Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/194893

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Arbeitslosenzahlen des Seco enthalten jene arbeitslosen Personen, die Ende des Monats bei einem RAV gemeldet sind (RAV-Statistik). Das BFS erhebt einmal im Quartal die Erwerbslosigkeit gemäss den Vorgaben der ILO. Als erwerbslos gilt, wer nicht erwerbstätig ist, aktiv auf Stellensuche und sofort verfügbar ist. Die Bevölkerung orientiert sich an den Seco-Zahlen.</p><p>- Wann gedenkt der Bundesrat, nur noch eine Statistik, welche die ILO-Kriterien erfüllt, als Arbeitslosenzahlen zu melden?</p><p>- Dies wäre die BFS-Statistik?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Arbeitslosenstatistik des Seco und die Erwerbslosenstatistik des BFS zeigen sich ergänzende Aspekte der Erwerbslosigkeit und erfüllen verschiedene Funktionen auf der Basis unterschiedlicher Rechtsgrundlagen. Die monatlich publizierten Arbeitslosenzahlen des Seco eignen sich für die frühzeitige Konjunktur- und die regionale Arbeitsmarktbeobachtung. Zudem sind detaillierte Auswertungen zum Beispiel nach Branchen, Berufen oder Gemeinden möglich. Beispielsweise ist auch die Darstellung der Arbeitslosenquoten nach Berufsarten, welche für die Umsetzung der Stellenmeldepflicht relevant sind, nur mit der Arbeitslosenstatistik des Seco möglich. Die Erwerbslosenstatistik des BFS gemäss ILO ist umfassender definiert, da sie auch die Erwerbslosigkeit ausserhalb der Arbeitslosenversicherung abbildet. Sie eignet sich besonders für internationale Vergleiche, da sie nach international harmonisierten Standards erhoben wird. Da die Erwerbslosenzahlen aufgrund einer Stichprobe ermittelt werden, sind aber detaillierte Auswertungen nach bestimmten Merkmalen nur eingeschränkt möglich. Beide Statistiken ergänzen sich in ihrer Aussage und ergeben gemeinsam ein umfassendes Bild der Arbeitsmarktsituation in der Schweiz. Würde der Bundesrat in Zukunft, wie vorgeschlagen, nur noch die Erwerbslosenzahlen nach BFS melden, gingen wichtige und detaillierte Informationen zu den spezifischen Entwicklungen in den Kantonen, namentlich nach Branchen, Berufen, Nationalitäten, Altersgruppen und Geschlecht, verloren.</p>