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Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D
In diesem und einen weiteren Blog werde ich die neuesten Studien vorstellen. Die meisten Studien dürften seriös sein. Aber Vorsicht! Oft ist es jedoch so, dass Studien durch die Industrie in Auftrag gegeben werden und dann im positiven Licht erscheinen. In der Vergangenheit wurden negative Ergebnisse geschönt oder aus der Bewertung herausgenommen. Die Industrie ist dann sehr erfreut, wenn ihre Produkte positiv bewertet werden. Ich finde dann die Beurteilung über neutrale Institutionen wie die Carstens-Stiftung
sehr hilfreich.
Kürbiskerne und Sabalfrüchte
Bewährt haben sich Kürbiskerne bzw. Kürbiskernextrakt, Sabalfrucht-Extrakte (Sägepalmenfrucht-Extrakte), Phytosterole aus der afrikanischen Wurzel Hypoxis rooperi, Brennnesselwurzel-Extrakte und eine Kombination aus Sabalfrucht- und Brennnesselwurzel-Extrakt. Zu erwähnen ist auch das Kleinblütige Weidenröschen (Tee, Tinktur), das bei Prostata-, Blasen- und Nierenbeschwerden angewandt wird. Das Weidenröschen wird in diversen Publikationen deshalb nicht erwähnt, weil keine Studien und Dokumentationen vorliegen. Anwender sind jedoch überzeugt, dass diese Pflanze wirkt.
Über den Sägepalmen-Extrakt gibt es etliche Studien. Eine neuere wurde an der Universität Zürich durchgeführt. In dieser Untersuchung konnte nicht nur eine Wirkung gegen Prostatabeschwerden, sondern auch gegen die damit verbundenen sexuellen Funktionsstörungen (Erektions- und Ejakulationsstörungen) nachgewiesen werden. Die ersten Effekte zeigten sich bereits nach 2 bis 4 Wochen. Die Therapiedauer betrug 3 bis 6 Monate. Eine Wiederholung der Kur wird empfohlen.
Eine Studie, die an der University of Texas in Dallas durchgeführt und im „Journal of the American Association“ (Bd. 306, S. 1344, 2011) publiziert wurde, hatte nur eine geringfügige Reduktion der Beschwerden beim Wasserlassen und eine Verbesserung der Lebensqualität ermittelt. Daraufhin wurde gleich postuliert, die Sägepalmen-Extrakte seien harmlos und nutzlos. Dies ist ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich Studien durchgeführt und interpretiert werden. Entscheidend sind nach meiner Ansicht die guten Erfahrungen mit der Alternativmedizin von Therapeuten und Patienten.
Kaffee gut für die Leber
Diese Meldung konnte ich zunächst nicht glauben. Aber in letzter Zeit wurden oft die guten Wirkungen von Kaffee hervorgehoben. Laut einer Meta-Studie senkt Kaffee das Risiko an Leberkrebs zu erkranken um 40 %. Die Forscher brachten ferner heraus, dass auch bestimmte Enzyme in der Leber aktiviert werden. Die Versuchsteilnehmer tranken 3 Tassen Kaffee pro Tag („NetDoktor“, 04.01.2016)
Auch Bitterstoffe sind gut für Verdauung und Leber.
Kaum verspüren wir Bitteres auf der Zunge, fließt der Speichel. Aber nicht nur das. Bald darauf werden die Produktion von Magensäure, der Gallenfluss aus der Leber und die Produktion von Bauchspeicheldrüsensaft angeregt. Die Bitterstoffe regen auch die Darmbewegungen an. Die Bitterkräuter sind deshalb eine Wohltat für Magen und Darm. Sie haben sich bei einer Vielzahl von Verdauungsstörungen bewährt.
Bitterstoffe eignen sich auch bei Leber- und Gallenblasenleiden. Eine Heilung ist zwar nicht möglich, aber eine Linderung. Kuren mit bestimmten Teemischungen (z. B. mit Wermutkraut, Mariendistelfrüchte, Löwenzahnwurzel) oder Zubereitungen mit Artischocke sind hilfreich.
Süssigkeiten und Übergewicht
Der Hamburger Forscher Thomas Effertz hat herausgefunden, dass Kinder im Jahr mehr als 12 000 Werbespots hauptsächlich für Süssigkeiten sehen. Die findigen Werbestrategen der Industrie wissen, wie das kindliche Gehirn reagiert. Die Werbespots sind Einfallstore ins kindliche Gehirn. Oft sind auf den Verpackungen Beigaben (z.B. Comicfiguren) abgebildet. Schon diese Abbildungen wirken auf Kinder extrem reizvoll.
