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Studie «Indikatoren-gestützte Entscheidungssysteme»
Einführung
Was bedeutet «Indikatoren-gestützte Entscheidungssysteme»?
In unseren arbeitsteiligen, komplexen Gesellschaften greifen Politik und Verwaltung immer öfter auf Messgrössen und statistische Kennzahlen zurück, um gesellschaftliche Entwicklungen zu steuern. Daten, die es gestatten, ausgewählte Prozesse zu verfolgen, und die zu Indikatoren gebündelt werden, dienen dabei als Grundlage, um gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Interventionen zu begründen, zu planen, umzusetzen und zu evaluieren.
Chancen und Risiken von «Indikatoren-gestützten Entscheidungssysteme»
Behörden, Organisationen und andere Instanzen denken, ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen, wenn sie sich auf Indikatoren berufen: Indikatorengestützte Entscheidungen wirken objektiv untermauert und fundiert begründet. Indikatoren dienen der Rechtfertigung von Massnahmen und können die Nachvollziehbarkeit gefasster Entscheidungen verbessern. Sie sollen damit Transparenz gewährleisten und die Effizienz der Verwaltungs-, Regierungs- und Geschäftstätigkeit erhöhen. Mithin leisten sie der Verwissenschaftlichung von Politik, Wirtschaft und Verwaltung Vorschub. Indes ist wenig darüber bekannt, ob die Transparenz und Objektivität, die mit Indikatoren verbunden wird, nicht durch negative Folgen erkauft wird. So wird etwa Kritik laut, wenn Entscheidungen auf Grund von Indikatoren zu reinen Verwaltungsakten verkommen oder überhaupt automatisiert werden. Eine Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen indikatorengestützter Entscheidungen drängt sich daher auf.
Wieso eine TA-SWISS Studie «Indikatoren-gestützte Entscheidungssysteme»?
Mit Zahlen und Messgrössen untermauerte Argumente gewinnen bei politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entscheidungen immer mehr an Gewicht. Eine Untersuchung, die sich mit den Chancen und Risiken von Entscheidungssystemen auseinandersetzt, die auf Indikatoren beruhen, drängt sich daher auf
Zielsetzungen der Studie
Die Studie soll über eine Reihe von Fragen Aufschluss geben, die mit der Definition, Erhebung und Verwendung von Indikatoren einhergehen – z.B. welche gesellschaftlichen Bedürfnisse dazu führen, dass immer mehr Daten erhoben werden und welche (sozialen und technischen) Bedingungen diese Erhebungen überhaupt erst ermöglichen. Ferner soll die Untersuchung ausloten, welche gesellschaftlichen Akteure sich (befürwortend oder ablehnend) mit der Entwicklung von Indikatoren auseinander setzen und welche Argumente ins Feld geführt werden, um die jeweilige Haltung zu begründen. Die Studie soll auch praktischen Fragen nachgehen wie etwa nach den verwendeten Messmethoden und den zu Grunde liegenden Stichproben. Ferner interessiert die Implementierung bzw. die Verwendung der erhobenen Indikatoren: welche Massnahmen werden aufgrund der Messdaten ergriffen, wie wird mit der Möglichkeit unbeabsichtigter (bzw. möglicherweise nicht erfasster) Nebenwirkungen von Massnahmen umgegangen?
In ihren Folgerungen soll die Studie schliesslich Empfehlungen formulieren, wie sich die positiven Auswirkungen von indikatorengestützten Entscheidungssystemen verbessern und ihre Risiken mindern lassen.
Vorgehen
Methode
- Das Thema wird anhand der zwei thematischen Fallbeispiele der Nachhaltigkeit und des Bildungssystems untersucht.
- Zur Erarbeitung der entsprechenden Grundlagen wird die Fachliteratur ausgewertet, zudem werden Fachpersonen und Stakeholders aus den Bereichen der Nachhaltigkeit und der Bildung befragt.
- Beruhend auf den empirischen Analysen werden Schlussfolgerungen und Empfehlungen formuliert.
Zeitplan
Projektbeginn: Dezember 2008 | Abschluss: Frühling 2010
Downloads
Medieninformation
Die Macht der Zahlen hinterfragt
In einem öffentlichen Fachgespräch hat TA-SWISS seine neueste Studie vorgestellt. Sie befasst sich mit dem zunehmenden Einsatz von Indikatoren, die verwendet werden, um gesellschaftliche Erscheinungen zu erheben und zu steuern. Die lebhafte Diskussion, die sich unter Fachleuten aus den Bereichen Statistik, Bildungsfor-schung, Gesundheit und Finanzen und mit Anwendern aus der Politik entspann, unterstreicht die Aktualität des Themas.
