Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03291.jsonl.gz/919

In der Verbindung des «zweckhaft Notwendigen» der anonymen Mittel der Standardisierung mit dem «notwendig Zwecklosen» der bewohnbaren Skulptur findet das Universitätsgebäude von Walter Förderer seinen Ausdruck. Das topographische Element des riesigen Plateau des Unterbaus mit seiner majestätischen Freitreppenanlage wird in der der nochmaligen Erweiterung der Campusanlage durch das Learning Center übernommen und dessen Orthogonalität wird fortsetzt.
Im Innenraum dienen alle beweglichen Elemente der Veränderbarkeit und der Erweiterungsfähigkeit des sich immer wieder ändernden Gebrauchs. Die sich verändernden Funktionen und Nutzungen eines Learning Centers müssen die bestimmenden Faktoren für des «Programming» bilden und rücken die Flexibilität ins Zentrum der architektonischen Diskussion. Veränderung bildet ein genuiner Teil der fundamentalen Prinzipien dieser architektonischen Konzeption. Das klar geschichtete und gegliederte Layout soll die räumliche Flexibilität sofort evozieren. Dies bedingt die Wahrnehmung des Raumes nicht nur in die Tiefe und Breite, sondern auch in der Höhe des gesamten Gebäudes. Das Learning Center konzentriert sich um eine innere Halle, ein Raumtypus der in der Architektur immer schon die Welt der Lehre mit der Welt des Dialoges vereint hat.
Das Tragwerk besteht in seinen wesentlichen Teilen aus einer monolithischen Betonkonstruktion. Grosse Spannweiten sichern die notwendige Flexibilität. Zwei Geschossdecken liegen über einem kastenförmigen Untergeschoss. Lastabtragende Elemente sind die vier stabilisierende Pfeiler in den einspringenden Ecken des Grundrisses in Kombination mit Treppenhäusern und Liften, eine Serie von Fassadenstützen und die beiden Vierendeelrahmen im Innern. Diese sind über eine grössere Länge mit der Decke über dem 1. OG verbunden. Dadurch wirken sie in ihrer Ebene wie grosse Outrigger, die sich auf die vertikalen Tragelemente der Achsen C und H stützen. Die in horizontaler Richtung übersichtlichen statischen Verhältnisse erlauben eine plastische Ausbildung der Pfeilerfüsse.≥ Download Projektdokumentation