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Das Museum der Abteikirche von Payerne beherbergt Sammlungen zu den Themen mittelalterliche Kunst, Schönen Künste, Militärgeschichte und Geschichte Payernes. Die meisten Objekte sind nicht im Besucherrundgang ausgestellt. Entdecken Sie auf den folgenden Seiten einige der wichtigsten Museumsstücke!
Mittelalterliche Kunst
Die ältesten Objekte in den Sammlungen des Museums stehen im Zusammenhang mit der Abteikirche. Dabei handelt es sich unter anderem um bronzene Türklopfer aus dem 11. Jahrhundert, die Sie im Kapitelsaal bewundern können.
© Abbatiale de Payerne / Rémy Gindroz
Die Sammlung der Schönen Künste
Mit etwa 1800 Malereien, Skulpturen und graphischen Werken umfasst die Sammlung der Schönen Künste den Grossteil der Museumsstücke. Darunter befinden sich eine Vielzahl von Werken von Aimée Rapin, Louis Caillaud d’Angers, Louis-Olivier Chesnay und Victor de Mestral Combremont. Das Museum besitzt etwa hundert Ölmalereien des Landschaftsmalers Victor de Mestral Combremont (1864-1952), die 1993 von seiner Familie gespendet wurden. Louis-Olivier Chesnay (1899-1999) hinterliess dem Museum durch seine Witwe etwa einhundert Ölmalereien, Tuschezeichnungen, Werke mit gemischten Techniken und Skizzenhefte. Es handelt sich bei dieser wichtigen Spende um die gesamte Arbeit des Künstlers, der sowohl Farbmaler als auch Dichter war. Auf Wunsch von Louis Caillaud d’Angers (1911-2007) bereicherte seine Familie die Sammlung des Museums mit dem Zyklus der Apokalypse des heiligen Johannes, der zwischen 1984 und 1985 entstand. Von den ursprünglich 40 grossformatigen Ölgemälden auf Leinwand sind 39 erhalten.
Louis Caillaud d’Angers,
L’Apocalypse de saint Jean : 4 – Les Chevaux de l’Apocalypse,
1984-1985, Öl auf Leinwand, 135 x 165 cm
©Abbatiale de Payerne
Aimée Rapin
Die Künstlerin Aimée Rapin (1868-1956) wurde ohne Arme in Payerne geboren. Trotz ihrer Behinderung strebte sie ihr Leben lang nach der grösstmöglichen Selbstständigkeit, indem sie ihre Füsse geschickt einsetzte. Sie zog früh nach Genf, wo sie Unterricht von Barthélemy Menn erhielt, der eine wichtige Rolle in ihrer künstlerischen Entwicklung spielte. Aimée malte für zahlreiche Aufträge und wurde dabei von ihrem guten Freund, dem Klavierspieler Stéphan Elmas, unterstützt.
Am 2. November 1987 zerstörte ein tragischer Brand im Museum 91 Werke von Aimée Rapin, von denen nur noch einige Pastellfragmente erhalten sind. Trotzdem umfasst die Sammlung beinahe 200 Malereien der Künstlerin, die nach dem Brand gekauft oder gespendet wurden. Es handelt sich dabei in erster Linie um Werke in Aimée’s bevorzugter Technik, der Pastellmalerei, die grösstenteils Porträts und Stillleben zeigen.
Aimée Rapin, Portrait de Charlotte, 1919, Pastel, 40 cm
©Abbatiale de Payerne
General Jomini
Antoine-Henri Jomini (1779-1869) wurde in Payerne geboren undwar ein grosser Kriegstheoretiker und -stratege. Während seiner Zeit in der französischen Armee wurde er durch die Ideen der Revolution geprägt, bevor er in den Dienst Russlands trat. Er verfasste im Laufe seines Lebens zahlreiche Werke, insbesondere den berühmten Traité des grandes opérations (1807). Seine Vision von Strategie wird noch heute an den Militärakademien unterrichtet.
Die Sammlung des Abteikirchenmuseums umfasst eine Vielzahl von Objekten mit Verbindung zu General Jomini, darunter Uniformen, Waffen, persönliche Gegenstände, literarische Werke, von denen einige von Jomini verfasst wurden, Drucke und eine Büste, die den General darstellt und einer Gipsbüste der Freiburger Künstlerin Marcello aus dem Jahr 1864 nachempfunden wurde.
Büste von Antoine-Henri Jomini, nach einer Gipsbüste von Marcello um 1864, Bronze,
34 x 25 x 20 cm
© Abbatiale de Payerne