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Sumrai (oder Schibne)
Sumrai (oder Schibne)
11 000
Association pour le Développement de la Langue Chibné (ADLC); Comité de Traduction de la Bible en Langue Chibné; SIL Tschad
Traditionelle Religion, Christentum, Islam
50 Dörfer – 11 000 Menschen: das ist das Volk der Sumrai, die nordöstlich der Stadt Laï im Süden des Tschad leben.
Das Sumrai-Gebiet ist abgelegen, rund 200 Kilometer von der nächsten asphaltierten Strasse entfernt. Die medizinische Versorgung sowie das Angebot von Schulbildung sind minimal, Mangelernährung ist verbreitet. Die meisten Sumrai sind Ackerbauern, hauptsächlich zur Selbstversorgung. Die Grundnahrungsmittel, die sie anbauen, sind Reis und Hirse.
Das Weltbild der Sumrai ist von ihrer traditionellen, afrikanischen Religion geprägt. Es gibt jedoch eine erfreuliche Anzahl christlicher Gemeinden im Sumrai-Gebiet, gegründet in den späten 60er und den 70er Jahren. Seit der Sumrai-Chef sich in den frühen 2000er Jahren dem Islam anschloss, erhält auch diese Religion deutlich Zuwachs.
Wer nicht lesen kann, weiss vieles nicht. Armut ist die Folge. Die Menschen wissen (zu) wenig über Gesundheit und Landwirtschaft, so dass sie unnötigerweise an Krankheiten und Unterernährung leiden.
Die Schule ist auf Französisch. Aber wie sollen die Kinder verstehen, wenn sie kein Französisch können? Viele schaffen es nicht. Besser wäre zuerst ein Unterricht auf Sumrai, und erst dann auf Französisch.
Seit über 15 Jahren werden Vorschulklassen auf Sumrai durchgeführt, inzwischen in über 20 Dörfern, und jedes Jahr lernen rund 400 Kinder lesen und schreiben. Diese haben bei Eintritt in die Regelklassen der französischsprachigen, staatlichen Schule deutlich höhere Erfolgschancen und sind nicht selten unter den Klassenbesten zu finden.
Nach etlichen Jahren Stillstand wurde in Zusammenarbeit mit einem einheimischen Komitee ein neues Übersetzerteam zusammengestellt und in Übersetzungsprinzipien ausgebildet. Das neue Team hat die Arbeit im Januar 2018 aufgenommen. 2020 konnten sie das Buch Jona und das Markus-Evangelium veröffentlichen.
Als nächstes ist geplant, die Evangelien von Matthäus und Lukas und die ersten beiden Mose-Bücher zu übersetzen und zu veröffentlichen.
Dazu laufen die Leseklassen für Kinder weiter, damit sie zuerst auf Sumrai lesen lernen und so sich besser in der französischen Schule zurechtfinden können.
Wir beten um Aufbrüche in den Sumrai-Gemeinden durch die schon übersetzten Bibelteile, um ein gutes Miteinander im Übersetzerteam und im Übersetzungskomitee, welches sich aus Verantwortlichen verschiedener Kirchen zusammensetzt.
Wycliffe Schweiz unterstützt zwei Sumrai-Projekte: a) das Vorschulprojekt, für das der (nicht-religiöse) Sprachförderungsverein verantwortlich ist, und b) das Übersetzungsprojekt, für das das von den Kirchen gewählte Übersetzungskomitee zuständig ist. Die Zusammenarbeit läuft gut.