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s. v. w.
Meer (die S.), daher offene S., Seebrise und
Seewind;
auch s. v. w.
Wellen,
[* 18] daher hohe S., Kreuzsee und
ruhige
S.;
in dieser Bedeutung braucht man auch die Bezeichnung Seegang;
dann (der S.) Landsee, mehr oder weniger große,
mit
Wasser angefüllte, ringsum von Land umgebene Bodenvertiefung, welche größere Wassermengen, sei
es durch Zuflüsse oder unmittelbar durch die atmosphärischen
Niederschläge, empfängt und durch Abflüsse oder
Verdunstung
wieder abgibt.
Die Seen
¶
mehr
gehören mit den Teichen, Sümpfen, Weihern, Pfuhlen etc. zu den sogen. stehenden Gewässern.
Man unterscheidet Seen mit Zufluß und Abfluß;
ferner Seen ohne Zufluß, aber mit Abfluß, so daß sie den Ursprung eines
Flusses darstellen;
dann Seen mit Zuflüssen, aber ohne Abfluß;
endlich Seen, die weder den einen, noch den
andern besitzen.
Nach ihrer höhern oder tiefern Lage kann man die Seen auch in Gebirgsseen und in Seen des ebenen Landes einteilen.
Die erstern liegen oft in bedeutender Höhe über der Meeresfläche. Der höchste S., der Titicacasee (8300 qkm oder 151 QM.
groß), liegt z. B. 3824 m ü. M., während das
Kaspische Meer, seiner Fläche nach der größte Landsee, ohne die Inseln 439,418 qkm (7981 QM.) groß,
mit seinem Wasserspiegeln 25 m unter dem des SchwarzenMeers und das Tote Meer sogar 393 m unter dem Spiegel
[* 20] des Mittelmeers
[* 21] liegt.
Die Seen sind entweder Wasseransammlungen in beckenartigen Vertiefungen des Bodens, dann nähern sie sich
der Kreisgestalt, oder sie sind Ausfüllungen des tiefer gelegenen Teils eines Längen- oder Querthals, in welchem Fall sie
in der Regel schmäler und langgestreckt sind. Da Seen, die durch Flüsse,
[* 22] Quellen oder Schneeschmelze gespeist werden, mit
dem Wasser in der Regel auch viele feste Bestandteile zugeführt erhalten, welche sich auf dem Boden ablagern,
so muß sich ihr Wasserspiegel nach und nach erhöhen, und infolge hiervon muß bei nicht senkrecht abfallendem Ufer ihre
Oberfläche größer werden; während aber zugleich proportional zum Wachsen der Oberfläche die Verdunstung zunimmt, wird
das Steigen geringer sein, als es im Vergleich zu dem abgelagerten Bodensatz sein müßte.
Das durch die Ablagerung auf dem Boden bewirkte Steigen wird also in beständig abnehmendem Maß vor sich gehen, bis es sich
mit der durch die Verdunstung herbeigeführten Verminderung ausgleicht, worauf das Niveau ein konstantes werden wird. Da sich
aber in vielen Seen fort und fort noch beträchtliche Quantitäten fester Bestandteile ablagern, so muß
eine beständige Abnahme des Wassers stattfinden, welche endlich zu einer Umwandlung der Seen in Sümpfe führen kann.
Hat ein S. Zu- und Abfluß, so wird in ihm eine Strömung wahrnehmbar sein, welche auf die Ablagerung einen Einfluß ausübt,
insofern letztere an den ruhigen Stellen in größerm, da aber, wo das Wasser in Bewegung begriffen ist,
in geringerm Maße stattfinden muß. Erweitert sich allmählich die Abflußstelle eines Sees, während sein Zufluß derselbe
bleibt, so wird das Niveau des Wassers sinken, wenn auch nicht im Verhältnis der Erweiterung des Abflusses, da mit dem Sinken
des Wasserspiegels auch dessen Fläche kleiner und mithin durch die Verdunstung dem S. ein geringeres Wasserquantum
entzogen wird als vorher. Es gibt auch Seen, welche früher einen Abfluß gehabt, im Lauf der Zeit aber solche Veränderungen
erlitten haben, daß kein Abfluß mehr stattfindet; ferner Seen, welche ohne Zweifel einen unterirdischen Abfluß haben,
wie der Lac deJoux im Jura und der Cepitschsee am Fuß des MonteMaggiore in Istrien,
[* 23] beide in höhlenreichem Kalkstein befindlich.
Zu dieser Kategorie von Seen gehören auch die intermittierenden Seen oder solche Wasserbecken, in welchen das Wasser zuzeiten
in unterirdische Höhlen und Abzugskanäle zurückweicht, zu andern Zeiten, namentlich bei nassem, stürmischem
Wetter,
[* 24] aus jenen Höhlen mit Gewalt wieder hervorbricht und von neuem das Seebecken füllt, so z. B. der Zirknitzer S. Reliktenseen
heißen Wasserbecken, deren Fauna auf eine ehemalige Verbindung
mit benachbarten Meeren hinweist.