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3.1.1 1979 "Philoktet", Regie: Friedrich Siebert
Die erste Inszenierung eines Müller-Stückes auf einer Dresdner Theaterbühne hatte am 30.Oktober 1979 Premiere. Mit Philoktet stand Müllers erste dramatische Bearbeitung eines antiken Stoffes auf dem Dresdner Spielplan. Bereits 1964 entstanden, hatte es gut 15 Jahre gedauert, ehe man sich seiner in Dresden annahm.
Friedrich Siebert, damals als Regieassistent und Abendregisseur am Hause tätig, übernahm die Umsetzung des Stückes, nachdem sich keiner der damals etablierten Regisseure des Hauses dafür entscheiden wollte sich Müller zu widmen. Siebert hatte Müller gelesen und in ihm, nach eigener Erinnerung, durchaus einen der wichtigen DDR-Dramatiker erkannt. Allerdings erschien es auch ihm schwierig und eine Herausforderung sich diesem Stoff zu stellen, zumal es die erste Müller-Inszenierung in Dresden sein sollte.
Der Dramaturg Dr. Gerhard Piens studierte mit Peter Hacks zusammen. Über ihn begriff Piens die Form als Ausdruck von Humanismus, wie Hacks dies immer wieder für sich beschrieb.
Am Beginn jeder Vorstellung gab es, angeregt durch Horst Schönemann, eine 7-8 Minuten dauernde Einführung in das Stück durch den Regisseur. Es wurde kurz in die antike Handlung eingeführt und die für das Müllersche Stück wichtigen Punkte und Aspekte herausgestellt. Schönemann vertrat stets die Ansicht eines Theaters für die Zuschauer. In diesem Sinne war die Einleitung vor der eigentlichen Inszenierung als ein Versuch zu verstehen, die Hürde des Müller-Stücks für das Publikum herunterzusetzen, indem eine möglicherweise existierende Wissenskluft zum historischen Stoff abgebaut werden würde.
Im Grunde benötigt das Stück die größtmögliche Bühne eines Theaters, um seiner, wie es in einer konzeptionellen Überlegung zur Ausstattung der Dresdner Inszenierung heißt, ...philosophischen und künstlerischen Dimension[8] gerecht zu werden. Heiner Müller selbst sieht Brechts These vom größten Nutzen der Gesellschaft aus der Vorführung asozialer Verhaltensmuster als utopisch, solange die Teilung in Spieler und Zuschauer das Theater determiniert. Die, nur zweimal zur Aufführung gelangte, Inszenierung des Philoktet am Berliner Ensemble aus dem Jahre 1995 spannte den Bühnenraum daher weit und großflächig über die Bühne in den Zuschauerraum. Allein die optische Wi