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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

IV. Rede
66.
Julian eifert nunmehr auch gegen das Legionsfeldzeichen1, das mit dem Kreuze und hocherhoben das Heer geleitet und führt, das die Kraft hat, von Mühen zu befreien, und daher bei den Römern den Namen (Labarum)2 trägt und das alle übrigen Feldzeichen gewissermaßen beherrscht, welche mit den Bildern der Kaiser und mit ausgespannten Tüchern von verschiedener Farbe und mit verschiedenen Schriften geschmückt sind oder welche auf Lanzenspitzen zu wilden Drachen aufgeblasen3 und durch bunte Riemen mit [S. 109] gewobenen Schuppen bewegt werden, und welche einen zugleich sehr angenehmen wie schrecklichen Anblick bieten. Nachdem Julian an seinem Hofe alles nach seinem Willen durchgeführt und die Gefahren, über die er Herr zu sein glaubte, gebannt hat, geht er nunmehr in folgender Weise weiter vor.
1: Daß Julian gleich zu Beginn seiner Regierung die von Konstantius eingeführte Kreuzesfahne abgeschafft hatte, berichtet auch Sozomenus 5. 17, 2.
2: Gregor scheint das Wort Labarum mit laborum in Zusammenhang zu bringen.
3: Der wohl erst seit dem 3. Jahrhundert von den Parthern und Dakern durch die Römer als Feldzeichen übernommene Drache bestand aus farbigen Stoffen und zeigte geöffneten Rachen mit blitzenden Zähnen; bei schneller Bewegung wurde er vom Winde unter Zischen aufgeblasen.