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Der schwedische Autohersteller SAAB kämpft erneut mit Zahlungsschwierigkeiten
Schon vor drei Jahren steckte SAAB Automobile in grossen finanziellen Schwierigkeiten, jetzt wiederholt sich die Geschichte. Seit rund einem Monat steht die Produktion wegen Geldmangel still. Fahrzeuge, Immobilien, Ausrüstung und Werkzeuge wurden verpfändet, damit das Unternehmen Sozialabgaben und Steuern bezahlen konnte. Angeblich haben die 600 Mitarbeiter aber im Juni noch ihre Gehälter und Löhne erhalten. Die Summe der unbezahlten Rechnungen von Lieferanten beträgt knapp 100 Millionen Schwedische Kronen (etwa 13,5 Millionen Franken).
Die Autosparte der schwedischen Traditionsmarke gehört seit 2012 zu dem Konsortium National Electrics Vehicle Sweden (Nevs) unter chinesischer Führung. Laut Nevs rühren die Liquiditätsprobleme daher, dass die chinesische Stadt Quingdao, die mit 22 Prozent beteiligt ist, ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Deshalb ist Nevs auf der Suche nach neuen Investoren. Gerüchten zu Folge könnte der indische Hersteller Mahindra bei SAAB einsteigen.
Bis 2010 arbeiteten die Schweden unter dem Dach von General Motors. Danach wurden sie von der Sportwagenschmiede Spyker übernommen, mussten aber schon Ende 2011 Insolvenz anmelden. Mit Nevs sollte es wieder bergauf gehen, und der Neustart im Dezember 2013 mit der Produktion des Modells 9-3 war vielversprechend. Die chinesische Metropole Quingdao, die über ihre Investmentfirma Quinbo an SAAB beteiligt ist, hatte 200 Elektroversionen des 9-3 bestellt. Der Vertrag besteht noch, aber bisher sind keine Zahlungen geflossen.
Unterdessen hatte Nevs den Abschluss eines Rahmenvertrages mit einem grossen, internationalen Autohersteller bekannt gegeben, ohne einen Namen zu nennen. Mit diesem solle eine Kooperation bei der Plattformentwicklung erfolgen. Ausserdem liefen Verhandlungen über die Beteiligung eines anderen Herstellers. SAAB will noch in diesem Jahr ein Elektrofahrzeug auf den Markt bringen, dessen Kundschaft vorwiegend in China sitzt. Mit detaillierteren Information hält sich das Unternehmen allerdings zurück.
Sicher ist, dass Nevs in eine neue Akkufabrik und in ein technologisches Entwicklungszentrum in China investiert hat. Über die Höhe der Summe schweigt sich der Vorstand aber ebenfalls aus. Der grösste Anteilseigner, National Modern Energy Holdings, hat bisher rund 330 Millionen Euro zu dem Projekt beigetragen, doch ob damit der Neustart für SAAB wirklich gelingt, ist für Insider fraglich – erst recht nach dem gegenwärtigen Produktionsstopp.
Oberstes Bild: Der schwedische Autohersteller SAAB kämpft erneut mit Zahlungsschwierigkeiten (© FotograFFF / Shutterstock.com)