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Brigitte McMahon Rechtfertigung

Brigitte McMahon ist von der Fachkommission für
Dopingbekämpfung (FDB) von Swiss Olympic am 6. Juni 2005 an
ihrem Wohnort Baar auf Doping kontrolliert worden. Das Ergebnis der
A-Probe bei der Olympiasiegerin von Sydney hat die Präsenz von EPO
ergeben.
Vor den Medien erklärte sie am Freitagnachmittag:
"Ich bereue, dass ich EPO genommen habe".
Sie habe während einer Stressphase Dopingmittel genommen.
Brigitte Mc Mahon wird nun vom Nationalen Triathlon-Verband
ausgeschlossen. Es wird erwartet, dass sie für zwei Jahre gesperrt
wird - dies würde wohl das Karrieren-Ende bedeuten. Wie eine
Spitzensprotlerin die Glaubwürdigkeit verliert. |
Wer hat McMahon EPO geliefert?
Das Zuger Untersuchungsrichteramt hat im Dopingfall von Triathlon-Olympiasiegerin Brigitte McMahon ein Verfahren gegen unbekannt eröffnet. Laut dem zuständigen Untersuchungsrichter Kurt Müller erstattete das Bundesamt für Sport (BASPO) Anzeige. Das seit 2002 bestehende Dopinggesetz ermöglicht ein Vorgehen gegen Personen im Umfeld positiv getesteter Sportler. Der Händler, der die Triathletin Brigitte McMahon mit Epo versorgte, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Rechtfertigung, Begründung oder billige Ausrede?|
McMahon behauptete, "erstmals in ihrer Karriere" zur unerlaubten Medikation gegriffen zu haben, da sie nach gut verlaufenen Trainingslagern im Frühling in ein körperliches Tief gefallen sei. In dieser für sie schwierigen Phase sei ihr von einer aussenstehenden Person vorgeschlagen worden, EPO in kleinen Dosen zu "therapeutischen Zwecken" zuzuführen. McMahon sagte , sie übernehme die Verantwortung für diesen Entschluss - "ich verstehe mich selber auch nicht mehr" - allein. Die vermutlich am Samstag vorliegende B-Probe, die wie die A-Probe im Dopinglabor in Lausanne analysiert wurde, ist aufgrund des Geständnisses von McMahon hinfällig, wie der Leiter der Fachkommission für Dopingbekämpfung (FDB), Oliver Hintz, ausführte.
Die Faktenlage ist demnach glasklar. Die Vorzeigeathletin Brigitte McMahon, Mutter von drei Kindern und vor fünf Jahren in Sydney Olympiasiegerin im Triathlon, ist tief gefallen. Ihre Karriere ist damit wahrscheinlich zu Ende. Die Sponsoren werden sich - wie meist üblich in Dopingfällen - von der einst umjubelten Sportlerin abwenden. Unabhängig von der Streitfrage, ob sich erfolgreicher Spitzensport heute noch ohne unerlaubte Nachhilfe auf höchstem Niveau betreiben lässt, kann Brigitte McMahon etwas nicht abgenommen werden. Dass sie blauäugig zu EPO gegriffen habe.
Warum kann eine Biochemikerin so dumm handeln?
Als ETH-Biochemikerin muss sie sehr genau wissen, wie selbst geringe EPO-Dosen wirken, wenn sie zur rechten Zeit eingesetzt werden. Die "Entschuldigung", sich damit nur therapiert und keinen Leistungsvorteil daraus gezogen zu haben, ist inakzeptabel - auch wenn ihr nächster Grossanlass, die Europameisterschaft erst im August ansteht. Jeder, der sich einigermassen in dieser Szene auskennt, weiss, dass längst nicht mehr nur unmittelbar vor einem wichtigen Ereignis gedopt wird, sondern das ganze Jahr hindurch - etwa im Aufbau oder in der Regeneration. Erklärungen wie: Ich war ein einem Tief - ich hatte finanzielle Probleme sind unverständlich und nicht nachvollziehbar.
|Die Selbstschutzbehauptung überzeugt uns nicht. Schade. Denn das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit kann nur einmal verloren werden.|

