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Was ist Fernwärme?
Die Fernwärmeversorgung der Agro Energie Rigi funktioniert wie eine riesige Zentralheizung: Statt in jedem Gebäude einzeln, wird für eine ganze Region die Wärme zentral im Energiezentrum Haltikon erzeugt und den Kunden zugeleitet.
Wie viel Ökostrom und Wärme produziert die Agro Energie Rigi in Zukunft?
Das Holzheizkraftwerk (HHKW) des Energiezentrums Haltikon wird pro Jahr ca. 32 Mio. kWh nachhaltigen Strom für das öffentliche Netz produzieren. Dies entspricht etwa dem Strombedarf von 8 000 Haushaltungen.
Zusätzlich kann die Abwärme von jährlich 60 Mio. kWh Wärme für das Fernwärmenetz genutzt werden. Diese Wärmemenge entspricht ungefähr dem Wärmebedarf von 6 000 Haushaltungen, bzw. 7.5 Mio. Litern Heizöl, die so eingespart werden können. Davon gelangen rund 50 % ins Fernwärmenetz – der Rest wird direkt vor Ort für die Pellets-Produktion oder die Schilliger Holz AG abgenommen.
Ist die Anlage überdimensioniert?
Nein. Der Bezirk Küssnacht berechnete ein Wärmebedarf alleine für Küssnacht von 26 MW. Hinzukommen Greppen, Udligenswil und Adligenswil. Die Schilliger Holz AG hat noch dazu einen Wärmebedarf von 4 MW. Nach der Strom und Pelletsproduktion können für die Fernwärme maximal ca. 12 MW zur Verfügung gestellt werden.
Angenommen man würde die thermische Leistung der Anlage von 20 MW um die Hälfte, auf 10 MW reduzieren, so würden sich die Volumen der Gebäude keines Wegs auch halbieren. Die grösse der Gebäude ist nur bedingt durch die thermische Leistung der Feurung bestimmt.
Wie gross wäre ein Wind- oder Solarpark, um die Energie der Agro Energie Rigi zu produzieren?
Um 32'000'000 kWh Ökostrom zu produzieren, wie es das Energiezentrum Haltikon machen wird, bräuchte es 35 bis 45 grosse Windräder wie sie im Jura auf dem Mont-Crosin installiert sind. Um entsprechenden Solarstrom in Küssnacht zu produzieren bräuchte es mindestens 128'000 Solarpanels, was einer Fläche von über 200'000 m2 entspricht! Zusätzliche 100'000 m2 Fläche bräuchte man, um mit Solarkollektoren die Wärmemenge von 64'000'000 kWh zu produzieren. Wobei die grösste Wärmemenge im Sommer anfallen würde und nicht im kalten Winter, wenn man sie braucht.
Wo wird das Fernwärmenetz gebaut?
Das Fernwärmenetz soll in Zukunft ab dem Energiezentrum Haltikon ganz Küssnacht, Immensee und Greppen mit umweltbewusster, sicherer und unabhängiger Wärme versorgen. Ausgehend von den Hauptleitungen erfolgt die Feinerschliessung interessierter Abnehmer nach Bedarf. Grundsätzlich kann das Fernwärmenetz jederzeit erweitert werden. Aufgrund grosser Nachfrage wird das Fernwärmenetz auch schnellstmöglich in Richtung Immensee und Greppen ausgebaut werden. Udligenswil und Adligenswil sollen zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen. Weitere Infos …
Wann wird das Fernwärmenetz gebaut?
Die Baubewilligung ist noch nicht rechtskräftig. Die Bauarbeiten werden frühestens im Frühling 2017 gestartet. Nach Baubeginn dauert es 1.5 Jahre bis die ersten Haushalte mit CO2-neutraler Wärme versorgt werden können.
Wie viel kostet die Fernwärme der Agro Energie Rigi?
Fernwärme ist nicht nur umweltschonend, sondern auch günstig – im Vergleich zu Wärmepumpe, Gas und Heizöl. Und nicht zuletzt aufgrund der wegfallenden Nebenkosten wie Kaminfeger und Tankvignette äusserst attraktiv. Weitere Infos ...
Woher kommt das Holz für den Betrieb des Energiezentrums Haltikon?
Grösstenteils wird direkt vor Ort anfallendes Restholz der grössten Sägerei der Schweiz, der Schilliger Holz AG verwendet (51%), welches in ausreichender Menge verfügbar ist. Kappstücke und Rinden können für die Energieproduktion eingesetzt werden, Sägemehl für die Pelletsproduktion. Für die Ökostromproduktion werden weiter regionales Altholz (41%) und Holzabfälle aus den Wäldern der Umgebung verwertet (8%) – Abfallmaterial, welches andersweitig nicht mehr verwendet werden kann. Weiter lesen …
Wird der Verkehr durch das neue Energiezentrum Haltikon zunehmen?
Nein, der Verkehr wird sogar leicht reduziert. Bis anhin mussten die Reststoffe der Schilliger Holz AG in zahlreichen LKW-Fahrten abgeführt werden. Da diese in Zukunft vor Ort verwertet werden, können 36 % der Fahrten mit Reststoffen eingespart werden. Hinzu kommen die Fahrten für den Abtransport der Holzpellets. Für die Zuführung von Altholz und Waldhackschnitzeln können grösstenteils bestehende Leerfahrten genutzt werden – das Verkehrsaufkommen wird somit nicht weiter erhöht.
