Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03152.jsonl.gz/1241

Das Hôtel de la Truite kann als eines der ältesten Gebäude dieser Art in der Region betrachtet werden. Wenn man auch eine schriftliche Spur von ihm erst 1662 findet, kann man davon ausgehen, dass es gut ein Jahrhundert älter ist, geboren zum gleichen Zeitpunkt wie das Dorf zu Beginn des XVI. Jahrhunderts. Dies erklärt sich durch die aussergewöhnlichen Lage der Agglomeration am Seeufers des Lac de Joux direkt am Eingang des Vallées wenn man von Pétra-Felix (Mollendruz) oder Vallorbe her kommt. Oder auch bei Anfahrt von Mouthe in Frankreich.
Dieses Hotel, das lange Zeit über die Konzession für die Fischerei verfügte, war während mehreren Jahrhunderten in Besitz einer Familie Rochat aus Le Pont. Es wurde später Besitz der Gemeindeabtei. Heute, seit ungefähr einem Jahrhundert, gehörte es der Familie Lehmann, die es mit grösster Sorgfalt verwaltet. Sein Schild zeigt die Wappen des Dorfes. Es hat einen Brand überstanden. Es empfing hochrangige Gäste.
Es war Zeuge zahlreicher grandioser Veranstaltungen, auf dem Dorfplatz oder in der Nähe. Lassen Sie uns aufzählen: die Einweihung der Bahnlinie Le Pont - Vallorbe in 1886 - die Einweihung der Bahnlinie Le Pont - Le Brassus in 1899 - die Aufnahme von Flüchtlingen sowohl aus Belgien als auch Frankreich in 1916.
Einer seiner Inhaber verdient unsere Aufmerksamkeit: Edgar Rochat. Er war, ausser Hotelbesitzer, der Initiator des Eisabbaus am Lac Brenet, fuhr Reisende und handelte mit Vacherins, Brennstoff und Torf.
Das Haus am Ende des Dorfplatzes wurde gegen 1830 als erstes Postbüro eingeweiht. Es blieb dort bis 1872, das Jahr, wo es ins Nachbargebäude verlegt wurde, in dem es nacheinander die beiden äusseren Bereiche belegte.
Der Telegraf erreichte Le Pont in 1860, das Telefon in 1896.
La Place de la Truite (der Platz der Forelle) war der Ort, wo die Postkutschen aus Cossoney eintrafen. Dies ging so bis 1886, das Jahr, in dem die Eisenbahnlinie gebaut wurde und man somit Le Brassus von beiden Seiten des Sees aus erreichen konnte. In 1899 hörten die Kutschen auf, die westliche Uferseite zu beliefern, welche ab diesem Zeitpunkt durch den Zug bedient wurde und befuhr nur noch die östliche Seite. Dies bis 1920, in dem die Société des Auto-transports de la vallée de Joux AVJ (Gesellschaft des Autotransports Vallée de Joux AVJ) gegründet wurde. Diese führt ihre Aktivitäten noch immer.
Im ehemaligen Postbüro, Eigentum von Edgar Rochat, der dort ebenfalls seinen Hof hatte, erbaute der Besitzer einen Kiosk, den seine Tochter Rachel betrieb. Man fand dort Zeitungen und Zeitschriften sowie zweckmässiges Material für Touristen und auch traditionelle Souvenirs, die unsere Besucher, welche immer zahlreicher eintrafen, einstimmig zufrieden stellten.
In der Nähe dieses Platzes "De la truite" auf dem See wurden Ski- oder Eislaufrennen organisiert. Von dort fuhren auch die Schlittenfahrten los. Zahlreiche Photos sind Zeugen dieser verschiedenen Aktivitäten.
Der Brunnen an diesem Ort, Steinbrunnen genannt, war damals in der Mitte zwischen der Poste und dem Hotel, und wurde dann unter den grossen Lindenbaum verlegt, dem heute ein Alter von etwas hundertfünfzig Jahren errechnet wird.
Dieser Brunnen war schon immer unbedeckt, genau so wie alle anderen des Dorfs. Edgar Rochat war der einzige, gemäss unseres Wissenstands, der sich um das Wohlergehen der Waschfrauen oder Wäscherinnen sorgte und eine Abdeckung vorschlug, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Er wurde nicht angehört.