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Hintergrund der Bachelorarbeit mit dem Titel «Development of a food product based on mealworms for mass production» ist die Lebensmittelknappheit infolge der wachsenden Weltbevölkerung. Insektenprotein eignet sich als Nahrungsmittel, doch ist die Entomophagie (Insektenverzehr) in der westlichen Welt (noch) kaum verbreitet. Koch hat deshalb für seine Arbeit einen Insekten-Riegel entwickelt, bei dem die Tiere nicht mehr erkennbar sind. Dazu hat er aus dem Mehlwürmern (Tenebrio molitor) mittels verschiedener physikalischer Fraktionierungsverfahren ein Proteinextrakt gewonnen. Der gefriergetrocknete Proteinextrakt diente dann als Basis für die Entwicklung des Insekten-Riegels.
Bedeutende Unterschiede zum Milchprotein-Riegel. Der Student analysierte den Insekten-Riegel sensorisch mittels eines Dreieckstests. Die Resultate ergaben, dass der Insekten-Riegel sich deutlich vom Vergleichsprodukt Milchprotein-Riegel unterscheidet. Geschmack, Textur und Mundgefühl haben eine eigene Prägung. Der Insekten-Riegel ist knusprig, wirkt aber nicht bitter oder adstringierend. Der hohe Zuckeranteil ist teilweise für dessen Kompaktheit und Süsse verantwortlich. Trotzdem ist eine säuerliche Note noch erkennbar.
Hohe Akzeptanz bei Umfrage. Eine (nicht-repräsentative) Umfrage unter 300 Teilnehmenden zeigte die Bereitschaft der Konsumentinnen und Konsumenten, insektenbasierte Lebensmittel zu verzehren. Eine hohe Anzahl Sportlerinnen und Sportler (82 Prozent) sowie Nichtathleten (84 Prozent) waren demnach bereit, Insektenprotein-Riegel zu verkosten. Menschen, die kein Fleisch essen, sahen den Insekten-Riegel mehrheitlich nicht als ein Fleischprodukt und erklärten sich ebenfalls zum Verzehr bereit (61 Prozent). Für die künftige Massenproduktion des Insekten-Riegels hat Koch bereits Gespräche mit Partnern aus der Lebensmittelindustrie geführt. Für den Nachweis, dass die industrielle Insektenlebensmittelproduktion profitabel und auch nachhaltig ist, müssen Interessierte zudem wirtschaftliche Machbarkeitsstudien sowie Ökobilanzen durchführen.
Vom Bachelorabschluss zum Master-Studium. Der 25jährige Lebensmitteltechnologie-Student durfte den Preis 2014 der SGLWT am 5. Dezember 2014 anlässlich der Bachelor-Diplomfeier am Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation (ILGI) der ZHAW in Wädenswil entgegennehmen. Tilo Hühn, Leiter des Zentrums für Inhaltsstoff- und Getränkeforschung am ILGI und sein Team betreuten den Student. Nach dem erfolgreichen Bachelorabschluss in Lebensmitteltechnologie beginnt Meinrad Koch im Februar an der ZHAW in Wädenswil den konsekutiven Masterstudiengang in Life Sciences, mit Vertiefung Food and Beverage Innovation. Im nächsten Jahr will er dieses Masterstudium abschliessen.