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...macht Besitz glücklich?
Pepe Mujica, der ärmste Präsident der Welt, wurde gefragt, warum er nicht in einer Villa wohne wie andere Präsidenten. Er antwortete: "Wenn ich zu viele Dinge besitze, muss ich mich ständig darum
kümmern – das würde mich nerven. Aber wer sich das Leben erschweren will, bitte.“
Dieser Satz hat mich sehr nachdenklich gemacht. Denn geht es uns nicht allen zwischendurch so? Am Morgen fängt es schon damit an. Ich stehe vor dem Kleiderschrank und weiss nicht. was ich anziehen soll. Hätte ich nur drei weisse Blusen und eine Jeans, wäre dieses Problem schon gelöst. Im Supermarkt weiss ich nicht, welches Produkt ich kaufen soll. Wiesenmilch? Biomilch oder Budget?
Ich lebe in einem Land, in dem alles im Überschuss vorhanden ist. Das schätze ich sehr. Trotzdem frage ich mich, ob ich weniger Stress hätte, wenn ich weniger besitzen würde oder die Auswahl geringer wäre. Besitz ist nicht immer wohltuend für die Seele, sondern kann auch belastend sein. Da bin ich sicher.
Nun was kann ich ändern? Nein, keine Angst, ich verschenke nicht mein ganzes Hab und Gut. Ich beginne damit, dass ich meinen Kleiderschrank aussortiere und die Sachen verschenke. Damit kann ich andere glücklich machen und ich muss mich morgens zwischen weniger Blusen entscheiden.
Quelle: Sonntagsblick 6. August 2017