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In der Region Baden (AG) trug die Weltelite der Orientierungsläufer am vergangenen Wochenende die beiden letzten Wettkämpfe der Saison 2013 aus. Die Richterswilerin Julia Gross realisierte im Finallauf mit dem sechsten Platz ihr bisher bestes Weltcup-Resultat.
Die Geschichte von Gross‘ Erfolg am Weltcup-Final begann mit einer herben Enttäuschung. Zwei Wochen vor den internationalen Wettkämpfen in Baden fand die Schweizermeisterschaft über die Mitteldistanz statt, die gleichzeitig als einziger Selektionslauf für den vorletzten Weltcuplauf galt. Neun Startplätze standen dem Schweizer Frauenteam zur Verfügung. Nachdem Gross an der Langdistanz-SM den dritten Rang belegte hatte, durfte sie sich berechtigte Hoffnung auf einen Startplatz am zweitletzten Weltcuplauf machen. Doch es kam anders. Schon in der Startphase hatte die Zimmerberglerin Schwierigkeiten. „Ich suchte bereits den dritten Posten und obwohl alle Alarmglocken läuteten, schaffte ich es nicht, richtig zu reagieren. Prompt passierten mir weitere Fehler“, berichtete sie nach dem Rennen. Schliesslich beendete Gross den Selektionslauf auf dem enttäuschenden vierzehnten Rang und musste am Samstag zusehen, wie ihre Konkurrentinnen am Weltcuplauf über die Mitteldistanz im „Tüüfelscheller“ vor den Toren von Baden um Weltcup-Punkte kämpften.
Albtraumgefühl im Tunnel
Gemäss dem Reglement des Internationalen OL-Verbandes dürfen am Weltcupfinal die vierzig bestklassierten Athleten antreten, eine Klausel, die die Zimmerberglerin in diesem Jahr locker erfüllte. Natürlich wollte Gross dem heimischen Publikum eine Top-Leistung zeigen, was ihr in der Folge auch gelang: „Ich spürte bald, dass ich gut unterwegs war. Bei der Zielpassage nach etwa drei Vierteln des Rennens sprach der Speaker, von der drittbesten Zwischenzeit.“ Weil nach ihr nur noch wenige starke Läuferinnen gestartet waren, hatte Gross nun die Gewissheit, dass sie schnell unterwegs war. Wie angekündigt gab es kurz nach der Zielpassage einen Kartenwechsel. „Ich musste meine Karte abgeben, kriegte aber keine neue, sondern wurde auf eine Pflichtstrecke geschickt, die auf dem Trottoir durch einen Strassentunnel führte. Mitten im Tunnel schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich vielleicht die Kartenausgabestelle verpasst hatte. Ohne Karte einen Wettkampf zu bestreiten, das ist für eine OL-Läuferin ein Albtraumgefühl“, beschrieb Gross die Schrecksekunde. Kurz darauf, beim Ausgang des Tunnels, reichte ihr dann aber ein Funktionär die neue Karte.
Abschnittsbestzeit am Schluss des Rennens
Die Routenwahlprobleme auf der Schlussschlaufe löste Gross souverän. Bald war sie beim viertletzten Posten am Fuss der Stadt, nahe der Limmat. Wenig später musste sie dann eine lange Treppe hochsteigen, die sie wieder in die Nähe der Zielarena führte. „Die Steigung kurz vor dem Ziel war brutal hart. Am Schluss der Treppe spürte ich meine Füsse kaum mehr. Aber der Einsatz hat sich gelohnt, denn auf diesem Abschnitt lief ich Bestzeit“, freute sich die Zimmerberglerin. Tatsächlich bewältigte keine der vierzig Konkurrentinnen den besagten Abschnitt schneller als Gross. Dank ihrem Effort sicherte sie sich hier den sechsten Rang und klassierte sich damit mitten in der Weltelite. Vielleicht profitierte die flinke Athletin an dieser Stelle davon, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen Läuferinnen am Samstag nicht gestartet war und deshalb noch etwas frischere Beine hatte.