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Selbstanalyse - faszinierendes Werkzeug oder Werkzeug des Teufels?
Meine berufliche Situation zu analysieren ist zwar immer noch nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber ich habe es mir zur Tradition gemacht, dies zweimal im Jahr zu tun. Dazu habe ich mir einfach eine Erinnerung in den Terminkalender geschrieben um 2-3 Stunden in der jeweiligen Arbeitswoche zu reservieren. Eine andere Möglichkeit ist es einen Termin zu wählen, an den man sich leicht erinnern kann, wie z.B. den Geburtstag oder die Festtage.
Ein solches Job-Assessment (wie wir es hier in diesem Artikel nennen wollen) bedeutet nicht nur, sich die Frage zu stellen: "Bin ich noch glücklich in meinem Job?" um dann wenn die Antwort ja lautet, das Kästchen anzukreuzen und weiterzuarbeiten. Natürlich ist diese Frage wichtig, aber es bedeutet auch, die Aufgaben aufzulisten, für die man verantwortlich ist und sie mit der Stellenbeschreibung oder den Jahreszielen zu vergleichen, wie sie mit der Führungsperson vereinbart wurden. Oftmals hilft es auch diese Ziele mit denjenigen von Kolleginnen und Kollegen in einer ähnlichen Position zu vergleichen. Falls diese deutlich mehr Aufgaben oder Verantwortungen zu haben scheinen, sollte man darüber nachdenken, ob einige dieser Aufgaben für die eigene Entwicklung und den nächsten Karriereschritt hilfreich sein könnten.
Darüber hinaus hilft eine Stellenbewertung dabei, bei der Planung des nächsten Karriereschritts aktiv zu werden. Der Wechsel von einer Stelle zur nächsten erfordert Zeit, vor allem für Verwaltungsaufgaben. Stellen Sie sich vor, Sie geraten in Schwierigkeiten, weil Ihr aktueller Vertrag ausläuft und die Einrichtung, die Ihnen Ihre Traumstelle anbietet, sich nicht entscheidet und Sie warten lässt. Wohin sonst könnten Sie gehen? Was sollen Sie tun, um die Zeit zu überbrücken? Wer sich dessen bewusst ist, kann sich bereits vorbereiten, indem mit dem derzeitigen Arbeitgeber über eine kurze Verlängerung des Vertrags oder über Flexibilität der Urlaubsplanung gesprochen wird.
Wer es ganz richtigmachen will, kann eine Selbsteinschätzung auch vornehmen, um einen 360-Grad-Blick auf die aktuelle Situation zu erhalten. Eine Selbsteinschätzung hilft, die eigenen Stärken aufzuzeigen und herauszustreichen was mir gefällt. Gleichzeitig erhält man aber auch Hinweise auf diejenigen Bereiche, in welchen noch Entwicklungspotenzial steckt. Auch wenn der Job noch derselbe ist, kann sich Zeit, die in ein Seminar, einen Kurs oder ein Zertifikat investiert ist, ausbezahlen.
In meiner beruflichen Laufbahn hat mir eine solche Arbeitsplatzbewertung mehrmals dabei geholfen, festzustellen, dass ich in einem bestimmten Bereich eine Ausbildung oder ein Zertifikat benötige oder dass ich nicht auf der Verantwortungsebene zu sein scheine, die ich eigentlich anstrebe. Daher empfehle ich allen, sich jedes Jahr ein paar wenige Stunden Zeit zu nehmen und sich zu überlegen ob die berufliche Tätigkeit noch Spass macht. Ich bin überzeugt, dass man dann besser auf alles vorbereitet ist, was während einer beruflichen Karriere auf einen zukommen kann.