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Echt überlieferte Ortsnamen aus der Keltenzeit gibt es in Seebach nicht. Hingegen gibt es einige wenige Orte mit überlieferten römischen Namen, welche zumeist auf bereits bestehenden keltischen fussen, die wiederum rekonstruiert werden können. Bei Orten, welche aus Schemanamen bestehen, ist eine Rekonstruktion ebenfalls möglich, doch gibt dies keine Gewähr, dass es diesen Ort schon zu Keltenzeiten gegeben hat, da solche Orte normalerweise erst in der dritten Ausbauphase entstanden sind. Diese Erkenntnis ist allerdings nicht bewiesen, sondern wird lediglich vermutet. Sie ergibt sich aus der summarischen Analyse der Ortsnamen in Bezug auf die mutmassliche Jahreszahl der Ortsgründungen.
Es kann daher trotzdem, wenn auch ohne Gewähr vermutet werden, dass ein rekonstruierter Ortsname so gelautet haben könnte. Für Ortsnamen, welche aus Namen von germanischen Hofgründern gebildet wurden, besteht heute kaum mehr eine Möglichkeit einer Rekonstruktion, selbst wenn es einen gallorömischen Vorläuferhof gegeben hat. Dann ist eine Rekonstruktion nur noch sinnvoll, wenn man den vermuteten Hof kennt und dieser einen Namen aufweist, der ein gallorömisches Substratwort oder einen gallorömischen Rufnamen vermuten lässt. Solche Rekonstruktionen, so schön keltisch sie auch klingen mögen, sind problematisch, da sie in Fachkreisen nicht genügend ernst genommen würden.
Unter diesen Einschränkungen sind bis heute in der näheren Umgebung von Seebach folgende keltischstämmige Ortsnamen rekonstruiert worden:
Der zuerst genannte Ortsname ist römisch, der nachfolgende keltisch. Bei Embrach und Bülach ist bis heute nicht erwiesen, ob die zur Basis gelegten Rufnamen Imbrius und Pullius rein römisch sind oder ob sie allenfalls einem keltischer Vorgänger zugeordnet werden müssen. Für Seebach und seine Nachbargemeinden liegen keine Namen vor, da sie in der römischen Literatur oder in den Kriegsberichten unerwähnt blieben.
Um aber einmal etwas zu spekulieren, könnte man vermuten, dass:
1. Ortsnamen, welche nicht auf dem Namen eines alemannischen Dorfgründers beruhen, sondern Schemanamen darstellen, können problemlos auch keltischen Ursprungs sein.
2. Die Annahme, dass die hiesige Gegend nach dem Abzug der Römer und bis zur Landnahme der Alemannen unbewohnt gewesen sei, dürfte eine überzeichnete Wiedergabe der Wirklichkeit sein. Die Gallorömer verteilten sich nach dem Abzug der römischen Truppen feiner über das Land und überlebten diese Zeit unter bescheideneren Konditionen. Somit können einzelne heute rein germanistisch gedeutete Ortsnamen durchaus einen keltischen Ursprung haben. Dazu gehören Seebach, Affoltern und Katzenrüti.
Quellen: - Emil Krönert, 1955 (nur Gedankengerüst) - OGS-eigene (Schlussfolgerungen)