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Viele Leute fragen mich oft, ob der Tee ursprünglich aus Indien stammt. Oft bin ich sprachlos. Ich habe mich oft gefragt, wie so der indische Tee eine weltweite Karriere machen kann.
Indien war ein bekanntes Sinnbild von Gewürze und feinen Textilien. Marco Polo lobte die indischen Textilien als schönste, feinste Stoffe. Indische Baumwolle war weltweit begehrt. Im 17. Jahrhundert war sie Importschlager in England, so dass es ein Importverbot aufgrund des Protests der traditionellen Wollenproduktion verhängt wurde. Im 18. Jahrhundert wurde die Lage umgekehrt. Die englische Baumwolle eroberte den indischen Markt und verursachte verheerende soziale Elend in Indien. Tausende indische Familien verloren ihre Existenz und die tausendjährige Tradition des Textilien-Handwerk wurde auf einmal spurlos zerstört.
Woher bekam das alte England die Baumwolle? Natürlich von Kronenkolonie west-indischer Insel – mit den Sklaven aus Westafrika! Später wurde Indien lediglich als Rohstoff-Anbieter in dem Welthandel integriert. 1830 verschwand das Textil-Handwerk – der früheren Symbol der paradiesischen Osten in der Geschichte. Ist es ein historischer Zufall, dass Indien und China ähnliches Schicksal erleben mussten?
Nachdem Tee nicht mehr für bestimmte Schichte privilegiert war, wurde er ein allgemeines Genussmittel. Es ist den Engländern sehr wichtig die Dominanz des chinesischen Tees zu brechen. In eigener Kolonie Ersatz zu finden war eine selbstverständliche Lösung. Außerdem gibt es klimatische Parallel zwischen den britischen Kolonie und Teeheimat China. Wilde Teepflanzen wurde in Assam gefunden, während man in Darjeeling experimentierte. Kulis aus Singapore wurden importiert. Die Geschichte des indischen Tees spiegelt unserer globalisierten kapitalistischen Denkweise wider. Sie herrscht heute noch. Man produziert dort, wo es billig ist, ohne auf die Tradition und Handwerk zu achten. Viele Bio-Tees sind die besten Beispiele.
Tee kommt auch aus Affrika. Eine Errungenschaft unserer Globalisierung.