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Karin Pelizzari-Stampfli 1963
In die Beletage des Tennissports reichte es ihr nicht. Aber Karin Pelizzari-Stampfli klopfte zumindest an deren Tür. Die Thunerin war die drittbeste Schweizerin und 1987 die Nummer 362 der Weltrangliste. Damals war sie 24 – bereits zuvor hatte sie die Qualifikationsturniere sämtlicher Grand-Slam-Events bestritten.
Pelizzari-Stampfli feierte einige beachtliche Erfolge. 1982 holte sie in der Halle den Schweizer Meistertitel, sie bezwang einmal gar die Britin Sue Barker, ihrerseits einst French-Open-Siegerin. Und sie gehörte zum Kader des Schweizer Fed-Cup-Teams.
Nach ihrem Rücktritt spielte die Rechtshänderin noch lange in Thun NLB-Interclub. Pelizzari-Stampfli hat drei Kinder und arbeitet in Thun als Physiotherapeutin. phr 2021_10
Natalie Tschan 1971
Die gebürtige Bernerin ist längst eine von «hier». Seit Jahren spielt Natalie Tschan in Thun Interclub, derzeit gehört sie zum NLA-Team, welches in der Kategorie 30+ um den Titel kämpft. Tschan war die Nummer 5 der Schweiz und die 242 der Welt, nach der Schule machte sie das Handelsdiplom, trainierte im nationalen Leistungszentrum in Burgdorf und setzte eine Zeit lang voll auf die Karte Tennis. Sie gewann unter anderem ein mit 10’000 Dollar dotiertes WTA-Unterbauturnier – ihre grössten Erfolge feierte sie aber im Doppel. An der Seite Emanuela Zardos wurde sie mehrfache Schweizer Meisterin und erreichte am Australian Open gar die 2. Runde. In der Weltrangliste figurierte sie zwischenzeitlich an Position 107.
Tschan gewann mit Beaumont Bern die Interclub-Meisterschaft und einst auch den prestigeträchtigen Wohlensee-Cup. Sie ist 50-jährig und hat einen Sohn. phr 2021_10
«Ich finde die Atmosphäre im Tennis einfach toll!»
Karin Schlapbach 1980
Ihre Generation hatte es in sich: Martina Hingis wurde im gleichen Jahr geboren (1980), Patty Schnyder war zwei Jahre zuvor zur Welt gekommen. Nicht nur deshalb bewegte sich Karin Schlapbach während ihrer Karriere zumeist etwas unterhalb des Radars. Die Steffisburgerin wurde gemeinhin unterschätzt, auch, weil sie lange fernab der Landesgrenzen aufschlug. Sie wurde von der amerikanischen Universität Pepperdine in Malibu, Kalifornien, engagiert, erhielt ein Stipendium und spielte drei Jahre lang in der College-Meisterschaft. Dazu erlang sie den Bachelor-Abschluss in Psychologie.
Im Einzel reichte es Schlapbach zu WTA-Rang 693, im Doppel schaffte sie es 2005 auf Platz 447. Die langjährige Thuner Interclub-Spielerin war die Nummer 9 der Schweiz und nahm 2001 an der Universiade in Peking teil. phr 2021_10
Valentina Ryser 2001
Die Geschichte von Valentina Ryser dürfte noch ums eine oder andere Kapitel angereichert werden: Mit 22 ist sie längst nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt – zumal sie immer als Spätzünderin galt. Als Dreikäsehoch begann sie in Heimberg mit dem Tennisspielen. Wenngleich sie rasch Fortschritte erzielte, wurde sie bei nationalen Kaderselektionen jahrelang übergangen.
Von den vielen Rückschlägen hat sich Ryser nie unterkriegen lassen. Dass sich manch Experte irrte, verdeutlichen die Zahlen: Die Thunerin ist die Nummer 16 der Schweiz und figuriert im WTA-Ranking auf Position 392 (Stand: 08.09.23). Die Saison 2023 ist ihre mit Abstand erfolgreichste auf der Tour, sie hat in der Weltrangliste fast 200 Plätze gut gemacht, gewann in Spanien ein mit 15’000-Dollar dotiertes ITF-Turnier und verteidigte mit den Grasshoppers den Titel in der Interclub-Meisterschaft. Dank des Leistungssprungs wird sie künftig auch im Hauptfeld bei etwas grösseren internationalen Events stehen, bei denen es mehr Punkte zu gewinnen gibt.
