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Rudolf Steiner - Malerei
Den Impuls zur Malerei schließt Rudolf Steiner an Goethes Werk zur Farbenlehre an. Goethe wies auf die seelische Wirkung der Farbe hin, und versuchte die geistige Realität der Farbe u.a. durch den Begriff der Steigerung zu umreißen. Auf ihn geht auch die moderne Farbpsychologie zurück.
Farbenlehre
In Vorträgen zu den Themen “Das Wesen der Farben“ und “Kunst und Kunsterkenntnis“ entwickelt Rudolf Steiner diesen Ansatz weiter. Er beschreibt, wie durch bewusste seelische Regsamkeit die Wirkung der Farbe wesentlicher empfunden und beurteilt werden kann. Auf dieser Grundlage schildert er nicht nur, wie die seelisch geistige Konstitution des Menschen als Farbklang seelisch erlebt werden kann, sondern wie Wesentliches, das unsere Gedanken berührt, je nach Auffassungsvermögen, in diesem Sinne farbliche Wahrnehmung wird.
Das Farberlebnis war für Rudolf Steiner der Ausgangspunkt für die Motive der Malerei. Ob es in einer gegenständlichen oder in einer abstrakt-rhythmischen Komposition zur Erscheinung gebracht wird, es ist primär auf den Farbklang gegründet.
Literatur: Das Wesen der Farben Rudolf Steiner
Malerei
In Rudolf Steiners Mysteriendramen tritt ein Maler unter dem Motto „Die Form sei der Farbe Werk“: auf . Für dessen Staffelei malte Steiner spontan während der Proben sein erstes Bild:
Malerei am Geotheanum
1914 entsteht der Entwurf für eine farbige Grundierung der großen Kuppel des Goetheanums, in dem sich farbige Bänder in regenbogenförmiger Anordnung über die Kuppelfläche ziehen.
Anschließend entstehen Skizzen zu Motiven, die in diese Bänder eingebettet werden sollten. Außerdem entwirft Rudolf Steiner Motive für die kleine Kuppel des Goetheanums. Diese Skizzen werden von etwa 15 Malern umgesetzt.
Ab 1917 malt Steiner die rechte Hälfte der kleinen Kuppel selbst aus, um zu demonstrieren, was ihm vorschwebte. Es entsteht ein farbiges Wogen aus transparenten, sich überlagernden Farbbändern, aus dem sich markante Gesten und Gesichter herausheben. Steiner betont, dass diese Figuren ‚wie von selbst’, "mit Notwendigkeit" aus der Farbe hervorgegangen seien.
Literatur:
Glasfenster
Steiners Entwürfe zu den farbigen Glasfenstern des Goetheanums, sind im wahrsten Sinne des Wortes als imaginative Fenster in die Welt, die mit der Menschheitsentwicklung verbunden ist, gedacht worden. Die Motive wurden von verschiedenen Künstlern in einer eigens dafür entwickelten Schleiftechnik in farbiges Glas eingraviert.
Literatur:
Schulungsskizzen
Ab 1921 entstehen schließlich die sogenannten Schulungsskizzen für Maler. Henny Geck, eine am Goetheanum tätige Malerin, fragte Rudolf Steiner nach Motiven, die den Zugang zu den Gestaltbildungsprozessen, von denen er gesprochen hatte, erleichtern können. Der Zyklus der von Rudolf Steiner entworfenen Schulungsskizzen umfasst ca. 30 Arbeiten und beginnt mit einfachen Naturmotiven, deren Entstehung aus der Dynamik der Farbe deutlich zu erkennen ist.
Literatur: