Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03521.jsonl.gz/1304

Jüdische Gemeinschaften
Jüdische Gemeinschaften sind seit mehr als 150 Jahren im Kanton Luzern organisiert, erste Hinweise in der Schweiz reichen gar bis ins 3. Jahrhundert zurück. Als erste nichtchristliche Gemeinschaft entstand 1866 der Israelitische Kultusverein in Luzern, nachdem sich jüdische Familien im Bruchquartier, damals Teil der Vorstadt, angesiedelt hatten. In diesem Jahr hatten Juden und Jüdinnen in der Schweiz die Gleichstellung mit christlichen Bürgern erhalten, acht Jahre später (1874) erhielten sie die volle Kultusfreiheit. 1912 baute die Gemeinschaft an der Bruchstrasse eine von aussen unscheinbare, im Inneren jedoch prächtige Synagoge und benannte sich in «Jüdische Gemeinde Luzern» um. 1954 kam eine Jeschiwa hinzu, eine religiöse Ausbildungsstätte für junge jüdische Männer zum Studium der Thora und des Talmuds. Zuerst angesiedelt auf dem nicht weit entfernten Bramberg, zog sie 1968 in einen grossen Neubau in Kriens-Obernau, musste jedoch wegen fehlender Studierender und Gelder 2015 den Betrieb einstellen. 2021 wurde die Ausbildung von jungen Männern mit einer kleinen Jeschiwa wieder aufgenommen. Seit 2003 wirkt zudem die chassidische Gemeinschaft Chabad Lubavitch in Luzern. Während diese durch eine Vielzahl Angebote insbesondere säkulare und liberale Juden und Jüdinnen anspricht, ist die orthodox ausgerichtete Jüdische Gemeinde kleiner geworden. Im Jahr 2000 lebten knapp 400 Juden und Jüdinnen im Kanton Luzern, 2021 waren es etwa 280 Personen jüdischen Glaubens (ab 15 Jahre).
Jüdische Gemeinden und Institutionen im Kanton Luzern
Pilatusstrasse 20, 6003 Luzern
Bruchstrasse 51, 6003 Luzern
Erloschene Gemeinschaft
«Religionsvielfalt im Kanton Luzern» (www.unilu.ch/rel-LU) ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: 1. 11. 2023