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Mittlerweile ist Rolf Strässle pensioniert. Sein Handwerk hat der 78-jährige Marktschreier aber noch nicht verlernt. Über 40 Jahre war er auf Messen unterwegs. Sein Beruf habe sich in dieser Zeit nicht gross verändert. Die Märkte hingegen schon, nicht zuletzt wegen der Online-Anbieter. «Das Internet ist Gift für jeden Markt», so der Basler.
Blaue Gesichter am Marktstand
Rolf Strässle erinnert sich auch an die frühen Jahre seiner Marktschreier-Karriere, als sei es gestern gewesen. Da gab es zum Beispiel die Panne mit dem Badesalz: Die blauen Badekugeln, die er als gelernter Chemielaborant selber herstellte, färbten die Haut der Käuferinnen und Käufer blau. Als plötzlich Leute mit blauen Gesichtern auf der Messe aufkreuzten und sich beschwerten, zog er in eine andere Stadt weiter, um den Rest zu verkaufen.
«Man muss kein Propagandist sein»
Später wechselte Strässle zu qualitativ hochstehenden Produkten, zum Beispiel zur Gemüseraffel. Wenn man ein «Spezialist» sei und Qualitätsware anbieten könne, so müsse man kein «Propagandist» sein, sagt Strässle. Wichtig sei allerdings, die Sprache stets dem Publikum anzupassen. Auf dem Land dürfe sie etwas rauer sein als in der Stadt.