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Alarmempfänger E45 resp. E-603; hergestellt von Autophon AG, Solothurn.
Der E45 wurde von den Fliegerabwehrtruppen als Alarmempfänger eingesetzt. Von einem speziellen Sender „Sender Emil“ ausgestrahlte Tonfolgen dienten dazu, den Empfänger im Standbybetrieb bei Ausstrahlungen von Luftlagemeldungen lautzuschalten; auf diese Selektivruffunktion wurde 1974 verzichtet und der Empfänger umgerüstet.
Der Empfänger kann entweder vom Netz oder von einem 6,3 V NiFe-Akkumulator betrieben werden.
Für den Netzbetrieb befinden sich im Speisegerät zwei Transformatoren, einer für die Anodenspannung, welche mit jeweils einer Gleichrichterröhre AZ1 für den Empfänger und die Endstufe, welche sich im Speisegerät befindet, gleichgerichtet wird. Eine Röhre DLL21 erzeugt die Gittervorspannungen.
Der zweite Netztransformator erzeugt die Heizspannung, die über einen Trockengleichrichter an zwei paralelle Röhrengruppen im Empfänger und die Röhren der Niederfrequenz-Endstufe, stabilisiert werden die Heizspannungen mit Eisenwasserstoffwiderständen. Über zwei weitere Eisenwasserstoffwiderstände kann die Spannung zur Ladung der Akkumulatoren eingesetzt werden.
Bei Ausfall des Lichtnetzes (Erlöschen der Netz-Kontrolllampe am Speisegerät) schaltet ein Relais automatisch auf Batteriebetrieb um, zwei Zerhacker sorgen für die Aufbereitung der beiden Anodenspannungen von Empfänger und NF-Endstufe.
Die Frontplatte des Empfängers wird von der querverlaufenden Trommelskala zweigeteilt.
Oberhalb des Skalenfensters finden sich ganz links der koaxiale Antennenanschluss und die Anschlüsse für Langdrahtantenne und Erdung, daneben die Buchse und der Schalter für den quarzgesteuerten Fixfrequenzbetrieb und die mechanische Stationsuhr, die bei in den Verkauf gelangten Geräten aufgrund der mit radioaktiver Farbe belegten Leuchtzeiger oftmals entfernt wurde.
Der Schalter Alarmgruppe diente zur Auswahl einer Selektivruf-Gruppe, die entsprechenden Baugruppen wurden nach Umnutzung der Empfänger als normale Abhorchempfänger mit Verzicht auf die Selektivruffunktion im Jahre 1974 ausgebaut. Rechts oben ist der Eingang für das Versorgungsspannungskabel mit den entsprechenden Sicherungen.
Unter der Frequenzskala findet sich links der Drehschalter zur Wahl des Frequenzbereichs, der den Trommeltuner betätigt, die Skala des entsprechenden Bereichs wird im Sichtfenster ablesbar - ganz ähnlich wie beim E44. Rechts findet sich der Abstimmknopf mit der mechanischen Blockierung der Frequenzabstimmung. In der untersten Reihe ganz links findet sich der Skalenbeleuchtungsschalter; der Lautstärkeregler und Lautsprecher sind mit dem Netzspeisegerät vereint.
Zum Betrieb wird die Antenne mit den Langdrahtantenneneingang oder ggf. über den Antennenübertrager AT45 und das Koax-Kabel auf die 70 Ohm-Buchse gegeben. Ohne Kristall wird der Empfänger im durchstimmbaren Betrieb genutzt. Mit dem Bereichsschalter wird der entsprechende 1,5 MHz-Bereich gewählt, der Abstimmknopf kann herausgezogen werden, wodurch ein Feintrieb aktiv wird. Die Lautstärke wird am Speisegerät mit der NF-Endstufe geregelt, die Tasten „Kontrolle“ und „Rückstellung“ sind nach Ausbau des Alarmteils nicht mehr aktiv.
