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Die Webseite im «Steam»-Shop mit der Beschreibung von «Rape Day» ist mittlerweile gelöscht worden.
Vergewaltigungsspiel doch noch gestoppt
Möglichst viele Frauen vergewaltigen ist das Ziel des Computerspiels «Rape Day» (Vergewaltigungs-Tag). Es wurde im letzten Moment zurückgezogen.
Die Computerspiel-Plattform «Steam» wollte das Spiel ab April in ihrem Shop für den Verkauf freigeben. «Überspring das Vorspiel und geniesse Deinen Rape Day – Du hast es Dir verdient», lautete die Werbebotschaft. Ziel des Spiels: Möglichst viele Frauen vergewaltigen und töten.
Proteststurm
Auf «Steam» können Entwickler gegen eine Gebühr Computerspiele verkaufen. Eine vorherige Prüfung der Inhalte gibt es nicht. Doch bereits bevor «Steam» das Vergewaltigungsspiel freigeben wollte, kam es zu massiven Protesten in den sozialen Medien. Schliesslich entschied «Steam», die Seite zum Spiel zu sperren. Auch andere Computerspiel-Plattformen und Bezahldienste wie PayPal verboten den Verkauf. Damit konnte der Entwickler des Spiels, von dem nur das Pseudonym «Desk Plant» bekannt ist, das Spiel auch nicht mehr über seine Webseite verkaufen. Dort gab er schliesslich bekannt, dass er das Spiel jetzt «ruhen» lasse.
Uneinsichtiger Entwickler
Vor dem Verbot hatte er geschrieben, dass er die Kritik nicht verstehe, berichtete der «Stern». Er könne nicht nachvollziehen, weshalb Mord und Folter in Spielen völlig normal seien, Vergewaltigung aber ein Tabu. «Irgendwann in der Zukunft werden Gamehistoriker auf 'Rape Day' zurückblicken und es als erstes Beispiel nennen, wo Vergewaltigungen in Games das erste Mal gezeigt wurden.» Die meisten Menschen könnten sehr wohl zwischen Realität und Fiktion unterscheiden: «Der Sinn von Spielen besteht darin, Dinge zu tun oder Dinge zu erleben, die man in der Realität nicht tun kann oder sollte. Wenn Spiele und Filme wie im richtigen Leben wären, wären sie ziemlich langweilig.»
Auch das US-Softwareunternehmen «Valve», dem die Computerspiel-Plattform «Steam» gehört, hat sich nicht klar vom Inhalt distanziert. «Valve» hat den Rückzug damit begründet, dass «Rape Day» ein unkalkulierbares finanzielles Risiko sei.
Gewalt gegen Frauen in Videospielen
Gewalt gegen Frauen in Computerspielen gibt es seit Jahrzehnten. In den USA sorgte bereits 1982 das Spiel «Custer's Revenge» für Proteste, auch von Frauenrechtsorganisationen. Ziel des Spiels war es, eine Indianerin zu vergewaltigen, die an einen Marterpfahl gebunden war. Auf dem Weg zu ihr musste der Spieler verschiedene Hindernisse überwinden. Das Spiel blieb fast überall auf dem Markt.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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