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Allergie auf Nahrungsmittel ist eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Speisen. Bereits bei Kindern sind Nahrungsmittelallergien möglich, mit zunehmendem Alter werden sie seltener. Kleinkinder und Frauen leiden häufiger darunter als Männer. In der Schweiz ist diese Allergie eine häufig vorkommende gesundheitliche Störung.
Das Immunsystem antwortet unverhältnismässig auf das Essen von bestimmten Nahrungsmitteln oder deren Bestandteile (Allergene) und produziert Abwehrstoffe (Antikörper) gegen diese. Durch Botenstoffe kommen dann Reizungen der Schleimhäute, Hautausschläge und andere Erscheinungen zustande, die sich hauptsächlich im Mund und Magendarmbereich abspielen. Bei vielen Betroffenen treten weitere allergische Krankheiten auf wie Bronchialasthma (Asthma bronchiale), Heuschnupfen oder Neurodermitis.
Substanz, die eine allergische Reaktion auslöst.
Sie entsteht aufgrund einer überschiessenden Immunantwort (Abwehrreaktion des Organismus) und schon nach Aufnahme kleinster Mengen.
Abwehrsystem.
Allergie auf verwandte Substanzen verschiedener Herkunft (z.B. mehrere Pflanzen oder Nahrungsmittel).
schwere, generalisierte Form einer allergischen Reaktion, die rasch nach Kontakt mit dem Allergen auftritt. Erste Symptome erscheinen nach etwa einer Minute, das Maximum ist meist bereits nach fünf Minuten erreicht.
schwerste Form einer Anaphylaxie. Sie ist mit einem „Amoklauf des Immunsystems“ vergleichbar und kann tödlich enden, wenn nicht sofort nach Kontakt mit dem Allergen adäquat behandelt wird.
Von der Allergie zu unterscheiden ist die Nahrungsmittelintoleranz oder -unverträglichkeit. Sie beruht oft auf einem Enzymmangel und vermutlich auf Funktionsstörungen von bestimmten Abwehrzellen. Bei der Laktoseintoleranz zum Beispiel kann Milchzucker im Darm nicht durch körpereigene Enzyme abgebaut (verdaut) und in den Kreislauf aufgenommen werden. Stattdessen wird der Milchzucker im Dickdarm durch Bakterien zersetzt, und es entstehen Fäulnisgase und Säuren. Die Folge sind Blähungen, Völlegefühl und Durchfall.
Ein vollständiges Aufzählen Allergie auslösender Faktoren ist nicht möglich, denn das menschliche Immunsystem ist erfinderisch im Reagieren auf alles Vorstellbare, das sich hinunterschlucken lässt.
Nicht jede allergische Reaktion tritt sofort auf. Manchmal machen sich deutliche Krankheitszeichen erst Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen bemerkbar. Gelegentlich manifestiert sich die Allergie sogar nach blossem Hautkontakt oder Inhalieren von Nahrungsbestandteilen. Je nach Art und Weise wie das Allergen in oder an den Körper gelangt ist, stehen lokale Erscheinungen an der Haut, der Schleimhaut oder an den Atemwegen im Vordergrund. Symptome sind:
Schwere allergische oder anaphylaktische Symptome (s. oben bei Begriffserklärungen und bei Krankheitsbild) erfordern den sofortigen Beizug eines Arztes, wenn sie erstmals auftreten. Man sollte nicht vergessen, bereits bekannte Allergien mitzuteilen, da eine Mehrfach- oder Kreuzallergie möglich ist. Der Arzt wird ein Notfallset abgeben, damit Betroffene bei erneuter anaphylaktischer Reaktion selbst genügend rasch handeln können.
Zur Diagnose finden Allergietests sowie Provokations- oder „Auslassdiät“ Anwendung. Diese Diäten bilden eine wichtige Ergänzung zu Allergietests, da letztere oft keine schlüssigen Resultate liefern.
Auslassdiät: Suspekte Nahrungsmittel werden vorübergehend ausgelassen. Danach wird eines nach dem anderen probeweise wieder eingesetzt und bei erneut auftretender allergischer Reaktion definitiv vom Speiseplan gestrichen.