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Zur Philosophie des Verbots
Gelegentlich, meine Damen und Herren, widmen wir uns ja an dieser Stelle dem kulturübergreifenden Vergleich von Bildersprachen und Symbolen, und aus dieser quasi kulturanthropologischen Sicht ist wieder zu bestätigen, dass die Piktogrammatik im hispanischen Raum, wie die öffentliche Kommunikation überhaupt, etwas ausführlicher ausfällt. Siehe oben.
Apropos Verbote und Gebote: Diesen liegt bekanntlich, philosophisch gesprochen, ein Sollen zugrunde; und interessant ist, wie dieses Sollen nun mit der sogenannten Wirklichkeit, also dem Sein verbunden wird. Deskriptive Aussagen (zum Beispiel: «Menschen auf Krücken sind weniger sicher zu Fuss») kann man als wahr oder gültig annehmen. Wenn man dagegen ein normatives Argument akzeptiert, impliziert dies, dass man nach einem bestimmten (moralischen) Gebot oder Verbot handeln will. Der sogenannte naturalistische Fehlschluss besagt nun, dass man aus deskriptiven Aussagen (also aus einem Sein) nicht in sinnvoller Weise auf normative (also auf ein Sollen) schliessen kann. Wie beispielsweise in dem Satz: «Menschen auf Krücken sind weniger sicher zu Fuss, also sollst du für sie deinen Platz frei machen.»
Was meinen Sie?