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Nicht immer ist der Verlust von einzelnen Haaren gleich als Haarausfall zu bezeichnen. Jeder Mensch verliert täglich 70 bis 100 Haare. Der Grund hierfür: Haare sterben im Laufe der Zeit ab. Sie stellen dann ihr Wachstum ein und fallen schließlich aus. Wenn die Grenze von 100 Haaren pro Tag überschritten wird – und das über mehrere Tage oder Wochen – spricht man von Alopezie im medizinischen Sinne.
Haarausfall Ursachen: Die verschiedenen „Haarausfall-Typen“
Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Typen:
- Effluvium: überdurchschnittlicher Haarschwund, der nicht zwangsläufig zu einer sichtbaren Lichtung des Haares führt.
- Alopezie: überdurchschnittlicher Haarschwund, der zu einer Alopezie, also einer schütteren Stelle, führt.
Gleichzeitig sprechen Experten von unterschiedlichen Formen. Außerdem gibt es viele verschiedene Gründe, die für den Haarverlust verantwortlich sein können.
Ursache #1: Androgenetischer (erblich bedingter) Haarausfall
Diese Form des Haarausfalles tritt vor allem bei älter werdenden Männern auf und wird aufgrund seiner Häufigkeit fast schon als normales Zeichen des Alterungsprozesses verstanden. Tritt der androgenetische Haarausfall jedoch bei jungen Männern beziehungsweise Frauen auf, wird er meist als kosmetischer Makel verstanden.
Typisch für den androgenetischen Haarausfall, der oft auch als erblich bedingter Haarausfall bezeichnet wird, ist, dass der Verlust der Haare zuerst im Stirnbereich beginnt. Es kommt zu einem Zurückgehen des Haaransatzes, was mit den sogenannten Geheimratsecken einhergeht. Frauen, die unter erblich bedingtem Haarschwund leiden, bekommen in der Regel keine Geheimratsecken oder eine Glatze. Bei ihnen fallen die Haare vor allem im Bereich des Scheitels aus.
Die Ursache für den androgenetischen Haarausfall ist eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel. Da diese Form des Haarschwunds genetisch bedingt ist, kann oft beobachtet werden, dass junge Männer, deren Väter und Großväter bereits lichtes Haar haben, ebenfalls unter dem erblich bedingten Haarausfall leiden.
Ursache #2: Kreisrunder Haarausfall
Beim kreisrunden Haarausfall handelt es um einen lokalen, klar begrenzten Haarausfall aufgrund einer Erkrankung. Kreisrunder Haarausfall kann nicht nur auf dem Kopf, sondern bei Männern auch im Gesicht, seltener im Bereich der Körperbehaarung, auftreten.
Die Stellen, die betroffen sind, sind meist glatt, eingefallen und frei von Schuppen. Die Haarfollikel werden nicht beschädigt.
Die Gründe konnten bisher nicht eindeutig geklärt werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich hierbei um eine Störung des Immunsystems beziehungsweise eine Autoimmunreaktion handelt. Das bedeutet, dass sich die Immunzellen, die sich eigentlich um die Bekämpfung von Viren, Bakterien und anderen Eindringlingen kümmern, gegen die körpereigenen Haarwurzeln richten und diese angreifen. Das Resultat dieser Autoimmunreaktion ist der typische kreisförmige, lokale Haarausfall.
Andere Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass kreisrunder Haarausfall durch Stress oder andere psychische Faktoren ausgelöst wird. Ein solcher Zusammenhang konnte allerdings bisher nicht ausreichend belegt werden. Dennoch gehen viele Experten nach wie vor davon aus, dass Schocksituationen oder überdurchschnittlich viel Stress eine Ursache sein können.
Form #3: Diffuser Haarausfall
Im Gegensatz zum kreisrunden kann der diffuse Haarausfall nicht eindeutig lokalisiert werden. Charakteristisch für seine Erscheinungsform ist, dass die Haare auf dem gesamten Kopf ausfallen. Das Ergebnis ist insgesamt schütter beziehungsweise dünner wirkendes Haar. Diese Art kommt vor allem bei Frauen vor. Männer sind seltener davon betroffen.
Ursachen sind unter anderem:
- Hormonell bedingt/Hormonschwankungen
- Schilddrüsenerkrankungen
- Eisenmangel
- Infektionen
- Stress
- Kopfhauterkrankungen
- Medikamente
- Strahlen-/Chemo-Therapie
- Starker Druck auf die Haare
- Überproduktion von Talg
- Alterungsprozess
- Stoffwechselerkrankungen
- Bulimie und Anorexie
- Syphilis
Die Behandlung von Alopezie
Genauso vielfältig wie der Haarausfall an sich, sind auch die verschiedenen Behandlungsmaßnahmen. Generell sollten Betroffene diverse „Wunder-Produkte“ aus der Werbung meiden. Haarwuchsmittel sind in der Regel Mogelpackungen, die nicht in der Lage sind, den gewünschten Effekt zu erzielen.
Wesentlich wirkungsvoller sind hingegen folgende Behandlungsmaßnahmen:
- Die Bekämpfung der Ursachen durch Medikamente
- Die Kaschierung der schütteren Stellen durch kosmetische Hilfsmittel
Wenn das Haar erst einmal lichter wird, hat das vor allem ästhetische Auswirkungen auf die Betroffenen. Mut macht die Tatsache, dass der Verlust der Haare nicht immer irreversibel ist – häufig können Sie etwas dagegen tun, ihn stoppen oder sogar „umkehren“.