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SPIRITISMUS-SCHWEIZ
Sterbehilfe
Sterbehilfe
Worterklärung:
Vor 1954:
Die Euthanasie
(Medizin) absichtliche Herbeiführung des Todes bei unheilbar Kranken durch Medikamente oder durch Abbruch der Behandlung
griechisch euthanasía = leichter Tod, zu: eũ = gut, wohl und thánatos = Tod
Ab 1954:
Die Sterbehilfe (auch Suizid-Beihilfe)
Der Vorgang, dass jemand das Sterben eines unheilbar kranken Menschen mit bestimmten Methoden einleitet oder beschleunigt.
Ein Mensch ringt mit dem Tode, ist Opfer von grausamen Schmerzen. Man weiss, dass sein Zustand hoffnungslos ist. Ist es erlaubt, ihm einige Momente der Angst zu ersparen, indem man sein Ende beschleunigt?
Wer würde euch das Recht geben, Gottes Vorhaben zu beurteilen? Kann Gott nicht den Menschen bis an den Rand des Grabes führen, ihn dann von dort wieder wegziehen, um ihm zu gewähren, zu sich selbst zu finden und seine Denkweise zu verändern? Egal zu welchem Endpunkt ein Sterbender auch gekommen sei, es kann keiner mit Sicherheit sagen, dass seine letzte Stunde gekommen ist. Hat sich die Wissenschaft noch niemals in ihren Prognosen geirrt?
Ich weiss wohl, dass es Fälle gibt, die man mit Recht als hoffnungslos betrachten kann; wenn es aber keine begründete Hoffnung mehr gibt auf Rückkehr zum Leben und zur Gesundheit, gibt es nicht doch unzählige Beispiele dafür, dass im Moment des Sterbens, beim letzten Seufzer, der Kranke erwacht und seine Fähigkeit für einige Momente wiederbekommt? Also, diese Stunde der Gnade, die ihm gewährt wird, kann von grösster Bedeutung für ihn sein; denn ihr wisst nicht, welche Überlegungen sein Geist bei den Zuckungen des Todeskampfes machen konnte und welche Qualen ihm ein Blitz der Reue ersparen kann.
Der Materialist, der nur den Körper sieht und die Seele nicht berücksichtigt, kann diese Dinge nicht verstehen; der Spiritist aber, der weiss, was jenseits des Grabes passiert, kennt den Wert des letzten Gedankens. Lindert die letzten Schmerzen, soweit ihr könnt, hütet euch aber davor, das Leben zu verkürzen, auch wenn es sich nur um eine Minute handelt, denn diese Minute kann viele Tränen in der Zukunft ersparen. (Sankt Ludwig, Paris, 1860)
(Das Evangelium aus der Sicht des Spiritismus, Kapitel 5, 28)
953. Wenn jemand einen unvermeidlichen und schrecklichen Tod vor sich sieht, ist er dann strafbar, wenn er seine Leiden durch einen freiwilligen Tod um einige Augenblicke abkürzt?
Man ist immer strafbar, das von Gott gesetzte Ende nicht abzuwarten. Ist man übrigens ganz sicher, dass dieses Ende dem Anschein zu Trotz gekommen sei und kann man nicht im letzten Augenblick eine unverhoffte Hilfe erhalten?
(Das Buch der Geister, Frage 953)
106. Ist Sterbehilfe etwas Gutes bei unheilbaren Krankheiten?
Der Mensch hat nicht das Recht Sterbehilfe anzuwenden, selbst wenn es sich um eine offensichtliche gutartige Massnahme handelt. Anhaltende Qual kann einen wertvollen Zweck für die Seele haben. Die unheilbare Krankheit kann etwas Gutes sein. Sie ist noch das einzige Ventil, wodurch die Unvollkommenheiten des Geistes abfliessen könnten; während dessen Fortschreiten er die erhabenen Errungenschaften des unsterblichen Lebens erwirbt. Darüber hinaus sind die göttlichen Absichten unergründlich und die prekäre Wissenschaft der Menschen kann sich nicht über die transzendenten Probleme der Bedürfnisse des Geistes hinwegsetzen.
(Emmanuel – Der Tröster)
Chico (Francisco Cândido Xavier) besuchte viele Jahre lang einen jungen Mann, der seinen Körper völlig deformiert hatte und in einer Hütte am Rande eines Waldes lebte. Der psychische kranke Zustand war erreicht. Die Mutter dieses jungen Mannes war auch sehr krank, und Chico half ihr ihn zu baden, Essen zu reichen und säuberte den kleinen Raum, in dem sie lebten.
Der Anblick war so erschütternd, dass während einer seiner Besuche, begleitet von einer Gruppe von Menschen, ein Arzt Chico fragte:
- Nicht einmal in diesem Fall wäre Sterbehilfe verzeihlich?
- Ich denke nicht, Doktor, antwortete Chico. Dieser unsrige Bruder hatte in seiner letzten Inkarnation viel Macht: Er verfolgte, verletzte und mit unmenschlichen Folterungen nahm er vielen Menschen das Leben. Einige haben ihm vergeben, andere nicht und verfolgten ihn sein ganzes Leben lang. Sie warteten sein Dahinscheiden ab und alsbald er den Körper verliess, packten sie ihn und folterten ihn mit allen Mitteln jahrelang. Dieser deformierte und verstümmelte Körper ist für ihn ein Segen. Es war der einzige Weg, den die Göttliche Vorsehung fand, um ihn vor seinen Feinden zu verstecken. Je länger es dauert, desto besser wird es sein. Im Laufe der Jahre haben viele seiner Feinde ihm vergeben. Andere werden reinkarniert sein. Die Sterbehilfe anzuwenden wäre, ihn in die Hände seiner Feinde zurückzugeben, so dass sie ihn weiter foltern können.
- Und wie wird er seine Verbrechen gut machen? - fragte der Arzt
- Bruder Chico (X) wie üblich sagte, dass Gott die Zeit statt der Gewalt benutzt.
Frage: Wie geht man mit der Sterbehilfe um, wenn der physische Körper durch Maschinen aufrechterhalten wird? Bleibt der Geist mit ihm verbunden oder nicht?
Emmanuel - Die Fachleute und die Verantwortlichen der Patienten, die der Praxis der Sterbehilfe zustimmen, durchdrungen von materialistischen Ideen, sind sich der grösseren Realität bezüglich der Unsterblichkeit des Geistes nicht bewusst. Freiwilliger Tod wird als das Ende aller Leiden verstanden, aber es ist ein beträchtlicher Fehler. Die Flucht aus einer schwierigen Situation, wie etwa Krankheit, wird die Ursachen, die sie verursacht haben, nicht lösen, da diese in unserem Bewusstsein sind.
Es ist notwendig, sich in erster Linie auf die göttliche Vorsehung zu verlassen, da solche Situationen aus wertvollen Lehren in Reinigungsprozessen des Geistes bestehen. Auf die schwierigen Momente folgen später glückliche Momente.
Es sollte auch daran erinnert werden, dass die medizinische Wissenschaft jeden Tag voranschreitet und dass bisher unheilbare Krankheiten heute adäquat behandelt werden, außerdem gab es mehr als einmal Fälle von Heilungen bei Patienten, die von Ärzten aufgegeben wurden.
Was die andere Frage betrifft, antworten wir, dass ja, die Maschinen bewirken können, dass der Geist durch das Band des Perispirits mit seinem Körper verbunden bleibt. Dies liegt daran, dass es ihnen gelingt, die durch die Krankheit verursachten Dekompensationen und Disharmonien im vitalen Fluss des Organismus bis zu einem gewissen Grad zu überwinden.
(Aus dem Buch "Im Dienst der Antworten" - Francisco Cândido Xavier, Pinga Fogo)
Nur Gott, der Spender des Lebens, hat das Recht, es wegzunehmen. Dieses Recht kann nicht weitergereicht werden.