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Wir verlassen die US 101 und fahren ein in die Avenue of Giants und schon tauchen die ersten Redwood-Riesen auf. In den nächsten vier Tagen werden wir die gesamte Avenue of Giants befahren und uns grösstenteils im Humbold Reedwoods SP und Prärie Creeks Redwood Park aufhalten. Ich werde zwar versuchen, diese riesigen, mayestätischen Bäume mit dem roten Holz zu beschreiben, bin mir aber bewusst, dass dies unzureichend bleiben wird.
Ihre Rinde fühlt sich korkartig an, ist jedoch sehr hart. Die Bäume verströmen einen zarten, minimal süsslichen mit etwas Zimt - jedoch ohne seine Schärfe - unterlegten weichen Duft. Es ist ein wunderbarer Duft. Es gab die Bäume schon in der Dino-Zeit, als es noch viel wärmer war. Damals waren die Redwoods weit verbreitet. Sogar in Frankreich gab es sie. Hier können sie wegen der feuchten Nebel, die vom Atlantik herwehen und wegen des günstigen Klimas auch heute noch überleben. Der älteste im Humbold Redwoods SP gefundene Baum war 2'200 Jahre alt, war also älter als unsere Zeitrechnung. Die meisten Redwoods werden zwischen 600 und 800 Jahre. Die Standorte der ganz hohen Bäume werden geheim gehalten, um sie zu schützen, denn als Flachwurzler schadet es ihnen, wenn man um sie herumtrampelt. Ein grosser Redwood kann 2000 L Wasser am Tag verdunsten. In trockenen Sommern kann der Baum wegen seiner Fähigkeit, via Nadeln Nebelwasser aufzunehmen, überleben. Es können 400 Jahre vergehen, bis ein gefallener Redwood sich aufgelöst hat. 4'000 lebende Spezies leben vom gefallenen Baum. 1700 Pflanzen und Tiere leben auf einem lebenden Redwood. Ein grosser Redwood lebt wegen seiner Höhe vom Boden bis zur Spitze in drei Klimazonen. In seiner Höhe leben Tiere und Pflanzen, die nie den Boden berühren. Stirbt der Baum, sterben auch sie. Seine Nadeln werden je höher der Baum, stetig kürzer. Redwoods können über 200 m Höhe erreichen. Junge Redwoods warten bis zu 200 Jahren auf eine Lücke durch einen fallenden Baum, um sich richtig entwickeln zu können. Die Bäume schützen sich durch die Produktion von Tannin gegen Schädlinge. Sie produzieren wenig Harz und sind damit bei Bränden weniger gefährdet als zum Beispiel die grossen Douglastannen, welche man oft neben Redwoods sieht. Bei Bränden, welche 2 - 4 Mal in 200 Jahren vorkommen, reicht ihnen wenig nicht verbrannte Substanz, um zu überleben. Auf unseren Streifzügen sehen wir oft Redwoods mit unten fast ausgehöhlten Stämmen, die oben jedoch ganz normal wachsen. Geht man durch einen Redwoodwald, ist es ein wenig wie in einer Kirche. Man spricht leiser und mit anderer Betonung. Wir hatten das Glück, vier Tage und Nächte zwischen Redwoodbäumen verbringen zu dürfen. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis.