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Bleiken liegt ganz im Süden des ehemaligen Amtes Konolfingen, geographisch durch den Rücken der Aeschlenalp von den anderen Dörfern getrennt. Alle, die noch nie in Bleiken waren, möchten wir einladen, dies an einem schönen Tag nachzuholen. Niemand wird dies bereuen, liegt Bleiken doch auf der Sonnenseite, den Blick dem Oberland zugekehrt.
Bleiken erstreckt sich unten von der Schniggenen (630 m. ü. M.) bis hinauf zur Aeschlenalp (1'110 m. ü. M.) mit einem Höhenunterschied von fast 500 Metern. Die fünf Weiler Niederbleiken, Kirch, Lehn, Oberbleiken und Egglen gehören zum Dorf, das Zentrum ist das Kirch. Hier befinden sich die Schule, das Mehrzweckgebäude, die ehemalige Käserei und die Wirtschaft. Der Name Kirch muss aus früheren Zeiten stammen, denn hier gab es einen Friedhof, wurden doch bei Gartenarbeiten menschliche Skelette in beachtlicher Zahl gefunden. In Oberbleiken steht u.a. das sogenannte Statthalterhaus aus dem Jahre 1614, zu welchem wahrscheinlich auch die heute selbständigen Höfe mit den Bezeichnungen "Oberhaus" und "Scheuer" gehörten. Nebst den fünf genannten Weilern, gibt es zahlreiche Einzelhöfe, die ihre Namen haben.
Geschichte
Die Besiedlung erfolgte erst sehr spät. Unter dem Bevölkerungsdruck, der bereits in den Talgebieten sesshaft gewordenen Alemannen ging die Besiedlung nur schubweise voran.
Seit dem Beginn des Feudalismus war Bleiken ein Bestandteil der Herrschaft und Kirchhöre Diessbach, in der Landgrafschaft Kleinburgund gelegen. As 1406 die Stadt Bern diese Landgrafschaft von den Grafen von Kyburg kaufte, wurde Bleiken Bestandteil des Landgerichts Konolfingen.
Bleiken existierte als selbständige Gemeinde ab 1768. Damals wurde es von der Gemeinde Buchholterberg getrennt. Seit dem 01. Januar 2014 gehört Bleiken zur politischen Gemeinde Oberdiessbach.
Der Name
Aus einer Anzahl von Einzelhöfen ist die damalige Gemeinde Bleiken hervorgegangen, welche eine gemeinsame Allmend bewirtschafteten. Der Name lässt sich leicht erklären: "bei den Bleikinen" (Leinwandbleichen). Der Name deutet auf die Flachsbearbeitung an den sonnigen Hängen schon zu sehr alten Zeiten. Auch die Falkenfluh wurde früher mit "Bleichenfluh" benannt. An den sonnigen Hängen gedieh bis etwa 1750 der Bleiken-Wein, wovon der Flurname "Räbi" noch heute zeugt.
Das Wappen
Auf der Falkenfluh, die damals noch Bleichenfluh genannt wurde, befand sich in altbernischer Zeit ein "Chuze" (Wachtfeuer). Er diente zur Alarmierung der Mannschaften in Zeiten der Kriegsgefahr. Die Berner Regierung schrieb genau vor, wie der Holzstoss aufzurichten sei und in welchem Turnus die umliegenden Gemeinden die Wache zu stellen und die Kosten zu tragen hatten. Der Holzstoss musste ständig für den Alarmfall bereitstehen. Oben deckte man ihn mit Stroh ab, damit das Holz trocken blieb.
Die Fackel im Wappen erinnert also an die Hochwacht, den "Chuze".
Die Bevölkerung
Erstaunlicherweise war die Bevölkerung um ca. 1910 am grössten. Es gab viele Grossfamilien und die Menschen lebten auf engerem Raum. Obwohl heute wieder sehr viel gebaut wird und somit die Bevölkerung zunimmt, ist dieser "Rekord" noch nicht wieder erreicht.
2008 gab es in Bleiken 376 Einwohner.
Geistersagen
Auf der Fahrt von Aeschlen nach Bleiken, im Bleikenwald, von der Strasse aus ersichtlich, steht ein quadratisch genauer Felsblock von ungefähr einem Quadratmeter Fläche, der als Markstein für die Gemeinde Brenzikofen, Herbligen und Bleiken dient. Im Volksmund heisst er Teufelsstein. Er soll dem Teufel vom Kopf gefallen sein, als er damit habe eine Bosheit verüben wollen.
Oben auf der Bürglen, einem bewaldeten Hügel, östlich der Verbindungsstrasse Aeschlen-Bleiken, auf der Höhe des Teufelssteins, soll einst eine Burg gestanden haben. Sie war durch einen unterirdischen Gang mit derjenigen auf dem Diessberg verbunden. Wer sich zur Geisterstunde dorthin begibt, dem kann es wohl passieren, dass er der Bürglenkutsche begegnet. Diese soll von prächtigen Schimmeln gezogen werden, die Zügel führe der einstige Burgherr selber, und zwei junge, hübsche Burgfräulein sässen darin.
Ausserdem weiss der Volksmund zu berichten, dass auf der Höhe des Katzenmöslis am Weg von Brenzikofen über den Katzenstyg nach Bleiken, einem zur Mitternachtsstunde ein schwarzer Kater um die Beine streichen würde.