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Newsletter 28
April 2012
Diese Ausgabe enthält folgende Themen:
- Kolumne: Vor 530 Jahren: Todesurteil für zwei Liebende
- Revision 1b (Inhalt): abgeschlossen
Vor 530 Jahren: Todesurteil für zwei Liebende
eos. Hintergrund war eine Abrechnung. Hans Waldmann, Hauptmann der Zürcher Truppen beim Sieg von Murten 1476 und ein Jahr später Anführer des Eidgenössischen Heeres bei der letzten Schlacht gegen den Burgunder Herzog Karl den Kühnen bei Nancy, war erbost über die traditionellen Verbündeten der Zürcher, die Stadt Strassburg. Denn die blieb während der Burgunderkriege neutral. Hans Waldmann (1435-1489) sann nach Strafe. Da fassten Zürcher Sittenwächter 1482 den Ritter Richard Puller aus dem Wasgau (heute französisch-deutsche Grenzregion nordwestlich von Strassburg), denn er hatte Sex mit seinem jungen Knecht, während beide in einer der Zürcher Badstuben weilten. Das war etwas zu öffentlich und geschah auch etwas zu oft.
Dem Ritter von Hohenburg wurde der Prozess gemacht. Man verhörte ihn und brachte seinen Knecht Anton Mätzler durch Folter zur Aussage. Das Protokoll erwähnt nicht nur ihre Taten, die als Ketzerei galten und damit die Todesstrafe erforderten, es zeigt auch, dass sich die beiden liebten. Denn der Ritter hatte versprochen, den Knecht wie seinen Sohn zu halten und Anton liebte "trefflich" seinen Herrn.
Trotzdem, die Freunde und Lebenspartner wurden gemeinsam mitten in Zürich auf dem Scheiterhaufen verbrannt, der Ritter, um seine Qual zu verkürzen, mit einem "Pulversack" am Hals. Das geschah vor 530 Jahren, am 24. September 1482.
Mit diesem Urteil an einem Ritter aus dem Strassburgischen hatte Hans Waldmann ein deutliches Zeichen an die verbündete Stadt gegeben. Ein Jahr darauf wurde er Zürcher Bürgermeister und regierte mit eiserner Hand. Er nahm sich allerdings viele aussergesetzliche Freiheiten. Und genau das kostete ihn 1489 den Kopf.
1939 erhielt er ein Denkmal zum 450 Todestag, eine Reiterstatue vor der Fraumünsterkirche, direkt an der Limmat. Auch das war ein deutliches Zeichen wiederum Richtung Norden, diesmal ans Deutsche Reich Hitlers: So ist mit Diktatoren umzugehen, erst mal um einen Kopf kürzen und später einen Gedenkstein setzen.
Dass der Tod des unglücklichen Paares Richard von Hohenburg und Anton Mätzler sogar illustriert an die Nachwelt überliefert wurde, geschah dank der Burgunderkriege und dem Auftrag an Diebold Schilling dem Älteren, die Geschichte dieser Jahre von 1474-1484 in einer illustrierten Chronik aufzuzeichnen. Dazu gehört auch ein Blatt mit der Verbrennung der beiden "Sodomiten" in Zürich. Die ganze Chronik befindet sich heute in der Zürcher Zentralbibliothek.
Revision 1b (Inhalt): abgeschlossen
si. Am 31. März 2012, also vor etwa einer Woche, konnten wir eine Revisionsarbeit abschliessen, die uns insgesamt zwei Jahre beschäftigt hatte.
Es ging bei der Revision 1b (Inhalt) darum, die überlangen Einzelseiten in Unterseiten zu zerschneiden und mit klaren, auf den Inhalt bezogenen Titeln zu versehen. Jetzt ist das Ganze übersichtlicher und leichter lesbar.
Ein paar statistische Zahlen: waren es bei der Vernissage im Juni 2009 noch 240 Seiten, die den Inhalt von Ernst Ostertags Manuskript darstellten, sind es jetzt deren 1700 Seiten. Dies entspricht einer Versiebenfachung der Inhalts-Seiten in der Website.
Grafisch sieht es folgendermassen aus:
Da alle Quellenverweise nun als Fussnoten innerhalb jeder einzelnen Seite platziert sind, konnten wir das zentrale Quellenverzeichnis (Unterseiten des Bereichs "Verzeichnisse"), das teilweise fehlerhaft war, nun gänzlich deaktivieren.
Als nächstes werden wir auf jeder (Unter-)Seite die hilfreichen Links auf andere interne Seiten wieder einbauen. Diese mussten für die Revision 1b (Inhalt) allesamt gelöscht werden. Nun können sie für Querverweise viel präziser gesetzt werden.