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Gebärdensprachen sind, wie gesprochene Sprachen, natürliche Sprachen, da sie an weitere Generationen weitergegeben werden (d.h. von Kindern erlernt werden können). Gebärdensprachen erfüllen auch eine Vielzahl von kommunikativen Funktionen. Man kann zum Beispiel nicht nur mit Freunden plaudern und Scherze machen, sondern auch lügen, Gefühle ausdrücken, komplexe Argumente vorbringen, technische Geräte beschreiben, formale Vorträge halten, in einem Vorstellungsgespräch Fragen stellen, Gedichte machen und beten.
Hier wird kurz beschrieben, welche linguistischen Strukturen für diese kommunikativen Funktionen verwendet werden. Diese Grundkonzepte gelten für alle Gebärdensprachen, die bisher erforscht worden sind. Da Gebärdensprachen auch in der Schweiz lange Zeit nicht als «echte Sprachen» anerkannt waren, wurden diese linguistischen Strukturen in der Vergangenheit nicht für die Gebärdensprachen verwendet. In den 1980er Jahren begannen die gehörlosen Gebärdenden in der Schweiz jedoch, richtig stolz auf ihre Sprachen zu werden und sich für ihre offizielle Anerkennung einzusetzen. Zur gleichen Zeit begann die Forschung an der Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS). Das Verständnis, wie diese linguistischen Konzepte auf DSGS anzuwenden sind, war wichtig für die Entwicklung mehrerer Forschungsprojekte zu dieser Sprache sowie für die Entwicklung von Ausbildungsprogrammen für DSGS-Lehrer/innen und Dolmetscher/innen.²
Die Grammatik der Gebärdensprachen weist einige Ähnlichkeiten mit allen menschlichen Sprachen auf, ob gesprochen oder gebärdet: Auf der grundlegendsten Ebene (Phonologie) sind sie aus einer begrenzten Anzahl von Bausteinen aufgebaut. Durch das Ersetzen einer dieser Grundeinheiten kann die Gebärde in eine andere Gebärde umgewandelt werden. Wenn Sie zum Beispiel nur die Handform und die Ausrichtung der Gebärde für Arzt ändern, wird daraus die Gebärde für Rom. Eine kleine Änderung in der Produktion einer Komponente, die nicht zu einer Änderung der Bedeutung der Gebärde führt, wird als phonetische Varianten bezeichnet.
Diese kleineren Grundeinheiten, die für sich genommen in der Regel keine Bedeutung haben, werden zu grösseren Einheiten kombiniert, die eine Bedeutung haben (Morpheme). Ein oder mehrere Morpheme bilden die lexikalischen Einheiten von Wörtern oder Gebärden. Der Satzbau (Syntax) der Sprache besteht darin, wie die Wörter/Gebärden in Phrasen, Klauseln und Sätzen kombiniert werden. Es gibt grammatikalische Regeln und Konventionen, wie diese Bausteine zu Einheiten mit Bedeutungen kombiniert werden. Sätze werden zu grösseren Diskurs-Einheiten zusammengefasst. Es gibt Regeln und Konventionen für die Strukturen all dieser verschiedenen Arten von linguistischen Einheiten. Wie bei gesprochenen Sprachen kann man nicht nur unverständlich, sondern auch falsch gebärden, wenn man gegen die Regeln und Strukturen der Gebärdensprache verstösst.
Diese Ähnlichkeiten aller Sprachen basieren wahrscheinlich auf der gemeinsamen menschlichen Kognition, dem Bedürfnis, sich mit anderen Menschen in Echtzeit zu unterhalten und auf dem Ergebnis, dass sie von kleinen Kindern erlernt werden können, die alle, ob gehörlos oder hörend, die gleichen Phasen der kognitiven Fähigkeiten durchlaufen, während sie ihre erste Sprache lernen, sei es eine gesprochene oder eine gebärdete Sprache.
Sukzessive Komponenten der gesprochenen Sprache
Bei all diesen Ähnlichkeiten in den Funktionen und einigen Strukturen der Gebärden- und der gesprochenen Sprache gibt es doch wichtige Unterschiede. Die meisten dieser Unterschiede ergeben sich aus der unterschiedlichen Modalität, in der die Sprachen wahrgenommen und produziert werden. Gesprochene Sprachen sind für eine akustische/orale Modalität strukturiert, während Gebärdensprachen für eine visuelle/körperliche Bewegungsmodalität strukturiert sind.
Gesprochene Sprachen werden mit Mechanismen des Mund- und Atmungsapparates produziert, was ihre Strukturen beeinflusst. Ihre wichtigsten Bedeutungseinheiten werden sukzessive produziert, eine nach der anderen, in den Einheiten der Wörter und Wortteile (Morpheme). Siehe das Beispiel in Abb. 1.
