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Das Coronavirus breitet sich aus. Mit sinkenden Aussentemperaturen und weniger Möglichkeit, das Leben im Freien stattfinden zu lassen sogar schneller und stärker als zu Beginn der Pandemie in den Monaten März und April. Wir alle können durch einfache Massnahmen dazu beitragen, dass unser Gesundheitssystem bei der zweiten Welle nicht zusammenbricht. Worauf man jetzt achten muss, lesen Sie hier.
- Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?
- Wichtige Hygieneregeln
- Wie wäscht man sich die Hände richtig?
- Maskenpflicht - wo?
- SwissCovid App und Contact Tracing
- Die Inkubationszeit des Coronavirus
- Wer wird getestet, wer muss in Quarantäne?
- Stimmt es, dass Kinder nicht so schwer erkranken?
- Was ist zu tun, wenn man Symptome verspürt?
- Worin liegt der Unterschied zu einer Grippe?
- Die typischen Symptome bei Covid-19, Erkältung und Grippe
Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?
Das neue Corona-Virus gehört zur selben Virusfamilie wie das SARS-Virus, das 2002 und 2003 grassierte und ebenfalls Lungenentzündungen auslöste. Zur Corona-Familie gehören aber auch harmlose Schnupfenviren und Erreger, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Das Virus vermehrt sich im Rachen, ähnlich wie die Influenzaviren ("echte" Grippe). Daher kann eine Infektion (COVID-19) schon bei Patienten in frühen Stadien im Labor aus Nasen- oder Rachenabstrichen nachgewiesen werden. Einer Studie der US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) zufolge können Virus-Infizierte schon bis zu drei Tage vor dem Erscheinen erster Symptome ansteckend sein.
Inzwischen weiss man, dass das Virus auch über Aerosole (minimal kleinste Feuchtigkeitströpfchen), also quasi „über die Luft“ übertragen wird, und dass es sich nicht nur um Tröpfchen- und/oder Schmierinfektionen handelt. Die indirekte Ansteckungsgefahr (also wenn man mindestens eine Armlänge Abstand hält oder jemand nur die Türklinke anfasst, die vorher eine infizierte Person berührt hat) scheint aber nach den bisherigen Erfahrungen gering zu sein. Sie kann noch weiter reduziert werden durch Tragen von Gesichtsmasken (Mund-Nasen-Schutz).
Wichtige Hygieneregeln
Waschen Sie sich stündlich 20 Sekunden lang die Hände, am besten mit Flüssigseife.
Benutzen Sie ein eigenes Handtuch (gewaschen bei 60 Grad oder mehr).
Niesen oder husten Sie in die Armbeuge. Papertaschentücher sind sofort zu entsorgen.
Reduzieren Sie unnötige soziale Kontakte, v.a. in geschlossenen Räumen.
Halten Sie Abstand zu anderen Menschen, v.a. zu Personen mit Erkältungs- oder Grippesymptomen. Vermeiden Sie Händeschütteln, Umarmungen, Wangenküsschen.
Kommen Sie Gesichtern nicht näher als zwei Meter. Die Viruströpfchen fliegen nicht weiter und können nur über Schleimhäute eindringen, also Nase und Mund. Die Augenschleimhaut ist als Eintrittspforte weniger relevant.
Sprechen Sie nicht zu laut, weil es dabei zum verstärkten Ausstoss von Tröpfchen kommt.
Fassen Sie sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht. Das reduziert Schmierinfektionen von kontaminierten Oberflächen.
Wie wäscht man sich die Hände richtig?
Maskenpflicht - wo?
In der Schweiz besteht eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Flugzeugen, die in der Schweiz starten oder landen, ausserdem in öffentlich zugänglichen Räumen, Restaurants (innen und aussen), Bars, Clubs und Geschäften und belebten Fussgängerzonen, Schulen ab Sekundarstufe II. Kinder unter zwölf Jahren müssen keine Maske tragen. Ebenso von der Maskenpflicht ausgenommen sind Personen, die aus besonderen Gründen, hauptsächlich medizinischen, keine Masken tragen können.
Das BAG empfiehlt grundsätzlich, immer eine Maske zu tragen, wenn Sie den Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten können und keine Abschrankungen wie Trennwände angebracht sind.
Das Tragen einer Maske - egal welcher Art - in der Öffentlichkeit dient in erster Linie zum Schutz von anderen Personen. Eine infizierte Person kann bereits zwei Tage vor Auftreten der Symptome ansteckend sein, ohne es zu wissen. Wenn also auf engem Raum alle Personen eine Maske tragen, wird jede Person von den anderen geschützt. Durch das Maskentragen ist kein hundertprozentiger Schutz gewährleistet, jedoch verlangsamt sich so die Ausbreitung des neuen Coronavirus.
SwissCovid App und Contact Tracing
Beim Contact Tracing werden enge Kontakte von mit dem Coronavirus infizierten Personen ausfindig gemacht. Die SwissCovid App unterstützt dies: Sie stellt fest, ob wir Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Dadurch können wir Übertragungsketten stoppen. Die SwissCovid App ist im Apple Store und Google Play Store verfügbar. Die Nutzung der SwissCovid App ist freiwillig und kostenlos. Je mehr Personen die App installieren und verwenden, umso wirksamer unterstützt sie die Eindämmung des neuen Coronavirus.
