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Schweizerische Nordbahn
Schweizer Eisenbahngeschichte
Die Basel Zürich Eisenbahngesellschaft
Mitte der 1830er Jahre, wurde angeregt eine Eisenbahn von Zürich nach Basel zu bauen. Mit grossem Ingresse setzte sich die Zürcher Handelskammer für die Eisenbahn ein. Die Handelskammer finanzierte die Vorstudie, für eine Eisenbahn von Zürich nach Basel massgeblich. Die Eisenbahn sollte an der Limmat, Aare und Rhein entlangführen.
Am 17. Januar 1838 wurde die Eisenbahngesellschaft Basel-Zürich gegründet. Das Unternehmen gab 30’000 Aktien zu 500 französischen Franken heraus. Ein ran auf die Aktien des neugegründeten Eisenbahnunternehmen, soll es gewesen sein. Die Investoren stammten zum grössten Teil aus dem Ausland. Die Aktionäre mussten bei Zeichnung der Aktien 1 Prozent, des gezeichneten Kapital einzahlen. Der restliche Betrag sollte zu einem späteren Zeitpunkt einbezahlt werden. Der Restbetrag des Aktienkapitals wurde von den Aktionären sehr zögerlich einbezahlt, oder blieb völlig aus. So fehlte der Gesellschaft das nötige Geld, um die Bahn zu bauen.
Nicht nur am Geld hat es gehapert, auch politisch blass dem Unternehmen ein rauer Wind entgegen. Zürich und Basel-Stadt zankten über die Linienführung. Die Zürcher wollten die Strecke am Rheinentlang nach Basel führen. Die Basler wollten eine Linienführung via Hauenstein.
So war es nicht verwunderlich, dass die Eisenbahngesellschaft Basel Zürich keine Chase hatte ihr Projekt zu bauen. So blieb nur ein weg, die Gesellschaft zu Liquidieren. Die Liquidation wurde am 5. Dezember 1841beschlossen.
Die Pläne und Akten von der Eisenbahngesellschaft Basel Zürich, wurden bei der Liquidation der Gesellschaft öffentlich versteigert. Martin Escher ersteigerte die Pläne des gescheitertem Bahnprojekt Zürich Basel für 3’600Fr.
Die Schweizerische Nordbahn entsteht
Die Schweizerische Nordbahn wurde sozusagen auf den Scherben der Liquidierten Eisenbahngesellschaft Basel Zürich aufgebaut. Wenige Jahre nach Auflösung der Eisenbahngesellschaft Basel Zürich, wurde einen neuen Versuch unternommen eine Eisenbahnlinie von Zürich nach Basel zu Bauen.
Im Mai 1845 bildete sich ein Eisenbahn Komitee für eine Eisenbahn von Zürich nach Basel unter der Führung des Seidenfabrikanten Martin Escher. Das Eisenbahn Komitee, konnte auf den Pläner und Akten der untergegangenen Eisenbahngesellschaft Basel Zürich aufbauen. Die Akten und Baupläne hatte Martin Escher für 3’600 Franken, bei der Liquidation der Gesellschaft ersteigert.
Geänderte Linienführung
Die Linienführung die mehrheitlich auf den Plänen der Untergegangenen Eisenbahngesellschaft Basel Zürich beruhen wurden ein paar Änderungen gemacht. Die Bahnstrecke sollte neu bis Turgi auf der linken Limmatseite verlaufen.
Das Ziel eine Eisenbahn nach Basel zu führen, blieb beim neuen Komitee bestehen. Die Ablernende Haltung, beider Basel auch. Sie wollten lieber eine Eisenbahnlinie über Olten. Eine Hauenstein-Bahn kein leichtes Unterfangen, es stellte ein Risiko dar. Eisenbahnstrecken an Flüssen anzulegen war das Risiko kaukulierbarer.
Nicht nur die Linienführung der Eisenbahn war ein Thema. Basel-Land hatte Angst das die Landstrassen veröden, die Wirtsläute und Fuhrhalter kein Einkommen mehr generieren könnten. Es war aussichtslos eine Linie nach Basel zu bauen. Deshalb konzentrierten sie sich für eine Eisenbahnlinie nach Waldshut.
