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Im Schweizer Dialekt heissen sie «Mosen» oder «Bläuele». Die blauen Flecken auf der Haut, die entstehen, wenn Sie beispielsweise einen Schlag abbekommen, sich versehentlich irgendwo anstossen oder stürzen. Drogistin HF Marianne Wenger: «Blaue Flecken sind Blutergüsse, also Hämatome. Dabei werden Blutgefässe unter der Haut verletzt und das Blut fliesst ins umliegende Gewebe.» Stunden später sieht man das Blutgerinnsel als blauen Fleck.
Ob blaue Flecken nach beispielsweise einer Prellung wirklich entstehen oder nicht, liegt daran, wie stark das Blut ins Gewebe läuft sowie an der Dicke und Festigkeit des Bindegewebes. Dieses unterscheidet sich je nach Körperstelle. Je nachdem wie straff das Bindegewebe ist, kann es mehr oder weniger Druck auf verletzte Gefässe ausüben.
Frohes Farbenspiel
Ein Bluterguss verändert seine Farbe mit der Zeit. Anfangs ist er meistens rötlichblau, dann dunkelviolett und letztlich grün und gelb. Das liegt daran, dass der Blutfarbstoff Hämoglobin schrittweise abgebaut wird. Je tiefer im Gewebe ein Bluterguss entsteht, desto dunkler ist seine Farbe. Und auf heller oder dünner Haut sind Blutergüsse auffälliger als auf dunkler oder dicker Haut.
Wann zum Arzt?
«Meistens sind Blutergüsse unbedenklich und heilen innerhalb von zwei Wochen von selbst», sagt Marianne Wenger. Zum Arzt sollten Sie...
... wenn ein Bluterguss stark schmerzt oder in kürzester Zeit einen Durchmesser von mehr als etwa zehn Zentimetern aufweist. Das kann auf innere Verletzungen hindeuten – und stark blutende innere Verletzungen können zu Kreislaufbeschwerden führen. Zum Vergleich: Ein harmloser blauer Fleck ist etwa maximal so gross wie ein Fünf-Franken-Stück.
... bei blauen Flecken auf der Brust, dem Bauch oder am Kopf, weil die Funktionen der Organe, Nerven oder Blutgefässe dadurch beeinträchtigt werden können. Wer seinen Kopf anschlägt und danach Kopfschmerzen hat, sollte beim Arzt abklären, ob eine Gehirnerschütterung vorhanden ist.
... wenn Kreislaufbeschwerden auftreten oder Körperfunktionen eingeschränkt sind.
Frauen und Ältere neigen eher zu Blutergüssen
Die Ausprägung eines Blutergusses ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. «Alle haben eine individuelle Gewebestruktur sowie unterschiedliche Fliess- und Gerinnungseigenschaften», sagt Drogistin Wenger. Aber «Frauen, ältere Menschen und Personen, die Blutgerinnungsmedikamente einnehmen, sind eher von Blutergüssen betroffen als andere.» Gründe:
Frauen haben eine weniger dicke Kollagenschicht als Männer. Kollagen (Eiweisse) sind wichtige Bestandteile der Haut, die die Blutgefässe schützen.
Bei älteren Menschen ist die Haut dünner und empfindlicher als bei jungen. Dadurch sind die Blutgefässe weniger gut geschützt. Mit zunehmendem Alter wird auch die Wand der Blutgefässe brüchiger und reisst schneller.
Blutverdünnende Medikamente reduzieren die Blutgerinnung. Deshalb werden verletzte Blutgefässe nicht so schnell wieder verschlossen und mehr Blut fliesst ins Gewebe.
Blaue Flecken behandeln
Erste Hilfe bei Blutergüssen leistet die PECH-Regel: Pause, Eis, Kompression (Compression), Hochlagern. Das rasche Kühlen mit Eis oder kalten Verbänden sowie das Hochlagern sorgen dafür, dass weniger Blut ins Gewebe fliesst und verhindert Schwellungen. Achtung: Eis nicht direkt auf die Haut legen. Sonst können Erfrierungen und Hautschäden entstehen. Packen Sie das Eis in ein Tuch.
Salben, Tabletten und Co.
Mittel aus der Drogerie helfen, das farbenfrohe Spiel abzukürzen. Drogistin Wenger empfiehlt eine Salbe oder homöopathische Globuli mit Arnika. «Arnika wirkt wundheilungsfördernd, entzündungshemmend und schmerzlindernd», sagt Wenger. Das gleiche bewirkt das ätherische Öl Immortelle. Dieses direkt auf den blauen Fleck auftragen. Wer Schüssler-Salze bevorzugt, greift am besten zu einer Salbe mit den Nummern 3 und 8 oder zu Lutschtabletten mit der Nummer 3. «Beides unterstützt den Abbau des Blutes im Gewebe.» Aus dem Bereich der Schulmedizin fördert eine Salbe mit Heparin den Abbau des Blutergusses.
Vorbeugen
Wer blauen Flecken vorbeugen möchte, kann täglich eine Bodylotion mit den Schüssler-Salzen-Nummern 1 und 11 anwenden. «Sie stärkt das Bindegewebe. Dadurch entstehen blaue Flecken weniger schnell.»