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Der Dalai Lama, heisst es in einer Religionssendung am Radio, könne in Fussballstadien Zehntausende überzeugen und gleichzeitig ein kontemplatives, mönchisches Leben führen.
Er schreibe anspruchsvolle Bücher und gebe andererseits banale Ratschläge zur Lebensbewältigung.
Er spreche auf Augenhöhe mit Astrophysikern und glaube an Orakel.
Kurz: Er sei einfach nicht recht zu fassen.
Lieber Gott, der Du einfach nicht recht zu fassen bist, bitte schick uns noch mehr Menschen, die einfach nicht recht zu fassen sind !
17.02.2021
Corona. In ihrer Ratlosigkeit raten die Menschen einander, „1984“ oder „Die Farm der Tiere“ zu lesen. Beide dieser immer noch lesenswerten Bücher reden nicht von einer Pandemie.
Doch es gibt eines, das in einem übergreifenden Sinn von analogen Phaenomenen und dem hilflosen menschlichen Verhalten darin berichtet, aus dem wir lernen könnten, soweit wir noch lernfähig sind:
„Die Stadt der Blinden“ von José Saramago.
15.02.2021
Meinungsfreiheit! Das war doch mal eine hohe Idee.
Jetzt ist es eher ein GmbH: Gefasel mit beschränkter Haftung.
13.02.2021
Vor geraumer Zeit schrieb mir ein Herr aus Baar, er habe sogleich gemerkt, dass ich den faltschen Kulturbegriff habe. Ist es nicht ein Trost, dass es auf der Welt wenigstens einen Menschen gibt, der den richtigen Kulturbegriff kennt? Und dass der ausgerechnet in einer der steuergünstigsten Gemeinden der Schweiz wohnt? Da ist doch zu hoffen, dass er für die richtige Kultur auch mal etwas springen lässt.
Aber bitte in bar.
11.02.2021
Im Fernsehen ersetzt die Krawatte das Argument, schrieb Enzensberger vor Jahrzehnten.
Was ersetzt nun die Krawatte, die einst das Argument ersetzt hatte?
09.02.2021