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Dominic Stricker jubelt nach seinem Finalsieg in Zug. / Bild: Fabian Meierhans
Tennis:
Dank dem Finalsieg gegen Ernests Gulbis gewinnt Dominic Stricker das neue Challenger-Turnier in Zug. Er macht damit in der Weltrangliste einen grossen Sprung nach vorne.
Am Sonntagabend ist es geschafft: Dominic Stricker bezwingt den Letten Ernests Gulbis mit 5:7, 6:1, 6:3 und gewinnt seinen dritten Titel auf Challenger-Stufe, den ersten davon auf Sand. Der Grosshöchstetter krönt damit eine Woche, in der er durchwegs starke Leistungen zeigte und sich nicht aus der Ruhe bringen liess.
Zum Auftakt bezwang Stricker Anfang Woche die Weltnummer 172, den besser klassierten Slovaken Jozef Kovalik (ATP 156) in drei Sätzen. Am Donnerstag traf der 19-Jährige auf den gleichaltrigen Franzosen Harold Mayot. Den ersten Satz entschied Stricker für sich. Nachdem er im zweiten Satz ein frühes Break hinnehmen musste, wurde die Partie aufgrund eines Gewitters unterbrochen und erst am folgenden Mittag fortgesetzt. Da war Stricker auf den Punkt bereit: Er holte sich sofort das Break zurück und brachte sein Aufschlag-
spiel zu null durch. Beim Stand von 4:5 musste Mayot verletzungsbedingt aufgeben, Stricker zog in den Viertelfinal ein. Dieser musste auf den Samstagvormittag verschoben werden, weil der Platz nach starkem Regen am späten Freitagnachmittag nicht mehr vollständig trocknen konnte.
Drei Siege am Wochenende
Somit hatte Dominic Stricker am Wochenende ein happiges Programm zu absolvieren. Im Viertelfinal wartete sein Landsmann und Kumpel Alexander Ritschard. Der Start misslang diesmal, Stricker kassierte ein frühes Break und machte einige Rückhandfehler. Danach drehte der Grosshöchstetter aber auf, servierte stark und war beim Return mutig. Damit stellte er Ritschard immer wieder vor Probleme, schliesslich gewann er souverän mit 6:4 und 6:3.
Nach einigen Stunden ging es auf dem ausverkauften Centre Court des Tennisclubs Zug mit dem Halbfinal weiter. Stricker konnte nahtlos an seine starke Leistung anknüpfen und schlug den Franzosen Geoffrey Blancaneaux souverän in zwei Sätzen.
Der Final gegen Ernests Gulbis war somit das dritte Spiel innert zweier Tage. Bei bestem Wetter und vor rund 500 Zuschauern trat Stricker gegen den ehemaligen Top-10-Spieler an. Im Gegensatz zum Letten blieb Stricker auch nach dem knappen Satzverlust zu Beginn ruhig, zog sein Spiel durch und konnte sich nicht zuletzt dank einem sehr starken Aufschlag den Titel sichern. «Ich fühlte mich von Anfang an gut und habe tolles Tennis gezeigt», lautete sein Fazit.
Stricker liebt Heimturniere
Bereits in der Woche zuvor trat Stricker beim ATP-250-Turnier in Gstaad an. Schon dort sorgte er für Spektakel. Er bezwang in der ersten Runde den aktuell bestklassierten Schweizer Marc-Andrea Huesler nach einer spektakulären Wende und drei abgewehrten Matchbällen. Die beiden hatten im vergangenen Jahr zusammen das Doppel-Turnier gewonnen. Auch deshalb sagt Stricker: «Gstaad ist schon mein Lieblingsturnier. Es liegt nur eine Stunde von zuhause entfernt.» Ausserdem liebe er es, vor Heimpublikum und mit der Unterstützung von vielen Bekannten zu spielen.
Nächstes grosses Ziel vor Augen
Grossen Rückhalt der Zuschauenden genoss Stricker auch letzte Woche in Zug. Die erstmalige Durchführung des viertgrössten Schweizer Profiturniers war gut besucht und darf als Erfolg gewertet werden. «Es war eine fantastische Woche hier in Zug. Und für die erste Austragung machte es die Organisation unglaublich gut, wir Spieler fühlen uns wohl», sagte dann auch Stricker. Der Turniersieg in Zug ist einer der grössten und wichtigsten Erfolge in Strickers noch jungen Karriere. Dank dem Triumph macht er in der Weltrangliste einen grossen Sprung und ist neu die Nummer 126 der Welt. Dies ist seine bisher beste Platzierung.
Auch gesundheitlich gehe es ihm wieder besser, die Fussverletzung sei recht gut auskuriert, sagt er. «Trotzdem mache ich jetzt ein paar Tage Ferien. Ich spiele etwas Golf und versuche, abzuschalten.» Danach geht es Schlag auf Schlag weiter: Der 19-Jährige fliegt in die USA. Dort bestreitet er die Challenger-Turniere in Chicago und Vancouver. Unmittelbar danach versucht er, sein nächstes grosses Ziel zu erreichen: Die Qualifikation für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Die Qualifikation für die US Open in New York startet am 22. August.