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Einfaches Arbeitszeugnis (Arbeitsbestätigung)
Ausstellung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Ein einfaches Zeugnis - häufig auch Arbeitsbestätigung genannt - wird meist nur bei einer kurzzeitigen Beschäftigung oder auf Wunsch des Mitarbeiters ausgestellt. Im Unterschied zum qualifizierten Zeugnis enthält das einfache Zeugnis keinerlei Bewertungen über die Leistung und das Verhalten des Mitarbeiters. Aufgeführt werden die Personalien, die ausgeübte Funktion und die Dauer der Beschäftigung.
Qualifiziertes Arbeitszeugnis (Austritts- oder Schlusszeugnis)
Ausstellung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Es besteht ein gesetzlicher Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, bei dem auch die Leistung und das Sozialverhalten beurteilt wird. Ein Arbeitszeugnis wird nicht einfach fällig, es muss verlangt werden. Es ist jedoch üblich, dass ein Arbeitgeber dem Mitarbeiter am letzten Arbeitstag das Arbeitszeugnis unaufgefordert abgibt.
Zwischenzeugnis
Ausstellung während der Dauer des Arbeitsverhältnisses. In der Schweiz braucht es keinen triftigen Grund um ein Zwischenzeugnis verlangen zu können. Bei einem Wechsel des Vorgesetzten, einer bevorstehenden Weiterbildung, einer Beförderung, einer Versetzung, Einberufung zum Militär- oder Zivildienst oder bei einem geplanten Stellenwechsel ist ein Zwischenzeugnis empfehlenswert. Das Zwischenzeugnis entspricht inhaltlich dem qualifizierten Arbeitszeugnis.
Praktikumszeugnis
Ausstellung bei Beendigung des Praktikumsverhältnisses. Das Praktikumszeugnis entspricht inhaltlich einem qualifizierten Arbeitszeugnis.
Lehrzeugnis / Lehrabschlusszeugnis
Ausstellung bei Beendigung des Lehrverhältnisses. Das Lehrzeugnis entspricht inhaltlich einem qualifizierten Arbeitszeugnis.
Rechtliches
In der Schweiz entscheidet nicht der Arbeitgeber ob ein einfaches oder qualifiziertes Zeugnis ausgestellt wird. Dem Arbeitnehmer steht nach OR 330a, Absatz 1 das Recht zu, ein (qualifiziertes) Arbeitszeugnis zu verlangen oder gemäss OR 330a, Absatz 2 nur eine (einfache) Arbeitsbestätigung anzufordern. Arbeitgeber, die von sich aus nur eine Arbeitsbestätigung ausstellen, weil sie angeblich nichts Positives schreiben können, verhalten sich aus juristischer Sicht nicht korrekt.
Nach OR 330a hat ein Arbeitnehmer jederzeit das Recht ein Arbeitszeugnis zu verlangen. Dies bedeutet, dass bereits auch ein Anspruch während der Probezeit besteht, jederzeit nachher oder auch nach einem Austritt aus dem Unternehmen. Die Lehrmeinung geht davon aus, dass die Verjährungsfrist für Arbeitszeugnisse, gestützt auf die allgemeine Regelung von OR 127, zehn Jahre beträgt. OR 128 Ziff. 3, wonach für Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis die Verjährung nach fünf Jahren eintritt, bezieht sich nur auf Lohnansprüche.
Leider ist kaum eine Frage so umstritten, wie die nach dem Inhalt eines Arbeitszeugnisses. Die Wortwahl ist grundsätzlich jedoch Sache des Arbeitgebers. Ein Zeugnis muss jedoch korrekt formuliert sein und es darf keine Codierungen oder Verschlüsselungen enthalten. Es haben sich in der Praxis folgende Grundsätze in Bezug auf den Zeugnisinhalt entwickelt:
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Grundsatz der Wahrheit
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Grundsatz des Wohlwollens
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Grundsatz der Vollständigkeit
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Grundsatz der Einheitlichkeit
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Grundsatz der Klarheit
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Grundsatz der Individualität
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