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Fristlose Kündigung

Eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn das Vertrauensverhältnis so fundamental gestört ist, dass die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses dem Kündigenden unter keinen Umständen mehr zumutbar ist.
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Der Rechtsanwalt für Arbeitsrecht berät Sie kompetent und zeigt Ihnen, was Sie vorkehren müssen.
Das Gesetz hält nur gerade fest, dass ein Arbeitsvertrag beim Vorliegen von wichtigen Gründen fristlos gekündigt werden darf.
Was solche "wichtigen Gründe" sind, wird den Gerichten überlassen.
Weil fristlose Kündigungen insbesondere für die Beschäftigten eine grosse Härte darstellen, sind die Gerichte eher zurückhaltend mit dem Akzeptieren von fristlosen Kündigungen. Aus der jahrelangen Rechtsprechung der verschiedenen Arbeitsgerichte lassen sich einige wichtige Grundsätze zusammenfassen:
Straftaten am Arbeitsplatz wie beispielsweise Betrug, Diebstahl oder Veruntreuung zulasten des Arbeitgebers oder von Mitarbeitern können zu einer berechtigten fristlosen Kündigung führen. Wer einen Arbeitskollegen mit dem Stempeln seiner Präsenzenkarte beauftragt, selbst jedoch nicht oder verspätet zur Arbeit erscheint, darf sich über eine fristlose Kündigung nicht wundern. Wer einmal eine unredliche Spesenabrechnung abliefert, darf nach Ansicht des Bundesgerichts jedoch noch nicht fristlos entlassen werden.
Eine fristlose Kündigung ist gegenüber einem Mitarbeiter möglich, welcher die Arbeit verweigert, den Arbeitsplatz unbegründet verlässt oder eigenmächtig Ferien bezieht. Auch die Verweigerung von Überstunden kann darunter fallen.
Ein Arbeitnehmer, der Schmiergeld annimmt oder solches gar verlangt, kann ebenfalls fristlos gekündigt werden. Dasselbe gilt für Angestellte, welche Mitarbeiterinnen oder Kundinnen sexuell belästigen.
Konkurrenzierung des Arbeitgebers beispielsweise durch Schwarzarbeit und Geschäfte auf eigene Rechnung stellen ebenfalls einen Grund für eine fristlose Kündigung dar. Allerdings ahndet die Gerichtspraxis eine konkurrenzierende Tätigkeit nicht in jedem Fall mit einer fristlosen Kündigung. Zum Beispiel wird keine schwerwiegende Verletzung des Konkurrenzverbotes angenommen, wenn eine Angestellte einem Konkurrenzunternehmen ein Geschäft vermittelt, an welchem sich ihr Arbeitgeber desinteressiert zeigte.
Tätlichkeiten, Beschimpfungen und Beleidigungen gegenüber dem Arbeitgeber oder Arbeitskollegen sind ebenfalls Grund zu einer fristlosen Kündigung.
Wie muss ein Angestellter bei einer ungerechtfertigten fristlosen Kündigung vorgehen?
Er sollte sofort schriftlich dagegen protestieren und seine Weiterarbeit anbieten. Lässt sich der Arbeitgeber nicht umstimmen, können die Lohnansprüche bis zum Ende der normalen Kündigungsfrist plus eine Entschädigung von maximal sechs Monatslöhnen geltend gemacht werden. Arbeitsgerichtliche Verfahren sind bis zu einer Streitsumme von 30’000 Franken kostenlos.
Hat eine begründete fristlose Kündigung Auswirkungen auf das Arbeitslosentaggeld?
Ja. Die Arbeitslosenkasse darf die Bezahlung der Taggelder bis zu 60 Tage einstellen. Grund: Bei einer berechtigten fristlosen Kündigung liegt ein schweres Verschulden des Arbeitnehmers vor. In solchen Fällen muss mit dem Maximum an gestrichenen Taggeldern gerechnet werden.
Kann eine fristlose Kündigung auch dann noch ausgesprochen werden, wenn das Arbeitsverhältnis bereits gekündigt wurde?
Ja. Die Voraussetzung ist aber höher: Der Vorfall muss derart gravierend sein, dass die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses nicht einmal für den Rest der Anstellung zumutbar ist.
Gilt ein vertragliches Konkurrenzverbot auch bei einer fristlosen Kündigung?
Erfolgte die fristlose Kündigung zu Recht, bleibt das Konkurrenzverbot bestehen. Wurde die Entlassung zu Unrecht ausgesprochen, fällt das Konkurrenzverbot per sofort dahin.
Folgen einer fristlosen Kündigung ohne dass wichtige Gründe vorgelegen haben
Zusammenfassung
Eine fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne wichtigen Grund führt zu
• voller Schadenersatzpflicht
• oder für den Arbeitnehmer: Zahlung einer Pauschale von 1/4 Monatslohn
• und für den Arbeitgeber: Zahlung einer zusätzlichen Entschädigung von maximal 6 Monatslöhnen.
Diese Aufstellung enthält allgemeine Grundsätze. In Einzelfällen kann Abweichendes gelten. Die individuelle Beratung durch eine Fachperson - Rechtsanwalt ist dann unerlässlich.