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Über Tee
Wenn wir von Tee sprechen, dann sind immer die verarbeiteten Blätter der Camellia sinensis gemeint. Leider gilt im deutschen Sprachgebrauch der Begriff Tee für alle Arten von Aufgussgetränken was leicht zu Verwechslungen führen kann. In anderen Sprachen kennt man z.B. die Unterscheidung zum Kräutertee (tisane, infusion). Informationen zu anderen Aufgussgetränken finden Sie unter Kräuter / Andere.
Hintergründe zu einzelnen Themen rund um den Tee finden sie unter Blog&News.
Natürlich gibt es unter dem Begriff Camellia sinensis viele Varietäten, wie sich unter dem Begriff Traube div. Varietäten wie Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Merlot, Pinot Noir, Syrah und andere versammeln. Alle Varietäten gehören der Familie der Camellia sinensis an, der Teepflanze. Eine Übersicht der verschiedenen Unterarten der Teepflanze finden Sie unter Teepflanzenvarietäten.
Die Camellia sinensis entwickelt sich unbeeinflusst zu einem einige Meter hohen Baum, er braucht ein subtropisches Klima und kann sehr alt werden. Mehrhundertjährige Teebäume werden noch regelmässig abgeerntet und deren Blätter zu Tees sehr hoher Qualität verarbeitet. In der Provinz Yunnan sind über 1000jährige Teebäume bekannt und immer noch in Bearbeitung. Für den Teeanbau wird die Pflanze allerdings normalerweise auf die Grösse eines ungefähr einen Meter hohen Busches geschnitten. Gepflückt wird generell von Hand, mit einigen Ausnahmen (Japan, z.T. Taiwan, Grossplantagen). Mehr und mehr werden jedoch in China günstige Tees maschinell gepflückt, da die Pflückerinnen Jahr für Jahr mehr Lohn erhalten und sie immer weniger werden. Als Pflückregel für gute Tees gilt nach wie vor „two leaves and a bud“, das heisst die oberste Blattknospe und die darunterliegenden zwei Blätter, wobei es diverse Ausnahmen gibt.
Nach der Pflückung entstehen die unterschiedlichen Tees, die jeweilige Verarbeitung entscheidet über die Art des Tees. Die Teepflanze kann als Weisser, Gelber, Grüner, Oolong, Schwarzer oder Postfermentierter Tee verarbeitet werden. Weiterführende Informationen finden Sie unter Tee-Verarbeitungsarten. Aus der Camellia sinensis entstehen also die sechs oben genannten Teesorten, nicht mehr. Jeder Tee lässt sich auf eine dieser sechs Verarbeitungsarten zurückführen. Die unendliche Vielfalt im Teeangebot entsteht durch die verwendete Varietät der Teepflanze, geografische und klimatische Unterschiede, und natürlich durch den steuernden Einfluss der menschlichen Hand, der künstlerischen Handschrift des Teemeisters, der die Verarbeitung leitet. In der Terminologie des Weins gibt es diesen wunderbaren Begriff Terroir, der alle diese Einflüsse zusammenfassend umschreibt.
Da der Tee ein Rohprodukt ist, entstehen zusätzliche Unterschiede durch Sitten und Gebräuche, also kulturell unterschiedliche Teezubereitungen. So gibt es z.B. den berühmten Englischen Tee, obwohl in England kein Tee wächst (in Cornwall gibt es zwar einen Teegarten...), allenfalls werden spezifische Teemischungen für den Landesgeschmack und die vorhandene Wasserqualität hergestellt. Weiter gibt es den Indischen Tee, der in Indien angebaut und produziert wird wie Assam, Darjeeling oder Nilgiri. Dem gegenüber steht jener Tee, der nach Indischer Art zubereitet wird: Tschai (Chai), Gewürze mit Schwarzem Tee und Milch. Genau so verbirgt sich hinter dem Thé à la menthe aus Nordafrika kein blosser Minzentee, sondern eine jahrhundertealte Tradition des Teetrinkens, eine Verbindung zwischen China (und dessen Grüntee) und Nordafrika (und dessen Minze).