Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03305.jsonl.gz/2117

Diese Satzzeichen zeigen genau an, wann ein Zitat beginnt und wo es endet – die sogenannten Gänsefüßchen oder Anführungszeichen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Wie gehst du vor, wenn in einem Zitat selbst zitiert wird? Wie werden diese Satzzeichen im Ausland verwendet? Es gibt also einige Punkte zu klären – und hier erfährst du alle wesentlichen Fakten im Überblick.
Definition: Anführungszeichen
Anführungszeichen dienen zur Kennzeichnung bestimmter Textpassagen oder Wörter. Sie sollen klarstellen, dass es sich um
- den Werktitel eines Buches, eines Filmes oder ähnlichen Werkes,
- den Wortlaut direkter Rede oder
- ein Zitat
handelt. Allerdings gibt es neben den normalen Anführungszeichen («…») auch halbe (‹..›) – und die haben ebenfalls eine besondere Funktion. Sie kommen zum Einsatz, wenn
- in einem Zitat zitiert wird,
- Begriffe hervorgehoben oder
- in der Wissenschaft nicht übliche Begriffe gekennzeichnet
werden sollen. Da es auch länderspezifische Unterschiede bei der Verwendung dieser Satzzeichen gibt, wie beispielsweise im Englischen und im Französischen (Guillemets), gehen wir nun explizit auf die Details und die Handhabung deiner Tastatur ein.¹
Die deutschen Anführungszeichen
Schreibst du deine wissenschaftliche Arbeit in der deutschen Sprache, dann solltest du auch die deutschen Anführungszeichen nutzen – ansonsten riskiert du einen typografischen Fehler.
Eine hilfreiche Eselsbrücke: 99 und 66 stehen für unten und oben.
Das öffnende Gänsefüßchen steht im Deutschen also unten, während das abschließende oben platziert wird. Damit kannst du nicht nur den Titel eines Werkes klar vom restlichen Text abgrenzen, sondern auch direkte Zitate – und wörtliche Rede.
Wichtig: Am besten nutzt du die Rechtschreibprüfung, um deine Arbeit auch in Bezug auf die korrekte Verwendung der Anführungszeichen hin zu kontrollieren.
Anführungszeichen – Einfaches ‹unten und oben›
Es gibt einige Gelegenheiten, in denen in wissenschaftlichen Arbeiten einfache bzw. halbe Anführungszeichen zum Einsatz kommen, nämlich bei einem Zitat innerhalb eines Zitats, aber auch wenn du bestimmte Bezeichnungen oder in der Wissenschaft unübliche Begriffe hervorheben willst.
Fakt ist: Umgangssprache bleibt Umgangssprache – in einer wissenschaftlichen Arbeit kannst du diese zwar kennzeichnen, solltest jedoch sparsam mit derartigen Phrasen umgehen.
Wichtig: Solltest du ein Wort aus einer anderen Sprache oder einen relevanten Fachbegriff explizit hervorheben wollen, dann greifst du am besten auf die Kursivschrift zurück. Du erleichterst der Leserschaft damit die Nachvollziehbarkeit deiner Arbeit – zu viele Anführungszeichen stören nicht nur das Schriftbild, sondern den Lesefluss insgesamt.
Englische Anführungszeichen: ‘Quotation marks’
Andere Länder andere Sitten – und das auch in puncto Anführungszeichen: Im Englischen werden diese Satzzeichen als ‹quotation marks› bezeichnet und nur oben gesetzt. Und doch gibt es weitere Differenzierungen im englischsprachigen Raum, die du eventuell bei deiner wissenschaftlichen Arbeit beachten solltest.
Amerikanische Anführungszeichen
Die amerikanischen Regeln entsprechen dem Grundsatz der deutschen Regeln: Bei direkter Rede nutzt du doppelte und bei Zitaten innerhalb von Zitaten einfache, als ’single quotation marks› bezeichnete Anführungszeichen – und zwar grundsätzlich oben.
Britische Anführungszeichen
Die britischen Regeln sehen das Gegenteil vor: Bei wörtlichen Zitaten verwendest du einfache Anführungszeichen, also ‹inverted commas›. Bei Zitaten im Zitat nutzt du jedoch die doppelte Variante – die ‹double quotations marks›.
Wichtig: Englische Anführungszeichen haben nichts mit dem Zeichen für die Maßeinheit Zoll zu tun – obwohl sie bei der Verwendung der gängigen Tastenkombination in Word so angezeigt werden.
Französische Anführungszeichen: «Guillemets»
Ganz anders sehen die Anführungszeichen, die sogenannten Guillements, in der französischen Sprache und damit auch im Schweizer Hochdeutsch aus: Hier werden spitze Klammern statt der Gänsefüßchen verwendet, deren Spitzen jeweils nach außen zeigen. Ansonsten entsprechen die Regeln der deutschen Handhabung, denn bei direkten Zitaten werden doppelte Guillements und für Hervorhebungen bzw. Zitate innerhalb der Zitate einfache Guillements genutzt.
Anführungszeichen: Tastenkombinationen
Die Auswahl der Tastenkombination hängt davon ab, was für ein Rechner benutzt wird – Windows oder Apple:
|Bezeichnung||Windows-PC||Apple-PC|
|Deutsche doppelte Anführungszeichen „ "||Shift + 2||Shift + 2|
|Deutsche einfache Anführungszeichen ' '||Shift + ' / #||Shift + ' / #|
|Britische doppelte Anführungszeichen " "||Alt + 0147 & Alt + 0148||Alt + 2 & Alt + Shift + 2|
|Britische einfache Anführungszeichen ' '||Alt + 0145 & Alt + 0146||Shift + ' / # & Alt + Shift + ' / #|
|Französische doppelte Anführungszeichen « »||Alt + 0171 & Alt + 0187||Alt + Q & Alt + Shift + Q|
|Französische einfache Anführungszeichen ‹ ›||Alt + 0139 & Alt + 0155||Alt + Shift + B & Alt + Shift + N|
Häufig gestellte Fragen
Die doppelten Gänsefüßchen nutzt du bei direkten Zitaten, wörtlicher Rede und zur Kennzeichnung von Werktiteln, wie beispielsweise eines Buches oder eines Films.
Zitierst du eine Passage, die selbst ein Zitat enthält, dann setzt du dieses ebenso in einfache Gänsefüßchen wie Begriffe, die du hervorheben willst oder Redewendungen, die sonst in der wissenschaftlichen Arbeit ungebräuchlich sind.
Während deutsche Gänsefüßchen nach dem Prinzip „(…)“, also unten und oben, gesetzt werden, werden englische Anführungszeichen generell oben platziert.
Um den Lesefluss nicht übermäßig zu stören, kannst du diese Begriffe auch kursiv schreiben.
Es gibt spezielle Tastenkombinationen, die sich jedoch abhängig vom Betriebssystem deines Rechners unterscheiden können – siehe dazu auch die Tabelle im letzten Absatz.
Quellen
¹ Schönwälder L.: Leitfaden zum Verfassen wissenschaftlicher Hausarbeiten, in: Universität Frankfurt, o.D. [online] https://www.uni-frankfurt.de/70774690/Leitfaden_zum_Verfassen_wissenschaftlicher_Hausarbeiten_neu.pdf (abgerufen am 29.09.2022)