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Die TanzLOBBY Zürich wurde 1985 von Wolfgang J. Brunner unter dem Namen Interessengemeinschaft Tanz Zürich (IGTZ) gegründet. Es war schweizweit der erste Verein von lokalen Tanzschaffenden. Kurz darauf entstand 1986 in Lausanne der AVDC (association vaudoise de danse contmporaines) und auf nationaler Ebene 1987 der SVTC (Schweizer Verband der TänzerInnen und ChoreografInnen).
1985 organisierte Brunner die erste Ausgabe des Festivals Tanznovember, welches fünfmal durchgeführt wurde. Die IGTZ war dreimal für die Organisation des Festivals verantwortlich.
Die Notwendigkeit, ihre Arbeitsbedingungen gemeinsam zu verbessern brachten jeweils gut ein Dutzend Tanzschaffende an die regelmässigen Vereinssitzungen. Bedürfnisse nach tanzgerechten Proberäumen und Aufführungsmöglichkeiten wurden diskutiert und gemeinsam Strategien entwickelt.
So entstand 1991 zum ersten Mal das Minifestival Tanz in Stücken. Selbstbestimmt und -kuratiert zeigten Zürcher Tanzschaffende Kurzstücke und Teile aus grösseren Produktionen. Bereits der informelle Auswahlprozess bedingte eine gute Verständigung und respektvollen Umgang unter den Tanzschaffenden. Organisiert von der IGTZ (Interessengemeinschaft Tanz Zürich) in Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftszentrum Buchegg, später mit dem Theatre de l’Usine (Genf), IGBT (Basel) und weiteren Städten. Zudem gab es Kooperationen mit Spanien, Deutschland und Österreich.
Zwischen 1991 und 1997 bot das Festival eine wertvolle Plattform für die freie Zürcher Tanzszene.
Ende der 1980er Jahre begann die IGTZ ein Profitraining für die Szene durchzuführen, zuerst in den Räumlichkeiten der Tamuté Studios, später im Tanzraum Ottikerstrasse und dann an der Wasserwerkstrasse. Es wurde klassisches Ballett und Zeitgenössischer Tanz angeboten.
Zwischen 1992 und 1995 stellte die Stadt zwei Tanzstudios an der Wasserwerkstrasse den freien Tanzschaffenden als Proberäume zur Verfügung. Die IGTZ verwaltete die beiden Studios und traf sich später unter anderem dort für Sitzungen. 1996 wurde das Tanzhaus Wasserwerk gegründet. Die IGTZ stellte jeweils eine Delegierte für den Vorstand zur Verfügung und beteiligte sich aktiv an Umbauplänen, neuen Veranstaltungsplattformen und der Gestaltung des Profitrainings. Auch im Theaterrat des Theaterhaus Gessnerallee gab es viele Jahre zwei Tanzsitze, einen für die IGTZ, der andere für Dansesuisse. Das Tanzhaus übernahm naturgemäss viele der bisherige Aktivitäten der IGTZ wie das Profitraining, die Verwaltung der Proberäume und Aufführungsplattformen. Das professionelle Tanzhaus Team konnte diese Aufgaben vertiefter und kontinuierlicher betreuen als die meist fast unentgeldlich arbeitenden IG Mitglieder. Der Verein finanziert sich seit über 30 Jahren nur aus den Mitgliederbeiträgen. Für Festivals/Aufführungsreihen konnten jeweils Fördergelder beantragt werden.
Ein weiteres wichtiges Projekt der TanzLOBBY Zürich/ IGTZ war DATANZDA, eine Plattform für Künstler*innen und Spezialist*innen unterschiedlichster Sparten. Das Projekt wurde 2004 von Wolfgang J. Brunner initiiert und von den Mitgliedern Angelika Ächter und Anne Rosset sieben Jahre lang konzipiert und organisiert.
Die TanzLOBBY IG Tanz Zürich setzt sich bis heute für die Bedürfnisse der freien Tanzschaffenden in Zürich ein, organisiert Plattformen zur Präsentation, Vernetzung und Austausch. Darüber hinaus stellt sie sicher, dass der Tanz in politischen Diskussionen der Stadt Zürich vertreten ist und dass Tanzschaffende in Kommissionen die ganz spezifischen Bedürfnisse der freien Szene einbringen können. Bis 2018 in der Studie «Tanz und Theaterlandschaft» der Stadt Zürich.
Zum Namen: Um die politische Arbeit stärker zu gewichten nutzte bereits der Begründer des Vereins den Zusatz “TanzLOBBY” wodurch die Interessengemeinschaft danach unter zwei Namen “TanzLOBBY”, wie auch “Interessengemeinschaft Tanz Zürich / IGTZ” bekannt war, was zu Verwirrung führte.
Um Klarheit zu schaffen, und weil die junge Interessengemeinschaft Zentralschweiz sich ebenfalls IGTZ nannte, wurde 2013 entschieden, nur noch den Namen “TanzLOBBY IG Tanz Zürich” zu verwenden und zu promoten.
Quellen
Vgl. verlinkte Texte
Interview Nadine Schwarz (29.02.2019)
Erinnerungen Tina Mantel, Vorstandsmitglied 1989-1993 und seit 2018 (11.4.2019)