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Der Waffenplatz Thun feiert sein 200-Jahr-Jubiläum und in der Armeebotschaft des VBS werden weitere Ausbaupläne für Thun publiziert.
2004 / 2005
Einer der ersten Mieter, ein Atelier-Verein, der Synergieen nutzen lässt, bezieht Gebäude 354. Nach und nach werden Unternehmungen an der Uttigenstrasse angesiedelt mit einem Mietermix aus Handwerkbetrieben, Informatik, Treuhand sowie Architektenbüros, Stiftungen wie Equipe Volo, Silea und Transfair. Ebenfalls konnte eine Kindertagestätte eingerichtet werden.
Ab 2000
Etappenweiser Rückzug der Aktivitäten der RUAG in das heutige Betriebsareal, Freispielen der Uttigenstrasse für Drittnutzungen.
1999
Gründung der RUAG
1998
Gründung Aktiengesellschaft. Damit ist der Übergang zur privatwirtschaftlichen Unternehmung juristisch vollzogen.
Aufteilung des Immobilienbestandes zu VBS und RUAG. So vollzieht sich die Trennung des Waffenplatzareals im rechtlichen Sinn, jedoch besteht weiterhin enge örtliche Verflechtung zwischen den beiden Unternehmen.
Der Fall der Berliner Mauer 1989 und das Zusammenbrechen des Eisernen Vorhangs führt in der Schweiz zur Armeereform «Armee 95» mit sinkenden Mannschaftsbeständen. Zudem wird das Budget des Eidgenössischen Militärdepartements (EMD) deutlich verkleinert. Zu spüren bekommen dies auch die Industriebetriebe der «Gruppe Rüstung» des EMD, bei denen das Auftragsvolumen stetig sinkt.
In der Botschaft vom 16. April 1997 zu einem «Bundesgesetz über die Rüstungsunternehmen des Bundes» (BGRB) stellt der damalige EMD-Vorstand, Bundesrat Adolf Ogi, einen Gesetzesentwurf vor, der im Wesentlichen die Ausgliederung und Umwandlung der unselbständigen öffentlich-rechtlichen Bundesbetriebe in privatwirtschaftliche Aktiengesellschaften erlauben sollte. Damit steht den Betrieben neu der internationale Markt offen. Das Projekt «Rüstungsunternehmen-Aktiengesellschaft» (RUAG) in Angriff genommen wird.
Die Munitionsfabriken in Altdorf und Thun fusionieren zur «neuen» Schweizerischen Munitionsfabrik, welche 1999 letztlich in die privatwirtschaftliche Ruag übergeht.
1990er Jahre
Einleitung schrittweise die Privatisierung der K+W. Noch als Bundesbetrieb wurde die K+W in SW Schweizerische Unternehmung für Waffensysteme umbenannt.
1945 – 1950
In der Zwischenkriegszeit wird der Armeefahrzeugpark AMP errichtet, der erste Artilleriesimulator (Baranoff-Apparat) in Betrieb genommen, die Kader- und Rekrutenschulung für die Motorwagengruppe (Leichte Truppe) begonnen, die Dufourkaserne bezogen und die Ausbildung für Leichtpanzerfahrer und zwei Gebirgs- und Feldartillerie-Rekrutenschulen aufgenommen.
1943
Das Konstruktionsbüro wird nach Emmen verlegt und offiziell das Eidgenössische Flugzeugwerk in Emmen gegründet. Damit ist der Flugzeugbau und -unterhalt nicht mehr Aufgabe der Konstruktionswerkstätte (K+W) in Thun.
1941
1914 wurden alle Waffenplätze aufgefordert, sich dem Flugwesen zur Verfügung zu stellen. Emil Messner, Instruktor und Kommandant der Schweizer Ballontruppen von 1909 bis 1923, überzeugte den Generalstab, auf der Thuner Allmend ein Flugfeld zu errichten. Die Abteilung Flug der K+W begann mit der staatlichen Flugzeugproduktion und auf der Vorderen Allmend wurde der Werkflugplatz gebaut.
1940
Am 22. Juni kapitulierte Frankreich vor Deutschland – für die Verteidigung der Schweiz entstand damit eine völlig neue Situation: Sie war nun rundum von den Achsenmächten eingekreist. Es erfolgte eine Verschiebung von drei Divisionen in die Voralpen/Alpen ins sogenannte «Reduit».
Mit der Réduit-Strategie standen wichtige Militärflugplätze im Mittelland plötzlich ausserhalb der zur Verteidigung vorgesehenen Réduitgrenzen im zentralen Alpenraum. Unter grossem Zeitdruck wurden im Berner Oberland sieben neue Militärflugplätze geschaffen: Ganz im Westen des Réduit mit dem Flugplatz Saanen, im Simmental die beiden Militärflugplätze Sankt Stephan und Zweisimmen, im Kandertal Reichenbach und Frutigen, schliesslich im Zentrum der Flugplatz Interlaken und der Militärflugplatz Meiringen.
Der Flugzeugbau wird von der Allmendstrasse in Thun schrittweise nach Emmen verlagert.
1939
Am 28. August 1939 bot der Bundesrat über das Radio die Teilmobilmachung der Grenztruppten auf den 29. August auf. Zwei Tage danach erfolgte der deutsche Überfall auf Polen.
Die Bundesversammlung wählte am 30. August Henri Guisan zum General. Am 2. September – dem Tag des Ausbruchs des zweiten Weltkrieges – ordnete der Bundesrate mittels Plakatanschlag die allgemeine Mobilmachung auf den 2. September an.
Die Konstruktionswerkstätte (K+W) beginnt mit der Fabrikation von Rohren für die Artillerie, die Flieger- und Panzerabwehr sowie für Panzer.
1915
Der Bundesrat erteilt der Konstruktionswerkstätte (K+W) den Auftrag, sechs Flugzeuge nach den Entwürfen von August Haefeli zu bauen.
Einen Monat später wird eine eigene Abteilung für die Konstruktion und Fabrikation von Flugzeugen geschaffen, im November kann man mit der ersten neuen Maschine zum Probeflug starten und im April 1916 wurden die sechs DH-1 ausgeliefert.
Übernahme der Energieversorgung der Regiebetriebe durch das Eidgenössische Elektrizitätswerk.
1874 – 1895
Erweiterung um Munitionskontrolle, Hülsenfabrik, Eidgenössisches Munitionsdepot und Offizierskaserne sowie Ersatz der Dampfzentrale durch eine stärkere Turbinenanlage.
1863
Die Eidgenössische Konstruktionswerkstätte (K+W) bis 1999 ist ein Regiebetrieb und Teil der Gruppe für Rüstungsdienste des Eidgenössischen Militärdepartements (heute VBS).
Die K+W hat das Ziel, die Schweizer Landesverteidigung von importierten Rüstungsgütern und in Krisenzeiten unabhängig zu machen. Das Kürzel «K+W» ist die offizielle Abkürzung, darin steht das «+» für das Schweizer Kreuz, also für «eidgenössisch», analoge Abkürzungen waren und sind auch für andere Bundesbetriebe üblich. In Fliegerkreisen wird auch fälschlicherweise EKW abgekürzt. Die K+W besteht von 1863 bis 1999 und ist heute ein Teil des Kernes der RUAG.
Die Militärschule bringt die eidg. Militärbetriebe nach Thun und die Geschützhalle (später eidgenössische Zeughaus Thun), die Mechanischen Werkstätten (später Konstruktionswerkstätte (K+W) und das Feuerwerkerlaboratorium (später Eidgenössische Munitionsfabrik (M+F) werden gebaut. Eine Dampfzentrale versorgt sie mit Energie.
1861
Das eidgenössische Parlament beschliesst auf Antrag des Bundesrates die Errichtung einer Reparaturwerkstätte.
1851
Das «eidgenössische Kriegskommissariat» verwaltet in Thun die Militärschule sowie die Allmend und sorgt für Lagerung, Unterhalt und Reparatur des Materials.
1841
Erweiterung des Waffenplatzes: Die Armee kauft von der Burgergemeinde Thun für 150'000 Franken die 505 «Jucharten» (ca. 18'000 Aren) grosse «Untere Allmend» und als Reserve die «Kalberweid» jenseits der Aare.
1819
Eröffnung Waffenplatz Thun: Er gilt als ältester und mit einer Fläche von 6,5 Quadratkilometer grösster Waffenplatz der Schweiz.
1818
Tagsatzungsbeschluss zur Erstellung Waffenplatz in Thun: Die Tagsatzung beschliesst ein eidgenössisches Militärreglement. Dieses gesteht den 22 Kantonen die Verantwortung für ihre Truppenkontingente zu, will jedoch eine Vereinheitlichung der 33'000 Mann starken eidgenössischen Armee.
Zur einheitlichen Ausbildung wird eine gemeinschaftliche Lehranstalt in Thun errichtet. Ausschlaggebend für die Wahl des Waffenplatzes in Thun sind die zentrale Lage und die Eignung der Thuner Allmend für einen Artilleriewaffenplatz.