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Reizdarmsyndrom
Reizdarmsyndrom: vermutete Ursachen
Die genaue Ursache des Reizdarmsyndroms ist nicht bekannt. Vermutet werden mehrere verschiedene Faktoren, die zu RDS führen können.
- Als mögliche Ursache des Reizdarmsyndroms wird eine übermässige Immunaktivität im Darm vermutet. Diese kann als Folge einer Magen-Darm-Infektion, aber auch ohne erkennbaren Grund auftreten.
- Die Immunabwehr kann auch durch eine fehlerhafte Barrierefunktion der Darmwand auftreten: Fremdkörper in der Nahrung gelangen aus dem Darm in das Blut, worauf der Körper seine Abwehrkräfte mobilisiert.
- Das RDS könnte auch auf eine Bakterien-Fehlbesiedlung des Darms zurückzuführen sein. Befinden sich beispielsweise zu wenig gesunde Bakterien in der Darmflora, kann sich das auf die Gasproduktion während der Verdauung auswirken und zu Blähungen führen.
- Die Verdauungsprobleme können auch eine neuronale Ursache haben. Vermutet wird, dass das Nervensystem im Bauch – das sogenannte Bauchhirn – die Darmmuskulatur falsch anleitet. Dadurch kommt die Verdauung aus dem Takt: Der Stuhl passiert den Dickdarm zu schnell, sodass ihm zu wenig Wasser entzogen wird. Als Folge tritt Durchfall auf. Bei zu zögerlich agierenden Darmmuskeln stellt sich hingegen Verstopfung ein.
- Ist die Reizübertragung zwischen Bauchhirn und Gehirn gestört, kann sich die Hormonproduktion verändern. Wird daraufhin zu viel Serotonin ausgeschüttet, empfinden Betroffene auch bei normalen Verdauungsabläufen Schmerzen.
Häufige Trigger des RDS
Verschiedene Faktoren können das Reizdarmsyndrom auslösen oder bestehende Beschwerden verstärken. Dazu gehören psychische Faktoren, die Ernährung, Medikamente und hormonelle Veränderungen.
Ernährung
Das Reizdarmsyndrom ist keine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit, sondern eine Funktionsstörung des Darms. Diese kann aber durch verschiedene Nahrungsmittel verstärkt werden. Das können zum Beispiel Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, Milch, Weizen oder Zitrusfrüchte sein. Alkohol gilt ebenfalls als Trigger für das RDS.
Psychische Faktoren
Stress und seelische Belastungen, etwa durch Ängste, Sorgen oder Trauer, wirken sich auf das Verdauungssystem aus. So können beispielsweise Flugangst oder Prüfungsangst die Verdauung durcheinander bringen.
Bewegung
Ein Mangel an Bewegung kann das RDS verstärken. Betroffen sind oft Personen, die beispielsweise durch eine Bürotätigkeit oder einen generell bewegungsarmen Lebensstil häufig sitzen. So fehlen der Darmmuskulatur wichtige Bewegungsreize.
Medikamente
Einige Arzneimittel greifen in die Zusammensetzung der Darmflora ein, so etwa Antibiotika. Werden die nützlichen Bakterien auf diese Weise reduziert, kann sich das Reizdarmsyndrom mit verstärkten Verdauungsproblemen bemerkbar machen.
Hormonelle Veränderungen
Frauen sind häufiger vom RDS betroffen als Männer. Hormonelle Veränderungen während der Pubertät, des Zyklus, der Schwangerschaft oder der Wechseljahre wirken sich verstärkend auf das Reizdarmsyndrom aus.