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Die japanische Regierung hat bestätigt, mit dem Ablassen von Wasser aus dem Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi in den Pazifischen Ozean einverstanden zu sein. Die Tokyo Electric Power Company (Tepco), Betreiberin des Kraftwerks, wird eine Anlage bauen, mit der das Wasser vor dem Ablassen verdünnt wird. Seit dem Reaktorunfall im Jahr 2011 haben sich auf dem Werksareal grosse Mengen Wasser angesammelt, das zur Kühlung der beschädigten Reaktoren benutzt wurde. Das Ablassen soll in etwa zwei Jahren beginnen, vorbehaltlich der endgültigen Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden.
Die japanischen Behörden gaben an, dass es keine praktische Alternative zur Freigabe des Wassers gebe, da die Lagerkapazitäten bald ausgeschöpft sind. Im Jahr 2020 befanden sich bereits mehr als eine Million Tonnen in Tanks auf dem Werksareal, wobei die Menge um mehr als 100 Tonnen pro Tag anstieg. Gemäss den Behörden besteht kein Risiko für die menschliche Gesundheit. Zudem würden Kernkraftwerke auf der ganzen Welt im Normalbetrieb jeden Tag ähnliches Wasser freisetzen.
Das kontaminierte Wasser wurde mit einem aufwändigen Filtersystem, dem Advanced Liquid Processing System (ALPS), behandelt, um den grössten Teil des radioaktiven Materials zu entfernen. Es gibt jedoch keine praktische Möglichkeit, Tritium herauszufiltern, ein radioaktives Isotop von Wasserstoff, dem leichtesten Element im Periodensystem. Tritium kommt in der natürlichen Umgebung, insbesondere als chemischer Bestandteil von Wasser, vor und hat eine Halbwertszeit von 12,3 Jahren. Laut Japans Regierung beträgt die Strahlendosis aus dem Wasser von Fukushima-Daiichi nicht mehr als ein Tausendstel der natürlichen Belastung, selbst wenn alles in einem einzigen Jahr freigesetzt würde.
Premierminister Yoshihide Suga sagte nach einem Treffen von Ministern und Politikexperten in Tokio, das Wasser werde vor dem Ablassen auf ein Siebtel des Richtwerts der Weltgesundheitsorganisation für Tritium im Trinkwasser verdünnt,. Er betonte, dass der Prozess vollständig transparent und offen für Inspektion durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) sein werde. Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, begrüsste die Entscheidung als Meilenstein, der den Weg für weitere Fortschritte bei der Stilllegung von Fukushima-Daiichi ebnen werde. Er fügte hinzu: «Die Entscheidung der japanischen Regierung steht im Einklang mit der weltweiten Praxis, auch wenn die grosse Menge an Wasser in der Anlage in Fukushima den Fall einzigartig und komplex macht.»
Quelle
M.R. nach NucNet, 13. April 2021
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