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Hochsensibilität, Neurosensitivität, Neurodiversität, Neuro-Management: Was bedeuten diese Begriffe, insbesondere in der Arbeitswelt?
HOCHSENSIBILITÄT
Anfang 2014, bin ich dank Google auf den Begriff Hochsensibilität gestossen. Endlich konnte ich einordnen, warum ich damals beispielsweise Gefühle von anderen ungefiltert übernommen habe. Damals war meine erhöhte Wahrnehmung grösstenteils unbewusst und spielte sich unkontrolliert ab (vgl. Hochsensibilität bzw. Vulnerable Sensitivität).
NEUROSENSITIVITÄT & NEURODIVERSITÄT
Als ich im Jahr 2015 während der Recherche meiner später preisgekrönten Masterarbeit auf den viel passenderen Begriff „Neurosensitivität“ stiess, war es Liebe auf den ersten Blick. Ich realisierte, dass beispielsweise die Gefühle, die ich von anderen unkontrolliert übernommen hatte, mit der erhöhten Empfänglichkeit meines Nervensystems zu tun hatte; genau genommen mit den Spiegelneuronen, einem Hirnareal, das für unsere Empathie zuständig ist.
Während meines Doktorats zum Thema «Neurosensitivität in der Arbeitswelt», in den Jahren 2016 bis 2020, konnte ich zunehmend meine teilweise unkontrollierte Wahrnehmung stabilisieren. So erlebte ich die Welt meistens in einem sehr breiten Wahrnehmungsspektrum gegenüber dem Positiven und Negativen (vgl. Generelle Sensitivität). Diese generelle Offenheit kann zu einer emotionalen Achterbahn führen, was mir während dem Gymnasium phasenweise den Spitznamen „Kontrast-Patrice“ gab.
Diese breite, für alles empfängliche Wahrnehmung, ist bereits ein grosser Schritt gegenüber der unbewussten, unkontrollierten Wahrnehmung, die ich früher phasenweise ebenfalls erlebte (vgl. Hochsensibilität bzw. Vulnerable Sensitivität). Beispielsweise nannte man mich im Gymnasium eine kurze Zeit lang „Wirr-sch“, da ich aufgrund meiner damals noch unkontrollierten Vielwahrnehmung hie und da etwas verwirrt reagierte.
Diejenige Person, die mir den Namen „Wirr-sch“ verlieh, war übrigens ein eher verringert neurosensitiver Freund (vgl. Geringe Sensitivität). Solche Menschen verfügen über eine enge, fokussierte Wahrnehmung. Gleichzeitig können sich eng-wahrnehmende Menschen kaum in breitwahrnehmende Menschen hineinfühlen. Breit-Wahrnehmende können sich hingegen meist gut in eng-Wahrnehmende hineinversetzen. Dieses Paradoxon liegt in der Natur unserer Neurodiversität.
Heute empfinde ich meine Wahrnehmung meistens als bewusst und flexibel. Sprich, ich kann relativ gut zwischen breiter und enger Wahrnehmung wechseln, was meines Erachtens die Grundlage für ein erfülltes Leben mit erhöhter Wahrnehmung ist. Diese Wahrnehmungssteuerung ist mit den richtigen Tools und Übungen für alle entwicklungsbereiten Vielwahrnehmenden schrittweise möglich. Dies nennen meine Partner-Coaches und ich «INTRApersonales Neuro-Management», das in unserem Innern ansetzt. Nebst «intrapersonalem» gibt es auch das «INTERpersonale Neuro-Management», das sich auf die Neurodiversität zwischen den Menschen bezieht.
Die ganze Kolumne und viele andere wertvolle Artikel gibt es in unserem Print-Magazin NEUROSENSITIV.
Weitere Infos erhältst Du hier: www.neurosensitiv.ch