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Kantonale Kunst- und Kulturgutsammlung Uri
Wie der Name sagt, sind in dieser Sammlung des Staatsarchivs Uri vorwiegend aus formalen Gründen (Lagerung, Betreuung, Inventarisation, Konservierung etc.) Objekte aus verschiedenen Teilbeständen des Staatsarchivs Uri vereint. Unter verschiedenen Titeln erhält das Staatsarchiv Kulturgüter, die erhaltenswürdig sind und aus formalen Gründen nicht wie "normale" Akten behandelt werden können.
Die noch nicht inventarisierten Objekte mitgezählt, dürfte der Gesamtbestand bei ungefähr 2500 Objekten bzw. Nummern liegen.
Schon seit Jahrhunderten bewahrte der Kanton Objekte, die dem Alltagsgebrauch aus irgendwelchen Gründen entzogen wurden, auf. Dazu gehören die alten Schlachten-Banner, alte Kanonen, die alten Harsthörner wie auch die Siegel-Stempel und Gerätschaften aus dem Verwaltungsgebrauch (Bürogeräte, Vermessungsgeräte, Masse und Gewichte etc.). Diese Objekte (früher "Staatsaltertümer" genannt) bildeten den Ausgangspunkt der heutigen Sammlung. Als Folge früherer hoheitlicher Rechte sind auch
- allerdings in beschränkter Anzahl, aber z. T. von exklusiver Art - Münzen und Medaillen in die Obhut des Staatsarchivs gelangt. In jüngerer Zeit kamen z. B. auch archäologische Bodenfunde dazu.
Der zahlenmässig (ca. 2000 Objekte bzw. Nummern) bedeutendste Teil stellt die eigentliche Kantonale Kunstsammlung Uri dar, die mit Ausnahme des Bereichs "Kunst am Bau" (zuständig ist hier das Amt für Hochbau) vom Staatsarchiv betreut wird. Grundsätzlich gehören alle dem Kanton gehörenden Werke der Bildende Künste zu diesem Teil. Leihgaben Dritter sind an einer Hand abzuzählen. Der Regierungsrat begann erst kurz nach dem 2. Weltkrieg bewusst Kunstwerke anzukaufen. Vorher sind wohl die meisten Werke als Geschenke anlässlich eines besonderen Ereignisses oder als Ehrerweisung gegenüber der hohen Regierung eingegangen. 1983 übernahm das Staatsarchiv Uri offiziell die Betreuung der Sammlung, und von da an wurde versucht, trotz der nur beschränkt zur Verfügung stehenden Ressourcen eine möglichst professionelle Pflege, Bewirtschaftung und
Äufnung der Sammlung sicherzustellen.
Als öffentliche Sammlung unterscheidet sich eine Kantonale Kunstsammlung z. B. von einer "Kunsthaus"-Sammlung. Der Fokus liegt im vorliegenden Fall alleine bei Urner Kunstschaffenden und in der Zweckbestimmung vorab bei der Dokumentation des Urner Kunstschaffens und bei der Verwendung in öffentlich zugänglichen Räumen. Die Qualitätsansprüche sind sicher bei jeder Werkauswahl wichtig, aber trotzdem anders, als wenn eine "Kunsthaus"-Sammlung geäufnet wird. Der Hauptzweck bei der Verwendung setzt hingegen Grenzen bei den Werkgattungen. Nicht alle künstlerischen Äusserungen können ausgeschöpft werden. Performances, Installationen wie auch aus technischen bzw. konservatorischen Gründen die Fotografie fallen weitgehend weg. Auch sehr grosse Formate, die nur in wenige (kaum vorhandene) Räume passen, werden eher nicht "auf Halde" angekauft. Trotzdem soll die Sammlung langfristig ein Spiegelbild des Urner Kunstschaffens in möglichst vielen seiner Facetten vermitteln und dokumentieren. Im Bereich der Dokumentation ist die Porträt-Sammlung ein nicht unwesentlicher Teil, denn oft sind Personen nur auf diesem Wege dokumentiert. Dieser letzte Hinweis zeigt auch, dass nicht nur Ankäufe bei aktiven Kunstschaffenden getätigt werden, sondern dass die Sammlung auch mit Werken aus früheren Jahrhunderten ergänzt wird (Auktionen, Direktangebote etc.). Die Dokumentationsfunktion greift auch dort, wo einzelne Kunstschaffende mit Werken in der Sammlung aufgenommen werden, um überhaupt deren Uri bezogenes Schaffen mit Originalen zu verankern. Dies etwa im Bereich der Glaskunst oder v. a. welscher Künstler mit Urner Thematiken (Rütli, Tell, Urner Landschaft etc.).
Die Sammlung hätte nie den heute erreichten Umfang erreichen können, wenn nicht grosszügige Schenkungen den Bestand bereichert hätten. Oft ist die kantonale Kunstsammlung Nutzniesserin, wenn Haushalte aufgelöst werden. Auch der Eingang mehrerer umfangreicher Künstler-Nachlässe hat das Wachstum der Kunstsammlung gefördert. Hier wurde und wird tagtäglich die zentrale Funktion eines Staatsarchivs fruchtbar: die Vernetzung der verschiedenen Bestände trägt gegenseitig zu deren Wertsteigerung bei und führt dadurch auch zu Mehrwerten für die Kundinnen und Kunden des Staatsarchivs.
Zusammenfassend können die einzelnen Objektgruppen der Gesamtsammlung kurz wie folgt zusammengefasst werden: Staatsaltertümer, archäologische Bodenfunde, Münzen und Medaillen, Fasnachtsplaketten; Werke der bildenden Kunst; Einzelobjekte jeder Art aus staatlichen und privaten Archivbeständen. Trotz der Heterogenität, die nach aussen teilweise sogar als Sammelsurium erscheinen mag, ist die Sammlung sehr wertvoll, und mit ganz wenigen Ausnahmen haben alle Objekte einen funktionalen oder inneren Bezug zum Kanton Uri und damit zur Urner Kulturgeschichte.
Copyright: Staatsarchiv Uri, Altdorf / Letzte Aktualisierung:
10.10.2012

ÖFFNUNGSZEITEN
MO: 8.00-12.00 / 14.00-18.00
DI-FR: 8.00-12.00 / 14.00-17.30
SA: 9.00-12.00
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