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Vorwort
Das Jahrbuch XX ist das letzte, in welchem die mittleren Berneralpen vom Wildstrubel bis zum Großhorn als Clubgebiet erscheinen; es ist deshalb an der Zeit, einen Blick auf das Resultat der Arbeit unseres Clubs in diesem Theil der Alpen zu werfen, und da muß leider constatirt werden, daß sich das Excursionsgebiet während der letzten drei Jahre keines besonders regen Besuchs von Seiten der Clubgenossen zu erfreuen hatte. Zur Erklärung dieser bei einem so reichen und schönen Gebiete befremdlichen Thatsache mag der Umstand angeführt werden, daß die mittleren Berneralpen touristisch nicht mehr viel Neues boten, indem alle Hauptgipfel und Pässe schon früher besiegt worden sind. Immerhin ist, von der wissenschaftlichen Erforschung ganz zu schweigen, das Clubgebiet auch touristisch noch nicht so vollständig erschöpft, daß es nicht noch Neues bieten könnte; so ist bis jetzt vom Elwerück in der Bietschhornkette keine Besteigung bekannt geworden, und die schwarzen Zackenmauern, welche die Oberstufen des Bietschthals, Baltschiederthals und Gredetschthals scheiden, haben noch mehr als einen unbezwungenen Felsthurm aufzuweisen. Wenn trotz des spärlichen Besuches der letzten drei Jahre die clubistische Literatur über dieses Gebiet eine reichere ist als bei manchem VII früheren Excursionsfelde, so ist das neben den verdankenswerthen Beiträgen der Jahrbücher XVIII—XX und dem trefflichen Itinerar E. v. Fellenberg's hauptsächlich der Arbeit früherer Jahre zuzuschreiben. Reicher war die Ausbeute des Clubgebietes in artistischer Hinsicht. Alle Hauptgipfel desselben, Wildstrubel, Altels - Balmhorn, Doldenhorn, Blümlisalp, Breithorn, Bietschhorn etc., die Lötschthalkette und der Thalhintergrund von Lötschen sind in den Illustrationen der letzten Jahrbücher vertreten, und als Seitenstück zum letztjährigen Panorama des Balmhorns, das die Fernsicht vom Mittelpunkt des Clubgebietes aus darstellt, bringt der Band XX, zum würdigen Abschluß, das Panorama des Schilthorns bei Mürren, in dem sich der Hauptkamm der mittleren Berneralpen sammt seinen nördlichen Vorbergen in imposanter Weise hervorhebt.
Auch in anderer Hinsicht sollte das Jahrbuch XX einen Abschluß bilden. Seit dem Erscheinen des Inhaltsverzeichnisses zu den 10 ersten Bänden des Jahrbuches ist nun ein Jahrzehnt verflossen und das Bedürfniß nach einem neuen, vervollständigten und praktischer eingerichteten Sachregister macht sich mehr und mehr geltend. Ein solches Sachregister, geographisch geordnet, ist nun vorbereitet und kann, wenn die Centralkasse es erlaubt, noch im Laufe dieses Jahres, spätestens 1886 als Beilage zum Jahrbuch XXI, erscheinen.
Endlich glaubt die Redaction, auch für den S.A.C. « ei jetzt, wie 1882 für den C.A.I. und 1885 für den D. und Oe. A. V., die Zeit für eine Vermehrung der Clubpublicationen gekommen, d.h. es sollte neben dem Jahrbuche, das nicht wesentlich verändert in der bisherigen Weise erscheinen würde, nach Art der Mittheilungen des D. und Oe. A. V., der Bulletins mensuels des C.A.F. und der Rivista alpina des €. A. I., unter besonderer Redaction eine periodische Vili Zeitschrift zur Besprechung der clubistischen Tagesfragen und zur Vermittelung des Verkehrs zwischen den einzelnen Sectionen als zweites officielles Organ publicirt werden. Schon im Sommer des letzten Jahres hat die Redaction diese Idee dem damaligen Centralcomite vorgelegt, und dieselbe ist. von diesem, wie aus dem Geschäftsbericht des Herrn Centralpräsidenten hervorgeht, nicht ungünstig aufgenommen worden 5 jedoch wollte das Comite in Lausanne am Ende seiner Amtsdauer die Frage nicht präjudiciren,. sondern überwies sie dem neuen Comite in Zürich zur näheren Prüfung und Erörterung, deren Resultat noch zu gewärtigen ist.
Zum Schlüsse erübrigt der Redaction die angenehme Pflicht, dem alten wie dem neuen Centralcomite, dem eidgenössischen topographischen Bureau und allen denen, die am Jahrbuche XX mitgearbeitet haben,, ihren besten Dank auszusprechen und das Jahrbuch, dessen Leitung der Unterzeichnete, nicht ohne schwere Bedenken dem Wunsche des Centralcomites entsprechend, für einstweilen wieder übernommen hat, dem Club auch fernerhin wärmstens zu empfehlen.
Bern, im Mai 1885.
A. Wäber.
I.
Clubgebiet.