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Seit 110 Jahren wird in Glarus Fussball gespielt. In diesen 110 Jahren konnte der FC Glarus zwölf Aufstiege feiern, musste jedoch auch 10 Abstiege verkraften. In diesem Bericht möchten wir auf diese 22 Spielzeiten zurückblicken.
Seit der Saison 1929/1930 spielt der FC Glarus im regulären Spielbetrieb des Schweizerischen-Fussball-Verbandes. Bis zum Ende der Saison 1948/1949 spielte der FC Glarus im Zürcher Fussball Verband, bevor er in den Ostschweizer Fussball Verband (OFV) umgeteilt wurde.
Nachdem 1929 alle Spieler aus Näfels ausgetreten waren, bestand der Sportklub Glarus (wie unser Verein nach der Fusion mit dem FC Näfels ab 1927 hiess), wieder aus Mitgliedern des früheren FC Glarus. Der Grund für die Fusion im Jahr 1927 mit dem FC Näfels waren ein starker Mitgliederschwund, aufkommende Disziplinlosigkeit einzelner Mitglieder, sportliche Misserfolge und eine zusehends angespannte finanzielle Lage. Aufgrund der Austritte der Näfelser nannte sich unser Verein fortan wieder FC Glarus und behielt den Namen bis zum heutigen Tage.
Die Versammlung beschloss, dass man sich auf die Saison 1929/1930 für die Serie D anmelden würde. Die Serie D war die tiefste Liga im Schweizer Fussball-System. 1929 sah das Schweizer Fussball System wie folgt aus:
Höchste Liga: Serie A (aufgeteilt in eine Ost-, Zentral- und West-Gruppe)
Zweithöchste Liga: Serie Promotion
Dritthöchste Liga: Serie B
Vierthöchste Liga: Serie C
Fünfthöchste Liga: Serie D
Die erste Saison im Liga-System des Schweizer Fussball Verbandes (SFV) war eine äusserst erfolgreiche. Der FC Glarus schloss diese auf dem ersten Rang ab und durfte die Aufstiegsspiele in die Serie C bestreiten. Das erste Aufstiegs-Spiel gewannen die Glarner gegen den FC Perlen (Luzern) zu Hause mit 7:2. Leider verloren sie das zweite Ausscheidungsspiel (wie dieses Spiel offiziell hiess) gegen die vierte Mannschaft des FC Zürich mit 1:4. Der Chronist und Captain Paul Vogel-Weber hielt fest, dass Zürich eigentlich in die B-Klasse gehörte.
Somit spielte der FC Glarus auch in seiner zweiten Meisterschaft im Liga-System des SFV in der Serie D (5. Liga).
Auch die Saison 1930/1931 war ein voller Erfolg und die Glarner wurden erneut Gruppensieger vor dem FC Lachen II.
Die Resultate dieser erfolgreichen Saison:
07.09.1930 – FC Sea-Boys IIa (Stäfa) vs. FC Glarus 2:11
14.09.1930 – FC Glarus vs. FC Uznach 10:1
27.09.1930 – FC Glarus vs. FC Sea-Boys IIb (Stäfa) 6:1
04./05.10.1930 – FC Glarus vs. FC Rapperswil II 3:4
12.10.1930 – FC Glarus : FC Lachen II 4:0
1931 – FC Rapperswil II vs. FC Glarus 0:3 (Forfait-Sieg)
1931 – FC Lachen II vs. FC Glarus 5:2
1931 – FC Sea-Boys IIa (Stäfa) vs. FC Glarus 0:5
1931 – FC Sea-Boys IIb (Stäfa) vs. FC Glarus 1:3
1931 – FC Uznach vs. FC Glarus 3:1
Von den zehn Spielen konnten acht gewonnen werden, bei einem Torverhältnis von 57:15.
Somit durften die Glarner wieder an den Ausscheidungsspielen teilnehmen. Wie im Vorjahr traf der FC Glarus wieder auf die vierte Mannschaft des FC Zürich. Das Spiel fand im Übrigen am Landsgemeinde-Sonntag (03. Mai 1931) im Buchholz statt.
Auch dieses Mal verloren die Glarner dieses Ausscheidungsspiel (2:4 Niederlage). Dennoch durften sie in der Saison 1931/1932 in der Serie C (4. Liga) antreten. Leider ist aus den Aufzeichnungen bisher nicht herauszulesen, weshalb der FC Glarus trotz der Niederlage im Ausscheidungsspiel dennoch aufsteigen durfte.
