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Allerletzte Chance für eine Korrektur
von Werner Haller, Wochen-Zeitung - Die SCL Tigers biegen in die Meisterschafts-Zielgerade mit drei Chancen zum Verbleib in der NLA ein – den zwei Playoutrunden und der Ligaqualifikation.
In den verbleibenden fünf Spielen gegen den SCB (h), die ZSC Lions (a), Zug (a), Biel (h) und Servette (h) müssen sie mit kämpferisch konstant überzeugenden Mannschaftsleistungen zeigen, dass sie für die Entscheidung bereit sind. So wie vor einem Jahr, als sie sich mit drei Siegen in den letzten fünf Spielen noch vom elften auf den zehnten Platz verbesserten, sich den Heimvorteil erkämpften und in der ersten Playoutrunde gegen Ambri mit 4:0-Siegen ihren Platz in der NLA verteidigten. Ein solches Zeichen war bisher kaum zu erkennen. Es fehlte die für eine Best-of-7-Playoutserie erforderliche Konstanz und Intensität über die volle Spieldauer von 60 Minuten sowie die restlose Einsatzbereitschaft vereinzelter Spieler. Kein Wunder, dass von den 14 Spielen im neuen Jahr nicht weniger als elf zum Teil kläglich verloren wurden.
Die SCL Tigers haben in dieser Saison mehr Spiele verloren (34), als gewonnen (11). Punkte erkämpften sie sich in 16 Begegnungen. Um auch nächste Saison in der NLA spielen zu können, müssen sie in mindestens einer der drei Best-of-7-Serien gegen den Abstieg vier von sieben Spielen für sich entschieden. Ein positives Sieg-/Niederlagenverhältnis von 4:3 ist in dieser Saison allerdings noch nie gelungen. In den 16 Spielen mit Punktgewinn waren die Erfolgsvoraussetzungen zu erkennen.
• Überdurchschnittliche Torhüterleistungen: In 15 der 16 Spiele mit Punktgewinnen lag die Abwehrquote von Thomas Bäumle, Jaroslav Hübl und Remo Giovannini zwischen 91,7 und 100,0 Prozent.
• Spiel 5 gegen 5: Nicht weniger als 28 der 36 Punkte wurden gewonnen, wenn die SCL-Bilanz bei Vollbestand (5 gegen 5) beider Teams positiv oder ausgeglichen war.
• Spielstand nach 40 Minuten: 32 der 36 Punkte wurden gewonnen, wenn die SCL Tigers vor dem Schlussdrittel entweder in Führung lagen oder die Partie unentschieden stand.
Bryce Lampman als achter Ausländer
Die entscheidende Meisterschaftsphase werden die SCL Tigers mit vier Ausländern bestreiten können. Von Portland, dem AHL-Farmteam des NHL-Klubs Phoenix, konnten sie den 30-jährigen amerikanischen Verteidiger Bryce Lampman übernehmen. Der Viertrundendraft 2001 der New York Rangers hat die laufende Saison in der drittklassigen East Coast Hockey League bei Orlando (Farmteam von Minnesota) begonnen. Nach 21 Spielen wechselte er mit einem Probevertrag für acht Spiele in die AHL zu Portland, wo er am 2. Februar zum letzten Mal im Einsatz stand. Bryce Lampman ist ein Defensivverteidiger mit 543 Spielen in der NHL (zehn für die New York Rangers), AHL, ECHL sowie mit Europaerfahrung in Deutschland und Russland.
SCL Young Tigers als eifrige Punktesammler
Die zukünftige Schweizer U20-Nationalmannschaft mit den Langnauern Simon Sterchi und Yannick Albrecht erkämpfte sich am U19-Fünfländerturnier in Ostrava (Tsch) in drei von vier Spielen Punkte. Finnland (6:2) und Deutschland (5:3) wurden bezwungen, gegen Tschechien verloren die Schweizer nach einer 3:0-Führung im Penaltyschiessen (4:5) und wurden von Schweden (2:10) deklassiert. Sterchi bildete mit den beiden SCB-Stürmern Julian Schmutz und Marco Müller die herausragende Linie und erzielte zwei Tore und drei Assists. Yannick Albrecht schoss gegen
die Finnen das 4:2.
Siegestor durch Patrick Bandiera
Auf ihrem Weg zur WM vom 18. bis 28. April in Sotschi (Russ) bestritt die U18-Nationalmannschaft in Piestany (Slk) ein Vierländerturnier. Nach knappen Niederlagen gegen die U18-Auswahl der Slowakei (1:2) und das U19-Team der Gastgeber (2:3 n.P.) sicherten sich die Schweizer mit den Langnauern Yannick Rathgeb und Patrick Bandiera dank einem 5:4-Sieg gegen Deutschland den dritten Schlussrang. Gegen den Erzrivalen erzielte Bandiera rund vier Minuten vor Schluss das Game-Winning-Goal, nachdem er bereits den 1:1-Ausgleich vorbereitet hatte. Er war mit drei Skorerpunkten (2 Tore/1 Assist) der fünftbeste Skorer des Turniers. Verteidiger Yannick Rathgeb bestritt wegen einer Magen-/Darmgrippe lediglich das erste Spiel. Zu den Torschützen der U17-Nationalmannschaft gehörte ebenfalls ein Langnauer. Andy Ritz erzielte im letzten Spiel des Turniers in Füssen (De) gegen die Slowakei (1:2 n.P.) den einzigen Treffer der Schweizer, die zuvor Deutschland mit 5:2 und 2:1 n.P. geschlagen hatten. Die vier Langnauer Kevin Liechti, Lars Bieri, Cédric Bichsel und Fabian Haberstich wurden zum U16-Sichtungsturnier nach Saignelégier eingeladen. Wie schon im Dezember am Vierländerturnier in Finnland bestätigte Haberstich mit drei Toren und einem Assist seine Qualitäten als Topskorer.
Offensiv schwaches Nationalteam
Die verjüngte A-Nationalmannschaft mit SCL Tigers-Captain Simon Moser (kein Skorerpunkt; Minus-2-Bilanz) zeigte am Dreiländerturnier in Stavanger (No) engagierte Leistungen. Offensiv war sie mit bloss zwei Toren bei 74 Schüssen aber zu schwach um gegen Norwegen (1:4) und die Slowakei (1:2) eine Chance zu haben.