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat 281 Nahrungsmittel, die besonders gerne von Kindern verzehrt werden, untersucht. Nur 29 % hätten nach den Vorgaben der WHO an Kinder vermarktet werden dürfen. Die Industrie hält sich natürlich nicht daran, obwohl sie vollmundig versprochen hat, sich an die Vorgaben bzw. Empfehlungen zu halten.
„Die meisten Kinderlebensmittel sind keine Lebensmittel, sondern lediglich Süssigkeiten“, bemerkte Dietrich Garlichs von der Deutschen Diabetes Gesellschaft.
Die ungesunden Nahrungsmittel (ich schreibe mit Absicht nicht von Lebensmitteln) fördern das Übergewicht von Kindern, letztendlich aber auch von Diabetes. Jeder 7. Heranwachsende hat heute schon mit Übergewicht zutun.
Forscher Bernd Weber von der Uni Bonn brachte heraus, dass für kalorienreiche Nahrungsmittel viel mehr geworben wird als für gesündere Produkte. Der Forscher fordert dies: „Hier müssen klare Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Kinder vor der Beeinflussung hinsichtlich des Konsums hochkalorischer Nahrungsmittel besser schützen.“
Was sagt die Werbewirtschaft dazu? Sie redet sich heraus (genauso von mir erwartet). Der Zentralverband der Branche meint, Übergewicht sei ein weltweites Problem und bei den deutschen Kindern unterdurchschnittlich verbreitet. Die Werbung mache Kinder nicht dick.
Auf jeden Fall ist die europäische Selbstverpflichtung der Industrie zu schwach. Eine schärfere Regelung lehnt die Industrie ab. Auch in der Bundesregierung sind derzeit keine Bemühungen für eine veränderte Haltung auszumachen. Warum nur? Ob hier Lobbyisten am Werk sind? Die Industrie wird jubeln, zumal sie ja grosse Gewinne aus den Produkten für Kinder machen.
(Quelle: „Badische Zeitung“ vom 28.12.2015, Artikel von Wolfgang Mulke)
Gut für die Prostata
Heute wissen wir, dass der Granatapfel eine positive Wirkung auf die Prostata ausübt. In Studien wurde nachgewiesen, dass das Prostata-spezifische Antigen (PSA) – ein Protein, das nur von Prostatazellen produziert wird – nach einer täglichen Einnahme von Granatapfelsaft konstant gehalten werden kann.
NetDoktor (www.netdoktor.de) berichtete am 04.01.2016 das Folgende: Es gibt Hinweise, dass ein Vitamin-D-Mangel die Entstehung eines Prostatatumors begünstigt. Auch eine gesunde Ernährung ist entscheidend. Die Studienlage ist jedoch nicht eindeutig. Es ist nicht verkehrt, wenn die Männer zur Pflege ihrer Prostata vermehrt Tomaten, Kohl, Walnüsse, Soja, Fisch und Olivenöl verzehren.
Ashibata Pflanze bei Gedächtnisstörungen?
Ein Extrakt aus der Ashitabe Pflanze (Angelica keiskei = Japanische Engelwurz) wurde an Mäusen mit Gedächtnisstörungen getestet. Nach Gabe des Extraktes mussten die Mäuse verschiedene Gedächtnistests durchführen. Ergebnis: Der Extrakt verminderte Gedächtnisstörungen signifikant. Auch hatte der Extrakt günstige biochemische Auswirkungen auf das Signalsystem im Gehirn. Die Forscher sind überzeugt, dass die Pflanze bei der Vorbeugung gegen Lern- und Gedächtnisstörungen helfen könnte.
(Quelle: Carstens-Stiftung, Studienbericht vom 27.11.2014. Die Studie wurde von der Carstens-Stiftung so beurteilt: „Eine gute Studie mit zahlreichen Einzelversuchen und ausführlicher Beschreibung“).
Der Milchsaft der Pflanze wird in Japan als Verjüngungsmittel gebraucht. Die Inhaltsstoffe helfen auch Stress abzubauen, Muskel- und Gelenkschmerzen vorzubeugen und das Immunsystem zu stärken.
Fortsetzung folgt!
www.kraeuter-buch.de (mit Anbauanleitungen).
Hinweis auf einige Blogs zu weiteren Studien
19.02.2015: Neue Studien 2: Lavendelduft, Spermien, Migränemittel
13.02.2015: Neue Studien 1: Manneskraftstärkung, tödliche Langeweile
14.12.2009: Widersprüchliche Studien: Viel Fett gesund, Folsäure nicht?
04.02.2009: Merkwürdige Studien: Kuhmilch-Förderung durch Zuneigung
29.01.2008: Ernährungsstudien-Wahn: Verwirrung bei den Verbrauchern