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Kronen und Brücken
Kronen und Brücken sind prothetische Massnahmen des Zahnersatzes. Siehe dazu auch das Kapitel Prothetik. Wir wollen hier allerdings noch genauer auf die beiden Begriffe eingehen und anhand ausgesuchter Fälle erläutern.
Unter Kronen versteht man den festsitzenden Zahnersatz der klinisch sichtbaren Zahnkrone. Oder, wenn man es genauer nimmt, dann ist die Zahnkrone der obere Anteil eines Zahnes, der mit Zahnschmelz bedeckt ist, der härtesten im menschlichen Körper vorkommenden Substanz. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird aber auch die künstliche Überkronung als Krone bezeichnet.
Künstliche Überkronung: Wenn bei einem "faulen" Zahn noch genügend eigene Zahnsubstanz vorhanden ist, dann kann ein Stumpfaufbau auf die verbliebene Zahnsubstanz modelliert werden. Zur sicheren Verankerung muss man manchmal stattdessen einen Stiftaufbau machen, das heisst ein in den Wurzelkanal reichendes Verankerungselement setzen. Kronen können metallbasiert sein oder metallfrei. Ausserdem spricht man auch von provisorischen Kronen, die als Übergangslösung vor der endgültigen Zahnsanierung dienen, und definitiv gefertigten Kronen.
Brücken sind ein festsitzender Zahnersatz, der über feste Kronen auf Pfeilerzähnen zementiert wird. Auf eine Brücke einwirkende Kräfte werden ausschliesslich von den Pfeilerzähnen aufgenommen. Eine Brücke besteht aus Kronen und Zwischengliedern. Die Kronen werden an den Brückenpfeilern befestigt; die Brückenzwischenglieder ersetzen die fehlenden Zähne. Als Brückenpfeiler kommen sowohl eigene Zähne in Frage, die zu Pfeilern geschliffen werden müssen, aber auch Implantate.
Die Materialfrage von Kronen und Brücken wird die Zahnärzte, die Forschung und die Patienten in Zukunft sehr beschäftigen. Es ist dies die Frage, ob der Zahnersatz für festsitzende Brücken metallfrei (Porzellan) oder Metallkeramik, d.h. auf einen Metallguss aufgebranntes Porzellan, sein soll. Die Metallkeramik ist eine zuverlässige Technik mit guten Langzeitresultaten (s. Fälle 5, 6 und 7). Metallfreie Einzelkronen können problemlos in der Front (Abb. 1) sowie im Seitenzahngebiet (Abb. 2) eingesetzt werden. Schöne Beispiele finden Sie in den Kapiteln Implantologie (Fälle 1, 3 und 6) und Sinuslift (Fälle 2, 3 und 4).

Kleinere Brücken mit maximal einem Zwischenglied im Seitenzahngebiet, wo die Kaukräfte axial auf die Zahnwurzeln einwirken, denke ich, sind metallfrei vertretbar, obwohl wissenschaftlich noch keine Langzeitresultate (10 Jahre und mehr klinische Erfahrung) vorliegen. Hingegen würde ich Brücken in der Front, d.h. von Eckzahn zu Eckzahn - wie in Abb. 3, wo die zwei mittleren Frontzähne fehlen - als reine Porzellankonstruktion nicht zu konstruieren wagen, weil:

was das extrem harte, elastizitätsarme Porzellan zerspringen lassen könnte. Noch höhere Spannungskräfte entstehen bei Brücken, die das Seitenzahngebiet über den Eckzahn mit dem Frontsegment verbinden. Hier würde ich vorderhand von einer reinen Porzellanbrücke abraten. Dies alles sind Überlegungen, abgestützt auf einer 34-jährigen praktischen Erfahrung und Beobachtung. Meine Empfehlungen sind auf jeden Fall, 10 Jahre klinische Ergebnisse solcher metallfreien Brückenkonstruktionen in den erwähnten Regionen, wissenschaftlich dokumentiert, abzuwarten!
Der Patient verlässt nach einer Kronen- oder Brückenbehandlung die Praxis ohne funktionelle oder ästhetische Einbussen. D.h., muss ein Zahn gezogen werden, wo es (nach Abheilen der Wunde) eine Brücke geben wird, bekommt der Patient in der gleichen Sitzung eine provisorische Kunststoffbrücke. Diese ist für die kurze Übergangszeit bis zur Herstellung der definitiven Brücke eine gute Übergangslösung, die sowohl funktionell wie auch ästhetisch mindestens gleichwertig ist wie die vorhergehende Situation.
Kommt der Patient mit einer schon länger bestehenden Lücke, die mit einer Brücke geschlossen werden soll, belassen wir im allgemeinen die Lücke bis zum Zementieren der definitiven Brücke (s. Fall 2).
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