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Hepatitis / HCC / Adenome der Gallengänge
Antivirale Substanz Telaprevir bei Hepatitis C
Telaprevir ist ein neu entwickelter Proteaseinhibitor. Zwei an der DDW 2010 publizierte Studien konnten zeigen, dass die Ansprechrate auf eine Therapie mit Peginterferon und Ribavirin bei der chronischen Hepatitis C signifikant verbessert werden kann, wenn bei Non-Respondern während 3 Monaten Telaprevir zugegeben wird [Abstracts 311 und 2002]. Die Studienautoren beurteilen diese Resultate als sehr viel versprechend, es müssen jedoch auch die Nebenwirkungen einer Tripeltherapie bedacht werden, wie J. Muir der Duke University zu bedenken gibt.
Retinol verbessert Ansprechrate auf Interferon und Ribavirin
Retinol – besser bekannt unter dem Namen Vitamin A – scheint das Ansprechen einer Hepatitis C auf die Gold-Standard-Therapie Peginterferon plus Ribavirin verbessern zu können [Abstract 2004]. In einer prospektiven Pilotstudie erhielten 42 Patienten mit einer chronischen Hepatitis C während 48 Wochen entweder die Standardtherapie mit Peginterferon plus Ribavirin allein oder die Standardtherapie in Kombination mit täglich 30'000 Einheiten Retinol. Nach 8 Wochen Therapie waren in der Retinolgruppe 61.7% HCV-negativ und in der Gruppe ohne Retinol 23.8%. Ein persistierendes virologisches Ansprechen auf die Therapie zeigten 66.7% respektive 42.9%. Nebenwirkungen der Retinoltherapie waren keine nachweisbar.
Ultraschall zum Auffinden eines hepatozellulären Karzinoms (HCC)
Mögliche Strategien zur frühen Identifikation eines HCC bei Risikopatienten mit einer Leberzirrhose ist die Kombination der Bestimmung von Alfa-Fetoprotein (AFP) mit Ultraschall oder andere, teurere bildgebende Verfahren wie CT oder MRI. Gemäss einer retrospektiven Analyse ist die Kombination von AFP-Bestimmung mit Ultraschall eine genaue Methode für ein Screening [Abstract 1278]. Die Sensitivität der Kombination betrug 87.5%, die Spezifität 100%. Die Autoren kommen zu folgender Empfehlung für das Screening: Wenn der Ultraschall negativ ist und das AFP normal, sollte dieses Standardmonitoring in 6 Monaten wiederholt werden. Ist der Ultraschall normal und das AFP erhöht (> 20 ng/ml), ist 3 Monate später eine AFP-Bestimmung und ein CT angezeigt.
Endoskopische Ampullektomie
Die French Society of Digestive Endoscopy (SFED) konnte in einer prospektiven Multizenterstudie nachweisen, dass die endoskopische Ampullektomie bei Adenomen oder anderen frühen Tumoren der Papille präziser ist als die offene Operation und zudem weniger Nebenwirkungen hat. Von 93 zwischen 2003 und 2006 endoskopisch behandelten Patienten betrug die Erfolgsrate insgesamt 80% respektive 95%, wenn nur die analysierbaren Patienten eingeschlossen wurden. Von 67 Patienten, bei welchen ein Follow-up möglich war, galten 57 nach 3 Jahren als geheilt. Lediglich bei 3 Patienten trat nach 12 respektive 24 Monaten ein Rezidiv auf.

|Mediscope/DDW 2010|

|20.06.2010 - dde|