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In der Synode der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg ging eine Motion ein: Ein Delegierter der Synode wünscht sich eine zweisprachige, deutsch-französische Bibel. Joël Burri hat für Protestinfo die Geschäftsführerin der Schweizerischen Bibelgesellschaft, Eva Thomi, dazu befragt und berichtete am 22. Oktober 2015 darüber: französischer Original-Text. Wir stellen hier den übersetzten Text auf Deutsch zur Verfügung:
Ein Synode-Delegierter träumt von einer deutsch-französischen Bibel
In der Synode der evangelisch-reformierten Kirche Fribourg ging eine Motion ein, die die Herausgabe einer zweisprachigen, deutsch-französischen Bibel verlangt. Wenn die Kirche selber diese Arbeit nicht leisten kann, so sind Bibelverleger daran interessiert.
Ein Delegierter der Synode der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg (EERF) träumt von einer Bibel, in der der deutsche und der französische Text in nebeneinanderliegenden Spalten aufgeführt sind. Jean-Pierre Zimmermann findet, dass «sie in zweisprachigen Kirchgemeinden verwendet und den Konfirmanden zum Abschluss des Unterrichts überreicht werden könnte.» Deshalb hat er in der Synode der EERF eine Motion eingereicht, dass sie eine solche Bibel produzieren soll. Der Synodalrat (Exekutive) hat darauf geantwortet, «dass sie keine Verleger sind und keine nötigen Fachkenntnisse besitzen» und vorgeschlagen, die Idee an die Schweizerische Bibelgesellschaft weiterzuleiten.
«Ich finde diese Idee fantastisch!», begeisterte sich Eva Thomi, die Geschäftsführerin der Schweizerischen Bibelgesellschaft, als Protestinfo sie dazu befragte. «Mit unseren Partnern im Weltbund der Bibelgesellschaften können wir verschiedene Übersetzungen auf Deutsch und Französisch benutzen. Eine Auflage von 500 Exemplaren ist heute möglich. Die grosse Herausforderung ist die Seitengestaltung. Die beiden Übersetzungen einer Textpassage müssen auf einer Seite genau vis-à-vis sein. Das ist eigentlich nur mit einer manuellen Gestaltung machbar», meint Eva Thomi als erstes. Etwas später kann sie aber bekanntgeben, dass sie genauere Zahlen hat: «Nach seriösen Schätzungen beliefen sich die Herstellungskosten (Layout und Druck) einer deutsch-französischen Bibel mit moderner Technik auf ungefähr 100‘000 Franken für 2000 Exemplare.» Sie fügt hinzu: «Es ist gut, so ein Projekt zur Sprache zu bringen. Das kann die verschiedenen Partner motivieren, damit vorwärts zu machen.»
Die Idee ist nicht ganz neu. «Eine französisch-englische Bibel gibt es, und wir haben uns schon eine deutsch-französische Ausgabe überlegt», erklärt Eva Thomi. «Aber es ist klar, dass nur die Schweiz ein solches Projekt finanzieren würde. Die Französische Bibelgesellschaft ist daran nicht interessiert, und auch unsere anderen Partner nicht.» Eine gewisse Nachfrage besteht aber. «Ich habe meine Arbeitskolleginnen danach gefragt und sie haben bestätigt, dass sie schon nach solchen Bibeln gefragt worden sind. Wir wurden sogar nach einer Bibel in den vier Landessprachen angefragt. Das würde allerdings ein zu dickes Buch ausmachen, wenn sich die Ausgabe nicht auf das Neue Testament und die Psalmen beschränkte.»
Welche Übersetzung wählen? Die Schweizerische Bibelgesellschaft darf die Übersetzungen brauchen, für die die Französische Bibelgesellschaft die Rechte besitzt, also beispielsweise: Français courant, Parole de Vie, traduction oecuménique de la Bible oder Nouvelle Bible Segond. «Ich denke, dass wir eine Übersetzung in einer relativ einfachen Sprache wählen sollten», meint Eva Thomi. «So könnte diese Ausgabe auch für das Erlernen der Sprachen dienen.»
Jean-Pierre Bezin, Direktor der Genfer Bibelgesellschaft, findet das Konzept «interessant». Er wagt auch keine Schätzung eines solchen Projekts. Die Genfer Bibelgesellschaft besitzt die Rechte für mehrere Übersetzungen auf Französisch, Deutsch und Italienisch, darunter die Bibel Segond 21.
Zur Schweizerischen Bibelgesellschaft:
Die Schweizerische Bibelgesellschaft sieht sich im Dienste der Kirchen und ist offen für Anfragen. Die Produktion einer zweisprachigen Bibel deutsch-französisch gehört zu ihrem Kernauftrag und sie würde sich freuen, wenn dieses Projekt realisiert werden könnte.