Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03642.jsonl.gz/2865

|Abt Rudolf von Montfort (1330-1333)

Abt Rudolf von Montfort
Rudolf von Montfort, Pfleger, 1330-1333. Rudolf war ein Sohn des Grafen Rudolf I. von Montfort-Feldkirch, 1 307 als Dompropst von Chur belegt, amtierte er seit 1310 auch als Generalvikar. Vom 19.3.1322 bis 12.6.1325 bestellte ihn Papst Johannes XXII. zum Bischof von Chur, und am 1.10.1322 erhielt er auch das Bistum Konstanz übertragen. Als es nach dem Tode Hiltbolds in St. Gallen erneut zu einer zwiespältigen Wahl kam und alle Bemühungen um eine Beilegung des Streites scheiterten, übertrug Papst Johannes XXII. am 17.4.1330 die Verwaltung des Klosters Bischof Rudolf von Konstanz, einem treuen Parteigänger des Papstes und des Hauses Österreich. Dieser sollte zwar nur solange dem Kloster vorstehen, bis ein neuer Abt gewählt sei. Am 8.8.1330 erscheint Rudolf erstmals urkundlich als Pfleger, und am 23.11.1 330 bestätigte er der Stadt St. Gallen die Handfeste. Nach dem Tode Friedrichs von Österreich kam es zu einer Aussöhnung zwischen den Habsburgern und Ludwig dem Bayern, auf dessen Seite Bischof Rudolf nun wechselte, was die Absprache vom 2.6.1332 wegen der Reichslehen bekräftigt. Auf diese Kehrtwendung hin wurde er vom Papst gebannt und am 25.10.1333 der Abtei enthoben. Rudolf scheint ohne weiteres dem neuen vom Papst ernannten Abt Platz gemacht zu haben. Er starb bereits am 27./28.3.1334.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)