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1940 brach der Felchenbestand im Baldeggersee völlig zusammen. Das bewog den damaligen Eigentümer, Berufs-fischer Julius Stirnimann, den See zum Verkauf anzubieten. 1942 ging der See ins Eigentum des Schweizerischen Bundes für Naturschutz - heute Pro Natura - über. Diese Eigentumsverhältnisse führen dazu, dass der See der Öffentlichkeit nicht im gewünschten Mass zur Verfügung steht.
|Einzugsgebiet:||67.8 km2|
|Seeoberfläche:||5.2 km2|
|Höhe über Meer des Einzugsgebietes||463 - 864 m ü.M.|
|Seevolumen:||0.173 km3|
|Maximale Tiefe:||66 Meter|
|Mittlere Tiefe:||33 Meter|
|Abfluss (1976-1993)||1.30 m3/s|
|Mittlere Wasseraufenthaltszeit:||4.2 Jahre|
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Auf dem Weg der Besserung
Der Baldeggersee gilt als bestuntersuchter See auf der ganzen Welt. Dies hat allerdings einen wenig erfreulichen Grund. Der See ist seit den 1920er-Jahren mit Schmutz- und Düngstoffen belastet. Dank dem Bau von Kanalisationen und Kläranlagen konnte der Nährstoffeintrag aus den ungereinigten Siedlungs- und Industrieabwässern zwar vermindert werden. Doch nach wie vor gelangen zu grosse Phosphormengen aus der Landwirtschaft in den See. Seit den 1980er-Jahren wird der See samt Einzugsgebiet mit einem umfangreichen Massnahmenpaket therapiert. Eine Kombination aus externen und seeinternen Massnahmen, wie die künstliche Belüftung, hat die weitere Phosphoranreicherung aufgehalten. Die Konzentration von über 500 Milligramm Phosphor pro Kubikmeter im Jahr 1974 konnte auf unter 30 Milligramm gesenkt werden. Um ein übermässiges Algenwachstum und einen starken Sauerstoffschwund im Baldeggersee zu verhindern, müsste nach neuesten Erkenntnissen, ein Phosphorgehalt von weniger als 15 Milligramm pro Kubikmeter eingehalten werden.
Um den See in den Zustand zurückzuführen, welcher ihn zur Selbstregulation befähigt und eine standorttypische Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen aufkommen lässt, müsste der heutige Phosphoreintrag von rund 4 Tonnen um die Hälfte verringert werden. Eine ganz zentrale Rolle spielen dabei die Landwirte, die im Einzugsgebiet des Sees wirtschaften. Seit dem Jahr 2000 werden zusätzliche Massnahmen in der Landwirtschaft zur Verminderung der Schadstoffeinträge mit finanziellen Beiträgen von Bund und Kanton abgegolten. Damit der See langfristig gesunden kann, muss demnach die Phosphordüngung auf einem grossen Teil der landwirtschaftlichen Flächen deutlich reduziert werden. Der Gesundungsprozess wird noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Dank der künstlichen Belüftung, konnte der Lebensraum für Bodentiere wie Würmer und Insektenlarven und für Fische in grössere Seetiefen deutlich ausgeweitet werden.
Entwicklung Sauerstoffkonzentration
Die Sauerstoffkonzentration in einem See ist entscheidend für die Wasserqualität und das Überleben von Tieren. Bei weniger als 4 mg/l Sauerstoff können z.B. Forellen und Felchen nicht überleben. Die Belüftung des Baldeggersees ist auf die gesetzliche Anforderung ausgerichtet, nach welcher in Seen überall und jederzeit mindestens 4 mg Sauerstoff/l vorhanden sein muss. Die Abbildung zeigt die Situation am Seegrund des Baldeggersees. Deutlich ist der Sauerstoffmangel in den Jahren vor dem künstlichen Sauerstoffeintrag (1982) jeweils in den Herbstmonaten sichtbar. Seit der künstlichen Belüftung konnte die gesetzliche Anforderung annähernd eingehalten werden.
Amt für Umweltschutz Luzern
Eine zentrale Rolle bei der Sanierung des Baldeggersees spielt das Amt für Umweltschutz des Kantons Luzern (AfU), bzw. die heutige Dienststelle Umwelt und Energie (uwe). Unter seiner Leitung wurden in den 70er-Jahren praktisch alle Haushalte und Betriebe im Einzugsgebiet des Sees an eine ARA angeschlossen. 1982 wurde das Seebelüftungskonzept des AfU umgesetzt. Als weltweit erster See wurde der Baldeggersee künstlich belüftet. Massgeblich beteiligt ist das AfU auch an den seeexternen Massnahmen: Aufbau der Fachstelle für Oekologie in der Landwirtschaft, Festsetzung des maximalen Tierbestands von 3 Düngergrossvieheinheiten pro Hektare, Realisation des Schutzkonzepts Ufergürtel. Als Daueraufgabe wird die Wasserqualität von See und Zuflüssen regelmässig gemessen.
Für weitere Informationen: www.umwelt-luzern.ch
Adressen und Ansprechpartner in der Dienststelle Umwelt und Energie, uwe
Robert Lovas / Tel. 041 228 60 77
Dienstelle Umwelt und Energie, uwe
Libellenrain 15, Postfach 6002 Luzern