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Tiere im Comic
Struppi – Tims bester Freund
Er kämpft gegen Löwen und Tiger, um seinen Meister zu retten. Nur sein grosser Appetit und seine Vorliebe für Alkohol kommen ihm manchmal in die Quere. Die Rede ist von Struppi, dem vielleicht berühmtesten Hund der Welt.
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Sie hiess Marie-Louise. Sie sprach von Verlobung. Aber ihre Eltern fanden, der Zeichner Georges Rémi sei keine gute Partie. Doch Rémi konnte seine «Milou» – wie er Marie-Louise nannte – nicht vergessen. Und so begann er als 21-Jähriger eine Geschichte zu zeichnen vom Reporter Tintin, der mit seinem Hund Milou als unzertrennliches Duo nach Russland reist.
Tintin und Milou wurden weltberühmt und in über 80 Sprachen übersetzt, so auf Deutsch als «Tim und Struppi». Ob die Beinahe-Schwiegereltern des Zeichners (der sich nun Hergé nannte) ihre Entscheidung je bereuten, ist nicht bekannt. Hergé blieb auf jeden Fall dem Hund Milou das Leben lang treu. Auf jedem einzelnen Buchcover finden wir den Vierbeiner wieder, sogar auf den Mond begleitete er seinem Meister. Und Hergé nahm ihn 1983 mit ins Grab: In seinem Testament verfügte der Zeichner, dass niemand anderes die Serie weiterführen dürfe.
«Foxterrier, aber auch ein wenig Bastard»
Hergé selber hatte sich allerdings beim Schaffen von Milou alias Struppi von einem anderen Comic-Hund inspirieren lassen. Dieser hiess Ric und trat immer gemeinsam mit einem kleineren Kompagnon namens Rac auf. Ric sieht aus wie ein Foxterrier, und Struppi wurde von seinem Schöpfer als «annähernd ein Rauhhaarfoxterrier, aber doch ein wenig Bastard» bezeichnet.
Die Wahl eines Hundes habe damit zu tun, dass Tim als Reporter viel reisen sollte, erklärte Hergé einst in einem Interview: «Es ist einfacher, mit einem Hund zu reisen als mit einer Giraffe oder einem Krokodil.» Tatsächlich begegen Tim und Struppi in Afrika sowohl Giraffen wie auch Krokodilen. Während die ersten friedlich bleiben, entscheidet sich das Krokodil kurzerhand, Struppi aufzufressen. Erst das beherzte eingreifen Tims rettet den Hund. Die beiden jagen des weiteren einen Löwen und ein Nashorn und zeigen einen brutalen Umgang mit Wildtieren, den Hergé später bereute.
Rettungsaktionen vor Tiger und Haien
Während Struppi immer wieder in Konflikte mit anderen Tieren gerät, hat er selber von Anfang an sehr menschliche Züge. Den Lesern teilt er seine Gedanken in Sprechblasen. Tim spricht oft mit dem Hund und stürzt sich unter anderem einmal ohne Zögern ins von Haifischen wimmelnde Meer, um Struppi zu retten. Struppi anderseits beisst so manches Mal Tims Fesseln durch und verkleidet sich in der allerersten Episode gar als Tiger, um seinem Meister zu Hilfe zu eilen. Wobei er prompt einem richtigen Tiger begegnet.
Als Tim den Kapitän Haddock kennenlernte, nahm dieser sukkzessive Funktionen ein, die vorher Struppi gehabt hatte: Er wurde zum wichtigsten Gesprächspartner, versuchte Tim von gewagten Reisen abzubringen, rettete ihn immer wieder, brachte ihn aber auch oft in die Bredouille – insbesondere in betrunkenem Zustand.
Struppi und der Whisky
Und da sind wir bei einer Gemeinsamkeit zwischen Haddock und Struppi: der Vorliebe für Alkohol. Wenn bei Haddock mal eine Flasche zu Bruch ging, war die Chance gross, dass sich Struppi an der Bescherung erfreute. Hinzu kam Struppis grosser Appetit auf Fleisch und Knochen, der ihn gelegentlich von wichtigen Aufgaben ablenkte. Aber gerade diese Schwächen machen ihn sympathisch – wer will schon einen perfekten Hund?
Vom 7. Juni bis am 26. Oktober 2013 zeigt die Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg eine Ausstellung zu Tim und Struppi.