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U1.2.a Anteil natürlicher/naturnaher und wenig beeinträchtigter Fliessgewässer

Tatsächliche Entwicklung
|Seit 2015|
|56 % aller Fliessgewässerabschnitte im Kanton Thurgau wurden im Jahr 2017 als natürlich/naturnah oder wenig beeinträchtigt klassiert. In den letzten Jahren hat dieser Anteil etwas zugenommen.|
Aussagekraft
Der Indikator zeigt den Verbauungsgrad der 1861 Kilometer Fliessgewässer im Kanton Thurgau und gibt einen Hinweis auf die ökologische Beeinträchtigung des Lebensraums. Er ist ein Langfristindikator und widerspiegelt die Bestrebungen, die Gewässer wieder naturnaher zu gestalten.
Kommentar
56 % der Fliessgewässer können ihre ökologische Funktion als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt erfüllen. Dadurch weisen diese Gewässer eine bessere Selbstreinigungskraft auf und sorgen somit für eine bessere Wasserqualität. Bei rund 40 % der Thurgauer Fliessgewässer sind diese Funktionen beeinträchtigt oder fehlen fast vollständig, weil sie beispielsweise eingedolt und in den Untergrund verbannt wurden. 3 % der Fliessgewässer wurden noch nicht bewertet.
Definition
Grundlage des Indikators bildet die Beurteilung der Lebensräume an Fliessgewässern. Diese Beurteilung erfolgt jeweils für einen Abschnitt von 25 m Flusslänge nach dem Modul-Stufen-Konzept (Modul F: Ökomorphologie) des Bundes. Das Resultat dieser Beurteilung ist eine Klassifizierung sämtlicher Abschnitte in fünf Kategorien: natürlich/naturnah, wenig beeinträchtigt, stark beeinträchtigt, naturfremd/künstlich und eingedolt.
Der Indikator erfasst den Anteil der Gewässerabschnitte mit den Ausprägungen natürlich/naturnah und wenig beeinträchtigt.
Grenzen der Aussagekraft
Eine Änderung der Daten erfolgt langfristig (Jahre bis Jahrzehnte) im Rahmen von Wasserbauprojekten. Fliessgewässer mit unterschiedlichem Wasservolumen werden durch diesen Indikator gleich gewichtet.
Verwandte Indikatoren
Weitere Informationen
Amt für Umwelt Kanton Thurgau
Abteilung Wasserbau und Hydrometrie
Bundesamt für Umwelt
Modulstufenkonzept für Fliessgewässer