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Dieser Sammelindikator liefert Informationen zu den als schwierig geltenden Arbeitsbedingungen verschiedener Bevölkerungsgruppen. Atypische Arbeitszeiten (Nacht- und Sonntagsarbeit sowie Arbeit auf Abruf) sind eine Herausforderung für das gesellschaftliche Leben und das Familienleben: Die Kontakte mit dem Freundes- und Bekanntenkreis in der Freizeit und damit die gesellschaftliche Integration gestalten sich schwieriger. Nachtarbeit ist zudem aus gesundheitlicher Sicht belastend, und gesundheitliche Probleme können ebenfalls negative Auswirkungen auf die Beteiligung am sozialen Leben haben.
Im Jahr 2018 waren in der Schweiz 15% der Arbeitnehmenden von atypischen Arbeitszeiten betroffen, d.h. von Nachtarbeit (5%), Sonntagsarbeit (8%) oder Arbeit auf Abruf (5%). Die Analyse nach Migrationsstatus zeigt, dass atypische Arbeitszeiten bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation am häufigsten sind (17%). Bei der Nachtarbeit ist der Anteil bei der ersten Generation mit 5% höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund und bei der zweiten oder höheren Generation mit 4%. Dasselbe gilt für die Sonntagsarbeit (10% gegenüber 8% und 6% bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund bzw. der zweiten oder höheren Generation). Bei der Arbeit auf Abruf ist der Anteil bei den Arbeitnehmenden der ersten Generation wiederum am höchsten (6% gegenüber 5% bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und 4% bei der zweiten oder höheren Generation). Hingegen ist lediglich der Unterschied zwischen der ersten und der zweiten oder höheren Generation signifikant. Personen mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation sind mit allen Kategorien atypischer Arbeitszeiten am seltensten konfrontiert, ausser bei Nachtarbeit.
Der ausgeübte Beruf (ISCO) ist für atypische Arbeitszeiten ausschlaggebend. So sind die Arbeitnehmenden in Dienstleistungsberufen sowie Verkäufer/innen und Hilfsarbeitskräfte, aber auch die Anlagen- und Maschinenbediener/innen deutlich häufiger mit atypischen Arbeitszeiten konfrontiert als die übrigen Arbeitnehmenden.
Welche Bevölkerungsgruppe am stärksten mit atypischen Arbeitszeiten konfrontiert ist, variiert je nach Berufsgruppe nicht signifikant, ausser bei den Bürokräften und verwandten Berufen. Bei dieser Berufsgruppe ist die erste Generation stärker von atypischen Arbeitszeiten betroffen als die übrigen Bevölkerungsgruppen (12% gegenüber 7% bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und 6% bei der zweiten oder höheren Generation).
Am häufigsten sind Personen in der Ostschweiz und im Espace Mittelland mit atypischen Arbeitszeiten konfrontiert (17% bzw. 16%), Arbeitnehmende in Zürich und in der Genferseeregion dagegen am seltensten (jeweils ungefähr 13%). In allen Grossregionen hat die Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation am häufigsten atypische Arbeitszeiten. Diese Unterschiede sind jedoch nur in der Nordwestschweiz, in Zürich und in der Ostschweiz signifikant.
Tabellen
Definitionen
Zur Kategorie der Arbeitnehmenden mit atypischen Arbeitszeiten gehören alle, die normalerweise Nacht- und/oder Sonntagsarbeit und/oder Arbeit auf Abruf verrichten.
Der Indikator wird berechnet, indem die Zahl der Arbeitnehmenden mit atypischen Arbeitszeiten durch die Gesamtzahl der Arbeitnehmenden geteilt wird.