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Süd- und Nord-Pantanal
Der Pantanal, das grösste Schwemmgebiet unserer Erde, ist ein verletzliches Naturparadies. Vor etwa 60 Millionen Jahren hat sich im Zusammenhang mit den tektonischen Vorgängen der Anden eine riesige, topfartige Einsenkung gebildet, innerhalb welcher sich das Wasser wegen der äusserst geringen Neigung nur sehr langsam fortbewegen kann. Das erklärt die grossflächigen, mehrere Monate andauernden Überschwemmungen, die der Rio Paraguay, der Hauptfluss, der sich durch den Pantanal schlängelt, sowie andere Flüsse und Nebenflüsse, jeweils zu Beginn der Regenzeit (anfangs Dezember) verursachen. Nur einige höher gelegene Hügelzonen bleiben vom Hochwasser verschont und bilden eine Art von Archen für die Tierwelt. Während der Regenzeit verwandelt sich das Buschland in eine Wasserlandschaft. In der Trockenzeit sind jedoch überraschend viele Lebensräume auszumachen wie grössere und kleinere Sumpfgebiete, Süss- und Salzwasserseen, savannenähnliche Steppengebiete, lichte Palmenhaine und ein dichter Urwaldgürtel entlang der Flussufer. Einzigartig ist die Tierwelt im Pantanal mit 80 Arten von Säugetieren, 50 Reptilienarten, über 250 Fisch- und 650 Vogelarten. Das unglaublich reiche Fischvorkommen erklärt die riesige Anzahl und Vielfalt von Wasservögeln und Reptilien, die hier anzutreffen sind. Auf den Sandbänken liegen Leib an Leib Jacares, die Brillenkaimane. In grosser Zahl beobachtet man Capybaras, fette, grosse Wasserschweine – Leckerbissen für Raubkatzen wie Puma, Jaguar und Ozelot. An die wasserreichen Biotope angepasst sind der langbeinige Mähnenwolf und der Sumpfhirsch. Aber auch Ameisenbären, Gürteltiere, Brüll- und Kapuzineraffen sind hier heimisch, sowie verschiedene Schlangenarten – darunter die bis zu 6 m lang werdende Gelbe Anakonda. Besonders reich vertreten ist die Vogelwelt, vorab die grösste, fliegende Vogelart Südamerikas, der Jabiru-Storch, Tukane, zahlreiche Sittiche und Papageien, vorab der, vom Aussterben bedrohte, Hyazinth-Ara.
Im Jahre 2000 erklärte die UNESCO den Pantanal zu einer der wichtigsten Biosphären der Welt und ein Teil des Gebietes steht seither unter Naturschutz. Jedoch die Bedrängung der umgebenden Gebiete durch Brandrodung für erweiterte Anbauflächen von Zuckerrohr und Soja, Bio-Ethanol-Destillerien und ihre giftigen Abwässer, Pestizide und Kunstdünger, Bodenerosion und Veränderung des natürlichen Wassersystems sind drohende Gefahren für den Pantanal.
Webcode: 9054
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1./2. Tag: Zürich – Sao Paulo – Campo Grande
Linienflug von Zürich nach Sao Paulo und anderntags lokaler Anschlussflug nach Campo Grande. Am Flughafen von Campo Grande werden wir vom lokalen Biologen empfangen. Nach Ankunft in Campo Grande erfolgt der Transfer zur Unterkunft. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Es besteht die Möglichkeit eines Parkbesuches oder weiteren Sehenswürdigkeiten. Gemeinsam nehmen wir das Nachtessen ein.
3. Tag: Campo-Grande - Süd-Pantanal
Nach dem Frühstück steht ein rund dreistündiger Bustransfer zur Pousada Aguapé an, wo wir für zwei Übernachtungen Unterkunft finden. Auf der Fahrt lassen sich bereits Nandus, Seriemas, Riesentukane oder sogar Grosse Ameisenbären entdecken.
