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„Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode.“ Dies ist ein bekanntes Zitat von Karl Lagerfeld, ein in Paris lebender deutscher Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner.
Die Geschichte der Mode ist ebenso lang wie facettenreich. Es ist fast sinnlos den Begriff „Mode“ zu erklären, da er mehrere Bedeutungsaspekte beinhaltet. Einige sehen Mode als Kleidung, die wir momentan tragen und andere sehen Mode als Lebensstil. Wie auch immer, wir hören und lesen das Wort „Mode“ jederzeit und überall.
Was damals als modern bezeichnet wurde, ist heute altmodisch. Die Mode hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Die Modeindustrie ist sehr dynamisch und schnelllebig. Doch müssen wir immer dem Diktat der Mode folgen? Kennt Ihr den Spruch von Oskar Lafontaine „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom?“Wollen wir vielleicht doch uns selbst treu bleiben, den eigenen Stil pflegen und unsere Einzigartigkeit zum Ausdruck bringen?
Ein Zitat von Marcel Proust lautet: „Die Moden wechseln, da sie selber aus dem Bedürfnis nach Wechsel entstehen.“Doch entscheiden nicht wir selbst, wann wir das Bedürfnis nach Wechsel haben?
Lassen Sie uns gemeinsam in die Vergangenheit der Mode reisen. 🙂
Die goldenen Zwanziger
Die Mode der Zwanziger Jahre gilt als Revolution. Der zuvor in Korsetts eingeengte weibliche Körper wurde befreit. Frauen kürzten sich die Haare. Die typische Frau der Zwanziger Jahre war die Garconne, selbstbewusst, verführerisch weiblich und gleichzeitig androgyn. Bequeme und legere Kleidung war sehr populär. Frauen trugen vor allem wadenlange Röcke und luftigere Hosen. Die Modeikone der 1920er Jahre war Coco Chanel, welche die Mode mit ihren klaren, geradlinigen Schnitten führte. Sie kreierte das „kleine Schwarze“, das bis heute den Klassiker in der Damenmode darstellt und nie altmodisch wird.
Die Dreissiger
Die Dreissiger Jahre gelten aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der Massenarbeitslosigkeit als sehr schwere und turbulente Zeit. Ab der Mitte der 1930er Jahre zeigten sich bei vielen Modehäuser drastisch zurückgehende Umsätze. Manche Versandhäuser schränkten ihr Warensortiment ein um die Wirtschaftskrise überstehen zu können. Einige Versandhäuser verschwanden sogar völlig vom Markt oder fusionierten mit anderen Unternehmen. Doch die Mode kam nicht zum Stillstand. Die Folgejahre wurden durch feminine Mode geprägt. Die Frauen betonten wieder ihre Rundungen und liessen sich die Haare wachsen. Typisch für die 1930er Jahre war die Kombination aus Rock und Bluse. Auch das Kostüm wurde zur eleganten Alltagsmode. Trotz der Weltwirtschaftskrise zeigte sich in der Abendmode der frühen 30er Jahre das Bedürfnis nach Luxus. Das beliebteste Kleid dieses Jahrzehnts war das lange und schmale Prinzesskleid, welches die Silhouette der Frau gekonnt in Szene setzte und betonte.
Die Vierziger
In den 1940er Jahren mussten Männer in den Krieg ziehen. Das Interesse der Damen an der Mode war aufgrund des Krieges und den Sparmassnahmen nicht so gross. Es waren immer noch breite Schultern angesagt und die Kleidung am Hals war hochgeschlossener. Die Röcke haben die Knie noch leicht oder kaum mehr verdeckt. Aufgrund der Kriegszeit hatte die Kleidung mehr einem praktischen Zweck entsprochen und wurde wiederverwertet. Und dann lancierte Christian Dior im Jahr 1947 seine Kollektion „Ligne Corolle“ und kreierte damit einen „New Look“.
Die Fünfziger
In den 1950er Jahren trugen die Frauen vor allem die Petticoats, breite Röcke, und auch ganz enge Bleistiftröcke. Sie wollten wieder ihre Weiblichkeit zeigen und betonten ihre Hüften und ihren Busen besonders. Christian Dior wurde zur Gallionsfigur der Französischen Mode der 1950er Jahre und der „New Look“ eroberte auch die Alltagskleidung der Damen.
Die Sechziger
Der Mini-Rock, Jeans, breite Pullover und Hosen sind Mode und die High-Heels sind out. In den 1960er Jahren emanzipierten sich die Frauen und kämpften um ihre Rechte. Nach 1964 revolutionierte Mary Quant mit ihren Miniröcken und extrem kurzen Kleidern die Modewelt. Junge Frauen zogen mit ihren kurzen Kleidern abschätzende Blicke von der älteren Generation an. Doch ihr Motto war: „Hauptsache anders aussehen als die Alten“. In den USA setzte sich die Hippie-Bewegung als friedlicher Protest gegen militärische Bewegungen in Gang. Typisch für die Mode der späten 60er waren wallende Kleider, Blumenprints und grosse Sonnenbrillen. Model und Schauspielerin Lesley Hornby, genannt ‘Twiggy’, wurde Ikone und Stilvorbild für Millionen von Frauen.
Die Siebziger
In den 1970er Jahren änderte sich alles. Es wurde bunt! Knallige Farben waren bei Frauen und Männern im Trend. Es gab nichts, was zu kurz, zu knapp, zu glamourös oder zu stark gemustert war. Es wurde mit allem übertrieben: Revers, Manschetten, Kragen und vor allem Pailletten waren ein Muss. In dieser Zeit verbreitete sich auch der Unisex-Look. Frauen waren in Trikots, kurzen Shorts und Stulpen zu sehen. Die Kleidung wurde aus sehr leichten Stoffen genäht. Im Film „Grease“, welcher im Jahr 1978 erschienen ist, ist die Mode der 1970er Jahre zu sehen.
Die Achtziger
Karottenhose, Schulterpolster, Tennissocken, Stulpen, Bikerjacken, Overalls, Neonfarben, enge Schnitte – Es wurde gemixt und ausprobiert. Fashion-Ikone Giorgio Armani schaffte Anfang der 80er Jahre mit seinem „Powersuit“ für Karrierefrauen das ultimative Statussymbol. Auch Ralph Lauren und Anne Klein prägten das Zeitalter des „Powersuits“ und die flächendeckende Emanzipationsbewegung.
Die Neunziger
In den 90er Jahre hat die Rap-Musik den Modetrend diktiert und die Frauen kleideten sich weniger weiblich. Trainerhosen, enge Röcke, Sport-BHs waren der Trend bei Frauen während die Männer breite Hosen und Trainerhosen anhatten.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts begannen sich die Modetrends schnell zu ändern. Manchmal kommen alte Modetrends zurück und manchmal entdecken die Modedesigner was ganz Neues. Die Frau von heute ist emanzipiert und hat die Freiheit, sich zu kleiden wie sie gerne möchte.
Wir können jedoch sagen, dass es einige Moderegeln gibt, die uns durch die Modegeschichte von den „Mode-Experten“ serviert wurden.
Mode gilt als soziales Statement. Die Individualität wird geschätzt wie nie zuvor und der eigene Stil reflektiert den Charakter. Heute ist es modern nicht modern zu sein. Das berühmte Zitat von Coco Chanel lautet: „Mode ist vergänglich, Stil bleibt“.