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Geschichte
Von der ersten Initiative für eine Eisenbahn am linken Seeufer bis zum Bau, den die Schweizerische Nordostbahn realisierte, vergingen fast 20 Jahre: Am 20. September 1875 eröffnet die Strecke. Wiedikon ist nicht zufrieden, denn für die Nordostbahn ist eine Station Wiedikon-Aussersihl unnötig. Die Gemeinde wehrt sich erfolgreich, interveniert beim Bundesrat, bezahlt Subventionen an die Nordostbahn und erweitert die Seebahnstrasse.
16 Jahre später leben in Wiedikon und Aussersihl fast 25‘000 Menschen, die Gemeinden fusionieren mit Zürich. Am 1. Juni 1891 eröffnet die Station Wiedikon-Aussersihl und wertet die umliegenden Grundstücke massiv auf. Deshalb errichten Jakob und Konrad Walder mit ihrem Baugeschäft 1896 an der Kalkbreitestrasse 33 ein vierstöckiges Wohnhaus mit dem Restaurant Seebahn.
Doch die oberirdischen Züge behindern den Stadtverkehr. Immer wieder und immer länger wartet man vor geschlossenen Bahnschranken. Deshalb legt man 1927 die Eisenbahn tiefer und baut die Station Wiedikon an der Birmensdorferstrasse neu – als einziger Schweizer Reiterbahnhof über den Geleisen. Die alte Station weicht einer Tankstelle, heute erinnert nur noch die Stationsstrasse daran.
Nach dem 2. Weltkrieg wächst die Wirtschaft wie noch nie. Besitzen 1946 22 von 1000 Personen in Zürich ein Automobil, sind es 1960 schon 161! Auch die Kalkbreitestrasse spürt den Aufschwung: Die Liegenschaft wird 1958 durch einen Neubau mit einem weiteren Geschoss ersetzt. Im Gegenzug verniedlicht man den Namen des Lokals zu «Seebähnli».
1967 beschliesst der Gemeinderat Zürich, Seebahn- und Weststrasse zum provisorischen Autobahnteilstück Westtangente «aufzuwerten». Das tönt etwas zynisch, rollen die Verkehrsströme doch mitten durch Wohnquartiere.
Mit dem Üetlibergtunnel setzt die Stadt 2010 flankierende Massnahmen zur Verkehrsberuhigung durch. Die Weststrasse kann zur Quartierstrasse abklassiert werden, der Verkehr nimmt um mehr als 90 % ab, dafür steigen die Liegenschaftspreise markant.
Doch einige gallische Dörfer lehnen diesen Aufwertungstrend ab. Sie finden sich an der Weststrasse und in der Siedlung an der Kalkbreite. Wir werden auch das Haus zur Seebahn zu einem solch lebenswerten Ort entwickeln.
Die rot emaillierte Glasfassade aus den 50er-Jahren ist markant. 2007 kaufte Ponte Projektfonds die Liegenschaft «zur Seebahn» und entzog sie der Spekulation. Ab Herbst 2017 baute huggenbergerfries das denkmalgeschützte Haus zur Casa mondiale um. Mit der Sala, zwei neuen und sechs sanierten Wohnungen in den OGs, mit Seebähnli und Scaletta im EG und Soussol sowie der Terrazza im DG.