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Das Ende des Zuckerrübenjahrs naht
Zwischenfazit zum Rübenjahr 2023
Das diesjährige Rübenjahr startete wohl mit der längsten Saatperiode der vergangenen Jahre. Die Zeitfenster für eine optimale Aussaat im Frühling waren wegen Regen und Kälte rar, wodurch manch einer sich dazu gezwungen sah, die Rüben bei ungünstigen Verhältnissen auszusäen. Die Witterungsbedingungen sorgten vielerorts für ein moderates Auflaufen und eine langsame Jugendentwicklung der Rüben. Die nasse Frühjahrsphase hatte allerdings auch ihre Vorteile. So hielt sich beispielsweise der Erdflohdruck stark in Grenzen. Des Weiteren halfen die früheren Niederschläge bei der Bewältigung der Sommertrockenheit, wovon vor allem Rüben auf flachgründigen, kiesigen und sandigen Böden betroffen waren. Die stark ausgeprägte Trockenheit schob der Cercospora-Blattfleckenkrankheit vorerst einen Riegel vor. Erst im Herbst, als zu den weiterhin hohen Temperaturen eine morgendliche Taubildung dazukam, erhielt die Pilzkrankheit wieder Aufwind und konnte spät noch die eine oder andere Fungizidbehandlung nötig machen. Durch das eher mässige Auftreten der grünen Pfirsichblattlaus, hielt sich der verursachte Schaden der virösen Vergilbung in Grenzen. Das Ausdehnungsgebiet der SBR-Krankheit schwenkt von der Westschweiz immer weiter Richtung Osten über. Die Schilf-Glasflügelzikade, welche als Überträgerin von SBR gilt, wurde bereits nahe der Aargauer Grenze gesichtet. Aufgrund der Arbeit der Zuckerrübenfachstelle konnten zwar robustere Sorten gegen diese Krankheit eruiert werden, jedoch muss die Forschung weiterhin intensiv an einer Lösung dieses Problems arbeiten. Die Ernte stellt sich aufgrund der langanhaltenden Regenphasen als schwierig heraus. Teilweise wurden die Rüben schon früh auf Vorrat geerntet. Die Rübenmieten sollten während einer langen Feldlagerzeit unbedingt mit einem Vlies abgedeckt werden, um Lagerverluste und Fäulnis bestmöglich zu vermeiden. Im Boden sind Zuckerrüben am besten vor Verlusten geschützt. Dort sollten die Rüben momentan auch bleiben, bis der Boden etwas abgetrocknet und die Befahrbarkeit somit besser gewährleistet ist.
Sortenliste 2024
Die Sortenprüfung der Fachstelle hat einige neue und interessante Sorten auf die Verkaufsliste gebracht. Zu den Neuheiten im Klassiksortiment gehören die beiden Sorten Antonica KWS und BTS 2030. Beide gehören zu den CR+ Sorten und haben daher eine ausgeprägte Resistenz gegenüber Cercospora-Blattflecken, was sie somit zu passenden IP-Suisse-Sorten macht. Die Sorte BTS 2030 weiss ausserdem mit dem höchsten Rübenertrag und Bruttogelderlös zu überzeugen. Für Antonica KWS spricht insbesondere ihr hoher Zuckergehalt. Weiterhin auf der Liste bleiben Interessa KWS, Novalina KWS, und Monteverdi. Interessa KWS verfügt über einen hohen bereinigten Zuckerertrag und schliesst ausserdem bei den Cercospora-Bonituren am besten ab, was sie somit zu einer passenden Sorte für den Bio-Zuckerrübenanbau macht. Novalina KWS ist ebenfalls eine für den Bio-Anbau geeignete Sorte, welche ihre Vorzüge vor allem in der raschen Jugendentwicklung und bei der Unkrautunterdrückung hat. Der Abschluss macht die Sorte Monteverdi, welche auf der Sortenliste den höchsten Zuckergehalt aufstellt.
Im Conviso-Bereich bleibt es bei den üblichen Verdächtigen aus dem Vorjahr. Smart Belamia ist die ALS-Sorte, welche die besten Eigenschaften gegen Cercospora besitzt. Die Conviso-Sorte mit dem höchsten Zuckergehalt heisst Smart Arosa. Die letztes Jahr erstmals auf der Sortenliste vertretene BTS SMART 4825 ist die ausgeglichenste ALS-Sorte im Sortiment und überzeugt mit dem höchsten Bruttogelderlös aller Smart-Sorten.
Genauere Zahlen und Fakten rund um die Sortenliste werden demnächst via Rübenpflanzer und Homepage (www.zuckerruebe.ch) kommuniziert.
Saisonabschluss und Ausblick
Zuckerrüben sind nach wie vor gesucht. Für kommendes Jahr ist wiederum eine Erhöhung des Richtpreises um 3 CHF/t auf 61CHF/t Zuckerrüben geplant. Neben dem Preis werden die Einzelkulturbeiträge weiterhin zugesichert. Zudem können allfällige Produktionssystembeiträge die Lukrativität der Zuckerrübe noch weiter steigern. Bei Interesse für Neupflanzer oder Wiedereinsteiger steht ihnen die Zuckerrübenfabrik gerne zur Verfügung. Für alle agronomischen Fragen kontaktieren Sie die Zuckerrübenfachstelle.
In den kommenden Wochen finden in der Deutschschweiz diverse Regionalversammlungen für Zuckerrübenpflanzer statt. Neben agronomischen Punkten werden auch politische und grundlegende Fragen rund um die Rüben diskutiert. Auf diesem Weg wünscht Ihnen die Zuckerbranche bereits jetzt frohe Festtage und wir freuen uns auf das neue Rübenjahr 2024.