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6. November 2002
Import von Pferdefleisch aus Nordamerika
(Quelle: Pericles Pferdeschutz http://www.pericles-pferdeschutz.ch )
Seit dem Jahr 1980 wurden über 4 Millionen
US-Pferde in den Vereinigten Staaten oder in Kanada geschlachtet, wobei das
Fleisch vorwiegend für den Export nach Europa und nach Japan bestimmt ist.
In den ersten 8 Monaten dieses Jahres wurden rund 2'686'277 Kilo Pferdefleisch aus dem Ausland in die Schweiz importiert. Das Fleisch kommt vorwiegend aus Alberta in Kanada (1'023'009 kg) und aus den USA (753'397 kg). Die USA beliefern die Schweiz hauptsächlich mit Pferdefleisch von der texanischen Firma Bel Tex in Forth Worth. Wie auch in Kanada wird das Fleisch frisch und vakuumverpackt in die Schweiz eingeflogen.
Fohlenfleisch, das aus Kanada importiert wird, stammt oft aus der Premarin-Industrie der Firma Wyeth-Ayerst. Zur Gewinnung des Grundstoffes für das Medikament Premarin, müssen die Stuten trächtig sein. Die Tragzeit einer Stute beträgt 11 Monate. In dieser Zeit werden die Tiere von Oktober bis April in einem engen Stand angebunden. Mit einer fest ans Hinterteil gepressten Vorrichtung wird der östrogenreiche Urin aufgefangen. Während rund sieben Monaten, bis ihre Fohlen zur Welt kommen, sind die Stuten in ihren Ständen völlig eingeengt. Weder können sie sich bequem hinlegen noch ihren Kopf beim Schlafen zur Seite drehen. Ausser unter dem Bewegungsmangel müssen die tragenden Tiere auch unter anderen Quälereien leiden. Damit der Urin in möglichst hoher Konzentration ausgeschieden wird, wird den Pferden Trinkwasser nur in kleinsten Mengen gegeben. Dies wiederum führt zu Nieren- und Leberschäden, was den frühzeitigen Tod der Stuten nach sich ziehen kann. Die Fohlen sind bloss ein unerwünschtes Nebenprodukt. Die meisten der ca. 60'000 Jungtiere werden der Mutter schon nach vier Monaten weggenommen, um an einer Auktion an Fleischhändler verkauft zu werden.
Frauen in den Wechseljahren, die das Medikament Premarin verwenden, machen sich letztlich mitschuldig am Leiden von über 60'000 Stuten auf den kanadischen PMU-Farmen (PMU = Pregnant Mare's Urine, Urin von tragenden Stuten) in Manitoba und am Tod ihrer Fohlen in den Schlachthäusern.
Im letzten Jahr wurden in den USA 56'332 Pferde für den Fleischkonsum geschlachtet. Weitere 25'000 Pferde hat man zu Schlachtzwecken nach Kanada exportiert. Einige waren alt, andere verletzt, viele aber waren jung und gesund. Da in den USA kaum Pferdefleisch gegessen wird, exportiert man es vorwiegend nach Europa und nach Japan. Nun versuchen Tierschutzorganisationen in den Vereinigten Staaten ein Verbot einzuführen. Es beinhaltet, dass Pferde in den USA nicht mehr geschlachtet werden dürfen oder dass man sie nicht mehr zu Schlachtzwecken ins Ausland transportieren darf. Dieses Verbot wurde im Staat Kalifornien bereits 1998 eingeführt.
Nach Mitteilung der Pferdeschutzorganisation "Equine Advocates, Inc." ist es erwiesen, dass rund ein Drittel aller Schlachtpferde in den USA Rennpferde sind oder zu Rennzwecken gezüchtet wurden. Bei den anderen Schlachtpferden handelt es sich vorwiegend um Spring-, Rodeo-, Miet-, Arbeits- und natürlich Kutschenpferde aus Grossstädten sowie um alte, für die Zucht nicht mehr taugliche PMU-Stuten und um PMU-Fohlen. Alle diese Tiere haben für den Menschen nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch ihr Recht auf ein artgerechtes Leben opfern müssen. Zudem werden die Tiere am Ende ihrer Tage oft tausende Kilometer weit transportiert, um in einem Schlachthof ihr Dasein zu beenden. In dem riesigen Land USA gibt es nur zwei Schlachthöfe, die Pferde schlachten. Dabei handelt es sich um Bel Tex Corp. in Forth Worth und Crown Packing in Dallas, beide liegen nahe beieinander in Texas. Das bedeutet, dass Schlachtpferde in den USA oft tagelang unterwegs sind, bis sie ihren Bestimmungsort erreichen. Auch in Kanada gibt es nur drei Schlachthöfe für Pferde, der eine liegt in Alberta die anderen findet man in Quebec.
Viele schweizerische Pferdemetzgereien und Importeure bestätigen übrigens, dass das Pferdefleisch, das sie aus Amerika und Kanada importieren, von Pferden stamme, die gezielt zur Fleischgewinnung gezüchtet wurden.
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