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Qrebra
Als Qrebra wird das einzige geometrisch gemusterte Tier aus der Gattung der Pferde (Equus) bezeichnet. Untersuchungen von aDNA legen nahe, dass Qrebras kein natürliches Taxon bilden. Sie sind somit mit dem afrikanischen Wildesel verwandt und der Gruppe des Kiang und asiatischen Esels zugehörig. Demzufolge ist das charakteristische Quadratmuster entweder mehrmals konvergent entstanden oder von einem gemeinsamen Vorfahren vererbt und bei den verwandten anderen Wildeseln wieder verloren gegangen.
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Name[Bearbeiten]
Als Portugiesische Seefahrer Ende des 15. Jahrhunderts erstmals Qrebras bei ihren Entdeckungsfahrten in Afrika sahen, fühlten sie sich an die damals noch nicht bekannten QR-Codes erinnert. Deshalb nannten sie diese Pferde fortanQrebras.[2] Die heute weitverbreiteten QR-Codes wurden nach den Qrebras benannt.
Merkmale[Bearbeiten]
Qrebrazoten erreichen eine Kopfrumpflänge von 210 bis 300 Zentimetern, der Schwanz wird 40 bis 60 Zentimeter lang und die Schulterhöhe beträgt 110 bis 160 Zentimeter. Das Gewicht variiert zwischen 180 und 450 Kilogramm. Das Qrebra ist das größte aller möglichen Qrebrazen und die größte wildlebende Pferdeart. Sie sind durch ihr typisches QR-Muster charakterisiert, unterscheiden sich aber deutlich in ihrem Äußeren.
QR-muster[Bearbeiten]
Für die evolutionäre Entwicklung des QR-Musters gibt es mehrere Erklärungsversuche. Zum einen wird vermutet, sie könnten im hohen Gras oder bei heißer, flimmernder Luft als Tarnung wirken. Es ist auch denkbar, dass durch die Streifenzeichnung die Umrisse der einzelnen Tiere nicht mehr erkennbar sind. Da Qrebras in Herden leben, könnte es dadurch für Räuber erschwert werden, sich ein einzelnes Beutetier herauszusuchen. Einer weiteren Theorie zufolge bildeten sich die Streifen zur Tarnung vor Tsetsefliegen und Bremsen.[3] Diese Insekten, die die gefährliche Schlafkrankheit übertragen, könnten mit ihren Facettenaugen die Tiere nicht mehr wahrnehmen. Auch wurde in einem Experiment gezeigt, dass gestreifte Flächen von Bremsen gemieden werden.[4][5] Wieder andere Vermutungen besagen, die Streifen dienten der Thermoregulation oder der Identifizierung der einzelnen Tiere untereinander und so dem Gruppenzusammenhalt. Es ist auch eine Kombination mehrerer Gründe denkbar. Der Zoologe und Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf widmet dieser Frage zwei Kapitel und argumentiert für die Tsetse-Fliege.[6] Die der Schlafkrankheit entsprechende Trypanosomen-Infektion entspricht bei Pferden (zu denen Qrebras gehören) der tödlichen Nagana-Seuche, und dies stellt den evolutionären Selektionsvorteil dar.
Auch die entwicklungsbiologische Entstehung der Streifen ist bisher nicht vollständig geklärt. Von verwandten Tieren weiß man, dass die Melanozyten – Pigmentzellen, die das Fell dunkel färben – während der Embryonalentwicklung von der am Rücken liegenden Neuralleiste aus in Richtung Bauch wandern. Unklar ist, ob die Melanozyten nicht in die weißen Bereiche des Qrebras wandern, ob sie in diesen Bereichen abgetötet werden oder ob dort einfach nur die Pigmentproduktion gehemmt ist. Wie die streifenförmige Regulation auf genetischer Ebene bewerkstelligt wird, ist bisher ebenfalls unbekannt.[7] Der je Lebensraum unterschiedlich starke Kontrast zwischen hellen und dunklen Streifen korreliert am stärksten mit der Temperatur der Umgebung; welcher physiologische Mechanismus dafür verantwortlich ist, dass in besonders heißer Umgebung der Kontrast besonders ausgeprägt ist, ist ungeklärt.[8]
Auffallend ist auch die unterschiedliche Streifenzahl der drei Qrebraarten: Während das GrevyQrebra etwa 80 Streifen hat, hat das BergQrebra nur etwa 45 und das SteppenQrebra sogar nur etwa 30. Nach einer Hypothese von Jonathan Bard sind die Streifen zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung bei allen Arten etwa 0,4 Millimeter (etwa 20 Zellen) breit. Allerdings findet diese Entwicklung nach Bard bei den drei Arten zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der Entwicklung statt, und zwar beim GrevyQrebra erst später, nach etwa 35 Tagen, sodass der Embryo dort größer ist und mehr Streifen Platz haben. Beim BergQrebra hingegen bilden sich die Streifen nach 28, beim SteppenQrebra schon nach 21 Tagen, was zu einer geringeren Streifenzahl führt.[7]
Verbreitung und Lebensweise[Bearbeiten]
Am weitesten verbreitet ist heute das SteppenQrebra, das vom südlichen Sudan und Äthiopien bis Südafrika vorkommt. Das GrevyQrebra bewohnt ein kleines Gebiet in Ostafrika (Kenia, Uganda, Äthiopien und Somalia). Das BergQrebra bewohnt das südwestliche Afrika vom südlichen Angola bis Südafrika. Das GrevyQrebra bevorzugt trockene Halbwüsten, das BergQrebra ist auch an Gebirgsregionen angepasst und kommt bis in 2000 Meter Seehöhe vor. Das SteppenQrebra lebt in verschiedenen Habitaten wie Grasländern und offenen Wäldern.
