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Ceclor retard ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine und wirkt gegen bakterielle Infektionen. Ceclor retard wird zur Behandlung der folgenden Krankheiten eingesetzt, wenn die Krankheitserreger gegenüber dem Wirkstoff empfindlich sind: Infektionen der Lunge, der Bronchien, des Rachens, der Mandeln, der Nebenhöhlen, des Mittelohres, der Haut und des Weichteilgewebes sowie Blasenentzündungen.
Ceclor retard darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.
Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben. Das Antibiotikum in Ceclor retard ist nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Infektionskrankheiten verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Antibiotikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an.
Bei einer bekannten oder vermuteten Überempfindlichkeit gegenüber Cephalosporin-Antibiotika oder gegenüber anderen in Ceclor retard enthaltenen Substanzen darf Ceclor retard nicht verwendet werden. Eine Überempfindlichkeit äussert sich z.B. durch Asthma, Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Schwellung der Haut (z.B. Nesselfieber) und Schleimhäute oder Hautausschläge.
Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten.
Manche Arzneimittel können die Wirkung von Ceclor retard beeinflussen. Es sind dies andere Antibiotika, bei deren gleichzeitiger Einnahme eine Wirkungsverstärkung oder auch -verminderung von Ceclor retard auftreten kann.
Wenn Sie ein orales Verhütungsmittel («Pille») nehmen, kann während der Behandlung mit Ceclor retard deren Wirksamkeit vermindert werden. Es sollte deshalb eine zusätzliche empfängnisverhütende Massnahme getroffen werden.
Bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist Ceclor retard mit Vorsicht anzuwenden.
Wie auch bei anderen Betalaktamantibiotika wird die renale Elimination durch Probenecid (Präparat zur Gichtbehandlung) gehemmt.
Wenn während der Behandlung Schwierigkeiten mit dem Atmen, Engegefühl in der Brust, ein Anschwellen der Augenlider, des Gesichtes oder der Lippen, Hautausschläge oder sehr starke Durchfälle auftreten, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren, bevor Sie die Ceclor retard-Therapie weiterführen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Medikamente (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)!
Sollten Sie schwanger sein, eine Schwangerschaft planen oder stillen, müssen Sie den Arzt oder Apotheker bzw. die Ärztin oder Apothekerin unbedingt darüber informieren. Über die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillperiode entscheidet Ihr Arzt oder Apotheker bzw. die Ärztin oder Apothekerin.
Die vom Arzt oder der Ärztin verordnete Tagesdosierung und Therapiedauer sollte genauestens eingehalten werden.
Eine begonnene Antibiotika-Therapie sollte so lange wie vom Arzt oder der Ärztin verordnet durchgeführt werden. Die Krankheitssymptome verschwinden oft, bevor die Infektion vollständig ausgeheilt ist. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur Folge haben.
Falls von Ihrem Arzt oder Ärztin nicht anders verordnet, gelten folgende übliche Dosierungen:
Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren: Die übliche Dosierung beträgt 375-750 mg 2 x täglich.
Entzündung der Rachenschleimhaut, Mandelentzündung, Hautinfektionen: 375 mg 2 x täglich.
Blasenentzündung: 375 mg 2 x täglich oder 500 mg abends.
Leichte bis mittelschwere Lungenentzündung: 750 mg 2 x täglich.
Nasennebenhöhlenentzündung: 750 mg 2 x täglich (Behandlungsdauer 10 Tage).
Eine Tagesdosis von 4 g sollte nicht überschritten werden. Die Filmtabletten werden unzerkaut zu den Mahlzeiten geschluckt.
Für Patientinnen und Patienten mit starker Einschränkung der Nierenfunktion wird unter Umständen durch den Arzt oder die Ärztin eine Dosisreduktion verordnet.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Ceclor retard auftreten:
Blut: Anämie, Blutbildveränderungen (z.B. Neutropenie, Thrombozytopenie, Leukopenie), welche vom Arzt oder der Ärztin festgestellt werden können. Diese Erscheinungen sind reversibel.
