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Der Älteste will einen zweiten Schal fabrizieren, der Zweite will häkeln, der Dritte ein Stempelbild produzieren, der vierte eine Zeichnung anfertigen, der fünfte schreit begeistert “auch, auch” mit. Es ist Sonntagmorgen vor sieben Uhr. Meine Frau und ich schauen uns an und denken: Wo sind wir gelandet? Es ist unser Ruhetag. Heute nicht, oder nicht auf diese Art und Weise. In zwei Stunden werden wir zur Kirche gehen. Die Mittagsruhe ist noch weit entfernt. “Denke in Varianten”, schiesst mir das Motto eines früheren Vorgesetzten durch den Kopf. Eine erste, emotional nahe liegende, wäre genervt um mich zu “bellen”. Eine zweite die Kinder nochmals ins Bett zu schicken – unter Protest. (Das beruhigt die Situation manchmal sehr.) Eine dritte die Kombination eines Auftrags (sich anzuziehen und die Betten zu machen) und das Angebot, sie in den Kreis zu nehmen und mit ihnen eine kurze Andacht zu halten. Dann erinnere ich mich an frühere erfolgreiche Momente. Oftmals ist die Mischung aus Struktur und Freiraum die beste: Ich gebe einen Auftrag, verordne eine Ruhezeit im Bett, gebe einen Input, um nachher die Kinder friedlich ihren Projekten nachgehen zu lassen. Das fordert mich auf der ganzen Linie, klar. Doch was ist mir lieber: Jungs, die schon heute für ihre Projekte kämpfen, oder angepasste, medial ruhig gestellte Buben?