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Eierstocktumor
Die Eierstockstumoren können ungefähr so gross wie eine Melone oder noch grösser werden. Sie bestehen aus Tumorgewebe und flüssigkeitsgefüllten Zysten. Meist kommen diese einseitig vor und produzieren verschiedene Sexualhormone, die einerseits zu Zyklusstörungen und andererseits zu deutlichen Verhaltensänderungen bei der betroffenen Stute führen.
Alles im Überblick – Entfernung eines Eierstocktumors über eine Bauchhöhlenspiegelung
ca. 1-2 Stunden
Kein Verband
Sedation
2 Wochen Boxe 2 Wochen Auslaufboxe
3-4 Tage Spitalaufenthalt
2 Wochen Schrittbewegung 4 Wochen nach der Operation wieder Aufbau
Nahtentfernung 10-14 Tage nach der OP
Sehr gute Prognose
Wissenswertes zur Entfernung eines Eierstocktumors über eine Bauchhöhlenspiegelung
Welche Pferde können betroffen sein?
Alle Stuten können ein Eierstocktumor entwickeln. Bei den erkrankten Pferden ist das mittlere Alter ca. 11 Jahre. Es sind auch Fälle bei jungen Pferden beschrieben.
Wie kann ich rausfinden ob mein Pferd ein Eierstockstumor hat?
Die Stuten mit einem Eierstockstumor können folgende Symptome zeigen:
- Anhaltende und unerwartete Verhaltensänderungen wie hengstähnliches Verhalten und Aggressionen
- Intermittierende oder verlängerte Rosse, sowie Dauerrössigkeit
- Keine Rosse (Anöstrus)
- Infertilität
Diese Veränderungen sind auf eine Zunahme der Ausscheidung spezifischer Sexualhormone durch den Tumor zurückzuführen.
Welche Untersuchungen können den Verdacht von einem Eierstocktumor bestätigen?
Ein Eierstocktumor kann bei der Stute vermutet werden, wenn die Stute Verhaltensänderungen zeigt und Ihr Tierarzt bei der transrektalen Palpation einen vergrößerten Eierstock findet.
Der Grossteil der Stuten mit einem Eierstocktumor zeigen erhöhte Werte von verschiedenen Sexualhormonen, welche mit einer Blutuntersuchung bestimmt werden können (Anti-Müller Hormon, Inhibin, Testosteron).
Mit der transrektalen ultrasonographischen Untersuchung können die Eierstöcke dargestellt und ausgemessen werden. Der betroffene Eierstock ist vergrössert und von wabenartiger Struktur (Bild) und der gegenüberliegende Eierstock ist meistens verkleinert.
Wie werden die Eierstockstumoren behandelt?
Die Behandlung der Wahl ist eine chirurgische Eierstock Entfernung (Ovariektomie). Es gibt verschiedene chirurgische Verfahren, die zur Entfernung des Eierstocks verwendet werden können. Meistens wird die Ovariektomie laparoskopisch (d.h. minimal invasiv mit einer Kamera und speziellen Geräten) über einen Zugang in der Flanke bei stehendem und sediertem Pferd durchgeführt. Dieser Ansatz ist vorteilhaft, weil er dem Chirurgen einen besseren Zugang zu den Eierstöcken und deren Blutversorgung für die Entfernung ermöglicht und eine Vollnarkose vermeidet.
Kann meine Stute nach der Therapie noch trächtig werden?
Mit der Entfernung des erkrankten Eierstocks sollte der normale Eierstock seine normale Fortpflanzungsfunktion wieder aufnehmen. Dies kann jedoch je nach Stute und Jahreszeit bis zu 6-8 Monate dauern. Die Mehrheit der Stuten sind in der Lage, zu einer normalen Reproduktionsfunktion zurückzukehren. Die Stuten können trächtig werden und mit dem verbleibenden Eierstock eine volle Trächtigkeit austragen.
Ablauf einer Bauchhöhlenspiegelung
Wer operiert mein Pferd?
Um den höchsten Standard zu gewährleisten, werden Operationen von einem Chefarzt oder einer erfahrenen Oberärztin, einem erfahrenen Oberarzt geleitet.