Abb. 1: Aufeinanderfolgende Komponenten in einem gesprochenen Satz
Simultane Komponenten der Gebärdensprache
Wie die Lautsprachen setzen sich auch die Gebärden aus einem System von Basisbausteinen zusammen. Gebärdensprachen sind sehr multimodal, d. h. sie nutzen viele Kanäle, um sprachliche Informationen zu übermitteln.
Die Basisbausteine der Gebärdensprachen lassen sich in fünf gleichzeitig produzierte Parameter unterteilen: Handform, Handstellung, Ausführungsstelle, Bewegung und nicht-manuelle Komponenten, NMK (Form und Bewegung des Oberkörpers, des Kopfes, des Gesichts, des Mundes als Mundform oder Mundbild, sowie mit der Richtung des Blicks). Abbildung 2 zeigt die gleichzeitigen Parameter einer Gebärde. Die Veränderung der Komponenten dieser Parameter kann die Bedeutung der Gebärde verändern.
Abb. 2: Gleichzeitige Parameter als Bausteine der Gebärde.
Diese Parameter lassen sich in eine beschränkte Anzahl weiterer Komponenten unterteilen, deren Zusammensetzung von Sprache zu Sprache variiert. Durch die Begrenzung der Zahl der Komponenten ist die Sprache leichter zu erlernen, nicht nur für Kinder. Der Deutschschweizerische Gebärdensprache steht zum Beispiel ein Set von Handformen zur Verfügung, das sich leicht von dem der Amerikanischen oder Italienischen Gebärdensprache unterscheidet. Die Ausführungsstelle bezieht sich auf den Ort, an dem die Gebärde ausgeführt wird, und zwar nicht nur am Körper selbst, sondern auch im dreidimensionalen Raum, in dem die Gebärdensprache gebildet wird. Anders als bei Pantomimen, die eine ganze Bühne als Raum nutzen können, bilden Anwender der Gebärdensprache praktisch alle Bewegungen in einem begrenzten Raum, dem sogenannten Gebärdenraum (Siehe Abb. 3)
Abb.3: Gebärdenraum (Bild: Katja Tissi)
Da Gebärdensprachen visuell wahrgenommen werden, können sie den dreidimensionalen Raum um den Gebärdenden herum für linguistische Zwecke nutzen, z. B. um bestimmte Orte im Raum (Locus/Loci) mit Personen oder Gegenständen zu assoziieren, über die man spricht. Die Richtung der Bewegung von einigen Gebärden zwischen diesen Orten im Gebärdenraum (z.B. Übereinstimmende Verben, Ortswechsel-Verben, Pfad-Verben, Produktive Verbformen) wird dann verwendet, um anzuzeigen, wer spricht oder wer wem etwas gibt (Agens und Objekt) oder von welchem Ort ein Objekt ausgeht oder wohin es sich bewegt. Eine frühe Studie ergab, dass es länger dauert, einzelne Gebärde zu produzieren als ein einzelnes Wort zu sprechen.⁴ Sie stellte jedoch auch fest, dass gebärdete Sätze in der Regel weniger Zeit als gesprochene Sätze mit dem gleichen Inhalt benötigen. Wie ist das möglich? Eine Erklärung liegt in den Unterschieden der Modalitäten, die von den beiden Sprachformen verwendet werden. Die Gebärden werden zwar nacheinander in Sätzen produziert, aber sie vermitteln auch viele sprachliche Informationen über ihre simultanen Komponenten. Das visuelle System ist auf die Verarbeitung von gleichzeitigen Signalen zugeschnitten, während das auditive System der Lautsprache effizienter zwischen zeitlichen und sequenziellen Elementen unterscheiden kann (z.B. eine Abfolge von Wörtern). Deswegen ermöglicht die visuelle Modalität eine simultane Verwendung mehrerer Komponenten im dreidimensionalen Raum, was dazu beiträgt, dass die Nachteile des langsameren Produktionstempos für einzelne Gebärden ausgeglichen werden können. Diese Vorteile der visuellen Modalität werden bei der linguistischen Strukturierung von Gebärdensprachen oft genutzt. Dies gilt auch für die Struktur von Sätzen (Syntax), die sowohl von gleichzeitigen Komponenten als auch von der Reihenfolge der Gebärden in einem Satz abhängt.
In der gesprochenen und gebärdeten Sprache verwenden die Menschen drei grundlegende Arten der Kommunikation – Beschreiben, Zeigen, und Darstellen.
