Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03269.jsonl.gz/932

Wie Stammeskonflikte beigelegt werden
Eine holprige, ungeteerte Nebenstrasse im Nordosten der pulsierenden afrikanischen Mega-City Nairobi führt zum Gelände der «Glory Outreach Assembly», kurz GOA. Mehrere, wie Container übereinander angeordnete Büros sind über Aussentreppen miteinander verbunden, an den Wänden dokumentieren Fotos das breitgefächerte Wirken der NGO. Meeresblaue Vorhänge halten die Sonne bei ihrem vorabendlichen Rückzugsgefecht diskret aus dem Sitzungszimmer heraus.
Vom Kenianer David Thagana 1991 gegründet, setzt sich die NGO dafür ein, aufbauend auf christlichen Werten die Not der Menschen zu lindern und ihnen dadurch das Evangelium weiterzugeben. Von hier aus wird Frieden «geschaffen». Grace Kariuki von der Abteilung zur Friedensvermittlung erinnert sich im Gespräch mit Livenet: «Im Jahr 2007 mündeten die Wahlen in Kenia in Gewaltakte. Wir überlegten uns, was unser Beitrag zum Beilegen dieses Konflikts sein könnte. Wir dachten an intern Vertriebene – und so kauften wir in einer entlegenen Gegend ein Stück Land und schufen Unterkünfte.»
Stammeskonflikte beigelegt
Das Augenmerk gilt darüber hinaus den vielen Stämmen in unerreichten Gegenden – Joyce Munyiri, Leiterin der Abteilung zur Friedensvermittlung: «Unser Land zählt 42 verschiedene Stämme, die sich unterschiedlich kleiden und andere Speisen essen. Dazu kommen zahlreiche Unterstämme mit vielen verschiedenen Dialekten.»
Deshalb gelte es, die Stämme zusammenzubringen. «Wir wollen ein Leib in Jesus sein; in Christus sollen wir eins sein. Wenn die Menschen verstehen, dass wir in ihm eins sind, können wir besser zusammenleben.»
Bei Friedens-Workshops und Seminaren werden die Menschen verschiedener Stämme zusammengebracht. «An einem Ort hatte ein Kampf gewütet, bei dem viele Menschen gestorben waren.» Es gelang dem Team, zu vermitteln.
Kriegsparteien finden zum Glauben
Grace Kariuki erinnert sich an Zusammenstösse von Stämmen nahe an der Landesgrenze, in der Kleinstadt Garsen in Tana River. «Wir führten Seminare durch. Bei dem Konflikt ging es um Land.» Die Stimmung begann sich zu verändern. «Mitglieder der Kriegsparteien fanden zu Jesus Christus und sie wurden Teil unserer Gemeinde.»
GOA führt in verschiedenen Landesteilen Schulen und Gemeinden. Der jetzige Gemeindeleiter war einer der wenigen Überlebenden des Stammeskrieges. «Er sass damals mit unseren Leitern zusammen, sein Verständnis wuchs. Mehr und mehr Menschen fanden zu Jesus und heute verbreitet er das Evangelium in der Gegend.»
Es kommt laut Joyce Munyiri auch vor, dass blutige Konflikte abgewendet werden können.
Kampf um Weideland
Hirten kämpfen um die limitierten und trockenen Felder, weiss Joyce Munyiri. «Bei Mangel führen sie die Tiere auf die Ländereien der Farmer.» Das führt zu Kämpfen. «Wir versuchen, vorher dazu sein und zu zeigen, wie sie in Frieden leben können statt sich zu bekämpfen.» Grace Kariuki ergänzt: «Wir lehren sie, wie sie miteinander leben können statt gegeneinander.»
Joyce Munyiri spricht von vielen Konflikten: «Oft herrscht Mangel und es ist wichtig, dass die Bedürfnisse gestillt werden. So lassen sich die Gründe der Konflikte abtragen.»
Aufklärung vor den Wahlen
Auch unlängst fanden wieder Wahlen statt. Grace Kariuki: «Wir lehren die jungen Menschen, wie wichtig es ist, dass Wahlen friedlich verlaufen. Wir wollen nicht erst da sein, wenn Probleme ausbrechen. Dazu führten wir eine Veranstaltung in einem Slum durch, damit die jungen Leute sich für den friedlichen Weg entscheiden.» Bevor sie sich aufstacheln lassen.
Diese Initiative brachte ihnen breite Beachtung und half mit, Konflikten vorzubeugen. «Für dieses Engagement haben wir einen Friedensaward gewonnen.» Denn Frieden beginnt im Kopf, hält Grace Kariuki fest.
Frieden beginnt daheim
Und Frieden beginnt daheim, bilanziert Joyce Munyiri. Ein friedliches Haus sei gut für die ganze Region. Mit Hochzeitsvorbereitungen und Eheseminaren fördert GOA ein gutes Miteinander in Familien. «Es gibt heute viele Scheidungen. Wir zeigen in Seminaren, wie wichtig es ist, zusammenzuleben und dass die Kinder nicht in Probleme geraten.»
Zur Website:
GOA Schweiz
Zum Thema:
Mercy Ships Schweiz: Medizinische und chirurgische Versorgung für Afrika
Orthopädie in Uganda: Sie hat ihren Platz in Afrika gefunden
Burkina Faso: Anschlag auf Kirche fordert mindestens 15 Tote