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Dr. Ilana Wartenberg, Department of Hebrew and Jewish Studies, University College London
Freitag, 22. Februar 2013, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur
Die Wissenschaftlerin, die heute ihren Vortrag hält, schreibt uns: «In meiner Vorlesung werde ich die Hebräische Renaissance des 12. Jahrhunderts vorstellen. Diese Wiedergeburt ist mit komplizierten politischen und sozialen Umwandlungen in Andalusien eng verbunden. Früher diente die hebräische Sprache als Sprache der Religion und Poesie, bevor sie eine wissenschaftliche lingua franca für Juden geworden ist.
Zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert entstand ein reicher Korpus an wissenschaftlichen Texten. Dieser umfasste hauptsächlich Schriften über Astronomie, Medizin, Mathematik und die Rechnung des jüdischen Kalenders. Die überlieferten Handschriften, die heute in zahlreichen Bibliotheken und Archiven weltweit erhalten sind, bezeugen die Übermittlung arabischer Wissenschaft in jüdische Kreise durch die Übersetzung und die Bearbeitung klassischer Texte. Man findet auch originelle Beiträge und Weiterentwicklungen wissenschaftlicher Felder, beispielsweise das arithmetische Werk Maasei Choscheb (Die Praxis des Rechners) von Levi ben Gershon aus dem Jahre 1321. Es stellt die Grundlagen der Kombinatorik dar.
Während der Hebräischen Renaissance ist ein neues wissenschaftliches Lexikon entstanden. Dabei stellt sich die Frage, welche sprachlichen Methoden jüdische Gelehrte im Mittelalter angewendet haben, um den vielfältigen Wortschatz zu schaffen. Insbesondere, welche Rolle die Arabische Sprache in diesem faszinierenden linguistischen Prozess gespielt hat. Ich werde mich auf Beispiele aus den Werken von Abraham bar Hiyya und Abraham Ibn Ezra und deren Verbindung mit der Lateinischen Welt des 12. Jahrhunderts konzentrieren.“
Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.