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Arbeitsmarktintegration in Bolivien für Frauen und Jugendliche
Projektbeschrieb
Laut offiziellen Statistiken leben mindestens 13% der Einwohner:innen von La Paz in Armut, und die Stadt hat die grösste indigene Bevölkerung Südamerikas; viele davon gehören der Bevölkerungsgruppe der Aymara an und sind aus ländlichen Gebieten zugewandert.
Nach Angaben von UNICEF hat sich die COVID-Pandemie negativ auf den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem in Bolivien ausgewirkt – in der Folge davon sind mehr als 2,9 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene, insbesondere Frauen, in Bolivien durch prekäre Arbeitsverhältnisse gefährdet. Die vom Nationalen Institut für Statistik veröffentlichte Beschäftigungserhebung zeigt, dass die Arbeitslosenquote in den Städten zwischen Februar und April 2020 aufgrund der COVIDPandemie von 5,2 % auf 7,3 % gestiegen ist, wovon hauptsächlich Frauen betroffen sind. Darüber hinaus haben nach Untersuchungen der Stiftung Ser Familia rund 50 % der Hochschul- und Berufsfachschüler:innen ihr Studium zwischen dem ersten und zweiten Jahr aufgrund der Pandemie abgebrochen. Im Jahr 2022 lag die Arbeitslosenquote für Frauen bei 22 % und für Jugendliche bei 15 %, wobei Frauen und Jugendliche aus gefährdeten Bevölkerungsgruppen besonders grosse Schwierigkeiten haben, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
In La Paz machen junge Menschen zwischen 16 und 28 Jahren mehr als 25% der Bevölkerung aus. Davon gehen mehr als 10% weder zur Schule noch einer Arbeit nach. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Stadt ist höher als im Landesdurchschnitt. In den Gebieten, in denen die Stiftung Ser Familia arbeitet, gehören mehr als 50 % der Jugendlichen einer Bande an. Gleichzeitig hat La Paz die höchste Arbeitslosenquote des Landes.
Die bolivianische Verfassung legt grosses Gewicht auf das Konzept des “Vivir Bien” (wörtlich “gutes Leben” auf Spanisch) durch eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung in Harmonie und im Gleichgewicht mit der Umwelt (Mutter Erde). Trotzdem gibt es in den grossen Städten immer noch keine adäquate Abfallbewirtschaftung, was die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser verursacht. In Bolivien werden nur 8 % der Mülldeponien kontrolliert, und weniger als 4 % des gesamten städtischen Abfallaufkommens werden rezykliert. In der Stadt La Paz mit ihren rund 950.000 Einwohnern fallen täglich etwa 700 Tonnen Abfall an. Die formelle Abfallentsorgung ist nicht in der Lage, das gesamte Volumen zu verarbeiten und wird durch ein informelles System ergänzt.
In den letzten zehn Jahren wurden viele Klein- und Kleinstunternehmen gegründet, die grüne Technologien nutzen, auch im Bereich der Abfallwirtschaft. Diese Unternehmen bieten unter anderem Waren oder Dienstleistungen in den Bereichen Abfallrecycling, Wasserwirtschaft, Energie oder Mobilität an. Sie arbeiten umweltfreundlich und wenden fortschrittliche soziale und wirtschaftliche Praktiken an. Vielen von ihnen fehlt es jedoch an qualifiziertem Personal, um auf dem freien Markt zu bestehen.
Ziele:
Das allgemeine Ziel dieses Projekts ist die Wiedereingliederung von Frauen und Jugendlichen, die in La Paz Stadt in prekären Arbeitssituationen leben, in den Arbeitsmarkt durch die Förderung von Beschäftigungsmöglichkeiten, Selbständigkeit und Unternehmertum im Allgemeinen und speziell im Sektor der ökologischen Unternehmen.
Die Unterziele des Projekts sind:
- Stärkung und Förderung von Strategien zur Eingliederung von Frauen und Jugendlichen in den Arbeitsmarkt durch Partnerschaften zwischen der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor.
- Stärkung ökologischer Klein- und Kleinstunternehmen, die einen kreislaufwirtschaftlichen Ansatz verfolgen, um die Chancen der Arbeitsmarktintegration von Frauen und Jugendlichen in diesem Sektor zu erhöhen.