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An einem meiner Lawinenkurse kam von einer Teilnehmerin die Frage: kann es mit einem Herzschrittmacher und einem LVS Probleme oder Störungen für eines der Geräte geben?
Daraufhin fragte ich bei verschiedenen Herstellern nach. Grundsätzlich konnte kein Hersteller von beobachteten Komplikationen oder folgenschweren Fällen berichten. Die Informationslage ist aber sehr dünn – mit der Ausnahme von Mammut.
Grundsätzlich gilt (nach Angaben von Manuel Genswein (LVS-Experte), Dieter Kotlaba von Ortovox sowie Michael Rust von Pieps:
- grundsätzlich können sich LVS und Herzschrittmacher beeinflussen
- LVS im Tragsystem auf der rechten Körperseite oder in einer gesicherten Hosentasche tragen (bzw. auf der Körperseite, wo sich der Herzschrittmacher nicht befindet!)
- LVS beim Suchen weg vom Körper nach vorne halten, sodass ein möglichst grosser Abstand zwischen LVS und Herzschrittmacher erreicht werden kann
- Anweisungen des Herzschrittmacher-Herstellers (Gebrauchsanleitung) beachten
- folgenschwere Einwirkungen des LVS auf den Herzschrittmacher sind äusserst unwahrscheinlich bzw. bis dato nicht beobachtet worden
Mammut sendete mir eine ausführliche Einschätzung sowie Daten. Die Informationen sind sowohl für das LVS-Gerät Mammut PULSE Barryvox und Mammut ELEMENT Barryvox gültig:
Magnetische Feldstärke von ELEMENT und PULSE Barryvox
Die Lawinenverschüttetensuchgeräte LVS arbeiten mit einer Sendefrequenz von 457 kHz. Diese Frequenz liegt zwischen den von Langwellen- und Mittelwellen-Rundfunksendern genutzten Frequenzbereichen. Die Wellenlänge beträgt rund 656 m. In diesem Bereich der Wellenlänge ist der menschliche Körper “durchsichtig”, d.h. das Feld wird vom Körper nicht absorbiert. (Wäre es nicht so, dann wäre die Reichweite des LVS wesentlich geringer, wenn das Gerät am Körper getragen wird.)
Die LVS erzeugen ein magnetisches Feld. Der Übergang vom magnetischen in ein elektromagnetisches Feld geschieht erst ausserhalb des Verwendungsbereiches, bei rund 100 m Abstand. Der Sender von ELEMENT und PULSE Barryvox ist pro Sekunde während ca. 0.08 s aktiv. Die erzeugte magnetische Feldstärke beträgt ca. 2 uA/m (gemessen im Abstand von 10 m). Wird der Abstand um den Faktor 10 verringert, so steigt die Feldstärke um den Faktor 1000: bei 1 m also 2 mA/m, bei 10 cm Abstand 2 A/m.
Zulässige magnetische Feldstärke eines Herzschrittmachers (Pacemaker)
Gemäss dem Dokument von Medtronic “Electromagnetic Compatibility (EMC) / Electromagnetic Interference (EMI)” Rev. A.1, 03-FEB-2009 gilt, dass für Frequenzen oberhalb von 10 kHz eine magnetische Feldstärke von 1 A/m zulässig ist.
Die Angaben bezüglich Herzschrittmacher (Pacemaker) basieren auf verschiedenen Broschüren von Medtronic (Quelle).
Diese Limite kann durch ein Lawinenverschüttetensuchgerät, das im Brustbereich getragen wird, überschritten werden.
Position des Herzschrittmachers
Eine allgemein gültige Position des Herzschrittmachers (Pacemakers) im Brustbereich kann nicht angegeben werden.
Bild: Medtronic