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Zum Foto:
Ein Schakal mitten zwischen Blumen und Gräsern - und das soll im Kgalagadi Nationalpark sein?
Der Kgalagadi ist bei den meisten Besuchern als äußerst trockener Park in der Kalahari mit vielen Löwen und Antilopen bekannt. Nach einer guten Regenzeit wandelt sich das Bild aber komplett: Überall sprießt es grün, gelb und gar pink und blau.
Aufgenommen wurde unser Bild mit dem Schakal Ende Februar 2011 nach einer richtig guten Regenzeit, in der sogar der Auob-Fluss gelaufen ist.
Technisches: Canon EOS 50D mit Canon 100-400 bei 400mm, Belichtung: 1/800s, Blende: 7.1, ISO: 200
Zum Schakal:
Der Schakal - hier handelt es sich um einen Schabrackenschakal - gehört zu den Wildhunden. Im südlichen und östlichen Afrika ist er weit verbreitet.
Ich finde, der Schakal ist ein sehr spannendes Raubtier. Er jagt meistens alleine kleinere Tiere wie Mäuse, Erdhörnchen oder auch mal Echsen. Oft sieht man Schakale auch Insekten fressen. Abends bzw. nachts am Wasserloch in Nossob sind z.B. fast immer Schakale vor Ort, die die von der Beleuchtung des Wasserlochs angezogenen Insekten vertilgen.
Andererseits jagen Schakale durchaus auch in der Gemeinschaft und sind so in der Lage, sogar kleinere Antilopen wie Springböcke, Impalas etc. zu strecken.
Außerdem sieht man immer wieder Schakale, die an einem Riss von Löwen versuchen, einen Happen zu stibitzen.
Der Schakal ist sehr anpassungsfähig. Er kommt sowohl in der Nähe von Menschen vor als auch in extrem einsamen Gebieten, z.B. an der Küste Namibias in der Nähe von Robbenkolonien.
Und auch im Kgalagadi findet man oft Schakale. Wer sie ein paarmal gesehen hat, wird sie schon aus der Weite an Ihrem charakteristischen Traben erkennen. Oft sieht man die Schakale am frühen Morgen im Bereich von Wasserlöchern, die von Vögeln zum Trinken aufgesucht werden. Da springen Schakale immer wieder mal in eine Gruppe Tauben oder Flughühner - und ab und zu haben sie damit auch Erfolg. Ein typisches Wasserloch ist hierfür das Cubitje Quap nördlich von Nossob.
Zum Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark:
Der Kgalagadi Nationalpark ist eines meiner absoluten Lieblingsgebiete. Der Park liegt übergreifend in Südafrika und in Botswana. Bei Mata-Mata gibt es einen Grenzübergang, der direkt von Namibia aus in diesen Park führt.
Am Schnellsten kommt man in den Kgalagadi von Upington aus (200 km). Aber auch von Windhoek aus erreicht man den Park innerhalb eines Tages.
Bekannt ist dieser aride Park vor allem wegen seiner roten Sanddünen, den vielen angepassten Tieren wie Oryx, Springbok, Strauss etc. und vor allem wegen der Raubkatzen. Es ist eines der besten Gebiete, um Geparde in freier Wildbahn zu sehen. Wunderbare Löwensichtungen sind beinahe schon alltäglich. Im weiteren Verlauf unseres Kalenders kommen wir noch einige Male auf den Kgalagadi zurück. Deshalb begnügen wir uns hier mit dieser kurzen Information und der Karte zum Park.
Zum Kgalagadi in der Regenzeit:
Währen der Kgalagadi meist wirklich trocken ist, verändert er sich in der Regenzeit zwischen Dezember und Februar dramatisch. Schon im November bauen sich Gewitterfronten auf. Da sieht man oft Blitze sekundenlang über den ganzen Himmel zucken - doch der Regen lässt oft noch auf sich warten.
Wenn sich dann endlich die Schleusen öffnen, kommt innerhalb kürzester Zeit sehr viel Wasser herunter. Der ausgedörrte Boden versucht, möglichst schnell alles Waser aufzunehmen, aber in den Flussbetten sammelt sich doch einiges, so dass es für kurze Zeit wirklich aussieht, als würden Nossob und Auob laufen. Das meiste Wasser ist nach einem Tag aber schon wieder im Sand versickert.
Die heftigen Gewitter sorgen immer wieder für herrlich dramatische Wolken und wunderbare Regenbogen.
Zur Fauna und Flora in der Regenzeit:
Das Verhalten der Tiere in der Regenzeit unterscheidet sich von dem im restlichen Jahr. Die Futtersuche ist einfach. Lange Wanderungen zwischen Wasser und Gras bzw. Büschen sind nicht nötig. Die Tiere halten sich gerne in den Flussbetten auf. In der Zeit sieht man zudem sehr viele Jungtiere. Diese wiederum machen es natürlich den Jägern auch einfach, an Beute zu kommen.
Mit dem Ende der Regenzeit beginnt dann auch wieder die Brunftzeit.
Für uns als Besucher sind das also alles durchaus spannende Zeiten.
Die Blüten des Devil Thorn (auf deutsch häufig Morgenstern genannt) sprießen millionenfach. Alles wird mit einem wunderbaren gelben Teppich überzogen.
Daneben zeigen sich aber auch viele weitere Pflanzen in ihrer vollen Pracht, wie z.B. der Cat Tail, welche unser März-Bild dominiert.
Natürlich hat der Regen auch Einfluss auf die Straßenbeschaffenheit. Die normalen Wege in den Flussbetten haben zum Teil riesige Pfützen, die gerne auch ein paar hundert Meter lang sein können. Auf den Offroad Trails wird der Sand dick und schwer. Dadurch lässt er sich aber häufig besser fahren, als wenn er - wie zum Ende der Trockenzeit - nur noch pudrig ist.
Am Schönsten ist es, wenn die ganzen Offroad-Wege mit Blumen bedeckt sind.
Der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark ist während und am Ende der Regenzeit auf jeden Fall eine Reise wert!