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Virushepatitis
Akute Virushepatitis
Eine akute Virushepatitis kann durch alle fünf Hepatitis Viren (Hepatitits A – E) hervorgerufen werden.
Für mehr Informationen siehe Gastrix App (link) --> folgt
Chronische Virushepatitis
1. Chronische Hepatitis B
Das Hepatitis-B-Virus ist ein hepatotropes DNA-Virus, mit dem ca. 6% der Weltbevölkerung chronisch infiziert sind (> 8% in Asien und Afrika, 2–7% im Mittleren Osten, Ost- und Südeuropa und Nordafrika, < 2% in den übrigen Teilen der Welt). Es kommen weltweit 8 Genotypen A – H) vor. In der Schweiz sind etwa 0.3 % der Bevölkerung also rund 25.000 Personen chronisch mit dem Hepatitis B Virus infiziert.
Bei chronischer Infektion werden verschiedene Krankheitsphasen durchlaufen
Therapie
Mit den aktuell verfügbaren Medikamenten kann leider nur bei sehr wenigen Patienten mit chronischer Hepatitis B Infektion eine Viruselimination erreicht werden. Ziel der oft lebenslangen Behandlung ist daher die Virusreplikation zu unterdrücken, wodurch die Entzündungsaktivität reduziert wird. Dadurch lässt sich ein Fortschreiten der Entzündung und die dadurch bedingte Vernarbung der Leber (Leberfibrose) verhindern und in vielen Fällen sogar eine Besserung erzielen.
Eine Therapieindikation besteht bei Leberfibrose Metavir F2 – 4 (Skala 0 = keine Fibrose bis 4 = Zirrhose), oder bei signifikanter Entzündungsaktivität A2 – 3 (Skala 0–3).
Patienten mit Leberzirrhose oder dauerhaft erhöhter Entzündungsaktivität haben ein erhöhtes Risiko ein Leberkarzinom (hepatozelluläres Karzinom) zu entwickeln, und sollten daher zusätzlich zur antiviralen Therapie in einem Screeningprogramm in sechsmonatlichen Intervallen sonographisch, also mit Ultraschall der Leber untersucht werden.
Zur Behandlung stehen
pegyliertes Interferon und Nukleosid- respektive Nukleotidanaloga zur Verfügung.
Hepatitis-B-Impfung
Die Hepatitis-B-Impfung induziert anti-HBs-Antikörper, welche nahezu einen 100% Impfschutz verleihen. Sie wird für alle Risikogruppen und mittlerweile auch zusammen mit den Standardimpfungen im Kindesalter empfohlen. Ein Titer > 100 IE gilt als sicher protektiv.
Immunsuppression/Chemotherapie
Vor immunsuppressiver Therapie und Chemotherapien insbesondere mit B-Zell-Depletion sollte wegen der Gefahr einer fulminanten HBV-Reaktivierung bis hin zum Leberversagen auf eine vorliegende (HBsAg) oder durchgemachte (Anti-HBc IgG) Hepatitis B gescreent werden.
2. Chronische Hepatitis C
Das Hepatitis-C-Virus ist ein hepatotropes einsträngiges RNA-Virus, mit dem ca. 3% der Weltbevölkerung (in der Schweiz ca. 0.8–1.6%) infiziert sind. Es sind 7 verschiedene Genotypen bekannt. In Deutschland und der Schweiz findet man vorwiegend die Genotypen 1 und 3.
Therapie der Hepatitis C
Die Therapie der chronischen Hepatitis C ist inzwischen nach Einführung zahlreicher neuer Medikamente komplex und unterliegt aktuell einem starken Wandel.
Eine Indikation zur antiviralen Therapie in jedem Fall bei erhöhter histologischer Entzündungsaktivität oder Leberfibrose ab einem Metavir Score A2 / F2 gegeben.
Mit sehr gut verträglichen interferonfeinen Substanzkombinationen können mit einer je nach Ausgangsbefund 8, 12, oder 24 wöchigen Behandlung Viruselimination von >90% erzielt werden.
Da derzeit die Entwicklung im Bereich der Hepatitis-C-Therapie sehr dynamisch verläuft, werden die entsprechenden Therapieleitlinien teilweise in 6-monatigen Abständen angepasst.
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www.easl.eu/_clinical-practice-guideline
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www.sasl.ch oder
www.sggssg.ch
3. Hepatitis D
Das
Hepatitis-D-Virus ist ein sogenanntes
Satellitenvirus, da es kein eigenes Hüllprotein besitzt, sondern auf die Hülle des Hepatitis-B-Virus als Verpackung angewiesen ist. Es wird geschätzt, dass ca.
5% aller mit Hepatitis B infiziertenPatienten weltweit mit dem Hepatitis-D-Virus
superinfiziert sind. Wird HDV gleichzeitig mit HBV übertragen, so verläuft die akute Infektion ähnlich wie die HBV-Monoinfektion, mit einer Spontanheilungsrate von > 95% für beide Viren. Bei einer HDV-Superinfektion auf eine länger bestehende Hepatitis-B-Infektion kommt es wegen der schon in grosser Zahl vorhandenen HBV-Hüllen zu einer starken Vermehrung der Hepatitis-D Viren, und damit einer hochreplikativen Hepatitis- D-Infektion, die zu
schweren Hepatitis-Schüben mit Teilversagen der Leberfunktion (hepatischer Dekompensation) führen kann. In dieser Situation verläuft die Hepatitis D in 70–90% chronisch, häufig mit progredienter Leberfibrose und Zirrhose.
Therapie
Pegyliertes Interferon α kann als einzige verfügbare Therapieoption nach einer Behandlungsdauer von 48 Wochen bei 25–40% der Patienten zum anhaltenden Verlust der HDV-RNA führen und auch eine histologische Verringerung des Fibrosegrades bewirken.
4. Hepatitis E
Hepatitis E ist ein RNA-Virus welches sowohl Menschen als auch Wild, Vieh, Schweine, Ratten, Mäuse und Hunde befällt. Die Übertragung erfolgt in Epidemien meist fäkal oral über kontaminiertes Wasser oder über den Genuss von rohem Wild- oder Schweinefleisch. Extrahepatische neurologische Symptome sind nicht selten. In speziellen Fällen (Immunsuppression) kann die Hepatitis E Infektion einen chronischen Verlauf nehmen.