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Als Ursula Nold im März 2019 zur Wahl schritt, war das kein Gang der Bescheidenheit. Es war eine Inthronisierung. So erzählt es eine Person, die dabei war. Hellblauer Hosenanzug, perfekt sitzende Frisur, Siegerlächeln, absolutes Selbstvertrauen. Erst eröffnete sie als Präsidentin der Delegiertenversammlung die Sitzung, trat dann in den Ausstand und kam als neue Migros-Präsidentin aus der Sitzung heraus. «Sie zog das eiskalt durch.»
Es ist ein gigantischer Aufstieg: von der höchsten Vertreterin der Kunden zur Vorsitzenden des höchsten unternehmerischen Organs im Konzern, der Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bunds (MGB). Auf einen Schlag stand sie damit aber auch einem Gremium vor, dessen Wahlausschuss mit Jeannine Pilloud eigentlich eine andere Person vorgeschlagen hatte. Doch die Delegierten wollten «ihre» Präsidentin im Zürcher Migros-Turm sehen und wählten Nold. Eine, die Duttis Werte hochhalten soll. Durchgesetzt hatte sie sich für das mit 420'000 Franken dotierte 50-Prozent-Amt als wilde Kandidatin gegen die ehemalige SBB-Managerin Pilloud, die man im Zimmer, wo sie aufs Wahlergebnis wartete, länger als nötig sitzen liess. Im ganzen Trubel ging sie schlicht vergessen.