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In drei Etappen durch Bern und Ostermundigen
Fritz Adolf hat für die letzte Donnerstagwanderung dieses Jahres ein ganz spezielles Thema ausgewählt: Paul Klee, einer der beliebtesten Künstler des 20. Jahrhunderts. Also ein kultureller Rundgang, einmal ohne Wanderstöcke.
Paul Klee, 1879 in Münchenbuchsee geboren, war ein deutscher Maler und Grafiker. Sein vielseitiges Werk wird dem Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und dem Surrealismus zugeordnet. Er stand in engem Kontakt mit der Redaktionsgemeinschaft Der Blaue Reiter. Er absolvierte die Matura am Literaturgymnasium in Bern und zog für sein Kunststudium nach München. Als Sohn eines deutschen Vaters, der sich nie um die Einbürgerung seines Sohnes gekümmert hatte, war Klee während des Ersten Weltkriegs wehrpflichtig. Ihm blieb ein Fronteinsatz erspart, so konnte er mit seiner Malerei im Krieg fortfahren. Er lehrte ab 1920 in Weimar und später in Dessau. Ab 1931 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er entlassen und ging ins Exil nach Bern, wo trotz wachsender Belastung durch eine schwere Krankheit ein umfangreiches Spätwerk entstand. Schon im Frühling 1934 reichte Klee ein Einbürgerungsgesuch ein, das jedoch abgelehnt wurde, da er sich nicht seit fünf Jahren ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten hatte. Klee starb 1940 in Muralto, noch bevor der Gemeinderat der Stadt Bern endgültig über seine Einbürgerung entschieden hatte.
Die Gemeinde Ostermundigen und das Zentrum Paul Klee eröffneten 2005 die "Wege zu Klee", ein gemeindeübergreifendes Projekt mit dem Ziel, der Öffentlichkeit das Kunst-Zentrum und die Sandsteinbrüche näher zu bringen. Auf einem Themenpfad wird auf zahlreichen Tafeln Paul Klee dem Besucher vertraut gemacht. Stationen der persönlichen Biografie und der künstlerische Werdegang werden am Ort des Geschehens aufgezeichnet und illustriert, historische Aufnahmen und Zitate runden die Dokumentation ab.
Die erste Etappe führte vom Bahnhof Bern am Kunstmuseum vorbei über den Waisenhaus-, dann Kornhaus- und Theaterplatz, über die Kirchenfeldbrücke zum Helvetiaplatz ins Restaurant Las Alps des Alpinen Museums, wo wir mit dem Znünikaffee das rauhe Herbstwetter hinunter spülten. Dann führte der Parcours hinunter ins Schwellenmätteli und der Aare entlang bis zum Bärengraben. Nach der Inspektion unserer Wappentiere stiegen wir via Obstberg zum Egelsee hinauf und weiter zum Zentrum Paul Klee. Ein Besuch des Museums hätte unseren Zeitrahmen gesprengt, diesen plant man für ein anderes Mal ein.
Die zweite Etappe begann mit dem Besuch des Grabes von Paul Klee (1879 - 1940) im Schosshaldenfriedhof. Von dort ging es durch die laubbedeckten Waldwege namens "alles was wächst" und "mehr Vogel" (Titel aus Klees Werken) zum alten Steinhauerplatz in der Waldeck und zum Bahnhof Ostermundigen. Hier auf dem Platz hätte warmes Herbstwetter das Picknickvergnügen wesentlich gesteigert; einige Kameraden fanden ein angenehmeres Klima in der Schalterhalle. So verweilte man hier nur kurz und stieg spannungsgeladen zu den Sandsteinbrüchen von Ostermundigen hinauf. Dieser Zweimann-Betrieb deckt den Bedarf an gelbem und blauem Sandsteins ab, der für die Restaurierung historischer Gebäude der Stadt Bern verwendet wird. Betriebsleiter Hansjürg Hänni liess es sich nicht nehmen, uns zu erklären, wie die zwei bis sechs Meter langen Quader aus dem Fels herausgeschnitten werden. Maschinen wie Schrämmfräsen und Diamantseilsäge, mit denen jährlich tausend bis tausendfünfhundert Kubikmeter Stein gewonnen werden, waren den meisten von uns unbekannt. Nach diesem interessanten Besuch führte die Wanderung durch Wald und übers Feld bei Dennigkofen zurück zum Zentrum Paul Klee.
Ab hier führte uns Fritz auf der dritten Etappe zum Rosengarten, wo die Sonne zur allgemeinen Freude doch noch kurz die Dächer der Stadt Bern erhellen liess. Auch hier liess sich Paul Klee vom herrlichen Ausblick inspirieren. Wir fünfzehn Teilnehmer und eine Teilnehmerin liessen uns von einem warmen Trunk im Alten Tramdepot inspirieren, wo unser Rundgang offiziell zu Ende ging.
Manch einer staunte, wie viele Ecken von Bern und Ostermundigen sich heute als Neuentdeckungen erwiesen. Fritz kommentierte an den zahlreichen Stationen auf sympathische Weise das Sehens- und Wissenswerte über diesen Paul Klee, der uns in Zukunft viel bewusster "begegnen" wird. Es war ein Hit! Vielen Dank, Fritz, für diese ausserordentlich interessante Begehung.
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