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Das St. Johanntor, einst ein Teil des Befestigungsgürtels der Stadt Basel, ist heute als alleinstehender Torbau erhalten. Das St. Johannstor verband die Rheinschanze mit dem St. Johannsbollwerk und ragte weit in die elsässische Tiefebene hinein, flankiert durch den währschaften Thomasturm am Rhein. 1482 liess der Rat die mittelalterliche Torburg mit künstlerischer Zierde ausschmücken: "Geben dem Thurm zu Sannt Johannes, ouch dem Crutzifix daselbs und den Gewelben ze molen, XV Pfund VIII Schilling."
Die exponierte Stellung des trutzigen Befestigungswerks hatte nach 1620, durch Hinterfüllung der alten Stadtmauern, zur Errichtung der Rheinschanze geführt. Im selben Jahrhundert wurde dem Vortor auch eine gelungene, passende kosmetische Veränderung zuteil, indem am äusseren Ende des Vortors ein malerischer Barockerker angebracht wurde. Auch liess der Rat die beiden Schiessscharten in fratzenhafte Mäuler kleiden.
Der Torbau besteht aus einem im Grundriss beinahe quadratischen Turm mit nördlich angebautem rechteckigem Vorbau (Vortor) sowie südlich vorgelegtem schmalem und vorgewölbtem Laufgang und den zu Gartenanlagen ausgestalteten Resten der östlich bis zum Rhein vorgeschobenen Schanze. Dieser Laufgang wird von einem im Rundbogen geschlossenen Torbogen durchbrochen, der im Schlussstein einen leeren Wappenschild trägt; einstmals war auf dem Wappenschild ein Baselstab zu sehen, doch der wurde in der Zeit der Helvetik für unzeitgemäss erachtet und entfernt. Das Tor war und ist, wie das St. Albantor, architektonisch und künstlerisch einfacher als das Spalentor. Der 25m hohe und mit 1,5m dicken Mauern versehene Torturm wurde 1873 von der ihn umgebenden Stadtmauer isoliert. Das unscheinbare Zeltdach über dem Zinnenkranz war bis 1874 mit einem einfachen Glockenstuhl bekrönt und wurde dann durch ein neuzeitlicheres, spitzigeres Pyramidendach ersetzt, das bei vielen Bürgern auf Ablehnung steiss. Zur weiteren Verschönerung erhielt das Tor zudem eine Turmur "von vorzüglicher Construction zu vier Zifferblättern" aus der bekannten Werkstätte Ungerer Frères in Strasbourg samt drei Glocken aus dem Atelier des Zürcher Glockengiessers Jakob Keller. Auch wurden der bis zur Johanniterstrasse reichende Wall abgetragen und die an den St. Johannsfriedhof angrenzenden Befestigungen eingeebnet, wodurch das "bescheidene St. Johanns Quartier zu mehr Luft und Licht und zu einer breiten zeitgemässen Strasse" kam.
Die baufällige Fallbrücke mit ihrer Wolfsgrube hatten die Behörden dagegen 1828 nicht gegen einen festen Übergang auszutauschen vermocht, obwohl "in Zeiten des Friedens, wo ein ruhiger Verkehr Platz finden kann, eine solide Bruck unstreitig weit bequemer, sicherer und im Unterhalt ungleich weniger kostspielig als eine Fallbrücke ist". 1985 ist dem während Jahrzehnten durch die Anwohnerschaft immer wieder geäusserten Wunsch, "den wenig erfreulichen Dachaufbau" des St. Johannstors verschwinden zu lassen, Rechnung getragen worden. Bei einem Aufwand von 2,5 Millionen Franken wurde das Pyramidendach von 1874 durch das ursprüngliche Zeltdach ersetzt.