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Titel
Max,
1) Emanuel, Ritter von, Bildhauer, geb. 1810 zu Bürgstein in Böhmen, bildete sich anfangs noch unter Joseph Bergler in Prag aus, besuchte eine Zeitlang die Akademie in Wien, wo er mehrere Preise erhielt, arbeitete von 1839 bis 1849 in Rom und machte auch mehrmalige Reisen in Deutschland, Belgien, England und Frankreich. Seine in edlem, klassischem Stil ausgeführten Werke sind namentlich: die Marmorstatuen der böhmischen Apostel Cyrillus und Methodius in der Teynkirche zu Prag, das Grabmal der von Meuchelmördern getöteten heil. Ludmilla im dortigen Dom zu St. Veit, ein Werk von ausdrucksvoller Haltung und geschickter Gewandung, und vor ¶
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allen die Hauptfigur des herrlichen ehernen Radetzky-Denkmals in Prag, dessen kriegerische Nebenfiguren von Emanuels Bruder Joseph (gest. 1855) herrühren; ferner eine Pietà, eine Statue des Herzogs Bretislaw u. a.
2) Gabriel, Maler, geb. zu Prag als Sohn des Bildhauers Joseph M., bei dem er bis zu dessen Tod (1855, s. oben) arbeitete, besuchte bis 1858 die Akademie seiner Vaterstadt, ging nach Wien und war dort drei Jahre lang Schüler der Akademie. Seine Leidenschaft für die Musik führte ihn zunächst zu einer Reihe von Tuschzeichnungen, welche die Grundideen der Werke Beethovens, Mendelssohns u. a. verkörperten und durch ihre geistreiche Erfindung großen Beifall fanden. 1863 ging er nach München und wurde Pilotys Schüler, eignete sich aber keineswegs dessen Farbenvirtuosität an, sondern stellte sein fein gedämpftes, harmonisch durchgebildetes Kolorit in den Dienst seiner sentimentalen, thränenvollen Süjets.
Das erste dieser Art war 1865 eine Märtyrerin am Kreuz, bei deren Anblick ein römischer Jüngling, der von einem Gelage heimkehrt, die Rosen von seinem Haupte der Sterbenden zu Füßen legt. Ganz ähnlich ein späteres Bild (1874), wo die Rose einer jungen Christin zugeworfen wird, die in der Arena zwischen zwei Löwen und einen Tiger tritt. Als er 1867 Pilotys Atelier verließ, nahm er München zum Wohnsitz, wo er später als Professor an der Akademie angestellt wurde. Unter seinen übrigen Bildern erwähnen wir zunächst einige weniger aufregende als melancholisch beschauliche; dahin gehören: die melancholische Nonne, die Waise, die Barmherzigen Schwestern, der in seinen Grundgedanken unklare Herbstesreigen, Verblüht, Allnächtlich im Traum u. a. Viel aufregendern Inhalts sind dagegen: das enthauptete Gretchen, das seine Rundreise durch die Hauptstädte Deutschlands machte, ebenso die scheintote Julie, auf ihrem Lager hingestreckt, mit der Hochzeitsgesellschaft im Hintergrund (angeblich nach Shakespeare), die blinde Lampenverkäuferin in den Katakomben, die in ihren Farben ziemlich disharmonische Löwenbraut (nach Chamisso) und der Ahasverus vor der Leiche eines Kindes.
Eins seiner meisterhaftesten Bilder, mit dem er das religiöse Gebiet betrat, ist Christus eine Tote erweckend, ein zweites der Christuskopf auf dem Schweißtuch der Veronika, das, in diesem Tuch mit bewunderungswürdiger Virtuosität gemalt, im Antlitz des Heilands in staunenswerter Weise den Sieg des Lebens über den Tod ausdrückt. Wiederum ganz andrer Art die aus einer Ballade Bürgers hervorgegangene Kindesmörderin, der an Justinus Kerners «Seherin von Prevorst» erinnernde Geistesgruß (1879) und sein neuestes Werk (1880): Suleika, ein Bild voll Licht- und Sonnenglanz. In allen diesen Bildern, in denen er selten über zwei Figuren hinausgeht, zeigt er sich nicht als ein schöpferisches Genie, das große Kompositionen beherrscht, sondern als ein kontemplativer, nachempfindender Künstler, der dichterische Gedanken für die Malerei verwertet und psychologisch vertieft. Er ist Inhaber zahlreicher Medaillen und Ehrenmitglied der Akademie in München.