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4-mal gerechter als das jetzige Wahlsystem!
4-mal gerechter als das jetzige Wahlsystem!
Da will uns die Bündner Regierung tatsächlich weismachen, dass es möglich sein soll, (künstliche) Regionen zu schaffen, bei denen es keine Stimmkraftverzerrung geben wird und alle Regionen gleich berücksichtigt werden. Wie illusorisch! Da werden die Randregionen , kulturelle und sprachliche Minderheiten über die Klinge springen müssen. Man stelle sich vor, es wird z.B. eine Region Puschlav/Oberengadin/Unterengadin gebildet, und die Chancen eines Münstertalers oder eines Puschlavers sollen gleich gross sein gewählt zu werden wie die eines St. Moritzers? Ein Münstertaler müsste um gleich viele Stimmen zu gewinnen viel mehr finanzielle Mittel in die Wahlen investieren, damit er auch die Oberengadiner von seinen Kompetenzen überzeugen kann. Fazit: die Priorisierung einer Gebietsreform vor Wahlsystemreform dient einzig und alleine dem Erhalt des Status Quo und soll die jetzigen Machtverhältnisse bis über das Jahr 2018 retten. Wir werden noch Jahre warten müssen, bis die Gebietsreform durch ist und das Ergebnis wird alles andere als befriedigend oder gerecht sein. Wenn jedoch in einem ersten Schritt die Proporzinitiative der SVP im Grossen Rat angenommen wird, dann sind wir einen grossen Schritt Richtung Gerechtigkeit weiter. Das Proporzsystem bei Erhaltung der Kreise ist immerhin 4-mal gerechter als das jetzige Majorzsystem. Die Anpassung der Wahlsprengel bei der folgenden Gebietsreform könnte dann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Ich bin gespannt, ob die Bündner Parlamentarier sich in der nächsten Session für gerechtere Wahlen oder persönlichen Machterhalt entscheiden werden.
Valérie Favre Accola, Davos