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Tiefe Grundwasserstände und Quellabflüsse
Der Indikator liefert im Jahresvergleich einen landesweiten Überblick zur Häufigkeit des Auftretens von aussergewöhnlich tiefen Grundwasserverhältnissen. Sinkt das Grundwasser infolge ausgeprägter Trockenperioden überdurchschnittlich ab, kann es zu Engpässen in der Wasserversorgung kommen. Zudem können aussergewöhnlich tiefe Grundwasserstände und Quellabflüsse eine Beeinträchtigung von grundwasserabhängigen Ökosystemen darstellen. Gemäss den Klimaszenarien CH2014 ist tendenziell davon auszugehen, dass Trockenperioden im Sommer zukünftig öfter auftreten und länger andauern, und es damit häufiger zu tiefen Grundwasserständen und Quellabflüssen im Sinne des Indikators kommen kann.
In den Jahren 1990-1992, 1997/1998, 2003, 2005, 2011 und 2017 lag der Indikator über 50%, d.h. die Mehrzahl der NAQUA-QUANT-Messstellen verzeichnete überdurchschnittlich viele Tage mit tiefen Grundwasserständen bzw. Quellabflüssen. Der Hitzesommer des Jahres 2003 sowie das von 2003 bis 2005 anhaltende Niederschlagsdefizit führten dabei zu aussergewöhnlich hohen Werten für den Indikator. Derzeit ist keine langfristige Tendenz ersichtlich. Mehrjährige Perioden mit tiefen Grundwasserständen und Quellabflüssen werden von mehrjährigen Perioden mit normalen respektive hohen Grundwasserständen und Quellabflüssen abgelöst. Aus diesem Grund wird der Indikator nicht bewertet.
- Verwandte Indikatoren
- Niedrigwasser
Es gibt momentan keinen einheitlichen Indikator in internationalen Indikatorensystemen z.B. der EUA. In einzelnen Ländern werden derzeit vergleichbare Ansätze verfolgt (z.B. Belgien, Österreich).
An den Messstellen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA, Modul QUANT (rund 50 BAFU-Messstellen und 50 kantonale Messstellen) werden Grundwasserstände und Quellabflüsse kontinuierlich erhoben. Der Indikator beinhaltet die Berechnung der jährlichen Anzahl Messstellen mit überdurchschnittlich vielen Tagen mit tiefen Grundwasserständen bzw. Quellabflüssen. Dazu werden an der einzelnen Messstelle die Tagesmittel bestimmt und mit dem entsprechenden Monatsmittel aus 20 Beobachtungsjahren verglichen. Liegt die Anzahl der Tage, an denen der Grundwasserstand bzw. Quellabfluss unterhalb des 10. Perzentils der Monatsmittel liegt, über dem Durchschnitt der 20 Beobachtungsjahre, werden die Grundwasserverhältnisse an der Messstelle als "tief" bezeichnet. Der Indikator beschreibt den Prozentsatz solcher Messstellen im jeweiligen Jahr.
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