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Wer sind die Menschen, die von einer administrativen Versorgung betroffen waren? Wie gerieten sie in den Fokus der Behörden, wie erlebten sie die administrative Versorgung und welche Auswirkungen hatte diese auf ihr weiteres Leben? Ausgehend von 58 biografischen Interviews mit ehemals administrativ versorgten Menschen sucht der Band Antworten auf diese Fragen. Die vergleichende Analyse der Interviews offenbart auffällige Gemeinsamkeiten, etwa, wie die Betroffenen Opfer dieser Massnahme wurden, aber auch in Bezug auf die beruflichen Wege, die ihnen nach einer administrativen Versorgung offenstanden, und den Erfahrungen, die sie in ihrem familiären und sozialen Leben teilten. Es wird deutlich, dass die Geschichte der administrativen Versorgung im hier behandelten Zeitraum der Nachkriegszeit auch als eine Geschichte der Gewalt und des gesellschaftlichen Umgangs mit Opfern von Gewalt verstanden werden kann – mit bisweilen gravierenden Auswirkungen für die Betroffenen bis heute.
Der Bundesrat beauftragte Ende 2014 eine unabhängige Expertenkommission (UEK) mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der administrativen Versorgungen in der Schweiz vor 1981. Dazu gehörten insbesondere die Auseinandersetzung mit der Perspektive von Betroffenen und Opfern sowie die Analyse staatlicher Interventionen und behördlichen Handelns. Die UEK sollte dabei auch die Bezüge zu allen anderen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen berücksichtigen. Die Kommission veröffentlicht ihre Forschungserkenntnisse in neun Monografien sowie einem Synthesebericht zuhanden des Bundesrates.
Die UEK Administrative Versorgungen wurde interdisziplinär zusammengesetzt: Sie besteht aus neun Mitgliedern, hauptsächlich Historikerinnen und Historiker, aber auch aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialwissenschaften, der Psychiatriegeschichte/Psychiatrie und der Rechtswissenschaften.