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thk. Was mit der Gründung des Internationalen Roten Kreuzes durch den Schweizer Henry Dunant vor 150 Jahren begonnen hat: Das humanitäre Engagement für Menschen in Krisen- und in Kriegsgebieten, sowohl für Soldaten als auch für die Zivilbevölkerung, erhielt durch die Berufung eines Delegierten für «technische Zusammenarbeit» durch den Bundesrat vor 50 Jahren eine neue Dimension. Die Deza (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit), so heisst diese Abteilung des Departements des Äusseren (EDA) heute, bildet den nationalen Arm der offiziellen Schweizer Entwicklungshilfe und hat mit unzähligen Projekten und Unterstützungsleistungen Hunderttausenden von Menschen Hilfe geboten.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der zunehmenden Emanzipation der Kolonialländer Afrikas und Asiens trat das Schicksal dieser seit Jahrhunderten ausgebeuteten Staaten in eine neue Phase. In vielen Fällen, geprägt vom Denken des kalten Kriegs, der damals die weltpolitische Grosswetterlage bestimmte, entliess man die Staaten zwar formal in ihre Souveränität, hielt sie aber aus strategischen Überlegungen und wirtschaftlicher Gier weiterhin in Abhängigkeit. Die Ausbeutung der Bodenschätze stand dabei häufig im Vordergrund. So kamen die Reichtümer dieser Staaten in den seltensten Fällen der einheimischen Bevölkerung zugute, sondern landeten in den Taschen korrupter, dem Westen zugeneigter Herrscher und in den Kassen der westlichen Industrien. In dieser Situation wuchs das Elend der schon seit Jahrhunderten unterdrückten und ausgebeuteten Afrikaner und Asiaten immer weiter an.
Schon während des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren danach fiel die kleine Schweiz wegen ihres Engagements für die geplagte Bevölkerung in den betreffenden Staaten auf. Betroffen vom Elend der Menschen entschloss sich die Schweizer Regierung 1961, die Entwicklungshilfe zu institutionalisieren, und zwar mit der Einsetzung eines «Delegierten für technische Hilfe» durch den Bundesrat. Seit diesem Zeitpunkt hat die Schweiz die Entwicklungshilfe, wie es damals hiess, immer weiter ausgebaut. Ein wichtiger Gedanke war dabei, dass man die Hilfe Ländern zukommen lässt, die gewisse Ähnlichkeiten mit der Schweiz aufweisen. So unterstützte man vornehmlich kleine Länder und Länder mit ähnlicher Topographie.
Im Laufe der Jahrzehnte, und es sind seit 1961 immerhin fünf, hat sich einiges gewandelt. Aus der ursprünglichen Form der staatlichen Hilfe ist eine Zusammenarbeit geworden. Das bedeutet, die entsprechenden Länder spielen bei der Entwicklung die entscheidende Rolle. Es geht um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, um eine gemeinsame Weiterentwicklung. Martin Dahinden, Direktor der Deza, schreibt im Editorial von Eine Welt, März 2011: «Es geht um echte Partnerschaft. Es geht darum, gemeinsam mit Menschen und Ländern im Süden und Osten Lösungen zu finden für Probleme, die uns alle angehen. Stichworte dazu sind Klimawandel, Ressourcenknappheit, Ernährungskrise, Konflikt, Umweltgefahren, Epidemien, Krisen des Finanzsystems.» Der im folgenden veröffentlichte Artikel aus Eine Welt, dem offiziellen Bulletin der Deza, beschreibt, wie mit Schweizer Know-how in Nepal bereits in den 50er Jahren eine Zusammenarbeit begonnen hat und wie erfolgreich sie gewesen ist. Besonders im Bereich der Landwirtschaft und der Wasserversorgung sowie auf dem Gebiet der Technik kann die Schweiz auf einen grossen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Auch in der landwirtschaftlichen Organisation ist die Schweiz vorbildlich: Gerade das kleinräumige, familienbetrieblich organisierte Bauerngewerbe, wie es in der Schweiz noch grösstenteils existiert, wird die Zukunft der Landwirtschaft sein. Das sagen auch die internationalen Experten, deren Untersuchungen im Weltagrarbericht publiziert wurden. Es ist also ganz klar der Trend: weg von der industriellen Agrarwirtschaft hin zu einer an den Erfahrungen und Bedürfnissen der einheimischen Bauern orientierten Landwirtschaft.
Der Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, bestätigte in seinem Jahresbericht vor dem Uno-Menschenrechtsrat in Genf die Bedeutung dieser Entwicklung, indem er sagte, dass die landwirtschaftlichen Erträge dann nachhaltig und ertragreich sein werden, wenn sich die Entwicklungszusammenarbeit auf die Erfahrungen der in den Regionen verankerten Bauern stützt und mit diesen zusammen eine agroökologische Landwirtschaft entwickelt, was nichts anderes bedeutet, als auf die natürlichen Ressourcen zurückzugreifen und sich an den biologischen und ökologischen Voraussetzungen des entsprechenden Landes zu orientieren.
Mit ihrem Konzept und ihrer Einstellung, das auf dieser Erkenntnis beruht, leistet die Schweizer Deza für die geschundenen Völker dieser Erde einen segensreichen Beitrag. Es sei ihr an dieser Stelle ganz herzlich zu ihrem 50jährigen Bestehen gratuliert.•
thk. Das zweimonatlich erscheinende Bulletin der Deza mit dem Titel Eine Welt bietet für den Staatskunde- und Geschichtsunterricht hervorragendes Material. Gerade junge Menschen sind für den sozialen Gedanken und für die solidarische Unterstützung fremder Völker sehr empfänglich. Die einzelnen Artikel in der Broschüre sind gut verständlich und gewähren einen Einblick in die politische und soziale Lage der jeweiligen Länder.
Für einen Lehrer, der seine Lernenden in die Probleme dieser Welt einführen und gleichzeitig auch einen positiven Ausblick vermitteln möchte, ist Eine Welt ein ausgezeichnetes Lehrmittel. Man kann es bei der Deza bestellen, es ist gratis und in allen Landessprachen erhältlich.
www.deza.admin.ch/de/Dossiers/Eine_Welt/Gratis_Abo_bestellen
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