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für 1000 kg. Mit Erhöhung der Bahnpreise nach Beendigung des Kampfes der Eisenbahngesellschaften
muß der Frachtsatz steigen und die Ausfuhr sich verringern, mit zunehmender Einwanderung wächst das Erzeugnis. Rußland
verfrachtet per Ostsee und Odessa zu Schiff, per Bahn vorzugsweise nach Österreich, früher auch nach Deutschland. Im Norden
ist das Darren des Getreides gebräuchlich; zum Handel gehört vielfach Vorausbezahlung, die Ausfuhr
auf Flußschiffen und mit Schlitten im Winter geschieht besonders von Polen aus. Gesamtbewegung 1877 für etwa 860 Mill.
Mk., fast nur Ausfuhr. - Österreich-Ungarn verfrachten per Bahn und via Triest und Fiume zur See;
Gesamtbewegung 242,6 Mill. Mk., 1880 nach Deutschland nur noch 4,28 Mill. m Ztr.
Frankreichs Gesamtumsatz war 342,26 Mill. Mk.; Ein- und Ausfuhr ziemlich gleich. Eisenbahnen, Kanäle,
Flüsse und die bedeutende Küstenentwicklung erleichtern den Handel. Italiens Handel setzte 123,4 Mill. Mk.
um; Einfuhr überwiegend. Die Nordischen Staaten verfrachten direkt nach England und Amsterdam, nebst London und Berlin
der bedeutendste Marktort für Getreide. England bezieht die Hauptmengen nur noch aus Amerika, Deutschland aus dem Osten
und liefert westwärts und nach der Schweiz. - Im Schiffshandel rechnet man nach Last, in Hamburg = 60 Faß à 43 kg bei
Weizen, 40.5 bei
Roggen, 34 bei
Gerste und 26 beiHafer, oder
Roggen 10%,
Hafer 20% geringer in der Tragfähigkeit
als
Weizen, Amsterdam 1 Last = 21⅗ Tonnen, in
Weizen 2050-2450 kg,
Roggen 2000-2250 kg,
Gerste 1600-1750 kg. Hauptzeit zu Seeverfrachtung
März, April, September und Oktober. - Hauptplätze in Deutschland sind: Memel, Königsberg, Danzig, Stettin, Posen, Berlin,
Breslau, Magdeburg, Nordhausen, Köln, Frankfurt a. M., Bremen, Hamburg, Lübeck,
München, Augsburg, Dresden. - Über die Usanzen im G. s. Sonndorfer, „Usanzen und Paritäten
des G. im Weltverkehr“, Berlin 1880, die Denkschrift des Pr. L. Ök. Koll. („Annalen der
Landw. in den kgl. preuß. Staaten“, Bd. 42. S.
114, Jahrg. 1863) und Meitzen, „Der
Boden und die landw. Verh. des preuß. Staates nach dem Gebietsumfang
von 1866“ - Berlin 1868/70. - Sehr wichtig für den G. ist die Aufbewahrung der Ware, welche im Süden in Silos (Gruben
in der
Erde), im Norden in besondren Getreidetürmen mit Bewegungsapparat, auf Speichern (Kornböden), in Cylindern etc.
geschieht.
Das Lagern, bezw. Liegenlassen zur Abwartung besserer Preise, ist mehr Sache des Landwirts,
als des Kaufmanns. Die Lagerungskosten sind durchschnittlich zu 1-1.5 Mk. pro m.
Ztr. und Jahr zu berechnen, Zins und Verlust zu groß, um Vorräte zu halten. Vermittelt wird
das Geschäft durch Makler auf den Kornbörsen (Schranne), Gebühr in Preußen pro Scheffel (42 kg bei
Weizen, 39 bei
Roggen) etwa 50 Pf., von Käufer und Verkäufer gemeinschaftlich zu tragen. Auf- und Abladegeld nach Ortsgebrauch.
(frz. épicès, engl. spice), Kollektivname für
eine große Zahl vegetabilischer Produkte, Samenkörner, Knospen, Rinden, Wurzeln, Blätter,
Kräuter, welche durch hohen
Gehalt
an ätherischen
Ölen, stark aromatischen Geruch und feinen Geschmack zahlreiche Verwendung in
der Küche, in der Bäckerei, zur Likörfabrikation, bei Zuckerbäckern, in Apotheken etc. finden.
Die bedeutendsten G. liefern die Tropen; ursprünglich war der Handel Monopol der Holländer, welche noch jetzt den Haupthandel
haben. Soweit von Bedeutung findet sie ihre Besprechung unter den besondern Namen. - Zoll gemäß Tarif
Nr. 25 i, für Fabrikation ätherischer
Öle frei.
(Nelken,Näglein, lat. Caryophylli, frz.
girofles, engl. cloves, ital. garoffoli).
