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Ich sah eine Reportage über einen Schönheitswettbewerb. Ein Journalist berichtete von den Vorbereitungen hinter den Kulissen. Hübsche junge Frauen machten sich zurecht, wurden geschminkt, liessen sich frisieren und waren nervös auf den grossen Auftritt. Dabei stellte der Reporter allen dieselbe Frage: „Gibt es irgendetwas auf dieser Welt, das du für deine Schönheit eintauschen würdest?“ Ohne lange nachzudenken antworteten die Frauen mit einem „Nein!“ – ausser einer. Ein Hauch von Sorge huschte über ihr sonst permanent lächelndes Gesicht und sie sagte: „Für die Gesundheit meiner Familie.“
Die Antwort dieser Frau berührte mich. Mitten in diesem Rummel um blendendes Aussehen liess sie für einen Augenblick Mitgefühl zu. Die anderen waren dazu nicht in der Lage. Neben dem Wunsch hübsch auszusehen hatte nichts mehr Platz. Zu stark waren sie von sich selbst eingenommen.
Um von sich selbst eingenommen zu sein, muss man nicht einmal Miss-Anwärterin sein. Es passiert auch mir, dass ich mich so stark auf meine Arbeit, meine Ziele und meinen Erfolg fokussiere, dass ich dabei die Bedürfnisse anderer Menschen vergesse. Auch ich brauche hin und wieder so einen Journalisten, der mir in meinem hektischen Alltag die Frage stellt: „Gibt es irgendetwas auf der Welt, dass du für das, was dir jetzt gerade wichtig ist, eintauschen würdest?“
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Bild (Symbol): Yago Veith, yago1.com