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Diese Woche läuft die Frist für die Vernehmlassung über die Änderung des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet ab. Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) hat angekündigt den Bau einer zweiten Strassenröhre am Gotthard mit allen demokratischen Mitteln zu bekämpfen. Laut VCS wäre eine zweite Röhre unnötig, immens teuer, und sie sabotiert die Verlagerungspolitik. Zudem verbietet die Bundesverfassung die Erweiterung der Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet.
Mit dem Bau einer zweiten Röhre wird jedoch die Grundlage eben dafür geschaffen. Daran ändert sich nichts, wenn der Bundesrat beteuert, er wolle im Gesetz festschreiben, dass nur eine Spur pro Tunnel benutzt werden dürfe. Das physisch vorhandene Potenzial für einen Kapazitätsausbau besteht, sobald eine zweite Röhre gebaut wird. Der Ruf, alle vier Spuren am Gotthard zu nutzen, würde bald laut. Damit stiege die Umweltbelastung, und die Verlagerungspolitik würde zu Grabe getragen.
Der Bau einer zweiten Gotthardröhre ist jedoch nicht nur verfassungswidrig, sondern auch unnötig, schreibt der VCS weiter. Studien des Bundes zeigen, dass die notwendige Sanierung des alten Strassentunnels problemlos auch anders realisiert werden kann. Die Eisenbahn ist nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ohne weiteres in der Lage, den gesamten Strassenverkehr zu übernehmen, wenn die Bauarbeiten bzw. die Sperrzeiten auf das Winterhalbjahr beschränkt werden.
Auch die Grünen fordern den Bundesrat auf einen verfassungskonformen Plan zur Tunnelsanierung vorzulegen. Grundsätzlich soll der Verkehr so weit als möglich auf die Schiene verlagert werden. Überdies soll die Verkehrsspitze in der touristischen Hauptsaison im Sommer durch lange Öffnungszeiten des bestehenden Strassentunnels aufgefangen und so Umwegverkehr vermieden werden.
Eine neue Studie des Schweizer Bundesministeriums gibt Aufschluss über die Auswirkungen des Gotthard-Basistunnels auf den alpenquerenden Verkehrs. Laut CIRPA zeigt die Analyse, dass Infrastrukturmassnahmen allein nicht ausreichen, um das Verlagerungsziel zu erreichen. Ohne entsprechende Rahmenbedingungen würde eine Verlagerung nicht von alleine stattfinden.
Bild: Grzegorz Swiech [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons