Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03520.jsonl.gz/347

Die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) sammelt seit ihrer Gründung nicht nur Bücher, sondern explizit Bilddokumente wie Druckgrafiken, Plakate, Editionen, Künstlerbücher, Fotografien und Ansichtskarten – die Bestände der heutigen Graphischen Sammlung (GS).
1895: Beginn der Helvetica-Sammlung
Die Nationalbibliothek (früher Schweizerische Landesbibliothek) ist seit 1895 damit beauftragt «Helvetica» zu sammeln. Seit ihrer Gründung sammelt sie nicht nur Bücher und andere Publikationen, sondern auch Bilddokumente. Diese Sammlungspolitik entspringt der Rückbesinnung auf die Ursprünge von Sammlungen und deren Vielfalt in der europäischen Sammlungstradition.
1895–1945: Aufbau der Bildersammlung
Der Sammelteil, der heute «Graphische Sammlung» heisst, entstand als sogenannte Bildersammlung. Er setzte sich zusammen aus ikonografischen, grafischen und auch fotografischen Bilddokumenten zu Geografie, Geschichte, Politik, Brauchtum, Kultur und Persönlichkeiten der Schweiz. Auch künstlerische Werke von namhaften Schweizer Kunstschaffenden, insbesondere im Bereich Editionen und Künstlerbücher, wurden seit Beginn in der NB gesammelt.
Aufgrund einer Vereinbarung mit dem Schweizerischen Fotografenverband entstand in der NB 1917 die erste offizielle Fotosammlung der Schweiz. Bis zu ihrem 50-jährigen Jubiläum hatte die NB ein weites Spektrum an Bildmedien mit Druckgrafiken, Schweizer Kleinmeister-Helvetica, Plakaten, Ansichtskarten, Fotografien, Editionen und Künstlerbüchern angesammelt.
1945–1989: Abteilung Ältere Bestände
Der Grundstock der heutigen «Graphischen Sammlung», insbesondere der Bereich Fotografie und Schweizer Helvetica-Grafik, wurde in den folgenden Jahrzehnten weiter ausgebaut.
In den 1980er-Jahren übergab Annemarie Gugelmann der NB ihre Sammlung an «Schweizer Kleinmeistern», welche sie zusammen mit ihrem Bruder Rudolf während vier Jahrzehnten aufgebaut hatte. Ausgelöst durch diese beispiellose Schenkung engagierte die NB erstmals eine Kunsthistorikerin, die sich insbesondere diesem Sammelteil widmete.
Bis 1991 verwaltete man die Bildbestände zusammen mit den Handschriften-Nachlässen und übrigen Spezialsammlungen der NB in der Abteilung «Ältere Bestände, Handschriften, Spezialsammlungen». Seit der Gründung des Schweizerischen Literaturarchivs 1991 wurden die literarischen Archive und Nachlässe jedoch dort betreut.
1990: Die Graphische Sammlung
Die Bildersammlung der NB erhielt 1990 die Bezeichnung «Graphische Sammlung».
Ab Mitte der 1990er Jahre sammelte die GS bedeutende Künstlerarchive, wie beispielsweise diejenigen von Daniel Spoerri, Karl Gerstner, Johannes Gachnang, Serge und Doris Stauffer, Ulrich Meister, Andreas Züst, Niklaus Stauss und Claude Kuhn.
2006 wurde die Graphische Sammlung eine eigenständige Abteilung, 2007 gelangten die Bestände des Eidgenössischen Archivs für Denkmalpflege (EAD) in die Graphische Sammlung. Damit wuchs der Umfang der Bestände der GS um ein Mehrfaches an.
Letzte Änderung 20.11.2018