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Lähmung besiegt!
Mutter Fanose trauerte fassungslos. Eben verstarb jäh ihre zweitälteste Tochter, kurz vor ihrem Eintritt in die Universität. «Drei Tage danach», erinnert sich die Mutter, «geschah der Unfall: Alemnesh trank Petrol. Sogleich borgte ich Geld und brachte sie ins Spital.» Doch die erhoffte Besserung blieb aus. Als der Mutter nach drei Monaten das Geld ausging, wurde Alemnesh entlassen.
Einsam, verarmt, verzweifelt
Der Vater wollte für seine kleine Tochter kein Geld ausgeben und verliess die Familie. Auch die Behörde verweigerte jede Unterstützung. Fanose und ihre vier Kinder besassen nichts mehr als eine Hütte und eine Plastikmatte. Derweil ging es Alemnesh zunehmend schlechter. Sie litt an infizierten Wunden, die sich vergrösserten. «Gott», betete die verzweifelte Mutter, «willst du mir auch Alemnesh nehmen? Ich möchte, dass du ihr das Leben schenkst!»
Erhört
Eine CBM-geförderte Gesundheitshelferin besucht das Dorf bei Fiche, 120 Kilometer nördlich von Addis Abeba, und findet die Familie. Kurzerhand nimmt sie Alemnesh mit zur Behörde und zeigt dem Verantwortlichen die Wunden. Der kann kaum hinschauen. Sogleich verordnet er, dass die Behörde eine zweite Behandlung im Spital bezahlt. Dort denkt das Personal, das Kind werde sterben. Doch nach sechs Wochen intensiver Behandlung spricht es erstaunt vom «Mädchen, das sich zu sterben weigerte.» Alemneshs Wunden sind geheilt!
Wieder Tritt fassen
Allerdings bleiben Schäden an den Muskeln zurück: Alemnesh kann nicht mehr gehen! Von nun an führen die CBM-Gesundheitshelferinnen mit Alemnesh Bewegungsübungen durch. Sie zeigen der Mutter, wie sie die Muskeln ihres Kindes trainieren kann. Gleichzeitig erhält sie vom CBM-Projekt ein Darlehen.
Nun braut und verkauft sie ein traditionelles Getränk und erwirbt einige Schafe. Bald begleicht sie mit dem Erlös auch die Schulgebühren ihrer drei anderen Kinder.
Unvergesslicher Durchbruch
Nach 3½ Jahren Therapie erfüllt sich Mutter Fanose Herzenswunsch: «Die Sonne stieg gerade in einen strahlend blauen Himmel und scheuchte die Schatten fort. Alemnesh drehte sich zur Tür und - vorsichtig – setzte einen Fuss vor den anderen! Ich schrie laut vor Freude und die Nachbarn eilten daher. Als sie Alemnesh gehen sahen, jubelten sie, tanzten und priesen Gott.»
Voller Dank
Immer flinker bewegt sich Alemnesh mittels Gehwagen fort. Sie erzielt weitere Fortschritte machen und – besucht nächstens die Schule! Mutter Fanose dankt innig: «Wegen Eurer Hilfe geht es meinem Kind heute gut. Ich bin überglücklich!»