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Die Weisheit dieses Werkes öffnet die Augen der wissbegierigen Welt, die durch die Dunkelheit der Unwissenheit erblindet ist. Wie die Sonne die Dunkelheit vertreibt, so vertreibt das Bharata durch seine Ausführungen über dharma, artha, kama und moksa die Unwissenheit der Menschen. Wie der Vollmond durch sein mildes Licht die Knospen der Wasserlilien erweitert, so erweitert diese sruti den menschlichen Intellekt. Durch die Lampe der Geschichte, die die Dunkelheit der Unwissenheit zerstört, wird das ganze Haus der Natur, das ganze Universum vollständig und richtig erleuchtet
– Suta Gosvami zu den Weisen in Naimisaranya
Die Mutter aller Lebewesen
Kühe nahmen in der vedischen Kultur einen wichtigen Rang ein – ja, man kann sogar sagen, dass vedische Kultur ohne Kühe und Kuhschutz überhaupt nicht denkbar ist. Aus Milchprodukten wie Joghurt, Butter und Käse wurden eine Vielzahl schmackhafter, nährreicher Speisen hergestellt.
Das wichtigste Produkt der Milch aber – unentbehrlich für Opferriten war ghrta, geklärte Butter (Butterfett). Das Butterfett wurde mit einer eigens dafür vorgesehenen Schöpfkelle von den bahmanas ins Opferfeuer gegossen, während sie bestimmte mantras rezitierten. Wenn vedische Opfer vollzogen werden, sorgen die Halbgötter, die für die Verwaltung des Universums verantwortlich sind, dafür, dass genügend Regen, Sonne, Wind, Wolken usw. zur rechten Zeit erscheinen, damit die Pflanzen wachsen können, die die Menschen und Tiere auf der Erde ernähren. Es heisst im Mahabharata auch, dass die pitrs und untergeordneten Halbgötter durch die Gaben im Feuer erhalten werden. Da all dies nur mit Hilfe von Butterfett möglich ist, das von der Kuh kommt, wird die Kuh als die Mutter aller Lebewesen betrachtet. Der Ochse wird als Vater aller Lebewesen bezeichnet. Mit seiner Hilfe pflügten die vaisyas ihre Äcker.
Ausserdem wurde er für viele andere Arbeiten in der Erzeugung und Verteilung von Grundnahrungsmitteln eingesetzt – Arbeiten, die heute mit Maschinen ausgeführt werden, deren Herstellung und Erhaltung eine Kette von Problemen geschaffen hat. Mit dem Dung der Kühe, der als völlig rein gilt, reinigten die brahmanas Opferaltäre und auch ihre Behausungen.
In der vedischen Zivilisation war sich jeder über die erhabene Stellung der Kühe bewusst, und deshalb hätte es niemand gewagt, eine Kuh zu verletzen, geschweige denn sie zu töten um sich an ihrem Fleisch zu laben. Sri Krsna selbst, der in allen vedischen Schriften als die höchste Person oder die Persönlichkeit Gottes gepriesen wird, ist den Kühen sehr zugeneigt. Er entfaltete seine transzendentalen Kindheitsspiele in Vrndavana, als der Sohn von Nanda Maharaja, dem König der Kuhhirten jener Region.
(aus Mahabharata Juwel der Poeten, Srikanta Sena, Germany 2002)