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Eine Abschiebung im Sinne von Art. 10 ZUG liegt vor, wenn eine Behörde (welche nicht zwingend die Sozialhilfebehörde sein muss) aktiv auf den Wegzug einer Sozialhilfe beziehenden Person hinwirkt. Das Abschiebungsverbot ist ein Ausfluss der auch bedürftigen Personen ohne Einschränkung garantierten Niederlassungsfreiheit (Art. 24 BV). Daraus ergibt sich, was nach Art. 10 Abs. 1 ZUG , bzw. § 167 Abs. 2 SG unzulässig ist. So fallen unter eine Abschiebung beispielsweise behördliche Schikanen, aber auch Interventionen bei Arbeitgebern oder Vermietern, die auf die Auflösung eines Arbeits- oder Mietvertrages ausgerichtet sind. Zulässig sind hingegen behördliche Unterstützungen beim Wegzug, wenn dieser freiwillig erfolgt und im Interesse der bedürftigen Person liegt.
Keine rechtswidrige Abschiebung liegt vor, wenn die Anwesenheitsbewilligung eines Ausländers oder einer Ausländerin widerrufen oder nicht erneuert wird. Das gleiche gilt für die Verfügung einer Aus- oder Wegweisung (Art. 10 Abs. 3 ZUG).
Grundsätzlich liegt keine Abschiebung vor, wenn die Gemeinde eine obdachlos gewordene oder eine Person mit zu hohen Wohnkosten auffordert, auch ausserhalb des Gemeindegebietes eine den Verhältnissen angemessene Wohnung zu suchen. Der Bezug einer kostengünstigen Wohnung liegt in der Regel im Interesse der unterstützten Person, selbst wenn sich die Wohnung in einer anderen Gemeinde befindet. So ist auch nicht zu beanstanden, wenn die Gemeinde der betroffenen Person zuhanden künftiger Vermieter ein Schreiben ausstellt, wonach die Miete durch die Sozialhilfe finanziert wird. Allerdings muss dabei der Mietzins im Sinne einer Obergrenze beziffert werden, wobei die in der Gemeinde geltenden Mietzinsrichtlinien zu beachten sind und klar festzuhalten ist, dass bei Wohnungen ausserhalb des eigenen Gemeindegebietes die jeweiligen Mietzinsrichtlinien der betreffenden Gemeinden für eine Kostenübernahme durch die Sozialhilfe massgebend sind.
Allgemein auch nicht als Abschiebung zu werten ist, wenn die Gemeinde Kostengutsprache für eine professionelle Wohnungsvermittlung erteilt, weil eine angemessene Wohnung z.B. wegen einer schwierigen Wohnungsmarktsituation oder der persönlichen Verhältnisse der betroffenen Person, nur schwer zu finden ist. Anders sieht die Situation aus, wenn die Gemeinde dem Wohnungsvermittler den Auftrag erteilt, ausschliesslich ausserhalb des Gemeindegebietes nach Wohnungen zu suchen oder eine Prämie für den Abschluss eines Mietvertrages in einer anderen Gemeinde verspricht.
Immer zu beachten sind dabei die verfassungsmässigen Rechte der betroffenen Person wie z.B. die Niederlassungsfreiheit. Weigert sich die betroffene Person, einen Mietvertrag für eine kostengünstige Wohnung an einem anderen Ort abzuschliessen, obwohl dies in ihrem Interesse liegen würde, kann kein anderer Zwang ausgeübt werden als die im Sozialgesetz vorgesehenen Mittel (Auflagen, Kürzungen etc.).
Hingegen ist von einer Abschiebung auszugehen, wenn eine Gemeinde selbst in einer anderen Gemeinde eine Wohnung mietet, um sie einer von ihr unterstützten Person unbefristet unterzuvermieten. Liegt aber ein befristetes Untermietverhältnis vor bzw. wird die betroffene Person z.B. zur Vermeidung von Obdachlosigkeit in einer von der Wohngemeinde in einer anderen Gemeinde angemieteten Wohnung befristet untergebracht, liegt ein Sonderzweck vor. Der Unterstützungswohnsitz bleibt am bisherigen Ort bestehen.