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Multifunktionsgurt BIG FIRELINER®
BIG FIRELINER® steht für: Multifunktionsgurt integriert in die Brandschutzjacke. Der integrierte Multifunktionsgurt in der Brandschutzjacke FIRELINER® verbindet die Anforderungen an einen Feuerwehr-Haltegurt gemäß EN 358 (Halten und Sichern) und an eine Rettungsschlaufe nach EN 1498 (Klasse A, Selbst- und Fremdrettung) mit dem Einsatz einer schwerentflammbaren Feuerwehrschutzbekleidung nach EN 469:2005.
Zusätzlich bietet er die Möglichkeit für:
- ein Transportsystem für bewegungsunfähige Menschen im Notfall,
- eine effektive Absturz- und Rettungssicherung mit Kraftansatz Oberkörper und Oberschenkel (dies ist nur für ausgebildete Höhenretter zulässig!).
Das System ist für den ausschließlichen Einsatz durch Feuerwehren entwickelt worden. Das Ziel dieser PSA ist:
- eine erhöhte Wertschöpfung des Rettungs- und Haltesystems dank mehr Einsatzmöglichkeiten,
- weniger Belastung für den Feuerwehrangehörigen
Einleitung
Ein Multifunktionsgurt für die Feuerwehr?
Zu den regelmässigen Tätigkeiten der Feuerwehr gehört es, in der Höhe und in der Tiefe zu arbeiten. Beispiele dafür sind: hochsteigen auf einer Leiter, arbeiten auf einem schrägen oder flachen Dach, arbeiten an einer Böschung oder in einer baulich geschaffenen Tiefe (Grube, Schacht o.ä.), Rettung aus einem brennenden Haus u.v.m.
Um das Unfallrisiko bei derartigen Tätigkeiten zu reduzieren, muss der Feuerwehrangehörige nach den geltenden Arbeitsgesetzen / Feuerwehrdienstvorschriften und Unfallverhütungsvorschriften gegen Absturz gesichert sein. Diese Sicherung wurde in der Vergangenheit sichergestellt mittels
- eines Feuerwehrgurtes, getragen als Bauchgurt über der Jacke oder
- einer Rettungsschlaufe, um die Brust geschlungen,
- einer Auffanggurte, getragen als „Geschirr“ über Jacke und Hose bzw. Overall
Der Feuerwehrgurt ist in EN 358:1999 definiert: „Haltegurte und Verbindungsmittel für Haltegurte, persönliche Schutzausrüstung für Haltefunktionen und zur Verhinderung von Abstürzen“. Ein nach dieser Norm zertifizierter Feuerwehrgurt darf ausschließlich zum Halten, Rückhalten und Sichern eingesetzt werden. Ein Retten ist mit diesem Gurt nicht zugelassen und stellt eine missbräuchliche Verwendung dar.
Weiter ist der Feuerwehrgurt auch in DIN 14927:2005-09 definiert: „Feuerwehr
Haltegurt mit Zweidornschnalle und Karabinerhaken mit Multifunktionsöse“.
Die Einleitung zu dieser DIN lautet: „Der Feuerwehr-Haltegurt ermöglicht den Feuerwehrangehörigen, sich mit dem Verbindungsmittel (Sicherungsseil) durch Halten bzw. Zurückhalten gegen die Gefahr des Stürzens zu schützen. Ergibt die individuelle Gefährdungsbeurteilung bei einem Einsatz in Verbindung mit Tätigkeiten in Obergeschossen eine konkrete und akute Gefährdung für Leben und Gesundheit kann als Notmaßnahme eine Selbstrettung mit Hilfe des Feuerwehr-Haltegurtes in Betracht kommen. Diese ist dann in der nach einschlägigen Feuerwehrausbildungsvorschriften vorgegebenen Weise durchzuführen“.
Mit dieser Einleitung ist das Problem der missbräuchlichen Nutzung (Rettung) gelöst.
