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Holländische Studie hat umfassendes Datenmaterial von fast 90’000 Personen ausgewertet. Erhöhter Blutdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes erhöhen das Risiko einer Herzerkrankung. Laut einer gross angelegten Studie des Radboud University Medical Center steht mehr körperliche Aktivität bei Betroffenen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines Herzereignisses oder des Todes in Verbindung.
Fünf Gruppen untersucht
Den Experten nach haben bereits frühere Studien ergeben, dass Verbesserungen der körperlichen Aktivität Vorteile für die Gesundheit bringen. Diese Studien wurden jedoch in der Allgemeinbevölkerung durchgeführt. «Wir wollten herausfinden, ob ähnliche Auswirkungen auch bei Personen mit kardiovaskulären Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten und Diabetes nachweisbar sind», heisst es.
Die Studie hat 88’320 Personen umfasst, die an der «LifeLines Cohort Study» teilnahmen. Die Teilnehmer wurden einer körperlichen Untersuchung unterzogen und füllten Fragebögen über ihre medizinische Vorgeschichte sowie ihren Lebensstil und dem betriebenen Sport aus. Nach rund vier Jahren wurden die Fragebögen erneut ausgefüllt. Die Teilnehmer wurden dem Ausmass ihrer körperlichen Aktivitäten zu Beginn und nach vier Jahren in fünf Gruppen aufgeteilt: grosse Verringerung, moderate Senkung, keine Veränderung, moderate Verbesserung und grosse Verbesserung. Die Teilnehmer wurden nach der ersten Beurteilung noch sieben Jahre weiter begleitet.
Risiko um 30 Prozent geringer
Mit 18’502 Personen hatten 21 Prozent zu Beginn der Studie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und/oder Diabetes. Das Durchschnittsalter dieser Gruppe lag bei 55 Jahren. Nachdem Faktoren wie Alter, Geschlecht und der Ausgangswert der körperlichen Aktivität berücksichtigt worden war, zeigte sich, dass jene Personen mit einer moderaten bis starken Verbesserung rund 30 Prozent weniger wahrscheinlich eine Herz-Kreislauf-Krankheit erlitten oder im Beobachtungszeitraum starben.
Mit 69’808 Personen litten 79 Prozent zu Beginn der Studie nicht an Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten oder Diabetes. Das durchschnittliche Alter dieser Gruppe lag bei 43 Jahren. Nachdem auch hier wieder die Faktoren Alter, Geschlecht und der Ausgangswert der körperlichen Aktivität berücksichtigt worden waren, ergab sich, dass Personen mit einer grossen Verringerung der körperlichen Aktivität über ein um 40 Prozent höheres Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder des Todes verfügten als jene, die gleich viel Sport betrieben hatten.
Die Zusammenhänge waren bei Menschen noch ausgeprägter, die zu Beginn der Studie bereits eine vergleichsweise sitzende Lebensweise hatten. Das legt nahe, dass wenig körperlich aktive Menschen am meisten von Bewegung profitieren. EU-Richtlinien empfehlen zur Prävention von Herzerkrankungen mindestes 150 Minuten pro Woche moderate körperliche Bewegung oder 75 Minuten intensive aerobe Aktivität.