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Hall of Fame – Sportlerinnen
Vreni Schneider, Lise-Marie Morerod, Maria Walliser, Michela Figini – die vier Stars des Schweizer Skisports gewannen im Lauf ihrer Karriere jeweils mindestens zweimal den Award als Sportlerin des Jahres. Die Vertreterinnen des alpinen Skirennsports durften sich in dieser Kategorie insgesamt 18-mal feiern lassen. Keine andere Sportart erhielt in der Geschichte der Schweizer Sportlerwahlen bei den Frauen so viele Auszeichnungen.
Zu Beginn der Sportlerwahlen gab es noch keine Geschlechtertrennung. Verliehen wurde bis einschliesslich 1971 jeweils nur eine Auszeichnung. Im fünften Jahr des Bestehens wurde 1954 erstmals eine Frau ausgezeichnet: Ida Bieri-Schöpfer. Auch die erste Sportlerin des Jahres war eine Skirennfahrerin. Die Luzernerin gewann damals zwei WM-Titel im selben Jahr.
Ida Bieri-Schöpfer war die Erste, Vreni Schneider dafür die Erfolgreichste. Auf der Piste liess die Elmerin, mit 34 Siegen noch immer die erfolgreichste Slalomfahrerin aller Zeiten, selten einer Konkurrentin den Vortritt. Und auch bei den Sportlerwahlen setzte sich die dreifache Olympiasiegerin so oft durch wie keine andere Frau. Schneider wurde insgesamt fünfmal ausgezeichnet.
Letztmals behauptete sich 2014 mit Dominique Gisin eine Skirennfahrerin. Zuvor prägten Orientierungsläuferin Simone Niggli-Luder und Kunstturnerin Ariella Kaeslin die Wahl zur Sportlerin des Jahres. Beide erhielten den Award dreimal, Kaeslin zwischen 2008 und 2010 gar dreimal in Folge.
Ausser den genannten Skirennfahrerinnen sowie Niggli-Luder und Kaeslin erhielten auch die Leichtathletin Meta Antenen, in den 60er- und 70er-Jahren der erste weibliche Sportstar der Schweiz, sowie die Eiskunstläuferin Denise Biellmann und die Triathletin Natascha Badmann den Award zweimal. Ebenfalls zwei Awards erhielten Nicola Spirig und Giulia Steingruber. Einen davon allerdings als Newcomer des Jahres.
Ski alpin, Leichtathletik, Kunstturnen, Eiskunstlauf und in der jüngeren Geschichte Orientierungslauf sowie Triathlon prägten die Geschichte der Schweizer Sportlerinnen-Wahl. Ausgezeichnet wurden aber auch Athletinnen aus klassischen Randsportarten wie beispielsweise die zweifache Trampolin-Weltmeisterin Ruth Keller (1980) oder die Skiakrobatik-Olympiasiegerin Conny Kissling (1992).
Hall of Fame – Sportler
Roger Federer ist der erfolgreichste Tennisspieler der Geschichte und die wohl grösste Sportlerpersönlichkeit, die die Schweiz je hatte. Es ist deshalb logisch und schon fast selbstverständlich, dass der Basler Ausnahmekönner auch der Athlet mit den meisten Auszeichnungen als Schweizer Sportler des Jahres ist. Sechsmal wählten Medien, Sportler und das TV-Publikum Federer seit 2003 zum besten Schweizer Sportler des Jahres.
Federer erhielt damit eine Auszeichnung mehr als Tony Rominger. Der ehemalige Radprofi schaffte dafür etwas, was selbst Federer (bisher) nicht gelang: Er wurde dreimal in Serie (1992 bis 1994) zum Sportler des Jahres erkoren, nachdem er die Wahl bereits 1989 für sich entschieden hatte. In den 80er- und 90er-Jahren stritt sich Rominger immer wieder mit einer anderen Schweizer Sportgrösse um die Auszeichnung: Werner Günthör. Der Kugelstösser kam in dieser Zeit auf drei Awards.
Günthör und Rominger waren die ersten Athleten nach Skirennfahrer Bernhard Russi (1970/1972) und Radprofi Urs Freuler (1982/1983), die mehr als einmal zum Sportler des Jahres gewählt wurden. In der seit 1950 durchgeführten Wahl war es in den Anfangszeiten – zumindest inoffiziell – verpönt, einen Sportler zweimal auszuzeichnen. Seit Anfang der 80er-Jahre gibt es in der Siegerliste jedoch zahlreiche Mehrfach-Preisträger: Donghua Li (Kunstturnen), André Bucher (Leichtathletik), Simon Ammann (Skispringen) und zuletzt Didier Cuche (Ski alpin) durften den Award auch zweimal entgegennehmen. Ebenfalls zwei Awards erhielten Tom Lüthi und Dario Cologna. Einen davon allerdings als Newcomer des Jahres.
