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Rudi Berli, Gemüsebauer und Sekretär Uniterre
In der Einleitung zur Reform der Agrarpolitik stellt der Bundesrat fest, dass die Ziele in verschiedenen Bereichen erreicht wurden: "Die Einkommen in der Landwirtschaft sind in der Tat gestiegen, ..." aber einige Seiten später heisst es: "Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Agrar- und Ernährungswirtschaft ist ein vorrangiges Ziel der Agrarpolitik"!
Die Agrarreform ist eine Mogelpackung
Im Jahr 2018 wurde ein landwirtschaftliche Einkommen pro Betrieb von 70.600 CHF erreicht, was einer Steigerung von 4,1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das ist eine gute Nachricht, aber es ist alles relativ! Schweizerische Betriebe haben durchschnittlich 1,36 Vollzeitarbeitseinheiten.Das landwirtschaftliche Einkommen pro Arbeitseinheit beträgt somit 51'911 Franken. Der mittlere Schweizer Bruttolohn beträgt 78’000 Franken. Auf monatlicher Ebene entspricht dies für den Medianlohn 6’502 Franken brutto im Jahr 2016 und für das monatliche landwirtschaftliche Einkommen 4’340 Franken im Jahr 2018. Wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Arbeitszeit in der Schweiz 41,5 Stunden pro Woche beträgt, während sie in der Landwirtschaft im Durchschnitt 60 Stunden beträgt, entspricht dies einem Stundenlohn von 39 Franken, oder 18 Franken für die Landwirt*innen! Dieser Unterschied ist in Hügel-und Bergregionen noch ausgeprägter. (siehe Tabelle)
Vergleichslohn 2016/2018 nach Region
Vergleichslohn im Dreijahresdurchschnitt 2016/2018, nach Regionen

Region

Arbeitsverdienst pro FJAE1

Vergleichslohn2

Fr. pro Jahr

Fr. pro Jahr

Talregion

57 343

74 664

Hügelregion

40 580

69 773

Bergregion

34 321

66 599
Quelle: BFS und Agroscope, Zentrale Auswertung von Buchhaltungsdaten; Zufallsstichprobe «Einkommenssituation»
1 FJAE: Familien-Jahresarbeitseinheiten, Median
Artikel 5 des Landwirtschaftsgesetzes sieht jedoch in Absatz 1 vor, dass "die in diesem Gesetz vorgesehenen Massnahmen zum Ziel haben, dass die Betriebe, die die Kriterien der Nachhaltigkeit und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erfüllen, im Durchschnitt über mehrere Jahre ein Einkommen erzielen können, das mit dem der erwerbstätigen Bevölkerung in anderen Wirtschaftszweigen derselben Region vergleichbar ist", und in Absatz 2, dass "der Bundesrat bei deutlich unter dem Bezugsniveau liegenden Einkommen vorübergehende Massnahmen zu deren Verbesserung ergreift". Und was geschieht ?
In seiner Botschaft zur neuen Agrarpolitik 22+ erwähnt der Bundesrat auf den ganzen 250 Seiten keine einzige Massnahmen, um Abhilfe zu schaffen!
Das Einkommen aus auswärtiger Arbeit ist oft die einzige Existenzabsicherung für das finanzielle Überleben. Sie beträgt im Durchschnitt 31’800 Franken. Betriebe, die auf Verarbeitung spezialisiert sind, sowie Betriebe, die im Pflanzenbau (Sonderkulturen oder Feldkulturen) tätig sind, gehören zu den Betrieben mit dem höchsten Durchschnittseinkommen. Die Aufzucht von Milchkühen, Mutterkühen und verschiedenen Rindern (d.h. Rinder und ein kleiner Anteil von Milchkühen) sowie die Aufzucht von Pferden, Schafen und Ziegen generieren hingegen ein Einkommen, das 15-30% unter dem Schweizer Agrardurchschnitt liegt.
Direktzahlungen
Auf buchhalterischer Ebene machen die Direktzahlungen im Durchschnitt etwa 25% (z.T bis zu 50%) der Erträge eines landwirtschaftlichen Betriebes aus. Das bringt uns zu dem Paradoxon, dass ausser dem Strukturwandel, d.h. dem allmählichen Abbau der bäuerlichen Landwirtschaft, keine markttechnischen Massnahmen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Einkommen in der neuen Agrarpolitik vorgesehen sind! In der Tat ist es der zerstörerische Abbau der Betriebe, der das sektorale Arbeitseinkommen pro Jahresarbeitseinheit steigt lässt. Einige Landwirte werden zusätzlich zu ihren landwirtschaftlichen Betrieben bis zu 100% auswärts arbeiten, um zu versuchen, ihre massiv einbrechenden Girokonten zu retten, die sie mit mittelfristigen Krediten konsolidiert haben und die trotzdem schnell wieder in die roten Zahlen zurückfallen.
