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Familienzwist
Viel Ärger wegen Netflix-Serie über Harry und Meghan
Nicht nur die britische Presse ist verärgert über Inhalte der ersten drei Folgen der Dokumentation. Ein Abgeordneter der Konservativen Partei spricht sich dafür aus, Harry und Meghan ihre royalen Titel zu entziehen.
Britische Zeitungen und ein Parlamentsabgeordneter haben mit Unverständnis auf eine Netflix-Dokumentation über Prinz Harry und seine Frau Meghan reagiert.
In der Serie, von der bislang drei Folgen gezeigt werden, werfen Meghan und Harry der Presse einen unfairen Umgang mit der 41-Jährigen vor. Zudem wird nahegelegt, dass das Commonwealth eine Verlängerung des British Empire und des Rassismus von damals sei.
Vermächtnis der Queen angegriffen?
Die Zeitung «The Daily Telegraph» kritisierte auf ihrer Titelseite am Freitag, dass die Doku das Vermächtnis der verstorbenen Königin Elizabeth II. angreife, die Oberhaupt des Commonwealth war. Dieses besteht aus dem Vereinigten Königreich und früheren britischen Kolonien.
Ein Abgeordneter der regierenden Konservativen Partei, Bob Seely, kündigte an, er wolle dem Parlament einen Gesetzentwurf vorlegen, um Harry und Meghan ihre royalen Titel, Herzog und Herzogin von Sussex., zu entziehen.
Prinz Harry greife wichtige britische Institutionen an, argumentierte Seely. Zudem attackiere er seine eigene Familie und mache «seine Misere für den öffentlichen Konsum zu Geld».
Der britische Premierminister Rishi Sunak soll die Dokumentation noch nicht gesehen haben. Sein Büro teilte mit, der Gesetzentwurf von Seely werde nicht unterstützt.
Der Buckingham-Palast gab keinen Kommentar ab. König Charles III., der Vater von Harry, wollte sich bei Terminen in London am Donnerstag und einem Besuch am Freitag bei einem Fussballclub nicht zur Serie äußern.
Der Inhalt der bisherigen Doku-Folgen ist vermutlich hinter den Befürchtungen des Königspalasts zurückgeblieben. Geschildert wird von Harry, Meghan, Freunden und Angehörigen Meghans die Kindheit des Paars und der Beginn ihrer Liebesgeschichte. Sie kritisieren den Umgang der Medien mit Meghan als rassistisch und sind enttäuscht, dass sie vom Palast nicht genug unterstützt worden seien.
Britischer Staatssekretär spricht von Boykott
Das Paar hatte sich 2020 von seinen royalen Aufgaben zurückgezogen. Beide zogen nach Kalifornien.
Der britische Staatssekretär Guy Opperman bezeichnete Harry und Meghan als «vollkommen irrelevant». Die Leute sollten Netflix boykottieren.
Noch unentschieden war die 59-jährige Lucy Barratt in London. «Ich weiß, dass es schrecklich ist, ein Royal zu sein, aber es gehört zum Royalsein dazu, sich nicht zu beschweren», sagte sie.
Sie schwanke zwischen dem Anschauen der Serie und der Kündigung ihres Netflix-Abos. «Aber dann, als eine Art Voyeurin, schaue ich es vielleicht an.»