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Das folgende fiktive Beispiel zeigt einen typischen Ablauf einer Organspende eines unerwartet verstorbenen Patienten. Der ganze Prozess dauert in der Regel zwischen minimal einem halben Tag und maximal drei Tagen.
Das folgende fiktive Beispiel zeigt einen typischen Ablauf einer Organspende eines unerwartet verstorbenen Patienten. Der ganze Prozess dauert in der Regel zwischen minimal einem halben Tag und maximal drei Tagen.
Plötzlich ist es passiert
Der 56jährige Hobbygärtner hätte an diesem Samstagnachmittag schon längst aus dem Garten zurück sein sollen. Seine Frau ruft ihn vergeblich und geht ihn schliesslich suchen. Sie findet ihren Mann am Boden liegend. Er ist ohne Bewusstsein, hat einen schwachen, rasenden Puls und scheint erbrochen zu haben.
Die schlimme Nachricht
Im Spital erfährt die Ehefrau vom Arzt, dass das Hirn ihres Mannes durch eine Hirnblutung so stark geschädigt ist, dass keine Hoffnung mehr besteht. Nach weiteren Erklärungen des Arztes muss sie akzeptieren, dass es nichts mehr gibt, was das Leben ihres Mannes retten könnte. Alle weiteren medizinischen Massnahmen würden höchstens das Sterben hinauszögern. Die Frau teilt dies ihren Söhnen mit, die mittlerweile im Spital eingetroffen sind. Der Entscheid zum Therapieabbruch erfolgt zusammen mit der Familie, mit der Beratung durch den Arzt und begleitet vom Seelsorger des Spitals.
Hätte er einer Organspende zugestimmt?
Der Arzt spricht die Familie nun auf das Thema Organspende an. Weil der Mann keine Spendekarte ausgefüllt hatte, müssen nun die Angehörigen in seinem Sinne entscheiden. Hätte er Organe spenden wollen oder nicht? Die Söhne sind ratlos. Die Frau erinnert sich aber daran, dass ihr Mann vor einigen Jahren einen Artikel zum Thema gelesen hatte. Ihr gegenüber hatte er dabei erwähnt, dass er selber seine Organe spenden würde. Die Familie braucht etwas Zeit, um das zu diskutieren. Sie kommt letztlich zum Schluss, dass der Vater wohl seine Organe gespendet hätte. Die Familie teilt dem Arzt ihr Einverständnis für eine Spende mit: Sie gestatten die Entnahme aller Organe und auch der Augenhornhaut und weiterer Gewebe.
Wichtige Tests
Der Arzt erklärt der Familie nochmals das weitere Vorgehen und geht dabei insbesondere auf die Bedenken der Söhne ein: Können sie wirklich sicher sein, dass der Vater tot ist, wenn die Organe entnommen werden? Schliesslich scheint er noch zu atmen, wenn auch nur dank der medizinischen Apparate. Der Arzt erklärt detailliert, wie der Tod im Hinblick auf eine Organspende nach strengen gesetzlichen Vorgaben mit verschiedenen Tests festgestellt werden muss.
Die Suche nach passenden Empfängerinnen und Empfängern
Der Tod des Patienten ist nun bestätigt worden und alle nötigen Voraussetzungen für eine Entnahme von Organen und Geweben sind erfüllt. Die Familie wird jetzt zusätzlich von der Transplantationskoordinatorin betreut. Sie ist eine speziell ausgebildete Person, die sich auch organisatorisch um den weiteren Verlauf der Organ- und Gewebespende kümmern wird. Sie erklärt den Angehörigen, dass nun noch einige Labortests durchgeführt werden, damit passende Empfängerinnen und Empfänger ermittelt werden können.
Zeit für den Abschied
Der Verstorbene wird nun nochmals in den Operationssaal gebracht, wo ihm die Organe entnommen werden. Nachdem die Organe entnommen sind, werden die Angehörigen zum Verstorbenen in einen Aufbahrungsraum geführt. Auf Wunsch der Ehefrau ist auch der Seelsorger des Spitals anwesend. In diesem Rahmen, der Verstorbene ist nun befreit von sämtlichen intensivmedizinischen Apparaten, kann die Familie Abschied nehmen.
Letzte Änderung 06.08.2018