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mpBUS: Neuartige Ultraschallbildgebung zur verbesserten Brustkrebsdiagnose
Bei Patientinnen mit einem tastbaren Knoten in der Brust oder verdächtigen Befunden in der Mammographie wird typischerweise eine ergänzende Ultraschallbildgebung (BUS) durchgeführt. Konventionelle Ultraschallbilder haben aber nicht die ausreichende Spezifität, um bösartiges und gutartiges Gewebe in allen Fällen zuverlässig zu unterscheiden, deshalb muss oft eine Gewebe-entnahme (Biopsie) zur Sicherung des Befundes durchgeführt werden.
Die neuartige Methode mit multiparametrischer Ultraschallbildgebung (mp-BUS) könnte zusätzliche Indikatoren liefern, wie zum Beispiel die Veränderung der Schallgeschwindigkeit im Gewebe oder die Verstärkung der Schalldämpfung innerhalb eines Tumors, die dann helfen, Läsionen vor der Biopsie besser zu klassifizieren und möglicherweise unnötige Biopsien zu vermeiden.
Das Brustzentrum und die Radiologie des KSB führen zusammen mit der Gruppe «Computer-assisted Applications in Medicine (CAiM)» der ETH Zürich eine klinische Studie durch, in der das neue Ultraschallverfahren zusätzlich zu den konventionellen Ultraschallbildern und der nötigen Biopsie eingesetzt wird. Die Ergebnisse aus allen Befunden werden miteinander verglichen und dabei wird geprüft, ob das mp-BUS Verfahren eine verbesserte Differentialdiagnose ermöglichen würde.
In der gemeinsamen Studie wird ein Ultraschallsystem der Firma Fukuda Denshi aus Japan eingesetzt, welches in Zusammenarbeit mit der ETH erweitert wurde, in Echtzeit Ultraschall-Echo-Rohdaten abzuspeichern, welche dann mit den von CAiM entwickelten mp-BUS Algorithmen ausgewertet werden.
Die Messung der lokalen Schallgeschwindigkeit basiert auf der Idee, das Gewebe mittels Ultraschall aus leicht unterschiedlichen Richtungen zu betrachten. Die dabei resultierenden Messunterschiede lassen darauf schliessen, wie schnell sich der Ultraschall im Gewebe bewegt, was dann wiederum eine Charakterisierung des pathologischen Zustandes der betrachteten Geweberegion ermöglicht.
In der mp-BUS Studie soll nun geprüft werden, wie verlässlich die in-vivo Resultate mit den simulations- und phantom-basierten Experimenten übereinstimmen. Auch soll aufgezeigt werden, dass mit dieser Methode ohne zusätzlichen technischen Mehraufwand, wie Reflektor oder Transmissions-Ultraschallverfahren, eine verbesserte Diagnostik von Brustkrebs erreicht werden kann.