Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03637.jsonl.gz/491

Können Kinder vegan ernährt werden?
Liebe Leserinnen und Leser
Immer wieder hört man von falsch ernährten Kindern, die schwer erkrankten. Wenn es sich dabei um vegan ernährte Kinder handelte, wird dies sofort als Grund für die Krankheit angegeben. Wenn das Kind jedoch mit Fleisch ernährt wurde, wird die Ernährungsweise des Kindes nicht erwähnt. Dies bewirkt, dass der Ruf der veganen Ernährung in der Öffentlichkeit stark leidet. Zumindest was die Kleinkindernährung angeht.
Selbst wenn ein Kind offensichtlich falsch ernährt wurde, wird nicht etwa die konkrete Ernährungsweise hinterfragt. Nur dann scheint die Ernährung für Journalisten eine Rolle zu spielen, wenn sie keine tierischen Produkte enthielt. Von der Mutter, die ihren Säugling ausschliesslich mit Tomatensaft ernährte, erfuhren z.B. die meisten Leser nur, dass es sich um eine vegane Ernährung handelte. Auch beim Kind, das letztes Jahr an Austrocknung und Lungenentzündung starb, wurde von vielen Medien die vegane Ernährung sofort als Ursache gebrandmarkt. Dies obwohl die Untersuchung der Ärzte eindeutig feststellte, dass die vegane Ernährung nicht die Ursache für den Tod des Kindes war.
Natürlich kann man einen Säugling mit Tomatensaft nicht gesund ernähren. Dass der Tomatensaft zufälligerweise pflanzlich ist, sollte aber nicht dazu führen, die vegane Ernährung als Ganzes zu verurteilen.
Dass eine gesunde vegane Ernährung nicht nur theoretisch möglich ist, wie es viele neuere wissenschaftliche Studien belegen, sondern auch bereits vielfach umgesetzt wird, zeigen die Beispiele in diesem Heft.
Eine Ernährung mit tierischen Produkten hat viele bekannte Nachteile. Dagegen ist eine abwechslungsreiche rein pflanzliche Ernährung, die ja automatisch mehr Obst und Gemüse enthält, in praktisch allen Punkten überlegen. Dennoch sollte man die kritischen Bereiche einer rein pflanzlichen Ernährung nicht ignorieren. Dank der vielen wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre kennt man diese bereits sehr gut. Als die grösste Herausforderung stellte sich immer wieder das Vitamin B12 heraus. Deshalb ist der Hauptartikel in diesem Vegi-Info diesem Vitamin gewidmet. Es ist bestimmt einfacher, auf die B12-Versorgung zu achten, als sich mit Antibiotikarückständen, tierischen Fetten und allen anderen Nachteilen der tierischen Ernährung herumzuschlagen.
Und garantiert gesünder für die Tiere und die Umwelt ist es erst noch.
Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus