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Die Symptome eines Hamsterrad-Jobs sind vielfältig. Meistens hast du es mit einer ganzen Handvoll gleichzeitig zu tun. Das kann eine ewig gleiche Routine sein, das Gefühl, fremdbestimmt zu leben, zu rennen, ohne je anzukommen und eine Reihe mehr. Allen Hamsterrad-Jobs gemeinsam ist, dass sie dich längerfristig auslaugen, dir die Lebensfreude rauben und dich irgendwann aus dem Gleichgewicht schleudern, wenn du nicht vorher die eigene Kurve kriegst.
Symptome eines Hamsterrad-Jobs
Einmal drin, ist es manchmal gar nicht so einfach zu merken, dass du im Hamsterrad rennst.
Auch eine Karriere-Leiter kann ein gut verstecktes Hamsterrad sein. Jahre später merkst du, dass du so sehr gekämpft hast, um in der Konzern-Hierarchie aufzusteigen, bloss um immer noch nicht glücklich mit deinem Job zu sein.
Oder du bist selbständig und merkst plötzlich, wie dir die Freude abhanden gekommen ist. Du fühlst dich ausgebrannt und kannst dich fast nicht mehr aufraffen, zurück an die Arbeit zu gehen. Hast du allenfalls aus den Augen verloren, wofür du so viel arbeitest?
Typisch ist natürlich der Angestellten-Job, in dem du (auch in einer Führungsposition) Aufgaben hast, die deinem innersten Wesen nicht entsprechen. Du erledigst, was du tun musst, du setzt dich auch richtig ein und engagierst dich für die Firma, und trotzdem fühlst du dich leer.
Die markantesten 3 Symptome eines Hamsterrad-Jobs erläutere ich dir im folgenden Video:
In der Folge findest du 9 Symptome beschrieben, die ein klassischer Hamsterrad-Job mit sich bringt:
1. Routine und Monotonie
Der Wecker klingelt immer zur gleichen Zeit.
Du duschst, frühstückst, gehst aus dem Haus – immer zur gleichen Zeit.
Du nimmst immer den gleichen Zug mit den immer gleichen Pendlern.
Du beginnst deine Arbeit zur immer gleichen Zeit.
Die immer gleichen Kolleginnen und Kollegen sitzen schon da.
Du erledigst die immer gleiche Arbeit mit dem immer gleichen Druck.
…
Möchtest du, dass ich weiterfahren mit der Beschreibung eines ultramonotonen Arbeitslebens, in dem dich die Routine steuert?
Nichts ändert sich, jeder Tag ist gleich.
2. Rennen, ohne je anzukommen
Was macht der Hamster im Hamsterrad? Er rennt unermüdlich auf der Stelle – und er kommt nie an.
Die Analogie zum Hamsterrad-Job: du rennst unermüdlich auf der Stelle – und kommst nie an.
Du strampelst und kämpfst, um dem immer grösser werdenden Arbeitsberg Herrin zu werden. Was total aussichtslos ist – aber du ackerst weiter, weil du ja für den guten Lohn auch etwas tun musst und weil in der Zielvereinbarung steht, dass du diese Aufgabe bis Ende Jahr im Griff hast.
Es kann auch sein, dass du dich Tag für Tag abmühst, um zu verbergen, dass du nichts zu tun hast oder dich die Arbeit so wenig interessiert, dass du sie kaum anpacken kannst. Das ist ein ebenso zermürbendes Strampeln wie der Kampf gegen unbewältigbare Arbeitsberge.
Du rennst und rennst und rennst und kommst nirgends hin.
3. Das Gefühl fremdbestimmt zu sein
Du fühlst dich wie ein kleiner Roboter, den jemand mit einer Fernbedienung steuert. Dein Leben hat sehr wenig Spielraum für deine eigenen Interessen und Wünsche. Es ist zu einem grossen Teil gefüllt von deinem Job und dem Arbeitsweg.
Du verlässt deine Wohnung um 6.40 Uhr morgens und kehrst abends um 18 Uhr energielos wieder zurück. Im Winter siehst du diese Wohnung werktags nur im Dunkeln.
Am Arbeitsplatz sitzt du brav auf deinem Bürostuhl und schaust in deinen Computer und füllst die Tabellen aus, die es auszufüllen gibt.
Die Pausen verbringst du mit dem Team, das sich entweder über die Arbeit unterhält, die dich nicht interessiert, oder über nicht Anwesende ablästert.
Ein braves kleines Roboterchen, ganz in den Händen von jenen, die gerade die Fernbedienung in Händen halten.
(Das ist übrigens eine reale Beschreibung meines Ex-Arbeitslebens im Hamsterrad. Heute würde ich das Opferhaltung nennen, aber das ist eine ganz anderes Thema…)
4. Stress bis zum Umkippen (Burnout)
Das ist im Grunde die Folge von Punkt 2: du rennst im Hamsterrad, bis du nicht mehr kannst.
Irgendwann ist die Zitrone fertig ausgepresst, da kommt kein Saft mehr raus. Sprich: mehr Energie kannst du nicht aus einem ausgebeuteten Körper pressen.
