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Inkasso beschreibt den Einzug von fälligen Forderungen durch die Firma, die die jeweilige Leistung erbracht hat oder durch Dritte, die als Dienstleister auftreten.
Inhalt des Artikels:
- Definition
- Ziel von Inkasso
- Das Inkassoverfahren
- Folgen des Inkassoverfahrens
- Externe Inkassounternehmen
- Gesetzliche Grundlage
Definition
Der Begriff Inkasso beschreibt den professionellen Einzug von Forderungen, die ein Kreditor gegenüber einem Debitor geltend machen will. Der Schuldner hat dabei offene Rechnungen nicht beglichen und muss in der Folge dazu bewogen werden, die ausstehenden Forderungen auszugleichen. Dies geschieht über eine Inkassoabteilung innerhalb des leistungserbringenden Unternehmens oder über einen ausgelagerten Dienstleister.
Ziel von Inkasso
Oberstes Ziel ist es, die Forderungen des Unternehmens einzutreiben. Das geschieht bei seriösen Unternehmen niemals mithilfe harter Worte oder überzogener Drohungen, sondern manifestiert sich in seriösen Formulierungen, die dem Schuldner entgegenkommen. Es geht nicht darum, den Schuldner einzuschüchtern, sondern ihn daran zu erinnern, dass es seine Pflicht ist, die erbrachte Leistung mit dem vereinbaren Geldbetrag zu honorieren.
Um gewissen Standards zu garantieren und die Branche zu regulieren, existieren Verbände wie der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen. Sie sollen sicherstellen, dass Inkassounternehmen ordentlich agieren. Sie verfügen zudem über Werkzeuge, um Mitglieder zu maßregeln, sollten sie gegen Regularien verstoßen.
Das Inkassoverfahren
Das Inkassoverfahren beginnt dann, wenn ein Schuldner ausstehende Forderungen bei einem Unternehmen nicht begleicht, das er vertragsgemäß für eine Leistungserbringung entlohnen sollte. Der Gläubiger führt dann entweder intern ein Inkassoverfahren durch oder beauftragt einen externen Dienstleister. Eine Mahnung ist üblicherweise der erste Schritt, um den Schuldner darauf hinzuweisen, dass er eine ausstehende Forderung begleichen soll. Insgesamt sind drei Mahnungen üblich, danach leitet der Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren ein oder erwirkt eine Vollstreckung oder Zwangsvollstreckung.
Folgen des Inkassoverfahrens
Ist das Verfahren angelaufen, hat der Schuldner Zeit, um seine Forderung zu begleichen. Willigt der Schuldner ein, die Forderung zu bezahlten muss dies nicht zwingend über eine einmalige Zahlung geschehen. Abhängig von seiner finanziellen Situation und der Kooperationsbereitschaft des Gläubigers oder des Inkassounternehmens, sind auch Ratenmodelle möglich. Entstehende Aufwendungen seitens der Inkassoabteilung oder des externen Dienstleisters hat der Schuldner zusätzlich zu tragen.
Bezahlt der Schuldner die Forderung nicht, kann der Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten und eine Vollstreckung oder Zwangsvollstreckung erwirken, indem er beim Gericht einen Mahn- und Vollstreckungsbescheid – eine gerichtliche Zahlungsaufforderung – beantragt. Dieser Bescheid definiert verbindlich, was der Schuldner dem Gläubiger schuldet und befähigt den Gläubiger einen Gerichtsvollzieher zu beauftragen. Der Gerichtsvollzieher darf die Zwangsvollstreckung ausführen. Dabei definiert er Wertgegenstände des Schuldners, die zwangsversteigert werden, um mit deren Erlös die offenen Forderungen zu begleichen.
Es ist auch möglich, dass Gehalt verpfändet wird. Geschieht dies, wird der Arbeitgeber des Schuldners verpflichtet, dem Gläubiger das Gehalt bis zur entschädigung der Forderung zu überweisen.
Externe Inkassounternehmen
Anders als das unternehmensinterne Mahnwesen, handelt es sich bei externen Inkassounternehmen um unabhängige Dienstleister. Die Auftraggeber versprechen sich von diesem Outsourcing effizienteres Arbeiten und Sparpotenzial hinsichtlich der Kosten, die ein internes Mahnwesen verursachen würde. Beispielsweise ist ein Unternehmen, das die Inkassoabteilung auslagert, in der Lage, seine Fixkosten zu senken. Externe Unternehmen nehmen die Zahlungen der Schuldner auf und leiten sie dann an die auftragegebenden Firmen weiter.
Gesetzliche Grundlage
In der Bundesrepublik Deutschland müssen Dienstleister im Inkassobereich den Vorgaben des Rechtsdienstleistungsgesetzes entsprechen. Ist dies der Fall, haben sie die Befugnis, auf eigene Initiative hin Schritte wie Vollstreckungen einzuleiten.