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Text aus dem Jubiläumsjahr 1998
Die Gründung
Schon um die Jahrhundertwende war es für eine wärschafte Bauernfamilie Tradition, ein gewisser Stolz und eine Ehre, dass ein strammer Sohn bei der Kavallerie den obligatorischen Militärdienst leistete. In der Rekrutenschule konnte dann der angehende Dragoner ein Reitpferd steigern, und am Ende der RS kehrte er stolz mit seinem ”Eidgenossen” nach Hause. Damit Reiter und Pferd diensttauglich blieben, mussten gewisse zivile Reitübungen absolviert werden. Um diese Reitübungen zu organisieren und zu kontrollieren, wurden landauf und landab Reitvereine gegründet, so auch am 20. Januar 1898 der Kavallerie-Reitverein Uettligen und Umgebung.
Anlässlich der 50-jährigen Jubiläumsfeier 1948 waren noch folgende Gründungsmitglieder anwesend:
Drag.Fw. Jenni Fritz
Guide Wm. Herrenschwand Otto
Drag. Kpl. Baumgartner Hermann
Guide Wm. Walther Johann
Train Kpl. Brunner Ernst
Drag. Baumann Alfred
Guide Sahli Ernst
Guide Mäder Fritz
Guide Leu Adolf
Leider konnten keine Gründungspapiere oder Protokolle der ersten Jahre aufgefunden werden, erst ab 1925 liegen diverse Protokollbücher vor. Doch das erste ”Cassabuch” ist vorhanden, das bestätigt, dass am 20. Januar 1898 Eintrittsgelder von 16 Mitgliedern à Fr. 3.- einbezahlt wurden. Der erste Vereinskassier war Guide Corporal Herrenschwand Otto aus Herrenschwanden. ER präsentierte per 17. Dezember 1898 eine Bilanz mit Jahreseinnahmen von Fr. 111.- und Ausgaben von Fr. 73.35, immerhin mit einem Aktivsaldo von Fr. 37.65. Das Unterhaltungsgeld betrug zu dieser Zeit Fr. 2.- pro Jahr. Zum Vergleich diene, dass der Kassier Charles Mischler, ebenfalls aus Herrenschwanden, per 5. November 1996 einen Rechnungsabschluss mit Fr. 35 147.40 Einnahmen und Fr. 30601.95 Ausgaben und einem Aktivsaldo von Fr. 4545.45 der Hauptversammlung vorlegte. Der Mitgliederbeitrag beträgt heute für Aktivmitglieder Fr. 50.- und für Passivmitglieder Fr. 25.- pro Jahr.
Die Mitgliedschaft
Schon von der Gründung an bis heute rekrutierten sich die Mitglieder des Reitvereins Uettligen aus einem weiten Einzugsgebiet. So aus der grossen Gemeinde Wohlen bei Bern bis westwärts gegen Steinisweg, Murzelen, dann die Gemeinde Meikirch bis nach Wahlendorf, die ganze Gemeinde Kirchlindach, dann gegen Osten Bühlikofen/Zollikofen, die Gemeinde Bremgarten und gegen Süden macht bildet der Aarelauf die Grenze. Zu Beginn war es ja auch militärisch bedingt, dass sämtliche berittenen Wehrmänner einem Reitverein angehörten, um die obligatorischen Reitübungen zu absolvieren. Erfüllte ein Mitglied die Mindestanforderungen nicht oder verhielt sich nicht korrekt beim Reiten, musste es beim zuständigen Einheitskommandanten verzeigt werden, der dann wiederum die nötigen Mahnungen aussprach (bis hin zur Drohung der Pferdeabgabe). In den Statuten des RVU vom Jahre 1926 Artikel 2 heisst es: ”Der Eintritt als Aktivmitglied steht jedem Kavalleristen offen. Nichtkavalleristen können dem Verein als Passivmitglieder beitreten.” Die Statutenrevision im Jahre 1955 lockerte dann diese Bestimmung dadurch, dass Nichtkavalleristen als Aktivmitglieder aufgenommen werden, aber nicht als Vollmitglied dem ZKV zu melden waren (wohl aufgrund des ZKV-Beitrages pro Mitglied). 1948 wurde der Bestand der Kavallerie auf 24 Schwadronen reduziert, im Jahre 1961 auf 18 Schwadronen, und in der Dezembersession – mit dem damaligen Chef EMD Bundesrat Rudolf Gnägi – beschlossen die eidgenössischen Räte die Abschaffung der Kavallerie im Jahre 1972. Schon kamen Befürchtungen auf, dass der Nachwuchs dem Reitverein ausbleiben könnte. Dem war zum Glück nicht so, denn es war just die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, der Hochkonjunktur. An vielen Orten wurden Reitpferde angeschafft, speziell Frauen wurden zu Pferdenarren, und es wurde nicht nur geritten, nein, die Pferde wurden auch gehegt und gepflegt.
