Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03536.jsonl.gz/2744

Gasversorgung
und Arten von Gas

Von Bernhard Plüss
Gasversorgung und Arten von Gas
Installation und Vorschriften
Prüfen der ganzen Anlage
Im Caravan und Wohnmobil wird mit wenigen Ausnahmen zum Heizen und
Kochen Gas verwendet. Fachausdruck LPG (Liquid Petrol Gas), nicht zu
verwechseln mit Erd-, Auto- oder Biogas. Von wo kommt eigentlich das
Gas? Es ist ein "Abfallprodukt" des Rohöls d.h. bei der Gewinnung
von Benzin und Diesel fallen verschiedene "Abfallprodukte" an, unter
anderem LPG, das dann in weiteren chemischen Prozessen aufbereitet
wird.
Das gewonnene und raffinierte Gas wird dann unter Druck 8.7 Bar für
Propan, und 2.1 Bar für Butan in verflüssigter Form in Flaschen zu
5/10.5/33 kg abgefüllt und gelagert.
Hauptsächlich gibt es zwei verschiedene Gassorten, das eine ist
"Butan", das andere "Propan". Wie unterscheiden sich nun diese zwei
Gassorten und welche Vor- und Nachteile haben beide Energieträger?
"Butan" hat einen tieferen Wärmeenergiewert, die Flammtemperatur
beträgt 1'895 °Celsius. "Butan" ist billiger als Propan, hat aber
bedingt durch die Verdampfungstemperatur (- 0.5 ° Celsius) einen
begrenzten Einsatzbereich. Das heisst, sind die
Umgebungstemperaturen der Flasche unter 0 °Celsius kann das unter
Druck stehende Gas nicht mehr verdampfen. Der Prozess von flüssig in
gasförmig findet nicht mehr statt. Somit ist klar, dass für
Wintercamping "Butan" Gas nicht verwendet werden sollte.
Hinzu kommt, dass das Gas von der Flasche gasförmig im Druckregler
durch die Regeleinheit in der Geschwindigkeit beschleunigt wird und
dort bei hoher Gasentnahme gefriert, d.h. es kann kein Gas mehr
entnommen werden.
Dieses Phänomen gilt übrigens für alle gasförmigen Medien oder
Gemische, man nennt diesen Effekt Venturi-Prinzip.
Wer Butan verwendet, sollte in jedem Fall einen Regler mit Eis Ex
(Heizpatrone am Regler) montieren. Dieser verhindert das Gefrieren
des Druckreglers.
"Propan" hat einen höheren Wärmeenergiewert als Butan, nämlich 1925
°Celsius Flammtemperatur. "Propan" ist im Vergleich mit "Butan"
teurer, hat aber eine wesentlich tiefere Verdampfungstemperatur (-
42.1 °Celsius) also für Wintercamping absolut geeignet.
Ein Eis Ex ist hier nur in absoluten Einzelfällen notwendig d.h. ab
Aussentemperaturen unter minus 28 °Celsius. Obwohl Propan eine
Verdampfungstemperatur von minus 43 °Celsius hat, kommt der
Venturi-Effekt auch hier dazu, der in Betracht gezogen werden muss.
Bei der Planung einer Gasanlage im Wohnmobil sind wichtige
sicherheits- und betriebsrelevante Punkte unbedingt zu beachten:
1.
Das Aufstellen der Gasflaschen muss in einem gegen den Innenraum
geschlossenen, luftdichten Kasten erfolgen. Der Gaskasten muss am
tiefsten Punkt eine Öffnung von mindestens 100 cm2 ins Freie
aufweisen. Da Gas zweimal schwerer ist als Luft kann eventuell
austretendes Gas durch diese Öffnung ins Freie strömen.
Im Gas-Flaschenkasten dürfen sich keine elektrischen Geräte wie
Relais/Steuergeräte/ Batterie-Ladegeräte/lose Kabelverbindungen usw.
befinden. Ausser zugelassene elektrische Geräte wie
Umschaltautomatik mit elektrischem Drucksensor, elektrische
Gasventile und Eis Ex. Sollten die Kabel der genannten Geräte in der
Länge nicht ausreichen, so dürfen sie nur ausserhalb des
Gasflaschenkastens verlängert werden.
2.
Die Flaschen dürfen immer nur stehend in Betrieb genommen werden,
niemals liegend, da sonst Gas in flüssigem Zustand zu den
Verbrauchern gelangen kann und dies führt zu schlimmen Unfällen.
Gasflaschen, übrigens auch Gastanks werden beim Befüllen nur mit 80
% des Gesamtvolumens befüllt. Dies muss zwingend so sein, da sonst
die gasförmige Zone fehlt. Bei Gasflaschen wird die Füllung nach dem
Gewicht ermittelt, deshalb dürfen Gasflaschen nie an Gastankstellen
befüllt werden, Ausnahme Gastankflaschen.
Gastankflaschen und Gastanks haben ein eingebautes Füllstoppventil,
das die Gasfüllung automatisch auf 80 % des Gesamtvolumens
beschränkt.
3.
Es dürfen maximal zwei Gasflaschen in einem Gaskasten aufgestellt
werden. Beide Flaschen müssen vor Verrutschen oder Umfallen
gesichert werden. (Spanngurt oder mechanische Verriegelung).
Alternativ zu Gasflaschen sind auch fest eingebaute Gastanks
möglich, welche in verschiedenen Grössen erhältlich sind. Vorteil
von Gastanks sind ganz klar die Kosten. Die Befüllung ist wesentlich
Kostengünstiger als bei Gasflaschen. Grund für die höheren
Befüllungskosten bei Gasflaschen ist das Logistikproblem.
Gasbehälter sind alle 10 Jahre prüfpflichtig, dies wird mit dem
höheren Preis pro kg Gas erkauft.
Beim Gastank in Fahrzeugen ist der Betreiber selber verantwortlich,
dass sein Gasbehälter nach 10 Jahren von einer anerkannten Stelle
geprüft wird.
Die Sichtbarkeit der Prüfung erfolgt mit einem eingeschlagenen
Stempel am Tank und das dazugehörige Protokoll mit dem
wiederkehrenden Prüfdatum. Wird die Prüfung unterlassen, darf
erstens der Gasprüfer keine Gasprüfung durchführen und zweitens wird
das Fahrzeug bei der Vorführung des Fahrzeuges auf dem
Strassenverkehrsamt (Deutschland TÜV) nicht mehr zugelassen. Die
genannten Papiere müssen von einer beglaubigten Stelle ausgefüllt
sein. In der Schweiz werden nur Prüfungen akzeptiert, die durch das
SVTI (Schweizerischer Verein für technische Inspektionen)
durchgeführt wurden. Dies gilt auch für neu gekaufte Gastanks,
obschon viele Verkaufstellen das Gegenteil behaupten. Die EU-Prüfung
gilt in der Schweiz leider nicht.
Ältere Fahrzeuge verfügen noch über den Gasdruck von 50 mbar, neuere
Fahrzeuge oder Neuinstallationen sind ausschliesslich in 30 mbar
ausgeführt. Also kommen für Neuinstallationen nur 30 mbar
Reglereinheiten in Frage. Der Flaschenaufstellraum muss so ausgelegt
sein, dass der auch die Druckregeleinheiten aufnehmen kann. Bei fest
am Fahrzeug montierten Druckregler Einheiten z. B. Truma Duo Control
muss die Verbindung Flasche - Druckregler mit einem
Hochdruckschlauch erfolgen. Ein wesentlicher Vorteil ist,
dass beim Flaschenwechsel in fremden Ländern mit unterschiedlichen
Gewinden nur die Schläuche gewechselt werden müssen. Kann bei
grösseren Reisen hilfreich sein, da man nicht Reserveflaschen
mitführen muss, (siehe unter www.truma.com) sondern nur die
passenden Schläuche.
Bei der Auswahl der Druckreglereinheit muss man sich erst im Klaren
sein, ob eventuell Gasgeräte während der Fahrt (z.B. Heizung)
betrieben werden sollen.
Ist dies der Fall muss auf die Truma Mono- oder Duo-Control CS mit
Crash-Sensor (Mono-Control für Einflaschen-Anlagen, Duo-Control für
Zweiflaschen-Anlagen mit automatischem Umschalten von der leeren auf
die volle Flasche) zurückgegriffen werden.
