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Das aus den frühen 1970er Jahre stammende Internet Protocol Version 4 (IPv4) ist Basis für beinahe sämtliche Internet-Kommunikation. Seit 2011 ist aber der verfügbare Adresspool aufgebraucht und ein Übergang zum Internet Protocol Version 6 (IPv6) ist unvermeidbar (Die Version 5 wurde übrigens ausgelassen.). Dies bedeutet nicht, dass bestehende IPv4-Netze nun sofort auf IPv6 umgestellt werden müssen. Der Übergang kann schrittweise erfolgen bzw. die Protokolle können während der Übergangsphase parallel genutzt werden (Dual Stack).
In IPv6-Netzen kommt den Routern eine wichtigere Rolle zu als früher bei IPv4-Netzen. Der Router kann die Aufgabe übernehmen, die angeschlossenen Geräte mit IP-Adressen zu versorgen.
Im Folgenden eine kurze Übersicht zu IPv4:
Stateless Address Autoconfiguration (SLAAC)
Bei Netzen mit hoher Fluktuation und ohne strenge Zugangskontrolle teilt ein entsprechend konfigurierter Router den angeschlossenen Geräten mit, welches Präfix er für das angeschlossene Netz anbietet. Alle angeschlossenen Geräte konfigurieren ihre Netzwerkschnittstellen selbstständig (ähnlich APIPA) und ohne die Notwendigkeit einer zentralen Verwaltung (wie DHCP) indem sie eine für das betreffende Netz passende Adresse erzeugen und prüfen, ob diese bereits verwendet wird. Ist dies der Fall, wird so lange eine neue Adresse gesucht und getestet, bis eine unbenutzte gefunden wurde. Anfangs war es nicht vorgesehen, im Rahmen von SLAAC den angeschlossenen Geräten weitere Informationen wie die Adresse eines DNS-Servers zu übermitteln. Diese Möglichkeit wurde aber inzwischen geschaffen, so dass SLAAC eine vollwertige Methode zur Netzwerkkonfiguration darstellt.
Stateless DHCP
Das am Netz angeschlossene Geräte konfiguriert seine IPv6-Adresse per SLAAC, beziehen aber weitere Informationen wie z.B. DNS-Server-Adresse von einem DHCP-Server.
Stateful DHCP
Für Netze, bei denen eine sehr enge administrative Kontrolle über ans Netz angeschlossene Geräte erforderlich ist, steht DHCP in einer zu in IPv4-Netzen verwendeten DHCP funktional äquivalenten Variante auch unter IPv6 zur Verfügung.
Einige Unterschied von IPv6 zu IPv4
- IPv6 hat eine Länge von 128 Bit, IPv4 hat eine Länge von 32 Bit
Der Adressraum von IPv6 ist gross genug, um auf absehbare Zeit für alle mit dem Internet verbundenen Geräte global eindeutige Adressen zur Verfügung zu stellen.
- Jedes Gerät wird auf diese Weise potenziell global adressierbar. Ausser bei Spezialfällen ist somit kein NAT mehr erforderlich.
- IPv4-Broadcast's sind IPv6-Multicast's gewichen: FF00:-Adressen
- Layer3 zu Layer2-Auflösung (IP zu MAC) einheitlich (ARP-Protokoll wird durch NDP-Protokoll Neighbor-Discovery-Protokoll ersetzt, welches auf ICMPv6 basiert)
- Statisches Routing von IPv6 wird wie bei IPv4 eingerichtet. Bei dynmaischem Routing ergeben sich Änderungen gegenüber IPv4.
IPv6- Adresstypen
- IPv6-Global-Unicast-Adressen entsprechen den öffentlichen IPv4-Adressen. (Kein NAT mehr notwendig.)
- IPv6-Unique-Local-Adressen entsprechen den privaten IPv4-Adressen und werden nicht global geroutet.
- IPv6-Link-Local-Adressen habe ihre Gültigkeit innerhalb eines gemeinsamen Netzsegments bzw. VLANs und werden nicht geroutet: FE80:-Adressen.
Adressnotation
- Die IPv6-Adressen werden hexadezimal notiert zu je 8 Blöcken mit 4 Hexziffern (=16Bit) und durch Doppelpunkte getrennt. (IPv4: Dezimal und Punkte)
Beispiel:
2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344
- Führende Nullen können ausgelassen werden.
Beispiel:
2001:0db8:0000:08d3:0000:8a2e:0070:7344 wird zu 2001:db8:0:8d3:0:8a2e:70:7344
- Mehrere aufeinander folgende Blöcke mit 0 dürfen ausgelassen werden, indem zwei aufeinander folgende Doppelpunkte notiert werden.
Beispiel:
2001:0db8:0:0:0:0:1428:57ab wird zu
2001:db8::1428:57ab
wobei höchstens eine zusammenhängende Null-Gruppe mit Doppel-Doppelpunkten ersetzt werden darf!
- Für die letzten beiden Blöcke (4Bytes=32Bit) darf auch die herkömmliche dezimale Notation verwendet werden.
Beispiel:
::ffff:7f00:1 wird zu
::ffff:<ip-pii> (=IPv4-Einbettung in IPv6)
URL-Notation
Die IPv6-Adresse wird in eckige Klammern eingeschlossen und eine allfällige Portnummer wie bei IPv4 hinter einem Doppelpunkt angehängt.
Beispiel:
http://[2001:0db8:85a3:08d3::0370:7344]:8080/
Netznotation
In der CIDR-Notation wie bei IPv4.
Beispiel:
2001:0db8:1234::/48 steht für
2001:0db8:1234:0000:0000:0000:0000:0000 bis 2001:0db8:1234:ffff:ffff:ffff:ffff:ffff.
Die Standard-Präfixlänge ist /64.
Segmentierung
- Network Prefix (Subnet Prefix)
- Interface Identifier
Provider konfektionieren Business-Anschlüsse mit IPv6 so, dass Administratoren über 8 bis 16 Bit Adressraum freie Hand haben (Subnet-ID), um damit ihre Netze segmentieren zu können.