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Ein Turm und eine Plaza Mayor
Vier Architekturbüros haben für das Areal Bahnhof Nord in St.Gallen in den letzten Monaten Testplanungen erarbeitet. Seit heute kennt man das Ergebnis, und es herrscht rundum Zufriedenheit.
Die heissen Punkte vorweg: Alle vier Projekte lassen sowohl die Villa Wiesental als auch das Spanische Klubhaus stehen. Alle reissen das «Montana» ab und bauen dort ein dreicek-ähnliches, zusätzliches Schulhaus für die Fachhochschule. Doch in weiteren Details sind die vier Planungen dann doch ziemlich unterschiedlich.
Die Jury empfiehlt, den Vorschlag des Zürcher Architekturbüros Meili Peter weiter zu verfolgen. Das gleiche Büro hatte auch den Klanghaus-Wettbewerb gewonnen, und eines ihrer berühmten Bauwerke sind die Perrondächer am Rande des Zürcher Hauptbahnhofs. Meili Peter Architekten haben zusammen mit dem Landschaftsarchitekturbüro Vogt gearbeitet. Günther Vogt hat unter anderem den Garten der Helvetia-Versicherungen am Rosenberg und den Innenhof zwischen Lagerhaus und Stadtpolizei entworfen.
Neubauten am Gleis
Am Gleis – so schlägt dieses Projekt vor – könnte neben der Lokremise ein vier- oder fünfstöckiges Haus neu gebaut werden. Daneben, Richtung Fachhochschule, ein Turm mit 15 Geschossen. Beide mit öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss und darüber sowohl gewerblich, als auch für Wohnungen nutzbar.
Zwischen diesen Neubauten und der Lagerstrasse soll die Plaza Mayor entstehen, der zentrale Begegnungsraum fürs Quartier. Er soll das Zentrum einer Reihe von öffentlichen Freiräumen sein. Dazu gehört der Spickel östlich des «Montana», der bestehende Platz zwischen Gleis und Fachhochschule sowie der Garten der Villa Wiesental. Neben dem Klubhaus auf den städtischen Parzellen soll ebenfalls neu gebaut werden.
Mehr Luft für die Villa Wiesental
Die Jury ergänzte diese Vorschläge mit Ideen aus den drei anderen Projekten. Vor der Fachhochschule soll ein «Chiosco» aufgebaut werden, so etwas wie der kleine Bruder der Rondelle auf dem Marktplatz. Die Überbauung Leonhard – der ungeliebte «Leopard» – könnte direkt neben der Leonhardsbrücke einen Anbau bekommen, der parallel zu den Gleisen stehen würde. Auch die «Leopard»-Fassade gegenüber der Villa Wiesental könnte neu gestaltet werden.
Schliesslich möchte der Synthesebericht auch dem Verkehr an den Kragen: Die Strassengabelung direkt neben der Villa Wiesental soll schmaler werden, damit die Villa einen Teil des ehemaligen Parkes zurückbekommt. Das wird allerdings eine Knacknuss, denn der Autobahnperimeter reicht weit in die Kreuzung hinein.
Weiterreden am Mittwoch
Mit diesen Vorschlägen sind nach ersten Reaktionen fast alle zufrieden. Am Montag wurden zuerst die Grundeigentümer und dann die Stadtparlamentarier informiert. Lauten Protest gab es keinen. Am Mittwoch findet das zweite öffentliche World Café in der Lokremise statt (19 Uhr). Dort hat die Bevölkerung das Wort und darf die Projekte kommentieren. Im neuen Jahr wird der (neu zusammengesetzte) Stadtrat entscheiden, wie es weiter geht.
Bis die Bagger auffahren und Kräne aufgestellt werden, wird es allerdings dauern. Eine Testplanung ist noch ziemlich abstrakt. Investoren gibt es noch keine, und wie die Häuser dereinst aussehen werden, ist völlig offen. Im Moment geht es erst um Weichenstellungen: Wo könnte was hinkommen.
Hier noch einmal die Situation heute: