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Ein Mangel des Botenstoffs Dopamin erschwert bei der Parkinsonkrankheit den Ablauf von Bewegung, Gedanken und Gefühlen. Dem wirken Medikamente entgegen, die den Dopamineffekt ersetzen bzw. stärken und bei Bewegungsarmut und fehlender Motivation zu einer Verbesserung führen. Dabei weicht eine lähmende Müdigkeit neuer Energie. Die Dopamintherapie erleichtert Gedankenassoziationen und beflügelt die kreative Intelligenz. Bis zu 20% der Patienten und Patientinnen entdecken bislang unbekannte künstlerische Talente, was einhergeht mit einer verbesserten Lebensqualität.
Euphorisierende Drogen wie Amphetamine erhöhen die Dopaminkonzentration am Rezeptor. Künstler wie Johnny Cash, Andy Warhol, Jean-Paul Sartre oder Jack Kerouac haben diese Substanzen gezielt eingesetzt, um ihre Inspiration zu verbessern. Grosse Künstler leiden häufiger unter einer manisch-depressiven Erkrankung. Sowohl künstlerisches Genie als Mit Dopaminagonisten behandelte Parkinsonbetroffene können Störungen der Impulskontrolle entwickeln. Foto: Adobe Stock auch Gemütserkrankungen können Ausdruck eines überaktiven Dopaminsystems sein.
Mit fortschreitender Parkinsonerkrankung verliert das Dopaminsystem seine Speicherkapazität. Bei einer langfristigen Therapie reagiert der Parkinsonpatient zunehmend sensibel auf eine gleichbleibende Dopamindosis. Eine zu hoch dosierte Dopamin-Substitutionstherapie kann jedoch Euphorie, Halluzinationen und Wahngedanken bis hin zur manischen Psychose zur Folge haben. Stimmungsschwankungen sollten daher als Warnsymptom für das Auftreten von suchtartigem Verhalten wie Hypersexualität, Kaufsucht, Esssucht oder Spielsucht zu werten sein. Das Medikament wird zur Droge und eine zu drastische Reduktion führt zum Entzugssyndrom.
Es ist Aufgabe des Neurologen, den Patienten über potenzielle psychiatrische Nebenwirkungen der Therapie aufzuklären und ihn im gesamten Krankheitsverlauf immer wieder zu Verhaltensveränderungen zu befragen. Dies ermöglicht die individuelle Anpassung der Medikamente aufgrund ihrer psychischen Wirkung. Spezialisierte Neuropsychologen können das Dopamin-bestimmte Verhalten eines Parkinsonpatienten durch eine gezielte Evaluierung in enger Zusammenarbeit mit Neurologen und Psychiatern erheblich verbessern. Tabus sind in der Sprechstunde daher fehl am Platz.
Prof. Dr. med. Paul Krack
Die Sexualität kann aufgrund von Krankheit oder Einnahme von Medikamenten Probleme bereiten. Davon betroffen ist jeweils auch der Partner oder die Partnerin.Sexualität
Sobald das Kaufverhalten zu Schulden, familiären Problemen oder sogar zu einer durch Schuldgefühle ausgelösten Depression führt, soll dies unbedingt angesprochen werden.Kaufsucht
Gewisse Parkinsonmedikamente können unerwünschte Nebenwirkungen auf die Impulskontrolle haben. Daraus kann sich eine Spielsucht entwickeln.Spielsucht
Bis zu 20 % der Parkinsonbetroffenen entdecken bislang unbekannte künstlerische Talente. Es könnte ein Zusammenhang mit der medikamentösen Therapie bestehen.Kreativität
In der Online-Sprechstunde beantworten Neurologen und Neurologinnen medizinische Fragen rund um Parkinson. Hier finden Sie Antworten zu Diagnostik, Medikation und Therapie.Fragen und Antworten
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