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25. September 2017
Montag, 30. Januar 2017
Un homme qui crie
- Tschad, 2010, 87’
- Regie: Mahamat Haroun
- mit Youssouf Djaoro, Diouc Koma, Emile Abossolo M'Bo
Seit 30 Jahren arbeitet Adam am Pool einer gehobenen Hotelanlage in der Hauptstadt N'Djamena, eine Stellung, die ihm Respekt und Ansehen einbringt. In seiner Jugend war er Schwimmchampion von Zentralafrika, bis heute zehrt er von seinem Ruhm. Das ändert sich plötzlich, als das Hotel an einen chinesischen Investor übergeht und der Champion aus Altersgründen zum Parkplatzwächter degradiert wird. Ein Schlag für den stolzen Mann, erst recht, als sein Sohn Abdel hinter seinem Rücken die Arbeit am Pool übernimmt. Als Adam von seinem Bezirkschef bedrängt wird, endlich seinen Beitrag zum Krieg zu leisten, liefert er Abdel an die Regierungstruppen aus und kehrt auf seinen für sein Selbstwertgefühl so wichtigen Posten zurück.
Vor dem Hintergrund der Bürgerkriegswirren berichtet der tschadische Regisseur vom entgleisenden Alltagsleben, von Massenflucht, als die Kämpfe näher heranrücken, von Armut und Entfremdung. Und von einem Menschen, der unter diesen Umständen die Kontrolle über sein Leben und sich selbst verliert, sich entwertet fühlt und damit nicht umgehen kann. Adams Frau Mariam ist ganz anders. Sie redet oder handelt, wo es nötig ist, wo ihr fehlgeleiteter Mann verstummt.
Unsentimental und bis zum offenen Ende sehr langsam erzählt, verzichtet Haroun auf raumgreifende Musik; stattdessen hört man Stimmengewirr, Fluglärm von Militärjets, das Knattern von Adams Hotelmotorrad, ein Lied. Dazu die milden Farben der Bilder. Der Film erhielt am Festival in Cannes den Grossen Preis der Jury.