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Aston Martin DB4 GT Zagato, Punkt.
Der Aston Martin DB4 GT Zagato gilt heute als einer der teuersten Oldtimer überhaupt. Dabei begann seine Karriere gar nicht gut.
Der Aston Martin DB4 kam 1958 auf den Markt – und die Kunden liebten den Engländer, der eine wunderbar britische Interpretation von Gran Turismo war. Die traumhafte Touring-Superleggera-Karosserie, die vordere Einzelradaufhängung und die Scheibenbremsen machten ihn auch zu einem anständigen Sportgerät.
1959 gewann Aston die 24 Stunden von Le Mans mit dem DBR1 (am Steuer: Carroll Shelby und Roy Salvadori), was den Ruhm der Marke aus Newport-Pagnell weiter mehrte. Doch die Engländer sahen ein, dass sie mit dem DB4 auf der Rennstrecke keinen Stich tun würden gegen die neuen Ferrari 250 GT, und deshalb schickten sie schon im September 1959 den DB4 GT auf die Strasse. Mit kürzerem Radstand, weniger Innenleben und folglich geringerem Gewicht stellte der DB4 GT eine gute Basis dar für Langstreckenrennen.
Es begann mit einer Niederlage
Dies vor allem, weil der Reihen-Sechszylinder mit einer Doppelzündung, zwei Dreifach-Weber-Vergasern, schärferen Nockenwellen und einer Verdichtung von 9:1 auf stolze 302 PS kam. Es gab zudem noch grössere Girling-Scheibenbremsen, ein Sperrdifferential von Salisbury, ein enger abgestuftes Getriebe und eine verstärkte Kupplung. Doch Stirling Moss machte die sportlichen Hoffnungen von Aston Martin bei der Tourist Trophy 1959 mit einem Ferrari 250 GT zunichte, ein Rennen, dass die Aston Martin traditionell gewonnen hatten.
John Wyer, der charismatische Rennleiter von Aston Martin, traf Gianni Zagato im Frühjahr 1960 und vereinbarte mit dem Italiener, dass einige DB4-GT-Chassis nach Mailand geschickt werden sollten. Zagato hatte einen guten Namen nicht nur für schöne Fahrzeuge, sondern vor allem für leichte Wagen. Dieser Ruhm stammte allerdings noch aus den Vorkriegsjahren (später wurde es dann auch nicht mehr besser, siehe auch: Autech).
Der Aston Martin DB4 GT Zagato neigte zum Übersteuern
In erstaunlich kurzer Zeit bauten die Italiener einen DB4 GT um, entfernten alles, was nicht unbedingt als nötig erschien, ersetzten noch so manche Stahlkomponente durch Alu. An der Karosserie selbst liess sich nicht mehr viel einsparen, der Touring-Superleggera-Aufbau des DB4 war schon erfreulich leicht. Aber rund 100 Kilo blieben auf der Strecke. Mit noch 1225 Kilo konnte das Leergewicht angegeben werden. Der Tank – 30 Gallonen, 113,6 Liter – sowie das Ersatzrad wanderten in den Kofferraum.
Aber die Aston Martin DB4 GT Zagato – offiziell mit 314 PS (ein paar wurden da zwischen 1959 und 1960 noch gefunden) - konnten auf der Rennstrecke nicht verheimlichen, dass sie ihre Karriere als Strassenfahrzeuge begonnen hatten. Sie waren trotz verkürztem Radstand (2,36 Meter) einfach zu gross (Länge 4,27 Meter, Höhe 1,27 Meter), das Chassis war eindeutig zu wenig steif, und ausserdem litten die Fahrzeuge an brutalem Übersteuern.
Nach 19 Exemplaren waren Schluss mit dem Aston Martin DB4 GT Zagato
Das erste Rennen bestritt ein DB4 GT Zagato an Ostern 1961 in Goodwood. Stirling Moss erreichte den dritten Rang hinter dem siegreichen Ferrari 250 GT – und einem «normalen» DT4 GT. Zwei Zagato-AM erreichten aber trotzdem eine gewisse Berühmtheit auf der Rennstrecke. Diese Fahrzeuge sind bekannt als «1 VEV» (Chassisnummer 0182) und «2 VEV» (Chassisnummer 0183). Offiziell wurden sie vom «Essex Racing Stable» gemeldet, der John Ogier gehörte, doch hinter diesem Engagement steckte viel Werksunterstützung. Beide «Zagato» wurden 1961 für die 24 Stunden von Le Mans gemeldet, doch sie hatten keine Chance.
Auch 1962 startete noch einmal ein DB4 GT Zagato in Le Mans (Chassisnummer 0200), doch er musste nach weniger als der Hälfte des Rennens aufgeben, weil sich die Kolben nicht mehr an ihrem angestammten Platz befanden. Wahrlich keine sportlichen Grosstaten waren das, und weil die Zagato-DB4 auch ganz schön teuer waren, blieb ihnen Anfang der 60er-Jahre der Erfolg versagt. Nur 19 von 25 geplanten Exemplaren wurden gebaut – dann gaben Aston Martin und Zagato die Produktion auf.
Ein ganz spezieller Aston Martin DB4 GT Zagato
RM Sotheby's versteigert am 13./14.2021 in Monterey den Aston Martin DB4 GT Zagato mit der Chassisnummer DB4GT/0190/L. Dieses Fahrzeug war von Commander James Murray bestellt worden, nach seinen ganz eigenen Vorstellung. Das Alu musste etwas dicker ausgeführt worden, er wollte ein abschliessbares Handschuhfach, den Frontgrill zeichnete er gleich selber. Und ja, seitliche Glasscheiben gab es auch noch.
DB4GT/0190/L wurde vor der Auslieferung an den Commander auch tatsächlich bei einem Rennen gefahren. Roy Salvadori kam in Brands Hatch auf den zweiten - mal wieder hinter einem Ferrari. James Murray fuhr dann keine Rennen, verkaufte den Wagen 1964 nach Schweden, von dort kam der Aston Martin DB4 GT Zagato 1972 wieder zurück nach England. Danach ging er durch ganz viele Hände - man darf gespannt sein, ob er im Umfeld von Pebble Beach einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen wird.