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Sousse, die „Perle des Sahel“ und drittgrößte Stadt Tunesiens, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Von den Phöniziern unter dem Namen Hadrumetum gegründet, avancierte sie rasch zu der nach Karthago und Utica drittgrößten Stadt des Punischen Reichs. Zur Zeit der Römer war Sousse für eine gewisse Zeit Hauptstadt von Byzacena, einer den Sahel und Zentraltunesien umfassenden Provinz des Römischen Reichs.
Zu Beginn der arabischen Eroberung diente die Stadt als Hafen von Kairouan. Heute ist Sousse die Hauptstadt des tunesischen Sahel, ein äußerst aktives Industriezentrum, u.a. im Bereich der Textil-, Maschinenbau-, Elektro- und Baustoffindustrie, und eines der größten touristischen Zentren des Landes.
Die Medina
Mit einer Fläche von 32 Hektar und einem Umfang von 2.250 Metern ist die Medina von Sousse vergleichsweise klein. Sie wird von einer schmalen, mit Zinnen versehenen Stadtmauer umschlossen. Diese bescheidenen Ausmaße stehen jedoch im Gegensatz zur extremen Vielfalt ihrer Monumente und zum regen Treiben in ihren Souks, die sich ihren einstigen Charme bewahrt haben.
Von den ursprünglich acht Toren der Stadtmauer sind heute nur noch zwei erhalten: die Porte de Kairouan im Süden und das Tor Bab el Gharbi im Westen. Die Kasbah war ursprünglich eine Festung, von der heute nur noch der dreißig Meter hohe Turm Khalef zu sehen ist, der beim höchsten Punkt der Stadtmauer errichtet worden war. Er diente als „Manar“, als Signalturm, und wurde später zu einem Leuchtturm umfunktioniert.
Der Turm bietet einen herrlichen Ausblick auf die Medina, mit dem Ribat und der Großen Moschee im Nordosten. Die Gebäude der heutigen Kasbah wurden zwischen dem 9. und dem 13. Jahrhundert rund um den Turm Khalef errichtet.
Das Museum
In der Kasbah befindet sich das archäologische Museum, das in der Nähe von zwei angenehm kühlen Gärten angelegt wurde. Es zeigt die zweitgrößte Mosaikensammlung Tunesiens nach dem Nationalmuseum von Bardo.
Manche der Exponate sind von atemberaubender Schönheit, darunter das „Haupt der Medusa“ mit schuppenförmigem Strahlendekor und sehr schönem optischen Effekt, der Gott „Oceanus“, „Saturn und die Bacchanten“, ein besonders anmutiges Mosaik, der „Triumph des Bacchus“ – ein Meisterwerk, „Zeus Entführung der Ganymed“ sowie „Apollon und die Musen“. Daneben besitzt das Museum noch weitere Kostbarkeiten wie Skulpturen, Fragmente von Statuen, Stelen, Votive, Töpferarbeiten und Terrakottafiguren.
Der Ribat
Der Ribat war ein Wehrkloster, das Teil einer ganzen Befestigungsanlage zum Schutz der Küste war. Die Mönchssoldaten verbrachten ihre Zeit mit Gebeten und Kämpfen. Ribats waren vor allem sehr aktive religiöse Zentren.
Der im 13. Jahrhundert erbaute und später vergrößerte Ribat von Sousse wurde in den 50er und 60er Jahren restauriert. Es handelt sich um eine Festung mit quadratischem Grundriss, halbzylindrischen Türmen und einem Wachturm. Den Zugang bildet ein quadratischer Vorbau mit alten Säulen, Kapitellen, Kragsteinen und einem typischen Kreuzgratgewölbe.
Das Bauwerk weist u.a Lagerräume, einen Gebetssaal und Zellen auf. Von der Spitze des Wachturms aus bietet sich ein hervorragender Ausblick auf die Stadt und ihre Umgebung.
Die Große Moschee
Die im 11. Jahrhundert erbaute Moschee erinnert durch ihre Quadersteinmauern und großen runden Türme an eine Festung. Sie war ursprünglich möglicherweise eine Kasbah zur Verteidigung des Hafenbeckens. Ihr Innenhof ist auf drei Seiten von Arkaden umgeben.
Weitere Moscheen in Sousse sind die Moschee Ali El Ammar und die Moschee Bou Ftata.
Die Zaouia Zakkak
Dieses Mausoleum wird von einem achteckigen Minarett aus osmanischer Zeit überragt.
Die Souks
Der Souk er-Reeba bietet neben Stoffen auch Souvenirs für Touristen an und lädt zu einem angenehmen Spaziergang durch seine engen Gassen ein. Von dort gelangt man in den Souk el-Caïd, in dem Schmiedewerkstätten zu sehen sind. In den Souks befindet sich auch das Café Kahouat el Koubba, das in einem Haus aus dem 10. oder 11. Jahrhundert in einem mit einer Kuppel und kleinen Säulen versehenen Raum untergebracht ist.
