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Der Maiszünsler kann massive Ertrags- und Qualitätsverluste verursachen. Die Larven des Maiszünslers bohren sich nicht nur durch das Innere des Stängels, wodurch die Maispflanze an Stabilität verliert und umknickt, auch Kolben werden durch die Larven befallen.
Aktuelle Beobachtungen bis zur Kalenderwoche 27. (2021) von Agrometeo
1. Generation bivoltine Rasse - Ticino:
- Die Verpuppung hat am 11.05 begonnen und ist nun zu Ende (Stoppelhaufen von Gudo).
- Der erste Fang fand am 18.05. in Mezzana statt! Der Flug ist im Gange.
Versuchsweise Freilassungen von Tricho gegen die 1. Generation bivoltin im Tessin sind ab Woche 23 geplant.
1. Generation bivoltine Rasse - Gegend "La Côte" VD:
- Die Verpuppung hat am 3.05 begonnen und ist nun zu Ende (Stoppelhaufen von Arnex-sur-Nyon).
- Der Flug hat am 4.06 in Changins und Gland begonnen. Der Flug geht zu Ende.
Die Freilassungen von Tricho gegen die 1. Generation in La Côte sind für die Wochen 23 und 25 vorgesehen.
Univoltine Rasse - überall in der CH, Nördlich der Alpen:
- Gemäss Modell hat die Verpuppung Anfang der Woche 24 begonnen.
- Der Flug hat begonnen.
Die Freilassungen von Tricho gegen die Univoltine Rasse sind in der ganzen Schweiz /NordAlpen für Anfang Woche 27 und Ende Woche 28 vorgesehen. Der Beginn des Flugs in der frühen Zone hat jedoch laut Modell bereits in der Woche 26 begonnen.
Biologische und vorbeugende Massnahmen
Der Maiszünsler-Befallsdruck kann durch jährliche, kontinuierliche und flächendeckende Ausbringung der Trichogramma-Schlupfwespe auf einem niedrigen Niveau gehalten werden. Trichogramma-Schlupfwespen parasitieren die Eier des Maiszünslers, dass heisst die Schlupfwespen legen ihre Eier in die Eier des Maiszünslers und entwickeln sich in diesen. Dadurch können sich aus den Maiszünsler-Eiern keine Maiszünsler-Larven entwickeln und der Entwicklungskreislauf des Maiszünslers ist unterbrochen.
Zusätzlich zur biologischen Bekämpfungsmethode sind auch vorbeugende mechanische Massnahmen wie das Zerkleinern von Maisstoppeln, sowie das gründliche Einarbeiten nach der Ernte unerlässlich und notwendig.
Maiszünsler-Larven überwintern als Larve in den Stoppelresten, durch das mechanische Zerkleinern der Maisstoppeln wird der Lebensraum der Maiszünsler-Larven zerstört und das Überwintern der Larven verhindert. Durch das Zusammenspiel biologischer und mechanischer Bekämpfungsmassnahmen kann somit die Ausgangspopulation des Maiszünslers im folgenden Frühjahr dezimiert und der Aufbau von Mais-zünsler-Refugien verhindert werden.
Ausbringung von Schlupfwespen
In schwachen bis mittleren Maiszünsler-Befallsgebieten gibt es eine einmalige Ausbringung und für Regionen mit einem mittleren bis starken Maiszünsler-Befallsdruck die zweimalige Ausbringung zum Aufhängen an die Maispflanze oder zum Auswerfen per Hand oder durch die arbeitserleichternde Drohnenausbringung. Je nach Jahr kann die Witterung (z. B. Hitze) aber auch die Höhe des Maisbestandes einen Einfluss auf die Trichogramma-Wirkung haben. Bei grosser Hitze oder einem kleinen Maisbestand während der Trichogramma-Ausbringung ist die Wirkung der Optibox-Rähmchen etwas besser als die Optikugel. In unseren Versuchen konnte aber gezeigt werden, dass die Wirkung der Optibox-Rähmchen als auch der Opti kugeln eine ausreichende Wirkung aufweisen und der Unterschied in der Wirkung über die Jahre im Durchschnitt bei weniger als drei Prozent liegt.
