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Personen unter 65 Jahren, die in einem Paarhaushalt ohne Kinder leben, haben ein wesentlich höheres verfügbares Äquivalenzeinkommen als andere Haushaltstypen.
In Bezug auf das Einkommen am stärksten benachteiligt sind Personen, die in einem Einelternhaushalt oder in einem Paarhaushalt mit drei oder mehr Kindern leben.
Konsumausgaben
Den grössten Posten im Haushaltsbudget bilden obligatorische Ausgaben wie Steuern und Krankenkassenbeiträge. Die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke machen bei allen drei Haushaltstypen nur einen kleinen Anteil des Budgets aus (5-6%).
Paarhaushalte mit oder ohne Kinder können fast ein Fünftel ihres Einkommens auf die Seite legen. Deutlich geringer ist die Sparquote bei den Einelternhaushalten, wo sie bei rund einem Zehntel liegt.
Finanzielle Schwierigkeiten
Die subjektive Bewertung der finanziellen Situation bestätigt die Ergebnisse der Einkommensverteilung nach Haushaltstyp: Knapp jede fünfte Person, die in einem Einelternhaushalt lebt, bekundet Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen.
Die Armutsgefährdungsquoten zeigen, dass bei einem beträchtlichen Teil der Haushalte mit Kindern die finanzielle Situation angespannt ist: Ein Viertel der Personen in Einelternhaushalten und knapp 12% der Personen in Paarhaushalten mit Kindern sind armutsgefährdet und verfügen somit über ein Haushaltseinkommen, das unter oder nur wenig oberhalb der Armutsgrenze liegt. Sie haben ein hohes Risiko, bei einer geringfügigen Verschlechterung ihrer Einkommenssituation oder einer Veränderung der familiären Situation (zum Beispiel Trennung oder Geburt eines weiteren Kindes) in die absolute Armut abzurutschen. Dies ist umso eher der Fall, je mehr Kinder im Haushalt leben.
In der Schweiz gibt es verschiedene Leistungen, welche die finanzielle Belastung von Haushalten mit Kindern teilweise kompensieren und dazu beitragen sollen, Familienarmut zu verhindern.
Ohne Sozialtransfers wäre die Armutsquote für alle Haushaltstypen deutlich höher. Allerdings spielen die Transfereinkommen bei Alleinlebenden, Einelternhaushalten und Paarhaushalten mit Kindern eine erheblich grössere Rolle als bei Paarhaushalten ohne Kinder.
Die Gesamtkosten der Sozialleistungen für Familien und Kinder beliefen sich 2020 auf 11,5 Milliarden Franken. Dies sind 5,6% der Gesamtausgaben für die soziale Sicherheit.
Die Familienzulagen bilden den grössten Teil der Sozialausgaben für Familien und Kinder in der Schweiz. An zweiter Stelle stehen die Leistungen von nicht gewinnorientierten Organisationen, gefolgt von denjenigen des Bundes, der Kantone und Gemeinden für den Jugendschutz und die Unterstützung von Familien. Hierzu gehören unter anderem die Geburtszulagen, aber auch die Sachleistungen wie Finanzhilfen für Kindertagesstätten oder andere Massnahmen zugunsten von Kindern.
Zwischen 2003 bis 2020 sind die Ausgaben für den Bereich Familie und Kinder deutlich angestiegen. War der Anstieg bis 2008 eher gering, legten die Ausgaben anschliessend kräftig zu. Zwischen 2015 und 2018 konnte man eine Stagnation des Anstiegs verzeichnen. Seither steigen die Ausgaben jedoch wieder markant.
Auf Haushaltsebene sind es insbesondere Einelternhaushalte mit minderjährigen Kindern, die Sozialhilfe beziehen. Das ist darauf zurückzuführen, dass es für Eltern in Einelternhaushalten schwierig ist, Familienpflichten und Erwerbsarbeit unter einen Hut zu bringen.