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Der Genfer Architekt Pierre-Alain Dupraz gewinnt mit seinem portugiesischen Kollegen Goncalvo Byrne den international besetzten Wettbewerb für ein neues Konzerthaus in Genf.
Der Genfer Architekt Pierre-Alain Dupraz und sein portugiesischer Kollege Goncalvo Byrne haben den Wettbewerb für den Bau der «Cité de la Musique» in Genf gewonnen. Sie konnten sich gegen 17 Teams durchsetzen, darunter Global Players wie Norman Foster, Renzo Piano, Kengo Kuma oder das Office for Metropolitan. Die «Cité de la Musique» soll Platz bieten für einen grossen Konzertsaal mit 1750 Plätzen sowie drei kleinere Säle, die vom «Orchestre de la Suisse Romande» (OSR) benutzt werden, dazu gesellen sich Unterrichtsräume für 515 Studierende, 190 Professoren und 40 Mitarbeiter der Genfer Musikhochschule, ein Restaurant, eine Bibliothek usw. usf.
Finanziert wird das mit 250 Millionen Franken budgetierte Bauvorhaben zu 85 Prozent von einem privaten Mäzen, der es vorzieht, anonym zu bleiben. Als Bauplatz steht ein Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zum Palais des Nations zur Verfügung.
Das prämierte Projekt von Dupraz und Byrne füge sich subtil und feinfühlig in den Kontext ein, schreibt die Jury. Zwei sich verschneidende Baukörper mit geschwungenen Dächern beschreiben die beiden Programmteile: Im vorderen, zum Place des Nations orientierten Volumen, finden sich die öffentlichen Räume, im hinteren ist die Musikhochschule untergebracht. Trotz seiner starken Form, so die Jury, zeichne sich das Projekt durch eine «grosse Bescheidenheit» aus: es sei so präzise geformt, dass es sich in keinem Moment nachteilig auf den umgebenden Stadtraum oder die benachbarten Gebäude auswirke. Offenbar wollte man kein Spektakel: die «simplicité intemporelle» des Siegerprojekts, so steht zu lesen, sei von der Jury als grosse Qualität erachtet worden. Ausgefallenere Ideen wie diejenige von BIG oder OMA schafften es nicht nach ganz vorne.
Cité de la Musique, Genève
Projektwettbewerb auf Einladung für die Fondation pour la Cité de la Musique de Genève
Fachjury: Dominique Perrault, Jean-Pierre Stefani, Paul Andreu, Simon Chessex, François de Marignac, Jordi Garces, Christian Sumi, Philippe Meier, Eugen Mugglin, Nicolas Pham, Carmelo Stendardo, Patrice Bezos, Thierry Merle
– 1. Rang: Pierre-Alain Dupraz & Gonçalo Byrne Arquitectos LDA, Genf
– 2. Rang: João Luis Carrilho da Graça / JLCG Arquitectos LDA, Lissabon
– 3. Rang: BIG & Itten + Brechbühl, Kopenhagen und Lausanne
– 4. Rang: EM2N, Mathias Müller Daniel Niggli Architekten, Zürich
– 5. Rang: Kengo Kuma & Associates, Tokyo
– 6. Rang: Office for Metropolitan Architecture (O.M.A.), Rotterdam
Ausstellung bis zu 5. November, Pavillon Sicli, Route des Acacias 41, 1227 Acacias, Genf, 10-18 Uhr.