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Der Graue Star (Katarakt) ist in den Entwicklungsländern die häufigste Ursache der Erblindung. Es handelt sich um eine Trübung der natürlichen Augenlinse. Die allmähliche Verschlechterung des Sehvermögens ist ein natürlicher Alterungsprozess. Die einzige effektive Behandlung besteht im weltweit am häufigsten praktizierten chirurgischen Eingriff, nämlich in der Operation des Grauen Stars.
Gespräch mit Frau Dr. Audrey Navarro, Chefärztin der Abteilung Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie des Spitals Martinach :
Was ist der Graue Star?
Der Graue Star ist eine natürliche Trübung der Linse, die man auch Lens crystallina nennt. Sie bricht das Licht, um auf der Netzhaut ein scharfes Bild zu projizieren. Die Netzhaut befindet sich ganz hinten im Auge und sammelt die Lichtreize.
Bei der Geburt ist die Linse vollkommen transparent. Mit fortschreitendem Alter wird sie allmählich trüb. Im Gegensatz zur Haut, die ihre alten Zellen abstösst, lagert die Augenlinse diese Zellen ein, so dass die Linse immer weniger Licht durchlässt. Das Bild erscheint dann verschwommen.
Welche Symptome treten auf?
- Verschlechterung der Sehfähigkeit, die im Allgemeinen schrittweise erfolgt (das häufigste Symptom)
- Schlechtere Wahrnehmung von Kontrasten
- Verblassen der Farben
- Blendung
- Monokulare Diplopie, also das Wahrnehmen von Doppelbildern
Welches sind die Ursachen und Risikofaktoren?
- Das Alter
- Eine Augenverletzung
- Ein chirurgischer Augeneingriff
- Diabetes
- Sehschwäche: wenn man bei der Geburt auf einem Auge weniger gut sieht als auf dem anderen
- Angeborene Ursachen (ab Geburt)
- Einnahme von Kortikoiden
- Wiederholte Augenentzündungen
Ist es möglich, einem Grauen Star vorzubeugen?
Der Graue Star ist keine Störung, die man verhindern kann. Allerdings kann man die Risiken reduzieren, indem man seine Augen vor Schädigungen schützt: zum Beispiel, indem man Augenverletzungen wie einen Schlag auf die Augen (durch einen Ball, einen Faustschlag, usw.) vermeidet oder ab der Kindheit eine Sonnenbrille trägt.
Welche Behandlungen gibt es?
Die Chirurgie ist die einzige mögliche medizinische Behandlung. Innerhalb des Spital Wallis wird diese Behandlung im Spital Martinach ambulant durchgeführt. Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie (nur durch Augentropfen). Er ist nicht schmerzhaft und dauert rund 10 bis 15 Minuten pro Auge. Die beiden Augen werden nicht gleichzeitig behandelt. Das zweite Auge wird rund eine bis zwei Wochen nach dem ersten operiert.
Der Eingriff erfolgt mit dem Verfahren der Phakoemulsifikation und dem Einsetzen einer künstlichen Linse. Die natürliche Linse wird mit Ultraschall zertrümmert. Die Fragmente werden abgesaugt und die natürliche Linse wird durch ein vollkommen transparentes und an die Sehschärfe des Patienten angepasstes Implantat ersetzt. Die eingesetzte Linse bleibt lebenslang erhalten. Das Implantat wird nicht abgenutzt und auch nicht abgestossen.
Worauf muss man nach der Operation des Grauen Stars achten?
DerAugapfel ist das ganze Leben lang vor der Aussenwelt geschützt und abgeschlossen. Beim chirurgischen Eingriff wird er geöffnet.
Im Allgemeinen geht es dem Patienten bereits am Tag nach der Operation wieder gut. Er verspürt keine Schmerzen und es tritt auch keine Augenrötung auf. Die Vernarbung benötigt allerdings eine gewisse Zeit. Deshalb muss die operierte Person wissen, dass das Auge einige Zeit nach der Operation noch nicht vollständig verheilt ist und während rund 2 Wochen eine gewisse Anfälligkeit besteht. Während dieser Zeit muss darauf geachtet werden, dass über den durchgeführten Schnitt nichts ins Auge eindringt. Dazu wird Folgendes empfohlen:
- Sich nicht die Augen reiben und beim Schlafen einen Augenschutz tragen
- Nicht baden
- Die Augen vor Sonne, Staub, usw. schützen
«Ich wünsche einen Termin. Wen kann ich kontaktieren?»
Die Ophthalmologie-Abteilung für das französischsprachige Wallis befindet sich in Martinach. Ein Termin für eine Sprechstunde kann über das Sekretariat der Ophthalmologie unter +41(0)27 603 96 96 oder über die E-Mail-Adresse <email-pii> vereinbart werden.
Im Oberwallis werden die Patienten bei niedergelassenen Augenärzten behandelt, welche zum Teil am Spital Brig Operationen durchführen. Bei Notfällen die das Auge betreffen kann man sich an die Notfallstationen in Visp oder Brig wenden. Mehr Infos: Ophthalmologie
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