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Die Schenkung
Die Schenkung ist ein normales Rechtsgeschäft (siehe auch: Mustervertrag in unserem Downloadcenter). Der Schenker überlässt dem Beschenkten eine Sache ohne eine Gegenleistung dafür zu bekommen. Bei der Handschenkung wird die Sache übergeben und damit die Schenkung abgeschlossen. Beim Schenkungsversprechen muss ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werden. Dieses Versprechen kann Auflagen oder Bedingungen enthalten, ist aber wie jeder andere Vertrag rechtlich einklagbar. Eine Schenkung auf den Todeszeitpunkt wird gleich behandelt wie ein Vermächtnis (siehe dazu: Das Vermächtnis – eine Alternative zur Erbenstellung).
Ausgleichspflicht
Gesetzliche Erben (Nachfahren, Eltern, Geschwister etc.) haben einen Ausgleichungsanspruch. Schenkungen an die gesetzlichen Erben, welche normale Gelegenheitsgeschenke übersteigen, müssen vom Empfänger ausgeglichen werden, sofern er nicht ausdrücklich von der Ausgleichspflicht befreit wurde. Bei der Befreiung sind jedoch die jeweiligen Pflichtteile der Erben zu beachten. Zu unterscheiden ist die Ausgleichung von der Herabsetzung von Schenkungen an nicht gesetzliche Erben. Werden die Pflichtteile verletzt, können die Erben eine Herabsetzungsklage vorbringen. D.h. dass Empfänger von grösseren Geschenken in den letzten fünf Jahren vor dem Tod des Erblassers diese unter Umständen zurückgeben müssen.
Fallbeispiel
Betrachten wir das einleitende Beispiel: Solange die Frau lebt, kann sie mit ihrem Vermögen anstellen was sie will. Nach dem Tod Ihrer Mutter müssen sich Ihre Geschwister das erhaltene Geld an den Erbteil anrechnen lassen (bei einer Befreiung von der Ausgleichspflicht jedoch nur sofern Ihr Pflichtteil verletzt wurde). Bei den Geschenken kommt es auf den Zeitraum an. Sind zwischen Schenkung und Tod der Erblasserin mehr als fünf Jahre vergangen, sind Sie machtlos. Andernfalls können Sie die Herabsetzung verlangen, jedoch auch nur, wenn Ihr Pflichtteil verletzt wurde.