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Menschenrechte in der Welt
Neben dem System der UN haben mehrere Weltregionen ihre eigenen Systeme zum Schutz der Menschenrechte eingerichtet [Zitat]. Heute verfügen Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und die arabischen Staaten über regionale Institutionen, nicht jedoch der asiatisch-pazifische Raum. Doch auch in diesem Teil der Welt haben die meisten Länder die wichtigsten UN-Verträge und Konventionen ratifiziert. Damit haben auch sie den allgemeinen Prinzipien zugestimmt und sich zur Einhaltung internationaler Menschenrechtsabkommen verpflichtet.
Die Afrikanische Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker trat im Oktober 1985 in Kraft und wurde von über 40 Staaten ratifiziert. Interessant ist die Charta aufgrund unterschiedlicher Schwerpunkte im Vergleich zu den Verträgen, die in anderen Teilen der Welt geschlossen wurden.
- Anders als die europäischen oder amerikanischen Konventionen deckt die Afrikanische Charta wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ebenso ab wie bürgerliche und politische Rechte.
- Die Afrikanische Charta geht über die individuellen Rechte hinaus und schützt auch kollektive Rechte von Völkern.
- Die Charta anerkennt zudem, dass Personen nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten haben, und listet bestimmte Pflichten des Einzelnen gegenüber der Familie, der Gesellschaft, dem Staat und der internationalen Gemeinschaft auf.
Warum werden Ihrer Meinung nach in einer Menschenrechtscharta Pflichten
genannt? Finden Sie, diese sollten in alle Menschenrechtsdokumente aufgenommen werden?
In der arabischen Welt existiert derzeit eine regionale Menschenrechtskommission mit eingeschränkten Befugnissen. Es wurde jedoch eine Arabische Charta der Menschenrechte verabschiedet, die ein regionales System begründen wird. Ebenso wie die Afrikanische Charta enthält auch dieses Dokument nicht nur bürgerliche und politische, sondern auch wirtschaftliche und soziale Rechte und außerdem eine Auflistung „kollektiver Rechte der arabischen Völker“.
Es hat Aufrufe gegeben, auch im asiatisch-pazifischen Raum ein solches System zu begründen, aber bislang gibt es keine formalen Vereinbarungen [Zitat]. 1993 entstand bei einem NGO-Treffen in der Region die Deklaration von Bangkok, in der es heißt: „Wir können von verschiedenen Kulturen aus pluralistischer Perspektive lernen. ... Universelle Menschenrechte sind in vielen Kulturen verwurzelt. Wir bekräftigen die Basis der Universalität der Menschenrechte, die der gesamten Menschheit Schutz bieten. ... Wir befürworten die kulturelle Vielfalt, doch dürfen kulturelle Praktiken, die von den universell anerkannten Menschenrechten, einschließlich der Rechte der Frauen, abweichen, nicht geduldet werden. Da Menschenrechte von universellem Belang sind und universelle Werte darstellen, kann die Befürwortung der Menschenrechte nicht als Eingriff in die Staatssouveränität betrachtet werden.“
Pierre Daco, Psychologe
„Kriege werden geführt, solange die Menschheit nicht zur Kenntnis nimmt, dass die menschliche Natur überall dieselbe ist, egal an welchem Ort der Erde wir uns befinden.“
Wiener Erklärung (1993)
„Zwar ist die Bedeutung nationaler und regionaler Besonderheiten und unterschiedlicher historischer, kultureller und religiöser Voraussetzungen im Auge zu behalten, doch ist es die Pflicht der Staaten, ohne Rücksicht auf die jeweilige politische, wirtschaftliche und kulturelle Ordnung alle Menschenrechte und Grundfreiheiten zu fördern und zu schützen.“