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Im ersten Rennen des Downhill-Doppelweltcups in Lousa sorgt Greg Minnaar für eine Überraschung aber auch einen Altersrekord. Im zweiten Rennen verhindert Loic Bruni einen weiteren Sieg Minnaars hauchdünn. Bei den Frauen sind die Rennen in französischer Hand: Myriam Nicole und Marine Cabirou holen die Siege, Letztere auch den Gesamtsieg. Camille Balanche fährt zwei Mal auf Rang sechs.
Greg Minnaar, mit seinen 39 Jahren der Dienstälteste unter den Downhill-Profis, war schon in Maribor schnell unterwegs und im Qualifikationslauf zum dritten Downhill-Weltcup Vierter. Dass er auf dem schnellen Kurs im portugiesischen Lousa dann fast zwei Sekunden schneller ist als der dreifache Weltmeister Loic Bruni, überrascht dann schon. Auch der Brite Matt Walker ist nur einen Hauch schneller als Bruni, vermag also des Südafrikaners Bestzeit nicht knacken.
Die Augen sind dann auf den Qualifikationsschnellsten Loris Vergier gerichtet. Mit zwei Siegen von Maribor in der Tasche, ist ihm auch hier ein Weiterer zuzutrauen, doch soweit kommt es nicht. Der Franzose erleidet schon früh einen Plattfuss am Vorderrad und wird Letzter. Minnaar verschiebt somit erneut die Alterslatte des ältesten Weltcup-Siegers nach oben.
Versöhnliches Saisonende für Bruni
Der Brite Jamie Edmondson fährt früh auf dem neuen Kurs in Lousa die Bestzeit ein und hält diese lange inne. Kurz bevor die auf dem Papier schnelleren Fahrer starten, beginnt es jedoch vor allem im oberen Teil zu Regnen und erschwert die Bedingungen. Tatsächlich schrammt ein Spitzenfahrer am anderen an Edmondsons Bestzeit. Zwischenzeitlich liegt Aaron Gwin am nächsten, doch der Amerikaner vergibt seine Chancen, als er von der Linie und gleich weit nach hinten rutscht.
Keiner kommt nah genug an die Bestzeit bis zum viertletzten Fahrer Troy Brosnan. Der Australier fährt zunehmend schneller und bleibt am Ende nur knapp dahinter. Der Spiess wendet dann Matt Walker. Der Führende im Gesamt-Weltcup ist schon oben auf Podestkurs und holt sich die Führung im unteren Teil, setzt sich nicht nur in Führung sondern holt sich damit den Gesamtweltcup-Sieg bevor die letzten Fahrer unten sind.
Lange hält Walkers Bestzeit aber nicht hin, denn Greg Minnaar schnappt sie ihm als nachfolgender Fahrer mit 1,2 Sekunden deutlich weg.
Nun ist nur noch Loic Bruni oben. Der Franzose ist bei den ersten Zwischenzeiten schnell, jedoch liegt er leicht zurück. Im unteren Teil hingegen erkämpft er sich die Führung – super knapp, aber die 0,170 Sekunden reichen ihm, Greg Minnaar im letzten Moment den Sieg abzujagen.
Gesamtsieg an Cabirou – Balanche
Im ersten Lousa-Rennen der Frauen klettert die Französin Myriam Nicole zurück aufs oberste Treppchen und hält damit den Kampf ums Gesamtklassement aufrecht. Zweite wird ihre Landsfrau Marine Cabirou. Auf Rang drei fährt die Britin Tahnee Seagrave.
Weltmeisterin Camille Balanche bekannte beim Doppelweltcup in Maribor mentale und physische Müdigkeit. Diese hat sie nach dem Gewinn der Schweizermeisterschaften am Vorwochenende wieder überwinden können und schafft mit Rang sechs in Lousa ein gutes Resultat. «Ich habe mich körperlich und mental viel besser gefühlt. Leider machte ich im Finallauf zu viele Fehler und verpasste so das Podium. Auf der einen Seite bin ich sicher etwas enttäuscht, auf der anderen Seite sind auch nur Top-Fahrerinnen vor mir. Jetzt bin ich motiviert für das Rennen am Sonntag und versuche das Podium anzugreifen», zeigt sich Balanche wieder kämpferisch.
Im zweiten Weltcup-Rennen in Lousa – dem Weltcup-Finale – startet die Schweizerin als Qualifikations-Fünfte ins Rennen. Die erwünschte Steigerung aufs Podest bleibt jedoch aus. Camille Balanche wird erneut gute Sechste, verpasst die Top-5 um 1,5, die Top-3 um knapp fünf Sekunden. Zufrieden ist sie dennoch: «Ich bin eigentlich gut gefahren und bin auch mit den ersten Zwischenzeiten sehr happy. Einzig das Roadgap bin ich nicht gesprungen, und das hat den entscheidenden Schwung geraubt. Die anderen Fahrerinnen waren zudem auch super unterwegs, und dann liegt einfach nichts drin. Klar wäre ich heute gerne aufs Podest gefahren, bin ich aber trotzdem zufrieden!»a
Dann scheint alles auf den zweiten Weltcup-Sieg der Deutschen Nina Hoffmann herauszulaufen, doch am Ende ist es die Französin Marine Cabirou die mit einem unglaublichen Lauf und viel Risiko vorne reinfährt und sich mit 1,7 Sekunden ein schönes Polster schafft. Tahnee Seagrave, die Qualifikationsschnellste, vermag nicht mehr an ihren Speed des Vortages anzuknüpfen und wird Dritte.
Cabirou gewinnt das Rennen vor Hoffmann und gleichzeitig die Gesamtwertung vor Myriam Nicole (FRA) und Nina Hoffmann. Camille Balanche schliesst die kurze Serie auf Platz acht ab.