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Bei Migräne handelt es sich um eine echte Erkrankung wie Diabetes, Epilepsie oder Asthma.
Das sind nicht einfach «nur Kopfschmerzen».
Es wurde festgestellt, dass Migräne einen grösseren Einfluss auf die Lebensqualität hat als Krankheiten wie Diabetes oder Herzerkrankungen.
Die Weltgesundheitsorganisation führt die Migräne auf Platz 6 der Krankheiten, welche die Menschen weltweit in ihrem Alltag am stärksten behindern.
Einer neueren Studie zufolge bewerten Menschen die Schmerzen bei Migräne ebenso stark wie die Schmerzen bei einer Wurzelbehandlung und viele Frauen geben an, dass die Schmerzen bei einer Geburt nicht so schlimm wie bei Migräne sind.
Trotzdem ist Migräne immer noch unterbehandelt und missverstanden – insbesondere am Arbeitsplatz.
Migräne am Arbeitsplatz
Kann Migräne durch die Arbeitsumgebung verursacht werden?
Migräne ist eine schubweise auftretende neurologische Erkrankung. Trotzdem können einzelne Anfälle ausgelöst werden, wenn man einem oder mehreren «Auslösefaktoren» ausgesetzt ist, wodurch die «Anfallschwelle» eines Betroffenen überschritten werden kann.
Für viele Menschen kann Stress ein Auslösefaktor sein, und am Arbeitsplatz sind noch viele andere Auslöser zu finden, wie beispielsweise:
lange Arbeitszeiten am Computer;
verspätet eingenommene oder unregelmässige Mahlzeiten;
schlechte Sitzhaltung am Schreibtisch;
Bewegungsmangel;
laute Geräusche oder helles Licht;
Flüssigkeitsmangel;
intensive Gerüche.
Wie weiss oder erkenne ich, ob ein Mitarbeiter/Kollege an Migräne leidet?
Es gibt keinen Migräne-Test. Für eine Diagnose ist eine sorgfältige Anamnese erforderlich, damit mit Sicherheit festgestellt werden kann, ob eine Person an Migräne leidet.
Sie wird oft als «versteckte Krankheit» beschrieben, weil die Beschwerden äusserlich nicht erkennbar sind und es den Betroffenen zwischen den Anfällen gut geht. Bei manchen Betroffenen können die Anfälle jederzeit fast ohne Vorwarnung auftreten.
Während eines Anfalls können manche Betroffene:
sehr blass aussehen;
sich nicht konzentrieren oder fokussieren;
nicht so deutlich sprechen, wie sie dies normalerweise tun, oder ihre Sprache klingt verwaschen.
Die Anfälle sind bei manchen Menschen stärker als bei anderen und wenn Sie jemanden nicht gut kennen, sind diese Veränderungen nicht sofort zu bemerken. Je besser Sie natürlich die Krankheit verstehen, desto leichter können Sie sie auch erkennen.
Der Umgang mit Migräne am Arbeitsplatz
Trotz der massiven Auswirkungen, die Migräne auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz haben kann, erhalten nur 50 % der Betroffenen eine Behandlung. Aber Migräniker müssen nicht weiter kämpfen.
Auch wenn es keine «Heilung» für Migräne gibt, so kann die Mehrheit der Migräniker mit den richtigen Informationen und der richtigen Unterstützung und Behandlung ihre Krankheit unter Kontrolle bringen.
Durch Medikamente, Ernährungsumstellungen, Entspannung und Biofeedback können bis zu 90 % der Anfälle in ihrer Intensität reduziert oder sogar ganz verhindert werden. Moderne spezielle Migränemedikamente können in bis zu 80 % der Fälle wirksam helfen. Jeder profitiert von einem angemessenen Umgang mit Migräne.