Verschuldung
In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die durchschnittliche Verschuldung der Schweizer Betriebe (2017) bei fast 500.000 CHF lag, d.h. rund 50% des Vermögens. Pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche beträgt diese Schuld 20’000 CHF. ( Quelle Agroscope 2014)Die Landwirte leiden auch finanziell unter der verschobenen Auszahlungsagenda für ihre Ernten und ihre Arbeit. Während die Direktzahlungen im Juni und November erfolgen, werden die Girokonten zwischen Januar und Mai und zwischen Juli und Oktober stark stark belastet. Die Zahlungen für Getreide, Zuckerrüben kommen im Juli des auf die Ernte folgenden Jahres, die Zahlungen für Milch kommen auch erst nach der Lieferung (etwa 15 Tage nach Monatsende) und es gibt Produktionszweige, bei denen die Zahlung bis zu einem Jahr später erfolgt. Das Problem sind also nicht nur die niedrigen Preise, sondern auch die Staffelung der Direktzahlungen, die anstatt monatlich, zweimal jährlich ausbezahlt werden, sowie das Fehlen von Produktionsvorschüssen.
Welch anderer Wirtschaftssektor könnte eine solche Unsicherheit und eine so schwere Bürde auf sich nehmen?
Den gerecheten Preis zahlen, gut essen, ein Luxus?
Wenn wir genauer hinschauen, können wir sehen, wie das derzeitige Agrarmodell von den finanziellen und kommerziellen Interessen der großen Konzerne (aus dem agroindustriellen Sektor und den Supermärkten) bestimmt wird, die von etwas so Wesentlichem wie Lebensmitteln profitieren wollen. Dieses deregulierte Marktsystem macht aus BedürfnissenWaren und aus Rechten Privilegien und das Kochen mit Lebensmitteln von hoher Qualität zu einem Luxusgut. Junk-Food und die damit verbundenen Krankheiten betreffen heute hauptsächlich die Ärmsten, und der Unterschied zwischen Nahrung für die Reichen und Nahrung für die Armen wird verstärkt.
Ein nachhaltiges landwirtschaftliches Produktions- und Ernährungssystem ermöglicht es im Gegenteil, die gesamte Gesellschaft mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen und ein Landwirtschaftsmodell zu entwickeln, das die Umweltressourcen und die Landwirt*innen respektiert, indem im Voraus Produktions- und Abnahmeverträge zwischen Produzent*innen und Käufer*innen ausgehandelt werden.
Diese Verhandlungen können auf allen Ebenen stattfinden, zwischen Nachbarn*innen, rund um eine Kinderkrippe, einer Schule, einem Dorf oder eine Wohnsiedlung.Verträge können auch für eine ganze Warenkette von einer Organisation von Produzent*innen des Sektors mit Händlern und Verarbeitern ausgehandelt werden. Es wird jedoch Aufgabe des Bundes sein, einen Rahmen für demokratische, transparente und faire Verhandlungen zu schaffen. Es sind die Qualität, die Menge, der Preis, die Zahlungs- und Lieferbedingungen und die Produktionsvorauszahlungen, die im Voraus festgelegt werden müssen. Dieses System ermöglicht Transparenz bei den Handelsspannen und macht hochwertige Lebensmittel, die unter nachhaltigen, fairen Bedingungen produziert werden, für Produzent*innen und Konsument*innen. Dies sollte die gesellschaftliche Vision sein, die die Agrarpolitik leiten sollte.
(publiziert Uniterre Zeitung April 2020)
Das Ernährungsbewusstsein der westlichen Bevölkerung hat die vegane Bewegung stark belebt. Soziale Netzwerke spiegeln dies deutlich wider. Angesichts der bevorstehenden Abstimmung über die Ernährungssouveränität scheint es daher sinnvoll, einige Fakten in Erinnerung zu rufen.
