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Als Re-enactment (auf Deutsch Nachstellung oder Wiederaufführung) sind ausserhalb der Performancekunst angesiedelte Projekte oder theatralische Inszenierungen gemeint, die vor Publikum aufgeführt werden, z. B. faktentreue historische Nachstellungen von vergangenen gesellschaftlichen oder militärischen Ereignissen zu deren Aufarbeitung. Es sind Aufführungen, die sich an einer Praxis orientieren, die dem vergangenen Geschehen so nahe wie möglich kommen soll und dieses erneut aufleben lassen. In der Performancekunst wird das Re-enactment als eigenständige Wiederaufführung verstanden, die sich an einer Performance von anderen Künstler/innen oder einer eigenen Aufführung orientiert. Dabei kann es sich auch um Selbstsetzungen und Aneignungen handeln, die sich stark von den ursprünglichen Performances lösen (vergleiche Marina Abramovic‚ “Seven Easy Pieces”). Das Re-enactment kann aber auch als eigenständige Aufführung vor Publikum zu einer Aktualisierung einer Performanceidee führen. Da das Re-enactment eine künstlerische Tradierungsmethode ist, die sich stark am Konzept der Liveness und des Authentischen ausrichtet, beteiligt sie sich am derzeitigen Authentizitätshype, von dem wir mit unserem Projekt nicht ausgeschlossen sind. Wir empfehlen deshalb, den Begriff des Re-enactment nicht inflationär zu gebrauchen, sondern ausschliesslich dann, wenn es um ein Wiederaufrufen eines vergangenen Liveereignisses geht. Unser Vorschlag ist, von Re-Performance zu sprechen, wenn es um Selbstermächtigungs- und Aneignungsstrategien geht wie Zitation oder Camouflage und wenn eine vormalige Performance bewusst interpretiert, kontextualisiert und weitergeschrieben wird.