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17 Miranda, Bonito, Pedro Juan Caballero, Concepcion, Filadelfia, Hasta la Pasta
23. Juli - 13. August 2018, KM 1'640
Bonito, das Gebiet der vielen Grotten, Wasserfälle und glasklaren Flüssen. Wir besuchen die Gruta do Lago Azul, und sind ziemlich enttäuscht. Wahrscheinlich sind unsere Erwartungen wieder einmal zu hoch. Wir steigen ca. 200 Tritte hinunter, kommen an einigen Stalaktiten und Stalagmiten vorbei zu einem blauen See. Es ist einfach eine grosse offene Höhle.
Die Schlucht Buraco das Araras, Loch der Aras, wurde 1912 entdeckt, ein gigantischer Einbruch mit einem Durchmesser von 160 Meter, einem Umfang von 500 Meter und einer Tiefe von 125 Meter, am Grund ein See. Hier lebt Südamerikas grösste Population von roten Papageien, die bis zu 90 Zentimeter gross werden. Sie hängen an den roten Felswänden, wo sie auch nisten. Wir nehmen an einer Führung teil, denn alleine darf man nicht gehen. Unser Guide spricht gut spanisch, so dass wir doch auch einiges mitbekommen. Es gibt zwei Aussichtsplattformen um die Vögel zu beobachten. Zu Dutzenden sitzen sie auf den umliegenden Bäumen oder fliegen im Kreis in diesem riesigen Krater. Im See lebt ein Krokodilpaar, niemand weiss wie es da hineingekommen ist. Sie ernähren sich von Vögeln und fressen ihre eigenen Jungen um zu überleben. Gesehen haben wir sie nicht.
Wir übernachten noch einmal kurz vor der Grenze, morgen wollen wir wieder nach Paraguay. Am 1. August möchten wir in Filadelfia die Familie Marveggio besuchen, ehemalige Nachbarn von uns, die letztes Jahr ausgewandert sind. Doch zuerst stehen die Zollformalitäten an und hier in Pedro Juan Caballero gestaltet sich das als ziemlich zeitaufwendig, sind doch alle Büros weit verstreut. Bei der brasilianischen Immigration ist die Warteschlange schon erheblich und wir üben uns in Geduld. Einige Kilometer zurück befindet sich der Zoll, da geht alles zügig. Wieder einige Kilometer weiter, in einem schäbigen Gebäude, ist die paraguayische Immigration untergebracht mit einem mürrischen Beamten, der sich offensichtlich von uns gestört fühlt. Schnell drückt er uns den Stempel in den Pass. Uns soll es recht sein. Jetzt noch zum paraguayischen Zoll für die Fahrzeugpapiere. Hoppla! Wir stehen vor verschlossenen Türen. Vergebens suchen wir ein Hinweisschild auf die Öffnungszeiten. Ein Wachmann kommt vorbei und macht uns klar: es ist Samstag, geschlossen, vor Montag geht hier nichts. Sch…..!!!! Ratlos schauen wir uns an. Was jetzt? In der Nähe finden wir einen Campingplatz, inmitten der Natur mit einem grossen Swimmingpool. Hier halten wir es gut zwei Tage aus. Und hier ist auch die Gelegenheit gekommen, endlich unser Fondue zu probieren, das wir in einer Schweizer Käserei in Paraguay gekauft haben. Na ja, man kann es essen, aber ein echtes Fondue zu Hause schmeckt einiges besser.
Am Montagmorgen stehen wir wieder vor dem Zollgebäude, finden auf Anhieb den richtigen Schalter, eine nette Dame nimmt sich unser an und schon kurze Zeit später verlassen wir Brasilien 😊.
Die Strasse bis Concepcion ist in einem einigermassen anständigen Zustand, doch ab hier bis Filadelfia, also gute 300 Kilometer, ist die Transchaco, oder Autobahn mit vielen Schlaglöchern (steht so im Reiseführer), schlicht eine Katastrophe! Die würden hier gescheiter Slalomstangen aufstellen, denn so fährt man mehrheitlich auf dieser Autobahn. Der Chauffeur darf die Strasse keine Sekunde aus den Augen lassen, denn sonst bleibt man vielleicht in einem riesigen Schlagloch, oder schon beinahe Krater, stecken. Und zu sehen gibt es auch nichts ausser Busch, immer wieder Busch und nochmals Busch. Gegen Abend kommen wir dann in Filadelfia an und suchen uns einen Schlafplatz. Wir haben zwar die Adresse von unseren Bekannten, doch seit drei Tagen versuchen wir sie zu erreichen, leider ohne Erfolg. Das liebe Internet lässt grüssen. Am nächsten Morgen, es ist der 1. August, lassen wir uns am Postschalter den Weg beschreiben und stehen dann gegen Mittag vor ihrem Haus. Die Wiedersehensfreude ist gross und es gibt erstmal viel zu erzählen. Wir hören von ihnen schon einiges über die Mennoniten. Darum besuchen wir am andern Tag das Museum, ein Heimatmuseum mit der Geschichte der Mennoniten und ein Naturkundemuseum über Flora und Fauna im Chaco. Wir bekommen eine Privatführung da wir die einzigen Besucher sind. Schon vor der Besiedlung Paraguays durch die Spanier war das Land von indigenen Völkern besiedelt. Noch heutzutage leben in Paraguay 19 verschiedene indigene Stämme. Rund die Hälfte der Indianer leben im dünnbesiedelten Chaco rund um die drei grossen Mennonitenstädte Filadelfia, Loma Plata und Neu-Halbstadt. Zwischen 1927 und 1948 gründeten die Mennoniten drei Kolonien im Chaco: Menno, Fernheim und Neuland mit den Hauptstätten Loma Plata, Filadelfia und Neu-Halbstadt. Unter schwersten Bedingungen besiedelten sie den trockenen Chaco und verwandelten ihn in ein landwirtschaftliches, nutzbares Gebiet. Sie leben heute hauptsächlich von Viehwirtschaft. Das Museum besitzt auch einen Ausstellungsraum nicht nur der einheimischen Tierarten, sondern auch für die besonderen Harthölzer des Chacos und zeigt auch zahlreiche Gegenstände der Indianer. Mario nimmt sich extra einen Tag frei um mit uns und seiner Familie einen Ausflug in die Missionsstation Yalve Sanga zu machen. Wir bekommen Einblicke und viele Informationen zu dem Spital, der Schule und der Landwirtschaft. Anderntags besuchen wir mit den Kindern, Laura und Sofia, einen Eco-Turismo Tierpark, wo wir doch noch einen Tapir bewundern dürfen, wenn auch in Gefangenschaft. Zu guter Letzt werden wir von Helene noch ins Teetrinken, genau in die Mate-Zeremonie eingeweiht, daraus wird ein lustiger, gemütlicher Abend. Nach fünf tollen Tagen heisst es Abschied nehmen, denn unser Heimaturlaub naht. Vielen Dank nochmals für eure Gastfreundschaft, wir fühlten uns sehr wohl bei euch.
Wir übernachten noch einmal auf dem Weg nach Asuncion und kommen am Dienstagabend auf dem Camping Hasta la Pasta an. Jetzt bleiben uns noch ein par Tage, um unser Bischu gründlich zu reinigen und uns dann gemütlich auf unsere Schweizerferien vorzubereiten. Am Montagabend geht unser Flug und Mitte Oktober kehren wir wieder hierher zurück um weiter Richtung Norden zu reisen. Bis dahin sagen wir:
TSCHÜSS 😊