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Die 90er Jahre waren für die Formel 1 zufkunftsweisend. Allerdings musste der brasilianische Überflieger Ayrton Senna erst tödlich verunglücken, bevor mehr in die Sicherheit investiert wurde. Diese Massnahmen wirken bis heute nach. Die 90er Jahre waren aber auch das Jahrzehnt Michael Schumachers. Wir vom BrasilienPortal haben die Formel 1 von 1991 bis 2000 nachfolgend für sie aufgearbeitet.
2000
Die Jungs von Ferrari mussten 21 Jahre lang warten, um endlich wieder einen Weltmeister hervorzubringen. Und diese Weltmeisterschaft stand am Ende einer wahrhaftigen Saison der Giganten. Im Lauf des Jahres 2000 beherrschten zwei Protagonisten die Bühne: McLaren und Ferrari – genauer gesagt: Hakkinen und Schumacher. Die Tabelle der Ergebnisse erklärt es noch besser: Ferrari heimste 10 Siege ein (Schumacher 9 und Barichello 1, seinen ersten!) gegenüber den 7 Siegen von McLaren (Hakkinen 4 und Coulthard 3). Die grösste Neuheit war die Wiedereröffnung der F-1 in den USA, unter Einbeziehung der Rennstrecke von Indianapolis. Trotz der niedrigen Geschwindigkeit im internen Teil der Strecke, glich die lange Gerade die Durchschnittsgeschwindigkeit insgesamt wieder aus.
Traurig in dieser Saison stimmte nur ein erneuter tödlicher Unfall: Seit dem Tod von Senna (1994) hatte es bei der Formel-1 keine Verluste mehr gegeben – aber die von Frentzen verursachte Massenkarambulage, an der zweiten Schikane des GP von Italien, kostete das Leben des Feuerwehrmannes Paolo Gislimberti, der von einem Rad getroffen wurde. Das Ende der Saison in Malaysia war dann sehr erfreulich für die Leute von Ferrari, als sie die Titel von Schumacher und ihrer Konstrukteure feiern konnten.
1999
Das englische Königshaus anerkennt die Arbeit von Frank Williams und verleiht ihm den Titel eines “Ritters der Krone“. Von jetzt an darf er sich “Sir Williams“ nennen. Neu dabei im Team Bar Supertec ist der aus Curitiba stammende Ricardo Zonta. Michael Schumacher hat einen Unfall beim Grand Prix von England und bricht sich ein Bein. Bei den letzten sieben Prüfungen muss er deshalb von seinem Team-Kameraden Eddie Irvine ersetzt werden. Der Ire macht seine Sache recht gut, kann aber mit dem Talent seines deutschen Kameraden nicht verglichen werden. Der Deutsche ist noch vor Ende der Saison wieder einsatzfähig und fährt den GP von Malaysia bereits mit. In fantastischer Form, gelingt ihm gleich die Pole-Position – den Sieg überlässt er Irvine. Am Ende des Rennens disqualifiziert die IFA beide Ferraris wegen Benutzung illegaler Seitenspoiler. Nach entsprechender Reklamation der Equipe gelingt es, die Punkte zu behalten. Mika Hakkinen wird zum zweiten Mal Weltmeister und Ferrari erobert nach 16 Jahren wieder die Krone der Konstrukteure.
1998
Die IFA setzt eine Neuregelung hinsichtlich der Reifen fest: sie dürfen schmaler sein und Profilfurchen haben. Beim GP in Melbourne lässt David Coulthard seinen Team-Kameraden Mika Hakkinen das Rennen gewinnen. Hinterher erklärten die Piloten, dass es sich dabei um eine Vereinbarung handelte, welche sie vor dem Rennen getroffen hatten: wer zuerst die erste Kurve am Anfang hinter sich brächte, wäre der Gewinner. Michael Schumacher gewinnt bei strömendem Regen den GP von England – obwohl er bestraft wurde. Der GP von Belgien, in Spa-Franchorchamps, wird zum Triumph für den Jordan-Rennstall: Damon Hill erringt seinen ersten Sieg. Mika Hakkinen behält seinen Weltmeistertitel, nachdem er das letzte Rennen der Saison in Suzuka (Japan) gewinnt.
1997
Der dreifache Weltmeister Jackie Stewart hat sein Comeback bei der Formel-1. Jetzt ist er Besitzer des Rennstalls Stewart-Ford. Die Saison ist für Damon Hill neiderschmetternd wegen der schweren technischen Fehlleistungen seines Autos. Es beginnt das Gerichtsverfahren in Zusammenhang mit dem Tod von Ayrton Senna. Fünf Mitglieder der Williams-Equipe – unter ihnen Adrian Newey, Patrick Head und auch Frank Williams selbst – werden der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Aber das Gericht befindet alle Beklagten für unschuldig. Beim GP von Jerez kollidiert Schumacher auf suspekte Art und Weise mit Villeneuve. Die IFA eliminiert den Deutschen aus dem Wettbewerb um die Weltmeisterschaft, aber er darf seine Punkte und Siege behalten. Tyrell verkauft seine Equipe an die Gruppe British American Tobacco, welche die BAR gründet, unter dem Kommando von Craig Pollock. Villeneuve wird neuer Weltmeister.
