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Rund ein Jahr nach dem verheerenden Giftgasanschlag bei Damaskus, bei dem über 1300 Menschen getötet worden waren, soll Syrien frei von Chemiewaffen sein. So sieht es der Plan der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) vor.
Um dieses Ziel zu erreichen hat die OPCW einen gigantischen Masterplan erarbeitet. Eine Schlüsselrolle wird demnach die US-Marine mit dem Spezialschiff «MV Cape Ray» einnehmen, auf dem die gefährlichsten Kampfstoffe vernichtet werden sollen.
Der Plan sieht vor, die syrischen Giftgasbestände sowie für die Produktion weiterer Waffen notwendige Chemikalien in Lastwagen zu dem syrischen Mittelmeerhafen Latakia zu bringen. Bisher sind die Chemiewaffen über zwölf Stützpunkte in Syrien verstreut.
In Latakia sollen die Waffen dann von zwei Frachtschiffen aufgenommen werden, die sie in Begleitung von norwegischen und dänischen Kriegsschiffen in einen italienischen Hafen transportieren. Hie sollen dann die gefährlichsten Kampfstoffe auf die «MV Cape Ray» umgeladen werden.
Übrig bleibt toxischer Müll zum Entsorgen
Auf dem Spezialschiff sollen die Kampfstoffe in zwei eigens montierten Anlagen mithilfe von Wasser in ihre Bestandteile gespaltet werden. Übrig bleiben soll toxischer Müll, der ähnlich wie gewöhnlicher Industriemüll entsorgt werden kann.
Die anderen weniger gefährlichen Chemiewaffen sollen bei einer zweiten Fahrt von den beiden Frachtschiffen ausser Landes gebracht werden, um anschliessend von privaten Firmen zerstört zu werden. Für den Transport der insgesamt rund tausend Tonnen Chemiewaffen und Chemikalien sollen die USA etwa 3000 Container stellen.
Nach Angaben der OPCW stellt Russland gepanzerte Lastwagen für den Transport sowie Kriegsschiffe, um die Operation in Latakia und den syrischen Hoheitsgewässern zu sichern. China trägt zu der Operation demnach mit Überwachungskameras und zehn Krankenwagen bei. Finnland will Spezialisten für Dekontamination stellen, Japan zudem 15 Millionen Dollar zur Finanzierung beisteuern.
Die Operation wird von der Den Haager Kontrollbehörde, die in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, überwacht. Der Zeitplan sieht vor, dass bis Ende des Jahres die gefährlichsten Kampfstoffe ausserhalb Syriens gebracht und alle Waffen bis Ende Juni zerstört werden.
Verzögerungen nicht auszuschliessen
Anhaltende Kämpfe in Syrien behindern jedoch nach den Worten des Generaldirektors die Vorbereitungen. Der Zeitplan komme in Gefahr, warnte Ahmet Üzümcü. «Die Möglichkeit einiger Verzögerungen kann nicht ausgeschlossen werden».