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Der schottische Clan ist mindestens 800 Jahre alt. Wie viele schottische Clans kam auch er im Laufe der Kolonialisierung zu globalem Einfluss und Reichtum.
James Matheson (1796-1878) war in Schottland geboren und reiste nach seinem Studium nach Indien im Auftrag der Handelsfirma seines Onkels „Mackintosh & Co.“. Mackintosh ist ebenfalls ein schottischer Clan. 1820 traf er in Bombay auf den schottischen Kaufmann William Jardine. Jardine ist ebenfalls ein schottischer Clan. Die beiden waren Geschäftspartner von Hollingworth Magniac, der „Magniac & Co.“ leitete, eines der grössten Handelshäuser Ostasiens. Hollingworths Vater war ein französischer Hugenotte (protestantische Minderheit in Frankreich), der Goldschmied war und Uhren nach Asien exportierte.
Die drei Geschäftsleute wandelten 1832 „Magniac & Co.“ in das Handelshaus „Jardine Matheson & Co.“ um. Zu den Mitgründern gehörte auch John Abel Smith, ein Freund von Lionel de Rothschild. Smith stammte aus einer bedeutenden britischen Bankiersfamilie, welche die „Smiths Bank“ gründete und führte. Die Bank existierte von 1658 bis 1918 und wurde dann in die „National Westminster Bank“ integriert, die heute eine der grössten britischen Banken ist.
2 Jahre nach der Gründung von „Jardine Matheson & Co.“ beendete das britische Parlament das Monopol der „British East India Company“ auf den Handel zwischen Grossbritannien und China, worauf private Unternehmen das entstandene Vakuum im chinesisch-britischen Handel auffüllen konnten. So ging es nicht lange und die Kontrolle über den ostasiatischen Handel, darunter auch der Opiumhandel, ging an elitäre Familien über, die schon vorher mit der „British East India Company“ vernetzt waren oder gar leitende Positionen bei ihr eingenommen hatten. Ihre Handelshäuser wurden „Hongs“ genannt.
„Jardine Matheson & Co.“ war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das grösste ausländische Handelsunternehmen in Ostasien. Es nahm eine führende Rolle im Opiumhandel ein und war auch ein bedeutender Händler von Baumwolle, Seide und Tee. Auch Schifffahrt, Baumwollspinnereien und Eisenbahnbau gehörte zu seinem Geschäftsfeld. Das Unternehmen förderte über Lobbyarbeit in Grossbritannien auch militärische Interessen. William Jardine überredete den britischen Premierminister Henry John Temple zu einem Krieg gegen China, der als erster Opiumkrieg bekannt werden würde, von dem Matheson und Jardine profitierten. Das Konglomerat besteht bis heute als „Jardine Matheson Holdings Limited“ mit Hauptsitz in Hong Kong und ist inzwischen im Besitz der schottischen Keswick Familie, die mit der Jardine Familie verwandt ist.
In den 1840er Jahren verliess James Matheson das Unternehmen und zog zurück nach Schottland. Dort wurde er Gouverneur der Bank of England (britische Zentralbank) und zweitgrösster Landbesitzer in Grossbritannien. 1851 wurde er vom britischen Königshaus zum Baron geadelt. Er hatte keine Kinder.
Donald Matheson, ein Verwandter von James Matheson, gehörte zu der „Society for the Suppression of the Opium Trade“. Die britische Lobbyorganisation setzte sich für die Illegalisierung des Opiums ein. Einer der Präsidenten der Gesellschaft war Joseph Whitwell Pease. Dessen Bruder Arthur Pease war aber gleichzeitig Mitglied der „Royal Commission on Opium“, welche die Interessen der Opiumhändler vertrat.
Hugh Matheson (1821-1898) war ein Neffe von James Matheson. Er arbeitete in London für Magniac, Jardine & Co., das von den bereits erwähnten William Jardine, Hollingworth Magniac und der Smith Familie gegründet wurde.
Hugh Mateson gründete zudem 1873 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank das Bergbauunternehmen Rio Tinto und wurde dessen erster Präsident. Unter Matheson wurde Rio Tinto der grösste Kupferproduzent der Welt. Ab den 1880er Jahren übernahm die Rothschild Familie die Führung des Unternehmens. Heute sind die Rothschilds nicht mehr an Rio Tinto beteiligt, aber im Vorstand sind und waren mehrere Bänker der Rothschild Bank. Heute ist Rio Tinto eines der grössten Bergbauunternehmen und einer der grössten Aluminiumproduzenten der Welt.
Ein weiterer Neffe von James Matheson war Alexander Matheson (1805-1886), der ebenfalls nach Ostasien reiste und dort als Kaufmann tätig war. Nach seiner Rückkehr nach Schottland ging er in die britische Politik. Er wurde Direktor der Bank of England (britische Zentralbank) und einer der führenden Eisenbahnunternehmer Grossbritanniens. Er wurde 1882 zum Baron geadelt und heiratete in den schottischen McLeod Clan.
Einer seiner Söhne war der gleichnamige Baron Alexander Matheson (1861-1929). Dieser reiste 1894 nach Westaustralien, wo gerade riesige Goldvorkommen entdeckt wurden und einen Goldrausch auslösten. Alexander wurde Senator von Westaustralien und Präsident der „Eastern Goldfields Reform League“, die sich für die Schaffung einer eigenen Kolonie auf den Goldfeldern einsetzte, die denn Namen Auralia tragen sollte. Das Vorhaben wurde nie umgesetzt. Diese Goldminen gehören heute teilweise zum Bergbaukonzern BHP, der ebenfalls von schottischen Clans gegründet wurde. BHP und Rio Tinto sind zurzeit die weltweit führenden Bergbauunternehmen.
Seit dem Jahr 1975 sind die Matheson Barone gleichzeitig auch die Clan Chefs des Matheson Clan. Es gibt im Netz wenig Informationen über sie. Einige arbeiten fürs britische Militär und einer von ihnen wurde vom Johanniterorden (protestantischer Ritterorden) geehrt.
Samuel Pritchard Matheson (1852-1942) war Grossmeister der Freimaurergrossloge von Manitoba in Kanada, die traditionell von schottischen Clans geführt wird (Quelle). Samuels Vater war einer der wohlhabendsten Siedler von Manibota. Seine drei Schwestern heirateten in die Clans Russell, Murray und Sutherland.
Alexander James Matheson Wannamaker (1904-1990) war Grossmeister der Grossloge des US-Bundesstaates South Carolina (Quelle).
William John Matheson (1856-1930) war ein US-amerikanischer Industrieller, der aber in Schottland ausgebildet wurde. Es ist unklar, ob er mit den Clans in Verbindung stand. Er war in der Chemieindustrie tätig und war Mitgründer der Allied Corporation. Diese wurde ein grosses amerikanisches Unternehmen mit Aktivitäten in der Chemie-, Luft- und Raumfahrt-, Automobil-, Öl- und Gasindustrie. Allied Corporation ist heute Teil von Honeywell.