Newsletter
Indikatoren – Zählen, berechnen, steuern in der Wissensgesellschaft
Kurzfassung
Total vermessen - Zählen, berechnen und steuern in der Wissensgesellschaft
Kurzfassung der Studie von TA-SWISS «Messen, werten, steuern. Indikatoren – Entstehung und Nutzung in der Politik», TA-SWISS, Bern, 2010, 11 Seiten pro Sprache.
Studie
Messen, werten, steuern
Indikatoren – Entstehung und Nutzung in der Politik
Ruth Feller-Länzlinger, Ueli Haefeli, Stefan Rieder, Martin Biebricher, Karl Weber, TA-SWISS, Bern, 2010, 152 Seiten
Veranstaltungen
10. Juni 2010
Total vermessen - Zählen, berechnen, steuern in der Wissensgesellschaft
Präsentation und Diskussion der Ergebnisse TA-SWISS-Studie
«Messen, werten, steuern. Indikatoren – Entstehung und Nutzung in der Politik»
Bern
15. Juni 2010
Indikatoren und Statistik: Erwartungen und Anforderungen - Messen, Werten Steuern
Seminar FEDESTAT / REGIOSTAT in Zusammenarbeit mit TA-SWISS
BFS-Turm, Neuenburg
Kontakte
Trägerschaft
- Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS
- Bundesamt für Statistik BFS
- Schweizerische Akademie der Geisteswissenschaften SAGW
- Bundesamt für Raumentwicklung ARE
Beteiligte Personen
TA-SWISS Projekt-Betreuerin
- Dr. Lucienne Rey, externe Mitarbeiterin TA-SWISS, E-mail
Projekt-Beauftragte
- Ruth Feller-Länzlinger, lic.phil.I, INTERFACE, Institut für Politikstudien (Projektleiterin)
- Corine Mauch, dipl. Ing. Agr. ETH und MPA, INTERFACE
- Dr. Rer. Pol Stefan Rieder, INTERFACE
- Prof. Dr. Karl Weber, Koordinationsstelle für Weiterbildung der Universität Bern
Begleitgruppe
- Rosmarie Waldner, Dr. phil., Wissenschaftsjournalistin (Präsidentin der Begleitgruppe)
- Ariane Baechler Söderström, Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT
- Dr. phil. André De Montmollin, Bundesamt für Statistik BfS
- Dr. phil. Maja Huber, Bundesamt für Statistik BfS
- Miche Kammermann Michel, Vizedirektor, Bundesamt für Statistik
- Miriam Kull, Bildungsökonomin (Master), Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF
- René Longet, Equiterre, Genf
- Dr. phil. Sabine Maasen, Universität Basel
- Dr. phil. Heinz Rhyn, Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK
- Prof. Dr. Daniel Wachter, Amt für Raumentwicklung ARE
- Dr. phil. Markus Zürcher Markus, Schweizerische Akademie der Geisteswissenschaften
Links
TA-SWISS Berichte und Studie
- Studie SoKuTA – Sozial- und Kulturwissenschafltich orientierte Technologiefolgen-Abschätzung (2004/05)
Brunngasse 36
CH-3011 Bern T + 41 31 310 99 60
F + 41 31 310 99 61
<email-pii>
Das Projekt in Kürze
Was steckt hinter dem zunehmenden Bedürfnis nach Zahlen in unserer Gesellschaft? Wann ist es sinnvoll, sich bei politischen Entscheidungen auf Zahlen zu verlassen?
Die Studie beschäftigt sich mit solchen Fragen. Sie analysiert Stärken und Schwächen von Indikatoren beim Ermitteln und Beeinflussen gesellschaftlicher Entwicklungen. So wurde der Einsatz von Indikatoren im Bildungssystem und bei der Nachhaltigkeit ausgeleuchtet. Ausserdem benennt die Studie Bedingungen, die es für den erfolgreichen Einsatz von Indikatoren zu beachten gilt und schliesst mit Empfehlungen.
Projekt: 2008 - 2010
Projektleitung: Büro für Politikstudien "INTERFACE"