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Wenn die deutsche Autobahn noch vom Ferienverkehr überlastet ist, ist es klüger, über Frankreich zurück nach Basel zu fahren. Erst am 10. September fängt in Baden-Württemberg die Schule wieder an.
Nach einem Ausflug nach Badenweiler geht es bei Chalampé, 30 Kilometer nördlich von Basel, über den Rhein und auf einer schnurgeraden Landstrasse entlang des Rheinseitenkanals Richtung Süden. So umfährt man den Stau vor dem Autobahnzoll Weil am Rhein/Basel und kommt bei Huningue oder Kleinhüningen wieder in Basel an.
Die ersten Kilometer sind gewöhnungsbedürftig. Durch den Bau des Kanals verlor Chalampé einen grossen Teil seiner Flächen. Vorher hatte die Gemeinde vor allem von Landwirtschaft, Fischerei und Korbflechterei gelebt. Heute kommen die Jobs von einer grossen Industriezone, die bis Ottmarsheim reicht und wo sich eine hässliche Chemiefabrik an die nächste reiht.
Zum Glück geht das nur wenige Kilometer so. In Ottmarsheim wartet eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Romanik. Die dortige Klosterkirche stammt grossteils aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Geweiht wurde die Abtei eines Benediktinnerinen-Klosters 1049. Die Form eines Oktogons ist der Aachener karolingischen Pfalzkapelle nachempfunden, dem achteckigen Zentralbau des Aachener Doms.
Romanische Kirchen strahlen eine grosse Ruhe aus. Im Innenraum sind wunderschöne Fresken. 1991 vernichtete ein schlimmer Brand Dachstuhl und Orgel. Die Sanierung dauerte von 1992 bis 1998 und wurde zum Teil durch Sammlungen finanziert. Die Orgel ist neu.
Rund zehn Kilometer südlich erwartet einen bei Niffer am Rhein-Rhone-Kanal eine weitere Überraschung. An der Schleuse vor dem dortigen Freizeithafen wurden das Verwaltungsgebäude und der Kontrollturm Anfang der Sechzigerjahre vom berühmten Architekten Le Corbusier entworfen. Seit 2005 steht sie unter Denkmalschutz. Schleuse und der 1833 eröffnete Kanal, der bis zur Saône führt, sind aber nur für Hausboote und ähnlich grosse Schiffe ausgelegt.
500 Meter nördlich wurde deshalb 1995 eine grössere Schleuse eingeweiht. Ein neuer, grösserer Kanal für Schiffe bis 1350 Tonnen führt bis nach Mulhouse. Dieser war als erster Abschnitt für den Ausbau des Rhein-Rhone-Kanals gedacht.
Das Projekt war viele Jahre in der Diskussion. Es stiess aber auf viel Kritik, weil es als verheerend eingestufte Eingriffe in den Doubs gebracht hätte. 1997 wurde das Vorhaben beerdigt, auch weil sich die damalige grüne Umweltministerin, die aus der Gegend stammt, massiv dagegen wehrte.