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Geburten und Fertilität
Im Jahr 2017 kamen in der Schweiz 87 381 Kinder zur Welt. Mit 51,4% waren dabei etwas mehr als die Hälfte der Neugeborenen männlichen Geschlechts. Die Geburtenziffer, definiert als die Anzahl Geburten je Frau im gebärfähigen Alter (15–49 Jahre), betrug im selben Jahr 1,52. Zwischen den 1960er Jahren und den 2000er Jahren war die Zahl der Geburten je Frau stets rückläufig, seither hat sie sich stabilisiert. Wenn man von der Migration absieht, wäre eine Geburtenziffer von rund 2,1 Kindern nötig, um die Elterngeneration zu ersetzen (BFS 2018). Dieser Schwellenwert wurde seit den frühen 1970er Jahren nicht mehr erreicht.
Das Durchschnittsalter der Mutter hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig erhöht und liegt heute bei 32,1 Jahren (Jahr 2000: 30,5 Jahre). 70,5% der Mütter waren bei der Geburt im Jahr 2017 30 Jahre und älter. 32,2% resp. 4,2% der Frauen waren sogar älter als 34 Jahre bzw. 40 Jahre. Beim ersten Kind sind 61,9% der Frauen 30 Jahre oder älter. Informationen zum Alter der Väter lagen lange Zeit nur für eheliche Geburten vor. Die neuesten Zahlen mit Berücksichtigung unverheirateter Männer zeigen jedoch, dass bei einer überwiegenden Mehrheit der Lebendgeburten die Väter zwischen 30 und 39 Jahre alt sind. Jeder fünfte Vater ist bei der Geburt 40 Jahre oder älter. Bei 2371 Geburten konnte das Alter des Vaters nicht ermittelt werden.
Lebenserwartung und Mortalität
Die Lebenserwartung bei der Geburt betrug im Jahr 2018 für Frauen 85,4 Jahre und für Männer 81,7. Der stetige Anstieg bei beiden Geschlechtern ist in Tabelle T1.1 deutlich zu erkennen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) rechnet damit, dass die Frauen in der Schweiz im Jahr 2020 eine Lebenserwartung von 86 Jahren erreichen werden. Die Differenz in der Lebenserwartung zwischen den beiden Geschlechtern hat sich über die vergangenen drei Jahrzehnte hinweg schrittweise reduziert: Im Jahr 1991 wurden Frauen im Durchschnitt noch 7,1 Jahre älter als Männer. Diese Diskrepanz in der Lebenszeit lag 2018 noch bei 3,7 Jahren und somit auf dem Stand von 1938. Ein wesentlicher Grund für diese Annäherung liegt in der Angleichung der Lebensstile zwischen den Geschlechtern.
Todesfälle und Todesursachen
Im Jahr 2000 gingen in der Schweiz aufgrund der 1050 Todesfälle von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen 66 225 potenzielle Lebensjahre verloren. Im Jahr 2017 kamen 674 Personen in dieser Altersklasse ums Leben. Betrachtet man die einzelnen Altersgruppen, zeigen sich nennenswerte Unterschiede im Rückgang der Todesfälle. Am deutlichsten war die relative Abnahme seit 2000 bei der Altersklasse der 11- bis 15-Jährigen (– 59,7%), gefolgt von den Klassen 21–25 Jahre (– 45,3%) und 16–20 Jahre (– 44,8%). Weniger stark hat sich die Situation bei den Säuglingen verändert (– 15%). Über alle Personen bis zum Alter von 25 Jahren hinweg betrachtet, lässt sich sagen, dass heute etwas mehr als 4 von 10 Todesfällen der Säuglingssterblichkeit geschuldet sind (42,4%). Im Jahr 2000 waren es noch weniger als ein Drittel (31,2%).
Nebst den perinatalen Todesfällen überwiegen in den ersten beiden Lebensjahren angeborene Krankheiten als Todesursache (das heisst Fehlbildungen, Deformitäten, Chromosomenanomalien). Die äusserst seltenen Todesfälle im Alter zwischen 2 und 15 Jahren sind zahlreichen Ursachen zuzuschreiben (z. B. Unfälle, Nervenkrankheiten, Tumore). Bei den Jugendlichen ab 16 Jahren und den jungen Erwachsenen sind es in erster Linie Unfälle und Suizide, welche als Todesursachen registriert werden (BFS, 2019).
Entwicklung der demografischen Struktur
Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Schweizer Gesamtbevölkerung ist in den vergangenen Jahrzehnten schrittweise gesunken. Einerseits hat die sinkende Geburtenrate ihren Teil dazu beigetragen. Andererseits hat dies damit zu tun, dass sich die Lebenserwartung erhöht hat, und zwar ziemlich regelmässig, so dass sich mehr und mehr Personen in höheren Altersklassen befinden.
Bevölkerungsstruktur und Jugendquotient
In der Schweiz lebten im Jahr 2017 2,3 Millionen Menschen im Alter von bis zu 26 Jahren. Davon waren 1,5 Millionen Personen minderjährig (unter 18 Jahren). Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen entspricht damit rund 27% der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz. Wie in Tabelle T1.2 zu sehen ist, sind heute nur noch 20 von 100 Personen jünger als 20 Jahre. Demgegenüber hat sich der Anteil der Personen im Rentenalter von 13,9% auf 18,3% erhöht.
Der sogenannte Jugendquotient, ein wichtiger Bevölkerungsindikator, hat sich in derselben Zeit also deutlich reduziert. Um die Jahrtausendwende fielen noch 37,6% unter 20-Jährige auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (20- bis 64-Jährige). Innerhalb von 17 Jahren ist diese Quote auf 32,5% gesunken.
Da sich die Geburtenrate inzwischen stabilisiert hat, gleichzeitig aber auch der Anstieg bei der Lebenserwartung rückläufig ist, ist anzunehmen, dass in den kommenden Jahren eine Verlangsamung der demografischen Alterung einsetzen wird. Zudem hat die Migrationsbewegung in zweierlei Hinsicht einen verjüngenden Effekt auf die Bevölkerung der Schweiz: Einerseits sind die Personen, die in die Schweiz einwandern, im Durchschnitt jünger als die ständige hiesige Wohnbevölkerung. Andererseits weisen ausländische Frauen (1,87) eine etwas höhere Geburtenrate auf als Schweizer Frauen (1,40).