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In Kuba ist nach dem Tod des Revolutionsführers Fidel Castro eine neuntägige Staatstrauer ausgerufen worden. Alle öffentlichen Veranstaltungen wurden bis zum 4. Dezember abgesagt.
Während der Trauerperiode sollen die Fahnen auf halbmast gesetzt werden und Radio und Fernsehen auf eine «informative, patriotische und historische» Programmgestaltung achten, wie die Zeitung «Juventud Rebelde» am Samstag online berichtete.
Der russische Präsident Wladimir Putin würdigte den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer als «Symbol einer Epoche». «Fidel Castro war ein aufrichtiger und verlässlicher Freund Russlands», hiess es im Schreiben Putins. Der Name dieses «herausragenden Staatsmanns» werde «zu Recht als Symbol einer Ära in der modernen Weltgeschichte» angesehen.
Der letzte Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, erklärte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax, Castro habe der «härtesten Blockade» der USA widerstanden und sein Land «gestärkt».
Ungeachtet des auf ihn ausgeübten «enormen Drucks» habe er Kuba auf den «Weg der unabhängigen Entwicklung» geführt. Er werde stets als «grosser Politiker» in Erinnerung bleiben, der «in der Geschichte der Menschheit eine tiefe Spur» hinterlassen habe.
Castros Erbe fortsetzen
Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro rief dazu auf, Castros «Erbe fortzusetzen». «Alle Revolutionäre» müssten die von ihm hinterlassene «Fackel der Unabhängigkeit und des Sozialismus» weitertragen, schrieb Maduro.
Der französische Staatspräsident François Hollande würdigte den am späten Freitagabend Ortszeit verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als «eine Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts».
Er habe die kubanische Revolution mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen verkörpert, erklärte Hollande am Samstag in Paris. Castro gehöre als Akteur des Kalten Krieges zu einer Epoche, die mit dem Zusammenbruch der damaligen Sowjetunion geendet habe.
Frankreich habe die Verletzung von Menschenrechten angeprangert, sich aber immer gegen das US-Embargo gegen Kuba ausgesprochen. Deswegen habe Paris den neuen Dialog zwischen den beiden Ländern begrüsst.
«Tod einer Ideologie»
Der Tod Fidel Castros löste unterschiedliche Reaktionen aus. In Miami im US-Bundesstaat Florida feierten Hunderte Exil-Kubaner in der Nacht zum Samstag im Stadtteil Little Havanna den Tod von Fidel Castro.
Kubanische Fahnen schwenkend zogen sie hupend in Autos sowie zu Fuss mit Kleinkindern auf dem Arm eine Strasse entlang, an der sich zahlreiche kubanische Lokale befinden. «Ich wünschte, mein Vater wäre noch hier, um dies zu erleben», sagte weinend ein 27-Jähriger der Zeitung «Miami Herald».
«Fidel, Tyrann, nimm deinen Bruder mit!», skandierten die Demonstranten vor der Cafeteria Versailles, einem traditionellen Treffpunkt von Exil-Kubanern in Miami. Der in Kuba geborene Stadtpräsident von Miami, Tomás Regalado, erklärte vor dem Restaurant, er habe einen verstärkten Polizeieinsatz angeordnet, um einen friedlichen Verlauf der Kundgebungen sicherzustellen.
«Wir feiern nicht den Tod eines Mannes, sondern den Tod einer Ideologie», sagte der 40-jährige Carlos López, der seine 12-jährige Tochter mitgenommen hatte, damit sie später ihren Enkelkindern von dem historischen Ereignis erzählen könne. Im US-Bundesstaat Florida leben rund 1.4 Millionen Kubaner.
Batista vertrieben
Fidel Castro war am Freitag (Ortszeit) im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben. Er hatte wegen einer schweren Krankheit die Amtsgeschäfte im Juli 2006 an seinen Bruder abgegeben.
Die Castro-Brüder und die mit ihnen kämpfenden Rebellen hatten den Diktator Fulgencio Batista vertrieben und waren im Januar 1959 in einem Siegeszug in Havanna einmarschiert. Danach hatte Fidel Castro rund 50 Jahre lang die Geschicke des Landes bestimmt. (sda/afp/reu/dpa)