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Élodie Bouchez
Schauspielerin in Pupille
Élodie Bouchez, 1973 in Montreuil geboren, gab ihr Schauspieldebüt mit 15 Jahren in Stan The Flasher (1990) von Serge Gainsbourg. Nach Auftritten in Le Cahier volé (1993) von Christine Lipinska und in Tango (1993) von Patrice Leconte feierte sie einen ersten Erfolg mit ihrer Rolle in Les Roseaux sauvages (1994) von André Téchiné, die ihr den César in der Kategorie Beste Nachwuchsdarstellerin einbrachte. Danach folgte ein bedeutender Auftritt dem anderen. So spielte sie etwa in La Vie rêvée des anges (1998) von Éric Zonca die junge Isabella auf ihrer verzweifelten Suche nach Glück und erhielt dafür in Cannes den Preis für die beste Darstellerin und den César in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Diese internationalen Auszeichnungen machten Élodie Bouchez zu einer gefragten Schauspielerin. Sie arbeitete daraufhin mit Filmemachern wie Abdellatif Kechiche, Roman Coppola, Olivier Dahan, Sólveig Anspach und Gaël Morel zusammen und trat in bekannten US-amerikanischen Serien wie Alias und The L Word auf. Auch ihr Flair für Komödien lebte sie aus und spielte in Filmen wie Brice de Nice (2005) und Seuls Two (2008) von Eric und Ramzy mit, ebenso in Werken wie Réalité (2015) von Quentin Dupieux und Hibou (2016) von Ramzy Bedia. Vor kurzem zeigte sie ihr Talent in Gaspard va au mariage (2018) von Anthony Cordier. Am FFFH stellte sie an der Seite der Regisseurin Jeanne Herry Pupille vor, in dem sie eine Adoptivmutter spielt.
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Stéphane Brizé
Regisseur von En guerre
Stéphane Brizé 1966 in Rennes geboren, drehte zwei Kurzfilme, bevor sein erster Langspielfilm Le Bleu des villes (1999) erschien. 2005 folgte Je ne suis pas là pour être aimé mit Patrick Chesnais und Anne Consigny. Nach Entre adultes (2006) erhielt er für Mademoiselle Chambon (2009) den César in der Kategorie «Bestes adaptiertes Drehbuch». Schauspielerisch wurde dieses subtile Melodrama von Sandrine Kiberlain und Vincent Lindon getragen. Letzterer spielte in Quelques heures de printemps (2012) erneut eine Hauptrolle, diesmal an der Seite von Hélène Vincent und Emmanuelle Seigner. Drei Jahre später drehte Stéphane Brizé La Loi du marché (2015), für den Vincent Lindon an den 68. Filmfestspielen von Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet wurde und einige Monate später auch den César in der Kategorie «Bester Schauspieler» erhielt. Für Une Vie (2016), eine eindrückliche Maupassant-Adaption, die er am Wettbewerb von Venedig präsentierte, erhielt Stéphane Brizé den Preis Louis Delluc. Dieser kam mit En guerre (2018) zum fünften Mal ans FFFH. Damit ist er der Filmemacher, der am häufigsten in Biel zu Gast war. Dieser achte Langspielfilm lief bereits im Wettbewerb von Cannes. In der Hauptrolle des Gewerkschaftsführers, der die Arbeiter einer Autofabrik retten will, ist wiederum der vom Regisseur hoch geschätzte Vincent Lindon zu sehen.
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Patrick Cassir
Regisseur von Premières vacances
Der französische Filmemacher Patrick Cassir begann nach einem Grafikstudium mit der Regiearbeit. Er drehte mehrere bemerkenswerte Musikvideos, unter anderem für Arielle Dombasle, Philippe Katerine, Camélia Jordana sowie für die Gruppe Plasticines. Viele seiner Produktionen wurden in Frankreich und weltweit mit Preisen ausgezeichnet. Während seiner Laufbahn als Regisseur widmete sich Patrick Cassir zunächst dem Werbefilm und drehte für grosse, internationale Marken mit entsprechend grossen Budgets rund zwanzig Spots. Ab 2014 wandte er sich dem Spielfilm zu und schrieb Drehbücher zu mehreren Kurzfilmen. Danach drehte er seinen ersten Kurzfilm, Premières vacances (2018). Das Drehbuch dazu schrieb er zusammen mit der Schauspielerin und Komikerin Camille Chamoux, die in dem Film auch die weibliche Hauptrolle spielt. Patrick Cassir kam mit Camille Chamoux ans FFFH und präsentierte seine Komödie, in der die beiden Hauptpersonen sich über eine bekannte Dating-App kennenlernen.
