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Replikate mit und ohne Vorlagen
Im Fall der ersten Figur mit welcher wir begonnen haben, war es relativ leicht die Uniform und Ausstattung authentisch zu kopieren. Im historischen Museum Bern gibt es noch ein paar wenige Originalteile. Zudem ist im Reglement für die Berner Miliz von 1829 neben detaillierten Massangaben sogar eine Schnittzeichnung für den Uniformfrack zu finden. Die Massangaben sind teilweise im Berner Fuss, teilweise im Pariser Fuss angegeben, müssen also richtig umgerechnet werden. Wir haben uns dafür ein kleines Tool eingerichtet: Fussumrechner
Je weiter man jedoch zurück geht, desto weniger offizielle Angaben findet man. Im gedruckten Reglement für die Bieler Miliz von 1770 findet sich neben einigen farblichen Details der Hinweis, der Schnitt solle wie beim Eptinger Regiment sein. Damit ist das Schweizer Regiment in französischen Diensten gemeint. Hier helfen also die schon ab Mitte 18. Jahrhundert relativ detaillierten französischen Ordonnanzen. Im Gegensatz zur Schweiz wurde damals in Frankreich aber auch in anderen Ländern schon darauf geachtet, dass alle Uniformierten einheitlich daher kommen. Aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gibt es auch in der Schweiz noch einige Originale. Bei den meisten davon handelt es sich jedoch um Offiziersuniformen, welche aufwendiger und eleganter hergestellt wurden.
Bei der Miliz von Delémont um 1740 wird es schon schwieriger. Hier konnten wir im Archiv des ehemaligen Fürstbistum Basel unter anderem eine Zusammenstellung der Kosten aus dem Jahre 1730 finden, welche die Stoffarten, Farben und Preise auflistet. In solchen Rechnungsbüchern findet man oft die detailliertesten Angaben. Neben der Schwierigkeit mit der Umrechnung von Massen und Währungen kommt hier auch noch die Schrift dazu. Im Gegensatz zu gedruckten Reglementen sind deutschsprachige handschriftlichen Dokumente in Kurrent-Schrift verfasst. Hier hilft kein Online-Tool. Es muss Wort für Wort übersetzt werden, was je nach Handschrift auch mal etwas dauern kann.
Gehen wir noch weiter zurück, gibt es gar keine schriftlichen Vorgaben und in den nur noch Fragmente von Kleidungsstücken. mehr. Dies liegt daran, dass man in den meisten Ländern erst nach dem dreissigjährigen Krieg (1618 bis 1648) eine einheitliche Uniformierung angestrebt hat. Für die Zeit davor ist man daher etwas freier. Dies macht die Zusammenstellung eines authentischen Soldaten jedoch nicht einfacher. Im Falle der Schweizer welche um 1475 gegen die Burgunder gekämpft haben, findet man unter anderem in den Chroniken Diebold Schillings einige Hinweise.
Quellen der Bilder:
- Reglement für die Kleidung der Bernerischen Miliz. Bern : Gedruckt bey L.A. Haller, Obrigkeitl. Buchdrucker, 1829. Universitätsbibliothek Bern, MUE H XXXVI 13
- Bibliothèque nationale de France
- Archiv des ehemaligen Fürstbistum Basel B 202 1-4
- Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h.I.3: Diebold Schilling, Amtliche Berner Chronik, Bd. 3