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Die Speiseröhre ist im Gegensatz zum Magen nicht vor Säure oder Galle geschützt. Der Rücklauf von Mageninhalt kann daher Schädigungen und Entzündungen der Schleimhaut verursachen. Dies führt in der Regel nicht zu klassischen Schmerzen sondern oft zu brennenden Beschwerden hinter dem Brustbein. Mit der Zeit nimmt die Schädigung zu und es kann zu einer schweren Verätzung mit Geschwüren kommen.
Ursache einer Refluxösophagitis unterschiedlichen Ausmasses ist also die sogenannte gastro-ösophageale Refluxerkrankung. Auch Patienten mit milden Symptomen des Refluxes können eine relevante Entzündung haben.
Diagnose
Normalerweise bemerken die Patienten die Symptome der Refluxerkrankung. Je nach individueller Situation (Ansprechen auf Medikamente, Alter, Risikofaktoren etc.) ist eine gezielte Diagnostik notwendig. Die Diagnose wird durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) und gegebenenfalls gleichzeitiger Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) gestellt. Der untersuchende Arzt legt anhand der Untersuchungsergebnisse den Schweregrad der Entzündung fest. Unter Umständen zeigt die Analyse der Gewebeprobe weitere Befunde, welche therapiert werden müssen, zum Beispiel einen Barrett-Ösophagus.
Die Einteilung der Schweregrade erfolgt nach der Los Angeles Klassifikation:
- Grad A: eine oder mehrere Schleimhautläsionen (= Verletzungen) < 0.5 cm
- Grad B: eine oder mehrere Schleimhautläsionen > 0.5 cm
- Grad C: grössere Schleimhautläsionen aber < 75 % des Umfangs der Speiseröhre
- Grad D: grössere und zirkuläre Schleimhautläsionen
Schematische Darstellung Los Angeles Klassifikation (Quelle: Alexander Hann/endoscopy campus)
Therapie
Wird die Refluxösophagitis diagnostiziert, erfolgt in der Regel eine medikamentöse Therapie mit sogenannten Protonen-Pumpen-Hemmern. Dies sind Medikamente, welche die Säureproduktion im Magen unterbinden oder drosseln. Je nach Schweregrad muss eine intensivere und längere Therapie durchgeführt werden und das Resultat in einer weiteren Magenspiegelung einige Wochen später überprüft werden. Leidet der Patient unter anhaltenden Symptomen oder kommt es trotz korrekter Medikamenteneinnahme nicht zur Heilung der Schleimhaut muss eine weiterführende Diagnostik erfolgen. Diese umfasst die sogenannte Funktionsdiagnostik, bei welcher das Ausmass des Refluxes sowie die Funktion der Speiseröhre beurteilt werden.
Prognose
Unter richtiger medikamentöser Therapie, welche unter Umständen lebenslang eingenommen werden muss, heilt die Refluxösophagitis meistens ab. Als Alternative kann eine Antireflux-Operation erwogen werden. Im Refluxzentrum werden sämtliche Untersuchungen und die Empfehlung für die individuell optimale Therapie, sei es mit Medikamenten, mit einer Operation oder mit Verhaltenstraining interdisziplinär besprochen und durchgeführt.
Refluxzentrum Limmattal
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