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73 Jahre alt, die weissen Haare sorgfältig über die Halbglatze gekämmt: Asa Hutchinson wirkt wie ein freundlicher Grossvater.
Ein US-Präsident müsse den nationalen Charakter der USA widerspiegeln, sagt er. «Dieser besteht aus Stärke, aber auch Güte – und Einsatz für das Gemeinwohl statt für einen persönlichen Egotrip.» Damit spielt er auf Donald Trump an.
Trump appelliert an die niedrigsten Instinkte der Amerikanerinnen und Amerikaner.
«Wie Trump seine politischen Gegner beschimpft, wie er sich an ihnen rächen will: Damit appelliert er an die niedrigsten Instinkte der Amerikanerinnen und Amerikaner», sagt er. 2020 hat Hutchinson Trump noch unterstützt.
Doch dann wollte dieser seine Wahlniederlage nicht akzeptieren. Als Trump sich weigerte, der Amtseinführung von Joe Biden beizuwohnen, hatte Asa Hutchinson genug – er brach mit Trump. Dieser sei moralisch untauglich für das Präsidentenamt.
Eine vernünftige Alternative zu Trump
Im letzten Jahr stieg Asa Hutchinson selbst ins parteiinterne Rennen ums Weisse Haus ein. An politischer Erfahrung mangelt es ihm nicht: Er diente in der Regierung von George W. Bush, sass im Abgeordnetenhaus und war acht Jahre lang Gouverneur des Bundesstaates Arkansas.
Er ist ein Konservativer, geprägt von Ronald Reagan. Er vertritt klassische republikanische Standpunkte: ein ausgeglichenes Staatsbudget, die Verkleinerung des Regierungsapparats oder eine starke Rolle der USA in der Welt.
Das ist nicht gesund für eine Demokratie.
Hutchinson präsentierte sich als vernünftige republikanische Alternative zu Trump. Dieser hänge immer noch seiner Wahlniederlage nach. «Damit führt er uns zurück in die Vergangenheit», erklärt Hutchinson. «Trump ist fokussiert auf seinen Groll. Das ist nicht gesund für eine Demokratie.»
Chancenlos in Iowa
Doch traditionelle Republikaner wie Asa Hutchinson sind aus der Zeit gefallen, ihre Politik scheint nicht mehr gefragt. Hutchinson musste seinen Wahlkampf mit wenig Geld bestreiten. Im Bundesstaat Iowa, wo die erste Vorwahl anstand, war er, gelinde ausgedrückt, kein Publikumsmagnet – im Gegensatz zu Trump, der ganze Sporthallen füllte.
Am Ende holte Hutchinson nicht einmal ein Prozent der Stimmen in Iowa – und beendete seine Kandidatur. Andere taten es ihm gleich.
Wenn er wieder Präsident wird, wird es lange dauern, bis die Partei diesen total destruktiven Kurs korrigieren kann.
Nikki Haley, die ehemalige Gouverneurin von South Carolina, ist Trumps letzte innerparteiliche Konkurrentin. Hutchinson unterstützt sie und hofft, sie könne Trumps Nominierung verhindern: «Es wird eine Niederlage von Trump brauchen. Wenn er wieder Präsident wird, wird es lange dauern, bis die Partei diesen total destruktiven Kurs korrigieren kann». Falls eine Nominierung von Trump verhindert werden könne, würde die Kurskorrektur rascher gelingen, glaubt Hutchinson.
Trumps Partei
Doch die Republikanische Partei ist nun in weiten Teilen eine Trump-Partei. Sein Vorsprung in den Umfragen ist sehr gross, sein Sieg in den Vorwahlen gilt als sehr wahrscheinlich.
Ein grosser Teil der republikanischen Wählerschaft hält zu ihm, viele Partei-Grössen scharen sich bereits um Trump. Im Sommer wird er am republikanischen Parteitag voraussichtlich nominiert, obwohl er viermal angeklagt wurde und bis zur Präsidentschaftswahl vielleicht verurteilt wird.
Asa Hutchinson sagt zwar nicht, dass er auf keinen Fall für Trump stimmen werde. Aber: «Wenn Trump bis zur Wahl ein verurteilter Straftäter ist, werde ich zum ersten Mal nicht den nominierten Kandidaten meiner Partei unterstützen».
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