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- Frage: Dürfen wir Tierversuche durchführen, z.B. um das menschliche Gehirn besser zu verstehen?
- Grundsätzliches Anwendungsproblem: Wer zählt als “betroffen” durch Handlungsoptionen? Können Tiere betroffen sein? (Bisher haben wir nur von Personen gesprochen)
Naheliegende Antwort: Das hängt davon ab, ob Tiere “Nutzniesser” sein können.
- Hedonistischer Utilitarismus: Berücksichtigung der Tiere bei der Berechnung des Summennutzens, sofern diese Lust und Schmerzen empfinden können. (Welche Tiere können Lust und Schmerz empfinden? Siehe Vorlesung H. Würbel, Biologie).
Dabei gilt im Prinzip: Wenn Tiere durchschnittlich weniger lange/intensive Lust empfinden, dann machen sie weniger oft Unterschied für Gesamtnutzen. Problem: Wie bestimmt man die Stärke und Länge, mit der Tiere Lust empfinden im Vergleich zum Menschen? Auch schon der Vergleich zwischen Menschen ist schwierig.
- Präferenzutilitarismus: Berücksichtigung der Tiere bei der Berechnung des Summennutzens, sofer diese Präferenzen haben. Dabei setzt die Bestimmung von Nutzenwerten aufgrund von Präferenzen minimal rationale Präferenzen voraus. Wenn man diese verlangt, dann sind wohl nur wenige Tierarten betroffen. P. Singer geht davon aus, dass viele Tiere Interessen haben.
- Ergebnis in jedem Fall: Im Prinzip ist der Utilitarismus offen dafür, Tiere genauso zu berücksichtigen wie Menschen.
Tierversuche:
Unter Annahme, dass dir relevanten Versuchstiere Lust empfinden können/Präferenzen haben und daher moralisch zu berücksichtigen sind, gilt: Ob Tierversuche richtig sind, hängt von einer Güterabwägung ab. Dabei muss das Leid der Tiere gegenüber positiven Konsequenzen für Menschen abgewogen werden.