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Die Karate-Dôjôkun wurde von dem okinawischen Meister SAKUGAWA SHUNGO gegründet und in alle Stilrichtungen des Karate übernommen. Die Essenz der ursprünglichen Dôjôkun ist auch heute in allen Stilen erhalten geblieben. Sie besteht aus fünf Leitsätzen, die die gesamte geistige Entwicklung eines Übenden auf seinem Weg bestimmen:
Eins
ist: Vervollkommene deinen Charakter.
Eins ist: Bewahre den Weg der Aufrichtigkeit.
Eins ist: Entfalte den Geist der Bemühung.
Eins ist: Sei höflich.
Eins ist: Bewahre dich vor übertriebener Leidenschaft.
Die Dôjôkun ist die praktische Anleitung zur Übung der rechten Haltung (Shisei) in allen karateählichen Künsten. Sie schafft die Verbindung zwischen der Philosophie des Weges (Dô) und der formalen Technik (Jutsu) und gewährleistet, dass die Erkenntnisse über den Weg nicht im Intelekt verhaften bleiben.
Die Dôjôkun ist der vom Budô-Geist geforderte Auftrag, den Weg nicht nur zu verstehen, sondern auch zu leben und das persönliche Verhalten an seiner übergeordneten Wirklichkeit zu messen. Sie ist das Zentrum der geistigen Wegübungen, und überall dort, wo sie fehlt, wird Budô zur Form.
Die Erfahrung zeigt, dass es zur Meisterschaft der Kampfünste die Dôjôkun nicht fehlen darf. Für alle Übenden, gleich ihrem Rang, ist es von essentieller Bedeutung, dass sie ihre eigene Haltung (Shisei) in regelmäßigen Kontrollen der Dôjôkun gegenüberstellen. In Übungsgruppen mit einem gesunden Budô-Geist ist sie nicht nur Maßstab des Lernens, sondern auch ein Spiegel des Verhaltens, durch das der einzelne mit der Gemeinschaft im Austausch steht. Sie reflektiert das Maß des Rechten und des Falschen im Verhalten, sie stellt das Gleichgewicht im Geben und Nehmen her und besteht auf dem gerechten Ausgleich zwischen Ansprüchen und Bereitschaften.

Dojokun (Dojoregeln)
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