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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Siebtes Buch
XVI. Kapitel
97.
[S. 101] 1. Denn dieses Verhalten kann man bei allen Irrlehrern beobachten, wenn man die Verkehrtheit ihrer Lehrsätze angreift. Denn wenn sie von uns dadurch widerlegt werden, daß wir zeigen, wie sie ganz offenkundig im Widerspruch zu der Heiligen Schrift stehen, so kann man sehen, daß von den Vorstehern der Irrlehre die eine oder die andere von zwei Möglichkeiten angewendet wird.
2. Denn entweder mißachten sie die aus ihren eigenen Lehren zu ziehenden Folgerungen oder die Weissagung selbst, vielmehr den Grund ihrer eigenen Hoffnung und ziehen bei jeder Gelegenheit das vor, was ihnen einleuchtender erscheint als das, was von dem Herrn durch die Propheten verkündet worden ist und von dem Evangelium, außerdem aber auch von den Aposteln, mitbezeugt und bestätigt wird.
3. Da sie also die Gefahr sehen, die ihnen nicht hinsichtlich eines einzelnen Lehrsatzes, sondern hinsichtlich der Möglichkeit droht, überhaupt ihre ketzerische Richtung am Leben zu erhalten, und da sie ferner nicht wirklich die Wahrheit finden wollen (denn wenn sie die Schriften lesen, die bei uns gebräuchlich und allgemein zugänglich sind, dann verachten sie sie als wertlos), sondern bemüht sind, über den allen gemeinsamen Glauben hinauszukommen, so verlassen sie die Wahrheit.
4. Denn da sie die Geheimnisse der kirchlichen Erkenntnis nicht kennengelernt und die Erhabenheit der Wahrheit nicht erfaßt haben, da sie ferner zu träge waren, um bis zu der Tiefe der Fragen vorzudringen, legten sie die Heilige Schrift beiseite, nachdem sie sie nur oberflächlich gelesen hatten.