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Selten haben die globalen Finanzmärkte Frankreich so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sind gar so weit gegangen, die französische Präsidentschaftswahl als "game changer" hinsichtlich des Überlebens des Euros in Betracht zu ziehen. Dies galt insbesondere für Investoren aus den Vereinigten Staaten und Grossbritannien mit wenig Vertrautheit mit dem französischen Verfassungs- und Wahlsystem.
Französische Banken profitierten
Nach dem Sieg Emanuel Macrons über Marine Le Pen im ersten Wahlgang sind die Märkte nach oben geschnellt, weil das Risiko eines weiteren Duells im zweiten Wahlgang zwischen dem Linksaussen-Kandidaten Jean-Luc Mélonchon und der Rechtsaussen-Kandidatin Le Pen nicht mehr bestand. Dies hat zu einer starken Erholung des Euros gegenüber dem Dollar geführt und ein Sinken des Goldpreises, sowie eine Erholung der amerikanischen und europäischen Märkte ausgelöst. Besonders stark exponierte Aktien, wie französische Banken, profitierten am meisten. Doch was kann man nun von den Märkten erwarten? Kurzfristig dürfte die Eurozone attraktiv bleiben, insbesondere wenn man berücksichtigt, wie stark amerikanische und englische Investoren den Wahlausgang abgewartet hatten, bevor sie zur Eurozone zurückkehrten. Nachdem die unsichere politische Situation in den letzten Jahren abschreckend wirkte, scheint es nun wenig Gründe zur Sorge geben, da sowohl ein günstiger Epilog zu den Wahlen in Holland und Frankreich zu erwarten ist, als auch von den am 24. September stattfindenden Bundestagswahlen Deutschland keine grosse Gefahr auszugehen scheint. Zugegebenermassen stehen noch die italienischen Wahlen an, allerdings sollten deren Auswirkungen nicht vor der ersten Hälfte des nächsten Jahres zu spüren sein. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich zu fragen, ob die Sterne nun wieder günstig stehen.
2015 gingen die europäischen Märkte durch eine Phase, die sich aufgrund der tiefen Zinssätze, dem schwachen Dollar- und tiefen Ölpreis als günstige Konstellation erwies. Die momentane Konstellation basiert auf der vorteilhaften Kombination von:
- dem stärksten EPS-Wachstum in der Eurozone seit 2010 und einer Wachstumsprognose von 14% für 2017. Auch ist das Momentum bei den Ertragsrevisionen in Europa derzeit besser als in den USA.
- moderate und attraktive Aktienbewertungen gemessen an historischen Standards und verglichen mit anderen internationalen Märkten oder anderen Anlageklassen, speziell Anleihen.
- einem politischen Kontext, der, wenn er optimistisch betrachtet wird, sich dahingehend entwickeln könnte, dass Europas Kernländer – Deutschland, Frankreich und Italien – von Parteien regiert werden, die sich klar zu Europa bekennen und welche, nun da der psychologische Schock der französischen Wahlen überstanden ist, wachstumsfördernde pan-europäische Initiativen in Angriff nehmen könnten.
Man kann gewiss argumentieren, dass Europas Problem grösstenteils in der exzessiven Sparpolitik und der "Balkanisierung" liegt, da die Überschüsse aus Nordeuropa nicht in Südeuropa investiert sondern ausserhalb von Europa "exportiert" werden. Das wieder gewonnene Vertrauen könnte nun aber helfen, diese Ersparnisse "zuhause" zu lassen und mögliches Wachstum zu begünstigen.
Dies wird die Herausforderung der kommenden Monate sein. Eine Herausforderung, welche die Märkte versuchen zu antizipieren – oder auch nicht. Denn die globalen Indizes haben ihre Höchststände von 2015 und 2007 schon bei weitem überschritten.
US-Märkte ideal für Goldlöckchen
In den USA würde Goldlöckchen die Märkte im Moment lieben, mit einem Wachstum, das stabil aber gleichzeitig moderat ist, und wo man sich keine Sorgen um die Anleihenmärkte machen muss. Gleichzeitig ist das Wachstum stark genug, damit Unternehmen Ertragssteigerungen erzielen, welche von den Märkten beachtet werden. Doch es bleibt nur noch wenig Raum für weiteres Ertragswachstum und hinsichtlich der Prämien bieten die aktuellen Bewertungen ebenfalls kaum Möglichkeiten, zumal die Unsicherheit darüber, ob Trumps Wirtschaftsprogramm angenommen wird, gross ist. Die positive Entwicklung bei Schwellenländern war primär durch steigende Preise bei den Rohstoffen getrieben. Was China betrifft, sind einige kurzfristige Bedenken aufgekommen, allerdings ist die politische Agenda, mit Präsident Xi Jinpings Ambitionen, einen zweiten Fünfjahresvertrag am Parteikongress zu gewinnen, günstig.
Selbst nachdem die europäischen Märkte im letzten Jahr um 26% angestiegen sind und obwohl sie über ihrem Höchstwert vom April 2015 liegen, scheint es im aktuellen Umfeld noch immer Aufwärtspotenzial zu geben. Das Zurückweichen der politischen Ängste könnte helfen, die Risikoprämien, welche die Märkte der Eurozone belastet haben, zu verringern. Dies könnte dazu führen, dass die Eurozone die internationalen Märkte im Jahr 2017 überflügelt.
Die Portfolios von Rothschild AM bleiben für diese zyklischen und finanziellen Themen positioniert, welche am meisten von einer Normalisierung der europäischen Märkte – namentlich höheren Zinssätzen, höherem Gewinnwachstum und einer Reduktion der Risikoprämien - profitieren werden. Die beiden Fonds, R Club (FR0010541557) und R Conviction Euro (FR0010187898) im Speziellen, sind gut positioniert, um von den günstig stehenden Sternen zu profitieren.
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