Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/119613

<h2>SubmittedText<h2><p>1. Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass sich die Bahn auf Kurz- und Mittelstrecken in Europa einen Wettbewerbsnachteil einhandelt, wenn sie Buchungen via Internet nicht über den Fahrplanwechsel hinaus ermöglichen kann?</p><p>2. Sieht er Möglichkeiten, sich bei den SBB und in internationalen Gremien für eine Lösung des Problems einzusetzen?</p><p>3. Bestehen bei den SBB und ihren Partnern im In- und Ausland bereits Bemühungen, Reservationen via Internet auch über den Fahrplanwechsel hinaus zu ermöglichen?</p><p>4. Sollte es im IT-Zeitalter und angesichts der Tatsache, dass international nur jeweils sehr wenige Verbindungen ändern, nicht möglich sein, unbestrittene Teile des Fahrplans bereits zu einem frühen Zeitpunkt für die Buchung per Internet freizugeben?</p><p>5. Wie will er generell bewirken, dass auf Kurz- und Mittelstrecken in Europa vermehrt die Bahn benutzt wird anstelle des Flugzeugs?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der Buchung von Online-Tickets via Internet bewusst und unterstützt die Haltung der SBB, in den Internetvertrieb zu investieren und diesen auszubauen. Die SBB bieten der Kundschaft auch im grenzüberschreitenden Verkehr ein umfassendes Internetangebot an. Die Ausweitung des Angebots ist Ziel laufender Verhandlungen mit anderen Bahnen. Grundsätzlich gilt im grenzüberschreitenden Verkehr eine Vorverkaufsfrist von drei Monaten. Bei einem Fahrplanwechsel mit gleichzeitig stattfindenden Tarifmassnahmen reduziert sich die Vorverkaufsfrist auf rund sechs Wochen. Der Bundesrat teilt die Einschätzung, dass bezogen auf Reisen über die Festtage an Weihnachten/Neujahr diese erst spät mögliche Buchung von Bahnreisen einen Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Luftverkehr darstellt. Eine längere Vorverkaufsfrist über den Fahrplanwechsel hinaus wäre durchaus wünschbar.</p><p>2. Die Ursache für den zeitlich limitierten Ticketverkauf via Internet liegt bei der Fahrplan-Autonomie der einzelnen Länder bzw. Bahnen. Weder der Bund noch die SBB und internationale Gremien haben direkten Einfluss auf die Fahrplanerstellung in den übrigen Ländern. Der Bundesrat sieht dementsprechend keine Handlungsmöglichkeiten. Er geht aber davon aus, dass die SBB weiterhin alle möglichen Vorkehrungen treffen werden, um verspätete Datenlieferungen von Nachbarländern zu vermeiden und der Kundschaft so schnell wie möglich die Fahrplandaten zur Verfügung zu stellen.</p><p>3. Gemäss Angaben der SBB konnten Buchungen via Internet für Reisen ab dem Fahrplanwechsel vom 11. Dezember 2011 nach Deutschland, Österreich und für die wichtigsten Verbindungen nach Frankreich ab dem 1. November 2011 vorgenommen werden. Ab diesem Zeitpunkt gilt wieder die normale Vorverkaufsfrist von drei Monaten. Da die für den Internetvertrieb benötigten Fahrplandaten durch Italien nicht rechtzeitig geliefert wurden, war der Ticketverkauf für Reisen in Richtung Italien erst später möglich.</p><p>4. Die Fahrplanhoheit obliegt dem entsprechenden Land bzw. der Bahn. Da es u. a. durch Wartungsarbeiten an Bahnstrecken zu Fahrplanänderungen kommen kann und es für die betroffenen Bahnen unmöglich ist, Kunden mit bereits gekauften Platzreservationen über solche Änderungen zu informieren, ist die Vorverkaufsfrist von drei Monaten ein sinnvoller Kompromiss zwischen Kundensicht und betrieblicher Sicht. Der einmal kommunizierte Fahrplan ist vorbehältlich höherer Gewalt einzuhalten.</p><p>5. Der Bundesrat setzt sich mit Infrastrukturausbauten und Angebotskonzept-Planungen dafür ein, dass attraktive internationale Bahnverbindungen möglich sind und angeboten werden. Dies betrifft beispielsweise die aus dem FinöV-Fonds finanzierten Projekte zum Anschluss an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz. Der Bund erwartet von den Inhabern der konzessionierten internationalen Bahnlinien attraktive Produkte, Marketingaktivitäten und Verkaufskanäle.</p>  Antwort des Bundesrates.