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(mittelhochd. buoch, althochd. puoh, angelsächs.
bôc), im allgemeinen mehrere zu einem Ganzen verbundene
Blätter oder
Bogen
[* 2]
Papier,
Pergament etc., mögen
diese beschrieben sein oder nicht; meistenteils versteht man jedoch heutzutage unter Buch einen
Band
[* 3] von bedruckten Blättern.
Der
NameBuch hängt jedenfalls mit
Buche zusammen (die im
Angelsächsischen mit Buch denselben
Namen hat) und ist wohl davon herzuleiten,
daß bei den
Germanen in alter Zeit neben
Metall und
Stein vorzugsweise Buchenholz als Schreibmaterial benutzt
wurde, auf das man die Schriftzeichen einritzte (daher noch im
Englischen to write, »schreiben«, eigentlich »ritzen«);
nach andern davon, daß man Tafeln von Buchenholz zum
Einband wählte.
Der lateinische
Name für Buch, liber, bedeutet Baumbast; der griechische, byblos oder biblos, die Papyrusstaude,
aus deren feinem
Baste das gewöhnlichste Schreibmaterial der Alten bereitet wurde. Indem man eine größere
Quantität solcher
Papyrusblätter zu einem langen
Streifen aneinander klebte, der zur bequemern
Aufbewahrung zusammengerollt wurde, entstand
die
Rolle (kylindros, volumen), die ursprünglichste und auch lange Zeit hindurch gewöhnlichste Form
des antiken
Buches.
Das Ende des
Streifens, der bekanntlich nur auf einer Seite beschrieben war, wurde an ein dünnes Holzstäbchen befestigt,
um welches man die
Rolle aufwickelte. Als äußere
Hülle derselben diente ein
Futteral aus
Pergament, mit einem hochrot gefärbten
Pergamentstreifen, welcher die Inhaltsangabe der
Rolle trug. Neben dem
Papyrus kam, namentlich in der spätern
Zeit, auch
Pergament,
Holz,
[* 4]
Metall etc. als Schreibmaterial vor, und zwar wurde das
Pergament vorzugsweise zusammengebrochen
und ähnlich den jetzigen
Büchern gebunden oder wenigstens übereinander gelegt, wodurch die sogen. Codices entstanden
(weiteres über das antike Buch s.
Handschrift).
Das Bücherwesen war bei den Griechen und
Römern sehr entwickelt. Die
Vervielfältigung eines
Buches wurde
durch Sklaven fabrikmäßig betrieben, bedeutende öffentliche und Privatbibliotheken bestanden in großer Anzahl, und selbst
der
Buchhandel (s. d.) stand schon in
Blüte.
[* 5] Dagegen wurden im
Mittelalter infolge der geringen Verbreitung litterarischer
Interessen, noch mehr des hohen
Preises des
Pergaments wegen, das infolge des Aufhörens der Papyruszufuhr
(seit der
EroberungÄgyptens durch die Araber) neben dem Leinenpapier das einzige Schreibmaterial war,
Bücher teuer und selten.
Es kam vor, daß
Städte und selbst reiche Klöster höchstens mit einem
Meßbuch versehen waren. Ja, noch 1471, nachdem schon
das Lumpenpapier erfunden war, mußte
¶
Das Buch im modernen Sinn (als aus zusammengefalteten Blättern bestehend) wurde, seinem Wert oder seiner Bedeutung entsprechend,
schon frühzeitig Gegenstand künstlerischer Behandlung. Dieselbe erstreckte sich einerseits auf das Äußere, d. h.
den Einband (s. Buchbinden), anderseits auf das Innere, d. h. auf Pergament und Papier, Schrift und Druck. Die
Abschriften der heiligen, d. h. für den christlichen Gottesdienst bestimmten, Bücher (Evangelienbücher, Chorbücher, Psalterien
etc.) wurden mit besonderer Sorgfalt, bisweilen mit farbiger oder Goldtinte auf weißem oder
gefärbtem Pergament ausgeführt.
(Kt. Schaffhausen,
Bez. Reiath).
