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Die westliche Antarktis verliert jährlich 150 Kubikkilometer Eis. Der Anteil des Schmelzwassers der westlichen Antarktis am weltweiten Anstieg des Meeresspiegels ist demnach 15 Prozent grösser als dies auf der Grundlage von Messungen in der Zeit zwischen 2005 und 2010 bisher geschätzt worden war, teilte die Europäische Weltraumagentur ESA am 11. Dezember 2013 in Paris mit. Die ESA stützt sich bei ihren Berechnungen auf Beobachtungen des Satelliten «CryoSat-2» über einen Zeitraum von drei Jahren. Der Forscher Andrew Shepherd von der britischen Universität Leeds hob aber hervor, dass die registrierte zusätzliche Eisschmelze in der westlichen Antarktis auch durch verbesserte Messmethoden des Satelliten «CryoSat-2» zu erklären sein könnte. Der Satellit erlaube es, Regionen zu beobachten, die vorher nicht überwacht werden konnten.
Der Meeresspiegel ist von 1901 bis 2010 um 19 Zentimeter angestiegen, dies bedeutet einen Schnitt von 1,7 Millimetern pro Jahr. Der Anstieg war in den vergangenen 30 Jahren aber besonders ausgeprägt. Neben dem Schmelzwasser aus der Antarktis werden auch schmelzendes Eis von anderen Gletschern und eine Ausdehnung der Wassermassen infolge ihrer Erwärmung für den Anstieg des Meeresspiegels mitverantwortlich gemacht. Der Meeresspiegelanstieg bedroht besonders Inselstaaten und Länder mit breiter Küstenfläche sowie einem tief liegenden Hinterland, etwa Bangladesch und die Niederlande.
Cryosat-2 ist ein Forschungssatellit der Europäischen Weltraumorganisation ESA zur Beobachtung der Eismassen der Erde. Cryosat-2 ist der Ersatz für den Satelliten CryoSat-1, der bei einem Fehlstart 2005 verloren ging. Nach diesem Fehlschlag beschlossen die Mitgliedsstaaten der ESA Ende Februar 2006, wegen der Bedeutung des Projektes eine Ersatzmission durchzuführen. Der ursprünglich angestrebte Starttermin dafür war Oktober 2009. Der weitgehend baugleiche, allerdings um einige redundante Systeme ergänzte Satellit wurde Anfang September 2008 bei Astrium in Immenstaad am Bodensee fertiggestellt und zu mehrmonatigen Tests, wie auch schon bei CryoSat geschehen, an die IABG in Ottobrunn übergeben. Die Mission war zunächst auf drei Jahre ausgelegt, sie wurde aber wegen des guten Zustands des Satelliten und der hohen Qualität der gewonnen Daten bis 2017 verlängert.