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10. DDR-Expeditionsgruppe – 20. SAE
1975 : 10. DDR-Antarktis-Expeditionsgruppe bei der 20. SAE (1974-1976)
Die Armada der sowjetischen Schiffe wird ergänzt durch die Forschungsschiffe „Professor Wiese“ und „Professor Subow“ sowie die Versorgungs schiffe „Wankarem“ und „Gelendschik“ . Insgesamt umfasst die 20. SAE 350 Forscher, darunter Teilnehmer aus der DDR, Polen, Frankreich und U.S.A. 230 Personen werden in der Antarktis überwintern.
Sieben DDR Expeditionsteilnehmer reisten am 12.10.1974 von Potsdam nach Leningrad und von dort mit M/S „Ob“ in die Antarktis. Diese Expedition führte ein Testprogramm des Forschungsinstituts für Bioklimatologie des Meteorologischen Dienstes der DDR, Berlin-Buch, des Forschungsinstituts für Balneologie und Kurwissenschaft, Bad Elster, und der Medizinischen Akademie, Erfurt, durch. Bereits auf der Reise in die Antarktis wurden die Forscher regelmässig medizinisch untersucht.
In der Antarktis beteiligten sich die Expeditionsteilnehmer aus der DDR am Routinedienst in der Forschungsstation, und Dr. med. Schrader untersuchte zweimal wöchentlich die körperliche und physische Verfassung der Forscher. Die drei Forscher der Sommersaisongruppe hielten sich in Molodeschnaja und Mirny auf und kehrten mit M/S „Ob“, dem letzten Expeditionsschiff, das die Antarktis in dieser Saison verliess, wieder in die DDR zurück.
Die Überwinterer Prippernau, Schrader, Tharang und Unger fuhren am 11.2.1976 mit M/S „Professor Wiese“ über Montevideo und Santa Cruz nach Rostock zurück.
Während der 20.SAE widmeten sich Forscher der DDR der Umweltbeeinflussung von antarktischen Vögeln durch Chemikalien. Sie konnten im Fettgewebe der Pinguine DDT-Rückstände nachweisen. Es konnte im Bereich der Station Molodjoshnaja festgestellt werden, dass die Abbaurückstände in den Tierorganen denen in der Nähe der Einsatzorte dieser Stoffe sogar gleichen. Zu analogen Feststellungen kamen französische WissenschaftIer. Sie wiesen nach, dass die Insektizide zuerst von Schalentieren und Fischen aufgenommen werden und über die Nahrungskette in den Organismus der Pinguine geraten. Das Gift verursacht den Kalkabbau, wobei die Eierschalen erweichen und beim Bebrüten leicht zerbrechen. Das Gift wirkt etwa zehn Jahre, sofern es nicht bereits vorher tödliche Wirkungen zeitigt. Es ist also Fakt, dass auch die Tiere der Antarktis von der Bedrohung durch toxische Umweltstoffe nicht verschont bleiben. Von einer ökologischen Isoliertheit der Antarktis kann also nur bedingt gesprochen werden, denn diese wird zunehmend durchbrochen.