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Es ist mittlerweile so etwas wie eine bildungspolitische Tabuzone, ordnungspolitisch ist es aber klar: Unsere Universitäten sollten auswählen dürfen, welche Studenten sie aufnehmen. Das wäre für die im internationalen Wettbwerb stehenden Institutionen von Vorteil. Dieser Meinung ist auch der Rektor der ETH Zürich, Konrad Osterwalder, in einem Interview mit der ZEIT (12.10.06, S. 44).
Der heutige freie Zugang zu den Universitäten nach der Matura ist ein Luxus, der sich studentenseitig vor allem in hohen Abbrecher- und Studienwechselquoten äussert. Die Auswahl geschieht gem. Osterwalder trotzdem, nämlich durch Prüfungen nach dem ersten Jahr, welche ein Drittel der Studierenden nicht schaffe. Der freie und gesicherte Zugang verhindert die Schwerpunktbildung der Universitäten und fördert die Verschulung mit Masse statt Klasse. Mein Ruf als hervorragender Lehrer geht auch auf die Tatsache zurück, dass ich nicht jeden in meinen Unterricht nehme. Vorselektion führt zu höherer Leistung. Konkret sieht man das am akademischen Mittelbau der Universität St. Gallen: dort sind Deutsche vor allem deshalb deutlich übervertreten, weil sie vor Studienbeginn sorgsam ausgewählt wurden. Wäre es nicht auch für die Studierenden besser, das erste “Studieren wir halt mal”-Jahr nicht zu verlieren und dafür an einer Uni mit besserer Lehre, Spitzenforschung und höherem Renommé abzuschliessen?
(Foto: pixelquelle.de)