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Erneut Wintereinbruch in den Alpen
Ein Kaltluftvorstoss aus Nordwesten und ein sich bildendes Genuatief sorgten heute vielerorts für trübe Wetterverhältnisse. In den südlichen Bündner Bergen fiel stellenweise über ein halber Meter Neuschnee.
Gegenstromlage und Genuatief
Die Schweiz lag heute im Einflussbereich einer Tiefdruckrinne, welche sich von der Nordsee über Deutschland und den Alpenraum bis ins westliche Mittelmeer erstreckte.
In grosser Höhe wehten starke südwestliche Winde, welche feuchte Luft zum Alpenraum transportierten. In den unteren Luftschichten hingegen ist bereits gestern aus Nordwesten Kaltluft eingeflossen. Im Bereich der nach Südosten vorstossenden Kaltfront hat heute im Tagesverlauf über dem Golf von Genua Tiefdruckentwicklung eingesetzt.
Viel Schnee in den südöstlichen Alpen
Im Vorfeld der Front gelangte bereits gestern feuchtlabile Meeresluft zur Alpensüdseite. Dabei wurden teils kräftige Gewitter ausgelöst, welche mit den südwestlichen Höhenwinden in abgeschwächter Form auch den Kanton Graubünden erfassten.
Dementsprechend waren die Niederschläge hier besonders intensiv, innert kurzer Zeit sind im Oberengadin stellenweise mehr als 50 mm Regen gefallen.
Zusammen mit der einfliessenden Kaltluft ist die Schneefallgrenze im Unterengadin bis auf den Talboden gesunken. In Scuol regnete es in der Nacht noch intensiv, in den Morgenstunden ging der Regen in Schnee über:
Während in Graubünden im Tagesverlauf eine Wetterberuhigung erfolgte, intensivierte sich mit dem zunehmenden Nordstau der Niederschlag am Alpennordhang. Hier lag die Schneefallgrenze mit 1200 bis 1500 Metern allerdings (vorerst) noch etwas höher und der Niederschlag war noch nicht allzu intensiv. Dies dürfte sich aber spätestens in der kommenden Nacht ändern.
Nicht überall trüb
Vielerorts war es heute ganztags trüb, aber nicht überall: Rund um Locarno wurden immerhin 2 bis 3.5h Sonne registriert. Hier riss der Nordwind am Nachmittag eine grössere Lücke in die Wolkendecke, bevor gegen Abend das erwähnte Genuatief aus Südwesten eine neue Schauer- und Gewitterstaffel vorbeischickte. Die Temperatur erreichte kurzzeitig gut 20 Grad.
Auch Teile des Wallis, die Westschweiz und der Nordrand der Schweiz am Hochrhein waren mit ein paar wenigen Sonnenstunden wetterbegünstigt, zudem waren hier die Niederschlagsmengen vernachlässigbar. Allerdings kamen die Temperaturen hier nicht über 13 bis knapp 15 Grad in Sion hinaus.