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Nach jahrelangem Guerillakampf gelang es den Việt Minh unter General Võ Nguyên Giáp am 7. Mai 1954, die Franzosen in der Schlacht von Điện Biên Phủ zu besiegen. Dieses Ereignis markiert das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina. Es folgten ein Waffenstillstand und eine Deklaration auf der sich anschliessenden Genfer Indochina-konferenz vom 21. Juli 1954, die unter anderem bis zu den im Juli 1956 abzuhaltenden all-vietnam-esischen Wahlen eine vorübergehende Teilung entlang einer Demarkationslinie am 17. Breitengrad, nördlich der alten Kaiserstadt Huế, in eine nörd-liche und südliche Zone vorsah.
Am 2. Juli 1976 wurden Nord- und Südvietnam unter dem Namen Sozialistische Republik Vietnam wiedervereint.
Nach 50 km verlassen wir die Hauptstrasse, um eine vietnamesische Tunnelanlage zu besuchen.
Auf dem Weg dorthin fahren wir durch viele kleine Dörfer und haben die Gelegenheit, in die Vorgärten zu schauen, was da alles angepflanzt wird: Maniok, Pfeffer, Papaya, Mango, aber auch das eine oder andere, das wir noch nicht kennen.
Zudem werden oft noch Enten und Gänse gehalten, welche dann auf dem Markt verkauft werden. Wie sie dorthin transportiert werden, ist auf dem Bild mit dem Moped zu sehen.
Kurz vor dem Ziel kommen wir an eine Stelle, wo die Stromleitung heruntergerissen wurde.
Gerade sind 2 Männer daran, sie wieder zu befestigen. Mit einer Schaufel versuchen sie die beiden Kabel hochzuhalten, damit ich durchfahren kann. Zur Vorsicht steigt Vreni aus um zu prüfen ob das auch geht. Dazu muss ich am ganz rechten Rand und in der Wiese der ohnehin schmalen Strasse fahren. Aber kaum bin ich durch, rutschen die hinteren Räder in ein Loch und es dauert eine Weile bis ich da wieder hinaus komme.
Die freundlichen und geduldigen Bewohner helfen sogar mit einem Bündel Stroh, welches sie unter die Räder legen. Nach ein paar Mal vor- und zurück schaffe ich es dann und hinterlasse eine arg gepflügte Wiese. Nach diesem Fiasko steige ich auch aus und bedanke mich bei allen Helfern.
Während den Jahren der Besatzung und des Kampfes lebte ein grosser Teil der Bevölkerung aus der Kampfzone in gegrabenen Tunnels. welche heute noch zu besichtigen sind.
Über steile Treppen betritt man das System und geht durch Gänge, bis in eine Tiefe von 20 Meter unterhalb des Bodens. An gewissen Orten wurden selbst Spitäler unterirdisch gebaut. Hier in Vinh Moc sind 6 verschiedene Eingänge für Besucher freigegeben. Kaum ist man eingestiegen, stellt man fest, dass die Gänge so niedrig sind, dass wahrscheinlich auch viele Vietnamesen sich gebückt fortbewegen mussten. Zudem tropft überall Wasser von der Decke.
Ich steige beim Eingang 5 ein und komme nach geschätzten 200 Meter am Strand unten wieder ans Tageslicht. Etwas weiter ist der Eingang 6, welcher mich zu einem "Wasserfall" bringt, aber eigentlich ist es nur ein Sturzbach, welcher aus einer der vielen Verzweigungen kommt.
Immer wieder stosse ich auf Nischen, welche zeigen wollen, wie man hier drin gelebt hat.
Authentische Bilder aus der damaligen Zeit vermitteln einen guten Eindruck.
Beklemmend ist der Gedanke, dass auch Kinder und Alte tagelang hier unten ausharren mussten, während oben die Bomben einschlugen. Nur gelegentlich durften sie ans Tageslicht.
Nach etwa einer Stunde fahren wir die gleiche Strasse bis zur Hauptstrasse zurück. Die Kabel sind wieder oben, aber der Flurschaden ist noch zu sehen.
Von hier haben wir zwei verschiedene Strecken zur Auswahl: die AH1, die das ganze Land von Norden nach Süden durchquert, oder der Ho-Chi-Minh-Pfad, von dem hier ein Teil bis nach Hanoi führt. Wir wählen die zweite Möglichkeit weil sie geschichts-trächtig, aber auch abwechslungsreicher ist.
