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(Zinsrentensteuer), eine Steuer, welche das aus Leihkapitalien fließende Einkommen trifft. Dieselbe
bildet, wie in Baden,
[* 3] Bayern,
[* 4] ein Glied
[* 5] des Ertragssteuersystems oder, wie in England, einen Zweig der Einkommensteuer. Als besondere
Steuerart ist sie grundsätzlich überall da gerechtfertigt, wo die Erträge andrer Einkommenquellen besteuert
werden, ohne daß dabei die Zinsen aus Leihkapitalien genügend mit erfaßt werden. Bei unsrer heutigen Kreditentwickelung
verspricht die Kapitalrentensteuer auch große Erträge.
Allerdings leidet sie an dem Übelstand, daß viele Steuerobjekte schwer nachzuweisen sind. Dies gilt selbst von bekannten
Schulden von Gesellschaften, Gemeinden, des Staats, wenn die Zinsen nicht bei dem Schuldner, sondern bei dem
Gläubiger erfaßt werden sollen. In diesem Fall muß man sich auf Anzeigepflicht des Gläubigers und dessen Steuererklärung
verlassen, die insbesondere bei etwanigem Erbgang zu kontrollieren wäre. Ferner bereiten die Beziehungen zwischen Ertragssteuern
und Kapitalrentensteuer Schwierigkeiten.
Trifft man durch jene den gesamten Reinertrag, indem man dem Schuldner überläßt, dem Gläubiger die ihn
treffenden Steuern bei der Zinszahlung in Abzug zu bringen, so müßten die betreffenden Steuerobjekte bei der Kapitalrentensteuer außer
Betracht bleiben. In Ländern, wo eine allgemeine Einkommensteuer besteht (Preußen),
[* 6] würde die Kapitalrentensteuer ebenso wie die Lohnsteuer
als Doppelbesteuerung empfunden, und man verzichtet deshalb auf ihre Aufnahme unter die Ertragssteuern,
was freilich wieder viele Steuerungleichheiten zur Folge hat.