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1947 - 1948
Aus der "Schweizer Spende", die Nothilfe im kriegszerstörten Europa geleistet hat, entsteht am 1. Juli 1948 die "Schweizer Europahilfe" (SEH), eine Dachorganisation der damals tätigen Schweizer Hilfswerke.
1950
Das SEH nimmt nicht nur koordinierende und mittelbeschaffende Aufgaben wahr, sondern führt in Westdeutschland und Österreich eigene Aktionen durch. Erstmals taucht der Begriff "Selbsthilfe" auf.
1956
Die Tätigkeit in Westdeutschland ist abgeschlossen. Die Mittel werden neu in Griechenland eingesetzt. Die Mitgliederversammlung der SEH beschliesst, künftig "auch Aktionen zugunsten von Notgebieten anderer Erdteile in den Aufgabenkreis einzubeziehen". Damit wird Entwicklungshilfe als neues Tätigkeitsgebiet anerkannt. Folgerichtig erhält der Verein einen neuen Namen: "Schweizer Auslandhilfe (SAH)".
1960
Die ersten Projekte der SAH in Indien markieren den Beginn der eigentlichen Entwicklungshilfe. Die Wahl dieses Landes erfolgte u.a. wegen der Unabhängigkeitsgeschichte und der Anziehungskraft von Gandhis Gedankengut. In loser Zusammenarbeit mit einem in Indien lebenden Auslandsschweizer unterstützt die SAH Bewässerungsanlagen, ländliche Schulungszentren und die Rehabilitierung von Leprakranken.
1964
Im Rahmen der FAO-Welthungerkampagne nimmt die SAH nimmt die Tätigkeit im Tschad auf.
1969
Aus der Schweizer Auslandhilfe wird – zur besseren Verständlichkeit – SWISSAID.
1971
Um die Schweizer Bevölkerung besser über die Entwicklungshilfe und Ursachen von Armut zu informieren, schliesst sich SWISSAID mit Brot für Brüder, Fastenopfer und Helvetas zu einer Arbeitsgemeinschaft - der heutigen Alliance Sud - zusammen.
1972
Tansania kommt als zweites Partnerland von SWISSAID in Afrika dazu. Die Wahl war politisch motiviert im Sinne einer Unterstützung des afrikanischen Entwicklungsmodells von Nyerere. Die Projekte zielen vor allem auf eine Verbesserung der Ernährungssicherheit und eine Stärkung der Zivilgesellschaft.
1975
Heinrich Fischer tritt nach 24 Jahren als SWISSAID-Generalsekretär in den Ruhestand. Seine Nachfolge tritt Ernst W. Schnellmann an. Er arbeitet seit 1948 für SWISSAID und hat die Entwicklung und Grundhaltung der Organisation entscheidend geprägt.
1978
Persönliche Kontakte eines SWISSAID-Mitarbeiters ebnen den Weg zu den ersten Projekten in Ecuador.
1980
Nach jahrelangem Kampf um die Unabhängigkeit ihres Staates von Portugal unterstützt SWISSAID die Bevölkerung in Guinea-Bissau im Aufbau einer Landwirtschaft, die die überwiegend ländliche Bevölkerung satt macht.
SWISSAID wandelt sich vom Verein in eine konfessionell und parteipolitisch unabhängige Stiftung mit dem Ziel, "die Solidarität der schweizerischen Bevölkerung mit Benachteiligten in der Welt zu fördern".
1984
In Lausanne wird eine Aussenstelle des SWISSAID-Sekretariats eröffnet.
1989
Eine von SWISSAID mitgetragene Petition der Schweizer Hilfswerke führt in 19 Ländern zu einem Entschuldungsprogramm der Schweizer Regierung, das international Modellcharakter hat.
1990
SWISSAID schlägt einen politischeren Ton an und richtet die Informationsstelle "Landwirtschaft und Umwelt" ein.
1991
Aufgrund nur weniger lokal aktiver internationaler Hilfswerke und durch persönliche Kontakte nimmt SWISSAID die Arbeit in Myanmar (Burma) auf, bzw. zunächst im Grenzgebiet in Thailand.
1992
Die Stiftung Max Havelaar wird gegründet. SWISSAID ist daran massgeblich beteiligt.
1993
Dank einer von SWISSAID unterstützten Kampagne wird in Tansania die Verwendung des schädlichen Insektizids DDT verboten.
1994
SWISSAID verpflichtet sich einer "Entwicklung von unten und von innen", die von den Betroffenen ausgeht und von ihnen selber kontrolliert wird.
