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Das Wichtigste in Kürze
- Legendärer Musical-Autor wurde 91 Jahre alt.
Das berichtete die Zeitung «New York Times» unter Berufung auf Sondheims Anwalt. Sondheim galt als Revolutionär des Musicals in den USA. Weltberühmt wurde er unter anderem mit seinen Texten zu «West Side Story» und Werken wie «Company» oder «Sweeney Todd».
Nach Angaben seines Anwalts starb Sondheim am Freitag in seinem Haus in Roxbury im US-Bundesstaat Connecticut. Am Tag zuvor habe er noch mit Freunden Thanksgiving gefeiert.
Sondheim wurde am 22. März 1930 in New York geboren. Obwohl seine Eltern in der Modebranche arbeiteten, interessierte er sich schon früh für das Musiktheater. 1957 gelang ihm der Durchbruch, als er die Texte zu Leonard Bernsteins Welterfolg «West Side Story» schrieb, zwei Jahre später folgte «Gypsy».
Weitere Erfolge feierte er im Laufe seiner langen Karriere als Komponist und Texter mit eigenen Werken wie «Sunday in the Park with George» und «A Little Night Music». Der Song aus «A Little Night Music», «Send in the Clowns», wurde zum Klassiker. Daneben schrieb Sondheim von 1968 bis 1969 Kreuzworträtsel für das «New York Magazine», was seinen Schreibstil und seinen Sinn für dramaturgische Irreführung prägte.
Für sein Schaffen wurde Sondheim mit acht Grammy Awards, ebenso vielen Tony Awards, einem Oscar und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. 2015 erhielt er vom damaligen Präsidenten Barack Obama die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten. «Um es einfach zu sagen: Stephen hat das amerikanische Musical neu erfunden», sagte Obama damals.
Am Broadway laufen derzeit Sondheims Musicals «Company» und «Assassins». «Wir haben den Shakespeare des Musiktheaters verloren», erklärte «Company»-Regisseurin Marianne Elliott auf Twitter. Sondheim habe nie eine Note oder einen Text ohne psychologische Bedeutung geschrieben, erklärte Elliott weiter. Seine Melodien und Texte sagten immer auch etwas über den Charakter der Figuren aus, «und deshalb ist er wie Shakespeare».
«Gott sei Dank wurde Sondheim 91 Jahre alt, damit hatte er die Zeit, so wunderbare Musik und grossartige Texte zu schreiben», twitterte Sängerin, Schauspielerin und Regisseurin Barbra Streisand.
«Es gibt keine Worte. Er hatte sie alle. Und die Musik. Er war unvergleichlich», twitterte die in Grossbritannien ansässige Stephen Sondheim Society, die sich der Förderung und Erforschung seines Werks widmet. Drei Herz-Emojis begleiteten den Text, darunter ein gebrochenes.