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Mir dem Videoclip zu ihrem Song «Borders» hat die Musikerin M.I.A. den Zorn des französischen Fussballklubs Paris St-Germain auf sich gezogen. In einem Schreiben an Plattenfirma «Universal» verlangt der stellvertretende CEO des Klubs, Jean Claude Blanc, dass das betreffende Video innerhalb von 24 Stunden vom Netz genommen und – dass PSG für den erlittenen Schaden entschädigt werde. Ansonsten überlege sich der Verein rechtliche Schritte.
Was ist passiert? In dem betreffenden Clip ist die britische Sängerin zweimal in einem T-Shirt des französischen Grossklubs zu sehen. Statt «Fly Emirates» (dem Werbeslogan der Fluggesellschaft Emirates der Vereinigten Arabischen Emirate) ist auf der Vorderseite jedoch der Ausspruch «Fly Pirates» aufgedruckt. PSG sieht darin eine Rufschädigung des Vereins und seiner Sponsoren.
Die Sängerin hatte den Brief des französischen Hauptstadtklubs, der seit 2012 vollständig im Besitz der Qatari Sports Investment ist, am Montag kommentarlos auf ihrem Twitter-Account veröffentlicht. Zeitgleich postete sie einen Screenshot mit dem Fake-Shirt auf Instagram. Sie erklärte darin, das Shirt auf einem Zwischenstopp in Katar gekauft zu haben und äusserte die Vermutung, dass PSG nicht in Verbindung gebracht werden will mit Personen, die «nicht privilegiert sind». Dies obwohl der Verein «Spieler beschäftigt, die ihrerseits Secondos sind.»
Der Briefstempel im Schreiben des Hauptstadtklubs datiert vom 21. Dezember 2015. Am Montagmittag war der Clip sowohl auf YouTube als auch auf iTunes trotz der Drohung noch erhältlich.
Im Song «Borders», der im November vergangenen Jahres erschienen ist, kritisiert die Sängerin die Flüchtlingspolitik der westlichen Welt vehement. Verschiedene Kritiker spekulierten, dass die Rapperin mit dem «Fly Pirates»-Shirt die katarische Regierung sowie die Arbeitsbedingungen auf den katarischen WM-Grossbaustellen anprangern wollte. Der autoritär regierte Wüstenstaat erhielt 2010 in einem umstrittenen Entscheid den Zuschlag für die FIFA-WM-2022.
PSG schreibt in der Abmahnung, dass man schlicht nicht verstehe, weshalb man – durch das Logo und das Klub-Shirt – mit den kritisierten gesellschaftspolitischen Ereignissen in Verbindung gebracht werde. «[...] nichts in unseren Aktivitäten und in unserer täglichen Arbeit weist darauf hin, dass wir irgendetwas zu tun haben mit den Problemen, die von M.I.A. angesprochen werden.»
Der Videoclip zum Song zeigt Szenen, die sich in diesem Sommer an zahlreichen Orten Europas abgespielt haben: Migranten, die Grenzzäune erklimmen, mit Schlauchbooten Gewässer durchqueren und durch Wüsten marschieren.