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Das Heimatmuseum Worben blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Seit 1995 hilft ein Verein, die 3000 historischen Objekte zu verwalten.
Begonnen hat alles mit dem Lehrer Walter Jampen (1912 bis 1990), der die Worbener Dorfjugend von 1935 bis 1977 unterrichtete. In den 50er Jahren kamen vermehrt aus den Bauernhöfen alte Schriften zum Vorschein, welche von den Nachkommen der Verstorbenen zum Dorflehrer Jampen gebracht wurden mit der Auflage, diese gut zu verwahren.
Andererseits wurden in der weiteren Umgebung des Seelands vom Kanton Bern archäologische Grabungen durchgeführt. Die Entdeckungen waren vielfältig. Gefunden wurden Werkzeuge der Pfahlbauer aus der späteren Steinzeit und der Römischen Garnison Petinesca. Für die Seeländer Schulen wurden Einzelstücke zur Präsentation im Schulbereich freigegeben. Auch Grabungen im Boden des Jurameers (Jungsteinzeit) und in den Seitenmoränen (Muschelkalk) des Rhonegletschers aus der letzten Eiszeit vor etwa 20 000 Jahren förderten interessante Funde an die Oberfläche.
So kam eine zunehmend stattliche Sammlung archäologischer und historisch interessanter Gegenstände und Werkzeuge zusammen. Diese Anhäufung beanspruchte im Jahr 1958 eine bescheidene Ausstellungsfläche im alten Schulhaus (heute Gemeindehaus) auf privater Basis.
Die Kunde, dass in Worben einer eine historische Sammlung betrieb, lief rasch durch das ganze Seeland. Beim Abbruch alter Liegenschaften, bei Erbteilungen und bei Haushaltauflösungen kamen viele museumswürdige Gegenstände und Werkzeuge aus dem 18., 19. und aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts zum Vorschein.
Die in dieser Zeit rasante Entwicklung des Gewerbes, der Manufakturen und der Technik liess teilweise nach kurzer Gebrauchszeit eine Menge von interessanten Objekten zurück, welche entweder verschrottet, entsorgt oder verbrannt wurden. Viele Gebrauchsgegenstände aus der Zeit vor der Automatisierung sowie vor und während der Elektrifizierung des Seelandes sind in Worben zu sehen. Die mittlerweile vergrösserte Sammlung verlangte immer mehr Platz. Dank der positiven Einstellung der Ortsbehörden konnten in den 70er Jahren nach und nach die Estriche der neuen Schulanlage am oberen Zelgweg für das wachsende Museum bezogen werden. In den 80er Jahren übergab der Gründer des Museums die gesamte Sammlung mit etwa 2000 Objekten der Einwohnergemeinde Worben. Eine Museumskommission betreute von nun an mit unbezahlter Arbeit und etwas Steuergeldern die Geschicke des Heimatmuseums.
1995 wurde der Stützungsverein «Verein der Freundinnen und Freunde des Heimatmuseums Worben» gegründet. Der Hauptzweck: Das Museum betreiben und die historisch interessanten Gegenstände erhalten und vermehren. Entsprechend dem notwendigen Arbeitsaufwand im Museum sollen Sonderausstellungen die Besucherzahlen erhöhen. Momentan zählt der Verein 132 Mitglieder und 20 Sponsoren. Der Verein hat mit der Gemeinde Worben einen Leistungsauftrag vereinbart.
Die heutige Konzeption des Heimatmuseums besteht aus einer permanenten Ausstellung der inzwischen etwa 3000 historischen Objekte. Flankierend dazu wird pro Winterhalbjahr (September bis März) eine saisonale Themenausstellung gezeigt. Handwerker zeigen ihr Können vor Ort und es werden Workshops durchgeführt.
(Bieler Tagblatt)