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Google - aber auch andere Firmen - speichern den Standort von Abermillionen von WLAN-Geräten für drahtlose Netzwerke in grossen Datenbanken. So ist etwa die Firma Skyhook Wireless, die sich mit Google in einem Rechtsstreit befindet, auf die Sammlung und Verwertung von WLAN-Standorten spezialisiert. Mit diesen Informationen kann man nämlich den Standort eines Smartphones aber auch eines Notebooks, auf dem beispielsweise Googles Browser Chrome läuft, feststellen. Weiss man, wo sich jemand befindet, so kann man wiederum standortabhängige Werbung verkaufen.
Offenbar lässt sich ein mobiles Gerät leichter mit solchen WiFi-Datenbanken lokalisieren, als wenn der Internet-Riese GPS-Daten oder die Informationen der Mobilfunkanbieter benützen würde. "Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig die WiFi-Lokalisierungs-Datenbank für unsere Android- und Mobile-Strategie ist", schreibt Steve Lee, der für Googles Lokalisierungs-Business verantwortlich ist, an seinen Chef Larry Page in einem E-Mail. Das E-Mail wurde im Rahmen des Prozesses zwischen Skyhook und Google bekannt. Skyhook hat gegen Google geklagt, weil der Suchmaschinenriese den Kläger angeblich mit unfairen Methoden aus einem Deal mit Motorola gedrängt hat und zudem noch Patentrechte verletze.
Seitdem Googles Street-View-Fahrzeuge keine Daten über drahtlose Netzwerke
mehr sammeln, machen dies nun offenbar Smartphones mit Googles Open-Source-Betriebssystem Android sowie PCs und Notebooks mit Googles Browser Chrome. Google betont, dass man diese Funktion aber erlauben müsse ("opt-in-Prozess").
In dem genannten E-Mail, das vor einem Jahr gesendet worden ist, schreibt Lee, Google habe Lokalisierungsdaten von 300 Millionen drahtlosen Netzwerken und könne mit diesen Infos eine mobiles Gerät auf 30 Meter genau lokalisieren. (hc)
(Quellen für diese Story: Viele US-Medien schreiben über das Mail und Googles Sammlung von Lokalisierungsdaten. Wir liessen uns vom 'Wall Street Journal', von den 'San Jose Mercury News' und von 'PC World' helfen.)