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Möglichkeiten für den bienen-nachwuchs
Während die Imkerinnen und Imker den Honigbienen ihre Behausung zur Verfügung stellen (und sich daneben sehr häufig auch für Wildbienen engagieren), haben es die wilden Schwestern nicht ganz so einfach! Um die Bedürfnisse der Wildbienen in Bezug auf den Nestbau zu verstehen, benötigt man einiges an Wissen, welches wir nachfolgend skizzieren. Sehr viel detaillierter gehen wir an den Kursen Bienenschutz ein.
Lebensweise
Nur wenige Bienen sind staatenbildend: Neben der Honigbiene sind es Hummeln (41 Arten) und gewisse Furchenbienen (17 Arten), welche eusozial leben. Hier überwintern Jungköniginnen alleine und beginnen den Aufbau der kleinen Völker im Frühjahr jeweils neu. Nur die Honigbiene überwintert als Volk (und benötigt deshalb auch Wintervorräte).
Der Grossteil der über 600 Wildbienen lebt solitär, wobei die Weibchen ihren Nachwuchs in Brutröhren aufziehen. Diese Brutröhren werden dabei in verschiedenen Substraten angelegt:
In den verschiedenen Substraten legen die Weibchen in einer Röhre Kammern an, welche sie selbst voneinander abtrennen. In jeder Kammer wird ein Pollenkissen angelegt, von welchem sich der Nachwuchs ernährt, und ein Ei dazugelegt. Weit über die Hälfte der Arten legt ihre Brutnester im Boden an. Bei dieser Gruppe ist gleichzeitig der Anteil der gefährdeten Arten gemäss Roter Liste am höchsten.
Neben den Bienen, die selber Brutnester anlegen, gibt es die Gruppe der Kuckucksbienen, bei denen die Weibchen ihre Eier in einer Neströhre einer anderen Art ablegen. Dabei gehen sie sehr geschickt vor und warten, bis das artfremde Weibchen den Futtervorrat für den Nachwuchs vorbereitet hat. Die Eiablage geschieht dann blitzschnell, sobald die «Luft rein» ist, das heisst, wenn das andere Weibchen kurz ausgeflogen ist.
Bienenhotels
Durch die Tatsache, dass verhältnismässig wenige Wildbienen Hohlstängel als Nistsubtrat verwenden, wird schnell klar, dass Bienenhotels nicht unbedingt zielführend sind, um sinnvollen Bienenschutz zu betreiben.
Dazu kommt, dass diese «Hotels» gerne von Bienenparasiten bewohnt werden und damit der Bienenbrut schaden. Als weiteren Kritikpunkt muss angefügt werden, dass der Stängelquerschnitt bei vielen im Handel erhältlichen Bienenhotels nicht für gefährdete Arten geeignet ist und nur von weit verbreiteten Arten wie Mauerbienen bevölkert wird. Dennoch sind diese Nisthilfen sinnvoll, wenn es darum geht, für Wildbienen zu sensibilisieren oder Kindern die Wildbienen näher zu bringen.
Jahreszyklus
Im Gegensatz zu den wenigen sozialen Bienen kommen alle Solitärbienen nur während einer beschränkten Zeit des Jahres (sichtbar) vor. Diese kurze Zeit wird für die nächste Generation genutzt, indem sich die Weibchen mit den Männchen paaren, das Brutnest anlegen und danach wieder verschwinden.
Während die Sandbienen für ihr Brutgeschäft den Frühling nutzen, sind die Scherenbienen eher im Frühsommer oder die Sägehornbienen im Hochsommer unterwegs. So wechseln sich unterschiedliche Arten in ihrer Erscheinung im Laufe des Jahres ab.
Der Jahreszyklus bedeutet für die Nistgelegenheiten aber auch, dass Brutgelege verschlossen bleiben, bis die Zeit für die jeweilige Art wieder gekommen ist.
Tipps
Allgemein
- Schaffen Sie Kleinstrukturen mit Totholz, Steinen etc.
- Lassen Sie etwas Unordnung zu. Sehr bald werden Sie Freude an der «Wildnis» finden und neue Tiere und Pflanzen beobachten können.
- Bienen sind Tiere der Sonne. Berücksichtigen Sie also eine möglichst gute Besonnung bei der Wahl des Platzes.
Erdnister
- Es muss nicht gleich ein Sandarium sein. Viele Bienen, die ihre Brutröhren im Boden anlegen, nehmen dankbar Sandfugen, Abbruchkanten oder Trampelpfade an.
- Der Boden sollte durchlässig und besonnt sein.
Hohlraumbewohner
- Markstängel von Brombeeren oder Holunder oder Königskerze sind sehr wertvoll für einige Wildbienen.
- Abgestorbene Stängel nicht entsorgen (siehe Jahreszyklus)! Diese sollten an einem Ort, wo sie nicht stören, bis zum nächsten Herbst aufbewahrt werden.
- Beim Bau von Bienenhotels nutzen Sie Material (Stängel, Bohrlöcher u,ä,) mit sehr unterschiedlichen Innendurchmessern. Bereits ab 3 Milimeter bis etwa 1.5 cm sind sinnvoll.
Morschholzbewohner
- Als natürliche Nisthilfen gelten alte, stehen gelassene Laubbäume. Sie bieten Ritzen und Bohrlöcher von Insekten als Nistorte an.
- Solche Nistplätze können wir künstlich nachbilden, indem wir Totholzstücke an sonniger, trockener Lage anbieten (nicht am Boden liegend, dort wäre es zu feucht). Ideal sind grosse, lange Stücke – der Durchmesser sollte mindestens die Dicke eines Unterarms haben.
Hummeln
- Überall dort, wo man die Natur etwas sich selbst überlässt und nicht alles fein säuberlich geputzt ist, fühlen sich Hummeln wohl (Erdbewohner). Dort wo Kleinstrukturen Platz haben, etwas “Unordnung” sein darf, da kann sich auch ein Hummelvolk einfinden.
- Hummeln bevölkern gerne auch leere Mäusegänge.