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Die Domaine du Château de Vullierens gehört seit mehr als 700 Jahren derselben Familie.
DAS URSPRÜNGLICHE SCHLOSS
Die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrei namens Willerens geht auf das Jahr 1228 zurück, als das Land noch zum Besitz des Barons Cossonay gehört. 1308 erhält Pierre de Duin von der Dame de Cossonay die Erlaubnis, ein Festes Haus und eine Burganlage zu errichten. So wird de Duin zum ersten Herrn des Ortes. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine imposante feudale Festung mit zwei Ringmauern, von denen eine teilweise mit Zinnen versehen ist und die von einem hohen, viereckigen Maschikuliturm überragt werden. Die Anlage erinnert stark an das Schloss von Vufflens. Nach seiner Heirat mit Guillermette de Duin geht das Gut auf Guillaume de Colombier über. Bis zum Aussterben des Geschlechts im 16. Jahrhundert bleibt das Land im Besitz ihrer Nachkommen.
1421 wird Vullierens zum Herrensitz der Bannerträger der Vogtei von Waadt und geht an Henri de Colombier, den Herrn von Vulens, über. Infolge von Eheschließungen und Erbregelungen fällt Vullierens nacheinander an die Geschlechter Colombier und Allinge, bis 1665 ein souveräner Erlass Vullierens dem adeligen Henri de Mestral zuspricht. Seit jenem Tag befindet sich das Gut im Besitz der Familie de Mestral und ihrer direkten Nachfahren. 1950 tritt der Vater des derzeitigen Schlossherren das Erbe seiner Mutter, Georgina Bovet de Mestral, an. Das Schloss in seiner heutigen Form wurde von dem 1670 in Pampigny geborenen Gabriel Henri de Mestral, einem Waffenbruder von Major Davel, erbaut.
DAS HEUTIGE SCHLOSS
Ende des 17. Jahrhunderts erregt der Bau eines „kleinen Versailles“ in L’Isle großes Aufsehen in der Region. Alles beginnt damit, dass Schlossherr Charles de Chandieu seine schöne französische Ehefrau auf sein Gut bringt. Der Legende nach kehrt sie jedoch dem alten, feudalen Familiensitz und seinem eher rustikalen Ambiente sogleich den Rücken, reist in ihr Heimatland zurück und verkündet, sie werde erst dann wiederkommen, wenn ein neues, ihren Ansprüchen genügendes Schloss gebaut werde. Seiner schönen Gattin zuliebe lässt der Ehemann daraufhin die Festung abreißen und nach Plänen eines Schülers von Mansart das heutige Château de L’Isle erbauen. Seine Mühe wird belohnt. Die junge Französin kehrt aus dem Exil zurück, und allem Anschein nach ist der Wohnsitz nach ihrem Geschmack, denn sie bleibt und schenkt ihrem Ehemann elf Kinder.
Nun kommen auch die anderen Damen der Umgebung, die des Lebens in unbequemen Festungen mit dicken Mauern und kleinen Fenstern überdrüssig sind, auf neue Ideen. Und so gibt schließlich auch Gabriel-Henri de Mestral um das Jahr 1706 herum demselben Architekten den Auftrag zur Planung der Umgestaltung seines Anwesens in Vullierens. Einige Elemente seines feudalen Schlosses sollen jedoch erhalten bleiben, darunter drei Türme (von denen einer im letzten Jahrhundert von einem der Eigentümer eingerissen wurde, weil er die Sicht auf den Mont Blanc verdeckte) und ein Teil der Schlossmauer, auf dem sich heute die Terrasse und die Nebengebäude befinden. Der Rest wird zerstört, die Teile werden für den 1712 fertiggestellten Neubau verwendet. Seit seiner Erbauung wurden am Château de Vullierens keinerlei äußerlichen Veränderungen mehr durchgeführt, so dass das Schloss bis heute ein anschauliches Beispiel für die damalige Architektur darstellt.
Die Innenausstattung zeugt ebenfalls von großer Sorgfalt. So wurden Wandteppiche aus dem französischen Aubusson geordert und chinesische Fachkräfte in der Kunst der Wandgestaltung damit beauftragt, Tapeten von außergewöhnlicher Raffinesse anzufertigen. Die Gestaltung eines der holzgetäfelten Salons wurde ebenfalls von chinesischen Facharbeitern vorgenommen, während die Wände eines anderen Salons vollständig mit Reliefs aus echtem Cordoue-Leder ausgestaltet wurden. Dank der ununterbrochenen Erbfolge ist das Château de Vullierens heute möglicherweise das einzige erhaltene Denkmal aus dieser Epoche, dessen Wandverkleidungen und Möbel vollständig erhalten sind. Selbst die Anordnung der Räume wurde seit der Erbauung nicht mehr verändert. Tatsächlich verfügte Gabriel-Henri de Mestral in seinem Testament, dass das Mobiliar nicht aufgeteilt werden dürfe : Das Chateau ist einer der wenigen original erhaltenen Herrschaftssitze des 18. Jahrhunderts.
Der Bau des Anwesens wird 1745 fertiggestellt. Seither wird es von den Nachfahren der Familie de Mestral bewohnt und ist daher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Moderne Instrumente zum Erhalt des Familienbesitzes
Da die Einkommen aus der Zeit des Feudalismus weggefallen sind und keine Agrarsubventionen bezogen werden können, ist der Fortbestand dieses historischen Familienbesitzes von drei neuen Einkommensquellen abhängig. Diese werden ausschliesslich dazu verwendet, das Schlossgut zu erhalten und das Betriebsdefizit zu reduzieren.
Die historischen Rebflächen erstrecken sich im Süden des Schlosses auf mehr als 6 Hektar. Seit vielen Jahren wird auf dem gesamten Gut ökologischer Weinbau betrieben. Dies beinhaltet die Beobachtung der Reife nach Parzellen zur Bestimmung des Erntedatums, einen limitierten Ertrag je Rebstock, Handlese und Sortierung der Trauben zur Sortenreinhaltung. Zu den ausgebauten Sorten gehören Chasselas, Pinot Noir, Gamay, Gamaret, Garanoir und Galotta.
Das im 16. Jahrhundert erstellte ehemalige Bauernhaus des Schlosses wurde umgebaut und für die Veranstaltung von Events eingerichtet. Es wurde 1998 unter dem Namen « Portes des Iris » eröffnet und bietet einen erstklassigen Rahmen mit qualitativ hochstehenden Dienstleistungen für prestigereiche Events privater oder geschäftlicher Natur.
2008 wurde ein Modernisierungsprogramm eingeleitet, das vor allem eine bedeutende Erweiterung der Gärten zum Ziel hat. Es wurden neue Gartenanlagen eröffnet und neue Blumensorten eingeführt, um den Besuchern der Region ein lohnendes Ausflugsziel zu bieten.