Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/117287

<h2>SubmittedText<h2><p>1. Warum sieht die Projektvorgabe für den Rahmenlehrplan Berufsmaturität (RLP-BM) für den Bereich Chemie/Life Sciences keine eigenständige BM-Ausrichtung vor, die adäquat und ohne Kompromisse auf den FH-Studienbereich Chemie und Life Sciences vorbereitet?</p><p>2. Warum werden die deutlich geäusserten Ausbildungsbedürfnisse der Chemie/Life Sciences-Branche, die eine der wertschöpfungsstärksten und innovativsten Industrien der Schweiz darstellt, die im ganzen Land vertreten ist und die mittlerweile zur wichtigsten Exportbranche geworden ist, ignoriert?</p><p>3. Ist der Bundesrat nicht der Meinung, dass nur eine eigenständige BM-Ausrichtung Chemie/Life Sciences sicherzustellen vermag, dass die in den FH-Studiengängen Chemie und Life Sciences Studierenden ein solides, interdisziplinäres Wissen in Biologie, Chemie und Mathematik als adäquate Vorbildung ausweisen?</p><p>4. Widerspricht der Vorschlag der Projekt-Steuergruppe, Chemie/Life Sciences der BM-Ausrichtung Technik und Architektur zuzuordnen und bei der Ausgestaltung des Schwerpunktfachs Naturwissenschaften regional differenzierte Anforderungsniveaus zuzulassen, nicht diametral der Zielsetzung der BM-Verordnung, die Berufsmaturitäten inhaltlich gesamtschweizerisch einheitlich zu regeln?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Berufsmaturität ist zusammen mit den Fachhochschulen eine wesentliche Grundlage für die Einbettung der Berufsbildung in das schweizerische Bildungssystem. Diese Kombination ermöglicht auch in der Berufsbildung ein durchgängiges Bildungsangebot von der beruflichen Grundbildung bis in den Hochschulbereich.</p><p>Die 1994 eingeführte Berufsmaturität hat sich rasch zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Mit der 2009 erlassenen Berufsmaturitätsverordnung erfolgte eine umfassende Anpassung an das Berufsbildungsgesetz, das seit 2004 in Kraft ist. Zentraler Punkt der neuen Berufsmaturitätsverordnung ist eine grössere Flexibilität und Durchlässigkeit der Angebote.</p><p>1. Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Organisationen der Arbeitswelt und Fachhochschulen haben die Ausrichtungen der Berufsmaturität gemeinsam festgelegt. Sie haben sich dabei einerseits an den rund 230 beruflichen Grundbildungen orientiert und andererseits an den über 200 Bachelor-Studiengängen der Fachhochschulen.</p><p>2. Die Anforderungen aus dem Bereich "Chemie und Life Sciences" an die Fächerverteilung wiesen in weiten Teilen eine Überschneidung mit den Bereichen "Technik und IT" sowie "Architektur, Bau- und Planungswesen" auf. Bei der Festlegung der Ausrichtungen wurden auch die Zahlen der Berufsmaturitätsabsolventinnen und -absolventen berücksichtigt: Im Jahr 2010 kamen knapp 2 Prozent aus dem Bereich "Chemie und Life Sciences".</p><p>3. Mit der gewählten Ausrichtung "Technik, Architektur und Life Sciences" ist auch in den Bereichen Chemie und Life Sciences eine adäquate Vorbereitung der Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden auf ein späteres Fachhochschulstudium sichergestellt. Sie erwerben nebst Fachwissen auch die Fähigkeit zu fächerübergreifendem Arbeiten und selbstständigem Lernen. Ausserdem ist eine wirtschaftliche Durchführung des Berufsmaturitätsunterrichtes möglich.</p><p>4. Die Mindestanforderungen gemäss Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität sind schweizweit einheitlich und sollen ein landesweites Angebot ermöglichen. Der Vorschlag, regional unterschiedliche Umsetzungen zuzulassen, wurde vom Steuerorgan (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie und Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren) nicht aufgenommen.</p>  Antwort des Bundesrates.