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Netstaler Geschlechter
Bearbeitet von Hans Speck
Bei den Schuler handelt es sich um eine alteingesessene Familie, aus der viele Funktionäre, aber auch einige Theologen, Offiziere in fremden Kriegsdiensten, Fabrikanten und Ärzte hervorgegangen sind. Glarner Chronisten brachten sie im Zusammenhang mit den bis ins 17. Jahrhundert selbstständig erscheinenden Wala, indem sie vielen Trägern des Namens Wala die Worte „genannt Schuler“ beifügten. Wie bei den Schindler-Wighus ist eine solche Gleichsetzung möglich. Aber auch hier liegt ein zeitgenössischer Beweis nicht vor.
Erstmals im Jahre 1333 erwähnt
Erstmals sind Schuler im Stiftungsbrief von 1333 für das
Schwesternhaus in Linthal erwähnt, wo Peter und Ulrich als Zeugen aufgeführt sind. Im Gabenverzeichnis für die Kaplane Näfels aus dem Jahre 1413 ist eine ganze Familie namentlich überliefert. Bei
St. Jakob an der Birs fielen 1444 zwei Schuler aus der Kirchhöre Mollis und 1468 kam ein Träger dieses Namens auf dem Ochsenfeld bei Mülhausen um. Im 15. Jahrhundert scheint die Familie somit in
verschiedenen Gemeinden vertreten gewesen sein. Als Stammort dürfte aber Rüti in Frage kommen. Von Rüti aus verbreitete sich die Familie nach Glarus, Netstal, Matt und Mollis. Ausser den
genannten Funktionären, die zum Teil Wohnsitz im Hauptort nahmen, liessen sich einzelne Familien auch dauernd in Glarus nieder. Anscheinend wohnte schon Niklaus, der die Neugläubigen 1528 an der
Tagsatzung in Luzern vertrat, im Hauptort. Ein möglicher Nachkomme war der im Jahr 1625 in Netstal wohnende, aber auch als Bürger von Glarus eingetragene Namensvetter, dessen Vorfahren also über
Glarus ins Dorf am Wiggis gekommen sein müssen. Zwei Enkel dieses Niklaus zogen dann wieder in den Hauptort.
Die Schuler von Netstal
Die Schuler von Netstal sind gleichen Stammes wie ein Teil der Schuler in Glarus. Ihr Stammvater ist der bereits unter Glarus erwähnte Niklaus Schuler-Vögeli, der im Jahre 1625 in Netstal wohnte und auch das dortige Bürgerrecht besass. Er starb 1658 in Valence in französischen Kriegsdiensten. Seine in Netstal gebliebene Nachkommen taten sich in der Öffentlichkeit nicht stark hervor; sie waren auch nie besonders zahlreich. Einer wurde Landweibel; Hauptmann Johannes (1699 – 1781), der sich in mehreren Schlachten ausgezeichnet hatte, wurde von König Ludwig XV. zum Ritter geschlagen und erhielt lebenslänglich eine Pension.
Quellenangabe:
Forschungsarbeit „50 alte Glarner Familien“ von Dr. Fritz Stucki
Geschichte der Gemeinde Netstal, Ausgabe 1963 von Paul und Hans Thürer