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Die unter Denkmalschutz stehende evangelisch-reformierte Kirche, deren ursprünglicher Schutzpatron unbekannt ist, befindet sich freistehend und etwas erhöht über dem Dorf Ausserferrera. Es wird angenommen, dass die Umfassungsmauern von Chor und Schiff aus dem späten 15. Jahrhundert (im Zeitraum 1480 bis 1499) stammen. Die heutige doppelte polygonale Gewölbedecke und der achteckige Turmaufsatz mit Kuppeldach und runder, zylindrischer Laterne sind dem Kirchenumbau von 1718 zuzurechnen. In der Glockenstube hängen zwei Glocken, deren Aufzug auf 1831 und 1954 datiert.
Die Kirche besteht aus einem rechteckigen Schiff und einem fast quadratischen, eingezogenen Chor. Chor und Schiff werden durch einen Chorbogen abgetrennt. Im schlicht gehaltenen Kircheninnern sind drei Bibelverse im rätoromanischen Idiom Sutsilvan angebracht. Der Vers aus Matthäus 11,28 lädt zum Innehalten ein: „Vagned na tiar me vus tuts ca vez staintas a graveztgas a jou vi dar a vus cunfiart.“ Die Zürcher Bibel übersetzt: „Kommt zu mir, all ihr Geplagten und Beladenen: Ich will euch erquicken.“
Die letzte Total-Sanierung der Kirche geht auf die Jahre 2013 bis 2015 zurück.
Geschichtliche Zusammenfassung
Die Talschaft Val Ferrera gehörte ursprünglich zu einem grossräumigen Pfarrsprengel, der das Schams und einen Teil des Rheinwalds umfasste. St. Martin in Zillis war die Mutterkirche für dieses Gebiet. Nach Zillis musste man vor allem an hohen Feiertagen. Nur dort durfte getauft werden und auch die Toten mussten auf dem Friedhof zu St. Martin bestattet werden.
1533 spitzte sich ein schwelender Konflikt zu, der bereits von der reformatorischen Bewegung beeinflusst war. Die Ausserferrerer wollten dem Kloster Cazis, dem auch die Mutterkirche in Zillis angehörte, keinen Käszins mehr bezahlen. 1538 trat die Gemeinde dann der Reformation bei und besetzte zusammen mit Innerferrera eine eigene Pfarrstelle.
1837 gab es Vermögensauseinandersetzungen und Ausserferrera trennte sich politisch und kirchlich von Innerferrera und wurde seelsorgerisch von Andeer aus betreut.
Heute sind Ausserferrera und Innerferrera politisch wie auch kirchlich wieder zusammengeschlossen. Für Ferrera und Avers besteht ein gemeinsames Teilzeit-Pfarramt. Das zugehörige Pfarrhaus steht in Avers-Cresta.
Quellenverweis
Recherchen: Daniel Diezi & Andreas Maurer Quellen: Erwin Poeschel, Kunstdenkmäler des Kt. Graubündens, Bd. V; Hans Batz, Kirchen und Kapellen des Kt. Graubündens, Bd. 2 Fotos: Daniel Diezi