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den ganzen
See, und da es von dem neuen
Hafen an dem innerhalb seiner Gerichtsbarkeit gelegenen
Hörnli für seinen Handel fürchtete,
verbot es den grossen Lastschiffen, hier zu landen, zerstörte die neu errichteten Landungspfähle und konfiszierte Boote
und Waaren. Daraufhin beschloss die eidgenössische Tagsatzung, dass die Grenze der Mitte des
Sees zu
folgen habe und die Ansprüche der Konstanzer ungerechtfertigt seien, worauf 1756 unter militärischem
Schutz eine neue Landungsbrücke
erbaut wurde. 1849 ging durch Kreuzlingen die Flut der badischen Flüchtlinge, die in der
SchweizSchutz suchten.
Seit 1833 ist der
Ort Sitz des kantonalen
Thurgauer Lehrerseminars. Diese Anstalt war zuerst in einem kleinen
Schlossam See, im sog:
Hörnli, untergebracht und zählte nur 23 Schüler. Als erster Direktor wurde Armenerzieher J. J. Wehrli
in
Hofwil berufen. Die 1835 von Wehrli hier gegründete landwirtschaftliche Privatschule kam seit 1841 in die Klostergebäulichkeiten.
Hierher wurde dann nach der Aufhebung des
Klosters 1848 auch das Seminar verlegt, das jetzt durchschnittlich 80 Zöglinge
und 7 Lehrer zählt; 1854-1897 stand ihm als Direktor
Ulrich Rebsamen aus
Turbenthal vor.
Im Kloster sind bemerkenswert der altertümliche Examensaal und Wandmalereien. Die Klosterkirche war ursprünglich Pfarrkirche
für die Ortschaften Kreuzlingen,
Egelshofen,
Kurzrickenbach und Stadelhofen. Der 1529 hier eingerichtete reformierte Gottesdienst
wurde schon 1532 (nach der Schlacht bei Kappe!) wieder unterdrückt, worauf die Tagsatzung die Reformierten von ihren
Rechten auf
die Klosterkirche ausschloss, ihnen dafür die
Kapelle zu
Kurzrickenbach zuwies und zugleich die Abtei zur Entrichtung von 300
Gulden
an die Besoldung des reformierten Pfarrers verpflichtete. 1620 errichtete die Abtei in
Egelshofen einen
Friedhof für die Reformierten. Kreuzlingen ward 1869 Bezirkshauptort und 1871 Eisenbahnstation. Vor der
VillaSeeburg hat
man einen bedeutenden Pfahlbau aus der neolithischen Zeit entdeckt; Flachgräber aus der
La Tène Zeit und Alemannengräber.
Vergl. Kuhn, K. Geschichte der thurg.Klöster.
Frauenfeld 1876. - Kuhn. K. Geschichte derthurg. kathol.kirchlichen Stiftungen.Frauenfeld 1869. - Führer durch Konstanz und Umgebung; hrsg. vom Verkehrsverein von Konstanz. - Rebsamen,
J. U. Festschrift für das 50 jähr. Jubiläum des Lehrerseminars Kreuzlingen.Frauenfeld 1883. - Binswanger, Rob. Die KuranstaltBellevue. 1903.
(Kt. Wallis,
Bez. Goms).
1800-2300 m. Magere Alpweide, in einem mit Verwitterungsschutt und Wildbachablagerungen übersäten
Thalkessel; zwischen den Gneisstöcken des
Helsenhorns und
Cherbadung. Nach der Siegfriedkarte soll hier
einmal Eisenerz abgebaut worden sein.
verbindet
Binn über das
Längthal
und Kriegalpthal mit der
Alpe de Devero und Baceno im italienischen Antigoriothal (Binn-Passhöhe 4½,
Passhöhe-Alpe de Devero-Baceno 5 Stunden).
Unschwierig zu begehender Fussweg, der aber an manchen
Stellen mit Sturzschutt
überschüttet ist und oft auch ganz aussetzt.
Mehr von Schmugglern als von Touristen begangen.
Die Passhöhe führt über
den vom
Hüllehorn absteigendenGletscher und ist mit Moränenschutt bedeckt.
Nach S. kann man entweder
zur obersten
Combe de Buscagna oder (kürzer und mehr begangen) direkt zur
Alpe de Buscagna absteigen.
Der auf der Siegfriedkarte
zwischen diesen beiden Abstiegsvarianten eingezeichnete kleine
Gletscher besteht nicht mehr und hat einer Schutthalde
Platz
gemacht, die zur Zeit der Schneeschmelze von zahlreichen Wasseradern durchzogen wird.
