Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/545

Navigationspfad
Zum Seitenanfang
Friedhof Sihlfeld
Todesfälle und Bestattungen
Für Todesfälle und Bestattungen wenden Sie sich bitte an das Bevölkerungsamt.
Telefon 044 412 31 78
Impressionen aus dem Friedhof Sihlfeld
Fakten
Fläche: 288'000 m2
Errichtet: 1877 Sihlfeld A
Erweitert: 1896 Sihlfeld B, 1902 Sihlfeld C, 1917 Sihlfeld D I und Urnenhain, 1932 Sihlfeld D II, 1964 Sihlfeld E
Entwicklung
|Jahr||Entwicklungsschritt|
|1874||Mit der Revision der Bundesverfassung werden die politischen Gemeinden anstelle der Kirchgemeinden für das Friedhofswesen zuständig. Die Zürcher Behörden handeln schnell, ihr Ziel ist eine Zentralisierung des Bestattungswesens. Als geeignetes Grundstück für den «Centralfriedhof» dient ein Grundstück der ehemaligen Kirchgemeinden Grossmünster, Fraumünster und Predigern|
|1877||Stadtbaumeister Arnold Geiser (1844-1909) plant den Friedhof (heute Sihlfeld A) nach dem Vorbild des Wiener Zentralfriedhofs. Die nördliche Hälfte von Geisers Plan wird umgesetzt und eingeweiht. Gleichzeitig eröffnen die Gemeinden Aussersihl und Wiedikon ihre Gemeindefriedhöfe in unmittelbarer Nähe|
|1892||Bau der südlichen Hälfte des Zentralfriedhofs, Endpunkt der Hauptachse bildet das erste Krematorium der Schweiz. Planer Arnold Geiser, Finanzierung aus privaten Mitteln|
|1893||Im Zug der ersten Eingemeindung kommen Aussersihl und Wiedikon zur Stadt Zürich. In der Folge wird der Friedhof Aussersihl 1897 geschlossen (heute Fritschiwiese). Der Friedhof Wiedikon wird 1896 in den Zentralfriedhof integriert, der in Friedhof Sihlfeld umbenannt wird (Sihlfeld B)|
|1902||Eröffnung der Abteilung Sihfeld C, nach Plänen von Arnold Geiser|
|1917||Eröffnung der Abteilung Sihlfeld D I, Herzstück dieser speziell für Urnenbestattungen konzipierten Erweiterung ist das neue, zweite Krematorium mit zugehörigem Urnenhain, geplant von Albert Froelich. Die Grabfelder des D I sind von Gustav Ammann gestaltet|
|1932||Eröffnung der Abteilung Sihlfeld D II|
|1954||Wettbewerb für die Erweiterung des Friedhofs nach Süden (Sihlfeld E). Die Arbeitsgemeinschaft Philipp Bridel (Architekt) und Walter Leder (Gartenarchitekt) gewinnt|
|1958||Grundsatzentscheid der Stadt: Sihlfeld A, B und C sollen sukzessive in öffentliche Parkanlagen umgewandelt werden. Als Ersatz sind Quartierfriedhöfe an der Peripherie vorgesehen (Üetliberg, Eichbühl). Mit Beschluss Nr. 3250 vom November 1962 wird dieser Umwandlungsentscheid in Kraft gesetzt|
|1964||Eröffnung Sihlfeld E|
|1969||Die Abteilung B wird zur öffentlichen Anlage umgebaut|
|1988||Errichtung Gemeinschaftsgrab|
|1983-88||Stillegung Sihlfeld C, die Grabfelder mit den zugehörigen Wegen werden aufgehoben. Das Hauptwegenetz und die Baumpflanzungen werden belassen, die Urnenwand zum Friedhofsteil A bleibt in Betrieb|
|1989||Postulat zur Unterschutzstellung der Friedhofsteile A bis C mit Hinweis auf den kunst- und kulturhistorischen Wert der Friedhofsanlage. Ablösung des Beschlusses von 1962 zur schrittweisen Aufhebung und Umwandlung dieser Friedhofsteile in eine Parkanlage|
|1991-95||Umfassende Inventarisierung des Friedhofs Sihlfeld, Erarbeitung der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte sowie der Bedeutung des Friedhofs als Lebensraum für Fauna und Flora durch die Denkmalpflege, Gartendenkmalpflege und Naturschutz|
|1992||Letzte Kremierung im Krematorium Sihlfeld|
|1997||Unterschutzstellung ausgewählter Anlageteile, Grabstätten und Grabmäler. Für die Teile A, D I und E gibt es detaillierte Parkpflegewerke von Landschaftsarchitekt Guido Hager|
|2002||Kunstführer zum 125-Jahr-Jubiläum vom Friedhof Sihlfeld A, Kunsthistorikerin Regula Michel|
|2004||Erweiterung des Gemeinschaftsgrabes, Landschaftsarchitekt Guido Hager|
Anlage
Sihlfeld A
Arnold Geiser baute den Friedhof Sihlfeld A auf einen ebenen, quadratischen Grundriss auf. Als Hauptachse wählte er die Verlängerung der damals neu gebauten Zypressenstrasse. So entstand eine städtebauliche Achse vom Bullingerplatz bis zum Krematorium. Eine imposante feingliedrige klassizistische Portalanlage markierte dabei den Hauptzugang zum Friedhof. Sie kommt heute noch voll zur Geltung.
