Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/1827

Freie Inhalte
Informationen und Richtlinien für Forschende
Diese Seite informiert Forschende über aktuelle Massnahmen in Zusammenhang mit dem Coroanvirus. Die Informationen werden laufend angepasst, zuletzt am 01. April 2020, 12.15 Uhr.
Der Bundesrat hat am Freitag, 20. März verschärfte Massnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie verordnet. Auch das Rektorat verschärft seine Regelungen im Bereich der Forschung. Damit wollen wir - in der jetzigen kritischen Phase - einen zusätzlichen Beitrag leisten, um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verlangsamen.
Die Universität Basel stellt ab sofort und bis auf weiteres die Forschung auf Notbetrieb um. Sämtliche Forschungstätigkeiten, die eine physische Präsenz an Einrichtungen der Universität bedingen, sind auf ein Minimum zu reduzieren. Alle Forschungstätigkeiten, die im Homeoffice durchgeführt werden können, laufen wie bisher weiter.
Entsprechend sind ab sofort alle Vorbereitungen zu treffen, um den experimentellen Betrieb auf das unverzichtbare Minimum zu reduzieren. Laufende Experimente sollen schnellstmöglich abgeschlossen werden, auf den Beginn neuer Experimente ist zu verzichten. Forschungseinheiten (Departemente) benötigen ab 25. März 2020, 12 Uhr, für die Weiterführung von unverzichtbaren Forschungstätigkeiten, die eine physische Präsenz an Einrichtungen der Universität bedingen, ein genehmigtes Betriebskonzept, das die Einhaltung hoher Sicherheits- und Hygienestandards sicherstellt.
Diese Massnahme ermöglicht es, unter den gegebenen Umständen ein tragfähiges Betriebskonzept für notwendige Forschungsprojekte sicherzustellen, die eine physische Präsenz vor Ort zwingend erfordern, die nicht verschoben oder digital durchgeführt werden können, und deren Abbruch zu erheblichen Verlusten führen würde.
Klinische Forschung
Klinische Forschung am DKF (mit Patienten-/ Probandenkontakt) liegt in der Verantwortung der Universitätsspitäler/-Kliniken; die Entscheidung über die Weiterführung von Forschungsprojekten wird durch die Universitätspitäler, in Abstimmung mit der Medizinischen Fakultät, geregelt.
Einhaltung verschärfter Sicherheits- und Hygienestandards
Sämtliche Forschungstätigkeiten, die eine physische Präsenz an der Universität bedingen, setzten ein genehmigtes Betriebskonzept voraus, das die Einhaltung der verschärften Sicherheits- und Hygienestandards beschreibt und sicherstellt:
-
Pro Raum (Büro oder Labor) ist zu jedem Zeitpunkt immer nur eine Person zugelassen. Das Gleiche gilt für gemeinsam genutzte Räume und Arbeitsplätze (z.B. Messgeräte, Core Facilities). Überschneidungen sind durch ein geeignetes Buchungssystem zu vermeiden.
-
Bei gemeinsam genutzten Räumen, Arbeitsplätzen und Geräten muss eine effektive Reinigung und Desinfektion zwischen verschiedenen Nutzern sichergestellt sein. Es existieren entsprechende SOPs. Ist dies nicht möglich, ist der Betrieb einzustellen.
- Untersuchungen und face-to-face Interviews / Meetings mit freiwilligen Studien-TeilnehmerInnen / ProbandInnen zu Forschungszwecken (mit Ausnahme von COVID-19 Forschung) sind untersagt und können nur mit einer Ausnahmegenehmigung der zuständigen Ethikkommission weitergeführt werden.
-
Meetings und Besprechungen, selbst solche zwischen zwei Personen, sind ausschließlich telefonisch oder virtuell durchzuführen; die Universität stellt geeignete Systeme für Video Conferencing (https://its.unibas.ch/de/anleitungen/applikationen-websites/digitale-meetings-und-unterrichtsformen/) zur Verfügung.
-
Die Nutzung von Aufenthaltsräumen, Kaffeeküchen, etc. ist nicht erlaubt; die Benutzung von Liften sollte vermieden werden.
Services, Infrastrukturen und Core Facilities
-
Die Organisationseinheiten legen im Betriebskonzept fest, welche unverzichtbaren, kritischen Infrastrukturen, Services und Core Facilities für die Durchführung notwendiger Forschungsprojekte benötigt und unter Einhaltung der genannten Sicherheits- und Hygienestandards betrieben werden. Das schließt Wartungs- und Unterhaltsarbeiten ein, die zwingend notwendig sind, um den Betrieb sicherzustellen, und die nicht aufgeschoben werden können.
-
Die Organisationseinheiten benennen die technischen / administrativen Mitarbeitenden und Sicherheitspersonal mit betriebsrelevanten Ausgaben die für diesen Zweck Zugang haben müssen.
-
Nichtessentielle Infrastrukturen, Services und Core Facilities, sowie Anlagen die keine effektive Reinigung und Desinfektion erlauben, werden geschlossen.
Als unverzichtbar gelten insbesondere Mitarbeitende von Informatikdiensten, die IT-Systeme mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen betreuen, und die Umstellung des Forschungs- und Lehrbetriebs auf digitale Systeme vor Ort unterstützen.
Betriebskonzept
Der/die Leiter/in der Organisationseinheit (Departemente) legen der Fakultätsleitung (Dekan) spezifische Betriebskonzepte und einen Umsetzungsplan für alle Standorte der Einheit zur Genehmigung vor. Das Betriebskonzept muss darlegen, wie die Einhaltung der Richtlinien überprüft und dokumentiert wird. Abweichungen von den oben genannten “Eine Person pro Raum Regel” sind nur in einzelnen sehr gut begründeten Ausnahmefällen und unter strikter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln (SOP) möglich. Die bestehenden Vorschriften zur Arbeits- und Laborsicherheit gelten weiterhin.
Die Fakultätsleitung informiert die Antragsteller und das Vizerektorat Forschung über die erteilten Genehmigungen.
Die Einhaltung der Sicherheits- und Hygienestandards wird zusätzlich durch externe Stichproben überprüft. Im Falle der Nichteinhaltung wird die Genehmigung des Betriebskonzepts widerrufen, was eine sofortige Einstellung der Aktivitäten zur Folge hat.
Unterstützung für Forschende
Die Massnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie haben nicht nur starke Einschränkungen unseres täglichen Lebens zur Folge, sondern beeinträchtigen auch die Arbeit unserer Forscherinnen und Forscher stark. Besonders betroffen ist der wissenschaftliche Nachwuchs. Die Universitätsleitung ist sich der Problematik bewusst und wird für Wissenschaftler/innen, die ihr Forschungsvorhaben aufgrund der Pandemie nicht im geplanten Zeitrahmen durchführen können, flexible Lösungen ermöglichen. Bisher gelten folgende Regelungen:
-
Tenure-Track-Assistenzprofessuren können den Evaluationszeitpunkt um ein halbes Jahr verschieben. Sollte die Krise und die Einschränkung der Forschungstätigkeit länger als erwartet andauern, wird auf Antrag eine Verschiebung um ein Jahr geprüft.
-
Die Anstellung von Assistierenden (Doktorat, PostDoc) kann gemäss OWP (§23) auf Antrag über die maximale Anstellungsdauer hinaus verlängert werden.
-
Insofern experimentelle Semester-/Projektarbeit, Bachelor-Arbeit, Master-Arbeiten durch diese Maßnahmen unterbrochen werden müssen oder verzögert werden, kann der Abgabetermin auf Antrag an die Fakultät entsprechend verschoben werden.
-
SNF finanzierte Projekte, die vor dem 31. Dezember 2020 enden, können bis zu sechs Monate kostenneutral verlängert werden. Sollte die Finanzierung nicht ausreichen, kann ein Zusatzbeitrag von zwei Monaten beantragt werden. Für Projekte, die nach dem 31. Dezember 2020 enden, kann zwei bis vier Monate vor Ablauf des Projekts eine kostenneutrale Verlängerung beantragt werden.
Der SNF bietet auch die Möglichkeit einer Überbrückungsfinanzierung für den Fall, dass Gesuche aufgrund der Krise erst per 1. Oktober eingereicht werden können.
Weitere Informationen zu den Massnahmen des SNF finden Sie auf der Webseite des SNF sowie in den FAQ zu COVID-19. Wir empfehlen zudem, den Newsletter des SNF zu abonnieren.
- Horizon 2020 Projekte: Die Europäische Kommission behandelt die Corona-Krise als “Force Majeure” gemäss Artikel 51 des Grant Agreements. Forschende, die aufgrund der Krise das Forschungsprojekt nicht wie geplant durchführen können, sind verpflichtet, sich sofort via Funding and Tenders Portal an den Project Officer bei der Europäischen Kommission zu wenden. Diese wird das Vorgehen auf einer Case-by-Case Basis entscheiden. Bitte informieren Sie in diesem Fall auch das Grants Office. Weitere Informationen, auch zu der Übernahme von Kosten, finden Sie hier.
COVID-19 Forschung
Die Universität begrüsst das Engagement zahlreicher Forschenden, die im Rahmen ihrer eigenen Forschung dazu beitragen, den Wissensstand über COVID-19 zu erhöhen und wissenschaftlichen Erkenntnisse öffentlich zugänglich zu machen. Viele Fördergeber haben zusätzliche kurzfristige Förderprogramme für COVID-19 Forschung geschaffen:
-
IMI Call 21 Development of therapeutics and diagnostics combatting coronavirus infections (Deadline: 31. März, 2020)
-
BRCCH Fast Track Call: Emergency Response to COVID-19 (Deadline: 8 April, 11:00) https://brc.ch/ftc/
-
Aufruf für Partnerschaften: Crowdhelix sucht weltweit nach Forschern und Innovatoren mit einem starken Leistungsausweis in Bereichen, die für die globalen Bemühungen zur Bekämpfung der neuartigen Coronavirus-Pandemie (COVID-19) relevant sind.
https://network.crowdhelix.com/covid-19
Fragen und Anregungen
Für Fragen, Anregungen und Vorschläge wenden Sie sich bitte an <email-pii>.