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Erwerbstätige, Erwerbsquote
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Grafik 1: Veränderung der Anzahl Erwerbstätigen und der Arbeitsplätze

In der Thurgauer Wohnbevölkerung waren Ende 2010 knapp 137'000 Personen erwerbstätig - rund 16'900 Personen mehr als noch im Jahr 2000. Sieben von zehn erwerbstätigen Einwohnerinnen und Einwohnern arbeiteten im Thurgau, die übrigen pendelten über die Kantonsgrenze hinweg zur Arbeit.
Im Kanton Thurgau dürften zwischen den Jahren 2000 und 2010 knapp 12'000 zusätzliche Arbeitplätze entstanden sein. Dies geht aus der Strukturerhebung* im Rahmen der Volkszählung 2010 hervor.

Grafik 2:
Erwerbsquoten nach Altersklassen und Geschlecht

Höhere Erwerbsquote dank vermehrter Berufstätigkeit der Frauen
Das Erwerbsverhalten der Thurgauer Bevölkerung hat sich seit 2000 spürbar verändert. Insbesondere Frauen sind vermehrt auf dem Arbeitsmarkt anzutreffen. Die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen erhöhte sich im Jahrzehnt zwischen 2000 und 2010 um 4 Prozentpunkte auf 75 %. Gleichzeitig sank die Erwerbsquote der Männer in dieser Altersklasse von 90 % auf 87 %. Insgesamt erhöhte sich der Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung leicht von 80,7 auf 81,2 %.
"Familienknick" bei der Erwerbsbeteiligung der Frauen
Das Erwerbsverhalten der Frauen unterscheidet sich jedoch noch immer stark von jenem der Männer. Bei den 15- bis 25-Jährigen sind Frauen und Männer gleichermassen in den Arbeitmarkt eingebunden. Bereits ab der Altersklasse der 25- bis 29-Jährigen steigt die Erwerbsquote der Männer auf deutlich über 90 % und bleibt danach konstant hoch. Demgegenüber ziehen sich Frauen um die dreissig vermehrt aus dem Arbeitsmarkt zurück, um sich der Familie zu widmen. Ab dem 35. Lebensjahr steigt die Erwerbsquote der Frauen wieder an, bleibt aber unter derjenigen der Männer.
Verglichen mit dem Jahr 2000 ist die Erwerbsquote der Frauen jedoch in allen Altersklassen gestiegen und auch der "Familienknick" hat sich in der Erwerbsbiografie etwas nach hinten verschoben.

Grafik 3:
Wohbevölkerung (ab Alter 15) nach Erwerbsstatus

Immer mehr arbeiten Teilzeit
Die vermehrte Einbindung der Thurgauer Frauen in den Arbeitsmarkt widerspiegelt sich im eindrücklichen Vormarsch der Teilzeitarbeit. Im Jahrzehnt zwischen 2000 und 2010 schnellte die Zahl der Teilzeitarbeitenden um 40 % in die Höhe, die Zahl der Vollzeiterwerbstätigen und Nichterwerbspersonen stieg deutlich langsamer an.
Erwerbstätige Thurgauer Frauen sind häufig mit sehr geringen Pensen in den Arbeitsmarkt eingebunden. Rund 15 % von ihnen haben ein wöchentliches Pensum von weniger als zehn Stunden, knapp 30 % arbeitet weniger als 20 Stunden pro Woche. Bei den Männern sind es nur rund 5 % mit einem Pensum von 20 Stunden oder weniger.

Grafik 4:
Erwerbstätige Bevölkerung nach ausgeübten Berufen
und Geschlecht

Frauen und Männer arbeiten in verschiedenen Berufsfeldern
Die Berufsfelder, in denen die Thurgauerinnen und Thurgauer tätig sind, unterscheiden sich je nach Geschlecht stark. Während Männer am häufigsten in einem Beruf des Managements und der Administration, gefolgt von Produktionsberufen in Industrie und Gewerbe zu finden sind, arbeiten Thurgauer Frauen am häufigsten in einem Gesundheits-, Lehr- oder Kulturberuf.
Seit dem Jahr 2000 haben (bezogen auf alle erwerbstätigen Thurgauerinnen und Thurgauer zwischen 20 und 64 Jahren) die Berufe des Managements und der Administration, die "Gesundheits-, Lehr- und Kulturberufe, Wissenschaftler", die Berufe des "Gastgewerbes und der Erbringung persönlicher Dienstleistungen" sowie die technischen Berufe und Informatikberufe stark an Bedeutung gewonnen.

Frauen sind in Kaderpositionen untervertreten
Nach wie vor sind Frauen in Kaderpositionen deutlich untervertreten. Besonders ausgeprägt ist dies im obersten Kader: 2,3 % der erwerbstätigen Männer sind Direktionsmitglieder, bei den erwerbstätigen Frauen sind es nur 0,4 %. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Arbeitnehmern mit Vorgesetztenfunktion: Gut jeder fünfte der männlichen Erwerbstätigen ist Arbeitnehmer mit einer Vorgesetztenfunktion während bei den weiblichen Erwerbstätigen nur jede achte Frau dazu zählt.
| (Für Bildvergrösserung klicken Sie auf die Grafik) ||* Die Strukturerhebung 2010 ist eine Stichprobenerhebung. Die angegebenen Werte sind hochgerechnete Schätzwerte und somit als Grössenordnungen zu verstehen. Die geringen Stichprobengrössen lassen keine kleinräumigen Aussagen und Auswertungen nach Teilmengen zu. |
Weitere Informationen zu den Erwerbstätigen und Erwerbsquoten können Sie den Statistischen Mitteilungen Nr. 5/2013 entnehmen:
Statistische Mitteilung 5/2013: Mobiler und gebildeter - Thurgauerinnen und Thurgauer auf dem Arbeitsmarkt [2.00 MB]
Tabellen
Quellen: Bundesamt für Statistik, Strukturerhebung 2010, Volkszählung 2000
Weitere Informationen
Die Dienststelle für Statistik bietet weitere Informationen zum Thema "Thurgauerinnen und Thurgauer auf dem Arbeitsmarkt": Bildungsstand der Bevölkerung, Pendler
Bundesamt für Statistik:
-> Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit
-> Arbeit und Erwerb, Strukturerhebung 2010 und 2011
-> Pendler