Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03273.jsonl.gz/153

Wasserkraft aus Stauseen und Flusskraftwerken treibt indirekt zu einem grossen Teil die Handys hierzulande an. Kanadische Physiker wollen nun Wasser in neuartigen Energiespeichern direkt zur Stromerzeugung brauchen. Dazu nutzen sie einen schon seit den 60er Jahren bekannten Oberflächeneffekt. Nur: Die Ausbeuten sind bisher sehr gering.
Und so funktioniert das Wasserkraftwerk für die Westentasche: Ein kleiner Teil der Wassermoleküle ist immer in positiv geladene Protonen und negativ geladene Hydroxid-Ionen zerfallen. Eine negativ geladene Silikatoberfläche wie zum Beispiel Glas zieht die Protonen an, während die Hydroxid-Ionen abgestossen werden. Es entsteht eine elektrische Doppelschicht. Wenn nun Wasser durch eine wenige Mikrometer dicke Silikatröhre gepresst wird, wandern die negativen Wasserteilchen relativ schnell, während die Protonen von der geladenen Wand gebremst werden. So entsteht ein Potentialunterschied, der an den Röhrenenden abgezapft werden kann.
Bloss ist die Energie, die ein Röhrchen von 30 Zentimeter Länge abwirft, zumindest bisher äusserst gering. Eine halbe Million gebündelter Röhrchen sind nötig, um lediglich 2 Milliampère zu erzeugen. Aber die Kanadier hoffen, den Wirkungsgrad mit Hilfe von MEMS (MicroElectroMechanical Systems) entscheidend verbessern zu können.