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Wahl zwischen Snacks
In der Studie des Psychologenteams der Universität Basel hatten 30 hungrige, jüngere Probanden eine Aufgabe zu lösen, bei der sie zunächst 48 Snacks danach zu bewerten hatten, wie sehr sie sie mögen – etwa Chips und Schokoladenriegel, Salzgebäck und Gummibonbons. Anschliessend mussten sie sich im Magnetresonanz-Scanner wiederholt zwischen je zwei Essensangeboten entscheiden. Die Snacks wurden ihnen verbunden mit bestimmten Orten auf dem Computerbildschirm präsentiert. Bei der Entscheidung wurden aber nur die Orte gezeigt, sodass sich die Probanden an die dazugehörigen Snacks erinnern mussten.
Als Ergebnis bevorzugten die Probanden tendenziell Snacks, an die sie sich besser erinnerten. Mehr noch: Besser erinnerte Snacks wurden auch dann gewählt, wenn sie vergleichsweise unattraktiv waren, also von den Probanden schlecht bewertet wurden. Einzig Snacks, die jemand in der Bewertung sehr stark ablehnte, wurden nicht gewählt. Der Vergleichsgruppe mit ebenfalls 30 Probanden wurden die Snacks direkt im Bild präsentiert – bei ihnen deckte sich in der Regel die Bewertung mit der Entscheidung.
Modell und Gehirnscans
Die neuronalen Mechanismen der gedächtnisbasierten Entscheidungen untersuchte die Forschungsgruppe mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT). Sie entwickelten ein mathematisches Modell, das den Entscheidungsprozess abbildet und den Einfluss des Gedächtnisses mit berücksichtigt. Damit konnten die Psychologen die Stärke der gedächtnisbasierten Aktivierung während der Abspeicherung im Hippocampus bestimmen. Eine Analyse der Aktivierung während der Entscheidungen zeigte, dass eine verstärkte Kommunikation von Hippocampus und dem ventromedialen präfrontalen Kortex stattfindet.
«Unsere Untersuchung bildet eine Brücke zwischen zwei zentralen Forschungsfeldern der Psychologie, der Gedächtnis- und der Entscheidungsforschung», erläutert der Erstautor der Studie, Dr. Sebastian Gluth. Die Kombination von mathematischer Modellierung und den Gehirnscans liefert zudem ein genaues Verständnis darüber, welche Gehirnareale an welchen psychologischen Teilprozessen beteiligt sind und wie die verschiedenen Areale miteinander zusammenspielen.
Die Studie entstand in Kooperation mit Prof. Jörg Rieskamp (Universität Basel, Fakultät für Psychologie, Economic Psychology) sowie Dr. Tobias Sommer und Dr. Christian Büchel vom Institut für Systemische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Hamburg‐Eppendorf.
Originalbeitrag
Sebastian Gluth, Tobias Sommer, Jörg Rieskamp, and Christian Büchel
Effective connectivity between hippocampus and ventromedial prefrontal cortex controls preferential choices from memory
Neuron (2015), doi:10.1016/j.neuron.2015.04.023
Weitere Auskünfte
Dr. Sebastian Gluth, Universität Basel, Fakultät für Psychologie, Tel. +41 61 267 06 06, E-Mail: <email-pii>