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So unterschiedlich die Sprachenräume und Kultur in verschiedenen Bereichen der Schweiz ist, so vielfältig sind die Geschmäcker der Menschen. Laut einer vom Bundesamt für Statistik im Jahre 2008 durchgeführten Untersuchung hinsichtlich des Leseverhaltens der Bevölkerung in der Schweiz, lesen 20% der Bevölkerung Comics.
Der Comic in der Westschweiz
Am beliebtesten scheint der Comic in der Westschweiz, denn hier galt er stets als eine klassische Erzählform, dessen Tradition von Rodolphe Töpffer begründet wurde. Im Austausch mit dem französischen Sprachraum Frankreich und Belgien wurden Comics seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Westschweiz erschaffen. In den 70er Jahren richtet sich das Comicschaffen von Derib hauptsächlich an Kinder, doch dank einiger Innovationen und Adaptionen durch Cosey wurden sie auch auf Erwachsene abgestimmt.
Der Comic in der deutschsprachigen Schweiz
In der deutschsprachigen Schweiz galten Comics allerdings bis in die 80er Jahre hinein als Schund- und Trivialliteratur und wurden verpönt. Sie wurden zwar publiziert, waren aber nicht angesehen. Außerdem fehlten die klassischen Sprechblasen und die Texte wurden, um Ähnlichkeiten zum Comic zu vertuschen, außerhalb der vorgesehenen Panels geschrieben. Im Jahre 1932 erschien das Vorbild der Bildergeschichtengestaltung „Globi“, der von Robert Lips nach Auftragserteilung eines Warenhauses kreiert wurde und heute die älteste Schweizer Comic Figur ist. Globi diente im Nachhinein als Vorbild vieler weiterer Figuren wie Papa Moll, Ringgi und Zofi und bis in die 70er Jahre richteten sich diese Bildergeschichten hauptsächlich an Kinder und sollten diese amüsieren.
Der internationale Durchbruch für die Schweizer Comic Szene gelang in den 90er Jahren durch Thomas Ott, der durch seine Schabkartontechnik weltweit Anerkennung erzielte. Und die im Jahre 1996 vom Bundesamt für Kultur in die Wege geleitete Ausstellung „Die neue Ära des Schweizer Comics“ führte schlussendlich zu einer offiziellen Etablierung des Schweizer Comicschaffens des deutschsprachigen Raums.
Der Comic in der heutigen Zeit
Die Einstellung gegenüber Comics hat sich in der heutigen Zeit positiv verändert. Er wird nicht mehr als Schundliteratur verschmäht, sondern ist als kreatives und Werk anerkannt. In einigen Städten entstanden sogar Comic-Szenen mit begeisterten Anhängern. Allgemein betrachtet, ist die Akzeptanz für und die Auseinandersetzung mit Comics innerhalb der Bevölkerung signifikant größer als vor 30 bis 40 Jahren.
Dies betrifft nicht nur die Schweiz, sondern ist weltweit der Fall. Comics haben inzwischen richtige eigene Kinofilme, Slotmaschinen in Online-Casinos wie zum Beispiel im ipad casino sind nach Comics benannt und Comics sind in viele andere Bereiche des Lebens vorgedrungen und haben ihren festen Platz gefunden. Comics und Gegenstände die mit Comics zu tun haben werden von immer mehr Menschen gesammelt und stolz hergezeigt. Der Handel mit Comic-Memorabilia ist dabei insbesondere in der Schweiz eine wichtige Säule des gesamten Comic-Marktes, von dem auch lokale Künstler aus der Schweiz profitieren.