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Thomas Sarbacher erzählt: Tote SeelenNikolai Gogol
Pawel Iwanowitsch Tschitschikow, ein wegen Korruption entlassener Zolleinnehmer, reist durch die russische Provinz und macht einigen Gutsbesitzern ein unkonventionelles Angebot: Er kauft ihnen verstorbene Leibeigene – tote Seelen – ab, die in der Steuerbürokratie noch als Lebende gelten und zu Geld gemacht werden können. Nikolai Gogol, 1809 geboren, versuchte sich zunächst im Staatsdienst, danach als Geschichtslehrer. Ab 1828 lebte er in St. Petersburg, wo er Alexander Puschkin kennenlernte. Es folgten zahlreiche Reisen, die ihn bis nach Rom und Palästina führten. Gogol schrieb Novellen, Romane und Theaterstücke und gilt bis heute als Meister der Groteske und Satire. Sein Roman «Die toten Seelen» (Titel der Erstausgabe von 1842), in dem es um Geschäftemacherei, Willkür und die Bestechlichkeit des Menschen geht, hat nichts an Aktualität eingebüsst. Thomas Sarbacher liest die Neuübersetzung von Vera Bischitzky, die Gogols Ironie wunderbar und präzise wieder aufleuchten lässt.
Thomas Sarbacher, 1961 in Hamburg geboren, lebt und arbeitet als freischaffender Schauspieler in Zürich. Neben zahlreichen Arbeiten für Film und Fernsehen gastiert er regelmässig und an diversen Theatern mit Lese- und Soloabenden. In den vergangenen Spielzeiten las Thomas Sarbacher Erzählungen aus dem afrikanisch-arabischen Raum, «Meister und Margarita» von Michail Bulgakow und Homers «Odyssee» in Prosa.
Foto: Luis Zeno Kuhn
Mit Thomas Sarbacher Übersetzung Vera Bischitzky Rechte 2009, Bibliographisches Institut GmbH (Artemis & Winkler), Berlin