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Hans Ruh studierte an den Universitäten Zürich, Bonn und Basel Theologie und promovierte 1963 mit einer Arbeit zum Thema «Die christologische Begründung des ersten Artikels bei Zinzendorf» beim berühmten evangelisch-reformierten Theologen Karl Barth in Berlin. Von 1963 bis 1965 war er Mitarbeiter der Gossner Mission in Ost-Berlin. Danach leitete Ruh von 1965 bis 1983 das «Institut für Sozialethik» des Evangelischen Kirchenbundes der Schweiz.
Im Jahr 1970 habilitierte Hans Ruh sich an der Universität Bern mit der Arbeit «Sozialethischer Auftrag und Gestalt der Kirche» und bekleidete gleichenorts von 1971 bis 1983 eine ausserordentliche Professur. 1983 wurde Ruh als ordentlicher Professor für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Sozialethik an die Universität Zürich berufen, wo er als Direktor auch das Institut für Sozialethik leitete. Seine Antrittsvorlesung hielt er im Januar 1984 zum Thema «Die ethische Frage aus theologischer Sicht». 1998 wurde Hans Ruh emeritiert.
In seiner Forschung beschäftigte sich Hans Ruh unter anderem mit Fragen der Politischen Ethik, der Wirtschaftsethik und der Friedensforschung. So hat er etwa ein Konzept für eine ethische Marktwirtschaft entworfen und er engagierte sich in der ethischen Unternehmensberatung und der Entwicklung von ethischen Finanzprodukten. Intensiv setzte sich Hans Ruh auch mit dem Thema eines bedingungslosen Grundeinkommens auseinander.