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Die Wirksamkeit der S. kann eine ratgebende oder zugleich exekutivische sein. Sie decken ungesunde Zustände
jeder Art auf und wirken auf Beseitigung derselben hin. Die
Mittel zur Erreichung dieser Aufgaben müssen die
Gemeinden beschaffen.
Während der Dauer schwerer
Epidemien muß im Amtslokal der
Sanitätskommission stets ein Mitglied derselben anwesend sein,
welches berechtigt und verpflichtet ist, alle erforderlichen
Anordnungen unverzüglich zu treffen. Die
bei
Ausbrüchen von
Cholera zu ergreifenden Maßregeln sind durch besondere
Verfügungen abgeändert, ergänzt und spezialisiert
worden.
3) Die technische Kommission für pharmazeutische Angelegenheiten vom
Die Medizinalbehörden in den einzelnen Provinzen stehen direkt unter den Oberpräsidenten als höchsten Verwaltungsbeamten der Provinz und
zerfallen in: a) Medizinalkollegien, welche ihren Sitz im Hauptort der Provinz haben, rein wissenschaftliche
und technisch ratgebende Behörden für die Regierungen und Gerichte im Fach der gerichtlichen Medizin sind und mithin keine
Verwaltung haben. Nach der Instruktion vom (Gesetzsammlung, S. 1570) sollen sie mindestens aus fünf Mitgliedern,
Räten und Beisitzern bestehen, unter denen sich außer einem wissenschaftlichen Wundarzt und einem Geburtshelfer
ein Pharmazeut und ein Tierarzt befinden sollen.
Letzterer ist dem Physikus amtlich unterstellt, besitzt aber wissenschaftlich die gleiche Qualifikation. Als Lokalmedizinalbehörden
werden im Regulativ vom die Sanitätskommissionen und Armenärzte genannt. Sanitätskommissionen, deren Aufgabe die
Verhütung und Beschränkung ansteckender Krankheiten ist, sollen in Städten von 5000 Einw. und darüber
permanent bestehen, in kleinern Orten nach dem Ermessen der Regierung gebildet werden. Sie bestehen aus dem Vorstand der Ortspolizeibehörde,
der zugleich den Vorsitz führt, aus dem Vorstand der Kommunalbehörde, aus einem oder mehreren von der Ortspolizei zu bestimmenden
Ärzten und mindestens drei Mitgliedern der Kommunalvertretung, in Garnisonorten aus einem obern
Militärarzt und einem oder mehreren Offizieren.
Unmittelbar unter ihm steht der Obermedizinalausschuß für Bayern, welcher aus zehn Universitätslehrern unter einem juristischen
Direktor, also ganz wie die wissenschaftliche Deputation in Berlin zusammengesetzt ist, nur daß er außer
seinen außerordentlichen Mitgliedern noch Delegierte der acht Ärztekammern einschließt. Den Regierungen sind je ein Kreismedizinalrat
beigegeben, während außerdem noch Medizinalkomitees beiden Universitäten bestehen. In Sachsen
[* 10] ist der Minister des Innern
oberste Behörde, unter ihm ein technischer Referent (GeheimerMedizinalrat).
Unter ihnen stehen das Institut der Oberhebeärzte, aus vier anerkannten Frauenärzten bestehend, und ein ärztlicher Ausschuß,
in welchem außer beamteten Bezirksärzten (entsprechend den Kreisphysikern in Preußen) auch nicht beamtete Ärzte sitzen.
In den kleinern Staaten sind wiederum andre Abteilungen und andre Titel, so daß man nur im allgemeinen
sagen kann, daß die Bezeichnungen Medizinal- ein staatliches Amt und z. B. in der Verbindung von Medizinalrat einen Staatsbeamten
mit dem Rang eines Rats meinen, während Sanitäts-Verhältnisse, -Polizei, -Rücksichten sich nur auf Gesundheitsangelegenheiten
im allgemeinen beziehen und Sanitätsrat ein Titel ist, welcher meistens nicht beamteten Ärzten verliehen
wird.