Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03229.jsonl.gz/1245

Zurück zu Ulrich Brinkmann
Hebräer 9, 1 - 6
wenn wir über den Hebräerbrief nachdenken, und
auch ganz besonders wenn wir über das Heiligtum und den Dienst nachdenken,
dann müssen wir immer bedenken,
dass der Hebräerbrief den Gläubigen einzig und
allein in der Wüste und auf der Wanderung sieht.
In den Versen, die du hier
vorstellst sehen wir zum Beispiel eine völlig andere Bundeslade,
als wir sie
bei der Einweihung des salomonischen Tempels in 1. Könige 8,9 finden.
Dort
wird ausdrücklich gesagt, dass außer den Gesetzestafeln nichts in der Lade
war.
In Hebräer 9,4 finden wir noch zwei wichtige zusätzliche Dinge in der
Lade, nämlich den goldenen Krug mit dem Manna und den Stab Aarons, der
gesprosst hatte.
Wenn wir 1. Könige 8 aufmerksam lesen, dann
stellen wir zu Anfang fest, d
ass es das Zelt der Zusammenkunft dort noch gibt,
dass aber die Inhalte der Bundeslade sich verändert haben.
Der goldenen Krug
mit dem Manna und der Stab Aarons stehen also in erster Linie nicht so sehr
mit dem Heiligtum in Verbindung
(wir dürfen sie aber keineswegs davon trennen,
ohne Heiligtum finden wir die beiden Dinge auf unserem Weg über diese Erde
nicht),
sondern mehr mit dem Aufenthaltsort der Gläubigen.
In der Wüste gibt es den goldenen Krug und den
Stab Aarons.
Im Lande gibt es das nicht mehr.
Ich denke hierin liegt ein
Schlüssel zum Verständnis der Verse.
Wenn in Hebräer 9,1 von einem weltlichen
Heiligtum gesprochen wird, dann bedeutet dies,
dass Gott eine Möglichkeit
schenkt, dass Gläubige zwar in der Welt sind,
aber nicht von der Welt sind.
Diesen Gedanken bringt der HERR in seinem Gebet in
Johannes 17 zum Ausdruck.
Er bittet den Vater das er uns in der Welt bewahrt.
Er bittet nicht darum, dass wir aus der Welt herausgenommen werden,
sondern
das wir bewahrt werden vor dem Bösen.
Diese Bewahrung kann nur durch Heiligung
stattfinden.
Der Gläubige braucht auf seinem Weg durch die Wüste, auf seinem
Weg durch die Welt, Heiligung.
In Johannes 17,17 bittet der HERR "Heilige sie
durch die Wahrheit: dein Wort ist Wahrheit."
Natürlich ist der HERR selbst
nach
Johannes 14,6 "der Weg, die Wahrheit und das Leben"
Er ist nach Johannes
1,14 das Wort Gottes,
"Dein Wort ist Leuchte meinem Fuße und Licht für meinen
Pfad.
" Und der HERR ist nach Johannes 6,33 und Johannes 6,51 das "Brot
Gottes", "das lebendige Brot"!
Wie findet also die Heiligung statt?
Wen oder was
trifft der Gläubige, wenn er in das Heilige hineingeht? Den HERRN Jesus!
Es
ist ganz spannend, wenn man feststellt, das Josua, der Sohn Nuns, ein
Jüngling, nicht aus dem Innern des Zeltes wich. (2. Mose 33,11)
Der Sohn Nuns
kommt aus Ephraim und heißt eigentlich Hosea.
Dass Mose ihn in 4. Mose 13,16
dann Josua nennt, findet mit Sicherheit seine Begründung oder seinen Ursprung
in 2. Mose 33.
Der Vers 6 in Hebräer 9 knüpft ganz offensichtlich
an Vers 2 an, denn es geht um einen allezeit stattfindenden täglichen Dienst
oder auch Zutritt.
Für uns sind die Verse 3-5 in Hebräer 9 natürlich
von entscheidender Wichtigkeit.
Während der gläubige Israelit sich nur im
Heiligen aufhalten konnte und auch der Priester nur dort seinen täglichen
Dienst tun konnte, gehen wir auf dem neuen und lebendigen Weg ins Heiligtum.
Wir sehen das endgültig in Hebräer 10,19.
Der alttestamentliche Gläubige, der der unter dem
Bund stand, konnte im Heiligen nur sehen wer Christus ist.
Das hat Josua
betrachtet und es hat bei ihm zur Heiligung geführt. Wir dürfen heute weiter
gehen. Wir dürfen sehen was Christus ist.
