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Selten wurde in der Vergangenheit eine Disziplin mehr kritisiert als die Western Pleasure. Von der «Peanut-Roller»-Kopfhaltung der 60er und 70er, über die exzessive Langsamkeit der 80er und 90er Jahre, bis zur heutigen Kritik, dass die Pferde seitwärts gehen, hat sich Western Pleasure in den letzten Jahren von einer Klasse, wo es anfänglich darum ging ein bequemes und williges Arbeitspferd vorzustellen, zu einer Spezialisten-Disziplin mit eigener Zuchtrichtung und Rekordgewinnsummen entwickelt. Wie auch immer, man fragt sich inzwischen immer mehr, wie eine Klasse, die oberflächlich betrachtet so grundlegend einfach ist, sich so kontrovers entwickeln konnte. «Show Horse Today» traf den bekannten Trainer und Züchter, das «NSBA Hall of Fame»-Mitglied, Tom Chown, und hat sich mit ihm über seine Einschätzung der heutigen Western Pleasure Industrie unterhalten, wie weit diese gekommen ist und über die Änderungen, die man nun einleiten sollte.
«Wir sind in einer Ära, in der wir die besten «Beweger» in der Geschichte der Western Pleasure Disziplin züchten. Aber die momentanen Trainingsmethoden zerreissen jede Form eines natürlichen Gangwerks und verändern die Art, wie sie sich bewegen», erklärt er. «Unser Ausgangspunkt waren flüssige, natürliche Bewegungen, mit ehrlicher Versammlung, klaren Gängen und einem in Selbsthaltung sich selber tragendes Pferd, und wir sind übergegangen zu etwas Mechanischem und Künstlichem.»
Wie konnte es soweit kommen? Nach so vielen Jahren der Pferdezucht, die darauf ausgerichtet war, selbsthaltende, ausbalancierte, natürliche Beweger, mit waagrechter Oberlinie zu erlangen, wie konnte das Western Pleasure Pferd Anlass zu so viel Kritik werden? Ist es einfach ein «Nichtverstehen» der Disziplin der Aussenstehenden oder steckt da mehr dahinter? Wir haben alle schon viele verschiedene Meinungen gehört, von Leuten die selber Turniere bestreiten und von solchen die nicht im Showring mitreiten. Hinter vorgehaltener Hand werden auf den Zuschauerrängen die Gesichter verzogen und Köpfe abgewandt, während die Pferde in der Western Pleasure Klasse der Bande entlang gehen. Als ob diese Reaktionen nicht genug wären, so sprechen doch die kleiner werdenden Starterzahlen der letzten Jahre für sich.
«Ich denke, es liegt an mangelndem Wissen», sagt Chown. «Viele der jüngeren Generation sind es gewohnt, Pferde zu sehen die so langsam gehen, dass sie weder im «Jog» noch im Galopp in einem klaren Gang vorgestellt werden können. Sieht man nun genau jene gewinnen, denken sie, dass es so aussehen muss. Bei manchen herrscht die Einstellung vor, langsam ist gut, einen Weg zu finden, noch langsamer zu reiten, ist besser. Dies bezieht sich auf die Langsamkeit des «Jog», die Geschwindigkeit des Galopps, das fehlende Wissen über die Gänge und den Wunsch, das Trugbild von «split in the hock», der weiten Distanz zwischen dem vorderen und hinteren Sprunggelenk, zu erzeugen.»
(Anmerkung der Redaktion: «deep hocked» bedeutet, dass das Pferd sehr stark und mit viel Kraft untertritt, was zur Folge hat, dass im Galopp, wenn beide Hinterbeine am Boden ruhen, eine weite Distanz zwischen dem vorderen und hinteren Sprunggelenk sichtbar wird, «split in the hock».)
