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| Gregor v. Nyssa (†394) - Große Katechese (Oratio catechetica magna)

Kapitel 9. Die Menschwerdung Gottes ist seiner nicht unwürdig.
1.
[Forts. v. [S. 27] ] Wer auf die Folgerichtigkeit meiner Darlegungen achtet, wird ihnen bis hieher zustimmen, weil keine meiner Aufstellungen etwas enthält, was dem richtigen Gottesbegriff zuwider wäre. Anders wird aber das Verhalten gegen das Folgende sein, worin gerade der Kern des Glaubensgeheimnisses liegt; ich meine die menschliche Geburt, das Wachstum von der Kindheit bis zum Mannesalter, Essen und Trinken, Ermüdung und Schlaf, Trauer und Tränen, Anklage und Gericht, Kreuz und Tod und Grablegung. Diese Überlieferungen, welche wir zugleich mit dem Geheimnis überkommen haben, erschweren für die Kurzsichtigen den Glauben nach einer Richtung, so daß sie wegen der soeben berührten Tatsachen das Folgende nicht annehmen wollen: sie sträuben sich nämlich, die Auferstehung von den Toten, welche ohne allen Zweifel, Gottes sehr würdig ist, anzunehmen, und zwar wegen des Todes, den sie voraussetzt, und der Unziemlichkeit für Gott bedeute.