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bei starken Niederschlägen bei g an und setzte das ganze Becken unter Wasser. Zunächst wurde der Bach durch Geradelegung der Strecke dg reguliert und vertieft und alsdann die Fläche drainiert, wie dies die [* 1] Figur zeigt. Die Stränge liegen je nach der Bindigkeit des Bodens in 12-15 m Entfernung, in den Wiesen 1 m, in den Äckern 1,25 m tief; an den Kreuzungsstellen der Sammeldrains mit dem offenen Flutgraben und dem Bach bei e wurden die Rohre durch Muffen mit Zementdichtung abgeschlossen. [* 1] Fig. 2 zeigt die Drainage [* 2] eines beckenartigen Terrains von 35 Hektar Größe. Die Schichtenlinien sind in einem Vertikalabstand von 25 cm gezeichnet; aus denselben ist ersichtlich, daß das Terrain von der Mitte aus nach den Rändern sanft ansteigt. Die Drains leiten das Wasser zunächst, wie die Pfeile andeuten, nach dem tiefsten Punkt, von wo dasselbe durch zwei Sammeldrains in den Vorflutgraben abgeführt wird.
Die Kosten der Drainage stellen sich je nach der Schwierigkeit bei der Vorflutbeschaffung, der Entfernung der Saugdrains voneinander, der Größe der Systeme, der Schwierigkeit bei der Grabenarbeit etc. sehr verschieden. Dieselben können demnach nur auf Grund spezieller Voranschläge ermittelt werden. Letztere müssen stets mit Sorgfalt aufgestellt werden und zwar besonders, wenn es sich um Arbeiten für Drainagegenossenschaften handelt, bei welchen eine Verteilung der Kosten auf die einzelnen Mitglieder zu erfolgen hat. Im Durchschnitt und zwar in den Fällen, daß keine außergewöhnlichen Schwierigkeiten zu überwinden sind, stellen sich die Kosten pro Hektar, ausschließlich der etwa nötigen Regulierung von Vorflutgräben, auf 160-220 Mk., bei schwierigen Bodenverhältnissen und hohen Arbeitslöhnen bis auf 300 Mk.
Wie bereits erwähnt, tritt der Erfolg der Drainage nur bei sehr durchlassendem Boden unmittelbar nach der Ausführung ein; in der Regel bedarf es einer gewissen Zeit und stets einer angemessenen Behandlung des Bodens, um den Erfolg möglichst bald und sicher zu erzielen. Hierzu gehört namentlich ein gründliches Tiefpflügen, welches die Wirksamkeit der Drainage erheblich beschleunigt. Dasselbe soll die harte Sohle in der bisherigen Pfluggangtiefe durchbrechen, um dem Wasser einen regelmäßigen Abfluß zu den Drains zu verschaffen.
Bei richtiger Behandlung spricht sich der Erfolg der Drainage nur zu deutlich aus. Die Bearbeitung geht leichter vor sich als vor der Drainage Künstliche Dungmittel, welche bei nassem Boden keinen oder nur einen sehr beschränkten Nutzen gewähren, können nach der Drainierung in erfolgreichster Weise angewendet werden. Der Boden wird wärmer, wodurch die Vegetation sich schneller, sicherer und ertragreicher entwickelt; die Unkräuter vergehen, da ihr Gedeihen zumeist an das Vorhandensein stagnierenden Wassers geknüpft ist.
Die chemische Zusammensetzung des Bodens ändert sich in vorteilhaftester Weise durch die Einwirkung der Luft, welche jetzt ungehinderten Zutritt zu dem Untergrund erhält. Die tiefe Lockerung gestattet ein Eindringen der Pflanzenwurzeln zu größerer Tiefe; ein Auffrieren des Bodens und ebenso viele Krankheiten der Kulturgewächse verschwinden nach erfolgter Trockenlegung. Ferner ist für viele Verhältnisse als ein Vorteil der Drainage anzusehen, daß durch dieselbe eine ebene Bestellung der Felder ermöglicht wird, daß somit die Beete überflüssig werden. Es gewährt dies den Vorteil, daß der Boden überall gleich tief bearbeitet und allen Pflanzen ein gleichmäßiger Standort angewiesen werden kann.
Was schließlich den Erfolg der Drainage in Hinsicht auf die Ernteerträgnisse betrifft, so ist wohl bei keiner einzigen Melioration ein so übereinstimmend günstiges Ergebnis zu registrieren wie bei der Drainage. Überall hat sich das Nämliche herausgestellt: die Erträge sind zumeist auf das Doppelte und Dreifache gegangen, die Unsicherheit derselben hat aufgehört, und die Früchte zeigten auch stets eine erheblich bessere Qualität. Wo in ganz vereinzelten Fällen diese Thatsache nicht bestätigt wurde, ist die Schuld entweder in der Unangemessenheit der Drainage für die betreffenden Verhältnisse oder in fehlerhafter Anlage zu suchen.
Vgl. Vincent, Die Drainage, deren Theorie und Praxis (6. Aufl., Leipz. 1882);
Perels, Handbuch des landwirtschaftlichen Wasserbaues (2. Aufl., Berl. 1884).
In der Chirurgie nennt man Drainage das Einlegen von silbernen oder Kautschukröhrchen mit kleinen seitlichen Öffnungen in Wunden zur Ableitung des Eiters unter dem Verband. [* 3]