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Nach mächtigem Beginn registrierte die Organistin in der reformierten Kirche die verschiedenen Abschnitte farbenreich von schlank bis grossartig. Nach der folgenden Begrüssung durch Pfarrer Daniel Eschmann nahmen die Mitglieder des unter der Leitung von Konzertmeisterin Johanna Pfister agierenden Mitglieder des Barockensembles drei Sätze der Ballettoper «Le bourgeois gentilhomme» von François Couperin in Angriff.
Passend durchschritten zu «Marche pour la cérémonie des Turcs» die Chormitglieder inklusive Solisten (Vera Hiltbrunner, Sopran; Anja Hirt, Alt; Loïc Paulin, Tenor; Daniel Eschmann, Bass) gemessenen Ganges das Kirchenschiff. Die Instrumentalisten musizierten auf historischen Instrumenten dynamisch treffend und klangschön unter Einbezug des Chores von Trio bis Tutti. Einen Textauszug aus Molières «Bourgeois» rezitierten geschickt einzelne Chormitglieder.
Einen weiteren Teil aus «Offertoire sur les grand Jeux» aus der «Messe pour les Paraoisses» von François Couperin steuerte Barbara Meldau von der Orgel aus bei, ehe Chormitglied David Eck seine Rezitation des «Monologue de Don Rodrigue» aus «Le Cid» von Pierre Corneille (auch er ein Schützling von Louis XIV.) zum Besten gab.
«Te Deum» in Sonderklasse
Ein guter Teil des Programms war der «Suite pour le clavecin en do majeur» von François Couperin gewidmet: In den fünf Sätzen gestaltete Yves Bilger charakteristisch Prélude, Allemand, Courante, Sarabande und Passacaille mittels gekonntem Register-Einsatz und passendem Rhythmuswechsel.
Der Programm-Hauptteil war der partiellen Wiedergabe des – dank Eurovision sattsam bekannten – «Te Deum» von Marc-Antoine Charpentier gewidmet, bei dem sich Barbara Meldau als Dirigentin betätigte. In ihrem bekannt unaufdringlichen, suggestiven Dirigat verriet sie sich einmal mehr als Musikerin der Sonderklasse: Sie «lebt» die Musik. In den acht gebotenen Abschnitten des Werkes war vieles zu bewundern: Pauken-Einsatz mit Suggestivität, sauberer Barock-Trompeten-Einsatz, passendes Ensemble-Spiel, vokale Soli (mit unaufdringlich-selbstverständlicher Begleitung), fülliger Tutti-Klang.
Grossartiges Finale
Als Intermezzo war die Lesung des «Verbe égal au Très-Haut» von Jean Racine, auch er von Louis XIV. gefördert, gesetzt. Sie stellt die französische Nachdichtung eines «ambrosinianischen Hymnus» dar.
Im Schlussatz dann war kein Halten mehr: Die grosse Geste erfuhr artgerechte Wiedergabe, der saubere Chorklang füllte die Kirche herrlich. Grosser Applaus für alle war nichts als verdient – gerade auch für Barbara Meldau! Sie feierte am 1. September 2019 ihr 20-Jahre-Dienstjubiläum als Organistin in der reformierten Kirche Meilen, weshalb die kurze Laudatio aus dem Chor heraus zu Recht Sonderapplaus bewirkte.