Ich brauche hier nicht lange zu erklären, warum es sich nicht lohnt, es so weit kommen zu lassen. Viele Burnout-Betroffene haben noch Jahre mit den Folgen zu kämpfen. Der Dank dafür? Meistens nichts.
Ein viel zu hoher Preis für ein meistens übermässiges Pflichtbewusstsein.
Spring raus, bevor es auch dich erwischt!
5. Langeweile bis zur Erschöpfung (Boreout)
Das ist ein perfides Symptom eines Hamsterrad-Jobs: während sich die Welt rund um dich herum halb tot ackert und im Stress versinkt, hast du nichts zu tun.
Oder du hast durchaus genug zu tun, aber es langweilt dich inhaltlich so arg, dass du dich kaum aufraffen kannst, diese Arbeit zu erledigen.
Du bist unterfordert, und trotzdem fühlst du dich überfordert, weil du glaubst, nicht gecheckt zu haben, dass dein Job anspruchsvoll ist. Dabei gibts gar nichts zu checken – der Job ist schlicht zu langweilig für dich, mengenmässig oder inhaltlich.
Ein Grossteil deiner Arbeit verbringst du damit, zu verbergen, dass du gelangweilt bist oder nichts zu tun hast. „Wenn das bloss keiner merkt, sonst bekomme ich noch mehr langweiligen Kram, mit dem ich mich auseinandersetzen muss.“
Wer echt viel Arbeit hat, kann sich kaum vorstellen, dass auch Langeweile in die Erschöpfung führen kann. Boreout nennt sich das dann. Ausgelangweilt.
6. Fehlender Sinn und Nutzen
Der einzige Grund, warum du in diesem Job bist: du musst Geld verdienen, oder glaubst es zumindest.
Vielleicht hattest du mal grosse Ziele, als du diese Stelle angenommen hast, aber die sind irgendwann aus dem Rad geflogen.
Was machst du jetzt den ganzen Tag bei deiner Arbeit? Bringt es dein Herz zum Jubeln, was du da tust? Wenigstens manchmal? Kannst du es kaum erwarten, deinen Freunden zu erzählen, was du bei der Arbeit erschaffen hast, das so einen grossen Nutzen für gewisse Menschen hat?
Falls nicht, kann es gut sein, dass dein Job herzlich wenig mit deiner Berufung, deinem Lebenssinn zu tun hat. Wäre er dann wenigstens nützlich für andere, könntest du womöglich noch damit leben.
Fehlen aber beide: Sinn und Nutzen, dann wird sich früher oder später deine Seele melden und fragen: „Bist du sicher, dass du für diese Tätigkeit auf der Erde gelandet bist?“
Zeit, in dich zu gehen und dich ehrlich zu fragen: Was ist mir wichtig?
7. Desinteresse am Kernthema
Viele von uns wurde bei der Berufswahl nicht mal danach gefragt, was sie/ihn brennend interessiert. Meistens kreiste die Berufswahl erst mal um die Fächer, in denen wir gute Schulnoten hatten. Du bist gut in Mathematik? Technischer Beruf. Du bist gut in Sprachen? Reisebüro. Du bist nirgends sonderlich gut, aber auch nicht schlecht? Kaufmännische Ausbildung oder handwerklicher Beruf.
Jetzt kann es sein, dass du also immer noch in einem Beruf sitzt, der vielleicht sogar deinen Talenten entspricht, aber eben nicht zwingend deinen Interessen.
Bei mir war das genau so: langes Theater um mein Ich weiss nicht, was ich will, und dann, weil ich stärker war in den sprachlichen Fächern und sehr viel las: Bibliothekarin. Es war nicht grundfalsch, weil mir das Strukturieren von Themen und Abläufen leicht fällt. Aber es interessierte mich überhaupt nicht, welcher Datenbank-Anbieter welchen Vertrag mit der Bibliothek aushandelte und warum ein E-Journal nicht funktionierte, das eigentlich sollte.
Psychologie wäre von Anfang an mein Thema gewesen, aber dafür gabs leider keine Schulnote, die hätte darauf hinweisen können.
Also, wenn dich das Thema, um das dein Job täglich kreist, nicht im geringsten interessiert, ist das ein mögliches Symptom für einen Hamsterrad-Job.
8. Fehlende Talententfaltung
Du kannst jahrelang den gleichen Job machen und gut darin sein. Wenn du aber deine wahren Talente in Verbindung mit deinem Lebenssinn (Berufung) nicht richtig ausleben kannst und auch keine Aussicht darauf besteht, dann ist auch das ein Symptom eines Hamsterrad-Jobs.
Nicht alle deine Talente müssen in deiner Arbeit zum Tragen kommen, damit du berufliche Erfüllung erlebst. Aber es gibt welche, die dich insgesamt verkümmern lassen, wenn du sie nicht auslebst und erweiterst.
Bist du jemand, die das Talent hat, Menschen von Herzen zu lauschen, dann solltest du nicht den ganzen Tag nur in einen Computer schauen müssen bei der Arbeit.
