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I Antrag auf Drehbewilligung bei kubanischer Botschaft stellen:
In den Formulierungen unterstreichen, man beabsichtige weder eine Drohne noch Walkie Talkies in das Land einzuführen und immer wieder hervorheben, die Dokumentation habe keinerlei politische Dimensionen. Im autoritär regierten Karibikstaat gestaltet es sich schwierig, den strengen Behörden klar zu machen, man wolle einen Film über eine Persona non grata drehen, über ein ehemaliges Regierungsmitglied, das aus dem Land vertrieben wurde. Als Direktor im Nationalinstitut für Kunstgewerbe nahm Rudolf Häsler innerhalb der kubanischen Revolutionsregierung eine hohe Stellung ein. Der eigensinnige Schweizer Maler fiel jedoch kurzerhand bei Fidel Castro in Ungnade und wurde seines Amtes enthoben, weshalb er Kuba im Jahr 1969 Kuba fluchtartig verlassen musste.
Kreatives Vermögen ist gefragt, um dennoch eine Drehbewilligung vom kubanischem Außenministerium zu erhalten. Gemäß dem offiziellen Drehbuch wird Häsler nicht unter Berücksichtigung seines politischen Engagements porträtiert, sondern ausgehend vom Künstler eine Reportage über die kubanische Kunsthandwerktradition gedreht. Schließlich setzte sich Häsler als Direktor für Kunstgewerbe zum Ziel, die nationale Tradition der Kunsthandwerksindustrie, welche unter der Diktatur Fulgencio Batistas zum Erliegen kam, erneut aufzubauen. Zu diesem Zweck studierte Häsler ausführlich das Kunsthandwerk Kubas und ermittelte welche natürlichen Ressourcen vorhanden waren. Durch seine Arbeit trug er maßgeblich zum Aufbau einer neuen Keramikindustrie im Lande bei.
Unser Vorgehen erwies sich folglich als zielführend; nach regem Mailverkehr erhielten wir eine 14-tägige Drehbewilligung auf Kuba.
II Eine kubanische Produzentin zur Seite ist unabdingbar:
Die renommierte kubanische Dokumentarfilmregisseurin Belkis Vega vermittelte der «Coca-Castro»-Filmcrew eine Produzentin aus Kuba; Dania Illisastiguí stand uns in jeglichen Hinsichten bei. Schlichtweg an alles denkend, organisierte die gewiefte Kubanerin allerlei Kleinigkeiten, selbst das Auffüllen von Erfrischungsgetränken in unserem Crew-Bus fiel unter ihre Verantwortung.
III Kein Misstrauen aufkommen lassen:
Als Ausländer erweckt man grundsätzlich die Aufmerksamkeit der Cubanos, schleppt man zusätzlich eine Filmkamera herum, wird man mit misstrauischen Blicken gemustert. Beim Umgang mit Beamten und der Polizei ist Vorsicht geboten, am besten lässt man die Produzentin sprechen und die Drehbewilligung vorweisen. Es ist verboten Schulhäuser, Krankenhäuser und Regierungsgebäude zu filmen - Kubas profane Heiligtümer. Mit subtilem Taktgefühl haben wir es dennoch geschafft, eine Aufnahme der Universidad de la Habana zu realisieren.
IV Jose Martí „Mit Feder und Machete“ lesen:
Kubas antiimperialistischer und unabhängigkeitsdenkender Nationaldichter Jose Martí (1853-1895) stellt eine allgegenwärtige Persönlichkeit im kubanischen Selbstverständnis dar. Seine Büste schmückt ausnahmslos jede Bildungsstätte, seine Verse zieren Propagandaplakate und die Kubaner schmücken ihre Redewendungen mit seinen Weisheiten.
V Über die Kubanische Kulinarik hinwegschauen:
Besser man versucht eine kulinarische Vorliebe für die nicht sonderlich abwechslungsreiche kubanische Küche zu entwickeln: „Arroz moro y ropa vieja“. Ansonsten besteht die Alternative auf jeder Speisekarte Cordon Bleu, Club-sandwich oder Pizza (natürlich jeweils die karibische Ausführung der uns allbekannten Speisen) zu bestellen.
VI „Chocolate Suizo“ gegen Ausblick eintauschen:
Eine Tafel Schweizer Schokolade verschenken und im Gegenzug Filmaufnahmen von Havannas schönsten Dachterrassen aus machen.