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Hochgeachteter Herr Schultheiß!
In einem Strudel von Geschäften begriffen, finde ich leider nur zu wenigen Zeilen Zeit.
Indem ich Ihnen in Beilage eine Anzahl Briefe, welche Sie mir früher zu übermitteln die Güte hatten, wieder zurücksende, lege ich Ihnen einige Briefe vor, die H. Schmiedlin an mich gerichtet hat. Der neuste derselben (vom dß.) erheischt eine möglichst beförderliche Antwort. Eine Einberufung des Ausschusses bloß zu dem Zwecke der Berathung über den Wortlaut | dieser Antwort scheint mir nicht angezeigt zu sein. Ich möchte Sie ersuchen
1.) mich zu ermächtigen, Herrn Schmiedlin zu telegraphiren:«Ne parlez pour le moment pas à Hudson. Retournez, si ministre & Rombaux sont d'accord.»
2.) als Präsident des Ausschusses an Koller zu schreiben, er möchte sich als auf dem Piquet zur Abreise nach Italien stehend betrachten, wobei indessen hervorzuheben sein wird, daß es nicht gerade wahrscheinlich, immerhin aber doch möglich sei, daß der Ausschuß seine Abreise nach Italien zu wünschen genöthigt werde.
Wenn Sie mit diesen Anträgen & namentlich mit dem erstern derselben | einig gehen, so wollen Sie die Güte haben, mir zu telegraphiren:«Einverstanden.» In diesem Falle werde ich dann die Depesche an H. Schmiedlin sofort abgehen lassen.
Nach den Berichten von gestern Abend scheinen sich die Chancen im Großen Rathe von Tessin wieder mehr unserm Comité im Gegensatze zu Hudson –Genazzini & zu Hentsch (Lucmanier) zuzuwenden. Ich halte übrigens fortwährend an dem letzthin in Olten entwickelten Programme fest: Man muß, wie die Sachen stehen, den Dingen im Ctn. Tessin den Lauf lassen & den sicher eintretenden Zeitpunct abwarten, in welchem der Knoten wieder aufgelöst werden | kann, der gegenwärtig in ungeschickter Weise (um nicht mehr zu sagen) geschürzt wird!
In ausgezeichneter Hochachtung
Ihr freundschaftlich ergebene
Dr A Escher
Zürich
9 Dezber 1865