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In Gold investieren: Was Sie zu Goldpreis, Kursentwicklung und Renditechancen wissen müssen
Gold war historisch nie wertlos und wird es auch in der Zukunft wahrscheinlich niemals werden – das macht Gold zu einer interessanten Anlage. Aber wie investiert man in Gold, wie hoch sollte Goldanteil im Portfolio sein und in welcher Form sollten Sie Gold kaufen? Alles Wichtige zu Gold als Investment lesen Sie in diesem Artikel.
Die Entwicklung des Goldpreises
Gold ist nicht erst seit den steigenden Preisen im Zuge der Corona-Pandemie bei Anlegern beliebt. Der Handel mit Gold ist so alt wie die moderne Menschheitsgeschichte:
- Gold war lange kein Spekulationsobjekt, sondern wie Silber als Währung relevant. Der sogenannte Bimetallismus beinhaltete einen festen Wechselkurs von Gold zu Silber.
- Bevor der US-Dollar eingeführt wurde, lag dieser in der USA beispielsweise bei 15:1. Der Goldpreis lag bei 19,39 US-Dollar pro Feinunze.
- Eine Zäsur für den Goldpreis stellte die Weltwirtschaftskrise von 1929 dar. Damals war der Dollar direkt an die Goldreserven geknüpft, sodass der Staat die Geldmenge nicht beliebig ausdehnen konnte. Daraufhin wurde 1933 privater Goldbesitz in den USA illegalisiert.
- 1944 waren dann wieder 70 Prozent der weltweiten Goldbestände in den Händen der USA und der Wechselkurs wurde auf 35 US-Dollar pro Unze festgelegt.
- Erst Ende der 1950er fand eine Entkopplung des Goldpreises des US-Dollars ab – und eröffnete dem Gold damit eine neue Karriere als Investitionsobjekt.
- Von 1970 bis 1973 stieg der Goldpreis von 37,60 US-Dollar auf 102,25 US-Dollar, bis 1980 erreichte er 850 US-Dollar.
- Inflationsbereinigt entspricht das einem Goldpreis pro Unze von 2330,51 US-Dollar. Die Goldpreisexplosion fiel mit einer angespannten weltwirtschaftlichen -und politischen Lage zusammen. In den darauffolgenden Jahren wuchs die Wirtschaft wieder stark, sodass der Goldpreis wieder auf das Niveau der 1970er-Jahre sank.
- 2001 begann die Entwicklung, die sich bis heute fortsetzt: Der Goldpreis steigt kontinuierlich an, sodass er 2008 die 1000-US-Dollar-Marke knackte – wieder im Zuge einer Bankenkrise in den USA. 2012 erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch bei 1920,65 US-Dollar. Diesen Wert überschritt der Goldpreis erst Anfang des Jahres 2021 als die Pandemie weite Teile der Welt im Griff hatte.
In Gold investieren: Vor- und Nachteile
Gold ist bei Anlegern bei beliebt – die Gründe für den Kauf von Gold sind allerdings häufig unterschiedlich. Während einige auf eine Kursexplosion beim Goldpreis hoffen, sehen andere in Gold ein Werkzeug, die Stabilität im Portfolio zu erhöhen. Das sind die Vor- und Nachteile eines Investments in Gold:
Gold für Rendite kaufen
Viele Anleger versprechen sich von der Goldanlage eine hohe Rendite. Sie haben dabei oft kurze Ausschnitte im Blick, in denen der Goldpreis innerhalb kurzer Zeit massiv anstieg. Auf lange Sicht zeigt ein Vergleich der Rendite von Gold und Aktien allerdings: Gold der Rendite wegen zu kaufen, ist nicht sinnvoll.
