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Zwischen dem 25. und 28. Mai trafen sich 21 junge Menschen aus ganz Europa, Mitglieder verschiedener anglikanischen und altkatholischen Kirchen, in Echternach, Luxemburg.
Das Ziel war, sich zu treffen und zu reden, Gottesdienst zu feiern und Zeit miteinander zu geniessen. Dadurch hofften wir, unsere Vision für die Zukunft unserer beiden Kirchen zu teilen. Viel Arbeit ist im Laufe der Jahre von Senior-Mitgliedern der Kirchen auf der formellen Ebene gemacht worden, aber wir wollten herausfinden, wie der Aufbau von Beziehungen zwischen jungen Christen, über nationale Grenzen und Kirchengrenzen hinweg, die Einheit zwischen uns fördern könnte.
Ein paar Worte zum Hintergrund ...
Altkatholiken sind eine Gruppe nationaler Kirchen, die sich zu verschiedenen Zeiten von der römisch-katholischen Kirche trennten. Sie sind katholisch im Glauben, Kirchenordnung und Liturgie, aber lehnen die päpstlichen Ansprüche von Unfehbar-keit und Jurisdiktionsprimat ab. Der Begriff «altkatholisch» wurde angenommen, um die Ursprünglichkeit dieses Katholizismus zu bezeichnen.
Die anglikanische Kommunion unterzeichnete 1931 das Bonner Abkommen mit den altkatholischen Kirchen der Utrechter Union. Diese Vereinbarung der «Vollkommunion» bildete die Grundlage für eine laufende Beziehung, die vom Anglikanisch-Altkatholischen Internationalen Koordinationsrat (AOCICC), welcher die Wallfahrt organisierte, begleitet wurde.
Sie haben am Weltrat der Kirchen seit dessen Gründung teilgenommen und befinden sich im formellen Dialog mit den orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche. Unter ihnen hat der Erzbischof von Utrecht einen Ehren-Primat, nicht unähnlich dem, der in der anglikanischen Kommunion dem Erzbischof von Canterbury zuerkannt wird.
Warum Echternach?
Echternach ist eine kleine Stadt im Osten Luxemburgs. Es ist der Ort, an dem St. Willibrord begraben liegt. Seit über 1200 Jahren gilt es als heiliger Ort. Willibrord wurde im Königreich von Northumbria im England des 7. Jahrhunderts geboren, in Irland ausgebildet und reiste anschliessend durch die Niederlande, um den Menschen den christlichen Glauben zu bringen. Wegen seines Hintergrundes in Grossbritannien und Irland und als ersten Bischof von Utrecht hat Willibrord für Anglikaner und Altkatholiken immer eine besondere einigende Bedeutung gehabt. In einer Welt, in der die Menschen Wände bauen und Barrieren errichten wollen, kann Willibrord uns dazu inspirieren, Brücken zwischen verschiedenen Nationen und Kulturen zu bauen und für das einzustehen, was wir glauben: Gerechtigkeit und Gottes Liebe für alle.
Wer hat teilgenommen?
Die 21 Jugendlichen, die sich versammelten, vertraten eine Vielzahl von Kirchen:
Anglikaner
- Die Kirche von England (Festland England & Diözese in Europa)
- Die Kirche von Irland
- Die lusitanische Kirche von Portugal
Altkatholiken
- Die altkatholische Kirche von Österreich
- Die altkatholische Kirche von Deutschland
- Die altkatholische Kirche der Niederlande
- Die altkatholische Kirche der Schweiz
Auch in Anwesenheit waren Mitglieder des anglikanischen und altkatholischen Klerus, ältere Laienmitglieder und die Koordinatoren von AOCICC, Bischöfe Michael Burrows (Diözese von Cashel Ferns und Ossory, Kirche von Irland) und Dick Schoon (Diözese Haarlem, Altkatholische Kirche der Niederlande). Insgesamt haben wir Länder so vielfältig wie Österreich, Belgien, England, Deutschland, Irland, Lettland, die Niederlande, Portugal und die Schweiz vertreten.
