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Das Geschichtsbild des Rotkreuzgründers in der Tradition eschatologischer Naherwartung. von Daniel Regli, Diss. Univ. Zürich 1993, Verlag Peter Lang, Bern 1994, ISBN 3-906752-72-0, 279 S., CHF/€ 60.00
Henry Dunant (1828-1910) hat als Gründer des Roten Kreuzes weltweite Berühmtheit erlangt. Weniger bekannt ist, dass Dunant als Abkömmling der Genfer Erweckungsbewegung seine Kraft und Inspiration aus dem Glauben an den Gott der Bibel schöpfte. Die 'Apokalypse Dunants' sind vier Aquarelle, die Dunant zwischen 1880 und 1890 anfertigte. Darauf zeichnete und kommentierte er den Verlauf der Weltgeschichte von den ersten Schöpfungstagen bis zu der von ihm bald erwarteten Wiederkunft Jesu Christi.
Das geschichtstheologische Denken Dunants war, wie zwei ausführliche Kapitel der Arbeit belegen, keineswegs aussergewöhnlich. Schon seit dem ersten Jahrhundert n.Chr. hatten viele Theologen und Laien versucht, den Zeitpunkt des Weltendes zu berechnen. Diese Aktivitäten erhielten in der Reformation durch Luther und Melanchthon neuen Schwung und standen als Teildisziplin der puritanisch-pietistischen Theologie im 19. Jahrhundert in grosser Blüte.