Die Operationsvorbereitungen
Bei einer routinemäßigen Laparoskopie erhalten die Patienten 2-3 Tage vor der Operation eine reduzierte Futtermenge, damit sich der Bauchraum und vor allem der Magendarmtrakt leert. Dies ermöglicht ein wenig mehr Bewegungsspielraum für chirurgische Instrumente in der Bauchhöhle. Dies passiert meistens schon am Tierspital. Sie können aber auch schon in Absprache zu Hause mit dem Fasten beginnen.
Am Tag der Operation wird Ihrem Pferd ein Katheter gesteckt und es bekommt darüber Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Die Laparoskopie wird stehend unter Sedation und örtlicher Betäubung durchgeführt.
Sie erhalten die Handynummern von unseren Tierärzten, damit Sie immer einen Ansprechpartner haben, wenn Sie Fragen haben. In der Regel rufen wir Sie nach der Operation an.
Die Operation (Laparoskopie)
Der Patient wird in den Untersuchungsstand gebracht und sediert. Nachfolgend wird das Operationsfeld ausgeschoren, gereinigt und desinfiziert. Die Chirurgen decken das Pferd mit sterilen Tüchern ab und setzten eine Lokalanästhesie an den gewünschten Zugängen zur Bauchhöhle.
Nun kann die eigentliche Operation beginnen.
Die Operationstechnik gleicht der Arthroskopie und auch hier wird die Triangulationsmethode angewendet, bei welcher zuerst ein Portal für das Laparoskop (Stabkamera) und anschliessend unter Sichtkontrolle die Portale für die Instrumente präpariert werden. Um eine bessere Übersicht in der Bauchhöhle zu erhalten, wird diese mit CO2-Gas gefüllt und dadurch gebläht. Das Gebiet um die Ovarien wird ebenfalls lokal betäubt. Anschliessend werden die Blutgefässe mit einem Kauter (Ligasure) verschlossen und mit dem gleichen Gerät können die Eierstöcke abgesetzt werden.
Für die Entfernung der Ovarien gibt es verschiedene Techniken. Einerseits können sie über eine vergrösserte Hautinzision alleine oder in einem Bergungsbeutel entfernt werden. Wenn der Eierstocktumor dafür zu gross ist, kann dieser mit einem sogennanten Morcellator zuerst verkleinert werden, um den Tumor über die minimal invasiven Zugänge zu entfernen. Dann kann die Bauchhöhle wieder verschlossen werden und ein Wundschutz wird angebracht.
Nach Beenden der Operation wird Ihr Pferd wieder in die Boxe verbracht, wo es langsam angefüttert wird und Sie können es zu den gewohnten Besuchszeiten besuchen.
Alle Risiken zusammengefasst
Selbstverständlich ist auch eine Laparoskopie, wie jede Operation, ein Eingriff, der Komplikationen nach sich ziehen kann. Diese sind jedoch sehr selten. Komplikationsmöglichkeiten sind Wundheilungsstörungen, Blutungen oder leichte Bauchfellentzündungen aufgrund des CO2-Gases, welches für die Bauchhöhlenspiegelung gebraucht wird. Diese Bauchfellentzündungen sprechen meist auf entzündungshemmende Medikamente sehr gut an und sind selten schwerwiegend.
Generell ist eine Laparoskopie jedoch ein sehr sicherer, minimal invasiver Eingriff, den unsere Spezialisten sehr häufig und sehr sicher durchführen.
Die Nachsorge
Die Nachsorge ist für eine optimale Heilung und ein schönes Ergebnis sehr wichtig. Wir erklären Ihnen worauf sie bei Ihrem Pferd zu Hause achten müssen, was Ihr Pferd machen darf und was nicht. Zudem erhalten Sie einen schriftlichen Bericht mit genauen Anweisungen. Die Nachsorge zu Hause wird durch Ihren Privattierarzt überwacht, diesen informieren wir bevor Ihr Pferd nach Hause geht. 10-14 Tage nach der Operation können die Nähte entfernt werden.
Die Abheilzeit
Nach der Operation sind nur 1-2 Tage Spitalaufenthalt nötig bevor Ihr Pferd wieder entlassen werden kann. Die Patienten haben dann noch weitere 10 Tage Boxenruhe bis die Fäden gezogen werden können. In der Regel werden die Pferde 14 Tage in der Boxe gehalten damit die Zugänge schön heilen können. Danach können sie in eine Auslaufboxe und es kann mit Schrittbewegung begonnen werden. Nach ca. 4 Wochen kann wieder zurück zur gewohnten Bewegung.
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