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Hörschäden selbst diagnostizieren – aber wie?
Verluste des Hörvermögens sind für die Betroffenen viel schwieriger festzustellen als eine Verminderung der Sehschärfe. Denn während bei der letzteren auf recht zuverlässige Wahrnehmungskriterien zurückgegriffen werden kann – wie: Ist das Bild des TV-Geräts noch scharf, kann ich die Zeitung noch mühelos lesen, vermag ich im Verkehr noch problemlos zu erkennen, was sich fünf Wagenlängen vor mir tut? – gibt es in der Akustik keine gleichwertigen Vergleichsgrössen. Dadurch, dass Schallwellen unsichtbar sind, fehlen dem Individuum objektive Wahrnehmungskriterien für deren Stärke und Frequenz.
Hörfähigkeit verringert sich schleichend
Da sich Hörverluste in der Regel schleichend vollziehen und ausserdem in den meisten Fällen nur einen Teil der Frequenzen tangieren, fällt es selbst unvoreingenommenen Personen relativ schwer, sich selbst einen Hörverlust zu diagnostizieren. Typisch ist dies beispielsweise bei der Altersschwerhörigkeit, die zumeist durch eine allmähliche Verringerung der Hörfähigkeit im Hochtonbereich geprägt ist: Da sich das Hörvermögen in den mittleren Tonlagen und im Tieftonbereich nicht oder nicht im gleichen Masse reduziert, bleibt der allmählich fortschreitende Hörverlust den Betroffenen während langer Zeit verborgen. Lediglich eine Summe verschiedener Indizien weist im Zweifelsfall darauf hin, dass mit dem Gehör etwas nicht mehr ganz in Ordnung sein könnte: Seit wann spricht meine Frau so undeutlich, warum ist der Radio-Empfang nicht mehr so gut wie früher, weshalb höre ich den Postboten nicht mehr läuten und seit wann klingelt das Telefon so leise? Aber weshalb tönen bei Beethoven und Händel die Bässe so überlaut?
Klarheit verschaffen!
Wenn also gewisse Indizien den Verdacht auf eine beginnende Schwerhörigkeit nähren, so sollte man die Dinge nicht einfach auf sich beruhen lassen und auf eine gelegentliche Verbesserung des Zustands hoffen, sondern zumindest versuchen, sich mit einem kleinen Selbsttest mehr Klarheit zu verschaffen. Es bieten sich verschiedene Methoden an. Testen Sie Ihr Gehör mit dem "Swatch-Hörtest" oder mit unserem interaktiven Fragebogen zum Hör-Handicap.
Der SwatchHörtest
Eine Swatch-Uhr – welche bekanntlich ein relativ lautes Ticken von sich gibt – wird in einem ruhigen Zimmer auf einen Tisch gelegt. 25-jährige Personen mit gesundem Gehör sind in der Lage, das Ticken der Uhr bis auf eine Distanz von 2 Metern zu hören. Bei Fünfzigjährigen verringert sich diese Distanz auf 50 Zentimeter und bei Siebzigjährigen auf 15 Zentimeter. Obwohl diese Probe nur grobe Richtwerte liefert, vermittelt sie den Betroffenen doch gewisse Indizien über den mutmasslichen Zustand ihres Gehörs. Zugleich macht sie die Erfahrung des mit dem Alter abnehmenden Hörvermögens für Laien auf einfache Art nachvollziehbar.