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Tropenholz
Indonesien besitzt nach Brasilien und der Demokratischen Republik Kongo die drittgrössten zusammenhängenden Waldgebiete der Welt. Gleichzeitig hat es die weltweit höchste Abholzungsrate. Jedes Jahr werden weltweit 190 Millionen m³ Tropenholz produziert, 40 Millionen m³ gelangen in den Export. In Indonesien zum Beispiel machen der Handel und die Nutzung von Tropenholz und anderen Waldprodukten, inklusive Ausfuhr und Eigenverbrauch, fast 15% des Bruttoinlandproduktes aus.
Der Handel mit Tropenholz stellt eine wesentliche Bedrohung für das Überleben der Orang-Utans dar. Die globale Nachfrage ist unerschöpflich, aufstrebende Schwellenländer verbrauchen besonders viel Tropenholz. Ein grosser Anteil der aus Indonesien kommenden Hölzer stammt aus illegalem Holzeinschlag. Dieses Holz gelangt auch in die Schweiz, jedoch nur selten auf direktem Weg. Viel häufiger wird es vor seinem Import in die Schweiz zunächst in ein oder mehreren Ländern der EU weiter verarbeitet.
Indonesien ist unter den asiatischen Ländern der führende Importeur von illegal geschlagenem Holz. 2005 stammten knapp drei Viertel des indonesischen Holzes aus illegalem Einschlag. 43% der von der Schweiz importierten Produkte sind Möbel, vor allem für den Gartenbereich. Gebräuchliche Bezeichnungen sind häufig Phantasienamen wie Yellow Balau oder Samaringa (das aber eine indonesische Insel und keine Holzart ist). Zellstoff aus Holz macht ein Viertel der Importmenge aus, Papier 10%. 2005 wurden allein in der Schweiz 509'100 Tonnen Zellstoff und 151'400 Tonnen Holzstoff verbraucht. Pro Person wurden im gleichen Jahr 224 Kilogramm Papier und Karton verbraucht. Der durchschnittliche Weltverbrauch lag im selben Jahr bei nur 50 Kilogramm.
Über die Hälfte der Wälder sind für Produktionszwecke ausgeschrieben. Pro Jahr werden rund 20'000 km² durch Abholzung und Brände vernichtet - eine Fläche halb so gross wie die Schweiz. Schreitet die Zerstörung in diesem Tempo fort, wird der gesamte Regenwald Borneos in wenigen Jahren vernichtet sein. Neben den Auswirkungen dieser Entwicklung für die Orang-Utans und alle anderen Tierarten sind die ökologischen Konsequenzen der Entwaldung dramatisch und reichen von der Verarmung des Bodens, dem Verlust der Lebensgrundlagen für die menschliche Bevölkerung bis hin zu Klimaveränderungen. Auch geht ein unschätzbares, evolutiv entstandenes Wissen verloren, das in den Lebensformen des Waldes über Jahrmillionen entstanden ist (Pflanzen mit medizinischen Eigenschaften etc.) - vernichtet in kürzester Zeit. Für immer.
In Indonesien gibt es die grösste Anzahl gefährdeter Tierarten weltweit, darunter unter anderem Sumatratiger, Sumatra-Nashorn, Nebelparder, Nasenaffe, Malaienbär und Orang-Utan.