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Tim Henman, die ehemalige Nummer 4 des Welttennis, analysierte die Reaktion von Novak Djokovic nach seinem Ausschluss bei den US Open, wo er eine Linienrichterin mit einem Ball am Hals traf.
Wenn Tim Henman die skurille Episode analysiert, die sich letzte Woche mit Novak Djokovic ereignete, weiss er, wovon er spricht. Dem ehemaligen britischen Tennisspieler passierte 1995 etwas Ähnliches wie dem Serben, als er als 20-Jähriger beim Wimbledon-Turnier mit einem Ball ein Ballmädchen traf.
In einem Interview mit «Amazon Prime» sagte Tim Henman: «Die Sache mit Djokovic mitanzusehen war ein Schock. Der Schiedsrichter hatte jedoch keine andere Möglichkeit, als ihn zu disqualifizieren. Es ist unglaublich für mich, über die Disqualifikation von Djokovic zu sprechen, weil mir 1995 das Gleiche passiert ist», fuhr der 46-Jährige aus Oxford fort. «In meinem Fall erinnere ich mich, dass ich in einem Doppel zwei Sätze Vorsprung hatte, aber ich war frustriert und habe versehentlich ein Ballmädchen mit einem Ball getroffen.»
Henman erläutert: «Das ist mir beim grössten Turnier der Welt passiert – es ist eindeutig keine angenehme Situation, in der man sich befindet. Ich erinnere mich, wie ich schockiert in die Umkleidekabine zurückging und dann zur Pressekonferenz ging. Es war wahrscheinlich eine der grössten Pressekonferenzen, die ich je erlebt habe, und die erste Frage war: ‹Wie fühlen sie sich, die erste Person seit 120 Jahren zu sein, die in Wimbledon disqualifiziert wurde›. Ich war schockiert, ich war verlegen und ich war sehr enttäuscht.»
«Im Fall von Djokovic hatte es bereits vor dem Vorfall warnende Zeichen gegeben. Er war sehr nervös und schlug den Ball heftig gegen die Werbebande. Als er dann die Linienrichterin traf, war sein Schicksal besiegelt. Wie ich schon sagte, konnte der Unparteiische nicht anders handeln», so Henman. «In diesem Moment hat Djokovic seinen Fehler leider noch verschlimmert. Anstatt sich der Situation zu stellen und sich zu entschuldigen, versuchte er zunächst, sich auf dem Platz zu verteidigen und ist dann praktisch geflüchtet, sogar vor der Pressekonferenz.»
Die Weltnummer 1 ist aktuell beim Sandturnier in Rom im Einsatz. Am Freitag trifft der 33-Jährige im Achtelfinal auf Landsmann Filip Krajinovic. Nach Rom folgt mit den am Sonntag in einer Woche beginnenden French Open in Paris bereits das nächste Grand-Slam-Turnier.