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Moorwesen und Plagegeister
Das Wurzacher Ried ist eines der grössten Moorgebiete und eines des bedeutendsten Naturschutzgebiete Baden-Würtembergs (1.8ha). Der Kernbereich des Rieds gilt als das grösste intakte Hochmoor Mitteleuropas. Dieser Naturschatz wollte von mir erkundet werden. Ich hatte vor der Weiterfahrt noch etwas Zeit. So breche ich ziemlich unüberlegt ohne Antimückenspray in die Urlandschaft auf - immerhin mit langen Hosen und Ärmeln und einer neugierigen Wachheit.
Torf und Moränenlandschaft
Vor etwa 12’000 Jahren endete die letzte Eiszeit und hinterliess in der hügeligen Schotterlandschaft des Alpenvorlandes (hier Oberschwaben im Allgäu) Schmelzwasserbecken, die in der folgenden Warmzeit zu Mooren verlandeten. Im Rahmen des Schutzkonzeptes des Wurzacher Rieds (seit den 1980er Jahren) werden durch den 200 Jahre andauernden Torfabbau komplett entwässerte Bereiche heute durch gezielte Wiedervernässungsmassnahmen renaturiert. Die Sicherung des Wasserhaushaltes ist eine der wichtigsten Massnahmen für eine Regeneration durch Torfabbau gestörter Moore. Viele der Bäume und Sträucher, die erst durch die Trockenlegung wuchsen, sterben durch die Vernässung wieder langsam ab. Ältere Bäume mit dickeren Stammdurchmessern besitzen oft Zwiesel, die erst relativ weit oben auftreten. Markiert die Zwiesel-Stelle den Zeitpunkt der durchgeführten Vernässung?
Energiezeiger: An den Bäumen zeigen sich neben den Zwieseln, die auf Wasseradern hinweisen, weitere unzählige Wuchsanomalien wie Verkrebsungen und geschwürartiger Auswuchs an der Rinde (Verwerfung, Leylinie), Hexenbesen (rechtsdrehende Strahlung höherer Intensität), Schrägwuchs (linksdrehende Strahlung, Wasserader, Verwerfung), Blitzrinnen und Verwachsungen wie Elfenaugen ("Baumkuss", bei grosser Vitalkraft und starken Ätheraktivitäten). Bäume können also empfindlich auf feinstoffliche landschaftliche Kräftestrukturen reagieren und diese durch ihre veränderte Wuchsform anzeigen.
Raum des Überganges
Die unzähligen, stechwütigen Mücken erlauben leider kein langes, entspanntes Verweilen an einer Stelle. Um den vorherrschenden Wasseräther wahrzunehmen, war das jedoch auch nicht nötig. Seine Kühle und Feuchte scheint trotz heissem Sommerwetter in seiner Ausdehnung meine nach oben ausgestreckten Arme weit zu übersteigen.
Aber da ist auch die schwarze Erde, dessen Äther mir als Schwere sehr präsent erscheint. Der aus faserig zersetztem organischem Material bestehende Torf hat für mich etwas mächtiges und kraftvolles, da so massig. Er macht mich ehrfürchtig vor dem, was hier alles schon durchlebt worden sein muss, damit daraus wieder Neues wachsen kann. Der schwere, dichte Boden vermittelt den langen Prozess, welchen er selber durchlaufen hat. Dem steten und unaufhaltsamen Kreislauf des Lebens wird hier offensichtlich und spürbar seine natürliche Zeit zugesprochen (als Durchschnittswert für die Torfablagerung in einem Moor ist ein Mittelwert von 1 mm pro Jahr anzusetzen).
Im Weiteren stellt Torf die erste Stufe der Inkohlung dar. Die Inkohlung führt in Zeiträumen von Jahrmillionen von frischem Pflanzenmaterial zu Huminsäuren (speichern Stickstoffverbindungen) und Torf, dann über Braunkohle und Steinkohle zum Anthrazit (hochwertige Kohlensorte), in einzelnen Fällen sogar zum Graphit (Kohlenstoff in Reinform), begleitet mit einer stetigen Verdichtung der Materie. Der Feueräther wirkt hier also weit im Untergrund (?). Seine Eigenschaften sind denen des Wasseräthers entgegengesetzt. Ohne den einen könnte der andere nicht existieren. Ohne Hitze gäbe es keine Kühle, ohne Ausdehnung kein Zusammenziehen.
