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Einem internationalen Team von Forschenden ist es erstmals gelungen, zu erklären, weshalb aquatische Organismen wie Kleinkrebse oder Schnecken sehr unterschiedlich auf Pestizidbelastungen reagieren.
Sie haben dazu bildgebende Methoden eingesetzt, die eigentlich für Versuche mit Mäusen und Ratten entwickelt worden sind.
Kleinlebewesen spielen in den Gewässern eine wichtige Rolle beim Abbau von organischem Material und als Futtergrundlage für höhere Arten. Dennoch stehen sie durch die teils beträchtliche Belastung der Gewässer mit Pestiziden unter Stress. Je nach Art reagieren Wirbellose ganz unterschiedlich auf Pestizidwirkstoffe und die gleiche Art wiederum ist sehr unterschiedlich empfindlich auf verschiedene Giftstoffe. Erklären konnte man diese Unterschiede bisher nicht plausibel.
In der soeben in der Zeitschrift Environmental Science & Technology veröffentlichten Studie entwickelten WissenschaftlerInnen aus der Schweiz, England und Finnland einen grundlegend neuen Ansatz der «Toxikokinetik», um die Empfindlichkeit wirbelloser Wassertiere gegenüber Pestiziden systematisch zu messen, zu modellieren und zu erklären. Dazu sagt Studienleiter Dr. Roman Ashauer:
«Wir haben Bilder erstellt, welche die Pestizidverteilung in Kleinkrebsen und Schnecken zeigen. Jetzt verstehen wir besser, welche Organe vor allem betroffen sind und welche Wirkstoffe von den Organismen offensichtlich effizient herausgeschafft werden können.»
Die Untersuchungen mit den Nervengiften Diazinon und Imidacloprid zeigten, dass die Kleinkrebse viel empfindlicher als die Schnecken waren. Den Grund dafür fanden die Forscher in der unterschiedlichen Einlagerung des Wirkstoffs im Gewebe der Tiere. Obwohl die Schnecken absolut gesehen mehr vom Schadstoff im Körper einlagerten, waren sie weniger davon betroffen als die Kleinkrebse, weil die Anreicherung bei den Schnecken nicht im Nervengewebe stattfand. Unterschiede in den Rezeptoren zwischen den Organismen scheinen hingegen bei zwei der drei Pestizide nur geringe Differenzen zu bewirken.