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IAEO übergibt Mitgliedstaaten Fukushima-Bericht
Am 14. Mai 2015 bediente die IAEO ihre Mitgliedstaaten mit einem 240-seitigen Bericht, der die Gründe und die Konsequenzen des Reaktorunfalls in Fukushima-Daiichi vom 11. März 2011 thematisiert. Der Bericht war 2012 angekündigt und 2013 in Angriff genommen worden.
Der IAEO-Gouverneursrat wird den Bericht an seinem nächsten Treffen im Juni 2015 diskutieren, bevor er anlässlich der im September 2015 stattfindenden Generalkonferenz veröffentlicht wird.
«Dieser Bericht berücksichtigt menschliche, organisatorische und technische Faktoren und versucht Verständnis dafür zu vermitteln, was geschehen ist und weshalb es passieren konnte. Daraus können nun weltweit Regierungen, Aufsichtsbehörden und Kernkraftwerksbetreiber die richtigen Schlüsse ziehen», schrieb IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano in einem Vorwort zum Bericht. Es gebe nirgends Spielraum, um mit der Sicherheit in der Kernenergie selbstgefällig umzugehen.
Gemäss Amano war einer der Hauptgründe, der die Katastrophe in Fukushima begünstigte, die in Japan weit verbreitete Haltung, japanische Kernkraftwerke seien so sicher, dass ein Unfall von einem solchen Ausmass schlicht undenkbar sei. «Diese Haltung war bei Betreiberfirmen verankert und wurde weder von Regulatoren noch von der Regierung hinterfragt. Als Folge davon war Japan im März 2011 nicht genügend auf einen schweren nuklearen Unfall vorbereitet.» Amano sagte weiter, der Bericht zeige auch gewisse Schwachpunkte in Japans regulatorischen Rahmenbedingungen auf. «Verantwortlichkeiten waren zwischen einer Reihe von Gremien verteilt, sodass es nicht immer klar war, wo die Befugnisse lagen. Es gab auch gewisse Schwächen in der Auslegung der Anlage, in der Notfallvorsorge und in den Reaktionsplänen im Fall eines schweren Unfalls.» So sei der Fall eines nuklearen Unfalls während einer schweren Naturkatastrophe nur unzureichend in Betracht gezogen worden.
Amano hob jedoch auch die Fortschritte hervor, die im Bereich der Kernenergiesicherheit seit dem Unfall erzielt wurden. Japan habe seine Aufsichtsbehörden reformiert und ihnen klare Verantwortlichkeiten und grössere Vollmachten zugeteilt. Notfallvorsorge und -szenarien seien gestärkt worden.