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Viele Jahrhunderte lang wurden die Wälder in der Schweiz immer weiter zurückgedrängt. Ziel der Rodungen war neben der Vergrösserung des Acker- und Weidelands auch die Gewinnung von Brenn-, Bau- und später Industrieholz. Zu einer Trendumkehr kam es zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als es dank dem Bau der Eisenbahn möglich wurde, grosse Mengen billiger Steinkohle zu importieren und so das Holz als Brennmaterial immer stärker zu ersetzen. Ausserdem erliess der Bund 1876 unter dem Eindruck wiederholter Unwetterkatastrophen ein Rodungsverbot und ordnete im Berggebiet grossflächige Aufforstungen von Schutzwäldern an. Das Waldgesetz verlangt bis heute eine Kompensation von Rodungen, sofern es sich nicht um unlängst eingewachsene Flächen handelt, und nennt neben der forstwirtschaftlichen Nutzung und dem Schutz vor Naturgefahren auch die Erhohlung («Wohlfahrt») als eine wichtige Waldfunktion.
Die Wiederbewaldung der Schweiz hat sich auch in dem von der modernen Arealstatistik beobachteten Zeitraum zwischen 1985 und 2018 langsam, aber kontinulierlich fortgesetzt. Insgesamt haben sich die bestockten Flächen in diesen gut drei Jahrzehnten um 589 km2 oder 5% ausgedehnt. Die Entwicklung verlief dabei «uförmig»: Während die bestockten Flächen zwischen 1985 und 1997 im Durchschnitt jedes Jahr um 23 km2 wuchsen, fiel dieser Wert im nachfolgenden Beobachtungsintervall (1997–2009) auf 10 km2 , um in der jüngsten Periode (2009–2018) wieder auf 22 km2 pro Jahr anzusteigen. Dass sich die bestockten Flächen zwischen 1997 und 2009 deutlich langsamer ausdehnten, dürfte unter anderem mit den 1999 neu eingeführten Direktzahlungen in der Landwirtschaft zusammenhängen. Es entstand dadurch für Landwirtinnen und Landwirte ein Anreiz, ehemals kaum mehr rentable Alpwirtschaftsflächen weiter zu bewirtschaften, statt sie einer schleichenden Einwaldung anheimfallen zu lassen. Somit ist das Einwachsen von Alpwirtschaftsflächen langfristig der wichtigste Grund für die Vergrösserung der Waldflächen.
Ausgedehnt haben sich die bestockten Flächen zwischen 1985 und 2018 in erster Linie in den Voralpen und Alpen. Besonders ausgeprägt war die Einwaldung an der Alpensüdflanke, in der Gotthardregion sowie in Teilen des Unterwallis. Insgesamt gilt: Je höher die Lage, um so stärker haben die bestockten Flächen in den letzten Jahrzehnten prozentual zugenommen. In den Zonen oberhalb von 2000 Metern über Meer, also im Bereich der Waldgrenze, betrugen die Zuwächse sogar ein Drittel und mehr. Unterhalb von 1000 Metern blieb der Bestand der bestockten Flächen dagegen ungefähr stabil.