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Persönlich-Kolumne: Zürich erhält einen «Mythen-Park» – auch ohne Initiative
Persönlich-Kolumne: Zürich erhält einen «Mythen-Park» – auch ohne Initiative
Am 3. März stimmen wir über die Volksinitiative «Mythen-Park» ab. Diese verlangt einen zusammenhängenden Grünraum vom Strandbad Mythenquai bis zum Arboretum. Kernstück der Idee ist die Aufhebung des Mythenquais, wodurch zusätzliche Fläche gewonnen werden soll. Das klingt gut, hat aber einen Haken.
Bei einem Ja müsste anstelle des Mythenquais ein Tunnel gebaut – oder der Verkehr auf andere Strassen umgeleitet werden. Ein Tunnel würde über 250 Millionen Franken kosten, bei einer Umleitung würde der Verkehr im Quartier kollabieren. Der Zugewinn an Grünflächen wäre zudem minim, da Erschliessungsstrassen erhalten bleiben und Tunnelportale erstellt werden müssten.
Bei einer Ablehnung der Initiative setzt die Stadt die Projekte «Neugestaltung Hafenpromenade Enge» und «Gebiet Sukkulenten-Sammlung» wie geplant um. Auch sie haben das Ziel, die Quai- und Parkanlagen am Mythenquai auszubauen und zu einem zusammenhängenden Grünraum zu verbinden.
Dazu werden die Parkplätze beim Hafen Enge aufgehoben und in eine Tiefgarage verlagert. Die freigespielte Fläche wird mit der angrenzenden Parkanlage zusammengelegt. Die so entstehende grosse Erholungsfläche beim Hafen Enge erhält weitere Bäume, Sitzgelegenheiten sowie einen Kiosk und verbindet das Arboretum mit dem Wabengarten.
Am anderen Ende des Wabengartens bei der Sukkulentensammlung soll ebenfalls ein Park entstehen, der die Verbindung zum Strandbad Mythenquai herstellt. Das betreffende «Gebiet Sukkulenten-Sammlung» befindet sich zurzeit in der Masterplanung. Durch eine Reduktion der Parkplätze können weitere grosse Freiraum- und Erholungsflächen gewonnen werden. Sie sehen: Durch die Projekte «Hafen Enge» und «Sukkulenten-Sammlung» erhält die Stadt Zürich letztlich auch einen «Mythen-Park» - ganz ohne Initiative.
Simone Brander
Vorsteherin Tiefbau- und Entsorgungsdepartement