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deutscher Ingenieure.
und 2, ein sicherer und kräftiger Strom inducirt, so dass während der Schliessung bei f sowohl nach einander, als wegen der Zahnung der langen Platten ggl auch neben einander eine Menge Funken überspringen und das Gasgemisch im Arbeitscylinder F auf einer langen Strecke gleichzeitig sicher entzünden. Die Schliessung f kann auch in die secundäre Leitung zz1 eingeschaltet werden.
Kl. 88. No. 31306. Vorrichtung zur selbstthätigen Regulirung der Luftmenge bei Wassersäulenmaschinen mit veränderlicher Füllung 1). Ph. Mayer, Wien. Ausser
dem in die Druckleitung d
eingeschalteten gewöhnid lichen Windkessel d ist an
jedem Ende des Arbeitscylinders ein Hilfswind
kessel a angebracht, welf
cher durch ein Ventil b mit der freien Luft, durch c mit dem Hauptwindkessel in Verbindung steht. Sinkt bei teilweiser Füllung in der Expansionsperiode die Luftspannung in a unter
1 Atm., so wird durch b neue Luft angesaugt; steigt in der Compressionsperiode die Spannung in a über diejenige in der Druckleitung, so wird der Luftüberschuss durch c in den Hauptwindkessel gedrückt.
KI. 47. No. 31384 (Zusatz zu 29 291, s. Z. 1885, S. 38). Neuerung an einem Heisswindschieber. F.Burgers, Bulmke bei Gelsenkirchen. Zur Erleichterung des Einbauens und Verminderung der Dichtungsflächen werden die federnden Dichtungsringe des Hauptpatentes durch feste, an die Schiebersitzbüchsen A angegossene Ringe D ersetzt, und das Gehäuse geteilt. Man legt nach Aufbringung der Asbestschicht F die Büchsen A mit den Ringen D in die Nuten b des Unterteiles, bringt den Oberteil auf und schraubt beide zusammen.
Kl. 47. No. 31296. Selbstthätig schliessendes Reactionsventil. O.v.Fallot, Zabrze(0.-S.). Um zwei Räume, deren flüssiger Inbalt für gewöhnlich unter gleichem Drucke stehen soll, z. B. den Dampfkesselstutzen A und das Wasserstandsglas B, bei plötzlicher Druckverminderung in B (Bruch des Glases) durch die entstehende Strömung selbstthätig gegen einander abzuschliessen, wird die Flüssigkeit durch die turbinenschaufelartig gekrümmte Höhlung einer Ventilklappe V geleitet, welche durch die Rückwirkung der Strömung auf ihren Sitz cd gedrückt wird. Nach Wiederherstellung der gleichen Spannungen in A und B wird v
B durch ihr Gewicht bezw. Gegengewicht G selbstthätig oder durch eine Kurbel von Hand wieder geöffnet.
1) Z. 1885 S. 447.
Litteratur.
Das Gesetz der proportionalen Widerstände und seine Anwendungen. Nebst Versuchen über das Verhalten verschiedener Materialien bei gleichen Formänderungen sowohl unter der Presse als dem Schlagwerke. Von Friedrich Kick. Mit 3 lithogr. Tafeln. Leipzig. Arthur Felix. 1885.
Die vorliegende kleine Schrift behandelt ein vorläufig besonders für die mechanische Technologie ausserordentlich wichtiges Naturgesetz, und zwar aus einem Teile der praktischen Mechanik, dessen Pflege nur mit grosser Ausdauer und Sorgfalt durchführbar ist, aus der Mechanik der Formänderungen, einem Gebiete, dessen Lehrsätze in ihrer theoretischen und praktischen Begründung, wenn einmal gesichert, die einzige richtige Grundlage zur Beurteilung der zweckmässigsten Ausnutzung der Materialien bilden kann. Die theoretische Seite dieses Gebietes ist teilweise von bedeutenden Autoren bearbeitet, die praktische fast nur auf den theoretisch durchsichtigeren Teilen, meist Fälle einfacherer Natur, in denen die Navier'sche Hypothese über die Verteilung specifischer Spannungen auf die Querschnittsflächen gilt. In solchen Fällen müssen über die Körperformen gewisse Voraussetzungen gemacht werden. Der Gedanke, das Verhalten verschiedener Körper mit ganz beliebigen Formen, insbesondere solcher geometrisch-ähnlicher Gestalt, und zwar bei gleichartiger Beanspruchung, zu vergleichen, ist zwar nicht neu; denn es sind bereits von Lebrun, Vicat und Barba Lehrsätze über das Verhalten solcher Körper ausgesprochen worden; doch gebührt dem Verfasser des oben genannten Werkes entschieden das Verdienst, durch Aufstellung des Gesetzes der proportionalen Widerstände eine allgemeine Beziehung gefunden zu haben, von welcher die Gesetze der früheren Autoren in dieser Hinsicht nur besondere Fälle sind, und vor allen dieses Gesetz in seiner vielseitigsten Anwendbarkeit als praktisch höchst wertvoll nachgewiesen zu haben.
