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Das Zürcher Obergericht hat den 60-jährigen Whistleblower Rudolf Elmer am Dienstag zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt – allerdings nicht wegen Bankgeheimnisverletzung. Das Gericht verurteilte ihn wegen seines nicht korrekten Kampfs gegen seinen früheren Arbeitgeber, die Bank Julius Bär. Der Bank hatte Elmer unter anderem per E-Mail und Fax gedroht. Die Strafe wegen Urkundenfälschung und Drohung wurde bedingt verhängt, bei einer Probezeit von drei Jahren.
Keinen Schuldspruch gab es jedoch für den Hauptvorwurf der Bankgeheimnisverletzung. Das Obergericht sprach Elmer von einzelnen Handlungen frei und stellte den Rest der Vorwürfe gleich ganz ein. Elmer wird auch nicht mit einem Berufsverbot belegt, darf also weiterhin als Vermögensverwalter arbeiten.
Schlappe für Staatsanwaltschaft
Das Urteil ist eine herbe Schlappe für die Staatsanwaltschaft. Diese warf Elmer vor, dass er verschiedenen Steuerämtern, Medien und der Enthüllungsplattform WikiLeaks Bankdaten zugespielt hatte. Sie forderte eine Freiheitsstrafe wegen Verletzung des Bankgeheimnisses.
Elmer dagegen forderte einen Freispruch. Er habe nicht bei der Bank Julius Bär in Zürich gearbeitet, sondern sei von einem selbstständigen Ableger auf den Cayman Islands angestellt gewesen, brachte er beim Prozess im Juni vor. Und der 60-Jährige machte seinerzeit auch geltend, dass die Datenquelle gar keine Bank, sondern eine Treuhandgesellschaft gewesen sei. Es könne also gar keine Bankgeheimnisverletzung vorliegen. Update folgt.
(sda/ise)