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Als im Nationalrat der Schweiz wegen einer konkreten Vorlage das Thema «Häusliche Gewalt» diskutiert wurde, versuchten einzelne Politiker, das Gewaltproblem auf ein Migrationsproblem zu reduzieren, was Bundesrätin Simonetta Sommaruga letztendlich zu der folgenden Aussage veranlasste: «Herr Nationalrat Hess, wenn Sie das Problem wirklich unbedingt bezeichnen wollen, dann ist es ein Männerproblem.»
Ich finde diesen Satz ganz grosses Kino, weil er ein Problem mit Populismus so direkt und intelligent darstellt.
Das grösste Kommunikationsproblem ist, dass wir nicht zuhören um zu verstehen, sondern um zu antworten.
Dieses Zitat gilt abgewandelt in der Politik noch viel stärker. Man hat eine Agenda, ein Merkmal, für das man gewählt wurde. Bei guten Politikern sind das mehrere, bei einigen nur ein bis zwei. Jetzt muss man hier im Nationalrat Zeugs diskutieren, dass einen nicht interessiert, einem eigentlich keine öffentlichkeitswirksame Plattform bieten sollte. Was macht man also? Man konzentriert seine Energie und seine intellektuelle Kapazität darauf, das eigene Thema in die Debatte einzubringen. Das ist einem wichtiger, als das Problem und die Lösungsansätze zu verstehen. Ein verständlicher Ansatz, aber ich könnte trotzdem kotzen, wenn ich sowas höre.