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Trainieren und Fasten
- 14. Mai 2019 - Information
In diesem Jahr beginnt der heilige Monat Ramadan in der ersten Maiwoche. Da die Gläubigen während dieser Zeit nur vor Sonnenaufgang (Suhoor) und bei Sonnenuntergang (Iftar) essen dürfen, verändert sich normalerweise deren Tagesrhythmus, was auch die Schlafzyklen und Menüplanung betrifft. In gesunden Menschen kann das Fasten während des Ramadan mit positiven körperlichen Veränderungen wie Gewichtsverringerung und vorteilhaften Veränderungen im Fettspiegel einhergehen.
Für Neurorehabilitationspatienten allerdings kann Fasten aufgrund der „Pathophysiologie, welche die Mechanismen der Glucosehomöostase stören“ bestimmte Risiken bergen. Das bedeutet, dass normale physiologische Prozesse im Körper wie die Körpertemperatur, die Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten, der Blutzuckerspiegel und der Blutdruck aufgrund der bestehenden Erkrankung oder Verletzung nun nur mehr unzureichend reguliert werden. In anderen Worten müssen Neurorehabilitationspatienten im Ramadan noch eine weitere Hürde überwinden.
Wie viel Wasser sollte man trinken, wenn man die Neurorehabilitations-Behandlung während des Ramadan fortsetzen möchte?
Wenn Sie das Training, welches ein Teil Ihrer Neurorehabilitations-Behandlung ist, fortsetzen möchten, sollten Frauen täglich mehr als 13 und Männer 17 Gläser Wasser (150 ml) trinken. Bewegungstherapie im Haus und/oder draußen (besonders bei hohen Temperaturen und warmem Wetter) lässt Sie mehr schwitzen und mehr Flüssigkeit verlieren. Deshalb ist es wichtig, die Wasserzufuhr zu steigern, um diesem Flüssigkeitsverlust entgegenzuwirken. Stellen Sie sicher, zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ausreichend Wasser zu trinken und vermeiden Sie kohlensäurehaltige und gezuckerte Getränke.
Was sollte ich während des Ramadan essen, um die Wirksamkeit meines Rehabilitations-Trainings zu sichern?
Die Versuchung, frittierte Snacks, Süßigkeiten und schwere, traditionelle Gerichte zu sich zu nehmen, ist groß. Wenn Sie aber beabsichtigen, Ihre bisherigen Erfolge nicht zunichte zu machen, sollten Sie Gerichte mit vollwertigen Zutaten wie (stark flüssigkeitshaltiges) Gemüse, Vollkorngetreide, Fleisch, Milchprodukte und Obst vorziehen. Eine ausgewogene Ernährung gibt Ihnen die Energie, die Sie während den langen Stunden des Fastens benötigen. Hier einige Tipps:
■ Teilen Sie Ihre Kalorienaufnahme zwischen Iftar und Suhoor auf und versuchen Sie, eine ausgewogene Ernährung einzuhalten und langsam zu essen. Während Suhoor wichtig ist, sollten Sie auch während des Iftar ausgewogen essen.
■ Reduzieren Sie die Aufnahme von Gerichten, die viele gesättigte Fettsäuren enthalten (z.B. Ghee, frittierte Sambusek) und vermeiden Sie süße, cremige Nachspeisen.
■ Machen Sie einen großen Bogen um Speisen mit einem großen Anteil an Trans-Fettsäuren wie frittiertes Fast Food, Backwaren (Donuts, Kekse und gefrorene Süßigkeiten), Kaffeeweißer ohne Milch, bestimmte Margarinen und Pflanzenöle.
■ Stellen Sie sicher, dass die essentiellen Bedürfnisse Ihres Körpers befriedigt werden und nehmen Sie Nährstoffe aus allen Lebensmittelgruppen zu sich, die zu Ihrer Gesundheit beitragen können. Sie könnten Ihre Kalorienaufnahme etwa so einteilen:
- 20 % Eiweiß wie Fisch, Hühnchen ohne Haut, Eier, Hüttenkäse, Jogurt, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte.
- 50-55 % Kohlenhydrate wie Haferflocken, brauner Reis, Süßkartoffeln.
- <35 % Fett – vorzugsweise einfach und mehrfach ungesättigt, zum Beispiel Avocados, Nüsse (einfach ungesättigte Fette) oder Samen oder Fisch wie Lachs, Makrele, Forelle, Hering und Thunfisch (mehrfach ungesättigte Fette).
- ziehen Sie Ballaststoffe aus unverarbeiteten Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Samen, Nüssen und Hülsenfrüchten vor.
- falls nötig nehmen Sie 1 oder 2 Snacks, wie zum Beispiel ein Stück Obst, eine Handvoll Nüsse oder etwas Gemüse zu sich.
Sprechen Sie mit Ihrem Ernährungsberater und fragen Sie ihn nach einem Plan, der Ihren persönlichen Bedürfnissen am besten entspricht.
Wie kombiniere ich meine Medizin während des Ramadan mit dem Fasten?
Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nicht zu essen oder zu trinken kann Ihre Medikamenteneinnahme stören. Wenn Sie Ihre Medikamente entsprechend Ihres regulären Plans normalerweise einmal am Tag und am Morgen einnehmen, sollten Sie in Erwägung ziehen, das umzustellen und ihre Medikamente am Abend einzunehmen. Sollten Sie Zweifel haben, zögern Sie nicht, Ihren Arzt, Apotheker oder Spezialisten zu fragen.
Für mehr Informationen dazu, wie Sie im Ramadan das Beste aus Ihrer Rehabilitation herausholen können, sprechen Sie mit Ihrem Rehabilitations-Team, sodass dieses Ihre Behandlung an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen kann.