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Beiträge zur Historiographie der Schweiz im 18. und 19. Jahrhundert
Stumpf – Schweizer – Daguet
Mit einem Anhang über ein apologetisches Manuskript von Johann Georg Esslinger
ca. 120 Seiten, illustriert. - Erscheinen für 2009 geplant.
Herzog Leopold von Österreich
Kolorierte Abbildung aus einem Exemplar der kleinen Schweizer Chronik von Johannes Stumpf
Offizielle Datierung: "1550" - Schätzung des Verfassers: 1740er Jahre
Leopold - sowohl der Verlierer von Morgarten wie der Verlierer von Sempach - galten in der alten Chronistik als eine Parallelität zur Figur des biblischen Rächers Jehu.
Allgemeines
Die Untersuchungen stellen eine Fortsetzung der vom Autor 2008 publizierten Beiträge zur Freiburger Historiographie des 18. und 19. Jahrhunderts (Guillimann – Alt – Berchtold – Daguet).
Hier werden – jedes mit einer Einleitung versehen – drei wichtige historiographische Werke vorgestellt: die kleine Schweizer Chronik des Johannes Stumpf, die Chronologia Helvetica des Johann Heinrich Schweizer oder Suicerus und die Histoire de la confédération suisse von Alexandre Daguet.
Die beiden ersten Werke von Stumpf und Schweizer setzt der Verfasser in das 18. Jahrhundert. Und er sieht ihnen die ältesten vollständigen Chroniken oder Zeitregister zur Schweizer Geschichte. Die große Chronik von Stumpf gründet auf der kleinen; und die Helvetische Chronologie erkennt der Verfasser als die Grundlage für die große Chronik von Aegidius Tschudi.
Die beiden Zeitregister - die nach dem Verfasser auf etwa 1750 anzusetzen sind - zeigen, daß die ursprüngliche Konstruktion der eidgenössischen Gründungsgeschichte in wesentlichen Teilen anders war als sie heutige Historiker kennen.
Alexandre Daguet (1816 - 1894) ist ein verkannter Westschweizer Historiker der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Untersuchungen zeigen, daß er es war, welcher zuerst das Gründungsdatum der Eidgenossenschaft 1291 historisch zu belegen suchte. Daguet war der geistige Vater von Karl Meyer, dem Schweizer Historiker der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dieser hat bekanntlich das Datum 1291 zur nationalen Chiffre erhoben.
Überraschend ferner weist der Autor nach, daß der im 20. Jahrhundert zur Nationalreliquie erhobene Bundesbrief 1291 zwar von Tschudi nicht genannt wird, daß sein Kreis aber das Datum – und wohl auch den Inhalt – vorbereitet haben.
Eine Tabelle über den Vergleich der Chroniken von Stumpf, Schweizer und Tschudi zeigen, wie sich die entscheidenden Inhalte und Daten der helvetischen Gründungsgeschichte innerhalb kurzer Zeit verändert haben.
Eine andere Tabelle zeigt die verblüffenden Parallelitäten zwischen der Befreiungsgeschichte von Bern und den Waldstätten auf.
Das neue Teilgebiet der historischen Numerologie kommt ebenfalls zur Geltung: Es werden mehrere Christus-Chronogramme tabellarisch dargestellt, wie sie aus den alten Chronikwerken zu gewinnen sind.
Das Werk des Autors wird einen wichtigen Beitrag liefern zur Neubetrachtung der Ursprünge der schweizerischen Eidgenossenschaft unter dem Blickwinkel der Geschichts- und Chronologiekritik.
Von dem zum Katholizismus konvertierten protestantischen Pfarrer und späteren Geistlichen der Schweizergarde in Paris Johann Georg Esslinger (1790 - 1838) hat der Autor ein 4000-seitiges Manuskript analysiert. Dieses verteidigt die katholische Kirche und Religion gegen die Einwände des Protestantismus, der Aufklärung und der Französischen Revolution. – Das apologetische Werk steht in Zusammenhang mit dem Berner Staatstheoretiker Karl Ludwig von Haller (1768 - 1854) und stellt einen merkwürdigen Versuch dar, im Europa der Restauration nochmals die Einheit des Christentums zu beschwören.
Inhalt
Anhang I
Anhang II