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Migräne
Migräne ist eine verbreitete neurologische Erkrankung. Sie zeigt sich durch Anfälle mit Kopfschmerzen, die oft einseitig und pochend oder pulsierend sind. Hinzu kommen Beschwerden wie Übelkeit und Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche oder Gerüche. Ein Teil der Betroffenen hat eine Aura; dann erscheinen häufig Symptome wie Sehstörungen, bevor die Kopfschmerzen einsetzen. Stress, Wechsel im Schlafrhythmus, gewisse Nahrungsmittel und andere Faktoren können als Trigger fungieren: Bei manchen Patienten lösen sie Migräneanfälle aus.
Migräne ist eine chronische Erkrankung mit unbekannter Ursache. Durch einfache Massnahmen oder Medikamente lassen sich die Schmerzen und andere Beschwerden oft gut kontrollieren. Ähnliche Verfahren können die Häufigkeit und die Stärke der Anfälle verringern. Eine Heilung ist nicht möglich. An Migräne leidet in der Schweiz gut eine von zehn Personen, Frauen sind drei- bis viermal häufiger betroffen als Männer.
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Symptome
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Sie haben immer wieder Anfälle von einseitigen Kopfschmerzen, die sich pulsierend oder pochend anfühlen?Verstärken sich diese Schmerzen, wenn Sie sich bewegen?Gleichzeitig haben Sie andere Beschwerden wie etwa Übelkeit, Erbrechen, Überempfindlichkeit gegen Licht oder Geräusche?
Wenn Sie dreimal mit Ja antworten können, weist das stark auf Migräne hin. Hier gelten die genannten Beschwerden als typisch. Migräne äussert sich durch Kopfschmerzanfälle, die meistens nach einem Muster ablaufen. Patienten machen nacheinander verschiedene Phasen durch, in denen sich unterschiedliche, charakteristische Beschwerden zeigen. Kennzeichnend sind die Folgenden:
- Kopfschmerzen, meist einseitig, wobei die Seite wechseln kann. Rund ein Drittel der betroffenen Personen leidet zeitweise auch an beidseitigen Kopfschmerzen.
- Der Schmerz besitzt mittlere bis grosse Stärke.
- Der Schmerz fühlt sich bei vielen Anfällen pochend oder pulsierend an.
- Der Schmerz nimmt zu, wenn sich Betroffene bewegen.
Wenn zwei oder mehr dieser Punkte zutreffen, liegt ein starker Verdacht auf Migräne vor. Um ihn abzusichern, muss ausser dem Kopfschmerz noch mindestens eines der Symptome aus folgender Liste spürbar sein:
- Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
- Lichtempfindlichkeit
- Lärmempfindlichkeit
- Geruchsempfindlichkeit
Die Attacken verlaufen von Patient zu Patient teilweise aber sehr verschieden. Manche Symptome wie etwa Lichtempfindlichkeit können völlig fehlen.
Migräne gehört zu den primären Kopfschmerzen, bei denen die Schmerzen selbst die Erkrankung ausmachen. Sekundäre Kopfschmerzen sind Folgen anderer Erkrankungen oder Umstände.
Typische Migräneanfälle verlaufen in Phasen, nicht alle Migränepatienten durchlaufen bei Anfällen sämtliche bekannte Phasen. Etwa die Vorbotenphase, in der sich Anfälle durch besondere Zeichen ankündigen, tritt nur bei einem von drei Betroffenen auf. Ebenso können Phasen kürzer oder länger dauern.
Eine Sonderstellung hat die Auraphase: Durch ihre An- oder Abwesenheit unterscheiden sich die zwei häufigsten Formen der Migräne. Als Aura fassen die Fachleute bestimmte ungewöhnliche Wahrnehmungen zusammen. Ist die Auraphase vorhanden, sprechen Fachleute von einer «klassischen Migräne» oder einer «Migräne mit Aura». Fehlt diese Phase, handelt es sich dagegen um eine «gewöhnliche Migräne» oder auch «Migräne ohne Aura». Gut vier von fünf Betroffenen (80 bis 85%) leiden an gewöhnlicher Migräne, der Form ohne Aura. Die Mehrheit der übrigen Patienten hat eine Migräne mit Aura. Es gibt weitere Formen, die aber selten sind.
- Vorbotenphase (Prodromalphase): Bei rund einem von drei Betroffenen kündigen sich Migräneattacken durch Vorzeichen an, sogenannten Prodromi. Diese Vorboten zeigen sich bis zu zwei Tage vor einem Anfall. Sie können unterschiedlich sein; viele Patienten fühlen sich müde und gähnen oft, andere sind gereizt oder können sich schlecht konzentrieren. Verbreitet ist weiter ein Heisshunger auf ganz bestimmte Lebensmittel – in vielen Fällen auf Süssigkeiten wie Schokolade. Weiter können Empfindlichkeit gegen Lärm oder Licht und Verdauungsstörungen auftreten.