1994
Ein von SWISSAID finanzierter Agrarzensus zeigt in Ecuador die Schlüsselrolle der Kleinbauern in der landwirtschaftlichen Produktion auf und verschafft der nationalen Indigenenbewegung eine Verhandlungsgrundlage gegenüber der Regierung.
1998
SWISSAID feiert das 50-Jahr-Jubiläum, unter anderem mit einer Feier im Nationalratssaal.
1999
Während des Bürgerkriegs von 1998 bis 1999 in Guinea-Bissau bleibt SWISSAID als eine der wenigen internationalen Nichtregierungsorganisationen im Land tätig und spielt eine zentrale Rolle in der Koordination der lokalen Zivilgesellschaft für den Frieden.
1999
Tschad: Auf Druck der von SWISSAID unterstützten Zivilgesellschaft und der Weltbank verabschiedet das tschadische Parlament das Gesetz 001, das die Verwendung der Erdölgelder regelt. 80 Prozent der Mittel sollen in die Armutsbekämpfung fliessen.
1999
Myanmar (Burma): Nach ersten Jahren der Tätigkeit von Thailand aus wird ein Koordinationsbüro in Yangon eröffnet.
2000
Die von SWISSAID unterstützte Partnerorganisation Ekta Parishad löst in Indien dank Protestmärschen hunderttausender Landloser eine nationale Debatte zum Thema Landbesitz aus.
2001
SWISSAID ist die erste ausländische Nichtregierungsorganisation in Myanmar (Burma), die Entwicklungsprojekte nicht selber realisiert, sondern Initiativen lokaler Bevölkerungsgruppen unterstützt.
2002
Die SWISSAID-Partnerorganisation KAFO weiht in Guinea-Buissau das erste Bauernzentrum des Landes ein, das von einer Bauernorganisation geführt wird und in ganz Westafrika seinesgleichen sucht.
2005
Das Moratorium für eine gentechfreie Landwirtschaft wird von der Schweizer Bevölkerung deutlich angenommen. SWISSAID war Mitglied des Initiativ-Komitees.
2005
Mit Unterstützung der kolumbianischen SWISSAID-Partnerorganisationen erklären die lokalen Behörden ein 83 000 Hektar grosses Gebiet, das Resguardo Indígena Zenú, zur gentechfreien Zone.
2006
Die Studie einer SWISSAID-Partnerorganisation (GRAMP/TC) erbringt den Beweis, dass ESSO im Tschad die Arbeitsrechte verletzt. ESSO wird verpflichtet, den Arbeitern 15 Millionen Franken nachzuzahlen.
2006
Als erstes Büro ist die SWISSAID-Niederlassung in Indien "dezentralisiert" und bestimmt weitgehend selber, welche Projekte durchgeführt werden. Alle SWISSAID-Büros werden von einheimischen Fachleuten geleitet.
2008
SWISSAID feiert ihr 60jähriges Bestehen. Bei den Festivitäten im Berner Rathaus lobte Bundesrätin Micheline Calmy-Rey die Arbeit der Organisation.
2009
Zwei indigene Gemeinschaften in Maharashtra erhalten dank SWISSAID als erste Dörfer ganz Indiens das Recht, den Gemeinde-Wald zu nutzen.
2009
Nach erfolgreichem Lobbying durch SWISSAID und andere Nichtregierungsorganisationen beschliesst die Schweiz den Beitritt zur EITI. Die „Extractive Industries Transparency Initiative“ arbeitet darauf hin, dass die Einnahmen aus Rohstoffvorkommen in Entwicklungsländern transparent gemacht werden.
2011
Acht Schweizer NGOs, darunter SWISSAID, gründen das von der DEZA finanzierte Schweizer Wasserkonsortium. Damit kann SWISSAID in den Sahelstaaten Niger und Tschad 101‘000 Menschen Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen.
2015
In Myanmar kann SWISSAID gemeinsam mit dem Hilfswerk Oxfam und anderen Partnern ein EU-Grossprojekt im Rahmen von fast 500‘000 Franken umsetzen.
2015
In Tansania erreicht die SWISSAID-Partnerorganisation Tabio, gegen übermächtigen Druck seitens der Agro-Lobby, zusammen mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, dass gentechnisch verändertes Saatgut weiterhin nur zu Forschungszwecken ausgebracht werden darf und die Risiken weiterhin von den Anwendern getragen werden müssen.
2016
Die Konzernverantwortungsinitiative kommt zustande. Mehr als 140‘000 Personen haben die Initiative von SWISSAID und 76 anderen Nichtregierungsorganisationen unterschrieben und deutlich gemacht, dass Schweizer Konzerne Menschenrechte und Umwelt auch im Ausland respektieren sollen.