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Digitale Helfer für NichtsehendeUnterwegs mit Blindenhund und Apps
BestMile schafft die Mobilität der Zukunft
Das selbstfahrende Google-Auto ist allseits bekannt – auch wenn es noch nicht durch unsere Strassen fährt. Doch wer hätte gedacht, dass schon dieses Jahr autonome Busse von PostAuto Schweiz, gesteuert von einer Software, durch die Gassen der Sittener Altstadt fahren würden?
Laurent Seematter, 7. Januar 2016
Laut Raphaël Gindrat, CEO von BestMile, liegt die Zukunft der Mobilität in der automatisierten Lenkung. Während Google und die Automobilriesen ihre Anstrengungen verstärken, um den perfekten «Mobilitätsroboter» zu entwickeln, nämlich ein Fahrzeug ohne Fahrer, hat sich bisher kaum jemand für das Flottenmanagement der zukünftigen autonomen Fahrzeuge interessiert.
Raphaël Gindrat, Mitgründer und CEO von BestMile, bildete sich zum Bauingenieur an der ETH Lausanne aus.
«Die Technologie des Autopilots mag noch so ausgeklügelt sein, eine Gruppe von autonomen Fahrzeugen ist unglaublich dumm», erklärt Raphaël Gindrat. Um seine Aussage zu visualisieren, nennt er das Beispiel eines Schwarms von autonomen Fahrzeugen wie Google Cars, die versuchen, gleichzeitig über dieselbe Autobahnausfahrt ins Stadtzentrum zu gelangen. Wenn sie nicht untereinander kommunizieren und alle dieselbe Route fahren, laufen sie Gefahr, einen Stau zu verursachen.
«Die Intelligenz», beharrt er, «liegt in der Übersicht des Systems, das aus dem Fahrzeug, dessen Passagieren und dem Raum, in dem es sich bewegt, besteht. Die Software von BestMile funktioniert dabei als Kontrollturm für den Strassenverkehr.» Mit dem Hirn der BestMile-Software verbunden, erhalten die autonomen Fahrzeuge die nötigen Anweisungen, um ihre Route anhand der Verkehrslage zu optimieren und schnell einen Parkplatz zu finden. Die vom Lausanner Startup-Unternehmen angebotenen Dienstleistungen bilden somit das fehlende Bindeglied der Mobilität der Zukunft.
« Die Intelligenz liegt in der Übersicht des Systems, das aus dem Fahrzeug, dessen Passagieren und dem Raum, in dem es sich bewegt, besteht.»
Die Technologie von BestMile ermöglicht ein umfassendes Flottenmanagement von autonomen Fahrzeugen über die Cloud.
«Ein solches Informatiksystem zu entwickeln, erfordert einen langen Atem», bemerkt der junge Manager, «denn man muss in der Lage sein, ein System so zu programmieren, dass es sowohl mit verschiedenen Fahrzeugmarken als auch mit unterschiedlichen Plattformen für Mobilitätsdienstleistungen kommunizieren kann.» Das Startup-Unternehmen ist daran, Kontakte zu Fahrzeugherstellern sowie zu Mobilitätsprovidern wie zum Beispiel PostAuto Schweiz zu knüpfen.
Sitten, im Dezember 2015: Zwei autonome Elektrofahrzeuge des französischen Herstellers Navya mit je einer Kapazität von fünfzehn Passagieren starten mit der Testphase auf einem privaten Gelände. PostAuto Schweiz AG, die das Sittener Busnetz betreibt, erforscht die Stadtmobilität der Zukunft in Zusammenarbeit mit dem Sitten-Wallis Mobility Lab, einer Forschungsanstalt der ETH Lausanne. Ab Frühling 2016 bedienen die autonomen Pendelbusse die Fussgängerzone der Altstadt. Selbstverständlich steuert die BestMile-Software diese Fahrzeuge: «Wir haben einen dynamischen Betrieb der Busse vorgesehen. Sie können während Stosszeiten nach Fahrplan verkehren und an Randzeiten die Kunden dank einer App auf Bedarf bedienen», fügt Gindrat hinzu.
Das PostAuto-Pilotprojekt in Sitten ist eine Premiere in der Schweiz.
In der Welt des öffentlichen Verkehrs eröffnen die autonome Lenkung und das intelligente Flottenmanagement komplett neue Perspektiven. Gehören leere Busfahrten bald der Vergangenheit an? Ist die Zeit bald vorbei, als man fröstelnd auf den nächsten Shuttle warten musste? Mit dem Aufkommen des On-Demand-Services wird sich der öffentliche Verkehr immer mehr einem Taxi- und Uber-Service angleichen. «PostAuto möchte als Anbieter ganzheitlicher Mobilitätslösungen herausfinden, ob und wie diese intelligenten Fahrzeuge neue Formen der Mobilität in Gebieten ermöglichen, die derzeit vom öffentlichen Verkehr nicht bedient werden», präzisiert die schweizerische Post.
Sind wir bereit, unsere Sicherheit einem mit der Cloud verbundenen Autopiloten anzuvertrauen?
Wenn sich der öffentliche Verkehr der Zukunft in Richtung individualisierter Dienstleistungen bewegt, wozu soll man noch ein Privatfahrzeug besitzen? Wegen deren hohen Kosten werden sogar kleine autonome Fahrzeuge des Typus Google Car der Flotte eines Carsharing Anbieters wie Uber oder Mobility angehören. Das intelligente Flottenmanagement dieser Fahrzeuge stellt sowohl eine technologische Herausforderung als auch einen verlockenden Markt für ein Unternehmen wie BestMile dar.
Sind wir als zukünftige Passagiere dieser neuen Fahrzeuge bereit, unsere Sicherheit einem mit der Cloud verbundenen und von Algorithmen gesteuerten Autopiloten anzuvertrauen? Wenn es der technische Fortschritt ermöglicht, Unfälle zu vermindern und Staus wie durch Zauberhand aufzulösen, ist es wahrscheinlich, dass die Mobilität der Zukunft ohne Fahrer auskommen wird.
Seit Februar 2014 hat das junge Team um den CEO Raphaël Gindrat eine einzigartige Plattform für das Flottenmanagement von autonomen Fahrzeugen entwickelt. Die im Innovation Park der ETH Lausanne ansässige Firma BestMile hat 2015 erfolgreich am europäischen Pilotprojekt CityMobil2 teilgenommen. Das junge Unternehmen hat gerade eine zweijährige Partnerschaft mit PostAuto Schweiz AG abgeschlossen, die mit der Steuerung von autonomen Pendelbussen in Sitten eine Schweizer Premiere wagt.
BestMile hat sich auch unter den zehn Finalisten des Swisscom StartUp Challenge 2015 positioniert. Mit dieser Initiative unterstützt Swisscom die internationale Entwicklung junger Schweizer Firmen mit einem grossen Potenzial.
Website der BestMile: bestmile.com
Würden Sie sich von einem autonomen Fahrzeug befördern lassen?
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