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Ich bin das zweite Mal im Workshop “Persönlichkeitsentwicklung” gewesen mit den Jugendlichen in Pampas de San Juan. Es fällt mir auf, dass es hier fast keine Gesprächskultur wie bei uns gibt. Alle reden durcheinander und ich habe das Gefühl, niemand hört so richtig zu.
Als ich einmal mehr in Pampas ankomme, sehe ich hinter der Casa de la Cultura an einem sehr steilen Hang mindestens 50 Menschen wie Ameisen am Steine schichten, Pickeln und Schaufeln. Rundherum sind alle ganz aufgeregt und schauen zu. Faviola erklärt mir, dass dies eine Invasion sei. Die Siedler hier kommen immer in grossen Gruppen, damit es schwer ist sie zu vertreiben. Dann markieren sie mit weisser Farbe ihr Grundstück und beginnen gleich mit dem Terassenbau. Einmal begonnen, hören sie nicht mehr auf. Sie können auch nicht mehr weg. Geschlafen wird nur kurz, irgendwo in Mitten der Steine, dann bauen sie weiter. In etwa zwei Wochen werden sie 20 Hütten hingebaut haben. Diese werden sie nach und nach innerhalb von Jahren zu besseren Hütten und dann zu Häusern ausbauen. Am Anfang haben sie weder Wasser noch Abwasser, noch Strom, vom Telefon gar nicht zu sprechen.
Um acht Uhr abends kehre ich nach Miraflores zurück. Die Siedler sind immer noch am Pickeln. Am Strassenrand sitzt ein Kind und schreit ununterbrochen. Ich rauche einige Zigaretten. Draussen ist es dunkel. Niemand kommt, um das schreiende Kind in die Arme zu nehmen und es zu trösten. Ich stehe da und rauche. Nach einer langen viertel Stunde kommt ein kleiner Junge, kaum grösser als das Kind, und nimmt es mit. Auf dem Heimweg im Bus – die Busse hier sind meistens brutal überfüllt, sehen aus wie zweimal ausgebrannt und lottern wie mittelalterliche Kutschen – steigt ein aufdringlicher Musiker ein. Nachdem er sich eine Weile mit dem Chauffeur gestritten hat, damit dieser die Musik ausmacht, hält er eine lange Ansprache und beginnt dann unnnnnnnnnnnendlich falsch zu Singen. Die Strasse ist holperig.