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Grundig, Fürth
Yacht Boy 400

überarbeitet am 24.7.2010

Beim ersten Kontakt irritierte mich die Typenbezeichnung, unter dem Grundig Yacht Boy 400 hatte ich ein ganz anderes Gerät im Kopf: beim beschriebenen Yacht Boy handelt es sich in einen flachen - entsprechend der Entstehungszeit noch etwas klobigen Einfachsuper - Reiseempfänger, der sechs wichtige Kurzwellenbänder gespreizt abdeckt. Unter der gleichen Modellbezeichnung Yacht Boy 400 kam zehn Jahre später ein Reiseempfänger mit Digitalanzeige in die Läden.
Der Reiseempfänger ist im Flachformat mit einer Linearskala
mit nebeneinanderliegenden Skalen der gespreizten Kurzwellenbänder
ausgeführt, von der äusseren Erscheinung her sicherlich vom Ur-Sony 7600
(mit ebensolchen Frequenzbereichen und -skalen) inspiriert.
Auf der Frontplatte findet zur linken der hinter einer Metallblende
verborgene Lautsprecher Platz. In der mittleren Reihe der Bedienelemente
oben der Schieberegler für die Lautstärke, der als Drehpoti ausgeführte
Klangregler (für einen guten Ton hatten die Entwickler bei Grundig
seit jeher viel Verständnis) und zuunterst der Schiebeschalter zur Anwahl
der Kurzwellenbänder.
Der Betrieb des Yacht Boy ist völlig unproblematisch: mit einem Druck auf eine der Bandbereichstasten wird das Gerät eingeschaltet, bei Wahl des KW-Bereichs wird mit dem Schiebeschalter das Kurzwellenband ausgewählt und auf die gewünschte Station abgestimmt, Lautstärke und Ton regulieren, fertig. Die Frequenzsuche gestaltet sich bei 100 kHz auseinanderliegenden Frequenzmarken und ohne Unterstützung durch eine digitale Frequenzanzeige recht schwierig, ein Pausenzeichen oder ein bekannter Zungenschlag (beispielsweise des deutschen Dienstes aus Athen) sind hier hilfreich. Ein Druck auf die o-Aus-Taste lässt den Yacht Boy 400 verstummen, beim Einschalten erklingt die gehörte Station wieder mit der bekannten Lautstärke.
Zusammenfassend ist der Grundig Yacht Boy 400 in der alten analogen Version ein brauchbarer einfacher Reiseempfänger mit einer für den Mitteleuropäer akzeptablen Kurzwellenbandabdeckung, der entsprechend seinem Alter eher gross ausgefallen ist, über einen Grundig-typisch guten Klang verfügt und aufgrund der analogen Frequenzanzeige die Frequenzbestimmung resp. das Auffinden einer schwachen Station nicht gerade einfach gestaltet. Mit den Digitaluhrfunktionen ist das Gerät als Reisewecker tauglich und stellt - günstig erworben - eine perfekte Alternative zu den Billigstempfängern von Tschibo und Aldi dar, die teils in einem ganzen Bandbereich kaum eine Station akzeptabel hörbar machen, (m)eine Handvoll Euros ist beim Grundig Yacht Boy 400 doch nicht schlecht angelegt.
Vorsicht: dieses erste Modell des Grundig Yacht Boy 400 darf nicht mit der später eingeführten Version eines digitalen Reisempfängers von Grundig mit gleicher Typenbezeichnung verwechselt werden.
© Martin Bösch 18.8.2004