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des Formschneiders François Aug. Trichon wurde. Seine meisterhaft ausgeführten Holzschnitte gehen insofern über die natürlichen
Grenzen dieser Kunst hinaus, als sie, wenn auch in geringerm Grad als die englischen, sich der Linienmanier des Kupferstichs
nähern und nicht auf den Effekt der Zeichnung, sondern auf den der Malerei ausgehen. Am meisten ist
er beschäftigt für Charles Blancs «Histoire des peintres de toutes les écoles», für die er zahlreiche
Schnitte nach Werken neuerer Meister lieferte. 1867 ging er auf eine Zeitlang nach Rom, wo er die Werke Michelangelos studierte,
dessen Jüngstes Gericht er neuerdings in einem großen Holzschnitt brachte.
(spr. schapü), Henri Michel Antoine, franz. Bildhauer, geb. 29. Sept. 1833 zu Le Mée
(Seine-et-Marne), war Schüler von Pradier und Duret in der Skulptur und von Cogniet in der Malerei. Seine Thätigkeit bewegt
sich vorzugsweise auf dem Gebiet der Allegorie und Mythologie, worin er durch poetische, echt künstlerische Auffassung und
Energie des Ausdrucks Vorzügliches leistet, aber in den letzten Jahren auch auf dem der Porträtstatue.
Zu jenen gehören: der Säemann (1865), die sterbende Nymphe Clytia (1867), die Statue der Deklamation an der Fassade der Neuen
Oper, die der Mechanik im Palast des Handelsgerichts, des Hermes mit dem Caduceus (1863) und die besonders
fein empfundene Statue der Jeanne d'Arc (1870, diese beiden im Museum des Luxembourg). 1875 stellte er eine sehr gerühmte
Statue der Jugend für das Denkmal des 1871 bei Buzenval gefallenen Malers Regnault aus, 1877 eine Statue des Gedankens und
eine andre des Advokaten Berryer, errichtet 1879 im Saal des pas perdus Justizministeriums; ebenso ein 1879 errichtetes
Denkmal des französischen Industriellen Eugen Schneider, bestehend aus einer Bronzestatue des Verstorbenen und einer Gruppe
der Dankbarkeit, und mehrere treffliche Porträtbüsten. Sein neuestes Werk ist die 1880 in Sens errichtete wohlgelungene
Statue des überaus vielseitigen Künstlers Jean Cousin. 1867 wurde er Ritter und 1872 Offizier der Ehrenlegion.
(spr.
scharlmóng), 1) Eduard, Genre- und Porträtmaler, geb. 1848 als Sohn eines Zeichenlehrers zu Znaim,
war schon als Knabe seinem Vater bei Anfertigung von Miniaturporträten behülflich, kam mit 15 Jahren auf die Akademie in
Wien unter Engerth, bis 1870 Makart auf ihn aufmerksam wurde, ihn in sein Atelier nahm und ihm später
auch eine Reise nach Italien ermöglichte. Er eignete sich aus der Makartschen Formengebung nur die ihm zusagenden Elemente
an und verarbeitete sie durchaus selbständig.
Den ersten bedeutenden Erfolg hatte er 1872 mit dem Bilde: die Antiquare, dem dann bald zwei Sneewittchenbilder (im Auspitzschen
Empfangssalon) folgten. Auch seine Plafondbilder beim Baron Wehli (vier Tages- und vier Jahreszeiten in
Kindergestalten), die Wandgemälde für Salon und Speisesaal des Barons Liebig in Reichenberg und die Deckengemälde (fünf
Weltteile) für einen Salon in London sind in ihrer Allegorie poetisch angelegt und kräftig ausgeführt. Im Bildnis hat
er sich besonders als Porträtist der Kinder mit Glück versucht. Nach einem längern Aufenthalt in Venedig
und größern Reisen in Deutschland und Frankreich nahm er neuerdings seinen Wohnsitz in Paris.
2) Hugo, jüngerer Bruder des vorigen, geb. 1850 ebenfalls zu Znaim, ergriff anfangs die
Beamtenlaufbahn; aber ein unwiderstehlicher Drang trieb ihn zur Kunst. 1873 trat er in die Wiener Akademie,
genoß kurze Zeit den Unterricht des Landschaftsmalers v. Lichtenfels und erhielt seine weitere Ausbildung durch seinen Bruder
Eduard und durch Makart. 1874 ergriff er auch die Radiernadel und brachte einige hübsche Blätter nach Originalzeichnungen,
die er auf einer Reise in Holland gemacht hatte. Auch einige Ölbilder waren die Früchte dieser Reise.
In den letzten Jahren malte er viele Tierbilder in der Weise des Hondekoeter und Weenix, die besonders den malerischen Reiz
des Gefieders wiedergeben.
(spr. scharpangtjéh), Louis Eugène, franz. Maler des militärischen Genres, geb. 1. Juni 1811 zu Paris, war
anfangs Schüler seines Vaters, später des
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Barons Gérard und Cogniets. Unter seinen Bildern, die meistens von glücklicher Erfindung und von echt französischem Geist
durchdrungen sind, nennen wir: Bivouak von Kürassieren (1831), Einnahme der großen Redoute an der Moßkwa (1843), die französische
Armee auf dem Plateau des Großen St. Bernhard (1844), der Herzog von Orléans bei der Belagerung von Antwerpen
(1845, Gallerie in Versailles), Beaumarchais gibt den Töchtern Ludwigs XV. Musikunterricht (1848), die Schüler der polytechnischen
Schule in der Schlacht bei Paris 30. März 1814 (Museum in Boulogne sur Mer), Schlacht an der Tschernaja (1857), Lager von Châlons,
die kaiserliche Garde bei Magenta (1861), Einnahme von Bomarsund (1863), Belagerung von Toulon 1793 (1865),
Herbstmanöver (1876), die Rückkehr von Inkjerman und Winterfeldzug (1878).
Für das Museum in Versailles malte er mehrere Porträte.