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Mein lieber Freund!
Den Depeschen & Briefen, die ich bis zur Stunde an Dich erlassen, habe ich gegenwärtig nur beizufügen, daß, wenn etwa die frühere Vollendung der Linie Lugano– Cenere–Bellinzona als bis zur Eröffnung des großen Tunnels verlangt werden sollte, einem solchen Ansinnen mit aller Entschiedenheit engegenzutreten wäre. Es würde dieß nämlich ein gar zu bedenkliches Loch in unsern Finanzplan machen. Du kannst den Umstand sehr stark tönen machen, daß wir überhaupt den Cenere bauen & zu dem Gotthard noch einen weitern Tessin' chen Berg überschienen wollen. Tessin hat kaum erwartet daß wir uns hiezu bereit zeigen werden, & wenn wir nunmehr durch dieses Conzessionsbegehren seine Erwar| tungen übertroffen haben, so würde es ihm schlecht anstehen, uns hiefür damit belohnen zu wollen, daß es unhaltbare Forderungen mit Beziehung auf den Vollendungstermin stellt. Ich hatte einmal daran gedacht, die Cenere Linie nicht in unser Conzessionsbegehren aufzunehmen, sie von Tessin begehren zu lassen & sodann diesem Begehren in der Form eines Zugeständnisses zu entsprechen. Ich habe aber auf diese Idee verzichtet, annehmend, daß es in Tessin von vornherein einen sehr schlechten Eindruck machen würde, wenn wir ein Conzessionsbegehren ohne die Cenere Linie einreichten.
Ich werde wahrscheinlich am Samstag Nachmittag nach Bern reisen müssen, um am Sonntag Abend oder Montag Morgen wieder hieher zurückzukehren. Schicke gleichwol nach Zürich. Ich werde daür sorgen, daß mir alles möglichst schnell übermittelt wird. | Wenn gleichwol einige Verzögerung eintreten würde, so wüßtest Du den Grund, dem Du sie zuzuschreiben hättest.
Herzlich
Dein
Dr A Escher
Zürich
21 April 1869.