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Vaclav Havel, der die Auszeichnung «Botschafter des Gewissens» 2003 erhalten hat, beglückwünschte die diesjährige Preisträgerin ebenfalls: «Ich weiss aus meiner eigenen Erfahrung, dass internationale Aufmerksamkeit zu einem gewissen Masse zu dem Schutz von unrechtmässig verfolgten Menschen beitragen kann. Das ist der Grund warum ich, kurz nachdem ich zum Präsidenten gewählt wurde, Frau Suu Kyi für den Nobelpreis vorgeschlagen habe, den sie anschliessend erhalten hat. Wer weiss, was passiert wäre, wenn ihr Schicksal nicht dermassen in der Öffentlichkeit stünde, wie es heute der Fall ist. Ich begrüsse die Entscheidung von Amnesty International und bin über die Solidarität, die U2 und sie alle gegenüber dieser couragierten Frau zeigen, sehr erfreut. Sie ist die Botschafterin des Gewissens für jeden von uns.»
Aung San Suu Kyi, die Führerin der Oppositionspartei Nationale Liga für Demokratie, verbrachte fast 14 der vergangenen 20 Jahre in Gefangenschaft, die meisten davon unter Hausarrest. Der Arrest hätte am 27. Mai 2009 auslaufen sollen, doch sie wurde verhaftet und am 18. Mai vor Gericht gestellt. Mehr als 2100 weitere Personen sind derzeit aufgrund ihrer politischen Einstellung in Myanmar in Haft und sollten freigelassen werden.
Der Prozess gegen Aung San Suu Kyi wegen angeblichen Verstosses gegen die Auflagen ihres Hausarrestes wurde heute Dienstag, 28. Juli, mit einer letzten Erklärung der Verteidiger beendet. Das Urteil wird für Freitag erwartet. Im Falle einer Verurteilung könnte Aung San Suu Kyi bis zu fünf Jahre in Haft kommen.
Hintergrund
Die Auszeichnung «BotschafterIn des Gewissens» wird in diesem Jahr zum sechsten Mal verliehen. Sie würdigt aussergewöhnlichen Führungsstil und Einsatz im Kampf für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte. TrägerInnen des Preises sind unter anderen Peter Gabriel, Nelson Mandela und Mary Robinson.
Der Preis – inspiriert durch ein Gedicht, das der Nobelpreisträger Seamus Heaney für Amnesty International geschrieben hat – hat das Ziel, Aufmerksamkeit für die Arbeit der Organisation zu schaffen und das Leben und Wirken ihrer «BotschafterInnen» zu würdigen, die durch ihre Arbeit und ihr Beispiel die Welt inspirieren.