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Wer erinnert sich an die philatelistischen Boom-Jahre 1965/66 und 67. Alle sprachen von Briefmarken, Alle sammelten, doch nur einige wenige waren in einem Verein. Einen solchen gab es in Obwalden nicht. Um Gleichgesinnte regelmässig treffen zu können musste man nach Luzern oder Nidwalden gehen. Die Idee lag in der Luft, in Obwalden selbst einen Philatelistenverein zu gründen. Dabei half die PTT ungewollt mit, denn die Pro-Patria-Serie 1966 enthielt die 5er Marke zum Gedenken an den Sachsler Schriftsteller Heinrich Federer.
Dies gab den unmittelbaren Anlass, dass Posthalter Josef Fanger, Wilen, Otto Wolf, Sarnen und Franz Grab, Sachseln, kurz entschlossen den Philatelistenverein Obwalden am 12.3.1966 gründeten. Dazu ermunterte vorallem auch der damalige Präsident des Philatelistenvereins Nidwalden, Rino Longhi, mit seinen guten Ratschlägen.
Der kaum geborene Obwaldner Verein profitierte vom damals herrschenden Couvert-Boom. Es konnten gegen 35’000 Couverts verkauft werden, davon ein grosser Teil nicht frankiert. Insgesamt wurden ca. 25’000 Briefmarken geklebt. Aus dem Erlös konnten für den Vereinsbetrieb alle nötigen Materialien beschafft werden, der Rundsendedienst eingerichtet und der Kasse ein solides Startkapital eingebucht werden.
Im Spätherbst 1966 nahm eine 4er-Delegation des neuen Vereins an der Delegiertenversammlung im Hotel Intercontinental in Genf teil und bemühte sich um die Aufnahme in den Verband. Auf Anregung von Otto Wolf musste die Vorstellung des Vereins unbedingt auf französisch erfolgen! Wolf meinte, das mache einen guten Eindruck und „die“ sollen nur wissen, dass man in Obwalden auch französisch verstehe und reden könne. Franz Grab übernahm die Vorstellung und so wurde der Philatelistenverein Obwalden als letzter Kantonalverein am 1.1.1967 in den schweizerischen Verband aufgenommen.
Bereits 1968 erfolgte das Gesuch, den „Tag der Briefmarke“ in Sarnen durchführen zu können. Die lange Wartezeit bis 1975 enttäuschte den Vorstand, doch sie entwickelte sich im Nachhinein zum grossen Glücksfall. Infolge Portoerhöhung benötigte die PTT ganz kurzfristig eine zusätzliche 10er Pro Juventute Marke. Durch mehrmaliges persönliches Bemühen beim Direktor der Wertzeichenabteilung in Bern gelang es dem Philatelistenverein Obwalden als erstem Verein der Schweiz überhaupt, ein Briefmarke zum „Tag der Briefmarke“ zu erhalten. Als Vorlage diente die Postbrente aus dem Heimatmuseum Sarnen. Damit wurde die „Postbrente von Sarnen“ zum grossen Renner, konnten doch über 25’000 Sondercouvert abgesetzt werden. Die Ausstellung und die Börse mit Automobilpostbüro lockte über 10’000 Besucher an.
Die Durchführung der Delegiertenversammlung 1982 kann als weiteren Höhepunkt der Vereinsgeschichte bezeichnet werden. Schönstes Herbstwetter umrandete diese gut gelungene Tagung in dem kurz vorher eröffneten Hotel Krone in Sarnen. Noch heute kann man damaligen Delegierten begegnen, die spontan von der DV Sarnen, mit Unterhaltungsprogramm bis 2 Uhr nachts, schwärmen.
Zum 500. Todestag von Bruder Klaus vom 21.3.1987 beantragte die Regierung und der Philatelistenverein Obwalden bei der PTT eine Sondermarke. Das Gesuch wurde abgelehnt, was zu einem Protestschreiben des Vorstandes und der Mitglieder führte und schliesslich auch den Weg in die Medien, wie Radio und „Blick“ fand und dadurch grosse Sympathie für die Obwaldner-Philatelisten einbrachte.