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Die Karriere des Inkakorns - Die Auswirkungen des Exportbooms auf die Landwirtschaft und den Handel in Bolivien
Wie hat sich der hohe Quinoakonsum der westlichen Welt auf die ökonomische Situation der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in Bolivien ausgewirkt?
Ramona Mentha & Yasmin Müller, 2019
Bachelor Thesis, agrarinfo.ch
Betreuende Dozierende: Mathias Binswanger
Keywords: Agrarökologie, Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, Ernährungssicherheit
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In den Andenregionen, vor allem Altiplano, gehört Quinoa seit Jahrtausenden zu den Hauptnahrungsmitteln. Durch die steigenden Nachfrage der westlichen Länder ist auch die Produktion und der Preis drastisch gestiegen. In den goldenen Zeiten des Quinoas stieg der Preis über 85 Prozent. Folglich ist der Export von Bolivien und Peru nach Europa zwischen dem Jahr 2013 und 2015 um 227 Prozent gestiegen. Die Exportwirtschaft wirkte sich unterschiedlich auf die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen aus. Zum einen wurde der Export lukrativ für die Bauern und Bäuerinnen und zum anderen kann ein solcher enorme Preisanstieg eine Bedrohung der Ernährungssicherheit der ärmeren Bevölkerung darstellen. Der steigende Mehrwert der Anbauflächen entfacht ebenso einen Konkurrenzkampf zwischen den Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und den grossen Produzenten. Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist herauszufinden, wie sich der Exportboom explizit auf die kleinbäuerliche Gesellschaft, die Landwirtschaft und den Handel ausgewirkt hat. Daraus werden zum Schluss Handlungsempfehlungen abgeleitet, die aufzeigen wie auf einen solchen Boom reagiert werden könnte, um die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen zu unterstützen.
Durch Literaturrecherchen, diversen Interviews mit Grosshändlern und Grosshändlerinnen, Kleinhändlern und Kleinhändlerinnen sowie Forschern, welche direkt oder indirekt mit dem Quinoahandel in Bolivien zu tun haben, konnte herausgefunden werden, wie sich der Quinoaboom auf die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen sowie Bolivien im Allgemeinen auswirkte. Basierend auf diesen Recherchen konnten Empfehlungen dazu abgegeben werden, was ergänzend zu den bereits unternommenen Handlungen gemacht werden könnte, um den Kleinbauern und Kleinbäuerinnen einen angemessenen Lebensstandard zu gewähren und somit die Ernährungssicherheit sicherzustellen.
Anhand des Beispiels Quinoa ist zu erkennen, welche ökonomischen Auswirkungen ein Foodtrend auf die Lebenssituation der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen hat. Durch den Exportboom verbesserte sich die Situation grundsätzlich. Die Ernährungssicherheit in Bolivien wurde durch die hohen Exportmengen nicht wesentlich bedroht. Lediglich im Gebiet Altiplano kam es zu Fehlernährungen in der Bevölkerung, da Quinoa vor dem Boom in diesen Regionen als Grundnahrungsmittel galt. Aufgrund der landwirtschaftlichen Formation von Bolivien war das Interesse an Landübernahmen von Grosskonzernen nicht so gross wie vergleichsweise in afrikanischen Ländern. Von der ökologischen Seite betrachtet, hatte die Erweiterung der Anbaufläche negative Folgen wie steigende Bodenerosion und Pestizidkontamination. Aufgrund des ab 2015 immer weiter sinkenden Quinoapreises und der steigenden Konkurrenz sind Handlungen, aus Sicht der Gesellschaft, NGO’s und der Politik notwendig. Quinoakonsumenten und Konsumentinnen können durch den Kauf von Fair-Trade Quinoa die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen sowie die nachhaltige Produktion unterstützen. Wie bereits erwähnt sollte auch der Staat handeln, um seinem Volk Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Beispielweise kann die Politik durch die Bezahlung von Ökosystemdienstleistungen einen biologischen Anbau und die Reduktion von Monokulturen unterstützen. Dies sind einige Handlungen die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen schützen und unterstützen sollen.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Fachbereich der Arbeit: Volkswirtschaft
Vertraulichkeit: öffentlich