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Das Wort “Empowerment” kann auf verschiedene Arten übersetzt werden. Wenn ich das Wort auf Deutsch übersetzen müsste, würde ich “Selbstwirksamkeit” verwenden. Im Deutschen Wort Selbstwirksamkeit sind die Wörter “selber” und “wirksam” enthalten. Empowerment bedeutet grob gesagt, die Fähigkeit im Alltag und im Leben selber wirksam zu sein.
Was hat Empowerment mit modernem Hundetraining zu tun? “Modernes” Hundetraining selber stellt Empowerment dar. Wie wir und wieso wir Hunde trainieren unterliegt den Grundprinzipien von Selbstwirksamkeit. Dies können wir anhand von Alltagsbeispielen aufzählen.
Geschirr anziehen Dein Hund fand zu Beginn das Geschirr anziehen gruselig. Dein Hund hat vielleicht gelernt stillzuhalten, aber fand diese Situation noch nicht so angenehm. Durch Empowerment/Selbstwirksamkeit lernt dein Hund, dass du auf ihn Rücksicht nimmst. Zum Beispiel anhand seiner Körpersprache erkennst du, wie lange die Situation für deinen Hund angenehm ist. Zeige deinem Hund das Geschirr. Schaut dein Hund weg, wendet er seinen Blick ab oder blinzelt er? Das ist alles Kommunikation und wenn du diese nicht wahrnimmst und deinem Hund einfach das Geschirr überstülpst, dann entziehst du deinem Hund Selbstwirksamkeit. Er lernt vielleicht die Situation auszuhalten, wird aber kein Gefühl von Selbstwirksamkeit erleben. Du kannst dies ganz leicht ändern, indem du auf die Kommunikation deines Hundes eingehst. So präsentierst du das Geschirr beispielsweise, dein Hund schaut leicht weg, du wartest ab, bis dein Hund einen Schritt auf dich zugeht, dann versuchst du nochmal das Geschirr näher zum Hundekopf zu bringen. So entsteht ein DIALOG, du lernst auf die Sprache deines Hundes Rücksicht zu nehmen und dein Hund lernt, dass du als Mensch seine Hundesprache wahrnimmst und darauf eingehst. Es gibt unzählige Anleitungen, wie du das Geschirr anziehen deinem Hund schmackhaft machst, dies hier stellt keine schrittweise Anleitung dar, soll jedoch aufzeigen, dass es ganz leicht ist, unseren Hunden im Alltag ein Gefühl von Selbstwirksamkeit vermitteln zu können.
SITZ Ein ganz banales, aber nicht zu unterschätzendes Beispiel für Selbstwirksamkeit ist ein positiv aufgebautes Sitz. Kannst du dich noch an die Baby-Steps erinnern? Du hältst ein Leckerlie in der Hand und dein Hund kommt nicht einfach so ans Leckerli. Er versucht durch Problemlösungsstrategien ans Leckerlie zu kommen und bietet ein Sitz an. TADA- dein Hund lernt über sein Verhalten die Situation zu beeinflussen und dies vermittelt ihm wiederum ein Gefühl von Selbstwirksamkeit.
Im modernen Hundetraining nützen wir dieses tolle Gefühl von Selbstwirksamkeit dafür aus, dem Hund beizubringen welche Verhalten wir im 21. Jahrhundert vom Hund für ein reibungsloses Zusammenleben fördern möchten.
Kooperationssignal im Medical Training Gerade im Medical Training setzen wir auch auf Empowerment. Dein Hund lernt, dass er beim Medical Training ein Mitspracherecht kriegt. So wird ein Kooperationssignal aufgebaut. Zum Beispiel steht ein Hund mit den Vorderpfoten auf ein Podest und er wird nur dann gebürstet, wenn er auf ruhig und gelassen auf dem Podest bleibt. Sobald dein Hund vom Podest runtergeht, signalisiert er, dass es ihm noch zu viel ist und so wird ihm wiederum ein Gefühl von Empowerment vermittelt.
