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Bern (awp/sda) - Die Schweiz hat mit der EU einen Abkommensentwurf über die Anerkennung von geschützten Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben unterzeichnet. Keine Einigung gab es dabei beim Zankapfel Emmentalerkäse. Der bleibt vorerst ausgeklammert.
Der Entwurf wurde am vergangenen Freitag unterzeichnet, wie Jacques Chavaz, Vizedirektor der Bundesamtes für Landwirtschaft, am Donnerstag vor den Bundeshausmedien in Bern sagte. Neben dem Abkommensentwurf einigten sich die Delegationsleiter auch auf eine Erklärung über die Etappen bis zum endgültigen Abschluss des Abkommens.
Vorgesehen ist eine beiderseitige Prüfung und eine öffentliche Konsultation zu den geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOC oder GUB) und den geschützten geografischen Angaben (GGA). Wie Chavaz erklärte, ist die Konsultation kein Einspracheverfahren. Die Akteure können aber ihre Standpunkte und Einwände einbringen. Demselben Verfahren unterliegen auch alle Aktualisierungen.
Ausgeklammert aus dem Ganzen bleibt vorerst der Emmentalerkäse. Wie Chavaz sagte, wünschte sich auch die Sortenorganisation diese Ausklammerung.
Für die EU bezeichnet "Emmentaler" eine Käsesorte und hat nichts mit dem bernischen Kantonsteil zu tun. Sie schlug darum vor, den "echten" Emmentaler als "Schweizer Emmentaler" oder "Emmental Switzerland" schützen zu lassen.
Für die Schweizer Sortenorganisation käme dieser Schritt aber einer Anerkennung des Begriffs für eine Käsesorte gleich. Dasselbe ist mit "Camembert" geschehen. Der Begriff steht für eine Weichkäsesorte und hat nichts mehr mit dem Ursprung zu tun. Geschützt ist lediglich "Camembert de Normandie".
In der EU wird 15 Mal mehr Emmentaler produziert als in der Schweiz. In Deutschland hat der "Allgäuer Emmentaler" mit AOC-Prädikat, in Frankreich verfügen "Emmental français est-central" und "Emmental de Savoie" über das GGA-Label.
Weniger umstritten ist die Situation gemäss Chavaz beim "Gruyère". Dieser Käse werde traditionell auch in Frankreich hergestellt, ein Gesuch um eine geschützte Herkunftsbezeichnung sei dort hängig. Nach seinen Informationen zeichne sich eine Einigung ab.
Bereits im Januar 2010 beginnt die Schweiz mit der öffentlichen Konsultation. Dann gilt eine zweimonatige Frist zum Einreichen von Kommentaren. Das Abkommen wird voraussichtlich Mitte 2010, die innerstaatlichen Verfahren frühestens Ende 2010 abgeschlossen sein.
Aus der EU sollen etwa 800 Produkte den geschützten Bezeichnungen unterstehen, aus der Schweiz etwa 20. Die Herkunftsbezeichnungen von Weinen und Spirituosen anerkennen die Schweiz und die EU bereits seit 1999 gegenseitig.
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Bern (awp/sda) - Die Schweiz hat mit der EU einen Abkommensentwurf über die Anerkennung von geschützten Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben unterzeichnet. Keine Einigung gab es dabei beim Zankapfel Emmentalerkäse. Der bleibt vorerst ausgeklammert.