Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03242.jsonl.gz/87

Das Lausanne von 1900
Schloss Ouchy
Heute liegt das neogotische Schloss Ouchy, das als Hotel betrieben wird, inmitten der Uferanlagen. Es ist ein Wahrzeichen der Hafenstadt Lausanne und des lokalen Hotelgewerbes. Es wurde von 1888 bis 1893 vom Architekten Francis Isoz am Standort einer mittelalterlichen Festung erbaut, von der nur der Bergfried erhalten und modernisiert wurde.
Nach dem Anschluss von Lausanne an das Bahnnetz im Jahr 1856 entwickelte sich der Tourismus sehr rasch und erreichte 1914 seinen Höhepunkt. Es wurden zahlreiche Luxushotels in den unterschiedlichsten Stilen erbaut, bei denen jedoch praktisch immer sehr viel Sorgfalt auf die Verzierungen verwandt wurde. In diesem Zusammenhang wurde der Standort Ouchy vollständig neu gestaltet. Abgesehen von der Errichtung mehrerer Hotels wurde 1877 eine Standseilbahn gebaut. Die Uferanlagen wurden 1901 eingeweiht und zu einer beliebten Promenade der Stadtbewohner.
Die mittelalterliche Burg aus dem 13. Jahrhundert gehörte wie das Schloss Chillon zu einer ganzen Reihe von Seeschlössern. Wie die Schlossanlage in Chillon verfügte sie über einen zentralen Bergfried, über Prunksäle auf der Seeseite, über eine doppelte Schlossmauer und über Rundtürme auf der Landseite. Sie wurde von den Bischöfen von Lausanne errichtet und war eine Reaktion auf das Erstarken der bürgerlichen Macht und auf den zunehmenden Einfluss von Savoyen in der Region.