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Am Bettagssonntag steht das nächste Spiel an. Zu Gast ist der FC Weesen. Der Club vom Walensee wurde 1961 gegründet, 1962 stieg er in der 4.Liga in den Meisterschaftsbetrieb ein. Das erste Spiel endete mit einem 1:13 gegen Rapperswil. In den 80er-Jahren war der FCW eine Liftmannschaft zwischen 3. und 4. Liga. Der Tiefpunkt folgte 1994, als er gar in die 5. Liga abstieg. Durch eine grosse Juniorenabteilung, die sich hinter zwei Aktivteams gebildet hatte, hatte der Club aber eine gute Basis. 1999 war Weesen wieder in der 3. Liga, 2008 folgte der Aufstieg in die regionale 2. Liga.
Am 15. Juni 2019 stieg Weesen in die Interregio auf. Die Tschechen Robin Hostalek, Dominik Hasek und Martin Surynek, die in ihrer Heimat in höheren Ligen spielten, waren die Pfeiler, um die sich eine starke Mannschaft bildete – die im Sommer 2022 sogar in die 1. Liga aufstieg. Diese war ein schweres Pflaster für die Weesner, obwohl die Saison mit sechs Punkten aus drei Spielen verheissungsvoll begann. Die beiden hohen Heimniederlagen – 2:6 gegen Kreuzlingen und 1:7 gegen Gossau – zeigten, dass sich das Team nach hinten orientieren musste. Immerhin holte Weesen in der Hinrunde 16 Punkte. Die acht, die in der Rückrunde dazukamen, reichten nicht für den Ligaerhalt. Im Kader war mit Silvan Gönitzer auch ein Spieler, der 2017/18 bei St. Gallen neunmal Super-League-Luft schnupperte und dabei auch ein Tor erzielte (am 16. Dezember 2017 beim 3:2 gegen Sion). Er spielt nun bei Freienbach.
In dieser Saison läuft es noch nicht nach Plan
So ist Weesen wieder in der Interregio. Der Start in die Saison ist nicht geglückt. Gegen Uster gab es ein 1:3; lange führte Weesen, doch in der Schlussviertelstunde trafen die Zürcher dreimal. Gegen Rappi II verspielten die Weesner wieder am Schluss sicher geglaubte Punkte, als sie beim 4:4 zwei späte Gegentore kassierten. Das Auswärtsspiel in Bazenheid ging gründlich daneben. Weesen ging in Führung, doch die Toggenburger trafen danach fünfmal. Den zweiten Punkt erkämpfte sich Weesen am letzten Samstag gegen Lachen/Altendorf (1:1).
Nach dem Abstieg blieb fast kein Stein auf dem Anderen. Viele Spieler verliessen Weesen, es kamen elf Neue. Die bekanntesten sind Norbert Frrokaj, der vom FC Besa an den Walensee kam und in der Innenverteidigung spielt, und Elvedin Jakupovic, der vier Jahre jüngere Bruder von Eldin Jakupovic, der einst mit Thun sechs Champions-League-Spiele absolvierte. Zu beachten gilt es auch den Tschechen Ondrej Ruml. Der 27-jährige Mittelfeldspieler kam von Dukla Prag und traf bereits zweimal. Dass die Weesner Verantwortlichen mit dem Saisonstart nicht zufrieden sind, zeigt auch, dass Trainer Giovanni Montalbano bereits nach vier Spielen freigestellt wurde. Auf der Website des Clubs ist der bisherige Assistenztrainer Mentor Boshtraj als neuer Übungsleiter vermerkt.
Sieg in Wil müsste Widnau Auftrieb geben
Für Widnau verlief der letzte Samstag in Wil sehr gut. Der 3:2-Sieg konnte nicht unbedingt erwartet werden, zu gut war Wil II in die Saison gestartet. Anfangs sah es auch nicht verheissungsvoll aus. Wil wirbelte, ging durch Topskorer Bahtiyari in Führung und Widnau hatte bange Momente zu überstehen. Nach und nach wurden die Rheintaler besser und trafen mit Lucas Barboza Maciel und Kevin Egbon. Acht Minuten nach dem Ausgleich der Wiler erzielte Timon Cabezas den Siegestreffer. Mit diesem Elan möchten die Widnauer nun nachdoppeln. Aber auch wenn Weesen in dieser Spielzeit bislang noch kein Ruhmesblatt hinterlassen hat, müssen die Aegeten-Boys auf der Hut sein.
So sieht es auch Co-Trainer Daniel Lüchinger: «Mit Weesen kommt ein Gegner, der schon ums Überleben kämpft.» Widnau versuche alles, um den Schwung aus dem Wil-Spiel mitzunehmen und endlich wieder einen Sieg auf der Aegeten einzufahren. «Leider hat sich die personelle Situation nicht entspannt». Einige Stammspieler werden fehlen oder sind angeschlagen. Verletzt ist Sturmtank Noah Thönig, der in Wil eine Wadenverletzung erlitt. Angeschlagen und fraglich sind Carlos Giovetti De Almeida mit einer Knieverletzung, Diego Liechti mit einem «Pferdekuss» am Oberschenkel und Timo Faleschini mit einer Fussverletzung. Zudem ist Ilija Ivic nach seiner roten Karte gegen Thalwil gesperrt. «Wir wissen, dass es schwierig wird. Wir haben das Kader im Sommer verjüngt. Das braucht Geduld», sagt Lüchinger.