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|Jüngerschaft im Neuen Zeitalter - Band 2, Seite 108 ff. (engl.)|

Wir müssen sie auch auf die Gefahren mentalen Hochmuts hinweisen, ihnen die
Grenzen ihrer Persönlichkeit und die Schwierigkeiten wahrer geistiger
Führerschaft genau beschreiben und sie dann dringend bitten, sich, soweit es ihr
gegenseitiges Verhältnis betrifft, um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmern,
und sie auffordern, der Menschenrasse zu dienen. Dies bedeutet natürlich,
nebenbei gesagt, dass sie der Hierarchie dienen und auf diese Weise ihre
Fähigkeit [109] demonstrieren, innerhalb eines Ashrams zu arbeiten. Jünger, in
den ersten Stadien, sind geneigt, didaktisch zu sein. Sie mögen ihr tiefes
Verständnis für okkulte Wahrheit gern in Worten ausdrücken und dadurch in
Wahrheit ihre Überlegenheit gegenüber nicht-esoterischen Schülern begründen,
wodurch sie sich diejenigen, denen sie sonst helfen könnten, zu Gegnern machen.
Sie mögen gern ihre einzigartige Vertrautheit mit hierarchischen Prinzipien
zeigen, aber da sie noch nicht diesen Prinzipien gemäss leben, hindern sie mehr
als dass sie helfen könnten; nichtsdestoweniger lernen sie viel durch
Selbstentdeckung. Sie glauben, dass ein hoher Punkt geistigen Verständnisses und
geistiger Entwicklung dadurch angedeutet wird, dass sie ihre Kenntnisse in bezug
auf Einzelheiten über die Lebensweise und Methoden der Meister ausdrücken. Dies
ist keineswegs der Fall. Letzten Endes deutet es einen oberflächlichen Sinn
falscher Wertbegriffe an, und 70% ihrer Auskünfte sind falsch und
bedeutungslos.

Ich halte es für notwendig zu betonen, wie unwichtig ihre Behauptung ist, Auskunft geben zu können, weil die Arbeit der Meister und ihre Freiheit, der Menschheit so zu dienen, wie sie es wünschen, durch diese törichten Gedankenformen und die voreingenommenen Ideen wohlmeinender Aspiranten sehr gehindert worden sind. Die Meister ähneln den Theorien, Bildern und der Auskunft, die so häufig von Aspiranten verbreitet werden, sehr selten. Diese ganze Angelegenheit okkulten Klatsches und falscher Berichte beherrscht die Mehrzahl der vielen kleinen okkulten Gruppen.
Bis Gruppen gebildet werden, die aus Jüngern und älteren Aspiranten bestehen, die Kenntnisse aus eigener Erfahrung besitzen und fähig sind, okkulte Tatsachen richtig auszulegen und die gleichfalls die seltene Gruppentugend des Schweigens besitzen, wird das gewünschte In-Erscheinung-Treten der Ashrame nicht stattfinden. Ich möchte, dass ihr über diese Dinge nachdenkt und euch darauf vorbereitet, in eurer nächsten Verkörperung ein besseres und gesünderes Verständnis zu zeigen und den hierarchischen Anforderungen hinreichender nachzukommen.
Und nun, meine Brüder und Mitarbeiter, überlasse ich euch der Arbeit, dem Dienen und dem Studium; bei diesem letzten Wort meine ich, dass ihr erwägen und denken solltet. Ich möchte euch empfehlen, zu überlegen (weil ihr noch nicht wirklich konstruktiv, sondern nur imaginär denken könnt), welchen Platz mein Ashram in diesem [110] hierarchischen Planen, der Anpassung und der Gleichschaltung einnehmen sollte, und worin eure Aufgabe als einzelne und vor allem als Gruppe in diesem Zusammenhang besteht. Ich bitte euch um eure Hilfe, damit einer der neuesten Ashrame in der Gruppe der Ashrame, die sich um den Einen, der mein Meister war, den Chohan K. H., scharen, eine gute Rolle spielen möge.
Ihr habt in diesem Jahr unter grossem Druck gestanden. Ich habe es gesehen und beachtet; die Gruppe - als Gruppe - hat dieses Jahr besseres geleistet als seit Jahren, und ich habe ein Vertiefen der Hingabe und eine Verstärkung der Überzeugung gesehen. Fehler, wo sie zu finden sein mögen, brauchen nicht fortzubestehen, denn die Gruppenliebe kann sie alle ausgleichen. Persönlichkeitsschwächen, Irrtümer und Fehltritte werden in der Dringlichkeit menschlicher Not übersehen und vergessen; sie dringen nicht einmal in den Ashram ein. Ich möchte euch bitten, euch daran zu erinnern und mit Demut im Herzen, Ausdauer in euren Bemühungen und Liebe zu allen Menschen euren Weg zu verfolgen.
