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Nach der Unterzeichnung einer Zuschussvereinbarung über EUR 7 Mio. zwischen dem Environmental Remediation Account for Central Asia (ERA) und der usbekischen Regierung können die Sanierungsarbeiten an den zwei ehemaligen Uranbergbaustandorten in Jangiabad und Charkesar beginnen. Die Vereinbarung unterzeichneten Balthasar Lindauer, Direktor der EBWE-Abteilung für nukleare Sicherheit, und der Vorsitzende des Staatskomitees für Ökologie und Umweltschutz Usbekistans, Narzullo Oblomurodow. Die Arbeiten an den beiden Standorten werden voraussichtlich im ersten Quartal 2023 beginnen und etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.
Jangiabad liegt 1300 Meter über dem Meeresspiegel in einem Gebiet mit hoher seismischer Aktivität und ist etwa 70 Kilometer von der usbekischen Hauptstadt Taschkent entfernt. Das ehemalige Uranabbaugebiet erstreckt sich über eine Fläche von 50 km2 und enthält etwa 2,6 Mio. m3 radioaktive Abfälle. Zu den geplanten Sanierungsarbeiten am Standort Jangiabad gehören die Schliessung von vier Schächten, der Abriss kontaminierter Gebäude und Verarbeitungsanlagen sowie die Verlagerung mehrerer Halden für radioaktive Abfälle. Mit dem Projekt soll zudem die Entwicklung einer Tourismusindustrie in Jangiabad gefördert werden.
Das Dorf Charkesar, das 140 km östlich von Taschkent in den Bergen liegt, war bis 1995 ein Uranabbaugebiet und beherbergt noch immer rund 3500 Einwohner. Die geplanten Sanierungsarbeiten an diesem Standort umfassen die Schliessung von zwei Schächten sowie den Wiederaufbau von zwei Wasserableitungskanälen.
Im Oktober 2021 war bereits eine erste Zuschussvereinbarung über EUR 2 Mio. von der EBWE und dem Staatskomitee für Ökologie und Umweltschutz Usbekistans unterzeichnet worden. Diese Mittel unterstützen eine Projektmanagementeinheit (PMU), die sich mit den Sanierungsarbeiten der Standorte befasst. In einem ersten Schritt begann die PMU mit der Vorbereitung der erforderlichen Ausschreibungsunterlagen für diese Arbeiten.
Der 2015 auf Initiative der EU gegründete und von der EBWE verwaltete ERA befasst sich mit den Hinterlassenschaften des sowjetischen Uranbergbaus in Zentralasien. Die EU ist der grösste Geber von ERA, aber auch Belgien, Litauen, Norwegen, die Schweiz, Spanien und die USA haben bisher Beiträge geleistet.
Quelle
M.A. nach EBWE, Medienmitteilung, 1. September 2022 und Staatskomitee für Ökologie und Umweltschutz Usbekistans, Medienmitteilung, 2. September 2022