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Im Rechtsstreit mit Investoren über Preisabsprachen bei Kreditausfallversicherungen (CDS) haben zwölf internationale Grossbanken einen milliardenschweren Vergleich erzielt. Die Institute – darunter auch die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse – hätten zugestimmt, 1,87 Milliarden US-Dollar zu zahlen, teilte einer der Anwälte der Anleger, Daniel Brockett, am Freitag mit. Die Grundsatzvereinbarung solle in den nächsten sieben bis zehn Tagen abgeschlossen werden, sagte der Anwaltweiter.
Das Vorgehen dürfte den Grossbanken ein Verfahren ersparen. Der Anwalt, der zuvor einem New Yorker Richter den Entscheid mitgeteilt hatte, machte keine Angaben über die Summen, die von den einzelnen Banken bezahlt werden. Details der Vereinbarung müssten noch ausgehandelt werden, bevor die zuständige US-Bezirksrichterin Denise Cote ihre Zustimmung gebe, hiess es weiter.
Riesiger Markt
Neben den genannten Banken waren auch die Deutsche Bank, die Bank of America, Barclays, BNP Paribas, Citigroup, Goldman Sachs, HSBC, JPMorgan Chase, Morgan Stanley und die Royal Bank of Scotland verklagt worden. Angeklagte sind ausserdem die International Swaps and Derivatives Association sowie der Datenlieferant Markit.
Kreditausfallversicherungen sind Verträge, die Investoren gegen das Risiko schützen, dass Kredite oder Anleihen nicht mehr ausgezahlt werden können. Der Markt hatte laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Ende 2014 ein Volumen von 16 Billionen US-Dollar, vor der Finanzkrise 2007 waren es sogar 58 Billionen US-Dollar gewesen.
Vorwurf: Übervorteilung
Eine Investorengruppe, angeführt vom Pensionsfond der Metallarbeiter in Cleveland, hatte im Mai 2013 die Geldinstitute mit Kartellklagen überzogen, weil sie sich durch Absprachen der Banken und Informationsdefizite übervorteilt fühlten.
Konkret wurde den Banken vorgeworfen, dass sie ihre Stellung ausgenutzt hätten. Sie hätten damit einen unabhängigen Abwickler daran gehindert, einen Börsenhandel mit CDS aufzubauen, Marktteilnehmern den Zugang zu Echtzeit-Kursen verweigert und neuen Marktteilnehmern den Zugang zu dem Markt versperrt.
Zwei dominante Institute
Dadurch, so glauben die Kläger, hätten sie überhöhte Gebühren beim Kauf und Verkauf von CDS zu tragen gehabt. Einer der Kläger, die Fondssparte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), spricht in ihrer Klageschrift davon, dass die Geldhäuser auf diese Weise zwischen acht bis elf Milliarden Dollar im Jahr eingenommen haben.
Die beiden US-Institute JP Morgan und Citigroup sollen offenbar 60 Prozent des Marktes kontrolliert haben. Rechnet man die anderen Angeklagten mit ein, zeichnen sich die zwölf Institute gemäss LBBW für 95 Prozent des Handels mit CDS in Dollar verantwortlich.
(awp/ise)