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Wie die Situation der Milchproduzenten im laufenden Jahr aussehen werde, sei schwierig zu prognostizieren, sagte René Vonlanthen, Präsident des Freiburgischen Milchverbandes, an dessen Delegiertenversammlung vom Donnerstag in Neyruz.
Zwei Prognosen konnte er trotzdem machen: Für den Gruyère AOC sei der Markt stabil, und die Preise seien gut. Und bei der Industriemilch gebe es eine leichte Hoffnung auf eine Verbesserung des Preises in den nächsten Monaten. Denn der Vorstand der Branchenorganisation Milch habe sich im Februar auf einen Richtpreis für das A-Segment geeinigt und eine Erhöhung um drei Rappen beschlossen; dies auf den 1. Juni hin. «Ich hoffe, dass die Betriebe diese Beschlüsse umsetzen und dass die lang erwartete Besserung für die Industriemilch eintritt», betonte er.
Doch insgesamt sei die Lage der Industriemilchproduzenten nach wie vor besorgniserregend. Obwohl die Butterlager auf ein sehr tiefes Niveau gesunken seien, könne sich der Milchpreis nicht erholen, so Vonlanthen. Die Industriemilch sei der internationalen Konkurrenz ausgesetzt, und die Preise auf den ausländischen Märkten beeinflussten die Situation in der Schweiz mehr und mehr, sagte Direktor Clément Moret in seinem Jahresbericht 2012.
Keine Überraschung
Präsident René Vonlanthen blickte auch zurück auf die Auswirkungen des «Freiburger Vorschlags» für die Regulierung des Milchmarktes (die FN berichteten). Dieses Modell sieht eine lineare Kürzung des Milchpreises um einen Rappen und bei Mehrmengen eine zusätzliche Kürzung um vier Rappen vor. Allein dieses Modell habe dazu geführt, dass die Butterlager abgeräumt werden konnten, so der Präsident. Der Rücktritt von Peter Gfeller als Präsident des Verbandes der Schweizer Milchproduzenten SMP sei für ihn in diesem Zusammenhang überhaupt keine Überraschung gewesen. Durch Gfellers Beharren auf der Bildung eines nationalen Verkaufspools für die Industriemilch und durch sein Unvermögen, Lösungen für die Milchproduzenten zu finden, habe er dies kommen sehen, meinte Vonlanthen.
Freiburger an der Spitze?
Am 30. Mai werden die Schweizer Milchproduzenten einen neuen Präsidenten wählen. «Alles bleibt offen, und wir können sogar auf einen Freiburger Präsidenten hoffen», sagte Vonlanthen. Es werde für diesen aber keine leichte Aufgabe sein, die Mitglieder um sich zu scharen und im Verband im Hinblick auf die künftigen Herausforderungen eine neue Dynamik zu schaffen. Und vielleicht werde er an der Delegiertenversammlung der Milchproduzenten auch beantragen, die Wahl in den Herbst zu verschieben, sagte Vonlanthen.
Zahlen und Fakten
272 Millionen Kilogramm Milch
Der Freiburger Milchverband zählte im vergangenen Jahr 153 Milchgenossenschaften (–5), 68 Käsereien, 1302 Produzenten (–76) und 37 Alpkäsehersteller (–1). Die gesamtenMilchlieferungenbeliefen sich auf 272 Millionen Kilogramm und gingen damit gegenüber 2011 um 0,3 Prozent zurück. Im Schnitt haben die Produzenten 209 Tonnen Milch geliefert. Ein Blick auf die ganze Schweiz zeigt, dass 2012 2388 TonnenKäsemehr exportiert wurden. Dies entspricht einer Zunahme um 3,7 Prozent auf 67000 Tonnen.ak