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Ich unterstütze die Aussage von Sandor Horvath insofern, dass es sich um eine (weitere) gelungene Marketingaktion handelt. Es bleibt fragwürdig, ob die Migros damit den richtigen Ton angeschlagen hat und es mit ihrem "Gewissen" (sofern in Unternehmen vorhanden) vereinbaren kann, auf diese Weise Kunden zu gewinnen.
Die Lösungsmöglichkeit für diese Problematik liegt beim Kunden und du hast sie bereits genannt: Die absolute Konsumverweigerung beim entsprechenden Grossverteiler.
Solange genügend Kunden entgegengesetzt der erwarteten Reaktion handeln, dürfte sich die Marketing-Abteilung bei der Evaluation der vorgenommenen Kampagne eher gegen weitere, ähnliche Massnahmen entscheiden. Das Problem dabei ist: Ziehen genügend Kunden mit?
Ich behaupte ins Blaue hinaus, dass ein Grossteil aller Kunden diese manipulierende Marketingaktion willkommen heisst, den Kindern etwas Tolles mit nach Hause nimmt und sich der Auswirkung auf zukünftige Einkäufe gar nicht bewusst ist. Denn falls ja, warum werden nicht vermehrt Stimmen laut? Warum folgt auf eine Lillibiggs-Kampagne eine Weitere, nur um danach von einem Neukonzept "Nanomania" ersetzt zu werden (oder existiert Lillibiggs noch? Sind die beiden Customer-Relationship Massnahmen koexistent?)? Es ist ziemlich eindeutig, dass die Kampagnen erfolgreich sind und so schnell wohl nicht verschwinden werden.
Viel Interessanter ist für mich die Fragestellung, warum Coop in einem Markt mit so wenigen Playern keine Konkurrenzmassnahme erstellt? Die Produktreihe "Jamadu" wurde meines Wissens eine gewisse Zeit lang stark in der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Unterdessen hört man nichts mehr davon. Hat Coop resigniert, oder sieht das Management die Gefahren der negativen Stimmungsbildung? Sammelt Coop also quasi die "genervten" Migroskunden auf?
Ich kann die Wut über die "Nano-Falle" nachvollziehen. Es kann nicht sein, dass man von nun an nur noch konsequent ohne Kind in die Migros geht, die Nanos nach dem Einkauf ablehnt und hofft, dass das eigene Kind im Kindergarten nicht mit diesem Werbematerial konfrontiert wird.
Eine Lösung - ausser das konsequente Meiden des Grossverteilers Migros - scheint es in diesem Fall nicht zu geben. Die ganze Aktion für mich nicht mehr und nicht weniger Marketing/Kundenkontrolle als eine Migros Cumulus oder Coop Supercard Karte (welche ich beide bis heute nicht besitze). Wie auch in der Politik, ist in meinen Augen im Bereich des Marketings ein Trend zu einer noch emotionaleren Kommunikation vorhanden. Wo die Grenzen liegen wird sich zeigen.