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Formen der Kriegserinnerung im antiken Griechenland
Die Kriegskommemoration im antiken Griechenland der Zeit 500-300 v. Chr. brachte eine relativ homogene Gruppe von Denkmälern und Ritualen hervor, welche Weihdenkmäler, Kultstiftungen, Schlachtfeldtropaia sowie Grabdenkmäler umfasst. Als Stifter trat in der Regel die Polisgemeinschaft auf, mit deren Geschichte und Selbstdarstellung die Kriegskommemoration eng verbunden war - wie im Rahmen des Projekts anhand von Entstehung, Entwicklung und Konjunkturen der Denkmälertraditionen gezeigt werden soll.
Wie haben die Denkmäler ausgesehen? In welche politischen und ikonographischen Traditionen reihen sie sich ein? Wer übte die Stiftungs- und Gestaltungshoheit aus? Wer waren die Adressaten der Denkmäler? Wie wurden die jeweils repräsentierten Erinnerungen aktualisiert und zirkuliert? Welche Selbst- und Aussenwahrnehmung der klassischen Stadtstaaten kommt in den Denkmälern zum Ausdruck? Wie verändern sich die Monumente im Laufe der Zeit und warum? Das Projekt versucht diese Fragen mithilfe der zur Verfügung stehenden literarischen, epigraphischen und archäologischen Quellen zu beantworten und damit nicht nur einen Beitrag zum Verständnis der soziokulturellen Strukturen im klassischen Griechenland, sondern auch zur Erforschung vormoderner Erinnerungskulturen zu leisten.
„Die Kriegsdenkmäler der klassischen Polis“ (Arbeitstitel) ist ein Dissertationsprojekt, das an der Universität Bern unter Betreuung von Stefan Rebenich (Bern) und Andreas Victor Walser (Zürich) realisiert wird.