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«Am Tiefpunkt meines Lebens beschloss ich, die Dinge in die Hand zu nehmen. Ich war zwanzig und wog 86 Kilo. Ich begann zu joggen. Erst schaffte ich nur hundert Meter, dann lief ich meinen ersten Marathon, später kamen Schwimmen und Velofahren dazu, ich bestritt einen Triathlon, schliesslich einen Ultratriathlon, 3.8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer velofahren und 42 Kilometer rennen. Die Kilos purzelten, die Muskeln wuchsen, die Herausforderungen auch.
Immer mehr, immer extremer, das ist mein Problem. Als ich vor einem Jahr mit einer geschwollenen Hand und höllischen Schmerzen erwachte, war das wohl ein Warnsignal. Ich hatte damals Crossfit trainiert, der Titel der Schweizer Meisterin in meiner Alterskategorie war in greifbarer Nähe. Dann musste ich wochenlang pausieren, die Ärzt:innen haben nie herausgefunden, was mir fehlte.
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«Mein Mann hält es für eine Sucht, ich nenne es Ehrgeiz»
Heute kann ich wieder trainieren, mache aber nur, worauf ich Lust habe. Ich trainiere immer morgens vor der Arbeit zwischen fünf und sieben Uhr, bei schönem Wetter bin ich auch abends auf dem Velo unterwegs und natürlich an den Wochenenden.
Mein Mann hält es für eine Sucht. Ich nenne es Ehrgeiz, Lifestyle, die Art, wie ich leben möchte. Mir gefällt es, meinen Körper so im Griff zu haben, dass er die Dinge leisten kann, die ich mir vorgenommen habe, und dass er so aussieht, wie mir das gefällt. Ich hadere nicht, ich ziehe Konsequenzen.
Das Einzige was mich wirklich nervt, ist Disziplinlosigkeit. Sei zufrieden, wie du bist, oder ändere dich» – Manuela (49)