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Hair
Regie: Miloš Forman
Darst.: John Savage, Treat Williams, Beverly D’Angelo, Annie Golden, Dorsey Wright, Don Dacus, Cheryl Barnes, Nicholas Ray, Charlotte Rae, Miles Chapin u.a.
Claude Hooper Bukowski, ein Farmerjunge aus Oklahoma, soll sich in New York City als Wehrpflichtiger mustern lassen und in die US-Armee eintreten. Dies just in der Zeit, als in Vietnam täglich amerikanische Soldaten fallen und das Land unbedingt Nachschub für seinen imperialistischen Feldzug braucht. Auf seinem Weg zur Musterung trifft Claude im Central Park auf eine Gruppe Hippies. Deren freie Art zu leben fasziniert den Jungen vom Land; er schliesst sich ihnen an. Doch die Armee hat ihn schon in ihren Fängen, wenig später wird er in ein Vorbereitungscamp geschickt. Da ihn seine neuen Freunde dort nicht besuchen können, denkt sich Berger, der Anführer der Hippie-Gruppe, eine List aus: Er klaut eine Uniform, schleicht sich ins Camp und nimmt Claudes Platz ein, damit sich dieser wenigstens für ein paar Stunden amüsieren kann. Doch Claudes Einheit erhält bereits die Order nach Vietnam. Das Jahr 1968 steht für den Vietnamkrieg, aber auch für eine breite Gegenbewegung, zu der auch die Hippies zählten. Im April feiert am Broadway ein Musical Premiere, das im Oktober des Vorjahres am Off-Broadway seine Uraufführung hatte und den Zeitgeist von damals einfängt wie kein anderes: «Hair». Der Erfolg war riesig. Das politische Stück wird in den folgenden Jahren auf zahlreichen Bühnen im In- und Ausland aufgeführt und avanciert zu einem der erfolgreichsten Musicals überhaupt. Rund zehn Jahre später adaptierte Miloš Forman, der nach dem Oscar für sein Meisterwerk «One Flew Over the Cuckoo’s Nest» auf dem ersten Höhepunkt seines Schaffens in den USA war, den Stoff für die Leinwand. Er veränderte ihn dahingehend, dass die Schrecken des Krieges deutlicher hervorgehoben wurden, während esoterische Elemente über das «Zeitalter des Wassermanns» eher in den Hintergrund traten. «Hair» gilt als eine der besten Musicalverfilmungen der Kinogeschichte. Wir zeigen den Film auch als Hommage an den am 13. April im Alter von 86 Jahren verstorbenen Miloš Forman. Anlässlich seines Todes schrieb Christoph Schneider im «Tages-Anzeiger» über «Hair»: «In dieser temperamentvollen Musicaladaption umspielt Forman ernst und vergnügt den martialischen Ungeist der Vietnamkriegszeit und den blumenkindlichen, friedensbewegten Widerstand dagegen; selbst die Sentimentalität hatte da aufrührerische Kraft.»