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| Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)

Erstes Buch: Widerlegung der Irrlehre der Heiden.
24.
Da die Engel und Teufel unkörperlich sind, gibt es unter ihnen also auch keine Geburten.
Aber es gibt doch Geburten der Feen, sagen sie, und sie sterben.
Wir wollen zuerst danach schauen, ob es überhaupt außer den Engeln, den Teufeln und den Menschen noch andere vernünftige Geschöpfe gibt. Hernach wollen wir an die Ergründung herantreten, ob von den Dämonen ein Teil körperlich, ein Teil unkörperlich ist. daß es außer diesen drei Klassen, nämlich den Engeln, den Teufeln und den Menschen, keine vernünftigen Geschöpfe gibt, das erhellt aus allen von Gott gegebenen Büchern und aus der Natur der Geschöpfe. Denn wenn auch in den Schriften die Namen von Centauren, Feen und Sirenen genannt werden, so werden sie nur in Anlehnung an die menschlichen Vorstellungen genannt, nicht aber gemäß den wirklichen Verhältnissen der Natur. Denn die Teufel pflegen mancherlei Gestalten zu zeigen, und die Menschen geben die Namen nach den Gestalten. Wie wenn Städte und Dörfer verwüstet werden, und dort nun Teufel wohnen und sich in verschiedenen Erscheinungsformen zeigen, und die Menschen ihnen, der Erscheinungsform entsprechend, Namen geben, die einen Centauren, andere Sirenen, und andere Nymphen nennen, so sagt auch die Heilige Schrift im Anschluss an die Vorstellungen der Menschen, um die Größe der Verwüstung eines Landes zu bezeichnen, daß in den Trümmern Centauren wohnen, welche auf griechisch Eselsstiere heißen.
Sie mögen doch beweisen, daß sich Eselsstiere in Babylon finden. Es ist also nun klar, daß man es bei den [S. 75] Centauren und Eselsstieren mit Namen ohne Wesen zu tun hat, die Schrift verfuhr nach der Gewohnheit menschlicher Anschauung und nannte solche Namen, um die Zerstörung Babylons zu beschreiben. Ähnlich ist es mit dem Meeresstier, den sie von einer Kuh herleiten, der Fee, vom Menschen, und dem Lecktier, vom Hunde.
Nicht als ob dieses Wesen wären, sondern es sind nur Namen für Erdichtetes 1 und Albernheiten von Leuten, deren Sinn von den Dämonen betört ist. Denn vom Körperlichen geht nichts Unsichtbares hervor, wie aus dem Unsichtbaren nichts Körperliches. Nie ist von Menschen eine Fee hervorgegangen, so daß sie für die Augen ein Geschöpf wäre 2, und nie von Kühen ein Meeresstier, so daß er im See sich aufhielte. Für das Körperliche ist es ja nicht möglich, im Wasser zu leben, und für die Wasserwesen, daß sie auf dem Trockenen leben. Und nichts stammt vom Hunde her, so daß es mit unsichtbaren Kräften lebte, und daß es den im Kampfe Verwundeten und ihm Vorgehaltenen lecke und gesund mache, was sie Lecktier nennen 3. Das alles sind Fabeln und Altweibermärchen und stammt insbesondere aus der Verführung durch die Teufel.
1: Nahapetean a. a. O. S. 285 verbessert in bandaguschanaz (Vd): müssige (Namen).
2: So bei S. und V. K. liest: so daß sie bei dem Wilde weidete (Schmid). Norayr khnnaser 1887 S. 9 verbessert in aratsithse von aratsel weiden.
3: Der Relativsatz fehlt bei E.