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Schweizer Filmpreis: „Schwesterlein“ räumt ab
Das sechsfach nominierte Drama „Schwesterlein“ ist der grosse Abräumer am 24. Schweizer Filmpreis 2021. Weniger erfolgreich verlief der Abend für „Platzspitzbaby“ – von fünf möglichen Auszeichnungen gab es eine für die „Beste Darstellerin“ Sarah Spale.
Schweizer Filmkritikerinnen und Filmkritiker haben „Platzspitzbaby“ zum besten Schweizer Film des Jahres 2020 gekürt. Und obwohl das Drama von Regisseur Pierre Monnard um die drogensüchtige Mutter Sandrine (Sarah Spale) und deren Tochter Mia (Luna Mwezi) von der Corona-Pandemie ausgebremst wurde, waren die Kinobesucherzahlen so hoch, dass der Film den Titel Kassenschlager verdient.
An der Verleihung des Schweizer Filmpreises 2021 am Freitagabend in Genf ging dann aber nur einer der fünf Nominationsträume in Erfüllung. Hauptdarstellerin Sarah Spale erhielt den Quartz in der Kategorie Beste Darstellerin. Auch ihre junge Kollegin Luna Mwezi war für den Preis nominiert. Ihr gratulierte die Preisträgerin, die vom Set der Krimiserie „Wilder“ zugeschaltet war, ebenfalls. Der Film lebe schliesslich vom Mutter-Tochter-Gespann.
Zu erwähnen ist an dieser Stelle der Spezialpreis, der dieses Jahr an die Berner Kostümbildnerin und Stylistin Linda Harper vergeben wurde. Sie war für die Kostüme in den Filmen „Platzspitzbaby“ und „Spagat“ (nominiert in den Sparten Beste Darstellerin und Beste Nebendarstellerin) verantwortlich.
Das Glück voll und ganz auf seiner Seite hatte „Schwesterlein“ von den Westschweizer Regisseurinnen Véronique Reymond und Stéphanie Chuat. Das Werk gewann in der Königskategorie Bester Spielfilm und wurde ausserdem für die Beste Montage (Myriam Rachmuth), die Beste Kamera (Filip Zumbrunn), die Beste Nebendarstellerin (Marthe Keller als Kathy) und das Beste Drehbuch (Véronique Reymond und Stéphanie Chuat) prämiert.
Einzig in der neuen Kategorie Bester Ton musste das Drama um das Zwillingspaar Sven (Lars Eidinger) und Lisa (Nina Hoss) die Trophäe abtreten – sie ging an Peter Bräker für „Nemesis“.
Den Quartz für den Besten Dokumentarfilm gewann der Berner Regisseur Milo Rau für das Sozialdrama „Das Neue Evangelium“. Darin erzählt er die Jesus-Geschichte im Kontext der Jetztzeit. Rau bezieht Geflüchtete mit ein, die vor der Stadt in Lagern leben und auf der Suche nach einem besseren Leben unter katastrophalen Bedingungen und miserabel bezahlt als Erntearbeiter die Tomaten pflücken, die bei uns auf den Teller kommen.
In der Kategorie Bester Kurzfilm setzte sich die Zürcher Regisseurin und Drehbuchautorin Güzin Kar mit „Deine Strasse“ durch. Der Quartz für den Besten Animationsfilm gewann Georges Schwizgebel für „Darwin’s Notebook“. Leer aus ging der dreifach nominierte Film „Mare“ (Bester Spielfilm, Bestes Drehbuch, Bester Ton).
Wie das Bundesamt für Kultur (BAK) bereits im Vorfeld bekanntgegeben hatte, durfte Schauspielerin Liselotte Pulver den mit 30’000 Franken dotierten Ehrenpreis entgegennehmen. Eine Auszeichnung, die ihr „noch gefehlt hat“, wie die 91-Jährige im Einspieler sagte.
Bundesrat Alain Berset hatte die Bernerin schon in seiner Eröffnungsrede als eine „grosse Schauspielerin und eine grosse Schweizerin“ gewürdigt. Wie die ebenfalls ausgezeichnete Marthe Keller habe sie „die Fahne des Schweizer Films international hochgehalten“. Liselotte Pulver arbeitete mit weltbekannten Regisseuren wie Douglas Sirk („A Time to Love and a Time to Die“) oder Billy Wilder („One, Two, Three“) zusammen.
Was denn das Schönste an ihrer Karriere gewesen sei, fragte sie Ivo Kummer, Chef der Sektion Film beim BAK, den Filmstar bei der Preisübergabe im Berner Burgerspittel. Liselotte Pulver: „Das kann ich nicht beantworten, sonst werden die anderen eifersüchtig.“
(text:sda/bild:vegafilm)