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- Herzchirurgie
Rund 2% aller Erwachsenen haben einen Herzklappenfehler. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu und erreicht in der Alterskategorie der über 75-Jährigen 10 bis 15%. Funktionsstörungen der Aortenklappe sind eine typische Alterskrankheit, können jedoch auch angeboren sein.
Es gibt zwei Arten von Störungen:die Stenose (Verengung der durch die Klappe freigegebenen Öffnung) und die Insuffizienz (Klappe schliesst nur unvollständig). Es ist auch möglich, dass beide Störungen gleichzeitig auftreten.
- Die Aortenklappenstenose ist der häufigste Herzklappenfehler. Die Verengung stellt ein Hindernis für die Durchblutung dar und kann dazu führen, dass nicht genug Blut von der linken Herzkammer in die Aorta (Hauptschlagader) gepumpt wird. In schweren Fällen können Atemnot, Ohnmachtsanfälle und Brustschmerzen auftreten. Manchmal treten keine Symptome auf, obwohl die Klappe bereits sehr beeinträchtigt ist. Deshalb kann eine Operation auch dann angezeigt sein, wenn der Patient symptomfrei ist.
Eine Stenose der Aortenklappe kann nur durch einen chirurgischen Eingriff behoben werden, indem man die Klappe ersetzt.
- Grund für eine Aortenklappeninsuffizienz ist meist eine Funktionsstörung der Segel, welche die Klappe bilden. z.B. eine angeborene Bindegewebskrankheit (Marfan-Syndrom).
Es ist ein chirurgischer Eingriff nötig, wenn durch die unvollständige Schliessung zu viel Blut in die linke Herzkammer zurückfliesst und eine Stauung verursacht (Dilatation).
Chirurgische Behandlung
Zum Einsetzen einer künstlichen Herzklappe müssen der Patient an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und das Herz stillgelegt werden. Danach wird direkt oberhalb der Klappe ein Einschnitt in die Aorta gemacht. Die Ersatzklappe kann entweder mechanisch (aus Metall) oder biologisch (aus behandeltem tierischem Gewebe) sein.
Der Vorteil der mechanischen Klappe liegt in der längeren Lebensdauer im Vergleich zur biologischen Klappe. Der Nachteil ist, dass der Patient danach lebenslänglich ein Antikoagulans (Medikament zur Verhinderung der Blutgerinnung) einnehmen muss. Bei jungen Patienten rät man meist zur mechanischen Variante.
Bei biologischen Klappen muss der Patient nur während 3 Monaten einen Gerinnungshemmer einnehmen, nach 10-15 Jahren ist jedoch oft eine erneute Operation notwendig, da sich der Zustand der biologischen Klappen schneller verschlechtert.