Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03118.jsonl.gz/2061

Ende Januar berichteten mehrere Medien, darunter auch watson, über einen befürchteten Einschlag einer ausgebrannten SpaceX-Raketenstufe auf dem Mond. Doch nun weisen neue Analysen auf eine andere Herkunft des Trümmerstücks hin: Wie die Nasa mitteilt, dürfte es sich wohl um einen Teil einer alten chinesischen Rakete handeln.
Wahrscheinlich gehe es um einen «Chang'e 5-T1-Booster», der 2014 von der Erde ins All geschossen worden war. Dies schloss die Nasa aus Umlaufbahnen des Objektes in den Jahren 2016 und 2017, wie sie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Nach wie vor wird aber am 4. März mit dem Einschlag auf der Rückseite des Mondes gerechnet.
Zuvor hatte die US-Weltraumbehörde mitgeteilt, dass sie davon ausgehe, dass eine «Falcon 9»-Raketenstufe von SpaceX Anfang März mit dem Mond zusammenstossen könnte. Die Rakete war 2015 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet, jedoch reichte der Treibstoff der Raketenstufe nicht aus, um zurück zur Erde zu kommen, weswegen sie seitdem im All unterwegs ist.
Der Experte Bill Gray, der am 21, Januar seine Berechnungen zum fraglichen Trümmerobjekt WE0913A veröffentlicht und damit die Berichte über die vermeintliche «Falcon-9»-Raketenstufe ausgelöst hatte, revidierte seine Berechnungen am 12. Februar. Gray, der die Software Project Pluto zur Verfolgung von erdnahen Objekten, Asteroiden und Kometen entwickelt hat, teilte mit, dass die Raketenstufe der chinesischen Chang'e-Mission besser zu WE0913A passe. Die chinesische Raketenstufe flog einige Tage nach dem Start auf einer Umlaufbahn in der Nähe des Mondes, wie man sie von einer Stufe erwarten würde, die ein Raumfahrzeug auf eine translunare Flugbahn brachte.
Den Einschlag der chinesischen Raketenstufe werden wir nicht direkt beobachten können, da er auf der erdabgewandten Seite des Mondes stattfinden wird. Das Trümmerstück wird gemäss Berechnungen, die freilich noch von der Raketenstufe einer Falcon-9 ausgingen, mit einer Geschwindigkeit von 2,6 Kilometern pro Sekunde auf der Oberfläche unseres Trabanten aufschlagen. Dies würde einen Krater von rund 19 Metern Durchmesser verursachen.
Es ist allerdings bei weitem nicht das erste Mal, dass Trümmer von Raumfahrzeugen auf die Mondoberfläche stürzen. So schlugen etwa die wesentlich grösseren Raketenstufen der Apollo-Missionen ebenfalls Krater in die Mondoberfläche. Diese Trümmer liess man jedoch absichtlich auf den Mond stürzen. (dhr/sda/dpa)