Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03323.jsonl.gz/1231

Akupunktur ist eine jahrtausendealte Therapiemethode aus China. Man hat irgendwann mal beobachtet, dass anhand der Stimulation bestimmter Punkte an der Körperoberfläche auf äussere wie innere Beschwerden Einfluss genommen werden kann. So hat man z.B. festgestellt, dass die Reizung bestimmter Körperstellen eine krampflösende oder fiebersenkende Wirkung hat. Man hat die Lage dieser Punkte beschrieben und deren Wirksamkeit dokumentiert.
Ausserdem war es möglich, anhand erhöhter Druckempfindlichkeit bestimmter Körperareale noch unerkannte, aber bereits bestehende Ungleichgewichte im Körper zu erkennen und diese zu behandeln, bevor erst eine schlimmere Erkrankung entstehen konnte. In den gehobenen Gesellschaftsschichten Chinas spielte die Prophylaxe zeitweise eine wichtige Rolle, da der Arzt dafür sorgen musste, dass erst gar keine Krankheiten entstehen. Somit war die Akupunktur einerseits eine sehr einfache Methode, um mit wenigen Mitteln helfen zu können, andererseits aber auch ein höfischer Luxus, um das Leben der Herrschenden zu verlängern und die Lebensqualität zu steigern.
In der chinesischen Medizin besteht die Vorstellung, dass der Körper von Energieleitbahnen, den Meridianen, deren Verlauf klar definiert ist, durchzogen ist. Den Energiefluss in diesen Bahnen kann man durch entsprechende Reizsetzungen beeinflussen.Liegt
z.B. eine äussere Verletzung vor, so ist der Energiefluss in den Leitbahnen am Verletzungsort gestört. Indem man diese Leitbahnen an anderer Stelle ausserhalb des Verletzungsortes stimuliert, kann man die Energie wieder ins Fliessen bringen. Die Existenz dieser Leitbahnen erklärt, dass man die Nadel auch an einem ganz anderen Ort setzten kann, als da, wo die Beschwerden vorliegen. Es gibt auch Akupunkturpunkte, die erfahrungsgemäss eine vom Verlauf der Leitbahnen unabhängige allgemeinumfassende Wirkung besitzen. So gibt es z.B. Punkte, die eine besondere Wirkung auf bestimmte Körperregionen haben oder Punkte, die man fast immer bei Schmerzen oder Fieber einsetzten kann, unabhängig davon, wo die Beschwerden liegen.
Der besondere Wert der Akupunktur liegt darin, dass der Körper zu einer Selbstheilung veranlasst wird. Ihm wird geholfen, das innere Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass der Körper noch dazu imstande ist. Eine weitere Idee besteht darin, dass der Körper „lernt“, wieder gesund zu werden. Hat ein Tier mit chronischen Beschwerden eine Akupunkturbehandlung erfolgreich durchlaufen und ist beschwerdefrei oder beschwerdearm, so hat der Körper gelernt, selbst mit den Beschwerden fertig zu werden. Je nach Krankheitsbild genügt dann eine „Auffrischungsbehandlung“ nach mehreren Monaten, um die Selbstheilung des Körpers wieder neu zu motivieren. Ein Hund z.B. mit einer chronischen Hüftdysplasie sollte nach einer ersten Besserung zirka alle sechs Monate wieder einmal akupunktiert werden, auch dann, wenn es ihm noch gut geht.
Bei akuten Beschwerden können ein oder zwei Sitzungen im Abstand von wenigen Tagen schon ausreichen. Bei bereits sehr lange bestehenden chronischen Beschwerden können vier bis sechs Behandlungen im Abstand von einer Woche notwendig sein, bis eine Besserung zu erkennen ist. Sobald eine Besserung vorliegt, kann man noch weiterbehandeln, bis ein zufriedenstellender Status erreicht ist. Die Behandlung wird dann unterbrochen und je nach Beschwerdebild kann man nach zirka sechs Monaten eine Wiederholung durchführen. In der chinesischen Medizin heisst es, dass eine Krankheit genauso lange braucht, auszuheilen, wie sie bereits schon besteht.
Insgesamt muss man eine halbe Stunde rechnen. Das Tier wird untersucht und die Nadeln werden gesetzt. Die Nadeln bleiben dann 15 bis 20 Minuten im Tier.
Welche Besonderheiten gibt es noch bei der Akupunkturbehandlung?
Es gibt auch Krankheiten, wo man dem Tier Wärme zuführt über die Nadeln. Dies geschieht mit Hilfe einer „Moxazigarre“, einer Zigarre aus Beifusskraut, die man anzündet und an die Nadelenden hält. Das Beifusskraut hat den Vorteil, dass es sehr viel Wärme abgibt und so gut wie keine Asche herunterfällt. Der Nachteil besteht darin, dass der Rauch sehr intensiv riecht. Bei Tieren, die das Nadeln gar nicht tolerieren, können die Akupunkturpunkte auch über Laser behandelt werden.
Bei welchen Indikationen kann man Akupunktur empfehlen?
Im Vordergrund stehen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Es können aber auch Erkrankungen der inneren Organe und psychische Probleme behandelt werden, da die Akupunktur eine ganzheitliche Methode ist und somit auf mehreren Ebenen, der körperlichen und der seelischen, wirkt.
Geeignet sind Patienten mit orthopädischen Problemen wie:
Auch Patienten mit inneren Erkrankungen können auf diese Art und Weise behandelt werden.
Geeignete Patienten sind Tiere mit:
Tarife
Die Akupunkturbehandlung dauert in der Regel zirka 30 Minuten! Für die Erstbehandlung werden Fr. 35.- excl. MWST(Akupunktur) und eine Erstkonsultation in Rechnung gestellt. Es empfiehlt sich meist, die Akupunkturbehandlung in bestimmten Abständen zu wiederholen. Jede weitere Akupunkturfolgebehandlung kostet
Fr. 60.- excl. MWST. Die Konsultationskosten entfallen dann jeweils.
In vielen Fällen lässt sich die Akupunktur ergänzend in eine normale schulmedizinische Behandlung integrieren. Hier wird natürlich nur eine Konsultation verrechnet.
Bei Grosstieren und Pferden werden neben der Erstkonsultation jeweils die Fahrtspesen in Rechnung gestellt. Die Akupunkturerstbehandlung wird auch hier mit Fr. 35.- excl. MWST verrechnet. Jede weitere Akupunkturbehandlung kostet auch hier
Fr. 60.- excl. MWST , wobei auch hier keine Konsultation mehr verrechnet wird.