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Für den Experten von Investec liegt der Schlüssel zu einer guten defensiven Anlagestrategie darin, über den traditionellen, vereinfachten "Topdown"-Ansatz hinwegzublicken. Bezeichnungen wie "Aktien", "Anleihe" oder "Alternative" sind dabei unwichtig. Stattdessen legt er mehr Wert darauf, das wahre Verhalten einer Anlage zu verstehen und klassifizieren potenzielle Anlagen als Growth, Defensive oder Uncorrelated Assets.
Diese Klassifizierung wirft jedoch eine offensichtliche Frage auf: Soll ein Vermögenswert gekauft werden, nur in der Hoffnung auf Diversifizierung, trotz dem Risiko damit Geld zu verlieren? Borbora ist der festen Überzeugung, dass Manager nicht nur um der Diversifikation willen diversifizieren sollten, sondern dass alle Beteiligungen das Potenzial haben sollten, einen sinnvollen Beitrag zur Wertentwicklung eines Fonds zu leisten. Industrielandanleihen (insbesondere Treasuries) seien nicht das wichtigste Mittel zur Diversifikation von Portfolios. Denn diese sind an diesem Zeitpunkt des Zyklus, in welchem – beeinflusst durch die Steuersenkungen in den USA – das Potenzial für einen globalen Inflationsanstieg und ein interregional synchronisiertes Wachstum besteht, stärker mit Aktien korreliert, als vielen Investoren lieb ist. Deshalb hätten sie sich darauf konzentriert, alternative Verteidigungsmittel zu finden, erklärt Borbora
Der Yen – ein defensiver Renditefaktor
Die Geschichte hat gezeigt, dass der Yen in Zeiten volatiler Märkte oft aufwertet. Dies liegt daran, dass japanische Investoren das Geld, das sie in Übersee eingesetzt hatten, zurückführen, wenn sich das allgemeine Investitionsumfeld verschlechtert. Was den Yen wiederum dazu veranlasst, sich während der "Risk-offs" zu erholen. Der Yen hat nicht nur attraktive defensive Eigenschaften. Der Invetec Experte denkt, dass er zudem die Portfolioperformance aufgrund einer Reihe von Faktoren positiv beeinflussen könne. Der Yen ist günstig. Dies gemessen anhand der drei wichtigsten Bewertungskriterien für Währungen: fundamentales Gleichgewicht, psychologisches Gleichgewicht sowie dem realen effektiven Wechselkurs.
Diese und weitere Einflussfaktoren deuten darauf hin, dass der Yen im Schnitt um etwa 13% unterbewertet ist. Wie sehr sich die japanische Wirtschaft aufgehellt hat, blieb weitgehend unbemerkt. Die japanischen Wirtschaftsdaten, die verschiedene Aspekte abdecken, bestätigen ein gesundes Bild. Das Land erlebte in sieben aufeinanderfolgenden Messungen Wirtschaftswachstums, dreizehn Monate Exportwachstum in Folge und hat sechzehn Monate lang PMIs über 50 erreicht. Auf den Inflations- und Datenmonitoren leuchten die Ampeln grün. Diese Schlussfolgerung wird von den Investec Aktienresearch-Analysten unterstrichen, die eine Stärkung der Ertragsdynamik bei inländischen Unternehmen und eine Verbesserung der Unternehmensstimmung beobachten. Das sich aufhellende fundamentale Bild deutet darauf hin, dass ein Ende der ultralockeren Geldpolitik früher einsetzen könnte, als vom Markt erwartet, was den Yen stark stützen könnte.
Marktpreisverhalten
Der Yen ist stark untergewichtet, insbesondere im Heimatmarkt. Zum einen hängt dies damit zusammen, dass japanisches Kapital im Ausland investiert wird, um von den höheren Zinssätzen zu profitieren. Zum anderen "shorten" internationale Investoren die Währung aufgrund der Konsensmeinung, dass der Yen wegen des quantitativen Lockerungsprogramms der Bank of Japan schwächer werden sollte. Borbora ist anderer Meinung und glaubt, dass es einen beträchtlichen Kapitalpool gebe, der bereit sei, auf den Yen zu setzen. Der Yen hat sich im vergangenen Jahr um rund 5% besser entwickelt als der US-Dollar. Ausserdem hat er im letzten Quartal einen handelsgewichteten Währungskorb um 3% outperformed, obwohl sich der Euro erholt hat. Momentum ist ein wichtiger Aspekt jeder Wertpapieranalyse. Es berücksichtigt, dass der Markt oft mehr Informationen enthält, als allgemein angenommen, und ist ein starkes Tool zur Erklärung von Renditen über die meisten Anlageklassen und über die Zeit hinweg. Wichtig ist, dass eine geringere Korrelation zwischen dem Yen und den Treasuries notiert wird. Borbora glaubt, dass der Yen nicht nur Diversifikation bietet, sondern auch gute defensive Qualitäten und gleichzeitig das Potenzial für solide Gewinne.