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Die grösste neuromanische Kirche des Kantons wurde nach einem schrecklichen Brand errichtet, der das Dorf Plaffeien 1906 fast vollständig zerstörte.
In der Nacht vom 31. Mai 1906 wurde Plaffeien von einem verheerenden Brand heimgesucht, der von einem starken Wind ausgelöst worden war: Innert zwei Stunden wurden 36 Häuser mit Strohdächern zerstört, 274 Menschen wurden obdachlos. Die Kirche lag in Schutt und Asche, nur eine Mauer war noch übrig. Schnell machten sich die Einwohner ans Werk und bauten ihr Dorf neu auf, wobei sie auf die engen, sich schlängelnden Gässchen verzichten. Sie beschlossen ausserdem, die Kirche neu aufzubauen, vier Jahre später wurde sie eingeweiht.
Das neue Gebäude überrascht durch seine eindrucksvollen Masse und seine Farben. Es ist der Geburt der Jungfrau gewidmet. Der Hochaltar mit Baldachin im italienisch-byzantinischen Stil ist mit zahlreichen Darstellungen des Lebens von Maria und Heiligenfiguren geschmückt. Das imposante Schiff mit mehr als einhundert Plätzen ist hell: Die hohen Fenster haben weisse Gläser, die unteren sind mit Kirchenfenstern des Zürcher Ateliers Berbig verziert, auf denen die Apostel zu sehen sind. Die Holzdecke ist flach und in Kästen unterteilt, deren Schnittstellen von Oswald Pilloud, einem Schüler von Hodler, bemalt wurden. Eine frische Darstellung der Verkündigung ziert das mittlere Medaillon.
Im Kirchturm hängen schöne Glocken. Sie wurden von einem frankophonen Handwerker geschmiedet, dem bei der Signatur ein Fehler unterlief: Er schrieb «Plaffeyen», die richtige Schreibweise lautet jedoch «Plaffeien».