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MAY AYIM - ’ein leben das nicht nur etwas sondern sehr viel zurücklässt’
Am 3. Mai 1960 wurde May Ayim (mit bürgerlichem Namen Sylvia Brigitte Gertrud Opitz) als Tochter einer weissen deutschen Mutter und eines ghanaischen Austauschstudenten in Hamburg geboren. Sie wuchs nicht bei ihren biologischen Eltern auf, sondern wurde kurz nach ihrer Geburt in ein Heim gegeben. Im Alter von 18 Monaten wurde sie schliesslich von der weissen deutschen Familie Opitz adoptiert, sodass sie als einziges Schwarzes Kind in einer weissen Familie mit vier weiteren weissen Geschwistern in Münster aufwuchs. May Ayim zählt zu den prominentesten Vertreterinnen der Schwarzen Community in Deutschland. Ihre Worte und Werke führten nicht nur zur Sichtbarmachung von Schwarzen Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, sondern auch zur Bekanntmachung einer längst verloren geglaubten Geschichte. Dagmar Schultz hat May Ayim im Jahr 1983 kennengelernt. Sie war Mitgründerin des Orlanda Frauenverlag. So gab sie gemeinsam mit May Ayim und Katharina Oguntoye 1986 die Anthologie ’Farbe Bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte’ heraus. May Ayim veröffentlichte darin ihre Diplomarbeit veröffentlichte. In Analogie zu ’Afro-American’ entwickelte sie im Austausch mit anderen Schwarzen deutschen Frauen die Selbstbenennung ’Afrodeutsch’. Nach Mays Tod porträtierten Dagmar Schultz und Maria Binder sie 1997 in ihrem Film ’Hoffnung im Herz. Mündliche Poesie – May Ayim’. Heute wäre May Ayim 60 Jahre alt geworden. Radio Corax erinnert sich mit Dagmar Schultz u.a. entlang von Gedichten ihres ersten Bandes ’blues in schwarz weiss’ und Zeitdokumenten an May - ihr Denken, Wirken und Schreiben.