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Nachdem der Wasserverbrauch in der Schweiz seit Mitte der 1980-er Jahre trotz stetig steigender Bevölkerung laufend abnahm, haben die Versorgungen in den letzten Jahren wieder mehr Wasser sprudeln lassen. Die gesamte Wasserabgabe von 304 Litern pro Person und Tag lag nämlich im Jahr 2018 1,6 Prozent höher als im Vorjahr. Auch der maximale Tagesverbrauch war mit 469 Litern pro Einwohner wiederum etwas höher als 2017, als er noch bei 462 Litern pro Einwohner lag. Er kam jedoch nicht an den hohen Spitzenverbrauch von 512 Litern pro Einwohner im Jahr 2015 heran. Insgesamt stellten die Wasserversorgungen der Schweiz im Jahr 2018 etwa 953 Millionen Kubikmeter Trinkwasser bereit, darunter rund 10 Millionen Kubikmeter Brauchwasser für die Industrie.
Einfluss auf den Wasserverbrauch in der Schweiz hatte 2018 erneut das Klima: Mit einem Temperaturüberschuss zwischen 1,3 und 2,3 Grad gehörte 2018 zum wärmsten Jahr seit Messbeginn 1864. Begleitet wurde die Rekordwärme von einer aussergewöhnlichen monatelangen Regenarmut, insbesondere in der Ostschweiz.
Auf einen eher kühlen Frühlingsstart folgte dabei der zweitwärmste April, der knapp 4 Grad über der Norm lag. Der Sommer 2018 war der dritte in kurzer Folge mit weit überdurchschnittlichen Temperaturen. Der August war geprägt durch eine zehntägige Hitzewelle auf der Alpennordseite und eine fast doppelt so lange im Süden. Zudem folgte auf den heissen Sommer auch der drittwärmste Herbst seit Messbeginn mit 1,8 Grad über der Norm. Die Alpensüdseite registrierte regional sogar den wärmsten Herbst seit Messbeginn. Und auch im Dezember lagen die Temperaturen weit über der Norm.
Mit einem Anteil an der Gesamtgewinnung von etwas über 36% stand 2017 im Vergleich zu den vorangehenden Jahren etwas weniger Quellwasser zur Verfügung. Kompensiert wurde dieser Minderertrag durch Grundwasser (43%) und Seewasser (20,8%). Im langjährigen Mittel nutzt man für die Trinkwassergewinnung etwa zu je 40% Quell- und Grundwasser und zu 20% Seewasser. Ein Blick auf die Wasserabgabe im Jahr 2018 zeigt, dass Haushalte und Kleingewerbe insgesamt 616 Mio. Liter Wasser bezogen. 227 Mio. Liter Wasser verbrauchten Industrie und Gewerbe, während es für die öffentlichen Zwecke und die Brunnen 47 Mio. Liter waren. Der Selbstverbrauch für die Trinkwasserversorgungen lag bei 20 Mio. Litern und die Verluste bei 121 Mio. Litern.
Das Leitungsnetz für die Trinkwasserversorgung ist auch im Jahr 2018 der Siedlungsentwicklung entsprechend leicht gewachsen: Das gesamte Leitungsnetz der Schweiz hat nun eine Länge von 90’100 Kilometern, was etwa der zweifachen Erdumrundung entspricht. Die Hausanschlussleitungen machen mit 30'700 Kilometern etwas weniger als einen Drittel der gesamten Netzlänge aus.
Die Betriebs- und Kapitalkosten der Wasserversorgungen beliefen sich 2018 auf 1,6 Mrd. Franken. 551 Mio. Franken (34.,4%) davon entfielen auf Betrieb und Unterhalt, 379 Mio. Franken (23.6%) auf Abschreibungen und 268 Mio. Franken (16,7%) auf übrigen Aufwand. Die Personalkosten beliefen sich auf 355 Mio. Franken (22,1%) und die Zinsen auf 51 Mio. Franken (3.1%). Pro Einwohner betrugen die Gesamtkosten für die Wasserversorgung 2018 somit 190 Franken, die Trinkwasserrechnung der Privathaushalte im Mittel 120 Franken pro Person.
Der Wiederbeschaffungswert, also die Kosten für eine gesamtheitliche Wiederherstellung der Infrastruktur für die Wasserversorgung, belief sich im Jahr 2018 auf 53 Mrd. Franken, wovon rund 80% auf die Verteilung, 10% auf die Speicherung, rund 9% auf die Gewinnung und 2% auf die dafür notwendige Mess-, Steuer- und Regeltechnik entfielen.
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