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Das Spannortjoch
Von E. Cattaui.
Das Spannortjoch ( 2929 Meter. ) Der Herbst mit seinen längeren Nächten und kürzeren Tagen war bereits in einer für Gletscherwanderer unangenehmen Weise zur Herrschaft gelangt, als mein Geschäft es mir erlaubte, für einige Tage dem gewöhnlichen Verkehrsleben zu entfliehen, um dahin zu wandern, zu steigen oder zu klettern, wohin mich Neigung und Lust noch alljährlich im Herbste getrieben, wenn Regen und Nebel mir nicht mit bleiernem Gewichte an den Fersen gehangen. Nachdem ich bereits im Laufe des Sommers in freien Augenblicken die diessjährige Exkursionskarte etwas genauer studirt und mir dabei alle möglichen Exkursionspläne zurecht geschmiedet, wobei immer das Spannortjoch als Ausgangspunkt in Aussicht genommen wurde, machte ich anfangs September in grösserer Gesellschaft einen Ausflug auf den Titlis in der Absicht, um so recht Herz und Nieren, d.h. meine Knochen und meinen Blasebalg zu erforschen, wie weit dieselben, ohne den Dienst zu versagen, in Anspruch genommen werden könnten.
Nachdem diese Probe unter Hochdruck von 190 Pfund eidg. Gewicht zu meiner Zufriedenheit ausgefallen, machte ich am 12. September die nöthigen Reisevorbereitungen, und bestellte dann meine beiden Führer Leodegar und Jos. Feierabend auf den folgenden Tag Morgens 3 Uhr. Das Wetter war herrlich. Bei sternenheller Nacht marschirten wir halb 4 Uhr raschen Schrittes am Kloster vorbei gegen die Herrenrüti zu, welche wir in einer Stunde erreichten. Hier trennte sich mein bisheriger Begleiter, Herr Dr. Cattani, von mir, um mit seinem Führer über den Grassen das gleiche Endziel dieses Tages zu erreichen, während ich mit meinen beiden Führern in gleichmässigem Tempo den Weg nach Nieder-Surenen und bis zu den Stäffelihütten fortsetzte. Der Tag hatte inzwischen auch in dem hier engbegrenzten Surenenthal seine Rechte zur Geltung gebracht. Die Zacken der Spannörter machen hier einen mächtigen Eindruck auf tien Wanderer im tiefen Thale, und scheinen drohend mit gewaltig vorgebogenem Haupte von ihrem von unten nicht sichtbaren Piedestale herabsteigen zu wollen. Ohne Aufenthalt in östlicher Richtung die Aa überschreitend gelangten wir in einer kurzen halben Stunde bei mittelmässiger Steigung über ziemlich kahl abgenutzten Weidboden an den Fuss des Geissrückens, einer der vielen Ausläufer-Gräte, wie sie die ganze Grassen-und Schlossbergkette in ziemlich gleichmässiger Richtung darbieten. In unregelmässigem Zickzack erklet- terten wir auf der nördlichen Abdachung über Felsen und Rasenabstufungen diesen etwas garstigen, unge-formten Rücken, der von mir den ersten Tribut einiger schwerer Schweisstropfen forderte. In circa 40 Minuten hatten wir den Grat erreicht; denselben eine kurze Zeit in massigerer Steigung südöstlich verfolgend, gelangten wir bald auf die unterste grössere Felsenabstufung der Spannörterkette.
Einige Augenblicke Halt; ein Blick in unsere nähere Umgebung bot uns auf der Rückseite ein liebliches Bild der etwas tiefer als unser Standpunkt gelegenen Fürren-, Ebnet- und Blackenalpeu, aus deren grüner Umsäumung sich wild und schroff der Stotzigberggrat aufthürmte. Westlich erhob sich in senkrechtem Abfalle die ungeheure Felsenwand des Titlis, die weisse Schneehaube stolz in den Nacken zurückgeschoben, prächtig übergössen und erwärmt von den Strahlen der Morgensonne, während sein Fuss noch ganz erstarrt in dem Gletscher des Firnalpeli steckte. Unwillkürlich musste das Auge an diesem mächtigen Felspfeiler haften bleiben, der, je tiefer hinab die Sonne ihn bestrahlte, allmälig Leben zu bekommen schien. An ihm vorbei schweifte der Blick hinüber zu den in traumhafter Schönheit blinkenden Häuptern der Berner-Alpen. Doch zu längerem Verweilen war unser Standpunkt schlecht gewählt; vor uns in östlicher Richtung hatten wir das fast unmittelbar von der Passhöhe der Schlossberglücke ziemlich steil abfallende Schuttgehänge, die gewöhnliche Passage nach dem Erstfelderthal; doch unser Weg führte uns S.S.O. auf mühelosem Pfade quer allmälig ansteigend über hie und da von Rasen durchsetzte, vom ehemaligen Gletscher abgeschliffene Felsenplateaux und Steingeröll. Unser Auge erblickte in täuschender Nähe einen auf der Karte scharf in den Gletscher eingezwängten Felskamm, den wir von unserm Standpunkte aus als Richtpunkt für die nicht allzuschwierig erscheinende Passage auf das obere flachere Plateau des Gletschers betrachteten.
In der tröstlichen Voraussicht, die Erklimmung leicht und das Ziel nahe zu finden, musterten wir — es war ungefähr 8 Uhr — zum ersten Male den Inhalt unserer Proviantsäcke; nachdem der bereits im ersten. Stadium der Ermattung knurrende Magen befriedigt war, verfolgten wir in angegebener Richtung rüstig weiter unser Ziel aber — wir hatten die Rechnung ohne den Wirth gemacht — plötzlich standen wir auf dem Rande einer hoch aufgethürmten Seitenmoräne, vor uns in der Tiefe das Chaos, welchem der früher viel tiefer gehende Gletscher Bewegung gegeben, und in ziemlicher Ferne am jenseitigen Rande dieses ehemaligen Gletschergrundes starrte unser Zielpunkt in ganz unbescheidener trotzender Form uns entgegen. Vorsichtig an der scharf abfallenden Wandung der Moräne hinuntersteigend, marschirten wir noch einige Minuten in bisheriger Richtung vorwärts, aber immer langsamer wurden unsere Schritte und bedenklicher unsere Gesichter, der Felskamm erschien uns allmälig in ganz unerklimmbarer Gestalt. Wir machten Halt und nun was weiter? Eine Rekognoscirung durch Feierabend bestätigte alsbald unsere Befürchtung. In Östlicher Richtung unmittelbar neben uns grinste uns in un- heimlich steilem Abfalle die nördliche Gletscherzunge des Spannortgletschers mit dem nacktesten Eispanzer bekleidet höchst uneinladend entgegen, und doch hatten wir keine andere Wahl mehr, wenn anders wir nicht .bergabwandernd den Felskamm an dessen Fuss umgehen und zwischen diesem und dem Sattelstock eine bessere Passage suchen wollten. Wir zogen das Greifbare dem Ungewissen vor. Ohne Zögern ketteten wir uns alle Drei an 's Seil und dann gings an 's Werk. Es war eine harte zweistündige Arbeit für meine Führer. Schritt für Schritt musste dem harten Panzer mit dem Beile abgerungen werden; doch alle Schwierigkeiten haben ihr Ende, und so auch die unsrigen; nachdem wir in zwei Stunden eine Strecke von vielleicht nicht mehr als 15 Minuten zurückgelegt, bekam der Gletscher eine etwas sanftere Abdachung. Ich war froh, dieses Steiger-Exercitium überstanden zu haben, nicht so sehr, weil ich mich in den scharf eingehauenen Tritten unsicher fühlte, als weil diese permanente stramme Anspannung der ganzen Körper-Muskulatur überaus ermüdend war.
Wir hatten nun die erste Abstufung des Gletscherabfalles erreicht; in südlicher Richtung suchten wir den vom grossen Spannort abfallenden, ungemein zerklüfteten Theil des Gletschers zu umgehen, aber auch gegen das kleine Spannort zu marschirend, gelangten wir bald in ein Labyrinth von Schrunden und Séracs, aus welchen wir uns in vielen Zickzackwindungen, und nachdem wir eine einzige wegen des bedeutend höher gelegenen jenseitigen Randes etwas schwierige Spalte überwunden, auf das oberste von der Passhöhe nur schwach abfallende Plateau hinaufarbeiteten. In einer halben Stunde standen wir endlich auf der nur ganz schwach gewölbten Einsattlung des Spannortjoches.
Die Uhr zeigte bereits \2XJ2 Uhr, während ich nach meiner ursprünglichen Berechnung die Höhe bis-10 Uhr zu erreichen gehofft hatte. Diese bedeutende Verspätung, der Gedanke, dass sich dem projektirten Absteig in 's Gornerenthal neue Schwierigkeiten bieten könnten, die Ungewissheit, wie viel Zeit daher hiefür erforderlich sei, die Möglichkeit, bei den schon allzu-kurzen Tagen mein Ziel nicht mehr rechtzeitig erreichen zu können, liess mich nicht recht zur gehörigen Kühe kommen, um mit Musse und ohne Ueberstürzung eine systematische Kundschau zu fìalten; und doch war das Wetter wunderschön; kein Nebel, weder in den Thälern noch am Horizont; das prächtige Panorama daher durch keinen Schleier verhüllt.
Den ersten Blick schenkte ich dem Engelbergerthale, das in seiner ganzen Länge dem Auge ein prächtiges Bild darbot mit den saftig grünen Matten, rings umsäumt von einem Kranz von Tannenwald, über dem sich wieder die Alpenweiden abstuften, scharf überragt jedoch vom Ring der Engelbergerberge, von denen der Titlis, der Hutstock, die Walenstöcke als mächtige Häupter sich besonders hervorhoben. Gegen Süden und Westen verdeckte das kleine Spannort und der Titlis so ziemlich jeden umfassenderen Blick in die Gletscherwelt des Oberlandes. Auf der Ostseite bleibt der Blick vor allem auf dem mächtigen von drei Seiten vom Schlossberg, den Spann-«rtern, Zwächten, Schneehilhnerstock und Krönte be- grenzten Glattenfirngletscher gefesselt. Ueber diesen hinaus schweift der Blick an der Gebirgskette des Erstfelderthal vorbei zu den mächtigen Gipfeln des Maderanerthales und des Glarnerlandes, aus denen die Tödigruppe majestätisch hervorragt. Leider erlaubte mir die Zeit eine genauere Orientirung in dieser Bergkette nicht.
Nachdem wir unsern Körper mit Speise und Trank von neuem gestählt, drängte ich zum Aufbruch. Meine Absicht war, den Zwächtenstock umgehend bei Punkt 3001 über den dortigen Gletscherausläufer auf den Bächlifirn und von da ins Gornerenthal zu gelangen. Wir marschirten daher bestmöglich dem Klein-Spann-ort-Grate entlang quer über den nicht allzusteil abfallenden spaltenlosen mit Schnee bedeckten, daher gut gangbaren Gletscher. Ich spähte bei diesem Anlasse vergebens in dem dunklen unheimlichen Felsgestein des Kleinspannortes nach einem Couloir, durch welches die Besteigung desselben möglich wäre.
Nach einer kleinen Stunde gelangten wir zu unserem Schwenkungspunkt, aber der Hinunterblick über diesen schrecklich steilen, spiegelglatt abgewaschenen Gletscher, dessen Ende gar nicht sichtbar war, vertrieb mir gründlich die Lust, hier mein Glück zu versuchen.