Negativ-Beispiel Stress Der liebe Stress, stets in aller Munde. Oft wird er in positiven und negativen Stress unterteilt und ist auch als Eustress oder Distress bekannt. Was damit eigentlich gemeint ist, kann wiederum anhand von Selbstwirksamkeit sehr einfach und verständlich erläutert werden. So behält ein Lebewesen während einem angenehmen und positiven Stress die Selbstwirksamkeit und die Kontrolle über die Situation. Fehlt die Selbstwirksamkeit, verliert man die Kontrolle und hat keine Strategien der Situation zu entkommen, so entwickelt sich ein negativer Stress. Dieser negative Stress ist längerfristig gesundheitsschädlich und kann zu körperlichen Symptomen führen.
Was ist mit Maslow? Wer die Maslowsche Bedürfnispyramide kennt, weiss, dass sich auf der obersten Stufe die Selbstverwirklichung befindet. Selbstwirksamkeit gehört für mich aber nicht in diese Kategorie. Selbstwirksamkeit stellt ein Gefühl dar, welches der Hund bei der Deckung seiner Bedürfnisse auf allen Stufen der Maslowschen Bedürfnispyramide wahrnehmen soll.
Empowerment als Grundrecht Selbstwirksamkeit stellt für mich einen sehr wichtigen Teil in einem erfüllten Menschen- und auch Hundeleben dar. Gemeinsam selbstwirksam unterwegs zu sein, macht deinem Hund und dir Spass. Inspiriere doch auch andere Mensch-Hund-Teams selbstwirksam unterwegs zu sein.
Hier einmal eine kurze Anleitung, dass ihr Hunde uns Menschen besser verstehen könnt und wie ihr uns weiterhin unterstützen könnt.
Als erstes vorab, wir Menschen verstehen uns selber auch nicht wirklich. Wir sind genauso teilweise vorprogrammierte Wesen, wie ihr Hunde auch. Auch wir Menschen tragen einen Rucksack, aus unserer Genetik, unserer Umwelt und den Lernerfahrungen die wir darin gemacht haben, mit uns. Und neben dem Rucksack tragen die Menschen weiter oben auch noch etwas. Unser Kopf mit dem Gehirn. Langsam kommen wir dem Mysterium Mensch etwas näher. Im Gegensatz zu euch Hunden, sind wir interessanterweise eher kopflastige Tiere. Wir Menschen versuchen ständig etwas zu verstehen, zu interpretieren oder zu planen- egal ob dies bereits geschehen ist oder noch in ferner Zukunft liegt. Macht euch aber keine Sorgen um uns. Es wird immer mehr Menschen geben, die sich an euch Hunden orientieren werden. Wohl werden wir kaum beginnen eure Zeitungen zu lesen und unsere eigene Notiz mit Urinmarken am nächsten Grasbüschel zu hinterlassen. Es gibt aber sehr wohl einige Fähigkeiten für uns Menschen, die wir Menschen uns von Hunden abschauen können
3 Doggy-Skills für uns Menschen:
Liebe bedingungslos und zeige deine Freude Danke allen Hunden, dass ihr uns Menschen so bedingungslos liebt. Wir können Stunden weggehen (wenn ihr das alleine zuhause bleiben kennt) und trotzdem werden wir Menschen beim Heimkommen voller Freude schwanzwedelnd begrüsst. Da können wir noch so speziell gelaunt sein, unsere Hunde bringen die menschliche Stimmung stets wieder in den grünen Bereich. Wir Menschen sollten uns davon eine riesige Scheibe abschneiden. Zeigen wir unsere Freude gegenüber unseren Freunden und Tieren genug? Wir Menschen mögen etwas, der Hund zeigt, dass er etwas mag.
