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Brunner von Wattenwyl, 1882
- DE: Südalpen-Sattelschrecke
- EN: Alpine Saddle Bush-cricket
- FR: L' Éphippigère terrestre
- Syn.: Ephippiger borellii Griffini, 1893 | Ephippiger pliniana Fruhstorfer, 1921
Morphologie
Farblich sind beide Geschlechter von Ephippiger terrestris bormansi variabel. Häufig treten beige und grüne Farbvarianten auf. Es kommen aber auch olivgrüne bis sepiabraune Tiere vor und im Herbst treten selten Tiere mit einem Violettschimmer auf. Der Hinterkopf ist schwarz. Der Halsschild ist in der hinteren Hälfte sattelförmig aufgeworfen. Vom Unterrand des Halsschilds verläuft eine gelbliche Linie bis zum Hinterleibsende. Bei ausgewachsenen Tieren ist entlang der Rückenmitte oft eine feine, dunkle Linie angedeutet. Entlang der Rückenseiten verlaufen zwei helle Längslinien, die oft von einer feinen, dunklen Zeichnung gesäumt werden. Die runden Flügel ragen bei den Männchen wenige Millimeter unter dem Halsschild hervor, beim Weibchen etwas weniger. Der sichtbare Teil ist gelblich und wird am unteren Rand meist von einer schwarzen Linie gesäumt. Die männlichen Cerci treten deutlich hervor und sind relativ lang und zylindrisch. Im hinteren Viertel befindet sich ein kräftiger Innenzahn. Die schlanke Legeröhre ist leicht nach oben gebogen und fast körperlang.
Gesang
Der laute Spontangesang von Ephippiger terrestris bormansi gleicht den Gesängen der anderen Ephippiger-Arten. Er besteht aus Einzelsilben, die meist in regelmässigen Abständen von 1-2 s erzeugt werden. Dabei werden nur selten Verse aus 2 Silben geäussert. Die Schliessungshalbsilbe erreicht bei Ephippiger terrestris bormansi die maximale Lautstärke bereits zu Beginn oder nach den ersten Impulsen. Ausserdem liegt das Maximum ihres Frequenzspektrums in einem engeren Bereich von ca. 14-16 kHz, wodurch der Gesang tiefer klingt. Paarungsbereite Weibchen antworten den Männchen, indem sie Silben erzeugen, die sich klar von jenen der Männchen unterscheiden.
Spontangesang von Ephippiger terrestris bormansi - CH, TI, Mt. Generoso, 23 °C, sonnig.
Spontangesang von Ephippiger terrestris bormansi - CH, TI, Mt. Generoso, 23 °C, bewölkt (Aufnahme Bruno Keist).
Einzelne Silbe aus dem Spontangesang von Ephippiger terrestris bormansi. Im Oszillogramm ist die Öffnungsbewegung der Flügel vor der eigentlichen Silbe erkennbar - CH, TI, Mt. Generoso, 23 °C, sonnig.
Verbreitung
Das Vorkommen der Unterart Ephippiger terrestris bormansi ist auf Norditalien und die Südschweiz beschränkt. Vom Piemont kommt sie bis in die insubrische Region vor. In der Schweiz ist die Art nur im Südtessin in Höhen von über 1100 m anzutreffen.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere leben von Juli bis Oktober.
Über die Eiablage und die Embryonalentwicklung ist wenig bekannt. Es ist zu vermuten, dass sie sich kaum von den anderen Ephippiger-Arten unterscheidet. Die Larven durchlaufen ca. 5 Stadien.
Lebensraum
Auch Ephippiger terrestris bormansi bevorzugt warme und gut besonnte Lebensräume. Im Gegensatz zur ähnlichen Ephippiger persicarius hält sie sich aber eher in der Krautschicht auf. Man findet sie in Bergwiesen und -weiden und in Zwergstrauchheiden. Der Lebensraum ist vielfach mit offenem Fels und Boden sowie mit Zwergsträuchern und Gebüschen strukturiert. Oft hält sich die Art auch in Adlerfarnfluren auf.
Gefährdung & Schutz
Die grösste Bedrohung für die als verletzlich eingestufte Ephippiger terrestris bormansi ist die Nutzungsaufgabe beweideter Bergwiesen. Die Verbuschung sowie die Ausdehnung des Waldes lassen ihren Lebensraum schrumpfen. Das Auflichten von Waldrändern, Vergrössern von Waldlichtungen sowie das Entbuschen von Wiesen wertet die Lebensräume für die Art auf. Die Erhaltung der Habitate kann auch mit einer extensiven Beweidung mit Rindern oder Ziegen erreicht werden.
- CH: VU (Verletzlich)
- DE: Abwesend
- AT: Abwesend
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Ephippiger terrestris bormansi ist den beiden anderen Ephippiger-Arten sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch einige deutliche Merkmale. Ephippiger diurnus kann in der Schweiz anhand des Verbreitungsgebiets ausgeschlossen werden, da sie ausschliesslich in der westlichen Schweiz vorkommt. Ephippiger persicarius kann in der Höhenverbreitung unterschieden werden. Sie kommt in tieferen Lagen vor, meist unter 1200 m, wobei sich die Vorkommen der beiden Arten in Höhen zwischen 1100-1500 m überlappen. Ephippiger persicarius ist einfarbig grün und es fehlen ihr die beiden hellen Rückenstreifen. Die kegelförmigen Cerci sind kürzer und weiter vorne gezähnt. Die Legeröhre des Weibchens ist kürzer. Mit etwas Übung kann man sie auch anhand des Gesangs unterscheiden. Ephippiger persicarius äussert meist Verse mit 2 Silben in Folge. Zudem ist der Klang etwas heller und weniger gepresst.