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"Ich bin ein populärer Designer, das Zuhause der Leute ist mein Museum. Dort stehen meine Zahnbürsten, meine Stühle, warum sollte man die im Museum zeigen?"
Philippe Starck ist einer der bekanntesten Designer unserer Zeit. Es gibt vermutlich kaum einen Ort, an dem man nicht auf eines seiner Objekte trifft. Neben seinen unzähligen Produkten rückt auch die Person Philippe Starck häufig in das Interesse der Öffentlichkeit. Provokant, gesellschafts- und selbstkritisch wie seine Aussagen und Botschaften sind auch die demokratischen Designs des Stardesigners.
Der Popstar unter den Designern
Philippe Starck wurde 1949 in Paris geboren. Bereits kurz nach seinem Studium Ende der 60er Jahre erregte er mit einer Serie aufblasbarer Objekte Aufmerksamkeit. Es folgte eine zweijährige Tätigkeit als Art Director bei Modeschöpfer Pierre Cardin und erste eigene Inneneinrichtungsprojekte für Bars, Diskotheken und Nachtklubs.
Ende der 70er-Jahre entstanden erste Möbelentwürfe aus der Feder Starcks, wie das Mac Gee Regal (1979), das noch heute vom italienischen Unternehmen Cerruti Italia produziert wird. Den Aufstieg in den Designolymp erlangte Philippe Starck Anfang der 80er, als er im Auftrag des damaligen französischen Präsidenten Mitterand die Inneneinrichtung des Elysée-Palastes in Paris entwarf. 1984 folgte die Inneneinrichtung des prestigeträchtigen Pariser Café Costes, wobei der bekannte dreibeinige Caféhaus-Stuhl Costes entstand, der heute vom Hersteller Driade produziert wird.
Weitere namhafte Produzenten und Hersteller erweiterten in der Folge ihr Sortiment um Original-Entwürfe von Philippe Starck: Zahnbürsten, Pasta oder Motorräder - Starck gestaltete eine Vielzahl von Produkten für die verschiedensten Lebensbereiche. Ende der 80er, Anfang der 90er kreierte Starck regelrechte Designikonen, darunter die Zitronenpresse Juicy Salif und den Aschenbecher "Joe Cactus" (beide 1990) für Alessi, die Tischleuchte Ará für Flos (1988) oder den Stuhl Lord Yo für Driade (1994).
Der Exzentriker Starck avancierte damit zum "Popstar unter den Designern". Nicht zuletzt wegen der Art und Weise, mit der er sich selbst neben seinen Produkten immer wieder in Szene setzte. Wer Philippe Starck jedoch eine mangelnde Reflexion seiner Arbeiten vorwirft, tut ihm Unrecht. Wie kaum ein anderer Designer setzt sich Starck auf seine humorvolle und theatralische Art mit der gesellschaftlichen und moralischen Bedeutung von Design auseinander.
Die Werte in den Designs von Philippe Starck
Die Vielzahl seiner erschaffenen Objekte lässt sich sowohl hinsichtlich ideeller und emotionaler Werte, als auch unter ökonomischen Aspekten begutachten. Die von Starck ins Leben gerufenen Kataloge der "Good Goods" oder sein Programm des "Demokratischen Designs" verfolgen die Ziele, die Qualität von Produkten zu verbessern, den Preis zu reduzieren und den Vertrieb so zu gestalten, dass Design für alle zugänglich wird. Eine Zielsetzung, die bereits das Bauhaus anstrebte und die Starck heute größtenteils als erfüllt ansieht.
Immaterielle Parameter wie Sex, Sinnlichkeit und Symbolik spielen in den Entwürfen von Starck eine ebenso große Rolle wie der Preis und die Produktionsbedingungen seiner Entwürfe - seinen Kunststoffstuhl Louis Ghost, den er 2002 für das Unternehmen Kartell entworfen hat, betitelt er deshalb gerne als "eine Art postfreudianischen Bauhaus-Stuhl".
Philippe Starck gilt zwar als ein "Enfant terrible" in der Designszene, doch die Vielzahl an Auszeichnungen und Preisen, die Präsenz seiner Objekte in den Sammlungen der weltweit bedeutendsten Museen und nicht zuletzt die enormen Verkaufszahlen seiner Produkte machen Starck zu einem der bedeutendsten Designer der Gegenwart.
Heute setzt Starck auf ehrliche und dauerhafte Designs, die vor allem mit wenig Aufwand viel erreichen sollten. "Meine Mitarbeiter und ich, wir versuchen bei jedem Objekt, mehr und mehr Materie wegzunehmen. Bis der Computer sagt: Bis hierher und nicht weiter, sonst geht das Produkt kaputt. Verpackung, die nur hübsch aussieht, die gibt es bei uns nicht".
Trotz mehrfachen Kokettierens mit seinem Karriereende hat Starck seine Arbeit noch nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Derzeit plant er die Inneneinrichtung eines Raumschiffes von Virgin Galactic, mit dem demnächst Touristen ins Weltall befördert werden sollen.
Internetseite von Philippe Starck