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Topfstein besitzt die Eigenschaft, leicht bearbeitbar zu sein und die Warme gut zu speichern. In unserer Region kommt diese sonst eher seltene Gesteinsart recht häufig vor, so dass sich in der Vergangenheit ein Handwerk zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen aus Topfstein entwickelte. Auch wenn dieses Material in verschiedenen Gebieten des Sopraceneri (Valle Maggia, Valle Verzasca, Centovalli und Locarnese) zu finden ist, erreichte der Abbau nur im oberen Maggiatal, vor allem im Val di Campo und im Val di Peccia, eine gewisse Bedeutung und beschränkte sich nicht auf den lokalen Bedarf, sondern dehnte sich auf die norditalienischen Regionen aus.
Zuerst mussten die Blöcke oder Platten an den Vorkommensorten zu Tage gefördert werden. Der Stein wurde auf einer mit Wasserkraft bewegten Drehbank im Freien behandelt, dann in der Werkstatt behauen, um daraus Töpfe, die man auf den Herd stellen konnte, Gefässe fur die Aufbewahrung von Lebensmitteln, Lampen usw. zu formen. Die Steine, die sich nicht fur die Bearbeitung auf der Drehbank eigneten, wurden mit Schneid- und Schlaginstrumenten (Hammer, Skalpell, Feile) behandelt. Im Maggiatal wurden aus Topfstein auch Kachelöfen (es gibt deren noch fast 500), Becken, Grabsteine, usw. hergestellt.
Dieses Handwerk war schon im Altertum bekannt. Es wurden Gegenstände aus Topfstein gefunden, die vor 2000 Jahren entstanden sind. Mit dem Aufkommen neuer Materialien und Heiztechniken setzte schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts der Niedergang ein. Ein Hochwasser, das um 1900 die hydraulische Drehbank in San Carlo beschädigte, fand das Topfsteinhandwerk sein Ende.
Das volkskundliche Museum des Vallemaggia in Cevio widmet einen Sektor ganz der Gewinnung und Verarbeitung des Topfsteins.