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Am 6. Juli sind wir per Nachtzug von St.Petersburg, auf Wiedersehen!, weggefahren.
Diese Ecke des Monats war wirklich eng geworden. Freundinnen wie Saskia und Karin verabschiedeten sich und fuhren in den Kaukasus bzw. Sibirien, Mama und Reto kamen am 25. in einem hochsommerlichen Petersburg an, es kam zu zahlreichen Abschieden und Neuaufbrüchen, Abzug aus dem Obshezhitie (Studentenheim), ich fuhr für 3 Tage nach Helsinki wegen eines neuen Russlandvisums, Mama und Reto sah ich daher viel zu kurz. David entpuppte sich als Prima Eltern-durch-die-Stadt-Führer, während ich in Helsinki war.
Nach Helsinki fuhr ich in einem sog. Mikroavtobus, wo etwa 12 Leute reinpassen. Ich sass zuhinterst eingeklemmt am Fenster und hatte einen zml mürrisch wirkenden Sitznachbarn. Habe ich das bereits schon mal irgendwo aufgeschrieben? Irgendwie kenn ich diese Zeilen…naja.. Wenn, dann kann man überlesen..
Es gab einige Stopps, um Zigaretten zu rauchen, zu kaufen, zu tauschen etc.
Der Sitznachbar taute plötzlich auf, der daneben auch. Ersterer hiess Hussein und war seinen Erzählungen nach väterlicherseits Azerbaidschaner, mütterlicherseits Russe, laut Pass Russe, Letzterer war Finne und kaufte eine Harasse Baltikabier in Dosen. Der Azerbaidschaner bat mich eine Stange Zigaretten mitzunehmen an seiner Stelle, eben, er rauche zwei Päckchen am Tag, was ich bestätigen kann. Vor und nach jeder russischen Aureisekontrolle (3 Grenzübergänge, um das russische Reich zu verlassen) stand er etwas abseits und rauchte und guckte mit seinem zugegeben etwas linkischen Blick den Leuten zu.
Der Finne war sehr fröhlich und plötzlich unheimlich gesprächig, so dass es bei uns hinten noch ganz gemütlich wurde. Hussein schenkte mir noch ein Fläschchen Schnaps für unterwegs, ich brachte ihn aber zu Johanna.
SChlafen war im Büschen natürlich unmöglich. Die Fahrt war zml schnell aber holprig über die Nationalstrasse. Um halb 5 kamen wir an. Helsinki glich einer Geisterstadt und sah schrecklich aus. Ich war total zerknittert und müde und goss mir noch einen Rest SChokolade aus dem Pappbecher über die Hose…Da ich so müde war und nicht wusste wohin mit mir um die frühe Zeit, machte ich den Fehler noch ein bisschen im Bus bei den Fahrern weiterzudösen… natürlich war ich nachher nicht wacher.
Doch nach dem ersten guten kaffee, einem netten Lächeln einer Bankangestellten und bevölkerten Strassen, fühlte ich mich gleich besser und ging direkt zur russischen Botschaft und stand dort etwa zwei stunden, dann kam ich dazu mein Visa zu beantragen. Also ging alles zml zügig, ich befürchtete es nicht zu schaffen und am nächsten Tag erst wieder anstehen zu können. Die Öffnungszeiten sind von 9 bis 12. Johanna meldete sich in der Zeit und wir trafen uns dann auch am Abend am Bahnhof. Ich schaute mich in Helsinki um und war und bin zml begeistert von der Stadt. Schöne Häuser, schöne Leute, Ruhe, Entspanntheit… Das ist ein markanter Kontrast zu Russland, der mir nach 5 Monaten Petersburg schon ziemlich aufgefallen ist.
Es war ein Raum- und Zeitsprung irgendwie. Mit Johanna, die ich über den Hospitality club kennengelernt habe, verstand ich mich sehr gut. ICh konnte bei ihr im Keller in einem kleinen Studio übernachten, das einer Kirchenvereinigung, die in Finnland auch zahlreich sein sollen, gehörte.
Nun ja, was mehr? Ich ging viel zu Fuss, schaute mir die Stadt an, las, ging ins Museum, wo auch Ilja Repin (russischer Maler) ausgestellt wird, trank Kaffee, fand lustige Second Hand Shops, fand dort die Trekkingschuhe für 7 Euro, die ich tatsächlich brauchte, machte mich auf die Suche nach finnischer Musik (Empfehlung: Musikladen Digelius!!! Strasse vergessen, aber Helsinki klein ; ) )
Gekauft habe ich eine CD der Gruppe: Der Mondstaubprophet, leider fällt mir der finnische Name nicht mehr ein…Kuusumun Profeta glaub ich….Kann ich jedenfalls sehr empfehlen), abends kauften Johanna und ich Wein und Batterien und setzten uns auf einen jungbevölkerten Hügel mit Wein und Ghetto Bluster. Nach einem Tag war auch schon das Visum fertig, ich musste einfach bis zum ersten Juli warten, dann konnte ich über die Grenze zurück.
Zurück nahm ich einen grossen Bus, der aber viel länger brauchte. Ich wartete auf den kleinen, doch von dem war nirgends was zu sehen, obwohl ich zuvor angerufen hatte. EIgenartig, dann entschied ich mich spontan halt für den anderen.
Nach 8 Stunden kam ich dann auch heil in Piter wieder an.
Freute mich auch wieder dort zu sein, pünklich auf Mamas Geburtstag.
Wir führten Mama und Reto das erste Mal Sushi essen.
Am 6. Juli sind wir per Nachtzug von St.Petersburg, auf Wiedersehen!, weggefahren.