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Der Mensch hat einen schlechteren Geruchsinn als Hunde und andere Tiere. Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig und hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert.
Damals beobachtete der französische Arzt Paul Broca, dass der sogenannte Riechkolben des Menschen proportional kleiner war als bei anderen Tieren – und schloss daraus, dass der Mensch auch schlechter riechen könne. Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, tat dann das Seinige dazu, dem Menschen einen guten Riechsinn abzusprechen.
Komplexerer Riechsinn
Doch auch wenn der Mensch tatsächlich weniger Duftrezeptoren hat als beispielsweise ein Hund oder eine Maus, so ist der Riechkolben des Menschen absolut gesehen grösser als jener vieler Tiere und hat ähnlich viele Nervenzellen. Zudem verarbeitet er Düfte im Gehirn auch komplexer.
Deshalb könne keine Rede davon sein, dass der Mensch einen schlechten Riecher habe, schreibt der Psychologe John P. McGann in der Fachzeitschrift «Science». Es komme auch stark auf den Duftstoff an. Während Hunde beim Urinschnüffeln besser sind, sei es der Mensch beispielsweise beim Wein. Zudem lasse sich der menschliche Geruchsinn stark trainieren – und erkenne dann weit über 10‘000 verschiedene Gerüche.