Die Gebärden, die man in Wörterbüchern der Gebärdensprache findet, sind die am meisten konventionalisierten oder lexikalisierten. Dies sind die Gebärden, die Ihnen gezeigt werden, wenn Sie nach der Gebärde für etwas fragen; z.B. «Was ist die Gebärde für Tisch?», «Was ist die Gebärde für Politik?» Diese Gebärden haben eine stabile Grundform, und haben eine klare Bedeutung, auch wenn sie ausserhalb des Kontextes eines Satzes verwendet werden. Die Gebärde AUTO in Abb. 4 ist eine lexikalisierte Gebärde, bei der die Komponenten der Parameter nicht verändert werden können. Die Gebärden werden in der Forschung deshalb auch als «eingefrorenes Lexikon» bezeichnet. Es gibt einige lexikalisierte Gebärden, bei denen ein oder zwei Komponenten geändert werden können, um eine genauere Bedeutung zu erhalten. So können zum Beispiel Übereinstimmungsverben wie SAGEN, FRAGEN, EINLADEN die Parameter Bewegung und Ausführungsstelle modifiziert (oder flektiert) werden, um anzuzeigen, wer die Handlung des Verbs ausführt und wer sie empfängt.
Die Formen der lexikalisierten Gebärden, die in Wörterbüchern zu finden sind, sind die Zitatform, die als Grundform der Gebärde angesehen wird. Eine Grundform gilt als ’nicht-markiert› im Gegensatz zu nicht so typischen Formen, die als ‹markiert› gelten.
Produktive Gebärden können hingegen viele verschiedene Formen haben und sind nur im Kontext eines Satzes eindeutig zu verstehen. Abbildung 4 zeigt einen Satz, der «Das Auto fährt schnell um die Kurve» bedeutet, indem nur zwei Gebärden verwendet werden. Die erste Gebärde ist die lexikalisierte Form für Auto. Die zweite Gebärde ist eine produktive Form, bei der die Komponenten von mehreren der Parameter modifiziert sind, um zu zeigen, dass ein Fahrzeug schnell um eine Kurve fährt. Hier wird ein grosses Fahrzeug (bereits als Auto identifiziert) durch die Handform + Orientierung dargestellt, die Aktivität durch die Bewegung von einer Ausführungsstelle zu einer anderen, und die schnelle Art und Weise der Bewegung wird durch die Mundform dargestellt.
Abb. 4: «Das Auto fährt schnell um die Kurve» = Lexikalisierte Gebärde AUTO + Produktivform (Bild: Katja Tissi)
Eine produktive Form kann zeigen, wie sich etwas bewegt, an einer Ausführungsstelle steht oder gehandhabt wird. Sie verwendet häufig Handformen, die eine Gruppe bilden, die «klassifizierende Handformen» genannt werden, weil die Form und Ausrichtung der Hand eine ganze Klasse von Objekten darstellen kann, die einige visuelle Merkmale gemeinsam haben. Obwohl produktive Formen in der Regel nicht in Gebärdenwörterbüchern zu finden sind, werden sie von Gebärdenden sehr häufig als Darstellungsform der Kommunikation verwendet.
In der Schweiz gibt es drei verschiedene Gebärdensprachen: die Deutschschweizerische Gebärdensprache (DSGS) in der deutschen, die Langue des Signes Suisse Romande (LSF) in der französischen und die Lingua dei Segni Italiana (LIS) in der italienischen Schweiz.⁶ Diese Gebärdensprachen unterscheiden sich nicht nur klar voneinander, sie unterscheiden sich auch von den Lautsprachen, die in den jeweiligen Regionen gesprochen werden.
Es gibt in der DSGS auch verschiedene regionale Dialekte, die nichts mit den gesprochenen schweizerdeutschen Dialekten gemeinsam haben, abgesehen von der historischen Tatsache, dass sie sich in geografisch unterschiedlichen Regionen entwickelt haben. Es gibt fünf Hauptdialekte der DSGS, die in den traditionellen Schulen für Gehörlose in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich verwendet wurden. Abbildung 5 zeigt verschiedene Gebärden für Brot in den fünf DSGS-Dialekten.
Abb. 5 : DSGS Dialekt Varianten für ‚Brot‘(a) Bern, (b) Basel, (c) Luzern, (d) St. Gallen, (e) Zürich (Bild: Jovita Lengen)
Ähnlich wie bei Benutzern von gesprochenen schweizerdeutschen Dialekten haben auch die Anwender unterschiedlicher DSGS-Dialekte keine Probleme, sich miteinander zu verständigen. Eine Schwierigkeit stellen die Dialekte jedoch für diejenigen dar, welche die Sprache lernen oder Material für den Unterricht zusammenstellen möchten, denn wie beim gesprochenen Schweizerdeutsch gibt es auch von Dialekten der DSGS keine standardisierte Form.
