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Die Zerstörung des Lohnfonds
Rittershausen warnte ebenfalls, dass es durch die Zerstörung des Lohnfonds zu einer horrenden Welle weltweiter Arbeitslosigkeit kommen werde. Er verwies auf das Scheitern der siegreichen Entente-Mächte, den Markt für Goldwechsel nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu erlauben. In ihrer Selbstüberschätzung ignorierten die Sieger die Tatsache, dass der Lohnfonds, aus dem die Arbeiter bis zu 91 Tage für die von ihnen produzierten Güter im voraus bezahlt wurden, ein Teil der angesammelten umlaufenden Goldwechsel war. Dieser Lohnfonds wurde unwissentlich in jenem Moment zerstört, als sich die siegreiche Entente entschied, die Finanzierung des Welthandels durch den Umlauf von Goldwechseln zu unterbinden. Danach gab es keine Mittel mehr, um den Arbeitslohn vorzuschiessen, dessen Produkte im Reife- und Entstehungsprozess von bis zu 91 Tagen nicht an den Endverbraucher verkauft werden konnten. Aber die Arbeiter und ihre Angehörigen mussten in der Zwischenzeit ernährt, bekleidet, besohlt und beherbergt sein. Sie konnten keine 3 Monate warten, bis die Waren an den endgültigen Verbraucher verkauft wurden. In Ermangelung eines Lohnfonds hatten die Arbeitgeber dann keine andere Wahl, als ihre Arbeiter zu entlassen.
Rittershausens Warnung wurde von den Politikern ignoriert und seine Botschaft wird es heute noch immer. Aber machen wir uns nichts vor – ohne den Markt der Goldwechsel wird die Welt vor einer neuen Welle der Arbeitslosigkeit stehen, die weit schlimmer sein wird als die in den 30er Jahren.
Prägt Gold und Silber!
Wir haben gesehen, dass ein Anstieg der Geschwindigkeit des Goldumlaufs die Beseitigung von uneinbringlichen Forderungen erleichtert und dass er auch die Überschuldung verhindern kann. Das Gegenteil ist ebenfalls der Fall: eine Abnahme der Geschwindigkeit des Goldumlaufs würde die Schuldenlöschung reduzieren und somit zur Überschuldung beitragen. Im Extremfall, wenn Gold überhaupt nicht zirkuliert ist wie heute, kommt die Schuldenlöschung zu einem kompletten Stillstand.
Daraus folgt, dass die Lösung des Schuldenproblems im erneuten Umlauf von Gold liegt. Das Gold muss aus den Tresoren geholt und umlauffähig gemacht werden. Dies kann durch Prägen von Goldstücken erfolgen. Die Menschen werden ihre gehorteten Goldschätze zur Prägeanstalt bringen, weil geprägtes Gold einen höheren Wert als andere Formen des Golds aufweist.
Es ist äußerst töricht, dass man inmitten der schwersten Finanzkrise der Geschichte dieses Sammelbecken aus flüssigem Vermögen in Form von Gold und Silber nicht nutzbar machen will. Die Wirksamkeit beider monetären Metalle würde stark erhöht, wenn sie in den Umlauf gebracht würden. Alle künstlichen Hindernisse für die Verbreitung von Kurantmünzen aus Gold und Silber sollten entfernt werden. Die Liquiditätsquellen Gold und Silber könnten durch die Prägung von Kurantmünzen aus Gold und Silber die Schuldenkrise bewältigen. Die Prägeanstalten sollten Gold und Silber wieder als gesetzliches Zahlungsmittel prägen lassen. Nach dem Erreichen des Sättigungspunkts würden Kurantmünzen aus Gold und Silber in den Umlauf gebracht.
Griechenland, Italien und andere Länder der Peripherie sind nicht bankrott, wenn man bedenkt, wie viel Gold und Silber sie in Umlauf bringen könnten, um uneinbringliche Schulden zu löschen. Sie müssten nur griechische und italienische Kurantmünzen aus Gold und Silber zirkulieren lassen. Andere Länder würden folgen. Die Schweiz könnte das Eis brechen. Sie könnte als erstes Land Kurantmünzen aus Gold und Silber prägen. Jedermann wäre dann in der Lage, sein Gold und Silber in Kurantmünzen mit genormten Gewicht und Feinheit in beliebiger Menge zu tauschen.