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Die Nieren
Unbemerkt leisten sie tagtäglich ihre wichtige Arbeit für unseren Körper. Über zwei Millionen Nierenkörperchen (Glomeruli) sind Tag und Nacht aktiv und filtern das Blut. Das gesamte Blut, das durch unseren Körper strömt, fliesst mehrmals täglich durch sie. Flüssigkeit und einige Nährstoffe werden ins Blut zurückgeführt, während überschüssiges Wasser und Abfallstoffe zu Urin konzentriert werden. Sie liegen etwa auf der Höhe der unteren Rippen. Bei Erwachsenen wiegt eine Niere zwischen 120 und 200 Gramm, bei Kindern etwas weniger. Bei den meisten Menschen ist die linke Niere etwas grösser. Über die Nierenarterie fliesst das Blut zunächst durch die Rinde. Dort, genauer im Nephron, eine kugelförmige Struktur in der Nierenrinde, werden die Feststoffe von der Flüssigkeit getrennt. Diese Flüssigkeit nennt man Primärharn. Darin befinden sich jedoch noch verwertbare Substanzen für den Körper wie zum Beispiel die Zuckerart Glukose. Auf dem Weg durch Nierenrinde und -mark wird der Primärharn konzentriert, indem sich der Körper die verwertbaren Stoffe wieder zurückholt, und es entsteht der eigentliche Urin. Ausserdem liegt hier noch eine andere Funktion für den Körper. Sie sind unter anderem für die Blutdruckregulation verantwortlich und sorgen für einen Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes im Körper.
Die Blase
Durch die sogenannten Harnleiter gelangt der Urin in die Blase. Die Blase ist ein dehnbarer Muskelbalg (wie ein Ballon) mit zwei Funktionen: erstens, den Urin zu speichern, und zweitens, ihn durch die sogenannte Harnröhre auszuscheiden. Ein 5-jähriges Kind hat eine Kapazität der Blase von etwa 180ml. Es gibt individuell grosse Unterschiede, wann der Harndrang als sehr stark empfunden wird. Grösse und Fassungsvermögen der Blase können variieren. Durch gezieltes Training ist es möglich, die Blasenkapazität bis zu einem gewissen Grad zu steigern. Für die Kontinenz, das Zurückhalten des Urins, sind zwei Ringmuskeln verantwortlich. Der äussere Muskel kann bewusst gesteuert werden, der Innere jedoch nicht. In entleertem Zustand ist der innere Blasenmuskel entspannt und der äussere Schliessmuskel angespannt. Wenn sich die Blase füllt, registriert die Blasenwand den zunehmenden Füllungszustand und sendet die Signale über das Rückenmark ans Gehirn. Der Muskel bleibt dabei angespannt und die Harnblase somit verschlossen. Wenn die Blase gefüllt ist, erhält das Gehirn das Signal, dass die Blase geleert werden soll. Dieses Signal äussert sich für uns als Harndrang und man sucht die nächstgelegene Toilette auf. In der Phase der Entleerung, die bewusst gesteuert wird, öffnet sich der Schliessmuskel der Blase und der Urin kann austreten. Zusätzlich spannt sich der innere Blasenmuskel an und sorgt dafür, dass der gesamte Harn aus der Blase gedrückt wird. Sobald die Blase geleert ist, spannt sich der Muskel wieder an, um die Blase zu verschliessen und die Blase ist bereit, erneut Flüssigkeit aufzunehmen und bis zum nächsten Toilettengang zu speichern.
Biologische Ursachen für das Einnässen
Bei Erwachsenen sollte das Zusammenspiel von Nieren, Blase und Gehirn reibungslos funktionieren. Doch das komplizierte System kann auch aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn ein Kind nachts ins Bett macht, kann das in einigen Fällen biologische oder neurologische Ursachen haben. Das Gehirn erhält von der Blasenwand ständig Signale über den Füllungszustand der Harnblase und gibt letztendlich den Befehl zur Harnentleerung. Aber auch die Urinproduktion wird im Gehirn, genauer gesagt in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), geregelt. Nachts schüttet die Hirnanhangsdrüse das Antidiuretische Hormon (ADH) aus, das die Nieren anweist, die Urinproduktion zu drosseln. Deshalb muss man normalerweise nachts nicht auf die Toilette. Es kann allerdings vorkommen, dass der Körper von bettnässenden Kindern nicht genügend von diesem Hormon herstellt, so dass ihre Nieren nachts weiter so viel Urin produzieren wie tagsüber. Das könnte eine der Ursachen für ihr Einnässen sein. Vielleicht reagiert das Gehirn aber auch nicht auf die Signale von der Blase, oder sie wachen von den Signalen nicht auf. In beiden Fällen bemerkt das Kind nicht, dass die Blase voll ist, und entleert sie unwillentlich. Es gibt die Möglichkeit, diese Ursache des Bettnässens mit Medikamenten, die dem körpereigenen ADH nachempfunden sind, zu behandeln. Das ist jedoch keine langfristige Lösung. Bessere Ergebnisse werden durch Verhaltenstherapien und Basentrainings erzielt. Hier finden Sie mehr Informationen über nicht medikamentöse Therapien. Eine andere biologische Erklärung ist eine Harnwegserkrankung. Eine Blasen- oder Nierenbeckenentzündung kann kurzfristig zu Bettnässen führen. Wenn das Einnässen mit Schmerzen beim Wasserlassen einhergeht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In seltenen Fällen kann auch eine Fehlbildung der Harnwege Ursache für das Bettnässen sein. Bevor Therapiemethoden getestet werden, sollte der Kinderarzt die biologischen Ursachen für das Bettnässen ausschliessen. Mit einer Harndiagnostik und einem Ultraschall können Erkrankungen entdeckt werden. In diesem Fall helfen medikamentöse Behandlungen. Um die Nieren- und Blasenfunktionen aufrecht zu erhalten ist es für Erwachsene und Kinder besonders wichtig, regelmässig und ausreichend zu trinken. Gerade im Spiel vergessen Kinder häufig, dass sie Durst haben. Deshalb sollten Sie Ihrem Kind regelmässig etwas zu trinken anbieten. Besonders geeignete Durstlöscher sind Wasser, Tee oder ungesüsste Schorlen.
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