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Die CAMERATA BERN wurde 1962 mit der Idee gegründet, als flexible Orchesterformation ohne Dirigenten zu konzertieren. Sie hat sich rasch zu einem weltweit anerkannten Kammerorchester entwickelt. Sie arbeitet mit vielen international renommierten Künstlern zusammen, führte zahlreiche Tourneen durch und hat mehrere internationale Auszeichnungen gewonnen. Der Erfolg der Konzerte bei Musikliebhabern in Bern, in der Schweiz und im Ausland unterstreicht die Bedeutung der CAMERATA BERN in der Berner und schweizerischen Musikszene. Dafür erhielt sie den Kulturpreis der Burgergemeinde Bern.
Die Geigenbauschule Brienz wurde 1944 gegründet und ist die einzige Fachschule für Geigenbau in der Schweiz. Brienz mit seiner geografisch günstigen Lage am Brienzersee ist als ruhiger Ort geeignet für das konzentrierte Arbeiten. Aus den Wäldern der umliegenden Bergtäler nutzt man seit Jahrhunderten Bäume als Resonanzholz für Saiteninstrumente. Seit 1996 leitet Hans Rudolf Hösli die Schule. Die Instrumente der Geigenfamilie stehen im Zentrum der Ausbildung. In Konzeption, Baumethode und Gestaltung lehnt man sich an die Vorbilder der grossen Meister des barocken, klassischen und modernen Geigenbaus an. 1998 wurde die Schule in eine Stiftung als neue Trägerschaft übergeführt. 2001 erhielt die Schule ebenfalls den Kulturpreis der Burgergemeinde Bern.
Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der CAMERATA BERN entstand die Idee, einen Satz Streichinstrumente bei der Geigenbauschule Brienz in Auftrag zu geben und zwar acht Geigen, drei Bratschen, zwei Celli und einen Kontrabass, welche die Schule nach barocken Vorbildern bauen sollte. Jedes Modell hat seine abweichende Masse, allerdings stets innerhalb seiner in sich stimmigen Proportionen. Das Konstruieren und Gestalten mit Masseinheiten, die sich auf den menschlichen Körper bezogen (Elle, Fuss), waren im barocken Geigenbau das Übliche. Die 14 Gesellschaften und Zünfte von Bern beschlossen, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten die 14 Streichinstrumente der CAMERATA BERN zu schenken, wobei jede Gesellschaft bzw. Zunft als «Patin» eines Instruments auftrat.
Dafür heisst jedes Instrument nach der entsprechenden Gesellschaft bzw. Zunft und trägt auf der Rückseite deren Zunftwappen. Die Hans und Verena Krebs-Stiftung, welche vom verwitweten und vermögenden früheren Architekten Hans Krebs 2004 gegründet worden war und sich die finanzielle Unterstützung der Geigenbauschule Brienz zum Ziele gesetzt hatte, übernahm die Vor- und Restfinanzierung der Instrumente. Die Form der Bratsche «Zimmerleuten» wurde nach einem wenig bekannten Modell von Giacomo Gennaro, einem Schüler von Nicola Amati, mit Zirkel und Lineal konstruiert.
Die Instrumente stellen ein einzigartiges, schönes und nachhaltiges Geschenk der Gesellschaften und Zünfte im Rahmen ihres kulturellen Engagements an die CAMERATA BERN dar, das viel Freude bereitet. Ich liess es mir deshalb nicht nehmen, am
17. März 2013 im Rahmen der feierlichen Übergabe der Instrumente im Grossen Saal des Kultur Casinos im Namen unserer Gesellschaft die Bratsche «Zimmerleuten» Friedemann Jähnig, CAMERATA BERNMitglied seit 2008, zu überreichen.
Die CAMERATA BERN bedankte sich durch ein eindrückliches Konzert, an dem sie Werke von Pietro Antonio Locatelli (1695–1764), Giuseppe Tartini (1692–1770), Giuseppe Valentini (1681–1753), Francesco Durante (1684– 1755) sowie Francesco Geminiani (1687–1762) spielte.