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«Wie Luftverschmutzung und toxische Chemikalien stellt auch Lärmbelastung eine umweltbedingte Gesundheitsgefahr dar», hält das Regionalbüro für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fest. Das Büro hat Leitlinien zur Vermeidung von nächtlicher Lärmbelastung aufgestellt.
Grundsätzlich gilt:
Ein durchschnittlicher nächtlicher Geräuschpegel sollte 40 Dezibel (dB) nicht übersteigen. Das entspricht einer nächtlichen Geräuschkulisse, wie sie etwa in einer ruhigen Quartierstrasse wahrnehmbar ist. Alle Lärmeinflüsse über 40 dB können zu leichten gesundheitlichen Problemen führen.
Eine dauernde Lärmbelastung über 55 dB (60 dB entspricht ungefähr dem Lärm eines Autos, das unmittelbar an einem vorbeifährt) steht mit Bluthochdruck, Herzinfarkten und Todesfällen im Zusammenhang.
WHO-Leitlinien
Die Leitlinien zu Nachtlärm ergänzen die vor einigen Jahren von der Europäischen Union (EU) angenommenen Richtlinien über Umgebungslärm. Mitgliedstaaten sind verpflichtet, Lärmkarten zu erstellen und die Lärmbelastung der Bevölkerung zu reduzieren. Dabei wird aber auf die Festlegung von Grenzwerten verzichtet.
In neueren Forschungsarbeiten wird nächtliche Lärmbelastung eindeutig mit gesundheitlichen Schäden in Verbindung gebracht. So führt etwa Fluglärm am frühen Morgen zu beschleunigtem Herzschlag und Fluglärm am Abend zu erhöhtem Blutdruck. Fatal ist, dass diese körperlichen Reaktionen auch eintreten, wenn der Schlafende davon gar nichts merkt. Und besonders heftig wirkt sich Lärm in der Einschlafphase aus.