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Nicole Seiler
Multimediale Kreationen
Schweizer Preis Darstellende Künste 2021
Nicole Seiler, 1970 in Zürich geboren, studierte an der Scuola Teatro Dimitri, an der Vlaamse Dansacademie in Brügge/B und an der Rudra-Béjart Schule in Lausanne. 2002 gründete sie in Lausanne ihre «Compagnie Nicole Seiler». Ihre spartenübergreifenden, innovativen Werke umfassen multimediale Arbeiten wie Filme, Installationen oder ortsspezifische Kreationen, in denen sie Verbindungen zwischen Körpern, Bildern und Tönen erforscht. Als Tänzerin wirkte sie in vielen Stücken von Compagnien wie der Cie. Buissonnière (Philippe Lizon), beim Teatro Malandro (Omar Porras), der Alias Compagnie (Guilherme Botelho), bei der Cie. Philippe Saire oder Massimo Furlan mit. Die Cie. Nicole Seiler wird regelmässig von der Stadt Lausanne, dem Kanton Waadt, von Pro Helvetia, der Loterie Romande und weiteren Stiftungen unterstützt. 2009 erhielt Nicole Seiler den Kulturpreis im Tanz der Kulturstiftung des Kantons Waadt.
Von Beginn an interessierte sich Nicole Seiler für die Erforschung von Choreographie und Video. Seit 2010 fokussiert sie sich zudem stark auf die Beziehung zwischen Bild und Ton. Zu ihren ersten Arbeiten zählen die Tanzperformances «Madame K» (2004) und deren männliches Pendant «Lui» (2005), in denen sie Videoprojektionen verwendete. «Living Room Dancers» (2008), ein Projekt, in dem Tanzbegeisterte ihren Tanzstil in einem Wohnzimmer performen, und an welchem das mit mp3-Player und Opernglas ausgestattete Publikum für Augenblicke an der sonst intimen Situation teilhaben konnte, wurde in über 25 Städten auf drei Kontinenten realisiert und 2020 unter www.living-room-dancers.com online archiviert. Aus der dokumentarischen Performance «The Wanderers Peace» (2015) entstand 2020 mit Bastien Genoux der Dokumentarfilm «Trixie». «Palimpsest» (2018) beispielsweise ist ein Audiowalk, der per App an verschiedenen Orten erlebt werden kann. Und mit «Wouah!» (2020) schuf Nicole Seiler erstmals ein Stück für Kinder ab 4 Jahren, das zum Schweizer Theatertreffen 2021 eingeladen wurde.
Nicole Seiler steht für einen künstlerischen Werdegang von seltener Kohärenz und Beharrlichkeit. In ihren Projekten überrascht sie immer wieder, indem sie in radikalen und sorgfältigen Arbeiten das Zusammenspiel des Körpers mit dem Bild, der Stimme, dem Text oder Klang variiert. Ob es sich um ein Spiel zwischen Reellem und Virtuellem, um grundlegenden Tanz oder ein kleines absurdes Theater handelt, das neue Erinnerung und altes Gedächtnis, grosse und kleine Geschichte vermischt: Das Gezeigte ist subtil und stark, denn indem sie die Schritte der Lebenden mit den Spuren des Vergangenen verknüpft, erschafft sie eine universelle Dimension.
Danielle Chaperon, Präsidentin Theaterjury
Isabelle Fuchs, Mitglied Tanzjury