Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03318.jsonl.gz/1756

Bereits 1986 begann Abita, eine Craft-Brauerei in den USA, mit dem Brauen von handwerklichen Bieren. „Als wir begannen, wussten wir nicht, was wir auslösten. Im ersten Jahr produzierte die Brauerei nur 1.800 Hektoliter,“ erklärt David Blossman, Geschäftsführer bei Abita. 25 Jahre später, im Jubliäumsjahr 2011, setzte die Craft-Brauerei bereits 146.000 Hektoliter Bier und 10.000 Hektoliter Root-Beer ab. Im Jahr 2015 waren es schon über 177.000 Hektoliter Bier und 11.000 Hektoliter Root-Bier.
Vielfältige Biersorten
Insgesamt produziert Abita acht ganzjährig verfügbare Hauptmarken: Abita Amber, Golden, Light, Turbodog, Purple Haze, Jockamo I.P.A., Wrought Iron IPA und Restoration Pale Ale. Purple Haze beispielsweise ist ein Weizenbier, dem nach der Filtration frisches Himbeer-Pürree für fruchtigen Geschmack und Aroma zugesetzt wird. Jockamo I.P.A. bringt es auf 6,5 Volumenprozent Alkohol bei 52 Bittereinheiten.
Neben den acht Hauptsorten braut Abita weiterhin fünf saisonale Biere ein wie Bock, Red Ale, Weizen, Herbst-Fest, Weihnachts-Ale sowie vier Erntebiere mit frisch geernteten Zutaten aus dem Bundesstaat Louisiana wie Erdbeeren, Satsuma-Orangen oder Pecannüssen. Außerdem stellt die Brauerei Root-Beer her, ein alkoholfreies Getränk auf Basis von Yuka-Palmsaft, Vanille und Kräutern mit Zucker aus louisianischem Zuckerrohr – eine Reminiszenz an Softdrinks der 1940er und 1950er Jahre, bevor die Softdrink-Hersteller begannen, Maiszucker und Fruktose einzusetzen. Dazu kommen noch zehn sogenannte Big Beers, wie zum Beispiel Imperator mit Karamell und Schokolade.
In der Serie „Abita Select“ stellt Abita alle paar Monate einen neuen Biergeschmack vor, den es nur vom Fass in ausgesuchten Restaurants und Pubs gibt. Zu den Select-Bieren zählen böhmische Biere, englische Bitter, Kölsch, Alt, Gerstenbier, Honig-Roggen oder Rauchbier. Zu den 25. Jahresfeierlichkeiten braute Abita 2011 das Vanilla Double Dog ein – mit Karamell- und Schokoladenmalz sowie natürlichen Vanillebohnen. Ein anderes außergewöhnliches Select-Bier war sicher auch Imperial Louisiana Oyster Stout, mit dem Abita im vergangenen Jahr die Meeresfrüchte-Kultur von Louisiana würdigte. Das Bier wird mit verschiedenen intensiven Malzen und Haferflocken eingebraut sowie leicht mit Williamette-Hopfen gehopft. Als besondere Geschmacksnote werden frische louisianische Austern in der Würze mitgekocht, deren Salz dem Bier ein sehr intensives Aroma und Mundgefühl gibt.
Bierbrauen mit Steinecker Technologie
Beim Brauen selbst verlässt sich Abita auf Steinecker Technologie. Die Brauerei war im Jahr 2000 die erste außerhalb Europas, die das revolutionär neue Würzekochsystem Merlin nutzte, das die Kochzeit von 90 auf 35 Minuten und damit den Energieverbrauch um 70 Prozent reduziert. Ein Pfannendunstkondensator gewinnt zusätzlich Prozessdampf zurück. Das Vier-Gefäße-Sudhaus mit 120 Hektolitern Sud-Größe ermöglicht bei 4,5 Stunden Sud-Dauer eine Jahreskapazität von 150.000 Hektolitern. Durch eine Verkürzung der Sud-Zeit von 3,5 auf jetzt drei Stunden durch einen zusätzlichen Wärmetauscher und ein Vorlaufgefäß sowie durch eine schnellere Treberentsorgung kann Abita sogar acht Sude pro Tag einbrauen. Für eine feine Aroma- und Geschmacksabstimmung der Biere legt Abita Wert auf eine dreifache Hopfengabe mit Bitter-, Geschmacks- und Aromahopfen. Einige Biere erfahren zusätzlich eine Trockenhopfung im Lagertank wie zum Beispiel Jockamo I.P.A. und Restoration Ale. Vor der Abfüllung werden die Biere kalt filtriert, dabei zunächst in einer Zentrifuge separiert und dann in einem Plattenfilter entfiltriert. Auf eine Stabilisierung verzichtet die Brauerei.
