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Die Trümmer bestehen aus teils gebrannten und mit Namensstempeln versehenen, teils ungebrannten Lehmbatzen, die durch
Kalk,
Mörtel oder
Erdharz verkittet sind.Platten mit Bildwerk, wie in
Ninive, oder
Kolosse von
Stein finden sich
hier nicht. Als Erbauer der Stadt wird Belos genannt, doch ist das Vorhandensein von Babylon als
Residenz der babylonischen
Könige
erst seit dem 16. Jahrh.
v. Chr. bezeugt. Seit der Unterwerfung
Babyloniens unter assyrische Herrschaft (s.
Babylonien, Geschichte)
war es der Sitz assyrischer Unterkönige und ward 683 bei einem
Aufstand gänzlich zerstört.
Erst
Nabopolassar und
Nebukadnezar bauten die Stadt nach Wiederherstellung der Unabhängigkeit
Babyloniens von neuem aufs prächtigste
auf.
Letzterer vollendete den großartigen von seinem
Vater begonnenen
Palast, errichtete den
Göttern Marduk (Belos) und Nabu
hohe, turmartige
Tempel und baute die gewaltigen
Mauern, welche die ganze Stadt umgaben. Babylon soll damals 2 Mill.
Einw. gehabt haben. Im J. 538, unter dem babylonischen König
Nabonetos, ward die Stadt von
Kyros erobert, jedoch geschont
und zur dritten Hauptstadt der medisch-persischen
Monarchie erhoben.
Nach der Empörung der Babylonier gegen
Dareios Hystaspis (518) wurden
Mauern und
Thore niedergerissen,
viele Einwohner verjagt oder getötet.
Xerxes raubte aus dem Belostempel die goldene
Statue des
Gottes und beschädigte den
Tempel selbst, der seitdem verfiel.
Alexander d. Gr. beabsichtigte seine Wiederherstellung, starb aber vor Ausführung
dieses
Plans in dem
Palast des
Nebukadnezar. Den härtesten
Stoß erlitt unter der Herrschaft der
Seleukiden
durch die
Erbauung der Stadt Seleukeia und die derselben verliehenen Privilegien.
Handel und Einwohner wandten sich jetzt von Babylon weg, und schon um 130 wurde auf dem größten Teil des von
den
Mauern eingeschlossenen Stadtraums
Getreide
[* 5] gebaut. Unter den noch übrigen Einwohnern waren sehr viele
Juden. Zur
Zeit des
Hieronymus (gest. 420
n. Chr.) benutzten die Partherkönige die
Ruinen von Babylon mit den noch stehenden
Mauern als Wildgehege
zur
Jagd. Seit der Herrschaft der Araber verschwand der
Name Babylon ganz aus der Geschichte, und im 10. Jahrh. wußte man von der
Stadt nur, daß an ihrer
Stelle ein kleines Dorf,
NamensBabel, stehe.
Vgl.
Rich, Memoirs on the ruins of
Babylon (4. Aufl., Lond. 1839);
Layard, Discoveries in
the ruins of Niniveh and Babylon (das. 1853; deutsch, Leipz.
1856);
Die Sterndeutekunst fand in Babylonien schon ihre vollkommene Ausbildung und Anwendung. Ein ganzes Priesterkollegium lag der Beobachtung
des gestirnten Himmels ob, wobei wohl der weitschauende, genau orientierte Belosturm als Sternwarte
[* 15] diente. Die Babylonier
verstanden bereits, eine Mittagslinie zu ziehen und den Sonnenstand oder die Tagesstunde zu bestimmen.
Im »Almagest« des Ptolemäos sind uns Angaben über mehrere Mondfinsternisse nach babylonischer Berechnungsart erhalten, die
von den neuern Berechnungen nur 9 Minuten abweichen.
Der Lauf desMondes scheint die babylonischen Priester überhaupt viel beschäftigt zu haben: sie entdeckten,
daß 223 Monderneuerungen ungefähr 19 Sonnenjahre ausmachen, fanden aber auch den übrigbleibenden Unterschied und kamen
so auf eine genauere Periode von 600 Jahren, wie sie auch schon wußten, daß die tägliche mittlere Bewegung des Mondes 13°
10' 35'' beträgt, was mit unsern Tafeln bis auf die Sekunden übereinstimmt. Sogar eine rückgängige
Bewegung der Sonne
[* 16] von W. nach O. und die ungefähre Peripherie der Erde waren ihnen nicht unbekannt, obgleich sie sich die Erde
hohl und von der Gestalt eines halben Eies dachten. Der Höhepunkt babylonischer Kunst und Wissenschaft fällt in die Zeit der
Unabhängigkeit (seit 626 v. Chr.). Die Regierung war nach asiatischer Weise despotisch. Der König thronte,
unsichtbar für das Volk, von einem glänzenden Hofstaat umgeben, in seinem Palast; Satrapen herrschten mehr oder minder unabhängig
in den Provinzen.
Isuthros rettete sich vor derSündflut mit Tieren aller Art auf ein Schiff,
[* 19] ward an das armenische Hochgebirge getrieben und
nach Gründung eines neuen Reichs zu den Göttern erhoben, worauf zahlreiche Könige aus verschiedenen Dynastien, einer medischen,
chaldäischen, arabischen und assyrischen, 36,000 Jahre bis auf Nabopolassar regierten. Obgleich die erhaltenen
babylonischen Inschriften nicht so zahlreich und belehrend sind wie die assyrischen, namentlich keine chronologischen Anhaltspunkte
gewähren, erfahren wir, nachdem ihre Entzifferung gelungen ist, aus ihnen doch so viel, daß in ältester Zeit von dem Volk
der Sumerier (s. d.) bewohnt wurde, welche die Grundlagen der babylonischen Kultur geschaffen haben.
Als ein König von Ur wird Likbagas genannt. Dann fielen, 1635 Jahre vor dem assyrischen König Assurbanipal,
wie derselbe in einer Inschrift von etwa 650 v. Chr. berichtet, also um 2280, die Elamiten in ein, und elamitische Könige,
wie Kudur-Nanchundi, Kudur-Mabuk u. a., herrschten etwa 300 Jahre über Babylonien, bis
bei Beginn des 2. Jahrtausends, um 1980, Sargon I. von Agani (Sippara) in Nordbabylonien die Herrschaft
an sich riß, auch Syrien eroberte und dem Semitismus zum Übergewicht verhalf; er ließ die religiösen Gesänge und die astronomischen
Tafeln der Sumerier ins Semitische übersetzen und in Arku aufbewahren.