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Finanzielle Nachhaltigkeit trotz COVID-19 garantiert
Die EPFL verfügt über jährliche Einnahmen von mehr als 1 Milliarde Franken, um ihre Aufträge in der Lehre, Forschung und Innovation zu erfüllen. Dank der unverbrüchlichen Unterstützung der Eidgenossenschaft ist es der Hochschule trotz der ausserordentlichen Umstände im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie auch 2020 gelungen, die finanzielle Nachhaltigkeit aller Aktivitäten ihrer mehr als 16 000 Mitglieder zählenden Gemeinde zu gewährleisten.
2020 erhielt die EPFL die erste Tranche von MCHF 24 im Rahmen der Ende 2019 vom ETH-Rat beschlossenen Budget-Strukturanpassung. Diese wird noch bis 2024 weitergehen und MCHF 49 pro Jahr erreichen, damit die Hochschule ihre Infrastrukturbedürfnisse einschliesslich neuer Gebäude für Forschung und Lehre sowie ihr leistungsfähiges System zur Förderung von Lehrkräften weiterhin dauerhaft finanzieren kann.
Ferner profitierte die EPFL erneut von der Diversifizierung ihrer Finanzierungsquellen und verstärkte ihre Organisation und Leitung weiter. Damit konnte sie ihre Wirkungskraft in Wissenschaft und Gesellschaft nochmals steigern, innovative Projekte ins Leben rufen und ihre internationale Ausstrahlung konsolidieren. So rückte die EPFL 2020 im internationalen QS-Ranking um vier Plätze auf Rang 14 vor, und 18,2 % ihrer Veröffentlichungen zählen zu den meistzitierten ihres jeweiligen Fachgebiets (Platz 16 weltweit im Leiden-Ranking).
« Beim Aufwand führte die COVID-19-Krise zu einem Rückgang bestimmter Ausgaben. »
Finanzierungsquellen
Die vom ETH-Rat gewährte Finanzierung für die EPFL belief sich 2020 auf MCHF 713. Sie bildet den ersten Pfeiler der Finanzstruktur der Hochschule. Der zweite Pfeiler (2020: MCHF 183) besteht aus über den Schweizerischen Nationalfonds, Innosuisse und andere Programme des Bundes sowie über die Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Union erhaltenen, indirekten öffentlichen Finanzmitteln. Der Privatsektor, nicht gewinnorientierte Stiftungen, der Ertrag aus Dienstleistungen, die Studiengebühren sowie die Schenkungen und Legate ergeben den dritten Pfeiler der Finanzstruktur der EPFL (2020: MCHF 167).
Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es war, dass die Hochschule ihre Finanzierungsquellen laufend diversifiziert hat. Trotz der durch die Gesundheitskrise verursachten Instabilität stieg der Wert der 2020 neu mit der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft abgeschlossenen Forschungsverträge im Vergleich zum Vorjahr um MCHF 70 bzw. MCHF 10. Zu Letzteren gehören Schenkungen von MCHF 5 und Forschungszuwendungen von MCHF 4 für Projekte in Verbindung mit der Untersuchung des SARS-CoV-2-Virus und der COVID-19-Erkrankung.
Bei den europäischen Finanzierungen hat im April 2020 die letzte Phase des HBP begonnen. Sie wird bis am 31. März 2023 dauern. Das von der Europäischen Union finanzierte Budget für diesen Zeitraum beträgt MCHF 162, wovon MCHF 34 an die EPFL gehen.
Kosten
Beim Aufwand führte die COVID-19-Krise zu einem Rückgang bestimmter Ausgaben, da die Forscherinnen und Forscher beispielsweise weniger berufsbedingte Auslandsreisen unternahmen und weniger Partner auf dem Campus empfangen wurden. Dank dieser Einsparungen konnten insbesondere die folgenden pandemiebedingten Kosten bestritten werden:
- direkte Kosten im Zusammenhang mit der Pandemie (Kauf von Masken und Desinfektionsmittel für Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EPFL sowie lokale Unterstützung und Hilfe auf Bundesebene über die Verteilung von fast 60 000 Masken während der Zeit der Knappheit im März 2020 und die Einrichtung eines Testzentrums) sowie
- indirekte Pandemiekosten (Finanzmittel zur Unterstützung der EPFL-Gemeinschaft und einiger, von COVID-19 wirtschaftlich betroffener Akteure und Partner der Hochschule).
Des Weiteren setzte die EPFL einen Teil der eingesparten Mittel ein, um bestimmte Projekte wie die Einführung einer umweltverträglicheren Verpflegungspolitik oder die Modernisierung gewisser Informatiksysteme vorzuziehen.
« Mit diesem innovativen und ehrgeizigen Projekt wird die Hochschule auf fossile Energieträger verzichten und ab 2022 ausschliesslich auf erneuerbare Energie setzen können. »
Investitionen
Als Vertreterin solider Werte wie Vielfalt und Meisterhaftigkeit verstärkte die EPFL 2020 ihre nachhaltigen Investitionen über die Modernisierung ihrer Infrastrukturen und den Weiterbau des neuen Heizkraftwerks zusammen mit einem neuen Datencenter. Mit diesem innovativen und ehrgeizigen Projekt wird die Hochschule auf fossile Energieträger verzichten und ab 2022 ausschliesslich auf erneuerbare Energie setzen können.
Die mit Investitionen von MCHF 63 verbundenen Projekte für den Ausbau der EPFL-Standorte, die Beschaffung wissenschaftlicher Ausrüstungen und die fortlaufende Modernisierung der Informatiksysteme wurden durch die Gesundheitskrise nur am Rande tangiert.
Projekte und Unterstützung
Der teilweise Lockdown ab März 2020 hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass die EPFL über moderne und flexible Prozesse und Instrumente für eine aus dem Homeoffice sichergestellte Finanzverwaltung verfügt. Die Hochschule hat in diesem Bereich bewiesen, dass sie bereit ist, indem sie innerhalb von nur einer Woche von Papierrechnungen auf eine digitale Verarbeitung umstellte. Diese Flexibilität wird 2021 mit der Einführung einer Lösung für die vollständige Dematerialisierung von Lieferantenrechnungen noch gesteigert werden, sodass der gesamte Einkaufsprozess (Purchase to Pay) vollständig digitalisiert sein wird. Ebenfalls 2021 wird der Startschuss zu einem umfassenden und ehrgeizigen Projekt für die Modernisierung der Prozesse und Instrumente im Zusammenhang mit dem Finanz-, Beschaffungs- und Personalwesen fallen.
Die Schulleitung gab 2020 bekannt, dem Ausbau der akademischen Aktivitäten in den kommenden vier Jahren den Vorrang geben zu wollen. Um den verschiedenen Bereichen der Hochschule bei der Verfolgung dieses Ziels zu helfen, will das Vizepräsidium für Finanzen (VPF) die Labore, Fakultäten und Colleges sowie die Vizepräsidien für akademische Angelegenheiten (VPA), verantwortungsvollen Übergang (VPT) und Innovation (VPI) stärker unterstützen. Eine solide Partnerschaft mit dem neuen Vizepräsidium für Operations (VPO) wird diesbezüglich eine effiziente und nachhaltige Verwaltung aller Ressourcen (Finanzen, Personal und Material) gewährleisten.