Der erste Abschnitt behandelt die Formulirung des Gesetzes, welche sich kurz mit folgenden Worten zusammenfassen lässt: Die Arbeitsgrössen, welche zu übereinstimmender Formänderung zweier geometrisch-ähnlicher und materiell gleicher
Körper erfordert werden, verhalten sich wie die Volumina oder Gewichte dieser Körper. Der zweite Abschnitt enthält die Anwendungen, und zwar auf das Sprengen, auf die Beanspruchung der Körper in den verschiedenen einfachen Arten der Festigkeit, ferner auf das Zerschlagen, Zerstampfen, Zerdrücken, Zerpulvern, das Abtrennen von Spänen, das Lochen, Schmieden unter dem Dampfhammer, Walzen, Drahtziehen und mehr. In dem III. Abschnitte wird das Gesetz theoretisch begründet, im IV. die experimentelle Auffindung besprochen, und schliesslich werden im V. Abschnitte die zur Begründung des Gesetzes ausgeführten Experimente näher beschrieben. Es ist ganz unmöglich, mit wenigen Worten auf diesen Teil einzugehen. Der letzte Abschnitt bespricht das Verhalten verschiedener Materialien bei gleicher Einwirkung äusserer Kräfte auf congruente Probestücke und den Einfluss der Geschwindigkeit der Formänderung auf den Widerstand oder die Beziehung von Druck und Stofs; der Gegenstand dieses Abschnittes bedarf natürlich noch veilseitiger Versuche, und es eröffnen sich dem Studium und der Forschung an dieser. Stelle noch zahlreiche und interessante Aussichten. Das Werk darf ohne Zögern jedem, besonders aber dem ausübenden Techniker, zur Weiterbildung empfohlen werden.
Bei der Redaction eingegangene Bücher:
Die Verwendung des Gases zum Kochen, Heizen und in der Industrie. Von J. G. Wobbe. München 1885.
Das Friedrich Siemens'sche neue Heizverfahren mit freier Flammenentfaltung. Von Fritz W. Lürmann. Separatabdruck aus »Stahl und Eisen« 1885, Heft V. Düsseldorf, Aug. Bagel.
Die Steinbearbeitungsmaschinen mit Bezug auf deren Construction, Anwendung und Leistung. Von Th. Schwartze. Leipzig 1885, Quandt & Händel.
Naturwissenschaftlich-technische Umschau. III. pop. Halbmonatsschrift, herausgegeben von Th. Schwartze. Erster Jahrgang, I. Band. Jena 1885, Fr. Maucke's Verlag.
Band XXIX. No. 27.
4. Juli 1885.
Vermischtes.
519
Vermischtes.
umschalter ermöglicht das Ein- und Ausschalten beliebiger Strom
kreise und Lampenzahl. Die ganze Anlage, auf der Werft unter Am Dienstag den 23. d. lief von der Werft der Flens
Leitung eines Ingenieurs der Firma Siemens & Halske herburger Schiffsbaugesellschaft der erste von den beiden gestellt, kostet ungefähr 30 000 M. Dampfern vom Stapel, welche von der Rhedereifirma Wm. O'Swald
(Zeitschr. f. Elektrotechnik, 15. Mai 1885.) & Co. in Hamburg bei gesagter Werft in Bau gegeben worden.
Die beiden Schiffe sind für den Sultan von Sansibar bestimmt, in dessen Gebiet das Haus O’Swald seit vielen Jahren vertreten
Ueber den Schiffsverkehr auf den Berliner Wasserist. Hr. Albrecht O'Swald war zugegen und taufte den Dampfer auf den Namen » Kilwa«. » Kilwa«. Die Hauptdimensionen desselben sind
strassen bringt das Centralbl. d. Bauverw. vom 18. März d. J.
einige statistische Angaben, denen wir folgendes entnehmen: 140' x 22' x 13' (42,7m x 6,7m x 4m).
Die sechs Schleusen der Berliner Wasserstrassen (Stadtschleuse Die Compoundmaschine von 200 Ni wird dem Schiffe eine Geschwindigkeit von 8 Knoten verleihen.
im Kupfergraben, obere und untere Schleuse im Landwehrkanal,
Köpenicker Schleuse im Louisenstädtischen Kanal, zwei Schleusen Die beiden Schiffe werden infolge des Wunsches des Sultans
im Spandauer Schifffahrtskanal bei Plötzensee) sind in den 5 letzten für denselben wohnlich mit entsprechenden Kajütseinrichtungen in Jahren von folgenden Schiffen, beladen und leer, durchfahren worden: geschmackvoller Ausführung versehen. Die »Kilwa« wird gegen
1882 1883 1884 Ende Juli seefähig sein und laut getroffener Anordnung von hier mit Ladung versehen nach Sansibar hinausgehen. Das Schwester- 1. Stadtschleuse
13 132 13 334 13 829 schiff erhält den Namen »Barawa« und gelangt etwa 4 Wochen 2. Obere Schleuse .
11 175 12 256 10 970 später zur Ablieferung.
3. Untere
16 851 16 947 16 088 4. Köpenicker Schleuse
2 374 3 833 4 340
5. 2 Schleusen bei Plötzensee 21 706 22 154 25 166. Die XV. Jahresversammlung des Deutschen Vereines von
Bei durchschnittlich 343 Betriebstagen hatte demnach die Stadtschleuse
38 einen täglichen Verkehr von
39 Gas- und Wasser-Fachmännern wird in den Tagen des 15. bis
40 Schiffen
63 der Spandauer Kanal von
65 18. Juli in Salzburg abgehalten werden. Das Programm umfasst
73 den Landwehrkanal suchten auf
44 48 46 folgende Verhandlungsgegenstände: Ueber Rohrlegungen für Gas und Wasser (Hr. A. Hegener-Köln). Prüfung von Gasleitungen
Wie sehr der Schiffsverkehr dazu diente, den Bedarf der Grossauf Dichtigkeit. Ueber den Geruch des Leuchtgases (Hr. Dr. stadt zu decken, ergiebt sich daraus, dass Bunte-München). Erfahrungen und Versuche mit trockenen Gasmessern (Hr. Reg.-Rat Dr. Löwenherz-Berlin). Webers
von den eingehenden Schiffen in 1883 nur 5 pct.
