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Hepatitis D ist eine meldepflichtige Entzündung der Leber, die durch eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus hervorgerufen wird. Der Krankheitserreger wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten wie Sperma übertragen.
Nur bei früherer oder gleichzeitiger Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus kommt es zur Ausprägung von Symptomen. Nach einer Inkubationszeit von mehreren Wochen treten Symptome wie Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht auf. Der weitere Verlauf der Erkrankung hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Hepatitis-D-Infektion auf eine bereits bestehende Hepatitis-B-Infektion trifft.
Bei Hepatitis D (griech. hépar, hépatos = Leber, -itis = Entzündung) handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Leber, welche die Leberzellen schädigt und die Organfunktion stört. Hervorgerufen wird sie durch eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus (HDV).
Hepatitis D ist in der Schweiz eher selten. Im südeuropäischen Mittelmeerraum ist die Infektionsrate höher, ebenso in Nordafrika, im mittleren Osten und in Südamerika.
Jede Hepatitis-D-Infektion ist eine meldepflichtige Erkrankung. Die namentliche Meldung muss bei Vorliegen einer – labortechnisch bestätigten – Erkrankung erfolgen.
Ursache der Hepatitis D ist eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus (HDV), einem defekten einzelsträngigen RNA-Virus. Um Leberzellen infizieren zu können, benötigt es das Hepatitis-B-Virus. Aus diesem Grund tritt Hepatitis D nur bei Personen auf, die auch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind.
Der Mensch ist für das Hepatitis-D-Virus der einzige natürliche Wirt. Die Übertragung des Krankheitserregers erfolgt durch Blut oder Körperflüssigkeiten wie Sperma, Tränenflüssigkeit, Muttermilch und Speichel, die in Kontakt mit Schleimhäuten oder kleinen Verletzungen der Haut kommen.
Die Inkubationszeit, das heisst die Zeit von der Ansteckung mit dem Virus bis zum Auftreten der ersten Symptome, beträgt bei einer Koinfektion vier bis acht Wochen, bei einer Superinfektion 50 bis 180 Tage.
Eine Infektion mit Hepatitis D beginnt häufig mit unspezifischen Allgemeinsymptomen wie:
Bei einer gleichzeitigen Infektion von Hepatitis D und B (sog. Ko- oder Simultaninfektion) gleicht der weitere Erkrankungsverlauf im Allgemeinen dem einer Hepatitis-B-Infektion. Erfolgt die Infektion mit Hepatitis D, nachdem bereits eine Hepatitis-B-Erkrankung vorlag (Superinfektion), entwickeln sich meist schwere Krankheitsverläufe, die in 70 bis 90 Prozent der Fälle chronisch werden.
Die Diagnose der Hepatitis D wird vor allem durch den Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Virus im Blut gestellt. In Einzelfällen ist auch der Nachweis des Virusgenoms (also des Virus-Erbguts) möglich.
Es existiert derzeit kein wirksames Medikament, mit dessen Hilfe Hepatitis D erfolgreich behandelt werden kann. Die Hepatitis D wird deshalb rein symptomatisch behandelt, das heisst die auftretenden Beschwerden werden gelindert (z.B. mit Schmerzmitteln und Bettruhe).
Therapiestudien mit Interferon alfa zeigten im Langzeitverlauf keine anhaltende Besserung des Krankheitsbilds. Die Gabe von Interferon alfa wird bei Hepatitis D daher nicht empfohlen.
Die kombinierte Infektion von Hepatitis B und Hepatitis D führt oft zu schweren Krankheitsverläufen (akut wie chronisch).
Das Risiko für die Ausbildung einer Leberzirrhose, die mit gravierenden chronischen Leberfunktionsstörungen einhergehen kann und die Entwicklung von bösartigem Leberkrebs (Leberzellkarzinom) begünstigt, steigt bei einer Kombination von Hepatitis B und D deutlich an. Erfolgt die Infektion mit Hepatitis D bei einer bereits bestehenden Hepatitis-B-Infektion, ist das Risiko für chronische Verläufe mit schweren Leberschädigungen deutlich erhöht.
Bei gleichzeitiger Infektion von Hepatitis B und Hepatitis D kommt es häufiger zu schwerwiegenden akuten Verläufen (sog. fulminanter Verlauf), die zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen können.
Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B verhindert auch die Infektion mit Hepatitis D. Dies ist allerdings nur möglich, bevor eine Infektion mit Hepatitis B erfolgte. Bei Personen, die bereits chronisch an Hepatitis B erkrankt sind, hilft die Impfung nicht mehr.