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Das Hotelpersonal gibt sich grosse Mühe mit dem Frühstück. Ich kriege alles, was ich will, soweit sie es haben, so zumindest Milch für das Müesli und Milchkaffee. Ich fahre ab, nochmals kurz ins Dorf zurück um ein Foto der Abtei im Morgenlicht zu machen, dann bis Capistrello auf einer sehr gut ausgebauten Schnellstrasse. In Capistrello Benzin zu kriegen ist gar nicht so einfach, denn im Dorf gibt es nur eine IP-Tankstelle, und bei der ist, wie bei allen anderen IP-Tankstellen auch, der Bezug mit Kreditkarte nicht möglich, weil kaputt. Ich muss noch einmal kurz auf die Autobahn fahren, um zu einer Tankstelle zu gelangen, denn der Tank ist fast leer. Dann mache ich ein verbotenes Wendemanöver, fahre von der Autobahn ab und Richtung Tivoli. Ab hier sind es kleine Strassen. In Tagliacozzo fahre ich ins Dorf hinein. Ein perfekt gebautes Fiat 600 Cabriolet steht mit steckendem Zündschlüssel vor einem Haus. Ich fahre bis zum unteren Dorfende, wo mich das Navi in einen Feldweg lotst und plötzlich rechnet es neu und der Weg ist weg. Tatsächlich hat der Weg keinen Ausgang. Ich fahre auf die Hauptstrasse zurück. Bei Carsoli, das von einer Burg überragt wird, halte ich noch einmal kurz. In Tivoli komme ich zur eindrücklichen Burg Rocca Pia. Ich fahre auf eine Strasse, von der aus man eine gute Sicht auf die Cascata Grande hat, aber leider steht sie im Gegenlicht. Dann fahre ich ins Dorf zurück und löse ein Billett für den Parco Villa Gregoriana. Er beginnt bei den Anfangs des 19. Jahrhunderts angelegten Monte Catillo Tunnels, welche die Cascata Grande speisen. Vorbei an den Überresten der römischen Villa von Manlius Vopiscus geht es durch Höhlengewölbe, wohl auch aus römischer Zeit, geht es hinunter ins Valle dell’Inferno, wo der Aniene Fluss durch die Höhle der Meerjungfrau hinunterstürzt. Durch den Miollis Small Tunnel gelange ich zur Grotta da Neptune, in welcher der Fluss einen 90-Grad-Winkel macht und durch einen schmalen Felsspalt muss. Wieder oben angelangt, kommt man zu den zwei kleinen Tibur Tempel, dem runden und dem rechteckigen. Ich parkiere den Töff nun bei der Villa d’Este und besuche diese sagenhafte Gartenanlage. Vorerst gibt es noch eine Besichtigung der herrschaftlichen Villa aus dem 16. Jahrhundert. Es beginnt mit der Ausstellung „Ecce Homo, Zusammentreffen von Humanem und Göttlichem“. Es werden historische sakrale Kunstwerke und moderne Kunst zum Thema gezeigt. Schockierend war das Bild von Marina Abramovic, Balkan Baroque (1997), welches die Künstlerin in einem Knochenhaufen zeigt. Die Prunksäle mit ihren Wand- und Deckenbemalungen sind äusserst eindrucksvoll, auch wie voll die Farben noch sind. Eigenartig sind die Grotesken ausgerechnet in der Stanza della Gloria. Die Gartenanlage besteht aus einer Vielzahl von ingeniös konzipierten Brunnen, die aus dem Wasser des Aniene gespeist werden. Weltberühmt ist die Fontana dell’Ovato, welche aus einem runden Gefäss plätschert, noch eindrücklicher ist aber der grosse Neptunbrunnen unterhalb der Wasserorgel. Ueberall plätschert es und das zerstiebende Wasser macht die Luft angenehm kühl. Ich finde zufällig eine 20-Euro-Note am Boden! Muss mein Glückstag sein. Bei der Fontana di Diana Efesia strömt aus den zahlreichen Brüsten der Diana von Ephesos das Wasser, bei der moosbewachsenen Cento Fontane in der Tat sogar aus dreihundert Röhren. Den Gegenpol zur Fontana dell’Ovato bildet die Fontana di Rometta, in der ein steinernes Schiff „schwimmt“. Beim Ausgang steht die Fontana di Pegaso, welche aber nur noch eingeschränkt funktioniert. Ich fahre nun weiter nach Rom, wo ich in meiner Unterkunft, der „Tawhid Accomodation“, ankomme, eine Privatwohnung, welche in ein einfaches Hotel umgestaltet wurde. Nach der heute besonders nötigen Dusche laufe ich ich zur Piazza di Santa Maria Maggiore, besuche die eindrückliche Basilica Santa Maria Maggiore mit ihrer goldenen Decke. Es findet gerade ein Gottesdienst statt. Das Bapisterium kann man aber trotzdem besuchen. Da ich die falsche Strasse erwische, gelange ich zu den Giardini Nicola Calipari auf der Piazza Vittorio Emanuele II, und muss durch ein ärmliches Quartier laufen, bis ich zum Kolosseum gelange. Dort wird gerade eine U-Bahn untendurch gebaut, so dass vieles abgesperrt ist. Der Himmel ist stark bedeckt, weshalb es dunkel ist. Ich laufe zum Hadriansbogen, zum Forum Romanum und gegenüber zum Forum Trajanum. Die Trajanssäule steht wie eh und je und die „Schreibmaschine“, wie die Römer den „Altare della Patria“ nennen, ist auch noch ohne Baugerüst. Bei der Rückkehr decke ich mich mit reichlich Wasser ein und esse etwas.