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Vor dem Arbeitsgericht Zürich wurde am Mittwoch (14.02.) der Prozess des entlassenen CS-Analysten Christopher Chandiramani gegen die Credit Suisse eröffnet. Er sagt, er sei wegen seines kritischen Berichtes zur SAirGroup entlassen worden.
Der Ex-Analyst wirft der Bank missbräuchliche Kündigung vor. Chandiramani hatte am 6. Juli 2000 mit einer im Internet veröffentlichten Analyse über das Fluggeschäft der SAirGroup für Wirbel gesorgt.
Nachdem der damalige CS-Analyst vor einem Verlust von 500 Mio. bis zu 1 Mrd. Franken gewarnt hatte, brach der Kurs der SAir-Aktien innert Stunden massiv ein.
Vier Tage später wurde der "Bote der schlechten Nachricht", wie sich Chandiramani vor Gericht bezeichnete, von seinen Vorgesetzten ultimativ aufgefordert, seine Kündigung einzureichen.
"Bauernopfer"
Chandiramanis Rechtsanwalt sprach vor dem Arbeitsgericht in Zürich von einer missbräuchlichen Kündigung und verglich seinen Mandanten mit einem "Bauernopfer", das man einfach "geköpft" habe.
Aus diesem Grund habe die CS dem Kläger nicht nur sechs Monatslöhne, sondern auch Gratifikationen und Boni auszurichten, sowie 1'240 Überstunden und Spesen zu vergüten. Zudem seien aufgrund der Persönlichkeits-Verletzung nicht nur eine Genugtuung von 200'000 Franken, sondern im Sinne einer Rehabilitierung auch eine formelle Entschuldigung der CS angebracht.
CS spricht von Pflichtverletzung
Chandiramani habe der Nachrichtenagentur "Reuters" ein Interview gegeben und damit vertragliche Pflichten verletzt sowie seine Kompetenz überschritten, sagte der CS-Vertreter. Der Kläger hätte die Journalisten an die Pressestelle der CS verweisen sollen.
Da Chandiramani schon früher gegen Grundsätze verstossen habe, seien die Verantwortlichen der CS zum Schluss gekommen, Abschied von ihm zu nehmen. Aufgrund der unprofessionellen Arbeitsweise habe man das Vertrauen in Chandiramani verloren, führte der CS-Anwalt aus.
swissinfo und Agenturen