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#halloween
Manchmal muss man wirklich denken die Natur hätte für den Halloweengrusel Pate gestanden. Oder war es gar anders rum? Jedenfalls gibt es Vampire, Mumien, Hexen und noch viel mehr zu entdecken.
Knusper Knusper Knäuschen
Diese „Halloween-Hexe“ mit buckligem Rücken, großen, gelben, bei Nacht leuchtenden Augen und struppigen Fell alias Fingertier gehört zu den Primaten. Fingertiere gibt es nur auf Madagaskar. Sie leben nachtaktiv und ernähren sich am liebsten von Insekten, Insektenlarven, Nüssen ebenso wie von Früchten. Als Anpassung an die Art der Nahrungssuche besitzen Fingertiere zwei besondere Merkmale: ein nagerähnliches Gebiss mit meißelartigen Schneidezähnen und die namensgebenden verlängerten Mittelfinger, die als Tast- und Jagdwerkzeuge dienen.
Mit den langen Fingern klopfen die hauskatzengroßen „Hexen“ zum Beispiel Holz ab, um Hohlräume zu orten, genau dort mit ihren kräftigen Zähnen die Rinde aufzubeißen und wiederum mit den langen Fingern Larven heraus zu fischen. Auf dieselbe Art und Weise prüfen Fingertiere die Qualität von Kokosnüsse und Mangos und fressen nur die besten Früchte. Diese Art der Nahrungssuche entspricht der von Spechten, die allerdings hingegen mit ihren Schnäbeln klopfen und pulen.
Das Tier als Mumie
Wer hat sich denn da in Klopapier eingewickelt? Neunbinden-Gürteltiere haben einen plumpen Körper, kurze Beine und einen langen Schwanz. Außenherum tragen sie einen Panzer. Dieser besteht aus vielen kleinen Knochenplättchen, die in der Körpermitte und am Schwanz in klopapierlagenartigen, gürtelähnlichen Ringen angeordnet und mit der nächsten Reihe gelenkig verbunden sind. So besitzen die Tiere trotz des Panzers eine gute Beweglichkeit. Am Kopf, in der Schulterregion und auf Höhe des Beckens sind die Platten zu Schilden verwachsen. Gürteltierbabys kommen schon mit einem Panzer zur Welt. Dieser ist allerdings anfangs noch weich und verknöchert erst im Laufe der Zeit. Der fertige Panzer besitzt dann eine Stärke von ca. zwei bis drei Millimeter und schützt die wandelnden „Mumien“ vor allem vor dornigem Gestrüpp und weniger gut vor Fressfeinden wie Puma und Jaguar.
Wie es sich an Halloween gehört, leben Neunbinden-Gürteltiere nachtaktiv. Im Dunkeln gehen sie auf Nahrungssuche. Mit einem Schlag ihrer langen, klebrigen Zungen fangen sie vor allem Käfer, andere Insekten sowie kleine Wirbeltiere. Tagsüber verkriechen sich die Neunbinden-Gürteltiere in ihren Erdhöhlen.
Bambi und Dracula
Die in bewaldeten Bergregionen Mittel- und Ostasiens lebenden Moschustiere sehen auf den ersten Blick aus wie Rehe. Sie gehören wie diese zu den Paarhufern. Aber weder Weibchen noch Männchen tragen ein Geweih. Dafür besitzen männliche Moschustiere lange spitze Eckzähne, die weit aus dem Maul herausragen. Vor allem in der Brunftsaison setzen sie diese „Vampirzähne“ im Kampf gegen Artgenossen ein, um sich Zugang zu Weibchen zu verschaffen. Aber keine Angst, bei der Nahrungssuche spielen die langen Zähne keine Rolle. Moschustiere trinken nämlich nur grünes Blut. Also, äh, sie ernähren sich rein pflanzlich.
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Ein weiteres charakteristisches Merkmal der männlichen Tiere sind die Moschusdrüsen. Das wertvolle Sekret dieser Drüsen wird seit Jahrtausenden zur Herstellung von Parfümen und Seifen sowie in der Asiatischen Medizin verwendet. In der Kosmetikindustrie ist echter Moschus mittlerweile weitestgehend durch künstlich hergestellte Duftstoffe ersetzt. In der Asiatischen Medizin ist Moschus allerdings weiterhin stark nachgefragt. Vor allem in China und Korea wird Moschus bei Herz-Kreislaufbeschwerden ebenso wie bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Von den sieben Moschustierarten gelten alle als „bedroht“, sechs sogar als „stark gefährdet“.
Huh-Huuuuh
Lautlos schwebt die Ost-Kreischeule durch die Nacht. Zur Halloweenfeier ist nur die graue Farbvariante eingeladen. Sie kommt natürlich als Geist. Ihre Feder„ohren“ dienen als Tarnhilfen im Geäst. Die Augen leuchten gespenstisch in Gelb. Spooky ist auch die Art wie Eulen ihren Kopf zu drei Vierteln um die eigene Achse drehen. So können sie zum einen mit minimaler Bewegung in einem großen Bereich rund um sich herum nach Beute suchen. Zum anderen können sie bei auf die Beute fixiertem Blick im Jagdanflug komplizierte Flugmanöver ausführen, ohne die Beute aus den Augen zu verlieren. Anatomische Besonderheiten bei Eulen verhindern, dass sie sich bei den extremen Verdrehungen des Kopfes die Blutzufuhr zum Gehirn abschnüren.
Eigentlich wäre das namensgebende Kreischen einer Kreischeule im nächtlichen Wald ja schon schaurig genug gewesen. Die Laute der Ost-Kreischeule sind aber fast noch unheimlicher. Als Ausnahme dieser Gattung wiehert sie wie ein Pferd. Vielleicht der kopflose Reiter?
Nachtjäger mit Röntgenblick
Die Zeichnung der Welwitsch-Fledermaus erinnert mich an ein Kind im Skelettanzug. Deshalb habe ich sie für diese Zusammenstellung ausgewählt. Welwitsch-Fledermäuse leben in den Savannen des südlichen und östlichen Afrikas. Sie besitzen ein braunes Fell, sind nachtaktiv und machen Jagd auf Insekten. Man sagt Fledermäuse würden mit den Händen fliegen. Tatsächlich sind bei diesen einzigen fliegenden Säugetieren die Fingerknochen stark verlängert. Die Flughaut spannt sich zwischen den Fingern, Armen und Beinen. Diese ist bei der Welwitsch-Fledermaus schwarz, die Knochen ihrer Finger und Arme sind in leuchtendem Halloween-Kürbis-Orange nachgezeichnet.
Zum Ruhen, Putzen und Schlafen hängen sich Fledermäuse kopfüber mit den Füßen auf. Dabei hilft ihnen ein Mechanismus ihrer Sehnen, der ohne Muskelkraft funktioniert. So können sie stunden- und monatelang und sogar über den Tod hinaus hängen bleiben. Die Geburten erfolgen bei Fledermäusen jedoch nicht kopfüber. Zum Gebären stellen sich die Weibchen hin und fangen ihren Nachwuchs mit den Flügeln auf.
Fledermäuse sind ein wichtiger Teil der Ökosysteme. Sie fressen Insekten, bestäuben Blüten und verbreiten Samen.
Zum (Beutel-)Teufel
Beutelteufel gehören ebenso wie Kängurus und Koalas zu den Beuteltieren und leben auf der südlich des australischen Festlandes gelegenen Insel Tasmanien. Von der Statur sehen Beutelteufel aus wie eine Mischung aus Hund, Ratte und Marder. Namensgebend sind nicht nur das schwarze Fell und die sich bei Erregung rot färbenden Ohren, sondern auch das markerschütterndes Geschrei und ihr aggressives Verhalten bei der Nahrungssuche. Beutelteufel haben starke Kiefer und eine enorme Beißkraft. Zu ihrem Beutespektrum zählen sämtliche Tierarten bis zur Größe von kleineren Kängurus. Vor allem aber ernähren sich Beutelteufel von Aas. Sie verschlingen ihre Beute mit Haut und Haaren, verputzen sämtliche Organe und Teile des Skeletts.
Als Beuteltiere werden die Beutelteufelbabys in einem sehr frühen Stadium geboren und wachsen dann im Beutel der Mutter heran. Anders als bei Kängurus öffnet sich der Beutel der Beutelteufel allerdings nach hinten, so dass keine Interaktionen zwischen Mutter und Kindern möglich sind. Bald nachdem die jungen Beutelteufel im Alter von einem knappen Jahr selbstständig geworden sind, paaren sich die Weibchen erneut und der Zyklus beginnt von vorn.
Sind das Leichenteile?
Auch bei Pflanzen gibt es Gruseliges zu entdecken. Nach der Blütezeit der Löwenmäulchen kommen die ausgetrockneten Samenkapseln zum Vorschein. Diese sehen doch aus wie kleine Totenköpfe oder?
Und aus dem Reich der Pilze ist das Judasohr zu erwähnen. Der bräunliche Fruchtkörper dieses weltweit verbreiteten Pilzes hat häufig die Form einer Ohrmuschel. Judasohren sind auch bei uns heimisch. Wenn du eines findest, drücke ich die Daumen, dass es nicht echt ist…
Was findet ihr in der Natur besonders gruselig? Schreibt uns!
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