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DPAM: Mit Blick auf festverzinsliche Anlagen sollte in der zweiten Jahreshälfte vorsichtig agiert werden – vor allem auch bei Bankobligationen.
Von Barbara Mainieri, Buy-side Credit Analyst bei DPAM
Die zweite COVID-19-Welle, die gesamtwirtschaftlichen Aussichten und die US-Präsidentschaftswahlen werden vermutlich zu einer erhöhten Volatilität und erhöhten Risiken im Bankensektor führen.
Es ist davon auszugehen, dass die Spreads von Bankobligationen in den kommenden Monaten aufgrund der zweiten COVID-19-Welle, der allgemeinen Wirtschaftsaussichten und der Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahlen unter Druck geraten werden. Die Höhe der notleidenden Kredite (NPLs) wird von der Ausweitung der fiskalischen Unterstützungsprogramme und Schuldentilgungsaufschüben abhängen. Der Bloomberg-Konsens erwartet einen Rückgang der Gewinne um 48% im Jahr 2020 und eine Erholung um etwa 58% im Jahr 2021. Hierauf verweist Barbara Mainieri, Buy-side Credit Analyst bei DPAM.
Auf der einen Seite unterstützen Schuldentilgungsmoratorien und andere kreditnehmerfreundliche Maßnahmen die Qualität der von Banken vergebenen Kredite. Auf der anderen Seite verschleiern die Maßnahmen die zugrunde liegende Notlage vieler Kreditnehmer. Dies hat zur Folge, dass sich die Qualität der Banken-Aktiva viel schwächer erweisen könnte als es die Zahlen vermuten lassen. Im Durchschnitt halten europäische Banken Kreditengagements von 15 bis 20% in Sektoren, die am stärksten von COVID-19 betroffen sind.
Vor diesem Hintergrund sei es ratsam, als Anleger den sichersten Teil der Kapitalstruktur zu bevorzugen (vorrangige Anleihen, obwohl der Anteil der Anleihen mit negativer Rendite beträchtlich ist) und Banken mit einer besseren Rentabilität und einem niedrigeren Niveau an NPLs. Bei DPAM sind die nordischen Banken und Retail-Banken aus Kerneuropa (hauptsächlich französische, Benelux- und Schweizer Institute) die bevorzugte Wahl.
Vom Bankensektor emittierte Obligationen machen rund 27% des Iboxx Euro Corporate Investments Grade Index aus. Ein Engagement bei Banken ist daher für festverzinsliche Anleger unvermeidlich. Nach einer massiven Ausweitung im März/April 2020 erholten sich die Spreads von Bankobligationen rasch wieder, was hauptsächlich auf die Unterstützung der EZB und die fiskalischen Maßnahmen der nationalen Regierungen zurückzuführen ist. Im September 2020 betrug der Anteil der negativ verzinslichen Obligationen im Investment-Grade-Universum 22% bei Finanztiteln gegenüber 20% bei Unternehmen.
Konsolidierung scheint im gegenwärtigen Marktkontext eine der wenigen Optionen zu sein, die zur Sicherung der Stabilität und zur Verbesserung der Effizienz der europäischen Banken sowie zur Schaffung internationaler Champions zur Verfügung stehen.
Quelle: BondWorld