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Tom Lüthi verpasste zum Saisonauftakt in Katar nach phänomenaler Aufholjagd seinen 17. GP-Sieg nur um wenige Tausendstel. Statt dem 32-Jährigen aus Linden triumphierte der ebenfalls auf einer Kalex fahrende Italiener Lorenzo Baldassarri, der fast während des ganzen Grand Prix in Führung gelegen hatte. Dritter wurde Lüthis deutscher Dynavolt-Teamkollege Marcel Schrötter, der von der Pole-Position gestartet war.
Lüthi hingegen, von Startplatz 7 losgefahren, war zu Beginn seines ersten Moto2-Rennens seit eineinhalb Jahren gar für kurze Zeit aus den Top 10 gefallen. "Ich war in den ersten Runden für die Positionskämpfe nicht bereit", sagte der Berner, der während vielen Runden Luca Marini nicht überholen konnte. Doch einmal am Italiener - dem Halbbruder von Altmeister Valentino Rossi - vorbei, war er nicht mehr aufzuhalten. Er fand zu seinem Rhythmus und "zu einem guten Speed" (Lüthi).
Nach zwei Dritteln der Renndistanz hatte Lüthi, der zwischenzeitlich um mehr als zweieinhalb Sekunden hinter der Spitze zurückgelegen hatte, nach einigen schnellsten Rennrunden den Anschluss an das Top-Trio wieder geschafft. Den Australier Remy Gardner, der am Ende Vierter wurde, sowie Schrötter vermochte der nunmehr 58-fache Podestfahrer aus der Schweiz noch zu schnappen. Zu Baldassarri, der seinen dritten GP gewann, fehlten Lüthi nach 20 Runden und total 107,6 km letztlich nur 26 Tausendstel.
Damit befindet sich Lüthi im Gesamtklassement der mittleren WM-Kategorie wieder dort, wo er Ende 2017 aufgehört hatte: auf Position zwei. Der 125er-Weltmeister von 2005 ist überzeugt, zusammen mit seinem Team auf dem richtigen Weg zu sein: "Das Podest ist ein erster Lohn für die bisherige Arbeit." Gleichzeitig gebe der 2. Platz aber auch das nötige Selbstvertrauen und Zuversicht für den weiteren Saisonverlauf, so Lüthi.
Jesko Raffin durfte mit dem Saisonauftakt ebenfalls zufrieden sein. Der Zürcher verbesserte sich im Rennen von Startposition 20 in den 14. Rang. Raffin ist im niederländischen NTS-Team jedoch nur temporärer Ersatz für Steven Odendaal. Er wird den Platz räumen müssen, sobald der am Fuss verletzte Südafrikaner wieder fit ist.
Für Dominique Aegerter kündet sich ein schwieriges Jahr an. Der Oberaargauer blieb zu Beginn seiner zehnten Moto2-Saison trotz eines Top-Starts, der ihn von Position 24 auf 15 brachte, ohne WM-Punkte. Aegerter konnte auf der noch nicht ausgereiften MV Agusta nicht ganz mithalten und wurde nur 18. - zum 15. Rang fehlten ihm gut vier Sekunden.
(sda)