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nun noch zur präposition/konjunktion während. die entstehung dieses wortes wird dann verständlich, wenn wir es mit dem heute etwas altmodisch klingenden und eher selten gebrauchten verb währen im sinn von ‘(an)dauern’ in verbindung bringen, z.B. in der krieg währte dreissig jahre. ist diese verbindung einmal etabliert, kann während formal problemlos mit dem präsenspartizip zu diesem verb identifiziert werden (so wie spielend zu spielen oder singend zu singen). wie aber kann es dazu gekommen sein, dass sich auf grundlage eines präsenspartizips eine präposition/konjunktion entwickelt hat?
vermutlich hat man an formulierungen wie in der zeit währender kriege oder nach dreissig jahre währendem krieg zu denken, die als in der zeit während der kriege bzw. während dem krieg missverstanden werden konnten. man hat also wohl aufgrund einer falschen segementierung gemeint, bei den wortauslauten -der und -dem handle es sich um den bestimmten artikel. in dieser analyse musste während als eine temporale präposition erscheinen, und als solche kam sie dann auch in allgemeinen gebrauch.
auch im fall von während ist es also möglich, durch den vergleich mit daten aus der gegenwartssprache, in diesem fall konkret durch die anknüpfung an das verb währen ‘(an)dauern’, etwas über die geschichte des wortes zu erfahren.
dieser beitrag beschliesst meine mini-serie zur etymologie.
referenzen
kluge, f. & seebold, e. (2002): etymologisches wörterbuch der deutschen sprache. berlin. 24. auflage.
pfeifer, w. (1997): etymologisches wörterbuch des deutschen. münchen. 3. auflage.