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Abhängig davon, wessen Geld sie einsetzen, lieben oder fürchten Wells Fargo und JP Morgan Chase riskante Autokredite. Nur die Bank of America ist generell vorsichtig.
Die US-Grossbanken Wells Fargo und JP Morgan Chase sind zurückhaltender geworden, solche Subprime-Darlehen selbst zu vergeben und dabei Geld aus der eigenen Bilanz zu verwenden. Wells Fargo verschärfte die Anforderungen und senkte das Volumen aller Kredite an Autokäufer im ersten Quartal um 29 Prozent. Zuvor waren viele Kreditnehmer bei ihren Zahlungen in Verzug geraten. Und Gordon Smith, Leiter Verbraucher- und Community-Banking bei JP Morgan, erklärte Anfang des Jahres, dass sein Konzern die Neuvergabe von Subprime-Autokrediten «dramatisch» zurückgefahren habe.
Gleichzeitig jedoch finanzieren die beiden Grossbanken indirekt solche Kredite im Milliardenvolumen. Denn sie helfen Gesellschaften wie etwa Santander Consumer USA Holdings, sich Geld über den Markt für forderungsbesicherte Wertpapiere zu besorgen – im Grunde wird hier Geld von Anleiheinvestoren zu Finanzierungsfirmen verschoben. Die Banken der Wall Street hatten im ersten Quartal mehr Kredite solcher Finanzierungsgesellschaften in Anleihen verpackt als im Vorjahreszeitraum. Und Wells Fargo und JP Morgan sind weiter zwei der grössten Underwriter solcher Papiere.
Eindruck von Müll
Es gibt durchaus legitime Gründe für Banken, Abstand davon zu nehmen, gewisse Kredite direkt zu vergeben, obwohl sie Investoren bei der Finanzierung der Kredite helfen.
So haben beispielsweise Vermögensverwalter wie Hedgefonds einen grösseren Appetit auf risikoreichere Aktiva als eine Bank, deren Einlagen staatlich abgesichert sind. Zudem können die Wertpapiere so aufgebaut werden, dass Anleiheinvestoren vor Verlusten der zugrunde liegenden Kredite etwas abgesichert werden.
Doch es Vermögensverwaltern zu ermöglichen, in Verbindlichkeiten zu investieren, bei denen Banken selbst zunehmend zögerlicher sind, kann zumindest den Eindruck erwecken, dass sie Kunden Müll unterjubeln, meint David Hendler, Gründer von Viola Risk Advisors.
«Auf Underwriter ist kein Verlass»
«Die Banken sagen immer, die Wertpapiere sind gut strukturiert. Aber man kann sich nicht auf die Annahmen der Underwriter verlassen», sagt Hendler. «Sie sind da, um ein Geschäft auf den Weg zu bringen.»
Sprecher von Wells Fargo und JP Morgan wollten auf Nachfrage von Bloomberg keinen Kommentar abgeben.
Investmentbanken waren nach der Finanzkrise von 2008 dafür kritisiert worden, dass sie Schulden verbrieften, die später in Schieflage gerieten. Dabei ging es vor allem um Kredite am Immobilienmarkt.
Das Risiko der Wall Street aus Subprime-Autokrediten ist allerdings geringer. Grosse Banken räumen Finanzierungsfirmen, die Subprime-Kredite vergeben, Kreditlinien ein, doch die sind relativ gering im Vergleich zur Gesamtbilanz der Konzerne.
BoA zurückhaltend
Der Markt für Autokredit-Anleihen ist ebenfalls viel kleiner. Ende März gab es lediglich 192,3 Milliarden Dollar an ausstehenden Wertpapieren, die mit Autokrediten – darunter Prime und Subprime – unterlegt waren, zeigen Daten der Securities Industry and Financial Markets Association. Zum Vergleich: Bei Papieren auf Basis von Wohnimmobilien-Hypotheken waren es Ende vergangenen Jahres rund 8,9 Billionen Dollar.
Mindestens eine Bank an der Wall Street war beim Underwriting von Anleihen, die mit Subprime-Autokrediten unterlegt sind, zurückhaltend - Bank of America, die Bank, dies beim Platzen der Immobilienblase die grösste Firma für riskante Hypotheken gekauft hatte, entschied sich dazu aus Sorge um den Ruf bei einem möglichen Marktabschwung, wie eine informierte Person berichtet. Bei Verbraucher-Autokrediten konzentriert sich die Bank auf die solidere Prime-Kategorie.
Bank of America hatte nach der Finanzkrise mehr als 65 Milliarden Dollar bei Vergleichen im Zusammenhang mit Hypotheken zahlen müssen.
(bloomberg/chb/gku)