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Eisenbahnfieber in Europa
Entwicklung der Eisenbahn
Nach und nach wurden zahlreiche, Eisenbahnlinien auch auf dem Festland von Europa gebaut. Zuerst wurden Pferdebahnen, um Güter in grösseren Mengen zu befördern gebaut. Die ersten mit Lokomotiven betriebenen Bahnen wurden schon nach kurzer Zeit nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn in England auf dem Festland von Europa eröffnet.
In Deutschland verkehrte 1835 der erste Dampfzug in Bayern von Nürnberg nach Fürth. Die erste Lokomotive trug den Namen Adler, sie wurde in der Werkstatt von Stephenson gebaut.
Die erste Eisenbahn in der Schweiz
Die ersten Meter Eisenbahnschienen in der Schweiz wurden nicht in Zürich gebaut, sondern in Basel. Wir lernten doch in der Schule, dass die erste Eisenbahnstrecke der Schweiz von Zürich nach Baden verlief.
Jetzt sind wir verwirrt: Die Basler erhielten bereits am 15. Juni 1844 Bahnanschluss. Die Chemin de fer de Strasbourg à Bâle errichtete den ersten, Bahnhof von Basel, vor der Stadtbefestigung. Gut anderthalb Jahre später, am 11.Dezember 1845 führen die ersten Züge durch ein Eisenbahntor in der Stadtmauer in die Stadt Basel.
Die Bahnstrecke durch das Limmattal wurde erst drei Jahre später 1847 eröffnet.
Die Elsässerbahn kommt nach Basel
Als eine Eisenbahnlinie von Strassburg in Richtung Basel geplant wurde, wollte die Stadt Basel unbedingt einen Anschluss an die Eisenbahn.
Zu jener Zeit, war die Stadt noch von Gräben und Mauern umgeben. Die Stadtbefestigung wollte man noch nicht aufgeben, deshalb stellte man sich die Frage: Wohin kommt der Bahnhof? Es wurde heftig im Grossen Rat diskutiert, ob die Bahn vor der Stadtmauer ihren Endpunkt zu liegen bekommt oder ob die Stadtbefestigung erweitert wird und die Bahn in die Stadt fahren kann. Der Rat war sich uneinig und hatte Bedenken an die Sicherheit und Unabhängigkeit von Basel und der Eidgenossenschaft.
Die antifranzösischen Reflexe waren im Parlament zu spuren. Die einen warnten, das Eigentumsrechte auf Basler Boden entstehen könnte. Die Befürworter der Eisenbahn innerhalb der Stadtbefestigung unterstrichen die wirtschaftlichen Vorteile eines Bahnhofs innerhalb der Stadt.
Die sich der Rat für keine variante eine Mehrheit herausstellt, wiesen die Parlamentarier das Geschäft an die Regierung zurück. Die Baslerregierung nahm unverzüglich Verhandlungen mit der Bahngesellschaf Chemin de fer de Strasbourg à Bâle auf. Nach gut einem Monat präsentierte sie einen Neuen Vertrag mit der Bahnverwaltung.
Der neue Vertag berücksichtigte die Bedenken, die der Grosse Rat hat, bei Sicherheit und den Eigentumsrechten.
So musste die Eisenbahngesellschaft Strassburg Basel, die Brücke über den Stadtgraben und das Tor auf ihre Kosten bauen. Die Stadt ist aber Besitzer und ist für den Unterhalt verantwortlich. Der Grund und Boden wird der Bahngesellschaft zur Nutzung zur Verfügung gestellt.
Im Vertrag wurde auch geregelt, wann und zu welchem Preis Basel die Eisenbahnstrecke bis zur Landesgrenze übernehmen kann. Der Grosse Rat stimmte für die Verlängerung der Strassburg Basler Eisenbahn von St. Louis bis in die Stadt am 12. Juni 1843 zu.
Die erste “offizielle” Eisenbahn der Schweiz
Die erste Eisenbahnstrecke der Schweiz ist, die von der Schweizerischen Nordbahn betriebene Eisenbahnstrecke Zürich Baden. Jetzt werden einige Leser aufbegehren, dass die erste Bahn doch die Spanisch Brötli Bahn war. Das war sie auch, nur hiess die Bahngesellschaft nicht Spanisch Brötli Bahn, sondern Schweizerische Nordbahn.
