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William Reais mit Halbfinalchancen?
William Reais startet in der Nacht auf Dienstag zu seinem ersten olympischen 200-Meter-Rennen. Seine Verletzung ist auskuriert und die Bedingungen optimal. Gar ein Halbfinaleinzug scheint möglich.
Medaillenchancen wird Reais keine haben an den Olympischen Sommerspielen in Tokio, auch wenn er persönliche Bestleistungen läuft. Schon ein Einzug in das Halbfinale wäre eine Überraschung. Das meint Peter Philipp, Präsident des BTV Chur Leichtathletik. Bis 2018 lief Reais unter diesem Verein.
Es gehe primär um das Sammeln von Erfahrungen. Dass Reais es an die Olympischen Spiele geschafft hat, überrascht Philipp nicht, viel eher, dass es so schnell ging. Die Verschiebung der Spiele sei ihm entgegengekommen, vor einem Jahr hätte er die Limiten knapp nicht geschafft, so Philipp.
Knapp war es indes auch in diesem Jahr. Erst im Nachhinein rückte Reais nach, weil andere Athleten verletzungsbedingt absagen mussten.
Erschwerend für Reais: Auch er selbst laborierte an einer Verletzung. Ein Muskelfaserriss nahm ihm mehrere Möglichkeiten, die Olympialimiten zu schaffen. Seine Goldmedaille an der U23-Europameisterschaft, nach auskurierter Verletzung, zählte nicht mehr zu den Anlässen, die für eine Olympiateilnahme relevant gewesen wären.
Nun steht Reais mit etwas Glück als 22-Jähriger in den Startlöchern des 200-Meter-Vorlaufs, der in der Nacht auf Dienstag stattfindet.
Fit und topmotiviert
Reais selbst freut sich auf die ersten Olympia-Rennen. Seine Verletzung, ein Muskelfaserriss, sei auskuriert, wie er im Interview erklärt:
Entgegen komme Reais auch das heisse Klima in Japan. Seine persönlichen Bestzeiten habe er jeweils bei hohen Temperaturen gelaufen.
Will William Reais eine Runde weiterkommen, müsste er wohl seine Zeit von 20,47 Sekunden, die er an der U23-Europameisterschaft lief und gleichzeitig U23-Jahresweltbestleistung bedeutet, noch deutlich unterbieten. Mit seiner persönlichen Bestleistung von 20,24 Sekunden (Schweizermeisterschaft im September 2020 in Basel) könnte ein Weiterkommen in das Halbfinale aber gelingen. Insgesamt 34 Athleten schafften in diesem Jahr eine Zeit unter 20,24.
Dies verdeutlicht, wie schwierig ein Weiterkommen für Reais sein wird. Doch auch eine Zeit unter 20,24 wäre Reais zuzutrauen. Reais selbst glaubt an seine Chance, wie er im Interview vor wenigen Wochen bei SRF durchblicken liess: «Ich setze mir keine Grenzen. Mein Ziel ist es, im Vorlauf eine persönliche Bestzeit zu laufen, und dann mal schauen, wofür es reicht.»
Langfristig will Reais die 200 Meter gar unter 20 Sekunden laufen. Eine Schallmauer, die an den Olympischen Spielen in Rio im Jahr 2016 nur einer durchbrach im Finallauf. Usain Bolt gewann damals mit einer Zeit von 19.78. Mittlerweile ist eine Zeit von unter 20 Sekunden mehreren Athleten gelungen, auch dank der Weiterentwicklung des Schuhwerks. Alleine in diesem Jahr sind es neun Athleten, die unter 20 Sekunden gelaufen sind.
Ein Weiterkommen in das Halbfinale wäre für den jungen Athleten, der erst mit 16 Jahren in die Leichtathletik wechselte, ein Grosserfolg. Bereits die Qualifikation für die Olympischen Spiele ist für Reais ein Erfolg. Seine schnelle Entwicklung in den letzten Jahren lässt aber schon heute auf Medaillen an Grossanlässen hoffen.
Peter Philipp, Präsident des BTV Chur Leichtathletik, über William Reais:
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