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Liebe SonntagsschülerInnen
Bevor Gott d’Wält erschaffe het, hets nüt geh:
Käini Böim und käini Pfluume
Käini Zägge und käi Duume
Käini Duube, käini Spächt
Käini Häifisch, käini Hächt
Käini Bäch und käini Fälder
Käini Bärge, käini Wälder,
und au käi Geburtstagschueche
und käis Oschterei zum Sueche,
Käini Müüs und käini Ratte
Sogar käi Zyt git’s und käi Schatte.
Käini Velo und käi Locki
Käini Gutzi und käi Schoggi.
Wyt und bräit si käini Lüüt,
s’einzigä wo’s git, isch s’Nüt.
Werner Laubi
Möchtisch no witeri Strophe erfinde?
Oder hesch Luscht das Gedicht uswändig z’lehre?
Überleg‘ Dir, was du alles hesch und für was du Gott chasch dankä säge.
Gott het d’Wält in siebe Däg gschaffe.
Hüt beschäftige mir öis mit em erschte Dag. Liest d’Gschicht (oder loh si dir lo vorläse) vom Afang vo dr Wält, wo no gar nüt gsi isch, usser Gott.
Gott het als erschts ’s Liecht gschaffe. Är will nid, dass mir im Dunkle si.
Es gebät:
DANKE Gott, dass du öis nid ellei losch. Bitte zeig öis dis Liecht immer wieder.
Amen
In der Gschicht goht’s um Liecht und dunkel, um öppis gseh, oder nid gseh. D’Idee zum Baschtle und Spiele hei mit däm Thema z’tue. Bevor du witer liesisch, überleg dir, was du für eigene Idee hesch derzue.
Villicht möchtisch es chlieses Büechli baschtle, wo am Schluss vo dene siebe Wuche, die ganzi Schöpfigsgschicht drinne isch, zum Bispiel zeichnet, oder öppis drikläpt.
Du chönntisch es Schattetheater baschtle…
Schöpfungsgeschichte 1.Tag:
Wir können uns Gott nicht vorstellen. Er ist kein Mensch. Er ist kein Tier. Er ist kein Baum. Er ist keine Blume. Aber wenn Menschen einander gern haben und sich einen Brief schreiben, dann zeichnen sie ein Herz.
Wenn ich an Gott denke, dann sehe ich ein Herz. Denn Gott ist Liebe.
Gott will etwas, das er gern haben kann. Aber er ist allein. Er hat keine Wolke, der er nachschauen, an der er sich freuen kann. Er hat keinen Hund, mit dem er spazieren gehen kann. Er hat keinen Eisbären, den er streicheln kann. Er hat keinen Menschen, ja nicht einmal einen Papageien, mit dem er reden kann. Er, der Gott, der Liebe ist, hat nichts, das er lieben kann. Was für eine Kathastrophe!
Da sagt Gott: „Ich will etwas machen, dass ich nicht mehr allein bin. Ich brauche etwas, das ich lieb haben kann. Etwas Lebendiges. Aber damit ich etwas machen kann, brauche ich zuallererst Licht.“
Gott sagt: „Es soll hell werden.“
Da strömt wie eine grosse Welle Licht in das Dunkel hinein. Es wird hell und heller. Und mit dem Licht kommt die Zeit. Ein erster Tag entsteht. Und als er zu Ende ist, sagt Gott: „Es ist wirklich hell geworden. Ist das ein guter Tag gewesen.“
Werner Laubi / Sabine Waldmann-Brun
Eine Geschichte von der Schöpfung,
Kaufmann Verlag, 978-3-7666-1369-2