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From: Alex Schroeder <<email-pii>> Subject: [wsis com-ch] Re: [wilhelmtux-discussion] Re: Sitzung Arbeitsgruppe ICT zur Armutsbekämpfung12 Mai 2003 To: Diskussionsliste für die Kampagne Wilhelm Tux <<email-pii>> Cc: <email-pii> Date: Mon, 12 May 2003 23:10:25 +0200
Hello Wilhelm Tux members,
Ich war an einem Treffen bei der DEZA heute, geführt von Anja Prodoehl [DEZA], zusammen mit Rich Gerster [Gerster Consulting] (Berater in Sachen ICT und Entwicklung, hat ua. einen Bericht hierzu geschrieben), Vincent Salvade [SUISA] (Verwertungsgesellschaft für Musik), und Chantal Peyer [Brot für Alle]. Hier der Bericht was die Freie Software anbelangt. Ich habe die Schweizer Plattform im CC.
Herausgekommen ist für die Freie Software relativ wenig, da sich Herr Salvade gegen jeglich Änderung gesträubt hat. Ich gehe mal die Resultate für die Draft Declaration of Principles durch -- zum Aktionsplan sind wir gar nicht erst gekommen.
Diese deutliche Formulierung war nicht genehm.
Selbst eine abgeschwächte Form des Zusatzes war nicht akzeptabel. "More information must enter the public domain." -- Ich wollte hier gegen die ewige Verlängerung des Copyright Schutzes angehen (die sog. Mickey Mouse acts in den USA) -- wenn der Schutz nämlich von 50 Jahre nach dem Tod des Authors auf 70 Jahre nach dem Tod des Authors ausgedehnt wird, bedeuted dies, dass 20 Jahre lang keine neuen Werke mehr in die Public Domain eintreten!
Unsere Hoffnung liegt im Artikel 34 des Aktionsplanes, denn Herr Salvade streichen wollte, was aber (ua. auch wegen der Zeitnot) verhindert werden konnte. Zur Erinnerung: Im zweiten Punkt wird auf die Public Domain näher eingegangen.
Herr Salvades Hauptargument war, dass A) die Authorenrechte nicht beschnitten werden sollen und B) dass die gegenwärtigen Lösungen bezüglich Copyright und Patenten nicht als reformbedürftig erscheinen sollen. Bei B) bin ich klar anderer Meinung, da wir ja nicht den Status Quo zementieren wollen, sondern eben gerade eine Vision der Informationsgesellschaft entwerfen wollen (und ich kann mir kaum vorstellen, dass die Situation auch in 20 Jahren noch so ist wie jetzt...).
Egal, was mich erstaunte, war, dass Herr Salvades auch die ganz normale Betonung einer ständig wachsenden Public Domain als Beschneidung der Authorenrechte sah, und in der Unsicherheit der Diskussion sich darauf beschränkte, auf der aktuellen Formulierung zu beharren.
Beim Gespräch mit Anja Prodoehl und Vincent Salvade ist herausgekommen, dass beide nicht genau wissen, was Open Source genau ist. Mein Versuch, die Ziele auch in die Prinzipienerklärung hineinzuziehen ist daran gescheitert, dass beiden nicht klar war, ob damit nun etwas anderes oder dasselbe wie mit dem Begriff "Open Source" ausgesagt wird.
Proposed change:
In der Diskussion war dann eben nicht klar, ob "free of any obligations" gar bedeute, dass man bestehende Software ohne Einwilligung der Authoren zu "Open Source" machen könne, etc. Nach ein paar Erklärungen war die Unsicherheit wieder so gross, dass Herr Salvade wieder auf die ursprüngliche Formulierung pochte.
Der Vorschlag von Anja Prodoehl ist nun, dass ich meine Position nochmals kurz per email schildere, Herr Salvade festhält, dass er nicht einverstanden ist (hierzu existiert schon eine Protestnote), und ich versuche am Meeting vom 20. Mai die Aufmerksamkeit nochmals auf das Thema lenke.
Insgesamt also nicht sonderlich berauschend; aber eigentlich ist das Dokument nicht unglaublich schlecht.
Den folgenden Punk der Observer Contributions zu Nummer 34 des Aktionsplans (den Herr Salvade wie oben beschrieben streichen wollte) wäre natürlich super gewesen:
Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich weitermachen soll.
Alex.