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Regelmässige sportliche Aktivität kann die Reaktion auf akuten psychosozialen Stress verringern. Ergebnisse einer systematischen Literaturübersicht
Eine erhöhte Stressreaktivität birgt ein vermehrtes Risiko für chronischen Stress und ist mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Beschwerden wie kardiovaskulären Erkrankungen, muskuloskelettalen Problemen oder psychischen Erkrankungen assoziiert. Unter psychosozialem Stress zeigen sich typische endokrine (z.B. erhöhte Cortisolausschüttung), kardiovaskuläre (z.B. erhöhter Puls) und auch psychische Reaktionen. Bei intensiver körperlicher Aktivität sind zum Teil sehr ähnliche physiologische Reaktionen zu beobachten. Gemäss der Cross-Stressor-Adaptations Hypothese könnte regelmässiger Sport Anpassungsreaktionen hervorrufen, welche auch in einer weniger intensiven Reaktion auf psychosozialen Stress resultieren. Dies wird in der Forschung untersucht, indem Probanden mit unterschiedlichen Aktivitäts- oder Fitnessniveaus einem Laborstressor ausgesetzt werden. Am weitesten verbreitet ist der Trier Social Stress Test (TSST), der ein Scheinvorstellungsgespräch mit einem mathematischen Test verbindet.
Eine aktuelle systematische Literaturübersicht zu diesem Zusammenhang, durchgeführt von Forschern des Bereichs Sportwissenschaft des DSBG, bildet die Synthese aus den Ergebnissen von 14 veröffentlichten Studien. Trotz zum Teil widersprüchlicher Ergebnisse deutet etwa die Hälfte der Studien darauf hin, dass vermehrte, regelmässige körperliche Aktivität und eine gute körperliche Fitness zu einer verringerten und damit gesünderen psychosozialen Stressreaktivität beitragen. Dieser Zusammenhang wurde am besten bei endokrinen Parametern nachgewiesen, ist aber auch von Studien für die kardiovaskuläre und psychische Stressreaktivität belegt worden. Zudem zeigte die Mehrheit der Studien, dass körperliche Aktivität mit höherer Intensität mit einer zusätzlich verringerten Stressreaktivität assoziiert ist.
Mögliche Gründe für Unterschiede zwischen den Studien (u.a. Unterschiede im Studiendesign, potenzielle Moderatorvariablen) sowie Empfehlungen für zukünftige Studien werden im Artikel diskutiert. Nachzulesen ist dies in der Zeitschrift Sports Medicine:
Mücke, M., Ludyga, S., Colledge, F., & Gerber, M. (2018). Influence of Regular Physical Activity and Fitness on Stress Reactivity as Measured with the Trier Social Stress Test Protocol: A Systematic Review. Sports Medicine. Advance online publication.