«Wie auch immer, das ist kein guter Weg die Sache anzugehen. Ein zielorientierter Trainer schaut darauf, wie wenig er oder sie dafür tun muss, um die natürlichen Bewegungen und die angeborene Selbsthaltung des Pferdes, zu unterstützen. Nicht es in Teile zu «brechen», um diese Einzelteile separat zu «fixen», so, dass er es anschliessend dem Pferd beinahe verunmöglicht perfekte Gänge zu zeigen.»
Wertschätzung echter Versammlung gegenüber mechanischen Bewegungen
«Wie immer dreht sich alles um die Balance. Gehen wir vom Extremfall aus, die tiefste Kopfhaltung, das langsamste Pferd mit einer weit untertretenden Hinterhand, da wird die Balance und Integrität der natürlichen Bewegung des Pferdes geopfert. Ein Pferd auf der Weide trägt sich auf natürliche und für sich bequeme Art selbst. Es hebt Rippenkasten und Rücken (seine «Mitte»), und gebraucht Kopf und Genick für die Balance. Wer diese natürlichen und fliessenden Bewegungen nie gesehen hat, wird es schwer haben sie zu visualisieren.»
Chown erklärt, dass die Oberlinie des Pferdes optisch gesehen immer parallel mit der Bande sein sollte. Wenn man diese parallele Oberlinie beibehält und eine gewisse Rundheit anstrebt, gibt man dem Pferd die Möglichkeit seine «Mitte» (Rippenkasten und Rücken) zu heben und seine Beine wie ein Pendel zu benutzen. Wenn das Pferd seine «Mitte» nicht hebt und stattdessen die Hinterhand nach hinten ausschiebt, kämpft es damit, die falsche Haltung zu kompensieren. Das Bild das sich dann zeigt, ist ein Pferd dessen Vorderteil sich unkoordiniert und separat vom Hinterteil bewegt. Wenn ein Pferd seine «Mitte» korrekt hebt und seinen Körper so einsetzen kann, wofür es von Mutter Natur geschaffen wurde, resultiert das in einer weichen, frei-fliessenden Vorwärtsbewegung, die nett anzuschauen ist und die ganze Schönheit des Tieres zum Ausdruck bringt.
Ein anderes Phänomen, das man in Western Pleasure Klassen immer wieder beobachten kann, ist exzessive Langsamkeit. «Die Leute tendieren zu der Wahrnehmung, je langsamer das Pferd läuft, umso besser ist es. Aber das ist überhaupt nicht wahr», sagt Tom Chown. «Ein Pferd ist dazu fähig, in einer moderaten Vorwärtsbewegung zu laufen und gleichzeitig seine «Mitte», über die wir vorhin gesprochen haben, zu heben. Wenn wir die Pferde in heutigen Western Riding Klassen anschauen, dann sehen wir, wie sie sich mit einem gewissen Antrieb durch das Pattern bewegen. Ohne dies brächten sie keinen Galoppwechsel zustande. Die Rücken sind angehoben und sie zeigen frei-fliessende Bewegungen die ihnen erlauben, Kopf und Genick in einer natürlichen Position zu tragen, ohne exzessive Geschwindigkeit. Das ist das, was wir unter «Selbsthaltung» verstehen und genau so sollte auch ein Western Pleasure Pferd daherkommen.»
Wie zuvor erwähnt, das Pferd muss seinen Rücken, seine «Mitte», benutzen, um seine Schultern aufrecht zu halten und Spannung aufzubauen, aber die Vorwärtsbewegung kommt von der Kraft in seinen Hüften und Lenden. Jedes korrekte Manöver, sei es ein Galoppwechsel für die Western Riding, oder ein sauberer Spin für die Horsemanship, braucht Kraft und Vorwärtsbewegung der Hinterhand des Pferdes, welche wiederum die Vorhand hebt und den nächsten Schritt ermöglicht. Wenn ein Pferd seine Hinterhand nicht korrekt benutzt, kann es den Rippenkasten / Rücken oder seine «Mitte», nicht heben, verliert die Kraft für korrekte Vorwärtsbewegung. Die Vorhand bewegt sich losgelöst von der Hinterhand, ein Teufelskreis beginnt, welcher es dem Pferd wiederum verunmöglicht, korrekte Vorwärtsbewegung zu zeigen, schneller oder auch langsamer zu werden. Wenn ein Pferd seine Vorhand losgelöst von der Hinterhand bewegt, wird es Mühe haben seine Balance zu halten, was wiederum zu «Head Bobbing» führt, ein übertriebenes auf und ab Wippen des Kopfes und Halses, wie wir es heute an vielen Turnieren sehen.