Bild 01 Druckregler Einheit Mono Control CS
Diese Anlagen erlauben den Betrieb eines Gasverbrauchers während der
Fahrt. Bei nicht zugelassenen Anlagen müssen in einigen Ländern
Europas die Gasflaschen während der Fahrt geschlossen werden. Für
die Kontrollorgane ist vom Gasprüfer ein gut sichtbarer Kleber im
Gasflaschenkasten anzubringen, der besagt ob die Flaschenventile
geschlossen sein müssen oder offen bleiben dürfen. (Norm SN-EN
1949).
Die oben genannten Reglereinheiten von Truma sind auch in 50 mbar
Ausführung erhältlich, so dass alte Fahrzeuge vom Fachmann auch auf
den neuesten Stand umgerüstet werden können. Bedingt eine Änderung
der Gasprüfungspapiere mit Nachtrag der verbauten Teile und eine
anschliessende Prüfung der Anlage.
Bei neu zu installierenden Systemen sind unbedingt oben genannte
Regler zu verwenden, da vermutlich in nächster Zeit eine
Umrüstvorschrift bei anstehender Gasprüfung erlassen wird.
Die Truma Mono- und Duo Control CS sind nur vom Fachmann einzubauen,
also auf dem Markt für den Privatmann nicht erhältlich.
Kommen wir nun zum Anschluss der Gasgeräte. Jeder Verbraucher ist
durch ein Gasschnellschlussventil abzusichern, d.h. es sind
Ventilblöcke vorzusehen, die es als 2/3/4er Block im Handel gibt.
Dieser Ventilblock sollte an gut zugänglicher Stelle montiert sein,
so dass in einem Notfall schnell die Gaszufuhr unterbrochen werden
kann.
Bild 02 Dreier-Schnellschlussventil Block
Vom Ventilblock weg dürfen nur feste Leitungen (Rohre) zu den
festmontierten Gasverbrauchern verlegt werden. Es dürfen also nie
festinstallierte Geräte mit einem flexiblen Schlauch an die
Gasanlage angeschlossen werden. Nur ortsveränderliche Gasgeräte
(Grill/Kocher usw.) dürfen im Aussenbereich mit flexiblen Schläuchen
ausgerüstet werden. Jedoch muss gemäss neuer SN-EN Vorschriften eine
Schlauchbruchsicherung am Ausgang der Gassteckdose angebracht sein,
so dass beim Abreissen des Schlauches kein Gas mehr austreten kann.
Bild 03 Schlauchbruchsicherung Fabrikat GOK.
Die Auswahl des Materials ist beschränkt, d.h. es dürfen Stahlrohre
oder Kupferrohre in der Dimension 6 x 8 oder 8x10 mm verwendet
werden. Bei Verwendung von Kupferrohren muss an jeder Verschraubung
eine Stützhülse eingesetzt werden. Dies ist notwendig, weil bei der
Schneidring-Verschraubung das Kupferrohr um den Druckring herum
flieht d.h. nach einigen Tagen ist die zuvor geglaubte dichte
Verschraubung undicht und es kann Gas ausströmen. Kupferrohre sind
wesentlich einfacher zu biegen und zu verlegen als Stahlrohre. Diese
sollten jedoch nicht von Hand gebogen werden, sondern mit den im
Handel erhältlichen Biegewerkzeugen. Es sollte darauf geachtet
werden, dass die Gasleitung möglichst an einem Stück verbaut wird,
so dass möglichst wenige Verbindungsverschraubungen verbaut werden
müssen.
Es dürfen nur Verschraubungen mit konischen Schneidringen in
Ausführung L-8 oder L-10 verwendet werden.
Bild 04 Gasverschraubungen L-8 mit Stützhülse für CU -Rohr
Es sollte auch darauf geachtet werden, dass Verschraubungen immer
zugänglich sind. Sollte bei einer Dichtheitskontrolle eine lecke
Verschraubung zum Vorschein kommen, die nicht zugänglich ist, werden
grössere Arbeiten notwendig. Diese sind dann bald sehr teuer.
Die Rohre müssen mit geeigneten Briden vor Vibrationen geschützt,
und fest montiert werden. Besonders im Umkreis von Verschraubungen
sollte darauf geachtet werden, dass die Rohre fest montiert sind.
Die Dimensionierung der Rohre sollte zwingend von einem Fachmann
bestimmt werden. Dies geschieht nach der Mengen- und
Druckverlustberechnung anhand der Angaben des Gasverbrauchers. Ist
z.B. eine Truma C 6000 Heizung weit vom Gasverteiler montiert, so
muss diese mit einem Rohr mit 8 x 10 mm angeschlossen werden,
ansonsten Störungen im Heizbetrieb auftreten (Gasverbrauch pro Std.
ca. 500 g).
