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Das Gemälde in der Halle und die Mosaiken (1992) auf dem Boden des Bahnhofs sind Werke von Jacques Cesa. Die über 300m2 bedeckenden Wandfresken im Busbahnhof wurden 1990 von Jacques Cesa, Georges Corpataux, Pierre-André Despond, Dominique Gex, Jacques Rime und Daniel Savary geschaffen. Sie zeigen „La Gruyère“ bei Tag und bei Nacht.
Die Eisenbahnlinie Bulle-Romont wird 1868 eröffnet. Sie verbindet die Bezirkshauptstadt La Gruyère mit der Transversale Lausanne-Bern (1862). Die Regionallinien Châtel-Bulle-Montbovon, Châtel-Palézieux und Bulle-Broc werden zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Chemins de fer électriques de La Gruyère (CEG) gebaut. Der Bau der Linie Bulle-Freiburg, der 1912 in Betracht gezogen wird, bleibt in der Projektphase stecken. Den aktuellen Eisenbahn- und Busbahnhof errichten die Transports Publics Fribourgeois (TPF) zwischen 1987 und 1992. Aus diesem Anlass entstehen mehrere Werke von Künstlern aus der Region. Hier die Beschreibung des Bahnhofs, die Jacques Cesa, Kunstmaler in Bulle und Mitglied der Kunstkommission des Bahnhofs, seinerzeit verfasst hat:
Busbahnhof, Eisenbahn-Bahnhof, an der Kreuzung der Sterne, unter der Weiche des grossen Bären, seit meiner Kindheit habe ich immer von einem schönen, in bunten Farben gemalten Bahnhof geträumt, der mit seinen Eisenbahngerätschaften an ein Gemälde von Fernand Léger erinnert.
Die nackte Schönheit der Materialien, die Bahnhofarbeiter, Eisenbahner und Techniker, vom Maler in die Farben von Zügen und Lokomotiven eingefügt.
Ein weites elektronisches Netz in der Morgendämmerung des 20. Jahrhunderts, wie eine Galaxie, Fracht und Schiene, sie bleiben, schön und funktional, die Strasse, die Reise, das Fest. Und in diesem weiten Netz, das Städte und Länder verbindet, Reisende, Leute, Kinder, Männer und Frauen, die nur eben durch den Bahnhof gehen, in sich so viele Freuden und Ferienträume, oder unterwegs zur Arbeit sind, am Morgen und am Abend, Arbeiter, Angestellte, Kinder, Schüler, Mütter mit Kleinkindern auf dem Weg zum Doktor, Pensionierte, die am Donnerstag einen Ausflug nach Bulle machen, um „einen Jass zu klopfen“. Ein weites Netz, sagte ich, ein grosses Schaufenster einer Region, für unsere Gäste, mit diesem Durchgang, den alle gehen müssen, die zu Fuss unterwegs sind: die beiden Bahnhöfe, das Bahnhofland, das Land des Busbahnhofs und des Eisenbahn-Bahnhofs.
Bauherr, Architekten und Gestalter wollten seit Beginn des Projekts Kunst und Künstler in ihr grosses Unternehmen einbeziehen. Heute ist die Kunst in der Wahl der Farben und der Materialien allgegenwärtig.
In beiden Bahnhöfen ist sie in den Pflastersteinen auf dem Boden präsent, die an die Stadt erinnern, im Blau für die technischen Elemente, im Gelb der Barrieren, die den Reisenden von einem Bahnhof zum anderen und bis zum Parking geleiten, und im Bordeauxrot der Hinweisschilder.
In der Gleisunterführung unterstreichen Fliesen und ihre abstrakte Komposition die Ästhetik.
Im Busbahnhof prangt die Kunst von der grossen Rückwand, deren rohe Betonhaut sechs Maler aus La Gruyère mit Acryl bemalt haben: Jacques Rime, Daniel Savary, Dominique Gex, Georges Corpataux, Pierre-André Despond und Jacques Cesa. Ihr Fresko beschreibt das mit seiner ganzen glatten und oszillierenden Epidermis vibrierende aus La Gruyère, vom Tag bis in die Nacht, vom fahlen Mondschein bis zur gleissenden Mittagssonne. Die Stille und Schönheit dieser Erde, die Flechten, die Wälder, die Wildbäche, die Geröllhalden, die Firne, die Wolken, die grossen Schatten- und Lichtspiele in ihrer zyklischen Beziehung zu den Fischen, den Vögeln, den Wildtieren und den Haustieren, im menschlichen Massstab.
Im Eisenbahn-Bahnhof ist die Kunst in der grossen Halle am Boden integriert, mit Kranichen aus Granit und Marmor, die zur Decke auffliegen, die mit der Galaxie an der Kreuzung der Sterne unter der Weiche des grossen Bären bemalt sind, mit der Granitfassade des Gebäudes, die in der Sonne vibriert, durch die Venen ihres Steins und verkupfert unter dem Gewitter, wenn der Regen ankommt, mit der grossen Uhr, die die Zeit anzeigt.
Im Restaurant mit seinem Mosaikdekor ist die Kunst mit dem Fenster der Schwester Anne und Marie-Pierre Monférini über die Blumen aus der Region La Gruyère verbunden.
© Musée Gruérien
Legende der Archivphotos:
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besitzt Bulle zwei Bahnhöfe: rechts der Bahnhof der Bulle-Romont-Bahn mit Normalspur und Dampfbetrieb und links der Bahnhof der Linie Palézieux-Montbovon, einer elektrisch betriebenen Schmalspurbahn. Die beiden Bahnhofgebäude wurden auf mehreren Postkarten verewigt. Wegen Spannungen zwischen der freisinnig orientierten Eisenbahngesellschaft Bulle-Romont und den unter einer konservativen Leitung stehenden Chemins de fer Electriques de La Gruyère (CEG) kam keine Einigung auf einen einzigen Bahnhof zustande.
Postkarte C. Messaz, Lausanne, gegen 1905.