Ein Gurt nach EN 358 oder 14927 belastet den Träger sehr stark durch:
- das hohe Gewicht
- den Wegfall der Luftzirkulation in der Bekleidung
- die Reduktion der Isolationsfähigkeit der Bekleidung im Gurtbereich
- das Platzproblem bzw. die Kollision mit dem Gurt eines Pressluftatemgeräts
- die eingeschränkte Bewegungsfreiheit
Wird ein solcher Gurt zur Selbstrettung eingesetzt, gefährdet dies die Gesundheit des Träges im hohen Maße, weil die Belastung durch das Gewicht ausschließlich im Bauch- und Rückenbereich mit entsprechender Verletzungsgefahr erfolgt. Die Stabilität des Oberkörpers beim freien Hängen ist in einem solchen Gurt nicht gewährleistet: die Gefahr der Rotation und damit des „Kopfüberhängens“ ist beim Tragen von Atemschutzgeräten latent vorhanden.
Die Rettungsschlaufe wird in EN 1498 Klasse A definiert; persönliche Absturzschutzausrüstungen, Rettungsschlaufen: „Rettungsschlaufe, die so gestaltet und aufgebaut ist, dass die zu rettende Person während des Rettungsvorganges von den auf dem Rücken und unter den Armen liegenden Gurtbändern der Rettungsschlaufe gehalten wird“.
Diese Rettungsschlaufe ist in Form einer Schlinge ausgeführt, die auf Brusthöhe um den Körper des Trägers geschlungen wird. Sie kann außerhalb der Schutzjacke getragen oder in die Schutzjacke integriert verwendet werden. Auch diese PSA belastet den Träger in hohem Maße:
- starke Schmerzen in der Achselhöhle beim freien Hängen
- akute Gefahr eines Hängetraumas mit gravierenden gesundheitlichen Folgen
Eine solche Rettungsschlaufe ist gemäss Definition nicht zugelassen zum Halten, Rückhalten und Sichern. Sie weist damit ein sehr kleines Einsatzspektrum auf, das den Anforderungen der Feuerwehr nicht gerecht wird.
Die Auffanggurte wird in EN 361:2002 definiert: „Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz „Auffanggurte“. Dieser Auffanggurt wurde entwickelt, um Industriearbeitern das Arbeiten in der Höhe zu ermöglichen: Die gesamte Bebänderung dieses Systems wird über der Bekleidung getragen. Damit ist ein Einsatz dieses Systems bei Hitze- und / oder Feuerrisiko grundsätzlich unmöglich / verboten.
Das Tragen dieses Systems ist nur mit einem Overall sinnvoll. Wird das System über einer Jacken- / Hosenkombination getragen, ergibt das Sicherheitsprobleme, weil die Bebänderung eng am Körper geführt werden muss. Die Bewegungsfreiheit mit Einsatzjacke und -hose ist stark eingeschränkt und behindert den Träger in seiner Tätigkeit. Damit ist dieses System für den Feuerwehralltag nicht tauglich.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sowohl die Bauchgurte nach EN 358 / DIN EN 14297 wie auch die Rettungsschlaufe nach EN 1498 Klasse A den Träger stark belasteten, seine Gesundheit / sein Leben gefährden und beide Systeme über einen eingeschränkten Einsatzbereich verfügen, der den Anforderungen an die heutige Feuerwehrtätigkeit nicht gerecht wird. Die Auffanggurte nach EN 361 ist für das benötigte Einsatzspektrum der Feuerwehr gänzlich ungeeignet.
