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Jacques Cousteau lebt mit seiner Frau Simone und seinen zwei Söhnen Jean-Michel und Philippe in einem Haus am Mittelmeer. Dies ist ihm jedoch nicht genug. Er und seine Frau träumen von der weiten Welt. So fassen sie den Entschluss die Meere zu bereisen. Dafür geben sie alles auf, kaufen sich ein Schiff und schicken die Jungen aufs Internat.
Dies ist die Ausgangslage des Films über den berühmten Forscher und Fernsehstar. Schon nach diesem Einstieg ist klar: Gewöhnlich war das Leben der Cousteaus nicht. Einen Traum zu verwirklichen, bedeutet schwierige Entscheidungen zu treffen. Der Film von Regisseur Jérôme Salle trägt auf Deutsch den Titel «Jaques – Entdecker der Ozeane» und umfasst etwas mehr als 30 Jahre des Lebens des französischen Pioniers. Dabei fokussiert er sich auf die Beziehung zwischen Cousteau und seinem Sohn Philippe.
1. Das umweltfreundlichste Zitat
«Ich wollte sie [die Meere] erobern, dabei hätte ich sie beschützen sollen.» Diese Worte äussert Jacques Cousteau im Film als er mit seinem Sohn Philippe auf einem Eisplateau in der Antarktis steht.
2. Der Schauspieler
Lambert Wilson, 58, verkörpert in «L’Odyssée» Jacques Cousteau. Um der mageren Gestalt Cousteaus zu entsprechen, nahm der Schauspieler einige Strapazen auf sich. So nahm er 10 kg ab. Da er Cousteau von 37 bis 70 spielt, musste er ebenfalls entsprechend altern. Dazu war viel Zeit beim Maskenbildner notwendig.
Wilson war in den letzten 40 Jahren in unzähligen französischen Filmen zu sehen. Aber auch in Hollywood ist er nicht unbekannt. Dem einen oder anderen Science-Fiction-Fan dürfe er als «Merowinger» aus den Matrix-Fortsetzungen «Matrix Reloaded» und «Matrix Revolutions» bekannt sein.
3. Fakten, die man wissen sollte
Jacques-Yves Cousteau (1910 - 1997) war ein französischer Erforscher, Erfinder, Entdecker, Filmemacher und Umweltschützer. Ab den 50er Jahren waren er und seine Filme zuerst im Kino und dann später zu Hause, auf den ersten Farbfernsehern, zu sehen. Durch ihn entdeckten die Zuschauer damals die für sie bis dahin unbekannte Unterwasserwelt. «Commandant» Cousteau, sein Schiff Calypso, Sohnemann Philippe und die roten Mützen der Mannschaft erlangten rasch grosse Berühmtheit.
Cousteau ist aber auch eine äusserst umstrittene Figur. Sein Privatleben war ebenso turbulent wie seine Karriere. So hatte er zum Beispiel zwei uneheliche Kinder mit seiner Geliebten. Für die perfekte Aufnahme liess er auch mal Haie töten, spritzte Tieren Aufputsch- oder Beruhigungsmittel und liess Klippen sprengen. Erst in späteren Jahren wendete er sich durch Einfluss seines Sohnes Philippe dem Umweltschutz zu. Er wurde einer der ersten Kämpfer für die Natur.
4. Das Urteil
«L’Odyssée» ist ein Film über eine aussergewöhnliche Familie und ihr aussergewöhnliches Leben. Die Filmbiographie ist sich jedoch auch darüber im Klaren, dass Cousteau nicht perfekt war. Wir erhaschen einen Blick auf den Mann hinter der Ikone. In 120 Minuten werden über 30 Jahre gepackt. Bei so viel Material kann der Spielfilm gar nicht in die Tiefe gehen. So wirken manche Entscheidungen der Charaktere etwas aus der Luft gegriffen und Konfliktpotenzial wird vertan.
Der Film überzeugt jedoch durch eine wundervolle Inszenierung. Zudem ist er unglaublich bildgewaltig. Gedreht wurde in Argentinien, Kroatien, den Bahamas und der Antarktis. Vor allem die Meeresaufnahmen sind beeindruckend. Sei es als tosendes Ungeheuer, spiegelglatte Oberfläche oder farbenfroher Unterwasserlebensraum, das Meer ist der grösste Star des Films. Zum Glück gehen die Hauptdarsteller Lambert Wilson (Jacques Cousteau), Audrey Tautou (Simone Cousteau) und Pierre Niney (Philippe) da nicht unter. Entstanden ist ein schöner Film, der ein Stück Umweltgeschichte erzählt und die Abenteuerlust schürt.
Filmstart: 8.12.2016