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Die Bananen, die bei uns das ganze Jahr über in jedem Supermarkt zu finden sind, kommen aus den tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südamerikas sowie der Karibik und gehören zu 99 Prozent zu der hochgezüchteten Sorte mit Namen Cavendish.
Schweizer essen pro Kopf und Jahr durchschnittlich zehn Kilogramm (2014); Deutsche und Österreicher 11,9 bzw. 11,8 Kilo (2014/15). Frankreich importiert einen grossen Teil seiner Bananen aus den Antillen und Afrika (Kamerun, Elfenbeinküste), und jeder Einwohner verzehrt pro Jahr 7,5 Kilo.
Musa paradisiaca, so der botanische Name, wird grün geerntet, auf Kühlschiffen bei genau 13,2 Grad Celsius verschickt und muss, bevor sie in den Verkauf kommt, im Importland erst reif werden. In speziellen Reifekammern wird die Temperatur einige Tage lang auf 14 bis 17 Grad Celsius erhöht und das Gas Ethylen (auch Ethen) kontrolliert beigegeben, um den Reifeprozess anzustossen und zu fördern. Ethylen ist ein gasförmiges Pflanzenhormon, das natürlicherweise beim Reifen entsteht – man kennt das auch von Äpfeln, Aprikosen, Avocados oder Feigen. Im Laufe der Reifung wird die Stärke der grünen Banane in Zucker der süssen gelben Banane umgewandelt. Würden Bananen an der Staude reifen, würden sie einen mehligen Geschmack entwickeln, womöglich aufplatzen und nicht mehr transportfähig sein.
Sie sind reich an Kohlenhydraten (22,8 Gramm auf 100 Gramm) und vergleichsweise auch an Kalorien (ca. 90 kcal/100 g). Je reifer die Banane, umso höher der Gehalt an Zucker. Der Vitamingehalt ist nicht üppig: Nennenswert sind immerhin der Gehalt an Vitamin C (halb so viel wie in einem Apfel) und die Menge an B-Vitaminen, die bei B1 viermal höher liegt als beim Apfel, bei B2 sechsmal höher und bei B6 sogar achtmal höher.
Sehr bemerkenswert ist der Gehalt an Mineralien, insbesondere Kalium, Magnesium und Phosphor. Bedeutend ist auch der Gehalt an Aminosäuren (essenzielle Aminosäuren 635 mg/100 g; Apfel 120 mg/100 g). Nicht zu vergessen ist die beachtliche Menge an Spurenelementen wie Eisen, Zink, Kupfer und Mangan.
Bananen sind besonders im Sport wegen ihres hohen Kaliumgehalts beliebt.
Weil Bananen das „Glückshormon“ Serotonin enthalten, werden sie oft als Stimmungsaufheller bezeichnet. Dies ist leider ein Ammenmärchen. Serotonin gelangt vom Darm ins Blut. Um „glücklich“ zu machen, muss der Botenstoff jedoch im Gehirn wirken. Unglücklicherweise verhindert das die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, welche die Hirnsubstanz vom Blutstrom trennt und nur ganz bestimmte Substanzen ins zentrale Nervensystem passieren lässt. Serotonin aus der Nahrung bzw. aus dem Blut gehört nicht dazu. Einzig der im Gehirn selbst gebildete Botenstoff Serotonin ist in der Lage, die Stimmung zu heben, dämpfend auf Schmerzen zu wirken, den Appetit zu regulieren und vieles andere mehr.
Ist die Banane noch nicht vollreif, kann es schwierig sein, den Strunk von Hand abzuknicken. Durch einen geschickten Druck auf die Mitte des unteren Endes, spaltet sich die Schale und lässt sich ganz einfach abziehen – und zwar mitsamt der Fäden!
Weltweit kennt man mehrere Hundert essbare Sorten. Grob wird zwischen Obst- bzw. Dessertbananen und Kochbananen bzw. Mehlbananen unterschieden. Die stärkehaltigen Kochbananen sind nicht süss und roh ungeniessbar. Einerseits werden sie zu Mehl verarbeitet, andererseits wie Kartoffeln gekocht, gebacken, gebraten oder fritiert. Weltweit werden im Jahr 130 Millionen Tonnen produziert. In den Export gelangen heute 16,5 Millionen Tonnen. Der grösste Bananenproduzent mit 30 Millionen Tonnen (2014) ist Indien, gefolgt von China, Uganda, den Philippinen, Ecuador und Brasilien.
