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Über ein Jahrhundert nach der Gründung der ETH Zürich löste sich 1981 die Abteilung Informatik aus der Angewandten Mathematik heraus. Dies war die erste Neugründung einer Abteilung an der ETH seit 1935. Vorhergegangen war diesem wichtigen Schritt ein jahrelanger informeller Zusammenschluss von vier Professoren, einer Fachgruppe für Computerwissenschaften.
1948 wurde an der ETH Zürich das Institut für Angewandte Mathematik eröffnet. Nach und nach trennten sich die Computerdienstleistungen vom Forschungsbereich des Instituts, bis die Informatikforschung 1968 zu einer eigenen organisatorischen Einheit wurde. Die drei Professoren Heinz Rutishauser, Peter Läuchli und Niklaus Wirth gründeten die Fachgruppe für Computerwissenschaften, zu welcher später noch Carl August Zehnder und Jürg Nievergelt hinzustiessen.
Schon früh konnten so auch Studierende unterschiedlicher Abteilungen Informatikveranstaltungen belegen, insbesondere Mathematiker, Physiker und Elektrotechniker. Diese konnten entweder das Nebenfach Informatik belegen oder durch Vertiefung einen Informatik-Ausweis erlangen.
Die Professoren blieben weiterhin in ihren Abteilungen tätig, die Fachgruppe war ein noch informeller Zusammenschluss. 1968 wurde die Idee einer institutionellen Eigenständigkeit zum ersten Mal ausformuliert. 1974 bekam die Fachgruppe einen offiziellen Status an der ETH, indem sie zum Institut für Informatik umbenannt wurde. Nun bildeten die Informatikprofessoren zwar eine Forschungseinheit, ein Curriculum für die Ausbildung gab es jedoch noch nicht. Nachdem in den 1970er-Jahren in bestehenden Studiengängen mehr und mehr "Informatik" als Nebenfach angeboten wurde und später noch ein "Informatik-Ausweis" erlangt werden konnte, ergriff man seitens der Informatikprofessoren erneut die Initiative für die stärkere Institutionalisierung der Informatik an der ETH. 1980 gab der heutige ETH-Rat die Zustimmung zur Schaffung einer eigenen Abteilung für Informatik. Ein Jahr später konnten bereits erste Studierende ihr Informatik-Studium aufnehmen.