«Es gibt zwei Gründe für dieses Kopf- und Halswippen», sagt Chown. «Das Pferd ist entweder lahm oder die Gänge sind künstlich, sprich es hat Mühe sich balanciert zu bewegen. Sein Kopf und Hals sind seine Balance! Mir ist es egal welche Klasse gerade läuft, wenn Kopf und Hals des Pferdes wippen, ist es überhaupt nicht balanciert und scheint lahm. Also, ist es nun lahm, oder ist es dies, was wir alle beschlossen haben als korrekten Galopp zu akzeptieren?» Chown sagt, «Absolut nicht. Als Besitzer und Trainer wissen wir alle, dass wenn ein Pferd mit dem Kopf und Hals wippt, wir nach Lahmheit suchen müssen, auch wenn dies im «Jog» oder Trab geschieht. Warum soll dann dieses selbe Anzeichen am Turnier im Galopp belohnt werden? Das ist falsch.»
Chown führt weiter und hinterfragt den «Jog». «Der «Jog» ist eine Zweitakt-Gangart die ebenfalls eine gehobene «Mitte» benötigt, um einen Spannungsbogen zu halten, welcher es dem Pferd erst ermöglicht, seine Diagonalen rein zu halten. Der gehobene Rippenkasten», erklärt Chown, «ist es, was wir mit «Selbsthaltung» definieren.»
«Je mehr wir einem Pferd erlauben seinen Rücken oder seine «Mitte» zu heben, ihm ermöglichen seine Hinterhand untertreten und den Spannungsbogen so aufbauen zu lassen, umso langsamer kann das Pferd in Wahrheit korrekt und natürlich «joggen» und galoppieren», sagt er.
Heute hören wir oft, dass der Sprecher in einer Western Pleasure Klasse für «extension of the jog» oder «extension of the lope» fragt, und nur ein oder zwei Pferde zeigen wirklich eine Veränderung des Taktes oder der Geschwindigkeit, was wiederum bei vielen Zuschauern und auch Richtern grosse Fragezeichen hinterlässt.
«So viele Reiter mit welchen ich gearbeitet habe, haben Angst ihre Pferde vorwärts zu «pushen», wenn auch nur ein kleines bisschen», sagt Chown. «Ich reise um die ganze Welt und eines der ersten Dinge die ich von meinen Reitschülern jeweils verlange, ist ihre Pferde im «Jog» und im Galopp vorwärts zu reiten, und dann das Pferd wieder zu ihnen zurück kommen zu lassen und wieder langsam werden. Die meisten Leute, mit welchen ich arbeite, haben noch nie erlebt, wie sich ein gehobener Rücken oder eine gehobene «Mitte» bei ihrem Pferd anfühlt, was bei verstärkter Vorwärtsbewegung und gut ausbalanciertem, korrektem Galopp ja automatisch kommen würde. Viele machen sich dann Sorgen, dass etwas nicht stimme, wenn sie das erste Mal fühlen, wie ihr Pferd den Rücken oder seine «Mitte» hebt und engagiert den Spannungsbogen genügend aufbaut, um seine Beine unter sich richtig zu bewegen und einen echten «Jog» oder Galopp zu zeigen.»
Wenn wir uns eine Western Pleasure Klasse anschauen, ist eines der ersten Dinge welches vielen Leuten auffällt, dass viele Reiter die Hüften ihrer Pferde nach innen drücken. Sie tun dies um ein stärkeres Untertreten zur Geltung zu bringen.
