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Diese aussergewöhnliche Rötelzeichnung stammt wohl aus dem 17. Jahrhundert und trägt unten links die Signatur von Carlo Maratta (1625-1713) "C. Maratti" (er hat sich meist mit dem "i" am Schluss geschrieben). Ob es sich letztendlich um seine eigenhändige Signatur handelt oder ob sie von fremder Hand hinzugefügt worden ist, bleibt offen. Zumindest deckt sie sich mit den gesicherten Signaturen Marattas.
Das hier gesehene Motiv findet sich im Werk des bedeutenden italienischen Meisters des Hochbarock wieder, namentlich in seinem Ölgemälde der Cleopatra, welches er in den 1690er-Jahren angefertigt hat. Die ägyptische Regentin ist dabei, eine Perle in einer Tasse mit Essig aufzulösen – die überlieferte Episode steht im Zusammenhang mit einer Wette mit Caesars Sohn Antonius. Während Cleopatra auf Marattas ausgeführtem Gemälde nach rechts blickt, schaut sie hier nach links. Ihr Kleid ist weniger opulent ausgeführt, und sie trägt eine Krone auf dem Haupt.
Ob es sich um eine eigenhändige Vorstudie oder einen Entwurf Marattas für sein Gemälde handelt, oder aber ob die Zeichnung in seiner Werkstatt, seinem Umfeld oder gar von einem Nachahmer geschaffen worden ist, ist ungeklärt. Was bleibt, ist der Name "C. Maratti", welcher sich mit Marattas verbürgter Signatur weitgehend deckt. Es sei hier die Kurz-Einschätzung eines renommierten Schweizer Auktionshauses angemerkt, welches die Ansicht vertritt, dass es sich bei der Zeichnung wegen ihrer "zu akkuraten" Ausführung und "mangelnder Spontaneität" eher nicht um eine eigenhändige Arbeit Marattas handelt, sondern dass sie aus dessen Werkstatt stammen könnte – oder eben das Werk eines Nachahmers ist.
Somit wird das Blatt hier ausdrücklich nur als mögliche Arbeit Marattas angeboten – mit einem Fragezeichen. Es obliegt jedem Interessenten/jeder Intressentin, eine Authentizität selbst abzuwägen.
Neben der Signatur sind vorderseitig drei nicht näher definierte Nummern vermerkt, verso eine weitere. Das sehr dünne Blatt ist auf ein Trägerpapier aufgebracht. In den Randbereichen rechts und links sowie beim Arm der Abgebildeten ist (wohl altersbedingter) Materialverlust vorhanden. Es beeinträchtigt die Gesamtwirkung der Zeichnung jedoch kaum.
Masse Zeichnung: 29x22cm
Masse gesamt: 39,5x30,5cm
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