Veganismus ist eine Lebensweise, die den Verzehr tierischer Produkte und die Verwendung von Produkten mit tierischen Inhalten ablehnt. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier werden ebenso verbannt wie Honig, Leder, Wolle, Seide, Pelz, Bienenwachs, Kosmetika auf Basis tierischer Substanzen, an Tieren getestete Medikamente und die Ausbeutung von Tieren bei Freizeitaktivitäten (Zoo, Zirkus, Wasserpark, Reiten) oder für bestimmte Aufgaben (Polizeihunde, Zugtiere). Veganismus ist aus der Ideologie des Anti-Speziesismus entstanden, der den Statusunterschied zwischen Mensch und Tier zu entkräften versucht. Wenn demzufolge Tier und Mensch gleichgestellt wären, hätte der Menschen nicht mehr das Recht, Tiere zu nutzen. Schätzungen, die von Land zu Land variieren, zeigen, dass sich etwa 0,5 bis 4 Prozent der Bevölkerung in Europa als vegan bezeichnen. Gemäss der Veganen Gesellschaft Schweiz liegt der Anteil in der Schweiz bei einem Prozent. (Quelle: en.wikipedia.org Artikel Veganismus)
Dieser Artikel verzichtet darauf, individuelle Ernährungsentscheidungen zu beurteilen. Doch wenn solche individuellen Entscheidungen sich in politischen Forderungen ausdrücken, drängen sich dennoch eine Reihe von Fragen auf. Was wären die Folgen, wenn sich der vegane Lebensstil im grossen Ausmass ausbreiten würde?
Veganismus und Ernährungsautonomie. Zwei Drittel der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzflächen sind Weiden, Steppen, Wiesen, halbtrockene Wüsten und Bergwiesen. In der Schweiz ist dieser Anteil identisch. Die meisten dieser Flächen eignen sich nicht für den Ackerbau. Die Koexistenz von Pflanzenfressern und Beweidung kann den Humusgehalt dieser Flächen erhöhen. So kann Kohlenstoff aus der Luft fixiert und das Klima abgekühlt werden. Und vergessen wir vor allem nicht den unersetzlichen Beitrag von Mist zur Düngung unserer Kulturen: Die BäuerInnen haben schon früh verstanden, dass Tierhaltung nicht nur einen wertvollen Nahrungsbeitrag ermöglicht, sondern auch einen kostenlosen Dünger erzeugt, der einfach zu lagern, verwenden und ökologisch einwandfrei ist.
Ackerland, das mit großen Maschinen bearbeitet und mit synthetischem Stickstoff gedüngt wird, stösst viele Treibhausgase ab. Auf Nahrungsmittel aus tierischen Produkten zu verzichten, läuft in der Schweiz wie auch in der Welt darauf hinaus, dass unser Gesamtbedarf auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen zurückfällt, die für die direkte Nahrungsproduktion des Menschen verwendet werden (im Gegensatz zu Weideflächen, die von Wiederkäuern umgewandelt werden). Da diese Flächen bei weitem nicht ausreichen, um die ständig wachsende Bevölkerung zu ernähren, müssten wir unsere Importe massiv erhöhen und unsere Anbaumethoden übermässig intensivieren. Gleichzeitig aber verlangt die Bevölkerung aber mehr Bio und weniger Pflanzenschutzmittel.
Veganismus und Nutzung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Die Schweiz ist historisch betrachtet ein Musterbeispiel dafür, wie sich die Bevölkerung an die vorhandenen Ressourcen angepasst hat. Im Land der Berge, Bergweiden und Hügel wussten unsere landwirtschaftlichen Vorfahren bestens wie sich die Topografie und das Klima zum Vorteil zu machen. Weinreben in exponierten Hanglagen, Anbau für den Eigenbedarf im Mittelland oder auf geeigneten landwirtschaftlichen Flächen und das Vieh in steilen, schwer zugänglichen Gebieten. Und nun darf sich die Stadtbevölkerung über die von dieser Nutzung geprägten Landschaften freuen – die Skipisten sind nur ein Beispiel dafür. Dennoch wäre es intelligent, den Bau von riesigen Stallungen in den Ebenen zu begrenzen. Dort könnte zum Beispiel Gemüse angebaut werden.
Veganismus global gedacht. Die westliche Welt, die ein Überangebot von allerhand Lebensmitteln hat und sich auf beschämende Art und Weise des Food Waste schuldig macht, erlaubt sich auch (noch), Rosinen zu picken, indem bestimmte Lebensmittel aus geschmacklichen oder ethischen Gründen abgelehnt werden. Für einen Grossteil der Weltbevölkerung ist genügend Nahrung zu bekommen ein täglicher Kampf und sie wüsste nicht, wie ohne die Wiederkäuerfähigkeit der Tiere auszukommen, die das für sie unverdauliche Gras in tierische Produkte umwandeln. Laut FAO sind 70 Prozent der armen Landbevölkerung der Welt von der Viehzucht abhängig und 200 Millionen Menschen sind zum Überleben ausschließlich auf Vieh angewiesen. So zum Beispiel die Inuit oder Menschen, die in trockenen Steppen leben, in denen es keine Nutzpflanzen gibt. Doch Tiere liefern nicht nur Nahrung und Felle. Weltweit arbeiten fast eine Milliarde BäuerInnen von Hand, 430 Millionen arbeiten mit Zugtieren und nur 30 Millionen nutzen fossile Energie für ihre Traktoren. Das Arbeiten mit Zugtieren stellt insofern eine sehr wichtige Energiequelle für die ländliche Weltbevölkerung dar und ermöglicht ein positives Verhältnis zwischen ausgestossener und erhaltener Energie. Dies ist umso wichtiger, als dass unsere "moderne und produktive" Landwirtschaft heute fast sieben Kalorien verbraucht, um eine zu produzieren. Noch vor 60 Jahren hat sie nur eine Kalorie verbraucht, um zwei zu produzieren.
