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BärnToday: Herr Bührer, wenn Sie SCB-Trainer wären, welchen Torhüter würden Sie am Mittwochabend bevorzugen?
Marco Bührer: Mir fehlen da natürlich einige Informationen. Ich habe beispielsweise keinen Einblick, wie es Adam Reideborn oder Philip Wüthrich gesundheitlich geht. Wenn beide fit sind, würde ich mit Wüthrich ins Spiel sechs starten. Er stand schon beim letzten Heimspiel beim SCB im Tor und damals gewannen die Berner.
In der letzten Partie wechselte Trainer Jussi Tapola Philip Wüthrich nach 18. Minuten bei einem 0:2 Rückstand aus. Das hat grosse Diskussionen ausgelöst. Unter anderem schade dies dem Selbstvertrauen von Wüthrich. Wie beurteilen Sie den Entscheid als ehemaliger Goalie?
Das ist halt das Los des Goalies und es ist das gute Recht des Trainers, diesen Wechsel vorzunehmen. Im Anschluss der Partie betonte Tapola, dass die Auswechslung nichts mit der Leistung von Wüthrich zu tun hatte. Er hatte das Gefühl, dass es ein Weckruf für die Mannschaft sein könnte, wenn er jetzt den Torhüter wechselt. Viel gebracht hat es im Nachhinein nicht. Adam Reideborn kassierte noch vier Gegentore. Ob der SCB die Partie ohne den Goaliewechsel gewonnen hätte, würde ich aber auch bezweifeln. Zug war einfach sehr effizient. Es hat keine Rolle gespielt, welcher Goalie im Tor stand.
Ist die Auswechslung für Wüthrich nicht eine Degradierung, die dem Selbstvertrauen schadet?
Ich sehe die Auswechslung nicht als Degradierung an. Ich wurde als Goalie auch ausgewechselt, unter anderem in Zug. Das war für mich kein grosses Problem, denn ich wusste, dass ich beim nächsten Spiel wieder zeigen kann, was ich kann. Es ist für Philip Wüthrich wichtig zu wissen, dass er trotz Auswechslung eigentlich gut gespielt hat. Aus meiner Sicht nagt die Auswechslung am Montag nicht am Selbstvertrauen von Wüthrich, deshalb würde ich ihn wieder spielen lassen.
Aber alle reden jetzt über diese Auswechslung. Die Experten und die Fans. Löst das nichts aus bei einem Goalie?
Logisch ist es nicht schön, wenn man ausgewechselt wird. Die Frage ist einfach, kannst du etwas dafür oder nicht? Schlimmer ist ja, wenn man zwei, dreimal daneben greift und absolut schuldig ist. Das ist er in diesem Fall ja nicht. Deshalb glaube ich nicht, dass ihn das gross beeinflusst. Obwohl er noch relativ jung ist, hat er das eine oder das andere schon erlebt. Es passiert den bestens Goalies, dass es nicht so läuft, wie es sollte. Aber natürlich ist es auch wichtig, wie der Coach mit dem Goalie danach umgeht.
Was hat Bern für ein Goalie-Duo?
Reideborn und Wüthrich – beides sind sehr starke Goalies. Sie haben bereits beide gezeigt, was sie können. Reideborn hat Weltklasseformat. Er hat eine sehr gute Saison gespielt, vor allem Dreiviertel der Saison war er sackstark. Er war ein enormer Rückhalt für die Mannschaft, sodass sie wieder Selbstvertrauen finden konnte.
Wüthrich hat etwas weniger gespielt, da er noch verletzt war. Auch er brachte seine Leistungen und war massgeblich daran beteiligt, dass es die Mannschaft klar in die Playoffs schaffte. Vom Stil her ist Wüthrich eher der ruhigere Goalie, der Blocker. Reideborn auf der anderen Seite ist etwas aggressiver.
Wie geht die Serie aus?
Ich sage 50/50. Ich erwarte, dass Bern heute Abend zu Hause gewinnt. Und dass es ein siebtes Spiel in der Serie geben wird. Dann wird es enorm schwierig. Da ich aber ehemaliger SCB-Goalie bin, hoffe ich natürlich, dass Bern gewinnt. Denke aber gleichzeitig, dass die Zuger es den Bernern sehr schwer machen werden. Auch in einem allfälligen Entscheidungsspiel.