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Fast 1 Milliarde Menschen leiden an Unterernährung, und die Mehrheit der Bevölkerung in Entwicklungsländern lebt von der Landwirtschaft. Gleichzeitig zehrt eine ressourcenintensive Landwirtschaft an ihren eigenen Grundlagen und wird zunehmend weniger im Stande sein, die Weltbevölkerung langfristig zu ernähren. Zudem sind oftmals inkohärente Rahmenbedingungen auf die schwache Verknüpfung von Politik und Wissenschaft zurückzuführen. Darum empfahlen der Weltagrarbericht (IAASTD, 2008) und der Weltentwicklungsbericht (2008), dass Hunger und Armut mit nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft, basierend auf kleinbäuerlichen Strukturen und lokal adaptierten Anbaumethoden, am effizientesten bekämpft werden können. Nachhaltige Landwirtschaft benötigt weniger Ressourcen und ist deshalb für die arme ländliche Bevölkerung eher umsetzbar. Speziell können davon Frauen profitieren, die oftmals besonders benachteiligt werden.
Das Projekt zielt darauf ab, die nachhaltige Landwirtschaft auf nationaler, regionaler und globaler Ebene politisch zu stärken. Dabei stehen kohärente politische, wirtschaftliche und gesell-schaftliche Rahmenbedingungen sowie die Stärkung der Zivilgesellschaft im Zentrum. In drei Ländern (Äthiopien, Kenia und Senegal) werden die Behörden im Rahmen von Multi-Stakeholder-Prozessen bei der Modellierung und Ausarbeitung von umfassenden und langfristigen nationalen Landwirt-schaftsstrategien unterstützt. Gleichzeitig soll das Komitee für Ernährungssicherheit (CFS) als Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Musterlösungen sowie für die Verbreitung solcher Analysen dienen können. Durch die Mitarbeit bei der Entwicklung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der UNO zielt das Projekt auch darauf ab, die globalen Rahmenbedingungen für die Entwicklungspolitik der nächsten 15 Jahre zu beeinflussen und so den Paradigmenwechsel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zu unterstützen.
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Die Nahrungssicherheit und das Wohlergehen von Kleinbäuerinnen und –bauern kann mit einer konsequenten und kohärenten globalen, regionalen und nationalen Politik wesentlich verbessert werden. Die Politik muss auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und die relevanten Interessengruppen in die Entwicklung einbinden.
Nutzniesser des Projekts sollen Kleinbauernfamilien, Bauerngruppen und lokale Gemeinschaftsorganisationen sein. Vor allem Frauen und die junge Bevölkerung in Hungergebieten sollen von den angestrebten Verbesserungen profitieren. Das Projekt wendet sich aber vor allem an Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene.
Workshops zur Erstellung von Langfristigkeitsanalysen der nationalen Nahrungs- und Landwirtschaftssysteme wurden in den drei Pilotländern (Senegal, Kenia und Äthiopien) durch-geführt. Diese fanden jeweils unter Einbezug verschiedener relevanter Interessengruppen statt.
Im Bereich der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) konnte das Verhandlungsdokument der Staatengemeinschaft in New York positiv beeinflusst werden, so dass alle Kernanfor-derungen von Biovision im gegenwärtigen Zielentwurf zu nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährungssicherheit enthal-ten sind.
Im Jahr 2013 hat das CFS beschlossen, den Auftrag von Rio+20 in das Arbeitsprogramm für 2014-2015 aufzunehmen. Ziel ist es, auf Länderebene die Planungskapazität zu ver-bessern und die Umsetzung von nationalen Gutachten im Landwirtschaftssektor zu fördern. Das sind notwendige Vo-raussetzungen, um nachhaltige politische Rahmenbedingun-gen und Strategien zu entwickeln, welche die Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele begünstigen.