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Der Wolf spielt in der Natur als Grossraubtier eine wichtige Rolle. Er reguliert die Bestände verschiedener Beutetiere wie Rehe und Hirsche. In dieser Funktion halten Wölfe ein Ökosystem im Gleichgewicht und tragen zur Biodiversität bei.
Der Mensch hat viele Vorurteile gegenüber Wölfen. Dabei spielt der Wolf eine wichtige Rolle für das Funktionieren des Ökosystems in seinem Lebensraum und trägt zur Biodiversität bei. Das Grossraubtier fasziniert zudem mit seiner komplexen Sozialstruktur und Kooperationsbereitschaft.
Mongolischer Wolf im Zoo Zürich. | Copyright: Zoo Zürich, Dennis Mettler
Der Wolf steht in seinem Lebensraum an der Spitze der Nahrungskette. Er sorgt für eine natürliche Regulierung der Huftierbestände im gleichen Lebensraum, als etwa jene von Rehen und Hirschen. Dabei jagt der Wolf vor allem alte und kranke Tiere.
Der Wolf beeinflusst seine Umgebung aber nicht nur, indem er Tiere erlegt und so die Bestandeszahlen reguliert. Die Anwesenheit eines Wolfsrudels hat zum Beispiel auch zur Folge, das bestimmte Tiere das Jagdrevier des Rudels meiden, etwa Hirsche.
Dies wiederum kommt der Vegetation zu Gute, da junge Pflanzen weniger gefressen werden.
Mongolische Wölfe im Zoo Zürich. | Copyright: Zoo Zürich, Jeannette Steiner
Die Anwesenheit eines Wolfsrudels kann so zu einer Verjüngung der Vegetation beitragen. In Wäldern ist dies wichtig, um die Böden vor Erosion zu schützen. In der Nähe von Gewässern sorgt die neue Vegetation für die Stabilisierung von Flussläufen und schafft Lebensräume für verschiedene Amphibien, Reptilien und Fische.
Mongolischer Wolf. | Copyright: Zoo Zürich, Jasmine Klasen
Wölfe regulieren aber nicht nur den Bestand ihrer Beutetiere. In Nordamerika zeigte sich, dass die Anwesenheit von Wölfen die Bestände anderer Raubtiere regulierte, namentlich der Kojoten. Davon profitierten wiederum die Beutetiere der Kojoten, deren Bestände sich erholen konnten; etwa Hasen und andere Nagetiere. Und die Zunahme dieser Tiere diente wiederum kleineren Räubern wie Füchsen und Greifvögeln.
Dieser positive Einfluss des Wolfes auf ein ganzes Ökosystem als stabilisierender Faktor ist unbestritten.
Mongolische Wölfe im Zoo Zürich. | Copyright: Zoo Zürich, Jasmine Klasen
Wolf-Mensch-Konflikt
Die Rückkehr des Wolfs in der Natur, insbesondere in der kleinräumigen Schweiz, führt unweigerlich zu Konflikten mit Menschen und Nutztieren. Vor allem ungeschützte Nutztiere ohne natürlichen Fluchtreflex stellen eine einfache Beute für Wölfe dar. Dabei neigen vor allem junge, einzelgängerische Wölfe dazu, Nutztiere anzugreifen. Wölfe in Rudeln hingegen, die Dank der Rudelstruktur erfolgreicher jagen können, bevorzugen Wildtiere.
Wird nun ein Individuum aus einem Rudel zur Bestandskontrolle geschossen, kann dies die fragile Sozialstruktur der Wölfe beeinträchtigen. Das wiederum führt dazu, dass das Rudel weniger erfolgreich jagen kann und als Folge davon einfachere Beute wie Nutztiere bevorzugt.
Ein stabiles Rudel hingegen ist eine gute Voraussetzung für weniger Nutztierrisse, da das Rudel einerseits bevorzugt Wildtiere jagt und anderseits einzelgängerische Wölfe aus dem Gebiet fernhält.
Im Zoo Zürich dürfen die Mongolischen Wölfe ab und zu einen Ausflug in die leere Tiger-Anlage machen. Video: Zoo Zürich
Nein zum neuen Jagdgesetz
Mit dem neuen Gesetz können Kantone ihre Wolfsbestände nach Belieben selbst «kontrollieren» und geschützte Tiere abschiessen, auch wenn sie keinen Schaden verursacht haben. Es hat sich gezeigt, dass Bejagung in einem Ort und Schutz in einem anderen dazu führt, dass Jungwölfe jeweils vom geschützten ins ungeschützte Gebiet abwandern, was wie vorangehend erwähnt zu mehr Rissen von Nutztieren führen kann. Nur eine einheitliche Regelung über den Bund kann dies verhindern. Der Wolf leistet einen wichtigen Beitrag für das Ökosystem und muss weiterhin streng geschützt bleiben.