- Auraphase: Diese Phase erscheint bei weniger als einem von fünf Migränepatienten. Die meisten Betroffenen haben Sehstörungen – Teile ihres Gesichtsfelds fehlen plötzlich, sie sehen Dinge verzerrt oder verschwommen. Auch andere Sinne und Fähigkeiten können gestört sein, wie etwa Geruch, Gleichgewicht, Sprache und Orientierung. Einige Patienten nehmen Berührungen am Körper nicht mehr wahr, andere spüren ein Kribbeln in den Armen, den Beinen oder im Gesicht. Diese Anzeichen entwickeln sich üblicherweise langsam und klingen auch langsam ab. In der Regel dauert eine Auraphase nicht länger als eine Stunde. In dieser Zeit können sich die Symptome stark wandeln, beispielsweise können die Sehstörungen oder das Kribbeln an andere Stellen des Sehfelds oder des Körpers wandern. Betroffene beschreiben ihre Auren sehr unterschiedlich. Die An- oder Abwesenheit einer Aura hat keinen Einfluss auf die Therapie. Bei einer Sonderform haben Patienten zwar eine Aura, doch die Kopfschmerzen, die üblicherweise folgen, bleiben aus.
- Kopfschmerzphase: Nun machen sich Kopfschmerzen breit – bei zwei von drei Betroffenen nur in einer Hälfte des Kopfes, vorwiegend hinter Stirn, Schläfe und Auge. Viele Patienten beschreiben ihre Schmerzen als pulsierend oder pochend. Die Stärke der Schmerzen nimmt zu, wenn sich Betroffene bewegen. Hinlegen, Dunkelheit und Stille verschaffen Linderung. Der grösste Teil der Patienten hat darüber hinaus keinen Appetit, fühlt sich schwindlig, übel und muss sich teilweise übergeben. Die Mehrheit reagiert überempfindlich auf Licht oder auf Lärm, seltener stören Gerüche. Die Kopfschmerzphase kann nach einer Stunde überstanden sein, oft dauert sie aber mehrere Stunden oder bis zu drei Tage und bei chronischer Migräne (unten) auch noch länger.
- Rückbildungsphase: In dieser Phase klingen die Symptome des Anfalls innert 24 Stunden vollständig ab. Die Patienten fühlen sich noch müde und erschöpft, danach ist die Attacke überstanden.
Bei Kindern und Jugendlichen dauern Migräneanfälle üblicherweise kürzer. Sie haben meistens Schmerzen auf beiden Seiten des Kopfes und leiden häufiger an Gleichgewichtsstörungen wie Schwindel und an Überempfindlichkeit für gegen Gerüche.
Bei einem Teil der betroffenen Frauen besteht eine Verbindung zwischen den Migräneanfällen und ihrem Zyklus. Wenn die Attacken nur zu Beginn oder während der Menstruation auftreten, sprechen Fachleute von «menstrueller Migräne». Sie reden von einer «menstruationsbedingten Migräne», wenn sich die meisten oder schwersten Anfälle während der Menstruation ereignen, aber zu anderen Zeiten ebenfalls Anfälle auftreten. Eine Aura fehlt bei beiden Varianten. Die Attacken dauern oft länger als drei Tage, und die Symptome sind teilweise stärker ausgeprägt als bei anderen Migränepatientinnen. Leider bestehen kaum zusätzliche Möglichkeiten zur Behandlung. Manchmal raten Mediziner den Patientinnen dazu, zur Vorbeugung an gewissen Punkten ihres Zyklus für wenige Tage vorsorglich Migränemittel (Triptane) einzunehmen. Auch das Schmerzmittel Naproxen kann teilweise die Zahl der Attacken verringern, wenn Frauen es wenige Tage vor und während der Periode anwenden.
Trigger können Migräneanfälle auslösen
Ein bedeutendes Thema für Menschen mit Migräne sind mögliche Trigger. So heissen Faktoren, die Migräneanfälle auslösen können. Untersuchungen dazu haben viele Ergebnisse geliefert, die leider aber sehr unterschiedlich und teilweise widersprüchlich sind. Es gibt wenig Verlässliches zu Triggern. Allerdings hat sich herausgestellt, dass Betroffene leicht falsche Zusammenhänge herstellen, speziell zu bestimmten Lebensmitteln. Die Schwierigkeiten, echte Trigger eindeutig zu erkennen, hängen auch mit grundsätzlichen Dingen zusammen:
- Rund neun von zehn Betroffenen geben an, dass Trigger bei ihnen eine Rolle spielen. Doch es sind keine Trigger bekannt, die bei allen Betroffenen zu Attacken führen.
- Es ist sehr selten, dass ein bestimmter Trigger bei einem Betroffenen, der dafür empfänglich ist, jedes Mal einen Anfall auslöst. Warum kommt es nur manchmal zur Attacke, manchmal aber nicht?
