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Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Die chronischen Entzündungen schränken die Funktion der betroffenen Gelenke empfindlich ein und können sie auf Dauer komplett zerstören. Die Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit der Betroffenen massiv. Dank der durch anhaltende Forschung und Entwicklung erzielten medizinischen Durchbrüche vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht heute eine breite Palette an Medikamenten zur Verfügung, welche die Lebensqualität der betroffenen Menschen massiv verbessert. Eine frühe Diagnose und der rasche Einsatz von geeigneten Therapien sind der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Mittlerweile kann die Erkrankung bei immer mehr Betroffenen so gut kontrolliert werden, dass diese nahezu beschwerdefrei leben.
Allein in der Schweiz sind ungefähr 85’000 Menschen von einer rheumatoiden Arthritis betroffen. Man kann in allen Altersstufen daran erkranken, doch am häufigsten entwickelt sich eine rheumatoide Arthritis zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer.
Anfang des 20. Jahrhunderts ermöglichten Fortschritte in der Radiologie eine präzisere Diagnose von rheumatoider Arthritis und die Abgrenzung von verwandten Erkrankungen wie Arthrose. In den 1960er-und 1970er-Jahren folgten weitere diagnostische Neuentwicklungen, die eine differenzierte Einordnung verschiedener Rheumaerkrankungen ermöglichten. Die Beschwerdeintensität und die Krankheitsausprägung sind von Person zu Person unterschiedlich. Entsprechend vielfältig sind die Strategien und Massnahmen zu deren Behandlung. Eine vorrangige Rolle bei der medikamentösen Therapie einer rheumatoiden Arthritis spielen die sogenannten Basismedikamente. Das sind synthetische Arzneimittel, welche die Immunreaktionen dämpfen. Sie bremsen die Entzündungen oder bringen sie ganz zum Stillstand. Der erstmalige Einsatz von Kortison zur Behandlung von rheumatoider Arthritis im Jahr 1948 veränderte nicht nur die Rheumatologie, sondern die gesamte Medizin und damit das Leben unzähliger Patientinnen und Patienten. Der Wirkstoff Kortison hindert Entzündungszellen daran, sich in Geweben auszubreiten und darin Entzündungsreaktionen auszulösen. Kortisonpräparate werden immer noch in geringerer Dosierung in der Behandlung eingesetzt.
Mit den Biologika stehen heute zusätzlich Wirkstoffe zur Verfügung, welche in den Entzündungsprozess eingreifen, indem sie beispielsweise Eiweisse, welche Entzündungssignale übermitteln, neutralisieren. Gezielte synthetische Basismedikamente stellen schliesslich die neueste Medikamentenklasse dar. Ihr Vorteil besteht in der guten und schnellen Steuerbarkeit. Mittels genetischer Analysen von Gelenkgewebe wird beispielsweise innert kurzer Zeit vorausgesagt werden können, auf welche Medikamente eine Patientin oder ein Patient anspricht.
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