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[* 3] ein System von Wellen
[* 5] und Zahnrädern, welche in einem bestimmten Zusammenhang miteinander arbeiten. Das einfachste
Getriebe besteht aus zwei Wellen, die durch zwei auf ihnen befestigte und ineinander greifende Zahnräder derart verbunden
sind, daß die Drehung der einen auf die andre übertragen wird, was je nach der relativen Größe der Räder mit gleicher oder
geänderter Winkelgeschwindigkeit geschieht. Die Umdrehungszahlen verhalten sich dabei umgekehrt wie die Halbmesser (oder die
Zähnezahlen) der Räder. Die Getriebe wurden zuerst in den Mühlen
[* 6] und zwar mit hölzernen Zahnrädern verwendet,
wobei meist das größere Rad aus einem Scheibengerüst mit am Umfang vorstehenden Hartholzzähnen (Getriebstöcken) und das
kleinere Rad, Laterne oder Trilling (Drehling) genannt, aus zwei Holzscheiten mit
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dazwischengesetzten Stäben bestand. Der heutige Maschinenbau verwendet fast ausschließlich gußeiserne Räder, welche Eisen
[* 8] in Eisen gehen und nur dann je ein mit (Weißbuchen-) Holzzähnen verzahntes Rad im G. erhalten, wenn der Gang
[* 9] ein schneller
ist und Stöße befürchten läßt. Ganz kleine Getriebe, wie in Uhrwerken etc., werden in
Messing oder ähnlichen Legierungen ausgeführt. Geschieht die Bewegungsübertragung von einer zur andern
Welle mit Kegel- oder Schraubenrädern, Friktionsscheiben etc., so erhält man die so bezeichneten
Getriebe. Von eigentümlicher Konstruktion sind die Differentialgetriebe.
Das einfachste Differentialgetriebe besteht aus zwei gleich großen aneinander liegenden Rädern, von denen das eine einen
oder mehrere Zähne
[* 10] mehr besitzt als das andre. Greift in diese ein doppelt so breites drittes Rad oder
eine Schraube ohne Ende gleichzeitig ein, so muß bei einer ganzen Umdrehung des einen Grundrades das anliegende um den Unterschied
der Zähne zurückbleiben, welche Differenzbewegung sowohl für Kraftübertragungen als auch für Zählwerke verwendet wird.
Eine andre Art der Differentialgetriebe bilden die sogen. Planeten- oder Umlaufgetriebe. Hier befinden sich
[* 3]
(Fig. 1) auf einer und derselben Achse E frei drehbar die beiden Räder A und B, ersteres ein außen verzahntes Vollrad, letzteres
ein innen verzahntes Hohlrad.
In den Ringräumen zwischen beiden sitzen zwei in beide Verzahnungen eingreifende kleine Zahnräder DD diametral
gegenüber auf Zapfen
[* 11] der gleichfalls um A drehbaren Schiene C. Die Differentialrädergetriebe werden vielfach aus konischen
Rädern hergestellt.
[* 3]
Fig. 2 zeigt ein solches Getriebe mit Kegelrädern, wobei die Teile denjenigen der
[* 3]
Fig. 1 entsprechend bezeichnet
sind. Mit diesem konischen Getriebe kann man folgende sehr verschiedene Bewegungsübertragungen ausführen.
1) Denkt man zunächst das Rad B feststehend und das innere nach einer Richtung gedreht, so dreht sich durch Vermittelung der
Räder D die Schiene C in derselben Richtung mit, jedoch mit nur halb so großer Winkelgeschwindigkeit, d. h. wenn A z. B. eine
ganze Umdrehung gemacht hat, so ist C erst ½mal herumgegangen.
8) Dreht man A und C zugleich in demselben Sinn, so erhält B eine Drehung von der doppelten Drehung von
C, vermindert um die einfache von A. (Wenn also A doppelt so schnell läuft wie C, so steht B still.) 9) Entsprechendes
ergibt sich bei der gemeinschaftlichen Drehung von B und C für A. 10) Dreht man A und B im umgekehrten
Sinn, so rotiert C mit einer der Differenz der Winkelgeschwindigkeit von A und B entsprechenden Winkelgeschwindigkeit (daher
besonders der NameDifferentialgetriebe) und zwar in demselben Drehungssinn mit demjenigen Rad, welches die größte Drehung
macht. Bei gleicher Winkelgeschwindigkeit von A und B steht C still.