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Gustav Nüesch, Jahrgang 1896, weilt auf Heimatbesuch, vermutlich kurz nach Ende des 2. Weltkrieges. 1920 ist er in die USA ausgewandert. Dort hat er eher Aussicht auf Arbeit in seinem Beruf als Stickerei-Entwerfer. In der Schweiz bzw. im Stickerei-Gebiet St. Gallen gibt es nach dem 1. Weltkrieg nur noch für wenige Arbeit in der Textilbranche. Gustav hat dank seiner beruflichen Ausbildung einen Vorteil. Viele seiner Jahrgänger arbeiteten nach ihrer Schulentlassung in den Schifflistickerei-Fabriken als Hilfsarbeiter. Der Vormund von Gustav – sein Vater ist früh gestorben- sorgte dafür, dass der junge Mann eine Ausbildung erhielt.
In den USA findet er eine Anstellung im Stickereifach. Er beginnt unten und arbeitet sich hoch. Bald einmal schickt er seinen Verwandten zu Hause eine Fotografie, auf der er sich hoch zu Pferd zeigt, unterzeichnet mit Designer Nüesch. Mit ihm arbeiten u.a. junge Männer und Frauen aus dem schweizerischen und vorarlbergischen Rheintal. Eine Vorarlbergerin gefällt ihm besonders gut. Mit ihr verbringt er einen Heimaturlaub und trifft sich mit fünf seiner Geschwister und einem Schwager. Die Zusammenkunft findet im Raum Zürich statt. Denn dorthin sind die Mehrzahl von Gustavs Geschwister gezogen, als die Stickereikrise ihre Arbeitsplätze im Rheintal wegfegt hatte.
Alle freuen sich über das Wiedersehen, hängen einander ein und schauen lächelnd in die Kamera. Gustav sitzt mit seiner Verlobten/ Frau (?) in der Mitte der Gesellschaft. Die Lebenspartnerin trägt einen Aetz-Spitzen-Kragen. Gustav hats geschafft!
EN 2012
Die beiden Mädchen haben das Osternest gefunden, hinter einer „Büscheli“-Beige bzw. in einer Nische zwischen dem Hühnerstall und dem Tenn. Im Osterkörbli – es diente schon der Elterngeneration zum gleichen Zweck- liegen zwei gefärbte Eier. Grossmutter hat die rohen Eier mit Gräsern und Frühlingsblüten belegt und mit Bindfaden fixiert. Zuletzt hat sie das Ganze mit Zwiebelschalen umwickelt. Die gesottenen Eier glänzen, weil sie nach dem Auskühlen mit einer Speckschwarte oder mit Butter poliert wurden. Die Kinder bestaunen die Eier, rätseln über die verwendeten Pflanzen. Beim „Eier Tütscha“ gilt Kopf auf Kopf bzw. „Füdla uf Füdla“.
Früher war es noch Brauch, Eier im "Bommat" (Baumgarten) möglichst hoch oder möglichst weit zu werfen. Je nach Landungsstelle im ersten Frühlingsgras blieb die Schale zur grossen Freude ganz. Beim nächsten Wurf versuchte man, noch höher, weiter zu kommen. Schlug das Ei auf einem Stein oder einem Holzstück auf, zerschmetterte es. Pech hatte auch, wer sein Ei so warf, dass sich die Flugbahn mit einem Baumast kreuzte! Am Boden suchte man die Teile zusammen, spuckte notfalls darauf, um den Schmutz zu entfernen.
Der Schoggihas war gerade so gross, dass er im Körbli Platz hatte. Vielleicht lagen noch ein paar Zuckereili auf der Holzwolle.
EN 2012
Jakob Sonderegger, Jahrgang 1870, wird auf Ende März 1919 ehrenvoll aus der Eidgenössischen Armee entlassen. Als Füsilier hat er dem Bundesheer bis fast zum 50. Lebensjahr gedient. Ueber seine militärischen Einsätze und Dienste ist nichts bekannt. Zu vermuten ist, dass er im 1. Weltkrieg im Grenzschutz eingesetzt war.
Die Urkunde zeigt links Ausschnitte aus dem militärischen Handwerk: Ein Offizier hoch zu Ross gibt den Befehl zum Vorrücken. Hinter ihm sind Soldatengruppen zu erkennen: Füsiliere, Pontoniere, Artilleristen. Wo sind die Sanitäter?
Rechts, in den Vordergrund gerückt, thront eine junge Frau. Mit einem Schweizer-wappenschild zeigt sie den Soldaten, wofür sie kämpfen (sollen). Zweifellos führt ihr tapferer Einsatz zum Sieg und Frieden. So verspricht es wenigstens das "Helvetia-Model" mit erhobenem Lorbeerzweig. Ihre faltenreiche Kleidung, der kostbare Umhang, die kronengeschmückte Frisur, ihre feinen Gesichtszüge machen sie zur Prinzessin. Unerreichbar für die Soldaten, aber im Blickfeld des Offiziers.
EN 2012
Irgendwo im Balgacher Wald werden zwei konzentrische Mauern hochgezogen.
Wo?
Dass es nicht eine militärische Anlage ist, erklärt sich auch damit, dass die Aufnahme öffentlich zugänglich ist. Aber wozu dient die Anlage nach Fertigstellung?
Lösung: Hier wird das Wasserreservoir "Boden" gebaut. Die Wasserversorgung Balgach besitzt total 24 Quellen, aus welchen das Trinkwasser für die Gemeinde gewonnen wird. Die Fehlwassermenge kann ab dem Pumpwerk Boden vom Wasserwerk Mittelrheintal, in welchem die Politische Gemeinde Balgach Mitglied ist, bezogen werden.
EN 2012