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Neu im Kino «The Dark Tower»: Wie vergeige ich eine Stephen King-Verfilmung?
- Donnerstag, 10. August 2017, 10:35 Uhr
Die Adaption von Stephen Kings «The Dark Tower» schickt uns von New York aus in eine andere Welt, in der ein Bösewicht und seine Kumpanen den Weltuntergang planen. Es ist eine Mischung aus Fantasy, Abenteuer und Science Fiction.
In «The Dark Tower» wird der 14-jährige Jake von Träumen heimgesucht. Immer wieder sieht er einen dunklen Turm in einer anderen Welt und realisiert irgendwann, dass die Zerstörung ebendieses Turmes den Untergang unserer Welt bedeutet. Obwohl ihm weder seine Mutter noch sein Stiefvater glauben, schafft er es in diese andere Welt zu reisen. Dort verbündet er sich mit dem sogenannten Revolverhelden Roland, der den Bösewicht bekämpft, der den Turm zum Einstürzen bringen will.
Irgendwie erinnert die Geschichte so, wie sie hier erzählt wird, an eine weniger fantasievolle Version von «Die unendliche Geschichte» (1984). Dort taucht ebenfalls ein Junge in eine andere Welt ein, die er aus einem Buch kennt. Und auch er wird in die Geschicke dort verwickelt. Diese Version von «The Dark Tower» ist eine Geschichte für Teenager. Leider ein eher oberflächlicher Mix aus Fantasy-, Abenteuer- und Science Fiction-Film mit einer Prise Horror, wie es sich für Stephen Kings Erzählungen gehört.
Das stärkste Zitat
«Ich töte nicht mit meiner Waffe. Derjenige, der mit der Waffe tötet, hat das Gesicht seines Vaters vergessen. Ich töte mit meinem Herzen.» Das ganze Glaubensbekenntnis des Revolverhelden ist noch einiges länger. Es erinnert ihn daran, woher er kommt und an was schon seine Vorgänger und Mitstreiter geglaubt haben. Dieses Credo gibt er auch an den Jungen weiter.
Der Schauspieler
Idris Elba spielt Roland, den Revolverhelden, der gegen das Böse ankämpfen muss. Der 45-jährige ist in London geboren, als einziges Kind afrikanischer Einwanderer. Sein ganzer Name ist Idrissa Akuna Elba. Er spielte schon Rollen wie Nelson Mandela. Letztes Jahr war er allerdings vor allem wegen seiner Stimme gefragt. Sein sonores Organ lehnte er gleich dreimal animierten Tieren aus: dem Tiger Shere Khan in «The Jungle Book», dem Seelöwen Fluke in «Finding Dory» und dem Büffel Chief Bongo in «Zootopia».
Fakten, die man wissen sollte
An diesem Material kann man sich die Zähne ausbeissen. Stephen King schrieb 30 Jahre an den acht Bänden des Zyklus «Der dunkle Turm». In Hollywood wanderte dieser Stoff von Studio zu Studio. Eine erste Verfilmung platzte schon 2007. Da war der achte Band noch nicht einmal erschienen. Daraufhin wollten die Universal Studios mehrere Filme sowie eine ganze Serie daraus drehen. Anschliessend wanderte die Verfilmung von HBO zu Warner Brothers und dann zu Sony Pictures. Diese haben nun den Film ins Kino gebracht.
Das Urteil
Wieder einmal muss die Welt gerettet werden. Es ist ein klarer Fall von Gut gegen Böse, was die Sache nur mässig spannend macht. Viele der Charaktere in Stephen Kings acht Bänden von «The Dark Tower» sind hier zusammen gemischt worden. Es ist so eine neue Geschichte entstanden, der einfach eine gewisse Tiefe fehlt. 90 Minuten reichen wohl nicht aus, um eine solche Fantasy-Saga zu erzählen.
Die Rollen sind allerdings hervorragend besetzt. Oscar-Preisträger Matthew McConaughey scheint es geradezu zu lieben, den teuflischen Bösewicht zu verkörpern. Jake, der Junge, gespielt vom Engländer Tom Taylor kann ebenfalls überzeugen. Und der heimliche Star, der Revolverheld Roland, der aussieht als wäre er gerade aus einem Western geflüchtet, wird von Idris Elba perfekt dargestellt. Für das Casting bekommt der Film also Bestnoten.