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Im Westen Guatemalas wird viel fruchtbares Land für grosse Plantagen mit Kaffee, Bananen, Kautschuk oder Ölpalmen genutzt. Die indigenen Gemeinschaften hingegen leben in grosser Armut. Mit Ausbildung und Lebensplänen unterstützt die Fastenopfer-Partnerorganisation Fundación Tierra Nuestra die Bevölkerung, ihre Rechte durchzusetzen.
Mais- und Bohnenernten genügen nicht
Neben den Plantagen bleiben für die von der Landwirtschaft lebenden Gemeinschaften nur die wenig fruchtbaren Zonen übrig, oft ohne Zugang zu Wasser. Ihre Mais- und Bohnenernten sind daher mager. Sie sind gezwungen, Mais und Reis dazuzukaufen, was sehr teuer ist. Mit Handarbeiten und der Herstellung von Seife versuchen die Frauen zusätzliche Einkommen zu schaffen. Dennoch sind leicht mehr als die Hälfte der Kinder unterernährt. Ein Fünftel der Bevölkerung lebt in extremer Armut und ist stark verschuldet. Junge Männer ziehen weg, um in Mexiko und den USA nach Arbeit zu suchen. Frauen haben wenig Rechte, die Gewalt gegen Frauen stellt ein ernsthaftes Problem dar.
Ausbildungen verbessern konkret die Lebensbedingungen
Der Stiftung Tierra Nuestra – unser Land – geht es darum, die Ernährung der Bevölkerung zu sichern, und die Rechte der Frauen sowie der benachteiligten indigenen Bevölkerung zu fördern. Konkret werden 280 Führungspersonen aus sechs indigenen Gemeinschaften – 190 davon Frauen – ausgebildet. In Schulungen zu Politik oder Geschlechtergerechtigkeit lernen sie ihre Rechte kennen. Dazu kommt praktische Ausbildung für die Bäuerinnen und Bauern in produktiveren, agrarökologischen Anbaumethoden. Sie verarbeiten landwirtschaftliche Produkte und lernen, sie zu konservieren. Langfristig sind auch Spargruppen geplant, deren Mitglieder sich gegenseitig günstige Kredite geben können.
Armut von den Ursachen her behandeln
Neben der konkreten Verbesserung der Lebensbedingungen ist es Tierra Nuestra wichtig, die Ursachen von Armut und Ungerechtigkeit anzugehen. Ein Mittel, die Mitsprache der Bevölkerung zu erhöhen, sind die Beobachtung der Wahlen sowie der staatlichen Programme für ländliche Gebiete. Mit den Beobachtungen werden Berichte erstellt und Behörden und RegierungsvertreterInnen übergeben, welche darauf antworten müssen. Ein weiteres Mittel sind gemeinsam erarbeitete «Lebenspläne» für die Gemeinschaften. Darin halten sie fest, was nötig ist, um ihre Lebensbedingungen langfristig – und den lokalen Bedürfnissen angepasst – zu verbessern. Es ist wichtig, dass alle Mitglieder der Gemeinschaften hinter den Lebensplänen stehen, damit sie später Wirkung entfalten können. Auch diese Pläne werden mit den Behörden diskutiert, erste Schritte umgesetzt und weitere eingefordert.