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Maßstab [* 2] 1:20.000.000
Landes-Hauptstädte sind doppelt, Provinz-Hauptstädte einfach unterstrichen.
Deutsche [* 3] Ansiedlungen in Süd-Brasilien 1:10.000.000
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Amazonenstroms mit dem zunächst größten Strom Südamerikas, dem Orinoko, vergrößert. Zu jenen Nebenflüssen des Amazonenstroms, der als ein schon schiffbarer Strom bei São Francisco de Tabatinga ins Reich tritt, das er in gerader Richtung von W. nach O. durchströmt, gehören von S. der Madeira, [* 5] der Tapajoz (der Hauptfluß von Matogrosso), der Xingu, der Rio Negro [* 6] von N. Außer dem Amazonenstrom [* 7] sind noch zu nennen: der große Rio Pará, der Ausfluß [* 8] des Tokantins, welcher die Provinz Goyaz durchfließt und durch Kanäle mit der Mündung des Amazonenstroms in Verbindung steht;
der Paranahyba, östlich von jenem;
der São Francisco, der einzige große Fluß, der auf der Küstenstrecke zwischen Bahia [* 9] und Pernambuco [* 10] mündet, schiffbar bis zu den ca. 80 m hohen gewaltigen Saltos de Paulo Affonso;
der Rio Parahyba do Sul in der Provinz Rio de Janeiro,
der Yacuy in der Provinz Rio Grande do Sul, andrer zahlreicher Küstenflüsse nicht zu gedenken. Im W.
fließen der Uruguay,
[* 11] teilweise als Grenzfluß gegen die Argentinische
[* 12] Konföderation, der Parana (mit dem Paranahyba, Tiete, Pardo,
Paranapanema, Iguassu u. a.), der in seinem Unterlauf
Brasilien von Paraguay scheidet, und der Paraguay, welcher vor seinem Austritt
auf eine kurze Strecke die Grenze gegen Bolivia bildet.
Die meisten brasilischen Ströme haben die Natur des
Nils, indem sie hauptsächlich infolge der Regenzeit über ihren gewöhnlichen Stand (der Amazonenstrom bis 16 m hoch) anschwellen
und die umliegenden Thäler und Ebenen meilenweit unter Wasser setzen. Diese Eigenschaft macht die Ufer vieler Ströme ganz unbewohnbar
und ist zur Zeit ein Haupthindernis der Kultur; anderseits vertreten die Flüsse
[* 13] in dem wüsten Innern
häufig ganz die Stelle der Verkehrsstraßen. Landseen hat
Brasilien wenig, und diese sind nicht bedeutend;
die größten sind: die Lagoa dos Patos, ein Strandsee an der Südküste, in welchen der Yacuy mündet;
der Küstensee Mirim, südlich von dem vorigen und mit ihm verbunden;
die mit Dampfern befahrenen Strandseen Manuaba und Jequiba in der Provinz Alagoas.
Bei der ungeheuern Ausdehnung
[* 14] des Landes muß das Klima
[* 15] je nach der Entfernung vom Äquator wie nach der Erhebung über dem Meer
ein sehr verschiedenes sein. Während schon westlich von Rio de Janeiro aus der Serra do Espinhaco und häufiger
noch weiter im S. auf der Serra Geral in Rio Grande do Sul die Temperatur unter 0° sinkt, das Klima der letztgenannten außertropischen
Gebiete überhaupt ein gemäßigtes ist, herrscht im Stromgebiet des Amazonas eine gleichförmig heiße Temperatur von 28-29°
C. (nach Agassiz) im Mittel und ohne wesentliche Abkühlung während der Nächte. In Rio de Janeiro selbst
beträgt die Temperatur in den heißesten Monaten (Januar und Februar) 26,5° C., im kühlsten Monat (Juli) 21,9° C. Doch bringt
die täglich von 10 bis gegen 6 Uhr
[* 16] wehende Seebrise angenehme Kühlung. Im Amazonasbecken herrscht eine fast ununterbrochene
Regenzeit, die Hauptregenmonate sind November bis März. In Süd
brasilien sind im Sommer mehr Gewitterregen,
im Winter mehr Landregen vorherrschend. Eine eigentliche Regenzeit gibt es hier nicht. In den Niederungen des mittlern und nördlichen
Brasilien treten während der Monate Januar bis Mai oft bösartige Krankheiten, wie das Wechselfieber, namentlich aber das 1849 von
Westindien
[* 17] eingeschleppte Fieber, in verheerender Weise auf. Im S. dagegen kommen diese Krankheiten nicht
vor, auch Malaria, Elefantiasis und Lepra treten nur ganz vereinzelt auf.
