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Die Organisation
Guatemala’s Bevölkerung setzt sich mehrheitlich aus Angehörigen eines der vielen Maya-Völker zusammen. Nach jahrhundertelanger Ächtung stehen ihr heute zwar grundlegende Rechte zu, doch im Alltag muss sie diese weiterhin erkämpfen. Zu den einheimischen Pionierorganisationen (vielfach Fair-Handelspartner), die ihr dabei seit der Zeit des Bürgerkriegs zur Seite stehen, gehört die Vereinigung Aj Quen („gemeinsam Weben“). Eben so wie Pop Atziak (claro code 669) bemüht sie sich mit der Aufwertung der traditionellen Webkunst nicht nur darum, Verdienstquellen zu schaffen, sondern vor allem, einen Beitrag zur Anerkennung der Identität der angeschlossenen HandwerkerInnen (ausschliesslich Angehörige verschiedener Maya-Völker) und zum Aufbau einer demokratischen Gesellschaft. Heute betreut Aj Quen 26 Gruppen aus verschiedenen, zum Teil weit entlegenen Dorfgemeinschaften, deren Mitglieder (meist alleinstehende Frauen bzw. Kriegswitwen) zur Selbstversorgung Grundnahrungsmittel wie Mais und Bohnen anbauen, doch auf einen Zusatzverdienst angewiesen sind. Aj Quen unterstützt sie dabei mit Dienstleistungen wie Beratung, Ausbildung, Vorfinanzierung, Mikrokrediten sowie Produktentwicklung. Von Anfang an den Prinzipien des Fairen Handels verpflichtet, beteiligt sich Aj Quen aktiv am lateinamerikanischen Netzwerk für Fairen Handel Relaac (Red Latinoamericana de Comercio Comunitario); auf die frühere Mitgliedschaft bei der World Fair Trade Organization-WFTO (vormals IFAT) musste aus finanziellen Gründen verzichtet werden.
Das Produkt
claro führt zur Zeit nebst Jonglierbällen, die von drei Gruppen bzw. 71 HandwerkerInnen gehäkelt werden, so genannte Sorgenpüppchen. Laut einer Legende beseitigen diese die ihnen anvertrauten Kümmernisse über Nacht. Bei Aj Quen jedenfalls versetzen sie 122 Frauen in die Lage, für ihre Familie zu sorgen. Die Anfertigung der Püppchen aus Draht und Stoffresten erfordert viel Geschick und Fingerspitzengefühl; eben so arbeitsintensiv ist die Herstellung der Baumwollstoffe für die Puppenkleider und die Stoffbeutel, die auf dem traditionellen Hüftwebstuhl erfolgt.
Die Auswirkungen des fairen Handels
- Zusatzverdienst und stabile Absatzmöglichkeiten, insbesondere für Frauen
- Anerkennung der kulturellen Identität der Maya-Völker
- Erhalt der traditionellen Webkunst
- Unterstützung der (inter-)nationalen Vernetzung sowie der politischen Anliegen