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Spielfassung und Regie Jordi Vilardaga
Emma Bovary: Mona Petri
Charles Bovary: Christof Oswald
Mutter Bovary: Rachel Matter
Homais: Antonio da Silva
Lheureuse: Rachel Matter
Léon: Bernhard Schneider
Rodolphe: Antonio da Silva
Am Flügel: Murat Parlak
Mitarbeit Spielfassung: Rachel Matter
Musik: Murat Parlak
Lichtdesign: Martin Burkhardt
Fotos: Regina Jäger
Team Marie-Louise Michel, Astrid Wittinghofer, Gabi Huber
Koproduktion mit Theater Ticino
Premiere 14. September 2017, Theater Ticino Wädenswil
Derniere 27. Oktober 2018, theater studio Olten
Der Landarzt Charles Bovary heiratet die junge Emma, die Liebe seines Lebens. Doch Emma liebt die Visionen und Rollenspiele ihrer Leidenschaft mehr als das reale Leben. Der Ehemann, die Tochter und die wechselnden Liebhaber werden zu Statisten in ihrem Theater der Sentimentalität, das ihr im bürgerlichen Alltag Abwechslung und Einfluss verspricht.
Emma Bovary verkörpert einerseits eine starke feministische Gestalt für ihre Zeit, mit einer fast männlichen Herrschsucht (Baudelaire) und andererseits ein vorweggenommenes Spiegelbild vom modernen Menschen, in seinem sinnlosen Konsumrausch.
Léon: Ich wäre gern eine Frau. Nicht arbeiten. Den ganzen Tag lesen, spazieren, Kunstbetrachtungen anstellen.
Emma: Entschuldigung, aber Sie wissen nicht, wie grausam es ist, auf das Leben einer Stubenfliege reduziert zu sein.
(Zitat aus dem Stück)
Als Flauberts Roman 1857 veröffentlicht wurde, feierten Künstler und Kritiker das Werk als Neuerfindung des Romans.
Gustave Flaubert wurde 1821 in Rouen geboren. Seinem Vater, einem Chirurgen, sah er als Kind heimlich beim Sezieren zu, als literarischer Realist machte er seine Schreibfeder zum Skalpell. Romane und Dramen schrieb er schon in der Schule, wo er vom «tiefen Abscheu vor der Menschheit» ergriffen worden war. Nach einem heftigen epileptischen Anfall brach er sein Jurastudium ab und zog sich auf den Familienbesitz in Croisset bei Rouen zurück. Er nahm sich vor, nie zu heiraten, und widmete sich fast ausschliesslich dem Schreiben. Nach einer Reise in den Orient beschloss Flaubert, Croisset nie mehr zu verlassen.
Sein Roman «Madame Bovary» löste bei seinem Erscheinen 1857 einen literarischen Skandal aus, in dessen Folge Flaubert vor Gericht erscheinen musste. Der einzige Kontakt zur Aussenwelt war ein reger Briefwechsel mit seiner Geliebten Louise Colet und zahlreichen
Schriftsteller-kollegen wie zum Beispiel Ivan Turgenev und George Sand. Flaubert starb 1880.