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Objektanimation
Objektanimation ist ein Oberbegriff für alle Animationsverfahren, bei denen Objekte als filmisches Material zur Verwendung kommen. Eng definiert sind somit auch der Brickfilm und der Knetfilm Objektanimationen. Objektanimationen arbeiten oft mit der kunstorientierten Methode des Verfremdens, das heisst, dass den Objekten neue Sinngehalte zugewiesen werden. Ein typisches Beispiel wäre die Verwendung einer Schere als Riesenmaul aufgrund der Formähnlichkeit. Legetrick
Der Legetrickfilm ist ein Verfahren des Animationsfilms, das nur aus der 2D-Perspektive besteht. Das heisst, die verwendeten Materialien (z.B. Gegenstände, Papierfiguren, Knete) werden nur von oben gefilmt. Professionelle Animationsstudios benutzen dafür grosse Stative, die es erlauben, von oben zu filmen. Für den Schulgebrauch eignen sich aber auch Notenständer oder grosse Kisten, in die oben ein Loch für die Smartphonekamera eingeschnitten wird (s. Link Trickbox) Musik einfügen
Die Musik- oder Geräuschkulisse trägt zu einem lebendigen Filmerlebnis bei. Für den Schulgebrauch eignen sich folgende Vorgehensweisen:
Töne finden/erzeugen:
Entweder findet man die gewünschten Soundeffekte für den eigenen Film online auf Soun-Datenbanken. Man kann aber auch eigene Sounds aufnehmen. Dazu benötigt man ein Aufnahmegerät/Smartphone sowie eine schalldichte Kiste, die jegliche Aussengeräusche filtert (einfach herstellbar aus Holz/Kartonkiste, die mit Eierkartons/Schaumstoff im Innenraum abgedichtet wird). Um die Töne zu erzeugen, kann man sich der eigenen Stimme sowie Alltags- oder Naturmaterialien bedienen. So wirken zum Beispiel raschelnde Blätter gut als Busch- oder Baumgeräusche.
Töne digital einfügen:
Manche Animationsprogramme erlauben das Einfügen von Tonspuren. Wenn dies der Fall ist, kann man die auf dem Smartphone vorhandenen Töne direkt im Animationsprogramm einfügen. Wenn dies nicht geht, dann sollte man die Animation als Film exportieren und mit einem Filmschnittprogramm auf dem Computer öffnen. Man muss selber erzeugte Töne auf den Computer exportieren, damit man sie schliesslich an der richtigen Stelle im Film platzieren kann. Es sollte im Voraus immer darauf geachtet werden, dass die Länge der Soundeffekte mit der tatsächlichen Länge der Filmsequenz, die den Ton benötigt, übereinstimmt. Übertreibung
Übertreibungen sind ein weiteres typisches Merkmal für den Animationsfilm. Übertreibung ist den anderen Prinzipien übergeordnet und lässt sich deshalb auch in verschiedenen Formen auf die einzelnen Prinzipien übertragen:
• durch extreme, ausdrucksstarke Posen
• durch starkes Squash and Stretch
• durch starke Verformungen, Verwandlungen
• durch starke Kontraste im Timing (schnell – langsam)
• durch starke Kontraste im Spacing (grosser Abstand – kleiner Abstand)
Wie bei Squash and Stretch gilt aber auch hier: Je echter die Szene wirken soll, desto weniger darf übertrieben werden.
> Video Nr. 5 (s. Didaktische Materialien) Antizipation
Eine grosse Hauptbewegung sollte durch eine Gegenbewegung eingeleitet werden. Dieses Prinzip hat auch einen dramaturgischen Beweggrund, denn durch die Gegenbewegung wird Spannung aufgebaut, welche der Hauptbewegung zusätzlich Kraft verleiht, z. B. wenn ein Bogenschütze einen Gegenspieler abschiessen will, wird zuerst gezeigt, wie der Bogen gespannt wird (und das möglichst weit), bevor die Hauptaktion folgt, bei der der Pfeil losgelassen wird.
> Video Nr. 4 (s. Didaktische Materialien)Reflexionsfragen
Was ist das Besondere an einem Legetrick?
Wirken meine Gegenstände lebendig, warum?
Wie und wo gelingt es mir die Animationsprinzipien Übertreibung (Exageration) und Antizipation (Anticipation) einzusetzen?