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Die Escadaria do Selarón ist eine Treppe im Künstler-Viertel Lapa, die der chilenischen Künstler Selarón vollständig mit Fliesen ausgelegt hat. 215 Stufen mitsamt den angrenzenden Stützmauern hat Selarón mit Kacheln bedeckt, die ihm Besucher aus aller Welt mitbringen. Sein Atelier befindet sich gleich neben der Treppe, und bereitwillig liässt er sich mit Besuchern und seinem Kunstwerk fotografieren. Wenn Selarón nicht gerade die Treppe verfliest, malt er schwangere Frauen!
Die Catedral Metropolitana oder auch Catedral do São Sebastião ist ein futuristisch anmutender Betonbau mit frei stehendem Glockenturm – eine modernistische Betonpyramide. In einer Ecke der riesigen Kirche steht eine kleine Kutsche mit der Statue des Kirchenpatrons, des Heiligen Sebastian. Einziger Schmuck dieser ansonsten schmucklosen Kirche sind die riesigen Glasfensterzeilen. Das durch die farbigen Fenster einfallen Licht verbreitet im Kirchenraum eine sanfte Atmosphäre. Die Kirche kann mehrere tausend Besucher fassen, aber angeblich ist sie bei den Einwohnern von Rio nicht sonderlich beliebt.
Als Gegenpol zur nüchternen Catedral Metropolitana steht die Benediktinerkirche Igreja do Mosteiro de São Bento. Das Kloster war im Jahre 1590 von zwei Benediktinermönchen gegründet worden, die später angebaute Kirche jedoch erst im Jahre 1796 fertig gestellt worden. Die eher schmucklose Aussenansicht der Kirche lässt nichts von der inneren Pracht erahnen: aufgrund der reichen Goldfunde im Land musste an der prunkvollen Ausstattung nicht gespart werden. Es scheint, als ob an Wänden und Altären kein Fleckchen vorhanden wäre, das nicht mit Gold oder Malerei bedeckt ist.
Eine besonderes Vergnügen ist eine Fahrt mit der alten Strassenbahn, von den Einwohnern von Rio liebevoll „Bondhino“ genannt, die vom Largo do Carioca hinauf nach Santa Teresa fährt. Die Linie wird als letztes Stück eines Schienennetzes betrieben, das ehemals durch ganz Rio geführt hatte. Museumsreife Wagen mit einer museumsreifen Stromversorgung fahren über eine kurvenreiche Strasse hinauf ins Künstlerviertel Santa Teresa. Rentner, Schwangere und Gebrechliche müssen nicht anstehen und warten, bis sie einsteigen können, da diese Personengruppen in Brasilien bevorzugt behandelt werden – sie dürfen auch umsonst fahren. Es werden jeweils nur 40 Personen befördert, stehen darf man während der Fahrt nicht. Sitzen dürfen aber nur auswärtige Passagiere, d.h. Touristen. Sofern Einheimische mitfahren wollen, müssen sie froh sein, wenn sie sich aussen, auf einem Trittbrett stehend, irgendwo an der Strassenbahn festklammern können. Sie fahren dann zwar auch kostenlos, aber auch lebensgefährlich! Für Einheimische gibt es allerdings einen Bus nach Santa Teresa, das Ruckeltram wird sozusagen nur noch als nostalgisches Souvenir für Touristen gehätschelt. Im platschvollen Wagen kassiert ein Billeteur den Obolus für die Fahrt: weniger als 1 Real. Nachdem das Tram in Fahrt gekommen ist, legt es ein erstaunlich hohes Tempo an den Tag – besonders auf der Strecke über das Viadukt. Auf der „Bergstrecke“ gerät es dann schon eher ins Schnaufen. Eine Fahrt ist abenteuerlich und unterhaltsam zugleich: immer wenn es zu einem „Zwischenfall“ kommt – meistens wird dabei die Oberleitung heruntergerissen und muss neu fixiert werden – amüsieren sich die Fahrgäste aufs Beste: die Fahrt mit dem klapprigen Ruckeltram ist eine reine Vergnügungsfahrt.
Das Real Gabinete Português de Leitura gehört zu den schönsten Bibliotheken der Welt. Die Bibliothek, die 1887 eingeweiht wurde, beherbergt ca. 350000 weitgehend alte und wertvolle Bücher, viele davon sind ein Geschenk Portugals an das Kaiserreich Brasilien. Im riesigen, hohen Lesesaal sind die Bücher bis unter die Decke in langen Regalen aufgestellt – die meisten sind nur über altmodische Leitern zu erreichen!