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Chronologie
Louis
Chevrolet (1878 - 1941)
Das Leben eines Schweizer Pioniers
1878
Louis Chevrolet kommt am 25. Dez. 1878 in La Chaux-de-Fonds als Sohn von Joseph Félicien (Uhrmacher) und Marie Anne Angeline Chevrolet auf die Welt. Seine frühe Kindheit verbringt er in den Juradörfchen Bonfol und Beurnevésin.
Louis Chevrolet ist eines von sieben Kindern.
1887/88
Ende 1887 wandert die Familie ins französische Beaune (bei Dijon) aus. Louis arbeitet in seiner Jugendzeit in der Werkstatt des Fuhrunternehmens Roblin und fährt - mit grossem Erfolg - Radrennen.
1898/99
Ende 1898 verlässt Louis das elterliche Haus in Beaune und zieht nach Paris. Dort arbeitet er als Automechaniker, spart aber bereits auf sein grosses Ziel hin : Das Land der Träume heisst USA.
1900
Sein Traum wird wahr. Louis verlässt den "alten Kontinent" in Richtung Westen. Er schifft sich nach Kanada ein. In Montreal beginnt er seine Arbeit als Chauffeur, was zu dieser Zeit auch das Können eines Automechanikers erforderte. Mit dem ersparten Geld kann Louis endlich in USA einreisen.
Noch im selben Jahr nimmt er in New York die Arbeit in der mechanischen Werkstätte des Schweizers William Walter (aus Biel-Bienne) auf.
1901
Louis wechselt zum amerikanischen Ableger des berühmten Automobilwerks De Dion-Bouton, ebenfalls in New York.
1902
Vater Joseph Chevrolet stirbt und wird in Beaune (F) beerdigt. Die Mutter und die Geschwister wandern ebenfalls nach USA aus.
1905
Im Jahr seiner Heirat wechselt Louis zu Fiat in New York. Schlagzeilen macht er an seinem ersten Autorennen, dem "Trois Miles". Er gewinnt das Rennen und stellt gleichzeitig einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord über eine Meile auf: die 52,8 Sekunden entsprechen einem Durchschnitt von 109,7 km/h.
Auch privat wird dies für Louis ein entscheidendes Jahr: Am 3. Juli 1905 gibt er Suzanne Treyroux in der "Saint-Vincent-de-Paul"-Kirche in New York das Jawort. Zwei Söhne werden aus dieser Ehe geboren :
- Charles am 23. August 1906
- Alfred am 25. April 1912
1906
Louis verlässt Fiat und geht nach Philadelphia, zu Walter Christie. Dort wird er zum ersten Assistenten bei der Entwicklung eines neuen Rennfahrzeugs, mit einem völlig neuen Konzept: Vorderradantrieb !
Das als "Big Bear" bekannte Fahrzeug mit dem Darracq V8 erreicht 191,5 km/h: noch ein Weltrekord !
Die Rennkarriere von Louis dauert von 1905 bis 1920. In dieser Zeit fährt er auch für Buick und lernt William Durant, den späteren Gründer von General Motors, kennen. William Durant erkennt die Gaben von Louis Chevrolet.
1911
Am 3. Nov. 1911 gründen William Durant und Louis Chevrolet die "Chevrolet Motor Car Company" mit Sitz in Detroit. Louis Chevrolet wird Präsident des Unternehmens und lanciert das erste Chevrolet-Fahrzeug, den Classic Six.
1913
Im Jahr 1913/1914 reist Louis Chevrolet mit seiner Familie erstmals wieder nach Europa.
Louis Chevrolet bewährt sich als genialer Rennfahrer und Konstrukteur, William Durant hingegen entwickelt seine ausserordentlichen Fähigkeiten im finanziellen und geschäftlichen Dingen. Die Unterschiede sind zu gross und führen bereits 1914 zur Trennung der beiden so gegensätzlichen Pioniere. Louis verlässt das Unternehmen, seinen Namen muss er zurücklassen.
