Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/203886

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, wie eine gesetzliche Regulierung von Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten APN (Advanced Practice Nurse) im Gesundheitsberufegesetz zu gestalten ist, wie ihre Leistungen im KVG (und UVG, MV usw.) aufgenommen werden können und wie eine geeignete Tarifstruktur zur Finanzierung der erbrachten Leistungen aussehen könnte.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat geht mit der Postulantin einig, dass die Sicherstellung einer qualitativ hochstehenden, effizienten und kostenbewussten Gesundheitsversorgung auch die Prüfung und Entwicklung neuer Pflegemodelle und ihrer Finanzierung notwendig macht. In diesem Kontext ist die Förderung der APN nach Massgabe der Fachwelt mit einem Potenzial zur Verbesserung der Versorgungsqualität verbunden. Gleichzeitig sind die Berufsprofile der APN und anderer Fachexpertinnen und -experten im Bereich der Pflege, wie sie aktuell in Entwicklung sind, noch sehr unscharf und unterscheiden sich je nach Fachbereich und Funktion teils erheblich. Entsprechend war von der Regulierung der APN im Interesse einer klaren Profilbildung bislang abzusehen: Eine verfrühte Regulierung birgt die Gefahr, zu holzschnittartig ("one size fits all") oder aber viel zu restriktiv-einschränkend zu wirken und damit die Erprobung und Weiterentwicklung neuer Berufsprofile zu behindern.</p><p>Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat bereit, die Frage der Regulierung der APN zu prüfen und über die verschiedenen Optionen sowie deren Vor- und Nachteile Bericht zu erstatten. Dabei wird er auch den Stand der Entwicklung anderer Expertenprofile der höheren Berufsbildung, z. B. das der Fachexpertinnen und -experten für Onkologiepflege oder des Nachdiplomstudiums Notfallpflege, berücksichtigen.</p><p>Ein besonderes Augenmerk wird auf die Frage zu richten sein, ob und wie neue Pflegemodelle im Kontext der schweizerischen Gesundheitsversorgung so gefördert werden können, dass neben der Verbesserung der Versorgungsqualität auch eine Dämpfung der Kostenentwicklung erfolgt. In diesem Zusammenhang hat der Bundesrat die Erweiterung des Katalogs der Leistungen, die von einer Kategorie von Leistungserbringern isoliert zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) erbracht werden können, aufgrund des Risikos einer Mengenausweitung wiederholt als unzweckmässig beurteilt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.