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Aktuelle Beobachtungen auf dem Land von "Pro Pfäffikersee"
Hat unsere Vereinigung eigenes Land? Das dürfte nicht vielen bekannt sein. Und doch besitzen "wir" etwa 1,5 Hektaren im Schutzgebiet südlich des Irgenhuserriets (welches dem Natur- und Vogelschutzverein Pfäffikon gehört). Zwei ganze Hektaren kommen noch im Robenhuserriet dazu, wovon die Hälfte davon direkt am Messikommerweg liegt und deshalb gut einsehbar ist. Dies betrifft vor allem einen längeren Flachmoorstreifen und eine vielfältige Gehölzgruppe. Über diese beiden Gebiete möchte ich ab und zu berichten.
Winterruhe
Durch den Schnee wirkt die Landschaft weit und öde. Er knirscht unter den Schuhen, verschluckt die Geräusche der Zivilisation und vermittelt das Gefühl: Ich bin allein auf weiter Flur. Die Spuren im Schnee zeugen allerdings von den Wanderungen verschiedener Lebewesen: Schuheindrücke diverser Grössen und Profile, daneben die Bahn eines gezogenen Plastikschlittens, Trittsiegel von grossen Hunden und die fast endlose Doppelrille von Langlaufskiern. Der Läufer hielt sich nicht an den offiziellen Weg, was man ihm aber nicht verargen kann, sind die empfindlichen Pflanzen doch durch die hartgefrorene Schneedecke geschützt und die Brutvögel in wärmeren Gefilden. Wie eine Schnur zieht sich die Spur eines einsamen Fuchses zu einem Schilfhaufen, wo vor kurzem eine Maus aufgetaucht und herumgehüpft ist.
Photos: Scheidegger
Rote Schneebälle
Schneebälle sind bekanntlich weiss, auch die runden Blütendolden, welche dem Gemeinen Schneeball (Viburnum opulus) seinen Namen gaben. Viele kleine unscheinbare Blüten sind von einem Kranz grösserer umgeben. Diesen Randblüten fehlen Staubblätter, Griffel und Fruchtknoten; sie sind unfruchtbar. Der Strauch blüht im späteren Frühling, während er im Herbst und Winter ausschliesslich mit kugeligen korallenroten Beeren behängt ist. Diese geben dem tristen Winterbild die einzige Farbe weit und breit, besonders wenn eine zähe Hochnebeldecke über der Gegend liegt. Die anderen Beeren sind längst abgeerntet, Schneeballbeeren bleiben als ungeliebte Notration zum Überleben. Allerdings sollen sie seltene Gäste aus dem hohen Norden, die bunten Seidenschwänze, ganz gerne fressen. Für uns Menschen sind sie nicht verwertbar.
Andreas Scheidegger
zu älteren Notizen: Frühling 2003, Sommer 2003, Herbst 2003