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Zwischen den beiden seitlich vergletscherten
Spitzen ragt Punkt 3119 m, an welchem auf der
O.-Seite die zum
Casacciagletscher hinabziehenden Eisfelder zusammenhängen.
Vom
Piz Vallatscha aus gabelt sich die Bergkette nordwärts in 3 Aeste,
zwischen deren östlichern unter dem Punkt 3023 m ein etwa 700 m breites Gletscherfeld herabhängt.
Piz Vallatscha
ist bis nach
Disentis sichtbar und gilt dort als Wetterzeichen, indem eine an ihm nordwärts treibende Wolke Regen anzeigt.
Die Ersteigung wird nur sehr selten ausgeführt und kann aus
ValMedel oder aus
Val Cristallina herauf über Eisfelder schwierig
bewerkstelligt werden.
Während der als Aussichtspunkt berühmte
Scopi grösstenteils aus grauen und dunkeln,
Belemniten führenden Bündnerschiefern (Lias) besteht, ist der
Piz Vallatscha aus Protogin- oder Granitgneis und Bankgranit
zusammengesetzt.
Diese verschiedene Zusammensetzung ergibt ganz verschiedene Gipfel- und Gratformen zwischen dem
Scopi und
den
Gräten und Gipfeln des Medelserstockes, welch letzterer schon amPiz Vallatscha massige, eckige Gestaltung
zeigt.
Vallatscha d'Astras liegt ganz über der Waldgrenze, verläuft in SO.-, dann
in O.- und NO.-Richtung und hat bei einer Länge von 2,7 km ein Gefälle von 22%. Das Thälchen trägt hübsche und florareiche
Alpweiden und hat als Unterlage vorn Gneis und Phyllit, weiter oben Triasbildungen (Verrucano, Muschelkalk, obere Rauhwacke
und Hauptdolomit).
Der Bezirk ist arm. Da die Landwirtschaft wenig abträgt und industrielle Tätigkeit sozusagen ganz fehlt, wandern viele
Bewohner nach Amerika aus und nimmt so die Einwohnerzahl stetig ab. In Kalifornien leben über 3000 Bürger
des
Maggiathales, und von einigen Gemeinden (besonders im Kreis
Maggia) sind mehr als die Hälfte ihrer Bürger in überseeischen
Gebieten ansässig. Das Thal wird bis
Fusio hinauf von einer schönen, 45 km langen Fahrstrasse durchzogen. Hauptbeschäftigung
der Bewohner ist Viehzucht mit Herstellung von
Käse, der zum grössten Teil als sog. «formaggio dolce»
frisch genossen wird. Im
Val Lavizzara und
Val Peccia stellt
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mehr
man einen dem Gorgonzola ähnlichen Weichkäse her, der in Stroh gehüllt und daher «formaggio
della paglia» genannt wird. Bis Cevio hinauf beschäftigt die Ausbeute der Steinbrüche auf Granitgneis einige hundert Arbeiter.
Von einiger Bedeutung war bis Ende des letzten Jahrhunderts im Val Lavizzara auch die Verarbeitung des auf der
Alp Soveneda im Pecciathal in beträchtlichen Mengen vorhandenen Ofen- oder Giltsteins (auch Lavezstein genannt) zu Oefen,
sowie Töpfen und Schüsseln aller Grössen. Das Wappen der Thalschaft, wie man es heute noch in der Kirche von Sornico sieht,
trägt einen solchen Topf (laveggio). Auch der Name Lavizzara (früher Laviggiara) lässt sich ohne Zweifel
auf diese einstige Lokalindustrie zurückführen, die heute fast vollständig verschwunden ist und an welche die in San Carlo
(1003 m) im Pecciathal noch zu sehenden Mühlen und Töpferdrehscheiben zur Herstellung der «laveggi» als stumme
Zeugen erinnern.
Die eidg. Viehzählungen ergeben folgende Resultate:
1896
1901
1906
Rindvieh
3488
3693
3763
Pferde
54
72
86
Schweine
546
682
759
Schafe
977
1489
1267
Ziegen
9127
10416
10976
Bienenstöcke
430
556
-
Der Bezirk zählt 105 Alpweiden, die mit 3800 Stück Rindvieh, 9100 Ziegen, 2150 Schafen und 600 Schweinen bezogen werden.
Er stellt jährlich für 133000 Fr. Käse und 47000 Fr. Butter
her.
Im Kreis Maggia werden noch überall Mais und der Weinstock gebaut; doch sind die schönen Wiesen, die hier den auf eine Länge
von 10 km durchschnittlich 500 m breiten Thalboden einst bedeckten, um die Mitte des 19. Jahrhunderts nach und nach verschwunden.
Infolge der unsinnigen Verwüstung der prachtvollen Tannen- und Lärchenwälder an den Thalgehängen verödete
das ganze Gebiet und konnten die Wildbäche ihre zerstörenden Kräfte ungestört zur Geltung bringen, sodass sich die Sohle
des Maggiathales heute als eine mit Gestrüpp bewachsene Sand- und Kiesfläche vorstellt.
Obstbäume, Korn und Hanf werden mit Erfolg bis Prato und Sornico (760 m) gebaut, wo sich auch die obere
Verbreitungsgrenze des Maulbeerbaums befand, der der bis in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts blühenden Zucht der Seidenraupe
diente, dann aber infolge der Einfuhr von Seide aus dem Orient und wegen Mangels an Arbeitskräften (Auswanderung der jungen
Männer) vollständig aus der Gegend verschwand. In den höchstgelegenen Gemeinden Fusio (1280 m), Campo
mit Cimalmotto (1100 m) und Bosco oder Gurin (1506 m) baut man einzig noch Roggen und Kartoffeln. Die Kastanie gedeiht kräftig
bis in 960 m Höhe; ob Peccia (849 m) kann man einige Stämme von bis zu 10 m und mehr Umfang sehen.
Die Jagd (auf Gemsen und Murmeltiere) wird nur noch von einigen alten Jägern betrieben, während dagegen der Forellenfang
ziemlich ergibig ist und die beiden Fischzuchtanstalten von Bignasco und Prato sich die Wiederbevölkerung der Wasserläufe
dieser
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