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Der Historiker, Ernst Baumeler, stellte uns aus seiner Dissertation "Die Herren von Bonstetten"
eine der wohl ältesten, noch blühenden Familien mit Wurzeln im Kanton Zürich vor. Das Zürcher Freiherrengeschlecht (+ 1606),
mit seiner heutigen Berner Linie, geht auf die Burg in Bonstetten zurück und ist bereits im
12. Jahrhundert urkundlich bezeugt.
Zu Beginn erfuhren wir die Unterschiede des
Hochadels und Niederadels. Der Hochadel, mit den
Fürsten, Grafen, Freiherren und Hochfreien begegnen uns als Burgbesitzer, Klostergründer. Mit ihrer freien Geburt konnten sie
über ihre Personen und ihren Besitz frei entscheiden. Der Dienst-, Ministral- und Ritteradel als Niederadel entstand später.
Anschliessend brachte Herr Baumeler uns die geschichtlichen Hintergründe der Ostschweiz
vom Hochmittelalter bis zum 30jährigen Krieg näher. Spätestens ab 1268 besassen die Herren von Bonstetten
die Burg Uster als habsburgisches Lehen. Sie hatten neben der Reichsvogtei Zürich andere hohe Ämter im
Aargau, Thurgau und in der Grafschaft Kyburg inne. In der Reformation traten sie zum neuen Glauben über.
Nach dem Verkauf von Uster und der Ehelichung von Bernerinnen übersiedelte das Geschlecht 1534 nach
Bern und begründete die Berner Linie.
Darauf zeigte Herr Baumeler uns anhand einiger Porträts die vielfälltige
Geschichte der zürcherischen Linie von Bonstetten auf:
- Hermann von Bonstetten senior, 1255-1312, Vizelandgraf, Landrichter, Reichsvogt,
Stv. Landgraf des Königs Rudolf von Habsburg
Er und sein Sohn Hermann von Bonstetten junior füllten gleichzeitig die drei wichtigsten Ämter Habsburgs aus.
- Albrecht von Bonstetten, 1442-1513, Humanist und Mönch
- Jost von Bonstetten, 1542-1606, Mitglied im grossen und kleinen Rat der Stadt Zürich.
Mit ihm starb die Zürcher Linie aus.
Abschliessend erörterte der Referent uns die Familiengeschichte der Herren von Bonstetten im Wandel der
Zeit. Insbesondere im Zusammenhang mit den vielfälltigen Heiratsbeziehungen mit den Geschlechtern von Hinwil, Landenberg,
Manesse, Seon, Sax und Bubenberg. Herr Baumeler wies auch darauf hin, dass ein Stammbaum nicht exakt geklärt werden kann,
weil:
- die Quellen nur einzelnen Personen erwähnen und kaum Verwandschaftsbeziehungen nachweisen
- der Familiennamen noch nicht weitervererbt wurde, sondern sich nach dem aktuellen Besitz richtete.
Zum Schluss wurde noch eifrig über die verwandschaftlichen Beziehungen der Herren von Bonstetten
diskutiert.