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(mmo) Petrus meinte es im Gegensatz zum Renntag vor einer Woche diesmal gut mit den Aktiven und den wenigen Zuschauern. Die Sonne schien, es bliess kein kalter Wind und so war es durchaus angenehm in Avenches. Der Penetrometer-Wert der Grasbahn wurde mit 3.6 beziffert.
Das mit 12'000 Franken höchstdotierte Rennen des Tages hatte in Mascarpone seinen Favoriten. Wie in unserer Vorschau erwähnt, hatte er vor einer Woche ein "Moral-Rennen" bekommen und nun zeigte der Monsun-Sohn, wie stark er an einem guten Tag noch immer ist. Als Robert Havlin den Vertreter des Stalles Corviglia aufforderte, marschierte der Achtjährige an seinem bis dahin führenden Trainingsgefährten Glad Panther vorbei, als wäre dieser lediglich ein Sparringpartner. Locker mit sechs Längen Vorsprung auf Glad Panther kam Mascarpone ins Ziel, er dürfte damit im Handicap wieder um 80 Kilo (aktuell 78 gegenüber 82 des 5 Kilo weniger tragenden Glad Panther) angesiedelt werden. Wie weit dies gegen die Elite reichen wird, das ist eine der spannenden Fragen - Antwort in den kommenden Wochen und Monaten.
Secret Major vervollständigte weitere sechs Längen dahinter die Weiss-Dreierwette, während die letztjährige Stutenderby-Siegerin Nayfashion unter hohem Gewicht auf den letzten 100 Metern noch zwei Ränge verlor und undankbare Sechste wurde, vor dem Topweight tragenden Neuling Grimm Dancer.
Mascarpone (Robert Havlin) erzielt vor Glad Panther seinen 11. Sieg beim 42. Start (Foto: Ueli Wild)
Das Duo Miro Weiss/Robert Havlin doppelte mit Halling River im letzten Rennen eindrücklich nach. Der seit seiner sehr guten Dreijährigen-Saison nicht mehr voll überzeugende Halling-Sohn liess dem Höchstgewicht tragenden Alamo nicht den Hauch einer Chance und gewann überlegen mit 7 Längen Vorsprung, der mit dem gleichen Abstand vor dem drittplazierten Rayo ins Ziel kam.
Im 10'000er der Dreijährigen rückten nach dem Startverzicht des mit Spannung erwarteten Neulings Maroosh, der mit Veterinärzeugnis als Nichtstarter erklärt wurde, noch sechs Pferde in die Startboxen ein. Vier Schützlinge von Miro Weiss gegen zwei von Carina Schneider. Den Sieg machten zwei Weiss-Pferde unter sich aus. The Act legte mit Astrid Wullschleger bis ins Ziel immer wieder zu und setzte sich letztlich sicher gegen den drei Kilo mehr tragenden Sunndale durch. Rang drei ging vier Längen dahinter an Niva, die in einem zunächst recht langsam gelaufenen Rennen im Stile einer Steherin dann erst spät auf Touren kam.
Für Astrid Wullschleger war es seit dem 1.1.2009 (Jet Set) der erste Sieg nach ihrer Pause (von Februar 2010 bis Oktober 2011 hatte die Bündnerin keine Rennen bestritten) und der 30. auf Schweizer Bahnen insgesamt.
The Act (Astrid Wullschleger, Nr 3) gewinnt in vielversprechender Manier vor Sunndale (Foto: U.Wild)
Ein einsames Duell weit vor dem Rest lieferten sich über 1600 Meter All in und sein ehemaliger Trainingsgefährte Romanofsky. Miguel Lopez hatte dem neu von Claudia Erni für Kathrin Teuscher trainierten All in das Rennen perfekt eingeteilt, Romanofsky hatte mit zwei Längen das Nachsehen. Sieben Längen dahinter holte sich die von weit hinten kommende Still Standing an müden Pferden vorbei den dritten Platz.
Die über 1400 Meter gelaufene, erste Prüfung des Sprint-Cups 2012 wurde eine sichere Beute von Florentiner, der im Einlauf locker an Eyecatsher und Nordfalke vorbei zum Sieg marschierte. Wie vor einer Woche mit Thanatos zeichnete das Frauen-Duo Noëmi Herren im Sattel und Monika Müller als Trainerin für den Treffer verantwortlich. Das 90-Kilo-Pferd Golden Eagle kam nie vom Ende des Feldes weg. Da konnte etwas nicht stimmen - und nach dem Rennen folgte die Erklärung. Der Montjeu-Sohn hatte sich an einem Hinterbein das Griffelbein gebrochen und wurde direkt in die Pferdeklinik Niederlenz gefahren.
Alter schützt vor Siegen nicht: Florentiner (Noëmi Herren) leicht vor Eyecatsher.
Bei den Trab-Youngsters kam es zur Revanche zwischen Vitocorleone (Marcel Humbert) und Vivace du Martza (Renaud Pujol). Letztere war dem Humbert-Debütanten vor zwei Wochen knapp unterlegen und danach wegen unreiner Gangart noch vom zweiten Platz disqualifiziert worden. diesmal konnte die Ecurie du Martza-Stute 25 Meter vor ihrem Kontrahenten ins Rennen gehen und nutzte diesen Vorteil mit einem Blitzstart sogleich aus. Von der Spitze aus hielt sie am Ende den spät erst auf freie Bahn pilotierten Vitocorleone sicher in Schach. Doch wiederum schauten sich die Gangartrichter die Stute nochmal genau an, beliessen sie jedoch als Siegerin im Klassement.
Youngsters: Vivace du Martza (Renaud Pujol) diesmal vor Vitocorleone und im Klassement (Foto: U.Wild)
Renaud Pujol doppelte später mit Strauss du Martza gegen 17 Gegner nach. Von der Spitze aus hielt er den mit 25 Meter Zulage gestarteten, zuletzt zweifachen Sieger Radjah de Fay in Schach. Serpico folgte auf Rang drei vor Top Boy, der ein Aufbaurennen bekommen hat.
Patricia Felber kam mit dem Neuling Opéra House zu einem unverhofften Sieg - eigentlich hätte sein bisheriger Besitzer Stéphane Gaudard ihn fahren sollen, doch klappte das nicht und seine neue Besitzerin/Trainerin stieg selbst ins Sulky. Mit Speed fertigte sie im 20er-Feld den Serien-Sieger Quidaho und Orélius Gentil ab.
Geerbte Fahrt, leichter Sieg: Patricia Felber mit dem Neuling Opéra House.