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Weg-Wort vom 12. April 2019
Ich war in der Stadt Halle. Dort fährt die Straßenbahn mit der Nummer 1 in die «Frohe Zukunft», denn es gibt ein Wohnquartier am Rand der Stadt mit diesem Namen. Als Tourist finde ich das lustig. Quartierbewohner, denen es nicht gut geht, hören vermutlich eher Ironie heraus.
Worte haben eine Wirkung. Ich habe auch bei achtsamer Wortwahl keine Kontrolle darüber, ob meine Worte und mein Tonfall bewirken, was ich beabsichtige. Worte sind anfällig für Missverständnisse. Manchmal kann ich sofort spüren, ob meine Worte eine gute oder eine schlechte Wirkung haben, manchmal nicht.
Als junge Eltern kamen meine Frau und ich an unsere Grenzen. Unser erstes Kind hatte ein geringes Schlafbedürfnis. In einer Situation, in der ich übermüdet und sie besorgt war, sagte ich einmal zu meiner Frau: «Wir kriegen das Kind schon gross!» Ich selbst hatte diesen Satz wieder vergessen, aber meiner Frau hat er sich – zu meinem Erstaunen – eingeprägt. Der Satz hat ihr Zuversicht gegeben. Das hat sie mir erst viel später einmal erzählt.
«Herr, du erforschst mich und du kennst mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es.» Der erste Vers von Psalm 139 klingt für die einen danach, dass Gott sie überwacht und straft, für die anderen nach dem liebevollen Vatergott, der über sie wacht und sie liebt. Auch für die Bibel gilt, dass nicht jedes Wort froh macht, weil nicht alle eine frohe Vergangenheit oder eine frohe Zukunft haben.
Ich will besonders achtsam sein, wenn ich jemandem einen Bibelvers sage.