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Feiert die ganze Mannschaft ein Tor neben dem Spielfeld mit den Fans, darf das gegnerische Team den Ball nehmen und vom Anstosspunkt direkt aufs leere Tor losrennen. Ist dieser Mythos wirklich wahr? Hier klären wir dich über Regelmythen und kuriose Fussball-Regeln auf.
Der Goalie darf im Fünfmeterraum nicht angegangen werden, sonst wird ein Stürmerfoul abgepfiffen. Falsch! Eine solche Regel gibt es im offiziellen Fussballregelwerk gar nicht. In der Bundesliga haben die Torhüter im Fünfmeterraum lange einen Sonderstatus genossen, Rempler von Gegenspielern gegen den Goalie wurden lange konsequent abgepfiffen. 2012 wurde aber klar kommuniziert, dass die Schiedsrichter Zweikämpfe zwischen Feldspielern und Torhütern im Fünfmeterraum genauso bewerten sollen wie normale Zweikämpfe im Mittelkreis.
Viele Fussballfans leben im Irrglauben, dass ein Verteidiger den Stürmer ins Abseits laufen lassen kann, wenn er vor dem entscheidenden Pass einfach ins Toraus läuft. Aber auch das stimmt nicht. Der Abwehrspieler hebt das Abseits mit der vermeintlich cleveren Aktion auf und könnte dafür theoretisch wegen absichtlichen Verlassens des Spielfelds ohne Erlaubnis sogar mit der Gelben Karte bestraft werden.
Bei der WM oder EM ist es immer wieder zu sehen: Nach einem Tor feiern die Spieler neben dem Spielfeld ausgelassen bei den Fans – ein Spieler jedoch bleibt in der gegnerischen Spielhälfte, weil er glaubt, dass die gegnerische Mannschaft den Anstoss ausführen kann, wenn alle Spieler seines Teams den Platz verlassen haben. Stimmt nicht! Im offiziellen Regelbuch des International Football Association Board (IFAB) heisst es: «Alle Spieler, mit Ausnahme des Spielers, der den Anstoss ausführt, befinden sich in der eigenen Spielfeldhälfte.»
Seit der Einführung des VAR ist dieser Satz im Profifussball nur noch selten zu hören. Im Amateurfussball hingegen scheint bis heute klar: Bei knappen Offside-Entscheidungen soll der Schiedsrichter im Zweifel für den Stürmer entscheiden. Doch stimmt das überhaupt? Nein. Die Vorgabe, bei Unsicherheit nicht zu pfeifen, gibt es nicht. Eher ist das Gegenteil der Fall. Schiedsrichter sollen lieber einmal zu oft auf Abseits entscheiden, als fälschlicherweise ein spielentscheidendes Tor zu geben.
Seit Jahren geistert die Geschichte durch die Fussballwelt, dass auf den Färöer Inseln bei Elfmetern, Freistössen und Eckbällen ein zweiter Spieler zu Hilfe kommen kann, um den Ball vor der Ausführung festzuhalten – damit das Spielgerät bei starkem Wind, den es auf den Färöern zweifelsohne gibt, nicht wegweht. Quatsch! Sowohl die FIFA als auch die Regelhüter des IFAB wissen nichts von einer solchen Sonderregel auf der Inselgruppe. Und auch auf den Färöern selbst wird dementiert, dass diese Regel existiert.
Diese speziellen Regeln gibt es wirklich
Neben den Regelmythen gibt es aber auch spezielle Regeln, von denen viele Fussballfans noch nie gehört haben. Eine kleine Spezial-Regelkunde:
Scheitert der Elfmeterschütze am Pfosten oder an der Latte, versenkt aber den Nachschuss, zählt der Treffer nicht – sofern der Goalie oder irgendein anderer Spieler den Ball zuvor nicht auch noch berührt hat. Zwei Berührungen hintereinander des gleichen Spielers sind beim Penalty nicht erlaubt, da rettet auch das Aluminium nicht.
Vor einigen Jahren ist ein Video viral gegangen, das zeigte, wie ein Spieler in einer deutschen Amateurliga vom Abstoss aus ins eigene Tor traf. Der Wind hatte dabei kräftig mitgeholfen. Die gegnerische Mannschaft feierte den geschenkten Treffer, der allerdings nicht hätte zählen dürfen. Denn beim Abstoss, wie auch bei einem direkten Freistoss im eigenen Strafraum und einem Einwurf, zählen Eigentore nicht, sofern der Torhüter oder ein anderer Spieler den Ball nicht auch noch berührt haben. Weiter geht das Spiel in diesem Fall mit einem Eckball für die gegnerische Mannschaft.
Im Oktober 2019 kam es im Spiel der 2. Bundesliga zwischen Holstein Kiel und Bochum zu einer kuriosen Szene: Nach einem Schuss der Bochumer, der das Tor klar verfehlte, stoppte der Kieler Ersatzspieler Michael Eberwein den Ball vor dem Überqueren der Torauslinie. Die Folge: Penalty für Bochum, der dann auch verwertet wurde. So verrückt der Entscheid der Unparteiischen scheint, er ist absolut richtig. Im Regelbuch steht: «Bei einer Spielunterbrechung aufgrund eines Eingriffs durch einen Teamoffiziellen, einen Auswechselspieler oder des Feldes verwiesenen Spieler wird das Spiel mit einem direkten Freistoss oder Strafstoss (im Strafraum) fortgesetzt.»
Was die vorherige Regel noch verrückter macht: Verhindert ein Zuschauer – also kein Teamoffizieller oder Auswechselspieler – ein sicheres Tor, gibt es weder Elfmeter noch ein technisches Tor. Dann geht das Spiel mit einem Schiedsrichterball weiter.
Platzende Fussbälle kennen eigentlich fast nur Hobbyfussballer, die beim Torschusstraining mal wieder weit drüber geschossen und den Eisendraht des Ballfängers dabei touchiert haben. Aber auch im Profifussball platzt hin und wieder mal ein Ball. Was passiert eigentlich, wenn das Spielgerät direkt nach dem Schuss eines Elfmeters platzt? Egal ob der Ball reingeht oder nicht, muss der Penalty wiederholt werden.