Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/227212

<h2>SubmittedText<h2><p>Die spezifischen Probleme von lesbischen Frauen, bisexuellen Personen und Transmenschen werden in der Gesundheitspolitik heute noch weitgehend ignoriert, vor allem in den Bereichen Prävention und Versorgung. Der Mangel an verlässlichen Daten im Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen, die speziell diese Bevölkerungsgruppen betreffen, verhindert eine Gesundheitspolitik, die auf die Bedürfnisse dieser Personen abgestimmt ist. Es ist Zeit, Studien durchzuführen, die die spezifischen Bedürfnisse dieser Bevölkerungsgruppen im Bereich Gesundheit feststellen, und eine Gesundheitspolitik umzusetzen, die diesen Bedürfnissen Rechnung trägt. In einem zweiten Schritt braucht es eine starke Kampagne für im Gesundheitswesen tätige Personen, um diese diesbezüglich zu sensibilisieren. </p><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen, um die spezifischen Bedürfnisse von lesbischen, bisexuellen und Transmenschen im Bereich Gesundheit festzustellen. Gestützt auf die Ergebnisse dieses Berichts soll der Bundesrat die Gesundheitspolitik zugunsten dieser Bevölkerungsgruppen anpassen und/oder gesundheitspolitische Massnahmen umsetzen, die spezifisch auf diese Personen ausgerichtet sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Dem Bundesrat ist die gesundheitliche Chancengleichheit für alle in der Schweiz lebenden Menschen, darunter auch sexuelle und geschlechtliche Minderheiten, ein wichtiges Anliegen.</p><p>In Beantwortung des Postulats Marti Samira 19.3064 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Hochschule Luzern beauftragt, eine Studie durchzuführen, in der die Gesundheit und Gesundheitsversorgung von LGBT-Menschen mit der übrigen Bevölkerung der Schweiz verglichen wird. Ziel ist es, Bereiche zu identifizieren, in denen LGBT-Menschen im Vergleich zur übrigen Schweizer Bevölkerung ungleiche Gesundheitschancen haben. Im Rahmen dieses Mandats werden Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung ausgewertet. Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern von LGBT-Organisationen eine Online-Befragung durchgeführt, die sich direkt an LGBT-Menschen richtet. Zudem werden bestehende Befunde aus vergangenen Schweizer Studien und ausgewählten internationalen Reviews in einem Literaturreview zusammengefasst.</p><p>Der Bericht in Erfüllung des Postulats Marti soll im Laufe des Jahres 2022 vom Bundesrat verabschiedet werden. Er wird dazu dienen, sowohl in der Prävention als auch in der Versorgung Bereiche zu eruieren, in denen spezifische Massnahmen erforderlich sind. Die Umsetzung möglicher Massnahmen wird jedoch mehrheitlich nicht in der Kompetenz des Bundes liegen. Der Bericht wird als Grundlage für die allfällige Ausarbeitung von Massnahmen mit verschiedenen Akteuren dienen können. Angesichts der laufenden Arbeiten erachtet deshalb der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt einen weiteren Bericht als nicht sinnvoll.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.