Leider wird das Wetter zunehmend schlechter und vom Mittag an regnet es fast ununterbrochen. Da ist von "schöner Strecke" kaum mehr etwas zu sehen.
Ho-Chi-Minh-Pfad
Der Ho-Chi-Minh-Pfad war ein logistisches Netz aus Strassen und Verkehrswegsystemen, das von Nordvietnam nach Südvietnam reichte und zum Teil durch die Nachbarländer Laos und Kambodscha führte. Bereits im Indochinakrieg wurde der Pfad benutzt. Der Pfad diente auch während des Vietnamkriegs als logistische Unterstützung des Nordens für die im Süden kämpfende Nationale Front für die Befreiung Südvietnams.
Der Pfad wurde nach dem nordvietnamesischen Präsidenten Hồ Chí Minh benannt. Die Bezeichnung war jedoch nur im Westen gebräuchlich, in Vietnam wurde der Pfad als Truong-Son-Strasse bezeich-net, benannt nach der Gebirgskette Truong Son in Zentralvietnam.
2. Dez. 2017, Cua Lo - Ninh Binh
Nach etwa 200 km treffen wir uns an der Bootsanlegestelle in Ninh Binh. Hier wollen wir eine zweistündige Rundfahrt in Ruderbooten zu viert machen.
Die Trockene Halong-Bucht um Ninh Bihn ist mit eine der schönsten Landschaftsformen in Vietnam. Anders als bei der "nassen" Halong-Bucht sind hier zwischen den Felsformationen Reisfelder. Und in diesen Reisfeldern befinden sich eine Vielzahl alter Gräber. Die Landschaft wirkt besonders in den Abendstunden sehr bizzar und wild romatisch.
Es regnet zwar nicht mehr, aber es ist bewölkt und die Sicht ist trüb.
Nach etwa 10 Minuten rudern erreichen wir die erste Höhle. Sie ist so niedrig, dass wir alle uns auf den Bauch legen müssen um nicht mit dem Kopf anzustossen. Aber bei jeder Gelegenheit wo es die Höhe zulässt, hebe ich den Kopf um ein Bild zu machen. Gleich jammert die Ruderin los und stösst mich an, damit ich auch gleich wieder tauche.
Aber nach einer Weile sieht sie, dass ich es schon "im Griff" habe und sie hört damit auf.
Dann verlassen wir die Höhle und sind in einer anderen Bucht, um gleich wieder in die nächste Höhle zu befahren.
Bis zum Schluss, nach zwei Stunden, fahren wir insgesamt durch 8 Höhlen - jede ist wieder auf ihre Art interessant. Gut ist auch, dass diese Höhlen alle trocken sind. Ob der Name wohl daher rührt?
Kurz vor dem Ziel gibt mir die Ruderin einen Fragebogen um die Zufriedenheit festzustellen. Unter anderem steht da: "Hat der/die Ruderin nach einem Tip gefragt?". Ich kreuze Nein an und gebe den Zettel zurück. Aber kaum habe ich ihn abgegeben, fragt sie uns beharrlich nach Money.
Ganz schön raffiniert, gell?
Nun, dass sie ein Trinkgeld bekommt ist vorbe-stimmt und Sache der Reiseleitung.
Dann geht es ins nur wenige Kilometer entfernte Hotel. Der schöne Pool vor dem Hause bleibt bei dem kühlen Wetter unbenutzt.
Wir sind inzwischen schon sehr im Norden angelangt und hier ist es relativ kühl. Aus den 35° tagsüber sind jetzt nur noch etwa 25° übrig geblieben.
Bezeichnend ist auch, dass viele Bewohner Winterjacke, Mützen und Handschuhen tragen.
Da das Hotel weit abgelegen am Stadtrand liegt, gehen wir ins Hotelrestaurant essen.
3. Dez. 2017, Ninh Binh - Halong
Der Morgen beginnt mit einem guten und reich-haltigen Frühstück. Oft ist es so, dass das Buffet vor allem auf asiatische Gäste ausgelegt ist. Das heisst, es gibt Nudeln, Gemüse, Fleisch, Reis und so weiter, eigentlich so, wie wir es zu Mittag oder zu Abend essen würden, nicht aber am Morgen.
