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Furka–Oberalp
|Kürzel||FO|
|Bahntyp||Gemischte Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1925-08-04|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die FO entstand 1925 aus der konkursiten Brig–Furka–Disentis-Bahn (BFD) und war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Pläne für eine Ost-West-Transversale von Graubünden ins Wallis bekamen nach 1900 und insbesondere mit der Eröffnung der Linie Ilanz–Disentis der Rhätischen Bahn (RhB) Auftrieb. 1915 konnte die BFD auf der Strecke Brig–Oberalp–Gletsch den Verkehr aufnehmen, doch der Kriegsausbruch und Kapitalmangel erzwangen danach einen Baustopp.
Das Transportgeschäft der BFD war Jahr für Jahr massiv defizitär. 1924 folgte der Bankrott. Nach gewaltigen Abschreibungen von fast 39 Mio. Franken formierte sich als Nachfolgegesellschaft 1925 die FO. 1926 schliesslich wurde die durchgehende Verbindung Brig–Disentis Tatsache. Zusammen mit der Visp–Zermatt-Bahn (VZ) und der Rhätischen Bahn (RhB) entstand damit ein touristisch hochattraktives Meterspurnetz, das von Zermatt bis nach Chur bzw. St. Moritz reichte (ab 1930 sogenannter «Glacier-Express»). Zudem wurde der Bahn militärische Bedeutung beigemessen. Knapp die Hälfte der FO-Strecke, 31.8 Kilometer, war mit Zahnstange ausgerüstet (System Abt). 1941 wurde die FO elektrifiziert (Wechselstrom). 1961 fusionierte sie mit der Schöllenenbahn (SchB), 2003 schliesslich erfolgte der Zusammenschluss mit der VZ zur Matterhorn–Gotthard-Bahn (MG). Die Daten der BFD ab 1915 sind im File der FO abgespeichert.
Finanziell sah es jedoch für die FO auch nach der Sanierung von 1925 nie gut aus. In den 1930er-Jahren fuhr sie durchwegs Betriebsdefizite ein und die Passivsaldi türmten sich auf, was 1941 zu einer neuerlichen Bereinigung der Bilanz zwang.
Die FO verkehrte lange nur in der Sommersaison (zirka vier Monate). Um sie wintersicher zu machen, bewilligten der Bund und die angrenzenden Kantone 1971 einen Kredit von 74 Mio. Franken zum Bau des Furkabasistunnels (15.4 Kilometer) zwischen Realp und Oberwald. Skandalträchtige Fehlplanungen – im Volksmund als «Furkaloch» bezeichnet – führten zu Endkosten von 318 Mio. Franken. Mit der Eröffnung des Basistunnels 1982 wurde die 18 Kilometer lange Bergstrecke Realp–Oberwald geschlossen (die 1985 gegründete «Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG» DFB bietet dort seit 1992 Fahrten mit historischen FO-Fahrzeugen an). Seit 1983 besteht durch den Furkabasistunnel ein Autoverlad
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: