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Recifes Herausforderung für die WM 2014
Die grösste Herausforderung besteht darin, die pernambukanische Hauptstadt hinsichtlich ihres Ambientes und ihrer urbanen Struktur den Anforderungen der „Copa“ anzupassen.
Recife ist eine Gründung aus dem Jahr 1537 – eine der ältesten Stadtgründungen Brasiliens – damals “ Arrecife dos Navios“ genannt. Es wird heute gerne als „Brasilianisches Venedig“ bezeichnet, denn es ist umgeben und durchzogen vom Wasser – dem Meer und verschiedenen Flüssen – und eine grosse Zahl von Brücken verbindet die einzelnen Stadtteile – eine davon, die Brücke „Maurício de Nassau“ von 1640, ist die älteste Brücke Brasiliens!
Die Stadt besitzt eine Menge Sehenswürdigkeiten – sowohl für brasilianische als auch für ausländische Touristen. Da sind natürlich erst einmal die herrlichen Strände – schon der Stadtstrand „Boa Viagem“ ist fast so berühmt, wie die Copacabana von Rio. Dann sind die kulturellen Manifeste der Stadt besonders attraktiv – Recifes Karneval zum Rhythmus des „Frevo“ ist etwas ganz Besonderes – der „Galo da Madrugada“ ist die grösste karnevalistische Vereinigung der Welt, er hat jedes Jahr einen Zulauf von fast zwei Millionen Anhängern aus dem ganzen Land (mehr als die gesamte Bevölkerung der Stadt) – und das Sonnenwendfest „São João“ ist ebenfalls in Recife unvergleichlich!
Die Metropolitane Region umfasst, ausser der Hauptstadt, weitere 14 Städte des Kreises Recife, wie Olinda, Jaboatão dos Guararapes und São Lourenço da Mata, insgesamt wohnen in diesem Kreis zirka 4 Millionen Menschen. Die Region wird von 110km feiner Sandstrände eingefasst – wie Porto de Galinhas, zum Beispiel – an denen sich luxuriöse Hotels und Resorts niedergelassen haben.
Was den Transportbereich betrifft, so verfügt die Hauptstadt Pernambucos über eine Flotte von 4.600 Bussen, mit denen täglich 1,7 Millionen Menschen unterwegs sind. Dann gibt es noch die „Metrô“ (U-Bahn), die weitere 180.000 Passagiere pro Tag abfertigt.
Recife möchte eine ganz neue Sport-Infrastruktur schaffen, um die Worldcup-Gäste zu empfangen. Die Stadt besitzt sportliche Tradition und Potential, um das Projekt – teilweise aus privaten Mitteln – realisieren zu können, wenn es gelingt, die beiden bedeutendsten Teams (SPORT und NÁUTICO) davon zu überzeugen, die Copa-Partien im neuen Stadion durchzuführen und nicht in ihren eigenen. Für diese Alternative spricht auch eine noch schwebende Neuregelung des CBF (Brasilianischer Fussballbund), welche die Partien der Nationalelf nach 2014 und der Brasilianischen Copa in Stadien vorsieht, die den Regeln der FIFA entsprechen!
Das anspruchsvolle pernambukanische Projekt „Cidade da Copa“ (Stadt des Worldcup) sieht zusammen mit einem neuen Stadion auch eine urbane Expansion vor, inklusive der Einrichtung einer Metro-Station mit Terminal in unmittelbarer Nähe des neuen Stadions.
Dieses Projekt ist durchführbar und wird dem pernambukanischen Fussball gewaltigen Auftrieb geben. Als Beispiel nehmen wir mal das Spiel auf der „Ilha do Retiro“ vom 12. Mai 2009, zwischen SPORT und PALMEIRAS (São Paulo) – hier kamen 28.487 zahlende Zuschauer zusammen, die einen Erlös von R$ 946.690,00 erbrachten, was auf einen durchschnittlichen Eintrittspreis von R$ 33,23 schliessen lässt. Mit einem grösseren Stadion wird es möglich, mehr Zuschauer aufzunehmen, günstigere Preise zu machen und trotzdem einen höheren Gewinn zu erzielen !
Informationen der „Secretaria de Turismo“ weisen darauf hin, dass grosse Hotelketten sich bereits auf eine Expansion in der Stadt vorbereiten. Man nimmt an, dass bis zum Jahr 2011 der Bau neuer Hoteleinheiten bereits abgeschlossen sein wird – dabei handelt es sich um drei Hotels in Recife und eins in Petrolina, im Interior des Bundesstaates Pernambuco. Damit verfügt Recife über mehr als 700 neue Betten innerhalb der Stadt.
Der internationale Flughafen „Dos Guararapes Gilberto Freire“ hat eine Kapazität zur Abfertigung von 5 Millionen Passagieren pro Jahr – er verfügt über 64 Check-in-Theken. Der Parkplatz bietet 2.120 Parkplätze für die Benutzer des Systems. Daten der INFRAERO (Flughafenaufsicht) belegen, dass Recifes Flughafen an zweiter Stelle in Bezug auf sein Verkehrsaufkommen im Norden und Nordosten Brasiliens steht. Um ihn der bevorstehenden „Copa“ anzupassen, hat die INFRAERO einen Plan zu seiner Modernisierung ausgearbeitet, welcher ab Februar 2010 gestartet wird – vorgesehen ist eine Investition von R$ 8,75 Millionen.
Die bedeutendste ist die Realisation des ambientalen und urbanen „neuen Gesichts“ – der „Copa-Stadt“. Wirtschaftlich und unternehmerisch gesehen gibt es keine Hindernisse, insofern man, wie schon erwähnt, die beiden bedeutendsten Clubs der Stadt – SPORT und NÁUTICO – überzeugen kann, in dem neuen Stadion zu spielen. Schliesslich und endlich – aber nicht weniger wichtig: Als Gastgeberin der Copa muss Recife seine gesamte urbane Infrastruktur verbessern!
Spezialisten und Autoritäten versammelten sich am 14. August 2008 im Palace Hotel, um die Herausforderungen und Projekte Recifes, sowie ihre Anpassung an die Regeln der FIFA, zu diskutieren. Tourismus, Sicherheit und die wirtschaftliche Umsetzung der Copa standen im Mittelpunkt. Eine weitere Versammlung wurde am 6. Mai 2009 durchgeführt – Thema Nummer 1: das Projekt „Stadt der Copa“.