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Die Volkskrankheit Adipositas Ursachen und Behandlung
Zum Vergleich: als quasi "normal" übergewichtig gelten Personen, deren BMI bei oder über 25 liegt, und als normalgewichtig Menschen mit einem BMI zwischen 20 und 25. Eine Studie der SGB (Schweizer Gesundheitsbefragung) aus dem Jahr 2007 hat ergeben, dass Männer statisch gesehen häufiger übergewichtig sind. Bei Frauen scheint das Bildungsniveau einen signifikanten Einfluss auf das Gewicht zu haben: Je niedriger das Bildungsniveau, desto höher ist die Anzahl der Frauen, die übergewichtig sind.
Diese Studie hat zudem gezeigt, dass vor allem Personen, die ein eher niedriges Einkommen haben, von Übergewicht betroffen sind. Einer anderen Studie zufolge waren 2001 1,8 Millionen Menschen in der Schweiz übergewichtig und 500.000 adipös. Betrachtet man diese Zahlen im Verhältnis zu den Bevölkerungszahlen, bedeutet das, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung adipös oder übergewichtig ist.
Ursachen der Adipositas
Eine der Fragen, die Forscher, die in diesen Bereichen tätig sind, mit am meisten beschäftigt, ist die nach den möglichen Ursachen von Adipositas. Liegt es "einfach" an denen Genen, ob jemand übergewichtig wird oder nicht? Oder hat womöglich die Erziehung oder die psychische Gesundheit einen entscheidenden Einfluss darauf, ob jemand adipös wird oder nicht?
Generell neigen Wissenschaftler dazu, von einer multifaktoriellen Wirkungsweise auszugehen. Das bedeutet, dass sowohl die genetischen Anlagen wie auch die Umwelteinflüsse, die einer Person ausgesetzt ist, entscheidend dafür sein können, ob jemand adipös wird oder nicht. Angemerkt werden sollte dabei, dass diese beiden Faktoren sich quasi in einem Wechselspiel befinden: Bringt jemand ungünstige genetische Anlagen mit, kann es sein, dass diese, wenn die Umweltbedingungen einer Person günstig sind, so schnell oder gar nie Oberhand gewinnen können.
Sind dabei die genetischen Anlagen und die Umweltbedingungen eher ungünstig, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die genetische Anlage für eine mögliche Fettleibigkeit "durchsetzt". Die Frage, welches Gen denn nun das "böse Gen" ist, dass so viele Menschen mit dieser Krankheit bedenkt, ist nicht einfach zu beantworten.
Eine Untersuchung an Mäusen hat gezeigt, dass der Einfluss des Gens SNP auf das Gen FTO den Energieverbrauch eines Wesens beeinflussen kann. Ausser Acht gelassen werden sollte bei dieser Diskussion jedoch nicht der Aspekt, dass grundsätzlich eine zu hohe Energiezufuhr und ein zu geringer Energieverbrauch eine Adipositas begünstigen.
Eine Ursache dafür, weshalb jemand zu viel Nahrung zu sich nimmt und dabei nur wenig bis gar keinen Sport treibt, kann zudem auch psychisch begründet sein (Stichwort Essstörung).
Symptome und Diagnose
Eines der wohl offensichtlichsten Symptome einer Adipositas ist eine eher füllige Körperform. Es kann im Rahmen einer Adipositas zudem zu einem verstärkten Schwitzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und einer generellen Müdigkeit kommen. Zudem ist der Körper weniger belastbar und es kommt oft zu Gelenkbeschwerden, vor allem im Bereich der Knie.
Nicht vergessen werden dürfen natürlich die psychischen und sozialen Folgen einer Adipositas: Adipöse Menschen werden öfter ausgegrenzt und leiden nicht selten unter erheblichen Minderwertigkeitsgefühlen. Diagnostiziert wird eine Adipositas mithilfe der Berechnung des jeweiligen BMI. Ist dieser gleich oder grösser als 30, wird die Diagnose Adipositas vergeben.
Mögliche Behandlungen
Eine Behandlung einer Adipositas kann unter anderem dadurch erfolgen, dass der Betroffene versucht, sich gesunder zu ernähren und regelmässig zu bewegen. Da diese Methoden im Alleingang, vor allem langfristig gesehen, nicht immer von Erfolg gekrönt sind, könnte es hilfreich sein, den jeweils Betroffenen dabei im Rahmen einer Kur oder Therapie zu unterstützen.
Auch eine Patientenschuldung wäre ratsam. In dieser lernt der Patient, wie es zu der Erkrankung kommen konnte, wodurch sie momentan aufrechterhalten wird und wie man am besten gegen sie vorgehen kann. Liegt die Adipositas in einer Essstörung begründet, solle der Betroffene zudem eine Psychotherapie in Anspruch nehmen. Damit die Betroffenen langfristig dazu motiviert sind, sich gesünder zu ernähren und mehr zu bewegen, kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe ratsam sein.
Ideal wäre es natürlich, wenn der Betroffene einsieht, dass seine bisherige Lebensweise seiner Gesundheit eher hinderlich war. Denn dann dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene seine Einstellungen und seine Gewohnheiten ändert, mit am grössten sein. Schafft es jemand nicht, seine Ernährung auf Dauer umzustellen oder ist das Ausgangsgewicht viel zu hoch, können auch Methoden wie die einer Magenverkleinerung oder das Legen eines Magenbandes in Betracht gezogen werden.
Nach solch einem Eingriff ist das Volumen des Magens so verkleinert, dass der Betroffene nur sehr kleine Mengen an Nahrung zu sich nehmen kann, was dann dazu führt, dass der Betroffene an Gewicht verliert. Diese Eingriffe werden von den Krankenkassen jedoch nur in wenigen Fällen übernommen. Ergänzt werden sollten diese Eingriffe durch Sport, damit die Haut sich möglichst optimal wieder zurückbilden kann.