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Geldpolitik und Finanzmärkte
Philipp Hildebrand, Mitglied des Direktoriums
Schweizerische Gesellschaft für Finanzmarktforschung, Zürich, 07.04.2006
Geldpolitik und Finanzmärkte sind aufs Engste miteinander verknüpft. Notenbanken betreiben ihre Geldpolitik, indem sie die Preise auf den Finanzmärkten beeinflussen. Diese Preise reflektieren die Erwartungen der Finanzmarktteilnehmer über zukünftige wirtschaftliche und monetäre Entwicklungen. Geldpolitik wirkt somit vor allem über Erwartungen. Transparenz und Glaubwürdigkeit erhöhen die Effektivität der Geldpolitik, können letztlich Taten jedoch nicht ersetzen. Versucht eine Zentralbank, die Geldpolitik mit Worten statt mit Taten zu führen, setzt sie ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Notenbanken sollten Vorsicht walten lassen, wenn Sie die Geldpolitik auf Informationen aus den Finanzmärkten stützen. Es gilt zu vermeiden, dass Notenbanken und Finanzmärkte beginnen, sich im Kreise zu drehen, ähnlich einem Hund, der seinem eigenen Schwanz nachjagt. Daher müssen die von den Finanzmärkten erwarteten wirtschaftlichen Entwicklungen permanent überprüft und mit realwirtschaftlichen und monetären Indikatoren verglichen werden, was einem "checks and balances"-Ansatz in der Geldpolitik entspricht.