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Ein Rundumschlag gegen die finanzielle Regulierung: Der amerikanische Starökonom John Cochrane verteidigt in einem Interview die «Chicago Schule».
Die Schuld für die Finanzkrise den ultraliberalen Theorien – namentlich der Chicagoer Schule – zuzuschreiben, sei «absurd», sagte John Cochrane (Bild) in einem Interview mit dem Magazin der Online-Bank Swissquote (Artikel online nicht verfügbar).
«In Wirklichkeit handelt es sich um ein massives Scheitern der Regulierung», sagte der auf Finanzwesen und Makroökonomie spezialisierte Ökonom.
Haarsträubende Regulierung
«Heute ist der Staat König, und die Regulierungsbehörden verbreiten die Illusion, sie könnten die Sicherheit des Wirtschaftssystems garantieren», glaubt der Gegner von keynesianischen Lehrmeinungen.
«Es braucht schon Regulierung», so der an der University of Chicago Booth School of Business lehrende Wissenschaftler. «Aber man sollte sich nicht überlegen, wie viel Regulierung nötig ist». Ihm zufolge gehe heute der Trend dahin, «haarsträubende, komplexe, volumenreiche Vorschriften» einzuführen.
Dodd Franc Act, Basel III: «Niemand versteht den Inhalt»
Auch der Dodd Frank Act, der das Finanzsystem besser regulieren will, werde das Gegenteil von dem erreichen, was beabsichtigt sei. «Das Gesetz wird folglich die Existenz von ‹too big to fail›-Instituten nicht verhindern können.»
Das Regelwerk Basel III sei um mehrere hundert Seiten dicker als Basel II, und niemand verstehe den Inhalt, sagt der Ökonom. «Die Regeln sind dazu da, sicherzustellen, dass mächtige Verwalter, die Regulierungsbehörden, dem Markt Befehle erteilen können.»
Einfache Regelwerke
«Man sollte kleinere, einfachere Regelwerke schaffen – vor allem solche, die die Existenz von systemrelevanten Banken sichern», so Cochrane. «Die heutigen Gesetze haben zum Ziel, dafür zu sorgen, dass niemand sein Geld verliert». Dies sei illusorisch.
Eine ideale Welt sei für ihn schliesslich, eine Welt mit «weniger Tricks und einem ehrlicheren Risikoverhalten».