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Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben, Aufwertung der Care-Arbeit, Schutz vor sexueller Diskriminierung und Mobbing: Das sind nur drei der zahlreichen Aspekte, die wichtig sind, um die Gleichstellung der Frauen voranzubringen.
Modestas Pitrenas stammt aus Litauen. Der südlichste der drei baltischen Staaten liegt am östlichen Teil der Ostsee, an der Bernsteinstrasse sozusagen. Pitrenas gilt als einer der erfolgreichsten litauischen Dirigenten der jüngeren Generation. Er debütierte mit Mozarts «Zauberflöte» an der Oper Köln, gastierte an der Deutschen Oper am Rhein, dem Bolschoi Theater in Moskau. Am Theater Basel dirigierte er Sergei Prokofjews «Der Spieler».
Bei der Semestereröffnung an der Harvard Law School 1956 marschiert eine Armee korrekt gekleideter junger Männer auf das Universitätsgebäude zu. Dazu erklingt die Hymne «Ten Thousand Men of Harvard». Inmitten dieser grauen Armada sieht man: ein tintenblaues Kostüm mit weit schwingendem Rock. High Heels und Strumpfhosen mit Naht. Ondulierte dunkelbraune Haare. Ein roter Mund, der erwartungsvoll halb offen steht.
Die Zeichen stehen gut für die Anhänger der «Ehe für alle». Die Rechtskommission des Nationalrats hat kürzlich überdeutlich Ja gesagt: Gleichgeschlechtliche Paare, denen heute nur die eingetragene Partnerschaft offensteht, sollen künftig heiraten dürfen. Mit dem Zugang zur Ehe wäre unter anderem das Recht auf Adoption von fremden Kindern verbunden. Heiss umstritten bleibt hingegen die Frage, ob mit dem Zugang zur Ehe auch der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin verbunden sein soll.
Der Kampf für die Rechte der Frauen in der Schweiz hat eine lange und zähe Geschichte. Das Wahlrecht für Frauen auf nationaler Ebene wurde in der Schweiz erst 1971 (letztes europäisches Land!) eingeführt; die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches im Jahr 2002; und das Recht auf Mutterschutz nach der Geburt tatsächlich erst im Jahr 2005.
Die Gleichstellung von Mann und Frau stagniert weltweit: Das zeigt die Gleichstellungsstudie 2018 des Weltwirtschaftsforums WEF. In der Wirtschaft hat sich die Chancengleichheit in den letzten drei Jahren sogar verschlechtert – auch in der Schweiz.