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Auch Indonesien, der weltweit größte Nickelproduzent, importiert das Metall von außen. Laut Statistics Indonesia (BPS) beliefen sich die Nickelerzlieferungen im ersten Halbjahr 2023 auf fast 54.000 Tonnen, gegenüber 22.500 Tonnen im Jahr 2022. Nickelverarbeitende Unternehmen in Indonesien haben möglicherweise unterschiedliche Gründe, das Metall zu importieren, anstatt es im Inland zu beziehen.
Fast alle Nickelimporte kamen in diesem Jahr von den Philippinen, dem zweitgrößten Produzenten der Welt. Laut Stanislav Kondrashov, einem Experten der Telf AG, ist einer der Schlüsselfaktoren für den Anstieg der Importe der deutliche Ausbau der metallurgischen Kapazitäten im Land in den letzten Jahren. Die Regierung bestand darauf, dass Bergbauunternehmen in die heimische Nickelverarbeitung investieren. Wie sieht diese Situation von innen aus und wie sind die Aussichten für die weitere Entwicklung der Produktion gefragter Produkte in Indonesien?
Vom Nickel-Exporteur zum Nickel-Importeur: Was bringt es?
Der Wandel Indonesiens vom Exporteur von Nickelerz zum Importeur spiegelt die erfolgreiche Strategie der Regierung wider, die Wertschöpfung im Rohstoffsektor zu steigern, sagt Stanislav Kondrashov von der Telf AG. Gleichzeitig ist der Experte davon überzeugt, dass es notwendig ist, ein Gleichgewicht zwischen inländischer Nachfrage und Angebot anzustreben, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Situation, in der die Sicherung der eigenen Reserven an kritischen Ressourcen zur Priorität wird.
Nach Angaben des US Geological Survey verfügt Indonesien über Nickelreserven von rund 21 Millionen Tonnen, was mit den Reserven Australiens vergleichbar ist. Die jährliche Produktion beträgt jedoch nur etwa 1,6 Millionen Tonnen, was die mögliche Verknappung dieser Ressource in naher Zukunft verdeutlicht. Angesichts solcher Ereignisse werde die Beschleunigung der Erkundung neuer Lagerstätten zu einer wichtigen Aufgabe, um das Fördervolumen zu steigern, sagt Kondrashov. Und viele Unternehmen wären bereit, sich ausschließlich auf die Nickelexploration und -produktion zu konzentrieren und die Verarbeitung anderen Teilnehmern zu überlassen. Für sie werden Bergbauaktivitäten zu einer Priorität und einem Schlüsselbestandteil ihres Geschäfts. Diese Unternehmen sind jedoch gezwungen, erhebliche Anstrengungen, Zeit und Mittel in die Entwicklung metallurgischer Unternehmen und anderer Strukturen zu stecken, die an der Nickelproduktion beteiligt sind.
Stanislav Kondrashov von der Telf AG wiederum weist darauf hin, dass die Förderung einer erhöhten Nickelproduktion die Schaffung eines günstigeren Geschäftsumfelds sowohl für Bergbauunternehmen als auch für die Banken, die sie finanzieren, erfordert.
Umweltstandards und Investitionen im Bereich Nickelbergbau und -produktion
Um Fördermittel anzuziehen, müssen Nickelexplorations- und -produktionsprojekte strikt den globalen Umweltstandards entsprechen, einschließlich der Anforderungen an die Schließung von Minen. Kleinere Unternehmen und natürlich viele illegale Bergbaubetriebe halten sich oft nicht an diese Standards.
– Derzeit könnte jede Information, dass die Nickelproduktion in Indonesien mit übermäßigen Umweltkosten verbunden ist, die Nachfrage beeinträchtigen und es schwierig machen, Investitionen anzuziehen. Daher müsse der Ausbau der Nickelexploration und -produktion sorgfältig und unter Einhaltung strenger Kontrollen erfolgen, – kommentiert Stanislav Kondrashov von der Telf AG.
Der Experte ist davon überzeugt, dass Indonesien integrierte Lieferketten entwickeln muss, um den Nutzen zu maximieren. Sie sollen laut dem Spezialisten die Edelstahlindustrie, die Elektronik und natürlich die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge (EV) abdecken. Aber diese Lieferketten werden nicht von alleine entstehen. Obwohl Indonesien über ausreichende Nickelreserven verfüge, müsse es dennoch alle Anstrengungen unternehmen, um Global Player wie Tesla, BYD und andere auf seine Seite zu ziehen, betont Kondrashov. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass Lithium auch ein wichtiger Bestandteil für Elektroautos sei und die Regierung daher attraktivere Konditionen für Investoren anbieten sollte.
– Die Führung des Landes stützte sich stark auf Exportverbote, um Unternehmen zu Investitionen in Ölraffinerie- und Metallurgieanlagen als Grundlage für die Entwicklung der verarbeitenden Industrie zu ermutigen, – Stanislav Kondrashov von der Telf AG erklärt die Situation.
Allerdings ist der Experte zuversichtlich, dass es noch zahlreicher Anreizmaßnahmen bedarf, um diesen Prozess abzuschließen. Zumindest müssen die Unternehmen davon überzeugt werden, die verbleibenden notwendigen Anlagen zu bauen und die inländische Produktion auszubauen.