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Die theoretische Definition des Begriffes „Familienmarke“ ist relativ einfach – in der Praxis allerdings meistens doch viel komplizierter, weil sich die verschiedenen Markentypen natürlich überschneiden und eine Familienmarke nicht nur eine solche sein muss, sondern auch noch einem anderen Markentypus angehören kann.
Eine Familienmarke entsteht dann, wenn ein Unternehmen mehrere Produkte aus einer ähnlichen Produktegruppe unter derselben Marke verkauft.
Wir stellen fest: EIN Unternehmen, MEHRERE Produkte, ÄHNLICHE Produktegruppe. Als Musterbeispiel wird immer wieder NIVEA angeführt: Das ist natürlich eine klassische Familienmarke, auch wenn der Hersteller Beiersdorf ist und der wiederum dem Holdingunternehmen Maxinvest AG gehört…
Und da NIVEA in allen Ländern unter der gleichen Marke verkauft wird, könnte man NIVEA auch als Globalmarke betrachten – oder als Dachmarke? Oder doch als Herstellermarke? Oder als alles zusammen?
Was lernen wir daraus? Wir können ohne tiefe Kenntnisse der Marken-, der Markt- und der Eigentümerverhältnisse schlicht und ergreifend nicht final beurteilen, ob es sich bei einer Marke um eine Familienmarke handelt. Wer immer behauptet, das zu können, sollte in der nächsten Staffel irgendeiner Casting-Show als Wahrsager auftreten.