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Thema der Woche vom 16. Mai 2017
Die Entwicklung des SPI und seines einfachen gleitenden Durchschnitts über 200 Tage. Ein Verkaufssignal wird ausgelöst, wenn der Kurs des SPI unter seinen gleitenden Durchschnitt fällt, ein Kaufsignal kommt zustande, wenn der Kurs über den gleitenden Durchschnitt steigt.
Gleitende Durchschnitte helfen Anlegern, Trendwechsel an den Finanzmärkten zu erkennen und Verluste in einer Krise zu reduzieren.
Gleitende Durchschnitte zählen zu den sogenannten Trendfolgeindikatoren. Sie signalisieren sowohl kurzfristige als auch langfristige Trends von börsengehandelten Wertpapieren wie Aktien und ETF.
Ein einfacher gleitender Durchschnitt wird berechnet, indem man die Kurse einer bestimmten Anzahl Tage zusammenzählt und durch dieselbe Anzahl Tage teilt. Häufig verwendet werden gleitende Durchschnitte über 200 Tage (siehe Grafik). Mit jedem neuen Handelstag fällt der älteste Tageskurs aus der Berechnung und der neuste kommt hinzu.
Der dadurch entstehende Durchschnittskurs glättet den Kursverlauf und filtert das in den Tageskursen enthaltene Kursrauschen – für den Anleger irrelevante Kursausschläge nach oben und unten – heraus. Diese Glättung des Kursverlaufs erlaubt, einen übergeordneten Trend und vor allem den Wechsel von einem Abwärts- in einen Aufwärtstrend und umgekehrt besser zu erkennen.
Einfache gleitende Durchschnitte lösen bei solchen Trendwechseln Kauf- bzw. Verkaufssignale aus. Dabei gelten folgende Regeln:
- Steigt der Tageskurs eines Wertpapiers über seinen gleitenden Durchschnitt, wird ein Kaufsignal ausgelöst.
- Sinkt der Tageskurs unter seinen gleitenden Durchschnitt, erfolgt ein Verkaufssignal.
Hintergrund dieser Signale: Steigt der Tageskurs über seinen gleitenden Durchschnitt der letzten 50, 100 oder 200 Tage, befindet sich das Wertpapier in einem positiven Trend. Trends haben die Eigenschaft, sich fortzusetzen, was oft mit Momentum bezeichnet wird und gut erforscht ist.
Fällt der Tageskurs unter seinen gleitenden Durchschnitt, muss mit einem negativen Trend gerechnet werden, weshalb ein Verkaufssignal ausgelöst wird. Dank dieser Signale eignen sich Anlagestrategien mit gleitenden Durchschnitten im Unterschied zu passiven Strategien wie Kaufen-und-Halten (Buy and Hold) zur Begrenzung von Verlusten in starken und nachhaltigen Krisen.
Allerdings lösen gleitende Durchschnitte in Phasen ohne klaren Trend immer wieder auch Fehlsignale aus. Zu einem Fehlsignal kommt es, wenn der gleitende Durchschnitt einen Kauf oder Verkauf signalisiert und wenig später das entgegengesetzte Signal ausgelöst wird. Fehlsignale können eine Minderrendite gegenüber Kaufen-und-Halten zur Folge haben.
Wie jede andere Anlagestrategie haben auch Strategien mit gleitenden Durchschnitten Vor- und Nachteile. Der grosse Vorteil von gleitenden Durchschnitten ist die Verlustbegrenzung in Krisen. Ein Nachteil sind die erwähnten Fehlsignale in Phasen ohne klaren Trend.
Neben den einfachen gleitenden Durchschnitten gibt es viele weitere, wie exponentiell gleitende Durchschnitte, adaptive gleitende Durchschnitte oder sich kreuzende gleitende Durchschnitte.
Eine Kombination von zwei sich kreuzenden gleitenden Durchschnitten liefert oft zuverlässigere, breiter abgestützte Signale als ein einzelner gleitender Durchschnitt. Gleichzeitig reagiert eine solche Strategie aber träger auf Kursänderungen.
Eine Strategie mit sich kreuzenden Durchschnitten lässt sich beispielsweise wie folgt umsetzen: Ein einfacher gleitender Durchschnitt über 200 Tage identifiziert langfristige Trends, während ein zweiter gleitender Durchschnitt über 50 Tage die kurzfristige Trendentwicklung einer Anlageklasse wiedergibt.
- Steigt der kürzere gleitende Durchschnitt über den längeren, kommt es zu einem Kaufsignal.
- Sinkt der kürzere gleitende Durchschnitt unter den längeren, erfolgt ein Verkaufssignal.
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