So wird die Strasse in Richtung Udligenswil insgesamt um 18 LKW-Fahrten pro Tag entlastet und die Strasse in Richtung Küssnacht um 4 LKW-Fahrten pro Tag belastet. Insgesamt nimmt der Schwerverkehr zum Energiezentrum um 14 LKW-Fahrten pro Tag ab. Weiter lesen …
Wird sich die Luftqualität durch das neue Energiezentrum Haltikon verschlechtern?
Nein. Die Ökostrom- und Wärmeproduktion des Energiezentrums Haltikon wird zu keiner merklichen Mehrbelastung der Region Haltikon führen.
Um die Emissionen so gering wie möglich zu halten, wird auf modernste Reinigungs- und Filtertechnologie gesetzt. Die strengen Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung (LRV) werden problemlos eingehalten. Folgende Reinigungsstufen werden eingesetzt: Zugabe von Harnstoff zur Reduktion von Stickoxiden (SNCR-Verfahren), Hochleistungs-Zyklon und Gewebefilter zur Staubreduktion. Zusätzliche werden Sorptionsmittel eingesetzt um die Qualität der Abluft weiter zu erhöhen.
Zudem werden zahlreiche kleine und mittelgrosse Feuerungen in der Region, sowie die bestehende Holzverbrennungsanlage der Schilliger AG, durch das modernere HHKW ersetzt. Dies führt sogar zur lokalen Verbesserung der Luftqualität.
Die Energie in der Biomasse ist erneuerbar und deshalb CO2-neutral. Das bedeutet, dass bei der Nutzung von Biomasse lediglich jenes CO2 freigesetzt wird, welches beim Wachstum der Pflanzen aus der Luft gebunden wurde. Die gleiche Menge an Kohlendioxid würde auch entstehen, wenn die Pflanze verrottet, wie dies beim Kompostierungsprozess geschieht. Der Einsatz von Biomasse zur Energieerzeugung ist deshalb sinnvoll. Weiter lesen …
Was ist der Unterschied zwischen dem Energiering und der Agro Energie Rigi AG?
Die Agro Energie Rigi verwendet den lokalen und CO2-neutralen Rohstoff Holz, um regionalen Ökostrom zu produzieren. Die dabei entstehende Abwärme wird direkt für Warmwasser und Heizwärme genutzt.
Hingegen verbraucht der Energiering von Cofely Strom, um aus Umgebungswärme Warmwasser und Heizwärme zu erzeugen. Dieser Strom wird zu einem Teil selbst produziert und zu einem Teil als Strommix (Atomstrom, Wasserkraft) eingekauft.
Das Verteilen der Wärmeenergie über ein Fernwärmenetz ist vergleichbar.
Kann die Agro Energie die im See gespeicherte Energie nicht auch verwenden, wie der Energiering von Cofely?
Die im Vierwaldstättersee gespeicherte Wärmeenergie kann man nicht ohne zusätzlichen Einsatz von Strom verwenden. Während den kalten Wintermonaten hat der See eine Durchschnittstemperatur von 4 – 7 °C (www.meteonews.ch). Um eine Warmwassertemperatur von 35 oder 50 °C zu erreichen, müssen strombetriebene, energieintensive Wärmepumpen eingesetzt werden.
Da bei der Produktion von Ökostrom aus Holz bereits Abwärme mit genügend hoher Temperatur entsteht, ist die Agro Energie Rigi nicht darauf angewiesen, die tiefe Seetemperatur aufbereiten zu müssen.
Kann das Fernwärmesystem der Agro Energie Rigi Abwärme von Industriebetrieben nutzen?
Ja, das Fernwärmesystem der Agro Energie Rigi kann Abwärme von Industriebetrieben in den Rücklauf integrieren. Die technische Lösung für die Erschliessung von Abwärme ist jedoch oft aufwendig und lohnt sich für Betreiber von Wärmenetzen ökologisch, wie ökonomisch nur selten.
Weshalb ist die Fernwärme der Agro Energie Rigi AG nicht emissionsfrei wie der Energiering von Cofely?
Der Energiering von Cofely ist nicht emissionsfrei, sondern abhängig von der Stromquelle, welche für den Betrieb der Wärmepumpen genutzt wird. Der Schweizer Strommix enthält rund 40 % Atomstrom, 54 % Wasserkraft und 5.5 % Kohlen- und Erdgasstrom. Den Stromverbrauch der Wärmepumpen mit Solarstrom abzudecken ist kaum möglich, speziell im Winter.
Die Produktion von Ökostrom der Agro Energie Rigi generiert Emissionen durch die Verbrennung von regionalem Holz. Strenge Regulierungen setzen Grenzwerte fest. Je grösser die Anlage, desto strenger sind die Vorschriften. Das Energiezentrum Haltikon kann die Grenzwerte problemlos einhalten durch den Einsatz modernster Reinigungs- und Filtertechnologie.