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Am 23. Februar 1942 kam Alois in der Hofmatt auf die Welt. Seine Eltern hiessen Alois und Seraphine, geborene Neuhaus. Sein Vater war ein bekannter Alleskönner, der in seiner bescheidenen Werkstatt jegliches flicken konnte–ob Velo, ob Töffli, ob Viehhüter, ob Werkzeug oder sonst etwas. Sie waren sieben Geschwister, eines starb schon klein. Mit den vielen Kindern in der Hofmatt verbrachte Alois eine sehr schöne Jugend, obwohl man nur das Notwendigste zum Leben hatte. Mit den Buben im Weiler wurden tausend Sachen unternommen, Rennen und alles Mögliche organisiert.
Nach der Sekundarschule blieb Alois vorläufig bei seinem Vater und half in der Werkstatt. Eines Tages sollte er seinen Bruder in Estavayer ersetzen. Aus den vorgesehenen drei Wochen wurden drei Jahre. Dafür lernte Alois die französische Sprache und konnte sich im Beruf weiterbilden. Glück hatte er in der Rekrutenschule bei den mechanischen Truppen in Thun. Hier wurde er gründlich ausgebildet und machte den Abschluss als Automechaniker. Hernach nahm er eine Stelle bei der Brauerei Beauregard an. Bier und Eisklötze lieferte er in die Gasthäuser. Später wurde er beim Unternehmen Riesen angestellt. Hier lag der Schwerpunkt auf dem elektrischen Gebiet, bei den Waschmaschinen und den Kühlschränken. Durch sein freundliches und hilfsbereites Benehmen war er bald bei den Mitarbeitern und der Kundschaft sehr beliebt.
1967 reichte er Margrit Bächler von Rechthalten die Hand zum ehelichen Bunde. Es wurde eine schöne, harmonische Ehe, gesegnet mit zwei Kindern. Zuerst nahm das junge Paar Wohnsitz in Freiburg, hernach bei uns in Alterswil. Die kleine Werkstatt in der Hofmatt wurde zu einer stattlichen Garage umgebaut. Alois war ein tüchtiger, gewissenhafter und umgänglicher Berufsmann, mit ihm konnte man sehr gut «geschäften». Zuerst übernahm er die Vertretung des Austin Mini, in den 60er- und 70er-Jahren der grosse Renner in der Schweiz, denn dies war ein billiges Auto. Beim Abflauen der Geschäfte wagte er als Erster in der Schweiz die Vertretung des japanischen Mitsubishi. Auch diesmal ging es aufwärts.
Neben der Familie und dem Geschäft bedeutete ihm die Musik sehr viel. Da war er in seinem Element. Landauf, landab spielte er mit seinen Musikanten an verschiedenen Anlässen. Er wurde Präsident unserer Musikgesellschaft, gründete und leitete den Gewerbeverein, war Mitglied des Gemeinderates – ein erfülltes, glückliches Leben. Nach einer Darmoperation zog sich Alois ganz aus seinem Geschäft zurück; es lag bei seinem Sohn Olivier in guten Händen. Sehr grosse Freude bereiteten ihm die beiden Grosskinder.
Aber dann der schwarze Tag. Am 16. Juli 2010 wurde er, der korrekt auf seinem Velo dahinfuhr, von einem Auto überrollt. Totale Lähmung, eine äusserst schwere Folge für ihn und die ganze Familie. Trotz bester Pflege erlangte er das Bewusstsein nicht wieder. Die Familie hoffte immer wieder auf Besserung und wurde enttäuscht. Unter grosser Anteilnahme wurde am 22. September Abschied von ihm genommen.Eing.