Oft esse ich im WoMo noch ein Müesli, nachdem ich am Buffet Omelette oder Spiegeleier mit Toastbrot gegessen habe.
Bei der Wahl der Route glauben wir noch, dass wenn wir auf Nebenstrassen fahren, der Verkehr geringer ist, und dass es weniger Lastwagen hat. Aber bald merken wir, dass sich wieder ein Dorf ans andere reiht und der Verkehr sogar dichter wird. Ist es weil heute Sonntag ist?
Wir wollen einen Abstecher zur Chua Keo-Pagode machen, weil sie Besonders und eigen in ihrer Art ist. Es ist eine der wenigen alten Pagoden in Vietnam, deren originelle Struktur gut erhalten ist. Sie wurde zwischen 1630 und 1632 nach dem Baustil der Le-Dynastie erbaut.
In der Mittagspause packt Vreni zu meiner Überraschung Weihnachtsguetzli aus. Weil auch ein Adventskranz her muss, zeichnet sie einen auf Papier und stellt vier Kerzli drauf - Advent - Advent!
Mit der Architektur von ca. 100 Elefantköpfen gehört der Glockerturm zu den wertvollen architek-tonischen Erben von Vietnam. Besonders erwähnenswert ist die Tür mit den gravierten Drachen, handelt es sich doch um die einzige dieser Art im ganzen Land. Darüber hinaus gibt es hier hunderte französischer Statuen aus der Le Dynastie.
Nachdem wir so oft in Restaurants und Hotels assen, wie wir es in den letzten Wochen erlebten, brauchen wir wieder einmal etwas Richtiges: Vreni kocht im WoMo Spaghetti al Tonno. Dazu trinken wir eine kleine Flasche Cabernet und sind danach gleich reif für ins Bett. Gestern hat Vreni übrigens noch die Adventsdeko aufgehängt. Sieht gut aus - gell?
Am späten Nachmittag erreichen wir das La Paz-Hotel auf der Insel Cat Hai an der Halong Bucht.
Das Hotel liegt direkt am Strand. Die Zimmer sind auf kleine Villen verteilt, welche am Hang liegen. Wir werden mit einem E-Mobil hinauf gebracht und beziehen das Zimmer.
Das WoMo bleibt auf einem Parkplatz unten an der Hauptstrasse stehen
Nach dem Essen lassen wir uns wieder zum Zimmer hochfahren und gehen zu Bett.
Kaum sind wir im Bett, stellen wir fest, dass die Klimaanlage zu stark eingestellt ist. Aber sie lässt sich nicht ausschalten, es muss etwas defekt sein.
Um 21 Uhr haben wir es satt, ziehen uns an und packen wieder ein.
Mit dem Zimmertelefon rufen wir nach dem E-Mobil und lassen uns zum WoMo bringen. Dort schlafen wir wieder einmal im eigenen Bett.
Die Hotelpflicht besteht nur in Vietnam, das heisst, eigentlich reicht es wenn man im Hotel angemeldet ist, schlafen kann man dann wo man will.
4. Dez. 2017, Halong, Tag 2
Nach einer wunderbaren Nacht im WoMo, direkt am Meeresstrand und hinter Palmen gelegen, wachen wir durch das Rauschen der Wellen und des Windes in den Palmen auf.
Die leichte Bewölkung und der Sonnenaufgang versprechen einen wunderschönen Tag.
Nach einem guten Frühstück, im WoMo und mit dem eigenen Müesli, gehen wir zur Rezeption des Hotels, von wo wir wieder mit dem E-Karren zum Hafen gefahren werden, von wo aus wir die Halong Bucht befahren wollen.
Das Kalksteinplateau, das die Bucht beheimatet, sinkt langsam. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe.
Nach offiziellen Angaben ragen 1969 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser.
Der Name Vịnh Hạ Long bedeutet „Bucht des untertauchenden Drachen“ im Gegensatz zu Thang Long (aufsteigender Drache, dem alten Namen von Hanoi). Der Legende nach entstand die Bucht durch einen Drachen, der nahe am Meer in den Bergen lebte. Als er zur Küste lief, zog er mit seinem Schwanz tiefe Furchen in das Land, das vom Meer überflutet wurde, nachdem der Drache ins Wasser abgetaucht war.
