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22. April 2010 bis 31. Januar 2011
1937 beendete eine Tuberkuloseerkrankung jäh Walter Robert Cortis Traum, Arzt zu werden. Zunächst weilte er zur Erholung in Davos, dann längere Zeit in Ägeri im Ferienhaus seiner ehemaligen Studienkollegin Marie Meierhofer. Dort begann er, sich vermehrt der Philosophie zu widmen. 1940, von seiner Krankheit genesen, gewann er mit einem Aufsatz einen Wettbewerb der Schweizerischen Hochschulzeitung und kam dabei mit zahlreichen Persönlichkeiten in Kontakt. Aufgrund seiner literarischen Begabung und seiner Philosophiekenntnisse erhielt er eine Anfrage der Monatszeitschrift «DU», die im März 1941 zum ersten Mal erschienen war und sich in jeder Nummer mit einem neuen Schwerpunktthema befasste. Corti sagte schliesslich zu.
Das Echo, das sein Aufruf für den Bau eines Kinderdorfs 1944 auslöste, veränderte sein Leben schlagartig und nachhaltig. Das Kinderdorf wurde zu seinem Lebenswerk, obwohl es eigentlich ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Verwirklichung eines anderen Plans sein sollte: Corti hatte davon geträumt, eine internationale Gelehrtensiedlung, eine Akademie für ethische Forschung, ins Leben zu rufen. Sein Traum gedieh bis hin zu den Bauplänen und scheiterte letztlich an den fehlenden finanziellen Mitteln. Seine Hinterlassenschaft, das Archiv für genetische Philosophie, das er seit 1950 zu diesem Zweck aufgebaut hatte, ist heute im Besitz der Arbeits- und Forschungsstelle für Ethik der Universität Zürich.