Nachdem ich mir einige Augenblicke Rast gegönnt hatte, um den tief zu meinen Füssen liegenden Rossfirn anzuschauen, den auf allen Seiten schroff aufschiessende Felsengebirge umringen, während sich gleichzeitig in weiterer Ferne ein sehr lohnender Anblick des Sustenhorns, der Thierberge und des Steingletschers darbietet, suchten wir in nordwestlicher Richtung, uns möglichst am Kande des Gletschers haltend, ein besseres Terrain zum Abstieg. Etwas südlich von Punkt 2783 glaubten meine Führer denselben ohne Gefahr versuchen zu können; zwar wollten mir von meinem Standpunkt aus gesehen die Felsenabstufungen bis in eine ziemliche Tiefe fast senkrecht aufeinander gelagert vorkommen, aber ein suchender Blick auf die Umgegend, der mir die Gewissheit verschaffte, dass nur mit Umgehung des Schneehühnerstockes über den Saasfirn ein wahrscheinlich bequemerer Weg zu finden wäre, dann ein Blick auf meine Uhr, die bereits halb 3 Uhr zeigte, bestimmte mich, die vorgeschlagene Route einzuschlagen. Wir hatten wenigstens kein trügerisches Glatteis unter unsern Fussen, sondern Felsen und Steingeröll, auf denen der Mensch in allen Nothlagen seine Kraft und Gewandtheit eher noch zur Geltung zu bringen vermag. Der Abstieg war denn auch wirklich nicht so schwierig,, als ich mir oben vorgestellt hatte.Vorsicht, schwindelfreier Kopf und ein bescheidenes Vertrauen auf seine eigenen Kräfte genügen Jedem vollständig, um diesen Weg in 's Gornerenthal ohne Bedenken einschlagen zu können. Nach einer Stunde hatten wir alle Vorsicht erfordernden Stellen hinter uns. Mit raschen Schritten gings nun über Steingeröll, spärlich mit Rasenplätzen vermischt, thalabwärts- Das Thal bietet keine wechselvollen Scenerien. Wilde, steinige Alpenweiden, die dem Fusse der auf beiden Seiten des engen Thales sich hinziehenden, schroff sich aufthürmenden Gebirgsketten abgerungen sind, machten auf mich einen düsteren monotonen Eindruck. Dazu schien keine Seele diese Oede beleben zu wollen, da die Aelpler ihr Vieh bereits zu den tiefer gelegenen Staffelhütten getrieben. Nachdem wir uns bis Punkt 1289 stets auf der linken Seite des Gornerenbaches gehalten, überschritten wir nun denselben, um durch den Murenwald in südöstlicher Richtung das Reussthal zu erreichen. Dieser steile, bald zwischen und über Felsen sich durchzwängende, bald über und unter quer über einander liegenden halb verfaulten riesigen Baumstämmen führende Weg forderte noch manchen Schweisstropfen von mir. Es war diese letzte Stunde eine wahre Kniebrecher-Partie. Für Forstmänner bietet übrigens dieser Murenwald ein höchst interessantes Revier, um Forstkulturstudien zu machen. Neben unzähligen ganz und halb verfaulten Riesenstämmen lagen auch Stämme, die erst vor ein, zwei und drei Jahren nicht etwa dem Wind, sondern der muthwilligen Menschenhand erlegen sind, und mitten in diesem Schlachtfelde finden sich wieder nicht unbedeutende diessjährige Schläge. Einiges Nachdenken über diese Wirthschaft brachte mich zu dem Schlüsse, dass, da dieser Wald wahrscheinlich zu den Gorneren Alpen gehört, die dortigen Aelpler als « ftye Landslyt » von Uri auch unbeschränktes Herrscherrecht in ihrem Banne ausüben.
Es war 6 Uhr, als ich im Reussthal bei der Pfaffen-sprungbrücke anlangte. Ohne irgend welche Lust zu verspüren, dem Mönch seinen kühnen Sprung nachmachen zu wollen, suchte ich eine Viertelstunde später Ruhe und Stärkung für meine etwas müden Glieder im Hôtel des Alpes zu Wasen, wo mein Begleiter von heute Morgen auf dem Wege über den Grassen bereits Nachmittags 3 Uhr angelangt, aber zum Be- suche der Naturforscher-Versammlung noch bis Andermatt weiter gereist war.
