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Verstappen dominierte die Konkurrenz praktisch das ganze Wochenende und feierte aus der Pole-Position im Red-Bull-Heimrennen einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Nach 71 Runden auf dem 4,318 km langen Kurs betrug sein Vorsprung über 35 Sekunden.
Zum ersten Mal in seiner Karriere konnte Verstappen nach seinem Triumph vor einer Woche im GP von Frankreich wieder zuoberst aufs Podest steigen und sich von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz die Siegestrophäe überreichen lassen. Gut möglich, dass er den Hattrick schafft, wenn in einer Woche an gleicher Stelle der Grand Prix von Österreich stattfindet.
«Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl mit der Balance und konnte somit die Reifen gut managen», gab Verstappen als Hauptgrund für seinen souveränen Auftritt an. «Es gab aber bestimmt schon aufregendere Rennen.»
Hamilton war nie in der Lage, das Tempo Verstappens mitzugehen. «Ich fuhr ein einsames Rennen», resümierte der 36-jährige Brite. «Es war unmöglich, die Pace mitzugehen. Red Bull hat in den letzten Rennen einiges verbessert. Auf den Geraden sind wir einfach nicht schnell genug, das kostete uns rund eine Viertelsekunde pro Runde.»
Neu Jäger
Einen zusätzlichen WM-Punkt sicherte sich Hamilton, weil er kurz vor Schluss neue Reifen holte und damit in der letzten Runde die schnellste Rennrunde schaffte.
Nach dem 8. von 23 Saisonrennen ist der siebenfache Champion aber endgültig vom Gejagten zum Jäger geworden. Bei seinen sieben WM-Titeln lag er zu diesem Zeitpunkt der Saison jeweils viermal deutlich vorne: 2015 mit 169:159 gegenüber Nico Rosberg, 2018 mit 145:131 gegenüber Sebastian Vettel, 2019 mit 187:151 gegen Valtteri Bottas und 2020 mit 164:117 (Bottas). Nur dreimal konnte der 36-jährige Brite einem Rückstand (erfolgreich) nachjagen: 2008 mit 38:48 gegenüber Felipe Massa, 2014 mit 136:140 (Rosberg) und 2017 (139:153 (Vettel).
Für das erfolgsverwöhnte Silberpfeil-Team war es seit Einführung der Turbo-Hybrid-Ära (2009) das erste Mal, dass es vier Rennen in Serie nicht gewinnen konnte. In der Teamwertung beträgt der Rückstand auf die Roten Bullen auch schon 40 Zähler. Gut möglich, dass die Fahrer-Paarung 2022 anders aussehen wird: Valtteri Bottas soll durch George Russell ersetzt werden. In der Causa Hamilton haben erste Gespräche stattgefunden. Teamchef Toto Wolff: «Es wäre nicht korrekt zu sagen, der Vertrag sei unterschrieben. Aber wir sind über Sondierungsgespräche hinaus.»
Leclercs Aufholjagd
Hinter den beiden Saison-Dominatoren klassierten sich die jeweiligen Teamkollegen: Valtteri Bottas im Mercedes wurde mit 46,9 Sekunden Dritter, eine halbe Sekunde dahinter folgte Sergio Perez im Red Bull. Alle übrigen Fahrer wurden mindestens einmal überrundet.
Zum «Man of the Race» wurde Charles Leclerc ausgezeichnet, obwohl er sich nach dem Doppel-Nuller in Frankreich als Siebter hinter seinem Ferrari-Teamkollegen Carlos Sainz (6.) klassierte. Der Monegasse sorgte in der 1. Runde für Aufregung, als er Pierre Gasly mit seinem Frontflügel den Hinterreifen aufschlitzte. Der Franzose musste danach aufgeben.
Leclerc holte sich einen neuen Frontflügel ab und setzte nach einem zweiten Reifenstopp zu einer bemerkenswerten Aufholjagd an. Er schnappte sich in regelmässigen Abständen Antonio Giovinazzi, Esteban Ocon, Daniel Ricciardo, Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen, Yuki Tsunoda, Fernando Alonso und Lance Stroll. «Das war sicher eines meiner besten Rennen», lobte sich der zweifache GP-Sieger gleich selbst.
Alfa ohne Punkte
Die Fahrer von Alfa Romeo verpassten einmal mehr die WM-Punkteränge. Kimi Räikkönen lag als Elfter nur rund drei Sekunden hinter Yuki Tsunoda im AlphaTauri, Antonio Giovinazzi wurde 15.