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Gepostet am 01 Mai 2020
Wo wären wir ohne Flüsse? Zumindest ziemlich auf dem Trockenen. Das System der Bäche und Flüsse dient auf den meisten Kontinenten der Oberflächenverteilung des Wassers. Es schafft die Lebens- und Nahrungsgrundlage für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten – und ist so ganz nebenbei auch immer eine wichtige Verkehrsader.
Woher kommen die grossen Flüsse?
Flüsse haben meist bescheidene Ursprünge. In den Hoch- und Mittelgebirgen der Welt entspringen Bäche, entweder aus Quellen oder gespeist vom Gletschereis und -schnee. Die kleineren Wasserläufe fliessen zu Tal, und dort finden die meisten von ihnen zueinander. Verbinden sich die Bäche, entsteht ein kleinerer Fluss, der dort, wo weitere Nebenflüsse hinzukommen, zu einem breiten Strom anwachsen kann. Der Fluss folgt dem natürlichen Gefälle der Landschaft und fliesst mehr oder weniger geradlinig.
Heutzutage sind bedauerlicherweise die meisten grösseren Flüsse für die Schifffahrt begradigt, in der Vergangenheit schlängelten sie sich gemächlich in grossen Schleifen durch sogenannte Flussauen. Aber ob gewunden oder gerade, irgendwann ist Schluss mit dem Fluss – wenn er nämlich in einem grösseren Gewässer aufgeht, also einem See oder dem Meer.
Leben am Fluss: Lebensräume für Tiere und Pflanzen
Unterwegs geben die grossen Flüsse der Welt gewissermassen „mit vollen Händen“. Die Pflanzen an ihren Ufern sind Heimat für Kleintiere, Vögel und Insekten, grössere Tiere schätzen Flussufer als Weidegebiete, und am und beim Fluss jagen Raubtiere aller Art. Der Fischbestand zieht Vögel an, die sich auf die Fischerei spezialisiert haben, aber auch Grossräuber wie Bären und einige Katzenarten. Welche Tiere und Pflanzen an einem Fluss gedeihen, hängt davon ab, ob man sich im Quellgebiet, im Flusslauf oder im Mündungsbereich befindet. Auf ganzer Strecke schaffen Flüsse eine ungebrochene Folge von Biotopen, von denen jedes einzigartig ist.
Ausserdem schaffen Flüsse Netzwerke, über die die Biotope miteinander verbunden sind. Sie erlauben Tier- und Pflanzenarten, sich zu verbreiten und neue Formen des Zusammenlebens zu erschliessen. Flüsse formen in mehr als einer Hinsicht die Landschaft.
Flüsse der Schweiz
Auch die Schweiz kann mit einem ausgeprägten Flusssystem aufwarten. Zwar können die Schweizer Flüsse nicht mit den weltlängsten Sechstausendern mithalten, wie dem Amazonas, dem Nil oder dem Jangtsekiang, dafür ist die Schweiz Quellgebiet für bekannte europäische „Marken“. Denn hier entspringen beispielsweise die Rhone und der Rhein.
Das Aargauer „Wasserschloss“
Die Schweiz verfügt sogar über ein eigenes nationales „Wasserschloss“ im Kanton Aargau. Denn hier, im Gebiet von Brugg, Windisch, Gebenstorf, Turgi, Stilli und Untersiggenthal, verbinden sich die drei Alpenflüsse Aare, Reuss und Limmat. Von hier aus fliesst die Aare nach Norden, bis sie bei Koblenz in den Rhein mündet. Rund 40% des Schweizer Wasservolumens kommt hier zusammen und ist seit 1989 durch das „Wasserschloss-Dekret“ als wichtige Flussaue besonders geschützt.
Natursport und Aktivitäten am Fluss
Die Aktivitäten an und auf Flüssen sind so vielfältig wie die Biotope der Flusslandschaften. Traditionell sind Flüsse nicht nur Verkehrswege, sondern werden auch von Sportlern genutzt. Rudern, Kanufahren und Schwimmen gehören an sauberen Flüssen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten, Angler, Wanderer und Vogelkundler schätzen die Flussufer.
Dagegen ist an und für sich nichts einzuwenden – allerdings sollten Naturfreunde sich bemühen, weder die Tiere zu stören noch die Pflanzenwelt in Mitleidenschaft zu ziehen. Flüsse als unser aller Süsswasserreservoir verdienen unseren Schutz, ebenso die Fauna und Flora, die mit, in und von ihnen lebt.
Flüsse sind schützenswert – und jeder kann dazu beitragen
Dass der Verunreinigung der Flüsse und Flusslandschaften ein Riegel vorgeschoben werden muss, versteht sich. Denn leider ist es noch allzu oft der Fall, dass Gewässer als Kloake missbraucht werden – nur wenige grössere Skandale gelangen an die Öffentlichkeit. Wer genauer hinschaut, bewusster konsumiert und sein eigenes Verhalten ein wenig anpasst, kann damit unter anderem zum Schutz der Flüsse beitragen.