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Amberg,
Wilhelm, Genremaler, geb. zu Berlin, war anfangs kurze Zeit Schüler von Herbig und lernte dann von 1839-42 unter Karl Begas. Zu seiner weitern Ausbildung begab er sich 1844 nach Paris unter Cogniet, dessen lebensfrisches, warmes Kolorit damals eine Schar von Kunstjüngern anzog. Von dort ging er nach Italien und hielt sich längere Zeit in Rom und Venedig auf, von wo er zwei Bilder, Gretchen am Spinnrad und Christus am Ölberg, nach Berlin sandte (letzteres in der Gertraudtenkirche daselbst).
Nach seiner Rückkehr malte er zunächst mythologische Stoffe und Porträte, bis er in dem humoristisch-sentimentalen Genre das seiner poetischen Eigenart und seinem eleganten Pinsel am meisten zusagende Feld fand. Seine ersten Genrebilder waren noch etwas empfindsam-romantisch, aber von feiner Durchgeistigung der Figuren. Den ersten bedeutenden Erfolg hatte 1860 das Bild: Trost in Tönen, das, von wunderbarer Farbenschönheit, durch die unendliche Innigkeit der Empfindung zur Rührung zwingt.
Obgleich bisweilen auch in das Gebiet des historischen Genres hinüberschweifend, wählte er doch gewöhnlich für seine Bilder die Zeit des Rokokos und des Zopfes und kleidete die jungen Dämchen und indiskreten Zofen gern in dies malerische Kostüm. Dahin gehört z. B. eins seiner Hauptbilder, die ebenso graziöse wie humoristische Vorlesung bei Werthers (1870, Nationalgallerie zu Berlin und, mit Veränderungen, wiederholt im Besitz des Grafen Raczynski). Im Lauf der Jahre wurde bei dem ziemlich beschränkten Kreise seiner Stoffe das Thema derselben allmählich dürftiger; er wandte sich daher mehr auf die Ausbildung des landschaftlichen Hintergrunds und suchte ihn durch Lichtwirkung der Grundstimmung des Bildes und den Figuren anzupassen. Ein vorzügliches Bild aus den letzten Jahren ist: der Witwe Trost (1878, Ausstellung in Paris), das durch die Tiefe der Empfindung und die ergreifende Stimmung großen Erfolg hatte. Mehrere seiner besten Bilder zeichnete er selbst auf Stein.