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Roger Federers Bilanz beim Heimturnier in Basel ist überragend. Sechs Siege bei elf Finalteilnahmen sprechen eine deutliche Sprache. Stan Wawrinka und die anderen Schweizer Vertreter kämpfen dagegen mit einem Basel Fluch.
Erste Runde Swiss Indoors Basel 2014: Australian Open Sieger Stan Wawrinka verliert die Dreisatzpartie gegen den unbekannten Kasachen Michail Kukuschkin. Zuvor musste auch der Basler Marco Chiudinelli die Segel wieder einmal früh streichen. Auch er verlor seine Erstrundenpartie auf dem Center Court der St. Jakob Halle gegen Doppelspezialist Ivan Dodig, ebenfalls keine Grösse im Welttennis.
Kurios: Die beiden Schweizer gewinnen zwar nach dem verlorenen ersten Satz den Zweiten im Tiebreak und werden vom Publikum lautstark unterstützt, verlieren aber am Schluss die Partie. Sowohl Spieler und Zuschauer glauben Anfang des dritten Durchgangs noch an die Wende, die letztendlich nicht gelingen will.
Damit ist Roger Federer zum dritten Mal in Serie der einzige Schweizer, der die Auftakthürde unbeschadet übersteht. Auch in den Jahren zuvor schaffen es Wawrinka, Chiudinelli und auch Henri Laaksonen nicht, eine Partie in Basel zu gewinnen und müssen das Turnier vorzeitig verlassen. Roger Federer dagegen kommt in allen drei Jahren in den Final. Das Basler Tennispublikum konnte somit in den letzten drei Jahren 15 Spiele des Maestros in Basel bewundern. Die restlichen Schweizer Tenniscracks kommen zusammen im selben Zeitraum nur auf deren neun.
Seit 1998 hat es zudem kein Schweizer geschafft, länger im Turnier zu bleiben als der Maestro. Im Schatten von Roger Federers Triumphen stehen die anderen Schweizer Tennisprofis unter einem Fluch: Sie können in Basel nicht gewinnen.
Wawrinka gefordert
2015 will vor allem die Nummer vier der Welt, Stan Wawrinka, endlich auch in Basel sein Potenzial abrufen. Die grössten Erfolge des Romands bei den Swiss Indoors waren der Halbfinal 2011, den er gegen den späteren Turniersieger Federer verlor und der Viertelfinal 2009. Auch damals verlor Wawrinka gegen den späteren Sieger Djokovic. Im selben Jahr schaffte auch Marco Chiudinelli seinen einzigen grossen Exploit in Basel. Seine Siegesserie wurde überraschend erst im Halbfinal von seinem Freund aus Basler Jugendzeiten, Roger Federer, gestoppt.
Chiudinelli und Laaksonen haben für 2015 von Turnierdirektor Roger Brennwald erneut eine Wildcard erhalten. Von den jehenseits der Top 300 platzierten Schweizern kann aber auch in diesem Jahr nicht viel erwartet werden. Ein Überstehen der ersten Runde wäre eine Sensation. Es liegt also an Stan Wawrinka vor heimischer Kulisse, Siege einzufahren, damit die Fans in Basel in diesem Jahr mehr Tennis «Made in Switzerland» als nur King Roger zu sehen bekommen und der Fluch gebannt werden kann.
Dieser Artikel wurde auf aargauerzeitung.ch veröffentlicht.