1963 wurde die erste Reiterin, Margrit Aeberhard aus Heimenhaus, als Aktivmitglied aufgenommen, allerdings mit bestimmten Auflagen. Nun, Ende der 60er anfangs der 70er Jahre ging es Schlag auf Schlag. In vielen Bauernhöfen wurden Privatreitpferde einquartiert, es waren aber auch die sogenannten Reitställe wie in Heimenhaus, wo in der Reitschule Aeberhard heut 40 Pferde untergebracht sind, im Breitacker in Uettligen bei der Familie Roth sind es 25 zum grossen Teil Pensionspferdew oder gar in Oberdettigen bei den Familien Stämpfli, wo zugleich eine erfolgreiche Pferdezucht betrieben wird, werden total an die 45 Pferde gezählt. Am 27. Januar 1979 wurde der erste nicht aus der Kavallerie hervorgegangene Reitvereinspräsident in Uettligen gewählt. Die Wahl fiel auf Messerli Fritz, Illiswil, der es mit seiner ruhigen, konsilianten Art verstand, den bis anhin militärischen Verein in einen privaten, sportlichen Verein überzuführen. An der Hauptversammlung 1994 wurde für junge Reiterinnen und Reiter Gelegenheit geschaffen, dem Reitverein beizutreten, es wurde eine Juniorenabteilung gegründet. Somit beträgt der heutige Bestand des Reitvereins Uettligen: 3 Ehrenmitglieder, 60 Aktivmitglieder, 9 Junioren und 85 Passivmitglieder. Von den insgesamt 69 Aktiv- und Juniorenmitgliedern sind 53 Reiterinnen und ”nur” 16 Reiter.
Die Reitübungen
Seit jeher waren die Reitübungen abwechslungsreich und wenn möglich den Witterungsverhältnissen angepasst. So wurden die Strassenritte mit ca. 30-35 km Strecke im Schritt und Trab geritten, dann die Terrain- oder Strassenritte, da ging’s dann schon über Stock und Stein mit diversen Galoppstrecken auf Feld- und geeigneten Waldwegen. Ab und zu wurden Naturhindernisse, Baumstämme, kleine Gräben und Wälle gesprungen. Hie und da wurde ein Kirchturmritt bestritten, zu Zweien gestartet war Sieger, wer in der kürzesten Zeit eine ca. 20 km entfernte Dorfkirche erreichte. Diese Art Übung musste dann bald aufgehoben werden, da immer mehr Naturstrassen mit Asphalt belegt wurden und der motorisierte Strassenverkehrt enorm rasch zunahm. Jahrzehntelang wurden im alten ”Heimenhausgüebli” Springübungen mit vorangehendem Reiten auf der Volte durchgeführt, und somit wurde dann auch die Teilnahme an einer Springkonkurrenz als Reitübung anerkannt. Heiratete ein Vereinsmitglied, so wurde bei der betreffenden Kirche beritten ”Spalier” gestanden, der Bräutigam spendete nebst einem Bügeltrunk einen Fuchsschwanz. Im Herbst, sobald die Ernte eingebracht war und die Felder langsam brach lagen, wurde dann eine Fuchsschwanzjagd organisiert. Ab und zu wurde auch eine grösser angelegte Fuchsschwanzjagd mit einem benachbarten Verein, Münchenbuchsee, Bümpliz oder Bolligen, durchgeführt. Die ”Eidgenossen” wurden im Remontendepot in Bern nicht nur zugeritten, nein, sie wurden auch angespannt und eingefahren. Einmal im Jahr wurde im Reitverein zu einer Breakfahrt und bei mehr oder weniger guten Schneeverhältnissen zu einer Schlittenfahrt gestartet. Zu diesen Übungen wurde denn auch die holde Weiblichkeit eingeladen, und nach einen ”Zvierihalt” war die Heimfahrt oft ein wenig eine schnelle Post... Apropos Fahren, da wohnten doch Werner und Heidi Ulrich von 1987 bis 1997 in unserer Gegend und waren während dieser Zeit fleissige Aktivmitglieder unseres Vereins. 1991 fanden in Österreich die Weltmeisterschaften im Fahren statt, und am 9. September 1991 konnten wir im Innerberg die Weltmeister im Zweispännerfahren, eben Werner und Heidi, empfangen und gebührend feiern.
