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Die 33 verbliebenen Insassen hätten die Gondeln heil und sicher verlassen können, teilte der Chef der Betreiberfirma, Mathieu Dechavanne, mit. Einige hätten aber Stress- und Angstsymptome gezeigt, sagte Florence Macian, Sprecherin der Präfektur des Départements Haute-Savoie, der Nachrichtenagentur dpa.
Ein älterer Mann erhielt wegen Unterkühlung medizinische Unterstützung. Zwei Personen wurden geschockt per Helikopter ins Spital der norditalienischen Stadt Aosta geflogen.
Insgesamt 110 Passagiere - hauptsächlich französische, italienische und amerikanische Staatsbürger - waren am Donnerstagnachmittag in der Seilbahn steckengeblieben. Ihre Gondeln, in die jeweils vier Fahrgäste passen, wurden angehalten, nachdem sich Kabel der Seilbahn verheddert hatten.
77 Passagiere konnten bereits am Donnerstagabend und in der Nacht in Sicherheit gebracht werden. Dabei kamen französische und italienische Helikopter zum Einsatz. In der Nacht musste diese Rettungsaktion aber wegen schwierigen Wetterbedingungen unterbrochen werden.
Fünf Retter verbrachten laut Département-Sprecherin Macian danach die Nachtstunden mit den Eingeschlossenen in den Kabinen. In dieser Höhe herrschten in der Nacht Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das Ausmass der Rettungsaktion sei aussergewöhnlich gewesen. Technikern gelang es laut Radiosender France Info schliesslich am Morgen, die verhedderten Kabel zu entflechten.
Einer der Geretteten berichtete im Radiosender France Bleu Pays vom Ablauf der Aktion. Das Abseilen mit dem Helikopter sei sehr schwierig gewesen: "Ich habe die Augen geschlossen, um an etwas anderes zu denken", sagte er. An Bord der Kabine hatte sich zuvor zunehmend Ungeduld breit gemacht. "Die letzte Stunde war sehr, sehr lang."
Auch ein zwölfjähriger Junge aus Italien hatte mit seinen Eltern die Nacht in einer der Gondeln verbringen müssen. Zunächst war von einem zehnjährigen Kind die Rede gewesen. Seine 18-jährige Schwester sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Es war schrecklich. Mein Bruder ist mit meinen Eltern da oben geblieben, er hatte nur ein Sweatshirt an."
Die Seilbahn verbindet L'Aiguile du Midi (3842 Meter) im französischen Mont-Blanc-Massiv mit dem 3462 Meter hohen Berg Pointe Helbronner (3462 Meter) in den italienischen Alpen. An einigen Stellen schwebt die 1957 errichtete Seilbahn 400 Meter über dem Abgrund.
Der Mont Blanc in Frankreich an der Grenze zu Italien ist mit 4810 Metern der höchste Berg der Alpen. Im Mai 2013 hatte es am Berg schon einmal eine Seilbahn-Panne gegeben. Damals holten Rettungskräfte etwa 250 Menschen per Helikopter von einer Zwischenstation. Kabinen mit Touristen wurden mit Hilfe von Notfallmotoren ins Tal gebracht.
(SDA)