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Die Geschichte der Trostburg reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Jahrhundertelang Adelssitz und Zentrum der Herrschaft Trostburg gelangte sie im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts in bürgerlichen und bäuerlichen Besitz, worauf in der Mitte des 18. Jahrhunderts Herrliberger in seiner "Topographie der Eydgenossenschaft" Bezug nimmt. Die wechselhafte Besitzergeschichte hatte direkte Auswirkungen auf die Nutzung der Burg und damit zweifelsohne auch auf die Baugeschichte; Bürger und Bauern bauten nach anderen Massstäben als der Adel. Die Trostburg hat im Verlaufe der Geschichte ihr Aussehen stark verändert. Aus dem hochmittelalterlichen Wehrbau wurde ein repräsentativer Wohnsitz, aus dem Verwaltungszetrum der Herrschaft Trostburg eine bäuerliche und bürgerliche Wohn- und Arbeitsstätte, später eine Fabrik. Im 20 Jahrhundert wurde aus dem baufälligen Gemäuer durch private Initiative eine mustergültig restaurierte Anlage.
Wappen der adeligen Besitzer der Trostburg: Trostberg, ca. 1150 - ca. 1340; Rynach, ca. 1340 - 1486; Hallwil, 1486 - 1616
Die vorliegende Zusammenstellung will der Darstellung der Trostburg in Grafik und Plastik nachgehen. Photographische Aufnahmen bleiben unberücksichtigt. Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll einen Überblick über verschiedene Darstellungen und deren Techniken verschaffen.
Trostburg, ca. 1750, Kupferstich
Die älteste Darstellung der Trostburg ist wohl auch ein der bekanntesten. Sie wurde 1754 im Werk von David Herrliberger "Topographie der Eydgenossenschaft" abgedruckt. Die Trostburg wurde folgendermassen beschrieben: "War einmal das Stamm-Haus der Edlen dieses Geschlechts, gelegen in der Bernischen Grafschaft Lenzburg, und Pfarrey Culm, auf einem ziemlich erhobenen Räbbühel, davon etliche Gebäude abgegangen, einige noch im Wesen, aber eine Bauren-Wohnstatt: Die Edle von Trostburg waren auch Bürger, und Johannes Ritter, An 1387. des Raths zu Zürich: Die Edle von Hallweil hatten es lange Zeit besessen, ward mit der Zeit an die Stadt Bern verkauft." Gut erkennbar ist die alte Kernburg mit Bergfried und weiteren Ruinen, welche sich von den noch bewohnten Teilen der Anlage abhebt. Der Bergfried erscheint um einiges höher. Interessant ist, dass der gesamte Burghügel als Rebberg genutzt wurde. Über die Qualität des "Trostburgers" kann nur spekuliert werden; von anderen ehemaligen Rebbergen im alten Berner Aargau ist geht die Rede, dass der Wein in weniger guten Jahren direkt als Essig Verwendung fand und dass die Obrigkeit die Bevölkerung zum Konsum des eigenen Weines verpflichten musste.
Trostburg, ca. 1790, Kupferstich
Eine weitere bekannte Darstellung stammt vom Kupferstecher Johann Heinrich Meyer (1755-1829). Die Bezeichnung lautet: Ruinen von Trostburg im Cant. Bern. Der Kupferstich wurde um ca. 1790 geschaffen. Im Jahre 1828 wurde eine Lithographie von C. Naumann nach der Vorlage von Meyers Kupferstich im Band "Die Schweiz in ihren Ritterburgen und Bergschlössern" veröffentlicht. Im Staatsarchiv Aargau liegt eine anonyme Federzeichnung (GS 01454-2), welche offensichtlich ebenfalls nach der Vorlage des Meyerschen Kupferstichs erstellt wurde. Zwischen den beiden Darstellungen liegen rund 40 Jahre. Während die Abbildung von Herrliberger die Trostburg in einem properen Zustand präsentiert, kommt die Burg in der Darstellung von Meyer/Naumann einigermassen verlottert daher, was auch in der gewandelten Anschauung der mittelalterlichen Altertümer begründet sein mag. Die Romantik kündigt sich an! Im hinter dem Hallwilhaus erkennbaren Bereich der Kernburg sticht die Ruine des Bergfrieds deutlich hervor. Der Bergfried überragt das Hallwilhaus um einiges, was nicht nur von der Perspektive her begründet scheint. Das Gebäude am rechten Rand des Kupferstichs dürfte das heutige "Rebmannhaus" sein. Vom alten Rebberg ist nichts mehr zu sehen.
Trostburg, ca. 1840, Litographie
1840 erschien in Bern das Buch "Ansichten von Burgen, Schlössern und Ruinen der Schweiz" von J.F. Wagner. Darin findet sich die obenstehende Ansicht der Trostburg von Süden. Wiederum deutlich erkennbar ist das Hallwilhausmit der anschliessenden Ringmauer. Auffällig ist, dass im Vergleich der beiden vorherigen Darstellungen im Bereich der Kernburg weniger Gebäudeteile erkennbar sind. Der Bergfried erscheint einiges niedriger als um 1750 und 1790, im Osten des Burghügels ist noch der Stumpf eines Turmes erkennbar. Die Bewaldung tritt stark hervor und erstreckt sich auch den Burghügel hinunter. Im Bereiche des alten Rebbergs scheinen Fruchtbäume zu stehen und es weidet eine Kuh. Die Darstellung nimmt eine ländliche Idylle auf und mutet pittoresk an. Zwischen der Darstellung von Meyer und derjenigen von Wagner liegen wiederum ca. 40 Jahre.
Trostburg, ca. 1855, Aquarell
Wenige Jahre nach der Darstellung durch Wagner, um 1855, entstand das obenstehende Aquarell von Friedrich Horner (1800-1864). Die Ansichten stimmen weitgehend mit derjenigen Wagners überein: neben dem markanten Bau des Hallwilhauses liegen die Ruinen der Kernburg mehr oder weniger versteckt im Wald. Bergfried und weitere Gebäudeteile sind nicht mehr sichtbar. Links hinter dem Hallwilhaus lugt eine Ecke des sogenannten "Bauernhauses" hervor. Der Burghügel wird sehr realistisch dargestellt.
Trostburg, ca. 1895, Federzeichnung
Die Federzeichnung von Hans Steiner zeigt die Trostburg um das Jahr 1895 und damit rund 40 Jahre nach dem Aquarell von Horner. Offenbar wurde zwischenzeitlich der Burghügel abgeholzt; Neben dem Hallwilhaus sind Teile des sog. "Rebmannhauses" zu sdehen, daneben schliesst sich die alte Kernburg mit Bergfried an. Der Bergfried ist deutlich niedriger als auf den Darstellungen von 1750 bzw. 1790, der Turmstumpf am östlichen Ende des Plateaus der Kernburg ist nicht mehr vorhanden. Die Darstellung entspricht in weiten Teilen dem heutigen Zustand.