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Seit Anfang der Neunziger Jahre arbeitet das Büro Marcel Meili und Markus Peter an der Entwicklung von Wohnungsgrundrissen, die systematisch die inneren räumlichen Zusammenhänge und Sektorierungen der Wohnung aufbrechen. Hintergrund dieser Auseinandersetzung bildet die seit dreissig Jahren deutlich veränderte «Soziologie des Wohnens». Viele der Parameter, die als mehr oder weniger feste Grössen den breiten Wohnungsbau der Nachkriegszeit berechenbar gemacht haben, verloren an Verbindlichkeit, «Wohnen» ist schwierig voraussagbar geworden.
Aufgrund dieser Veränderung haben Meili, Peter Architekten in mehreren Projekten städtische Wohnungstypen entwickelt, die sich in erster Linie an eine Bewohnerschicht wenden, die doppelt arbeitstätig ist, weniger Kinder hat, zuhause mehr unternimmt, als nur zu schlafen und ihren Tagesrhythmus nicht dem Diktat einer Raumgliederung unterwirft. Kennzeichen dieser Wohnungen sind weiche räumliche Zusammenhänge, wenig determinierte Gebrauchszuweisungen, eine Unabhängigkeit der privaten Räume als hotelähnliche Einheiten und die freie Anordnung sogenannter «stiller Zimmer» und «offener Zimmer» um einen zentralen offenen Raum mit Platzcharakter.
Das radikalste Projekt dazu entstand auf dem «Coop-Areal» in Zürich, in einem städtebaulichen Plan, der zusammen mit Roger Diener formuliert wurde. Die enorme Dichte dieses Areals erzwang sehr tiefe Häuser mit unregelmässigem Zuschnitt aufgrund der Anforderungen an die Aussenräume. In diesen Häusern ist die Statik und die Haustechnik in einer Art «neometabolistischen» Struktur zu einem hochflexiblen Trag- und Versorgungsskelett zusammengefasst.
In der Ausstellung wird dieses Projekt dokumentiert, seine gebauten und geplanten Vorläufer gezeigt und die weitere Entwicklung dieser Suche seit «Coop» dargestellt. Darunter ist ein kleines «Prototypen-Mehrfamilienhaus», das im Sommer 2008 fertiggestellt wurde, und das Projekt für «Mitten in München». Hier wird das Büro eine statisch etwas vereinfachte Fassung realisieren, deren Absicht der individuellen Ausnützung bestimmter Orte innerhalb eines Komplexes aber dieselbe bleibt.