» 1894 » 6o » unbeladen waren, Photometer (Hr. Haensch-Berlin). -- Bericht der Kerzencommission
während von (Hr. A. Thomas-Zittau). Erfahrungen mit der Amylacetat
den abgehenden Schiffen.
in 1883
87 » lampe. Apparat zur Bestimmung des specifischen Gewich
» 1884 88 » unbeladen waren. tes und Druckes von Gasen und Dämpfen (Hr. Lux-Ludwigshafen). Ventilation mit Gas beleuchteter Räume (Hr. Geh. Rat
Der Gesammtschiffsverkehr der Güter, welche Berlin berührten Oechelhäuser-Dessau). Antrag dazu: Erlass eines Preisaus- oder daselbst aus- und eingeladen wurden, betrug ausschliesslich der schreibens über die Mittel und Anordnungen, um 1) die übergrosse
Flosshölzer: Erwärmung der Zimmer durch das Gaslicht zu verhindern, 2) die
1883
1884 Abführung der Verbrennungsproducte zur Ventilation der Zimmer
durchgegangen
357 642 t
337 634 t nutzbar zu machen. Das Wassergasglühlicht; mit Demonstrationen.
angekommen
2 896 526,5t 3074 900 t Ueber graphische Durchmesser bestimmung von Wasserleitungen
abgegangen
267 793 t
273 384,5, (Hr. A. Thiem-Berlin). Ueber den in Wasserleitungen mit Rücksicht auf Feuerlöschzwecke nötigen Druck (Hr. A. Thiem-Berlin
wovon nur 0,8 pct. durch Dampfschiffe befördert wurden. und Hr. E. Grahn-Coblenz). Ueber mikroskopische Wasser
Rechnet man hierzu den Flossverkehr, so stellt sich der geuntersuchungen (Hr. Prof. Dr. Harz-München).
Ueber Zulässig
sammte durch Schiffe geleistete Güterverkehr keit galvanisch verzinkter Schmiedeisenröhren für Wasserleitungen
auf 3 557 089,5t in 1883, (Ar. J. Dauscher-Salzburg). Anschluss von Klosets an Hoch
3716 060,50 » 1884, druckwasserleitungen (Hr. J. Dauscher-Salzburg). Zweck und
ein Verkehr, welcher an keiner anderen Stelle eines schiffbaren Art der Errichtung von Versuchsanstalten für elektrische Beleuchtung
Flusses oder Kanales in Deutschland erreicht wird und z. B. den(Hr. A. Fischer-Berlin). Ueber Koksverwertung und Kokszerkleinerung. Ueber Gaswasserverarbeitung (Hr. Dr. Feldmann
jenigen des verkehrreichsten Rheinhafens von Ruhrort, welcher ein
schliesslich der Flosshölzer im Jahre 1883 2 361 003t betrug, um Bremen). - Ueber die Entwertung der Ammoniaksalze. Bericht der Commission für Statistik der Betriebszahlen von Gaswerken
50 pCt, übertrifft. (Hr. Schultze-Chemnitz). – Ueber Intensivgasbrenner für private und öffentliche Beleuchtung (Hr. H. Schmitt-Mainz). Bericht
Patentwesen. der Commission für Verwendung des Gases zu Koch- und Heiz
Dem Patentblatte vom 27. Mai d. J. entnehmen wir die folgende zwecken.
grundsätzlich wichtige Entscheidung, wonach die im PatentMit der Versammlung wird eine Ausstellung fachlicher Gegen- gesetze § 5 erwähnte Benutzung, um die dort bezeichnete stände, namentlich von Entwürfen ausgeführter Anlagen, verbunden Wirkung zu haben, eine auf eigene Zwecke und das sein. Ausflüge sind in Aussicht genommen nach Fürstenbrunn, eigene Interesse gerichtete gewesen sein muss. Hellbrunn, Aigen, Berchtesgaden und Königsee.
Ein vom zweiten Strafsenate des Reichsgerichtes in der RevisionsAnmeldungen zur Teilnahme sind an den Ortsausschuss
instanz gefälltes Erkenntnis vom 1. Mai d. J. enthält folgende Ausz. H. des Hrn. Bürgermeister Biebl zu richten.
