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Taten statt Worte
Rarität: Schwarze Schweine
In der italienischen Region Emilia-Romagna haben zwei Brüder dazu beigetragen, eine seltene Schweinerasse mit saftigem Fleisch vor dem Aussterben zu retten.
Slow Food
Sobald man den turbulenten Strand von Rimini nach ein paar Kilometern hinter sich gelassen hat, beginnt die Reise durch die malerischen Hügellandschaften der Region Emilia-Romagna mit Olivenbäumen, Rebstöcken und Kornfeldern. Im beschaulichen Örtchen Saludecio liegt der Bauernhof von Matteo und Giovanni Zavoli, zwei Brüdern, die den Bauernhof ihres Grossvaters führen. Der nonno hatte ursprünglich nur eine Metzgerei. Diese war so erfolgreich, dass sie sich zu einem Produktionsbetrieb für Wurstwaren entwickelte und sich gar der Aufzucht einheimischer Rinder-, Schweine- und Geflügelrassen widmete. Zu ihnen gehört auch die Mora Romagnola, eine seltene Schweinerasse mit schwarzen Borsten, die mit dem Prädikat Presidio Slow Food zertifiziert ist. Mit der Auszeichnung unterstützt Slow Food unter anderem vom Verschwinden bedrohte, hochwertige Lebensmittelproduktionen und fördert einheimische Tierrassen und Pflanzenarten.
Sie galten als ausgerottet
Bis Mitte des 20.Jahrhunderts waren die Mora Romagnola-Schweine nördlich des Apennins weit verbreitet. Dann wurden sie von Rassen verdrängt, die sich für eine Intensivzucht besser eigneten. Mehrere Jahre galten die Schwarzen Schweine als so gut wie ausgestorben. Dass die Rasse heute überhaupt noch existiert, ist Mario Lazzari, einem alten Züchter aus dem nahen Faenza zu verdanken. Er brachte 1988 die letzten noch lebenden 15 bis 18 Exemplare zusammen und baute einen kleinen Bestand auf. Die Tiere fühlen sich in einer halbwilden Haltung, teils im Freien, teils im Stall, am wohlsten. Ausserdem werden die Tiere fast ausschliesslich mit Futter ernährt, das vor Ort produziert wird, einer Mischung aus Weizen, Gerste und Heu. Diese Haltung tut nicht nur den Tieren gut, sondern weist auch eine im Vergleich zur Intensivzucht im Stall um 35 Prozent niedrigere CO2-Produktion auf.
Noch immer gefährdet
Heute gibt es 1300 Tiere, rund 100 leben bei uns.»
Matteo, der ältere der Zavoli-Brüder, kümmert sich in Saludecio um die Zucht der edlen Rasse, die vor 15 Jahren auf den Hof kam: Wir haben den Bestand von zwei Exemplaren auf heute über 100 Tiere ausgebaut, sagt der 39-jährige Viehzüchter.