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Cerastes c. cerastes
Cerastes cerastes cerastes
Hornviper (Linnaeus, 1758)
Die Hornviper besitzt einen breiten, dreieckigen Kopf, der sich deutlich vom Hals absetzt. Der Name Hornviper hat sie, weil sie über jedem Auge ein stachelartiges Schuppenhörnchen besitzt. Zwischen dem unteren Augenrand und den 12 bis 15 Oberlippenschilden verlaufen 4 bis 5 Schuppenreihen. Die drei ersten Unterlippenschilde berühren die Kinnschilde. Die Kopfoberseite weist zahlreiche kleine Schuppen auf. 27 bis 35 gekielte Schuppenreihen umgeben die Körpermitte. Die Zahl der Bauchschilde, die einen feinen seitlichen Kiel aufweisen, schwankt zwischen 130 und 172. Die Zahl der paarigen Schwanzschilde schwankt bei den Männchen zwischen 30 und 41, und bei den Weibchen zwischen 31 und 36, wobei die hinteren mehr oder weniger gekielt sind. Der Afterschild ist fast immer ungeteilt.
Die Körperoberseite zeigt auf hellsandgelbem bis rostbraunem Untergrund eine Reihe grosser brauner oder grauer viereckiger Flecken. Die Rückenflecken sind grösser und deutlicher gefärbt als die auf den Körperseiten. Die Unterseite ist einfarbig porzellanweiss. Eine feine, dunkle Linie verbindet das Auge mit dem Mundwinkel.
Länge: bis 80 cm
Lebensweise
Die Hornviper bewohnt die Sand-, Stein und Lehmwüste ganz Nordafrikas. Sie kommt auf der Sinai-Halbinsel, Israel, Palästina, Jordanien, Irak, Westiran bis Südwestalgerien vor. Unsere Tiere kommen ursprünglich aus Tunesien.
Sie ist oft in sehr trockenen, aber nicht gänzlich vegetationslosen Gebieten anzutreffen. Im Sommer ist sie weitgehend nachtaktiv, hält sich aber im Frühjahr auch am Morgen und am Nachmittag ausserhalb ihres Schlupfwinkels auf. Mit Hilfe ihrer an der Bauchseite kantig ausgebildeten Schuppen vermag sie sich ziemlich schnell in den losen Wüstensand einzugraben. Als typischer Seitenwinder gleitet sie sehr schnell über den Wüstenboden. Dabei hebt sie je ein Stück ihres Körpers hinter dem Kopf und vor dem Schwanz wechselweise an und setzt es ab, wodurch die unzusammenhängende Kriechspur entsteht.
Die Nahrung besteht aus Echsen, Vögel und kleinen Nagetieren.
Die Hornviper Überwintert von November bis März in den Erdbauten der Wüstenspringmäuse (Gerbillus und Meriones) oder der Dornschwänze unter Sandhügeln oder Felsen.
Die Paarung beginnt im allgemeinen Ende April und ist Mitte Juni beendet. Im Juli oder August werden die weissen, weichschaligen Eier an einer leicht feuchten Stelle im Boden abgelegt. Die 16 bis 18 cm langen Jungen schlüpfen nach sechs bis acht Wochen.
Haltung und Zucht
Zu ihrem Wohlbefinden verlangt sie ein geräumiges Wüstenterrarium mit einer 6- bis 8 cm hohen Sandschicht, einigen Schlupfwinkeln aus Steinen und einem Trinkgefäss. Mit Korkrinden die über Steine gelegt werden kann man gute sogenannte Hochplateaus erschaffen. Vertrocknetes Holz, Gestrüp und Kakteen als Verzierung vervolständigen die Einrichtung. Die Beleuchtung sollte 12 bis 14 Stunden täglich dauern. Die Häutung findet gewöhnlich nur einmal jährlich statt. Ich habe keine Ahnung weshalb in vielen Büchern steht, cerastes cerastes verträgt kein Wasser, man darf nie Wasser spritzen, ja sogar ein Wasserbecken im Terrarium führt zum Tode. Alles totaler Blödsinn. In der Natur verbringen vor allem Jungtiere ein grosser Teil ihres Lebens an feuchteren Orten unter Steinen, in Höhlen und Felsen. Zudem gibt es auch oft Morgentau, welcher die Tiere von ihrem Körper trinken. Unsere Cerastes gehen nach einer längeren Trockenperiode sogar aus dem Wasserbecken trinken. Einmal die Woche mit leicht warmem Wasser das Terrarium abspritzen, wird von den Tieren sogar geschätzt.
Jungtiere werden sogar regelmässig bespritzt. Es gibt sogar diverse Berichte wo Weibchen Legenot hatten weil sie keine feuchte Stelle für die Eiablage gefunden haben. Damit es keine Komplikationen gibt sollte man eine Box mit feuchter Erde ins Terrarium geben, nach Möglichkeit mit einer seitlichen Öffnung.
Die Überwinterung kann im Terrarium bei einer Temperatur zwischen 12 und 15° C gemacht werden. Das Weibchen legt 10 bis 20 Eier ab. Für die Inkubation muss folgendes berücksichtigt werden. Die Eier sollten auf leicht feuchter Erde liegen. Die Temperatur kann zwischen 25 und 32° C am Tage, und zwischen 18 und 22° C in der Nacht sein. Die Luftfeuchtigkeit muss bei 90% sein. Wenn es zu trocken ist, vor allem kurz vor dem Schlüpfen, trocknen die Eier aus. Die Eier sollte man zwischendurch mit lauwarmem Wasser besprühen.
Die Verträglichkeit von Cerastes untereinander ist in der Tat ein Problem bei vielen Halter/innen. Oft werden von Beissereien untereinander erzählt, die jedoch zum Glück meist ohne weitere Komplikationen ausgehen. Zum Glück selten, doch auch ich durfte schon zweimal beobachten wie ein Tier das andere mit beiden Zähnen hinter dem Kopf in den Körper gebissen hat. Etwas Blut kam aus den Einstichstellen, jedoch keine Schwellung und auch sonst nichts. Die grösste Gefahr besteht eindeutig bei der Fütterung. Gewöhnt man seine Tiere von klein an daran, dass sie separat in einer Box gefüttert werden, so kann man ein grosses Risiko von beissereien verhindern. Nach der Fütterung gut mit handwarmem Wasser abduschen nicht vergessen.
Cerastes cerastes gehören nicht unbedingt zu den Schlangen die sich gut auf einem Haken transportieren lassen. Mit zwei Haken hat man da schon eher Erfolg. Doch auch da braucht es eine grosse Geschicklichkeit und Geschwindigkeit, damit man nicht immer ins leere greift. Eine viel einfachere Methode ist sie mit einer Schaufel, wie es sie für den Sandkasten für Kinder gibt, herauszunehmen. Mit einem Haken kann man sie leicht auf die Schaufel stupsen oder ziehen und sie so herausnehmen. Da sie somit einen guten, stabilen und vollflächigen Untergrund haben bleiben sie auch darauf.
Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:
Autopharmakologische Gifteffekte
- Stridor
- Bronchospasmus
Lokale Gifteffekte
- Lokale Schwellung und lokale Schmerzen
Hämatom im Bereich der Schwellung
Nekrose
Hämostasestörungen
Antivenin
- Al Algousa Sharea Alvezara, Kairo, Ägypten, Polyvalent Antivenom
Institut Pasteur, Antiviperin