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Aussterben der Alpenpflanzen kaum sichtbar
Im Zuge der Klimaerwärmung verkleinert sich der Lebensraum für alpine Pflanzenarten zusehends. Sie müssen wegen der steigenden Temperaturen auf höher gelegene Gebiete ausweichen. Allerdings können sie wegen ihrer Langlebigkeit nicht schnell genug auf die neue Situation regieren. In der Folge vermehren sich immer weniger, wodurch ihr Aussterben über lange Zeit unbemerkt bleibt. Dies zeigt eine Studie der Universitäten Zürich, Wien und Grenoble.
"Die Dichte des Bestands nimmt schneller ab als die geographische Verbreitung", sagt Stefan Dullinger von der Universität Wien, der an der Studie mitgearbeitet hat. Die Anpassungsfähigkeit der Pflanzen kann nicht mit den raschen klimatischen Veränderungen Schritt halten. Dass sich ältere Gewächse in einer sich für sie verschlechternden Umgebung halten, täuscht darüber hinweg, dass sie langsam aussterben. Sie sterben gewissermassen verzögert aus. Den Forschern zufolge mit Verzögerungen von 40 bis 50 Jahren.
Für ihre Studie haben sie vier Klimaszenarien erstellt – und haben davon ausgehend berechnet, wie sich dies auf die Alpenflora auswirkt. In den günstigeren Szenarien, die von einer Erwärmung von einem Grad ausgehen, können sich die Pflanzenbestände wieder erholen – sofern 2090 die Erwärmung wieder nachlässt. „Wenn der Klimawandel sich ungebremst entwickelt, haben die Pflanzen ein Problem“, so Frédéric Guillaume von der Universität Zürich. (mai/mgt)