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In den letzten Jahren hat der medizinische Fortschritt auf vielen Gebieten der Medizin rasante Fortschritte erzielt. Neue Verfahren und Therapieansätze wurden entwickelt, die auch in der Kosmetischen Dermatologie zur Anwendung gelangen. So wurde etwa seit dem Jahr 2000 plättchenreiches Plasma (englisch Platelet-Rich-Plasma, oder abgekürzt auch PRP) in seiner Wirksamkeit und seiner Wirkungsweise erforscht sowie die Technik zu seiner Herstellung verbessert. Seither ergeben sich neue Therapiemöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen. Vorweg ist dabei zu unterstreichen, dass es sich hier um eine Behandlung mit einem körpereigenen Präparat handelt, das aus eigenem Blut hergestellt wird und dessen Einsatz nur am eigenen Körper möglich ist. Mit Doping hat das absolut nichts zu tun. Zwar ist PRP ein Extrakt aus Blut, doch ist seine Anwendung in keiner Weise leistungssteigernd und etwas gänzlich anderes als die im Sport untersagte Einenbluttransfusion.
Wie wirkt PRP?
Blut enthält neben dem Blutplasma viele, sehr unterschiedliche Bestandteile, so auch die Thrombozyten (zu Deutsch Blutplättchen). Es handelt sich um die kleinsten Blutzellen, und sie spielen bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle. Thrombozyten haben unter anderem auch die Eigenschaft, durch Proteinbiosynthese ganz bestimmte Eiweisse erzeugen zu können, die speziell wachstumsfördernd sind. Es handelt sich hier um eine ganze Reihe von Wachstumsfaktoren und Zytokinen (Proteine z.B. wie den Epidermalen Wachstumsfaktor oder den Fibroblasten-Wachstumsfaktor), die in dem Gewebe, in dem sie freigesetzt werden, direkt oder indirekt eine Regeneration bewirken. In der Haut regen sie die Fibroblasten und auch adulte Stammzellen zur Zellteilung an, und tragen dadurch zur Verjüngung des Gewebes bei. Thrombozyten können gezielt zur Erzeugung dieser Wachstumsfaktoren angeregt werden; man nennt das Aktivierung. Ein einziger Thrombozyt wird aber nur äußerst geringe Mengen dieser hochwirksamen Proteine synthetisieren können. Darum ist man bestrebt, durch ein Verfahren möglichst viele Thrombozyten zu isolieren und ein konzentriertes, angereichertes Präparat herzustellen, das mit möglichst viel von diesen wertvollen Wachstumsfaktoren enthält.
Wie wird PRP hergestellt?
Die festen Bestandteile des Blutes haben ein jeweils unterschiedliches spezifisches Gewicht. Wird nun Blut entnommen und in einer Zentrifuge geschleudert, so können die unterschiedlich grossen Bestandteile in relativ einfacher Weise, auf mechanischem Weg voneinander getrennt werden. Das Produkt, das in diesem Falle hergestellt werden soll, ist eben das thrombozytenteiche Plasma. In mehreren Schritten kann ein immer stärker mit Thrombozyten angereichertes Präparat entstehen. Je konzentrierter das PRP wird, umso wirkungsvoller ist es. Das gute an der Methode der Trennung durch Zentrifugieren ist, dass die restlichen, nicht benötigten Bestandteile des Eigenblutes dem Blutkreislauf wieder zugeführt (retransfundiert) werden können. Zur Herstellung des PRP in der Arztpraksis ist ein Tischgerät ausreichend, denn die therapeutisch notwendige Menge an benötigtem PRP ist relativ klein. Im klinischen Bereich können mit aufwendigeren Geräten allerdings auch grössere Mengen an plättchenreichem Plasma hergestellt werden. Wichtig ist festzuhalten, dass das hergestellte Präparat möglichst umgehend verwendet werden soll, denn seine Haltbarkeit ist auf wenige Stunden begrenzt.
Anwendungen zur Hautregeneration
Plättchenreiches Plasma wird mittlerweile in unterschiedlichen Bereichen der Medizin erfolgreich eingesetzt: In der Sportorthopädie, in der Mund- und Gesichtschirurgie, in der Thorax- und Gefässchirurgie, oder auch zur Unterstützung der Wundheilung. Mit gutem Erfolg kommt es seit vielen Jahren aber auch in der Kosmetischen Dermatologie zur Anwendung. Wird PRP in die untere Hautregion, die Dermis flächig eingespritzt, so entfalten die von den Thrombozyten freigesetzten Wachstumsfaktoren dort ihre Wirkung. Dadurch, dass sie die Zellteilung der Fibroblasten anregen, tritt eine Kollagenneubildung ein, die der Haut zusätzliche Festigkeit verleiht – die Haut wird wieder straffer und Falten verschwinden langsam wieder. Ausserdem wird auch die Produktion von Elastin und von körpereigener Hyaluronsäure in Gang gesetzt, wodurch die Haut an Volumen gewinnt. Weil seine Wirkung auf der Stimulation des Zellwachstums beruht, tritt das Resultat, das mit PRP erreicht wird, erst allmählich zutage, ist dafür aber nachhaltig. Nicht nur zur Faltenglättung und zum Volumenaufbau ist PRP ein geeignetes Mittel: Auch zur Verbesserung des Hautbildes sowie zur besseren Abheilung der Haut nach einem Peeling kann es mit gutem Erfolg zur Anwendung kommen. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn die PRP-Therapie mit einer Eigenfettbehandlung kombiniert wird, wobei das plättchenreiche Plasma die Effizient der Transplantation von Eigenfett deutlich steigern kann.