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Zwei Millionen für Reservoire
Stadt Freiburg um Trinkwasserqualität besorgt
Die Stadt Freiburg investiert für die Sanierung von zwei Wasserreservoiren zwei Millionen Franken. Im Reservoir im Guintzet hatten sich Risse gebildet, durch welche Kolibakterien eindringen konnten.
Von JEAN-LUC BRÜLHART
«Seitdem das kleinere Wasserreservoir im Guintzet stillgelegt wurde, haben wir keine negativen Proben mehr», sagt Stéphane Maret, Direktor der Industriellen Betriebe. Auch wenn die Verschmutzungen in der Vergangenheit keine eigentliche Gefahr dargestellt habe, sei doch ein potenzieller Gefahrenherd zu Tage gekommen. Deshalb hat sich die Stadt entschieden, das Reservoir für 1,8 Millionen Franken zu sanieren. Gemäss Maret können die Kosten jedoch tiefer gehalten werden.
Hundekot als Verursacher
Die Risse in der Decke des 1873 gebauten Reservoirs, durch welche die Kolibakterien eindrangen, seien auf Altersschäden und Schäden durch die Wurzeln der umliegenden Bäume zurückzuführen. «Das Problem sind nicht primär die Hunde, von deren Kot die Kolibakterien stammen, sondern die durchlässigen Abdichtungen in der Decke des Reservoirs», sagt Maret. Bereits 1985 wurde das grössere Reservoir im Guintzet (Fassungsvermögen: 5000 Kubikmeter) vollständig saniert.
Der Generalrat der Stadt Freiburg hatte im vergangenen Dezember zwei Millionen Franken für die zwei Sanierungen der Reservoirs in Bürglen und im Guintzet genehmigt. In Bürglen (Fassungsvermögen des Reservoirs: 2000 Kubikmeter) beginnen die Arbeiten gemäss Maret im Herbst.
Anfänglich war die Rede gewesen, in Bürglen ein neues Reservoir zu bauen. Weil aber das Fassungsvermögen aller Reservoire der Stadt (15 700 Kubikmeter) den Vorgaben des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches entspricht, haben sich die Verantwortlichen für eine Sanierung für 200 000 Franken entschieden.
Wasser nicht behandelt
Um die Qualität des Trinkwassers in der Stadt Freiburg zu gewährleisten, werden zwei Mal pro Woche zwei Proben genommen. Diese werden vom kantonalen Laboratorium untersucht. Maret betont, dass das Wasser im Normalfall nicht behandelt wird und den Endverbraucher in seiner reinen Form erreicht.
Wasserversorgung in der Stadt
Im Guintzet kommt das Wasser aus den Quellen der Hofmatt (St. Ursen) und der Tuffière (Corpataux/Magnedens) zusammen. Während das Wasser von der Hofmatt (742 m ü. M.) mit dem natürlichen Wasserdruck ins Guintzet (690 m ü. M.) gelangt, wird das Wasser von der Tuffière (588 m ü. M.) in ein Reservoir nach Arconciel (748 m ü. M.) gepumpt. «Um Kosten zu sparen, lassen wir die Pumpen nur in der Nacht laufen», sagt Maret. Von dort gelangt das Wasser in die beiden Reservoire im Guintzet und dann weiter zu den Konsumenten. Um in den höher gelegenen Quartieren der Stadt (Torry, Schönberg und Guintzet) einen ansprechenden Druck zu gewährleisten, wird das Wasser zum Teil mit Überdruck weitergeleitet.
Gemäss Maret haben die Quellen auch während dieser Hitzeperiode kaum Schwankungen gezeigt. Die gelieferte Wassermenge blieb stabil.
Wasserverbrauch rückläufig
Der jährliche Wasserverbrauch in der Stadt Freiburg ist in den letzten zehn Jahren um 20 Prozent auf heute vier Millionen Kubikmeter zurückgegangen. Die Statistik zeigt, dass insbesondere die Industrie weniger Wasser verbraucht als noch vor zehn Jahren. «Heute befinden sich weniger Industrieanlagen in der Stadt als noch vor zehn Jahren», begründet Stéphane Maret, Direktor der Industriellen Betriebe, diese Entwicklung. Die schwache Veränderung im Bereich der Haushalte führt Maret auf die Einführung der Abwasserreinigungs-Gebühr zurück. Der tägliche Verbrauch beträgt pro Einwohner 180 Liter. jlb