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Eine Schule in Bewegung
Der Ursprung 1958–1974
Im Jahre 1958 wurde in Oerlikon eine Filialabteilung des damaligen Unterseminars Küsnacht eröffnet. Das Unterseminar war seit Staatsgründung die klassische Ausbildungsstätte für Primarlehrer. Sie setzte Pestalozzis Credo um, junge Menschen durch Bildung von Verstand, Gemüt und praktischer Geschicklichkeit gleichermassen zu fördern. Insbesondere die musische Erziehung hatte im Lehrplan des Seminars immer einen prominenten Platz. Die Filialabteilung Oerlikon war in städtischen Schulräumen untergebracht und führte jährlich eine Unterseminarklasse. Ab Frühjahr 1974 benötigte die Stadt Zürich die Schulräume selbst, weshalb eine Alternative zur Unterbringung des Unterseminars gesucht werden musste. Schliesslich fanden sich Schulräume in der neu erstellten Schulanlage Stägenbuck in Dübendorf.
Die Gründerjahre 1974–1983
Am 23. April 1974 wurde die Filialabteilung Glattal der Kantonsschule Zürcher Oberland in Dübendorf eröffnet. Mit dem Umzug von Oerlikon nach Dübendorf erfolgte ebenfalls eine administrative Umstellung. Die Schule wurde der ebenfalls neu gegründeten Kantonsschule in Wetzikon unterstellt. Lehramtsklassen lösten die Unterseminarklassen ab.
In enger Symbiose mit der Primarschule Stägenbuck, in deren Schulhaus die Filialabteilung untergebracht war, entwickelten sich Schülerschaft und Lehrkörper rasch zu einer eigenständigen Schule.
Im Frühjahr 1977 wurden die eidgenössischen anerkannten Maturitätstypen B (Latein) und C (mathematisch-naturwissenschaftliche Richtung) eingeführt, 1979 auch der Typus D (neusprachliche Orientierung). Trotz des steten Anstiegs der Schülerzahlen konnten die Klassen fast ausschliesslich typengemischt geführt werden.
Im Frühjahr 1979 wurde die erste Unterstufenklasse eröffnet. Damit wurde eine ausreichende Schülerzahl für die Durchführung einer Teilklasse des Typus B garantiert. Die fünf anfänglich von der Primarschulpflege gemieteten Unterrichtsräume konnten die Nachfrage innerhalb kurzer Zeit nicht mehr abdecken, weshalb, nach der Erstellung einer Pavillonanlage im Sommer 1979, für 11 Klassen insgesamt 15 Unterrichtsräume zur Verfügung standen. Zwei Spezialzimmer, die teilweise anderweitig belegt waren, konnten zusätzlich in der Oberstufe Stägenbuck genutzt werden. Die Schülerzahl stieg rasch aufgrund des erweiterten Bildungsangebots auf rund 240 Schülerinnen und Schüler in 12 Klassen an. – Die Filialabteilung Glattal hatte sich von der Kleinstschule zu einer Kleinschule weiterentwickelt. Die Schule blieb dabei weiterhin überschaubar, musste aber aus Kostengründen auf vieles verzichten (z.B interne Verpflegung), was grössere Schulen selbstverständlich bieten konnten.
Die Pionierzeit 1984–2005
1984 wurde eine neue Stundentafel verabschiedet. Diese war so gestaltet, dass ein für alle Maturitätstypen gültiges Fundament an Fächern, sowie die typencharakteristischen Fächer so eingepasst waren, dass eine optimale Kombinierbarkeit der Maturtypen möglich wurde. Verschiedene Reformen wurden eingeleitet, von denen etliche direkte Auswirkungen auf das Unterrichtsgeschehen hatten.
Im Herbst 1991 teilten sich 14 Klassen – 8 davon typengemischt – dieselbe Anzahl Räume wie zuvor 12 Klassen. Das verlangte stundanplantechnisch grosse Anstrengungen. Ein im Sommer 1996 erstellter Doppelpavillon auf dem Schulhausplatz sollte lediglich als Ersatz für zwei von der Primarschule benötigten Zimmer im Haupttrakt dienen. Ab Herbst 1992 erhöhte sich die Schülerzahl erneut, nachdem eine zweite Unterstufenklasse Platz fand. Nunmehr besuchten rund 290 Schülerinnen und Schüler die Kantonsschule in Dübendorf.
