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Typisch für lichte Wälder ist ein geringer Kronenschluss der Bäume. Dies führt dazu, dass viel Licht auf den Waldboden gelangt. Lichte Wälder sind ökologisch besonders wertvoll, da sie eine grosse Anzahl von Pflanzen, Insekten (insbesondere Tagfalter) und Vögel beherbergen. Die meisten dieser Arten sind typisch für Übergangslebensräume zwischen Wald und Offenland.
Natürlicherweise kommen lichte Wälder an Extremstandorten vor, z.B. an exponierten, trockenen Felshängen, an stark vernässten Stellen oder nach Waldbränden und Erdrutschen. Früher waren lichte Wälder aufgrund menschlicher Tätigkeit im Wald stark verbreitet. Damals wurde praktisch alles aus dem Wald genutzt: Holz, Laub, Rinden, Beeren, Früchte, Unterwuchs (durch Mahd oder Beweidung) und gar Humus. Diese grossen Austräge, verbunden mit einer kleinflächigen, vielseitigen Nutzung, liessen Wälder mit kleinem Holzvorrat und einer vielfältigen Struktur entstehen.
Ein grosser Teil der in lichten Wäldern vorkommenden Tier- und Pflanzen- arten ist heute selten oder gar ausgestorben. Die weniger intensive Waldnutzung gilt als Hauptursache dieser Veränderung. Heute sind oft nur noch kleine Restpopulationen an exponierten Standorten geblieben. Um das Überleben dieser gefährdeten Arten zu sichern, ist das Anlegen von dauernd lichten Waldflächen an dafür geeigneten Standorten von grosser Bedeutung. Periodische Nutzungseingriffe sollen einen Beschirmungs- grad zwischen lediglich 30 und 70% sicherstellen.
Trockene und magere Stellen mit nur sehr dünner Bodenschicht und stel- lenweise anstehendem Fels: Extremstandorte sind für lichte Waldformen besonders geeignet.
Anhand der Vorkommen von Pflanzen, die magere und lichte Waldbestände anzeigen, können für lichten Wald geeignete Flächen ausgewählt werden. Mögliche Indikatorarten sind z.B.: Akelei, Besenheide, Ginsterarten, Heidelbeere, Hufeisenklee, Leberblümchen, Liguster, Maiglöckchen, Orchideen, Pfeifengras, Schlehdorn, Wachtelweizen und Wildrosen.
Bei den Pflanzen profitieren seltene Arten wie die Astlose Graslilie (rechts) oder das Weisse Waldvögelein (Tagfalter). Viele, z.T. auch seltene Pflanzen, blühen markant häufiger als in dunklen Wäldern.
Bereits kurze Zeit nach der Auflichtung steigt der Deckungsgrad der Krautschicht deutlich an. Es profitieren aber auch häufige Arten wie das Bingelkraut oder die Fiederzwenke, welche die selteneren Pflanzenarten konkurrenzieren.
Das grössere Blütenangebot kommt blütenbesuchenden Insekten zugute. Tagfalter reagieren bereits im ersten Jahr nach der Auflichtung auf die verbesserte Lebensraumsituation. Sowohl die Artenvielfalt als auch die Individuenzahl nimmt zu.
Lichte Wälder gelten allgemein als hervorrangende Vogelgebiete. Vögel profitieren sowohl von der hohen Insektendichte als auch von der grossen Strukturvielfalt der lichten Wälder.
Auch Reptilien wie die Mauereidechse (unten) besiedeln die neu aufgelichteten Flächen. Sie können mit dem Einrichten von Astund Steinhaufen als Sonnund Versteckplätze zusätzlich gefördert werden.
Ebenfalls eine Form von lichtem Wald ist der Mittelwald. Im Mittelwald wird die Hauschicht alle 15 bis 25 Jahre auf den Stock gesetzt, nur sogenannte Kernwüchse (Oberschicht mit Edelholz wie z. B. Eichen) bleiben stehen. Nach der Schlagphase folgt die besonders artenreiche Saumphase, bis die Hauschicht den Wald langsam wieder verdunkelt.
Die SWO schafft und pflegt lichte Wälder und sichert so angepassten Pflanzen und Tieren ihren Lebensraum.