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Frauen in der Politik - Erfolg der Frauen bei den Wahlen in den Verfassungsrat 2018
Mehr Kandidatinnen, mehr gewählte Frauen, mehr Frauen im Büro und in den thematischen Kommissionen: Der Verfassungsrat zeichnet sich auf all diesen Ebenen durch höhere Frauenanteile im Vergleich zu den Grossratswahlen 2017 aus. Die Wahlquote der Kandidatinnen hingegen bleibt noch immer deutlich unter der Quote der gewählten Kandidaten.
Das Kantonale Amt für Gleichstellung (KAGF) hat den Verfassungsrat und seine Organe auf Geschlechteraspekte untersucht und dazu einen Bericht veröffentlicht. Mehr als ein Drittel der Verfassungsratsmitglieder sind Frauen. Dies sollte auch ein Ziel für die kommenden Wahlen auf Gemeinde- und Kantonsebene sein.
Mit einem Frauenanteil von 38,9% haben deutlich mehr Frauen für einen Sitz im Verfassungsrat kandidiert als bei den Grossratswahlen 2017 (27.2%). Dies ist sogar das erste Mal, dass der Kandidatinnenanteil so hoch war. Auch der Anteil gewählter Frauen (33.1%) ist deutlich höher als im Walliser Parlament (19.2%). Diese historische Schwelle von einem Drittel Frauen unter den Gewählten wurde bisher in keiner kantonalen Wahl erreicht. Auch im Büro des Verfassungsrats und in den thematischen Kommissionen wurde eine hohe Frauenvertretung erreicht: Das Kollegialpräsidium seinerseits ist paritätisch aus zwei Frauen und zwei Männern zusammengesetzt. Sechs der 20 Präsidial- und Vizepräsidialämter, also 30%, sind von Frauen besetzt.
Die Wahlquote der Frauen (Prozentsatz der Gewählten dividiert durch den Prozentsatz an Kandidaten und Kandidatinnen, multipliziert mit 100), welche die Wahlchancen illustriert und ein Indikator für die Geschlechtergleichheit bei einer Wahl darstellt, hat sich gegenüber den Grossratswahlen 2017 (70,6 %) ebenfalls verbessert (85,1 %). Wie bei fast allen Wahlen bleibt sie aber deutlich tiefer als die Wahlquote der Männer, die 109,5 % beträgt.
Aus Sicht der Chancengleichheit ist die höhere Frauenvertretung ein positives Ergebnis dieser Wahl – ebenso das Bestreben, ein paritätisches Kollegialpräsidium zu bilden. Das Kantonale Amt für Gleichstellung und Familie sieht darin gute Prognosen für die kantonalen Wahlen 2021. Ein Anteil von 30% in allen politischen Gremien ist notwendig, damit Frauen vermehrt teilnehmen und mitbestimmen können.Tweet