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Und plötzlich ist da ein hellblaues Kreuz. Ich starre es einige Sekunden an, bevor ich zu weinen beginne. Ich bin schwanger, die Tränen sind keine Freudentränen.
Ich stelle mich unter die Dusche, muss dann doch lachen und gleich wieder weinen. Ein Baby? Ich? What?!
Ich gehe zur Arbeit, es gelingt mir, etwas zu vergessen. Doch als ich am Abend alleine zu Hause auf dem Sofa sitze, kommt die ganze Angst wieder hoch, zusammen mit einem unkontrollierbaren Heulkrampf. Warum jetzt? Ich bin doch gar nicht bereit für ein Kind. Ich kann ja kaum auf mich selbst aufpassen. Irgendwann wollte ich schon Kinder, aber das schien mir noch weit weg, ein anderes Leben. Das Leben einer anderen. Ich sehe mich nicht mit Kinderwagen.
Ich lege mich ins Bett, schlafe kurz ein, wache auf und drehe mich 27 Mal um meine eigene Achse. Um vier Uhr morgens höre ich den Schlüssel in der Tür. Renato kommt nach Hause, Post-Weihnachtsessen-angeheitert.
Als er ins Bett kommt, erzählt er mir vom Abend und ich merke, er ist nicht so betrunken, dass er sich morgen nicht mehr daran erinnert, was ich ihm heute erzähle. Ich mache das Licht an, drehe mich zu ihm und sage: „Ich bin schwanger.“ Er schaut mich einen Moment ungläubig an und macht dann sehr seltsame Geräusche, die ich nie zuvor gehört habe. Das letzte Mal sah ich ihn so glücklich, als Portugal Europa-Meister wurde.