Die Anpassung der Stundentafeln und die Neuformulierung der Lehrpläne, die durch das neue Maturitäts-Anerkennungs-Reglement (MAR) nötig wurde, konnte an der Filialabteilung Glattal erneut unter dem Grundsatz der Kombinierbarkeit der Maturtypen umgesetzt werden. Zusätzlich wurden die Fächer, welche durch das neue MAR von Stundeneinbussen betroffen waren, als Ergänzungsfächer angeboten. Dies erfolgte streng nach dem Grundsatz, dass alle Bildungsangbote (Fächer, Projekte, Kurse) nicht nur auf Papier zur Auswahl angeboten, sondern tatsächlich auch durchgeführt wurden. Das dies hatte einen bewussten Verzicht auf ein breites Angebot solcher Wahlmöglichkeiten zur Folge, dessen praktische Durchführung unter den gegebenen Bedingungen nicht gewährleistet werden konnte. Die Schule lebte der Devise nach: Oft ist weniger mehr.
In den Anfangsjahren des neuen Jahrtausends wurde das Angebot der Kantonsschule ständig erweitert. 2002 wurde das WR-Profil als fünftes und letztes Profil eingeführt, womit das Angebot auf acht Schwerpunktfächer anwuchs.
In einer vollständigen Überarbeitung der Stundentafeln 2003 bereitete sich die Schule auf ein weiteres Wachstum in den kommenden Jahren vor.
Die Diaspora 2006–2012
Im Jahr 2006 wurde die Schule eigenständig. Sie bekam eine Gründungsrektorin, eine eigene Schulkommission und nannte sich neu Kantonsschule Glattal (KGL).
Der Verbleib in Dübendorf und die Namensgebung war nur für wenige Jahre vorgesehen. Schon früh (2001) hatte der Regierungsrat entschieden, die Kantonsschule nach Uster zu verlagern. Ein Architekturwettbewerb wurde lanciert und ein Bauprojekt für den Neubau in Uster ausgeschrieben.
Es war somit folgerichtig, dass 2006 in der Zielstadt Uster vier Unterrichtszimmer neu angemietet wurden, die aufgrund der prekären Platzverhältnisse in Dübendorf fehlten. Erneut stellten sich neue Herausforderungen für den Verantwortlichen des Stundenplans: Die Pläne waren so zu kombinieren, dass die Schülerinnen und Schüler pro Tag nur an einem Schulort Unterricht hatten. Es war jedoch unmöglich, dies ebenfalls für die Lehrpersonen umzusetzen, so dass für den Lehrkörper die Zeit des Pendelns zwischen Dübendorf und Uster anbrach.
Trotz der jahrelang räumlich zweigeteilten Schule wurde die persönliche Atmosphäre, der wohlwollende Umgang sowie die Überschaubarkeit bewusst gepflegt und über diese forderne Zeit hinweg beibehalten. Da sich die Realisation des Neubauprojektes jedoch immer mehr in die Länge zog, kursierte im Lehrerkollegium bald der Übername «Providurium» für den herrschenden Zustand. In den fünf Jahren 2006 bis 2011 wuchs die Kantonsschule auf über 400 Schülerinnen und Schüler an. Bei dieser Schulgrösse angelangt, erreichte die Kantonsschule Glattal die Kündigung der Schulräume in Dübendorf wegen Eigenbedarfs der Primarschule. Dies setzte die Verantwortlichen des Kantons unter Zugzwang: Es musste umgehend eine Übergangslösung gefunden werden, die bis zur Fertigstellung des Neubaus die Schule beherbergen konnte.
Die Zeit im Parkschulcampus 2013–2019
In kürzester Zeit wurde, mit wohlwollender Unterstützung der Stadtverwaltungen, den Ämtern und lokalen Politikerinnen/Politikern, eine Übergangslösung realisiert, die im Februar 2013 den vollständigen Umzug der Schule nach Uster zur Folge hatte. Die Übergangslösung, die qualitativ sehr gut gebaut worden ist, hat endlich die Schule wieder an einen Standort zusammengeführt und die Namensänderung zur Kantonsschule Uster (KUS) möglich gemacht. Im Bauprojekt waren drei Ämter involviert: Das Hochbauamt (HBA, ein Amt der Baudirektion), das Mittelschul- und Berufsschulamt (MBA) und das Immobilienamt (IMA). Die Konzeption und Organisation des Baus wurde von einem Architekturbüro übernommen. Am 19.04.2013 erfolgte die offizielle Einweihung des Parkschulcampus (siehe: Parkschulcampus – Architektur).