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In einem Finanzgeschäft bedeutet Abwicklung die Erfüllung einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung, d.h. die Überweisung der Zahlung oder die Übertragung der Effekten von der Senderbank an die Empfängerbank. Im Zusammenhang mit der Finanzstabilität wird unter Abwicklung die geordnete Liquidation einer Bank bezeichnet. Das Financial Stability Board (FSB) befasst sich u.a. mit entsprechenden Abwicklungsverfahren für global systemrelevante Banken. Ist eine solche Abwicklung möglich, dürfte dies die Finanzstabilität stärken.
Die Agenturen sind Kassenstellen, die im Auftrag der SNB von Kantonalbanken geführt werden. Sie sind für die Ausgabe und die Rücknahme von Bargeld in ihrer Region zuständig. Das Kassenstellennetz der SNB umfasst die zwei eigenen Bankstellen in Zürich und Bern sowie vierzehn Agenturen.
Der antizyklische Kapitalpuffer ist eine präventive Eigenkapitalmassnahme im Rahmen des Regelwerks von Basel III. In der Schweiz steht er seit Juli 2012 zur Verfügung. Wird der Kapitalpuffer aktiviert, werden die Banken verpflichtet, ihr Eigenkapital temporär und schrittweise aufzustocken, wenn sich Fehlentwicklungen am Kreditmarkt aufbauen. Indem die Fähigkeit, Verluste zu absorbieren, gestärkt wird, soll der Bankensektor vor den Folgen exzessiven Kreditwachstums geschützt werden. Zudem erhöhen sich durch eine Aktivierung die Kosten der Kreditvergabe, was dem Aufbau von Ungleichgewichten entgegenwirkt. Der Kapitalpuffer kann auf den gesamten Kreditmarkt oder sektoriell, z.B. auf den Hypothekarmarkt ausgerichtet, aktiviert werden und beträgt maximal 2,5% der gesamten inländischen risikogewichteten Aktiven einer Bank. Wird der Kapitalpuffer in der Schweiz aktiviert, muss er von allen Schweizer Banken sowie Tochtergesellschaften ausländischer Banken in der Schweiz zusätzlich zu allen anderen Kapitalanforderungen gehalten werden. Gelangt die SNB zum Schluss, dass eine Aktivierung, Anpassung oder Deaktivierung des Puffers notwendig ist, stellt sie dem Bundesrat nach Konsultation der FINMA einen entsprechenden Antrag. Am 13. Februar 2013 beschloss der Bundesrat erstmals, den antizyklischen Kapitalpuffer auf Antrag der SNB zu aktivieren (Medienmitteilung). Am 22. Januar 2014 gab der Bundesrat dem Antrag der SNB statt, den Kapitalpuffer zu erhöhen (Medienmitteilung).
Die Arbeitslosenquote ist das in Prozenten ausgedrückte Verhältnis zwischen der Zahl der Arbeitslosen und der Zahl der Erwerbspersonen.
Die natürliche Arbeitslosigkeit bezeichnet jene Höhe der Arbeitslosigkeit, die sich im langfristigen gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht ergibt und die mit konstanter Inflation vereinbar ist.
Die Ausschüttungsreserve fungiert als Puffer zur Glättung der jährlichen Ausschüttungen der SNB an Bund und Kantone und ist Bestandteil des Eigenkapitals der SNB. Die Jahresgewinne der SNB schwanken stark. Zugleich sieht das Nationalbankgesetz bzw. die Gewinnausschüttungsvereinbarung zwischen dem Eidgenössischen Finanzdepartement und der SNB eine Verstetigung der Ausschüttungen über mehrere Jahre vor. Die Differenz zwischen dem ausschüttbaren Jahresgewinn und der effektiven Gewinnausschüttung wird über die Ausschüttungsreserve ausgeglichen. Die Ausschüttungsreserve bietet aber keine Gewähr dafür, dass eine Ausschüttung in jedem Fall möglich ist.
Die SNB wirkt gestützt auf das Nationalbankgesetz auch als Kreditgeberin letzter Instanz (Lender of last Resort). Im Rahmen der ausserordentlichen Liquiditätshilfe kann sie inländischen Banken Liquidität zur Verfügung stellen, wenn diese Institute sich nicht mehr am Markt refinanzieren können. Ausserordentliche Liquiditätshilfe wird nur geleistet, wenn die kreditersuchende Bank oder Bankengruppe für die Stabilität des Finanzsystems von Bedeutung und solvent ist und wenn die Liquiditätshilfe jederzeit vollständig durch ausreichende Sicherheiten gedeckt ist. Die SNB bestimmt, welche Sicherheiten ausreichend sind. Als Sicherheiten können neben liquiden Bankaktiven auch weniger liquide Bankaktiven mit hoher Bonität dienen, z.B. Hypothekarforderungen.
Das Bankengesetz (Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen) hat den Schutz der Gläubiger und die Stärkung des Finanzplatzes Schweiz zum Zweck. Es regelt die Bewilligungsvoraussetzungen zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit einer Bank, die Geschäftstätigkeit selbst und die Rechnungslegung. Ausserdem hält es fest, dass die bankengesetzliche Revision von privaten Revisionsstellen durchgeführt wird und die Aufsicht über die Banken der FINMA obliegt.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Sitz in Basel wurde 1930 gegründet. Sie fördert die internationale Zusammenarbeit in Währungs- und Finanzfragen. Die Präsidenten der Zentralbanken der BIZ-Mitglieder treffen sich regelmässig zum Informationsaustausch. Die BIZ stellt das Sekretariat für verschiedene Ausschüsse und Expertengruppen, z.B. für den Basler Ausschuss für Bankaufsicht und das Financial Stability Board (FSB). Als Bank der Zentralbanken verwaltet sie die Währungsreserven zahlreicher Länder und internationaler Finanzinstitutionen. Ferner gewährt sie bilaterale Währungshilfekredite und amtet als Gegenpartei der Zentralbanken für deren finanzielle Transaktionen. Die SNB stellt seit der Gründung der BIZ ein Mitglied des Verwaltungsrats.
Die SNB kann dem Bund gemäss Nationalbankgesetz Bankdienstleistungen erbringen. Sie erbringt diese gegen angemessenes Entgelt, jedoch unentgeltlich, wenn sie die Durchführung der Geld- und Währungspolitik erleichtern. Die SNB darf dem Bund aber weder Kredite noch Überziehungsfazilitäten gewähren und keine staatlichen Schuldtitel aus Emissionen erwerben.
Eine Banknotenserie besteht aus den verschiedenen Stückelungen, die zur gleichen Zeit entwickelt, gestaltet und produziert werden. Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es in der Schweiz neun Banknotenserien. Die erste Serie wurde 1907 in Umlauf gesetzt; deren Noten galten als Interimsnoten. Nicht alle Noten der acht Banknotenserien waren auch tatsächlich im Umlauf. Die 4. und 7. Serie fungierten als Reserveserien. Die Arbeiten für die 9. Banknotenserie sind bereits seit einigen Jahren im Gang. Die 50-Franken-Note als erste Stückelung der neunten Serie wurde am 12. April 2016 herausgegeben. Bis 2019 findet eine schrittweise Ablösung der übrigen Stückelungen statt.
Der Bankrat beaufsichtigt und kontrolliert die Geschäftsführung der SNB, namentlich im Hinblick auf die Einhaltung von Gesetz, Reglementen und Weisungen, nicht aber in Bezug auf die geldpolitischen Entscheide und Handlungen des Direktoriums. Von den elf Mitgliedern des Bankrats werden fünf durch die Generalversammlung der SNB-Aktionäre und sechs durch den Bundesrat gewählt, der auch Präsident und Vizepräsident des Bankrates bestimmt. Der Bankrat verfügt über einen Prüfungs-, Risiko-, Ernennungs- und Entschädigungsausschuss.
Als Bargeld werden Banknoten und Münzen bezeichnet, die als gesetzliches Zahlungsmittel verwendet werden können.
Der Bargeldumlauf setzt sich aus dem Notenumlauf und dem Münzumlauf zusammen, wobei die Kassenbestände der Banken abgezogen werden.
Bargeldverarbeiter sind private Unternehmen, die im Auftrag von Dritten (Banken, Post, Detailhandel, Gewerbe usw.) die Noten-und Münzsortierung übernehmen. Sie liefern anschliessend die überschüssigen und beschädigten Noten und Münzen der SNB ab. Zudem übernehmen sie die Feinverteilung von Noten und Münzen.
Die im Jahr 2010 veröffentlichten Reformen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht - Basel III- umfassen eine weitere Revision der Basler Eigenkapitalvereinbarung. Diese enthält neben strengeren und antizyklisch wirkenden, risikobasierten Eigenkapitalanforderungen neu auch eine Begrenzung der Verschuldung (Leverage Ratio). Ausserdem wird mit Basel III ein weltweiter Minimalstandard für Liquidität festgelegt. Basel III wird in der Schweiz schrittweise von 2013 bis Ende 2018 eingeführt. Ein wichtiger Grund für Basel III war die im Jahr 2007 ausgebrochene globale Finanzkrise.
Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht wurde 1974 von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) als Reaktion auf den durch Devisenspekulationen verursachten Zusammenbruch der deutschen Bank Herstatt gegründet. Der Ausschuss setzt sich aus Vertretern der Zentralbanken und Bankenaufsichtsbehörden von insgesamt 27 Ländern zusammen. Die Schweiz ist durch die FINMA und die SNB vertreten. Zu den Hauptzielen des Ausschusses zählen die Förderung des Informationsaustausches zwischen den nationalen Aufsichtsbehörden, die Verbesserung der Aufsichtstechniken sowie die Empfehlung von aufsichtsrechtlichen Mindeststandards. Die Beschlüsse und Empfehlungen des Basler Ausschusses finden weltweit grosse Beachtung; sie sind jedoch nicht verbindlich, da er keine supranationale Bankenaufsicht ausübt. Besonders bedeutsam ist die Basler Eigenkapitalvereinbarung, auch bekannt als Basel I, Basel II bzw. Basel III.
Der Belehnungsgrad (loan-to-value ratio) entspricht dem Verhältnis zwischen dem Hypothekarkredit und dem Wert des Pfandobjektes. Für den Wert des Pfandobjektes wird in der Regel der Belehnungswert verwendet. Der Belehnungsgrad ist ein wichtiger Risikoindikator bei Hypothekarkrediten. Je höher der Belehnungsgrad ist, desto höher ist der potenzielle Verlust bei Kreditausfall.
Der Belehnungswert ist der Wert des Pfandobjektes, den der Kreditgeber bei der Gewährung des grundpfandgesicherten Kredites als Basis für die Belehnung zugrunde legt. In Abhängigkeit von der Kreditpolitik des kreditgebenden Instituts kann der Belehnungswert dem Kaufpreis, den Anlagekosten, dem Ertragswert oder dem Marktwert des Pfandobjektes entsprechen. Er kann aber auch darunter (z.B. bei vorsichtiger Bewertung) oder darüber (z.B. bei Vorzugspreisen) liegen.
In Bretton Woods, einem kleinen Ort im amerikanischen Bundesstaat New Hampshire, trafen sich im Sommer 1944 Vertreter aus 45 Nationen zur United Nations Monetary and Financial Conference. Die Bretton-Woods-Konferenz führte 1945 zur Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Die Institutionen von Bretton Woods sind Spezialorganisationen der UNO. Die Schweiz ist seit 1992 Mitglied der Bretton-Woods-Institutionen.
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist ein Mass für die Wertschöpfung einer Volkswirtschaft. Es misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen, soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden - also die Wertschöpfung. Das BIP wird oft als Referenzgrösse für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft verwendet. In der Schweiz wird das BIP vom Bundesamt für Statistik (www.bfs.admin.ch) ermittelt. Das Staatsekretariat für Wirtschaft (www.seco.admin.ch) veröffentlicht jeweils eine BIP-Quartalsschätzung. Die SNB gibt im Rahmen ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung eine Einschätzung für die Entwicklung des BIP im laufenden bzw. kommenden Jahr ab.
Buchgeld ist ein Guthaben, das auf Bank- oder Postkonten geführt wird. Es wird auch als Giralgeld bezeichnet.
Das Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel (WZG) legt den Franken als schweizerische Währungseinheit fest, definiert die gesetzlichen Zahlungsmittel und bestimmt die Münz- und Notenordnung.
Clearing bezeichnet den Prozess, der die Übermittlung, Abstimmung, Bestätigung und unter Umständen die Aufrechnung (Netting) gegenseitiger Verpflichtungen sowie die Ermittlung der Schlusspositionen vor der Abwicklung einer Zahlung oder Effektentransaktion umfasst.
Deflation ist das Gegenteil von Inflation und bezeichnet ein über längere Zeit anhaltendes Sinken des allgemeinen Preisniveaus. Die Deflationsrate misst die prozentuale Abnahme des Preisindexes. Spiegelbildlich zur Inflation führt Deflation zu einem Anstieg der Kaufkraft des Geldes. Ziel der Geldpolitik der SNB ist es, sowohl Inflation wie Deflation zu vermeiden und damit die Preisstabilität zu gewährleisten.
Die SNB ist in drei Departemente gegliedert. Jedes Departement hat einen bestimmten Geschäftskreis. Das I. und III. Departement befinden sich mehrheitlich beim Sitz in Zürich, das II. Departement mehrheitlich beim Sitz in Bern. Die SNB unterhält zudem eine Niederlassung in Singapur.
Devisen umfassen Geldforderungen, die auf fremde Währungen lauten und im Ausland zahlbar sind. Beispiele hierfür sind Sicht- und Terminguthaben sowie Checks, die auf ausländische Währungen lauten.
Als Devisenanlagen werden die Anlagen der SNB in Fremdwährungen in Form von ausländischen Anleihen, Aktien und Guthaben bei anderen Zentralbanken bezeichnet. Devisenanlagen sind das wichtigste Aktivum in der Bilanz der SNB und Teil der Währungsreserven.
Der Devisenmarkt ist der Ort, wo Währungen gehandelt werden. Da Devisen ausserbörslich gehandelt werden (OTC), besteht er aus verschiedenen Segmenten, die sich nach Teilnehmern (z.B. Interbankenmarkt) bzw. nach Art der Plattform (z.B. telefonisch oder elektronisch) unterscheiden lassen.
Eine Devisenmarktintervention bedeutet, dass eine Zentralbank ihre Heimwährung auf Kassa oder Termin gegen eine oder mehrere ausländische Währungen kauft oder verkauft, mit dem Ziel, die eigene Währung zu stärken bzw. zu schwächen.
Ein Devisenswap ist eine Kombination von einem Kassageschäft mit einem Termingeschäft mit Devisen. Bei einem Liquiditätsswap kauft oder verkauft die SNB von bzw. an Geschäftsbanken Devisen gegen Franken für einen bestimmten Zeitraum. Am Ende der Laufzeit wird die umgekehrte Transaktion zu einem im Voraus bestimmten Kurs abgewickelt. Swaps können in Bezug auf Laufzeit und Konditionen sehr flexibel gestaltet werden (Fragen und Antworten zu den Devisenswaps).