«Die Leute haben über «the hock», das Untertreten, zu sprechen begonnen, als «Zippo Pine Bar» an grossen Turnieren gezeigt wurde», erinnert sich Chown. «Er war ein Pferd mit einer natürlichen, sehr weiten Distanz zwischen dem vorderen und hinteren Sprunggelenk, und jeder wollte das.
Wie auch immer, wenn alle Leute nur immer an «the deep hock», das weite Untertreten, denken, dann tendieren sie dazu, die anderen wichtigen Faktoren, welche ich erwähnt habe, zu vergessen oder auszublenden. Die Pferdehüfte derart weit nach innen zu stellen, um ein weites Untertreten vorzugaukeln, ist nur ein Trugbild und bedeutet überhaupt nicht, dass das Pferd geradegerichtet wirklich so stark untertritt.»
So wird es gemacht. Wenn man einem Pferd den Kopf zur Innenseite «pusht», zieht oder drückt, wird es gezwungen sein antreibendes hinteres, äusseres Bein hinter sich zu lassen, was wiederum das Trugbild der «deep hock» generiert. Wenn das treibende Bein aber nicht unter dem Pferd belassen wird, kann es seinen Rücken nicht heben und sich nicht angemessen vorwärts bewegen. Um sich dennoch vorwärts bewegen zu können, muss das Pferd den Rücken wegdrücken, sprich ein hohles Kreuz machen, was zur Entkoppelung der Verbindung, Hinterhand / Rücken / Vorhand führt und das Pferd zwingt, mit Kopf und Hals zu wippen, um die Balance zu halten und etwas Schwung zu generieren, dass es die Vorderbeine vorwärts bewegen kann. In anderen Worten, ohne die Möglichkeit sein treibendes Bein zu nutzen, hat das Pferd kein Bein, um drauf zu stehen, (englisches Sprichwort «no leg to stand on») es hat seine Fähigkeit verloren, sich natürlich und flüssig in Selbsthaltung vorwärts zu tragen. Das Resultat ist der lahme, mechanische und künstliche Gang den wir heute so oft sehen und als auszeichnungswürdig ansehen. Zu all dem kommt hinzu, dass viele Leute die den Wunsch nach Erfolg hegen, tausende von Dollars ausgeben, um dieses Trugbild zu trainieren, alles auf dem Buckel unserer Pferde Gesundheit, Zufriedenheit und Wohlergehen. Zudem ist dies auch der Grund, dass so viele Pferde so früh in ihrer Karriere lahm werden.
Die Erschaffung einer Spezialisten Industrie
Wenn die Leute sagen, dass die Mehrheit der Pferde da draussen sich inkorrekt bewegen, fällt dann nicht die Verantwortung auf die Richter, diese Pferde nicht zu platzieren?
«Es ist schwierig», sagt Tom. «Ich bin mir sicher, dass einige Richter unter gewissem Druck stehen und andere einfach zu wenig Ahnung von der Sache haben, aber ich glaube, dass die Mehrheit der Richter diejenigen Pferde vorne sehen wollen welche eine gerade Oberlinie und einen korrekten Gang zeigen. Wie auch immer, manchmal kriegen sie dazu nicht die Möglichkeit. Richter können nur das richten, was sie vor sich sehen und wenn sich jedes Pferd in der Klasse gleich bewegt, dann müssen sie das kleinste Übel wählen, oder jenes Pferd welches sich am wenigsten inkorrekt bewegt! Dies ist einer der Gründe, warum die Richterkarten bei Mehrfachshows oftmals überhaupt nicht übereinstimmen.»
So schliesst sich dann der Kreis. Trainer, Besitzer und sogar jugendliche Reiter sehen die langsamsten Pferde platziert und denken, dass dies so richtig sei und dass sich ein Pferd so bewegen müsse. Dann beginnen sie auf dieses Ziel hinzutrainieren. Das wird speziell augenscheinlich an lokalen Turnieren, führt weiter bei einigen Futurities und geht sogar hin bis zum Congress.
