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Luzern den 26 7br 1863.
Hochgeachteter Herr Präsident!
Durch Hrn. Oberst Denzler, welcher wegen mehrtägiger Abwesenheit meinen Brief erst den 21. d. erhalten habe, wird mir soeben mitgetheilt, daß der Staatsrath von Neuenburg die Gotthardtbahnangelegenheit dem im November zusammentretenden Großen Rathe vorlegen & den Beitritt zu der aus der Conferenz hervorgegangenen Uebereinkunft belieben werde, immerhin mit dem Vorbehalt, daß eine finanzielle Betheiligung bei dem projektirten Gotthardtunternehmen für Neuenburg nicht verbindlich sei.
Auf das Einladungsschreiben zur Commißionssitzung vom 28. d. werde erwidert, man wolle vor der Antheilnahme an weitern Conferenz| verhandlungen vorerst die Sanction des Großen Rathes abwarten.
Hr. Denzler spricht sich sehr entschieden für den Gotthardt aus, der für Neuenburg das unmittelbarste Intereße habe, weil durch den Bau einer Simplonbahn der Kanton Neuenburg vollständig umgangen würde. Hr Denzler schreibt mir auch, daß er, wie er im Regierungsrathe der Verfechter des Gotthardt gewesen sei, er auch das Gleiche im Großen Rathe thun werde, wenn im November dieser Gegenstand zur Behandlung komme; er hoffe auch, es werde der Große Rath der vorläufigen Zustimmung der Regierung zur Uebereinkunft die Ratifikation nicht versagen.
Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichneter Hochachtung
von Ihrem ergebenen
J. Zingg.