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Der Lebenslauf
Horst wurde 1.11.1933 in Leipzig geboren. 1939 begann der 2. Weltkrieg mit Bombenangriffen, an die er sich gut erinnert. Seine Mutter starb, als er 6 Jahre alt war. Er hatte noch 2 Brüder, der Vater (ein starker Raucher) heiratete wieder, seine 2. Mutter starb, als er 12 Jahre war.
Horst machte eine Schreinerlehre. Er interessierte sich besonders für Bauten und war als Kind schon sehr beeindruckt vom Rathaus. Die Lehrer in der Berufsschule hielten ihn für sehr begabt und empfahlen ihm, Architekt zu werden.
Er wollte aber lieber Handwerker – Kunsthandwerker und Künstler sein.
1953, mit 19 Jahren floh er nach Westberlin, mit der S-Bahn von Ost nach West, 1 Tag vor der Blockierung der Grenze.
Horst arbeitete ein halbes Jahr bei einem Bauern, dort wurde immer wieder von der Schweiz erzählt, und deshalb ging er dann zu Fuss und ohne Geld von Bonn in die Schweiz.
Er Pendelte 2 Jahre zwischen Deutschland und der Schweiz, bekam die Gelbsucht und kurierte sie mit einer Diät – ohne Fleisch.
1956 arbeitete er in München auf dem Bau und trank, wie die anderen, Bier, dann las er ein Buch über die Leber und stoppte den Alkoholkonsum.
Ab da hat er intensiv viele reformerische Bücher gelesen.
Er lebte abstinent und vegetarisch.
Mit dem Fahrrad fuhr er in 2 Wochen 2500 km nach Italien und zurück nach München und guckte sich unterwegs viele Bauten, Dome und Kirchen an.
1958 reiste er mit dem Velo durch Holland, Belgien, England und Österreich und arbeitete bei Bio-Bauern, er fuhr dabei auch an Thielle vorbei.
Im nächsten Sommer fuhr er 10‘000 km durch Frankreich, Spanien, Marokko und zurück nach Bayern. In jedem Land versuchte er, die Sprache zu erlernen.
Anschliessend arbeitete er in Deutschland als Waldarbeiter.
Er nahm an einem grossen Vegetarier-Treffen teil und hörte dabei immer wieder vom Gelände in Thielle.
1959, mit 26 Jahren, kam er für 14 Tage nach Thielle und blieb 4 Wochen. Elsi meinte, er könne grad dableiben.
Aber er wollte noch mehr erleben und reisen.
Im Schwarzwald hat er mit einem vegetarischen Arzt eine Klinik aufgebaut. Dort lernte er auch Günther kennen. Er arbeitete dort immer wieder zwischen 1960 und 66, bereiste auch Korsika, verbrachte 3 Monate auf dem Balkan und immer wieder arbeitete er in einem Kloster in Frankreich.
Seit 1968 lebte er zwischen seinen Reisen immer wieder in Thielle, er baute der Basler Pavillon mit Fredy H., baute die Küche aus und legte einen Garten an.
1970 reiste er nach Skandinavien: Dänemark, Finnland, Norwegen und
1971 Südfrankreich, Portugal, Senegal, Marokko
1973 – 1976 machte er eine Weltreise, er verbrauchte sein Erspartes und arbeitete immer wieder als Zimmermann. In Australien hat er sehr gut verdient – besonders im Vergleich zu Thielle. In Neuseeland hat er Obst gepflückt.
Weiter ging es nach Amerika, Hawaii, Fidschi-Inseln und Südamerika.
Inzwischen konnte er Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch.
Seit 1976, mit 43 Jahren, wohnte und arbeitete er überwiegend in Thielle.
Im Herbst war er oft im Schwarzwald, im Winter im Kloster in Südfrankreich.
Manchmal verbrachte er auch den Winter in Thielle.
So baute er von 1983-86 die Toilettenanlagen, legte Leitungen, mauerte, verputzte, legte die Naturstein-Mauer in der Badebucht und vieles mehr.
Nach Elsis Zeit, ab 1992 arbeitete er viel bei Christian, legte Platttenwege, verlegte Wohnwagen, entsorgte Wohnwagen, legte neue Plätze an und baute Dächer. Auch die Volleyballplätze und Tischtennisplätze legte er an.
In einem Winter hat er die neue Kanalisation für die Saugpumpe gelegt: vom Klosterhof bis hinter das Restaurant. Alles von Hand gegraben. Von dem Aushub wurde der „Horsthügel“ geschaffen.
Seine Mandalas malte er von 1992-1995.
1995 lernte er Maria kennen.
1997 wurde in Bern festgestellt, dass er Schwarzarbeiter ist, nicht gemeldet und ohne Renten- und Krankenversicherung. Er war inzwischen 64 Jahre alt.
Seit 2000 lebte er von privaten Aufträgen von ThiellerInnen .
Er begann mit seinen 3-dimensionalen Puzzles.
Er war immer noch ohne Anmeldung und arbeitete unter Walter H. schwarz bis 2006.
2007 kam der 1. Entscheid der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht. Er war positiv für Fritz Z. und Walter H..
Dann kam es zum Krach mit Walter H. – wegen eines Feuers und Horst wurde gekündigt.
Die damalige Stiftungsleitung wollte alle loswerden, die kritisch waren.
Sie dachten, Horst sei rechtlos. Aber Paul machte ihn auf seine Gewohnheitsrechte aufmerksam und dass eine Kündigung ohne vorgeschriebenes Formular ungültig ist. Kudi gründete den Verein Horstfreunde. Es wurde Geld gesammelt (7000 Fr.), Rechtanwalt R. engagiert und an der ONS-Versammlung wurde Horst zum Ehrenmitglied ernannt (120 gegen 28 Stimmen). Walter und Brigitte waren geschockt.
2008 kam die Wende, Horst wurde angemeldet und versichert, er erhält eine sehr kleine Rente von Deutschland. Er wohnt mietfrei, macht kleinere Unterhaltsarbeiten solange es ihm möglich ist und erhält für grössere Arbeiten einen Stundenlohn.
Horst verstarb am 27. Juli 2015 in Thielle im Alter von 81 Jahren.
(Text: Ulla R.)