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Orny sehr malerisch. 22 km lang, wovon 14,5 km bis
Orny und 7,5 km von da bis zur Mündung; Gefälle bis
Orny 36‰ und weiterhin
bis zur Mündung 4‰, mittleres Gefälle 25‰. Die Nebenadern des Nozon sind alle nur unbedeutend. Zu erwähnen ist eine
ihm bei
Romainmôtier zufliessende grosse Quelle. Oberhalb
Pompaples zweigen vom Fluss zwei schon seit 1481 bestehende
und den
Moulin Bornu treibende Kanäle ab, die ihm einen grossen Teil seines Wassers entziehen.
Der Lauf des Nozon ist in geologischer
Vorzeit, besonders während der Glazialepoche, vielfachen Veränderungen unterworfen gewesen. So muss z. B. einst der Flussabschnitt
oberhalb
Romainmôtier durch das heute mit Moränenschutt angefüllte Trockenthälchen Fontannaz-Vivaz-Ruz
de Gras (seitlich von
Bretonnières) direkt zur
Orbe gegangen sein, während zu gleicher Zeit der untere Nozon von
La Foule
an einen selbständigen Wasserlauf gebildet hat.
Ebenso interessant sind die Bettverschiebungen in der Umgebung von
Pompaples, wo der Fluss einst durch den (heute
noch von einer Verzweigung des Mühlekanales durchflossenen) Engpass zwischen dem
Moulin Bornu und
La Sarraz zog, um sich mit
der
Venoge zu vereinigen. Im 16. Jahrhundert lenkten dann die an
Wasser Mangel leidenden Bewohner von
Orny diesen Nebenarm der
Venoge künstlich zum heutigen Unterlauf des Nozon ab. Da derHerr von
La Sarraz sich als Eigentümer der
auf seinem Gebiet fliessenden
Wasser ansah und deshalb 1551 die Wiederzudeckung dieses Abzugskanals verlangte, entstand eine
langwierige Rechtsstreitigkeit, die erst 1854 zu Gunsten der Gemeinde
Orny endgiltig beigelegt worden ist.
Der dem Einzugsgebiet des
Rhein angehörende
Lauf des Nozon steht durch den künstlich von ihm abgezweigten
Kanal des
Moulin Bornu mit der
Venoge und daher auch mit dem Flussgebiet der
Rhone in Verbindung, was den Dichter Juste Olivier
veranlasst hat, ihn zum Symbol des Waadtländers als eines Mannes, der sich nicht bestimmt für eine
Seite zu entscheiden
weiss, zu stempeln. Im Unterlauf ist der Nozon (gleich der
Orbe und den andern Wasserläufen der Sumpfgegend)
auf eine Strecke von 3 km kanalisiert worden. Er treibt zahlreiche industrielle Etablissemente, so z. B. in
Romainmôtier
mechanische Werkstätten und Uhrenfabriken, in
Vaulion eine Gerberei, bei
Croy und
Pompaples verschiedene
Mühlen, eine Reihe
von
Sägen (bei
Vaulion,
Nidau, Romainmôtier,
Croy) etc. Der Kanal zur
Venoge treibt den
Moulin Bornu und in
La Sarraz zwei Gerbereien, eine mechanische Werkstätte und andere Anlagen. Um 650: Novisonum; 1049: Noisonem fluvium.
(Pont de)(Kt. Wallis,
Bez. Entremont,
Gem.
Bourg Saint Pierre). Etwa 2190 m.
Brücke über die
Dranse d'Entremont, 600 m n.
der Vereinigung ihrer beiden (aus der
Combe des Morts bezw. dem Val de
Barasson kommenden) Quellarme und in der Mitte zwischen
dem
Hospiz auf dem Grossen
St. Bernhard und dem
Pas de Marengo. Bleibt während eines guten Teiles des Jahres unter
Schnee- und
Lawinenresten begraben. Während der Grenzstreitigkeiten zwischen den Wallisern und dem
Bischof von
Sitten
einerseits und den Bewohnern des Aostathales und dem Herzog von Savoyen andererseits wollten diese letztern zu Beginn des 18. Jahrhunderts
ihr Gebiet bis zum Pont de Nudrit ausgedehnt wissen, so dass also das
Hospiz auf dem Grossen
St. Bernhard und alle Alpweiden
um dasselbe zu Savoyen gehört hätten.
