Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/2485

Grund 2: Biokohle erhöht die landwirtschaftliche Produktivität deutlich
Kohlenstoff ist das wichtigste Element der Bodenfruchtbarkeit. Wenn organische Substanz landwirtschaftlichen Nutzflächen zugeführt wird, um den Kohlenstoffgehalt zu erhöhen, wird dieser schnell zu Kohlendioxid abgebaut und entweicht in die Atmosphäre. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz wird schliesslich in stabilere Huminstoffe umgewandelt. Humifizierung dauert Jahrzehnte bis Jahrhunderte. Es ist ein delikater Prozess, der die richtige Mischung aus Bodenlebewesen, Klima und Feuchtigkeit benötigt. Ungestörte Wälder in gemässigten Klimazonen sind ein ideales Umfeld für Humifizierung.
Industrielle landwirtschaftlichen Praktiken - insbesondere die Verwendung von chemischen Düngemitteln, Pestiziden und Bodenbearbeitung - verursacht den Rückgang von Huminstoffen im Boden. Die meisten landwirtschaftlich genutzten Böden sind heute stark verarmt. Der anhaltende Verlust an Kohlenstoff im Boden ist ein erhebliches Problem der Nachhaltigkeit, das angegangen werden muss. Die landwirtschaftliche Produktivität sinkt in der Folge, während die industriell hergestellten landwirtschaftliche Produktionsmittel zunehmend teuer und unwirksam werden für die Aufrechterhaltung der Erträge.
Biokohle bildet ein stabiles Rückgrat in Form von Kohlenstoff, welche die Fruchtbarkeit der Böden auf einer dauerhaften Basis und kumulativ erhöhen kann. Die Zugabe von Biokohle ist ein effizienter Weg, um den Kohlenstoffgehalt des Bodens und damit die Fruchtbarkeit zu erhöhen, weil
a) der gesamte Kohlenstoff verfügbar ist, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen,
b) Praktisch kein Kohlenstoff im Boden abgebaut wird, und
c) Biokohle aufgrund der hoch porösen Struktur eine sehr grosse innere Oberfläche aufweist.
Kohlenstoff verbessert die Fruchtbarkeit über eine Erhöhung der "Kationenaustauschkapazität" oder KAK. Die Mehrheit der Pflanzennährstoffe sind positiv geladene Ionen, sogenannte Kationen und umfassen Stickstoff, Kalium, Calcium und Magnesium. Sobald sie mit Sauerstoff in Kontakt kommt, beginnt frisch hergestellte Biokohle, negativ geladenen Stellen auf ihrer Oberfläche als sogenannte "funktionelle Gruppen" zu bilden. Kationen in der Bodenlösung werden angezogen und sammeln sich auf der äusseren und inneren Oberflächen der Biokohle an. Diese Nährstoffe sind dann für die Pflanzen verfügbar, wenn sie sie brauchen. Es hat sich gezeigt, dass richtig formulierte Biokohle eine höhere Kationenaustauschkapazität als Huminstoffe hat.
Eine hohe Kationenaustauschkapazität ist deshalb so wichtig für die Fruchtbarkeit des Bodens, weil ohne sie Nährstoffe nach unten und ausserhalb der Reichweite von Pflanzenwurzeln ausgewaschen werden. Aufgrund ihrer Stabilität, der hohen inneren Oberfläche und der vielen negativ geladenen Stellen ist Biokohle in der Lage, Nährstoffe in der Wurzelzone von Pflanzen zu speichern, wo sie darauf zugreifen können.
Biokohle erhöht die landwirtschaftliche Produktivität über andere wichtige Mechanismen, so wie ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern und die Verbreitung von Mykorrhizen im Boden zu fördern.
Unsere Verfahren zur Anreicherung von Biokohle maximieren die Kationenaustauschkapazität des Substrats, bevor es im Boden eingebracht wird. Wir können die Biokohle auch mit einer angemessenen Menge an Nährstoffen versetzen und gegebenenfalls mit Mykorrhiza impfen, mit dem Ziel, dass die so angereicherte Biokohle im Boden ihr Potenzial zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit im höchsten Masse zum Ausdruck bringt.