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Spaniens König Juan Carlos muss wieder unters Messer. Der 75-jährige Monarch werde sich wegen einer Infektion in den nächsten Tagen einer neuen Operation an der linken Hüfte unterziehen, teilte der Verwaltungschef des Königshauses, Rafael Spottorno, am Freitag mit.
Der Eingriff zum Austausch der erst im November eingesetzten Hüftprothese werde in der spanischen Hauptstadt stattfinden. Auf Fragen von Journalisten wies Spottorno entschieden Gerüchte über einen bevorstehenden Thronverzicht von Juan Carlos zurück. "Zu keinem Zeitpunkt hat der König eine Abdankung in Erwägung gezogen", beteuerte er.
Die neue OP wird für Juan Carlos bereits der achte Eingriff seit Mai 2010 sowie der fünfte innerhalb eines guten Jahres sein. Wegen einer Arthrose war dem König auf der linken Seite die künstliche Hüfte eingesetzt worden, die jetzt ausgetauscht werden soll. Seither geht er auch bei Auftritten in der Öffentlichkeit stets an Krücken oder am Stock. Zuletzt hatte sich der König im März einer Bandscheibenoperation unterzogen.
Spottorno erzählte, der König habe schon seit Monatsanfang Beschwerden an der linke Hüfte und am linken Bein gespürt. Das habe mit der nun entdeckten Infektion zu tun, die in einem bis zwei Prozent aller Fälle nach Einsetzung einer Hüftprothese eintrete. Über die Ursache der Infektion könne nur spekuliert werden, hiess es.
Gesundheits- und Imageprobleme
Die Gerüchte über eine Abdankung von Juan Carlos hatten in jüngster Zeit nicht nur wegen der zunehmenden Gesundheitsprobleme Nahrung erhalten. Das Image des bis dahin sehr beliebten Königs hatte aufgrund einiger Affären tiefe Kratzer bekommen.
Grosse Empörung löste etwa ein Korruptionsskandal um Schwiegersohn Iñaki Urdangarín, Ex-Handballstar und Mann von Tochter Cristina, aus. Zuvor hatte im April 2012 die Teilnahme des Königs an einer Elefantenjagd in Botswana Ärger verursacht. Diese war nur bekanntgeworden, weil Juan Carlos sich bei einem Sturz die rechte Hüfte gebrochen hatte.
SDA-ATS