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Die steigende Zahl von Konfessionslosen ist eine Tendenz, welche schon seit längerem bekannt ist. Die Studie des renommierten Religionssoziologen Jörg Stolz zeigt, dass diese Entwicklung keine Frage des Individuums, sondern der Generationen ist. Erforscht wurde mit der Studie der Zeitraum von 1930 bis 2020. Indem alle verfügbaren Studien über Religiosität zusammengeführt wurden, liessen sich die Generationen über die Jahrzehnte hinweg verfolgen.
Mit Blick auf Europa, USA und Australien ist erkennbar, dass Erwachsene ihre Religiosität über die Jahre hinweg mitnehmen und konstant halten, erklärt Stolz. Allerdings: «Jede neue Generation ist weniger religiös als die vorherige.» Die älteren Menschen, welche heute in der Kirche sind, seien immer schon so religiös gewesen. In den orthodoxen Ländern zeigt sich ein anderes Bild, Stolz spricht von einem teilweisen religiösen Aufschwung. In wenig entwickelten Ländern existiert das Phänomen der schwindenden Religiosität ebenfalls nicht.
«Für die Kirchen ist dies ein problematischer Befund. Es ist ein so grosser Prozess, dass eine einzelne Kirche schwerlich etwas dagegen unternehmen kann», hält Stolz fest. Wenn nicht etwas ganz Ausserordentliches in der Gesellschaft passiere, sei es schwer vorstellbar, den grossen Säkularisierungsprozess aufzuhalten.