Multifunktionsgurt BIG FIRELINER®: keine Belastung, null Risiko – viel Leistung
Der integrierte Multifunktionsgurt BIG FIRELINER® verbindet die Anforderungen an einen Feuerwehrgurt EN 358 bzw. DIN EN 14297 (Halten und Sichern) und an eine Rettungsschlaufe EN 1498 (Klasse A, Selbst- und Fremdrettung) mit dem Einsatz einer schwerentflammbaren Schutzbekleidung nach EN 469:2005. Zusätzlich bietet er die Möglichkeit für:
- ein Transportsystem für bewegungsunfähige Menschen im Notfall
- eine effektive Absturz- und Rettungssicherung mit Kraftansatz Oberkörper und -schenkel (in Verbindung mit einer langer Bandschlaufe)
Die Vorteile gegenüber den bisherigen Systemen sind zahlreich:
- keine Gefährdung von Gesundheit und Leben
- ungehinderte Luftzirkulation in der Bekleidung
- keine Einschränkung der Bewegungsfreiheit
- intakte Isolation
- keine Schmerzen im Einsatz
- umfassende Einsatzmöglichkeiten
- geringes Gewicht
- jederzeit ein Rettungs- und Sicherungssystem auf / an Mann bzw. Frau
- kostenneutral im Vergleich zu bisherigen Systemen
Die Entwicklung des Multifunktionsgurtes FIRELINER® wurde durch Mitglieder der FW Stetten / Bolligen / Vechigen (CH) angestossen, durch die Consultiv Schutzbekleidung umgesetzt und durch die Spezialisten der BF Karlsruhe (D), der Werkfeuerwehr Bosch Reutlingen (D)und der Feuerwehr Filderstadt (D) über einen Zeitraum von 4 Jahren erprobt und verbessert. Diese weltweit neue persönliche Schutzausrüstung bietet dank mehr Einsatzmöglichkeiten eine erhöhte Wertschöpfung, beseitigt die Belastung und die Schmerzen für den Träger und ist ohne Risiko für die Gesundheit bzw. das Leben des Trägers einsetzbar.
Voraussetzungen für den Einsatz eines Multifunktionsgurtes
1. Zertifizierungen
Das Erfüllen der Anforderungen von
a) EN 469:2005 erlaubt ein Einsetzen des Gurtes als Bestandteil einer PSA für die Feuerwehr
b) Norm EN 358 ermöglicht das Sichern und Halten.
c) Norm EN 1498 Klasse A ermöglicht die Rettung
2. Unverlierbarkeit der Einzelteile
Wichtigste Voraussetzung für den Einsatz eines in der Jacke integrierten Multifunktionsgurtes für die Feuerwehr ist die Unverlierbarkeit der Einzelteile. Der BIG FIRELINER® verbindet sämtliche Komponenten in einem einzigen System. Die Einsatzfähigkeit ist jederzeit sicher gewährleistet.
3. Schulung
Die Consultiv Schutzbekleidung gewährleistet als Anbieter dieses Multifunktionsgurtes die regelgerechte Ausbildung der Multiplikatoren (BIG DAYS) und der Sachkundigen. Die übersichtliche, kompakte Ausbildungsgrundlage (Rotes Heft 504, Kohlhammer Verlag) garantiert die optimale Ausbildung jedes Feuerwehrangehörigen.
Marktreife
Seit Abschluss der vierjährigen Entwicklung im Juni 2012 wurde der Multifunktionsgurt BIG FIRELINER® an tausende von Feuerwehrleuten ausgegeben. Als erste Berufsfeuerwehren tragen die Feuerwehrangehörigen der Stadt Kiel wie auch der Stadt Mannheim diese Persönliche Schutzausrüstung, integriert in die Einsatzjacke FIRELINER®, permanent auf sich. Ab Mitte 2014 wird auch die Feuerwehr Hannover dieses System einsetzen. Grundsätzlich kann der Multifunktionsgurt BIG FIRELINER® in jeder Einsatzjacke eingesetzt werden, sofern das Einverständnis des Herstellers vorliegt und die Jacke in Verbindung mit dem Gurt nach EN 469:2005 zertifiziert ist.
