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Das Bedrettotal bildete die Schwachstelle im Verteidigungsdispositiv des «Forte Airolo». Auf seiner linken Flanke war es möglich, direkt zum Gotthardpass vorzustossen. Bereits seit 1885 befand sich auf dem San Giacomo-Pass ein kleines Blockhaus, welches als Unterkunft für die Telegraphentruppe diente. Von hier aus wurde den Artilleriewerken von Motto Bartola und Fondo del Bosco («Forte Airolo») über die Lage im nördlichen Val Formazza auf der anderen Seite der Grenze Bericht erstattet.
Vom Moment an, als im Oktober 1929 die neue Strasse durch das Val Formazza auf den San Giacomo-Pass eröffnet wurde, konnte die italienische Armee den Gotthard direkt unter Artilleriebeschuss nehmen. Die unverzügliche Sicherung des San Giacomo-Passes wurde damit zur vordringlichen Aufgabe. Die Verteidigungsanlagen beim San Giacomo-Passes und das Artilleriewerk Grandinagia wurden zwar bereits im Jahre 1931 geplant; mit ihrem Bau wurde jedoch erst 1935 begonnen. Das Infanteriewerk auf dem Pass und das Artilleriewerk Grandinagia waren ab 1939 schussbereit und konnten sowohl auf die Flanken wie auch auf den Talgrund des Val Formazza zielen. Es wurden zudem mehrere Maschinengewehrstellungen, vorbereitete Stellungen für mobile Artilleriegeschütze und Unterstände gebaut. Drei Seilbahnen besorgten den Transport und die Versorgung der Werkbesatzungen.
Das Gebiet des San Giacomo-Passes wurde zudem durch die grossen Artilleriewerke der Südfront des Gotthards abgedeckt. Sie wurden alle während des Zweiten Weltkrieges erbaut. Während des Kalten Krieges wurden die Verteidigungsanlagen mit unter Fels gebauten Schutzräumen ergänzt.
Bei All’Acqua und vor der Festung Grandinagia befinden sich verschiedene Militärunterkünfte, die gut getarnt und zum Teil unterirdische ins Gelände gebaut wurden. Sie dienten als Unterkunft für die Aussenverteidigung der Festung Grandinagia.
Das Festungen Grandinagia (04) und San Giacomo (01) bildeten den Kern des Verteidigungsdispositivs um den San Giacomo-Pass. Sie veranschaulichen besonders deutlich, wie das Verteidigungsdispositiv auf der Südseite des Gotthards konzipiert war.