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Entstehung des Dorfes
Siedlungsentwicklung
Als Teil des zuvor österreichischen Fricktals wurde Hellikon 1803 in den neugeschaffenen Kanton Aargau integriert. Damals zählte die Gemeinde 352 Einwohner. Bis 1870 verdoppelte sich die Einwohnerzahl (wohl im Zusammenhang mit dem Aufschwung der Seidenband-Heimindustrie), ehe sie sich um 1900 bei rund 580 einpendelte. Wirtschaftliche Grundlage der Bevölkerung bildeten seit jeher die Land- und Forstwirtschaft. Früher wurde auch Weinbau betrieben, und im Dorfzentrum zeugt ein leerstehendes Fabrikgebäude von der einst florierenden Seidenbandweberei.
Auf der Siegfriedkarte von 1877 ist die ursprünglich zweipolige Siedlungsstruktur von Hellikon deutlich ablesbar. Ein Bebauungskreuz mit versetzter Strassenkreuzung wird durch zwei keilförmig in das östliche Seitental eindringende Häuserzeilen und durch das haufendorfförmige Oberdorf auf der gegenüberliegenden Talseite ergänzt. Der vom Möhlinbach durchflossene Talboden war versumpf und daher kaum bebaut, am Südhang wuchsen Reben.
Heute kann diese ursprüngliche Struktur der Siedlung nur noch bedingt nachvollzogen werden. Nach wie vor zeichnet sie sich durch ein besonderes Eingehen auf die topographischen Gegebenheiten aus und besteht aus einem Wechselspiel von längs und quer zum Tal verlaufenden Ortsteilen. Der Schwerpunkt der Siedlung liegt bei der Nahtstelle der beiden Bebauungsachsen. Der primär entstandene Quergassenraum verband schon vor dem Ausbau der Talstrassenachse die an den beiden Talhängen verteilten Siedlungsteile miteinander. Auf der östlichen Talseite führt er steil den Hang hinan zu den kompakten Hofreihen, die durch ihre höhengleiche Anordnung den Einschnitt eines Seitentälchens auf räumlich eindrückliche Art betont. Unterhalb der Kantonsstrasse führt die Querachse durch einen klar auf sie ausgerichteten, später entstandenen Dorfteil im Talboden, um dann in grossem Bogen das Oberdorf zu erreichen, wo sie trotz der lockeren Haufendorfstruktur das Rückgrad der Bebauung bleibt.
Während das Oberdorf, die Baugruppe mit dem Schulhaus im Talboden und die Bebauung entlang der südlichen Zufahrtsstrasse samt ihren Nahumgebung in den letzten Jahren mancherlei Veränderungen erfahren haben, zeigen sich der Dorfkern mit der anschliessenden Jurazeile und die Baugruppe oberhalb in gutem Erhaltungszustand. Namentlich die dichte Häuserzeile entlang der sanft gekrümmten Hauptstrasse besticht durch die lebhafte Raumbildung der leicht versetzten Giebelfronten und der über den Wirtschaftsteilen herabgezogenen Satteldächer. Diese Höfe dürfen aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen.