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Populäre Namen haben ein Problem: Sie sind populär. Sie sind häufig, weil sie gefallen, und sie gefallen, weil sie häufig sind. Eine selbstverstärkende Rückkopplung, die geradewegs in die Katastrophe führt, wenn die maximal ertragbare Dichte von Kevins und Jennifers erreicht ist. Hat der Zeitgeist diese Namen überholt, stürzt ihre Häufigkeit auf Ramschniveau ab, und sie klingen altmodischer als Ernst und Gertrud.
Das stellt viele werdende Eltern vor eine schwierige Wahl. Einerseits säuselt der Wunschname wie ein italienischer Sommerhit in ihren Ohren, andererseits wissen sie, dass es in der Strasse schon drei Finns und fünf Hannas gibt. Wer nicht auf den konditionierten Wohlklang eines Namens verzichten kann, sich aber einen Hauch Individualität erhalten will, wählt deshalb eine andere Schreibweise. Und so etabliert sich mit dem Siegeszug eines Namens oft ein Schattenkabinett weiterer Versionen.
Sarah war in den letzten dreissig Jahren hinter Laura der zweithäufigste Mädchenname der Schweiz. Von 1989 an lag er fünf Jahre auf Platz eins und acht auf Platz zwei. Das schrie nach Abwechslung, die in der Form von Sara auftauchte. Im Jahr 2002 überholte Sara Sarah und nahm 2006 und 2007 Platz eins ein.
Im Moment liefert sich Hanna ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Hannah, und Fynn versucht zu Finn aufzuschliessen. Wenn es nicht anders geht, werden auch kleine Abweichungen im Klang akzeptiert, etwa bei Alina, die 2000 Aline überholt hat, oder bei Isabella, die Erzfeindin Isabelle verdrängte. Diese Namen haben den Vorteil, dass sie sich hörbar von ihren Vorbildern unterscheiden. Hat Fynn dagegen das Pech, mit einem Finn in der Klasse zu sitzen, wird er auf ewig «Fynn mit Ypsilon» bleiben. Ein Schicksal, das allerdings jenem von Hannah, wenn sie am Telefon ein Flugticket für «Hannah mit h» bestellen will, immer noch vorzuziehen ist.
Quelle: BFS. Hier können Sie nach Ihrem eigenen Namen suchen.