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Bernhard Lang
1796 - 1876
Adolf Lang-Zürcher
1824- 1889
Theodor Lang-Lory 1829 - 1881
Emil Lang-Bois, Reiden
1852 - 1913
Ernst Lang-Vallon, Zofingen
1867 – 1921 Theo Lang-Probst
1891 – 1945
(1921 – 1933)
Erich Lang-Grüebler
1898 – 1991
(1924 – 1974)
Ernst Lang-Bosshard
1932
(1959 - )
Jakob Lang-Lüthi
1964
(1994 - )

Die Gründung der Firma reicht zurück in die Zeit der Heimweberei, da Herr Bernhard Lang, ein Vorfahre des jetzigen Inhabers, im Lindenhof in Oftringen (Aargau) eine eigene, kleine Heimweberei und eine ausgedehnte Ferggerei mit den Heimwebern der Umgebung unterhielt. Aus alten Geschäftsbüchern geht hervor, dass die Gründungszeit um das Jahr 1829 liegen muss.
Die Jahre des amerikanischen Sezessionskrieges brachten der Heimweberei grosse Schwierigkeiten in der Rohmaterialbeschaffung. So reifte um jene Zeit auf die Initiative der Söhne des Gründers, der Herren Adolf Lang-Zürcher und Theo Lang-Lory der Entschluss, sich von der Garnbeschaffung durch den Bau einer eigenen Spinnerei unabhängig zu machen. Die Wasserkraft der Reidener Unterwasser-Mühle und das dortige Gelände wurden geeignet befunden zur Erstellung einer Fabrikanlage und nach einer Bauzeit von einem Jahr konnten 1867 die ersten Maschinen in Betrieb gesetzt werden.
Mit dem gleichzeitigen Aufkommen des mechanischen Webstuhles nahm die Bedeutung der von Oftringen aus betriebenen Heimweberei ab. Die Krise, die sich in diesem Gebiet damals abzeichnete und der inzwischen erfolgte Heimgang des Seniorchefs führten dazu, dass der Betrieb in Oftringen eingestellt wurde und nur noch die eigentliche Spinnerei in Reiden verblieb. Der Sitz der ursprünglichen Firma der „Gebrüder Lang“ wurde ganz von Oftringen nach Reiden verlegt und die Firma in „Lang & Cie." abgeändert.
Bernhard Lang, 1796 geboren, machte den Schritt zum gewerblichen Betrieb, indem er in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts im Lindenhof, neben dem stattlichen Wohnhaus ein kleines Weberei-Gebäude und einen Kontor (Bürohaus) errichtete. Diese Gründung florierte bis zu dem Moment, da der mechanische Webstuhl seinen Einzug hielt und zudem die Garnbeschaffung durch politische und kriegerische Ereignisse — Kontinentalsperre, Napoleon-Wirren der helvetischen Republik und Mediationszeit — die Geschäfte schwer behinderte. Die beiden Söhne des Gründers, die Herren Adolf und Theodor Lang, mussten sich mit diesen Problemen auseinandersetzen und sie brachten um die Mitte des Jahrhunderts den Mut und die Tatkraft auf, um inmitten grösster sozialer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten, neben ihrer kleinen Fabrik in Oftringen, in Reiden eine neue Spinnerei zu gründen und aufzustellen.
In unserer heutigen Wohlstandssituation können wir uns die Verhältnisse, die damals in unserer Gegend herrschten, kaum vorstellen. Die Nachwehen der französischen Kriegszüge in unserem Land lasteten überall schwer auf der Bevölkerung und namenloses Elend und Verarmung brachte diese Kriegsnot. Bekannt ist, dass 1859 aus Rothrist allein nicht weniger als 300 Männer, Frauen und Kinder in eine ungewisse Zukunft nach Amerika auswanderten, weil die Heimat sie nicht mehr ernähren konnte. So war die Errichtung eines Fabrikbetriebes in Reiden ein Ereignis, das ausserordentlich begrüsst wurde und Reiden und Umgebung grosse Hilfe brachte.
lm Betrieb in Reiden war Adolf wohl der tüchtige Textilfachmann, der sich um die internen Fragen kümmerte. Sein jüngerer Bruder Theodor scheint eine regere Natur gewesen zu sein, der sich mehr im Aussendienst betätigte und neben seinen Geschäften Zeit fand für Politik, Verbandswesen und Militär. Er war 20 Jahre Grossrat in Aarau. Mitbegründer das Zofinger und Aargauischen Handels und Industrie Vereins, dessen langjähriger Präsident er war. Er half den Schweizerischen Spinner-, Zwirner- und Weber-Verein gründen und als Freund des damaligen Korps-Kommandanten Küenzli in Murgenthal interessierte r sich viel um militärische Belange und befehligte als Commandant während der Grenzbesetzung um 1870 ein Aargauer-Kontingent.
Die Weberei und Manufaktur in Oftringen wurde nach dem Hinschied des Vaters Bernhard, ca. 1870 aufgehoben und, da auch die beiden Söhne durch Krankheit und Tod in den achtziger Jahren ausfielen, der Geschäftssitz nach Reiden verlegt. Dabei wurde die ursprünglich «Bernhard Lang & Söhne» und später «Gebrüder Lang» benannte Firma in eine Familien-Kommanditgesellschaft umgewandelt, was sie heute noch ist.
Inzwischen waren die Söhne Adolfs, Emil und sein Bruder Julius, in die Firma eingetreten. Emil Lang-Bois war in Reiden ansässig und betätigte sich dort auch im Interesse der Gemeinde. So war er während langer Zeit Mitglied des Gemeinderates und er hat sich sehr für den Bau des damals neuen Pestalozzi-Schulhauses eingesetzt.
