Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03271.jsonl.gz/2189

Zur Geschichte des Dorfes
Die Anfänge
Aus der jüngeren Steinzeit und aus der Bronzezeit lässt sich für Alpnach keine Besiedlung nachweisen. Einzelfunde lassen lediglich den Schluss zu, dass die Route Rengg-Brünig in diesen vorchristlichen Jahrtausenden als Verbindungsweg vom Norden in den Süden benützt worden ist. Erst zur Zeit der Kelten und Römer war Alpnach besiedelt, was durch zahlreiche Flurnamen belegt werden kann.
Von den Römern stammt der Name
Die römische Besiedlung ist archäologisch nachgewiesen seit dem Fund von Überresten eines Gutshofes in der Uechtern südwestlich des Dorfes. 1913/14 wurden hier die Grundmauern von vier Gebäuden entdeckt und untersucht. Sie gehörten zu einer römischen Landvilla, die bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. bewohnt war. Die Fundgegenstände dieser Ausgrabung können Sie im Heimatmuseum in Sarnen besichtigen.
Der Ursprung des Namens Alpnach geht auf diese Römersiedlung zurück. Das Grundstück des Römers Alpinius hiess lateinisch „fundus Alpinacus“. In der gallo-romanischen Ausdrucksweise jener Zeit hiess das abgewandelt „in fundo Alpinaco“. Aus diesem Alpinaco ist dann das Wort Alpenacho entstanden, wie es erstmals ums Jahr 870 in einer Urkunde auftaucht. Nach dieser Urkunde schenkte ein alemannischer Grundbesitzer seine Güter in „Alpenacho“ dem Kloster in Luzern.
Die Alemannen und das Hochmittelalter
Damit ist auch schon gesagt, dass sich in der nachrömischen Zeit die Alemannen hier angesiedelt haben. Mit der Urbarmachung des Landes prägten sie nachhaltig das Landschaftsbild von Alpnach. Aus dieser Zeit stammen die meisten alten Flurnamen unseres Dorfes. Neben freien Bauern gab es hier Grossgrundbesitzer wie zum Beispiel das Kloster Murbach-Luzern, das Kloster St. Blasien im Schwarzwald, das Chorherrenstift Beromünster, das Kloster Engelberg, die Grafen von Lenzburg und Habsburg und die Freiherren von Wolhusen. Von der Freifrau von Wolhusen, der Gräfin Margaretha von Strassberg, kauften die Kilchgenossen von Alpnach im Jahr 1368 alle Rechte ab, die sie in Alpnach hatte und legten damit den Grundstein für die Entwicklung der freien Kilchgenossengemeinde (Korporation).
Die obgenannten Grundbesitzer und die freien Bauern waren auch verantwortlich für den Bau der ersten Kirche, die 1173 erstmals erwähnt wurde.
Am Beginn der Neuzeit
Die Geschichte von Alpnach ist seit dem Jahre 1368 bis zu den Jahren 1798/1848 die Geschichte der Kilchgenossen und der Korporationen.
1798 führten die eingedrungenen Franzosen erstmals die Rechtsgleichheit aller Bürger ein, womit die zugewanderten Bei- und Hintersassen die gleichen politischen Rechte wie die alteingesessenen Geschlechter erhielten. Nachdem ab 1803 die politischen Gewichte nochmals zugunsten der alten Ordnung verschoben wurden, gab es ab 1848 endgültig neben der alten Kilchergemeinde (Bürgergemeinde bzw. Korporation) die Einwohnergemeinde, die fortan für die meisten politischen Fragen der Gemeinde zuständig war.
Auszug aus "Willkommen in Alpnach", 1. Auflage, Juli 2000
Hafen von Alpnach anno dazumal