Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03122.jsonl.gz/2462

Das Museum Murten gehört zu den ältesten Museen im Kanton Freiburg. Die Gründung liegt bereits 175 Jahre zurück. Die Anfänge sind dabei eng mit dem Neubau der Schule von 1839 verknüpft. Denn die ersten beiden Ausstellungsräume, ein sogenanntes Naturalien- und ein Antiquitätenkabinett, waren Teil der Schule.
Die naturwissenschaftliche Sammlung war in erster Linie für den Schulunterricht gedacht, während das Antiquitätenkabinett als Ehrensaal verwendet wurde. «Im Zentrum der beiden ersten Ausstellungen waren historische Objekte der Stadt Murten und naturhistorische Stücke», erklärte Museumsleiter Ivan Mariano am Vortrag vom Donnerstagabend. Dies sei kein Zufall, denn diese Themen seien zu dieser Zeit auch in anderen Museen die Schwerpunkte gewesen.
Für den Umzug verwendet
In den Anfangszeiten hatte das Museum immer wieder Probleme mit Objekten, die beschädigt wurden. Laut Mariano war es lange Zeit üblich, für die historischen Umzüge im Stedtli Ausstellungsobjekte zu verwenden. 1873 sahen sich die Verantwortlichen deshalb gezwungen, dem Schulabwart, der für das Museum verantwortlich war, die «Ausleihe» von Objekten zu verbieten. Allerdings wurden nur drei Jahre später wieder viele Museumsstücke für die 400-Jahr-Feier der Murtenschlacht verwendet, und wieder seien viele davon zum Teil stark beschädigt worden, erklärte Mariano.
Als Teil der Schule sah sich das Museum mit dem Problem des immer knapper werdenden Platzes für den Unterricht konfrontiert. In den 1940er-Jahren sei dieses immer dringender geworden, und deshalb habe man sich Gedanken um einen alternativen Standort für das Museum gemacht. «1946 hat die Stadt Murten die alte Mühle gekauft, und es gab Diskussionen, das Museum dort einzurichten», so Mariano. Weil die Mühle zu diesem Zeitpunkt in einem desolaten Zustand war, sei dies damals aber verworfen worden. Und so musste das Museum 1954 schliessen und die ehemali- gen Ausstellungsräume wurden für den Unterricht verwendet. «Die Museumskollektion wurde in Kisten verpackt und in den Kellerräumen der Schule eingelagert.»
Im Hinblick auf die Renovation der Mühle und eine Neueröffnung des Museums begann ab 1970 die Inventarisierung der Objekte. Die treibenden Kräfte dahinter seien die Kantonsarchäologin Hanni Schwab, der Murtner Lehrer Peter Helfer und der Kunsthistoriker Yves Jolidon gewesen. Schliesslich wurde das Museum 1978 in der renovierten Mühle neu eröffnet.
Für Mariano ist das 175-Jahr-Jubiläum ein wichtiger Tag. Trotzdem habe er keine Feierlichkeiten geplant: «Wir wollen unseren Fokus auf ei- ne erfolgreiche Weiterentwicklung des Museums richten und deshalb keine finanziellen Mittel für eine Jubiläumsfeier ausgeben.» Erst Anfang 2013 hat der Murtner Generalrat den jährlichen Betriebsbeitrag von 155 000 auf 190 000 Franken erhöht, mit dem Ziel, die Attraktivität zu steigern und die Besucherzahlen auf über 5000 zu erhöhen. Diese Ziele seien auch erreicht worden, sagt Mariano: «Im letzten Jahr hatten wir 5500 Besucher und im laufenden Jahr bereits rund 6000.»
Chronologie
Von der Schule in die Stadtmühle
Das Museum Murten wurde 1839 eröffnet, als Teil der neuen Schule. Es beinhaltete ein Naturalien- und ein Antiquitätenkabinett. 1954 wurde das Museum geschlossen, weil die Schule die Räumlichkeiten des Museums für den Unterricht benötigte. 1978 konnten die Verantwortlichen das Museum in der renovierten Stadtmühle wiedereröffnen. 1995 fand die Gründung des Vereins Pro Museo statt, welcher das Museum ideell und finanziell unterstützt. Das Museum war Teil der Expo 02, mit der Installation «Garten der Gewalt», die das Thema globaler Gewalt darstellte. Der aktuelle Museumsleiter Ivan Mariano ist seit Anfang 2012 im Amt.tk