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Karriereverläufe: In welchen Jobs arbeiten Menschen mit Querschnittlähmung eigentlich?
Damit die Fachleute aus der beruflichen Integration ihre Klienten optimal unterstützen können, müssen sie wissen, welche Tätigkeiten besser und welche weniger gut für Personen mit Querschnittlähmung geeignet sind.
Zwei kürzlich publizierte Auswertungen der SwiSCI Studie zeigen, welche Tätigkeiten Betroffene bevorzugt ausüben und welche Anforderungen damit verbunden sind.[1, 2] Personen, die vor der Rückenmarksverletzung in Jobs mit hohen körperlichen Anforderungen arbeiteten, wechseln danach tendenziell in Tätigkeiten mit niedrigen körperlichen Anforderungen. In diesen “kognitiv orientierten Jobs“ sind hauptsächlich kommunikative und planerische Fähigkeiten sowie Stärken im Problemlösen gefragt.
Demnach arbeiten Personen, die vor der Querschnittlähmung im handwerklichen oder landwirtschaftlichen Sektor, auf dem Bau oder im Verkauf tätig waren, später häufig in Bürotätigkeiten (z.B. Sachbearbeitung, Back Office), technischen Jobs (z.B. IT), Leitungspositionen (z.B. Abteilungsleiter, Geschäftsführung eines Betriebes) oder Berufen, die einen Hochschulabschluss erfordern (z.B. Ingenieur, Jurist). So arbeiten zum Beispiel Handwerker nach Eintritt der Querschnittlähmung zu 29% in Leitungspositionen, 20% in einem technischen Bereich und 17% im Büro. Solche Karriereverläufe bedingen meist Umschulungen oder Weiterbildungen und können sich über mehrere Jahre erstrecken.
Sind Personen bereits vor Eintritt der Querschnittlähmung in eher kognitiv orientierten Berufen tätig, verbleiben sie meist in ihrem Tätigkeitssektor. So bleiben beispielsweise 70% in Hochschulberufen und 67% in leitenden Positionen.
Karriereverläufe von Betroffenen, die im Laufe der Zeit von körperlich zu kognitiv orientierten Jobs wechseln, entsprechen den strukturellen Veränderungen im Schweizer Arbeitsmarkt: Seit den 1990er Jahren nehmen Tätigkeiten, die Fähigkeiten im Planen, Problemlösen und Kommunizieren voraussetzen, stark zu. Die SwiSCI Studie stellt aber ebenso heraus, dass ein hoher Anteil von Betroffenen in Bürotätigkeiten wechselt. Diese gehen in der Regel mit einer kürzeren Reintegrationszeit einher und erfordern weniger Umschulungen. Auf dem Arbeitsmarkt sind Bürotätigkeiten aber aufgrund der zunehmenden Automatisierung von Routineaufgaben stark rückläufig. Diese Entwicklung ist in der beruflichen Integration zu beachten und wird bei der Wiedereingliederung von Menschen mit Querschnittlähmung zukünftig eine immer stärkere Rolle spielen.
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Referenzen
[1] Schwegler U, Nützi M, Marti A, Trezzini B, & the SwiSCI study group: Pre- and post-injury job type distributions of individuals with SCI in relation to structural changes in the labor market: A comparative analysis based on findings from the Swiss Spinal Cord Injury Cohort Study. J Spinal Cord Med. 2019 Feb 4.
[2] Nützi M, Trezzini B, Ronca E, Schwegler U: Key demands and characteristics of occupations performed by individuals with spinal cord injury living in Switzerland. Spinal Cord. 2017 Dec;55(12).