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Das seit dem späteren 16. Jahrhundert auf der Burg ansässige Geschlecht der Burger bildete im Laufe der Zeit ausserhalb des Stammsitzes verschiedene Seitenzweige: in Oberkulm, in Unterentfelden, in Fahrwangen, in Möriken. Wenig bekannt ist, dass eine Zweiglinie eine Zeitlang auch im Ruedertal lebte.
Der Burger Stammvater Martin hatte einen Bruder Hans, der sich auf dem später wieder eingegangenen Bauerngut im Emmethof südlich der Burg niederliess (heute Gemeinde Menziken). Während drei Generationen lässt sich die Familie dort feststellen. Ein Enkel oder Urenkel von Hans, Peter Burger, übersiedelte nach Reinach, in das sich damals gerade frisch entwickelnde Neudorf. Er war mit einer Margret Beyer unbekannter Herkunft verheiratet und liess in Reinach einen Sohn Jacob (1639) und eine Tochter Maria (1643) taufen.
Bald nahm Peter mit seiner Familie nochmals einen Ortswechsel vor und zog in den Weiler Schlatt oberhalb von Schiltwald im Ruedertal. Weitere Kinder scheinen dort nicht zur Welt gekommen zu sein. Das Töchterchen Maria starb 13jährig im Dezember 1656 und wurde als «Maria Burger, ein meitli uß dem Schlatt» im Rueder Totenrodel eingetragen. Vater Peter muss sein Leben um dieselbe Zeit beendet haben; denn 1657 werden bereits «Peter Burgers Erben im Schiltwald» erwähnt. Der Sohn Jacob überlebte, führte den Bauernbetrieb im Schlatt weiter und verheiratete sich 1664 mit Cathrina Erismann aus dem nahen Schweikhof. Im Rueder Kirchenbuch wurde er teils fälschlich unter dem Namen «Burgherr» eingetragen. Eine klare Verwechslung des Pfarrers, da es eine Familie dieses Namens im Ruedertal auch gab. Jacobs Frau gebar mindestens vier Kinder, doch hören wir später nur von den Söhnen Hans oder Johannes (* 1665) und Jacob oder Joggli (* 1670). Diese betreuten offenbar gemeinsam den Schlatthof und holten sich beide eine Frau aus dem Suhrental: Jacob 1699 Elsbeth Suter von Oberentfelden und Hans erst 1704 Anna Mathys von Kölliken.
|Mit der Zeit wurde der Schlatthof für zwei wachsende Familien wahrscheinlich zu eng. Möglicherweise entschlossen sich beide für den Wegzug. Was mit der von Hans geschah, wissen wir allerdings nicht. Der Tod eines Kleinkindes im April 1714 ist der letzte Niederschlag im Rueder Kirchenbuch. Besser informiert sind wir über das Schicksal von Jacobs Familie. Zwischen 1699 und 1715 kamen im Schlatt sieben Kinder zur Welt, von denen die älteste Tochter mit 11 Jahren starb. Das jüngste Kind wurde im Dezember 1715 in Rued getauft.

Dann hören alle Angaben über die Familie in den Rueder Quellen auf. Doch bei seinen Forschungen nach Aargauer Auswanderern in der Pfalz stiess der Verfasser zu seiner Freude wieder auf die Familie.
Jacob wanderte mit Frau und Kindern aus und liess sich im Dorf Elschbach in der nördlichen Pfalz nieder, etwa 25 km westlich von Kaiserslautern gelegen. Er ist dort erstmals im August 1719 als «Jacob Bürger von Ruot» fassbar. Damals starben wenige Tage nacheinander, vermutlich an einer Kinderkrankheit, die Knaben Rudolf und Melchior. Die übrigen vier in Rued geborenen Kinder erreichten das Erwachsenenalter. Als ihre Mutter schon 1725 mit 52 Jahren starb, wurde ausdrücklich vermerkt, sie hinterlasse zwei Söhne und zwei Töchter. Die Familie wechselte vor 1725 von Elschbach ins Nachbardorf Niedermiesau. Jacob erhielt dort den Posten des Dorfhirten. Seine einfache berufliche Funktion erstaunt; hatte er doch im Ruedertal mit seinem Bruder zusammen einen Bauernhof betreut. Auch wenn er vermutlich nur Pächter gewesen war, hatte er doch auf der sozialen Stufenleiter höher gestanden. Wir müssen annehmen, dass er sich in sehr prekären finanziellen Verhältnissen befunden hatte und dass er jetzt mit einem fixen Lohn als Hirt die Familie eher über die Runden brachte. Möglich ist allerdings auch, dass er sich von der Übersiedlung in die Pfalz mehr versprochen hatte.
Jacob Burger erreichte ein Alter von 68 Jahren. Im Februar 1737 wurde er in Miesau begraben. Ob er das Bürgerrecht des Pfälzerdorfes erworben hatte, ist nicht bekannt. 1725 war er jedenfalls noch Hintersässe gewesen. Von seinen vier Kindern scheint einzig der Sohn Jacob in Niedermiesau geblieben zu sein. Seine Schwester Susanna heiratete 1740 bezeugtermassen nach auswärts. Jacob selber, der sich als Küfermeister eine beachtliche Position schaffen konnte, heiratete 1735 eine Tochter aus dem Dorf und zeugte mit ihr im Laufe der folgenden Jahre fünf Kinder. Drei von ihnen verloren ihr Leben aber schon jung, und von den restlichen beiden erfährt man weiter nichts mehr. Mit dem Tod von Vater Jacob junior im Jahr 1759 scheint der Pfälzer Zweig der Familie Burger, zumindest in Niedermiesau, erloschen zu sein.