führungen:
»Der Vorderrichter hat thatsächlich festgestellt, dass der An
geklagte zu B. im September und October 1884 wissentlich den In Wilhelmshafen fand jüngst die Brennprobe der elektri- Bestimmungen der $$ 4, 5 des Reichspatentgesetzes vom 25. Mai schen Beleuchtungsanlage des Artillerieschulschiffes Mars 1877 zuwider eine Erfindung in Benutzung genommen hat, indem er statt, welche, von der Firma Siemens & Halske ausgeführt, in ohne Erlaubnis des Patentinhabers, Fabrikanten Sch. und G. zu B., zwei Abteilungen zerfällt, die eine zur Beleuchtung des Oberdeckes, den Gegenstand der Erfindung derselben, nämlich die flache Ueberdie andere für die Batterie und inneren Schiffsräume. Letztere dachung der Räume zwischen den Dochtröhren an Mitrailleusenerfolgt durch 3000 Glühlichtlampen von 25 N.-K. Leuchtkraft und brennern Patent No. 10621 gewerbsmässig hergestellt und in einer Brenndauer von 800 Stunden, erstere durch zwei Bogen- Verkehr gebracht hat. lichtlampen von je 1800 N.-K. Ausserdem befindet sich auf dem
Diese Feststellung enthält die Erfordernisse des in § 34 des Oberdeck noch ein grosser Reflector für den Seegebrauch mit Patentgesetzes bezeichneten Vergehens, und ihre Begründung lässt Fresnel'schem Scheinwerfer von 20 000 N.-K. Die für das Bogen- einen Rechtsirrtum nicht ersehen; insbesondere ist ohne Rechtslicht in Verwendung kommenden Dynamomaschinen sind Gleich- irrtum angenommen, dass die Vorschrift § 5, Absatz 1, des Patentstrommaschinen neuester Construction und werden durch zvei gesetzes, wonach die Wirkung des Patentes gegen denjenigen nicht 12pferdige Dampfmaschinen betrieben; für die Glühlichtlampen eintritt, welcher bereits zur Zeit der Anmeldung des Patentinhabers sind Maschinen mit gemischter Wickelung verwandt, die ebenfalls im Auslande die Erfindung in Benutzung genommen oder die zur durch Hanfseiltransmission mittels der Betriebsmaschinen mit Benutzung erforderlichen Veranstaltungen getroffen hatte, auf den 900 Umdr. in 1 Minute in Umlauf gesetzt werden. Ein General- Angeklagten nicht zutrifft. Nach dem festgestellten Sachverhalt ist
deutscher Ingenieure.
neuen
der Angeklagte in der Fabrik der Lampenfabrikanten Sch. und G., welchen das gedachte Patent No. 10621 unter dem 14. November 1879 von dem Kaiserlichen Patentamte zu Berlin erteilt worden, bis zum 6. September 1884 eine längere Reihe von Jabren hindurch und namentlich schon im Jahre 1878 als Werkführer in Diensten gewesen. Er ist dabei von den Inhabern jener Firma als Vertrauensmann für Vornahme beziehungsweise Erstrebung neuer Constructionen an Lampen und Brennern beschäftigt worden und in dieser Weise auch bei Herstellung der hier fraglichen, zur Patentirung gelangten Brennerconstruction mitthätig gewesen. Der Mitinhaber der Firma G. hatte eine festere Verbindung der Einzelröhren der bisherigen Mitrailleusenbrenner für praktischer gehalten, und hat auf seine Veranlassung der Angeklagte zunächst in der Werkstatt der Fabrik Versuche einer dahin gehenden Neuconstruction gemacht, sodann aber in seiner im Fabrikgrundstück ebenfalls belegenen Privatwohnung Ausprobungen mit den schliesslich construirten Brennern an Lampen vorgenommen,
Wenngleich der Vorderrichter als thatsächlich richtig unterstellt, dass der Angeklagte mehrfach den fraglichen Brenner schon vor der (am 14. November 1979 geschehenen) Patentanmeldung des jetzigen Patentinhabers iö seiner Wohnung gebrannt, also benutzt hat, so findet er hierin doch nicht ein Inbenutzungnehmen der Erfindung seitens des Angeklagten im Sinne des § 5, Absatz i, des Patentgesetzes; denn Angeklagter habe, wie er sehr häufig in seiner Stellung als Workführer Lampenteile und dergleichen von den Chefs der Firma zum Ausprobiren in seine Wohnung erhalten, auch den Versuchen und Erprobungen der erstrebten verbesserten Construction der Brenner gerade auf Veranlassung des Fabrikherin G., der den leitenden Gedanken ausgegeben und durch Angeklagten zur praktischen Ausführung habe bringen lassen, sich unterzogen und seine industrielle und mechanische Thätigkeit nur im Auftrage und im Namen seiner dermaligen Arbeitsgeber, von denen er Bezahlung erhalten, geleistet, insbesondere auch als bezahltes industrielles Organ der Fabrikherren Sch. und G. für diese und namens dieser die erwähnten Benutzungshandlungen vorgenommen.
Ist es aber nach dem Wortlaute und den Motiven des gedachten $ 5, Absatz 1, Zweck dieser Vorschrift, den berechtigten Besitzstand desjenigen, welcher bereits zur Zeit der Anmeldung des Patentinhabers im Inlande die Erfindung in Benutzung genommen oder die zur Benutzung erforderlichen Veranstaltungen getroffen hatte, gegen die Wirkung des später verliehenen Patents zu sichern, so ist eine eigene und selbständige, für eigene Zwecke und im eigenen Interesse erfolgte Benutzung bezw. die Veranstaltung zu solcher Benutzung der Erfindung eine wesentliche Voraussetzung, und an dieser Voraussetzung fehlt es nach den vorstehenden, einen Besitzstand für den Angeklagten ausschliessenden Thatsachen. Die Thätigkeit des Angeklagten bei der Benutzung des Brenners war eine den Fabrikherren und Patenterlangern gewidmete und ist von dem Angeklagten selbst so angesehen worden, wie daraus hervorgeht, dass, als der mit ihm in derselben Fabrik beschäftigte Metallarbeiter B. in der Privatwohnung des Angeklagten die neuen Brenner sah, schon ausdrücklich davon gesprochen wurde, dass von Sch. und G. das Patent auf die neue Construction nachgesucht werden solle. Auf die Vorschrift des § 5, Absatz 1, des Patentgesetzes vermag der Angeklagte sich daher nicht zu berufen. Im übrigen ist festgestellt, dass der Angeklagte nach seinem am 6. September 1884 geschehenen Ausscheiden aus der Fabrik von Sch. und G. sich als Brenner- und Lampenfabrikant selbständig etablirt und im September und October 1884 Brenner, wie sie der Firma Sch. und G. seit dem 14. November 1879 patentirt sind, und zwar etwa 300 Stück, gewerbsmässig hergestellt und 200 Stück davon verkauft und in Verkehr gebracht hat, dass er dabei das Patent der Firma Sch. und G. gekannt und sich bewusst gewesen ist, durch die ohne deren Erlaubnis von ihm vorgenommene Fabrikation das Patent derselben zu verletzen, dass er daher wissentlich gegen das Patentrecht verstossen hat, indem insbesondere auch an der vollen Wirkung des Patentes gegen ihn selbst bei ihm kein Zweifel bestand.
