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Die Stechmücke (Culex pipiens) als Beispiel eines stechenden, blutsaugenden Insektes.
Die Stechmücken (Culicidae) gehören in die Familie der Mücken (Fam. Nematocera, Ordnung Diptera: Zweiflügler, dazu gehören auch die Fliegen). Dipteren sind Insekten mit vollständiger Verwandlung (holometabol).
Aussehen der Stechmücke Morphologie
Zarte, langbeinige, höchstens mittelgrosse Imagines, deren Ruhehaltung oft artspezifisch verschieden ist (z.B. bildet die Fiebermücke Anopheles zur Unterlage ein ”V”, während Culex parallel zur Unterlage steht).
Das Geschlecht der Imagines kann man gut erkennen: Männchen mit büscheligen Fühlern und lang behaarten Kiefertastern (1. Maxille), es fehlt ihnen aber der Stechapparat der Weibchen: sie sind keine Blutsauger, sondern leben von Pflanzensäften und Nektar. Bei den Weibchen ragt der Stechrüssel zwischen den kurzbehaarten Fühlern und Tastern hervor. Sie stechen und saugen warmes Blut.
Die Entwicklung
Ein einzelnes Weibchen legt 100-250 Eier. Die Eier schwimmen in Eipaketen auf der Wasseroberfläche von stehenden Gewässern (Tümpel, Regenfässer, Autoreifen o.ä.)
Larven der Stechmücken findet man den ganzen Sommer über. In Ruhe hängen Larven am rückenständigen Atemrohr Kopf nach unten an der Wasseroberfläche. Durch dieses erhalten sie gasförmigen Sauerstoff aus der Luft. Vom Atemrohr aus durchziehen Tracheen den ganzen Körper. Erschütterungen oder bewegte Schatten veranlassen sie zur Flucht in die Tiefe. Der Kopf der Larve trägt einen Strudelapparat (zwei Borstenreihen) mit dem sie Mikroorganismen aus dem Wasser herausfiltriert. Die Larven häuten sich 3-4 mal. Danach werden sie Puppen.
Die Puppe ist beweglich (im Gegensatz zu den meisten Puppen anderer Insekten), nimmt aber keine Nahrung auf. Die Puppenzeit dauert etwa 10 Tage. Bei reifen Puppen (kurz vor der Imaginalhäutung) sind Augen, Flügelscheiden und Gliedmassen durch die Puppenhülle sichtbar. In unseren Breiten entstehen pro Sommer etwa 4 Generationen.
Mücken gehören, wie auch ihre nahen Verwandten, die Fliegen, zu den holometabolen Insekten. Die Larve sieht nicht nur anders aus als die Imago, sie ernährt sich auch völlig anders, lebt im Wasser etc.
Das Blutsaugen der Weibchen
Die Mundwerkzeuge des Insektenbauplans (siehe Insektenblatt) sind bei der Stechmücke als Stechapparat umfunktioniert:
– das Labrum (Oberlippe) wird zum Saugrohr
– die Mandibeln (Oberkiefer) werden zu Stechborsten
– die Maxille(n) 1 (Unterkiefer) werden zu Stechborsten
– das Labium (Unterlippe) bildet die Scheide für Saugrohr und Stechborsten.
In der als Scheide dienenden Unterlippe (Labium) liegen die feinen Stechorgane: die zwei Oberkiefer (Mandibeln) und die zwei Unterkiefer (Maxillen) sind als Stechborsten ausgebildet, die sich mit Muskelkraft in die Haut des Opfers einarbeiten. Die Oberlippe (das Labrum) bildet ein feines Saugrohr, der zungenförmige Fortsatz des Mundbodens ein Speichelrohr. Beide folgen den Stechborsten in die Stichwunde nach. Das Speichelrohr gibt etwas Speichel ab, der die Blutgerinnung hemmt und die Blutgefässe erweitert (Rötung der Stichstelle). Nur die Unterlippe bleibt an der Hautoberfläche und knickt bei zunehmender Stichtiefe nach hinten ab. Die Saugdauer beträgt 2-3 Minuten, danach rasches Herausziehen durch Kopfzug und Beindruck und Verstauen des Borstenbündels in die Labialrinne.
Das Blut wird in dem als Magen bezeichneten Teil des Mitteldarmes gespeichert (Zuckerlösungen dagegen in den kropfartigen Anhängen des Mitteldarmes).
Blut ist eine äusserst hochwertige Nahrung (Leben im Schlaraffenland). Die Blutmenge, die Weibchen saugt, wird nur zum Teil verwertet. Der immer noch hochwertige Rest wird unverdaut ausgeschieden.
Der Hörsinn der Männchen
Summt man neben einem Mückenschwarm (besteht immer aus Männchen) den Flugton (ca.350 Herz), so nähern sich die Mücken und prallen an das summende Gesicht. Man vermutet, dass die Antennen der Mückenmännchen dabei in Schwingung geraten und die Sinneszellen an deren Basis reizen.