Das Direktorium ist das oberste geschäftsleitende und ausführende Organ der SNB. Es besteht aus drei Personen, dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und einem weiteren Mitglied. Das Direktorium ist unter anderem verantwortlich für die Geldpolitik, die Strategie zur Anlage der Aktiven und für die internationale Währungszusammenarbeit. Das Erweiterte Direktorium setzt sich aus den Mitgliedern des Direktoriums und den drei Stellvertretern zusammen und ist für die strategischen Vorgaben zur Betriebsführung der SNB zuständig. Die Mitglieder des Direktoriums und ihre Stellvertreter werden vom Bundesrat auf Vorschlag des Bankrats für eine Amtsdauer von sechs Jahren ernannt. Die Wiederwahl ist möglich.
Effekten sind am Geldmarkt und am Kapitalmarkt handelbare Wertpapiere. Zu den Effekten gehören unter anderem Aktien, Schuldverschreibungen, Pfandbriefe und sonstige Anleihen. Die SNB akzeptiert bei ihren Repogeschäften als Sicherheit (Collateral) nur Effekten, die bezüglich Bonität und Liquidität hohe Anforderungen erfüllen (ausreichende Sicherheiten). Die von der SNB akzeptierten Effekten sind im Verzeichnis der repofähigen Effekten aufgeführt.
Das Bankengesetz schreibt allen schweizerischen Geschäftsstellen von Banken und Effektenhändlern die Sicherung der privilegierten Einlagen vor, die durch den Einlagensicherungsverein Esisuisse (www.esisuisse.ch) gewährleistet wird. Wird eine Bank oder ein Effektenhändler mit Geschäftsstelle in der Schweiz zahlungsunfähig, stellen die anderen Mitglieder von Esisuisse umgehend die benötigten Gelder bereit, insgesamt bis zu 6 Mrd. Franken. Das solidarische System stellt sicher, dass die Kunden der zahlungsunfähigen Bank ihre gesicherten Einlagen innerhalb eines Monats ausbezahlt erhalten. Einlagen im Gesamtwert von maximal 100'000 Franken pro Einleger sind gesichert. Die Banken erhalten ihre Beiträge später bei der Liquidation der zahlungsunfähigen Bank zurückerstattet.
Elektronisches Geld (E-Geld, e-money) bezeichnet jeden elektronisch gespeicherten Geldwert in Form einer Forderung gegenüber dem Emittenten, der gegen Zahlung eines Geldbetrags ausgestellt wird, um damit Zahlungsvorgänge durchzuführen, und der auch von anderen natürlichen oder juristischen Personen als dem E-Geld-Emittenten angenommen wird. Darunter fallen u.a. Prepaid-Karten mit vielseitiger Einsatzmöglichkeit. Elektronisches Geld ist neben dem Notenbankgeld und dem Buchgeld der Geschäftsbanken eine weitere Form des Geldes.
euroSIC ist ein Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem (Real Time Gross Settlement, RTGS) für Euro-Zahlungen zwischen schweizerischen Finanzinstituten. euroSIC, das im Wesentlichen eine Kopie des SIC für Franken ist, wickelt Zahlungen in Euro über die Konten der SECB Swiss Euro Clearing Bank ab. euroSIC wird durch die SIX Interbank Clearing AG betrieben. Über den Zugang der SECB Swiss Euro Clearing Bank zu TARGET2 erleichtert euroSIC auch die Abwicklung von grenzüberschreitenden Zahlungen in Euro. Zudem ist euroSIC mit der Schweizer Börse (SIX Swiss Exchange) und dem Wertschriftenabwicklungssystem SECOM verbunden.
Das Financial Stability Board (FSB) setzt sich aus Vertretern der für die Finanzstabilität zuständigen nationalen Behörden (Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und Finanzministerien) zusammen. Das FSB erhielt 2009 von der G20 ein Mandat zur Förderung der Finanzstabilität und zur Entwicklung entsprechender Regulierungs- und Überwachungsmassnahmen. Seither erarbeitete es unter Mitwirkung der SNB verschiedene Reformvorschläge, namentlich zur Entschärfung der Too-big-to-fail-Problematik. Im Januar 2013 hat sich das FSB als Verein nach Schweizer Recht statuiert.
Die Finanzmarktinfrastruktur umfasst alle Systeme, über die Finanzmarkttransaktionen abgewickelt werden. Dazu gehören in der Schweiz das System für den Interbankenzahlungsverkehr Swiss Interbank Clearing System SIC (betrieben von der SIX Interbank Clearing AG im Auftrag der SNB), das System für den Effektenhandel an der Schweizer Börse (SIX Swiss Exchange), das System für die Effektenabwicklung SECOM (SIX SIS AG) sowie die zentrale Gegenpartei SIX x-clear (SIX x-clear AG). Die Betreiber sind in der SIX Group AG zusammengefasst. Die SNB überwacht die Finanzmarktinfrastruktur und kann Mindestanforderungen an die Betreiber stellen.
Ein stabiles Finanzsystem zeichnet sich dadurch aus, dass seine einzelnen Teile – Banken, Finanzmärkte und Finanzmarktinfrastrukturen – ihre jeweilige Funktion erfüllen und sich gegenüber möglichen Schocks als widerstandsfähig erweisen. Die Finanzstabilität ist eine wichtige Voraussetzung, dass sich eine Volkswirtschaft entfalten und die Geldpolitik umgesetzt werden kann. Die SNB hat gemäss Nationalbankgesetz zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen.
Im jährlichen Bericht zur Finanzstabilität gibt die SNB ihre Einschätzung der Stabilität des Schweizer Bankensektors wieder. Für die SNB ist der Bericht ein wichtiges Instrument, damit sie zur Stabilität des Finanzsystems beitragen und so ihre diesbezügliche gesetzliche Aufgabe erfüllen kann. Der Bericht dient dazu, auf Spannungen oder Ungleichgewichte hinzuweisen, die kurz- oder längerfristig eine Gefahr für die Finanzstabilität darstellen könnten sowie entsprechenden Handlungsbedarf aufzuzeigen.
Der FINMA (www.finma.ch), der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht, obliegt die Aufsicht über Banken, Versicherungen, Börsen, Effektenhändler, kollektive Kapitalanlagen sowie Vertriebsträger und Versicherungsvermittler. Als unabhängige Behörde setzt sie sich für den Schutz der Gläubiger, Anleger und Versicherten sowie für die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte ein.
Geld ist das vom Publikum allgemein akzeptierte Zahlungs- und Tauschmittel. Es dient auch zur Wertaufbewahrung und als Recheneinheit (Wertmassstab). In der Schweiz werden Banknoten und Münzen (Bargeld) sowie das Buchgeld als Geld bezeichnet.
In der Schweiz hat die Schweizerische Eidgenossenschaft die Geldhoheit inne. Sie umfasst das Recht, Vorschriften über das Noten- und Münzwesen zu erlassen (Bezeichnung der Währungseinheit, Bestimmung der Instanzen für die Emission des Geldes, Festsetzung der Stückelungen usw.). Im Nationalbankgesetz überträgt der Bund das Notenmonopol der SNB. Weitere Vorschriften zum Noten- und Münzwesen finden sich namentlich im Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel.
Der Geldmarkt ist der Markt für die Aufnahme und Anlage von kurzfristigen Geldern. Als kurzfristig gelten Gelder mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr (längerfristige Anlagen siehe Kapitalmarkt). Am unbesicherten Geldmarkt werden Darlehen ohne, am besicherten Geldmarkt mit Deckung vergeben (z.B. über Repogeschäfte). Die SNB steuert die Liquidität am besicherten Frankengeldmarkt und setzt so ihre Geldpolitik um. Banken nutzen den Geldmarkt für den Liquiditätsausgleich sowie die Liquiditätsbewirtschaftung. Im Interbankenmarkt schliessen Geschäftsbanken untereinander Geldmarktgeschäfte ab.
