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In der nordwestlichen Ecke von Canada liegt das Yukon Territory (483.450 qkm) und wird im Westen von Alaska, im Süden von British Columbia, im Osten von den Northwest-Territories und im Norden durch die Beaufortsee im arktischen Ozean begrenzt. Ursprung für die Namensgebung ist der bekannte Yukon River, der in der Sprache der Loucheux Indianer „Yu-kun-ah“ heisst und soviel bedeutet wie „grosser Fluss“. Dieser zieht sich nahezu durch das gesamte Territorium.
Abgesehen von den Gebieten um die Beaufortsee ist das Territorium ein subarktisches zentrales Plateau, das fast vollständig von Bergen durchzogen ist. Dazu gehören Ausläufer der Rocky Mountains sowie die Coast Mountains, die sich von British Columbia bis nach Alaska erstrecken. Der Südwesten wird von der Eliaskette dominiert. Dort befindet sich auch der höchste Berg Canadas, der Mount Logan (5‘959m) mit den Gletschern Logan, Hubbard und Kaskawulsh. Diese Gebirgskette hält die Feuchtigkeit, die ansonsten die Westküste Nordamerikas prägt, von Yukon fern. Während der Eiszeiten war das dahinter liegende Gebiet verhältnismässig trocken, was wiederum eine Vergletscherung verhinderte, sieht man vom Küstengebirge und vom Osten ab. So entstand Beringia, eine Tundrenlandschaft. Der Begriff Beringia (Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika; während der Eiszeit) wird heute noch verwendet, um ein riesiges Gebiet zwischen der Kolyma im Nordosten Kamchatkas und dem Mackenzie River in den Northwest Territories von Kanada zu beschreiben.
Das Yukon war lange besiedelt, bevor die ersten europäischen Pelzhändler hier auftauchten. Das früheste Anzeichen menschlicher Aktivität wurde in Höhlen am Bluefish River, nahe Old Crow in nördlichen Yukon gefunden. Es wird angenommen, dass dort vor rund 20‘000 Jahren die ersten Menschen auftauchten. Die Kultur der Ureinwohner ist hingegen erst rund 1.000 Jahre alt. Die Stämme der Ureinwohner umfassen u.a. die Kaska, Teslin-, Tagish- und Tlingit-Indianer.
Als am 17. August 1896, George Carmacks und seine indianischen Schwäger Skookum Jim und Tagish Charlie, riesige Goldvorkommen am Bonanza Creek, einem Nebenarm des Klondike fanden, gipfelte dies im grössten Goldrausch, den die Welt jemals gesehen hat. Zuerst lockte dieser Fund nur einheimische Goldsucher an. Als aber dann im Sommer 1897 die Aussenwelt von den Vorkommen erfuhr, weil steinreiche Digger mit ihren Funden in Seattle und San Francisco ankamen, waren schon am nächsten Tag Schiffe mit Hunderten von Goldsuchern an Bord, unterwegs in Richtung Norden. Mehr als 100‘000 Stampeders (Goldsucher) folgten ihnen, die meisten davon über Skagway (Südostalaska). Um an die Seen Lake Bennett und Lindemann zu gelangen, musste zuerst das Küstengebirge überquert werden. Sie nutzten anfänglich den White Pass (Dead Horse Trail). Als dieser verschlammte und nicht mehr passierbar war, wichen sie auf den alten Ureinwohnerpfad, den Chilkoot Trail aus. Dies war für alle Beteiligten eine unglaubliche Schinderei. Die von Canada vorgeschriebene Ausrüstung inklusive Proviant (knapp 1 Tonne) musste in mehreren Etappen über den Pass geschleppt werden und dies anfangs Winter. Am Lake Bennett/Lindeman wurden Flosse gezimmert, um damit nach der Schneeschmelze den Yukon zu befahren. Auf der Fahrt nach Dawson waren zusätzlich einige gefährliche Stromschnellen zu meistern. Nicht wenige verloren ihr Hab und Gut kurz - nach Whitehorse – bei den „Five Finger Rapids“. Deshalb erstaunt es kaum, dass nur ein Drittel am Klondike ankam. Viele gaben auf oder mussten die hohen Strapazen mit ihrem Leben bezahlen. Andere kamen einfach zu spät; die Claims waren abgesteckt oder die Goldvorkommen schon ausgebeutet. Also zogen sie weiter ins Landesinnere nach Alaska, da auch inzwischen in Nome (1899) Gold gefunden wurde. Eines steht mit Sicherheit fest, sie veränderten das Yukon für immer. Am Zusammenfluss vom Klondike und Yukon River entstand in kurzer Zeit eine riesige Zeltstadt, wo um die 40‘000 Menschen lebten und auf das grosse Glück hofften. Diese gründeten die Stadt Dawson City, die schnell zur grössten kanadischen Stadt westlich von Winnipeg heranwuchs. In der Blütezeit lag die Bevölkerungsanzahl bei geschätzten 16.000 Menschen. Das Yukon wurde zu einem separaten Territorium und Dawson City wurde zur Hauptstadt ernannt.
Als das Gold weniger wurde, begann die Bevölkerung von Dawson City unverzüglich stark zu schrumpfen. Im Jahre 1911 lebten nur noch 8.512 Menschen im Yukon. Bis zu den Sechziger Jahren blieben die grösseren Minen, die hydraulische Bagger einsetzten, profitabel. Der Alaska Highway, der während des Zweiten Weltkrieges gebaut wurde, öffnete das Territorium für weitere Entwicklungen. Der Highway ebnete den Zugang zum Territorium für Menschen, Industrien und Dienstleistungsunternehmen. Zum ersten Mal in der Geschichte waren die Ureinwohner des Yukons den Nicht-Ureinwohnern zahlenmässig unterlegen. Im Jahre 1953 wurde Whitehorse zur neuen Hauptstadt ernannt.
Nachstehend ein paar interessante Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung im Yukon:
|Jahr||Einwohner|
|städtisch||ländlich||TOTAL|
|1'901||9'142||18'077||27'219|
|1'911||3'865||4'647||8'512|
|1'921||1'306||2'851||4'157|
|1'991||16'335||11'462||27'797||(etwa gleichviel wie vor 90 Jahren)|
|2'001||16'843||11'831||28'674|
|2'006||30'372|
Mindestens 12 % der Einwohner gehören zu den Ureinwohnern, die in 16 Stämmen registriert sind.
Whitehorse befindet sich am Ufer des Yukon River, rund 105 km nördlich der Grenze zu British Columbia und ist bei weitem die grösste Stadt (knapp 23‘000 Einwohner – 1999). Sie bietet sich geradezu als Ausgangspunkt zur Erkundung des Yukons an. Die Landschaft der Stadt wird von den Canyon Mountains, die auch als Grey Mountain bekannt sind, dominiert. Das Strassennetz im Yukon umfasst rund 4’700 km.
Die Nationalflagge Canadas (offiziell seit 1965) stilisiert ein Blatt des Rotahorns mit 11 Spitzen - auch bekannt als Maple Leaf.