Im Gegensatz kann ein Absorber-Kühlschrank problemlos über eine
längre Distanz mit einer 6 x 8 mm Leitung störungsfrei versorgt
werden, da der Gasverbrauch nur ca. 15 g/h beträgt.
Beim Anschluss der festeingebauten Gas Geräte
(Kühlschrank/Kocher/Backofen/ Gasboiler usw.) muss immer auf die
Reparaturfreundlichkeit geachtet werden, d.h. sollte einmal ein
Ausbau des Gerätes nötig werden, so müssen Anschlussverschraubungen
gut zugänglich sein. Insbesondere ist darauf zu achten, dass man mit
einem Gabelschlüssel oder mit offenem Ringschlüssel (Verschraubung 6
x 8, Schlüsselweite 14/17 Verschraubung, 8 x 10 Schlüsselweite
17/19) gut lösen kann.
Es empfiehlt sich bei Neuinstallationen oder Reparaturen die Gewinde
der Verschraubungen mit ganz wenig Fett (Achtung nur spezielles
gastaugliches Fett z.B. Truma Fett verwenden) zu bestreichen; dies
gewährt immer lösbare Verschraubungen.
Beim Einbau der Gasgeräte sind unbedingt die in der Montageanleitung
genannten Vorsichtsmassnahmen und Abstände zu brennbaren Teilen
einzuhalten. Insbesondere betreffend Kamine und der dazugehörigen Rohre müssen
die angegebenen Längen und Radien beachtet werden.
Bei Kaminen dürfen nur Rohre aus mindesten V2 A verwendet werden,
die Aussenschutzrohre (Rohr in Rohrprinzip) dürfen bei Gasbrennern
aus Aluminium bestehen.
Bei atmosphärischen Brennern, die die Verbrennungsluft dem Innenraum
entziehen (offener Kocher oder Durchlauferhitzer usw.) ist unbedingt
auf genügende Sauerstoffzufuhr von aussen zu achten. Also zum Kochen
immer ein Fenster oder Dachluke öffnen. (Mindestöffnung gemäss SN-EN
1949 100 cm2).
Bei Geräten mit Aussenkamin ist darauf zu achten, dass diese sich
nicht im Bereich von zu öffnenden Fenstern befinden, ansonsten die
Abgase wieder ins Innere dringen können. Kann dies nicht umgangen
werden, muss am Fenster ein Kontakt angebracht werden, der beim
Öffnen dem Gasgerät z.B. Boiler die Betriebsspannung unterbricht.
Hierzu eignet sich der Einbausatz von TRUMA mit Red Kontakt und ist
steckerfertig für verschiedene Gasgeräte verwendbar.
Sind alle Geräte gasseitig angeschlossen, muss die ganze
Installation auf Dichtigkeit geprüft werden. Dies geschieht mit
einer speziellen Druckpumpe mit Manometer und Druckreduzierventil.
Gemäss SN-EN 1949 muss der Prüfdruck mindestens 1,2-mal höher sein
als der Betriebsdruck aber mindestens 100 mbar. Der maximal
zulässige Prüfdruck beträgt 150 mbar. Generell prüft man alle
Anlagen mit 150 mbar und zwar in folgendem Zeitzyklus. Man öffnet
alle Gasschnellschlussventile und versichert sich, dass die
angeschlossenen Gasgeräteventile geschlossen sind. Nun setzt man die
zu prüfende Anlage unter Druck bis man die 150 mbar erreicht hat,
mehr lässt das Druckreduzierventil nicht zu. In den ersten 5 Minuten
beobachtet man den Druck. Bleibt er beständig, so lässt man die
Anlage weitere 5 Minuten unter dem Prüfdruck von 150 mbar. Nach 10
Minuten darf der Druckverlust nicht mehr als 10 mbar abweichen, so
ist man sicher, dass die Anlage dicht ist. Sollte ein Druckverlust
vorhanden sein, so müssen alle Schnellschlussventile geschlossen
werden. Man setzt die Anlage erneut unter Druck und beobachtet, ob
noch ein Druckverlust vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall so
öffnet man ein Schnellschlussventil nach dem andern und beobachtet
das Manometer bis ein Druckabfall sichtbar wird. So kann man
Leckagen schneller finden. Nun müssen alle Verschraubungen der
lecken Leitung mit Lecksuchspray oder Seifenwasser eingespritzt
werden um die Leckage so zu finden und zu dichten.
