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Hintermann stellte mit Startnummer 9 die Bestzeit auf und wurde zunächst einzig von Kriechmayr um 31 Hundertstel vom zweiten Weltcupsieg abgehalten. Sein Gefühl täuschte ihn aber nicht: Der 2. Platz stehe auf sehr wackligen Beinen, mahnte er, als sich die Sicht bei den Fahrern mit höheren Startnummern verbesserte. Und tatsächlich machte der Italiener Florian Schieder mit Startnummer 43 sogar Kriechmayr noch den Sieg streitig.
Schliesslich wurde Schieder, der es im Weltcup zuvor dreimal knapp in die Top 15 geschafft hatte, 23 Hundertstel hinter Kriechmayr und acht Hundertstel vor Hintermann Zweiter. Hintermann blieb vor dem ebenfalls überraschenden Amerikaner Jared Goldberg und dem Norweger Adrian Sejersted Dritter und verbuchte seinen sechsten Podestplatz im Weltcup, den fünften in der Abfahrt.
Für Kriechmayr bedeutete der 15. Weltcupsieg der erste Triumph in der Abfahrt auf der Streif nach einem 2. Platz vor drei Jahren. 2021 hatte der 31-Jährige den Super-G gewonnen. Ihm fehlt von den vier wichtigsten Siegen «nur» noch jener bei den Olympischen Spielen: 2021 wurde Kriechmayr Abfahrts-Weltmeister, vor Kitzbühel gewann er 2019 und 2022 schon am Lauberhorn.
Hinter ihm klassierten sich nicht weniger als sechs Fahrer mit Nummern über 30 in den Top 12, darunter neben Justin Murisier (12.) der wiederum starke Freiburger Youngster Alexis Monney, der als Elfter seinen 10. Platz von Wengen bestätigte. Auch Josua Mettler gehörte als Zwanzigster zu den Profiteuren der Wetterveränderung.
Andersrum lief das Rennen für die Topfahrer Marco Odermatt und Aleksander Kilde sowie für den abtretenden Beat Feuz. Odermatt, im Vorjahr Zweiter hinter Feuz, büsste nach einem spektakulären Manöver mehr als drei Sekunden auf Kriechmayrs Bestzeit ein und belegte einen der letzten Plätze. Der Führende im Gesamtweltcup übersah im zweiten Sektor eine Bodenwelle und wäre beinahe in den Fangnetzen gelandet. Er verhinderte einen schlimmen Sturz in extremis.
Später sah man «Odi» aus dem Zielraum humpeln, Interviews gab er nicht. Am Nachmittag gab Swiss-Ski Odermatts Verzicht auf die Abfahrt am Samstag bekannt. Er erlitt einen Schlag im linken Knie. «Ich bin froh, dass ich nicht im Netz gelandet bin», liess Odermatt verlauten. Er müsse nun sein Knie schonen «und schaue von Tag zu Tag.» Am 6. Februar beginnt in Courchevel und Méribel mit der WM das Highlight der Saison.
Auch Feuz konnte in seinem zweitletzten Rennen nicht in den Kampf um die Podestplätze eingreifen. Der Emmentaler büsste bei ungünstigen Sichtverhältnissen bereits im obersten Drittel zu viel Zeit ein und musste sich in seinem zweitletzten Rennen mit Platz 28 begnügen. Bereits am Samstag bestreitet Feuz in der zweiten Abfahrt auf der Streif sein letztes Rennen vor dem Rücktritt.
Wie Odermatt wäre auch dessen erster Herausforderer Kilde beinahe zu Fall gekommen. Der Norweger, der vier der sechs vorangegangenen Abfahrten des Winters gewonnen hatte, reihte sich nach einer akrobatischen Einlage Eingangs des Zielschusses im 16. Rang ein. (ram/sda)
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