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Rudolf Bäbler, *1928, Direktor LSW, Dr. ing. agr.
Dr. Rudolf Bäbler, der Glarner in Winterthur, war in erster Linie bekannt als langjähriger Schulleiter der Land- und hauswirtschaftlichen Schule Wülflingen. Aber auch als Politiker der SVP hat er Spuren hinterlassen.
Ruedi Bäbler kam am 16. August 1928 im Elternhaus in der Berggemeinde Elm auf die Welt. Seine Mutter, eine Bergbäuerin, hatte am Morgen noch Emdgras gemäht und verteilt. Der Vater war auf dem "Kühboden" im Alp-Heu. Der knapp sieben Jahre ältere Bruder, hatte ihn nach einem 3-stündigen, steilen Aufstieg, zur angekündigten Geburt nach Hause gerufen.
Als dieser eintraf, war Klein-Ruedi bereits auf der Welt.
Sein Zuhause war ein kleines, sehr steiles Bergheimwesen. Es waren zum Teil harte Zeiten, die Bäbler zusammen mit dem sieben Jahre älteren Bruder und der um fünf Jahre älteren Schwester erlebte. Aber es war eine glückliche Jugendzeit, an die er sich gerne erinnert. Mit sechs Jahren betreute er acht bis zehn Ziegen und mit zwölf Jahren bereits auch den Grossviehstall selbständig.
Anschliessend an die Schulzeit absolvierte Rudolf Bäbler eine Landwirtschaftslehre. Dieses Angebot, das noch neu war, nutzte Bäbler auf einem Hofe auf dem Zollikerberg. 1946 machte er den Lehrabschluss. Es folgten zwei Semester Fachschule am Strickhof. Dann gings ins Welschland nach Choulex bei Genf als Karrer und Melker. Die Rekrutenschule absolvierte er in Frauenfeld bei der Artillerie.
Nach der Rekrutenschule besuchte Bäbler die Berufsmaturitätsschule MINERVA in Zürich. Bereits nach 14½ Monaten Vorbereitungszeit an dieser Schule bestand er im Herbst 1949 die Aufnahmeprüfung für das Studium an der ETH Zürich. Nach dem Schlussdiplom folgten verschiedene interessante Aufgaben und Arbeitsbereiche.
Ruedi Bäbler arbeitete sieben Jahre als Experte beim Eidgenössischen Produktionskataster. Neben der Revision der damaligen Katasteraufnahmen für den Anbauplan Wahlen, mussten auch die Alpen in die Erhebungen miteinbezogen werden. In den Sommermonaten erfolgten jeweils die Aufnahmen an Ort, die dann im Winter zu einem Bericht ausgearbeitet wurden. Prof. Dr. Oskar Howald von der ETH Zürich fand, dass die vorhandenen Katasterunterlagen zu konkreten Sanierungsmassnahmen ausgewertet werden sollten.
Bäbler entschloss sich im Herbst 1959, eine Doktorarbeit über "Massnahmen zur Verbesserung der Produktionsgrundlagen in der Bergland- und Alpwirtschaft" an einem praktischen Beispiel zu erarbeiten. Konkret ging es um die Sanierung der unzweckmässigen Bewirtschaftungs- und Nutzungsverhältnisse auf der Korporationsalp Klewen in Beckenried/NW. Er unterbrach die Tätigkeit als Experte beim Produktionskataster für vier Monate. Bereits Ende Dezember 1960 konnte er die schriftliche Doktorarbeit abliefern und im Februar 1961 folgte die mündliche Prüfung.
Im Herbst 1961 begann Bäblers Lehrtätigkeit. Er trat die Stelle als Landwirtschaftslehrer an der Kantonal Landwirtschaftlichen Schule Rütti Zollikofen an. Zuvor hatte Ruedi Bäbler endlich auch einmal Zeit für sich selber. Er heiratete 1956 Hildy Hausheer, die er 1950 an einem Studentenanlass kennen lernte. Inzwischen gehören drei Töchter, drei Schwiegersöhne und sechs Enkelkinder zur Familie.
Rudolf Bäbler nennt in seinen Erinnerungen verschiedenste Weichenstellungen, die in seinem Leben wichtig waren. Beruflich war sicher die Berufung durch den Zürcher Regierungsrat an die Kantonale Land- und hauswirtschaftliche Schule Weinland in Winterthur-Wülflingen die Entscheidendste. Als Direktorenehepaar übernahmen Rudolf und Hildy Bäbler 1963 diese landwirtschaftliche Ausbildungsstätte. Ruedi Bäbler trug die Verantwortung für die Schule, den Gutsbetrieb, die Reben und den Schulgarten, während Hildy Bäbler für die Konviktführung und die schulinternen Aufgaben zuständig war. In den rund 30 Jahren dieser Tätigkeit haben mehr als 3‘000 Schüler und Schülerinnen die Weinlandschule besucht.
So „nebenbei“, aber keineswegs weniger ernsthaft, erfüllte Bäbler einige andere Tätigkeiten:
1963 Auftrag als Mitglied der Standeskommission der SVIAL(Schweiz. Verband für Ingenieur Agronomen und Lebensmittelingenieure) zur Verfassung eines neuen "Lehrmittels für Alp- und Weidewirtschaft".
1966 Präsident der kantonalen und 1972-1986 der Schweizerischen Bildungskommission für Landwirtschaft.
1966-1976 Mitglied der Alpkommission des Zürcher Bauernverbands (ZBV).
1966-1985 VOLG-Verwaltungsrat, deren Präsident 1981-1985
Auch auf dem politischen Parkett war Bäbler präsent:
1966 Wahl als BGB-Vertreter in das städtische Parlament, den Grossen Gemeinderat, deren Präsident 1973/74
1970 - 1980 Präsident der BGB (heute SVP) der Stadt Winterthur
1980-1987 Präsident der SVP-Bezirkspartei
1970-1987 Ausschuss und Vorstand der kantonalen SVP und zugleich Delegierter der SVP Schweiz
Als strenger aber erfolgreicher Schulleiter ging Rudolf Bäbler Ende August 1993 mit 65 Jahren in Pension. Zum gleichen Zeitpunkt verabschiedete sich auch seine Frau Hildy im Alter von 62 Jahren aus der beruflichen Verantwortung.
Ruedi Bäbler kann sich nun vermehrt seinen Liebhabereien widmen. Damit ist nicht das Stumpen- und Brissagorauchen oder das Trinken von edlem Rebensaft gemeint, sondern freundschaftliche Beziehungen pflegen im Rosenclub, Rotaryclub Winterthur, in der Aktivitas, den Alten Herren der Akademisch Landwirtschaftlichen Verbindung, mit Kollegen aus dem Militär, des Agrarclubs Winterthur und Umgebung, dem sogenannten Freitagsstamm mit zahlreichen Freunden und Mitstreitern aus Beruf und Politik und vor allem auch mit den Kameraden des Schweizerischen Alpenclubs, wo er seit 60 Jahren Mitglied ist. Ruedi Bäbler ist am 18. Aptil 2018 im 90. Altersjahr verstorben.
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