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Mittels einer Lichtinstallation an der Aussenwand des Lindenhofs sind am Dienstagabend die Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen Zürcher Filmpreises publik gemacht worden.
Der Preis wird in drei Kategorien vergeben. Die Preise für die besten Filme gehen dieses Jahr an den Kurzfilm «Mussies Zimmer», den Dokumentarfilm «Dida» und den Spielfilm «Spagat».
Die Auszeichnungen für herausragende Leistungen erhalten in der Kategorie Kurzfilm Jela Hasler, Kezia Zurbrügg und Philipp Ritler. In der Kategorie Dokumentarfilm sind es Gabriel Lobos und Lesia Kordonets und in der Kategorie Spielfilm Noemi Preiswerk und Magaly Solier.
Die Zürcher Filmstiftung vergibt den Zürcher Filmpreis zum dritten Mal. Sie hat diese Aufgabe von der Stadt Zürich übernommen, die zuvor jährlich den «Filmpreis der Stadt Zürich» verliehen hat. Präsidentin der Zürcher Filmstiftung ist Stadtpräsidentin Corine Mauch.
Die «Lupe», wie der Preis auch genannt wird, wird den Gewinnerinnen und Gewinnern am 18. November anlässlich einer Feier im Zürcher Industriequartier übergeben.
Für den besten Kurzfilm «Mussies Zimmer» von Felix Hergert, produziert von Sabotage Filmkollektiv, Zürich, begründet die Jury: «Unaufgeregt und mit klaren, einfachen Mitteln erzählt der Regisseur den Alltag des jungen Eritreers Mussie, der über drei Jahre lang auf seinen Asylentscheid wartet.» Das Besondere daran sei, dass dem Regisseur dabei eine Begegnung auf Augenhöhe gelingt.
Zum besten Dokumentarfilm «Dida» von Nikola Ilić & Corina Schwingruber Ilić, produziert von Dschoint Ventschr Filmproduktion, Zürich, meint die Jury: «Dida lebt mit ihrer Mutter in einer kleinen Wohnung in Belgrad. Sie ist eine besondere Frau und die Mutter des Regisseurs – oder andersherum? So einfach der Ansatz dieses aussergewöhnlichen Films ist, so komplex ist die Aufgabe, die sich hier für den Sohn und seine Frau gleichermassen als Paar und als Regieteam stellt. Wie kann ein Sohn seiner Mutter helfen, ihr Leben zu leben, ohne seine eigene Unabhängigkeit zu verlieren? Wie soll das gehen, wenn man nicht in der gleichen Stadt, ja nicht einmal im gleichen Land lebt?»
Zum besten Spielfilm «Spagat» von Christian Johannes Koch, produziert von Catpics, Zürich, schreibt die Jury: «Das Leben ohne Aufenthaltsbewilligung: ‚Spagat‘ erzählt auf einnehmende Weise vom Leben in der Schweiz, ohne das Recht zu bleiben, zu arbeiten oder zur Schule zu gehen. Dass der Filmemacher dafür hauptsächlich weibliche Perspektiven wählt, nämlich jene einer Lehrerin, die plötzlich nicht weiss, wohin sie gehört, und jene eines jungen Mädchens, das – wie alle in ihrer Klasse – eigentlich nur dazugehören möchte, ist beeindruckend.»
Dabei zeige «Spagat» die verschiedenen Perspektiven mit viel Einsicht. Der Regisseur inszeniert diese in seinem Erstling einfühlsam und überzeugend, poetisch und authentisch zugleich.
Die Summe der Preisgelder beträgt 100’000 Franken. Der beste Film in den Kategorien langer Dokumentarfilm und langer Spielfilm ist mit jeweils 20’000 dotiert, die Auszeichnungen mit 10’000.
Der beste Film in der Kategorie Kurzfilm erhält 10’000, die ausgezeichneten Personen jeweils 5’000 Franken.