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Endlich sind sämtliche Romane von John Fante wieder lieferbar, einige davon beim Blumenbar-Verlag in glänzender Übersetzung von Alex Capus, sowohl in der hier vorliegenden Trilogie als auch als Einzelausgaben. Neben "1933 war ein schlimmes Jahr" und "Der Weg nach Los Angeles" publizierte der Verlag auch "Warte bis zum Frühling, Bandini", "Frag den Staub" und "Warten auf Wunder". Letztere drei bilden die Arturo-Bandini-Trilogie.
John Fante beschreibt das Leben eines aus ärmlichen Verhältnissen in Boulder, Colorado stammenden Italo-Amerikaners, der sich selbst gerne als Schriftsteller ausgibt und so bald zu einem wird. Durch den galant-geschickten dramaturgischen Kunstgriff, den sich John Fante hier mit seinem alter ego Arturo Bandini geschaffen hat, entwickeln sich seine Geschichten wie von selbst und es ist letztlich egal, wie autobiographisch sie sind oder eben nicht sind. Arturo wächst mit seinen beiden Brüdern August und Federico in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater ist Maurer, aber statt zu arbeiten spricht er gerne der Flasche zu, denn in den Dreißigern in Amerika gab es kaum Arbeit. Nach der großen Depression von 1929 dauerte es noch etwas, bis der New Deal des Präsidenten Franklin Delano Roosevelt zu wirken begann. Und so musste man eben viel "improvisieren".
Svevo Bandini, Arturos Vater ist Meister darin und als er durch seinen Kumpanen Rocco die reiche Witwe Hildegarde kennenlernt, ist es ihm kaum zu verübeln, dass er mit ihr anbandelt, denn sie bietet ihm etwas, das der Staat oder die Gesellschaft nicht tut: Arbeit. Die Kritik an den kapitalistischen Herrschaftsverhältnissen - oder zumindest deren Wirtschaftsordnung – wird von John Fante so elegant und geschickt hinter einer Simplicissimus-Geschichte verborgen, dass man zuweilen Tränen lacht, so dilettantisch stellt sich Arturo bei seinen ersten Frauengeschichten an. Aber natürlich hat alles einen sehr ernsten Hintergrund, der einem die Lachtränen versiegen lässt. "Warte bis zum Frühling, Bandini" ist eine Weihnachtsgeschichte der ganz anderen Art, aber am Ende gibt es doch ein Happy End für die Familie Bandini.
Über die bitterschreiende Armut der Bandinis darf man zwar nicht lachen, sehr wohl jedoch über Arturos Größenwahnsinn, der, kaum hat er eine Kurzgeschichte veröffentlicht, sich als einer der größten Schriftsteller Amerikas wähnt. In "Frag den Staub" benimmt er sich gegenüber der Kellnerin Camilla, der Kifferin, als sei er der Schah von Persien, erniedrigt sie, um sie zu erobern und verliert am Ende doch. Das Buch wurde 2006 mit Salma Hayek und Colin Farrell verfilmt. Aber kein noch so großes Staraufgebot und Hollywoodbudget reicht an die Sprache Fantes heran.
Dabei hatte John Fante sich vor allem mit dem Schreiben von Drehbüchern über Wasser gehalten, als er vor seiner Familie nach L.A. flüchtete. In "Warten auf Wunder", das sehr autobiographisch geprägt zu sein scheint, kommt dies deutlich zum Tragen, denn in einer Vorwegname von "Once Upon a Time in...Hollywood" (Quentin Tarantino) schiebt Fante eine Westernhandlung in seine Romanhandlung, die das Überschwappen von Traum und Realität im Hollywood der Dreißiger Jahre geradezu idealtypisch verknüpft: Damals fuhr man noch mit der Straßenbahn nach Bunker Hill.