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Ehemalige frohburg. Stadt und gleichnamiges Amt in der heutigen Gem. Fulenbach (im Kt. Solothurn), wo sich der Flurname Stadt erhalten hat. 1253 wurde Fridowe als municipium mit burgenses bezeichnet. Das Stadtgebiet umfasste Boden beidseits der Aare. Vor der Stadtgründung um 1230 errichteten die Gf. von Frohburg am rechten Aareufer den Turm F., der den Flussübergang (Fähre) auf dem Weg vom Oberen Hauenstein nach St. Urban sicherte. Mit dem Bau der ersten Brücke folgte als zusätzl. Befestigung die Stadtgründung am linken Ufer. Frohburgische Ministerialen in F. sind um 1280, 1320 und 1327 belegt, ein Schultheiss 1347. Gelegentlich vollzogen die Gf. von Frohburg in F. Geschäfte. Das kleine Städtchen vermochte sich nicht zu entwickeln, v.a. nachdem der Verkehr über den Unteren Hauenstein und Olten durch die ebenfalls frohburg. Städte Aarburg und Zofingen geleitet wurde. F. war um die Mitte des 14. Jh. kaum mehr belebt; nur noch die Burg blieb von Bedeutung. 1375 fiel die Stadt den Guglern zum Opfer, im 19. Jh. wurden die letzten Spuren durch den Kiesabbau vernichtet.
Unter den Gf. von Frohburg und Nidau wurde der Buchsgau in fünf Ämter geteilt. Zu diesen gehörte das Amt F., dem ein Vogt vorstand, so 1367 der Egerkinger Bauer Henman von Arx. Zu dessen Verwaltungsbereich zählte der westl. Teil des heutigen Bez. Olten, nämlich die Dörfer Wangen bei Olten, Hägendorf, Rickenbach, Gunzgen, Kappel, Boningen und Fulenbach. Die Gf. von Frohburg und Nidau teilten 1310 die kleine Herrschaft F. Der letzte Gf. von Nidau verpfändete 1358 und 1366 das Amt F. Er überliess 1365 seinen halben Anteil Hzg. Rudolf IV. von Österreich; 1366 erbte Österreich auch die andere Hälfte. Nach 1379 war das Amt F. neukyburg. und ging 1405 pfandweise an den Basler Zunftmeister Conrad von Laufen über, der es 1415 an Bern und Solothurn abtrat. Deren gemeinsame Verwaltung endete 1463 mit der Teilung des Buchsgaus: Das Amt F. ging endgültig an Solothurn über und bildete bis 1798 das Niedere Amt der Vogtei Bechburg.
Literatur
– H. Sigrist, «Stadt und Amt F.», in JbSolG 44, 1971, 57-67
Autorin/Autor: Peter Walliser