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Airbus und Bombardier: So kam der Deal zustande
Luftfahrt Airbus und Bombardier: So kam der Deal zustande
Bombardier hatte eigentlich mit chinesischen Flugzeugherstellern angebändelt. Doch am Ende schnappte sich Airbus die Mehrheit an den C-Series-Flugzeugen. Der entscheidende Anstoss kam aus Ottawa.
Der entscheidende Anstoss kam aus Ottawa: Erst Kanadas Politik brachte den Flugzeugbauer Bombardier Insidern zufolge auf die Idee, es doch noch einmal mit Airbus als Partner zu versuchen. Die Führung von Bombardier hatte eigentlich mit chinesischen Flugzeugherstellern angebändelt, nachdem der US-Rivale Boeing im Frühjahr abgewinkt hatte, dem Nachbarn aus Montreal zu helfen.
Doch die Regierung von Ministerpräsident Justin Trudeau signalisierte, dass ihr ein Einstieg von Airbus in das «CSeries»-Programm von Mittelstreckenflugzeugen lieber wäre. «Aus Sicht der Regierung war alles besser als eine Verbindung mit China», sagte einer der Insider.
Erste Gespräche im kleinsten Kreis
Innovationsminister Navdeep Bains und Handelsminister Francois-Philippe Champagne drängten Bombardier im August und September, wieder Kontakt zu Airbus aufzunehmen. «Vielleicht hat Bombardier an diese Option nicht gedacht, nachdem die Gespräche vorher gescheitert waren», sagte ein Insider.
Die ersten Gespräche fanden im kleinsten Kreis in Restaurants in Paris, London und München statt: die beiden Vorstandschefs Tom Enders und Alain Bellemare hatten nur je einen Kollegen mitgebracht. Am 16. Oktober verkündeten beide, dass Airbus die Mehrheit an der CSeries übernehmen würde - für einen Dollar.
18 Monate ohne Bestellung
Zwei Jahre zuvor waren das Bombardier-Management und Airbus-Chef Enders ohne Einigung auseinandergegangen, nachdem die Gespräche öffentlich geworden waren. Doch Bombardier brauchte dringend einen Partner für die CSeries. In die Entwicklung der Baureihe hatten die Kanadier sechs Milliarden Dollar gesteckt, doch seit 18 Monaten keine Bestellung mehr dafür bekommen.
Boeing habe einen Einstieg zu ähnlichen Bedingungen abgelehnt, wie sie später Airbus geboten wurden, sagten zwei Insider. Zuletzt konzentrierten sich die Gespräche auf den staatlichen chinesischen Flugzeugbauer Comac. Er war - neben der grösseren AVIC und einem staatlichen Investmentfonds - schon zwei Jahre zuvor im Gespräch gewesen. Comac wollte sich dazu nicht äussern.
Angst vor dem Patente-Klau
Für Bombardier schien ein Einstieg der Chinesen verlockend: Er hätte den Zugang zu dem am schnellsten wachsenden Flugzeug-Markt weltweit bedeutet. Doch die Gespräche waren zäh, zu zäh für Bombardier. Und in der Regierung gab es Ängste, dass dann Arbeitsplätze und Technologie nach China abgezogen würden. Die Chinesen könnten nicht garantieren, dass Patente und anderes geistiges Eigentum nicht gestohlen würden. Dabei versucht die Regierung Trudeau eigentlich die wirtschaftlichen Kontakte nach China zu intensivieren, um sich weniger abhängig vom grossen Nachbarn USA zu machen.
Keiner der Beteiligten wollte sich zu den Recherchen von Reuters äussern. Airbus-Chef Enders sagte auf die Frage, ob der europäische Flugzeugbauer eingesprungen sei, weil es Vorbehalte gegen China gegeben habe: «Wir waren offensichtlich nicht in diese Diskussionen eingeweiht.»
(reuters/ccr)
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