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Der Genfer Lehrer, der sich während einer Klassenreise eine Prostituierte aufs Zimmer bestellt hatte, legt beim Bundesverwaltungsgericht Rekurs gegen seine Amtsenthebung ein. Die Genfer Regierung beschloss vor einem Monat, dass das Verhalten des Lehrers nicht mit seinem Beruf zu vereinbaren sei.
Dem Mann werden zwei Vergehen zur Last gelegt: Im Jahr 2006 hatte er sich während einer Klassenreise eine Prostituierte aufs Zimmer bestellt. "Kein Schüler und keine andere Begleitperson sah, hörte oder merkte irgendetwas davon", sagte der Anwalt des Lehrers, Jean-Marc Froidevaux, am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er bestätigte verschiedene Meldungen der Zeitung "Tribune de Genève".
Zudem hatte der Lehrer im Jahr 2008 über eine Internetseite für Homosexuelle einen 17-Jährigen kennengelernt. Er lud diesen darauf ein, ihn im Schulhaus zu treffen. Zufällig besuchte der junge Mann die gleiche Schule, in welcher der Beschuldigte unterrichtete. "Beide wussten nichts von dem Zufall", hielt Anwalt Froidevaux fest.
Zeit für einen Kuss
Die Strafuntersuchung, die im Juni 2010 eröffnet wurde, ergab, dass das Treffen ausserhalb der Schulzeit stattgefunden hatte. Zudem habe das Treffen nur zehn Minuten gedauert - Zeit, um einen Kuss auszutauschen.
Die Amtsenthebung sei deshalb unverständlich, kritisierte der Anwalt. Denn die Strafuntersuchung habe alle schweren Anschuldigungen ausgeräumt. Weiter bemängelte der Anwalt verschiedene Ungereimtheiten beim Vorgehen der Behörden.
Für den Lehrer bedeutet die Affäre auch das vorläufige Ende seiner politischen Karriere: Er trat aus seiner Partei, der SP, aus und verzichtet darauf, im Genfer Stadtparlament Einsitz zu nehmen. Er war vor wenigen Wochen gewählt worden.
SDA-ATS