Im Jahresbericht steht: „Den Grossteil der Plustore erzielte unser Mittelstürmer Werner Frieden“.
Die Mannschaft stand für gewöhnlich mit:
Torhüter: Kurt Kubli (II), (Oberholzer II)
Verteidiger: Fritz Gallati, Oberholzer I
Mittelfeld: Bianchi, Hans Blazek, W. Kubli (I)
Stürmer: Willy, Paul Vogel-Weber (Captain), Werner Frieden, Wali Brunner (III), Schlotter
Es spielten ferner: Hüsser, Kalt, Uehli, Trümpy, Meier
Die darauffolgende Saison ist schnell erzählt:
Der Höhepunkt der Saison 1931/32 bildete ein Freundschaftsspiel am 5. Juni 1932 auf dem Zürcher Letzigrund gegen die dritte Mannschaft des FC Zürich als Vorspiel der Finalbegegnung um die Schweizer Meisterschaft zwischen dem Platzclub und Urania Genf vor über 4’000 Zuschauern. Ansonsten war diese Saison, in welcher man in der Serie C (4. Liga) antrat, ein Desaster. Aufgrund eines unerlaubten Übertritts von Top-Torschütze Werner Frieden gingen die beiden Hinrunden-Partien gegen den FC Uster (6:3 Sieg) und den FC Näfels (4:0 Sieg) Forfait mit 0:3 verloren. Auch im Spiel gegen den FC Rapperswil wurden unqualifizierte Spieler eingesetzt (Fritz Grob und Mathis Brunner). Auch dieses Spiel ging mit 0:3 Forfait verloren. Die Spieler Fritz Grob und Mathis Brunner, und der verantwortliche Captain Paul Vogel-Weber wurden mit je einem halben Jahr „Boykott“ bestraft. Zu den letzten beiden Saisonspielen gegen den FC Dübendorf und die Sea-Boys aus Stäfa trat man gar nicht mehr an und gab diese Spiele Forfait 0:3 verloren. Somit war das Abenteuer Serie C (4. Liga) nach nur einem Jahr schon wieder beendet.
In der Saison 1933/1934 stiegen die Glarner erneut in die 4. Liga auf und konnten sich dann dort problemlos halten. Fünf Mal hintereinander belegten die Glarner in der 4. Liga den zweiten Schlussrang (Saison 1934/1935 bis Saison 1938/1939) und verpassten die Aufstiegsspiele in die 3. Liga jeweils äusserst knapp. Erst in der Saison 1941/1942 gelang dann dem FC Glarus der erstmalige Sprung in die 3. Liga. Was in unzähligen Anläufen auf dem Spielfeld misslungen war, erreichte der FC Glarus im Jahr 1942 am «grünen Tisch»: den langersehnten Aufstieg in die 3. Liga. Da der FC Niederurnen als Gruppensieger und Aufsteiger vom Umstand, wenige Spieler im Militärdienst zu haben, profitiert hatte, gelangte die Vereinsführung mit einem Gesuch um eine ausserordentliche Promotion vor die Regional-Delegierten-Versammlung. Mit grosser Mehrheit entsprachen die Delegierten diesem Ansinnen, und so kam der angestrebte Aufstieg auf diese ungewöhnliche Weise zustande.
Der FC Glarus konnte auch in der 3. Liga oben mitspielen und wurde in der Saison 1945/1946 erstmalig Gruppensieger in der 3. Liga, wie auch in den nachfolgenden drei Jahren. Während in den Spielzeiten 1945/1946 und 1946/1947 die Aufstiegsspiele verloren gingen, schafften sie im dritten Anlauf den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga. Am 30. Mai 1948 siegte der FC Glarus gegen die Spielvereinigung Schaffhausen mit 2:1. Nach diesem hartumkämpften Auswärtssieg folgte eine Woche später das Heimspiel gegen Juventus Zürich, das die Glarner mit 5:0 für sich entschieden.
