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Architectura civilis et militaris
Bereits in Vitruvs antiker Schrift wird das öffentliche und private Bauwesen (Architectura civilis) in mehreren Büchern abgehandelt. Im 17. und vor allem im 18. Jahrhundert blüht das Schrifttum zur Zivilbaukunst. Joseph Furttenbach d.J. etwa verfasst nach seiner Architectura civilis von 1628 (Signatur: MUE Rar alt fol 791) etliche Einzelschriften zu Fragen des Privatbaus, der «Erholungs»- Architektur oder des Spitalbaus.
Ein beeindruckendes und umfassendes Werk stammt von Leonhard Christoph Sturm. Die Gantze Civil-Baukunst (Signatur: KMU XQBa 4:1) erscheint über einen Zeitraum von 30 Jahren (1716–1745). Sturm übersetzt auch Schriften anderer Architekten ins Deutsche, wie z.B. den Cours d’Architecture von Augustin-Charles Daviler.
Johann Jacob Schüblers Kurtzer Entwurff der Civil-Bau-Kunst von 1732 (Signatur: MUE Rar alt fol 821) behandelt insbesondere die Planung eines adeligen Wohnhauses im Detail.
Die schriftliche Theorie zum Militärbau (Architectura militaris) entsteht erst in der Frühen Neuzeit mit der Notwendigkeit für verbesserte und den modernen Waffen standhaltenden Stadtbefestigungen. Hier reicht das Spektrum von den hochästhetischen Entwürfen eines Daniel Specklin in Architectura von Vestungen, 1589 (Signatur: MUE Rar alt fol 794), über das rein mathematisch angelegte Werk Elementorum architecturae militaris von 1643 des Nicolaus Goldmann (Signatur: MUE Klein p 103:2:1) bis zur akademischen Auseinandersetzung mit der idealen Befestigung in der Architectura militaris von 1721 des Leonhard Christoph Sturm (Signatur: MUE Klein p 22:1).