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Noch sind keine Details aus dem Telefonat zwischen dem weissrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt. Aber aus den Ankündigungen Lukaschenkos scheint klar, dass es sich um einen letzten, verzweifelten Versuch des Autokraten handelt, seine Macht in Weissrussland zu halten.
Mit seiner Erklärung, es sei schon längst nicht mehr nur eine Bedrohung für Weissrussland, sondern für den gesamten postsowjetischen Raum, versucht Lukaschenko Putin Angst zu machen.
Putin hat Angst, greift aber wohl nicht ein
Es ist bekannt, dass der Kreml-Chef sich vor einem Regierungsumsturz wie in der Ukraine im Jahr 2014 fürchtet. Der damalige Präsident der Ukraine, Wiktor Janukowitsch, hatte Putin zwei Tage vor seiner Flucht nach Russland in einem Brief um militärische Unterstützung gebeten.
Doch die damalige Situation in der Ukraine unterscheidet sich zu stark von der heutigen Situation in Weissrussland, als dass man davon ausgehen kann, Putin werde Lukaschenko zu Hilfe eilen.
Der Kreml hat genügend Druckmittel
Putin dürfte sich gegenüber Lukaschenko viel zurückhaltender verhalten. Zum einen, weil Lukaschenko den russischen Präsidenten in den vergangenen Jahren mehrmals brüskierte und Putin ihm dies nicht vergessen haben dürfte. Zum anderen ist Weissrussland wirtschaftlich völlig abhängig von Russland. Selbst wenn es zu einem Machtwechsel in Weissrussland kommen sollte, hat der Kreml weiterhin Druckmittel gegenüber Weissrussland in der Hand.
Luzia Tschirky
Russland-Korrespondentin
Luzia Tschirky ist SRF-Korrespondentin für die Region Russland und die ehemalige UdSSR.