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Wer wenig bis gar kein Fleisch isst, senkt das Risiko, an Krebs zu erkranken, um bis zu 14 %. Zu diesem Ergebnis kam ein Forschungsteam der Oxford-Universität im Rahmen einer Langzeitstudie mit über 470’000 Teilnehmenden. Aber es gibt womöglich einen Haken …
Inhaltsverzeichnis
- Fleischarme Ernährung kann generelles Krebsrisiko senken
- Geringer Fleischverzehr kann Darm-, Brust- und Prostatakrebs vorbeugen
- Gesundes Leben: Weniger Fleisch, weniger Alkohol, weniger Rauchen
- Fazit
Jährlich erkranken in der Schweiz mehr als 40’000 Menschen an Krebs. Wie sie sich ernähren, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Immer wieder betonen Expertinnen und Experten die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für unsere Gesundheit. Dass dabei besonders ein reduzierter Konsum tierischer Produkte positive Auswirkungen haben könnte, zeigt auch eine Studie von Cody Watford und seinen Kolleginnen und Kollegen an der Universität von Oxford.
So kommt diese zu dem Ergebnis, dass mit sinkendem Fleisch- und auch Fischkonsum die Wahrscheinlichkeit abnahm, grundsätzlich an Krebs zu erkranken.
Fleischarme Ernährung kann generelles Krebsrisiko senken
Im Zuge der kürzlich erschienenen Studie der Oxford-Universität wurden 217’937 Männer und 254’400 Frauen zwischen 40 und 70 Jahren, bei denen zum Zeitpunkt der Erhebung keinerlei Krebserkrankung vorlag, zu ihrem Fleischverzehr befragt. Die Antwortmöglichkeiten reichten hierbei von „nie“ bis „ein bis mehrmals täglich“. Anschliessend wurden die Probandinnen und Probanden in vier Ernährungsgruppen unterteilt:
- Personen, die mehr als fünfmal pro Woche Fleisch assen
- Personen, die weniger als fünfmal pro Woche Fleisch assen
- Pescetarier
- Vegetarier/Veganer
Anhand der über einen Zeitraum von elf Jahren gesammelten Daten ermittelten die Forschenden, dass bei 12 % der 472’337 Teilnehmenden im Laufe des Erhebungszeitraums neue Krebserkrankungen aufgetreten waren.
Dabei zeigte sich, dass bei denjenigen, die weniger als fünfmal pro Woche Fleisch assen, das Krebsrisiko um 2 % niedriger war als bei jenen, die mehr als fünfmal pro Woche Fleisch konsumierten. Für Personen, die sich pescetarisch ernährten (also Fisch, aber kein Fleisch assen), sank das Risiko einer Krebserkrankung im Vergleich zu Menschen mit fleischlastiger Ernährung um 10 %. Eine vegetarische oder vegane Ernährung hatte gegenüber einem regelmässigen Fleischverzehr eine um 14 % geringere Wahrscheinlichkeit zur Folge, an Krebs zu erkranken.
Geringer Fleischverzehr kann Darm-, Brust- und Prostatakrebs vorbeugen
Auch wenn man vergleicht, welche Krebsarten bei welcher Ernährungsform häufiger auftreten, lässt sich laut den Forschenden der positive Einfluss einer fleischfreien Ernährung vermuten: So bestand bei denjenigen Probandinnen und Probanden, welche wenig bis gar kein Fleisch konsumierten, ein deutlich geringeres Risiko einer Darmkrebserkrankung.
Ebenso ergab die Untersuchung, dass das Risiko, nach der Menopause an Brustkrebs zu erkranken, bei vegetarisch lebenden Frauen geringer war. Bei Männern, die sich pescetarisch ernährten oder die Vegetarier waren, sank zudem das Risiko für Prostatakrebs.
Gesundes Leben: Weniger Fleisch, weniger Alkohol, weniger Rauchen
Diese Erkenntnisse decken sich mit den Ergebnissen früherer Studien und scheinen das zu bestätigen, was der World Cancer Research Fund International (WCRF) seit Jahren befürwortet: eine vollwertige und vorwiegend pflanzenbasierte Ernährung, weil diese besser für unsere Gesundheit sei und dabei helfen könne, Krebserkrankungen potenziell vorzubeugen.
Gleichzeitig betont das Forschungsteam um Cody Watford, dass auch nicht-ernährungsbedingte Faktoren eine gewichtige Rolle spielen. Also solche, die die Lebensweise, wie z. B. Trinken und Rauchen, betreffen.
So deuteten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass insbesondere Personen, die sich vegetarisch ernährten, auch einen insgesamt gesünderen Lebensstil verfolgten: Sie rauchten zum einen weniger und tranken auch weniger Alkohol. Wo wir also beim «Haken» der Studie angekommen wären. Schliesslich muss man davon ausgehen, dass nicht nur der blosse Fleischverzicht für ein geringeres Krebsrisiko gesorgt haben könnte.
Fazit
In einer Langzeitstudie der Oxford-Universität konnte festgestellt werden, dass ein möglicher Zusammenhang zwischen einem geringen Fleisch- und Fischverzehr und einem geringeren Risiko für Darm-, Prostata- und Brustkrebs besteht. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährte, hatte sogar ein bis zu 14 % geringeres Krebsrisiko. Der Haken dabei: Die Forschenden wiesen darauf hin, dass auch nicht-ernährungsbedingte Einflussfaktoren eine Rolle bei den Ergebnissen gespielt haben könnten – was die Aussagekraft der Studie schwächen könnte.