Bist du die Tüftlerin mit tausend Ideen, wirst du in einem Job, in dem jeder Ablauf genau geregelt ist, verblühen.
Manchmal reicht es, dass du in deinem aktuellen Job Wege findest, dein Talent einzusetzen, um aus einem Hamsterrad-Job deine Traumstelle zu fabrizieren. Manchmal sind dann aber auch radikalere Massnahmen gefragt.
9. Antriebslosigkeit, Frust, Selbstzweifel
Das sind im Grunde schon sekundäre Symptome, die auf die oben genannten folgen können.
Verrätst du Tag für Tag deine Werte, deinen Sinn, deine Berufung, den Grund, warum du auf dieser Erde bist, wirst du längerfristig innerlich eingehen.
Das zeigt sich dann zum Beispiel in fehlender Energie und Antriebslosigkeit. Du kommst abends von der Arbeit nach Hause und fühlst dich komplett energielos. Zu müde, um jemanden zu treffen. Zu müde für einen Kurs zu einem Thema, das dich brennend interessiert. Zu müde für all das, was dir Energie geben würde. Das gibt dann einen fiesen Teufelskreis von Energielosigkeit.
Viele Menschen in einem Hamsterrad-Job strengen sich doppelt an, um dieser unbefriedigenden Situation zu entkommen. „Wenn ich die Abteilung leiten könnte, wäre alles anders und ich hätte wieder Spass am Job“, könnte zum Beispiel eine Idee sein. Das ist das klassische Wenn-Dann-Glück, das dich weiter hoffen und im Hamsterrad rennen, aber nie beim erhofften Glück ankommen lässt. Klar, dass das Frust erzeugt.
Selbstzweifel ist das Resultat von ergebnisloser Anstrengung. Du rennst und bemühst dich und tust alles, was von dir verlangt wird und meistens noch ein bisschen mehr, und trotzdem erfüllt dich dein Job nicht. Irgendwas machst du also falsch, oder?
Ja, in der Tat MACHST du etwas falsch, aber du BIST nicht falsch! Das ist ja, was dich der Selbstzweifel so unterschwellig glauben macht, dass du falsch, unbegabt, verkehrt, dumm, und weiss ich was alles bist.
Nein, du bist nur ganz einfach auf dem Holzweg. Du hast die Spur deines Lebenssinns verloren. Alle diese unangenehmen Symptome zeigen dir ja nur eins: da stimmt etwas nicht bei deiner Arbeit – und deswegen in deinem Leben. Gut, dass du es merkst. Jetzt kannst du reagieren und deine Richtung korrigieren. Es ist nie zu spät dafür!
Was, wenn du Symptome eines Hamsterrad-Jobs hast?
Ruhe bewahren und herausfinden, wo genau du deinen Lebensfaden verloren hast.
Bist du dem Geld nachgerannt und deswegen in einem Hamsterrad-Job gelandet? Geld kannst du auf unterschiedlichste Weise verdienen, es muss nicht zwingend in diesem Job sein.
Hast du die falsche Berufswahl getroffen? Wähle neu!
Hat dich der Karriere-Sog an einen Punkt gebracht, an dem du nicht sein willst? Reflektiere, wann du die falsche Abzweigung genommen hast und warum du diesen Job angenommen hattest. Irgendwann hat er dir wahrscheinlich noch Freude gemacht?
Egal, an welchem Punkt du stehst, du kannst immer neu wählen. Beginne damit, dir 30 Tage lang morgens aufzuschreiben, was du wirklich möchtest im Leben. Jedes Mal von neuem. Irgendwann beginnt es sich zu wiederholen oder manche Elemente tauchen immer wieder auf. Das sind die Dinge, die zu deinem Wesen gehören.
Und vergiss nicht: die Freude ist dein Kompass!
Zusammenfassung Symptome
- Die Symptome eines Hamsterrad-Jobs kommen vielfältig daher, pausieren manchmal und kommen mit noch mehr Schwung zurück.
- Sie zeigen dir, dass etwas mit deiner Arbeit im Argen liegt.
- Reflektiere, warum du an diesen Punkt gekommen bist und was dich dort noch hält.
- Schreibe 30 Tage lang auf, was du wirklich in deinem Leben haben möchtest und zieh die Dinge raus, die immer wieder auftauchen.
- Die Freude ist dein Wegweiser. Wenn du in deinem Job über längere Zeit keine Freude empfindest, bist du auf der falschen Schiene gelandet. Wähle neu!
Wenn du eins oder mehrere Symptome eines Hamsterrad-Jobs an dir erkennst, ist es Zeit, dass du dir Gedanken darüber machst, wie du deinen beruflichen Weg weiter gehen möchtest. Natürlich kannst du eine Weile auf die Zähne beissen und durchhalten, aber früher oder später wird sich deine Seele wieder bei dir melden, dir Signale schicken, erst sanft, dann immer heftiger, bis du endlich hinhörst und zu verstehen beginnst, wo dein Weg lang geht.