In unmittelbarer Nähe der Souks liegt die Zisterne La Sofra, eine unterirdische Anlage mit einem Tonnengewölbe. Sie dürfte römischen Ursprungs sein und wurde im 11. Jahrhundert restauriert.
Die Katakomben
Die aus 240 Galerien bestehenden Katakomben wurden vom 2. bis zum 5. Jahrhundert benutzt. Sie erstrecken sich über eine Länge von mehr als fünf Kilometern und enthalten rund 15.000 Grabstätten. Die Gräber sind übereinander in den Wänden angebracht und mit Ziegeln oder Marmorplatten verschlossen.
Sousse
Heute ist Sousse – nach Tunis und Sfax – die drittgrößte Stadt des Landes. Zudem ist Sousse die Hauptstadt des Sahel, einer Region mit sehr alten Dörfern und dem ältesten Olivenhain des Landes. Die Olivenhaine von Sfax und anderen Regionen Tunesiens sind vergleichsweise jung.
Die zahlreichen am Meer oder etwas weiter im Inland gelegenen Dörfer sind in vielen Fällen zu Kleinstädten angewachsen. Die große Dichte der Ortschaften ist übrigens eines der Kennzeichen des Sahel im Umkreis von Sousse.
Sousse ist eine Stadt mit vielen Funktionen: Sie ist u.a. die Hauptstadt der Region, ein großer Fischerei- und Handelshafen, ein überaus dynamisches Industriezentrum und eine Universitätsstadt. Ihren Wohlstand verdankt die Stadt ihren natürlichen Ressourcen und der unermüdlichen Arbeit ihrer Bewohner.
Erfolg in der Tourismusbranche
Sousse hat noch mehr zu bieten, etwa ein mildes Klima, eine flache, sandige Küste mit vielen herrlichen Stränden, die Nähe zu Nordtunesien und zum internationalen Flughafen von Monastir und zahlreiche historische Monumente in der Region.
Dank dieser Vorzüge und Attraktionen konnte den vielen Wirtschaftsbereichen der Stadt Sousse bzw. der Region ein weiterer hinzugefügt werden, der sehr schnell einen beachtlichen Aufschwung erlebte: der Tourismus. Mittlerweile hat sich die Region zu einem der größten touristischen Zentren des Landes entwickelt.
Hier findet man mehr als 100 Hotels, davon etwa die Hälfte in der 4- und 5-Sterne-Kategorie. In dieser Region liegt auch der Urlaubsort Port el Kantaoui, der in der tunesischen Hotellerie eine bedeutende Innovation darstellt. Port el Kantaoui basiert auf einem neuen Konzept und ist der erste integrierte Ferienort Tunesiens.
Der Ort, dessen Architektur großenteils traditionellen Bauweisen nachempfunden ist, bietet alles, was man für einen gelungenen Urlaubsaufenthalt braucht: einen Golfplatz, eine Marina, Geschäfte aller Art, zahlreiche Cafés, Restaurants mit exquisiter Küche, ein Postamt, eine Polizeiwache, eine Apotheke etc.
In Port el Kantaoui werden verschiedenste Unterkunftsarten angeboten, darunter Villen im maurischen Stil, Bungalows und Appartementhotels. Dem Freizeitangebot kommt in der Touristenzone ein besonderer Stellenwert zu. Beim Festival d´Aoussou findet alljährlich ein sehr malerischer Umzug statt. Diese eindrucksvolle Veranstaltung wird von Touristen und Einwohnern der Region besucht.
Der Aqua Palace ist ein Freizeitzentrum mit Schwimmbecken und Spielgeräten, das unzählige Besucher anlockt. Der Hannibal-Park ist ein Vergnügungspark mit vielseitigem Angebot.
Im nahe gelegenen Hergla kann man das ganze Jahr über Gokart fahren. Vor Kurzen wurde außerdem ein botanischer Garten eröffnet, in dem man exotische Pflanzen und Vögel bewundern kann.
Darüber hinaus wurden verschiedene andere Veranstaltungen ins Leben gerufen, wie die Disconight oder die Boujaafar International Show, die sich großer Beliebtheit erfreuen.
In Kalaa Kébira findet das Festival des Olivenbaums statt. In der Touristenzone warten außerdem eine Vielzahl an Restaurants jeder Kategorie und zahlreiche Nachtclubs.
Ganz neu im Angebot ist die Licht- und Tonshow zur Geschichte Tunesiens in der Medina Ezzahra, die nur wenige Kilometer von Sousse entfernt auf der Straße Richtung Kalaa Kebira liegt.