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Der am 19. Juni von den Kolumbianerinnen und Kolumbianern gewählte neue Präsident, schaffte die Wahl mit 50,5 Prozent. Gustavo Petro ist ein ehemaliges Mitglied der Guerillabewegung M-19, ehemaliger Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá und bisheriger Senator.
Petro will einen sozialen Wandel einleiten, er strebt tiefgreifende Reformen an. Dazu zählen höhere Steuern für Vermögende und Unternehmen, die Förderung erneuerbarer Energien und die Rohstoffausbeutung bremsen. Die grosse Ungleichheit im Land will er mit kostenloser Hochschulbildung und Rentenreformen ausgleichen. Zudem will er ein Notprogramm gegen Hunger einführen.
Umweltschützerin wird Vizepräsidentin
Erstmals zieht mit Petro in der jüngeren Geschichte Kolumbiens ein bekennender Linker in den Präsidentenpalast in Bogotá ein. Die soziale Kluft im Land ist gross und durch die Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger noch einmal stark zugenommen. An Petros Seite wird mit Francia Márquez eine afrokolumbianische Menschenrechtsaktivistin und Umweltschützerin als Vizepräsidentin mit an die Staatsspitze rücken. Sie kämpfte in der von der Gewalt besonders betroffenen Region Cauca, gegen den illegalen Goldabbau, in der Fastenaktion verschiedene Projekte der Partnerorganisationen unterstützt. Sie wurde mehrfach bedroht. Für ihren Kampf erhielt Francia Márquez 2018 den renommierten Goldman-Preis.