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Die Ursache der Kalkschulter (Tendinosis
calcarea) ist bisher nicht sicher geklärt. Diskutiert werden mechanische und biochemische Faktoren. Bevorzugtes Alter ist das 30.-50. Lebensjahr, Frauen sind häufiger
als Männer betroffen. Ein beidseitiges Auftreten besteht in 20-40 % der Fälle.
Die rechte Schulter ist häufiger betroffen als die linke.
Unsere Patienten klagen meistens über nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der Schulter oder über Schmerzen, die bei Abspreiz-Bewegungen ab einem bestimmten Winkel auftreten. Die Schmerzen entstehen durch Kompression des Kalkherdes und der entzündeten Rotatorenmanschette zwischen Oberarmkopf und Schulterdach. Akute Schmerzen können ein indirektes Zeichen für die Auflösung des Kalkherdes sein.
Im Röntgenbild und in der Sonographie des Schultergelenkes finden sich die Kalkeinlagerungen meist in der Supraspinatussehne.
Die nichtoperative Therapie besteht zunächst in einer Infiltrations-Therapie kombiniert mit der Einnahme von entzündungshemmend wirkenden Medikamenten. Im akuten Stadium ist eine Physiotherapie wenig sinnvoll. Erst nach Abklingen der akuten Schmerzsymptomatik wird diese zur Verbesserung des Bewegungsumfanges am Schultergelenk verordnet.
Eine weitere therapeutische Option ist die extrakorporale Stosswellentherapie (ESWT). Evidenzbasierte Studien haben die effektive Wirkung der Stosswellentherapie belegen können.
Die effektivste Form der Behandlung
ist die minimalinvasive Kalkentfernung, die dann indiziert ist, wenn die
oben genannten konservativen Behandlungsmassnahmen ausgeschöpft sind.
Über kleine Zugänge wird hierbei arthroskopisch der entzündete Schleimbeutel unterhalb des Schulterdaches entfernt. Die Rotatorenmanschette und das Kalkdepot werden dargestellt und das Kalkdepot entweder über das Saug-Needling oder durch vorsichtige Eröffnung der Supraspinatussehne mittels Mikroinstrumentarium mit Unterdruck entfernt. Im Vergleich zur offenen Kalkentfernung liegt der Vorteil der arthroskopischen Technik in einer kürzeren Rehabilitationszeit.
Sollten sich dabei Zeichen eines subakromialen Impingement finden, werden dabei zusätzlich die Knochenkanten im Schulterdach (Akromion) abgeschliffen (subakromiale Dekompression).
Bereits kurz nach der Operation beginnt die Physiotherapie. Die Schulter wird für ca. 2 Wochen mit einer Armschlinge unterstützt. Der operierte Arm darf für 4 Wochen nicht über Schulterniveau angehoben und belastet werden.
Insbesondere stark schmerzgeplagte Patienten profitieren oft sehr schnell von der Operation. Im Regelfall dauert es ca. 6 bis 8 Wochen, bis eine volle Belastbarkeit der Schulter erreicht wird. Bestand schon vor der Operation über einen längeren Zeitraum eine Entzündung, so kann sich die Regenerationszeit aber auch darüber hinaus verlängern.
Leichte körperliche Tätigkeiten (Büro, administrative Tätigkeiten) können nach ca. 2 Wochen wieder aufgenommen werden. Sportarten ohne Überkopfbelastung mit Gewichten können nach einem Zeitraum von 3 Monaten wieder begonnen werden.
Die Physiotherapie erfolgt bis zur freien Schulterbeweglichkeit und bis zum Ausgleich der Muskulatur. Sie kann später durch ein Heimprogramm ersetzt werden.