Bodenprodukte.
Unter den Produkten Brasiliens nahmen früher die des Mineralreichs den ersten Rang ein, während jetzt ihre Wichtigkeit durch einige vegetabilische Erzeugnisse weit überflügelt ist. Es kommen nämlich mit andern Edelsteinen, als Topasen, Rubinen, Saphiren, Smaragden etc., auch Diamanten als Einschlüsse in den quarzreichen, aus der Zerstörung der kristallinischen und paläozoischen Gesteinsmassen hervorgegangenen Alluvionen vor, welche zugleich Gold [* 18] und Platina enthalten.
Jure Verbreitung geht über viele Provinzen, besonders reich daran sind der Distrikt von Diamantina in der Provinz Minas Geraës längs der Serra do Espinhaço und das Thal [* 19] des obern São Francisco, während in Goyaz, Matogrosso etc. Diamanten nur vereinzelt gefunden werden. Die gesamte Diamantenausfuhr Brasiliens wurde bis 1849 auf einen annähernden Wert von 320 Mill. Mk. berechnet; doch bleibt diese Zahl bei der Unsicherheit der Kontrolle entschieden hinter dem wahren Ausfuhrwert zurück. In neuerer Zeit ist indessen eine erhebliche Abnahme in der Diamantenausfuhr eingetreten, sie bewertete sich 1881-1882 auf 1,937,700 Mk. Gold wird fast ausschließlich durch Auswaschen der Alluvionen gewonnen; es wurde in der Provinz São Paulo schon 1577, in Minas Geraës erst 1680 entdeckt, die Ausbeute jedoch erst mit Beginn des 18. Jahrh. beträchtlich.
Die Hauptsitze der Goldgewinnung [* 20] sind die Distrikte von São Paulo und Villarica; auch Goyaz und Matogrosso liefern viel Gold. Die berühmtesten Gruben sind die von Gongosoco bei Villarica, die seit 1825 ausschließlich mit britischem Kapital für Rechnung mehrerer englischer Aktiengesellschaften betrieben werden. Gegenwärtig ist die Ausfuhr dieses Metalls im Vergleich zu frühern Zeiten nur eine sehr geringe und dabei sehr schwankende. Die Gesamtproduktion in der Zeit von 1691 bis 1875 wird von Soetbeer auf 1,037,050 kg im Wert von 2893 Mill. Mk. geschätzt; von da sank die Ausbeute konstant bis auf 1100 kg im Wert von 3 Mill. Mk. in 1882. Platina wird ebenso wie neuerdings Palladium zugleich mit dem Gold in den goldhaltigen Alluvionen (eisenhaltigem, quarzigem Sand) gefunden.
Silber wird gegenwärtig nicht mehr gewonnen. Quecksilber, Kupfer, [* 21] Bleierze, Antimon, Wismut, Arsen sind an vielen Punkten des Reichs vorhanden, ihre Ausbeutung ist aber unbedeutend. Eisenerze aller Art und zum Teil von ausgezeichneter Qualität kommen häufig und in den mächtigsten Ablagerungen vor; sehr reiche (bis 72 Proz. Reinmetall) finden sich im Distrikt von Villarica in Minas Geraës, sie werden aber erst in sehr unbedeutendem Maß ausgebeutet; ein wirklich fachmännischer Betrieb findet nur statt bei São João d'Ipanema in São Paulo in dem Berg Aracoyaba.
Hier legte der Minister Graf Linhares 1810 durch aus Schweden [* 22] berufene Berg- und Hüttenleute Gruben und Hüttenwerke an, deren sehr geringe Produktion aber bei weitem nicht die Betriebskosten deckt, weshalb das meiste Eisen [* 23] noch immer aus Europa [* 24] eingeführt wird. Kochsalz bereitet man teils aus Seewasser, teils aus mit Salz [* 25] imprägnierten Erdschichten, allein bei weitem nicht für den eignen Bedarf hinreichend. Steinkohlen hat man in abbauwürdigen Flözen in den Provinzen Santa Catharina, am rechten Ufer des Tubarão, bei Candiota und am Arroyo dos Ratos in Rio Grande do Sul aufgefunden; doch werden nur die letztern fachmäßig abgebaut.
Das Pflanzenreich entwickelt in
Brasilien meistens in den Küstenländern und dem Gebiet des
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