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Viele Wildtiere haben einen grossen Bewegungsdrang, denn sie müssen sich ernähren, fortpflanzen, wandern und Ruheplätze finden. Für zahlreiche Tierarten ist der Wald der wichtigste Lebensraum. Oftmals müssen sie von einem Wald zum nächsten gelangen, um ihren vielfältigen biologischen Bedürfnissen nachzukommen. Oft sind sie durch zahlreiche natürliche und vom Menschen errichtete Hindernisse in ihrer Fortbewegung eingeschränkt. Das Siedlungsgebiet, das dichte Strassennetz sowie auch manche Zäune stellen vielerorts unüberwindbare oder gefährliche Barrieren dar. Diese Zerstückelung des Lebensraums, oft Habitatfragmentierung genannt, stellt für die Tierbestände langfristig eine Bedrohung dar. Wildtierkorridore ermöglichen es den Tieren, trotz dieser Hindernisse von einem Wald in den anderen zu gelangen. Es handelt sich um Fragmente von Bewegungsachsen der Fauna, welche durch natürliche und anthropogene Strukturen begrenzt werden und aus Baumreihen, Hecken, extensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Zonen usw. bestehen. Im Wald besteht kein Konflikt zwischen der Abgrenzung von Wildtierkorridoren und der Naherholungsfunktion des Waldes; eine Überlappung der Wildtierkorridore mit Naherholungsflächen im Wald wird toleriert. Es ist jedoch wichtig zu garantieren, dass die Wildtierkorridore für die Wildtiere durchlässig bleiben, und beispielsweise den Bau von Gebäuden zu vermeiden.
Flächen, die sich nicht in einem Wildtierkorridor befinden, sind ebenfalls wichtig für die Bewegung der Wildtiere. Sie wurden jedoch nicht als Wildtierkorridor ausgeschieden, weil sie entweder weniger konzentrierte Wildtierbewegungen aufweisen, keiner direkten Bedrohung unterliegen und deshalb noch durchlässig sind oder aber komplett unterbrochen sind, beispielsweise durch grössere Städte.