Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03345.jsonl.gz/126

Keine Fischfangverbote aber Konsumempfehlungen
Der Kanton Bern verzichtet weiterhin auf ein Fischfangverbot in der bernischen Saane und in der Aare vor dem Einlauf in den Bielersee. Für den Konsum von leicht mit dioxinähnlichen Substanzen belasteten Barben, Bachforellen und Äschen aus diesen Gewässern erneuert er jedoch seine Konsumempfehlung aus dem Jahr 2009.
kkb/bns. Neue Untersuchungen zeigten laut einer Medienmitteilung, dass die Fische in der bernischen Saane und in der Aare vor dem Einlauf in den Bielersee nach wie vor leicht erhöhte Belastungen mit dioxinähnlichen Substanzen aufweisen. Im Herbst 2010 habe der Kanton Freiburg zum zweiten Mal Fischproben aus der Saane unterhalb der Deponie La Pila und dem Perollesee untersucht: «Die Resultate ergaben teilweise cPCB-Werte (dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle), die deutlich über dem Toleranzwert liegen. Das in diesen Gewässerstrecken geltende Fischereiverbot wird deshalb aufrechterhalten.» Aufgrund dieser Resultate habe der Kanton Bern ebenfalls eine Wiederholung der Untersuchung von Fischen aus dem bernischen Teil der Saane und der Aare bis zum Einlauf in den Bielersee veranlasst: «Die vom kantonalen Labor zusammen mit dem Fischereiinspektorat untersuchten Fischproben vom Dezember 2010 weisen alle Werte auf, die deutlich unter dem Grenzwert für ein Fangverbot liegen. In den untersuchten Barben, Bachforellen und Äschen wurden jedoch sowohl in der Saane als auch in der Aare weiterhin teilweise erhöhte Messwerte von mehr als 8 pg/g Frischgewicht (pg = Pikogramm oder 0,000 000 000 001 Gramm) festgestellt. Der höchste Wert (18,4 pg/g Frischgewicht) wurde bei einer Barbe aus der Saane bei Laupen gemessen. Gesamthaft bewegen sich die gemessenen Konzentrationen jedoch im gleichen Bereich wie bei den Fischproben von 2008/09.»
Deshalb erneuere der Kanton Bern seine bestehende Konsumempfehlung für Fische aus den betroffenen Gewässern, verlautet im weiteren: «Personen unter 18 Jahren und Frauen im gebärfähigen Alter sollten weiterhin auf den Konsum von Barben aus der Aare zwischen Thun und Bielersee, der Alten Aare und der Saane, von Bachforellen aus der Saane und der Birs sowie von Äschen aus der Saane verzichten.» Kinder und Jugendliche reagierten generell empfindlicher als Erwachsene auf Fremdstoffe, weshalb für sie ein höherer Schutzgrad gelte. Jüngere Frauen sollten ebenfalls auf den Konsum verzichten, weil die Substanzen aus ihrem Körper auf ihre ungeborenen und besonders empfindlichen Kinder übergehen könnten. Der übrigen Bevölkerung werde empfohlen, den Konsum der oben erwähnten Fische auf eine Portion pro Woche zu beschränken: «Das Abgeben dieser Fischarten aus den erwähnten Gewässern an Dritte bleibt weiterhin verboten. Für Äschen aus dem Hagneckkanal und für Barben aus der unteren Sense (Thörishaus bis Laupen) lautet die Empfehlung, den Verzehr auf maximal eine Portion (150 Gramm, für Personen unter 18 Jahren und jüngere Frauen), beziehungsweise auf maximal drei Portionen (400 Gramm, für die übrige Bevölkerung) pro Woche zu beschränken. – Weitere Informationen zur Aufnahme von PCB durch Fische in der Schweiz.