Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03414.jsonl.gz/1259

Nach einer erfolgreichen Heim-EM mit den zwei Medaillen in der Team- und in der Einzel-Verfolgung gab es im letzten Rennen nochmal eine Enttäuschung für das Schweizer Team. 200 Runden lang wartete man auf eine Initialzündung des Schweizer Duos Claudio Imhof/Tristan Marguet. Doch das Pulver der zusammen neunfachen EM-Medaillengewinner war nass. Mit nur sechs Punkten belegten sie den enttäuschenden 10. Platz.
Selbst mit einem Rundengewinn und den entsprechenden 20 Punkten wären der Thurgauer und der Ende Saison zurücktretende Walliser nur Sechste geworden, obwohl von den Olympia-Medaillengewinnern von Tokio kein einziger am Start war. Gold holten sich überlegen die Niederländer vor Belgien und Portugal.
Gänsehaut bei Michelle Andres
Einen ganz starken Auftritt legten hingegen die Schweizer Frauen auf die Piste im Velodrome von Grenchen. Obwohl noch ohne grosse Erfahrung in der spektakulären und zuweilen auch gefährlichen Disziplin fuhren Léna Mettraux und Michelle Andres auf den überraschenden 4. Platz.
Nach einem verhaltenen Start drehten die 23-jährige Waadtländerin und die ein Jahr ältere Aargauerin mit zunehmender Renndauer auf. Dank eines Rundengewinns machten die Schweizerinnen einen grossen Sprung nach vorne. In den Kampf um die Medaillen konnten sie aber nicht ernsthaft eingreifen. Den Sieg holte sich das britische Duo mit der zweifachen Olympiasiegerin Katie Archibald und deren neuer Partnerin Neah Evans vor Dänemark und Frankreich.
Für Mettraux und Andres fühlte sich der 4. Platz «wie ein Sieg an». Gleich zweimal liess sich die Aargauerin, die vor drei Tagen noch heftig gestürzt war, «mega, mega, mega geil» entlocken. «Und mit diesem Publikum kriege ich gleich wieder Gänsehaut.»