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mit Mandelöl mischt, in dem Verhältniss, dass man einen Theil des erstern, und zwei Theile des leztern hiezu nimmt. Die Cacaobutter, da sie so lange in unverdorbenem Zustande sich erhält, ver–
dient unter allen Vehikeln den Vorzug; da sie für
sich zu hart ist, so muss etwa die Hälfte Mandelöl beigemischt werden. Eine solche Salbe bleibt viele Monate hindurch in unverdorbenem Zustande. Wendet man fette Oele an, z. B. das Ol. Hyosc. so müssen diese eine festere Consistenz durch einen Zusatz von Wachs oder Cacaobutter erhal– ten. Das Weisse und Gelbe des Eyes wird bis– weilen zum Verfertigen der Salben gebraucht, al– lein diese Excipientia, da sie an den Augenwim– pern verhärten, sind nicht zweckmässig. Der Ho– nig ist für einzelne Fälle geeignet, als Vehikel zu dienen, jedoch ist er nicht indifferent, und daher auch nicht allgemein anzuwenden.
§ 13.
Nicht alle Fälle gestatten die Anwendung der Arzneistoffe in dieser Form. Im atonischen, va– rikösen Zustande der Gebilde wirkt das Fett er– schlaffend und nachtheilig, wenn es auch Mittel, welche die Thätigkeit steigern, in seiner Verbindung trüge. Bei vielen Individuen findet eine Idiosynkrasie gegen fette Arzneisubstanzen Statt, welche die Anwendung derselben untersagt. Will man die Salbenform anwenden, so untersuche man, ob die Bereitung sorgfältig geschehen, ob die n– gredienzien gehörig vertheilt und vermischt, ob ein reines nicht ranziges Fett zur Bereitung verwendet wurde. Die Salbe wird an einem kühlen Orte verwahrt, und darf, sobald sie ranzig ist, nicht mehr gebraucht werden. Man be
dient sich zur Anwendung derselben eines Minia
turpinsels, auf welchen man ein linsengrosses Stückchen aufnimmt, dieses wird über die Ränder
der Augenlieder hingestrichen. Die sich beimischenden Feuchtigkeiten befreunden dann den einwirkenden Stoff mit der schleimhäutigen Flä– che des Augapfels.
Wenn man Salben in die Nähe des Auges einreiben lässt, so vergesse man nicht, dass die mechanische Wirkung des Reibens einen bedeu– tenden Entzündungsreiz erhöhen könnte, wenn auch die angewandten Mittel dynamisch herab–
stimmend wären.
Die Mittel in Pulvergestalt auf das Auge an– gebracht, sind, wenn sie auch an und für sich unter die herabstimmenden Mittel gehören, immer stark reizend, wegen der Form, in welcher sie angewendet werden. Ihr erster Eindruck ist rein mechanisch, dadurch werden die secernirenden Gebilde zu erhöhter Thätigkeit bestimmt; es er– folgt Auflösung und Assimilirung und vermittelst dieses animalisch – chemischen Processes Verände– rung in den animalisch-chemischen Verhältnissen der Theile, oder die Mittel werden als unauflös– lich durch die vermehrten Secretionen ausgestos– sen. Immer müssen solche Mittel, welche mittelst einer Papierdute in das Auge geblasen, oder bes– ser mittelst des befeuchteten Pinsels eingestrichen werden, auf das feinste gepulvert seyn.
§ 16. Die Pflaster wendet man an, um physische Missverhältnisse zu beseitigen. In diesem Falle, und in der Absicht, um andere Verbandstücke zu befestigen, angewendet, wähle man reizlose Mas
sen; will man auf das Kräfteverhältniss und die Mischung der Theile des Auges einwirken, so
werden die dienlichen Pflaster in Form einer Vier
telsmaske mit freien Augenliedern aufgelegt. Die
Erweiterung der Ä bei Anwendung des Hyos– ciamuspflasters auf diese Weise zeigt, dass auch in dieser Hinsicht von den Pflastern Wirkung zu erwarten ist. Manche Haut zeigt eine grosse Neigung, unter jedem Pflaster sich frieselartig zu entzündcn. Hier ist der Gebrauch derselben zu meiden.
