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Vor 2 Jahren hat Agroscope 2 GreenFeed-Systeme gekauft. Die ersten Resultate sind jetzt da, was Methan- und die Kohlendioxid-Messungen betrifft.
Die Messung von gasförmigen Emissionen mit Treibhauseffekt aus der Tierhaltung ist ein Forschungsschwerpunkt bei Agroscope. In der Tierhaltung steht neben dem Kohlendioxid und stickstoffhaltigen Komponenten vor allem Methan aus der Vormagenfermentation der Wiederkäuer im Fokus. Methan stellt, neben seinem Beitrag zum Treibhauseffekt, für das Tier selbst einen Verlust bei der Verwertung der Futternährstoffe dar. Die produzierte Menge wird von Faktoren wie dem Verzehr, der Nahrungszusammensetzung und speziellen Futterinhaltsstoffen beeinflusst und kann zu einem gewissen Anteil genetisch mitbestimmt sein.
Die quantitative Messung der gasförmigen Ausscheidungen von Tieren ist aufwändig und erfordert umfangreiche Sammeleinrichtungen (Respirationskammern), die für das Tier auch eine erhebliche Isolation bedingen und aus diesem Grund meist nur für Messungen über wenige Tage verwendet werden; sie verunmöglichen auch die Datenerhebung in natürlicher Umgebung (z.B. Weide). Für solche Untersuchungen wurde eine Markermethode entwickelt: Dabei wird im Pansen aus einem Bolus ein inertes Gas (Marker, üblicherweise Schwefelhexafluorid) in bekannter Menge freigesetzt, dessen Konzentration in der Atemluft (die Ruktusgase enthaltend) anschliessend analysiert wird, was eine Schätzung der Atemluftmenge bzw. der Emission von Methan erlaubt. Für diese Methode ist eine Sammeleinrichtung für Atemgasproben notwendig, die das Tier mit sich tragen muss. Da der Aufwand für die Sammlung, Aufbereitung und Analyse der Proben gross ist, und den Tieren das permanente Tragen der Sammelvorrichtung, nicht zugemutet wird, steht auch diese Methode nur für Erhebungszeiträume von einigen Tagen zur Verfügung. Für diese wird aber ein integraler Messwert geliefert.
Beim GreenFeed-System handelt es sich um ein mobiles System für Kurzzeitmessungen der Abgabe von Atemgasen bei Wiederkäuern, das grundsätzlich ohne Einschränkungen und Belastungen für das Tier auskommt. Es besteht aus einer automatischen Futterstation mit elektronischer Tiererkennung, in welcher während dem Verzehr einer Futterportion die Luft (Atem- und Umgebungsluft) aus dem Maul-Nasenbereich des Tiers abgesaugt wird. Das abgesaugte Luftvolumen wird gemessen und die Gehalte an Methan (und Kohlendioxid) laufend bestimmt. Somit kann während der Besuche an der Station die abgegebene Methan- und Kohlendioxidmenge erhoben werden. Deshalb wird das Lockfutter in mehreren kleinen Portionen im Abstand von rund 30 Sekunden abgegeben, um das Tier zum Verbleiben zu motivieren. Die Verteilung der Besuche über den Tag kann beeinflusst werden, indem dieser in Abschnitte eingeteilt wird, während denen jeweils ein Besuch mit einer festgelegten maximalen Anzahl Futterportionen möglich ist. Das Resultat eines Tages ist somit eine Anzahl von Kurzzeitmessungen der Methan- (und Kohlendioxid-) produktion, die bei Wiederholung über mehrere Tage zu einem Tageswert hochgerechnet werden können.
Die Resultate dieses Versuchs wurden an Kolloquien an den ETH-Zürich und in Göttingen (Deutschland) vorgetragen (siehe Poster, Medienmitteilung und Zusammenfassung neben an).