Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/178

Vor bald sechs Jahren tötete Gustav G.* seinen kleinen Sohn Florian (†4). Das Bezirksgericht Winterthur hatte ihn deshalb im August 2013 wegen Mordes zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Von einer Verwahrung sah das Gericht allerdings ab.
Zu alt für einen Rückfall
Es stützte sich dabei auf den Gutachter ab. Dieser kam zum Schluss, dass der Beschuldigte psychisch nicht erreichbar und einer Therapie nicht zugänglich sei. Andererseits spreche das bereits fortgeschrittene Alter gegen eine Rückfallgefahr. Wenn er in frühestens zwölf Jahren entlassen würde, wäre er bereits 79 Jahre alt. Das Risiko neuer schwerer Straftaten sei damit gering.
Das Obergericht kommt nun zum gleichen Schluss und bestätigt das Urteil der ersten Instanz. Auch das Obergericht hält einen Rückfall für wenig wahrscheinlich und lehnt die von der Anklage geforderte Verwahrung ab. Es sei unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte nach Verbüssung seiner Freiheitsstrafe wieder in eine vergleichbare familiäre Situation - ein Trennung - komme und zu einem Kind eine enge Beziehung habe.
Staatsanwalt Pascal Gossner hatte stets die grosse Verwahrung gefordert. Er warnte vor der erheblichen Rückfallgefahr. Die Schuldfähigkeit von Gustav G. sei höchstens leicht vermindert gewesen. Die Tat hatte er schliesslich zuvor unter anderem in Briefen angekündigt, in denen er recht unverblümt die Tötung des Kindes ankündigte, damit dessen Mutter sich nicht mit ihm ins Ausland absetzen könne.
Sohn in Hotelzimmer betäubt und erwürgt
Gustav G. war am 26. Februar 2010 mit seinem Sohn - am Tag vor dessen fünftem Geburtstag - von Bonstetten ZH nach Winterthur gefahren. Dort mietete er ein Hotelzimmer für sie beide. In einem Glas Süssmost löste er mehrere Schlaftabletten auf und gab das Gemisch dem Buben zu trinken. Nachdem dieser im Tiefschlaf lag, erstickte der Vater ihn mit einem Kissen.
Auch er selbst schluckte einige Tabletten. Doch die Hotelangestellten verhinderten den Suizid. Seit dem Tattag ist der Mann inhaftiert. Seit über zwei Jahren ist er im vorzeitigen Strafvollzug.
Schon vor zwanzig Jahren wollte Gustav G. seinen ersten Sohn töten. Am Hochstuckli würgte der Buchhalter den damals 13-jährigen Reto und warf ihn in ein Tobel. Mit schweren Lähmungen an Armen und Beinen überlebte Reto. (ct/sas/SDA)Publiziert am 20.01.2016 | Aktualisiert am 20.01.2016