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Bébel – Le magnifique
Jean-Paul Belmondo war einer der grössten Haudegen des europäischen Kinos. Seine Actionfilme mit komödiantischem Einschlag sind legendär. Zuvor war er ein Star des anspruchsvollen französischen Autorenkinos und wurde dank seiner Rolle in «À bout de souffle» zum Symbol der Nouvelle Vague. Der Charmeur und Frauenheld starb im September im Alter von 88 Jahren.
Lina Wertmüller – die «geniale Idiotin»
Die Regisseurin Lina Wertmüller war nicht nur in Italien ein grosser Name. Sie wurde in den 1970er-Jahren auch in den USA zur Kult-Figur und 1975 als erste Frau überhaupt für den Regie-Oscar nominiert.
Begonnen hatte sie ihre Karriere als Assistentin von Federico Fellini. Ihre eigenen Filme wie «Sieben Schönheiten» oder «Liebe und Anarchie» zeichneten sich aus durch eine eigenwillige Mischung von Opulenz und Groteske in Verbindung mit Sex und dem ungleichen Kampf der Geschlechter. Wertmüller starb im Dezember in ihrer Geburtsstadt Rom.
Richard Donner – der Schöpfer moderner Hollywood-Klassiker
Ich kann nicht glauben, dass er weg ist, aber sein heiseres, herzliches Lachen wird immer bei mir bleiben.
Viermal schickte er Mel Gibson und Danny Glover in Los Angeles auf Verbrecherjagd. Die «Lethal Weapon»-Reihe gehörte sicher zu den grössten Erfolgen von Richard Donner. Aber auch andere Regiearbeiten zählen inzwischen zu den Hollywood-Klassikern der jüngeren Zeit: «Superman» mit Christopher Reeves, «The Omen» oder «The Goonies», wo Donner mit Steven Spielberg als Produzent zusammenarbeitete. Richard Donner starb im Juli in Los Angeles.
Marie Versini eroberte als Nscho-tschi die Herzen
Immer wieder treffe ich Leute, die sagen: Dass du die Nscho-tschi erschossen hast, das habe ich dir lange Jahre nicht verziehen.
Ihre Autobiografie nannte sie «Ich war Winnetous Schwester». Für die Rolle als Nscho-Tschi im ersten Winnetou-Film mit Lex Barker und Pierre Brice wurde sie berühmt. Sie wurde zum Teenager-Liebling und Identifikationsfigur für junge Frauen. Sie arbeitete danach oft in Deutschland und spielte auch in weiteren Karl May-Verfilmungen mit. Später war die Darstellerin vor allem im französischen Fernsehen zu sehen. Marie Versini starb im Novenber in Guingamp in der Bretagne.
Bertrand Tavernier – der Vielseitige
Er prägte das französische Kino rund drei Jahrzehnte. Bertrand Tavernier führte bei mehr als 50 Filmen Regie. Und deckte dabei fast alle Genres ab – vom Krimis und Psychothriller bis zu Romanzen oder Satiren. Für seine Filme wurde er mehrfach ausgezeichnet. 2015 erhielt er in Venedig den Goldenen Ehrenlöwen für sein Lebenswerk. Tavernier starb im März in Sainte-Maxime an der Côte d’Azur.
Libuše Šafránková – das ewige Aschenbrödel
Weihnachten ist ohne sie fast nicht vorstellbar: das Aschenbrödel aus dem Defa-Film «Drei Nüsse für Aschenbrödel». Für Šafránková war die Rolle Fluch und Segen zugleich, denn die damals 20-Jährige war in ihren Rollen für lange Zeit auf Märchenfilme festgelegt. Sie löste sich aber später von diesem Klischee und spielte in über 150 weiteren Filmen mit, darunter auch der Oscar-gekrönte Film «Kolya». Libuše Šafránková starb im Juni in Prag.
Roger Mitchell – der Schöpfer von «Notting Hill»
Sein Name mag nicht so vertraut klingen, aber viele kennen seinen berühmtesten Film: «Notting Hill». Die Romanze, die in einer kleinen Buchhandlung im Londoner Stadtteil gleichen Namens beginnt und einen Buchhändler (Hugh Grant) und einen Filmstar (Julia Roberts) zusammenbringt, war Mitchells grösster Erfolg. Mitchell starb im September im Alter von 65 Jahren.
Cicely Tyson – die erste Afroamerikanerin mit einer TV-Hauptrolle
Mit Filmen wie «Grüne Tomaten», «The Help» und der TV-Serie «Roots», die sich um das Schicksal von Sklaven drehte, wurde Cicely Tyson einst berühmt. Anfang der 1960er-Jahre gehörte Cicely Tyson zu den ersten Afroamerikanerinnen mit einer Hauptrolle in einer TV-Serie.
In der Drama-Serie «East Side/West Side» spielte sie eine Sekretärin. 2018 wurde sie mit einem Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Tyson starb im Januar in New York im Alter von 96 Jahren.