Wie kam die Nordbahn zum Über Namen Spanisch Brötli Bahn?
In der Zwinglis Stadt Zürich war bei den Wohlhabenden Bürger das Badener Gebäck Spanisch Brötli sehr beliebt. Das Gebäck kannten sie, von den Kuraufenthalte in Baden.
Den Zürcher Bäckern war es verboten Spanisch Brötli zu verkaufen. Um trotzdem an die Köstlichkeiten zu kommen, schickten sie ihre Bediensteten nach Baden.
Nach einer legende: Seien die Dienstboten mit dem Zug nach Baden gefahren und haben die Spanisch Brötli noch lauwarm ihren Herrschaften in Zürich serviert. Ich denke: Das es wahrscheinlicher war das Gebäck als Stückgutsendung transportiert worden ist, da die Kosten für ein Billette zu jener Zeit exorbitant teuer waren.
Link: Rezept Spanisch Brötli
Wie die Eisenbahn, die Schweiz verändert hat
Wie schon eingangs erwähnt habe, war die Schweiz im Sektor Eisenbahnbau ein spät dran. Die erste Eisenbahn auf die Schiene zu stemmen war ein kraft akt. Das benötigte Kapital, zum Bau von Eisenbahnstrecken aufzubringen war keine einfache Aufgabe. Die Schweiz war zu jener Zeit, kein Wohlhabendes Land, sie lebte zu einem Grossteil von der Landwirtschaft und der aufkommenden Textilindustrie.
Die Schweizer Wirtschaft, hat sich vom Agrarstaat zum Industrieland dank der Eisenbahn gewandelt. Da die ersten Eisenbahngesellschaften, waren abhängig von Ausländischen Bankhäuser. Um den Bau von Eisenbahnen voranzutreiben, wurden Banken gegründet. Die Schweizer Grossbank Crédit Suisse, hat ihren Ursprung auch der Eisenbahn zu verdanken. Der bekannte Schweizer Eisenbahnmogul Alfred Escher gründete am 5. Juli 1856 die schweizerische Kreditanstalt.
Die Eisenbahngesellschaften benötigen neben dem Kapital auch Fachkundige Mitarbeiter. Darum verwundert es nicht, dass die Eidgenössische Technische Hochschule 1855 gegründet wurde.
Der junge Bundesstaat, der gerade nach dem Sonderbundskrieg entstanden ist, musste sich zuerst sich finden. Viele Aufgaben, die heute der Bund zuständig ist, war zu jener Zeit die Kantone verantwortlich.
Die Wichtigsten Änderung, die durch Gründung des Bundesstaats entstanden sind, sind:
- Post
- Schweizer Franken
Die Eisenbahn war nicht zuoberst auf der Aufgabenliste. Ein Eidgenössisches Eisenbahngesetzt wurde erst 1852 erlassen worden. Im Vorfeld wurde gestritten ob Private oder der Staat Eisenbahnen Bauen und betreiben soll.
Die Befürworte von Privatbahnen haben sich durchgesetzt. Die unterlegenen Anhänger der Staatsbahn mussten erstmal nachgeben. Ihre Idee von einer Eisenbahn, die durch den Staat finanziert wird, wird in den 1870er Jahren konkreter und mündete in der Gründung der Schweizerischen Nationalbahn.
Nach der Grossen Eisenbahnkriese wurde der ruf immer lauter die Eisenbahn durch den Bund zu Betreiben lasen. Am 20. Februar 1898, stimmten die Schweizer Männer (Frauenstimmrecht gab es noch nicht) dem Bundesgesetz betreffend Erwerbung und Betrieb von Eisenbahnen für Rechnung des Bundes und die Organisation der Verwaltung der Schweizerischen Bundesbahnen zu. Damit war der Weg frei für eine Staatsbahn.
Planlos in die Moderne
Der Junge Bundesstaat kümmerte sich anfänglich nur sehr verhalten um das neue Verkehrsmittel. So wurde der Bundesrat um 1850, von der Bundesversammlung beauftragt, eine Expertengruppe einzusetzen, die untersucht, wie eine Eisenbahnnetzt in der Schweiz aussehen könnte.
In der Expertengruppe waren unteranderen der Ingenieure Robert Stephenson, Sohn des bekannten Lokomotivkonstrukteurs George Stephenson.
