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Tornos
Moutier, 16. März 2009
Rückgang von Umsatz und Ertrag
Die Tornos-Gruppe strebte für 2008 einen Umsatz von 320 Mio. CHF und eine EBIT-Marge von 10% an. Diese Ziele liessen sich in der aktuellen Krise nicht erreichen. Der Bruttoumsatz beläuft sich effektiv auf 262.9 Mio. CHF. Dies entspricht einem Rückgang um 8.5% im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007. Klammert man den Beitrag von 23.6 Mio. CHF aus der Übernahme von Almac aus, beläuft sich der Umsatzrückgang der Gruppe auf 16.7%. Das rückläufige Umsatzvolumen belastete das Ergebnis. Die EBIT-Marge ging von 11.4% im Jahr 2007 auf 5.0% zurück. Für das Geschäftsjahr 2008 wird ein Reingewinn von 6.0 Mio. CHF ausgewiesen; im Vorjahr erreichte der Reingewinn mit 35.1 Mio. CHF einen Rekord. Das Vorjahresergebnis umfasste allerdings ausserordentliche Erträge in Höhe von 6.2 Mio. CHF, woraus ein negativer Basiseffekt für das Berichtsjahr resultierte.
Die Eigenkapitalrendite betrug 3.9%, während das Eigenkapital per 31.12.2008 mit 153.7 Mio. CHF 69.2% der Bilanzsumme von 222.3 Mio. CHF entsprach. Zum Bilanzstichtag belief sich die Netto-Liquidität auf 5.3 Mio. CHF (2007: 27.3 Mio. CHF). Die Differenz ist in erster Linie auf Finanzierungs- und Investitionsaktivitäten im Berichtsjahr zurückzuführen, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Betriebsergebnis der Gruppe stehen.
Tatsache bleibt jedoch, dass die Ergebnisse im 2008 nicht unseren Erwartungen entsprechen. Tatsache ist aber auch, dass die realisierte EBIT-Marge bei einem gegenüber dem Vorjahr auf vergleichbarer Basis um 16.7% tieferen Umsatz eine gute Management-Leistung bezüglich Kapazitätsanpassung dokumentiert. In diesem Umfeld empfehlen wir unseren Aktionären, anlässlich der ordentlichen Generalversammlung im April 2009 auf eine Dividendenausschüttung zu verzichten.
Rezession erfasst Märkte
Die negative Entwicklung erfasste nach und nach alle wichtigen, von uns belieferten Marktsegmente. Die Elektronikindustrie wurde bereits zu Jahresbeginn von der Rezession erfasst. Im zweiten Quartal war der Automobilsektor an der Reihe. Im Verlauf des zweiten Halbjahres zeigten sich dann in der Medizinaltechnik erste Anzeichen einer rückläufigen Entwicklung. Auch die schweizerische Uhrenindustrie wurde in der zweiten Septemberhälfte von der Rezession erfasst. Mit einer gewissen Verzögerung entwickelten sich schliesslich alle Industriezweige im Verlauf des Berichtsjahrs negativ. Die Betrachtung der einzelnen Regionen zeigt, dass die mehr oder weniger ausgeprägte Präsenz der oben genannten Marktsegmente die Entwicklung der Regionen massgeblich bestimmte.
Neue Produkte
Bei den Produkten bauten wir die Einspindler-Palette weiter aus. Das Angebot an hochleistungsfähigen Maschinen wurde zu Beginn des Jahres um die Maschinen DECO 13e, 20e und 26e erweitert. Das zweite Halbjahr stand im Zeichen der Markteinführung der DECO Sigma 32, einem im mittleren Segment angesiedelten Produkt, und der Vermarktung der ersten Produkte der Delta-Reihe, die im Mai an der SIAMS-Fachmesse vorgestellt wurden und für das Einstiegssegment bestimmt sind. Bei den Mehrspindlern lancierten wir eine neue Produktlinie unter dem Namen MultiSigma. Sie ist im mittleren Preissegment angesiedelt und verzeichnete mit der Markteinführung der MultiSigma 8x24 einen grossen Erfolg. Bei Almac wurde die CU 1007 für die Produktion von Uhrenplatinen auf den Markt gebracht.
Beibehaltung der Strategie, laufende betriebliche Anpassungen
Die Umsetzung des Strategieplans 2007-2012 mit den entsprechenden Massnahmen wurde weiter vorangetrieben. Die Wirtschaftslage führte zwar dazu, dass im Jahr 2008 und wahrscheinlich auch in den nächsten beiden Geschäftsjahren die Planziele verfehlt wurden, resp. verfehlt werden. Dennoch hält die Gruppe an den Grundzügen ihrer Strategie fest. Sie nahm jedoch im Rahmen der unveränderten langfristigen Strategie betriebliche Anpassungen an die konjunkturelle Lage vor. Seit Januar 2008 wurden die Kapazitäten über das flexible Arbeitszeitsystem um nahezu 15% reduziert. Am Ende des zweiten Quartals wurden rund 50 Stellen abgebaut. Im Oktober ging die Gruppe dann zu Kurzarbeit im grossen Stil über; im Vertrieb wurden zudem 25 Stellen gestrichen. Wir hatten uns weltweit gut auf die Rezession vorbereitet, so dass die genannten Massnahmen die negativen Folgen der wirtschaftlichen Trendwende zu einem grossen Teil abfedern konnten. Tatsache bleibt jedoch, dass die Ergebnisse im 2008 nicht unseren Erwartungen entsprechen. Tatsache ist aber auch, dass die realisierte EBIT-Marge bei einem um 16.7% tieferen Umsatz im Vergleich zu den für 2007 ausgewiesenen Zahlen eine gute Management-Leistung dokumentiert.
Ausblick 2009
Die anhaltende Krise lässt keine vernünftigen Prognosen zu. Wir werden weiterhin unser Unternehmen an die Marktlage anpassen. Im Monat Januar 2009 wurden rund 90% der Mitarbeitenden während vier Wochen zu 100% auf Kurzarbeit gesetzt. Derzeit werden rund 30 Stellen aufgehoben. Je nach Konjunkturentwicklung werden auch im Verlaufe des Jahres ähnliche Massnahmen umgesetzt werden.