Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03492.jsonl.gz/743

Der EV Zug und der Cup – vor dem Titelgewinn war das eher eine Hassliebe. Nicht selten verabschiedete man sich bereits früh im Wettbewerb, welcher zur Saison 2014/15 wiedereingeführt wurde. In den Saisons 2014/15 (1:4 gegen die ZSC Lions) und 2015/16 (3:8 gegen den SC Bern) scheiterte man im Achtelfinal jeweils deutlich an direkten Ligakonkurrenten. In der Saison 2016/17 stiess man immerhin in den Halbfinal vor, unterlag dort aber dem Genève-Servette HC mit 2:3. In der Saison 2017/18 scheiterte man krachend im Viertelfinal an den SC Rapperswil-Jona Lakers (1:5), welche damals noch in der Swiss League spielten. Auch in den beiden Saisons nach dem Titelgewinn verabschiedete man sich auf eher peinliche Art und Weise: 2019/20 kam es im Viertelfinal zur Finalrevanche gegen die Lakers, welche man klar mit 0:4 verlor. Und bei der letzten Cup-Austragung in der Saison 2020/21 schied man im Achtelfinal gegen den unterklassigen SC Langenthal (1:2 nach Verlängerung) aus.
Der Weg ins Final
Die Cup-Kampagne 2018/19 begann für den EVZ im September 2018 mit einem Auswärtsspiel in der ersten Cuprunde gegen das SL-Team EHC Winterthur. Die Zuger, welche mehr oder weniger in Bestbesetzung antraten, gewannen ohne grössere Mühe mit 1:4.
Im Achtelfinal wartete mit Ligakonkurrent HC Lugano der erste Brocken auf dem Weg ins Cupfinal. Die ersatzgeschwächten Zuger (drei von fünf Ausländern fehlten verletzt) wussten im Tessin vor allem in den Special Teams zu überzeugen. Dank zwei Toren in Überzahl durch Senteler und Klingberg sowie einem Shorthander von Simion gewannen die Zuger eine enge Partie mit 3:4.
Im Viertelfinal wartete mit dem EHC Kloten erneut ein Team aus der Swiss League. Entgegen der Erwartungen hatte der EVZ in den ersten beiden Dritteln grosse Mühe mit dem Absteiger der Vorsaison, nach zwei Dritteln lag der EHC Kloten vor heimischem Publikum mit 3:1 in Führung. Erst im letzten Drittel gelang es dem EVZ, die Partie umzudrehen. Im Mittelpunkt: die Verteidiger!
Mit Doppelpacker Santeri Alatalo und Siegestorschütze Jesse Zgraggen sorgten zwei Verteidiger im letzten Abschnitt für einen Sieg, der letztlich nicht gestohlen war.
Im Halbfinal wartete dann der SC Bern auf die Zuger, wobei man erneut auswärts antreten musste. Eine ausgeglichene Partie, welche nach 60 Minuten keinen Sieger kannte. Simion und Albrecht auf Zuger Seite sowie Blum und Boychuk auf Berner Seite sorgten für ein 2:2 nach der regulären Spielzeit. Weil auch in der Verlängerung keine Tore fielen, musste das Penaltyschiessen entscheiden. Dort waren es dann die Zuger, welche die Nerven behielten: Martschini, Roe und Senteler bezwangen den damals noch beim SCB im Tor stehenden Leonardo Genoni, während EVZ-Keeper Tobias Stephan nur von Gaetan Haas bezwungen wurde.
Der perfekte Finaltag
Am 3. Februar 2019 war es endlich soweit – die SC Rapperswil-Jona Lakers empfingen in der St. Galler Kantonalbank Arena den EV Zug zum Cupfinal. Die Lakers, zu diesem Zeitpunkt abgeschlagener NL-Letzter, wollten ihren zweiten Cuperfolg en suite feiern.
Doch die Lakers hatten schlussendlich wenig zu lachen. Schon im ersten Drittel wiesen die Kolinstädter das Heimteam in die Schranken. Dies lag vor allem auch daran, dass sich die Lakers das Leben mit Strafen selber schwer machten. Schon nach 3 Minuten traf Lino Martschini nach neun Sekunden in Überzahl zum 0:1, Dennis Everberg erhöhte in der 12. Minute auf 0:2. Dominic Lammer, welcher bereits beim Treffer von Everberg einen Assist verbuchen konnte, erhöhte unmittelbar nach dem Ablauf einer Rapperswiler Strafe in der 18. Minute gar noch auf 0:3.
Das Resultat täuschte nicht, die Zuger waren spielerisch klar besser und hatten das Geschehen auf dem Eis unter Kontrolle. Im zweiten Abschnitt liessen sich auch die Zuger vermehrt zu Strafen hinreissen. Eine Suri-Strafe konnten die Lakers dann in Person von Kevin Clark nutzen und auf 1:3 verkürzen. Die Lakers waren bemüht, erarbeiteten sich auch immer wieder Torchancen. Aber immer wieder bremsten sich die Rosenstädter mit Strafen selbst. Im letzten Drittel sorgten Reto Suri mit einem Breakaway in der 55. Minute und Yannick-Lennart Albrecht mit einem Empty-Netter in der 58. Minute für die Entscheidung.
Ein verdienter Erfolg – und nur der Anfang
Für die Zuger war es die Belohnung der kontinuierlich guten Arbeit, welche der Verein auf und neben dem Eis leistete. Entsprechend ausgelassen feierten die Zuger nach ihrer Rückkehr in der Bossard Arena mit den Fans diesen Triumph. Die Erleichterung, nach 21 Jahren endlich wieder einen Titel gewonnen zu haben, war spürbar. Und es war erst der Anfang!
Bekanntlich folgten auf den Cupsieg in der gleichen Saison die erneute Playoff-Final-Teilnahme, die Rekord-Qualifikation samt Meistertitel 2021 und die historische Titelverteidigung in diesem Jahr. Und wer weiss, was die Zukunft für den EV Zug und seine treuen Anhänger noch bereit hält…
Rapperswil-Jona – EV Zug 1:5 (0:3, 1:0, 0:2)
6100 Zuschauer (ausverkauft). – SR Wiegand/Lemelin, Obwegeser/Kovacs.
Tore: 4. Martschini (Flynn, Alatalo/Ausschluss Clark) 0:1. 12. Everberg (Lammer, Flynn) 0:2. 18. Lammer (Widerström, Morant) 0:3. 32. Clark (Knelsen/Ausschluss Suri) 1:3. 56. Suri 1:4. 59. Albrecht 1:5 (ins leere Tor).
Strafen: 7-mal 2 plus 10 Minuten (Clark) gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 3-mal 2 Minuten gegen Zug.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Hächler, Maier; Iglesias, Schmuckli; Gähler, Profico; Helbling, Gurtner; Clark, Knelsen, Wellman; Kristo, Schlagenhauf, Spiller; Mosimann, Mason, Casutt; Primeau, Ness, Hüsler.
Zug: Aeschlimann; Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Zgraggen, Stadler; Thiry; Widerström, Albrecht, Suri; Lammer, Flynn, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Leuenberger, Senteler, Schnyder; Zehnder.