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(sl) Die Ankündigung des Bundesrates, der pakistanischen Armee über 700 ausgediente Panzer der Schweizer Armee zu liefern, die nach Angaben Pakistans im Rahmen von Uno-Einsätzen eingesetzt werden sollen, hat das Licht auf die pakistanischen Aktivitäten im Rahmen der Uno-Friedensbemühungen geworfen.
Pakistan stellt den Vereinten Nationen aktuell (September 2005) fast 10'000 Soldaten für Friedensmissionen zur Verfügung. Das Land, das seit 1990 zu den aktivsten Truppenstellern gehört, führt damit die Liste von truppenstellenden Ländern vor Bangladesch, Indien, Nigeria, Äthiopien, Nepal, Ghana und Uruguay an. Das erste Land auf der Liste aus dem politischen Norden ist Frankreich auf Rang 21.
Dass heute (Entwicklungs-) Länder des Südens der Uno am meisten Truppen zur Verfügung stellen, hat verschiedene Gründe: Zum einen haben die westlichen Staaten den Uno-Friedensbemühungen Mitte der 1990er Jahre - nach Somalia und Bosnien - den Rücken gekehrt und konzentrieren sich auf ein Engagement im unilateralen Rahmen (Irak) oder im Rahmen der Nato- (Afghanistan) oder EU-Armeestrukturen (Kongo, Bosnien). Die Uno wurde daher durch einen Mangel an Soldaten gezwungen, die Angebote von Ländern mit zweifelhaftem Ruf wie Nigeria oder eben auch Pakistan zu akzeptieren. Zum andern können Regierungen mit der Stellung von Truppen von der Uno auch Entschädigungszahlungen einfordern. Nicht immer (Nigeria) werden diese Zahlungen in der Folge auch an die Soldaten ausbezahlt.
Drittens dienen Einsätze im Rahmen der Uno einzelnen Ländern auch als Imagepflege: Pakistan hat mit seinem Engagement klar zum Ziel, von seinen Verwicklungen in die Konflikte um das Kaschmir-Gebiet und Afghanistan sowie von seiner innenpolitischen Situation abzulenken.
Ob aber Soldaten aus Ländern mit grossen Defiziten in Sachen Menschenrechte und Demokratie geeignete Soldaten für Uno-Blauhelmeinsätze sind, ist zumindest in Frage zu stellen. Der Uno bleibt aber aus den oben dargestellten Gründen momentan keine andere Wahl, als auf Soldaten dieser Länder zurückzugreifen. Die Schweiz täte daher gut daran, die Abhängigkeit der Uno von den Mitgliedsstaaten zu verringern: Indem sie etwa die vereinzelten Diskussionen um die Schaffung ständiger Uno-Truppen aufgreift und vor allem die Anstrengungen verstärkt, dass Konflikte gar nicht erst zur Eskalation geraten. Zudem wäre altes Armeematerial sicherlich nicht den einzelnen Ländern zu liefern, sondern wenn schon im zentralen Materialdepot der Uno in Brindisi abzuliefern.