Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/3164

Nicaragua will einen neuen Kanal bauen
Durch den 82 Kilometer langen Panamakanal fahren jährlich rund 14'000 Schiffe. (Keystone Archiv)
Das Parlament in Nicaragua hat mit grosser Mehrheit grünes Licht für den Bau einer neuen Verbindung vom Atlantik zum Pazifik gegeben, die dem Panama-Kanal Konkurrenz machen soll. 85 der 91 Abgeordneten stimmten für das Projekt einer 200 Kilometer langen Wasserstrasse zwischen den beiden Ozeanen.
Sie schufen damit einen rechtlichen Rahmen für das Bauprojekt, der auch die Einrichtung einer Aufsichtsbehörde vorsieht. Präsident Daniel Ortega hofft, das mittelamerikanische Land mit den Einnahmen durch einen solchen Kanal aus der Armut führen zu können.
Investoren stehen bereit
«Wir können diesen Traum Wirklichkeit werden lassen», sagte der Abgeordnete Edwin Castro von der regierenden Nationalen Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) nach der Abstimmung. Der oppositionelle Parlamentarier Wilfredo Navarro sagte, er hoffe, dass das Projekt finanziert werden könne.
Es wird mit Baukosten in Höhe von 30 Milliarden Dollar gerechnet, die vom Staat und privaten Geldgebern getragen werden sollen. Nach Angaben der Projektplanung haben bereits mehrere Länder signalisiert, in das Projekt investieren zu wollen.
Alte Idee neu aufgenommen
Die Idee eines Atlantik-Pazifik-Kanals in Nicaragua ist bereits Jahrhunderte alt. Im Jahr 1914 wurde dann allerdings der Panama- Kanal eingeweiht, der bis 1999 unter der Kontrolle der USA stand.
Eine neue Verbindung der beiden Ozeane könnte Nicaragua, das nach Haiti das zweitärmste Land Amerikas ist, neue Einnahmen bescheren. Panama hat mit seinem Kanal zuletzt eine Milliarde Dollar pro Jahr eingenommen. (luek, sda/afp)
Verantwortlich für diesen Beitrag:
Mehr zu den Stichwörtern: