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Depression und Entspannung
Depressivität ist ein Gefühlserleben, welches den Menschen über eine bestimmte Zeit in seinem Leben begleitet.
Somit leidet jeder irgendwann einmal im Leben an einer zeitlich begrenzten gedrückten Stimmung. Dies kann verschiedene Ursachen haben: Es ist ein belastendes Lebensereignis oder eine Krankheit zu bewältigen, Psychosoziale Konflikte, oder es drückt eine Pandemie und ihre Folgen auf das Gemüt.
Solange es von kurzer Dauer ist und die Lebensqualität nicht oder nur bedingt einschränkt, kann noch nicht von einem Krankheitsbild gesprochen werden.
Zur Krankheit wird es dann, wenn der Leidensdruck stetig steigt, eine ausgeprägte andauernde gedrückte Stimmung vorherrscht sowie formale Denk-, Affekt-, und somatische Störungen zum Vorschein kommen. Diese Störungen zeigen sich in Symptomen wie einer stark eingeschränkten Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, einem schleppenden und grüblerischen Denken, dem Gefühl innerer Leere oder auch in Form von Insuffizienzgefühlen.
In der Regel treten körperliche Beschwerden wie Schmerzzustände, Schlafstörungen, Störungen des Essverhaltens und ein stark verminderter (mit Ausnahme der agitierten Depression, hier ist der Antrieb gesteigert) Antriebs- bzw. Energie & Kräftemangel auf.
Die Depression tritt meistens episodenhaft auf und lässt sich in drei Schweregradstufen unterteilen: leichte, mittlere und schwere Depression. Weiteres tritt sie häufig im Zusammenhang eines Burnouts oder der sogenannten Anpassungsstörung auf. Wobei Letztere sich von den anderen Diagnosen u.a. aufgrund ihrer Dauer von ca. sechs Monaten bis maximal zwei Jahren unterscheidet.
Ist eine Diagnose gestellt, so erfolgt die Therapie meistens über psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungsmassnahmen. Therapieunterstützend hat es sich bewährt, mit Entspannungsverfahren und Achtsamkeitstechniken zu arbeiten.
Wie wirkt die Entspannung auf die Depression?
Während einer Entspannungsreaktion werden die Gedanken ruhiger, gebündelt, die Emotionen gleichen sich aus, sie werden sanft und wohlwollend. Der Patient lernt, eine Distanz aufzubauen und sich damit einhergehend nicht mehr mit seinen Gedanken und Emotionen zu identifizieren. Auf körperlicher Ebene zeigen sich eine Senkung des Muskeltonus, was schmerzlindernd wirkt sowie eine Stabilisierung des allgemeinen inneren Anspannungspegels. Durch den sukzessiv verbesserten Körperbezug bzw. durch das Verweilen der Aufmerksamkeit im Körperinnern mittels dem Achtsamkeitsprinzip, werden die typischen grüblerischen Aufschauklungsprozesse unterbrochen, was dem Patienten den Weg aus dem kognitiven Teufelskreis ebnet.
Nebst den physiologischen Wirkmechanismen zeigen durch die Arbeit mit der Entspannung noch weitere positive Aspekte für eine Depression. So baut der Patient mit der Anwendung eines Verfahrens seine Selbstwirksamkeit auf. Das heisst, er lernt, eine Schwierigkeit selbstaktiv zu bewältigen. Damit verbunden stärkt das sein Selbstvertrauen und allfällige Insuffizienzgefühle bauen sich ab. Auch wird es dadurch möglich, zusammen mit dem Betroffenen eine Tagesstruktur mit gezielten für ihn ausgerichteten Aufgaben zu erstellen. Dies muss sehr sorgfältig und in kleinen Schritten erfolgen, hat aber eine grosse Wirkung auf seine Aktivität und Mobilität.
Grundsätzlich gilt, dass die Depression als psychopathologisches Krankheitsbild stets in Form von psychiatrisch-psychotherapeutischer Massnahmen behandelt wird und die Anwendung eines Entspannungsverfahrens in den Therapieplan als unterstützendes Tool mit eingebettet ist. Daher hat die damit einhergehende fachgerechte Arbeit in Rücksprache mit dem Therapeuten/Arzt zu erfolgen.
Wie wäre es, wenn du dir jetzt gleich nach dem Lesen des Artikels etwas Gutes für dein Gemüt tust?
Deiner Gesundheit zuliebe!