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Handball hat mein Leben grundlegend beeinflusst. Die Realisation, dass ich trans und ein Mann bin, kommt vom Handball. Ohne diesen Sport wäre ich nicht in der Sportschule gelandet, wo die Atmosphäre sehr offen ist und ich zum ersten Mal eine andere trans Person kennen gelernt habe. Ich weiss nicht, wann ich es sonst realisiert hätte.
Der Sport formt dich als Mensch und bringt dich dazu, dich selbst zu hinterfragen. Du musst dein Leben strukturieren, die Schule und den Sport unter einen Hut bringen und dazu noch deine Freizeit einplanen. Du lernst Fairplay und mit anderen zusammenzuspielen. Gerade als Goalie musst du dir vieles selbst beibringen, weil es nicht sehr viele Goalietrainer gibt. Du lernst, dich selbst einzuschätzen und an deine Grenzen zu gehen.
Zurzeit spiele ich bei den Damen in der ersten Liga. Für die nächste Saison wechsle ich zu den Herren in die dritte Liga. Mein Verein meint, die dritte Liga sei für den Übergang gut, auch damit ich Zeit habe, mit der Transition klarzukommen. Ich finde es gut, wie der Verein es handhabt. Wenn ich mich unterfordert fühle, kann ich jederzeit ein Training mit einem anderen Team absolvieren.
Am liebsten würde ich sofort mit der Hormontherapie beginnen, aber dann darf ich nicht mehr bei den Damen spielen. Meine Eltern haben mich so erzogen, dass man Angefangenes zu Ende bringt, also spiele ich die Saison bei den Frauen fertig. Das macht es auch für sie einfacher, denn die Position des Goalies ist nicht so leicht zu ersetzen. Bis zum letzten Spiel bei den Frauen zu bleiben, ist für mich ein schöner Abschluss und ich werde das Team vermissen. Ich freue mich aber auch darauf, bei den Männern zu spielen, obwohl sie zwar härter schiessen und dazu weniger gut zielen als die Frauen. Ein neues Abenteuer beginnt!
Foto oben: Handballverein Herzogenbuchsee