Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03430.jsonl.gz/1181

Was liebst Du alles in Deinem Leben? Vielleicht liebst Du Dir nahestehende Menschen, vielleicht gibt es Orte, die Du ganz fest in Dein Herz geschlossen hast, oder bestimmte Sachen oder Tätigkeiten lösen in Dir Glücksgefühle aus. Die Liste könnte man beliebig verlängern. Etwas zu lieben ist wunderschön und ohne dieses Gefühl ist das Leben grau und farblos.
Ich habe jetzt eine Frage an Dich: "Liebst Du Dich selber?".
Wenn nicht ein "Ja" aus tiefstem Herzen kommen kann, dann bitte ich Dich, Dir selber folgende Frage zu stellen:
"Wieso schenke ich so vielen Sachen meine Liebe und nicht mir selber?"
Vielleicht wirst Du Bereiche aufzählen oder Themen, die in deinen Augen, dagegen sprechen, dass Du Dich selber lieben kannst. Es taucht ein Gedanke auf, der sagt:" Mein Gott, ich habe so viele Macken, das wäre überheblich, wenn ich mich jetzt einfach lieben würde. Zuerst muss ich an diesen Schwächen arbeiten. " Das Konzept der Perfektion hat aber mit Liebe herzlich wenig zu tun.
Perfektion ist flüchtig und wandelbar; Liebe überdauert und ist nicht an eine Form gebunden. Perfektion wird erarbeitet; Liebe wird geschenkt.
Perfektion ist an eine Vorstellung gebunden, wie etwas zu sein hat; Liebe ist bedingungslos.
Diese bedingungslose Liebe bedeutet, dass man etwas liebt "trotz" der "Schwächen und Macken" und nicht "wegen" der "Perfektion".
Dies ist natürlich kein Freipass, um sich aus der Verantwortung für das eigene Leben herauschleichen zu können und sich selber und anderen unter dem Deckmantel der Liebe alles zumuten zu können. Selbstliebe muss jedoch nicht einem Perfektionsbegriff genügen, denn sie haben nichts miteinander zu tun.
Du musst daher nicht "perfekt" sein, um Dich selber lieben zu können. Nimm Dich einfach an, so wie Du bist und Du öffnest der Selbstliebe die Tür, um einzutreten.
Bild: Vivian Wermuth