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«Prozess Neuland» so nennt sich die Entwicklung im Bistum, welche zum Ziel hat, dass Kirche auch in Zukunft nahe bei den Menschen ist. Alle auf Augenhöhe, eine lebensbejahende, inklusive Kirche, wo jede Person mit ihren Fähigkeiten und Talenten gefragt ist, welche autobiografische Entwicklung wertschätzt und fördert und die Gewissheit hat, dass die Zusage Gottes allen Menschen gilt. Das ist Neuland!
Jede Woche schreibt eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger zum kommenden Sonntagsevangelium eine biblische Inspiration, in der der Grundgedanke vom Prozess Neuland aufgenommen ist.
Aus dem Evangelium vom 3. März 2019, 8. Sonntag im Jahreskreis, Lk 6,41-46
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen. Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt. Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr!, und tut nicht, was ich sage?
Gedanken zum Evangelium
Ich stelle es mir sehr schmerzhaft vor, einen Splitter im Auge zu haben. Ist doch ein Staubkorn schon Grund zum Weinen. Aber die Botschaft ist verständlich: wisch erst vor der eigenen Haustür, bevor Du Dich über die Nachbarn beschwerst. Das Schöne an diesem Vergleich ist aber, dass wir uns gegenseitig in die Augen schauen
Wie oft entdecken wir mangelnde Professionalität im kirchlichen Kontext? Wie oft müssen wir eine inhaltslose Verkündigung ertragen? Wie oft lauschen wir mehr gut gemeinter als geübter Musik im Gottesdienst? Alles Splitter oder doch auch eigene Balken?
Wenn mich der Splitter des anderen so schmerzt. Wie sehr muss mich dann der eigene Balken schmerzen? Aber, es ist so schwierig, den Balken im eigenen Auge ohne einen Spiegel zu finden. Ich brauche einen Spiegel. Ehrliche Menschen und offenen Austausch. Nicht, um auf die Splitter hinzuzeigen. Sondern um sich wohlwollend gegenseitig zu helfen, diese schmerzenden Splitter zu ziehen. Damit unser Mund von Gutem wieder überläuft.