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Ernest Hiltenbrand
Ernest Hiltenbrand verbindet Gegensätze. In der Kunst und im Leben. Vielleicht hat dies mit seiner Herkunft zu tun. Er wurde am 28. Oktober 1945, wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs, in Strassburg geboren. Die Stadt gehört zum Elsass, einem deutsch-französischen Grenzgebiet, das zwischen 1850 und 1950 viermal seine politische Zugehörigkeit wechselte.
Ernest Hiltenbrand wurde als Franzose geboren. Sein Vater war von Beruf Photograveur. Er selbst erlernte den Beruf des Kunstglasers und als solcher wirkte er bei verschiedenen Restaurierungen wie beispielsweise am Strassburger Münster.
Als vielseitig begabter junger Mann studierte er gleichzeitig am Strassburger Musikkonservatorium. Mit 20 Jahren zog er nach Quito, der ecuadorianischen Hauptstadt, um im Nationalorchester als Hornist zu spielen. Nach einem Jahr zwang ihn der obligatorische Militärdienst zur Rückkehr nach Frankreich. Nach einem einjährigen Engagement im Orchester der Strassburger Oper folgte die Berufung ans Musikkollegium Winterthur, dem er vier Jahrzehnte angehörte. Seine Frühpensionierung im Jahr 2007 erlaubte ihm, sich wieder mehr seinen eigenen musikalischen und bildnerischen Kompositionen zuzuwenden.
Charakteristisch für seine Malerei sind lichterfüllte Farbklänge, die an farbige Glasfenster gemahnen, jedoch freihändig somit formal viel freier auf Leinwand oder Aquarellpapier gebannt werden. Die teils in lasierenden Schichten, teils pastos aufgetragene Ölfarbe kombiniert der Künstler oft mit Collagen, was seinen Bildern nicht nur eine thematische, sondern auch technische Vielschichtigkeit verleiht. Weiter vereint er in seiner Malerei gegenständliche und abstrakte Elemente.