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Am Freitag endete eine viertägige Schneefallperiode (letzter Wochenbericht). Im Süden und Westen gab es tagsüber bereits Aufhellungen. Im Osten hielten die Niederschläge in abgeschwächter Form bis zum Freitagabend an. Am meisten Schnee fiel am zentralen Alpensüdhang ohne Sotto Ceneri, am Alpenhauptkamm vom Lukmanier- bis zum Berninapass sowie im Puschlav mit 100 bis 140 cm (Abbildung 2).
Die Schneefallgrenze sank im Norden bereits in der Nacht auf Donnerstag, 27.04. bis in tiefe Lagen. Im Süden geschah dies erst zum Niederschlagsende in der Nacht auf Freitag.
Es herrschten verbreitet kritische Lawinenverhältnisse. Dort wo der Wind im Spiel war, konnten Lawinen leicht ausgelöst werden. Auch Alarmzeichen wie Wummgeräusche und Rissbildungen beim Betreten der Schneedecke wurden gemeldet. Im Nachhinein wäre die Gefahrenstufe 4 (gross) in den Hauptniederschlagsgebieten nicht nur am Donnerstag, 27.04., sondern auch am Freitag gerechtfertigt gewesen. Dort fiel mit rund 50 cm in der Nacht auf Freitag deutlich mehr Schnee als erwartet.
Die Nacht auf Samstag war im Osten noch teils bedeckt, sonst klar. Tagsüber war es in den Bergen sonnig. In der Nacht auf Sonntag zogen zuerst am westlichen Alpenhauptkamm, tagsüber dann auch am zentralen Alpensüdhang Wolken auf. Im Norden blieb es mit Südföhn sonnig. Die Temperaturen stiegen wieder etwas an auf +3 °C im Norden und 0 °C im Süden mittags auf 2000 m. Nachdem es am Samstag mehrheitlich schwachwindig war, blies am Sonntag in der Höhe ein mässiger bis starker Südwind.
Am Samstag, dem ersten schönen Tag nach der Schneefallperiode, herrschten in hohen Lagen und im Hochgebirge hochwinterliche Verhältnisse. Ausser im zentralen Wallis, wo am wenigsten Neuschnee fiel, wurde am Samstag vor erheblicher Lawinengefahr (Stufe 3) gewarnt (Gefahrenverlauf). Lawinen konnten erfolgreich künstlich ausgelöst werden (Abbildung 1) und auch Personenauslösungen wurden gemeldet. Dort wo der Neuschnee praktisch auf aperen Boden fiel, konnte er gefahrlos genossen werden (Abbildung 3). Im Tagesverlauf gingen mit der Anfeuchtung des Neuschnees an steilen Grashängen zahlreiche Rutsche und auch Gleitschneelawinen ab (Bildgalerie).
In der Nacht auf Sonntag gefror der oberflächlich angefeuchtete Schnee und bildete verbreitet eine brüchige Kruste. Pulverschnee fand man am Sonntag nur noch an sehr steilen Nordhängen. Allerdings entstanden mit dem Südwind genau dort störanfällige Triebschneeansammlungen (Abbildung 4).
In der Nacht auf Montag griff der Südwind bis in die Föhntäler des Nordens hinunter. Im Westen und Süden setzten Niederschläge ein. Diese zogen während des Tages über die Schweizer Alpen, begleitet von mässigem Nordwestwind.
In der Nacht auf Dienstag endete der Schneefall auch im Osten. Tagsüber blieb es im Osten und Süden bis zum Nachmittag mehrheitlich sonnig. Der Wind drehte auf Südwest. Im Westen zogen wieder Wolken auf und am Dienstagnachmittag setzte dort schwacher Niederschlag ein.
In den Nächten auf Mittwoch und Donnerstag fiel jeweils in Schauern etwas Schnee. Tagsüber war es am Mittwoch im Norden und Westen recht sonnig, im Osten bewölkt. Am Donnerstag war es überall wechselnd bewölkt. Der Wind war an beiden Tagen mehrheitlich schwach aus südlichen Richtungen.
Insgesamt fielen von Sonntagabend bis Donnerstagmorgen oberhalb von rund 2000 m in Schauern verbreitet 15 bis 30 cm, im Süden bis 50 cm Schnee (Abbildung 5).
Die Hauptgefahr ging von frischen und schon etwas älteren Triebschneeansammlungen aus. Diese lagen vor allem in Kamm- und Passlagen. Aufgrund der wechselnden Windrichtung waren alle Expositionen betroffen. Gerade die frischen Triebschneeansammlungen konnten teils leicht ausgelöst werden (Abbildung 6).
An Nordhängen oberhalb von rund 2400 m wurde während der mehrtätigen Schneefallperiode vergangene Woche vorerst noch vor Brüchen in tiefen Schichten der Schneedecke gewarnt. Allerdings wurden im ganzen April nur sehr wenig Altschneebrüche beobachtet auch mit der gebietsweise sehr grossen Überlast gingen nur wenig Lawinen im schwachen Altschnee ab. Dasselbe galt übrigens auch für die umliegenden Alpenländer. Deshalb wurde dieses Gefahrenmuster im weiteren Verlauf der Wochenberichtsperiode im Lawinenbulletin nicht mehr erwähnt.
Mit den wiederholten Schneefällen und den relativ kalten Temperaturen lagen Anfang Mai auf 2000 m am Alpennordhang und im nördlichen Teil vom zentralen Alpensüdhang verbreitet 150 bis 300 cm Schnee (Abbildung 7).
In dieser Berichtswoche wurden dem Lawinenwarndienst folgende Unfälle mit Personenbeteiligung gemeldet:
Wir freuen uns weiterhin auf Rückmeldungen über die SLF-App White Risk oder die Webseite.
Der nächste Wochenbericht erscheint am Montag, 15 Mai.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.