Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/810

Kendo Kriens, Kendo Luzern, Budoschule Luzern – Senbukan
Kendo
Ken-Do bedeutet wörtlich übersetzt „Schwert-Weg“. Kendo als Weg verfolgt nicht nur die Techniken und Taktiken des Schwertkampfs, sondern auch die geistige Ausbildung des Menschen. In Japan ist Kendo die populärste traditionelle Kampfsportart, in Europa wird sie zunehmend bekannt und beliebt. Kendo ist aus dem Schwertkampf der japanischen Samurai-Kultur entstanden.
Kendo ist die älteste überlieferte japanische Kampfkunst. Im 8. Jahrhundert n.Chr. begann die Geschichte der Samurai als Soldaten im Dienste des japanischen Kaisers und später im Dienste von Adelsstämmen. Das Schwert war Symbol des Adels und der Samurai. Das Wort „Samurai“ bedeutet „Diener“ und “Beschützer“. Nach der Einigung Japans durch den Shogun Tokugawa Ieasu wurden die Kampfkünste der Samurai weiter trainiert und von den Lehrern an die Schüler weitergegeben. Vorerst wurde der Schwertkampf mit echten Waffen und mit Holzschwertern geübt. Um die Verletzungsgefahr zu minimieren wurden Anfang des 18. Jahrhunderts leichte Rüstungen und Bambus Schwerter entwickelt. Mit diesen neuen Trainingsmitteln war es möglich einen Gegner zu treffen ohne ihn zu verletzen. Gleichzeitig wird auch der Begriff „Kendo“ eingeführt. Die heutigen Kendo-Rüstungen sind den damaligen alten Rüstungen sehr ähnlich. Kampfpunkte erzielt man heute mit Treffern auf Kopf, Rumpf und Handgelenke, weiter können Stösse gegen die Kehle ausgeführt werden. Alle entsprechenden Körperteile sind durch die Rüstung geschützt.
Die präsente Ideologie und Philosophie der Kampfkunst unterscheidet den Kendo-Sport (und allgemein Budo-Sport) von den klassischen Sportarten des Westens, da er tief im Zen-Buddhismus verwurzelt ist. Wie alle Budosportarten ist Kendo ein „Lifetime-Sport“ und kann bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Aktuell entwickelt sich Kendo immer mehr zu einem Wettkampfsport.
1970 fand die erste Kendo-Weltmeisterschaft in Japan-Tokyo statt. Seither findet die Weltmeisterschaft (WM) alle drei Jahre statt und wird abwechselnd in verschiedenen Ländern durchgeführt. Dieses Jahr 2015 fand die WM zum ersten Mal seit 1970 wieder in Tokyo statt. Seit 1994 gibt es an der WM neben der Herren- auch die Damen-Kategorie. Seit 1974 werden die Europameisterschaften und seit 1975 unsere Schweizermeisterschaften durchgeführt.
Ideologie
Kendo bezeichnet die Disziplinierung des menschlichen Charakters durch die Anwendung der Prinzipien des Katana (Schwertes).
„Absicht und Zweck der Ausübung von Kendo ist:
Seele und Körper zu formen, einen starken Geist auszubilden, mittels korrektem und striktem Training eine Verbesserung in der Kunst des Kendo zu erreichen, Höflichkeit und Ehre unter den Menschen hoch zu schätzen, im Umgang mit anderen ehrlich zu sein und immerwährend die eigene Vollendung anzustreben. So vermögen wir unser Land und unsere Gesellschaft zu lieben, zur Entwicklung der Kultur beizutragen, sowie Frieden und Wohlstand zwischen allen Völkern zu fördern.“
Diese Ideologie wurde durch Zen Nippon Kendo Renmei ZNKR (Alljapanischer Kendo Förderation) 1975 erstellt.
Rüstung (Kendogu / Bogu)
Die Kendo Rüstung besteht aus den vier Teilen Men (Schutz für Kopf, Hals und Schultern), Kote (Schutz für Hände und Unterarme), Do (Schutz für Brust, Bauch und Rumpfseiten) und Tare (Schutz für Lendenbereich, Hüfte und teilweise Oberschenkel).
Trefferzonen
Men – Schlag auf den Kopf (3), Men / Migi-Men / Hidari-Men
Kote – Schlag auf den Unterarm (2), Kote / Hidari-Kote
Do – Schlag auf den Rumpf (2), Do od. Migi-Do / Hidari-Do od. Giaku-Do
Tsuki – Stich auf die Kehle (1)
Trainingswaffe, Shinai
Das Shinai besteht aus vier Bambus-Lamellen, welche mit Lederteilen und Schnur fest zusammengehalten werden. Das Shinai ist sehr flexibel und biegsam. Es muss regelmässig kontrolliert und gepflegt werden. Es existieren neben dem Bambus auch Shinai mit Lamellen aus Carbon (teuer). In Länge (ca. 120 cm) und Gewicht (ca. 480 – 540 gr.) soll das Shinai dem japanischen Schwert möglichst nahe kommen.
Text: Selina Koller, 2015
Quellen Text & Bilder: Internet, diverse