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Ich heisse Alfons. Ich übe seit 1983 Aikido, und seit 1998 Taijiquan. Warum?
Als ich von Aikido hörte, war ich 27 Jahre jung. Es war 1983. Ich kam eigentlich ganz gut zurecht mit meinem Leben. Nur eben eigentlich, wenn alles schön ruhig lief. Ich war körperlich schwach, zwar zäh, aber schwach. Ich wusste genau, wie das ist, schwächer zu sein als 'alle die anderen'. Schon in der Schule bekam ich immer auf den Sack.
Zu dieser Zeit lag die Schwester meiner Freundin im Spital, Beckenbruch. Sie fiel vom Pferd. Ihr Zimmernachbar, Skiunfall, schwärmte bei ihr über seine Kampfkunst. Er sagte, es sei eine Kampfkunst, bei der man die Kraft des Gegners auf ihn zurückwerfe, sie heisse Aikido. Ich habe ihn nie gesehen, doch seine Vision fand ich so phantastisch und genial, dass ich noch in der gleiche Woche meine erste Aikido Stunde besuchte, in Luzern. Sogleich kaufte ich mir ein Keiko-Gi, den Trainingsanzug, und schrieb mich für den Kurs ein. In dieser Nacht schlief ich in meinem Gi und träumte vom idealen Aikido. Mir war als käme ich zuhause an.
Ich trainierte wie wild, drei, vier, fünfmal die Woche. Aikido war im Aufbruch. Wir pilgerten zu Lehrgängen mit Lehrern, die extra von Japan eingeflogen wurden. Es war eine super Stimmung. Die meisten waren schon länger dabei und ich konnte am vollen Brunnen trinken.
Dann, im April 1993, kam Frank Doran Sensei aus den USA in die Schweiz, und für mich änderte sich alles. Ich verstand sein Aikido und seine Sprache, nicht nur die Worte, sondern vielmehr das, was er damit meinte. Alles bekam jetzt einen Sinn. 1994 reiste ich in die USA und trainierte mehrere Monate mit ihm.
Es war eine grossartige Zeit. Alles war perfekt. Ende 1996 absolvierte ich meinen dritten Dan - drei Mal. Erst bei meinem Lehrer Frank
Doran Sensei in den USA, dann reiste ich nach Japan und bestand die Prüfung bei Mohiro Saito Sensei und dann in der Schweiz offiziell
bei Kurt Bartholet Sensei.
Mein Aikido wurde technisch besser, aber nur technisch.
Hier begannen meine Zweifel an meinem Aikido und dem Graduierungssystem. Alle Lehrer sprachen von Ki, der inneren universellen Kraft und Lebensenergie, doch kein Lehrer konnte mir zeigen, wie ich mein Ki, chinesisch Qi, entwickeln konnte. Unzufrieden mit dieser Situation begann meine Suche. Ich suchte und suchte.
Ende 1998 hörte ich, dass es ein paar Leuten in Olten gibt, die Chen Taijiquan übten und mit Qi arbeiteten. Es gab eine Vorführung und man konnte Fragen stellen. Ich wagte mich, die heikle Frage zu stellen, wie denn das Qi entwickelt werden könne.
Die Antwort war simpel, verständlich und überzeugend: Stehe ruhig und entspannt und löse alle Blockaden, schau. Und Qi beginnt zu fliessen. Wieder fühlte ich das gleiche: Mir war als käme ich zuhause an.
Ich schrieb mich in den nächsten Taiji Kurs ein und begann mein Aikido zu vernachlässigen (ich dachte sogar daran, mit dem Aikido aufzuhören), denn endlich fand ich zur 'richtigen Kampfkunst'.
Taiji wurde zu meinem Lebensinhalt. Wieder, wir waren in Aufbruchstimmung und besuchten die Lehrgänge mit dem Chinesen Grossmeister
Chen Xiao Wang, wann immer er in der Schweiz war.
Aber irgendwie liess mich das Aikido nicht los, und das Taiji auch nicht mehr. Das eine ergänzt das andere. Aber wer im Aikido verstand das schon? Es begann wieder eine Zeit der Suche.
10 Jahre später, im November 2009, traf ich in Strasbourg auf den Aikido Lehrer Koji Yoshida Sensei.
Du kannst dir meine Freude nicht vorstellen. Da war ein Aikido-Lehrer, dessen Aikido dem Prinzip des Taiji folgte und doch ganz klar Aikido war. Das eine ohne das andere zu vernachlässigen. Wieder war mir, als käme ich zuhause an. Ein wunderbares Gefühl.
Und er war (und ist) ein wunderbarer Mensch.
Ein Jahr später, 2010, reiste ich an seinen Lehrgang in die Ukraine. Dort lehrte mich ein 3. Kyu (3. Schülergrad) sehr respektvoll, wie ich, damals 4. Dan (4. Meistergrad), Shionage (eine Standardtechik), richtig ausführen kann. Ich war sehr beeindruckt. In dieser Halle trainierten rund 160 Schüler und man hörte nur das Wischen der Füsse über den Boden. Volle Konzentration, keiner sprach, absolute Stille.
Ich bin der links, Yoshida Sensei in der Mitte, rechts sitzt Kuroki Sensei.
Yoshida Senei bat mich um eine Taiji-Präsentation. Am Schluss sagte er: 'Keep on doing that, it will help you to become a stronger Aikido'. Seither freue ich mich über jeden Lehrgang mit Yoshida Sensei, Kuroki Sensei und Grossmeister Chen Xiao Wang.
Alle Kurse in meiner Schule werden von mir unterrichtet.
Ich bin Mitglied bei folgenden Verbänden
- Chenxiaowang Taijiquan Association Switzerland - CWTACH
- Schweizerischen Gesellschaft für Qigong und Taijiquan SGQT
- Yufukan Japan Foundation (YJF).
Ich führe laufend Kurse in Zusammenarbeit mit folgenden Partnern durch:
- Sportamt der Stadt Zürich
- Pro Senectute des Kantons Zürich
Dazu kommen temporäre Projekte im Bewegungs- und Gesundheitsbereich mit Firmen und Organisationen, z.B. Geriatrie Waidspital Zürich, CILAG Schaffhausen, Pflegezentrum Bachwiesen Zürich, Volkshochschule Zürich, usw.
Meditation
- mehrere Jahre Schulung und Sitzerfahrung in Vipassana
- mehrere 10-Tages-Retreats nach S.N.Goenka
Shamanic Counseling
- 14 Jahre Ausbildung im Core Shamanism nach Michael Harner durch Hildegard und Franz Biedermann-Reitebuch
Vollwert-Ernährung
- 10 Jahre Ernährungsberatung und Geschäftsleitung in einem Vollwertkost-Betrieb, Luzern
Managementseminare und Teambildung
- mehrjährige Kursleitungserfahrung bei international tätigen Firmen unter Einbezug von Aikido
Unterrichtssprachen
- Deutsch
- Englisch
- Französisch
- Spanisch