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Fast 200 Jahre sind vergangen, seit Johann-Joseph Krug im Jahr 1824 seine Heimat Mainz verließ, mit nichts ausgestattet als dem Traum, eigene Weine mit außergewöhnlicher Persönlichkeit zu erzeugen. Sein Weg führte ihn über Paris in die Champagne, wo er im Jahr 1843 Krug & Compagnie gründete – der Start für eines der renommiertesten Champagnerhäuser unserer Zeit…
Fast 200 Jahre sind vergangen, seit Johann-Joseph Krug im Jahr 1824 seine Heimat Mainz verließ, mit nichts ausgestattet als dem Traum, eigene Weine mit außergewöhnlicher Persönlichkeit zu erzeugen. Sein Weg führte ihn über Paris in die Champagne, wo er im Jahr 1843 Krug & Compagnie gründete – der Start für eines der renommiertesten Champagnerhäuser unserer Zeit…
Als Johann-Joseph Krug im Jahr 1800 in Mainz geboren wurde, gehörte die linksrheinische Pfalz noch zu Frankreich und damit auch die Domstadt an der Grenze zu Hessen. Auch deshalb wurde das Leben von Johann-Joseph früh von der französischen Lebensart geprägt. Französische Weine faszinierten ihn schon als junger Mann und allmählich festigte sich der Wunsch, mehr über die Bereitung der feinen Gewächse zu lernen. Es verschlug ihn auch deshalb im Alter von 24 Jahren als Kaufmann und Händler gen Westen. Im Jahr 1834 erreichte er Paris, wenig später bekam er seine erste Anstellung in der Champagne bei Jacquesson – zur damaligen Zeit das führende Haus der Region. Schnell wurde er zu einem wichtigen Bestandteil des Unternehmens, er reiste weit und pflegte Kontakte zu Größen der Branche. Aber ganz zufrieden stellte ihn die Zeit bei Jacquesson nicht. Denn der Wunsch nach einer eigenen Produktion von hochwertigen Champagnern hatte schon lange in seinem Kopf Wurzeln geschlagen. 1840 lernte er Hippolyte de Vives kennen, einen der angesehensten Weinhändler von Reims. Dieser Kontakt sollte ihn drei Jahre später dazu ermutigen, sich mit 42 Jahren – ein Alter, in dem viele Kollegen zur damaligen Zeit dem Ruhestand entgegenblickten – selbständig zu machen. 1843 schließlich gründete Johann-Joseph das Champagnerhaus Krug & Compagnie in Reims.
Ohne Zweifel gilt Johann-Joseph als einer der großen Winzerlegenden der Champagne. Mit seinen Ideen und Visionen hat er die Arbeit in den Weinbergen und im Keller der prestigeträchtigen Region nachhaltig geprägt. Schon während seines Wirkens bei Jacquesson schrieb Joseph einige grundlegende Erkenntnisse in seinem kleinen roten Notizbuch nieder, welches heute noch von der Familie Krug aufbewahrt wird und viele wichtige Informationen enthält. Im Notizbuch spricht sich Johann-Joseph schon früh für einen Ausbau der Weine getrennt nach Parzellen aus, da sie alle einen unterschiedlichen Charakter haben und vollkommen unterschiedliche Weine hervorbringen. Auch die Verwendung von Reserveweinen, welche dem Champagnergrundwein so viele neue Facetten verleihen, wurde von Johann-Joseph als wichtiger Baustein für die Erzeugung eines Prestige-Champagners gesehen. So kann jedes Jahr ein außergewöhnlicher Schaumwein kreiert werden, welcher nicht durch einzelne Jahrgangsschwankungen beeinflusst wird. Diese beiden Erkenntnisse flossen letztendlich in die größte und wichtigste Idee von Johann-Joseph ein. Niedergeschrieben in seinem Notizbuch als „Krug Champagne No.1“, wurde ein Champagner geboren, welcher heute wohl zu den größten Schaumweinen unserer Zeit gehört: Die Krug Grande Cuvée. Das Savoir-faire für die Erzeugung dieses einzigartigen Champagners wurde von Generation zu Generation innerhalb der Familie Krug weitergegeben. Heute liegt die Bereitung der Krug Grande Cuvée in der Hand von Eric Lebel, dem langjährigen Chef de Caves des Champagnerhauses. Um die perfekte Assemblage zu kreieren, werden von Lebel und seinem Team Jahr für Jahr rund 150 Reserveweine mit einem Alter von bis zu 15 Jahren verkostet.