Freue dich an den kleinen Dingen Hunde sind so toll darin, ganz viel Freude an ganz kleinen Dingen zu haben. Danke Hunde, dass ihr euch im Dreck wälzt, Runden dreht, Vollgas gebt und einfach Hunde seid. Stundenlang könnt ihr nichts anderes tun, als in der Sonne liegen, Hunde-Yoga auf euren Schlafplätzen machen, Kontaktliegen und viel viel mehr. Die Doggy-To-Be-Happy-List ist unendlich. Mach es wie ein Hund und freu dich an den kleinen Dingen.
Im Moment leben Ihr Hunde habt es verstanden. Ihr lebt mehrheitlich im Hier und Jetzt. Genau deswegen lieben wir euch so. Zeigt uns Menschen bitte weiterhin, wie toll ihr das macht. Wir Menschen können euch uns nur als Vorbild nehmen und uns zum Ziel zu setzen, vor jedem Spaziergang und jeder Aktivität mit dem Hund unseren Kopf so gut wie möglich aufs HIER zu fokussieren. Wie? Frage deinen Hund und orientier dich an ihm. Dein Hund wird dir genügend Möglichkeiten geben, dich voll aufs Hier und Jetzt zu konzentrieren.
In diesem Sinne ein ganz grosses DANKE an alle Hunde für ihre PAWFECTION
Plastikboxen eignen sich optimal um darin alles Nötige zu verstauen. Die Boxen mit Deckel können nachts auch ausserhalb des Zeltes gelagert werden und schaffen somit genügend Platz im Zelt oder Auto.
Packliste (es gilt die Devise, so wenig wie möglich und so viel wie nötig):
-funktionierender Campingkocher
-Pfanne
-Teller und Besteck
-Salz und Zucker
-Öl
-Spülmittel/Zitronenstein, Chromstahlwolle, Schwamm
-Geschirrtuch
-Kaffeepulver
-Feuerzeuge
-Korkenzieher
-Proviant
-Wasserkanister mit genügend Wasser (im Ausland bei chloriertem Wasser, vor Ort Pet-Flaschen kaufen)
-Zelt
-Zeltmatte oder Luftmatratze
-Schlafsack
-evtl. Klapptisch und Campingstühle
für die Hunde:
-evtl. Hundebox
-Bodenschraube
-Decken
-Tücher
Nimm dir genügend Zeit beim Packen. Wir haben die Hunde im Kofferraum transportiert und Material und Gepäck auf der Rückbank verstaut. Das Material auf der Rückbank haben wir sicherheitshalber mit einer Plane befestigt. Wer einen Dachträger hat, kann später mit der Plane ein Vorzelt spannen.
Auch ein Zelt kann sehr gemütlich eingerichtet werden. Sowohl im Auto und im Zelt kann es nachts frisch und kühl werden. Daher lohnt sich ein guter Schlafsack und vielleicht auch eine warme Kuscheldecke für die Hunde.
Wer ein grosses Auto hat, kann sich natürlich auch überlegen dieses als Schlafplatz einzurichten. Für SUV’s gibt es spezielle Luftmatratzen, die bei umgeklappter Rückbank für ein komfortables Schlaferlebnis sorgen. Achtung: Die Luftmatratzen sind ziemlich stabil, trotzdem lohnt es sich eine dicke Decke als Krallenschutz zu verwenden um mögliche Löcher vermeiden zu können.
Destination: Je nach Jahreszeit und Saison ist zu überlegen, welche Destination man auswählt. Wir waren in der ersten Septemberwoche in Südfrankreich auf dem Camping de L’Espiguette. Es hatte nicht zu viele andere Camper und der Weg zum Strand ist nur kurz. Wir hatten auch das Glück, dass jeweils am Strand nur wenige Menschen und kaum andere Hunde waren.
Was für ein harmonischer Spaziergang.
Ich war fasziniert wie Lea im Wasser stand und einfach geniessen konnte.
