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2009 trat das Freihandels- und wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen Schweiz – Japan in Kraft. Dies war der Anlass, eine Bestandsaufnahme der Realität(en) der schweizerisch-japanischen Beziehungen zu machen. Das Handbuch bietet eine umfassende Übersicht, von den Anfängen der gegenseitigen Beobachtung im 16. Jahrhundert bis zu den komplexen zwischenstaatlichen Verhandlungen, die zum neuen Abkommen führten.
Im Band 1 werden die ersten Kontakte zwischen Schweizern und Japanern noch vor der offiziellen Aufnahme von Beziehungen zwischen der jungen Bundesregierung und dem Tokugawa-Shogunat dokumentiert. Der Schweiz gelang 1864 der Abschluss eines der frühesten bilateralen Handels- und Freundschaftsverträge mit Japan, gefolgt von Revisionen 1896 und 1911. Der wirtschaftliche Austausch entwickelte sich dynamisch, exportiert wurden Textilien, Uhren und Waffen, aus Japan kamen vor allem Seide und Tee.
Das Handbuch dokumentiert nicht nur Verträge und Handelsbeziehungen, sondern vor allem interkulturelle Erfahrungen – von den Berichten der japanischen und Schweizer Diplomaten auf offiziellen Missionen, den ersten Schweizer Kaufleuten in Yokohama und Kobe, Missionaren und Künstlern bis zu den Globetrottern der 1920er-Jahre, die Japan bereisten. Auch die Beziehungen der Schweiz zum kriegführenden Japan der 1930er- und 40er-Jahre werden ausführlich dargestellt, von den gegenüber den Alliierten zäh verteidigten Wirtschaftsinteressen bis zu den Vermittlungsdiensten der Schweiz beim Friedensschluss 1945.
Im Band 2 werden die schweizerisch-japanischen Beziehungen seit 1945 dokumentiert. Auf der Basis des Niederlassungs- und Handelsvertrags von 1911 nahm der wirtschaftliche Austausch in den 1960er-Jahren rasch zu. Auf bestimmten Gebieten traten Schweizer und japanische Unternehmen in scharfe Konkurrenz, und auch Schweizer begannen die Hintergründe des japanischen Wirtschaftswunders zu studieren. Heute gehören Schweizer Unternehmen zu den grössten Investoren in Japan, und der bilaterale Handel erreicht Rekordniveaus. Die Kontakte zwischen Schweizern und Japanern intensivierten sich über Weltausstellungen, Olympische Spiele und den einsetzenden Massentourismus. Handelskammern und Wirtschaftsverbände, Institute und Universitäten, Städtepartnerschaften und die schweizerisch-japanische Zusammenarbeit in internationalen Organisationen wie der WTO haben den Weg für den Ausbau der bilateralen Beziehungen auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technologie (2007) und schliesslich für das Freihandels- und wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen (2009), das erste solche Abkommen Japans mit einem europäischen Land, gebahnt.
Vollständige Texte der bilateralen Verträge, zahlreiche historische und aktuelle Statistiken, eine chronologische Bibliografie zu den schweizerisch-japanischen Beziehungen (1586–2008) sowie eine Fülle von unerschlossenen Quellentexten machen das vorliegende Werk zu einem umfassenden und nützlichen Handbuch.
Ein Register sowie ein Schweizer Ortsverzeichnis erschliessen das Material der zwei Bände.