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Unglücklicherweise musste Gordon Manson wegen einer Verletzung seine Teilnahme am 21. Swiss Seniors Open zurückziehen. Wir wünschen ihm auf diesem Weg gute Genesung und publizieren an dieser Stelle den zweiten Teil seines Interviews.
Gordon Manson, geboren in St. Andrews, seit 1995 auch Österreicher. Schlägt Ihr Herz rot-weiss-rot oder schottisch? Und angesichts der aktuellen Diskussion: Gordon Manson ist ein legaler Doppelbürger, richtig?
Ja, ein absolut legaler Doppelbürger! 1995 erachtete es der britische Staat für unproblematisch, seine Bürger eine zweite Staatsbürgerschaft annehmen zu lassen. Österreich sah das bereits damals schon kritischer und verweigerte die Doppelbürgerschaft – ausser, eine solche war im Interesse des österreichischen Staates. Sport war und ist ein solches Staatsinteresse. Sie glauben gar nicht, wie viele Kanadier im Dress des österreichischen Eishockey-Nationalteams angetreten sind und wie viele Chinesen für Österreich Tischtennis-Medaillen gewonnen haben. (schmunzelt) Ich sehe mich selbst nicht als Sport-Österreicher, ich bin gesellschaftlich voll integriert, politisch interessiert und nehme bei jeder Wahl meine Bürgerrechte wahr.
Auf der Senior Tour spielen Sie für Österreich…
…und dies mit Stolz! Ich lebe seit 33 Jahren in Österreich, meine Frau Astrid ist Österreicherin, die Vorstellung, am ersten Abschlag als Schotte angekündigt zu werden, ist für mich irritierend. Zugegeben, nicht ganz so sehr, wie wenn ich als Österreicher auf der Tour mit den Worten «Am Abschlag: Gordon Manson aus Australien» begrüsst werde. Man kann sich im deutschsprachigen Raum gar nicht vorstellen, wie häufig dies vorkommt, zuletzt bei der Finalrunde der US Senior PGA Championship im Mai. Über diesen Fehler gehe ich nicht mehr hinweg. Wenn ich «Australia» anstelle von «Austria» höre, stoppe ich meine Schwungvorbereitung, zeige mit dem Finger auf den Starter, gehe einige Schritte auf ihn zu und erkläre, dass ich nicht aus Australien komme. Dann macht sich jeweils Verlegenheit breit.
Ein anderer österreichischer Pro, Markus Brier, wird nächstes Jahr 50 und bereitet sich bereits auf die Senior Tour vor. Haben Sie Kontakt?
Markus und ich haben uns immer sehr gut verstanden, aber wir haben nicht wirklich Kontakt. Ich bin allerdings überzeugt, wenn wir uns nächstes Jahr bei Markus’ erstem Senior-Tour-Event treffen, wird es sein, als hätten wir uns erst gestern gesehen. Er ist ein guter Typ und wird sich schnell in die Gemeinschaft auf der Seniorentour einfügen. Ich kann mich auch noch gut an unser erstes Zusammentreffen erinnern: 1985 bei der Nationalen Offenen Meisterschaft in Innsbruck-Igls. Er war damals 17. Und ich habe gewonnen. (lacht)
Der 5. Juli 2015 war ein grosser Tag für die PGA of Austria – Sie haben das Swiss Seniors Open gewonnen, Bernd Wiesberger die Open de France. Haben Sie sich gegenseitig gratuliert?
Das war tatsächlich ein grossartiger Tag für den österreichischen Golfsport. Ich verfolge Bernds Karriere sehr genau und mit grossem Interesse, aber wir stehen nicht ständig in Kontakt. Nicht mehr. Ich war sieben Jahre lang Nationaltrainer, in jener Zeit habe ich fast rund um die Uhr Kontakte gepflegt mit Spielern, Eltern, Funktionären, Turnier-verantwortlichen und und und. Dieser Lebensabschnitt liegt hinter mir, jetzt gehe ich einen komplett anderen Weg und pflege ausserhalb meines privaten Kreises nur wenige Kontakte. Heute zählen für mich Golf und Ehefrau. Pardon, Ehefrau und Golf natürlich. (grinst)
Österreich hat Dank Ihnen auf der Senior Tour zwei Siege gefeiert, richtet selbst aber kein Turnier aus. Wird sich das in absehbarer Zukunft ändern?
Da muss ich nochmals auf Markus Brier zu sprechen kommen. Er hat in der österreichischen Golfszene eine andere Stellung als ich. Vielleicht ist sein Wechsel auf die Senior Tour das fehlende Puzzleteil, das den Stein ins Rollen und ein Senior-Tour-Event nach Österreich bringt. Ich hoffe es jedenfalls. Und auch, dass ich dann bei der ersten Austragung noch auf der Tour bin und so eine Chance bekomme, ein Heimturnier zu spielen.