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Erfolg spielt im Leben eines San-Marino-Spielers wohl nicht die Hauptrolle. Es zählt das olympische Motto: «Dabei sein ist alles». Das beweisen uns die folgenden Fakten über das Team aus der kleinen Republik mit rund 30'000 Einwohnern.
Die Schweiz trifft heute im zweitletzten EM-Quali-Spiel auf San Marino. San Marino? Die hatten doch mal einen Formel-1-GP ... Aber was weisst du sonst noch über den heutigen Nati-Gegner?
San Marino hat weniger Einwohner als die Stadt Biel. Rund 33'000 Menschen leben in der kleinen Republik, die vollständig von Italien umgeben ist.
Obwohl Fussball die beliebteste Sportart in dem kleinen Staat ist und seit 1986 auch eine eigene Nationalmannschaft existiert, wurde bis anhin wenig Zählbares erreicht. Für die Spieler der Nationalmannschaft zählt das Motto: «Dabei sein ist alles».
In der Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich holte San Marino bisher immerhin einen Punkt gegen Estland. Eine Sensation wenn man bedenkt, dass Estland sich bisher das zehnfache an Punkte erspielt hat. Trotzdem gibt es einige grossartige Fakten über den Fussballzwerg zu erzählen.
Davide Gualtieri erzielte 1993 in der WM-Qualifikation gegen England das schnellste Tor der Länderspielgeschichte. Er brauchte lediglich sieben Sekunden, um einzunetzen. Trotz der frühen Führung verloren die San Mariner noch 1:7.
Im Freundschaftsspiel gegen Liechtenstein gelang San Marino ein Meilenstein. Die Nationalmannschaft gewann am 28. April 2004 mit 1:0 gegen unseren östlichen Nachbarn. Andy Selva traf per herrlichem Freistoss. Es ist der bisher einzige Sieg geblieben.
Zu den weiteren Erfolgen zählen: Ein 0:0-Unentschieden bei der WM-Qualifikation 1994 gegen die Türkei und ein weiteres torloses Unentschieden in der aktuellen WM-Quali gegen Estland vor einem Jahr. Ein Sieg in einem Pflichtspiel gab es aber bisher nicht.
Seit die Mannschaft 1986 gegründet worden ist, erzielte San Marino 20 Tore. Der letzte Treffer gelang Anfang September Matteo Vitaioli per Freistoss gegen Litauen. Es war zugleich der erste Auswärtstreffer seit 14 Jahren! Am Ende verlor der Zwergstaat dennoch mit 1:2 durch einen Treffer in der 92. Minute.
Andy Selva ist aktuell mit acht Toren der Rekordhalter in der Mannschaft. Er schoss also fast die Hälfte der Tore der Nationalmannschafts-Geschichte. Selva ist zudem einer der wenigen Spieler aus San Marino, der als Profi sein Geld verdienen konnte. Mit US Sassuolo Calcio und Hellas Verona spielte der Stürmer gar in der italienischen Serie B. Seit 2011 spielt Selva wieder in der heimischen Liga bei SP La Fiorita. Für die Nationalmannschaft kickt er weiterhin.
Im Verlauf der san-marinesischen Fussballgeschichte gab es einen namhaften Fussballer: Massimo Bonini spielte zwischen 1981 und 1988 für Juventus Turin und wurde dreimal italienischer Meister. 1993 beendete der Mittelfeldspieler seine Karriere beim FC Bologna.
Bonini spielte insgesamt neun Mal in der U-21-Auswahl des italienischen Verbandes. A-Länderspiele für Italien durfte er wegen seiner Herkunft aus San Marino nicht bestreiten. Zwischen 1990 und 1995 absolvierte er 19 Länderspiele für den Fussballzwerg.
Für das Qualifikationsspiel für die EM 2008 gegen Deutschland griff der Torwarttrainer zu einer kuriosen Methode. In der Vorbereitung schoss er mit Tennisbällen auf den Goalie Aldo Simoncini, um ihn an die schnellen Schüsse der Deutschen zu gewöhnen. Leider brachte die Methode nichts, Simoncini musste im Spiel 13 Mal hinter sich greifen. Das 0:13 war die höchste Niederlage, die San Marino je kassierte.
In San Marino gibt es etwa 2800 Fussballspieler, davon sind 1500 registriert. Der einzige Profiverein des Landes «San Marino Calcio» spielt in der dritthöchsten italienischen Liga. Das Stadion (Stadio Olimpico) der Mannschaft dient auch als Heimstätte für die Nationalmannschaft. San Marino hat auch eine eigene Liga (Campionato Sammarinese di Calcio) mit 15 Mannschaften. Erstaunlich wenn man bedenkt, wie klein der Staat ist.