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Camille Chamoux
Schauspielerin in Premières vacances
Camille Chamoux kam 1977 in Paris zur Welt. Sie war zuerst in klassischen Theaterstücken zu sehen und trat dann mit der One-Woman-Show Camille attaque auf, die 2006 den Grossen Preis des «Festival des Humoristes» von Tournon erhielt. Sie spielte weiterhin regelmässig in Theaterproduktionen mit, etwa in Les Bonobos von Laurent Baffie, und brachte dann mit Née sous Giscard (2012) eine weitere One-Woman-Show auf die Bühne. Gleichzeitig begann sie in Kinofilmen mitzuspielen, etwa in Et soudain, tout le monde me manque (2011) von Jennifer Devoldère und Bye Bye Blondie (2011) von Virginie Despentes. 2014 war sie in Supercondriaque von Dany Boon in der Rolle der Sekretärin von Dr. Zvenka zu sehen. Im selben Jahr übernahm sie die Hauptrolle in Gazelles von Mona Achache, einer Adaption ihres Stücks Camille attaque, bei der sie auch am Drehbuch mitschrieb. 2016 und 2017 spielte Camille Chamoux in zahlreichen Filmen mit, unter anderem in Maman a tort von Marc Fitoussi, Faut pas lui dire von Solange Cicurel, Mes trésors von Pascal Bourdiaux, wo sie an der Seite von Jean Reno auftrat, sowie in D’après une histoire vraie von Roman Polanski. 2018 ist sie in Larguées von Eloïse Lang in der Rolle der braven und ordentlichen Miou-Miou zu sehen. Zudem spielt sie mit Jonathan Cohen in der Komödie Premières vacances mit, die sie am FFFH zusammen mit dem Regisseur Patrick Cassir präsentierte.
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Stéphanie Chuat
Co-Regisseurin von Les Dames
Stéphanie Chuat liess sich am Konservatorium von Lausanne und an der «Academia Teatro Dimitri» im Tessin zur Schauspielerin ausbilden. Sie arbeitet seit jeher mit Véronique Reymond zusammen, die sie mit elf Jahren in der Schule kennenlernte. Die beiden gründeten das Ensemble Switch und kreierten zahlreiche Shows, in denen sie Theater, Gesang und Film mischten. 1999 begann das Duo mit der Regiearbeit und drehte vier Kurzfilme, unter anderem Berlin Backstage, der 2004 für den «Berlin Today Award» nominiert war. 2005 brachten die beiden Filmemacherinnen einen ersten Dokumentarfilm, Gymnase du soir, petites histoires, grandes études, ins Kino. Mit Buffo, Buten & howard folgte vier Jahre später ein Porträt des Clowns und Autors Howard Buten. 2011 drehten Véronique Reymond und Stéphanie Chuat ihren ersten Langspielfilm, La petite chambre, gespielt von Michel Bouquet und Florence Loiret Caille. Dieser leise Film, der im internationalen Wettbewerb des Festivals von Locarno lief und den Schweizer Filmpreis Quartz gewann, erzählt vom Widerstand eines alten Mannes, der sich nicht mit seinem Ende abfinden will. 2014 schrieben und drehten sie zusammen À livre ouvert, eine von der RTS mitproduzierte Fernsehserie, die in einer Quartiersbibliothek spielt. Stéphanie Chuat zeigte am FFFH den Dokumentarfilm Les Dames, der wiederum in Zusammenarbeit mit Véronique Reymond entstand.