Im orthogonalen Wegenetz der Anlage bilden die zwei Hauptachsen ein Kreuz, um dessen Mitte vier zentrale Grabfelder für Familiengräber angeordnet sind. Sie werden durch Diagonalen in konische Felder von ansehnlicher Grösse unterteilt. Die sternförmigen Wegkreuzungen waren dabei ursprünglich von je einer Blutbuche markiert. Noch heute sind zwei mächtige Bäume erhalten. Die oft monumentalen Grabmale in diesem Bereich verleihen dem gesamten Friedhof Sihlfeld A einen starken historischen Charakter. Was auf dem Plan sehr ruhig und geordnet erscheint, bewirkt in der Realität genau das Gegenteil. Durch unvorhersehbare Durchblicke und erwartete Sichtbarrieren entsteht beim Durchqueren eher der Eindruck eines Labyrinths.
Sihlfeld B
Mit der Eingemeindung Wiedikons wurde der Friedhof Wiedikon 1896 in Sihlfeld B umbenannt. Heute besteht nur noch die durchgehende Urnennischenwand entlang eines von Rasenstreifen eingefassten Weges im östlichen Randbereich von Sihlfeld A. Der grösste Teil wurde 1968 in die Aemtlerwiese umgewandelt. Die parkartige Pflanzung und abgrenzende Hecke distanzieren den Friedhof nur minim zum benachbarten Schulhaus bzw. Pausenplatz.
Sihlfeld C
Parallel zu Sihlfeld A und B liegt Sihlfeld C. Das Wegenetz mit der Felderaufteilung ergibt sich im Wesentlichen aus den Vorgaben der bestehenden Sektoren. Bis auf den geschwungenen Randweg entlang der Einfriedung verlaufen alle Wege geometrisch. Zusammen mit den Bäumen, Sträuchern und Wiesenflächen geben sich abwechslungsreiche Stimmungen in einer parkähnlichen Anlage.
Belegt wird im Sihlfeld C heute nicht mehr. An seine frühere Nutzung erinnern nur noch die Familiengräber im vorderen Abschnitt und die anschliessende Urnennischenwand. Vielmehr bekommt die Anlage heute eine wichtige Bedeutung als ruhiger Erholungsraum in dem mit Freiflächen unterversorgten Kreis 3. Die angrenzenden Grabfelder sind dabei kaum wahrzunehmen.
Sihlfeld D
Der Friedhof D wurde in zwei Abschnitten speziell für Urnenbestattungen gebaut. Wie bei allen Konzepten richten auch sie sich nach den städtebaulichen Vorgaben von Sihlfeld A. So ergibt sich ein strenges orthogonales Wegenetz, das sich erst im äussersten Westen auflöst. Alleen betonen die Gradlinigkeit. Besonders die Kastanienallee, die vom monumentalen Haupttor von der Albisriederstrasse zum Krematorium führt, ist Raum prägend. Sie wurde bereits 1915 mit dem eigentlichen Bau des Krematoriums angelegt. 2009 mussten die Bäume ersetzt werden.