Reine Aktieninvestments brachten im Durchschnitt seit 1900 eine Rendite von knapp über 5 Prozent. Gold liegt im selben Zeitraum bei einer Rendite von nur 0,7 Prozent, wie die Credit Suisse in einer Analyse historischer Kursbewegungen herausfand. Auch ein Blick in die jüngere Vergangenheit genügt für die Erkenntnis, das Gold keine renditeträchtige Anlageklasse ist: Wer in den 1970ern 100 CHF in Gold angelegt hat, kann dieses Gold heute für knapp über 500 CHF verkaufen. Wer dagegen denselben Betrag in ein weltweit diversifiziertes Aktienportfolio investierte, verfügt heute über Portfolio von fast 5000 CHF.
Gold gegen Schwankungen im Portfolio
Viele Anleger investieren in Gold, weil dem Edelmetall im Gegensatz zu Geld oder Aktien Inflations- und Krisensicherheit zugeschrieben wird. Eine Beobachtung des Goldpreises in den letzten 40 Jahren zeigt: Immer, wenn die Wirtschaft in eine Rezession gerät, stieg der Goldpreis besonders stark an. Das jüngste Beispiel dafür ist die Corona-Pandemie. Seit April 2020 stieg der Goldpreis kontinuierlich an und überschritt im August erstmals die 2000-US-Dollar-Marke. Damit lässt sich durch Gold die Schwankungsbreite im Portfolio verringern. Allerdings ist der Goldanteil am Portfolio entscheidend: Je höher der Goldanteil, desto geringer die Rendite.
Beispiel: Der richtige Goldanteil im Portfolio
Je höher der Goldanteil, desto niedriger die Renditechance des Gesamtportfolios. Der Goldanteil sollte also so niedrig wie möglich gewählt werden, um trotzdem noch eine Risikostreuung zu gewährleisten. Allerdings lässt sich der Goldanteil nie exakt aufrechterhalten.
Angenommen, Herr Meier will 10 % seines Portfolios in Gold anlegen. Das Gesamtportfolio hat eine Grösse von 90‘000 CHF, er kauft also Gold für 9‘000 CHF. Nach einigen Monaten fallen einige Aktienpositionen stark nach unten und der Wert des Portfolios sinkt auf 60‘000 CHF + 9‘000 CHF. Nun beträgt der Goldanteil 15 Prozent statt 10 %. Die Renditechancen von Herrn Meiers Portfolio sinken.
Um einen konstanten Goldanteil zu gewährleisten, müsste er regelmässig das Portfolio umschichten. Das ist nur mit einem hohen Aufwand möglich. Zudem fallen für die meisten Transaktionen Gebühren an, die Herr Meier dann als zusätzliche Rendite einnehmen muss.
In Gold investieren: Physisch oder als Wertpapier?
Im Gegensatz zu einer Aktie ist Gold ein unpraktisches Asset. Es nimmt viel Platz weg, muss vor unbefugten Zugriffen geschützt werden und lässt sich nicht problemlos jederzeit abstossen. Aber physisches Gold ist nicht die einzige Möglichkeit, Gold zu kaufen.
In physisches Gold investieren
Bei einer Investition in physisches Gold kaufen Sie Goldbarren oder Goldmünzen. Der Preis des physischen Goldes richtet sich nach dem Gewicht. Dieses wird bei Münzen häufig in Unzen (1 Unze = 31,1 Gramm), bei Barren in Gramm angegeben. Sowohl Barren als auch Münzen lassen sich in unterschiedlichen Grössen erwerben, allerdings wird der Goldbarren teurer, je kleiner eher ist. Der Goldpreis steigt also mit kleineren Barren immer weiter an.
Auch die Lagerung ist bei physischen Goldreserven ein Problem: Wer in den eigenen vier Wänden grössere Mengen Gold lagert, muss sich um entsprechende Vorkehrungen zum Einbruchschutz kümmern und zudem versicherungsrechtliche Aspekte abklären. Eine Alternative ist die Verwahrung in einem Bankschliessfach, für die aber regelmässig Gebühren anfallen.
Entscheidend beim Kauf sind Reinheit und die Zertifizierung. Als Anlage eignen sich nur Goldbarren mit einer Reinheit von 999,9 Tausendstel und einer Zertifizierung der Londoner Rohstoffbörse LBMA. Beliebt sind Goldmünzen wie die kanadische Maple Leaf.
