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Das Neueste aus der Welt der Wissenschaft und Technik in Kurzform. Damit du weisst, wie der Roboter-Hase läuft.
Placebos können helfen, auch wenn der Patient weiss, dass er nur ein Scheinmedikament einnimmt. Voraussetzung sind allerdings ausführliche Erläuterungen über den Placebo-Effekt.
Herausgefunden haben dies Forschende von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel um Cosima Locher. Zusammen mit Kollegen der Harvard Medical School in Boston USA haben sie in einer experimentellen Studie mit 160 gesunden Probanden erstmals die offene Placebo-Vergabe mit einer getäuschten verglichen, wie die Uni Basel am Dienstag mitteilte.
Im Experiment wurde ein Unterarm der Studienteilnehmer so lange erhitzt, bis sie es nicht mehr aushielten. Gegen die Schmerzen wurde ihnen danach eine Creme verabreicht. Ein Teil der Probanden wurde dabei getäuscht: ihnen wurde angegeben, dass die Schmerzcreme den Wirkstoff Lidocain enthalte.
Die Creme einer zweiten Probandengruppe war deutlich mit «Placebo» beschriftet. Diese Gruppe wurde während einer Viertelstunde über den Placebo-Effekt informiert und darüber, wie er zustande kommt und wie er wirkt. Die dritte Gruppe schliesslich erhielt ebenfalls eine als solche deklarierte Placebo-Creme, dies aber ohne weitere Erläuterungen.
Nach dem Experiment berichteten die Probanden der beiden ersten Gruppen von einer signifikanten Abnahme der Schmerzintensität und -unannehmlichkeit, wie es in der Mitteilung heisst. Bei der dritten Gruppe dagegen, die ein Placebo ohne Erläuterungen erhalten hatte, zeigte die Schmerzcreme kaum Wirkung.
Die Forschenden folgern aus ihrem Experiment, dass Placebos auch wirken, wenn sie – verbunden mit Erläuterungen – offen abgegeben werden. Die offene Abgabe von Scheinmedikamenten biete damit neue Möglichkeiten, den Placebo-Effekt auf ethisch vertretbare Weise ohne Täuschung der Patientinnen und Patienten zu nutzen, geht aus der Studie hervor, die im Fachjournal «Pain» veröffentlicht wurde.
Gemäss neusten empirischen Studien zeigen offen verabreichte Placebos bei verschiedenen körperlichen Beschwerden «klinisch bedeutsame Effekte», wie es in der Mitteilung heisst. Dazu zählen etwa chronische Rückenschmerzen, Reizdarmsyndrom, episodische Migräne und Rhinitis.
(sda)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Mozart-Musik soll bei Epilepsie-Kranken Anfälle vorbeugen können. Dies geht aus einer Studie des Instituts Serafico in Assisi (Italien) hervor, das auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit schweren Behinderungen spezialisiert ist.
Laut der vom Direktor des Instituts, Sandro Elisei, bei der «International Conference on Mental Health» in Cambridge (Grossbritannien) vorgestellten Untersuchung, hat das Hören der Mozart-Sonate K448 positive Auswirkungen bei der Behandlung von Epilepsie.
Bei jedem zweiten Patienten sei beim regelmässigem Hören des Stücks ein Rückgang von 21 Prozent bei der Zahl epileptischer Anfälle festgestellt worden. In zehn Prozent der Fälle seien diese Anfälle ganz verschwunden.
An der Forschung beteiligten sich Personen, bei denen sich trotz Behandlung mit Medikamenten keine Besserung eingestellt und die im Halbjahr vor Beginn der Studie mindestens zwei epileptische Anfälle erlitten hatten. Die Patienten hörten sechs Monate lang täglich 30 Minuten der Mozart-Sonate.
Neben einer Reduzierung oder dem Verschwinden der epileptischen Anfälle wurde auch eine Besserung der Lebensqualität der Patienten festgestellt. Sie wirkten weniger nervös.
Die positiven Auswirkungen der Mozart-Musik waren jedoch temporär. Nach einigen Monaten, in denen sie nicht mehr die Sonate gehört hatten, traten bei den Patienten die epileptischen Anfälle wieder auf.
«Diese Studie bezeugt, wie wichtig Musiktherapie im Umgang mit Epilepsie ist, vor allem wenn die Behandlung mit Medikamente keine besondere Resultate zeigt», sagte Elisei. Weltweit leiden 65 Millionen Menschen an Epilepsie. Allein in Italien werden jährlich 30'000 neue Fälle diagnostiziert.