Heute wollte ich ganz bewusst mit meinen Hunden spazieren gehen.
Wir entschieden gemeinsam, welche Wege wir wählten.
Ich liess die zwei viel Schnüffeln und sobald sie etwas zum Beobachten entdeckten, kniete ich mich neben sie und habe mitgeschaut, was sie wohl sehen mögen. Wirklich miteinander und nicht gegeneinander.
Es ist manchmal schwer nachzuvollziehen, aber die langen Leinen haben tatsächlich enorm viel Freiheit gegeben. So können sich die Hunde im Radius frei bewegen und müssen nicht ständig unterbrochen werden. Was nützt es einem jagenden Hund frei zu sein, wenn er ständig kontrolliert werden muss und sich nicht in seinem Element entfalten kann.
Meine zwei waren sowas von zufrieden nach diesem Spaziergang. Wir gingen nicht weit, aber voller Achtsamkeit und Verbundenheit.
Lass dich nicht in eine Struktur drängen oder vergleiche dich damit, was andere Hundehaltende mit ihren Hunden erreichen. Jeder hat eine andere Vorgeschichte, gerade Hunde mit grösseren Rücksäcken lernen im Vergleich zu anderen Hunden vielleicht etwas langsamer. Aber lass dich nicht unterkriegen, akzeptiere es und sei dankbar dafür.
Lass dich darauf ein, dass dein Hund dir den Weg zeigen darf. So schafft ihr gemeinsam Verbundenheit und eine schöne Mensch-Hund-Beziehung.
Lass das Wasser fliessen, finde zurück zu deinem Fluss.
In diesem Text erfährst du was unterbewusst bei dir passieren kann, wenn du TV-Hundetraining schaust. Denn rein das Beobachten von Gewalt kann deine eigene Hemmschwelle selber Gewalt anzuwenden senken. Eventuell kannst du die Zeit mit deinem Hund sogar weniger geniessen, weil das Schauen von TV-Hundetraining zu Frust bei dir führt.
Doch mehr dazu in folgendem Text:
Lernen durch Beobachtung, Bandura
Wer die Versuche von Bandura (Bandura, 1965) kennt, weiss welchen Effekt alleine die Beobachtung aggressiven Verhaltens haben kann. Bandura zeigte 4-5 jährigen Kindern einen Fernsehfilm, in welchem eine erwachsene Person eine lebensgrosse Plastikpuppe mit dem Fuss kickte, auf die Nase boxte oder mit einem Hammer auf den Kopf haute, ausserdem wurden diese körperlichen Akte von verbaler Aggression (Beschimpfungen) begleitet.
Hier ein Video zu Bandura’s Versuchen:
Nach dieser ersten Beobachtung gab es drei verschiedene Gruppen.
-Die 1. Gruppe beobachtete, wie ein zweiter Erwachsener erscheint, welcher den ersten lobt und mit Süssigkeiten und Getränken belohnt.
-Die zweite Gruppe beobachtete einen zweiten Erwachsenen, welche den ersten Erwachsenen tadelt und ihn mit Handgreiflichkeiten bestraft.
-Bei der dritten Gruppe erschien kein zweiter Erwachsener.
Anschliessend kommen die Kinder allein in ein Spielzimmer, in dem Gegenstände aus dem Film auch die Puppe sind. Die Kinder werden gefragt, was die Person im Film mit der Puppe gemacht habe.
Resultate
Kinder aus allen drei Gruppen zeigten aggressive Verhaltensweise gegenüber der Puppe und ahmten zum Teil exakt beobachtetes Verhalten nach.
Die Gruppe, welche stellvertretendes Bestrafen beobachteten zeigten weniger aggressives Verhalten als die anderen Gruppen.
Sobald aber ein zusätzlicher Anreiz geboten wurde, zeigten alle Gruppen gleich viel aggressives Verhalten.