Währen den Wintermonaten wurde seit jeher ein Bahnreiten organisiert. Zuerst wurde in der Städtischen Reitschule unter der Leitung von Hptm Hocius geritten, dann in der Kantonalen Reitbahn bei der Kaserne und auch in der Reitbahn 2 in der EMPFA. Während der fünfziger Jahre war Sammlung beim Restaurant Halenbrücke, dann wurde in Zweierkolonne durch den Bremgartenwald geritten, die Neubrückstrasse hinunter und am Bierhübelistutz kam das erste ”Monstrum”, das ratternde Güterbahnhof-Tram. Es sollte aber noch schlimmer kommen, wurde nämlich unter der neuen Eisenbahnbrücke durchgeritten, überquerte fast immer ein Zug mit fürchterlichem Getöse die Brücke. Die Pferde scheuten, der Reitertrupp stob auseinander und meistens traf man sich wieder bei der Lorrainebrücke. Ab 1979 konnte dann in der neu erstellten Reitbahn der Familie Aeberhard in Heimenhaus an einem Abend pro Woche geritten werden, und in neuester Zeit, seit 1998, steht auch die Reithalle der Familie Stämpfli in Oberdettigen für Reitkurse zur Verfügung. Am Schluss der Reitbahn-Saison wird jeweils eine kleine Abschlussprüfung geritten. Dem Sieger oder der Siegerin wird ein begehrter Wanderpreis überreicht. Das Bahnreiten wie die diversen Spring- und Dressurkurse im Sommer wurden immer unter fachkundiger Leitung durchgeführt. Während der 40er und 50er Jahre wurde der Reitverein Uettligen durch Bereiter Niederhäuser Fritz betreut, von 1964 bis 1986 stand und Bereiter Sutter Ernst als Reitlehrer und Parcoursbauer zur Verfügung und ab 1986 übernahm Bereiter Schär Peter, unterstützt durch seine Schwester Schär Madeleine, die Funktion als Vereinstrainer.
Während des zweiten Weltkriegs 1939-1945 waren die Dragoner-Schwadronen zum Aktivdienst aufgeboten. Vorwiegend wurde der Grenz-bewachungsdienst im Jura und zur Winterszeit (Berücksichtigung der Landwirtschaft) geleistet. Es musste auch über die Feiertage weit von zu Hause weg Dienst geleistet werden, doch wurde auch hier im tiefverschneiten Wald hoch zu Ross Weihnachten gefeiert. Unser Regimentsverband hatte zweimal das Glück, an einer solchen Feier hohen Besuch durch unseren Herrn General Guisan zu erhalten. Das hat uns so tief beeindruckt, dass wir seit 1948 jedes Jahr zusammen im Reitverein Waldweihnachten feiern. Aber auch der Bärzelistagsritt und der Hasenritt am Ostermontag gehören zu den ”obligatorischen” Reitübungen des Jahres. Zu den schönsten Übungen zählen die Ein- und Zweitagesritte, wo die Pflege der Kameradschaft so recht zum Zuge kommt. Kameradschaft und Geselligkeit wurden im Reitverein Uettligen immer gross geschrieben. Auch wurde viel und oft schön gesungen. Im Jahre 1980 wurde durch ein paar Kameraden ein Jodlerchörli gegründet. Heute heisst es ”Jodlerchörli Säriswil” und besteht längst nicht mehr nur aus Reitvereinsmitgliedern, doch verschönert es mit ein paar träfen Liedern jeweils am Concours den Sponsoren-Apéro. Heute werden pro Jahr weniger Reitübungen geritten dafür vermehrt pferdesportliche Kurse organisiert. Dressur- und Springkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Kurse für Pferdehaltung und Pferdepflege, Vorbereitungskurse fürs Reiterbrevet, usw.
