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Stattdessen demonstriert Westwood auf einem weissen Panzer vor David Camerons Haus gegen die umstrittene Fracking-Methode zur Erdgas-Gewinnung und posiert nackt für Starfotograf Juergen Teller.
Ein bisschen exzentrisch war die Tochter einer Baumwollspinnerin und eines Kolonialwarenhändlers aus der englischen Grafschaft Derbyshire schon immer. Schriftstellerin wollte sie werden, entschloss sich dann aber für eine Ausbildung zur Grundschullehrerin und stimmte sogar für die Tories, die konservative Partei in Grossbritannien.
Mit 21 Jahren heiratete sie schliesslich den Flugbegleiter Derek Westwood, der wie sie Rock ‘n’ Roll liebte, und bekam ihr erstes Kind. Ihr Leben schien vorgezeichnet.
Doch drei Jahre später verlor sie ihr Herz an den Kunststudenten Malcolm McLaren (1946-2010), den Gründer und Manager der Punk-Band Sex Pistols. Er inspirierte Vivienne Westwood, ihr kleinbürgerliches Hausfrauen-Dasein hinter sich zu lassen und Agitprop-Kleidung zu nähen.
Zusammen mit McLaren eröffnete sie 1970 auf der Londoner King’s Road ihre erste Boutique. Schnell entwickelte sich der Laden zum absoluten Trendsetter.
Während sie ihre beiden Söhne grosszog – Ben Westwood und Joseph Corré – schuf Westwood Sadomaso-Monturen für die Musiker der Sex Pistols und inspirierte die Punk-Mode wie keine Zweite. Auch nach der Trennung von McLaren blieb sie ihrer rebellischen Kreativität treu. Schräge Schottenkaros und verzerrte Elemente der exaltierten Mode des 18. und 19. Jahrhunderts wurden ihr Markenzeichen – Korsagen, Wespentaillen, Turnüren für voluminöse Hintern.
Die Queen liess sich zwar nicht modisch von Westwood inspirieren, hielt ihr Werk aber dennoch in Ehren. 1992 wurde Vivienne Westwood in den “Order of the British Empire” aufgenommen. Die Fotografen zumindest waren begeistert, als sich bei einem ungestümen Windstoss herausstellte, dass die Modemacherin auf eine Unterhose unter ihrem edlen Rock verzichtet hatte. Geschockt kann die Queen nicht gewesen sein – 14 Jahre später machte sie Westwood zur Dame.
(SDA)