4. Tag: Pousada Aguapé
Frühmorgens unternehmen wir eine Bootsfahrt auf dem Rio Claro, der für seine Riesenotter bekannt ist. Auch Tapire, Reiher, Eisvögel und Fischbussard schätzen das Ufer dieses Flusses. Wir streifen zu Fuss durch die offene Landschaft rund um die Lodge und den Galeriewald entlang des Aquidauana Flusses. Häufig sind hier Weisshalsibisse, Araraunas, Nandaysittiche und selbst die grossen, blauen Hyazinth-Aras sind nicht selten. In der savannnenartigen Landschaft fühlen sich auch Gürteltiere, Spiesshirsche, Ameisenbären und Kapuzineraffen wohl.
Nachmittags geht es mit einem offenen Lastwagen über das riesige Farmgelände auf Safari. Wir halten Ausschau nach Pampashirsch, Halsbandpekari, Nasenbär, sowie an Tümpeln und im sumpfigen Gelände nach Brillenkaimanen, dem grossen Jabiru-Storch und zahlreichen Reiherarten. Nach dem Abendessen haben wir die Möglichkeit die nachtaktive Tierwelt kennen zu lernen, wiederum vom Wagen aus, so zum Beispiel:
Tamandua, Eulen, Nachtschwalben und mit Glück Ozelot und Tapir.
5. Tag: Pousada Aguapé – Olho d’Agua Lodge
Auf unserer etwa 3-stündige Fahrt kommen wir heute durch das Bodequena Mittelgebirge, das die südliche Grenze des Pantanals bildet. Bonito befindet sich am Rande des rund 70‘000 Hektar grossen Bodequena Nationalparks.
Unser Mittagessen nehmen wir in einer kleinen Lodge am Rio da Prata ein. Dieser Fluss lädt zu einer einmaligen Schnorcheltour ein. Man lässt sich flussabwärts im kristallklaren Wasser treiben, vorbei an Dorados und Pacu-Fischen, bei einer Weitsicht unter Wasser von rund 40 Metern!
Anschliessend besuchen wir eine 100 Meter tiefe Doline, Buraco das Araras, in der sich rund 40 Paare Grünflügelaras angesiedelt haben. Von oben herab kann man die farbenprächtigen Vögel beobachten, wie sie zu ihren Brutplätzen in der steilen Sandsteinwand fliegen. Auch Töpfervögel, Kolibris und Goldstirnsittiche leben hier.
6. Tag: Bonito - Campo Grande – Cuiabá
Wir besuchen nochmals Buraco das Araras oder machen einen Spaziergang in der vogelreichen Umgebung des Hotels. Mittags bringt uns der Minibus nach Campo Grande zum Flughafen. Rund eine Stunde überfliegen wir den Pantanal bis wir in Cuiabá landen und ein Stadthotel beziehen.
7. Tag: Cuiabá - Nord Pantanal
Nach dem Frühstück verlassen wir die Stadt in südlicher Richtung und erreichen Poconé und den Beginn der berühmten Transpantaneira, einer Schotterstrasse, die 145 Km durch die artenreiche Welt des Pantanals führt.
Zu der auf einer alten Farm gelegenen Pousada Piuval ist es nicht mehr weit. In der Nähe unserer Unterkunft erkunden wir die Tierwelt der von Galeriewäldern und Palmenhainen geprägten Umgebung. Jabiru-Störche und auch Hyazinth-Aras sind hier nicht selten.
Nachmittags streifen wir zu Fuss durch die nähere Umgebung. Von einem Beobachtungsturm aus können eine Kolonie Olivenscharben, verschiedene Reiherarten, Wasserschweine und Brillenkaimane gesichtet werden. Nach dem Abendessen bietet sich eine Nachtsafari an.
8. Tag: Transpantaneira – Porto Jofre
Nach einer Morgenexkursion auf dem 7000 Hektar grossen Gelände fahren wir nach dem Mittagessen auf der Transpantaneira bis Porto Jofre und machen uns mit der dynamischen Vielfalt der Landschaft des Nordpantanals vertraut. Unter anderem halten wir bei Campo Jofre, einer wunderhübschen, weitläufigen, von Sumpflandschaft umgebenen Stelle. Es fällt schwer sich vom Anblick der Silber-, Cocoi-, Schmuck- und Marmorreiher, sowie Halsband-Tschajas und wie sie alle heissen, loszureissen. Mit etwas Glück entdecken wir auch Sumpfhirsch und Virginiauhu. Gegen Abend erreichen wir unser Hotel in Porto Jofre.
