Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/217963

<h2>SubmittedText<h2><p>Die französischen Medien haben über - manchmal schwere - gesundheitliche Probleme berichtet, die bei der Verwendung von Distickstoffmonoxid, besser bekannt als Lachgas, als Partydroge auftreten.</p><p>Genannt werden Orientierungsstörungen, Schwindel, Unwohlsein mit Ohnmacht, manchmal Erstickungsanfälle und bei wiederholtem Gebrauch Herzprobleme sowie psychiatrische und neurologische Störungen. Kombiniert mit anderen Drogen oder mit Alkohol sind die Auswirkungen natürlich noch schwerwiegender. Bei wiederholter Verwendung kann das Lachgas anscheinend auch abhängig machen.</p><p>Es scheinen vor allem Jugendliche zu sein, die von dieser Modedroge und ihrer flüchtigen, euphorisierenden Wirkung angezogen werden und sie inhalieren. </p><p>Das Produkt ist anscheinend leicht erhältlich, da es in Form von kleinen Kartuschen oder Gasflaschen im freien Handel verkauft wird.</p><p>Kann der Bundesrat darüber informieren, ob es solche Phänomene auch in der Schweiz gibt, welche Relevanz sie in Bezug auf die öffentliche Gesundheit haben und welche Massnahmen allenfalls getroffen wurden oder getroffen werden sollten?</p><p>Ich danke dem Bundesrat schon im Voraus für seine Antwort.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Lachgas (Distickstoffmonoxid) ist ein Gas, das vor allem zu Narkosezwecken eingesetzt wird. Es ist dem Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121) nicht unterstellt und wird in der Partyszene gelegentlich als euphorisierende Droge inhaliert. Für gewerbliche Zwecke ist es in der Schweiz erhältlich, z.B. als Treibgas für Rahmbläser oder Milchschäumer, es darf aber nicht für andere Zwecke verwendet werden.</p><p>Der durch Lachgas erzeugte Rauschzustand hält nur wenige Minuten an, kann aber bei höherer Dosierung zu Bewusstlosigkeit und damit zu einer erhöhten Sturzgefahr führen. Starke Überdosierungen können tödliche Folgen haben.</p><p>Der Konsum von Lachgas als Partydroge ist in der Schweiz ein marginales Phänomen. Nach Angaben von Tox info Suisse gab es 2020 vier Anfragen zu Lachgasexpositionen, gleich viele wie im Jahr 2019. Auch gemäss Notfallstationen kommt es nur selten zu gesundheitlichen Problemen infolge Lachgasmissbrauchs. So hatte die Notfallstation Basel im Jahr 2020 keine Fälle zu Lachgas, 2019 gab es drei Fälle.</p><p>In der Suchtberatung spielt Lachgas ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle: von den 8717 im Jahr 2019 dokumentierten Behandlungsanfragen wurde Lachgas lediglich in zwei Fällen als problematische Substanz erwähnt. Auch szenennahe Suchtinstitutionen stellen keinen erhöhten Lachgaskonsum fest.</p><p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es in der Schweiz keine Hinweise auf einen erhöhten Lachgaskonsum bzw. eine Zunahme darauf zurückführender gesundheitlicher Probleme gibt. Der Bundesrat sieht deshalb zu den im Rahmen der Nationalen Suchtstrategie umgesetzten suchtformübergreifenden Massnahmen keine zusätzlichen Aktivitäten zur Prävention von Lachgaskonsum vor.</p>  Antwort des Bundesrates.