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Vorhofflimmern steigert das Schlaganfallrisiko deutlich
Vorhofflimmern steigert das Schlaganfallrisiko deutlich
Auf dem Weltkongress für Kardiologie ist eine globale Patienten-Charta für Vorhofflimmern vorgestellt worden.
Auf dem Weltkongress für Kardiologie ist eine von 68 medizinischen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen aus 39 Ländern unterstützte, globale Patienten-Charta für Vorhofflimmern vorgestellt worden.
Von Vorhofflimmern sind alleine in Europa mehr als sechs Millionen Menschen betroffen. Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung und ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfall, eine Erkrankung, die zu Invalidität oder Tod führen kann. Vorhofflimmern führt zu unregelmässigem, oftmals zu schnellem oder zu langsamem Herzschlag, wodurch es zu Gerinnselbildung kommt.
Diese Gerinnsel können bis in das Hirn wandern und dort einen schweren und oft tödlichen Schlaganfall auslösen. Allein in Europa sind über 6 Millionen Menschen betroffen. Vorhofflimmern wird für 20 % aller durch Blutgerinnsel hervorgerufenen Schlaganfälle verantwortlich gemacht.
Sofortiges Handeln gefordert
In einem globalen Aufruf zum sofortigen Handeln fordern Patientenorganisationen und medizinische Fachgesellschaften aus der gesamten Welt die Öffentlichkeit, das Fachpersonal im Gesundheitswesen und politische Entscheidungsträger dazu auf, gemeinsam mit ihnen Massnahmen zu ergreifen, um die Konsequenzen von durch Vorhofflimmern ausgelösten Schlaganfällen zu verringern. Die Organisatoren fordern dazu auf, die Charta zu unterzeichnen und damit die Initiative zu unterstützen.
Frühere Diagnose - schnellere Versorgung
"Wenn Menschen erst nach einem Schlaganfall herausfinden, dass sie an Vorhofflimmern leiden, kann dies ein ganzes Leben zerstören", erklärt Mellanie True Hills, Gründerin und Vorsitzende der US-Organisation StopAfib.org. "Wir müssen sicherstellen, dass Patienten mit Vorhofflimmern früher diagnostiziert und schnell und effektiv medizinisch versorgt werden, um Schlaganfälle zu vermeiden."
Schlaganfallrisiko fünfmal höher
Die Patienten-Charta unterstreicht die Notwendigkeit sofortigen Handelns
"Alle 12 Sekunden erleidet irgendjemand auf der Welt einen mit Vorhofflimmern assoziierten Schlaganfall", sagt Trudie Lobban, Gründerin und Kuratorin der englischen Arrhythmia Alliance sowie Mitbegründerin und Vorsitzende der Atrial Fibrillation Association. "Aber im Gegensatz zu Bluthochdruck oder Diabetes haben viele Menschen bisher noch nie etwas von Vorhofflimmern gehört. Dies ist eine Erkrankung, die das Schlaganfallrisiko um 500 % steigert und das, obwohl der Grossteil der durch Vorhofflimmern ausgelösten Schlaganfälle durch rechtzeitige Diagnose und angemessene Gerinnungshemmung vermieden werden kann."
Besonders gravierend ist, dass durch Vorhofflimmern ausgelöste Schlaganfälle oft schwerwiegender sind als jene, die andere Ursachen haben. Für die Betroffenen bedeutet dies, dass ihre Chancen auf eine Rückkehr ins häusliche Umfeld verringert werden und sie stärker auf Betreuung durch Familienangehörige oder in Pflegeeinrichtungen angewiesen sind.
Wenn es jedoch allgemein ein höheres Bewusstsein sowie eine bessere Diagnose und Behandlung für diese Erkrankung gäbe, könnten die Konsequenzen für die Patienten, das Gesundheitssystem und die gesamte Gesellschaft deutlich reduziert werden. (Bayer/MyHandicap/pg)