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Wenn es schön ist, ein Anfänger zu sein
Darf jemand, der keine Ahnung hat von Fussball, am TV einen Match der Challenge League kommentieren? Darf jemand, der/die keine Bildung hat über klassische Musik in ein Konzert des Sinfonieorchesters Basel (1876 gegründet) gehen und sich anschliessend öffentlich darüber äussern? Oder: darf jemand, der zuvor noch nie eine Kletterhalle von innen gesehen hat, hier im «Naturfreund» dazu was schreiben?
Vorgängig, in einem E-Mail, hatte mir Regula mitgeteilt, ich solle zusätzlich ein Paar Schuhe mitnehmen. Weil man in einer Kletterhalle nicht barfuss rumgehen dürfe – und auch nicht in Strassenschuhen. Regula? Das ist jene Frau, die (wie sie mir nachträglich erzählt hat) bereits als Zweijährige an Baugerüsten rumgeklettert ist; und die (als ursprünglich gelernte Schreinerin) heute in der IT-Abteilung eines Zürcher Spitals arbeitet (und zusätzlich bei der dortigen Betriebsfeuerwehr tätig ist) und die während ihrer Ferien am liebsten steile Felswände erklimmt, sei’s in den Alpen oder, wie diesen Herbst, auf Korsika.
Der Reihe nach: in Zürich stieg ich in den S-Bahn-Zug und da wo dieser Zug durchfuhr, sah es so aus, wie ich mir eine S-Bahn-Gegend stets vorstelle: zersiedelt, ein Flickenteppich aus Gewerbebetrieben, grossen und kleinen Häusern, mit Strassen, Parkplätzen und da und dort ein Flecken Grün. Viele Stunden später, nach dem Klettern, auf dem Rückweg, würde Erich, der mich in der Halle so vertrauenswürdig ans Seil genommen hatte, sagen: «Als ich jung war, war das Glattal noch Bauernland».
Und dann also dieses Milandia bei Greifensee. Von aussen sieht’s aus, wie Sportzentren halt so aussehen; also hat’s um sämtliche Gebäude einen Streifen Grün. In einem Prospekt aber hatte ich gelesen: ausgestattet mit einer der grössten Solaranlagen beweise das Sportzentrum Milandia, dass sich ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein auch mit den Erwartungen an eine topmoderne Freizeitanlage vertrage.
Hier eine Tür, dort ein Korridor, dann ein Umkleideraum, und schliesslich steh’ ich im Trainer an der Theke. Oder heisst das im Milandia «Rezeption»? Oder Desk? Oder doch bloss nur Empfang? Nun, wie dem auch sei: der Mann, der «am Schalter» steht (oder am Desk…?) sieht jung und munter aus, längliche Haare, zufriedener Gesichtsausdruck. Es ist Mittagszeit. Was für eine Schuhnummer ich habe…
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