Der Kanton Aargau war dem Bahnbau auch skeptisch eingestellt. Das Komitee tricksen den Aargau aus, in dem sie angaben, dass die Bahn nach Waldshut, durch das Glattal geführt würde, wenn sie keine Konzession erteilen würde. Den Aargauern wurde auch eine Linie nach Aarau in Aussicht gestellt, die dann, bis Bern verlängert werden könne. Mit diesem Zuckerchen erteilte der Kanton Aargau am 3. Juli 1845 die Konzession für den Aargauer Abschnitt. Für den Zürcher Streckenabschnitt wurde die Konzession bereits am 26. Juni 1845 erteilt.
Die Schweizerische Nordbahn gewinnt an fahrt
Am 16. März 1846 wurde die Schweizerische Nordbahn-Gesellschaft in Zürich mit einem Aktienkapital von 20 Millionen Franken gegründet.
Der Landerwerb im Kanton Zürich verlief reibungsloser ab wie im Kanton Aargau.die Verhandlungen mit den Landbesitzer wurde schwieriger umso näher der Aargau rückte.
Bau der Strecke
Mit dem Bau wurde auf Zürcher Kantonsgebiet bereits im April 1846 begonnen werden. Auf dem Aargauer Abschnitt gab es Verzögerungen. Es dauerte länger die Grundstücke zu erwerben. Dazu versuchten ein paar Gemeinden die Bauarbeiten zu verhindert, so dass es nicht mit den bauen angefangen werden konnten.
Die Bahn wurde im Aargau nicht gerade mit offenen Händen empfangen. Für die Landgemeinden bot die Eisenbahn keine Vorteile, sie hatten nur die Nachteile durch von der Bahn durchschnittenen Landstücken zu tragen. Auch für Unmut sorgte das die Schweizerische Nordbahn auf Aargauer Boden nur eine Station vorgesehen hat, nämlich die Endstation Baden. Nach Verhandlungen war die Nordbahn bereit eine weitere Station zu errichten. Die Neue Station wurde am 1. Februar 1848 in Killwangen eröffnet. Die Station Wettingen wurde erst im Zuge des Nationalbahn bau und der Streckenverlegung errichtet.
Die Streckenbau hatte ein paar Schwierigkeiten zu meistern. Die erste Schwierigkeit war die Sihl-Brücke direkt nach dem Bahnhof Zürich. Es zeigte sich im August 1846 nach schwerem Wolkenbruch, dass der durchlauf für die Sihl zu schmal geplant wurde und deshalb vergrössert, werden musste. Das war das einzige grössere Hindernis auf dem Kantonsgebiet von Zürich.
Anders sah es auf dem Aargauer Abschnitt aus. Die Bodenverhältnisse auf dem Abschnitt Spreitenbach und Baden, war nicht die besten, um eine Bahn zu bauen dies verursachte mehr Kosten. Am Meisten Schwierigkeiten bei Bau verursachte der rund 80 Meter lange Schlossbergtunnel vor Baden. Bei den Bauarbeiten des Tunnels ereignete sich ein schweres Sprengunglück im Tunnel, dabei starben drei Arbeiter. Auf der Baustelle des Schlossbergtunnels wurden auch Sträflinge eins nahen Gefängnisses beschäftigt, ihr Lohn wurde an die Anstaltsleitung ausbezahlt. Der Durchstich des Tunnels erfolgte am 14. April 1847.
Eröffnung der Nordbahn
Die Eröffnungsfeierlichkeiten fanden am Samstag, 7. August 1847 im Wartesaal des neuen Zürcher Bahnhofs statt. Der festlich geschmückte Eröffnungszug führ um 13 Uhr Richtung Baden los. Der Fahrplanmässige Betrieb wurde am 9. August 1847 aufgenommen.
Rollmaterial der SNB
Da die Schweiz zu jener Zeit, noch keine eigenen Lokomotiven- und Wagen- Fabriken besass, musste das Rollmaterial sowie auch die Eisenbahnschienen, die für den Streckenbau benötigt wurden aus dem Ausland importiert werden.
Die vier Dampflokomotiven der Schweizerischen Nordbahn, wurden bei der bekannten Lok-Baufirma Emil Kessler in Karlsruhe gebaut.
Die vier Dampflokomotiven wurden wohl in Einzelteilen von Karlsruhe nach Zürich transportiert. Die Inbetriebsetzung der Maschinen wurde von Nikolaus Riggenbach, dem späteren Erbauer der Rigi Bahn überwacht, der zu jener Zeit, in Diensten der Lokfabrik Emil Kessler stand.
Rollmaterial Übersicht:
4 Dampfloks (Limmat, Aare, Rhein und Reuss)
28 Personenwagen
- 1Wagen 1. Klasse
- 7 Wagen 1. und 2. Klasse
- 8 Wagen 2. Klasse
- 12 Wagen3. Klasse
Dazu kamen noch 10 Güter- und Dienstwagen dazu.
