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Die Chemiesicherheit berät Sie bei Fragen und Anliegen zum Thema Radon im Kanton Aargau.
Radon ist ein radioaktives Edelgas natürlichen Ursprungs und kann überall im Kanton vorkommen. Es ist das Zerfallsprodukt von Radium, das im Erdboden vorkommt. Radongas kann vom Bauuntergrund her in das Hausinnere eindringen und sich dort anreichern. Beim Einatmen führen seine Folgeprodukte zu einer Lungenbestrahlung und damit zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko. Jährlich sterben in der Schweiz 200-300 Personen an den Folgen von Lungenkrebs, der durch Radon in Wohnräumen hervorgerufen wurde. Nach dem Rauchen ist Radon somit die häufigste Ursache für Lungenkrebs.
Referenzwert für die Radonkonzentration
Radon verursacht etwa 40 Prozent der jährlichen Strahlenbelastung der Schweizer Bevölkerung. Die Radonkonzentration wird in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) gemessen. Die durchschnittliche Radonkonzentration in bewohnten Räumen liegt in der Schweiz bei etwa 78 Bq/m3. Die maximal zulässige Radonkonzentration in Wohnräumen und an Arbeitsplätzen wird in der Strahlenschutzverordnung (StSV) festgelegt. Seit 1. Januar 2018 ist die revidierte StSV in Kraft. Neu gilt ein Referenzwert von 300 Bq/m3 für die jährlich gemittelte Radongaskonzentration in Räumen, in denen sich Personen regelmässig während mehreren Stunden pro Tag aufhalten. Dies sind z.B. Wohn- oder Arbeitsbereiche oder Räume in Schulen und Kindergärten. Falls der Radonreferenzwert überschritten wird, trifft die Gebäudeeigentümerin oder der Gebäudeeigentümer die notwendigen Sanierungsmassnahmen.
Radon im Kanton Aargau
Von 1993 bis 2009 wurden im Kanton Aargau im Rahmen von jährlichen Kampagnen in 3'700 Gebäuden Radonmessungen durchgeführt. Dabei wurde nur in wenigen Gebäuden eine Überschreitung des damals gültigen Grenzwertes von 1000 Bq/m3 festgestellt.
Seit 2009 hat der Kanton Aargau Radonmessungen in ca. 1300 öffentlichen Schulen und Kindergärten durchgeführt. Die Resultate zeigen, dass erhöhte Radonkonzentrationen in Wohnräumen überall im Aargau vorkommen können. Schulgebäude mit Naturkeller, nicht unterkellerte und alte Gebäude mit statischen Lüftungssystemen waren besonders betroffen. Es fiel auf, dass besonders Schulzimmer in umgenutzten Kellerräumen erhöhte Radonkonzentrationen aufwiesen. In den meisten Fällen waren einfache Sanierungsmassnahmen ausreichend um die Radonkonzentration in den betroffenen Räumen zu senken.
Die Messkampagnen für Privathäuser bestätigten ebenfalls, dass besonders häufig Wohnräume im Kellergeschoss erhöhte Radonkonzentrationen aufweisen. Wir empfehlen Ihnen daher, in bewohnten Räumen im Kellergeschoss eine Radonmessung durchführen zu lassen.
Der beste Zeitpunkt für eine Radonmessung
Warme Luft steigt wie in einem Kamin innerhalb eines Gebäudes auf. Dadurch entsteht in den Untergeschossen ein leichter Unterdruck. Neue Luft und damit auch Radon werden aus dem Bauuntergrund heraus gesogen. Dieser sogenannte «Kamineffekt» begünstigt das Eindringen von Radongas durch undichte Stellen der Gebäudehülle in die Wohnhäuser. Da der Kamineffekt während der Heizperiode besonders ausgeprägt und somit auch die Radonbelastung am grössten ist, werden Radonmessungen meistens während dem Winter durchgeführt.
Um hingegen den Jahresmittelwert der Radonkonzentration zu ermitteln, werden die Radondosimeter über ein ganzes Jahr hinweg in den entsprechenden Räumen platziert. Da sich der Referenzwert von 300 Bq/m3 auf die jährlich gemittelte Radongaskonzentration bezieht, führt der Kanton Aargau in den Schulen und Kindergärten vermehrt Jahresmessungen durch.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) liefert im Internet unter umfassende Informationen zum Thema Radon und Strahlenschutz. Die vom BAG herausgegebene Broschüre «Radon: Information zu einem strahlenden Thema» kann bei uns gratis bezogen werden.