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Sachseln
(Kt. Obwalden).
487 m. Gem. und Pfarrdorf am rechten Ufer des
Sarnersees, 3 km s.
Sarnen. Station der
Brünigbahn (Luzern-Brienz). Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit
Flühli,
Ettisried,
Eiwil,
Diechtersmatt und
Sachslerberg: 287
Häuser, 1628 kathol.
Ew.; Dorf: 46
Häuser, 304 Ew.
Eigene Kirchgemeinde seit 1310. Kaplanei in
Flühli. Die Gemeinde zählt 56 Alpweiden, wovon 31 Gemeindeeigentum
sind.
Ackerbau ^[Berichtigung: Milchwirtschaft] und Viehzucht.
Fabrikation von Strohhüten. Gasthöfe und Fremdenindustrie. Wallfahrtsorte sind das
Grab von Niklaus
von der
Flüe und seine
Zelle
am ^[Berichtigung: im]
Ranft. Die Kirche wurde 1679 neu erbaut und rechtwinklig zur ehemaligen
Kirche orientiert; als 1741 durch Blitzschlag der Glockenstuhl abgebrannt und drei Glocken geschmolzen waren, versah man
den Kirchturm mit einer Kuppel. Der untere Teil des
Turmes ist im romanischen Stil gehalten. In dem marmornen
Hauptaltar werden seit 1732 die Gebeine von Niklaus von der
Flüe sorgfältig
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aufbewahrt. Die Kirche besitzt ferner einen von Kardinal Karl Borromäus 1570 benutzten silbernen Becher. Ueber der Sakristei
stellt ein Gemälde den Niklaus von der Flüe in Lebensgrösse dar; weitere Gemälde sind der Leidensweg Christi von Paul
Deschwanden und je zwei Bilder von Stockmann und von Wyrsch.
Sachseln zählt nicht weniger als 9 Kapellen,
so z. B. die sog. Alte Kapelle, die St. Katharinenkapelle und die Kapellen von Ettisried, Eiwil, Allggi, Klyster. Der Pfarrer
wird von der Gemeinde gewählt.
Waisenhaus. Mechanische Werkstätten,
mechanische Schreinerei. Alemannengräber im Niederdorf und im Hubel unterhalb des Dorfes.
Auf dem Bruggi zwischen Sarnen und
Sachseln stand schon 1450 der Galgen. Näher bei
Sachseln wohnte seit
dem 17. Jahrhundert der Scharfrichter, dessen Haus um 1870 vom Staat verkauft wurde.
Sachseln ist die Heimat von Niklaus von
der Flüe, der den Streitigkeiten der Eidgenossen auf der Tagsatzung von Stans 1481 ein Ende machte und dessen Söhne Hans und
Walter Landammänner waren.
Seinem Geschlecht gehörten ferner an Landammann Wolfgang von der Flüe, von dessen 6 als Offiziere in fremden Diensten stehenden
Söhnen zwei ebenfalls Landammänner wurden, und Landammann Peter Ignaz von der Flüe, später Pfarrer zu Alpnach. Ferner stammen
aus
Sachseln Landammann Niklaus Hermann
von Ah und der Pfarrer und bischöfliche Kommissär Jos. Ignaz
von Ah, der sich besonders als Volkserzieher ^[Berichtigung: Kanzelredner und populärer Schriftsteller] verdient gemacht
hat. 1173: Saxelen; 1275: Sahse; 1350: Sachsen, vom althochdeutschen sahs = Stein, Fels herzuleiten. Siehe Küchler, A. Geschichte
von
Sachseln. Stans 1901.