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«Gib einem Kind den Auftrag, es solle dir einen Berg zeichnen.
Gewiss zeichnet es dir den Niesen, unsere Pyramide vom Thunersee»
Der Weinbau hat am Thunersee eine lange Tradition. Im Mittelalter war die ganze rechte Thunerseeseite von Merligen bis Steffisburg mit Reben bestockt. Die seinerzeit kultivierten Sorten waren Elbling und Räuschling. Die produzierten Weine waren aufgrund mangelnder Ertragsreduktion sehr säurereich und dienten der Bevölkerung primär als Kalorienlieferanten, sogenannte «Brotweine». Noch heute zeugen die Flurnamen im Grundbuch von dieser Zeit. So ist der ehemalige Weinberg des Klosters Interlaken auf dem Gebiet Ralligen als «grosser» und «kleiner» Rebberg vermerkt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit war im Mittelalter auch das heutige Gebiet Salzacher mit Reben bestockt.
Auf der Erstausgabe der Siegfriedkarte von 1870 weist Merligen noch ein beachtliches Rebgelände auf. Wirtschaftliche Konkurrenz (aus dem Genferseegebiet sowie Frankreich) sowie die aus Amerika eingeschleppte Reblaus, gegen die man damals noch keine Abwehrmassnahmen kannte, beendeten den Rebbau am Thunersee gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Auf der Siegfriedkarte der Gemeinde Sigriswil von 1909 sind denn auch keine Rebberge mehr eingezeichnet. Doch schon 20 Jahre später begann die Rückbesinnung; es folgten die Gründungen der Rebbaugenossenschaften Spiez und Oberhofen und der Weinbau erlebte am Thunersee seine Renaissance. Unser Weinberg am Thunersee, gelegen am Salzacher und direkt angrenzend an den Pilgerweg, befindet sich zurzeit noch in Bau. Die Pflanzung der Reben ist für Frühling 2018 geplant.