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27.11.2006
„Wusstest du, dass man mit nur einer Niere überleben kann? Wenn man also bei einem Unfall eine verliert, braucht man nicht unbedingt eine Spenderniere.“
Ich starrte einen Moment Cora an, dann in meine Spaghetti, schliesslich entschied ich, dass der Verlust eines Organes nicht mein bevorzugtes Thema war, während ich Spaghetti mit Tomatensauce und Artischocken ass.
„Nein, wusste ich nicht. Muss man da nicht zur Dialyse? Oder reicht eine Niere für die ganze Körperentgiftung?“
„Wenn ich also beide Nieren verlieren würde, dann könntest du mir eine spenden, und wir könnten beide weiterleben. Würdest du mir eine spenden?“
Ich sah meine beste Freundin an und fragte mich, ob sie den Verstand verloren hatte. Offenbar hatten die neuen Schmerzmittel gegen den verkrampften Muskel in ihrem Rücken Nebenwirkungen, von denen ich noch nichts wusste. Andererseits war das durchaus eine gute Frage.
„Naja, wir sind nicht verwandt, also ist die Wahrscheinlichkeit, dass du meine Niere verträgst relativ gering. Aber wenn ich eine spenden würde, dann dir“, antwortete ich diplomatisch.
„Gut“, erwiderte Cora und widmete sich wieder der Vernichtung ihrer Spaghetti mit Carbonara-Sauce.
Ich sah sie noch einen Moment an und wusste, dass ich die Wahrheit gesagt hatte. Mochten alle Götter, der Himmel, das Schicksal und wer auch immer die Finger in unserem Lebensverlauf hatte, verhüten, dass sie wirklich eines Tages meine Niere brauchen würde.