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CH 1982 22'
Bilder und Töne aus Berlin, Tokyo und aus Hongkong, dazu Licht- und Schattenstudien meines Zimmers in Berlin sollen durcheinander gemischt und durcheinander geblendet und, von verwestlichter chinesischer Musik unterstützt, das Gefühl von Heimweh und Fernweh, von Sehnsucht, von irgendwo und nirgendwo evozieren.
"Klopfenstein hat Bilder gemacht, wie man sie so friedlich unbestimmt dann findet, wenn man auf unbekanntes Gelände kommt und noch nicht weiss, was man darüber aussagen, und was aus dem allgemeinen atmosphärischen Eindruck hervorzuheben wäre. Der Blick verbohrt sich nicht, er fasst nichts ins Auge, er schweift weit, er folgt der Bewegung der S-Bahn, orientiert sich an einem Warnschild, einer Telefonzelle, gleitet weiter, belässt alles in der Nebensächlichkeit. Die Bilder der Aussenwelt, von der Nacht am Schlesischen Tor, dem Tag in Tokyo und Hongkong sind von unprätentiöser Selbstverständlichkeit. Durch die Montage fangen die Bilder zu sprechen an. Sie artikulieren den Lauf des Lichts um die Wel: Fällt in Berlin die Nacht, gleisst im Osten das Licht überweiss. Zu dieser realistischen Aussage gesellt sich eine poetische: Die Bilder beider Weltteile werden durch unterlegte “amerikanisierte” chinesische Musik eigenartig entwirklicht. Die Poesie versucht die Welt zusammenzufügen, welche durch den unabhängigen Lauf der Zeit getrennt ist in Ost und West, Tag und Nacht.
Peter Schneider, CINEMA Buch