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Erneuerung Güterstrassennetz Fanas
Das Projekt
Die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind heute mehr schlecht als recht erschlossen. Einerseits über Forstwege, andererseits über Güterstrassen, die aber höchstens eine Breite von 2.5 m aufweisen. Daneben gibt es Flächen, die gar nicht erschlossen sind.
Im Sinne einer Gesamtplanung wurde 2007/08 ein Vorprojekt erarbeitet, worauf die Gemeindeversammlung am 12. Juni 2008 den Grundsatzentscheid zur Durchführung einer Gesamtmelioration gefällt hat. Trägerin dieses Verfahrens wurde die im Juni 2009 gegründete Meliorationsgenossenschaft. Die Gesamtmelioration ist ein multifunktionales Instrument der Raumentwicklung. Dadurch können Anforderungen von Seiten Landwirtschaft, Natur, Landschafts- und Umweltschutz sowie öffentlich-rechtliche, wirtschaftliche, planerische, kommunale und regionale Anliegen koordiniert und verwirklicht werden.
Auf eine flächendeckende Güterzusammenlegung innerhalb des Beizugsgebietes wird verzichtet. Hingegen sollen Landerwerb und Ausparzellierung der Güterstrasse sowie die Bereinigung der beschränkt dinglichen Rechte vorgenommen werden. Im Rahmen des Verfahrens wird es zu Grenzbereinigungen und lokalen Landumlegungen kommen. Mögliche umweltrelevante Auswirkungen der Erneuerung des Güterstrassennetzes sind im Auflageprojekt bereits berücksichtigt.
Das Beizugsgebiet beinhaltet die altrechtliche Gemeinde Fanas ohne Baugebiet und ohne grosse Teile der Alpen sowie ein paar angrenzende Parzellen der altrechtlichen Gemeinde Grüsch. Insgesamt umfasst es eine Fläche von ca. 853 ha. Innerhalb des Beizugsgebietes beträgt die Fläche der Parzellen mit einer landwirtschaftlichen Nutzung ca. 475 ha. In diesen Flächen sind die Alpen Ludera und Fadur nicht enthalten. Diese sind aber im Rahmen des vorliegenden Auflageprojektes behandelt. Die Erschliessung dieser zwei Alpen wurde im Projekt aufgenommen. Die Kosten übernimmt die Gemeinde Grüsch.
Im Vorhaben inbegriffen sind auch die Güterstrassen 2. Priorität, diese sind jedoch nicht Bestandteil des vorliegenden Projektes.
Innerhalb des Beizugsgebietes gibt es 8 Haupterwerbs- und 3 Nebenerwerbs-Landwirtschaftsbetriebe, die ihren Betriebsstandort in Fanas haben, 239.2 ha bewirtschaften und 236.8 ha Grossvieheinheiten (GVE) halten. Die Hälfte der Fläche wird von Biobetrieben bewirtschaftet. Die früher übliche mehrstufige Bewirtschaftung wird nur noch von zwei bis drei Betrieben ausgeübt. Die übrigen führen das ganze Futter zu ihrem Hauptstall, wo es dann auch verwertet wird.
Die Ziele der Erneuerung der Güterstrassen lauten:
- Bereitstellen einer geeigneten unterhaltsarmen Infrastruktur
- Reduktion des Produktionsaufwandes
- Bereinigung und Reduktion von Dienstbarkeiten sowie An- und Vormerkungen zur Vorbereitung des eidgenössischen Grundbuches
- Erhalt der heutigen Produktionsmenge
- Steigerung der Einnahmen (Wertschöpfung)
- Erhalten der intakten Kulturlandschaft
- Schützenswerte Standorte (NHG-Flächen) sichern
- Keine Gefährdung von Quellen, sei es während des Baus als auch des Betriebs der Strassen
- Gute Einpassung von Bauvorhaben in die Landschaft
- Anpassen der Erschliessung an heutige Bedürfnisse
- Nutzung des bestehenden Güterstrassennetzes bei der neuen Erschliessung
- Bereinigung des Fuss- und Wanderwegnetzes
- Regelung des Strassenunterhalts
Durch die Erneuerung und Erweiterung des Güterstrassennetzes kann der Produktionsaufwand minimiert werden. Durch die gewonnene Zeit können auch Flächen, die aus ökologischer Sicht wertvoll sind, weiterhin bewirtschaftet und gepflegt werden. Dies ist ein Beitrag zur Erhaltung der reichhaltigen Kulturlandschaft. Ein anderer Beitrag wird durch die Ersatz- und Zusatzmassnahmen erbracht. Erstere sind dazu da, den Eingriff durch den Güterstrassenbau zu kompensieren. Mit den Zusatzmassnahmen wird eine Stärkung von Natur und Landschaft angestrebt. Durch die Meliorationsgesetzgebung hat man hinsichtlich Dienstbarkeiten Möglichkeiten, die kein anderes Instrument bietet. Durch die Bereinigung der Lasten und Rechte sowie An- und Vormerkungen wird das Grundbuch entlastet und den aktuellen Verhältnissen angepasst. Die Landumlegung steht in der Erneuerung Güterstrassennetz Fanas zwar nicht im Vordergrund, im Rahmen der Neuzuteilung erhalten aber alle Grundeigentümer innerhalb eines Landumlegungsgebietes die Möglichkeit, Parzellen zu vereinigen und nichtlandwirtschaftliche Grundstücke auszuscheiden.