420 m. Gem. und Pfarrdorf, am rechten Ufer der Biber, in der Enklave Stein und an der badischen Grenze;
2,5 km s. der badischen Station Gottmadingen und 3 km nw. der Station Ramsen der Linie Etzwilen-Singen.
Postablage, Telephon. 68 Häuser, 390 reform. Ew. Futter- und Kartoffelbau. Schweinezucht. Erziehungsanstalt für Waisen und
verwahrloste Kinder, 1826 von David Spleiss, 1813-41 Pfarrer von Buch, gegründet. Scheint mit dem 806 urkundlich genannten
Ort Ratolvesbuoh identisch zu sein.
eine Anzahl zu einem Ganzen verbundener Blätter oder Bogen Papier, gleichviel ob weiß, beschrieben oder bedruckt;
doch wird man meist unter Buch heute die Vereinigung gedruckter Blätter zu einem Ganzen verstehen. Das Wort, das sich in allen
german. Sprachen (altsöchs. bôk; althochdeutsch buok; engl. book; altnord.
bók) findet, bedeutet im Singular ursprünglich den einzelnen Buchstaben, im Plural einen Komplex von Buchstaben, Geschriebenes.
Abgeleitet ist das Wort wahrscheinlich von «Buche», da die Germanen die ältesten Schriftzeichen in Buchenrinde einzuritzen
pflegten, obgleich diese Ableitung neuerdings angefochten ist.
Ähnlich hatten die Römer
[* 25] das Wort liber, das soviel wie Bast
[* 26] bedeutet, und die Griechen nannten ein Buch biblos
(byblos, biblion, byblion), eigentlich der Name für Papyrusstaude (s. Papyrus) und derenBast. Es deutet also das Wort Buch immer
zurück auf das ursprüngliche Material, auf das in längstvergangenen Zeiten geschrieben und das zum sichtbaren Ausdruck und
zur Verbreitung der Gedanken benutzt wurde. Die Buch der Alten, meist auf jenes schöne Material geschrieben,
das man aus dem feinsten Baste der ägypt. Papyrusstaude bereitete, waren, nachdem man die einzelnen Streifen dieses Materials
aneinander geleimt, um einen Cylinder gerollt und hießen daher Volumina, Rollen.
[* 27] (S. Papyrusrollen.) Nimmt man das Wort
Buch im heutigen Sinne als eine Anzahl zusammengebundener Blätter, so ist das älteste Buch der Welt wohl
der nach seinem Auffinder benannte «Papyrus Prisse», der sich jetzt in der
Nationalbibliothek zu Paris befindet.
Der Fundort war ein Grab der elften Dynastie in den Ruinen von Theben. Bei den Griechen und Römern war die Buchproduktion,
ja sogar der Buchhandel schon sehr entwickelt. Die Buch wurden von Sklaven abgeschrieben, vervielfältigt und auf öffentlichen
Plätzen verkauft, und bereits vor 2000 Jahren wurden die Werke der großen griech.
Schriftsteller
Homer, Herodot, Pindar, Plato, Aristoteles u. s. w. in zahllosen Kopien abgeschrieben und fanden weithin Absatz. Bei denRömern
entwickelte sich das Abschreiben der Buch durch Schreiber (Scribae) zu einer umfangreichen Industrie, und
die Werke von Virgil, Horaz, Ovid, Martial u. s. w. waren überall bekannt.
Nächst dem Papyrus benutzte man das Pergament (Membrana), das namentlich seit dem 7. Jahrh. das ausschließliche Schreibmaterial
wurde, weil der Papyrus nach der Eroberung Ägyptens durch die Araber nicht mehr zu bekommen war. Es ward
vorzugsweise zusammengebrochen und ähnlich wie unsere Buch gebunden oder wenigstens übereinander gelegt; auf diese
Weise bildete es die sog. Codices. Da das Pergament kostspielig war, rieb man die schon gebrauchten Blätter mit Bimsstein ab,
um sie wieder benutzen zu können. (S. Palimpsest.) Das Baumwollpapier, erst seit dem 9. Jahrh.
gebräuchlich, wurde durch das Leinenpapier im 13. Jahrh. verdrängt.
Die Alten statteten ihre Buch mit mancherlei Zierat aus. Den Papyrus beschrieb man nur auf einer Seite; die dazu bereitete
Schwärze (Atramentum), die sich auf manchen in Herculanum gefundenen Rollen sehr gut gehalten hat, wurde
mit dem Rohre (Calamus, s. d.) aufgetragen. Die Rückseite wurde mit Safranfarbe oder Cedernöl
gefärbt. Durch den Cylinder, um den die Rolle gewunden und woran sie an dem einen Ende befestigt war, wurde ein Stäbchen
gesteckt, dessen beide Enden mit elfenbeinernen oder metallenen Knöpfen und Zieraten aller Art versehen waren.
Die Ränder der Rolle wurden, nachdem man sie mit Bimsstein geglättet hatte, schwarz gefärbt, das Ganze aber in eine Rolle
von purpurn- oder gelbgefärbtem Pergament, manchmal auch in einer Kapsel oder Lade von Cedernholz geborgen, woran der Titel
des Werkes, auf einen schmalen StreifenPergament mit hochroter Farbe geschrieben, zu lesen war. Aber auch
die pergamentenen Buch hatten ihre eigentümlichen Verzierungen, wie Miniaturbilder, purpurne Färbung des Pergaments, worauf
man dann Buchstaben in Gold
[* 28] oder Silber setzte u. s. w. Der nach unserer heutigen Art gefertigte Einband wurde selbst mit schönen
Elfenbein- und Metallarbeiten, ja mit geschnittenen und Edelsteinen ausgeschmückt; in späterer Zeit
ward hiermit ein Luxus getrieben, den Hieronymus im 4. Jahrh. bitter tadelt. Im Anfange des
Mittelalters vernichtete die hereinbrechende Verwilderung die Büchervorräte der alten Zeit; ja vom 7. bis 11. Jahrh.
war sogar der Mangel an Buch so groß, daß man oft in einer ganzen Stadt auch nicht ein einziges Buch fand,
und daß selbst reiche Klöster nichts als ein Meßbuch hatten.
Auch diese Meßbücher des spätern Mittelalters zeichnen sich aus durch kunstvolle Einbände mit metallenen Verzierungen oder
kunstreich ausgeschnittenen Lederdecken, die gegenwärtig von den Kunstmuseen sehr gesucht und geschätzt sind. Ausgezeichnete
Exemplare besitzt z. B. das Germanische Museum in Nürnberg.
[* 29] Die noch auf die Gegenwart gekommenen ältesten
Kataloge der Büchersammlungen einzelner Klöster sind Zeugnisse der äußersten Bücherarmut. Indes entwickelte sich bald
auch an diesen Stätten jene oft sogar durch ausdrückliche Gesetze der Ordensregel gebotene Rührigkeit im Abschreiben der
Buch, der man die Erhaltung so vieler Werke des Altertums verdankt. Am größten und gewaltigsten war freilich
die durch die
¶
forlaufend
Erfindung der Buchdruckerkunst (s. d.) im 15. Jahrh. hervorgebrachte
Umänderung im Bücherwesen. -
Vgl. Arnett, An inquiry into the nature and form of the books of the ancients (Lond. 1837);
Birt, Das antike Buchwesen in seinem Verhältnis zur Litteratur (Berl. 1882).
«Beiträge zur Bestimmung der Gebirgsformationen in Rußland» (ebd. 1840),
«Die Bäreninsel nach Buch M. Keilhau
geognostisch beschrieben» (ebd. 1847) und «Betrachtungen
über die Verbreitung und die Grenzen der Kreidebildungen» (Bonn 1849). Besondere Verdienste hat Buch sich um die Paläontologie
durch monographische Bearbeitung damals noch wenig gekannter Tierklassen erworben. Dahin gehören seine Abhandlungen«Über
Terebrateln» (Berl. 1834),