Auf die Feier 100 Jahre Schweizer Bahnen 1947, wurde die Lokomotive Limmat rekonstruiert. Die Arbeiten wurden von der Hauptwerkstatt Zürich in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur (SLM) durchgeführt. Die Dampflokomotive Limmat war eines der ersten Ausstellungsstücke des Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.
Die Limmat gehört SBB Historic, sie ist gemäss Webseite der Stiftung in Brugg abgestellt.
Zum anlas des 150-jährigen Jubiläum der Schweizer Bahnen, wurde die Spanisch-Brötli-Bahn aus dem Museum genommen, um Fahrten im Jubiläumsjahr durchzuführen.
Fahrplan
Der erste Fahrplan der Schweizerischen Nordbahn, war aus Sicht heutiger Zeit recht bescheiden. Es verkehrten täglich vier Zugspaare von Zürich nach Baden.
Abfahrtszeiten Zürich: 7:30, 10:00, 14:00, 18:00
Abfahrtszeiten Baden: 8:30, 11:00, 16:30, 19:00
Die Züge benötigen für die Fahrt von Zürich nach Baden zwischen 30 und 45 Minuten.
Erfolg der Nordbahn, war noch mässig
Die relativ kurze Bahnstrecke von gerade mal knapp 23 Kilometer lohnte sich das mühsame Umladen von Gütern auf die Bahn nicht. Auch waren die Zölle innerhalb der Schweiz ein Handelshemmnis, das sich mit der Gründung des Bundesstaats abgeschafft wurden.
Ab dem 1. August 1848 konnte die Nordbahn die Postsachen transportieren. Die Kutsche das Zürich mit Bern verband, verkehrte nur noch bis Baden. Die Basler Kutsche verkehrte weiterhin bis nach Zürich und war eine Konkurrenz zur Eisenbahn.
Die stürmischen Politischen Zeiten um 1848 in Europa, war für die Eisenbahn, die Wirtschaft im Allgemeinen nicht vorteilhaft. Kriegerische Auseinandersetzungen, die die Wirtschaft lahmte, konnte die Schweizerische Nordbahn davon profitieren, sie beförderte Truppen beim Sonderbundskrieg im November 1847.
Trotz Bemühung zur Sparsamkeit gelang es der Nordbahn Gesellschaft kaum die Betriebskosten einzufahren. Deshalb musste sie den Fahrplan im Jahr 1848 auf drei Kurspaare reduzieren.
Streckenausbau muss warten
Die erste Eisenbahnstrecke warf für die Schweizerische Nordbahn Gesellschaft zu wenig profitabel. Deshalb konnte sie nicht daran denken ihr Streckennetzt auszubauen.
Das Ziel den Rhein zu erreichen und einen Anschluss an die Staatsbahn des Grossherzogtum Baden herzustellen blieb aber das Ziel. Auch den Anschluss der Aargauer Hauptstadt Aarau konnte nicht in Angriff genommen werden, obwohl sie dies dem Kanon gegenüber verpflichten haben.
Die beiden Ziele konnte die Nordbahn nicht selbst verwirklichen. Die Beiden Eisenbahnstrecken wurden von der Nachfolge Gesellschaft der Nordbahn, durch die Schweizerische Nordostbahn Gesellschaft ausgeführt. Die geplante Linienführung von Baden über Lenzburg nach Aarau wurde zugunsten einer über Brugg geändert.
Fusion mit der Zürich Bodenseebahn
Die Schweizerische Nordbahn, die mit dem Eisenbahnbau in Baden steckengeblieben ist, benötige neue Impulse von aussen. Die Zürich Bodenseebahn Gesellschaft, die das Ziel hat eine Eisenbahn von Zürich zum Bodensee zu bauen, gewann Alfred Escher für ihr Projekt. Er knüpfe den Kontakt zur Nordbahn und fädelte die Fusion zwischen der Schweizerischen Nordbahn Gesellschaft und der Zürich Bodenseebahn Gesellschaft ein. Zum 1. Juli 1853 vereinigten sich die Beiden Gesellschaften zur Schweizerischen Nordostahn Gesellschaft. Die NOB Gründung war somit eine der ersten Eisenbahn Fusion in der Schweiz.
Bildquellen
- Lokomotive_Rhein_1867: Bild: Wikimedia.org