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Die Nationale Akademie für Medizin (NAM) ist eine gemeinnützige Einrichtung, die unabhängige und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierte Empfehlungen zu medizinischen Fragen abgibt. Die Nationalen Akademien wurden ursprünglich gegründet, um die US-Regierung zu beraten und das Wohlergehen der US-Bevölkerung zu fördern. Heute sind ihre Tätigkeitsfelder umfassender. Die NAM entstand 1970 unter dem Namen «Institut für Medizin». Sie arbeitet mit Organisationen rund um den Erdball zusammen, um objektive Informationen und Ratschläge zur Gesundheits- und Wissenschaftspolitik für politische Entscheidungsträger, Fachleute, Führungskräfte und für die breite Öffentlichkeit zu erarbeiten. Die Zeitung New York Times formulierte vor einigen Jahren: «Das Institut für Medizin ist der angesehenste und zuverlässigste Berater der Nation in Fragen der Gesundheit und Medizin und seine Berichte können das medizinische Denken in der ganzen Welt verändern».[1]
Grosse Anerkennung
An der Jahresversammlung der NAM vom 19. Oktober 2020 wurden 100 neu gewählte Mitglieder bekanntgegeben, von denen 10 von ausserhalb der USA stammen. Darunter ist Prof. Pierre-Alain Clavien, Direktor der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie am USZ und Lehrstuhlinhaber an der Universität Zürich. «Diese neuen Mitglieder sind eine aussergewöhnliche Gruppe von Wissenschaftlern und Führungskräften, deren Fachwissen in Wissenschaft, Medizin, Gesundheit und Politik wesentlich dazu beitragen wird, die NAM bei der Bewältigung der dringendsten Gesundheitsprobleme von heute zu unterstützen», sagte der Präsident der National Academy of Medicine, Victor J. Dzau. Pierre-Alain Clavien ist der erste Chirurg ausserhalb der USA, der in die renommierte Akademie eintritt und der zweite Schweizer nach Nobelpreisträger Prof. Richard R. Ernst von der ETH Zürich. «Ich freue mich sehr über diese aussergewöhnliche Ehre», sagt Prof. Clavien, «dies ist die wohl bedeutendste Anerkennung meiner Karriere». Die Wahl in die Akademie gilt als eine der höchsten Ehrungen in den Bereichen Gesundheit und Medizin und würdigt Personen, die herausragende berufliche Leistungen erbracht und Engagement zum Wohl der Gesellschaft gezeigt haben.
Gewichtige Studien
Der Grund für seine Wahl beruht auf seinen Forschungsbeiträgen. So hat Pierre-Alain Clavien eine Klassifikation über Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen entwickelt, die seinen Namen trägt und die heute weltweit in fast allen Bereichen der Chirurgie als Standard verwendet wird. Daneben haben seine Studien auf den Gebieten der Leberchirurgie sowie der Lebertransplantation die Disziplinen vorangebracht. Zuletzt war Prof. Clavien an der Entwicklung einer Maschine beteiligt, die eine Leber ausserhalb des Körpers während einer Woche am Leben erhalten kann. Dahinter steht ein multidisziplinäres Forschungsteam am Forschungsplatz Zürich.