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Die Abkürzung IFRS bedeutet International Financial Reporting Standards und umfasst internationale Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen, die vom International Accounting Standards Board (IASB) publiziert werden. Mit dem IFRS sollen Abschlüsse international vergleichbar werden.
Die IFRS sind die weltweit am weitest verbreiteten Normen zur internationalen Rechnungslegung. Daher ist die Anwendung von IFRS auch in der Schweiz eine Voraussetzung für die Aufnahme in den SIX Swiss Exchange. Die IFRS wurden aufgestellt, um unabhängig von den jeweils geltenden nationalen Rechtsvorschriften international vergleichbare Jahres- und Konzernabschlüsse zu regeln. Die IFRS werden von einigen Ländern besonders für kapitalmarktorientierte Gesellschaften vorgeschrieben. Da die Schweiz kein EU-Mitglied ist, fällt sie auch nicht zwingend unter diese Bilanzierungsrichtlinien. Die von der Schweizer Vereinigung für Bilanzierung und Berichterstattung publizierten Bilanzierungsstandards, die sogenannten Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (FER), sind dagegen für alle Unternehmen bindend. Trotzdem orientieren sich seit einigen Jahren bereits viele grosse Schweizer Unternehmen an den Vorgaben der IAS/IFRS.
Die IFRS-Rechnungslegung umfasst die International Financial Reporting Standards (IFRS) im engeren Sinne, den International Accounting Standards (IAS) des International Accounting Standards Committee (IASC) sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC).
Eine Rechnungslegung nach den IFRS soll vor allem Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens offenlegen. Darüber hinaus umfassen die Standards der IFRS-Rechnungslegung im Wesentlichen die Grundsätze der Periodenabgrenzung und des Fortführungsprinzips. Als qualitative Kriterien werden an die IFRS-Abschlüsse Verständlichkeit, Entscheidungsrelevanz, Wesentlichkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz gestellt. Damit soll die IFRS-Rechnungslegung weltweit die Abschlüsse der kapitalmarktorientierten Unternehmen insgesamt vergleichbarer machen. Zudem sollte sie es integrierten Kapitalmärkten ermöglichen, effizienter abzulaufen, den Investor besser zu schützen, das Vertrauen in Finanzmärkte zu stärken, den freien Kapitalverkehr zu verbessern, den internationalen Handel zu optimieren und Zulassungsbeschränkungen an den weltweiten Börsen zu reduzieren.
In Anbetracht der zunehmenden Komplexität der IFRS-Normen zeigt sich auch ein zunehmendes Interesse mancher Schweizer Unternehmen am Swiss GAAP FER, dessen Regularien als weniger komplex und flexibler gelten. Studien ergaben, dass Unternehmen, die vom IFRS-Standard zum Swiss GAAP FER wechseln, im Schnitt rund 30 Prozent ihres Wertes verlieren und einen rund 20 Prozent höheren Gewinn ausweisen. Begründet wird dies u. a. mit einer unterschiedlichen Bewertung des Goodwills.