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Strecke: Missionsstrasse - St. Johann (1904/1913)
1904-1934
Ein Jahr nach Eröffnung der Spalenringstrecke, ab 29.07.1904, fuhr das Tram weiter bis zur Einmündung der Strassburgerallee, wo die Strecke stumpf endete. Dieser Linienendpunkt hiess damals "Strassburgerallee", der heutige Kannenfeldplatz bestand noch nicht. Der Kredit von Fr. 48‘000 zum Bau dieses Platzes wurde an der Sitzung vom 10. Oktober 1912 bewilligt, gleichzeitig mit der Verlängerung der Linie 1 bis zum Lysbüchel. Diese Strecke wurde am 26. Juli 1913 über den neu entstandenen Kannenfeldplatz eröffnet und führte weiter entlang der Entenweidstrasse zum St.Johann-Güterbahnhof, und weiter durch die Hüningerstrasse bis zum Lysbüchel. Die bisherige Endhaltestelle "Strassburgerallee" wurde dabei aufgehoben und durch eine Haltestelle mitten auf dem neu entstandenen Kannenfeldplatz ersetzt. Die Haltestellen "Lothringerstrasse" und "Landskronstrasse" wurden 1919 aufgehoben.
Dieser Streckenabschnitt war in den Zwanzigerjahren berüchtigt für Fahrschalterbrände bei der Motorwagenserie 22‘‘-55‘‘: Ungeübte Wagenführer fuhren mit flottem Tempo die Entenweidstrasse abwärts und bremsten bei der Einmündung der Landskronstrasse mit einer Bremsstufe leicht ab. Nach Passieren der Einmündung, beim Loslassen der nicht ausgefahrenen Bremstufe, kam der grosse Knall. Eine daraufhin erlassene Weisung befahl das korrekte Ausfahren der Bremsstufe.
1934-1963
Am 20.12.1934 wurde die neu gebaute Dreirosenbrücke eingeweiht und dem Verkehr übergeben. Um diese Brücke mit dem Tram zu erschliessen, erhielt die Linie 1 ein neue Tramstrecke ab Bahnhof St.Johann, welche führte entlang der Voltastrasse direkt zur Brücke führte. Die bisherige Strecke zwischen dem St.Johannbahnhof und dem Lysbüchel wurde am 19.12.1934 letztmals befahren und danach stillgelegt. Die Geleise im Verzweigungsgebiet des Lysbüchels dienten noch etwa zwei Jahre lang als Abstell- und Rangiergeleise, danach wurden sie ebenfalls stillgelegt.
Der bevorstehende Bau des Luzernerringviadukts, quer über den St.Johannbahnhof, machte 1963 eine Streckenverlegung weg von der Voltastrasse in die Gasstrasse nötig. Dia Gasstrasse wies damals ein starkes Quergefälle auf. Beim Bau der Tramgeleise mussten die Vorgärten angehoben und die Strassenmitte deutlich abgesenkt werden. Die Geleisearbeiten in der Gasstrasse waren Ende 1962 feriggestellt, die Anschlüsse an der Entenweidstrasse und am Voltaplatz erfolgten aber erst 1963: Am 30.05.1963 konnte das südliche, am 12.06.1963 das nördliche Gleis dem Betrieb übergeben werden.
Seit 1963
Bis 1966 gab es am Voltaplatz von der Elsässerstrasse in die Voltastrasse, also vom St.Johanntor Richtung Dreirosenbrücke, nur einen einfachen Gleisbogen. Nach dem Wegfall der wichtigen Umfahrungsmöglichkeit über die Johanniterbrücke musste eine neue Umfahrungsmöglichkeit über die Dreirosenbrücke geschaffen werden. Dazu wurde der Voltaplatz umfassend umgebaut und erweitert.
1990 wurde der seit der Streckeneröffnung bestehende Gleiswechsel mitten in der Haltestelle "Kannenfeldplatz" aufgehoben.
Seit 2003 wird im Gebiet des St.Johannbahnhof eine unterirdische Autobahn gebaut. Nach Abschluss dieser Bauarbeiten soll der St.Johannbahnhof modernisiert und zu einem S-Bahnhof ausgebaut werden. Dazu seoll er wieder einen Tramanschluss erhalten. Es ist geplant, das Tram wieder - wie bis 1963 - durch die Voltastrasse zu führen.
|1931||1934|
|Lysbüchel|
|329m||-|
|St.Johannbahnhof|
|510m||510m|
|Kannenfeldplatz|
|174m||174m|
|Wintergasse|
|266m||266m|
|Missionsstrasse|
|141m||141m|
|Hegenheimerstrasse|
Die Tabelle zeigt die Abstände zwischen den Haltestellen in den Jahren 1931 und 1934.

||Der Kannenfeldplatz entstand 1913 und präsentierte sich bis Ende 1956 als Strassendreieck, das von der Elsässerbahn unterquert wurde. Links der Kannenfeldpark, der von 1868 bis 1952 als Friedhof diente. Auf dem Bild sind noch zahlreiche Grabsteine erkennbar. Die drei Hochhäuser - die ersten in Basel, entstanden in den frühen Fünfzigerjahren. Die breite Strasse, die bogenförmig der Bahnlinie folgt, ist die Entenweid- strasse mit der Tramlinie zum St.Johannbahnhof (PK 17.12.1955 Sammlung H.Ziegler).

||Flugaufnahme des äusseren St.Johannquartiers zum Zeitpunkt, als der Luzernerringviadukt quer über den St.Johannbahnhof entstand. Der Bau dieser Strasse war der Grund, weshalb die Tramlinie 1963 in die Gasstrasse verlegt wurde. Im Hintergrund ist die alte Johanniterbrücke erkennbar (PK 02.10.1969 Sammlung H.Ziegler).

||Die Haltestelle "Gasstrasse" in den Siebzigerjahren mit einem für diese Strecke damals typischen Be 4/4 (423). Als Linie 4 beschildert befuhr das Tram diesen Streckenabschnitt in Richtung Dreirosenbrücke zwischen 1972 und 1984. Die Gegenrichtung war mit der Nummer 1 beschildert (Foto J.M. Jeannin).