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Die italienische Region mit der Hauptstadt Milano liegt ganz im Norden und grenzt an die Schweiz. Die Produktionsfläche beträgt 24 000 Hektaren. Jährlich werden etwa 150 Millionen Liter Wein produziert. Die hochwertigsten Weingebiete befinden sich vor allem sich im Seengebiet beim Lago di Garda und Lago d’Iseo (Franciacorta) zwischen Bergamo und Verona, sowie im Veltlin (Valtellina) an der Schweizer Grenze.
Als Weinregion ist die Lombardei vor allem dadurch bekannt, weil hier die grösste Menge Italiens an Spumante (Schaumwein) nach der Metodo classico hergestellt wird. Dafür werden Chardonnay, Pinot Bianco und Pinot Nero verwendet. Weitere wichtige Rebsorten sind die roten Barbera, Bonarda, Cabernet Sauvignon, Groppello, Merlot, Nebbiolo und sowie der weisse Trebbiano.
Franciacorta ist nicht nur der Name eines Weinbaugebiets sondern auch die Bezeichnung eines DOCG-Schaumweins. Die Zone mit 2600 Hektaren umfasst 19 Gemeinden am Südrand des Lago d’Iseo in der Provinz Brescia. 90 Prozent der Gesamtproduktion entfallen auf Schauwein, das sind heute 10 Millionen Flaschen. In ein paar Jahren wird es das Doppelte sein, da viele Neuanlagen entstanden sind.
Der Name stammt vom lateinischen Begriff «francae curtes» für die Steuerbefreiung der dortigen Klöster und Stifte. Auf Grund des hervorragenden Schaumweines wird das Gebiet auch als «Champagne Italiens» bezeichnet. Der Ruhm wurde durch den jungen Weinmacher Franco Ziliani begründet, der im Champagner-Haus Moët et Chandon gelernt hatte. Im Jahre 1961 begann er mit Guido Berlucchi Schaumweine zu produzieren und erregte bald Aufsehen mit dessen Qualität. Viele andere Weingüter folgten, heute sind es über hundert. Unumstrittenes Flaggschiff des Anbaugebiets ist das Weinhaus Ca’ del Bosco mit seinem charismatischen Leiter Maurizio Zanella.
Die Valtellina, das Tal zwischen den rätischen und bergamasker Alpen ist für seine traditionsreichen Rotweine aus Nebbiolo bekannt. Ausserhalb des Piemonts ist die Valtellina die einzig bedeutende Anbauzone. Mit einer Anbaufläche von 800 Hektaren ist sie hinter Barolo das grösste Nebbiolo-Gebiet überhaupt. Nebst den klassischen Rotweinen unterschiedlicher Machart wird auch die Spezialität Sforzato oder Sfursat angeboten. Die Trauben werden in der Art eines Strohweins angetrocknet und erst ein paar Wochen nach der Ernte abgepresst. Der trockene Rotwein zeichnet sich durch eine erhöhte Konzentration aus. Vermehrt entstehen auch interessante Weissweine.
Aus der Umgebung des Gardasees wird ein breites Angebot an Weiss-, Rosé- und Rotweinen angeboten. Die Zone umfasst rund 25 Gemeinden in der Provinz Brescia, sechs in der Provinz Mantua (beide Lombardei), sowie 40 in der Provinz Verona (Venetien) im Osten des Gardasees. Die Weine werden meist im Mischsatz gekeltert. Im Gebiet der DOC Riviera del Garda Bresciano Superiore müssen beim Rotwein immer Sangiovese, Barbera und Marzemino mit dabei sein, gerne wird auch Gropello beigemischt. Ein Teil davon wird als Chiaretto, als Roséwein ausgebaut. Beim Weisswein spielt die Trebbiano-Traube eine grosse Rolle. Sie heisst hier Trebbiano Valtenesi. Sie wird oft mit lokalen Spezialitäten assembliert.