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Zecken und zeckenassoziierte Krankheiten betreffen weltweit die Gesundheit von Mensch und Tier und sind für grosse ökonomische Verluste verantwortlich. Dadurch, dass Zecken Blut saugen, können sie diverse Krankheitserreger von Wirt zu Wirt übertragen. Beim Menschen sind die meist bekannten Krankheiten, welche von Zecken übertragen werden, die virale Hirnhautentzündung „FSME“ (Frühsommer-Meningoencephalitis) sowie die bakterielle Hirnhautentzündung „Borreliose“ (Lyme Disease). Zudem können Zecken beim Menschen eine lokale Reaktion mit einer starken Rötung verursachen.
Beim Pferd sind die klinisch bedeutsamsten Infektionskrankheiten die Piroplasmose sowie die Anaplasmose. Lokale Reaktionen sind oft nicht sehr stark und können mit lokaler Therapie behandelt werden. Für weitaus häufigere Diskussionen sorgt die Borreliose beim Pferd. Gerne wird sie als Ursache für mehrere Krankheitsbilder angesehen, wobei nur in ganz wenigen Fällen wirklich eine Borrelieninfektion diagnostiziert werden kann. Eine kurze Zusammenfassung der vorhin erwähnten Krankheiten liefert einen Überblick:
Piroplasmose: Weitverbreitete, besonders in den warmen Klimazonen auftretende, durch Zecken übertragende Blutparasiten. In der Schweiz sind vor allem Pferde in der Westschweiz oder aus dem Ausland betroffen. Dabei nisten sich die Parasiten in den roten Blutkörperchen ein, wobei es dabei zwei Typen gibt: Theileria equi und Babesia caballi. Oft sind die Pferde jahrelang bis lebenslänglich Träger der Piroplasmose. Erste Symptome treten nach 1-2 Wochen nach der Infektion auf und zeigen sich typischerweise in hohem Fieber, Fressunlust, Apathie mit erhöhter Herz- und Atemfrequenz. Zudem können eine Gelbsucht (Ikterus) sowie Schwellungen an Unterbrust, Schlauch und Gliedmassen (Ödeme) auftreten. In chronischen Fällen können Abmagerung, Leistungs- und Nachhandschwäche als einzige Symptome vorkommen. Die Diagnose wird mittels Blutuntersuchung gestellt, dabei wird der Erreger sowie die Antikörper nachgewiesen. In akuten Fällen können die Parasiten in den roten Blutkörperchen in einem Blutausstrich gesehen werden. Neben einer allgemeinen unterstützenden Therapie werden solche Pferde mit einem speziellen Medikament (Imidocarb) behandelt. Oft können so die Blutparasiten eliminiert werden, wobei bei den Theilerien keine Heilung (Elimination) erreicht wird. Solche Pferde bleiben lebenslänglich Träger und die Krankheit kann immer wieder ausbrechen.
Anaplasmose: Dabei handelt es sich um eine durch Zecken übertragene, bakterielle Infektionskrankheit (Anaplasma phagozytophila, früher Ehrlichia equi), wobei je nach Zeckenstadium und Saison das Vorkommen in der Schweiz bis zu 5.5% beträgt. Die meisten Fälle werden in der West- und Ostschweiz beobachtet. Die Anaplasmen befallen dabei die weissen Blutkörperchen des Pferdes und führen zu hochgradigem Fieber, Depressionen, Fressunlust, Schwellungen von Gliedmassen (Ödeme), fleckenhaften Blutungen sowie Gelbsucht. Die Diagnose wird ebenfalls übers Blutbild und anhand der typischen Symptome gestellt. Die Anaplasmose kann mittels antibiotischer Therapie sowie Entzündungshemmung gut behandelt werden und hat somit eine gute Prognose. Wird diese nicht behandelt, so ist die Infektion nach 2-3 Wochen selbstheilend.
Borreliose: Über die von Borrelia burgdorferi verursachten bakteriellen Krankheit beim Pferd wurde in der Schweiz bisher kaum berichtet und bis Anfang der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts sogar überhaupt nie. In Amerika wurde sie 1977 beim Menschen erstmals beschrieben und hat vor allem wegen arthritischem Leiden zunehmend an Bedeutung gewonnen und gehört in Amerika beim Menschen heutzutage zu den häufigsten, ansteckenden Krankheiten. In der Pferdemedizin gibt es nur wenige Fallbeschreibungen zur Borreliose. Es wird in den betroffenen Ländern zunehmend erkannt, dass bei vielen Pferde eine hohe Anzahl an Abwehrkörper (Antikörpertiter) festgestellt werden, ohne dass die Pferde krank sind. In der Schweiz wurde bei einem Pferd folgende Symptome beschrieben: Unkoordinierter Gang, Schwellungen der Gliedmassen, Fieber und Nesselfieber. Bei den weltweit beschriebenen Fällen wurden zusätzlich Gelenks- und Muskelentzündungen, sowie Abmagerung festgestellt. Die Behandlung von erkrankten Pferden erfolgt mit einer Antibiotikatherapie über eine längere Zeit.
Die allgemeine Meinung besteht aufgrund der Forschung und der rapportierten Fälle, dass Borrelien zwar oft vorkommen, jedoch in seltenen Fällen zu einer Erkrankung führen. Nichtsdestoweniger ist es angeraten, bei Pferden mit den beschriebenen Symptomen an die Möglichkeit einer Borrelienerkrankungzu denken und spezifische Untersuchungen durchzuführen. Wichtig ist dabei auch, eine gute Zeckenprophylaxe zu tätigen. Eine Impfung gegen Borreliose ist möglich, wobei nur ein Impfstoff weltweit zur Verfügung steht (dieser ist in der Schweiz nicht zugelassen).
Zeckenschutz: Weiden an Waldrändern vermeiden, auf den Waldwegen bleiben, regelmässiger Zeckencheck und bei einem Befall diese schnellstmöglich entfernen.