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Frankreich
Raubtiere
Wolf, Bär und Luchs sind seit 20 Jahren wieder in Frankreich anzutreffen. Seit 1991 wandern die Wölfe aus Italien über den Alpenbogen nach Frankreich ein. Bis heute hat sich eine Population von ca. 200 Individuen entwickelt. Die Bärenpopulation konzentriert sich auf die Pyrenäen und ist durch die Aussetzung von 8 Bären aus Slowenien auf 20 Individuen angewachsen. Die Verbreitung des Luchses konzentriert sich auf drei Regionen: „Les Vosges“, „le Jura“ und die Alpen. Während der Luchs in „Les Vosges„ 1983 wieder ausgesetzt wurde, wanderten die Tiere im Jura und in den Alpen hauptsächlich aus der Schweiz ein.
Nationale Politik
Vor allem die Ausbreitung des Wolfes ist seit Jahren Gegenstand einer breiten, öffentlichen Debatte. Um die Rahmenbedingungen zwischen menschlichen Nutzungansprüchen und der Wiederbesiedelung durch Bär und Wolf zu schaffen, werden alle 4 Jahre nationale Managementpläne erstellt. Die Strategien basieren auf zwei Hauptachsen:
- Überwachung und Kontrolle der Populationen
- Verhinderung von Schäden in der Landwirtschaft
Für den Luchs besteht noch kein nationaler Managementplan. Allgemeine Angaben zur Verbreitung werden regelmässig durch die Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage (ONCFS) publiziert.
Landwirtschaft
Die Präsenz der Raubtiere hat bisher vor allem im Berggebiet und ländlichen Randregionen zu Schäden an Nutztieren geführt. Durch die Ausbreitung gegen Norden und Westen sind jedoch auch zusehends dicht besiedelte Gebiete und intensiver genutzte Flächen in Talregionen betroffen. Hauptsächlich Kleinvieh ist durch Raubtierangriffe betroffen. Selten werden beim Rindvieh Schäden gemeldet. Es wird eine nationale Schadenstatistik geführt. Schäden und Schutzmassnahmen werden landesweit einheitlich entschädigt.
Schutzmassnahmen
Behirtung, Schutzhunde und Zäune sind die Herdenschutzmassnahmen, die vom Staat systematisch unterstützt werden. Als zusätzliche Massnahmen zur Verhinderung von Schäden wird die Infrastruktur für die Hirten verbessert. Falls die Schutzmassnahmen nicht umgesetzt werden können oder nichts nützen können Abschussbewilligungen erteilt werden. Für den Schutz von Rindvieh wurden bisher noch keine Massnahmen regelmässig gefördert.