(sda/apa)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Wiesn-Besucher wussten es schon immer, nun ist es wissenschaftlich belegt: Bier kann glücklich machen. Das gute Gefühl wird – wie beim Konsum von anderen verlockenden Lebensmitteln auch – durch den Neurotransmitter Dopamin ausgelöst, der an Rezeptoren im Belohnungszentrum des Gehirns andockt.
Wissenschaftler vom Henriette Schmidt-Burkhardt Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg suchten nun nach speziellen Inhaltsstoffen in Lebensmitteln, die – ähnlich wie das körpereigene Dopamin – den Dopamin-D2-Rezeptor aktivieren.
Dazu untersuchten sie die Lebensmittelinhaltsstoffe zunächst nicht im Labor, sondern am Computer. Der Vorteil: Im Gegensatz zu klassischen Screening-Verfahren, bei denen nur eine kleine Auswahl an Lebensmittelextrakten im Labor getestet werden kann, können die Forscher alle möglichen existierenden Inhaltsstoffe untersuchen.
Die Wissenschaftler legten dafür zunächst eine virtuelle Datenbank aus 13'000 in Lebensmitteln vorkommenden Molekülen an. Aus dieser Datenbank galt es, diejenigen Moleküle zu finden, die auf den Dopamin-D2-Rezeptor passen – quasi die passenden Schlüssel für das Schlüsselloch. Nachdem der Computer berechnet hatte, welche Moleküle wahrscheinlich mit dem Dopamin-D2-Rezeptor interagieren können, blieben am Ende von den 13'000 Optionen noch 17 übrig, die dann im Labor in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie der FAU getestet wurden.
Die vielversprechendsten Testergebnisse zeigte dabei die Substanz Hordenin, ein Inhaltsstoff von Gerstenmalz und Bier. «Es ist schon überraschend, dass – ohne dass wir speziell in der Gruppe der Genussmittel gesucht haben – ein Inhaltsstoff von Bier zur Aktivierung des Dopamin-D2-Rezeptors führt», sagt Professorin Monika Pischetsrieder. Die Forscher publizierten ihre Studie im Fachblatt «Scientific Reports».
Genau wie Dopamin aktiviert Hordenin den Dopamin-D2-Rezeptor – mit einem wichtigen Unterschied: Er funktioniert über einen anderen Signalweg. Hordenin aktiviert den Rezeptor im Gegensatz zu Dopamin ausschliesslich über sogenannte G-Proteine, was zu einem nachhaltigeren Effekt auf das Belohnungszentrum führen könnte.
Ob die im Bier enthaltenen Mengen für eine spürbare Beeinflussung des Belohnungszentrums ausreichend sind, untersuchen die Forscher zurzeit. Insgesamt deuten die Ergebnisse aber darauf hin, dass Hordenin zum stimmungssteigernden Effekt von Bier beitragen könnte.
(Quelle: beipress.de)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Seine Erkenntnis ist nicht gerade taufrisch: Bereits im Jahr 2005 hat Milo Puhan von der Uni Zürich herausgefunden, dass Didgeridoo-Spielen gegen krankhaftes Schnarchen hilft. Dafür erhält der Forscher nun einen der diesjährigen Ig-Nobelpreise. Die satirischen Preise zeichnen Forschung aus, die zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken anregt.
Wenige Wochen vor den «echten» Nobelpreisen werden an der Harvard University in den USA die Ig-Nobelpreise verliehen – für kuriose Forschung, die trotzdem ernsthafte Erkenntnisse bringt. Einer der Preise geht am Donnerstagabend (Ortszeit) an Milo Puhan von der Universität Zürich. Das teilte die Hochschule am Donnerstag mit.
In einer Studie aus dem Jahr 2005 konnte Puhan gemeinsam mit Otto Brändli von der Zürcher Höhenklinik Wald nachweisen, dass regelmässiges Didgeridoo-Spielen gegen krankhaftes Schnarchen hilft. Die Inspiration für die Studie lieferte Didgeridoo-Lehrer Alex Suarez, der sein eigenes Schnarchen und Schlafapnoe-Syndrom durch regelmässiges Spielen des Instruments mildern konnte.
«Nachdem noch weitere Patienten eine positive Erfahrung machten und Herr Suarez uns wiederholt ermuntert hat, eine Studie zu machen, haben wir aus Neugier und mit einigem Mut diese Studie gemacht», erklärte Puhan auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Es ist schön, für Neugier und Risiko honoriert zu werden – oft funktionieren Hypothesen in der Forschung ja auch nicht», kommentiert er die Auszeichnung.
Für die Studie, die 2005 im Fachblatt «BMJ» erschien, teilten Puhan und Brändli 25 Patienten mit leichtem Schlafapnoe-Syndrom und störendem Schnarchen zufällig in zwei Gruppen ein. Die einen spielten vier Monate lang regelmässig Didgeridoo, die anderen nicht. Nach den vier Monaten fühlten sich die Didgeridoo-Spieler tagsüber weniger müde als die Kontrollgruppe, und auch die nächtlichen Atemstillstände hatten sich reduziert.
Grund für den positiven Effekt des Blasinstruments sei das Training der Muskeln, die die oberen Atemwege offen halten, wie die Uni Zürich schrieb. Bei Schlafapnoe-Patienten sind diese schwächer ausgebildet.
Dass der Effekt am Muskeltraining liegt, konnten Puhan und Kollegen in einer Folgestudie feststellen: Je mehr die Didgeridoo-Spieler übten, desto mehr verbesserte sich ihre Atmung im Schlaf. Ausserdem zeigte sich in Aufnahmen mit 3D-Magnetresonanztomografie, dass Fettpolster in der oberen Schlundwand kleiner wurden.
Regelmässiges Didgeridoo-Spielen bietet sich somit als alternative Massnahme gegen Schnarchen und Schlafapnoe für solche Patienten an, die die sonst übliche Behandlung mit Atemmaske nicht gut vertragen.
Die Verleihung der Ig-Nobelpreise findet zum 27. Mal statt. Der Name dieser «Satire-Nobelpreise» ist ein Wortspiel mit dem englischen Begriff «ignoble», also «unwürdig». Auch im vergangenen Jahr ging einer der Preise zum Teil nach Zürich: Der Libellenforscher Hansruedi Wildermuth wurde zusammen mit Wissenschaftler aus Ungarn, Spanien und Schweden für die Entdeckung geehrt, dass Pferdebremsen weniger von weissen Pferden angezogen werden als von schwarzen.
Wissenschaftler aus Australien und den USA erhielten zudem einen Ig-Nobelpreis für ihre Untersuchung der Frage, wie sich der Kontakt mit lebenden Krokodilen auf den Wunsch von Menschen nach Glücksspielen auswirkt.
Andere Preisträger hatten untersucht, warum alte Männer grosse Ohren haben und was passiert, wenn ein Mensch rückwärts läuft, während er einen Kaffeebecher hält.
(sda)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Mit den Händen herumfuchteln, auf dem Sitz hin- und herrutschen oder den Kopf in den Nacken werfen – die Italiener sind, so will es das Klischee, Meister im gestenreichen Palaver. Wollen wir schnelle Antworten auf eine Frage, sollten wir uns daran ein Beispiel nehmen, sagen Forscher.
Fragen in einem Gespräch würden schneller beantwortet, wenn sie von Kopf und Händen gestenreich begleitet werden, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin «Psychonomic Bulletin & Review». Es vergingen in diesem Fall nur wenige Millisekunden, bis ein Gegenüber eine Antwort gab.
«Körpersignale scheinen die Verarbeitung von Sprache bei Interaktionen massgeblich zu beeinflussen», sagt Studienleiterin Judith Holler vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im niederländischen Nimwegen.
Gemeinsam mit ihrem Team hatte Holler die Bedeutung des Gestikulierens experimentell untersucht: Die Wissenschaftler schickten jeweils sieben Gruppen mit drei Teilnehmern für zwanzig Minuten in einen Raum und liessen sie miteinander reden.
Dabei filmten sie die Probanden aus verschiedenen Winkeln mit drei Hochgeschwindigkeitskameras. Ausserdem zeichneten sie das Gesagte auf.
Bei der späteren Analyse der Aufnahmen konzentrierten sich die Wissenschaftler auf die Frage-Antwort-Abschnitte. Sie erfassten detailliert, zu welchem Zeitpunkt des Gesprächs der Sprechende gestikulierte – also Hände oder Kopf bewegte –, wann eine Frage endete und wie schnell jemand antwortete.
Von den insgesamt 281 analysierten Fragen wurden mehr als 60 Prozent von Gesten begleitet, fanden die Forscher. Ohne Gesten vergingen etwa 200 Millisekunden, also eine Fünftel Sekunde, bis jemand zu einer Antwort anhob – auch nicht gerade eine Ewigkeit. Kamen Gesten hinzu, schrumpfte die «Gesprächspause» auf nahezu Null, vor allem, wenn die Geste vor dem Ende der Frage endete.
Vermutlich sei das ein visuelles Signal, dass der Sprecher gleich fertig ist, erklären die Forscher. So könne sich das Gegenüber auf eine Antwort vorbereiten.
(sda/dpa)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Dieses Tier sieht man nicht allzu oft, denn es lebt die meiste Zeit unter der Erde. Das mag mit ein Grund sein dafür, dass es erst jetzt entdeckt wurde: Nasikabatrachus bhupathi ist eine neuentdeckte Froschart, die nur einen einzigen lebenden Verwandten hat – und für einen Frosch etwas gewöhnungsbedürftig aussieht.
Der Körperbau der Amphibien ist an ihre Lebensweise angepasst: Der gedrungene, wie aufgedunsen wirkende Körper, die spitze Nase, die kleinen Augen und die winzigen Mäuler sind Konzessionen an das Leben im Untergrund. Die rund fünf Zemtimeter langen Frösche erinnern denn auch eher an Maulwürfe und weniger an andere Lurche.
Nasikabatrachus bhupathi , der sich hauptsächlich von Termiten ernährt, kommt mit dem Einsetzen des Monsuns an die Oberfläche. Dort paart er sich und legt die Eier ab. Die Kaulquappen halten sich an Steinen hinter Wasserfällen auf, wo sie Algen abgrasen.
Die neue Spezies wurde von Biologen um S. Jegath Janani vom Centre for Cellular and Molecular Biology (Hyderabad) entdeckt. Ihre Heimat sind die Westghats, ein von Regenwäldern bedecktes Gebirge an der Westküste Indiens, wie die Biologen im aktuellen Fachjournal «Alytes» berichten. Der Frosch hat nur einen näheren Verwwandten, nämlich Nasikabatrachus sahyadrensis, auch bekannt als Indischer Purpurfrosch. Er wurde 2003 in derselben Region entdeckt.
(dhr)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Wir kennen das lästige Ritual: Nach dem Warten auf dem möglicherweise auch noch überfüllten Terminal werden die Flugpassagiere zum Boarden in Gruppen aufgeteilt – meist entsprechend ihrem Sitzplatz im vorderen, mittleren oder hinteren Teil des Flugzeugs. Wenn diese Gruppen das Flugzeug nacheinander besteigen, soll dies die mitunter langwierige Prozedur effizienter machen und abkürzen.
Von einem bestimmten Passagieraufkommen an kommt es dabei unweigerlich zu einem Stau im Mittelgang der Maschine – und das ausgerechnet beim gruppenweisen Boarden noch mehr als sonst. Das zeigen Computersimulationen der Florida State University. Gemäss diesen Berechnungen drängen sich Flugreisende besonders dicht zusammen, wenn sie blockweise boarden.
Während wir ungeduldig im Gang darauf warten, dass die Passagiere vor uns ihr Handgepäck verstaut, ihre Kinder angeschnallt und sich endlich auf dem Sitz eingerichtet haben, droht uns jedoch noch anderes Ungemach als nur die lästige Warterei: Im Pulk der zusammengedrängten Passagiere verbreiten sich Krankheitserreger viel leichter als sonst. Wie die Modellrechnungen zeigen, ist das Ansteckungsrisiko am grössten, wenn die Airlines die Reisenden in drei Gruppen von hinten nach vorne boarden lassen.
Etwas besser sieht es aus, wenn zuerst die Sitzplätze auf einer Seite der Kabine aufgefüllt werden und danach auf der anderen. Die Passagiere kommen dann besser aneinander vorbei als bei der bevorzugten Methode, bei der zuerst die Reisenden auf den hinteren Plätzen boarden. Dies schlägt sich in einer entsprechend niedrigeren Ansteckungsrate nieder, zeigen die Wissenschaftler in ihrer Studie, die im Fachmagazin «Physical Review» erschien ist.
