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Missa Nova ist die Vertonung der fünf Ordinariumteile (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus) des katholischen Messeritus. Hinzu kommen drei rein instrumentale Sätze, als Introitus und zwei Meditationes.
Das Werk ist keine Kirchenmusik. Die Inhalte, die in den Texten formuliert werden, sind zwar christlich geprägt, doch auf einer tieferen Ebene berühren sie Fragen, die überkulturell sind und Menschen in ihrer Sehnsucht nach dem Kontakt mit einem ganz Anderen überall beschäftigen. Dieser Aspekt vor allem hat mich beschäftigt. Dazu kam der Wunsch, mich mit einem Erbe auseinander zu setzen, dem ich in vielfachen Zusammenhängen immer wieder begegnet bin.
Die Komposition ist um das zentrale Credo gebaut. Dort spielt sich der Kern der Auseinandersetzung ab, mit allen Schönheiten und Problemen. Das Credo selbst ist dreiteilig gebaut: Ein erster rein instrumentaler Teil (Credo pars prima) steht für das Suchen nach Identität, nach Formen und Begriffen, in ihm spielt sich auf musikalischer Ebene sozusagen ein Sprachfindungsprozess ab, der sich zum Eintritt der Singstimmen hin (mit dem „Credo in unum Deum“) verdichtet. Das tiefe Problem eines jeden religiösen Credo ist, dass Begriffe gesetzt werden für etwas, was jenseits des menschlichen Vorstellungsvermögens liegt. Gleichzeitig liegt gerade darin eine grosse Faszination! Im zweiten Teil (Credo pars secunda) spielt sich die Reibung an den dogmatischen Formeln ab, Musik und Text werden einer Zerreissprobe ausgesetzt. Im dritten Teil (Credo pars tertia) bleibt nur noch Klang übrig, als Metapher für das Unaussprechliche, nicht Denkbare.