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Synthetische Cannabinoide werden nicht aus der Hanfpflanze gewonnen. Es handelt sich um einen Sammelbegriff von künstlich hergestellten Substanzen (Cannabinoidmimethika) mit cannabisähnlicher Wirkung. Sie zählen zu den Research Chemicals und werden als neue psychoaktive Substanzen (NPS) bezeichnet.[1]
- Gruppe
Psychedelika
- Erscheinungsformen
Pulver oder flüssig, als Kräutermischung oder in Form von gestreckten Cannabisprodukten (mit synthetischen Cannabinoiden besprühter Hasch, Gras etc.)
- Konsumformen
Synthetische Cannabinoide werden wie natürliche Cannabisprodukte meist mit Tabak gemischt und geraucht (Joints, Wasserpfeife, Shilom etc.), verdampft (vapen), seltener getrunken (als Tee, Tinktur) oder gegessen (Spacecakes, Joghurt).
- Dosierung
Es gibt kaum verlässliche Dosisangaben, diese variieren je nach Substanz zwischen 0.5 und 5 Milligramm. Neuste synthetische Cannabinoide sind bis zu 100x potenter als THC.
Der Konsum von synthetischen Cannabinoiden ist weitgehend unerforscht. Sie binden wie Tetrahydrocannabinol (THC) an die Cannabisrezeptoren, dabei handelt es sich um Voll- und nicht nur Teil-Agonisten wie THC. Das Wirkspektrum ist mit THC vergleichbar, fällt jedoch intensiver aus. Dieses reicht von entspannend, appetitanregend, gefühlsintensivierend bis enthemmend und euphorisierend. Gelassenheit, Kritiklosigkeit und/oder grundlose Heiterkeit können sich einstellen. Das Zeiterleben und die Reaktionsfähigkeit wird verlangsamt. Wie bei hohen THC-Gehalt stellt sich eine halluzinogene Wirkung ein. Aggressivität gegen sich selbst und andere können ebenfalls auftreten.
- Wirkungseintritt
Vergleichbar mit Cannabis, einzelne wirken schneller. Geschwindigkeit des Wirkungseintritts stark von der Aufnahmeform/-art abhängig.
- Wirkdauer
Vergleichbar mit Cannabis, einzelne wirken kürzer.[1] Es besteht aber auch der Verdacht, dass manche synthetische Cannabinoide neben ihrer hohen Wirksamkeit auch besonders lange Halbwertszeiten besitzen und so eine verlängerten psychoaktiven Wirkung aufweisen können.[2]
- Nacheffekte
Bis zu mehreren Stunden (abhängig von Dosis, Konsumform und Substanz)
Der Konsum steht im Zusammenhang mit zahlreichen Todesfällen (UNODC, EMCDDA). Aufgrund der Potenz sind Überdosierungen sowie akute und schwerwiegende Vergiftungen wahrscheinlicher als bei natürlichem Cannabis. Insbesondere in Spice-Mischungen und bei Zumischung zu Cannabisprodukten treten nicht selten inhomogenen Wirkstoffverteilungen auf, was die Gefahr einer Überdosierung erheblich steigert. Nicht selten befinden sich Mischungen aus verschiedenen synthetischen Cannabinoiden im Umlauf. Der Konsum kann unter anderem zu rascher Ohnmacht, Herzrasen, Bluthochdruck, zentrale Krampfanfällen, Erregung, Übelkeit mit Erbrechen, Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit (Reaktions- und Kritikfähigkeit), Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, suizidalem Verhalten, Angst- und Panikartigen, akuten Psychosen, starkes Verlangen nachzulegen (Craving), fremd- und auto-aggressivem und gewaltsamen Verhalten bis hin zu einem Herzinfarkt führen.[1]
Langzeitrisiken
Hierzu ist nur wenig bekannt. Neben der Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit, der Gefahr einer Psychose, ist das starke Verlangen nachzulegen (Craving) sowie die hohe Potenz wohl ein Hinweis auf ein erhöhtes Abhängigkeitspotential.[1] Beim Rauchen erhöht sich durch den Verbrennungsprozess das Krebsrisiko und die Anfälligkeit für Atemwegsbeschwerden (Bronchitis, Luftröhren- und Lungenentzündungen etc.). Zudem stehen einige synthetische Cannabinoide im Verdacht selbst erbgutschädigend zu sein.
- Grundsätzlich wird vom Konsum synthetischer Cannabinoide abgeraten. Wenn die Substanz bekannt ist, sollte man sich in Kleinstdosen an die beabsichtige Wirkung herantasten. Zwischen den Dosen sollten mehrtägige Konsumpausen liegen.
- Natürliches Cannabis bei Verdacht in einem Drug-Checking-Angebot testen lassen.
- Neu gekaufte Cannabisprodukte beim ersten Konsum nur «antesten» und danach 20 Minuten warten. Bei ungewöhnlicher Wirkung unbedingt auf weiteren Konsum verzichten!
- Mischkonsum vermeiden! Mischkonsum (auch mit Alkohol oder Medikamenten) ist wegen der unvorhersehbaren und noch unbekannten Wechselwirkungen besonders riskant.
- Cannabisprodukte vor dem Konsum gut vermischen (Grinder verwenden), um starke Konzentrationen und Inhomogenitäten möglicher synthetischer Cannabinoide zu vermeiden.[1]