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Die ehemalige Opern- und heutige Kabarettsängerin Vera steht vor Gericht, weil sie ihren ehemaligen Verehrer erschossen hat: Er hatte vor Jahren nicht nur ihre Ehe zerstört, sondern sich nun auch an ihre halbwüchsige Tochter herangemacht.
In Mazurka, der deutschen Version dieses Melodrams (1935, Regie: Willi Forst), spielten Pola Negri und Albrecht Schoenhals die Hauptrollen, in der US-Fassung – unter der Regie von Joe May – Kay Francis und Basil Rathbone. Ursprünglich soll Bette Davis für die Rolle der Vera vorgesehen gewesen sein.
Joe May bleibt in seiner zweiten Regiearbeit im Exil ganz nah am Original und übernimmt einzelne Szenen sogar eins zu eins, etwa die Titelsequenz mit der rasanten Fahrt durch die Stadt. Interessant sind die Abweichungen, die z. T. dem Hays Code geschuldet sind und sexuelle Eindeutigkeiten verunklären: Als Michail Vera nach einem Ball in seine Wohnung abschleppt, hört die Kamerafahrt in der US-Fassung – anders als in der deutschen Version – vor dem Schlafzimmer auf, und Anna erwacht am nächsten Morgen perfekt frisiert in einem schmalen Bett. (CS)
Drehbuch: Hans Rameau
Kamera: Sidney Hickox
Musik: Peter Kreuder
Schnitt: James Gibbon
Mit: Kay Francis (Vera Kowalska), Ian Hunter (Leonide Kirow), Basil Rathbone (Michail Michailow), Jane Bryan (Lisa Koslov), Donald Crisp (Gerichtspräsident), Mary Maguire (Hildegard), Dorothy Peterson (Mrs. Koslov)
85 Min., sw, 35 mm, E