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Robbie Robertson ist nach langer Krankheit umgeben von seiner Familie gestorben, teilt sein Manager Jared Levine mit. Der gebürtige Kanadier Robertson schrieb mehrere Hits und wirkte auch bei vielen Filmen mit.
Robertson, dessen Mutter dem Stamm der Mohawk angehörte, wuchs in einem Reservat auf und lernte dort auch das Gittarenspielen. Mit The Band ging er in den 1960er-Jahren als Begleitgruppe für Bob Dylan auf Tour. Für die eingefleischten Dylan-Fans war es ein Schock. Plötzlich war Dylan nicht mehr der klassische Folk-Sänger, er experimentierte mit neuem Sound – und wurde vielerorts ausgebuht.
Musik als Rebellion
«Wenn dich die Leute ausbuhen, nagt das schon an deinem Selbstbewusstsein. Aber wir haben nie nachgegeben. Je mehr das Publikum gebuht hat, desto lauter wurden wir», sagte Robertson Jahre später in einem Interview.
Im Dokumentarfilm «Once Were Brothers» von 2020 sagte Bruce Springsteen über The Band: «Sie spielten, als ob man sie noch nie zuvor gehört hätte und doch so, als wären sie schon immer da gewesen.» Oder wie es Robertson ausdrückte: «Wir gingen komplett nach links, wenn alle anderen nach rechts gingen.» The Band war nicht einfach Musik, es war eine Rebellion.
Inspiration für weitere Künstler
1968 veröffentlichte The Band ihr erstes Album «Music From Big Pink». Ein Album mit Vorreitercharakter. Es inspirierte mehrere Künstler, neue Stile auszuprobieren. So zum Beispiel Grateful Dead mit «American Beauty» oder Elton John mit «Tumbleweed Connection».
The Band prägten einen neuen Musikstil: Americana. Plötzlich wollten alle Labels diese Musik.
Auch wenn Robertson die Mehrheit der Songs schrieb, sah er sich nicht als der Songschreiber für The Band. Für ihn waren immer alle fünf Mitglieder gleichermassen entscheidend. Nur selten griff Robertson selbst zum Mikrofon.
Südstaaten-Hymnen eines Kanadiers
Auch wenn es komisch erscheint, dass jemand aus Kanada Songs machte, die eher an die Südstaaten erinnerten, war es für Robertson selbstverständlich: «Es brauchte jemanden von ausserhalb, der diese Dinge wahrhaftig erkennen konnte.» Als richtige Südstaaten-Hymne etablierte sich «The Night They Drove Old Dixie Down».
1974 fanden Dylan und The Band wieder zusammen. «Planet Waves» erklimmte die Spitze der Charts und das Album «Before the Flood» zur anschliessenden Tour wurde mit Gold ausgezeichnet.
Nur zwei Jahre später gab The Band das letzte Konzert. Bei «The Last Waltz» in San Francisco kamen alle Stars auf die Bühne: Joni Mitchell, Van Morrison, Muddy Waters, Neil Young und natürlich Bob Dylan. Martin Scorsese filmte das Konzert und veröffentlichte es noch im selben Jahr. Laut dem «Rolling Stone»-Magazin der «beste Konzertfilm der Geschichte».
Zweite Karriere mit Scorsese
Robbie Robertson veröffentlichte darauf einige Soloalben, wirklich erfolgreich war er jedoch nicht mehr. Doch er fand eine neue Passion: Film.
Zusammen mit Scorsese, mit dem er nach «The Last Waltz» befreundet war, arbeitete er unter anderem an «Raging Bull», «Casino», «Shutter Island» oder «The Irishman» mit. Noch kurz vor seinem Tod schrieb er am Soundtrack für Scorseses neusten Film «Killers of the Flower Moon».
Robbie Robertson hinterlässt seine Frau Janet, seine Ex-Frau Dominique, seine drei Kinder Alexandra, Sebastian und Delphine und fünf Grosskinder.
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