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Die Entwicklung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat sich über einige Tausend Jahre hingezogen. In der chinesischen Medizin kommen verschiedene Modelle zum Einsatz und es wird eher qualifiziert als quantifiziert.
Anstatt mit Zahlenskalas zu messen, wird beobachtet, erfasst und nach Entsprechungen mit Naturgesetzen gesucht. Äussere Faktoren erzeugen eine Resonanz und wirken so auf die entsprechenden Systeme im Körper.
Weiter wird in der TCM die Beschaffenheit der Energie auf verschiedenen Ebenen differenziert (Blut, allgemeines Qi, Abwehr-Qi, Ursprungs- bzw. nicht erneuerbares Qi, geistiges und spirituelles Qi).
Shiatsu hat sich in Japan aus den Konzepten der TCM weiterentwickelt.
Therapiemethoden
Die TCM kennt verschiedene Therapiemethoden:
- Arzneimittel (Pflanzliche, tierische und mineralische)
- Akupunktur: Stimulation von Energiepunkten mit Nadeln
- Moxa: Erwärmen von Energiepunkten
- Ernährung: Abstimmung der Ernährung auf die Symptome nach dem 5-Elemente-Modell
- Tuina: Medizinische Massage
Eine Schlüsselrolle in der TCM spielt der Begriff „Qi“. Der Organismus erscheint als außerordentlich komplexes Gefüge dynamischer Qi-Strukturen. Es ist eine auf Gleichgewicht aufgebaute Dynamik. Ist das Gleichgewicht empfindlich gestört, braucht es den Arzt, der mit seinem erfahrenen Blick und im Gespräch mit dem Patienten die Ursache der Störungen zu ermitteln sucht. Es ist dann etwa von „Leber-Qi“ die Rede, von „Herz-Qi“, von „aufsteigendem Qi“, von „Qi-Schwäche“ usw.
Qi und Yin und Yang
Das Gleichgewicht der Qi-Dynamik besteht in einem Ausgleich von Gegensätzen, die nach Mustern gebildet werden wie: beschienen und schattig, männlich und weiblich, oben und unten, außen und innen, tätig und leidend etc. Der Form ihrer Gegensätzlichkeit nach werden sie unter das Begriffspaar Yin und Yang gebracht. Das eine hat nicht – wie etwa im Gegensatz von gut und böse – den Sieg über das andere davonzutragen, sondern findet seine Bestimmung nur in der Anerkennung und Förderung des Anderen. Der Gedanke, dass allem Geschehen in der Natur und in der Gesellschaft eine Spannung nach Yin und Yang innewohnt, ist nicht nur in der TCM zu finden.
Qi und die fünf Wandlungsphasen
An zweiter Stelle ist die Qi-Dynamik in einen Kreislauf eingebunden, der nach dem Muster von fünf Jahreszeiten verläuft. Jeder Kreis (Funktionskreis oder Orbis) geht aus einem vorherigen hervor und in den nächsten über. Es entstehen Gegensätze und Paare etwa nach dem Muster des Verhältnisses zwischen Großmutter und Enkel. Den Jahreszeiten sind fünf Elemente zugeordnet: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Der menschliche Organismus schließlich wird als ein Zusammenwirken von fünf „Organen“ begriffen, von denen jedes seinen besonderen Bezug zu einem der fünf Elemente und einer der fünf Jahreszeiten hat. Die fünf Organe sind im Modus des auseinander Entstehens miteinander verbunden: Leber, Herz, Milz, Lunge und Nieren. Diese Organe decken sich nur teilweise mit dem uns vertrauten Begriff. Im „Herz“ zum Beispiel ist neben dem Organ als Pumpe das Vermögen zur treffenden Form eingeschlossen. Physisches und Psychisches geht und oft ununterscheidbar ineinander über. Der wichtigste Unterschied zum westlichen Verständnis ist: Die fünf Organe sind ein sich selbst erfüllendes Ganzes, ein Mikrokosmos als Abbild eines Makrokosmos, der mit seinen Jahreszeiten und Elementen mit dem individuellen Organismus verknüpft ist. Die Organe verhalten sich zum Organismus wie die fünf Jahreszeiten zum Zyklus des Entstehens und Vergehens und die fünf Elemente zum Ganzen des materiellen Seins.
Meridiane und Therapiepunkte
Der aus der Astronomie entlehnte westliche Begriff „Meridian“ trifft eigentlich nicht die ursprüngliche Bedeutung der chinesischen Bezeichnung jingluo (經絡). Es handelte sich um ein System von Kanälen (jing) und Trakten (luo), durch die das Qi pulsiert. Die Zahl der Therapiepunkte auf den Meridianen nahm im Laufe der Entwicklung der chinesischen Medizin zu. Die Lage der Punkte war nicht immer stabil. Manche werden nur zum Nadeln (Akupunktur) genutzt, andere nur zum Brennen (Moxibustion). Ein Großteil dient je nach Indikation beiden Therapieverfahren.
Im Shiatsu werden nicht einzelne Punkte auf den Meridianen sondern die ganzen Verläufe behandelt.
(vgl. Wikipedia: Traditionelle Chinesische Medizin)