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Es war kein einsamer Entscheid des grünen Nationalrates. Auf Sonntagabend war kurzfristig eine Versammlung von Team Baden, SP und Grünen einberufen worden. Geri Müller ist zwar als grüner Nationalrat bekannt, im Badener Stadtrat sitzt er aber nicht für die Grünen, sondern für das eher linksliberale Team Baden.
Müller hatte sich persönlich schon längst für eine Kandidatür für den 2. Wahlgang entschieden. Die Versammlung unterstützte ihn nach einer intensiven Diskussion mit grossem Mehr in diesem Entscheid. Einmal mehr tauchten Bedenken auf zu einem eventuellen Doppelmandat von Geri Müller als Nationalrat und Stadtammann.
Ammann hat Priorität
Müller versicherte dem Publikum, dass das Amt als Ammann Priorität hat. Sollte sich herausstellen, dass die Belastung zu gross ist, würde er auf das Mandat im Nationalrat verzichten.
«Die vielen Wortmeldungen, nicht nur von Parteimitgliedern, zeigten, dass den Wahlberechtigten nur mit meiner Kandidatur eine echte Alternative geboten wird», kommentiert Müller die Versammlung. «Zu Ränkespielen hätte ich nicht Hand geboten.»
Mit «Ränkespielen» meint Müller die Überlegungen, dass er sich auch aus dem Rennen hätte zurückziehen können, um so die Wahlchancen von Markus Schneider von der CVP zu erhöhen.
Im Gegenzug hätte das linke Lager auf die Unterstützung der CVP für Ruth Müri gehofft. Die Politikerin des Teams Baden kandidiert für den Stadtrat und lag im ersten Wahlgang praktisch gleichauf mit dem Kandidaten der FDP, Peter Courvoisier.
Wie entscheidet sich Markus Schneider?
Im ersten Wahlgang hatte Geri Müller am meisten Stimmen geholt (1629), gefolgt von Roger Huber, FDP (1495) und von Markus Schneider, CVP (1409). Roger Huber gab gleich nach dem ersten Wahlgang bekannt, dass er noch mal antritt.
Wie sich Markus Schneider entscheidet, ist noch unklar. Gleich nach dem 1. Wahlgang tönte die CVP sehr selbstbewusst. Ihr Kandidat habe für den zweiten Wahlgang das grösste Potenzial, teilte die CVP mit.
Er habe Stimmen weit über das Lager der CVP hinaus geholt. Im Gegensatz dazu hätten Geri Müller und auch Roger Huber «enttäuschend» abgeschnitten, weil sie unter ihren Möglichkeiten geblieben seien.
Erst später wurde bekannt, dass Roger Huber und Markus Schneider schon vor dem 1. Wahlgang abgemacht hatten, dass sich der bürgerliche Kandidat mit der tieferen Stimmenzahl im 2. Wahlgang zurückziehen würde, sollte Geri Müller dann wieder antreten.
Auf Anfrage von Radio SRF will sich Markus Schneider zum Thema 2. Wahlgang aber nicht äussern. «Ich will mit die Ausgangslage jetzt noch einmal anschauen», ist seine einzige Aussage.
Noch ist also nicht klar, wer am 3. März zur Auswahl steht. Allgemein wird ein Duell erwartet zwischen Geri Müller und Roger Huber. Aber die grosse Unbekannte ist momentan Markus Schneider. Anmeldeschluss für den 2. Wahlgang ist der 23. Januar.