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Ineichen, Berchther (1917-2002)--DB1732
Person
Lebensdaten
15.03.1917-2002
Mädchenname, Herkunftsort bzw. Heimatort
Zivilstand, Konfession, Nachkommen
Soziale Herkunft, verwandtschaftliche Beziehungen
Ausbildung, berufliche Tätigkeit und Funktionen in der Öffentlichkeit
Ausbildung
Dr. med. vet. 1945; Weiterbildungen in England, Kantonsschule Aarau, Bezirksschule Muri
Berufsausübung
Schweizerischer Arbeitsgemeinschaft für künstliche Besamung (SAKB): Geschäftsführer 1960-; SAKB-Station Mülligen für künstliche Besamung: Leiter 1964-1982; Bezirkstierarzt 1949-1987
Funktionen in landwirtschaftlichen Institutionen
Schweizerischer Arbeitsgemeinschaft für künstliche Besamung (SAKB): Mitglied des Initiativkomitees 1960
Funktionen in anderen Institutionen
Funktionen in der Politik
Biographische Skizze
Berchther Ineichen gehörte zusammen mit Ineichen, Armin--DB1731 sowie Ineichen, Teja (1913-1989)--DB1740 zu den Pionieren der künstlichen Besamung im Kanton Aargau. Zum ersten Mal in Kontakt mit der künstlichen Besamung kam Ineichen während eines Jugoslawien-Aufenthalts 1945. Allerdings wurde während seines zweimonatigen Aufenthalts in einer Besamungsstation kein einziges Tier besamt. Ein Jahr später dann, 1946, war er wegen einer Nasenoperation im Zürcher Kantonsspital. Während der ganzen Operation, die unter Lokalanästhesie erfolgte, erzählte ihm der Hals- und Ohrenspezialist Prof. Nager, wie viel züchterischen Erfolg man in England von dieser neuen Paarungsmethode erwarte. Nagers Schwiegersohn war der Direktor des Milk Marketing Bord in England, d.h. des englischen Milchverbandes, dem auch das Herdebuchwesen zugeordnet war. Nachdem Nager ihm den Kontakt zu seinem Schwiegersohn vermittelt hatte, reiste Ineichen 1947 für einige Monate nach Cambridge, weil er dort die Vorlesungen von John Hammond hören wollte. Die künstliche Besamung wollte er sich eigentlich nur nebenher ansehen. Hammond legte ihm jedoch sehr eindringlich nahe, er solle die Arbeiten des Spermaphysiologen Arthur Walton studieren und Besamungsstationen besuchen. Dort wurde er dann unter anderem auch mit dem Gedanken der Nachzuchtprüfung vertraut gemacht. Nach seiner Rückkehr erlaubte ihm sein Vater Ineichen, Franz (1887-1953)--DB1734, Kühe in einem seiner beiden Ställe künstlich zu besamen. Mit einer zufälligen Banginfektion im Bestand konnte er sich im September 1947 die Lizenz zur Durchführung der künstlichen Besamung vom Eidgenössischen Veterinäramt beschaffen. Anfang 1948 haben auch zwei Nachbarbetriebe vereinzelt Tiere künstlich besamen lassen. Insbesondere besamte er deren Alprinder auf der Rigi. Ein wichtiger Kontext für die Einführung der künstlichen Besamung im Kanton Aargau war die grassierende Trichomonadenseuche in den Gemeinden um Brugg. Den eigentlichen Besamungsbetrieb nahm er im Januar 1949 auf.
Berchther Ineichens Engagement für die KB führte ihn zuweilen auch in Konflikt mit den Bundesbehörden, war die KB doch bis 1967 grundsätzlich bewilligungspflichtig. In der Abteilung für Landwirtschaft für die KB zuständig war Kiener, Albert (1910-1987)--DB1913.
Autoren: Beat Bächi und Peter Moser
Quellen und Literatur
Eigene Publikationen
Quellen
- AfA Personendossier Nr. 396
- KB-Mitteilungen 20, Nr. 2, April 1982, S. 33.
- Aargauer Tagblatt, 14.3.1987, S. 30.
- Archivbestand Swissgenetics (AfA Nr. 148)
- Archivbestand Ineichen, Armin (AfA Nr. 726)