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Öffentliche Vortragsabende
Schutz gegen äussere Ereignisse
Schutz gegen Erdbeben
Den Gebäudestrukturen liegen bei Kernkraftwerken übliche und von den Kontrollbehörden geprüfte Sicherheitskriterien zugrunde. Auch die vom Standort abhängigen Situationen «Erdbeben» und «Flugzeugabsturz» sind in der Auslegung des Werks berücksichtigt.
Das stärkste Erdbeben in der Schweiz ereignete sich im Jahr 1356 mit einer Magnitude von ca. 6,6 auf der Richterskala. Eine Magnitude von 9, wie es sie in Japan 2011 gegeben hat, kann in der Schweiz nicht auftreten.
Erdbebensicherheit durch «Aktionsplan Fukushima»
Mit dem «Aktionsplan Fukushima» setzte das ENSI in den vergangenen zwei Jahren verschiedene Verbesserungsmassnahmen, abgleitet aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima, um. Darüber hinaus verlangte das ENSI nach dem Erdbeben in Fukushima den Nachweis, dass die Schweizer Kernkraftwerke einem 10’000-jährigen Erdbeben standhalten würden. Dieser Nachweis basierte auf Zwischenresultaten des «PEGASOS Refinement Projects PRP». Die eingereichten Erdbebennachweise wurden im Sommer 2012 vom ENSI akzeptiert. Die Schlussresultate liegen vor und wurden dem ENSI Ende 2013 eingereicht. Die Resultate zur Erdbebengefährdung werden nach erfolgter Prüfung durch das ENSI veröffentlicht.
Schutz gegen einen Flugzeugabsturz
Die äussere Gebäudehülle des Kernkraftwerk Leibstadt, insbesondere das Reaktorgebäude, würde bei einem Flugzeugabsturz leicht beschädigt. Sie bliebe aber auch beim Aufprall des Triebwerks eines grossen Verkehrsflugzeugs intakt und würde ihre Schutzfunktion weiterhin erfüllen. Eine 1:1-Nachbildung des aus mehreren armierten Betonschichten aufgebauten Mauerwerks des Reaktorgebäudes kann im Infozentrum besichtigt werden.
Aktuell arbeitet das KKL an einer Aktualisierung seiner Berechnungen, welche die neuesten technischen Entwicklungen und Dimensionen der Flugzeuge berücksichtigt. Die Erkenntnisse werden daraufhin dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) zur Überprüfung vorgelegt.
Schutz gegen Hochwasser
Der höchste anzunehmende Wasserstand des Rheins ist Bestandteil der Anlagenpläne. So wurde das Potenzial von Flutwellen für das Areal des KKL bereits in der Planungsphase berechnet und über die Jahre immer wieder neusten Erkenntnissen angepasst. Bewusst liegen alle Anlagen des KKL auf einer bestimmten Höhe über dem Rhein, dass selbst bei einer Flutwelle, die nur alle 10‘000 Jahre vorkommen sollte, noch genügend Reserven bestehen.
ENSI attestiert: Hochwasser in Leibstadt nicht möglich
In seiner Beurteilung vom September 2011 attestiert die nukleare Aufsichtsbehörde ENSI dem Kernkraftwerk Leibstadt einen ausgesprochen guten Hochwasserschutz mit folgendem Fazit:
«Das KKL hat den Nachweis der Beherrschung des 10’000-jährigen Hochwassers unter den vom ENSI gesetzten Rahmenbedingungen erbracht. Die bei diesem Überflutungs-Störfall resultierende Strahlendosis liegt auch bei Annahme konservativer Rahmenbedingungen deutlich unter dem für einen Störfall nach Strahlenschutzverordnung zulässigen Wert von 100 mSv für die Bevölkerung im Umfeld des Kraftwerks.»
Studie über extreme Wetterbedingungen im Gang
Aktuell arbeitet das KKL gemeinsam mit den Schweizer Kernkraftwerksbetreibern an einer Studie zur Beurteilung von Gefährdungen infolge extremer Wetterbedingungen in der Schweiz. Die Studie wird bis Mitte 2014 der nuklearen Aufsichtsbehörde ENSI eingereicht.
Die Betreiber müssen den Nachweis erbringen, dass ihre Anlagen ausreichend gegen 10’000-jährige Wetterereignisse geschützt sind. Dazu zählen insbesondere:
- extreme Winde
- Tornados
- Starkregen
- extreme Schneelasten
Bis Ende 2014 soll zusätzlich der Nachweis für extreme Luft- und Wassertemperaturen eingereicht werden. Das ENSI wird die Nachweise in der Folge prüfen und dazu Stellung nehmen.