Die SNB definiert die Geldmenge M1 als die Summe aus dem Bargeldumlauf des Publikums, den Sichteinlagen der Inländer bei Banken sowie den Einlagen auf Spar- und Depositenkonten, die vor allem Zahlungszwecken dienen (Transaktionskonten).
Die SNB definiert die Geldmenge M2 als Summe der Geldmenge M1 und der Spareinlagen. Ausgeklammert aus den Spareinlagen werden die gebundenen Vorsorgegelder im Rahmen der beruflichen Vorsorge (2. Säule) und der freiwilligen Eigenvorsorge (3. Säule).
Die SNB definiert die Geldmenge M3 als Summe der Geldmenge M2 und der Termineinlagen (Kreditoren auf Zeit und Geldmarktpapiere).
Geldpolitik ist der Einsatz der geldpolitischen Instrumente durch die Zentralbank zur Erreichung wirtschaftspolitischer Ziele. Die Geldpolitik ist damit ein Teilgebiet der Wirtschaftspolitik. Die SNB führt ihre Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes. Mit ihrem Streben nach Preisstabilität schafft sie Rahmenbedingungen, die es der Wirtschaft ermöglichen, ihre Produktionskapazität auszuschöpfen (Fragen und Antworten zur geldpolitischen Strategie). Zu ihren Instrumenten gehören insbesondere das Offenmarktgeschäft (Repogeschäfte, Devisenswaps, An- und Verkauf von Devisen und Wertschriften) sowie die stehenden Fazilitäten (Engpassfinanzierungsfazilität, Innertagsfazilität).
Die SNB führt in der Regel vierteljährlich eine vertiefte geldpolitische Lagebeurteilung durch. Dabei werden basierend auf einer gründlichen Lageanalyse die Inflationsprognose und die Wachstumsschätzung aktualisiert und ein geldpolitischer Entscheid gefällt.
Das geldpolitische Instrumentarium der SNB enthält die Geschäfte und Massnahmen, die ihr gemäss Nationalbankgesetz und den Richtlinien über das geldpolitische Instrumentarium zur Verfügung stehen, um die Geldpolitik umzusetzen. Dazu gehören Offenmarktoperationen (Repogeschäfte, Devisenswaps, Devisenmarktinterventionen, die Emission und der Rückkauf von SNB Bills) sowie die Engpassfinanzierungsfazilität und die Innertagsfazilität. Auch die Verzinsung der Sichtguthaben auf den SNB-Girokonten (Negativzins) zählt zu den geldpolitischen Instrumenten (Fragen und Antworten zum Repogeschäft und zu den anderen geldpolitischen Instrumenten).
DDas geldpolitische Konzept beschreibt, wie die SNB ihren gesetzlichen Auftrag zur Gewährleistung der Preisstabilität zu erfüllen beabsichtigt (Fragen und Antworten zur Umsetzung der Geldpolitik). Das Konzept ist seit Dezember 1999 in Kraft und besteht aus drei Elementen: einer Definition der Preisstabilität, die Publikation einer bedingten Inflationsprognose über die nächsten zwölf Quartale und dem SNB-Leitzins.
Geldschöpfung ist der Prozess, in dem Geld geschaffen wird. Die SNB kann zum einen dank ihres Notenmonopols Geld schöpfen. Zum anderen können auch die Geschäftsbanken Buchgeld kreieren, indem sie Kredite gewähren. Ihre Möglichkeiten, Buchgeld zu schaffen, werden durch die gesetzlichen Vorschriften über die Mindestreserven und durch die Bereitschaft der SNB, die Geldversorgung zu erhöhen oder zu verknappen, beeinflusst. Die SNB kann über ihr geldpolitisches Instrumentarium die Zinssätze am Geldmarkt und damit die Geldversorgung der Schweiz indirekt über die Nachfrage nach Krediten (hoher Zins bedeutet kleinere Nachfrage nach Krediten und weniger Geldschöpfung und umgekehrt) steuern.
Der Geldwert ist die Kaufkraft des Geldes und stellt die Gütermenge dar, die für eine Geldeinheit gekauft werden kann. Es wird zwischen dem Binnen- und dem Aussenwert des Geldes unterschieden. Der Binnenwert entspricht dem Kehrwert des Preisniveaus. Bei einem Anstieg des Preisniveaus sinkt die Gütermenge, die mit einer Geldeinheit gekauft werden kann, und umgekehrt. Preisniveau und Kaufkraft des Geldes entwickeln sich mit anderen Worten immer entgegengesetzt. Beim Aussenwert des Geldes handelt es sich um die Menge an ausländischer Währung, die mit einer inländischen Geldeinheit erworben werden kann. Der Aussenwert entspricht dem Wechselkurs in der Mengennotierung.
Der Begriff der Geldwertstabilität hat zwei Dimensionen: In der binnenwirtschaftlichen Dimension wird Geldwertstabilität gewöhnlich mit Preisniveaustabilität gleichgesetzt und meint eine gleichbleibende Kaufkraft (Geldwert) des Geldes im Inland. Demgegenüber ist in der aussenwirtschaftlichen Dimension unter Geldwertstabilität die Stabilität des nominalen Wechselkurses zu verstehen.
Die jährliche Generalversammlung der SNB-Aktionäre nimmt den Jahresbericht und die Jahresrechnung der SNB ab und setzt die Dividende fest. Die Generalversammlung wählt auch fünf der elf Mitglieder des Bankrats. Da die SNB gemäss Nationalbankgesetz eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft ist, sind die Aktionärsrechte eingeschränkt. Die SNB-Aktien werden an der Schweizer Börse gehandelt.
Gemäss dem Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel gelten in der Schweiz vom Bund ausgegebene Münzen, von der SNB ausgegebene Noten sowie auf Franken lautende Sichtguthaben bei der SNB als gesetzliche Zahlungsmittel. Gesetzliche Zahlungsmittel müssen grundsätzlich unbeschränkt an Zahlung genommen werden, ausser es ist vertraglich etwas anderes vereinbart worden.
Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) und die SNB schliessen jeweils eine Vereinbarung für einige Jahre ab, um die Gewinnausschüttung der SNB zu verstetigen und zu glätten. Basis der Gewinnausschüttungsvereinbarung ist das Nationalbankgesetz, das überdies vorschreibt, dass ein ausschüttbarer Gewinn zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone abgeführt wird. Im November 2016 haben die SNB und das EFD eine neue Vereinbarung abgeschlossen, die für die Geschäftsjahre 2016 bis 2020 angewendet wird (Fragen und Antworten zu Eigenkapital und Gewinnverwendung).
Inländische Geschäftsbanken halten auf ihren Girokonten bei der SNB Giroguthaben als Sichtguthaben. Diese Sichtguthaben gelten als gesetzliches Zahlungsmittel. Die Nachfrage der Geschäftsbanken nach Giroguthaben stammt aus den gesetzlichen Liquiditätsvorschriften und aus dem Bedarf nach Arbeitsguthaben im bargeldlosen Zahlungsverkehr zwischen den Banken (SIC-System). Die Giroguthaben ausländischer Banken und Institutionen auf ihren Girokonten bei der SNB dienen der Abwicklung des Zahlungsverkehrs in Franken.
