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Clavaleyres und Münchenwiler standen im Mittelpunkt eines Vortrags in Murten. Jakob Schluep, ehemaliger Gemeindepräsident von Münchenwiler, blickte zurück auf die Geschichte der beiden Gemeinden.
«Der Kantonswechsel von Clavaleyres ist perfekt nach den demokratischen Vorgaben erfolgt», sagte Jakob Schluep am Dienstag im Murtner Rathaus. Doch bis es so weit war, gab es etliche Wendungen. Diese waren das Thema von Schlueps Vortrag, zu dem der Deutsche Geschichtsforschende Verein des Kantons Freiburg eingeladen hatte. Schluep war von 1983 bis 1990 sowie von 2001 bis 2006 Gemeindepräsident von Münchenwiler.
Obwohl Clavaleyres bereits bei seiner ersten Erwähnung im Mittelalter zum Kloster in Münchenwiler gehörte, bildeten die zwei Dörfer nie eine gemeinsame Gemeinde. Es sei früher üblich gewesen, dass es viele, kleine Gemeinden gab, sagte Schluep. Zum anderen habe auch die räumliche Trennung der beiden Dörfer eine Rolle gespielt.
Wechsel von Freiburg nach Bern
Im Lauf der Jahrhunderte fanden mehrere Käufe und Verkäufe von Clavaleyres statt. Nach dem Einmarsch der Franzosen 1798 wurden Münchenwiler und Clavaleyres freiburgisch. Doch Bern wollte die Gebiete zurückholen. Mehrmals musste sich ein sogenanntes Syndikat, eine Art Gericht, mit der Frage der Zugehörigkeit befassen, wollte jedoch kein Urteil fällen. 1807 gab es eine Entscheidung: Clavaleyres und Münchenwiler wechselten wieder nach Bern. 1895 kam in Bern die Idee auf, Clavaleyres und Münchenwiler zu fusionieren. Doch beide lehnten ab.
Anfang der 2000er-Jahre gab es wieder Bewegung. Clavaleyres sowie Münchenwiler verabschiedeten eine Absichtserklärung für eine Fusion. Das Vorhaben scheiterte 2008 am Nein in Münchenwiler. Das Thema Fusion war aber nicht vom Tisch. In den 2010er-Jahren sprachen Clavaleyres und Greng miteinander. Als von einer Grossfusion im Raum Murten die Rede war, wurde die Idee nicht weiterverfolgt. Auch Pläne über ein Zusammengehen mit Kallnach oder Laupen waren nicht von Erfolg gekrönt. Die nun anstehende Fusion mit Murten und der Kantonswechsel sind das Ende eines langen demokratischen Prozesses. Schluep zählte einige Etappen auf, bei denen es grünes Licht brauchte: Gemeindeversammlung Clavaleyres, Generalrat Murten, die Kantonsparlamente, Urnenabstimmung in beiden Kantonen sowie Bundes-, Stände- und Nationalrat.