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IBMs "Operating Hub" in Zürich bleibt bestehen, verliert aber bestimmte Funktionen an einen neuen "Hub" in Dubai.
Der Informatik-Dienstleistungsriese IBM baut sich einmal mehr völlig um. Diesmal geht es nicht wie in den 90er-Jahren darum, von einem Hardware-Hersteller zu einem Dienstleister zu werden und der Konzern steht auch nicht wie 1993 unter dem Druck riesiger Verluste. Es geht um "Globalisierung", wie sie IBM versteht.
Rasches Wirtschaftswachstum, dies glaubt man nicht nur bei IBM, wird in Zukunft nicht in den etablierten industrialisierten Weltregionen Nordamerika und Europa stattfinden, sondern in den "emerging markets". Dazu zählt man bei IBM nicht nur die sonst oft erwähnten BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) sondern auch Osteuropa, den Nahen Osten und Afrika. Und so teilt "Big Blue" die Welt in "Growth Markets" und reifen "Major Markets" auf, die nach unterschiedlichen Angeboten verlangen und eben auch mit unterschiedlichen Methoden (IBM spricht von "Management Systemen") bedient werden sollen. Die Aktivitäten in den "Growth Markets" werden nicht mehr von Zentralen in den USA (Armonk) oder Europa gesteuert, sondern von Shanghai aus.
Dazu kommen so genannte "Delivery Centers", Software-Entwicklungs- und Dienstleistungsfabriken, die dort aufgestellt werden, wo IBM die fähigsten Leute zum tiefsten Preis findet.
Von Zürich nach Dubai
Zur "Growth Market Unit" in Shanghai gehören neu drei "Operating Units", eine davon liegt in Dubai und hat mit Zürich zu tun. Denn von dort aus werden einige Märkte, die man früher zur grossen Einheit "EMEA" (Europe, Middle East, Africa) zählte, betreut. Von Zürich aus werden "nur" noch Regionen beackert, die man bei IBM zu den "reifen Märkten" in Europa zählt, nämlich UK, Irland, Skandinavien, Deutschland, Österreich und die Schweiz.
"Einige Mitarbeiter" des "Hubs" in Zürich werden, so IBM-Sprecherin Susan Orozco zu inside-it.ch, "neu anstatt in Zürich in Dubai tätig sein." Da man bei IBM allerdings sowieso in immer virtuelleren Gruppen zusammenarbeitet, sei nicht "mit grösseren physischen Verschiebungen zu rechnen." Stellen, so die IBM-Sprecherin, werden keine abgebaut.
Obwohl Zürich also weiterhin eine der internationalen Zentralen (in IBM-Lingo auch "Integrated Operating Teams" oder IOTs genannt) beherbergen darf, ist die Verlegung von bestimmten übergreifenden Funktionen doch ein Zeichen der Zeit. IBM dürfte einer der ersten multinationalen Konzerne sein, die ihre Entscheidungszentralen näher an die Zukunftsmärkte im Nahen Osten und in Afrika verlegen. Regionen, die man früher fast abschätzig "Dritte Welt" nannte, heissen nun "Growth Markets." (Christoph Hugenschmidt)