Was haben wir gemacht?
Unsere vier Tage zusammen waren eine Mischung aus Gebet, formalen Diskussionen und Freizeit, in denen wir uns kennen lernen konnten. Am Anfang haben wir uns gegenseitig die wichtigen Aspekte des Anglikanismus und des Altkatholizismus vorgestellt, die es allen erlaubten, ein Gefühl für die Situationen zu bekommen, aus denen wir kamen.
Es gab Workshops zu Themen wie: «Schreiben Sie Ihre eigene spirituelle Biographie», «Glaube und Identität» und «Pflege Ihrer Identität». Im Workshop zum Thema «Glaube und Identität» konzentrierte sich die Diskussion auf das, was unsere Identität definiert und wie die Identität aufgebaut ist. Ich dachte, das war ein unglaublich wichtiges Gespräch zu führen, wenn viele der Gesellschaft in ganz Europa sich selber die gleichen Fragen stellen. Diese praktischen, oft persönlichen Gespräche setzten das Thema für das, was wir als nächstes produzieren würden.
Wir verbrachten Zeit in Gruppen, die sich mit den folgenden Fragen auseinander setzten:
- Was bedeutet es, ein Christ in dem Kontext zu sein, in dem du lebst?
- Welche Herausforderungen sehe ich?
- Welche Visionen und Hoffnungen habe ich?
- Was muss die Kirche tun, um diese Fragen anzugehen?
Die Ergebnisse dieser Gespräche wurden dann zu einer Erklärung über Einheit und Glauben in der Tat geformt, die Willibrord-Erklärung. Wir bieten sie AOCICC und der breiteren Kirche zur Betrachtung an. Es kann in englischer und deutscher Sprache gefunden werden.
Ausserhalb der formalen und ernsten Gespräche war der wichtigste Aspekt unserer Zeit zusammen der Raum, um zu plaudern, Geschichten zu erzählen und Freundschaften zu schmieden. Wenn die Einheit mehr bedeutet als formale Vereinbarungen zwischen den Kirchen, so muss sie den Aufbau von Beziehungen zwischen den Mitgliedern unserer Gemeinden bedeuten. Eine schöne Überlegung, die am Freitagabendgebet gegeben wurde, bat uns, die bleibende Gegenwart und Liebe Gottes mit allen Menschen zu betrachten und über den Ruf zur Einheit nachzudenken. «Er wird uns alle in das Neue Jerusalem führen, wo es keinen Tempel geben wird, weil die Menschen Gott selbst erkennen und nicht vergessen werden, dass sie eins sind.»
Mein grösster Dank an alle, die an der Wallfahrt beteiligt waren. Die Erinnerung an unsere Zeit zusammen in Echternach wird in den kommenden Jahren bei mir bleiben. In dieser Zeit von Pfingsten die Psalmen zusammen zu sprechen, auf einmal
in vielen Sprachen, während unseres Schlussgottesdienstes beim See, war ein Erlebnis voller grosser Resonanz.
Ein Gebet für Anglikaner und Altkatholiken
Barmherziger Gott,wir danken für deine Gnade, dass wir,
Anglikaner und Altkatholiken,
auf dem Weg zusammen
gehen können.
Du hast uns einander gegeben und uns vereint,
um Zeichen der Versöhnung und Einheit für die Welt zu werden.
Wie du Jesus gerufen hast,
so rufst du auch uns und füllst uns mit deiner Liebe für die Menschheit.
Wie du Jesus mit deinem Geist gestärkt hast,
so stärkst Du auch uns,
so dass es uns niemals an Kraft und Inspiration,
Kreativität und Mut fehlt.
Lehre uns, die Möglichkeiten zu sehen, die du uns anbietest,
Und gib uns Vertrauen zu Dir,
der mit uns auf dem Weg ist,
Vater, Sohn und Heiliger Geist, unser Gott für immer.
Amen.
Bethan Howe
(Übersetzung: Jean Drummond-Young)