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Bereits der Titel «Bananelität» (1981) zeugt von Erfindungsgabe und Humor, es ist kein Schreibfehler. Eine gelbe Bananenform spannt einen Bogen im rechten und linken Bildteil und wirkt ein wenig wie ein bunter Regenbogen. Dient er als Mittler bzw. Brücke zwischen Götter- und Menschenwelt, wie es die Symbolik nahelegt? Oder ist es viel banaler? Jakob Jenzer malte das Bild bei einem längeren Aufenthalt in London. Nach seiner Arbeit als Lithograf in Langenthal genoss er die Aufbruchstimmung und nahm viele Ideen der Grossstadt auf, wie beispielsweise die Pop Art. Seine Eindrücke fliessen in das Gemälde ein: Drei Männer bewegen sich von links nach rechts, doch der Schwung wird am Rand ausgebremst. Es sind immer die gleichen Männer, mit Schablone auf das Bild aufgebracht. Die drei ernsten Herren fand Jenzer in einer Tageszeitung zu einem Bericht über eine Parade in der Sowjetunion. Leonid Breschnew war damals seit vier Jahren Staatsoberhaupt und bereits 17 Jahre Chef der Kommunistischen Partei. Konstantin Tschernenko hatte im Politbüro eine hohe Stellung und vertrat Breschnew während häufiger Krankheitszeiten. Und Andrei Gromyko war dann seit 24 Jahren Aussenminister. Jenzers beliebte Strategie, durch Auslandsaufenthalte seinen Blick zu weiten und sich für Neues zu öffnen, findet in diesem zentralen Werk seinen Niederschlag.
Sara Smidt
Der Titel ist eine Wort-Erfindung:
Banane-lität.
Darin stecken 2 Wörter:
Banane und banal.
Banal bedeutet
nichts Besonderes oder all-täglich.
All-täglich wie die Banane.
Sie bildet auf dem Bild einen Bogen.
Doch das Motiv auf dem Bild ist gar nicht banal.
Der Thuner Künstler lebt damals in London,
In einer Zeitung liest er über die Sowjet-Union*.
Und zwar über 3 wichtige Männer in der Politik.
Sie marschieren in einer Parade.
Bei einer Parade laufen alle im Gleich-Schritt.
Auf dem Bild laufen 3 Männer im Gleich-Schritt.
Es sind immer wieder die gleichen.
Eine Parade zeigt Macht.
Macht der Politik.
Also gar nicht banal.
*Sowjet-Union
Die Sowjet-Union war ein Staat.
Sie gibt es nicht mehr.
Es gehörten viele Länder dazu.
Zum Beispiel Russland.
1991 löste sich die Sowjet-Union auf.
Nun sind es wieder viele Staaten
statt ein riesiger Staat.