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Zweitmeinung
Was genau ist eine Zweitmeinung?
Mit dem Begriff “Zweitmeinung” meint man das Aufsuchen eines zweiten Arztes, um seine Meinung über eine anstehende Operation oder Behandlung zu erfahren.
Diese zweite Konsultation erfolgt nach einer ersten Empfehlung oder Veranlassung durch den behandelnden Arzt. Sie bezweckt eine erweiterte Sicht der Situation, um eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.
Warum eine Zweitmeinung verlangen?
Um sich in voller Kenntnis zu entscheiden
Wenn vom behandelnden Arzt eine Operation verordnet wird, fragt sich der Patient oft, ob diese notwendig ist oder ob es weniger schwere und riskante Alternativen dazu gibt. Eine Zweitmeinung erlaubt die Klärung der Situation und eine fundierte Entscheidung.
Auch wenn er eine Zweitmeinung einholt, behält der Patient seine Entscheidungsfreiheit: Er allein fällt den endgültigen Entschluss für oder gegen eine Operation. Dies ist auch der Fall, wenn der Arzt eine schwere Behandlung veranlassen will.
Um den Anstieg der Gesundheitskosten zu bremsen
Die Zweitmeinung erlaubt es manchmal, Alternativen zu finden, die weniger riskant und kostspielig sind als eine Operation. Bei bestimmten Krebskrankheiten kann eine Operation oder Radiotherapie beispielsweise durch eine aktive Überwachung ersetzt werden. Dadurch wird eine übermässige Spitalbehandlung vermieden.
Um seine Gesundheit zu bewahren
Spezialisten sind der Ansicht, dass 5 bis 15% der unerwünschten Folgen einer Behandlung auf Fehldiagnosen beruhen. Eine Zweitmeinung erlaubt daher, entweder die ursprüngliche Diagnose zu bestätigen oder eine eventuell unnötige Operation zu vermeiden.
Welche Interventionen können Anlass für eine Zweitmeinung sein?
Eine grosse Anzahl nicht dringender chirurgischer Eingriffe oder schwerer Behandlungen, namentlich:
- Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)
- Entfernung der Prostata
- Entfernung der Gallenblase
- Programmierter Kaiserschnitt
- Implantation von Prothesen
- Endoskopie der Gelenke
- Rekonstruktion der Knie- und Sprunggelenkbänder
- Operation der lumbalen Bandscheiben
- Mandeloperation
- Kataraktoperation
- Hornhauttransplantation
- Operation von Krampfadern
- Zahn- und Kieferbehandlungen bei Kindern
usw.
Wer bezahlt die medizinische Zweitmeinung?
Die meisten Krankenversicherer übernehmen die Zweitmeinung, wenn es sich um Leistungen handelt, die von der Grundversicherung gedeckt sind. Es ist jedoch ratsam, sich bei seiner Krankenkasse zu erkundigen, bevor man einen Arzt für eine Zweitmeinung aufsucht. Wenn die Krankenkasse die Kostenübernahme akzeptiert, verbleiben Franchise und Selbstbehalt zu Lasten des Patienten.
Einige Krankenkassen übernehmen die gesamten Kosten, wenn der Patient sich an einen vom Versicherer anerkannten Arzt oder an den medizinischen Berater der Versicherung wendet.