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Die Bekämpfung der Hyperhidrose durch eine Medikamentenbehandlung
Zur Eindämmung der Hyperhidrose kommt auch eine medikamentöse Behandlung in Betracht. Dabei wird diese Behandlungsform eher bei einer generalisierten Hyperhidrose zur Anwendung kommen und weniger bei fokalen Ausprägungen, bei denen zumeist gezieltere Gegenmassnahmen getroffen werden können. Eine orale Behandlung eignet sich aber gut auch gegen übermässiges Schwitzen im Gesichtsbereich (Hyperhidrosis facialis). Zum Einsatz kommen primär Medikamente aus der Gruppe der Anticholinergika, bei denen der Wirkstoff des Arzneimittels die Erzeugung von Acetylcholin, dem Überträgerstoff im Nervensystem, hemmt. Ist weniger Acetylcholin vorhanden, werden auch die Schweissdrüsen verringerte Nervenimpulse erhalten und dadurch auch weniger zur Sekretion von Schweiss angeregt. Derzeit stehen zwei Wirkstoffe in Form von Medikamenten gegen Hyperhidrose zur Verfügung, das Methantheliniumbromid und das Bornaprinhydrochlorid.
Medikamente aus der Gruppe der Anticholinergika
Medikamente auf der Basis von Methantheliniumbromid entfalten ihre Wirkung relativ schnell, ab einer halben Stunde, und sie wirken etwa bis zu sechs Stunden. Sie sind zur Einnahme vor kurzfristigen Stresssituationen geeignet und wirken auch gut gegen Schwitzen im Achselbereich.
Medikamente auf der Basis von Bornaprinhydrochlorid wirken retardiert, wobei mit niedriger Dosis angefangen wird und sie dann nach und steigert. Die Wirkung tritt langsam ein und erhöht sich innerhalb von mehreren Wochen. So sind diese Medikamente zur Einnahme vor kurzfristigen Stresssituationen nicht geeignet.
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Wirkung und Nebenwirkung
Anticholinergika sind verschreibungspflichtig. Generell muss zu ihnen gesagt werden, dass sie nicht spezifisch gegen die Funktion von Schweissdrüsen wirken, sondern dass sie insgesamt Nervenreize jeglicher Art unterdrücken. Dementsprechend entwickeln sie gravierende Nebenwirkungen, denn sie reduzieren auch die Funktion anderer Körperdrüsen sowie auch die Kontraktion glatter Muskulatur (die sich vorwiegend in inneren Organen befinden und die nicht willentlich beeinflusst werden kann). So können als Nebenwirkungen Mundtrockenheit, Sehstörungen, Schwindel, Müdigkeit oder Gedächtnisstörungen auftreten. Weil die Wirkung von Anticholinergika individuell stark variieren kann, muss bei Einnahme sehr genau beobachtet werden, welcher Effekt eintritt. Macht sich eine deutliche, unerwünschte Nebenwirkung bemerkbar, so ist das Medikament unverzüglich abzusetzen. Insbesondere wegen ihrer hohen Wirksamkeit zur Eindämmung der Schweissbildung muss aber auch darauf geachtet werden, dass die Schweisssekretion nicht zu stark herabgesetzt wird. Sofern das Schwitzen zu stark unterbunden wird, kann dies dazu führen, dass die Thermoregulierung beeinträchtigt und der Körper dann überhitzt wird, was ein schwerwiegendes Risiko darstellt.
Wann vom Einsatz der Anticholinergika abzuraten ist
Es gibt eine Reihe weiterer Medikamente, die das Schwitzen eindämmen oder sogar unterdrücken können, die jedoch gegen Hyperhidrose nicht zugelassen sind. Der behandelnde Arzt kann sie zwar zur Off-label-use-Behandlung (also zulassungsüberschreitend) verschreiben, doch darf das nur nach eingehender Beratung und auf eigene Verantwortung geschehen. Es handelt sich um Blutdrucksenker wie Betablocker, Kalziumkanalblocker und Sympatholytika, weiterhin um Medikamente auf der Basis von Atropin oder Oxybutyn sowie um Psychopharmaka. Wegen der zum Teil gravierenden Nebenwirkungen, die lebensbedrohliche Formen annehmen können, werden solche Medikamente gegen vermehrtes Schwitzen allenfalls in Einzelfällen angeordnet. In aller Regel ist von ihrem Gebrauch gegen Hyperhidrose dringend abzuraten.