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Trotz schwerem Sturz in den USA fuhr Christian Reich mit dem Zweierbob wieder auf Platz 3. Sieger in Winterberg (De) wurde Christoph Langen (De).Dieser Inhalt wurde am 04. Dezember 2001 - 21:17 publiziert
Mit dem kleinen Schlitten verwies Doppel-Weltmeister Langen Landsmann Rene Spies, Reich und Martin Annen auf die nächsten Plätze. Im Viererbob-Rennen war Annen als Fünfter der beste Schweizer. Annen setzte wie Reich (8.) erstmals im Weltcup einen neuen Viererbob ein.
Mit einem Debakel endete das Wochenende für Reto Götschi, der unter 29 Mannschaften bloss Platz 26 belegte. Götschi muss nun seinen Viererbob-Startplatz Ralph Rüegg überlassen.
Christian Reich: Eine Klasse für sich
Reich ist zwar im Zweierbob-Weltcup nach drei Rennen ebenfalls nicht -- wie im Selektionsreglement verlangt -- unter den ersten Acht klassiert, wegen des Sturzes tritt aber eine (reglementarisch verankerte) Sonderklausel in Kraft.
Der Aargauer bewies zudem im Winterberger Zweierbob-Rennen, dass es ihm nicht an Klasse fehlt, auch wenn er dem Leistungsdruck ausgesetzt ist. Auf dem Weg zum Sieg war Reich (33) in Lake Placid mit dem Helm so hart aufs Eis der gefährlichen Bahn geprallt, dass er sich hinterher lange Zeit an nichts mehr erinnern konnte. Während vier Tagen litt der Steuermann als Folge der Gehirnerschütterung an starken Kopfschmerzen. Überdies musste er seinen Startplatz in der Gruppe 1 an Reto Götschi abreten.
So fand er in Winterberg mit der Nummer 21 erheblich ramponiertes Eis vor, schuf mit einer starken Fahrt (9.) aber bereits im ersten Durchgang die Basis für den Weg aufs Podest. In der Reprise legte Reich die zweitbeste Zeit in die Bahn und überholte noch sechs Widersacher. "Natürlich war es ein schwieriges Rennen für uns", sagte Reich hinterher, "aber ein solches Ergebnis gibt Selbstvertrauen. Wir werden wieder angreifen".
Annen: Patzer im zweiten Lauf
Reich gelang es auch als erstem Schweizer in dieser Saison, Martin Annen (27) hinter sich zu lassen. Der Schwyzer lag nach halbem Pensum noch auf dem aussichtsreichen dritten Platz, patzerte hernach aber mehrmals, verbuchte nur die zwölftbeste Zeit und wurde schliesslich Vierter. Immerhin blieb Annen ein Hundertstel vor dem bisher ungeschlagenen Todd Hays (USA) und halbierte den Rückstand im Weltcup-Zwischenklassement auf vier Punkte.
Mit dem Viererbob untermauerte Annen seine Vormachtstellung im Schweizer Lager. Zwar verlor er in der Reprise drei Ränge, für den Steuermann fiel das Wochenende auf der ihm nicht sonderlich zusagenden Bahn trotzdem positiv aus.
Am nächsten Wochenende in Igls (Ö) fährt Annen aber wieder seinen alten Viererbob. "Der Test mit dem neuen Gerät ist im Prinzip geglückt", sagte Annen. "Der Schlitten kommt jetzt aber wieder auf den Prüfstand. "
Enttäuschender Götschi
Schon im Zweierbob-Rennen fiel die Leistung von Reto Götschi (36) enttäuschend aus. Auf jener Bahn, auf der er schon Europameister und Weltcup-Sieger geworden war, büsste der Routinier als Gesamtneunter über eine Sekunde ein. Im Zweierbob-Weltcup ist Götschi aber weiterhin vor Reich klassiert. Reich muss somit auch das nächste Rennen aus der zweiten Gruppe in Angriff nehmen.
Langen: Ungeschlagen an der Spitze
Eine Klasse für sich war in Winterberg der im nächsten März 40 Jahre alt werdende Langen. Er ist derzeit so überlegen, dass er nicht einmal mehr überragende Startzeiten benötigt, um die Konkurrenz in die Schranken zu weisen. "An den Olympischen Spielen kann aber wieder alles anders sein ", wiegelte er ab.
Langen ist schon jetzt für beide olympischen Rennen gesetzt. Dies erlaubt es dem Routinier, sich ganz der Olympia-Vorbereitung zu widmen und seinen Formstand punktuell zu überprüfen.
swissinfo und Agenturen
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