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«Sie fragten ihn, welchen Namen das Kind haben sollte. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb darauf: sein Name ist Johannes.»
(Mt 11,19)
Dem greisen Zacharias kündigt ein Engel die Geburt eines Sohnes an, entgegen aller biologischen Möglichkeiten, den er und seine Frau Elisabeth Johannes nennen sollten. Dieser meldet Zweifel an, weshalb er bis zur Geburt des Knaben mit Stummheit gestraft wird.
Nun ist die Sprachlosigkeit vorbei. Johannes wächst heran, er verzieht sich später in die Einsamkeit und kommt zur gegebenen Zeit an den Jordan, um das Anbrechen des Gottesreiches zu verkünden. Umkehren sollte das Volk, sich taufen, Gerechtigkeit walten lassen, um für die Zeitenwende bereit zu sein.
Jesus sagt später, Johannes sei zwar der Grösste unter allen Menschen, aber der Kleinste im Himmelreich sei grösser als er. Könnte es sein, dass das Reden von Erlösung zwar unverzichtbar, dass aber gelebte Erlösung wesentlicher ist? Wer den Schritt zum Vertrauen auf Christus in seinem Leben getan hat, ist grösser als der, der «nur» ansagt. Blosses Wissen um eine Möglichkeit ist weniger, als das mutige sich Hineinbegeben in eine neue Wirklichkeit. Als ein im profanen Alltag geschehen lassen dessen, was ansteht, im gleichzeitigen und nie endenden Ringen um die Versöhnung mit Gott, oder mit dem eigenen Leben. Johannes konnte diesen Weg nicht zu Ende gehen. Herodes hat sein Leben vorzeitig beendet. Wohl daher allen, denen die nötige Zeit bleibt. Auch wenn einer nur der Zweitkleinste im Himmel ist. Immerhin.
Pfr. em. Niklaus Reinhart