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Text und Fotos: Matthias Weinhold
Am 16. September 2022 trafen sich acht Männer und eine Frau des Forums 60 plus auf dem Parkplatz vor der Festungsanlage, individuell angereist mit Fahrgemeinschaft, Auto, Velo oder ÖV.
Fred Härdi vom Verein Festungsmuseum empfing die Gruppe vor dem Zugangsgebäude und sprach dann im Vorraum über die Geschichte und den Zweck der Anlage: sie wurde 1939/1940 als
Artilleriewerk «Adlerhorst» zum Schutz des Aaretals Richtung Station Siggenthal und des Wasserschlosses gegen das Vordringen feindlicher Truppen gebaut.
Im Jahr 1988 wurde die Anlage zum Zentrallager der geheimen Widerstandsorganisation P26 umgebaut, Im Jahr 1990, trotz Fall des «Eisernen Vorhangs», wurde vor der Anlage noch ein Bunker mit der Kanone einer Centurionpanzers errichtet. Dessen Besichtigung gehörte aber nicht zu unserer Führung.
In der Anlage ging es zu einem Vortragsraum mit bequemen Halbrundsesseln, wo Fred Härdi uns die Entstehung, Zweck und den Aufbau der P26-Organisation gut verständlich erklärte. Zum Beispiel, wie die Organisation zu ihrem Namen kam: aus den Endziffern eines sicherheitspolitischen Berichts des Bundesrates von 1973. Oder wie die Führungsstruktur der Organisation aufgebaut werden sollte und wie neue Mitglieder aufgeboten wurden, unter denen die gesamte Kommunikation über Tarnnamen funktionierte – alles so geheim wie möglich.
Im Bunker wurden in luft- und wasserdichte Chromstahlbehälter Waffen, Munition, Sprengmitteln, Funkgeräten und Sanitätsmaterial für die Angehörigen der Widerstandsorganisation P26 eingelagert. Dieses Material sollte an die P26-Mitglieder ausgegeben werden, wenn der Feind schon ins Land eingedrungen war, um einen breiten Widerstand der Bevölkerung zu organisieren.
Wir besichtigten anschliessend die Lagerräume der Chromstahlbehälter, und in einem weiteren Ausstellungsraum gab es noch ein Video mit weiteren Informationen über die P26-Organisation zu sehen, dieses Mal sitzend auf einfachen Holzbänken.
Um zum Gefechtsstand Richtung Station Siggenthal zu kommen, waren doch einige Stufen aufwärts zu bewältigen. Wieder retour und dann wieder in die andere Richtung nach oben, erreichten wir den Gefechtsstand Richtung Wasserschloss, der mit Soldatenpuppen realistisch eingerichtet ist.
Mit vielen neuen Eindrücken machte sich dann jede(r) wieder so auf den Heimweg, wie er gekommen war.