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Der Rio São Francisco ist der drittgrösste Strom Brasiliens – mit 2.830 Kilometern Länge – und auch der bekannteste Fluss des Bundesstaates Bahia, den er jedoch nur in seinem mittleren Abschnitt durchquert. Er wurde am 4. Oktober 1501 vom europäischen Seefahrer Américo Vespucci entdeckt. Nach neueren Studien befindet sich seine tatsächliche geografische Quelle im Distrikt von “Medeiros“, im Bundesstaat Minas Gerais. In der “Serra da Canastra“, im Distrikt von “São Roque de Minas“, sprudelt auf zirka 1.200 Metern Höhe seine so genannte historische Quelle, von der man lange Zeit annahm, die tatsächliche Quelle zu sein.
Von Minas Gerais wechselt der Rio San Francisco hinüber nach Bahia, begrenzt im Norden den Bundesstaat Pernambuco und bildet anschliessend die natürliche Grenze der Bundesstaaten Sergipe und Alagoas, um schliesslich in den Atlantischen Ozean zu münden. Insgesamt bewässert er eine Fläche von 641.000 Quadratkilometern. Die Indios haben ihm den Namen “Opará“ gegeben – die an seinen Ufern lebende Bevölkerung nennt ihn liebevoll “Velho Chico“ – den alten Franz.
90 Nebenflüsse auf seiner rechten Seite und 78 auf seiner linken vereinigen ihr Wasser mit dem des “Velho Chico“ – von diesen 168 Nebenflüssen sind 99 “beständig, das heisst, sie führen auch Wasser während der Trockenperiode. Der “Velho Chico“ ist ein wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell bedeutender Strom für alle Bundesstaaten, die er durchquert oder tangiert.
In der Folklore wird er in vielen Liedern zitiert, und es gibt unzählige Legenden, in deren Mittelpunkt er steht. Seine schiffbaren Abschnitte befinden sich in seinem Mittel- und Unterlauf. Der längste davon, zwischen “Pirapora“ und “Juazeiro/Petrolina“, beträgt 1.370 Kilometer.
Sein ruhig fliessendes, unglaublich transparentes Wasser lädt zu einem Bootsausflug geradezu ein, besonders wenn man nach vielen Kilometern staubiger Landstrasse endlich an seinem Ufer steht. Überall in den Anliegerdörfern kann man eine solche Spazierfahrt mit einem lokalen Bootspiloten vereinbaren. Ein guter Vorschlag ist ein Ausflug zum bahianischen Städtchen “Bom Jesus da Lapa“ – ehemals “Sítio do Mato“ – um von dort den “Velho Chico“ per Boot kennenzulernen.
Hier bieten Inseln und Sandbänke herrliche Flussstrände mit ruhigem, lauwarmem Wasser. Entlang des Flusses präsentiert sich die Landschaft in wechselnden Bildern, zwischen Steilufern, kleinen Pflanzungen, Viehweiden und Siedlungen.
Der Fluss beherbergt eine grosse Anzahl verschiedenster Fische: Zirka 180 Süsswasserarten, von denen 160 bekannt sind, 158 bereits registriert und 18 davon im Aussterben begriffen. Die Abholzung des Galeriewaldes trägt dazu bei, dass Quellen und Zuflüsse versiegen, provoziert den Abbruch der Steilufer und verursacht die Anhäufung von Sandbänken im Flussbett, welche die Schifffahrt behindern.
Auf dem mittleren und unteren Abschnitt des Rio São Francisco können Touristen eine mehrtägige Schiffs-Tour auf mit Holzfeuerung betriebenen Dampfschiffen buchen. Das neueste Regierungsprojekt plant eine Verlegung des Flussbettes zwecks Bewässerung grösserer Territorien des trockenen Nordostens – was die Meinungen jener Brasilianer geteilt hat, die in den vom São Francisco gegenwärtig tangierten Staaten leben.
So kommt man nach “Bom Jesus da Lapa“:
Anflughafen Salvador – weiter auf der BR-324 nach „Feira de Santana“ – weiter auf der BR-116 in südwestlicher Richtung bis Abzweig “Itirucu“ auf der BA-026 weiter bis Kreuzung mit der BA-030 und weiter auf dieser über “Brumado“ nach “Caetité“ – dort auf die BR-430 wechseln und bis “Bom Jesus“ durchfahren – insgesamt 792 Kilometer.