Diese urtümliche Landschaft berührt mich. Die Moorlandschaft finde ich persönlich optisch sehr ansprechend, romantsich und inspirierend, erdend, verlangsamend und zentrierend. Insgesamt wirkt die vorherrschende Energie auf mich dabei stagnierend. Die Zeit, erschaffen durch das Element Erde, scheint hier still zu stehen. Diese sehr langsame, aber mächtige Umwandlung der Biomasse besitzt eine enorme Schöpferkraft. An der Oberfläche des Rieds herrscht der aktive, lebensspendende Pol vor wo neue Pflanzen wachsen, in der Tiefe der passive, zerstörerische Pol, wo Transformation stattfindet.
Auch die beiden typischen Moorpflanzen wie das Heidekraut und die Heidelbeere stehen symbolisch für Transformation. Es sind Schwellenpflanzen, die unter anderem für den Übergang zwischen Tod und Leben stehen.
Ätherwahrnehmung mit Mudras
Die Schichtausdehnungen der vier Elemente-Äther lassen sich über spezifische Fingerhaltungen, so genannten Madras, erspüren. Ich reibe beide Hände aneinander, um die Wahrnehmung meiner Hände zu aktivieren/zu steigern. Um den Wasseräther zu erspüren, presse ich Zeigefinger und Daumen der rechten Hand zusammen (Gyan-Mudra). Dadurch wird das Wurzelchakra geöffnet, und ich gehe mit der Wahrnehmung vermehrt in meine Beine und den Unterkörper. Mit der linken Hand gehe ich "auf Empfang" und führe diese langsam achtsam vom Boden Richtung oben, solange ich Kühle und Feuchte wahrnehme. Das ist die Ausdehnung des Wasseräthers. Der Erdäther erspürt man mit dem "Ringfinger-Mudra" (Prithvi-Mudra). Der Erdäther sollte unter dem Wasser-Äther kommen (es gibt auch Mischzonen). Er fühlt sich schwer an, erdend/beständig und gibt ein Gefühl von innerer Stabilität und Selbstsicherheit.
Charakteren
Jedes Element bildet auf der Astralebene eine eigene Welt mit Wesen (Entitäten). Diese Elementarwesen beseelen also den Ort. Es gibt Wesen, die von uns eher als positiv oder aber eher als negativ empfunden werden. Sie stellen einerseits den positiven oder den negativen Pol des Elements dar.
Natürlich gibt es auch über das Wurzacher Moor diverse Geschichten mit eher schaurigen Begegnungen. Bei Moorführungen ist dann auch von "Aufhockern" die Rede, die gerne in der Dämmerung warten und den ahnungslosen Menschen auf den Rücken springen. Dann wachsen sie und werden immer größer, bis ihre Opfer unter der Last im Morast versinken. Unauffälliger agiert der "Nachtzehrer", eine Art Vampir, der durch Mund oder Augen die Lebensenergie von Passanten absaugt. Die "Hakenmänner" besitzen ein riesiges Maul mit vielen Zähnen. Sie lauern am Rande des Wurzacher Riedes auf Wanderer, um sie in die Tiefe zu ziehen.
Die Moorlandschaft wirkt sich auch auf die Mentalität des Menschenschlags aus, die in der Gegend leben. So wie ich sie in den wenigen Wochen persönlich kennengelernt habe (Bitte um Korrektur!), leben sie eher nach traditionellen, urtümlichen Vorstellungen. Sie sind eher wortkarg (Luftäther) und träge (Feueräther), wobei ihre Dynamik im Innern (im Untergrund) abläuft, sie aber durchaus zwischendurch Dampf ablassen.
P.S. Hinweis:
Hier noch ein tolles Interview mit Prof. Dr. Josef Settele als Co-Vorsitzender des UN- Weltbiodiversitätsrates. Er erläutert, warum Artenvielfalt eine Versicherung für unsere Zukunft ist, und warum die Wahrscheinlichkeit von Pandemien mit der zunehmenden Vernichtung von Ökosystemen stetig ansteigt.
Also: Mehr Moor ist Mehr!
In dem Sinne herzliche Grüsse und bis zum nächsten Mal! Dann gibt's more!
Anita auf Reisen...