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Nur wenige Weingüter aus Kalifornien genissen hier in Europa einen ähnlichen Stellenwert wie die Ridge Winery hoch über dem Silicon Valley gelegen.
Die Geschichte der Ridge Vineyards beginnt im Jahr 1885, als Os, ein Arzt, der ein prominentes Mitglied der italienischen Gemeinde San Franciscos war, 45 ha Land in der Nähe der Spitze des Monte Bello Ridge kaufte. Er terrassierte die Hänge und pflanzte Reben an. Aus einheimischem Kalkstein errichtete er die Monte Bello Winery und produzierte 1892 den ersten Jahrgang unter diesem Namen. Dieser einzigartige Keller, der auf drei Ebenen in den Berghang gebaut wurde, ist die Produktionsstätte von Ridge. Er liegt auf 870 M.ü.M. und ist von dem "oberen Weinberg" umgeben, der heute als Perrone Ranch bezeichnet wird.
In den 1940er Jahren kaufte William Short, ein Theologe, das verlassene Weingut und den Weinberg unterhalb des Perrone-Anwesens; Ende der 1940er Jahre pflanzte er mehrere Parzellen mit Cabernet Sauvignon an.
Aus diesen Rebstöcken - heute der "mittlere Weinberg" und als Torre Ranch bezeichnet - stellten die neuen Eigentümer Dave Bennion, Hew Crane, Charlie Rosen und Howard Ziedler, allesamt Ingenieure des Stanford Research Institute, ein Viertel-Fass "Estate" Cabernet her. Dieser Monte Bello Cabernet gehörte zu den besten Weinen Kaliforniens jener Zeit. Seine Qualität und sein unverwechselbarer Charakter sowie die Weine, die 1960 und 61 aus denselben Rebstöcken erzeugt wurden, überzeugten die Partner, das Weingut rechtzeitig für den Jahrgang 1962 neu zu gründen. Dave Bennion verliess seine Stelle bei S.R.I., um sich voll und ganz um die Weinherstellung zu kümmern.
Der erste Zinfandel wurde 1964 aus Trauben, die in einem kleinen Weinberg, der bereits im neunzehnten Jahrhundert angepflanzt wurde und weiter unten am Bergkamm liegt, gekeltert. Im Jahre 1966 folgte der erste Geyserville-Zinfandel. Die Gründerfamilien machten die Monte Bello-Terrassen urbar und vergrösserten die Weinberge von fünfzehn auf fünfundvierzig Hektaren. Sie arbeiteten an den Wochenenden und erzeugten Weine von regionalem Charakter und beispielloser Intensität.
Bis 1968 war die Produktion auf knapp dreitausend Kisten pro Jahr gestiegen. 1969 trat Paul Draper in die Partnerschaft ein. Der Philosophie-Absolvent aus Stanford, der gerade von der Gründung eines Weinguts in den chilenischen Küstenregionen zurückgekehrt war, war ein praktischer Weinmacher, kein Önologe. Sein Wissen über edle Weine und traditionelle Methoden ergänzte den geradlinigen "hands off"-Ansatz, der bei Ridge eingeführt wurde. Unter seiner Leitung wurde die alte Perrone-Kellerei (die im Jahr zuvor erworben worden war) restauriert, die besten Weinberge gepachtet oder gekauft und die beständige Qualität und der internationale Ruf der Weine begründet. Cabernet und Zinfandel machen den grössten Teil der Produktion aus; Syrah, Grenache, Carignan und Petite Sirah machen einen kleinen Prozentsatz aus. Ridge ist in erster Linie für seine Rotweine bekannt, stellt aber seit 1962 auch eine begrenzte Menge an Chardonnay her.
Lytton Springs, in Sonoma County, wurde 1991 Teil des Ridge-Anwesens. Die Erfahrung eines Vierteljahrhunderts mit diesem Weinberg hatte Paul Draper davon überzeugt, dass es sich um ein aussergewöhnliches Stück Land handelt. Vierzig aufeinanderfolgende Jahrgänge von Geyserville zeugen von einer weiteren erstaunlichen Kombination von Lage und Rebsorten. Obwohl Ridge in den frühen sechziger Jahren in die Welt des modernen kalifornischen Weinbaus hineingeboren wurde, verlässt man sich bei Ridge eher auf Natur und Tradition als auf Technologie. Der vorindustrielle Ansatz ist geradlinig. Ridge greift so wenig wie möglich in den Prozess der Weinbereitung ein, um den unverwechselbaren Charakter und den Reichtum der Trauben in den Wein hinein zu transformieren.
Der grosse Weinmacher, Philosoph und Freund Paul Draper liess sich im Alter von 80 Jahren im Jahre 2016 pensionieren und geniesst seinen Ruhestand mit Lesen und Wein.
Ein Video über Ridge: https://youtu.be/FfbNe5bqmGw