Der Begriff der Hyperinflation bezeichnet eine extrem hohe Inflation. Üblicherweise wird von Hyperinflation gesprochen, wenn die monatliche Inflationsrate mehr als 50% beträgt. Dies entspricht einer jährlichen Inflationsrate von 12'875%.
Ein Hypothekarkredit ist ein Darlehen gegen Deckung durch ein Grundpfand (Verpfändung oder Sicherungsübereignung von Grundpfandtiteln).
Inflation ist ein über längere Zeit anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, was einem Verlust der Kaufkraft des Geldes entspricht. Preisveränderungen bei einzelnen Gütern (Waren und Dienstleistungen) oder Gütergruppen, die veränderte Nachfrage- und Angebotsrelationen auf Märkten widerspiegeln, sind dagegen nicht mit Inflation gleichzusetzen. In der Schweiz wird die Inflation mit Hilfe des Landesindexes der Konsumentenpreise gemessen. Die Inflationsrate drückt die prozentuale Zunahme des Indexes aus. Ziel der Geldpolitik der SNB ist es, sowohl Inflation wie auch Deflation zu vermeiden und damit die Preisstabilität zu gewährleisten.
Die Inflationsprognose ist eine von der SNB anlässlich ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vierteljährlich publizierte Prognose über die Entwicklung der Inflationsrate in den kommenden drei Jahren. Sie ist bedingt, weil unterstellt wird, dass die SNB den Leitzins über den Prognosezeitraum nicht ändern wird. Die SNB stützt ihre geldpolitischen Entscheide auf die Inflationsprognose ab und kann damit auf sich abzeichnende Abweichungen von der Preisstabilität reagieren.
Der Kapitalmarkt ist - ergänzend zum Geldmarkt - der Markt für die Aufnahme und Anlage von mittel- bis langfristigen Mitteln. Die Überlassungsdauer beträgt bei mittelfristigem Kapital in der Regel ein bis vier Jahre und bei langfristigem Kapital fünf und mehr Jahre. In diesem Zusammenhang zu unterscheiden sind der Aktienmarkt für Eigenkapital und der Obligationen- oder Anleihenmarkt, auf dem Schuldverschreibungen (Obligationen) und somit Fremdkapital begeben und gehandelt werden.
Kaufkraftparität liegt vor, wenn der Wechselkurs auf einem Niveau liegt, auf dem bei gegebenen Preisniveaus in zwei Ländern die Kaufkraft der in- und der ausländischen Währung gleich ist. Kaufkraftparität folgt also aus dem "Gesetz des einheitlichen Preises", das zur Erklärung des Wechselkurses dient.
Der vom Bundesamt für Statistik (BFS, www.bfs.admin.ch) ermittelte Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst die durchschnittliche Preisentwicklung der von privaten Haushalten in der Schweiz nachgefragten Güter und Dienstleistungen. Der LIK wird monatlich anhand eines Warenkorbs berechnet, der den Konsum der privaten Haushalte abbildet. Die Inflationsrate in der Schweiz wird mit dem LIK gemessen. Die SNB stützt sich bei der Definition der Preisstabilität auf den LIK ab.
Die Leverage Ratio misst den Verschuldungsgrad einer Bank (Basel III). Sie berechnet sich als Verhältnis zwischen dem Eigenkapital und der Summe aller Aktiven, wobei diese nicht nach Risiko gewichtet werden. Je höher die Leverage Ratio liegt, desto robuster ist in der Regel die Bank im Fall einer Krise.
Der Libor (London Interbank Offered Rate) repräsentiert den durchschnittlichen Zinssatz, zu dem eine Bank unbesicherte Kredite für eine gewisse Laufzeit sowie Währung aufnehmen könnte. Die betreffenden Banken melden der für die Ermittlung des Libors verantwortlichen Institution ICE Benchmark Administration bankwerktäglich kurz vor 11 Uhr einen Zinssatz. An der Erhebung beteiligen sich die wichtigsten, international tätigen Banken, wobei die Anzahl je nach Währung variiert. Der tiefste und der höchste Viertel der gemeldeten Zinssätze werden für die Fixierung des Libors nicht berücksichtigt. Der aus den verbleibenden Zinssätzen gebildete Durchschnitt wird als Libor für den jeweiligen Tag fixiert und publiziert. Die SNB verwendete den Dreimonats-Libor für Franken bis am 13. Juni 2019 als Referenzzinssatz. Vor dem Hintergrund der internationalen Reformbestrebungen im Bereich der Referenzzinssätze gab die britische Finanzmarktaufsicht im Juli 2017 bekannt, dass sie den Libor nach dem Jahr 2021 nicht mehr unterstützt. Die Nationale Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in Franken (NAG) empfahl, in der Schweiz den SARON als Alternative zum Franken-Libor zu verwenden. Seit dem 13. Juni 2019 steht beim Bestreben der SNB, die kurzfristigen Geldmarktzinssätze in Franken nahe am SNB-Leitzins zu halten, der SARON im Fokus.
Unter Liquidität eines Wirtschaftssubjekts wird die Fähigkeit verstanden, den zwingend fälligen Verbindlichkeiten jederzeit und uneingeschränkt nachkommen zu können. Das Bankengesetz schreibt vor, dass Banken in der Schweiz über eine angemessene Liquidität verfügen müssen. Entsprechend wird eine Bank oder Bankengruppe als illiquid bezeichnet, wenn sie nicht genügend flüssige Mittel hat, um alle kurzfristigen Verbindlichkeiten befriedigen zu können. Eine Bank kann solvent, aber trotzdem illiquid sein: In diesem Fall hat sie zwar genügend Aktiven, so dass sämtliche Schulden gedeckt sind und keine Überschuldung vorliegt; ihr stehen jedoch zu wenig flüssige Mittel zur Verfügung, um alle kurzfristigen Verbindlichkeiten erfüllen zu können. Für das Liquiditätsmanagement der Banken ist der Geldmarkt zentral. Die SNB versorgt den Geldmarkt mit Liquidität und setzt so ihre Geldpolitik um.
Makroprudenzielle Massnahmen zielen auf die Wahrung oder Wiederherstellung der Stabilität des Finanzsystems ab. Dabei ist einerseits die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems gegen Schocks zu stärken und andererseits dem Aufbau von systemischen Risiken entgegenzuwirken. Makroprudenzielle Massnahmen betreffen den schweizerischen Bankensektor als Ganzes und nicht nur einzelne Finanzmarktteilnehmer. Wichtiges Beispiel ist der antizyklische Kapitalpuffer, der in der Schweiz seit dem 1. Juli 2012 zur Verfügung steht.
Der Mindestkurs war eine von der SNB festgelegte Untergrenze für den Wechselkurs, die am Devisenmarkt nicht unterschritten werden durfte. Vom 6. September 2011 bis 15. Januar 2015 galt ein Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro. Das bedeutete, dass die SNB den Wechselkurs nicht unter 1.20 Franken pro Euro fallen liess. Die SNB setzte den Mindestkurs mit aller Konsequenz durch und war bereit, dafür unbeschränkt Devisen zu kaufen (Devisenmarktintervention). Ziel des Mindestkurses war, eine mit einer massiven Überbewertung des Frankens verbundene Bedrohung der Wirtschaft sowie die damit verbundene Gefahr einer deflationären Entwicklung einzudämmen (Deflation) und damit angemessene monetäre Rahmenbedingungen für die Schweizer Wirtschaft zu sichern. Am 15. Januar 2015 hob die SNB den Mindestkurs angesichts der internationalen Entwicklungen auf (Medienmitteilung).
