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Ausstellungsansicht DORIT MARGREITER
Bearing Masonry. Concrete Block (2014), 2015
Bearing Masonry. Concrete Block (1923), 2012
Pigmentprint auf Baryt, als Objekt gerahmt
150 x 115 cm
Ed. 3 Ex. + 1 a.c., num. + sign.
Ausstellungsansicht DORIT MARGREITER
Experimental Noise, 2015
Broken Sequence, 2013
Der Ausstellungstitel „Broken Sequence“ kann als Beschreibung einer unterbrochenen Erzählstruktur gelesen werden. Die einzelnen Elemente der Ausstellung ergeben ein vollständiges Narrativ zu Produktion, Reproduktion und (fotografischen) Darstellungsmethoden. Gleichzeitig sind sie Bruchstücke einer Erzählung, die unterschiedliche Diskurse zu Bildpolitiken und Repräsentationsmechanismen bieten.
Das fotografische Werk Bearing Masonry, Concrete Block (1923) zeigt Betonelemente des Ennis Brown House in Los Angeles, einer Architekturikone von Frank Lloyd Wright. Es sind zerbrochene Fassadenteile des Gebäudes, das als Filmkulisse u.a. im Science-Fiction-Klassiker Blade Runner diente und 1992 durch ein Erdbeben vollständig zerstört wurde. Der in einem Studio fotografierte Gesteinsbrocken des erst 2010 rekonstruierten Wohnhauses wird zur stark vergrösserten Abbildung des Originals, der Bronzeabguss Bearing Masonry, Concrete Block (2014) zu dessen dreidimensionalem Abbild.
Die Arbeit Ohne Titel (Notes) zeigt das Cover eines Notizbuches für einen Kodak-Fotokurs der Eastman School of Professional Photography aus dem Jahre 1923. Neben der fotografischen Darstellung eines Objektes zum Erlernen fotografischer Prozesse, wird das Medium der Fotografie auch in dem sichtbaren Rahmen des 4x5 Negativs thematisiert.
Fotografische Darstellungsmethoden werden ebenfalls in der Werkserie Experimental Noise verhandelt: Als digitale Masken bzw. Filter, die dazu dienen, digitalen Fotografien den Anschein analoger Herstellungsprozesse zu geben, erscheinen sie zunächst abstrakt. Erst bei näherer Betrachtung werden vermeintliche Entwicklungsspuren wie Staubkörner, Kratzer oder Schlieren der Chemie sichtbar.
Das Video Broken Sequence wurde in der eigentümlichen Landschaft eines verfallenen – und zwischenzeitlich abgerissenen – Disneyesken Vergnügungsparks ausserhalb von Beijing gedreht. Der Film besteht aus einer Folge statischer Bilder. Im manipulativen Gebrauch der Umgebungsgeräusche, die Vergangenheit und Gegenwart vermitteln, hallt der Konflikt zwischen dem ultimativen, kapitalistischen Traumgebilde und der kommunistischen Wirklichkeit dieses verlassenen Ortes wider. Einem Jahrzehnt anhaltender Fehlplanungen folgend, die nie zu dessen Fertigstellung führten, haben sich Bauern dieser Stätte bemächtigt. Ferner wurde sie zum heimlichen Treffpunkt von Homosexuellen und transgender Communities.