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Bächtelitag und Neujahrsblatt-Brauch
In der Stadt Zürich wird der 2. Januar als Bächtelitag oder Berchtoldstag bezeichnet. Es hat sich ein besonderes Brauchtum am Bächtelitag herausgebildet, die Stubenhitzen.
Es war seit dem Mittelalter üblich, dass die Gesellschafter einer Trinkstube bei Jahresanfang zur Beheizung ihres Lokals beitrugen, indem sie Holz oder Reisigbündel mitbrachten, später an die Heizkosten einen Geldbetrag leisteten. Dies hat man als Stubenhitzen bezeichnet. Ursprünglich überbrachten Kinder die Stubenhitzen, sie wurden dafür mit Getränken oder Süssigkeiten belohnt.
Seit 1645 - den Anfang machte die Burgerbibliothek, die sich damals in der Wasserkirche befand - werden am Bächtelitag Neujahrsstücke oder Neujahrsblätter abgegeben. Zu Anfang waren dies Kupferstiche, die bald auch pädagogisch ausgerichtete Texte an die Jugend enthielten.
Der Neujahrsblatt-Brauch hat sich bis heute erhalten. Die Ausrichtung auf Kinder und Heranwachsende ist jedoch verschwunden und die Neujahrsblätter haben sich z. T. zu umfangreichen wissenschaftlichen Abhandlungen ausgewachsen. Die zum Bächtelitag herausgebrachten Publikationen bilden eine Fundgrube zu Geschichte, Kunst, Musik, Naturwissenschaft, Medizin, Militärwesen usw. Schwerpunkt der Darstellungen in Bild und Text ist die Kulturgeschichte Zürichs geblieben.
Literatur:
- Heinrich Fries, Zürcher Neujahrsblätter. Beschreibendes Verzeichnis mit Personen-, Ort- und Sachregister, Zürich 1971 (anonym im Verlag Hans Rohr erschienen)
- Conrad G. Weber, Brauchtum in der Schweiz, Zürich 1985, S. 30 ff. (s.v. Bächtelitag)