Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03181.jsonl.gz/764

L. (
Riedgras, Segge), Gattung aus der Familie der Cyperaceen, enthält mehr als 400 Arten ausdauernder,
grasartiger Kräuter, die meist den kalten und gemäßigten Zonen angehören. Sie sind bald von dicht rasenförmigem Wuchs,
bald mit kurz oder lang kriechenden, oft sehr verästelten oder Ausläufer treibenden Rhizomen. Die knotenlosen, markigen blühenden
Halme sind aufrecht, mehr oder minder dreikantig, abwärts an den Kanten meist von kleinen Zähnen rauh,
selbst schneidend wie auch die schmalen, lang zugespitzten Blätter.
Carey
* 4 Seite 3.807.
Die
Blüten sind getrennten Geschlechts, stehen zusammen, gemischt, in einer Ähre oder in Ährchen
[ * 3] gesondert oder in besondern
Ähren. Die Frucht ist eine Schließfrucht, deren Same nicht wie bei den Gräsern mit der Fruchthülle verwachsen
ist. Die Riedgräser wachsen überall auf morastigen, sogen. sauren Wiesen und geben für die Tiere meist ungenießbares (saures)
Gras. Einige mit kriechenden Wurzeln versehene Arten dienen zur Befestigung sandigen und sumpfigen Bodens, wie besonders Carex arenaria
L. ( Sandriedgras, Sandsegge, rote Quecke, deutsche Sassaparille), mit über fußhohem Halm und mit kriechendem,
sich weithin verbreitendem Wurzelstock, der 3-5 cm auseinander liegende, nur wenig verdickte, spärlich bewurzelte Knoten zeigt,
woran trockne, häutige Blattscheiden und haardünne Wurzelfasern sitzen, wächst
¶
mehr
hauptsächlich aus den
Dünen der Nord- und Ostsee, in England, Finnland, Island,
[ * 5] dann auch in trocknem Sand bis in das Innere Norddeutschlands.
Der graugelbliche Wurzelstock war als Rhizoma ( Radix) Caricis offizinell. Er riecht frisch schwach gewürzhaft, ist getrocknet
geruchlos, schmeckt schwach süßlich-bitterlich und enthält neben Harz und ätherischem Öl viel Stärkemehl.
Er wurde durch Gleditsch als blutreinigendes, diuretisches Mittel eingeführt, wird jetzt aber nur noch wenig benutzt. Carex brizoides
L. ( Alpengras, Seegras, Waldhaar, Rasch), ein in Süd- und Südwestdeutschland stellenweise sehr häufig vorkommendes Riedgras
mit dünnem, ästigem, kriechendem, einzelne Halme treibendem Wurzelstock, wird als Polstermaterial so stark benutzt, daß
in einzelnen Waldungen des Rheinthals das Einkommen aus dieser Nebennutzung den Ertrag aus der Holzproduktion
übersteigt. Dort findet sich das Gras in den Mittel- und Niederwaldungen auf feuchtem, humösem, kräftigem Boden und bei mäßiger
Beschattung massenhaft und wird durch Ausrupfen (in Oberösterreich durch Mähen) gewonnen. Man trocknet es an sonnigen Orten,
dreht es mit einfachen Maschinen in Seile und bringt es in dieser Form in den Handel. In geringerer Menge benutzt man das Alpengras
auch zu Flechtarbeiten, wie Tragbändern, Schuhen, Matten etc.