Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03138.jsonl.gz/2416

Die vom chinesischen Broker Li Yonghong gegründete und kontrollierte Investorengruppe «Rossoneri Sport Investment Lux» mit Sitz in Luxemburg hat von Silvio Berlusconis Familien-Holding Fininvest die Anteile von 99,93 Prozent für 540 Millionen Euro abgekauft und zudem die Schulden in Höhe von 220 Millionen Euro übernommen.
Li Yonghong ist im Vergleich zu Berlusconi nicht sehr vermögend. Sein Finanzvolumen wird von Experten auf rund 700 Millionen Euro geschätzt. Der Kauf von Milan wurde möglich durch die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Hedgefonds «Elliott» und dem chinesischen (halbstaatlichen) Finanzinstitut «Huarong», das über Offshore-Konten von den Britischen Jungferninseln aus operierte.
Die neuen Besitzer von Milan kommen also aus China und den USA. In Mailand operativ tätig sind aber weiterhin Italiener, wenn auch nicht mehr Silvio Berlusconi und sein Geschäftsführer Adriano Galliani. Neuer Generaldirektor ist Marco Fassone, der in den letzten zwölf Jahren in gleicher Funktion für Juventus Turin, Napoli und Inter Mailand tätig war. Sportchef ist Massimiliano Mirabelli, der bis im letzten Sommer bei Inter Mailand als Chefscout arbeitete.
Berlusconi hatte die AC Milan im Februar 1986 für den symbolischen Wert von 1000 Lire gekauft und an die Spitze des Weltfussballs geführt. Unter ihm gewann Milan bis 2011 in 25 Jahren 28 Titel, darunter fünf Mal den Meistercup beziehungsweise die Champions League sowie acht Mal die italienische Meisterschaft.
In den letzten fünf Jahren – verursacht auch durch die wirtschaftlichen, politischen und juristischen Probleme Berlusconis – stürzte Milan in eine Krise und gewann nur noch einen Titel, den italienischen Supercup im vergangenen Dezember gegen Juventus Turin. In der Serie A resultierten zuletzt die Platzierungen 8, 10 und 7. Im Europacup spielte Milan letztmals in der Saison 2013/14.
Aktuell sind die Mailänder auf Platz 6 klassiert. Die chinesischen Investoren wollen den Verein nun wieder zu alter Grösse aufbauen. Für den kommenden Sommer haben sie ein Transferbudget von rund 150 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Weil der Stadtrivale Inter Mailand seit letztem Mai im Besitz des chinesischen Unternehmens Suning ist, kommt es am Ostersamstag zum ersten «chinesischen» Mailänder Derby. Das Spiel wird schon um 12.30 Uhr angepfiffen – zur TV-Primetime in China.
(SDA)