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Borkenkäfer haben im letzten Jahr das Sterben von rund 150’000 Fichten herbeigeführt – es ist nach 2015 der zweite Borkenkäferbefall solchen Ausmasses in Folge. Ermöglicht wurde dies durch ausgeprägte Hitze und Trockenheit, welche optimale Bedingungen für die Verbreitung baten.
Grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil des Waldökosystems
In der Schweiz gibt es über hundert Borkenkäferarten, wobei der Buchdrucker die häufigste und wirtschaftlich gesehen bedeutendste Art darstellt. Für die Fortpflanzung sind sie auf Fichten, seltener Föhren, angewiesen, wo Buchdrucker-Weibchen ihre Eier ablegen. Im Vorfeld müssen die Buchdrucker jedoch einiges an Arbeit leisten: Ein männlicher Käfer sucht sich eine passende, in der Regel kränkelnde, Fichte für den Bau seiner Rammelkammer aus. Mit dem Ziel Weibchen anzulocken und sich zu paaren, sondert das Männchen unverkennbare Duftstoffe (Pheromone) aus. Bei erfolgreicher Verpaarung frisst sich das Weibchen durch den Rindenbast und legt Gänge und Ei-Nischen frei, in welchen die Eiablage vollzogen werden kann. Die frisch geschlüpften Larven stillen ihren Hunger mit dem Abraspeln des Rindenbasts.
Mit dem Besiedeln absterbender Fichten übernimmt der Borkenkäfer im Waldökosystem eine wichtige Rolle bei der Ausmusterung geschwächter Bäume. Zudem ermöglichen die zahlreichen, frei gelegten Gänge den späteren Abbau durch Mikroorganismen und Pilze und somit die erneute Freisetzung der Nährstoffe.
Stürme, Hitze und Trockenheit ermöglichen Massenverbreitung
Gewisse Bedingungen fördern die Ausbreitung des Buchdruckers, wodurch dessen Populationen immense Masse annehmen kann, die sich nachteilig auf den Fichtenbestand auswirken. Unter anderem führen längere Hitze- und Trockenperioden dazu, dass Fichten einem erhöhten Stress ausgesetzt sind. Als Folge sind sie nicht mehr imstande den Borkenkäfer abzuwehren, wie es dank ihres Harzflusses bei vereinzelten Käfern möglich ist. Gleichzeitig beschleunigen erhöhte Temperaturen die Entwicklung der Jugendstadien und somit die Vermehrung.
Nach starken Stürmen bleiben verwüstete Waldstücke mit gefallenen oder beschädigten Bäumen und eine grosse Menge an Sturmholz zurück, die prädestiniert für den Befall von Buchdruckern sind. So war der Sturm Lothar im Jahr 1999 treibende Kraft für die darauffolgende Massenvermehrung des Buchdruckers.
Überschreiten Borkenkäferpopulation eine kritische Grösse, können sie auch gesunde Fichten befallen. Aufgrund des Frasses durch Larven und Jungkäfer wird der Saftstrom im Baum beeinträchtigt, was schlussendlich zu dessen Absterben führen kann.
Rund 150’000 Fichten erlagen dem Käfer letztes Jahr
Trockenheit und Hitze waren letztes Jahr grundlegend für den starken Buchdruckerbefall in Schweizer Wäldern verantwortlich. Wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) verlauten liess, sind im Jahr 2016 220’000 Kubikmeter Fichten in der Folge verendet – dies entspricht rund 150’000 Fichten oder in Relation zum schweizweiten Fichtenbestand jedem tausendsten Baum.
Trotz des anscheinend kleinen Anteils an gefallenen Fichten sollte die weitere Entwicklung des Buchdruckers beobachtet werden. Falls in den nächsten Monaten weiterhin Trockenheit und Hitze dominieren, kann dies die Vermehrung weiter ankurbeln. Damit wäre es für die angeschlagenen Fichtenbestände schwieriger, sich von den Strapazen des letzten Befalls zu erholen.
Klimawandel verschärft das Problem
In den kommenden Jahren könnte der prognostizierte Klimawandel erneute Buchdrucker-Massenverbreitungen begünstigen. Steigende Temperaturen könnten die Ausbildung von drei, statt nur einer oder zwei, Generationen pro Jahr ermöglichen. Auf diese Weise können ausgehend von einem überwinterten Brutpaar über 30’000 Käfer entstehen. Verminderte Niederschläge während des Sommers in Verbindung mit vermehrten Hitzeperioden würden Fichten zudem öfters in Stresssituation versetzen und somit anfälliger machen.