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Staat und Kirche sind im Aargau getrennt. Die Landeskirche ist vom Staat bis auf die Anerkennung und die Genehmigung des Organisationsstatuts durch den Grossen Rat völlig unabhängig. Sie erhält keine Beiträge vom Staat. Als öffentlich-rechtlich anerkannte Landeskirche finanziert sie sich durch die Kirchensteuer, die sie von allen Mitgliedern erhebt - aber nur von natürlichen Personen (von Firmen oder juristen Personen werden KEINE Kirchensteuern erhoben). Sie regelt ihr Angelegenheiten auf der Grundlage des Organisationsstatuts
und der Kirchenordnung selbst.
Mit der Verfassung von 1885 strebte der Grosse Rat die finanzielle
Trennung von Kirche und Staat an. Die Kirchgemeinden wurden als öffentlich-rechtliche Körperschaften anerkannt
und erhielten das Recht, Kirchensteuern zu erheben. Die kantonale
Institution, die Landeskirche wurde durch die Abhängigkeit von den
Zuwendungen der Kirchgemeinden bewusst schwach gehalten. Der Staat gab
den Gemeinden die einst übernommenen Kirchengüter wieder zurück:
Kirchen, Pfarrhäuser, dazu etwas Pfrundland und ein Startkapital für die
Unabhängigkeit.
Heute handeln die Kirchgemeinden in eigener Verantwortung und
finanzieren durch die Kirchensteuern ihre Aufgaben und Bedürfnisse. Mit dem Zentralkassenbeitrag finanzieren sie die Aufgaben der Landeskirche auf
kantonaler Ebene: Spitalseelsorge, Religionsunterricht, Fachstellen für
besondere Aufgaben usw. . Die Kirche erhält keinerlei Beiträge aus
staatlichen Steuergeldern. Die Finanzämter der Gemeinden ziehen
lediglich im Auftrag der Kirchgemeinden die Kirchensteuer ein und werden
dafür angemessen entschädigt.
Siehe dazu auch:
Kurze Zusammenfassung der Geschichte der Reformierten Aargauer Landeskirche
.
200 Jahre Reformierter Kirchenrat im Aargau
– Kurzfassung des Referates «Zunehmende Distanz» von Andreas Steigmeier.