1996
Ferrari setzt den Vertrag des Jahres auf: Michael Schumacher wird Pilot des Rennstalls für 25 Millionen Jahresgehalt (dieser Wert stieg im Lauf der Zeit auf 31 Millionen USD). Der Deutsche steht nun auf der Liste der bestbezahlten Sportler der Welt – nur hinter dem Star der NBA Michael Jordan. McLaren erklärt, zur Überraschung vieler, die Beendigung ihres Vertrages mit der Marlboro. Ihr neuer Sponsor ist “West“. Jaques Villeneuve tritt der Williams-Equipe bei, nachdem er Champion der Cart Formula geworden ist – und erreicht, zur Überraschung aller Beteiligten, die Pole-Position in seinem ersten Formel-1 Rennen. Schumachers Ferrari-Team zeigt sich noch nicht besonders vertrauenswürdig, aber trotzdem fährt er seinen ersten Sieg beim Gp von Barcelona für sie ein – unter strömendem Regen. Trotz seiner guten Resultate (inklusive Weltmeistertitel), entscheidet sich die Williams-Equipe, Damon Hill gegen Heinz-Harald Frentzen einzutauschen. Mit dem Pokal der Saison wird Hill zum ersten Sohn eines Weltmeisters der Formel-1, welcher die Taten des Vaters wiederholt.
1995
Der GP von Brasilien demonstriert einen heftigen Disput zwischen Michael Schuhmacher und David Coulthard, aber der Deutsche gewinnt knapp. Dann werden beide disklassifiziert, weil sie illegales Benzin verwendet haben. Sie holen sich die Punkte nach einem entsprechenden Portest aber wieder zurück. Beim GP von England fahren Hill und Schumacher ihre Wagen zu Schrott und müssen aufgeben. Johnny Herbert zieht daraus Nutzen und erringt den ersten Sieg seiner Karriere. Einen Monat später startet Schumacher als 16. im GP von Belgien und – in einem Rennen, das unvergesslich blieb – gewinnt er! An diesem Ort kollidierte er erneut mit Hill, und dies wiederholte sich in Monza. Aber Michael Schumacher gewinnt den Weltmeistertitel erneut und bringt Benneton die erste und einzige Trophäe der Konstrukteure ein.
1994
Ayrton Senna wechselt zu Williams als unbestreitbarar Anwärter auf den Weltmeistertitel. Aber der GP von Imola in diesem schicksalsträchtigen Jahr wird das Ende der Karriere des Champions bringen. Systeme zur aktiven Stossdämpfung sowie der Antriebs-Kontrolle werden verboten. Ein Rennen, das alle Beteiligten ermüdet. Der Brasilianer Rubens Barichello hat einen schweren Unfall – Roland Ratzenberger stirbt, als er mit seinem Simtek gegen die Schutzumzäunung knallt – Lehto kollidiert mit Pedro Lamy, und die Bestandteile seines Wagens treffen acht Personen unter den Zuschauern – und schliesslich stirbt der 3-fache Weltmeister Ayrton Senna, nachdem er gegen eine Mauer in einer Kurve geknallt ist.
Kurze Zeit später beim GP von Monaco erleidet Karl Wendlinger einen Unfall, der in ins Koma versetzt. Und beim letzten Rennen der Saison geschieht ein Unfall, der nie richtig geklärt wurde: Schumacher, mit einem Punkt Vorsprung, streift eine Mauer und stösst sodann – vorteilhafterweise – mit seinem Konkurrenten Damon Hill zusammen. Beide scheiden aus dem Rennen, und der Deutsche gewinnt den Weltmeistertitel. Den ersten für Deutschland.
1993
Die IFSA wird aufgelöst. Von nun an ist für alle mit der Formel-1 zusammenhängenden Aktivitäten die IFA zuständig. Prost geht zu Williams und sein Team-Kamerad wird der Engländer Damon Hill, der mit seinen drei aufeinander folgenden Siege in einer Saison alle überrascht. Rubens Barrichello bestreitet seine erste Formel1-Saison für das Team Jordan. Senna greift Irvine an, in Japan, nachdem er mit dem Iren in eine heftige Diskussion verwickelt war. Prost verabschiedet sich von der Formel-1 mit der grössten Anzahl von Siegen, den schnellsten Rundenzeiten und Punkten, die Geschichte machten. Mit seinen vier Weltmeistertiteln kommt er gleich nach dem legendären Argentinier Juan Manuel Fangio.
1992
Die Williams-Equipe kehrt zum System der aktiven Stossdämpfung zurück. Der Engländer Nigel Mansell, der bereits zwei Saisons vorher ans Aufhören gedacht hatte, gewinnt die ersten fünf Rennen um den Titel. Er stellt damit einen neuen Rekord für den Anfang der Rennperiode auf. Zum Ende der Saison kommt ein weiterer rekord hinzu: neun Siege in einer Saison und dazu der Weltmeistertitel. Mit dieser Krone entschliesst sich Mansell die F-1 zu verlassen und zur Formel Cart zu wechseln. Denny Hume, der World-Champion von 1967, stirbt an einem Herzinfarkt, kurz nachdem er seinen BMW M3 in einer Prüfung des Gran Tourismo gesteuert hatte. Honda zieht sich aus der Formel-1 zurück.
1991
Mika Häkkinen gibt sein Debut bei der F-1 in den USA. Auch Michael Schumacher ist einer der Debutanten in dieser Saison – aber in Spa-Francorchamps, beim GP von Belgien. Auch die Jordan-Equipe gibt ihr Debut mit überraschenden Resultaten – sie beendet den Kampf um die Weltmeisterschaft auf dem fünften Platz, mit 13 Punkten. Ayrton Senna geht die Saison mit dem Fuss auf dem Gaspedal an: er gewinnt die ersten vier Etappen und hält sich dann auf einem gleichmässig guten Level – der Erfolg ist sein dreifacher Weltmeistertitel. Die Hegemonie von McLaren scheint unbestreitbar: sieben Titel der Konstrukteure in den letzten acht Jahren. Nelson Piquet verlässt die Formel-1.