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Filmkritik: Der gute Mensch von Marseille74e Festival de Cannes 2021
Die Mittfünfzigerin Nora (Halima Benhamed) hat's gerade nicht einfach: Ihr ältester Sohn Ellyes (Mourad Tahar Boussatha) sitzt wegen eines Überfalls im Gefängnis, zuhause in ihrer bescheidenen Marseiller Wohnung muss sie einen Dreigenerationen-Haushalt schmeissen. In der kleinen Wohnung leben ihre Tochter Sabah (Sabrina Benhamed), die ihrerseits eine vierjährige Tochter hat, ihre Schwiegertochter Muriel (Justine Gregory) und deren Teenager-Sohn Jawed (Jawed Hannachi Herzi) sowie ihr jüngerer Sohn Amir, der lieber zuhause rumsitzt und Games spielt, anstatt sich um einen Job zu bemühen.
Um Ellyes für den bevorstehenden Prozess bestmöglich zu unterstützen, tut Nora alles - was unter anderem Anwaltskosten von mehreren Tausend Euro bedeutet. Kein Pappenstiel für die Reinigungsangestellte einer Fluggesellschaft, die mit ihrem mageren Lohn eine ganze Grossfamilie durchbringen muss. Tochter Sabah findet derweil mit Freundinnen eine Möglichkeit, schnell viel Geld zu verdienen. Doch wie es meistens ist mit solchen Jobs, verstrickt sie sich dabei bald in Konflikte. Für Mutter Nora wird es immer schwieriger, die Familie zusammenzuhalten.