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Rückblick
Das dritte Quartal präsentierte sich recht volatil. Nach einer Seitwärtsbewegung im Juli folgte ein schwacher August, bevor sich im September die Börsen wieder erholten. Einzelne Märkte erreichten sogar einen allzeit Höchststand. Hauptgründe dafür waren abflauende geopolitische Risiken und die expansivere Geldpolitik international bedeutender Zentralbanken. Auch bei den Konjunkturdaten gab es zumindest vereinzelt Lichtblicke.
Der Weltaktienindex MSCI stieg im laufenden Kalenderjahr um +18.1%, der amerikanische S&P 500 um +20.6%, sowie der Technologieindex Nasdaq Composite um +20.5%. Die europäischen Börsen erzielten leicht tiefere, aber noch beachtliche Zuwächse, so der deutsche DAX (+17.7%), der britische Markt +10.1% und der breit gefasste Eurostoxx 600 (+16.4%). Die Schweizer Börse gehörte weiterhin zu den besten Börsenplätzen mit einem Indexgewinn von +24% (SPI). In Asien stieg der chinesische Markt um +23.5%, gefolgt von Japan mit +8.7% und abgeschlagen Hongkong mit +0.7%. Die detaillierte Übersicht über die Börsenindices befindet sich in der Beilage 1.
Die Sektor- bzw. Branchenbetrachtung zeigt überdurchschnittliche Zuwächse bei Technologie- und stabilen Konsumgüteraktien. Deutlich abgehängt wurden Bank- und Telekommunikationsvaloren.
Die Renditen auf Staatsanleihen erreichten im August, und vor dem Hintergrund der eingangs beschriebenen Ereignisse, neue Tiefstände, bevor eine leichte Erholung einsetzte. Die 10-jährigen USStaatsanleihen verzeichneten eine Rendite von 1.7% (Jahresendstand 2018: 2.8%), während die deutschen Staatsanleihen und die Eidgenossen weiterhin im negativen Bereich von -0.5% bzw. – 0.8% handelten.
Die Stärke des USD hielt gegenüber allen wichtigen Handelswährungen in der Bandbreite von +2% bis +4% an. Starke Avancen verzeichnete der Goldpreis mit +16%, der Ölpreis ermässigte sich im letzten Quartal und liegt noch rund 10% über den Jahresendstand, nach einem kurzfristigen Ausschlag nach dem Angriff auf Erdölanlagen in Saudi-Arabien.
Standortbestimmung
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China harrt weiterhin einer Lösung. Daher dürfte die Konjunktur in den USA und Europa im laufenden Jahr deutlicher als erwartet an Dynamik einbüssen. Die vorausschauenden Konjunkturindikatoren entwickeln sich anhaltend flau, insbesondere im Euroraum. China ist es bisher grösstenteils gelungen, die konjunkturellen Auswirkungen der amerikanischen Importzölle durch eine grosszügige Gold- und Fiskalpolitik abzufedern. Insgesamt befindet sich die Weltwirtschaft aber ohne Zweifel in einer schwierigen Phase. Bei den grossen Zentralbanken stehen die Zeichen seit dem Frühsommer wieder auf Lockerung, zudem sind – nach bereits 2 Zinssenkungen im laufenden Jahr – weitere expansive Schritte der amerikanischen Währungshüter zu erwarten. Die europäische Zentralbank wird ihr neues, expansiv ausgerichtetes Programm nun umsetzen. Die Voraussetzungen für eine anhaltende Tiefzinspolitik scheinen gegeben, zumal auch der Inflationsdruck moderat bleibt.
Ausblick
Für die weitere Entwicklung der Finanzmärkte beurteilen wir die verschiedenen Chancen und Risiken in folgender Weise:
Chancen:
- Geldpolitische Lockerungen sind zum wiederholten Mal angesagt und unterstützen die Aktienmärkte weiter.
- Die lockere Geldpolitik, die fiskalpolitischen Stimulierungsmassnahmen seitens der chinesischen Regierung und das anhaltend hohe – wenn auch sich verlangsamende – Beschäftigungswachstum in den wichtigsten Industrieländern werden die Wirtschaft wieder stützen, eine globale Rezession ist nicht zu erwarten.
- Die Bewertungen der Aktien sind regional uneinheitlich, die US- und manche Schweizer Aktien sind im historischen Vergleich eher teuer, die europäischen und asiatischen Märkte befinden sich auf den langfristigen Durchschnittswerten.
Risiken:
- Der Handelskonflikt USA-China könnte – entgegen des ursprünglichen Konsens – länger andauern und sich sogar in das US-Wahljahr 2020 verlängern.
- Die Unternehmensresultate, im speziellen bei zyklischen Branchen, könnten durch die Konjunkturdelle tiefer ausfallen als erwartet, in diesem Falle wären die Kurse der Realität doch etwas vorausgeeilt.
- Weit fortgeschrittene Börsenzyklen werden in der Regel von höheren Kursschwankungen begleitet.
Anlagepolitische Konklusionen:
- Trotz aller Vorbehalte scheinen Aktien und Immobilien die verbliebenen Sachanlagen mit realem Wertsteigerungspotential zu bleiben. Zyklische Schwankungen sind dabei in Kauf zu nehmen.
- Qualitätsaktien aus den Sektoren Energie, Konsum, Industrie und Technologie bilden nach wie vor grundlegende Bestandteile unserer diversifizierten Aktienportfolios. Dividendenstarke Titel sind bevorzugt (auch zur Kompensation eines ausbleibenden Zinsertrags).
- Wandelanleihen weisen ein günstiges Ertrags-/Risikoverhältnis auf.
- Festverzinsliche Anlagen bleiben angesichts der tiefen Renditen und der Zinsänderungsrisiken (zu Gunsten der Liquidität) deutlich untergewichtet. Für kürzere Laufzeiten können USRenten in Erwägung kommen.
- Die Goldanlagen dienen weiterhin als „Risikopuffer“. Wir gehen von einer momentanen Unterbewertung aus.