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Keine Kleider für Melania
Eine der vielen herrlichen Sachen an der Marktwirtschaft, meine Damen und Herren, die wir in dieser Kolumne regelmässig würdigen, ist diese Sache namens Konsumentensouveränität. Zum Beispiel: Wir kaufen keine New-Balance-Turnschuhe mehr (und verbrennen sogar internetwirksam unsere alten), weil New Balance mutmasslich Trump unterstützt (wenn auch bei genauerem Hinsehen nur dessen mutmassliche Handelspolitik).
Die Kehrseite dieser Medaille zeigt sich naturgemäss weitaus seltener und heisst: Produzentensouveränität. Zum Beispiel: Die Modeschöpferin Sophie Théallet, die gelegentlich für die Garderobe von Michelle Obama verantwortlich gezeichnet hatte, erklärte jüngst, sie würde keinesfalls Melania Trump einkleiden. Théallet rief auch andere Modeschöpfer dazu auf, Melania Trump zu boykottieren.
Natürlich kann niemand die souveräne Konsumentin am Einkaufen hindern: Bisher trug Melania Trump im Wahlkampf unter anderem Ralph Lauren, Gucci, Fendi, Dolce & Gabbana und Michael Kors; alles – mutmasslich – selbst gekauft.
Und ebenso kann niemand den souveränen Produzenten am Liefern hindern: Es wird gemeldet, dass Reebok auf via Twitter gepostete Videos von brennenden New-Balance-Schuhen reagiert hat – in Form des Angebots eines kostenlosen Ersatzpaares.
Das ist die Freiheit des Marktes. Schützen wir sie!