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| Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica)

Fünftes Buch [378—428]
29. Der göttliche Freimut dieses Bischofs
Nachdem der große Johannes das Steuerruder der Kirche ergriffen hatte, tadelte er mit Freimut die Ungerechtigkeiten, welche von einigen begangen wurden, erteilte dem Kaiser und der Kaiserin nützliche Ratschläge und forderte von den Priestern, daß sie den bestehenden Gesetzen gemäß lebten. Denjenigen aber, welche diese Gesetze zu übertreten wagten, verwehrte er den Eintritt in das Presbyterium, indem er erklärte, diejenigen dürften der priesterlichen Ehren nicht teilhaftig werden, welche den Lebenswandel echter Priester nicht nachahmen wollten. Und solche Sorgfalt wandte er nicht nur jener Stadt zu, sondern auch ganz Thrazien, das in sechs Provinzen geteilt ist, und ganz Asien, das von elf Vorstehern verwaltet wird. Auch den Pontus, der [S. 313] ebenso viele Vorsteher zählt wie Asien, schmückte er mit denselben Gesetzen.