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KAMERUN - Mit der Installation eines Wasserleitungsnetzes mit Trinkbrunnen soll der Alltag eines abgelegenen Dorfes von Grund auf geändert werden.
Stellen Sie sich vor, Sie müssten jeden Tag über einen Kilometer zu Fuss zurücklegen, um Wasser für Ihre Familie zu holen. Stellen Sie sich weiter vor, dass das unter so grossen Anstrengungen gewonnene Wasser Sie krank macht und daran hindert, sich um Ihre Kinder zu kümmern oder arbeiten zu gehen. Genau das ist der Alltag der Dorfbevölkerung von Chuaku.
Überwiegend wasserbezogene Krankheiten
Die Verantwortlichen des Gesundheitszentrums im Nachbardorf Anyajua informierten uns: „61 % der Konsultationen aus Chuaku stehen in Zusammenhang mit Krankheiten, die auf die schlechte Wasserqualität zurückzuführen sind. Am häufigsten sind Typhuserkrankungen, Durchfall und Dysenterie.“ In der Tat ist das Wasser stromaufwärts durch Viehexkremente, Chemikalien wie Waschmittel, aber auch menschliche Exkremente aus den Behausungen verunreinigt. Das Wasserschleppen ist in erster Linie Aufgabe der Frauen und Kinder. Die Mädchen müssen oft die Hänge hinaufklettern, um in den Hügeln Wasser besserer Qualität zu holen. Ohne ein Wasserleitungssystem können die Dorfbewohnrinnen allerdings nur Wasser aus dem das Dorf durchquerenden Fluss sowie aus einigen Bächen gewinnen.
Trinkwasser aus dem Hahn
Bei mehreren Treffen mit den Behörden haben die DorfbewohnerInnen ihre absolute Priorität darlegt: ein sicherer und dauerhafter Trinkwasserzugang. Eine lokale Finanzierung war allerdings nicht möglich. Daher hat Nouvelle Planète sich bereit erklärt, dieses Vorhaben zum unterstützen. Das Dorf Chuaku liegt am Fuss des Berges Ijim. Dementsprechend lässt sich die Wasserversorgung unter Nutzung der Schwerkraft realisieren. Das Wasser wird in einem Tank von 15 m3 aufgefangen und von dort über ein Rohrleitungsnetz von 4,3 km in das Dorf geleitet. Um den 4372 Einwohnerinnen und Einwohnern einen Trinkwasserzugang zu garantieren, werden 16 Trinkbrunnen gerecht auf die vier Weiler von Chuaku verteilt. Die Bevölkerung wird von Fachleuten über die Risiken der wasserbezogenen Krankheiten informiert und im richtigen Umgang mit der neuen Installation geschult. Die Fachleute werden dem Wasserausschuss auch erklären, wie er die Mittelverwaltung bzw. -beschaffung organisieren kann, um die langfristige Nutzung der Anlage sicherzustellen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf CHF 51 650.–. Die Dorfbevölkerung von Chuaku ist sich der Problematik bewusst und will alles daransetzen, um Abhilfe zu schaffen. Dieses Wasserversorgungssystem ist eine Lösung, die sie sich fast nicht zu erhoffen wagten. Als die Unterstützung bekanntgegeben wurde, tanzten die Frauen. Sie freuen sich darüber, dass sie künftig dank der deutlich kürzeren Strecken weniger Zeit für das Wasserholen aufwenden werden. Ausserdem wissen sie, dass die wasserbezogenen Krankheiten drastisch abnehmen dürften.
Die ganze Dorfbevölkerung dankt Ihnen von Herzen für Ihre Hilfe.
Roman Twerenbold
Übersetzt von Marina Bentele