Warum verändern sich Gebärdensprachen im Laufe der Zeit? Dies sind einige der Gründe:
(a) Es gibt keine Gebärde für ein Konzept, über das man oft sprechen möchte – also muss eine neue Gebärde erfunden werden.
(b) Die bestehende Gebärde ist nicht mehr akzeptabel.
(c) Die jüngere Generation möchte sich von der älteren Generation unterscheiden.
Grund (a) Wenn es für ein Konzept, das man besprechen möchte, keine Gebärde gibt, kann man das Konzept umschreiben, zum Beispiel wie es aussieht und wofür es verwendet wird. Oder man leiht sich ein bestehendes Gebärdenzeichen aus einer anderen Gebärdensprache. Oder man kann ein deutsches Wort mit den Fingern buchstabieren (eine Technik, die von DSGS-Gebärdenden nicht oft verwendet wird). Aber wenn man einen Begriff oft benutzt, kann man auch eine neue DSGS-Gebärde erfinden. Zum Beispiel wenn Gebärdende sich in einem neuen Job oder in einem neuen Bildungsumfeld befinden oder man eine Gebärde für eine neue Technologie (wie ein Handy oder Zoom) braucht. Wichtig ist, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, eine neue Gebärde zu erstellen. Neue Gebärden basieren oft auf einer visuellen Metapher für das Konzept oder dem gesprochenen Wort für die Konzepte. Die Gebärde FACEBOOK zum Beispiel verwendet die beiden ausgestreckten flachen Hände, wie sie im Gebärden für Buch verwendet, aber hier auf beiden Seiten des Gesichtes des Gebärdenden platziert werden. DSGS-Gebärdende verwenden auch oft die Technik, eine bestehende manuelle Gebärde mit einer verwandten Bedeutung zusammen mit einem neuen Mundbild zu produzieren.
Grund (b) Einige neue Gebärden müssen geschaffen werden, um eine bestehende Gebärde zu ersetzen, die aufgrund der sich ändernden öffentlichen Sitten unannehmbar geworden ist. Eine ältere Gebärde für «Frau», die die Form einer Brust zeigte, wurde durch eine Form ersetzt, bei der die Finger das Ohrläppchen einklemmen, wie es ein Ohrring tut.
Grund (c) Die jüngere Generation von Gebärdenden (wie ihre sprechenden Altersgenoss:innen) zieht es oft einfach vor, eine von der älteren Generation verwendete Form durch ihre eigene neue Form zu ersetzen. Die jüngeren Gebärdenden, die nicht mehr wie die ältere Generation mit Hilfe von Mundbildern zwischen den Bedeutungen von Gebärden unterscheiden wollen, versuchen zum Beispiel, neue Gebärden zu schaffen, die mehr auf den visuellen Eigenschaften des/der Referent:in basieren.
Es bleibt abzuwarten, ob die mit diesen Methoden geschaffenen neuen Gebärden von der Gemeinschaft übernommen und zu lexikalisierten Gebärden werden.
Es gibt keine allgemeingültige Methode, Gebärdensprachen zu schreiben. Es wurden jedoch mehrere Methoden entwickelt, um Gebärden für bestimmte Zwecke zu verschriftlichen.
Die Notation-Systeme zum Schreiben einzelner Gebärden lassen sich jedoch nur schwer für ganze Texte mit gebärdeten Sätzen verwenden. Es ist schwierig, lange Zeichenfolgen für mehrere Sätze zu lesen, selbst wenn man das Notationssystem gelernt hat. Eine Ausnahme ist SignWriting, das wahrscheinlich am einfachsten zu erlernen ist und daher von Gebärdenden in vielen Ländern für den täglichen Schreibbedarf verwendet wird.
Deshalb verwenden die Forscher für Texte immer noch ein System von Glossierungen, bei dem die Gebärden durch Wörter aus der gesprochenen Sprache dargestellt werden, die ähnliche Bedeutungen haben. Die DSGS Gebärde für Milch würde MILCH geschrieben werden. Die Forscher warnen jedoch stets davor, dass Glossierungen keine vollständige Übersetzung der jeweiligen Bedeutungen der Gebärden sind, sondern eher dazu dienen, eine Gebärde schnell zu identifizieren. Einfache Glossierungen geben keine Auskunft über die Form der Gebärde. Das Wort der gesprochenen Sprache wird für die Glossierung so gewählt, dass es die Grundbedeutung der Gebärde so weit wie möglich wiedergibt, aber oft nicht alle Bedeutungsnuancen der Gebärde zeigt. Die Gebärde hat möglicherweise auch nicht alle Bedeutungen des Wortes. Glossen werden üblicherweise in Grossbuchstaben notiert, um darauf hinzuweisen, dass es sich dabei lediglich um eine Form von Beschriftung handelt, ein Etikett, und nicht um eine vollständige Übersetzung.