Tierhaltung und Biodiversität. "Wir müssen die Resilienz unserer Nahrungsmittelversorgung steigern, indem wir ein möglichst breites Spektrum an genetischen, lebenserhaltenden und unersetzbaren Ressourcen aufspannen. Der globale Klimawandel gefährdet u.a. alle genetischen Ressourcen und setzt die Biodiversität unter Druck. Und diese Ressourcen brauchen wir für die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel." (Müller, ehemaliger stellvertretender FAO-Direktor, 2007). Die weltweite Nachfrage nach Fleisch, Milch und Eiern hat zu einer starken Abhängigkeit von ertragreichen Tieren geführt, die zur Standardisierung der Produkte intensiv vermehrt werden. Der Boom der industriellen Tierproduktion, der sich auf eine sehr begrenzte Anzahl von Rassen abstützt, stellt die weltweit grösste Bedrohung für die Vielfalt der Nutztiere dar. Laut FAO sind aktuell ungefähr zwischen 8'200 und 14'800 Nutztierrassen erfasst. Unter dem Druck der Industrialisierung der Landwirtschaft verschwindet jeden Monat eine Rasse und 2'500 sind vom Aussterben bedroht. Dieser Verlust gefährdet die Ernährungssicherheit, insbesondere im Zusammenhang mit Umweltveränderungen und neu auftretenden Krankheiten. Die Erhaltung der tiergenetischen Ressourcen "in situ" in den bäuerlichen Aufzuchten ist sehr wichtig, wird aber noch nicht ausreichend anerkannt und geschätzt.
Die Folge einer fehlenden Tierhaltung wäre der kontinuierliche Rückgang des Dauergrünlandes und der Bergweiden, die Waldgebiete würden sich wieder rascher ausbreiten. Denn gut bewirtschaftete Wiesen sind Schätze der Biodiversität, der Verlust wäre beträchtlich. Es wäre auch ein Verlust der vielfältigen Landschaften, die mit viel Geduld von unseren Vorfahren gepflegt wurden. Man stelle sich vor: Eine Welt, in der es keine Nutztiere mehr gibt – welch Traurigkeit!
Die Angst vor dem Sterben. Aus philosophischer Sicht betrachtet, wollen VeganerInnen aus reinem Genusserlebnis nicht für den Tod oder die Verwendung eines Tieres verantwortlich sein. Gleichzeitig behaupten sie aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive, auf Fleisch und tierische Produkte verzichten zu können. Es gibt jedoch keinen Konsens über den Nährwert einer veganen Ernährung (trotz allem sollten wir nicht vergessen, dass alle VeganerInnen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen müssen und dass viele Menschen diese Lebensweise aufgeben und wieder alles essen). Der Wille, das Tierleiden auszurotten, ist eine Attrappe: In der Wildnis sind Tod, Leid und Angst ständige Begleiter eines Tierlebens, jedes Wesen befindet sich entlang der Ernährungskette, es herrscht das Räuber-Beute-System. In dieser Hinsicht scheint der Veganismus das Resultat einer Gesellschaft zu sein, die nicht mehr in der Lage ist, den Tod zu ertragen und ihn zu begreifen, und die versucht, ihn so gut wie möglich zu bekämpfen und zu vernichten, indem sie die Haltung von Tieren verwirft. Es ist eine Gesellschaft, die ihre bäuerlichen Wurzeln verloren hat und überrascht scheint, dass ein Steak auf dem Teller gleichbedeutend mit der Aufzucht und der Schlachtung eines Tieres ist. Während industrielle Zuchtmethoden in vielerlei Hinsicht höchst fragwürdig sind, bewahrt doch die bäuerliche Zucht in bescheidenen Strukturen eine authentische Mensch-Tier-Beziehung und erfüllt damit ethische Kriterien. Die Beziehung zwischen Nutztieren und ZüchterInnen ist keine einseitige Dominanz. Die ZüchterInnen stehen täglich in engem Kontakt mit dem Tier, folgen dessen Rhythmus und füttern und pflegen es sein ganzes Leben lang. Wir alle haben in dieser Angelegenheit eine Rolle zu spielen. ZüchterInnen sollen eine respektvolle Tierhaltung fördern: widerstandsfähige Tiere, die viel draussen sind, minimaler Einsatz von Kraftfutter, kleinere Mengen davon, um Infektionskrankheiten besser zu kontrollieren und eine echte Wertschätzung der Tiere für unsere Ernährung. LandwirtInnen sollten eine geringere Anzahl von Tieren mit höherer Qualität vereinen, was wiederum einen erträglichen Preis fordert.
