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Herstellungsort unbekannt, 17. Jh.
Inv. 1887.190.
Schon seit altersher sind durch entsprechende Vorkehrungen und Bestimmungen die organisierten Löschkräfte bei Feuersgefahr «zu den Waffen gerufen» worden, wobei man sich bei der Gestaltung des Alarmwesens stets der vorhandenen technischen Mittel bediente. Das primitivste und wohl älteste Feuersignal wurde durch die menschliche Stimme gegeben und noch heute ist der Ruf «Feuer» die spontanste und individuellste Alarmierung bei Feuerausbruch. Wie in anderen Städten versahen auch in Basel schon im 15. Jahrhundert Turmbläser ihren nächtlichen Dienst auf dem Münster, zu St. Martin und auf der St. Niklauskapelle im minderen Basel. Diese Turmwächter, aus den urkundlich schon 1375 erwähnten Stadtpfeifern hervorgegangen, wurden vom Rate bestellt und besoldet. Seit 1493 sind die Hochwachen auf dem Münster und zu St. Martin mit je zwei Mann besetzt worden. Zur Kontrolle ihrer Wachsamkeit war ihnen die Aufgabe übertragen «die Nacht zu hornen oder blasen in rechter, ordentlicher Länge» und während der ganzen Nacht nach jedem Stundenschlag der Uhr ein Anschlagen ihrer Glocke oder einen «Hornblos» folgen zu lassen. Ihre Pflicht war ausserdem, nachts fleissig über die Stadt auszuschauen, bei ausbrechendem Feuer Sturm zu läuten und zu «hurnen», so lange der Brand dauerte. Mit der Einführung von Wächter-Kontrolluhren im Jahre 1858 verschwanden die vielfach als störend empfundenen nächtlichen Hornsignale. Den Turmbläsern war in ihrer Ordnung vorgeschrieben, den Ort eines Brandes durch das Redhorn (Sprachrohr) in die Stadt zu rufen. 1866 wurde auf dem Georgsturm des Münsters, wo sich auch die Wachtstube befindet, ein Orientierungsinstrument aufgestellt, mit dessen Hilfe man die genaue Bestimmung des Brandortes anhand der beweglichen horizontalen und vertikalen Skalen, verglichen mit den vorhandenen Tabellen, vornehmen konnte. Seit dem Jahre 1857 unterstanden die Turmbläser der Kontrolle der Direktion der Löschanstalten. Mit dem Bau der Eisenbahnen hielt auch der Morse-Telegraph 1852 in der Schweiz Einzug und 1871 sind vom Münsterturm zum Wachtlokal des Pompierkorps an der Brodlaube, zur Wasserversorgungsgesellschaft, zum Lohnhof und zum Polizeiposten St. Clara, Telegraphenleitungen erstellt worden. 1880 kam dann erstmals in Basel das Telephon zur Anwendung, indem der Turmbläserposten auf dem Münster mit dem Wachtlokal an der Brodlaube, Stadthausgasse 1, verbunden wurde. Vom Jahre 1880 an wurde auch der Dienst der Hochwache auf dem Münster durch eine nächtliche Pompierwache versehen und von 1882 an durch das Personal der im gleichen Jahr am 1. April gegründeten Ständigen Feuerwache ausgeübt. Durch die aussergewöhnliche Verbreitung des Telephons hatte in der Folge die Hochwache auf dem Münster - diejenigen zu St. Martin und im Kleinbasel wurden bereits früher aufgehoben - ihre Existenzberechtigung verloren. Die Mannschaft der Berufsfeuerwehr versah den beschwerlichen Dienst auf der Hochwache letztmals in der Nacht vom 19. auf 20. Oktober 1894. In anschaulicher Weise vermitteln uns die im Basler Feuerwehrmuseum ausgestellten Sprachrohre einen Einblick ins mittelalterliche Feuermelde- und Alarmwesen.
Basel, 18. und 19. Jh. Von links nach rechts: Uniform des Basler Kriegskommissars (1817-1831) Johann David La Roche Inv. 1893.70. Uniform eines Jägerwachtmeisters zu Pferd um 1830 lnv. Nr. 1905.5586. Uniform eines Offiziers der Freikompanie Ende 18. Jh. Inv. 1927.210. Uniformrock eines Offiziers der Helvetischen Republik um 1800 Inv. 1894.131.b. Uniformrock eines Grenadiers des 1. Basler Regimentes um 1810 Inv. 1905.5591. Säbel: Inv. 1917.72., 1896.208., 1913.561.