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Am Freitagvormittag fand in Rom ein mehrstündiges interdikasterielles Treffen statt, an dem die deutschen Bischöfe und mehrere Leiter von Dikasterien unter der Leitung von Kardinalstaatssekretär Piero Parolin teilnahmen.
In einem gemeinsam veröffentlichten Kommuniqué heisst es, in einer «Perspektive des offenen und brüderlichen Austauschs wurden einige Vorschläge gemacht, darunter auch die Möglichkeit eines Moratoriums für den deutschen Synodalen Weg, was jedoch verworfen wurde.» Dem Vernehmen nach hatte der Chef des Dikasteriums für die Bischöfe, Kardinal Marc Ouellet, einen solchen vorübergehenden Stopp des deutschen Synodalen Wegs vorgeschlagen. Er habe damit verhindern wollen, dass dort Veränderungen beschlossen werden, die auf nationaler kirchlicher Ebene nicht entschieden werden dürfen.
Klar geäusserte Bedenken
Parolin erinnerte in seiner Einführung an das Band der Gemeinschaft und der Liebe, das die Bischöfe untereinander und mit dem Nachfolger Petri verbindet. Er sprach dabei auch die Bedenken an, die der Synodale Weg hervorrufe und wies in diesem Zusammenhang auf die Gefahr von «Reformen der Kirche, aber nicht innerhalb der Kirche» hin.
Zu Beginn der streckenweise emotional geführten Aussprache warb der Bischofskonferenzvorsitzende Georg Bätzing, in einem grundlegenden Vortrag für den Synodalen Weg. Danach sprachen die Kurienkardinäle Luis Ladaria und Ouellet. Sie benannten klar und offen die Bedenken und Vorbehalte, die im Vatikan, aber auch in anderen Ortskirchen, gegenüber Methodik, Inhalten und Vorschlägen des deutschen Reformprozesses bestehen. Sie machten, so das Kommuniqué, «zugunsten der Einheit der Kirche und ihres Evangelisierungsauftrages» Vorschläge, die bisher im deutschen Synodalen Weg vorgebrachten Anliegen «in die Synode der Gesamtkirche einfliessen zu lassen».
Nachdem nur wenige deutsche Bischöfe diesem Vorschlag zustimmten und viele ihm widersprachen, wurde stattdessen die Idee vertieft, dass es notwendig sei, «angesichts der entstandenen Missverständnisse weiteres Nachdenken und gegenseitiges Zuhören zu fördern.» In vielen Beiträgen wurde dabei auf die zentrale Bedeutung von Evangelisierung und Mission als letztes Ziel der laufenden Prozesse hingewiesen. Ferner verständigte man sich darauf, dass es notwendig sei, «einige der angesprochenen Fragen zu definieren und zu vertiefen, wie zum Beispiel diejenigen, die sich auf die Strukturen der Kirche, das Weiheamt und seine Zugangsbedingungen, die christliche Anthropologie und weitere Fragen beziehen.» In der Debatte wurde auch darauf verwiesen, «dass einige Themen nicht verhandelbar sind».
Weiter heisst es in dem Text, der Kardinalstaatssekretär habe seine «Wertschätzung für die Offenheit des Gedankenaustauschs» zum Ausdruck gebracht. Dieser sei «zwar nicht formell, aber notwendig und konstruktiv gewesen». Der Text endet mit dem Satz: «Man war sich einig, dass das Zuhören und der gegenseitige Dialog in den kommenden Monaten fortgesetzt werden sollen, sodass sie eine Bereicherung für den deutschen Synodalen Weg und den synodalen Prozess der Kirche auf Weltebene darstellen.»
Das gemeinsam veröffentliche Kommuniqué in italienischer und deutscher Sprache.