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1 Institut Fédéral de Recherches sur la Forêt, la Neige et le Paysage, Zürcherstr. 111, CH-8903 Birmensdorf
2 Institut de biologie végétale appliquée IBA/IAP, Sandgrubenstrasse 25/27, CH-4124 Schönenbuch
Die Stickstoffemissionen erreichten Mitte der 1980er-Jahre einen Höchststand. Seither nehmen sie kontinuierlich ab, bleiben aber auf hohem Niveau. Aufgrund der Befürchtung, dass die Vitalität der Wälder durch die Luftverschmutzung beeinträchtigt würde, wurden in der Schweiz in den Jahren 1984 bis 1995 im Rahmen der drei Netzwerke IAP, LWF und NITEX langfristige Beobachtungsflächen eingerichtet, auf denen während der letzten 10 bis 25 Jahre die Stickstoffverfügbarkeit und deren Entwicklung gemessen wurden. Der Stickstoffeintrag wurde für jeden Standort entweder modelliert (IAP) oder aufgrund von Bestandesniederschlagsmessungen (LWF, NITREX) geschätzt. Als Indikatoren für die Stickstoffverfügbarkeit einer Fläche dienten die Nitratauswaschung aus dem Wurzelhorizont (43 Flächen), die Stickstoff- und Nährstoffkonzentration in den Blättern und Nadeln (>100 Flächen) sowie die Zusammensetzung der Bodenvegetation (59 Flächen). Auf acht von zwölf Beobachtungsflächen (LWF) ist der Stickstoff eintrag während der vergangenen 15 Jahre signifikant zurückgegangen. Abgesehen von den alpinen Standorten liegen die Stickstoffeinträge jedoch immer noch im Bereich der Critical Loads oder überschreiten diese. Nach heutigem Wissensstand kann das Ökosystem Wald bei Stickstoffeinträgen über den Critical Loads nachhaltig geschädigt werden. Lokal wurden hohe Nitratauswaschungen aus dem Wurzelhorizont gemessen, was von der Stickstoffdeposition und weiteren Faktoren wie beispielsweise den Bodeneigenschaften abhängt. Der Stickstoff- und Phosphorgehalt in den Blättern und Nadeln hat während den letzten 15 bis 25 Jahren tendenziell abgenommen. Der Vergleich der Vegetationsaufnahmen im Jahr 1984 mit jenen in den Jahren 2003 und 2004 (IAP) zeigt eine Begünstigung der stickstoffliebenden Arten. Ein neuerer Vergleich zwischen 1994 und 2011 auf einer kleineren Anzahl Flächen (LWF) zeigt hingegen keine signifikante Änderung in der Zusammensetzung der Bodenvegetation.