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produzirt; doch scheint man bei der ganzen Fabrikation mit sehr wenig Sorgfalt zu arbeiten.
Dies Oel hat meistentheils, selbst wenn es nicht direkt verfälscht ist, einen unangenehmen Geruch.
Die Ursache hiervon soll in einem übelriechenden Unkraut (Echterites praealta) liegen, welches in grossen Massen zwischen der Minze wächst und beim Abschneiden und Einsammeln des Krautes nicht davon getrennt wird.
Neuerdings haben übrigens einige Fabriken angefangen, grössere Sorgfalt beim Einsammeln zu verwenden;
es kommen jetzt auch von dort weit bessere Qualitäten in den Handel.
Beliebt sind namentlich die Marken Hale, Parchale und Hotchkiss.
Leider ist ein grosser Theil des amerikanischen Oeles ausserdem gefälscht und zwar mit Terpentinöl, Sassafras- oder Kopaivalbalsamöl.
Die vierte Handelssorte, das japanesiche oder chinesische Pfefferminzöl, mit dem man früher, wegen eines etwas bitteren Geschmackes, bei einem sonst feinen Geruch, nicht viel anzufangen wusste, spielt neuerdings wegen eines bedeutenden Mentholgehaltes (siehe weiter unten) eine grosse Rolle.
Dasselbe soll von einer anderen Menthaart, der Mentha Javanica, abstammen.
Es ist so stark stearoptenhaltig, dass es entweder schon bei gewöhnlicher Temperatur starr ist, oder doch schon bei +12 bis 15° C. lange, spiessige Krystalle seines Stearoptens (Menthol) absetzt. Es kommt vielfach in kleinen, viereckigen Fläschchen unter dem Namen Poho-Oel in den Handel.
Neuerdings ist dieses Poho-Oel meist flüssig und besteht dann wahrscheinlich aus dem bei der Bereitung des Menthols abgeschiedenen, flüssigen Theil des Oeles.
Bei der Prüfung des Pfefferminzöles auf seine Güte müssen Geruch und Geschmack das Hauptkriterium bilden.
Bei den englischen und deutschen Sorten handelt es sich überhaupt nur um mehr oder weniger feine Geruchsqualitäten, seltener um eigentliche Verfälschungen.
Anders liegt die Sache bei den amerikanischen;
hier ist eine strenge Prüfung durchaus am Plätze.
Zuerst giebt die Löslichkeitsprobe in Weingeist (1:1) einen Anhalt.
Terpentinöl, Eucalyptusöl etc. verringern die Löslichkeit bedeutend.
Terpentinöl verrath sich schon bei genauer Geruchsprüfung, besser aber noch durch sein Verhalten gegen Jod.
Kopaivabalsamöl wird erkannt, indem man ein wenig Oel mit starker Salpetersäure erhitzt;
reines Oel bräunt sich allerdings, bleibt aber nach dem Erkalten dünnflüssig.
Bei Gegenwart von Kopaivaöl wird es in Folge Verharzung desselben dickflüssig.
Auf Sassafrasöl prüft man mittelst der Hager'schen Schwefelsäure- Weingeistprobe (siehe Einleitung).
Selbst bei wenigen Procenten ist die Farbe des Weingeistes, namentlich nach dem Kochen, dunkelroth.
Das Pfefferminzöl besteht, wie so viele andere, aus zwei verschiedenen ¶
ätherischen Oelen, einem Kohlenwasserstoff und einem sauerstoffhaltigen Oele, dem sog. Pfefferminzkampher oder Menthol.
Das Menthol ist in neuerer Zeit gegen Migräne, Ischias und andere derartige Leiden stark angepriesen worden und wird in ziemlich bedeutenden Quantitäten zur Bereitung der Migränestifte gebraucht.
Das japanesische Pfefferminzöl enthält unverhältnissmäßig mehr Menthol als die übrigen Sorten, wird daher hauptsächlich zur Mentholfabrikation benutzt.
Man scheidet es aus dem Oel vermittelst starker Kälte ab. Es bildet weisse, feste Krystalle, die durch vorsichtiges Schmelzen, und Ausgiessen in kleine Metallformen die gewünschte Form der Migränestifte erhalten.
Auch als Antisepticum ist es empfohlen worden.
Reines Menthol hat einen dem Pfefferminzöl ähnlichen, aber weit weniger starken Geruch. Es bildet farblose Krystallnadeln oder Säulen, schmilzt bei 45 ° C. und siedet ohne Zersetzung bei 212 °. Im Wasser ist es nahezu unlöslich, ertheilt demselben aber seinen Geruch und Geschmack, sehr leicht löslich dagegen ist es in Alkohol, Aether, Schwefelkohlenstoff, Eisessig und konz.
Salzsäure. Seine chem. Formel ist C10H200 ^[C10H20O].
Schimmel & Co. schreiben über die Gesammtproduktion Folgendes: Ein Versuch, die Weltproduktion von Pfefferminzöl im Jahre 1888 zu taxiren, führte uns nach Einholung bestmöglichster Informationen zu folgenden Ziffern:
|Amerika.||Staat New-York||ca.||35,000||Kilo|
|"||" Michigan||"||27,000||"|
|England.||Mitcham||"||5,000||"|
|"||Cambridge und Lincolnshire.||"||1,400||"|
|Japan||"||64,000||"|
|Italien.||"||1,200||"|
|Frankreich||"||4,600||"|
|Deutschland||"||400||"|
|Russland||"||?||"|
|Total:||ca.||138,600||Kilo|
Dieselben führen die Bedeutung des japanischen Produktes klar vor Augen.
Óleum nucis moschátae aethereum.
Muskatnussöl.
Durch Destillation der Muskatnüsse gewonnen.
Farblos bis schwach gelblich;
von 0, 920-0, 950 spez.
Gewicht und einem Siedepunkt von 135°.
Der Geruch ist dem der Muskatnüsse gleich;
der Geschmack feurig aromatisch.
Mit Jod verpufft es und ist in Schwefelsäure mit dunkelgelber Farbe löslich.
Anwendung. Namentlich in der Likörfabrikation. ¶