Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03517.jsonl.gz/1481

Bluthochdruck
Eine häufige Krankheit
Der von Medizinern als Hypertonie bezeichnete Bluthochdruck ist in den Industrienationen ein häufiges Problem. Ohne Behandlung müssen sie mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und besonders für Schlaganfälle leben. Dies gilt vor allem für ältere Patienten, die länger und häufiger Bluthochdruck haben als jüngere Menschen. Fehlentwicklungen, die zur Entstehung einer Hypertonie beitragen, setzen allerdings schon in jungen Jahren ein. Wenn der Bluthochdruck vom Arzt erkannt wird, kann er durch Änderungen der Lebensweise und bei Bedarf durch konsequent eingenommene Medikamente unter Kontrolle gebracht werden.
Normaler und hoher Blutdruck
Der Blutdruck hängt von der Pumparbeit des Herzens und den muskulösen Arterien, die sich enger stellen oder weiten können, ab. Die Aufrechterhaltung eines normalen Blutdruckes ist sehr wichtig, um alle Organe ausreichend mit Blut zu versorgen und die uneingeschränkte Funktion der Nieren sicherzustellen. Bei zu hohem Blutdruck treten zunächst kaum Beschwerden auf - eher das Gegenteil ist der Fall. Viele Menschen mit Bluthochdruck fühlen sich ausgesprochen rege und fit, deshalb sind sie überrascht, wenn der Arzt feststellt, dass mit ihrem Blutdruck etwas nicht stimmt.
Zur Diagnose Bluthochdruck wird ein Arzt kommen, wenn er bei wiederholten Messungen in der Praxis Blutdruckwerte festgestellt hat, die über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Grenzwerten liegen:
- milde Hypertonie: oberer Wert: 140 bis 180 mmHg / unterer Wert 90 bis 105 mmHg (die Abkürzung mmHg steht für Millimeter Quecksilbersäule)
- moderate bis schwere Hypertonie: Werte von mehr als 180/105 mmHg
Auswirkungen von Bluthochdruck
- Im Durchschnitt sinkt die Lebenserwartung 45-jähriger Männer bei einer Zunahme des Blutdruckes von 120/80 auf 150/100 mmHg um 11,5 Jahre.
- Das Schlaganfallrisiko ist bis zu sieben Mal höher.
- Die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt ist um das Dreifache erhöht.
Ursachen für Bluthochdruck
In 90 bis 95 Prozent der Fälle ist keine eindeutige Ursache erkennbar. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von essentiellem Bluthochdruck. Eine wirkliche Heilung ist dann nicht möglich, normale Blutdruckwerte können lediglich durch Veränderungen der Lebensgewohnheiten und bei Bedarf durch Medikamente erreicht werden.
Bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen liegen erkennbare Ursachen vor. Häufig sind dies Nierenschäden, beispielsweise eine Verengung der Nierenarterien. Möglicherweise ist aber auch eine hormonelle Störung der Grund für die hohen Blutdruckwerte. Bei Kindern liegt dem Bluthochdruck häufiger als bei Erwachsenen eine konkrete Ursache zugrunde, allerdings haben nur etwa zwei Prozent aller Kinder in Deutschland einen auffällig erhöhten Blutdruck.
Ein oft übersehenes Problem, das aber sehr deutliche Auswirkungen auf den Blutdruck hat, sind nächtliche Schlafstörungen in Verbindung mit Atemproblemen - dem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom.
In Studien wurde nachgewiesen, dass die Disposition zum Bluthochdruck auch erblich ist. Dies wird für circa 60 Prozent der Fälle angenommen. Durch eine ungünstige Lebensweise kann sich dann der Bluthochdruck manifestieren.
Liegt neben dem Bluthochdruck auch eine Diabetes mit ersten Nierenschäden vor, steigt das Risiko einer tödlichen Herzgefäßerkrankung um das Sechsfache.
Die Blutdruckmessung
Für eine korrekte und aussagekräftige Blutdruckmessung sind immer zwei Werte notwendig.
- Der obere, systolische Blutdruckwert tritt auf, wenn die linke Herzkammer mit Blut gefüllt ist und der Herzmuskel Druck aufbaut, um das Blut in die Gefäße auszutreiben. Der Arzt hört mittels Stethoskop Strömungsgeräusche in der Armschlagader.
- Der untere, diastolische Blutdruckwert wird gemessen, wenn das Blut wieder ungehindert durch die Armschlagader fließt. Die Strömungsgeräusche sind nicht mehr hörbar. In diesem Moment entspannt sich das Herz wieder und wird erneut mit Blut gefüllt.
Vorbeugende Massnahmen
Der Bluthochdruck ist ein gesundheitliches Problem, dem man sehr gut durch Vorbeugung begegnen kann. Die im folgenden aufgelisteten Maßnahmen eignen sich aber größtenteils nicht nur zur Vermeidung eines zu hohen Blutdruckes, sie nützen auch bei anderen Riskofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Auch wenn Medikamente gegen Bluthochdruck eingenommen werden, bringen diese Maßnahmen noch einen zusätzlichen Nutzen und sollten nicht aufgegeben werden. Zu meiden oder zu behandeln sind:
- Übergewicht
- zuviel Alkohol
- zuviel Kochsalz
- Bewegungsmangel
- Stress
- Schlaf-Apnoe
Folgende Risikofaktoren erhöhen zwar nicht direkt den Blutdruck, schädigen aber zusammen mit dem Bluthochdruck die Blutgefäße:
- Rauchen
- zuviel tierische Fette
- zuviel Cholesterin
Bluthochdruck als erbliches Risiko
In den sechziger Jahren wurden in Norwegen die Blutdruckwerte von gesunden und noch nicht mit Medikamenten behandelten Erwachsenen untersucht. Etwa 30 Jahre später haben sich Wissenschaftler an deren Kinder gewandt, um auch bei ihnen die Blutdruckwerte zu messen. Es zeigte sich, dass die Kinder, von denen beide Eltern einen überhöhten Blutdruck hatten, auch selbst die höchsten Werte aufwiesen. Bei Eltern mit normalem Blutdruck hatten die Kinder dagegen normale Blutdruckwerte. Die Kinder, bei denen entweder nur der Vater oder nur die Mutter einen überhöhten Blutdruck hatten, lagen mit ihren Werten zwischen den beiden anderen Gruppen. Da nicht alle untersuchten ehemaligen Kinder das gleiche Alter hatten (die Altersspanne erstreckte sich zwischen 34 und 43 Jahren), wurde die Untersuchung zusätzlich nach Altersgruppen getrennt durchgeführt. Die Ergebnisse blieben auch dann noch die gleichen. Somit wurde durch diese Untersuchung der Beweis erbracht, dass es für den Bluthochdruck ein erbliches Risiko geben muss. Wer also weiß, dass seine Eltern Bluthochdruck haben oder hatten, sollte die eigenen Blutdruckwerte regelmäßig kontrollieren lassen.
Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen stellen keine Empfehlung oder Bewerbung des genannten Präparates oder der Präparate und Substanzen dar. Die Informationen ersetzen nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Für konkrete und individuelle Fragen zur Therapie wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.