Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/138881

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Ausschreibung des EDI für die Stelle "Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in im Geschäftsfeld Familie, Generationen und Gesellschaft" (15073) legt in Bezug auf die Sprachkenntnisse folgende Anforderungen fest: "sehr gute schriftliche wie mündliche Kenntnisse in Deutsch, Französisch und gute Kenntnisse in Englisch; Italienischkenntnisse von Vorteil".</p><p>1. Welche Aufgaben dieser Funktion erfordern "sehr gute Kenntnisse" in den zwei Amtssprachen Deutsch und Französisch und in Englisch, nicht aber in der dritten Amtssprache?</p><p>2. Warum sind "sehr gute Kenntnisse" des Französischen und des Deutschen notwendig? Müsste ein Bewerber oder eine Bewerberin mit "guten" Kenntnissen abgelehnt werden?</p><p>3. Die Italienischsprachigen sind im EDI untervertreten (5,2 Prozent im Jahr 2012). Warum wurde in der Stellenausschreibung nicht darauf hingewiesen, dass Bewerbungen aus dieser Sprachgemeinschaft besonders erwünscht sind, so, wie es Ziffer 813 der Weisungen des Bundesrates zur Förderung der Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung (Mehrsprachigkeitsweisungen, BBl 2003 1441) vorschreibt?</p><p>4. Ist der Bundesrat der Auffassung, dass diese Stellenausschreibung im Einklang steht mit dem Sprachengesetz und dessen Umsetzungserlassen?</p><p>5. Gibt es in der Direktion der Verwaltungseinheit, die diese Stellenausschreibung veröffentlicht hat, eine Mehrsprachigkeitsbeauftragte oder einen Mehrsprachigkeitsbeauftragten, und wird sie oder er bei der Formulierung von Stellenausschreibungen zu Aspekten der Mehrsprachigkeit konsultiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) nimmt die Anliegen der Mehrsprachigkeit sehr ernst und bemüht sich, die Anforderungen der Diversität zu erfüllen. Sowohl die HR-Verantwortlichen wie auch die Direktorinnen und Direktoren aller EDI-Ämter wurden noch einmal schriftlich auf die Wichtigkeit der Einhaltung geltender Bestimmungen aufmerksam gemacht.</p><p>Auch dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) ist die angemessene Vertretung der Sprachgemeinschaften, die Förderung der Mehrsprachigkeit und der kulturellen Vielfalt sehr wichtig. Die erwähnte Stellenausschreibung wird diesbezüglich vom Interpellanten zu Recht kritisiert. Es wurden bereits Massnahmen ergriffen, dass sich diese Situation in Zukunft nicht wiederholt.</p><p>1. Im Rahmen des Nationalen Programms zur Prävention und Bekämpfung von Armut werden Fragestellungen mit Akteuren des Bundes, der Kantone und weiterer externer Partner aus verschiedenen Sprachregionen bearbeitet. Die Zusammenarbeit im Programm ist mehrsprachig und interkulturell und erfordert deshalb von den Mitarbeitenden des BSV sehr gute mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse für die Begleitung der Projektaufträge und die Betreuung der Forschungsmandate.</p><p>Bei den Anforderungen in der Stellenausschreibung des BSV hätte anstelle der Sprachen Deutsch und Französisch korrekterweise der Ausdruck "zwei Amtssprachen" verwendet werden sollen.</p><p>Bei der Sprache Englisch gibt es sachliche Gründe für das BSV, welche die Anforderung rechtfertigen. Ein grosser Teil der verfügbaren Informationen zu Armut und zu Massnahmen zur Armutsbekämpfung im internationalen Kontext sowie der Forschungsliteratur ist nur in Englisch verfügbar. Deshalb sind gute Englischkenntnisse für die ausgeschriebene Funktion "Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in" unabdingbar.</p><p>2. Die rekrutierte Person wird für die Verhandlung und Begleitung der Projektverträge, die Betreuung der Forschungsmandate sowie die Schlussredaktion von Konzepten und Berichten zuständig sein. Diese Arbeiten müssen vorwiegend in deutscher und französischer Sprache durchgeführt werden. Entsprechend sind sehr gute Kenntnisse dieser beiden Amtssprachen unabdingbar und somit ein wichtiges Entscheidkriterium für die Wahl der Kandidatinnen und Kandidaten.</p><p>3. Die Quote der Italienischsprachigen im BSV beträgt 6,9 Prozent (Stand Ende 2013). Dies entspricht nahezu dem verlangten Prozentsatz von 7 Prozent gemäss Artikel 7 der Sprachenverordnung (SpV; SR 441.11). Gemäss Ziffer 813 der Mehrsprachigkeitsweisungen muss erwähnt werden, dass Bewerbungen einer untervertretenen Sprachgruppe besonders erwünscht sind. Demnach hätte in der erwähnten Stellenausschreibung darauf hingewiesen werden müssen.</p><p>4. Mit der genannten Stellenausschreibung ist der Grundsatz der Gleichbehandlung der Sprachgemeinschaften gemäss Sprachengesetz nicht gewährleistet.</p><p>5. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation Regazzi 13.3360, "Stellenausschreibungen und Mehrsprachigkeit", sowie auf die Interpellation Pantani 13.4058, "Mehrsprachigkeit. Stellenausschreibung des EDI", festgehalten hat, braucht der/die Delegierte für Mehrsprachigkeit zur Frage der Mehrsprachigkeit bei der Formulierung von Stellenausschreibungen nicht systematisch konsultiert zu werden.</p><p>Das BSV verfügt seit mehreren Jahren über die Funktion "Delegierte/r für Mehrsprachigkeit". Die Linienverantwortlichen des BSV sind jedoch angehalten, Stellenausschreibungen insbesondere wegen der Chancengleichheit durch die Personalbereichsleitenden des BSV prüfen zu lassen. Die Personalbereichsleitenden und die Delegierte für Mehrsprachigkeit des BSV sind gemeinsam mit den Linienvorgesetzten bestrebt, die Kriterien der Personalauswahl nach den Weisungen des Bundesrates und des Leitfadens des EPA zu erfüllen. Das EDI hat das BSV daran erinnert, dass es die definierten Prozesse bei allen involvierten Stellen im Amt einfordern muss.</p>  Antwort des Bundesrates.