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Sari Dienes
Sari Dienes war eine ungarisch-amerikanische Künstlerin, die heute neu entdeckt wird, und seit 2016 im Kunstmuseum Basel und seinem Kupferstichkabinett vertreten ist. Am bedeutendsten ist ihr Werk aus den 1950er-Jahren, als sie zu den künstlerischen Pionieren der Assemblage, Collage und Frottage in New York gehörte und für Künstler wie Robert Rauschenberg und den jüngeren Jasper Johns eine prägende Rolle spielte. 1928 bis 1939 hatte Dienes zunächst in Paris bei Fernand Léger und Amédée Ozenfant studiert. Danach lebte sie mehrheitlich in New York, wo sie zunächst Ozenfant half, eine neue Kunstschule aufzubauen und später an der Parsons School of Design unterrichtete.
Nachdem sie in den späten 1940er-Jahren erste Assemblagen aus Abfall und anderen gefundenen Materialien geschaffen hatte, experimentierte sie in den frühen 1950er-Jahren intensiv mit Frottagen. Dabei übertrug sie durch Abreiben von Gegenständen mittels Kreide oder Graphit eine Oberflächenstruktur auf einen Bogen Papier oder auch Webril (eine Art Gaze). Sari Dienes frottierte nicht nur Grabsteine in New York, sondern auch Abschnitte von Gehsteigen samt U-Bahngitter und Dohlen. Für diese grösseren Formate benutzte sie eine kleine Farbwalze, wie sie in druckgraphischen Werkstätten benutzt wird. Sie tat diese am frühen Morgen, bevor der Verkehr auf den Strassen begann und liess sich von jüngeren Künstlern wie Cy Twombly, Rauschenberg und Johns helfen. Wie bei dem ausgestellten Beispiel in Form eines Quadrats hat Dienes auch solche urbanen Elemente und Strukturen zu Kompositionen zusammengefügt und subtil mit Überlappungen von Strukturen gearbeitet. 1954 stellte sie ihre „Sidewalk Rubbings“ nicht nur in der Einzelausstellung in der Betty Parsons Gallery aus, sondern auch in Schaufenstern des Warenhauses Bonwit Teller im Juli 1955, was auch andere Künstler in dieser Zeit taten.
Quelle: Kunstmuseum Basel | FOKUS PAPIER - RANDGÄNGE DER ZEICHNUNG - 5. August bis 19. November 2017