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Warum hilft mehr üben nicht?
"Übung macht den Meister" lautet das Sprichwort. Und wahr ist es, jedenfalls mit folgendem Zusatz: "Übung macht den Meister - wenn die Sache verstanden ist!"
Hat ein Kind keine Vorstellung und innere Bilder von Zahlen, Mengen und Rechenoperationen, führt ständiges Üben von diesen Lerninhalten nicht zu einer Verbesserung der Leistungen, da das Kind inhaltslos lernt. Die Abneigung gegenüber dem Rechnen wird verstärkt, das Selbstwertgefühl des Kindes geschwächt und die Belastung in der Familie immer grösser.
Warum bleibt eine Rechenschwäche oft unerkannt?
Kinder mit einer Rechenschwäche haben ihre eigenen Strategien, um den Rechenunterricht zu meistern und ihre Schwierigkeiten zu vertuschen. So werden sie immer bessere Zähler, lernen Lösungswege auswendig und erfinden eigene Tricks, um Aufgaben zu lösen. Da mit diesen Bemühungen dennoch oft richtige Resultaten erzielt werden, entsteht der Eindruck, dass die Kinder den Schulstoff verstanden haben.
Über Jahre hinweg kann sich deshalb eine Rechenschwäche verfestigen.
Was ist der Unterschied zwischen Nachhilfe und Therapie?
In einer Nachhilfe wird am aktuellen Schulstoff gearbeitet. Vorübergehende Schwierigkeiten oder Wissenslücken werden nochmals erklärt und geübt.
In der Therapie hingegen wird an den Grundlagen des Rechnens gearbeitet. Der Schulstoff steht nicht im Mittelpunkt.
Wer übernimmt die Kosten einer Therapie?
Der Kanton Aargau übernimmt keine Kosten für die Dyskalkulietherapie, da er Rechenschwäche als Lernschwierigkeit bezeichnet, welcher mit Mitteln der Regelschulung begegnet werden muss. Leider geschieht dies nur in seltenen Fällen, weil entsprechende Lektionen dafür fehlen und kein Fachpersonal vorhanden ist. Deshalb tragen die Eltern die Therapiekosten.
Viele Gemeinden beteiligen sich aber mittlerweile ganz oder teilweise an der Finanzierung. Dies ist über die Schulleitung abzuklären.