Dem Veganismus kommt aber allemal der Verdienst zu, dass FleischkonsumentInnen über ihre Essgewohnheiten nachdenken. Auch wenn die Kritik am hohen Fleischkonsum in den westlichen Gesellschaften berechtigt ist, birgt ein mögliches Verbot und die Moralisierung einer Ernährungsgewohnheit die Gefahr der Intoleranz in sich. Ausserdem hat das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) ein globales Ernährungsszenario untersucht, das einerseits auf der maximalen, direkt für den Menschen verfügbaren Pflanzenproduktion und andererseits auf Tierhaltung beruht, um der steigenden Bevölkerungszahl und ihrem erhöhten Nahrungsmittelbedarf Rechnung zu tragen.
Dieses Szenario sieht vor, die Aufzucht von Schweinen und Geflügel als direkte Konkurrenz für die menschliche Ernährung weltweit stark zu reduzieren. Der Anteil der Wiederkäuer dagegen muss steigen. Die Quintessenz dieser Studie: Tiere sind Teil einer Kreislaufwirtschaft und müssen nach ihren Bedürfnissen aufgezogen werden. Es ist die Kombination aus Tieren, Bäumen, Pilzen und Pflanzen, die eine nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen. Tiere nutzen das, was der Mensch nicht nutzen kann – Gras, Stroh und Ernteabfälle – und liefern Nahrung, Energie und Mist.
Das Konzept der Ernährungssouveränität ermöglicht, dass lokale und eine uns ernährende Produktion wieder an Bedeutung gewinnen. Die massive Einfuhr von Tierfutter zeigt, dass das derzeitige System funktionsgestört ist und dass über das Ausmass der Tierhaltung, die wir beherbergen und ernähren können, nachgedacht werden muss. Dies passiert zwangsläufig durch eine Reduzierung des Fleischkonsums, der an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden muss. Dies wird einer nachhaltigeren Ressourcennutzung, einer Verringerung der Abfallmengen, der Achtung der Bevölkerung, deren Land zur Fütterung unserer Tiere stillgelegt wurde, und einer besseren Entlohnung der Schweizer BäuerInnen zugutekommen. In dieser Hinsicht werden wir alle Gewinner sein: Mensch, Tier und Umwelt – vereint im Kreislauf des Lebens. •︎
Vanessa Renfer
Landwirtin und Uniterre-Sekretärin
Rudi Berli
Landwirt und Uniterre-Sekretär
Ubersetzung: Pascal Mülchi
Tierwohl und Arbeit
Auszug aus "Bien-être animal et travail en élevage"
von Jocelyne Porcher,
INRA Editions und Educagri Editions, 2004
"Das Tier als Partner oder Arbeitsgerät wird zur Produktionsmaschine oder produzierten Sache. Diese Veränderung der Wertschätzung des Tieres geht Hand in Hand mit einer Änderung des Status der LandwirtinInnen, die zu ProduzentInnen werden. Die Veränderung der Arbeit (Intensivierung, Reduzierung der unproduktiven Zeit, Mechanisierung, Erhöhung der Anzahl Tiere pro ArbeiterIn, Verkürzung der Produktionszyklen) führt zu einem tiefgreifenden Wandel in der Beziehung zwischen TierhalterInnen und Tieren. Das Leben von Nutztieren wird auf ihre Produktivität reduziert, die Beziehung zwischen Artgenossen sowie Mensch und Tier wird reduziert oder gar unterbunden, das freie Tierverhalten wird durch immer restriktivere Stallsysteme drastisch reduziert oder verhindert, der Tierkörper wird durch genetische oder für das industrielle System geeignete Techniken formatiert (Geflügel, Schweine, Kaninchen) oder intensiviert (Rinder). Die Arbeit wird für ZüchterInnen auf ihre wirtschaftliche Rationalität reduziert. [...]
Im Vergleich zu zehntausend Jahren Zucht, die unserer industriellen Ära vorausgingen, ist das Leiden der Tiere zu einem strukturellen Phänomen geworden. Es sind nicht einfach Tiere, die leiden, die Opfer der persönlichen Gewalt von Menschen geworden sind, sondern es sind Millionen von Tieren, die Opfer eines Systems geworden sind, das auf die Leugnung des lebendigen Charakters des Tieres und seiner Leidensfähigkeit basiert. Dieses Tierleiden lässt auch die Menschen am Arbeitsplatz leiden, die die Möglichkeit verloren haben, ihr freies Verhalten, den Sinn ihres Berufes und sehr oft ihre Würde zum Ausdruck zu bringen. Dieses menschliche Leiden ist weniger sichtbar als das Leiden der Tiere, denn angesichts des Leidens und um die Arbeit zu bewältigen, verteidigen sich die Menschen durch Zynismus, Mitgefühl und Produktivismus)". •
Genusswoche 2018 von 13. bis 23. September 2018.
