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Die Blackwater, Coos Bay & Florence Railroad Co. ist eine fiktive Anlage (freelanced, wie die Amerikaner sagen). Um sich in die Arbeitsabläufe hineindenken zu können, finde ich es wichtig, dass auch eine fiktive Eisenbahn eine Geschichte haben sollte.
Deshalb möchte ich die natürlich auch frei erfundene Geschichte der Bahn erzählen:
1881, 22 Jahre nach dem Eintritt Oregons zu den Vereinigten Staaten, gründete Myron J. Henry die Blackwater Logging Co. Ziel war es, das Holz als wertvollen Rohstoff im Bereich des Blackwater River in Oregon zu holzen und über den Fluss zur Pazifikküste zu bringen. Dort, kurz vor der Mündung des Blackwater ins Meer, entstand eine Sägemühle. Beim Camp1, auch Blackwater genannt, wurde eine Loggingbahn mit einer Spurweite von 760mm gebaut, die die Aufgabe hatte, die geholzten Stämme zum Fluss zu bringen. Dazu wurde eine kleine 0-4-0, No.1 gekauft und in Dienst gestellt. 1882 kamen eine Porter 0-4-0, No.2 und ein Jahr später eine 0-6-0, No.3 als Unterstützung dazu. Schon bald bekamen die drei kleinen Lokomotiven von den Arbeitern Namen: Daisy, Paulette und Miss Betty.
Man musste allerdings feststellen, dass die Flusstiefe zeitweise nicht ausreichte, um die dicken Stämme zu transportieren. Es wurde beschlossen, die Bahnlinie zur Küste zu verlängern. Zu diesem Zweck wurde die Blackwater & Coos Bay Railway Co. als Tochtergesellschaft gegründet. 1884 wurde die 22 Meilen lange Strecke fertiggestellt und eingeweiht. In diese Zeit fiel auch die Expansion in den Wäldern. Es entstanden die Camps 2 und 3, die per Gleis mit dem ehemaligen Camp1 verbunden wurden. Eine Getriebelok der Bauart Shay (No.4, Hector) wurde angeschafft, um die Transporte zur Sägemühle zu übernehmen. So konnten Daisy und Paulette sich ganz der Unterstützung in den Lagern widmen. Blackwater selbst übernahm immer mehr die logistische Zentrale. Es entstand ein zweiständiger Lokschuppen, der mittels Drehscheibe angebunden wurde. Weiterhin wurde ein Zentrallager sowie ein Büro mit einer Wohnung für den Verwalter errichtet.
1885 kam eine Climax, eine 28-Tonner No.5 mit dem Namen Hercules hinzu. Aus dem vormaligen Camp 1 wurde ein kleines Zentrum, das sich im Laufe der Jahre immer mehr veränderte. Die Campbaracken wichen stabilen Holzhäusern, ein Saloon und ein Händler sorgten für die weitere Versorgung der Arbeiter. Familienangehörige zogen nach. Das abgeholzte Gebiet wurde gerodet und von Farmern in Besitz genommen.
1897 starb der Präsident und Gründer der Company, Myron J. Henry. Sein Nachfolger wurde sein Sohn, David M. Henry. Dieser betrieb die Expansion der Gesellschaft weiter: Es entstanden immer wieder neue Camps, während alte aufgelassen wurden. Weitere Lokomotiven wurden angeschafft: eine erste Lok der Bauart Mallet, No.6 und Smilax genannt mit der Achsfolge 2-4-4-2T, sowie eine 2-6-6-2 als No.7, Zeus, übernahmen die Aufgaben von Paulette und Miss Betty. Paulette verblieb in Blackwater und übernahm dort Aufgaben als Arbeitszuglok, während Daisy und Miss Betty nach Coos Bay versetzt wurden. Auch hier hatte sich einiges geändert. Neben den Anlagen zum Verschiffen des Holzes entstand Marshfield, ein Dorf, in dem sich bald , neben den Arbeitern, auch Fischer ansiedelten.