Der FC Glarus konnte sich bis zur Saison 1954/1955 in der 2. Liga halten. In der Chronik steht folgendes: So kam es keiner Überraschung gleich, dass am Ende der Saison 1954/55 der sich seit zwei Jahren abzeichnende Niedergang der ersten Mannschaft in den Abstieg aus der 2. Liga mündete. Mit lediglich fünf Punkten aus zehn Spielen (2-Punkte-Regel) überwinterte die Mannschaft im Abstiegsbereich. Die Schlussphase der Meisterschaft gestaltete sich ausserordentlich dramatisch. Der Spielplan wollte es, dass am letzten Spieltag die beiden Tabellenletzten FC Glarus und FC Brühl St. Gallen II im «Buchholz» gegeneinander anzutreten hatten. Bereits ein Unentschieden hätte dem Platzclub zum Ligaerhalt genügt. Die St. Galler hingegen mussten unbedingt gewinnen, um bestenfalls ein Entscheidungsspiel erzwingen zu können. Mit 1:2 unterlagen die Glarner unglücklich, und so kam es eine Woche später in Uznach zum notwendig gewordenen Entscheidungsspiel, das mit 5:3 für die St. Galler endete (anm.d.Red. damals gab es die Regelung, dass bei Punktgleichheit die Tordifferenz oder wie z.B. heute die Strafpunkte über die Rangierung entscheiden noch nicht. Damals wurde noch bei Punktgleichheit ein Entscheidungsspiel nötig, wie z.B. auch um die Schweizer Meisterschaften, wenn die beiden Erstplatzierten jeweils punktgleich waren).
In der Folge konnte der FC Glarus wieder an der Spitze der 3. Liga mitspielen. Der erneute Aufstieg in die 2. Liga gelang jedoch erst in der Saison 1961/1962. Mit sieben Punkten Vorsprung auf den FC Netstal holten sich die Glarner überlegen den Gruppensieg und damit die Qualifikation für die Aufstiegsspiele. Im ersten Aufstiegsspiel beim FC Gossau kamen die Glarner nicht auf Touren und unterlagen deutlich mit 3:1. In der nachfolgenden Partie gegen den FC Vaduz II (4:1), beim FC Goldach (2:3-Sieg für den FC Glarus) und gegen den FC St. Gallen II (2:1) blieb das Team siegreich, wurde damit Regionalmeister und stieg zusammen mit dem FC Goldach in die 2. Liga auf. Hauptverantwortliche für diesen Erfolg waren Spieler wie Fritz Künzli, Paul Fischli und Ernst Schmid.
Nachdem die drei Top-Talente in den bezahlten Fussball abwanderten (Fritz Künzli zum FC Zürich, Paul Fischli zu Young Fellows Zürich und Ernst Schmid zum FC Wettingen). Vor allem Fritz Künzli beim FCZ (2 × Schweizer-Meister, 4 × Schweizer-Cup-Sieger, Rekordtorschütze der höchsten Schweizer Fussball-Liga, 44 Länderspiele und 15 Länderspiel-Tore) und sein langjähriger Weggefährte Paul Fischli (wechselte nach dem Engagement bei den Young Fellows zum FC Basel, wo er fünf Mal Schweizer-Meister und ein Mal Schweizer-Cup-Sieger wurde) gehörten zu den besten Fussballern der Schweiz dieser Zeit. Paul Fischli und Fritz Künzli wuchsen in Ennetbühls beinahe Haustüre an Haustüre auf und spielten fast täglich in den engen Gassen oder auf dem Buchholz-Rasen Fussball.
In der Saison 1967/1968 musste der FC Glarus dann den Gang in die 3. Liga antreten. Der FC Glarus war in den Folgejahren ein guter 3. Liga Club und scheiterte zwei Mal in den Aufstiegsspielen zur 2. Liga (Saison 1970/1971 und Saison 1973/1974). Ein Jahr später belegte die erste Mannschaft hinter dem überraschenden FC Schmerikon den Ehrenplatz und stieg guten Mutes in die Saison 1975/76 ein. Der Saisonbeginn entsprach denn auch den Erwartungen. Aus den ersten vier Spielen erzielte man das Punkte-Maximum; den daraufhin folgenden Punktverlusten wurde nicht allzu viel Bedeutung zugemessen. Doch immer tiefer schlitterte die Mannschaft in der Rangliste dem Tabellenende zu. Alle Rettungsmassnahmen fruchteten nichts. Nach Abschluss des regulären Meisterschaftspensums stand die Mannschaft punktegleich mit dem FC Walenstadt auf dem zweitletzten Platz. Ein Entscheidungsspiel in Näfels musste über das Schicksal beider Vereine entscheiden. Zu gleicher Stunde, in der das Schicksalsspiel in Näfels ausgetragen wurde, trat die zweite Mannschaft des FC Glarus im Aufstiegsspiel zur 3. Liga beim FC Weesen an. Kaum jemand zweifelte ernsthaft am Klassenerhalt des Fanionteams, und tatsächlich nahm das Spiel einen den Vorstellungen der Glarner entsprechenden Verlauf. Eine hohe 5:1-Führung liess die Mannschaft in Sicherheit wähnen, und die zweite Mannschaft, die vom Zwischenstand der Partie in Näfels orientiert war, «durfte» sich eine Niederlage in Weesen leisten, da die Zugehörigkeit zur 3. Liga für den Verein gesichert schien. Was dann in der Schlussphase des Spiels in Näfels geschah, wird wohl keiner der Beteiligten und auch der Zuschauer je vergessen. Tor um Tor holten die aufopfernd kämpfenden Spieler aus Walenstadt auf. Die Glarner, unfähig, sich der drohenden Verlängerung entgegenzustemmen, mussten tatsächlich den Ausgleich in der regulären Spielzeit hinnehmen. Die dann resultierende Niederlage nach dem Elfmeterschiessen stürzte den Verein in die Tiefen der 4. Liga. Aus der heutigen Sicht betrachtet, hatte dieser jähe Abstieg auch seine positiven Seiten. Er veranlasste den Verein, in sich zu gehen, über begangene Fehler, mangelhafte Strukturen etc. nachzudenken und entsprechende Schlüsse zu ziehen.
Der FC Glarus konnte sich jedoch umgehend rehabilitieren und stieg nur eine Saison später wieder in die 3. Liga auf. Der FC Glarus konnte sich in der Folge umgehend wieder an der Spitze der 3. Liga etablieren.
In der Saison 1981/1982 erfolgte dann der erneute Aufstieg in die 2. Liga. Mit einer «Flucht nach vorne» wollte die Vereinsleitung das Glück endlich erzwingen. Mit dem Engagement des ehemaligen Bundesligaspielers Helmut Huttary als Spielertrainer ging der Verein bewusst neue – auch finanzielle – Wege. Diese Investition zahlte sich bereits nach kurzer Zeit in zweifacher Hinsicht aus: Erreichen der 3. Hauptrunde des Schweizer Cups gegen den FC Zürich und Ende Saison Aufstieg in die 2. Liga. Nach einem hohen 5:1 im ersten Aufstiegsspiel gegen den FC Landquart genügte ein 2:2 beim FC Schaan, um nach 14 langen Jahren Unterklassigkeit einen «Platz an der Sonne» zurückzuerobern. Den Grundstein zum Aufschwung des FC Glarus legte Coach Pierre Grossrieder. Er war es, der die Glarner aus dem Schlaf rüttelte. Der erste Schritt war die Verpflichtung des Deutschen Helmut Huttary. Er begann damals mit dem 3.-Liga-Provinzklub Glarus professionell zu arbeiten. Als Spieler-Trainer verstand er es, auch auf dem Feld die notwendigen Impulse zu geben.
In der Saison 1984/1985 erfolgte dann die Verpflichtung des ehemaligen Bundesliga-Profis Wolfgang Frank als Spielertrainer. Mit professionellen – und auf die Amateurverhältnisse des Vereins zugeschnittenen – Methoden begann eine neue, erfolgreiche Ära des FC Glarus.
In der Saison 1986/1987 gelang dem FC Glarus der erstmalige Sprung in die 1. Liga. Die Aufstiegspoule mit den Teams FC Seefeld Zürich, FC Tresa und FC Glarus, von denen zwei Teams aufstiegsberechtigt waren, begann mit der Partie FC Seefeld – FC Glarus (0:2-Sieg). Mit dem erklärten Ziel, dem Aufstieg beim papiermässig als schwächstem Team der Poule eingestuften FC Seefeld mit einem Sieg oder allenfalls einem Unentschieden ein grosses Stück näher zu kommen, gingen die Glarner in diese Partie, die sie mit 2:0 für sich entschieden. Mit diesem Auswärtssieg schuf sich die Glarner Elf eine hervorragende Ausgangslage für die eine Woche später im heimischen «Buchholz» stattfindende Partie gegen den FC Tresa, die 0:0 endete. Damit gelang es dem FC Glarus als erstem glarnerischen Verein, den Sprung in die höchste Amateurklasse (1. Liga) zu schaffen. Zugleich machte sich der Verein damit wohl das schönste Jubiläumsgeschenk zum 75-jährigen Bestehen gleich selbst.
In der Saison 1987/88 führte Trainer Wolfgang Frank den FC Glarus zum Aufstieg in die Nationalliga B. Innerhalb von zwei Saisons hatte der Verein den Sprung von der 2. Liga in die Nationalliga B geschafft. Der FC Glarus belegte in der 1. Liga Gruppe 4 den 1. Platz (13 Siege, 11 Unentschieden, 2 Niederlagen, Torverhältnis: 32:12). In den Aufstiegsspielen in die NLB musste der FC Glarus zuerst gegen den FC Châtel-St-Denis antreten (3:0-Sieg, 1:1-Unentschieden). In der zweiten Aufstiegsrunde musste der FC Glarus gegen Urania-Genève-Sport antreten (0:0-Unentschieden, 1:2-Niederlage). Daraufhin stand Urania-Genève-Sport als Aufsteiger in die NLB fest. Der FC Glarus erhielt nochmals eine Chance in der dritten Aufstiegsrunde gegen den FC Rorschach (3:1-Sieg, 5:1-Sieg). Somit stieg der FC Glarus gemeinsam mit dem FC Emmenbrücke und Urania-Genève-Sport in die NLB auf. In der NLB gehörten die Begegnungen gegen die Grossen des Schweizer Fussballs, FC Basel und FC Zürich, zu den Höhepunkten. Ewig in Erinnerung bleiben wird der 2:1-Auswärtssieg im «Joggeli» am 13. August 1988 gegen den FC Basel.
Vier Spielzeiten lang konnte sich der FC Glarus in der NLB halten, bevor man in der Saison 1991/1992 den Gang in die 1. Liga antreten musste. Das Ende der 1. Liga Zugehörigkeit endete mit der Saison 1996/1997.
In der Folge spielte man in der 2. Liga. Leider konnte sich der FC Glarus in der Saison 1999/2000 nicht für die neu geschaffene 2. Liga Interregional qualifizieren und spielte fortan nur noch in der fünfthöchsten Liga.
Nur drei Jahre später gelang es dem Verein aus dem Zigerschlitz dann doch noch in die 2. Liga Interregional aufzusteigen. Eine hervorragende Saison konnte der FC Glarus mit dem erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga Interregional feiern. Somit war man nach der Saison 2002/03 wieder in der vierthöchsten Liga im Schweizer Fussball angelangt. Der letzte Spieltag verkam zu einem regelrechten Krimi. Der FC Glarus musste gegen den FC Schmerikon gewinnen und der FC Altstätten durfte gleichzeitig beim stark Abstiegsbedrohten FC Bonaduz nicht gewinnen. Der FC Glarus erledigte seine Aufgabe und gewann das Spiel gegen den FC Schmerikon mit 3:2, aber in Bonaduz ging Altstätten kurz vor Schluss in Führung und der Traum des Aufstiegs war plötzlich in weite Ferne gerückt. Als die Nachricht kam, dass Bonaduz in der 95 Minute den 2:2 Ausgleich erzielt hat, gab es kein Halten mehr. Auswechselspieler und Betreuer liessen Ihrer Freude freien Lauf und die Spieler hörten auf zu spielen, bevor der Schiedsrichter das Spiel abgepfiffen hat.
Das Abenteuer 2. Liga Interregional endete jedoch nach nur einer Saison und man stieg wieder in die 2. Liga Regional ab.
Drei Jahre später schafften die Glarner den erneuten Aufstieg in die 2. Liga Interregional. In der Saison 2006/07 stieg der FC Glarus als klarer Tabellenführer zum zweiten Mal in die 2. Liga Interregional auf (in die damals vierthöchste Liga des Schweizer Fussballs). Nach 22 Spielen hatte der FC Glarus 9 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten FC Widnau.
Leider dauerte auch dieses Abenteuer in der 2. Liga Interregional nur eine Saison.
Drei Jahre später (Saison 2010/2011) musste der FC Glarus den Abstieg in die 3. Liga hinnehmen. Im Jubiläumsjahr 2012 musste der FC Glarus den Abstieg in die 4. Liga antreten. Trotz sieben Siegen und vier Unentschieden reichte es in der besagten Saison nur zum letzten (12.) Tabellenplatz. Zwischen dem Dritt- und dem Zwölftplatzierten lagen gerade mal sieben Punkte. Umso dramatischer war die Tatsache, dass dies ausgerechnet in der Jubiläums-Saison (100 Jahre FC Glarus) passierte.
In der Folge taten sich die Glarner äusserst schwer in der 4. Liga. Guten Hinrunden folgten ärgerliche Rückrunden oder schlechte Hinrunden erwiesen sich als zu Grosses Laster trotz guter Rückrunden für den Aufstieg. Erst sieben Jahre später (Saison 2018/2019) konnte sich der FC Glarus wieder über einen Aufstieg freuen. Die Vereinsleitung gab klar die Vorgabe, dass in dieser Saison der langersehnte Aufstieg in die 3. Liga passieren muss/soll. Der FC Glarus belegte die ganze Saison, mit Ausnahme nach dem letzten Spieltag, jedoch nie den 1. Gruppenrang, welcher zum Aufstieg berechtigte. Schuld daran waren nicht etwa schlechte Leistungen der Spieler aus dem Zigerschlitz, sondern dass mit dem FC Uznach 2 ein zweites sehr starkes Team in dieser Gruppe mit dabei war. In der Winterpause belegte man den 2. Tabellenplatz mit zwei Punkten Rückstand auf den FC Uznach 2. In der Hinrunde gab es eine unglückliche Niederlage gegen den FC Bashkimi 99 und zwei Unentschieden (gegen den FC Triesen 2 und gegen den FC Wagen). Was dann in der Rückrunde geschah, das zeigt auf, dass man sich im Winter optimal auf die Rückrunde vorbereitet hat und auch die Moral im Team stimmte. Neun Spiele, neun Siege, so lautete das Verdikt der Rückrunde für den FC Glarus (insgesamt feierte der FC Glarus elf Siege in Folge in dieser Saison). Da auch der FC Uznach 2 eine sehr gute Rückrunde spielte (bis zum letzten Spieltag gewannen sie sieben Spiele und spielten nur einmal Unentschieden), blieb das Rennen um den Aufstieg bis zum letzten Spieltag offen und spannend. Der Spielplan wollte es so, dass am letzten Spieltag die beiden punktgleichen FC Uznach 2 und er FC Glarus noch gegeneinander spielen mussten. So kam es am 8. Juni 2019 zu einer Finalissima. Da der FC Uznach 2 weniger Strafpunkte aufwies, hätte dem Team aus dem Gaster-Land ein Unentschieden zum Aufstieg genügt. Der FC Glarus musste gewinnen, um sich den ersten Tabellenplatz zu sichern. Es war ein wunderschöner Sommertag und das Buchholz war seit langem wieder mal sehr gut besucht. Vor dem Spiel war spürbar, wie wichtig diese Partie für den FC Glarus ist. Alle waren voller Hoffnung und Zuversicht aber auch ein wenig angespannt. Kurz vor der Halbzeit-Pause (42. Minute) konnte der FC Glarus in Führung gehen. Mitte der zweiten Halbzeit (65. Minute) konnten die Glarner einen Konter mustergültig zu Ende spielen und führten 2:0. Dies führte dazu, dass nun der FC Uznach 2 das Zepter in die Hand nahm und die Glarner stark in die eigene Hälfte zurückdrängte. Für die Zuschauer war klar, dass es bei einem Gegentreffer nochmals extrem knapp würde, da die Uznacher nun klar Feldüberlegen waren. In der 90. Minute holte der Verteidiger Juan Manuel Traba Baumgartner den Stürmer des FC Uznach 2 im Strafraum von den Beinen. Da die Sachlage so klar war (der Gegner hatte nach dem Tackling des Glarner-Verteidigers keine Chance auf den Beinen zu bleiben), gab es auch keinerlei Proteste der Glarner. Dank dem überragenden Torwart Patrik Horner, welcher zuvor schon drei Mal sensationell parierte, blieben die Glarner mit 2:0 in Führung, da er nun auch die richtige Ecke auswählte und den gut geschossenen Penalty abwehren konnte. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter die sehr faire Partie ab. Es war ein hochklassiges 4. Liga Spiel und alle Beteiligten verdienten sich Höchstnoten (FC Glarus, FC Uznach 2 und auch der Schiedsrichter). Obwohl es für beide Teams das alles entscheiden Spiel war, blieb die Partie über die gesamte Spielzeit sehr fair, was sicherlich auch mit der sensationellen Leistung des Schiedsrichters zu tun hatte, der das Spiel von der ersten Minute an im Griff hatte. Endlich war der Aufstieg geschafft und die Niederungen der 4. Liga konnten verlassen werden.