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Backenzähne
Die Backenzähne werden unter anderem auch als „Mahlzähne“ bezeichnet. Dieser Name gibt bereits Auskunft über ihren Zweck: Sie sind dafür zuständig, die von den Schneidezähnen abgebissene Nahrung zu zerkleinern. Möglich wird dies dadurch, dass sie eine mit Höckern und Furchen versehene und daher große Oberfläche besitzen, auf der die Nahrung zermahlen wird. Zu diesem Zweck besitzt der Mensch insgesamt 20 Backenzähne, in jedem Kieferquadrant fünf, die sich wiederum in zwei verschiedene Arten aufteilen: Die Prämolaren (Vormahlzähne) und die Molaren (Mahlzähne). Bei den Prämolaren handelt es sich um die vorderen Backenzähne, also die zwei ersten Backenzähne jedes Kieferquadranten. Prämolaren besitzen zwei bis drei Höcker und eine (bei den unteren Prämolaren) ausgeprägte Kronenflucht. Sie sind mit einer oder zwei Zahnwurzeln ausgestattet, die sie fest im Kiefer verankern. Anders als die Molaren besitzen sie außerdem Milchzahnvorläufer, die im Kindesalter die Mahlfunktion übernehmen, die später zu einem großen Teil auf die Molaren übergeht.
Die Molaren werden auch als „Große Backenzähne“ bekannt. Tatsächlich handelt es sich bei ihnen um große und kräftige Zähne, die mit vier bis fünf ausgeprägten Höckern und mit ebenso stark ausgeprägten Furchen versehen sind. Zur Verankerung im Kiefer besitzen sie zwei bis drei, im Oberkiefer auch mehr (bis zu fünf) Wurzeln. Im Erwachsenenalter dienen die Molaren in erster Linie dem Zermahlen von Nahrung. Eine Entsprechung im Milchgebiss gibt es nicht: Die Molaren treten als so genannte Zuwachszähne auf, der erste Molar ungefähr im Alter von sechs Jahren, der zweite um das zwölfte Lebensjahr. Der dritte (hinterste) Molar bricht erst im Erwachsenenalter durch und wird daher auch als Weisheitszahn bezeichnet. Er ist als einziger Zahn nicht bei allen Menschen angelegt. Neben ihrer Funktion für die Nahrungsaufnahme bilden die Backenzähne auch einen wichtigen Druckpunkt des Kiefers. Pro Quadratzentimeter kann ein Druck von ca. 40 kg erreicht werden. Die Backenzähne bilden also auch einen wichtigen Faktor für die richtige Kieferstellung und eine entsprechend richtig entwickelte Muskulatur.
Mögliche Probleme mit den Backenzähnen
Bedingt durch ihren spezifischen Aufbau sind die Backenzähne von bestimmten Problemen besonders häufig betroffen. Insbesondere gilt dies für die Zahlfäule (Karies). Durch die zerklüftete Oberfläche der Backenzähne setzen sich Lebensmittelreste besonders schnell dort ab und werden dort von Bakterien zersetzt – der Zahnschmelz nimmt Schaden und die Zahnfäule entsteht. Verschärft wird dieses Risiko durch die verhältnismäßig schlechte Erreichbarkeit der Backenzähne, der aber mit Kurzkopfbürsten abgeholfen werden kann. Eine weitere Problemquelle können die Zahnwurzeln der Molaren darstellen. Anders als bei den anderen Zähnen variiert die Anzahl der Zahnwurzeln und Wurzelkanäle bei den Molaren des Oberkiefers von Mensch zu Mensch – auch verkümmerte und verkrümmte Wurzeln oder solche mit Widerhaken kommen vor. Wird eine Zahnextraktion nötig, kann dies bei den Molaren zu Problemen führen. Gleiches gilt für Wurzelbehandlungen, die durch eine Wurzelkrümmung oder Verformung nicht nur erschwert, sondern teilweise sogar unmöglich gemacht werden.
Eine besondere Rolle spielt der dritte (hinterste) Molar, der zumeist erst im Erwachsenenalter durchbricht. Durch dieses späte Durchbrechen treten immer wieder Probleme auf, da das Knochenwachstum des Kiefers zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen ist und daher nicht immer genügend Platz für den durchbrechenden Zahn vorhanden ist, was zum Beispiel zu einer Verdrehung von Frontzähnen oder anderen Schäden führt. Ebenso kann es bereits genetisch bedingt zu einer Verlagerung oder Retention (fehlendes Durchbrechen) kommen. Probleme können auch dann auftreten, wenn ein Weisheitszahn normal durchbricht, der gegenüberliegende (der Antagonist) aber nicht. In so einem Fall kann es zu Verschiebungen, Zahnschäden und Beschwerden des Kiefergelenks kommen. In den meisten Fällen wird eine Entfernung einzelner oder aller Weisheitszähne notwendig. Bei Kindern kommt es auch vor, dass der erste Molar – der mit ca. sechs Jahren durchbricht – fälschlicherweise für einen verspäteten Milchzahn gehalten wird. In der Folge kommt es immer wieder zu einer mangelnden Pflege, so dass der erste Molar besonders häufig von Schäden durch kariöse Zersetzung betroffen ist.