In der endgültigen Cuvée befinden sich mehr als 120 verschiedene Weine aus 10 verschiedenen Jahrgängen. Für die 167. Edition der Krug Grande Cuvée wurden als Basis Grundweine aus dem Jahrgang 2011 verwendet. In der Assemblage finden sich zu 42 Prozent gereifte Reserveweine. Der älteste Wein stammt aus dem Jahr 1995. Die Cuvée besteht neben 47 Prozent Pinot Noir und 36 Prozent Chardonnay aus 17 Prozent Pinot Meunier. Gelesen werden die Trauben bei Krug wie jedes Jahr in den besten Lagen der Montagne de Reims, des Valée de la Marne sowie der Côte des Blancs. In den Kellern des Hauses in Reims muss eine Krug Grande Cuvée daraufhin mindestens sieben Jahre reifen, ehe sie Weinliebhaber auf der ganzen Welt verkosten dürfen. Ein grandioser Genuss, nicht nur als Aperitif oder zu Seafood – eine Grand Cuvée begleitet verlässlich ein ganzes Menü, von der Vorspeise bis zum Dessert.
Der Verbindung aus Speisen und Getränken wird bei Krug schon seit längerer Zeit viel Aufmerksamkeit geschenkt. Seit einigen Jahren wird in Kooperation mit internationalen Spitzenköchen eine bestimmte Zutat zelebriert, welche besonders gut mit den Champagnern von Krug harmoniert. Im Jahr 2019 ist es die Paprika, mit der sich 13 Köche, darunter auch Dreisternekoch Juan Amador aus Wien, auseinandersetzen. Eine großartige Verbindung aus produktorientierter Küche und den herausragenden Champagnern von Krug!
Heute bewirtschaftet Krug rund 250 einzelne Weinbergsparzellen. Eine ganz besondere liegt im legendären Ort Mesnil-sur-Oger an der Côte des Blancs. Hier fanden Rémi und Henri Krug, die fünfte Generation der Familiendynastie, einen kleinen, nur 1,84 Hektar großen, umfriedeten Weinberg, dessen Mauern im Jahr 1698 erbaut wurden. Hier stehen uralte Chardonnay Reben, die in einem einzigartigen Mikroklima besonders aromatische Trauben hervorbringen. Sie sind die Basis für den Einzellagenchampagner Clos du Mesnil, welcher nur in großen Jahren erzeugt wird und mindestens 10 Jahre auf der Hefe verweilt, ehe er degorgiert wird. Der erste Jahrgang dieses Blanc de Blancs war 1979.
Weiter nördlich, in Ambonnay, in der Montagne de Reims, befindet sich ein weiteres Schmuckstück des Hauses. Der Grand Cru Ort ist vor allem bekannt für seinen herausragenden Pinot Noir. Er fällt hier kraftvoll aus, bewahrt sich jedoch stets auch viel Frische und Eleganz. In einer kleinen Parzelle von Krug kommt der Pinot Noir besonders gut zur Geltung: Clos d´Ambonnay. Sie umfasst lediglich 0,68 Hektar und ist zu 100 Prozent mit alten Pinot Noir Reben bestockt. Aus den Trauben entsteht ein Jahrgangschampagner, der den außergewöhnlichen Charakter des Pinot eindrucksvoll verkörpert. Im Jahr 1994 kam die Parzelle in den Besitz von Krug und gleich im folgenden Jahr konnte man den ersten perfekten Jahrgang lesen. Die Ausgabe 1995 wurde 2007 veröffentlicht.
Letztlich ist eine große Stärke von Krug schon immer die Innovationskraft gewesen, mit welcher man stets den Zeitgeist der Champagne prägte. Neben Einzellagenchampagnern, welche immer öfter auch von anderen Champagnerhäusern produziert werden, war es beispielsweise auch im Jahr 1970 die Entscheidung von Herni und Rémi Krug, einen Rosé-Champagner zu produzieren, welcher damals schwer in Mode kam. Ein ganz besonderer Schatz sind auch die alten Jahrgangschampagner, welche nach Jahrzehnten als „Krug Collection“ veröffentlicht werden.
Heute steht Olivier Krug als sechste Generation an der Spitze des Ausnahmehauses. Neben herausragenden Jahrgangs- und Lagenchampagnern verfolgt auch er weiterhin die Philosophie von Johann-Joseph Krug. Denn die Krug Grande Cuvée bleibt auch heute noch das Aushängeschild des Hauses. Kein Champagner auf dieser Welt vereint so mühelos die pure Eleganz des Terroirs der Champagne mit der großen Kunst der Assemblage. Die zeitlosen Klassiker aus dem Hause Krug werden auch in Zukunft die Fine Wine Liebhaber auf der ganzen Welt begeistern!