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sich an der Furcletta (2577 m), dem Pass vom Welschtobel (Arosa) nach Alvaneu, mit der vorigen Gruppe (Piz Naira) und reicht nach NO. bis zum Strelapass. Sie ist eigentlich eine Doppelkette mit zwei parallelen Reihen von Gipfeln, die zusammen eine aufgebrochene liegende Falte bilden. So erklärt sich die merkwürdige Längsdepression zwischen den beiden Gipfelreihen, die durch einige Querriegel in mehrere getrennt entwässerte Becken zerfällt, wodurch der hydrographische Charakter dieser Gegend etwas Verworrenes erhält.
Die Gipfel dieser Doppelkette von NO. nach SW. sind a) im westl. Zug die Küpfenfluh (2655 m) mit dem Strelakopf (2636 m), die Mädrigerfluh (2668 m), die Thiejerfluh (2786 m) und das Furkahorn (2728 m), das Schiesshorn (2610 m) und die Leidfluh (2455 und 2562 m), mit welcher dieser westl. Zug untertaucht; b) im östl. Zug Wannengrat (2518 m) und Körbshorn (2654 m), Schafgrind (2621 m), Kummerhubel (2599 m), Amsel- oder richtiger Ramselfluh (2772 und 2785 m), Strehl (2677 m), Valbellahorn (2769 m). Sandhubel (2768,5 m), dann vier unbenannte Gipfel (2790, 2797, 2790 und 2805 m) und endlich der Guggernell (2743 und 2683 m). Am NO.- und SW.-Ende dieser Doppelkette ist je nur ein Zug vorhanden, dort in der Küpfenfluh der westl., hier vom Sandhubel bis zum Guggernell der östl. Alle diese Gipfel haben sanftere Abdachungen nach SO., während sie nach NW. und überhaupt auf der Schanfiggerseite hohe schroffe Steilwände aufweisen. Im westl. Zug zeigen alle Gipfel diese Pultform, sie sind bei aller Verschiedenheit im einzelnen doch im ganzen nach einem Modell geschaffen. Im östl. Zug finden sich grössere Verschiedenheiten, indem hier nördl. von der Maienfelder Furka die Gipfel gerundeter und niedriger, südl. von dieser Furka dagegen schroffer, kühner gebaut und höher sind.
Nur der Sandhubel zeigt da, seinem Namen entsprechend, gerundete Formen. Wie die einzelnen Gipfel, so ist auch die Strelakette als Ganzes beschaffen: steil abbrechend nach NW., sanfter abgedacht nach SO., beide Seiten von vielen kleinen, wenn auch oft recht wilden Tobeln durchschnitten, so vom Schia-, Alberti- und Frauentobel, dem Kumma- und Bärenthal bei Davos und von den vielen Tobeln von Wiesen bis Alvaneu. Unter den dazwischen liegenden Rücken und Rippen ist namentlich der Altein hervorzuheben mit seiner breiten Hochfläche, einer weiten schönen Alp, die sich langsam gegen Wiesen senkt.
Von da führt die Alteinfurka (2506 m) in das Hochbecken des Alteiner Tiefenberg und weiter nach Arosa. Die Hauptpässe der Strelakette sind aber der Strelapass (2377 m) und die Maienfelder Furka (2445 m), ersterer mit gutem Weg von Davos Platz nach Langwies, letztere teilweise pfadlos, aber gut markiert von Davos Frauenkirch nach Arosa führend. Ueberdies kann man auch ohne Schwierigkeiten über die Lücken zwischen Küpfenfluh und Mädrigerfluh oder zwischen dieser und der Thiejerfluh von Davos nach Arosa gelangen. 3. Das dritte Glied der zentralen Plessurgruppe ist die Gebirgsgabel nördl. vom Rothornmassiv und von diesem getrennt durch die Aroser Furka (2622 m), die als Pass von Arosa nach Parpan benutzt werden kann.
Der Gabelpunkt ist das Parpaner Weisshorn (2828 und 2781 m) und das von den Gabelzinken eingeschlossene Urdenthal, weshalb wir dieses Gebirgsglied die Weisshorn- oder Urdengruppe nennen. Vom Parpaner Weisshorn streicht ein allmählig breiter werdender Zweig nach NO. über den Tschirpen (2733 m), das Hörnli (2497 m), das Plattenhorn (2560 m) und das Aroser Weisshorn (2655 m), um mit breitem, waldumkleidetem Fuss zwischen Langwies und dem Urdentobel an die Plessur zu stossen.
Der andere, selber noch einmal gegabelte Zweig streicht nördl. zum Parpaner Schwarzhorn (2690 m), Gürgaletsch (2441 m) und Alpstein (2306 m) und senkt sich schliesslich über das Churer Joch zur Thalgabel von Passugg, wo die Rabiusa in die Plessur mündet. Die beiden Weisshörner, das Schwarzhorn, der Gürgaletsch und das Joch sind wiederum gern besuchte Aussichtspunkte. Am Weisshorn vorbei führt der Carmennapass (2377 m) von Arosa nach Tschiertschen und Chur, und eine andere Passroute führt von Arosa am Hörnli vorbei zum Urdensee und von da über das Urden Fürkli nach Parpan.
Das Plessurgebirge hat sowohl in den äussern Formen als im geologischen Bau viel Aehnlichkeit mit dem Rätikon. Dies zeigt sich besonders schön, wenn man die beiden Gebirge etwa vom Hochwang aus, wo man die Hauptkämme beider annähernd in gleichem Abstand vor sich hat, überblickt. Man steht hier auf dem höchsten Punkt einer zentralen Depression, die von einem grossen, ungefähr halbkreisförmigen Gebirgsbogen im N., O. und S. umschlossen wird. Dieser Bogen beginnt im NW. mit dem Falknis und zieht sich über Scesaplana, Drusenfluh, Sulzfluh, Scheienfluh, Rätschenfluh, Casanna, Weissfluh und durch die ganze Strelakette dahin.
«Während man zu Füssen überall die einer Schieferformation eigentümlichen, berasten, zumeist sanften Bergformen hat, baut sich jener grosse Gebirgsbogen aus steilen, imposanten Mauern auf, die seltsam mit der nähern Umgebung kontrastieren. Dem Geologen, der vertraut ist mit den modernen Theorien des alpinen Gebirgsbaues, erscheint es unwillkürlich, als hätte hier von allen Seiten ein Uebergreifen anders gearteter Berge stattgefunden über ein Schieferland, in dessen Zentrum er steht.» (Hoek).
Für den Rätikon ist dies bereits erörtert worden, hier ist es noch für das Plessurgebirge zu tun. Auch dieses zeigt, abgesehen von den beiden Schiefergebirgen der Hochwang- und Stätzerhornkette, die wie die südl. Vorberge des Rätikon aus oligozänem Flysch bestehen, einen äusserst komplizierten Bau und eine grosse Mannigfaltigkeit des Gesteinsmaterials. Und auch hier hat es des Fleisses mancher Forscher bedurft, um Licht über diese verwickelten Verhältnisse zu bringen. Wir schliessen uns der Schule Steinmann's, speziell Hoek, an, der sich am eingehendsten mit dem Gebiet beschäftigt und eine genaue geologische Kartenaufnahme desselben in 1:50000 gemacht hat. Er unterscheidet vier geologische Regionen:
1. Das Gebiet des normalen Faltenbaus, d. h. die Strela- und die Erzhornkette. Die W.-Grenze verläuft in der Steilwand der Mädrigerfluh, der Thiejerfluh, des Furkahorns, Schafrückens und über den Aelplisee zur Aroser Furka. 2. Die Aufbruchzone, dem erstgenannten westl. vorgelagert; reicht nach W. bis zu den Steilwänden des Weisshorns und Plattenhorns. 3. Das kleine keilförmige Gebirgsstück des Parpaner Weisshorns und Tschirpen, in mancher Beziehung zur Aufbruchzone gehörig, aber doch auch wieder davon verschieden. 4. Das nach W. und NW. sich ausdehnende Schiefergebirge, dem sich dann auch die Stätzerhorn- und Hochwangkette anschliessen.
Das dabei beteiligte Gesteinsmaterial
ist sehr mannigfaltig: a. Krystalline Gesteine finden sich in grösseren Komplexen im Rothornmassiv (beide Rothörner und Aelplihorn) und nordwestl. unter der Mädrigerfluh, dann zerstreut in kleinern Vorkommnissen in der Aufbruchzone (bei Arosa, ¶
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Alp Pretsch etc.) und zwar Granitit, Gneis, Augengneis, Hornblendeschiefer und Glimmerschiefer, in geringerm Mass auch Casannaschiefer (z. B. bei Arosa) und eine krystalline Breccie (z. B. nördl. vom Tschirpen). b. Verrucano, in normaler Lage stets zwischen Granit oder Gneis als Liegendem und Triasgesteinen als Hangendem, ausschliesslich beschränkt auf das relativ normale Faltungsgebiet der Strelakette und hier den Kern einer grossen aufgebrochenen Antiklinale bildend. Es ist ein meist roter oder grüner Sandstein, in den höhern Lagen ein roter Schiefer.
Dem Verrucanosandstein eingelagert sind oft beträchtliche Massen von Quarzporphyren und deren Tuffen, die z. B. den Schafgrind, Kummerhubel und Sandhubel bilden. c. Triasgesteine. Buntsandstein, grob-bis feinkörnig, in geringer Verbreitung in der Aufbruchzone, besonders am Aroser Weisshorn. Untere Rauhwacke (mit Einschlüssen von rotem Ton und rotem Sandstein aus dem Verrucano) findet sich nur in der normalen Faltungszone und zwar in zwei Bändern über und unter dem Verrucano.
