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§281 – Sechste Ausgabe
Um sich hiervon zu überzeugen, läßt man nun den Kranken 8, 10, 15 Tage lang ohne alle Arznei und giebt ihm indeß nur etwas Milchzucker-Pulver. Waren nun die wenigen, letzten Beschwerden, bloß von der Arznei, welche die ehemaligen, ursprünglichen Krankheits-Symptome nachahmte, so vergehen diese Beschwerden binnen wenigen Tagen oder Stunden und zeigt sich dann in diesen, von Arznei freien Tagen, bei fortgesetzter guter Lebensordnung des Kranken, nichts mehr von der ursprünglichen Krankheit, so ist er sehr wahrscheinlich geheilt. Sollten sich aber in den letzten Tagen noch Spuren von den ehemaligen Krankheits-Symptomen zeigen, so sind dieß noch Reste der nicht ganz erloschenen, ursprünglichen Krankheit, welche aufs Neue mit höhern Dynamisations-Graden der Arznei auf angegebne Art behandelt werden müssen. Die ersten kleinsten Gaben müssen dann natürlich auch, wenn Heilung erfolgen soll, wieder allmälig erhöht werden, doch weit weniger und langsamer bei Kranken, an denen man eine beträchtliche Erregbarkeit wahrnimmt, als bei Unempfänglichern, bei welchen letztern man schneller mit den Gaben steigen kann. Es giebt Kranke, deren ungemeine Erregbarkeit sich zu der der Unempfänglichsten, wie 1000 zu 1 verhält.
Um das zu beobachten, sollte kein Mittel über acht, zehn oder fünfzehn Tage gegeben werden. Man muss abwarten und beobachten. In der Zwischenzeit gib weiter Zuckerglobuli. Alle Leiden, die durch das Mittel hervorgerufen wurden und die man nun sieht, werden vollständig verschwinden. Während dieser Phase sollte kein Medikament gegeben werden, aber alle Ernährungsregeln sollten befolgt werden. Wenn die Krankheitssymptome nicht mehr auftauchen, muss die Heilung stattgefunden haben. Wenn nach einigen Tagen das Leiden in einem bestimmten Ausmaß erneut auftaucht, dann gehört es zur natürlichen Krankheit. Das heißt, dass die natürliche Krankheit nicht vollständig geheilt wurde. Dann sollte dasselbe Medikament erneut mit einer höheren Potenz auf dieselbe Weise gegeben werden.
Wenn eine Erleichterung in der erforderlichen Abfolge beobachtet werden kann, sollte der Notwendigkeit entsprechend, eine Potenz in aufsteigender Ordnung wie oben beschrieben gegeben werden. An Menschen mit Verschlimmerungen sollten die Dosen in längeren Abständen und mit einer geringeren Anzahl gegeben werden. Wenn die Verschlimmerung gering ist, können mehr Dosen in geringeren Abständen gegeben werden. Der Unterschied zwischen beiden sollte das Einhundertfache betragen.