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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
21. Kapitel: Die zwölf Apostel haben mit den zwölf Äonen nichts zu tun
1.
Wenn aber die zwölf Apostel nur ein Abbild jener zwölf Äonen sein sollen, die der Anthropos mit der Ekklesia hervorgebracht hat, dann müßten auch die übrigen zehn Äonen, die vom Wort und Leben hervorgebracht wurden, ihr Abbild in anderen zehn Aposteln haben. Denn unvernünftig ist es, daß die jüngeren und deshalb minderen Äonen vom Heiland durch die Auswahl der Apostel angezeigt wurden, die älteren und deswegen besseren aber nicht, da der Erlöser, wenn er schon die Apostel erwählte, um durch sie die Äonen des Pleroma anzuzeigen, auch andere zehn Apostel hätte erwählen können und vor diesen auch andere acht, um durch die vorbildliche Zahl der Apostel auch die Haupt- und Urachtheit anzuzeigen, aber nicht ein Vielfaches von zehn. Denn nach den zwölf Aposteln hat unser Herr noch bekanntlich siebzig andere vor sich her gesandt. Siebzig aber kann weder von acht noch von zehn noch von dreißig das Abbild sein. Was ist also der Grund dafür, daß die minderen Äonen, wie gesagt, durch die Apostel angedeutet werden, nicht aber die vorzüglicheren, aus denen diese entstanden sind? Sind die zwölf Apostel deswegen erwählt, daß sie die Zwölfzahl der Äonen anzeigen, dann müßten auch die siebzig als Abbild von siebzig Äonen erwählt sein, so daß sie nicht mehr von dreißig, sondern von zweiundachtzig reden müssen. Wer nämlich wegen des Abbildes der im Pleroma befindlichen Äonen die Apostel auswählt, der muß sich schon konsequent bleiben, für alle Apostel das Vorbild beibehalten und sie als den Typus der Äonen des Pleroma nachweisen.