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Der
Schnitzelbank, aus dem spätmittelalterlichen Bänkelsängertum
und aus den Schmähgedichten der Barockzeit hervorgewachsen, hat im
Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts seine besondere Basler Ausprägung
bekommen, die jeweils während der Fasnacht das Publikum in den Wirtschaften
der Stadt erheitert.
Der heutige Schnitzelbank ist im Idealfall ein 'Gesamtkunstwerk', bestehend
aus dem Auftreten eines oder mehrerer Bänkler in möglichst originellen
Kostümen inkl. Larve, aus den einzelnen Gesangsstrophen, deren Verse
am Schluss in einer überraschenden, witzigen Pointe gipfeln, den
'Helgen' (bildliche Darstellungen), die zur Pointensteigerung beitragen
sollen, und schliesslich aus dem ein- oder mehrstimmigen Gesang, der häufig
von einem Instrument (meist Gitarre) begleitet wird.
Die
sukzessive Verfeinerung der Schnitzelbankdarbietungen erfolgte freilich
nicht von selbst, sondern wurde durch die Bemühungen des im Jahr
1921 gegründeten Schnitzelbank-Comités herbeigeführt.
Nach dem Ersten Weltkrieg nämlich lag das Schnitzelbankwesen recht
im Argen, so dass einige Basler Herren, vor allem Dr. Edwin Strub (1881-1971)
und Dr. Karl Huber (1886-1961) ein Comité (neben dem Fasnachts-Comité,
das für die Schnitzelbänke keine Chance mehr sah), gründeten
mit dem Zweck, das daniederliegende Schnitzelbankwesen zu retten und
zu 'veredeln'.
Dieser
Zweck wurde denn auch in stetiger und mühevoller Kleinarbeit erreicht.
Ja, der Schnitzelbank erfuhr nach dem Zweiten Weltkrieg eine eigentliche
Hochblüte, die mit dem 50-Jahr-Jubiläum 1971 ihre grösste
Pracht entfaltete. An der damaligen Fasnacht traten insgesamt 42 Comité-Schnitzelbank-Gruppen
mit vorwiegend sehr beachtlichen Darbietungen auf.
Auch
danach konnte das hohe Niveau gehalten werden, wie unter anderem das
75-Jahr-Jubiläum
1996 bewies.
Neben
den Comité-Schnitzelbänken figurieren seit jeher noch ein
paar andere Gruppierungen die durch die Erfolge der Comité-Bänke
dazu ermuntert werden, auch ihrerseits die Qualität ihrer Bänke
anzuheben.
Dr.
Rudolf Suter 11.1.2001

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