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Philippe Faucon
Regisseur von Amin
Philippe Faucon kam 1958 in Marokko zur Welt. Er war Regiepraktikant bei Leos Carax, Jacques Demy und René Allio und drehte 1990 mit L’amour seinen ersten Langspielfilm, in dem er die ersten Liebeserfahrungen von Jugendlichen thematisierte. Mit Sabine (1992), einem Film über eine junge Mutter auf Abwegen, legte der Regisseur den Grundstein für sein humanistisches, von der Realität durchdrungenes Filmschaffen, in dessen Mittelpunkt oftmals eine Frauenfigur steht. Berühmtheit erlangte Philippe Faucon mit Muriel fait le désespoir de ses parents (1995), in dem eine Jugendliche so schön porträtiert wird wie selten zuvor in der Filmgeschichte. Nach Samia (2000), einer Geschichte über eine rebellische junge Marokkanerin aus Marseille, drehte der Regisseur 2005 einen Film über den Algerienkrieg (La Trahison) und thematisierte in La Désintégration (2011) die Radikalisierung junger muslimischer Franzosen. Vier Jahre später erzählte er mit Fatima vom Schicksal einer Putzfrau, die ihre Töchter alleine grosszieht. Das ebenso feinfühlige wie nuancierte Porträt dieser unsichtbaren Heldin brachte ihm 2016 je einen César in den Kategorien «Bestes adaptiertes Drehbuch» und «Bester Film» ein, während die Hauptdarstellerin Zita Hanrot den César in der Kategorie «Beste Nachwuchsdarstellerin» gewann. Am FFFH präsentierte Philippe Faucon Amin (2018), der in Cannes im Rahmen der «Quinzaine des réalisateurs» lief.
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Adèle Haenel
Schauspielerin in En liberté !
Adèle Haenel, 1989 in Paris geboren, entdeckte ihre Leidenschaft für das Schauspiel im Alter von fünf Jahren. Mit dreizehn begleitete sie ihren Bruder zu einem Casting, wurde dabei selbst entdeckt und war in Les Diables (2002) von Christophe Ruggia an der Seite von Vincent Rottiers erstmals im Kino zu sehen. Sie spielte daraufhin eine der Hauptrollen in La Naissance des pieuvres (2007) von Céline Sciamma und war dafür für den César in der Kategorie Beste Nachwuchsdarstellerin nominiert. 2011 war ein entscheidendes Jahr für Adèle Haenel, denn sie war in Cannes gleich in drei Filmen zu sehen: L’Apollonide: souvenirs de la maison close von Bertrand Bonello, En ville von Valérie Mréjen und Bertrand Schefer und Après le sud von Jean-Jacques Jauffret. Von da an folgte eine Rolle der nächsten. 2014 gewann sie für ihren Auftritt in Suzanne von Katell Quillévéré den César in der Kategorie Beste Nebendarstellerin. Ein Jahr später wurde sie für ihre Rolle in Les Combattants von Thomas Cailley mit dem César in der Kategorie Beste Schauspielerin sowie mit dem Romy-Schneider-Preis ausgezeichnet. 2016 hatte sie in La Fille inconnue von Jean-Pierre und Luc Dardenne einen unvergesslichen Auftritt als Ärztin. Danach spielte sie im berührenden 120 battements par minute von Robin Campillo die Rolle der furchtlosen Act-up-Aktivistin Sophie. Mit En liberté !, in dem Adèle Haenel die Hauptrolle spielt, kam sie an die 14. Ausgabe des FFFH.
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Jeanne Herry
Regisseurin von Pupille
Jeanne Herry, Tochter der Schauspielerin Miou-Miou und des Sängers Julien Clerc, ist 1978 geboren. In Milou en mai (1990) von Louis Malle war sie an der Seite ihrer Mutter erstmals im Kino zu sehen. Sie studierte später am Pariser «Conservatoire National Supérieur d’Art Dramatique» und war danach in mehreren Theaterstücken und Filmen zu sehen, etwa in Gabrielle (2005) von Patrice Chéreau, Jean-Philippe (2006) von Laurent Tuel sowie J’attends quelqu’un (2007) von Jérôme Bonnell. Daneben trat sie auch in Fernsehfilmen auf. 2007 veröffentlichte Jeanne Herry bei Gallimard das Buch 80 étés, eine autobiografische Erzählung über den Tod ihres Grossvaters. 2009 wechselte sie hinter die Kamera und drehte mit Miou-Miou den Kurzfilm Marcher. Fünf Jahre später folgte ihr erster Langspielfilm, Elle l’adore (2014). In dieser kriminalistisch angehauchten Komödie spielt Sandrine Kiberlain eine Kosmetikerin, die notorisch lügt und ein grosser Fan eines erfolgreichen Sängers ist. Dieser (gespielt von Laurent Lafitte) weiss, dass er alles von ihr verlangen kann – auch, ihm dabei zu helfen, eine Leiche zu verstecken. 2016 drehte Jeanne Herry zwei Folgen der Fernsehserie Dix pour cent. Am FFFH stellte sie ihren zweiten Langspielfilm Pupille vor, zusammen mit der Schauspielerin Elodie Bouchez, die darin eine der Hauptrollen spielt.
