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Hawaii
Rund 130 Inseln gehören zum Staat Hawaii. Die meisten von ihnen sind winzige, unbewohnte Eilande. Bewohnt und erschlossen sind nur die sechs grösseren Vulkaninseln am Ende der Kette - mitten im Stillen Ozean und fast 4000 Kilometer von jedem Kontinent entfernt.
300 - 500 n. Chr. entdeckten und besiedelten Polynesier den Hawaii-Archipel. Erst 1778 entdeckte Kapitän James Cook auf seiner dritten Pazifikreise Hawaii für die moderne Welt.
Im 50. Bundesstaat der USA verschmelzen europäische, asiatische und polynesische Kulturen vor der Kulisse eines türkisfarbenen Meeres, weisser und schwarzer Strände, tropischer Wälder und Vulkane. Blumenketten und Hulatänze gehören zur Folklore des Alltags.
Ein so genanntes "Island-hopping" mit der kleinen Fluggesellschaft Pacific Wings bringt uns der Reihe nach von Maui über Big Island nach Oahu. Jede dieser drei Inseln verfügt über seine eigenen Besonderheiten.
Maui besticht durch seine menschenleeren, felsumrahmten Sandbuchten und rauschenden Wasserfällen. Dank unseres Bootsausfluges vor der Westküste der Insel bekommen wir zum ersten Mal Buckelwale zu Gesicht. Die Weibchen ziehen im Winter von Alaska in die wärmeren Gewässer vom Südpazifik, um ihre Jungen zur Welt zu bringen.
Eine Wanderung auf der Kraterlandschaft des erkalteten Vulkans Haleakala (3'057 m) bringt uns einen lästigen Muskelkater. Doch die im wörtlichen Sinne atemberaubende Landschaft mit ihrer kargen, mondähnlichen Oberfläche entschädigt die Strapazen in vollem Masse.
Big Island, auch Vulkan- bzw. Orchideeninsel genannt, ist das aktivste Vulkangebiet auf der ganzen Welt. Die Vulkane Mauna Kea (4'248 m) und Mauna Loa (4'240 m) spucken ohne Unterbrechung Lava aus. Durch die Lava, die sich im Süd-Osten ins Meer ergiesst, wächst das Eiland pro Jahr um etwa zehn Zentimeter.
Wir beschliessen, uns auf die Spuren dieses einzigartigen Naturspektakels zu begeben. Ein Ranger des Nationalparks führt uns auf sicherem Weg 9 km über die erkalteten Lavaflüsse des Kilauea. Die oberste Wegschicht knirscht und zerbricht wie scharfe Glassplitter unter unseren Schuhsohlen. In dicken heissen Strängen schiebt sich die rot glühende Lava in Richtung Pazifik. Der starke Wind bläst uns die extreme Hitze ins Gesicht. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Pazifikküste. Wir haben Glück und erleben das gigantische Schauspiel, wenn sich die Lava unter Tosen und Brausen ins Meer ergiesst. Bei klarer Nacht, unter dem wunderschönen Sternenhimmel, wandern wir auf dem markierten Pfad zurück zur Rangerstation.
Oahu
In der kosmopolitischen Stadt Honolulu sind wir im "Beachside Hostel" untergebracht. Bis zum weltbekannten, 4km langen Waikiki Strand sind es nur wenige Gehminuten. Dieser einstige Versammlungs- und Erholungsort hawaiianischer Könige entpuppt sich als eine typisch amerikanische Ferienfabrik - eine Ansammlung von Wolkenkratzern, Boutiquen, Souvenirläden und Restaurants.
Seit Jahrzehnten gilt Oahu als Treffpunkt von Surfern aus aller Welt. Am 30 km langen Küstenabschnitt des North Shore tummeln sich besonders jetzt im Winter viele Sportler, denn dann erreichen die Wellenberge extreme Höhen (bis 12 m).
Nach drei Wochen setzen wir unsere Reise im "polynesischen Triangel" wie geplant fort. Über die Datumsgrenze fliegen wir nach "Mittelerde", Neuseeland.