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England, William
Gestorben: 13.8.1896, London
Nach einer Ausbildung zum Daguerreotypisten arbeitete England ab 1854 für die London Stereoscopic Company. Er spezialisierte sich auf Landschaften und Reisebilder, die er mit einer von ihm mitentwickelten kompakten stereoskopischen Kamera herstellte. Auf eine erste Reise nach Irland 1858 folgte 1859 eine zweite in die USA und nach Kanada. Dabei fotografierte England den Seilartisten Charles Blondel bei seiner Überquerung der Niagara-Schlucht. Dieses Foto verkaufte sich mehr als 100 000mal, es ist das meistverkaufte stereoskopische Foto aller Zeiten. Gefördert vom britischen Alpine Club reiste England 1863 in die Schweiz, nach Italien und Frankreich. Im selben Jahr machte er sich selbständig und gab 1865 sein erstes, hauptsächlich der Schweiz gewidmetes Album «Views of Switzerland and Savoy» heraus. 1866 eröffnete er in London ein Studio für Fotodrucke, wobei er beträchtliche unternehmerische Fähigkeiten bewies. Eine weitere Reise führte England 1870 nach Deutschland, wo er beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs am Rhein als französischer Spion verhaftet wurde. England machte sich auch einen Namen mit der Entwicklung fotografischer Verfahren sowie der Verbesserung der Kameratechnik, insbesondere des Verschlusses. Nach seinem Tod geriet England in Vergessenheit, heute gilt er als einer der wichtigen Fotografen der viktorianischen Epoche. Der Nachlass umfasst Tausende von Glasplattennegative und gehört der Hulton Getty Collection in London.
EINZELPUBLIKATIONEN
Ian Jeffrey, «An American Journey: The Photography of William England», Prestel, München 1999; Gérard Bourgarel, «William England (1816–1896): dès 1863, son exploration photographique de la Suisse», Pro Fribourg, Fribourg 2005; «William England photographe: catalogue raisonné des vues stéréoscopiques du Valais», Association valaisanne d'images anciennes, Savièse 2011.