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Das Projekt in KürzeDer Titel des Projektes bringt zweierlei zum Ausdruck: Erstens gehen wir davon aus, dass Unternehmen sich ‚dynamisch’ verändern. Damit wird aufbauend auf der Theorie des Konstruktivismus anerkannt, dass Veränderungen nicht einfach von einzelnen Organisationsmitgliedern herbeigeführt werden, sondern dass sie das Ergebnis von kollektiven Konstruktionsprozessen sind.
Der Begriff ‚Dynamik’ bezeichnet das Phänomen, dass sich Veränderungen und damit Innovationen häufig durch unvorhergesehene, plötzlich entstehende, von verschiedenen Personen in unterschiedlichen Funktionen ausgelöste ‚Kippmomente’ ereignen und weniger langfristig geplante, lineare und systematisch angelegte Planungsprozesse Einzelner darstellen.
Lässt sich die Annahme hinsichtlich des dynamischen Verlaufs von Innovationsprozessen erhärten, hat dies weitreichende Implikationen für das Verständnis sowie das Management von Innovationen.
Der zweite Teil des Projekttitels lautet ‚in Practice’. Über die in dem Projekt gewählte qualitative Methode wird ein besserer Einblick in den tatsächlich ablaufenden Managementalltag möglich. Im übertragenen Sinn schauen die Forschenden den Praktikern in ihrem Alltag über die Schulter und bringen in Erfahrung, wie sie die Alltagsereignisse erleben, sehen und gestalten. In der Managementforschung reifte in den letzten Jahren die Erkenntnis, dass zu viel über die Praxis theoretisiert und zu häufig einseitig überprüft wird, ob die Theorien der Forscher stringent sind.
Insofern nimmt das Projekt IDIP einen neuen Blickwinkel ein: Die wissenschaftlichen Theorien sind in diesem Projekt nicht mehr und nicht weniger als notwendige Denkwerkzeuge und Hilfen, um das empirische Material auszuwerten. Inhaltlich interessieren eher die Überzeugungen, Annahmen und Wahrnehmungen, aufgrund derer Praktiker in Innovationsprozessen handeln. Dies wird in diesem Projekt unter praxisorientierter Forschung verstanden.
In der folgenden Abbildung wird das Verständnis von Innovation(-smanagement) im Rahmen des Projekts dargestellt:
In der Graphik wird deutlich, dass zum praxisorientierten Verständnis von Innovation die Handlungsebene (was tut und denkt der Einzelne) durch Interviews und teilnehmende Beobachtung zu erkunden ist. Der anspruchsvolle Schritt ist dann, aus diesen Einzelaussagen und -beobachtungen Rückschlüsse auf die Innovationsdynamiken und deren Bedingungen zu ziehen; diese bezeichnen wir als ‚Strukturen’. Die Strukturen prägen in hohem Masse das innovative oder eben nicht-innovative Handeln der einzelnen Mitarbeitenden oder Führungspersonen in der Unternehmung. Mit anderen Worten: Die Strukturen ermöglichen oder behindern das Zustandekommen von Innovationen.
Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Theorien hat deutlich gemacht, dass auf der Strukturebene drei „Spiele“ in Innovationsprozessen von herausragender Bedeutung sind: dem politischen Spiel, dem wirtschaftlichen Spiel und dem kulturellen Spiel. Diese sind jeweils mit konkreten Handlungen verbunden.