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Vielfältiges Rioja
Rioja ist die führende Weinbauregion Spaniens. Die edlen, zu 90 Prozent roten Tropfen aus dem Norden des Landes sind bei den Konsumenten überaus beliebt.
Das an beiden Ufern des Flusses Ebro gelegene Gebiet wird durch das optimale Zusammenwirken von zwei verschiedenen klimatischen Einflüssen begünstigt: das atlantische und mediterrane Klima. Die Temperaturen sind mild, und die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt mit rund 400 Litern pro Quadratmeter im tiefen Bereich.
Rioja ist nicht einfach Rioja. Die Gegend wird in drei Bereiche unterteilt, die sich durch unterschiedliche Eigenschaften auszeichnen. Rioja Alta umfasst den Teil um die Weinbaustadt Haro. Es herrschen atlantische Klimaeinflüsse vor. Die Böden zeichnen sich durch kalk- und eisenhaltige Tonerde aus. Rioja Alavesa liegt nördlich des Ebro und wird ebenfalls durch das Klima vom Atlantik geprägt. Die Reben wurzeln in kalkhaltiger Tonerde. Die oftmals terrassierten Rebberge verteilen sich auf relativ kleine Parzellen. Rioja Baja als drittes Untergebiet befindet sich eher im Innern des Landes. Wegen des mediterranen Einflusses ist das Klima trockener und wärmer als in den anderen beiden Teilen. Dominierend sind Schwemmlandböden sowie Böden mit eisenhaltiger Tonerde.
Diese Vielfältigkeit führt dazu, dass sich die Weintypen je nach Herkunft unterscheiden. Ebenso einen Einfluss hat der angewandte Ausbau- und Reifeprozess. Dementsprechend werden drei Kategorien unterschieden: Crianza-Weine sind mindestens drei Jahre alt, wenn sie auf den Markt kommen. Ein Jahr reifen sie im Eichenfass, nachher mehrere Monate in der Flasche. Hochwertiger sind Reserva-Qualitäten. Sie müssen ein Jahr im Fass und zwei Jahre in der Flasche ausgebaut werden. Die höchste Stufe bilden die Gran Reserva. Die auserlesenen Weine aus hervorragenden Jahren liegen mindestens zwei Jahre im Eichenfass und verbleiben nachher nochmals für drei Jahre in der Flasche.
Vor einigen Jahren hat Spanien eine weitere Klassifizierung eingeführt, die sogenannten Pago-Weine. Damit wird eine genau definierte Herkunft bezeichnet. Es ist die höchste Qualitätsstufe, die das spanische Weingesetz kennt – zumindest auf dem Papier. Es sind vor allem Einzelbetriebe, die damit ausgezeichnet werden. Die neue Einstufung ist im Wesentlichen eine Folge der Spitzenweine, die in der Vergangenheit namentlich aus Gebieten wie etwa dem Rioja, aber auch aus dem Ribera del Duero und dem Priorat, den internationalen Markt erobert haben. Dementsprechend findet man Pago-Weine vor allem in weniger bekannten Appellationen.
Peter Keller, März 2017