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St. Gallen und die Sklaverei
Im 18. Jahrundert war die Sklaverei und der Sklavenhandel ein weit verbreitetes Phänomen. Die neuen Erforschungen der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Schweiz zeigen nun, dass die schweizerische Verflechtung mit Sklaverei und Dreieckshandel weit enger war als bisher angenommen.
Gemäss einem Postulat der St. Galler Gemeinderätin Beatrice Heilig (PFG, Politische Frauengruppe) waren in allen relevanten Tätigkeiten des Handels mit Sklavinnen und Sklaven Schweizer Staatsbürger vertreten. Auch St. Galler Bürger seien in dieses schweizerische Netz von Finanz- und Handelsbeziehungen einbezogen gewesen. Im Postulat sind einige St. Galler Familiennamen aufgeführt, die entweder Plantagen und somit auch Sklavinnen und Sklaven besessen oder durch den Handel teilweise Profite aus dem transatlantischen Sklavenhandel erwirtschaftet hätten. Durch das Postulat beauftragt Heilig den St. Galler Stadtrat, einen Bericht und Antrag zu stellen, ob und wie die Stadt St. Gallen und jene einzelnen Bürger ihre Beteiligung an der Sklaverei und dem Sklavenhandel aufarbeiten können. Ausserdem sei zu prüfen, wie man sich mittels einer symbolischen Geste an einer Wiedergutmachung beteiligen könnte.
(St. Galler Nachrichten, 3. April 2003)