Hochfrequenzmässig arbeitet der Empfänger als Einfachsuper: Der Antenneneingang ist mit einer GHlimmschutzlampe geschützt, welche in der Nachbarschaft von starken Sendern Überspannungen ableitet. Nach zwei HF-Verstärkerstufen (D1F, D1F) erfolgt in der Mischstufe (D1F) die Mischung mit dem Oszillatorsignal (D1F) auf die Zwischenfrequenz von 1600 kHz. Der Oszillator kann auch quarzgesteuert betrieben werden, die Frequenz des Steckquarzes muss 1600 kHz oberhalb der gewünschten Empfangsfrequenz liegen. Nach zwei ZF-Verstärkerstufen (D1F) erfolgt die Demodulation in einer D1F, die NF-Vorstufe (D1F) ist noch im Empfängerkasten integriert und gibt das Audiosignal an die mit zwei DLL21 bestückte Push Pull - Endstufe im Zusatzkasten weiter.
Der Alarmteil wertet ein Selektivrufsignal vom Sender des Luftlagereportagedienstes "Emil" aus und schaltet den Empfänger zum Empfang von Alarmsendungen laut.
Das vom Alarmsender ausgesendete Signal besteht aus zwei Tonfrequenzen, der Sicherheitsfrequenz und der Alarmfrequenz, mit der eine von fünf vorwählbaren Empfängergruppen angesprochen werden kann. Im Empfänger 45 wird das Signal im Alarmteil ausgewertet: von der NF-Vorstufe wird das Signal über einen Kopplungskondensator zum Alarmteil geleitet, Über Siebglieder wird sichergestellt, dass nur im Falle der Aussendung der korrekten Tonfrequenzkombination über den Alarmverstärker (vier D1F) die Relais angesprochen werden und die Heiz- und Anodenspannungen des NF-Ausgangsverstärkers aktiviert werden und der Empfänger für die Alarmmeldung lautgeschaltet wurde. Zur Kontrolle konnte der Empfänger durch Drücken der Taste „Kontrolle“ lautgeschaltet und mit der Taste „Rückstellung“ wieder in den stummgeschalteten Betrieb versetzt werden.
Mit der technischen Weisung vom 22.2.1974 wurden die Alarmteile aus den Empfängern 45 ausgebaut: Fortan wurden die Geräte als normale Kurzwellenempfänger zum Empfang der Alarmmeldungen genutzt, da in den Sendepausen der Empfänger nicht mehr stummgeschaltet war, sondern vor sich hin rauschte, wurde die Lautstärke zu oft zurückgedreht, so dass die Alarmmeldungen oftmals verpasst wurden.
V1 (D1F, HF-Vorstufe); V2 (D1F, HF-Vorstufe); V3 (D1F, Mischstufe); V4 (D1F, Oszillator); V5 (D1F, 1. ZF-Stufe); V6 (D1F, 2. ZF-Stufe); V7 (D1F, Demodulator; V8 (D1F, NF-Vorverstärker);
V8 und V9 (jeweils DLL21, NF-Ausgangsverstärker in Push Pull - Schaltung, im Speisegerät).
V10 und V11(AZ1, Gleichrichter Anodenspannung), Glimmstabilisator S 150/40; V12 (DLL21, Aufbereitung Gittervorspannung); Trockengleichrichter, Eisenwasserstoffwiderstand zur Stabilisation der Heizspannungen).
Ausgehend vom Empfänger E44 entwickelte Autophon für die Flieger- / Fliegerabwehrtruppen einen Alarmempfänger, welcher von einem zentralen Luftlage-Reportagesender mittels spezieller Tonfrequenzkombinationen zum Empfang von Alarmmeldungen automatisch lautgeschaltet werden konnte. Mit dem Verzicht auf die Funktion der automatischen Lautschaltung während Alarmsendungen wurden die Alarmteile 1974 aus den Empfängern ausgebaut, welche fortan als normale Überwachungsempfänger weiter genutzt wurden.