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Medienmitteilung, 11. August 20221
Am Mittwoch, den 11. August, um 12 Uhr hat Dr. Sonja Hediger, Allgemeinmedizinerin aus dem Kanton Waadt, die Seiten des Berichts des Weltklimarates (IPCC) am Bundeshaus in Bern angeschlagen, um den Bundesrat an den Klimanotstand zu erinnern. Sie wurde nicht gebüsst, muss sich aber 48 Stunden lang vom Bundeshaus fernhalten. Sie erklärt sich bereit, diese Aktion jeden Mittwoch, am Tag der Bundesratssitzung zu wiederholen.
Dr. Hediger will gegen den Bundesrat protestieren, der jahrzehntelang mehrere wissenschaftliche Berichte ignoriert hat, die das Ausmass des Klimawandels und den Zusammenbruch der Ökosysteme belegen.
Sie erklärt sich bereit, jeden Mittwoch bis zum 20. September nach Bern zurückzukehren. Das Datum entspricht der Beantwortungsfrist des letzten Aufrufs vor der Rebellion, der am 22. Juni von den an der Rebellion gegen das Aussterben [1] teilnehmenden Bürger*Innen bei der Bundeskanzlei eingereicht wurde.
Dr. Hediger hat die Seiten der folgenden Dokumente mit Mehlkleister auf die Fassade des Bundeshauses angeschlagen:
- der IPCC-Bericht über die physikalischen Grundlagen des Klimawandels, der ab Montag, den 9. August 2021, veröffentlicht wurde (AR6)
- der letzte Aufruf vor der Rebellion, der dem Bundesrat am 22. Juni vorgelegt wurde [1]
- die Schweizerische Bundesverfassung (“Das Schweizervolk und die Kantone, […] im Bewusstsein […] der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen, […] fördert die nachhaltige Entwicklung, […] und setzt sich ein für die dauerhafte Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und für eine friedliche und gerechte internationale Ordnung.”)
Dr. Hediger ist Mutter und Allgemeinmedizinerin. Sie lebt im Kanton Waadt. Sie gehört zu den 3800 Unterzeichner*Innen der Campax-Unterstützungspetition, die den Aufruf an den Bundesrat begleitet.
Anfang 2020 konnte Dr. Hediger sich mit Simonetta Sommaruga treffen, die ihr versprach, sich für das Klima einzusetzen. Die damalige Bundespräsidentin rief die Bevölkerung ausdrücklich dazu auf, den Druck auf die Politiker*Innen weiter auszuüben. Eineinhalb Jahre später ist Dr. Hediger enttäuscht und desillusioniert von den falschen Versprechungen der Politiker*Innen und will sie mit ihrer Plakatkampagne an ihre Pflicht erinnern, die Bevölkerung zu schützen. “Mein Sohn wird im Jahr 2030 25 Jahre alt sein, und die Vorstellung, wie seine Welt dann aussehen wird, ist beängstigend”, schreibt sie.
- Dr. Hediger erklärt sich bereit, diese Aktion jeden Mittwoch, am Tag der Bundesratssitzung zu wiederholen.
- Sie ist auf Französisch, Deutsch und Englisch unter der Telefonnummer 079 800 36 72 erreichbar.
- Fotos von ihrer Aktion werden Sie unter diesem Link finden.
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Hinweis für Redakteure
[1] LETZTER AUFRUF VOR DER REBELLION
Dieser Brief an den Bundesrat, der am 22. Juni 2021 bei der Bundeskanzlei eintraf, fordert den Bundesrat auf, die Wahrheit über den Ernst der Klima- und Umweltkrise zu sagen, sofortige Massnahmen zu ergreifen, um deren Verschärfung zu stoppen, und eine Bürger*Innenversammlung einzuberufen, damit diese über das weitere Vorgehen zur raschen Dekarbonisierung der Gesellschaft entscheidet kann. So lauten die drei Forderungen der internationalen Bewegung Extinction Rebellion. Der Aufruf kündigt an, dass die Bevölkerung angesichts der Schwere und der beispiellosen Dringlichkeit der Situation keine andere Wahl haben wird, als sich ab dem 3. Oktober 2021 für unbestimmte Zeit friedlich auf die Strasse zu setzen und die Stadt Zürich zu stören, falls der Bundesrat bis zum 20. September 2021 keine angemessene Antwort gibt.
Um die Übergabe des Appells zu begleiten, hatten 5 Personen ihre Hände an die Fassade des Bundeshauses geklebt und sind dafür verhaftet worden.
Eine Petition zur Unterstützung des Aufrufs und der Rebellion sammelte in den ersten 24 Stunden mehr als 3000 Unterschriften.