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1. Wir haben heute aus dem Altersheim ein Hollywood gemacht; unser Grill ist altrosa und die Stühle werden kleine Quadrate an der Unterseite der Beine hinterlassen; im Sommer.
Es wird eine fünfundsiebzigprozentige Sonnenfinsternis geben.
2. Wir haben heute Basilikum gekauft.
3. Wir ist: (ich und mein literarisches Ich, haben heute nicht geschrieben)
Wir haben die Katze gesehen; sie war trocken.
4. Auch unsere Stimmen sind trocken, von der Anstrengung nicht an das Schreiben zu denken.
(Ich habe meinem Ich auferlegt zu warten)
Auf was? fragt es mich
Auf die Möglichkeit den Text zu betrachten, sage ich.
Und was mache ich jetzt?
Schauen.
Auf was?
Auf die Welt vielleicht.
Auf die Trockenheit der übergewichtigen Katze aus der Nachbarschaft.
Auf die Blätter des Basilikums und wie das Wasser aus der Giesskanne in den Hohlraum des Schirmständers fliesst.
Auf die Augenbrauen des Redenden und deren zweites Reden neben dem Hörbaren.
Auf die Kellerassel an der Wand, die ihr Hinterteil unabhängig vom Vorderteil bewegen kann.
Auf die Geräusche der Elster und deren Glanz.
Auf die Verbindung von Glück und Morgen, das Glück, das mit Schlaf zu tun hat.
Auf das Kind, das trotz geringem Wortschatz einen sehr hohen Gesprächsanteil hat.
Auf das Kind, das schläft und das Kind, dessen Turnschuhe in der blauen Stunde nervös leuchten.
Auf die blaue Stunde im Allgemeinen und deren Wirkung auf das Gleichgewicht der Menschen.
5. Es gibt diesen Punkt, wo Aussen und Innen, das Schreiben für jemanden und das Schreiben aus einem heraus, nicht mehr in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Es ist dieser Punkt, an dem du beginnst als Fremder auf dein Tun zu schauen, als Lektor, als Leser, als Freund, als Tante vielleicht.
Aber die Tante hat da nichts zu suchen in deinem Blick. Es gibt diesen Punkt, wo der Fremde, schauende, nicht mehr nur eine blasse Vorstellung und ein intuitiver Begleiter ist. Es gibt diesen Punkt, an dem da eine Erwartung dir aus dem Kopf schaut.
6. (Auf die Gefahr hin, dass das blöd klingt)
Ich bin froh.
Ich möchte nicht immer schreiben können. Ich muss ehrlich zugeben, es wurde mir schon etwas suspekt, dieses ewige Schreibenkönnen. Als wäre ich ein Wasserhahn, der vergessen wurde, der ewig offen steht und alles fliesst aus ihm heraus. Das kann doch nicht gut sein, habe ich zu mir gedacht. Das ist vielleicht beinahe eine Verschwendung, habe ich mir gedacht.
7. Wir essen ein Basilikumblatt und es schmeckt nach Basilikum. Wir hören die Elster; glänzend. Wir haben einen Grill in altrosa und polieren ihn. Wir haben die Vorstellung der Quadrate an der Unterseite der Beine im Sommer. Wir schreiben etwas auf. Etwas kleines, etwas von der Kellerassel und ihrer Beweglichkeit vielleicht. Jetzt.
8. Später, wenn sich das alles im Kopf gesenkt hat, wird daraus etwas anderes.
Das Gewicht der Speicherung, die Speicherung des Schauens, das Vertrauen auf die Speicherung des Gesehenen und deren spätere Verwendbarkeit. Alles geht irgendwohin und alles hat mit Allem zu tun.
Und die fünfundsiebzigprozentige Sonnenfinsternis.
9. Ich möchte meinem Kind beibringen zu schauen, aber nicht wie ich, aber schauen wäre gut. Immer schauen und über die Zusammensetzung von allem nachdenken. Das wäre gut. Ich weiss nicht genau, wie man das macht. Ich beginne einmal damit, dass ich auf alles zeige und es zeigt dann auch. Ich beginne nie damit aufzuhören ihm zu sagen, dass ich es liebe. Und dass es da noch etwas gibt, dass ich weniger liebe, aber eben brauche, um ihm, meinem Kind Liebe geben zu können. Es ist das Schauen, sage ich zum Kind, und das Schreiben über Alles, das mit allem zu tun hat.