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Entdeckungen von Paul Schatz
Objekte von Paul Schatz
Die Objekte von Paul Schatz führen über das Spiel und die Schönheit den Betrachter zu den Geheimnissen des Raumes. Gerade am Würfel, dem bekanntesten Raumobjekt unserer Zeit, macht der Erfinder und Entdecker uns deutlich, wie reichhaltig und unterhaltend das Unbekannte sein kann. Geleitet von der Idee, dass jeder starre Körper in sich die Gesetze der Bewegung und die Möglichkeit der Umstülpung hat, entdeckte und entwickelte Paul Schatz aus dem "Umstülpbaren Würfel" heraus neue Raumformen und Maschinen verschiedenster Art.
Wer war Paul Schatz?
Quell seines künstlerischen Schaffens
Paul Schatz wurde am 22. Dezember 1898 in Konstanz am Bodensee geboren. Das gutbürgerliche Elternhaus - der Vater war Stadtrat und Besitzer einer kleinen Maschinenfabrik - prägte das Leben des Jugendlichen. Die technischen Entwicklungen des neuen Jahrhunderts, insbesondere der Luftfahrt, faszinierten ihn. Im zweiten Kriegsjahr, 1916, erhielt der hochbegabte Schüler den Graf Zeppelin-Preis, ein Stipendium für die besten Leistungen in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern. Als Siebzehnjähriger kam er als Funker an die Westfront. Nach dem Krieg begann er in München an der Technischen Hochschule Mathematik und Maschinenbau zu studieren. Kurz vor dem Diplom wechselte er zum Studium der Astronomie über. Enttäuscht von der heutigen Wissenschaft und ihrem einseitig abstrakten Denken, brach er 1922 sein Universitätsstudium ab und begann eine künstlerische Ausbildung an der Holzschnitzschule Warmbrunn im Riesengebirge.
Von 1924 bis 1927 war er in einem eigenen Atelier am Bodensee als Bildhauer tätig. In dieser Zeit begann auch ein intensives Studium der Anthroposophie, aus dem heraus er sich immer mehr die Frage nach dem Quell seines künstlerischen Schaffens zu stellen. Die Frage wurde bewegt "... in dem Verlangen, ein Denken zu finden, in dessen Klarheit das Künstlerische nicht erfriert, und ein wahres Kunstschaffen zu erreichen, das einem erkennbaren, nicht dunklen unkontrollierbaren Quell entströmt." (Paul Schatz)
Paul Schatz: "Die Welt ist umstülpbar“ Rhythmusforschung und Technik"
Paul Schatz ist durch seine "Turbula", den "Umstülpbaren Würfel" und das "Oloid" in Fachkreisen und in der Öffentlichkeit bekannt geworden. Seinen Erfindungen liegen sehr bedeutsame, von ihm neu und wieder entdeckte raumgeometrische Prinzipien zugrunde. Aus einer lebendigen "Geometrie im Flusse" (R. Steiner) ist es Paul Schatz gelungen, die ersten Elemente einer neuen, naturfreundlichen Maschinenbaukunst zu entwickeln.
"Die ersten polysomatischen Gestaltungen - u.a. Kuboid, Umstülpungshalle, Oloid - kommen als Elemente einer künftigen Maschinenbaukunst zur Darstellung. Denn die neuen bewegungsgeometrischen Erkenntnisse und Auffassungen führten zu einer Erweiterung der Grundelemente der Kinematik und von da aus zur Möglichkeit technischer Schöpfungen, welche gegenüber der Natur nicht destruktiv sind, sondern sich ihren grossen Regeln unterstellen."
Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart
1. Auflage 1975, ISBN 3-7725-0649-6
2. erweiterte Auflage 1998, ISBN 3-7725-1626-2
3. wesentlich erweiterte Auflage von 2008, ISBN 978-3-7212-0654-8 (Niggli Verlag)
Technik und Gestaltung - Gesammelte Aufsätze
Die vorliegende Aufsatzreihe aus den 1930er- und 1960er-Jahren befasst sich mit dem Ringen zwischen gegensätzlichen Disziplinen des menschlichen Tuns: Natur-, Geisteswissenschaft und künstlerische Gestaltung. Paul Schatz – Erfinder und Künstler – befand sich Zeit seines Lebens an genau dieser Schnittstelle. Gleichzeitig klagte er die Umweltzerstörung durch den Menschen an und rief zur Verantwortung gegenüber der Erde auf.
Hier kommt ein Schweizer Pionier der Umwelttechnik zu Wort, für den die Bedrohung durch Radioaktivität, DDT und Verschmutzung des Wassers Anlass war, nach den ethischen Prinzipien der Technik zu fragen, welche letztlich nur in einer weiterzuentwickelnden Geisteswissenschaft begründet werden kann.
The Study of Rhythms and Technology The Evertible Cube. Polysomatic Form-Finding
Die Welt ist umstülpbar. Die Welt ist rhythmisch. Diese Perspektive des Holzbildhauers, Technikers und Erfinders Paul Schatz eröffnet eine neue Sicht der Dinge. Ihm gelang es, eine Technik zu schaffen, welche im Einklang mit den Gesetzen und Rhythmen der Natur steht. Die Schatz’sche Entdeckungsreise führt zu verblüffenden Entwicklungen im Design, im Erfassen des geometrischen und architektonischen Raumes und zu einer neuen Maschinenbaukunst. Oloide und Kuboide sind Formen, welche durch ihre Schönheit bestechen. Turbula- und Inversina-Mischer werden in der Industrie, das Oloid in der Wasser- und Umwelttechnik erfolgreich genutzt.
Das Buch vermittelt ein Lebenswerk, welches zwischen den Kunst- und den Naturwissenschaften vermittelt und sowohl dem Philosophen wie auch dem Praktiker Anregung für sein eigenes Schaffen bietet. Seit der ersten Publikation über die Entdeckungen von Paul Schatz hat die Thematik nicht an Aktualität verloren, sondern an Brisanz gewonnen.