Um das reibungslose Funktionieren des Geldmarktes zu erleichtern, müssen die Banken ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten in Franken zu einem gewissen Prozentsatz mit Mindestreserven hinterlegen. Als Mindestreserven gelten auf Franken lautende Münzen, Banknoten und Giroguthaben bei der SNB. Angaben zur Erfüllung der Mindestreservepflicht finden sich in der Publikation Geldpolitisch wichtige Daten.
Die monetären Rahmenbedingungen werden von den Zinsen und auch vom Wechselkurs geprägt. Die SNB gewährleistet die Preisstabilität, indem sie dafür sorgt, dass die monetären Rahmenbedingungen für die Wirtschaft angemessen sind.
Das Nationalbankgesetz (Bundesgesetz über die Schweizerische Nationalbank, NBG) ist der rechtliche Rahmen für die Tätigkeit der SNB als Zentralbank der Schweiz. Es enthält Vorschriften über die SNB als Aktiengesellschaft, ihre Organisation und ihre Aufgaben.
Wenn der geldpolitische Zins bereits bei null liegt, aber die Geldpolitik weiter gelockert werden soll, kann die Zentralbank die Zinsen für ihre Girokonten in den negativen Bereich senken. Seit dem 22. Januar 2015 erhebt die SNB auf den Sichtguthaben auf ihren Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag überschreiten, einen Negativzins. Dieser entspricht zurzeit dem SNB-Leitzins.
Die Notenbankgeldmenge entspricht der Summe von Notenumlauf und Giroguthaben inländischer Geschäftsbanken bei der SNB. Zur Bezeichnung der Notenbankgeldmenge werden mitunter die Begriffe Geldmenge M0 oder monetäre Basis verwendet.
Das Nationalbankgesetz überträgt der SNB das ausschliessliche Recht zur Ausgabe von Schweizer Banknoten. Damit ist die SNB Trägerin des Notenmonopols. Ihre ersten Banknoten gab die SNB am 20. Juni 1907 aus, am Tag der Aufnahme ihres Geschäftsbetriebs (Interimsnoten).
Die Summe aller von der SNB ausgegebenen Noten wird als Notenumlauf bezeichnet. Er bildet zusammen mit den Giroguthaben der inländischen Geschäftsbanken bei der SNB die Notenbankgeldmenge. Der Notenumlauf stellt eine Verbindlichkeit der Zentralbank gegenüber dem Publikum dar und erscheint somit auf der Passivseite der Zentralbankbilanz.
Eine Offenmarktoperation ist der An- oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Forderungen am Geldmarkt oder Kapitalmarkt durch die Zentralbank. Anders als bei stehenden Fazilitäten geht die Initiative bei Offenmarktoperationen nicht von der Geschäftsbank, sondern von der Zentralbank aus. Die SNB benützt die Offenmarktoperationen, die zum geldpolitischen Instrumentarium gehören, in erster Linie für die Steuerung der Notenbankgeldmenge und damit die Umsetzung ihrer Geldpolitik. Offenmarktoperationen von praktischer Relevanz für die SNB sind Repogeschäfte, Devisenmarktinterventionen, Devisenswaps und Wertpapiergeschäfte.
Als OTC- oder ausserbörslicher Handel werden Wertschriftentransaktionen bezeichnet, die nicht über die Börse abgeschlossen werden. Auch viele Derivate werden ausserbörslich an sogenannten OTC-Derivatmärkten gehandelt. Aufgrund ihrer starken internationalen Vernetzung sowie der grossen Handelsvolumen und Ausfallrisiken können OTC-Derivatmärkte die Stabilität des Finanzsystems gefährden. Die G20 und das Financial Stability Board (FSB) haben daher Empfehlungen zur Erhöhung der Transparenz, der Integrität und der Stabilität des OTC-Derivatmarkts verabschiedet. Insbesondere sollten standardisierte OTC-Derivate über zentrale Gegenparteien abgerechnet werden.
Als Potenzialwachstum versteht man in der Volkswirtschaftslehre die langfristige Veränderung des Bruttoinlandprodukts (BIP) bei einem normalen Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten. Das Potenzialwachstum stellt somit die Veränderung des Produktionspotenzials dar. Fällt die tatsächliche Wirtschaftsleistung unter das Produktionspotenzial, entsteht eine Produktionslücke, d.h., eine Unterauslastung der Produktionskapazitäten. Im umgekehrten Fall kommt es zu einem Produktionsüberhang, d.h. zu einer Überauslastung der Produktionskapazitäten.
Das Preisniveau ist der gewichtete Durchschnitt verschiedener Güterpreise in einer Volkswirtschaft. Es wird anhand eines bestimmten Güterkorbes gemessen, der ein Abbild der in der Volkswirtschaft produzierten oder konsumierten Güter (Waren und Dienstleistungen) ist. Ein stabiles Preisniveau bedeutet nicht notwendigerweise stabile Einzelpreise: Preissteigerungen bei einzelnen Gütern können durch Preissenkungen an anderer Stelle ausgeglichen werden, so dass das Preisniveau insgesamt konstant bleibt. Ein Anstieg des Preisniveaus bedeutet einen Rückgang der Kaufkraft des Geldes: Mit einer Geldeinheit lassen sich im Durchschnitt weniger Gütereinheiten kaufen. Preisniveau und Geldwert entwickeln sich mit anderen Worten immer gegenläufig. In der Schweiz ist der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) der wichtigste Indikator zur Messung des Preisniveaus.
Das Nationalbankgesetz verpflichtet die SNB auf das Ziel der Preisstabilität. Gemäss der Definition der SNB herrscht dann Preisstabilität, wenn die am Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) gemessene Inflation im Jahresdurchschnitt unter 2% liegt und auch keine Deflation vorliegt. Die SNB muss die Geldpolitik so führen, dass die Preisstabilität gewährleistet ist, und sie hat dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung zu tragen.
Gemäss Nationalbankgesetz hat die SNB der Bundesversammlung jährlich in einem Bericht Rechenschaft über die Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben abzulegen. Im Rechenschaftsbericht wird die wirtschaftliche und monetäre Entwicklung in der Berichtsperiode beschrieben, und es wird eingehend dargestellt, wie die SNB ihre Aufgaben erfüllt hat. Der Rechenschaftsbericht ist Teil des Geschäftsberichts der SNB.
Beim Repogeschäft verkauft der Geldnehmer Wertpapiere an den Geldgeber und verpflichtet sich gleichzeitig dazu, Wertpapiere gleicher Gattung und Menge zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukaufen. Der bei einem Repogeschäft angewendete Zinssatz wird Reposatz genannt. Das Repogeschäft ist ein wichtiges geldpolitisches Instrument der SNB, mit dem sie die Liquidität am Geldmarkt steuert. Die SNB kann Liquidität zuführen, indem sie als Geldgeberin auftritt, und Liquidität abschöpfen, indem sie als Geldnehmerin fungiert. Die SNB akzeptiert nur Wertpapiere, die von ihr als notenbankfähige Effekten definiert werden (ausreichende Sicherheiten). Die als Sicherheit dienenden Wertpapiere werden auch als Collateral bezeichnet.
Reserveserien sind Notenserien, die nie in Umlauf gesetzt wurden. In der Schweiz stellen die 4. und 7. Serie Reserveserien dar. Diese Serien wären zum Einsatz gekommen, falls in grossem Umfang Fälschungen der sich im Umlauf befindenden Noten zirkuliert hätten. In diesem Fall hätte die SNB die gefälschte Stückelung oder Serie ersetzt.
Nach einer gängigen Definition ist eine Rezession eine Phase im Konjunkturzyklus, in der das Bruttoinlandprodukt (BIP) während mindestens zweier Quartale in Folge sinkt.
