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Das Innere
Wegen ihrer besonderen Lage wird die Stadtkirche durch die Eingangstüre am Fusse des Turms oder aber durch eine der beiden Türen auf der Südseite betreten. Der Innenraum entspricht der klaren Architektursprache des Aussenbaus und wirkt in seiner gewollten Nüchternheit feierlich. Arkaden ziehen sich durch das ganze Langhaus der querschifflosen Basilika.
Der Chor ist durch den über dem Lettner mächtig aufsteigenden Chorbogen zu sehen. Die auf kräftigen Sockeln fussenden achteckigen Pfeiler aus Mägenwiler Muschelkalk gehen ohne Kapitelle direkt in die weitgespannten und etwas gedruckten Spitzbogenarkaden über. Die Arkaden sind hohlkehlig profiliert. Die Tannenholzdecke ist mit aufgemalten Spruchbändern aus den Evangelien verziert.
Zwischen dem in das Innere der Kirche miteinbezogenen Turm und der Westwand ist die auf vier Säulen ruhende hölzerne Orgelempore eingelassen. Sie geht in ihrer jetzigen Form auf den 1962 vorgenommenen Umbau der Orgel zurück. Unter ihr sind der Westwand die beiden ovalen Fenster – «Ochsenaugen», eine im Barock beliebte Fensterform – zu erkennen.
Auf der Empore steht die Hauptorgel mit ihrem prächtig gestalteten und vergoldeten spätbarocken Prospekt.
In östlicher Blickrichtung von der Orgelempore zum Chor ist der markante Lettner zu sehen. Über ihm steigt der hohe, fast bis zur Decke reichende Chorbogen auf. In dessen Spannweite sind die drei Durchgänge – zwei stichbogige und ein spitzbogiger – in der Lettnerrückwand angeordnet.
Durch den mittleren Chorbogen ist vom Schiff aus das vorne im Chor stehende Kreuz sichtbar. Es zeigt sich nicht als geradlinige Fortsetzung der Längsachse des Hauptschiffs, sondern mit einer leichten Linksneigung. Der Grund dafür ist der nicht exakt nach Osten gerichtete Chor, der vom Kirchenschiff leicht nach Norden abweicht. Im Grundriss weist die Stadtkirche deshalb eine gebrochene Längsachse auf.
Der Chor liegt drei Treppenstufen über dem Niveau des Langhauses. Seine Wände werden auf der Süd- und Ostseite durch hohe und schmale Lanzettbogenfenster gegliedert. Die an die Sakristei anschliessende Nordwand hingegen ist fensterlos und bietet der Chororgel Platz. Die vier Tragebalken der Chororgel sind mit den vier geschnitzten Evangelistensymbolen geschmückt, die auf die Vorgängerorgel von 1939 zurückgehen. Sie wurden vom Aarauer Bildhauer Ernst Suter (1904–1987), der in seiner Jugend Mitarbeiter des berühmten französischen Bildhauers Aristide Maillol (1861–1944) gewesen war, entworfen: Engel (Matthäus), Stier (Lukas), Löwe (Markus) und Adler (Johannes). Interessant ist, dass in der üblichen Reihenfolge Stier und Löwe vertauscht erscheinen.
Eine massive Türe unter kielbogigem Türsturz gewährt Zutritt zur Sakristei und zur Treppe der Lettnerempore.
An der Ostwand befindet sich eine Sakramentsnische mit dem Christusmonogramm. Vorne in der Mitte stehen der Altar und das Kreuz der Christkatholischen Kirchgemeinde, die im Chor der Stadtkirche regelmässig ihre Gottesdienste feiert. Auch der Chor wird von einer Holzdecke abgeschlossen, die etwas tiefer als jene des Mittelschiffs liegt und mit Spruchbändern aus der Bergpredigt bemalt ist.
Der Taufstein im vorderen Teil des Chors geht auf die ursprüngliche Kirchenausstattung um 1475 zurück und erinnert in seiner spätgotischen Gestalt an die Bauzeit der Stadtkirche. Von einem aus dem 20. Jahrhundert stammenden Sockel steigt der Taufstein zu einem mit gotischen Masswerkformen profilierten Kelch auf. Der obere Rand hat die für Taufsteine charakteristische Form des Achtecks.