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In der Woche von Donnerstag, 19. bis Freitag, 27. Oktober fiel in mehreren aufeinander folgenden Süd- und Westlagen vor allem im Hochgebirge viel Schnee. Es wurde an sechs Tagen ein Lawinenbulletin publiziert. Neu erscheint dieses auch im Sommer und in den Winterrandzeiten als Kartenbulletin mit Gefahrenstufen anstelle des bisherigen Textproduktes.
Das Wetter war oft trüb und nass. In hohen Lagen und im Hochgebirge fiel immer wieder Schnee, zum Teil auch beachtliche Mengen. Die Schneefallgrenze fuhr dabei Achterbahn. Immer wieder sank sie gegen 2000 m, zeitweise auch tiefer, nur um kurz darauf wieder gegen 2500 m anzusteigen. Allgemein blieb die Schneefallgrenze im Süden oft deutlich höher als in den übrigen Gebieten.
In der ersten Niederschlagsphase vom Donnerstag, 19. Oktober bis Sonntagmorgen, 22. Oktober fielen im Berninagebiet im Hochgebirge knapp 2 Meter Schnee. Somit war es dort oberhalb von 3500 m bereits sehr winterlich.
Von Montag, 23. Oktober bis Freitag, 27. Oktober fiel sowohl im Westen wie auch erneut im Berninagebiet immer wieder Niederschlag. Am intensivsten war der Niederschlag von Donnerstag auf Freitag. Die Neuschneemengen zusammenzufassen ist schwierig, da im Hochgebirge kaum automatische Stationen stehen, die den Niederschlag messen können. Zudem war das Wetter in dieser Periode oft trüb, so dass auch Webcams nur bedingt Abhilfe schaffen konnten. Insgesamt fielen von Montag bis Freitag oberhalb von 3200 m im westlichsten Unterwallis und im Berninagebiet schätzungsweise 50 bis 80 cm, am nördlichen Alpenkamm westlich der Reuss 40 bis 60 cm. Auch in den übrigen Gebieten schneite es verbreitet, die Mengen waren aber deutlich geringer. Die tägliche Neuschneeverteilung ist in der folgenden Bildgalerie dargestellt.
Am 19. und am 20. Oktober sowie vom 23. bis zum 26.10. erschienen jeweils Lawinenbulletins. Darin wurde vor trockenen Schneebrettlawinen im Neu- und Triebschnee im Hochgebirge gewarnt. Der Schnee fiel im Hochgebirge und im vergletscherten Gelände verbreitet auf eine dünne Altschneedecke. Gebietsweise wurde mit der Stufe 3 (erheblich) gewarnt.
Die Lawinengefahr nimmt in den kommenden Tagen ab. Im Hochgebirge sind die Bedingungen aber winterlich, und es sollte eine vorsichtige Beurteilung der Verhältnisse gemacht werden. Auf Hochtouren ist die Mitnahme der Winternotfallausrüstung (LVS, Lawinenschaufel und Lawinensonde) empfohlen. Zudem sollten exponierte Stellen, wo bereits ein kleiner Rutsch zum Absturz führen kann, vorsichtig beurteilt werden.
Wer sich darüber gewundert hat, dass bereits eine Karte mit Gefahrenstufen zu sehen ist: Seit September dieses Jahres publiziert der Lawinenwarndienst nur noch Lawinenbulletins mit Gefahrenkarte. Das bisherige Format des Sommerproduktes in reiner Textform wurde eingestellt. Das Sommerbulletin (oder aktuell wohl eher das Herbstbulletin) ist also ein «ganz normales Lawinenbulletin», mit zwei Ausnahmen:
- die Wetterbeschreibung ist kürzer gefasst als im Winter
- die Stufe 1 (gering) wird im Sommer und in den Winterrandzeiten nicht eingeschätzt
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.