Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03332.jsonl.gz/294

Vordergründig wird Sexualität oft mit Fortpflanzung und biologischer Geschlechtlichkeit in Verbindung gebracht. Meine Frage ist aber, was ich mit Sexualität überdies (beyond) meine, denn für Fortpflanzung und biologischer Geschlechtlichkeit habe ich ja bereits eigene Wörter. (Dieselbe Problematisierung steckt auch im Ausdruck "Gender").
Siehe dazu R. Todesco: Entsexualisierung
Differenztheoretisch kann Sexualität durch die Differenz zwischen Sexualität und einer spezifischen Gefährdung der Familie gesehen werden, wobei auf der Unterscheidungsseite der Familie die Sexualität wiedereintritt, wo die erbenden Nachkommen an Sexualität gebunden sind.
Erläuterung:
Seit dem Code Napoleon (1804) gilt: Ist ein Kind während der Ehe geboren, so gilt der Ehemann als Vater. Diese Formulierung, die auch in den meisten neuen Gesetzeswerken steht, besagt, dass die Nachkommenschaft kein biologisches, sondern ein rechtliches Verhältnis ist, dass allerdings mit biologischen Gründen angefochten werden kann.
Es geht rechtlich darum, dass die Kinder in geordneten Verhältnissen erben, und dass erst in zweiter Instanz die jeweilige Ordnung problematisiert werden kann. Zunächst ist klar, wer der Vater ist.
Nun kann man sich fragen, was gegen diese Ordnung verstösst, aber nicht im Sinne einer Gesetzesverletzung, sondern in einem inhaltlichen Sinn. Alles was dazu beiträgt, dass nicht der Ehemann der Vater des Kindes ist, verstösst gegen diese Ordnung. Wir bezeichnen alle derartigen Handlungen als sexuell - aber wir bezeichnen die Handlungen auch dann als sexuell, wenn sie innerhalb der Ordnung vorkommen.
Wenn ein Mann eine Frau küsst, kann das als (Teil)-Handlung verstanden werden, die zu einem Kind führen kann. Wenn die beiden nicht verheiratet sind, weil die Frau bereits anderweitig verheiratet ist, wird ein "anderer" Mann Vater des Kindes. Deshalb ist Küssen sexuell. Auch wenn der Ehemann seine Frau küsst. Das Sexuelle bezieht sich eben auf das Rechtsverhältnis, das ein anderes Verhältnis überlagert.
Literatur:
www.zanzu.be Aufklärung für Flüchtlinge ??
S. Lewandowski:Sexualität in den Zeiten funktionaler Differenzierung
sexuelles Skript
Beckenbodentraining
[]
H. Schelsky, Kinsey
[]
[]
[Historie]
[Sexualkunde auf Chinesisch]
[Wer mit seinem Sexleben nicht so ganz zufrieden ist]
[Über Sex reden]
[wp]