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Kurzinterview
Was ist Ihre erste Intervention, wenn Sie ein Team übernehmen, in dem der Teamgeist nicht mehr stimmt?
Andy Egli: In Einzelgesprächen stelle ich die Frage: "Fühlst du dich wohl im Team?" Bei einem "Ja" ist die Angelegenheit erledigt. Bei einem "Nein" frage ich nach, wo das Problem liegt. Was ist der konkrete Anhaltspunkt oder Grund?
Jörg Wetzel: Auf psychologischer Seite gibt es keine fixe erste Intervention. Das heisst, die erste Intervention wäre es zu analysieren — vor allem mit den einflussreichen Leuten im Team: mit Captains und Coaches als erstes das Gespräch suchen. Wenn ich sonst entscheiden müsste in Bezug auf eine Intervention mit dem ganzen Team für den Teamgeist, würde ich sehr schnell an einen Teamevent denken.
Ihr Clubboss ist schwierig, impulsiv und unberechenbar, aber sehr einflussreich – wie handhaben Sie diese Situation als Teamcoach?
Andy Egli: Im persönlichen Gespräch mit ihm stelle ich einen 3-Punkte-Plan zusammen, wonach ich bei Fehlverhalten des Clubbosses unverzüglich zurücktrete. Hier ein Beispiel für einen 3-Punkte-Plan:
- Er betritt ohne Ankündigung die Spielerkabine.
- Er äussert sich über fachspezifische Dinge in der Presse.
- Er respektiert den Saison-Finanzplan nicht und beeinflusst dadurch meine Personalpolitik.
Jörg Wetzel: Mit dem Modell "Change-Leave-Love": Nicht in einer Opferrolle bleiben, nicht leiden, sondern Change ansprechen: Was lässt sich in einer solchen Situation ändern? Vermeiden (leave), was in dieser Situation nicht tragbar ist — bis hin zu "das Schiff verlassen". Love im Sinne von: gewisse Dinge zu akzeptieren und dies aufgrund gewisser Notwendigkeiten auch positiv aushalten.
Wie stellen Sie ein schlagkräftiges Team zusammen, wenn Sie über ein beschränktes Budget verfügen?
Jörg Wetzel: Ich richte mich an Persönlichkeiten, die sehr intrinsisch motiviert sind. Die sich als Teil der Sache sehen und die wissen, dass sie sich damit als Person weiterentwickeln können. Ich wende mich an Leute, die sich gut auf ihre Rolle, ihre Aufgabe und ihren Prozess konzentrieren können.
Andy Egli: Durch intensive Gespräche mit dem sportlichen Leiter und den potenziellen Spielern. Ein Fussballteam mit 25 Spielern und 10 Mitgliedern im Staff erfordert enorme kommunikative Fähigkeiten, damit sich die jeweiligen Teammitglieder wohl fühlen. Ein krasses Beispiel: Wenn ich den Spieler mit der Nummer 22 in der Hierarchie schon zum dritten Mal nicht für das nächste Spiel aufbiete, kann ich nicht von Vertrauen in seine Fähigkeiten quasseln.