Im fiktiven Szenario eines Ebola-Ausbruch vom Ausmass der westafrikanischen Epidemie im Jahr 2014 berechneten die Forscher die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb eines Monats mehr als 20 Personen im Flugverkehr angesteckt würden. Bei der herkömmlichen Boarding-Prozedur mit drei Gruppen belief sie sich auf 67 Prozent. Wurden die Sitzplätze seitlich gefüllt, sank die Wahrscheinlichkeit auf nur noch 40 Prozent.
Sobald die Flugreisenden alle auf ihren Sitzen Platz genommen haben, nimmt das Ansteckungsrisiko übrigens deutlich ab und ist nicht mehr wesentlich höher als an anderen Orten, wo viele Menschen aufeinander treffen, beispielsweise Züge oder Kinos. Auch beim Aussteigen, wo man erneut näher mit fremden Personen in Kontakt kommt, ist das Ansteckungsrisiko bedeutend niedriger als beim Boarden.
(dhr)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Trotz aller medizinischer Errungenschaften sind der menschlichen Lebenserwartung natürliche Obergrenzen gesetzt. Wissenschaftler in den Niederlanden sehen das maximale Limit nach einer statistischen Auswertung der Daten von rund 75'000 Menschen bei 115,7 Jahren für Frauen und 114,1 Jahren für Männer, wie sie am Donnerstag mitteilten.
«Im Durchschnitt werden die Menschen zwar immer älter», sagte Statistikprofessor John Einmahl, einer der Autoren, der Nachrichtenagentur AFP. «Die Ältesten unter uns sind in den letzten 30 Jahren aber nicht noch älter geworden.»
Bessere medizinische Versorgung, gesündere Ernährung und bessere Lebensbedingungen haben die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich steigen lassen – die Zahl der Menschen über 95 Jahre hat sich etwa in den Niederlanden verdreifacht. «Die maximale Obergrenze hat sich jedoch nicht geändert», sagte Einmahl. «Es gibt da so eine Art Deckelung.»
Ihre Berechnungen zur maximalen Lebensspanne stützten die Wissenschaftler nicht auf medizinische Untersuchungen, sondern auf die rein statistische Auswertung der Lebensdaten von rund 75'000 Niederländern. Sie wendeten dabei die so genannte Extremwerttheorie an. Diese statistische Methode befasst sich mit Ausreissern im Höchst- und Tiefstbereich von Stichprobensammlungen.
Ihre Befunde wollen die Wissenschaftler der Universitäten Tilburg und Rotterdam demnächst in einem Fachmagazin publizieren. Einmahl räumte ein, dass auch bei seinen statistischen Berechnungen Ausnahmen möglich seien – so etwa die Französin Jeanne Calment, die 122 Jahre und 164 Tage alt wurde.
(sda/afp)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Pfeilgiftfrösche legen ihre Eier an Land ab und transportieren nach dem Schlüpfen die Kaulquappen auf dem Rücken zu Wasserstellen. Wie gut ihre Orientierung dabei ist, zeigen Wiener Forscher mithilfe von Sendern, die sie den Fröschen in einer Art Unterhose umschnallten.
Hierzulande haben es Frösche und Kröten relativ einfach, finden sie doch die für die Fortpflanzung notwendigen Tümpel und Seen jedes Jahr an denselben Stellen vor. Der Regenwald ist ein deutlich komplexerer Lebensraum, wo sich die Bedingungen stark verändern und gute Brutplätze eher unzuverlässig anzutreffen sind.
Bereits im Vorjahr zeigten Wiener Forscher, dass sich die zwei Zentimeter grossen Frösche bis zu sechs unterschiedliche Wasserstellen merken. Die Biologin Kristina Beck von der Universität Wien hat nun mit Kollegen in Französisch-Guyana Männchen der Pfeilgiftfroschart Allobates femoralis einen Sender in einer Art Unterhose umgeschnallt, um den genauen Weg der Tiere zu den bis zu 200 Meter weit entfernten und verstreuten Wasserstellen zu verfolgen.
Die Senderdaten zeigten, dass sich alle Frösche auf sehr direktem Weg zu den Wasserstellen und wieder zurück zu ihren Territorien bewegten und die Umgebung dabei nicht erkundeten, etwa um neue Brutplätze zu suchen. Selbst wenn bekannte Wasserstellen entfernt wurden, änderten die Tiere ihr Verhalten nicht, berichteten die Forscher im Fachjournal «PeerJ».
