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Hinse aus, die immer deutlicher wird; die Abnahme des Sehvermögens und die Trübung der Pupille halten immer gleichen Schritt. Bei der Amaurose findet oft bedeutende Abnahme des Gesichtes ohne Trübung Statt, und wenn diese vorhanden ist, so hat sie ihren Sitz im Grunde des Auges und bildet eine concave Fläche, wo hingegen die Trübung bei der Cataracte gleich hinter der Pupille in convexer Form bemerkt wird. Der Staar kömmt gewöhnlich bei alten Individuen am blauen und grauen Augen vor, die Amaurose wird öfter an dunkelgefärbten Augen und im mittlern Alter beobachtet. - - Von einem Centralleucome wird der Staar leicht unterschieden, wenn man die Art der Entstehung desselben berücksichtiget, das Auge von der Seite betrachtet, und die Pupille künstlich erweitert. Ist die Verdunklung hinter der Pupille, so muss dieselbe durch die Erweiterung des Sehloches an Umfang zunehmen. Die Ausbildung des Staares findet meistens nur sehr langsam Statt, es können mehrere Monate und selbst Jahre bis zur gänzlichen Reife desselben verstreichen; der traumatische Staar entwickelt sich sehr schnell. Wenn es nicht schwer ist den ausgebildeten Staar zu erkennen, so ist es doch nicht ohne Schwierigkeit die verschiedenen Gattungen, welche durch den Sitz und die Consitsenz sich von einander unterscheiden, zu bestimmen. Der reine Linsenstaar hat eine ziemlich dunkle, gelbgraue Farbe; der Kapselstaar ist weisslicht. Bei ersterem beginnt die Verdunklung in der Mitte, bei letzterem mehr von der Peripherie. Der reine Linsenstaar ist klein, der Kapselstaar hat einen grössern Umfang. Der erstere ist von der Uvea entfernt, der letztere hat sich an diese vorgedrängt, daher auch im letztern Falle die Bewegungen der lristräger vor sich gehen, zuweilen gänzlich aufgehoben sind. Der Staar der Alten ist gewöhn
lich reiner Linsenstaar, der Staar bei jugendlichen Individuen Kapselstaar. Jeder angewachsene Staar ist Kapselstaar. Der Kapselstaar hebt das Seh– vermögen mehr auf, als der Linsenstaar. Der Kapselstaar ist im ganzen Umfange fast gleichmässig verdunkelt, einzelne weisse, wuchernde, glänzende Streifen ziehen sich in verschiedener Richtung über den getrübten Grund, wo beim Linsenstaar der Kern eine saturirtere Trübung als der Umfang der Linse hat. Cachektische Individuen leiden gewöhnlich am Kapselstaar. Durch diese Erscheinungen, deren grösserer Theil im- ner vorhanden ist, gelangt man zur Kenntniss des Sitzes. Ist Kapsel – und Linsenstaar gleichzeitig bestehend, so sind die den Kapselstaar bezeichnenden Erscheinungen stärker ausgedrückt, der Staar hat einen grössern Umfang, liegt an der Iris an, die Bewegungen derselben sind sehr beschränkt, das Sehvermögen ist bis zur schwa– chen Lichtempfindung aufgehoben. Der morgagnische Staar verräth sich durch seine milchweisse Farbe, durch die wolkichte Trübung der Pupille; bei jeder Bewegung des Augapfels ändern die Wolken ihre Umrisse, steht der Augapfel richtig, so ist die Trübung dem untern Theile der Pupille gegenüber dichter, oberhalb lichter"). Auf die Consistenz der Cataracte schliesst man vorzüglich nach der Farbe derselben. Der harte Staar hat eine gelbgraue, schmutzige, zuweilen röthliche Farbe, der weiche Staar ist weiss und glänzend, der flüssige Staar hat eine milchweisse, der halbflüssige eine blaulichte Farbe. Beim käsigen Staar ist die Trübung der Pupille wolkicht. Der Umfang der Cataracte lässt eben„ • - ". - - - 1) Diese Cataracte ist nach Beer (im o. w. 2. B. S. 292) eine der seltensten. Bald nach ihrem Entstehen bedingt sie Verdunklung der Linse und der Kapsel. -
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falls deren Consistenz vermuthen; je weicher der Staar ist, desto grösser ist in der Regel dessen Umfang. Der Staar der Alten ist gewöhnlich hart, bei jungen Individuen ist er weich.
Wenn Verwachsungen des Staares mit der Traubenhaut bestehen, so werden diese leicht erkannt, indem, wenn dieselben über den ganzen Pupillarrand gehen, das Sehloch weder verengert noch erweitert werden kann, das Sehvermögen, selbst die Lichtempfindung dadurch gänzlich aufgehoben werden. Im Falle aber nur theilweise Adhäsionen bestehen, so ist die Pupille winklicht verzogen, nicht gerundet, was vorzüglich nach künstlicher Erweiterung der Pupille bemerkbar wird, und von der verdunkelten Kapsel zur Uvea hin ziehen sich weisse Streifen. Die unzweckmässige Verbindung der Linse mit der Kapsel, oder der hintern Kapsel mit der Glashaut lässt sich vor der Operation nicht erkennen; wohl aber vermuthen, wenn eine bedeutende Ver– wachsung der vordern Kapsel mit der Traubenhaut zugegen ist. - -
Die Cataracte besteht nicht immer allein, sondern es sind zuweilen örtliche, andere krank– hafte Zustände des Auges, oder allgemeine Complicationen, Leiden einzelner Organe oder des ganzen Organismus vorhanden. Solche Complicationen erlauben keine günstige Prognose, un– tersagen zuweilen jeden Heilungsversuch. Die Zeichen eines gleichzeitigen Bestehens der Cataracte mit Amaurose sind die vollkommene Er– blindung ohne Lichtempfindung, die Unbeweglichkeit der erweiterten Pupille, die Kopfschmer– - zen, welche beim Beginnen des Uebels sowohl, als bei vollkommener Ausbildung desselben vor– handen sind. Diese Erscheinungen sind grösstentheils trüglich, da Unbeweglichkeit der Iris, Er– weiterung der Pupille ohne Krankheit der Retina sich zeigen, da zuweilen Cataracte mit Amaurose bei beweglicher Pupille, selbst bei einiger Lichtempfindung gleichzeitig bestehet. Der Arzt muss hier besonders die der Bildung der Krankheit vorausgegangenen Symptome sorgfältig prüfen, und die Beschaffenheit des Auges sowohl, als der Constitution, welche beim gleichzeitigen Bestehen beider Krankheiten gewöhnlich leidet, genau berücksichtigen. In diesem Falle würde die Operation keinen günstigen Erfolg gewähren "). Wenn das Glaucom mit der Cataracte verknüpft ist, dann hat der Staar eine meergrüne Farbe (C. viridis), das Auge ist varicös und jede Lichtempfindung erloschen, wodurch der Arzt auch von jedem Heilversuche abgeschreckt werden muss. Zuweilen ist der Staar mit Verflüssigung des Glaskörpers (Synchisis) complicirt. Ist die Synchisis in einem höhern Grade vorhanden, so ist der Staar zitternd, die Regenbogenhaut bei jeder Bewegung des Auges nach vorn und rückwärts wankend, das Auge atrophisch, und weich anzufühlen. Findet nur ein geringer Grad derselben Statt, dann ist Irrthum leicht, indem diese Er– scheinungen bis auf die Weichheit des Augapfels fehlen; selbst die schwankende Bewegung der Iris Adams (A practical Inquiry into the causes of the frequent failure of the Operations of Depression and Extraction etc. London, 1817. p. 62) bemerkt, dass Beschaffenheit der Pupille eine sehr trügliche Erscheinung sey, dass zuweilen die dunkle Färbung der Linse, oder die Verdunklung der hintern Kapsel leicht Irrthum herbeiführe, dass die – Iris zuweilen unbeweglich, die Pupille erweitert sey, - ohne Krankheit der Retina. In solchen Fällen werde die Entscheidung dadurch schwieriger, dass bei langem Bestehen des Staares, und der dadurch bedingten Entziehung des Lichtreizes die Iris in einen krankhaften Zustand versetzt werde, vermöge dessen Lichtentwicklungen im Auge und Sinnestäuschungen, wie bei der Amaurose sich bilden. Die Retina tritt in solchen Fällen nach * Entfernung des Staares allmählig wieder zum normalen Zustand. Adams empfiehlt die Operation für alle Fälle, in welchen der Patient noch Lichtperception hat.
ist zuweilen nicht vorhanden. Cirsophthalmie und staphylomatöse Verbildungen lassen sich leicht erkennen, ebenso Leucome, Entropien, Ectropien etc.
Die allgemeinen Complicationen sind Gicht, Syphilis, Herpes, Psora, Scropheln, veraltete Geschwüre; letztere sind nicht selten als Zeugen
einer allgemeinen Cachexie vorhanden. * Es ist für den Arzt von der grössten Wichtigkeit, die Genesis der verschiedenen Arten des Staares genau zu kennen ). Der angeborne Staar ist eine Entwicklungskrankheit, veranlasst durch Stehenbleiben der Linse auf der frühern Bildungsstuffe. Die Linse ist beim Embryo trübe, nur durch eine allmählige Metamorphose gewinnt sie ihre Durchsichtigkeit. Aus derselben Ursache ist der angeborne Staar fast immer flüssig. Zuweilen bildet er den Centralstaar; in diesem Falle hat die bildende Thätigkeit auf der Peripherie der Linse fortgewirkt, während das Centrum derselben auf der frühern Rildungsstuffe stehen blieb. Der Staar bei Alten entsteht durch die sinkende Thätigkeit der ernährenden Gefässe, durch fehlerhafte Ab
lagerung anorganischer Stoffe, vermöge welcher
der Stoffwechsel in der Linse allmählig aufhört, diese verhärtet, zuweilen in eine kalkartige Masse umgestaltet wird. - - Der verminderte oder gänzlich aufgehobene *) Die Linse hat einen blätterichten Bau, zwischen der Kapsel und Linse befindet sich die Morgagnische Flüssigkeit, welche zwischen die Blätter der Linse einzudringen, und dadurch die Durchsichtigkeit derselben zu befördern scheint. Zwischen Kapsel und Linse bestehen keine Gefässverbindungen Die Morgagnische Flüssigkeit scheint der ernährende Saft der Linse zu seyn, welchen diese durch absorbirende Gefässe in sich aufnimmt, durch die Kraft derselben thätig in sich fortbewegt, und ausstösst. Die gelatinöse Flüssigkeit bildet sich selbst die Gefässwand, keine Flüssigkeit bewegt sich in unserm Körper, ohne in eine Röhre eingeschlossen zu seyn.