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Babesia spp.
Die Babesiose wird durch Parasiten verursacht, welche, ähnlich wie die Erreger der Malaria, die roten Blutkörperchen infizieren können. Sie kommt inbsesondere im nordöstlichen Teil der USA vor, wo der Krankheitserreger Babesia microti durch Zecken der Art Ixodes scapularis übertragen wird. In Europa ist die Babesiose extrem selten; in der Schweiz wurde bisher noch kein Fall dokumentiert.
Erreger
Verschiedene Arten der Gattung Babesia können in Zecken nachgewiesen werden. Babesia spp. sind Parasiten der Blutkörperchen aus der Ordnung Piroplasmida. In Zecken durchlaufen sie einen sexuellen und asexuellen Reproduktionszyklus; in Wirbeltierwirten findet nach der Übertragung mit dem Speichel der Zecken am Ende einer Mahlzeit eine asexuelle Reproduktion statt. Babesia spp. werden in Zecken sowohl transstadiell als auch transovariell übertragen; diese bleiben also von Generation zu Generation Träger der Erreger und stellen damit ein Reservoir für Babesia spp. dar.
Die wichtigsten Arten sind Krankheitserreger von Haus- und Nutztieren, wie Babesia divergens und Babesia bovis bei Rindern, Babesia caballi bei Pferden und Babesia canis bei Hunden. Andere Arten kommen eher bei Wildtieren vor, wie zum Beispiel Babesia microti bei Nagetieren.
In Europa warden Babesia spp. durch Zecken der Spezies Ixodes ricinus, Rhiphicephalus sanguineus, oder der Gattung Dermacentor spp. übertragen.
Epidemiologie
Die humane Babesiose wurde erstmals im Jahr 1956 dokumentiert. In Europa werden insbesondere Infektionen mit Babesia divergens beschrieben, diese sind allerdings selten. Sie betreffen insbesondere splenektomierte Patienten und weisen einen schweren, oft tödlichen Verlauf auf. Babesia divergens ist verantwortlich für den Grossteil der Babesiose-Fälle beim Menschen und kann auch immunkompetente Personen infizieren. Seit 2003 wird eine weitere zoonotische Spezies, Babesia venatorum, sehr sporadisch in Europa beobachtet.
Im Nordosten der USA sind Infektionen mit Babesia microti am weitesten verbreitet; das CDC meldet jährlich etwa 2’000 entsprechende Krankheitsfälle. Im Gegensatz dazu bleibt die Babesiose in Europa seit dem ersten dokumentieren Fall 2007 in Deutschland aussergewöhnlich selten, wahrscheinlich aufgrund der geringen Pathogenität dieser Spezies in Europa.
Klinik
Infektionen unterschiedlichen Schweregrades werden vor allem bei immunkompromittierten Personen beobachtet; von Infektionen mit B. divergens sind insbesondere splenektomierte Patienten betroffen. Babesiosen kommen jedoch auch bei immunkompetenten Personen vor; dies sind hauptsächlich Infektionen mit B. microti in den USA, jedoch sind auch seltene Fälle in Europa publiziert. Klinisch manifestiert sich die Babesiose durch grippeartige Beschwerden, Fieber, eine Splenomegalie und eine hämolytische Anämie. Die Symptome erinnern etwas an eine Malaria (ohne Tropenreise).
Es wurden sowohl schwere, tödliche Verläufe wie auch asymptomatische Infektionen beschrieben. Aufgrund ihrer Seltenheit kann die Babesiose mit einer anderen Infektionskrankheit verwechselt werden, typischerweise mit einer Malaria. Hildebrand et.al haben sogar Verwechslungen mit einer Neuroborreliose beschrieben.
Therapie
Die Therapiemöglichkeiten reichen von der klassischen Behandlung einer Piroplasmose bis hin zu Kombinationstherapien, welche klassische Antibiotika gegen Bakterien mit einschliessen.
Impfung
Es existiert zurzeit keine Impfung zum Schutz vor einer Babesiose.
Diagnostik
Die klassische Methode ist der direkte mikroskopische Nachweis der Parasiten in den Erythrozyten in einem Blutausstrich und einem mit Giemsa gefärbten dicken Tropfen. Diese Methode unterscheidet sich nicht von jener, die für den Nachweis von Plasmodien bei Verdacht auf Malaria eingesetzt wird. Sie ist die Methode der Wahl in der akuten Phase der Babesiose.
Eine PCR ist im Labor ADMED Microbiologie verfügbar, um den mikroskopischen Nachweis zu bestätigen oder die Sensitivität des Nachweises zu erhöhen. Sie ermöglicht auch den Nachweis von Babesien in anderen Geweben.
Der in unserem Labor validierte serologische Nachweis eignet sich nur zum Nachweis von Infektionen mit B. microti. Es handelt sich um eine Immunfluoreszenz-basierte Methode, die nur bei einem Verdacht auf Babesiose bei der Rückkehr aus entsprechenden endemischen Gebieten (USA) eingesetzt werden sollte.
Guidelines
keine
Quellen
Hildebrandt A, Zintl A, Montero E, Hunfeld KP, Gray J. Human Babesiosis in Europe. Pathogens. 2021 Sep 9;10(9):1165.
Martinot M, Zadeh MM, Hansmann Y, Grawey I, Christmann D, Aguillon S, Jouglin M, Chauvin A, De Briel D. Babesiosis in immunocompetent patients, Europe. Emerg Infect Dis. 2011 Jan;17(1):114-6.