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Sonderausstellung Sprengobjekte
Sprengobjekte der Schweizer Armee
Über viele Jahre hinweg bildeten Sperrstellen und damit auch permanente Sprengobjekte einen wichtigen Bestandteil der Schweizer Verteidigungsdoktrin. Bis Ende 2014 wird der Sprengstoff ausgebaut.
Sperrstellen haben den Zweck, gegnerische Bewegungen am Boden zu verzögern. Durch die Sprengung von geeigneten Objekten entstehen Zerstörungen, zu deren Behebung auch ein gut ausgerüsteter Gegner je nach Lage des Sprengobjektes Tage, Wochen oder Monate benötigen würde, um den Verkehrsweg auch nur provisorisch wiederherzustellen – ein hoher Preis, verglichen mit dem Aufwand des Verteidigers.
Das nun auslaufende Sprengobjekt-Konzept der Schweizer Armee basiert auf dem „Permanenten Spreng-Dispositiv 75“ (PSD 75), welches ab Ende der 1970er Jahre realisiert wurde. Sprengobjekte waren Brücken, Tunnel, Galerien, Stützmauern, Strassenkörper und Flugpisten. Viele davon waren aber nur baulich vorbereitet und nicht permanent mit Sprengstoff geladen. Zahlreiche Sprengobjekte wurden bereits seit 1991 nicht nur wegen der veränderten Bedrohungslage und zwecks Vermeidung von Unterhaltskosten aufgehoben, sondern auch weil heute mit fallweise und rasch anzubringenden mobilen Mitteln eine vergleichbare Wirkung erzielt werden kann.
Befugnis bei höheren Kommandostellen
Die Wahl des richtigen Zeitpunktes der Sprengung wäre dabei ein schwieriger Entscheid gewesen. Gesprengte Objekte reduzieren nicht nur die gegnerische, sondern natürlich auch die Beweglichkeit und damit die Handlungsfähigkeit des Verteidigers. Bei Objekten, deren Zerstörung besonders gravierende Folgen für eigene Interessen gehabt hätte (z.B. Brücken mit wichtigen Leitungen oder Eisenbahntunnels), lag deshalb die Sprengbefugnis bei höheren Kommandostellen. Nicht übersehen werden darf auch, dass bei Sprengobjekten in überbautem Gebiet vor der Zündung Evakuationen grösseren Umfangs geplant waren.
Bei allen permanent geladenen Sprengobjekten wird bis Ende 2014 der Sprengstoff ausgebaut. Die relativ lange Zeitdauer für den Ausbau war nicht zuletzt abhängig von den zur Verfügung stehenden Spezialisten. Zudem wurden die Arbeiten unter grossen Sicherheitsmassnahmen durchgeführt, was zur Folge hatte, dass pro Jahr nur eine begrenzte Zahl an Sprengobjekten entladen werden konnten.
Geländeverstärkungen über Jahrhunderte entwickelt
Das Gelände, respektive Permanente Geländeverstärkungen, spielten schon im schweizerischen Wehrwesen des Mittelalters eine grosse Rolle. Sperren und Hindernisse waren in den verschiedenen Schlachten der Schweizer Geschichte wesentliche Voraussetzungen für den Kampf. Auch 500 Jahre später hätte unsere Armee ohne umfangreiche Geländeverstärkungen respektive Sprengobjekte nicht erfolgreich verteidigen können. Das gilt für den Ersten Weltkrieg ebenso wie für den Zweiten Weltkrieg und die Zeit des Kalten Krieges zwischen 1950 und 1990.
Nach der Machtergreifung durch Adolf Hitler und die Nationalsozialisten Ende Januar 1933 änderte sich die Bedrohungslage – sechs Jahre später brach der Zweite Weltkrieg aus. Aus Schweizer Sicht ging es auch darum zu verhindern, dass der Gegner die wichtigsten Alpenübergänge hätte nutzen können. Die Permanenten Geländeverstärkungen und Sprengobjekte wurden ab 1939 energisch vorangetrieben. Ende Oktober 1940 waren über 1000 fertige Sprengobjekte und weitere 2000 Projekte vorhanden. Am Schluss des Zweiten Weltkrieges zählte man in der Schweiz mehrere hundert Sprengobjekte, welche auch am Ende des Kalten Krieges immer noch über sämtliche Landesteile verteilt waren. Bei allen permanent geladenen Sprengobjekten wird bis Ende 2014 der Sprengstoff ausgebaut.
Quelle:VBS
Die Sonderausstellung
In der Ausstellung werden Originalkomponenten der Sprengobjekte gezeigt. Vom Sprengkessel zur Übertagungsladung. In verschiedenen Modellen ist die Funktionsweise ersichtlich. Verschiedene Karten und Dokumente ergänzen die Ausstellung