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***** 1990 konnte das 4. Langeisen von Kreator in den Läden käuflich erworben werden - ihre melodischste Platte bis zu jenem Zeitpunkt; "Coma of souls".<br><br>Nach dem Weggang von Gitarrist Tritze, holte man den Sodom-Kumpel Frank "Blackfire" an Bord, der die 6-Saitenfront verstärken sollte - ein agiler, kreativer Gitarrist, der '89 den Sodom-Klassiker "Agent orange" miteingezockt hat und somit kein unbeschriebenes Blatt der Szene mehr war!<br><br>1990 - ein laues Jahr im konventionellen Thrashmetal! Viele Bands schwächelten, der überflutete Markt, der mit unterdurchschnittlichen Veröffentlichungen zur Bedeutungslosigkeit vieler Bands und dem Genre Thrashmetal beitrug und die Tatsache, dass viele Bands ohne grosse Demo-Arbeit gesignt wurden, zeigte den Hype um den Metal und sein kommendes Ende. <br>Viele Bands, die in den 80ern gnadenlos geile Scheiben rausgehauen hatten, rissen nichts mehr und verdummten - Testament, Flotsam and Jetsam oder Sacred Reich seien da mal als Beispiele genannt! Auch Metallica wechselten ihren Stil - und auch Kreator sackten im Vergleich zum gnadenlosen Vorgänger "Extreme aggression" etwas ab. Jedoch nicht so schlimm wie andere Bands... <br>Das Material auf "Coma of souls" ist noch eingängiger als das fiese, jedoch eben dennoch bekömmliche Gebolze des Vorgängers - oft sind sogar wirklich schöne, auch ausgeklügelte Melodien wahrnehmbar, selbst wenn Mille klingt wie eh und je. Es fällt auf, dass vorallem Drummer Ventor einen Gang zurück geschraubt hat - schade, er spielte sich doch nach den fast schon lustigen Anfängen so geil in Topform!<br><br>Eröffnet wird der Klangreigen mit dem Thrasher "When the sun burns red", das von einem wunderschönen, melancholischen Intro eingeleitet wird. "Coma of souls" - der Titeltrack - und die Video-Single "People of the lie" sind recht melodiöse, harmonische Thrash-Granaten, sehr gelungen, wenn auch für die Band fast schon "popig". Auch der Klassiker "Terror zone" überzeugt und konnte sich im Liveset von Kreator manifestieren.<br>Im thrashigen, rippenden "Agents of brutality" drückt man das Gaspedal zwar ansatzweise durch, jedoch ohne auf den geilen Groove und schöne Soli zu verzichten - gute Arbeit!<br>Leider gibt es auch (zumindest musikalisch) eher durchschnittliche Songs wie "Hidden dictator" - da wünscht man sich den Rotz alter Tage zurück, der dem Album allgemein etwas fehlt. Klar ist das schön gemacht, besonders die Leadparts, doch eben; ein bisschen zu glatt. Das Wort passt auch auf die Produktion des Albums - da war mir "Extreme aggression" oder soagr "Terrible certainty" schon lieber!<br><br>"Coma of souls" ist eine gute Platte, kann es aber mit den 2 Vorgängern nicht aufnehmen und ihr fehlt der Charme der ersten 2 Scheiben - dennoch gebe ich hier noch knapp 5*, weil Songs wie "People of the lie", "Agents of brutality" oder "When the sun burns red" gelungenes Dynamit sind. Und für das Jahr 1990 ist es sowieso einge gute Arbeit. Ich lege die Platte ab und zu auf - aber deutlich seltener als die ersten 4 Kreator-Scheiben. Auch wenn ich davon ein sehr schönes Exemplar in violettem Vinyl besitze :-)! Dernière édition: 07.01.2008 14:26
****** Du meinst ihr 5. Langeisen?^^<br>Naja, ich muss meinem vorposter in diesem Sinne wiedersprechen. Coma of Souls ist zwar bei weitem nicht so brutal wie Pleasure to Kill oder Endless Pain, hat aber in Sachen Abwechslung, Komplexität und Riffs wit mehr zu bieten als alle seine 4 Vorgänger. Es ist eine Mischung aus allem, was man sich von Thrash metal erwarten kann, es gibt die hochtechnischen Songs mit Melodie, schönen, schnörkeligen Soli (When the Sun Burns Red, Agents of Brutality), die schnellen Knüppler (World Beyond), die Songs, die sich langsam zu einem Höhepunkt hin steigern (Terror Zone, Mental Slavery und besonders Material World Paranoia, welches am Schluss mit dem besten Riff, das Kreator jemals geschrieben haben, aufwartet), sowie die Songs mit Groove-Elementen (People of the Lie, Titeltrack). Betrachtet man dann noch das Erscheinungsjahr, eine Zeit, in ders mit Thrash kreativ langsam zu Ende ging und viele (ausnahmen Sodom, Megadeth, Sepultura) schon softeren Sound spielten, und dann kommen Kreator mit ihrem in meinen ohren besten Album an, respekt, Mille und Mannen!
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