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Nordkorea spielt wieder verbotene Musik aus dem Süden
AFP
17.2.2018
In Nordkorea sind zum ersten Mal seit Jahren südkoreanische Lieder öffentlich aufgeführt worden.
Ein nordkoreanisches Ensemble habe am Freitag bei einem Konzert vor Parteifunktionären und Künstlern in Pjöngjang "mehrere südkoreanische Lieder" gespielt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. Das Samjiyon-Orchester war zuvor von zwei Konzerten in Südkorea zurückgekehrt. Anlässlich der Olympischen Winterspiele war es in Gangneung bei Pyeongchang und in der Hauptstadt Seoul aufgetreten.
In Nordkorea ist der südkoreanischer K-Pop normalerweise verboten. Das Samjiyon-Orchester hatte bei den Auftritten in Südkorea alte koreanische Volkslieder und südkoreanische Popmusik gespielt. Das Interesse an den Konzerten war riesig: Für das Konzert in Seoul gab es tausend Eintrittskarten - und fast 120.000 Interessenten.
Annäherung im Zuge von Olympia
Nord- und Südkorea bemühen sich seit Jahresbeginn um eine Annäherung. Die Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gilt als wichtiges Zeichen der Entspannung.
Die kommunistische Regierung in Pjöngjang hatte neben Sportlern und einer Cheerleader-Truppe auch Künstler und eine hochrangige Delegation nach Südkorea geschickt. Die Delegation war von der Schwester von Machthaber Kim Jong Un und dem protokollarischen Statsoberhaupt Kim Yong Nam angeführt worden. Kims Schwester Kim Yo Jong überreichte dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In eine Einladung ihres Bruders.
In Monaten zuvor hatte sich der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm verschärft. Die Führung in Pjöngjang verstiess mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, dieser reagierte mit neuen Sanktionen. Offiziell befinden sich Nord- und Südkorea weiterhin im Kriegszustand. Kim Yo Jong war das erste Mitglied der Kim-Dynastie, das Südkorea seit dem Waffenstillstand von 1953 besuchte.