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Zeitbombe unter dem ewigen Eis?
Gefäss:
Das Treibhausgas Methan trägt stark zur Erderwärmung bei. Laut der Fachzeitschrift «Nature» werden unter der Eisfläche der Antarktis gewaltige Ablagerungen von altem organischem Material vermutet, das sich in eisfreien Zeiten vor über 35 Millionen Jahren gebildet hat. Sollte dieses Material im Laufe der Zeit von Mikroben in Methan umgewandelt worden sein , könnte es bei einem weiteren Schmelzen des Eises das Weltklima belasten.
Quelle:
Nasa
Auch unter dem Larsen Eisschelf in der Antarktis könnte sich Methangas verbergen.
Methan wird überwiegend durch Mikroorganismen gebildet, organische Stoffe also, die durch Fäulnis entstehen. Dass sich am Meeresboden oder unter den gewaltigen Eisschichten der Pole grosse Volumen Methan befinden, wird von der Wissenschaft kaum bezweifelt. Vor 35 Millionen Jahren waren die Pole der Erde eisfrei und entsprechend von Lebewesen oder vielmehr Mikroorganismen bevölkert, die sich in den Sedimentsschichten ablagerten und sich unter dem Einfluss von Mikroben zu Methan zersetzten.
Forschungen in den Gletschergebieten Grönlands und Kanadas haben gezeigt, dass die für die Zersetzung von organischen Stoffen nötigen Mikroben auch unter dem Eis gute Lebensbedingungen vorfinden. Wissenschaftler haben errechnet, dass der Druck und die tiefe Temperatur in den heute bekannten Methanlagerstätten ausreichen, damit das Methangas nicht entweicht, sondern kompakt gespeichert bleibt.
Vier Milliarden Tonnen Methan
Noch nicht direkt erforscht wurde bis heute das Vorhandensein entsprechender Mikroben unter den kilometerdicken Eisschichten der Antarktis. Vieles spricht aber dafür. Schätzungen gehen dahin, dass unter der Antarktis 21'000 Milliarden Tonnen organisches Material eingeschlossen sind. Dies ist etwa zehn Mal mehr als die entsprechenden Ablagerungen unter der Arktis. Auf Grund dieser Schätzungen könnten daraus etwa vier Milliarden Tonnen Methan entstanden sein. Der Druck des Eises und die Temperaturen reichen auch hier aus, dass Methangas nicht entweichen kann.
Wie in „Nature“ berichtet, sind die vermuteten Methan-Vorkommen Im Vergleich etwa zur arktischen Situation jedoch in wesentlich geringeren Tiefen des Sediments gespeichert. Ein starkes Abschmelzen des Eispanzers in der Antarktis und damit einhergehend ein massiver Druckabbau könnte jedoch dazu führen, dass grosse Mengen von Methangas in die Atmosphäre entweichen und den Klimawandel noch verstärken könnte. (mai)