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Wörterbuch
der Sozialpolitik
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Informelle Wirtschaft

Der Begriff informelle Wirtschaft wird in der Literatur nicht einheitlich verwendet. Im angelsächsischen Raum werden Ausdrücke wie informal, illegitimate, irregular, hidden, unobserved verwendet. Im deutschen Sprachraum wird die informelle Wirtschaft auch als Schattenwirtschaft bezeichnet.
Die informelle Wirtschaft umfasst Tätigkeiten, die zur Wertschöpfung im Sinne der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung beitragen, die jedoch nicht in den offiziellen Statistiken ausgewiesen sind. Darunter fallen 1. legal ausgeführte Aktivitäten, welche der Erfassung der Steuerbehörde entzogen werden (Steuerhinterziehung); 2. legale Aktivitäten, die illegal ausgeführt werden (Schwarzarbeit), und 3. illegale (kriminelle) Aktivitäten.
Die Größe der informellen Wirtschaft ist naturgemäß schwer zu messen. Gemäß aktuellen Schätzungen liegt sie für die Schweiz 1999 bei 8,3 Prozent des Bruttosozialproduktes (Schneider und Enste 2000). Dies entspricht einer Verdoppelung seit 1970. Dennoch weist die informelle Wirtschaft in der Schweiz international gesehen den tiefsten Wert auf. Als entscheidende Ursachen für die Expansion des informellen Sektors werden generell die steigende Steuer- und Abgabebelastung und die zunehmende Regulierungsdichte in der offiziellen Wirtschaft aufgeführt.
Literatur: