Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03263.jsonl.gz/1616

Die Solitude-Promenade soll zwischen Schaffhauserrheinweg und Grenzacher-Promenade umgestaltet werden mit dem Ziel, eine konfliktfreie Nutzung durch Fussgänger/innen und Velofahrende zu gewährleisten. Vorgesehen ist ein landschafts-architektonischer Projektwettbewerb. Die Regierung beantragt beim Grossen Rat einen Planungskredit von insgesamt 2,32 Mio. Franken. Auch die Umwelt- und verkehrskommission des Grossen Rates hat dem Projektierungskredit zugestimmt.
Der Regierungsrat hat den Bebauungsplan für das Roche-Südareal verabschiedet. Der Vorstand des VRK begrüsst, dass die bestehenden Laborbauten der Roche entlang des Rheins in einer späteren Bauetappe durch eine weniger dichte Überbauung und durch Grünanlagen ersetzt werden.
Der VRK verlangte in einer Einsprache zur Planauflage, dass im Bebauungsplan auf der Südseite des Roche-Areals genügend Platz ausgespart wird, damit die Solitude-Promenade als getrennter Fuss- und Veloweg angeordnet werden kann. Ebenfalls forderten wir, dass diese Grünanlagen öffentlich zugänglich sein werden.
Beide Forderungen des VRK werden vom Regierungsrat grundsätzlich befürwortet. Er hat eine Bestimmung aufgenommen, dass die Gestaltung und Nutzung der Randzone gegen die Solitude-Promenade mit
der Gestaltung der öffentlichen Grün- und Strassenräume abzustimmen sei. Die Öffnung des Areals will der Regierungsrat nicht erzwingen, sondern er setzt auf eine einvernehmliche Lösung.
Auf der Eisenbahnstrecke zwischen der Rheinbrücke und dem badischen Bahnhof soll eine S-Bahn-Haltestelle entstehen. Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) hat ein Entwicklungskonzept für den ganzen «Stadtraum Solitude» ausgearbeitet. Der VRK bemängelt, dass im Entwicklungskonzept kein klares Bekenntnis zur Trennung von Fuss- und Veloverkehr längs der Rheinpromenade abgegeben wird. Das Konzept des BVD will Velofahren auf der Fussgängerpromenade unter dem schwammigen Begriff «komfortorientiert» zulassen. Wir lehnen dies entschieden ab.
Nach Meinung des VRK sind die Veloachsen neu zu definieren: sowohl die Pendlerroute als auch die Basisroute sollen durch die Grenzacherstrasse geführt werden, damit die Solitude-Promenade vollständig vom Velo-Durchgangsverkehr befreit wird. Dazu muss der Kreuzungspunkt Grenzacherstrasse / Schwarzwaldstrasse zugunsten von stadträumlichen und verkehrlichen Qualitäten neu organisiert und umgestaltet werden, insbesondere zugunsten der Verbesserung der Veloverbindungen in allen Richtungen.
Quelle: BVD BS Entwicklungskonzept Stadtraum Solitude, Horizont 2030
Die Rheinuferböschung in diesem Abschnitt wurde zwischen 1823 und 1859 befestigt. Reparaturen wurden laufend vorgenommen, aber jetzt braucht es eine gründliche Instandsetzung. Gleichzeitig soll der Abschnitt für die Nutzung attraktiver gestaltet werden. Das Vorprojekt des Tiefbauamtes wurde den interessierten Organisationen am 3. Februar 2022 vorgestellt und es bestand die Möglichkeit, sich dazu bis Ende Februar vernehmen zu lassen. Der VRK hat diese Möglichkeit genutzt und seine Stellungnahme abgegeben.
Die Notwendigkeit der Sanierung ist für den VRK unbestritten. Wir unterstützen auch die Erstellung eines durchgehenden Bermenwegs zur Entlastung der Promenade als Flaniermeile. Kritisch betrachten wir die Anordnung von mehreren Sitzstufen auf der ganzen Länge des Abschnitts. Wir schliessen uns der Forderung der Wasserfahrvereine an, auf die untersten Treppenstufen zu verzichten, damit das Stacheln auch bei höherem Wasserstand gewährleistet ist. Zusätzlich empfehlen wir, dass auch die weiteren Stufen unterhalb des Bermenwegs nicht durchgehend, sondern intermittierend angebracht werden.
Bereits in dieser Phase des Planungsprozesses sollten Überlegungen für den Betrieb dieses Abschnitts der Rheinpromenade formuliert werden. Der VRK erwartet rechtzeitig Regelungen für den Betrieb zur Verminderung der vorhersehbaren Konflikte, insbesondere zu den Problemen Littering, Lärm, Grill und Hunde. Geschickt ausbalancierte Regelungen zu entwickeln sind für diesen neu zu bauenden Raum eine Herausforderung.
Im März 2021 wurde der Schneeräumungsplatz als Begegnungsort umgestaltet. Zur Strasse hin wurden Steinkörbe aufgestellt. Fest montierte Bänke und saisonal vorhandene Tisch-Bank-Garnituren sollen zum Aufenthalt einladen. Bäume in Pflanztrögen sollen zusätzlich für eine angenehme Atmosphäre sorgen.
Es muss sich noch zeigen, wie der umgestaltete Platz genutzt wird; ob die bestehenden Regelungen eingehalten werden oder ob die Wohnqualität der Anwohnerschaft beeinträchtigt werden wird.
Das Grossschach, das sich früher vor dem Hauptgebäude der Mustermesse befand, hat auf dem Schneeräumungsplatz ein zweites Leben erhalten.