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<h2>SubmittedText<h2><p>Am 23. Februar 2020 unterzeichnete Eva Reinhard, Leiterin Agroscope, gemeinsam mit über 20 europäischen Forschungsinstitutionen ein Memorandum of Understanding (MoU) "Towards a Chemical Pesticide-Free Agriculture" Das Memorandum of Understanding markiert den Startschuss für die Realisierung der ehrgeizigen Vision einer europäischen Landwirtschaft ohne chemische Pflanzenschutzmittel. </p><p>Die Vereinbarung umfasst unter anderem einen verstärkten Dialog zwischen Forschenden und Interessensvertretern auf dem ganzen Kontinent sowie die Durchführung von multilateralen Forschungs- und Innovationsprojekten und die Integration von neuen systemischen und multidisziplinären Ansätzen. </p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Auswirkungen hat das Memorandum of Understanding auf die Forschung der Agroscope? Ist das MoU eingebettet in eine Gesamtstrategie von Agroscope? </p><p>2. Wie hoch ist heute der Anteil von Forschungsgeldern für eine nachhaltige, pestizidfreie Landwirtschaft? </p><p>3. Werden zukünftig mehr Forschungsgelder, Forschungsprojekte und Forschungsschwerpunkte für eine nachhaltige, pestizidfreie Landwirtschaft eingesetzt? Wenn ja, aus welchen Bereichen kommen diese Mittel und in welchem Umfang?</p><p>4. Mit welchen Interessensvertretungen will die Agroscope verstärkt in einen Dialog treten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das MoU ergänzt und stärkt die Forschungsstrategie Agroscope im Bereich Pflanzenschutz in mehrfacher Hinsicht. Dazu gehören:</p><p>- Erweiterung des Forschungsnetzwerkes (Knowhow, Infrastruktur, etc.) mit (heute) 34 Forschungsinstitutionen in Europa, welche im Bereich Pflanzenschutz für Agroscope relevante komplementäre Kompetenzen haben.</p><p>- Möglichkeit der stärkeren Einflussnahme auf die Entwicklung des EU Forschungsprogramms via Teilnahme an Diskussionen, Workshops und Redaktion des Programms.</p><p>- Potenzielle Teilnahme an Forschungskonsortien und Forschungsaktivitäten.</p><p>- Potenzielle Akquirierung von Drittmittel</p><p>- Verstärkung der allgemeinen Positionierung und Anerkennung von Agroscope im Agrarforschungssektor in Europa und mit Schlüsselakteuren wie INRAe in Frankreich, JKI in Deutschland oder WAU in Holland.</p><p>Die Agroscope-Strategie entspricht im Bereich Pflanzenschutz dem Konzept und den Zielen des Nationalen Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, welches am 6. September 2017 vom Bundesrat verabschiedet wurde. Die Risiken sollen halbiert und Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz gefördert werden.</p><p>2. Agroscope investiert heute rund 23 Mio. CHF jährlich für eine pestizid-reduzierte und/oder pestizid-freie Landwirtschaft.</p><p>3. Dieses MoU und der verstärkte Austausch mit Mitgliedern der Allianz erhöhen die Chancen für Agroscope, in Konsortien mit EU-Forschungspartnern Forschungsgelder aus dem globalen EU "Green Deal" Forschungsprogramm zu akquirieren und mit der Teilnahme in EU-Projekten gemeinsam mit den Partnern, schneller praxistaugliche Lösungen zu erarbeiten.</p><p>4. Agroscope ist eine neutrale Forschungsorganisation und in diesem Sinn offen für die Diskussion mit allen Parteien. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein ungenügender Dialog mit den Akteuren in der Land- und Ernährungswirtschaft dazu führt, dass bereitstehende Lösungen zu zögerlich und verspätet in die Praxis überführt werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.