Der erste Sportler des Jahres hiess 1950 Armin Scheurer. Der Bieler klassierte sich damals an der Leichtathletik-EM im Zehnkampf auf Platz 5. Seither ging die Auszeichnung 17 weitere Male an einen Leichtathleten, letztmals 2001 an den 800-m-Spezialisten André Bucher. Die olympische Kernsportart ist damit die erfolgreichste Sportart bei den Schweizer Sportlerwahlen, gefolgt von Rad (zehn Preisträger) und Ski alpin (neun).
Die Auszeichnung ging jedoch nicht immer an Vertreter der grossen Sportarten, auch «Exoten» wie der Waffenläufer Hans Frischknecht (1955) oder der Gewichtheber Michel Broillet (1977) durften sich als Gewinner feiern lassen.
Traditionell schwer in der Kategorie der Einzelsportler haben es die Vertreter der Teamsportarten. Trotzdem ist es erstaunlich, dass erst ein Mannschaftssportler als Sportler des Jahres gewählt wurde, und zwar 1953 der Fussballer Alfred Bickel. Der Stürmer und zweifache WM-Teilnehmer ist mit 202 Treffern der Rekordtorschütze der höchsten Schweizer Fussball-Liga.
Hall of Fame – Teams
Nur zwei Jahre, nachdem die Wahlen für die besten Sportler des Landes ins Leben gerufen worden waren, zeichneten die Schweizer Sportjournalisten 1952 erstmals auch das beste Team aus. Es setzte sich damals – wie vier Jahre danach ein zweites Mal – eine Gruppe Bergsteiger durch, die den Mount Everest erklomm. Dass Bergsteiger als beste Sportler ausgezeichnet werden, ist heute undenkbar. Für die Kategorie Team ist es aber bezeichnend, denn in keiner anderen Kategorie gab es in den vergangenen gut 60 Jahren derart unterschiedliche Preisträger.
Zwar stammt ein Grossteil der Preisträger aus den grossen Publikumssportarten wie Fussball, Eishockey oder Rad, immer wieder durchbrachen aber Randsportarten die Phalanx der «Grossen», so nebst den Bergsteigern beispielsweise die Match-Schützen (1963) oder auch die Dressur-Reit-Equipe (1964). Zum Zug kamen auch trendige Sportarten wie etwa Beachvolleyball (1999 Paul und Martin Laciga sowie 2004 Patrick Heuscher und Stefan Kobel) oder für die Schweiz atypische Disziplinen wie Segeln (2003 und 2007 Team Alinghi).
Die erfolgreichste Mannschaft in der Geschichte der Sports Awards ist jedoch wenig überraschend die Fussball-Nationalmannschaft. 1961 wurde die «Nati» unter Trainer Karl Rappan nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 1962 – dank einem 2:1-Sieg gegen das damals grosse Schweden – zum ersten Mal gewählt. Sieben weitere Male durfte das Nationalteam seither den Preis entgegennehmen. Mehr als acht Auszeichnungen erhielt in der Geschichte der Sportlerwahlen bloss noch Behindertensportler Heinz Frei.
Ebenfalls mehrfach ausgezeichnet wurden neben dem Fussball-Nationalteam auch der Rad-Strassenvierer (drei Awards), der FC Basel, die Segler von Alinghi, die Viererbob-Teams von Gustav Weder und René Stadler sowie das alpine Ski-Weltcup-Team (je zwei Awards).
Auffallend in der Timeline der Kategorie Teams: Während in früheren Jahren regelmässig Ruder-, Bob- oder auch Handball-Teams zu den Preisträgern zählten, lag der Fokus in der jüngeren Vergangenheit primär auf den grossen Sportarten. Mit den U-17- und den U-21-Fussballern (2010 respektive 2011) erhielten erstmals auch Nachwuchsequipen den Award als bestes Team. Mit dem Sieg des Leichtgewichts-Vierers Konnten die Ruderer das Podest zurückerobern. Letztmals siegte 1996 der Doppelzweier Gier/Gier.
Hall of Fame – Behindertensportler
Die Geschichte der Wahl zum Behindertensportler des Jahres wird von einem Namen geprägt: Heinz Frei. Der Rollstuhl-Leichtathlet und Paracycling-Fahrer gewann 1987 die erste Wahl. Der Solothurner gehört auch beinahe 30 Jahre später noch immer zur Weltklasse im Behindertensport.
Nicht weniger als zehn Mal wurde Heinz Frei als Behindertensportler des Jahres gewählt – zwischen 1995 und 1999 gar fünf Mal in Serie. Er ist damit – auch über alle anderen Kategorien gesehen – der erfolgreichste Preisträger in der Geschichte der Schweizer Sportlerwahlen.
Konkurrenz erhielt Frei von Edith Wolf-Hunkeler. Die sympathische Luzernerin gewann den Award von 2001 bis 2012 acht Mal. Der Reihe der Mehrfach-Preisträger in dieser Kategorie schliessen sich Franz Nietlispach und Marcel Hug an. Nietlispach wurde zwischen 1988 und 1994 vier Mal zum Behindertensportler des Jahres erkoren. Hug gewann den Titel 2011, 2013, 2014 und 2015. 2004 wurde Hug als bisher einziger Behindertensportler zum Newcomer des Jahres gewählt.
