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Stichlinge haben es seit der letzten Eiszeit geschafft, vom Meer aus zahlreiche Süssgewässer zu besiedeln. Dazu mussten sie sich an stark veränderte Umweltbedingungen anpassen.
Wieso manche Arten dies schaffen und andere nicht, ist eine zentrale Frage der Evolutionsbiologie. Im Falle des dreistachligen Stichlings haben Forschende nun einen Hinweis dafür im Erbgut der Fische entdeckt: Ein Gen, welches häufige, nicht lebenswichtige Fettsäuren in lebenswichtige Fettsäuren umwandelt. Dies ist im Süsswasser besonders wichtig, weil dort anders als im Meer die Nahrung der Stichlinge praktisch keine dieser lebenswichtigen Fettsäuren enthält. Deshalb werden diese von einem Enzym, welches auf dem neuentdeckten Gen kodierst ist, hergestellt. Ohne dieses Gen verhungern die Fische im Süsswasser.
Der dreistachelige Meeresstichling besitzt im Vergleich zu anderen Stichlingsarten mehrere Kopien dieses Gens in seinem Erbgut und gedeiht auch im Süsswasser, während die Stichlingsarten mit nur einer einzigen Kopie des Gens in Laborexperimenten verhungerten. Wenn im Labor aber zusätzliche Genkopien in das Erbgut anderer Stichlingsarten eingeführt wurden, überlebten auch diese mit der Süsswassernahrung. Was die Forschenden im Labor auslösen konnten, gelang den Dreistachligen Stichlingen auch in der Natur. Im Erbgut wurde das Gen vor langer Zeit zufälligerweise dupliziert, wodurch es den Dreistachligen Stichlingen später gelang, Süssgewässer zu besiedeln.