Hiermit sind die Voraussetzungen des in § 34 des Patentgesetzes bezeichneten Vergehens gegeben.«
während des Winters ein etwa 3m hoher Eishaufen zusammengebracht und mit einer einfachen Bedeckung von Stroh, Asche, Torf usw. versehen. Der Kühlraum für die Vorräte befindet sich unter dem Eishaufen und besteht aus zwei neben einander liegenden gewölbten Kanälen, welche in den den Zugang zur Kühlvorrichtung bildenden Raum (Küche usw.) ausmünden. Das über den Kanälen liegende Eis hält den Kühlraum den ganzen Sommer über auf einer Temperatur von + 2 bis 30 R., welche aasreicht, um rohes Fleisch 4 bis 5 Wochen vorzüglich zu erhalten. Die Kanäle haben von der Küche nach dem Eishaufen etwas Gefäll; die aufzubewahrenden Gegenstände werden auf dinen mittels Kette und Rollen zu bewegenden Wagen gebracht, der hinten eine aufrecht stehende Wand trägt, welche sich nachdem der Wagen in den Kühlraum hinabgelassen ist mittels einer Dichtung fest an die innere Oeffnung des Kanales anlegt und den Kühlraum gegen die äussere Luft abschliesst. Eine Klappe schliesst gleichzeitig selbstthätig die Ausmündung des Kanales.
Die zweite Construction, das Eishaus des Hrn. von Harnier in Echzell (Oberhessen), eignet sich dagegen mehr für Entnahme von Eis. Der Eisbehälter hat die Form einer Pyramide, und zwar steht die Eispyramide auf der Spitze, von wo aus zum Zweck der Schmelzwasserableitung ein 2em starkes Bleirobr mit einer S-förmigen Krümmung an der Mündung, welche den Luftzutritt abschliesst, nach aussen führt. Im übrigen ist die Pyramide von Holz construirt, von einem leichten Bretterhaus mit senkrechten Wänden umgeben und durch ein leichtes Pappdach gegen Schnee und Regen geschützt. Die schiefen Wände der Pyramide sind innen dachziegelförmig mit Zink bekleidet; die Zwischenräume zwischen denselben und der senkrechten äusseren Bretterwand sind mit Isolirmaterial dicht. ausgefüllt; das Ganze steht isolirt vom Erdboden auf einem leichten Balkenrost. Das Eis wird durch eine unter dem Dach befindliche Eingangsthúr möglichst dicht in die Pyramide eingefüllt und sodann mit einer etwa 30cm starken Spreu- oder Häckselschicht bedeckt. Beim Entnehmen des Eisbedarfes wird die Spreudecke an einer Stelle beseitigt, das nötige Eis herausgenommen und die entblösste Stelle der Eisoberfläche sofort wieder mit Spreu bedeckt.
Bei fortschreitender Verminderung des Eises werden die Isolirschichten, welche das Eis umgeben und bedecken, immer dicker, so dass das Schmelzen sich verlangsamen muss. Eine Einwirkung der Luft auf das Eis ist gänzlich ausgeschlossen. Das Isolirmaterial bleibt vollständig trocken, wodurch auch das Holzwerk wesentlich besser erhalten wird. Es ist daher nur eine verhältnismässig kleine Eismenge erforderlich, um sich den Bedarf für die Sommermonate zu sichern. Die Eispyramide des Hrn. von Harnier, welche schon seit 5 Jahren in Benutzung steht, fasst nur 5 zweispännige Wagen Eis, welches für einen starken Haushalt und für den ausserordentlichen Bedarf in Krankheitsfällen für die Umgegend genügt. Bei eintretendem Winter ist gewöhnlich noch 1/4 bis 15 desselben in einem dichten Eisblock übrig.
Im Anschluss an unsere Mitteilungen über die Bauschingerschen Versuche über das Verhalten eiserner und steinerner Säulen im Feuer (Z. 1885 S. 391) erscheint uns ein Aufsatz in No. 16 und 17 der Deutschen Töpfer- und Zieglerzeitung beachtenswert, in welchem Baumeister E. A. Hoffmann auf Grund seiner vicljährigen Erfahrungen und Untersuchungen die Richtigkeit der von Bauschinger gezogenen Schlussfolgerungen bestreitet und insbesondere der Verwendung massiv aus Ziegeln hergestellter Unterstützungen, Gewölbe usw. das Wort redet. Entgegen der Ansicht Bauschinger's hält er, wenn einmal Eisen angewendet werden soll, Schmiedeisen für besser als Gusseisen, und gegenüber der Empfehlung des Betons macht er auf die geringe Feuerbeständigkeit des Mörtels im allgemeinen sowie darauf aufmerksam, dass die Bindekraft des Cements ohne Wasser nicht möglich sei, mithin durch Wasserentziehung zerstört werden müsse.