Eine Übersicht über die Konventionen, die für die Glossierung von Gebärden in diesem Projekt verwendet werden, finden Sie im Hauptmenü dieser Website.⁷
¹ Eines der ersten deutschsprachigen Bücher über moderne Gebärdensprachforschung war «Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung» von Penny Boyes Braem. Hamburg: Signum Verlag. (1995) (als PDF auf www.fzgresearch.org).
Ein neueres Buch über die Grammatik der Deutschen Gebärdensprache ist Handbuch Deutsche Gebärdensprache: Sprachwissenschaftliche und anwendungsbezogene Perspektiven von Hanna Eichmann, Martje Hansen & Jens Hessmann (Hrsg.) (2012) Hamburg: Signum Verlag.
² Die Gebärdensprachen in der Schweiz sind immer noch nicht als "offizielle" Schweizer Sprache anerkannt, weil ihre Benutzer:innen nicht in einem definierbaren geografischen Gebiet wohnten, wie dies bei den Sprecher:innen der vier offiziellen gesprochenen Landessprachen Romanisch, Italienisch, Französisch und Deutsch/Schweizerdeutsch der Fall ist. Allerdings hat das Schweizer Parlament 1994 ein Postulat verabschiedet, das Folgendes festhält: "Der Bundesrat wird aufgefordert, die Gebärdensprache für die Integration gehörloser und hörbehinderter Menschen einzusetzen und sie neben der Lautsprache in Erziehung, Ausbildung, Forschung und Informationsvermittlung zu fördern". Das letzte Anerkennungsgesuch wurde 2021 erneut abgelehnt, obwohl im gleichen Jahr die Deutschschweizer Gehörlosenschulen und der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB-FSS) eine offizielle Erklärung veröffentlichten, in der sie sich für die jahrelange Unterdrückung der Gebärdensprache durch die Schulen entschuldigten.
Mehr Informationen über Gehörlose und Gebärdensprache in der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert finden Sie in dem Buch «Aus erster Hand» von Rebecca Hesse, Alan Canonica, Mirjam Janett, Martin Lengwiler und Florian Rudin. Chronos Verlag (2020).
Einen Überblick über die Entwicklung der Gebärdensprachforschung und die Ausbildungsprogramme für DSGS-Lehrer:innen und -Dolmetscher:innen finden Sie in Penny Boyes Braem, Tobias Haug und Patty Shores. «Gebärdenspracharbeit in der Schweiz: Rückblick und Ausblick». Das Zeichen (90). 58-74. (2012).
³ Eines der ersten deutschsprachigen Bücher über moderne Gebärdensprachforschung war «Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung» von Penny Boyes Braem. Hamburg: Signum Verlag. (1995) (als PDF auf www.fzgresearch.org).
Ein neueres Buch über die Grammatik der Deutschen Gebärdensprache ist Handbuch Deutsche Gebärdensprache: Sprachwissenschaftliche und anwendungsbezogene Perspektiven von Hanna Eichmann, Martje Hansen & Jens Hessmann (Hrsg.) (2012) Hamburg: Signum Verlag.
⁴ Eine erste Studie, die die Geschwindigkeit der Produktion von Gebärden und Wörtern vergleicht, ist
⁵ Eine Beschreibung aller Techniken findet sich in «Bilderzeugungstechniken in der Deutschen Gebärdensprache» von Gabriele Langer in Das Zeichen (19). 254-270.
⁶ Die Abkürzungen für die Sprachen im französischen und italienischen Teil der Schweiz lauten vielleicht besser LSF-SR (Langue des Signes Suisse Romande) und LIS-TI (Lingua dei Segni Italiana Ticino), um sie von den Gebärdensprachen in den Nachbarländern Frankreich und Italien zu unterscheiden. Ob es sich bei diesen Schweizer Gebärdensprachen wirklich um verschiedene Sprachen oder einfach um Dialekte der Gebärdensprachen in den anderen Ländern handelt, muss jedoch noch weiter untersucht werden.
⁷ Die verschiedenen Systeme zur Verschriftlichung der Gebärdensprache werden in den folgenden Artikeln beschrieben.
Penny Boyes Braem
Nov. 2021