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auf dem blog von claude longchamp habe ich mich mal wieder auf eine diskussion zum thema minarettverbot eingelassen. tja. irgendwann fand ich, dass für mich das verbot ungerecht sei, weil es eben nur eine glaubensgruppierung trifft. ich würde aber sehr gut mit einem «gesetz» leben können, das sämtliche schlanken sakralbauten über 5m höhe verbieten würde. damit traf ich bei user «ate» scheinbar den nerv. seine antwort:
Mit der Aussage: Von mir aus könne man gerne alle schlanken Sakralbauten über 5m Höhe verbieten, gibst du mir Dein Profil preis. Ein Profil in dem das Wort Heimat nicht mehr vorhanden zu sein scheint. (Eben Ausverkauf)
wenn man keine neuen kirchtürme mehr will, verkauft man also die heimat. so einfach ist das. dann frage ich mich: fühlt sich ate überall zuhause, wo kirchtürme stehen. machen die kirchtürme das heimatgefühl aus? mein begriff von heimat orientiert sich irgendwie eher am grönemeyer-song, der sinnigerweise heimat heisst: heimat ist kein ort, heimat ist ein gefühl singt herbert da. dieses gefühl kommt nicht von gebäuden und auch nicht bloss von werten, die man als schweizerisch bezeichnen würde. wie das lkm in einem kommentar einmal gesagt hat: heimat ist menschen. und wenn es die menschen sind, die das heimatgefühl ausmachen… wieso würde dann ein bauverbot von kirchtürmen dieses gefühl ändern? würde es nicht, richtig. wenn wir aber in der schweiz einer einzelnen religiösen gruppierung verbieten, türme aufzustellen, verraten wir zentrale werte der schweiz. die mehrheit würde eine minderheit diskriminieren. religionsfreiheit und rechtsgleichheit würden verletzt. wir würden intoleranz «vorleben» und damit neue intoleranz schüren.
derselbe user schreibt übrigens im selben post:
Wenn ich bete, oder würde, dann bräuchte ich keinen Kirchenturm, denn der Glaube hat nichts mit prunkvollen Gebäuden zu tun. Der Glaube spielt sich einzig und allein im Herzen und der Seele ab.
man braucht also keinen kirchturm, um zu beten. aber wenn man schlanke über 5 meter hohe sakralbauten verbieten will, verkauft man die heimat? ich raff’s nicht…
Du bist ausländerfeindlich, der deutschen sprache aber selbst kaum mächtig? dann habe ich die ideale partei für Dich! 🙂 die ksd (konservative schweizer demokraten) ist – so wie ich es verstehe – eine splittergruppe der sd. obwohl der präsident auf der webseite bekräftigt, er sei gegen jegliche art von extremismus und mit dem rechtsextremismus auch explizit ein beispiel eines solchen nennt, ist die gesinnung doch deutlich spürbar. und dann sind da noch die banner, die auf die anti-minarett-kampagne verweisen oder auf eine verhinderung der aufhebung der lex koller. natürlich können die im grundsatz schon deutsch, eine besonders schöne stilblüte hat mich aber zu dem titel bewogen. den anti-minarett-banner fand ich einfach zum grinsen. wie hiess es doch schon wieder, der nominativ ist dem akkusativ sein tod? 😉
da ich nicht möchte, dass besucher denken, dass ich auch nur entfernt derselben meinung bin, habe ich das bild ein bisschen verfremdet.
keine angst, so wird es in der schweiz kaum je aussehen. das bild zeigt die blaue moschee in istanbul.
in wangen kann nach langem hin und her nun doch ein minarett gebaut werden. 6 meter hoch soll der turm werden, im innern mit einer treppe zu servicezwecken ausgestattet. daten habe ich zwar keine gefunden, aber ich nehme mal an, dass die minarette der blauen moschee etwa 60m hoch sein dürften. nur so als vergleich. 🙂
die beschwerden von zwei anwohnern wurden laut nzz online abgewiesen. allerdings muss betont werden, dass die beschwerde nur das vorgehen der solothurner behörden beanstandete. die zonenkonformität wurde also nicht überprüft. doch ich sehe eigentlich auch nicht, weshalb ein minarett in der gewerbezone stören sollte.
europa befindet sich im krieg mit dem islam.
das ist nur ein kleines, skandalöses zitat aus dem facts-interview mit edu-nationalrat christian waber. ich kann momentan nicht mehr darüber schreiben, weil es sonst schlicht zu beleidigend für den armen evangelischen fundi würde. vielleicht morgen….