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Die Schweiz hat am 25. April 2022 die Ratifikationsurkunden des internationalen Arbeitsübereinkommens von 1990 über Sicherheit bei der Verwendung chemischer Stoffe bei der Arbeit sowie des internationalen Arbeitsübereinkommens von 1993 über die Verhütung von industriellen Störfällen bei der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) deponiert. Die beiden Übereinkommen schaffen die Rahmenbedingungen, um sich weltweit kohärenter und solidarischer auf dem Gebiet der Arbeitsbedingungen und der Verwendung chemischer Stoffe zu engagieren.
Im Brennpunkt
Wirtschaft und Menschenrechte: Covid-19
Die Pandemie hat nicht nur bedeutende gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche Folgen. Vielen Menschen, in der Schweiz und auf der ganzen Welt, droht deshalb der Stellenverlust. Den Unternehmen kommt bei der Bekämpfung von Covid-19 eine wichtige Rolle zu. Sie können die Bemühungen zur Eindämmung des Virus unterstützen, indem sie Schutzkonzepte anwenden und dafür sorgen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.
Der Bund hat ein Handbuch herausgegeben, das den Unternehmen bei der Erarbeitung von Massnahmen behilflich sein soll, mit denen sie ihre Mitarbeitenden vor einer Ansteckung schützen und den Betrieb im Pandemiefall aufrechterhalten können. Das Handbuch richtet sich an Branchenverbände und Unternehmen und enthält verschiedene Schutzkonzepte (Standard- und betriebsspezifische Schutzkonzepte):
Die IAO veröffentlicht zahlreiche Informationen zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die Arbeitswelt (in französischer oder englischer Sprache): Le COVID-19 et le monde du travail
Neue Broschüre «Menschenhandel zwecks Arbeitsausbeutung»
Die Schweiz bekämpft den Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft, der darin besteht, Personen anzuwerben oder mit Menschen zu handeln, um sie für bestimmte Arbeiten auszubeuten. Das SECO setzt sich mit einer Informationskampagne und einer Broschüre dafür ein, die Arbeitsinspektoren für dieses Thema zu sensibilisieren. Die Broschüre stellt praktische Instrumente zur Verfügung, darunter auch Indikatoren für die Identifizierung potenzieller Opfer.
Sorgfaltsprüfungsverfahren für Schweizer KMU im Bereich der Menschenrechte: neue Broschüre
Welchen Nutzen kann ein Unternehmen daraus ziehen, wenn es die Menschenrechte achtet? Wie kann ein Unternehmen sicherstellen, dass es seine Geschäfte verantwortungsbewusst führt? Das SECO und das EDA veröffentlichen eine Broschüre über die menschenrechtliche Verantwortung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Diese Broschüre gibt Schweizer KMU einen praktischen Überblick über die Chancen und Herausforderungen der verantwortlichen Unternehmensführung. Sie enthält internationale und nationale Leitlinien zu diesem Thema. Sie schlägt auch konkrete Ansätze zur Integration von Menschenrechtsfragen in die Unternehmensführung vor. Die Broschüre gibt einen Überblick über die notwendigen Schritte zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung. Es richtet sich speziell an KMU und bietet nützliche und spezifische Informationen für die Risikobewertung von Menschenrechten.
UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
Der UNO-Menschenrechtsrat verabschiedete die UNO-Leitprinzipien im Juni 2011. Sie gründen auf der Wahrnehmung, dass die Tätigkeiten von Unternehmen auch nachteilige menschenrechtliche Auswirkungen hervorrufen können.
Die UNO-Leitprinzipien sind ein wichtiger Schritt, um Lücken in der guten Regierungsführung (Governance Gaps) zu schliessen. Sie definieren den internationalen politischen Rahmen betreffend der staatlichen Schutzpflicht und der Verantwortung der Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte. Die UNO-Leitprinzipien beruhen auf drei Säulen: