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Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
Laut Wörterbuch Oxford English Dictionary versteht man unter Superfood ein „nährstoffreiches Lebensmittel, das als besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden erachtet wird.“ Und was sagt das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel? Es sind „Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, die aufgrund ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel haben.“
Oft enthalten Superfoods gehörige Portionen an Vitaminen, Mineralstoffen, Proteinen, essentiellen Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Phytosterine und Polyphenole. Den Polyphenolen (z. B. Anthocyane, Flavonoide, Flavonole) wird eine krebshemmende Eigenschaft zugesprochen. Sie wirken antioxidativ und entzündungshemmend. Anthocyane verhindern auch eine Zusammenballung von Blutplättchen (Thromboseschutz) und senken den Cholesterinspiegel. Andere Bestandteile von Superfoods sollen den Blutdruck senken, das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren, das Immunsystem stärken, um nur einige Wirkungen zu nennen.
Superfoods werden als Anti-Aging-, Beauty-Food und Schlankmacher gepriesen. Sie sollen sogar den Gedächtnisschwund vorbeugen. Andere sorgen für einen gesunden Schlaf, bringen Energie und fördern die Libido. So las ich unter „NetDoktor“ am 18.01.2016 diese Schlagzeile: „Früchte essen beugt Impotenz vor.“ Empfohlen wurden Anthocyanhaltige Beeren (Heidelbeeren, Kirschen, Brombeeren, Schwarze Johannisbeere) und Flavon- und Flavanon-haltige Zitrusfrüchte. Männer, die diese Beeren und Früchte assen, hatten weniger Probleme mit Impotenz.
Eine neue Studie der Tufts University in Boston ergab, dass einige Früchte (Heidelbeeren, Erdbeeren) und Walnüsse die Alterung im Gehirn verlangsamen.
Es muss jedoch betont werden, dass die Empfehlungen bei exotischen Lebensmitteln oft auf Erfahrungen von Naturvölkern beruhen. Es liegen auch nicht immer Studien vor.
Da manche exotische Früchte den langen Transport zu uns nicht überstehen, werden bei uns Pulver und gefriergetrocknete Extrakte angeliefert und zu Nahrungsergänzungsmittel verarbeitet.
Es gibt auch die Möglichkeit einige exotische Pflanzen im eigenen Garten anzubauen (z. B. Aroniabeere, Gojibeere, Schisandrabeere).
Neben der frischen Frucht sind auch Vollfrucht-Vermahlungen empfehlenswert. Diese tangieren gleich hinter der frischen Frucht.
Sehr zu empfehlen sind naturreine Pflanzensäfte (Schoenenberger) wie der Acerola-Saft, Granatapfel-Muttersaft, Ingwer-Pflanzentrunk und der Kaktusfeigen-Saft.
Acaibeere
Kaum ist eine interessante Frucht auf dem Markt, kursieren die wildesten gesundheitlichen Wirkungen. So war es auch mit der Acaibeere (gesprochen Assa-i).
In TV-Shows in den USA wurde die Acaibeere als ein Mittel zur Gewichtsreduzierung und als Jungbrunnen (Anti-Aging-Wirkung auf die Haut) angepriesen. Ernährungsberater bezeichnete euphorisch Acai als die „Superfrucht des Jahrhunderts“. Kein Wunder, dass viele Hollywood-Stars die Acaibeere gleich ausprobierten.
Die Kohlpalme bzw. Acai (Euterpe oleracea), die ursprünglich aus dem Amazonasregenwald stammt, entwickelt purpurfarbene und bei Vollreife bis fast schwarze Früchte, die bis zu 30-mal mehr Antioxidantien beinhalten wie dieselbe Menge Rotwein. Die brasilianische Acai-Frucht weist nicht nur einen hohen Anthocyan-Anteil auf, sondern auch die essentiellen Omega-Fettsäuren, ferner Ölsäure, Linolensäure, Phytosterole, Ballaststoffe und Vitamin C. Die Anthocyane verbessern die Durchblutung, beugen Thrombosen vor und verhindern eine Arteriosklerose. Forscher entdeckten des Weiteren antivirale und antiallergene Eigenschaften. Die Brasilianer nennen den Acai-Baum „Baum des Lebens“.
Bei uns wird die Superfrucht in Form von Pulver, Saft, Fruchtpüree (Vollfrucht) oder in Kombination mit Gojibeeren und Granatapfel vermarktet.
Hagebutten
Acerola, Hagebutte, Sanddorn
Camu-Camu-Früchte (bis 2700 mg/100 g), Acerolakirschen (1700 mg/100 g), Hagebutten (1250 mg/100 g) und Sanddorn (450 mg/100 g) haben die höchsten Gehälter an Vitamin C. Weitere Inhaltsstoffe sind Bioflavonoide, Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe. Das Vitamin C stärkt unser Immunsystem und erhöht die Eisenaufnahme. Das Vitamin C mit den Begleitstoffen wirkt effektiver als reines Vitamin C.
Hagebutten weisen noch den roten Farbstoff Lycopin auf. Dieses Carotinoid ist ein starkes Antioxidans und schützt die Zellen vor einem Angriff der freien Radikale.

Rezept: Waikiki-Smoothie
Zutaten für 1 Person:
100 ml Ananassaft, 30 ml Schoenenberger Acerolasaft, 125 ml Buttermilch, 1 TL Kokossirup, 1 TL Kokosflocken.
Zubereitung:
Ananassaft mit Acerolasaft, Buttermilch und den Kokossirup gut verquirlen und in ein Glas mit Kokosrand giessen. Mit einem Fruchtspiess dekorieren.
Amaranth
Der Amaranth (Amaranthus caudatos) ist eine der ältesten Nahrungspflanzen in Zentral- und Südamerika. Schon die Inkas in Peru und die Azteken in Mexiko erkoren den Amaranth neben Bohnen und Mais zu den Hauptnahrungsmitteln. Der Amaranth galt bei den Inkas als Wunderpflanze, weil er nach altem Glauben übernatürliche Kräfte erzeugt. Den Körnern schrieb man eine lebensverlängernde Wirkung zu. Die moderne Wissenschaft hat darin in der Tat unglaublich viele Vitalstoffe entdeckt. Darüber berichte ich später.
Zu welcher Pflanzenfamilie gehört eigentlich Amaranth? Botanisch ist die Pflanze der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) zugewiesen. Der Amaranth wird auch als Pseudogetreide oder Körnerfrucht bezeichnet.
Amaranth-Körner enthalten bedeutend mehr Eiweiss, Vitamine und Mineralstoffe als Weizen, Mais, Reis und Hafer.
Amaranth-Körner weisen hochwertiges Eiweiss mit einer biologischen Wertigkeit von 75 (Kuhmilch: 72, Mais: 44) auf. Beachtlich ist der Gehalt an Lysin, einer essenziellen Aminosäure. In Amaranth sind 850 mg Lysin und im Weizen nur 380 mg je 100 g. Der Eiweissgehalt ist höher als in Eiern und Milch.
Beachtlich ist auch der Linolsäure-Gehalt im Amaranth (4030 mg, Weizen: 760 mg/100 g). Die Kohlenhydrate setzen sich aus leicht verdaulicher Stärke (55,1 g/100 g), Saccharose (1,5 g/100 g) und Maltose (200 mg/100 g) zusammen.
Das Vitalstoffpaket Amaranth hat noch einen erheblichen Gehalt an Magnesium, Eisen, Zink und Vitamin B1.
Amaranth gilt in den USA ernährungsphysiologisch als sehr wertvoll und dient als Astronautenkost. Auch für Sportler dürfte Amaranth von Nutzen sein.
Zöliakiepatienten aufgepasst: Amaranth ist frei von Gluten und kann ohne Bedenken verzehrt werden.
Amaranth ist in der Küche vielseitig verwendbar. Zunächst können Sie geschrotete oder gemahlene Körner dem Müesli beimischen, Amaranth-Sauce, Amaranth-Auflauf, Amaranth-Brot, Amaranth-Chappatis, Amaranth-Cremesuppe, aber auch Süssigkeiten aller Art herstellen. Nennen möchte ich Fruchtgrütze mit Amaranth, Amaranth-Puffer und Alegria (eine Mischung aus Honig, Butter, gepoppter oder gemahlener Amaranth, Walnüsse).
Amaranth entfaltet beim Kochen den typisch nussigen Geruch. Beim Kochen sollte man die Körner bzw. Samen mit der dreifachen Menge Wasser und etwas Salz versetzen. Mit geschlossenem Deckel wird 30 Minuten gegart. Danach folgt eine 10-minütige Nachquellung. Wenn geschrotete Körner verwendet werden, ist die Prozedur bereits nach 10 Minuten beendet.
