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Bei den meisten Männern mit vergrösserter Brust liegt eine sogenannte Pseudogynäkomastie vor. Es handelt sich also lediglich eine Ansammlung von zu viel Fett infolge von Übergewicht. Man nennt diese Erscheinungsform auch Lipomastie. Die seltenere, echte Gynäkomastie ist ein Symptom einer hormonellen Störung, also keineswegs eine Erkrankung. Zum Unterschied von der Pseudogynäkomastie, die immer beidseitig ausgeprägt ist, kann die echte Gynäkomastie auch bloss einseitig auftreten.
Welche Formen der echten Gynäkomastie gibt es?
Abhängig vom Alter gibt es unterschiedliche Formen der echten Gynäkomastie. Zum einen ist es die Pubertätsgynäkomastie, die durch eine vorübergehende, vermehrte Umwandlung von Hormonvorstufen entsteht, und die meistens von selber anklingt. Daneben gibt es die Altersgynäkomastie, die auf einen zurückgehenden Abbau weiblicher Hormone zurückzuführen ist. Eine Gynäkomastie kann auch bei einer Lebererkrankung eintreten, wenn die Leber nicht mehr in der Lage ist, Östrogene in genügendem Umfang abzubauen. Auch aufgrund der Einnahme bestimmter Medikamente kann sich eine Gynäkomastie ausbilden. Ausserdem gibt es weitere auslösende Ursachen, die jeweils individuell ermittelt werden müssen, bevor eine Behandlung der Symptome in Betracht gezogen werden kann.
Wie kann eine Fettabsaugung helfen?
Sowohl bei der echten, als auch bei der Pseudogynäkomastie wird durch Fettabsaugung eine sehr deutliche Verbesserung des Erscheinungsbildes erzielt. Bei der richtigen, echten Gynäkomastie wird neben dem überschüssigen Fett auch das Brustdrüsengewebe entfernt. Letzteres erfolgt durch einen kleinen Schnitt entlang der Brustwarze und ist notwendig, weil sonst Brustwarze und Brustdrüse nach Fettabsaugung zu stark hervorstehen würden. Bei Pseudogynäkomastie wird lediglich das Fett bzw. das Fettgewebe im Brustbereich abgesaugt. Zusätzlich werden mit der Kanüle bewusst kleine Wunden im Bindegewebe erzeugt, deren Heilung die Neubildung von Narbenkollagen anregt, was wiederum die Haut in diesem Bereich strafft. Das hat zur Folge, dass der behandelte Brustbereich fester wird, sodass das Ergebnis dadurch noch einmal deutlich optimiert wird.
Wie ist der Ablauf der Fettabsaugung?
Im zu behandelnden Gebiet wird die Tumeszenz-Lösung infiltriert. Als Behandlungsmethode zum Absaugen hat sich die Vibrations-Lipolyse sehr gut bewährt. Dabei wird mit speziellen, vibrierenden Absaugkanülen gearbeitet. Durch die Vibration lassen sich die Fettzellen sehr effektiv aus dem Gewebe lösen. Schmerzen entstehen bei der Absaugung selber so gut wie keine, allenfalls das Einspritzen der Tumeszenz-Lösung kann als unangenehm empfunden werden. Die Schmerzen nach OP halten sich in Grenzen.
Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
Nach Behandlung muss mindestens drei Wochen lang eine Kompressionsweste getragen werden. Die Wundheilung dauert etwa zwei Wochen. Nach der OP können sich Hämatome bilden, die aber bald zurückgehen. Durch die Kollagenbildung kann die Haut anfangs stellenweise leicht verhärtet sein. Nach spätestens vier Wochen ist alles vollständig abgeheilt, und ab dann kann auch wieder normal Sport betrieben werden.
Wie ist das Ergebnis?
Das Ergebnis hängt massgeblich vom Alter ab, in dem der Eingriff vorgenommen wird. Bei jüngeren Patienten ist die Wundheilung besser als bei älteren, und auch die Haut ist elastischer – entsprechend ist auch mit einem etwas besseren Ergebnis zu rechnen. Generell lässt sich sagen, dass einmal abgesaugte Fettzellen sich nicht mehr auffüllen können, und auch nicht wieder nachwachsen. So gesehen ist das erzielte Resultat recht stabil. Doch bei ungesunder Ernährung können sich die verbliebenen Fettzellen wieder auffüllen, wobei sich die Männerbrust dann nach und nach erneut vergrössert. Auch bei hormonell bedingter Gynäkomastie können sich wieder Schwellungen bilden. Doch bei den meisten Patienten wird die Männerbrust durch Liposuction dauerhaft bekämpft.