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Frage: Kann ich mein Baby durchs Tragen verwöhnen?
Wenn Du Dein Kind trägst, gehst Du auf sein urmenschliches Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit ein. Daraus kann Dein Baby Urvertrauen und schliesslich Selbstvertrauen gewinnen. Je öfter ein Kind die Erfahrung macht, dass die Umwelt auf seine Bedürfnisse angemessen eingeht, desto besser kannes sich psychisch und körperlich entwickeln.Frühestens nach neun Monaten schreien Babys auch, um ihre Wirkung zu testen. Vorher sollten Elternprompt auf jedes Weinen oder Wimmern des Kindes reagieren. Ausserdem: "Verwöhnen" ist nichts anderes, als jemandem etwas abzunehmen, dass er auch selbst tun könnte. Das Baby jedoch ist hilflos ohne seine Bezugspersonen, also ist es auch nicht möglich, ein Baby zu verwöhnen.
"Befriedigte Bedürfnisse verschwinden von selbst. Ignorierte Bedürfnisse tauchen immer wieder auf."
nach Dr. William Sears; amerikanischer Kinderarzt
Frage: Meinem Kind ist es im Kinderwagen sehr wohl. Ist das Tragen trotzdem etwas für uns?
Eine Tragehilfe oder das Tragetuch sind in jedem Fall eine sinnvolle Ergänzung zum Kinderwagen.
Es gibt viele Situationen, in denen es Gold wert sein kann: im überfüllten Tram oder Zug, Du möchtest Dein Baby vor einem hektischen Umfeld schützen, unterwegs möchtest du mobiler sein, zu Hause kannst du ungestört den Haushalt machen, beim Wandern über Stock und Stein, Dein Baby schläft schlecht ein, Du möchtest beide Hände frei haben, deine Nähe tröstet Dein Baby wenn es zahnt, krank ist oder einen Wachstumsschub hat...
Frage: Ab wann ist mein Kind zu alt, um getragen zu werden?
Auch mit älteren Kindern kann es sehr praktisch sein, ab und zu auf eine Tragehilfe zurückzugreifen.
Ist man mit dem laufenden Kind unterwegs, passiert früher oder später immer das Gleiche: "Mami, ich mag nümme!" Um für diesen Fall gewappnet zu sein, nimmt man entweder immer den Kinderwagen mit oder trägt das Kind dann auf dem Arm (wenn man die Hände frei hat). Das belastet den Rücken einseitig. Da ist es praktisch, anstelle des sperrigen Kinderwagens eine Tragehilfe dabei zu haben.
Die passt nämlich garantiert ins Handtäschli und ist schnell angezogen.
Ausserdem geniessen es auch grössere Kinder, von Zeit zu Zeit kurz getragen zu werden.
Frage: Ich habe oft Rückenschmerzen, kann ich mein Kind trotzdem tragen?
Gerade bei Rückenschmerzen macht eine Trageberatung Sinn. Fakt ist: Wir tragen unsere Baby so oder so! Gerade beim Tragen auf dem Arm nimmt man automatisch eine Ausgleichshaltung ein, die zu Verspannungen oder Schmerzen führen kann. Speziell das Tragen im MaxiCosi stellt eine grosse Belastung für den Rücken dar. Mit einem gut gebundenen Tuch oder eine Tragehilfe ist Dein Baby nahe an deinem eigenen Körperschwerpunkt. So kannst Du Rückenschmerzen vorbeugen.
Übrigens: Die Rückenmuskulatur wird durch das korrekte Tragen effektiv und gesund gestärkt.
Frage: Wie lange darf ich mein Baby pro Tag tragen?
Es gibt weder eine Ober- noch eine Untergrenze. Das Baby ist bei Tragen im Tuch oder einen GUTEN Tragehilfe sicher aufgehoben. Für die Entwicklung des Babys ist das Tragen sehr gesund und es profitiert davon. Solange es wach ist, nimmt es auf Augenhöhe am Leben der Erwachsenen teil und ist gleichzeitig geschützt und geborgen durch Deine Nähe. Sobald es genug hat, kann es sich an Dich ankuscheln und schlummern.
Du darfst also so lange tragen, wie es für Dein Baby und natürlich für Dich stimmt! Ab dem dritten oder vierten Lebensmonat und mit dem steigenden Gewicht Deines Babys wird es bequemer, für längere Zeiten auf dem Rücken zu tragen.
Frage: Mein Baby schreit, sobald ich es mit Tuch oder Tragehilfe tragen will. Woran liegt das?
Das kommt sehr oft vor und kann viele Ursachen haben. Es wäre falsch zu denken, dass das Baby das Tragen generell ablehnt. Es gibt Babys, die weniger anhänglich sind als andere, aber es ist sicher, dass jedes Baby Körperkontakt braucht und liebt.
In einer Trageberatung kann man der Ursache auf den Grund gehen, warum das Baby beim Einbinden oder beim Getragen werden schreit. Eine Ferndiagnose zu stellen ist nicht möglich.
Mögliche Ursachen können sein: Die anfängliche Unsicherheit beim Binden überträgt sich auf das Baby, es spiegelt die Unsicherheit des Tragenden; die Bindeweise/Trage ist nicht ideal, es ist dem Baby unbequem; es fühlt sich neu und ungewohnt an; während dem eingebunden werden fühlt sich das Baby haltlos und unsicher.
Es gibt auch Fälle, in denen reagieren die Kinder empfindlich auf den Druck durch das Tuch, auch da kann man mit dem Anpassen der Bindeweise oder einem anderen Tragetuch oder Tragehilfe viel erreichen. Die Druckempfindlichkeit kann auch ein Hinweis auf vorhanden Blockaden sein. In diesem Fall ist es sinnvoll, einen Experten (Osteopath, Kiss-Spezialisten) zu konsultieren.
In jedem Fall hilft es, sofort nach dem Binden loszuspazieren, in den meisten Fällen beruhigt sich das Baby.
Frage: Sind die Manduca und der Ergo Carrier geeignete Tragehilfen?
Im Babyfachgeschäft werden die Manduca und der Ergo Carrier als ergonomisch besonders geeignete Tragehilfen verkauft. Wir Trageberaterinnen empfehlen diese Tragehilfen jedoch erst, wenn das Baby sicher alleine sitzen kann. Erst dann ist die Muskulatur des kleinen Traglings soweit entwickelt, um den Rücken effektiv zu stützen.
Beide Tragen sind nicht aus Tragetuchstoff genäht und die Schultergürtel sind an der Mitte des Rückenpanels befestigt. Dies führt dazu, dass der Rücken des Traglings gestreckt wird (anstatt schön eingerundet), und die Beine überspreizt, was speziell für kleine Babys nicht ergonomisch ist. Auch mit den Neugeboreneneinsätzen dieser beiden Tragen wird keine ideale Stützung des Rückens und keine ideale Sitzposition erreicht.
Gerade für kleine Babys eignen sich Tragehilfen im Stil eines "Mei Tais" sehr viel besser.