WICHTIG:
Alle Gruppen haben das beobachtete Verhalten durch Beobachtung gelernt. Ob und wie schnell sie es selber zeigen, hängt von den Konsequenzen ab, die das Modell (der Erwachsene, der die Puppe attackierte) stellvertretend erhalten hat.
Dies bedeutet, Verhalten wird durch Beobachtung gelernt! Die Spiegelneuronen werden beim Beobachten aktiviert und rein durch die Beobachtung sinkt die eigene Hemmschwelle, selber Gewalt anzuwenden! Gerade in Situationen in denen wir Wut oder Frust empfinden, neigen wir Menschen dann eher dazu selber aggressive Verhaltensweisen anzuwenden, als wenn wir zuvor selber nie Gewalt beobachtet haben.
Wenn wir Gewalt im Fernsehen beobachten, findet ausserdem eine Emotionale Desensibilisierung (Krahe, et al., 2011) statt. Dies hat zur Folge, dass wir Gewalt von Zeit zu Zeit als weniger schlimm empfinden. So könnte dies bewirken, dass wir “geringe” Formen von Gewalt selber anwenden, weil dies im Vergleich zu Techniken, die im Fernsehen beobachtet wurden, immer noch harmlos scheint.
Des Weiteren wird durch TV-Hundetraining einfach ein falsches Bild erzeugt. Der Zuschauende hält etwas für real, was gar nicht wahr ist. Man muss sich überlegen, dass nicht alles mit der Kamera festgehalten wird und am Schluss das Ganze noch irgendwie zurechtgeschnitten wird. Der Ablauf ist immer der gleiche. Zuerst wird der Hund reizüberflutet, bis er endlich reagiert. Dann kommt der TV-Trainer, der das gezeigte Verhalten mit viel Druck unterbindet, bis der Hund sich nicht mehr getraut, das Verhalten zu zeigen. Es geht in diesem Moment rein um die Show, die Zuschauenden sollen Action sehen und einen Helden, der allen weiterhilft. Hier geht es nicht um das Wohl des Tieres, sondern um die Unterhaltung der Zuschauenden. Stellt euch vor, wie langweilig eine Show ohne gestresste und durchdrehende Hunde wäre.
Aber um auf die Gefahren des Zuschauenden zurückzukommen, möchte ich den Urteilsfehler “dies würde ich nie machen” beleuchten. Dazu eine kleine Aufgabe: Beobachte dich für eine gewisse Zeit täglich, ob du nicht vielleicht zwischendurch wütend wirst und wie du dann reagierst. Wut ist eine ganz normale Reaktion und du darfst und sollst die Emotion auf jeden Fall zulassen. Jedoch sollst du die Emotion nicht am Hund auslassen. Ich selber habe auch bemerkt, dass ich ab und zu dieses “TSCH” schon verwendet habe. Durch Selbstreflexion habe ich das “TSCH” aber jeweils in ein “Schau mal” oder “Lass das” umgewandelt. Dadurch verstehen mich meine Hunde wieder besser und sie wissen genau, was ich in diesem Moment von ihnen will.
Ausserdem kann das Schauen von TV-Hundetraining beim Zuschauenden zu Frust führen. Schliesslich scheint es ja wirklich so, als ob das Problem mit dem Hund gelöst sei. Wir wissen jedoch, dass das hinter der Kamera aber nicht so sein wird. Nichts desto trotz wollen wir uns nicht ohnmächtig fühlen, weil wir nicht die selben Fortschritte wie ein TV-Trainer machen (hierbei spielt die Methode des Trainers keine Rolle, soziale Vergleiche finden unterbewusst immer statt).
Also hilft es dir am Besten weniger oder sogar kein TV-Hundetraining zu schauen und dich viel mehr auf die Zeit mit deinem Hund zu fokussieren und diese zu geniessen. Positives Training macht nämlich nicht nur deinem Hund, sondern auch dir mehr Freude!
