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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
4. Kapitel: Zurückweisung des Bythos und des Fehltrittes
1.
Zu erklären bleibt also, warum Gott gerade diese Ordnung gewollt hat, aber nicht darf man die Schöpfung einem andern zuschreiben. Gott hat alles im voraus so vorbereitet, wie es geworden ist, müssen wir sagen, aber nicht dürfen wir uns einen Schatten und eine Leere dafür zurechtlegen. Übrigens wird man fragen: Woher die Leere? Soll sie etwa von dem Allvater und Erzeuger auch hervorgebracht sein, oder ist sie ihm an Ehre gleich und stammverwandt mit den übrigen Äonen, oder vielleicht noch älter als sie? Ist sie aber von ihm hervorgebracht, dann muß sie ihrem Erzeuger und den andern ähnlich sein, mit denen sie hervorgebracht wurde. Dann muß ohne Widerrede ihr Bythos samt der Sige dem Leeren ähnlich, d. h. selbst leer sein, und ebenso müssen auch die übrigen Äonen, da sie die Brüder der Leere sind, eine leere Wesenheit haben. Ist sie aber nicht hervorgebracht, dann ist sie von sich selbst geboren und erzeugt und der Zeit nach ebenbürtig ihrem Bythos, dem Allvater. Demnach muß ihre Leere von derselben Natur und Würde sein wie ihr Allvater. Entweder ist sie erzeugt von einem andern, oder sie ist von sich selbst erzeugt und geboren. Ist aber die Leere erzeugt, dann ist leer ihr Erzeuger Valentinus, leer seine Nachfolger. Ist sie aber nicht hervorgebracht, sondern von sich selbst geboren, dann ist die Leere ähnlich und verbrüdert mit dem von Valentinus verkündeten Vater und der gleichen Ehre wert, älter aber und ursprünglicher und verehrungswürdiger als die übrigen Äonen, selbst des Ptolemäus und Herakleon und aller andern, die dasselbe glauben.