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Ein Experiment von US-Forschern zeigt, dass der opium-ähnliche Stoff Enkephalin die Gier nach mehr fördert. Enkephalin löse im Gehirn eine Art “Iss jetzt”- und “Iss mehr davon”-Befehl aus. Das Experiment wurde allerdings an Ratten durchgeführt. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass Enkephalin auch bei Menschen übermäßiges Essen und Suchtverhalten antreibe.
Im Fachmagazin “Current Biology” schreiben die Forscher, dass das Enkephalin beim Anblick und Konsum von Schokolade ausgeschüttet wird, und zwar im dorsalen Neostriatum, einer Hirnregion. Injizierten die Forscher die Substanz dort, fraßen die Ratten der Studie zufolge doppelt so viel Schokolade wie normal. Wie man sich vor dem Enkephalin-Effekt schützen kann, schreiben die US-Wissenschaftler allerdings nicht.
Quelle:
http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=138881
http://www.cell.com/current-biology/retrieve/pii/S0960982212009426
Kommentar & Ergänzung:
Die Enkephaline gehören zu den vom Körper selbst produzierten Opioiden. Sie sind verwandt mit den Endorphinen.
Wenn diese Forschungsergebnisse aus “Current Biology” stimmen, dann sorgt Schokolade quasi selbst für die Steigerung des Schokoladekonsums.
Schon lange diskutiert werden mögliche stimmungsaufhellende Wirkungen der Schokolade, die ebenfalls den Konsum anregen könnten:
„Ungesüßtes Kakaopulver enthält 1 bis 3 Prozent Theobromin, das chemisch dem Koffein ähnlich ist. Es wirkt auf den Organismus mild und dauerhaft anregend und leicht stimmungsaufhellend. Für Menschen ist dieser Anteil – im Gegensatz zu Hunden, Katzen und Pferden – ungefährlich. Weitere Inhaltsstoffe, die in Zusammenhang mit der stimmungsaufhellenden Wirkung von Schokolade gebracht werden, sind unter anderem das molekulare Grundskelett des Amphetamins Phenylethylamin, die Serotonin-Vorstufe Tryptophan, ein natürliches Antidepressivum, und das Cannabinoid Anandamid, letzteres ein Derivat der Arachidonsäure. Die enthaltene Menge Anandamid ist jedoch für einen merklichen Effekt viel zu gering, obwohl in Schokolade zusätzlich Substanzen enthalten sind, die den Abbau hinauszögern. Der stimmungsaufhellende Effekt von Schokolade ist durch die Inhaltsstoffe alleine nicht schlüssig erklärbar, sondern schließt auch psychische Einflüsse ein.“
Quelle: Wikipedia
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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