Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03653.jsonl.gz/2217

Zwischen Täsch und Zermatt, genau auf der Grenze, ist hart an der Talstrasse eine Grube, vier bis fünf Meter tief, sechs bis sieben Meter breit und etwa zehn Meter lang, die Schlangugrüeba.
Warum diese so heisst?
Einmal kam ein fahrender Schüler nach Zermatt. Man war lieb zu ihm, nahm ihn auf und gab ihm Speis und Trank. Er gab sich viel mit alten Leuten ab und hörte machens. So klagte man ihm auch, das Schrecklichste in der Gegend wären die vielen Schlangen.
Von denen will ich euch gern befreien, sagte er. Er nahm eine Pfeife aus dem Sack und pfiff und pfiff. Es war ein Pfeifen so grell, dass es allen schauderte. Aber siehe, es kamen die Schlangen von allen Seiten, eine graue, grausige Masse wälze sich heran. Die grösste eine ganz weisse, kam aus dem Gornerle, so erzählte man, und hatte eine Krone auf dem Kopf. Das war die Schlangekönigin. Diese nahm der Scolar an einen Strick, führte sie mit sich und pfiff, und alle Schlangen folgten. Darauf warf er alle in diese Grube und verbannte sie.
Seit der Zeit hat es am rechten Ufer der Vispe und zwischen Täschbach und dem Zmuttbach keine Schangen mehr. Sie vertragen einfach die Luft auf dieser Seite nicht, seit der fahrende Schüler sie gebannt hat, so meinte der Päulufranz.
Quelle: "Zermatter Sagen und Legenden", K. Lehner, Zermatt, 1982
Geokoordinaten: