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Freiburger Hefte für Archäologie 13/2011
Das Amt für Archäologie freut sich, Ihnen die 13. Ausgabe seiner Freiburger Hefte für Archäologie vorzustellen. Der Band ist in vier Hauptrubriken unterteilt (Dossier, Studien, Aktuelles und Tätigkeiten, archäologischer Fundbericht) und zeichnet sich durch eine reiche Bebilderung aus, darunter zahlreiche Farbabbildungen.
Die diesjährige Ausgabe widmet sich im „Dossier" der Fundstelle von Vuadens/Le Briez, die im Vorfeld des Baus der Autobahn A12 ausgegraben wurde. Die zum Vorschein gekommenen archäologischen Hinterlassenschaften veranschaulichen die unterschiedliche Nutzung des untersuchten Areals durch die Zeiten: Seit 1300 v.Chr. vom Menschen aufgesucht, gereichte die Fundstelle von Vuadens/Le Briez zu Beginn der frühen Spätbronzezeit zunächst zwei Frauen und einem Kind zur letzten Ruhestätte. In römischer Zeit wurde an selber Stelle ein Anwesen errichtet, das davon zeugt, dass architektonische und dekorative Innovationen der römischen Baukunst ihren Weg bis ins Greyerzerland fanden. Im Frühmittelalter diente der Ort schliesslich ein weiteres Mal als Bestattungsplatz für vier Verstorbene. Der Aufsatz basiert auf einer Neubewertung des Fundplatzes, welche Untersuchungen aus den Jahren 1994 und 2009 zusammenfasst. Zum ersten Mal wird auch die gesamte Grabungsdokumentation vorgestellt.
Die fünf "Studien" befassen sich mit Themen aus vier Epochen: Das Mesolithikum ist mit einem Aufsatz über das Felsschutzdach in der Senseschlucht bei Alterswil/Flue vertreten; die Eisenzeit mit einem Beitrag über zwei hallstattzeitliche Grabhügel mit Schwertbeigabe (Bulle/Le Terraillet und Matran/Perru), die römische Epoche wird mit einer Abhandlung über die in unserem Kanton aufgefundenen und teils als Votivgaben gedeuteten Miniaturbeilchen- und äxtchen abgedeckt, und das Mittelalter wird zum einen mit einer Auswertung der in jüngerer Zeit in Schmitten/Schlossmatte freigelegten Siedlungsreste berücksichtigt, zum anderen mit einer Untersuchung zum Gebäude an der Schmiedgasse 28 in Freiburg.
In der Rubrik „Aktuelles und Tätigkeiten" erfährt der Leser mehr über die Aufnahme der Pfahlbausiedlungen des Alpenraumes in die Weltkulturerbeliste der UNESCO; ein Projekt, das Prähistorikern aus der Schweiz und anderen Alpenländern über mehrere Jahre viel Engagement und Herzblut abverlangte. Seit dem 27. Juni 2011 zählen auch fünf Freiburger Seeuferstationen (Gletterens/Les Grèves, Haut-Vully/Môtier I, Greng/Spitz, Murten/Segelboothafen und Noréaz/Praz des Gueux) zum Weltkulturerbe. In einer anderen Seeuferrandsiedlung - Delley-Portalban/Station II - kam ein neolithisches Wagenrad ans Licht, das in die Jahre um 2800 v.Chr. datiert und somit das älteste je gefundene Exemplar dieser Art im Kanton darstellt. Die Durchsicht des sich in der KUB befindlichen Nachlasses von Monsieur Othmar Perler, erlaubt in einem anderen Beitrag das Lebensbild dieses prominenten Gelehrten des letzten Jahrhunderts zu zeichnen, der sich nicht nur der Religion, sondern auch der Archäologie verschrieb. Die Franziskanerkirche in Freiburg erlangte durch seine prachtvollen Wandmalereien Bekanntheit. Dieses gotische Meisterwerk ist zurzeit Gegenstand einer Restaurierung und Untersuchung, die durch den Schweizerischen Nationalfond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung unterstützt wird. Ein aussergewöhnlicher Fund kam nach mehreren Jahrzehnten der Restaurierung auch in der Liebfrauenkirche zu Tage. Es handelt sich um die Grabplatte des Peter Rych, die von nun an in der Kirche ausgestellt wird und dort an der Nordmauer des Langhauses, gegenüber dem Südportal, zu bewundern ist. Weitere Aufsätze widmen sich dem Projekt zur Aufwertung der römerzeitlichen Tempelanlage von Estavayer-le-Gibloux und der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Murten, insbesondere den neusten Untersuchungsergebnissen zur Baugeschichte des Schimmelturms. Der Tätigkeitsbericht des Musée romain de Vallon ist schliesslich Anlass, um das Jahr im musealen Bereich Revue passieren zu lassen.
Wie gehabt beschliest der "achäologische Fundbericht" mit einem Überblick über die kantonalen Neuentdeckungen des Jahres 2010 die Publikation.
Carmen Buchillier
Kantonsarchäologin