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Text: Jakob Heer und feldwaldwiesenblogger
Morgen Sonntag tagt das Nordostschweizer Schwingerparlament im Glarnerland. Erwartet werden bei der Delegiertenversammlung (DV) in Ennenda rund 300 Delegierte und Gäste der sieben Kantone aus dem Verbandsgebiet. Organisiert wird der Anlass vom OK Bergschwinget Klöntal.
Die Verbandsgründung erfolgte 1893
Anno 1893, noch zwei Jahre vor der Gründung des Eidgenössischen Schwingerverbandes, wurde der Nordostschweizer Schwingerverband (NOSV) aus der Taufe gehoben. Die Verbandsgründung erfolgte am 26. Februar 1893 im Restaurant zum «Weissen Wind» an der Oberdorfstrasse in Zürich. Zum NOSV gehören die Kantone Appenzell, Graubünden, Glarus, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich.
Der Glarner Schwingerverband wurde 1904 gegründet. 1912 erfolgte der Beitritt in den NOS-Verband. Vor der Gründung des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes (1896) gehörten auch die Kantone Aargau und Basel zum Einzugsgebiet.
In all den Jahren hat sich der Verband nach zähen Anfangszeiten prächtig entwickelt. Karl Thommen 1923 in Vevey, Walter Flach 1953 in Winterthur, Karl Meli 1961 in Zug und 1964 in Aarau, Arnold Ehrensberger 1977 in Basel, Ernst Schläpfer 1980 in St. Gallen und 1983 in Langenthal, Thomas Sutter 1995 in Chur, Jörg Abderhalden 1998 in Bern, 2004 in Luzern und 2007 in Aarau sowie Arnold Forrer 2001 in Nyon bescherten dem Verband 12mal die höchste Ehre, die es im Schwingsport zu gewinnen gibt, den Königstitel.
Glarner als Pioniere
Auch der Glarner Schwingerverband nahm stets eine aktive Rolle im Verband ein. So fand 1905 und 1921 zweimal das «Nordostschweizerische» in Glarus statt. 1905 fand das Schwingfest «auf Erlen» statt, als OK-Präsident amtete Fabrikant Kaspar Luchsinger-Trümpy. Nebst dem Schwingen gab es auch Disziplinen wie Weitsprung, Hochweitsprung, Steinstossen, Jodeln, Fahnenschwingen und Alphornblasen. Das Schwingfest gewann der Berner Christian Hostettler. Das zweite Fest fand 1921 auf dem Zeughausareal statt. OK-Präsident war Dr. Joachim Mercier, welcher 208 Wettkämpfer in Glarus begrüssen durfte. Am Abend wurden 16 Kränze abgeben, den Siegerkranz sicherte sich Gottlieb Salzmann (Schangnau/Winterthur).
1938 wurde in Herisau ein Antrag des Glarner Verbandes gutgeheissen. Dieser forderte, dass alle Kantone im NOS-Verband mit einem Mitglied im Vorstand vertreten sein sollen. Zuvor wurde der Vorstand hauptsächlich von den beiden «starken» Kantonen St. Gallen und Zürich diktiert. Erster Glarner Vertreter im NOS-Gremium war Stephan Buschauer aus Glarus.
Mitinitianten einer ausserordentlichen DV
Die einzige ausserordentliche DV, welche der Verband erlebte, war 1964 in Appenzell. Diese wurde durch die Kantone Glarus, Appenzell und St. Gallen mit folgendem Traktandum einberufen: «Begehren um Aufhebung des Vorstandsbeschlusses betreffend Sperre von zwei Spitzenschwingern.» Anlässlich des Frühjahresschwingets in Mels kam es zu Ungereimtheiten, worauf zwei Aktive gesperrt wurden. In der «Krone» in Appenzell wurde am 11. Juli, anlässlich der ausserordentlich einberufenen DV, die Sperre gegen die zwei Athleten aufgehoben. In dieser Zeit amtete mit Fritz Oswald (Glarus) auch ein Glarner als NOS-Präsident. Oswald, der zwischen 1962 und 1970 den Verband führte, war bis zum heutigen Zeitpunkt der einzige Glarner Vertreter an der Spitze des NOS-Verbandes.
1968 kam das Nordostschweizerische ein drittes Mal nach Glarus. Festsieger wurde mit 60 Punkten Karl Meli. Der Winterthurer revanchierte sich im Anschwingen bei Ruedi Hunsperger für die Schlussgangniederlage am Eidgenössischen 1966 in Frauenfeld. Schwingerkönig Hunsperger erlebte am Fusse des Glärnisch einer seiner schwärzesten Momente und verpasste gar den Ausstich.
Wechsel im Vorstand steht an
Erstmals seit 1991 kommt die NOS-Delegiertenversammlung wieder ins Verbandsgebiet des Schwingklubs Glarus-Mittelland. Damals vor 28 Jahren waren die beiden Kantonalen Ehrenmitglieder Melgg Laager (Glarus) und Felix Weber (Netstal) die Hauptverantwortlichen der DV, welche im «Schützenhaus» in Glarus über die Bühne ging.
Organisator der diesjährigen DV ist das OK des Bergschwingets Klöntal. Das aus einem bestimmten Grund: Innerhalb des NOS-Gremiums kommt es zu einem Wechsel des Glarner Vertreters. Das dienstälteste Vorstandsmitglied, Kassier Hansruedi Hauser, hat auf die DV hin seinen Rücktritt eingereicht. Hauser war nämlich von 2006 bis 2015 auch OK-Präsident des Klöntaler Bergschwingets.
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