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Der Dorfverein Calfreisen organisierte am 10.März 2018 einen „Sägerei-Tag“.
Eine der letzten alten, einfachen Gattersägen (Baujahr 1944) im ganzen Schanfigg wurde der Öffentlichkeit vorgestellt und in Aktion gezeigt. Es ist eine Säge der Firma Müller, Sumiswald, also ein Schweizer Produkt. Am Anfang stand die Säge noch im Freien. 1948 wurde sie überdacht. Im Jahr 1960 wurde die Säge revidiert und modifiziert. Unter anderem wurden damals der mittlere Betonpfeiler, der Sägemehlschacht und die Lagersockel mit Beton gefertigt. Im Dorf Calfreisen wird die Säge seit drei Generationen von der Familie Sprecher bedient. Schon der Grossvater (Neni) von Christian (Hitsch) Sprecher arbeitete an dieser Säge.
Nach der Fusion der Gemeinden im Vorderschanfigg ging die Säge in den Besitz der Gemeinde Arosa über und wurde im ersten Jahr auch von ihr betrieben. Leider stiegen dann die Kosten für gesägte Hölzer stark an, so dass Christian Sprecher eine neue Lösung suchte und fand. Er mietet heute die Sägerei von der Gemeinde Arosa und betreibt sie bis heute in Eigenregie. Für Christian Sprecher ist die Sägerei eine willkommene Abwechslung zur Landwirtschaft und sichert ihm in den Wintermonaten einen Zusatzverdienst.
Beeindruckend ist, dass ein über 80-jähriger Elektromotor mit nur 6 PS ein einziges Laufrad antreibt und dadurch über mechanisch ausgeklügelte Wellen, Hebel und Zahnräder sämtliche Funktionen der Säge präzise gesteuert werden können.
Die Antriebswelle des Motors mit einem Durchmesser von 0.14 m überträgt seine Kraft über einen flachen Antriebsriemen auf ein Rad mit einem Durchmesser vom 0.95 Meter. Das ist eine etwa 7-fache Untersetzung. Damit wird enorme Kraft erzeugt, um das Sägeblatt durch das Holz zu treiben. Auf der anderen Seite vom Antriebsrad ist ein Schwungrad mit Exzenter angebracht, das dann den Hub des Gatters erzeugt. Die «Gleitlager» des Gatters sind aus Apfelholz gefertigt und müssen kräftig mit Fett geschmiert werden. Ein Sägeblatt hält etwa 5 Stunden und muss dann gewechselt und wieder geschärft werden. Es gibt nur noch eine einzige Firma im Kanton Luzern, die solche Sägeblätter auf Bestellung produziert.
Mit verschiedenen Hebeln kann die Säge so gesteuert werden, dass der Sägevorschub mit der Sägegeschwindigkeit synchronisiert wird. Auf dem Wagen der Säge liegen 5 Meter lange Holzstämme, die mit kräftigen Krallen fixiert werden. Der Wagen wird mit jedem Hub des Sägeblattes nach vorne gezogen. Der Vorschub des Wagens kann den verschiedenen Hölzern angepasst werden, denn nicht alle Hölzer lassen sich gleich gut sägen.
Das Interesse an diesem Sägereitag war beachtlich und die Zuschauer sehr beeindruckt von der einfachen, aber genialen Technik aus einer Zeit, wo es noch keine Computer gab. Ein spezieller Dank geht an Christian Sprecher, der uns diese Säge eindrücklich vorgeführt hat.
Dorfverein Calfreisen
Marco Gotsch