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|Kampagne 99||Solidarität schafft Arbeit|

Chan Ka Wai, Hongkong
Chan Ka Wai vom Hongkong Christian Industrial Committee (Christliches Industriekomitee) träumte einst davon, Pfarrer zu werden oder sich der Lehrtätigkeit zu widmen. Sein Wunsch, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen, führte ihn schliesslich zur wichtigen Nichtregierungsorganisation Christian Industrial Committee CIC. Heute ist er dort eine der treibenden Kräfte im Kampf um verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter/-innen in der ehemaligen britischen Kolonie und in China.
Chan Ka Wai ist 35-jährig und verheiratet. Nach einer sechsjährigen theologischen Ausbildung in Hongkong absolvierte er ein Jahr am Theologischen Institut von Pittsburgh in Pennsylvania, USA. Zurück in Hongkong belegte er drei Semester Soziologie an der Universität und arbeitete zwei Jahr als Verantwortlicher im Schulungszentrum für Menschenrechtsfragen des Christlichen Instituts Hong Kong.
1993 kehrte er zum CIC zurück. Bald darauf engagierte er sich in der internationalen "Spielzeug-Kampagne", einer Kampagne, in der das CIC eine führende Rolle spielt und die von der Spielzeug-Industrie verlangt, einen Verhaltenskodex zu übernehmen, der Verbesserungen in bezug auf Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Gesundheit und Verdienst mit sich brächte, die allesamt in dieser Branche erbärmlich sind. Wer erinnert sich nicht an die zwei Brände in Spielzeugfabriken von 1993, einer in Thailand und einer in China, die 275 Tote, über 500 Verletzte und über 500 Invalide sowie mehr als 3000 Arbeitslose zur Folge hatten? Die beiden Unternehmen gehörten Investoren aus Hongkong. Beide Desaster waren nur möglich, weil die Direktion auch die minimalsten Sicherheitsvorkehrungen missachtet hatte.
Das CIC wird von der Basler Mission und BFA unterstützt. Auf sein Konto gehen viele Anstösse in bezug auf verbesserte soziale Bedingungen wie z. B. die Sechstagewoche. Es gründete auch den ersten und einzigen unabhängigen Gewerkschaftsbund und ist bekannt dafür, die Rechte der bei der Arbeit Verunfallten zu verteidigen und die Opfer von Arbeitsunfällen zu unterstützen. Ebenso bekannt sind seine Studien über die Arbeitsbedingungen in China, besonders auch im Delta des Perlenflusses (Shenzen, Kanton) sowie auf dem Gebiet der Exportindustrie von Spielzeugen, Schuhen, Textilien und Elektronik.
Chan Ka Wai spricht Englisch. Er wird
übersetzt. Seine Themen:Verhaltenskodex für Multis, Clean
Clothes-Kampagne, Spielzeug-Kampagne, Arbeitsbedingungen in den
Export-Industriezonen in Hongkong und in den dafür speziellen
Wirtschaftszonen Chinas.
Zeit: 8. - 14. März 1999
Koordination: Brot für alle, Missionsstrasse 21, 4003 Basel, 061 268 83 34, Fax 061 268 82 68