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Agnès Jaoui
Regisseurin von und Schauspielerin in Place publique
Die Schauspielerin, Drehbuchautorin, Regisseurin und Sängerin Agnès Jaoui ist mit ihren sechs Césars die Frau, die diese Auszeichnung am häufigsten erhalten hat. Sie ist 1964 in Antony südlich von Paris geboren und fing mit 15 Jahren an Schauspielunterricht zu nehmen. Ihren ersten Auftritt hatte sie 1987 im Stück L’anniversaire (The Birthday Party) von Harold Pinter an der Seite von Jean-Pierre Bacri. Für Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri war dies der Beginn einer Zusammenarbeit, die zu den fruchtbarsten des französischen Films gehört. Als Autorenduo erhielten sie dreimal den César in der Kategorie Bestes Drehbuch: für den Diptychon Smoking / No Smoking (1993) von Alain Resnais, für Un air de famille (1996) von Cédric Klapisch, eine Adaption eines von ihnen geschriebenen Stücks, sowie für On connaît la chanson (1997), der auch von Alain Resnais gedreht wurde und Agnès Jaoui zudem den César in der Kategorie Beste Nebendarstellerin einbrachte. Sie spielte weiter in Werken anderer Filmemacher wie Bruno Podalydès und Carine Tardieu mit und begann zugleich mit der Regiearbeit. Fünf Langspielfilme hat sie bislang ins Kino gebracht, alle geschrieben und gespielt mit Jean-Pierre Bacri: Le Goût des autres (2000), in dem sie auch selbst die Hauptrolle spielte und für den sie Césars in den Kategorien Bestes Drehbuch und Bester Film erhielt; Comme une image (2004), der in Cannes mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde; Parlez-moi de la pluie (2008); Au bout du conte (2013) und Place publique, den sie an der 14. Ausgabe des FFFH vorstellte. Seit 2006 legt Agnès Jaoui auch eine Karriere als Sängerin hin. Ihr Album Canta erhielt den Preis «Victoire de la Musique».
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Thomas Lilti
Regisseur von Première année
Thomas Lilti wurde 1976 in Louveciennes geboren. Während seines Medizinstudiums drehte er seine ersten Kurzfilme und zeigte diese an Festivals für Studenten. Mit seinem ersten Langspielfilm Les Yeux bandés (2007) setzte der promovierte Allgemeinmediziner seinen Weg als Filmemacher fort. Jonathan Zaccaï und Guillaume Depardieu spielen darin zwei Männer, die in ihrer Kindheit eng befreundet waren und sich unter dramatischen Umständen wiederbegegnen. Nachdem er an Folgen der vierten und fünften Staffel von Cœur Océan mitschrieb, war Lilti Co-Autor beim Drehbuch zum Film Télé Gaucho von Michel Leclerc. Mit Hippocrate (2014) kehrte der schreibende und filmende Arzt hinter die Kamera zurück. Der Film handelt von einem jungen Assistenzarzt, gespielt von Vincent Lacoste, der in der Abteilung seines Vaters ein Praktikum absolviert. Hippocrate wurde ein Publikumserfolg, war siebenmal für den César nominiert und gewann den César in der Kategorie Bester Nebendarsteller, der Reda Kateb verliehen wurde. Die Geschichte wird gerade als Serie gedreht und ist bald auf Canal+ zu sehen. 2016 begeisterte Lilti mit Médecin de campagne mehr als eineinhalb Millionen Zuschauer. François Cluzet spielt darin einen an Krebs erkrankten Allgemeinmediziner, der akzeptieren muss, von einem Kollegen bei seiner Arbeit entlastet zu werden. Am FFFH stellte Lilti Première année vor, ein Film über die Freuden und Leiden zweier junger Medizinstudenten.
