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Nein, wer Roots Reggae macht, ist nicht retro. Zumindest nicht zwangsläufig. Die Musik, die hierzulande als klassischer Reggae gilt und mit den Alben von Bob Marley zu Beginn der Siebziger Jahre seinen offiziellen Start erfuhr, kann man auch modern interpretieren. Wie, das zeigt der Jamaikaner Oje Ken Ollivierre alias Protoje (sprich «Protojay»): Der 31-jährige Sänger legt sich keine Fesseln an. Er lässt die Verse fliessen wie ein Rapper, schmeisst zwischendurch Autotune an und wechselt dann wieder zu beseeltem Gesang. Genauso abwechslungsreich ist die musikalische Umgebung: Mal singt er allein zu den Akkorden der akustischen Gitarre, mal zum Beat des Drumcomputers, mal zum satten Sound einer ganzen Band. Sein erstes Album «The Seven Year Itch» schaffte es in den USA, in Frankreich und in Kanada gleich in die vorderen Chartränge. Im Februar ist sein zweites Album «The 8 Year Affair» erschienen.