Abfüllqualität deutlich verbessert
Mit der immer weiter steigenden Nachfrage war es höchste Zeit, an die Installation einer neuen Abfüllanlage zu denken. Die vorhandene italienische Linie aus dem Jahr 1999 war mit einer Leistung von 9.000 Flaschen pro Stunde längst an ihre Kapazitätsgrenze geraten. „Je mehr wir sie beanspruchten, um so niedriger wurde ihr Wirkungsgrad“, erklärt David Blossman. „Die neue Linie sollte mehr Kapazität bringen, eine höhere Effizienz bieten, eine bessere Abfüllqualität abliefern und viel flexibler sein. Die Füllhöhengenauigkeit passte nicht mehr, die Pasteurisierung war nicht zuverlässig genug, Etikettierung und Endverpackung ließen zu wünschen übrig, der Wirkungsgrad sank gegen 80 Prozent.“ Mit der neuen Krones Anlage, die im November 2011 ihren Betrieb aufnahm, setzte David Blossman seine Vorstellungen in die Tat um. Die Leistung ist mit 24.000 Flaschen pro Stunde mehr als doppelt so hoch, der vorgesehene Wirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent, der Sauerstoffgehalt der Glasflaschen beträgt minimale 0,1 Milligramm oder weniger pro Liter und die Füllhöhen sind korrekt – dank exakter Füllung und sofortiger Kontrolle mit Checkmat FM-X, der zusätzlich den Verschlusssitz prüft. Abita verwendet noch die traditionellen 355-Milliliter-„Heritage“-Flaschen mit kurzem Flaschenhals, bei denen der Kopfraum deutlich kleiner ist als bei den modernen Long-Neck-Flaschen und so den Platz für Luft im Flaschenhals minimiert. „Der Linaflex Tunnelpasteur arbeitet äußerst zuverlässig“, betont David Blossman. „Durch die Einteilung in Zonen mit jeweils separater Kühlung und Erwärmung kommt es weder zu Unter- noch zu Überpasteurisation. Die gewünschten 15 PE (Pasteurisiereinheiten) werden exakt eingehalten. Eine intelligente Maschine.“
Hohe Flexibilität durch parallele Aufstellung von Flaschenfüller und Dosenfüller
Eine hohe Flexibilität erreichte Abita auf zweierlei Weise, zum einen durch eine parallele Aufstellung von Flaschenfüller und Dosenfüller und zum anderen durch die Varioline Verpackungsstraße. Für die Flaschenabfüllung ließ die Brauerei einen Modulfüller Modulfill HRS (VPKV) installieren, der mit einem Variojet Rinser geblockt ist. „Das wesentlich hygienischere vortischlose Konzept des Modulfill hat mich begeistert. Außerdem sind mir Servomotoren viel lieber als Zahnräder. Damit ist eine schnellere Formatumstellung möglich, was wiederum der Flexibilität zugute kommt. Das trifft auch auf die Solomodul Etikettiermaschine zu – weniger Mechanik, mehr Elektronik bedeutet mehr Flexibilität.“ Alternativ zum Flaschenfüllen kann Abita mit dem Volumetic VOC Dosenfüller erstmals Bier in 330-Milliliter-Dosen abfüllen, ebenfalls mit einer Leistung von 24.000 Dosen pro Stunde. „Wir wollten nicht die erste Craft-Brauerei sein, die Bier in Dosen füllt. Es gab lange Zeit doch ein gewisses Ressentiment der Konsumenten, dass Dosenbier minderwertiger sei. Das hat sich geändert.“
Craft-Bier in Dosen?
Verträgt sich das Image von handwerklich gebrautem Bier mit der Abfüllung in Dosen? Abita tat sich lange schwer mit dieser Entscheidung. Wie würde Dosenbier bei den glastreuen Konsumenten ankommen, wie würde Abita aus Dosen schmecken? Zwei Punkte sprachen dann letztendlich doch dafür. Zum einen sind Glasflaschen auf vielen öffentlichen Veranstaltungen wegen der Verletzungsgefahr nicht zugelassen, speziell auch bei den Umzügen des Mardi Gras. Dieser weltberühmte Karneval von New Orleans zieht alljährlich im Frühjahr Hunderttausende Einheimische und Besucher aus aller Welt in seinen Bann, die natürlich beim Feiern und während der Paraden auch gerne ein lokales Bier trinken. Bier in Dosen ist aber auch praktisch beim Angeln, beim Golf spielen, am Strand oder auf Partys. Konsumgelegenheiten, die sich Abita nicht entgehen lassen wollte. „Louisiana ist ein Paradies für Sportler mit einem riesigen Freizeitangebot, man denke nur an die 3.000 Meilen Küstenlinie, die über 400 jährlichen Festivals, die fast 200 Golfplätze und 22 Nationalparks“, meint David Blossman. „Alles gute Gründe für unser Abita-Bier in Dosen.“
Eine zweite wichtige Überlegung war die Frage des Geschmacks der Abita-Biere aus Dosen. „Jahrelang assoziierten Verbraucher Craft-Bier ausschließlich mit Glasflaschen. Bier aus Dosen war immer mit dem Geschmack nach Metall verbunden. Aber die Akzeptanz und die Technologie von Aluminiumdosen hat sich wirklich gewandelt. Wir vertrauen darauf, dass die heutigen Dosen eine Qualitätslösung zum Schutz des Geschmacks unserer Biere bieten“, glaubt David Blossman. Abita-Dosen sind in der Innenseite mit einer wasserbasierenden Schicht versehen, die den direkten Kontakt des Füllgutes mit der Aluminium-Oberfläche verhindert und damit den reinen Biergeschmack erhält. Zusätzlich schützt die Dose Bier vor UV-Strahlen, die eine schnellere Alterung der frischen Biere bewirken.
Der negative Einfluss von Sauerstoff auf die Frische schließlich wird durch die moderne Krones Abfülltechnologie minimiert. Abita installierte parallel zur neuen Flaschenabfüllung einen volumetrischen Dosenfüller Volumetic VOC mit 36 Füllventilen und einer Leistung von 24.000 Dosen pro Stunde. Verpackt werden die Dosen in Sechser-Packs und Zwölfer-Packs sowie in 24er-Kartons mit einer Leistung von 1.000 Kartons pro Stunde.
Eine der ersten Varioline Verpackungsstraßen
Größter Flexibilitätsbringer aber war zweifellos die Varioline. „Diese Maschine bietet uns eine erstaunliche Flexibilität bei niedrigem Platzbedarf. Das sind quasi vier Maschinen in einer. Wir benötigen mindestens 40 Prozent weniger Platz und das ist wichtig, weil man ja bei den Gesamtkosten einer Maschine auch die Gebäudefläche mit berücksichtigen muss“, rechnet der David Blossman vor. Aufgrund der Sortenvielfalt nutzt Abita die Varioline für ein ganzes Bündel von verschiedenen Verpackungen:
• Vier Sechser-Packs Flaschen in Hochbordtrays
• Zwei Zwölfer-Packs Flaschen in Niederbordtrays
• Zwei Sortiment-Zwölfer-Packs Flaschen in Niederbordtrays
• Vier Sechser-Packs Dosen in Hochbordtrays
• Zwei Zwölfer-Packs Dosen in Niederbordtrays
• Vier Sechser-Träger in Wraparoundkartons
• 24 Flaschen à 355-Milliliter in Wraparoundkartons
• Zwölf 750-Milliliter-Flaschen in Wraparoundkartons.
Vorher konnte Abita dem Markt nur Sechser-Flaschen-Packs als Neck-Through und Zwölfer-Packs in Kartonschachteln anbieten, außerdem Mischungen mit jeweils zwei Flaschen der sechs verschiedenen Hauptmarken. Auch diese „Variety Packs“ übernimmt jetzt die Varioline.
