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Fred Heer
Ableitung der Kander in den Thunersee
Referat von Fred Heer, Steffisburg
Donnerstag, 24. Oktober 2013, 20:00 Uhr, Hotel Freienhof Thun
Eintritt frei / Kollekte
Die Korrektion der Kander war die erste grössere Flusskorrektion in der Schweiz. Sie erfolgte in den Jahren 1711 bis 1714, und ihr Kernstück war der sogenannte Kanderdurchstich.
Die Korrektion der Kander war für die damalige Zeit ein sehr kühnes Bauwerk und zeugt von einem weitblickenden und damals noch finanzkräftigen Kanton Bern. Vor ihrer Ableitung floss die Kander, welche sich bei Wimmis mit der Simme vereinigt, nördlich von Thun in die Aare. Bei ihrer Einmündung schütteten Kander und Zulg, einander gegenüber, immer wieder ihren Schutt auf. Dadurch wurde bei Hochwasser die Aare zurückgestaut, so dass sie bei Thun über die Ufer trat. Aber auch die Gemeinden von Allmendingen, Thierachern und Uetendorf waren durch diese Hochwasser bedroht, weil die Kander ihr Land überschwemmte oder gar ihren Lauf über die Thuner Allmend änderte. Aus diesem Grund kam bereits um 1680 die Idee auf, die Kander in den Thunersee zu leiten. Das Projekt des Berner Feldmessers Samuel Bodmer (1652–1724) sah als Kernstück einen kühnen Durchstich durch den Strättlighügel und einen Entlastungskanal von Thun nach Uttigen vor.
Der Steffisburger Fred Heer, ehemaliger Berufsoffizier im Rang eines Divisionärs, befasst sich seit Jahren intensiv mit dem Kanderdurchstich und hat dazu auch publiziert. In seinem Referat bei der Staatsbürgerlichen Gesellschaft Thun wird Fred Heer darauf hinweisen, dass die gelungene Kanderkorrektion für spätere Flusskorrektionen wie die Linthkorrektion oder die erste Juragewässerkorrektion als Vorbild diente.