Nach langen Streitigkeiten und Verhandlungen verlegte man dann 1732 die Grenze an den
See auf der Passhöhe, wo sie heute
noch durchzieht. Aus dieser Zeit stammt auch der jetzt noch dort stehende
Markstein. Philibert Amédée Arnod beschreibt in
seiner 1691-1694 geschriebenen und von W.
A. B. Coolidge (JosiasSimleret les origines de l'Alpinismejusqu'en 1600. Grenoble 1904) zum erstenmal vollständig im Druck veröffentlichten Relation des Passages de tout le circuitdu Duché d'Aoste... den Pont de Nudrit als fait à voûtte et à pierre sêche sans ciment.
(Val)(Kt. Graubünden,
Bez. Inn).
2400-1960 m.
Enges und wildes Thälchen; steigt zwischen den zerrissenen Kalk-
und Dolomitstöcken des
Piz Nair,
Piz Tavrü und
Piz Foraz nach S. ab und mündet 5 km oberhalb
Il Fuorn auf die Ofenpassstrasse
aus. Ist nur im untern Abschnitt etwas bewaldet, hat weiter oben magere Alpweiden und ist zu oberst mit
Sturzschutt übersät.
Kein Fussweg.
Langer und mühsamer Aufstieg auf den
Piz Tavrü.
(Kt. Nidwalden
und Obwalden).
1905 m. Abgerundeter Gipfel, nö. über dem obern
Marienthal. Mit Alpweiden und Waldparzellen bestanden.
Von
Sörenberg aus in 2 Stunden zugänglich. Ziemlich ausgedehnte Fernsicht.
Nünenenfluh oder
Nünifluh (Kt. Bern,
Amtsbez. Thun
und Nieder
Simmenthal). 2087 m. Einer der charakteristischsten Gipfel
der Stockhornkette; s. über der Quelle der
Gürbe und zwischen dem
Wirtnerengrat und dem
Gantrisch, von jenem durch den Schwalmerenpass
und von diesem durch die Leiteren getrennt. Ist von allen Gipfeln der Kette am schwierigsten zu besteigen
und schon vielfach
Zeuge von tötlich verlaufenden Unglücksfällen gewesen. Zusammen mit dem benachbarten
Gantrisch gewährt
die Nünenen einen besonders vom
Gürbethal aus bemerkenswert imposanten Anblick.
Kann von
Schwefelberg Bad aus in 3 Stunden bestiegen werden. Dieser
Alpberg war schon im Mittelalter befahren.
Seine Besitzer waren schon im 16. Jahrhundert und sind noch heute Bewohner von Rüggisberg. Sein Name scheint einst dem
Gantrisch
(2177 m), dem höchsten Gipfel dieses Gebietes, selbst beigelegt worden zu sein, wie aus folgender Stelle in Thomas Schöpf's
Inclytae Bernatum Urbis cum omni ditionis suae agro etprovinciis Delineatio Chorographica (geschrieben
zwischen 1565 und 1577) hervorgeht: Supra hunc montem [Gurnigel] est alius mons praeruptus et altus quem vocant Ann Nünenvel Nünefluo;
^[Latein:] Wenn im 15. Jahrhundert die Nünenen als Grenzstein des Landgerichtes
Seftigen bezeichnet wird, so ist damit offenbar ebenfalls der
Gantrisch gemeint. Diesen letzteren Namen
trug allerdings schon im 14. Jahrhundert ein Berg der Stockhornkette. Wenn in einer Urkunde von 1356 die Stadt
Freiburg einen
auch für Pferde gangbaren Saumpfad von
Gutmannshaususque ad summitatem montis dicti Gamtrisch erstellen lässt, so ist dabei
nicht an den heutigen
Gantrisch, sondern eher an den Morgetengrat oder an den sogenannten Känelgantrisch
östl. von der
Kaiseregg zu denken. Vergl. Coolidge, W.
A. B. JosiasSimleret les origines de l'alpinisme jusqu'en 1600. Grenoble 1904.