Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/177718

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen den Einfluss der kantonalen Schulsysteme auf die Verringerung von Ungleichheiten zu evaluieren, indem er sich auf die in den 26 Kantonen existierenden Praktiken stützt und jene Elemente bestimmt, die eine Verringerung der Ungleichheiten im Bildungsbereich ermöglichen. Dies könnte im Rahmen des Bildungsmonitorings geschehen, wobei der Schwerpunkt auf Längsschnitt- und Kohortenstudien zu legen wäre, die sich mit der Problematik der Chancengerechtigkeit ("Equity") in unserem Bildungssystem befassen. Solche Studien fehlen zurzeit noch.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Ein erfolgreiches Bildungssystem bietet den Menschen die Chance, sich eigenständig zu entwickeln und das persönliche Begabungspotenzial auszuschöpfen, unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder sozialem Status. Bund und Kantone setzen sich dafür ein, dass die vorhandenen Chancen und Potenziale für Individuen und die Gesellschaft bestmöglich genutzt werden können.</p><p>Der Bundesrat teilt die Ansicht des Postulanten, dass aktuelles Wissen über die Chancengerechtigkeit in der Schweiz einen wichtigen Stellenwert haben muss und Grundlage für Bildungsplanung und bildungspolitische Entscheide ist. Mit dem Bildungsmonitoring Schweiz besteht bereits ein Instrument, welches systematisch und langfristig Informationen über das Bildungssystem und dessen Umfeld sammelt und aufbereitet. Im alle vier Jahre erscheinenden Bildungsbericht (der nächste erscheint 2018) wird entlang aller Bildungsstufen und -typen eine Beurteilung anhand der drei Kriterien Effektivität, Effizienz und Equity vorgenommen. Die Analyse der Chancengerechtigkeit zieht sich als ein zentrales Element durch den Bericht und wird von der Vorschul- und Primarstufe über die Sekundarstufen I und II bis hin zur tertiären Stufe und der Weiterbildung explizit dargestellt.</p><p>Durch die Einführung eines eindeutigen Personenidentifikators wurde zudem die Grundlage geschaffen, Bildungsverläufe nachzuzeichnen und die Funktionsweise des Bildungssystems besser zu analysieren. Übergänge und Verläufe können mit Kontextinformationen wie beispielsweise der sozialen Herkunft in Beziehung gesetzt werden. Dies ermöglicht es, im Bereich der Chancengerechtigkeit neue Erkenntnisse zu gewinnen, welche inskünftig in den Bildungsbericht einfliessen werden.</p><p>Ausserdem ermöglichen die Erhebungen zur Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) und das Projekt Tree (Transitionen von der Erstausbildung ins Erwerbsleben) einen umfangreichen Längsschnitt und ein detailliertes Bild der Bildungs- und Lebensverläufe. Damit werden zusätzliche Daten generiert, die auch zur Chancengerechtigkeit mehr Informationen liefern werden.</p><p>Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Förderung der Chancengerechtigkeit nicht erst in der Schule beginnt. Massnahmen der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) tragen wesentlich dazu bei, die Bildungschancen insbesondere von Kindern aus benachteiligten Familien zu erhöhen. Im Rahmen des derzeit laufenden Nationalen Programms gegen Armut (2014-2018) wird bereits ein entsprechender Schwerpunkt gemeinsam von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden bearbeitet. </p><p>Durch die künftig reichhaltig vorhandenen Daten über das Bildungssystem - auch hinsichtlich Chancengerechtigkeit - erachtet der Bundesrat das Anliegen des Postulates als erfüllt. </p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.