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Während der Nacht fuhr der «Coast Starlight» rumpeln gen Süden. Ich schlief etwas unruhig, neben dem Schütteln plagte auch die Schiene, aber das kenne ich ja nun zu Genüge.
Wir kamen gegen 6 Uhr nach Sacramento und da war ich dann halbwach, ich versuchte noch einige Zeit vergeblich, den Druck der Blase zu ignorieren, bevor ich mich doch noch entschloss, aufzustehen…
Gegen acht Uhr erreichten wir den Grossraum San Francisco und somit wieder das Meer. Ich genehmigte mir einen French Toast zum Frühstück und hatte eine sehr nette Unterhaltung mit einer vermutlich etwa gleichaltrigen Frau. Als ich sie fragte, weshalb sie den Zug nähme, erklärte sie mir, dass ihr Vater sehr viele Jahre bei Union Pacific gearbeitet hätte und sie schon als Kinder fast immer im Zug unterwegs gewesen wären.
Der Zug bediente Emeryville und Oakland, wo uns viele Fahrgäste verliessen und zuckelte dann weiter südwärts… aber auf der Höhe von Fruitville gab es eine Schnellbremsung. Der Schaffner eilte durch den Wagen und rief laut: «hold the handrails and watch for baggage». Die US-Züge bremsen irgendwie anders, weniger schleifend, mehr stotternd und so kam der Zug nach ein paar hundert Metern zu stehen. Kurze Zeit später meinte Justin, der Schaffner über die Lautsprecher, dass dies ein «Unfortunate trespasser incident» sein könnte und wenn es so sei, dürfte es zwei bis vier Stunden dauern.
Es war dann so und es dauerte insgesamt ziemlich genau vier Stunden. Polizei, Unfalluntersuchungsteams, Gerichtsmediziner erschienen. Der Lokführer und der Zugführer (Conducter) mussten ausgewechselt werden, bis es endlich weiterging. Anscheinend kämpfen die US-Eisenbahngesellschaften sehr stark mit unaufmerksamen Leuten, die auf und über die Gleise gehen oder fahren und das Prozedere ist sehr standardisiert. Gem. Justin werden von den Loks auch Diagnosedaten heruntergeladen, dazu gehören auch die Daten der installierten Videokameras auf der Lok.
Ich schrieb dem Kon Tiki Inn (Hotel) eine E-Mail, dass es sehr später werden könne, ich aber schon noch erscheinen werde. Zudem schaute ich, ob ich irgendwie die Autovermietung Avis im Flughafen von San Luis Obispo kontaktieren könnte. Es war zwar eine Telefonnummer aufgeführt, aber ich hatte keine Lust, Roaminggebühren für das ja jeweils recht übliche Warteschlangenmusikhören zu bezahlen. Also versuchte ich es via Twitter. Tatsächlich bekam ich nach zwei Stunden (!) eine Antwort (so geht Social-Media), mit der Bitte anzurufen. Ich konnte dann via die Zentrale eine Mail abdrücken und harrte der Dinge.
Während der Zug nun wieder seinen Weg gen Süden aufnahm, gab es ein spätes Mittagessen. Ich vermisse ja die Zeit, als noch richtig gekocht wurde. Also unten im Speisewagen mehrere Köche Steaks brieten und Kartoffeln schälten. Als die Köche noch über die Menus bestimmen konnten und es noch keinen gewärmten Einheitsbrei gab. Vor allem vermisse ich den Apple Pie à la mode, den es früher zum Dessert gab. Immerhin, im «Coast Starlight» wird die Glacé nicht einfach als Häagen-Dazs Kübelchen auf den Tisch gestellt und mit Plastiklöffel serviert, wie auch schon in anderen Zügen erlebt.
Wir fuhren durch die Landwirtschaftsgebiete zwischen Salinas und Paso Robles, wo in diesem trockenen Land mit viel Bewässerung Gemüse angepflanzt wird.
Ich dachte erst, dass diese rötlichen Wolken von der Sonne gefärbt seien, da kam mir das Gespräch mit der Frau im Speisewagen in den Sinn. Sie erklärte, dass sie in Paso Robles ihren Sohn besuchen würde und dass es dort so schlimm gebrannt hätte. Und tatsächlich, schaute man in die Sonne, war es klar, dass es Rauchwolken waren.
Die Karte mit allen Wald- und Buschbränden wurde von/für Google aufbereitet. Riesige Gebiete wurden verwüstet und es ist noch nicht mal richtig Herbst.
Dann kamen wir nach Paso Robles und ich dachte, wir hätten von den vier Stunden Verspätung rund eine Stunde aufgeholt. Denn von Paso Robles bis San Luis Obispo geht es mit dem Auto nur eine halbe Stunde. Der Zug fährt aber nicht die Berge gerade hoch und wieder runter, sondern windet sich in fast eineinhalb Stunden langsamer Fahrt durch die Hügel an der Küste.
Die Kurven waren atemberaubend eng, das geht hier, da die Wagen mit einer Mittelkupplung ausgestattet sind. Die Fotos durchs Fenster wurden meist nichts. Das Licht war schon zu schlecht und die mit dicken Gummidichtungen ausgestatteten, leicht eingelassenen Fenster lassen nur eingeschränkt Fotos in Längsrichtung des Zuges zu. Nach einem spektakulären «Horse Shoe» der fast so eng wie die Bernina-Bahn bei der Alp Grüm ist, ging es dann geradewegs zum Bahnhof San Luis Obispo, wo ich mit beinahe vier Stunden Verspätung ausstieg und Justin nochmals für die spannenden Gespräche über die Eisenbahn, aber auch das Leben und die Politik dankte.
Da weit und breit kein Taxi zu sehen war, wagte ich mich an meine erste «Uberfahrt» und tatsächlich, schon vier Minuten nach der Reservation erschien Earl mit seinem weissen Hyundai und fuhr mich in knapp 10 Minuten für 12.74 US $ zum Flughafen.