Indirektes Investment in Gold
Kein Anleger muss Goldbarren oder Münzen kaufen, um Gold in ihr Portfolio aufzunehmen. Für indirekte Investitionen in das Edelmetall gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Edelmetalldepot: Ein Edelmetall ist eine direkte Alternative zum Kauf von physischem Gold. Ähnlich wie bei einem Bankschliessfach wird das Gold bei einem Anbieter gegen eine jährliche Gebühr sicher verwahrt. Die Gebühr wird in der Regel prozentual zum Wert des verwahrten Golds berechnet. Dadurch ist das Edelmetalldepot teurer als ein Bankschliessfach.
- ETC: Mit einer indirekten Anlage können Sie am Goldpreis partizipieren, ohne nur 1 Gramm Gold zu besitzen. An der Börse haben Anleger zwei Möglichkeiten, in Gold zu investieren. ETCs sind Schuldverschreibungen, die das Eigentum an einer bestimmten Goldmenge verbriefen. Häufig beinhalten Sie auch ein Recht auf physische Lieferung des Goldes, die sicherstellt, dass das Gold tatsächlich existiert. Die zweite Möglichkeit sind Zertifikate, die von Banken herausgegeben werden. Diese Optionsscheine sind allerdings nicht mit echtem Gold hinterlegt.
- ETF: Die dritte Möglichkeit, Gold an der Börse zu kaufen, sind passive Indexfonds, die mit physischem Gold gesichert sind und damit rechtlich genau wie physisches Gold im Bankschliessfach als Sondervermögen behandelt werden, das im Fall einer Insolvenz nicht in die Insolvenzmasse eingeht. Während Anleger früher hohe Gebühren für die Fondsverwaltung zahlen mussten, gibt es heute viele passive Indexfonds, mit denen sie kostengünstig in den Goldpreis investieren können. Aktiv gemanagte Fonds bieten keinen Performancegewinn, der die zusätzlichen Kosten rechtfertigt.
Der Kauf von Gold über die Börse hat immer einen entscheidenden Nachteil. Kommt es zu einer Krise, besteht das Risiko einer Insolvenz des ausgebenden Instituts. Damit erfüllt über die Börse erworbenes Geld seine Funktion im Portfolio nur bedingt.Er verringert zwar die Schwankungen des Portfolios, ist aber kein Notgroschen im Krisenfall.
Goldminenfonds: Keine Alternative zum Goldkauf
Eine weitere Möglichkeit, um am Goldpreis zu partizipieren, sehen viele Anleger in der Investition in Goldminen und andere Unternehmen, deren Profitabilität scheinbar direkt vom Goldpreis abhängig ist. Steigt der Goldpreis, steigt auch der Gewinn des Unternehmens. In der historischen Betrachtung zeigt sich allerdings kein direkter Zusammenhang zwischen Goldpreis und Aktienkursen von Goldminen. Der Preis einer Aktie hängt immer von einer Vielzahl an Faktoren ab und lässt sich nicht auf den Goldpreis reduzieren. Anleger, die Gold in Ihr Portfolio aufnehmen möchten, sollten von den sogenannten Goldminenfonds daher Abstand nehmen.
Investieren mit Carefinance – Ihr Partner für nachhaltigen Vermögensaufbau
Beim Aufbau eines Wertpapierportfolios geht es darum, Rendite und Risiko so zu balancieren, dass sie im richtigen Verhältnis zu ihrem individuellen Profil stehen. Gold kann eine wichtige Stabilisierungsfunktion spielen. Aber sowohl der Goldanteil als auch die Beschaffung stellen viele Anleger vor Probleme. Bei Carefinance helfen wir Ihnen dabei, Ihr Portfolio zu balancieren und beraten Sie zu den Möglichkeiten eines Edelmetalldepots. Gemeinsam entwickeln wir eine Investment-Strategie, die zu Ihren Bedürfnissen passt und die Basis für nachhaltigen Vermögensaufbau bildet.