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Zürich, 02. März 2021 – Laut einer aktuellen Studie der von der EU finanzierten Non-Profit-Organisation CDP Europe und der internationalen Strategieberatung Oliver Wyman entsteht eine Diskrepanz von mehr als vier Billionen CHF zwischen der Kreditvergabe von Banken, die sich an den Pariser Leitlinien orientieren wollen, und dem Markt für solche Unternehmenskredite in Europa.
Die heute veröffentlichte Studie Running hot: accelerating Europe's path to Paris schätzt, dass 95 Prozent aller Unternehmenskredite in Europa von Banken stammen, die eine Ausrichtung entlang des Pariser Abkommens anstreben. Aber weniger als eines von zehn europäischen Unternehmen hat bisher Emissionsziele, die mit dem Pariser Ziel von deutlich unter 2° Celsius übereinstimmen. Banken, die diese Unternehmen finanzieren, sind also weit davon entfernt, sich an den gesetzten Zielen zu orientieren.2
Die Studie basiert auf einer Befragung unter fast 1.000 europäischen Unternehmen, die gemeinsam knapp 80 Prozent des europäischen Marktwerts ausmachen. Sie legten ihre Umweltdaten gegenüber dem CDP bis 2020 offen. Die Lücke beginnt sich zu schliessen. Die neuesten Daten zeigen, dass etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Unternehmen einen Übergangplan haben – im Energiesektor sind es sogar mehr als drei Viertel der Unternehmen. Ermutigend ist, dass bereits über 50 Prozent der europäischen Unternehmen nach Marktwert der Science Based Targets Initiative beigetreten sind. Diese Initiative prüft, ob die Emissionsziele mit dem Pariser Abkommen übereinstimmen.3
Die besten Unternehmen in Bezug auf Dekarbonisierung meldeten im vergangenen Jahr eine Emissionsreduzierung von insgesamt 15 Prozent und senkten die Kohlenstoffintensität (Emissionen pro Umsatz) um ein Fünftel. Aber es gibt grosse Unterschiede: Laut Studie sind in der Stahl- und Stromversorgungsbranche die besten Unternehmen bis zu viermal so kohlenstoffeffizient wie die leistungsschwächsten. Nur 35 Prozent der Unternehmen in den am stärksten betroffenen Branchen legten bisher Daten zu ihren wichtigsten indirekten Emissionen offen, diese machen aber mindestens 80 Prozent aller berichteten Emissionen aus.
Die Autoren der Studie haben ausserdem drei mögliche Alternativszenarien für das Jahr 2030 modelliert. Auf dieser Grundlage würde eine Begrenzung der Erwärmung auf 1,5° Celsius eine achtfache Steigerung des derzeitigen Ambitionsniveaus europäischer Unternehmen bei den Emissionen erfordern. Die Szenarien basieren auf CDP-Scores, die einen allgemeinen Hinweis auf die aktuelle Klimaleistung eines Unternehmens geben, und CDP-Temperatur-Ratings, die den Unternehmen einen Temperaturpfad auf Basis ihrer Emissionsreduktionsziele zuweisen.
Die Studie weist auch auf die Schlüsselrolle von Banken und Investoren bei der Erreichung dieses Ziels hin. Derzeit bewertet nur die Hälfte der Institute, ob Kunden oder Unternehmen, in die sie investieren, eine am Pariser Abkommen orientierte Strategie verfolgen. Ohne ein stärkeres Engagement, so die Studie, müssten die Banken in einem Szenario der «bescheidenen Beschleunigung» ihr Kreditportfolio um 20 bis 30 Prozent anpassen, um die Pariser Ziele zu erreichen.
Insgesamt befindet sich der europäische Unternehmenssektor auf dem Weg zu einer globalen Erwärmung von 2,7 °Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts mit einer Spanne zwischen 2,3 °Celsius (Schweiz) und 3,0 °Celsius (Grossbritannien, Belgien und Italien).
Die Studie wird heute bei den CDP Europe Awards vorgestellt, die gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank auf Euronews übertragen werden. Zu den Sprechern zählen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der EU-Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion.