Bei Abita besteht die Varioline aus fünf Modulen. Werden beispielsweise vier Sixpacks und ein Hochbordtray verpackt faltet das erste Modul die Wraparoundkartons, das zweite packt jeweils sechs Flaschen darin ein, im dritten wird das Hochbordtray gefaltet und parallel werden die Sixpacks verschlossen. Das vierte Modul übernimmt das Einpacken der vier Sixpacks in die Hochbordtrays und das fünfte Modul schiebt das Tray auf ein Transportband ab.
Gesteuert wird die gesamte Linie von einem Krones LDS (Linien- und Dokumentations-System). „Das ist ein sehr komfortables System-Management“, urteilt David Blossman. „Es ist selbsterklärend und man hat von überall Zugriff, selbst von zuhause oder bei Bedarf die Krones Techniker in Deutschland.“ Für die Wartung nutzt Abita ein KAM Krones Asset Management. Auch die Arbeitskosten konnte Abita mit der neuen Linie senken. Während die alte Anlage in zwei verlängerten Schichten von je sechs Bedienern gefahren wurde, reicht für die neue Linie eine verlängerte Schicht mit nur vier Mitarbeitern.
Großartige Perspektiven
Für die Zukunft der eigenen Brauerei und der gesamten Craft-Brewers-Industrie zeigt sich David Blossman äußerst zuversichtlich: „Craft-Bier setzt sich immer mehr durch, weil Amerikaner den echten Geschmack von vollmundigem Bier entdecken. Wenn den Konsumenten einmal die Augen bzw. die Geschmackspapillen geöffnet sind, bleiben sie dabei. Durch die Craft-Brewing-Bewegung findet eine regelrechte Geschmacks-Revolution im Bierbereich statt, mit viel mehr Auswahl. Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wächst der Absatz. Unsere Konsumenten sind relativ gut ausgebildete Menschen, die gerne gut essen, sich auf Experimente einlassen und auch ein richtig gutes Bier zu schätzen wissen. Qualität durch Verzicht auf Zugaben und hohe Vielfalt – das ist es, was die Craft-Brauerei-Industrie auszeichnet“.
Firmenprofil
Der Krones Konzern mit Hauptsitz in Neutraubling, Deutschland, plant, entwickelt und fertigt Maschinen und komplette Anlagen für die Bereiche Prozess-, Abfüll- und Verpackungstechnik. Informationstechnologie, Fabrikplanung sowie zahlreiche Produkte der Krones Tochtergesellschaften, wie beispielsweise Intralogistik und Ventilproduktion, ergänzen das Krones Produktportfolio.
Täglich werden Millionen von Flaschen, Dosen und Formbehältern mit Krones Anlagen „verarbeitet“, vor allem in Brauereien, der Softdrink-Branche sowie bei Wein-, Sekt- und Spirituosenherstellern, aber auch in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der chemischen, pharmazeutischen und kosmetischen Industrie.
Krones hat sich seit seiner Gründung 1951 weit über den klassischen Maschinen- und Anlagenbau hinaus entwickelt. Das Unternehmen ist zum „Rundum-Partner“ für seine Kunden geworden. Maschinenbau, Anlagen-Know-how, Verfahrenstechnik, Mikrobiologie und Informationstechnik wurden von Krones harmonisch miteinander verbunden. Krones ist heute das Synonym für Systemtechnik.
Der Erfolg von Krones beruht auf einigen wenigen jedoch wesentlichen Strategien: Spezialwissen im Maschinenbau und in den Abnehmerbranchen, technischer Vorsprung durch ständige, hohe Aufwendungen in Forschung und Entwicklung, Fertigung mit modernsten Anlagen und nach hohen Qualitätsnormen, weltweiter Service rund um die Uhr sowie hohe fachliche Qualifikation und Kompetenz der Mitarbeiter. Mehr als 4.450 eingetragene Patente und Gebrauchsmuster belegen das Innovationspotenzial des Unternehmens.
Weltweit beschäftigt Krones 13.346 Mitarbeiter. Rund 88 Prozent seiner Produkte gehen ins Ausland. Der Konzernumsatz 2015 betrug 3,174 Mrd. Euro. Zum Konzern gehören neben der Krones AG (M-DAX) über 80 Vertriebs- und Serviceniederlassungen.
Firmenvideo