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Die Anfänge des Internets
„The WorldWideWeb (W3) is a wide-area hypermedia information retrieval initiative aiming to give universal access to a large universe of documents.“ Mit diesem Satz titelte 1991 die erste veröffentlichte Webseite von Tim Berners-Lee, welche in wenigen Sätzen den Zweck des World Wide Webs erklärte. Die Webseite, die unter der Domain info.cern.ch heute noch zu erreichen ist, war sehr einfach aufgebaut und beinhaltete kaum gestaltende Elemente. Ein schlichter Titel, blaue Verlinkungen zu weiteren Seite und einige Zeilenumbrüche oder Einrückungen waren alles, was damalige Webdesigner zur Verfügung hatten, konnten sie sich in ihrem damaligen Programmieralltag doch nur auf HTML verlassen. Erst 1996 wurde mit dem Konzept von Hakon Wium Lie namens CSS (Cascading Style Sheets) ein erster Schritt in Richtung Design im Internet getan. CSS machte es möglich, ergänzend zum HTML Code, welcher nur für die Textausgaben und Verlinkungen einer Webseite zuständig war, den auszugebenden Text zu gestalten, ohne ihn im HTML zu verändern.
Die Einführung von Design
Die erste grössere Veränderung des Webdesigns gelang erst 1998 mit der Fertigstellung von HTML 3.2 und CSS 2.0 und den neuen Möglichkeiten, welche die beiden neuen Versionen der Webprogrammierung den Webdesignern boten. Webdesigner hatten nun die Möglichkeit, ihren Webseiten Tabellenstrukturen und mehrstufige Layouts zu verleihen. So wurden Webseiten übersichtlicher, die Navigation angenehmer und der gebotene Inhalt schöner dargestellt. Doch die Anwendung hinkte der Technik hinterher, die meisten Internetbrowser unterstützten die neuen Scriptsprachen noch nicht und konnten die darin definierten Designelemente nicht grafisch darstellen. So machte sich kaum ein Designer die Mühe, seine Webseite durch CSS aufzufrischen.
Standards brachten die Lösung
Der entscheidende Durchbruch erlangte CSS durch Microsoft und der vollständigen Unterstützung durch den Internet Explorer 3. Doch brachte der neu gesetzte Standard im Webdesign auch viele Probleme mit sich, interpretierte doch jeder Browser das Stylesheet ein wenig anders und machte den Webdesignern dadurch das Leben schwer. Die Browser hinkten immer einige Schritte hinter den aktuellen Errungenschaften von CSS hinterher, insbesondere der ehemalige Vorreiter von Microsoft kochte gerne sein eigenes Süppchen und setzte den CSS Code anders um als seine Konkurrenten. Es sollte einige Jahre dauern, bis sich mithilfe des „Web Standards Project“ die führenden Browserhersteller einigen konnten und gemeinsame Standards für das Webdesign schufen.
Die Entwicklung zum modernen Internet
Doch nur kurze Zeit später stiessen die Webdesigner jedoch auf ganz andere Hürden. Immer mehr verschiedene Geräte wurden Internetfähig, die Bildschirme der Ausgabegeräte immer unterschiedlicher. Frühere Bildschirme mit einem Seitenverhältnis von 4:3 wurden durch Widescreen 16:9 Monitore abgelöst, Desktop Computer als Standartsurfmaschine musste den Tablets und Handys Platz machen. Es ist mit den alten Techniken unmöglich, Websites so dar zu stellen, dass sie auf allen Ausgabegeräten gut zur Geltung kommen. Die früher definierte Einheitsbreite von Webseiten von 980 Pixeln in der Horizontalen hatte nicht mehr die gewünschte Wirkung, da zu viel Platz ungenutzt blieb, wenn die Webseite mit einem Full-HD Bildschirm von 1920 Pixeln breite angezeigt wurde. Nahezu der halbe Bildschirm blieb leer. Gleichzeitig wuchs der Markt derjenigen Kunden, welche von einem mobilen Geräte auf einen Onlineshop zugriffen, zu einem ernstzunehmenden Geschäftszweig. Bereits im Jahre 2012 gingen 20% der Suchanfragen bei Google von einem Smartphone aus und gut jedes vierte Mail wurde nicht mehr vor dem Computerbildschirm sondern unterwegs auf dem Handy geöffnet. Möglich machte diesen Aufstieg des Smartphones das Responsive Webdesign. Diese neue Technik ermöglicht es den Webdesignern, Webseiten zu entwickeln, die sich dynamisch an das Ausgabegerät des Anwenders anpassen. Man definiert ein Bild nicht mehr mit einer festen Breite, sondern mit einer dynamischen Zahl, die sich je nach Bildschirmgrösse verändert. Pixel weichen den Prozentzahlen, sture Positionierungen lassen geschickten Berechnungen Platz. Weiter wird nicht nur eine Webseite designt, sondern gleich mehrere. Je nachdem, mit welchem Gerät ein Benutzer auf die Webseite zugreift, wird ihm eine völlig andere Ansicht geboten. Dies erleichterte das Surfen am Smartphone enorm. Wer unterwegs eine Webseite besuch, muss nicht mehr durch viel zu kleinen Text scrollen und mit Fingerspitzengefühl einen Menuknopf ertasten, er bekommt direkt eine Mobile Ansicht der Webseite präsentiert, welche Text genügend gross darstellte und die Menüpunkte in daumenfreundlicher Grösse anzeigt. Selbst Google ruft dazu auf, sich die Mühe und die Zeit zu nehmen, seine Webseite responsive umzuprogrammieren. Responsive Design hat sich durchgesetzt und ist zu internationalen Standard geworden. Auch wenn nur knapp jede achte grosse Website Responsive dargestellt wird, so wird es in einigen Jahren auch der letzte Webentwickler an den sinkenden Besuchszahlen gemerkt haben, dass der Wechsel zum dynamischen Darstellen längst überfällig ist.