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Von Helen Keller und Luca Cirigliano ist erschienen: „Die Krux mit der Blasphemie – Analyse zweier richterlicher Lösungsansätze“, in: ZaöRV/Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht/Max-Planck-Institut für Ausländisches Öffentliches Recht und Völkerrecht, Jg. 70, 3 (2010), S. 403-431
Hier das Abstract:
„Freie Meinungsäußerungen, die sich spezifisch gegen religiöse Glaubenssätze oder Dogmen wenden, hatten schon immer einen schweren Stand. Entweder wurden solche Aussagen als blasphemisch qualifiziert und gesetzlich verboten, oder Fanatiker griffen auf die Mittel der Selbstjustiz, um unliebsame Autoren, Künstler und Andersdenkende zum Schweigen zu bringen. In der transnationalen Gesellschaft wird diese Auseinandersetzung noch mit härteren Bandagen ausgetragen. Während gewisse gesellschaftliche Akteure immer stärker auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung – auch in religiösen Angelegenheiten – pochen, kollidiert die häufig respektlose und diffamierende Kritik mit religiösen Sensibilitäten. In diesen Fällen fordern die Gläubigen ein aus der Religionsfreiheit fließendes Recht auf Schutz vor Beleidigungen.
Für diesen Grundrechtskonflikt untersucht der vorliegende Aufsatz zwei unterschiedliche richterliche Lösungsansätze, die in demokratischen Systemen als paradigmatisch gelten können. Die Analyse kommt zum Schluss, dass die US-amerikanische Praxis für Europa wegweisend sein dürfte. In den Vereinigten Staaten mussten die Grenzen der Meinungsäußerungsfreiheit schon sehr früh ausgelotet werden, und zwar vor dem Hintergrund einer heterogenen, liberalen Gesellschaft, die von vielfältigen Einwanderungsgruppen geprägt wurde.“