Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03387.jsonl.gz/658

François Ruffins Chancen vor der entscheidenden Runde der französischen Parlamentswahlen standen schlecht: Im ersten Wahlgang hatte der linke Journalist, der 2016 mit dem sozialkritischen Dokumentarfilm «Merci Patron!» bekannt geworden war, 24,3 Prozent der Stimmen erhalten – 10 Prozent weniger als der Kandidat von La République en Marche, der Partei von Emmanuel Macron. «Auf dem Papier ist die Sache entschieden», hatte Ruffin da noch gesagt. Aufgeben wollte der parteilose Politiker, dessen Kandidatur von Jean-Luc Mélenchons Bewegung La France insoumise unterstützt wurde, trotzdem nicht. Tatsächlich erhielt der 41-Jährige in der zweiten Runde am Sonntag knapp 56 Prozent der Stimmen und zieht nun als Abgeordneter des ersten Wahlkreises des nordfranzösischen Département Somme ins Parlament ein.
Für den Fall seiner Wahl hatte er angekündigt, einen weiteren Film zu drehen, der im Milieu der französischen Abgeordneten spielen soll. Dazu wird er nun Gelegenheit haben. Dennoch betonte Ruffin, der wie Macron in Amiens aufgewachsen ist, dass er im Parlament nicht bloss den Clown spielen wolle, sondern sich ernsthaft seinem neuen Amt widmen werde.
Nachtrag zum Artikel «Der ganz andere Mann aus Amiens» in WOZ Nr. 23/2017.