Der Zentralschweizerische Kavallerie-Verein ZKV
Der ZKV wurde schon im Jahre 1865 gegründet, und zwar als Dachverband der Zentralschweizerischen Reitvereine. Nebst dem Umstand, dass jeder Verein einen namhaften, jährlichen finanziellen Beitrag leisten musste, profitierten die einzelnen Vereine doch sehr viel, denn der ZKV überwachte sämtliche pferdesportliche Anlässe, gab Weisungen und Reglemente für sämtliche Sparten wie Dressur, Springen, Fahren und Military heraus. Er koordinierte die diversen Daten der öffentlichen Pferdeveranstaltungen; sämtliche Ausschreibungen mussten zur Begutachtung eingesandt werden. Jedes Jahr wird eine ZKV-Delegiertenversammlung einberufen, zu der eine gewisse Anzahl Delegierte jedes Reitvereins eingeladen wird. Die ZKV-Versammlung findet alljährlich an einem anderen Ort statt. Der Reitverein Uettligen trat 1913 dem ZKV bei und musste alsdann jede Reitübung schriftlich melden mit Art der Übung, Beteiligung, gerittene Kilometer, Höhendifferenz, besondere Vorkommnisse, usw. Der ZKV erstellte denn auch jährlich eine Rangliste der gemeldeten Reitübungen. Der Reitverein Uettligen war immer in den vorderen Rängen anzutreffen, 1944 ging er sogar als Sieger hervor. Als Preis erhielten wir einen grossen, gravierten Silberbecher. Diese Trophäe wurde denn auch gebührend eingeweiht anlässlich einer Reitübung in der ”alten Kappelbrücke” in einer Frühlingsnacht. Es galt dabei als Ehrensache, dass ein jedes der anwesenden Mitglieder den vollen Becher in einem Zug austrank (Inhalt: eine ganze Flasche kühlen Weissweins). Es kam eine ”Bombenstimmung” auf, doch den Heimritt in dieser lauen, schönen Maiennacht wollen wir hier lieber nicht protokollieren...
Das Luegschiessen
Die Mitglieder des Reitvereins Uettligen sind nicht nur gute Reiter, es sind zum grossen Teil auch gute Schützen. Schon von der Vereinsgründung weg beteiligte sich Uettligen an den vom ZKV organisierten Karabinerschiessen und, von 1929 an, am Luegschiessen. Jeweils am letzten Samstag im August wird bei jeder Witterung auf offenem Gelände ein eigenes Schiessprogramm nach Kommando geschossen. Es beteiligen sich noch heute ca. 120 Gruppen zu 10 Mann und und einige Einzelschützen, total ca. 1300 Mann. Die Schützen kämpfen nicht nur um den begehrten Kranz, viel begehrter noch ist die Lueg-Standarte, ein Wanderpreis für die beste Gruppe. Bis Dato wurde das Luegschiessen 54 Mal durchgeführt. 21 Mal ging eine Gruppe aus Uettligen als Sieger nach Hause. Bei dem hohen Gruppenresultat ist es nicht verwunderlich, dass oftmals der 1., 2. oder 3. Luegmeister aus den Reihen des Reitverein Uettligen hervorging. Zu erwähnen ist noch, dass der Siegerverein im darauffolgenden Jahr die Lueg-Standarte durch eine berittene Delegation in der ganz alten Dragoneruniform auf die Lueg zurückbringt.
Wir wollen den Bericht nicht schliessen, bevor wir noch einmal in Gedanken durch unser herrliches Reitgelände streifen. Allen Land- und Waldbesitzern einen aufrichtigen, herzlichen Dank für das, mit ganz wenigen Ausnahmen, sehr gute Einvernehmen und Verständnis während der vergangenen 100 Jahre. Wir hoffen, dass das gegenseitige gute Verhältnis weitere hundert Jahre bestehen bleibt!
