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Im Gegensatz zu den Völkern der Westlichen Honigbiene, überleben die Östlichen Honigbienen den Befall mit der parasitären Varroamilbe. Ein internationales Forschungsteam hat entdeckt, dass die befallenen Larven der Östlichen Honigbiene entfernt werden und so die Vermehrung des Parasiten verhindert wird. Das ist ein Beispiel dafür, dass altruistischer Suizid in der Natur ein erfolgreiches Konzept sein kann.
Die Varroamilbe stellt für Honigbienen eine grosse Bedrohung dar und wirkt sich auf die Artenvielfalt und Bestäubung aus. Um die Milbe nachhaltig bekämpfen zu können, muss die Verteidigungsstrategie des ursprünglichen Wirtes, der Östliche Honigbiene, bekannt sein. Ein Team aus Forschenden von Agroscope und vom Institut für Bienengesundheit der Universität Bern, versuchten zusammen mit Partnern der Universität Chiang Mai (Thailand) und der Universität Zhejiang (Hangzhou, China) die Resistenzfaktoren zu identifizieren. Dabei entdeckten sie ein bisher unbekanntes Verhalten bei der Östlichen Honigbiene als altruistischer Suizid zur Stärkung der Kolonie. Dieses Verhalten sei vergleichbar mit dem Wehrverhalten der Arbeiterinnen, die bei der Verteidigung der Kolonie das Leben lassen, erklärt Zheguang Lin von der Universität Zhejiang.
Befallene Larven der Östlichen Honigbiene sind gegenüber der Varroamilbe empfindlicher als die der Westlichen Honigbiene und sterben früher. Die Forscher gehen davon aus, dass sie diese Schwäche entwickelten, um eine verbesserte soziale Immunität zu ermöglichen. Denn schwache und tote Larven werden zusammen mit den Parasiten aus den Völkern entfernt. Obwohl die hohe Empfindlichkeit der Individuen gegenüber dem Befall zum Tod des Einzelnen führt, wird sie durch natürliche Selektion begünstigt, weil das Überleben der Völker erhöht wird, schreibt das Agroscope in ihrer Mitteilung.
Die neu gewonnene Erkenntnis zeigt einen neuen Ansatz für die Bekämpfung der Varroamilbe. Unerwarteterweise leisten für das Überleben der Kolonie nicht die «starken», sondern gerade die «schwachen» (d.h. empfindlichen) Individuen einen besonders wertvollen Beitrag. Daher soll im zukünftigen Züchtungsprogramm die individuelle Empfindlichkeit mehr berücksichtigt werden, ist der Ko-Autor Peter Neumann vom Institut für Bienengesundheit überzeugt.