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Die Thuja-Miniermotte
Die Thuja-Miniermotte (Argyresthia thuiella) befällt vor allem Ziersträucher der Gattungen Thuja und Chamaecyparis. Die kleinen Räupchen fressen die Endtriebe mit den grünen Schuppen aus. Dadurch werden Hecken und Sträucher braunfleckig und verlieren ihren Zierwert.
Die Thuja-Miniermotte ist eine Vertreterin der Familie der Gespinst- und Knospenmotten (Yponomeutidae) und stammt wie ihre Wirtsbaumarten aus dem westlichen Nordamerika. In den 1970er-Jahren wurde der Kleinschmetterling in Europa eingeschleppt und trat zuerst in Frankreich in Erscheinung. Die weitere Ausbreitung erfolgte höchstwahrscheinlich mit Baumschulpflanzen.
In der Schweiz trat die Miniermotte vor allem in der zweiten Hälfte der 1980er und in den 1990er-Jahre verstärkt in Erscheinung. Seither sind die Schadenmeldungen rückläufig. Nicht nur die Räupchen der invasiven Thuja-Miniermotte fressen die Triebe von exotischen Ziersträuchern aus. Auch die einheimische Wacholderminiermotte (Argyresthia trifasciata) kann gelegentlich auf Thuja gefunden werden. Eine sichere Diagnose ist schwierig, wenn an den Trieben nur noch die ausgefressenen Minen vorhanden sind.
Wirtspflanzen
Befallen werden in Europa vor allem Thuja occidentalis, Thuja plicata und Chamaecyparis lawsoniana sowie diverse Zuchtformen dieser Gattungen. Cupressus-Arten werden hingegen nicht angegangen.
Am häufigsten wird ein Befall an Hecken beobachtet, es können aber auch Solitärgehölze besiedelt werden. Ungünstige Bodenverhältnisse, wie beispielsweise bei Kübelpflanzen, zeitweiliger Trockenstress oder ein vernachlässigter Schnitt können sich förderlich auf einen Befall auswirken. Ein wiederholt starker Befall senkt den Zierwert der betroffenen Hecken und Gehölze und macht diese anfälliger für weitere Schädlinge und Krankheiten.
Symptome
Die jungen Triebe und grünen Schuppen werden durch kleine, fleischfarbig bis oliv gefärbten Räupchen ausgefressen. In den Minen bleibt krümeliger Kot zurück. Meist sind die Enden der Triebe betroffen, sie verfärben sich anfänglich gelblich, danach rotbraun bis grau. Nach dem Ausflug der Falter sind an den Trieben runde Ausbohrlöcher erkennbar. Nach dem Austrocknen brechen die Triebe teilweise ab, was den Pflanzen ein schütteres Aussehen verleiht.
Befallene Hecken erhalten ein braunfleckig meliertes Aussehen. In der Regel sind die einzelnen Astpartien aber nicht vollständig verfärbt, so wie dies nach einem Borkenkäfer- oder Prachtkäferbefall im Stammbereich der Fall ist.
Biologie
Pro Jahr wird eine Generation ausgebildet. Die Überwinterung erfolgt als Raupe in den Trieben. Im Unterschied zu anderen Miniermotte-Arten verpuppt sich die Thuja-Miniermotte im Innern der gefressenen Mine. Im Frühsommer und Sommer fliegen die hell gefärbten Falter aus und legen an den geschuppten Trieben der Wirtspflanzen ihre Eier ab. Ab Mitte Juli oder August können wiederum Räupchen beim Minieren beobachtet werden, und im Herbst kommt es zu neuen Triebverfärbungen. Das Ausmass des Schadens wird aber erst im folgenden Frühling richtig ersichtlich.
Massnahmen
Durch einen regelmässigen Schnitt der Gehölze werden die äusseren Triebe entfernt, was häufig schon genügt, um einen Befall einzudämmen. Nach einem starken Befall kann ein deutlicher Rückschnitt die Bildung von Ersatztrieben zusätzlich fördern. Nach der Massnahme sollte befallenes Schnittgut am besten der Kehrichtverbrennung zugeführt werden. Eine Behandlung mit gegen Miniermotten zugelassen Insektiziden ist ebenfalls möglich, am besten kombiniert mit einem vorgängigen Rückschnitt. Der geeignete Spritzzeitpunkt ist der Juli, andererseits um das Eindringen frisch geschlüpfter Räupchen in die Triebe zu unterbinden. Eine Behandlung im Frühling macht wenig Sinn, auch wenn sich zu diesem Zeitpunkt die neuen Schäden manifestieren. Diese können dadurch nicht rückgängig gemacht werden.
Quelle: die Gärtner-Fachzeitschrift 6/2011