1905 entstand in Marshfield die Duncan-Brauerei, mit weiterem Bedarf an Gütertransport. In den Bergen wurde Kohle entdeckt und mit der 'Last Hope Mine' abgebaut. Zur Bewältigung der grösseren Frachtaufkommen wurde eine weitere Mallet mit der Achsfolge 2-6-6-2 (No 8) angeschafft. Sie wurde Horatio getauft. Das Wachstum der Bahn forderte auch umfangreichere Anlagen zur Wartung, Pflege und Reparatur der Lokomotiven und stark beanspruchten Loggingcars.
1910 kam die Ausweitung auf den Personenverkehr. Blackwater wie auch Marshfield waren inzwischen so gross, dass sich die Investition in weitere Lokomotiven und Personenwagen warscheinlich rechnen würden. Eine Ten-Wheeler 4-6-0 für den Personenverkehr (#9, und eine weitere Mallet 2-6-6-2 sowie eine 2-10-2 Santa Fe als zusätzliche schwere Lokomotiven für die schwerer werdenden Logging- und Kohlezüge mit den Nummern 10 und 11 in Dienst gestellt. Sie bekamen die Namen Samson und Trojan. In dem ehemaligen Loggingcamp Blackwater waren inzwischen umfangreiche Anlagen für die Landwirtschaft gebaut worden (Viehverladung und 'Franklins Feed & Seed'), und in Marshfield kam zu dieser Zeit noch eine Möbelfabrik dazu, die das Holz aus der Sägemühle verarbeitete. Die kleine Gemeinde bei der Sägemühle wurde Toketee Falls benannt.
Seit 1912 war der Bau einer Strecke an der Küste entlang nordwärts vorangetrieben worden. Damit verabschiedete sich die B&CB endgültig von ihrem Image als Loggingbahn, ging es bei dieser Strecke doch hauptsächlich um den Transport von Gütern und Personen. Vorläufiger Endpunkt des Streckenastes ist nun Florence. Hier hat es den Anschluss an die Consolidation, mit der eine Cooperation besteht. Die Bahngesellschaft bekam durch die Erweiterung ihren jetzigen Namen, wurde zur Blackwater, Coos Bay & Florence RY. Zur Bewältigung des Gütertransportes kam eine weitere, stärkere Lokomotive hinzu: eine Consolidation 2-8-0 mit der Nummer 11. Der Fuhrpark der BCB&F erhielt Zuwachs durch zwei Personenwagen und einen kombinierten Post- und Gepäckwagen. Um die Fahrt zwei Mal täglich zwischen Marshfield und Florence zu gewährleisten, kam eine von Baldwin gebaute Mogul 2-6-0, Phoenix, dazu. Sie bekam die Nummer 12. Die Werkstätten in Marshfield entwickelten auf der Basis eines Automobils, eines Simplex, ein MotorCar (No. 13) zur schnellen Inspektion der doch schon reichlich langen Strecken. Stationiert wurde es in Marshfield. Der Personenverkehr zwischen Marshfield und Blackwater wurde zweimal täglich mit "George", einem Railbus (#14) abgewickelt.
Wir schreiben jetzt den Herbst des Jahres 1920. Der grosse Weltkrieg, der der Welt viel Leid, aber der Holzwirtschaft an der Pazifikküste Oregons sehr gute Gewinne brachte, ist zu Ende. Aus dem einstigen Lager 1 und der Sägemühle im Mündungsbereich des Blackwater sind florierende Orte geworden. Blackwater ist der Drehpunkt zwischen den verschiedenen Camps und der Mühle in Toketee Falls und dem Hafen in Marshfield. Es verkehren täglich ein Morgen- und ein Abendzug als Personenzüge sowie verschiedene Güter- und Loggingzüge . Die BCB&F floriert.