9. /10. Tag: Porto Jofre
Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Boot entlang des Cuiabá-Flusses. Er ist einer der 170 Fliessgewässer, die in den Fluss Paraguay münden. Wir befinden uns im Lebensraum des Jaguars. Vom ersten Moment auf dem Boot an haben wir die Chance eine der gefleckten, an anderen Stellen so selten gewordenen, Katzen am Ufer zu beobachten.
Nach dem Mittagessen sind wir erneut auf dem Fluss. Auch Tapir, Riesenotter, Scherenschnabel und weitere ans Wasser gebundene Vogelarten werden regelmässig gesehen.
Frühmorgens geht es am zweiten Tag zu Fuss zur Riesenseerosen-Lagune, den Sonnenaufgang erleben wir von einem Steg mit Blick auf die Lagune. Hier tummeln sich Rotstirn-Blatthühnchen, Eisvögel, Karakaras sowie Sittiche, die laut zwitschernd vorbeifliegen.
Zwei Tage verbringen wir somit im Reich des Jaguars. Zahlreich und spannend sind die Beobachtungen auf dem Cuiabá und seinen Nebenflüssen vom Boot aus. Wir nehmen uns dafür Zeit.
11. Tag: Porto Jofre - Pousada Rio Claro Lodge
Wir verlassen das Reich des Jaguars und fahren auf der Transpantaneira retour. Unterwegs gibt es wiederum einiges es zu beobachten. In der am Fluss des Rio Claro gelegenen Pousada übernachten wir zweimal. Wir machen eine Bootsfahrt auf dem Rio Claro, der für seine Riesenotter bekannt ist. Auch Tapire, Reiher, Eisvögel und Fischbussard schätzen das Ufer dieses Flusses.
12. Tag: Pousada Rio Claro Lodge und Transpantaneira
Heute heisst es zu Fuss die savannenähnliche Landschaft zu erkunden, wo unter anderem Nasenbär, Goldstirnsittich und Kaninchenkauz leben. Nachmittags sitzen wir einmal mehr im Boot und können in der Dämmerung gewiss die eine oder andere Nachtschwalbe beobachten.
13. Tag: Pousada Rio Claro Lodge – Chapada dos Guimares
Vormittags fahren wir an Cuiabá vorbei und weiter zu den Tafelbergen aus rotem Sandstein bei Chapada dos Guimares. Wir besuchen Mirante, den geodätischen Mittelpunkt von Südamerika. Von diesem Aussichtspunkt aus blicken wir auf die Weite des Pantanals und die hügelige Landschaft um uns . Amethystohrkolibri, Halsbandsegler, Königsgeier und Morgenammer sind hier keine Seltenheit. Übernachtung in einer komfortablen Lodge.
14. Tag: Chapada dos Guimares
Morgens besuchen wir den Véu de Noiva-Wasserfall mit seinen 86 Metern Höhe. Während auf den Tafelbergen eine spärliche, krüppelartige Strauchvegetation, Cerrado genannt, gedeiht, wirkt das grüne, dichtbewachsene Tal urwaldähnlich. Auch die Fauna ist interessant. Unter anderem lebt hier ein Spechtverwandter, der endemische Cerrado-Faulvogel. Rabengeier und Wegebussarde ziehen ihre Kreise, Araraunas und Pavuasittiche brüten in den Klippen. Nachmittags haben wir vom Alto do Céu Viewpoint einmal mehr eine wunderbare Fernsicht. Der seltene, leuchtend blaue Kobaltämmerling und der Elsteradler sind zwei Bewohner des Gebiets, nach denen es sich lohnt Ausschau zu halten. Im Städtchen Chapada dos Guimaraes nehmen wir in einem typischen Restaurant unser Abendessen ein.
15. Tag: Cuiabá – Sao Paulo – Zürich
Im Laufe des Morgens fahren wir zum Flughafen von Cuiabá. Lokaler Flug zurück nach Sao Paulo und Weiterflug nach Zürich mit Ankunft am anderen Morgen.
Nicht eingeschlossene Leistungen:
Weitere Hinweise
Gültiger Reisepass, der noch mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist.
Gesundheit
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