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Dhondup Wangchen war inhaftiert worden, nachdem er vor den Olympischen Spielen in Peking den Dokumentarfilm «Leaving Fear Behind» gedreht hatte. Der Film zeigt eine Reihe von Interviews mit TibeterInnen. Sie äusserten Zweifel an dem Versprechen der chinesischen Behörden, wonach ihnen vor den Olympischen Spielen mehr Freiheit gewährt werden solle. Das Rohmaterial des Films wurde in die Schweiz geschmuggelt, und dort stellte Dhondup Wangchens Cousin, Gyaljong Tsetrin, den Film fertig.
Am 28. Dezember 2009 wurde Dhondup Wangchen nach einem geheimen Prozess in der Stadt Xining im Westen Chinas verurteilt. Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen.
«Dhondup Wangchen wollte einfach jene zu Wort kommen lassen, die – wie eine interviewte Person sagte – ‘unsichtbar wie ein Stern an einem sonnigen Tag sind’. Und das ist kein Verbrechen», sagte Roseann Rife, stellvertretende Direktorin der Abteilung Asien-Pazifik von Amnesty International.
Flucht und erneute Festnahme
Dhondup Wangchen war am 26. März 2008 in der Provinz Qinghai festgenommen worden. Am 13. Juli 2008 floh er und rief seinen Cousin Gyaljong Tsetrin an. Am folgenden Tag nahm man ihn erneut fest. Dhondup Wangchen berichtete seinem Cousin im erwähnten Telefonat, dass er in Haft gefoltert worden sei. Während wochenlanger Verhöre soll er geschlagen worden sein, unter anderem mit Fausthieben auf den Kopf, häufig habe er nichts zu essen bekommen, sei am Schlafen gehindert und an einen Stuhl gefesselt worden. Er leidet an Hepatitis B und hat dafür keine medizinische Versorgung erhalten.
Später wurde der Filmemacher ins Gefängnis Nr. 1 in Xining verlegt. Er wurde bis im April 2009 in geheimer Haft gehalten. Dann konnte er – zum ersten und letzten Mal – die Anwälte sprechen, die seine Familie beauftragt hatte. Die chinesischen Behörden zwangen die Anwälte im Juli 2009, die Verteidigung niederzulegen. Anfang 2011 wurde Dhondup Wangchen ins Gefängnis Xichuan in Yining City überstellt.
Amnesty International fordert, dass Dhondup Wangchen umgehend und bedingungslos freigelassen wird. Es braucht zudem eine gründliche und unparteiische Untersuchung der von Dhondup Wangchen erhobenen Foltervorwürfe. Die Verantwortlichen müssen vor Gericht gestellt werden.