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In seinem Werk schafft Denis Savary durch die Wahl von Motiv, Farben und Wölbungen ein Netzwerk von Bedeutungen, das die Bereiche Literatur, Kunstgeschichte und Industriedesign umspannt. Viele Werke Savarys zeigen seine Neigung, Geschichten aus der Welt der Kultur zu reaktivieren und dabei auf die Beziehungen am Rande der Künstlerbiografien zu verweisen. Ob durch die beinah parodische Nachbildung von Kokoschkas Puppe oder durch die Variation von Félix Vallottons Serie Intimités, Savary verhilft ungewöhnlichen Geschichten zum Leben. Der Linolschnitt mit dem Titel Figueras bezieht sich auf die Herkunftsstadt des Künstlers Salvador Dalí. Er stellt einen lebensgrossen Sonnenschirm dar, der wie an einem Tag ohne Sonne zusammengeklappt ist. Die konische Struktur erinnert an Dalís Interpretation der bauta, eines venezianischen Kostüms, das im 18. Jahrhundert bei geheimen Treffen während des Karnevals in Venedig getragen wurde. Anlässlich des sagenumwobenen Balls von Carlos de Beistegui am 3. September 1951, auch bekannt als „Fest des Jahrhunderts“, schuf der spanische Künstler in Zusammenarbeit mit dem Modeschöpfer Pierre Cardin in seinem Theatermuseum in Figueras eine Variation dieses dreiteiligen Kostüms mit einem schwarzen Dreispitz, einer Maske und einem Schleier. Als weitere Referenz an Dalí darf die Farbwahl der Sonnenschirme verstanden werden, die dem Farbton der Dauerlutscher der spanischen Firma Chupa Chups entspricht, für die Dalí 1958 das erste Logo entworfen hat.
Denis Savarys künstlerische Praxis spiegelt seine Experimentierfreude und seine Begeisterung an der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Handwerkern wider. Savary greift so unterschiedliche Techniken wie Video, Skulptur und Zeichnung auf und inszeniert in seinen Werken Fachkenntnisse sowie literarische und ikonografische Quellen, die scheinbar nichts miteinander gemeinsam haben. Während des Entstehungsprozesses werden verschiedene Geschichten in die Werke integriert. Denis Savary erwarb seinen Abschluss in Bildender Kunst 2004 an der École cantonale d'art de Lausanne (ECAL), wo er derzeit als Professor tätig ist. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen unter anderem in der Kunsthalle Bern (2012), im MAMCO in Genf (2015) und im Musée des Beaux-Arts in La Chaux-de-Fonds (2019) gezeigt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Swiss Art Award 2004 und 2007 sowie 2018 das Londoner Atelier-Stipendium von der Landis & Gyr Stiftung.