:
Da die Anlage von Eiskellern eine verhältnismässig kostspielige ist und zugleich die Erfabrung lebrt, dass bei den Eiskellern und Eishäusern mit festen senkrechten Wänden ein rasch zunehmendes Abschmelzen deswegen eintritt, weil sich in denselben das Eis beim Niedersinken von den gut isolirten Wänden abzieht, sodass die umgebende Luft dann Gelegenheit hat, auf dasselbe einzuwirken, und zwar um so mehr, je häufiger die Abteilungen geöffnet werden, so erscheinen 2 Vorrichtungen zur Aufbewahrung von Eis beachtenswert, über welche das Wochenblatt für Baukunde in No. 46 d. J. berichtet.
Bei einer derselben, welche von Hrn. v. Grass in Klanin bei Gr. Starzin (Westpreussen) herrührt und nicht zur Entnahme von Eis, sondern zur Kühlung der Vorräte im Sommer dienen soll, wird
Die elektrische Beleuchtung in der Invention Exbibition in London, von Siemens brothers in den Gartenräumen derselben eingerichtet, wird nach der Zeitschr. f. Elektrotechnik Heft 11 d. J. von 9020 Glühlampen bewirkt. Dieselben sind fast sämmtlich von 5 bis 10 N-K. Leuchtkraft and in Gruppen von je 8 parallel geschaltet. Den Strom, welcher in den Hauptleitungeu 250 V. hat, verteilen 6 Stromkreise, deren Regelung von einem Raume aus erfolgt; drei Compound - Dynamos B. 13 von Siemens liefern den Strom, welche normal 450 Amp. und 250 V. bei 300 Umdr. in 1 Minute geben. Diese Maschinen haben: 2,5 m Höhe; 2,4m Länge; 1,2 Breite; 0,75% Dmr. und 1,00m Länge der Armatur. Die Dynamomaschinen sind mit den sie treibenden Matthews- Dreicylinder- Maschinen von 150 N direct gekuppelt. An Drahtleitungen sind verwendet: etwa 25km dicke Leitungsdrähte, 16 km Zuführungsdrähte und 4km Verbindangsdrähte.
Selbstverlag des Vereines.
Commissionsverlag und Expedition: Julius. Springer in Berlin N.
A. W. Schade's Buchdruckerei (L. 8chade) in Berlin 8.
ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE.
Band XXIX.
Sonnabend, den 11. Juli 1885.
No. 28.
Angelegenheiten des Vereines.
Tagesordnung
Montag den 17. August.
der Untersuchung des Cements unter Vorführung der dazu erforderlichen Apparate. Vortrag des Hrn. Director Haack: Ueber die Entwicklung des Eisen- und Stahl-Schiffbaues in Deutschland im allgemeinen, sowie über den Schiffbau Stettin's im besonderen.
Dienstag den 18. August.
a) betr. die Berechtigungen der Realgymnasien.
Der Hannoversche Bezirksverein als Referent beantragt die folgende Resolution:
»Es ist entschieden zweckmässig, die Zulassung zu den technischen Hochschulen (Akademien des Forst- und Bergfaches
einbegriffen) von der Ablegung einer Entlassungsprüfung an einem Realgymnasium abhängig zu machen.« Der Niederrheinische Bezirksverein als Correferent beantragt die folgende. Resolution:
»Die Zulassung zu den technischen Hochschulen (Akademien des Forst- und Bergfaches einbegriffen) ist ausschliesslich
von der Ablegung der Entlassungsprüfung an einem Realgymnasium abhängig zu machen.« b) betr. die Einführung eines metrischen Gewindesystems.
c) betr. die praktische Ausbildung von Maschinentechnikern. (s. Zeitschr. 1885 S. 297.) Anträge des Frankfurter Bezirksvereines zur Förderung des deutschen Technikerstandes. (Auf Grund der Aeusserungen der Be
zirksvereine hat der Frankfurter Bezirksverein seine in Z. 1884 S. 821 mitgeteilten Anträge einer nochmaligen Beratung
unterzogen, und wird der endgiltige Wortlaut dieser Anträge demnächst mitgeteilt werden.) Antrag des Hamburger Bezirksvereines, betreffend Versuche über die Widerstandsfähigkeit von Dampfkesselflammrohren:
»Der Verein deutscher Ingenieure wolle die Summe von 3000 M für die Anbahnung von Versuchen über die Widerstandsfähigkeit von Dampfkesselflammrohren gegen äusseren Druck beschliessen.«
Unterantrag: »Unter der Voraussetzung, dass auch der Verband der Dampfkesselüberwachungsvereine für den gleichen Zweck eine entsprechende Summe bewilligt, wolle der Verein deutscher Ingenieure beschliessen, gemeinschaftlich mit dem Verbande der Dampfkesselüberwachungsvereine eine Commission einzusetzen, welcher die Vorbereitung dieser Versuche sowie eventuell
deren Durchführung zu übertragen ist.“ Antrag des Hamburger Bezirksvereines betr. die Umgestaltung der Zeitschrift und die Ermässigung des Mitgliedsbeitrages:
»Die Hauptversammlung des Vereines deutscher Ingenieure möge auf Grund des § 29 des Statuts beschliessen:
Die Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure in ihrer bisherigen Form geht ein; an deren Stelle tritt ein einfaches Verbandsorgan, in welchem ausser den Berichten aus den Bezirksvereinsversammlungen alle Vereinsangelegenheiten sowie die für die Mitglieder des Vereines bestimmten Mitteilungen zum Abdrucke gebracht werden.
