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Gleich zwei brasilianische Filme über den Amazonas-Regenwald und seine Völker sind zu einem Zeitpunkt, an dem der Amazonas-Regenwald beispiellosen Angriffen ausgesetzt ist, mit internationalen Preisen ausgezeichnet worden. “A última Floresta“ von Luiz Bolognesi hat bei der Berlinale den Publikumspreis gewonnen und in London wurde “Amazônia Sociedade Anônima” (Amazon Undercover) von Estevão Ciavatta prämiert.
Beide Dokumentarfilme zeigen mit eindrucksvollen Bildern die Schönheit des Regenwaldes, seine Vielfalt und ebenso die Bedrohungen denen Wald und die dort lebenden Menschen preisgegeben sind. Gemein haben die beiden Filme, dass sie Indios nicht als Statisten auftreten lassen, sondern diese aktiv an der Erstellung beteiligt waren. Entstanden sind auf diese Weise außergewöhnliche Werke, die mehr als nur einen Einblick bieten.
In “A última Floresta“ nehmen Luiz Bolognesi und Davi Kopenawa Yanomami die Zuschauer mit auf eine Reise in die Welt des Amazonas-Regenwaldes, in die magische Welt der Yanomami und auch die Welt der Konflikte. Davi Kopenawa ist Schamane, Aktivist, Schriftsteller und Präsident der Yanomami-Vereinigung Hutukara. Luiz Bolognesi und er haben das Drehbuch geschrieben.
Beim Publikum der Berlinale ist “A última Floresta“ auf große Begeisterung gestoßen. Von den 16 in der Berlinale-Sektion “Panorama“ zur Wahl stehenden Langfilmen hat er die meisten der 5.658 Stimmen erhalten.
“Amazônia Sociedade Anônima” (Amazon Undercover) von Estevão Ciavatta ist in London mit dem One World Media Award 2021 ausgezeichnet worden. Der wird für herausragende journalistische Arbeiten der südlichen Hemisphäre unseres Planeten vergeben.
“Amazônia Sociedade Anônima” ist ein Warnruf. Er dokumentiert, wie sich Indios und Ribeirinhos (Flussanlieger) zusammenschließen, um gemeinsam gegen die Mafia vorzugehen, die Land raubt, Regenwald rodet und illegalen Bergbau in Schutzgebieten und Indioterritorien betreibt.
Hauptakteure des Films sind Munduruku-Indios, die ebenso um die eigentlich per Konstitution garantierte Ausweisung ihres angestammten Gebietes kämpfen. Durch den Film, der ebenso den Alltag der Indios aus ihrer eigenen Sicht yeigt, führt Juarez Saw Munduruku.
“Amazônia Sociedade Anônima” ist eine Co-Produktion mit dem Amazonasinstitut Imazon. Mitbegründer des Institutes Beto Veríssimo sieht den Film nicht nur als Aufruf zum Schutz des Regenwaldes und seiner Ureinwohner, sondern ebenso als Hoffnungsschimmer. Er ist sich sicher, dass gemeinsam der Schutz des Regenwaldes gelingen kann.
Zu sehen sein wird “Amazônia Sociedade Anônima” Ende Juli im französisch-deutschen Fernsehen Arte.