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Zum gedenken
Paul Jungo wurde am 3. April 1936 in Angstorf bei Düdingen als drittes von sechs Kindern der Eheleute Jungo-Gauch geboren. Dort hatte die Familie einen Hof gepachtet. 1943 erwarb die Familie in Kastels ein Heimwesen. Nach Abschluss der Primar- und Sekundarschule arbeitete er ein Jahr zu Hause auf dem elterlichen Hof und dann zwei Jahre auf der Post in Düdingen. Er begann dann eine Handelsschule in Bern und arbeitete zuerst in der Kanzlei Mastroianni-Wild in Bern.
1961 vermählte er sich mit Jeannette Boschung. Dem Paar wurden drei Kinder geschenkt: Renata, Ruth und Wolfgang. Für seine Familie hat Paul ein Leben lang alles getan. Er war stolz auf seine Kinder und es gab nichts Schöneres für ihn als ein Zusammensein mit der ganzen Familie und Verwandtschaft im Chalet im Schwarzsee.
1961 trat Paul in die Saatzucht Düdingen ein. Während 40 Jahren, bis zum 30. Juni 2001, war er Leiter des Rechnungswesens, 1975 kam die Spesag dazu. Er hat die positive Entwicklung der beiden Unternehmen und ihre stabile finanzielle Lage stark mitgeprägt.
Paul liebte die Musik. Bereits mit 17 Jahren trat er in die Musikgesellschaft Düdingen ein. Vorerst aktiv als Trompeter, übernahm er bereits 1969 die Stellvertretung von Moritz Schmutz. Das Rüstzeug zum Dirigenten holte er sich bei den bekannten Musikdirektoren Oscar Moret, Bernard Chenaux und Erwin Neuhaus. Am Jahreskonzert 1972 erhielt er offiziell von seinem Vorgänger den Dirigentenstab überreicht, den er bis Juni 1993 mit Stolz führte.
Voller Idealismus, Begabung, Gewissenhaftigkeit sowie mit hoher disziplinierter Einsatzbereitschaft führte er «seine» Musikgesellschaft u.a. zu fünf Bezirks- und vier Kantonalmusikfesten, dann vor allem auch bei Musikparaden in der berühmten Zipfelmützentracht in München, Dijon, Confolens, Prag, Stockholm, Leningrad und Jerusalem. Unvergessen bleibt ein Auftritt im Petersdom, wo der Papst die Musikgesellschaft persönlich begrüsste, sowie im Schweizer Fernsehen mit Wysel Gyr 1983 und 1992. Nebenbei spielte Paul als Trompeter viele Jahre in der Zehner Musig und im Orchesterverein Düdingen, den er zudem zwei Jahre dirigierte. Regelmässig besuchte er mit seiner Tochter Renata Konzerte und Opern.
Erholung suchte Paul vor allem in den Bergen. Er liebte die Natur und er liebte es, in Schwarzsee zu wandern. Diese Begeisterung und Freude an Natur und Bergen hat ihn auch zum Amt des Bergmeisters der Alpgenossenschaft Düdingen geführt. Dabei kümmerte er sich um die Alpen und die Hirten und hatte für jeden immer ein offenes Ohr. Zur Tätigkeit gehörten auch die Verwaltung und der Ausbau der Campinganlage in Schwarzsee.
Kurz vor seinem Tod freute er sich über den Besuch seines einzigen Enkelkindes Ethan, mit Tochter Ruth und Mann Daniel aus Florida.
Auch am 8. Juni 2010 war er in seinen Bergen unterwegs. Der Tod ereilte ihn völlig überraschend, als er alleine zur Ahornhütte unterwegs war. Pauls plötzlicher Tod schmerzt sehr. Es hätte noch so vieles zu besprechen, zu bereden und zu planen gegeben. Was bleibt, sind die Erinnerungen an viele glückliche und unvergessliche Tage. An Gesten und Worte, die man nicht vergessen wird. Eing.