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Raw Superfood
Superfood ist ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt. Teilweise beruhen die mit bestimmten Lebensmitteln in Verbindung gebrachten positiven gesundheitlichen Wirkungen auf wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhängen. Allerdings ist es fraglich, wie sich solche wissenschaftlichen Erkenntnisse, die etwa unter Laborbedingungen, mit Tierversuchen oder unter Verabreichung sehr hohen Dosen erlangt wurden, auf echte Ernährungsweisen übertragen lassen.
Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel schreibt zum Thema Superfoods:
„[…] und obwohl wissenschaftliche Studien oft positive gesundheitliche Wirkungen ergeben, lassen sich die Resultate nicht unbedingt auf die reale Ernährung übertragen.“
Das Werben mit Superfood und ähnlichen Begriffen, die den Verzehr von Produkten mit gesundheitsfördernden Effekten in Verbindung bringen, ist gemäss Health-Claims-Verordnung der Europäischen Union verboten, solange eine Wirksamkeit nicht durch ein strenges Zulassungsverfahren bestätigt wurde.
- Der Heidelbeere werden die Eigenschaften eines Superfood zugeschrieben. Dies lässt sich zum einen darauf zurückführen, dass Heidelbeeren reich an Anthocyanen sind. Diese sollen das Wachstum krebsartiger Zellen im Dickdarm verlangsamen und diese sogar abtöten können. Des Weiteren enthalten Heidelbeeren weitere Antioxidantien, die in Tierversuchen dem altersbedingten Gedächtnisschwund vorbeugen und ihn zum Teil umkehren konnten.
- Die Acai-Beere wird ebenfalls oft als Superfood bezeichnet. Das Fruchtfleisch des Obstes enthält antioxidativ wirksame Substanzen. Allerdings ist ein Nachweis dadurch hervorgerufenen gesundheitlichen Nutzens beim Menschen noch nicht erbracht worden.
- Kakao soll durch einen hohen Flavanoidgehalt dazu beitragen können, den Blutdruck zu senken und dadurch das Risiko von Herzerkrankungen zu reduzieren. Allerdings werden die Mengen, die einen signifikanten Effekt mit sich bringen könnten, beim regelmässigen Konsum von Kakao, etwa in Form von Schokolade, kaum erreicht. Gleichzeitig würde bei entsprechendem Konsum nicht nur die Aufnahme der Flavonoide gesteigert, sondern auch die anderer Nährstoffe, bezüglich derer zum Teil empfohlen wird, weniger zu sich zu nehmen.
- Dem Gemeinen Bocksdormn wird nachgesagt, sehr nährstoffreich zu sein. Die auch Goji-Beeren genannten Früchte liefern Vitamine und Mineralstoffe, wie anderes Obst auch. Laut Werbung sollen sie durch die grosse Menge von enthaltenen Antioxidantien vor freien Radikalen schützen. Sie werden als „natürliche Anti-Aging-Quelle“ vermarktet. Die Goji-Beere sei „gesund, aber sie habe normalem Obst und Gemüse nichts voraus“, fasst der Ernährungswissenschaftler Emilio Martínez de Victoria von der Universität Granada zusammen.
- Den Chiasamen aus Mexiko werden immer wieder mit verschiedenen Gesundheitsversprechen beworben. Sie sind zwar eine gute Quelle für mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Proteine; ihr Nährstoffgehalt und ihre Wirkung auf die Verdauung sind allerdings vergleichbar mit den in Europa heimischen Leinsamen.
- Die Yacon, die auch Inkawurzel genannt wird, hat Zurzelknollen mit dem unverdaulichen Kohlenhydrat Inulin; dies trägt zur gezielten Förderung erwünschter Darmbakterien bei, die den Stoffwechsel anregen. Die Stängel werden als Gemüse gegessen. Die Knollen werden als diätetisches, energiearmes Lebensmittel besonders in Japan stärker gefördert.
- Moringa-Pulver wird unter anderem auch als Nahrungsergänzungmittel vertrieben. Der wissenschaftliche Kenntnisstand deutet nicht auf einen besonderen ernährungsphysiologischer Nutzen hin. Stattdessen beanstandet die behördliche Lebensmittelüberwachung verstärkt unlautere Werbung in dem Segment. Die Produkte weisen häufig Pestizidrückstände auf oder sind mikrobiologisch kontaminiert