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Das American Pale Ale (APA) wird oft als der kleine Bruder IPA bezeichnet. Während das englische India Pale Ale aber schon aus dem 18. Jahrhundert stammt (siehe auch unseren Artikel „Stil-Porträt: India Pale Ale„), ist das American Pale Ale ein Kind des späten 20. Jahrhunderts. Die modernen amerikanischen IPAs dagegen folgten erst, als das APA, der Pionier der Craft-Biere, den Boden für hopfenbetonte Biere bereitet hatte. Es ist also Großneffe des englischen IPA und Bahnbereiter des amerikanischen.
Als Vater des American Pale Ale wird Fritz Maytag genannt, der 1975 mit dem Anchor Liberty Ale das erste moderne amerikanische Ale braute (1). Das helle, mit amerikanischem Cascade-Hopfen gebraute Bier war zunächst ein Sondersud zur Feier des Beginns der amerikanischen Befreiungskriege 200 Jahre zuvor. Nachdem es nochmals als Weihnachts-Spezialbier gebraut wurde, kam es erst 1983 in das reguläre Programm. Neben dem Steam Beer wurde das Liberty Ale die Basis für den Erfolg der Anchor Brewing Company.
Andere Quellen (2) schreiben der New Albion Brewing Company die erste Benutzung von Cascade-Hopfen in einem Pale Ale zu. Sie braute allerdings erst ab 1976, also ein Jahr später als Anchor, bis zu ihrer Schließung 1982 auf einer 7,5 barrel (etwa 12 hl) Anlage unter anderem ein sehr erfolgreiches Pale Ale mit Cascade Hopfen und wird heute in einem Atemzug mit Anchor als Pionier der amerikanischen Craft-Brewer genannt.
In der heutigen Wahrnehmung noch enger verbunden mit dem Biertyp ist das Sierra Nevada Pale Ale (3). Heute mögen seine 38 IBU wenig erscheinen, aber als 1980 dieses hopfige Pale Ale zuerst gebraut wurde stand es fast allein gegen eine Übermacht von wässrigen Lagerbieren, von denen kaum eines die 20 IBU Marke erreichte. Glücklicherweise wurde es von frühen Hopfenliebhabern entdeckt und sein Erfolg in dieser Marktnische begann. Heute ist es eines der meistverkauften amerikanischen Craft-Biere.
Was das amerikanische Pale Ale von seinem englischen Urahn unterscheidet ist vor allem die Art und Menge an Hopfen (4). Während im englischen Pale Ale meist die englischen Landsorten Golding und Fuggles dominieren, werden im APA fruchtige amerikanische Sorten verwendet. Ursprünglich war das vor allem Cascade, die erste Hopfen-Neuzüchtung des „USDA hop research program“ seit dem Ende der Prohibition.
Cascade wurde 1972 für die Nutzung freigegeben und in der ersten Zeit fast ausschließlich von der Coors Brewing Company aufgekauft, geriet aber nach kurzer Zeit wieder in Vergessenheit, weil die fruchtig-florale Note des Hopfens zu weit von Coors Idealbild des Hallertauer Hopfens entfernt lag. So war Cascade Ende der 70er verfügbar und konnte über das Pale Ale zu einem Synonym für das Hopfenaroma der frühen Craft-Biere werden.
Heute wird das American Pale Ale oft als Showcase für Versuche mit neuen Hopfen-Sorten und -Kombinationen genutzt. Konsens herrscht lediglich im fruchtigen Aroma, aber neben den amerikanischen Zitrus- und Grapefruit-Aromen dürfen auch gern exotische Sorten aus Australien, Neuseeland, Japan (Sorachi Ace) oder gar wieder good old Europe mit den neugezüchteten Hüller Aromasorten dabei sein.