«Wir haben sogar Frösche beobachtet, die wiederholt zur selben Stelle liefen, an der sich zuvor ein Pool befunden hatte», so Beck, die mittlerweile ihr Doktoratsstudium am Max Planck Institut für Ornithologie in Deutschland absolviert, in einer Aussendung der Uni. Die Frösche scheinen also ihre Information über verfügbare Brutplätze nicht zu aktualisieren.
Die Wissenschaftler vermuten, dass die Suche nach neuen Wasserstellen während der Brutsaison zu aufwendig für die Männchen ist. Schliesslich könnten sie dadurch ihr Territorium verlieren oder die Chance auf eine zusätzliche Paarung verpassen. Unklar ist weiterhin, wann und wie die Frösche Information über geeignete Wasserstellen sammeln.
(sda/apa)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Frühling auf dem Roten Planeten: Eisablagerungen sorgen auf dem Mars für angezuckerte Dünen. Das ist auf einem neuen Foto der US-Raumfahrtbehörde NASA zu sehen, das die Marssonde MRO bereits Mitte Mai aufgenommen hatte.
Im Winter bedecken Schnee und Eis aus Kohlenstoffdioxid – sogenanntes Trockeneis – die Dünen, erklärt die NASA. Wenn die Sonne im Frühling anfängt, auf die Oberfläche zu scheinen, breche die Eisschicht.
Ausströmendes Gas wirble dunklen Sand auf. Der Prozess sorge oft für «wunderschöne Muster». Zudem bleibe an schattigen Plätzchen etwas Eis liegen.
(sda/dpa)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Ein neues Proteinpulver aus den Samen der Hanfpflanze soll bei Sportlerinnen und Sportlern die Muskeln wachsen lassen. Ein Bündner Start-Up will die Eigenentwicklung auf den Markt bringen als Alternative zu herkömmlichen Proteinpräparaten aus Molke oder Soja.
Hanf-Proteinpulver an sich ist nichts Neues und wird von Bio-Läden im Sortiment geführt. Die Innovation des Bündner Produktes ist der hohe Proteingehalt von über 60 Prozent. Besonders ist nach Angaben der Hersteller zudem die Qualität dieser Proteine und deren überdurchschnittliche Bioverfügbarkeit für den menschlichen Körper.
Das Hanf-Pulver ist eine Eigenentwicklung der jungen Firma Alpenpionier aus Graubünden. Erste Forschungsmittel kamen vom Nationalen Forschungsnetzwerk Swiss Food Research, eine Zusammenarbeit besteht mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Der benötigte Lebensmittelhanf wird bereits angebaut, für die Produktionsanlagen fehlt aber noch Geld. Mit einem erfolgreich angelaufenen Crowdfundig will Alpenpionier bis Mitte September die benötigten 120'000 Franken zusammenbringen.
Hinter dem Unternehmen stehen zwei junge Lebensmittelingenieure und ein Gartenbauunternehmer. Als Markenbotschafter und Berater mit an Bord sind der international erfolgreiche Snowboardprofi Nicolas Müller und die aufstrebende Ausnahmeköchin Rebecca Clopath.
Mit dem «Alpenprotein» genannten Pulver wollen sie Sportlerinnen und Sportler ansprechen, die eine vegane und regional in Bioqualität hergestellte Alternative zum herkömmlichen Proteinpulver aus Molke suchen. Aufgrund der hohen Proteinqualität soll das Pulver auch zu pflanzlichen Muskelaufbaupräparaten eine Alternative sein, etwa solchen aus Soja und fernöstlicher Produktion.
Das Hanfpulver wird aus dem reifen Samen der Hanfpflanze gewonnen, der sogenannten Hanfnuss. Laut Lebensmittelingenieur Carlo Weber, dem Entwicklungschef von Alpenpionier, enthalten die Hanf-Proteine alle 20 Aminosäuren – und damit auch die acht essentiellen, die der menschliche Körper nicht selber herstellen kann.
Das Pulver ist laktosefrei und enthält im Gegensatz zu Molke- und Sojapräparaten keine Allergene. Bei der Herstellung fällt als Nebenerzeugnis hochwertiges Hanföl an, das aus der Nuss kaltgepresst wird. So entsteht ein weiteres Produkt, welches das Jungunternehmen vertreiben will, wie Verkaufsleiter Adrian Hirt erklärt.
