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Reichen die vorbeugenden Schutzmassnahmen nicht aus, um Explosionen zuverlässig zu verhindern, sind konstruktive Explosionsschutzmassnahmen nötig. Dies verlangt, bis auf wenige klar definierte Ausnahmen den zwingenden Einsatz von Explosionsentkopplungskomponenten, um Menschen und Anlagen vor Schäden zu schützen – unabhängig davon, ob die Anlage explosionsfest gebaut ist, eine Unterdrückung zum Einsatz kommt oder Entlastungskomponenten am Behälter definiert wurden.
Explosionsfeste Bauweise
Zum Schutz gegen die Druckwirkungen von Explosionen besteht die Möglichkeit, den Behälter oder Apparat für den maximalen Druck auszulegen. Bei dieser konstruktiven Explosionsschutzmassnahme nimmt man die Explosion bewusst in Kauf.
Explosionstechnische Unterdrückung
Innerhalb weniger Millisekunden erkennen Sensoren eine Explosion in der Anlage. Sie geben ein Signal an die Steuerung weiter, welche unter Druck stehende Behälter öffnet und Löschmittel einsprühen lässt. Die Explosion wird dadurch im Keim erstickt.
Explosionstechnische Entlastung
In diesem Falle wird der Druck einer Explosion durch Entlastungskomponenten (mit Flammen oder flammenlos), wie beispielsweise Berstscheiben aus der Anlage geleitet. Die Anlage wird dadurch keinem erhöhten Druck ausgesetzt und nimmt auch keinen Schaden.
Unabhängig davon welches konstruktive Schutzkonzept angewandt wird, muss die Explosion zusätzlich entkoppelt werden. Wird auf eine Entkopplung verzichtet, kann sich die Explosion über die angeschlossenen Rohrleitungen in andere Anlagenteile ausbreiten. Die mögliche Folge wäre eine Flammenstrahlzündung in einem nächsten Behälter aufgrund von Vorkompressionseffekten und erhöhten Turbulenzen. Jedoch mit einem Explosionsdruck, der um ein Vielfaches höher sein kann, als der im Labor ermittelte Wert des verwendeten Mediums.