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Unsere Generation erlebt eine unglaubliche Zeit. Der Gott und Schöpfer dieser Welt, der sich mit Abraham und seinen Nachkommen verbündet hat, kehrt mit seinem Bundesvolk, den Juden, wieder an den alten Schauplatz nach Israel zurück. Atemberaubend, was sich mit dem Beginn der Heimkehr der Juden ereignet hat und noch ereignen wird.
Der Schriftsteller, Publizist und Journalist Theodor Herzl (1860 – 1904) sah vor seinem inneren Auge die Notwendigkeit für sein Volk, in sein ursprüngliches Land Israel zurückzukehren. 1897 kam es in Basel zum ersten Zionistischen Weltkongress, über den Herzl später sagte: „In Basel habe ich den jüdischen Staat gegründet.“ 50 Jahre später entstand nach dem unfassbaren Durchgang durch die Shoa der heutige Staat Israel an seinem ursprünglichen Ort. Herzl wusste seit einem Traum als 12 Jähriger, dass es dabei nicht nur um einen Staat ging, sondern um eine „Heimstätte“ , gemeint ist eine doppelte Heimkehr, eine äussere und eine innere.
Fast zur gleichen Zeit wie Herzl diese Heimkehr sah und dem Zionismus eine Zuspitzung und politische Form gab, entstand eine weitere, ebenfalls schier unglaubliche Rückkehr. Elieser Ben Jehuda (1858 – 1922) gründete 1889 in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“, den Vorläufer der „Akademie für die hebräische Sprache“ mit dem Ziel, die Sprache der Bibel wiederzubeleben, die seit etwa 1700 Jahren nur noch als Sakralsprache im Torastudium verwendet wurde. Durch das gewaltige Lebenswerk von Ben Jehuda wurde das Hebräische („Ivrit“) wieder zur Muttersprache einer Nation. Dessen Sohn Ben-Zion wurde in der Folge zum ersten Kind weltweit, das mit Ivrit als Muttersprache aufwuchs. Wikipedia bezeichnet als Muttersprache „die in der frühen Kindheit ohne formalen Unterricht erlernte Sprache. Diese prägt sich in ihrer Lautgestalt und grammatischen Struktur so tief ein, dass Sprecher ihre Muttersprache weitgehend automatisiert beherrschen. Es wird angenommen, dass ab der Pubertät keine andere bzw. weitere Sprache mehr diesen Platz einnehmen kann.“
Eine weitere Heimkehr, in Gottes Plan längst vorgesehen, entwickelt sich in Israel und unter den Juden weltweit die innere Heimkehr. Der Prophet Hesekiel beschreibt diesen Prozess in seiner Vision von den Totengebeinen im Kapitel 37. In einem dritten Schritt der Wiederherstellung wird dem zusammengerückten Leib der Geist eingehaucht. „Ich werde euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euer Inneres geben, und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch nehmen und euch ein fleischernes Herz geben.“ (Hes. 36, 26). Das innere Heimkehren Israels führt zu Jeschua, dem Messias Israels, und zugleich zur Erkenntnis, dass Jesus Christus und Jeshua Hamaschiach identisch sind.
Als Folge entsteht eine lebendige Brücke zwischen Jesusgläubigen aus den Völkern und aus dem Volk Israel, eine ganz neue Ausgangslage. Der Völkerapostel Paulus spricht unter anderem in Eph. 2, 14-15 von dieser neuen Wirklichkeit, die sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit in den siebziger Jahres des letzten Jahrhunderts auszubreiten begann. Laut Benjamin Berger, einem messianischen Pastoren in Jerusalem mit einem weltweiten Lehrdienst, durchlaufen „die beiden Teile der Menschheit“, (d.h. die messianisch gläubigen Juden und gläubige Christen) diesen Prozess der Wiederherstellung gemeinsam.
Siegfried Schmid, August 2015