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In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit dem Theologen, Pastor, Märtyrer und Propheten, Dietrich Bonhoeffer auseinandergesetzt. Ich habe anhand Biografien und historischer Primär- und Sekundärliteratur sein Leben, sein Gnadenverständnis und damit zusammenhängend seine Nachfolge in Jesus Christus, als auch seinen Widerstand im 2. Weltkrieg untersucht und möchte einige persönliche Erkenntnisse sowie einige Zitate Bonhoeffers mit euch teilen.
In diesem ersten Teil nehme ich euch in das Leben von Dietrich Bonhoeffer mit.
Dietrich Bonhoeffer wurde am 6. Februar 1906 als sechstes von acht Kindern in Breslau (im heutigen Polen) seiner Eltern, Karl Bonhoeffer und Paula Bonhoeffer-von Hase geboren. Als Säulen der Familienstruktur galten den Eltern: Selbstlosigkeit, Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft.
Bereits mit etwa 12 Jahren, nach Beendigung des 1. Weltkriegs, machte sich Dietrich Bonhoeffer Gedanken zum Theologiestudium und nahm mit knapp 16 Jahren an einer Evangelisationsveranstaltung unter Bramwell Booth, dem Heilsarmeegeneral teil. In seiner Familie hatte er jedoch einen schweren Stand, denn alle in der Familie waren mehr der Wissenschaft zuwandte und belustigten sich über ihn (der Familienzweig der „von Hase“ war hingegen sehr in der Theologie vertreten). Für Bonhoeffer war klar, dass jedes gesprochene Wort nicht leichtfertig gesagt werden sollte, sondern er nur dann etwas ä.,sagen sollte, wenn es sich lohnte und es auch ein konstruktiver Beitrag war.
Bereits während der ersten Semester des Theologiestudiums sollten Bonhoeffer die Frage sein Leben lang begleiten: „Was ist Kirche?“. Mit 21 Jahren folgte für Bonhoeffer die Doktorwürde und mit 24 Jahren (1930) die Professorenwürde der Theologie. Er bereiste 1929 die USA und musste sich mit der damaligen „Negerfrage“ der USA und der späteren „Judenfrage“ in Deutschland auseinandersetzen. Er sah sich mit einem inspirierten französischen Theologen den Film „Im Westen nichts Neues“ an und sollte ab diesem Zeitpunkt den Krieg und ihre Folgen nicht mehr leichtfertig gesehen haben. Die christlichen Lieder seiner Mutter halfen Bonhoeffer, dass er immer wieder am Glauben festhalten durfte. Für Bonhoeffer war während seiner Zeit als Professor an der Universität in Berlin und darüber hinaus klar, dass seine Studierenden nicht nur Theologie lernen sollten, sondern dass er sie zu Nachfolgern Christi formen wollte.
Durch seine intellektuelle Offenheit konnte er einen Wert in etwas sehen und dennoch ablehnen. So war er denn auch einer der Ersten, die sich bereits 1933 gegen Hitler und sein Regime stellte. Er stand aber nicht alleine da, sondern hatte auch Freunde denen er sich anvertrauen konnte. Nebst Karl Barth der als Mentor im Verlauf der Jahre zu sienem Freund wurde, und Franz Hiltebrandt, einem jüdischen Theologen der mit ihm zusammen die Bekennende Kirche ins Leben rief, konnte er seinem besten Freund und Vertrauten, Eberhrd Bethge, alles, also auch seine Sorgen, Ängste und Nöte, anvertrauen.
Dietrich Bonhoeffer wurde 1936 als Professor der Theologie aus Berlin ausgeschlossen, gründete aber schon 1934 mit Franz Hildebrandt die Bekennende Kirche (aus dem Pfarrernotbund von 1933). Er war ab April 1934 Leiter eines Theologieseminars im Untergrund, das 1937 (das zweite Seminar 1940), durch Personen die der damaligen SS, ausgehoben und geschlossen wurden. Für Bonhoeffer war klar, dass er, wenn er den Weg mit Jesus Christus weitergehen wollte, nun nicht einfach aufgeben konnte. So unterstützte er im Untergrund die Ausweisung von deutschen Juden in die Schweiz oder nach Übersee und gehörte um 1940 auch dem Widerstand gegen Adolf Hitler und dessen Regime an. Er erhielt von der damaligen Führung 1941, aufgrund seiner verfassten Texte die zu Regimekritisch waren, ein lebenslages Schreibverbot.
Am 5. April wurde Dietrich Bonhoeffer verhaftet und sass für die nächsten 1.5 Jahre im Gefängnis Tegel (Zelle 92). Dnach ging es für ihn und weitere Personen die im WIderstand waren, ins Gestapo Gefängnis. Am 7. Februar 1945 kam er ins KZ Buchenwald und wurde am 9. April 1945 wegen seines Widerstands gegen Adolf Hitler und dessen Regime im KZ Flossenbürg, auf persönlichen Befehl Hitlers, hingerichtet.
Meine Frage an euch ist, die auch schon Dietrich Bonhoeffer um 1929 umtrieb, „Was ist Kirche?“ Warum brauchen wir die Gemeinde? Wie sollte die Gemeinde aussehen und wer sollte was dabei tun?