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Liegerad-Fahrer gewinnt die 9. Classique Genevoise
Der Deutsche Liegerad-Fahrer Thomas Schott gewann die 9. Ausgabe der
traditionellen Genfer Volksrundfahrt mit 5 Minuten Vorsprung auf den ersten
Teilnehmer mit einem herkömmlichen Rennrad. Dieser traf erst nach weiteren
drei Liegeradfahrern ein. Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Siegers auf dem
hügeligen Rundkurs betrug 41.5 km/h.
Genf, 18. Juni 2006. Nach dem Start in Dardagny wurden die ersten Liegeradfahrer erst
wieder gesehen, als sie nach drei Viertel der Distanz begannen, den hintersten Teil des
Feldes zu überrunden. Sie waren nicht nur schnell, sondern fielen auch durch ihre
originellen Fahrzeuge auf. So fuhren der Gewinner und der dritte je einen
unverkleideten Carbon-"Lowrider", während der zweite ein langes aerodynamisches
Heck trug. Unter den besten 10 Gesamtzeiten befand sich auch ein handgelöteter Stahl-
Lieger mit Frontantrieb.
Liegen allein genügte heute aber nicht, um vorne dabei zu sein. Dies mussten ein paar
Rennneulinge erfahren, die trotz ultraleichten Liege-Rennrädern die Schlussplätze
besetzten. Die Hobby-Radrennfahrer der Kategorie "Männer 80 km" waren nämlich
durchwegs von der schnellen Sorte mit Durchschnittstempi bis 40 km/h.
Seit 1933 von offiziellen Rennen ausgeschlossen
Dass Liegeräder an der Classique Genevoise überhaupt teilnehmen können liegt an der
guten Zusammenarbeit zwischen den Organisatoren und dem Liegerad-Verein
"Futurebike". Und an der Tatsache, dass das Amateur-Rennen nicht den Regeln der UCI
(Union Cycliste Internationale) untersteht. Diese hatte nämlich die Liegeräder von der
Rennszene verbannt, nachdem1933 ein handgebautes Liegerad die Bahn-Saison
dominiert, einige Strassenrennen gewonnen und den Stundenrekord gebrochen hatte. Im
Klassement der Classique Genevoise werden die Liegeräder separat in der Kategorie
"futurebike" aufgeführt, so dass der Gesamtsieg nur durch den Zeitenvergleich
ersichtlich wird.
Wegen dem geringeren Luftwiderstand ist das Liegerad dem aufrechten Rennrad auf
flachen oder abfallenden Strecken überlegen. Eine Lockerung der UCI-Regeln wäre
zumindest in Einzelzeitfahren oder im Triathlon ohne Sicherheitsvorbehalte möglich.
Mit ihren innovativen technischen Lösungen könnten die Liegeräder vielleicht für
positive Impulse in der angeschlagenen Radrennszene sorgen.
Liegeräder - der nächste grosse Trend?
In den letzten Jahren lässt sich eine Renaissance des Liegrads beobachten. In der
Schweiz und den angrenzenden Gebieten gibt es zunehmend Velohändler, die auch die
unterschiedlichsten Lieger führen. Besonders in Holland, aber auch in anderen
europäischen Ländern sowie in den USA, gibt es Treffen und Amateur-Rennen sowie
eine lebhafte Internet-Szene. So findet vom 5. bis 7. August 2006 in Allègre (F) die
Liegerad-Weltmeisterschaft statt mit Zeit- und Bergfahren, Hochgeschwindigkeits-
Sprints und Rundrennen. Solche Events sind immer von einer grossen Kollegialität
geprägt.
Das Rennklassement nach Kategorien finden Sie auf www.classiquegenevoise.ch.
Informationen zur Schweizer Liegerad-Szenen gibts auf www.futurebike.ch.
Für Fragen zu diesem Text wenden Sie sie sich bitte an:
Gottardo Pestalozzi, <email-pii>, Telefon tagsüber 062 889 80 08, abends 044 491 81 73.