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(lat.), s. v. w.
Gesetz, hieß bei den
Römern anfangs nur ein von den Kuriat- oder Centuriatkomitien ausgegangener
Beschluß (populiscitum); nach der Gleichstellung der Tributkomitien gab man aber auch einem von diesen ausgegangenen Beschluß
(plebiscitum) den
NamenLex. Der
Gesetzentwurf wurde während eines Zeitraums von drei Markttagen bekannt gemacht (legem promulgare)
und dann den versammelten Centuriatkomitien von einem höhere
Magistrat
(Konsul, Prätor), den Tributkomitien von einem
Volkstribun vorgelegt.
Nach der
Diskussion darüber (legem suadere, dissuadere) wurde zur
Abstimmung geschritten. Die
Aufforderung hierzu hieß rogare
populum, legem rogare. Man stimmte mündlich, später durch Stimmtäfelchen ab, auf welche, wer für den
Entwurf stimmte,
U. R.
(uti rogas, »wie du beantragst«),
wer aber dagegen, A. (antiquo, »ich verneine«) schrieb. Der technische
Ausdruck für eine Lex, die auf diese
Weise durchgegangen war, ist Lex perlata.
Ihre Benennung erhielt die Lex von den Gentilnamen
der vorschlagenden Magistratspersonen, wie
¶
mehr
z. B. LexHortensia, Lex Aelia Sentia, Lex Pompeja. Oft erhielt sie auch wohl einen besondern Zusatz von dem Gegenstand,
welcher ihren Inhalt bildete, z. B. Lex Cincia de donationibus et muneribus, Lex Julia majestatis etc.; mitunter empfing sie denNamen auch nach ihrem Inhalt, z. B. Lex commissoria, endlich auch wohl nach dem
Eingang der Gesetzesworte, z. B. Lex quisquis. In der Kaiserzeit hatten Senatskonsulte
u. die Konstitutionen der Kaiser gleiche Kraft
[* 3] mit den Leges, doch bedienten sich Augustus und seine nächsten Nachfolger noch
häufig der Volksgesetzgebung. Nach Nerva kommt kein Beispiel einer Lex mehr vor. Im Kirchenrecht versteht man unter Lex oft
das Alte Testament; sonst ist in der Rechtssprache Lex s. v. w. geschriebenes Recht.
Diese verschiedenen Dialektformen dienen zur Bezeichnung
von Felswänden und entweder ganz nackten oder nur mit magerem Rasen bewachsenen Felshängen.
Oft auch
in Zusammensetzungen gebräuchlich, so Solalex = unter der Felswand, Ballalui = schöne Wand etc. Die irrtümlichen Schreibarten
L'Allée (Alpweide im Eifischthal) und L'Allée Blanche (im Mont Blanc Massiv) sind heute derartig eingebürgert, dass sie nicht
mehr durch die richtige Orthographie (1319: la Lex; 1801: la Lez) ersetzt werden können.
Die Bezeichnung
L'Allée Blanche stammt von Saussure her.
Die nämliche Bedeutung haben auch die Ortsnamen Leuk und Lötschen.