Der Mitgliedsbeitrag zum Hauptvereine wird dementsprechend so weit als zulässig herabgesetzt und die Statuten, wenn
erforderlich, dem Antrag entsprechend geändert.« Antrag des Hamburger Bezirksvereines, betreffend die Einsetzung von Kammern für industrielle und gewerbliche Streitigkeiten bei den Landgerichten:
»Der Verein Deutscher Ingenieure wolle beschliessen: Es ist Aufgabe des Vereines Deutscher Ingenieure und somit aller Bezirksvereine desselben, gemeinschaftlich dahin zu wirken, dass fortan Industrie und Technik hinsichtlich der Gerichtsbarkeit und Rechtspflege nicht mehr gegen den Kaufmann zurückstehen, und ist deshalb mit allen zu Gebote stehenden Mitteln anzustreben, dass, ebenso wie in den Landgerichten Kammern für Handelssachen existiren, bei welchen der Gerichtshof gebildet wird durch einen rechtsgelehrten Präsidenten und zwei aus dem Kaufmannstande gewählte Handelsrichter, so auch in Industrie- und Gewerbesachen eine Kammer für industrielle und gewerbliche Streitigkeiten mit einem rechtsgelehrten Richter als Präsidenten und zwei technisch gebildeten Richtern als Beisitzern mit gleichen Befugnissen wie die kaufmännischen Handelsrichter bald
möglichst eingeführt werde.< Antrag des Kölner Bezirksvereines, betreffend die Tagesordnung der Hauptversammlungen. (S. Zeitschr. 1884 S. 821). Antrag des Magdeburger Bezirksvereines, betreffend die Einrichtung technischer Schiedsgerichte durch die Bezirksvereine:
»Der Verein deutscher Ingenieure wolle beschliessen, dass jeder Bezirksverein technische Schiedsgerichte errichtet, welche sich die Mitglieder des Vereines deutscher Ingenieure oder auch Aussenstehende behufs Schlichtung technischer Streitig
keiten wenden können.« Antrag des Magdeburger Bezirksvereines, betreffend die Aufnahme technischer Rechtsfragen in die Zeitschrift:
»Der Hauptvorstand wolle die Redaction der Zeitschrift anweisen, das Gebiet der technischen Rechtsfragen dauernd zu
bearbeiten.« Allgemeine Vereinsangelegenheiten.
Mittwoch den 19. August. Vortrag des Hrn. A. Martens: Ueber neuere Festigkeitsprüfungsmaschinen.
(Wegen eines zweiten Vortrages schweben Verhandlungen.)
an
Sonntag den 16. August, Vorm. 9 Uhr,
im Hôtel de Prusse in Stettin:
Sitzung des Gesammtvorstandes.
deutscher Ingenieure.
Zum Mitglieder-Verzeichnisse. Das Mitglied unseres Vereines, Hr. Geh. Bergrat Dr. H. Wedding, Berlin, ist von dem American Institute of Mining Engineers in dessen diesjähriger Mai - Versammlung zum Ehrenmitgliede ernannt worden.
Aenderungen.
Aachener Bezirksverein.
Berliner Bezirksverein. C. Fründt, Ingenieur bei der Deutschen Edison-Gesellschaft, Berlin N., Schlegelstr. 26.
Hannoverscher Bezirksverein.
Hessischer Bezirksverein.
Kölner Bezirksverein.
Magdeburger Bezirksverein.
Magdeburg
Mannheimer Bezirksverein. Rud. Sachs, i/F. Sachs & Fischer, erste Mannheimar Holztypenfabrik, Mannheim.
Pfalz-Saarbrücker Bezirksverein.
Bezirksverein an der niederen Ruhr.
Sächsisch-anhaltinischer Bezirksverein. H. Malss, Ingenieur der Berl.-Anhalt. Maschinenbau-A.-G., Berlin W., Wilhelmstr. 99.
Keinem Bezirksverein angehörend. Papkraz Eppler, Ingenieur, Bregenz, Vorarlberg. Fromberg, Reg.-Maschinenmstr., Hayingen i/Lothr., Hotel Driant. Herm. Haeder, Ingenieur, Duisburg. Carl Hohagen, Ingenieur, Erkner. H. Könecke, Ingenieur, Hameln.
Verstorben. F. Ritter, Berginspector, Lipine.
Neue Mitglieder
Bergischer Bezirksverein. Max Fischer, Betriebsingenieur bei A. & E. Henkels, Langerfeld.
Gesammtzahl der ordentlichen Mitglieder: 5353.
Ueber die Constructions-Grundlagen der Pumpen- und Gebläse-Ventile. Von A. Riedler, Professor an der königl. techn. Hochschule in Aachen.
(Vorgetragen im Aachener Bezirksvereine.)
(Schluss von S. 511.)
Selbstthätige Ventile mit gesteuerter Schlussbewegung.
