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Philip-Michaël Devos und Jonathan Hazen haben in den letzten fünf Jahren die zweithöchste Liga dominiert – und den Sportchefs der National League war es egal. Aber nun interessieren sie sich in Zeiten der Krise und der leeren Kassen für die beiden Kanadier.
Die Kombination aus Tempo (Jonathan Hazen) und Spielintelligenz (Philip-Michaël Devos) ist auf unseren Eisbahnen unübertroffen und hat Ajoie einen Meistertitel (2016) und letzte Saison den Cup-Sieg beschert. Da die Meisterschaft vorzeitig beendet werden musste, ist Ajoie der einzige Titelträger der Saison 2019/20.
Auf dem Weg zu diesem Triumph mit Siegen über Wiki-Münsingen und die vier Titanen aus der höchsten Liga (Lausanne, ZSC Lions, Biel und Davos) buchten die beiden kanadischen Stürmer in fünf Spielen mehr als drei Punkte pro Partie. Jonathan Hazen 8 Tore und 8 Assists, Philip-Michaël Devos 4 Tore und 12 Assists.
Solche Werte können einfach nicht mehr ignoriert werden. Zumal in Zeiten der Krise ausländisches Personal mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis gefragt ist. Tatsächlich interessieren sich die Sportchefs nun zum ersten Mal ernsthaft um Ajoies offensive Wunderknaben.
Gaëtan Voisard ist der Agent von Jonathan Hazen. Er bestätigt: «Ja, wir führen Gespräche mit Klubs aus der National League». Wie Philip-Michaël Devos hat auch sein Klient bereits einen Vertrag für die nächste Saison mit einer Ausstiegsoption für die National League bis zum 30. April 2020.
Kommt es zu einem Transfer in die höchste Liga, werden wir es also bald wissen. Gaëtan Voisard kennt das Geschäft. Er ist unter anderem auch der Agent von NHL-Wunderkind Nico Hischier. Er sagt: «Wir werden die Ausstiegsoption aber nur einlösen, wenn wir bis zum 30. April einen gültigen Vertrag in der National League haben.»
Zu den interessierten Klubs gehören unter anderem die SCL Tigers und Ambri. Beide haben noch offene Ausländer-Stellen und die Langnauer bangen nach wie vor um Harri Pesonen, ihren besten Stürmer. Er hat eine Ausstiegsoption für die KHL, die erst im Sommer eingelöst werden muss.
Sollte Jonathan Hazen Ajoie verlassen, so wird Gaëtan Voisard (47) ganz tief in seinem Herzen den Transfer mit gemischten Gefühlen orchestrieren. Er ist einer der Helden der jurassischen Sportgeschichte und stieg mit Ajoie 1992 in die höchste Liga auf, ehe der spektakuläre Offensivverteidiger in einer Tour de Suisse (SCB, Lugano, Zug, Basel, Rapperswil-Jona) zweimal den Meisterpokal stemmte (1997 SCB, 1999 Lugano), Nationalspieler und WM-Teilnehmer wurde und schliesslich seine grandiose Karriere im Frühjahr 2010 mit Ajoie beendete.
Sollte Jonathan Hazen den HC Ajoie verlassen, dann wird man Gaëtan Voisard wohl da und dort im Elsgau (der Ajoie) an den Hockey-Stammtischen heimlich, wenn er es nicht vernimmt, einen «Verräter» nennen. Mit den Jurassieren, die sich erst 1978 die Unabhängigkeit und einen eigenen Kanton erkämpft haben (République et Canton du Jura), ist nicht zu spassen. Sie sind im Stolz verletzlich.