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Wie der führende Milchverarbeiter Kanadas und drittgrösste Käseproduzent in den USA am Dienstag vergangener Woche mitteilte, konnte der eigene Aktienanteil auf 52,7 % erhöht und so die Mehrheit an WCB übernommen werden. Die Akquise der australischen Traditionsmolkerei mit einem Milcheingang von 900 Mio. kg und einem Umsatz von 500 Mio. australischen Dollar (AUD) (392 Mio. Fr.) dürfte Saputo mindestens 526 Mio. AUD (413 Mio. Fr.) kosten und soll als Sprungbrett für die Erschliessung des asiatischen Marktes dienen.
Vorangegangen war ein erbitterter Bieterwettstreit mit dem grössten Molkereiunternehmen Australiens, der Murray Goulburn (MG), und dem australischen Unternehmen Bega Cheese, das am 12. September 2013 mit einem ersten Gebot den Übernahmepoker eröffnet hatte. In der Folge erhöhten die Kontrahenten mehrfach ihre Angebote an die Aktionäre von WCB. Der Wert des Unternehmens verdoppelte sich dadurch.
Am 16. Januar 2014 stieg Bega Cheese als Erster aus und verkaufte seinen Molkereianteil von 18% an Saputo. Nachdem der kanadische Wettbewerber seine strategische Mehrheit an WCB bekanntgegeben hatte, strich auch Murray Goulburn die Segel und teilte die Rücknahme seines Übernahmeangebots mit. Stattdessen soll der eigene Aktienanteil von 17,7% nun vollständig für 92,9 Mio. AUD (72,9 Mio. Fr.) an Saputo abgegeben werden. Dieser verfügt damit über mehr als 75 % der an der Börse in Sydney gelisteten WCB-Aktien. Der Direktor von Murray Goulburn, Gary Helou, zeigte sich enttäuscht über das Scheitern der Übernahme und sprach „von einer vergebenen Chance für die australische Milchwirtschaft“.