Dieser Artikel erscheint im Rahmen der Blogparade 2018 zur Aktion “Tausche TV-Trainer-Ticket gegen Training” der Initiative für gewaltfreies Hundetraining. Seit 2014 tauschen mehr als 150 TrainerInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gebrauchte TV-Trainer-Tickets für ein halbes Jahr nach der Veranstaltung gegen eine Gratis-Trainingsstunde.
Nach dem Lesen des Textes kennst du den Begriff Herzkohärenz, weisst mehr über Stressregulation und kannst hoffentlich auch selber besser deinen Stress regulieren
Unser Herz schlägt und hat dabei jeweils nicht immer die gleiche Frequenz. So hat ein gesunder Mensch einen Ruhepuls zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute.
Falls sich dein Herz nicht an die Situation anpassen würde, wäre dies fatal. In einer stressigen Situation wird dein Herz nämlich schneller pumpen, um dein Überleben zu gewähren. (Bei sehr alten Menschen, passt sich die Herzfrequenz nur noch schlecht an.)
Und da sich die Frequenz, in der dein Herz schlägt, anpasst, entsteht eine so genannte HerzRatenVariabilität (abgekürzt oft HRV). Die Herzratenvariabilität ist die Grundlage für die Herzkohärenz. Solange dein Herz in einem ungefähr gleichmässigen und harmonischen Abstand schlägt, empfindest du wenig bis gar keinen Stress. Alles ist gut. Falls nun aber irgendwo eine Gefahr droht, wird dein Herz schneller schlagen, dein Puls steigt und die Herzratenvariabilität wird zu einem unharmonischen Herzrhythmus führen.
Was bedeutet ein harmonischer oder unharmonischer Herzrhythmus?
Das Herz sendet dem Hirn andauernd Informationen und auch umgekehrt, schickt das Gehirn dem Herz Informationen. Solange du in einem harmonischen Herzrhythmus bist und dein Puls nicht allzu hoch ist, sendet dein Herz dem Gehirn die Information, dass alles in Ordnung ist. Wenn dein Herzrhythmus aber unharmonisch wird, sendet das Herz dem Gehirn die Information, dass es ums Überleben geht und nun keine Zeit ist, miteinander zu kommunizieren.
Parasympathikus und Sympathikus
Nun kommt das Spannende an der ganzen Sache!
In unserem Körper gibt es zwei Stress-Achsen (Sapolsky, 2004). Der Sympathikus wirkt erregend und hilft während anspruchsvollen Situationen ausreichend Energie in den wichtigsten Organen zur Verfügung zu stellen. Zum Beispiel steigen Puls und Blutdruck, ausserdem erhöht sich die Atemfrequenz. Wenn der Sympathikus aktiviert ist, wird Verdauung und Lust auf Fortpflanzung unterdrückt. Im Gegensatz dazu wird bei Entspannung der Parasympathikus aktiviert. Dieser verlangsamt die Herzfrequenz, führt zu vermehrter Darmbewegung und Sekretion von Verdauungssäften. Sympathikus und Parasympathikus sind Gegenspieler, welche in einem ständigen gegenseitigen Wechselspiel sind, um unseren Körper in einem optimalen körperlichen Gleichgewicht, der sogenannten Homöostase zu halten.
Wir haben zum Glück die Möglichkeit den Sympathikus und Parasympathikus teilweise selber zu regulieren. Diese Selbstregulation gelingt wahrscheinlich am einfachsten über das Regulieren des Atems oder auch über einen Hearthug.
