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Um eine gute Konstitution des Kindes zu erhalten, werden traditionellerweise immer Frau und Mann behandelt. Dies geschieht vorzugsweise schon einige Monate vor einer geplanten Schwangerschaft. Die Regelmässigkeit des Zyklus ist von herausragender Bedeutung, auch wenn in der westlichen Medizin grössere Schwankungen toleriert werden. Der Zyklus sollte weder von Monat zu Monat in der Länge der Zyklustage variieren, noch sollte er grösseren Veränderungen während der Menstruation ausgesetzt sein.
Die Therapiestrategie wird entsprechend der vier Phasen mittels chinesischer Arzneitherapie, Akupunktur, Ernährung und entsprechenden konstitutionellen Empfehlungen Zyklusgerecht angepasst. Diese Pfeiler werden individuell angepasst und auch mit Mitteln aus der westlichen Phytotherapie unterstützt.
Aus Sicht der chinesischen Medizin sollte das Blut frei fliessen können
In der Menstruationsphase, die etwa 5 Tage dauert, fallen aus westlicher Sicht der Östrogen- und Progesteronspiegel. Aus Sicht der chinesischen Medizin sollte das Blut frei fliessen können, dies ist abhängig von einem freien Fluss der Leberenergie. Das Menstruationsblut sollte weder zu dünn noch zu dickflüssig sein. Generell sollte die Farbe des Blutes dunkelrot sein, anfangs etwas heller, in der Mitte der Menstruation etwas dunkler und gegen Ende eher rosafarben. Ferner sollte das Blut keine Koagel oder Blutklümpchen aufweisen, noch sollte es zu schleimig sein.
Blutet die Frau zu stark, werden Arzneien und Akupunktur-Methoden eingesetzt, um die Blutung zu beenden. Ist die Menstruation zu schwach, wird das Blut belebt. Es ist also sehr wichtig, die Menstruation sehr gut zu beobachten und alles in einem Zykluskalender zu notieren. Die Genauigkeit dieser Angaben sind sehr wichtig, um die Behandlung bestmöglich zu bestimmen.
Es ist sehr wichtig, in dieser Zeit Leber und Niere zu stärken und das Blut und das Yin zu nähren
Die zweite Phase ist die postmenstruelle Phase, sie dauert sieben Tage und entspricht der Follikelphase. Der Follikel wächst und der Östrogenspiegel steigt unter dem Einfluss des Follikelstimulierenden Hormons FSH. Aus Sicht der chinesischen Medizin ist es sehr wichtig, in dieser Zeit die Leber und die Niere zu stärken, das Blut und das Yin zu nähren. Die Basaltemperatur sollte während dieser Zeit rund 36,5 Grad betragen.
In der etwa sieben Tage dauernden Zyklusmitte, welche der Ovulationsphase entspricht, wird die Eizelle aus dem Follikel gestossen. Der Gelbkörper bildet sich unter dem Einfluss des luteinisierenden Hormons LH aus. Mittels chinesischer Arzneien, westlichen pflanzlichen Präparaten und Akupunktur wird der Eisprung durch eine Stärkung und Nährung der Nieren gefördert und ausgelöst. Die Basaltemperatur sinkt optimalerweise auf etwa 36,2 Grad. Die Eizelle kann nach dem Eisprung zwölf bis vierundzwanzig Stunden befruchtet werden, wobei Spermien bis zu fünf Tagen überleben.
Hat die Yang Energie nicht genügend Kraft, kann die Temperaturkurve nicht adäquat ansteigen
Während der siebentägigen Prämenstruellen Phase, welcher der Lutealphase entspricht, wächst der Gelbkörper und Progesteron wird sezerniert. In dieser Phase muss das Yang steigen und die Leber Energie muss sich frei bewegen können. Hat die Yang Energie nicht genügend Kraft, kann die Temperaturkurve nicht adäquat ansteigen und kommt so in keine günstige Hochlage.
Hat der Eisprung stattgefunden, sollte innerhalb von achtundvierzig Stunden oder weniger ein Temperaturanstieg von mindestens 0,2 Grad erfolgen und auf erhöhtem Wert bleiben. Nach dem Eisprung sollte also die Basaltemperatur bis auf 36, 9 Grad steigen, diese Phase wird die Hochlage genannt. Wurde die Eizelle nicht befruchtet stirbt der Gelbkörper nach etwa vierzehn Tagen nach dem Eisprung ab und die Menstruation setzt ein.
Wichtig sind ein regelmässiger Schlafrhythmus von mindestens sechs Stunden
Die Basaltemperatur zu messen und Schwankungen zu erkennen, ist sehr wichtig für eine erfolgreiche Behandlung und Schwangerschaft. Die Basaltemperatur sollte täglich zur gleichen Zeit gemessen werden, und zwar direkt nach dem Aufwachen, noch vor dem Aufstehen und dem Verlassen des Bettes. Um eine aussagekräftige Temperaturkurve zu bekommen, ist ein möglichst regelmässiger Lebenswandel massgebend. Wichtig sind ein regelmässiger Schlafrhythmus von mindestens sechs Stunden. Störungsfaktoren für eine unregelmässige Temperaturkurve sind demnach unregelmässige Schlafzeiten, Schichtarbeit, Alkohol, Stress, Reisen, Zeitumstellung, Krankheit und eine ungesunde Ernährung.
Arbeiten Milz und Herz gut miteinander ist die Menstruation normal, blühen diese beiden Organe ist die Frau fruchtbar
Aus Sicht der chinesischen Medizin beeinflusst die Nierenenergie die Pubertät, Fruchtbarkeit, Empfängnis, Schwangerschaft und später die Menopause. Stagniert die Leberenergie, kommt es zu Zyklusunregelmässigkeiten, schmerzhafter Menstruation und prämenstruellem Syndrom PMS. Ist das Leber Blut hingegen schwach, resultieren daraus eine schwache Menstruation und ein verlängerter Zyklus. Die Leber wiederum hat eine Verbindung zur Gebärmutter, deshalb hat das Leber Blut für die Menstruation eine grosse Relevanz.
Die Milz ist die Quelle von Blut und Energie, sie produziert das Blut, welches in der Leber gespeichert wird. Eine optimale der Konstitution angepasste Ernährung ist die Basis für eine gesunde und kraftvolle Milzenergie. Das Herz regiert das Blut und hat darum einen allgemeinen Einfluss auf das Blut. Das Herz-Blut geht über das Gefäss zur Gebärmutter. Arbeiten Milz und Herz gut miteinander, ist die Menstruation normal, blühen diese beiden Organe, ist die Frau fruchtbar.
Dies gibt nur einen kleinen Einblick in die Komplexität der Zusammenhänge der chinesischen Medizin für einen erfüllten Kinderwunsch und eine glückliche Schwangerschaft. Eine Behandlung mit chinesischer Medizin und Biomedizin lässt sich bestens kombinieren und steigert die Erfolgschancen.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit kinderwunschinfo.ch entstanden.
Aurelia Verdieri ist Naturheilpraktikerin mit eidgenössischem Diplom Traditionelle Chinesische Medizin und Inhaberin der Praxis Aurelia Verdieri in Winterthur. Unter anderem sind ihre Spezialgebiete Kinderwunsch, Unfruchtbarkeit, Geburtsvorbereitung und Schwangerschaft.