Aus weiteren Produktionsresten, etwa Ballaststoffen und Kohlenhydraten, werden derzeit unter Geheimhaltung weitere Produkte entwickelt. Ziel ist die ganzheitliche Verwertung der Hanfnüsschen.
Die Hanfpflanzen von Alpenpionier wachsen bereits auf 12 Hektaren Land bei 10 verschiedenen Bio-Bauern, vorwiegend in Graubünden. Mit THC-haltigem Hanf, das als – illegales – Rauschmittel geraucht wird, hat die Pflanze ebensowenig gemeinsam, wie mit dem frei käuflichen CBD-Hanf.
«Wir pflanzen Lebensmittelhanf an, das auf eine hohe Samenproduktion hin gezüchtet ist», betont der für den Anbau verantwortliche Emanuel Schütt. Der THC-Gehalt der Hanfnüsschen sei null, derjenige in den grünen Teilen der Pflanze unter 0,2 Prozent – gesetzlich erlaubt wäre ein Prozent.
Für Bio-Landwirte und Bio-Bergbauern stellt der Hanf eine attraktive Nutzpflanze dar, wie Schütt erklärt. Sie hat eigene Abwehrmechanismen gegen Unkraut und Schädlinge, muss nicht bewässert werden und kann in höheren, alpinen Lagen kultiviert werden. Zudem eignet sie sich als Vorkultur für Getreide und stellt damit eine sinnvolle Bereicherung der Fruchtfolge in der Bio-Landwirtschaft dar – dem Anbau wechselnder Nutzpflanzen auf der gleichen Fläche.
(sda)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Unter dem dem Yellowstone-Nationalpark in den USA tickt eine geologische Zeitbombe: Dort befindet sich ein Supervulkan, der bereits in der Vergangenheit gewaltige Ausbrüche hatte. Nach der letzten grossen Eruption vor 640'000 Jahren stürzte der Boden ein und hinterliess einen Krater von der Grösse Korsikas.
Die riesige Magmakammer unter dem Park entleert sich ungefähr alle 600'000 Jahre – eine neue Supereruption wäre also schon fast überfällig. Ein neuerlicher Ausbruch dieses Kalibers würde riesige Gebiete mit Asche bedecken und das Klima weltweit dramatisch abkühlen. Es gäbe massive Ernteausfälle; ein grosser Teil der Menschheit würde verhungern. Dieses apokalyptische Szenario ist übrigens wahrscheinlicher als der Einschlag eines grossen Asteroiden.
Kein Wunder machen sich Wissenschaftler Gedanken über die ungemütliche Situation. Forscher der US-Weltraumagentur NASA haben, so berichtet die BBC, einen Plan entwickelt, wie man Dampf aus diesem gigantischen Kessel ablassen könnte: Um die stetig zunehmende Hitze aus der Magmakammer langsam abzuführen, soll das glühende Gestein mit Wasser gekühlt werden.
An einer äusseren Stelle des Vulkans müsste ein zehn Kilometer tiefes Loch gebohrt und dann unter Hochdruck Wasser hineingepumpt werden. Das Wasser würde sofort verdampfen und dabei Energie aus der Magmakammer aufnehmen. Nimmt dort die Hitze nicht mehr zu, droht kein Ausbruch.
Der rund 350 Grad heisse Dampf, der aus der Tiefe aufsteigen würde, könnte dann gleich für ein Thermalkraftwerk genutzt werden. Das käme nicht ungelegen, denn die Realisierung dieses Projekts wäre sehr teuer – die NASA schätzt die Kosten auf knapp 3,5 Milliarden US-Dollar.
Noch ist das Zukunftsmusik. Die Bändigung des Vulkans wäre aber ohnehin eine Jahrhundertaufgabe – erst unsere Nachkommen würden von der Abkühlung der Magmakammer profitieren. Ganz ungefährlich wäre das Projekt übrigens nicht: Eine unsachgemässe Bohrung könnte nämlich genau das verursachen, was sie verhindern sollte: eine apokalyptische Supereruption.
(dhr)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Die allermeisten Zeichentrickfilme entstehen heute am Bildschirm. Computersoftware hat Einzug in die Unterhaltungsindustrie gehalten – ist aber nicht wirklich für Nutzer gedacht, die wenig Übung haben.
