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Oberhalb von Lugano wurde im November 1913 ein Lungensanatorium unter dem Namen ‘Deutsches Haus Agra’ eröffnet. Chefarzt Prof. Hanns Alexander war nicht nur Lungenspezialist, sondern auch eifriger Nazi und Gründer einer Ortsgruppe der NSDAP in Agra. In der Zeit, in der das Sanatorium in Betrieb war, galt es als eines der renommiertesten Luftkurhäuser Europas und zog namentlich deutsche Lungenpatienten an, unter ihnen viele Künstlerinnen und Intellektuelle. Zu diesen gehörten Erich Kästner, der 1962-64 zur Behandlung in Agra weilte, oder in den dreissiger Jahren die Lyrikerin und Geliebte Bert Brechts, Margarethe Steffin. Kästner schrieb 1964 in einem Brief an seine Frau: 'Das Wetter ist schön und tut, was es kann. Vorhin kurz nach acht Uhr morgens, war wieder einmal 'Durchleuchten'. Da steht man mit nacktem Oberkörper vorm Röntgenschirm, und die Ärzte gucken einem in die Schweinsrippen. So ist immer für angenehme Unterhaltung gesorgt.'
Der Niedergang des Deutschen Hauses Agra war nach dem Krieg nicht mehr aufzuhalten. 1969 wurde das Sanatorium geschlossen und blieb bis 2009 ungenutzt. 2010 wurde das Gebäude vollständig abgerissen und mit ähnlichem Grundriss als Resort neu aufgebaut.