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Am 3. Oktober 2006 änderte sich das Leben von Marcos Peixoto schlagartig. Mit dem Motorrad prallte er frontal mit einem links fahrenden Auto zusammen und erlitt dabei erhebliche, folgenschwere Verletzungen: Oberschenkel- und Vorderarmfrakturen und ein schweres Schädel- Hirn-Trauma (SHT) verunmöglichten ihm jede berufliche und sportliche Tätigkeit. Durchhaltewille und Motivation verhalfen ihm zu einer neuen Anstellung.
Ab Mai 2003 war Marcos Peixoto Hilfsarbeiter bei einer Unterbau-Firma im Zentral Wallis. Im März 2006 wurde er Maschinist und fuhr auf Baustellen Bagger, Traxe und Lastwagen. Bis zu jenem traurigen Tag im Oktober 2006. Nach neun mühevollen Monaten sah er erstmals Licht am Ende des Tunnels. Er kam für zwei Monate in die Clinique romande de réadaptation (CRR) in Sion. Dort bewirkten seine Ausdauer und Motivation wahre Wunder: schon Ende August erlaubten ihm die Ärzte, wieder 50 Prozent zu arbeiten. Das reduzierte Pensum sollte ihm die Fortsetzung einer ambulanten Therapie ermöglichen und ihn vor Erschöpfung bewahren.
Er begann als Angestellter bei den Bergbahnen Anzère und führte verschiedene Überwachungs- und Unterhaltsaufgaben aus. Die Suva übernahm die Stundenlohndifferenz, weil diese Arbeiten gewöhnlich Studenten vorbehalten sind. Während 33 Monaten zeigte der Versicherte beeindruckende Einsatzbereitschaft und Kontaktfreudigkeit sowie ausgeprägten Teamgeist. Ende April 2010 organisierten die Werkstätten der CRR in der Firma, in der er vor dem Unfall angestellt war, ein Schnupperpraktikum als Hilfsarbeiter, später als Maschinist. Trotz ermutigender Ergebnisse kam es leider nicht zu einer Wiedereinstellung.
Der Case Manager der Suva machte sich daher auf die Suche nach einem Unternehmen, das bereit war, Marcos Peixoto für ein mindestens zweimonatiges Praktikum als Maschinist aufzunehmen. Im Juni 2010 konnte sich der Versicherte bei der Emery-Epiney SA in Sierre vorstellen. Der Direktor der Firma, Jean-Daniel Epiney, schenkte ihm volles Vertrauen und liess ihn schon am Tag nach dem Vorstellungsgespräch anfangen. Nach nur drei Praktikumswochen, die für das Unternehmen keine Verpflichtungen oder Kosten mit sich brachten, schloss Jean-Daniel Epiney mit dem Versicherten einen auf zwei Monate befristeten Arbeitsvertrag ab und gewährte ihm etwas mehr Lohn, als er vor dem Unfall erhalten hatte: «Marcos zeigte sich sehr bestrebt und motiviert, in ein normales Leben zurückzukehren, sowohl beruflich wie privat.» Der Maschinist erlangte schrittweise seine Sensibilität wieder und wurde effizienter. Nach Ablauf der zwei Monate wurde er fest angestellt und sein Stundenlohn angehoben. Der Direktor war mit seiner Arbeitsqualität auf der Baustelle und beim Maschinenunterhalt sehr zufrieden.
Im März 2011 nahm Marcos Peixoto die letzte Stufe. Er erhielt den Maschinistenausweis in allen fünf Kategorien. Als Krönung vertraute ihm die Emery-Epiney SA ein paar Monate später einen Schreitbagger an. Sein Stundenlohn stieg erneut. Jean-Daniel Epiney windet ihm ein Kränzchen: «Menschen wie Marcos bringen dem Betrieb einen Mehrwert, weil sie andere Mitarbeitende, die Schwierigkeiten haben, ermutigen können, sich selbst zu motivieren und alles daran zu setzen, beruflich und persönlich erfolgreich zu sein.»