Da kommt eine gemeinsam von der ETH Zürich und Disney Research entwickelte Software gerade richtig, die die Computeranimation von Figuren vereinfacht. Das Forscherteam um Loïc Ciccone, Doktorand am Computer Graphics Lab der ETH Zürich, hat laut Mitteilung der Hochschule ein Werkzeug geschaffen, das es künftig auch unerfahrenen Nutzern erlauben könnte, realitätsgetreue Bewegungsabläufe zu entwerfen.
«Wir wollen eine einfache und schnelle Animationen ermöglichen, ohne dabei an Qualität einzubüssen», erklärt Ciccone, Erstautor der Studie. Professionelle Methoden wie «Keyframing», die in der Unterhaltungsindustrie genutzt werden, erreichen ein hohes Mass an Präzision – aber sie sind oft unübersichtlich, weil Zeit- und Bewegungsabläufe der Figur unabhängig voneinander in unterschiedlichen Darstellungen animiert werden.
Ciccone und sein Team haben dagegen das Tool MoCurves entwickelt. Eine solche MoCurve repräsentiert eine bestimmte Bewegung, zum Beispiel das Anheben und Senken eines Fusses. Der Künstler erstellt sie, indem er mit der Maus die Bewegung vorgibt. Danach kann er sie dadurch beschleunigen oder verlangsamen, dass er die Kurve an bestimmten Punkten dehnt oder zusammenzieht.
Dies erlaubt es, die Bewegung in Echtzeit zu testen und falls nötig zu verändern. Wenn die Figur neben dem Fuss auch zugleich noch die Hand bewegen soll, wird dafür eine zusätzliche MoCurve erstellt. Sie kann dann unabhängig von der anderen bearbeitet und getestet werden.
Die Forscher haben die Animationssoftware bereits getestet, wie die ETH weiter schreibt. Nach einer lediglich viertelstündigen Einführung waren fünf unerfahrene Testpersonen in der Lage, verschiedene Bewegungsabläufe innerhalb einer Stunde zu gestalten. Auch professionelle Anwender zeigten sich von der Software beeindruckt; sie hoben dabei vornehmlich die Geschwindigkeit hervor, mit der sich Animationen erstllen lassen.
Die neue Software soll nicht nur der Branche dienen: «Mit unserer Software ermöglichen wir es allen, auf einfache Art und Weise animierte Geschichten zu erzählen», sagt Ciccone.
(dhr)
Und nun zu etwas ganz anderem:
Freundlichkeit lohnt sich. Kunden werden bevorzugt behandelt, wenn sie nett zum Verkäufer sind. Mit einem Lob vorweg bekommt ein Kunde zum Beispiel deutlich mehr Glace oder einen grösseren Kebap, wie eine Studie zeigt. Auch Trinkgeld vorab führt zu grösseren Portionen.
Die Wissenschaftler um Michael Kircher von der Universität Innsbruck hatten mehrere Teilnehmer in Fast-Food-Lokale in Innsbruck und München geschickt und sie dort eine Portion Glace kaufen lassen. Direkt danach wurde die Leckerei gewogen.
Das Resultat war deutlich: Nach Komplimenten gab es 10 Prozent mehr. Trinkgeld im Voraus brachte 17 Prozent mehr – zog man die Kosten dafür wieder ab, blieb ein Plus von 7 Prozent, berichten die Forscher im Fachjournal «Experimental Economics».
Das Experiment wurde danach an Kebap-Ständen in Graz, Innsbruck und München fortgesetzt. Die dort gewonnenen Daten untermauerten die Ergebnisse. Insgesamt wurden über 100 Portionen Glace und 800 Döner-Wraps gekauft. Das Essen wurde danach meist verschenkt oder gespendet.
«Interessant war, dass der Effekt beim Trinkgeld über mehrere Besuche gleich geblieben ist, während er bei Komplimenten deutlich anstieg und nach fünf Besuchen sogar stärker war als jener mit Trinkgeld», sagte Mitautor Stefan Palan. Nachhaltiges Loben könne die bevorzugte Behandlung noch weiter verstärken.
Die Studie zeige, dass immaterielle Anreize wie Anerkennung und Lob in der Gesellschaft wohl eher unterschätzt und finanzielle Anreize überschätzt werden. Es sei zu vermuten, dass solche Mechanismen in vielen alltäglichen Konsumentscheidungen ähnlich wirkten.
(sda/dpa)