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Ort: eine hochalpine Wetterstation, die täglich ihre Beobachtungen ins Unterland schicken muss und ausserdem Forschungsaufträge hat. Die Station ist relativ klein, liegt auf dem Gipfel eines Berges, mitten in einem Skigebiet und kann nur mittels eines Sesselliftes er-reicht werden, der im Winter auch Skifahrer in die Gegend bringt. Bei schlechtem Wet-ter und nach fünf Uhr abends ist man hier vollkommen von der Welt abgeschlossen.
Hauptpersonen:
Hansueli Schwegler, 38, verheiratet (allerdings weiss das zunächst niemand), Meteorologe und Chef der Station, kultiviert, schwelgt in klassischer Musik und spielt selber Flügelhorn; er erzählt gerne Militärgeschichten (Oberleutnant) und gibt ungefragt Lektionen in Meteorologie. Hansueli lebt von seiner Frau und seinen drei Kindern getrennt, studiert fleissig die Scheidungsgesetze und ist eigentlich nur auf der Station, weil er hier eine Hochgebirgszulage bekommt, die ihm hilft, seine Familie über Wasser zu halten. Als seine Frau — von ihm — wieder schwanger wird («man ist ja nur ein Mensch»), bringt das seine Scheidungspläne durcheinander. Da bleibt er doch lieber noch ein bisschen im Gebirge.
Flandrina de March, 29, ledig, Meteorologin, behütete Tochter aus gutem Bündner Haus, hervorragende Sportlerin, Snob, aber mit gutem Humor; sie ist eine ausserordentlich ordnungsliebende Person (die einzige der Station); sie wirkt eher kühl, kann aber in der entsprechenden Situation durchaus temperamentvoll sein. Als passionierte Skifahrerin und Einzelgängerin aus Veranlagung, hat sie in der Station den idealen Arbeitsort gefunden. In ihrer Partnersuche ist sie äusserst ambivalent. Einerseits sucht sie einen Liebhaber, andererseits scheut sie vor den daraus entstehenden emotionalen Komplikationen zurück. Es könnte durchaus bei Gelegenheit zu einer Liebesnacht kommen, nach der Flandrina sich aber nur umsomehr zurückzieht.
Chantal Müller, 23, geschieden (vom Leadsänger einer Berner Rockband), Bibliothekarin, unsportliche Leseratte, steht auf Madonna und Naturkosmetik; sie hat die Stelle angenommen um von ihrem Ex-Mann loszukommen, der sie noch immer mit seinen Liebesbezeigungen verfolgt. Eigentlich liebt Chantal ihn nicht mehr, aber seine Hartnäckigkeit schmeichelt ihr, und sie ist in ihren Antworten nicht immer ganz eindeutig. Solange nichts Besseres auftaucht, muss man sich ja nicht festlegen. Chantal hofft, dass ihr die heilende Wirkung der Hochgebirgsstrahlung helfen wird, mit sich selbst und ihrem «Jüre» ins Klare zu kommen. Chantal ist extrem kälteempfindlich und verlässt die Station nur in Notfällen, so dass die anderen ihr all die Zutaten für ihre Naturkosmetik und alle Bücher für die Bibliothek heraufschleppen müssen.
August Licht-Larsen, 27, ledig, Mathematiker und Computerfachmann, Besitzer eines Aquariums; als Däne verspricht er sich oft, flucht in seiner Muttersprache und hat eine Vorliebe für schlechte Witze und Bier; er behauptet von sich, er könne Tuborg und Carlsberg-Bier blind unterscheiden (unmöglich!). Als guter Skandinavier fährt er Ski im Telemark-Stil, der sich für die Hardangervidda besser eignet als für die Schweizer Alpen. Aber er liebt die Schweizer Berge und die Schweizer Steuergesetze. Allerdings hat er nach jedem Dänemark-Aufenthalt Heimweh.
Laura Camin, 45, Köchin und «Mutter» der Station, daneben ist sie aber auch Frau und wenn sich ihr Mann nach jedem Skihasen (sic!) umdreht, weshalb sollte sie nicht auch ...; ausserdem ist sie eine äusserst kreative und inspirierte Köchin und regiert die Station mit strenger Hand; sie liebt und erstellt Horoskope. Laura stammt aus der Gegend und ist gerne auf der Station, weil sie im Dorf mit allen verwandt ist und dort alle ihren — zumindest in ihrer Fantasie — nicht ganz einwandfreien Lebenswandel beobachten können. Ausserdem ist Bruno, ihr Mann, auf der Station weit entfernt vom Après-Ski-Babylon.