(Anmerkung der Redaktion: All American Quarter Horse Congress, Columbus, Ohio, Pferdeveranstaltung, alljährlich während 4 Wochen im Oktober.)
«Die jüngere Generation beäugt ihre Konkurrenz und sie sehen, was gewinnt, dennoch wissen sie noch nicht, wie ein gutes Pferd aussieht, wie es sich anfühlt, oder was es mit «Selbsthaltung» auf sich hat», erklärt er. «Dies muss sich ändern, für die Zukunft unserer Disziplin und für die Gesundheit und das Wohlergehen unserer vierbeinigen Partner.»
Wegen der Spezialisierung der Klasse über die letzten 20 Jahre, sind die heutigen Western Pleasure Pferde so gezüchtet, dass sie die besten Beweger sind, die wir in der Geschichte der Rasse je hatten. Die besten Stuten wurden mit den besten Hengsten gedeckt, um im Wettbewerb um den Gewinn der tausenden von Dollars an Futurity Geld mitzuhalten. Bereits im Alter von drei Tagen zeigen diese Fohlen ihre natürliche und flüssige Vorwärtsbewegung wenn sie neben ihren Müttern galoppieren.
«Wenn wir uns eine «Longe Line» Klasse anschauen, sehen wir diese natürliche Bewegung, und die Richter richten sie entsprechend», sagt Chown. «Dann sehen wir die Pferde unter dem Sattel bei den Zweijährigen, und sie sehen total anders aus. Aus irgendeinem Grund glauben die Leute, das Rad neu erfinden zu müssen, nur um die Pferde rund um die Arena zu bringen, wobei alles was sie wirklich tun müssten, wäre dem Pferd nicht in die Quere zu kommen, herauszufinden wie sie das Pferd trainieren müssen, dass es zeigen kann, wie es sich von Natur aus in Selbsthaltung und auf vom Himmel gegebene, individuelle Art und Weise bewegen kann.»
Bevor die hohen Futurity Gewinnsummen die Strasse der Spezialisierung zu pflastern begannen, war die Western Pleasure ein «erster Schritt», eine Klasse die es den Pferden ermöglichte, ihre Füsse in der Showarena nass zu kriegen und ihre Karriere zu beginnen. Oft wurden die Pferde exzellent in Horsemanship, Trail und Western Riding für Jugendliche und Amateure. Wenn es kein erster Schritt für schwierigere Klassen war, dann eine weitere Klasse, um die Vielseitigkeit der Arbeitspferde der 60er und 70er Jahre zu zeigen. In diesen Tagen der Spezialisierung ist die Western Pleasure für viele Pferde die Endstation, nicht nur ein Zwischenstopp einer Reise.
«Wann immer man Gewinnsummen ausschreibt, wird alles rauer, die Leute arbeiten ein wenig harter», erklärt er. «Dies ist einer der Hauptgründe, der zur Spezialisierung der Klasse führte, was nicht unbedingt eine schlechte Sache sein muss. Schauen wir uns die Pferde an den «World Shows» an. Die gehen viel mehr vorwärts, natürlich und korrekt, wie es das AQHA Regelwerk verlangt. Wir müssen dieselbe Art und Weise der Western Pleasure auf breiter Ebene zu sehen bekommen, von den grossen, internationalen, bis hin zu den kleinen, lokalen Turnieren.»
