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Das Vorkommen der Rayon II und Rayon I hellblau auf Briefen
Mit der folgenden Tabelle soll veranschaulicht werden, wie die Rayons der verschiedenen Drucksteine bis dato auf Briefen hauptsächlich gesichtet wurden, und in welcher Gegend sie im wesentlichen Verwendung fanden. Es ist klar, dass es natürlich viele Abweichungen gibt. Ich will mit dieser Tabelle nur das „Hauptsächlichste" anfuhren. Kommen z.B. die Rayons der ältesten Drucksteine erst 1853/1854 auf Briefen vor, so tut man gut daran, sie einer näheren Prüfung zu unterziehen, ob sie wirklich auf den betreffenden Brief gehören. Hauptsächlich auch dann, wenn sie mit ändern Stempeln, als der Eidg. Raute entwertet wurden. In den meisten Fällen hat sich nämlich eine BriefverMschung herausgestellt.
Theoretisch ist das frühest mögliche Verwendungsdatum einer hellblauen Rayon I der 31. März 1851, denn die erste Lieferung dieser Ausgabe, von der Postdirektion Bern an die Kreispostdirektion Lausanne, erfolgte am 30. März 1851. Es ist bekannt, dass diese Lieferung nur 1000 Stück hellblaue, daneben aber noch 3000 dunkelblaue Rayon I enthielt. Wohl kein Zweifel kann darüber bestehen, dass beim Übergang vom dreifarbigen zum zweifarbigen Druck zunächst die schon vorhandenen Drucksteine A2, A3 und eben auch der „Missglückte Stein" (alle zu 2 Gruppen ä 40 Typen) verwendet wurden. Da diese Drucksteine entweder schon für den Dreifarbendruck benutzt worden waren (und deshalb z.T. schon stark abgenutzt waren) oder aber nicht zufriedenstellend waren („Missgl. Stein"), beschränkte sich ihr Druck auf eine kleine bis sehr kleine Auflage. Man muss annehmen, dass die Druckbogen dieser Steine — noch zur Zeit der dreifarbigen Ausgabe — aufgestapelt wurden, entweder bei Durheim, dem Drucker, oder auf der Postdirektion. Noch vor dem Auslaufen der dreifarbigen Ausgabe wurde auch der erste Druckstein zu 4 Gruppen ä 40 Typen, der B l, hergestellt und von ihm die ersten Abzüge gemacht. Offenbar wurden diese zuoberst auf den bereits bestehenden Stapel von zweifarbigen Bogen geschichtet. Denn nur so erklärt es sich, dass diese Marken des Druckstein B l die frühesten Gebrauchsdaten aufweisen. Siehe Tabelle. Ich hoffe, dass ich mit diesen Angaben in der Tabelle einiges aufgezeichnet habe, was insbesondere Brief- und Rayon-Sammler interessieren dürfte.
© Schweizerische Vereinigung für Postgeschichte / SVPg