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10.2
Chorion
Präparat:
Präparatedetails:
Organ: Chorion
Herkunft: Mensch
Färbung: Azan
Methode und Präparat:
Normales histologisches Schnittpräparat aus der Zeit der Bildung von ersten Haftzotten, mit Azan gefärbt, das Epithelzellen und Erythrozyten rötlich und Bindegewebsfasern blau färbt.
Ziel der Untersuchung:
Kenntnis der Bildung früher Zotten mit Synzytio- und Zytotrophoblast.
Besonderheiten des Präparats:
Das Präparat stammt von einer frühen Schwangerschaft, die Chorionzotten sind bereits ausgebildet, sie werden von mütterlichem Blut umflossen, das auf dem vorliegenden Schnitt praktisch vollständig ausgespült worden ist. Im Innern der Chorionzotten sind bereits Blutgefässe vorhanden, es handelt sich dabei also um Tertiärzotten. (Zur Erinnerung: Primärzotten sind noch solide, enthalten also nur Epithelzellen, Sekundärzotten enthalten bereits eingewandertes Mesenchym und Tertiärzotten enthalten Blutgefässe.) Das in den Tertiärzotten fliessende Blut ist embryonales Blut, das noch kernhaltige Erythrozyten enthält.
Die Chorionzotten zeigen den typischen Aufbau: aussen der Synzytiotrophoblast, d.h. die zu einer vielkernigen Zellschicht (Synzytium) verschmolzenen Zellen des Trophoblasten. Innen ist an den meisten Orten eine einschichtige Zelllage von Zytotrophoblastzellen vorhanden, deren Zellgrenzen erhalten und deutlich sichtbar sind.
An einigen Orten sind grössere Gewebeareale zu sehen. Dies sind Decidua-Zellen, d.h. Zellen von der mütterlichen Seite, aus dem Endometrium. Innerhalb der Decidua-Zellen können sogar noch im Abbau begriffene Drüsentubuli der Endometriumsdrüsen gefunden werden.
An den Orten, an denen die Chorionzotten mit den Deciduazellen in Berührung stehen, zeigen sie eine Auflösung des Synzytiotrophoblasten, so dass das Zottenmesenchym oder auch die Schicht des Zytotrophoblasten direkt in Verbindung mit den Deciduazellen stehen. Dies ist ein Kennzeichen der Haftzotten, über die das kindliche Gewebe des Trophoblasten (und später der Plazenta) mit dem mütterlichen Gewebe in Verbindung tritt. In diesen Bereichen spielen sich auch immunologische Vorgänge ab, deren Gleichgewicht für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft von Bedeutung ist.
An vielen Orten sammeln sich Zellkerne des Synzytiotrophoblasten an und werden teilweise sogar mit Zytoplasmabezirken zusammen abgeschnürt, so dass sie zwischen den Chorionzotten liegen. Sie werden als Kernknospen oder Synzytialknoten bezeichnet.
In Zottenstroma vorkommende grössere Zellen, die u.a. Lysosomen enthalten, sind die Hofbauer-Zellen, denen verschiedene Funktionen zugeschrieben werden, u.a. Phagozytose.
Aufgaben:
Suchen Sie Chorionzotten und versuchen Sie zu bestimmen, ob es sich um Sekundär- oder Tertiärzotten handelt. Wie bestimmen Sie das?
Suchen Sie in den Chorionzotten nach Blutgefässen und identifizieren Sie den Zelltyp der in den Blutgefässen mehrheitlich vorhanden ist.
Identifizieren Sie Orte der Haftzottenbildung. Welche Schicht der Chorionzotten wird hier abgebaut?
Unterscheiden Sie zwischen Synzytiotrophoblast-Zellen und Zytotrophoblastzellen.
Suchen Sie Kernknospen (Synzytialknoten).
Identifizieren Sie Decidua-Zellen und suchen Sie Drüsentubuli des Endometriums.
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Universität Basel
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