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Leichtfüssig nachdenklich, hilflos, entspannt, verzweifelt oder zuversichtlich - sechs Möglichkeiten, mit dem Leben umzugehen:
ALBERTO CAVALIER
“Eines Tages werden wir wieder mehr lachen, Du wirst sehen!”
Mitten in der Stadt befindet sich das Atelier und der Laden von Alberto Cavalier, in dem er seit 1987 arbeitet. Er hat das Geschäft von seinem Vater übernommen und ist mittlerweile einer der drei letzten Vergolder von Venedig. Sein staubiges Atelier ist vollgestopft mit Rahmen, Figurinen, Krippenszenen und vielem mehr.
Alberto ist Vater einer zehnjährigen Tochter und allergisch auf die Chemikalien, mit denen er seit zwanzig Jahren zu tun hat.
Er ist krank, weiss nicht, wie er sein Geschäft weiterführen können wird und war nebst vielem anderem auch schon ein paar Minuten tot.
JESSICA VALLI
“Ich habe ein Kind auf diese Welt gestellt, ich muss verrückt sein!"
Die Mutter eines Sohnes hat Philosophie studiert und managt heute die "Accademia teatrale Veneto", die auf der Insel Guidecca beheimatet ist.
Jessica steckt voller grosser Fragen und erzählt engagiert und sehr emotional über ihre Sicht auf das Leben und die Welt. Eine Welt, der sie mit Pessimismus begegnen muss, eine Welt, in der man nicht wahrhaft glücklich sein kann, wie sie sagt. Nicht, solange es auch nur einen einzigen Menschen gibt, der nicht in Freiheit und Sicherheit leben kann.
Sie liebt die Stadt in der sie lebt und hasst die Leute, die sie ausbeuten und zerstören.
GIUSEPPE GABRIELE TOMARU
“Die Liebe ist das Wichtigste, denn ohne sie gäbe es uns nicht”.
Giuseppe ist in Rumänien geboren und anfangs 2015 Vater einer Tochter - die er nur einmal jährlich sehen kann - geworden. Da er in seinem angestammten Beruf als Kellner nicht überleben konnte, ging er 2007 nach Spanien, wo er als Maurer Arbeit fand. Die Wirtschaftskrise setzte dem ein Ende, 2011 kam er nach Venedig und verdient nun jeden Tag von 9 – 17 Uhr am Campo San Stefano als Charlie Chaplin sein Geld.
Giuseppe akzeptiert sein Leben achselzuckend. Sein Glaube an Gott und seine Tochter geben ihm Kraft, es durchzustehen und die Hoffnung, dass er dereinst seine Träume verwirklichen kann.
SILVIA LONGO
“Wir sind alle Teil ein und desselben Stoffes, ich bin ein Faden!”
Silvia Longo ist in Venedig geboren und hat dort das „Istituto D’ Arte del Tessuto“ besucht. Seit mehr als fünfzehn Jahren arbeitet sie als Weberin auf Webstühlen aus dem vorletzten Jahrhundert. Sie hat für den Papst gewoben, für den Kreml und natürlich tragen diverse Hollywoodstars ihre Arbeiten. Sie betreut den ganzen Prozess vom Herrichten der Rahmen, bestücken der Stühle, programmieren (mit Hammer und Stanzeisen) der Lochkarten und weiss auch, wie man die Webstühle flickt - als eine der letzten.
Silvia erzählt voller Freude über ihren Beruf, der sie täglich mit Glück erfüllt, wie sie glaubhaft versichert.
LUCIANO ANDREANI
“Der Teufel im Fegefeuer schrubbte uns wie verrückt, damit die Sünden weggehen – am meisten Fräulein Eberhardt, die Religionslehrerin”.
Den Schweizer Theatermacher, Künstler und Antiquitätenhändler traf ich in der venezianischen Residenz der Pro Helvetia, wo er an Zeichnungen zum Thema “böse Mädchen” arbeitete. Luciano ist seit 1968 freischaffend, ich kenne ihn seit vielen Jahren als jemanden, der sich ganz auf seine eigenen Impulse verlässt und wenig Kompromisse eingeht.
Seine versponnenen, phantastischen Geschichten apostrophieren die im Film angesprochenen Themen und erweitern sie um eine wesentliche Dimension.