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Fredi M. Murer
Biobibliografie
Fredi M. Murer, geboren 1940 in Beckenried NW und im Kanton Uri aufgewachsen, erlernte wissenschaftliches Zeichnen und Fotografie an der Kunstgewerbeschule in Zürich. Als Zeichner und Fotograf mit dramaturgischer Neigung, Geschichten zu erzählen, näherte er sich bald dem Film und realisierte in seinen frühen Jahren eine Reihe von experimentellen Porträts seiner Künstlerfreunde: Chicorée (1966) über jungen Poeten Urban Gwerder; Bernhard Luginbühl (1967) über den Eisenplastiker; Sad-is Fiction (1969) über den Maler und Dichter Alex Sadkowsky, sowie Passagen (1972) über den Maler und Skulpteur HR Giger, der anno 1968 auch als Decor-Designer an Murers Science-Fiction Film Swissmade – 2069 beteiligt war. Anfang der siebziger Jahre gründete er mit sieben befreundeten Filmemachern die Produktionsfirma Nemo Film und drehte seinen ersten grossen Dokumentarfilm über das Leben und Denken der Urner Bergbauern Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind (1974). Diesem folgte der erste abendfüllende Spielfilm Grauzone (1979), eine komplexe, dystopische Parabel über das repressiv-orientierungslose Klima, welches zehn Jahre nach der 68-er Aufbruchsstimmung die Schweiz dominierte. Einen Wendepunkt in seinem filmischen Schaffen markierte das Familiendrama Höhenfeuer (1985). Der Film gewann am Filmfestival Locarno den Goldenen Leoparden. Seinem Engagement für Umweltfragen widmete er den epischen Dokumentarfilm Der grüne Berg (1990) über die Entsorgung von radioaktiven Abfällen, sowie den utopischen Spielfilm Vollmond (1998). Im Jahr 2006 realisierte er den Spielfilm Vitus, eine Hommage an die Kindheit, mit Teo Gheorghiu und Bruno Ganz in den Hauptrollen. Vitus lief weltweit in den Kinos und gewann den Schweizer Filmpreis für den besten Spielfilm sowie mehrere internationale Preise. Sein letzter Film Liebe und Zufall (2014), basiert auf einem autobiographischen Roman seiner Mutter. Als sie ihn schrieb, war sie 75 Jahre alt. Als er ihn verfilmte, war er ebenso alt. 1997 erhielt Fredi M. Murer den Innerschweizer Kulturpreis, 2019 den Pardo alla carriera des Filmfestivals Locarno und 2022 den Ehrenpreis fürs Lebenswerk von Bundesamt für Kultur.