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Hallo,
welche alternativen Füllungsmaterialien würdet ihr als Ersatz für Amalgam nach einer Sanierung empfehlen?
Es ist ja immer individuell, was vertragen wird und sollte eigentlich getestet werden. Daher ist es wahrscheinlich schwierig was Allgemeines dazu zu sagen.
Ich hätte aktuell die Wahl zwischen einem Keramik-Inlay oder Zement ( v.a. Harvard).
Im Moment beschäftigen mich v.a die Zemente.
1. Zement für die ersten Monate
Ich lese immer wieder, dass zunächst Zement gewählt werden sollte, damit das Quecksilber aus den Dentinkanälchen ausdampfen kann. Das Ausdampfen sei möglich, weil der Zement eben für die Dämpfe durchlässig sei und sie so entweichen könnten. Dies wiederum sei besser, als dass das Quecksilber über den Zahn direkt ins Gehirn gelange.
Kunststoffe und Keramik hätten den Nachteil, dass die Quecksilberdämpfe keine Chance hätten zu entweichen, weil diese Materialien abdichtend wirken.
Dann wiederum lese ich, dass das Quecksilber nicht verdampfe, sondern vom Zement aufgesogen werde. Diese Meinung vertrat auch eine Zahnärtztin bei der ich war.
In diesem Thread:Kupferhaltige Zementfüllungen?
wird dieser Mechanismus (bezogen speziell auf kupferhaltigen Zement) thematisiert.
Ich weiß nicht wie es bei anderen (nicht kupferhaltigen) Zementen aussieht.
Dr. Volland empfiehlt auch die Zähne erstmal mit Zement zu versorgen, um die Quecksilberreste in den Dentinkanälchen möglichst zu 'entfernen'.
https://www.youtube.com/watch?v=bbN2dkqynOo
Er spricht in dem Zusammenhang von Ausdampfen UND Anreicherung des Hg im Zement.
Er rät von einer abdichtenden Versorgung (hier: Kunststoff) ab, da sonst das Quecksilber im Zahn gehalten würde.
Im diesem Thread: Kupferhaltige Zementfüllungen? ist die Rede davon, dass das Entfernen der Zementfüllung dann ja auch wieder mit allen Schutzmaßnahmen erfolgen müsse, weil das dann im Zement gebundene Quecksilber frei werden könne.
Hier im Wiki steht, dass diese These, Zement hole die Quecksilberreste aus dem Zahn, nicht bewiesen sei.
DASS es schwer ist, Quecksilber bei der Sanierung restlos aus den Dentinkanälchen zu entfernen: Darin scheinen sich aber die Autoren unterschiedlicher Quellen einig zu sein.
Also: Wäre Zement eurer Meinung nach hilfreich/notwendig was diesen angesprochenen Effekt (Quecksilber rausholen/ausdampfen lassen) betrifft?
2.Welche eher mittel-/längerfristige Lösung würdet ihr empfehlen?
Ich würde aktuell (erstmal) Zement favorisieren.
Glazionomerzement: Dazu steht hier was Zement oder gleich Keramik?
Da wird u.a. die Meinung vertreten, dass Glasionomerzement nicht unbedingt eine so passende Lösung ist, wenn man sich vor dem Fluorid scheut. In dem Thread wird ausserdem deutlich, dass auch viele anderen Zahersatz-Alternativen nicht so besonders befriedigend ausfallen.
Und hier nochmal was zu GIZ Glasiomerzemente in Ihrem Buch Energieverlust durch Zahnherde
Was Glasionomerzement betrifft, habe ich im Forum aber auch häufig von positiven Erfahrungen gelesen.
Harvardzement scheint tendenziell bei Vielen ja sehr verträglich zu sein. Ist natürlich individuell und müsste wie alles andere möglichst getestet werden.
Dieser Zement ist ja nur leider nicht sehr haltbar. Und wenn ich es richtig verstanden habe, ist die Kariesgefahr recht groß.
Von Translit habe ich hier Positives gelesen. Auch was die Haltbarkeit betrifft!! z.B. hier : Zementfüllungen als Dauerlösung?
Gibt es dazu was Negatives zu berichten? Ist der Aluminiumgehalt besorgniserregend?
Was Keramik betrifft: Da bin ich noch nicht so weit gekommen. Soweit ich es verstanden habe, wird Keramik mit Kunststoffklebern oder (Harvard)Zement fixiert. Kunststoff sei oft toxisch und beim Zement gelten oben genannte Probleme etc.
Bei Inlays ist, meine ich, auch kein Zement zum Befetigen möglich, sondern nur Kunststoffkleber, oder?
Ich bin etwas verwirrt und weiß nicht, welche Materialien ich in die engere Auswahl (evtl. auch für Tests) nehmen könnte.
Vielleicht mag ja jemand was schreiben.
Wie geht ihr vor um geeignete Materialien für euch auszuwählen?
Gruß
muede