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Das Rennen zum Südpol zwischen Roald Amundsen und Robert Falcon Scott gehört zu den spannendsten und auch tragischsten Geschichten der Antarktiserforschung. Noch heute werden immer wieder Zeugnisse von Scotts Terra Nova Expedition gefunden und zeigen uns, was damals wirklich geschehen ist und unter welchen Umständen die Männer ihre wagemutige Expedition durchgeführt hatte. Nun sind 52 neue Aufnahmen aufgetaucht, die aber schon bald in einer Auktion unter den Hammer kommen sollen.
Die Terra Nova Expedition unter der Leitung von Sir Robert Falcon Scott hatte zum Ziel, den Südpol zu erreichen. Da der Norweger Roald Amundsen dieselbe Idee hatte, entwickelte sich das Ganze zu einem Wettrennen, das vom Norweger gewonnen wurde. Der geschlagene Scott und seine 4 Kameraden Wilson, Oates, Evans und Bowers erreichten 34 Tage nach Amundsen den Südpol und kamen auf dem Rückweg nach Cape Evans ums Leben. Henry «Birdie» Bowers war der Fotograf der Gruppe, da der offizielle Expeditionsfotograf, Herbert Ponting, im Lager mit den übrigen Männern zurückbleiben musste. Nun sind 52 Negative von Bowers‘ fotografischen Versuchen aufgetaucht und sollen an einer Auktion sollten 18. April 2015 versteigert werden… sehr zum Missfallen des Scott Polar Research Instituts, das sich als Nachlassverwalter sieht und die Bilder als geschichtliches Erbe der britischen Polarforschung betrachtet.
Die Aufnahmen von Lieutenant Henry Bowers entstanden allesamt zu Beginn der Expedition im und um das Lager bei Cape Evans. Andrew Aldrige von Henry Aldridge und Son Auctioneers, die mit dem Verkauf der Bilder betraut sind, sagt: «Die Bilder bieten einen unglaublichen Einblick in eine der berühmtesten britischen Antarktisexpeditionen. Sie zeigen, brutale Natur der Umwelt, in der diese mutigen Männer unterwegs waren. Dabei ist die Klarheit und Bilder wirklich bemerkenswert und beinhaltet auch bisher unbekannte Elemente wie beispielsweise die Polargruppe beim Wandern, dem Aufrichten der Zelte oder einfach beim Essen.»
Bowers wurde von Herbert Ponting, der als offizieller Expeditionsfotograf angestellt gewesen war, unterrichtet, um die Expedition später filmisch zu dokumentieren. Ponting nahm die Negative mit zurück nach England als Teil eines umfangreichen Archivs von über 1‘700 Bildern, damit Scott nach seiner Rückkehr auf Tournee gehen konnte. Doch Scott kam niemals zurück und die Rechte für die meisten Bilder gingen an das Scott Polar Research Institut über. Aber Ponting behielt einige der Bilder und seine Familie verkaufte diese nach Pontings Tod 1935 an einen privaten Sammler. Nun wurde bekannt, dass die Bilder in einer Auktion verkauft werden sollen. Die Vorverkaufs-Schätzung ergab einen Preis zwischen 30‘000 – 50‘000 Pfund (ca. 40‘000 – 70‘000 Euro) für die Bilder. Die Auktion fand am 18. April 2015 statt. Den Zuschlag erhielt das Scott Polar Research Institut bei einem Preis von 275‘000 Pfund für die gesamte Sammlung. So konnte verhindert werden, dass die Bilder in einer privaten Sammlung der Öffentlichkeit entzogen werden.
Scott brach im November 1911 auf, um den Südpol zu erreichen. Doch schlechtes Wetter und falsche Planung erschwerten den Marsch. Scott und seine 4 Kameraden erreichten den Pol am 17. Januar 1912, mehr als einen Monat nach Amundsen. Der Rückweg erwies sich als Hölle und die Männer litten unter Hunger und Erfrierungen. Am 17. Februar starb zuerst Evans und am 16. März dann Oates (der einfach das Zelt verliess und «wahrscheinlich eine Weile weg sein wird»). Zum Schluss erfroren Scott und seine beiden verbliebenen Männer, eingesperrt durch einen mehrtägigen Sturm, in ihrem Zelt am oder um den 29. März. Sie wurden erst acht Monate später von einer Suchmannschaft entdeckt.
Quelle: Dailymail www.dailymail.co.uk
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