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Chronische Krankheiten und deren Behandlung
Je vitaler der Mensch ist, um so mehr kann er Krankheits-Erscheinungen an der Peripherie des Körpers ansiedeln. Je schwächer die Lebenskraft wird, um so tiefer gehen Krankheiten in's Zentrum des Körpers. Bei chronischen Krankheiten besteht aus schulmedizinischer Sicht keine Tendenz zur Heilung (die Krankheitssymptome können nur gelindert werden, Nebenbeschwerden erträglicher gemacht werden). In der Homöopathie werden chronische Krankheiten konstitutionell behandelt.
Das Ziel einer homöopathischen Heilung soll sein, den Krankheits-Prozess wieder umzukehren, deshalb werden chronische Krankheiten nie lokal behandelt. Eine chronische Krankheit sollte nicht im akuten Stadium behandelt werden (Gefahr einer Erstverschlimmerung), hier wird palliativ behandelt.
Bei chronischen Krankheiten ist eine umfangreiche Anamnese unumgänglich. Um das passende Arzneimittel zu finden, muss man die Gesamtheit der Symptome und Zeichen eines Menschen während seines Lebens sammeln = Sekundär-Miasmatik, müssen die Krankheiten seiner Familie/Ahnen (Eltern, Geschwister, Verwandte) = Primär-Miasmatik, miteinbezogen werden. Einwirkungen wie Impfungen, Operationen, starke Gemütsbelastungen, Unterdrückungen (z.B. Hautbehandlungen mit Cortison, Zink; Antibiotika; Unterdrückung von Fieber) von Krankheiten werden ebenfalls berücksichtigt.
Eine chronische Behandlung benötigt Zeit und Geduld. Zuerst sollte sich die Energie des Patienten verbessern, der Schlaf sollte besser werden und auf der Geistes- und Gemütsebene müssen deutliche Anzeichen einer Verbesserung wahrgenommen werden.
Viele Patienten äussern z.B. spontan: "Komisch, meine Schmerzen sind noch nicht ganz weg, aber ich fühle mich ruhiger, besser. Ich kann mit meiner Krankheit besser umgehen, bin gelassener. Ich kann mich wieder spüren, mich abgrenzen, auch mal Nein sagen, Dinge gehen mir nicht mehr so unter die Haut."
Einige berichten auch, dass längst vergessene Dinge wieder hochkommen, z.B. Enttäuschungen, Zorn, Wut. Oder sie haben auf einmal das Bedürfnis, gewisse Veränderungen in die Wege zu leiten, z.B. ein längst fälliger Berufswechsel. Selbst manchmal heftige Ausscheidungsreaktionen werden gerne in Kauf genommen, die Patienten spüren am eigenen Körper, wie der "Druck weggeht" - sie können z.B. wieder Atmen seit der alte Hautausschlag aus der Kindheit wieder erschienen ist.