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Bangzi Melody
China 2017
100 Min. sw/Farbe. DCP. Chin/e/chin
Regie: Zheng Dasheng
Buch: Li Baoluo, nach dem Roman von Jia Dashan
Kamera: Shao Dan
Schnitt: Chen Xiaohong
Musik: Li Qi
Mit: Li Zhibin, Liang Chunzhu, Wang Chunming, Zhang Huijuan, Lyu Aihua, Zhang Yahao, Chen Chen
Präsentiert vom Konfuzius Institut Basel
Mit einer Einführung von Song Yunlong und anschliessendem Gespräch mit dem Regisseur
In den 1980er-Jahren, mit dem Ende der Kulturrevolution, hat China eine umfassende Bodenreform im ländlichen Gebiet begonnen, um das so genannte Haushaltverantwortungssystem einzuführen, das darauf abzielt, die im maoistischen China praktizierte egalitäre Verteilungsmethode zu beenden.
1982, in einem Dorf in Nordchina war der Verrückte des Dorfes Kuisheng, lange Zeit für das beste Erdnussfeld verantwortlich. Nach Beginn der Reform wurde sein Land von den Dorfbewohnern begehrt, die versuchten zu beweisen, dass er nicht qualifiziert genug war, um so wertvolles Eigentum zu behalten.
Als das Frühlingsfest näher rückte, bat Parteisekretär Wang alle Dorfbewohner, «Beating Princess», ein klassisches Stück von Hebei Bangzi (traditionelle hölzerne Klöppeloper), zu proben. Onkel Lu, der Leiter der Oper, nominierte seine Tochter Xiaofen für die Rolle der Prinzessin. Xiaofen, verliebt in Shuman, den Sohn von Kuisheng, versuchte ihr Bestes, um die Aufgabe zu erfüllen und alle davon zu überzeugen, dass Kuisheng nicht verrückt war. Die Probe war mit der abschliessenden Verhandlung der Landaufteilung verbunden, die einen grossen Einfluss auf das zukünftige Leben jedes Dorfbewohners haben sollte.
Ist Kuisheng ein Verrückter oder ein Heiliger, ein Opfer oder ein Held? [Bangzi Melody] wurde in Schwarz-Weiss mit grossem humanistischem Geist gedreht und erzählt von der chinesischen Landreform voller persönlicher Leiden, politischem Glücksspiel und historischen Unklarheiten.
Zheng Dasheng
Der Film- und Theaterregisseur Zheng Dasheng wurde in einer literarischen Familie in Shanghai geboren und ist in Tianjin aufgewachsen. Beeinflusst von seinem Grossvater Huang Zuolin (Filmemacher und Dramatiker im republikanischen China und in der VR China) und Mutter Huang Shuqin (eine der renommiertesten Regisseurinnen Chinas), nähert er sich der Filmkunst mit grossem humanistischen Interesse und reicher historischer Reflexion.
Zheng erwarb seinen Bachelor-Abschluss an der Shanghai Drama Academy China, bevor er seinen MFA in Filmproduktion an der School of the Art Institute of Chicago erhielt. Sein Film [A Tao] (2000) gewann den Jurypreis beim Shanghai International TV Festival. Im Jahr 2005 gewann [Death of Wang Bo] den Golden Rooster beim Hundred Flowers Film Festival in China. Er drehte auch [Harmonious China], einen thematischen Film, der im China-Pavillon der Shanghai World Expo gezeigt wurde. Sein Spielfilm [Useless Man] wurde 2012 in die offizielle Auswahl des 36. Montreal International Film Festival gewählt. Sein jüngster Film [Bangzi Melody] ist seine erste Non-Fernsehproduktion, die die Geschichte der chinesischen Landreform Anfang der 80er-Jahre erzählt.