§ 17. Die Kräuterkissen erhalten das Auge in einer gleichmässigen Luftumgebung und Temperatur, schützen dasselbe vor den Einwirkungen des Lich–
tes. Sie wirken zertheilend durch die Flüchtigkeit und Reizkraft der in denselben enthaltenen
Ingredienzien und durch den Absatz des Wärme
stoffes. Zur Verfertigung derselben nehme man reine Leinwand, und Äe die Ingredienzien matrazenförmig ein. Man hüte sich, sie zu schwer zu machen, indem sie sonst drücken und mecha
misch schädlich wirken würden; man vermeide
das Beschmutzen derselben beim Erwärmen mit Ofenruss, durch scharfe Thränen, Schleim u. s. w. indem sie sonst chemisch schädlich wirken wür– den.
len durch erwärmte Compressen, die dem Dunste flüchtiger Stoffe ausgesetzt waren, oder damit bestrichen wurden, ersetzt. Himlr empfiehlt in vielen Fällen das Bedecken der Augengegend mit Wachsleinwand.
§ 18.
Die Breiumschläge wirken den physischen Zusammenhang der Theile vermindernd, desshalb schmerzstillend. Die Anwendung derselben erfor
erwärmt sind, dass sie auf dem Auge nicht erkalten, dass bei Beimischung der Ingredienzien diese nicht verletzen, indem in zu kleinen Stückchen sie durch die Leinwand durchdringen, in grössern aber das Auge mechanisch verletzen können. Man kann auch die Ingredienzien zwischen zwei Leinwandlagen einnähen, dieselben dann in warmem Wasser infundiren, und hernach ausgepresst auflegen. -
§ 19.
Eine der beliebtesten Formen ist die der Augenwasser. Man muss ein schickliches Vehikel nach der zu behandelnden Krankheit wählen. Am besten verfährt man bei Anwendung derselben so, dass man sie vor dem Gebrauche der Temperatur des Auges gemäss erwärmt, ein feines Schwämmchen damit benezt und das Auge damit auswascht; - das Auge wird dann mit erwärmten Compressen abgetrocknet. Andere tröpfeln das Augenwasser täglich einigemal in dasselbe, wobei der Patient auf den Rücken liegt. Das Eintröpfeln geschieht mittelst der Finger oder eines Federkiels. Vor der Anwendung untersuche man genau, ob die Mittel gehörig aufgelöst sind; man verordne nichts unauflösliches. Der Beisatz des Schleimes geschieht in vielen Fällen, um den Abgang des Schleimes, z. B. bei heftigen Entzündungen der Conjunctiva, zu ersetzen, und um das Mittel mit der Schleimfläche des Auges mehr zu befreunden.
§ 2o. *.
Die Umschläge, welche man bald kalt, bald warm auf die Augen anwendet, sind in mehreren Fällen passend. Allein man bedenke, dass in vielen Augenentzündungen kalte Nässe schädlich wirkt, Oft auch wird das Verdunsten einer Flüssigkeit auf dem Auge durch Entziehung des Wärmestoffes nachtheilig. Man hat geglaubt, die Umschläge verwerfen zu können, indem man wähnte, dass sie nicht durch die Augenlieder auf das Auge durchwirkten; allein die Verbindung der Augenlieder durch Häute und Nerven mit dem Innern des Auges ist bekannt, und wahrscheinlich findet auf deren Anwendung ein galvanischelektrischer Process statt, dessen Wirkung gleichzeitig im Innern des Auges sich äussert.
§ 21.
Die Augenbäder, welche von vielen Aerzten zur Conservation und Restauration des Sehorgans empfohlen werden, wirken gewöhnlich, wenn de– ren Anwendung lange fortgesetzt wird, schädlich. Sie entziehen dem Auge einen natürlichen Lebensreiz, den Wärmestoff, so dass auf die geringsten Reize entzündliche Reactionen sich einzustellen pflegen. Die Badwännchen, welche man für die Augenbäder verfertiget, sind zu klein; zweckmässiger ist es, ein Trinkglas mit Flüssigkeit zu fül– len, in welche dann das Auge gebracht wird. Die Tusch – und Tropfbäder aber wirken, den Lebensprocess im Theile steigernd, durch den mechanischen Impuls und durch den schnellen Tempe– raturwechsel. Der Anwendung folgt immer ver– mehrte Wärmeentwicklung, ein Beweis der ver– stärkten Action des Nerven – und Blutsystems in diesem Theile.
§ 22.
In Dunstgestalt wendet man flüchtige Stoffe an. Von den stärkern Substanzen lässt man einige Tropfen in der vorgehaltenen warmen Hand gegen die Augen verdunsten, oder man lässt die warme Infusion mittelst eines Trichters gegen das Auge steigen. Den Campher lässt Himl) zwischen