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DMZ – GESUNDHEIT / MEDIZIN ¦ Fabian Auler ¦
Die Amblyopie kann auf Deutsch als Schwachsichtigkeit bei Kindern bezeichnet werden. Diese Sehschwäche tritt ausschliesslich bei Kindern auf. Das liegt daran, weil das gesamte Sehsystem, das aus den Augen, den Sehnerven und dem Gehirn besteht, erst nach der Geburt richtig ausgebildet wird. Funktioniert etwas bei der Ausbildung dieses Systems nicht, dann tritt eine lebenslange Sehschwäche auf. Diese lässt sich dann auch nicht mehr vollständig beheben. Deshalb ist es wichtig, die Amblyopie bereits bei kleinen Kindern zu diagnostizieren. Dann bestehen sehr gute Heilungschancen.
Wodurch entsteht eine Amblyopie?
Die medizinische Bezeichnung stammt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa stumpfes Auge. Nachdem ein Kind geboren wurde, beginnen die Augen mit dem Sehen. Die Daten werden über die Sehnerven an das Gehirn geleitet und verarbeitet. Aus den Informationen beider Augen entsteht im Gehirn ein räumliches Bild. Das Gehirn lernt dann, die Steuerung der Augen zu übernehmen und sie immer in die optimale Position zu bewegen.
Nun kann es jedoch vorkommen, dass eines der beiden Augen eine geringere Sehleistung erzielt. In dem Fall kann das Gehirn mit den Daten, die vom schwächeren Auge gesendet werden, nicht viel anfangen. Deshalb vernachlässigt es das betroffene Auge. Im Laufe der Zeit werden dann nur noch die Daten von dem stärkeren Auge ausgewertet. Dadurch wird das schwächere Auge immer schwächer, sodass die Sehleistung insgesamt deutlich geringer wird.
Unterschiedliche Sehkraft der Augen
In vielen Fällen entsteht eine Amblyopie durch unterschiedliche Sehschärfen der Augen. Ein Auge kann normalsichtig und das andere kurzsichtig sein. Mitunter ist auch ein Auge kurzsichtig und das zweite Auge weitsichtig. In allen Fällen vernachlässigt das Sehzentrum im Gehirn das schwächere Auge. Dieses Phänomen tritt bei etwa sechs Prozent aller Kinder auf. Deshalb ist es auf jeden Fall empfehlenswert, die Kinder schon frühzeitig von einem Kinderaugenspezialisten, wie Dr. med. (H) Richard Nagy im Lux Augenzentrum untersuchen zu lassen. Nicht immer ist auf Anhieb eine Sehschwäche bei den Kindern deutlich zu erkennen. Ein Augenarzt hat jedoch die Möglichkeit, auch bei Kleinkindern Diagnosen bezüglich der Sehkraft zu stellen. Dann können rechtzeitig Therapien eingeleitet werden.
Typische Symptome für eine Sehschwäche bei Kindern
Mitunter spüren die Eltern es, wenn die Kinder Sehschwächen haben. Wenn die Kinder ihre Spielzeuge betrachten, drehen sie den Kopf etwas seitlich, um es mit dem stärkeren Auge genauer erkennen zu können. Manchmal halten die Kinder auch Gegenstände dicht an die Augen. Wird ein Spielzeug oder ein anderer Gegenstand intensiv angestarrt, dann bewegt sich das schwächere Auge meistens seitlich. Sind die Augen entspannt, stehen sie wieder ganz normal. Wird solch ein Verhalten beobachtet, sollte zeitnah ein erfahrener Augenarzt aufgesucht werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto einfacher und schneller ist sie abgeschlossen.
Manchmal fällt es den Eltern aber auch gar nicht auf, dass sich ihre Kinder beim Betrachten der Spielzeuge etwas anders verhalten. Das liegt daran, weil die Eltern ihre Kinder den ganzen Tag in ihrer Nähe haben und Ungewöhnliches nicht mehr wahrgenommen wird. Dann können aber auch aussenstehende Personen darauf hinweisen. Mitunter ist es auch der Kinderarzt, dem die Sehschwäche auffällt.
Die Behandlung der Amblyopie
Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden. Zunächst muss die Ursache für die Sehschwäche geklärt werden. Manchmal ist es möglich, diese zu therapieren. Kann die Ursache nicht behoben werden, muss die Amblyopie behandelt werden. Das gelingt mit einer Brille. Wird durch eine entsprechende Brille die Sehleistung des schwächeren Auges verbessert, dann wird es auch nicht mehr vom Gehirn vernachlässigt. Da sich die Sehleistung bei kleineren Kindern ohnehin laufend verbessert, kann es sein, dass die Stärke der Brillengläser nach und nach reduziert werden kann. Mit etwas Glück kann die Brille irgendwann überflüssig werden.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, das stärkere Auge zeitweise abzukleben. Dann bleibt dem Gehirn nichts anderes übrig, als die Bilder des schwächeren Auges auszuwerten. Dadurch lässt sich die Sehschärfe ebenfalls deutlich erhöhen. Je nach Schwere und Ausprägung kann die Behandlung einer Amblyopie bei Kindern einige Wochen dauern. Es können mitunter auch Monate werden. Doch der Aufwand lohnt sich, weil das Kind hinterher eine deutlich höhere Sehleistung erzielt.
Fazit
Bei der Amblyopie bei Kindern kommt es in erster Linie darauf an, die Sehschwäche möglichst schnell zu erkennen. Je früher eine geeignete Therapie beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Wird der ideale Behandlungszeitpunkt verpasst, lässt sich die Fehlsichtigkeit später nicht mehr besonders gut beheben.
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