Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03473.jsonl.gz/4142

bildet zusammen mit dem s. davon gelegenen
Châtelet oder Chételat
(885 m) die sw. Fortsetzung der Kette des
Trogbergs und ist von dieser durch eine tiefe Runse ö.
Mervelier
und die ins einsame Thal der
Scheulte führende
Klus getrennt.
Sein felsiger
Kamm umrahmt ein ca. 30 ha umfassendes
Wald- und
Weidegebiet.
Der Chaumont bildet ein regelmässiges Gewölbe von Kalken des Rauracien, dem die übrigen Stufen der obern
Juraschichten ebenso regelmässig angelagert sind.
Die
Weiden in der Mitte der
Klus liegen auf Oxford und
sind stark mit Felsschutt überführt.
Diese Falte hat die im n.
Jura seltene Richtung von N.-S.
Schöne Waldungen umhüllen die Hänge, auf dem abgerundeten Bergrücken gute Alpweiden mit Baumgruppen und zahlreichen
Hütten
und Landhäusern, die den Bewohnern von Neuenburg
zum Sommeraufenthalt dienen. Der Chaumont ist der Typus eines einfachen Gewölbes
und wird in den orogenetischen oder tektonischen Theorien der Bildung des Faltenjura oft als Beispiel
genannt. Die Falte hat noch wenig unter den Einflüssen der Erosion gelitten; die Juraschichten (Portland-Kimmeridge) bilden
einen einfach und regelmässig gekrümmten
Rücken von der Form eines
¶
mehr
Rotationsellipsoides, und zwar sowohl in der Breitenentwicklung oder kleinen Axe als in der Längenentwicklung oder grossen
Axe mit ihrem weitaus grössern Krümmungsradius. Es ist dies die Form des von Thurmann so genannten «Soulèvement
de premier ordre», wo die hebenden Kräfte, ohne einen Bruch längs der grossen Axe zu erzeugen, ein einfaches
Gewölbe auffalteten. Die die Kette ursprünglich wie einen Mantel umhüllenden Schichten der untern Kreide (Valangien-Urgon)
und der Molasse sind von der Erosion grossenteils zerstört worden; ihre Ueberreste lehnen sich heute als vereinzelte Gräte
an den Fuss der Kette an: das Urgon am Mail, Neocom am Crêt Taconnet in Neuenburg,
Valangien an der Roche de l'Ermitage
und am Pertuis du Sault, das Portland an der Tête Plumée.
Entsprechende Bildungen findet man auch am N.-Hang des Chaumont, z. B. das Neocom am Château de Valangin. Die Kämme der untern
Kreideschichten am S.-Rand des Val de Ruz sind weniger scharf modelliert als diejenigen im Neuenburger
Weinbaubezirk. Es lässt sich dies durch stärkere Arbeit der Erosion oder auch durch stärkere Umhüllung mit glacialen
und recenten Bildungen erklären. Im Uebrigen scheint die Falte am N.-Hang des Chaumont an verschiedenen Stellen, so z. B.
an der Quelle des Seyon, überzuliegen.
Die Wälder an den Hängen des Chaumont sö. vom Val de Ruz bestehen ausschliesslich aus Weiss- und Rottannen
(Fichten); am S.-Hang sind dagegen die Bestände stark gemischt, indem hier die Buche grosse Flächen erobert hat; tiefer unten,
bei Le Chanet, auch viele Eichen(Quercus robur). Sogar ein alter, jetzt gefällter Kastanienbaum gedieh über Neuenburg
bis vor wenigen
Jahren. Haselstrauch, Mehlbeerbaum und andere Jurasträucher. In den Waldungen viele Pilze, auf den Wiesen Quendel und andere
wohlriechende Kräuter.
Als von den Botanikern gesuchte Pflanzen sind zu nennen die zahlreichen wilden Rosenvarietäten, der Frauenschuh (CypripedilumCalceolus; im SW. über Valangin) und die schöne Küchenschelle (Anemone pulsatilla; bei Le Vauseyon). Zu
vergleichen die verschiedenen Floren, besonders Godet: FloreduJura. Der Geologe findet kaum etwas anderes als Nerinaeenschichten
mit Cryptoplocus depressus, Ptygmatis Bruntrutana und P. Carpathica. Der Chaumont, früher Chu Mont (sur mont) geheissen,
ist ein bevorzugtes Ausflugsziel der Bewohner Neuenburgs, von wo aus er in 2 Stunden bequem erstiegen werden
kann. Längs des ganzen Rückens eine gute Strasse. Auf einer Terrasse ö. vom Gasthaus Orientierungstafel, von der Sektion
Neuenburg
des S. A. C. aufgestellt. Der Chaumont liegt auf dem Gebiet der Gemeinden Neuenburg,
Fennin-Villars-Saules und Savagnier. 226 reform.
Ew. Die grösste Siedelung auf dem Boden der Gemeinde Neuenburg.
(Kt., Bez. und Gem. Neuenburg).
1100 m. Vorort von Neuenburg,
am SW.-Hang der Kette des Chaumont, 1½ Stunden n. über Neuenburg.
Im Sommer
Postwagenverbindung mit der Stadt. Postablage, Telegraph, Telephon. 17 Häuser, 91 reform. Ew. Viehzucht. Kapelle und Schulhaus.
Eidgenössische meteorologische Station im Schulhaus. Auf der Berghöhe grosses, 1866 erbautes Gasthaus.
Die Aussicht auf die Alpen umfasst 400 km und ist von grossartiger Schönheit. Von Xaver Imfeld 1886 aufgenommenes und ausgezeichnet
ausgeführtes Panorama. Zahlreiche Landhäuser, die den Namen ihrer Besitzer tragen. Die Wälder am S.-Hang des Berges sind
Eigentum der Stadt Neuenburg.