Interview: Quelle: Zofinger Stadtblatt
|Brigitte McMahon, welche Auswirkungen befürchten Sie nach Ihrem positiven Dopingbefund?||Brigitte McMahon: "Die Kreise, die dies jetzt nach sich ziehen wird, gehen auf die Familie und auch auf die Triathleten. Das Ganze war ein einmaliger und riesiger Fehler von mir. Ich werde nicht nur meinen Job verlieren. Ich werde mit dem Triathlon etwas verlieren, das mir ans Herz gewachsen ist, dass mir sehr viel bedeutete. Und ich werde auch an Glaubwürdigkeit verlieren. Ich war in Sydney beim Olympiasieg aber nicht gedopt. Mir waren bis in diesem Frühling auch noch nie Dopingmittel angeboten worden."|
|Sie hatten mit dem Olympiasieg das Höchste im Sport bereits erreicht. Setzten Sie sich selbst dennoch wieder zu sehr unter Druck?||"Eben genau dies war nicht der Fall. Die EM stehen ja erst am 20. August in Lausanne im Programm. Ich hatte mir durch die jetzige Einnahme also keinerlei Vorteile verschaffen wollen, sondern wollte die Einnahme auf rein therapeutischer Basis vollziehen."|
|Konnten Sie nicht sogar selbst als Biochemikerin die Folgen der EPO-Einnahme und das Hängenbleiben in einer Trainingskontrolle nicht abschätzen?||"Wenn man wirklich unten ist, kann nicht mehr rationale Entscheidungen treffen. Ich vertraute anderen. Ich verstehe mich rückblickend auch selbst nicht mehr. Ich war überfordert (auch auf Grund der familiären Situation -- Red.). Während meinem Biochemie-Studium war EPO noch nicht so aktuell. Und ich büffelte andere Lehrstoffe."|
|Sie sprechen von Transparenz in dieser Sache. Doch die Bezugsquelle geben Sie nicht bekannt...||"Die Verantwortung für die EPO-Einnahme übernehme ich. Ich werde die Sache selbst mit den 'Ratgebern' regeln.|
|Treten Sie zurück?||"Das will ich jetzt nicht entscheiden. Es ist möglich, dass Sponsoren abspringen. Ich bin absolut für Dopingbekämpfung. Und ich bin auch der Ansicht, dass die Dopingbekämpfung bei uns effektiv ist, wenn schon solch kleine Mengen nachgewiesen werden können. Jetzt bin ich sicherer, dass andere sauber sind."|

Nachtrag vom 4. Juli 2005: McMahon titt zurück : |
Die Schweizer Triathlon-Olympiasiegerin von Sydney 2000, Brigitte McMahon, erklärte das Ende Ihrer sportlichen Laufbahn. Nach der positiv A-Probe der Wohnort-Trainingskontrolle im schweizerischen Baar am 6. Juni 2005, hatte die 38jährige McMahon zunächst den Missbrauch des Erythropoietin (EPO) gestanden und 3 Tage später ihren Rücktritt erklärt.
Der Schweizer Triathlon-Verband schloss die Olympia-Zehnte von Athen sofort aus der Nationalmannschaft aus. Mit ihrem Rücktritt kam McMahon einer wahrscheinlichen zweijährigen Sperre zuvor.

Nachtrag vom 24. August 2005: Formale Sperre |
"Swiss Olympic" hat gegen Brigitte McMahon eine zweijährige Sperre ausgesprochen. Bei der Frage nach dem Epo-Lieferanten hüllte sich die Dopingsünderin in Schweigen.
Das Urteil ist eine Formalität, weil die des Epo-Missbrauchs überführte Zugerin zwei Tage nach der Veröffentlichung des Resultats zurücktrat.

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