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Der amerikanische Reaktorhersteller TerraPower plant eine Demonstrationsanlage seines Natrium-Reaktors in Kemmerer im Bundesstaat Wyoming. Der fortgeschrittene SMR, ein natriumgekühlter schneller Reaktor, benötigt Haleu als Brennstoff. Haleu ist bis zu 20% mit spaltbaren Uran-235 angereichert. Am 14. Dezember 2022 machte der CEO und Präsident von TerraPower, Chris Levesque, auf einen Mangel an Haleu aufmerksam. Dieser sei mitunter darauf zurückzuführen, dass die ursprünglich geplante erste Beladung des Reaktorkerns mit russischem Haleu nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs keine für die USA akzeptable Lösung mehr sei. Der ehrgeizige Zeitplan, mit der 2028 geplanten Inbetriebnahme der Anlage in Kemmerer, könne deshalb nicht eingehalten werden.
Haleu wird bis anhin weltweit nur von JSC Techsnabexport (Tenex) – einer Tochter des russischen Staatskonzerns Rosatom – in kommerziellem Massstab hergestellt. Um eine Abhängigkeit zu reduzieren, plante das amerikanische Department of Energy (DOE) parallel zu den ersten Haleu-Importen aus Russland nach und nach im Inland Haleu-Produktionskapazitäten aufzubauen. Mit dem Ukraine-Krieg ergab sich aber eine sofortige Nachfrage nach Haleu «Made in USA». Trotz vielseitiger Bemühungen der Regierung der USA mit dem Bereitstellen von Finanzmitteln, z.B. im Rahmen des Inflation Reduction Act, konnte die dazu notwendige Lieferkette nicht rechtzeitig aufgebaut werden und auch Verbündete der USA können die benötigten kommerziellen Mengen an Haleu nicht herstellen.
Mindestens zwei Jahre Verspätung beim Natrium-Reaktor
Chris Levesque verkündete, dass TerraPower seinen Zeitplan für die Natrium-Demonstrationsanlage 2023 aktualisieren werde, sobald man Angaben seitens DOE zu den laufenden und geplanten Aktivitäten zum Bereitstellen von Haleu habe, wobei er auch das Downblending erwähnte. Damit will das DOE Haleu als «kurzfristige Lösung» aus dem Recycling von hochangereichertem Uran (enthält über 20% Uran-235) aus staatlichen Forschungsreaktoren bereitstellen. «Angesichts der mangelnden Verfügbarkeit von Brennstoff und der Tatsache, dass mit dem Bau neuer Brennstoffanreicherungswerken noch nicht begonnen wurde, rechnet TerraPower mit einer Verzögerung von mindestens zwei Jahren bis zur Inbetriebnahme des Natrium-Reaktors», sagte Levesque.
«Während wir die Verfügbarkeit von Brennstoff nicht beeinflussen können, haben wir den Bau der Anlage, die Beantragung von Genehmigungen sowie die technische Planung und Auslegung unter Kontrolle, und TerraPower arbeitet an diesen Fronten mit Hochdruck weiter», liess Levesque verlauten und hielt damit am Projekt in Kemmerer fest. Der Bau der Anlage dort liege im Zeitplan, der Baubeginn sei für 2023 vorgesehen. «Wir planen nach wie vor mit einer Spitzenbelegschaft von bis zu 2000 Mitarbeitenden Mitte der 2020er-Jahre und beschäftigen derzeit über 800 Ingenieure, die die Auslegung und Konstruktion der Anlage abschliessen», so Levesque.
Quelle
B.G. nach TerraPower, Mitteilung des CEO, 14. Dezember 2022
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