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24.-27.2.2020
Carlsbad – Big Bend NP Texas
Texas ist fast 16 Mal grösser als die Schweiz und der zweitgrösste
Bundesstat der USA. Bis 1845 war die Republik Texas ein unabhängiger Staat. Nach dem Kongressbeschluss 1845 trat Texas als 28. Staat der USA bei. Diese Angliederung verursachte den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, der 1848 durch den Guadalupe-Hidalgo-Vertrag
beendet wurde, in dem Texas den Vereinigten Staaten zugesprochen wurde. Auf ihrem Wappen haben sie auch nur einen Stern. «The Lone Star State» - der Staat des einsamen Sterns.
Beeindruckend ist die über 700 km lange Golfküste.
In Texas kann man Cowboy-Country pur erleben. Grosse Ranchen, Cowboys mit Cowboyhut und Westernstiefel, die bunt und aus verschiedenstem Leder gearbeitet werden. Es soll hier die grössten Steaks geben, dem ich nur zustimmen kann. Da Texas an Mexiko angrenzt
lebt man die sogenannte TEX-MEX Kultur. Texas fördert sehr viel Öl, welches zum Teil gleich verarbeitet wird. Computerfirmen, Einrichtungen des Militärs und der Weltraumforschung, Anlagen um die Entwicklung und Produktion von Flugzeugen, Waffen
und Raumschiffen sind hier angesiedelt. Auch spielt die Land- und Viehwirtschaft (Baumwolle, Getreide, Rinder) eine grosse Rolle.
Wir fahren am Guadalupe Mountains NP und dem imposanten höchsten Berg Texas vorbei. Dem 2667 m hohen Guadalupe
Peak. Heftiger Wind geht und aus einem Pickup flogen 2 grosse Kühltaschen. Die werden wahrscheinlich ihr Mittagessen zusammen kratzen müssen… Die schöne Fahrt führt uns durchs Steppenland auf dem Texas Mountain Trail. Auf der 180,
54, 10 und 118 geht es zwischen den Delaware Mts., Sierra Diablo Mts., Van Horn Mts, Apache Mts. zu dem Jeff Davis Mts. Der erste schöne Ort den wir passieren ist Van Horn. Ein gepflegter Ort mit Campgrounds und Einkaufsmöglichkeiten. Wir übernachten
in den Jeff Davis Mts., beim «Madera Canyon Loop Roadside Park» auf 1'776 m Höhe, schön eingebettet zwischen grünen Bäumen.
3° am Morgen und schönstes Wetter mit einigen Wolken. Auf der 17, 67 und 118 befahren
wir die kurvenreiche Bergstrasse, welche auch Motorräder und Jaguar-Fahrer nutzen! Nun wollen wir das Fort Davis besuchen. Dank unserem Ausweis bezahlen wir keinen Eintritt in den NP. Das Fort wurde 1854, hier am San Antonio El Paso Trail eingerichtet,
um Reisende gegen Angriffe der Apachen und Comanchen zu schützen. Nachdem die Südstaaten-Truppen wegen des Bürgerkrieges das Fort verlassen haben, wurde es von Indianern zerstört. 1867 schliesslich aus Stein und Lehm wiederaufgebaut, war
es in der Folgezeit Hauptquartier eines von zwei schwarzen Kavallerie-Regimentern. Diese Soldaten wurden von den Indianern «Buffalo Soldiers» genannt, denn Büffel haben dunkles, fast schwarzes Fell. 1891, mehr als zehn Jahre nachdem die Indianer
endgültig geschlagen waren, wurde das Fort aufgegeben. (IW). Heute ist es renoviert und für Touristen zugänglich. Bei einem eindrücklichen Film, erfahren wir die militärische und interessante Geschichte.
Bei der Dorfdurchfahrt
müssen wir die Geschwindigkeit genauestens beachten, 15 h/km bei Schulen, und die Polizei ist genau da platziert. Gut wussten wir das im Voraus. Um den Ort, wie auch bei Marfa gibt es einige Treibhäuser und Campgrounds, ansonsten fahren wir jetzt
durch die weite Prärie. Weit hinten, am Fuss der Berge, sehen wir einige Häuser. Die graben wahrscheinlich immer noch nach Gold, oder was auch immer.
Wir nähern uns dem Grenzort Presidio und nehmen die Umfahrungsstrasse 170. So fahren
wir dem Rio Grande, der auch die Grenze zwischen Mexiko und USA bildet, entlang. Auf der sehr bewegten hügeligen Strasse durchfahren wir eine ganz schöne Landschaft. Der Fluss ist nicht so breit und kein Zaun weit und breit und jedes Mal, wenn wir
wieder auf einem Hügel sind, gibt es spektakuläre Ausblicke auf den Big Bend State Park. Wir stellen uns auf einen Campground Nähe Lajitas und treffen die Schweizer Ruth und Beat aus Graubünden. Es ist immer eine grosse Freude Schweizer
zu treffen. Bei einem wärmenden Feuer tauschen wir unsere gemeinsamen Erlebnisse aus und geniessen einen wunderbaren Abend zusammen. Schön war’s.
Kurzer Besuch in dem ehemaligen Aussenposten der US-Kavallerie in Lajitas. Ein Geschäftsmann
aus Housten renovierte 1980 den maroden Ort. Das Badland Hotel ist in einer Kleinstadthäuserfront integriert und die Offiziersgebäude und Missionsstation wurden zu Hotelunterkünften ausgebaut. Ein Golfplatz, eine Reitanlage und div. Flussangebote
locken viele Touristen an.
Nach Terlingua fahren wir in den Big Bend NP und hoffen, dass wir hier irgendwo stehen dürfen, ansonsten wir die 70 km wieder hinausfahren müssten. Doch das Glück ist auf unserer Seite und so stellen wir
uns bei Castolon für 2 Nächte auf den «Cottonwood-Campground».
1° am Morgen, aber schönstes Wetter. Jetzt geht es zu dem bekannten Santa Elena Canyon. Bei so gutem Licht ist der Fotograf natürlich nicht mehr
zu halten. Beeindruckend, wie sich der Rio Grande durch Millionen von Jahren durch das Gestein gegraben hat und wir diese steilen, bis 400 m hohen Wände heute bestaunen dürfen. Der Rio Grande zieht eine 170 km lange Schleife an der südlichen
Park- und Staatsgrenze entlang und da werden einige Bootstouren angeboten.
Am 22. Mai 2019 brach ein grosser Buschbrand auf der mexikanischen Seite aus. Es übersprang den Rio Grande und mit starken Winden, extrem hoher Temperatur, um die 44°,
und sehr geringer Feuchtigkeit, breitete sich das Feuer schnell aus. Eine abrupte Windänderung mit starken Böen überzog das Castolon Historic District mit glühender Asche. Es gab grossen Schaden an den einten Gebäuden, trotz Einsatz
der Park- und der Terlingua-Feuerwehr. Ungefähr 400 ha verbrannten auf beiden Seiten, bevor es 13 Tage später gelöscht werden konnte. Jetzt darf man nicht mehr grillen.
PS: in Paraguay halten die Rancher auf 400 ha, 400 Rinder!