Anschliessend muss noch einmal die ganze Anlage mit allen geöffneten
Schnellschlussventilen unter Druck geprüft werden. Ist die Anlage
dicht so wird mit einer angeschlossenen Gasflasche zur
Brennkontrolle übergegangen. Es müssen alle Flammbilder der
Gasverbraucher schön blau erscheinen. Brennt die Flamme orange/rot
ist ein Gasüberschuss oder Sauerstoffmangel vorhanden. Dies kann von
einem falschen Betriebsdruck her führen z.B. das Gerät ist für 30
mbar ausgelegt und der Anlagedruck beträgt 50 mbar.
Dies kann bei Austausch von Gasgeräten der neueren Generation
geschehen, da viele Gasgeräte nur noch in 30 mbar erhältlich sind.
Hier muss in der Gasgerätezuleitung ein so genannter Vordruckregler
eingebaut werden, der den Druck von 50 auf 30 mbar herunter regelt.
Bild 05 Vordruckregler 50-30 mbar Fabrikat GOK
Diese Regler dürfen auch im Innenraum in die Leitung eingebaut
werden. Natürlich und das ist sehr wichtig muss nach Arbeiten an
Gasleitungen immer wieder die Dichtigkeit geprüft werden.
Als letzter Schritt ist noch bei offenen Flammen
(Gaskocher/Durchlauferhitzer/S-Heizungen) die Flammschutzkontrolle
durchzuführen. Dies geschieht indem man den Gasverbraucher
ausschaltet. Spätestens 30 Sekunden später muss ein deutlich
hörbares Klacken eines Ventils hörbar sein. Dieser Flammschutz dient
der Sicherheit bei windigen Situationen. wo eine Gasflamme schon mal
erlöschen kann, damit kein weiterer Gasaustritt möglich ist.
Der Flammschutz funktioniert thermoelektrisch d.h. durch Erwärmung
des Glühstifts wird eine kleine elektrische Spannung (300 bis 650
mV) erzeugt, die das Ventil bei bestehender Gasflamme offen hält.
Erlischt die Flamme, aus welchen Gründen auch immer, kühlt der
Glühstift ab. Die elektrische Spannung ist weg und das Ventil
schliesst.
Bild 06 Flammkontrollstift
Diese Flammkontrolle wird bei allen Geräten genutzt, die keine
externe Stromversorgung benötigen. Bei allen anderen Gasgeräten mit
elektrischer Fremdenergie werden die Flammen elektronisch vom
Steuergerät überwacht. Dort ist auch das Schliessen des Gasventils
hörbar (C-Heizungen/E-Heizungen/Boiler usw.).
Der Gasprüfzyklus ist alle 5 Jahre fällig, d.h. nach der ersten
Inbetriebnahme und Prüfung muss nach 5 Jahren wieder eine Gasprüfung
durchgeführt werden. Alle 5 Jahre ist der flexible Schlauch zwischen
Flasche und Regler zu ersetzen. Der Druckregler ist mit dem
Regler-Prüfgerät zu prüfen und kann weitere 5 Jahre verwendet
werden. Nach 10 Betriebsjahren ist auch der Druckregler zu ersetzen,
da sich im Innern eine Gummimebrane befindet, die der Alterung
ausgesetzt ist.
Grundsätzlich gilt festzuhalten, dass Arbeiten an Gasanlagen nur vom
ausgebildeten und prüfungspflichtigen Fachmann ausgeführt werden
dürfen. Wenn Installationen im Gasbereich vom Nichtfachmann
durchgeführt werden, sollten anschliessend die Arbeiten von einem
Fachbetrieb mit Zertifikat kontrolliert werden. (Richtlinien CH,
EKAS 1942 Flüssiggas, Teil 2, 2.4)
Verfasser : PWE Plüss Wohnmobilelektronik
Plüss Bernhard
Dipl. Fahrzeugelektriker/Elektroniker/Diagnostiker
Gummweg 112
CH-3612 Steffisburg
Mail: <email-pii>