(Kt. Schwyz,
Bez. und Gem. Einsiedeln).
970 m. Gruppe von 4
Höfen, im
Alpthal, am linken Ufer des
Alpbaches und
an der Strasse
Trachslau-Alpthal. 20 kathol. Ew.
Wiesen und
Wald. Viehzucht. Benannt nach den langjährigen Grenzstreitigkeiten,
die 1114-1350 zwischen Schwyz
und
Einsiedeln um den Besitz des obern
Alpthales stattfanden. Nach dem unglücklichen Aufstand der Waldleute
von
Einsiedeln gegen das Kloster (1764), der drei Einsiedlern das Leben kostete und mehrere andere um
ihre Ehre und ihr Vermögen brachte, errichtete die Hoheit zu Schwyz
auf der Kriegmatt eine steinerne Schandsäule mit der Inschrift
«Ewige Schande den Rebellen von
Einsiedeln», die dann beim Einfall der Franzosen 1798 von den Bewohnern der
Gegend für immer beseitigt ward.
Nachher hat man die Trümmer dieser Säule beim Bau eines
Hauses als Mauerwerk verwendet.
5 km sö.
Davos Platz. 1325 fand hier ein Kampf zwischen den unter Lukas
Guler für Donat von
Vaz fechtenden Leuten
von
Davos und einer über den
Scalettapass vorgedrungenen Schaar Soldaten des
Bischofes von
Chur statt, bei dem diese unter Verlust
von 200 Toten geschlagen wurden.
Der Boden ist fruchtbar und für die Landwirtschaft sehr geeignet. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat die
Industrie durch Ausnutzung der Wasserkraft der Emme einen grossen Aufschwung genommen. In Niedergerlafingen bestand schon 1830 ein
Hammerwerk; heute befinden sich hier die grossen Eisenwerke der Aktiengesellschaft Ludwig von Roll. 1861-63
wurde der Industriekanal von Gerlafingen bis Biberist und Derendingen fortgeführt, worauf 1864 in Biberist eine Papierfabrik
(heute mit einer Produktion von 6,5 Millionen kg Papier pro Jahr die grösste der Schweiz) und in Derendingen der Reihe nach
eine Baumwollspinnerei, Kammgarnspinnerei, Kammgarnweberei und andere Betriebe entstanden.
Der unweit der Emmemündung in die Aare beginnende Kanal (sogen. Aare-Emmekanal) speist nördlich Luterbach ein Elektrizitätswerk,
welches einer Reihe von Ortschaften Kraft und Licht liefert. Ferner sind zu
nennen je eine Bierbrauerei in Biberist und Zuchwil,
je eine Branntweinbrennerei in Lohn und Subingen, eine grosse Schlosserei in Derendingen, bedeutende Zementfabrik
in Luterbach, Teigwaarenfabrik in Subingen und Parketteriefabrik in Biberist; Uhren und Uhrenteile werden in Biberist, Derendingen,
Halten, Subingen und Deitingen hergestellt. Da die verfügbare Wasserkraft für die heutige Entwicklung der Industrie nicht
mehr ausreicht, wird von Werken ausserhalb des Bezirks elektrische Kraft bezogen und ausserdem auch noch mit
Dampfbetrieb gearbeitet.
Postwagen Solothurn-Zuchwil. Wie der grössere Teil des heutigen Kantons überhaupt kam auch das Wasseramt auf friedlichem
Wege, d. h. durch Ankauf von weltlichen und kirchlichen Herrschaften an Solothurn.
Das Gebiet des Wasseramtes gehörte 1208 Dienstleuten
der Herzoge von Zähringen und 1212 solchen der Grafen von Kiburg. Von 1315 an stand die hohe Gerichtsbarkeit
der Stadt Bern zu. Solothurn
kaufte 1403 den einen und 1520 den andern Teil von Deitingen, 1466 die Herrschaft Kriegstetten, 1501 die
kirchlichen Güter zu Hüniken. Da zur Zeit der Reformation sowohl Bern
als Solothurn
im Wasseramt Eigentum und Rechte besassen, entstanden
konfessionelle Streitigkeiten. Erst 1665 wurde durch den Vertrag von Winigen der Stadt Solothurn die Oberhoheit
über das ganze Gebiet der Herrschaft Kriegstetten zugesprochen, wobei sich aber Bern
den Schutz des reformierten Gottesdienstes
und die Aufsicht über die reformierten Kirchengüter des Bucheggbergs vorbehielt. Vergl. Schmidlin, Ludw. R. Geschichte desSolothurnischen AmteibezirkesKriegstetten.Solothurn
1895.