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Entstehung
Bereits der Vater der allgemeinen Medizin, Hippokrates, wusste vor 2000 Jahren, wie man durch gezielte Justierung und Manipulation an der Halswirbelsäule viele Kopf und Nackenprobleme beseitigen kann. Das Prinzip der manuellen Medizin, mit Handgriffen zu heilen, wurde intuitiv auf verschiedenste Arten bei allen Naturvölkern seit schon immer angewendet. Im 19. Jahrhundert begannen sich veschiedene medizinische Gruppierungen in den USA und Europa genauer mit den Methoden der Manuellen Medzin zu beschäftigen. 1890 entstand der Begriff der Chiropraktik durch den Amerikaner David Daniel Palmer, welcher eine Zusammenstellung von Handgriffen erstellte. Der Begriff Chiropraktik setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen: „cheir“ (Hand) und practicos (tätig), also: „mit der Hand tätig sein“ oder „behandeln“.
In der Schweiz wurde die Weiterentwicklung der manuellen Techniken durch den Landarzt Dr. Otto Nägeli gefördert. Die „Schweizerische ärztliche Arbeitsgemeinschaft für manipulative Therapie“ wurde am 13. Dezember 1959 durch 12 Ärzte gegründet. Diese wurde später zur heutigen schweizerischen Ärztegesellschaft für manuelle Medizin (SAMM). Die Manuelle Medizin ist eine anerkannte Behandlungsmethode und hat einen festen Platz in der Schulmedizin. In der Schweiz sind es über 1000 Ärzte, welche die dreijährige berufsbegleitende Ausbildung zum Manualmediziner durchlaufen haben.
Was ist manuelle Medizin?
Die Manuelle Medizin kommt vor allem bei akuten und chronischen Beschwerden des Rückens, beziehungsweise des Bewegungsapparates zum Einsatz. Die Beschwerden werden durch Fehlbelastungen, Unfälle oder Krankheiten ausgelöst. Es kommt zu Verspannungen, Reizzuständen und Blockierungen. Mit gezielten Handgriffen stellt der auf Manuelle Medizin spezialisierte Arzt die Beweglichkeit von Wirbelsäule und Gelenken wieder her.
Er löst Blockierungen sowie muskuläre Verspannungen, er korrigiert gestörte Gelenksfunktionen und kann so die Schmerzen lindern.
Um Rückfälle zu vermeiden ist jedoch der anschliessende muskuläre Aufbau zur Stabilisierung sehr wichtig. Es braucht ein Trainingsprogramm um Fehlhaltungen und Muskelschwächen auszugleichen.
Handgriffe statt Eingriffe
Die Manuelle Medizin bedient sich einfacher Mittel und kommt meistens ohne Spritze oder Medikamente aus. Die Therapie ist im Allgemeinen schmerzfrei. Es können verschiedenste Techniken angewendet werden. Techniken zur Muskeldehnung oder Behandlung von Triggerpunkten (kleine Verhärtungen in den Muskeln), sowie Manipulationen mit oder ohne Impuls.
Es lassen sich so Verspannungen des Nacken-Schultergürtels, Spannungskopfschmerzen, Blockierte Ileo-Sakralgelenke (ISG), Rippenblockaden und Schmerzen an der Lendenwirbelsäule behandeln.
Nebenwirkungen und Risiken
Alles, was eine Wirkung hat, kann auch eine unerwünschte Wirkung haben. Die Manuelle Medizin ist schonend, wirksam und in der Regel schmerzlos. Gelegentlich kann aber auch diese Methode Nebenwirkungen haben, jedoch seltener als dies entzündungshemmende Medikamente haben. Die Lagerung oder auch die Handgriffe können im Moment oder auch einige Zeit später Schmerzen als Reaktion auslösen. Diese verschwinden wieder vollständig nach einigen Stunden, spätestens nach zwei bis drei Tagen. Theoretisch könnte durch die Handgriffe ein bereits bestehender, aber bisher nicht erkannter Bandscheibenvorfall (Diskushernie) oder eine nicht bekannte Einengung des Wirbelkanals oder seiner seitlichen Öffnungen verstärkt werden. Die Veränderung wie der Bandscheibenvorfall hat dann jedoch bereits bestanden und wurde nicht neu verursacht. Bei einer Million Behandlungen kann es zu einer solchen Komplikation kommen.
Frühling 2010