Maxfield Weiss, Executive Director CDP Europe, erklärt: «Europa ist auf einem nicht nachhaltigen Weg. Basierend auf den aktuellen Ambitionen befindet er sich auf einem Erwärmungspfad von 2,7°C. Das ist über einen Grad mehr, als wir laut Klimawissenschaft erreichen müssen, um die katastrophalsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern. Die Tatsache, dass sich führende Unternehmen in vielen Sektoren ehrgeizige Ziele setzen und ihre Emissionen reduzieren, ist positiv und zeigt, dass eine schnelle Dekarbonisierung machbar ist. Aber weniger als eines von zehn Unternehmen hat ehrgeizige Ziele. Unsere neuen Daten zeigen, dass wir viel mehr Maßnahmen von Unternehmen und Finanzinstitutionen brauchen, um unsere Ziele zu erreichen. Banken und Investoren haben ihre eigenen großen Ambitionen: Jetzt müssen sie die Unternehmen stärker einbinden, um das Niveau der Offenlegung und der Maßnahmen zu erhöhen, damit wir Europas Weg nach Paris beschleunigen und den europäischen Green Deal umsetzen.»
Joris D’Incà, Schweizchef von Oliver Wyman, sagt: «Die diesjährige Studie enthält ermutigende Entwicklungen, da mehr als die Hälfte der Unternehmen Übergangspläne aufstellen und viele echte Fortschritte bei der Reduzierung von Emissionen machen. Aber sie zeigt auch, dass das Tempo beschleunigt werden muss, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Viele der führenden Finanzinstitute haben sich vorgenommen, ihre Kreditvergabe und ihre Investitionen an den Zielen des Pariser Abkommens auszurichten, und das wird dazu beitragen, einen positiven Kreislauf in Gang zu setzen – die Unternehmen, die den Übergang vorantreiben, sollten es leichter haben, Kapital zu beschaffen.»
Der vollständige CDP Europe Report steht hier zum Download bereit: www.cdp.net/europeanreport
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1 Basierend auf den vom CDP analysierten und nach Gesamtemissionen gewichteten Daten zu den offengelegten Emissionsreduktionszielen unter Verwendung des CDP temperature ratings dataset.
2 Unter 10 % der Unternehmen, gewichtet nach dem Betrag, den sie bei Banken aufnehmen.
3 https://sciencebasedtargets.org/
PRESSEKONTAKTE
CDP Europe
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Tel.: +49 176 459 10 909
Email: <email-pii>
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ÜBER CDP
CDP ist eine globale Non-Profit-Organisation, die das weltweite System zur Offenlegung von Umweltdaten für Unternehmen, Städte, Staaten und Regionen betreibt. Das CDP wurde im Jahr 2000 gegründet und arbeitet mit über 590 Investoren mit einem Vermögen von 110 Billionen US-Dollar zusammen. Das CDP leistete Pionierarbeit, indem es die Kapitalmärkte und das Beschaffungswesen von Unternehmen nutzte, um Unternehmen zu motivieren, ihre Umweltauswirkungen offenzulegen und Treibhausgasemissionen zu reduzieren, Wasserressourcen zu schützen und Wälder zu erhalten. Über 10.000 Organisationen auf der ganzen Welt haben im Jahr 2020 Daten über das CDP offengelegt, darunter mehr als 9.600 Unternehmen, die mehr als 50 % der globalen Marktkapitalisierung ausmachen, sowie über 940 Städte, Staaten und Regionen, die zusammen eine Bevölkerung von über 2,6 Milliarden Menschen repräsentieren. Das CDP ist vollständig an der TCFD ausgerichtet und verfügt über die größte Umweltdatenbank der Welt. Die CDP-Ergebnisse werden weithin genutzt, um Investitions- und Beschaffungsentscheidungen in Richtung einer kohlenstofffreien, nachhaltigen und widerstandsfähigen Wirtschaft zu treffen. CDP ist Gründungsmitglied der Science Based Targets Initiative, We Mean Business Coalition, The Investor Agenda und der Net Zero Asset Managers Initiative. Besuchen Sie cdp.net oder folgen Sie uns @CDP, um mehr zu erfahren.
ÜBER OLIVER WYMAN
Oliver Wyman ist eine international führende Strategieberatung mit weltweit über 5.000 Mitarbeitern in 60 Büros in 31 Ländern. Wir verbinden ausgeprägte Branchenexpertise mit hoher Methoden-kompetenz bei Digitalisierung, Strategieentwicklung, Risikomanagement, Operations und Transformation. Wir schaffen einen Mehrwert für den Kunden, der seine Investitionen um ein Vielfaches übertrifft. Wir sind eine hundertprozentige Tochter von Marsh & McLennan Companies (NYSE: MMC). Unsere Finanzstärke ist die Basis für Stabilität, Wachstum und Innovationskraft. Zudem sind wir Mitgründer von digitalswitzerland, der Initiative, welche hinter den Schweizer Digitaltagen steht. Weitere Informationen finden Sie unter www.oliverwyman.ch. Folgen Sie Oliver Wyman auf Twitter @OliverWyman.
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