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Exakt 15 Jahre ist es her, seit Al-Kaida-Terroristen zwei Passagiermaschinen der American Airlines entführt und diese in die Twin Towers des World Trade Centers in New York geflogen haben.
«9/11» war der verheerendste Terrorakt in der Geschichte Amerikas und hat auf verschiedenen Ebenen einschneidende Spuren hinterlassen. 2823 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben. Und auf einen Schlag wurden gegen 1300 junge Menschen zu Waisen.
Sie waren noch Kinder, als der Terrorakt ihre Familie zerriss. Die jungen Hinterbliebenen haben gelernt, Kraft und Inspiration aus ihrem Schicksal zu ziehen. Die Nachrichtenagentur AP hat die nun erwachsenen «9/11»-Kinder porträtiert und ihre Geschichten erzählt:
Thea Trinidad (heute 25)
Thea Trinidad war zehn Jahre alt, als sie das Telefongespräch belauschte, in dem sich ihr Vater von ihrer Mutter für immer verabschiedete. Ihr Vater Michael, arbeitete damals als Telekommunikations-Analytiker in den Twin Towers.
Der Tod ihres Vaters hat Thea dazu inspiriert, ihre gemeinsame Passion zu würdigen und erfolgreich zum Beruf zu machen: Thea ist professionelle Wrestlerin geworden. Jedes Mal, wenn sie in den Ring steigt, denkt sie an ihren Vater und daran, wie nah sie seinem Geist ist.
Im Jahr 2011 verlieh das Magzain «Pro Wrestling Illustrated Thea sogar den Titel «Inspirational Wrestler of the Year». Neben dem Wrestling ist Thea auch als Model und Schauspielerin tätig.
Sonia Shah (22)
Auch Sonia Shah verlor heute vor 15 Jahren ihren Vater. Jayesh «Jay» Shah arbeitete in der Finanzbranche und befand sich zum Unglückszeitpunkt ebenfalls im World Trade Center.
Die Tragödie im Leben der damals Siebenjährigen hat auch Sonias Berufswahl beeinflusst. Sie wurde vom Wunsch geleitet, anderen zu helfen.
Sonia sagt, dass ihre eigene schmerzhafte Geschichte ihr die Türen zu einem emphatischen Verständnis gegenüber anderen leidenden Menschen geöffnet hat.
Neben ihrem Studium der sozialen Arbeit, formte auch die Religion Sonias Leben. Sie verbrachte den Sommer als freiwillige Helferin bei den Flüchtlingen in Griechenland.
Alexandra Wald (28)
Alexandra Wald hat ihren Vater an ihrem ersten High School-Schultag verloren. Er arbeitete als Börsenmakler in den Twin Towers.
Sein Verlust hat Alexandra zu entschlossenen Ambitionen geführt: Sie wollte sichergehen, dass so eine Tragödie nie mehr passieren würde. Getrieben vom Verlangen zu Verstehen, las sie Bücher, studierte vier Jahre Arabisch und schloss ein Masterstudium in internationalen Beziehungen ab.
Alexandra arbeitet nun beruflich an einer ehrgeizigen Vision: Sie ist teil eines Projektes zur Internetsicherheit innerhalb der General Services Administration in Washington, eine US-Behörde, welche die Verwaltungen unterstützt.
Ronald Milam Jr. (29)
Ronald Milam Jr. hat seinen Vater nie kennengelernt. Dieser war Major bei der US-Army und wurde bei der Attacke auf das Pentagon getötet. Seine schwangere Frau, Air Force Captain Jacqueline Milam, befand sich zum Zeitpunkt ebenfalls im Pentagon, doch konnte unverletzt entkommen.
Wie mehr als hundert andere Babys, kam Ronald Milam Jr. auf eine Welt, in der der Vater kurze Zeit vorher durch den Terrorakt getötet wurde.
In Gedenken an ihn hat der 14-Jährige begonnen, Basketball und Football zu spielen. Die Nummer auf seinem Trikot ist dabei stets die 33 – so alt war sein Vater, als die Flugzeuge in die Türme krachten.
Anjunelly Jean-Pierre (34)
Anjunelly Jean-Pierre wird heute ihrer verstorbenen Mutter Maxima Jean-Pierre gedenken. Diese war Café-Betreiberin in den Twin Towers.
Vor dem Attentat wollte Anjunelly eigentlich dem Militär beitreten und dann Ärztin oder Anwältin werden. Doch auch ihr Leben wurde an jenem Septembertag von Grund auf erschüttert.
Ihr Wunsch war von nun an in die Fussstapfen ihrer Mutter zu treten und eine Ausbildung im kulinarischen Bereich zu absolvieren.
Die treibende Idee hinter ihrem neuen Verlangen war Menschen zusammenzubringen. Sie lebt ihren Traum als Managerin des «Members' Dining Room» im amerikanischen Kongress.Publiziert am 11.09.2016 | Aktualisiert am 12.09.2016