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Basel, um 1865
Hersteller: Valentin Sauerbrey (1804-1881)
Stahl, graviert, gebläut, Holz, Messing, Textil, Papier, Bein
L. 24,4 cm (des Revolvers); Kaliber 9,4 mm
Gewicht 814,1 g (des Revolvers)
Gewicht 2703,2 g (Gesamtgewicht)
L. 30 cm, B. 21,3 cm, H. 6,7 cm (des Kastens)
Inv. 2008.148.
Valentin Sauerbrey wurde im Jahre 1804 in Zella St. Blasii (heute Zella-Mehlis, Sachsen) geboren. Früh zeigten sich Sauerbreys Talente in der Mechanik. Er beherrschte aber auch die Technik des Gravierens und Eisenschneidens. Warum der herzoglich sachsen-coburg-gothaische Büchsenmacher, dem im Dienste seines Landesherrn, Herzog Ernst II., eine aussichtsreiche Laufbahn winkte, seine Heimat verliess und nach Basel zog, ist unbekannt. Sauerbrey traf hier im Sommer 1845 ein und wurde im Juli 1846 als Basler Zeugwart vereidigt. Da sein Jahresgehalt lediglich 400.- Franken betrug, hatte er sich vor dem Stellenantritt ausbedungen, das Büchsenmachergewerbe nebenbei noch privat ausüben zu dürfen.
In Basel kam es zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Chemiker Christian Friedrich Schönbein, der mit der Schiessbaumwolle gerade die erste rauchlose Munition entwickelte. Schönbein liess bei Sauerbrey ein Gewehr konstruieren. Das Schönbein-Gewehr und der verbesserte Nachbau des berühmten preussischen Zündnadelgewehrs nach System Dreyse begründeten Sauerbreys Ruhm. Er machte Bekanntschaft mit General Henri Dufour, Bundesrat Ulrich Ochsenbein und Zar Alexander II. Bei den eidgenössischen Ordonnanzwaffen war Sauerbrey wenig Erfolg beschieden, obwohl er an internationalen Ausstellungen und Wettbewerben regelmässig hohe Auszeichnungen errang.
Wirtschaftlich erfolgreicher war er mit qualitätvollen Einzelanfertigungen wie dem tadellos erhaltenen Revolver mit Kasten und Zubehör. Auf der Innenseite des Kastendeckels zeigt das Firmenschild die stattliche Anzahl der zwischen 1851 und 1862 erhaltenen in- und ausländischen Auszeichnungen. Valentin Sauerbrey, der wohl beste Basler Büchsenmacher des 19. Jahrhunderts, verstarb am 26. Februar 1881 in Basel.