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01.02.2020 – 08.02.2020
Auch Romain aus Grenoble war seit einigen Tagen in der Hauptstadt. Und zwei Freunde von Tom, Jonny und Kiona waren schon seit zwei Wochen in der Hauptstadt von Mexiko. So nutzten wir die Gelegenheit und verbrachten den ersten Nachmittag im Botanischen Garten mit diesen drei Freunden.
Als nächstes machten wir uns auf zum UNESCO-Welterbe in der Nähe von Teotihuacan. Dort gab es die prähistorische Stadt mit ihrer Sonnen- und Mondpyramide zu bestaunen. Sie war zwischen 100 und 600 nach Christus das Zentrum von kulturellen, wirtschaftlichen und militärischen Bewegungen von Mittelamerika. Bis zu 157’000 Einwohner zählte diese Stadt und war somit zu dieser Zeit einer der grössten auf dem amerikanischen Kontinent. Der Einfluss der Stadt nahm ab 650 ab und um 750 wurde sie aus noch unklaren Gründen verlassen. Das Volk der Azteken fand Teotihuacan bei ihrer Einwanderung ins Hochland von Mexiko als Ruinenstadt vor. Seit Jahrhunderten war dieser Ort bereits verlassen.
Die Hauptstrasse der Stadt war die sogenannte Strasse der Toten, welche im Norden am Fusse der Mondpyramide endet. Wir liefen in den Überresten des Quetzalpapalotl-Palasts hindurch, an zahlreichen Ruinen von Gebäuden vorbei sowie auf die Sonnenpyramide, das Zentrum der Stadt, hinauf. Das frühe Aufstehen hat sich mehr als gelohnt. Wir konnten diese Ruinenstadt mit wenigen Besuchern und zwei Vierbeinern bestaunen. Ab 10:00 Uhr war die Anlage ziemlich voll und für das Besteigen der Sonnenpyramide musste man fast schon anstehen.
Zusammen mit Jonny und Kiona besuchten wir den Zocalo, der von der Cathedral Metropolitana und dem Palacio Nacional halb umringt wird. Aber auch der Palacio de Bellas Artes war von aussen schon sehr eindrücklich. Die Beiden kannten die riesengrosse Stadt schon fast so gut wie ihre eigene Hosentasche. So konnten Tom und Aurelia etwas zurücklehnen sich durch spannende Ecken der Stadt führen lassen.
Der Palacio de Correos de Mexico war ebenfalls ein eindrückliches Gebäude. Ein eher unscheinbarer Anblick gibt dieses Postgebäude aus dem Jahr 1907 von aussen. Tritt man ein, könnte man fast schon meinen, man sei in einem kleinen Palast. Durch das grosse Erdbeben im Jahr 1985 wurde das Gebäude stark beschädigt. In den 90er Jahren wurde es dann durch Restaurationsarbeiten wieder in die ursprüngliche Form und Farbe gebracht. Noch heute werden hier Briefmarken verkauft und Briefkästen gelehrt.
Zu Zweit besuchten wir dann das Nationalmuseum für Anthropologie. Wir bekamen darin die präkolumbianische Zeit und die lebende indianische Kultur in Mexiko veranschaulicht. Viele Informationen, Anschauungsmaterial und eine grosse archäologische Sammlung gibt es da in 22 thematisch sich unterscheidenden Räumen zu betrachten. Das bekannteste und wichtigste Sammlungsstück ist der Stein der Sonne. Oft wird der aus Basalt gefertigte Stein mit einem Durchmesser von 3.6 Metern fälschlicherweise als aztekischer Kalenderstein angesehen. Man ist sich aber heute noch nicht einig, für welchen Nutzen der Stein gefertigt wurde.
Wir haben bei weitem nicht alles gesehen, geschweige denn gelesen. Etwa 6 Räume haben wir mit all den Informationen betrachtet. Ein zweiter oder gar dritter Besuch dieses grossen Museums wäre da sicher nötig, um alles gesehen zu haben.
Um das Handwerk und die Volkskunst von Mexiko etwas genauer unter die Lupe nehmen zu können, besuchten wir das Museo de Arte Popular de México. Als RentnerIn, SchülerIn oder LehrerIn ist der Eintritt kostenlos. Aurelia versuchte ihr Glück, gab ihren Beruf Preis und darauffolgend musste sie ihre ID zeigen. Da meinte die Kassiererin, das sei gut so und verlangte nur den Eintrittspreis für Tom. Im Nachhinein hätte Aurelia diesen Eintritt gerne bezahlt. Tolle Werke, die mit viel Sorgfalt präsentiert wurden, waren da zu sehen. Unterschiedliche Materialien wie Papier, Karton, Ton, Wolle, Wachs, Keramik, Palmblätter, Stoff oder Kunststoff.
Zurück in Valle de Bravo durften wir die tolle Gastfreundschaft von Doris und Marcel geniessen. Sie hatten bereits Besuch von Hanspeter und Jann aus Kanada bei sich. Trotzdem durften wir in ihrem schönen Haus und grossen Garten uns wie zu Hause fühlen.
Gemeinsam mit Marcel besuchten wir die Monarchfalter, die zahlreich den Winter in der Nähe verbringen. Diese Schmetterlinge wanderten von Kanada hierher und überwintern hier in der mexikanischen Sierra Nevada. Bis zu 50 km legen diese Wanderfalter an einem Tag zurück.
Zusammen mit einem Begleiter des Parks wanderten wir ca. eine Stunde den Berg hoch. Denn die Falter haben weiter oben im Wald eingenistet, da dort die Sonne früher einstrahlt. Als wir ankamen, mussten wir leiser sprechen um die vielen vielen Falter nicht zu stören. Sobald die Sonne etwas stärker einstrahlte, begannen sie in grösserer Anzahl an zu fliegen. Der Anblick dieser kleinen Tiere war sehr schön und durch die Ruhe im Wald konnten wir ihn noch mehr geniessen.
Marcel brachte uns nach dem Besuch der Monarchfalter noch zu einem Plätzchen von dem aus wir eine herrliche Sicht auf den 4680 Meter hohen Nevado de Toluca geniessen konnten. Am Tag zuvor wurde dieser inaktive Vulkan mit etwas Schnee eingedeckt.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit Backen, Kochen, Fahrräder auf Vordermann bringen, Einkaufen, Näharbeiten und Blog auf den neuesten Stand bringen. Da wir sowieso wieder alles auspacken, einpacken und umpacken mussten, nutzten wir die Gelegenheit und legten all unser Hab und Gut aus. Einzig die schmutzige Wäsche war gerade in der Waschmaschine!=) Anschliessend haben wir unsere beladenen Fahrräder gewogen. Was meint ihr, wie schwer ist Aurelia’s und wie schwer ist Tom’s Fahrrad? Schreibt uns eure Schätzungen in einem Kommentar.
An dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank an Marcel und Doris für eure Hilfe mit dem Packet, eure warme Gastfreundschaft, und die gemeinsame Zeit in eurem schönen Haus. Ihr habt uns in eurem Zuhause herzlich aufgenommen und uns mit tollen Dingen wie Abendessen am Feuer oder dem Besuch der Monarchfalter und von Avandaro eine tolle Zeit in Valle de Bravo beschert. Unsere Türen werden für euch in der Schweiz stets offen sein, sobald wir dann auch welche haben. =)