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Wein und Schokolade ergänzen sich geschmacklich perfekt, wenn man einige Regeln beachtet:
Die Auswahl der Sorten und die Reihenfolge der Verkostung spielen für ein gelungenes Zusammenspiel eine grosse Rolle.
Mehr Wissen kann in diesem Fall tatsächlich mehr Genuss bedeuten. Es empfiehlt sich, den Anbaugebieten, der Geschichte und Produktion etwas Beachtung zu schenken. Oder fragen Sie nach körperreichen und ausgereiften Weinen! Folgende Regeln können angewendet werden:
- Ein echter Allrounder in Verbindung mit Schokolade ist Portwein. Mit Portwein kann man fast nichts falsch machen.
- Bei süssen Kombinationen sollte der Wein etwas süsser als die Schokolade sein.
- Süsse und zartschmelzende Vollmilchschokolade harmoniert gut mit restsüsslichen Weissweinen wie Auslesen
- Vorsichtig beim Thema Säure! Eine deutliche Säurenote in der Schokolade kann in Verbindung mit einem trockenen Wein noch dominanter werden.
- Sauer und bitter verstärken sich unangenehm. Bitter und bitter ebenfalls.
- Zartbitterschokolade mit einem höheren Kakaoanteil mag kräftige und opulente Rotweine. Ein körperreicher, im Barrique ausgebauter Wein kann es mit einer dunklen, herben Schokolade (ca. 70% Kakao) aufnehmen.
- Schokolade mit sehr hohem Kakaoanteil wirkt adstringierend (pelziges Gefühl im Mund) und passt daher nicht zu tanninbetonte Rotweinen. Versuchen Sie zur Bitterschokolade einmal einen weichen Dessertwein, der ausgeglichen wirkt.
- Zu trockenem Weisswien kann eine Milchschokolade mit etwas Salz und Säure (zum Beispiel Zitrusnoten) sehr gut passen.
- Weisse Schokolade verbindet sich geschmacklich perfekt mit kompakten Süssweinen. Für edlere Anlässe ist die Kombination mit einem Champagner Demi-Sec perfekt.
- Gemeinsame Aromen ergänzen sich zum grössten Teil: Ein sehr fruchtiger Wein passt zu einer fruchtbetonte Schokolade, eventuell auch zu einer mit Früchten aromatisierte Schokolade.
- Interessant kann auch die Kombination aus weisser Schokolade mit Gewürzen und Nüssen und einem trockenerem Weisswein sein.
- Spielen Sie mit dem Geschmäcker der Weine und Schokolade. Aber verkosten sie nur wenige Kombinationen. Entweder testen Sie zu Ihrem Lieblingswein verschiedene Schokoladensorten – oder umgekehrt: die Lieblingsschokolade einmal zu Rotwein und Weisswein versuchen.
Verkostung und Reihenfolge:
Zur Verkostung von Wein und Schokolade gibt es einige Regeln. Sie dienen dazu, dass der Gaumen die Aromenvielfalt von Wein und Schokolade erfassen kann und die Parallelen oder Gegensätze nicht untergehen.
Der äussere Eindruck: Zunächst wird der optische Eindruck des Weines geprüft. Die Farbe von Rotwein verändert sich mit zunehmender Reife von violett zu rubin- oder ziegelrot, die von Weisswein von hellgelb zu goldgelb. Betrachten Sie nun die Schokolade. Hochwertige Schokolade hat einen seidigen Glanz. Je dunkler die Schokolade, desto höher ist der Kakaoanteil. Echte Chocolatiers prüfen ihr Produkt mit allen Sinnen. Halten Sie die Schokolade ans Ohr und brechen ein Stück ab – gute Qualität zerbricht mit einem deutlichen Knackgeräusch, es entsteht eine saubere Bruchkante.
Nun folgt die olfaktorische, also die Geruchsprüfung. Nehmen Sie Ihr Weinglas unmittelbar an die Nase und atmen Sie tief ein. Versuchen Sie, fruchtige, blumige oder würzige Gerüche im Wein zu finden. Interessant ist, ob sich hier bereits Parallelen zur Schokolade finden. Auch die Schokolade wird dem Dufttest unterzogen. Ihr Geruch kann herb bis sahnig reichen und Röstnoten, Gewürze oder fruchtige Nuancen enthalten.
Der Geschmack: Zuerst wird der Wein probiert, nehmen Sie ruhig einen kräftigen Schluck. Dann sollte sich ein Stückchen Schokolade dazugesellen. Die Schokolade soll langsam auf der Zunge schmelzen (nicht kauen!) und alle Regionen der Zunge erreichen. Die Aromen der Schokolade und Wein verbinden sich nun im Mund. Sie merken, ob die beiden Gemeinsamkeiten in Süsse und Frucht haben, oder ob eher Gegensätze bestehen, zum Beispiel in Süsse oder Säure. Beides kann interessant und harmonisch sein. Achten Sie gezielt auf den Süssegrad, die Säure, den Körper und die Geschmacksintensität und verfolgen Sie das Zusammenspiel der Aromen.
Die Beurteilung: Nehmen Sie sich die Zeit, so viel wie möglich herauszuschmecken. Die Fähigkeit, möglichst viele Nuancen und Komponenten zu erkennen, verbessert sich mit etwas Übung übrigens relativ schnell. Interessant ist es auch, die Eindrücke von verschiedenen Kombinationen aufzuschreiben und zu vergleichen. Wenn Sie mit Gästen gemeinsam verkosten, ist natürlich auch der Austausch über das „Erschmeckte“ interessant.
Wenn Sie mehrere Sorten miteinander probieren möchten, sollten Sie Ihre Geschmacksknospen nicht überfordern. Hier gilt: Verkostet wird mit aufsteigendem Kakaogehalt und aufsteigender Intensität beim Wein (hier ist der Alkoholgehalt ein Richtwert). Werden Weiss- und Rotwein probiert, ist die klassische Reihenfolge; erst weiss und dann rot!
Quelle: Anja Wetzl, Weinfachfrau