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Editionsprojekte
Elektronische Edition der Jahresberichte der Universität Zürich 1833–1916 (Projekt eJBUZH)
Der Akademische Senat der Universität Zürich legte seit der Gründung der Hochschule am 29. April 1833 in Form eines Jahresberichts zuhanden des Erziehungsrats (bzw. ab 1859/60 zuhanden der Direktion des Erziehungswesens) unter dem Titel "Bericht über die Wirksamkeit der Hochschule" (bzw. ab 1840/41 "Bericht über die Wirksamkeit der Universität Zürich") Rechenschaft ab über die Tätigkeit und die Entwicklung der Universität, einschliesslich verschiedener Statistiken und Verzeichnisse zu Studierenden und Dozierenden sowie Vorlesungen und Abschlüssen (Promotionen). Die Berichterstattung erfolgte zunächst pro akademischem Jahr, ab 1900 pro Kalenderjahr.
Die Jahresberichte fanden früh das Interesse der universitätsgeschichtlichen Forschung, nicht zuletzt in den 1883 und 1938 veröffentlichten Jubiläumsschriften. In der Ära der "Dokumentationsstelle für Universitätsgeschichte (DUG)" erstellte Verena Stadler-Labhart, die beim Rechtshistoriker Karl Siegfried Bader promoviert hatte, Transkriptionen der frühesten Jahresberichte (1833/34–1860/61), die als Typoskript publiziert wurden. Den ältesten Jahresbericht hatte sie zuvor 1984 in einem Beitrag für das "Zürcher Taschenbuch" ausgewertet und in modernes Deutsch übertragen.
Auf der Grundlage dieser Vorarbeiten gab 2013 eine Anfrage der damaligen Leiterin des UZH Archivs, Silvia Bolliger, den Anstoss für ein Editionsprojekt mit dem Ziel, die ursprünglich handschriftlich, ab 1902 als Typoskript überlieferten Jahresberichte bis zum Einsetzen der gedruckten Jahresberichte 1913/14 im Zusammenhang mit dem Bezug des neuen Universitätsgebäudes zu transkribieren und zusammen mit Bildern der Originale über den Onlinekatalog des Staatsarchivs sowie über eine thematische Suche zu publizieren. Das vergleichsweise kleine Projekt wurde von Mai 2015 bis Februar 2017 unter der Leitung von Ursina Klauser, dann von Christian Sieber durchgeführt und von UZH Archiv und Staatsarchiv gemeinsam finanziert. Die Transkriptionen erstellte die Germanistin Salome Schoeck (Zürich).
Online verfügbar sind 84 Jahresberichte sowie zwei Jahreschroniken aus dem Zeitraum 1833–1916. Die Recherche im Archivkatalog hat den Vorteil, dass verwandte Unterlagen in den Beständen des Staatsarchivs wie zum Beispiel die einzeln verzeichneten Dossiers zu den Doktorpromotionen (bis 1916 rund 4350) in die Suche miteinbezogen werden. Demgegenüber stellt die Recherche über die thematische Suche Quickaccess massgeschneiderte Suchfunktionen zur Verfügung, beschränkt sich aber auf das Textkorpus der Jahresberichte.
Die zeitlich anschliessenden gedruckten Jahresberichte ab 1913/14 sind als Retrodigitalisate bzw. ab 1999 als PDF-Dateien über die Website des UZH Archivs zugänglich. Dort sind auch weitere Online-Angebote zur Universitätsgeschichte verfügbar (Verzeichnisse der Rektoren und der Dozierenden; historisches Vorlesungsverzeichnis HistVV 1833–1900; Matrikeledition 1833–1924). Die in den Jahresberichten regelmässig angeführten gesetzlichen Grundlagen der Universität wurden (allerdings unvollständig) in der Offiziellen Gesetzessammlung des Kantons Zürich publiziert und sind ebenfalls über eine thematische Suche des Staatsarchivs im Volltext online verfügbar. Über den Archivkatalog stehen zudem auch die in den Jahresberichten erwähnten Regierungsrats- und Kantonsratsbeschlüsse online zur Verfügung.