Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03484.jsonl.gz/1211

Die Schweiz ist eines der sehr wenigen Länder auf der Welt, die keine Orden kennen. Fast überall gibt es diese metallenen Schmuckstücke, mit denen ausgezeichnete Zeitgenossen Brust, Hals oder Hüften verzieren können. Für Sammler und solche, die es werden wollen, hat buchplanet.ch Jörg Nimmerguts Orden Europas im Angebot.
Im späten Mittelalter gingen aus den geistlichen Ritterorden (Templer, Deutscher Orden) die ersten weltlichen Ritterorden hervor, mit denen die Monarchen ihre Ritter an sich binden und sich ihre Loyalität sichern wollten (Gründung des Order of the Garter, des Hosenbandordens 1348). Diese Orden waren in der Regel dem Adel vorbehalten. Mit der „Demokratisierung“ des Staats- und Militärdienstes im 18. und 19. Jahrhundert wurden dann allgemeine, allen zugängliche Verdienstorden nötig, die üblicherweise in mehreren Stufen (meistens 3 oder 5) verliehen werden konnten (Gründung der Legion d’Honneur, der Ehrenlegion 1802).
„Man mag das Firlefanz nennen. Aber mit solchem Firlefanz lenkt man die Menschen“ hat Napoleon über das Ordenswesen gesagt. Natürlich kann man über den moralischen Wert dieser zur Schau getragenen Bedeutung geteilter Meinung sein. Fest steht jedoch, dass viele Orden von grosser historischer Bedeutung für das jeweilige Land sind, man denke nur an die französische Ehrenlegion, den englischen Hosenbandorden oder das preussische Eiserne Kreuz. Beeindruckend ist auch die Kontinuität: Orden hat es in den letzten 200 Jahren praktisch immer und überall gegeben, ihnen kann fast nichts passieren (die Ehrenlegion zum Beispiel hat seit 1802 alle Regierungswechsel in Frankreich unbeschadet überstanden; einige ehemals regierende Fürstenhäuser wie die Habsburger verleihen weiterhin ihre Hausorden). Manche Ordenskleinode haben ausserdem einen nicht zu verachtenden künstlerischen und ästhetischen Wert.