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Die grosse Wende kam im 19. Jahrhundert mit der Reblausplage. Wie im übrigen Europa löschte die Reblaus auch hier innert wenigen Jahren alle Rebberge richtiggehend aus. Die danach gepflanzten amerikanischen und auch die später angebauten nordafrikanischen Sorten konnten keine zufriedenstellende Qualität erreichen. Erst die Rebsorten aus dem Rhonetal wie Syrah oder aus Spanien wie Grenache oder Carignan brachten eine gewisse Veränderung, wenn auch die meisten Weinproduzenten ab dem frühen 20. Jahrhundert deutlich mehr auf das Volumen als auf die Qualität der Weine achteten. So wurde das Gebiet zum wichtigsten Exporteur von Fassweinen.
Das fabelhafte Potenzial des Languedoc-Roussillon
Dass die Region zu mehr fähig ist, als diese Massenweine zu produzieren, liegt allerdings auf der Hand. Das mediterrane Klima ist warm genug, dass die roten Rebsorten ihre volle Reife erlangen, sonnig genug, um sehr gute Zuckerwerte in den Trauben zu erreichen, und trocken genug, dass der Saft der Trauben eine hohe Konzentration von Aromastoffen erreicht. Gleichzeitig sorgen regelmässige Brisen und kühlende Nordwinde dafür, dass die Trauben keiner allzu grossen Hitze ausgesetzt sind und auch gesund bleiben, denn Fäulnis und Pilzerkrankungen sind in diesem Klima sehr unwahrscheinlich.
Doch nicht nur das Klima ist für den Weinbau im Languedoc-Roussillon sehr förderlich. Die hügelige Landschaft sorgt dafür, dass genügend Hangausrichtungen für die verschiedenen Bedürfnisse der diversen Rebsorten vorhanden sind und es somit auch kühlere Lagen zum Beispiel für Weissweine oder rote Rebsorten wie Syrah, Cabernet Sauvignon und sogar Pinot Noir gibt.
Die neue Garde
Immer mehr auch international bekannte Produzenten sind seit gut 20 Jahren bestrebt, dieses Potenzial auszuschöpfen. Dazu zählen unter anderem Michel Chapoutier mit seinem Gut Domaine de Bila-Haut, die lebende französische Rugby-Legende Gérard Bertrand oder Bernard Magrez, Besitzer von mehreren Bordeaux Grand Cru Classé Châteaux wie Pape-Clément oder La Tour Carnet.
Gérard Bertrand hat über die letzten Jahre ein veritables Qualitätsweinimperium mit verschiedenen Gütern im ganzen Languedoc-Roussillon aufgebaut. So bietet das Unternehmen auch AOC-Weine aus La Clape oder Corbières an. Die Vielfalt, die konsequente Entwicklung von biologischen und biodynamischen Weinen und vor allem die hochwertige Qualität trugen Gérard Bertrand den Titel «Red Winemaker of the Year» der International Wine Challenge und «European Winery of the Year» des Magazins Wine Enthusiast ein.
Bernard Magrez’ Hauptstandbein hingegen ist im Bordelais, wo er unter anderem die Châteaux Pape Clément, La Tour Carnet und Fombrauge besitzt. Neben diesen und anderen Gütern in der wohl berühmtesten Weingegend der Welt besitzt die Groupe Bernard Magrez mittlerweile Weingüter in der ganzen Welt: von Spanien über Uruguay und sogar bis Japan. Beim genaueren Betrachten fällt jedoch auf, dass neben Bordeaux das Languedoc-Roussillon klar das grösste Portefeuille an Gütern und Weinen von Bernard Magrez aufweist. Denn auch diesem ausgewiesenen Fachmann ist bewusst, dass das Languedoc-Roussillon die besten Voraussetzungen in Frankreich besitzt, um erstklassige Weine zu einem vernünftigen Preis zu produzieren.