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Seit dem ersten Ironman auf Hawaii sind bereits 40 Jahre vergangen, seit dem ersten Triathlon überhaupt bereits 44 Jahre. In der Zwischenzeit hat sich viel getan.
Es wurden Triathlon-Vereine wie der Triathlon Club Säuliamt gegründet und aus kleinen Sportevents sind populäre Veranstaltungen entstanden. Die Schweiz hat mit Natascha Badmann, Nicola Spirig und Daniela Ryf sowie Olivier Bernhard, Ronnie Schildknecht und Sven Riederer namhafte Grössen im internationalen Triathlon gestellt, um nur einige zu nennen. Die Sportart hat im Laufe der letzten Jahrzehnte eine aussergewöhnliche Entwicklung durchgemacht.
Der bereits seit 25 Jahren bestehende Triathlon Club Säuliamt, auch als Triamt bekannt, erzählt vom Wandel der Sportart.
Blickt man heute auf den Kalender eines Triathleten, ist dieser den ganzen Sommer hindurch gefüllt mit Schwimmen, Radfahren und Laufen. Die Saison in der Schweiz beginnt bereits im April und endet erst im September. Es existieren hierzulande rund 300 Wettkämpfe. Vom prestigeträchtigen Ironman Switzerland in Zürich, dem grössten Triathlon der Schweiz, zum einfachen Volkstriathlon in Schaffhausen, dem ältesten Triathlon der Schweiz, hat es für jeden etwas dabei. Doch das war nicht immer so.
Triathlon – oder allgemein Multisport – war zu Beginn etwas für Exoten, denen eine einzelne Sportart als Hobby nicht genug war. Dementsprechend lückenhaft war auch der Rennkalender eines Triathleten, die Auswahl relativ bescheiden. Prinzipiell unterschied man zwischen zwei Distanzen: die Langdistanz (3.86 km Schwimmen, 180.2 Radfahren und 42.195 Laufen) und die 1989 von der neu konstituierten International Triathlon Union (ITU) ins Leben gerufene olympische Distanz (1.5/40/10 km).
Bis heute sind auch viele neue Rennformate dazu gekommen, wie die Sprint- und Mitteldistanz, aber auch Multisport-Varianten wie XTerra (Cross-Triathlon) und Aquathlon (Swim-Run). Einzig der Duathlon (Laufen-Radfahren-Laufen) war in den 90er-Jahren weitaus populärer als heute, wo er beinahe aus dem Rennkalender verschwunden ist.
Heute gilt Triathlon als Prestigeträger für eine erfolgreiche Oberschicht einer leistungsorientierten Gesellschaft. So wirbt beispielsweise der Veranstalter des Ironman Switzerland seine Sponsoren damit, dass 81% seiner Teilnehmer über einen akademischen Grad als Bachelor, Master oder Nachdiplom verfügen, und die World Triathlon Corporation (WTC), der Inhaber der Marke Ironman, nannte 2010 gar ein durchschnittliches Einkommen seiner Teilnehmer von 160’000 US-Dollar. Bei so viel Prestige ist es nicht verwunderlich, dass Doping auch vor dem Triathlon-Breitensport nicht Halt macht.
Früher durch Männer geprägt (beim ersten Ironman Europe 1988 waren 97% der Finisher männlich), erfreut sich der Triathlon zwischenzeitlich auch bei den Frauen von grosser Beliebtheit. Gerade bei den kürzeren Distanzen ist der Anteil an Triathletinnen oft schon bei einem Drittel. Diese erfreuliche Entwicklung wiederspiegelt sich übrigens auch im Triamt, der sich als ein Club mit grosser Anzahl an Mitgliederinnen auszeichnet.
Auch ist Multisport nicht nur etwas für Erwachsene geblieben; immer mehr Kinder und Jugendliche finden Gefallen am abwechslungsreichen Ausdauersport – wenn auch vornehmlich auf kurzen Distanzen.
Mit der wachsenden Popularität und Medienpräsenz des Triathlons entwickelte sich auch eine eigene Industrie. Früher war man mit einer Badehose, einem Velo und Laufschuhen bereits mit dabei. Aber die Ausrüstung der Athleten wurde immer spezifischer und die Auswahl an Produkten immer grösser. In den 90er-Jahren dann die Revolution: das erste spezifische Triathlon-Rad kam auf den Markt. Die Sportart war nun definitiv kommerzialisiert worden. Heute ist manch ein Amateur-Triathlet bereit, für seine Ausrüstung einen fünfstelligen Betrag auszugeben, sich monatlich von einem Coach einen Trainingsplan schreiben zu lassen und mehrere Wochen im Jahr Trainingslager im fernen Ausland zu besuchen.
Wie die Zeit vergeht! Heuer feiert der Triamt sein 25-jähriges Bestehen.