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Das Center for a New American Security (CNAS) ist ein kleiner Thinktank, der im Februar 2007 von früheren Mitarbeitern der Clinton-Regierung in Washington gegründet wurde. Bald könnte der künftige US-Präsident Barack Obama aus den Reihen des CNAS Schlüsselpositionen seiner Regierung besetzen. Dies wurde deutlich, als Obama in der vergangenen Woche eine Liste seiner Berater in der Übergangszeit veröffentlichte.
Die Zahl der Nennungen von CNAS-Mitgliedern darin lässt vermuten, dass deren Meinungen und Einstellungen ? darunter auch die Ablehnung eines festen Zeitplans für den Rückzug aus dem Irak ? von der neuen Regierung begrüsst werden.
Michele Flournoy, die das Center zusammen mit Kurt Campbell, einem ehemaligen Clinton-Vertrauten und Mitarbeiter im Pentagon, gründete und heute im Management ist, steht auf Obamas Liste für Verteidigung ganz oben. Sie könnte eine hohe Position im Pentagon bekommen, eventuell sogar Verteidigungsministerin werden.
Auch auf Wendy Sherman, Co- Vorsitzende des Obama-Über-gangsteams für das Aussenministerium und Mitglied der CNAS-Beraterkommission, wartet vermutlich ein Spitzenamt. Richard Danzig, ebenfalls als Verteidigungsminister im Gespräch, gehört zum CNAS-Vorstand. Susan Rice und James Steinberg ? auf der Kandidatenliste für den nationalen Sicherheitsberater ? sind Mitglieder der CNAS-Beraterkommission.
Auch Republikaner im CNAS
Auch wenn die meisten Mitglieder des CNAS Demokraten sind, finden sich dort doch auch prominente Republikaner, und das Center versucht, einen Mittelweg zwischen demokratischen und republikanischen Vorstellungen zu finden.
Beim Thema Irak arbeitete zum Beispiel Michele Flournoy im Juni dieses Jahres mit an der Erstellung eines Berichts, der forderte, die unbefristete Anwesenheit der Amerikaner im Irak in ein «bedingtes Engagement» umzuwandeln. Bezeichnenderweise wurde in diesem Zusammenhang der Plan, die Truppen zu einem bestimmten Zeitpunkt abzuziehen, abgelehnt. Und Obama, der sich während des Wahlkampfs noch für den schnellen Rückzug ausgesprochen hatte, signalisierte bereits sein Einverständnis.
Mindestens sechs der Politikexperten des Thinktanks, darunter John Nagl, ehemaliger Armeeoberst und Spezialist für Bekämpfung von Aufständen, dürften in mittlere Ränge der nationalen Sicherheit berufen werden. Neue Präsidenten holen sich regelmässig Experten und politische Ideen aus den Washingtoner Thinktanks, die meist zu einem grossen Teil aus Stiftungen finanziert werden und für spezielle Studien und Analysen auch Geld von der Regierung bekommen.
Profilierte Persönlichkeiten
Das CNAS ist mit seinem Jahresbudget von knapp 6 Mio Dollar und rund 30 Mitarbeitern vergleichsweise klein, dennoch geniesst der Thinktank hohes Ansehen in der Öffentlichkeit. Nicht zuletzt deshalb, weil die Medienprofis regelmässig profilierte Persönlichkeiten zu ihren Veranstaltungen begrüssen können.
Im vergangenen September waren Henry Kissinger, Madeleine Albright, James Baker und zwei weitere ehemalige Aussenminister beu einer von CNN übertragenen Diskussion zu Gast, wo sich alle für Gespräche mit dem Irak aussprachen ? eine Idee, die Obama, anders als sein Wahlkampfgegner John McCain, unterstützte.
Geithner soll US-Wirtschaft retten
Wenn Barack Obama am 20. Januar 2009 das Amt des Präsidenten der USA übernimmt, will er sofort handlungsbereit sein. Die Wahl seines Finanzministers hat dies deutlich unterstrichen. Denn Timothy Geithner, Chef der New Yorker Zweigstelle der Zentralbank Federal Reserve, hat sich intensiv um die Rettung der grössten Geldhäuser des Landes gekümmert. Und genau diese Kompetenz ist in Washington gefragt.
Erst am Wochenende spielte der 47-jährige ehemalige Unterstaatssekretär im Finanzministerium eine tragende Rolle, als das Stützungspaket für die Citigroup geschnürt wurde. Davor hatte Geithner bereits im Frühjahr den Notverkauf von Bear Stearns organisiert, im September dann die Milliardenhilfe für den Versicherer AIG koordiniert. Umstritten ist hingegen seine Rolle bei der Pleite des Investmenthauses Lehman Brothers. Experten lasten ihm an, sich beim amtierenden Finanzminister Henry Paulson nicht für eine Rettung stark gemacht zu haben.(hz)