Geologisch entstand die heutige Bucht durch einen im Holozän abgesunkenen Kegelkarst. Die Grotten und Höhlen können teilweise, wie einige Strände auch, nur bei Ebbe betreten werden. Viele von ihnen sind grün, also über und über mit Pflanzen bewachsen, auf den grösseren existiert teilweise dichter Dschungel.
Wir besteigen eines der vielen Ausflugsboote mit Platz für etwa 50 Personen, haben aber das ganze Boot für uns allein.
Sobald wir den Hafen verlassen haben, dürfen wir aufs Oberdeck. Die nächsten 8 Stunden werden wir hier verbringen, mit Ausnahme einer Ruderfahrt, welche eigentlich nur den Zweck hat, uns bei einer "Perlenfarm" aussteigen zu lassen. Hier zeigt man uns 3 verschiedenen Muscheln aus unterschied-lichen Regionen, aber auch, wie die Fremdkörper, welche aus Muschelschalen hergestellt sind, in die Muschel implantiert werden.
Ich lasse mich nicht täuschen, man sieht kaum grosse Muschelbänke, dafür aber viele Vitrinen mit verarbeiteten Perlen. Es geht darum uns Perlen zu verkaufen.
Zurück auf dem Boot sehe ich, wie das Mittagessen zubereitet wird. Mit einfachsten Mitteln bekommen wir eine grosse Zahl von verschiedenen Gerichten vorgesetzt, so dass jeder für sich etwas findet, das im schmeckt.
Zudem hat Katharina Geburtstag und spendiert das Trinken.
Während des Essens tuckert das Boot langsam dahin.
Eine verzauberte Landschaft zieht an uns vorbei und wir können uns kaum sattsehen. Immer wieder habe ich das Bedürfnis, noch eine Bild und noch ein Bild zu machen. Bis am Abend werde ich über 500 Bilder gemacht haben und dann beginnt die schwere Arbeit: Aussortieren was mir gefällt und ichim Blog verwenden will. Wahrscheinlich wird es für euch irgendwann langweilig, dann geht halt auf die nächste Seite!
Um 17 Uhr erreichen wir wieder den Hafen. Den Abend verbringen wir im WoMo und essen noch ein paar Früchte, spielen noch ein paar Runden Rummikub und gehen dann schlafen.
5. Dez. 2017, Halong - Hanoi
Wir sind auf dem Weg in die grösste Stadt Vietnams: Ha noi, 6 Mio Einwohner und 5.5 Mio Motorräder und Mopeds. Damit ist klar, dass das Verkehrsgewusel dasjenige von Saigon über-treffen wird.
Wir werden in einem Hotel im Zentrum der Stadt wohnen und damit wir nicht in die Stadt fahren müssen, parken wir die WoMos am Stadtrand.
Von hier werden wir mit 2 Bussen in die Stadt gebracht.
Parken in der Stadt für unsere grossen Gefährte wäre ohnehin nicht möglich. Einzig Zweiräder finden hier Platz. Wenn ich mir dann die grossen Roller-Parkplätze ansehe, wundere ich mich, wie man den eigenen wieder findet.
Nach einer 45-minutigen Busfahrt erreichen wir das Hotel. Weil wir etwas zu früh sind, sind die zimmer nich nicht bezugsbereit und darum gehen wir fürs Mittagessen ins Restaurant.
Der Nachmittag ist ohne Programm und darum machen wir einen Stadtbummel.
Zuerst gehen wir etwa 800 Meter einer Kaserne entlang und werden von Bewaffneten gleich auf die andere Strassenseite verwiesen. Das Trottoir entlang der Mauer darf nicht betreten werden!
Inzwischen ist wieder Rush-Hour und wir üben uns darin, Strassen bei intensivem Rollerverkehr zu überqueren.
Da gilt nur eins zu beachten: Zielgerichtet und nicht zu forsch gehen, damit die Fahrzeuge, 99% sind Roller, unsere Richtung beurteilen und entsprechend ausweichen können. Stehenbleiben geht, aber nur eine Schritt zurück führt ins sichere Verderben.
Wenn man es sich überlegt, ist es ganz einfach: so wie ein Schwarm Fische ein Hindernis um-schwimmt, umfahren (nicht um fahren) sie uns.
6. Dez. 2017, Hanoi, Tag 2
Heute steht die Stadtbesichtigung auf dem Programm.
Als Erstes besuchen wir den Literaturtempel mit den Konfuzius-Statuen.
