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Spotlight: Triaden
Dreieinig und echt ägyptisch: Ägyptische Triade (664 – 525 v. Chr.)
In vielen Lehrbüchern kann man es nachlesen: Bei der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist muss man genau achtgeben! Häufig können diese drei mit vereinten Kräften (als ein Gott) wirken, in anderen Situationen kann man die «Personen» voneinander unterscheiden. Die Dreieinigkeit schillert zwischen «eins» und «drei».
Werfen wir einen Blick nach Ägypten: Dort war es üblich, Götter, welche in enger Beziehung standen, zu gruppieren. So konnten gleich auf einen Schlag neun göttliche Wesen zusammengefasst werden. Ihr Name lautete «die Neunheit» und sie wirkten gemeinsam. Dennoch konnte auch jede Gottheit an ihrem Verehrungsort alleine agieren.
Viel häufiger war in Ägypten aber die Bildung von Dreiheiten, sogenannten Triaden. Hier wurden drei Gottheiten zusammengefasst: Man konnte sie als eine göttliche Grösse verehren, aber auch die Anrufung eines einzelnen Gottes als Mitglied der Dreiheit war möglich. Dies alles sollte uns zu denken geben, denn die Ideen der Dreiheit und der Neunheit sind Jahrtausende älter als das Christentum.
Theologie braucht Modelle und mit ihnen erklärt man schwierige Sachverhalte. Viele dieser Modelle wurden aber nicht auf den Konzilien neu erfunden; man orientierte sich an älteren Entwürfen. Vielleicht war damals ein Bischof mit dabei, der sich für die ägyptischen Modelle stark machte.
Florian Lippke
Text: Florian Lippke