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Dies ist eine wahre Geschichte.
Es ist die Geschichte von Rahel.
Rahel ist heute 24 Jahre jung. Wir kennen uns seit 2 Jahren.
Hier erzähle ich dir ihre Geschichte.
Alles begann im Alter von 8 Jahren. Damals war das kleine Mädchen sportlich sehr aktiv; Leichtathletik, Geräteturnen und Volleyball waren ihre Sportarten. Eine kleine Geschwulst über dem rechten Knie wurde entdeckt, es sah wie ein geschwollener Mückenstich aus. Mit Salbe des Hausarztes ging die Schwellung nicht weg. Rahel hatte keine Schmerzen. Im Kinderspital wurde dann geröntgt und eine gutartige Geschwulste wurde in einer Operation entfernt. Eine lange Narbe blieb am Oberschenkel und erinnert Rahel nun das ganze Leben, wie alles begann ….
Nach diesem Eingriff durfte das Mädchen keinen Sport ausüben ausser Tennis! Bei der einjährigen Kontrolle wurde ein Beinlängenunterschied von 2cm festgestellt. Das betroffene Bein wuchs zu schnell! Man beschloss eine sogenannte Epiphysiodese durchzuführen. Das ist eine Methode zur Korrektur einer Beinlängendifferenz. Es verlangsamt das Wachstum des längeren Beins, damit das kürzere Bein die Gelegenheit hat, dem Wachstum des längeren Beins nachzukommen. Die Betroffene war damals 12 Jahre alt. Danach begannen erstmals unklare Schmerzen im gesamten Knie. Das Knie blockierte ohne jeglichen Grund. Über Jahre wurde Physiotherapie verordnet, viele MRI’s und Röntgenbilder folgten. Es wurde ein Meniskusschaden unklarer Genese diagnostiziert (Korbhenkelriss und Hinterhornriss des äusseren rechten Meniskus).
Eine erste von vielen Arthroskopien wurde durchgeführt. Der Meniskusriss war zu gross, um in einer solchen OP diesen zu sanieren. Das Risiko war in diesem Alter auch zu gross. 5 lange Jahre vergingen, keine Besserung! Inzwischen war die Betroffene 19 Jahre jung. Eine «second opinion» wurde eingeholt und das Knie zweimal operiert! Danach wurde der gesamte Meniskus entfernt. Das stellte sich später als Fehler heraus. Die Gesamtsituation wurde schlimmer. Rahel erlitt Dauerschmerzen, konnte keinen Sport mehr ausüben, auch mit Tennis war es vorbei, und trug stets eine Kniemanschette. Kannst du dir vorstellen, wie es ihr psychisch ging?
Wir schreiben das Jahr 2016, Rahel ist 20 Jahre jung.
Die Wendung kam, indem der Hausarzt die Patientin in die Schulthess-Klinik nach Zürich schickte für eine weitere Meinung. Die vorgeschlagene und durchgeführte Eigenbluttherapie sprang nicht an wie auch eine Kortisonspritze nicht. Das war für Rahel ein weiterer Tiefschlag.
Der Chefarzt der Klinik schlug eine Implantation eines Spender-Meniskus vor. Im Fachjargon heisst das: Allograft-Meniskus.
Die Operation war auf anfangs Mai 2018 geplant, doch ein Spendermeniskus war nicht erhältlich. Die Operation wurde verschoben und dann doch noch Ende Mai 2018 durchgeführt. DAS war Rahels Tag und damit der Anfang eines neuen Lebens.
Die Reha dauerte 6 Monate, so lange musste die junge Frau an Gehstöcken gehen. In dieser Zeit war sie 100% arbeitsunfähig. Der Oberschenkel verzeichnete einen grossen Muskelschwund. Das Vertrauen in ihr Knie und ihren Körper war komplett weg. Obwohl sie nach der letzten Operation schmerzfrei war, musste sie sich ganz vieles wieder aneignen; Selbstvertrauen, Kraft, Mut, Lebensfreude, Unbeschwertheit uvm.
An Silvester 2018 fasste Rahel einen Entscheid: «Im nächsten Jahr gehe ich ohne Krücken, schmerzfrei durchs Leben».
Sie meldete sich ins Pilates an und besucht seit März 2019 den Gruppenkurs. Diese eine Stunde pro Woche ist die einzige Stunde, wo die inzwischen 24 jährige junge Frau komplett abschalten kann! Pilates hilft Rahel enorm für die Stabilisation ihrer Psyche. Der Muskelaufbau ging stetig aufwärts. Pilates fehlt ihr, sobald nur eine Lektion ausfällt.
Ihre Fortschritte im Pilates lassen sich sehen. Klar gibt es Übungen, die sie nicht ausführen kann, doch so geht es uns allen.
16 Jahre Leidenszeit…..
Eine Leidenszeit, die im Alter von nur 8 Jahren begann. Ich fühle mich deshalb stark mit Rahel verbunden.
Abschliessend lasse ich Rahel selber zu Wort kommen:
«Ich bin enorm dankbar für die Möglichkeit eines Spender-Meniskus und dass ein passender Spender für mich gefunden wurde. Es ist für mich wahres Glück, dass ich ins Pilates-Studio von Martina Ronzi gehen kann. Meine Trainerin Andrea leitet ein abwechslungsreiches Training mit viel Empathie und Herzlichkeit. Wenn ich wegen meinem Knie eine Übung nicht ausführen kann, hat sie stets eine Alternative oder gibt mir sogar Hilfeleistungen, damit ich die Übung unter Support machen kann. Das gibt mir Sicherheit und ein unglaublich tolles Gefühl. Ich freue mich jede Woche auf meine Genuss-Stunde.
NEVER EVER GIVE UP. Meine Geschichte zeigt deutlich auf, dass wir NIE aufgeben dürfen. Am Ende des Tunnels sieht man das Licht.»