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Fieber ist keine Krankheit, Fieber ist die Abwehrreaktion des Körpers auf die Krankheit, die ihn ergriffen hat. Eigentlich ist diese Tatsache mittlerweile genügend bekannt. Trotzdem macht uns hohes Fieber Angst und trotzdem meinen wir immer noch: Je höher das Fieber umso schwerer die Krankheit.
Soll man Fieber senken?
Fieber beeinträchtig das Wachstum von Infektionserregern und hilft dem Immunsystem beim Kampf gegen die Krankheit. Es gibt mittlerweile genügend Studien die zeigen, dass Fiebersenkung die Krankheitsdauer verlängert und oft auch zu schwereren Verläufen führt. Paradoxerweise führt es auch zu vermehrter Ansteckung, weil die Patienten längere Zeit ansteckend bleiben (Population-level effects of suppressing fever”, David J. D. Earn et al). Es ist ausserdem bekannt, dass Kinder, die fieberhafte Krankheiten ohne medikamentöse Fiebersenkung oder Antibiose durchmachen, auch im späteren Leben ein gesunderes, geübteres Immunsystem haben und weniger chronische Krankheiten bekommen. Das Fieber darf und soll also oben bleiben, solange der Körper damit zurecht kommt.
Kann hohes Fieber eine gefährliche Krankheit anzeigen?
Das kann sein, allerdings würde eine gefährliche Krankheit nicht weniger gefährlich durch gesenktes Fieber. Eine gefährliche Krankheit erkennt man am Zustand des Patienten und nicht am Fieberthermometer.
Wird hohes Fieber nicht irgendwann gefährlich?
Gerade Kinder bekommen oft auch bei recht harmlosen Infekten hohes Fieber; über 40 Grad sind dabei keine Seltenheit. Viel wichtiger als die Höhe des Fiebers ist der Zustand des Patienten. Wer schwach, teilnahmslos und kaum ansprechbar im Bett liegt braucht eine ärztliche Untersuchung und wer zwar schlapp ist vom hohen Fieber aber sich ansonsten nicht schlecht fühlt, der braucht sich auch bei 41 Grad noch keine Sorgen zu machen. Viel höher steigt Fieber nicht, da das Temperaturzentrums des Gehirns das Fieber nach Bedarf regelt. Fieber steigt nicht einfach ungebremst weiter und darf nicht mit Überhitzung in einem heissen Raum oder durch Sonneneinstrahlung verwechselt werden, wo die Hitze von aussen kommt und der Körper diese Hitzezufuhr nicht stoppen kann. Es werden auch keine Organe im Körper geschädigt durch hohes Fieber.
Was wenn der Patient unter dem Fieber leidet?
Hohes Fieber kann natürlich Beschwerden machen und nebst der eigentlich Krankheit noch zusätzlich belasten. Wenn der Höhepunkt des Fiebers erreicht ist und die Hitze sich von Bauch und Kopf in die Arme und Beine ausgedehnt hat, dann kann mit feuchten Umschlägen (Temperatur des Wassers etwas unter der Fiebertemperatur, aber nicht kalt) die Hitze etwas gesenkt werden. Am besten eigenen sich die Waden und Unterarme um die Temperatur zu senken. Natürlich wird auch ein passendes homöopathisches Mittel für Erleichterung der Fieberbeschwerden sorgen. Gerade bei kleinen Kindern ist es wichtig, dass sie beim hohem Fieber genügend trinken. Suppe, verdünnter Fruchtsaft, Wasser oder Tee, auch wässrige Früchte sorgen für die nötige Flüssigkeitszufuhr. Manchmal empfinden Kinder keinen Durst oder sind zu müde um selber zu trinken, dann hilft es alle 10 Min. ein Teelöffel voll zu verabreichen bis das Kind wieder selber trinken mag. Ein ruhig schlafendes Kind schläft der Gesundheit entgegen und sollte nicht gestört werden.
Und wenn es zu Fieberdelirien oder gar Fieberkrämpfen kommt?
Manche Kinder neigen schon ab 38° Fieber zu Fieberkrämpfen. So ein Fieberkrampf sieht erschreckend aus und beim ersten Auftreten rufen die Eltern verständlicherweise gleich den Kinderarzt an oder packen das Kind und fahren in die Notfallstation. Oft wird dann empfohlen in Zukunft ab 38° Fieber auf jeden Fall ein fiebersenkendes Mittel zu geben. Diese Empfehlung ist aber überholt. Fieberkrämpfe so bedrohlich sie aussehen, sind ungefährlich und sie treten nicht nur bei Fieberanstieg sondern genauso bei schnellem Fieberabfall auf. Bis 5jährig sind die meisten Kinder aus dieser Schwäche hinausgewachsen. Davor helfen passende homöopathische Mittel, Ruhe der Eltern und das Wissen, dass dem Kind bei diesen Krämpfen nichts passiert. Etwas weniger erschreckend aber doch auch oft noch ängstigend sind die Fieberdelirien. Die Kinder träumen quasi mit offenen Augen und sehen Phantasiegebilde, oft erkennen sie in dem Moment die Eltern nicht und gucken sie erschreckt an. Fieberdelirien können bei Kindern schon bei wenig Fieber auftreten, sie sind aber kein Anzeichen einer schweren Krankheit. Manche Menschen neigen einfach mehr dazu als andere.
Es gibt im Internet einen ausgezeichneten Artikel von Dr. med. Till Reckert und ein Merkblatt der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte zum Umgang mit Fieber, für diejenigen die es noch genauer wissen möchten.