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- 10.12.2014
- Seebeben Asien
Am 26. Dezember 2004 ereignete sich eine der grössten Naturkatastrophen der jüngeren Zeit: Ein Seebeben in Südostasien löste zwei Sturmfluten (Tsunamis) aus, welche in 13 Ländern zum Teil verheerende Schäden verursachten und gegen 215’000 Todesopfer forderten. Etwa 15 Millionen Menschen waren betroffen und 1,7 Millionen obdachlos geworden. Die Glückskette erhielt 227,7 Millionen Franken Spenden und hat damit bis Ende 2014 in den am meisten betroffenen Ländern 183 Hilfsprojekte umgesetzt. Ausserdem wurde vor dem 10. Jahrestag eine Wirkungsanalyse durchgeführt.
Kommentar Tony Burgener, Direktor
Die solidarische Schweiz: einmalige Grosszügigkeit nach dem Tsunami 2004
227 Millionen Franken Spenden: Soviel Geld spendete die Bevölkerung in der Schweiz für die Opfer des Seebebens und des darauffolgenden Tsunamis im Dezember 2004. Diese Summe ist einmalig in der Geschichte der Glückskette. Ebenso einmalig war die grosse Anzahl der Hilfsprojekte, welche in diesem Zusammenhang von der Glückskette in Katastrophengebieten mitfinanziert wurden: 183.Die Hilfe für die Opfer der verheerenden Katastrophe war eine grosse Herausforderung für die internationale Gemeinschaft und die Glückskette und ihre 26 Schweizer Partnerhilfswerke. Ausserdem wurde die Schweiz im August 2005, nur 8 Monate nach dem Tsunami, von schweren Unwettern heimgesucht und die Bevölkerung in der Schweiz spendete dafür nochmals fast 50 Millionen Franken.Die Tsunami-Hilfe in den Ländern rund um den Indischen Ozean lief unverzüglich an und die Partnerhilfswerke der Glückskette planten nach der Nothilfe den langfristigen Wiederaufbau in den am meisten betroffenen Ländern Indonesien, Sri Lanka, Indien, Thailand, Somalia. Einige Hilfsprojekte sind noch nicht abgeschlossen, beispielsweise in Sri Lanka, wo nach dem Tsunami der Bürgerkrieg wieder aufflammte und weitere Zerstörungen anrichtete. 2009 wurde dann der Friedensprozess eingeleitet und damit konnte auch mit dem Wideraufbau ein zweites Mal begonnen werden.Diese ausserordentliche Sammlung und die damit verbundene Hilfe, welche einmal mehr dank der solidarischen Schweiz möglich war, verdient noch einmal unser besonderes Augenmerk! Die Glückskette hat deshalb 2014 eine breit angelegte Wirkungsanalyse in Auftrag gegeben.
FAQ TSUNAMI HILFE
1. Tsunami Hilfe
1.1. Allgemein
1.1.1. Mit welchen Mitteln stellt die Glückskette sicher, dass das gespendete Geld in den betroffenen Gebieten ankommt und nicht veruntreut wird?
- Die Glückskette arbeitet mit 25 akkreditierten Schweizer Partnerhilfswerken zusammen, diese legen der Glückskette als Geldgeberin gegenüber genau Rechenschaft über den Einsatz der Gelder ab. Für die Akkreditierung muss ein Hilfswerk strenge Kriterien erfüllen.
- Das für Hilfsprojekte eingesetzte Geld wird immer von den Schweizer Partnerhilfswerken oder ihren lokalen Partnern verwaltet und nicht über lokale Behörden abgewickelt.
- Die Glückskette begleitet die mitfinanzierten Projekte bis zum Schluss: Die Hilfswerke müssen Zwischenbericht(e) ablegen. Gleichzeitig fliesst das gesammelte Geld nicht sofort und alles auf einmal in die Hilfe. Die Hilfe erstreckt sich über mehrere Jahre hinaus. Also wird das Geld in Etappen eingesetzt und Auszahlungen durch die Glückskette für weitere Phasen sind an Zwischenberichte gebunden.
