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Es gibt eine Art common sense darüber, dass Wissen - etwa im Unterschied zu Daten - an Individuen gebunden ist. Unser individuelles Wissensmanagement focusiert aber nicht das individuelle Wissen, sondern individuelle Handlungen im Kontext des Wissensmanagement. Als Wissen betrachten wir den Handlungszusammenhang, in welchem sprachliche Handlungen als Ausdruck von Wissen verstanden werden. Wenn ich spreche, sage ich oft Dinge, die ich weiss, sie sind mir dann aber nicht als Wissen bewusst, weil ich normalerweise in andern Handlungszusammenhängen denke. Was ich an einer Prüfung antworte, erscheint mir dagegen als Wissen, auch wenn es in andern Kontexten banal ist. Das, was wir umgangssprachlich als "Wissen" bezeichnen, ist eine Verdinglichung des Handlungszusammenhangs. Auf dieser verdinglichten Ebene unterscheiden wir implizites und explizites Wissen.
Explizites Wissen besteht aus Artefakten, die im Sinne eines externen Gedächtnisses verwendet werden. Alle Artefakte sind natürlich Ausdruck von Wissen und unterstellen Wissen zu ihrer Handhabung. Ein Teil der Artefakte - insbesondere ein Teil der symbolischen Artefakte wie Texte und Bilder - werden bewusst und intentional als externe Gedächtnisse produziert. Was beispielsweise in einem Lexikon steht, ist intendierter Ausdruck von Wissen und wird normalerweise unter diesem Gesichtspunkt gelesen. Man schaut ins Lexikon, wenn man etwas wissen will.
Im Lexikon nachschlagen ist eine typische Handlung im individuellen Wissensmanagement. Es ist klar, dass das nur ein Individuum kann, eine Organisation kann nicht ins Lexikon schauen.
©2000, IKM Lab - 04.04.01