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Prof. Dr. Dr. h.c. Max Lütolf †
Das Musikwissenschaftliche Institut trauert um Prof. Dr. Dr. h.c. Max Lütolf.
Max Lütolf wurde am 1. Dezember 1934 in Altishofen geboren. Er studierte in Fribourg und Basel, wo Leo Schrade sein prägender akademischer Lehrer gewesen ist. Im Jahre 1967 wurde er mit einer Studie zu den mehrstimmigen Ordinariumsvertonungen des 12. und 13. Jahrhunderts promoviert, diese Arbeit gilt nach wie vor als Standardwerk. Nach der Assistentenzeit bei Schrade wechselte er 1967 an die Universität Zürich, wo er sich 1976 mit einer Untersuchung zur mehrstimmigen Passionsvertonung in Italien habilitiert hat. 1977 wurde er als ausserordentlicher Professor an die Universität Zürich berufen, wo er ab 1988 als Ordinarius gelehrt und geforscht hat.
Seine breit ausgreifenden wissenschaftlichen Interessen galten der liturgischen Musik im weitesten Sinne, mit einem besonderen Schwerpunkt im Mittelalter. Immer wieder hat er sich dabei mit grossräumigen Editionsvorhaben befasst. So erstellte er das Register zur monumentalen Sammlung der Analecta hymnica, er edierte etliche mittelalterliche Handschriften, unter denen die bis heute Referenzcharakter besitzende Ausgabe des Graduale von S. Cecilia in Trastevere herausragt. Immer wieder hat er sich editorisch auch mit der Musik des römischen Barock befasst, so in seiner Ausgabe der opera I und III von Arcangelo Corelli. Das bedeutendste Vorhaben war und ist aber zweifellos seine monumentale, achtbändige Edition der Geistlichen Gesänge des deutschen Mittelalters, die kurz vor dem Abschluss steht und deren Vollendung er nun nicht mehr erleben kann. Er war für lange Jahre verantwortlicher Herausgeber der Werke Othmars Schoecks, zudem Koordinator des schweizerischen Orgelinventars.
Max Lütolf war nicht nur ein geschätzter Lehrer, er hatte zahlreiche wissenschaftliche Funktionen inne. Unter anderem war er für viele Jahre stellvertretender Vorsitzender des Instituts hymnologische und musikethnologische Studien in Köln. Für sein herausragendes Wirken wurde er mehrfach mit bedeutenden Ehrungen bedacht, so erhielt er 1973 die Dent Medal der Royal Musical Association, eine der renommiertesten Auszeichnungen im Fach Musikwissenschaft weltweit. Das päpstliche Institut für Kirchenmusik in Rom zeichnete Lütolf, der auch ordentliches Mitglied der Academia Europaea gewesen ist, 1986 mit der Ehrendoktorwürde aus.
Für Max Lütolf, den bekennenden Katholiken, schlossen sich ratio und affectus, Verstand und Musik, Wissenschaft und Spiritualität nicht aus. Dieser Haltung verdankte sich seine persönliche, von allen Kollegen und Mitarbeitern stets geschätzte Integrität. Max Lütolf ist nach langer, schwerer Krankheit am 23. 11. 2015, wenige Tage vor seinem 81. Geburtstag, in Uster verstorben. Das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Zürich wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Prof. Ludwig Finscher 85
Am 14. März feiert Prof. Dr. Dr.h.c. mult. Ludwig Finscher in seiner Wahlheimat Wolfenbüttel seinen 85. Geburtstag. Ludwig Finscher ist dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich seit vielen Jahren eng verbunden, er hielt zahlreiche Vorträge und Kolloquien hier. In nachdrücklicher Erinnerung ist sein Hauptvortrag anlässlich der IMS-Tagung 2007. Gemeinsam mit dem Institut verwirklichte er das Projekt "Die Triosonate - Catalogue raisonné der gedruckten Quellen", das er aus Mitteln des ihm 2006 zuerkannten Premio Balzan finanziert hat (die beiden Katalogbände befinden sich im Druck). Zudem wurde Ludwig Finscher mit der Ehrendoktorwürde der Universität Zürich ausgezeichnet. Das Institut gratuliert dem Jubilar sehr herzlich.
Ernennung Prof. Dr. Therese Bruggisser-Lanker
Prof. Dr. Therese Bruggisser-Lanker, Privatdozentin am Musikwissenschaftlichen Institut, ist vom Rektor der Universität Zürich zur Titularprofessorin ernannt worden.
Berufung Prof. Dr. Inga Mai Groote
Prof. Dr. Inga Mai Groote, Universität Fribourg, Lehrbeauftragte am Musikwissenschaftlichen Institut, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Musikwissenschaft an der Universität Heidelberg erhalten.
Tonhalle-Stipendien 2015/16
Für die Saison 2015/16 vergibt die Tonhalle-Gesellschaft abermals Stipendien an Studierende der Musikwissenschaft in Form von Gratis-Abonnements. Bewerbungen mit kurzem Lebenslauf bitte bis zum 1. Juni 2015 im Sekretariat abgeben.
Tagung: Eine Geographie der Triosonate: Neue Perspektiven, 21./22.5.2015 Fribourg
Am 21. und 22.5.2015 findet in Fribourg die Tagung "Eine Geographie der Triosonate: Neue Perspektiven" statt.