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Die Berichtswoche verzeichnete an Aktienmärkten anhaltende Kursgewinne, wobei die bisher zurückgeblieben Märkte
22.01.2021
07.01.2021
07.01.2021
07.01.2021
11.12.2020
Die Berichtswoche verzeichnete an Aktienmärkten anhaltende Kursgewinne, wobei die bisher zurückgeblieben Märkte
in Europa wie Frankreich, Italien und Spanien eine überdurchschnittliche Performance erzielten. Während sich der Konjunkturausblick vor allem in den USA und Asien laufend verbessert, verschlechtern andererseits scharf steigende Infektions- und Todeszahlen in den USA und in Europa die Stimmung der Anleger. Eine Ausdehnung der „Lockdown-Maßnahmen“ in weiteren amerikanischen Bundesstaaten und in Europa könnte die Finanzmärkte daher kurzfristig belasten.
Die EZB plant laut Präsidentin Lagarde trotz der wahrscheinlich zeitnahen Verfügung von Impfstoffen eine Neugestaltung der geldpolitischen Instrumente an der kommenden Sitzung vom 12. Dezember. Neben der Erhöhung des Anleihekaufprogramms ist deshalb mit einer erheblichen Ausweitung der Kredite zu äusserst attraktiven Konditionen an die Geschäftsbanken zu rechnen. Beides dürfte den Trend anhaltend sinkender Kreditrisikoprämien von Unternehmens- und Bankenanleihen gegenüber risikofreien Staatsanleihen verstärken. Diese Massnahmen werden allerdings die lahmende Kreditvergabe der Geschäftsbanken an die Unternehmen erst mit grosser Verzögerung steigern, da die Zuversicht der Unternehmen bezüglich des Geschäftsgangs nach wie vor gering ist.
China und 14 andere Länder des asiatisch-pazifischen Raums haben letzten Sonntag das Abkommen über die regionale, umfassende Wirtschaftspartnerschaft (Regional Comprehensive Economic Partnership, RCEP) unterzeichnet. Das RCEP soll die Volkswirtschaften der Mitgliedsländer enger verknüpfen und bestehende Zölle unter den Mitgliedern beseitigen. Demnach wird der Druck auf den gewählten US-Präsidenten Joe Biden zunehmen, sich wieder dem Transpazifischen Partnerschaftsabkommen (TPP) anzuschliessen, aus dem Donald Trump im Jahr 2017 ausgetreten war. Auch auf Europa und Grossbritannien wächst der Druck entsprechende Handelsabkommen abzuschliessen, um nicht weiter hinter das dynamisch wachsende Asien zurückfallen.In Italien hat die Regierung für das kommende Jahr Corona-Hilfen aus dem EU-Wiederaufbaufonds in Höhe von 38 Mrd. EUR eingeplant, will aber selbst zusätzliche Hilfen in Höhe von 20 Mrd. EUR gewähren. Mit diesen Vorgaben dürfte die Verschuldung Italiens 2021 auf über 160 % des BIP ansteigen, wobei die Finanzierung angesichts rekordtiefer Zinsen mindestens in den nächsten 3-5 Jahren indes kein Problem darstellt.
Wir sind der Überzeugung, dass die Coronakrise dank der bald zur Verfügung stehenden Impfstoffe im Verlaufe des nächsten Jahres überwunden sein wird. Die Finanzmärkte widerspiegeln diese positive Entwicklung bisher noch ungenügend, weshalb wir mindestens bis Ende Jahr weiter steigende Aktienmärkte erwarten. Ferner stimmt uns die zunehmende Breite an steigenden Aktien im amerikanischen Markt zuversichtlich. Damit erhöhen sich nicht nur die Kurse der „Covid-Aktien“ aus dem Technologiesektor, sondern auch zyklische und Value-Aktien. Seit Anfang November setzen wir daher zunehmend auf zurückgebliebene Regionen (Europa, Schwellenländer), Sektoren (Industrie, Nicht-Basiskonsum) und Einzeltitel (ABB, SGS, Geberit, Richemont und Roche).
Obligationen: untergewichten; mittlere Laufzeiten bevorzugen, Unternehmensanleihen übergewichten
Aktien: Schweiz, USA, Japan übergewichten Schwellenländer und Europa neutral gewichten
Währungen: USD/CHF EUR/CHF teilweise absichern
Rohstoffe: neutral
Edelmetalle: Gold neutral
Immobilien: übergewichten (Anlagestiftungen, geschlossene Immobilienfonds)
Transaktionen: Aktien: - ; Kauf iShares Europa, ABBN, LHN; Obligationen: Verkauf 1 5/8% Implenia 2024
Themen: Consumer Discretionary, Biotech, IT/Software, (Digital) Healthcare
Matthias Wirz, 20. November 2020