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Marienkäfer
So wie das Glück verschiedene Formen hat, ist auch der Marienkäfer - oft Glückskäfer genannt - sehr formen- und artenreich. Diese Nützlinge sind im Garten wie auch in der Landwirtschaft gerne gesehen.
Aussehen
Die Färbung und das Muster variieren bei Marienkäfern extrem, was ihre exakte Art-Bestimmung massiv erschwert. Dieselbe Art kann in Dutzenden Varianten vorkommen. Beim Luzerne-Marienkäfer etwa wurden sogar über 4’000 Varianten gefunden. Schwierige Arten kann man deshalb nur anhand der Genitalorgane zuverlässig bestimmen. Kopf, Brust und Unterseite sind meist schwarz gefärbt. Ein paar wenige Arten haben aber hellbraune oder rostbraune Unterseiten. Die Farbe des Kopfes richtet sich meist nach der Farbe des restlichen Körpers und kann sehr unterschiedlich sein. In der Schweiz gibt es rund 80 verschiedene Marienkäfer-Arten. Der bekannteste ist der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata). Er kann rot mit zwei schwarzen Punkten sein, aber auch schwarz mit zwei roten Punkten – und vielen möglichen Zwischenformen mit mehreren schwarzen oder roten Flecken.
Die auffällige Färbung dient als Warnsignal an Fressfeinde. Zusätzlich ist ihr Blut unangenehm bitter. Bei Gefahr sondern sie eine gelbliche Blutflüssigkeit ab. Diese Flüssigkeit enthält giftige Alkaloide (z.B. Coccinellin).
Nützlinge
In allen Lebensstadien, von der Larve bis zum Käfer, ernähren sich die Marienkäfer vor allem von Blatt- und Schildläusen, Milben, Käfern und gelegentlich von Schmetterlingslarven. Pro Tag verschlingt ein Marienkäfer bis zu 50 Läuse. Ist das Aufkommen der Marienkäfer zu gross oder das übrige Nahrungsangebot zu niedrig, fressen die Larven auch gerne Artgenossen.
Zweipunkt-Marienkäfer eignen sich vor allem für den Einsatz bei einer grossen Blattlauspopulation im Gewächshaus. Eine Generationenfolge ist nur bei optimalen Bedingungen zu beobachten. Um einen starken Befall zu reduzieren, sind deshalb 2–3 Einsätze notwendig. Die Zweipunkt-Marienkäfer sind während dem ganzen Jahr einsetzbar und auch bei tiefen Temperaturen aktiv. Dosen mit Larven oder adulten Käfern sind im Fachhandel oder online erhältlich.
Asiatischer Marienkäfer
Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) wurde für die biologische Schädlingsbekämpfung in den USA eingesetzt. In Europa wurde diese Art seit 1982 vor allem in Gewächshäusern freigelassen. Zuerst waren die ausgesetzten Käfer als effiziente Blattlaus-Jäger geschätzt, später zeigte sich, dass aus Gewächshäusern ins Freiland entwichene Asiatische Marienkäfer auch einheimische Marienkäfer fressen. In der Schweiz war der Asiatische Marienkäfer nie für den biologischen Pflanzenschutz zugelassen, wurde aber dennoch im Jahr 2006 ein erstes Mal in der Schweiz gefunden. Seither hat er sich enorm vermehrt und ausgebreitet.
Ursprünglich kommt der Asiatische Marienkäfer aus Japan und China. Er ist etwa gleich gross wie der Siebenpunkt-Marienkäfer, kann aber trotz der sehr variablen Färbung recht gut von unseren einheimischen Arten unterschieden werden. Die meisten Exemplare sind gelb oder orange und haben 19 schwarze Punkte auf den Flügeldecken. Das Halsschild trägt ein markantes, schwarzes „M“. Es gibt aber auch andere Farbvarianten oder ganz schwarze Käfer ohne Punkte.
Massenansammlungen im Winter
Marienkäfer überwintern als Käfer und suchen dazu geschützte Nischen und Stellen auf. Oft versammeln sie sich dort dann in grösseren Gruppen. Dies scheint insbesondere auf den Asiatischen Marienkäfer zuzutreffen. Aus verschiedenen Gegenden in der Zentralschweiz sind im Herbst 2008 Massenansammlungen von Marienkäfern bekannt geworden. Wen das stört, lässt die Fenster geschlossen oder bringt ein Fliegengitter an, um das Eindringen dieser Käfer zu verhindern. Marienkäfer sind keine Gefahr für Haus und Mensch.
Gefährdung und Schutz
Einige Marienkäfer-Arten sind stark gefährdet, einerseits weil ihr Lebensraum zunehmend verbaut wird, andererseits weil sie empfindlich auf Gifte reagieren. Dadurch, dass viele Arten auf bestimmte Lebensräume und Umweltbedingungen spezialisiert sind, sind sie auch gute Bioindikatoren, die anzeigen, ob bestimmte Habitate (wie z.B. Trockenrasen und Moore) in einem ökologisch guten Zustand sind.