Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03095.jsonl.gz/1804

Mikromastie
Behandlungsmöglichkeiten bei unterentwickelten Brüsten
Als Mikromastie - manchmal auch Hypoplasie - bezeichnet man allgemein eine unterentwickelte Brust bei Frauen. Naturgemäss tritt eine solche Anomalie erst ab der Pubertät sichtbar auf, also in einem kritischen Alter bei Mädchen. Denn meist verfügen sie in dieser Zeit noch nicht über ein genügend gefestigtes Selbstbewusstsein, um mit dem Problem gelassen umgehen zu können. Dies kann zu erheblichen psychischen Belastungen wie etwa einem starken Minderwertigkeitsgefühl beitragen. Auf lange Sicht hilft dann nur eine Brustvergrösserung im Zuge eines plastisch-ästhetischen Eingriffs, um das Erscheinungsbild zu verändern. Dies kann mit Implantaten oder mit Eigenfett geschehen.
Definition und Ursache der Mikromastie
Eine weibliche Brust, die in Relation zum übrigen Körper unterentwickelt ist, kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei jungen Mädchen, deren Brustdrüsen sich noch entwickeln, wird primär von einer Wachstumsverzögerung auf Grund physiologischer Bedingungen ausgegangen. Erst wenn die Brustdrüsen eine abnormale Veränderung zeigen, lautet die Diagnose auf eine Fehlbildung. Sie sind durch genetische Veranlagung zu klein, was sich in einem deutlich verringerten Brustdrüsengewebe ausdrückt und mit der Unfähigkeit zu stillen einhergeht.
Für das Wachstum der weiblichen Brust ab der Pubertät sind vor allem bestimmte Hormone verantwortlich. Deshalb kann eine unterentwickelte Brust auch auf Störungen im Östrogen- und Progesteron-Hormonhaushalt beruhen. Liegt eine Mikromastie vor, sind in den Brustzellen nicht genügend Rezeptoren für die genannten Hormone vorhanden, und das Zellinnere wird nicht zum Wachstum angeregt. Die Brust bleibt deshalb flach.
Ein Erscheinungsbild der Mikromastie kann auch auftreten, wenn sich die Brustdrüsen nach einer Schwangerschaft und nachfolgendem Stillen oder auf Grund einer extremen Gewichtsreduzierung, etwa bei Magersucht, zurückbilden.
Schliesslich ist auch ein unvollständig entwickelter Brustmuskel eine mögliche Ursache für eine Hypoplasie, wobei diese nicht mit einer Aplasie verwechselt werden darf, denn bei Letzterer fehlt der Brustmuskel vollständig.
Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass eine Mikromastie nicht durch eine oberflächliche Betrachtung der Brüste diagnostiziert werden kann. Erforderlich ist vielmehr eine gründliche Untersuchung durch den Arzt, um andere Ursachen für eine unterentwickelte Brust auszuschliessen.
Wie lässt sich eine Mikromastie korrigieren?
Ist die Kundin sehr jung, muss zunächst einmal festgestellt werden, ob es sich wirklich um eine Mikromastie oder aber um ein verzögertes Brustwachstum handelt, bevor eine geeignete Therapiemöglichkeit gefunden werden kann. Ist Letzteres der Fall, kann der Arzt bei einem hohen Leidensdruck eine Hormonbehandlung verordnen.
Ansonsten kommt für die Mikromastie in der Regel ein Aufbau der Brust in Frage, wobei in den meisten Fällen auf den Einsatz von Implantaten zurückgegriffen wird. Bei den übrigen Kundinnen geschieht der Aufbau mit dem Transfer von Eigenfett.
Der Einsatz von Implantaten erfolgt während eines chirurgischen Eingriffs unter Vollnarkose. Dabei hat der Arzt die Wahl, die erforderlichen Hautschnitte an den Brustwarzen, an den Unterbrustfalten oder in den Achselhöhlen anzusetzen. Die Silikonkissen können sowohl vor als auch hinter dem Brustmuskel platziert werden. Ist ein wenn auch spärliches Brustgewebe vorhanden, kommen die Implantate meistens hinter den Muskel, da auf diese Weise natürlicher aussehende Ergebnisse erreicht werden.
Um die Brust durch die Verwendung von Eigenfett zu vergrössern, müssen selbstverständlich ausreichende Fettpolster an anderen Stellen des Körpers zur Verfügung stehen, beispielsweise an den Oberschenkeln. Ist dies der Fall, wird das Fett entsprechend der benötigten Menge abgesaugt und in einer Zentrifuge in seine Bestandteile zerlegt. Anschliessend werden die so gewonnenen Fettzellen injiziert, wobei der Zugewinn an Volumen maximal eine BH-Cup-Grösse erreicht. Manchmal müssen mehrere Injektionen vorgenommen werden, da nicht unbedingt alle hinzugefügten Fettzellen anwachsen. Eine weitere Absaugung ist dafür nicht nötig, da die Fettmenge der ersten Entnahme grösser ist als für die Injektion erforderlich. Nach Abschluss der Operation muss die Kundin sechs Wochen lang ein Kompressionsmieder tragen.
Für welche Frauen eignet sich eine Brustvergrösserung bei Mikromastie?