Lasst Liebe im Leben von euch allen und in allen Wechselbeziehungen ihre Rolle spielen, so, wie sie es in der Hierarchie tun muss und tut. Seht den Ashram, an den ihr angegliedert seid, als eine Hierarchie im kleinen an und folgt in euren Bemühungen dem Beispiel dessen, was ihr über die Hierarchie gelernt habt; erachtet alles als hindernd, was nach den Grundsätzen des Dienstes an der Menschheit unfruchtbar ist, und werdet in eurer Haltung zu allen Jüngern und zur Hierarchie immer sachlicher. Der kommende Zyklus bietet Möglichkeiten von grosser Tragweite, und ich möchte, dass ihr - wieder als einzelne und als Gruppe - dieser Gelegenheit gerecht werdet. Richtet eure Augen auf menschliche Not und geht Hand in Hand mit mir (wenn ich mit euch auf diese symbolische Weise reden darf) einem grösseren Einfluss und tiefgehenderer Brauchbarkeit entgegen.
ZWEITER ABSCHNITT
UNTERWEISUNGEN ÜBER MEDITATION
UNTERWEISUNGEN ÜBER MEDITATION
ERSTER TEIL
Wenn ich hier [113] die Unterweisungen über die Wissenschaft der Meditation fortsetze, so möchte ich euch daran erinnern, dass wir auf denselben grundlegenden Wahrheiten aufbauen, die früher (in «Jüngerschaft im Neuen Zeitalter», Band I) festgelegt worden sind, und dass unsere Zielsetzungen gleichfalls dieselben bleiben. Es ist für uns von unmittelbarer Wichtigkeit, eine Gruppeneinheit hervorzubringen, die in Liebe verwurzelt ist, und dies macht es erforderlich, das Herzzentrum zu stärkerer Wirksamkeit zu erwecken. Lasst mich in diesem Zusammenhang wiederholen, was ich früher gesagt habe, denn es bildet eine geeignete Einleitung zu dem, was ich euch zu tun bitten werde:
Nur vom Herzzentrum können in Wirklichkeit jene Kraftlinien strömen, die verketten und verbinden. Aus diesem Grund werde ich euch für eure Gruppenmeditation eine Form geben, die das Herz zur Tätigkeit anregen und das Herzzentrum (zwischen den Schulterblättern) vermittels des Herzzentrums, das sich innerhalb des Kopfzentrums (des tausendblättrigen Lotos) befindet, mit dem Kopfzentrum verbinden wird. Dieses Herzzentrum wird euch von neuem miteinander und mit der ganzen Welt in Beziehung bringen, wenn es hinreichend ausstrahlend und magnetisch ist. Dies wiederum wird - wenn es durch einen Akt geistigen Willens mit dem Sonnengeflechtszentrum verbunden worden ist - dazu beitragen, jene telepathische Wechselbeziehung hervorzurufen, die so sehr wünschenswert und für die geistige Hierarchie so konstruktiv nützlich ist - vorausgesetzt, dass sie innerhalb einer Gruppe von verpflichteten Jüngern hergestellt worden ist, die sich dem Dienst an der Menschheit geweiht haben. Dann kann man sich auf sie verlassen.
Die Tätigkeit des Herzzentrums zeigt sich niemals im Zusammenhang mit einzelnen. Das ist eine grundlegende Tatsache. Was unter den meisten Jüngern eine so verheerende Wirkung hervorruft, ist die Fähigkeit des Sonnengeflechts (wenn es gereinigt und geweiht ist), sich mit einzelnen zu identifizieren. Das Herzzentrum [114] kann nur auf Gruppenimpuls, Gruppen-Glück oder -Unglücklichsein und andere Gruppenbeziehungen reagieren.
Die folgende schematische Darstellung erläutert das Verfahren, das ich euch zu befolgen vorschlage.
[Grafik, Buch Seite 140]
Kopf
Abwärtsgerichtetes Stadium II
Herz
Aufwärtsgerichtetes Stadium
Solarplexus
Innerhalb des Sonnengeflechts finden sich zwei Punkte lebenskräftigen Lichts, was diesem Zentrum eine hervorragende Bedeutung gibt und es zu einem Übertragungszentrum für die Zentren unterhalb des Zwerchfells nach denjenigen oberhalb desselben macht. Einer dieser Lichtpunkte steht mit dem niederen psychischen und astralen Leben in Beziehung, und der andere wird durch das Hereinströmen vom Kopfzentrum zum Leben erweckt. Ich möchte euch hier daran erinnern, dass die Zentren oberhalb des Zwerchfells nur einen lebenskräftigen Kraftpunkt haben, während die Zentren unterhalb des Sonnengeflechts auch nur einen haben, dass jedoch das Sonnengeflecht selbst zwei dynamische Energiepunkte besitzt - einen ganz alten und erwachten, der das Leben des astralen oder niederen psychischen Körpers zum Ausdruck bringt, und einen weiteren, der darauf wartet, durch die Seele zu bewusster Tätigkeit erweckt zu werden. Wenn dies geschehen ist, macht das Erwachen zu den höheren Lebensfragen den Jünger für die höheren «psychischen Gabenwellen» (wie es die tibetischen Okkultisten nennen) der geistigen Welt empfänglich.
Dies alles ist für den Durchschnitts-Esoteriker und -Theosophen ein ziemlich neuer Begriff, und es ist einer der neuen Punkte, über welche Jüngern (in Vorbereitung für Einweihung) Auskunft erteilt wird. Diese Wahrheit bildet den Hintergrund für die Meditationsmethode, die ich [115] euch zu geben suche und die in zwei Teile eingeteilt ist - ein Aspekt oder eine Technik wird sich ungefähr über die ersten sechs Monate und der andere über die zweiten sechs Monate erstrecken. Diese zweifache Meditation ist eine Gruppenmeditation und wird in erster Linie eine Gruppenwirkung haben. Diese Tatsache muss von jedem Jünger aufs sorgfältigste beachtet werden.
Ich möchte, dass ihr diese Auskunft, die euch gegeben worden ist, höchst ernsthaft erwägt. Die Meditation, die ich euch zuzuweisen wünsche, wird in zwei Abschnitte eingeteilt werden:
Stadium I. Ein Stadium, in dem die Energie des Herzzentrums vermittels gelenkter, kontrollierter Aspiration mit Bedacht angeregt, mental verstanden und emotionell vorwärts getrieben zum Kopfzentrum emporgehoben wird. Ich wähle meine Worte hier unter sorgfältiger Berücksichtigung ihrer symbolischen Bedeutung.
Stadium II. Dann folgt die bewusste, wohlerwogene Aussendung von geistiger Energie durch einen Willensakt nach dem Sonnengeflecht; dies wird das Erwachen des bisher im Ruhezustand befindlichen Kraftpunktes zufolge haben, der hinter (oder vielmehr innerhalb) des aktiven und erwachten Zentrums liegt
Es wird euch einleuchten, dass sich das erste Stadium mit dem befasst, was esoterisch als das «Zurückziehen in das Zentrum der Inspiration» betrachtet wird, und gerade zu diesem Zurückziehen fordere ich euch alle heute auf, vor der definitiven und ausführlich beschriebenen Gruppenarbeit, die ich euch später umreissen werde. Nach zyklischem Gesetz gibt es Perioden des Hinausgehens und des Sich-Zurückziehens, des Vorwärtsschreitens im Dienst, der Peripherie der Tätigkeit entgegen, und auch ein bewusstes Zurückziehen des Bewusstseins vom äusseren Kreis und seine erneute Konzentration ganz im Herzen des Lebens. Zu diesem innerlichen Zurückziehen fordere ich euch auf, zu einem Zurückziehen, das bis zum nächsten Vollmond im Mai fortgesetzt und bewusst aufrecht erhalten werden muss. Ihr könntet es als die individuelle Phase der Gleichschaltung und als die Vorbereitung betrachten, zu der ihr alle gerufen worden seid, und ihr seid dazu gerufen vor der Teilnahme an der Gruppenmeditation, mit der [116] ihr den Rest des Jahres - nach dem Mai - beschäftigt sein werdet. Das zweite Stadium und sein erfolgreiches Ergebnis wird zum grössten Teil von dem Erfolg abhängig sein, den ihr während des ersten Stadiums erlangt habt.
Das erste Stadium wird wieder in zwei Teile geteilt, und auf diese lenke ich jetzt eure Aufmerksamkeit. Der erste Teil des ersten Stadiums ist eine kurze dynamische Meditation, die jeden Morgen mit äusserster Regelmässigkeit ausgeführt wird. Der zweite Teil ist ein reflektiver Vorgang oder eine kultivierte Erkenntnis, die dazu dienen wird, eure Tätigkeit während des Tages zu beeinflussen. Diese Haltung, die euch in den gewünschten Zustand bringen
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|Last updated Saturday, February 14, 1998 © 1998 Netnews Association. All rights reserved.|