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Ein vielfältiges Land im Herzen des Himalayas
Das Nothilfeprogramm für Kinder in April 2015 (Foto: Z. Akbar Latif)
Die Demokratische Bundesrepublik Nepal liegt im Himalaya in Südasien. Die Bevölkerung Nepals beläuft sich auf ca. 31 Millionen (Juli 2014, Schätzung). Die größte Stadt ist die Hauptstadt Katmandu mit 990 000 Einwohnern. Nur ein Fünftel der Bevölkerung lebt in den Stadtgebieten, obwohl sich derzeit ein rascher Prozess der Verstädterung vollzieht, da immer mehr Menschen aus den benachteiligten ländlichen Regionen in die Städte ziehen.
Nach einer landesweiten Wahl im Jahr 2008 erklärte die neu gebildete Verfassungsgebende Versammlung Nepal zu einer Demokratischen Bundesrepublik, wodurch die Monarchie abgeschafft wurde. Trotz der rasanten politischen Veränderungen in den vergangenen Jahrzehnten hat Nepal seine vielfältige Kultur bewahrt. Obwohl das Land 2006 offiziell zu einem säkularen Staat erklärt wurde, haben Hinduismus und Buddhismus nach wie vor starken Einfluss im Land.
Eins der am wenigsten entwickelten Länder der Welt
Die jüngsten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen in Nepal hatten negative Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Im Jahr 1996 begannen die maoistischen Rebellen einen zehn Jahre andauernden Kampf, der ca. 12 000 Menschen das Leben kostete und 100 000 Bewohner zu Vertriebenen machte. Das Land erholt sich gerade langsam von diesem langen und gewaltsamen Konflikt.
Nepal ist eins der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf der Landwirtschaft, in der ca. drei Viertel der Bevölkerung beschäftigt sind. Ungefähr ein Fünftel der Bevölkerung arbeitet im Dienstleistungssektor, lediglich sieben Prozent sind im produzierenden Gewerbe tätig, in dem hauptsächlich lokal angebaute landwirtschaftliche Produkte weiterverarbeitet sowie Teppiche und Textilien hergestellt werden. Der Tourismus ist eine zunehmend wichtige Quelle für Einkommen und Beschäftigung, obwohl die Besucherzahlen aufgrund der unsicheren politischen Lage auf einem relativ niedrigen Niveau geblieben sind.
Über 25 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit ist mit 46 Prozent sehr hoch, aber Schätzungen zufolge sind noch viel mehr Menschen unterbeschäftigt. Viele Nepalesen sind auf der Suche nach Arbeit ins Ausland gezogen und senden Geld zurück an ihrer Familien in der Heimat. Diese Geldsendungen machen einen wichtigen Beitrag zur nepalesischen Wirtschaft aus.
Demographisch gesehen ist Nepal aufgrund der Kombination aus einer hohen Fertilitätsrate und einer niedrigen Lebenserwartung von 69 Jahren ein recht junges Land. Aufgrund der Armut und dem fehlenden Zugang zum Gesundheitssystem sterben jedes Jahr Tausende von Menschen an Mangelernährung und ansteckenden Krankheiten. Auch HIV/AIDS stellt zunehmend ein Problem dar; Armut, Analphabetentum, geschlechterspezifische Benachteiligung und das niedrige Bildungsniveau tragen zur Ausbreitung der Epidemie bei.
Eine steigende Zahl von Kindern braucht Schutz
In der Schule (Foto: SOS-Archiv)
In Nepal leben ca. 12,7 Millionen Kinder unter 18 Jahren. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Kinder ohne elterliche Fürsorge oder der Kinder, die vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht sind, weiter gestiegen. Dafür gibt es verschiedene Gründe, unter anderem die politischen Unruhen (vor allem bewaffnete Konflikte), die hohe Armutsquote und die Ausbreitung von HIV/AIDS.
Laut einer UNICEF-Studie gehören zu der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppe in Nepal auch Kinder mit Behinderungen, Kinder, die in ihren Familien Gewalt und Missbrauch ausgesetzt sind, Straßenkinder und Kinder, die Zwangsarbeit verrichten müssen. Schätzungsweise 34 Prozent der Kinder zwischen fünf und 14 Jahren werden zur Kinderarbeit gezwungen.
Das Recht der Kinder auf Bildung ist im heutigen Nepal nicht ausreichend geschützt. Die Einschulungsquote ist mit ca. 60 Prozent auf einem niedrigen Stand und die Schulabbrecherquote ist hoch, was dazu führt, dass viele Kinder keine Grundausbildung bekommen. Die Alphabetisierungsrate unter den Erwachsenen ist nach wie vor niedrig; nur 69 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen können lesen und schreiben
SOS-Kinderdorf in Nepal
Die ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen und der Mangel an medizinischer Versorgung und Bildungseinrichtungen haben dazu geführt, dass SOS-Kinderdorf die lokalen Gemeinden in Nepal sehr aktiv unterstützt. Die SOS-Sozialzentren bieten Familienstärkungsprogramme, die mit lokalen Behörden zusammenarbeiten, um vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohten Kindern die Möglichkeit zu geben, in einem liebevollen Zuhause aufzuwachsen. Wenn Kinder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, können sie von SOS-Müttern in einer familiennahen Umgebung betreut werden.
Kleine Kinder können in SOS-Kindergärten betreut werden. Es gibt in Nepal acht SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen der Grund- und Sekundarstufe. Junge Erwachsene können in speziellen Unterkünften wohnen, in denen sie auf ihrem Weg in die Selbständigkeit von ausgebildeten Fachkräften betreut werden. Wir bieten lebenswichtige medizinische Beratungen und Behandlungen in einem Land, in dem viele Menschen keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.
Im April 2015 erschütterte ein starkes Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala das Kathmandu-Tal und richtete große Zerstörungen an. SOS-Kinderdorf leistete sofortige Nothilfe und versorgte die betroffenen Kinder und Familien mit Erster Hilfe, Nahrung, Wasser, sanitären Einrichtungen und Notunterkünften. Wir schufen kinderfreundliche Räume in denen Kinder von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern psychologische Unterstützung erhielten. Ebenso kümmerten wir uns um die Zusammenführung der Familien.
Website von SOS-Kinderdorf Nepal
(verfügbar auf Englisch)