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Sie wird am 25. Oktober 1716 in Landsberg geboren und auf den Namen Maria Francisca getauft. Ihr Vater ist der Wessobrunner Stuckateur und Baumeister Dominik Zimmermann (1685−1766), die Mutter Maria Theresia (1685−1752) ist eine geborene Zöpf aus Wessobrunn. Die Familie ist soeben von Füssen nach Landsberg gezogen, wo der Vater das Bürgerrecht erwirbt. 1737 verhandelt der bereits berühmte Dominik Zimmermann mit der Äbtissin Maria Bernharda von Donnersperg über die Aufnahme seiner Tochter ins adelige Reichsstift Gutenzell. Er bietet anstelle der hohen Einkaufssumme die Neugestaltung der Stiftskirche an. Der Umbau wird aber nicht sofort an die Hand genommen und Zimmermann muss bei der Profess seiner Tochter 1739 ein «Heyradsguth» von 1000 Gulden zahlen. Maria Alexandra, wie ihr Klostername jetzt lautet, wird unter der Äbtissin Maria Francisca von Gall Novizenmeisterin und Priorin. Die gleiche Äbtissin zieht aber für die Neuplanung der Kirchenumgestaltung nicht Dominik Zimmermann, sondern den in Augsburg wohnhaften Wessobrunner Franz Xaver Feuchtmayer bei. Die energische Intervention des übergangenen Baumeisters beim Vaterabt in Kaisheim und vielleicht auch die verspätete Rücksicht der Äbtissin auf ihre Priorin lassen dann eine Mitwirkung Dominik Zimmermanns noch zu. Am 28. August 1759 wird die Tochter des Stuckateurs und Baumeisters als Äbtissin des Reichsstifts gewählt. Sie ist die zweite und letzte nichtadelige Äbtissin seit der Erhebung der Abtei in den Reichsstand. Wie schon ihrer Vorgängerin macht auch ihr das gespannte Verhältnis zu Salem zu schaffen. Der bereits 1741 von Gutenzell gegen Salem angestrengte Prozess um die «Malefizobrigkeit», die effektive Landeshoheit, wird 1762 vor dem Reichskammergericht in Wetzlar zu Gunsten Gutenzells entschieden. 1765 entscheidet sich der Konvent im wieder aufgeflammten Paternitätsstreit definitiv für Kaisheim. 1767 verzichtet Salem auf seine Rechte. Die Kosten für diese Prozesse und die Rechtstitelerwerbungen sind hoch, zu hoch für die bescheidenen Einnahmen der Reichsabtei.
Noch vor dem Absturz in die Schuldenfalle kann Maria Alexandra die neu gestaltete Kirche reich ausstatten. 1762 fertigt Stephan Luidl den Hochaltar, wahrscheinlich nach dem Entwurf ihres Vaters. Fünf weitere Altäre folgen bis 1769. Einer ist der Katakombenheiligen Christina gewidmet, deren Reliquien 1765 in feierlicher Translation nach Gutenzell überführt werden.
Reichsäbtissin Maria Alexandra Zimmermann stirbt am 20. April 1776 im Alter von 60 Jahren. Sie wird im Chor vor dem Hochaltar beigesetzt. Ihr Grabstein ist heute an der südlichen Seitenschiffwand angebracht. Hier, wie auch auf vielen Darstellungen, ist ihr «Wappen» zu finden. Es zeigt, heraldisch nicht korrekt, auf lieblichem Blau eine Friedenstaube über der goldenen Arche Noa (> zum Bild des Epitaphs). Ihr Bild im Klostermuseum Gutenzell zeigt sei um 1765. Sie ist mit ernstem Gesichtsausdruck im Zisterzienserinnenhabit dargestellt. Das Pektorale zeichnet sie als Äbtissin aus. In der Linken hält sie ein Gebetbuch, mit der Rechten hält sie ihr «Wappen».
Pius Bieri 2009
Benutzte Literatur:
Beck, Otto und Haas, Ludwig (Hrsg.): Gutenzell, Geschichte und Kunstwerke, Kunstführer, München 1988.
Dillmann, Erika: Anselm II. – Glanz und Ende einer Epoche, Tettnang 1988.
|Reichsäbtissin OCist Maria Alexandra Zimmermann (1716−1776)|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|25. Oktober 1716||Landsberg Bayern D||Kurfürstentum Bayern|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Äbtissin OCist der Reichsabtei Gutenzell||1759–1776|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|20. April 1776||Gutenzell Baden-Württemberg D||Reichsabtei Gutenzell|
|Kurzbiografie|

Maria Alexandra Zimmermann wird in der Reichsabtei Gutenzell dank ihrem berühmten Vater aufgenommen, der anstelle der Einkaufssumme gerne die Stiftskirche umgebaut hätte. Die Neugestaltung wird aber erst 18 Jahre später begonnen. Tochter Maria Alexandra ist inzwischen Priorin und wird 1759 als zweite nichtadelige Äbtissin gewählt. Von ihrer Vorgängerin übernimmt sie die lange dauernden und sehr kostspieligen Prozesse gegen die Ansprüche Salems, die Gutenzell zwar gewinnt, aber zum Preis des Absturzes in die Schuldenfalle. Sie kann die neu gestaltete Kirche aber vorher noch fertig ausstatten. Man darf annehmen, dass ihr betagter Vater noch immer mitwirkt und vermutet sogar den Entwurf zum Hochaltar bei ihm.
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