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Bevor am Freitag die erste Pyrenäen-Etappe der 103. Tour de France ansteht, erfolgte am Mittwoch der Abstecher ins Zentralmassiv. Seit 1979, als in den ersten vier Tagen gleich drei Pyrenäen-Etappen auf dem Programm gestanden hatten, begab sich die «Grande Boucle» nie mehr so früh auf eine Höhe von über 1500 m. Auf den letzten 50 der insgesamt 216 km langen Etappe von Limoges zur Skistation Le Lioran waren gleich vier kategorisierte Anstiege zu bewältigen, darunter auch der Pas de Peyrol, der mit 1589 Metern über Meer der höchste Strassenpass im Zentralmassiv.
Van Avermaet, der 31-jährige Belgier vom amerikanisch-schweizerischen Team BMC, hatte sich zusammen mit acht weiteren Fahrern nach rund 20 km vom Feld abgesetzt. Da die Ausreisser in einer dreiwöchigen Rundfahrt für die Spitzenfahrer keine Gefahr darstellten, war im Feld lange Zeit kein Team bereit, konsequent Nachführarbeit zu leisten. Der Vorsprung der Spitzengruppe stieg auf bis zu 15 Minuten an. Erst rund 40 km vor dem Ziel schlugen die Movistar-Helfer von Nairo Quintana ein horrendes Tempo an, um die Hypothek für die kommenden Tage in Grenzen zu halten.
Über fünf Minuten Vorsprung
In Le Lioran lag Van Avermaet, der sich 17 km zuvor von seinem letzten Fluchtkollegen abgesetzt hatte, schliesslich um zweieinhalb Minuten vor Landsmann Thomas de Gendt und noch um fünf Minuten vor dem kleinen Feld mit den Gesamtanwärtern. «Alles lief perfekt. Ich habe den Etappensieg und sogar ein schönes Gelbes Trikot», so Van Avermaet.
Vor Jahresfrist hatte der Klassiker-Spezialist aus Flandern in Rodez im Sprint gegen Peter Sagan die 13. Etappe gewonnen. Vom Slowaken, der im Feld rund 35 km vor dem Ziel abreissen liess, übernahm Van Avermaet am Donnerstag auch erstmals in seiner Karriere das Maillot jaune. Zweiter im Gesamtklassement ist nach wie vor der Franzose Julian Alaphilippe, dessen Rückstand auf Van Avermaet 5:11 Minuten beträgt. Der Spanier Alejandro Valverde bleibt Dritter.
Mit Vincenzo Nibali, der 2014 die Tour de France und heuer den Giro d’Italia gewonnen hatte, vermochte hingegen ein Fahrer aus dem erweiterten Favoritenkreis nicht mitzuhalten. Rund neun Minuten büsste der Italiener auf Chris Froome, Quintana und Co. ein. Damit ist auch die Team-Hierarchie bei Astana endgültig geklärt: Die Leaderrolle gehört Tour-Debütant Fabio Aru.
Am Donnerstag hoffen die Sprinter auf ihre nächste (und vorerst letzte) Chance auf einen Tagessieg. Die 6. Etappe führt über 190,5 km von Arpajon-sur-Cère nach Montauban. Am Freitag folgt dann die erste Pyrenäen-Etappe. sda