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Wasserunternehmen in der Schweiz
Viele grosse Unternehmen haben in der Schweiz ihren Hauptsitz. Beispiele von im Wasserbereich tätigen Unternehmen sind: Coca Cola, mit der Marke Valser und Nestlé mit den Marken Henniez, San Pellegrino, Evian, Vittel und Christalp. Die Schweiz ist deshalb Standort internationaler Kämpfe ums Wasser, um Arbeits- und um Menschenrechte.
Beispiel: Nestlé in Südafrika
Als Beispiel für die Notwendigkeit solcher Kämpfe können die Auswirkungen der Tätigkeit von Nestlé unweit von Pretoria, Südafrika dienen, über die in einer ARD-Reportage von 2013 berichtet wurde. Nestlé hat dort eine Wasserfabrik, in der pro Tag 282‘000 Liter Flaschenwasser abfüllt wird. Es handelt sich um das Produkt „Pure Life“. Die Arbeiter der Fabrik sind in Zwölf-Stunden-Schichten beschäftigt, haben 15 Minuten Mittagspause und wohnen direkt neben der Fabrik. Im Dorf gibt es kein sauberes Trinkwasser, die Menschen sind von ihrer Quelle abgeschnitten. Nestlé stellt den Fabrikarbeitern pro Tag einen Liter Flaschenwasser zur Verfügung, den diese ihren Kindern mit nach Hause bringen. Aus gutem Grund: Wenn die Kinder verschmutztes Wasser trinken, werden sie krank. Auch den Erwachsenen setzt das schlechte Wasser zu. Sie haben Probleme mit dem Magen und der Verdauung. Im Film bittet ein Arbeiter Nestlé inständig um eine Wasserleitung zum Dorf.
Die Herstellung und der Konsum von Flaschenwasser haben auch in der Schweiz negative Auswirkungen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Argumentarium:
Anzeigen gegen Nestlé in der Schweiz
Vor schweizerischen Gerichten können Strafanzeigen gegen Nestlé eingereicht werden. Ein Beispiel ist das Urteil gegen Nestlé wegen Bespitzelung einer Attac-Gruppe. 2012 konnte gezeigt werden, dass im Jahr 2004 im Auftrag von Nestlé drei Spitzel unter falschen Namen in die Gruppe eingeschleust worden waren und regelmässig Rapporte über deren Arbeit an Nestlé ablieferten. Die Bespitzelung dauerte etwa fünf Jahre und verunsicherte alle Beteiligten nachhaltig.
Ein weiteres Beispiel war die im Februar 2012 eingereichte Strafanzeige gegen Nestlé sowie fünf ehemalige führende Manager des Konzerns wegen Mitverantwortung für die Ermordung des kolumbianischen Gewerkschafters Luciano Romero im Herbst 2005. In diesem Fall wurden jedoch keine Ermittlungen eingeleitet, weil der Mord verjährt sei, so die Strafverfolgungsbehörden. Die Strafanzeige war 2012 von der kolumbianischen Gewerkschaft Sinaltrainal und vom Europäischen Zentrum für Verfassungs-und Menschenrechte (ECCHR) in Berlin eingereicht worden.
In beiden Fällen wurde in Schweizer Justizkreisen der Verdacht laut, die Schweizer Gerichte hätten Gefälligkeitsentscheidungen zu Gunsten von Nestlé getroffen. (Näheres: Artikel der TAZ).