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Das Wichtigste in Kürze
- Nordkorea soll die Bauarbeiten eines zweiten Kernreaktors wiederaufgenommen haben.
- Er würde zehnmal so viel Plutonium für Nuklearwaffen produzieren wie der erste Reaktor.
Nordkorea hat nach Einschätzung von US-Rüstungskontrollexperten die Bauarbeiten an einem zweiten Reaktor in seinem umstrittenen Atomkomplex Yongbyon wiederaufgenommen. Er könne nicht sagen, wann der Reaktor in Betrieb gehen könne, schrieb der Experte Jeffrey Lewis auf Twitter. «Aber er ist zehnmal so gross wie der existierende Reaktor in Yongbyon. Er würde zehnmal so viel Plutonium für Nuklearwaffen produzieren.»
Lewis hatte zusammen mit seinen Kollegen vom James Martin Center for Nonproliferation Studies einen Bericht über Yongbyon veröffentlicht.
Nordkorea habe eine Rohrleitung verlegt. Diese verbinde den sekundären Kühlkreislauf des «Atomkraftwerk Nummer 2» genannten 50-Megawatt-Reaktors mit einer Pumpstation am Fluss. Damit haben sie Zugang zum Wasser für die Kühlung, hiess es in dem Bericht.
Bis zum 7. Mai sei die Leitung vergraben worden. Das sei ein «erster eindeutiger Indikator, dass Nordkorea vorhat, den Reaktor fertigzustellen».
55 Kilogramm waffenfähiges Plutonium
Die Forscher schätzen, dass der Reaktor nach Inbetriebnahme 55 Kilogramm waffenfähiges Plutonium im Jahr produzieren könnte. Etwa zehnmal so viel wie der alte 5-Megawatt-Reaktor. Nordkoreas Interesse an mehr Plutonium scheine seine Absicht widerzuspiegeln, neue taktische Atomwaffen zu entwickeln.
Nordkorea liegt bereits seit vielen Jahren wegen seines Atomwaffenprogramms im Streit mit der internationalen Gemeinschaft. Das Land ist harten Sanktionen der UN wie auch separaten Sanktionen der USA und ihrer Verbündeten unterworfen.