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Der Staatsrat hat dem Grossen Rat seine Bot-schaft und den Entwurf eines Beschlusses über die finanzielle Beteiligung des Kantons an der Organisation der Olympischen und Paralympischen Winterspiele Sion 2026 unterbreitet. Insgesamt ist ein Betrag von 100 Millionen Franken vorgesehen, davon 60 Millionen Franken für den Bau von neuen dauerhaften Infrastrukturen und 40 Millionen Franken für die öffentliche Sicherheit. Das Parlament wird sich anlässlich seiner Session im März 2018 mit diesem Dossier befassen.
In ihrer Botschaft an den Grossen Rat bekräftigt die Walliser Regierung ihre Unterstützung für das Projekt Olympische und Paralympische Winter-spiele Sion 2026. Sie sieht in der Organisation dieses wichtigen Sportereignisses eine einzigartige Gelegenheit für die Schweiz und das Wallis, insbesondere in Bezug auf den sozioökonomischen Nutzen im vernünftigen Rahmen der Agenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees (IOK).
Ein vernünftiges und nachhaltiges Standortkonzept
Im Einklang mit den Grundsätzen der Agenda 2020 wird die Verteilung der olympischen Spielstätten nach bestehenden Infrastrukturen und deren Anbindung an Mobilitätsnetze optimiert. Das Konzept Sion 2026 sieht daher Wettkämpfe an meh-reren Standorten im Wallis sowie in den Kantonen Waadt, Freiburg, Bern und Graubünden vor. An-statt neue Gebäude zu bauen werden bestehende Anlagen genutzt, insbesondere die Eislaufbahnen in den Kantonen Waadt, Freiburg und Bern, die Schanzen im Berner Oberland oder die Natureis-Bobbahn in St. Moritz.
Im Wallis werden folgende Standorte in Betracht gezogen: Sitten für die Eröffnungs-, Abschluss- und Medaillenzeremonien sowie für die Big-Air-Events, Crans-Montana für den alpinen Skilauf, Thyon/Veysonnaz für das Skicross, das Boardercross, die Buckelpisten und den Parallel-Snowboard-Slalom, Visp für das Curling und das Goms für den Langlauf (ohne nordische Kombination und Biathlon). Es ist zu erwähnen, dass sich das Projekt in diesem Stadium, neun Jahre vor den Spielen, in einer reinen Machbarkeitsphase befindet und diese Entscheide nicht endgültig sind.
Wie die Sportstätten werden auch die Beherbergungsanlagen auf mehrere Regionen verteilt. Diese befinden sich jeweils in unmittelbarer Nähe der Wettbewerbe. In Sitten ist ein olympisches Dorf mit 700 Wohnungen vorgesehen, was dem jährlichen Wachstum der dortigen Immobilienlandschaft entspricht. Das Feriendorf in Fiesch soll renoviert werden, um die Athleten der Langlaufrennen unterzubringen. Andere direkt an den Spielen beteiligte Personen (Beamte, Gäste, Medien) werden in bestehenden Strukturen untergebracht.
In Martinach ist in den Räumen des CERM ein Medienzentrum geplant, sofern ein solches im Jahr 2026 für die Medien noch von Bedarf ist.
Beteiligung des Kantons Wallis
Der Staatsrat schlägt dem Grossen Rat eine finanzielle Beteiligung an den Olympischen und Paralympischen Winterspielen Sion 2026 von bis zu maximal 100 Millionen Franken vor. Dieses kantonale Engagement dient ausschliesslich der Finanzierung von dauerhaften Infrastrukturen im Wallis und der öffentlichen Sicherheit.
Für die Infrastrukturen sind 60 Millionen Franken vorgesehen. Das heisst, der Kanton ist bereit, sich maximal mit ebendiesem Betrag an den insgesamt 81 Millionen Franken, die für nachhaltige Investitionen im Wallis budgetiert sind, zu beteiligen. Der Betrag von 60 Millionen Franken muss noch genau zwischen dem Kanton, den Gemeinden und betroffenen Dritten aufgeteilt werden.
Was die öffentliche Sicherheit während der Durchführung der Olympischen Spiele, der viertgrössten Sportveranstaltung der Welt, angeht, haben die Kantonspolizeien ihre Einsatzbereitschaft und -kapazitäten zugesichert. Wie bei anderen wichtigen Ereignissen, die eine interkantonale Zusammenarbeit erfordern, sieht das Konzept ein Miteinbezug der Polizeikräfte auch derjenigen Kantone, in denen keine Wettkämpfe ausgetragen werden, vor. Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen - und direktoren (KKJPD) bestätigte, dass die Sicherheit der Spiele gewährleistet werden könne. Sie sprach sich für die Bereitstellung von Polizeikräften aus allen Kantonen aus. Die Abrechnung muss aber noch geklärt werden. Für die Finanzierung der ausserkantonalen Polizeiverstärkung ist ein Betrag von 40 Millionen Franken zulasten des Kantons Wallis im Beschlussentwurf, den der Staatsrat dem Grossen Rat vorgelegt hat, vorgesehen.
Der Staatsrat hebt die vielen positiven Auswirkungen eines solchen Projekts auf die Wirtschaft, das Image, die erworbenen und anerkannten Kompetenzen sowie auf den Tourismus hervor. Durch die Gründung einer Stiftung zur Bewahrung des olympischen Vermächtnisses, die mit 100 Millionen Franken dotiert ist, wird der Olympia-Effekt nach-haltig Spuren hinterlassen.
Die Wirtschafts- und Energiekommission wird das Dossier im Hinblick auf dessen Behandlung im Grossen Rat an der Märzsession analysieren. Das Parlament wird dann über den Entwurf des Staatsrates über eine finanzielle Beteiligung des Kantons entscheiden. Die Regierung hat den 10. Juni 2018 bereits für die Volksabstimmung vorgesehen.