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Wahlplakat mit Kandidatin und Kandidat, die nur gemeinsam gewählt werden konnten.
Quote lässt Frauenanteil emporschnellen
In Frankreich ist der Frauenanteil in den Departementsräten nach der Neuwahl von 16 auf 50 Prozent gestiegen. Gewählt werden durften Kandidierende nur als Paare.
Erstmals mussten die Parteien für jeden Wahlkreis Kandidatenpaare («Binome») aufstellen, die aus einem Kandidaten und einer Kandidatin bestehen mussten. Die Stimmberechtigten konnten sie nicht einzeln, sondern nur als Paar wählen. Die Hälfte der über 4000 Abgeordneten in den Departementsräten sind deshalb Frauen. Gewählt wurden sie für sechs Jahre. Um die Zahl der Abgeordneten nicht zu erhöhen, wurde die Zahl der Wahlkreise (Kantone) halbiert.
Chance für junge Frauen
Die 24-jährige Sozialistin Chloé Danillion sagte der Nachrichtenagentur AP, ohne die Quote hätte sie keine Chance für eine Kandidatur gehabt. «Sie ist eine Chance für junge Frauen, aber auch für die Demokratie, weil die Gewählten eher die Gesellschaft repräsentieren.» Die 33-jährige Laure Townley, Kandidatin der konservativen UMP, hofft, dass die gewählten Frauen auch in traditionell männlichen Bereichen wie Finanzen und Wirtschaft Politik machen werden.
Parteien zahlen lieber Busse
Frankreich hatte im Jahr 2000 als erstes Land in Europa eine verpflichtende 50-Prozent-Quote für Wahllisten eingeführt. Diese gilt auch auf Kommunalebene. Frauen und Männer müssen sich auf den Wahllisten zwingend abwechseln. Nicht vorgeschrieben ist, wer den ersten Listenplatz erhält. Parteien, welche die 50-Prozent-Quote missachten, müssen eine Geldstrafe zahlen. Die Parteien scheinen die Busse der Frauenförderung häufig vorzuziehen: Der Frauenanteil in der Nationalversammlung stagniert seit Jahren. Er liegt zurzeit bei einem Viertel.
In Deutschland hat Baden-Württemberg vor zwei Jahren als erstes Bundesland eine 50-Prozent-Frauenquote für Kommunalwahllisten beschlossen. Die Soll-Vorschrift ist rechtlich jedoch nicht bindend.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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