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Vom US-Präsidenten zum Literaturpapst: Barack Obama empfiehlt fünf Bücher als Lektüre für den Sommer.
Barack Obama gibt Lesetipps: Auf Facebook veröffentlichte der Ex-US-Präsident am Sonntag (Ortszeit) eine Liste mit fünf Büchern, die er laut eigener Aussage in diesem Sommer gelesen hat. Das Auswählen der richtigen Lektüre gehöre zu seinen Lieblingsbeschäftigungen in dieser Jahreszeit – «ob im Urlaub mit der Familie oder einfach an einem ruhigen Nachmittag».
Obama las demnach in den vergangenen Wochen unter anderem «Ein Haus für Mister Biswas» von dem kürzlich gestorbenen Literaturnobelpreisträger V. S. Naipaul, das er als «grossartigen Roman über das Aufwachsen in Trinidad und die Herausforderung postkolonialer Identität» bezeichnet. Ausserdem finden sich auf der Liste «Kriegslicht» von Michael Ondaatje und die Autobiographie einer jungen amerikanischen Historikern, die über ihre Jugend in einer Mormonenfamilie und ihren Entschluss zu studieren schreibt.
Der Ex-Präsident hat seinen Followern in den sozialen Netzwerken schon mehrfach kulturelle Tipps geschickt: In der Vergangenheit hatte Obama mehrfach Song-Listen bei Spotify zusammengestellt – etwa Überblicke über seine liebsten Sommer- oder Weihnachtshits. Der schwedische Musikstreaming-Dienst hatte ihm daraufhin vor rund anderthalb Jahren einmal zum Spass einen Job angeboten – als «Präsident der Playlisten».
Plus 4000 Prozent: Der Nobelpreis-Effekt
Eine kanadische Studie hat den Kurzzeiteffekt eines Literaturnobelpreises anhang der Auszeichnung von der kanadischen Autorin Alice Munro untersucht. Dazu wurden die wöchentlichen Verkaufszahlen vor und nach ihrem Gewinn in zehn Ländern verglichen. In allen Ländern verzeichneten die Verkäufe eine deutliche Zunahme.
Der grösste Effekt zeigte sich in Kanada, dem Heimatland der Preisträgerin. Gegenüber der Woche vor dem Nobelpreis, verkauften sich Munros Bücher in der Woche danach um satte 4424 Prozent besser. In anderen Ländern variierte das Absatzplus von 369 Prozent (Australien) bis 4213 Prozent (Italien).
eils relativieren sich die gewaltigen prozentualen Veränderungen durch die niedrigen Verkäufe aus der Zeit vor dem Nobelpreisgewinn. Doch auch in absoluten Werten ist die Steigerung der Verkäufe beachtlich.
In den USA verkauften sich die Kurzgeschichten der Kanadierin insgesamt am besten. Die Verkäufe stiegen von 3000 (Woche 38) auf 32'000 in Woche 44. In Kanada wurde der Höchstwert von 6'345 Exemplaren erreicht. Zum Vergleich: In der Woche vor dem Nobelpreis verkauften die Händler nur 94 Bücher von Munro. In Italien verkauften sich schliesslich 10'128 Bücher, nach zuvor 178.
Inwiefern es einen Obama-Effekt gibt, ist unbekannt.
(sda/ise)