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Der Start der mit Wasserstoff H2 gefüllten Ballone erfolgte, als es im französischen Montbéliard Nacht wurde (eine 2er-Delegation aus dem HK-Redaktionsteam war vor Ort). Jedes Jahr messen sich die besten Gasballonpiloten an der Gordon Bennett Langdistanz-Weltmeisterschaft. Sieger ist das Team, das die weiteste Strecke zurücklegt, unabhängig von der benötigten Zeit. Es wird die Distanz zwischen Start und Landung gemessen. Die Ballongrösse ist auf 1050 m3 beschränkt und pro Land können drei Teams nominiert werden.
Entdeckerinstinkt von Anfang an
Gordon Bennet Rennen gibt es seit 1906. Der Zeitungsverleger James Gordon Bennett Jr. hat verschiedene Sportarten genutzt, um seiner Zeitung neuen Schwung zu verleihen. Zudem realisierte er Reisen in wenig vertraute Gegenden der Welt, so auch die Aussendung seines Reporters Henry Morton Stanley nach Zentralafrika, um dort den vermissten schottischen Missionar und Arzt David Livingstone zu suchen.
Dank dem seit 1906 durchgeführten Rennen wurde das Gasballonmaterial ständig weiterentwickelt. Ziel ist es, immer leichtere Ballone zu bauen, um möglichst viel Fahrballast in Form von Sand mitnehmen zu können.
An der Schwarzmeerküste am Ziel
Kurt Frieden, Solarprofi bei Haustechnik Eugster AG in Arbon, ist seit 1992 Ballonpilot. Bei schönem Wetter ist er oft über der Ostschweiz im Ballon unterwegs. Hinter ihm liegen bereits 20 Teilnahmen am Gordon Bennett Rennen: 1. Rang 2010 / 2015 / 2016; 2. Rang 2009 / 2012 / 2017; 3. Rang 2013. Mit diesen weltmeisterlichen Auszeichnungen ging er auch 2019 in Montbéliard wieder an den Start.
Am 13. September 2019 standen auf dem dortigen Flugplatz 20 Gasballone bereit, um an der Gordon Bennett Langdistanz-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Nachdem zu Beginn des Rennens vier Teams nach Westen zogen und an der französischen Atlantikküste landen mussten, trieb in mittleren Höhen von 2000 – 4000 Meter eine Gruppe von Teams mit bis zu 60 km/h nach Osten in Richtung Schwarzes Meer. Die Zweier-Mannschaft SUI-2 mit Kurt Frieden und Pascal Witprächtiger führte die Gruppe zunächst an, wurde dann aber noch von SUI-1 überholt. Ein Schweizer Doppelsieg kam damit in Griffnähe – und wurde sodann auch Realität. Rund vier Tage nach dem Start näherte sich SUI-2 wieder dem Erdboden. Am 17. September 2019, um 14.25 Uhr und rund 1750 km vom Startort entfernt ging für sie das diesjährige Rennen an der bulgarischen Schwarzmeerküste erfolgreich zu Ende. Kurt Frieden sicherte sich den nächsten Vize-Weltmeister-Titel. Die lange Fahrt über vier Nächte mit einer Dauer von 88 h 40 min ist für ihn ein neuer persönlicher Rekord.