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Sensationelle 160 Millionen Euro haben die beiden lebensgrossen Portraits eines Brautpaars aus der Mitte des 17. Jahrhunderts gekostet. Der Louvre und das Rijksmuseum haben sie gemeinsam gekauft. Schwarz gekleidet mit riesigen gestickten Kragen präsentieren sich die beiden Adeligen - Gold, Perlen und Seide zeugen von riesigem Reichtum: Es ist das Werk Rembrandts, des Nationalheiligen der Niederländerinnen und Niederländer. Die beiden Kunst-Ikonen kennen in den Niederlanden viele, als Ehrenleute blühender Zeiten, selbst als Playmobilfiguren gibt es sie zu kaufen. Aber nur wenige dürften beim Betrachten der Werke an Sklaverei denken. Valika Smeulders aber kann diese Gemälde nicht betrachten, ohne das menschenverachtende System der Unterdrückung mitzudenken, das den Niederländern in der Kolonialzeit einst dank Zuckerrohr- und Tabaksplantagen viel Reichtum brachte.
«Wenn du ein solches Gemälde siehst, dann bist du dir immer dessen bewusst, dass dies jene Menschen waren, die ins karibische Gebiet kamen, um es zu erobern», sagt die Niederländerin mit karibischen Wurzeln. Und so kamen die beiden Portraits in eine Ausstellung im Rijksmuseum mit dem Titel «Sklaverei». Das allein ist schon ein grosser Schritt für die Niederlande und er zeigt, dass sich in Sachen Aufarbeitung der Kolonialzeit gerade Einiges tut.
Aber das reiche nicht, sagt Haydie. Sie ist die Ur-Ur-Enkelin einer Leibeigenen aus Surinam. Jedes Jahr nimmt Haydie am 1. Juli an «Keti Koti» teil, dem Gedenktag, der an die Abschaffung der Sklaverei erinnert. Es wäre an der Zeit, dass sich die Niederlande entschuldigten: Für das grosse Unrecht und Leid, das sie in den fernen Kolonien, aber auch zu Hause in Amsterdam an Leibeigenen begangen haben.