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"Du wirst einfach zugewiesen, fertig"
Subjektive Deutungen des Wohnens unter der Bedingung von Fluchtmigration
«Wohnen» im Kontext von Fluchtmigration wird in der Schweiz auf politischer Ebene seit dem Jahr 2015 und dem sogenannten «langen Sommer der Migration» vor allem unter dem Begriff der «Unterbringung» verhandelt und diskutiert, wobei der Fokus mehrheitlich auf administrativ-logistische Aspekte gelegt ist. Immer häufiger finden sich im wissenschaftlichen Diskurs rund um Fluchtmigration und Wohnen aber auch biografische Studien, welche die Lebenswelten von Menschen mit Fluchterfahrung in den Fokus der Untersuchungen rücken und die Menschen selbst zu Wort kommen lassen. Dabei wird das Thema «Wohnen» jedoch eher als eine Facette von verschiedenen Lebensbereichen beleuchtet und erhält oftmals einen Nebenrollencharakter.
Die vorliegende Arbeit widmet sich daher im Spezifischen der subjektiven Sichtweise von Menschen mit Fluchterfahrung (Aufenthaltsstatus F) auf ihre Wohnsituation in der Ostschweiz und konzentriert sich auf folgende Forschungsfrage: «Wie erleben geflüchtete Menschen mit Aufenthaltsstatus F ihre Wohnsituation in der Ostschweiz?» Die Arbeit basiert empirisch auf sechs biografisch-narrativen Interviews mit Menschen mit Fluchterfahrung aus der Ostschweiz.
Die Auswertung erfolgte im Sinne der Grounded Theory und macht deutlich, dass Menschen mit einer Fluchterfahrung in der Ostschweiz «Wohnen» als ein «Verwaltetwerden» erleben. Das Phänomen lässt sich dabei mittels vier Facetten spezifizieren; Wohnen als erlebte «Fremdbestimmung», «Ungewissheit und Unsicherheit», «Bevormundung» sowie «Ungerechtigkeit und Abwertung». Schliesslich zeigen die Ergebnisse, dass die Menschen in Bezug auf ihr Wohnen diverse und vielfältige Strategien entwickeln, um mit ihren subjektiven Erfahrungen einen Umgang zu finden.