Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/136380

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, in einem Bericht folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie und von wo aus wird der Primär- und Sekundärhandel mit Aktien und Anleihen in der Schweiz heute bedient? </p><p>2. Wie steht die Schweiz im internationalen Vergleich von kapitalmarktorientierten Grössen (Umsatzkennziffer, Emissionen, Aktienmarktkapitalisierung, Börsenumsätze) da?</p><p>3. Welche Schlüsselfaktoren sind nötig, um sich als international erfolgreicher Kapitalmarkt zu etablieren?</p><p>4. Wie wird sichergestellt, dass der Schweizer Finanzplatz ein wichtiger Exporteur von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten bleibt bzw. wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Primärmarkt dient den Unternehmen zur Kapitalbeschaffung und umfasst die Erstausgabe von Wertpapieren (z. B. Aktien, Obligationen). In der Schweiz ist es üblich, dass die Banken die Emissionen fest übernehmen und so das Platzierungsrisiko tragen. Falls der Handel an der Börse angestrebt wird (Sekundärmarkt), übernehmen die Banken unter anderem die Einreichung des Kotierungsgesuches bei der Börse, die Zeichnungsfrist und die Prospektpflicht. Der Sekundärmarkt ist der eigentliche Wertpapierhandel, wobei sich die SIX Swiss Exchange ("SIX") durch den höchsten Marktanteil im Handel mit Schweizer Wertschriften auszeichnet. Als alternativer Handelsplatz zur SIX existiert die BX Berne Exchange, die speziell auf die Bedürfnisse der Schweizer KMU ausgerichtet ist.</p><p>2. Bezüglich der Marktgrösse gemessen an der Marktkapitalisierung gehört die SIX knapp nicht zu den zehn grössten Börsen der Welt. Die NYSE Euronext US ist der mit Abstand grösste Handelsplatz der Welt, gefolgt von Nasdaq QMX, Japan Exchange Group Tokyo, London SE Group, NSYE Euronext Europe, Hong Kong Exchanges, Shanghai SE, TMX Group, Deutsche Börse und Australian SE. Wird der Umsatz (gemessen am "value of share trading through the electronic order book (EOB)") als Referenzgrösse betrachtet, rangiert die SIX wiederum unter den zwanzig grössten Handelsplätzen weltweit. Zu den umsatzstärksten Börsen gehören die zwei US-Börsen (NYSE Euronext US und Nasdaq QMX), gefolgt von den asiatischen (Tokyo, Shanghai, Shenzhen) und den europäischen Handelsplätzen (London, NYSE Euronext Europe).</p><p>3./4. Die Sicherstellung optimaler regulatorischer und steuerlicher Rahmenbedingungen ist eine essenzielle Voraussetzung, um die internationale Attraktivität des Finanzplatzes Schweiz zu stärken und einen funktionsfähigen Kapitalmarkt zu garantieren. Die Förderung des Kapitalmarktes wurde im Bericht zur Finanzmarktpolitik des Bundes vom 19. Dezember 2012 als eine der Massnahmen anerkannt, um die Ziele der Finanzmarktpolitik umzusetzen. Zu diesem Zweck hat der Bundesrat eine gemischte Arbeitsgruppe einberufen, die bis Ende 2013 einen Bericht zu den folgenden Kapitalmarktbereichen erarbeitet: 1) Etablierung eines Renminbi-Hubs in der Schweiz, 2) kapitalmarktorientierte Unternehmensfinanzierung für KMU und 3) Förderung von Projektfinanzierungen. Ferner hat der Bundesrat eine weitere Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des EFD, der Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren sowie der Wissenschaft, eingesetzt, die den Übergang zum Zahlstellenprinzip bei der Verrechnungssteuer prüfen soll. Neben einem international konkurrenzfähigen Kapitalmarkt werden unter anderem auch die Beseitigung von Marktzutrittshindernissen, Verbesserungen im Bereich Assetmanagement und des Versicherungs- und Vorsorgemarktes sowie die Bekämpfung der Finanzkriminalität und die Einhaltung der Sorgfaltspflichten untersucht und Massnahmen erarbeitet, um den Finanzplatz Schweiz international zu stärken.</p><p>Angesichts der bereits laufenden Arbeiten zum Schweizer Kapitalmarkt sieht der Bundesrat keine Notwendigkeit für einen zusätzlichen Bericht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.