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Auf den meisten Flächen einer vom Menschen unbeeinflussten Landschaft würden sich in Abhängigkeit vom Standort typische Waldgesellschaft einstellen. Da der Mensch aber seit langem mit forstlichen Massnahmen auf die Wälder einwirkt, wurden diese Waldgesellschaften teilweise stark verändert. Nadelwälder wurden waldbaulich stark gefördert. Sie kommen in der Region nur an wenigen Stellen natürlich vor.
Du grünst nicht nur zur Sommerszeit
Laubwälder dominieren in der Region das Waldbild, seien es die Buchenwälder oder in wärmeren und trockeneren Lagen die Eichen-Hagebuchenwälder. Die meisten Nadelwälder in der Region sind auf die waldbauliche Förderung der Fichte bzw. Rottanne (Picea abies) zurückzuführen. Die Fichte spielt aber in natürlichen Wäldern der Region eine untergeordnete Rolle. Sie wird aus wirtschaftlichen Gründen gepflanzt, oftmals auch in forstlichen Monokulturen. Natürliche Nadelwälder gibt es in der Region nur unter zwei ökologischen Bedingungen: Einerseits Föhrenwälder, an Standorten, wo es der Buche zu trocken ist und wo die Böden zu unwirtlich werden. Anderseits in Gebirgslagen an kühlen, schattigen Nordhängen, wo die Steilheit den Boden ständig in Bewegung hält. Hier findet man den Tannen-Fichtenwald.
Föhren für die Extreme
Föhrenwälder, in denen die Waldföhre (Pinus sylvestris
) fast reine Bestände bildet, kommen nur auf wechselnd trockenen, meist instabilen Mergelböden vor, in denen Stickstoff oft Mangelware ist. Mergel
ist kalkreicher Hangschutt, der während der Eiszeit durch Frostsprengung und Bodenbewegung entstanden ist. Mergelboden wird in Trockenperioden rissig und verhärtet sich. Während der regenreichen Zeit aber quillt er auf und wird glitschig. Dieses Wechselspiel erträgt nur die Föhre, die sich auf solchen extremen Standorten gegen die Konkurrenz der Laubbäume durchsetzen kann. Föhrenwälder besitzen eine geringe Wüchsigkeit und sind nicht von wirtschaftlicher Bedeutung. Vermutlich wurden sie auch früher nur beweidet und für die Brennholzgewinnung genutzt. Heute werden sie meist zur Erhaltung ihrer Funktion als Erosionsschutz gepflegt. Ein Beispiel eines typischen Föhrenwaldes ist das Naturschutzgebiet Chilpen in Diegten.
Auf Kuppen und Kreten existiert noch ein zweiter Typ Föhrenwald. Er wächst auf den flachgründigen Böden über trockenen und exponierten Kalkfelsen im Kettenjura. Als Bodensubstrat steht meist nur etwas Rohhumus zur Verfügung. Dieser vermag kaum Wasser zu speichern; nach einem Regen fliesst das Wasser augenblicklich, auch durch Spalten im Kalk, ab. Die Sonneneinstrahlung ist sehr intensiv, die Temperaturschwankungen sind enorm. Kein anderer Baum mag hier noch gedeihen ausser der anspruchslosen Waldföhre. Aufgrund ihrer Lage werden diese Wälder kaum genutzt.
Tannen und Fichten bilden einen Wald
Vom Aussehen ganz anders erscheinen die Tannen-Fichtenwälder: Sie sind an kühlen Nordhängen zu finden und machen einen dunklen bis düsteren Eindruck. Solche Wälder sind in der Region zwischen 700 und 1000 m ü. M. zu finden. Weisstannen (Abies alba) und Fichten sind die beiden vorherrschenden Baumarten; Laubbäume, meist die Buche, sind nur vereinzelt vorhanden. Im steilen Gelände hat sich durch Steinschlag Blockschutt angesammelt. Im kühlen Klima laufen die Abbauprozesse langsam, weshalb sich zwischen dem Blockschutt Rohhumus bildet. Der Boden versauert oberflächlich, und es gedeihen selbst Pflanzen, die eigentlich kalkreichen Untergrund meiden. Der humose Boden ist auch im Sommer stets feucht und frisch. Auffällig sind die vielen Farne, Moose und Schildflechten. Das langsam vermodernde Totholz gibt dem Tannen-Fichtenwald ein urwaldähnliches Aussehen.
Diese natürlichen Nadelwälder finden sich im Kettenjura an steilen Nordhängen und sind meist nur kleinflächig ausgebildet. Sie werden in der Regel nicht bewirtschaftet, da das Gelände nicht befahrbar ist. Sie haben aber gegen Steinschlag eine enorm wichtige Schutzfunktion.
BE
Tabellen
Föhren und ihre Bodenverhältnisse
Quelle: Burnand Jaques, Hasspacher Beate: Waldstandorte beider Basel, Verlag des Kantons BL, Liestal, 1999.