Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03248.jsonl.gz/678

Der Inhaber einer Betriebsbewilligung für ein Kernkraftwerk hat nach Art. 34 Abs. 1 der Kernenergieverordnung alle zehn Jahre eine umfassende Sicherheitsüberprüfung durchzuführen. Das Ziel dieser sogenannten PSÜ ist zu beurteilen, ob die Sicherheitsvorsorge ausreicht oder ob Nachrüstmassnahmen notwendig sind. Hierfür ist eine ganzheitliche sicherheitstechnische Beurteilung des Kernkraftwerks erforderlich, die die Betriebserfahrung und den aktuellen Zustand des Kernkraftwerks umfasst. Die PSÜ stellt eine Ergänzung zur laufenden Aufsichtstätigkeit des Ensi dar.
Die unbefristete Betriebsbewilligung des KKL ist im Rahmen der bewilligten Leistungserhöhung mit der bundesrätlichen Verfügung vom 28. Oktober 1998 letztmalig geändert worden. In diesem Zusammenhang fand auch die letzte umfassende Sicherheitsüberprüfung statt. Das Gutachten der damaligen Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen, dem heutigen Ensi, wurde im März 1996 publiziert. Ende 2006 reichte das KKL die Dokumente zur neuen PSÜ ein, die aus sechs Teilberichten und dem aktualisierten Sicherheitsbericht bestehen. Die nächste PSÜ wird das KKL Ende 2016 einreichen.
Einhaltung der grundlegenden Schutzziele
Die Auswertung der Betriebserfahrung innerhalb des Beurteilungszeitraumes zeigt, laut Ensi, dass nur wenige Vorkommnisse im KKL auftraten, die zu Abweichungen vom Normalbetrieb oder zur punktuellen Schwächung von Schutzmassnahmen führten. Die Abweichungen vom Normalbetrieb wurden vorwiegend durch selbstregulierende Massnahmen ohne Eingriff von Sicherheitssystemen abgefangen. Jede dieser Abweichungen wurde auslegungsgemäss beherrscht, sodass keine Grenzwerte verletzt wurden und die Rückhaltung radioaktiver Stoffe gewährleistet war. In all diesen Fällen wurden die grundlegenden Schutzziele mit hohem Sicherheitsabstand eingehalten. Die Ergebnisse der probabilistischen Sicherheitsanalyse stützten diese Aussage. Darüber hinaus zeigt diese Analyse gemäss Ensi auf, dass das Risiko eines Kernschadens oder einer unzulässigen Freisetzung radioaktiver Stoffe als sehr gering zu beurteilen sind.
Einige Anlagenteile des KKL sind, bedingt durch die innerhalb des Beurteilungszeitraums durchgeführte Leistungserhöhung, erhöhten Belastungen ausgesetzt, denen mit einer entsprechend intensivierten Instandhaltung begegnet wird. Der sichere Betrieb des KKL wurde durch die Leistungserhöhung nicht beeinträchtigt, schliesst das Ensi. Ungeachtet der umfangreichen Arbeiten im Zusammenhang mit der Leistungserhöhung konnte die Strahlenbelastung des Betriebspersonals deutlich gesenkt werden. Im Beurteilungszeitraum wurden wichtige Anpassungen insbesondere in den Bereichen Unternehmens- und Sicherheitskultur durchgeführt. Damit sind aus Sicht des Ensi die Voraussetzungen geschaffen, dass das KKL auch in Zukunft über qualifiziertes und kompetentes Personal verfügt.
Massnahmen für einen weiterhin sicheren Betrieb
Das Ensi hat mehrere Forderungen aus der Sicherheitsüberprüfung des KKL abgeleitet. Diese dienen in einzelnen Fällen der Anpassung an den Stand der Nachrüsttechnik, vorwiegend aber der weiteren Verminderung der Gefährdung. Die Verbesserungen umfassen insbesondere erweiterte spezifische Überwachungsprogramme für einzelne Behälter und Rohrleitungen, Anpassungen der Aktivitätsüberwachung und des Blitzschutzes an den Stand der Nachrüsttechnik sowie ergänzende Nachweise im Bereich der Störfallanalysen, meldet das Ensi in seiner Medienmitteilung.
Quelle
D.S. nach Ensi, Medienmitteilung, 13. August 2009