Die Achse ist auch für den Urnenhain bestimmend. Er wurde zusammen mit dem Friedhof D I 1917 errichtet. Von drei Seiten umschliessen Urnennischenwände das Krematorium und lassen dadurch eine eindrückliche Raumwirkung entstehen. Urnengrabfelder führen entlang der Seitenflügel, Familiengräber liegen an der vorderen Stirnseite.
Die Weite des Urnenhains kommt trotz inzwischen einiger kapitaler Bäume immer noch zum Vorschein. Das Krematorium verschwindet beinahe hinter einer hohen Wand von Zypressen. Auf den Urnenfeldern wachsen Birken. Zum Eindruck von Leichtigkeit trägt vor allem die ruhige und subtil dekorative Bauweise der hellen Mauern bei.
Der Friedhof D wurde als Gesamtwerk geplant. Doch trotz ähnlicher Grundrisse ist ein Kontrast zwischen dem älteren und jüngeren Teil spürbar. Der Abschnitt DII wirkt eher wie ein weitläufiger Park. Die Weite wird mit einfachen Mitteln gegliedert, mit Alleen von Platanen und Linden sowie langen Thujahecken. In die heterogene Landschaft mit abwechslungsreichen Stimmungen fügt sich auch das Gemeinschaftsgrab ein. 2004 wird es erweitert.
Die Familiengräber liegen auch in Sihlfeld D II in den bevorzugten Bereichen. Sie begleiten lange Abschnitte an der Peripherie und den grossen Achsen.
Beherrscht wird der gesamte Friedhof Sihlfeld D vom Krematorium. 1992 fand hier die letzte Kremation statt. Heute wird es als Urnen- und Abdankungshalle genutzt. Weitere Hochbauten befinden sich in dem Dreieck, welches sich aus dem Mündungswinkel von Aemtlerstrasse und Albisriederstrasse ergibt. Neben dem Hauptportal sind hier die Abdankungskapelle, die Aufbahrungshalle sowie Nebengebäude der Friedhofsverwaltung platziert.
Sihlfeld E
Sihlfeld E ist der jüngste Friedhof im Sihlfeld-Verbund. Zu den beiden historischen Hauptarealen A und D bildet er das moderne Gegenstück. Dabei ist er nicht in sich geschlossen, sondern bezieht die angrenzenden Regionen immer wieder mit ein. Die Bepflanzung des Friedhofs hat dabei keinerlei religiösen Bezug, noch dient sie der Romantisierung. Sie ist vielmehr im gärtnerischen Sinne angelegt worden. Der Haupteingang erfolgt über die Goldbrunnenstrasse.
Auf dem Friedhof Sihlfeld E finden nur Erdbestattungen statt. Lediglich die Kindergräber, die einzigen im gesamten Sihlfeld, ergänzen das Angebot an Grabtypen. Familiengräber sind nicht vorhanden. Eine Sammlung von Mustergrabzeichen des Verbands schweizerischer Bildhauer und Steinmetzmeister trägt zu den abwechslungsreichen Strukturen des grosszügigen Gesamtfriedhofs bei.
Besonderes
Viele Zürcher Persönlichkeiten des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind auf dem Friedhof Sihlfeld bestattet. Dieser spiegelt damit auch das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben Zürichs wider. So ruhen im Sihlfeld beispielsweise Gottfried Keller, Johanna Spyri, August Bebel oder Marie und Albert Heim-Vögtlin. Eines der meistbesuchten Gräber ist dasjenige von Henri Dunant. Auch Prominente aus unseren Tagen liessen sich im Sihlfeld bestatten, so der Maler Richard Paul Lohse oder der Schriftsteller Hugo Loetscher. Diverse Publikationen berühmter Verstorbener sind im Friedhofsbüro erhältlich.
Auf dem gesamten Friedhof Sihlfeld sind zahlreiche Kunstobjekte verschiedener namhafter Künstler wie Franz Fischer, Silvio Mattioli oder Otto Kappeler aufgestellt.
Als eine weitere Besonderheit lassen sich unter Schutz gestellte Grabstätten mit ihren Grabmälern mieten.
Orientierungsplan Friedhof Sihlfeld
Der Orientierungsplan enthält Informationen über die Anordnung der Gräber, die Grabfeld- und Gräbernummern, die Infrastruktur des Friedhofs sowie die öffentlichen Verkehrsmittel und Parkplätze.