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Ein Fenster zur Welt, ein Blick auf die Philippinen
Weltweit treffen sich jeweils am ersten Freitag im März Frauen, Männer und Kinder zur ökumenischen Feier des Weltgebetstages, dieses Jahr vorbereitet von Frauen aus den Philippinen unter dem Titel „Bin ich ungerecht zu euch?“.
Die philippinischen Christinnen erzählen in ihrer Liturgie von ihrem Land und laden uns dazu ein, über Ungerechtigkeit nachzudenken. Es kommen Frauenstimmen zu Wort, die erzählen, wie sich globale und nationale Ungerechtigkeiten auf den Alltag der Frauen und Mädchen dort auswirken. Sie laden Menschen in der ganzen Welt zur Feier am 3. März 2017 ein.
Inselstaat mit 7107 Inseln
Die Philippinen liegen in Südostasien. Sie bestehen aus 7107 Inseln, von denen weniger als 1000 bewohnt sind. Durch ihre geographische Lage und die Folgen des globalen Klimawandels sind die Philippinen häufig betroffen von Naturkatastrophen. Die Inselgruppe ist durch eine Vielfalt von Völkern, Kulturen und rund 80 Sprachen geprägt. Die verbreitetste Sprache ist das Tagalog.
Soziale Ungleichheit
Die soziale Ungleichheit unter den 100 Millionen Einwohnern ist gross, auch wenn der Inselstaat in den letzten Jahren ein Wirtschaftswachstum von gut sechs Prozent erlebt. In einigen Regionen der Insel Mindanao leben bis zu 50% der Bevölkerung in Armut. Viele von ihnen ziehen auf der Suche nach wirtschaftlichen Perspektiven in die grossen Städte oder ins Ausland.
Die soziale Ungleichheit hat ihre Wurzeln in der über 300 Jahre währenden spanischen Kolonialzeit (1565 bis 1898). Bis heute ist der ländliche Besitz unter wenige Grossgrundbesitzer aufgeteilt, die Masse der Kleinbauern hat kein eigenes Land. Obwohl formal eine Demokratie, bestimmen de facto wenige Familien das politische Geschäft des Landes.
Politische Situation
Daran änderte die friedliche Protestbewegung wenig, die den damaligen Diktator Ferdinand Marcos aus dem Amt drängte. Seine Nachfolgerin Corazon Aquino trat ihre Präsidentschaft als Hoffnungträgerin an, konnte aber ihre Reformversprechen zu weiten Teilen nicht einlösen. Seit dem 30. Juni 2016 ist Rodrigo Duterte Präsident der Philippinen.
Die Philippinen sind das bevölkerungsreichste römisch-katholische (84% Katholiken) Land Asiens. Etwa 6% der Philipinos sind evangelisch. Auf der Insel Mindanao leben seit dem 14. Jahrhundert überwiegend Muslime, die sich mit der Autonomen Region Muslimisches Mindanao einen Sonderstatus erkämpft haben.
Frauenalltag
Drei Frauen stehen in der Liturgie stellvertretend für typische Frauenschicksale auf den Philippinen: Merlyn, die als junges Mädchen in einer Notsituation als Haushaltshilfe ausgenutzt wird; Celia, die Tagelöhnerin auf einer Zuckerplantage ist und nicht genügend verdient, um ihre Familie zu versorgen; und Editha, die im November 2013 durch den Taifun Haiyan alles verloren hat und nun um materielle Hilfe beim Wiederaufbau eines eigenen Heimes kämpfen muss. Gebet und Solidarität
Ziel des Weltgebetstages ist es, im Gebet Verbundenheit mit der ganzen Welt auszudrücken und mit der Kollekte Projekte weltweit und von Partnerorganisationen auf den Philippinen zu unterstützen, die Frauen und den Kindern zu besserer Bildung und damit zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit verhelfen. Dies entspricht dem Leitsatz der Internationalen Weltgebetstags-Bewegung: „Informiert beten – betend handeln”.
Folgen Sie der Einladung aus den Philippinen
Schauen Sie in der Agenda Ihrer Pfarrei oder Seelsorgeeinheit nach, wann bei Ihnen oder in der Umgebung der Weltgebetstag gefeiert wird und lassen Sie sich auf dieses vielfältige und vielschichtige Land ein.