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San Felipe, Baja California, Mexiko – 28. Februar 2018: Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd intensiviert ihre Verbindung mit der mexikanischen Regierung. Von nun an werden Polizeibeamte gemeinsam mit Sea Shepherd an Bord, der im Golf von Kalifornien stationierten Sea Shepherd-Schiffe im Kampf gegen Wilderei präsent sein. Der Beginn des gemeinsamen Einsatzes von Polizeibeamten der mexikanischen Regierung an Bord von Sea Shepherd-Schiffen, steigert die Überlebenschancen des bedrohten Golftümmlers und reagiert auf das Sicherheitsproblem in der Region.
Bei weniger als 30 noch lebenden Golftümmlern (Phocoena sinus) und einem Bestandsverlust der Art von über 90 % zwischen 2011 und 2016 ist die Arbeit von Sea Shepherd, Stellnetze aus dem Tümmler-Lebensraum zu entfernen, für den vom Aussterben bedrohten Meeressäuger überlebensnotwendig.
Die Hauptursache des drastischen Bestandsrückganges ist das Sterben als Beifang. Die Golftümmler verheddern sich in Stellnetzen, die ausgebracht werden, um eine andere vom Aussterben bedrohte Art zu fangen: den Totoaba (Totoaba macdonaldi), einen Fisch ähnlich dem Seebarsch. Seine Schwimmblase wird auf den Schwarzmärkten in China und Hongkong verkauft, um daraus Suppe mit nicht erwiesener medizinischer Wirksamkeit herzustellen. Die Schwimmblase eines einzigen Totoabas kann bis zu 16.000 € erzielen.
Unter anderem durch ihre seit drei Jahren bestehende Partnerschaft mit Sea Shepherd führt die mexikanische Regierung ihre Bemühungen fort, das Aussterben des Golftümmlers zu verhindern. Diese Verbindung ist für den Schutz der verbleibenden Golftümmler grundlegend. Sie wird durch den Einsatz von bewaffneten Marinesoldaten, Fischereibeamten, der Bundespolizei und Vertretern der Bundesanwaltschaft für Umweltschutz an Bord von Sea Shepherds Schiffen noch verstärkt.
An Bord von zwei Sea Shepherd-Schiffen, der JOHN PAUL DEJORIA und der FARLEY MOWAT befinden sich nun jeweils sechs Polizeibeamte, die befugt sind, Verhaftungen vorzunehmen, Wilderei im Schutzgebiet zu verhindern und die gesetzmässige Entsorgung toter Totoabas sicherzustellen.
Dieser neue Aspekt der Partnerschaft mit der Regierung kommt in einer Zeit, in der die Spannungen im oberen Golf von Kalifornien steigen. Die Wilderer sind gegenüber Sea Shepherds Schiffen aggressiver geworden. Sie nutzen Feuerwaffen, um Drohnen abzuschiessen und Brandkörper, um die Crew einzuschüchtern. Dank des Einsatzes bewaffneter Polizeibeamter hat sich die Sicherheit stark verbessert, und Sea Shepherd kann die Arbeit zur Bewachung des Golftümmler-Schutzgebietes fortführen.
Zusätzlich verwirklicht die Regierung die Empfehlungen, Daten von CIRVA (Internationales Komitee zur Erhaltung des Golftümmlers) und Sea Shepherd zu nutzen, um ein neues Hochrisikogebiet für den Golftümmler festzulegen. Das mexikanische Umweltsekretariat gab am 9. Februar einen neuen Plan zum Schutz des Golftümmlers bekannt, der die Einrichtung eines neuen Schutzgebietes beinhaltet, in welchem man sich auf die Bergung illegaler Netze konzentrieren wird.
Seit dem Beginn der Bemühungen zum Schutz des Golftümmlers im Jahr 2015 bis zum heutigen Tag hat Sea Shepherd 541 illegale Fischfanggeräte aus dem Golf von Kalifornien geborgen und somit 2.566 Tieren das Leben gerettet. Die unzähligen Tiere, die durch die Entfernung der illegalen Stellnetze aus ihrem Lebensraum gerettet wurden, sind in dieser Zahl nicht enthalten.