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Welche Rolle spielt der Super Tuesday?
Der Super Tuesday – heuer am 5. März 2024 – ist ein besonderer Tag mitten in den Vorwahlen: Es finden in über ein Dutzend Bundesstaaten Vorwahlen statt. Spätestens dann zeigt sich, welcher Kandidat oder welche Kandidatin einer Partei wie gut bei den Wahlberechtigten ankommt. Im August finden dann Parteitage statt, wo die Demokraten und Republikaner ihre offiziellen Präsidentschats- und Vizepräsidentschaftskandidierenden präsentieren. Ein gutes Abschneiden bei den Vorwahlen ist deshalb wichtig.
Wer gewinnt die US-Präsidentschaftswahl?
Die offiziell nominierte Person, die bei der eigentlichen Wahl im November 270 Elektorenstimmen erhält, wird Präsident der USA. Formal wird der Präsident im Dezember durch das «Electoral College» gewählt.
Was ist das «Electoral College»?
Es ist die Vereinigung der 538 Wahlleute, auch Elektoren genannt. Zwar schreiben die Wahlberechtigten in den USA den Namen der Präsidentschaftskandidierenden auf ihren Wahlzettel – formal wählen sie aber nur die Wahlleute in ihrem Bundesstaat. Je nach Bevölkerungszahl gibt es pro Teilstaat mehr oder weniger Delegierte.
Können die Wahlleute frei entscheiden?
Es ist im Prinzip möglich, dass die gewählten Wahlleute nicht den Kandidierenden wählen, für welche sie stehen. Denn nur in 26 Teilstaaten und dem Hauptstadtdistrikt mit Washington D.C sind die Wahlleute rechtlich gebunden, für ihren Kandidierenden zu stimmen. Bei einem engen Rennen könnten einzelne Abtrünnige die Wahl entscheiden – passiert ist das bis jetzt noch nie.
Was ist das «The winner takes it all»-Prinzip?
Nicht das Volksmehr entscheidet, wer die US-Präsidentschaft gewinnt, sondern die Mehrheit der Wahlleute. Dabei gilt in den meisten Teilstaaten «The winner takes it all». Das bedeutet, dass in fast allen US-Teilstaaten die Person, die die Mehrheit der Stimmen erhält, alle Elektorenstimmen bekommt.
Mehr Stimmen erhalten – und trotzdem verloren
Der demokratische Präsidentschaftskandidat Al Gore gewann bei den Wahlen im Jahr 2000 insgesamt 0.5 Prozent mehr Stimmen als der Republikaner George W. Bush. Da aber Bush fünf Wahlleute mehr erhielt, gewann er die Wahl.
Donald Trump (Republikaner) erhielt 2016 2.09 Prozent (über 2.8 Millionen) Stimmen weniger als Hillary Clinton (Demokratin). Trump gewann aber mit 306 Elektoren die Wahl – Clinton erhielt lediglich 232 Wahlleute.
Was sind Swing States?
Während viele Teilstaaten praktisch immer demokratisch oder immer republikanisch wählen, gibt es auch welche, in denen das Ergebnis jeweils offen ist. Sie werden Swing States genannt. Die Wahlkampagne der Kandidierenden konzentrieren sich jeweils auf diese Gebiete, da dort die Wahl entschieden wird. Die Swing States können von Wahl zu Wahl variieren.
Warum sind Swing States so entscheidend?
Es kann sein, dass nur wenige Stimmen in einem Swing State die Entscheidung bringen. Wer beispielsweise in Pennsylvania mit einer Mehrheit von 50.1 Prozent der Stimmen gewinnt, bekommt alle 19 Elektorenstimmen. Die 49.9 Prozent der Stimmen für den Unterlegenen haben kein Gewicht mehr für das Schlussresultat.
Was passiert bei einem Streit um den Wahlausgang?
Falls in einzelnen Teilstaaten der Wahlausgang sehr knapp ist oder die Verantwortlichen dort sich nicht einig sind, wer gewonnen hat, können Klagen eingereicht werden. Da in mehreren Swing States die Regierung und das Parlament nicht von der gleichen Partei gesteuert werden, sind Uneinigkeiten sehr wahrscheinlich. Klagen können dabei bis zum Supreme Court gehen, der dann über das Ergebnis in einem Teilstaat entscheiden muss.
Transparenzhinweis
Dieser Artikel wurde bereits für die Wahlen 2020 publiziert und für die Wahlen 2024 aktualisiert.
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Am 5. November 2024 finden die Kongress- und Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Alle News und Hintergründe dazu finden Sie hier: US-Wahlen 2024.