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Von Lüttich nach Paris
Lunchkonzert 5
Lunchkonzert 5
Eugène Ysaÿe (1858 – 1931)
Poème élégiaque d-Moll op. 12
Francis Poulenc (1899 – 1963)
Sonate für Violine und Klavier
César Franck (1822 – 1890)
Sonate für Violine und Klavier A-Dur
Drei Schlüsselwerke «französischer» Geigenkunst – wobei die Anführungszeichen darauf hinweisen wollen, dass nur Francis Poulenc ein geborener Franzose war. Eugène Ysaÿe hingegen stammte aus Lüttich uns war Belgier. Auch César Franck wurde in Lüttich geboren, seine Eltern waren belgisch und deutsch, aber die Familie zog, nachdem der kleine César hier seinen ersten Musikunterricht absolvierte hatte, nach Paris. Dort reifte Franck zum bedeutendsten Klassizisten innerhalb der französischen Romantik und hatte nicht nur mit seinen Werken grossen Erfolg, sondern auch als langjähriger Organist an der Kirche Ste-Clotilde. Eugène Ysaÿe hingegen sollte kein sesshafter Musiker werden, sondern war ein reisender Geigenvirtuose, stets unterwegs auf ausgedehnten Tourneen. Franck, der ihn bewunderte, widmete ihm seine berühmte A Dur-Violinsonate als Hochzeitsgeschenk. Francis Poulenc, ein echter Parisien, war ein Komponist mit vielen Gesichtern. Frivoler Nonsens und religiöse Spiritualität, Nightclub und Kloster waren für ihn keine sich ausschliessenden Gegensätze. «Ich bin ein Komponist ohne ein Etikett», sagte er stolz, und das hört man seiner Musik auch an. Sicher war er einer der namhaftesten und genialsten Vertreter der damaligen französischen Moderne.
Die Lunchkonzerte werden freundlicherweise von der Arthur Waser Stiftung unterstützt.