Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03340.jsonl.gz/236

Die Wolkentypen
In den Wolken ist der normalerweise unsichtbare Wasserdampf sichtbar geworden. Wolken geben uns gute Hinweise über aktuelle Prozesse, die in der Atmosphäre ablaufen. Die Beobachtung der Wolkenentwicklung erlaubt die eigene kurzfristige Wetterprognose.
Im Jahre 1802 gab der Brite Luke Howard den verschiedenen Wolkenarten erstmals Bezeichnungen - auf lateinisch, der damaligen Sprache der Wissenschaft.
Auf dieser Einteilung beruht auch der heute geltende internationale Wolkenatlas: Dabei werden rein nach dem Erscheinungsbild insgesamt zehn Gattungen unterschieden.
Je nach Höhe der unteren Wolkengrenze werden tiefe (0-2 km), mittelhohe (2-7 km) oder hohe (5-13 km) Wolken unterschieden. Nach der Form unterscheidet man
- Schicht (Stratus-)
- Feder (Cirrus-)
- Haufenwolken (Cumuluswolken).
Die klassische Regenwolke ist der tiefhängende Nimbostratus. Die Gewitterwolke Cumulonimbus erstreckt sich über alle Höhenstufen bis zum Oberrand der Wetterschicht (Tropopause) und bildet sich im Sommer aus den Schönwetter- oder Cumuluswolken.
Der landläufig als "Schäfchenwolke" bezeichnete Altocumulus besteht noch zum grössten Teil aus Wassertröpfchen, der Wolkenrand ist entsprechend scharf begrenzt.
Die faserigen Cirruswolken (Schleierwolken) sind dagegen reine Eiskristallwolken.
Der Nebel (Stratus) ist eine Wolke, die auf dem Boden aufliegt und die Sichtweite auf unter einen Kilometer reduziert.
Spezialwolken
Überzieht sich der Himmel immer mehr mit Schleierwolken, die auch aus Kondensstreifen entstehen können, so wird der strukturlose Schleier als Cirrostratus bezeichnet. Sein Markenzeichen sind farbige Ringe um die Sonne (Halo), die durch die Brechung des Lichts an Eiskristallen entstehen.
Diese Erscheinung ist häufig Vorbote einer Warmfront, das heisst einer Wetterverschlechterung, und war bereits den alten Ägyptern bekannt.
Zeigen sich im Sommer flockige Schäfchenwolken mit nach oben aufschiessenden Türmchen (Altocumulus castellanus), so muss am Nachmittag und Abend mit grosser Wahrscheinlichkeit mit Gewitter gerechnet werden. Diese mittelhohen Wolken (auf etwa 3`000 bis 5`000 Meter Höhe) markieren den Vorstoss feuchter labiler Luftmassen. Ihre Zugrichtung entspricht zudem der späteren Verlagerung der Gewitter.