Angebotsanfrage
Vorteile
Vorteile gegenüber dem Feuerwehr-Haltegurt (in der Schweiz: Rohrführergurt) nach EN 358 sind:
- weniger Gewicht (= weniger Belastung für den Träger),
- verbesserte Luftzirkulation: weniger Wärme und weniger Feuchtigkeit in der Bekleidung (= weniger Belastung für den Träger),
- dank weniger Wärme und weniger Feuchtigkeit ein höherer Partialdruck in der Bekleidung und damit eine verbesserte Atmungsaktivität der Bekleidung (= weniger Belastung),
- größeres Einsatzgebiet: Halten, Rückhalten, Sichern, Selbst- und Fremdrettung, Notfalltransport in einem System (= erhöhte Wertschöpfung),
- keine Gefährdung von Gesundheit und Leben: Der Anschlagpunkt ist auf Brusthöhe, damit entfällt die Gefahr von
- Rückenverletzungen (»Klappmessereffekt«) und
- Verlust der Kontrolle durch Rotation, u. a. wegen des Gewichts des Pressluftatmers auf dem Rücken.
Grundsätzliche Vorteile des BIG FIRELINER® sind:
- ein System für: Halten, Sichern, Selbst- und Fremdretten, Notfalltransport,
- es ist jederzeit ein Rettungs- und Sicherungssystem am Feuerwehrangehörigen,
- das System ist bei jedem Träger am gleichen Ort, im Notfall muss nicht gesucht werden (in welcher Tasche befindet sich die Bandschlinge etc.),
- geringe Anschaffungs- und Unterhaltskosten,
- Indikatoren (Laschen) zeigen Vorhandensein des BIG FIRELINER® an
- einfache Kontrolle, ob BIG FIRELINER® einsatzbereit (geschlossen) ist,
- Unverlierbarkeit der Einzelteile ist jederzeit gewährleistet.
Normen
Der integrierte Brustgurt BIG FIRELINER® ist patentiert:
- Deutsches Patent Nr. 10 2010 055 276.3,
- Europäisches Patent Nr. 1192635.8,
- Gebrauchsmusterschutz: 20 2011 052 237.7 vom 11. Januar 2012.
Der integrierte Brustgurt BIG FIRELINER® ist gemäß der PSA Richtlinie 89/686 EWG zertifiziert:
- EN 358 (Halten, Rückhalten, Sichern) und EN 1498, Klasse A (Retten), durch:
TÜV SÜD Product Service GmbH, Ridlerstraße 65, D-80339 München, CE 0123, EG-Baumusterprüfbescheinigung Nr. P5 12 08 81925 002.
- EN 469:2005 in Verbindung mit der Einsatzjacke FIRELINER® durch:
TESTEX AG, Gotthardstraße 61, Postfach 2156, CH-8027 Zürich, CE 1726, EG-Baumusterprüfbescheinigung Nr. ZHQI 075038.
Die Europäischen Normen unterscheiden die folgenden Systeme:
- EN 361 (Auffanggurte): zum Halten, Auffangen und zum Abseilen bzw. Retten. Gurte nach EN 358, EN 813 und EN 1497 können hier integriert sein. Ausführung: Gurt mit separaten Bein- und Schultergurten.
- EN 813 (Sitzgurte): zum Halten und Abseilen. Nicht zulässig bei Absturzgefahr. Ausführung: Haltegurt mit Beinschlaufen.
- EN 1497 (Rettungsgurte): Haltevorrichtung für den Körper zu Rettungszwecken. Ausführung: mit Bein- und Schultergurten.
- EN 1498 (Rettungsschlaufen): drei Ausführungen A, B, C je nach Umschlingung. Nur für Rettungszwecke.
- EN 358 (Schutzausrüstung für Haltefunktionen und zur Verhinderung von Abstürzen): zum Halten, Rückhalten und Sichern. Nicht zulässig für Selbstretten (Abseilen), nicht zulässig bei Absturzgefahr. Ausführung: Bauchgurt.
Die Konformitätserklärung für den BIG FIRELINER® finden Sie hier.
