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Von welchem Vegetarier stammt angeblich dieser Satz:
„… das Klima ebenso wie durch Wälder auch durch die Moore günstig beeinflußt und dass die völlige Beseitigung der Moore unabsehbare klimatische Folgen haben würde.“ ?
Von welchem Vegetarier stammt angeblich dieser Satz:
„… das Klima ebenso wie durch Wälder auch durch die Moore günstig beeinflußt und dass die völlige Beseitigung der Moore unabsehbare klimatische Folgen haben würde.“ ?
In der letzten Woche hörte ich eine Antrittsvorlesung zum Thema «Wem gehört die Natur?».
Als Konsequenz der Überlegungen folgten Forderungen zur Nachhaltigkeit. Wenn irgendwo etwas versiegelt wird, muss wo anders etwas entsiegelt werden, hiess es. Da gingen bei mir die roten Lichter an.
Warum? Ich habe fast 20 Jahre lang Spezifikationen daraufhin durchgelesen, ob sie Probleme bei der Ausführung machen. Wenn eine derartige Nachhaltigkeitsforderung gefordert wird, wie lässt sie sich dann umsetzen, frage ich mich sofort. Wenn ich ein Gebäude errichte, verlangt die Feuerwehr eine Straße, die eventuell um das ganze Gebäude herumgehen muss. Muss ich dann woanders Straße entfernen?
In einer anderen Vorlesung hieß es, dass die Wirtschaft demokratisiert werden muss. Sofort denke ich, wie soll das aussehen?
Es zeigt sich hier, dass ich durch meine Arbeit einen eigenen Denkstil entwickelt habe, der mein ganzes Denken durchzieht. Das es so etwas gibt, hat schon Ludwik Fleck erkannt.
Angeregt durch einen Artikel in der Regionalpresse: Darf man alles anzweifeln?
Darf man die Relativitätstheorie anzweifeln? Ja, das darf man.
Muss man dabei einen Gegenvorschlag präsentieren? Nein, muss man nicht.
Muss man gute Gründe haben, die Relativitätstheorie anzuzweifeln? Nein, muss man nicht.
Darf man erwarten ernst genommen zu werden, wenn man die Relativitätstheorie ohne gute Gründe anzweifelt? Nein, das darf man nicht erwarten.
Darf man erwarten ernst genommen zu werden, wenn man behauptet, dass die Relativitätstheorie wahr ist? Nein, das darf man nicht erwarten.
Mein Argument ist, dass es in der Naturwissenschaft speziell in der Physik nicht um Wahrheit geht. In der Physik wird versucht, Gesetzmässigkeiten zu finden, die die beobachteten Phänomene beschreiben und es uns möglich macht, Voraussagen zu machen. Aber es lässt sich nicht beweisen, dass diese Gesetze wahr sind. Bertrand Russel hat das Problem mit der Geschichte vom Truthahn verdeutlicht.
Einschub: der schlaue Truthahn.
Es war einmal ein schlauer Truthahn, der festgestellte hatte, dass er jeden Morgen etwas zum Fressen bekam. Er leitete daraus ein Naturgesetz ab und machte die Voraussage, dass er für ewige Zeiten morgens etwas zum Fressen bekomme. Aber dann kam Weihnachten.
Wir können also nicht sagen, dass eine gewisse Aussage der Physik wahr ist.
Gegenargument: Die Aussage, dass die Erde eine Kugel (angenähert) und keine Scheibe ist, ist eine wahre, physikalische Aussage.
Dieses Argument besteht aus drei Teilen:
Die Teil 1 und 3 lassen sich wohl kaum bestreiten, aber was ist mit dem Teil 2?
Ich bin der Meinung, dass die Aussage «Die Erde ist eine Kugel und keine Scheibe.» nichts mit Physik zu tun hat.
Begründung: Wenn die Erde eine Scheibe wäre, müsste kein Jota in den Lehrbüchern der Physik geändert werden, weil die Gesetze der Physik noch immer die gleichen wären. Wenn sich aber herausstellen sollte, dass die Entropie in einem geschlossenen System abnehmen kann (2. Hauptsatz der Thermodynamik ist falsch), dann muss fast alles neu geschrieben werden. Der 2. Hauptsatz ist also eine physikalische Aussage, aber unser Beispiel nicht.
Warum ist das wichtig?
Weil sich Menschen manchmal auf die Wissenschaft berufen und behaupten, dass die Aussagen der Naturwissenschaftler wahr sind. Damit machen sie ihre Ansichten natürlich unanfechtbar. Dahinter steckt nicht unbedingt schlechter Wille.
Die Rassenhygieniker, die Stalinisten und Maoisten beriefen sind alle darauf, dass ihre Handlungen richtig sind, weil sie auf wahren Erkenntnissen der Naturwissenschaften berufen.
Eine Naturwissenschaft, die die Wahrheit erkennt, ist auf dem Wege sich überflüssig zu machen.
Ein Denkfehler ist es, wenn man meint, es verhielte sich mit falschen Aussagen entsprechend. Die Welt ist in diesem Fall nicht symmetrisch. Es lässt sich (fast?) immer zeigen, dass eine falsche physikalische Aussage falsch ist.
Im übrigen stelle ich mir eine Welt, in der der Mensch im Besitz der Wahrheit wäre, extrem langweilig vor. Nichts meht zu diskutieren.