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L'OFFICIEL Schweiz: Inwiefern unterscheidet sich die Pace Gallery von anderen Kunstgalerien?
Valentina Volchkova: Seit 1960 verfolgt Pace den ernsthaften Ansatz, mit Künstlern und Kunstwerken zu arbeiten, ohne dabei Standarts aufzugeben. Gleichzeitig sind wir aber auch Vorreiter, Anpasser und Entwickler im Kontext der Kunstszene. Einige Beispiele dafür sind die Eröffnung von Pace Palo Alto, der ersten westlichen Galerie, die 2008 auf dem chinesischen Festland eröffnet wurde, und die kürzlich erfolgte Eröffnung unseres 75 000 Quadratmeter grossen neuen Gebäudes in New York im September 2019. Das innovative Programm von Pace, die reiche Geschichte, das kontinuierliche Engagement für die Wissenschaft und die Auswahl an Künstlern unterscheidet die Galerie von anderen.
Welches ist Ihre schönste Erinnerung, seit Sie in der Pace Gallery in Genf angefangen haben?
Ich habe bereits viele gute Erinnerungen gesammelt, seit ich bei Pace im Allgemeinen angefangen habe, wie die erste Retrospektive von Alexander Calders Werk, das 2015 im Puschkin-Museum in Russland gezeigt wurde, oder Michal Rovner im MMAM Moskau 2015/2016. Ich habe die Organisation beider Ausstellungen voll unterstützt. Bei Pace in Genf hatte ich bisher die Ehre, Ausstellungen mit Werken von Richard Tuttle, Richard Avedon, Adam Pendleton, Louise Nevelson und Sol LeWitt zu präsentieren. Es ist immer spannend, diese Shows zu planen, mit den Künstlern in Verbindung zu treten und sich mit den Kunstwerken auseinanderzusetzen.
Was bedeutet Stil für Sie?
"Die Mode verblasst, der Stil ist ewig", sagte Yves Saint Laurent und er hatte Recht. In der Kunst sollte eine starke Sammlung konsistent, logisch und riskant sein. Mein persönlicher Geschmack entwickelt sich rund um den Abstrakten Expressionismus. Einer der wichtigsten Gründe, warum ich Pace beitrat, waren - um nur einige zu nennen - Künstler wie Agnes Martin, Mark Rothko, Lee Ufan und Brent Wadden
Sie verlassen das Haus nie ohne ...
Mein Booknote und meine Airpods. Ich bin sehr altmodisch in meiner Arbeitsweise, ich muss jede Idee und jedes Meeting aufschreiben und meine "to do lists" führen. Gleichzeitig ziehe ich es vor, übers Handy mit anderen Menschen in Verbindung zu treten, anstatt E-Mails zu schreiben. Deshalb bin ich auf meine Apple Airpods angewiesen.
Wer ist Ihr Stilvorbild?
Da gibt es viele. Darunter Louise Nevelson. Schwarz, brutal und feminin.
Wenn es nach Ihnen ginge: Welchen Künstler würden Sie nach Genf einladen?
Es gibt so viele Künstler, die ich gerne nach Genf einladen würde. Die Kuratierung unseres Standes an der fair art geneve gibt mir die Möglichkeit, Künstler zusammenzubringen. Im Jahr 2019 werden wir beispielsweise die Werke von Michal Rovner und Nathalie du Pasquier zeigen. Ausserdem würde ich gerne auch Künstler einladen, die nicht unbedingt durch die Galerie vertreten sind, an einem Gruppendialog teilzunehmen.
Wo ist Ihr Lieblingsort in Genf?
Genf ist ein Knotenpunkt für Kunst und Kultur, was einem viele Möglichkeiten eröffnet. Ich besuche gerne die Sammlungen des MAMCO, Syz und Musée Barbier Mueller. Zudem liebe ich das japanische Restaurant Izumi des Four Season's. Dies liget ganz in der Nähe der Galerie am Quai des Bergues, was für mich sehr praktisch ist.
Diese Ausstellung in der Pace Gallery sollte man sich diesen Frühling nicht entgehen lassen:
Michal Rovner. Wir zeigen eine Auswahl von Rovners Werken aus den Jahren 2015 bis 2018. Die Stücke markieren eine Rückkehr zu Rovners einzigartiger, abstrahierter Sprache. Genf hat eine besondere Bedeutung für Michal Rovner, da es der zweitgrösste der vier Hauptsitze der Vereinten Nationen ist, darunter der Hauptsitz der U.N. in New York City. Die in der Pace präsentierte Entwicklung fällt mit einer Sammelausstellung von Rovners Werken im Espace Muraille in Genf zusammen, die von Laurence Dreyfus kuratiert wird. Es ist eine aufregende Zeit für Genf und Michal Rovner!
Die Eröffnung der Ausstellung "Michael Rovner: Evolution" findet am 28.01.19 von 18:00 bis 20:00 statt.
Danach ist sie bis zum 18. April in der Pace Gallery in Genf zu besuchen.
Pace Gallery, Quai des Bergues 15-17, 1201 Genf.
Image Credits:
© 2019Michal Rovner/Artists Rights Society (ARS), New York