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Autor: Von IRMGARD LEHMANN
Die zwei bedeutendsten Kirchenmusikwerke Mozarts, die Missa in c-Moll und das Requiem, sind unvollendet geblieben. Eine Tatsache, die immer wieder zu Fragen Anlass gab. Hat doch Mozart in der C-Moll-Messe nur gerade das Kyrie und das Gloria abgeschlossen. Das Credo endet mit dem «Et incarnatus est» und das Sanktus wie das Benedictus hat er nur skizzenhaft festgehalten.
Warum also hat Mozart die Missa in c-Moll unvollendet belassen? Und warum hat sich Mozart nach seinem Abschied vom Salzburger Erzbischof noch einmal mit einem grossen kirchenmusikalischen Plan beschäftigt? War das Werk tatsächlich jene Messe, die er seiner Braut Constanze zur Hochzeit versprochen hatte?
Hat Mozart bei der wahrscheinlichen Uraufführung im August 1783 in der Salzburger Peterskirche die fehlenden Partien tatsächlich mit Ausschnitten aus früheren Messen ergänzt? Wie mag die Aufführung geklungen haben mit Constanze als Sopranistin und einem Chor der Peterskirche, der üblicherweise bloss zehn Köpfe aufwies und durch Zuzüger massiv verstärkt worden sein muss? Alles Fragen, die unbeantwortet blieben.
Schweizer Erstaufführung
Mit dem Werk intensiv auseinander gesetzt hat sich der amerikanische Musiker und Musikologe Robert D. Levin. Er hat das Werk restauriert und vervollständigt. Dabei stützte er sich auf Quellen, die in nahem Zusammenhang mit der Messe in c-Moll standen, sowie auf Skizzen, die wahrscheinlich für die Komposition gewisser fehlender Sätze bestimmt waren.
Die Welt-Uraufführung des von Robert D. Levin restaurierten Werks fand im vergangenen Januar in der Carnegie Hall in New York statt. Und in der Schweiz wird sie nun erstmals vom Chor des Konservatoriums Freiburg unter der Leitung von Yves Corboz aufgeführt – mit den Solisten Haida Housseini, Sopran; Carine Séchehaye, Mezzo-Sopran; David Munderloh, Tenor, und Lisandro Abadie, Bass. Es spielt das «Ensemble baroque du Leman».