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Funiculare degli Angioli (Lugano)
|Kürzel||FA|
|Bahntyp||Schrägaufzug|
|Betriebseröffnung||1913-07-24|
|Betriebseinstellung||1986-10-04|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die von Anfang an elektrifizierte (Drehstrom; ab 1967 Wechselstrom) FA nahm 1913 den Betrieb auf und gehörte einer reinen Aktiengesellschaft. Sie hatte keine festen Anleihen. Die FA führte in der Stadt Lugano von der Kirche Santa Maria degli Angioli zur Via Clemente Maraini, wo sich diverse Hotels befanden. Die ganzjährig verkehrende FA verfügte nur über einen Wagen und war somit genau genommen ein Schrägaufzug. Den Bau übernahm das Mailänder Unternehmen Ditta Stigl.
Das Anlagekapital der FA war kleiner als die Baukosten. Die zusätzlich benötigten Gelder beschaffte sie sich über kurzfristige Anleihen (schwebende Schulden). Mit Ausnahme des ersten Betriebsjahrs war das Transportgeschäft der FA stets defizitär. Der Passivsaldo stieg kontinuierlich an. Dazu kamen wie erwähnt die relativ hohen schwebenden Schulden von 1920 über 51'000 Franken, für deren Verzinsung die FA gemäss der Statistik 2400 Franken bezahlt haben soll, was angesichts der Ertragslage wenig plausibel erscheint. Der Ausbruch des Weltkriegs 1914 beeinträchtigte das Transportaufkommen der FA indessen nur beschränkt. Mit fast 125'000 Reisenden wurde 1919 sogar das beste Ergebnis seit dem Betriebsstart erzielt.
In absoluten Zahlen gehörte die zweischienige und überwiegend auf Dämmen erstellte FA mit Baukosten von 145'500 Franken zu den billigsten Standseilbahnen in der Schweiz, in Relation zur Bahnlänge jedoch zu den teuersten. Pro Bahnkilometer kostete die FA 1.02 Mio. Franken. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass es sich um einen Schrägaufzug mit nur einem Wagen und ohne Ausweiche handelte. Wichtigster Ausgabenposten war nicht der Unterbau, sondern untypischerweise der Hochbau, der knapp 31 Prozent der Gesamtkosten beanspruchte (Unterbau 25 Prozent). Mit 11 Prozent überdurchschnittlich hoch waren ausserdem die Aufwendungen für den Landerwerb.
1973 ging die FA in den Besitz der Stadt Lugano über. Im Herbst 1986 stellte sie den Betrieb ein.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.