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Durchfall
Mit dem Begriff Durchfall - oder Diarrhöe - kennzeichnet man zu häufigen Stuhlgang und zu dünne Stühle. Besteht gleichzeitig Erbrechen, spricht man von Brechdurchfall (Magen-Darm-Grippe oder Gastroenteritis). Begleitsymptome sind oft Fieber und schlechter Appetit.
Was kann Durchfall auslösen?
Darmentzündungen werden bei Kindern meist durch Viren (Rotaviren, Noroviren), seltener durch Bakterien (Salmonellen, Campylobacter, bestimmte Coli-Bakterien) verursacht. Blutiger Durchfall deutet auf Bakterien als Erreger. Durchfall kann aber auch ein Hinweis auf eine Kuhmilchunverträglichkeit oder andere seltene Stoffwechselkrankheiten sein.
Muss man überhaupt etwas unternehmen?
Die meisten akuten Durchfallerkrankungen, vor allem die virusbedingten, heilen von allein. Sogar die meisten bakteriellen Diarrhöen zeigen ohne Antibiotika rascher eine Besserung als mit. Ausnahme: Eine Salmonellen-Erkrankung oder andere schwere Infektionen, die dringend und konsequent behandelt werden müssen. Medikamente, welche die Darmtätigkeit dämpfen, sind nicht erforderlich und kaum sinnvoll.
Wie Sie den Flüssigkeitsverlust ausgleichen können
Wichtig ist es, den Salz- und Wasserverlust auszugleichen, damit das Kind nicht austrocknet. 150 - 200 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht sollte das Kind zu sich nehmen. Elektrolytlösungen oder Tabletten zum Auflösen in Wasser gibt es aber auch in jeder Apotheke. Ideal und schnell zur Hand ist aber auch mit Traubenzucker gesüsster Schwarztee mit einer Prise Salz (1/2 TL auf 1/2 l Tee), evtl. mit Orangensaft verfeinert. Die bewährte "Drittellösung" besteht aus 1/3 stillem Mineralwasser, 1/3 dünnem Schwarztee und 1/3 Orangensaft, dazu 1 EL Traubenzucker und eine Prise Salz.
Wenn die Elektrolytlösung nicht angenommen wird, muss man Kompromisse machen: Kinder trinken gerne Cola, aus der aber die Kohlensäure herausgeschüttelt werden sollte. Am besten sollte man das Süssgetränke verdünnt geben. Grundsätzlich ist jedes Getränk gut, wenn es das Kind nur akzeptiert.
Eine fettfreie oder fettarme sowie milchzuckerfreie Diät ist zumindest in der Anfangsphase zu empfehlen. Salzstangen oder Salzbrezeln haben sich in der Praxis bewährt, wenn das Kind gar nichts mehr zu sich nehmen will. Auch eine leichte Bouillon versorgt das Kind mit Salz und Flüssigkeit und entlastet den Darm. Geriebener Apfel, schaumig geschlagene Banane, Zwieback, Bitterschokolade oder gekochte Rüebli stopfen. Bei gleichzeitigem Erbrechen lindert Lutschen an einer Zitronenscheibe den Brechreiz. Nach dem Erbrechen kann der Magen mit Haferschleim (20 g Haferflocken in einem Viertelliter Wasser aufgekocht) beruhigt werden.
Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
Konsultieren Sie einen Arzt, eine Ärztin, wenn
- sich der Durchfall nicht innerhalb einer Woche bessert
- der Durchfall blutig ist
- Ihr Kind nicht ausreichend trinkt und zuwenig Urin produziert
- Ihr Kind krank, elend und teilnahmslos wirkt.
Wie ist das mit der Ansteckung?
Viele Betreuungseinrichtungen, Kitas, Kindergärten und Schulen haben als Regel, dass ein Kind mindestens 24 Stunden symptomfrei sein sollte, bevor es wieder mit anderen Kindern zusammentrifft. Kleine Epidemien sollen so verhindert werden. Erkundigen Sie sich, wie es bei Ihnen gehandhabt wird.
