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Der Konflikt und andere strukturelle Herausforderungen in Myanmar erschweren die Gesundheitsversorgung in der Region Kayin (Karen) stark. Als Reaktion auf die langjährigen Konflikte und die Unterstützung der Friedensbemühungen ist das Projekt zur Gesundheitsversorgung von Kleinkindern das erste Projekt zur Unterstützung der Umsetzung des Gesundheitssystems.
Im Distrikt Kawkareik der Region Kayin (Karen) setzen wir in über 190 Dörfern ein Projekt zur primären Gesundheitsversorgung der Bevölkerung um. Ziel des Projektes ist es, benachteiligten Bevölkerungsgruppen aus ländlichen Gebieten Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung und Ernährung zu ermöglichen. Insbesondere soll die Mutter-Kind-Gesundheit verbessert werden.
Ein grosser Bestandteil des Projektes ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für Gesundheitsthemen und Prävention; sie beteiligt sich aktiv an der Verbesserung des Gesundheitssystems und wird in die Gesundheitsreform einbezogen. Sowohl von der Regierung kontrollierte als auch von ethnischen Gruppen geführte Dörfer sind Teil des Projekts.
Ziel 1
In den ländlichen Gebieten der Zielgemeinden im Südosten Myanmars wird eine gerechte Bereitstellung qualitativ hochwertiger Basisgesundheits- und Ernährungsdienste verbessert.
Ziel 2
Die Gemeinschaften werden befähigt, den Gesundheitszustand und die Regierungsführung zu verbessern.
Ziel 3
Gesundheitssysteme im Südosten Myanmars werden koordiniert und gestärkt.
Ausgebildete Gesundheitshelfer in den Gemeinschaften
Ein von Save the Children ausgebildeter Gesundheitshelfer misst den Oberarmumfang eines Kindes, um den Grad der Mangelernährung zu bestimmen.
Ausgangslage
Seit Myanmar kurz nach dem zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Grossbritannien erlangte, setzen sich Unabhängigkeitskämpfe in der Region Kayin (Karen) an der Ostgrenze des Landes bis heute fort. Verschiedene ethnische Gruppen, darunter das Volk der Kayin, streben die Unabhängigkeit an, was den Konflikt verstärkt.
Myanmar befindet sich noch immer im Wandel. Die neue Regierung hat die Führung im Bereich des Nationenaufbaus übernommen, steht aber weiterhin vor vielen Herausforderungen in allen Staaten, die sich weiterhin in einem Konflikt oder in instabilen Situationen befinden.
Der fortdauernde Konflikt erschwert die Erbringung von Gesundheitsleistungen auch in der Region Kayin (Karen) stark. Trotz einigen Fortschritten ist die Gesundheitsinfrastruktur nach wie vor oft mangelhaft, Medikamente sind knapp, die Kapazitäten des Personals müssen gestärkt werden und das Gesundheitsministerium Myanmars hat nur beschränkt Zugang zu umkämpften Gebieten. Als Folge davon sterben über ein Drittel der Kinder noch vor ihrem fünften Geburtstag. Wir haben daher das erste Projekt zur Unterstützung der Umsetzung des Gesundheitssystems zur Verbesserung der Gesundheitssituation von Kleinkindern in dieser Region etabliert.
Wenn Gesundheit eine Brücke zum Frieden ist, dann ist dieses Projekt der Ingenieur!
Umsetzung
Seit dem Start des Projektes 2016 liegt der Fokus darauf, alle 43 Gesundheitszentren in der Projektregion auszustatten und das Gesundheitspersonal weiterzubilden. Zu den Themen gehörten die Mutter-Kind-Versorgung sowie die Notversorgung bei der Geburt.
Zu den grössten Erfolgen des Projekts gehört es, dass sowohl in regierungstreuen als auch in oppositionellen Gemeinden gearbeitet wird: Alle Akteure arbeiten zusammen, tauschen Informationen aus und schaffen Raum für anderweitige Zusammenarbeit.
Durch die gleichberechtigte Stärkung der Gesundheitssysteme und die Stärkung der Gemeinschaft wird die Gesundheitsversorgung verbessert. In der ersten Phase des Projektes wurde auf drei Ergebnisse hingearbeitet: Eine Verbesserung des Angebots wie auch der Nachfrage des Gesundheitssystems und auf ein befähigendes Umfeld.
Dieser Ansatz wird aktuell, in der zweiten Phase des Projekts, fortgesetzt, wobei der Schwerpunkt stärker auf technischen Bereichen liegt, um die Erbringung von Dienstleistungen zu verbessern. Dieser gesamtheitliche Ansatz hat das Potenzial, die lokale Gesundheitspolitik stärken, so dass die Zielgemeinden ihr Recht auf Gesundheit verwirklichen können, Zugang zu Informationen haben und in der Lage sind, konstruktives Feedback über Gesundheitsdienstleistungen zu geben.
160'000 Menschen
erreichen wir durchschnittlich mit den Gesundheitsleistungen im Projekt jeden Monat – darunter insbesondere schwangere Frauen und Kinder unter fünf Jahren.
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