Oberflächlich betrachtet, scheint es ziemlich einfach die Western Pleasure zu «fixen»: Erlaubt den Pferden vorwärts zu gehen, korrekt, natürlich, mit einer flachen Oberlinie und in Selbsthaltung, dann richtet sie entsprechend. Wie auch immer, wie mit allen Dingen, Veränderung ist meist ein langsamer Prozess und bedingt ein Abrücken von mentalen genauso wie physischen Strukturen. So viele Western Pleasure Trainer und Reiter haben für so lange Zeit auf diese Art und Weise gearbeitet und «geshowt», dass sie willens sein müssen, neue Trainingstechniken zu erlernen, die es unseren Western Pleasure Partnern erlaubt, sich so zu bewegen wie sie geboren sind: in Selbsthaltung, vorwärts und schön. Einige Richter werden auch weitergebildet werden müssen um ihnen klar zu machen, wie korrekte Western Pleasure Bewegung aussieht. All diese verschiedenen Veränderungen sind nicht etwas, was von irgendjemandem über Nacht erwartet werden darf, aber jeder Richter / Trainer / Reiter muss Verantwortung für seine Rolle übernehmen und auf die Lösung fokussieren, und dies ist etwas, was verändert werden kann. Jene Trainer, welche heute schon ihre Western Pleasure Pferde vorwärts und mit korrektem Gang vorstellen, sollten dies weiterhin tun, auch wenn sie manchmal hinter gebrochenen, mechanischen Bewegern platziert werden. Andere können daran arbeiten, den inkorrekten Gang ihrer Pferde zu verbessern und das zu fördern, was für das Pferd natürlich ist, zu beginnen mit und nicht gegen die Selbsthaltung zu arbeiten. Die von Natur aus äusserst talentierten Pferde, welche die Industrie heute züchtet, werden dann dasjenige noch besser machen können, für was sie gezüchtet wurden. Richter sollten inkorrekte, künstliche Beweger zur Verantwortung ziehen, indem sie diese nicht in den Top Fünf platzieren. Dies bedeutet nicht unbedingt Disqualifizierung, aber diese Pferde sollten nicht vor einem korrekten, sich schön bewegenden Pferd platziert sein, welches in echter Selbsthaltung vielleicht etwas mehr vorwärts geht.
Wir dürfen den scheinbar kleinen Einfluss, welcher jeder von uns hat, nicht unterschätzen. Laut Malcolm Gladwell, Bestseller Autor von Büchern wie «Tipping Point – Wie kleine Dinge Grosses bewirken können», wird oft 80% der Arbeit oder Veränderungen von 20% der Menschen bewirkt. Indem jede Person Verantwortung für Veränderungen übernimmt, kann es auf andere Menschen übergehen und schlussendlich eine ganze Industrie verändern, vergleichbar mit Modetrends, die bei wenigen Leuten am «Congress» oder der «World Show» auftauchen, und dann im kommenden Jahr überall zu sehen sind. In einer Ära, in welcher wir talentierte, sich natürlich bewegende Pferde gezüchtet haben, sollten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes vorwärts bewegen, um unsere Pferde auf einen höheren Standard von Exzellenz zu heben.
Tom trainierte und «showte» über fünfzig Jahre lang Pferde. Bereits mit zwölf Jahren begann er Pferde einzureiten und zu trainieren, mit vierzehn übernahm er die Verantwortung für das Training aller Ranch Pferde seines Vaters Clarence Chown. Als junger Trainer arbeitete und lernte er viel von Horsemen wie Jimmy Williams, Tommy Manion und Bill Horn. Die Kombination aus diesen frühen Erfahrungen und das Beobachten der Pferde und deren Bewegungen über Jahre, führten zum Erfolg: Er showte in den USA wie in Europa und gab Kurse in Horsemanship, Showmanship, Pleasure und Western Riding. Das «Highlight» seiner Karriere war das Privileg World Chmapions zu trainieren und zu besitzen. Darunter der berühmte NSBA Hall of Fame Stallion «Hotrodders Jet Set». Chown selber wurde 2006 in die NSBA Hall of Fame aufgenommen.
Autoren: Tom Chown und Melinda Davison, bearbeitet durch Kate Packer-Brickley
Übersetzung: Jonas und Elif Schleiniger
Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Show Horse Today > Originaltext von Show Horse Today
Fotos: Kate Packer-Brickley / Tom Chown
Erschienen im März WESTERNER