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Lausanne und klassische Musik
Immer geschmackvoll, heute herausragend
Von Antonin Scherrer
Lausanne ist seit Jahrhunderten eine wichtige Durchgangsstation und damit eine Drehscheibe der Kulturen. «Die Lausanner haben denselben Geschmack wie die Zeitgenossen in Paris», schrieb William de Sévery.
1766 besuchte ein gewisser Mozart die Stadt Davels und gab hier zwei Konzerte. Auch die meisten berühmten Musiker des 19. und 20. Jahrhunderts machten der Stadt ihre Aufwartung – Felix Mendelssohn, Robert und Clara Schumann.
Man schwärmte damals für Marathonkonzerte. Im Casino-Théâtre traten «Stars» wie Eugène Ysaÿe, Henryk Wieniawski und Giovanni Bottesini auf. Von Louis Armstrong bis Carl Schuricht, von Alfred Cortot bis Arthur Rubinstein – viele berühmte Musiker notierten ein paar Zeilen über die Stadt in ihren Notizbüchern oder in ihren Briefen.
Ecole Normale und Konservatorium
Über diese glanzvollen Namen hinaus kann sich Lausanne aber auch Stadt der Musikliebhaber nennen, denn ihr täglicher Kontakt mit der Muse der Euterpe reicht weit über die brillanten, aber vergänglichen Auftritte der Stars hinaus.
Es beginnt mit den Bildungseinrichtungen: zunächst natürlich die öffentlichen Schulen, aber dann auch die sogenannte Ecole normale, in der ganze Generationen von Chorleitern als unermüdliche Vermittler von Musik ausgebildet werden (beispielsweise André Charlet, Jacques Pache, Jean-Jacques Rapin…).
Diese Schulbänke drückten auch künftige grosse Namen der klassischen Musikszene, wie der Tenor Eric Tappy oder der Dirigent Marcello Viotti. Im professionellen Bereich nimmt natürlich das Konservatorium eine Sonderstellung ein, das seinen Ruf seit einigen Jahrzehnten – und insbesondere seit dem Bezug neuer Räumlichkeiten im Jahr 1990 – kontinuierlich ausbauen konnte. Die vom Violinisten Pierre Amoyal gegründete Akademie und die Camerata Lausanne tragen dessen Namen und seine hervorragenden Ausbildungsmethoden in die ganze Welt hinaus.
Erwähnt sei auch die 1981 von Jean-Marc Grob gegründete Symphonikergruppe Sinfonietta, die den jungen Hochschulabsolventen die Gelegenheit für erste anspruchsvolle Engagements verschafft.
Die Oper und das OCL
Als mehr oder weniger direkte Ableger dieser vielfältigen und dynamischen Musikszene lassen mehrere Institutionen die Flaggen Lausannes weit über die Stadtgrenzen hinaus wehen. An erster Stelle stehen zwei Schwergewichte der Kulturszene: die Opéra und das Kammerorchester Lausanne.
Aufgrund des wachsenden Interesses für lyrische Kunst, das unter anderem dem Festival International de Lausanne zu verdanken ist, hat die Oper seit Mitte der 80er-Jahre enorm an Fahrt aufgenommen – nicht zuletzt auch durch die Entschlossenheit der Stadtväter und ihrer damaligen Intendantin, Renée Auphan. Heute setzt sich die Blütezeit der Oper unter der Leitung von Eric Vigié nahtlos fort.
Das 1942 von Victor Desarzens gegründete Kammerorchester Lausanne OCL entspricht dem seinerzeitigen Wunsch der Lausanner Bevölkerung nach einem eigenen Profiorchester. Dieser Wunsch ist auch 65 Jahre später nach wie vor vorhanden. Das im Salle Métropole «beheimatete» Orchester profitiert heute von der grossen Ausstrahlung seines künstlerischen Leiters Christian Zacharias, der ihm bis anhin verschlossene Türen öffnen konnte.
EVL, SMC, Sine Nomine…
Bescheidener in Bezug auf Grösse und Finanzmittel, jedoch nicht minder glanzvoll, tragen weitere Institutionen zur Aufrechterhaltung der «Musiklegende» Lausanne bei. So beispielsweise das 1961 von dem Dirigenten Michel Corboz aus Fribourg gegründete Ensemble Vocal de Lausanne; das Quartett Sine Nomine, das 1985 den angesehen Concours d’Evian gewann; das 1997 vom Organisten Kei Koito ins Leben gerufene Bach-Festival als Speerspitze eines immer umfangreicheren Angebots an alter Musik; oder auch die Société de Musique Contemporaine, deren Konzerte sich immer grösserer Beliebtheit erfreuen.
Service de la culture
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2
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Lundi-vendredi
08h00-11h45
13h30-16h30
tl: Saint-François, Bel-Air
m1: Lausanne-Flon; m2: Riponne-M. Béjart
LEB: Lausanne-Flon