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Forschung mit nichtmenschlichen Primaten
Warum nichtmenschliche Primaten (NHPs)
Nichtmenschliche Primaten (NHPs) werden an der Universität Freiburg für die neurowissenschaftliche, biomedizinische Forschung über das Gehirn verwendet.
Die Neurowissenschaften befassen sich mit der Organisation und Funktion des Gehirns. Obwohl zunehmend Alternativen angewandt werden, erfordern die meisten Studien bisher Versuche mit Menschen oder verschiedenen Versuchstiermodellen, an denen Hypothesen über das Gehirn experimentell überprüft werden können. NHPs werden verwendet, weil sie dem Menschen in Bezug auf die Gehirnfunktion und bestimmte Verhaltensweisen sehr ähnlich sind.
Sowohl bei NHPs als auch bei Menschen hat sich das Sehen als vorherrschender Sinn entwickelt, was sich in einer ähnlichen Anordnung der visuellen Systeme niederschlägt. Infolgedessen können NHPs ihren Blick präzise steuern, um hochauflösendes, trichromatisches Sehen zu ermöglichen. NHPs werden daher zur Entwicklung und Prüfung der Wirksamkeit von Behandlungen zur Verbesserung der Blindheit eingesetzt. Die Erweiterung der kortikalen und subkortikalen Assoziationsbereiche im Laufe der Evolution hat es den NHPs ermöglicht, verschiedene kognitive Aufgaben auszuführen, die eine anhaltende Aufmerksamkeitsfokussierung und Gedächtnisleistung erfordern.
In Forschungsstudien werden daher NHPs eingesetzt, um Diagnosemarker und neue Behandlungsmethoden für neuropsychiatrische Erkrankungen mit abnormalen kognitiven Funktionen zu testen. Aufgrund ihrer dem Menschen ähnlichen Geschicklichkeit, die sie ihrem ähnlich entwickelten Cortico-Spinal-Trakt verdanken, sind NHPs auch die bevorzugte Spezies für die Entwicklung von motorischen Prothesen, zum Beispiel bei Rückenmarksverletzungen.
Die Forschung mit NHPs an der Universität Freiburg leistet somit einen entscheidenden Beitrag zu grundlegenden Erkenntnissen über die Funktionsweise des Gehirns und zur translationalen Arbeit, die auf die Verbesserung der menschlichen psychischen Gesundheit abzielt.
SPCCR
Das Swiss Non-Human Primates Competence Center for Research (SPCCR) hat die Aufgabe, die biomedizinische Forschung mit nichtmenschlichen Primaten (NHP) in der Schweiz zu fördern und darüber zu informieren. Das Kompetenzzentrum ermöglicht die Koordination von Aktivitäten im Bereich der nichtmenschlichen Primaten zwischen den Universitäten Zürich und Freiburg und bietet eine Plattform für die Durchführung von Forschungsarbeiten mit nichtmenschlichen Primaten.
Über unsere Affen
Alle Affen an der Universität Freiburg stammen aus anerkannten und zugelassenen europäischen Zuchtzentren. Die laufenden Projekte betreffen sowohl Macaca fascicularis als auch Macaca mulatta. In unseren Unterkünften leben etwa 10-20 Affen in fünf Gruppen. Diese Gruppen sind nach Bereichen und Projekten aufgeteilt. Jedes Gehege umfasst mindestens 45 Kubikmeter mit einer Mindesthöhe von 3 Metern. Neben dem Innenraum verfügt jeder Raum über einen Aussenbereich, der über einen eigenen Zugang zu erreichen ist. Alle Räume sind mit Kletterflächen, Holzschaukeln und mit Sägemehl gefüllten Behältern (zur Futtersuche) ausgestattet und bieten den Tieren Spiel- und Versteckmöglichkeiten. Zusätzlich zielt ein spezifisches Animationsprogramm darauf ab, den optimalen mentalen Zustand der Makaken zu erhalten.