Viele Länder wie etwa Indien, China, Thailand, Brasilien und einige afrikanische Staaten produzieren im Wesentlichen (Koch-)Bananen für den Bedarf der eigenen Bevölkerung. So lag der Pro-Kopf-Verbrauch z.B. in Uganda bei 172 Kilogramm (2010). In die Schweiz und die EU exportieren vor allem Ecuador, Kolumbien, Costa Rica und Panama, wo die Bananen in riesigen Monokulturen angebaut werden. Für diese Länder ist der Obstbananenexport ein überaus wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Vorbildliche Schweiz Die Schweiz importiert jährlich 75.000 Tonnen. Das Erstaunliche ist, dass mehr als jede zweite gekaufte Banane fair gehandelt ist: 53 Prozent der im Detailhandel verkauften Bananen tragen das Gütesiegel Fairtrade (2015). Nach Auskunft der Max Havelaar-Stiftung Schweiz liegt der Marktanteil der biologisch produzierten Bananen bei rund 58 Prozent. Damit liegt das Land sehr weit vorne, denn beispielsweise den Deutschen sind Umweltschutz und Arbeitsbedingungen in fernen Ländern viel weniger wichtig. Dort beträgt der Anteil der Bio-Bananen gerade mal neun bis zehn Prozent und ein Fairer-Handel-Label haben drei Prozent.
Gegrillte Bananen mit exotischem Joghurt (für 4 Portionen)
- 4 reife Bio-Bananen
- 200 g griechischer Joghurt
- ½ TL Kardamompulver
- 2 EL Honig
- 1 TL Zitronensaft
- ½ TL gem. Zimt
Die Bananen mit der Schale auf den nicht zu heissen Grill legen und von beiden Seiten rösten bis die Schale schwarz wird (ca. 15 bis 25 Min.) Joghurt mit den übrigen Zutaten mischen. Bananen der Länge nach halbieren und in der Schale lassen. Das erfrischende Joghurt über die süssen Bananenhälften geben.
Bananenglacé mit Sojamilch (für 4 Portionen)
Laktosefrei, Veganer ersetzen den Honig durch Ahornsirup
- 200 g Bananenfruchtfleisch reif (ohne Schale)
- 2 EL Zitronensaft
- 400 ml Sojadrink (Natur oder Vanille)
- 50 g Honig
Bananen schälen, grob würfeln und zusammen mit dem Zitronensaft fein pürieren, Sojamilch zugeben und alles mit Honig abschmecken. In der Eismaschine gefrieren lassen und dann mindestens zwei Stunden im Gefrierfach weiter frieren. Ohne Eismaschine: Masse in eine flache Schüssel geben, für einige Stunden ins Gefrierfach stellen und immer wieder mit einem Schneebesen oder einer Gabel durchrühren, damit das Eis cremig wird.
Ob in Asien, Afrika, Australien oder in den Tropen Amerikas: Cavendish-Bananen sind genetisch identisch und – wie alle essbaren Bananen – vermehren sich ungeschlechtlich durch Schösslinge aus der Mutterstaude. Das feuchtheisse Klima, die genetische Einheit sowie der Anbau in Monokulturen begünstigen die rasche Ausbreitung von Krankheiten.
Besonders gefürchtet sind der Pilz Black Sigota, der die Blätter welken lässt, und der Panama-Pilz, der die Wurzeln befällt und bereits in den 1920er-Jahren das Aus für die damals meist gehandelte Sorte Gros Michel bedeutet hatte. Diese Banane, die besonders gross und aromatisch gewesen sein soll, wurde durch die Cavendish ersetzt, die gegen den damaligen Pilzstamm TR 1 resistent ist.
Doch nun hat sich die Panama-Krankeit, verursacht durch den neuen Pilzstamm „Tropical Race 4“ (TR 4), wieder in Asien ausgebreitet und sogar den Sprung nach Afrika geschafft. Gegen TR 4 gibt es kein Mittel, und in Asien und Ozeanien wurden zahlreiche Plantagen vernichtet. Noch sind amerikanische Anbaugebiete nicht betroffen. Doch die Sorge ist gross, zumal bislang keine „Ersatzbanane“ existiert.