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Die Erdbeben von Sarnen 1964 - (13/15) – Kleiner Felssturz mit interessanten Folgen
Die Erdbeben von Sarnen 1964 - (13/15) – Kleiner Felssturz mit interessanten Folgen
Kerns liegt rund 100 m höher als Sarnen. Östlich des Dorfes befindet sich ein Steilhang, der teilweise bewaldet ist und im oberen Teil mit einer Felswand von SW nach NO verläuft. Unweit der heutigen Autobahnausfahrt «Sarnen Nord» löste das Erdbeben einen kleinen Felssturz aus, der auf den beiden Bildern (von unten und von oben) zu sehen ist. Interessant ist, dass wir, als wir uns zwischen den Felsen bewegten, Fossilien bemerkten. Mit dem Taschenmesser wurden einige Steine vorsichtig aufgespalten und dabei kamen einige sehr schöne Nummuliten zum Vorschein. Diese Fossilien aus dem Tertiär, etwa 50 Millionen Jahre alt, sind spiralförmig, aber keine Schnecken, sondern Foraminiferen. Und trotzdem heisst der Hubel, wo sich dieser Bergsturz ereignete, Schneggenhubel. Hatte jemand vor uns ähnliche Fossilien entdeckt und für versteinerte Schnecken gehalten? Möglich. Jedenfalls schenkten wir unsere besten Exemplare dem Naturhistorischen Museum in Lugano. Ob sie dort noch sind?
Kontext:
Ab Februar 1964 ereigneten sich in der Region Sarnen mehrere Erdbeben. Es waren Hunderte. Die beiden stärksten Beben ereigneten sich am 17. Februar (Mag 4,8) und am 14. März (Mag 5,3). Es gab keine Toten oder Schwerverletzten, aber in Sarnen und Kerns blieb kaum ein Gebäude unbeschädigt: Sedimente und Flussablagerungen verstärken die seismischen Wellen). Dieser Erdbebenschwarm dauerte mehrere Monate. Mein Freund Gianni Corridori und ich, damals 15-jährige Gymnasiasten mit ausgeprägtem Interesse an Naturwissenschaften, waren fasziniert: Wir mussten hin! Die Gelegenheit bot sich in den Osterferien (Ende März - Anfang April). Ich hatte eine Tante in Sarnen, und so fuhren Gianni, ich und mein 9-jähriger Bruder von Lugano nach Sarnen, sogar mit einem selbstgebauten Seismometer, das nie richtig funktionierte. Aber man gewährte uns Zugang zu den Räumlichkeiten des Kollegiums, wo der Erdbebendienst seine Instrumente aufgestellt hatte (heute kaum mehr vorstellbar!) Während der «Erdbebenwoche» spürten wir über 30 leichte Erschütterungen und einige stärkere Beben, insbesondere das vom 3. April um 12.09 Uhr (Mag. über 3). Die Woche war ein Erlebnis und wir haben einige Fotos gemacht, die 2014 im Historischen Museum Obwalden im Rahmen einer kleinen Ausstellung zu «50 Jahre Erdbeben» gezeigt wurden. Natürlich würden heute kaum mehr Eltern ihre Kinder in ein Erdbebengebiet schicken... aber damals stand unser wissenschaftliches Interesse im Vordergrund!
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