Die Genusswoche schafft Treffpunkte für Menschen, die gern gut essen. Sie begünstigt den Austausch zwischen den Fachleuten der Ernährungsberufe und soll dazu anregen, die gesamte Ernährungsgemeinschaft zu vernetzen.
Die Mitglieder von Uniterre haben das Recht und den Vorteil ihre Aktivitäten gratis im offiziellen Programm der Genusswoche einzuschreiben, dieses wird in der ganzen Schweiz veröffentlicht und verteilt. Zögert nicht länger, denn es ist eine einzigartige Gelegenheit, die eigenen Projekte bekannt zu machen oder sich mit anderen DirektvermarkterInnen zu vernetzen. Die Genusswoche ist eine Gelegenheit, die Wichtigkeit lokaler Vermarktung aufzuzeigen und bekannter zu machen.
Einschreibefrist: 15. Mai 2018
Arte - ein Film von Klaus Balzer, Romy Strassenburg - 45 Min. - Verfügbar von 16.03.2017 bis 24.06.2018
Eine gerechte und umweltverträgliche Lebensmittelproduktion setzt bei den Produzenten und Konsumenten ein Umdenken voraus. Die Dokumentation nimmt in diesem Zusammenhang die Subventionsproblematik unter die Lupe. Ausgehend von konkreten Produkten zeigt sie die Auswirkungen EU-politischer Entscheidungen für den Verbraucher.
Barbara S. und ihr Mann Peter gehen in einem Hamburger Supermarkt jede Woche für ihre vierköpfige Familie einkaufen. Das Ehepaar muss, wie viele andere auch, beim Lebensmitteleinkauf aufs Geld schauen, das Budget ist knapp. Die Auswahl dagegen ist gigantisch. Tomaten aus Holland, Camembert aus Frankreich, Milch aus Deutschland - die Regale sind gefüllt mit Lebensmitteln aus ganz Europa. Und alle diese Lebensmittel werden subventioniert.
Etwa 58 Milliarden Euro des EU-Etats fließen jährlich in Agrarsubventionen - der größte EU-Einzelposten. Mit diesen Subventionen sollen vor allem die Existenz von Kleinbauern geschützt, die Preise für Lebensmittel stabilisiert und so letztlich die Versorgung mit Nahrungsmitteln gesichert werden. Außerdem sorgt das Milliardengeschenk der Steuerzahler an die Landwirte für billige Lebensmittel. Davon profitieren auch Familien wie die von Barbara S. seit Jahren. Ein Gewinn für alle, könnte man meinen.
Doch während das System billige Lebensmittel fördert, geraten viele Bauern und Erzeuger in eine Notlage. Kleinbäuerliche Betriebe werden verdrängt statt unterstützt. Nutznießer sind vor allem Massenproduzenten. Darunter leidet die Qualität der Lebensmittel, eine nachhaltige Land- und Viehwirtschaft ist kaum noch möglich. Wie viel die Produktion kostet und wie viele Subventionen in jedem einzelnen Produkt stecken, davon haben Verbraucher wie Barbara S. und ihr Mann keine Ahnung. Werden Subventionen richtig eingesetzt? Sind unsere Lebensmittel gar zu billig? Müssen wir umdenken?
Die Kosten der Produktion und der logistische Aufwand, um die Waren ins Regal zu befördern, sind immens. Doch in den Preisen spiegelt sich das kaum wider. So sind die Ausgaben deutscher Haushalte für Nahrungsmittel in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken, rund zehn Prozent geben sie heute noch für Lebensmittel aus. Zum Teil werden Produkte hier billiger verkauft als im Ursprungsland selbst. Welche Auswirkungen hat die Preisdrückerei auf die Qualität? Und wäre ein Verzicht auf Subventionen eine Lösung? Wie viel würden unsere Lebensmittel dann kosten?
Die Dokumentation zeigt Mechanismen und Folgen der EU-Agrarsubventionen am Beispiel von Milchwirtschaft, Broterzeugung und Fischfang auf. Deutlich wird, warum die Massenproduktion von Lebensmitteln so profitabel ist, aber auch, dass sie auf Kosten der Tiere und der Qualität geht, dass die ökologischen Probleme in der Landwirtschaft zunehmen und immer mehr Kleinbetriebe in den Ruin getrieben werden.
