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Unterrichts in
Frankreich regen Wetteifer geweckt. Doch bestehen rechtlich noch immer nur 58 vereinzelte
Fakultäten neben einer
größern Zahl von fachlichen
Hochschulen. Der Lehrstand an den Staatsfakultäten zählte 1882 gegen 1200, die Hörerschaft
etwa 16,000
Köpfe. In
Italien,
[* 2] wo neben 17 staatlichen Universitäten 4 freie Universitäten und mehrere einzelneFakultäten,
Akademien verschiedener Art bestehen, hatte 1875 der deutschfreundliche Herbartianer R.
Bonghi als Unterrichtsminister neue
Anordnungen erlassen und durch dieselben die italienischen Universitäten, welche halb Lehrkörper, halb
Unterrichts- und Prüfungsbehörden
nach französischer
Weise geworden waren, den deutschen wesentlich angenähert.
Pflanzen, welche entgegen dem Kulturzweck zwischen angebauten
Pflanzen erscheinen, im allgemeinen nur als
schädlich in Betracht kommen, zum Teil aber nutzbar sind (als Grünfutter etc.), ja sogar für
sich angebaut werden, wie denn auch manche
Kulturpflanzen, wenn sie am unrichtigen
Ort erscheinen, zu den
Unkräutern gezählt werden müssen. Die Unkräuter sind schädlich, insofern
sie den angebauten
GewächsenRaum fortnehmen, denn zu
eng gestellte
Pflanzen beeinträchtigen sich gegenseitig in der
Entwickelung, und oft zeigen Unkräuter stärkeres Entwickelungsvermögen
als dieKulturpflanzen, zwischen denen sie wachsen.
Das massenhafte Auftreten der Unkräuter erklärt sich aus der enormen Samenproduktion vieler Arten. Eine einzige Pflanze von Senecio
vernalis besaß 273 Blütenköpfchen, jedes mit 145, zusammen 39,585, Früchten, ein Exemplar von Erigeron canadense mit 2263 Köpfchen
lieferte 110,000 Samen, und wenn es sich hier um sehr kräftige Pflanzen handelte, so werden doch auch
von andrer Seite angegeben: für Agrostemma Githago 2590, Papaver Rhoeas 50,000, Sinapis arvensis 4000, Sonchus arvensis 19,000
Samen.
Von diesen Samen geht wohl der bei weitem größte Teil zu Grunde, immerhin erhalten sich sehr viele und erwarten im Boden die
günstige Gelegenheit zur Entwickelung. Aus einer Bodenprobe vom Rand eines Teiches, die kaum eine gewöhnliche
Kaffeetasse füllte, erzielte Darwin 537 Keimlinge, und Putensen ermittelte auf einem Acker pro QMeter auf 37,5 cm Tiefe 42,556
Unkrautsamen. Zur Bekämpfung der Unkräuter genügen bei ein und zweijährigen Pflanzen (etwa 80 Proz.) Jäten, Abweiden, Untergraben,
Unterpflügen vor der Samenreife; von perennierenden Unkräutern müssen die Wurzelstöcke nach tiefem
Pflügen ausgeeggt werden.
Bei manchen Unkräutern wird aber auf diese Weise nichts zu erreichen sein, und dann sind durch Drainieren, Mergeln etc. die
physikalischen und chemischen Eigenschaften des Bodens so zu ändern, daß die Unkräuter weniger gut oder gar nicht mehr gedeihen.
Auch durch die Art der Kultur lassen sich manche Unkräuter beseitigen. Schlingpflanzen und andre im Getreide
[* 51] wachsende
Unkräuter verschwinden, wenn einige Jahre hindurch vorwiegend Hackfrüchte gebaut werden. Equisetum arvense verträgt nicht eine geschlossene
Grasnarbe.
Von größter Bedeutung ist die Reinheit des Saatguts, und in der That ist seit allgemeiner Anwendung der Getreidereinigungsmaschinen
[* 52] das Unkraut auf dem Acker bedeutend zurückgedrängt worden. Diese Reinigung muß möglichst weit getrieben werden, denn 1 Proz.
Verunreinigung bedeutet bei Lein 1950, bei Rotklee 5500, bei französischem Raigras 8000 Körner fremder Samen in 1 kg. Überall,
wo die Unkrautsamen erreichbar sind, sollte ihre Keimfähigkeit durch geeignete Behandlung zerstört werden,
denn wo dies nicht geschieht, gelangen sehr viele keimfähige Samen durch den Mist zurück auf den Acker.
Dabei ist die große Widerstandskraft mancher Unkrautsamen zu berücksichtigen, von denen einige die Temperatur des sich erhitzenden
Düngers und wochenlanges Liegen in Jauche ertragen. Bei der großen Verbreitungsfähigkeit vieler Unkrautsamen durch Federkronen
etc. ist der Einzelne im Kampf gegen die Unkräuter oft machtlos, nur gemeinsames Vorgehen kann Erfolge erzielen,
und daher haben sich in Bayern,
[* 53] Württemberg
[* 54] und Baden
[* 55] obligatorische Flurgenossenschaften gebildet, welche im Juni die Grundstücke
auf das Vorhandensein von Unkraut besichtigen und für Ausrottung desselben Sorge tragen. In ähnlicher Weise sind mehrfach
Polizeiverordnungen erschienen, um übermäßige Verbreitung von Chrysanthemum segetum, Senecio vernalis und Galinsoga parviflora
zu verhindern.