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Aufgabe 2: Schritte auf dem Weg zur Gründung von Nationalstaaten in Italien und Deutschland
Die italienische Halbinsel war zu Beginn des 19. Jh. politisch zersplittert: Im Norden regierten die Habsburger direkt (Lombardei, Venetien) oder über eine Nebenlinie (Toskana). Im Süden war das Königshaus der Bourbonen an der Macht (Königreich beider Sizilien). Dazwischen lag der Kirchenstaat. Nur im Nordwesten und auf Sardinien regierte eine einheimische Dynastie. Von hier nahm die politische Einigung Italiens auch ihren Ausgang.
1861 wurde das Königreich Italien proklamiert, nachdem im Jahr 1859 die Habsburgermonarchie einen Krieg gegen Piemont und das mit ihm verbündete Frankreich verloren und die Lombardei an Piemont hatte abtreten müssen. Im Süden landeten – von Genua kommend – Guiseppe Garibaldi und seine Gefolgsleute auf Sizilien und stürzten die bourbonische Monarchie. 1866wurde Venetien dazu gewonnen, 1870 dann das Territorium des Kirchenstaates.
Die staatliche Zersplitterung Italiens und die Einigung
Auf die italienische Einigung folgte innerhalb eines Jahrzehnts auch die Gründung eines deutschen Einheitsstaates. Hauptakteur in dieser Entwicklung war der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck. Bismarck strebte zunächst nur die Vorherrschaft Preußens in dem 1815 gebildeten Deutschen Bund an. Österreich beanspruchte eine solche Vorherrschaft jedoch ebenfalls. Die Habsburgermonarchie verlor 1866 bei Königgrätz und schied aus dem Deutschen Bund aus. Auch die anderen Fürsten im Deutschen Bund näherten sich immer mehr Preußen an. Als der preußisch-französische Konflikt 1870 zum Krieg eskalierte, traten sie auf Preußens Seite in die Kampfhandlungen ein. Frankreichmusste sich geschlagen geben und im Jänner 1871 wurde in Paris das Deutsche Kaiserreich proklamiert.