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Sie ist die Königin unter den Naturfasern, die Baumwolle. Praktisch auf der ganzen Welt bekannt und beliebt – seit jeher. Jährlich werden rund 25 Millionen Tonnen der Pflanzenfaser produziert. Die Baumwollpflanze ist ein Malvengewächs, das je nach Sorte ein bis drei Meter gross wird. Der Ertrag der Pflanzen hängt von diversen Faktoren ab. Der industrielle Anbau mit gezüchteten Sorten, mineralischem Dünger und grosszügiger Bewässerung führt zu einer Ernte von ungefähr einer Tonne Roh-Baumwolle pro Hektar. Ideale Bedingungen für die Baumwollpflanze herrschen in warmen, frostfreien und sonnenintensiven Klimazonen. Gleichmässige Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad Celsius und reichlich Wasser begünstigen ein gutes Wachstum. Die Blüte der Pflanze ist erst weiss oder gelb und verfärbt sich nach erfolgreicher Bestäubung rosa. Bei der Reife springen die Fruchtkapseln auf und die behaarten Samen quellen hervor. Die Faserhaare trockenen aus und werden danach für die textile Weiterverarbeitung geerntet.
So schön und angenehm die Baumwolle sein mag, so viele Probleme bringt sie auch mit sich. Also eigentlich nicht die Baumwolle selber, sondern ihr intensiver industrieller Anbau. Monokulturen, genveränderte Zuchtsorten und Geldgier grosser internationaler Konzerne sind längst keine Geheimnisse mehr. Auf den knapp 2.5 Prozent Ackerfläche, die der Baumwollanbau weltweit beansprucht, werden 11 Prozent aller Pestizide und 25 Prozent aller Insektizide eingesetzt. Die Hälfte davon ist gemäss WHO als gefährlich einzustufen. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich die Auswirkungen auf die Böden, Gewässer und nicht zuletzt auf die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Feldern vorzustellen. Zusätzlich fordert der konventionelle Baumwollanbau pro Kilogramm Ertrag zwischen 7'000 und 20'000 Liter Wasser – bei einer nicht optimierten Oberflächenbewässerung sogar bis 30'000 Liter. Beachtet man die Anbaugebiete und deren häufige Wasserknappheit, sind diese Zahlen besonders schockierend. Genverändertes Saatgut, das vordergründig mehr Ertrag verspricht, führt längerfristig zu grösseren Problemen und insbesondere zu Abhängigkeiten von den Konzernen. Das Saatgut muss nämlich jede Saison neu gekauft werden – die Samen der Baumwolle können nicht für die erneute Aussaat genutzt werden. Weil der versprochene Mehrertrag nicht von Dauer ist, benötigen die Baumwollbauern mehr Dünger und stärkere Pestizide (und ja, diese werden von den gleichen Konzernen produziert wie das genveränderte Saatgut). Die Folge ist eine Schuldenfalle par excellence. Die Situation ist so prekär, dass sich alle 30 Minuten ein Baumwollbauer mit Pestizid selber vergiftet – er sieht keinen Ausweg aus seiner Situation und begeht Selbstmord. Eine Trägodie, die wir nicht akzeptieren wollen. Für uns gibt es deshalb nur eines: Bio-Baumwolle.
Der Wasserverbrauch bei der Bio-Baumwolle ist in den meisten Fällen um ein Vielfaches geringer. Dank der Tröpfchen-Methode gelangt das Wasser ohne Umwege und ohne Verlust durch Verdunstung an die Pflanzenwurzeln. Je nach Quelle geht man von 70 bis 90 Prozent Wasserersparnis aus. Dank der Düngung mit Kompost oder Mist, Mischkulturen und vielfältiger Fruchtfolge bleiben die Böden gesund und ertragreich. Auch der Schädlingsbefall wird dadurch reduziert. Gentechnisch verändertes Saatgut ist bei Bio-Baumwolle nicht erlaubt. Das bewahrt die Baumwollbauern vor der Abhängigkeit von grossen Konzernen und ermöglicht ihnen längerfristig mehr Ertrag. Insbesondere auch deshalb, weil Bio-Qualität gefragt ist und die Preise dafür steigen. Bei Fairtrade zertifizierter Bio-Baumwolle profitieren die Bauern sogar von einer Abnahmegarantie und Prämien für soziale Projekte in ihrem Dorf.
Während wir von konventioneller Baumwolle lieber die Finger lassen, finden wir Bio-Baumwolle unglaublich toll. Die Gründe sind einfach:
- Baumwolle ist sehr robust und damit langlebig.
- Insbesondere unbehandelte Bio-Baumwolle ist sehr hautfreundlich, fein und weich. Langstaplige Fasern wie die Pima-Baumwolle aus Peru sind besonders hochwertig.
- In der Regel eignet sich reine Baumwolle auch für Allergiker bestens.
- Baumwolle ist sehr pflegeleicht und kann auch heiss gewaschen werden.
- Dank ihrer hohen Saugkraft und Hitzebeständigkeit kann Baumwolle vielseitig eingesetzt werden.
Pflege
- Alltagskleidung 30° C waschen, Baumwolle verträgt aber auch höhere Temperaturen (weiss bis 95° C, bunt bis 60° C). Insbesondere gewobene Stoffe können dabei leicht einlaufen.
- Wäschetrockner nach Möglichkeit vermeiden (Einlaufgefahr), ist aber möglich.
- Baumwolle kann etwas knittern. Vor dem Bügeln mit maximal 200° C leicht anfeuchten.