1914
Louis kehrt zu seiner Passion zurück: Er gründet die "Frontenac Motor Corporation" und fährt wieder Rennen.
1915
Noch während er die Frontenac-Rennfahrzeuge konstruiert, arbeitet er auch an einem kleinen Rennfahrzeug der "Blood Brothers Machine Co". Er führt den Cornelian-Einsitzer zur Qualifikation an den 500 Meilen von Indianapolis, allerdings ohne Erfolg.
Danach widmet sich Louis wieder voll und ganz der Konstruktion des Frontenac. Hier zeigt Louis sein geniales Verständnis für die Technik, baut wo nur möglich Aluminium-Teile ein und arbeitet an der Hinterachse bereits mit einem Sperrdifferential.
1916
Mit dem Anfang des 1. Weltkriegs beginnt Louis die Arbeit bei "American Motors Co" als Verantwortlicher für die Fahrzeug-Einstellungen und die Schlusskontrolle.
1919
Louis verfügt noch über vier seiner Frontenac-Rennfahrzeuge, gefahren von ihm, seinem Bruder Gaston, Ralph Mulford und Joe Foyer.
1920
Die Brüder fahren die verschiedensten Rennen, bis Gaston Chevrolet am 25. Nov. 1920 tödlich verunglückt. Louis ist geschockt und entschliesst, keine Rennen mehr zu fahren; mit Ausnahme eines Bootsrennen, das er 1925 (er sass zum ersten Mal in einem Rennboot) in Miami gewann.
Im selben Jahr hat er Kontakt mit Allan A. Ryan und den Verantwortlichen der "Stutz Motorcar Co", die den Frontenac in Serie produzieren wollen. Van Ranst arbeitet mit Louis an diesem Projekt.
1921
Ende 1921 rollt der erste Frontenac-Prototyp aus dem Werk.
1922
1500 Arbeiter bauen den Frontenac in einem neuen Werk. Fahrzeug und Motor bergen zahlreiche technische Raffinessen und werden zum Vorzeigestück der Automobilindustrie.
Das Meisterstück ist aber gleichzeitig auch das letzte von Louis Chevrolet konstruierte Fahrzeug.
1926
Louis beginnt mit der Konstruktion eines leichten Flugzeugmotors, dem "Chevrolair 333".
1927
Louis Chevrolet trennt sich im Streit von seinem Bruder Arthur und gründet in Indianapolis die "Chevrolet Air Car Company".
1929
Zieht er nach Baltimore und kooperiert mit Glenn L. Martin, einem Zulieferer von Ford. Mit ihm gründet Louis die "Chevrolet Aircraft Corporation", die aber während der Wirtschaftskrise wieder aufgelöst wird.
1932
Louis meldet einen 10-Zylinder-Sternmotor für den Flugzeugbau zum Patent an, das er aber erst drei Jahre später erhält.
1933
Die Zeiten sind hart. Louis Chevrolet kehrt mit seiner Familie nach Detroit zurück, wo er - bei der "Chevrolet Motor Division" von General Motors als einfacher Mechaniker arbeitet. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits mehr als 8 Millionen Fahrzeuge mit seinem Namen aus den Werkshallen gerollt.
1934
Der jetzt 56-jährige wird schwer krank und erleidet einen Hirnschlag, von dem er sich nie mehr richtig erholen sollte. Im selben Jahr muss er noch den Tod seines erst 27-jährigen Sohnes Charles verkraften.
1935
Am 19. Februar 1935 erhält Louis das Patent für seinen 10-Zylinder-Sternmotor. Doch es ist zu spät, um nochmals etwas aufzubauen.
1941
Am 6. Juni 1941 stirbt der Schweizer Pionier im Alter von 63 Jahren in seinem Haus in Lakewood, östlich von Detroit.
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