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Was erwarten die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder vom UNO-Klimagipfel COP26 in Glasgow?
Der Bauer Belayet Hossain lebt mit seiner Frau und den vier Kindern im Süden Bangladeschs in einem Küstengebiet. Er schildert seine Situation: «Wir waren schon immer arm und ausgegrenzt. Als Folge des Klimawandels erodiert unsere Küste, dadurch werden wir noch ärmer und noch stärker marginalisiert.»
Wie Belayet Hossain erleben Hunderttausende von Menschen in Bangladesch und anderen Küstenländern, wie der Meeresspiegel steigt und ihre Böden immer öfter überschwemmt werden. Ernten werden regelmässig zerstört, ganze Gemeinschaften sehen ihr Land verschwinden. Schlimmer noch: Wegen des Klimawandels gibt es immer heftiger werdende Wirbelstürme, die zahlreiche Todesopfer fordern. Biadhan, eine 70jährige Bäuerin aus Bangladesch, sagt: «Ich habe all meine Söhne in einem Wirbelsturm verloren. Nun muss unsere elfköpfige Familie mit einem einzigen Gehalt auskommen.»
Zusammen mit anderen Ländern, die vom Klimawandel besonders stark betroffen sind, will sich Bangladesch im Rahmen der COP26-Verhandlungen am Klimagipfel in Glasgow Gehör verschaffen. Gemeinsam formulierten die 48 Mitgliedsländer des Climate Vulnerable Forum drei Schlüsselforderungen, die für sie von entscheidender Bedeutung sind:
1. Reduktion der Treibhausgas-Emissionen
Mit den bisherigen klimapolitischen Massnahmen kann die globale Erwärmung nicht auf 1,5 Grad begrenzt werden, wie dies 2015 von den Regierungen in Paris vereinbart wurde. Stattdessen steuern wir derzeit auf einen Temperaturanstieg von 2,7 Grad zu, was katastrophale Folgen für Millionen von Menschen in den besonders gefährdeten Ländern haben wird. Alle Staaten müssen deshalb dringend das Erreichen der Null-Emissionsziele beschleunigen – allen voran die Industrieländer, darunter auch die Schweiz.
2. Finanzierung von Klima-Massnahmen
Die reichen Länder hatten sich vor zehn Jahren dazu verpflichtet, jährlich 100 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung von Klima-Massnahmen bereitzustellen. Dieses Versprechen wurde nie eingelöst. Die Industrieländer müssen ihren Verpflichtungen nachkommen, denn diese Gelder werden benötigt, um Länder mit niedrigem Einkommen bei der Anpassung an den Klimawandel und dessen Bekämpfung zu unterstützen.
3. Verluste und Schäden
Viele der am stärksten gefährdeten Menschen in Ländern des Südens erleiden bereits heute permanente Verluste und Schäden durch die globale Erwärmung. Die reichen Länder sollen die betroffenen Bevölkerungsgruppen für die Schäden und Verluste, die sie ertragen müssen, entschädigen.
Am 26. Oktober, kurz vor dem Start der Klimakonferenz in Glasgow, forderten mehr als 300 Nichtregierungsorganisationen des Climate Action Networks, darunter auch Brot für alle und mehrere ihrer Partnerorganisationen in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der COP26, dass die reichen Länder ihr Handeln stärker auf die Bewältigung der Klimakrise fokussieren und die besonders gefährdeten Staaten nachhaltig unterstützen.
Hoffen wir, dass dieser Ruf gehört wird!
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