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1887, das Jahr, in dem Thompson seine erste Scenic Railway baute, ist auch eine andere Bahn namens „Sliding Hill an Toboggan“ in Haverhill, Massachusetts, entstanden. Errichtet wurden sie von Stehphen E. Jackman und Byron B. Floyd. Die komplett in einem Gebäude untergebrachte Bahn hatte anstelle des Kettenaufzugs einen Lift, der von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Gleichzeitig erzeugte man über Dynamos elektrisches Licht. Das Unternehmen muss wohl ein sehr großer Erfolg gewesen sein, denn die beiden Erbauer taten sich mit einem weiteren Geschäftsmann zusammen und gründeten die „Haverhill Toboggan Company“ und errichteten ab Anfang 1888 auch anderorts derartige Bahnen. Man nannte sie „Roller Toboggans“ und dieser Name war auch sehr zutreffend. Die Wagen, besser Schlitten, hatten selbst keine Räder, sondern glitten über hunderte von Rollen, die auf der abschüssigen Strecke installiert waren, über mehrere Schleifen ins Tal. Sie wurden lediglich von seitlichen Banden in der Bahn gehalten. Es gab also keine richtigen Schienen, und es war nur eine Frage der Zeit, bis Unfälle passieren mussten. Aus diesem Grund wurden 1890 alle Bahnen stillgelegt.
In den darauf folgenden Jahren wurden mehrer Patente eingereicht, die eine Streckenführung in Form einer Acht beinhalteten. Die erste moderne Bahn entstand jedoch 1898 in Coney Island, gebaut von Erwin und Edwin Vettel von der „T. M. Harton Company“. Die Wagen besassen eigene Räder, aber sie liefen nicht auf eisenbahnähnlichen Schienen wie man sie bei den Switchbacks verwendete. Durch seitliche Banden und zusätzlichen angebrachten Rädern seitlich am Wagen, so genannte „Sidefriction Wheels“, hielten sich die Chaisen auf Kurs. Da durch erreichte man ein wesentlich leichteres angenehmeres Hinabgleiten, ohne dass sich die Wagen verkanten konnten.
Die Kurven verliefen auf der einen Seite dreimal und auf der anderen zweimal. Die Bahn wurde von einer reinen Holzkonstruktion getragen, nur die Fahrgestelle der Wagen, die Räder und die Aufzugsanlage mit umlaufender Kette waren aus Eisen. Von nun an wurden Figur-8-Bahnen in Serie produziert. Hatte jemand Interesse, solch eine Bahn für seinen Vergnügungspark zu erwerben, so musste er die Genehmigung zum Bau einer der Lizenzgeschützen Rutschbahnen kaufen. Das technische Know-How und die Aufsicht übernahm dann ein von der entsprechenden Firma bereitgestellter Bauleiter. Immer mehr Firmen stiegen in das lukrative Geschäft ein.
Während das Interesse an Thompson`s Switchbacks in Europa noch sehr verhalten war, erregten die neuartigen Figur-8-Bahnen zu Anfang des 20. Jahrhunderts großes Aufsehen. Genau 10 Jahre nach der ersten Figur-8-Bahn in Amerika liess der Münchner Schausteller Carl Gabriel anlässlich der Landwirtschaftsausstellung in München, die parallel zum Oktoberfest 1908 stattfand, die erste „Autoluftbahn“ oder „Schleifenbahn“ – wie man sie damals noch nannte, bevor sich der Name „Figur-8-Bahn“, bzw. später der allgemeine Begriff „Achterbahn“ durchsetze – errichten. Ein Konstrukteur der Firma „Delisle Ingwerson Company“, ein Deusch-Amerikaner namens „Mr. Bartling“, bekam den Auftrag dazu. Eigentlich sollte die Bahn so ausgeführt werden, dass man sie nach dem Fest ab- und an anderer Stelle wieder hätte aufbauen können. Je näher jedoch der Eröffnungstermin rückte, desto weniger transportabel wurde sie, da man schließlich alle Teile nur noch zusammennagelte. So musste die Bahn nach der Ausstellung wieder abgerissen werden.
Im darauf folgenden Jahr entstanden zwei weitere Figur-8-Bahnen. Beide wurden mit Lizenzen von der Frederick Ingersoll Construction Company aus Pittsburgh, USA, gebaut. Die Bahn in Deutschland war ihre sechzigste weltweit. Der amerikanische Ingenieur Erwin Vettel zeichnete sich für den Bau verantwortlich, doch da es in den Staaten nicht üblich war, mit den Geschäften auf Reise zugehen, überliess der dem Auftraggeber, dem Münchner Schausteller Max Stehbeck, die Realisierung als transportable Version. So entstand 1909 die erste transportable Achterbahn weltweit.