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Aus dem Gründungsprotokoll im Jahr 1904: "Überzeugt vom allseitigen segensreichen Wirken des Gemeinnützigen Frauenvereins entschlossen sich einige Frauen und Töchter von Gerliswil und Emmen, auch in unserer aufstrebenden Gemeinde einen Frauenverein zu gründen. Ein erlassenes Zirkular lud die Frauen und Töchter von Emmen und Umgebung zu einer Versammlung auf Sonntag, den 21. August 1904, im Arbeitsschulhaus Gerliswil ein. Frau Gemeindeschreiber Suter-Bühlmann leitete die Versammlung. Zuerst machte sie die Anwesenden bekannt mit den Bestrebungen der Frauenvereine und liess dann die zu Faden geschlagenen Statuten vorlesen. Sie wurden allenthalben gutgeheissen. Ein umhergereichter Bogen, auf dem die Anwesenden durch ihre Unterschrift den Eintritt in den neuen Verein erklären konnten, brachte zum Erstaunen aller bereits über 80 Mitglieder. Als Präsidentin wurde einstimmig Frau Suter-Bühlmann gewählt."
Die Zeit zwischen den Kriegen war geprägt von Entbehrungen. Um die Not zu lindern, sammelte der Verein Kleider und Spielsachen, die sortiert, repariert, gewaschen und an Bedürftige verteilt wurden.
Die wackeren Frauen des Gemeinnützigen Frauenvereins bemühten sich aber auch, die Moral aufrecht zu erhalten. In einem Protokoll aus dem Jahre 1933 steht geschrieben: "Durch unser Einwirken suchen wir mancher armen Frau ihr Los etwas zu erleichtern, indem wir, oft in Verbindung mit den Behörden, grobe und arbeitsscheue, sowie Trinkermänner zur Ordnung weisen und die Familien unter den Schutz der Amtsvormundschaft stellen." Im selben Protokoll liest man: "Auf Weihnachten bringen wir in Verbindung auch mit anderen gemeinnützigen Vereinen wo möglich in jede bedürftige Familie etwas Weihnachtsfreude... Unsere Fürsorgerin versteht es ausgezeichnet, jedem Paket eine persönliche Note beizubringen; keines enthält nur die notwendigen Strümpfe oder Schuhe und diverse Kleider, Wolle oder dergleichen. Nein, auch etwas auf den Weihnachtstisch ist darin: Nüsse, Äpfel, Guetzli, Chocolade, oft ein Stück Fleisch für den Festtag, ein Päckli Cigaren für den Vater, Puppen für die Kleinsten, sogar die Kerzli für den Baum fehlen nicht." Diese Weihnachtsbescherungen werden bis ins Jahr 1970/71 in den Jahresberichten erwähnt.
In den Nachkriegszeiten bot der Frauenverein Hand bei der Flüchtlingshilfe. 1949 nahmen Familien in der Gemeinde 250 Kinder aus Radkersburg auf. Ab den 50er-Jahren konzentrierte sich der Verein wieder vermehrt auf gemeindliche Anliegen. Säuglingspflegekurse wurden auf Anraten der Pro Juventute ins Jahresprogramm aufgenommen. Ferienplätze für Mütter und Kinder wurden finanziert, Lebensmittelgutscheine ausgegeben und Besuche bei Kranken und Betagten getätigt. 1980 organisierte der Gemeinnützige Frauenverein die erste Aluminiumsammlung in der Gemeinde.
Nicht wegzudenken in Emmen ist die alljährlich vom Gemeinnützigen Frauenverein durchgeführte Kinderkleider- und Spielwarenbörse. Sie wurde 1972 ins Leben gerufen. Dem damaligen Jahresbericht der Präsidentin Martha Vecellio ist Folgendes zu entnehmen: "Wir glaubten, mit der Einführung einer solchen den Frauen einen Dienst zu erweisen. Nach reiflichem Überlegen und Informieren wagten wir den Versuch, eine solche zu starten. Es war leichter, 18 Frauen zum Mithelfen zu finden, als das geeignete Lokal, schlussendlich konnten wir uns mit den Jungen arrangieren und siehe da, der Jugendkeller eignete sich gut und auch organisatorisch klappte es.
Mit anderen Frauenvereinen der Gemeinde führte der Gemeinnützige Frauenverein 1980 das Märtkafi anlässlich des Gerliswiler Herbstmarktes ein.Viele engagierte Frauen backten Kuchen und Torten, die am Märtkafi angeboten wurden. Der Erlös kam einer gemeinnützigen Institution zugute, z.B. dem Krankenpflegeverein. Leider existieren das Märtkafi und der Märt nicht mehr.