Der Literaturtempel (Văn Miếu-Quốc Tử Giám) ist ein konfuzianischer, als Nationalakademie erbauter Anlagenkomplex. Er ist der bedeutendste der Literaturtempel in Vietnam.
Der Begriff Literaturtempel bezeichnet weder einen Tempel, noch diente die Anlage je religiösen Zwecken. 1070 vom dritten Kaiser der Lý-Dynastie Thánh Tông erbaut, stellt die Anlage bis heute zwar das Hauptheiligtum Vietnams dar, gleichwohl handelte es sich von Anbeginn um die erste Akademie des Landes, in der zwischen 1076 und 1915 die Söhne der Mandarine und verschiedene Hochbegabte der bürgerlichen Aristokratie unter-richtet wurden.
Gleichzeitig mit uns befinden sich viele Kinder eines Kindergartens hier, um gruppenweise Fotos für und mit ihren Eltern zu machen. Es scheint ein wichtiger Ort für solches zu sein. Später kommen auch noch junge Menschen, welche gerade ihre Matura gemacht haben, um Erinnerungsbilder zu machen. Auffallend ist, wie sorgfältig und festlich sie dazu gekleidet sind.
Als Nächstes besteigen wir Rikschas. Es sind leider nicht die von Hand gezogenen, sondern soge-nannte Fahrrad-Rikschas. Sie bieten Platz für eine Person und der Fahrer sitzt hinten. Damit fahren wir während einer Stunde durch die Stadt. Bald mal wird mein Fahrer von den anderen überholt und liegt am Schluss. Dafür kürzt er zweimal die Route ab um die anderen der Gruppe wieder einzuholen - ein fauler Sack! Aber was will ich tun?
Anfang des 15. Jahrhunderts, während der chine-sischen Besatzung, übergab der Sage nach eine riesige, im See lebende, goldene Schildkröte dem armen Fischer Le Loi ein magisches Schwert, welches ihn unbesiegbar machte. Er benutzte das Zauberschwert, um in einem erbitterten Kampf (1418–1428) die Truppen der Ming-Dynastie vernich-tend zu schlagen, und wurde im Jahre 1428 König. Nach der Siegesparade begab sich der junge König zum See, um den Göttern zu danken. Da tauchte die goldene Schildkröte erneut auf und forderte das Schwert zurück. Bevor Le Loi sich entscheiden konnte, löste sich plötzlich das Schwert aus der Scheide, stieg zum Himmel empor und verwandelte sich in einen grossen jadefarbenen Drachen, der über dem See schwebte und dann in die Tiefe stürzte.
Direkt neben der Pagode stehen drei Lehrtafel, welche den Menschen zeigen will, was aus ihnen im nächsten Leben wird wenn sie sich jetzt schlecht verhalten. Beispiel:
Am Hoan Kiem-See steigen wir aus. Er liegt im Zentrum der Stadt und ist von besonderer Bedeutung. Er ist Hanois berühmtester See und trennt Alt-Hanoi vom einstigen französischen Kolonialviertel. Der See ist etwa 700 m lang und entstand als Rückstausee des Roten Flusses. "Hoan Kiem" heisst übersetzt "See des zurück-gegebenen Schwertes".
Le Loi ernannte das Tier zum Schutzgeist des Sees. Aus Dankbarkeit und zur Erinnerung an dieses Ereignis liess Le Loi auf einer kleinen Insel in der Mitte des Sees den dreistöckigen Schild-krötenturm (Thap Rua) errichten, der bis heute das Wahrzeichen Hanois ist.
Nach der Mittagspause fahren wir zum Ho Chi Minh-Mausoleum. Ausser dem Steinklotz gibt es nichts zu sehen. Am Vormittag könnte man noch den 1969 verstorbenen, und hier aufgebahrten vietna-mesischen Revolutionär besichtigen. Dazu müsste man aber 2 Stunden anstehen. Das wäre uns zuviel.
Gleich daneben steht die Einsäulenpagode oder auch „Ein-Pfahl-Pagode“. Sie ist eine der ältesten Pagoden in Hanoi. Sie ist wegen ihrer ausser-gewöhnlichen Bauweise ein Wahrzeichen der Stadt. Ursprünglich 1049 von König Lý Thái Tông als 3 m langer Holztempel auf einem Baumstamm erbaut, steht die Rekonstruktion der Pagode heute auf einem Betonsockel, der aus dem künstlich angelegten See ragt.
