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Im Hafen von Santos versuchen Feuerwehrkräfte seit Donnerstagnachmittag (14.) ein Feuer zu löschen, das in einem Containerlager für chemische Produkte ausgebrochen ist. Wegen einer dichten, toxischen Rauchwolke ist es bereits zu Evakuierungen gekommen.
Als Ursache des Feuers wird das Eindringen von Wasser in einen Container vermutet, der ein hochkonzentriertes Chlorprodukt enthalten hat. Ausgelöst wurde dadurch eine chemische Reaktion, durch die sich Gase entwickelt haben, die zu einer Explosion und Feuerherden geführt haben. Über Kilometer hinweg sichtbar war die dabei entstandene Rauchwolke, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen Dutzender geführt hat.
Etwa 140 Menschen mussten wegen Übelkeit, Schwindel, Augen- und Atemwegsreizung bereits in Krankenhäusern behandelt werden. Die Patienten einer nahe gelegenen Klinik wurden in andere Krankenhäuser gebracht. Die unmittelbaren Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Evakuiert wurden darüber hinaus anliegende Hafenanlagen.
Durch den wechselnden Wind wurden bereits mehrere Bereiche verschiedener Städte beeinträchtigt, wie Guarujá, Santos und São Vicente, die teilweise unter einem dicken Rauchnebel verschwinden. Das Feuer hat sich zudem auf mehrere Container ausgebreitet. Am Freitagmorgen war von 20 bis 25 Containern die Rede. Medien berichten von 80 Containern mit verschiedensten chemischen Produkten, die betroffen sein sollen.
Feuerwehrkräfte versuchen, das Containerlager zu kühlen, um ein weiteres Übergreifen der Flammen zu vermeiden. Wie es heißt, sollen die Container mit den gefährlichsten Substanzen bereits isoliert worden sein. Noch Freitagnacht sind 16 Container in Flammen gestanden.
Da es sich bei dem Produkt um eine hochkonzentrierte Chlorform handelt, das in Kontakt mit Wasser oder Luftfeuchte reagiert, wird von nachfolgenden Umweltschäden ausgegangen. Spezialisten befürchten bereits sauren Regen für die Region und verheerende Folgen für die Unterwasserwelt des Meeres, sollte das Löschwasser angereichert mit den chemischen Produkten dorthin gelangen.
Sie kritisieren zudem, dass die chemischen Produkte in Containern unter freiem Himmel und ohne jegliche Schutzeinrichtungen gegen das Eindringen von Wasser gelagert waren.
Erst im April vergangenen Jahres ist ebenso am Hafen von Santos in einem Lager zu einem Unfall gekommen, bei dem mehrere Silos mit Treibstoffen in Brand standen und das Feuer erst nach mehreren Tagen unter Kontrolle gebracht wurde.