(Zwangschluss.) Nachdem im vorangegangenen die Eigentümlichkeiten der gegenwärtig herrschenden Ventilconstructionen, insbesondere diejenigen Mängel derselben in nähere Erwägung gezogen wurden, welche sich unvermeidlich aus den Constructionsgrundlagen ergeben, will ich nun nachzuweisen versuchen, dass ein grosser Teil dieser Mängel vermieden werden kann, wenn die Ventile nach anderen Grundlagen ausgeführt werden, durch welche auch allen Anforderungen mit viel einfacheren Mitteln entsprochen werden kann. Dies zu erreichen, scheint mir möglich durch eine neue Ventilart, durch die selbstthätigen Ventile mit gesteuerter Schlussbewegung (Zwangschluss). Ich halte diese Construction selbstverständlich nicht für eine endgiltige Lösung der Ventilfrage, will auch die Erörterungen über den Wert derselben nur als meine Anschauungen hinstellen, glaube aber doch die Ueberzeugung wachrufen zu können, dass die Grundlagen dieser neuen Ventilgattung richtige sind, und dass sie als ein erfolgreicher Schritt auf einer neuen Bahn zu betrachten sind, in deren weiterer Verfolgung im Laufe der Zeit auch weiterer Fortschritt und vielleicht auch eine endgiltige Lösung der Ventilfrage möglich sein wird. Die bisherigen Ausführungen dieser Ventile, insbesondere die am Amalienschachte in Kladno, setzen mich auch in den Stand, nachzuweisen, dass mit denselben thatsächlich im dauernden Betriebe hohen praktischen Anforderungen entsprochen wurde, so dass den Bedenken, welche jede neue Construction wachrufen muss, die bereits gemachten günstigen Erfahrungen gegenüber gestellt werden können.
Die Construction der Ventile mit Zwangschluss beruht auf folgenden Grundlagen. Wenn eine gewöhnliche Ventilplatte eine Durchflussöffnung von bestimmtem Durchmesser zu überdecken hat, so genügt bekanntlich zur Erzielung des vollen Durchgangsquerschnittes ein Ventilhub 1/4 des Durchmessers. Wenn die Rechnung oder sonstige Verhältnisse bestimmte Saugbezw. Druckquerschnitte notwendig machen, so ist es für die Erzielung der richtigen Durchströmung bei voller Ventileröffnung durchaus nicht erforderlich, dem Ventile selbst grösseren Durchmesser zu geben. Uebermässige Vermehrung der Durchströmungsöffnung wäre zwecklos.
Was wir z. B. bei Pumpen als Ziel anstreben sollen, kann doch nur dahin gerichtet sein, eine gewisse zulässige Wassergeschwindigkeit in allen Teilen der Pumpe gleichbleibend einzuhalten, so dass das Wasser vom Saugrohre bis zum Verlassen der Pumpe sich mit gleichmässiger Geschwindigkeit bewegt. Jede Geschwindigkeitsänderung würde
Verluste mit sich bringen. Der Fall ist undenkbar, und, wie schon früher gezeigt, weder theoretisch noch auf Grund praktischer Erfahrungen nachweisbar, dass eine bestimmte, für Saug- oder Druckleitung zulässige Wassergeschwindigkeit der Ventile halber unzulässig wäre; denn zu grosse Geschwindigkeit kann ja auch inbezug auf die Ventile nur den Einfluss haben, dass die hydraulischen Widerstände vergrössert werden. Erscheinen diese Widerstände unzulässig, dann sollen nicht die Ventile allein, sondern in erster Linie auch die Saug- und Druckrohrquerschnitte vergrössert werden.
Die Grundlagen der in Frage stehenden gesteuerten Ventile sind die folgenden:
1) Die Ventile besitzen höchstens die Grösse des Saug- oder Druck querschnittes. Sollten besondere Gründe grössere Durchgangsgeschwindigkeit zulassen, so erhalten die gesteuerten Ventile entsprechend noch geringere als die angegebene Grösse und ermöglichen daher unter allen Umständen die erreichbare geringste Ventilgrösse.
2) Es ist nur je ein einziges Ventil für Saug- und Druckwirkung erforderlich.
3) Die Ventile öffnen sich auf den vollen Hub, welcher den vollen Durchgangsquerschnitt ermöglicht. (Bei einfachen Ventilen auf 1/4 bezw. auf mehr als 1/4 ihres Durchmessers, mit Rücksicht auf die zu überwindenden Widerstände; bei etwaiger Verwendung mehrsitziger Ventile auf entsprechend geringeren Hub.) Dies bildet einen Hauptpunkt der neuen Ventilart.
So grosser Ventilhub ist bei der Eröffnung jederzeit erreichbar; er ist notwendig, wenn mit der kleinsten Ventilgrösse der erforderliche Durchgangsquerschnitt erzielt werden soll.
4) Der grosse Ventilhub wird vor dem Hubwechsel durch eine Steuerung auf ein beliebiges Mass verkleinert. Dies bildet den zweiten Hauptpunkt der Ventilconstruction. Der grosse freie Ventilhub macht den selbstthätigen Ventilschluss unmöglich, weil solcher nur durch das Ventilgewicht oder besondere Belastungen hervorgerufen werden kann, was unbedingt einen sehr kleinen zurückzulegenden Weg, also sehr kleinen Ventilhub, voraussetzt. Bei den gesteuerten Ventilen ist hingegen der Hub grofs, muss also vor dem Hubwechsel verkleinert werden, und zwar durch eine auf das Ventil wirkende besondere Kraft, am sichersten durch eine Kraft von aussen, durch die gezwungene Bewegung einer Steuerung.
Der kleine Ventilhub, welcher bei den gegenwärtig herrschenden Ventilarten eine so grosse Rolle spielt, ist thatsächlich während des ganzen Pumpenhubes nicht notwendig, sondern nur im letzten Augenblicke desselben, um den sicheren Schluss zu ermöglichen. Wenn es also gelingt,