Aus unserer Sicht mag das erheiternd wirken. Aber für viele Menschen ist das wie die Bibel oder die Zehn-Gebote. Sie kommen immer wieder hier hin um sich die Gebote zu verinnerlichen.
Damit endet der heutige Ausflug und wir kehren müde ins Hotel zurück.
Hier noch ein paar Impressionen von der Fahrt durch die Stadt.
7. Dez. 2017, Hanoi, Tag 3
Ruhetag - wir stehen spät auf und gehen erst gegen 9 Uhr zum Frühstück.
Zurück im Zimmer schreibe ich erst mal den gestrigen Bericht und gehe die Fotos durch. Von den etwa 200 Bildern verwende ich zum Schluss nur noch etwa 40 - und das ist schon viel. Die Auswahl ist immer ein schwieriges Unterfangen.
Um 11 verlassen wir das Hotel in Richtung Altstadt. Die Strasse ist nass, also hat es erst kürzlich geregnet. Wenig später beginnt es wieder zu nieseln. Wir ignorieren es und gehen weiter. Schirm und Regenjacken sind im WoMo geblieben.
In anderen Strassen steigt uns der Duft von Essen in die Nase. Menschen sitzen auf kleinen Schemeln und schlürfen ihre Nudelsuppe aus Schalen. Langsam werden wir hungrig.
Aber gleich um die nächste Ecke reizen scharfe Geschmäcker unsere Riechnerven: wir sind bei den Metzgern. Am Boden kauernd wird Fleisch von den Knochen geschnitten und geschabt. Daneben sehen wir, wie die Reste in grossen Töpfen gekocht werden. Zusammen mit Nudeln und Gemüse ergibt das die allseits beliebte Nudelsuppe. Wenn man all dies sieht, könnte man den Appetit verlieren. Oft aber auch sind die Fleischauslagen ganz ordentlich hergerichtet. Hier bestätigt sich die Aussage, wonach die Asiaten alles essen was lebt.
An einer Strasse reiht sich Geschäft an Geschäft mit Weihnachtsartikeln. Es sieht aus, als würden sie das ganze Jahr über verkauft.
Weihnachtsbäume, aus Plastik, werden auf der Strasse dekoriert.
Dazu kommt noch, dass immer wieder Weihnachts-lieder aus irgendwelchen Boxen klingen.
Dafür wird das Auge in der nächsten Querstrasse mit wunderschönen Blumen und Gebinden belohnt. Oft muss ich zweimal hinsehen - sind die echt? Ja, es gibt fast nur frische Blumen. Die künstlichen sind in der Minderzahl und beschrän-ken sich meist auf Grünpflanzen.
Der Hunger meldet sich zurück. Wir gehen zum Platz vor dem Hoan Kiem-See und fahren in die 5. Etage, wo sich der Avalon BBQ-Grill befindet.
Das Gebäude erinnert an das Heck eines Überseeschiffes. Von hier oben wäre die Aussicht wunderbar, wenn es das Wetter zulassen würde.
Einen Tisch auf der Terrasse wäre auch schön, es ist aber leider zu kühl, darum ziehen wir ins Innere.
Das Restaurant ist bekannt für gutes und abwechslungsreiches Essen. Auf jedem Tisch befindet sich ein versenkter Gasherd, auf dessen Platte wir das bestellte Fleisch, den Fisch und das Gemüse selbst braten können.
Ich beginne mit einer Seafood-Suppe mit Lotus-samen und Pilzen.
Dann wird die Platte mit dem Grillgut gebracht und der Grill angezündet.
Die junge Bedienung kümmert sich sehr um uns und schaut immer wieder vorbei um das Fleisch zu wenden und ob alles richtig läuft.
Ein besonderes Kunststück ist es, in Scheiben geschnittene Maiskolben mit Stäbchen zu essen - Vreni kann es!
Dann schlendern wir wieder zurück zum Hotel, diesmal durch andere Gassen.
Um 18 Uhr ist Meeting in der Lobby. Jörn, unser neuer Reiseleiter ist heute dazu gestossen. Er wird uns erstmals für 4 - 6 Wochen begleiten, dann wieder nach Hause fliegen, um dann in Indien wieder zurück zu sein.