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Ein wirklich gefährlicher Parasit
Im Mittelmeerraum können sich Hunde mit Krankheiten anstecken, die bei uns noch nicht vorkommen. Eine davon ist die Leishmaniose, die durch Sandmücken übertragen wird.
Sandmücken, auch Schmetterlingsmücken genannt, sind vor allem im Mittelmeergebiet, in Afrika und dem Mittleren Osten verbreitet. Wegen der Klimaerwärmung wird sich das Endemiegebiet jedoch verändern. So wurden im Tessin bereits Sandmücken nachgewiesen. Sandmücken sind dämmerungs- und nachtaktiv und das in der Regel von April bis November.
Leishmanien sind Parasiten, die durch die blutsaugenden Sandmücken übertragen werden. Der Hund ist ihr Hauptwirt, Katzen werden sehr selten infiziert. Auch andere Säugetiere können befallen werden, ebenso der Mensch. Für die Übertragung braucht es aber immer eine Sandmücke. Eine direkte Übertragung vom Hund auf den Menschen oder von Hund zu Hund wurde bislang nicht bestätigt.
Durch den Stich der blutsaugenden Sandmücken dringt der Parasit in die Blutbahn ein und befällt Abwehrzellen in der Haut. Die befallenen Zellen verteilen sich über das Lymphsystem und das Blut, sodass die Parasiten nach einiger Zeit in der Haut, Lymphknoten, Milz, Leber und Knochenmark sowie anderen Organen zu finden sind. In einem Endemiegebiet können bis zu 50 Prozent der Hundepopulation infiziert sein. Mehr als die Hälfte der infizierten Tiere erkranken jedoch nicht und bilden ein Parasitenreservoir. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt von ein bis drei Monaten bis zu einigen Jahren. Ob Hunde erkranken oder gesund bleiben, hängt vom Immunsystem ab.
Die Krankheitsanzeichen können sehr unterschiedlich sein und erst viele Jahre nach der Reise auftreten. Deshalb ist es manchmal schwierig, die Krankheit zu diagnostizieren. Zu den Symptomen zählen unter anderem: schuppige Hautveränderungen, Haarausfall um die Augen, Krusten an den Ohrrändern, übermässiges Krallenwachstum, übermässige Verhornung der Nase oder Ballen, Müdigkeit, geschwollene Lymphknoten, Abmagerung, Fieber und Nierenversagen.
Falls ein Hund in einem Risikogebiet war und Symptome zeigt, ist der Verdacht auf eine Leishmaniose-Erkrankung gegeben. Mittels einer Blutuntersuchung können Antikörper gegen Leishmanien nachgewiesen werden. Ein Antikörpernachweis ist ungefähr sechs bis acht Wochen nach einer Infektion möglich. Ein direkter Erregernachweis kann durch eine Gewebeprobe aus den Lymphknoten, der Milz oder dem Knochenmark erfolgen.
Eine Leishmaniose-Infektion kann zu einer schweren, chronischen Erkrankung führen und tödlich sein. Erkrankte positiv getestete Hunde sollten deshalb unbedingt mit Medikamenten behandelt werden. Eine Besserung der Symptome tritt meistens innerhalb von wenigen Wochen ein. Medikamente können jedoch den Parasiten nicht bekämpfen. Die Hunde bleiben zeitlebens infiziert. Nur die Symptome können behandelt werden. Vierbeiner, die keine Krankheitsanzeichen haben, müssen keine Medikamente einnehmen, sollten jedoch gut überwacht werden. Die Prognose ist gut, solange die Nieren nicht betroffen sind. Die Ernährung sollte auf ein proteinarmes und bei einer medikamentösen Therapie zusätzlich auf ein purinarmes Futter umgestellt werden.
Der sicherste Schutz ist, die Hunde nicht in ein Risikogebiet mitzunehmen. Falls dies nicht möglich ist, sollten die Tiere vor Mückenstichen geschützt werden. Dafür gibt es Halsbänder oder Spot-on-Präparate, die auf die Haut aufgetragen werden. Das Halsband sollte eine Woche und die Spot-on-Präparate 48 Stunden vor der Reise angewendet werden. Die Vierbeiner sollten bei Anbruch der Dämmerung und in der Nacht im Haus gehalten werden. Ein Mückenschutz bei Fenster und Türen sowie ein Mückenstecker verhindern, dass die Mücken ins Haus gelangen. Seit einiger Zeit ist zudem eine Impfung auf dem Markt, welche das Risiko einer Infektion 3,5- bis 4-fach verringert. Die Impfung muss drei Mal im Abstand von drei Wochen wiederholt werden und jährlich nachgeimpft werden. ❋