Sicherheit
Beim Gebrauch des BIG FIRELINER® sind nachstehende Sicherheitshinweise zu beachten:
- Der integrierte Brustgurt BIG FIRELINER® ist eine persönliche Schutzausrüstung zum Halten, Rückhalten, Sichern sowie Selbst- und Fremdretten und darf daher nur von einer einzigen Person benutzt werden. Diese Person muss in der Benutzung unterwiesen oder während des Einsatzes der direkten Kontrolle einer unterwiesenen Fachperson unterstellt sein.
- Der BIG FIRELINER® darf ausschließlich als integrierter Gurt in einer Brandschutzjacke verwendet werden, die mit dem Gurt nach EN 469:2005 zertifiziert ist. Der Gurt darf nur eingesetzt werden, wenn die Brandschutzjacke verschlossen ist.
- Der BIG FIRELINER® darf grundsätzlich nur zur reinen Haltefunktion bzw. Rückhaltefunktion und zur Selbst- und Fremdrettung eingesetzt werden. Ein Absturz muss grundsätzlich ausgeschlossen sein. Der BIG FIRELINER® ist nicht für Auffangzwecke geeignet, für den Schutz gegen Absturz aus einer Höhe sind zusätzliche Anordnungen für Halte- und Auffangfunktionen mit kollektiven Ausrüstungen, z. B. Auffangnetzen, oder Persönlichen Schutzausrüstungen, z. B. Auffangsystemen nach EN 363, anzuwenden. Bei Arbeiten mit Absturzgefahr müssen Auffanggurte nach EN 361 verwendet werden. Gurte nach EN 358, EN 813 und EN 1497 können hier integriert sein (Ausführung: Gurt mit separaten Bein- und Schultergurten).
- Der Inhalt des Roten Heftes, das auch als Gebrauchsanleitung gilt, gilt nur für den Ernstfall/Einsatz. Für Ausbildung und Übung der Tätigkeiten im Bereich »Rettung« ist zwingend eine zweite Sicherung durch ein geeignetes Sicherungssystem erforderlich, z. B. Auffanggurt nach EN 361 in Verbindung mit dem Gerätesatz Absturzsicherung nach DIN 14800-17.
- Leinen, Band- und Sicherungsschlingen sind immer straff zu führen, Schlaffleine ist zu vermeiden!
- Leinen, Band- und Sicherungsschlingen sind vor scharfen Kanten zu schützen.
- Persönliche Schutzausrüstung zur Absturzsicherung ist immer bestimmungsgemäß zu verwenden.
- Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz darf im Einsatz nur durch solche Personen benutzt werden, die über eine den gesetzlichen Vorschriften entsprechende Ausbildung verfügen.
- Vor Einsätzen und Übungen muss ein Partner-Check (Vier-Augen-Prinzip) erfolgen. Dabei sind insbesondere Anschlagpunkte, Karabinerverschlüsse, Knoten und die Halbmastwurfsicherung zu überprüfen.
- Die sichernde Person nie direkt in die Lastkette einbinden!
- Der BIG FIRELINER® muss permanent in der Brandschutzjacke verbleiben, er darf nicht als Anschlagmittel, losgelöst von der Person, verwendet werden. Dafür sind Band-bzw. Endlosschlingen u. Ä. zu verwenden.
- Vor dem Benutzen der Ausrüstung soll berücksichtigt werden, wie eine möglicherweise notwendige Rettung sicher erreicht werden kann.
- Nach jedem Einsatz müssen die Befestigungs- und/oder Einstellteile regelmäßig überprüft werden.
- Anweisung für die Verbindungsmittel: Der Karabinerhaken muss von innen nach außen durch den Metallring gezogen werden, sodass die geschlossene Karabinerschenkelseite am Metallring zum Liegen kommt. Dann muss der Karabinerhaken geschlossen und verriegelt werden. Das ordnungsgemäße Verschließen des Karabinerhakens muss vor dem Einsatz kontrolliert werden. Im Einsatz soll sich der Anschlagpunkt auf Brusthöhe befinden. Das Verbindungsseil muss stets straff gehalten sein, die freie Bewegung ist auf maximal 0,8 m zu begrenzen.
