Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03385.jsonl.gz/1715

Rex Airlines hat ehrgeizige Ziele und möchte nächster Flugbetreiber der Australian Antarctic Division (AAD) werden. In einer Medienmitteilung hatte das Unternehmen seine Absicht bekannt gegeben, sich für das australische Antarktisprogramm zu bewerben. Gemäss Medienberichten reagierte das Unternehmen auf ein Informationsersuchen (RFI) der AAD und wird sich auf eine im November erwartete Ausschreibung vorbereiten.
Das Ziel der AAD ist die Zusammenlegung ihrer Flugoperationen in die Antarktis unter einem einzigen Betreiber. Die Operationen beinhalten Passagierflüge von Australien nach Antarktika, die innerantarktischen Flüge selbst und Hubschrauberflüge. Dazu benötigt der zukünftige Betreiber also ein grosses Passagierflugzeug, vier skibestückte Turboprops und vier zweimotorige Hubschrauber, die vom australischen Eisbrecher RSV „Nuyina“ aus eingesetzt werden können. Ausserdem sollte der Betreiber in der Lage sein, eine „erhebliche Erweiterung“ der unbemannten Drohnenkapazitäten für den Betrieb in der Zeit von Oktober bis März bereitzustellen.
Craig Martin, der Antarktis-Projektleiter von Rex, sagte zu den Fähigkeiten des Unternehmens: „Die Komplexität und der Umfang dieses Programms erfordern einen Betreiber mit einem tiefgreifenden Verständnis der Luftfahrt auf verschiedenen Plattformen und einer nachweislichen Erfolgsbilanz bei der Durchführung von Sondermissionen.“ Er erklärte weiter: „Die Rex Group ist mit ihrer Erfahrung im Betrieb einer Flotte von 150 Flugzeugen ein unvergleichlicher australischer Anwärter für diese Aufgabe.“
Die Flotte des Unternehmens umfasst mehrere Boeing 737-800NG und Embraer E190, De Havilland Dash 8-400 Turboprop-Flugzeuge, Saab 340 Turboprop-Flugzeuge, Beechcraft King Air-Flugzeugen und den kürzlich eingeführten Schweizer Pilatus PC24-Jet und fliegt in allen australischen Bundesstaaten.
Derzeit betreibt die Australian Antarctic Division einen von Skytraders geleasten Airbus A319-115LR, der während des Südsommers zwischen Hobart und dem Wilkins Aerodrome in Antarktika pendelt. Dank der grossen Reichweite dieses Flugzeugtyps ist ein Flug in die Antarktis und zurück ohne Auftanken im Wilkins Aerodrome möglich, ein wichtiger Umweltaspekt in Antarktika. Der Strecke von Hobart nach Wilkins beträgt rund 3’500 km und dauert jeweils 4 Stunden und 30 Minuten, wobei das Flugzeug in der Regel 2 Stunden Aufenthalt in Antarktika hat.
Die Passagierzahlen hängen von den Anforderungen des australischen Antarktisprogramms ab. Das Flugzeug befördert normalerweise bis zu 38 Passagiere. Die flexible Konfiguration des Flugzeugs ermöglicht den Transport einer Kombination aus Passagieren und leichter Fracht mit hoher Priorität. Der Airbus A319 kann ausserdem für rasche medizinische Evakuierungen genutzt werden, was sich in der Vergangenheit mehrfach bewährt hatte. Pro Saison können bis zu 20 Flüge durchgeführt werden. Neben dem Passagierflugzeug wird auch ein Boeing C-17-Transporter der Royal Australian Air Force für dieselbe Strecke für Versorgungsflüge eingesetzt, mittlerweile auch während des Winters.
Innerhalb der Antarktis werden die Flugdienste zurzeit von der kanadischen Kenn Borek Air mit skibestückten Basler BT-67 und De Havilland Canada DHC-6 Twin Otter durchgeführt. Die Australian Antarctic Division setzt auch Hubschrauber des Typs Airbus AS350 B3 für verschiedene Aufgaben ein, darunter die Eisaufklärung, den Transport von Fracht von Schiff zu Land und die Unterstützung von Wissenschaftlern bei der Feldarbeit.
Heiner Kubny, PolarJournal