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Zähne und Gebiss
Der Zahn besteht aus 4 verschiedenen Strukturen:
Pulpahöhle: Die Pulpahöhle enthält lockeres Bindegewebe mit Blutgefässen und Nerven. Bei den jungen Pferden ist die Pulpahöhle gross und wird dann mit der Alterung des Pferdes kontinuierlich kleiner. Die Pulpahöhle wird mit Ersatz-Dentin gefüllt.
Dentin = Zahnbein: Das Dentin ist von gelblicher Farbe und ist härter als Knochen, aber weicher als der Zahnschmelz. Daher wird es auch rascher abgenützt. Dentin bildet den Hauptbestandteil des Zahnes und umgibt die Pulpahöhle.
Schmelz = Email: Der Zahnschmelz ist reinweiss und stellt die härteste Substanz im Körper dar. Er liegt aussen dem Dentin auf. Der schmelzhaltige Teil des Zahnes bildet den Zahnkörper, der schmelzfreie Teil die Zahnwurzel.
Zement: Der Zement ist gelblich und die weichste Substanz der Zähne. Er hat einen ähnlichen Aufbau wie der Knochen. Der Zement liegt dem Zahnschmelz auf, umgibt die Wurzeln und füllt die Schmelzfalten und Schmelzeinstülpungen.
Als Zahnwurzel bezeichnet man also den schmelzfreien Teil des Zahnes. Der schmelzhaltige Teil wird als Zahnkrone bezeichnet. Den Teil ausserhalb des Zahnfleisches bezeichnet man als „eigentliche Krone“, den Teil innerhalb des Zahnfleisches als „Reservekrone“. Die eigentliche Krone bildet zusammen mit der Reservekrone den Zahnkörper.
Ein Pferd besitzt oben und unten je 6 Schneidezähne sowie auf jeder Seite oben und unten je 6 Backenzähne. Hengste und Wallache haben zusätzlich noch oben und unten Eckzähne, die Hengst- oder Wallachzähne genannt werden. Selten sind im Oberkiefer zwei ganz kleine Backenzähne (die Wolfszähne) ausgebildet.
Zahnalter
Die Schneidezähne, vor allem die des Unterkiefers, dienen zur Schätzung des Zahnalters. Sie haben eigene Namen: die innersten beiden nennt man Zangen, gefolgt von den Mittelzähnen und den Eckschneidezähnen. Als Hilfe für die Schätzung des Zahnalters dienen nach dem Zahnwechsel die sogenannten Zahnbecher oder Kunden in den Schneidezähnen. Diese Kunden sind in den Schneidezähnen ca. 6mm tiefe Einziehungen, welche mit dem Aelterwerden des Tieres ausgerieben werden (ca. 2mm pro Jahr).
Nerven und Gefässe zur Ernährung des Zahnes laufen im Zahnmarkraum, der sogenannten Pulpahöhle.
Bei jungen Tieren treffen die Kronen der Schneidezähne fast senkrecht aufeinander (Zangengebiss: bis 8 Jahre) währen bei älteren Tieren die Zähne in einem immer mehr spitz werdenden Winkel aufeinandertreffen (Halbwinkelgebiss: bis 15 Jahre, Winkelgebiss: über 16 Jahre). Bei jungen Tieren ist die Reibefläche der Schneidezähne queroval, bei älteren Tieren wird sie immer mehr dreieckig bis längsoval.
Wie der Mensch hat auch das Pferd Milchzähne und bleibende Zähne. Die letzten 3 Backenzähne wechseln nicht. Anhand des Zahnwechsels kann bei jungen Pferden sehr einfach das Alter bestimmt werden.
- Zangen: Wechsel mit 2 ½ Jahren, mit 3 Jahren in Reibung
- Mittelzähne: Wechsel mit 3 ½ Jahren, mit 4 Jahren in Reibung
- Eckschneidezähne: Wechsel mit 4 ½ Jahren, mit 5 Jahren in Reibung.
Die Kunden der Unterkieferschneidezähne werden mit folgendem Alter ausgerieben: Zangen mit 6 Jahren, Mittelzähne mit 7 Jahren, Eckschneidezähne mit 8 Jahren.
Der Unterkiefer des Pferdes ist schmaler als der Oberkiefer und die Backenzähne stehen nicht waagerecht, sondern wie ein Hausdach leicht abgeschrägt einander gegenüber.