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In Südafrika sind rund 200'000 Personen als traditionelle Healer:innen tätig. Was ist ihr Beitrag für die Gesundheit in lokalen Communitys?
In Südafrika sind rund 200'000 Personen als traditionelle Healer:innen tätig. Das Gesetz schreibt vor, dass diese ihre Klient:innen bei einem Verdacht auf eine HIV-Infektion an das Gesundheitssystem weiter verweisen, damit sie sich testen lassen können.
In diesem Pilotversuch liessen sich 11 traditionelle Heiler:innen (8 Frauen und 4 Männer) in einem einwöchigen Kurs zu Community Health Worker ausbilden. So konnten sie anschliessend ihre Klient:innen selber auf HIV testen. Während des Projektzeitraums waren 20 Tests reaktiv. Interessanterweise hatten einige der Personen mit positivem Testergebnis bereits bei einem früheren Test ein positives Testergebnis und anschliessend teilweise auch Therapie erhalten. Doch brachen viele diese Therapie wieder ab.
Zu erklären ist diese schlechte Adhärenz mit der Medical Mistrust Scale. Diese macht sichtbar, warum Menschen dem Gesundheitssytem misstrauen. Personen, die einen hohen Grad an Misstrauen aufweisen, stimmen beispielsweise folgenden Aussagen zu:
- Menschen wie ich können Ärzt:innen und medizinischem Personal nicht vertrauen
- Menschen wie ich sollten der modernen Medizin gegenüber misstrauisch sein
- Ärzt:innen haben nicht das beste Interesse der Patient:innenim Sinn
- Ärzt:innen und medizinisches Personal verheimlichen manchmal Informationen vor Menschen wie mir
- Ich bin persönlich von Ärzt:innen oder medizinischem Personal schlecht oder ungerecht behandelt worden, weil ich so bin, wie ich bin
Abschliessend zeigte sich, dass Testing durch traditionelle Heiler:innen akzeptiert wird: 80% der Patient:innen stimmten einem Test zu. Alle Personen mit positivem Resultat konnten durch die Beratung durch die traditionellen Heiler:innen eine Therapie (wieder) aufnehmen.