- Ausserdem werden im Auftrag der Glückskette vor Ort immer wieder Evaluationen von internen Projektbeauftragten oder von externen Experten durchgeführt. In diesen Projektbesuchen ist immer auch der Ausstausch mit den Begünstigten vorgesehen Ausserdem werden auch finanzielle Audits durchgeführt.
1.2. Spezifisch
1.2.1. Mit welchen langfristigen Hilfsprojekten unterstützte die GK die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten?
Die Glückskette setzt erfahrungsgemäss nach einer Sammlung 10-20 % in der Anfangsphase für die Nothilfe, zwischen 70-80% in der Rehabilitation und im Wiederaufbau und schliesslich noch 10% für die Konsolidierung/längerfristige Entwicklung der Hilfsprojekte ein.
Alle Hilfsprojekte in der Rehabilitation und im Wiederaufbau sollen immer auch nachhaltig sein: Stichworte sind „Building back better“ und Langzeitwirkung. Dann sollen aber auch Ausbildung oder Umschulung und wirtschaftliche Förderung langfristige Perspektiven bieten. Die Menschen sollen wieder auf eigenen Beinen stehen können. Oder die Gesundheitsversorgung wird (wieder) aufgebaut, welche auch langfristig wirken soll. In der lokal verankerten Zusammenarbeit wird daraufhin gearbeitet, dass lokale Strukturen nach Projektende autonom funktionieren können.
1.2.2. Was ist das Ziel der Tsunami-Wiederaufbauhilfe?
Bei jeder Katastrophe es nach der Nothilfe im Wiederaufbau drei wichtige Ziele:
- Unter den Tausenden von Opfern denjenigen zu helfen welche es am dringendsten nötig haben;
- Und zwar so, wie es im Jargon heisst: Building back better – also dass man ihre Lebensbedingungen verbessert und ihre Häuser nach soliden Qualitätsstandards aufbaut;
- Dafür zu sorgen, dass die Projekte auch nachhaltig sind, d.h. es sollen nicht nur wieder Häuser aufgebaut werden, sondern darum herum alles, damit sie auch ihre Lebensgrundlage wiederherstellen können, sprich: Infrastruktur, Einkommensförderung, usw.
1.2.3. Wie wurde die Bevölkerung beim Wiederaufbau der Dörfer miteinbezogen?
Die lokale Bevölkerung wird nach Möglichkeit immer in die Hilfsarbeiten miteinbezogen, also ein partizipativer Ansatz aktiv gefördert. Das heisst, sie können nicht nur mitbestimmen, sondern werden auch aufgefordert, einen Beitrag zu leisten. Dies fördert das Prinzip der „Ownership“. (Im Fall von Relocation Area Blang Beurandang in Meulaboh wurde mit Contractors gearbeitet, da bei den anderen Hilfsorganisationen die Hausbesitzer nicht mitarbeiten mussten und Caritas das nicht durchsetzen konnte. In Singkil z.B. war das dann möglich, weil keine andere Organisation vor Ort war!)
Im Falle des Wiederaufbaus von Dörfern (z.B. nach dem Tsunami) geht es nicht selten um den Wiederaufbau an anderer Stelle (relocation), damit weitere Überflutungen durch die Nähe zum Wasser vermieden werden können. In vielen Fällen legte die Regierung eine Pufferzone (Abstand vom Meer zu Häusern) fest, hinter der wieder aufgebaut werden konnte. Es braucht da oft viel Überzeugungsarbeit, damit die Menschen akzeptieren, ihre Häuser nicht wieder auf ihrem angestammten Land aufzubauen.
