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Basel, 1984
Couturier: Spillmann, Fred (1915-1986)
Alcantara, geschnitten, geklebt
L. 115 cm, B. 48 cm
Inv. 2003.106.
Das Kleid besteht ganz aus Alcantara, einem in den siebziger Jahren entwickelten wildlederähnlichen Faservlies. Die flächigen Darstellungen der altägyptischen Kunst, die keine Tiefe, Schatten oder Verkürzungen kennen, kamen Fred Spillmann bei dem Kleid «Luxor» für die Umsetzung in Alcantara sehr entgegen. Dargestellt ist auf der Vorderseite der falkenköpfige Gott Horus; darüber sieht man einen geflügelten Scarabäus. In der Modeschau 1984/85 wurde das Kleid durch einen Hut, der an eine Sonnenscheibe erinnerte, komplettiert.
Vorder- und Rückseite sind beide fast rechteckig in der Form und seitlich nur durch zwei Stege miteinander verbunden. Dieses Kleid stellt eine schroffe Absage an die Traditionen der Schneiderei und der Schnitttechnik dar; es ist in erster Linie Bildträger, und erst an zweiter Stelle steht die Funktion als Kleidungsstück. Diese Haltung hat Parallelen in der internationalen Modewelt. Auch Jean-Charles de Castelbajac hat 1984 eine umfangreiche, Andy Warhol gewidmete Kollektion geschaffen, in der Kleider von rechteckigem Zuschnitt flächenfüllend mit Motiven der Verpackungs- und Werbegraphik bemalt waren. Die Motive reichten von Warhols Campbell's Suppendosen über Lucky Strike-Zigarettenschachteln bis zu rechteckigen Filmplakaten.