Bei der Autovermietung Avis blickte der Mann nur ganz beiläufig auf meinen Fahrausweis und händigte mir gegen eine einzige Unterschrift (!) die Papiere und den Schlüssel aus. Dauerte nur ein paar Sekunden und schon drei Minuten später sass ich in meinem roten GMC. Ich hätte mir zwar eher eine Limousine vorgestellt, aber für die paar Meilen tut es auch dieser Panzer.
Ich kam nicht mal an einer Schranke vorbei, sondern konnte direkt losfahren und war schon eine halbe Stunde später, kurz vor acht Uhr abends in meinem geliebten, wie immer ausgebuchten Kon Tiki Inn in Pismo Beach.
Nach dem Check-In holte ich mir noch ein Sandwich und ein Sixpack Pale 31, so war auch das kleine Nachtessen gerettet.
Und damit Ihr auch noch wisst, wie es am nächsten Morgen aussah… Kitschig wie immer
Ich hatte am Vorabend die Wecker auf kurz nach 6 Uhr gestellt. Das klappte hervorragend und nach ein wenig im Bett rumlümmeln, konnte ich mich überwinden, in die Dusche zu gehen. Gepackt war schnell, so dass ich etwa um 7:20 Uhr bei der Reception war. Der Bus fuhr angeblich jede halbe Stunde, wurde mir ja am Vorabend beschieden.
Als ich mich nach dem Shuttle erkundigte, wurde der Fahrer aufgerufen und war praktisch sofort bereit. Es reichte grad noch für einen kleinen Schluck Apfelsaft. Dann ging es mit mir alleine im Bus gleich los und so war ich bereits kurz nach halb acht Uhr auf dem Perron und wartete auf die Light Rail. Somit war ich bereits um viertel nach acht Uhr in der Nähe des Bahnhof «King Street» in Downtown Seattle. Zeit genug, um noch irgendwo einen Kaffee zu ergattern.
In der Tat war da nur grad ein Starbucks verfügbar, wen wundert's in Seattle
Etwas widerwillig betrat ich den Laden, machte ausfindig, wo man sich anstellen sollte und orderte dann einen doppelten Espresso. Der war mit 2 Dollar irgendwas relativ günstig, meine Erwartungen also eher tief. Ich musste dann doch sehr lange warten, bis der Barrista alle diesen lustigen Milchmischgetränke für die anderen Gäste zubereit hatte. Der Gesichtsausdruck, als er versuchte meinen Namen auszusprechen, machte die Wartezeit wieder wett
Der Espresso schmeckte so… naja, also einigermassen geniessbar und wurde auf dem kurzen Weg zum Bahnhof weggeputzt. Dort hiess kurz warten und dann begann schon das «Check in». D.h. man zeigte seine Reservation (elektronisch, zB Apple Wallet genügt) und bekommt vom Conductor einen von Hand geschriebenen Zettel mit Wagennummer und Abteilnummer. D.h. den selben Nummern, welche schon auf dem e-Ticket waren
Draussen stand der Zug bereit, aber offenbar wollte man die Leute nicht zu früh auf das Personal loslassen.
Um viertel nach neun Uhr, 20 Minuten vor der geplanten Abfahrt, durften wir dann endlich los. Mein Wagen, 1132, war der zweitvorderste Schlafwagen, davor nur die zwei Gepäck-/Dienstwagen und die beiden Loks. Justin, unser Schaffner, begrüsste die Fahrgäste beim Eingang und half bei Bedarf mit dem Gepäck.
Ich richtete mich im Abteil Nummer 7 ein. Die «Roomette» genannten Abteile verfügen über zwei gegenüberliegende Sitze, welche abends zu einem Bett zusammengeführt werden können. Das zweite Bett ist in der Decke und kann heruntergeklappt werden. Seitlich hat es eine Ablage, auf welche ich gäbig meinen Koffer stellen kann. Ich finde es für eine Person eine praktische Wahl. Die nächsthöhere Klasse ist als Dreier-Abteil mit Dusche/WC im Abteil deutlich (Faktor 2.5-3) teurer.
Der Zug fuhr rechtzeitig los und schwankte aus dem Bahnhof. Die Gleise der Bahngesellschaften (Amtrak hat nur wenige, eigene Strecken an der Ostküste) sind in einem teilweise erbärmlichen Zustand und man wird ordentlich durchgeschüttelt, in den doppelstöckigen Superliner-Wagen merkt man das aufgrund des Schwerpunkts noch stärker. Justin erklärte den Reisenden alle Regeln (nur mit Schuhen durch die Wagen gehen, Rauchverbot etc.) und stellte sich bei jedem Fahrgast noch einzeln vor.
Schon bald kam das Speisewagenpersonal vorbei. Da ich ja kein Frühstück hatte, wählte ich den ersten Durchgang für das Mittagessen, welcher um 12 Uhr startete. Dort lernte ich an meinem Tisch zwei nette englische Gentlemen und deren schweigsame Tochter kennen. Ihre Angetrauten sassen am Nachbarstisch. Es gab eine kleine Plauderei über das Reisen und mein Akzent wurde nach Canada verortet. Ich fühlte mich unglaublich gebauchpinselt
Irgendwann am Nachmittag blieben dann die Wolken von Washington State hinter uns und die Sonne grüsste durch die Wolken.
Einen Teil des Tages verbrachte ich damit, einen Blogbeitrag über den Samstag in Seattle zu schreiben. Mein iPad dient mit einer AT&T Sim-Karte und einem Data-Abo als Hotspot. Die Versorgung entlang der Strecke ist relativ gut, aber sobald man völlig abseits der Zivilisation ist, ist dann Ende der Fahnenstange.
Am Nachmittag holte ich mir im Parlour-Car, der eine Bar beherbergt, ein Sierra Nevada Pale Ale. Einer der besseren Schachzüge, die Amtrak in Sachen Verpflegung gemacht hat. In Eugene, Oregon, gab es mal wieder einen etwas längeren Halt, den man zum Beine vertreten nützen kann. Ich liebe es, die Amtrak Züge und Bahnhöfe mit dem leider nicht mehr erhältlichen «Perfect B&W» App zu fotografieren. Der dort vorhandene «Ansel Adams»-Filter macht die Fotos zu Bijous.
So gegen das Nachtessen um 20:00 Uhr fuhren wir in der Gegend von Chemult, d.h. in der Nähe von Klamath Falls und dem fabelhaften Crater Lake, aber draussen war es stockdunkel.
Als ich vom Nachtessen zurückkam, war mein Bett gemacht und lud zu einem leicht geschüttelten, eher unruhigen, aber trotzdem erholsamen Schlaf.
Die erste Nacht schlafe ich meist unruhig, nun zusätzlich wegen der Schiene, die ich nach dem Bänderriss am Fussgelenk noch rund vier Wochen tragen muss.
Ich war halbwach, als der Wecker ging und somit schnell auf den Beinen. Die Sonne lachte durch die Storen und blendete, als ich sie hochzog.
Die Dusche im Hampton Inn & Suites könnte man auch zu Dritt gleichzeitig benutzen, so gross war sie. Allerdings sind die Armaturen immer ein kleines Rätsel. So auch hier, weshalb der Knopf in der Mitte des Griffes? Und wie kalt kommt das Wasser, bevor man die richtige Stellung des Knaufs gefunden hat?
Danach ging ich zur Reception, wo um die Ecke der Frühstücksraum war. Ich hatte am Vorabend nur die Ecke mit dem Kaffee bemerkt, aber im hinteren Bereich hatte es einen grosszügige Selbstbedienungsbereich mit fast allem, was das Herz begehrt. Eier mit Würstchen, Waffeleisen um sich frische Waffeln zu backen, Frühstücksflocken, Früchte, Toast und natürlich… Bagel mit Cream cheese!
Der Sesam-Bagel brauchte zwei Durchläufe! Der Kaffee war ordentlich geniessbar. Leider hatte es keinen Grapefruitsaft, da bin ich wohl zu exotisch mit meinem Geschmack. Aber verdünnter Apfelsaft ist ja auch ganz ok.
Nachher machte ich mich im Hotelzimmer bereit für einen langen Tag in Downtown. Draussen war es frisch und man sah erste Blätter mit Herbstfarben.
Das Hotelshuttle, welches beinahe auf Zuruf fährt (ich wartete nie länger als 5-10 Minuten), brachte mich in wenigen Minuten zum Bahnhof der Sound Transit Light Rail. Der Streckenverlauf beim Flughafen ist auf Stelzen, also ging es mit dem Lift hoch.
Oben kam der Gang zum Billettautomaten. Der Fahrer des Shuttle hatte mir gesagt, dass Retour gleich teuer wie eine Tageskarte sei. Und genau so wurde es mir am Automaten angeboten. Einzelbillett wählen, Ziel angeben, Tageskarte auswählen, Anzahl Erwachsene auf eins setzen und 6.50$ einwerfen. Aber das mit dem Münz und Nötli abzählen oder die Kreditkarte einführen, war nicht für alle gleich einfach. Also gab es auch hier ein kleines Gedränge.
Auf dem Perron fiel mir auf, dass relativ viel Security-Personal anwesend war und teilweise auch die ankommenden, d.h. endenden Züge durchsuchte. In der Ferne sah ich den wolkenumhüllten Gipfel des Mount Rainiers. Tolle Fernsicht. Und schon rauschte eine dreiteiliger Zug heran, der mich nach Downtown bringen sollte.
Der Zug fährt in rund 35 Minuten in die Innenstadt. Anfänglich auf Stelzen, geht der Streckenverlauf dann in den Vororten auf Strassenniveau, aber mit eigener Trasse. Später dann in der Innnenstadt wird die Light Rail in einem Tunnel geführt. Interessanterweise verkehren in den Tunnels auch Busse der Nahverkehrsbetriebe!
Bei der Haltestelle «International District/China Town» verpasste ich den Ausstieg, weil ich mich nicht gut vorbereitet hatte. Zudem war das «City Maps To Go» im Tunnel etwas hilflos… Ich fuhr also weiter bis University und ging dann erst etwas orientierungslos in die falsche Richtung.
Dann orientierte ich mich an der Space Needle, denn dorthin wollte ich ja ins EMP-Museum. Da der Akku schon fast leer war, trank ich in einem Café noch zwei Espressi und gönnte mir gegen den doch angestauten Durst auch einen frischen Bio-Grapefruitsaft. Der war sehr bitter und erfrischend
Das Aufladen des iPhone gestaltete sich als etwas aufwändig. Meine Original US-Apple-iPhone Ladestecker wollten in dieser Dose nicht stecken bleiben. Der Zustand der Dosen lässt sich bei der Infrastruktur ein wenig auf das ganze Land übertragen.
Als ich bei der Space Needle ankam, begrüsste mich ein strahlendblauer Himmel mit warmem Sonnenschein und so gab es eine grandiose Aussicht.
Ich verbrachte rund zwei Stunden im EMP-Museum, das nicht nur für SciFi-Fans sehenswert ist, sondern auch eine tolle Ausstellung über die Geschichte der E-Gitarre hat und gönnte mir anschliessend draussen einen Chicago-Style all Beef Hotdog. Dass ich mir die Gurke mit samt Sweet Relish über die Jacke kippte, wäre nicht vorgesehen gewesen. Henusode, es gab keine grossen Flecken und liess sich zu Hause auswaschen.
Ich fuhr mit der Monorail zum Westlake Center, spazierte (drängelte) mich ein wenig durch den Pike Market und fand zu guter Letzt wie von Geisterhand gelenkt noch die Bar der Pike Brewery, wo ich mir ein nettes Pale Ale genehmigte.
Dann ging ich zur King Street Station von Amtrak, erkundigte mich, wann ich am Sonntag dort sein müsse und machte mich mit dem Weg und den Wegzeiten vertraut.
Anschliessend fuhr ich mit der Light Rail zurück zum Flughafen und ging zu Fuss zum Hotel zurück. Unterwegs machte ich noch kurz Halt im «Mango Thai Cuisine & Bar», wo es ein sehr leckeres, gelbes Thai Curry mit Pouletfleisch und Mango-Chutney gab. Kurze Zeit später kam ich ziemlich fix und foxy im Hotel an. Die Uhr zeigte nach 20 Uhr und der Schrittzähler fast 19'000 Schritte an. Meine Füsse…
Zeit, den Tagesplan für den Sonntag nochmals abzurufen, die Wecker zu stellen und ein wenig am Kissen zu horchen.
Die Nacht auf den Freitag schlief ich unruhig. Das Reisefieber hat mich nach unzähligen Reisen immer noch im Griff und die verflixte Schiene am rechten Fuss lässt mich sowieso mindestens zweimal aufwachen.
So wurde ich beim ersten Wecker schon wach und absolvierte den Morning Run. Dusche, Necessaire fertig füllen und damit das letzte Stück in den Koffer packen. Den Elektronik-Grümpel in Umhängetasche und Rucksack verteilen, einen letzten Espresso geniessen und nach einem Rundgang (tatsächlich fast das Fenster im Badezimmer offengelassen) ab auf's Tram. Natürlich vergesse ich immer etwas… diesmal den Ohrring, wie ich am Ziel der Reise nach kurzer Suche feststellte.
Um 6:30 Uhr bin ich schon lange nicht mehr mit dem Tram unterwegs gewesen. Es fuhr – für mich ungewohnt – ohne ständiges Steckenbleiben im Strassenverkehr und ohne von Lieferwagen behelligt zu werden, direkt und ohne Verspätung zum Bahnhof. So stand ich um 6:50 Uhr schon auf dem Perron beim Gleis 2 und wartete auf den IC zum Flughafen.
Die Fahrt dahin vertrieb ich ein wenig mit dem Beobachten der Mitreisenden. Die junge Frau am Fenster gegenüber, welche bereits laut mit einer Kollegin quasselte. Oder die Business-Frau gleich über den Gang, welche ihren Koffer so in den Gang stellte, dass fast niemand vorbeikam, während sie wie wild ihr Laptop beharkte. Oder den knapp über vierzig Jahre alten Mann mir gegenüber, der sein Schoko-Joghurt mit dem von zu Hause mitgenommenen Löffel ass. Später tippte er ein wenig auf dem HP-Notebook (Verdacht Nummer 1) und begann dann im Raum Aarau noch eine TelCo. Dabei wurde er sehr laut. Man bekam mit, dass er an irgendwelchen Verträgen arbeitete und dabei ging es um eine Bankensoftware. Da war mir eigentlich schon klar, wo er arbeitete. Als dann der Kondukteur kam, bemerkte er, dass er sein Portemonnaie mit GA zu Hause liegengelassen hatte. Er hatte einzig seinen Badge für den Zutritt zum Bürogebäude bei sich. Der kurze Blick darauf zeigte mir, dass mich mein Verdacht nicht getäuscht hatte. Ich erfuhr dann alle seine Details (Geburtsdatum, Wohnort), als er diese dem Kondukteur melden musste, damit dieser sein GA im System nachschlagen konnte. Tja, so ginge Social-Engineering… aber lassen wir das.
In Zürich Flughafen machte ich einen schnellen Transit und war 25 Minuten nach der Zugsankunft schon in der Oneworld-Lounge. Dort war der Kaffee grad noch knapp geniessbar und das Brötchen dafür schön knusprig. Ich chattete noch kurz mit der Kollegin und ging dann etwas früh los zum Gate. BA 711 sollte um 10:25 Uhr los, aber als ich beim Gate war, kam die Durchsage, dass der Flug wegen verspäteter Ankunft von London Abgangsverspätung bekäme. Toll, das wusste BA natürlich bereits, als ich noch in der Lounge war
Um 11 Uhr war ich dann an Bord, auf meinem Platz 1C ganz vorne.
Auch mein Sitznachbar kam dann kurz vor Abflug von hinten daher. Er war ein wenig verwirrt und hatte irrtümlicherweise den Boarding Pass des Anschlussfluges nach Dallas in der Hand und stritt sich ein wenig mit einem Eco-Passagier bei der Reihe 15 um den dortigen Sitzplatz
Wir plauderten dann ein wenig, er stammte aus Salzburg und war weitgereist. So lebte er offenbar rund 10 Jahre in Brasilien und war auch in Afrika unterwegs, irgendwo in der Hotelbranche. So verging die Zeit noch etwas schneller und schon setzten wir zur Landung in London an.
Dort gab es dann ein ziemliches Hallo, weil etliche Passagiere sehr knappe Anschlüsse hatten. Ich machte es mir gemütlich und kam trotzdem sehr schnell durch den Zoll und die Security und konnte mir schon bald in der BA Lounge ein Ginger Ale einschenken. Dort erreichte mich dann auch ein Tweet von BA, welche ich in Zürich wegen der verspäteten Verspätungsansage angemotzt hatte. Naja, 4h nach dem Ereignis, ich glaube, die bewirtschaften Twitter nicht wirklich gut.
Nachdem ich mich gut verköstigt hatte, ging es dann los zum Abschnitt B des Terminal 5, wo am Gate 42 ganz am Ende unsere 777 des BA 49 bereit stand.
Das Boarding ging ganz ordentlich und da war auch mein Platz 16K für dessen frühzeitige Reservation mit BA rund 110 Franken abknöpfte! Über diese ziemlich schräge Masche finden sich etliche Diskussionen im Internet. Auf jeden Fall ist es einer der wenigen Plätze, bei denen man nicht dem Sitznachbar über die Füsse steigen muss, wenn der im Schlafmodus ist. Die Sitzanordnung mit 2 – 4 – 2 ist für eine Business Class ziemlich eng, wenn auch in der Länge ausreichend. Die Plätze am Gang bieten aber Null Privatsphäre. Da schätze ich mir die AA, welche aussen in Diagonale angeordnete Plätze hat.
Ein weiterer Nachteil ist die fehlende Höhe, aussen musste ich den Kopf einziehen beim Aufstehen. Und die fehlenden Ablageflächen. Es hat nur eine Schublade auf der Höhe der Füsse, in welche ich gerade knapp meine Umhängetasche reinwürgen konnte. Kein Platz für ein Brillenetui oder ein Handy auf der normalen Höhe. Dass ich grad auf dem Flügel sass, hatte ich beim Buchen des Platzes auch nicht bemerkt.
Die Flugzeit sollte rund 9 Stunden betragen und uns auf dieser nördlichen Route über Grönland und Kanada nach Seattle bringen. Das ist auch der Grund, weshalb ich via London fliege und nicht mit AA via JFK.
Als ich beim Boarden die Familien mit Kindern sah, schwante es mir und tatsächlich sass auf der selben Reihe in der Mitte ein sehr junges Ehepaar mit noch jüngerem Kind. Eher gar ein erst ein paar Wochen altes Neugeborenes.
Und dann ging es rechtzeitig los.
Der Service sonst war akzeptabel, das Essen einigermassen ok, obwohl ein Filet von fast drei Centimeter Höhe ja nicht wirklich durchgebraten sein sollte. Das Movie-Angebot war aktuell/gut und die Kopfhörer dichteten relativ gut ab. Allerdings schmerzen mir nach 2 Stunden die Ohren, da die Muscheln eng anliegen und sich nicht gerade mit meiner Ohrenform verträgt.
Ich ging dann noch in die Liegestellung und döste ein paar Stunden, holte somit den Schlaf der vergangenen Nacht nach. Die letzte Dreiviertelstunde vor der Landung war dann eher eine Qual. Das Neugeborene schrie jämmerlich und die Eltern schienen zunehmend überfordert. Ich hörte nur einmal die Mutter jammern «I cannot mute it», vermutlich hatte das Kleine Probleme mit dem Druckausgleich beim Sinkflug.
Und dann waren wir leicht vorzeitig in Seattle. Nach kurzer Zeit waren die Docks bereit und das Aussteigen begann. Der Weg bis in die Immigration war sehr kurz und dort erwartete mich die Auswahl. US-Bürger, Kanadier und Leute mit vorausgefülltem ESTA durften durch die kurze Schlange und dann links zu den Kiosken für die Selbstregistrierung. Ich brauchte etwas Hilfe, bis ich meinen Pass einlesen konnte (fest andrücken). Danach ging es schnell durch die Fragen und dann zu einem der vier Immigration Officers. Da die Leute nuscheln, muss ich immer etwa zweimal nachfragen…
Und dann stand ich schon unten und wartete auf meinen Koffer. In der Zwischenzeit hatte ich mein iPad aus dem Rucksack gegrübelt und siehe da… die in der Schweiz aktivierte AT&T-SIM-Karte hatte sich sauber eingebucht und ich hatte LTE. Zeit, meinem sich stets Sorgen machenden Vater eine Nachricht zu senden.
Das Hampton Inn & Suites hatte eine Kurzwahl bei den Shuttle-Bussen. Ich rief die 49 und nach kurzer Zeit brauste schon ein Shuttle heran. Es brachte mich in wenigen Minuten zum Hotel, welches unter der Light-Rail liegt. Diese hört man aber mindestens in meinem Zimmer nicht, auch nicht den Flugverkehr.
Ich gönnte mir zum Tagesabschluss noch das obligate Welcome - Breakfast, ein Moon Over My Hammys beim Denny's, der gerade um die Ecke über die Strasse liegt. Danach ging es nach einem sehr langen Tag in die Heia!
Aus der Reihe der «nie gesendeten E-Mails». In loser Folge (vielleicht) veröffentlichte Erinnerungen und Gedanken.
Nun, Reto, es ist schon wieder fast ein Monat vergangen… Auch heute, als ich an diesem warmen Samstag einkaufen ging, kam mir wieder unsere Reise in den Sinn.
Ich erinnere mich, dass Du einen Tramper-Rucksack mit einem Zelt dabei hattest. Ich schleppte wohl eine alte Reisetasche oder einen normalen Rucksack. Auf jeden Fall fuhren wir mit unseren Freikarten und ein paar hundertausend Lire im Portemonnaie los. Von Zürich mit dem Zug nach Milano. Dort assen wir wohl im Bahnhof eine dieser kleinen Pizzen, die wir das erste Mal bei einer Rundreise dort kennengelernt hatten.
Irgendwann nach 9 Uhr abends fuhr dann unser Zug mit dem Schlafwagen. Es war kein Universal, sondern ein T2, also ein Schlafwagen mit kleineren Zweier-Abteilen, welche man jedoch mit unseren Zweitklass-Fahrkarten benutzen durfte. Ich mag mich nicht an alle Details erinnern, aber es war ja Sommer, also sehr heiss. Wir gingen abwechselnd beim Schlafwagenschaffner Bier kaufen. Aber nach dem dritten Gang hielten wir seine letzte Flasche in den Händen. Immerhin, es war eine grosse Flasche und sie war kühl und schmeckte köstlich.
Der Zug ratterte durch die Nacht in den Süden… irgendwann am nächsten Tag kam unser Zug in Villa San Giovanni an und wurde dann in den Bauch der Fähre verladen. Wagen um Wagen, das dauerte ewig. Jedesmal, wenn der Zug wieder ins Ausziehgleis zurückfuhr, wunderten wir uns ob den vielen Abfällen neben den Gleisen. Bergeweise Altglas und Dosen.
In Messina wiederholte sich das Manöver und dann ging es weiter entlang der Nordküste von Sizilien. Fast die ganze Strecke wurde gerade saniert und der Zug zuckelte mit knapp 50 km/h dahin. Entsprechend kamen wir gegen Abend mit rund zwei Stunden Verspätung in Palermo an.
Wie ich im ersten Artikel der Serie geschrieben habe, bekamen wir ja zum Glück keinen Wagen in Palermo. Also fuhren wir am nächsten Tag mit dem Zug nach Agrigento.
Dort angekommen, versuchten wir uns zu orientieren. Wir hatten aus irgend einem Reiseführer oder von einem Kollegen eine Hotelempfehlung, welches in der Nähe des Bahnhofes sein sollte. Während wir vor dem Bahnhof die Karte versuchten zu interpretieren, kam ein junger Taxifahrer zu uns und ich erklärte ihm, zu welchem Hotel wir wollten. Er meinte, das sei nicht weit vom Bahnhof gut erreichbar. Aber ein älterer Kollege eilte sofort hinzu und gestikulierte. Nein, das sei nicht wahr. Der Weg zum Hotel sei sicher fast drei Kilometer. Wir waren etwas müde und es war sehr heiss, also handelten wir einen Fahrpreis von wohl rund 10 Franken aus und der ältere Kollege fuhr mit uns los. Er fuhr die «Via Francesco Crispi» runter, wendete irgendwo ganz unten und fuhr nach oben wieder zurück.
Das Hotel war dann natürlich nur rund vierhundert Meter vom Bahnhof weg, aber naja, mit dem Wagen, so erklärte der schlaue Fahrer, müsse man natürlich erst nach unten zum wenden, weil man von oben wegen einem Fahrverbot nicht in die Strasse rein fahren dürfe. Wir nahmen es als Lehrstück
Am nächsten Tag wollten wir dann runter zum Strand. Den Busfahrplan und die Schilder verstanden wir jedoch nicht. Da wir Zeit hatten, gingen wir zu Fuss runter durch die Tempelanlage (Valle dei Templi). Natürlich kamen wir in die mittägliche Hitze. Zudem hattest Du auf in der Mitte des rund 90minütigen Fussmarsches plötzlich einen Schwächeanfall. Du hattest ja nie viel Reserven auf den Rippen und warst völlig unterzuckert, da wir kein Frühstück genommen hatten. In einem Restaurant tranken wir etwas und Du futterste irgendwelche Biscotti in Dich hinein.
Dann ging es weiter. Unten am Strand machte ich den Fehler meines Lebens und ging sofort ins Wasser. Als ich danach durch den Sand zum Badetuch zurückging, waren meine Füsse voller Sand und bei der nachfolgenden Aktion Sonnencrème bekamen sie nichts ab. Nach dem Sonnenbad war die Bescherung dann komplett. Meine Füsse waren rot wie ein Krebs und schmerzten stark. Du hingegen hattest ja nie Probleme mit der Sonne, wurdest im Sommer nach zwei oder drei Sonnenbädern einfach schön braun und immun.
Ich weiss nicht mehr, ob wir dann mit einem Bus oder einem Taxi in die Stadt zurückfuhren. Abends bekam ich auf jeden Fall meine Füsse fast nicht in die Socken und Schuhe, so stark schmerzten sie.
Aber sonst war Agrigento der Hit. Abends war die «Viale della Vittoria» eine einzige Flaniermeile. Unter den Bäumen und in der ausklingenden Tageshitze spazierte die halbe Stadt dort entlang. Man schwatzte, verhandelte, fuchtelte mit den Händen. Vermutlich wurden Geschäfte verhandelt, Ehen angebahnt oder nur über die Politik oder den Calcio diskutiert. Auf jeden Fall gab es unzählige Cafés und kleine oder grössere Ristorante, wo man auf dem Balkon oben über die Strasse schauen konnte. Wir assen frische griechische Salate mit Tomaten, wie ich sie vorher noch nie gekostet hatte. Die Gurken (sorry, Herr Natischer) waren knackig und erfrischend. Und natürlich gab es frische Pizzen, wie wir sie in der Schweiz damals noch nicht wirklich kannten. Und natürlich schmeckte un Vino rosso dazu ganz ausgezeichnet.
Was war das für eine interessante Zeit, noch ganz ohne Telefonino und Internet. Erinnerst Du Dich auch noch?
Nun, ich gehe davon aus, dass Shanghai auch ganz interessant ist, aber mich zieht es aktuell eher nicht nach China, sondern in die andere Richtung. Also, bis ein anderes mal!
Aus der Reihe der «nie gesendeten E-Mails». In loser Folge (vielleicht) veröffentlichte Erinnerungen und Gedanken.
Lieber Reto.
Jetzt bist Du schon bald drei Jahre in Shanghai. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Du wolltest mich schon ein paarmal anrufen, aber die Zeitverschiebung, die vielen anderen Tätigkeiten… wer weiss, vielleicht hätten wir uns auch gar nicht so viel zu erzählen? Oder viel zuviel?
Gestern bin ich einkaufen gegangen und als ich da unter den Bäumen im warmen Schein der Sonne spazierte, kam mir unmittelbar die Erinnerung hoch.
Weisst Du noch, als wir kurz nach Lehrabschluss mit dem Zug nach Sizilien fuhren? War es im selben Jahr oder ein Jahr danach?
Du hattest eben den Führerschein gemacht (hast Du nicht deswegen den Termin für die Betrieb - LAP verpasst?) und wir wollten eigentlich in Palermo einen Wagen mieten. Wie gut, dass wir keinen gekriegt hatten! Man musste 21 Jahre alt sein, um Autos zu mieten. Wir wären wohl nicht weit gekommen in diesem Verkehrsmoloch Palermo. Dessen Lichtsignale meist ausgeschaltet waren und überall hupende Fiat und Alfa Romeos mit wild gestikulierenden Fahrern.
Aber eben die Erinnerung. Wir fuhren dann mit dem Zug von Palermo nach Agrigento im Süden. Nachdem wir in Agrigento das erste Mal im Mittelmeer baden konnten (ich habe mir damals die Füsse furchtbar an der Sonne verbrannt), sollte uns der Zug der FS (ein brauner Fiat-Doppeltriebwagenzug) nach Gela bringen. Aber in Aragona fuhr der verflixte Zug anstelle nach rechts gen Osten schnurstracks wieder geradeaus in Richtung Norden. Wir hatten den falschen Triebwagenzug erwischt und der fuhr zurück in Richtung Palermo.
Ich mag mich noch gut an die Reaktion des Capo Treno erinnern. In der Schweiz hätte man uns stillschweigend ein Billett mit «Irrfahrt» (einfache Fahrt, gültig zur schnellstmöglichen Rückfahrt) verkauft und uns noch den Fahrplan dazu gesagt. Aber der italienische Capo Treno… händeringend… «Ma perché! Perché non hanno domandato l'orario! E adesso, che faciamo? Mamma mia. Questa non è la Svizzera. Il prossimo treno? Io non lo so! Mamma mia!».
Am nächsten Bahnhof stiegen wir aus, ich versuche gerade mich anhand von Google Maps zu orientieren. War das wohl Comitini? Der Bahnhof ist heute nur noch eine Haltestelle, damals wurde gerade das Bahnhofbüro neu renoviert. Wir wunderten uns, weshalb so ein Kleinbahnhof mit Marmorböden ausgestattet wurde. Ja, damals wunderten wir uns
Der Bahnhofvorsteher liess uns das Gepäck im neuen Stationsbüro lagern. Auf die Frage, ob wir uns hier irgendwo verpflegen könnten, wies er uns den Weg den Geleisen entlang zu einem in der Ferne in der Mittagshitze flimmernden Gebäude mit grossen schattenspendenden Bäumen. Es war sicher schon über dreissig Grad, aber wir freuten uns auf ein kühles Getränk.
Als wir dort ankamen, waren wir erst enttäuscht. Es war kein Ristorante, eher ein Negozietto. Unter den Bäumen sass die Nonna und die Besitzerin, sie strickten und die Besitzerin hustete zwischendurch ganz wüst und spuckte dann irgendwohin. Auf unsere Frage, ob sie hier «Qualcosa da bere è panini» hätten, nickte sie nur, stand auf und ging in den Laden. Dort stand dann eine grosse Kühltruhe, welche uns je eine Büchse eiskalten Coca Cola versprach. Bei den Panini fragte uns die Donna nach Schinken oder Salami. Wir entschieden uns angesichts der eher prekären Verhältnisse (Fliegen, Temperatur) zu dem besser haltbaren Salami. Sie verschwand nach hinten. Das immer wieder gut hörbare Husten, gefolgt vom «Cha-Tschu» des Spuckens ignorierten wir unserem Hunger und Appetit zuliebe.
Sie kam dann mit den ganz gut aussehenden und riechenden Brötchen zurück. Wir bezahlten irgend einen lächerlich tiefen Preis in italienischen Liren und machten uns auf den Weg zurück zum Bahnhof. Die Panini waren köstlich, der Salami schmeckte gut und das Cola löschte den Durst auf dem staubigen, heissen Weg.
Am Bahnhof brachte dann unser Wunsch nach zwei Fahrkarten mit F.I.P.-Ermässigung (½-Preis) zurück nach Agrigento den lieben Bahnhofvorsteher schier um den Verstand. So viele Billette verkaufte der wohl nur in einem halben Jahr. Ich erinnere mich noch an die schwungvolle Schrift auf dem von Hand geschriebenen Zettelbillett. Und natürlich, dass die beiden Billette umgerechnet keine zwei Franken kostete.
Der irgendwann heranrumpelnde Zug brachte uns zurück zur Abzweigstation. Was wir dort erlebten, schreibe ich vielleicht irgendwann in einen Beitrag.
So, Reto, ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und auch Spass im fernen Shanghai. Wer weiss, vielleicht telefonieren wir doch noch irgendwann einmal.
Sometimes I need to use a VMware Workstation Windows VM for testing or analyzing things.
And also sometimes, I need to do this while there is no NATed or bridged network (ethernet or WiFi) availabe. Eg. because there are proxy restrictions or other security reasons.
So I liked to use my iPhone for tethering it through USB (which allows to load it at the same time) with my virtual machine. This can be done by installing iTunes on that Windows VM. But hey, I don't want that whole bloated iTunes stuff
I googled this page, which indicated the way. But is it still valid?
It is… thank you, Web Sailor
In short, tested against a Windows Server 2016 VM (Tech Preview 5)
Download iTunes (in my case iTunes <ip-pii>) from the Apple Website.
Use 7Zip to «Open» the file iTunes[version].exe
For an 64 Bit Windows target extract the «AppleApplicationSupport64.msi» and «AppleMobileDeviceSupport64.msi» to your disk and copy it to the target VM or machine
Install the files beginning with «AppleApplicationSupport64.msi» and then «AppleMobileDeviceSupport64.msi»!
If you try it the other way, you may have a hung install like this
followed by this error
If you installed it the right way, you should be able to connect your iPhone through USB and get an internet connection. For VMware Workstation, use the small icon to connect your iPhone to the VM
In my case, I also needed to activate the «trust this computer» on my iPhone as described in this Apple KB
After that, the network connection with my iPhone was detected and did work as a charm.
Ich bin ja eben erst aus den Ferien zurückgekehrt, da muss man schon vorwärts schauen, oder?
Am 1. Januar 2015 bin ich zuletzt von der US-Westcoast heimgekehrt und irgendwie juckte es mir schon lange in den Fingern. Also liess ich mir nach ein paar Abklärungen die Floor-Limite der Kreditkarte noch mehr erhöhen und ging Shoppen
Das Flugticket ergatterte ich mir relativ einfach, nachdem ich das rundherum geklärt hatte. Das Zimmer im Kon Tiki Inn sowieso. Und nun habe ich heute auch noch den Zug reserviert.
Meine Kurz-Ferien werden mich im September via London nach Seattle führen. Nach einem Tag Reserve werde ich Amtraks «Coast Starlight» besteigen und damit bis San Luis Obispo fahren. Dort werde ich mir einen Mietwagen nehmen und nach Pismo Beach fahren. Schlussendlich wird mich der Mietwagen ein paar Tage später nach Los Angeles bringen, von wo ich dann wieder über London heimfliege.
Damit habe ich alle (fast?) grossen Eisenbahnstrecken (mit Schlafwagen) in Nordamerika befahren.
1992, erste Reise in die USA mit Heinz und Zumi. «City of New Orleans» von New Orleans bis Chicago. «California Zephyr» von Chicago bis nach Oakland mit Zwischenhalt in Grand Junction
1993, die grosse Reise mit Adi «California Zephyr» von Reno bis Denver
1994, Kanada und Alaska jeweils zu viert «Canadian» von Toronto bis nach Edmonton
2005, Kanada und Alaska mit meinem Vater «Canadian» von Toronto bis nach Vancouver
Juni 2007, USA, Telluride Bluegrass Festival, alleine «California Zepyhr» von Chicago bis nach Grand Junction
Dezember 2012, USA mit Stephan «Southwest Chief» von Chicago nach Los Angeles (eigentlich nur bis Fullerton, CA) und «Pacific Surfliner» von Fullerton, CA nach San Diego
April 2013, USA, alleine «Empire Builder» von Chicago nach Seattle
Dezember 2014, USA mit Stephan «The Crescent» von New York nach New Orleans und «The Sunset Limited» von New Orleans bis Tucson
Da wir uns gerade beruflich ein wenig mit Things beschäftigen und Swisscom sehr stark in den Markt drückt, wäre so ein offenes Netwzerk da ja auch noch ganz interessant.
Ich folge seither dem Twitter-Account von «The Things Network Zurich» und denke jedesmal, dass ich mich da mal melden sollte. Heute war es dann soweit. Ich registrierte mit auf Slack, installierte mir die App auf dem Mac und iPhone und interagierte mal ein wenig mit den Leuten.
Auf Slack wartete auch schon ein potentieller Mitstreiter aus dem Grossraum Bern und wir diskutierten über dieses Netzwerk. Aktuell geht es um den Aufbau einer Infrastruktur für die Abdeckung. Mit relativ wenig Geld lässt sich ein Gebiet mit einem 5 Kilometerradius gut abdecken. Die Infrastruktur in Form von Gateways, welche die Verbindung zwischen den eigentlichen Things (hier Nodes genannt) und den Servern von «The Things Network» herstellen, kostet rund 250 €.
Natürlich braucht es für die Aufstellung des Gateway ein möglichst hohes Gebäude. Vorzugsweise eine wetterfeste Aussenmontage, wobei anscheinend auch nahe am Fenster (oder sogar am Fenster mit Saugnapf) im Innenraum montiert werden kann.
Auf der Node-Seite sieht es aktuell noch weniger spektakulär aus, das Ganze ist noch am Entstehen.
Ich werde nun mal herumfragen, ob noch ein paar Leute mit machen würden. Schön wäre es, wenn wir den ganzen Grossraum Bern (Burgdorf - Bern - Thun / - Seeland - Biel) abdecken könnten. Hier mal meine Möglichkeit:
Falls sich genügend Leute melden, würde ich eine offizielle Gruppe bei The Things Network registrieren und wohl auch einen Slack-Raum öffnen (allenfalls bei den Zürchern einen Channel dazunehmen). Dann könnte man mal zusammensitzen und über die Möglichkeiten diskutieren.
Wer Interesse hat, meldet sich hier per Kommentar, per Twitter (@Jackobli), via den Slack-Kanal oder via eMail bei mir. Ich werde dann die weiteren Schritte versuchen zu koordinieren.
Wie sagt der Kollege jeweils… «Also, los, hopp, mache!»
Unsere Daten werden aufgezeichnet. Google, Bing, Amazon und wie sie alle heissen, zeichnen unser Surfverhalten auf. Speichern, welche Bücher wir gekauft haben, welche Musik.
Alles in der Zwischenzeit breit akzeptiert. Vielleicht nicht toll, aber einigen hilft es. So wie mit der Werbung im Briefkasten. Einige wollen das, andere nicht.
Aber natürlich nicht bei der SBB. Das sind ja diese Überwachungskraken, welche mich mit dem Swisspass sogar noch beim Schlafen ausforschen wollen… 😱
Aber nun zur Geschichte.
Da kaufte ein Mensch über die App der SBB ein Billett von A nach B. Dazu muss er sich einloggen und mit seiner Kreditkarte bezahlen. So und nicht anders geht es.
Am nächsten Tag erhält der Mensch eine Umfrage von einem von der SBB beauftragten Marktforschungsunternehmen. Und der Mensch wundert sich, dass die SBB seine Bewegungsdaten aufzeichnen.
Die Diskussion fand auf Twitter statt und wurde schnell «interessant». Es haben sich ein paar übliche Verdächtige in die Diskussion eingebracht…
Nun ist es wirklich nicht so, dass die SBB Bewegungsdaten aufzeichnen. Im genannten Fall handelt es sich um eine gemäss den AGB mögliche Marktforschungsbefragung. Siehe hier die AGB im Detail.
Die meisten Firmen haben Marktforschungsabteilungen, welche solche Umfragen definieren. Meist führen die eigentlichen Befragungen aber spezialisierte Firmen durch. Diese werden durch Verträge eingebunden und dürfen die Daten selbstverständlich nicht selbst verwerten. Diese Firmen tun das auch nicht, weil sie ihr Geld ja nicht mit Daten, sondern mit Umfragen verdienen. Die wollen sich ja nicht selbst aus dem Markt kicken.
Diese spezialisierten Befragungsfirmen haben ausgefeilte Umfragetools und können die Daten dann in einer ansprechenden Form (Reports etc.) bereitstellen. Eine Arbeit, welche die firmeneigene Abteilung nicht so effizient erledigen könnte.
Es gibt aber auch Befragungsfirmen, welche in bestimmten Bereichen tätig sind und die anonymisierten Umfragewerte behalten dürfen. Das kann einen Sinn ergeben, wenn diese Befragungen Firmenvergleiche ermöglichen. Ich kenne einen Fall, wo es um Zufriedenheit mit der IT-Leistung (Support etc.) geht. Diese zeigt dann auf, welche Ergebnisse man erzielt hat und zeigt Vergleichswerte aus der selben oder anderen Branche (Vergleich zum Besten, zum Schwächsten, zum Median etc.). Also interessante Vergleichswerte, die einer Firma zeigen, wo man es gut macht und wo man sich bessern könnte.
Und… man muss die Umfragen wirklich nicht beantworten, wenn man Angst hat, dass man damit zu viel offenlegt. Einfach Mail löschen. Und im Falle der SBB kann man sich sogar via Opt-Out von Befragungen ganz austragen lassen.
Limmattaler Aargauer seit 1996 in Bern lebend. Sich häufig fürchterlich über Nichtigkeiten aufregender Mensch. Glaube manchmal trotzdem noch an das Gute. In der IT arbeitender Bähnler, der hier völlig private Meinungen von sich gibt.