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Menschenrechte
Indien: Inhaftierter Jesuitenpater in kritischem Zustand
18.06.2021
Mumbai (IDEA) – Ein indisches Gericht hat angeordnet, den Krankenhausaufenthalt des inhaftierten Jesuitenpaters Stan Lourdusamy (84) – bekannt als Stan Swamy – zu verlängern. Grund dafür soll der kritische Gesundheitszustand des an Parkinson erkrankten Geistlichen sein. Das berichtet der katholische Pressedienst „Ucanews“.
Zum Hintergrund: Swamy war am 8. Oktober 2020 festgenommen worden. Er hatte sich für die Rechte der Armen eingesetzt, besonders für Indigene und sogenannte „Unberührbare“, die Dalits, im nordöstlichen Bundesstaat Jharkhand. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA hatten ihn im Dezember zum „Gefangenen des Monats“ benannt und aufgerufen, sich für seine Freilassung einzusetzen.
Swamy war am 28. Mai auf gerichtliche Anordnung in ein katholisch geführtes Krankenhaus in Mumbai eingeliefert worden, nachdem sich sein Gesundheitszustand drastisch verschlechtert hatte: Er war nach Angaben von „UcaNews“ nicht mehr in der Lage, eigenständig zu essen und zu trinken. Einen Tag später wurde er positiv auf Corona getestet. Laut dem medizinischen Direktor des Krankenhauses ist der Gesundheitszustand des Geistlichen weiterhin kritisch, und er benötige intensive Pflege, so das Gericht.
Seine Jesuitenbrüder begrüßten die Entscheidung, verwiesen aber darauf, dass sie selbst keine genauen Informationen über den Gesundheitszustand von Swamy hätten. Am 3. Juli soll erneut über einen Kautionsantrag Swamys entschieden werden. Im März hatte das zuständige Gericht eine Freilassung abgelehnt. 80 Prozent der etwa 1,3 Milliarden Einwohner Indiens sind Hindus, 14 Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen.
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