1.2.4. Welches waren die grössten Herausforderungen, die es während des Wiederaufbaus zu bewältigen gab?
Das grosse Ausmass der Katastrophe, die enorme Höhe der Spenden, die Komplexität der Hilfsprojekte und der Zeitdruck, den Medien, Opfer und Spender jeweils erzeugen, stellten die Glückskette und die Hilfswerke vor grosse, erstmalige Herausforderungen. Namentlich z.B.:
- Die Hilfswerke mussten innert kürzester Zeit eine grosse Anzahl Projektleiter und Fachkräfte rekrutieren;
- Erfahrungen mit neuen Formen der Hilfsleistung (Cash for Rehabilitation and Reconstruction (CfRR)) sammeln;
- Hohe Anforderungen bezüglich Koordination, Information und Kommunikation mussten erfüllt werden;
- Politische Gegebenheiten in den betroffenen Länder (z.B. Bürgerkrieg in Sri Lanka, Friedensabkommen auf Sumatra) hatten mehrmals Verzögerungen oder Änderungen von Projekten zur Folge.
1.2.5. Wie sieht es mit Langfristigkeit von Hilfsprojekten aus?
Der Ausstieg aus einem Projekt ist immer ein kritischer und sehr wichtiger Punkt, der genau unter die Lupe genommen werden muss. Ab einem gewissen Zeitpunkt müssen die lokalen Partner und die Begünstigten ihr Schicksal wieder selber in die Hände nehmen können. Letzteres war in den Tsunami Projekte nicht immer garantiert und könnte man in der Projektplanung vermutlich noch besser einbeziehen. Hier haben alle sicher dazugelernt – durch Evaluationen in Tsunami Gebieten und jüngst auch während dem Wiederaufbau in Haiti – dass diese Vorbereitungsphase für die Übergabe und den Ausstieg noch früher und besser geplant und umgesetzt werden sollte. Ziel ist es, den Übergang von Nothilfe, Wiederaufbau und Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. (LRRD)
1.2.6. Sind auch Gelder in die Katastrophenvorsorge geflossen?
Viele Hilfsprojekte in der Rehabilitations- und Wiederaufbauphase haben auch eine Disaster-Risk-Reduction (DRR) Komponente. Dabei geht es darum, sich nach Möglichkeit für die Bewältigung einer nächsten Katastrophe vorzubereiten: die Bausubstanz soll künftigen Ereignissen besser standhalten und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegen künftige Schicksalsschläge erhöhen. Das geeignete Material und die Ausrüstung, umfassende organisatorische Massnahmen, sowie Ausbildung/Schulungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Da dieser Bereich in den Projekten integriert ist, kann er nicht separat beziffert werden.
FACTS AND FIGURES
WIRKUNGSANALYSE 2014
Zehn Jahre nach dem Tsunami organisierte die Glückskette 2014 erstmals eine breit angelegte Wirkungsanaylse über die Hilfe für die Opfer der Katastrophe. Unabhängige Experten der renommierten belgischen Beratungsfirma Channel Research führten diese Wirkungsanalyse von April bis Dezember stellvertretend in den drei am meisten betroffenen Ländern Indien, Indonesien und Sri Lanka durch.
Die breit angelegte Wirkungsanalyse soll im Gegensatz zu bisherigen Evaluationen in erster Linie untersuchen, ob die begünstigten Personen nach der Katastrophenhilfe in ihrem neuen Umfeld Fuss gefasst haben, ob sich in den neuen Dörfern eine positive Dynamik entwickeln konnte und wie die sozioökonomischen Faktoren von heute durch die damaligen Hilfsprojekte beeinflusst wurden.
Da Wirkungsanalysen bei humanitären Projekten bisher noch sehr selten durchgeführt wurden, soll die Untersuchung auch zeigen, ob dieser Ansatz zu aussagekräftigen Resultaten führen kann.
ZIEL
Information und Wissensaustausch
Im Rahmen dieser Untersuchung Evaluation sollen die Spenderinnen und Spender der Glückskette über den Einsatz der Spendengelder und deren Wirkung informiert werden.
Und Ddie Glückskette will sich mit dieser Wirkungsanalyse nicht nur als kompetente, sorgfältige und transparente Geldgeberin in Erinnerung rufen. Sie möchte darüber hinaus auch eine Wissenplattform anbieten, auf der alle invovierten Partnerhilfswerke der Glückskette mit der Unterstützung von Evaluationen unabhängiger Experten Wissen austauschen können. uch aufzeigen, dass die Stiftung durch die Arbeit ihrer Schweizer Partnerhilfswerke, die unabhängigen Evaluationen der geleisteten Hilfe und die damit verbundenen Informationen darüber gleichwohl als Katalysator für den Wissensaustausch unter den humanitären Akteuren dient.
Qualitätssicherung
Die Evaluation 10 Jahre Tsunami ist auch Teil der Qualitätssicherung der Glückskette, welche auf vier Pfeilern beruht:
- Auswahl seriöser NGO Partnerorganisationen, welche alle vier Jahre neu akkreditiert werden
- Fundierte Analysen eingegebener Projekte und der terminierten Reportings mit Hilfe von Experten.
- Evaluationen der Projekte während und nach dem Abschluss, inklusive einer Wirkungsmessung wie jetzt bei der Tsunami-Sammlung von 2004
- Erfahrungs- und Wissensaustausch mit beteiligten Hilfswerken und transparente Kommunikation
KONZEPT
Untersuchungsobjekt
Für die Wirkungsanalyse werden 29 Hilfsprojekte von 6 Partnerhilfswerken in Indonesien, Sri Lanka und Indien untersucht. Diese Hilfsprojekte wurden von der Glückskette in der Höhe von 112 Mio CHF unterstützt, was knapp der Hälfte der gesammelten Spendengelder entspricht.
Die evaluierten Hilfsprojekte umfassen folgende drei Aspekte der humanitären Hilfe:
- Wiederaufbau und Reparatur von Häusern und ihrer Infrastruktur
- Bau grosser Schulen und Spitäler
- Aufbau und Sicherung der Lebensgrundlage, respektive des Lebensunterhalts
Hauptfragen der Untersuchung :
- Welchen langfristigen Einfluss hat die von der Glückskette mitfinanzierte Hilfe auf das Leben der Menschen, denen diese Unterstützung zuteil wurde.
- Inwiefern hat diese Unterstützung die wichtigsten Bedürfnisse dieser Menschen erfüllt?
- Inwiefern hat diese zielgerichtete Unterstützung einen Einfluss auf die Armut und sozialen Ungleichheiten?
Methode
Die Untersuchung wurde mit einer ersten Interviewrunde vor Ort in Indonesien eingeleitet. Daraus entstand die Vorlage für eine Quantitative Datensammlung (Umfrage), welche im Anschluss von einer darin spezialisierten Firma in allen oben beschriebenen Ländern durchgeführt wurde. Auf der Grundlage dieser Daten wurde ein weitere ausführliche Qualitative Datensammlung von den Experten von Channel Research mit Interviews und Beobachtungen in den oben beschriebenen Ländern durchgeführt.
Schliesslich wurden die Daten aus der vorgängigen Dokumentenstudie, quantitativen und qualitativen Datensammlung ausgewertet , mit Informationen aus bereits bestehender Literatur verglichen und ergänzt und in einem Schlussbericht zusammengefasst.
PROJEKTABTEILUNG GLÜCKSKETTE
Manolo Caviezel über die Durchführung einer Wirkungsanalyse
Weshalb führt die Glückskette 2014 eine Wirkungsanalyse (Impact Evaluation) durch?
Die Tsunami Sammlung war mit über 227 Mio Franken die grösste Sammlung in der Geschichte der Glückskette. Da ist es für die Glückskette besonders wichtig, die Spenderinnen und Spender darüber zu informieren, wie das Spendengeld eingesetzt worden ist und in diesem Fall auch, welche Wirkung die Hilfe erzielt hat. Zudem sollen die Resultate Aufschluss darüber geben, wie in Zukunft die Hilfsarbeiten noch wirkungsvoller umgesetzt werden sollten, also Lehren für die humanitäre Hilfe gezogen werden.
Welche Erkenntnisse erwartet die Glückskette aus dieser Untersuchung?
- ob die begünstigten Personen in ihrem neuen Umfeld Fuss gefasst haben,
- ob sich in den neuen Dörfern eine positive Dynamik entwickeln konnte,
- wie die sozioökonomischen Faktoren von heute durch die damaligen Hilfsprojekte beeinflusst wurden.
Wie gross ist der finanzielle Aufwand für solche Evaluationen?
Für diese grossangelegte Evaluation/Wirkungsmessung (29 Hilfsprojekte in 3 Ländern) sind rund 320’000 budgetiert. Dies entspricht rund 0,15 Rappen pro Spendefranken.
Was bringen Evaluationen?
Die Glückskette hat in ihrer Geschichte über 1,5 Mia Franken Spenden gesammelt und eingesetzt. Es ist es wichtig, dass mit diesen Geldern sorgfältig umgegangen wird und die Gelder effizient eingesetzt werden. Dabei verlassen wir uns zu einem grossen Teil auf unsere 25 Schweizer Partnerhilfswerke, welche die Hilfsarbeiten vor Ort umsetzen und darüber Rechenschaft ablegen. Die von uns an externe Experten in Auftrag gegebenen Evaluationen ermöglichen es allen involvierten Parteien mit Rat und Tat beiseite zu stehen und die Projektfortschritte genau unter die Lupe zu nehmen. Zum Abschluss eines Projektes zieht man dann mittels Schlussevaluationen Bilanz : was hat funktioniert und was nicht, was lernen wir daraus für künftige Katastrophenhilfe. Nur so kann sich die humanitäre Hilfe ständig verbessern.
Eine Wirkungsanalyse 10 Jahre nach der Katastrophe wird im Rahmen der humanitären Hilfe sehr selten gemacht. Sie geht noch einen Schritt weiter und schaut, was hat die Hilfe bewirkt hat und ob das übergeordnete Ziel, der „Impact“ auch erreicht wurde.
ERGEBNIS
Der Bericht und der zusammenfassende Bericht über die Wirkungsanalyse können heruntergeladen werden:
KOMMENTAR
Die grösste und bedeutendste Evaluation der Glückskette, welche die Wirkung der geleisteten Hilfe nach dem Tsunami von 2004 misst, zeigt auf, dass die humanitäre Hilfe ein äusserst schwieriges Unterfangen ist. Viele andere Faktoren, wie zum Beispiel häufig widersprüchliche politische Entscheide, sich verändernde wirtschaftliche Parameter und auch die sich wandelnden sozialen Entwicklungen, spielen nach einer grossen Katastrophe oft eine weit zentralere Rolle und haben einen weit grösseren Einfluss im Umfeld der Hilfsarbeiten. Diese Erkenntnis ist wichtig, um sich in Zukunft bei der Ausarbeitung von Hilfsprojekten aller möglichen externen Einflüsse auf die geplanten Arbeiten noch bewusster zu sein.
Nichtsdestotrotz hält die Studie fest, dass sich gerade der Bau von Häusern, welcher mit 178 von 227 gespendeten Millionen Franken den grössten Teil der Hilfe ausmachte, weit über die materielle Unterstützung auch auf die wirtschaftliche und soziale Situation der Begünstigten positiv auswirkte und damit zu einer umfassenden Zufriedenheit beisteuerte. Die Glückskette wird dem Haus- und Wiederaufbau deshalb auch in Zukunft eine grosse Bedeutung beimessen.
Sorgen bereitet aber die Erkenntnis, dass gerade den Ärmsten unter den Armen, häufig Gelegenheitsarbeitern ohne jegliche Ausbildung, im Rahmen der Katastrophenhilfe nur schwer geholfen werden kann. Auch wenn sie wie alle anderen ein neues Haus erhalten, bedeutet dies nicht, dass damit ihre Zukunft gesichert ist. Die Glückskette wird deshalb ihre Strategie – Nothilfe mit Wiederaufbau und Entwicklungsarbeit zu verbinden – bestimmt noch anpassen müssen.
Als letzte wichtige Erkenntnis möchte ich ausserdem festhalten, dass eine aktive und transparente Kommunikation auch von teilweise kritischen Resultaten heute unabdingbar ist: sie trägt zum Vertrauen bei, stimuliert die Diskussion über die humanitären Hilfe und fördert das Verständnis dafür.
Tony Burgener
Direktor