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Weiter Luftaufnahmen von Haldenstein
Beschreibung (siehe auch Schloss Haldenstein (Neu))
Das Dorf von Haldenstein mit seinem alten Zentrum, liegt nicht weit weg von Chur, am Fusse des Massiven von Calanda. Diese Landagglomeration erhielt seinen deutschen Namen vom Schloss, dessen malerische Ruinen sich auf einem gewaltigen felsigen Sporen, das Produkt eines Bergsturzes, der das Dorf beherrscht, befinden. Es besteht kein Zweifel, dass dieser Name auf die bedeutende Position der Burg auf dem schrägen Monolithen, der sozusagen von der Flanke des Berges hervorquillt, zurückzuführen ist.
Der Felsen, auf dem die Burg errichtet wurde, liess nur eine architektonische Struktur zu, da er nur eine zu bebauende Oberfläche anbot, die unmöglich zu vergrössern war. Einzig wurden einige Dienstanhänge am Fuss des Felsens eingerichtet; kein Verteidigungswerk konnte sie bei Krieg umschliessen. Lange Zeit blieben ihre Überreste unter dem Schutt verborgen. Aber vor einigen Jahren rissen sich Felsen vom Calanda los und verwüsteten einen Teil des Dorfes von Haldenstein. Dadurch erschienen durch die Erosion die verschwundenen Überreste wieder. Um mehr Platz zu gewinnen, denn der Platz auf dem Felsen auf dem das Schloss errichtet wurde war bis zur Möglichkeit erschöpft, blieb den Erbauern mit Sicherheit nicht Anderes übrig, als die Burg zu erhöhen. In der Tat sieht man mehrere Abgrenzungslinien in den konservierten Mauern; sie können von den späteren Erhöhungen stammen.
Um in das Schloss zu gelangen, muss man es wagen, auf der alten Rampe mit Treppenabsätzen zu laufen. Der enge und gefährliche Pfad windet sich vom Nordfuss des Felsens bis zur östlichen Flanke, wo er die Stelle erreicht, an der sich das alte Tor befand. Zuerst als Schranke gedacht, ist dieser Eingang fast völlig zum Boden des Felsens gerutscht, und heute können nur Leute sicheren Fusses und ohne Höhenangst hier entlanglaufen.
Das Dorf von Haldenstein und die entsprechenden herrschaftlichen Rechte waren vermutlich ursprünglich von einer Familie besessen worden, deren Ursprung man nicht kennt, aber die im 12. Jahrhundert sich schon in zwei Zweige teilte. Diese beiden waren die Herrschaften von Lichtenstein in 1180 und die Herrschaften von Haldenstein in 1260. Die Ähnlichkeit der Wappen dieser zwei Familien bestätigt ihre Zugehörigkeit zum selben Stamm. Es scheint, dass der Zweig Lichtenstein gegen das Ende des 13. Jahrhunderts ausstarb; dann gingen ihr Schloss und alle Rechte und Ländereien, die davon abhingen, in die Hände ihrer Familienmitglieder über, die in Haldenstein wohnen. Diese Fusion der Erbgüter galt als Geburt der Herrschaft von Haldenstein gegen 1300: ein unabhängiges Territorium, das bis 1803 fortbestand. Später entstand ein parallel laufender Zweig der Haldensteins bei Lichtenstein, während die Hauptlinie weiterhin in Haldenstein residierte. Grottenstein hatte man vermutlich bereits gegen 1300 aufgegeben.
Seit ihrer Erscheinung im 13. Jahrhundert, waren die Barone von Haldenstein unter den Ministeriellen der Herrschaften von Vaz. Später treffen wir sie an im Dienste des Bischofs von Chur. In 1362 war Ulrich von Haldenstein ein Söldner des Kaisers von Österreich, aber in 1379 diente er erneut unter dem Bischof, und mit ihm seine beiden Söhne. Die Barone von Handenstein starben gegen das Ende des 14. Jahrhunderts aus.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde Haldenstein das Eigentum von Conradin von Marmels, einer der mächtigsten Lehnsmänner Rhätiens zum Ende des Mittelalters. 1542 brachte die Witwe von Jacques von Marmels ihrem zweiten Ehegatten, dem französischen Minister J.-J. von Castion die Herrschaft in die Ehe. Dem neuen Eigentümer gefiel dieses wilde Adlernest wohl nicht besonders, denn er liess gegen 1545 ein neues Schloss im Dorf aufrichten, ein Pompgebäude ohne jeden Verteidigungscharakter. Die Mittel reichten allerdings nicht aus, um seine innere Einrichtung zu vollenden, und somit war Castion dazu gezwungen, weiterhin in der alten Festung zu leben. In 1567 kaufte Gregor von Hohenbalken, Herr von Aspermont, Haldenstein von den Nachfolgern von Castion ab. Gemäss einem Schutzbrief, der von den Drei Bünden erstellt wurde, wandelte sich die Herrschaft dann in einen Zwergstaat, der das Recht hatte, Münzen zu prägen, , und der über die volle gerichtliche Macht und über eine absolute Souveränität verfügte. Ab 1608 diente das Schloss den Scheuensteins als Residenz, danach den Salis-Maienfelds.
Mitte des 18. Jahrhunderts zwangen Einstürze die Schlossherren, ihren Wohnsitz aufzugeben. Bis zum Schluss schützte die Festung in ihren Mauern eine Bibliothek. Die Herrschaft von Haldenstein verlor seine Autonomie in 1803, als sie sich mit Graubünden verband.
Bibliographie