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Die Nasa bestätigt, dass die Mehrzahl der Großbrände Amazoniens auf jüngst gerodeten Regenwaldflächen stattfinden. Laut den Daten des brasilianischen Raumforschungsinstitutes Inpe sind die Kahlschläge im Amazonas-Regenwald im vergangenen Jahr um 35 Prozent gestiegen. Zugenommen hat ebenso die Zahl der Brände.
Während Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wiederholt Indios, Flußanlieger und Kleinbauern für die Brände verantwortlich macht, belegt die Studie der amerikanischen Raumfahrtagentur, dass 54 Prozent der Feuer auf neu abgeholzten Flächen stattfinden und nicht mit der traditionellen Landbewirtschaftung zusammenhängen.
Das von der Nasa in Partnerschaft mit zwei amerikanischen Universitäte entwickelte Programm beruht auf hochauflösenden Satellitenbildern, die mit Daten des Inpe gekreuzt werden. Laut Nasa-Experte Douglas Morton weist jede Brandursache eigene Charakteristiken auf. Brände auf Kahlschlagsflächen sind intensiver, dauern länger und gehen mit größeren Rauchsäulen einher, wie Morton erklärt.
Brände sind Teil des Rodungsprozesses. Nach der Abholzung wird die Trockenperiode Amazoniens genutzt, um die Flächen zu “reinigen“. Die hat im Mai begonnen und mit ihr die Periode der Feuer. Im Juni wurde dabei eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber des gleichen Monats im Vorjahr registriert.
Im Juli waren es 28 Prozent mehr. Allein in den ersten zehn Augusttagen verzeichnete das Raumforschungsinstitut Inpe über 10.000 Brandherde und damit eine Zunahme von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Die Regierung Brasiliens spielt die Daten einmal mehr herunter. Vize-Präsident Hamilton Mourão spricht sogar von einer Abnahme der Brände um 7,6 Prozent und stellte darüber hinaus das System des weltweit angesehenen Inpe in Frage. Inpe arbeite mit einem ungenauen System, so Mourão. Das genauere System der Nasa bestätigt allerdings die Inpe-Daten.
Viele der Brände konzentrieren sich laut Nasa nahe der Bundesstraße BR-163 und der Transamazônica. Forscher verweisen schon seit Jahren darauf, dass Straßen Kahlschläge und Brände anheizen. Weitere Schwerpunkte sind im Nationalpark Xingu sowie in den Bundesstaaten Pará, Amazonas und Mato Grosso.
Während die große Zahl der Brände in der Amazonasregion 2019 für weltweites Aufsehen gesorgt hat, befürchtet Paulo Brando von der University California in Irvine, eine noch größere Katastrophe für 2020.