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|Abt Wilhelm von Montfort (1281-1301)

Abt Wilhelm von Montfort
Wilhelm von Montfort, 1281-1301. Wilhelm von Montfort war ein Sohn von Graf Hugo II. von Montfort-Feldkirch und einer Schwester des Markgrafen Heinrich von Burgau, seine Brüder waren Bischof Friedrich von Chur (1282-1290), Heinrich, Dompropst von Chur (1288-1307), Rudolf I. von Montfort-Feldkirch, Ulrich I., Herr von Sigmaringen und Bregenz, und Hugo III., der Stifter der Tettnanger Linie. Als Mönch von St. Gallen ist er urkundlich am 1.7.1272 als Subdiakon belegt. Seine Wahl erfolgte am 4.12.1281 unter starkem Einfluß seines Bruders und späteren Churer Bischofs, Friedrich von Montfort. Schweren Konflikten mit König Rudolf von Habsburg konnte er nicht ausweichen, obwohl er 1282 zu ihm nach Augsburg reiste, wo er die Bestätigung seiner Wahl und die Regalien erhielt. Weil der König aber weiterhin den Klostervogt Ulrich von Ramschwag auf Kosten der Abtei mit Gütern belehnte, kam es zu offener Fehde zwischen Wilhelm und den Herzögen Rudolf und Albrecht von Österreich, die bis zum Vertrag vom 7.10.1287 dauerte. Durch seine finanziellen und monastischen Reformen hatte er sich im Konvent Gegner geschaffen, er selbst lebte aus Spargründen außerhalb des Klosters auf der Burg Rappenstein, in Dijon und in Verona, hatte zudem drastische Kürzungen der Pfrundeinkommen angeordnet und verlangte, daß alle Mönche die Priesterweihe empfangen sollten. Drei der Mönche führten daher bei König Rudolf gegen ihn Klage, der Ende 1287 oder anfangs 1288, als das Urteil des geistlichen Gerichtes Abt Wilhelm schuldig sprach, gegen ihn die Reichsacht verhängte und an seiner Stelle den Abt von Kempten, Konrad von Gundelfingen, auf den Abtsthron von St. Gallen setzte. In dem nun folgenden Krieg verlor Wilhelm einen festen Platz nach dem anderen, schließlich zog er sich auf die Burg Alt-Aspermont bei Trimmis zurück, die Dompropst Heinrich von Chur, einem Bruder Wilhelms, gehörte. Mit dem Tode Rudolfs von Habsburg 1291 änderte sich die Lage schlagartig, am 25.7.1291 konnte Wilhelm von Montfort in St.Gallen wieder einziehen, freudig empfangen von den Bürgern, denen er zum Dank am 31.7.1291 eine Handfeste ausstellte. In den folgenden Kämpfen stand er auf der antihabsburgischen Seite und verlor Wil an Herzog Albrecht. Er blieb seit 1295 zwar unbehelligt im Besitz des Klosters, doch ein Friede kam nicht zustande. Wilhelm wandte sich nun entschieden Adolf von Nassau zu, am 1.9.1297 kam es zu einem ersten gegenseitigen Vertrag, gegen 500 Mark Silber verspricht der Abt dem König, einen Zuzug von 20 Reitern zu stellen. Am 1 2.12.1297 und am 9.6.1298 wurde die Summe zu den gleichen Bedingungen zuerst auf 600, dann auf l000 Mark erhöht, und am 30.6.1298 erhielt er um 300 Mark Vogteirecht und Vogtrecht über Kloster und Stadt St. Gallen sowie über alle Güter und Leute des Klosters verpfändet. Doch die Niederlage Adolfs von Nassau machte alle Hoffnung Wilhelms auf eine vollständige Herrschaft über St.Gallen zunichte, König Albrecht anerkannte die Schenkungen nicht. Erst nach jahrelangen Verhandlungen kam es zwischen der Abtei und den Söhnen Albrechts am 16.10.1301 zu einem endgültigen Frieden. Abt Wilhelm erlebte ihn nicht mehr, er starb kurz vorher am 11.10.1301.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)