Die Springkonkurrenz Uettligen
Am Sonntag, den 9. Juli 1939 fand in Uettligen auf der ”Käppeli Matte” neben dem Viehschauplatz die erste offizielle Springkonkurrenz mit Dressurprüfung statt. Schon dieser ersten Konkurrenz war ein voller Erfolg beschieden, und es wurde beschlossen, im Turnus alle drei Jahre ein solches Fest zu organisieren. 1943 wurde nochmals eine Springkonkurrenz mit Dressurprüfung durchgeführt, danach entschloss man sich, keine Dressurprüfung mehr auszuschreiben. Grund dafür war zu grosser Aufwand wie geeignetes Land für das Dressurviereck zu finden, hohe Richterkosten und Mangel an Interesse durch die Zuschauer. Mit der Zeit stand das Land neben dem Viehschauplatz nicht mehr zur Verfügung, es wurde auf diversen Grundstücken ein Parcours aufgebaut, bis im Jahre 1986 der erste Concours auf dem schönen ”Panorama-Springplatz” der Familie Roth im Breitacker ausgetragen werden konnte. Der Concours in Uettligen wurde immer beliebter und begehrter, immer mehr Konkurrenten meldeten sich an. Bald einmal mussten Massnahmen getroffen werden, um die Teilnehmerzahl zu beschränken, denn an mehr als vier Tagen konnte nicht gestartet werden. 19xx wurde beschlossen, die Springkonkurrenz alle Jahre am ersten Wochenende im Juni durchzuführen. Vieles hat sich all die Jahre geändert. Früher wurde ein wenig anders gerichtet. Warf ein Pferd die Stange mit den Vorderbeinen, wurden 4 Strafpunkte gezählt, mit den Hinterbeinen gab es nur 2 Strafpunkte. Oft gab es auch grosse Diskussionen, ob es nun ein Vorhand- oder ein Nachhandfehler war. Heute ist der Fall klar: wird die Höhe oder die Breite des Hindernisses verändert, zählt man 4 Strafpunkte. Früher stoppte man die Zeit von Hand mit Stoppuhren, heute misst ein Präzisionsgerät mit Anzeigetafel, so dass jeder Konkurrent und Zuschauer laufend die Fehlerzahl und die Zeit ablesen kann. Früher musste der ganze Reitplatz mit Emballage-Sacktuch umzäunt werden, schon wegen der Zaungäste, es wurde ja damals noch Eintrittsgeld verlangt. Dafür muss heute ein enorm grosses Stück Land zur Verfügung stehen, als Parkplatz für die grosse Zahl Autos und Pferdetransporter. Früher wurde ein Festwirt bestimmt, und am Abend war in beiden Dorfwirtschaften Tanz, heute wird ein grosses Festzelt und ein Barzelt aufgestellt und in eigener Regie gewirtet. Bald einmal wurde erkannt, dass nebst einem guten Sammelergebnis das Selber-Wirten eine der sichersten Einnahmequellen des Concours ist. In den letzten Jahren waren die Familien Stämpfli und Künti für die Festwirtschaft verantwortlich, ihnen, inklusive Grossmutter Marlis Stämpfli, muss dafür ein besonderes ”Kränzlein” gewunden werden. Sie haben die aufwendige Aufgabe meisterhaft gelöst, da weht wohl noch ein sanfter Wind aus Richtung ”Hotel Simplon” aus Bern daher... Wie gesagt, vieles hat sich verändert, doch auch einiges ist geblieben. Zum Beispiel die Jury auf dem eigenen Anhängerwagen, die Kuhglocke als Startzeichen und das ”Aus” nach drei Vorkommnissen im Parcours mit den ”Glocken der Heimat”.
Die Mitglieder des Reitvereins Uettligen rekrutierten sich fast ausschliesslich aus Dragonern und Unteroffizieren, ein Offizier als Mitglied bildete eine wohl seltene Ausnahme. Aus diesem Grund wurden bis ins Jahr 19xx keine Offizierskategorien ausgeschrieben. Heute werden nebst den Freien Prüfungen V die diversen Regional-Prüfungen RI bis RIV ausgetragen. Der jeweilige Höhepunkt des Concours findet am Sonntag mit der spannenden Prüfung ”Berner CH-Championat” statt. Diese Prüfung ist offen für Konkurrentinnen und Konkurrenten mit R/N-Lizenz auf CH-Pferden.

Präsidenten des Reitvereins Uettligen
1922-1926 Stämpfli Alexander
1927-1927 König Hermann
1928-1928 Schori Rudolf
1928-1929 Baumann Fritz
1930-1931 Reber Hans
1932-1933 Herrenschwand Otto
1934-1936 Reber Franz
1937-1938 Tschannen Hans
1939-1940 Brunner Werner
1941-1942 Stämpfli Ulrich
1943-1943 Walther Rudolf
1944-1945 Baumgartner Ernst
1946-1950 Kohler Walter
1951-1952 Stämpfli Werner

1953-1954 Stämpfli Alexander
1955-1956 Marbot Erwin
1957-1958 Kämpfer Fritz
1959-1960 Tschanz Hansueli
1961-1962 Gerber Fritz
1963-1964 Kammer Robert
1965-1966 Walther Peter
1967-1969 Hadorn Hans
1970-1973 Messerli Fritz
1974-1975 Soltermann Ueli
1976-1978 Pfister Otto
1979-1984 Messerli Ernst
1985-1999 Stämpfli Theodor
1999-2012 Künti Ruth
2012-heute Urs Schneider