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Pflanzengesellschaften der Schweiz
Datensammlung von 2008
Allgemeine Informationen
Ziel dieser nun abgeschlossenen Arbeit war die Erstellung einer Übersicht der Vegetation der Schweiz im Sinne der von Josias Braun-Blanquet begründeten pflanzensoziologischen Schule Zürich-Montpellier. Zu diesem Zweck wurde die in den Zürcher Bibliotheken (ETH-BIB, ETH-GRUEN, ETH-GEO, ETH-IPW, ZBZ, UBOT) zugängliche Literatur (Zeitschriften, Serien, Monographien, Dissertationen, Diplomarbeiten u.a.) grossenteils gesichtet und auszugsweise in der hier vorliegenden Datenbank abgelegt. Als Nebenprodukt dieser Arbeit entstand eine Bibliographie zur Vegetation der Schweiz, die den grösseren Teil der vegetationskundlichen Publikationen des letzten Jahrhunderts abdeckt. Orientierungshilfe an den «Orten der vielen Bücher» waren diverse Fallgeschichten von Wegmann 2000.
Im Zentrum der Literaturrecherchen standen Vegetationseinheiten im Assoziationsrang, die im Folgenden als Assoziationen bezeichnet werden. Sie wurden, soweit als möglich im Sinne der jeweiligen Autoren als selbständige Einheiten übernommen oder bei sehr nahestehenden Einheiten als Synonyme ergänzt. Viele der übernommenen Assoziationen wurden bisher noch nicht im Sinne des Internationalen Codes der pflanzensoziologischen Nomenklatur (Weber et al. 2000, 2001) veröffentlicht. Aufgrund von tabellarischen Zusammenstellungen (EXCEL-Tabellen), die für die einzelnen Vegetationsklassen erstellt wurden, ist auch davon auszugehen, dass viele Assoziationen nicht exakt gegeneinander abgegrenzt sind.
Zur Benennung der Assoziationen wurden weitgehend neuere Veröffentlichungen von Grabherr, Mucina et al. 1993 und Rennwald 2000 beachtet. Daneben wurden gebräuchliche Synonyme i.w.S. übernommen. Alle Assoziationen wurden nach Angaben der jeweiligen Autoren mit einem kurzen Text charakterisiert. Sie wurden ausserdem, je nach ihrem schwerpunktmässigen Auftreten, den zur Hauptsache nach Hess, Landolt et Hirzel 1976-1980, Landolt 1983 und Theurillat 1991 definierten Höhenstufen und den nach BUWAL/WSL/CRCF 1999 definierten und nach Hess, Landolt et Hirzel 1976-1980 ergänzten geographischen Zonen (biogeographischen Regionen) zugeordnet.
Aus den publizierten Originaltabellen wurden Charakter-, Differential-, Kenn-, kennzeichnende und weitere für die Assoziationen typische Pflanzenarten oder eventuell Pflanzenunterarten bis zu einer Stetigkeit von ca. 20 % übernommen. Hierbei wurden gültige Namen der Gefässpflanzen nach SISF 1996, der Moose nach NISM 2001 (und ev. nach Frahm et Frey 1992), der Algen nach Corillion 1957 und Migula 1897/1971 und der Flechten nach Wirth 1995 beachtet. Unter Verwendung der von Landolt 1977 bestimmten und von Gasser 1989 in eine HyperCard-Datei übertragenen ökologischen Zeigerwerte war es möglich, für die Assoziationen entsprechende charakteristische Mittelwerte zu berechnen. Angaben zur Gefährdung und zum Schutz von Farn- und Blütenpflanzen wurden der Roten Liste 2002 entnommen (BUWAL/CRSF/CJBG).