Überempfindlichkeit: allergische Hautreaktionen wie Rash, Juckreiz, urtikarielles Exanthem, makulopapulöse morbiliforme Exantheme.
Gelegentlich ist im zeitlichen Zusammenhang mit einer Cefaclor-Therapie über schwere Hauterscheinigungen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen berichtet worden. Weitere Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion können eine Eosinophilie, ein positiver Coombs Test, (Blutbildveränderungen, die der Arzt bzw. die Ärztin feststellt), Ödeme und Arzneimittelfieber sowie eine Vaginitis (Scheidenentzündung) sein.
Gelegentlich wurden auch Fälle von serumkrankheitsähnlichen Reaktionen wie Hautauschlag mit Gelenkbeschwerden und häufig Fieber berichtet.
Im Allgemeinen treten diese offensichtlich allergisch bedingten Erscheinungen während oder nach einer zweiten Behandlung mit Cefaclor auf (häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen) und klingen wenige Tage nach Absetzen des Arzneimittels wieder ab.
Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade (bis zu einem anaphylaktischen Schock) sind auch nach oraler Einnahme von Cephalosporinen beobachtet worden, wenn auch wesentlich seltener als nach intravenöser oder intramuskulärer Gabe.
Schwere akute Überempfindlichkeitserscheinungen treten gelegentlich auf und können sich äussern als: Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Herzjagen, Luftnot (Atemnot), Blutdruckabfall bis hin zu bedrohlichem Schock. Diese Reaktionen traten teilweise schon nach Erstanwendung auf.
Falls es unter Ceclor retard zu allergischen Reaktionen kommt, benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Er bzw. sie entscheidet dann über das Absetzen von Ceclor retard und in der Folge über eine Weiterführung der Behandlung mit geeigneten Arzneimitteln.
Nervensystem: Gelegentlich wurden vorübergehende Hyperaktivität, Nervosität, Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit, Verwirrung, Schwindel und Halluzinationen beobachtet.
Magen-Darm-Bereich: Häufig: Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blähungen, weiche Stühle oder Durchfall. Diese Störungen sind meist leichter Natur, die häufig während, sonst nach Absetzen der Therapie abklingen. Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Therapie ist an eine Schleimhautentzündung des Dickdarms (pseudomembranöse Colitis) zu denken, die sofort behandelt werden muss.
Leber: Sehr selten: Leberentzündung und Gelbsucht.
Niere: Gelegentlich interstitielle Nephritis (Nierenentzündung), die sich nach Beendigung der Therapie von selbst normalisiert.
Allgemein: Gelegentlich vorübergehender Bluthochdruck.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Die Anwendung von Ceclor retard über längere Zeit kann zu einem Überhandnehmen von nicht empfindlichen Erregern führen. Tritt während der Behandlung eine Superinfektion auf, so wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin geeignete Massnahmen ergreifen.
Bei Diabetikern können Harnzuckerbestimmungen falschpositiv ausfallen, wenn Methoden verwendet werden, die auf Reduktion des Kupfers beruhen (z.B. Fehling, Benedict, Clintest). Es sollten dann Enzymtests angewendet werden.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Bewahren Sie das Arzneimittel bei Raumtemperatur (15-25 °C), unter Lichtschutz und ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.
Nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle (Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin) zum fachgerechten Entsorgen bringen.
Weitere Auskünfte erteilen Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Filmtablette enthält: 375, 500 bzw. 750 mg Cefaclor, Farbstoff E132 (Indigotin) sowie weitere Hilfsstoffe.
52179 (Swissmedic).
In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Filmtabletten zu 375 mg: 20*.
Filmtabletten zu 500 mg: 20*.
Filmtabletten zu 750 mg: 20*.
sigma-tau Pharma AG, Zofingen.
Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2009 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.