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Giovanni Castelmur wird im Jahr 1800 in Marseille geboren, wo die Familie eine Patisserie betreibt. Bereits aIs Jugendlicher bekundet Castelmur grosses Interesse für das Tal seiner Vorfahren. Das alteingesessene Geschlecht der Castelmur gehort seit dem Spätmittelalter zu den politisch und wirtschaftlich einflussreichsten Familien des Bergells. In den nachfolgenden Jahrhunderten werden die Castelmur dann von anderen Familien überflügelt, zum Beispiel von den Salis.
Noch sehr jung und schon sehr reich, kehrt Giovanni Castelmur ins heimatliche Tal zurück mit dem Entschluss, dem Familiennamen Glanz zu verleihen. Er rühmt sich sogar eines Barontitels und heiratet Anna Castelmur aus Vicosoprano, eine Cousine ersten Grades. Die Ehe bleibt kinderlos. Castelmur erwirbt den Hugel von Nosa Donna und in Stampa / Coltura das 1723 erbaute Patrizierhaus der Redolfi. Dieses ergänzt er mit einer turmbewehrten Eassade, 1854 ist das Schloss Castelmur vollendet. Pendler zwischen Coltura und Frankreich, widmen sich der Baron und die Baronin vornehmlich der Wohltätigkeit und unterstützen zahlreiche öffentliche Bauwerke.
Das Innere des Palastes ist luxuriös. Das HoIz in den getäfelten Zimmern wird lackiert oder tapeziert, nur eines verbleibt im Originalzustand. Die wichtigsten Räume im neuen Hausteil, wie der grosse Saal, das grune und das rote Zimmer werden mit prunkvollen Wandmalereien und Seidentapeten verziert. Besonders auffällig sind einige amüsante Trompe-l'œil-Malereien. Die Ausstattung erfolgt im Stil der Zeit, d.h. Louis Philippe und Empire. Das Ehepaar leistet sich renommierte Künstler und Handwerker, die meisten stammen aus der Lombardei. Die bedeutendsten sind der Ingenieur und Architekt Giovanni Grassi Marliani sowie der Maler und Gaspare Tirinanzi.
Gegenwärtig ist eine historische Forschungsarbeit im Gang mit dem Ziel, Licht in die Herkunft des Reichtums und des Adelstitel von Giovanni Castelmur in Erankreich zu bringen. Es wird interessant sein zu erfahren, auf welche Weise Castelmur ein Vermögen machte, das es ihm erlaubte aIs Rentier zu leben, ein Palazzo zu realisieren, und ais Wohltäter bekannt zu werden.
Im Jahre 1961 verkaufen die Erben die Anlage Castelmur dem Circolo di Bregaglia, der daraus ein Museum macht.
Im zweiten Stockwerk ist ein Dokumentationszentrum untergebracht, das Archivio Storico. Es sammelt und katalogisiert Dokumente aus Privatbesitz, die für die Geschichte des Bergells relevant sind. Im zweiten Stockwerk ist auch die Dauerausstellung uber die Bündner Zuckerbäcker zu sehen.
Monument funéraire de Anna et Giovanni de Castelmur (situé dans l'église près de la tour de Castelmur)
Bibliographie