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Definitiver Pharynx: Derivate des 1. und 2. Pharyngealbogens
Der embryonale Pharynx stellt den kranialen Abschnitt des Vorderdarms dar. Seitlich und ventral wird er von den Pharyngealbögen umfasst. Der definitive Pharynx besteht aus drei Teilen:
- Nasopharynx
- Oropharynx
- Laryngopharynx
Die differenzierte Mundhöhle wird nicht mehr zum definitiven Pharynx gezählt. Ein wichtiges Merkmal des sich entwickelnden definitiven Pharynx ist die Serie von Pharyngealbögen und -taschen, die mit der Bildung der Thyroidea, Parathyroidea, der Tonsillen, Mittelohr, des Thymus, den Epithelkörperchen und der Trachea assoziiert sind. Zu bemerken ist, dass diese Strukturen ausser den Tonsillen und der Anlage des Mittelohrs, welches immer eine Verbindung zum Pharynx beibehält, eine nahe Beziehung zum sich entwickelnden Herzen haben. Dies erklärt, dass alle Strukturen mit der fortschreitenden Deszensus des Herzens in den unteren Hals- bzw. Thoraxbereich gelangen.
Thyroidea
Das Primordium der Thyroidea (Stadium 10, ca. 28 Tage) bildet sich als mediane Verdickung am Boden zwischen dem ersten und zweiten Pharyngealbogen. Bald entwickelt sich daraus eine zweilappige Aussackung des Endoderms, welche nur noch durch den Ductus thyreoglossus mit dem Mundboden verbunden ist. Auch dieser wird immer dünner und mit dem weiteren Deszensus löst sich der Epithelstrang auf und die Thyroidea verliert den Kontakt zum Mundboden. Zurück bleibt das Foramen caecum.
Mittelohr
Seitlich zwischen dem ersten und zweiten Pharyngealbogen bildet sich parallel zur aussen sichtbaren ersten Pharyngealfurche (Sulcus pharyngealis) innen die erste Schlundtasche (Saccus pharyngealis). Diese Schlundtasche verlängert sich, bleibt aber immer mit dem Rachen in Verbindung (Rezessus tubotympanicus für Paukenhöhle und Eustach'sche Röhre). Ihr blindes Ende bekommt dabei einerseits eine enge Beziehung zum Innenohr und andererseits bildet sie mit dem angrenzenden Ektoderm der ersten Pharyngealfurche das Anlagematerial für das Trommelfell (Tympanon).
Tonsillen
Am Anfang des Verdauungstraktes, am Übergang zwischen Mund- bzw. Nasenhöhle in den Oropharynx, hat es eine grosse Ansammlung lymphatischen Gewebes. Dieser Rachenring (Waldeyer'scher Rachenring) setzt sich aus mehreren lymphoretikulären Organen zusammen. Einzelne Lymphfollikel sind im ganzen Bereich der Rachenschleimhaut, besonders um die Choanen herum, am Isthmus faucium, Sinus piriformis und Kehlkopfeingang verstreut anzutreffen. Verdichtungen lymphatischen Gewebes finden sich jedoch besonders im Bereich der Tonsillen. Man unterscheidet 4 lymphoepitheliale Organe:
- Tonsilla pharyngealis
- Tonsillae tubariae
- Tonsilla palatina
- Tonsilla lingualis
Diese lymphatischen Organe des Rachenringes ermöglichen eine erste Infektionsabwehr zu Beginn des Verdauungsprozesses bzw. der Respiration. Diese lymphatischen Organe entstehen erst in der frühen Fetalzeit, da bis zur Geburt keine Abwehr stattfinden muss.
Die Tonsilla pharyngealis entsteht im Dach des Nasopharynx. Dabei wird das Schleimhautepithel (hier respiratorisches Epithel) in Falten aufgeworfen und darunter sammelt sich das lymphatische Gewebe an. Die Anteile des lymphatischen Gewebes um das Ostium pharyngeum tubae bezeichnet man als Tonsillae tubariae
Die Tonsilla palatina bildet sich beim jungen Feten beidseits in der Tonsillarbucht als Rest der 2. Schlundtasche. Das Epithel verdickt sich und darunter bildet sich eine mesenchymale Ansammlung aus Material des zweiten Pharyngealbogens. Gleichzeitig verdichtet sich auch das Blut- und Lymphgefässsystem in diesem Gebiet. Endodermale Epithelstränge beginnen in das darunterliegende mesodermale Blastem vorzuwachsen und bilden später die Krypten erster und zweiter Ordnung.
Die Tonsilla lingualis bildet sich am Zungengrund im Bereich des Sulcus terminalis. Die Schleimhaut dringt wie bei der Tonsilla palatina mit kurzen Kanälen in die Tiefe und bildet Tonsillarkrypten. Diese werden von lymphatischem Gewebe, welches von einer bindegewebigen Kapsel umgeben ist, begrenzt. An der Oberfläche münden sie als kraterförmige Einziehungen in Schleimhauthöckern, den Papillae lenticulares des Zungengrundes.