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Zwei ferngesteuerte Roboter stehen sich gegenüber. Der eine ist eine Schildkröte mit angebauter Rakete, der zweite ist dem berühmtem «R2D2» aus «Krieg der Sterne» nachempfunden. In der Mitte stehen 18 Kegel. Die Aufgabe besteht darin, zuerst sämtliche Kegel der gegnerischen Mannschaft mit ausgefahrenen Roboterarmen umzukippen und danach innerhalb eines Zeitlimits möglichst viele der eigenen umgekippten Kegel – oder aber alle – wieder aufzustellen. In anderen Worten: Es war ein futuristischer Wettkampf, der gestern in der Hochschule für Technik und Architektur für Hochspannung und Emotionen sorgte. Ja, die Arena-Stimmung konnte schon fast mit der Fussball-WM konkurrieren – mindestens in den Herzen der Studierenden. «Allez, allez» wird gerufen; Fehler werden mit einem lautstarken Raunen quittiert. Gegen 200 Zaungäste säumten den Wettkampfort hinter der Hochschule, und die angrenzende Garage wurde kurzerhand zu einer Arena umfunktioniert, um auch von oben einen idealen Blick zu haben.
Kleines und grosses Finale
Die von den Studierenden selbst gebauten Roboter und ihre Teams trugen so fantasievolle Namen wie «R5D5», «004» (in Anlehnung an James Bond), «Erebeta» (das japanische Wort für Aufzug) oder «K.L.A.U.S.» (die Abkürzung für «Kinetic Lifeform Assembled to Upset the Skittles», auf Deutsch «kinetische Lebensform, zusammengebaut, um die Kegel wütend zu machen»). Insgesamt nahmen sechs Teams teil mit je fünf künftigen Elektro- und Maschineningenieuren des zweiten Studienjahrs – wobei nur eine Handvoll junger Frauen unter den Teilnehmern waren. Gespielt wurde zuerst in zwei Dreiergruppen gegeneinander, bevor der Tagessieger schliesslich in einem kleinen und einem grossen Finale ermittelt wurde – wie in einer echten Meisterschaft eben. Es siegte schliesslich das Team «R5D5».
«Mit der ganzen Klasse»
Ein Mitglied des Teams «K.L.A.U.S.» war der 22-jährige Maschinenbaustudent Mattias Hayoz aus Düdingen. «Hier ist es sehr cool», sagte er begeistert. «Es ist super, zum Abschluss des Studienjahres mit der ganzen Klasse an einem Wettkampf teilzunehmen.» Das Schwierigste beim Bauen des Roboters sei die Elektronik gewesen. «Am Anfang waren wir ziemlich siegessicher», so Hayoz. «Aber als wir sahen, was die anderen Gruppen alles so auf die Beine gestellt haben, wurde ich doch etwas nachdenklich.»
«An diesem Wettkampf sieht man wirklich, wie gut die einzelnen Gruppen gearbeitet haben», ergänzt Hayoz’ 21-jähriger Kollege Yanick Bapst aus Schwarzsee, der seinerseits beim Team «004» mitwirkte. «Die Konstruktion des Roboters an sich war gar nicht so schwierig«, meint er. «Die Herausforderung war vielmehr, ihn so einzustellen, dass er dann auch tatsächlich funktioniert und die Kegel wieder aufstellt.
«Bewusst durchmischt»
«Die Teams wurden von uns Professoren zusammengestellt, und zwar bewusst so, dass sie sowohl fachlich als auch sprachlich durchmischt waren», sagte der Mitinitiator des Wettbewerbs, der Professor für Maschinentechnik Sebastian Leopold. Für den Sieg ist nicht nur der Turniererfolg entscheidend, sondern auch eine ganze Reihe weiterer Kriterien. Und da das Ganze einen Teil des Studiengangs darstellt, gibt es für jeden Teilnehmer eine Note, und zwar sowohl eine Teamnote als auch eine individuelle. Diese ergibt sich aus den vier vorgängigen Vorbereitungssitzungen im Lauf des Semesters.
Zahlen und Fakten
Zum zehnten Mal ausgetragen
Der Roboterwettbewerb an der Hochschule für Technik und Architektur ging dieses Jahr zum zehnten Mal über die Bühne. Die Aufgabe, welche die teilnehmenden Teams zu erledigen hatten, wurde von einem sechsköpfigen, interdisziplinären Professorenteam definiert. «Wir wollen bewusst ferngesteuerte und nicht selbststeuerende Roboter zum Einsatz kommen lassen, damit auch das menschliche, emotionale Element nicht zu kurz kommt», sagt Professor Sebastian Leopold. Zu gewinnen gibt es eine Flasche Champagner für das Siegerteam, eine Flasche Sirop (was auf Französisch gleich wie «zero» auf Englisch klingt) für die letzten sowie österreichische Limonade, die Flügel verleiht, für die übrigen der Teilnehmenden.