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Geschichte
1943–1993
Die ersten Schweizerischen Volkshochschulen wurden 1919 unter dem Eindruck der damaligen politischen Krise, die sich im Landesgeneralstreik von 1918 dramatisch manifestiert hatte, in den drei Städten Basel, Bern und Zürich ins Leben gerufen. Diese Gründungen waren von ausländischen Vorbildern, namentlich von der schon im letzten Jahrhundert entstandenen Volkshochschulbewegung in Dänemark und den University Extensions in Grossbritannien, beeinflusst. Sie wollten sich einer breiten Volksbildung widmen, eine Bildungsgemeinschaft entwickeln und damit zur Überwindung der zutage getretenen Gegensätze zwischen den sozialen Schichten beitragen. In der Zwischenkriegszeit breitete sich diese Bewegung vor allem im Kanton Zürich mit der Schaffung von 36 lokalen Institutionen aus, während in der ganzen übrigen deutschsprachigen Schweiz in der gleichen Periode nur 8 neue Volkshochschulen entstanden. In der welschen Schweiz hingegen fehlten bis nach dem zweiten Weltkrieg, abgesehen von der in der Arbeiterbewegung verankerten und schon 1900 gegründeten Université Ouvrière de Genève, derartige Bildungseinrichtungen.
Die konstituierende Mitgliederversammlung des VSV fand am 30. Januar 1943 in Zürich statt. Insgesamt 9 Volkshochschulen hatten vorgängig oder an der Sitzung selbst ihre Bereitschaft zum Beitritt erklärt. Die Versammlung wählte den bekannten Biologen Herrn Prof. Dr. Adolf Portmann, Präsident der Volkshochschulkurse an der Universität Basel, zu ihrem Präsidenten. Die Leitung der Geschäftsstelle übernahm Herr Dr. Hermann Weilenmann, damaliger Direktor der Volkshochschulen des Kantons Zürich, der massgeblich und initiativ diesen Schritt vorbereitet hatte. Der Vertreter der Zürcher Regierung, Regierungsrat Dr. R. Briner stellte in seinem Grusswort fest, dass „diese Gründung von nationaler Bedeutung sein kann, ihre Auswirkungen werden sich im kulturellen Leben unseres Volkes bemerkbar machen.“ Er fand, dass die kantonalen Regierungen ihre gewaltigen Leistungen für die Volksbildung mit einem vermehrten Einsatz für die Volkshochschulen ergänzen sollten.
Zu den erklärten Zielen des jungen Verbandes gehörte die Hilfe bei der Gründung neuer Volkshochschulen, um eine möglichst flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Angeboten der Erwachsenenbildung zu erreichen. Der Erfolg dieser Bestrebungen kommt in der rasch wachsenden Zahl von Volkshochschulen vor allem nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zum Ausdruck. Sie erfassten auch die französischsprachige Schweiz und das Tessin, sowie die romanischen Teile Graubündens. So kletterte die Mitgliederzahl des VSV in die Gegend von Hundert, wobei die etwa 50 unter dem Dach der Volkshochschule des Kantons Zürich zusammengefassten Zweigstellen nicht mitgezählt sind.
In den 50 Jahren seines Bestehens gelang nicht bloss ein quantitatives Wachstum, sondern der Verband und seine Mitglieder realisierten auch bedeutende qualitative Verbesserungen bei ihren Angeboten. Während zu Beginn die Programme fast ausschliesslich aus Vortragsveranstaltungen bestanden, wurden sie später zunehmend mit anderen Formen der Bildungsvermittlung bereichert: Arbeitskurse, Studiengruppen, Exkursionen, Studienreisen und Wochenendtagungen. Neben kurzen Zyklen mit wenigen Vorträgen werden nun auch mehrsemestrige Studiengänge angeboten, die zum Teil mit Prüfungen für international anerkannte Zertifikate abgeschlossen werden können. Zur entsprechenden Unterstützung seiner Mitglieder trat der VSV der International Certificate Conference (ICC), die vor allem Sprachdiplome auf Grund von Prüfungen gemäss gemeinsamer Normen anbietet, und der Europäischen Informatik-Konferenz (EURIC) bei.