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Das deutschsprachige Theater und die internationale Filmindustrie befinden sich angesichts der wachsenden Sensibilisierung der gesellschaftlichen Pluralität in einem Dilemma der schauspielerischen Darstellbarkeit, das sich zwischen der politischen Verantwortung der Kunst und dem schauspielerischen Grundprinzip der Verwandlung auftut.
Daraus ergibt sich die Fragestellung, welche Ansätze es gibt, dieses Dilemma zu lösen.
Seit einigen Jahren wird folglich versucht, den eurozentristischen, weissen, männlichen, heterosexuellen Kanon zu durchbrechen und vermehrt das „Andere“ zu repräsentieren. Doch in dieser Entwicklung keimen neue Fragen auf:
Auf welche Weise und von wem dürfen Minderheiten dargestellt werden? Und widerspricht die Diskussion nicht eigentlich
dem Grundprinzip, Schauspiel sei grenzenlose Verwandlungskunst?