Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/124902

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, die Aufnahme weiterer universitärer Medizinalberufe für die Grundversorgung der Bevölkerung zu prüfen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die im Postulat geäusserte Meinung, dass es wichtig ist, alle Gesundheitsfachleute einzubeziehen, um eine ausreichende, qualitativ hochwertige medizinische Grundversorgung zu gewährleisten. Er hat immer wieder auf dieses Anliegen hingewiesen und es auch in die laufenden Projekte und Dossiers eingebracht.</p><p>Für die Hauptakteure der medizinischen Grundversorgung, - namentlich die Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie Spitäler und Pflegepersonal -, bilden die integrierten Versorgungsnetze gute Voraussetzungen, um ihre eigenen Kompetenzen einzubringen und diese mit anderen Leistungserbringern zu koordinieren. Sie tragen damit zu einer sicheren medizinischen Versorgung der Bevölkerung bei, erhöhen das Ansehen ihres Berufs und steigern so seine Attraktivität. Die Teamarbeit in Netzwerken entspricht im Übrigen auch den Vorstellungen der meisten jungen Ärztinnen und Ärzte und anderen Gesundheitsfachpersonen über ihren Beruf.</p><p>In seinem direkten Gegenentwurf zur Volksinitiative "Ja zur Hausarztmedizin" legt der Bundesrat den Schwerpunkt auf eine qualitativ hochwertige und allen zugängliche medizinische Grundversorgung. Das Gesundheitssystem muss in Anbetracht der demografischen Entwicklung und der daraus erwachsenden Herausforderungen (mehr Personen mit chronischen oder multiplen Erkrankungen) neue Formen der integrierten und interprofessionellen Versorgung entwickeln. Ein zentrales Element wird dabei die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gesundheitsberufen sein.</p><p>Im Interesse einer optimalen Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen schlägt der Bundesrat vor, die Ziele der Aus- und Weiterbildung der universitären Medizinalberufe im Rahmen der Revision des Medizinalberufegesetzes anzupassen. So sollen alle Fachpersonen über ihre eigenen Aufgaben und die Aufgaben der anderen Fachpersonen bezüglich der medizinischen Grundversorgung im Bild sein.</p><p>Weiter wird derzeit ein Gesetzesentwurf über die Gesundheitsberufe ausgearbeitet. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Ausbildungsziele in den Gesundheitsberufen auf diejenigen der Medizinalberufe abgestimmt werden müssen, um die Zusammenarbeit zwischen diesen Berufsgruppen zu verbessern.</p><p>Im Postulat wird weiter die Frage nach der Rolle der Apothekerinnen und Apotheker im Gesundheitssystem aufgegriffen. Der Bundesrat hat am 17. November 2010 beschlossen, im Rahmen der Revision der Medizinalberufeverordnung zwei neue Weiterbildungstitel in Pharmazie einzuführen.</p><p>Im Auftrag des Parlaments sollen in der laufenden ordentlichen Revision des Heilmittelgesetzes (2. Etappe) die vorhandenen Fachkompetenzen besser genutzt und die Selbstmedikation wesentlich vereinfacht werden. Apothekerinnen und Apotheker sollen neu gewisse verschreibungspflichtige Arzneimittel auch ohne ärztliche Verschreibung selbstständig abgeben können. Auf diese Weise sollen der Zugang der Bevölkerung zu Arzneimitteln verbessert und unnötige Arztkonsultationen vermieden werden. Weiterhin hat der Bundesrat das Eidgenössische Departement des Innern beauftragt, ihm parallel zur ordentlichen Revision des Heilmittelgesetzes (2. Etappe) einen Vorschlag für die künftige Regelung der Medikamentenabgabe durch Ärztinnen und Ärzte (Selbstdispensation) zu unterbreiten.</p><p>Um künftig eine qualitativ hochwertige integrierte Grundversorgung gewährleisten zu können, wird es wesentlich sein, die Rollen und Aufgaben der verschiedenen Berufsgruppen in der Versorgungskette zu klären. Um die Qualität der Grundversorgung wesentlich zu verbessern, ist die Ausrichtung auf eine optimale Zusammenarbeit zentral.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass in Anbetracht der laufenden Geschäfte und Projekte genug unternommen wird, um die Betreuung der Patientinnen und Patienten durch verschiedene Fachleute sicherzustellen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.