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Kürzlich befasste sich diese Kolumne mit dem Trend, das zweite Kind auf den rückwärts gelesenen Namen des ersten zu taufen: Nora – Aron, Iris – Siri, Leon – Noel (siehe Folio 9/2015). Dieses Verfahren ist für die zunehmende Schar von Eltern mit nur einem Kind natürlich keine Lösung. Für Einzelkinder bietet sich das Palindrom an: Ein Name, der vorwärts und rückwärts gelesen dieselbe Buchstabenfolge ergibt.
Manche Eltern hoffen, dass sich die perfekte Balance eines solchen Namens auf ihren Nachwuchs übertrage, andere wollen bloss die gewaltige Auswahl an Möglichkeiten einschränken. Tatsächlich bleibt nicht viel übrig, wenn es ein Palindrom sein soll. Bei den Männern sind es der in den 1930er Jahren populäre Otto und die Kurzform von Robert – Bob –, die in der Schweiz als eigenständiger Name allerdings nicht verbreitet ist.
Bei den Frauen sieht die Situation etwas besser aus. Da gibt es Anna, der nach Maria zweithäufigste Frauenname überhaupt in der Schweiz. Anna ist einer der wenigen alten Namen, die nie einen Einbruch erlebt haben. Zwar hat seine absolute Zahl abgenommen, doch weil die Variation der Namen generell zunimmt, liegt er im Jahr 2014 zwischen Laura und Sara immer noch auf Rang fünf. In den 1970er Jahren wurde er kurzzeitig von seiner eigenen Kurzform Ana überholt. Ana ist in Portugal und Spanien, aber auch in Kroatien und Serbien verbreitet. Seine Zunahme in der Schweiz dürfte mit der Einwanderung aus diesen Ländern zu tun haben. Seit 1980 sind Anina und Hannah – mit sechs Buchstaben der wohl längste populäre Palindrom-Name – im Steigen begriffen.
Wer mit der Mode gehen will, sollte seine Tochter aber Ava taufen. Seit einige Promi-Pärchen ihre Töchter so nennen, hat Ava einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. 2014 lag er in den USA auf Rang 5.
Quelle: BFS. Hier können Sie nach Ihrem eigenen Namen suchen.