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Die Villa Hammerschmidt verdankt ihren Namen Rudolf Hammerschmidt, dem Enkel des am 1.1.1782 in Plettenberg geborenen, späteren Himmelmerter Papierfabrikanten Hermann Heinrich Hammerschmidt und seiner zweiten Ehefrau Maria Catharina Brockhaus, die am 27.3.1813 in Plettenberg heiraten. Das Ehepaar Hammerschmidt/Brockhaus lebt in der Folge in Plettenberg, Himmelmert sowie Thereck und bekommt zwischen 1814 und 1832 acht Kinder. Maria Catharina Brockhaus ist eine Schwester des Himmelmerter Lehrers Friedrich Wilhelm Brockhaus, dem Paten meines 1837 in Himmelmert geborenen Urgrossvaters Peter Friedrich Stahlschmidt, Sohn des unten erwähnten, sich sehr für die Himmelmerter Schule einsetzenden Wilhelm Stahlschmidt. Rudolf Hammerschmidts Vater Bernhardt wächst in Himmelmert auf und wird möglicherweise von seinem vor Ort als Lehrer tätigen Onkel Friedrich Wilhelm Brockhaus animiert, diesen Beruf ebenfalls auszuüben. Mein Urgrossvater Peter Friedrich Stahlschmidt lernt das Papiermacherhandwerk bei Hammerschmidt und macht seinen Meister.
Das Plettenberg-Lexikon (www.plettenberg-lexikon.de) enthält Informationen zu den Hammerschmidt’schen Papierfabriken in Himmelmert, nämlich zum einen zur ursprünglich Pennefort Mühle genannten Besitzung, einer Kornmühle meines Altvorderen, des Reidemeisters Jost Henrich Stahlschmidt, die Hermann Heinrich Hammerschmidt ab 1826 teilweise als Papiermühle betreibt,
sowie zum anderen hinsichtlich des 1853 von Hammerschmidt erworbenen, aber bereits 1848 abgebrochenen Himmelmerter Rohstahlhammers «Auf’m Stockstücke», wobei das im Plan als Nr. 77 eingetragene Grundstück nicht mit der tatsächlichen Lage übereinstimmt.
Das folgende Foto zeigt das heute noch existierende Gebäude der 1853 eingerichteten Papiermühle Hammerschmidt auf dem Gelände des ehemaligen Rohstahlhammers meines Ururgrossvaters Wilhelm Stahlschmidt.
Drei der Kinder aus der Ehe Hammerschmidt/Brockhaus gehen Verbindungen mit Nachfahren meiner Ferndorfer Stahlschmidts ein und die älteste Tochter Wilhelmine Hammerschmidt heiratet meinen Urgrossonkel Carl Theodor Stahlschmidt, so dass Rudolf Hammerschmidt drei Stahlschmidt-Tanten und einen Stahlschmidt-Onkel aufzuweisen hat:
- die älteste, am 17.12.1814 in Plettenberg geborene und in Himmelmert gestorbene Tochter Wilhelmine Hammerschmidt heiratet als Witwe Grothe am 23.11.1856 Carl Theodor Stahlschmidt (*Himmelmert 21.2.1815), den ältesten Sohn meines Ururgrossvaters Wilhelm Stahlschmidt aus dessen erster Ehe mit seiner Cousine Susanne Maria Catharina Stahlschmidt. Carl Theodor erbt mein Geburtshaus, den Hof Huxholl, und lebt dort mit seiner Ehefrau und ihren Kindern aus erster Ehe;
- der zweitjüngste, am 9.11.1825 in Plettenberg geborene Sohn Peter Dietrich Hammerschmidt, späterer Papierfabrikant wie sein Vater, der am 14.4.1857 die am 2.2.1836 in Ferndorf geborene Alwine Stahlschmidt, Tochter von Friedrich St. und Katharina Behner zur Frau nimmt, eine entfernte Cousine des vorerwähnten Carl Theodor Stahlschmidt. Er lebt noch als Hundertjähriger bei seinen Verwandten in Himmelmert (siehe auch http://www.plettenberg-lexikon.de/personen/hammerschmidt.htm) und stirbt im Februar 1926 in Bad Hennef1;
- der jüngste, am 26.5.1829 in Himmelmert geborene Carl Theodor Hammerschmidt, der am 17.6.1856 in Ferndorf Wilhelmine Stahlschmidt zur Frau nimmt, eine Tochter des bekannten Ferndorfer Bürgermeisters und gräfl. fürstenbergischen Hütteninspektors Carl Ludwig Stahlschmidt und seiner Ehefrau Anna Maria Siebel, wiederum eine Cousine des vorerwähnten Carl Theodor Stahlschmidt. Nach Wilhelmines Tod führt Carl Theodor Hammerschmidt am 9.4.1889 wieder eine in Ferndorf geborene Stahlschmidt zum Traualtar, nämlich Emma, die Tochter von Wilhelm August Stahlschmidt und Lisette Hüttenhain, die das Licht der Welt am 22.4.1853 erblickt. Carl Theodor Hammerschmidt ist Bahnmeister von Beruf und zuletzt in Rheydt tätig. Er stirbt am 2.12.1903 in Ferndorf und Ehefrau Emma folgt ihm dort am 4.1.1919 in den Tod.
Ein Schwager dieser mit Hammerschmidts verheirateten Stahlschmidts ist der am 8.9.1821 in Thereck geborene und in der katholischen Gemeinde zu Schönholthausen getaufte Bernhardt Hammerschmidt, zu dessen Paten der Plettenberger Müller in Rönkhausen, Hermann Kemper [Kämpfer], gehört, ein Cousin zweiten Grades des Müllers Henrich Isaac Meusborn in Attendorn-Röllecken. Die gemeinsamen Vorfahren sind Johannes Meusborn und Anna Sophia Franz in Hilchenbach-Müsen. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass Henrich Isaac Meusborns Schwiegermutter Anna Elisabeth Freithoff/Freidhoff eine Schwester des bekannten Kupferstechers Johann Joseph Freidhoff ist (https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Joseph_Freidhoff).
Bernhard Hammerschmidts Eheschliessung mit der am 27.8.1821 in Hamm geborenen Henriette Louise Eichelberg, deren Vater Kreissekretär in Hagen ist, wird am 2.6.1848 in Breckerfeld dimittiert, als Bernhardt Lehrer an der dortigen Bühren-Schule ist.
Bei der Geburt der ältesten Tochter Julie Marie im Jahr 1849 lehrt Bernhardt an der Breckerfelder Stöckerschule. Der weitere Werdegang des Bernhardt Hammerschmidt und vor allem seines am 7.8.1853 in der Reinholdi Kirche in Dortmund getauften Sohnes Rudolf Hammerschmidt (*19.7.1853),
der der Bonner Villa den Namen gibt, ist unter dem folgenden Link zu finden: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/persoenlichkeiten/H/Seiten/RudolfHammerschmidt.aspx
- P. von Gebhardt, Geschichte der Familie Brockhaus aus Unna in Westfalen [↩]