Eine wesentliche Wendung in der Geschichte der Spinnerei kam 1889, als einer der Söhne von Theodor, der nochmalige Oberst Ernst Lang-Vallon, nach dem Hinschied seines Onkels Adolf der Firma beitrat. Der 1867 geborene Vater des heutigen Seniorchefs hatte sich im Ausland auf seine Tätigkeit im Familienbetrieb vorbereitet und tat sich im Besondern hervor durch seine ausgesprochene Wendigkeit in der Geschäftsführung, ein bis in die Gegenwart kennzeichnendes Merkmal der verantwortlichen Inhaber der Spinnerei und Zwirnerei Lang & Cie. In der Fabrik wurden vornehmlich feine, gekämmte Garne hergestellt und es entwickelten sich zu jener Zeit grosse Exportgeschäfte mit Handschuhgarnen nach Böhmen und nachher mit der süddeutschen Tricotage-lndustrie. Dank der auf Anregung von Oberst Lang errichteten Zwirnerei begann man sich auch auf die Herstellung von Handstrickgarnen aus Baumwolle zu spezialisieren, welche damals — in der Schweiz sehr bekannt waren und auch gross ins Ausland geliefert werden konnten.
1912 übernahm Ernst Lang die alleinige Verantwortung für die Firma. Nachdem er 1921, erst 54jährig, als um die Firma in höchstem Masse verdienter und von seinen Mitbürgern ebenso wie seinen Angestellten und Arbeitern verehrte Chef gestorben war, führten seine Söhne Theo und Erich Lang das Geschäft weiter. Trotz der durch den ersten Weltkrieg und die folgenden Krisenjahre bedingten Schwierigkeiten, wurde der Produktionsapparat ständig erneuert und die Fabrik durch mehrere Bauten erweitert. Die Ausdehnung des Fabrikationsprogrammes durch Aufnahme von Wollstrickgarnen und das Insistieren und Festhalten am Qualitätsbegriff trug wesentlich dazu bei, die Marke «Lang-Garn-Wolle» im eigenen Land — aber auch weit darüber hinaus—bekanntzumachen. Anfangs der schwierigen Dreissiger-Jahre begann man mit Hilfe selber entwickelter und ständig verbesserter Maschinen alle möglichen Variationen von Strukturgarnen, d. h. unregelmässigen Garnen mit Flammen und Noppen, die wie handgesponnen wirken, herzustellen. Dann kamen die an Umfang ständig zunehmenden synthetischen Chemiefasergarne. Deren Verarbeitung erforderte intensive Studien und Versuche und die Firma erzielte u. a. mit der Verspinnung der für die Herstellung der bekannten Anti – Rheuma – Wäsche benötigten Movilgarne sehr schöne Erfolge. In all diesen Bestrebungen wurde die Firma durch Herrn Henry Schatzmann, dessen Eintritt während des Zweiten Weltkrieges erfolgte, erfolgreich unterstützt. Mit Ernst Lang-Bosshard trat 1959 die fünfte Generation der Familie Lang als verantwortlicher Teilhaber an die Seite seines Vaters. Die Spinnerei und Zwirnerei Lang & Ge. Feiert dieses Jahr den 100. Jahrestag der Eröffnung ihres Betriebes in Reiden. Dieses Jubiläum ist umso bemerkenswerter, als es, was heute recht selten vorkommt, durch eine bewusste Pflege traditioneller Werte möglich war, die Firma in direkter Nachfolge in derselben Familie zu halten. Zudem dürfte dieser Textilbetrieb mit seiner insgesamt ca. 140 Jahre alten Vergangenheit wahrscheinlich einer der ältesten Betriebe des Wiggertales sein. Der ständig sich entwickelnde Erfolg des Unternehmens ist untrennbar verbunden mit einem treuen Stamm zuverlässiger und einsatzfreudiger Mitarbeiter. Dazu kommt von Seiten der verantwortlichen Inhaber ein nie erlahmender Optimismus und, neben einer bemerkenswerten Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit, die ständige Fürsorge um ihre Arbeitnehmer. Schon in sehr frühen Zeiten wurde den mannigfaltigen sozialen Fragen grosse Beachtung geschenkt. Die Gründung betriebseigenen Krankenkasse geht auf das Jahr 1890 zurück und wurde früh schon ergänzt durch eine Arbeitersparkasse, durch eine paritätische Versicherungskasse und einen ständig geäufneten Pensions- und Unterstützungsfonds. Damit konnte schon jahrelang vor der Einführung der eidgenössischen AHV für die Arbeiter und Angestellten aus eigener Kraft gesorgt werden.
Die l00jährige Vergangenheit der Spinnerei in Reiden ist ein Spiegel der wechselvollen, jedoch stetig aufwärtsstrebenden Geschichte der schweizerischen Textilindustrie. Diese in der schweizerischen Wirtschaftspolitik nie verwöhnte Sparte spielt neben der Chemie-, Maschinen- und Uhren-Industrie eine volkswirtschaftlich bedeutsame Rolle. Sie sorgt nicht nur für die Bekleidung unserer Bevölkerung, sondern hat immer noch einen wesentlichen Anteil am gesamten Exportertrag. Die Textilindustrie hat im Verhältnis sogar stärker rationalisiert als andere Branchen und ihre Kapital-Intensivität pro Arbeitskraft gehört zu der höchsten Schweiz.