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In dem Projekt geht es darum, ein antikes Siedlungssystem in seinem Aufbau, seiner Funktion und seiner Einbettung in ein natürliches Umfeld zu untersuchen. Als Beispiel wird das Ebene Kilikien, eine alluviale Landschaft im Süden der heutigen Türkei an der Schnittstelle zwischen der Levante, Anatolien und Zypern, gewählt. Insbesondere in der Späten Bronze- und in der Eisenzeit war es von einem dichten Netz an Siedlungen – grossen Städten, mittelgrossen Ortschaften und kleineren Dörfern und Weilern – überzogen. Dieses lässt sich an einer Vielzahl von antiken Ruinenhügeln, sogenannten „Tells“, erkennen. Ausgrabungen fanden indessen nur an verhältnismässig wenigen Fundplätzen statt.
Aus der hier untersuchten Periode zwischen ca. 1500 und 300 v. Chr. sind zahlreiche im Ebenen Kilikien zu verortende Toponyme in hethitischen, luwischen, assyrischen, phönizischen und aramäischen Texten bezeugt. Durch das weitgehende Fehlen sicher zu identifizierender Fundplätze mit diesen Toponymen blieb jedoch die historische Topografie sehr unklar. Eben diesem Desiderat widmet sich das vorliegende Projekt.
Die Methoden, die für die Rekonstruktion des antiken Siedlungssystems und der historischen Geografie wichtige Daten liefern, sind neben den traditionellen archäologischen Feldforschungen wie Ausgrabungen und Geländebegehungen (»Surveys«) nicht-invasive Verfahren wie geophysikalische Prospektionen und Fernerkundung. Zu letzteren zählt, neben der Auswertung von Luftbildern, auch die Analyse von Satellitenbildern, die seit kurzem in immer grösserer Anzahl und immer höherer Auflösung zur Verfügung stehen. Von besonderer Bedeutung sind dabei die neu erhobenen hochauflösenden Radardaten der TanDEM-X-Mission, die der Universität Bern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt kostenlos zur Verfügung gestellt werden und die erstmalig die Erstellung eines hochauflösenden Höhenmodells ermöglichen.