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Die Stadt Biel ist über ihr Neues Museum in den Besitz einer umfangreichen Sammlung des 1959 verstorbenen Clowns Grock gelangt. Das Museum will die Verbindungen des «Königs der Clowns» zum Nazi-Regime klären.
«Es ist eine wichtige Sammlung, die wir erhalten», sagte die Museums-Direktorin Bernadette Walter am Samstag in der Tagesschau «19.30» des Westschweizer Fernsehens RTS und im «Journal du Jura». Sie bezeichnete die Objekte des in Loveresse im Berner Jura gebürtigen Künstlers Adrien Wettach, wie Grock mit bürgerliche Namen hiess, als ikonisch.
Zur Sammlung gehören unter anderem viele seiner Instrumente, seine berühmte rotweiss-karierte Hose und andere Kostümteile. Aber auch Schallplatten, Kompositionen und Originalfotos werden nun vom Museum inventarisiert.
Laut dem «Journal du Jura» hatte Grocks Grossneffe, der Zürcher Grafikdesigner Raymond Naef, bereits 2002 eine Ausstellung über den Clown zusammengestellt. Der 74-Jährige äusserte damals den Wunsch, dass alle Gegenstände für wissenschaftliche Zwecke und Forschung zugänglich bleiben sollen.
Signierte Fotos von Adolf Hitler
Eine mögliche neue Ausstellung in Biel würde zweifellos mehr Licht auf Grocks Beziehung zu den Nationalsozialisten werfen. Obwohl er zu seiner Zeit der grösste Komiker auf der Bühne war, positionierte sich Grock im Gegensatz zu Charlie Chaplin nicht eindeutig gegen Adolf Hitler. Der Clown zeigte Bewunderung für den Führer, der ihn nach einer Aufführung im Jahr 1934 in seine Garderobe einlud und zugab, dass er die Show nicht weniger als 13 Mal gesehen habe.
Grock erhielt von Hitler signierte Fotos, die er in seiner Wohnung aufhing, weil er von dessen Charisma und seinem Aufstieg beeindruckt war. Seine Verwandten in der Schweiz reagierten demgegenüber schockiert.
Als Grock 1938 seine Zugehörigkeit zur arischen Rasse habe nachweisen müssen, habe dies seinen Enthusiasmus gedämpft. Auf Wunsch des deutschen Propagandaministers Joseph Goebbels sei er jedoch weiterhin in deutschen Kriegslazaretten aufgetreten. Der Künstler war laut der Kuratorin des Museums «vor allem ein Opportunist», da er auch in Frankreich und England aufgetreten ist, wie sie dem RTS sagte.
Für Museums-Direktorin Walter ist klar, «dass wir an seinen Verbindungen zum Nazi-Regime arbeiten und forschen müssen, denn vieles ist noch lückenhaft. Wir werden das sicher nicht unter den Teppich kehren.» In der neuen Dauerausstellung soll Grock auch einen Platz unter den «Bieler Köpfen» erhalten.