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Basel, 1949
Hersteller: M. Schöpflin AG., Basel
Entwurf: Burkhard Mangold (1873-1950)
Seidentaft, bestickt und eingesetzt
H. 149 cm, B. 170 cm
In der Berufsgewerkschaft des VSEA (Verband der Schweizerischen Eisenbahnangestellter) gab es schon in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Gesangsgruppe. Eine selbständige Basler Gesangs-sektion wurde am 10. Februar 1899 bei einem Umtrunk mit einem gespendeten Fass Bier gegründet.
Noch im gleichen Jahr gab sich der Verein Statuten und nahm mit 44 Sängern am internationalen Gesangsfest in Laufen teil. Das Lied «St. Jakob an der Birs» brachte ihm den 1. Lorbeer ein. Ab 1908 nannte sich die Basler Sektion «Männerchor der Eisenbahner Basel», in der Mundart «Isebähnler Männerchor». Eng befreundet mit dem Männerchor der Eisenbahner Bern, übernahm man in Basel dessen Sängerspruch «Frei die Bahn, frei das Lied!» Aus dem Jahre 1915 datiert die erste Vereinsfahne (2005.35.). In der Zwischenkriegszeit blühte der Verein. Er wuchs auf 80 Sänger und über 300 Passivmitglieder an und entfaltete ein reges gesangliches und gesellschaftliches Leben. Wichtige Höhepunkte waren die grossen Gesangsfeste. Am 12. Juni 1949 feierte man mit einem Festakt im Gundeldinger Casino das fünfzigjährige Bestehen. Eine neue Fahne (2005.36.) krönte das Fest.
Der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegszeit mit einem anderen Freizeitverhalten bescherte vielen traditionellen Vereinen Schwierigkeiten. Der Zusammenschluss mit der Gesangssektion des LPV (Lokomotivpersonal-Verband) im Jahre 1991 war ein Rettungsversuch, der die Auflösung am 23. April 2004 jedoch nicht verhindern konnte. Die Archivalien wurden dem Staatsarchiv, die beiden Fahnen dem Historischen Museum Basel übergeben. Von den beiden Fahnen ist diejenige von 1949 die interessantere. Jahrelang hatten die Aktiven jeden Monat einen zusätzlichen Beitrag für eine neue Fahne geleistet. 28 Sänger legten einen Fahnenentwurf vor.
Zwei Projekte wurden prämiert. Alle Entwürfe gingen zur Verwertung an Burkard Mangold (1873-1950) über, der die neue Fahne entwerfen sollte. Im Februar 1948 legte Mangold 3 Entwürfe vor, wovon der eine, in den Farben schwarz-weiss-rot, mit Baselstab, Lyra und Flügelrad, am meisten fesselte und auch vom Künstler als der beste bezeichnet wurde. (Alle Entwürfe sind jetzt bei den Vereinsakten im Staatsarchiv Basel). Der Kostenvoranschlag der Firma Schoepflin in Basel bezifferte sich auf die hohe Summe von CHF 2'150.-. Mangold verlangte das bescheiden empfundene Honorar von CHF 250.-, legte aber Wert darauf, dass die Fahne bei Schoepflin in Auftrag gegeben wurde, «um die Arbeit fortlaufend kontrollieren und die verwendeten Materialien prüfen zu können.» Schoepflin garantierte eine «Ausführung in feinster Handarbeit und in 1a-Qualität.» Mangold hatte fast 50 Jahre früher auch die Fahne der Zunft zu Fischern (2005.227.) entworfen, die ebenfalls im Jahre 2005 dem Museum übergeben wurde.