- Der BIG FIRELINER® ist möglichst um den Brustkorb zu tragen. Die Gurtgrößen sind gemäß des Brustumfanges zu wählen.
- Der BIG FIRELINER® soll – wenn möglich – immer mit dem Karabiner auf der rechten Seite eingelegt werden. Dies erleichtert die Handhabung.
- Das Beschriften des Multifunktionsgurtes BIG FIRELINER® mit lösungsmittelhaltigen Schreibern ist ausdrücklich verboten! Eine solche Beschriftung führt zum Erlöschen der Garantie.
Kontrolle
Der BIG FIRELINER® ist vor jeder Benutzung einer visuellen Kontrolle zu unterziehen. Dazu ist der Reißverschluss am unteren Jackenrand zu öffnen und der Gurt zu prüfen. Die Funktionen des BIG FIRELINER® sind durch den Benutzer vor und nach jedem Einsatz zu überprüfen. Der BIG FIRELINER® als Persönliche Schutzausrüstung ist nach Bedarf, mindestens jedoch einmal innerhalb von zwölf Monaten, durch einen Sachkundigen zu überprüfen. Der Hersteller ist Sachkundiger. Er kann andere Sachkundige mit der Überprüfung beauftragen. Durch Absturz beanspruchte Persönliche Schutzausrüstungen zum Halten sowie gegen Absturz sind sofort der Benutzung zu entziehen und dem Hersteller zur Kontrolle einzusenden. Ebenso ist der BIG FIRELINER ® sofort zu ersetzen, wenn Zweifel hinsichtlich seines sicheren Zustands auftreten.
Nach dem Einsatz
Karabiner öffnen und aus dem Ring nehmen. Beide Enden wieder in den Gurtklappen verstauen, die Klettlaschen mit der Jacke verbinden, die Klappen schließen. Nach jedem Gebrauch ist eine Sichtprüfung durchzuführen.
Lebensdauer
Grundsätzlich gilt die Gurte müssen nach 18 Jahren ausgemustert werden. Die Lebensdauer der Gurte ergibt sich aber auch aus den Kontrollen. Sollten die mechanischen oder visuellen Kontrollen eine Beeinträchtigung der Qualität des Gurtes ergeben oder erahnen lassen, ist die Lebensdauer erloschen. Es besteht dann die Verpflichtung, die Ausrüstung umgehend durch den Hersteller kontrollieren und defekte Teile ersetzen zu lassen.
Reinigung und Lagerung
Reinigen mit warmem Wasser bis 30 °C und Feinwaschmittel, im Schatten trocknen. Die Lagerung muss luftig, trocken, bei Raumtemperatur und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt erfolgen. Die textilen Gurtbänder müssen vor Säuren und Laugen geschützt werden. Sollten solche Flüssigkeiten oder Dämpfe an die Textilien gelangt sein, so sind diese sofort auszuwaschen. Zusätzlich muss der Gurt vor der nächsten Benutzung kontrolliert werden. Vor der Reinigung der Einsatzjacke muss der Gurt entfernt werden.
Transport
Zum Schutz der Ausrüstung soll der BIG FIRELINER® während des Transportes komplett in der Jacke verstaut sein; keine Teile dürfen frei herumhängen.
Erweiterte Produkthaftung
Im Zuge der erweiterten Produkthaftung weist der Hersteller darauf hin, dass bei einer Zweckentfremdung des Gerätes seitens des Herstellers keine Haftung übernommen wird. Veränderungen, Ergänzungen oder Reparaturen an der Ausrüstung dürfen nur durch den Hersteller vorgenommen werden. Wird die Ausrüstung in ein anderes Land verkauft, muss die Herstellerinformation in die entsprechende Landessprache übersetzt werden, damit der Käufer diese versteht. Beachten Sie auch die jeweils gültigen Vorschriften und Regelwerke.
