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Die Dame mit den Goldohrringen
Bei den aktuellen Ausgrabungen auf dem Münsterhügel entdeckten die Archäologen im Leitungsgraben an der Rittergasse ein Skelett. Bei der Freilegung der Knochen stiess man beim Schädel auf ein Paar goldene Ohrringe.
Diese Ohrringe sind wahre Meisterwerke der Goldschmiedekunst. Sie sind aus filigranen Golddrähten und Goldkügelchen gearbeitet und zeigen auf der Vorderseite Blütenmotive mit blauen Emaileinlagen. Stilistisch lassen sich die Ohrringe mit einer prächtigen Goldkette der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts vergleichen, die im Historischen Museum Basel aufbewahrt wird. Diese Arbeit stammt vom Basler Goldschmied Gedeon Bavier.
Laut einer ersten anthropologischen Untersuchung war die Tote mit einer Körpergrösse von ca. 1,55 m eher klein gewachsen. Es waren nur noch die Knochen des Oberkörpers erhalten, der untere Teil des Skeletts war bei früheren Bauarbeiten zerstört worden. Der gute Zustand der Gelenke und nur minimale Abnützungsspuren an der Wirbelsäule weisen darauf hin, dass die Verstorbene keine physisch belastenden Arbeiten zu verrichten hatte. Die Frau litt unter starkem Kariesbefall und starb in einem Alter zwischen 25 und 55 Jahren. Die Todesursache liess sich nicht eruieren. Die Tote war in einem Sarg bestattet worden, bekleidet mit einem einfachen Gewand, worauf zwei bronzene Gewandhaften hindeuten. Entgegen den damals strengen protestantischen Bestattungssitten trug sie noch ihre wertvollen Ohrringe.
Details
- Objekt: Goldohrringe
- Datierung: 2. Hälfte 17. Jahrhundert
- Fundort: Rittergasse