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Diese Arbeiter, darunter Handllanger, haben ihre festen, untersten Platz in einer Klassenpyramide der japanischen Atomindustrie. Nach vier Tagen Instruktion erledigen sie die gefährlichsten Arbeiten und werden zu «Helden von Fukushima». Weil sie einer Strahlenbelastung ausgesetzt waren, erhalten sie nirgendwo sonst mehr eine Arbeit.
Sie wischen radioaktive Pfützen auf
In einer Reportage berichtet die Berliner Zeitung taz über die Arbeiten vor Ort, welche die radioaktive Verseuchung eindämmen und stoppen sollen. Ein «Atomproletariat» trage des Verstrahlungsrisiko fast allein: «Diese Arbeiter, darunter viele Tagelöhner, säubern die Wände der Reaktorbehälter, füllen strahlenden Abfall um oder wischen radioaktive Pfützen auf. Meist bleiben sie unter sich: Wer in Japan einmal in einem AKW gearbeitet hat, erhält nirgendwo sonst mehr einen Job. Genau wie die Hibakusha, die Strahlenopfer von Hiroshima und Nagasaki, sind Atomarbeiter stigmatisiert. Wie Nomaden ziehen manche von einem AKW zum anderen.»
Für 100 bis 15 Franken pro Tag
Diese Arbeiter hätten keine andere Wahl, als diese Arbeit anzunehmen. «Wenn ich nein sage, erhalte ich überhaupt keine Jobs mehr», erklärte ein Arbeiter gegenüber der japanischen Boulevard-Illustrierten Friday, die als erstes Zeitung Zugang zum Arbeiter-Wohnblock erhielt. Die Arbeiter seien mangelhaft auf ihren Einsatz vorbereitet: Während vier Tagen informiert man sie über Kernspaltung, Sievert und Becquerel. Danach müssten sie die gefährlichsten Arbeiten erledigen – und erhalten dafür den geringsten Lohn. Von umgerechnet 4100 Franken Tageshonorar, die einige Arbeitern weiter oben in der Pyramide erhielten, könnten sie nur träumen. Für die Aufenthalte in hochradioaktiv verstrahlter Umgebung speist man sie mit einem Tageslohn zwischen 10.000 und 15.000 Yen ab, umgerechnet 100 bis 150 Franken.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine