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«Ich habe zwei Fragen und einen Vorschlag», sagte Christoph Allenspach, Burger und SP-Generalrat der Stadt Freiburg, am Donnerstagabend an der Versammlung der Burgergemeinde unter dem letzten Punkt «Diverses». Aus den Medien habe er Ende November erfahren, dass der Kanton eine Änderung des Autobahnanschlusses Freiburg-Süd sowie einen Bau der Verbindungsstrasse von der Autobahn zu Bertigny-West und Spital plane (die FN berichteten). Dafür müsse er rund vier Hektaren Land von der Burgergemeinde kaufen, erinnerte Allenspach. Vor den Medien habe der kantonale Baudirektor Maurice Ropraz damals gesagt, der Kanton sei mit den Burgern im Gespräch, der Kaufpreis bewege sich um die 7,5 Millionen Franken.
Das Land der Burger auf dem Sektor Bertigny-West in Villars-sur-Glâne sei zweifelsohne wichtig für den Kanton. «Aber welche Ziele haben die Burger und die Stadt Freiburg? Erwägen sie, selbst die Planung in die Hand zu nehmen?», fragte Allenspach. Ziele der Stadt und der Agglomeration seien, den öffentlichen Verkehr und die sanfte Mobilität zu fördern. «Ist eine neue Strasse kompatibel mit diesen Zielen?» Schliesslich schlug Allenspach vor, zu prüfen, ob ein Geländetausch möglich wäre. «Dabei denke ich besonders an die Poya-Kaserne, deren Terrain auch etwa vier Hektaren umfasst.»
FDP-Generalrat Jean-Pierre Wolhauser wollte wissen, in welcher Zone das Gelände liege. Zudem wies er darauf hin, dass diese rund 300 Quadratmeter eines der letzten grossen unbebauten Areale der Burger in Stadtnähe sei. «Eine Strasse, die mittendurch führt, wäre auch ein Verlust für die Burger.» André Schoenenweid, CVP-Kantonalpräsident und Verwaltungsratsmitglied des Freiburger Spitals HFR, betonte, dass die Strasse für den nötigen Ausbau des Spitals enorm wichtig sei.
All diese Fragen seien legitim, sagte Jean Bourgknecht, Vize-Syndic und Direktor der Burgergemeinde. Ein Teil des Geländes sei Landwirtschaftszone. Der Teil, wo die Strasse vorgesehen sei, liege in der Arbeitszone. Über mögliche Projekte im Sektor Bertigny-West werde schon lange gesprochen und einige Tage vor der Pressekonferenz des Staatsrats sei er über die neuesten Entwicklungen informiert worden, sagte Bourgknecht, stellte aber klar: «Konkrete Verhandlungen über einen Verkauf oder gar einen Preis haben bisher nicht stattgefunden.» Es sei klar, dass sich die Burgergemeinde nicht gegen ein solches Projekt von öffentlichem Interesse stellen werde, sagte Bourgknecht nach der Versammlung den FN. Jedoch sei es wichtig, die weitere Entwicklung des Geländes ganzheitlich zu planen.
Voranschläge genehmigt
Diskussionslos genehmigte die Versammlung die Voranschläge 2016 der verschiedenen Stiftungen. Einen Aufwandüberschuss von 95 000 Franken bei Gesamtkosten von 9,9 Millionen Franken sieht der Voranschlag des Pflegeheims Bonnesfontaines vor. Das Defizit sei dank der guten Kostenkontrolle geringer als letztes Jahr, sagte Bourgknecht. Jedoch sei der von der kantonalen Gesundheitsdirektion bestimmte Preis für die Bewohner seit 2013 gleich geblieben und reiche nicht, um die anfallenden Kosten zu decken. Auch ein Verlustgeschäft bleiben die Wälder. «Die Marktlage ist nach wie vorschlecht.»