Fast 25 000 Unterschriften für die Petition von Uniterre gesammelt
Uniterre hat heute, am 27. März 2018, bei der Bundeskanzlei die Milchpetition eingereicht, mit der Forderung, den Milchproduzentinnen und Milchproduzenten 1 Fr. pro Liter zu bezahlen. Diese Petition wurde am 23. November 2017 lanciert, in 4 Monaten wurden 24 945 Unterschriften gesammelt – ein durchschlagender Erfolg! Das gute Ergebnis zeigt einmal mehr, dass sich Konsumentinnen und Konsumenten für das Thema interessieren und dass ihnen eine anständige Bezahlung der Bäuerinnen und Bauern am Herzen liegt. Die Marktstudien der FRC (Fédération Romande des Consommateurs/Konsumentenforum) zeigen: Konsumentinnen und Konsumenten sind bereit, mehr für die Milch zu bezahlen, wenn der Preisaufschlag den Produzentinnen und Produzenten zugutekommt.
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Lancierung der Milchpetition von Uniterre
«1 Fr./Liter für Milchbäuerinnen und Milchbauern damit sie endlich anständig leben können!»
Knapp 10 Jahre sind seit dem Milchstreik vergangen. Wo stehen wir heute? Nun, leider müssen wir feststellen, dass sich seither nichts getan hat. Der Produzentenpreis für Industriemilch ist immer noch schändlich tief! Die Sendung vom 25. Oktober auf RTS1 «Les coulisses de l’événement: Lait amer et révolte paysanne» zeigt deutlich, wie wichtig es schon seit mehreren Jahrzehnten ist, dass wir uns wehren. Die Sendung ist absolut empfehlenswert: Da erfahren wir zum Beispiel, dass der Produzentenpreis dank dem Streik um 6 Rp./kg erhöht wurde. Nur – kaum sechs Monate später wurde er schon wieder um 9 Rp./kg gesenkt. Wie ist das möglich, nach all den Jahren der Bemühungen?
Nun, es ist möglich, weil die Branchenorganisation Milch – sie wurde gegründet, um die Interessen der Milchproduzenten zu vertreten – den Grossverteilern nicht gewachsen ist. Und es ist möglich, weil der Bund befindet, es gäbe wichtigere Interessen zu wahren, als diejenigen der Produzenten. Aber, sehr geehrte Damen und Herren aus der Politik, auch Produzentinnen und Produzenten sind Schweizer Bürgerinnen und Bürger und sollten vertreten werden, ganz so wie die Industrie, die Grossverteiler, der Wirtschaftsliberalismus…
Gerade unsere Grossverteiler verhöhnen die Konsumentinnen und Konsumenten mit irreführenden Werbungen: Hier eine faire Milch (Aldi), dort eine Fairness für Bauern (Denner)… und das letzte Baby von Coop: 3 Rp. mehr für die Produzentinnen und Produzenten – und einen Preisanstieg von 5 Rp. mehr für Konsumentinnen und Konsumenten nur wenige Wochen später. Nachdem in der Coopzeitung schwarz auf weiss stand, dass die Erhöhung der Produzentenpreise nicht auf die Konsumenten abgeschoben werde. Das aktuelle Motto lautet offenbar: „Lügen“.
Was bleibt für uns? Für uns Bäuerinnen, uns Bauern, uns Konsumentinnen und Konsumenten, uns Bürgerinnen und Bürger dieses Landes? Wir haben jetzt die Gelegenheit, unseren Verarbeitern und politischen Vertretern zu sagen, dass die Bauern genügend ausgelaugt sind. Es reicht jetzt. Wir wollen nicht mehr zusehen, wie ein Betrieb nach dem anderen verschwindet, Tag um Tag. Wir wollen in der Zukunft nicht Milch trinken und Milchprodukte essen, die aus Polen oder von sonst irgendwo importiert wurden. Und was in der Milchbranche gilt, gilt auch in allen anderen Branchen, denn die unsinnige Handelspraxis hat sich bereits überall breit gemacht.
Deshalb hat Uniterre jetzt beschlossen, den Stier bei den Hörnern zu packen und eine Milchpetition zu lancieren, zusammen mit einem erläuternden Text (s.u.). Mit Ihrer Unterschrift, mit Ihrer Hilfe bei der Verbreitung der Petition, können wir diesen Kampf gemeinsam gewinnen!
Wenn Sie in den letzten Wochen auch nur eine einzige Zeitung aufgeschlagen haben, konnten Sie es zweifellos nicht vermeiden. Das Wort «fair» ist überall. Und ganz besonders im Diskurs der grossen Unternehmen, die sich in ein positives Licht rücken wollen.
