Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03363.jsonl.gz/169

Die Fläche Chinas misst 9.57 Millionen km² – 231 mal die Grösse der Schweiz.
Rasanter Aufstieg
Viele Chinesen der älteren Generationen hatten sich nicht vorstellen können, mal über eine Autobahn zu fahren. Noch vor 30 Jahren galt China als Entwicklungsland. Seit den 80er-Jahren hat sich das Bruttoinlandprodukt aber durch radikale Wirtschaftsreformen kometenhaft gesteigert.
Die Urbanisierung schreitet mit grosssen Schritten voran
Dalian war in den 50er-Jahren eine überschauliche Hafenstadt mit rund 700'000 Einwohnern – heute zählt sie 5.5 Millionen Einwohner. Die Aussicht auf Jobs und verbesserte Lebensqualität führen zur Urbanisierung. 1980 lebten mehr als 80 Prozent der Chinesen auf dem Land. Bis 2025 wird erwartet, dass etwa 60 bis 70 Prozent der Einwohner in Städten leben.
Der Graben in der Gesellschaft
Das starke Wirtschaftswachstum erhöht zwar kontinuierlich den Lebensstandard und das Einkommen der Bürger – jedoch mit deutlichen Unterschieden zwischen der ländlichen und der städtischen Bevölkerung.
Bevölkerungswachstum auf Berg- und Talfahrt
Die Kurve des Bevölkerungswachstums ist ein Spiegel der gesellschaftspolitischen Veränderung Chinas. In den 50er-Jahren zählte es zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Einführung der Planwirtschaft nach Mao Tse-tungs Machtantritt verschlimmerte die Armut. Zwischen 1959 und 1961 kostete eine grosse Hungersnot rund 30 bis 45 Millionen Menschen das Leben.
Die Luft wird immer dünner
Die hohe Konzentration an Feinstaub, Stickstoffoxid und Ozon fordert jährlich mehr als eine Million vorzeitige Todesfälle, laut einer Studie, Link öffnet in einem neuen Fenster der Universität Hongkong. Die schlechte Luftqualität führt zu Schlaganfällen, Krebs und Lungenerkrankungen.
Die Fabrik der Welt
Chinas Grossindustrie ist abhängig von Öl und Kohle. Doch die eigenen Ressourcen werden immer knapper. Der grosse Bedarf an Rohstoffen, die China importiert, finanziert sich das Land mit dem enormen Export an Konsumgütern – vor allem mit Massenware, Elektronik und Maschinen.
Chinas blinder Fleck
In der Nacht vom 3. Juni 1989 eröffnete das von der Regierung gesandte Militär auf dem Tiananmen-Platz in Peking das Feuer gegen die Zivilbevölkerung. Unter ihnen regimekritische Studenten und Arbeiter, die wochenlang für Freiheit und Demokratie demonstriert hatten.
Technische Innovation als Wachstumtstreiber
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Techgiganten-Vorherrschaft liefert sich China mit den USA – Handelskrieg inklusive. Kein anderes Land ausser den zwei Grossmächten hat es unter die Top 20 der weltweit grössten Techfirmen geschafft. Präsident Xi Jinping setzt zudem seit 2005 mit der Initiative «Made in China 2025» auf komplexere, technologiegesteuerte Produktionen, um auch arbeitsintensive Niedriglohnmodelle zu verbessern.
Der Vergleich: Die Schweiz altert im Gleichschritt
Seit 2015 dürfen chinesische Familien nicht mehr nur ein Kind zeugen, sondern zwei. Die Massnahme scheint aber noch nicht zu greifen: China droht dieselbe Überalterung der Gesellschaft wie der Schweiz – und die gleichen Konsequenzen: gebremstes Wirtschaftswachstum, steigende Gesundheitskosten und problematische Altersvorsorge.
Sendebezug: Tagesschau, 29.09.2019, 20:00 Uhr