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Die Sissle entspringt auf ca. 560 m.ü.M. auf dem Gemeindegebiet von Schinznach und vergrössert sich bis zum Projektgebiet durch mehrere Zuflüsse. Das Teilstück der Sissle, welches in diesem Projekt bearbeitet wird, ist ungefähr 210m lang und liegt in einem Bereich zwischen zwei markanten Beton-Schwellen : es betrifft den Abschnitt der Sissle oberhalb der Messstelle bei Eiken flussaufwärts bis Hüslimatt Oeschgen.
In der Ökomorphologie ist der Abschnitt der Sissle als "stark beeinträchtigt" eingestuft. Der Bach ist relativ breit, gerade und ohne jegliche natürliche Dynamik. Im Sommer trocknet die Sissle stellenweise aus. Mit den Massnahmen soll ein Niederwassergerinne initiiert werden, um das austrocknen möglichst lange herauszuzögern.
Zudem soll der Abschnitt naturnaher gestaltet werden, damit wieder eine Habitatvielfalt im und am Gewässer entsteht.
Aufgrund der Grösse des Gewässers ist es nötig, maschinell sowie von Hand zu arbeiten. Trotzdem sind die erläuterten Massnahmen gut umsetzbar und benötigen keinen komplizierten Bau. Mit vielseitigen Strukturen und Einbauten sollen neue Kolke und Lebensräume entstehen.
Durch die Umsetzung ergeben sich unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten und damit diverse Habitate. Weiter soll sich das Gewässer in diesem Abschnitt selbst dynamisch entwickeln können, die Einbauten sollen diese Dynamik lediglich initiieren. Die Lebensdauer der Einbauten ist beschränkt, weshalb jährlich Kontrollen durchgeführt werden sollten. Dadurch entstehende Reparaturen können beispielsweise im Rahmen eines Naturschutztages durchgeführt werden.
Leider musste im Sommer 2021 das Projekt sistiert werden wegen einem Auftreten der Krebspest.
Bitte beachten Sie, dass auch heute (Jul 2022) an der Sissle weiterhin das Betretverbot auf Grund der Krebspest besteht. Für die Arbeiten an den Revitalisierungs-Baustellen hat der Veterinärdienst eine Ausnahmebewilligung mit Auflagen erteilt.
Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat den Handlungsbedarf erkannt und startet das Projekt "Sissle 2030" – unter anderem mit einer Messstrecke in Oeschgen zum Testen von Massnahmen gegen die Versickerung, Verdunstung und Erwärmung. Die entsprechenden Bauarbeiten starten nach Pfingsten.
Mit diesem Projekt soll eine zusammenhängende Revitalisierung der Sissle zwischen Frick und dem Rhein erreicht werden. Hauptziel des Projekts ist die Schaffung eines naturnahen Gerinnes mit einer strukturreichen Sohle und dem Hauptaugenmerk auf ein Niederwassergerinne. Weitere Ziele sind auch der Hochwasserschutz, die Längsvernetzung, und die Sicherung einer ausreichenden Wasserführung. Nach der Erarbeitung der Grundlagen wird nun ein Vorprojekt gestartet – ein Teil davon ist eine Messstrecke in Oeschgen zum Testen von Massnahmen gegen die Versickerung, Verdunstung und Erwärmung.
Unterhalb von Oeschgen werden auf einer Länge von 200 Metern ein fertiges Niederwassergerinne und mehrere Kolke erstellt. Baumstämme, Steine und Faschinen sollen das Niederwassergerinne klar definieren. Bei niedrigen Abflüssen soll das Wasser, nicht wie heute auf der gesamten Breite, sondern nur noch im Niederwassergerinne fliessen. So wird die Fläche auf der das Wasser versickern oder verdunsten kann verkleinert. Es finden regelmässige Messungen der Abflüsse und der Wassertemperatur statt. Die Erkenntnisse der Teststrecke werden ins Vorprojekt "Sissle 2030" einfliessen.
Nach Abschluss der Arbeiten des Kantons für seine Teststrecke kann nun auch der WWF sein Projekt umsetzen lassen. Geplanter Beginn der Bauten ist im Juli 2022.
Mit dem Erstellen von Strukturen wie zum Beispiel Wurzelstöcke, Faschinen und Stammtriangel soll die Fliessdynamik der Sissle so angeregt werden, dass sie selber ein Niederwassergerinne schafft. Im Rahmen der späteren Projektierung des kantonalen Projekts Sissle 2030 wird darauf geachtet werden, dass die vom WWF erstellten Strukturen erhalten bleiben.
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