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"Der kubanische Revolutionsführer ist heute Abend um 22.29 Uhr (04.29 Uhr MEZ) gestorben", sagte der 85-jährige Staatschef, der im Fernsehen eine kurze Erklärung verlas.
Sein Bruder solle am Samstag "in den ersten Stunden" des Tages eingeäschert werden, fügte der kubanische Präsident hinzu. Das sei der Wunsch des Verstorbenen gewesen.
Alsbald würden auch Details zu einer Trauerfeier bekanntgegeben, die für ihn organisiert werden soll, fuhr Raúl Castro fort. Er schloss mit den historischen Worten: "Hasta la victoria, siempre!" (etwa: "Immer weiter bis zum Sieg").
Woran genau Fidel Castro starb, dazu machte sein Bruder in der kurzen Ansprache keine Angaben. Der frühere Staatschef hatte aber wegen einem schweren Darmleiden bereits Mitte 2006 kurz vor seinem 80. Geburtstag die Amtsgeschäfte zunächst provisorisch an Raúl Castro abgegeben.
Mit der Neukonstituierung des Staatsrats 2008 übernahm Raúl dauerhaft die Führung des Landes. Danach trat Fidel Castro zunächst nicht mehr in der Öffentlichkeit auf, zeigte sich aber später allmählich wieder seinem Volk. Im Jahr 2011 gab er auch den Posten an der Spitze der Kommunistischen Partei an seinen Bruder ab.
Zehn US-Präsidenten getrotzt
Fidel Castro regierte Kuba 47 Jahre lang. Um seine Macht zu sichern, herrschte er allerdings mit eiserner Hand. Dissidenten wurden drangsaliert, aus dem Land getrieben oder eingesperrt. Viele von Castros Kampfgefährten und Verwandten verliessen ihn im Laufe der Jahre.
Er trotzte in der Zeit zehn US-Präsidenten. Auch nach seinem krankheitsbedingten Rückzug 2006 bestimmte er als graue Eminenz im Hintergrund die Geschicke der sozialistischen Karibikinsel mit.
Geboren wurde Castro am 13. August 1926 in Biran im Osten Kubas. Schon als Kind empfand er die sozialen Verhältnisse auf der Insel als zutiefst ungerecht. Als junger Rechtsanwalt nahm er den Kampf gegen den Diktator Fulgencio Batista auf.
Nach dem gescheiterten Überfall auf die Moncada-Kaserne 1953 und einigen Jahren im Exil landete er Ende 1956 mit rund 80 Mitkämpfern auf Kuba und begann in den Bergen den Guerillakampf. Im Januar 1959 zogen seine Truppen siegreich in Havanna ein.
Hilfe von Sowjets
Mit einer Landreform und der Verstaatlichung von Unternehmen machte sich Castro schnell die USA zum Feind, die die Insel mit einem Handelsembargo belegten. Hilfe fand Kuba bei der Sowjetunion, von der die Insel immer abhängiger wurde.
Der Zusammenbruch des Ostblocks stürzte Kuba nach 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise, die das kommunistischen System aber allen Unkenrufen zum Trotz überlebte. Der Not gehorchend rangen sich Fidel und sein Bruder Raúl Castro zu begrenzten marktwirtschaftlichen Reformen durch.
Für viele Linke in der ganzen Welt war der bärtige Revolutionsführer ein Symbol des Widerstandes gegen die USA. Mit seiner Unbeugsamkeit gegenüber Washington fand Castro aber in Lateinamerika auch über das linke Lager hinaus Anerkennung.
Zigarren, Bart und markante Reden
In den vergangenen anderthalb Jahren veröffentlichte Fidel Castro immer wieder "Reflexionen" über Kuba und empfing in seinem Haus bekannte Persönlichkeiten und Würdenträger wie etwa Papst Franziskus. Castro war bekannt für seine markanten Reden, seine Kritik an den USA - aber auch für seine Zigarren, seinen langen Bart und die grüne Militäruniform, die er im Alter gegen Trainingsanzüge austauschte.
Die historische Aussöhnung zwischen Kuba und den USA, die in der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen 2015 und dem Besuch von Präsident Barack Obama in Havanna im März 2016 gipfelte, verfolgte Fidel Castro mit unüberhörbarer Skepsis.
(AWP)