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Die Abschlussarbeit von Daniel Emmenegger basiert auf einem qualitativem Forschungsdesign, in diesem Fall wurden Interviewdaten mit neun hochrangingen Managerinnen und Managern in Familienunternehmen und Beratungen ausgewertet. Das Ziel seiner Arbeit ist, den Einfluss der ‹Familiness› auf die Auswahl von Fremdmanagern in Familienunternehmen zu beleuchten.
Es zeigt sich, dass insbesondere in Familienunternehmen der persönlichen Passung des Fremdmanagers und der Wertekongruenz zwischen Manager und Familie eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Damit spielen relationale und kognitive Dimensionen eine andere Rolle als in «normalen» Publikumsgesellschaften.
In Familienunternehmen entsteht durch die Interaktionen von Familie, Unternehmen und individuellen Mitgliedern eine einzigartige Ressource, die als ‹Familiness› zusammengefasst wird. Die Ressource ‹Familiness› kann einen Wettbewerbsvorteil für Familienunternehmen generieren. Diese Masterarbeit befasste sich mit den Fragen, inwiefern die ‹Familiness› den Rekrutierungsprozess von Fremdmanagern in Schweizer Familienunternehmen beeinflusst und welche Stolpersteine und Erfolgsfaktoren zu berücksichtigen sind. Dies wurde anhand der drei Dimensionen des Sozialkapitals, welches eine Unterkategorie der ‹Familiness› ist, überprüft.
In neun semi-strukturierten Interviews wurde der Einfluss der relationalen, kognitiven und strukturellen Dimension des Sozialkapitals im Rekrutierungsprozess von Fremdmanagern abgefragt. Die Interviews wurden anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) ausgewertet. Als Interviewpartner wurden Firmeninhaber und Fremdmanager ausgewählt und für eine zusätzliche Expertenmeinung wurden Personalberater befragt.
Die gewonnenen Erkenntnisse zu dem Einfluss von ‹Familiness› im Rekrutierungsprozess eines Fremdmanagers wurden zu Thesen zusammengefasst. Es hat sich gezeigt, dass die drei Dimensionen des Sozialkapitals einen grossen Einfluss auf den Rekrutierungsprozess von Schweizer Familienunternehmen haben. Beispielsweise zeigte es sich, dass Persönlichkeitseigenschaften eines Fremdmanagers bei der Rekrutierung von zentraler Bedeutung sind und die Werte des Familienunternehmens zu den Werten des Fremdmanagers passen müssen. Gleichzeitig sind die Persönlichkeit und das Wertesystem als Stolpersteine zu betrachten, falls diese nicht dem Anforderungsprofil des Unternehmens entsprechen.
Die Arbeit legt wichtige Informationen für die optimale Gestaltung des Rekrutierungsprozesses in Familienunternehmen offen und bietet insbesondere auch Personalberatungen Wissen für eine spezifische Behandlung der Rekrutierung.
Das Zusammenspiel von der relationalen, kognitiven und strukturellen Dimension des Sozialkapitals prägt den Rekrutierungsprozess von Fremdmanagern. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit aus den gewonnenen Erkenntnissen eine neue Sichtweise, auf den vormals zu wenig erforschten, Rekrutierungsprozess von Fremdmanagern in Familienunternehmen zu erhalten.