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Japans fünfte Jahreszeit
Den diesjährigen Schlusspunkt der Kirschblütenzeit bildet die Hafenstadt Nemuro am östlichen Ende von Hokkaido (Asienspiegel berichtete). Dort zeigten sich am 10. Mai 2021 die ersten Kirschblüten. Derweil war es am nördlichsten Punkt der Nordinsel, in der Stadt Wakkanai, schon am 8. Mai so weit. In beiden Fällen handelt sich um Kirschbäume der Sorte Ezoyamazakura, die im Gegensatz zur weit verbreiteten Somei-Yoshino besser Wind und Kälte standhält. Im Westen ist sie besser bekannter unter dem Begriff Sargent’s Cherry.
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Somit hat die sogenannte Sakurakaika-zensen, die «Kirschblütenfront», ihre letzte Station erreicht. Es war wie im vergangenen Jahr eine Kirschblütenzeit, in der nicht wirklich die Freude gewöhnlicher Jahre aufkommen konnte. Die Feste unter den Bäumen mussten mehrheitlich abgesagt werden (Asienspiegel berichtete). In Japan sind die Corona-Fallzahlen im April und Mai ein weiteres Mal angestiegen. Mehrere Regionen des Landes befinden sich aktuell im dritten Notstand (Asienspiegel berichtete).
Der frühe Beginn der Regenzeit
Und so passt das nun anstehende Wetterphänomen besser zur aktuellen Lage. Im Südteil der südlichen Hauptinsel Kyushu hat am 11. Mai 2021 offiziell die Regenzeit begonnen. In Kagoshima stehen derzeit viele regnerische Tage an. Es handelt sich für diese Region um den frühesten Zeitpunkt seit 1956. Damals war es am 1. Mai so weit.
In einem Durchschnittsjahr startet die Regenzeit im südlichen Teil von Kyushu eigentlich erst am 30. Mai. Der Mai ist normalerweise für Okinawa reserviert. Dort hat die Regenzeit am 5. Mai begonnen, lediglich fünf Tage früher als im Durchschnitt.
Der Pflaumenregen
Tsuyu, «der Pflaumenregen», nennt sich in Japan die Regenzeit, die auf der grössten Hauptinsel Honshu jeweils in den ersten Juni-Tagen einsetzt. Sie wird gerne als die fünfte Jahreszeit bezeichnet, in der viele nasse und unbeständige Tage hintereinander zur Regel werden. Die hohe durchschnittliche Niederschlagsmenge in dieser Periode ist für die Natur, den Reisanbau, die Wasserreservoirs und die Landwirtschaft ein unerlässlicher Wasserspender. Das bedeutet aber nicht, dass es in diesen Wochen täglich und unablässig regnet. Es gibt auch heisse Sonnentage und trockenere Jahre. Die Regenzeit auf Honshu und Shikoku hält nicht selten bis in die zweite Juli-Hälfte an. Manchmal dauert es sogar noch etwas länger. Im vergangenen Jahr endete in Tokio die fünfte Jahreszeit offiziell erst am 1. August.
Die grosse Ausnahme bildet die Nordinsel Hokkaido, die keine Regenzeit kennt. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in Sapporo ist in dieser Zeit fast halb so hoch wie in Tokio. Das macht den Ort zu einer angenehmen Reisedestination im Juni.
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