Die Experten schlugen ein Eisenbahnnetzt für die Schweiz wie folgt vor.
- Basel – Aaretal
- Vom Genfersee via den Jura Seen bis zur Reuss /Limmat
- Limmat – Bodensee
- Luzern – Aaretal
- Bodensee – Graubünden
- Verbindungslinie von Bern zur Stammlinie im Aaretal
- Winterthur – Schaffhausen
- Bern – Thun
- Bellinzona – Lugano
Mit dem ersten Eidgenössische Eisenbahngesetzt von 1852 wurden die ersten Regeln für den Bau und Betrieb von Eisenbahnstrecken eingeführt. Dem Bund wurden nur sehr wenige Aufgaben übertragen, meist konnte er nur die Kantonalen Konzessionen abnicken. Nur ihn übergeordneten Interesse, insbesondere des Militärs konnte er Zwangs Konzessionen aussprechen. Es war immer wieder der Fall, das ein Kanton sich Weigerte eine Konzession einer Bahngesellschaft eines anderen Kantons zu erteilen. So blieb der Bund weiterhin in der Beobachterrolle, bis er die Kompetenz ganz an sich zog.
Regionale-Eisenbahnnetzte Entwickeln sich
Da die Schweiz Mitte des 19. Jahrhunderts sich erst zusammenfinden musste, spielt in dieser Zeit die Kantone eine viel Stärkere Rolle als heute. Die Menschen lebten in ihrer Region, grosse Reisen gab es für das normale Volk keine. Darum erstaunt es auch nicht, dass die Eisenbahn auch mehr regional geplant wurden. Es gab schon Anstrengungen für eine Nationale Eisenbahnplanung, doch spielte der Kantönligeist eine sehr grosse Rolle.
Um die Geschichte der Eisenbahn verständlicher zu machen, muss man die einzelnen Netze der anfänglich privat geführten Eisenbahnen betrachtet werden.
Über das Bahnnetzt in der Nordostschweiz wurde in der Vergangenheit sehr viel geschrieben. Den Bau der Gotthardbahn wurde gut dokumentiert, das war auch der Anfang für eine Einheitliche Planung mit internationaler Anbindung spricht.
Den Eisenbahnbau in der Französischsprachigen Westschweiz, findet in der Deutschsprachigen Eisenbahn-Literatur nur als eine Randnotiz war. Was vielleicht auch daran liegt, dass der Einfluss von Frankreich noch grösser war wie bei den Deutschschweizer Eisenbahngesellschaften. So betrieb die Französische Bahngesellschaft Paris-Lyon-Mittelmeer (PLM) einige Bahnstrecken in der Romandie.
Der Einfluss aus dem Ausland war in der Deutschschweiz auch vorhanden. So haben die Pariser Bankhäuser, die sich sehr stark an Schweizer Privatbahnen beteiligt. Einzig in Basel war eine Französische Eisenbahngesellschaft aktiv. Eine viel grössere Rolle spielte das Grossherzogtum Baden (Heute ein Teil des Bundeslands Baden-Württemberg) auf die Eisenbahn. So sind doch einige Besonderheiten an der Grenze zu Deutschland entstanden. So verläuft eine Deutsche Eisenbahnstrecke durch den Kanton Schaffhausen.
Warenströme haben sich in den letzten 175 Jahren geändert. Es ist kaum zu glauben das der Hauptumschlagplatz für Güter der Bodensee war. So ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Bahnen Richtung Osten am Ufer des Bodensees enden. Die Stadt Rorschach war eine bedeutende Hafenstadt am Bodensee, doch verlor Rorschach immer mehr Marktanteile an Romanshorn. Der Romanshorner-Hafen entstand erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit Hilfe von Zürich, die Interesse an einem Hafen am Bodensee hatten.
Der Kanton Graubünden ist eine Eisenbahn Besonderheit, das Schienennetz wurde fast vollständig in Meterspur gebaut und wird von der Rhätische-Bahn betrieben. Die Schweizerischen Bundesbahnen betreiben im Kanton Graubünden nur die Strecken Maienfeld (Kantonsgrenze)-Chur. Die Rhätische-Bahn, Matterhorn Gotthard Bahn und Gornergrad-Bahn bilden zusammen das grösste Schweizer Schmalspurnetzt von über 500km.
Bildquellen<
- Rail Clamp Track Threshold Gravel: pixabay.com