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Arbeitswelten neu denken
Die SIA-Sektion St. Gallen Appenzell lädt an die fünfte Fachtagung ein. Barbara Holzer, eine der drei Referentinnen, beantwortet im Voraus ein paar Fragen.
Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) hat die zuletzt 2004 veröffentlichten Einschätzungen zur Erdbebengefährdung der Schweiz aktualisiert und am 1. September 2015 publiziert (www.seismo.ethz.ch). Die neuen Gefährdungsdaten sind für einen SED-Referenzfels mit einer Scherwellengeschwindigkeit von 1100 m/s gegeben. Wie bisher wird der Einfluss der lokalen Geologie bei der Berechnung nicht berücksichtigt.
Gesamthaft hat sich die Gefährdungseinschätzung für einzelne Regionen gegenüber 2004 nur leicht verändert: Das Wallis bleibt das Gebiet mit der höchsten Gefährdung, gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal und der Zentralschweiz. Einzig der Kanton Graubünden, insbesondere das Engadin, ist gemäss der Einschätzung des SED stärker gefährdet als bisher angenommen. Diese leicht erhöhte Einstufung erklärt sich vor allem durch eine Neubeurteilung historischer Beben.
Die Karte der Erdbebenzonen der Norm SIA 261 bezieht sich auf die früheren, 2004 veröffentlichten Gefährdungsdaten des SED; aus Sicht der Kommission war zu klären, ob hier ein Anpassungsbedarf besteht. Nach einer ersten Analyse stellte die Normenkommission SIA 261 jedoch fest, dass weder die Karte der Erdbebenzonen noch die Bemessungswerte der horizontalen Bodenbeschleunigung (agd-Werte) angepasst werden müssen. Die bisher geltenden Festlegungen aus dem Jahr 2003 (Zonierung und agd-Werte) sind ausreichend vorsichtig; somit decken sie die leichte regionale Erhöhungen der Gefährdung, wie zum Beispiel im Engadin, bereits ab.
Ein Vergleich der Antwortspektren auf SED-Fels von 2004 und 2015 zeigt, dass die spektralen Beschleunigungen für Schwingzeiten unter ca. 0.4 s tendenziell angestiegen sind. Für höhere Schwingzeiten sind die Werte etwa gleich geblieben. Die Antwortspektren der Norm SIA 261 für die verschiedenen Baugrundklassen entsprechen zurzeit den Antwortspektren des Typs 1 des Eurocodes 8.
Die Normenkommission SIA 261 wird u. a. aufgrund der neuen Gefährdungsdaten des SED auf Fels eine Studie lancieren, um die Form der Antwortspektren der Norm SIA 261 für die verschiedenen Baugrundklassen zu hinterfragen. Ergebnisse werden nicht vor 2016 erwartet. Durch die neuen Gefährdungsdaten besteht weder bei den Erdbebenzonen noch bei den Bemessungswerten der horizontalen Bodenbeschleunigung ein Anpassungsbedarf.
Die Norm SIA 261: 2014 bleibt weiterhin gültig. Bauten, die konsequent gemäss Norm SIA 261 gebaut oder bereits gemäss Merkblatt SIA 2018 überprüft und allenfalls ertüchtigt worden sind, müssen infolge der neuen SED-Gefährdungsdaten nicht neu überprüft werden. Die aktualisierten SED-Gefährdungsdaten geben jedoch Anlass für vertiefende Studien bezüglich der Form von Antwortspektren für die verschiedenen Baugrundklassen der Norm SIA 261.