Aronia
Aroniabeere
Die Aronia-Beere ist im reifen Zustand violettschwarz und hat gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Klinische Untersuchungen ergaben eine gute Wirkung bei Herz- und Kreislauferkrankungen, Hautkrankheiten, Entzündungen, Magen-, Darmerkrankungen, Kinderkrankheiten und Strahlenschäden.
Die Beeren haben ein ganzes Paket an Inhaltsstoffen zu bieten, so zum Beispiel Vitamin C, Mineralstoffe, Spurenelemente und Polyphenole (Bioflavonoide). So enthält die Aronia-Beere den höchsten Anthocyanidingehalt aller bekannten Früchte (800 mg/100g). Zum Vergleich: Blaue Weintrauben und Blaubeeren haben nur 165 mg je 100 g zu bieten.
Die Polyphenole, zu denen Phenolsäuren, Hydroxyzimtsäuren, Flavonoide, Anthocyane gehören, wirken antioxidativ, krebshemmend und entzündungshemmend. Anthocyane verhindern eine Zusammenballung von Blutplättchen (Thromboseschutz) und senken den Cholesterinspiegel.
Cranberrys
Die robuste Grossfrüchtige Moosbeere (Cranberry) wird nicht nur zur Prävention von Harnwegsinfektionen verwendet, sondern auch zum Herz- und Gefässschutz. US-Mediziner konnten in einer Pilotstudie an 15 Probanden nach einmaligem Genuss von Cranberry-Saft eine deutliche Verbesserung der Endothelfunktion der Oberarmvene feststellen. Im 2. Teil der Studie wurde die Probandenanzahl auf 47 erweitert. Die Probanden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhielten täglich 480 ml eines hochkonzentrierten Cranberry-Saftes oder eines Placebo-Saftes. Danach bekamen die mit Placebo-Saft versorgten Versuchsteilnehmer 2 Wochen lang Cranberry-Saft.
Ergebnis: Positiver Effekt auf die arterielle Gefässsteifigkeit. Die Anthocyane im Saft dürften für diese Wirkung verantwortlich sein.
(Quelle: Am. J. Clin. Nutr., 2011,93,5).
Der Cranberry wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und antioxidativ. Verantwortlich für die antibakterielle Eigenschaft ist das zu den Flavonoiden gehörende Proanthocyanidin. Dieser Wirkstoff verhindert Bakterien daran, sich an den Wänden der Harnwege anzuheften. Wie NetDoktor berichtet, hilft die Moosbeere womöglich auch gegen den Magenkeim Helicobacter pylori und nach neuester Erkenntnis gegen Pseudomonas aeruginosa (verursacht Atemwegs- und Harnwegsinfektionen).
Feigenkaktus
Die saftigen und süssen Beerenfrüchte des Feigenkaktus (Opuntia ficus indica) eignen sich sehr gut zur Leistungssteigerung, Besserung des Allgemeinzustandes und in Erholungsphasen. Dazu ein Beispiel aus der Praxis:
Ein früher sehr agiler 85-jähriger Mann fühlte sich seit Kurzem matt, schlapp und energielos. Seine Lebensgefährtin wollte von mir wissen, welches Mittel ihn wieder fit macht. Ich empfahl ihr den Kaktusfeigen-Saft von Schoenenberger. Dieser Bio-Saft, der ohne Konservierungsstoffe schonend haltbar gemacht wurde, steht uns das ganze Jahr zur Verfügung. Nach einiger Zeit erhielt ich folgende Rückmeldung:
„Mein Lebensgefährte dankt Ihnen für die Empfehlungen. Bereits der Kaktusfeigen-Saft scheint kleine Wunder zu bewirken, auf jeden Fall schmeckt er so gut, dass er ihn fast süchtig danach machen könnte.“
Im Fruchtfleisch der Kaktusfeige sind sehr interessante und wirksame Inhaltsstoffe vergesellschaftet. Die wichtigsten sind die Betalainfarbstoffe. Dabei wird die gelbe bis orangefarbene Färbung durch die Betaxanthine und die rote bis violette Färbung durch Betacyane verursacht. Es handelt sich um wasserlösliche Farbstoffe, die, im Gegensatz zu den Anthocyanen, nur in wenigen Pflanzen vorkommen. Die genannten Verbindungen sind antioxidative Schutzstoffe mit Radikalfänger-Eigenschaften. Diese Stoffe schützen Zellen und Organe. Sie verhindern frühzeitige Alterungsprozesse. Ein Grossteil der sogenannten Zivilisationskrankheiten ist auf die Einwirkung von freien Radikalen zurückzuführen. Freie Radikale entstehen im Organismus durch Entzündungen, Gifte, Schwermetalle und Radioaktivität.
Beachtenswert ist der Gehalt an freien und bedingt essentiellen Aminosäuren. Besonders reichlich ist Prolin enthalten. Diese Aminosäure ist wichtig für die Bildung von Kollagen, das für den Aufbau des Bindegewebes und Knorpels von Bedeutung ist. Weitere Inhaltsstoffe sind Schleimstoffe, Fruchtsäuren, Ballaststoffe, Vitamin C, Glukose, Fructose und die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium.
Für mehr Energie und Leistungsstärke: Die Ernährungsmedizinische Wirkungen haben Forscher des Lehrstuhles Lebensmittel pflanzlicher Herkunft der Universität Hohenheim unter die Lupe genommen. Die Inhaltsstoffe wirken positiv auf den menschlichen Organismus. Der Feigenkaktus hat nicht nur antioxidative, sondern auch anticancerogene, antivirale, antidiabetische, cholesterinsenkende und entzündungshemmende Eigenschaften.
Vorbeugung und Hilfe für Kranke und Rekonvaleszente: Wie schon erwähnt, fungieren gewisse Bestandteile der Kaktusfeige als Radikalfänger. Die freien Radikale stehen ja im Verdacht, viele Krankheiten auszulösen. Deshalb ist es wichtig, dass man Stoffe aufnimmt, die vor freien Radikalen schützen. Interessant ist die Beobachtung, dass ein Extrakt aus Kaktusfeigen sogar vor verschiedene Krebsarten schützen und das Wachstum von bereits bestehenden Tumoren reduzieren kann. Hier sollten weitere Studien durchgeführt werden.
Den Kaktusfeigensaft kann man mit ruhigem Gewissen auch Kranken und Rekonvaleszenten empfehlen. Die Patienten fühlen sich nach Operationen oder nach einer Chemotherapie so schwach, dass ihnen der Saft aus der Kaktusfeige sehr hilfreich sein kann.
Auch Gestresste profitieren: Die Stresseinflüsse und ihre schädigenden Wirkungen auf den Organismus werden durch Mangel an bestimmten Stoffen verstärkt. Unter vermehrten Stress und unter einem Mangel an Magnesium erhöhen sich drastisch Herzinfarktrisiko, Herzrhythmusstörungen und Blutdruck. Auch Magengeschwüre werden durch den schädlichen Stress („Distress“) begünstigt. Der Kaktusfeigensaft kann hier durch seine gut verwertbaren Mineralstoffe und anderen Bestandteile ausgleichend wirken.
Steigerung der Leistung beim Sportler: Auch Sportlern, die mit zunehmendem Alter nicht mehr so leistungsfähig sind, ist dieser Saft zu empfehlen. Der Saft ist in der Tat ein gesunder natürlicher Energydrink, der nicht pappsüss, alkoholhaltig und nicht mit einigen künstlichen Zusätzen versehen ist. In einem solchen Saft sind alle Stoffe der Kaktusfeige in einem harmonischen Verhältnis vorhanden.
Die im Saft enthaltenden Zuckerarten werden nämlich im Organismus leicht verwertet und sorgen für einen Energieschub. Auch der Magnesium- und Kaliumgehalt im Saft trägt zur Leistungssteigerung bei, zumal etliche Sportler unter einem Mangel an Magnesium und Kalium leiden. Manche Sportler nehmen oft eine abrupte Reduktion des Körpergewichtes vor, um in eine vorteilhaftere Gewichtsklasse zu kommen. Zur Gewichtsreduktion werden nicht nur Diäten, sondern auch stark wasserausscheidende Medikamente verwendet. Es treten dann Mineralstoffverluste auf. Bei einem Magnesiummangel kommt es unweigerlich zu Muskelkrämpfen, die dann zum Abbruch des Wettkampfes oder Trainings führen.
Internet
www.schoenenberger.com
http://de.wikipedia.org/wiki/Superfood
www.netdoktor.de
www.baldur-garten.de
Literatur
Bingemer, Susanna: „Superfoods – Kraftpakete aus der Natur“, GU Verlag, München 2016.
Scholz, Heinz; Hiepe, Frank: „Arnika und Frauenwohl“, Ipa-Verlag, Vaihingen 2013.
Fortsetzung folgt