Hearthug
Herz und Hirn in Harmonie
Herzkohärenz bedeutet einfach gesagt, dass Herz und Hirn in Harmonie miteinander kommunizieren können. Schliesslich kommen einem im Überlebensmodus wahrscheinlich nur wenig kreative Ideen in den Sinn. Unter Stress fällt es viel schwerer Entscheidungen zu treffen. Doch über Herzkohärenzübungen gelingt es, sich wieder selber zu regulieren. Ein kohärenter Rhythmus hängt mit einem allgemeinem Wohlbefinden, einer Verbesserung in kognitiven, sozialen und physischenLeistungen zusammen. (McCraty, Shaffer, Seite 56, Januar 2015, Heart Rate Variabiliy: New Perspectives on Physiological Mechanisms, Assessment of Self-Regulatory Capacity, and Health Risk)
Das Herz und sein elektromagnetisches Feld
Wenn man durch ein Elektrocardiogram das elektrische Feld des Herzen misst und dies mit dem elektrischen Feld des Gehirns vergleicht, weist das Herz ein viel stärkeres elektrisches Feld als das Gehirn vor. Dieses elektrische Feld ist nicht nur messbar, sondern führt auch dazu, dass Emotionen von uns Menschen auf unsere Hunde übertragen werden. Unsere Tiere nehmen diese Informationen ungefiltert auf. So kannst du deinem Hund nur durch Worte nicht vortäuschen, dass du deinen Hund führst oder ihm Sicherheit gibst. Du musst selber bei dir und in Herzkohärenz sein, so dass dein Hund dich als Vorbild wahrnimmt und sich gerne von dir führen lässt.
Hast du dir schon jemals Gedanken gemacht, welchen Einfluss deine Glaubenssätze und deine Gewohnheiten auf deinen Hund haben?
Anforderungen an deinen Hund
Versetze dich als erstes in die Situation zurück, bevor du deinen Hund adoptiert hast.
Überlege dir: -Wieso wollte ich einen Hund? -Was wollte ich mit meinen Hund gemeinsam erreichen? -Aus welchem Grund habe ich mich für diese Rasse oder einen Mischling entschieden? -Warum habe ich mich genau in meinen Hund verliebt?
Glaubenssätze
Habe ich gewisse Glaubenssätze, was ich von einem, beziehungsweise MEINEM Hund in gewissen Situationen erwarte? Muss ein Hund alle Kinder und alle Menschen mögen? Wenn ja, wie sieht dies aus? Hätte ich gerne, dass sich mein Hund von allen wildfremden Menschen stressfrei anfassen lässt? Besteht die Erwartung an einen Hund, dass er sich mit jedem anderen Hund verstehen muss? Welche Leistung wünschst du dir von einem Hund zum Beispiel im Hundesport? Sobald du merkst, dass du gewisse vorgefertigte Glaubenssätze hast, wie EIN Hund sich in verschiedensten Situationen verhalten müsste, kannst du beginnen diese zu überdenken. Dann kannst du dir mehrere Fragen stellen. Z.B. “Wie fühlt sich MEIN Hund in Situation X?”,
“Macht mein Hund überhaupt gerne Agility oder will ich, dass ihm Agility Freude macht?” “Fühlt sich mein Hund um andere Hunde sicher oder ist er vielleicht unsicher, wie er sich um andere Hunde verhalten soll?”
Es ist wichtig, dass du dich ab und zu in deinen Hund hineinversetzt und überlegst, wie genau sich dein in einer spezifischen Situation fühlt.
Sehr oft haben wir Menschen einen Anspruch an einen Hund, also einen starken Glaubenssatz, dass ein Hund zum Beispiel eben nun fremde Menschen mögen sollte. Doch nicht jeder Hund mag alle Menschen. Was sollte die Motivation eines Hundes sein jeden Unbekannten zu mögen? Von Natur aus ist ein bisschen Respekt vor neuen Situationen durchaus sinnvoll. Das bedeutet für uns Menschen, dass wir nicht einfach einen Anspruch an unseren Hund haben können, ohne dem Hund die Situation auch irgendwie schmackhaft zu machen. Viele fremde Menschen nähern sich einem Hund viel zu schnell an und wollen ihm am liebsten noch auf den Kopf tätscheln oder gar umarmen. (Eine Umarmung ist etwas, was Primaten gerne unter sich machen. Dies soll auch so bleiben, denn für die meisten Hunde sind Umarmungen etwas sehr unhöfliches. So kann es bei einem unschönen Spiel dazu kommen, dass ein Hund eine Pfote oder ein Bein über einen anderen Hund legt. Dies ist aber sehr unhöflich und hat nichts mit einer menschlichen Umarmung zu tun hat.)