Bei den Juniorinnen spielte Ryser am Australian Open, am French Open und in Wimbledon. Betreut wird die Offensivspielerin vom in Neuenburg stationierten Deutschen Aleksey Malajko, regelmässig trainiert sie jedoch auch im nationalen Leistungszentrum von Swiss Tennis in Biel. Als Juniorin gewann sie mehrmals Gold an nationalen Titelkämpfen. phr 2023_09
Valentina Ryser: Der lange Atem zahlt sich aus (phr 2020_11)
Severin Lüthi 1976
Muss man ihn tatsächlich noch vorstellen? Severin Lüthi ist sogar im Welttennis längst eine Marke, den Leuten rund um den Globus ein Begriff. Er war einst Sparringpartner von Martina Hingis, vor allem aber begleitet er seit 2007 als Coach Roger Federer auf der ATP-Tour, feierte mit ihm diverse Grand-Slam-Titel. Bereits zwei Jahre zuvor begann seine Arbeit mit dem Davis-Cup-Team, als Captain feierte er 2014 den Sieg im Mannschaftsbewerb gegen Frankreich. 2017 wurde Lüthi als Schweizer Trainer des Jahres ausgezeichnet.
Aufgewachsen ist Lüthi in Stettlen, mittlerweile ist er 45, verheiratet und wohnhaft in Thun. Vor der Jahrtausendwende versuchte er sich selbst als Profi: Bei den Junioren bezwang er einen gewissen Gustavo Kuerten, er war Schweizer Meister (1993) und die Nummer 622 der Welt im Einzel respektive 448 im Doppel. Bereits mit 20 aber beendete er seine internationale Karriere.
Besonders wohl hat sich Lüthi schon immer im Team gefühlt: Mit den Grasshoppers holte er als Spieler und Captain diverse Interclub-Meistertitel, nun spielt er mit Thuns Jungsenioren in der NLB. phr 2021_10
Claude Benz 1992
Er spielte Turniere in Kuwait und im Iran, in Indonesien und Thailand, in Paraguay und Chile. Claude Benz reiste um die halbe Welt, getrieben vom Ziel, den einen oder anderen ATP-Punkt zu gewinnen. Tatsächlich fand er Aufnahme in der Weltrangliste, zu mehr als Platz 1061 im Einzel und 995 im Doppel reichte es Benz während seiner zwei Saisons auf der Future-Tour jedoch nicht.
Der Thuner, 1992 geboren, hat seine Profikarriere längst beendet. Dem Tennis ist er treu geblieben, einerseits als nebenberuflicher Coach im Raum Bern, andererseits als Captain und Stammspieler der NLB-Interclubmannschaft des TC Thun. Benz’ grösste Erfolge waren 2010 die beiden Schweizer Meistertitel bei den U-18 sowie im gleichen Jahr der Gewinn der Bronzemedaille an der U-18-Europameisterschaft in Klosters. Der Linkshänder mit viel Spielwitz nahm einst auch am Qualifikationsturnier des Gstaader ATP-Turniers teil und gewann 2018 das nationale Masters der Clubmeister in Biel. phr 2021_10
Dominic Stricker 2002
Sein Aufstieg? Raketenhaft! 2019 war Dominic Stricker einfach ein ambitionierter Nachwuchsspieler. 2020 schon French-Open-Sieger bei den Junioren und Schweizer Nachwuchssportler des Jahres. 2021 debütierte im Davis-Cup. Und 2023? Ist er Achtelfinalist am US Open und steht in den Top 100 der Weltrangliste.
Hinter Stan Wawrinka ist der 21-Jährige die Nummer 2 der Schweiz. Viel wichtiger jedoch: Er hat schon den ganz Grossen das Fürchten gelernt. Am US Open bezwang er mit dem Griechen Stefanos Tsitsipas die Weltnummer 7, in seiner Karriere schlug er mit Marin Cilic auch einen ehemaligen Grand-Slam-Champion und mit Hubert Hurkacz den letzten Federer-Bezwinger. 2021 und 2023 triumphierte Stricker am Swiss Open in Gstaad in der Doppelkonkurrenz, er hat fünf Challenger-Turniere gewonnen und sich bereits über eine Million Dollar Preisgeld erspielt.
Der Respekt innerhalb der Szene vor dem Linkshänder ist gross, namhafte Experten trauen ihm zu, dereinst gar in die Top 10 vorzustossen. Sein erster Aufschlag und die aggressiv geschlagene Vorhand sind Extraklasse; neben seinem Spielwitz fällt er überdies mit seiner Eigenschaft auf, zuzulegen, wenn er unter Druck gerät. An diversen Turnieren gilt er aufgrund seines erfrischenden Auftretens bereits als einer der Publikumslieblinge.
Stricker lebt mit seiner Familie in Grosshöchstetten. Das Tennis-ABC lernte er im CIS Heimberg. Mit dem TC Thun ist er bis heute in Verbindung geblieben: Gemeinsam mit mehreren Jugendfreunden spielte er von 2020 bis 2022 in der NLB Interclub. Der leidenschaftliche YB-Fan trainierte einst in Dubai mehrmals mit Roger Federer, mittlerweile wird er vom deutschen Ex-Profi Dieter Kindlmann betreut. phr 2023_09