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Spielzeugmacher/in
Die Schweiz gilt nicht als traditionelles Spielzeugproduktionsland, so wie z. B. Deutschland, wo man auch eine Ausbildung zum Spielzeughersteller[1] absolvieren kann. Hierzulande dagegen besteht trotz zahlreicher Holzspielwarenbetriebe (z.B. Trauffer Holzspielwaren AG in Hofstetten oder und die Cuboro AG in Hasliberg Reuti), die oft weit in die Geschichte zurückblicken können, lediglich die Möglichkeit einer Ausbildung zum Detailhandelsfachmann –bzw. frau „Spielwaren“. Detailhandelsfachmänner bzw. Detailhandelsfachfrauen mit Schwerpunkt Spielwaren kennen sich, in der Regel nach einer dreijährigen Ausbildung, insbesondere mit dem Verkauf und der Bewirtschaftung von Spielwaren aus und sind somit nicht für deren Herstellung zuständig. Das Handwerk des Spielzeugherstellers wird in der Schweiz zumeist in den zahlreichen Spielzeugherstellungsbetrieben „on the job“ erlernt.
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Hinsichtlich der beruflichen Qualifikation erging es den Spielzeugmachern im 17. und 18. Jahrhundert ähnlich. Zu dieser Zeit waren im deutschen Sprachraum unter anderem Schreiner, Drechsler, Hafner, Gelb- und Rotgiesser, Schlosser sowie Gold- und Silberschmiede, die entweder neben- oder hauptberuflich Gegenstände zur Unterhaltung und Beschäftigung der Kinder herstellten. Unter diesen Gegenständen gehörten: Rasseln, Ratschen, Windrädchen, Nussknacker, Hampelmänner, Pferde, Fuhrwerke, Kutschen, Schlitten, Schiffe, Zwitschervögel, Figuren aus dem Volksleben, Holzpuppen und Puppenhausmobiliar. Die Docken- oder Puppenmacher, die bereits im 15. Jahrhundert mit der Anfertigung von Holzpuppen beschäftigt waren, setzten im Verlaufe der Zeit diverse Materialien ein. So wurden die Holzpuppen zunächst von den Leder- und Stoffpuppen und später von den Gummi und Porzellanpuppen abgelöst. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kamen zudem die Ankleidepuppen aus Papier auf. Papier diente auch zur Herstellung von Guckkastenbilder, Papiertheater, Schiffchen, Hüten, Spitzentücher und weiteren Spielen, wie z.B. das Himmel- und Höllespiel.
Weitere beliebte Spiele waren: das Glücksspiel „Marmelturm oder Kakelorum“[2], das hölzernen Steckenpferd und die Arche Noah, die über hundert Tiere und Figuren beherbergte. Neben Papier wurde auch Zinn zu Spielzeug verarbeitet. Die aus Zinn hergestellten Spielzeuge (z.B. die Zinnsoldaten) waren ebenso begehrt wie die Holz- und Papierspielzeuge. Ein weiteres Material, das insbesondere die industrielle Fertigung von Spielzeug begünstige, war Blech. Es liess sich nunmehr sämtliches Spielzeug (z.B. Blasinstrumente, Rasseln, Kreisel, Modelleisenbahnen, Autos, Metallbaukasten sowie Puppenkücheneinrichtungen) in grösseren Mengen aus Blech herstellen.
Im 19. Jahrhundert schliesslich lernen nicht nur die Puppen sprechen, sondern es entstehen zahlreiche optische Spiele, wie z.B. die aus Papierscheiben bestehende „Thaumatropische Unterhaltung“, mit der anhand einer Schnur zwei Bilder miteinander verbunden werden. Noch begehrenswertester wird allerdings der Plüschbär, der 1902 sowohl in den USA als auch in Deutschland erstmals angefertigt wird. Dieser lässt sich, nicht zuletzt aufgrund der Verbindung zu einer in der Washington Post erschienen Karikatur des Präsidenten und Grosswildjägers Teddy Roosevelt mit einem Bärenjungen, innerhalb kürzester Zeit bestens verkaufen. Einige Jahre später (spätestens seit 1907) wird der Plüschbär aus Werbezwecken „Teddys Bär“ genannt und gehört seither zu den meist verkauften Spielwaren weltweit.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Spielzeugmacherin.
[2] „Eine Kugel wurde in den kronenartigen Kopfaufsatz einer Figur gesteckt und dann über eine kunstvoll in den Körper eingearbeitete Spirale auf ein rundes Brett gelenkt. Dort blieb sie, vom Zufall bestimmt, in einer der hundert Mulden liegen, deren Nummer jeweils Verlust oder Gewinn anzeigte“ (Palla, 2010, S. 225).
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 225-229.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Detailhandelsfachmann EFZ/Detailhandelsfachfrau EFZ, abgerufen am 19.10.2018.
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