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Guinea – Prekäre Verhältnisse in Pflegezentren
Terre des hommes drängt den Staat zu einem «Erwachen des Bewusstseins»
Terre des hommes lanciert in Conakry ein Projekt zur Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in sieben Gesundheitszentren. Damit soll die Qualität der Behandlungen für 262’000 Mütter und Kinder beträchtlich verbessert werden. Bei der offiziellen Lancierung des Projekts rief der nationale Direktor für öffentliche Hygiene im Namen des Gesundheits- und Hygieneministers zu einem «Erwachen des Bewusstseins» in Pflegeeinrichtungen auf. Er verpflichtete sich namentlich dazu, die Motivation der Zentrumsleiter zu einem wichtigen Auswahlkriterium zu machen und Massnahmen zu ergreifen, damit die Gesundheitszentren die Hygienebedingungen einhalten können.
«Die Gesundheitszentren erhalten nur zwei- bis dreimal pro Woche Wasser»
Seit der Eröffnung der Delegation in Guinea bietet Terre des hommes mangelernährten Kindern Pflege und berät deren Mütter und Familien, wie sie ihnen die bestmögliche Pflege sowie eine altersgerechte Ernährung geben können. Die Delegation ist in den Gemeinschaften selbst sowie in 15 Gesundheitszentren dreier Gemeinden von Conakry (Ratoma, Dixinn, Matoto) aktiv. Schon seit einigen Monaten bemüht sich die Delegation um bessere hygienische Verhältnisse in sieben Zentren der guineischen Hauptstadt, um die Qualität der Behandlungen von Patienten zu erhöhen. Diese Zentren leiden unter der ungenügenden Wasserversorgung: «Die Gesundheitszentren erhalten nur zwei- bis dreimal pro Woche Wasser, und dies nur während einiger Stunden. Deshalb können sie ihre Patienten nicht ordentlich behandeln und keine angemessene Sauberkeit der Räume und Teams sicherstellen», beklagt Mohamed Moustafa Sarr, Leiter des Projekts «Wasser und Siedlungshygiene» von Tdh in Guinea. Die Latrinen der Gesundheitszentren funktionieren nicht sehr gut und drohen das Grundwasser zu verseuchen, was eine unmittelbare Gefahr für die Patienten darstellt.
Den Staat zur Sicherstellung minimaler Normen bringen
Das Ziel von Terre des hommes ist es, dem Ministerium für Gesundheit und Hygiene sowie der Bevölkerung Ausbildung und Unterstützung zu bieten, um die von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) festgelegten Mindestnormen zu garantieren. Zusätzlich zu der Verbreitung von Botschaften zu gesunder Ernährung werden Tdh-Gesundheitsberater und Gemeindevorsteher sich um gute hygienische Verhältnisse (Zugang zu Wasser und Siedlungshygiene) in den Gemeinschaften bemühen. In Zusammenarbeit mit den sieben Gesundheitszentren werden staatliche Stellen, die Stadtregierung von Conakry, lokale Körperschaften und das Gesundheitspersonal informiert und in die Verbesserung der Hygienebedingungen in den Zentren mit einbezogen. Durch die aktive Beteiligung von allen garantiert Tdh, dass die neuen Normen eingehalten und die Infrastrukturen dank der erworbenen Autonomie der Gesundheitszentren langfristig fortbestehen werden. Jedes Zentrum wird in Zukunft über eine kontinuierliche Wasserversorgung, verbesserte sanitäre Einrichtungen, Desinfizierungs- und Reinigungssysteme und ein geeignetes Abfallmanagement verfügen. Alle Patienten und ihre Begleitpersonen werden eine Hygieneaufklärung erhalten. Bis 2013 soll dieses Projekt der Gesundheit von 262’000 Personen zu Gute kommen: schwangeren und stillenden Frauen sowie Kindern unter fünf Jahren.
Bei der offiziellen Zeremonie zur Lancierung des Projekts am 13. Januar 2012, die von der Gesundheitsdirektion von Conakry organisiert wurde, konnten die sieben Zentrumsleiter, die Leiterinnen für Gesundheit und öffentliche Hygiene der Gemeinden Ratoma und Dixinn sowie der Nationale Direktor für öffentliche Hygiene – ein Vertreter des guineischen Gesundheitsministeriums – für die Umsetzung dieses Projekts begeistert werden. Der Nationale Direktor für öffentliche Hygiene sprach im Namen des Gesundheits- und Hygieneministers die Zufriedenheit der Regierung angesichts der Anstrengungen von Terre des hommes für das Wohlergehen der Bevölkerung im Allgemeinen und der Kinder im Besonderen aus. Er rief zu einem «Erwachen des Bewusstseins in Pflegeeinrichtungen» auf und verpflichtete sich, die Motivation der Zentrumsleiter zu einem wichtigen Auswahlkriterium zu machen. Seiner Ansicht nach ist das wichtigste Beurteilungskriterium für eine Pflegeeinrichtung ihr Sauberkeitsgrad: «Wenn in einem Gesundheitszentrum keine Sauberkeit herrscht, muss man gar nicht weitersuchen… auch die Qualität der Pflege wird dann dürftig sein.» Er schloss seine Ansprache mit der Betonung der Verantwortung der Zentrumsleiter, die Hygiene in den Pflegeeinrichtungen zu verbessern. «Wir können Änderungen herbeiführen, wenn wir dies wirklich wollen.» Zum Schluss forderte er Tdh dazu auf, den Wirkungsbereich des Projekts zu erweitern, um das Ministerium für Gesundheit und Hygiene in seiner Politik zur Hygieneförderung noch enger zu begleiten.
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