Einsatzbereich
Halten/Sichern (nach EN 358)
Halten ist das Sichern von gefährdeten Personen und Einsatzkräften im absturzgefährdeten Bereich mit dem Ziel, einen Absturz zu verhindern. Ein Absturz bzw. ein Stürzen in das System muss ausgeschlossen werden.
Das Rückhalten von Personen dient der Einschränkung des Bewegungsraumes der zu sichernden Einsatzkraft. Ein Absturz wird ausgeschlossen, wenn verhindert wird, dass der Gehaltene/Gesicherte die Absturzkante erreicht. Einsatzgebiete sind Tätigkeiten auf Leitern, Böschungen und Flachdächern.
Das Halten/Sichern wird unterteilt in
- Halten auf Leitern,
- Halten auf Flächen ohne Sicherungsmann,
- Sichern als Sicherungsmann im absturzgefährdeten Bereich mit dem Gerätesatz Absturzsicherung,
- Rückhalten auf Flachdächern oder Böschungen nach vorne mit Sicherungsmann,
- Rückhalten auf Flachdächern oder Böschungen nach hinten mit Sicherungsmann,
- Sichern einer Person beim Leiterabstieg.
Rettung (Selbst-/Fluchtrettung) nach EN 1498, Klasse A
Das Selbstretten ist eine Rettungsmethode, mit der sich Feuerwehrangehörige durch Abseilen mit Feuerwehrleine und dem BIG FIRELINER® aus Höhen in Sicherheit bringen können. Diese Methode wird nur angewendet, wenn andere Rettungswege (beispielsweise Anleiterbereitschaft) nicht mehr benutzbar oder nicht mehr erreichbar sind und eine hohe Gefährdung für die Gesundheit oder das Leben der Einsatzkraft besteht. Diese Methode ist mit Risiken verbunden. Deshalb soll sie nur für den Notfall eingesetzt werden, in dem sich die gefährdete Person selbst in Sicherheit bringen muss und der normale Rettungsweg versperrt ist.
Notfallrettung einer Einsatzkraft
Die Notfallrettung ist eine Rettungsmethode, mit der Feuerwehrangehörige einen bewegungsunfähigen Feuerwehrangehörigen mithilfe des BIG FIRELINER® schnell aus der Gefahrenzone transportieren können (»Crash-Rettung«).
Entwicklung
Die Entwicklung des BIG FIRELINER® wurde durch Mitglieder der benachbarten Schweizer Feuerwehren Stetten, Bolligen, Vechigen im Jahr 2008 initiiert. Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe, die Werkfeuerwehr Bosch (Reutlingen), die Freiwillige Feuerwehr Filderstadt und die Consultiv AG als Entwickler und Hersteller von Schutzbekleidung haben zwischen 2008 und 2011 in intensiver Zusammenarbeit diese Entwicklung inklusive laufender Erprobung in der Praxis durchgeführt. In 2012 wurde der Multifunktionsgurt BIG FIRELINER® zertifiziert nach allen nötigen Normen.
Schulung
Die Schulung für den Multifunktionsgurt umfasst 4 Bereiche:
- ROTES HEFT, Gerätepraxis kompakt 405, BIG FIRELINER®
erhältlich bei Kohlhammer
- Schulung der Träger des Multifunktionsgurt BIG FIRELINER®
erfolgt durch die FW-internen Ausbilder Multifunktionsgurt BIG FIRELINER®
- Schulung der Ausbilder Multifunktionsgurt BIG FIRELINER®
erfolgt durch die Consultiv Schutzbekleidung, hier unter Service
- Schulung der Sachkundigen Multifunktionsgurt BIG FIRELINER®
erfolgt über unsere e-learning Software