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Der Signal Corps Receiver BC-348 ist ein Achtröhren - Superhet - Allwellenempfänger,
das Gerät wurde im zweiten Weltkrieg in den USA in zahlreichen Varianten in Lizenz
hergestellt. Der Empfänger kam üblicherweise als Bordempfänger auf Flugzeugen zum
Einsatz, was die Bauweise mit dem erstaunlich leichten Aluminium - Chassis und Gehäuse
erklärt.
Der Empfänger BC-348 besitzt ein stabiles erstaunlich leichtes schwarz lackiertes Aluminiumgehäuse, er misst
46 x 23 x 22 cm und bringt 20 kg auf die Waage.
Der BC-348 ist zur Versorgung vom 28 V Gleichstrom Fluzeug - Bordnetz
konzipiert, die Anoden - Hochspannung wird von einem "Dynamotor", einem rotierenden
Umformer, erzeugt.
Die Frequenzskala ist in der Mitte der Frontplatte lokalisiert. Eine mechanische
Blende gibt den Blick nur auf den Teil der rotierenden Frequenzskala frei, der dem eingestellten
aktiven Frequenzband entspricht.
Der charakteristische mit "Speichen" versehene Bandschalter unmittelbar unterhalb des Skalenfensters lokalisiert,
der Abstimmknopf "TUNING" rechts unterhalb der Skala.
In der rechten unteren Ecke der Frontplatte finden sich die Klemmen zum Anschluss von
Antenne "A" und Erde "G", darüber die Antennenabstimmung. Oberhalb des Typenschilds
und einer Blende zum Zugang zum Geräteinnnern findet sich der Regler für die Intensität
der Skalenbeleuchtung.
Der Betriebsschalter "AVC" / OFF / "MVC" findet sich neben den Kopfhörerbuchsen
in der linken unteren Ecke der Frontplatte, daneben der Lautstärkeregler "INCREASE VOL"
und der BFO-Tonhöhenregler, der Schalter für den BFO "C.W. OSC" zum Empfang von SSB und Einseitenbandaussendungen
und der Schalter des Quarzfilters finden sich gleich oberhalb.
Zum Betrieb des Empfängers muss er mit der korrekten Betriebsspannung verbunden
werden; die Antenne und die Erdleitung werden an den entsprechenden Klemmen
angeschlossen. Der Betriebsschalter soll auf "A.V.C" stehen, woraufhin das Brummen des Umformers hörbar werden sollte.
Mit dem Bandschalter wird der Bereich 6 - 9.5 MC gewählt, nun wird mit dem
Haupt - Abstimmknopf das Signal der "Deutschen Welle" aus Köln zwischen den 6.0 und 6.1 MHz
Markierungen gesucht, die Skala läuft gegensinnig, d.h. die niedrigen Frequenzen
liegen rechts und die höheren Frequenzen links. Mit dem Lautstärkeregler wird die Lautstärke
angepasst, der BFO-Schalter "C.W. OSC" sollte in der OFF - Position stehen, der BFO wird nur
zum Empfang von CW oder SSB-Aussendungen, wie sie beispielsweise in den Amateurfunkbändern
oft zu hören sind, aktiviert.
Der BC-348 ist ein stabiler und zuverlässiger Empfänger, allerdings treten nicht
selten Probleme mit dem rotierenden Umformer, der ähnlich wie ein Elektromotor mit gekoppeltem
Alternator funktioniert, auf - diese mechanisch beweglichen Komponenten sind
am ehesten störanfällig, weshalb die Geräte sehr häufig später von Funkamateuren
auf Netzbetrieb umgebaut wurden.
Das Gerät entspricht technisch einer gewichtsmässig und an die Betriebsspannung
von 28 V, wie sie in Flugzeug - Bordnetzen üblich ist, adaptierten Version des Empfängers BC-224-B,
der technisch auf dem in der Mitte der Dreissiger Jahre von RCA entwickelten BC-224-A beruht.
Der BC-348-B verwendete wie alle späteren Geräte den Umformer / Dynamotor DM-28
und die stossabsorbierende FT-154 / FT-167 Montageplatte. Der Bereich umfasste
1,5 - 18 MHz in sechs Bereichen.
Ab dem BC-348-E wurde der Langwellen /VLF-Bakenbereich 0,2 - 0,5 MHz erweitert,
der Bereich 1,5 - 18 MHz in den verbleibenden 5 Bandsegmenten etwas zusammengedrängt.
Im Jahre 1943 rüstete Belmont (Chicago IL) eine Reihe BC-348-C auf VLF-Empfang um,
diese Geräte erhielten die Typenbezeichnung BC-348-S.
Die frühen Versionen BC-348-B und C wurden von RCA gebaut, als Endröhre wurde
eine 41 eingesetzt.
Die Versionen BC-348-E, H, K, M, O, P, R wurden von Belmont (Chicago, IL) gebaut,
im Gegensatz zur den ersten BC-348-Versionen von RCA wurde als Endröhre eine 6K6GT
eingesetzt.
Die Versionen BC-348-J, N, Q wurden von Wells Gardner gebaut, hier findet sich ebenfalls
eine 6K6GT als Endröhre, neben kleineren Schaltungsänderungen sind die Geräte
von Wells Gardner am Drehschalter zu Aktivierung des BFO und am fehlenden Antennentrimmer
erkennbar.
Serien dieser Geräte wurden auch in Frankreich in Lizenz gebaut.
Geräte mit deutscher Beschriftung wurden als Surplusgeräte den deutschen
Behörden übergeben und dort nach Überholung und Anbringen einer deutschsprachigen
Beschriftung im Behördenfunk (Polizeifunk...) eingesetzt.
Einige Geräte wurden zumsammen mit dem Sender BC-375-E als SE-018/m resp. H-Station
im Flugfunkdienst als Bodenstation oder Bernfunkstation eingesetzt.