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Schätzungen zu Folge sind rund 15 Prozent der Bevölkerung vorübergehend oder dauerhaft von einem Tinnitus betroffen. Manche hören es pfeifen, andere summen oder rauschen. Am deutlichsten ist das Geräusch wahrzunehmen, wenn es still ist. Einige quält der Tinnitus derart, dass sie unter Schlafstörungen, Depressionen und Übelkeit leiden oder sogar an den Rand der Verzweiflung geraten.
Die Ursachen von Ohrgeräuschen sind vielfältig. Etwa bei einem Drittel der Kranken ist ein Lärmtrauma schuld: zu laute Musik, Lärmbelastung bei der Arbeit, Motorengeräusche oder ein Silvesterknaller. Aber es gibt auch zahlreiche Erkrankungen, die zu Ohrensausen führen können – zum Beispiel Bluthochdruck, Gefässveränderungen im Bereich des Ohrs, Fehlfunktionen des Kiefergelenks, Veränderungen der Halswirbelsäule, ein Hörsturz oder Ohrenentzündungen. Auch gewisse Medikamente, Alkohol, Nikotin und Koffein – zumindest in höheren Dosen – können zu Tinnitus führen.
Meist kann der Tinnitus mit durchblutungsfördernden oder kortisonhaltigen Infusionen gemildert, bei rund 60 Prozent der Patienten sogar ganz geheilt werden. Bei chronischem Tinnitus besteht gute Aussicht auf Linderung mit der Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT). Dabei soll das Ohrgeräusch von einer allgegenwärtigen, ständigen Wahrnehmung in eine Nebensache umgewandelt werden.