Die Erneuerung Güterstrassennetz ist aber nicht nur für die Landwirtschaft da, sondern bietet auch Chancen für andere Bereiche. Einer ist der Tourismus. Durch die Entflechtung des Fuss- und Wanderwegnetzes vom Güterstrassennetz steigt die Attraktivität für Wanderer und gleichzeitig auch die Sicherheit auf dem Güterstrassennetz. Zudem können sich Touristen und Einheimische weiterhin an der vielfältigen Kulturlandschaft erfreuen. Die Politische Gemeinde Grüsch profitiert auf verschiedenste Art, einerseits wird die Betriebsgrundlage der Landwirte in Fanas gestärkt, anderseits wird durch das vorliegende Projekt die Erschliessung der Alp Ludera und Alp Fadur erneuert. Des Weiteren werden die beschränkten, dinglichen Rechte bereinigt, so dass im Anschluss an die Erneuerung des Güterstrassennetzes Fanas das Eidgenössische Grundbuchamt eingeführt werden kann. Nicht zuletzt erhält die Gemeinde Grüsch ein Güterstrassennetz, das zeitgemäss und unterhaltbar ist.
Mit zunehmender Mobilität und dem immer wichtiger werdenden Maschineneinsatz in der Landwirtschaft ist eine den Bedürfnissen entsprechende Erschliessung der landwirtschaftlich genutzten Flächen von grosser Bedeutung. Als wichtigste Meliorationsmassnahme in Fanas ist daher der Güterstrassenbau anzusehen. Es soll angestrebt werden, dass
- die verschiedenen Bewirtschaftungsgebiete erschlossen werden
- möglichst wenige bis keine Servitute (Wegrechte) mehr notwendig sind
Das vorliegende Güterstrassennetz wurde gemeinsam mit Vertretern der interessierten Ämter des Kantons wie dem Amt für Jagd und Fischerei (AJF), Amt für Landwirtschaft und Geoinformation (ALG), Amt für Natur und Umwelt (ANU) und Amt für Wald und Naturgefahren (AWN), dem Vorstand der Meliorationsgenossenschaft, dem Vertreter der Gemeindebehörde sowie dem Verfasser des UVBs besprochen.
Das zur Ausführung gelangende, gesamte Strassennetz beträgt rund 16 km. Davon werden 11 km bestehende Güterstrassen saniert und den heutigen Verhältnissen angepasst sowie 5 km neu angelegt.
Das gesamte Projekt bzw. der Kredit wurde am 23. Januar 2016 beschlossen und bewilligt.
Die Ausführung der Gesamtmelioration erfolgt in Etappen. In einer ersten Etappe konnte mit den Arbeiten am 1. August 2016 begonnen werden. Mit dem Abschluss des Gesamtprojektes rechnet man Ende 2030.
Kosten und Finanzierung
|Gemäss Kostenaufstellung sehen die Kosten inkl. Kosten Alpweg und Arbeiten der 2. Priorität, die noch nicht zur Ausführung kommen, wie folgt aus:|
|Kultur- und vermessungstechnische Arbeiten||Fr.||910'000.--|
|Bautechnische Arbeiten||Fr.||12'000'000.--|
|Diverses||Fr.||250'000.--|
|Gesamtkosten||Fr.||13'160'000.--|
|Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:|
|Gesamtkosten||Fr.||13'160'000.--|
|./. Kosten Alpweg (durch die Gemeinde finanziert)||Fr.||971'625.--|
|./. Kosten Anteil Bauzone||Fr.||85'700.--|
|./. Kosten Güterstrassen 2. Priorität||Fr.||2'266'930.--|
|Effektive Kosten des Meliorationsprojektes||Fr.||9'835'745.--|
|./. Subvention Bund||Fr.||3'847'258.--|
|./. Subvention Kanton||Fr.||2'977'045.--|
|./. Anteil Gemeinde Grüsch||Fr.||1'125'000.--|
|./. Beitrag Gemeinde Wallisellen||Fr.||25'000.--|
|./. Beitrag Schweizer Patenschaft, Beitrag an 1. Etappe||Fr. 7||5'000.--|
|Restkosten||Fr.||1'786'442.--|
Ein Darlehen als zinsloser Baukredit von Fr. 800'000.-- wurde gewährt, muss jedoch zurückbezahlt werden.
Durch die Erneuerung und den teilweisen Ausbau des Güterstrassennetzes sowie den damit verknüpften lokalen Bereinigungen der Besitzverhältnisse werden die landwirtschaftlichen Betriebe gestärkt. Dem Verlust von landwirtschaftlicher Nutzfläche durch Einwaldung kann Einhalt geboten werden. Es gilt, die vielfältige Kulturlandschaft von Fanas zu erhalten.
Aus den erwähnten Gründen können wir Ihnen eine Hilfeleistung wärmstens empfehlen.
Bis heute konnten wir für dieses Vorhaben einen Spendenbetrag in der Höhe von Fr. 331'300.-- vermitteln.