Die in den ursprünglichen Assoziationstabellen angegebenen Fundorte der abgehandelten Bestände wurden derart übernommen, dass für möglichst viele Regionen der Schweiz Assoziationen nachgewiesen werden konnten. Die übernommenen Assoziationen liessen sich grossenteils dem von Theurillat et al. 1995 für den Alpenraum entwickelten Gliederungssystem der höheren Vegetationseinheiten zuordnen. In einigen Zweifelsfällen wurden einzelne Assoziationen hinsichtlich der gemittelten ökologischen Zeigerwerte nach Landolt 1977, der Ähnlichkeiten nach Wildi 1986 (Sehnendistanz) und der Affinitäten nach Jaccard (in Dierssen 1990) verglichen, um Anhaltspunkte für plausible Zuordnungen zu gewinnen.
Zu den in die Datenbank übernommenen Vegetationseinheiten wurden ausführliche Quellenzitate und neuere Vergleichszitate nachgewiesen (Delarze et al. 1999, Grabherr, Mucina et al. 1993, Hegg et al. 1993, Julve 1993, Mayer 1984, Mertz 2000, Oberdorfer 1977-1987, Ozenda 1988, Pignatti 1998, Pott 1995, Reisigl et Keller 1987+1989, Rennwald 2000, Runge 1990, Schubert et al. 2001, Wilmanns 1993). Ausserdem wurden die Vegetationseinheiten der Übersicht der Pflanzengesellschaften Mitteleuropas von Ellenberg et al. 1991 zugeordnet.
Im Verlauf der Literaturrecherchen zeigte sich, dass einige Gebiete in pflanzensoziologischer Hinsicht besonders intensiv erforscht und beschrieben worden sind. Diese Gebiete eignen sich als Ziele von pflanzensoziologischen und botanischen Exkursionen. Die Gebiete wurden daher zusammen mit den dort zwar beobachteten, aber nicht immer erschöpfend detailliert publizierten Assoziationen als Exkursionsgebiete separat ausgewiesen. Ergänzt wurden Angaben zur Geographie aufgrund der Landeskarte der Schweiz, Angaben zu den Bodenassoziationen nach Frei et Peyer 1984, Angaben zur Geologie nach Spicher 1980 und Zitate von eventuell vorliegenden Vegetationskarten. Einschränkend muss zu den für ein Exkursionsgebiet nachgewiesenen Assoziationen hervorgehoben werden, dass nicht immer alle für eine Assoziation typische Pflanzen zwingend auftreten.
Gegenwärtig werden die gesammelten Daten in einer Filemaker-Datenbank (FP5, geeignet für MAC und WIN) abgelegt und bearbeitet. Daneben steht der grösste und vor allem der wichtige Teil der Daten auch in einer einfacher zugänglichen und auch einfacher zu handhabenden EXCEL-Version zur Verfügung.
Auf Anregung der «Vegetatio Helvetica» bildete sich im Herbst 2002 die Arbeitsgruppe «Groupe Synsystème Suisse». Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die in der Datenbank abgelegten Assoziationen gegeneinander abzugrenzen, zu ordnen und schliesslich in gekürzter Form als Druckschrift zu publizieren.
Für wertvolle Anregungen, Hilfen und Kritik danke ich den Herren dipl. Forsting. ETH Markus Bichsel, Ing. Gabriele Carraro, Patrick Cech, Dr. Raymond Delarze, Dr. Walter Dietl, Prof. Dr. Otto Hegg, Prof. Dr. Ansgar Hoppe, Prof. Dr. Frank Klötzli, Dr. Nino Kuhn, Prof. Dr. Elias Landolt, Dr. Daniel M. Moser, Prof. Dr. Ladislav Mucina, Prof. Dr. Jean-Louis Richard, Dr. Heinz Schneider, Dr. Norbert Schnyder, Dr. Jean-Pierre Theurillat, Dr. Milan Valachovic, Dr. Pascal Vittoz, Dr. Thomas Wohlgemuth, Dr. Michael Zemp und Dr. Niklaus Zimmermann.
Diese Datenbank ist allen Naturfreunden gewidmet, die beim Betrachten einer Pflanzengesellschaft (nicht nur am Bildschirm oder auf dem Papier) Freude empfinden.
Robert Pantke, Dezember 2007