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Vier Hauptanbaugebiete: Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs und Côte des Bar
Die Champagne AOC ist mit ihrer Nord-Süd-Ausdehnung von 150 km, der Anbaufläche von 33'000 ha und der Produktion von 385 Mio. Flaschen pro Jahr verglichen mit anderen Weinanbaugebieten Europas gross. Was das Gebiet eint, ist der Untergrund: Dieser besteht aus Kreide, je nach Ort unterschiedlich mächtig, genauso wie die Bodenauflage auf dieser Kreide: schwere Böden, sandige Böden, lehmige Böden. Diese Unterschiede, kombiniert mit der Exposition, mit dem jeweilig abweichenden Mikroklima und der ungleichen Gewichtung der drei Rebsorten machen die grundsätzlichen Differenzen der Champagner aus den einzelnen Anbaugebieten aus. Doch letztlich immer noch am entscheidendsten ist die Haltung des Winzers bzw. des Champagnerhauses: Diese entscheidet darüber, wieviel Gebiets-, Boden- und Mikroklimatypizität sich in der Flasche wiederfinden lässt. Von zurzeit 324 Weinbaugemeinden sind 17 als Grand Cru, 44 als Premier Cru klassifiziert, der Rest gilt als terroir non classé.
Mit Montagne de Reims ist – wie der Name es andeutet – das hügelige, recht heterogene Gebiet südlich der Stadt Reims gemeint (ca. 7'000 ha Anbaugebiet). Je nach Teilregion dominiert auf den härteren und schwereren Böden Pinot Noir, in den etwas luftigeren Chardonnay, in Écueil gar Pinot Meunier. Zahlreiche Handelshäuser sind im Montagne de Reims domiziliert, mit der Stadt Reims als Zentrum, auch wenn sie Anbauflächen in den anderen Gebieten besitzen und/oder viele Trauben von dort dazukaufen.
Weiter südlich, beidseits des Flusstals der Marne und einschliesslich der Seitentäler, sind auf einer Länge von ca. 75 km sehr heterogen zusammengesetzte, aber doch eher etwas lehmigere 'Champagnergärten' der Vallée de la Marne angelegt (ca. 11'000 ha). Deshalb sind sie grundsätzlich eher geprägt durch Pinot Noir (Grande Vallée de la Marne, östlich von Épernay, der heimlichen Hauptstadt der Champagne, und mit Aÿ als grösster und bekanntester Champagnergemeinde der Grande Vallée) oder durch Pinot Meunier (linkes, nordexponiertes Ufer der Vallée de la Marne, westlich von Épernay).
Die Côte des Blancs (ca. 3'000 ha) einschliesslich der Côte de Sézanne (ca. 2'000 ha), nochmals weiter im Süden liegend, umfasst Gebiete, die kleiner und homogener sind als die zwei Vorgänger, auch wenn sich die Champagnerstile sehr unterscheiden. Bereits der Name macht deutlich: Hier ist eine Hochburg der Blanc des Blanc, denn 95 % der Anbaufläche sind mit Chardonnay bestockt. Der Kreideboden mit guter Wasserregulierung macht es möglich. Das Anbaugebiet ist zudem weniger berühmt. Doch wir lassen uns nicht täuschen: Die Umwälzungen in der Champagnerwelt lassen die bisher 'Kleinen' immer 'grösser' werden. So findet sich hier eine grosse Dichte an aktuellen, kleineren Spitzenerzeugern.
Die Côte des Bar, südöstlich der Stadt Troyes, im Département Aube, schliesst die Champagne gegen Süden ab. Die Anbaufläche von ca. 8'000 ha, immerhin annähernd ein Viertel der ganzen Champagne, steht unter der 'Herrschaft' des Pinot Noirs (85 %). Ein Grossteil der Ernte wandert in die Erzeugnisse der grossen Champagnerhäuser im Département Marne. Daneben gibt es kleine Häuser, die Champagner von grosser Authentizität produzieren (z.B. Marie-Courtin, Piollot, Cédric Bouchard). Etwas für Entdecker und Finessentrinker.