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Die 1910 in Hamme-Mille (B) geborene Martha Grunenwaldt lernt früh Geige spielen und begleitet schon als Kind ihren Vater – einen Wandermusiker – auf Dorfbällen, wo sie Volks- und Tanzmusik spielen. Sie besucht nur unregelmässig die Schule. 1933 heiratet sie einen Musiker von welchem sie sich jedoch kurz vor der Geburt ihrer Tochter 1937 trennt. Es beginnt ein Wanderleben. In Begleitung ihrer Tochter Josine spielt sie in Terrassencafés. 1940 wird sie von ihrer Tochter getrennt, nachdem ihr – auf betreiben ihres Mannes – das Sorgerecht für die Tochter abgesprochen wurde. Martha findet in der Folge eine Arbeit als Hausangestellte auf einem Gutshof, wo es ihr jedoch untersagt ist Geige zu spielen.
1968 zieht sie zu ihrer Tochter nach Mouscron (B).
Ihre künstlerische Tätigkeit beginnt sie erst 1981 im Alter von 71 Jahren.
Auf der Rückseite von Plakaten und Tapeten zeichnet sie bunte Welten in deren Mittelpunkt die Frau zu stehen scheint. Um die Gesichter herum erscheinen Vögel , Fiedler, pflanzliche Motive und Gebäude. Im Laufe der Zeit überwuchern die Motive die Gesichter immer mehr, so dass die Bilder Millefioris zu gleichen scheinen.
1986 findet – trotz anfänglicher Skepsis der Famillie – auf Anregung der Stiftung Art en Marge (Brüssel) eine kleine Ausstellung im Bistrot um die Ecke in Mouscron statt.
1991 organisiert das Musée de la Création Franche in Bègles, Frankreich, eine erste grosse Ausstellung mit den Werken von Martha Grunenwaldt.
Seither wurden ihre Arbeiten weltweit ausgestellt und haben Aufnahme in alle wichtigen Art Brut-Sammlungen gefunden.
Martha Grunenwaldt hat sich im Jahre 2003 ins Bett gelegt und aufgehört zu zeichnen. Sie stirbt am 23 März 2008.