Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03305.jsonl.gz/862

Der Staatsanwalt Robert Mueller untersuchte zwei Jahre lang, ob die Russen versucht hatten, die Präsidentschaftswahlen in den USA zu beeinflussen, und ob Donald Trumps Wahlkampfteam dabei geholfen hatte.
Gestern hatte Mueller seinen Bericht dem Justizminister Barr. Amerikanischen Medien zufolge gibt es keine neuen Gebühren.
Barr könnte die wichtigsten Ergebnisse von Müller an diesem Wochenende an den Kongress schicken. Was bedeuten die Ergebnisse der Forschung von Müller für die Position von Präsident Trump? Kann es beispielsweise auf der Grundlage des Berichts verfolgt oder abgesetzt werden?
Dies ist rechtlich Neuland. Nie zuvor wurde ein amtierender Präsident wegen eines Verbrechens strafrechtlich verfolgt. Nach den Richtlinien des Justizministeriums kann ein aktueller Präsident nicht strafrechtlich verfolgt werden, aber nicht alle Rechtsgelehrten in Amerika stimmen zu.
Trump wird zweifellos jede Verfolgung anfechten. Es ist dann Sache des Obersten Gerichts, zu entscheiden, ob die Verfolgung gültig ist.
Theoretisch können zwei Parteien den Präsidenten strafrechtlich verfolgen. Das ist natürlich vor allem der Staatsanwalt Robert Mueller, der nach Angaben amerikanischer Medien keine neuen Anklagen in seiner Untersuchung vorbringen wird. Bundesstaatsanwälte in New York können sich jedoch auch dafür entscheiden, den Präsidenten zu verfolgen. Der Privatanwalt von Trumps, Michael Cohen, hat den Staatsanwälten von New York mitgeteilt, dass er im Auftrag von Trump gegen die Wahlkampfgesetze verstoßen habe, um die Präsidentschaftswahlen 2016 zu beeinflussen.
Ein Mittelweg ist auch möglich. Die Bundesanwaltschaft verschiebt die Staatsanwaltschaft bis zum Ende der Präsidentschaft von Trumps. Dies bedeutet, dass die eigentliche Klage erst dann beginnt, wenn sich Trump nicht mehr im Weißen Haus befindet. Als gewöhnlicher Bürger steht Trumps Verfolgung nichts im Wege.
Eine dritte Variante ist ebenfalls möglich. Trump kann in den Klagen anderer, wie Michael Cohen, als „nicht indizierten Mitverschwörer“ eingestuft werden. Damit weisen die Staatsanwälte darauf hin, dass der Präsident zwar nicht strafrechtlich verfolgt wird, er jedoch eines Verbrechens schuldig ist. Präsident Richard Nixon wurde im Watergate-Skandal als „unangekündigter Mitverschwörer“ identifiziert, der 1974 schließlich zu seinem Rücktritt führte.