Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03576.jsonl.gz/2522

3'686'699 EURO hatte Jag de Bellouet vor seiner Titelverteidigung auf dem Konto - jetzt sind es 500'000 EURO mehr... Die Art und Weise, wie "Jag" seine Gegner in diesem Prix d'Amérique 2006 (Gruppe I, 1 Mio EUR, 2700m, Bänder) aus den Schuhen getrabt hat, war schlicht atemberaubend.
Chrisophe Gallier wählte mit dem 2:1-Favoriten eine Startposition weit aussen, um ja nicht eingeklemmt zu werden. Er nahm in Kauf, den ersten Bogen aussen herum drehen zu müssen, setzte sich aber schon vor der Tribüne an die Spitze. Begleitet von Jean-Michel Bazire mit Kazire de Guez (dem Paris Turf-Favoriten...). In zunächst nicht allzuschneller Fahrt, blieb das Feld bis im Schlussbogen zusammen. Dann versuchte Kazire de Guez den Champion anzugreifen, quittierte dieses Unterfangen jedoch mit einem kapitalen Fehler.
Jag de Bellouet beschleunigte immer weiter (die letzten 500 Meter in 1:19,5!!), einzig Gigant Neo (Dominique Locqueneux) konnte mithalten. Doch wie im Vorjahr musste er die Überlegenheit von Jag de Bellouet anerkennen und wurde Zweiter. Auch wenn es für Jag zunächst noch eine Untersuchung wegen Abweichens von der Geraden Linie zu überstehen gab. Da war schlichtweg keine entscheidende Behinderung. Rang drei holte sich der 67:1-Aussenseiter Jardy, der damit für sein Aus im Cornulier (an der Spitze liegend galoppiert eingangs Zielgerade) entschädigt wurde. Die grösste Überraschung schaffte jedoch Java d'Arche, die als 275:1-Aussenseiterin den vierten Platz (60'000 EUR!) holte.
Interessantes Detail am Rande: Die drei erstplazierten waren alle ohne Eisen unterwegs.
Christophe Gallier jubelt mit Jag de Bellouet dem Publikum zu (zeturf)
Erst nach dem Rennen brauchte Christophe Gallier seine Peitsche - um die Menschenmassen auf den Tribünen zu "dirigieren". Eine Mega-Show, die auch Jag de Bellouet sichtlich zu geniessen schien. Er darf stolz sein, auf seinen 32. Sieg (davon 18 am Sulky) im 102. Rennen (72 am Sulky).
Jag de Bellouet lief schlussendlich mit 1:12,4 die zweitschnellste je im Amérique gelaufene Zeit (Rekordhalter ist immer noch Kesaco Phedo 2004 mit 1:12,3). Wobei wie erwähnt, zu Beginn nicht allzu schnell gelaufen wurde.
Der letzte, der eine Amérique-Titelverteidigung geschafft hatte, war 2002 "Il Capitano" Varenne. Dann muss man schon etwas weiter zurückblättern, bis zu einem gewissen Ourasi, der 1986-1987 dreimal in Serie gewonnen hatte. Und wer weiss, was Jag de Bellouet nächstes Jahr anstellt...
Spektakel gab es schon vor dem Rennen. Nach dem ersten Fehlstart, den Junior Guelpa mit Ico Kiki verursacht hatte, versuchte derselbe Fahrer beim zweiten Versuch eng zu wenden. Zu eng für das Pferd, der Fahrer wurde aus dem Sulky geschleudert und Ico Kiki drehte seine Runden allein. Für Junior Guelpa eine schmerzhafte (Sturz) und teure Angelegenheit (Busse für den Fehlstart gesalzene 10'000 EUR - 1% des Preisgeldes...)
PRIX D'AMERIQUE - Gr. I - International
Attelé - 1.000.000 € - 2700 m - G. P