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Charles Nguela wohnt in Dietikon im Kanton Zürich. Geboren wurde der Comedian jedoch in Zentralafrika, in der Demokratischen Republik Kongo, die damals noch Zaire hiess.
Im Alter von 13 Jahren zog Nguela zusammen mit seiner Familie ins aargauische Lenzburg. Sein Weg in die Schweiz führte über Botswana und Südafrika.
Wir haben im ersten Stock geschlafen und hatten im Keller ein Wohnzimmer.
Acht Monate warten musste Nguelas Familie, bis sie in Lenzburg endlich eine – viel zu kleine – Wohnung beziehen durfte, erzählt uns Nguela als wir mit ihm durch seine erste Schweizer Heimat laufen. Zuerst musste die ortsansässige Kirche aushelfen: «Wir haben im ersten Stock geschlafen und hatten im Keller ein Wohnzimmer», erzählt er.
«Helvetia»
Wie tickt die junge Schweiz?In der fünfteiligen Webserie «Helvetia» übernehmen junge Menschen mit und ohne Schweizer Pass das Wort. Sie erzählen persönliche Geschichten aus ihrer Kindheit, und von ihrer Herkunft.
Alle Folgen von «Helvetia» findest du hier, Link öffnet in einem neuen Fenster.
Ich habe angenommen, dass man in der Schweiz alle dunkelhäutigen Menschen einfach Mwathi nennt.
Charles war einer von zwei dunkelhäutigen Jungen in der Stadt. Als der andere, Mwathi, wegzog, schienen Nguelas Schulkameraden den Unterschied aber nicht zu bemerken. Wer in der Schule Charles' Aufmerksamkeit suchte, rief nach Mwathi: «Ich habe angenommen, dass man in der Schweiz alle dunkelhäutigen Menschen einfach Mwathi nennt», schmunzelt Nguela. Erst eine spätere Zufallsbegegnung auf dem Fussballplatz klärte dieses Missverständnis.
Aus skurrilen Situationen das Beste machen
Als Stand-up-Comedian liegt es in Nguelas Naturell, auch noch so ernste Situation mit einem Lachen auf den Lippen zu erzählen: «Wenn du zum ersten Mal in einen Bus einsteigst und sich wortwörtlich alle mit einem komischen Blick im Gesicht nach dir umdrehen, dann bist du extrem enttäuscht», erzählt Nguela. «Als Migrant fühlst du dich immer weniger wert als die anderen», so der Comedian weiter.
Deswegen den Kopf in den Sand stecken, kam für ihn aber nie infrage: «Wenn du in ein neues Land kommst, willst du zeigen, dass du etwas ‹drauf› hast.»