Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/189858

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob es, nach Konsultation der betroffenen Kreise, angebracht ist, Massnahmen zur Reduktion des Acrylamidgehalts in Futtermitteln zu ergreifen und Referenzwerte und Regeln zur guten Herstellungspraxis festzulegen. Dies stünde im Einklang mit dem, was getan wird, um die Exposition von Menschen gegenüber diesem für Tiere als krebserregend geltenden Stoff zu begrenzen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Futtermittel werden regelmässig von einer Fachstelle des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen amtlich kontrolliert. Acrylamid findet man in Futtermitteln, die sehr stark erhitzt wurden, namentlich beim Extrusionsverfahren (Erhitzen unter hohem Druck), das vorwiegend bei der Herstellung von Heimtier-Trockenfutter Anwendung findet. Bei der Herstellung von Nutztier-Futter wird diese Technik nur selten angewendet; das Futter wird bei der Granulation oder der Hygienebehandlung auf Temperaturen erhitzt, bei denen kein Risiko besteht, dass sich allenfalls gefährliches Acrylamid bilden könnte.</p><p>Die Höchstgehalte für unerwünschte Stoffe in Futtermitteln richten sich nach Kriterien, die spezifisch für die Tierernährung gelten. Dabei werden die verfügbaren Ausgangsmaterialien, die Sensibilität der jeweiligen Tierart gegenüber verschiedenen Kontaminanten und, bei Nutztieren, die allfällige Übertragung in tierische Erzeugnisse berücksichtigt. Es ist daher nicht sinnvoll, die für die menschliche Ernährung geltenden Normen zu übernehmen. Es gibt heute keine Höchstwerte für Acrylamid in Futtermitteln.</p><p>Bei den jüngst publizierten Acrylamid-Gehalten in Katzen-Kroketten beträgt der höchste Wert 1500 Mikrogramm pro Kilogramm. Dies entspricht einer Kontamination von 90 Mikrogramm pro Tag für eine 4 Kilogramm schwere Katze mit einer Tagesration von 60 Gramm Kroketten. Gemäss Literatur, in der Katzen als sehr sensibel gegenüber Acrylamid im Futter bezeichnet werden, ist dieser Wert, der weniger als 3 Prozent einer als kritisch geltenden chronischen Dosis entspricht, ungefährlich.</p><p>Die Amtliche Futterkontrolle verfolgt die Situation aufmerksam. Sie hat Kontakt aufgenommen mit der Branche, den Herstellern und den Importeuren von Heimtier-Trockenfutter, um über die Lage auf dem Laufenden zu bleiben und gegebenenfalls Referenzwerte für Acrylamid in Futtermitteln festzulegen.</p><p>Die zuständigen Behörden haben bereits Massnahmen getroffen, um das Problem angemessen anzugehen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.