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Zürich, 1500-1501
Lukas Zeiner
H. 50, B. 35 cm
Inv. 1870.1272.
Die Standesscheibe von Zug gehört zu jenem einheitlich konzipierten Wappenscheibenzyklus, der im Jahre 1500 auf Ersuchen des Badener Stadtrates von den zehn eidgenössischen Ständen in den Tagsatzungssaal zu Baden (Kanton Aargau) gestiftet wurde und vollständig erhalten ist. Der Auftrag sämtlicher Orte zu diesem gemeinsamen Werk ging an den bedeutenden Zürcher Glasmaler Lukas Zeiner. Die Badener Scheibenserie ist ein frühes Beispiel für die in der Schweiz seit dem 15. Jahrhundert verbreitete Sitte der Fenster- und Wappenschenkungen als Ausdruck politischer Einigkeit. Die Zuger Scheibe vertritt exemplarisch den durch Zeiner geschaffenen Standesscheiben-Typus, dessen Kompositionsschema in der Glasmalerei des 16. Jahrhunderts weiteste Verbreitung fand. Unter einer rahmenden Bogenarchitektur mit figuralen Zwickelbildern - hier wilden Männern - stehen vor rotem Damasthintergrund zwei Schildhalter in der Haltung selbst - und siegesbewusster Eidgenossen. Sie flankieren die Wappenpyramide, den von der deutschen Königskrone überhöhten Standes- und Reichsschild, und tragen zwei Zuger Banner, von denen das linke den Stadtheiligen Oswald zeigt.