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass jede Frau mit dem Krankheitsbild Mikromastie sich einer Brustvergrösserung unterziehen kann. In der Regel suchen Kundinnen schon in einem sehr frühen Alter einen entsprechenden plastischen Chirurgen auf. Sie sollten jedoch darauf verzichten, den Eingriff vor Beendigung des normalen Brustwachstums vornehen zu lassen. Brustvergrösserungen während der Pubertät werden nur in besonderen Ausnahmefällen durchgeführt, zum Beispiel wenn eine gesunde psychische Entwicklung auf Grund von Mikromastie nicht gewährleistet werden kann.
Wenn das Brustwachstum wegen hormoneller Störungen lediglich verzögert ist, muss kein Eingriff erfolgen. Stattdessen kann der Arzt Hormontherapien verordnen. Diese bedürfen allerdings einer äusserst präzisen Abstimmung, damit die übrige Entwicklung des Körpers bei der jungen Frau nicht beeinträchtigt wird.
Wünscht die Kundin für einen Brustaufbau statt Silikonimplantaten die Behandlung mit Eigenfett, müssen genügend Fettreserven am restlichen Körper zur Verfügung stehen. Für eine Entnahme eignen sich vor allem die Oberschenkel, das Gesäss und der Bauch, um die benötigte Menge an Fett gewinnen zu können. Deshalb ist diese Methode bei besonders schlanken Frauen in der Regel kontraindiziert.
Welche Vorteile ergeben sich durch eine Mikromastie-Operation?
Für die meisten Frauen ist eine schön geformte Brust in ansprechender Grösse ein Symbol für Schönheit und Weiblichkeit. Die Mikromastie steht dem entgegen, denn durch sie wird kein oder nur wenig Brustgewebe gebildet. Das Resultat ist eine eher knabenhafte Figur. Für die Betroffenen kann dies zu einem starken psychischen Leidensdruck führen, wenn sie ständig durch spöttische Bemerkungen und Hänseleien auf Ihre Andersartigkeit und ihre nicht dem Schönheitsideal entsprechende Brust hingewiesen werden.
Vor allem in Situationen, in denen sie sich kaum verstecken lässt, fällt eine Brust, die nicht den anderen Körperproportionen entspricht, besonders auf. Von Mikromastie betroffene Frauen meiden deshalb sehr oft Besuche im Schwimmbad oder in der Sauna, verzichten auf Strandurlaube oder sportliche Aktivitäten in Gemeinschaft, weil sie sich nicht den Blicken und Bemerkungen anderer Personen aussetzen möchten. Ihre Lebensqualität leidet sehr häufig massiv darunter.
In solchen Fällen kann eine Brustvergrösserung mittels eines chirurgischen Eingriffs die einzig dauerhafte Lösung sein, da sie den Kundinnen hilft, mit ihrem Körper zufrieden zu sein und sich als Frau zu fühlen. Ein erfahrener Arzt verfügt über die Kompetenz, eine Brust so zu formen, dass die Körperproportionen harmonischer aussehen. Dank verschiedener Operationsmöglichkeiten und der grossen Vielfalt an Implantatformen ist er in der Lage, auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse seiner Kundin einzugehen.
Welche Risiken birgt eine Mikromastie-Operation?
Ein operativer Eingriff in den Körper ist niemals ohne Risiken, die den Kundinnen bewusst sein sollten. Der behandelnde Arzt wird bei der Beratung auch ausdrücklich darauf hinweisen. Man kann aber getrost sagen, dass der überwiegende Teil an plastisch-ästhetischen Operationen heutzutage zu den medizinischen Standards gehört.
Dies gilt besonders für Brustvergrösserungen, denn sie sind die beliebtesten und häufigsten Schönheitsoperationen. Dementsprechend hoch ist die Zahl erfahrener und kompetenter Chirurgen auf diesem Gebiet. Trotzdem muss noch einmal festgehalten werden, dass Komplikationen niemals völlig ausgeschlossen werden können.
Bei Brustvergrösserungen besteht allgemein das Risiko von Infektionen, Blutungen, Wundheilungsstörungen, einer zeitweisen Gefühllosigkeit in den Brustwarzen, Kapselfibrose und sichtbarer Narbenbildung. Speziell bei der Mikromastie kommt noch hinzu, dass bei der Verwendung von Silikonkissen statt Eigenfett die Implantate sicht- und fühlbar sein können. Dieses Problem betrifft vor allem sehr schlanke Frauen mit geringem Brustgewebe sowie einer Platzierung der Silikonkissen vor statt hinter dem Brustmuskel. Eventuell lassen sich deutlich sichtbare Übergänge mit Injektionen von Eigenfett beseitigen, was jedoch eine zweite Operation erfordert, bei der dann wieder ein Risikopotenzial vorhanden ist.
Wie hoch sind die Kosten einer Behandlung?
Trotz Unterentwicklung der Brust im Vergleich zu den übrigen Proportionen des Körpers wirkt sich eine Mikromastie nicht schädlich auf sonstige Körperfunktionen aus. Eine Brustvergrösserung auf Grund der Diagnose wird deshalb von den Krankenkassen in der Regel als kosmetisches Problem gesehen und nicht bezahlt.
Anders sieht es aus, wenn die psychische Gesundheit der Kundin gefährdet ist. Wenn glaubhaft durch Expertisen nachgewiesen werden kann, dass massive Einschränkungen bestehen, kommt die Krankenkasse unter Umständen für die Behandlungskosten oder einen Teil davon auf.
Die Vergütung für Arzt und Klinik beläuft sich auf durchschnittlich CHF 5.000 bis 11.000. Ein exakter Preis kann nur kalkuliert werden, wenn Faktoren wie die Klinikausstattung, die gewählte OP-Methode und die Menge und Art des Materials endgültig feststehen.