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Das Franziskanerkloster in Zürich und seine baugeschichtliche Entwicklung bis zum Gerichtsgebäude
Franziskanermönche legten im 13. Jahrhundert am Rand der Stadt Zürich, aber noch innerhalb der Stadtmauern, den Grundstein für ein Kloster mit einer dreischiffigen Basilika mit langrechteckigem Chor und einem Konventstrakt parallel zur Kirche. Im Spätmittelalter fügten sie der Anlage einen neuen Kreuzgang mit kunstvoller Masswerkdekoration hinzu. Nach der Aufhebung des Klosters in der Reformation baute die Stadt die Kirche zum Kornspeicher um. Eine Aktiengesellschaft erwarb die Kornschütte und eröffnete dort 1834 das erste Theater der Stadt Zürich. 1890 zerstörte ein Brand das «Aktientheater», den Platz nutzte ab 1936 die Staatskellerei für ein Lager. Das Konventsgebäude diente erst als Wohnung für die Mönche aufgehobener Klöster und den Obmann, ab dem 19. Jahrhundert nahm es die Eidgenössische Kanzlei, später die Regierungskollegien und schliesslich das Obergericht auf.
Ausgrabungen und Bauuntersuchungen förderten 1936 bis 2011 zahlreiche Gebäudereste zutage, insbesondere 2008/2009 vor der Realisierung des Erweiterungsbaus für das Obergericht. Erstmals fasst die vorliegende Monographie die Resultate dieser Untersuchungen zusammen und fügt dem archäologischen Informationsbestand historische Textquellen, Bilder und Pläne sowie wertvolle frühe Fotografien hinzu. Die baugeschichtliche Entwicklung, Raumnutzung und -ausstattung vom Franziskanerkloster bis zum heutigen Gerichtsgebäude lassen sich so anschaulich beschreiben.
Autorin: Gabi Meier Mohamed, mit Beiträgen von Elisabeth Langenegger und Benedikt Zäch
Monographien der Kantonsarchäologie Zürich 44 (2014) 196 S., 136 Abb., 7 Taf. Format 210 x 297 mm, gebunden, laminiert