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Dominiert werden die globalen Lieferketten von den grossen Markenfirmen wie H&M, Inditex, C&A und von Einzelhandelskonzernen wie Walmart und Lidl. Sie vergeben Aufträge, bestimmen Preise, Lieferfristen, Materialien und Qualitätsanforderungen. Ihre Vorgaben bestimmen detailliert fast jeden Arbeitsschritt.
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Prekäre Arbeitsbedingungen: Markenfirmen übernehmen keine Verantwortung
Die handwerkliche Arbeit wird von geschätzt 60 bis 75 Millionen überwiegend jungen, weiblichen Arbeiterinnen geleistet. Ihre Löhne betragen meist nur ein Bruchteil eines Existenzlohns, der ihnen und ihrer Familie ein einfaches Auskommen sichern würde. Die Arbeitsverhältnisse sind überwiegend informell und prekär, die Arbeitsbedingungen oft gefährlich und menschenunwürdig.
Obwohl die Markenfirmen die Produktion und Produktionsweise bestimmen und damit de-facto die Arbeitgeberrolle in den Lieferketten einnehmen, verweigern sie ihre Verantwortung für die Beschäftigten und vermeiden systematisch jegliche formale Beziehung zu diesen. Kaum ein grosses Markenunternehmen betreibt eigene Fabriken: Unzählige Textilfabriken, Sweatshops und informelle Produktionsstätten wirken wie eine Barriere zwischen Beschäftigten und Markenfirmen. Diese erschwert, dass Arbeitskräfte und Gewerkschaften ihre Rechte bei den de-facto Arbeitgebern einfordern und erleichtern es den Markenfirmen, jegliche Verantwortung für Missstände in der Produktion von sich zu weisen.
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Preise drücken im Standortwettbewerb
Vor allem erleichtert diese Struktur der organisierten Verantwortungslosigkeit den Markenfirmen, nicht nur einzelne Produktionsstätten, sondern auch regionale Standorte und Länder in Wettbewerb zu setzen und gegeneinander auszuspielen. Von den Lieferanten wird hohe Produktivität, Qualität, Verlässlichkeit, Schnelligkeit, Flexibilität und Termingenauigkeit erwartet – aber bitte zu Tiefstpreisen. Als grösster Standortvorteil erweisen sich dann aufgrund des Kostendrucks oft billige Arbeitskräfte. Produktionsverlagerungen sind häufig, und neue Produktionskapazitäten entstehen überwiegend dort, wo Löhne am niedrigsten sind.
Um die eigene Textilindustrie zu fördern, setzen die Regierungen textilexportierender Länder wie Indien, Kambodscha, Bangladesch, Bulgarien oder Mazedonien die gesetzlichen Mindestlöhne weit unter dem Existenzminimum an. Um keine Investoren zu verlieren bzw. um das Interesse neuer zu wecken, setzen viele Regierungen zudem Arbeitsrechtlerinnen und Menschenrechtsaktivisten unter Druck, subventionieren Investitionen oder schaffen Export-Sonderzonen mit eingeschränkten Arbeitsrechten und geringeren Auflagen, Zoll- und Steuersätzen.
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Milliardengewinne durch hohe Margen und Fast Fashion
Die Gewinne der Modeindustrie landen überwiegend am oberen Ende der Wertschöpfungskette, bei den Markenfirmen. Hier fallen in der Regeln die grössten Margen an, Textilgiganten wie H&M und Inditex erzielen daraus Umsatzrenditen im zweistelligen Bereich und haben ihre Eigentümer auf die Liste der reichsten Menschen der Welt gebracht.
Um in einem eigentlich gesättigten Markt weiter wachsen zu können, haben die Markenfirmen mit „Fast-Fashion“ ein Marketing- und Geschäftsmodell etabliert um Menschen, die schon alles haben, zu weiteren Käufen zu motivieren. Neue Kollektionen am laufenden Band, extrem beschleunigte Lieferfristen, permanente Sonderangebote und Niedrigpreise, quasi-Wegwerfmodeartikel und kostspielige Marketingkampagnen sind Ausprägungen von Fast-Fashion.
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Wir fordern ein Ende der Verantwortungslosigkeit
Gemeinsam mit Gewerkschaften, Beschäftigten, Arbeitsrechtsorganisationen und vielen Einzelpersonen rund um die Welt haben wir diesem System der organisierten Verantwortungslosigkeit den Kampf angesagt. Auf vielfältige Weise fordern wir von Unternehmen soziale Verantwortung und von Regierungen effektive Regeln und deren Durchsetzung ein.