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Während den Eiszeiten war der grösste Teil der heutigen Schweiz so auch grosse Teile Österreichs und Nordeuropa (England, Irland, Skandinavien, Norddeutschland bis zu den Mittelgebirgen, Polen) mit Eis (Gletschern) bedeckt, das in den Alpentälern 500 - 1200 Meter dick war. Dadurch wurde viel Wasser gebunden und der Meeresspiegel lag bis zu 90 m tiefer als heute, sodass die Küsten z.T. weit vorgeschoben waren.
Man vermutet, dass die Ureinwohner Amerikas während der letzten Eiszeit um etwa 16000 v. Chr. über eine so entstandene Landbrücke von Sibirien nach Alaska gelangt sind oder dass sie dabei wenigstens nur eine geringe Strecke auf dem Meer zurücklegen mussten. Jede Eiszeit und auch die dazwischen liegenden Zwischeneiszeiten dauerten mehrere zehntausend Jahre. Voraussetzung für die Entstehung eines Gletschers ist vor allem eine niedrige Temperatur, die langfristig anhält, damit es zum Schneefall kommt. Der Vorgang bei dem sich Schneemassen ansammeln, nennt man Akkumulation. Darum heisst der Entstehungsbereich eines Gletschers Akkumulations-Gebiet (Nährgebiet).
Moränen, Findlinge
Die Eismassen der Gletscher schoben gewaltige Geröllmassen vor sich her und lagerten sie an den Seiten (Seitenmoränen) und am Ende der Gletscherzunge (Stirnmoräne) ab. Viele Hügel des schweizerischen Mittellandes sind Überreste solcher Moränen. Teilweise werden sie zur Gewinnung von Kies genutzt. Aber auch grössere Gesteinsbrocken wurden mitgeschleppt und blieben nach dem Rückgang der Gletscher als Findlinge (erratische Blöcke) liegen. An einzelnen Stellen, z.B. im Gletschergarten Luzern schliffen Wirbel aus sandhaltigem Gletscherwasser auch sogenannte Gletschertöpfe aus.
Erderwärmung lässt Gletscher schmelzen
Der Klimawandel ist schuld an den erhöhten Temparaturen, die Eisflächen an den Polen und im Gebirge werden geringer, dies mit nachhaltiger Auswirkung. Veränderungen: Besonders die Tier- und Pflanzenwelt ist davon betroffen, in der Arktis werden viele Arten verschwinden. Im Gebirge wird es zu Stein- und Wasserlawinen kommen, da sich durch das Abschmelzen der Gletscher neue Seen aufgestaut haben, die mit der Zeit dem Druck nicht mehr standhalten können. Andererseits werden durch den Klimawandel Zugänge zu begehrten Bodenschätzen möglich und neue Transportwege für die Schifffahrt erschlossen.
Es gab jedoch schon immer Klima-Irritationen, die Erde befindet sich momentan in einer Zwischenzeit, das bedeutet, dass das Klima vor einer Übergangsperiode steht. Darauf folgt meist eine neue Eiszeit, man bemerkt dies durch die starken Schwankungen bei Regenfällen, Temperaturstürze und deren Heftigkeit.
Gletscherschmelze
Für die Entwicklung eines Gletschers, ob er wächst oder schmilzt, sind neben den Rahmenbedingungen wie Hangneigung oder Bodenbeschaffenheit vor allem die Niederschlagsmengen wichtig. Damit ein Gletscher entsteht und wächst, muss mehr Schnee fallen als abschmilzt, verdunstet oder vom Wind abgetragen wird. Ob ein Gletscher schmilzt oder wächst, hängt also von einem sehr komplexen Zusammenspiel verschiedenster Faktoren ab: (Sommer-)Witterung, Hangneigung, Umgebungs- und Bodenbeschaffenheit, Ruß, Schutt, Sonneneinstrahlung, Windstärke und Windrichtung, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, schneeiger und nicht-schneeiger Niederschlag, Höhenlage der Schneegrenze können alle die Bewahrung oder das Wachsen der Gletschermasse beeinflussen.
Gletscher - das Reservoir von Süsswasser
Gletscher, Inlandeis und Permafrostboden sind nach den Ozeanen die zweitgrössten Wasserspeicher – und mit weitem Abstand die grössten Süsswasserspeicher der Erde. Das Wasservolumen der Erde beträgt etwa 1.450 Millionen m³, knapp 95 Prozent davon befinden sich als Salzwasser in den Weltmeeren, nur 5 Prozent sind Süsswasser.
Während sich in Grundwasser, Seen, Flüssen, im Boden und in der Luft nur 30 Prozent der Süsswasserreserven finden, sind etwa 70 Prozent des Süsswassers, das heisst 24 Millionen m³, als Eis und Schnee im Inlandeis der Pole und in den Gletschern gebunden.