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Hämorrhoiden sind im Analkanal gelegene Gefäßstrukturen. Daher können vaskuläre Prozesse wie die Bildung von Thromben oder der Gefäßverschluss durch ein verschlepptes Gerinnsel auch die Hämorrhoiden betreffen. In solchen Fällen ist die Diagnose Hämorrhoiden mit Thrombose (HT) zu stellen.
Schmerzen beim Stuhlabsatz und das Einsetzen von Hämorrhagien während der Defäkation sind die häufigsten Symptome eines Hämorrhoidalleidens. Wenn Blutungen auftreten, dann tritt frisches, helles Blut aus dem After, aber die Betroffenen empfinden nicht in jedem Fall Schmerzen. Auf der anderen Seite kommt es bei einigen Patienten kaum zu Blutungen, aber die Schmerzen sind so stark, dass sie selbst beim Gehen oder Sitzen hinderlich sind.
In den meisten Fällen handelt es sich bei HT um äußere Hämorrhoiden. In den inneren Hämorrhoiden lagern sich nur selten Thromben ab, es sei denn, nach einem Prolaps des Rektums durch den Musculus sphincter ani externus kommt es zur Strangulation der entsprechenden Gefäßstrukturen [1]. Die Haut oder Schleimhaut, die HT überzieht, ist in der Regel stark berührungsempfindlich und bläulich verfärbt. Die Läsion selbst ist fest und gegenüber dem umgebenden Epithel bzw. der Mukosa erhaben. Nicht selten kommt es während der proktologischen Untersuchung zur Ruptur der betroffenen Hämorrhoiden und zu entsprechenden Blutungen. Sind Hämorrhoiden schon im Voraus aufgebrochen, sind zumeist ulzerative Veränderungen und nekrotisches Gewebe zu erkennen. Unabhängig von einer Ruptur bestehen nahezu immer Anzeichen für ein entzündliches Geschehen. Das die HT umgebende Gewebe ist gerötet und ödematisiert.
Im Gegensatz zur häufiger auftretenden krankhaften Vergrößerung der Hämorrhoiden setzen die Symptome von HT akut ein. Da jedoch für gewöhnlich beide Konditionen gleichzeitig bestehen und HT-Patienten ebenso an krankhaft vergrößerten Hämorrhoiden leiden, finden sich in der Krankengeschichte zumeist Hinweise auf eine seit Längerem bestehende Hämorrhoidalpathologie [2]. Weitere Beschwerden, die von HT-Patienten regelmäßig beschrieben werden, sind rekurrente oder chronische Verstopfung und Diarrhoe [3]. Hierbei handelt es sich um zu Hämorrhoidalleiden prädisponierende Faktoren.
Methoden der Wahl zur Inspektion des Plattenepithels, das den Analkanal auskleidet, und der Kolon- und Rektumschleimhaut sind die makroskopische Untersuchung, die Anoskopie, die Sigmoido- und Kolonoskopie. Nicht immer finden all diese Verfahren Anwendung. Die endoskopische Untersuchung höher gelegener Darmabschnitte ist beispielsweise dann indiziert, wenn ein Patient mit frischen Blutungen aus dem After vorstellig wird und in der Untersuchung der Analregion keine Hinweise auf ein Hämorrhoidalleiden oder HT gefunden werden können. Es sei allerdings auch darauf hingewiesen, dass zum Teil schwerwiegende Erkrankungen des Rektums oder Dickdarms übersehen werden können, wenn klinische Symptome vorzeitig einer Hämorrhoidalpathologie zugeordnet werden [5]. Lassen anamnestische Daten oder Angaben zum Krankheitsverlauf Zweifel an der Lokalisation des ursächlichen Geschehens, sind daher umfassendere bildgebende Maßnahmen einzuleiten. Weil die Abgrenzung dieser beiden Szenarien erhebliche Schwierigkeiten bereiten kann, empfehlen manche Experten, bei jedem Patienten mit Analblutungen zumindest eine Sigmoidoskopie zu realisieren [6].
Unkomplizierte Fälle von HT bedürfen keiner zusätzlichen Labordiagnostik. Treten derartige Probleme jedoch wiederholt auf oder besteht der Verdacht auf eine systemische Thrombophilie, sind Koagulationsstudien zu veranlassen. Die Auswertung des Blutbilds lässt Rückschlüsse bezüglich der Rolle der Thrombozyten im Krankheitsgeschehen zu und offenbart unter Umständen eine Anämie aufgrund des chronischen Blutverlusts.