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Patientin
Assunta B., 22 Jahre, Fabrikarbeiterin
Behandlung: zwischen 1920 und 1927
Anamnese
Verbrennungen wegen eines explodierten Spiritusapparates. Es bildeten sich wulstige Knoten in den Narben.
Diagnose
Keloide nach Verbrennung.
Therapie
Operative Entfernung und Naht mit feinsten Seidennähten. Zu dieser Zeit wusste man bereits, dass mit Röntgenstrahlen-Therapie unmittelbar nach der Operation ein Rückfall verhindert werden kann. So wurde auch bei dieser Patientin erfolgreich nachbestrahlt.
Patientin
Lina H., 19 Jahre, Dienstmädchen
Anamnese
Verbrennung durch Salzsäure im Alter von sechs Monaten. Der Vater versuchte sie zu vergiften. Das Kind trank nicht und die Säure lief über das Gesicht und den Hals.
Jetziges Leiden
Kosmetisch stark störende Narben, zudem Bewegungseinschränkung des Kopfes. Der Mund kann nur halb geöffnet werden.
Diagnose
Kontrakturen durch Verbrennungsnarben.
Therapie und Verlauf
Im Oktober 1919 wurde versucht, die Verziehungen und Spannungen plastisch chirurgisch zu behandeln. Es kam zu starken Blutungen und die Rekonstruktion der Ohranteile wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Am 27. November wurde erneut operiert und zusätzlich Haut vom Oberschenkel verpflanzt. Trotz einer Keloid-Bildung war Lina H. mit dem ersten Resultat zufrieden, da die Beweglichkeit des Kopfes viel freier geworden war. Eine Nachbestrahlung wäre vorgesehen gewesen, konnte aber wegen Betriebsproblemen in der Röntgen-Therapie in den Monaten Januar und Februar 1920 nicht durchgeführt werden. Man wollte den Spontanverlauf abwarten und allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt nochmals operieren. Am 2. Februar 1920 wurde das junge Dienstmädchen nach Hause entlassen und auf den 8. Oktober 1920 zur Nachuntersuchung bestellt, zu der sie aber nicht erschien. Sie hatte Zürich inzwischen verlassen, ohne ihre neue Adresse anzugeben.