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Moustapha Mbengue
Schauspieler in Amin
Moustapha Mbengue kam 1972 im senegalesischen Dorf Morolà als Angehöriger der Volksgruppe der Serer zur Welt. Als Jugendlicher wurde er von seinem Vater nach Dakar in eine Koranschule geschickt. Mit zwanzig Jahren lernte er während seiner Arbeit auf einem Markt in Dakar den Gründer des Orchesters Africa Djembe kennen. Dieser engagierte ihn zuerst als Tänzer, dann als Sänger und Perkussionist. 1998 verliess Moustapha Mbengue mit den Mitgliedern von Africa Djembe den Senegal und liess sich in Rom nieder. Dort gründete er mit anderen in Italien lebenden afrikanischen Musikern die Band Tamburi di Gorée. Während dieser Zeit wurde er auch eingeladen, in Konzerten von Tony Esposito, Leda Battisti, Julio Iglesias, Youssou N’dour und Enzo di Carlo mitzuspielen. Für einen Auftritt im Film Les Caprices d’un fleuve (1996) von Bernard Giraudeau kehrte Moustapha Mbengue in den Senegal zurück. Danach war er in den beiden sehr populären, von Rai produzierten Serien Chiaroscuro und Provaci ancora prof zu sehen. Nach den rassistisch motivierten Morden, die am 13. Dezember 2011 und am 5. März 2018 in Florenz verübt worden waren, engagierte sich Moustapha Mbengue bei den darauffolgenden Demonstrationen als Wortführer seiner Gemeinschaft. Als er erfuhr, dass Philippe Faucon einen Schauspieler für die Hauptrolle in seinem neuen Film Amin suchte, schickte er dem Regisseur Videos seines YouTube-Kanals. Philippe Faucon ging auf das Angebot ein, traf sich mit dem Künstler und gab ihm die Rolle. Moustapha Mbengue präsentierte am FFFH den wundervollen Film Amin an der Seite des Regisseurs.
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Fernand Melgar
Regisseur von à l’école des Philosophes
Der in Tanger geborene Schweizer Filmemacher Fernand Melgar mit spanischen Wurzeln lebt seit 1963 in Lausanne. Seit 1983 dreht der Autodidakt Filme, hauptsächlich Dokumentarfilme. Er war Mitgründer des Kollektivs Climage, bei dem sich unabhängige Regisseure für die Produktion engagierter Filme zusammenschlossen. In diesem Rahmen drehte Melgar bis heute mehr als zwanzig Filme, darunter Remue-ménage (2002) über einen Transvestiten, der beruflich Autos verschrottet. Exit, le droit de mourir (2005) lief an zahlreichen internationalen Festivals. Für La Forteresse (2008), der den Alltag im Empfangszentrum für Asylsuchende in Vallorbe dokumentiert, erhielt Melgar am Filmfestival von Locarno den Goldenen Leoparden in der Kategorie Filmemacher der Gegenwart. Nachdem Vol spécial 2011 im internationalen Wettbewerb von Locarno sowie am FFFH lief, setzte Fernand Melgar mit L’abri (2014) einen ergreifenden Schlusspunkt hinter seine dokumentarische Triologie. Dieser Film, den er auch am FFFH vorstellte, ist jenen Menschen gewidmet, die er zu Recht als «Geister» («les fantômes») bezeichnete. Fernand Melgar kam nun mit à l’école des Philosophes zurück nach Biel. In diesem Film dokumentiert er auf wunderbar behutsame Art das erste Schuljahr von fünf Kindern mit geistiger Behinderung.
