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Fairtrade-Code
Fairtrade-Kaffee
Kleine Bohne, grosse Wirkung
80% des Kaffees wird von 25 Millionen Kleinbauernfamilien produziert, die weniger als 10 Hektaren Land besitzen. Viele leben von weniger als 2 Dollar pro Tag, oft in abgelegenen Gegenden, und sind mit vielfältigen Problemen konfrontiert. Fairtrade ist ein ganzheitliches Konzept, das Kleinbauernfamilien hilft, sich aus dieser Spirale zu befreien.
Produktinfos Schweiz
- Lancierung: 1992
- Herkunft: Bolivien, Brasilien, Burundi, China, Elfenbeinküste, Kamerun, Kolumbien, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Äthiopien, Guatemala, Honduras, Indonesien, Indien, Kenia, Laos, Malawi, Mexiko, Nicaragua, Osttimor, Peru, Papua Neu-Guinea, Republik Kongo, Ruanda, El Salvador, Tansania, Thailand, Uganda, Vietnam, Sambia
- Absatz Röstkaffee: 7'604 t (2019) - Absatzentwicklung
- Marktanteil: 12% (Detailhandel geschätzt)
- Bioanteil: 30%
- Angebot: ganze Bohnen, gemahlen, gefriergetrocknet (Instantkaffee), koffeinfrei, Pads/Pods und Kapseln
Fairtrade-Kaffee ist direkt rückverfolgbar. Der Kaffee stammt 1:1 von einer Fairtrade-Kaffeekooperative. Die einzelnen Kaffeebohnen werden in jeder Phase der Produktion von "Nicht-Fairtrade" Kaffeebohnen getrennt weiterverarbeitet. Der Waren- und Geldfluss der gesamten Lieferkette unterliegt einer unabhängigen Kontrolle.
Herausforderungen
- Der Klimawandel stellt die Bauernfamilien vor grosse Herausforderungen. Das Auftreten bestimmter Schädlinge und Krankheiten wird durch den Temperaturanstieg begünstigt. Der Kaffeerost plagt momentan viele Regionen Lateinamerikas.
- Der Weltmarktpreis für Kaffee schwankt stark: Preisentwicklung Kaffeebörse
- Schwache Verhandlungsposition: Kleinbauernfamilien, die nicht in Kooperativen zusammengeschlossen sind, sind lokalen Händlern schutzlos ausgeliefert und verfügen über keinen Zugang zu Markt- und Preisinformation.
- Aufgrund kleiner Anbauflächen und niedriger Ernteerträge sind Kaffeebauernfamilien in einer Armutsfalle gefangen.
- Wenige haben das Sagen in der Kaffee-Lieferkette, denn sie wird dominiert von einer kleinen Anzahl von multinationalen Handels- und Röstfirmen. Nur fünf multinationale Konzerne beherrschen 45% des Kaffeemarkts.
- Steigende Landwirtschafts- und Haushaltskosten, nicht zuletzt ausgelöst durch die Wirtschaftskrise, machen den Kaffeebauernfamilien zu schaffen.
Warum Fairtrade den Unterschied macht
Fairtrade ist ein ganzheitliches Konzept, das Kaffee-Kleinbauernfamilien eine Alternative bietet:
Fairtrade-Kaffeekooperativen sind demokratisch organisiert. Dies bringt viele Vorteile: höhere Verhandlungsmacht, die Möglichkeit Anschaffungen gemeinsam zu tätigen, einen vereinfachten Zugang zu Finanzierung und gegenseitiges Lernen.
Der Fairtrade-Mindestpreis stellt bei volatilen Weltmarktpreisen ein Sicherheitsnetz dar. Die Fairtrade-Prämie ermöglicht Investitionen in soziale Projekte sowie in produktivitätssteigernde Massnahmen.
Vom passiven Empfänger zum aktiven Gestalter: Die Kaffeekooperativen sind demokratisch organisiert und entscheiden gemeinsam, in welche sozialen, ökologischen und ökonomischen Projekte die Fairtrade-Prämie investiert werden soll.
In den Anbauländern bieten Beraterinnen und Berater der Fairtrade-Produzentennetzwerke Trainings und Beratung an. Ziel ist es, neue Produzentinnen und Produzenten über Fairtrade zu informieren und bestehende Produzentengruppen bei der Einhaltung der Standards und beim Aufbau von Managementkapazitäten zu unterstützen. Auch Kontakte zu lokalen NGOs werden aufgebaut.
Grundsätzlich sind die Partnerorganisationen durch höhere Einkommen besser darauf vorbereitet, mit Herausforderungen umzugehen.Es fliesst Geld in Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel und alternative Anbaumethoden. Bauernfamilien, die ihre Ernte an den Kaffeerost verloren haben, werden gezielt unterstützt. Das globale Netzwerk ist also auch als Partner in Notsituationen zu verstehen.
Der Zugang zu Krediten ist für viele Kleinbauernfamilien eine Herausforderung. Die Fairtrade-Zertifizierung ist für Kaffeekooperativen oft ein hilfreicher Schritt, um leichter an Finanzierung oder Kontakte zu Mikrofinanzinstitutionen zu gelangen.
Ein Viertel der Fairtrade-Prämie müssen die Kaffeebauernfamilien verpflichtend in Produktivität und Qualität investieren.
Der Grossteil des globalen Kaffees wird von Kleinbauernfamilien produziert. Die meisten leben in abgelegenen Gegenden und sind mit vielfältigen Problemen wie tiefe Weltmarktpreise und Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Hier setzt Fairtrade an und unterstützt die Kleinbauernfamilien. Zentrale Elemente sind ein garantierter Mindestpreis, Prämien für Entwicklungsprojekte, starke Kooperativen, nachhaltige Anbaumethoden und wirkungsvolle Unterstützung vor Ort. In Ergänzung dazu und mit dem Ziel, die Widerstandsfähigkeit von Kaffeebauern weiter zu verbessern, hat Fairtrade Max Havelaar in Abstimmung mit den Fairtrade-Produzentennetzwerken ausserdem den Kaffee-Entwicklungsplan ins Leben gerufen. Damit werden Projekte wie Anpassungen an den Klimawandel, Schulungen zur Verbesserung der Qualität und Produktivität sowie eine Sensibilisierung zum Thema Kinderarbeit umgesetzt.