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Vom Haus zum Mahnmal
Es handelt sich um eine der berühmtesten Ruinen der Welt. Das Friedensdenkmal von Hiroshima, auch Atombombenkuppel genannt. Nur 160 Meter vom Gebäude entfernt detonierte am Morgen des 6. August 1945 die amerikanische Atombombe Little Boy. Hiroshima war innert weniger Sekunden zerstört. Über 70’000 Menschen starben auf der Stelle, weitere 70’000 starben später infolge ihrer Verletzungen oder der Verstrahlung.
Seit fast 70 Jahren steht sie nun in diesem verwüsteten Zustand hier, als Friedensdenkmal, wie es die Stadt Hiroshima ausdrückt. Die Ruine ist schon längst zu einem Mahnmal für die Zerstörungskraft der Atombombe geworden. Nur wenige jedoch kennen die Geschichte hinter diesem Gebäude, das exakt vor 100 Jahren erbaut wurde.
Es war der 15. April 1915, als dieses Haus eröffnet wurde. Anfänglich trug sie den Namen «Produkteausstellungshalle für die Präfektur Hiroshima». Die Bezeichnungen änderte sich im Laufe der nächsten Jahre, die Funktion blieb aber weitgehend dieselbe: das Gebäude war ein Schaufenster für die Wirtschaft und Industrie der Region.
Ein tschechischer Architekt
Erschaffen hat den Ausstellungsort der tschechische Architekt Jan Letzel. Dem Haus gab er den typisch westlichen angehauchten Stil jener Ära. Letzel führte in Tokio ein Architekturbüro. In seiner Zeit in Japan baute er mehrere Gebäude in Tokio, von denen viele beim grossen Erdbeben von 1923 zerstört wurden.
Die Struktur seines Hauses in Hiroshima hielt derweil der Wucht der Atombombe von 1945 stand. Die rund 30 Menschen, die sich zu jener Zeit im Gebäude befanden, waren auf der Stelle tot.
Ständige Unterhaltsarbeiten
Bis heute sind die typischen Merkmale des Gebäudes, wie das Kuppeldach oder der markante Eingangsbereich, erkennbar. Dies ist auch dem Willen der Stadt zu verdanken. 1966 beschloss das Lokalparlament von Hiroshima den Erhalt der Ruine. Seit 1989 werden alle drei Jahre Unterhaltsarbeiten durchgeführt (Asienspiegel berichtete). 1996 wurde die Atombombenkuppel in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Bei den Unterhaltsarbeiten werden regelmässig die Schieflage des Hauses, die Bodenabsenkung, die fortschreitende Korrosion der Stahlstrukturen und Risse in der Wand genau unter die Lupe genommen. Eine Studie ergab vor zwei Jahren, dass zumindest vier Fassadenabschnitte des Friedensdenkmals ein Erdbeben der Stärke 6 wohl kaum überstehen würde und daher weitere Anpassungen vorzunehmen seien (Asienspiegel berichtete). Und so zeigt sich, dass besonders Ruinen eine intensive Pflege brauchen.
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