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Die multikulturelle Herausforderung
Oskar Freysinger, Nationalrat und Vizepräsident SVP Schweiz (VS)
Die heutigen Einwanderungsströme in die Schweiz sind keineswegs mit jenem der Italiener in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts vergleichbar…
Die heutigen Einwanderungsströme in die Schweiz sind keineswegs mit jenem der Italiener in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts vergleichbar. Weder qualitativ noch quantitativ. Dies stellt unser Land vor ungeahnte Herausforderungen. Die kumulierte Wirkung des Schengen-Vertrags, der Personenfreizügigkeit und des uns über den Kopf wachsenden Zustroms von Möchtegern-Asylanten (insbesondere aus dem nordafrikanischen Raum) schaffen in der Bevölkerung Verunsicherung.
Funktionierte die Integration der Einwanderer im letzten Jahrhundert noch einwandfrei, so ist das heute nicht mehr der Fall. Dies, weil die Immigranten in solcher Anzahl hereinströmen, dass eine angemessene Aufnahme und Integration kaum mehr zu bewältigen sind. Das Problem ist aber auch das enorme kulturelle und religiöse Gefälle zwischen den neuen Immigranten und der einheimischen Bevölkerung.
Ungute Entwicklung von Parallelgesellschaften
Immer öfter entstehen deshalb in den europäischen und allmählich auch in den Schweizer Städten soziale, kulturelle und religiöse Ghettos, die sich als Parallelgesellschaften entwickeln. Von Zusammenleben ist immer weniger die Rede. Unsere seit der Aufklärung auf dem Individualitätsprinzip aufgebaute Gesellschaft ist aber nicht darauf vorbereitet, stammesethnisch organisierte, das heisst als quasi-immunes Kollektiv funktionierende Gruppen aufzunehmen und zu integrieren. Der Individualismus funktioniert nur in einer mehr oder weniger homogenen Gesellschaft, deren Mitglieder die allgemeinen Regeln sowohl kennen als auch akzeptieren. Zudem muss der Staat auch bereit sein, diese Regeln durchzusetzen.
Sippen und Clans anstelle von Individuum und Staat
Das Problem besteht darin, dass in den meisten aussereuropäischen Gesellschaften die Interessen der Sippen und Clans über diejenigen des Allgemeinwohls gestellt werden. Hinzu kommt, insbesondere was den Islam betrifft, eine völlig anders geartete Auffassung des Individuums, des Staates und des Verhältnisses zwischen dem Staat und der Religion. Moslems kennen die Trennung zwischen dem religiösen Dogma und den zivilen Gesetzen nicht. Für sie ist der Koran Gesetz. Dies bewirkt, dass völlig systemfremde Auffassungen in der Schweiz heimisch und Konzepte wie Glaubensfreiheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau und das Primat der staatlichen Gesetze über religiöse Dogmen in Frage gestellt werden.
Rechtsordnung gilt es zu akzeptieren
Deshalb müssen wir fordern, dass Einwanderer unsere Rechtsordnung integral zu akzeptieren haben. Ethnisch-religiöse Parallelgesellschaften müssen unbedingt verhindert werden sowie auch deren Inbeschlagnahme durch fanatische Religionsführer. Schliesslich müssen die Einwanderungsströme eingeschränkt werden, damit wir die Einwanderer zwar in geringerer Zahl, aber dafür besser aufnehmen und integrieren können.
Oskar Freysinger, Nationalrat, Deutschlehrer am Gymnasium, Autor von diversen Büchern, Savièse (VS)