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Nachdem der deutsche Medienkonzern Bertelsmann angekündigt hatte, einen US-Verlag zu übernehmen, sieht der Horror-Autor die Vielfalt in der Verlagsbranche gefährdet. King unterstützt deshalb eine Kartellklage des US-Justizministeriums und erschien gar als Zeuge vor Gericht.
Worum geht es bei der geplanten Verlagsfusion? Bertelsmann hatte angekündigt, den amerikanischen Verlag Simon & Schuster für 2,2 Milliarden Dollar kaufen und mit seiner Verlagsgruppe Penguin Random House zusammenlegen zu wollen. Penguin Random House ist bereits heute eine der weltgrössten Verlagsgruppen.
Das US-Justizministerium möchte diese Übernahme verhindern und hat dagegen eine Kartellklage eingereicht. Starzeuge Stephen King zufolge wäre eine Fusion «schlecht für den Wettbewerb». Der Schriftsteller bringt seine Bücher heute bei Scribner heraus. Der Verlag gehört zu Simon & Schuster.
Welche Autoren und Autorinnen wären von der Fusion betroffen? Vor allem Bestsellerautoren wie Stephen King, die mehr als 250'000 Dollar Vorschuss pro Titel bekommen. In Zukunft könnten sie weniger Geld erhalten.
Das sei natürlich eine Klage auf sehr hohem Niveau, räumt Buchmarktexperte und Sachbuchautor Holger Ehling ein. Denn 99 Prozent der Autoren und Autorinnen würde die Zusammenlegung wahrscheinlich nicht tangieren.
Warum pochen Grossverlage auf derartige Fusionen? Sie wollen ihre Profitabilität steigern. So könnten sie durch Synergien Geld sparen. Profitabel ist auch die sogenannte Backlist: Das sind Buchtitel, die mehrere Jahre alt sind, sich aber weiterhin gut verkaufen – also Longseller wie etwa «Harry Potter».
Diese Titel haben den Vorteil, dass sie ihre Produktionskosten allesamt schon eingespielt haben. Deshalb ist die Gewinnmarge pro verkauftem Buch weit höher. Bei neuen Titeln ist das anders. Sie müssen ihre Produktionskosten erst noch einspielen.
Die Programme werden dümmer.
Durch die Fusion entscheiden weniger Leute, was verlegt wird. Was sind die Auswirkungen? Die Bibliodiversität, also die Vielfalt auf dem Buchmarkt, könnte leiden. Wahrscheinlich gäbe es weniger Titel auf dem Markt und entsprechend weniger unterschiedliche Ideen in den Büchern. «Die Programme werden dümmer», so Experte Ehling.
Gibt es in Zukunft also mehr Bestseller- und weniger unabhängige und regionale Literatur? Nicht unbedingt. Ein Blick in die Preisträgerlisten des Schweizer und des deutschen Buchpreises zeigt, dass die Bücher der meisten Preitsträgerinnen und Preisträger nicht in grossen Konzern-Verlagshäusern erschienen sind. Experimentelle Literatur wird in der Regel weltweit von sogenannten Independent-Verlagen auf den Markt gebracht – mit hohem geschäftlichem Risiko.
Welche Auswirkungen hätte die geplante Fusion auf den deutschsprachigen Raum? Sie könnte sich auf den Verkauf von Rechten und Lizenzen auswirken. Denn im deutschsprachigen Markt werden viele Bücher aus dem Englischen übersetzt. Verringert sich die Zahl der Anbieter von Übersetzungslizenzen, könnten die Lizenzen dadurch teurer werden. Mit dem Resultat, dass weniger Bücher aus dem Englischen übersetzt werden.
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