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Südafrika eine lange und traditionsreiche Geschichte
Südafrika wird gemeinhin zu den Weinländern der Neuen Welt gezählt. Doch anders als seine überseeischen Konkurrenten auf dem Weltmarkt - Kalifornien etwa, Australien oder Chile - blickt Südafrika auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Schon im Gepäck des ersten Gouverneurs am Kap befanden sich Rebstöcke aus Westfrankreich: Jan van Riebeeck errichtete ab 1652 im Auftrag der Schiffahrtsgesellschaft Dutch East India Company eine Proviantstation am Kap - und gleich auch den ersten Rebberg. Grund dafür war weniger seine Weinliebe als die hygienische und diätetische Wirkung des Rebsafts. Wein heilte damals die Seefahrer von ihren infektiösen Darmkrankheiten. Den eigentlichen Weinbau begründete allerdings Simon van der Stel, der Nachfolger des ersten Gouverneurs. Sein Weingut Constantia wurde später unter Hendrik Cloete für seine Dessertweine weltberühmt. Simons Sohn, Willem Adriaan van der Stel, erschloss die Gegend um Paarl und Stellenbosch. Die beiden Städte bilden noch heute Südafrikas Weinzentren. Unterstützt wurde van der Stel von hugenottischen Immigranten. Winzernamen wie Du Toit, Du Plessis, De Wet, De Villiers erinnern an diese Glaubensflüchtlinge, die französisches Weinwissen am Kap fruchtbar machten.
Constantia
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte der südafrikanische Wein seine erste Blüte. Der Constantia, ein süsser Nektar aus der Muskateller-Traube , war damals der Renner an den europäischen Fürstenhöfen. In St. Petersburg wurde er gar dem legendären Sauternes Château d'Yquem vorgezogen und Napoleon versüsste er die einsamen Stunden des Exils auf St. Helena. Im Laufe der Zeit verblasste der Ruhm aber wieder. Generationen vernachlässigten den Weinbau. Den Tiefpunkt erreichte er Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Einfall der Reblaus. Erst nach deren erfolgreicher Bekämpfung und der Bildung der aus der Not geborenen Winzergenossenschaft KWV (Koöperative Wijnbouwers Vereinigung an Zuid-Afrika) belebte sich das Winzerhandwerk wieder.
Während der Apartheid
hing die Weinwirtschaft am Gängelband des Staats. Es bestanden strenge Produktionsvorschriften, ausgearbeitet und kontrolliert durch die KWV, die zunehmend zur Bastion des Protektionismus und Konservatismus mutierte und neuen Ideen im Wege stand. Erzeugt wurde somit zwangsläufig fast nur für den Inlandsmarkt. Aber mit der Geburt der Regenbogennation unter Präsident Mandela liberalisierte sich der Weinbau. Das enge Sortenkorsett wurde aufgeschnürt. Ein frischer Wind von neuen Ideen und Praktiken durchwehte das Land. Unverändert hingegen ist bisher die Hierarchie geblieben. Die Weinwirtschaft liegt fast ausschliesslich in weisser Hand. Doch den farbigen Angestellten der Weingüter wird zunehmend grössere Verantwortung übertragen. Bei Rebschnitt in den Weinbergen oder beim Aussortieren der unreifen Beeren am Selektionstisch haben sie direkten Einfluss auf die Weinqualität. Noch instruiert sie meist ein weisser Chef. Jeder Abschlussjahrgang der Stellenboscher Weinuniversität zählt mittlerweile aber auch dunkelhäutige Abgänge. Sie werden die Gilde vermehrt aufmischen.
Die allerbesten Zutaten gehören nicht nur auf den Teller, sondern auch ins Glas
Insgesamt 15 Weinfreunde hatten das Vergnügen die Weine Südafrikas zu degustieren. Der Sommelier des Restaurants Chesery in Gstaad, Jeròme Lucas kommentierte diese herrlichen Weine wie immer auf faszinierende und eindrückliche Art und Weise. Sämtliche der 6 degustierten Weine waren eine Entdeckung für sich. Es lebe Südafrika mit seinen insgesamt alles überragenden Weinen. Kein einziges Produkt ist abgefallen. Wir können ruhig sagen, einige grosse, überaus faszinierende Spitzenweine degustiert zu haben. Diese haben auch in Europa bereits einen Preis. Aber das Preis/Qualitätsverhältnis stimmt.
Die Degustation der Weine Südafrikas fand im Restaurant Chesery Gstaad statt, welches wir diesmal nicht mehr gross beschreiben wollen. Urs Heller von GaultMillau sagt "Robert Speth kocht ohne Schnickschnack, dafür mit beeindruckender Präzision. Er beherrscht die bodenständige regionale Küche genauso wie die Haute Cuisine. Mal kocht er rustikal, mal aufwenig - aber stets brillant. Und er wird mit dem Alter immer besser."Zusammen mit seinem Sommelier pflegen sie eine anspruchsvolle Sélection an Spirituosen und einen grossartigen Weinkeller.Denn die allerbesten Zutaten gehören nicht nur auf den Teller, sondern auch ins Glas. Im Restaurant und in der Vinothek. Und zum Apéritif oder digestif an der Chesery - Bar. Dies sagt Robert Speth, Koch des Jahres 2005 bei GaultMillau, aktuell ausgezeichnet mit 18 Punkten und einem Michelin Stern. Die Weine wurden mit den zu den einzelnen Gängen speziell ausgesuchten Speisen zusammen serviert und degustiert. Die verkosteten Spitzenweine werden später noch beschrieben. Diese werden allen Teilnehmern noch lange im Gaumen und im Gedächtnis hängen bleiben.
Genuss pur
Zu diesen ausgezeichneten Weinen hat uns die Küche des Restaurant Chesery in Gstaad ein hervorragendes Sechs-Gang-Menu serviert, bestehend aus
Vielen Dank dem Chesery-Team
Es war ein einziger Genuss für den Gaumen. Wein und Speisen passten wie üblich ausgezeichnet zusammen. Deshalb möchten wir uns bei den Verantwortlichen des Restaurants Chesery Gstaad, allen voran Robert Speth und seiner Ehefrau, sowie allen Mitarbeitern herzlich für den gelungenen Abend bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir kurz vor Ende der Saison im besten Restaurants des Saanenlandes eine unserer Degustationen durchführen durften.
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