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In ‹I Hate The Truth› inszeniert Regisseur Oliver Frljić traumatische Ereignisse aus seinem Familienleben zwischen seinem 16. Lebensjahr und seinem Auszug von Zuhause. Die Hauptfiguren der serbo-kroatischen Familiengeschichte in Bosnien sind seine Mutter Slađana, sein Vater Dragan, seine Schwester Marina und er selbst.
Frljićs Theaterprojekt besitzt keine feste Struktur. Das Publikum sitzt im Quadrat um einen Raum, in dem die Darsteller/die Familienmitglieder mit dem Regisseur/Sohn/Bruder/Autor diskutieren: Sie ziehen ihn zur Rechenschaft, streiten über Bedeutungen und erleben alle Episoden der Liebe, der Arbeit, der Ankündigungen des Krieges neu, als wäre es gerade jetzt.
Immer wieder verlassen die Darsteller die vorgegebene fiktionale Textstruktur, indem sie Oliver Frljić, den Sohn und Bruder, als Regisseur des Stückes ansprechen und so die Fiktionalisierung autobiographischer Elemente und die daraus entstehende Manipulation hinterfragen. Da die Schauspieler weitgehend selbst entscheiden, in welche Richtung das Stück sich entwickelt, verändert sich das Stück bei jeder Aufführung. Die Familiengeschichte wird als Konstrukt entlarvt. Die Frage, was denn nun wirklich passiert sei, was die Wahrheit sei, zieht sich durch das ganze Stück. Sie
spiegelt sich auch im Titel des Stücks wider – ein ironischer Kommentar zum Theater als Medium jedweder Form von Wahrheit.
Regie & Konzept: Oliver Frljić
Schauspieler: Ivana Roščić, Rakan Rushaidat, Filip Križan, Iva Visković
Produktion: University of Zagreb – Student Center in Zagreb – Culture of change - &TD Theatre
Dauer: 60 min