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SDG 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
[…] Eine Arbeit zu haben ist vielerorts keine Garantie gegen Armut. […] Um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, müssen die nötigen Voraussetzungen für gute Arbeitsplätze geschaffen werden, die zur Wirtschaftsförderung beitragen, ohne die Umwelt zu beeinträchtigen. Ausserdem muss die gesamte Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter die Möglichkeit haben, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und unter menschenwürdigen Bedingungen zu arbeiten.
Schweizer Unterziel 8.2: Die wettbewerbs- und innovationsfördernden Rahmenbedingungen sowie die Produktivität für eine nachhaltige Wirtschaft werden erhalten und weiter gefördert.
Bedeutung des Indikators
Der Indikator zeigt die Entwicklung der Produktivität nach tatsächlichen Arbeitsstunden. Die Arbeitsproduktivität drückt das Verhältnis zwischen der Bruttowertschöpfung und den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aus. Sie misst die Effizienz, mit der die Arbeitskräfte im Produktionsprozess eingesetzt werden. Wenn ein Land seine Arbeitsproduktivität überdurchschnittlich steigert, erhöht sich dessen Wettbewerbsfähigkeit, was in der Regel dazu führt, dass Arbeitsplätze erhalten oder neu geschaffen werden. Im Sinne der nachhaltigen Entwicklung wird daher eine Steigerung der Arbeitsproduktivität angestrebt.
Lesehilfe
Zur Messung der Entwicklung der Arbeitsproduktivität wird der Indexwert für das Jahr 1991 auf 100 festgesetzt. Ein Wert unter 100 bedeutet einen Rückgang der Arbeitsproduktivität im Vergleich zu 1991, während ein höherer Wert einen Anstieg der Arbeitsproduktivität anzeigt. Der Indikator ermöglicht keine eindeutigen Aussagen zur Beschäftigung. Wenn die Steigerung der Arbeitsproduktivität nicht von einem entsprechenden Wirtschaftswachstum begleitet wird, kann dies auch zu einem Rückgang des Arbeitsvolumens führen (so genannte schlanke Produktion). Sinkendes Arbeitsvolumen führt zu einem Rückgang der Beschäftigung, es sei denn, die Produktivitätsfortschritte werden in Form von Arbeitszeitverkürzungen weitergegeben. Falls umgekehrt Wirtschaftswachstum stattfindet, kann dies auch zu einem erhöhten Verbrauch von Umweltgütern und Energie führen.
Internationaler Vergleich
Da Erhebungstypen, Berechnungsmethoden und die Rahmenbedingungen (Wirtschaftsstruktur, Beschäftigtenquote, Arbeitszeit, natürliche Ressourcen) von Land zu Land variieren, kann ausschliesslich die Entwicklung und nicht das absolute Niveau verglichen werden.
Tabellen
Methodologie
Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der Produktivität nach tatsächlichen Arbeitsstunden (Verhältnis zwischen der Bruttowertschöpfung zu Preisen des Vorjahres und den tatsächlichen Arbeitsstunden). Die Entwicklung wird in einem Index dargestellt (1991 = 100). Die Daten zur Arbeitsproduktivität werden im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung jährlich vom BFS publiziert.
Die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden wird vom Bundesamt für Statistik im Rahmen der Arbeitsvolumenstatistik (AVOL) berechnet. Diese erfasst alle Personen, die während des Referenzjahres während mindestens einer Stunde einer produktiven Beschäftigung im Sinne der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) nachgehen. Bezahlte, aber infolge Ferien, Krankheit, Militärdienst, Mutterschaft etc. nicht geleistete Stunden werden ausgeklammert. Berücksichtigt werden die Arbeitsleistungen von allen Erwerbstätigenkategorien, also auch von Heimarbeitenden, Angestellten in Privathaushalten und Selbstständigerwerbenden.
Definitionen
Arbeitsproduktivität
Die Arbeitsproduktivität entspricht der Bruttowertschöpfung (BWS) pro Arbeitsinput. Sie dient dazu, die Effizienz des Arbeitsinputs im Produktionsprozess zu messen. Auf Ebene einer Volkswirtschaft bezeichnet die Arbeitsproduktivität das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro tatsächliche Arbeitsstunde.
Wertschöpfung
Die Wertschöpfung beschreibt die aus dem Produktionsprozess hervorgehende Wertsteigerung der Güter. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ergibt sie sich aus dem Saldo Produktionswert minus Vorleistungen.
Quellen
Unterziele
Schweizer Unterziel 8.2: Die wettbewerbs- und innovationsfördernden Rahmenbedingungen sowie die Produktivität für eine nachhaltige Wirtschaft werden erhalten und weiter gefördert.
Internationales Unterziel 8.2: Eine höhere wirtschaftliche Produktivität durch Diversifizierung, technologische Modernisierung und Innovation erreichen, einschliesslich durch Konzentration auf mit hoher Wertschöpfung verbundene und arbeitsintensive Sektoren.
KontaktBundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz
- Tel.
- +41 58 480 58 46
Von Montag bis Freitag
09.00–12.00 Uhr und 14.00–16.00 Uhr