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Vom 5. bis 10. Juli 2016 findet im Ort Ikaalinen/Fin das internationale Akkordeon Festival „SATA HàME SOL“ statt. Der Marktflecken zeichnet sich damit aus, dass er umgeben ist vom Kyrosjärvi-See – und ausser der Grösse – noch heute ein Dorf geblieben ist.
Der grosse Teil der finnischen Bevölkerung sind in Sachen Religion (>90 %) noch immer der evangelisch-lutherischen Kirche zugetan. Das Oberhaupt wird vom Staatspräsidenten gewählt und ist zugleich Erzbischof von Turku. Nur 1,3 % der Finnen bekennen sich zur Griechisch-orthodoxen Kirche die sich bereits 1924 von Moskau lossagte und dem Patriarchen von Konstantinopel unterstellt ist. Der Rest sind Katholiken oder Freikirchen.
Die Finnen gehören sprachlich eigentlich nicht zu Skandinavien und haben ihren Ursprung weit im Osten aus den russischen Steppen in der Nähe des Urals (Altei-Gebirge). Das mit dem Estnischen und Ungarischen verwandte Finnisch ist wegen seines fremdartigen Wortschatzes und seiner komplizierten Grammatik für Mitteleuropäer nicht so leicht zu erlernen.
In der Kirche von Ikaalinen – einem wie übliche in Finnland vierschiffigen Holzbau – durften wir heute Sonntag einer christlichen Taufe beiwohnen. Der Pastor betete und sang mit den Eltern, zwei Taufpaten (beides Frauen) und den allernächsten Verwandten in einem speziellen Gottesdienst und taufte das Kleinkind, indem der Vater das Kind vor dem Taufbecken dem Pastor die feierliche Segnung ermöglichte.
Dabei nahm der Pastor dreimal eine Handvoll Wasser aus dem Becken und netzte damit das Kind. Darnach wischte er die Feuchtigkeit auf dem Haupt sorgfältig ab. Während der ganzen Dauer hielt die Mutter eine brennende Kerze in ihren Händen. Am Ende der Zeremonie wurde die Kerze von der Mutter gelöscht und dem Pater wieder übergeben. Darnach erhielten die Eltern und die Paten vom Pastor je eine Urkunde.
Während der etwa dreiviertel Stunden dauernden Zeremonie wurde – wie bereits erwähnt – immer wieder gesungen und gebetet. Dabei meinte ich erkennen zu können, dass Eltern und Taufpaten nur wenig Erfahrung im Singen kirchlicher Lieder zeigten was übrigens auch von übrigen Verwandten unschwer auszumachen war. Zwei junge Erwachsene – es könnten Brüder der Eltern gewesen sein – Dokumentierten die Szene mit einer Videokamera. Ob die im Friedhof parkierte Limousine der Marke Mercedes von den Eltern oder dem Pastor gefahren wurde konnten wir nicht mehr in Erfahrung bringen.
Unser Rundgang führte uns beim Festgelände, den verschiedenen Musikschulen, dem Hafen vorbei zurück auf unsere Camping-Insel im Kyrösjärvi-lake.