Gemäss dem Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel kann die SNB die aktuelle Notenserie auf ein bestimmtes Datum zurückrufen, wenn sie durch eine neue Serie ersetzt wird. Die SNB ist verpflichtet, die zurückgerufenen Noten während 20 Jahren zum Nennwert umzutauschen. Ab Rückrufdatum sind die zurückgerufenen Schweizer Banknoten kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr.
Die Rückstellungen für Währungsreserven stellen die wichtigste Komponente des Eigenkapitals der SNB dar. Die SNB bildet gemäss Nationalbankgesetz Rückstellungen, um die Währungsreserven auf der geld- und währungspolitisch erforderlichen Höhe zu halten. Unabhängig von dieser Finanzierungsfunktion haben die Rückstellungen eine allgemeine Reservefunktion und wirken als Puffer gegen Verlustrisiken (Fragen und Antworten zu Eigenkapital und Gewinnverwendung).
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führt als unabhängige Zentralbank die Geldpolitik des Landes. Sie muss sich gemäss Bundesverfassung und Nationalbankgesetz vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen, als vorrangiges Ziel die Preisstabilität gewährleisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung tragen. Sie setzt damit eine grundlegende Rahmenbedingung für das Gedeihen der Wirtschaft (Fragen und Antworten zum Unternehmen Nationalbank).
Seigniorage sind die Erträge, die Zentralbanken aufgrund des Notenmonopols erzielen, oder in anderen Worten, die Gewinne aus der Geldschöpfung. Auch die SNB erwirtschaftet eine Seigniorage, weil sie ihre Aktiven dank ihres Notenmonopols - über Notenumlauf und Sichtguthaben - sehr günstig finanzieren kann. Ein grosser Teil der Seigniorage wird über die Gewinnausschüttungen an den Bund und die Kantone abgeführt (Gewinnausschüttungsvereinbarung).
SIC (Swiss Interbank Clearing) ist das elektronische Schweizer Interbankenzahlungssystem, das die SIX Interbank Clearing AG, ein Unternehmen der SIX, im Auftrag der SNB seit 1987 betreibt. Es ist ein Bruttoabwicklungssystem in Echtzeit (Real Time Gross Settlement, RTGS) mit Warteschlangenmechanismus. Die Zahlungen werden individuell und sequenziell - d.h., auf Bruttobasis - verarbeitet. Die Verrechnungskonten der Teilnehmer im SIC werden über deren Girokonten bei der SNB alimentiert. Über das SIC wickelten Ende 2015 350 Teilnehmer sowohl Grossbetrags- wie auch Retailzahlungen in Franken ab. Das SIC ist ein wichtiger Bestandteil der Swiss Value Chain.
Das Total der Sichtguthaben bei der SNB umfasst neben den inländischen Giroguthaben auch die Verbindlichkeiten gegenüber dem Bund auf Sicht, die Giroguthaben ausländischer Banken und Institutionen sowie die übrigen Sichtverbindlichkeiten.
Sicherheitsmerkmale sind die im Sicherheitskonzept definierten Merkmale, die auf den Banknoten enthalten sind, um Fälschungen möglichst zu verhindern. Auf den Schweizer Banknoten der 8. Serie lassen sich die folgenden sechs Merkmale schnell erkennen und prüfen: Tanzzahl, Zauberzahl, Farbzahl, Chamäleonzahl, Glitzerzahl und Lochzahl. Daneben enthalten diese Banknoten weitere Sicherheitsmerkmale wie den Sicherheitsfaden oder das Wasserzeichen (Sicherheitskonzept 8. Serie). Die Banknoten der 9. Serie, welche die Noten der 8. Serie von 2016 bis 2019 schrittweise ablösen, sind mit einer Vielzahl von neuen und von bewährten Sicherheitsmerkmalen versehen (Sicherheitskonzept 9. Serie). Diese neue Notenserie zeichnet sich durch die Kombination von komplexen Sicherheitsmerkmalen und anspruchsvoller Gestaltung aus, was Fälschungen zusätzlich schwierig macht.
SNB Bills sind Schuldverschreibungen der SNB mit Laufzeit bis zu einem Jahr. Sie sind seit Oktober 2007 Teil des geldpolitischen Instrumentariums und dienen im Rahmen der Steuerung der Giroguthaben zur Abschöpfung von Liquidität. Im Zuge der Massnahmen gegen den starken Franken verzichtet die SNB seit August 2011 auf die Emission von SNB Bills.
Der SNB-Leitzins bildet neben der Definition der Preisstabilität und der bedingten Inflationsprognose das dritte Element im geldpolitischen Konzept ( Fragen und Antworten zur geldpolitischen Strategie ). Die Nationalbank strebt an, die kurzfristigen besicherten Geldmarktsätze in Franken nahe am SNB-Leitzins zu halten. Der aussagekräftigste dieser Geldmarktsätze ist heute der SARON. Der SNB-Leitzins ersetzt seit dem 13. Juni 2019 im geldpolitischen Konzept das Zielband für den Dreimonats-Libor (London Interbank Offered Rate) in Franken.
Eine Bank oder Bankengruppe ist solvent, wenn sie die geltenden Eigenmittelvorschriften erfüllt. Diese Bedingung impliziert insbesondere, dass sie genügend Aktiven hat, um ihren gesamten Verbindlichkeiten nachkommen zu können. Nur wenn eine Bank oder Bankengruppe solvent ist, d.h., über ausreichende regulatorische Eigenmittel verfügt, kann die SNB ausserordentliche Liquiditätshilfe leisten. Bei der Beurteilung der Solvenz holt die SNB die Stellungnahme der FINMA ein.
Der Stabilisierungsfonds (StabFund) war eine von der SNB gegründete Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen, in die illiquide Aktiven der UBS eingebracht wurden. Die Übernahme illiquider Aktiven der UBS durch den Stabilisierungsfonds im Herbst 2008 war Teil eines Massnahmenpakets, mit dem die durch die Finanzkrise geschwächte UBS von Bund und SNB gestützt wurde. Der Beitrag der SNB an die Stützungsmassnahmen erfolgte im Rahmen der ausserordentlichen Liquiditätshilfe. Im November 2013 kaufte die UBS den Stabilisierungsfonds von der SNB zurück (Medienmitteilung).
Stagflation ist die Bezeichnung für eine Wirtschaftslage, in der die gesamtwirtschaftliche Produktion stagniert und gleichzeitig das Preisniveau steigt. Der Begriff der Stagflation setzt sich zusammen aus (konjunktureller) Stagnation und Inflation.
Eine Banknotenserie besteht aus verschiedenen Stückelungen, von denen jede einen anderen Nennwert hat. Die aktuelle 8. Banknotenserie wie auch die 9. Banknotenserie, welche die 8. Serie von 2016 bis 2019 schrittweise ablöst, bestehen aus sechs Stückelungen zu 10, 20, 50, 100, 200 und 1000 Franken.
Swissmint (www.swissmint.ch) ist seit 1998 der neue Name der Eidgenössischen Münzstätte. Mit der Bundesverfassung von 1848 ging das Recht, Münzen zu prägen (Münzregal), von den Kantonen an den Bund über. 1855 erwarb der Bund die Berner Münzstätte; sie wurde zur Eidgenössischen Münzstätte, mit der Aufgabe, das Land laufend mit den nötigen Münzen zu versorgen. Seit dem 1. Januar 1998 ist Swissmint eine selbständige Einheit der Eidgenössischen Finanzverwaltung.
Als Swiss Finish werden Schweizer Vorschriften im Bereich der Finanzstabilität bezeichnet, die über die international vereinbarten Mindestanforderungen von Basel III hinausgehen, insbesondere im Bereich der Eigenmittelvorschriften.
