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Preisschwankungen und Massnahmen zur Preisstabilisierung
Vergleicht man die Menge des weltweit produzierten Kaffees mit der Menge des Konsums von Kaffee über mehrere Jahre, stellt man fest, dass die Schwankungen der Produktion diejenigen des Konsums um ein Vielfaches übertreffen. Wir können deshalb die Konsumschwankungen vernachlässigen und festhalten, dass der Preis mehrheitlich durch die veränderte Angebotssituation beeinflusst wird.
Immer wieder haben Schäden an den Kaffeepflanzen zu kleinen Ernten und damit zu steigenden Preisen geführt. Frostschäden und Dürren sind die Hauptursachen für eine massive Reduktion des Angebots und steigende Kaffeepreise. Andererseits führen attraktive Preise zu steigenden Produktionsmengen in den produzierenden Staaten, sei es durch die Erschliessung neuer Produktionsflächen, den vermehrten Einsatz von Düngemitteln oder sorgfältige Ernte. Die Folge davon sind Überproduktion und sinkende Preise.
Der Weltmarktpreis ist seit 2003 laufend gestiegen. Der Preis von 60 cents lag damals deutlich unter den Gestehungskosten. Heute, 9 Jahre später liegt der Preis bei ca. 165 cents und deutlich über den Produktionskosten. In der Folge ist die Produktion im gleichen Zeitraum um 12% auf 133 Mio Sack gestiegen.
Massnahmen zur Preisstabilisierung
Mit Hilfe des Internationalen Kaffee-Übereinkommens - das auch die Schweiz unterzeichnet hat - ist über viele Jahre versucht worden, eine Marktregulierung zu erzielen. Mit einer Exportquotenregelung sollten Angebot und Nachfrage aufeinander abgestimmt und die Preise dadurch auf einem für die Produzenten kostendeckenden und auch für die Konsumenten tragbaren Niveau stabilisiert werden.
Unter dem Druck der andauernden Überproduktion wurden die Abkommensbestimmungen seitens verschiedener Produzentenländer missachtet. Kaffee wurde zu wesentlich billigeren Preisen und in überhöhten Mengen nach Nichtmitgliedstaaten des Abkommens ausgeführt. Dies führte zu Marktverzerrungen in den Konsumenten-Mitgliedländern und zu Spannungen in der Internationalen Kaffee-Organisation. Nach langwierigen Verhandlungen konnten sich die Produzenten- und Konsumentenländer nicht mehr auf ein neues, marktregulierendes Abkommen einigen.
Dies führte zum Entscheid, das Internationale Kaffee-Übereinkommen ab Juli 1989 ohne wirtschaftliche Klauseln weiterzuführen. Die Freigabe des Marktes bewirkte ein starkes Überangebot und führte damit vorübergehend zu einem Preiszerfall am Kaffeemarkt, der sich sehr zum Nachteil der Produzenten auswirkte. Die Weltmarktpreise fielen innerhalb kurzer Zeit auf fast die Hälfte des zuvor angestrebten Preisniveaus.
Aufgrund der damaligen Situation haben verschiedene Organisationen Unterstützungsaktionen ins Leben gerufen, um den arg betroffenen Kaffeepflanzern mindestens punktuell Hilfe zu leisten, aber die im Rahmen dieser Unterstützungsaktionen gehandelten Mengen sind zurzeit nur ein kleiner Teil der gesamten Kaffee-Produktion. Die verschiedenen Organisationen werden unter dem Titel "Unterstützungsaktionen zugunsten von Kaffeeproduzenten" vorgestellt.
Heute (August 2012) bewegen sich die Preise (165 cents/lb) über den Produktionskosten.