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Basel, 1650
Hans Heinrich I. Weitnauer
Bronze gegossen, gedreht, punziert
Inv. 1879.19.
Obwohl der Mörser schon in der Antike bekannt war, lässt sich die Herstellung dieses Gerätes nördlich der Alpen erst vom 13. Jahrhundert an belegen. Der während Jahrhunderten für die Hausfrau und den Apotheker wichtige Gebrauchsgegenstand wurde von drei Handwerkergruppen hergestellt, nämlich von Geschütz-, Glocken- und Kesselgiessern. Da diese Berufsgruppen den Mörsern spezifische Elemente ihres Handwerkes verliehen, lassen sich die meisten Mörser einer dieser Gruppen zuordnen. Stellen wir unseren Mörser mit der hohen, ausschwingenden Zylinderform auf den Kopf, so verrät er sofort seine Herkunft aus einer Glockengiesserei. Nicht nur die äussere Form, sondern auch die Inschrift und die Ornamentbänder weisen in die Werkstatt eines Glockengiessers. Das streng horizontale Gliederungsprinzip, das für die meisten Glocken typisch ist, wird beim Mörser nur durch die beiden Henkel in Delphingestalt durchbrochen.
Der namentlich bezeichnete Hersteller, Hans Heinrich I. Weitnauer (Basel 1613-1673 Basel), war Glockengiesser und Ahnvater einer bedeutenden Basler Glockengiesserfamilie. Der Spruch ALLES MIT SORG MYE [MÜHE] VND ARBEIT lässt auf einen nicht besonders lebensfrohen Menschen schliessen.