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|Denk an St. Gallen ich zur Nacht

Bin ich nicht um den Schlaf gebracht,
Im Gegenteil: Es hilft dies Denken
Sich langsam in den Schlaf zu senken.
[H.F. frei nach H.H.]
DAS PROJEKT
Man hatte es schon lange kommen sehen: Im Jahre 2003 würde sich die Entstehung des Kantons
St. Gallen zum zweihundertsten Mal jähren.
Die St. Galler Kantonsregierung hatte darum schon im August 1998 die Idee, für dieses Jubiläum
einen Lenkungsausschuss einzusetzen, der unter der Leitung der Vorsteherin des Departements
des Innern dafür sorgen würde, dass alle Ideen für dieses Jubiläum in rechte Bahnen gelenkt
würden.
Dieser Lenkungsausschuss hatte dann die Idee, ein Inserat für einen "Ideenbazar"
auszuschreiben, worauf prompt aus der Bevölkerung nicht weniger als 143 Ideen eingingen.
Angesichts dieser Ideenfülle hatte darauf der Lenkungsauschuss im Herbst 1999 die Idee, die
Projektleitung für all die Jubiläumsideen dem Büro Déer & Gugger zu übergeben.
Darauf hatte jemand im Geschäftsleitenden Ausschuss des Lenkungsausschusses (GA/LA) die
Idee, 30 ideenreiche Persönlichkeiten zu einer "Ideenküche" einzuladen. Aus der entstanden dann
die sogenannten "Leitideen", welche all die vielen Einzelideen in die rechten Bahnen leiten sollten.
Mitte Dezember erfuhr dann der ganze Kanton von diesen Leitideen und die Bevölkerung wurde
erneut aufgerufen, Ideen für Projekte einzureichen. Als der frühere SP-Kantonsrat und St. Galler
Polit-Kabarettist Hans Fässler davon hörte, dass eine Leitidee der geplanten Festivitäten in nichts
weniger als der Ueberwindung der "Barrieren im Denken" bestand, hatte er die Idee, Ideen für ein
politisches Kabarettprogramm zu entwickeln und als Projekt einzureichen.
Neben seiner Idee "Louverture stirbt 1803" gab es noch 204 weitere Ideen.
Das war im März 2000.
Seither wurden 173 dieser Ideen gewogen und für zu leicht befunden. Oder für zu schwer.
Jedenfalls blieben schliesslich 32 Ideen übrig, wie man insgesamt 20 Millionen Franken für den
200. Geburtstag des Kantons St. Gallen ausgeben könne. "Louverture stirbt 1803" war unter ihnen.
Und als alle dachten, jetzt seien so ziemlich alle Ideen, die man haben könne, einmal gehabt
worden, hatte auch der Kanton selbst, das heisst die kantonale Verwaltung, noch 13 Ideen, von
denen schliesslich sieben für weder zu schwer noch zu leicht befunden wurden.
Macht insgesamt 39 Ideen.
Worauf schliesslich noch die Idee folgte, auch die neue Kantonsgeschichte, welche im Jahre 200
fertig sein dürfte, zum Jubiläumsprojekt Nr. 40 zu machen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Einüben der "corporate identity"
[Hans Fässler, Feb 2002]
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