Ich folgte ihm am andern Tage nach. Der Rest meines Ausfluges führte durch bekannte Gegenden. Vom Bankett der Naturforscher in Andermatt fuhr ich am Abend des 13. mit meinem wiedergefundenen Begleiter Dr. Cattani zum Gotthard hinauf, wo sich im freundlichen Hotel Prosa bei Papa Lombardi's trefflichem Asti ein Häufchen Pizzo-centrale-lustiger Clubisten zusammengefunden hatten. Wir schlössen uns denselben an und hatten das Vergnügen, am Morgen des 14. die Besteigung dieses herrlichen Aussichtspunktes in Gemeinschaft mit Hrn. Prof. Heim auszuführen, dessen gründliche Kenntniss des Gipfels und seiner Rundsicht uns diese Excursion doppelt genussreich machte.
Mein Compagnon Dr. Cattani verreiste noch Abends nach Hospenthal, um seine Rückreise über Furka und Grimsel weiter fortzusetzen, während ich nach einem Spaziergange zum Lucendro See eine zweite Nacht beim freundlichen Wirthe zubrachte. Der Morgen hüllte uns leider trostlos in dichten undurchdringlichen Nebel. Zum zweiten Male ( vor zwei Jahren wurde ich auf der Furka durch Schneegestöber vertrieben ) musste ich auf Anrathen des Hrn. Lombardi dem Leckipass valet sagen. Ich marschirte mit Feierabend wieder in 's Urserenthal zurück, und erreichte über Hospenthal das gastliche Dach des Kapuziners zu Realp.
Etwas nach 9 Uhr, gehörig mit Proviant versehen, nahmen wir Richtung gegen die Alpiglerlücke. Das Wetter hatte sich prachtvoll aufgehellt. Der auf der Exkursionskarte bezeichnete Weg wies uns an,, den Lochbach bis auf das Plateau der Achsenalp rechts liegen zu lassen, während man uns in Realp empfahl, auf der anderen Seite des Baches hinanzusteigen. Ich glaube auch, der von uns gewählte Weg sei wesentlich kürzer und gar nicht steiler als der auf der Karte bezeichnete; wir hatten in verhältnissmässig kurzer Zeit die Alpenweiden hinter uns. Ein Blick gegen Süden bot uns ein herrliches Panorama der Gletscherkette von der Fibbia, Piz Lucendro bis zu den Muttenhörnern; ich bereute es doppelt, heute Morgen nicht den Weg in das Nebelmeer gewagt zu haben, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben F Auch der stolze Geselle Galenstock, eingefasst vom prächtigen Tiefengletscher, den wir in scheinbar unmittelbarer Nähe überblicken konnten, lud mich recht verführerisch zu einem späteren Besuche ein. Uns durch ein Chaos von Felsblöcken durchwindend und kletternd hatten wir in einer halben Stunde die Passhöhe erreicht; es war 12 Uhr. Da übrigens diesem Pass sowohl als dem Göschenenthal bereits in einem früheren Jahrbuche einige Notizen gewidmet sind, so halte ich hier eine weitere Beschreibung für überflüssig. Ohne Aufenthalt gelangten wir über den Alpiglengletscher hinunter nach Göschenenalp und von da in 3 Stunden nach Göschenen. Meinen Rückweg nahm ich über Altdorf und den See nach Beckenried, von wo ich meinem Nachtquartier Stans zueilte. Da das Wetter herrlich und meine Glieder noch wanderlustig waren, entschloss ich mich Samstag früh aufzubrechen und über Kerns, Melchthal und den Juchlipass meine Heimreise anzutreten.
Zum Schlüsse möchte ich nur noch nachholend meine Ansicht aussprechen, dass die Ersteigung des Spannortjoches wahrscheinlich in früherer Jahreszeit, wenn der Gletscher noch unter der Schneedecke verborgen, weniger oder gar keine Schwierigkeiten bietet, daher auch viel weniger Zeit erfordert; im Weiteren ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass man unmittelbar hinter Nieder-Surenen rechts abschwenkend, die Drosslen-flühe erklimmend, links vom Sattelstock eine leichtere Passage finden würde, wesshalb diese Partie weiter erforscht werden sollte; um so mehr als bei günstigen Terraingestaltungen dieselbe den kürzesten Weg auf das grosse Spannort bieten würde.
IL
Freie Fahrten.