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Frei aus Swahili übersetzt bedeutet "Hakuna matata" so viel wie "es gibt keine Probleme" oder "es gibt keine Differenzen".Diese Aussage, so fällt mir bereits nach den ersten Tagen auf, wird von den Einheimischen oft und gerne genutzt."Hakuna matata" ist aber, und auch das fällt sofort auf, mehr als einfach nur ein Wortlaut. Die Kenyaner leben die Botschaft von "Hakuna matata" als Teil ihrer Kultur.So zeigt sich bei genauerem Betrachten doch in vielerlei Hinsicht, dass die Probleme (Problem in Swahili = "matata") welche uns täglich begegnen nur Probleme sind, weil wir diese als Problem wahrnehmen und uns (unbewusst) in die Rolle des Problemlösers (des Retters) begeben.Wir entscheiden uns ganz bewusst dafür, den Sachverhalt als Problem wahr zu nehmen und bauen je nach Umständen die notwendigen Bedingungen um den Sachverhalt rum, damit dieser auch sicher als Problem betrachtet werden kann.Ein Beispiel dazu: Am Strand von Nyali werde ich von einem einheimischen Mann dazu eingeladen, mir eine Portion Kokoswasser aus der Kokosnuss zu gönnen. Es ist offensichtlich, der Mann will was verkaufen und hat mich (welcher ich auf weite Distanz als Tourist erkennbar bin) als nächstes "Opfer" ausgesucht.Ehe ich überhaupt reagieren kann, ist die Kokosnuss angeschnitten und an mich überreicht (man kennt das). Unglücklicherweise habe ich kein bisschen Bargeld mehr in der Tasche......wie soll ich den Typen nun bezahlen? Während ich dem Herrn für die Kokosnuss danke und ihm erkläre, dass ich kein Bargeld in der Tasche habe, greife ich in diese Tasche und ziehe zwei kleine Toblerone hervor, welche ich gerne anstelle von Trinkgeld verschenke und daher meist mit mir trage. Ich biete dem Herrn diese als Tausch für die Kokosnuss an (beschreibe diese natürlich auch ordentlich als eine Schweitzer Schokoladendelikatesse). Genau in diesem Moment setzt der Herr ein Lächeln auf und fällt die Aussage "HAKUNA MATATA".
Die Kokosnuss ist geköpft und damit eigentlich der Handel vollzogen (das ich vorher nicht offiziell eingewilligt habe interessiert bei diesen Transfers überall auf der Welt nicht - das kennt jede(r) welche(r) bereits als Tourist in Ländern war in denen eine bestimmte Armut herrscht). Er hätte also auch auf Bargeld beharren und eine Szene machen können, aber er hat sich bewusst dafür entschieden dass es kein Problem gibt, wenn niemand eines daraus macht.....und wir hatten darüber hinaus gleich mehrere Themen über welche wir uns unterhalten konnten während wir die jeweiligen Errungenschaften genossen haben.
Die aus diesem Beispiel ersichtliche Einstellung, keine Probleme zu suchen oder zu generieren, ist in der Kultur der Menschen hier in Kenya verankert und lässt sich täglich erleben. Das Vertrauen in die positive Handlungsabsicht des Anderen und der Verzicht auf unmittelbare materielle Gegenleistung scheint mir massiv grösser zu sein als wir das in unserem Umfeld erleben (was aber auch nur bedingt erstaunt da wir täglich von Berichten über Korruption, Betrug in grossem Stile und mit böswilliger Absicht sowie den daraus entstandenen Folgen konfrontiert werden).Ein weiteres Beispiel welches diese Feststellung stützt ist die eine Dame welche sich an der Poolbar neben mich gesetzt hat: Sie hat, mit den Mitteln welche ihr als alleinstehende Frau verfügbar waren, 16 Kinder grossgezogen (allesamt adoptiert) und erachtet die Tatsache, dass diese Kindern nun ihre Mentalität weiter tragen und ihrerseits bedürftigen Menschen helfen (sowie auch ihr im Bedarfsfalle sicher von den Kindern geholfen wird) als einen mehr als ausreichenden Lohn für ihr Engagement.Es gibt keine Probleme, wenn wir uns bewusst dafür entscheiden keine Probleme zu generieren: HAKUNA MATATA.