- Einige Patienten benötigen mehr als einen Trigger, um einen Anfall zu bekommen. Sie müssen beispielsweise gestresst sein und zusätzlich auch Nüsse essen. Solche Kombinationen erschweren die Suche nach Triggern. Es ist unklar, wie viele Betroffene auf einzelne Faktoren reagieren, wie viele auf Zweierkombination und ob es Betroffene gibt, bei denen möglicherweise auch mehrere Faktoren zusammenkommen müssen.
- Manche Trigger sind in Wirklichkeit Vorzeichen, also Prodromi. Viele Betroffene glauben, dass bestimmte Gerüche oder Nahrungsmittel wie Schokolade bei ihnen Anfälle auslösen. Untersuchungen haben aber ergeben: Bei vielen Menschen mit Migräne verstärkt sich die Wahrnehmung für Gerüche vor Anfällen extrem. Sie werden überempfindlich gegen bestimmte Aromen. Diese Überempfindlichkeit ist also offenbar ein «Vorsymptom», der Vorbote eines Anfalls, der schon anläuft. Damit wären Gerüche keine Auslöser. Gleiches gilt für den Heisshunger auf Schokolade, den manche Betroffene spüren und für einen Trigger halten. Untersuchungen legen nahe, dass es sich dabei um das Vorzeichen eines Anfalls handelt wie bei den Gerüchen.
- Viele Nahrungsmittel lösen keine Reaktion aus, manche sehr gegensätzliche. Nahrungsmittel spielten bei vielen Betroffenen in Untersuchungen gar keine Rolle für ihre Anfälle. Sie selbst stellten aber oft irrtümlich Zusammenhänge her, etwa zu gereiftem Käse, Nüssen und Zitrusfrüchten. In Studien zeigten diese Lebensmittel keine Triggerwirkung. Diese konnten dagegen Alkohol, besonders Rotwein, und der Geschmacksverstärker Glutamat unter Beweis stellen. Allgemein wichtiger als einzelne Nahrungsmittel war es, regelmässig zu gewohnten Zeiten zu essen und keine Mahlzeiten auszulassen.
- Was genau ist ein Trigger? Wie gross muss beispielsweise Stress sein, den viele Betroffene als Trigger bezeichnen, um als Auslöser zu wirken? Es ist bekannt, dass Personen sehr unterschiedlich auf Stress reagieren. Auch Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln brauchen teilweise Stunden, bis der Körper sie aufgenommen hat. Entsprechend stellen sich bei fast allen Triggern Fragen nach der Stärke, der Menge und dem zeitlichen Zusammenhang mit den Beschwerden. Der Begriff ist nur ungenau definiert.
So kann es einerseits schwer sein, Trigger eindeutig zu identifizieren. Auf der anderen Seite raten alle Fachleute davon ab, auf etwas zu verzichten, nur weil man annimmt, es sei ein Trigger. Betroffene sollten bestimmte Nahrungsmittel oder bestimmte Umstände nur dann meiden, wenn wirklich erwiesen ist, dass es sich um einen Trigger für ihre Anfälle handelt. Das beste Beispiel für unnötigen Verzicht sind spezielle «Migränediäten»: Keine davon hat Betroffenen in Untersuchungen Vorteile gebracht.
Tägliche Aufzeichnungen (z.B. Migränetagebücher, Kopfschmerzkalender) sind die beste Methode, um Trigger aufzuspüren. In den Tagebüchern halten Betroffene möglichst viele Einzelheiten aus ihrem Tagesablauf fest, also nicht nur die, die sie schon für verdächtig halten. Was habe ich gegessen? Wie viel davon? Um welche Uhrzeit? Hat mich heute etwas gestresst, besonders aufgeregt, geängstigt oder gefreut? Habe ich zu gewohnten Zeiten geschlafen und so gut wie üblich? War ich grellem Licht, lauten Geräuschen oder besonderen Gerüchen ausgesetzt? Daneben notieren sie, wann Migräneanfälle auftreten. Nach ein paar Wochen lässt sich aus den Aufzeichnungen meistens erkennen, welche Faktoren mit den Anfällen zusammenhängen. Es ist sinnvoll, die Notizen mit fachkundigen Personen durchzusehen. Klar identifizierte Trigger sollten Betroffene fortan meiden und ihr Kopfschmerz-Tagebuch vorerst weiterführen: An ihm lässt sich ablesen, ob diese Massnahme – oder eine andere – eine Besserung bringt. Vordrucke für derartige Tagebücher sind in TopPharm Apotheken sowie bei vielen Fach- und Hausärzten erhältlich.
Faktoren, die viele Betroffene als Trigger nennen, sind folgende:
- Stress, besonders, wenn er plötzlich aufkommt.