Muschelkalk, ein harter, schwarzer, unter dem Hammer klingender, in dünnen Bänken geschichteter Kalk, findet sich nur in der Strelakette und zwar zu beiden Seiten der von Verrucano erfüllten Längsdepression einmal über und einmal unter der Rauhwacke, je nach der normalen oder verkehrten Schichtfolge, erstere in der östl., letztere in der westl. Gipfelreihe. Der Wettersteinkalk resp. Wettersteindolomit bildet zusammen mit dem unten zu nennenden Hauptdolomit die landschaftlich am meisten hervortretenden Formen. Seine mächtigen, gelblichen, gut geschichteten, schwach zerklüfteten, kalkigen und dolomitischen Bänke (bis 2 m dick) bauen die Wände der Strelakette bis zu den Spitzen der Berge auf, in der östl. Bergreihe normal über Verrucano und Rauhwacke - das Hangende (der Hauptdolomit) ist hier überall durch Erosion verschwunden, - in der westl. Reihe verkehrt unter Verrucano und über Hauptdolomit.
In der Erzhornkette liegt er normal unter dem Hauptdolomit, teilweise aber auch infolge einer Ueberschiebung nochmals auf diesem. In der Aufbruchzone und im Parpaner Weisshorn-Tschirpengebiet fehlt der Wettersteindolomit. Dagegen ist in letzterem Gebiet und am Schafrücken die jüngere Raibler Rauhwacke vertreten, die den übrigen Gebieten fehlt. Im Parpaner Weisshorn besonders zieht sie in zwei dünnen Bändern durch die N.-Wand, je das Liegende des doppelt auftretenden Hauptdolomites bildend.
Der Hauptdolomit ist weniger gelblich, klotziger, klüftiger und weniger gut geschichtet als der Wettersteindolomit. Er findet sich in verkehrter Lagerung unter dem Wettersteindolomit (ohne Raibler Rauhwacke) in der westl. Gipfelreihe der Strelakette, fehlt aber infolge Abtragung in der normal geschichteten O.-Reihe. Das doppelte Vorkommen (verbunden mit Raibler Schichten) am Parpaner Weisshorn und Tschirpen ist bereits erwähnt. In der Aufbruchzone liegt er teils auf krystallinem Untergrund, teils bildet er zahlreiche kleine Schollen meist in Verbindung mit Liasgesteinen, hie und da auch mit Rät.
Das Rät ist im Plessurgebirge nur durch die Kössener Schichten vertreten. Es sind in der Hauptmasse dunkle, weiche Mergel mit vielen, aber selten gut erhaltenen Fossilien; dazwischen treten bis 3 m dicke hellfarbige Kalkbänke auf. In der Strelakette fehlen die Kössener Schichten, da sie im östl. Teil - im hangenden Schenkel - durch Erosion verschwunden, im westl., liegenden Schenkel wahrscheinlich zwischen dem gedoppelten Hauptdolomit ausgequetscht sind. Sehr gut entwickelt sind sie am Erzhorn und Aroser Rothorn und am Parpaner Weisshorn-Tschirpen, spärlich vorhanden auch in der Aufbruchzone (z. B. am Aroser Weisshorn), inkl. das Casanna-Totalpgebirge. d. Juragesteine. In der Strela- und in der Erzhornkette fehlen die Jura- und alle jüngern Gesteine, da diese, soweit sie ursprünglich vorhanden gewesen sein mögen, durch Abtragung verschwunden sind.
Die jüngsten Bildungen sind dort Hauptdolomit, resp. Kössener Schichten. Im Gebirgsstück Tschirpen-Parpaner Weisshorn findet sich Lias in sehr geringer Mächtigkeit in der Form harter, rötlich-weisser, unter dem Hammer klingender und scherbenartig zerspringender Kalke zwischen Rät und oberjurassischem Radiolarit, teils als leicht verfolgbare Bänke, teils als kleine zerquetschte Schollen. Die Basis der Kalkbänke wird durch eine grobe Breccie aus Triasbruchstücken gebildet.
Dieselbe Breccie findet sich auch am Oefenpass des Rätikon. Anders sind die Liasbildungen der Aufbruchzone beschaffen: Mergelschiefer, Kalkschiefer, Tonschiefer, Kieselschiefer mit reinen Keiselbänken, sandige Schiefer, Sandsteine, feine und grobe polygene Breccien. Die Aehnlichkeit mit sicherem Eozän-Flysch ist so gross, dass es kaum möglich ist, eine Grenze zu ziehen. Fossilien fehlen fast ganz. Nur die polygenen Breccien sind leichter zu bestimmen. Völlig unsicher sind die Schiefervorkommnisse im Plessurbett unterhalb Arosa und an der Mutta¶