Eine Bank oder Bankengruppe ist im Sinn des Bankengesetzes systemrelevant, wenn sie im inländischen Kredit- und Einlagengeschäft Funktionen ausübt, die für die Schweizer Volkswirtschaft unverzichtbar und kurzfristig nicht substituierbar sind. Andere Kriterien wie Grösse, Risikoprofil und Vernetzung werden bei einem Entscheid ebenfalls berücksichtigt. Systemrelevante Banken müssen in der Schweiz besondere Anforderungen erfüllen (Too big to fail), die über den Mindeststandard von Basel III hinausgehen (Swiss Finish). Das Bankengesetz erteilt der SNB den Auftrag, nach Anhörung der FINMA die systemrelevanten Banken und deren systemrelevante Bankfunktionen zu bezeichnen. Ende 2015 galten die Credit Suisse, die UBS, die ZKB, die Raiffeisen und die PostFinance AG als systemrelevant. Auf internationaler Ebene haben der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht und das Financial Stability Board (FSB) global systemrelevante Finanzinstitute bestimmt - zu denen zurzeit auch die beiden Schweizer Grossbanken gehören -, die künftig neben den Mindeststandards von Basel III zusätzliche Eigenkapitalanforderungen einhalten müssen.
Eine Bank wird als "too big to fail" (TBTF) bezeichnet, wenn ihr Ausfall gravierende Konsequenzen für das Funktionieren des inländischen oder weltweiten Finanzsystems sowie für die Volkswirtschaft hätte und der Staat damit im Falle einer Krise faktisch gezwungen wäre, rettend einzugreifen. Empfehlungen zur Entschärfung der TBTF-Problematik stehen im Zentrum der Reformvorschläge des Financial Stability Board (FSB). Die Schweiz hat mit Vorschriften im Bereich der Eigenmittel, der Organisation, der Liquidität und der Risikoverteilung das mit TBTF verbundene Systemrisiko erheblich reduziert. 2015 wurde die TBTF-Regulierung revidiert, mit erhöhten Anforderungen an die Grossbanken in verschiedenen Bereichen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise auf Anfang 2020.
Gemäss Bundesverfassung und Nationalbankgesetz ist die SNB allein für geldpolitische Entscheide zuständig und darf keine Weisungen anderer Behörden einholen oder entgegennehmen. Diese Unabhängigkeit soll sicherstellen, dass die Geldpolitik nicht zum Spielball kurzfristiger politischer Interessen wird. Je unabhängiger eine Zentralbank ist, desto besser kann sie ihren Auftrag erfüllen. Weil die Geldpolitik mit einer erheblichen Zeitverzögerung wirkt, müssen Zentralbanken glaubwürdig sein. Unabhängigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass eine Zentralbank diese Glaubwürdigkeit erarbeiten kann. Die Unabhängigkeit ist an die Pflicht geknüpft, dem Bundesrat und dem Parlament Rechenschaft (Rechenschaftsbericht) abzulegen und die Öffentlichkeit regelmässig zu informieren (Fragen und Antworten zur Unabhängigkeit der Nationalbank und ihrem Verhältnis zum Bund).
Eine virtuelle Währung ist die digitale Darstellung eines Wertes und im Internet handelbar. Sie übernimmt Funktionen von Geld, wird als Zahlungsmittel jedoch nur von Mitgliedern einer spezifischen virtuellen Gemeinschaft akzeptiert. Gesetzliches Zahlungsmittel ist sie nirgends. Eine solche Währung hat eine eigene Denomination und wird von einer nichtregulierten Institution oder einem Netzwerk von Rechnern emittiert und kontrolliert.
Die Währungsreserven der SNB setzen sich aus dem Goldbestand, den Devisenanlagen, der Reserveposition beim Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie den internationalen Zahlungsmitteln zusammen.
Das Fürstentum Liechtenstein hat den Franken als seine Währung gesetzlich eingeführt. Der Währungsvertrag zwischen der Schweiz und Liechtenstein regelt die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Ländern in Bezug auf den gemeinsamen Währungsraum.
Der Wechselkurs bezeichnet das Austauschverhältnis zweier Währungen. Er wird als Preis einer Währung in Einheiten einer anderen Währung ausgedrückt. Wird der Preis einer ausländischen Währungseinheit in heimischer Währung ausgedrückt, so spricht man von Preisnotierung (z.B. 0.91 CHF pro USD); wird hingegen der Preis einer heimischen Währungseinheit in ausländischer Währung ausgedrückt, handelt es sich um die Mengennotierung (z.B. 1.12 USD pro CHF). Der Aussenwert des Geldes entspricht dem Wechselkurs in der Mengennotierung. Gebräuchlich in der Schweiz ist die Preisnotierung. Wird der Wechselkurs um die Preisentwicklung der betreffenden Länder bereinigt, spricht man vom realen Wechselkurs. Wird der Wechselkurs gegenüber einem Korb von ausländischen Währungen gemessen, spricht man vom effektiven Wechselkurs.
Ein Wechselkursindex fasst den Aussenwert der Heimwährung gegenüber Währungen von Handelspartnern in einer einzigen Masszahl zusammen. Die Gewichtung der Währungen richtet sich nach der Bedeutung der Handelspartner für die heimische Wirtschaft (gewichteter effektiver Wechselkurs). Mit dem nominalen Wechselkursindex wird der nominale Aussenwert gemessen. Wertet sich die Heimwährung im Durchschnitt auf, so steigt dieser Index. Der reale Wechselkursindex misst den realen Aussenwert der heimischen Währung. Erhöht sich der Indexwert, zeigt dies eine reale Aufwertung der Heimwährung an. Die reale Kaufkraft nimmt im Durchschnitt zu.
Zurückgerufene Banknoten sind nach Ablauf der gesetzlichen Umtauschfrist von 20 Jahren ab Rückruf wertlos und können nicht mehr umgetauscht werden. Der Gegenwert der innert dieser Frist nicht zum Umtausch eingereichten Noten wird an den Fonds für Hilfe bei nicht versicherbaren Elementarschäden überwiesen. Wertlose Banknoten können allenfalls noch einen Sammlerwert haben und werden von Numismatikern, Antiquitätengeschäften oder Banken gehandelt. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage sowie nach dem Zustand der Noten. Die SNB handelt nicht mit wertlosen Banknoten.
Die Zentralbank ist die Währungsbehörde eines Staates. In der Regel verfügt sie über das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten (Notenmonopol) und führt die Geldpolitik eines Landes. Die Zentralbank der Schweiz ist die Schweizerische Nationalbank (SNB).
Der Zins ist der Preis für die Überlassung eines Geldbetrages während einer bestimmten Zeitdauer. Er ist vom Schuldner an den Gläubiger zu entrichten. Der Zins wird in Prozenten der zur Verfügung gestellten Summe ausgedrückt (Zinssatz) und bezieht sich in der Regel auf die Dauer eines Jahres. Der Zinssatz bildet sich gemäss Angebot und Nachfrage am Geldmarkt und am Kapitalmarkt. Seine Höhe wird zudem durch die Dauer der Überlassung sowie die Bonität (Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit) des Schuldners beeinflusst.
Wird der nominale Zins um den Verlust der Kaufkraft des Geldes bereinigt, der als Folge der Inflation eintritt, ergibt sich der Realzins. Er berechnet sich somit als Differenz zwischen Nominalzins und Inflationsrate. Der Realzins bezeichnet mit anderen Worten den um die Inflation bereinigten Ertrag auf Anlagen bzw. die inflationsbereinigten Kosten der Kreditaufnahme.