Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03420.jsonl.gz/2286

Sayonara war gestern
Selbst wenn Sie noch nie in Japan waren: Die japanischen Wörter Konnichiwa, Arigato oder auch Sayonara haben Sie bestimmt schon gehört. Doch gerade Sayonara, das klassische Wort für «Auf Wiedersehen», scheint allmählich aus der Mode zu kommen, wie die Sankei Shimbun in einer nicht repräsentativen Strassenumfrage in Osaka festgestellt hat.
30 Personen im Alter von 20 bis 70 Jahren hat die Zeitung spontan befragt. Davon sagten 21, oder 70 Prozent, dass sie Sayonara in den Alltagskonversationen gewöhnlich nicht gebrauchen. Es stellt sich dabei heraus, dass der Verzicht eine Frage des Alters ist. Bei den jüngeren Befragten zwischen 20 und 40 liegt der Prozentsatz sogar bei 80 Prozent. Bei den älteren Semestern ab 40 Jahren ist dieser Wert bei 60 Prozent.
Als Grund für den Verzicht meinen die meisten, dass Sayonara etwas Endgültiges habe, so als würde man sich nie wieder sehen. Für die Jugendlichen ist das Wort wiederum zu formell. Die meisten verwenden Sayonara, wenn man respektvoll «Auf Wiedersehen» sagen möchte und auf keinen Fall etwas falsch machen möchte. Dabei hatte Sayonara in früheren Zeiten überhaupt nicht diesen formellen Klang. Erst in den letzten Jahrzehnten hat es für viele dieses Gefühl des endgültigen Abschieds erhalten. Eine These ist, dass häufige emotionale Verwendung von Sayonara in Enka-Liedern oder J-Pop-Songs zu dieser Interpretation beigetragen haben.
Zahlreiche Varianten
Und so drückt man sich heutzutage beim Abschied unter Freunden viel lieber in einer Art aus, in der die Hoffnung auf ein weiteres Treffen mitschwingt. In der Alltagskonversation sind Varianten wie «Mata ne» («Bis morgen!»), «Ja ne» («Bis dann!»), «Baibai» («Bye bye») oder «Mata kondo/Kondo ne» («Bis zum nächsten Mal») weitaus gebräuchlicher.
Wird es formeller, wie bei der Arbeit, dann kann man «Mata ashita yoroshiku onegaishimasu» (was so viel bedeutet wie: «Ich freue mich, morgen wieder mit Ihnen zu arbeiten») verwenden. Sollte man frühzeitig gehen, sagt man «O saki ni shitsurei shimasu» («Es tut mir leid, dass ich zuerst gehe»).
Verabschiedet man sich nach einem langen Arbeitstag gemeinsam von den Kollegen oder dem Vorgesetzten ist die Variante «Otsukare-sama» gebräuchlich, mit der man seinen Dank für die geleisteten Bemühungen zum Ausdruck bringt – und damit indirekt auch auf «Auf Wiedersehen» sagt. «Otsukare-sama» kann übrigens in verschiedenen Situationen verwendet werden, so auch beim feierabendlichen Zuprosten.
Wie verabschieden Sie sich?
Sich verabschieden auf Japanisch ist komplex. Jedes Wort beinhaltet eine andere Nuance. Die Liste der Abschiedswörter ist entsprechend endlos. Falls Sie Japanisch sprechen: Welches Wort brauchen Sie am liebsten beim Abschied?
Folgen Sie Jan Knüsel und Asienspiegel auf YouTube, Instagram und Facebook:
UNTERSTÜTZEN SIE DEN ASIENSPIEGEL
Sponsoring-Beiträge vieler treuer Leser ermöglichen diesen Blog, den Jan Knüsel seit 2009 täglich schreibt. Ohne diese Grosszügigkeit würde es diesen Blog nicht geben. Arigatō gozaimasu!
- Zahlungsmittel: Master, Visa, PayPal
- Für Einzahlungsschein hier klicken.