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Marc Marquez hat beim GP von Japan gleich die erste Chance genutzt und sich im viertletzten Saisonrennen erneut zum MotoGP-Weltmeister gekrönt. Nach seinem achten Saisonsieg musste er sich aber noch auf der Strecke hinlegen, bevor die grosse Feier beginnen konnte.
Marc Marquez ist längst ein Superstar. Für den erst 25-jährigen Spanier ist es bereits der siebte WM-Titel, der fünfte in der Königsklasse. «Der oberste Chef wird zufrieden sein», sagte Marquez lachend nach dem in Perfektion vollbrachten Tageswerk in Japan. Der Twin Ring in Motegi, wo zum 20. Mal in Folge ein Grand Prix ausgetragen worden ist, gehört Honda.
Marquez hatte, bevor er Interview geben konnte, aber noch auf der Strecke betreut werden müssen. Denn beim Feiern kugelte er sich die Schulter aus. Es sei passiert, als ihm Konkurrent Scott Redding zum Gratulieren auf die Schulter geklopft habe, verriet der Katalane: «Die Schulter ist einfach herausgesprungen. Mit dem Adrenalin hatte ich glücklicherweise keine Schmerzen, aber heute Abend werde ich wohl auf der Tanzfläche etwas aufpassen müssen.»
Dass er gleich den ersten von vier Matchbällen habe verwerten können, freue ihn wirklich sehr. «Ich habe schon seit meinem Sieg in Aragonien (Ende September) gespürt, dass ich dem WM-Titel sehr nahe bin und es auch in diesem Jahr wiederum reichen wird», erzählte Marquez nach seinem 69. GP-Sieg. In Motegi startete er zwar nur von Position sechs, doch schon nach der ersten Runde setzte sich der alte und neue Champion hinter dem italienischen WM-Zweiten Andrea Dovizioso fest.
«Ich merkte, dass etwas möglich ist. Doch ich wollte nicht bis zur letzten Runde warten, deshalb habe ich früher angegriffen», so Marquez. Dovizioso, im Bestreben, den Titelkampf zumindest eine weitere Woche offen zu halten, stürzte jedoch in der zweitletzten Runde und fuhr nur als 18. über die Ziellinie. «Schade», fand selbst Marquez, «er hätte es verdient gehabt, zumindest auf dem Podest zu stehen».
Marquez fing im Alter von fünf Jahren mit dem Motorradfahren an. Drei Jahre später war er das erste Mal nationaler Motocross-Meister in der 50-ccm-Klasse. Seit gut einem Jahrzehnt bestreitet er Grands Prix, mit 25 Jahren steht er demzufolge in etwa in der Mitte seiner MotoGP-Karriere. Der fast immer lächelnde Katalane fährt – in den Augen der Öffentlichkeit – ab nun mindestens so sehr auf der Strecke gegen die Konkurrenz um Siege als auch gleichzeitig gegen die Legenden früherer Epochen um den Titel des grössten Töff-Rennfahrers aller Zeiten.
Erfolgreichster aktiver Fahrer ist auch nach Marquez' siebtem Titelgewinn immer noch Valentino Rossi. Der 14 Jahre ältere Erzrivale aus Italien hat den letzten seiner neun WM-Titel allerdings 2009 gewonnen. Nur auf die Königsklasse bezogen befinden sich einzig Rossi mit sieben und dessen italienischer Landsmann Giacomo Agostini mit acht Titeln in der Bestenliste noch vor Marquez, der nun wie Mick Doohan bei fünf Triumphen steht.
«Marquez kann meine Erfolge übertreffen, aber das hat mich nicht zu kümmern», sagte Rossi kürzlich. Er denke nur an seine eigene Karriere. «Und die war gut. Ich gewann viele Rennen und hätte auch noch mehr Titel gewinnen können.» Doohan seinerseits erwartet, dass Marquez «wohl noch zehn weitere Jahre Rennen fahren und wohl auch gewinnen wird». (ram/sda)