Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03530.jsonl.gz/766

Militärrat im Tschad ernennt Übergangsregierung
Nach dem Tod des langjährigen Staatschefs Idriss Déby Itno hat der Militärrat im Tschad eine Übergangsregierung ernannt. Dabei sei auch ein Ministerium für nationale Versöhnung neu geschaffen worden, teilte ein Armeesprecher am Sonntag mit.
Die Minister seien vom Chef des Militärrats, Débys 37-jährigem Sohn Mahamat, ernannt worden. Oppositionsführer Saleh Kebzabo sagte, er erkenne die Interimsregierung an.
Zwei Mitglieder von Kebzabos Partei bekommen nach Angaben des Junta-Sprechers Ministerposten in dem 40-köpfigen Kabinett. «Wir erkennen die Autorität des Militärrats an, sonst wären wir nicht in der Regierung», sagte Kebzabo der Nachrichtenagentur AFP. Als weiterer Vertreter einer Oppositionspartei wurde Mahamat Ahmat Alhabo zum Justizminister ernannt.
Die Armee hatte vergangenen Monat verkündet, dass Staatschef Idriss Déby Itno seinen an der Front im Norden des Landes erlittenen Verletzungen erlegen sei - einen Tag zuvor war er noch zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt worden, bei der er sich um eine sechste Amtszeit beworben hatte.
Der 15-köpfige Militärrat setzte anschliessend die Verfassung ausser Kraft und kündigte «freie und demokratische Wahlen» an - allerdings erst in 18 Monaten. Die nach dem Tod Débys verhängte nächtliche Ausgangssperre wurde am Sonntag aufgehoben.
Am vergangenen Montag hatte Mahamat Idriss Déby bereits den ehemaligen Regierungschef Albert Pahimi Padacké als Chef einer Übergangsregierung eingesetzt. Pahimi Padacké rief seine Mitbürger auf, «keine Zeit zu verlieren sich zusammenzuschliessen (...), um die Grundlagen für freie und transparente Wahlen innerhalb des Zeitplans» zu schaffen.
Seine Ernennung wurde überschattet von Demonstrationen der Opposition und Zivilgesellschaft, bei denen mindestens sechs Menschen starben. Mehr als 650 Menschen wurden festgenommen.
Kommentieren
Südlibyen ist nach dem Sturz M. Gaddhaf is zu einer der wichtigsten islamistischen Basen bis weit nach Westen (Mali) geworden. Sollte es sich bestätigen, dass der Tod Idriss Débys, im unruhigen Grenzgebiet zu Libyen , keine nur innenpolitischen Ursachen hat, sondern auch Folge des Eindringens islamistischer Gruppen in diese Gegend ist, dann hat sich damit der ohnehin zerbrechliche Status quo der gesamten Region verschoben.
Der mit harter Hand regierende Idriss Déby war der sicherste afrikanische Verbündete Frankreichs im Kampf gegen den Islamismus. Die tschadische Armee gilt als gut ausgebildete und ist unverzichtbarer Faktor auf französischer Seite.
Es ist zu erwarten, dass sein gewaltsamer Tod nicht nur den Tschad, sondern auch alle Nachbarn bis hin zum permanenten Kriegsgebiet Mali mit den französischen und den UN-Truppen, direkt betreffen wird.
Finanzkontrolle: Weiter Mängel bei Aufsicht über Hochseeflotte
Bei der krisengeschüttelten Schweizer Hochseeschifffahrt mit Millionen-Verlusten für den Bund gibt es weiterhin Mängel in der Aufsicht. Zu diesem Schluss ist die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) bei ihrer jüngsten Überprüfung gekommen.
Kampf gegen Corona: Malta hat bald die Hälfte der Bürger geimpft
Das kleine EU-Land Malta kommt seinem Ziel näher, bis Ende Juni eine Impfquote um die 70 Prozent zu erreichen. Schon jetzt haben 47 Prozent aller 514 000 Einwohner und Einwohnerinnen mindestens eine Impfdosis erhalten, wie Daten des Gesundheitsministeriums in Valletta am Mittwoch zeigten. Bezogen nur auf die Erwachsenen lag die Impfquote sogar bei rund 55 Prozent. Ausserdem gehen die Zahlen der Corona-Neuinfektionen in dem Inselstaat deutlich zurück. Mit den im internationalen Vergleich hohen Impfquoten will das Mittelmeerland sich als sicheres Reiseziel profilieren.