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Der Sohn eines Grosskaufmanns und Seidenfabrikanten des Zürcher Patriziats wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtigen schweizerischen Sozialisten. Frühe Zusammenhänge seines abenteuerlichen Lebens waren der Radikalismus der 1830er Jahre, eine Lehre als Gerber, die vorrevolutionäre Zeit in Paris und die Rezeption des frühsozialistischen Fourierismus. Damals eignete er sich profunde und vielseitige Kenntnisse theoretischen Denkens an. Speziell überzeugte er sich von den Vorzügen genossenschaftlicher Produktionsweisen. Diese setzte er zuerst als Gründer des Zürcher Konsumvereins in Praxis um. Dann beteiligte er sich an einem genossenschaftlichen Grossprojekt in Texas, aus welchem nichts weniger als ein sozialistischer Staat entstehen sollte. Nach dem schnellen Scheitern kehrte er als Wirt ins Zürcher Niederdorf zurück. Hier wurde er in den 1860er Jahren einflussreicher Agitator der so genannten demokratischen Bewegung. Dieses Engagement begründete seine internationale Bekanntheit als Pionier der direkten Demokratie. Als Arbeiterpolitiker war er Mitglied der Ersten Internationale und vielfach eingebunden in der Genossenschafts-, Gewerkschafts- und Parteibewegung. Bürkli inspirierte die Anfänge der Arbeiterbewegung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene, mobilisierte Menschenmassen für sozialdemokratische Ziele als Redner und Autor eines grossen Schrifttums, er machte - und er schrieb Geschichte.
Die frühsozialistischen Schriften, die Briefwechsel, Bürklis eigene Bibliothek, seine Publikationen, die damalige Presselandschaft, Spitzel- und andere Protokolle bieten einen seltenen Einblick in die Bedingungen der Rezeption der Gesellschafts- und Wirtschaftslehren jener Kreise. Die fruchtbare Quellenlage zeigt die unauflösliche Verbindung des damaligen Sozialismus mit dem hochkapitalistischen Aufbruch. Sie zeigt, dass die meisten von Bürklis politischen und sozialen Forderungen, die beispielsweise in der Zürcher Verfassung von 1869 oder in den sozialdemokratischen Programmen des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts ihren Niederschlag fanden, sich schon auf die Diskussionen der 1830er und 1840er Jahre und in vielen Fällen auf die französischen Verfassungsdiskussionen der Jahre 1848-1851 zurückführen lassen. Hervor tritt aber auch eine eigenwillige Persönlichkeit. Das an Spannungen, überraschenden Verbindungen, Erlebnissen und an Brüchen reiche Leben lässt die Lektüre zur unterhaltenden Zeitreise werden.