichen Grünanlage wohnen. Sehr geschätzt wird ferner der grüne Hintergrund der Berge, die die Region Bellinzona einrahmen.
Ein Teil der Antwortenden wünscht sich eine gleichmässigere Verteilung der Grünflächen, deren Fehlen in gewissen städtischen Siedlungsgebieten (Piazza del Sole, innerstädtische Strassen, nördliche Peripherie von Bellinzona) bemängelt wird. Verschiedentlich wird der Wunsch nach mehr Rasenflächen, Bänken und Brunnen sowie mehr Einrichtungen für Freizeit und Sport in den öffentlichen Parks geäussert. Jedoch unterscheiden sich diese Bedürfnisse, wie überhaupt die Wahrnehmung und Nutzung der Grünflächen, stark nach den jeweiligen Benutzergruppen. Männer neigen beispielsweise dazu, Grünflächen für die Erholung von Stress zu nutzen. Frauen legen grossen Wert auf den Sicherheitsaspekt (Beleuchtung, nicht angeleinte Hunde) und Mütter achten besonders auf kindergerechte Geräte und Einrichtungen.
Die vorliegende Studie belegt, wie wichtig es für eine nachhaltige, auf die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung ausgerichtete Stadtplanung ist, die Gewohnheiten und Ansichten der lokalen Anwohner/innen zu kennen.