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Nennung fand der «Stiebende Steg», später Teufels- oder Höllenbrücke genannt, erstmals 1306. Am selben Ort wurde 1595 eine kühne Steinbrücke, die sagenumwobene Teufelsbrücke errichtet. Die Brücke, welche 1830 durch eine neue ersetzt wurde, stürzte 1888 ein. Die neuste Teufelsbrücke wurde 1956 eröffnet.
Die Sage der Teufelsbrücke
Der enge Felsriegel oberhalb Göschenen versperrte seit je her den Zugang zum Gotthard und damit den Übergang Richtung Süden. Dort eine Brücke zu errichten, erwies sich deshalb als ausgesprochen schwierig.
Wie schwierig die Situation war, zeigt die Sage, welche von den vergeblichen Bemühungen der Urner erzählt, einen Saumweg durch die enge Schöllenenschlucht anzulegen und eine steinerne Brücke an jener Stelle zu errichten, wo die junge Reuss sich durch senkrechte Felswände hindurchdrängt. In seiner Verzweiflung rief der Landammann: "Da soll doch der Teufel eine Brücke bauen!" Da erschien dieser auch schon und sagte: "Ich will euch eine Brücke bauen. Aber der Erste, der darüber gehen wird, soll mir gehören."
Die Urner willigten in den Handel ein. Nach drei Tagen wölbte sich tatsächlich eine Brücke über die Reuss. Auf der anderen Seite sass der Teufel und wartete auf seinen Lohn. Statt eines Menschen schickten die Urner jedoch einen Ziegenbock hinüber. "Den magst du behalten", riefen sie, "hier hast du die erste Seele, welche die Brücke überquert!"
Voller Zorn zerriss der Teufel den Ziegenbock und holte einen gewaltigen Stein, mit dem er die Brücke wieder zerstören wollte. Da kam ein altes Mütterchen des Weges, erkannte ihn und ritzte ein Kreuz in den Stein. Als der Teufel dies sah, verfehlte er sein Ziel und der Stein landete im Tal, unweit von Göschenen. Dort liegt er seither.
Schöllenen Rundweg
Wer einen Tiefblick in die Schöllenenschlucht erhaschen möchte, der sollte während den Sommermonaten den Rundweg Schöllenen unter die Füsse nehmen. Er ist einfach begehbar, dauert bei gemütlichem Tempo höchstens 30 Minuten und erlaubt einen faszinierenden Blick auf die senkrechten Felswände und die rauschende Reuss. Das Restaurant Teufelsbrücke liegt direkt bei der gleichnamigen Brücke. Während des Sommers können Gäste bei Speis und Trank den Mythos Gotthard auf sich wirken lassen.
Die Erschliessung der Schöllenenschlucht
Das Urserntal war lange Zeit ein wichtiger Ausgangsort für die Alpenüberquerung. Es verband Nordeuropa und Südeuropa über den Gotthard, den Westen über die Furka und den Osten über den Oberalppass. Die Wichtigkeit der Region zeigte sich vor allem darin, dass der Gotthard der einzige Alpenübergang ist, bei welchem die Reisenden nur einen Pass überqueren müssen. Diesen Vorteil mass ihm in allen Zeitepochen eine hohe Bedeutung zu.
Bereits um 1200 wurde die schwer begehbare Schöllenenschlucht mit zwei Brücken aus Holz, der Twärrenbrücke und der Teufelsbrücke erschlossen. Die technischen Fertigkeiten kamen höchstwahrscheinlich von den Walsern. Endlich musste die Schöllenenschlucht nicht mehr mühsam umgangen werden.
Um ca. 1585 wurde bereits die erste Brücke aus Stein gebaut. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Dokumente mit dem Namen Teufelsbrücke (Teiffels Brucken). Die erste Steinbrücke hielt gerade mal 60 Jahre. Ein grosses Unwetter 1640 zerstört die Brücke und überschwemmte das ganze Tal. Bis zur Reparatur der Schäden musste die Schlucht wieder mühsam über den Bäzberg oder durchs Riental via Gütsch umgangen werden. Diese Reparaturkosten wurden durch Erhöhung der Zölle innerhalb weniger Jahre refinanziert. Dennoch war klar, dass die Infrastruktur der Schöllenen verbessert und sicherer gemacht werden musste.
1707 wurde das erste Projekt zur Umgehung des Kirchenbergfelses und somit der Twärrenbrücke vorgestellt. Pietro Morettini, ein erfahrener Festungsbauer aus dem Maggiatal, wagte den Durchbruch durch den Felsen und übernahm den Tunnelbau. Er schaffte dies in nur elf Monaten und gilt heute als der Erbauer des ersten alpinen Tunnels überhaupt. Die ursprünglichen Dimensionen des Tunnels (Urnerloch) betrugen 2,1 m in der Breite, 2,4 m in der Höhe sowie ca. 60 m in der Länge.
Morettini verschätze sich bei den Kosten derart, dass er nach der Fertigstellung des Tunnels bankrott war. Die Urschner und Urner erkannten jedoch den unglaublichen Nutzen des Tunnels und beschlossen abermals die Zölle zu erhöhen. Denn mit der verbesserten Verbindung konnten viel mehr Güter und Personen transportiert werden. Ausserdem wurden nun die einheimischen Güter, wie der berühmte "Ursener Käs" oder die Kristalle des Tales, in ganz Europa gehandelt. Durch die Erhöhung der Zölle wurde auch Morettini schuldfrei gemacht und er bekam sogar noch einen Bonus.
Die ganze Infrastruktur litt immer wieder unter dem intensiven Transit und Handelsverkehr. Brücken und Strassen wurden von den Naturgewalten arg in Mitleidenschaft gezogen und die kriegerischen Handlungen um den Gotthard drohten gar die ganze Passverbindung zu unterbrechen. Wirtschaftliche Interessen im Süden wie auch im Norden des Gotthards bildeten die Grundlage für die Investitionen um die Gotthard-Verbindung endlich fahrbar zu machen. Nach einigen Verzögerungen konnte der Ausbau in zwei Etappen zwischen 1818 bis 1826 und 1826 bis 1830 gemacht werden.
Nun war aus dem Säumerweg eine für Kutschen und Schlitten befahrbare Strasse geworden. Aber auch diese Ära dauerte nicht lange an. Denn bereits 1882 eröffnete der 15 Kilometer lange Gotthard-Eisenbahntunnel von Göschenen nach Airolo. Dieser Tunnel war eine Pionierleistung und galt bis 1905 als der längste Tunnel der Welt. Gleichzeitig bedeutete er das Aus der Postkutsche und des regen Passverkehrs über den Gotthard.
Nach einer langen Tradition der Säumerei am Gotthard verkürzte sich die Reise über den Gotthard schlussendlich in rund 100 Jahren von mehreren Tagen auf mehrere Stunden. In der Hochblüte der Säumer dauerte eine Reise von Luzern an die italienische Grenze noch gute fünf bis sieben Tage. Dieselbe Strecke konnte mit dem Einführen der Postkutsche in 24 Stunden hinter sich gebracht werden. Die Eröffnung der Eisenbahnstrecke verkürzte die Reise nochmals auf rund neun Stunden. Dies zeigt die schnelle Veränderung, welcher sich die Bevölkerung immer wieder anpassen musste.