Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03269.jsonl.gz/1560

Heute ist es richtig „kühl“, nur 33°! Den Morgen nutzen wir, um uns den Ort und die Ruinen der Kupfermine, die von 1853 bis 1966 in Funktion war, anzuschauen.
Das ist alles so unwirklich und man kann sich schwer vorstellen, wie hier in den Minen und im Tagebau geschuftet wurde. Wir laufen auch zum „vergifteten See“, der mit einem Zaun gesichert ist.
Am Nachmittag ist wieder baden im Stausee (nicht im „giftigen“) angesagt.
Mina de São Domingos ist ein historischer Bergbauort, im Alentejo/Portugal.
Das Bergwerk befindet sich im Zentrum einer geologischen Schwefelkiesschicht, die den gesamten Süden der Iberischen Halbinsel durchzieht (Pyritgürtel der südiberischen Halbinsel).
Im Jahre 1858 begann die industrielle Ausbeutung der Lagerstätte durch die Firma Manson and Barry, die die Sabina Mining Company gründete, die das Bergwerk bis zur Schliessung im Jahre 1966 betrieb. Damit endete die Kupfergewinnung in diesem Gebiet. Es handelte sich hierbei um Tagebau mit bis zu 120 m Tiefe und Tiefbau, der eine Tiefe von bis zu 400 m erreichte. Mit der Schliessung des Bergwerks setzte der Niedergang des ehemals wohlhabende Bergbauorts São Domingos ein, grosse Teile der Bevölkerung wurden arbeitslos und verloren durch die Schliessung ihre Existenz, so wie auch in anderen oben genannten südportugiesischen Bergbauorten, deren Bergwerke in dieser Zeit geschlossen wurden.
Zum Transport des Erzes wurde eine Eisenbahnstrecke gebaut, die ausschlieslich im Güterverkehr durch die Bergbaugesellschaft betrieben wurde. Die Strecke hatte eine Gesamtlänge von ca. 17 km. Im Flusshafen von Pomarão, der Endstation der Bahnstrecke am Fluss Guadiana, entstand eine Verladestation. Die Strecke wurde ebenfalls im Jahre 1966 eingestellt.
Der kleine Ort Mina de São Domingos zählte damals 6000 Einwohner, alles Minenarbeiter und deren Familien. Heute leben hier gerade mal 600 Menschen. Die Reihenhäuschen stehen weitgehend leer oder werden von Lissabonner Familien als Feriendomizil genutzt.
Die Sabina Mining Company hatte das Bergwerk im Jahre 1966 verlassen, ohne für entsprechende Sanierung der bereits aufgetretenen Umweltschäden zu sorgen. Die Situation hat im Hinblick auf die Grundwasserverschmutzung seither beunruhigende Formen angenommen. Die aufgehäuften Halden des Bergwerkes werden auf mehrere 100.000 Tonnen geschätzt. Sie enthalten neben einem hohen Sulfidanteil auch Mauerreste und sonstige Bergbauabfälle. Ausblühungen von sekundären Sulfaten wie Melanterit und Jarosit sind heute an vielen Stellen offen sichtbar und belasten das Grundwasser. Die Tagebaurestlöcher sind mit Wasser gefüllt, das ebenfalls hohe Metallanteile – insbesondere Eisen und Kupfer – enthält, wobei der pH-Wert des Wassers mit 2,4 im stark sauren Bereich liegt. Bei stärkeren Regenfällen dringen die gelösten Sulfate in den naheliegenden Fluss Chança und von dort in den Guadiana. Dies hat auch einen entsprechenden Einfluss auf die Landschaft und Vegetation sowie auf die Wasserversorgung dieser Gegend.