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Eine Mutter erzählt ihrer Tochter vom Sommer des Jahres 1936 - dem Sommer ihrer Jugend, dem einzigen Sommer an den sie sich im hohen Alter erinnert. Es ist der Sommer der Befreiung, als die junge Generation im Zuge der Spanischen Republik anarchistische, sozialistische, kommunistische Ideale kennenlernte und sich aus den erdrückenden Zwängen der Traditionen und der katholischen Kirche befreiten. Dieser Sommer voller Ideale und überschwänglicher Lebensfreude verbrachte die Mutter der Erzählerin, Montserrat, genannt Montse, mit ihrem Bruder in Barcelona. Beide kehren aber – aus unterschiedlichen Gründen – in ihr Dorf zurück. Das persönliche Schicksal der Geschwister wird vor dem Hintergrund eines politisch wankelmütigen Dorfes erzählt. Eines Dorfes, dessen Bewohner sich mit den jeweils Mächtigen arrangieren ... Und der Erzählung Montses stehen Textausschnitte von Georges Bernanos gegenüber, der den Spanischen Bürgerkrieg in Mallorca miterlebte und sich angewidert von Francos Gräueltaten abwandte.
In einer wunderbar verschlungenen und an Spanien erinnernden Sprache – der Text ist original auf Französisch geschrieben und macht viele Anlehnungen an das Spanische – umkreist der Text die Jahre des Bürgerkrieges auf einer individuellen Ebene: betrachtet ihn als Mittel der Befreiung. cnKlappentext:
Eine alte Frau, die am Fenster ihrer kleinen Wohnung sitzt, hat das Gedächtnis verloren und erzählt ihrer Tochter immer wieder von der einzigen Periode ihres Lebens, die in ihrem Geist lebendig geblieben ist: Montse wuchs als Bauerstochter in einem kleinen katalanischen Dorf auf, in einer Welt, die so langsam wie der Schritt der Maulesel ist. Sie soll Dienstmädchen bei dem reichsten Grossgrundbesitzer der Gegend werden. Stattdessen folgt sie im Sommer 1936 ihrem älteren Bruder José, der von anarchistischen Ideen beseelt ist, nach Barcelona. Dort entdeckt sie eine Freiheit, die sie schwindeln macht, und erlebt eine leidenschaftliche Liebe. Obwohl ihr Geliebter im Untergrund verschwindet, bleibt dieser kurze Sommer der Anarchie in ihrer Erinnerung für immer als Verzauberung haften. Wie ihr Bruder kehrt sie bald in ihr Heimatdorf zurück, wo erste Gewalttätigkeiten die Gemeinde erschüttern. Montse, ihr Bruder und ihre Eltern sind gezwungen, neue Wege zu beschreiten.Über die Autorin / über den Autor:
Lydie Salvayre, 1948 in Südfrankreich geboren, studierte Literaturwissenschaft und Medizin. Sie arbeitete als Psychiaterin in Marseille und begann in den 1970er Jahren mit dem Schreiben. Für La compagnie des spectres erhielt sie 1997 den Prix Novembre. Ihre Romane wurden in viele Sprachen übersetzt, auch in Deutschland erschienen drei Romane. Für Weine nicht (Pas pleurer) wurde sie 2014 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.Preis: CHF 27.40