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Domperidon und Lapatinib beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Risiko für ventrikuläre Arrhythmien und erhöhte Domperidonkonzentrationen
Mechanismus
Domperidon hat ein bekanntes Potential zur Verlängerung der QTc-Zeit im EKG und für ventrikuläre Arrhythmien [Marzi M, 2015]. Auch unter Lapatinib sind QT-Zeit-verlängernde Effekte beschrieben, sodass es in Kombination zu additiven Effekten kommen kann. Lapatinib ist ein CYP3A4-Inhibitor und kann den CYP3A4-vermittelten Metabolismus von Domperidon hemmen, sodass es zu einer Erhöhung der Domperidon-Exposition kommen kann.
Effekt
Durch die additive Verlängerung der QT-Zeit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von kardialen unerwünschten Wirkungen wie Arrhythmien, Torsades de pointes oder Herzstillstand. Das Risiko ist insbesondere erhöht, wenn Domperidon-Dosierungen von über 30mg/d eingesetzt werden oder bei Patienten über 60 Jahren. Unter Hemmung des CYP3A4-vermittelten Abbaus von Domperidon kann es zu erhöhten Konzentrationen des Antiemetikums kommen. Gemäss Fachinformation führte die gleichzeitige Verabreichung von Lapatinib und oral verabreichtem Midazolam (einem CYP3A4-Substrat) zu einem Anstieg des AUC-Werts von Midazolam um ungefähr 45%. Unter erhöhten Domperidonkonzentrationen kann es zu Symptomen wie z.B. Unruhe und Schläfrigkeit bis hin zu Schwindel, Palpitationen oder Krampfanfällen kommen.
Empfehlung
Wird die Kombination eingesetzt sollten möglichst niedrige Domperidon-Dosierungen gewählt werden und falls notwendig vorsichtig auftitriert werden. Regelmässige EKG-Kontrollen der QT-Zeit im EKG, insbesondere bei Änderungen der medikamentösen Therapie, sollten durchgeführt werden. Kontrollen der Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium und Magnesium) sind empfohlen. Kommt es unter der Therapie zu einem Anstieg der QTc-Zeit um 60ms im Vergleich zur Baseline oder übersteigt die QTc-Zeit 500ms, ist die Therapie umzustellen. Auf Anzeichen vermehrter unerwünschter Domperidon-Effekte sollte geachtet werden. Kommt es zu Schwindel, Palpitationen, Synkopen oder Krampfanfällen ist Domperidon abzusetzen.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018