- Für Gott ist Christus eine duftender
Wohlgeruch, davon spricht das Räucherfaß im Heiligtum!
- Christus hat die heiligen und gerechten
Forderungen Gottes völlig erfüllt, davon sprechen die Gesetzestafel. Gott
blickt auf die Lade, die Cherubim deuten das an, und sieht, dass Christus alle
Anforderungen Gottes an den Menschen völlig erfüllt.
- Für uns ist Christus die Quelle, die Leben aus
dem Tod gibt, davon spricht der Stab Aarons der gesprosst hat. Wenn wir ins
Heiligtum eintreten, dann sehen die Cherubim dieses Leben, dass aus Christus
entsprossen ist.
- Für uns ist Christus auch die Quelle der
Gnade, die uns auf unserem Weg über diese Erde erhält und die uns immer wieder
daran erinnert, dass wir Freimütigkeit haben zum Eintritt ins Heiligtum, davon
spricht der goldene Krug mit dem Manna.
Es entspricht einfach unserer Stellung ins
Heiligtum hineinzugehen. Es besteht aber auch die absolute Notwendigkeit in
Heiligtum hineinzugehen.
Die Israeliten fanden das Manna außerhalb des Lagers.
Sie mussten täglich außerhalb des Lagers sammeln.
Wir können Manna nur im
Heiligtum finden.
Wir haben dass außerordentliche Vorrecht der Freimütigkeit
zum Eintritt ins Heiligtum.
Betrachten wir aber das neue Leben, das Leben aus
dem Tode, dass Leben durch Christus,
dann besteht die absolute Notwendigkeit
nicht aus dem Heiligtum zu weichen. Das ist erhaben und ernst zugleich.
Wir sind in Ewigkeit bei Christus in der Gegenwart
Gottes.
Das ist unsere Bestimmung! Da gehören wir hin! Sieht man das jetzt
schon bei mir? Wo bin ich jetzt?
Jeder, der die Zeilen liest muss die beiden Fragen
ganz persönlich nehmen und beantworten.
Die Bitten des Herrn für uns, die ER
in Johannes 17 zum Ausdruck bringt, können nur in Erfüllung gehen, wenn wir
bei IHM, wenn wir im Heiligtum sind. Laßt uns wie Josua nicht aus dem Inneren
weichen!
herzliche Grüße
Ulrich
Lieber Hans Peter, 30.05.06
nachdem
du den Artikel hochgeladen hast, ist mir beim nochmaligen Lesen aufgefallen,
dass ich in dem Artikel nicht ganz deutlich zwischen der Stiftshütte und dem
Zelt der Zusammenkunft getrennt habe.
Das Zelt, welches Mose außerhalb des
Lagers aufschlug und zu dem die Leviten,
aber auch Hosea der Sohn Nun`s
gingen, war das Zelt der Zusammenkunft.
Die Stiftshütte und damit das
Heiligtum des ersten Bundes gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Mose hatte
erst auf dem Berge die "Baupläne" dafür bekommen, siehe auch Hebräer 3.
Hosea/Josua
geht also mit den Leviten zum Zelt der Zusammenkunft.
In dem Zelt kommt Gott
mit Mose zusammen.
Gott redet von dort mit Mose.
Josua weicht nicht aus dem
Inneren des Zeltes der Zusammenkunft.
Ich denke, er lernt Gott/den HERRN
dort so kennen,
wie er im Heiligen (in der ersten oder vorderen Hütte der
Stiftshütte) geoffenbart wurde.
Wir müssen festhalten, dass Josua
nicht im Heiligen der Stiftshütte war! Da durfte er nicht hin!
In
dieser Weise, wie Josua sollten auch wir nicht aus dem Inneren weichen, nur
dass wir im Allerheiligsten sein können/müssen.
Wichtig
ist noch weiter der Gedanke, dass wir durch den Vorhang gehen.
Im
Hebräerbrief finden wir keinen zerrissenen Vorhang, wir finden nur einen
Vorhang durch den wir hindurch gehen können.
Das ist völlig in
Übereinstimmung mit der Stiftshütte.
Auch in der Stiftshütte gab es immer
einen Vorhang.
Einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag konnte der
Hohepriester durch den Vorhang gehen
und im Allerheiligsten sein.
Auch wir
gehen durch einen Vorhang,
allerdings im optimalen Fall nur einmal,
denn wir
müssen nicht wieder aus dem Heiligtum heraus,
wir sind nicht besuchsweise da
wie der Hohepriester des alten Bundes, wir gehören dort hin!