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Dissertation von Camilla Köhnken
Liszt, Beethoven und Chopin «im Geiste Liszt’s» – Musikalische Gestaltungsideale der ‹Liszt-Tradition› im Spiegel von Textquellen, instruktiven Ausgaben und frühen Tondokumenten
Das Ziel dieser Dissertation ist eine detaillierte Analyse der Interpretationsstrategien Franz Liszts und seiner Schüler. Die Grundlage für die Beschäftigung mit diesem Thema bilden zahlreiche Text- und Tonquellen wie Unterrichtsprotokolle aus Liszts Klavierunterricht, Memoiren, die instruktiven Notenausgaben seiner Schüler und eine reiche Anzahl historischer Aufnahmen. Einen Sonderfall unter diesen Quellen stellt das kürzlich erst zugänglich gewordene Klaviertraktat 'Tradition and Craft in Piano-Playing' aus den 1940er Jahren dar, das einen Einblick in die Wahrnehmung der 'Liszt-Tradition' aus der zeitlich schon entfernteren und damit umfassenderen Sicht einer Enkelschülerin gibt.
Ein Ergebnis der Text- und Aufnahme-Analysen soll die präzisere Definition der oft berufenen 'Liszt-Schule' in Abgrenzung zur 'akademischen' Richtung dieser Zeit, wie sie von Clara Schumann oder Carl Reinecke repräsentiert wurde, sein. Gleichzeitig wird ein tieferes Verständnis der vorherrschenden Stilmittel in der musikalischen Interpretation des ausgehenden 19. Jahrhundert im allgemeinen angestrebt, welche den modernen Hörer oft sehr fremd anmuten.
Betreungspersonen
Prof. Dr. Anselm Gerhard, Universität Bern, Institut für Musikwissenschaft
Prof. Dr. Kai Köpp, Hochschule der Künste Bern HKB, Organisationseinheit: Forschung, Musik, Klassik