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Cuiabás Herausforderung für die WM 2014
Erweiterung des Flughafens und die finanziellen Mittel für das Stadion sind die grössten Herausforderungen.
Cuiabá, die Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso liegt am linken Ufer des gleichnamigen Flusses, des Rio Cuiabá – durch eine Brücke verbunden mit der Nachbarstadt Várzea Grande. Cuiabá wurde 1719 gegründet und stagnierte nach dem Ende der Goldfunde bis zum 20.Jahrhundert. Dann fand dort plötzlich ein Bevölkerungswachstum statt, welches über dem nationalen Durchschnitt lag – ihren Höhepunkt erreichte die Bevölkerung zwischen 1970 und 1980.
Ein bedeutender Pluspunkt für Cuiabá ist seine Lage. Hier treffen drei verschiedene Biome aufeinander: Amazonien, Pantanal und der Cerrado – eine biologisch hoch interessante Vitrine! Jedoch die Rodung dieses grünen Gebiets führte zu weltweiten Protesten.
Die Stadt entwickelt ein Projekt zur Erneuerung ihres Stadions “Governador José Fragelli – im Volksmund “Verdão” – eine Konstruktion aus dem Jahr 1999. Man hofft, im Dezember 2012 damit fertig zu sein – Investitionssumme R$ 350 Millionen. Nach dieser Reform wird die neue Arena eine Kapazität für die Aufnahme von 48.000 Zuschauern haben – inklusive ein Areal mit Luxuskabinen, Ehrentribüne und Kabinetts für die Presse.
Die Planung sieht ausserdem eine Implantierung von vier Trainingszentren vor, in denen sich die ausgewählten Teams auf ihre Partien vorbereiten können. Diese Zentren würden in den Nachbarstädten Chapada dos Guimarães, Barão de Melgaço, Lago Manso und Várzea Grande installiert werden.
Ein negativer Faktor im Projekt von Cuiabá ist die Schwäche der lokalen Sport-Szene mit Spielen vor kleinem Publikum, was die Wartung des neuen Stadions nach der Copa schwierig macht.
Die wirtschaftliche Nutzung dieser Einrichtung könnte gestärkt werden, wenn man das Stadion in eine Arena für multiple Nutzung verwandeln würde – zum Beispiel für Shows und andere Events mit grossem Publikum. Dafür wäre es notwendig, Cuiabá in die Routen der grossen internationalen Musikshows zu integrieren. Das Risiko ist gross, dass Cuiabás neuem Stadion das gleiche Schicksal blüht wie dem “Ginásio Aecim Tocantins” – einer Investition von R$ 26 Millionen – es erhält nur selten einen Event und muss deshalb der hohen Unterhaltskosten wegen für sportliche Aktivitäten der Bevölkerung verschlossen bleiben.
Cuiabá und die Nachbarstadt Várzea Grande können heute 6.710 Betten innerhalb einem gesamt von 3.271 Appatements aufbieten – das in Hotels, deren Klassifikation sich zwischen “Economy und 5-Sternen” bewegt. Der Hotelsektor der Hauptstadt befindet sich in stetiger Erweiterung – innerhalb der nächsten drei Jahre wird man auf weitere 1.400 Appartements zurückgreifen können. Mit dem Einzug neuer Hotelketten, und der Erweiterung schon vorhandener Hotels, wird das Angebot um mehr als 60% steigen. Der Hotelsektor der Stadt wuchs während der letzten fünf Jahre um 20% – Investitionen von mehr als R$ 22 Millionen. Für die nächsten drei Jahre stellt man an Investitionskapital R$ 103 Millionen in Aussicht.
Die Hauptstadt von Mato Grosso besitzt bereits eines der besten öffentlichen Transportsysteme des Landes mittels Bussen. Heutzutage ist dort jede Bushaltestelle als integriertes Terminal konzipiert. Der Transport der Bürger geschieht mittels Buskollektiv und Taxis, ausserdem mit Mikrobussen und Moto-Taxis (per Motorrad) – alles durch die Stadtverwaltung geregelt und autorisiert. Sämtliche Busse sind mit GPS ausgestattet (Satellitenkontroll-System) 89% der Busse haben Aircondition und zirka 67% besitzen eine Lift-Vorrichtung für Rollstuhlfahrer.
