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Der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes
In Matthäus 16,16 finden wir eine weitere Einzelheit, die ein einziges Mal erwähnt wird. Dort sagt Petrus zum Herrn: «Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes», nachdem Er die Jünger gefragt hat: «Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei?» Die gleiche Begebenheit finden wir auch im Markus- und im Lukas-Evangelium. Dort sagt Petrus: «Du bist der Christus» (Mk 8,29); bzw. «Der Christus Gottes» (Lk 9,20). Der Titel des Herrn im Matthäus-Evangelium ist einmalig in seiner Art.
Obwohl die Menschen den Herrn Jesus in gewisser Weise bewunderten, verachteten sie Ihn doch zugleich. Sie nannten Ihn den Zimmermann, den Sohn des Zimmermanns, einen Fresser und Weinsäufer (Mk 6,3; Mt 13,55; 11,19). Göttliche Würde wollten sie Ihm trotz seiner vielfachen Wunderwerke nicht zugestehen.
Dennoch war es ihnen bewusst, dass sie sich nicht mit Ihm vergleichen konnten. Deshalb gaben die Jünger dem Herrn auf seine Frage: «Wer sagen die Menschen, dass ich, der Sohn des Menschen, sei?», zur Antwort: «Johannes der Täufer, Elia, Jeremia oder sonst einer der Propheten.» Das waren alles Vergleiche, die letztlich die Unkenntnis der Menschen bewiesen und dass sie Jesus nicht höher einschätzten.
Als dann der Meister seine Jünger direkt fragte, machte Petrus, inspiriert vom Heiligen Geist und weil der Vater es ihm offenbart hatte, die grossartige Aussage: «Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.»
Ihm wurde in diesem Augenblick deutlich – wie gut er es damals wirklich verstanden hat, wissen wir nicht –, dass die vor ihm stehende Person nicht einfach ein besonderer Mensch war. Er war der Erfüller aller alttestamentlichen Prophezeiungen, die das Kommen des gesalbten Königs (hebr. Messias; griech. Christus) vorhersagten. Der, von dem die Propheten und Schreiber des Alten Testaments gesprochen und geschrieben hatten, stand jetzt vor ihm.
Aber nicht nur das. Vor Petrus stand der «Sohn Gottes», der im Alten Testament ebenfalls angekündigt war: «Vom Beschluss will ich erzählen: Der HERR hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt» (Ps 2,7). Der Erfüller der Verheissungen des Alten Testaments war nicht einfach ein Mensch, sondern vom Heiligen Geist gezeugt, von Gott gesandt und so der autorisierte König über Israel. Als solchen erkannte Ihn Nathanael: «Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels!» (Joh 1,49). Eine gewaltige Tatsache! Vor den Jüngern stand nicht einfach ein von den Menschen verachteter Mensch. Nein, Er war von Gott gekommen und infolge seiner Zeugung durch den Heiligen Geist der Sohn Gottes.
Aber Petrus ging noch weiter. Er sprach vom Sohn des lebendigen Gottes. Die vor ihnen stehende Person war nicht nur der königliche Sohn Gottes. Er ist der Sohn Dessen, der Leben gibt – und damit wohnt das Leben auch in Ihm. Er ist die Quelle des Lebens. Das hatte vor Petrus noch kein Mensch von Ihm gesagt. Und Petrus wusste dies auch nicht aus sich selbst heraus. Gott, der Vater, der in den Himmeln ist, hatte ihm diese vollkommen neue Offenbarung geschenkt.
Durch seine eigene Auferstehung bewies der Herr Jesus später, dass Er dieses Leben ist. Zu Martha sagte Er: «Ich bin die Auferstehung und das Leben» (Joh 11,25). Er ist nach seinem Kreuzestod nicht im Grab geblieben, denn Er ist das Leben und der Sohn des lebendigen Gottes. «Er ist als Sohn Gottes erwiesen in Kraft dem Geist der Heiligkeit nach durch Toten-Auferstehung» (Röm 1,4).
Wie wenig verstehen wir davon! Doch wir dürfen Ihn, der nicht nur der demütige Mensch, sondern auch der Leben gebende Gott ist, bewundern und anbeten. «Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben» (1. Joh 5,20) Welch eine Herrlichkeit ruht auf Ihm!