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Geburtsphasen
Der Zeitraum von den ersten Wehen bis zur Nachgeburt ist sehr unterschiedlich. Bei Erstgebärenden dauert es erfahrungsgemäß länger als bei Frauen, die schon einmal entbunden haben.
Eine Geburt findet in drei Phasen statt:
- Eröffnungsphase
- Austreibungsphase
- Nachgeburtsphase
Eröffnungsphase
Die Eröffnungsphase beginnt mit den ersten in regelmäßigen Zeitabständen auftretenden Geburtswehen. Diese Phase wird so genannt, weil sich dabei der Muttermund soweit öffnet, bis etwa 10 cm im Durchschnitt, sodass das Kind hindurch passt. Zwei Kräfte sind für den Fortschritt und die Dauer der Eröffnungsphase verantwortlich. Die Kraft der Wehen und der Dehnungswiderstand des Muttermundes. Die Eröffnungsphase kann bei Erstgebärenden 6 bis 12 Stunden dauern, bei Frauen die schon ein oder mehrere Kinder geboren haben, dauert sie in den meisten Fällen etwa 2 bis 6 Stunden. Während der Eröffnungsphase aber auch im weiteren Verlauf der Geburt werden ständig das Allgemeinbefinden der Frau, die Wehentätigkeit, die Muttermundweite und die Herztätigkeit des Kindes kontrolliert. Eigentlich sollte es zum Ende der Eröffnungsphase zum Blasensprung und Fruchtwasserabgang kommen. Dies kann aber auch schon vor der Wehentätigkeit oder vor vollständiger Öffnung des Muttermundes passieren. Wenn die Blase zu Beginn der Austreibungsphase noch nicht gesprungen ist, kann sie durch den Arzt oder die Hebamme mechanisch geöffnet werden.
Austreibungsphase
Austreibungsphase nennt man den Zeitraum von der vollständigen Öffnung des Muttermundes bis zur Geburt des Kindes. Die Wehen treten jetzt alle 2 bis 5 Minuten auf. Diese Phase kann bei Erstgebärenden etwas länger dauern, als bei Frauen, die schon Kinder geboren haben. In dieser Phase beginnt der Pressdrang, welcher reflektorisch ausgelöst wird. Um einen Einriss des Dammes zu verhindern oder den Druck auf den kindlichen Kopf zu vermindern wird manchmal eine Episiotomie durchgeführt. Auch in dieser Phase wir der Allgemeinzustand der Frau, also Blutdruck, Temperatur, etc. ständig überwacht. Der Arzt oder die Hebamme unterstützt die Frau beim Pressen, indem die Atemtechnik kontrolliert und der Zeitpunkt zum Pressen angegeben wird. Auch die Herztöne des Kindes werden ständig überwacht. In welcher Stellung die Gebärende pressen möchte- also liegend auf dem Rücken oder der Seite, sitzend oder hockend- entscheidet sich nach dem Geburtsverlauf und dem Wunsch der Patientin. Nach der Geburt des Kindes wird die Nabelschnur durchtrennt.
Nachgeburtsphase
Während der Nachgeburtsphase wird die Plazenta ausgestoßen. Dafür kommt es noch einmal zu Nachgeburtswehen, damit sich die Plazenta von der Uterusinnenwand löst. Die Plazenta wird durch Pressen oder durch leichten Zug an der Nabelschnur ausgestoßen. Nach der Geburt der Plazenta wird diese auf Vollständigkeit überprüft.