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Was ist eine Zession?
Bei einer Zession oder Forderungsabtretung überträgt ein Gläubiger eine offene Forderung an eine Drittperson. Es kommt demnach zu einem Wechsel des Gläubigers. Die Zession wird häufig zur Besicherung von Krediten oder zur Beschaffung von Liquidität verwendet.
Zession kurz erklärt
Bei einer Zession oder Forderungsabtretung gemäss Art. 164 ff. OR überträgt ein Gläubiger (Zedent) eine offene Forderung an eine andere Person (Zessionar). Letztere wird dadurch zum neuen Gläubiger. Es kommt demnach zu einem Gläubigerwechsel. Der Schuldner der Forderung ist in der Regel nicht in den in den Abtretungsprozess involviert. Die Abtretung muss schriftlich erfolgen.
Beispiel: Anna schuldet Beat 100 Franken. Beat ist Gläubiger (Zedent) und tritt seine Forderung gegenüber Anna mittels Zession an Charles ab. Charles kann die 100 Franken als neuer Gläubiger (Zessionar) von Anna einfordern.
Rechtswirkungen der Forderungsabtretung
Mit der Abtretung geht die offene Forderung auf einen neuen Gläubiger über. Vorbehältlich einer anderslautenden Vereinbarung ist die Zustimmung des Schuldners zur Abtretung nicht erforderlich. Letzterer braucht nicht einmal über den Abtretungsvorgang informiert zu werden. Begleicht der Schuldner allerdings die offene Forderung in gutem Glauben, das heisst ohne Kenntnis der Abtretung an den Zedenten, wird er gültig von seiner Zahlungsverpflichtung befreit. Für gewöhnlich wird der Schuldner daher mittels einer Abtretungsanzeige über die Zession unterrichtet, damit dieser auch weiss, an wen er den ausstehenden Betrag bezahlen soll.
Einzelzession und Globalzession
Der Gesetzgeber hatte bei Einführung der Zession die Abtretung einzelner Forderungen im Sinn. In der Wirtschaft ist aber vor allem die sogenannte Globalzession von Bedeutung. Wie der Name schon impliziert, werden bei der Globalzession mehrere Forderungen im Rahmen eines einzelnen Rechtsgeschäfts abgetreten. Von der Globalzession wird vor allem im Bankenwesen zur Sicherung von Krediten Gebrauch gemacht.
Gründe für eine Zession
Eine Zession kann sowohl für den Zedenten als auch den Zessionar vorteilhaft sein. Das ist beispielsweise bei der Übernahme einer Forderung gegen Barzahlung der Fall. Während der Zedent von sofortiger Liquidität profitiert, kann sich der Zessionar über einen finanziellen Gewinn freuen, weil der Abtretungspreis in der Regel geringer als der Forderungswert ist. Wird diese Art der Abtretung in institutionalisierter Form betrieben, spricht man auch von Factoring. In anderen Fällen werden Forderungen lediglich als Sicherheiten abgetreten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Forderungen zur Besicherung von Krediten an Banken übertragen werden.
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