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Der Autor:
Madschid
Munib Iljas (Magîd Munîb Ilyâs), geboren 1947 in Schafaamr/Galiläa;
Grundschule in Schafaamr, dann Sekundarschule (arabisch, orthodox) in
Haifa, danach an der Hebräischen Universität in Jerusalem: 2
Jahre Sozialwissenschaften, 2 Jahre Jus. Ohne Abschluss. Aktiv in der
arabischen Studentenvereinigung, dann im "Matzpen" (linke arabisch-jüdische
Vereinigung) Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre.
Mitte der siebziger Jahre gründete er mit ein paar Freunden in Israel
und den Besetzten Gebieten den (ersten arabischen) Verlag: Dâr Salâh
ad-dîn (Verlag Saladin).
Anfang der achtziger Jahre: Umsiedlung nach Paris. Dort "Gelegenheitsarbeiter".
Bisher drei Romane: al-Bandûq (Der Bastard, 1987), Imra'at Hân
as-Safâ (Die Frau vom Chan al-Safa, 1994), Asl al-gharâm (Die
Wurzel der Leidenschaft, 2001)
Der Roman:
Erzählt wird die Geschichte eines Jungen, dann jungen Mannes, der,
im Jahr der Besetzung geboren, als Araber in Israel aufwächst. Es
ist die Geschichte einer Heimatlosigkeit, der Auflösung alter Bindungen
und der Unfähigkeit, neue zu knüpfen. Es ist auch die Geschichte
vom Weggehen, ohne die Möglichkeit, irgendwohin zurückkehren
zu können.
All das wird nicht mit der oft gesehenen Larmoyanz erzählt, auch
nicht mit einer politisch korrekten Haltung. Im Gegenteil, erzählt
wird mit Sympathie auf der einen Seite, aber eben auch mit Ironie, ja
Zynismus auf der anderen Seite. Dabei trifft der Zynismus, d.h. die Herausarbeitung
abstruser Situationen, nicht nur eine Seite, sondern beide - in ihrer
je prekären oder eigentlich unerträglichen Situation. Daher
dann auch viel Linkischkeit im Verhältnis zueinander.
Das ganze Büchlein (ca. 110 Manus.seiten à 1800 Zeichen) ist
in fünf Kapitel aufgeteilt:
- Jussuf, seine Familie im Dorf; die christliche Umgebung; und während
seines Aufwachsens der Schatten israelischer Präsenz über allem.
- Rückkehr aus der Stadt ins Dorf als Adoleszenter zur Beerdigung
des Grossvaters; mögliches Verhältnis der Arabier Israel gegenüber.
- Studentenalter; an Uni Verhältnis mit israelischen Juden; all das
als Reminiszenz während eines unfreiwilligen Romaufenthaltes.
- Rückkehr ins Dorf nach vielen Jahren im Ausland; völlige Veränderung
der dörflichen Umgebung und der dortigen arabischen Gesellschaft.
- Imaginäre Begegnung mit Arafat, der Jussuf von Palästina erzählt
(Mitte der 80er Jahre); zum Abschluss Andalusienvision/Heimatvision.
Das Buch ist in einer wilden Mischung aus Schriftsprache und Dialekt verfasst,
ohne allzu aufmerksame Berücksichtigung der arabischen Grammatikregeln.
Das muss im deutschen durch eine recht saloppe Sprache wiedergegeben werden.
Der Bastard ist kein ganz neues Buch mehr. Es stammt aus dem 80er Jahren.
Aber als Erfahrung der Vorgeschichte der in letzter Zeit sehr virulent
gewordenen Auseinandersetzung eben auch zwischen dem Staat Israel und
seinen arabischen Bürgern, gibt es wohl kaum seinesgleichen.
Leseprobe
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