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Koblenz
Römischer Wachturm Kleiner Laufen
Römische Wachtürme am Rhein
Nach der Aufgabe des Obergermanisch-Raetischen Limes wurde die Militärgrenze im Norden des Römischen Reiches an die Flüsse Rhein, Donau und Iller zurückgenommen. Diese bildeten ab 260 n. Chr. die Grenze zwischen dem imperium romanum und dem Gebiet der germanischen Stämme (Alamannen, Juthungen, Franken). Nach einer ersten Ausbauphase im späten 3. Jh. und in der 1. Hälfte des 4. Jh. n. Chr. liess Kaiser Valentinian (364–375 n. Chr.) in einer zweiten Phase rund 50 Wachtürme und andere militärische Anlagen zwischen Basel und Bodensee errichten.
Im Winter 401/402 n. Chr. wurden die meisten Soldaten von der Rheingrenze abgezogen, um in Italien die eingefallenen Westgoten zu bekämpfen. Die Wachtürme wurden aufgegeben und verfielen.
Strategisch günstig
Bereits Ende des 19. Jh. befassten sich die Schweizer Altertumsforscher Ferdinand Keller (1800–1881) und Jakob Heierli (1853–1912) mit dem Turm am Oberen Laufen in Koblenz. Keller erkannte die Mauern als römischen Wachturm und unter Heierli fanden 1896 und 1906 Ausgrabungen und eine sorgfältige Dokumentation statt. Die Ruine wurde 1932/33 mit Unterstützung des Bundes durch die Historische Vereinigung des Bezirks Zurzach konserviert. 2014 erfolgten umfassende Sanierungsarbeiten am Mauerwerk sowie eine gründliche Dokumentation der Bausubstanz.
Etwas unterhalb der Stromschnelle "Kleiner Laufen" bildet das Gelände eine Schotterterrasse. Der Standort liegt strategisch günstig und bietet einen guten Blick auf den Zusammenfluss von Rhein und Aare sowie auf die Mündung der Wutach.