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Mitten in China, fünf Stunden Zugfahrt von den Terrakotta-Kriegern in Xi’an (über die ich hier schon berichtet habe) und 17 Stunden Zugfahrt von Shanghai entfernt, liegt die Stadt Luoyang. Während die Stadt an sich nicht allzu viel bietet, hat es die Umgebung in sich: Hier befinden sich die Longmen-Grotten mit Tausenden in Stein gemeisselten Buddha-Figuren, der berühmte Shaolin-Tempel mit angrenzender Kung-Fu-Schule sowie der älteste Tempel Chinas.
Da es in China ohne Chinesisch-Kenntnisse sehr schwierig ist, Ausflüge alleine zu organisieren, buchen wir im Hotel eine Tour mit „Joe“ (so stellt er sich uns jedenfalls vor), einem englisch-sprachigen Guide. Joe spricht in Wirklichkeit allerdings nur wenige Brocken Englisch – aber egal, wir finden ihn sehr nett.
Unser erster Ausflug geht zu den Longmen-Grotten, zwölf Kilometer südlich von Luoyang. Die Grotten liegen auf einem 1000 Meter langen Klippenstück am Fluss Yishui. Dort kann man endlich wieder einmal durchatmen – etwas, was man sich in den chinesischen Städten schnell abgewöhnt. (Bilder zur Vergrösserung bitte anklicken.)
Die Berge im Hintergrund formen eine natürliche Barriere gen Norden, die wie ein Drachen aussieht – daher haben die Grotten ihren Namen: Longmen heisst auf deutsch „Drachentor“.
In den Sandstein der 2345 künstlichen Höhlen der Longmen-Grotten wurden fast Hunderttausend Buddha-Figuren geschlagen. Die kleinsten sind nur zwei Zentimeter gross, der grösste Buddha hat eine Höhe von 17 Metern. Neben Buddha-Figuren findet man auch eine riesige Lotusblume, steinerne Pagoden, Gedenksteine und andere Skulpturen.
Mit dem Bau der Grotten wurde im Jahr 493 während der Wei-Dynastie begonnen. Während 400 Jahren meisselten und ritzten die Handwerker immer neue Figuren in die Grotten. Bei den Buddhistenverfolgungen im 9. Jahrhundert und später durch Plünderer erlitten sie allerdings grosse Schäden. Seit dem Jahr 2000 gehören die Grotten zum Unesco-Welterbe.
Will man das Bienenwabenmuster der Grotten aus der Ferne betrachten, kann man entweder über die Brücke spazieren oder das Drachenboot ans andere Ufer des Yishui nehmen. Dort befindet sich auch ein alter Friedhof.
Über die anderen Sehenswürdigkeiten in und um Luoyang berichte ich im nächsten Teil. Und: Generelle Tipps zum Reisen in China findet ihr hier.
Alle Fotos: Andrea Schmits