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Das Sternbild Segel des SchiffesVeröffentlicht
Steckbrief
- Lateinischer Name
- Vela
- Hemisphäre
- Südliche Hemisphäre
- Sichtbarkeit
- Januar - März
- Fläche
- 500 deg²
- Hellster Stern
- γ Velorum (HIP Nummer 39953)
- Besonderheiten
- Offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen, planetarische Nebel
Das Segel des Schiffes (lat. Vela) ist ein auffälliges Sternbild am Südhimmel. Ursprünglich gehörte es zur Konstellation Schiff Argo (lat. Argo Navis), die bereits in der Antike von dem griechisch-römischen Astronom Ptolemäus beschrieben wurde. In dem Bereich befinden sich einige interessante Deep-Sky-Objekte.
Hemisphäre, Sichtbarkeit und Fläche
Das Sternbild Segel des Schiffes (auch Schiffssegel genannt) liegt in der südlichen Hemisphäre und kann von der gesamten Südhalbkugel beobachtet werden. Nördlich des Äquators ist es bis zum 32. Breitengrad vollständig sichtbar. Es kann also nur von Orten gesehen werden die südlicher liegen als beispielsweise Marrakesch in Marokko, Dallas in den USA oder Shanghai in China.
Die Monate Januar bis März bieten den besten Blick auf die Sternkonstellation. Dabei erstreckt es sich mit rund 500 Quadratgrad über den Nachthimmel.
Das Segel des Schiffes wird mit einer Handvoll Sternen in den Himmelskarten visualisiert. Dabei werden die hellsten Sterne zu einem eckigen Gebilde miteinander verbunden. Fünf von ihnen sind heller als 3 mag und leicht am Himmel zu finden. Der hellste Stern hat eine scheinbare Helligkeit von etwa 1,8 mag. Er trägt den Namen γ Velorum. Es handelt sich hierbei um ein Doppelsternsystem in rund 1.000 Lichtjahren Entfernung.
Das Sternbild liegt eingebettet zwischen fünf anderen Konstellationen am Nachthimmel. Im Norden grenzen die Luftpumpe und der Schiffskompass an. Östlich und südlich liegen das Achterdeck des Schiffes und der Kiel des Schiffes. Außerdem grenzt im Westen der Zentaur an.
Besonderheiten im Sternbild
In dem Bereich des Segels des Schiffes liegt die Milchstraße, die für einige offene Sternhaufen, sowie Kugelsternhaufen und einen planetarischen Nebel sorgt.
Der hellste offene Sternhaufen trägt die Katalognummer IC 2391 beziehungsweise hat den Eigennamen Omicron-Velorum-Sternhaufen. Das Alter dieses Sternhaufens wird auf etwa 50 Millionen Jahre geschätzt und seine Entfernung zur Erde ist rund 500 Lichtjahre. Die scheinbare Helligkeit dieses Objektes beträgt ungefähr 2,6 mag. Er kann bereits mit bloßem Auge nord-östlich des Sterns δ Velorum gesehen werden.
Der planetarische Nebel NGC 3132 ist auch mit dem Namen Eight-Burst-Nebula bekannt. Seine Entfernung von der Sonne wird auf rund 2.000 Lichtjahre geschätzt. In Zentrum des Nebels befindet sich ein Doppelsternsystem, dessen Zentralstern bereits in einem kleineren Teleskop wahrgenommen werden kann. Das Objekt liegt nord-östlich des Sterns q Velorum.
Mythologie
Als Teil des Argo Navis wurde das Segel des Schiffes von Ptolemäus in die 48 antiken Sternbilder aufgenommen. Erst später, im Jahr 1763, wurde es dank des französischen Astronomen Nicolas de Lacaille ein eigenes Sternbild. Diesem war die große Konstellation des Argo Navis zu unübersichtlich, sodass er es in das Schiffssegel, das Achterdeck des Schiffes und den Schiffskiel aufteilte.
Argo Navis war das sprechende Schiff des Helden Jason, mit dem dieser nach Kolchis reiste. Dort versuchte er mit der Hilfe von Herkules und den Zwillingen Castor und Pollux das Goldene Vlies, das Fell des geopferten Widders, zu stehlen.
Denn Jason wurde von seinem Halbbruder Pelias um den Thron gebracht. Um ihn wieder zu erhalten, sollte er ihm das goldene Fell bringen. Dies erschien als eine schier unmögliche Tat, da das Goldene Vlies in einem heiligen Hain von einem Drachen bewacht wurde.
Letztendlich verhalf die Königstochter Medea dem Helden zum Besitz des Fells. Zu Ehren aller Beteiligter wurden das Argo Navis und das Goldene Vlies als Sternbilder in den Himmel gesetzt.
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