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Grasse in Südfrankreich hat in den fast 1000 Jahren seiner Stadtgeschichte schon viele weltberühmte Parfumeure hervorgebracht. Auch der aktuelle Chefparfumeur des Pariser Traditionshauses Hermès, Jean-Claude Ellena, ist ein Spross der Dufthauptstadt Frankreichs. Aber bevor er zurück in seine Heimat zog, um für das prestigeträchtige Unternehmen Hermes als Chefparfumer zu arbeiten, hatte er einige Umwege zu bewältigen. Schon Jean-Claude Ellenas Vater arbeitete in Grasse als Parfumeur.
Doch wegen der schlechten Zensuren seines Sohnes nahm er ihn frühzeitig aus der Schule. Jean-Claude Ellena arbeitete daraufhin als Hilfskraft in der Parfumindustrie. Schon damals zeichnete er sich durch großes Talent und Fingerspitzengefühl aus. Mitte der 1960er Jahre lernte er die gebürtige Irin Susannah kennen. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie, die ihn herzlich aufnahm. Der Schriftsteller Samuel Beckett ist ihr Großonkel. Gemeinsam begannen sie dann auch zu reisen.
Nach ihrer Heirat im Jahr 1968 begann er eine Ausbildung bei Givaudan, dem Schweizer Aromen- und Duftspezialisten. Dort machten sich seine Herkunft und seine Erfahrung schon bald bezahlt und er kreierte einen Bestseller für das französische Schmuck- und Parfumunternehmen "Van Cleef & Arpels". Er war als einer von nur etwa 100 Mitarbeitern in der Feinparfümerie tätig. Dort wurden, zumeist anonym, Duftkompositionen an verschiedene Kosmetikkonzerne verkauft. Hierbei konnte er schnell auf sich und sein Talent aufmerksam machen. 1992 wechselte er zum deutschen Unternehmen Haarmann & Reimer, heute Symrise.
2004 warb Hermès das Wunderkind aus Südfrankreich ab, dass von Vielen "Der Mozart der Düfte" genannt wird. Seither arbeitet er dort als Hausparfumeur. Er hat sich aus der Hauptstadt Paris zurückgezogen und hat sein Atelier wieder in Grasse. Er hat zwei Bücher geschrieben und bildet in seinem Atelier auch junge Künstler aus. Laut eigener Aussage liebt er den kreativen Austausch und lässt sich gerne inspirieren.