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MÄHREN
Vorgestellte Routen:
- Letzter Mohikaner
- Vreneli
- Torwächter
Anspruchsvolle, selten begangene Route mit hohem Erlebniswert mitten durch den markanten Pfeiler am Mähren. Die Felsqualität ist während den gesamten 200 Klettermetern durchgehend gut, aber
stellenweise sehr scharf.
Abgesehen von der ersten Seillänge ist die Route anhaltend schwer und bietet gleich mehrere zwingende Passagen. Der obligatorische Schwierigkeitsgrad von 7a in den alten Führern ist deshalb knapp; 7a+ / 7b wäre wohl realistischer. Die Bolts sind solide. Mit Friends und Keilen kann man die weiten Hakenabstände oft entscheidend entschärfen.
Nach drei leichten Verbindungslängen über den zweiten Aufschwung gelangt man im dritten Aufschwung zum oberen, nicht publizierten Teil des Mohikaners. Die vier Seillängen sind anspruchsvoll und lohnend, die Schwierigkeit beträgt ca. 7a+, 7a, 7b, 7a, obligatorisch 7a.
Wer danach immer noch nicht genug hat, kann nach einer Querung noch die letzten beiden Vreneli-Längen klettern (siehe Vreneli).
Vreneli
Das Vreneli ist eine lohnende, lange Route von den Rémis. Die 18 Seillängen erstrecken sich über drei Aufschwünge. Abgesehen von einigen leicht splittrigen Passagen (besonders die 7c-Länge ist
wenig attraktiv) bietet besonders der obere Teil über weite Strecken gute Felsqualität. Bezüglich Absicherung hinterlässt die Route einen etwas inhomogenen Eindruck. In den leichteren Längen
gibt's einige recht weite Run-outs, während die schwereren Passagen teilweise als Bohrhakenleitern eingerichtet wurden. Die beiden Camalots 0.4 und 1 liefern an mehreren Stellen gute Dienste.
Eine routinierte Seilschaft sollte acht bis neun Stunden für die gesamte Begehung einrechnen. Gegen Herbst kommt man daher kaum ums frühe Aufstehen.
Im dritten Aufschwung gibt es noch eine Option: Man kann die vier oberen Längen von Letzter Mohikaner klettern (anspruchsvoll) und danach links ansteigend über eine Rampe zum 16. Stand von Vreneli queren. Die Verbindungslänge ist ca. 6a und lässt sich selber absichern. Diese Querung lohnt sich, denn die beiden obersten Vreneli-Längen sind erste Sahne.
Bilder zur Route
Toproute, jedoch selten begangen. Die Tour spielt punkto Schönheit und Erlebniswert in der gleichen Liga wie eine Patent Ochsner. Der Fels ist allgemein rauher und anders geschichtet als im
benachbarten Sektor Pfaffenhut und erinnert etwas an die Rote Fluh (Fermeltal) und die Lancelot.
Die Route ist gut abgesichert, wobei in den einfachen (oberen) Längen Material gespart wurde. Ein Set Camalots (0.3-1) leistet - vor allem im oberen Teil - gute Dienste. Die Sanduhrschlingen wurden kürzlich ersetzt und sind allgemein in gutem Zustand (Stand 2017). Da die Schlüssellänge (7a) eine zwingende Passage aufweist, ist ein 6c Niveau (Wandkletterei) Voraussetzung.
Das Abseilen geht rassig und unproblematisch. Der Zustieg ist etwas mühsam, da es kaum Wegspuren gibt. Eine angenehmere Variante ist der Zustieg über den benachbarten Sektor Pfaffenhut. Vorsicht vor Steinschlag bei der Querung des Grabens zwischen Pfaffenhut und Mähren.
Bilder zur Route