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Der vorliegende Blog ist ein überarbeiteter Auszug aus:
Bansal-Tönz, Scharmila: Untersuchungen der Lieder Purandaradāsas (1484 – 1564) und ihrer modernen Rezeption im indischen Tanz Bharata Natyam. Zürich : Universität, 2018.
Dissertation an der Universität Zürich, 2017
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Das moderne Bharata Natyam ist Teil einer südindischen Performance-Kultur, die in der Vergangenheit eine eigentümliche Art der Selbstwahrnehmung und -darstellung entwickelt hat. Dies begründet sich in der Art, wie sich diese Performance-Tradition selbst reflektiert: Es ist eine teilweise rekonstruierte, teilweise ideologisierte Geschichte, die den Anspruch einer elitären Kunstdarstellung hat und auf einer historisch geprägten Idee von «Indianness» aufbaut. Im indischen Tanz Bharata Natyam besteht daher ein Nebeneinander eines idealisierten Selbstbildnisses und die gleichzeitige Berufung auf eine authentische Tradition – ein komplexes Zusammenspiel von Authentizität, Ideologie, Klassizismus und Geschichte.1 Die folgenden Ausführungen beschreiben dieses künstlerisch-historische Spannungsfeld am Beispiel meiner eigenen tänzerischen und musikalischen Ausbildung.