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Gemeinsam wollen die Republikaner Kasich und Cruz eine Präsidentschaftskandidatur ihres Rivalen Trump stoppen. Der Milliardär nennt diesen Schulterschluss «erbärmlich» – sieht darin aber auch Gutes.
Der republikanische Präsidentschaftsanwärter Donald Trump hat mit deutlichen Worten auf die Ankündigung seiner beiden Parteirivalen reagiert, gemeinsam eine Nominierung Trumps verhindern zu wollen. «Das ist eine geheime Absprache», sagte der Milliardär in Pennsylvania. Wer im Geschäftsleben geheime Absprachen treffe, lande im Gefängnis. In der Politik aber, «weil es ein korrupter Betrieb ist», sei so etwas erlaubt.
Allerdings kann Trump in dem Vorhaben seiner Konkurrenten auch Positives sehen. Er sei mit der Entscheidung eigentlich einverstanden, sagte er. Sie sei schliesslich ein Beleg für die Schwäche seiner Rivalen. «Es zeigt, wie schwach sie sind. Es zeigt, wie erbärmlich sie sind.»
Ted Cruz und John Kasich hatten am Sonntag in zeitgleich veröffentlichten Statements ihren Schulterschluss angekündigt: Kasich will sich in Indiana mit dem Wahlkampf zurückhalten, damit Cruz dort bessere Chancen hat. Im Gegenzug macht dieser ihm den Weg in Oregon und New Mexico frei. So wollen die beiden verhindern, dass Trump vor dem Parteikonvent im Juli auf die 1237 Delegiertenstimmen kommt, die ein republikanischer Kandidat für die Nominierung benötigt.
Trump ist der einzige Bewerber bei den Republikanern, der noch vor dem Parteitag die absolute Mehrheit der Delegierten hinter sich bringen kann. Er wird es jedoch schwer haben, die restlichen Vorwahlen müssten für ihn sehr gut laufen.
Die nächsten stehen bereits für diesen Dienstag an, dann wird in Connecticut, Delaware, Maryland, Pennsylvania und Rhode Island gewählt. In den Bundesstaaten an der Ostküste werden den Spitzenreitern beider Parteien – Trump bei den Republikanern und Hillary Clinton bei den Demokraten – gute Chancen auf weitere Siege eingeräumt. Beide hatten in der vergangenen Woche die Vorwahl in New York gewonnen und führen nach Delegierten.
Bei den Vorwahlen sieben die beiden grossen Parteien ihre Bewerber aus. Die beiden Spitzenkandidaten werden dann auf Parteitagen im Sommer gekürt (hier finden Sie alle Informationen zu den US-Vorwahlen). Die Präsidentschaftswahl folgt am 8. November. Trump hat im Vorwahlkampf immer wieder mit verbalen Aussetzern für Schlagzeilen – und für teils heftige Kritik – gesorgt.
Während einer Wahlkampfveranstaltung in Rhode Island machte er sich jüngst über Kasichs Tischmanieren lustig: Er habe noch nie jemanden gesehen, «der auf so eklige Art und Wiese isst», sagte Trump. «Dieser Typ nimmt sich einen Pancake und schiebt sich ihn in den Mund.» Das sei nicht präsidial. Kasich verhalte sich zudem kindisch und dickköpfig, weil er nicht aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur aussteige. (cma/aar/AP/Reuters)