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Bern den 21 Aug. 1850.
Lieber Freund!
Dein letztes Schreiben, dessen Inhalt ich nur billigen kann, theilte ich dem Hrn Näf mit. Er erklärte, daß er sich nun noch einige Tage besinnen wolle u daß er auch an den Hrn Reinhard-Heß in Winterthur denke. Ich weiß nun noch nicht, ob er schon eine Wahl getroffen habe.
Deine Fragen, betreffend Finanzsachen, kann ich dir leider noch nicht beantworten, da mir Hr. Munzinger eröffnete, er sey noch nicht im Falle mit einiger Sicherheit Auskunft zu ertheilen. Ich werde ihn von Zeit zu Zeit daran erinnern u es dir mittheilen, sobald ich etwas näheres vernehmen kann.
Hr. Munzinger ist der Ansicht, ihr solltet euch so viel möglich hüten im Münzwesen jetzt Zwischenacte aufzuführen, weil dieses die Sachen sowohl für den Kanton als für den Bund nur compliciren. Hinsichtlich des erstern seyd ihr selbst am besten im Fall, dieses zu beurtheilen; was aber den Bund betrifft, so will mir des Hrn. M.s Ansicht nicht | einleuchten; denn ist die Sache von einzelnen Kantonen schon früher ins Reine gebracht, so scheint mir darin eine bedeutende Vorarbeit für den allgemeinen Zweck zu liegen. Mit dem Gehenlassen werden die Geschäfte u die Schwierigkeiten eben nicht beseitigt.
Dagegen scheinen mir die Bemerkungen in der N. Z. Ztg. über die Reduction des Zürcher Geldes in das Französische Eure vollste Aufmerksamkeit zu verdienen. Ich bin zwar kein Eingeweihter im Münzwesen u muß so ziemlich in verba magistri schwören. Allein ich finde, daß bedeutende Gefahr in dieser Sache liege u ich bin überzeugt, Ihr werdet Euch zwei u dreimal besinnen, ehe ihr eine Werthung annehmt, welche für sämtliche Debitoren so drükend ist.
Neues weiß ich nicht. Bollier scheint abwesend zu seyn, da die Briefe v. Benz unterzeichnet sind.
Freundschaftlich grüßend
Dein
F J