Die Inkubationszeit des Coronavirus
Die Inkubationszeit, d.h. der Zeitraum von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen, beträgt etwa zwei Tage bis zwei Wochen, im Extremfall bis 26 Tage. Man kann davon ausgehen, dass eine Übertragung schon einige Tage vor Beginn der Krankheitssymptome möglich ist.
Wer wird getestet, wer muss in Quarantäne?
Das BAG hat am 24.6.20 neue Testkriterien herausgegeben und übernimmt in bestimmten Fällen die Kosten für einen Test. Dabei setzt der Bund auf sogenannte PCR-Tests (molekularbiologische Tests) und Antigen-Schnelltests, welche die Viren-DNA erkennen. Nicht empfohlen werden dagegen serologische Tests, bei denen das Blut auf Antikörper untersucht wird.
Getestet werden soll, wenn Sie Symptome haben, die zu Covid-19 passen (s.u.) und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Test auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus anordnet.
Tests an Personen mit Symptomen: Getestet werden alle Personen, die unter Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung (Halsschmerzen, Husten (meist trocken), Kurzatmigkeit, Brustschmerzen) leiden, und zwar unabhängig davon, ob zugleich Fieber auftritt. Auch bei Kopfschmerzen, allgemeiner Schwäche, Unwohlsein, Muskelschmerzen, Schnupfen, Magen-Darm-Symptomen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen), Hautausschlägen und Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns werden Tests empfohlen.
Tests an Personen ohne Symptome: Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern.
Quarantäne: Bei positivem, aber auch bei negativem Test sollen Personen mit verdächtigen Symptomen eine Isolierung von mindestens 10 Tagen einhalten. Die Quarantäne kann verlassen werden, wenn der Infizierte 48 Stunden lang symptomfrei gewesen ist.
Kontaktpersonen: Von dieser Selbstisolation für 10 Tage sind auch alle Personen betroffen, die im selben Haushalt leben oder mit denen man intimen Umgang hatte.
Eine Meldung durch die SwissCovid App von einem Kontakt mit einer infizierten Person gilt ebenfalls als Kriterium.
Wenn die Testkriterien des BAG nicht erfüllt sind, übernimmt der Bund die Testkosten nicht. Dies kann der Fall sein, wenn Sie beispielsweise ein Testresultat für eine Reise benötigen oder der Test nur auf Wunsch Ihres Arbeitgebers erfolgt.
Stimmt es, dass Kinder nicht so schwer erkranken?
Ja. Mehr noch als für gesunde Erwachsene ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf und Todesgefahr für Säuglinge und Kleinkinder nach den bisherigen Erfahrungen extrem gering. Kinder werden in der Regel von Erwachsenen infiziert und nicht von anderen Kindern. Sie können die Infektion weitergeben, wenn auch wahrscheinlich in geringerem Umfang.
Was ist zu tun, wenn man Symptome verspürt?
Wenn Sie engen Kontakt (auf weniger als Armlänge) mit Menschen hatten, die erkrankt sind, und/oder die folgenden Symptome verspüren, gehen Sie nicht mehr in die Öffentlichkeit und kontaktieren Sie – zuerst telefonisch! – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung (zum Beispiel ein Spital):
häufig Fieber und trockener Husten
manchmal Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Atemnot, Geruchs- und Geschmacksverlust, Durchfall
sehr selten Schnupfen und Niesen, Übelkeit
Bei Verdacht auf COVID-19 - auch wenn kein Fieber besteht - werden Abstriche aus Nase und/oder Hals in Diagnose-Labors untersucht und eine Meldung innerhalb von zwei Stunden gemacht. Ein positives Ergebnis wird im Referenzlabor Genf endgültig bestätigt. Weiter erhalten die Kantonsärzte das Recht, Tests auch bei Personen durchzuführen, die keine Symptome zeigen. Dies sei angezeigt, wenn es darum gehe, die Ausbreitung des Virus in Spitälern oder Pflegeheimen rechtzeitig zu erkennen oder nachträglich an Leichen zu sichern.
Worin liegt der Unterschied zu einer Grippe?
Die Hauptsymptome einer Coronavirus-Infektion sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit – wie bei einer echten Grippe (Influenza). Hier besteht neben Husten und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber aber auch Schnupfen und ein starkes Krankheitsgefühl sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Sowohl die Grippe als auch COVID-19 können zu einer Lungenentzündung führen, die tödlich sein kann. Nach den bisher bekannten Zahlen ist das Coronavirus gefährlicher als die Grippeviren.
Ein weiterer Unterschied ist die Inkubationszeit, die bei der Influenza nur ein bis zwei Tage beträgt, beim Coronavirus 2 – 14 Tage. Dazu kommt, dass das Coronavirus wahrscheinlich deutlich ansteckender ist als Grippeviren, vielleicht weil die Virendichte im oberen Rachenraum von Infizierten deutlich höher liegen kann als bei Grippepatienten. Dass es gegen COVID-19 bisher keine Impfung gibt und auch nicht allzu bald geben wird, ist ein weiterer bedeutsamer Unterschied. Die Grippeimpfung schützt nicht gegen das Coronavirus. Ausserdem gibt es noch keine Herdenimmunität gegen das Coronavirus, weil es eben "neu" ist.