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Unterhalb Degermoos, nahe beim Dörflein, liegt eine Quelle unsichtbar mitten im Ackerfelde, nur einige Leute wissen ihre Sprungstelle; gleichwohl hat sie noch immer reichliches Wasser ausgequollen, so oft Theuerungsjahre eingetreten sind, wie namentlich wieder i. J. 1847. Hier hatte ein wucherischer Bauer gewohnt; sein Hof, der zum Dörflein gehört hat, ist längst eingegangen.
Es trat einst eine solche Landdürre ein, dass dorten das Flüsschen der Surbe versiechte und endlich auch noch der Thalebach austrocknete, ein Gewässer, das in jedem Sommer mit gleicher Stärke läuft und auch in den kältesten Wintern nicht zufriert. Damals grub dieser Bauer in seinem Hause einen Brunnen, den er auf seine Saaten leitete; das Wasser davon verkaufte er noch dazu den benöthigten Nachbarn bei der Mass. So gerieth ihm sein Getreide vortrefflich, und da es bald im Preise stieg, so wucherte er nun damit ebenso wie vorher mit dem Trinkwasser. Nun hat er zur Strafe hiefür es jedesmal anzuzeigen, wenn wieder eine Theuerung droht; dann erscheint er des Nachts im Felde und zapft das Hungerbrünnlein an. Man erinnert sich noch, wie reichlich es i. J. 1817 geflossen ist.
Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 39
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.