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Alle unsere Gottesbilder sind “man-made” – menschgemacht. Alle. Und sie sind allesamt ungenügend. Ich erinnere mich an eine Begegnung mit der grossen, leider verstorbenen feministischen Theologin Dorothee Sölle, bei der sie das Bild des omnipotenten (allmächtigen) Gottes kommentierte: “Man muss nur das Wort hören und weiss sofort, woher das Bild stammt.” Sie meinte damit: Das Bild eines omnipotenten Gottes muss von einem Mann stammen …
Der folgende Dialog zwischen Gott und Eva nimmt das auf die Schippe und darf mit einem Schmunzeln bedacht werden; leider weiss ich nicht mehr, woher der Text stammt, deshalb fehlt die Quellenangabe:
Eva: Hallo Gott? Ich habe da ein Problem!
Gott: Was ist denn los, Eva?
Eva: Ich weiss, dass du mich geschaffen hast und alles um mich herum, den wunderbaren Garten, die putzigen Tierchen, diese wahnsinnig lustige Schlange. Aber – ich bin einfach nicht zufrieden.
Gott: Aber warum denn nicht, Eva?
Eva: Weil ich um Himmels Willen – Entschuldigung! – keine Äpfel mehr sehen, essen oder riechen kann. Und weil ich einsam bin.
Gott: Na ja, Eva, ich hätte da schon eine Lösung. Ich könnte einen Mann erschaffen.
Eva: Einen Mann? Gott, was ist denn ein Mann?
Gott: Eine fehlerhafte Kreatur mit vielen Mängeln. Er wird lügen, betrügen und eitel sein, und er wird dir das Leben schwer machen. Aber er wäre grösser und schneller und stärker als du. Er würde Tiere jagen. Ich würde ihn so machen, dass er deine sexuelle Lust befriedigen könnte. Er wird aber sonst eher witzlos und kindisch sein. Er wird Spass daran finden, sich zu raufen und einen Ball mit dem Fuss herumzutreten. Er wird nicht so klug sein wie du und immer deine Hilfe und deinen Rat brauchen.
Eva: Das klingt ja nicht so schlecht. Aber, Gott, wo ist der Haken?
Gott: Also, du kannst ihn haben, aber nur unter einer Bedingung.
Eva: Und die wäre?
Gott: Wie gesagt, Eva, er wird auch eitel und selbstverliebt sein. Du musst ihn also in dem Glauben lassen, dass ich ihn zuerst erschaffen habe. Und das muss für immer und ewig unser Geheimnis bleiben. Du weisst schon – unter uns Frauen!
Pfr. Harald Ratheiser