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Bettina Oberli
Regisseurin von Le vent tourne
Die 1972 in Interlaken geborene Regisseurin Bettina Oberli schloss ihr Filmstudium an der Zürcher Hochschule der Künste im Jahr 2000 ab. Nach einer Reihe von Kurzfilmen drehte sie mit Im Nordwind (2004) ihren ersten Langspielfilm; ein überaus berührendes Drama über einen Angestellten, dem gekündigt wird und der sich nicht traut, dies seiner Familie zu gestehen. 2006 wechselte die Filmemacherin zu einem ganz anderen Genre. Die im tiefen Emmental spielende Komödie Die Herbstzeitlosen, die ursprünglich nur fürs Fernsehen gedacht war, wurde zum Schweizer Kinoerfolg mit mehr als 600'000 Eintritte. Drei Jahre später wagte sich Bettina Oberli erneut an ein neues Genre und drehte den eindrücklichen, von einer Zeitungsmeldung inspirierten Thriller Tannöd. Mit Lovely Louise (2013) folgte wiederum eine Komödie: Der Film erzählt, wie sich eine charmante ältere Schauspielerin von ihrem vermeintlichen Sohn, der eines Tages aus den USA zurückkehrt, an der Nase herumführen lässt. 2017 drehte die Filmemacherin für das Schweizer Fernsehen Private Banking, eine Miniserie mit zwei neunzigminütigen Episoden über die dunklen Geheimnisse einer Privatbank. Am FFFH präsentierte Bettina Oberli Le vent tourne, der am Festival von Locarno den «Variety Piazza Grande Award» erhalten hat.
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Antoine Russbach
Regisseur von Ceux qui travaillent
Der 1984 geborene Schweizer und Südafrikaner Antoine Russbach lebte bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr in Genf. Bereits während der obligatorischen Schulzeit spielte er leidenschaftlich Theater. Er liess sich dann in Belgien nieder und studierte am «Institut des Arts de Diffusion» (IAD) in Louvain-la-Neuve Regie und Drehbuch. In dieser Zeit drehte er mit Emmanuel Marre den sehr beeindruckenden Kurzfilm Michel (2008) über einen jungen Praktikanten, der von seinem Vorgesetzten gedemütigt und ausgebeutet wird. Im darauffolgenden Jahr drehte Antoine Russbach seinen Abschlussfilm Les Bons Garçons, der erneut in der Arbeitswelt spielt und von zwei Wirtschaftsstudenten handelt, die beide ein Start-up gründen wollen. In dem rund zwanzigminütigen Werk offenbart der Filmemacher auf bemerkenswerte Weise die Gewalt, die aus der Kultur der Meritokratie entsteht, sowie die daraus resultierende Entfremdung. Auch seinen ersten Langspielfilm Ceux qui travaillent schrieb er zusammen mit Emmanuel Marre. Er drehte den Film in Genf und Antwerpen, mit einem herausragenden Olivier Gourmet in der Hauptrolle. Dieses kompromisslose Werk, das am Festival von Locarno im Rahmen des Wettbewerbs «Filmemacher der Gegenwart» lief, erhielt sowohl von den Kritikern wie auch vom Publikum viel Beifall. Auch am FFFH erhielt Antoine Russbach für seinen Film viel Beifall.
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Pierre Salvadori
Regisseur von En liberté !
Pierre Salvadori, 1964 in Tunesien geboren, kam als Fünfjähriger mit seinen Eltern nach Paris. Nach Ausbildungen in Filmkunst und Theater trat er zunächst auf Kleinkunstbühnen in Cafés (sogenannten «Cafétheatern») auf. 1989 schrieb er dann das Drehbuch zu seinem ersten Langspielfilm, Cible émouvante, den er vier Jahre später drehte. Der Film handelt vom alternden Profikiller Jean Rochefort, der einen jungen Mann (gespielt von Guillaume Depardieu) zu seinem Nachfolger ausbildet. Salvadori, der die Drehbücher zu all seinen Filmen selbst schreibt, ist ein grosser Fan von Ernst Lubitsch und dessen subtilen «Salonkomödien». Seine nächste Regiearbeit war Les Apprentis (1995), in dem sich die beiden Hauptpersonen mit allen möglichen Jobs durchschlagen (gespielt von François Cluzet und Guillaume Depardieu, der den César als Bester Nachwuchsdarsteller erhielt). Es folgten …Comme elle respire (1998) über eine notorische Lügnerin, der Krimi Les Marchands de sable (2000), Après vous (2003), in dem Daniel Auteuil eine Selbstmörderin rettet, Hors de prix (2006), eine virtuose Aneinanderreihung von Betrügereien, De vrais mensonges (2010), in dem die hervorragend inszenierte Audrey Tautou für Verwechslungen sorgt, sowie Dans la cour (2014), eine bittersüsse Komödie über die Bewohner eines Hauses, durch das ein Riss geht. Am FFFH präsentierte Pierre Salvadori mit Adèle Haenel, einer der Hauptdarstellerinnen, seinen neunten, von den Kritikern in Cannes hochgelobten Langspielfilm En liberté !.
