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Paraguay Reisen | Zu den Regenwäldern am Papageienfluss
Nahezu alle Länder des südamerikanischen Kontinents haben einen direkten Zugang zum Meer. Allein auf Bolivien und Paraguay trifft dies nicht zu. Brasilien und Argentinien sind die mächtigen Nachbarn Paraguays mit seinen immergrünen Regenwäldern und den von dornigen Büschen besetzten Savannen. Der Rio Paraguay durchquert das Land von Nord nach Süd - es ist der Papageienfluss. Dem ist es zu verdanken, dass sich mit dem Gran Chaco eine aussergewöhnliche Natur in einem Sumpfland entwickelte. Da an den Flussufern Indianer lebten, die den weissen Eindringlingen das Leben erschwerten, ist die Region fast unbewohnt. Heute ist sie an der brasilianischen Grenze ein Eldorado für abenteuerlustige Urlauber.
Reisen durch Paraguay - Gran Chaco, der Lebensraum zahlreicher seltener Tiere
Im Nationalpark des Gran Chaco hat sich ein Ökosystem erhalten, das in Südamerika einzigartig ist. Im Dickicht der Quebrachowälder finden zahlreiche seltene und deshalb schützenswerte Tiere Unterschlupf und einen idealen Lebensraum. Zu ihnen zählt das Wasserschwein, ein Nagetier, das bis zu einem Meter gross werden kann. Aber auch Jaguare, Tapire, Pekari, Ameisenbären und eine Vielzahl von Affen trifft man auf Paraguay Reisen im Gran Chaco. In den Bäumen flattern Papageien, Tukane und Kolibris sowie in den Nachtstunden Vampirfledermäuse. Die zumeist seichten Flüsse sind das Refugium der mächtigen aber für Menschen kaum gefährlichen Kaimane.
Jesuiten-Padres an den unerforschten Ufern des Rio Paraná
Jesuiten spielen in der Geschichte Paraguays eine wichtige Rolle. Sie gründeten im Jahre 1608 die ersten Missionsdörfer, die sogenannten "Reduktionen". Zwei Glaubensbrüder zogen von Asunción in die völlig unerforschte Region von Guairá, errichteten am Ufer des Rio Paraná eine kleine Siedlung und gewährten dort den verstreut lebenden Indios Unterschlupf vor den portugiesischen Sklavenhändlern. Den ersten Jesuiten folgten im Laufe der nächsten Jahre viele weitere und die Padres gewannen mehr und mehr die Sympathien der Indios. Erfahren Sie auf einer Paraguay Rundreise mehr über die spannende Geschichte dieses faszinierenden Landes.
Der "singende Fels" - ein gigantisches Kraftwerk am Staudamm
Der französische Philosoph Voltaire, eigentlich ein bekennender Gegner der Kirche, bezeichnete diese Zeit in Paraguay als "Triumph der Menschlichkeit". Es entwickelte sich bis zur Vertreibung der Padres im Jahr 1767 ein Jesuiten-Staat mit fast hunderttausend Guarani-Indianern. Einige Kunstwerke aus dieser Epoche der südamerikanischen Geschichte sind in den Museen Paraguays zu bestaunen. Heute leben die Nachfahren der Guarani wieder verstreut im Grenzgebiet zu Brasilien. Paraguay, der kleine Binnenstaat Südamerikas, ist dünn besiedelt. Fast 98 Prozent der Einwohner haben sich im Osten des Landes angesiedelt, dem sogenannten Oriente. Im Jahre 1984 wurde ein brasilianisch-paraguayisches Projekt fertiggestellt - das gigantische Kraftwerk am Itaipú-Staudamm. In der Sprache der Guarani bedeutet dies "singender Fels".
Die Blätter des Jerbabaumes werden zum beliebten Matetee
Da Paraguay über keinerlei Bodenschätze verfügt, spielt die Landwirtschaft eine grosse Rolle. Soja, Mais, Weizen und Baumwolle werden angebaut, und wer auf einer Südamerika Rundreise durch dieses schöne aber arme Land reist, der begegnet immer wieder Arbeitern auf den Teeplantagen. Der beliebte Matetee ist das Nationalgetränk Paraguays und ein Aufguss aus den koffeinhaltigen gerösteten Blättern des Jerbabaumes. Fast immer wird der Tee heiss getrunken und durch die aus Weissblech oder Bambus geformte Bombilla aus einer Kalebasse gesaugt. Wer während einer Reise durch Paraguay zum Tee eingeladen wird, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.