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Den Ausschlag zur Schaffung des Gesundheitsobservatoriums und zur Einführung des kantonalen Gesundheitsinformationssystems gaben zwei Studienberichte, die im Auftrag der Dienststelle für Gesundheitswesen erstellt wurden.
Die erste Studie wurde 1999 vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne (IUMSP) durchgeführt. Sie setzte sich mit der Organisation der Gesundheitsstatistiken im Wallis auseinander und brachte zutage, dass wohl zahlreiche Daten vorhanden waren, der Kanton diese jedoch nur schwer verwerten konnte, da sie für die Schaffung von Gesundheitsindikatoren zu uneinheitlich waren. Um dem wachsenden Bedarf an Informationen begegnen zu können, brauchte es ein System, das die Informationen lieferte, welche für die Führung des Pflegesystems nützlich waren. Die Studie des IUMSP empfahl eine Zusammenlegung sämtlicher Tätigkeiten im Bereich der Gesundheitsstatistiken innerhalb einer einzigen Einheit – das Gesundheitsobservatorium. Diese Einheit sollte das Fachwissen im Bereich der Sammlung, Aufbewahrung und Verbreitung von gesundheitsstatistisch relevanten Daten vereinen.
Die zweite Studie wurde im Jahr 2000 von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL)durchgeführt. Ihr Ziel war es, den Grad der Informatisierung in den Walliser Spitälern zu eruieren und ein Konzept für ein Informationssystem vorzuschlagen, das den Bedürfnissen der Partner aus dem Gesundheitsbereich entspricht. Aus dieser Studie gingen die folgenden Feststellungen hervor: Die Informationssysteme der Spitäler waren uneinheitlich und isoliert; die Informationen fragmentarisch, nicht homogen und oftmals redundant; die Situation liess weder eine Rückverfolgbarkeit der Daten noch ein Erstellen von leistungsfähigen Strategie- und Führungsinstrumenten zu. Die Studie der EPFL empfahl die Einsetzung eines einheitlichen und einzigen Informatikkonzepts mit homogenen, kohärenten und einmaligen Informationen (keine Redundanz, einmalige Identifizierung des Patienten, Rückverfolgbarkeit der Daten), das von sämtlichen Institutionen des Kantons verwendet werden sollte. Mit diesem Informationssystem sollte das Gesundheitsdepartement über das Gesundheitsobservatorium in Echtzeit über effiziente und leistungsfähige Instrumente zur Steuerung und Koordinierung der Gesundheitspolitik verfügen können.
Infolge der Empfehlungen aus diesen beiden Berichten entschied sich der Staatsrat im April 2000 für die Schaffung des Walliser Gesundheitsobservatoriums und im Juli 2000 für die Einsetzung des Informationssystems, dessen erste Phase die Informatisierung der Spitäler bildete. Die weiteren Phasen beinhalteten die Systemintegration der Alters- und Pflegeheime und der sozialmedizinischen Zentren ab 2006 sowie der ambulanten Medizin ab 2010.