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Indianerinnen und Indianer Nordamerikas
Vancouver, British Columbia, Mai 2018: Protest gegen den Bau der Trans-Mountain Erdöl- Pipeline der Firma Kinder Morgan. Eine Frau schwenkt die Flagge des American Indian Movement. Photo: Darryl Dyck / The Canadian Press. 🌍 peoplesworld.org
Hoffnung
1972 begaben sich 1500 Indianer in Washington auf den »Pfad der gebrochenen Verträge«. Weltbekannt wurde das AIM (American Indian Movement) ein Jahr später, als 300 Siouxindianer Wounded Knee, den Ort des letzten Indianermassakers 1890, besetzten. Sie forderten, die 361 von der amerikanischen Regierung mit den Indianern geschlossenen Verträge zu überprüfen. Auch sollte untersucht werden, wie das »Amt für Indianerangelegenheiten« Indianer wirklich behandelt. Erst nach 37 Tagen wurde die Besetzung beendet. Panzerwagen der Polizei hatten die Ortschaft umstellt. Es gab ein Todesopfer und mehrere Verletzte. Aber diese und die vorangegangenen Aktionen erreichten ihr Ziel. 1975 verabschiedete der amerikanische Kongress ein Gesetz über das Selbstbestimmungs- und Erziehungsrecht der Indianer, drei Jahre später musste er ihnen die freie Religionsausübung gewähren.
Fortan war den Indianern wieder der ungehinderte Zugang zu den heiligen Stätten ihrer Vorfahren garantiert. Diese Erfolge lösten unter den Indianern eine Rückbesinnung auf die eigenen kulturellen Werte und Traditionen aus. Immer mehr Stämme begannen die Skelette ihrer Ahnen zurückzufordern - etwa 600.000 lagern in den Museen der USA -, und sie verlangen auch die Grabbeigaben und religiösen Gegenstände zurück, die ihnen von den Weissen geraubt wurden. Häufig genug werden die Forderungen der Indianer zurückgewiesen. Aber gelegentlich ist ihr Kampf gegen die Museen erfolgreich. 1990 wurde in den USA ein Gesetz über die Rückgabe von Relikten und zum Schutz indianischer Gräber erlassen.
Die Black Hills erstrecken sich über South Dakota, Wyoming und Montana. Sie sind heiliges Land der Lakota, Cheyenne und Ohama. Für die Lakota sind sie "Paha Sapa", "das herz von allem was ist". Rick Two-Dogs, ein Oglala Lakota Medizinmann, sagt: "Wir haben eine spirituelle Verbindung zu den Black Hills. Wir können dieses Land nicht für Geld verkaufen."
Das Mount Rushmore National Memorial in den Black Hills zeigt vier bedeutende Präsidenten der Vereinigten Staaten (von links nach rechts): George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Für manche Native Americans ist der Mount Rushmore ein Symbol für gebrochene Verträge und weisse Herrschaft. Der Berg verdankt seinen Namen dem New Yorker Anwalt Charles Rushmore, der ursprünglich die Goldschürfrechte für das Gebiet erworben hatte.
1980 entschied der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, dass die Black Hills nach wie vor "Native Lands" sind, Land, das den Ureinwohnern gehört. Kläger waren die Sioux-Indianerstämme im US-Bundesstaat South Dakota. Streitpunkt war u.a., ob der US-Kongress im Jahr 1876 das Recht besass, die bergige Region der Black Hills aus dem Gebiet der Great Sioux Reservation herauszulösen. In der Entscheidung sprach das Gericht den Siouxstämmen eine Entschädigung zu. Diese wurde von den Stämmen bis heute nicht angenommen. Die Sioux bestehen weiterhin auf der Rückgabe der für sie als heilig geltenden Berge.