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Interessantes
Wenn wir einen Blick in alte Protokolleintragungen werfen, gibt es viele interessante Punkte, die zum Teil auch Anlass zum Schmunzeln geben:
Wenn wir einen Blick in alte Protokolleintragungen werfen, gibt es viele interessante Punkte, die zum Teil auch Anlass zum Schmunzeln geben:
1898 Die Turnstunden werden festgelegt auf Donnerstag von 1/2 9 und sonntags von 1/2 1 Uhr an.
Zur Abendunterhaltung finden wir folgenden Eintrag: Als Tanzmusik wurde eine Klavierspielerin für den Preis von Fr. 10.-- engagiert. Das Nachtessen bestehend aus Suppe, 2 Fleisch und Gemüse kommt auf 1 Fr. 50 Rp. zu stehen.
Vom Präsidium wird Anregung gemacht, ob dieses Jahr nicht auch eine Turnfahrt zu machen wäre, da diese auch zur Hebung des Vereinslebens mithelfe. Es wird darüber abgestimmt und einstimmig eine Turnfahrt beschlossen. Vom Vize-Präsident wurden vier Projekte vorgelegt, alle mit ziemlich gleichen Marschtouren von 10 bis 12 Stunden. Von diesen vier Projekten wurde für die diesjährige Turnfahrt bestimmt: Beringen - Bülach - Baden - Koblenz - Waldshut - Beringen. Als Ausführungstag wurde der erste Sonntag im August bestimmt. Diese Turnfahrt wurde obligatorisch erklärt mit Fr. 2.-- Busse für Nichterscheinende. Als Hornträger wird gewählt Jakob Bollinger, Simons, und als Berichterstatter: Jakob Schwyn, Büchsers. Abmarsch mit Tambour morgens 1 Uhr vor der Sonne.
1899 Der Eintrittspreis für die Abendunterhaltung wird auf 70 Rp. festgelegt.
1902 Man nahm zur Kenntnis, dass Grundbedingung für eine Teilnahme am Eidgenössischen Turnfest 1905 die obligatorische Durchführung von 9 Turnfahrten in 3 Jahren von mindestens 25 km sei.
Drei Jahre später bemerkte man mit grossem Schrecken, dass bis zum Stichtag Ende Juni noch drei Turnfahrten fehlten. Deshalb wurden in diesem Jahr gleich drei Turnfahrten durchgeführt. Und zwar am Karfreitag, am Ostermontag und an Auffahrt.
1904 Zur Ausführung des Älplertanzes an der Abendunterhaltung wurden vom Oberturner die acht älteren Mitglieder bestimmt, was eine rege Diskussion hervorrief, da eben jeder für ein Mädchen sorgen müsse. Roost Heinrich Simons und Walter Alfred wollen beim Tanze nicht helfen.
Der Präsident stellt den Antrag, den Mädchen, welche beim Älplertanz geholfen haben, für ihre Mühe durch ein Kaffeekränzchen eine kleine Freude zu bereiten.
1916 Bollinger Eugen verliest den Bericht über die Turnfahrt vom 3. September; konnte aber nicht mehr alles lesen, und so wird er auf die nächste Sitzung verschoben.
1933 Da sich in der letzten Zeit das Bedürfnis nach einem zweiten Ball geltend machte, so wurde der Bruder von Roost Paul, der von Beruf Sattler ist, mit der Anfertigung des Balles beauftragt.
1934 Walter Alfred frägt an, wie es eigentlich mit der Kopfbedeckung stehe beim Besuch des Festes. Da die alten Festhüte nicht mehr alle brauchbar seien, müsse man doch gewiss neue anschaffen. Es werden von verschiedene Seiten Bemerkungen gemacht; einer will seinen gewöhnlichen Sonntagshut aufsetzen, ein anderer wieder will einen neuen kaufen. Nach langem Hin- und Herreden kommt man zum Entschluss, dass jeder einen weissen Strohhut anschaffen solle, damit man wenigstens sehe, zu welchem Verein einer gehöre.
1945 Der Vorsitzende erklärte, dass dem Damenturnverein in Zukunft wieder mehr Achtung entgegengebracht werden soll, und dass man denselben nicht mehr durch blöde Reden in ein schlechtes Licht zu stellen suche; das stände den Turnern am allerwenigsten zu.
Quelle: "Aus der Geschichte des 100jährigen Turnvereins Beringen" von Fritz Schuler