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Forschungsinstitut direkte Demokratie
"Der Kanton Graubünden uns sein Beitrag für die
direkte Demokratie in der Schweiz"
Samstag, 2. Oktober 2021, 9.00 bis 17.00 Uhr
Haus der Begegnung, Klosterweg 16, Ilanz
Anmeldung
Im Mittelpunkt der siebten wissenschaftlichen Konferenz des Forschungsinstituts direkte Demokratie sollen Forschungsresultate stehen, welche aufzeigen, inwiefern der Kanton Graubünden die direkte Demokratie in der Schweiz gefördert hat. Mit der Konferenz möchten wir den Forschungsstand diesbezüglich aufzeigen und zu weiteren Forschungsprojekten anregen.
Der französische Staatstheoretiker Jean Bodin macht 1583 in seinem Hauptwerk „Sechs Bücher über den Staat“ einige aufschlussreiche Bemerkungen über die Schweizerische Eidgenossenschaft. So ordnet er sämtliche Landsgemeindeorte, einschliesslich Graubünden, den „demokratischen Staatswesen“ zu. Die „Graubündner Orte“ seien „nach Verfassung und Regierung so rein demokratisch wie sonst kein Staat“. Neben dieser Fremdbeschreibung finden sich in den Quellen kurze Zeit später auch Selbstbeschreibungen der Eidgenossen, am frühesten offenbar für das Bündnerland, wo sich 1618 in einem bestimmten historischen Kontext die früheste Verwendung des Begriffs der Demokratie für die Schweizerische Eidgenossenschaft findet: „Die Form unseres Regiments ist Democratisch.“ Die „demokratische Form“ Graubündens wird dann im 19. Jahrhundert immer wieder als Vorbild genannt, wenn es darum geht die Volksrechte auszubauen. Was heisst „demokratisch“ in den unterschiedlichen historischen Kontexten und welche Bedeutung erhielt die vormoderne demokratische Form Graubündens für die Entwicklung der modernen direkten Demokratie? Diesen und weiteren Fragen soll die Konferenz in Ilanz nachgehen.
Im Anschluss an die letztjährigen Konferenzen zur Bedeutung des katholischen Konservatismus, des Liberalismus und des Frühsozialismus für die direkte Demokratie in der Schweiz sowie der theoretischen Grundlagen des Naturrechts und des Genossenschaftsprinzips befasste sich das Forschungsinstitut im Rahmen der sechsten Konferenz mit der Landsgemeinde und dem Kanton Glarus. Nun sollen fortgesetzt die Kantone mit ihrem Beitrag für die direkte Demokratie im historischen Fokus stehen, nach dem Kanton Graubünden soll nächstes Jahr der Kanton Tessin folgen.
Am 3. Oktober 2020 fand in Elm die sechste wissenschaftliche Konferenz des Forschungsinstituts direkte Demokratie statt.
Im Oktober 2020 erschien im Eigenverlag FIDD der 4. Tagungsband zur vierten und fünften wissenschaftlichen Konferenz, die in Neuchâtel und Escholzmatt (LU) stattfanden. Der Tagungsband mit dem Titel „Naturrecht und Genossenschaftsprinzip als Grundlagen für die direkte Demokratie“ ist der vierte Band der wissenschaftlichen Reihe „Beiträge zur Erforschung der Demokratie“.
Das Buch kann beim Autor für CHF 20.- bestellt werden (exkl. Versandkosten).
Die kommunale Ebene ist die Basis des demokratischen Engagements der Bürgerinnen und Bürger. Doch sie wird zunehmend von Bund und Kantonen gegängelt und eingeschränkt.