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In Russland beginnt eine neue Etappe in der Erforschung und Erschliessung der Arktis. So schätzen die Experten die Kiellegung des ersten Eisbrechers einer neuen Generation in der jüngsten Geschichte des Landes ein. Russland ist, was die Entwicklung der Eisbrecher-Flotte betrifft, in der Welt führend. Die diesem Zweig gestellten umfangreichen Aufgaben werden auch die Entwicklung des Schiffbaus für zivile Zwecke fördern.
In seinen Parametern unterscheidet sich der kielgelegte Eisbrecher LK-25 (Icebreaker 8) qualitativ von seinen Vorgängern. Seine Antriebsleistung erreicht 34'000 PS, was es erlaubt, unter den schwierigen Bedingungen der Karasee zu arbeiten, und zwar bei beliebiger Eissituation. Gegenwärtig werde in diesen Gewässern hauptsächlich eine extreme Schifffahrt realisiert, erzählte im Interview der führende Experte des Krylow-Zentrums zur Erforschung der Arktis, Valeri Beljaschow, und fuhr fort:
«Die Stärke wird vom Antrieb bestimmt, der eine derartige Eisfahrtfähigkeit gewährleistet. Der Antrieb bestimmt sozusagen die Eisbrecher-Qualität und die Eisfahrtfähigkeit. Je stärker die Eisdecke ist, desto stärker muss der Antrieb sein. Die Eisbrecher mit einem 21'000 PS-Antrieb gewährleisten die kontinuierliche Schifffahrt auf der Ostsee. Dort wird das Eis bis zu einem Meter dick. In der Karasee erreicht das Eis eine Stärke von 2 Metern. Dort ist ein stärkerer Antrieb erforderlich.»
Der neue Eisbrecher soll bis 2017 in der Werft eines Betriebes der Vereinigten Schiffbau-Korporation gebaut werden. Er soll die veralteten Schiffe aus den 1980er Jahren ablösen. In Russland befinden sich bereits neue Eisbrecher im Bau. Die Schiffe «Moskwa» und «Sankt Peterburg» wurden vor 6 Jahren kielgelegt. Ihre Antriebsleistung ist jedoch bedeutend geringer. Das Projekt LK-25 könne von diesem Standpunkt aus betrachtet als bezeichnend eingeschätzt werden, heben die Experten hervor. Übrigens soll demnächst die Kiellegung eines weiteren Schiffes dieses Typs stattfinden. Das umfangreichste Projekt in der Geschichte des russischen Schiffbaus ist für das Jahr 2014 geplant. Das ist der Atomeisbrecher LK-60 mit einem 81'000 PS-Antrieb. Er wird fast 40 Milliarden Rubel (mehr als 1 Milliarde Dollar) kosten. Dieses Schiff soll auch in den sehr hohen Breiten und in der östlichen Arktis-Region fahren können. Somit wird die russische Eisbrecher-Flotte strategische Aufgaben im gesamten Nordpolarmeer, auf der ganzen Länge des nördlichen Seewegs, leisten können. Russland bestätige damit noch einmal seine führenden Positionen im Bau von Schiffen dieses Typs, betont der stellvertretende Direktor des wissenschaftlichen Forschungsinstituts für Atommaschinenbau Igor Ostrezow. Ferner sagte er Folgendes: «Die Sowjetunion war der absolute Spitzenreiter im Bau einer Eisbrecher-Flotte. In der Arktis besassen wir stets einen absoluten Vorteil. Nun werden diese Schiffe alt und wir erneuern die Flotte. Es ist in höchstem Masse wichtig, die arktischen Gebiete, die uns immer gehört haben, für Russland zu sichern. Denn jetzt streben viele Länder in die Arktis. Das Hauptinstrument hierfür ist eine Eisbrecher-Flotte.»
Die Nachbarn in der Region fahren fort, die Ansprüche Moskaus auf den arktischen Schelf anzufechten. Seine reichen Rohstoffressourcen ziehen auch Staaten wie Japan oder Malaysia an, welche ganz bestimmt nicht zu den Anreinerstaaten gezählt werden dürfen. Im kommenden Jahr beabsichtigt China, das bereits einen zweiten Eisbrecher gebaut hat, eine wissenschaftliche Expedition in die Arktis zu unternehmen. Russland setzt gegenwärtig die umfangreiche Erforschung in der Region fort, um die Schelfgrenzen zu ermitteln. Es wird ein entsprechender Antrag an die UNO ausgearbeitet. Neben der Erneuerung der russischen Eisbrecher-Flotte, die bei den Expeditionen eingesetzt ist, werden auch neue Forschungsschiffe gebaut.
Quelle: Stimme Russlands