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Damals war ich sieben Jahre alt.
Ich habe laut gelacht, als ich das Foto in einem Heft entdeckte.
Und mich an andere Begebenheiten erinnert:
◊ Das dunkle Pfünderli kostete 50 Rappen. Es wurde in ein Seidenpapier eingewickelt, beide Enden des Brotes schauten heraus. Zu Hause wurde der Kleber sorgfältig gelöst, das Papier zweimal gefaltet und in der Küche in die Papierschublade gelegt. Da lagen auch die Papiersäcke vom Gmüesler, die man beim nächsten Einkauf wieder mitbrachte.
◊ Schreiben lernte ich mit einem Griffel auf der Schiefertafel. Deren Holzrahmen hatte am Wochenende gefegt zu werden, damit er nicht speckig oder schmutzig sei. Jeden Morgen hatte man bei Unterrichtsbeginn die Griffelschachtel und die Schwammbüchse zu öffnen; die Griffel sollten gespitzt und der Schwamm nass sein, aber nicht tropfnass, das gab eine Sauerei.
◊ Auf dem Weg zur Schule kam man an der einen oder anderen Metzgerei vorbei, und es konnte gut sein, dass vor der Türe zum Schlachtraum ein muhendes Kalb oder Rind oder eine Sau angebunden war. Wenn wir lange genug stehen blieben, konnten wir beobachten, wie das Tier weggeführt wurde. Wer dann noch Nerven hatte, stand unter die offene Türe und schaute weiter zu.
◊ Der Milchmann kam am frühen Abend mit dem Lieferwagen, auf dem die Kannen standen, die er eingesammelt hatte und aus deren einer er Milch ins mitgebrachte Milchkesseli schöpfte. Zahlen tat man am Monatsende.
◊ Den Kehricht sammelte man im Ochsnerkübel. Der war mit Zeitungspapier ausgeschlagen. Am Tag der Abfuhr stellte man ihn an den Strassenrand. Dann kam der Preisig mit dem Pferdewagen und leerte den Kübel. Den fegte man aus und schlug ihn wieder mit Zeitungspapier aus. Der Preisig fuhr mit der vollen Ladung in die Steblen und schaufelte sie dort auf die Halde.
◊ Das 800-Seelen-Dorf war voller Leben: Es gab fünf Bäckereien, drei Metzgereien, vier Gmüesler, eine Käserei, einen Schuhmacher, eine Drogerie, eine Papeterie, zwei Tankstellen mit Autowerkstatt, ein Haushaltwarengeschäft, den Bazar, wo man Taschen, Körbe, Geschirr, Wolle und und und bekam, ein Textilhaus, eine Bank, etliche Naturärzte, zwei Coiffeure, eine Gärtnerei, eine Post und um die zwanzig Beizen.
◊ Das Schwimmbad wurde um diese Zeit geschlossen. Der Naturweiher entsprach nicht mehr den hygienischen Anforderungen. So liefen wir Kinder am Mittwoch- oder Samstagnachmittag eine Dreiviertelstunde im Gänsemarsch auf der Strasse nach Herisau ins dortige Schwimmbad. Ohne Eltern; die hatten zu tun.
◊ Unser Nachbar, ein Bauer, auch ein Preisig, brachte die Gülle mit der Holzbenne auf die Wiese und schöpfte sie mit einer Kelle aus. Er trug sein Übergwändli, bis es ihm vom Leibe fiel, so meine Mutter.
◊ Die erste Waschmaschine, sie stand im Badezimmer, hatte keinen Schleudergang. Nach dem Waschen musste die Wäsche zwischen zwei Walzen durchgedreht werden. Aufgehängt wurde sie an einer langen Leine, die dem Weg entlang aufgespannt war. Wenn der Bauer dann gerade die Gülle ausfuhr und alles bespritzte, musste noch einmal gewaschen werden.
◊ Einen Fernseher hatten wir keinen, der kam erst vier Jahre später ins Haus. Wir Kinder hockten manchmal ums Radio, einen grossen Kasten, und hörten Trudi Gerster zu.
◊ Solange es warm genug war, liefen wir barfuss, auch zur Schule. Am Sonntag trug man Schuhe. Ich hätte gerne schwarze Lackschuhe gehabt. Gab es nicht. Unsere waren weiss.
◊ In der kalten Jahreszeit waren wollene Strumpfhosen angesagt. Die dunkelblauen waren noch akzeptabel, aber die graubraunen waren ein Graus. Wir mussten sie nachtragen, sie waren zu gross und lotterten. Ein unangenehmes Gefühl und schämelig. Durfte man im Frühling dann zu den Kniesocken wechseln, musste man über die Unterhosen wollene Unterhosen ziehen, damit man sich nicht erkältete.
…
Was so ein Bild an Erinnerungen wachrufen kann, nicht wahr!
Schauen Sie doch wieder einmal ein altes Fotoalbum an und lassen Sie sich in der Zeit zurückversetzen. Das kann sehr vergnüglich sein!