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wohl Schweiz, um 1920/25
Eichen- und Nadelholz,
braun und rot gebeizt
L. 56,5 cm, B. 30 cm, H. 35 cm
(Masse der aufgebauten Brücke)
Inv. 1992.5.
Ein anspruchsvolles Bauvorhaben
Der Bausatz besteht aus 234 Einzelteilen, die in einer soliden, schmucklosen Holzschachtel mit Schiebedeckel verwahrt werden. Anders als bei den Baukästen, die Bauwerke in beliebig vielen Variationen erlauben, kann bei einem Bausatz nur ein einziges Objekt entstehen; nicht einmal in Details sind Variationen möglich. Nichts wird verklebt, nichts wird genagelt, das Bauwerk entsteht durch Ineinanderstecken, Verzapfen und Zusammenfügen. Dadurch kann man diese Brücke auch problemlos auseinander nehmen und beliebig viele weitere Male zusammensetzen.
Nicht spielerisches, kreatives Bauen durch das einfache Aufeinanderfügen von Bausteinen ist hier gefragt, sondern es wird wirkliche, überlegte Konstruktionsarbeit gefordert. Entweder gelingt der Bau der Brücke oder er misslingt; Fehler lassen sich kaum vertuschen. Es ist eine technisch anspruchsvolle Aufgabe, bei der die beigelegte Anleitung nur wenig weiterhilft. Sie zeigt die Brücke in fast vollendetem Zustand, so dass das nur halb gedeckte Dach noch Einblicke in den Aufbau des Dachstuhls erlaubt. Die Anweisungen sind sehr knapp gehalten und schliessen zuversichtlich: «Das Weitere gibt sich an Hand der Abbildung von selbst.» Wie bei einer wirklichen Brücke bestehen die konstruktiven Teile aus robustem Eichenholz; für die Abdeckungen und die Bedachung wurde hingegen Nadelholz verwendet. Die zahlreichen verschiedenen Einzelteile und ihre akkurate Ausführung, die für das Ineinanderpassen der Einzelteile notwendig war, machten diesen Bausatz zu einem teuren Spielzeug, das in damaliger Auffassung selbstverständlich und ausschliesslich für einen Knaben bestimmt war. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts setzten sich für Bausätze die neuen Kunststoffe durch, mit denen man preiswerter und in grösseren Stückzahlen produzieren konnte. Anleitung und Kiste sind ohne Herstellerhinweis. Der Bautypus der gedeckten Holzbrücke, den man in vielen Teilen der Schweiz kennt, könnte auf eine Entstehung des Bausatzes in der Schweiz hinweisen.