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Anfang der siebziger Jahre war er einer der frühen Guerilleros der Volksbefreiungskräfte El Salvadors (FPL), der grössten Gruppe der späteren FMLN. Und doch hat er nie mit der Waffe in der Hand gekämpft. «Ich bin einer dieser Scheissintellektuellen aus der Mittelschicht», hat Hato Hasbún einmal gesagt. Kein Teil der revolutionären Klasse. «Aber man braucht uns, wenn man eine Revolution machen will.» Vor 1980 half er, ein breites Netz ziviler Oppositionsgruppen als legalen Flügel der FPL aufzubauen; im Bürgerkrieg (1980–1992) war er im diplomatisch-politischen Dienst der FMLN. Er hielt Kontakte zu Kuba, war in Mexiko und Nicaragua. Er war der Stratege, der die FMLN an die Macht brachte. Seither war er Minister in unterschiedlichen Ressorts.
Der Sohn palästinensischer Einwanderer hatte Augenoptiker gelernt und später akademische Titel gesammelt, vor allem in Soziologie und Journalismus. Ein Intellektueller eben und einer der wenigen strategisch denkenden Köpfe der FMLN. Nach dem Krieg war er Professor an der Zentralamerikanischen Universität von San Salvador (UCA) und dort verantwortlich für die internationalen Beziehungen. Die Parteiarbeit hat er nie aus den Augen verloren.
Am liebsten war Hasbún in seinem Büro, öffentliche Auftritte waren ihm zuwider. Wenn er hinausging, traf er sich in Hinterzimmern. Auf seine etwas grantige, aber immer kumpelhaft-freundliche Art konnte er es mit allen – nicht nur mit den sich oft bekriegenden Flügeln der FMLN. Er setzte sich auch mit Unternehmern und mit rechtsextremen Präsidenten zusammen. Oft hat er sie über den Tisch gezogen.
An der UCA entdeckte Hasbún den Journalisten Mauricio Funes. Er machte ihn zunächst zum Leiter des dortigen Dokumentarfilmzentrums und brachte ihn später als Chefredaktor bei einem regierungskritischen Fernsehsender unter. Die Interviews von Funes waren Kult. Es kostete Hasbún sieben Jahre, bis er seine Partei davon überzeugt hatte, dass sie nur mit diesem populären Parteifremden eine Präsidentschaftswahl gewinnen konnte, weil dann auch Bürgerliche für sie stimmen würden. 2009 war es so weit. Siebzehn Jahre nach dem Ende des Kriegs kam die FMLN an die Macht.
Die Ministerämter und die damit verbundenen Auftritte haben Hasbún geschlaucht. Er arbeitete bis zum Umfallen, hat Krankheiten nie richtig auskuriert. Am 30. August ist er in San Salvador 71-jährig gestorben.