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Der Rachen umfasst den oberen (Epipharynx), mittleren (Oropharynx) und unteren Rachen (Hypopharynx) und umfasst den weichen Gaumen, die Rachen- und Gaumenmandeln, den Zungengrund sowie die Schleimhaut und die Muskulatur.
Bei Veränderungen an der Schleimhaut oder Raumforderungen im Rachenbereich ist eine weiterführende Abklärung empfohlen. Häufige Beschwerden sind ein störendes Gefühl beim Schlucken oder offensichtlich sichtbare Veränderungen. Die Abklärung umfasst eine klinische Untersuchung inklusive einer Rachenspiegelung (Endoskopie) und teilweise zusätzlicher Ultraschalluntersuchung der Halsweichteile oder ergänzender Schichtbildgebung mit Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT). Zur Klärung der Dignität der Veränderung kann eine Gewebeprobe nötig sein. Wird eine gutartige Raumforderung bestätigt sind häufig keine weiteren Massnahmen oder ein beobachtendes Verhalten ausreichend. Bei störendem Befund oder zur restlosen Klärung der Dignität ist eine chirurgische Entfernung indiziert.
Die Mandelentfernung (Tonsillektomie) wird bei häufigen bakteriellen Mandelentzündungen (Angina), schlafbezogenen Atemstörungen (OSAS) oder zur Abklärung von unklaren Veränderungen der Mandeln durchgeführt. Diese Operation erfordert eine Vollnarkose und einen kurzen Spitalaufenthalt. Es entsteht eine offene Wundfläche, welche von alleine über einen Zeitraum von bis zu 2 Wochen vollständig abheilt. Das häufigste Risiko bei dieser Operation besteht in einer Nachblutung. Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig auf eine ausreichende Flüssigkeitseinnahme zu achten und sportliche Aktivitäten sowie heisse Speisen bis zwei Wochen nach der Operation strikt zu vermeiden.
Bösartige Tumoren des Rachens bleiben oft lange unentdeckt, weil sie zu Beginn wenig Beschwerden machen. Häufige spätere Symptome sind Knoten am Hals (Lymphknotenmetastasen), Fremdkörpergefühl, Schluckstörungen oder zunehmende Schmerzen, welche bis in die Ohren ausstrahlen können. Häufigste Risikofaktoren für die Entstehung von Rachenkrebs sind Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum und eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV). Insbesondere letzteres ist in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger geworden, kann aber mittlerweile durch eine Impfung im Jungendalter verhindert werden.
Die Abklärung erfolgt über die «Intake-Sprechstunde». Zur genauen Beurteilung des bösartigen Tumors erfolgt eine Endoskopie (Panendoskopie) in Narkose zur Entnahme von Gewebeproben und zum Ausschluss von weiteren Läsionen oder Zweittumoren. Ergänzend wird eine Schichtbildgebung des Halses mit CT oder MRT sowie bei fortgeschrittenen Tumoren eine Ganzkörperbildgebung mit PET-CT oder PET-MRT durchgeführt. Zusätzlich erfolgt eine Evaluation des Schluckens durch die Logopädie, des Ernährungszustandes (Ernährungsberatung) und der Zähne. Die Befunde werden am interdisziplinären Kopf-Hals-Tumorboard besprochen und die für den Patienten beste Therapieempfehlung festgelegt. Rachenkrebs kann je nach Grösse und Ort der Entstehung chirurgisch oder mittels Strahlentherapie behandelt werden. Bei ausgedehnten Tumoren kann auch eine kombinierte Therapie notwendig sein.
Patienten und Patientinnen werden nach Abschluss der Behandlung eines bösartigen Tumors über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren an unserer Klinik in der interdisziplinären Tumorsprechstunde nachgesorgt.
Als Zenker-Divertikel wird eine Schwachstelle in der Schlundmuskulatur im unteren Rachenbereich (Hypopharynx) bezeichnet. Symptome wie Fremdkörpergefühl beim Schlucken, Steckenbleiben oder Wiederaufstossen (Regurgitation) von Nahrung sowie Mundgeruch können auftreten. Neben der klinischen Untersuchung wird eine Schluckuntersuchung mit Kontrastmittel durchgeführt, bei welcher sich die Ausstülpung (Divertikel) zeigt. Das Zenker-Divertikel wird chirurgisch behandelt. Hierbei kann das Divertikel entweder durch den Mund mit einem Klammergerät (Stapler) durchtrennt werden. Andererseits besteht die Möglichkeit einer offenen Operation über einen seitlichen Zugang am Hals, wobei die Muskellücke verschlossen und die Ausstülpung abgetragen wird. Nach der Operation muss der Nahrungsaufbau langsam erfolgen, damit die Klammernaht, resp. Wunde gut heilen kann.
Leiterin Kopf-Hals-Tumorzentrum, Koordinatorin Schilddrüsentumorzentrum, Comprehensive Cancer Center Zürich
Leitende Ärztin, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie
Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten, Ihre Spezialistin oder durch die Poliklinik überweisen.
Universitätsspital Zürich
Klinik für ORL
Frauenklinikstrasse 24
8091 Zürich