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Programmiersprachen sind im allgemeinen schwer lesbar – Sprachen wie C++ oder Java warten mit Konstrukten wie for (Iterator<TimerTask> i = c.iterator(); i.hasNext();) auf, die den Zugang sowohl für Anfänger als auch für jemanden, der den Code nicht selbst geschrieben hatte, nicht gerade leicht machen und kaum als selbstdokumentierend bezeichnet werden können. Mit Hypercard hat Apple Ende der 1980er Jahre eine Authoring- und Entwicklungsumgebung auf den Markt gebracht, deren Scriptsprache Hypertalk sich wie gewöhnliches Englisch liest. Hypercard eignete sich aber nur bedingt für die allgemeine Softwareentwicklung: Der Code wird nicht kompiliert, sondern interpretiert, was die Leistungsfähigkeit mindert. Und Hypercard lief nur auf dem Mac.
Programmieren in Englisch statt C++
Programmieren in Englisch statt C++
Cross-Plattform und Plain English
Hypercard gibt es zwar nicht mehr, aber die Idee des «User-Centric Development» hat bereits 1997 eine neue Heimat gefunden: Die schottische Firma Runtime Revolution nahm das Konzept auf und entwickelte es seither kontinuierlich weiter. Das Ergebnis ist eine Entwicklungsplattform mit einer an Hypertalk angelehnten Scriptsprache, einem interaktiven Editor und einer Runtime-Engine, mit der sich Anwendungen plattformübergreifend entwickeln und betreiben lassen: Sowohl die Entwicklungsumgebung als auch die Runtime-Engine laufen unter Windows, Mac OS X und Linux – und zwar im nativen Look der jeweiligen Plattform. Eine Revolution-Anwendung, die auf einem Mac erstellt wurde, präsentiert sich unter Windows wie eine echte Windows-Applikation.
Die stark an Hypertalk angelehnte, inzwischen aber massiv erweiterte Programmiersprache nennt sich revTalk. Die Entwicklungsumgebung ist in Version 4, die Mitte November offiziell auf den Markt kommt, in den drei Varianten revMedia, revStudio und revEnterprise erhältlich. Während sich mit dem kostenlosen revMedia erstellte Anwendungen nur mit revWeb, der Web-Variante der Runtime-Engine, nutzen lassen, erlauben revStudio und revEnterprise das Erstellen von kompilierten Standalone-Anwendungen und bieten zusätzliche Funktionen wie SQL-Datenbankzugriff, Erweiterung über native Plug-ins und ein Web-Browser-Objekt, das sich in die Anwendungen einbauen lässt. Bei revEnterprise sind zudem Lizenzen für Entwicklungsumgebung auf allen drei Plattformen sowie Zugriff auf Alpha- und Betaversionen inklusive.