- Veränderungen im Tagesrhythmus, besonders was den Schlaf und die Mahlzeiten angeht. Einige Patienten berichten, dass sie schon Anfälle bekommen, wenn sie am Wochenende später ins Bett gehen und morgens länger schlafen. Bei anderen müssen die Veränderungen grösser sein.
- Ausgelassene Mahlzeiten sind eine extreme Veränderung im Tagesrhythmus, die offenbar häufig Anfälle nach sich zieht.
- Flüssigkeitsmangel hatte in Untersuchungen eine starke und recht zuverlässige Triggerwirkung, obwohl Betroffene ihn nur sehr selten als möglichen Auslöser ihrer Anfälle im Visier hatten.
- Starke Gefühle und Stimmungen lösen bei manchen Betroffenen Anfälle aus. Teilweise reicht ein gehöriger Schreck, woanders ist eine echte Depression nötig für die Triggerwirkung.
- Hormonelle Veränderungen machen vielen Frauen mit Migräne zu schaffen. Hier hängen Attacken teilweise mit dem Monatszyklus und teilweise mit den Wechseljahren zusammen.
- Starke körperliche Anstrengung, Erschöpfung, Müdigkeit.
Die Liste wird noch viel länger, wenn man seltenere Faktoren und einzelne Nahrungsmittel wie Alkohol (besonders Rotwein), den Geschmacksverstärker Glutamat, sauren Hering, Räucherfisch, Tomaten und weitere berücksichtigt, die Betroffene oft nennen. Ein Teil dieser Lebensmittel zeigte in Studien aber keine Triggerwirkung. Dagegen können manche Medikamente sicher zu Kopfschmerzanfällen führen. Hier ist jedoch unsicher, ob es sich bei den Kopfschmerzschüben um echte Migräneanfälle handelt. Einige Betroffene reagieren auf äussere Umstände wie grelles oder flackerndes Licht (z.B. Sonne, TV, Stroboskop), auf Wetterwechsel oder Föhn- und Höhenwinde. Gewisse Gerüche wie Tabakrauch sind nach aktuellem Stand wohl eher Vorboten als Trigger.
Seltene Formen der Migräne
Neben der gewöhnlichen Migräne ohne Aura und der klassischen Form mit Aura gibt es weitere, seltenere Formen. Sie bringen etwas andere Beschwerden mit sich.
- Hemiplegische Migräne: Es gibt zwei Formen, eine, die familiär gehäuft auftritt, und eine ohne familiäre Häufung. Beide sind oft mit Bewegungsstörungen verbunden. Auch Verwirrtheit, Bewusstseinstrübungen und Koma können auftreten.
- Migräne vom Basilaristyp: Betroffene hören während der Anfälle teilweise schlechter, teilweise haben sie Ohrgeräusche (Tinnitus). Verbreitet sind weiter Störungen im Sprachvermögen, von Bewegung, gestörte Empfindungen wie Kribbeln oder Brennen und ungewöhnliche Sehstörungen wie Doppelbilder. Diese Symptome und die Kopfschmerzen erscheinen üblicherweise beidseitig.
- Retinale Migräne: Kennzeichnend sind ausgeprägte, einseitige Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen oder Blindheit. Manche Betroffene sehen zusätzliche Strukturen, andere weniger Strukturen als tatsächlich vorhanden sind. Die typischen Kopfschmerzen beginnen, während die Sehstörungen noch andauern oder nachdem sie abgeklungen sind.
Wahrscheinliche Migräne: Davon sprechen die Fachleute, wenn Patienten grundsätzlich die typischen Zeichen einer Migräne mit oder ohne Aura zeigen – aber ein wichtiges Kennzeichen fehlt, sodass die Diagnose nicht 100%ig sicher ist.
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Behandlung
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Die Behandlung von Migräne lässt sich in zwei Ebenen aufteilen – Akuttherapie und Vorbeugung. Die Akuttherapie verringert die Beschwerden bei einer Attacke. Die Vorbeugung oder Prophylaxe senkt die Häufigkeit der Anfälle. Sie dient also nicht dazu, der Entstehung der Erkrankung vorzubeugen, wie es bei anderen Krankheiten der Fall ist. Auf beiden Ebenen können Medikamente zum Einsatz kommen. Es handelt sich um spezielle Kopfschmerzmittel und solche, die allgemein Schmerzen lindern, Entzündungen hemmen und Übelkeit dämpfen. In der Prophylaxe und Akuttherapie können auch Verfahren wie Entspannungstechniken, Akupunktur und Biofeedback zu besseren Ergebnissen beitragen.
