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Ein Sprichwort besagt, dass Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Besserung sei. Das ist auch bei den eigenen Vorurteilen so.
Denke an irgendeine Gruppe wie z.B. an Migranten, Musliminnen, Fussballzuschauer, Behinderte, Frauen, Männer, Homosexuelle, dunkelhäutige oder alte Menschen. Hast du deine Gruppe gewählt, z.B. Muslime, dann vervollständige den Satz „Muslime sind…“ mit den Merkmalen, die du spontan und ohne lange nachzudenken mit Muslimen verbindest. Was herauskommt, sind vermutlich Vorurteile, nämlich Informationen, die du oft über diese Gruppe gehört hast und die nur in einzelnen Fällen korrekt sind.
Kennst du Menschen, die zu dieser Gruppe gehören? Stimmen diese Vorurteile für sie? Vielleicht in einigen Fällen - doch in vielen anderen nicht.
Wenn du über eine Gruppe viele Vorurteile hast, ist es möglich, in Begleitung von guten Kolleg(inn)en oder Erwachsenen Leute aus dieser Gruppe zu treffen. Das ist nicht so schwierig. Viele Menschen treffen sich aufgrund ihrer Interessen oder Merkmale in Vereinen, und diese findet man via Google rasch. Wenn du diese Menschen triffst, gibt dir diese Erfahrung die Möglichkeit, deine Meinung über die Mitglieder dieser Gruppe zu überprüfen und wenn nötig zu revidieren. Man wird damit um eine Erfahrung reicher, und man lernt spannende Personen kennen.
Hast du diese Erfahrung gemacht, sind die Vorurteile nicht einfach weg. Sie sind leiser geworden, aber sie beeinflussen immer noch, was du über andere Menschen denkst und wie du handelst. Vorurteile sind hartnäckig, und um sie abzuschwächen, muss man sie immer wieder überprüfen und in Frage stellen. Das ist eigentlich eine Lebensaufgabe, die nie endet.