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Was als idealistisches Forum zur Friedensförderung begann, hat sich zu der am stärksten integrierten politischen und wirtschaftlichen Union der Welt entwickelt. Ermöglicht hat dies eine gemeinsame Sprache.
Europa besitzt mit großem Abstand das höchste Englisch-Sprachniveau aller Regionen – dies gilt noch mehr, wenn man nur die Länder der EU und des Schengen-Raums in den regionalen Durchschnitt einbezieht. Dieser Erfolg ist jahrzehntelanger Arbeit nationaler Bildungsministerien und der EU selbst zur Förderung der Mehrsprachigkeit zu verdanken. Schnelle und einfache Kommunikation stärkt die Bindung zwischen Europäern, ebenso wie Studentenaustausch, Reisen und länderübergreifende Arbeit. Auch wenn zunehmender Nationalismus das EU-Projekt herausfordert, wirken die Gegenkräfte des europäischen Zusammenhalts robust.
Die Länder mit dem höchsten Englisch-Sprachniveau in Europa befinden sich in Skandinavien. Die Schulsysteme in diesen Ländern nutzen mehrere Schlüsselstrategien, darunter ein früher Schwerpunkt bei den Kommunikationsfähigkeiten, täglicher Kontakt mit Englisch sowohl innerhalb als auch außerhalb des Klassenzimmers und berufsspezifischer Sprachunterricht in der weiterführenden Bildung sowohl in der Berufsschule als auch in der Universität. Das stabile Datenerfassungs- und Informationsaustausch-Netzwerk der EU hat zur Verbreitung von Best-Practices innerhalb der Mitgliedstaaten beigetragen.
Von Unternehmen und der öffentlichen Hand finanzierte Erwachsenenbildungsprogramme sind ebenfalls in Europa verbreitet, doch die Englischkurse sind oft zu kurz und nicht intensiv genug, um effektiv zu sein. Europäische Länder könnten das EnglischSprachniveau insbesondere der älteren Bevölkerung noch weiter steigern, wenn sie eine Form der Erwachsenenbildung einführen, die extern zertifiziert und anhand von Qualifizierungssystemen normiert ist, um ihre Qualität und die Übertragbarkeit zwischen Arbeitsplätzen sicherzustellen.
Englischkenntnisse: Sehr gut
EF EPI-Punktzahl: 652.00
Englischkenntnisse: Sehr gut
EF EPI-Punktzahl: 616.00
Englischkenntnisse: Gut
EF EPI-Punktzahl: 559.00
Von den vier größten Volkswirtschaften der Eurozone wird nur in Deutschland gut Englisch gesprochen. Frankreich, Spanien und Italien hinken fast jedem anderen Mitgliedstaat hinterher – dies war auch schon in früheren Ausgaben des EF EPI festzustellen. Von diesen drei Ländern hat nur Frankreich in den letzten drei Jahren stetige Fortschritte erzielt. Einem aktuellen Regierungsbericht zufolge bekommt nur ein Viertel der französischen Kinder im Alter von 15 Jahren einige Sätze in „mehr oder weniger korrektem“ Englisch zusammen. Weitere Bildungsreformen wurden letztes Jahr angekündigt.
Der Abstand beim Englisch-Sprachniveau sollte vor allem deshalb Sorgen bereiten, weil gerade Italien und Spanien unter hohen Arbeitslosenzahlen leiden, insbesondere unter hoher Jugendarbeitslosigkeit, und deshalb dringend auf die neuen wirtschaftlichen Chancen angewiesen wären, die schnellere und reibungslose Kommunikation mit dem restlichen Europa bringen würde.
Die Englischkenntnisse der Länder am Rande Europas lassen weiterhin zu wünschen übrig. Das Englisch-Sprachniveau in der Türkei hat in den letzten fünf Jahren trotz leichter Verbesserung in diesem Jahr abgenommen, nachdem die Träume des Landes auf einen EU-Beitritt verblasst sind und andere Prioritäten gesetzt wurden. Der Englischunterricht in den Schulen konzentriert sich auf Grammatik und Übersetzung und weniger auf praktische Kommunikationsfähigkeiten und wird zu einem großen Teil auf Türkisch erteilt. Hunderte von weiterführenden Eliteschulen im ganzen Land, in denen der Unterricht teilweise auf Englisch erteilt wurde, sind aus politischen Gründen geschlossen worden. Wie in den Golfstaaten benötigen auch türkische Absolventen oft ein Jahr intensive Englisch-Vorbereitungskurse, bevor sie zur Universität gehen können, weil ihr Englisch-Niveau für ihren gewünschten Studiengang nicht ausreicht.