Dieses Produkt der heißen Zone kam schon im Mittelalter durch Vermittelung der Araber und Venetianer als beliebte Handelsware
nach Europa und galt für ein Erzeugnis Indiens, bis die Portugiesen nach ihrer Entdeckung des Seeweges dahin die Molukken,
die Gewürzinseln par excellence, als die engere Heimat des Nelkenbaums kennen lernten. Aus den Händen
der Portugiesen gingen die Inseln und das Monopol des Handels mit ihren
Gewürzen in die der Holländer über, welche, um
ihre Ware hoch zu halten, den Anbau auf Amboina und Ternate beschränkten und auf den übrigen Molukken die Bäume ausrotten
ließen, aber es doch nicht hindern konnten, daß später (1770) von Franzosen Bäume oder Samen weggebracht
und der Anbau nach französischen Kolonien, den Inseln Bourbon und Mauritius, sowie nach Cayenne in Südamerika verlegt wurde.
Auch die Engländer haben Pflanzungen auf einigen Punkten ihrer ostindischen Besitzungen (Singapore, Pulo Penang etc.)
angelegt. In neurer Zeit hat sich der Anbau noch über die ostafrikanische Insel Zanzibar verbreitet
und ergibt dort große Mengen von Ware, etwa 7 Mill. Pfund jährlich. Es sind demnach gegenwärtig ostindische, afrikanische
und amerikanische Nelken im Handel; die erstere Sorte ist die beste. Sie wird nach der Insel Amboina, der größten der Molukken
benannt und von der holländisch-ostindischen Handelsgesellschaft in den periodischen Warenauktionen
zu Amsterdam, Rotterdam etc. verkauft.
Diese Nelke ist schön lang und voll, mit wenig Bruch. Die Ware von Zanzibar, etwas dunkler von Farbe und magerer, ist die
zweitbeste; sie kommt über London und ist häufig im Handel. Cayenne- und Bourbonnelken sind noch kleiner
und ölärmer als vorige; sie gehen nur in den französischen Häfen ein. Die Nelken bestehen aus den unentwickelten, getrockneten
Blüten des Gewürznelkenbaumes (Caryophyllus aromaticus), ein schöner immergrüner Baum von mäßiger Höhe, zur Familie
der myrthenartigen Gewächse
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mehr
gehörend, ähnelt in seiner Belaubung dem Lorbeerbaum, und gewährt namentlich zur Blütezeit, wenn das glänzende Dunkelgrün
der Blätter mit den reichen Blütenbüscheln mit ihren fleischigen roten Kelchen und weißen Blütenköpfchen durchsetzt
ist, einen prächtigen Anblick. In den Blütenkelchen ist das stark aromatische, auf der Zunge brennende Öl, das dem Baume
eigentümlich ist, am reichlichsten enthalten; man pflückt daher die Blütenbüschel noch im Knospenzustande, räuchert
sie auf geflochtenen Matten über schwachem Feuer etwas und läßt sie dann an der Sonne vollends abtrocknen, worauf die
Kelche von den gablig verzweigten Stielen getrennt werden.
Durch das Räuchern erhalten die Näglein ihre mehr oder weniger dunkle braunrote Farbe. Die Erntezeit
fällt in die Monate Oktober bis Dezember. Auf Amboina, dem Hauptsitz der Kultur, werden alljährlich etwa ¼ Mill. kg Nelken
gewonnen. Die Pflanzungen sind dort in Gärten oder Parks geteilt und Aufsehern unterstellt; ein Baum gibt 2½-3, manchmal
auch 10 kg. Die Güte der Ware im Handel bemißt sich nach ihrem Ölreichtum:
gute Ware muß schwer und voll, ohne Schrumpfung und holzige Trockne, vielmehr biegsam und weich sein und das zwischen den
Kelchzipfeln sitzende, aus den unaufgeblühten Blumenblättern bestehende Köpfchen noch haben, weil dies zur Konservierung
des Ölgehaltes dient. Deshalb sind auch Bruchstücke geringwertiger als ganze Nelken. Ist die Ware gut,
so muß durch Drücken mit dem Nagel reichlich Öl zum Vorschein gebracht werden können. Wo die Köpfchen fehlen, ist auch
der Ölgehalt schwach, und es ist sogar möglich, daß solcher Ware schon ein Teil des Öls durch Destillation entzogen worden
ist. - Als Nebenprodukte von weniger Bedeutung kommen noch die Blütenstiele (Nelkenstengel, Nelkenstiele,
Fusti) und die getrockneten Früchte des Nelkenbaums im Handel vor.
Beide sind weit weniger gewürzhaft als die Nelken. Die zerkleinerten Stiele finden sich gewöhnlich den geringern Sorten
der Nelken zugemischt, und unter gemahlenen Nelken, die in den meisten Fällen Mischware sind, mögen
sie meistens stark vertreten sein. Für sich benutzt man sie zur Bereitung einer geringern Sorte von Nelkenöl, ferner zu
Likören, Parfümerien etc. ebenso wie die noch weniger bedeutenden Früchte, die unter dem Namen
Mutternelken (Anthophylli) bekannt sind. Diese werden kurz vor der Reife gesammelt und getrocknet, sind 1½-2½
cm lang, eiförmig, auf dem Scheitel mit den 4 Kelchzipfeln besetzt, auf der Oberfläche fein runzlich, von schwärzlicher
oder graubrauner Farbe und enthalten einen einzelnen länglichen braunen Fruchtkern. Außer dem reichlich vorhandenen ätherischem
Öle enthalten die Nelken noch Eugenin und Caryophyllin als charakteristische Stoffe. - Zoll s.
Tarif Nr. 25 i sowie die Anm. zu Nr. 25 i.