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Ein amerikanischer Profi- Empfänger, über dem man kaum Hintergrundinformationen im Internet findet, ist der Cubic CDR-3250. Diese Geräte wurden hauptsächlich von Militärs und Botschaften verwendet. Wahrscheinlich auch von Geheimdiensten. Das vorliegende Gerät stammt aus Israel.
Der Cubic CDR-3250 ist ein DSP- Empfänger. Die Demodulationsarten, Bandbreitenfilter und die AGC sind Softwarebasiert.
Aufgrund des nicht gerade Bedienungsfreundlichen Konzeptes, wurde der CDR-3250 wahrscheinlich mehrheitlich ferngesteuert. Der Empfänger hat zwei Drehregler und 19 Drucktasten aus Gummi. Hinter diesen Tasten verbirgt sich eine Menustruktur mit zwei Ebenen und mehreren Unterebenen. Mit dem VFO- Knopf und den Menutasten navigiert man durch das Menu.
Legt man sich so ein Empfänger zu, sollte genug Platz auf dem Tisch sein. Der CDR-3250 ist ein 19"- Gerät mit halber Bauhöhe. Interessanterweise ist nur die linke Hälfte der Gerätefront mit Bedienelementen bestückt. Die rechte Seite ist leer. Das kommt daher, weil der CDR-3250 eigentlich ein Halb- 19" Gerät ist. Der CDR-3250 ist die Rack- Einbauversion des CDR-3280. Mit 9,9kg Gewicht ist er eigentlich ein Leichtgewicht unter seinesgleichen. Andere Profigeräte sind oft mehr als doppelt so schwer. Dennoch ist der CDR-3250 sehr robust gebaut. Wie viele andere Profigeräte besitzt der CDR-3250 keinerlei Hilfsfunktionen zur Störbeseitigung, ausser ein PBT für CW. Lediglich seine trennscharfen DSP- Filter bieten Abhilfe wenn es darum geht, Nachbarkanalstörungen zu dämpfen. Trotz des kleinen Displays, sind viele Informationen zum aktuellen Betrieb ersichtlich. Das grafische Vakuum fluoreszierende Display ist durch ein feines Metallnetz gegen Abstrahlung geschützt. Leider erschwert diese Massnahme die Lesbarkeit der Informationen.
Ein guter Kollege überliess mir den CDR-3250 für ein paar Wochen. In dieser Zeit konnte ich das Gerät gut kennenlernen und seine Empfangseigenschaften einschätzen. Selbstverständlich verglich ich ihn mit meinem anderen Equipment. Am meisten wurde der JRC NRD- 545 DSP als Vergleichsgerät benutzt, weil dieser den CDR-3250 am nächsten kommt. Er ist auch ein Tischgerät mit DSP. Alle anderen Geräte sind SDR's und wurden nur zwischendurch mal zum Vergleich genommen. Die erste grosse Auffälligkeit zwischen CDR-3250 und dem NRD-545 ist der Klang und das Rauschverhalten. Der Audioverstärker des CDR-3250 ist perfekt ausgelegt und produziert keinerlei Eigenrauschen. Der NRD-545 hingegen hat immer ein störendes Eigenrauschen im Hintergrund. Klanglich spielt der CDR-3250 in einer anderen Liga. Er klingt ganz einfach phänomenal! Man kann Stundenlang mit dem Kopfhörer lauschen, ohne dabei das Gehör zu strapazieren. Wie auch der NRD-545, hat der CDR-3250 eine feste AGC- Einstellung für die Betriebsart AM. Hier wich ich auf die manuelle Regelung "MGC" aus. In SSB ist die AGC in weiten Grenzen einstellbar. Beim NRD-545 ist das ähnlich. Der Empfang von Rundfunksendern in AM gestaltete sich mit dem CDR-3250 als reine Freude! Dies ist vor allem der Rauschfreien und sehr klaren Audio zu verdanken. Hier hinkt der NRD-545 hinterher. Beim Empfang von SSB Sendern waren beide Geräte fast gleich gut. Der CDR-3250 punktete aber wieder mit seiner exzellenten, rauscharmen Audio. In Punkto Empfindlichkeit war zwischen den beiden Geräten keine hörbaren Unterschiede festzustellen. Der Schwachpunkt der meisten Profigeräte ist das fehlen eines Noiseblankers, Bandpass Tunings und eines Notchfilters. Der NRD-545 hat diese Helfer alle an Bord. Der CDR-3250 wird aktiv gekühlt. Ein Lüfter auf der Geräterückseite bläst hörbar vor sich hin. Wer aber mit Kopfhörer arbeitet, hört das kaum.
Der Cubic CDR-3250 ist ein Topempfänger, der mindestens die gleiche Audioqualität eines AEG/Telefunken 1800/3 hat! Leider ist die Bedienung alles andere als Benutzerfreundlich ausgelegt. Wer ausserhalb von Ballungszentren mit ihren vielfältigen Störungen wohnt, wäre mit dem CDR-3250 gut bedient. Die Audiowiedergabe ist eine der besten die ich bis jetzt gehört habe.
gepostet 05.02.2017