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Schilddrüse
Die Schilddrüse ist ein hormonproduzierendes Organ, das schmetterlingsförmig am Hals unterhalb des Schildknorpels gelegen ist; Sie kann mit einer Ultraschalluntersuchung sehr gut und einfach dargestellt werden.
- Der Hypothalamus produziert TRH (Thyreoidea Regulierendes Hormon), welches die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) zur Produktion von TSH (Thyreoidea Stimulierendes Hormon) anregt. Das TSH wiederum regt die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormon (fT3, fT4) an. Diese aus der Schilddrüse ausgeschütteten Schilddrüsenhormone gelangen via die Blutbahnen an ihre spezifischen Rezeptoren im gesamten Körper.
- Es besteht ein Gleichgewicht zwischen dem TSH und den freien Schilddrüsenhormonen via ein Feedback Mechanismus, d.h. wird z.B. zu wenig Schilddrüsenhormon im Blut gemessen, steigt die Menge an TRH aus dem Hypothalamus resp. TSH aus der Hypophyse an, welches die Schilddrüse zur Produktion von mehr Schilddrüsenhormon anregt. Sind die freien Schilddrüsenhormone in zu grosser Menge im Blut vorhanden, wird dies im Hypothalamus resp. in der Hypophyse gemessen und dann die Produktion von TRH resp. TSH gesenkt.
- Schilddrüsenhormon wird unter anderem aus Iod gebildet. Deshalb kann bei einem Jodmangel eine Schilddrüsenunterfunktion auftreten.
- Schilddrüsenhormon wirkt nach dem Schüssel-Schloss-Prinzip nur an den genau dafür vorgesehenen Orten am Körper; es gibt praktisch keine Zelle in unserem Körper, auf die das Schilddrüsenhormon nicht wirkt.
- Schilddrüsenhormon reguliert viele lebenswichtige Stoffwechselprozesse im Körper und hat so einen Einfluss auf z.B. das Wachstum, die Verdauung, die Pubertät, die neurologische Entwicklung, das Herz-Kreislaufsystem etc.
- Eine Überfunktion der Schilddrüse bezeichnet man als eine Hyperthyreose, eine Unterfunktion als Hypothyreose. Diese können jeweils angeboren oder erworben sein. Wir beschreiben hier nur die primären Schilddrüsenfunktionsstörungen, die viel, viel häufiger sind. Bei diesen liegt an Problem in der Schilddrüse selber. Die zentralen Schilddrüsenfunktionsstörungen, bei denen die Steuerung der Schilddrüse von der Hypophyse her nicht richtig funktioniert, sind viel seltener.
- Typische Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion beim Kind:
- Wachstumsabflachung, verlangsamte Pubertätsentwicklung
- Antriebslosigkeit, Müdigkeit
- Verstopfung
- Menstruationsunregelmässigkeiten
- Kältegefühl
- Haarausfall
- Reduzierter Energieverbrauch, Gewichtszunahme
- Typische Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion beim Kind:
- Wachstumsbeschleunigung, beschleunigte Pubertätsentwicklung
- Schlaflosigkeit, psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeit
- Unruhe, Konzentrationsstörungen
- Durchfall
- Hitzegefühl, Schwitzen
- Herzrasen, Zittern
- Erhöhter Energieverbrauch, Gewichtsverlust trotzgesteigertem Appetit
- Menstruationsunregemässigkeiten
Siehe auch «Hinweise zur Einnahme von Schilddrüsen-Medikamenten».
|Ursache||Behandlung||Link|
|angeboren

zu kleine oder fehlende Schilddrüse
|Substitution mit Schilddrüsenhormon so rasch als möglich (auffälliger Befund im Neugeborenenscreening)||Die angeborene/kongenitale Hypothyreose wird in der Regel mit dem Neugeborenenscreening erkannt; hierzu dieser Artikel:

«Kongenitale Hypothyreose – ein Update
über Diagnose, Therapie und Genetik»
|angeboren

Übertragung von Antikörpern der Mutter (Schilddrüsen-Antikörper im Nabelschnurblut)
|Substitution mit Schilddrüsenhormon; die Symptome können auch erst nach Wochen und Monaten auftreten|
|erworben

autoimmune Thyreoiditis Typ Hashimoto
|Substitution mit Schilddrüsenhormon||«Erworbene Schilddrüsenunterfunktion vom Typ Hashimoto»|
|erworben

Iodmangel
|Gabe von iodiertem Salz||Paediatrica Artikel Jod- das Spurenelement als Schlüssel für normale Entwicklung und Wachstum

Paediatrica Jodstatus bei Säuglingen und Kindern in der Schweiz
|Ursache||Behandlung||Link|
|angeboren/konnatal

meist Übertragung von Antikörpern der Mutter (Nachweis dieser Schilddrüsen-Antikörper im Nabelschnurblut)
|Es handelt sich potentiell um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die im Spital behandelt werden muss|
|erworben

autoimmune Thyreoiditis Typ Basedow
|anfänglich medikamentös, je nach Verlauf Radioiodtherapie oder Chirurgische Entfernung der Schilddrüse||Beobachterartikel Morbus Basedow

Informationsbroschüre Triemli zur Radioiodtherapie
Chirurgische Entfernung der Schilddrüse
Im Januar 2019 hielten wir eine Fortbildung zum Thema Schilddrüsenfunktionsstörungen im Kindesalter; hier finden Sie die Zusammenfassung.