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Brunnenringe aus Beton werden, wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, zur Herstellung von Brunnenschächten verwendet. Es handelt sich dabei um Schachtfertigteile, die außer im Brunnenbau auch für beim Bau von erdverlegten Abwasserkanälen und -leitungen zum Einsatz kommen. Derartige Schächte dienen unter anderem dem Zugang zur Kanalisation, sie erfüllen neben dem Zweck der Wartung und Reinigung auch der Be- und Entlüftung der Rohrleitungen. Außerdem werden sie auch zur Zusammenführung sowie zur Änderungen von Richtung, Neigung und Querschnitten der Kanäle genutzt. In der Regel soll der Abstand der Revisionsschächte bei Kanälen gleich welcher Nennweite nicht mehr als 100 Meter betragen.
Schachtbauteile mit integrierter Dichtung
Bei Schachtbauteilen handelt es sich meist um einzelne, ringförmige und mit Muffe und Spitzende ausgestattete Elemente, die an den Fugen mit Dichtmitteln aus Elastomeren abgedichtet werden. War es früher im Brunnenbau noch üblich, die Lastübertragung mit einer Mörtelschicht zu gewährleisten, setzen sich heute immer mehr Lastausgleichselemente mit oder ohne integrierte Dichtung durch.
Die Nennweiten der Schachtringe betragen in der Regel 1.000, 1.200 oder 1.500 Millimeter, die Mindestwanddicken 120, 135 oder 150 Millimeter. Die Regelbauhöhe beträgt 1.000 Millimeter, daneben gibt es Ausgleichsstücke von 250, 500 oder 750 Millimeter Höhe.
Für den Übergang zwischen Schächten mit unterschiedlichen Nennweiten kommen Übergangsstücke zur Anwendung. Des Weiteren stehen Schachtunterteile zur Verfügung, welche aus einer Sohlplatte mit Gerinne und einer angeformten, mit Muffe versehenen Schachtwand bestehen. Als oberer Abschluss der Schächte dienen Schachtabdeckungen, die aus einem Rahmen mit Schmutzfänger und Deckel bestehen.
Brunnenringe aus Beton müssen wasserdicht sein
Für Schachtbauteile aus Beton sind die DIN 1045 sowie die Normen DIN 4032, DIN 4035 und DIN 4034, Teil 1 zuständig. Die DIN-Normen enthalten Festlegungen in Bezug auf:
- Bindemittel
- Betonzuschläge
- Betonzusätze
- Zugabewasser
- die Verarbeitung des Betons
- die Nachbehandlung des Betons
Der verwendete Beton muss der Betonfestigkeitsklasse B 45 mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen chemische Angriffe entsprechen.
Durch den Kornaufbau, den hohen Zementgehalt sowie intensive maschinelle Verdichtung wird die Herstellung eines wasserundurchlässigen Betons garantiert; bei Prüfung gemäß DIN 1048 darf die maximale wassereindringtiefe nicht mehr als 20 Millimeter betragen. Es wird ein Betonzuschlag mit einer leicht zu verdichtenden Kornzusammensetzung verwendet, Betonzusatzmittel müssen zugelassen sein.
Brunnenrohre aus Beton – Schlagfest und von hoher Qualität
Brunnenrohre aus Beton und andere Schachtbauteile aus Beton sind widerstandsfähig gegen chemische Angriffe, dauerhaft und dicht gegen inneren und äußeren Wasserdruck. Sie weisen eine hohe Schlagfestigkeit auf, ihre Wasserdichtheit wird durch verschiedene Qualitätsprüfungen nachgewiesen. Ihre hohe Abriebfestigkeit bringt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Hochdruckreinigung mit sich. Bei Rohrbeton, der über einen längeren Zeitraum chemischen Angriffen ausgesetzt ist (wie es im Brunnenbau und bei Entwässerungskanälen nur in Ausnahmen der Fall ist), reicht die Betontechnologie nicht mehr alleine aus, um Korrosion zu verhindern. Im Gewerbe- und Industriebetrieben, wo planmäßig aggressive chemische Flüssigkeiten abgeleitet werden, kommen Auskleidungen aus Keramik oder bestimmten Kunststoffen als Korrosionsschutz zur Ausführung.
Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre
Schacht- und Kanalbauteile aus Beton und Stahlbeton werden heute in vielen Bereichen verwendet: so zum Beispiel für Abwasserkanäle und –Leitungen, für Kühlwasserleitungen von Kraftwerken und in anderen industriellen Bereichen, für Wasserkraftleitungen und Förderleitungen, für Dränleitungen, für Be- und Entlüftungsleitungen, für Fernheizleitungen und Schutzrohrleitungen sowie für Schächte aller Art. Die deutschen Hersteller von Betonrohren, Stahlbetonrohren und Schachtbauteilen sind seit 1987 in der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre (FBS) zusammengeschlossen.