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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Erstes Buch
9. Kapitel: Widerlegung der gnostischen Schrifterklärung
1.
Das ist, mein Lieber, die Methode, mit der sie sich selbst betrügen, indem sie die Schriften misshandeln und ihren Hirngespinsten anzupassen versuchen. Deshalb habe ich Dir auch ihre Redereien vorgeführt, damit Du daraus die Hinterlist ihres Betruges und die Bosheit ihres Irrtums erkennest. Erstens, wenn dem Johannes daran lag, die obere Achtheit anzuzeigen, dann hätte er wohl die Reihenfolge des Hervorganges innegehalten und die erste Vierheit als die ehrwürdigere zuerst genannt und dann die zweite angefügt, damit durch diese Reihenfolge in der Nennung auch die Reihenfolge in der Achtheit angezeigt werde. Nicht aber hätte er nach einem so großen Zwischenraum, der den Anschein erweckt, als hätte er sie zunächst vergessen und sich später erst besonnen, die erste Vierheit an letzter Stelle erwähnt. Zweitens, wenn er die Verbindungen hätte offenbaren wollen, dann hätte er den Namen der Kirche gewiß nicht ausgelassen. Er hätte sich entweder wie bei den übrigen Verbindungen mit der Anführung der männlichen Namen begnügt, da man sich hier wie dort jene hinzudenken kann, um überall die Gleichmäßigkeit zu beobachten, oder wenn er die Verbindungen der übrigen aufzählte, dann hätte er auch die Ehehälfte des Menschen genannt, nicht aber uns es überlassen, ihren Namen durch Wahrsagerei zu erraten.