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100 Jahre Luftmittel in der Schweizer Armee
3003 Bern, 24. Juli 2000
Medienmitteilung
100 Jahre Luftmittel in der Schweizer Armee
Vor hundert Jahren war es soweit: Die Schweizer Armee ging erstmals in die
Luft. Am 25. Juli 1900 rückten rund 100 Mann, die meisten Freiwillige, 66
Pferde und 14 Fuhrwerke zur ersten Luftschiffer-Rekrutenschule in der neu
erbauten Ballonhalle im Berner Beundenfeld ein. Um die angehenden
Ballonoffiziere in die Kunst der "Luftnavigation" einzuführen, wurde ein
Franzose verpflichtet.
Die eigentlichen Anfänge der Schweizer Militäraviatik gehen allerdings auf
1891 zurück, als der Generalstab die Anschaffung eines Fesselballons in
Angriff nahm, um die Aufklärung durch die Kavallerie zu ergänzen. Der
Bundesrat beantragte dann am 24. Mai 1897 den Räten, eine
Luftschifferkompanie zu bilden und gab der Überzeugung Ausdruck «dass unsere
Armee das mächtige Kriegsmittel des Fesselballons nicht länger entbehren
darf.» Im Dezember 1897 wurde die rechtliche Grundlage für die Aufstellung
der Ballonkompanie geschaffen.
Anfangs September 1898 wurden in Bern die ersten freiwilligen
Luftschifferrekruten ausgehoben. Die Gemeinde Bern stellte die
erforderlichen rund 40 Aren Baufläche beim heutigen Wankdorf-Stadion gratis
zur Verfügung.
Am 3. August 1900 schwebte der Kugelballon erstmals am Fesselseil über dem
Exerzierplatz. Bei einer Übung ohne Korb einige Tage später riss das
Transportkabel, der Ballon verschwand in den Wolken. Erst einige Tage später
wurde er auf dem Bantiger total zerrissen wieder gefunden. Seine
Instandstellung benötigte 14 Tage. Diesem Abenteuer verdankte der Ballon
seinen Namen «Vagabund».
Als sich 1914 die Fliegertruppe am gleichen Standort aufzubauen begann,
stellte die Ballonkompanie die Wacht- und Bedienungsmannschaft. Mit ihr kam
aber u.a. auch der ehemalige Kommandant der Ballontruppe, Major Emil
Messner, und wurde der erste Beobachtungsoffizier der Fliegertruppe. Die
Ballönler hatten dementsprechend grossen Anteil an der Entstehung und
Entwicklung der Militäraviatik in der Schweiz.