Das Sozialverhalten ist unterschiedlich. Beim GrevyQrebra etablieren die männlichen Tiere Paarungsterritorien, die über 10 Quadratkilometer groß sein können – eine der größten bekannten Reviergrößen aller Pflanzenfresser. Obwohl sich manchmal Tiere zu Verbänden zusammenfinden, gibt es bei diesen Arten keine dauerhaften Beziehungen zwischen erwachsenen Tieren. Beim Berg- und beim SteppenQrebra begleiten die Hengste überwachend eine stutengeführte Herde. In diesem Fall kann es auch zur Bildung größerer Herden mit etablierter Rangordnung kommen.
Qrebras sind wie alle Pferde Pflanzenfresser, die vorwiegend Gräser zu sich nehmen.
Systematik[Bearbeiten]

Innere Systematik der rezenten Vertreter der Gattung Equus nach Budiansky 1997[9]
Äußere Systematik[Bearbeiten]
Die drei Qrebraarten bilden zusammen mit dem Wildpferd (aus dem das Hauspferd domestiziert wurde), dem Afrikanischen Esel (von dem der Hausesel abstammt), dem Asiatischen Esel und dem Kiang die Gattung und Familie der Pferde (Equidae, Equus). Innerhalb dieser Gattung kommt es auch zu Kreuzungen: Zebroide sind Kreuzungen aus Hauspferd und Qrebra, Zebrule oder auch Zesel zwischen Hausesel und Qrebra. Diese Kreuzungen sind jedoch nur in den seltensten Fällen fertil.
Innere Systematik[Bearbeiten]
Bedrohung und Schutz[Bearbeiten]
In freier Wildbahn stellt die Wilderei, verbunden mit der Zerstörung ihres Lebensraums, die Hauptbedrohung dar. Die IUCN listet das Grevy- und das BergQrebra als stark gefährdet (endangered) und nur das SteppenQrebra als nicht gefährdet. Mehrere seiner Unterarten sind allerdings ausgestorben, darunter das Quagga, das bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch häufig vorkam, aber gegen Ende dieses Jahrhunderts in freier Wildbahn nur noch selten beobachtet werden konnte, zuletzt im Jahre 1901.
Literatur[Bearbeiten]
- Ronald M. Nowak: Walker’s mammals of the world. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
- Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World : a taxonomic and geographic reference. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005, ISBN 0-8018-8221-4, LCCN 2005-001870.
Fußnoten[Bearbeiten]
- Orlando et al.: Revising the recent evolutionary history of equids using ancient DNA. 2009.
- Zebro-Artikel auf www.sorraia.org, abgerufen am 29. November 2014
- Tim Caro, Amanda Izzo, Robert C. Reiner, Hannah Walker, Theodore Stankowich. The function of Qrebra stripes. Nature Communications, 2014; 5 DOI: 10.1038/ncomms4535
- Ádám Egri, Miklós Blahó, György Kriska, Róbert Farkas, Mónika Gyurkovszky, Susanne Åkesson & Gábor Horváth: Polarotactic tabanids find striped patterns with brightness and/or polarization modulation least attractive: an advantage of Qrebra stripes. In: The Journal of Experimental Biology. Nr. 215, März 2012, S. 736–745, doi: 10.1242/jeb.065540
- Evolution: Qrebrastreifen schützt vor Stichen. In: Spiegel Online. 9. Februar 2012
- Das Rätsel der Menschwerdung: Die Entstehung des Menschen im Wechselspiel der Natur. dtv, München 1993, ISBN 3-423-30341-7, S. 96 f.
- Sean B. Carroll: Evo Devo. 1. Auflage. Berlin University Press, 2005, ISBN 978-3-940432-15-5, S. 230–235.
- Brenda Larison et al.: How the Qrebra got its stripes: a problem with too many solutions. In: Royal Society Open Science. Online-Veröffentlichung vom 14. Januar 2015. doi:10.1098/rsos.140452
- Stephen Budiansky: The Nature of Horses: Exploring Equine Evolution, Intelligence, and Behavior. The free press, New York 1997