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Vorschlag: Bevor weiter gehandelt wird, ist eine Gesamtsicht aller Strassen der Stadt (Kantons- und Gemeindestrassen) zu erstellen und diesen eine verkehrstechnisch klar definierte Primärfunktion zuzuweisen. Diese Gesamtsicht sollte der Bürgerschaft zur Abstimmung vorgelegt werden.
Der Langsamverkehr mit all den neuen Verkehrsgeräten wie Scooter, Trottis, E-Velos usw. soll primär über die vielen dafür geeigneten Stadt- und Quartierstrassen geführt werden. Das ist sicherer, «gesünder» und billiger.
Zudem erhöht eine Trennung zum motorisierten Verkehr und Bus die Sicherheit dieser schwächeren Verkehrsteilnehmer. Dass möglicherweise ein paar Meter mehr zurückgelegt werden müssen, um ans Ziel zu gelangen, darf in Kauf genommen werden.
Die Alte Jonastrasse spielt eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept. Gemäss der Präsentation im Stadtforum vom 19. Sept. 2019 hat die Stadt die Idee leider bereits verworfen, die Strasse so zu planen, dass diese Bus und Langsamverkehr aufnähme – anstelle der stadteinwärts führenden Bussspur auf der Neuen Jonastrasse – und verbunden mit einer teilweisen Einbahnregelung.
Im Süden besteht bereits eine gut frequentierte Langsamverkehrsachse entlang des SBB-Trassees, die von der HSR Rapperswil bis ins Grünfeld Jona führt und bereits stark genutzt wird.
Nördlich erfüllen Merkurstrasse, Klaus-Gebert-Strasse, Jägerweg, Säntisstrasse, Porthofstrasse, Schlüsselweg, Hanfländerstrasse, Kreuzstrasse, Bildaustrasse, Kramenweg, neu südlich Bollwies-Schulhaus usw. schon weitgehend diese sichere Funktion. Mit geeigneten Massnahmen kann ein eigentliches Langsamverkehrsnetz definiert und realsiiert werden auch im Zusammenhang mit Tempo-30-Zonen.
Es macht wenig Sinn, aufgrund des immensen Platzbedarfs der geplanten Strasse auf privaten Grünflächen dutzende bestehende Bäume zu fällen, Sträucher und Hecken zu entfernen, Grünflächen zu asphaltieren und mit einer Monokultur an Bäumen in der Strassenmitte und entlang der Strasse kompensieren zu wollen . Der Verlust an Biodiversität ist damit nicht aufzuwiegen.
Eine wirkungsvolle CO2-Bindung erreichen Bäume nach entsprechendem langjährigem Wachstum, verbunden mit ständiger kostenintensiver Pflege und Unterhalt. Bäume auf der Strasse befinden sich in einem unnatürlichen Habitat und werden gestresst durch Salz, Hitze und Abgase.
Beispiel: Die Bäume auf dem Stampf-Parking, sind zum Teil gar nicht mehr vorhanden, krank oder beschädigt. Auch andernorts tun sich Bäume in solchen Umfeldern schwer und müssen gemäss Forstfachleuten oft ersetzt werden. Es ist schwierig, überhaupt geeignete Baumarten zu finden.
Was die Stadt in Zukunft braucht – und was wir befürworten – sind Abschnitte und Flächen als grüne Lungen, also Parks, Dach- und Fassadenbegrünungen, Bäume entlang der Quartierstrassen (dort wo Platz vorhanden ist) aber vor allem solche im öffentlichen und privaten Aufenthalts- und Verweilraum; mit Wildblumen bepflanzte Wegstreifen usw. Das hilft der Biodiversität (Flora und Fauna) und nicht nur einseitig der CO2-Bindung und der Kühlung (Schatten).
Grüne Offensive: Wir schlagen der Stadt vor, zusammen mit privaten Anstössern und der Stadtbevölkerung gemeinsam wirklich moderne städtebauliche und klimafreundliche Projekte zu entwickeln. Einerseits eine Entflechtung der Verkehrsteilnehmer auf verschiedene Achsen und andererseits die Vergrösserung der «grünen Lunge» im privaten wie im städtischen Raum und zwar unter dem Aspekt der Biodiversität.
Insbesondere bei Gestaltungsplänen von Neuüberbauungen sollte ein waches Auge auf die Bepflanzung der Umgebung gerichtet werden, damit von den Bauherren nicht die heute gängigen «Wüsten» mit Kiesboden, getrimmten Buschhecken und fremdländischen Bäumchen entstehen, womit weder den Menschen noch der Fauna und Flora gedient ist, sondern nur dem günstigen Unterhalt.
Beispiel Tüchelweiher: Seit jeher besteht dort ein banaler grossflächiger Rasen neben dem Spielplatz. Ursprünglich fanden auf dem Parking und auf dieser Wiese noch Chilbi und KNIE-Vorführungen statt. Ursprünglich war ein City-Parking angedacht. Seit Jahrzehnten liegt die Fläche als Rasen brach. Mit wenig Geld und gutem Willen könnte dort schon lange ein natürlicher stadtnaher Aufenthaltsraum für die Bevölkerung geschaffen werden; ausstaffiert mit Bäumen, Hecken, Wiesenflächen und dem Element Wasser.
Auch der Einsatz moderner Technik wie ein CO2-Sammler, aufgezeigt durch die örtliche Hochschule Rapperswil (HSR), sollte unbedingt als Alternative geprüft werden. Sie hätte einen bedeutend höheren Wirkungsgrad als die vorgesehenen Massnahmen.