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Das Leben Janis Joplins
Nicht bloss die Mitgliedschaft im Club der 27 ist es, die Janis Joplin auch fünfundvierzig Jahre nach ihrem Tod unvergessen macht. Es gab in den Siebzigerjahren manche Künstler, die sehr jung Opfer ihres Drogenkonsums wurden, ohne dass sie dadurch berühmt geworden wären. Sie verkörperte, wie kaum eine andere Künstlerin, die Aufbruchsstimmung und den Lebensstil der Hippiezeit. Natürlich war sie auch eine herausragende Sängerin und Entertainerin. Nun kommt der Dokumentarfilm über ihr Leben in die Schweizer Kinos.
Es ist eine Ironie des Schicksals, dass sie ihren ersten öffentlichen Auftritt ausgerechnet in einer Anstalt zur Reintegration von Alkohol- und Drogensüchtigen hatte. Die am 19. Januar 1943 in der Öl-Stadt Port Arthur in Texas geborene Sängerin verliess ihr Zuhause bereits mit siebzehn Jahren, um Sängerin zu werden. Beeinflusst war sie vor allem von Ma Rainey, Bessie Smith, Billie Holiday, Big Mama Thornton und Leadbelly. Ihr expressiver Gesangsstil war für eine weisse Sängerin bis zu ihrem Erscheinen nahezu unbekannt und traf genau den Nerv der Zeit.
Mitte der Sechzigerjahre begann ihre Karriere rasant an Fahrt aufzunehmen und hatte einen Höhepunkt mit ihrem Auftritt am Woodstock Festival 1969. Allerdings zeigten sich bereits ihre Suchtprobleme, indem sie betrunken auf der Bühne stand und ihre Stimme nicht standhielt. Ihre Plattenfirma verbot deswegen die Veröffentlichung der Aufzeichnung für die Dokumentation des Konzerts. Erst 1993 wurden sie teilweise veröffentlicht. 1970 löste sich ihre Band auf. Janis Joplin hatte zu dieser Zeit ihr Problem erkannt und plante Massnahmen, um von ihrer Sucht loszukommen, wozu es dann leider nicht mehr kam.
Ihr Einfluss auf die populäre Musik hält bis heute an. Immer wieder werden junge Sängerinnen – zu Recht oder Unrecht – mit dem Attribut singt wie Janis Joplin geehrt. Tatsächlich war sie fähig, Gefühle zu transportieren und einen Austausch zum Publikum aufzubauen, wie es selten vorkommt. Dazu war sie rein äusserlich ein Paradiesvogel mit ihrem auffälligen Kopfschmuck und ihren schrillen Kleidern. So wurde sie zur «Königin des weissen Blues(rock)». Tatsächlich war sie wohl einfach eine sensible Bluessängerin, die trotz ihres grossen Erfolgs Mühe hatte, mit dem Leben zurecht zu kommen.
Der Film nähert sich dem Thema mit dem nötigen Respekt fern von Boulevard Klischees und versucht, die Persönlichkeit der Künstlerin, ihren gesellschaftlichen und musikalischen Einfluss, ihre Vorstellungen vom Leben, ihre Erfolge, aber auch ihre Schattenseiten und ihr Leiden ausgewogen darzustellen.
Amy Berg wurde mit dem Dokumentarfilm Deliver Us From Evil bekannt, für den sie 2007 einen Oskar erhielt. Mit dem Film Janis: Little Girl Blue hat sie die Geschichte der Künstlerin dokumentiert. Er kommt am 14. Januar 2016, drei Tage vor ihrem Geburtstag, in die Kinos.
Offizieller Trailer:
Jane: Little Girl Blue
USA, 2015
Länge: 103 Min.
Version: OVdf
Format: DCP, 1:1,85, Farbe
Suisa Nr.: 1011.041
Alterskategorie: - BE: 12 - LU: 12