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Warum sehen unsere Buchstaben so aus, wie sie aussehen? Diese Frage wollen wir beantworten, indem wir die schriftgeschichtlichen Vorgänge in die Kulturgeschichte der jeweiligen Zeit einbetten. So fragen wir zum einen immer nach der ursprünglichen Buchstabenform, die sich dann veränderte im Zusammenspiel von Schreibmaterial, Schreibgeschwindigkeit und Ästhetik. Zum anderen fragen wir: Wer hat geschrieben und zu welchem Zweck?
Wir beginnen mit der menschheitsgeschichtlichen Funktion von Schrift, mit dem Unterschied zwischen Begriffsschrift und Lautschrift, mit asiatischen Schriften und Hieroglyphen. Das von den Römern verwendete Alphabet hat sich je nach Schreibmaterial (Stein, Meissel, Papyrus, Pergament, Schreibrohr, Schreibfeder) und auch im Laufe der Zeit verändert. Seit Gutenberg werden Bücher nicht mehr geschrieben, sondern gedruckt, und seit Erfindung der Schreibmaschine Ende des 19. Jahrhunderts wird in Wirtschaft und Verwaltung nicht mehr geschrieben, sondern getippt. Die Digitalisierung schliesslich hat auch das private Schreiben von Hand noch einmal erheblich reduziert, aber viele Druckschriften für jede und jeden verfügbar gemacht.
Zum Abschluss der Vorlesungsreihe wird der St.Galler Buchgestalter Jost Hochuli einen Vortrag halten über
Das Bauchgefühl des Gestalters und der Ausdruckwert der Schrift.