AkuttherapieNicht bei jedem Migräneanfall sind zwingend Medikamente notwendig! Hier ist Sparsamkeit angebracht: Die wirksamsten Mittel gegen Migränekopfschmerzen können selbst Kopfschmerzen verursachen! Diese Gefahr besteht, wenn Patienten die Mittel zu oft anwenden oder in zu hohen Dosen. Damit steigt auch das Risiko, dass sich eine chronische Migräne entwickelt (siehe «Komplikationen»). Aus diesen Gründen raten Fachleute dazu, die Schmerz- und Migränemittel (Triptane) an maximal zehn Tagen im Monat zu verwenden. Im Zweifel empfiehlt es sich, mit dem Facharzt oder dem Gesundheits-Coach über die richtigen Mengen für die Mittel oder über Alternativen für die Therapie zu sprechen.
Hier sind zuerst die Verfahren aufgeführt, die ohne Medikamente auskommen oder mit pflanzlichen Mitteln arbeiten. Erst danach folgen die Medikamente, die bei Attacken hilfreich sein können.
- Dunkelheit, Ruhen, Stille: Viele Patienten ziehen sich in abgedunkelte, ruhige Räume zurück und legen sich hin. Bewegung verstärkt die Kopfschmerzen. Licht und Lärm können sehr unangenehm sein. Ruhen oder Entspannungsübungen in dunklen, stillen Räumen können manchmal Medikamente überflüssig machen. Manche Betroffene finden auch einen Beutel mit Eiswürfeln für das Genick sehr angenehm.
- Akupunktur: In zwei Studien hat Akupunktur eine gute Wirksamkeit bei Migräneattacken gezeigt. Weitere Studien müssen den möglichen Nutzen noch absichern.
- Pflanzliche Mittel: Speziell die Schläfen mit Pfefferminzöl einzureiben und zu massieren, hat in manchen Studien so gut gewirkt wie übliche Schmerzmittel. Auch zu Mutterkrautextrakten gibt es mehrere Studien, in denen sie bei Migräneattacken wirkten. Die Schwere der Anfälle und die der meisten Beschwerden gingen zurück. Mutterkrautextrakte sind auch in der Vorbeugung beliebt. Viele Personen berichten, dass es ihnen hilft, Stirn und Schläfen mit Teebaumöl einzureiben.
- Nichtopioid-Analgetika: Diese Mittel eignen sich für leichte bis mittelschwere Anfälle bei Migräne. Die Wirkstoffgruppe besteht aus sehr unterschiedlichen Substanzen. Bei Migräne kommen einerseits gängige Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure(ASS), Ibuprofen und Diclofenac infrage, die häufig als nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) zusammengefasst werden. Andererseits können die Wirkstoffe Phenazon, Metamizol und Paracetamol hilfreich sein, die etwas anders im Körper wirken. Grundsätzlich sind alle dieser Wirkstoffe bei Migräne anwendbar. Die besten Wirksamkeitsnachweise gibt es für ASS und Ibuprofen sowie für Kombinationspräparate mit ASS, Paracetamol und Koffein. Als geeignete Dosen gelten 1000 Milligramm ASS oder 600 Milligramm Ibuprofen. Eine Kombination aus rund 250 Milligramm ASS, ungefähr 250 Milligramm Paracetamol und etwa 50 Milligramm Koffein hat in Studien besser gewirkt als 1000 Milligramm ASS allein. Zu Wirkstärke, Dosierung und den weiteren Vor- oder Nachteilen anderer Nichtopioid-Analgetika empfiehlt sich eine fachliche Beratung, bevor Patienten sie selbstständig einsetzen. Weil viele der Wirkstoffe zu Magenschmerzen führen können, sind sie zum Teil in magenschonender Form wie etwa als Brausetabletten erhältlich. Bei dauerhafter oder sehr häufiger Anwendung können die Schmerzmittel selbst zu anhaltenden Kopfschmerzen führen. Patienten sollten zehn Anwendungstage pro Monat nicht überschreiten.
- Triptane: Substanzen aus der Familie der Triptane gelten als wirksamste Medikamente bei mittelschweren bis schweren Anfällen. Sie eignen sich auch, wenn Nichtopioid-Analgetika keine ausreichende Wirkung erzielen. Triptane verändern den Stoffwechsel des körpereigenen Botenstoffs Serotonin. Auf mehreren Wegen lassen in der Folge die Kopfschmerzen und Übelkeit nach. Triptane sollen am besten wirken, wenn Betroffene sie bei Anfällen möglichst früh einsetzen – aber erst nach der Auraphase mit dem Beginn der Kopfschmerzen. Die Wirkung fällt wahrscheinlich schwächer aus, wenn die Mittel später zum Einsatz kommen. Es sind mehrere, unterschiedlich starke Wirkstoffe (z.B. Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan und Zolmitriptan) und verschiedene Präparate erhältlich (z.B. als Nasensprays, Injektionen, Schmelztabletten, Suppositorien). Die Form beeinflusst, wie schnell eine Substanz wirkt. Als Mittel zur Injektion unter die Haut wirkt Sumatriptan innert zehn Minuten, in Tabletten nach 45 bis 60 Minuten. Triptane wirken nicht bei allen Migränepatienten. Wenn eine Substanz in korrekter Dosis unwirksam ist, besteht aber die Chance, dass eine andere aus dieser Familie wirkt. Wenn die Wirkung im Lauf eines Anfalls nachlässt, können Betroffene nach sechs Stunden eine weitere Tablette einnehmen. Bei zu hoher Dosierung und zu häufigem Gebrauch können Triptane selbst zu Kopfschmerzen führen und die Häufigkeit von Migräneanfällen erhöhen. Deshalb sollten die Mittel an höchstens 10 Tagen pro Monat zum Einsatz kommen. Die Anwendung ist ausgeschlossen bei einigen Erkrankungen wie koronarer Herzkrankheit oder unbehandeltem Bluthochdruck.
