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17. September 1988: Während der Eröffnungsfeier zu den Olympischen Spielen werden traditionsgemäss weisse Tauben freigelassen. Die Friedenssymbole leben in Seoul in der Schale des Olympischen Feuers aber alles andere als friedlich ab.
Sie sind das Friedenssymbol schlechthin: Weisse Tauben. An den Olympischen Spielen ist das Freilassen ebensolcher Vögel während der Eröffnungsfeier zur Tradition geworden. In Seoul sollte es das letzte Mal sein.
Alles ist in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul bereit für ein grosses Fest. Die Olympia-Hymne schallt durch das Stadion, die olympische Flagge wird gehisst und 1200 Tauben steigen in die Luft.
Chong Son-man, Son Mijong und Kim Won-tak übernehmen die olympische Fackel und fahren mit einem Lift in die Höhe, um das Feuer zu entzünden. Anscheinend denkt niemand mehr an die zuvor freigelassenen Tauben, die es sich in der Schale des olympischen Feuers bequem gemacht haben.
Das Feuer wird entzündet und es kommt, wie es kommen muss. Einige der Tauben schaffen es nicht mehr wegzufliegen und kommen im Flammen-Inferno um. Kein Zeichen des Friedens. «Sie wurden lebendig verbrannt», erinnerte sich IOC-Präsident Jacques Rogge zuletzt mit Schaudern.
Tierschutzverbände reagieren entrüstet und seither werden Tauben an Olympischen Spielen nur noch in Choreographien oder Bildern dargestellt. Immerhin wurde in Seoul in der Disziplin Tontaubenschiessen bereits auf Attrappen geschossen. Im Jahr 1900 war das nämlich noch anders, damals wurden noch echte Tauben vom Himmel geholt.
Auch 2014 gab es bei der Eröffnungsfeier zu den Olympischen Winterspielen übrigens eine Panne. In Sotschi verwandelten sich von fünf riesigen Schneeflocken nur die ersten vier in olympische Ringe. Der letzte blieb ein Stern.