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Schreiben Sie Ihre Webtexte im guten alten Microsoft Word? Dann kennen Sie das Problem, wenn der Text auf der Website überhaupt nicht mehr so aussieht, wie Sie ihn im Schreibprogramm verfasst haben. Mit der Auszeichnungssprache Markdown sind Sie diese Sorge los, denn damit lässt sich das Aussehen und die Struktur eines Textes mit einfachen Markierungen definieren. So wird beispielsweise ein in zwei Sterne gesetzter Text fett. Ich zeige Ihnen heute, warum ich meine Texte nur noch in Markdown schreibe.
Markdown = Texte für Menschen
Markdown ist zu allererst eben eine Auszeichnungssprache, besteht aber eigentlich aus zwei Komponenten. Neben der Sprache bezeichnet Markdown auch einen Konverter, der passend formatierten Text in HTML umwandelt. Vater der Sprache und des Konverters ist der amerikanische Blogger John Gruber. Grossen Anteil an der Entwicklung hatte auch Aaron Swartz.
Das oberste Ziel hinter Markdown ist einfach: Der Quelltext soll für Menschen lesbar sein. Texte sollen also keine Tags und kryptischen Formatierungen enthalten. Als grösste Inspiration nennt Gruber das Format von Klartext-E-Mails, bei dem als Beispiel *-Zeichen für Hervorhebungen genutzt werden. Dieser Fokus auf Lesbarkeit hat den positiven Effekt, dass sich Markdown-Texte auch äusserst komfortabel verfassen lassen.
Die Basics
Mit Markdown lassen sich alle grundlegenden Elemente eines Webtextes auszeichnen. Von Überschriften über Formatierungen wie kursiv oder fett bis hin zu Listen und Zitaten. Die Syntax ist denkbar einfach. Hier eine kleine Einführung:
Überschriften
Titel werden mit dem Rautezeichen definiert. Die Anzahl der Rautezeichen bestimmt dabei die Gewichtung der Überschrift:
# Überschrift 1 wird zu
<h1>Überschrift 1</h1>,
## Überschrift 2 zu
<h2>Überschrift 2</h2> usw.
Fett, kursiv und fett kursiv
Hervorhebungen sehen genau so aus, wie Sie das erwarten würden.
**fetter Text** wird zu
<strong>fetter Text</strong> und
*kursiver Text* wird zu
<em>kursiver Text</em>. Auch die Kombination aus fett und kursiv ist möglich:
***fetter, kursiver Text*** wird zu
<strong><em>fetter, kursiver Text</em></strong>.
Links und Bilder
Links und Bilder sind Salz und Pfeffer von Webtexten. Naturgemäss lassen sich Verlinkungen sehr einfach in Markdown definieren.
[Link zu Google](https://www.google.ch/ "Beschreibung des Links")
wird zu
<a href="https://www.google.ch/" title="Beschreibung des Links">Link zu Google</a>
Tipp: Wenn’s ganz schnell gehen soll, lässt sich ein Link auch mit
<https://www.google.ch/> definieren. Die Link-URL ist dann zugleich der Link-Text.
Selbst Bilder lassen sich äusserst simpel einbinden:
![Alternativtext](https://www.cyon.ch/img/cyon-logo.png "cyon-Logo")
wird zu
<img src="https://www.cyon.ch/img/cyon-logo.png" alt="cyon-Logo">
Listen
Listen, ob geordnet oder nicht, sind so ebenfalls schnell erstellt.
- Ich
- bin
- eine
- Liste
wird zu
<ul>
<li>Ich</li>
<li>bin</li>
<li>eine</li>
<li>Liste</li>
</ul>
und
1. Erster
2. Zweiter
3. Dritter
4. Vierter
wird zu
<ol>
<li>Erster</li>
<li>Zweiter</li>
<li>Dritter</li>
<li>Vierter</li>
</ol>
Markdown bietet noch weitere HTML-Elemente, die hier nicht erwähnt sind. Weil sich jedoch nicht alle Konstrukte abbilden lassen, lässt sich in Markdown-Texten auch problemlos herkömmliches HTML untermischen. Perfekt für Szenarien, wenn es ein wenig komplexer sein muss.
Die Dokumentation der kompletten Syntax finden Sie auf John Grubers Website und eine deutsche Übersetzung auf markdown.de. Markdown gibt es auch in erweiterten Varianten. Bekanntestes Beispiel ist «GitHub Flavored Markdown», mit dem sogar die Auszeichnung von Tabellen möglich ist. 2014 wurde ausserdem das Projekt CommonMark ins Leben gerufen, das einige Ungereimtheiten beim Parsen von Markdown ausbügeln soll.
Breite Unterstützung
Markdown wird von immer mehr Content-Management-Systemen von Haus aus unterstützt. Die Auszeichnungssprache hat sich zudem als Standard unter Static Site Generators entwickelt. Fehlt eine native Unterstützung, steht meist ein passendes Plugin zur Verfügung.
WordPress bringt seit Version 4.3 eine Markdown-Unterstützung-Light mit. Wir nutzen für unseren Blog deshalb das Plugin WP Markdown Editor, um die komplette Syntax nutzen zu können.
Grundsätzlich lässt sich mit jedem Texteditor ohne Probleme Markdown schreiben. Einige Editoren sind auf die Sprache spezialisiert und bieten Funktionen wie eine Vorschau oder den Export nach HTML. Wir nutzen gerne den iA Writer oder Sublime und Atom, die sich mit entsprechenden Plugins erweitern lassen.
Texte einfach produziert
Mit Markdown lassen sich ganz schnell ansehnliche Webtexte produzieren. Ohne wilde Formatierungsorgien im WYSIWYG-Editor. Wie bei jeder Eingabemethode, muss man sich auch an Markdown zuerst gewöhnen. Doch sind einem die wenigen Befehl einmal geläufig, schreibt es sich in Markdown einfach viel angenehmer als mit herkömmlichen Methoden. Auch Texte, die am Schluss gar nicht im Web landen.