Das bedeutet, dass Menschen lernen müssen, sich auf eine respektvolle Art dem Hund zu nähern. Also liegt es nun an dem Herrchen oder Frauchen eine Person anzuleiten, wie diese den Hund berühren soll oder eben vielleicht auch nicht. Es wäre dem Hund gegenüber nicht fair, meinen eigenen Glaubenssatz durchzwängen zu wollen ohne auf das Befinden des Hundes einzugehen. Schliesslich willst du, dass dein Hund wirklich das Gefühl hat, dass du als Mensch ihn verstehst. So, dass dein Hund auch in neuen und schwierigen Situationen weiterhin bei dir Schutz sucht. Alles beginnt wirklich bei diesen kleinen Sachen! Überlege dir auch, ob du selber deinen Hund immer auf eine respektvolle und freundliche Art berührst. Wie ziehst du im Geschirr und Leine an? Muss dein Hund einfach stillhalten oder hast du deinem Hund beigebracht, dass es sich lohnt, hinzuhalten um danach vielleicht ein Leckerlie zu bekommen.
Immer wieder empfehle ich den Menschen die sich über ihren Hund ärgern zu denken, “Das ist ein Hund und nicht das ist MEIN Hund, der sich so verhält”
Dieser Wechsel in deinem Denken kann dir helfen, dass du dich nicht über deinen Hund aufregst, weil sich dein Hund eben zu benehmen habe. Du kannst dadurch merken, dass EIN Hund in solch einer Situation unruhig werden kann. Hoffentlich realisierst du, dass dein Hund vielleicht gar nicht weiss, was er anstelle dessen tun kann und kannst deinem Hund zeigen, was er in dieser Situation machen kann. Oft verschwenden Menschen unnötige Zeit damit, sich über Hunde aufzuregen, anstatt dem Hund möglichst schnell Hilfestellung geben zu können, wie er eine herausfordernde Situation besser bewältigen kann.
Wie reagiere ich selber in schwierigen Situationen
Genau so wichtig ist es auch zu bedenken, dass auch im menschlichen Körper viele Vorgänge stattfinden. Da kommt plötzlich ein fremder Hund um die Ecke. Was denke ich dabei? Verändert sich etwas an meiner Körperhaltung? Nehme ich die Leine fester in die Hand? Steigt mein Puls? Hunde merken dies alles! Hunde können unseren Stress sogar riechen.
In diesem Sinne überlege dir doch, an welchem Ende der Leine es hapert. Aus meiner Sicht ist der Hund nie Schuld. Und es sollte ein gemeinsames Lernen von- und miteinander stattfinden dürfen! Sieh eine zur Zeit noch schwierige Situation als Challenge an, gemeinsam mit deinem Hund wachsen zu dürfen. Denn jede Hürde die du mit deinem Hund überwindest, wird das Band zwischen euch nur noch mehr stärken.
Medienpsychologische Anleitung für Online-Lernvideos:
-Play & Pause- der Vorteil eines nicht Live-Webinars, du kannst jederzeit Pause drücken und zurückspulen!
-Verwende die Pause-Taste um dir Notizen oder Fragen aufzuschreiben
-Drücke zwischendurch Pause und überlege dir, ob du den Inhalt verstanden hast
PS: In den Einstellungen (beim Zahnrad) die Qualität des Videos auf 720p stellen
Hier die zwei Arbeitsblätter- welche im Webinar vorgestellt werden: