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Todd Antony
Mutig, bunt, erfolgreich: Die Climbing Cholitas aus Bolivien widersetzen sich traditionellen Rollenbildern ihrer Heimat.
Die «Climbing Cholitas», beziehungsweise «Cholitas Escaladoras Bolivianas», wie sie sich selbst nennen, sind eine Gruppe indigener Frauen aus Bolivien. Sie gehören zum Volk der Aymara, eine der ältesten Ethnien der Hochanden. Die meisten Gruppenmitglieder stammen aus den Städten La Paz und El Alto und sind zwischen 25 und 50 Jahre alt. Viele der Frauen sind mit Bergsteigern verheiratet und haben bereits in den Bergen ihrer Heimat als Köchinnen oder Trägerinnen gearbeitet.
2015 beschlossen elf der Frauen, aus dem Schatten der Männer hervorzutreten und selbst eine Besteigung in Angriff zu nehmen. Unter der Leitung von Lidia Huayllas Estrada erreichten sie gleich beim ersten Versuch den Gipfel des Huayna Potosí (6’088 m ü. M.). Dabei verzichteten sie auf moderne Bergsteigerkleidung und trugen stattdessen ihre farbenfrohen wallenden Röcke. Ihre Ausrüstung transportierten sie in traditionellen Tüchern. Beides wurde später zu ihrem Markenzeichen und verschaffte ihnen Aufmerksamkeit. In den folgenden Jahren gelangen ihnen zahlreiche weitere Besteigungen. 2017 begannen sie, Touristen auf ihren Bergtouren zu begleiten. Ausserdem absolvierten sie Kletter- und Sicherheitskurse, um professionelle Bergführerinnen zu werden. 2019 erreichten sie den Gipfel des Aconcagua (6’961 m ü. M.) in Argentinien – den höchsten Berg ausserhalb Asiens.
Das Wort «Cholita» wurde früher und wird heute teilweise immer noch als abwertende Bezeichnung für indigene Frauen in Bolivien verwendet, die noch bis vor rund zehn Jahren gesellschaftlich geächtet und systematisch ausgegrenzt wurden. Die «Climbing Cholitas» haben sich diesen Namen aber selbst gegeben, beanspruchen ihn als Ehrenzeichen und tragen ihn mit Stolz. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Stereotypen zu brechen, Rollenbilder zu bekämpfen und andere Frauen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen.
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