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Neustens verlangt die SVP, dass geschiedene Ehegatten keinen Anspruch auf finanziellen Unterhalt mehr haben sollen. Statistisch gesehen würde dies vor allem die geschiedenen Mütter treffen, die sich während der Ehe der Kinderbetreuung und dem Haushalt gewidmet haben.
Die SVP verlangt nun, diese Mütter sollen nach Scheidung wieder selber für ihren finanziellen Unterhalt sorgen. Die gleichen Mütter also, welche die SVP mit ihrer sogenannten Familieninitiative während bestehender Ehe zurück an den Herd befehlen will. Das selbstgemalte SVP-Familienbild besteht folglich aus dem alleinverdienenden Ehemann/Vater und der hauswirtschaftenden Ehefrau/Mutter, die sich besser nicht scheiden lässt. Eine wirklichkeitsgetreue Bestandesaufnahme der schweizerischen Familienlandschaft sieht anders aus.
Die SVP sollte das viel zitierte Volk ernst nehmen und ihm reinen Wein einschenken: Es geht ihr weder um die Beseitigung einer steuerlichen Diskriminierung (die gibt es nämlich gar nicht) noch um die freie Wahl des Familienmodells (der Staat soll vielmehr über die Steuergesetzgebung eingreifen) oder gar um das Wohl der zeitgenössischen Familie (Einverdiener-Familien sind eine Minderheit und vor allem in der Landwirtschaft und unter Wohlhabenden anzutreffen). Im Klartext: Die SVP jagt wieder einmal Subventionen und verlangt allen Ernstes Steuerabzüge für ein paar wenige Gutsituierte. Das verdient ein klares Nein am 24. November!