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Künftig können Fluggesellschaften den topmodernen Airbus A350-1000 mit 40 mehr Sitzen als bisher bestellen - sofern dies deren Wunsch ist. Denn die europäische Luftsicherheitsagentur EASA hat letzte Woche dem Flugzeughersteller Airbus die offizielle Erlaubnis erteilt, diesen Flugzeugtypen mit bis zu 480 Sitzen auszustatten.
Dass so viele Sitze in den Rumpf des längsten A350 hineinpassen, hat mit der Entwicklung eines neuen Notausgangs mit dem Typennamen «A+» zu tun, welcher mit einer doppelten Evakuierungsrutsche ausgestattet ist. Eine solche gibt es auch bereits beim A330-900 mit seinen bis zu 460 Sitzen. Um in den A350-1000 nun 480 Sitze zu packen, müsste man eine Einklassenkonfiguration mit zehn Sitzen pro Reihe und den Notausgang bei allen vier Türen am Rumpf einrichten. Zugelassen sind drei Kabinenzonen; in der vordersten steigt die Anzahl Sitze von 110 auf 120, in der mittleren von 177 auf 180 und hinten, auf den billigen Plätzen, gibt es statt 153 neu 180 Sitze. Und: Bei mehr als 400 Passagieren an Bord muss die Kabinenbesatzung aus vier Personen pro Kabinenzone bestehen, also aus insgesamt 12 Mitarbeitenden pro Flug.
Bleibt die Frage, wer an einem A350-1000 in solcher Ausstattung interessiert sein könnte. Airlines, welche bereits einen A350-1000 in der Flotte führen, haben diesen mit weit weniger Plätzen ausgestattet. Der Launch-Kunde Qatar Airways beispielsweise hat laut «AirInsight» darin nur 327 Sitze, Cathay Pacific deren 334, British Airways 331 und Virgin Atlantic 335. Allerdings wird Air Caraibes ab Mitte Dezember einen A350-1000 mit 429 Sitzen in Betrieb nehmen. Weitere Bestellungen liegen von Asiana, Japan Airlines und Latam Airlines vor, wobei dort die Kabinenkonfiguration noch nicht bekannt ist.
Klar ist nur: Airbus zielt mit der erhöhten Sitzplatzkapazität auf die kommende Boeing 777X. Diese wieder hatte zumindest in der Version 777-10X auf den Airbus A380 abgezielt, welcher 480 bis 615 Passagiere aufnehmen kann. Diese enorme Passagiermenge scheint aber nicht mehr zeitgemäss zu sein, der A380 steht vor dem Aussterben. Gemeinsam mit den Airlines werden Airbus und Boeing wie üblich versuchen, die optimale Variante zu finden, welche Nachfrage, Komfort und Wirtschaftlichkeit am besten in einem Flugzeugtyp vereint.