Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03594.jsonl.gz/2112

Fra’ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto heisst der neue Grossmeister der Malteser. Das gab der Orden in Rom bekannt. Dalla Torre hatte zuvor die Funktion eines Statthalters. In dieser Rolle führte er die Gemeinschaft nach einer schweren Leitungskrise übergangsweise seit dem 29. April 2017. Die jetzige Wahl erfolgte durch die 54 Mitglieder des Grossen Staatsrats. Dalla Torre erhält das Amt des Grossmeisters auf Lebenszeit. Vor der Bekanntgabe wurde Papst Franziskus schriftlich über das Wahlergebnis informiert. Anschliessend erhielten auch die Grosspriorate und andere Institutionen des Ordens Kenntnis, ebenso die Regierungen der 107 Staaten, zu denen der Orden mit dem Rang eines Völkerrechtssubjekts diplomatische Beziehungen unterhält.
Der letzte Grossmeister, der 68-jährige Brite Matthew Festing, trat Anfang 2017 auf Druck von Papst Franziskus zurück. Vorausgegangen waren Turbulenzen an der Spitze des Ordens, die zeitweilig den Deutschen Albrecht Freiherr von Boeselager sein Amt als Grosskanzler kosteten; dieser ist inzwischen rehabilitiert. Der Malteserorden steht in der Tradition des «Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem», des im 11. Jahrhundert gegründeten weltweit ersten christlichen Krankenpflegeordens. Nach der Reformation spaltete sich die Gemeinschaft auf in die katholischen Malteser und die evangelischen Johanniter. Als katholischer Orden ist der Malteserorden dem Heiligen Stuhl unterstellt.