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Heute musste ich früh aufstehen! Eigentlich wollte ich gestern schon die Wachablösung auf der Zitadelle sehen, hatte aber erst zu spät bemerkt, dass diese ja schon um 10 Uhr beginnt. Darum stellte ich meinen Handy-Wecker auf 8 Uhr. Wie auch zu Hause hätte ich den Wecker aber gar nicht gebraucht. Meist erwache ich ein paar Minuten vor dem Wecker und so war es auch heute.
So lief ich nach dem Morgenessen zur Zitadelle und wurde von einem strammstehenden Soldaten begrüsst. Also begrüsst ist eigentlich das falsche Wort, denn der arme Kerl darf ja keinen Laut von sich geben und sich bewegen schon gar. Gemäss einem Soldaten, der in der Nähe stand und den ich gefragt hatte, dauert ein Wacheinsatz für den Soldaten zwei Stunden. Das ist enorm lange! Wenn ich mich an meine Militärzeit erinnere, dauerte die Wache pro Soldaten eine Stunde und das fühlte sich schon elend lange an. Wir nahmen das aber viel lockerer, bewegten uns und schwatzten auch dazwischen. Natürlich wäre das nicht erlaubt gewesen….!
Die Wachablösung funktionierte dann eben so, wie es normalerweise funktioniert. Alte Wache kommt – neue Wache kommt – alte Wache übergibt an neue Wache – fertig. Da es hier aber eine reine Show ist, wurde das Ganze mit Musik untermalt. Der Star war aber eine Geiss als Maskottchen!
Nach der gut halbstündigen Wachablösung machte ich eine stündige Führung durch die Zitadelle mit. Diese Zitadelle ist die grösste in Nordamerika und wurde aus Furcht vor einem Angriff durch die Amerikaner zwischen 1820 und 1832 gebaut. Ein Teil der Zitadelle dient heute dem Royal 22e Régiment. Angegriffen wurde die Zitadelle nie. Das 22. Regiment mit ihren rund 2500 Soldaten und Soldatinnen ist übrigens das einzige französisch sprechende Regiment in Kanada’s Armee. Nur ein ganz kleiner Teil dieser Soldaten dient übrigens auf der Zitadelle.
Und jetzt noch zur Geiss. Gemäss Überlieferung bekamen die englischen Truppen, welche damals hier stationiert waren, von der damaligen Queen eine Geiss geschenkt. Die englischen Truppen sind nicht mehr hier, die Geiss blieb (auch wenn es inzwischen eine andere Geiss ist….). Die Geiss heisst übrigens Rachel, warum weiss man ebenfalls nicht mehr. Der Geissen-Peter bzw. der Geissen-Soldat besitzt übrigens einen speziellen Militärgrad….
Mitte Nachmittag war ich dann für etwa zwei Stunden zu Hause und telefonierte mit meiner Liebsten. Wieder einmal eine vertraute Stimme zu hören und Klatsch und Tratsch austauschen tut doch einfach gut. Danach lief ich wieder Richtung vieux Québec, ass etwas und setzte mich zu den Fontänen. Es machte, nicht nur mir, einfach Spass, den vielen kleinen und grösseren Kindern zuzuschauen, wie sie mit diesen Fontänen spielten.
Auf dem Nachhauseweg wurde ich dann noch durch lautes Dröhnen von Motoren aufgeschreckt. Aber seht selbst, was ich traf.