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In den kommenden Jahren müsse Deutschlands größtes Geldhaus zunächst in Sachen Kosten und Rendite vorankommen, sagte Alasdair Warren, der Chefinvestmentbanker des Instituts in Europa, dem "Handelsblatt" vom Dienstag. "Aber wenn wir einmal unser Ziel erreicht haben, kann ich mir durchaus Szenarien vorstellen, in denen wir Teil einer internationalen Konsolidierung sein könnten." Analysten und Investoren haben wiederholt darüber spekuliert, ob die Bank mit einem Institut wie Credit Suisse zusammengehen könnte.
Im Sommer hat die Deutsche Bank Finanzkreisen zufolge auch die Chancen eines Zusammenschlusses mit der Commerzbank ausgelotet. Man kam jedoch schnell überein, dass solche Schritte erst infrage kommen, wenn beide Institute ihre eigenen Probleme gelöst haben. Warren ist der Ansicht, dass es in der europäischen Bankenlandschaft zunächst Konsolidierung innerhalb einzelner Länder geben wird. "Aber ich denke, dass es innerhalb der nächsten fünf Jahre auch zu internationalen Zusammenschlüssen kommen wird."
Der Deutschen Bank machen derzeit vor allem die Sünden der Vergangenheit zu schaffen. Das US-Justizministerium fordert wegen Tricksereien am US-Hypothekenmarkt eine Strafe von 14 Milliarden Dollar. Außerdem steht die Bank wegen Geldwäschevorwürfen in Russland und des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen am Pranger.
Warren räumte ein, dass die Rechtsstreitigkeiten und der Absturz des Aktienkurses das Tagesgeschäft belasten. "Manche Kunden sagen: Seht zu, dass ihr aus den Schlagzeilen verschwindet, denn solange ihr derart im Fokus steht, ist es schwieriger, Geschäfte mit euch zu machen." Das werde aber vorbeigehen, "weil wir unsere größten Rechtsrisiken hoffentlich schon bald abgearbeitet haben werden".
(Reuters)