Wir alle kennen den fairen Handel durch die Weltläden oder Max Havelaar, welche den produzierenden Bauern überall auf der Welt anständige Arbeitsbedingungen schaffen wollen. Es hat aber viele Jahre gedauert, bis Stimmen laut wurden, um aufzuzeigen, dass auch die Schweizer Landwirtschaft etwas mehr Fairness brauchen könnte. Und eigentlich braucht es ja nicht viel, um zu erkennen, dass dies ein hervorragendes Werbeargument ist. Zwei kleine Schlaumeier haben das sehr schnell erkannt und ohne grossen Aufwand zu ihrem Nutzen verwendet.
Die Migros zuerst. In einem Interview steht Folgendes zu lesen: «Das gesamte Milchsortiment kann als «fair» bezeichnet werden, denn die Produzenten erhalten die höchsten Preise der Schweiz». Na gut. Nichtsdestotrotz eine komische Folgerung. Wenn jemand einen bessern Preis bezahlt, bedeutet das noch lange nicht, dass der Preis korrekt ist. Davon sind wir noch weit entfernt.
Auf zweiter Stelle steht der kleine Aldi, der seitens der Bauern auf einer Sympathiewelle surft und gemeinsam mit Cremo eine faire Milch herstellt. Als sich herausstellte, was sich hinter diesem neuen Label versteckt, tat man gut daran, sich hinzusetzen. Erstens eine zusätzliche Anforderung an die Bauern: das RAUS-Programm ist obligatorisch und wird verdoppelt, mit 26 Tagen Auslauf pro Monat. Das geht in Ordnung, wenn der Produzent einen Laufstall hat. Wenn er hingegen keine Möglichkeit hatte, einen modernen Stall zu bauen, muss er von nun an jeden Samstag seine Kühe hinauslassen, sonst schafft er die obligatorische Menge nicht. Danke Aldi, dass sich die Bauern wenigstens am Sonntag ausruhen dürfen… Aber man darf jetzt nicht denken, das geschehe um der guten Sache willen! Zwar wurden die Produzentenpreise um rund 20 Rappen erhöht, aber die Konsumenten müssen bis zu 35 Rappen mehr bezahlen, um diese Milch zu kaufen. So geht das: etwas mehr verdienen und gleichzeitig etwas fürs Gewissen tun. Wobei Aldi bestimmt erklären würde, das sei fürs Marketing und die zusätzlichen Kosten...
Wir dürfen uns ganz legitim fragen, wer in dieser Geschichte am meisten betrogen wird? Der Bauer, der mehr arbeitet, um 20 Rappen mehr zu verdienen, auch wenn der Verdienst schlussendlich sowieso bei weitem nicht ausreicht, um von der Milchproduktion zu leben? Oder der Konsument, den man im Glauben lässt, etwas Gutes zu tun, während er doch vor allem etwas für die Detailhändler tut, die sich ja nun wirklich nicht beklagen können?
Wir von Uniterre denken, dass Migros und Aldi einen Nachhilfekurs in englischer Sprache nötig haben. Gemäss Duden bedeutet « Fairness »: anständiges Verhalten; gerechte, ehrliche Haltung andern gegenüber. Diese Qualität geht den beiden Sortimenten vollständig ab. Wissen Sie, Fairness muss man verdienen. Die Bauern haben ihren Teil des Vertrages erfüllt. Jetzt, liebe Detailhändler, sind Sie an der Reihe!
Vanessa Renfer
Judith Mudrak, Autorin des Buches «Milch ist nicht gleich Milch !» kommt aus Bern und lebt in den USA. Im März war sie auf Europatournee und hat an Konferenzen in der Schweiz, Deutschland und Österreich ihr Buch vorgestellt. Wir haben sie am 17. März an einem Anlass in Laufen getroffen, der von der Sektion Uniterre Basel organisiert wurde. Ihre Erläuterungen zu den Vorzügen der Rohmilch sind sehr interessant und Teil einer neuen Bewegung, welche das Ansehen dieses Produktes wieder herstellen will, das oft verteufelt wird – im Gegensatz zur Industriemilch, welche für die Konsumenten «sicherer» sei. Ihre Argumente vermögen es vielleicht sogar, dem aggressiven Marketing für Industriemilch die Stirn zu bieten. Die Meinungen sind frei.
Während Jahrhunderten war die Weltbevölkerung mehrheitlich in der Landwirtschaft tätig. Es brauchte viele Hände und Arbeitsstunden, um alle zu ernähren. Die Erträge waren bescheiden, Mechanisierung gab es nicht, das Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Landwirtschaft gehörte zum Alltag, war Alltag. Sie war selbstverständlich. Das heisst aber nicht, dass der Status der Bauern beneidenswert war, das Gegenteil ist der Fall.
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