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GESCHICHTE
Das zwischen Zürichsee und Sihltal gelegene Wollishofen, im Süden an Kilchberg und im Norden an die Enge grenzend, umfasst eine Landfläche von 406 ha (ohne Gewässer) und beherbergt heute ca. 18 900 Einwohner (2019). Die Pfahlbauer sind wohl die ältesten Siedler dieser Gegend. So fand man im «Haumessergrund» Überreste eines Pfahlbauerdorfes. Ganz in der Nähe machte man Münzfunde und entdeckte einen römischen Mosaikboden, die heute im Landesmuseum zu bewundern sind und auf die Besiedlung während der Römerzeit hinweisen. Im 5.Jahrhundert überschritten dann die Alemannen den Rhein und siedelten sich in verstreuten Gehöften an. Einer davon, namens Wolo, liess sich mit seiner Sippe am Mittellauf des Dorf- oder Moosbaches nieder. Dieses Gebiet wurde dann «Woloshoven» genannt, was eine Urkunde nach neuesten Erkenntnissen 1227 erstmals erwähnt. Alt-Wollishofen bestand lange Zeit aus Einzelhöfen und kleineren Häusergruppen. Zusammen mit Leimbach und der Enge bildete es eine der 18 inneren Vogteien der Stadt Zürich, über die zwei Obervögte die Herrschaftsrechte ausübten. Die Namen der damaligen Amtspersonen sind auf der 1702 gegossenen Glocke vermerkt (im Hof der alten Kirche zu besichtigen).
Erst nach dem Einmarsch der französischen Truppen brach die alte Ordnung zusammen. Das Kriegsjahr 1799 brachte der Gemeinde viel Not und Leid, wurden doch die Kämpfe zwischen den Franzosen und den Österreichern mit den verbündeten Russen teilweise auf Wollishofer-Gebiet ausgetragen. Am 1.1.1893 wurde Wollishofen nach einer kantonalen Volksabstimmung gegen seinen Willen in die Stadt Zürich eingemeindet und bildete mit der Enge den Kreis 2. Die knapp 100 Jahre vorher gewonnene Selbständigkeit ging damit wieder verloren. Bis Ende des 18.Jahrh. war Wollishofen fast ausschliesslich von Bauern bewohnt. Sie beschäftigten sich mit Ackerbau, Viehzucht und vor allem mit Weinbau. Um 1720 wurde eine Seidenweberei eröffnet und schon bald sorgten mehrere kleinere Betriebe für neue Arbeitsplätze. Die grosse Entwicklung zum heutigen Wollishofen setzte 1885 mit der Einweihung des Bahnhofes und 1900 mit dem Bau der elektrischen Strassenbahn bis zum Morgental ein. Es entstanden die Gewerbebetriebe längs des Sees, die heute im «Freizeit-Zeitalter» langsam aber sicher wieder neuen Zwecken zugeführt werden.
Heute trennen nur 15 Minuten Wollishofen vom Zentrum der Stadt Zürich. Für die einen ist Wollishofen ein Ort, wo es sich einfach gut leben lässt, für andere ein angenehmer Arbeitsplatz und für immer mehr ein Quartier, in dem man sich begegnet. Alle können in Wollishofen auf ihre Rechnung kommen: Die Grünanlagen – von der Landiwiese bis zum Entlisbergwald – laden zu Spiel und Erholung ein. Die zahlreichen Vereine – vom Sportverein bis zur sozialpädagogischen Vereinigung – pflegen das Zusammensein und fördern aktiv das Quartierleben. Gegensätzliche Lebens- und Kulturvorstellungen verschmelzen hier zu einem Ganzen: Rote Fabrik und Musikverein Harmonie, Altersheim und Jugendtreff, Ortsmuseum und Quartiertreff.