Wie Frei, Wolf-Hunkeler und Nietlispach gehört auch Hug zu den Rollstuhlsportlern und damit zu den Leichtathleten, welche die Kategorie seit jeher dominieren. Nur 1989 (Torball-Nationalmannschaft) und 2010 (Skirennfahrer Christoph Kunz) ging der Preis nicht an einen Leichtathleten.
Hall of Fame – Trainer
Die erfolgreichsten Trainerinnen und Trainer werden seit 1983 geehrt. Die Kategorie ist damit die zweitjüngste nach jener der Newcomer. Auffallend in der 30-jährigen Geschichte der Trainerwahl ist, dass es kaum Trainer gibt, die zwei Mal ausgezeichnet wurden. Bisher gelang dieses Kunststück einzig dem ehemaligen Fussball-Nationalcoach Jakob «Köbi» Kuhn (2005 und 2006), dem Davoser Eishockey-Trainer Arno del Curto (2007 und 2011) und dem Fussball-Trainer Marcel Koller (2000 und 2015).
In der jüngeren Vergangenheit wurden immer öfter Trainer aus den beiden publikumswirksamen Sportarten Fussball und Eishockey gewählt. In den ersten 20 Jahren der Wahl war dies noch anders: Da ging die Auszeichnung auch einmal an einen Schwimmtrainer (Anthony Ulrich, 1984), einen Ruder-Coach (Marty Aitken, 1996) oder eine Orientierungslauf-Trainerin (Irène Müller, 2003).
Zu den Stammgästen bei der Trainerwahl gehörten erfolgreiche Fussball- und Eishockey-Nationaltrainer. So wurde nebst Köbi Kuhn auch Roy Hodgson (1993) ausgezeichnet – ebenso wie Simon Schenk (1990), Ralph Krueger (1998) und Sean Simpson (2013).
Zahlreiche Trainer sind auch Jahre oder gar Jahrzehnte nach ihrer Auszeichnung noch aktiv, so etwa Jean-Pierre Egger (1985), der einst Werner Günthör zum Kugelstoss-Weltmeister machte, oder Karl Frehsner, der 1991 zum Trainer des Jahres erkoren wurde und auch im hohen Alter von über 70 Jahren noch verschiedene Betreuermandate angenommen hat.
Die Kategorie Trainer des Jahres ist die einzige, in der auch Personen ohne Schweizer Pass einen Preis entgegennehmen dürfen. Mit Fredrik Aukland (2009) und Guri Hetland (2014) setzten sich in jüngster Vergangenheit die beiden norwegischen Coaches von Dario Cologna als in der Schweiz tätige ausländische Trainer durch.
Hall of Fame - Newcomer
Anfang des neuen Jahrtausends ging der Stern von Nicola Spirig auf. Dank des gewonnenen WM-Titels bei den Juniorinnen wurde die damals 19-jährige Triathletin an den Credit Suisse Sports Awards 2001 als erste Newcomerin des Jahres ausgezeichnet. Elf Jahre später gewann sie in London Olympia-Gold und erstmals auch den Award als Sportlerin des Jahres.
Seit 2001 wird der Newcomer-Award jährlich vergeben. Ein Blick in die Siegerliste zeigt, dass sich nicht nur Nicola Spirig langfristig durchgesetzt hat, sondern praktisch alle Preisträgerinnen und Preisträger, die diesen Award erhalten haben. Als Newcomer des Jahres gewählt zu werden, ist deshalb so etwas wie ein Garant für langfristigen sportlichen Erfolg. Einzig Tennisspielerin Myriam Casanova, die den Preis 2002 ein Jahr nach Nicola Spirig gewann, blieb der Erfolg langfristig verwehrt.
Nebst Nicola Spirig erhielten weitere Schweizer Sportgrössen wie Eishockey-Torhüter Jonas Hiller (2005), Basketballspieler Thabo Sefolosha (2007), Skirennfahrerin Lara Gut (2008), der erste Skicross-Olympiasieger Mike Schmid (2010), Biathlet Benjamin Weger (2012) und der Leichtathletik-Europameister Kariem Hussein (2014) zu Beginn ihrer Karriere den Award als Newcomer des Jahres. Dank Belinda Bencic (2013) und Breel Embolo (Fussball) konnten Tennis und Fussball als bisher einzige Sportarten zweimal triumphieren.
Bemerkenswert: 2004 gewann mit Marcel Hug auch ein Behindertensportler den Newcomer-Award. Er gehört auch zu den fünf Sportlerinnen und Sportler, die später auch einen Award in einer anderen Kategorie erhielten: Tom Lüthi (Newcomer 2003) wurde 2005 Sportler des Jahres, Marcel Hug 2011, 2013 und 2014 Behindertensportler des Jahres, Nicola Spirig 2012 Sportlerin des Jahres, Dario Cologna (Newcomer 2009) und Giulia Steingruber (Newcomer 2011) durften die Trophäe als Sportler und Sportlerin des Jahres 2013 entgegennehmen.