"Versuch 2018/2019"
Vincent Wasser führt in Ependes in der Orbe-Ebene einen der drei Betriebe im Hauptbesitz der Schweizer Zucker AG. In dem 135 Hektar grossen, hauptsächlich auf Milchwirtschaft ausgerichteten Betrieb arbeiten drei Vollzeitbeschäftigte und eine Teilzeitkraft. Die Betriebsfläche umfasst 40 ha Getreide, 25 ha Zuckerrüben, 30 ha Mais und 40 ha Weiden und Mähwiesen. Von den 30 ha Mais, der hauptsächlich für die Silage bestimmt ist, befinden sich 60 Prozent auf schwarzerdigem Boden.
Druck des Maiszünslers
«In der Region der Orbe-Ebene ist der Druck des Maiszünslers hoch und setzt früh ein, vor allem im Schwarzerdegebiet», erklärt Vincent Wasser. In den letzten zwei Jahren habe der Druck jedoch in allen Gebieten abgenommen. Der Bewirtschafter bemüht sich seit mehr als 15 Jahren um die Eindämmung des Schädlings, insbesondere mit Trichokarten und parallel dazu mit chemischen Verfahren. 2018 wurde auf einem 15 ha grossen Grundstück und 2019 auf der gesamten Fläche in Zusammenarbeit mit Olivier Delay, technischer Berater bei fenaco Pflanzenbau, ein Versuch durch geführt: 1/3 der Fläche wurde mit Tricho karten, 1/3 mit OptiDrone und 1/3 mit einem chemischen Verfahren (Ausnahmeregelung, durchgeführt von einem Lohnunternehmer) behandelt.
Unterschiede zwischen den Verfahren
Über diese Zweijahresperiode hinweg wurden bei vergleichbaren Kosten keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Wirksamkeit festgestellt. Die Trichokarten kommen auf der Schwarzerde zum Einsatz, da die feine Erde nach starken Niederschlägen die Optikugeln verstopfen und den Austritt der Trichogramma verhindern könnte.
Die Hauptvorteile des Drohneneinsatzes sind die Zuverlässigkeit und der reaktionsschnelle Service. «Im vergangenen Jahr erwies sich etwa die Nutzung des Notfalldrohnendienstes als nützlich, nachdem ein Hagel- und Windsturm den ganzen Mais umgelegt hatte. Ausserdem wird die Arbeit gänzlich delegiert und das eigene Personal bei hohem Arbeitsanfall nicht zusätzlich belastet», erklärt Vincent Wasser.
Wirksamkeit der Schädlingsbekämpfung
Es brauche einen Zusammenschluss auf regionaler Ebene oder in den wichtigen Gebieten, um das Ergebnis zu optimieren, ähnlich wie bei der Verwirrungstechnik im Weinbau.
Vincent Wasser ist überzeugt von der Methode, betont aber gleichzeitig, dass es wichtig ist, diese in einem grösseren Massstab anzuwenden, zumal sie eine Alternative zur chemischen Behandlung darstellt. Der Betriebsleiter verzichtete im Jahr 2020 auf die chemische Bekämpfung des Maiszünslers. Der Mais auf mineralischem Boden wird mittels Drohneneinsatz und der Mais auf der Schwarzerde mit den Trichokarten behandelt.
Reaktion des Umfelds
Im Frühjahr 2019 konnte Vincent Wasser mehreren landwirtschaftsfremden Personen das Prinzip der biologischen Schädlingsbekämpfung und die Nutzung von Technologien wie Drohnen in der Landwirtschaft erklären. Der Drohneneinsatz bot Gelegenheit, dieses Thema aufzugreifen und den Nutzen landwirtschaftlicher Innovationen darzulegen.