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«Alessandro Blasetti, der in den dreissiger und frühen vierziger Jahren den Höhepunkt seiner Regielaufbahn erreichte, gilt als wichtiger Vorläufer der Nachkriegsrenaissance des italienischen Kinos. Zusammen mit Mario Camerini dominierte er das italienische Kino der faschistischen Ära (1922–1943), obschon ihn einige seiner Filme in Konflikt mit dem Mussolini-Regime brachten.
Blasettis Historienfilm La corona di ferro gewann 1941 den ersten Preis beim Filmfestival von Venedig. Angesiedelt im Italien des 13. Jahrhunderts und auf einer Legende basierend, erzählt der Film von einem korrupten, gewalttätigen und machthungrigen König, der eine Gerechtigkeit symbolisierende Krone zurückweist. Nach einer Reihe fürchterlicher Erscheinungen, die den König vor den Konsequenzen seines Tuns warnen, sieht er seine Herrschaft von einem Krieger bedroht, der die korrupte Monarchie zu stürzen versucht.
Der Filmhistoriker Peter Bondanella beschreibt La corona di ferro als politisch zweideutigen Film: ‹Während er einerseits die weit verbreitete Friedenssehnsucht unter den Italienern zum Ausdruck bringt, kann die Suche nach einem charismatischen Führer, der eine magische Krone an ihren rechtmässigen Ort in Rom zurückbringt, auch als Referenz an Mussolini, den Duce eines neuen Rom, verstanden werden.›
Obschon Blasetti bisweilen als Vater des Neorealismus bezeichnet wird und er mit seinem realistischen Approach und seiner Arbeit mit Laiendarstellern viele Regisseure beeinflusste, arbeitet er bei La corona di ferro noch mit wahrhaft epischem Massstab. Als der Film 1948 in den USA herauskam, wurde er, besonders wegen seiner Meisterung von Massenszenen, vielfach mit den Epen Cecil B. DeMilles verglichen.» (Roger Fristoe, Turner Classic Movies)
Drehbuch: Alessandro Blasetti, Renato Castellani, Corrado Pavolini, Guglielmo Zorzi, Giuseppe Zucca
Kamera: Mario Craveri, Vaclav Vich
Musik: Alessandro Cicognini
Schnitt: Mario Serandrei
Mit: Elisa Cegani (Mutter von Elsa & Elsa), Gino Cervi (Il re Sedemondo di Kindaor), Massimo Girotti (Licinio & Arminio), Osvaldo Valenti (Eriberto), Paolo Stoppa (Trifilli), Primo Carnera (Klasa), Luisa Ferida (Kavaora, Mutter von Tundra & Tundra), Rina Morelli (la vecchia del fuso), Umberto Silvestri (Farkas), Stelio Carnabuci (Re Artace)
98 Min., sw, 35 mm, I/d/f