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Zahlen und Fakten
Seit 1990 hat Amnesty International Hinrichtungen von 71 Straftätern dokumentiert, die zum Zeitpunkt der Tat jünger als 18 Jahre alt waren.
Diese Hinrichtungen fanden statt im Iran (37, davon allein 8 im Jahr 2007 und 7 im Jahr 2008), in den USA (19 zwischen 1990 und 2003), in Pakistan (4), Saudi-Arabien (3), Jemen (2), im Sudan (2), in China (2), Nigeria (1) und in der Demokratischen Republik Kongo (1).
China, Jemen, Pakistan und die USA haben die Todesstrafe an Jugendlichen inzwischen gesetzlich verboten. Trotzdem wurde in Pakistan im Jahr 2006 ein Jugendlicher hingerichtet.
Gesetzlich verboten
Todesurteile für StraftäterInnen, die zur Tatzeit noch nicht 18 Jahre alt sind, sind gemäss internationalen Menschenrechtsabkommen verboten. Dieses Verbot basiert auf dem weltweiten Konsens, dass junge Menschen die Konsequenzen ihres Handelns nicht im vollen Umfang verstehen und daher nicht gleich hart bestraft werden dürfen wie Erwachsene.
Ein Verbot der Todesstrafe für Minderjährige ist enthalten im internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, in der afrikanischen Charta über die Rechte des Kindes, in der amerikanischen Menschenrechtskonvention sowie in der Uno-Kinderrechtskonvention.
Mehr als 110 Staaten verbieten die Hinrichtung von minderjährigen StraftäterInnen ausdrücklich in ihren Gesetzen oder haben mindestens eines der oben genannten Abkommen ratifiziert. Alle Staaten ausser den USA und Somalia haben die Uno-Kinderrechtskonvention unterschrieben.
USA: Lebenslange Haft anstatt Todesstrafe
Am 1. März 2005 schaffte der Oberste Gerichtshof der USA die Todesstrafe für Minderjährige ab, weil sie gegen das in der Verfassung verankerte Recht auf Schutz vor grausamer Bestrafung verstosse. Diese Gesetzesänderung rettete das Leben von 72 jugendlichen Straftätern (nur Männer), die in 12 US-Bundesstaaten in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung gewartet hatten.
Mehr als 2000 Jugendliche sitzen in US-amerikanischen Gefängnissen lebenslange Haftstrafen ohne Möglichkeit auf Bewährung ab. 16 Prozent von ihnen waren zum Zeitpunkt ihres Vergehens jünger als 15 Jahre. Lebenslängliche Inhaftierung von Jugendlichen ist gemäss der Uno-Kinderrechtskonvention ebenfalls verboten - diese hat die USA jedoch nicht unterzeichnet.