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Guillaume Senez
Regisseur von Nos batailles
Der französisch-belgische Doppelbürger Guillaume Senez ist 1978 geboren. Er absolvierte in Brüssel am «Institut national de radioélectricité et cinématographie» ein Studium der Filmkunst und schloss dieses 2001 ab. Fünf Jahre später drehte er La Quadrature du cercle, ein Kurzfilm über die Problematik des Selbstmords unter Jugendlichen. Der darauffolgende Film, Dans nos veines (2009), war in Cannes für den Kurzfilmpreis von UniFrance nominiert. Darin geht es um die Schwierigkeiten eines jungen Mannes, der von seinem Vater vergewaltigt wurde und mit 17 Jahren selber Vater wird. U.H.T. (2012) schildert den stillen Untergang eines jungen Bauern, dessen kleine Milchwirtschaft allmählich zum Erliegen kommt. Das Werk war für den Magritte, den nationalen Filmpreis Belgiens, in der Kategorie Bester Kurzfilm nominiert. Nach diesen drei Regieerfahrungen drehte Guillaume Senez seinen ersten Langspielfilm Keeper, in dem Kacey Mottet Klein und Galatea Bellugi zwei Jugendliche spielen, die ihrem Umfeld beibringen müssen, dass sie Eltern werden. Der Film lief an zahlreichen internationalen Festivals und erhielt mehrere Preise, unter anderem den Preis der Jugendjury des FFFH. Senez kam erneut nach Biel. In seinem neuesten Werk Nos batailles, das 2018 im Rahmen der «Semaine de la critique» in Cannes lief, ist Romain Duris in einer seiner schönsten Rollen zu sehen.
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Mélanie Thierry
Schauspielerin in Le vent tourne
Mélanie Thierry ist 1981 in Saint-Germain-en-Laye geboren. Sie fand schon früh den Weg in die Filmstudios und spielte bereits als Dreizehnjährige in Werbefilmen mit. Danach legte sie eine doppelte Karriere hin, als Model und Filmschauspielerin. In ihrer ersten Rolle verkörperte sie Esmeralda im Film Quasimodo d’El Paris (1999) von Patrick Timsit. Danach verliess sie das Gymnasium und widmete sich fortan nurmehr ihrer Laufbahn als Schauspielerin. 2006 war ein Schlüsseljahr für Mélanie Thierry. Die Filmemacherin Maïwenn gab ihr die weibliche Hauptrolle in Pardonnez-moi, daneben erhielt sie erstmals in Hollywood eine Rolle, im Independent-Film Pu-239 von Scott Z. Burns, und erlebte ihren ersten Kritikererfolg im Theater, wo sie im Stück Le Vieux juif blonde von Amanda Sthers auf der Bühne stand. 2008 spielte sie in Babylon A.D. von Mathieu Kassovitz die weibliche Hauptrolle und war in Largo Winch von Jérôme Salle zu sehen. 2010 erhielt sie für ihre Rolle in Le dernier pour la route von Philippe Godeau den César in der Kategorie Beste Nachwuchsdarstellerin. Es folgten viele weitere Auftritte, etwa in La Princesse de Montpensier (2010) von Bertrand Tavernier, Impardonnables (2011) von André Téchiné, Pour une femme (2013) von Diane de Kurys und Au revoir là-haut (2017) von Albert Dupontel. 2018 verkörperte sie auf unvergessliche Weise Marguerite Duras in La Douleur (2018) von Emmanuel Finkiel. In Biel präsentierte Mélanie Thierry mit der Regisseurin Bettina Oberli den Film Le vent tourne, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielt.