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"Herr Prof. Dr. Winterkorn hatte keine frühzeitige Kenntnis von dem gezielten Einsatz einer verbotenen Motorsteuerungssoftware in US-Diesel-Pkw", erklärte der Jurist am Dienstag in Frankfurt. "Wesentliche Informationen, die ihn in die Lage versetzt hätten, bereits bekannte Probleme mit den US-Dieselmotoren zutreffend einzuordnen, erreichten ihn damals nicht."
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte zuvor erklärt, den heute 72-jährigen Winterkorn zusammen mit VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und dem aktuellen Konzernchef Herbert Diess anzuklagen. Ihnen wird vorgeworfen, Anleger im Jahr 2015 nicht rechtzeitig über die finanziellen Risiken der Dieselaffäre informiert zu haben.
Dörr zeigte sich "überrascht" von der Entscheidung der Braunschweiger Strafverfolger. "Erkannte Probleme bei der Abgasreinigung von älteren Pkw wurden ihm (Winterkorn) als technisch lösbar und rechtlich beherrschbar geschildert", schrieb der Anwalt. "Vor diesem Hintergrund gab es bei Herrn Prof. Dr. Winterkorn die nachvollziehbare Erwartung an die Verhandlungsführer von VW, dass zeitnah eine Lösung gemeinsam mit den US-Behörden erzielt werden würde. Eine Eskalation war für ihn nicht vorstellbar." Weil mögliche Strafen der US-Behörden als massvoll eingeschätzt worden seien, habe man "keinerlei Kapitalmarktrelevanz für die Aktie der Volkswagen AG" gesehen./jap/DP/men
(AWP)