- Mutterkornalkaloide: Die Substanzen Ergotamin und Dihydroergotamin sind bei Migräne wirksam, gelten aber als Mittel der zweiten Wahl. Sie wirken schwächer als Triptane und haben im Vergleich zu diesen mehr und stärkere Nebenwirkungen. Im Spital verwenden Ärzte bei starken Migräneattacken manchmal Injektionen mit Dihydroergotamin. Bei Fällen, in denen andere Mittel nicht ausreichend wirken, kommen Mutterkornalkaloide ebenfalls in Betracht.
- Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika): Diese Beschwerden lassen sich durch Wirkstoffe wie die Dopamin-Antagonisten Metoclopramid und Domperidon mildern. Möglicherweise verstärken die Mittel zudem auch die Wirkung von Schmerzmitteln und Triptanen, weil der Körper diese bei Migräneattacken schlecht aufnimmt. Metoclopramid und Domperidon verbessern die Resorption. Deshalb kann es sinnvoll sein, Migränemittel und Antiemetika zusammen anzuwenden – gleichzeitig oder zeitlich versetzt, sobald Übelkeit auftritt. Metoclopramid wirkt wahrscheinlich auch leicht gegen Migräneschmerzen. Seine förderlichen Wirkungen bei Migräne sind besser untersucht als die von Domperidon.
- Kombinationen von Wirkstoffen: Bei Migräne dämpfen Wirkstoffkombinationen die Beschwerden teilweise besser als einzelne Substanzen. Nachgewiesen ist das etwa für Triptane zusammen mit lang wirksamen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), wie beispielsweise für die Kombination von Sumatriptan mit Naproxen gegenüber Sumatriptan allein. Ebenso wirken kleine Dosen von Acetylsalicylsäure (ASS) gemeinsam mit Paracetamol und Koffein stärker als grössere Dosen allein. Um den Brechreiz zu unterdrücken, sind weiter Kombinationen von Schmerzmitteln und Antiemetika im Handel. Welche Zusammenstellungen sinnvoll sein können, sollten Betroffene mit Fachleuten besprechen.
- Sonstige Wirkstoffe: Es gibt einzelne Berichte, nach denen das Antiepileptikum Valproinsäure und manche Vertreter der Glukokortikoide (z.B. Kortison) bei Migräneanfällen wirken. Auch eine Kombination von Paracetamol mit dem Opioid Tramadol zeigte gute Wirksamkeit. Weitere Untersuchungen müssen diese vorläufigen Ergebnisse bestätigen. Allgemein gelten Opioide als eher nachteilig in der Behandlung von Migräne. Neuerdings erproben Ärzte Antikörper gegen Migräne. Die ersten vorläufigen Ergebnisse waren positiv. Ob die Methode bald eine neue, wirkungsvolle Möglichkeit zur Behandlung wird, müssen weitere Tests klären.
Bei Kindern raten Experten davon ab, sie bis zum zwölften Lebensjahr mit Acetylsalicylsäure zu behandeln. Triptane wirken bei Kindern offenbar schwächer als bei Erwachsenen. Ab zwölf Jahren kommt Sumatriptan als Nasenspray zur Behandlung infrage. Bei jüngeren raten die Fachleute zu Ibuprofen oder Paracetamol. Als Antiemetikum sollte Domperidon bevorzugt werden.
Migräneprophylaxe
Die Prophylaxe bei Migräne soll die Häufigkeit, Schwere und Dauer von Attacken verringern und verhindern, dass Patienten zu häufig Schmerzmittel nehmen müssen. Mit ein paar einfachen Massnahmen gelingt es manchen Patienten, die Zahl ihrer Anfälle ohne Medikamente zu senken. Ansonsten gibt es auch Medikamente, die zum Teil gute Effekte erzielen.
- Tagebuch: Es ist auf jeden Fall hilfreich, zu versuchen, mit einem Tagebuch individuelle Trigger zu identifizieren, wie es unter «Merkmalen» beschrieben ist. Das kann knifflige Detektivarbeit bedeuten. Bestimmte Nahrungsmittel und andere Faktoren sollte man nur dann meiden, wenn sicher erwiesen ist, dass sie Anfälle auslösen.
- Akupunktur: Das Verfahren hat in mehreren Studien Wirksamkeit gezeigt – ebenso wie eine Scheinakupunktur, die nicht den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin folgte. Wie gut Akupunktur im Vergleich zu anderen Methoden wirkt, ist ungeklärt.
- Ausdauersport: Fachleute raten zum Ausdauersport, obwohl seine positiven Wirkungen in der Prophylaxe der Migräne kaum belegt sind. Sport bringt aber generell viele gesundheitliche Vorteile.
- Entspannungstechniken, Biofeedback, Yoga: Viele Patienten haben gute Erfahrungen mit progressiver Muskelentspannung nach Jacobson, autogenem Training, Yoga, Meditation und Biofeedback gemacht. Es gibt aber so gut wie keine aussagekräftigen Untersuchungen zur prophylaktischen Wirkung bei Migräne.
- Vitamine und Mineralien: Für Magnesium, Riboflavin (Vitamin B2) und Coenzym Q10 gibt es Hinweise, die auf nützliche Effekte in der Vorbeugung hindeuten.
- Pflanzliche Mittel: Extrakte aus der Pestwurz verringerten in Studien innert acht bis zwölf Wochen die Häufigkeit von Migräneattacken um 60 bis 70%. Auch Mutterkrautextrakte konnten die Frequenz der Anfälle verringern und wirken zudem positiv bei Anfällen.
- Diäten: Es gibt einige Diätpläne, die konkret für Menschen mit Migräne entworfen wurden. Keine dieser «Migränediäten» hat in Studien eine Besserung bewirkt. Es gibt keinesfalls die eine richtige Migränediät! Betroffene sollten bestimmte Lebensmittel wirklich nur meiden, wenn sicher ist, dass diese ihre Krankheit negativ beeinflussen. Wichtig ist eine Regelmässigkeit der täglichen Mahlzeiten.
Üblicherweise führen die Patienten über mehrere Monate ein Kopfschmerz-Tagebuch. An ihm zeigt sich, ob die Frequenz der Attacken durch eine Prophylaxe wirklich sinkt. Das Ziel einer Prophylaxe ist es, die Anfallshäufigkeit um mindestens die Hälfte zu senken. Auf jeden Fall sollte sie um ein Drittel nachlassen. An diese Ziele tastet sich die Behandlung schleichend heran, mit langsam steigenden Dosen.
Als Medikamente der ersten Wahl gelten in der Prophylaxe:
- Propranolol und Metoprolol (Betablocker)
- Flunarizin (Kalziumkanalblocker) senkt nicht allein die Häufigkeit der Attacken, sondern auch die von Auren. Das Mittel ist auch bei Kindern geeignet.
- Valproinsäure und Topiramat (Antikonvulsiva, Antiepileptika): Topiramat wirkt nachweislich auch bei Kindern. Die Zahl der Auren konnte es nur vereinzelt beeinflussen. Valproinsäure ist unwirksam bei Kindern und Jugendlichen.
Zu anderen Substanzen gibt es weniger Daten, weshalb die Fachleute sie als Mittel der zweiten oder dritten Wahl einstufen. Unterschiedliche Einschätzungen gibt es zum trizyklischen Antidepressivum Amitriptylin. Es gilt bei uns eher als Mittel der zweiten Wahl, in den USA aber als solches der ersten Wahl.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Migräne ist eine chronische Erkrankung. Sie verschwindet normalerweise also nicht von allein, sondern bleibt bestehen. Betroffene müssen prinzipiell immer damit rechnen, dass neue Anfälle auftreten, selbst wenn ihre letzte Attacke sehr lange zurückliegt; denn die Erkrankung lässt sich auch nicht mit Medikamenten, Operationen oder anderweitig beheben.
Allerdings ist bekannt, dass die Häufigkeit der Anfälle in der Regel ab dem 40. Lebensjahr abnimmt – bei manchen Personen so weit, dass sie gar keine Anfälle mehr bekommen. Der Grund dafür ist unbekannt, möglicherweise spielen Hormone eine Rolle.
Frauen, deren Migräne mit ihrem Zyklus zusammenhängt, sollten nicht zu sehr darauf hoffen, dass ihr Leiden mit den Wechseljahren verschwindet. Dieses Glück haben leider nur wenige, bei der Mehrheit der Frauen verstärkt sich Migräne durch die Wechseljahre noch. Die Erkrankung tritt in dieser Zeit bei Frauen sogar vermehrt neu auf. Manchmal helfen Hormontherapien den Betroffenen. Teilweise lehnen Ärzte sie ab, weil das Schlaganfallrisiko steigt. Es muss sorgfältig gegen möglichen Nutzen abgewogen werden.
Komplikationen
Als Komplikationen gelten bei Migräne vorwiegend Formen, bei denen Attacken sehr oft auftreten oder extrem lange anhalten.
- Chronische Migräne: Als chronisch bezeichnen Spezialisten eine Migräne dann, wenn Betroffene daran seit über drei Monaten an mehr als 15 Tagen pro Monat leiden. Die chronische Migräne tritt häufig als Erschwernis bei einer gewöhnlichen Migräne ohne Aura auf. Die Ursache der Chronifizierung ist ungeklärt. Experten vermuten, dass die Schmerzattacken auf Dauer einige Nervenzellen und ihre Kommunikation untereinander verändern. Als starker Risikofaktor gilt es, wenn Patienten Opioide erhalten haben oder Triptane in zu hoher Dosis oder zu hoher Frequenz. Die Fallzahlen bei chronischer Migräne steigen. Wenn sie sich entwickelt hat, besteht zunächst die Möglichkeit, die Zahl der Attacken mit Topiramat oder Onabotulinumtoxin A zu senken.
- Status migraenosus: Der Ausdruck bezeichnet eine schwere Form, bei der fast pausenlos eine Attacke auf die andere folgt. Alternativ dauern die Beschwerden drei Tage und länger.
- Migränöser Infarkt: Wenn sich im Rahmen eines Migräneanfalls mit Aura ein Hirninfarkt (Schlaganfall) ereignet, weil ein Gehirnbereich nicht genug Blut erhält, sprechen Fachleute von einem migränösem Infarkt. Die Aurasymptome dauern auffällig lange, in der Regel mehr als eine Stunde. Das Gehirn erleidet bleibende Schäden.
- Persistierende Aura ohne Infarkt: Die Aurabeschwerden halten extrem lange an – über eine Woche! – und erscheinen meist beidseitig. Ein Hirninfarkt (Schlaganfall) ist aber nicht nachweisbar.
- Migralepsie: Der Name deutet an, dass sich hier Migräne und Epilepsie verbinden. Die Komplikation kann bei der klassischen Form mit Aura erscheinen, dann treten epileptische Anfälle während der Auraphase auf oder in der ersten Stunde danach.
Besonderheiten
Migräne ist den Menschen wahrscheinlich seit mehreren Jahrtausenden als Krankheit bekannt. Schriften der Sumerer, die in Gebieten des heutigen Syriens und des Iraks lebten, beschrieben schon vor mehr als 4000 Jahren Menschen, die phasenweise starke einseitige Kopfschmerzen hatten. Heiler sägten oder bohrten den Erkrankten die Schädel auf, damit durch die Löcher üble Gase und böse Geister entweichen konnten. Später galten den Gelehrten ungute Körpersäfte – insbesondere zu viel Galle –, verstopfte Sinnesorgane und im 19. Jahrhundert sogar Masturbation als Ursachen der Erkrankung.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Die Ursache der Migräne ist unbekannt. Auch über ihre Entstehung wissen die Fachleute wenig. Bekannt ist, dass ein paar Gene zum Risiko beitragen, aber nur in geringem Mass. Dagegen liegen die beeinflussbaren Risikofaktoren im Dunkeln. Doch es ist davon auszugehen, dass es welche gibt: Während der letzten fünf Jahrzehnte hat die Häufigkeit der Migräne in den Industrieländern deutlich zugenommen. Das spricht dafür, dass die Lebensumstände – Lebensstil und Umweltfaktoren – erheblichen Einfluss auf die Entstehung haben.
Nach einer Theorie ist bei Menschen mit Migräne der Stoffwechsel einiger Botenstoffe verändert, auch der von Serotonin. In diesen greifen die Triptane ein, die bei Anfällen ja helfen. Die veränderten Mengen an Serotonin und anderen Botenstoffen könnten dazu führen, dass Nervenzellen im Gehirn auf bestimmte Reize zu heftig reagieren und Kopfschmerzen entstehen. Eine andere Theorie geht davon aus, dass die Kopfschmerzen zustande kommen, weil sich die Blutgefässe im Gehirn stark weiten. Das geschieht bei jedem Migräneanfall. Wissenschaftler haben im Gehirn von Betroffenen einige Besonderheiten entdeckt, diese ergeben aber noch kein deutliches Bild der Migräne.
In der Schweiz leidet etwas mehr als eine von zehn Personen an Migräne, die Fachleute rechnen mit knapp einer Million Betroffenen. Bis zur Pubertät verteilen sie sich gleichmässig auf beide Geschlechter, danach steigen die Fallzahlen bei den Frauen überdurchschnittlich stark an. Sie sind über alle Altersklassen hinweg rund dreimal häufiger betroffen als Männer.
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Vorbeugung
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Es ist nicht möglich, gezielt gegen Migräne vorzubeugen. Schliesslich sind nicht einmal die Risikofaktoren bekannt, die sich beeinflussen lassen und die Entstehung von Migräne fördern.
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Wirkstoffe
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