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Einzelne Objekte aus der Sammlung des Historischen Museum Basel bringen die Beteiligung der reichen Stadtbevölkerung am Sklavenhandel und der Kolonialisierung ans Licht.
Bei der Generalinventur begegnen wir prachtvollen Objekten. Wir sehen farbige Tapeten, verzierte Porzellanservices oder geblümte Seidenbänder. Im Haus zum Kirschgarten und im Gemäldedepot beobachten uns Patrizier:innen aus pompösen Portraits. Hinter diesen glanzvollen Objekten zeigen sich jedoch die Schatten von Ausbeutung und Rassismus.
Die Basler Firma Christoph Burckhardt & Cie. stellte sogenannte Indiennes-Fabrikate her. Das sind bunte Stoffdrucke. Diese Familie von Indiennes-Fabrikanten finanzierte kommerzielle Schiffreisen, bei denen ihre Stoffe in Umlauf gebracht wurden.
Die Firma beteiligte sich aktiv am sogenannten Dreieckshandel. Als Dreieckshandel bezeichnet man den Warenstrom zwischen dem europäischen, dem afrikanischen und dem amerikanischen Kontinent, in dem Schiffe europäische Waren – wie beispielsweise bedruckte Stoffe – auf den afrikanischen Kontinent transportierten, die Waren dort gegen versklavte Personen eintauschten und diese in der Folge in die Karibik brachten, wo sie an Plantagenbesitzer verkauft wurden. Auf dem Rückweg nach Europa brachten die Schiffe Kaffee und Zucker als Kolonialwaren mit. Diese Produkte wurden von reichen Basler:innen in den eleganten Kaffeeservices – die heutzutage im Haus zum Kirschgarten ausgestellt sind – konsumiert.
Auch nach der Abschaffung der Sklaverei waren prominente Basler Familien in den europäischen Kolonialismus eingebunden. Als Besitzer von mehreren Seidenbandfabriken gehörten beispielsweise die Sarasins ebenfalls zum Patriziat. Karl Sarasin (1815–1896) war ein sogenannter Seidenbandherr. Er sass im Komitee der Basler Mission und verwaltete eine Textilfabrik in Indien, in welcher die neu bekehrten Christinnen und Christen arbeiteten. In diesem Kontext pflegte er privilegierte Beziehungen zur britischen Kolonialverwaltung.
Auch sein Sohn, Paul Sarasin (1856-1929) spielte ebenfalls eine bedeutende Rolle in den kolonialen Strukturen. Mit seinem Cousin Felix Sarasin (1859-1942) unternahm er mehrere wissenschaftliche Expeditionen, vor allem in Südostasien. Das durch die Seidenbänder erworbene Familienvermögen ermöglichte die Finanzierung solcher Expeditionen.
Die prunkvollen Objekte, die wir momentan inventarisieren, haben viel Potenzial. Sie erzählen uns eine Geschichte der Ästhetik, des Wohlstands und des Wissens. Eine vertiefte Erforschung aus postkolonialer Perspektive ermöglicht eine Reflektion über die Lücken in der Sammlung. Die hinter dem Prunk verborgenen Personen sind wichtige Akteur:innen unserer Geschichte und verdienen einen Platz in unserem kollektiven Gedächtnis.