Häufige Frage zum Thema
Meist sind Nahrungsmittel die Ursache für Stuhlverfärbungen bei Kindern. Das ist besonders deutlich in der Zeit, wenn Beikost eingeführt wird: Der Baby-Darm erst an die für ihn neue Nahrung gewöhnen und nach und nach die passenden Enzyme für die Verdauung der Nährstoffe bereitstellen. Deshalb ist es...vollständige Antwort lesen
Newsticker
Überreaktion des Immunsystems | 31.12.2020
Zurzeit wird in den Medien viel über Fälle des Pädiatrischen multisystemischen inflammatorischen Syndrom (PIMS) berichtet. Diese Entzündungsreaktion kann bei Kindern mehrere Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus auftreten. Betroffene Kinder haben während mehreren Tagen hohes Fieber und leiden häufig auch an Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Ausschlägen. Gemäss einer Medienmitteilung des Universitäts-Kinderspitals Zürich ist dies nur sehr selten der Fall. Landesweit wurden dieses Jahr mehr als 60 Kinder mit PIMS behandelt, die meisten in den letzten Wochen.
Mit einer frühzeitigen entzündungshemmenden Behandlung kann den kleinen Patienten gut geholfen werden, sodass sie sich meist rasch und vollständig erholen. Besteht ein Verdacht auf PIMS, sollten die Eltern mit ihrem Kind unbedingt zum Kinderarzt gehen oder eine Notfallstation aufsuchen. Die Schweizer Kinderspitäler haben am 30.12.2020 nationale Richtlinien publiziert, die dafür sorgen, dass alle betroffenen Kinder dieselbe Therapie erhalten, welche auf dem neuesten Stand des Wissens beruht.
Corona-Symptome bei Kindern | 08.09.2020
Mithilfe einer Corona-Symptom-Tracking-App hat ein Forschungsteam des King's College in London die bisher grösste Studie mit Kindern durchgeführt. Rund 200 infizierte Kinder wurden überwacht. Ein Drittel der Angesteckten hatte, wie bisher angenommen, keine Symptome gezeigt. Bei den restlichen Kindern bestand Müdigkeit (55 %), Kopfschmerzen (53 %), Fieber (49 Prozent), Halsschmerzen (38 %) und neu auch Appetitlosigkeit (35 %). Das bedeutet, dass Mahlzeiten ausgelassen werden. Bei einem von sechs Kindern traten ausserdem juckende Hautausschläge auf. Forscher der Queen's University in Belfast fanden noch weitere Anzeichen für das Coronavirus bei Kindern. Gemäss ihrer Studie mit 68 Infizierten seien Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall ebenso ein Zeichen für eine Ansteckung.
Newsticker
Salzstangen und Cola helfen nicht: Der weit verbreitete Tipp zur Bekämpfung von Durchfall, Cola und Salzstangen, sei falsch, kommt jetzt von Expertenseite. Cola enthalte zu viel Zucker und könne den Durchfall dadurch verstärken. Und um den Salzverlust des Körpers auszugleichen, reichten auch Salzstangen nicht, weil wichtige Salze wie Kalium und Citrate fehlen. Am besten sei eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Zur Not: In einem Liter abgekochtem Wasser wird je 1/4 TL Salz und Backpulver aufgelöst, dazu 2 EL Zucker oder Honig und 1/2 Tasse Orangensaft. (Newsticker, 17.2.2013)
Durchfall durch Planschbecken: Ob im Planschbecken im Garten oder im hoteleigenen Babypool in den Ferien: Kinder im Windelalter können Stuhl- und Urinabgang noch nicht kontrollieren, so steigt die Erregeranzahl in wenig und warmem Wasser stark an. Gängige Desinfektions- und Reinigungsverfahren reichen nicht aus. Die Keime lösen wässrigen Durchfall, Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Fieber aus. Bei Babys kann der Flüssigkeitsverlust bedrohlich werden. Kein Kind darf deshalb mit Durchfall ins Becken. Kleinkinder sollten regelmässige Toilettenpausen einlegen. (swissmom Newsticker 21.7.2013)
Letzte Aktualisierung : 30-12-20, BH