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1913 wurde das komfortable Badehaus als sichtbares Zeichen des Aufschwungs des Kur- und Badeortes Scuol-Tarasp-Vulpera in Betrieb genommen und repräsentiert noch heute die Blütezeit des Tourismus im beginnenden 20. Jahrhundert. Es zählt zu den Hauptwerken neuklassizistischer Architektur mit Jugendstilelementen in Graubünden. Zum 100. Geburtstag des heutigen Zentrums für Gegenwartskunst im Jahr 2013 soll deshalb die dringend notwendige Sanierung und Renovierung abgeschlossen sein.
Repräsentativer Bau: Die Architekten Koch und Seiler (St. Moritz) errichteten den Neubau auf der Basis eines Maschinenhauses aus dem 19. Jahrhundert. Der querrechteckige Bau liegt direkt am Ufer des Inn, in unmittelbarer Nähe der ehemaligen gedeckten Holzbrücke. Die Hauptfront ist zweistöckig und gegen Norden gerichtet. Eine vorgelagerte Pfeilergalerie im Erdgeschoss und der steile Dreiecksgiebel über dem Mittelteil bilden den Hauptakzent des repräsentativen Gebäudes. Die dreigeschossige Südfassade, deren Mittelpartie durch vier kannelierte Pilaster in Kolossalordnung hervorgehoben wird, prägt zusammen mit dem Dreiecksgiebel und dem Mezzaningeschoss die Flussseite des Hauses.
Das Innenleben: Die ursprüngliche Disposition der Innenräume hat sich grundsätzlich bis heute erhalten. Deshalb wird im Folgenden die Beschreibung von Dorta aus dem Jahr 1913 übernommen:
„Die innere Anlage wurde recht glücklich in folgender Weise gelöst: Im Soutterain ist in der mittleren Partie die Wäschereianlage untergebracht, rechts die Lingerie und links das Kesselhaus und die Schlosserwerkstätte. In beiden Stockwerken finden wir ein zentrales Vestibül, geräumig und wohnlich (10 m mal 10 m). Im Parterre sind die gewöhnlichen Bäder untergebracht: Rechts die Männerabteilung, links die Frauenabteilung. Die Korridore beider Abteilungen münden in die Ruheräume aus, die gegen den Park hin erkerartig ausgebaut sind. Eine breite Marmortreppe verbindet das Vestibül des Parterres mit dem Vestibül des ersten Stockes. Die Wandteilung des Treppenhauses in dunkeln Marmorfliesen und Sockel und gräulich getünchten Putz verleiht dem Ganzen ein vornehmes, gediegenes Aussehen. Rechts vom Vestibül des ersten Stockes finden wir die Hydrotherapieanlage mit Warm- und Heissluft-Bädern und elektrischen Applikationen.“ (Zitat aus Isabelle Rucki, Hotelinventar Scuol-Tarasp-Vulpera, Kantonale Denkmalpflege Graubünden, Chur, Typoskript 1981)
Weitere Infos siehe Broschüre Fundaziun NAIRS: PDF