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Robert Walser-Archiv
Das Robert Walser-Archiv sammelt alle Materialien zum Leben und Werk von Robert Walser und Carl Seelig.
Sammlungsschwerpunkte
Den wichtigsten Schwerpunkt bildet die Sammlung Robert Walser, die weltweit größte Sammlung von gedruckten und ungedruckten Dokumenten zu Robert Walsers Leben und Werk. Der Nachlass Robert Walsers bildete den Ausgangspunkt der Sammlung, diese wurde laufend ergänzt durch Manuskripte, Briefe, Lebensdokumente, Erstdrucke und spätere Buchausgaben, Übersetzungen, Bearbeitungen für Theater, Hörspiel, Film etc. sowie eine umfassende Sammlung der Sekundärliteratur (Monografien, Aufsätze, Zeitungsartikel, unveröffentlichte universitäre Arbeiten etc.). Weitere Schwerpunkte dieser Sammlung sind die (Teil-)Nachlässe der Geschwister Robert Walsers sowie literarische Zeitschriften der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Charakteristisch für Walsers Werk ist eine extreme publizistische Zerstreuung: Von 1898 bis in die 1930er Jahre hat er mehr als 1000 Texte in über 100 verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen publiziert. Walsers Texte wie auch die Dokumente zu seinem Leben mussten erst in langwieriger Recherche aufgespürt und zusammengetragen werden. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen und noch immer werden neue Texte gefunden.
Der Nachlass Carl Seelig und die Materialien zu Leben und Werk des Schriftstellers, Verlegers und Literaturförderers bilden einen zweiten Sammlungsschwerpunkt.
Zur Geschichte des Archivs
Das Robert Walser-Archiv wurde 1973 von der Carl Seelig-Stiftung Zürich gegründet und war aus der Hinterlassenschaft des Zürcher Publizisten, Schriftstellers und Mäzens Carl Seelig (1894–1962) hervorgegangen. Seelig hatte Walser in der Heil- und Pflegeanstalt Herisau regelmässig besucht und war 1944 dessen Vormund geworden. Walsers Nachlass hatte Seelig bereits 1937 von der Schwester Lisa Walser erhalten, dazu war nach Walsers Tod ein weiteres Konvolut gekommen. Die Schwester Fanny Hegi-Walser hatte die Rechte an Walsers Nachlass an die Carl Seelig-Stiftung übertragen mit der Auflage, dass dieser in einem eigenen Archiv verwahrt und der Forschung zugänglich gemacht werde.
Dem Archiv wurden im Laufe seiner Tätigkeit auch die Nachlässe von Hugo und Emmy Ball-Hennings, Josef Halperin, Max Müller (Friedrich Glauser-Sammlung), Ossip Kalenter sowie das Archiv des Steinberg-Verlags Zürich anvertraut. Diese Bestände sind zwischen 2008 bis 2011 erschlossen und ins Schweizerische Literaturarchiv SLA der Schweizerischen Nationalbibliothek überführt worden.
Bis zur Überführung nach Bern im Jahr 2009 war das Robert Walser-Archiv an der Beethovenstrasse 7, 8002 Zürich, domiziliert.