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«Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten», wird Pablo Picasso gerne zitiert. Allerdings verraten wir dir hier gerne, wo es Kunst im öffentlichen Raum zu sehen gibt.
Kunstpaarung: Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle, Zürich
Sie gelten als eines der berühmtesten Künstlerpaare überhaupt: der Schweizer Maschinen-Skulpturist Jean Tinguely und die Künstlerin Niki de Saint Phalle. Kennengelernt im Jahr 1955, heirateten sie 1961 und blieben bis zu seinem Tod im Jahr 1991 zusammen. Sie wurden unabhängig voneinander weltberühmt. Tinguely für seine Alteisenskulpturen wie etwa «Heureka» für die Landesausstellung 1964 in Lausanne, also jene Skulptur, die heute am Zürihorn steht. Niki de Saint Phalle machte sich erst einen Namen als Aktionskünstlerin, bevor sie mit ihren gewaltigen «Nana»-Figuren Kunstgeschichte schrieb. Ihr elf Meter grosser schwebender Schutzengel beschützt die Pendlerinnen und Pendler am Hauptbahnhof Zürich seit 1997.
Seesicht, Zug, Roman Signer
Nein, es macht nicht bumm! Diese Warnung gilt es bei Installationen von Roman Signer vorauszuschicken. Grosse Berühmtheit erlangte der Ostschweizer Künstler vor allem wegen seiner kunstvollen Sprengungen. Roman Signer kann auch anders: Aus Anlass zum 25-jährigen Bestehen des Kunsthauses Zug kreierte Roman Signer eine Stahlskulptur, die sich seit 2015 an prominenter Lage an der Zuger Seeuferpromenade befindet. Eine Treppe führt in der Stahlskulptur unter den Wasserspiegel und eröffnet durch ein Fenster den Blick in den See.
Eole, Ouchy/Lausanne, Clelia Bettua
Ein Fähnlein im Wind – so könnte man die 20 Meter grosse, halbkreisförmige metallische Windfahne Eole am Ufer des Hafens von Ouchy nennen. Das von Clelia Bettua geschaffene Kunstwerk richtet sich stets nach dem Wind. Die Windrichtung kann an vier, in einer Entfernung von 150 Metern, am Quai stehenden Monolithen abgelesen werden. Man findet die Windrichtung heraus, indem man den Halbkreis der Fahne und die in Stein gehauenen Halbkreise miteinander kombiniert.
Rivellino des Visconti-Schlosses, Locarno, Leonardo da Vinci
Ein halbes Jahrhundert war das «Rivellino» einfach ein ursprüngliches Überbleibsel des militärischen Teils der mittelalterlichen Burg von Locarno. Dann die Sensation: Wissenschaftler fanden heraus, dass dieses Bauwerk von Leonardo da Vinci stammen könnte. Wie intensive Nachforschungen ergaben, geht man heute davon aus, dass dieser Teil der Burg tatsächlich von Leonardo da Vinci projektiert wurde. Wer hätte das gedacht! So diente das Rivellino lange Zeit als Lagerkammer.
Steine aus aller Welt, Bern, George Steinmann
Die ganze Welt an einem Ort vereint: Diese Symbolik findet man auf der Bundesterrasse in Bern, unweit der Marzilibahn. Was an einen grossen japanischen Steingarten erinnert, ist eine Installation des Berner Künstlers und Bluesmusikers George Steinmann aus dem Jahr 1992. Es handelt sich um Steine aus allen fünf Kontinenten – von Orten, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Schweiz haben oder auf Schweizer Auswanderer zurückführen. Dort, wo die Steine entnommen wurden, stehen nun gelbe Wegweiser mit Distanzangaben zur Schweiz, um «das Gleichgewicht der Dinge» wieder herzustellen.
Titelbild: Schwebender Schutzengel am Hauptbahnhof Zürich (Ausschnitt), © commons.wikimedia.org, Roland zh, CC BY-SA 3.0