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Pension
Einen für die Stadt Luzern einzigartigen und in der Schweiz insgesamt sehr seltenen Typus verkörpert die 1859 eröffnete Pension Felsberg.1 Der Betrieb ist als Pavillonanlage in einem Park konzipiert und umfasst schliesslich neben dem Hauptgebäude insgesamt neun Dépendancen. Das Areal liegt an bevorzugter Aussichtslage über dem See, an einer sanft abfallenden Geländeterrasse auf halbem Weg zwischen dem Kapuzinerkloster Wesemlin und der uferbegleitenden Haldenstrasse.
Das Gelände war ursprünglich Teil des Vorder- oder Unter-Wesemlin-Hofs. 1845 kauft der Einsiedler Handelsmann Alois Gretzer den südlichen Teil des damals im Besitz der Familie Pfyffer von Altishofen befindlichen Gutes.2 Gretzer gibt ihm den Namen «Felsberg»3 und errichtet darauf ein erstes Wohnhaus, den Grundstein der späteren Pension Felsberg. Es ist ein grosser, zweigeschossiger Massivbau unter schwach geneigtem Walmdach mit klassizistischen Fassaden und einem Quergiebel auf der Südseite. 1859 wird eine erste Sommerpension darin eröffnet. Im Jahr darauf geht der Betrieb an Dampfschiffkapitän Alexander Pietzker aus Lindau über, der eine Wagenremise hinzufügt. Seine geschiedene Frau Johanna Katharina Hippenmeyer, die das Hotel 1866-1905 besitzt und führt, erweitert das Unternehmen beträchtlich: Bis zum Ersten Weltkrieg wächst der Betrieb auf die stattliche Grosse von rund 250 Betten in insgesamt elf Gebäuden an.
Hotelanlagen im Pavillonsystem bedingen ein grosses, parkartiges Gelände. Der Vorteil dieses Systems liegt in der Möglichkeit, unterschiedlichste Gästebedürfnisse zu befriedigen und den Betrieb kontinuierlich auszubauen. Dem gegenüber stehen die langen Wege, grösserer Betriebs- und Unterhaltsaufwand und verschiedene negative Sicherheitsaspekte. Der Felsberg ist - wie wohl die meisten derartigen Hotelanlagen überhaupt - nicht von Anfang an in dieser Form geplant, sondern entwickelt sich im Lauf der Zeit dazu. Dass im unmittelbar angrenzenden Villenquartier von Dreilinden Grossbauten seit 1891 reglementarisch verboten sind und höchstens Pensionen geduldet werden, dürfte dem Unternehmen auf seinem erfolgreichen Weg förderlich sein: Die Pension Felsberg bleibt an ihrer attraktiven Aussichtslage als einziger Grossbetrieb konkurrenzlos.
Diese Seite zuletzt geändert: 2017-07-28_____________________________
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- Der Vorder-Unter-Wesemlinhof gehörte um 1790 Jost Pfyffer von Altishofen, nach seinem Tod ging er an seine Tochter Johann Baptista Pfyffer, nach ihrem Tod an ihre Tochter Agnes, die einen Teil davon 1845 an Gretzer verkaufte
- Der Ortsname "Felsberg" erscheint erstmals (?) auf dem Stadtplan Luzern 1849, STALU PL 5149