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Ist mein Kind zu gross oder zu klein?
- Aktualisiert am Donnerstag, 20. Februar 2014, 13:40 Uhr
Eltern sorgen sich um die Grösse ihrer Kinder. Vor allem, wenn sie im Vergleich mit ihren Altersgenossen massiv zu gross oder zu klein sind. Die sogenannte «Durchschnittsgrösse» hat sich aber über die Jahrzehnte verändert. Einfluss auf unser Wachstum hat ebenfalls, wo auf der Welt wir leben.
In der Schweiz werden die jungen Männer jeweils bei der militärischen Aushebung ausgemessen. Dies geschieht seit 1878 und liefert deshalb ziemlich genaue Zahlen über die durchschnittliche Grösse der Männer. Laut diesen Zahlen ist eine klare Grössenzunahme festzustellen: So massen beispielsweise 1878/79 nur gerade sechs Prozent der Rekruten 1,75 Meter oder mehr, wogegen 2008/2009 ganze 71 Prozent diese Grösse überschritten hatten.
Dies lässt sich erklären durch eine stetige Verbesserung der Lebensbedingungen. Die Ernährung dürfte dabei ebenso eine Rolle spielen wie die Hygiene und die sozialen Strukturen. Seit den 90er-Jahren stagniert diese Zunahme der Körpergrösse allerdings etwas: Die Menschen werden momentan nicht mehr von Generation zu Generation grösser. Eine Entwicklung, die auch in anderen Ländern Zentraleuropas sowie in Nordamerika zu beobachten ist.
Durchschnittsgrösse variiert
Es existieren verschiedene Tabellen mit unterschiedlichen Normwerten. Tatsächlich werden nicht alle Menschen überall gleich gross. Für diverse Länder hat man deshalb eigene Durchschnittswerte. Dies liegt vor allem an den Genen, die weitergegeben werden und ebenfalls an den Bedingungen, unter denen die Menschen leben.
Ein erwachsener Durchschnittseuropäer ist mit 1,75 bis 1,78 Metern gleich gross wie ein Durchschnittsamerikaner. Auf beiden Kontinenten misst die Durchschnittsfrau 1,65 bis 1,68 Meter. In der Schweiz beträgt der durchschnittliche Grössenunterschied zwischen erwachsenen Männern und erwachsenen Frauen 13 Zentimeter.
Wie gross wird mein Kind?
Die Kinder erben ihre Grösse von den Eltern. Somit kann der Grössenrahmen und die mögliche Zielgrösse des eigenen Kindes annäherungsweise ausgerechnet werden – zum Beispiel mit dem «Puls»-Kindergrössen-Kalkulator (siehe Box).
Unterscheiden sich die Körpergrössen der beiden Elternteile extrem, wird eine Prognose schwierig: Ob das Kind dann eher der Mutter oder dem Vater nachschlägt, oder sich zwischen den beiden Extremen positioniert, lässt sich dann nicht absehen. Schwankungen und Abweichungen von der Zielgrösse bleiben deshalb immer möglich. Auch Geschwister sind als Erwachsene nicht unbedingt genau gleich gross. Trotzdem ist klar, dass Kinder von grösseren Eltern eher grösser werden. Kinder mit kleineren Eltern sind tendenziell auch kleiner, wenn sie erwachsen sind.
Auch der Zeitplan des Wachstums wird vererbt. Dies bedeutet, dass die Kinder sich unterschiedlich schnell entwickeln, beziehungsweise nicht alle gleichzeitig mit der Pubertät beginnen. So gibt es sogenannte «Frühentwickler» und auch «Spätentwickler». Wenn die Pubertät früh beginnt, dann ist das Wachstum früh zu Ende. Wenn die Pubertät allerdings erst spät einsetzt, endet auch das Wachstum erst später. Deshalb sind nicht alle Kinder, die in der Kindergarten- oder Primarschulzeit zu den Grössten gehört haben, auch später grosse Erwachsene und nicht alle Kleinen bleiben klein. Spätentwickler wachsen eben später an ihren «Gspänli» vorbei, wenn diese schon lange aufgehört haben zu wachsen.
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