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Novartis schleppt seit fast zehn Jahren eine Altlast mit sich herum: Amerikanische Staatsanwälte werfen dem Konzern vor, zwischen 2002 und 2011 zehntausendfach versteckte Kickback-Zahlungen an Ärzte geleistet zu haben.
Mit gediegenen Diners, schönen Reisen oder Schulungs-Events, «die einem edukativen Ziel wenig förderlich waren» (so die New Yorker Staatsanwaltschaft) habe der Schweizer Pharmakonzern den Absatz von Medikamenten wie Lotrel, Valturna (Bluthochdruck) und Starlix (Diabetes) unstatthaft gefördert.
Nun steht Novartis in diesem Fall offenbar unmittelbar vor einer Einigung. Jedenfalls tauchte unter den Online-Dokumenten des zuständigen Gerichts in Manhattan ein Brief auf, der von «signifikanten Fortschritten» hin zu einem Vergleich berichtet. Das Schreiben wurde von der Nachrichtenagentur «Bloomberg» entdeckt – wenig später war es wieder verschwunden.
Verfasst hatte den Brief der Novartis-Ankläger Geoffrey Berman, er richtete sich an den zuständigen Bezirksrichter Paul Gardephe. Wie «Bloomberg» berichtet, erwähnt Berman einen «monetary aspect» der Einigung, der bereits dem Justiziministerium zur Bewilligung vorgelegt worden sei. Zugleich erarbeite Novartis ein neues Abkommen mit dem Generalinspekteur des Gesundheitsministeriums; darin würden neue Ziele und Regeln festgelegt – zum Beispiel die Schaffung einer Compliance-Infrastruktur oder ein Monitoring durch eine externe Organisation.
Auf der anderen Seite wäre Novartis weiterhin berechtigt, sich an Gesundheitsprogrammen der US-Regierung zu beteiligen.
«Substantially complete»
Was der Vergleich die Basler am Ende kosten wird, verrät Staatsanwalt Berman nicht. Amerikanische Medien hatten zuvor berichtet, dass die Schweizer eine Vergleichszahlung im Bereich von einer Milliarde Franken leisten könnten – was eine der höchsten Pharma-Strafen der US-Geschichte wäre.
Berman erwähnt aber, dass die Einigung bis zum 18. Juni 2019 «substantially complete» sein dürfte – um dann bis Mitte August umgesetzt zu werden. Und er bittet darum, das Ganze diskret zu behandeln, da die Gespräche immer noch im Gang seien.