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In der Einöde, 1914,43
Unter den zahlreichen Werken, die im Zusammenhang mit der Tunisreise entstanden sind, findet sich das Aquarell in der Einöde. Mit grosser Souveränität verbindet Klee hier das Atmosphärische mit Formen des künstlerischen Ausdrucks, die er in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erarbeitet hatte. So war er 1912 nach Paris gereist, wo er sich intensiv mit Arbeiten von Georges Braque, Pablo Picasso und Rober Delauney auseinandersetzte. Die kubistische Kompositionsweise und Delaunays abstrakte «Fensterbilder» faszinierten ihn. Delauney wiederrum zeigte sich von Klee begeistert. Der Franzose bat den Künstlerkollegen, seinen berühmten Aufsatz «La lumière» ins Deutsche zu übersetzen, wobei Klee auch seine eigene Auffassung von Licht und Farbe einfliessen liess. Die neue Formensprache gibt sich in den Aquarellen von 1914 zu erkennen. Der Künstler schichtet Quadrate, Drei- und Rechtecke über- und nebeneinander und lässt die einzelnen Farben in Beziehung zueinander treten.
Der ursprüngliche Titel des Bildes war Kamel in der Einöde. Durch das Entfernen des Wortes ›Kamel‹ wird der Betrachter von dem Zwang befreit, nach einem ganz bestimmten Motiv zu suchen, und kann sich dadurch umso mehr der ›reinen Malerei‹ widmen.
Saaltext Fondation Beyeler, Ausstellung ‹Paul Klee. Die abstrakte Dimension›
1. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018