Grösstes Entwicklungsprojekt der Stadt für den Publikumsverkehr ist die Konstruktion einer VLT (schienenabhängiges Transportsystem) von Cuiabá nach Várzea Grande – und zwar über seine gesamte Strecke auf erhöhter Rampe! Ausserdem möchte man zwischen den zehn Munizipien der zukünftigen “Região Metropolitana Cuiabá” intermunizipale Exekutiv-Verbindungen schaffen.
In bestimmten Gegenden der Stadt – besonders ihrem historischen Zentrum – sind die Strassen eng, und der Verkehr ist immer wieder verstopft. Um diese Situation zu entlasten, haben die Regierenden bereits den Bau von fünf neuen Zugangsstrassen zum Stadion in Angriff genommen.
Der internationale Flughafen der Hauptstadt ist gleichzeitig auch der bedeutendste Airport des Bundesstaates Mato Grosso. Sein Komplex befindet sich nicht in Cuiabá selbst, sondern in der Nachbarstadt Várzea Grande, etwa 8km vom Zentrum der Hauptstadt entfernt. Gegenwärtig besitzt diese Einrichtung ein Passagier-Terminal auf zwei Ebenen, einen Restaurations-Platz, Geschäfte, Wechselstuben, Panorama-Terrasse, Post, Autovermietungen, Kioske, Lifts, Rolltreppen und zentrale Aircondition.
Um das zu erwartende erhöhte Passagieraufkommen hinsichtlich der Copa 2014 bewältigen zu können, arbeitet man bereits an einer Erweiterung des internationalen Terminals. Das Projekt sieht auch eine Kapazitätserweiterung des gesamten Flughafens vor – anstelle der gegenwärtigen 580.000 Passagiere pro Jahr sollen dann mehr als 1 Million Reisende hier zirkulieren und abgefertigt werden können.
Cuiabás erste und grundsätzliche Herausforderung wird die Reform des Stadions sein. Falls man nicht beweisen kann, dass dieses Vorhaben der privaten Initiative den erwarteten Rücklauf bringen kann, muss man sich allein mit den von der Landesregierung zur Verfügung gestellten Mitteln abfinden. Die Stadt erwartet allerdings eine Einbegreifung ihrer Projekte in den “PAC da Mobilidade Urbana” (oder PAC da Copa 2014) – inklusive einer entsprechenden Anerkennung ihres VLT-Projekts.
Die Entwicklung des nationalen und internationalen Tourismus wird das grosse Vermächtnis dieses Bundesstaates werden, nachdem er die Teilnehmer an der Copa 2014 aufgenommen hat. Die “Copa neben dem Pantanal” wird eine einzigartige Gelegenheit sein, der Welt ein Naturparadies zu zeigen, welches auf unserem Planeten nicht seinesgleichen hat!
Einer der kritischen Punkte zum Empfang einer erhöhten Menge von Touristen ist der Flughafen. Aber er besitzt grosse Flächen zu seiner Erweiterung, und die Flughafenaufsicht (INFRAERO) hat bereits eine weitere Start- und Landepiste projektiert.
Eine andere bedeutende Herausforderung ist die Balance zwischen der Investition beim Umbau des Stadions auf FIFA-Standard und den Einnahmen aus einem expandierenden Tourismus – denn der mato-grossensische Fussball kann allein nicht für die Wartung des aufgemotzten Stadions sorgen.
Und eine wichtige Forderung ergibt sich aus der städtischen Mobilität. Mit einer Bevölkerung in der Nähe von einer Million, wird das Konglomerat Cuiabá-Várzea Grande schon jetzt mit ernsten Verkehrsproblemen konfrontiert, die vom Staat bereits mit entsprechenden Projektvorschlägen an die Landesregierung weitergeleitet wurden, um im “PAC da Mobilidade Urbana” berücksichtigt zu werden.
In der Hauptstadt versammelten sich mehr als 3.000 Personen zum Seminar “Copa 2014 – Herausforderungen und Möglichkeiten”, in dem man über Aspekte der Infrastruktur diskutierte, welche zum zentralen Gesichtspunkt erklärt wurde. Der Event fand am 19. Mai 2009 statt.