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…und diese Pflicht nicht ernst genommen wird. Kürzlich in einer Apotheke so geschehen: ich stand in der Schlange und wartete darauf, endlich bedient zu werden. Ein Schmerzmittel mit fiebersenkender Wirkung sowie einen Rachenspray mit anästesistischer Wirkung sollte ich bekommen. Wieso uns das nicht gleich am Abend zuvor im Notfall mitgegeben wurde, versteh ich immer noch nicht, aber das soll nicht Thema des aktuellen Blogposts sein.
Endlich war die ältere Dame vor mir, ich schätze sie auf die 80 zugehend, an der Reihe. Mit sehr zittrigen Händen nahm sie ihre Brieftasche hervor und suchte darin nach dem Einkaufszettel.
Was dann passierte, grenzt schon fast an einen Skandal. Die alte Dame verlangte nach einem Blasentee, welchen ihr die Apothekerin – wichtig, es war keine Assistentin sondern die Chefin persönlich – gerne holen ging. Als die Apothekerin zurückkam, erklärte sie der Dame, wie diese den Tee einnehmen solle. Die Dame schaute auf ihren Zettel und verlangte nach einer Salbe.
Nun war auch ich an der Reihe, und zwar gleich an der Kasse nebenan – dies erlaubte mir eine freie Sicht auf den Fall der alten Dame, während “meine” Pharmaassistentin mich fragte, ob ich das Original oder das Generikum möchte und dann verschwand, um die Arzneien zu holen. Ich war dadurch ein wenig abgelenkt und habe den Dialog um die Salbe nicht mitbekommen. Dann aber konnte ich mich wieder in den “Fall” an der Kasse nebenan einklinken und bekam mit, wie die alte Dame noch ein nicht rezeptpflichtiges Medikament in Tablettenform verlangte. Die Apothekerin verschwand und kam mit zwei Packungen zurück: einer grossen und einer kleinen. Die kleine reiche, meinte die alte Dame, und begann sogleich, mit ihren zittrigen Händen in ihrer Brieftasche nach Geld zu suchen. Die Apothekerin meinte “das Medikament xy kennen Sie?” Keine Reaktion der Kundin – diese war zu sehr vertieft in die Suche nach Geld – und hörte offenbar auch nicht mehr so gut. Die Apothekerin hakte nach ein paar Sekunden nach: “Wissen Sie, wie Sie dieses Medikament einnehmen müssen?” Wieder keine Reaktion. Dann begann die Apothekerin, als ob die letzten 10 Sekunden einfach nicht existiert hätten, die Beträge in die Kasse zu tippen. Als die Aufmerksamkeit der alten Dame wieder gegeben war – ich erwartete, dass nun nochmals die Frage nach der Einnahme des Medikaments kam – kassierte sie das Total ein und verabschiedete sich von ihrer Kundin.
Ich frage mich immer noch, ob in der Apotheke keine Hinweispflicht auf “Risiken und Nebenwirkungen” besteht? Aber selbst wenn es diese Pflicht nicht gibt, kundenorientierte Bedienung geht anders, liebe Frau Apothekerin.