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Der Diesel ist angeschlagen, der Brennstoffzellenantrieb noch nicht soweit und das Stromkabel vom Elektro-Auto noch zu kurz. Keiner weiss genau, wie wir uns in 30 Jahren fortbewegen werden. Wie früher! Blick am Abend hat zurückgeschaut und präsentiert verrückte Zukunfts-Fahrzeuge, die es nicht bis in die Gegenwart geschafft haben.
Optisch wie ein Düsenjäger auf Rädern, wurde der FX Atmos 1954 auf der Chicago Auto Show vorgestellt. Seine Besonderheit: Der Dreisitzer sollte sich per Atomkraft fortbewegen, mit einem eigenen Mini-Kernreaktor an Bord. Damals galt die Kernkraft als besonders fortschrittlich und sauber, obwohl die ganze Welt Angst vor einem Atomkrieg hatte.
Obwohl der 1972 präsentierte Kar-A-Sutra merkwürdig undesignt wirkt, war er doch ein Kind des Produktdesigners Mario Bellini. Der Mailänder versuchte das Auto zu einem «mobilen, menschlichen Raum» zu machen. Statt Sitzen findet sich in der motorisierten Wellblechhütte nur eine Kissenlandschaft für «angenehme, kommunikative Zwecke» wie es Bellini ausführte. So bekommt auch der Name Kar-A-Sutra einen Sinn. Leider fehlen aber die Vorhänge.
Ab Mitte der 1960er-Jahre gab es verschiedene Experimente mit einem spurgeführten Schnellbahnsystem. Ein Luftkissenfahrzeug fährt auf einer ebenen Betonfahrbahn mit Düsenantrieb. Eine Mittelschiene aus Beton dient als Führungslinie. Der Franzose Jean Bertin gilt als Erfinder des Aerotrain. Über 400 km/h schnell waren die Fahrzeuge bei Tests. Ende der 1970er wurde die Forschung wieder eingestellt. Der TGV war günstiger und fast genauso schnell.
Die Idee, welche Chrysler-Ingenieure 1989 bei der Entwicklung des Voyager III umsetzten, klingt heute noch gut. Der mit Propangas angetriebene Dreisitzer war kaum grösser als ein Smart. Bei Bedarf konnte man eine Art rollenden Personen-Container am Fahrzeug andocken und schwupps wurde aus dem Stadtmobil ein Grossraum-Van für acht zusätzliche Passagiere. Im Heck sitzt dann ein zusätzlicher Motor, der die Hinterräder antreibt.
Chrysler hatte schon in den 1940er-Jahren begonnen, an Gasturbinen zu forschen. 1963 war es dann soweit. In einem gross angelegten Feldversuch waren 200 gewöhnliche Autofahrer über 1,8 Millionen Testkilometer mit einem der 55 gebauten Chrysler Turbine Cars unterwegs. Auch wenn es kaum technische Ausfälle gab, war das Ergebnis ernüchternd. Die verzögerte Gasannahme und der hohe Verbrauch waren nicht in den Griff zu kriegen.
Der Erfinder der Autoproduktion am Fliessband, Henry Ford, stellte 1941 sein Soybean-Car vor. Die Karosse aus sojafaserverstärkten Kunststoffteilen drückte das Gewicht von 1,5 Tonnen auf 900 Kilo. Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die Forschung am ersten Auto aus Bio-Kunststoff aber eingestellt. Heute werden wieder verschiedene Faserverbundstoffe im Autobau eingesetzt.
Unter der grossen Glaskuppel des Firebird II, einem Zukunftsauto von 1956 findet eine ganze Familie Platz. Im Weltraum-Zeitalter war natürlich ein Düsenantrieb schick. Die Karosserie, flankiert von zahlreichen Flügeln und Flossen besteht aus Titan. Und der Düsenflitzer sollte auch schon autonom fahren können. Ein in einem Tower sitzender «Auto Guide» übernimmt dann die Kontrolle des Firebird.
Zwei Räder reichen, dachten sich die Ingenieure von Ford Anfang der 1960er-Jahre. Der Gyron war mit einem Kreiselstabilisator ausgestattet. Dieser sollte den Wagen im Stand auf zwei Rädern in der Balance halten. Schon 1914 baute der der russische Graf Pjotr Petrowitsch Schilowski ein Gyrocar. Bei Testfahrten hielt es wirklich die Balance und kippte nicht um.
1942 entwarf der französische Lokomotiven-Designer Paul Arzens «L'Œuf électrique» (Das elektrische Ei). Die Konstruktion aus Aluminium und Plexiglas wurde von einem E-Motor angetrieben, später von einem 125-Kubik-Einzylinder-Benziner. Arzens fuhr den 80 km/h schnellen Smart-Vorläufer bis zu seinem Tod 1990.
Das von Stararchitekt Buckminster Fuller 1932 entworfene Dymaxion Car wurde zwar von einem herkömmlichen Ford-V8-Motor angetrieben, war ansonsten aber in jeder Hinsicht aussergewöhnlich. Im zeppelinartigen Dreirad fanden bis zu 10 Menschen Platz. Das Handling war jedoch mehr als gewöhnungsbedürftig und der Prototyp verunfallte auf einer Fahrt während der Weltausstellung 1933 schwer. Daraufhin zogen die Investoren die Gelder zurück.