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Nachdem das Areal der ehemaligen Heuwaage im städtischen Kaufhaus am Barfüsserplatz an die Vereinigten Musikgesellschaften zum Bau des Musiksaals beim Stadtcasino verkauft worden war, musste die Waage 1874 verlegt werden. Zum neuen Standort wurde "der Platz vor dem ehemaligen Steinenthor zwischen der Birsigstrasse und der Steinengrabenbrücke" bestimmt, wo bis dahin der Wochenmarkt für Jungschweine abgehalten worden war. Für die Zufahrt der Heuwagen schien der offene Platz vor dem Steinentor besonders geeignet; die Wagen kamen meist aus dem Leimental oder vom Birsfeld oder aus dem Sundgau her. Die Aufsicht über die die Waage führte der dem Eichmeister unterstellte Heuwaagmeister, dem vom Ertrag des Waaggelds zwei Fünftel, mindestens aber Fr. 2'400,- jährlich als Gehalt zuflossen. Dieser Posten war daher so begehrt, dass sich bei einer Vakanz im Jahr 1883 nicht weniger als 69 Bewerber meldeten.
An Gebühren waren zu entrichten: 3 Centimes pro 100kg Heu, Stroh und Holz, je 50 Centimes für eine Wagenladung Steine oder Eis bzw. für einen leeren Wagen. Die amtliche Waage wurde rege frequentiert; so registrierte man 1892 3389 Tonnen Heu, 777 Tonnen Stroh, 30 Tonnen Holzkohlen, 1971 Tonnen Holz, 197 Tonnen Kartoffeln, 172 Tonnen Hafer und 571 Tonnen Diverses.
1901 wurde das für 8'000 Franken gebaute kleine Gebäude des Waagmeisters abgebrochen und durch ein grösseres ersetzt. Im Zeichen der Motorisierung verlor dann aber die Heuwaage immer mehr an Bedeutung, bis schliesslich nur noch die Elefanten aus dem nahegelegenen Zolli zur Gewichtskontrolle auf die starke Ammann-Wild-Brückenwaage geführt wurden. Im August 1959 wurde die "geschmackvolle und bisher zweckdienliche Amtliche Heuwaage" niedergelegt.
Quelle: Meier 1992