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Der arrivierte Dokumentarfilmer Ryan White («Ask Dr. Ruth», «The Keepers») war eigentlich nie daran interessiert, eine Promi-Doku zu drehen. «Ich habe das Gefühl, bei vielen geht es um Markenmanagement oder den Verkauf eines Produkts, was auch immer das sein mag», sagte er zu «Vanity Fair».
Pamela Anderson (55) sei das Gegenteil davon, und seine Doku «Pamela: Eine Liebesgeschichte» erzähle «ihre wahre Story». Das Statement ist vermutlich als Anspielung auf die Disney+-Serie «Pam & Tommy» zu verstehen, in der Anderson von Lily James dargestellt wurde. Jene Serie erzählt die Geschichte ihrer stürmischen Romanze mit Mötley-Crue-Schlagzeuger Tommy Lee und vom Chaos, in dem sie versank, als in den 90er-Jahren ein privates Sextape an die Öffentlichkeit gelangte.
In Whites Doku wird jedoch nie von einem «Sextape» gesprochen, sondern nur von einem «gestohlenen Tape». Wobei Anderson sagt, dass niemand hundertprozentig wissen könne, was damals wirklich geschah – «auch ich nicht». Das Wichtigste für sie sei aber, «dass ich meine Gefühle mitteile und sage, wie sehr es wehgetan und mich geprägt hat – in meiner Karriere und in meinen Beziehungen».
White hatte exklusiven Zugang zu Anderson. Zudem stand ihm bisher unveröffentlichtes Archivmaterial zur Verfügung – sowie Tagebücher, in denen sie ihre Karriere, ihr Liebesleben und das Erwachsenwerden ihrer Kinder festhielt. Die Schauspielerin (bekannt geworden auch bei uns durch die US-Serie «Baywatch», wo sie 1992 bis 1997 mitspielte) setzte sich für ihre Interviews ungeschminkt zu ihm hin und beantwortete stundenlang Fragen. Von Anfang an habe sie zu White gesagt: «Du kannst mich alles fragen. Ich werde über alles reden und ganz ehrlich zu dir sein.»
Gemäss White waren es Pamela Andersons Söhne Brandon (26) und Dylan (24), die ihre Mutter davon überzeugten, ihre Geschichte so zu erzählen, wie sie den eigenen Vorstellungen entspricht. Beide hassen es, wenn sich Leute der Geschichte ihrer Mutter bemächtigen, denen es nie darum ging, authentisch zu sein.
Pamela Anderson sei von Natur aus ein unglaublich offener Mensch. Dies war wohl einer der Hauptgründe, warum sie in ihrem Leben, aber auch im männerdominierten Fernseh- und Filmbusiness so oft auf die Nase fiel. Ihre Söhne heben auch hervor, dass es gerade ihre Gutgläubigkeit sei, die sie so liebenswert macht.
In einer E-Mail an «Vanity Fair» bestätigte Pamela Anderson, dass Brandon, der als Produzent an dem Film mitwirkt und auch vor der Kamera zu sehen ist, besonders wichtig für ihre Entscheidung war, sich zu öffnen: «Mit seinem aufrichtigen Herzen kann Brandon mich zu allem überreden.»
Netflix | Porträt
Mit Pamela Anderson; Regie: Ryan White
USA 2023, ab 31. Januar 2023