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Sagalassos war einst eine prachtvolle Stadt im Westen des Taurus. Die Stadt wurde nach ihrem Untergang vergessen, und die Ruinen erhielten sich in einem unvergleichlichen Zustand. Seitdem Forscher der Universität Leuven 1990 mit Ausgrabungen begannen, ist die Stadt in einem einmaligen Zustand wieder auferstanden. Die Ruinen lassen erahnen, wie wohlhabend Sagalassos zu seiner Hochzeit gewesen war. Seit dem Beginn der Ausgrabungen fördern die belgischen Forscher nicht nur 1.000.000 Objekte pro Jahr zutage, sondern sie haben auch einstige Gebäude restauriert. Um die untere und die obere Agora, den einstigen Fest-, Versammlungs- und Marktplatz stehen heute wieder restaurierte Prachtbauten, Säulengänge und Brunnen. Zwei wohlhabende Eheleute hatten nach ihrer Scheidung versucht, einander in Bauten für die Stadt zu übertreffen. An dem felsigen Hang stehen heute wieder ein funktionierender Brunnen, 13 Meter hohe Ehrensäulen, Torbögen, ein römisches Bad und ein griechisches Theater. Eine kilometerlange Prachtstrasse führt auf die untere Agora zu und passiert eine Tempelanlage, die wohl auch als Bischofskirche genutzt wurde.
Mit der Zeit vergessen
Die Ruinen liegen im Westen des Taurusgebirges in einem Gebiet, das früher schwer zugänglich war und von wehrhaften Menschen bevölkert war. Alexander der Grosse nahm 330 v. Chr. die pisidische Stadt ein, die schon damals wohlhabend war, und die Bevölkerung übernahm schnell die neuen Einflüsse. Die Stadt wurde im Laufe der Geschichte römisch und erlebte in der Zeit des grossen Friedens, der 27 v. Chr. mit der Herrschaft des römischen Kaisers Augustus begann, über 300 Jahre einen unerreichten Wohlstand. Zur Hochzeit Sagalassos lebten wohl bis zu 10.000 Menschen in der Stadt, doch die Prachtbauten hätten deutlich grösseren Städten zur Ehre gereicht. Die einfallenden arabischen Krieger setzten der Region zu, nachdem das Erdbeben von 518 und die darauf folgende Seuche, die als «Justinianische Pest» ab 541 Angst verbreitete, der Bevölkerung extrem zusetzte. Um 700 hatten die letzten Menschen Sagalassos verlassen und zur Geisterstadt gemacht, die mit der Zeit vergessen wurde. Es dauerte bis 1706, bis Paul Lucas im Forschungsauftrag von Ludwig XIV. die einstige Prachtstadt wiederentdeckte. Doch bis zu einer systematischen Erforschung durch Marc Waelkens und sein Team dauerte es noch fast 300 Jahre.
Das Dorf im grünen Tal
Das einladende Dorf Aglasun liegt nicht weit der Ruinen in einem fruchtbaren Tal voller Quellen. Aglasun bietet entspannende und abgelegene Urlaubstage. Das Dorf hat sich seinen Charakter bewahrt, und der ländliche Charme der Gegend, die von Weizen-, Rosen- und Fruchtanbau lebt, entschleunigt den Urlaub endgültig. In der unmittelbaren Umgebung locken Wanderwege im Schatten der Bäume, und die raue Bergwelt bietet abwechslungsreiche Wanderrouten und Velo-Touren. Heute leben noch etwas über 4.000 Menschen in den traditionellen Häusern. In Reichweite für Tagesausflüge von Sagalassos und Aglasun liegen die ehemalige Karawanserei Selcuk und die antike Stadt Kremna, Badeseen und Burdur, in dessen Museum Fundstücke aus Sagalassos ausgestellt sind.