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Die neue russische Raumstation soll in einer Umlaufbahn eingesetzt werden, welche die Beobachtung der gesamten Erdoberfläche, vor allem der Arktis, ermöglichen wird. Die entsprechenden Unterlagen legte der Raumfahrtkonzern «RSC Energia» dem Weltraumrat der Russischen Akademie der Wissenschaften vor. Der Bau einer neuen Raumstation wird prioritär behandelt, da die Unterhaltskosten der aktuellen Raumstation ISS ausser Kontrolle geraten könnte.
ISS scheint am Ende zu sein
Eine Reihe von Elementen der ISS sind beschädigt und ab 2025 werden vermehrt Ausfälle auftreten. Daher ist es sinnvoll, sich auf die Schaffung einer nationalen Station zu konzentrieren, sagte Vladimir Solovyov, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und erster stellvertretender Generaldirektor der «RSC Energia».
Auszüge aus seiner Rede auf der Tagung des RAS-Weltraumrates wurden auf dem Portal Scientific Russia veröffentlicht, das unter der Schirmherrschaft der Akademie der Wissenschaften organisiert wurde.
„Bis 2025 ist Russland verpflichtet, am ISS-Programm teilzunehmen. Es gibt bereits eine Reihe von Elementen, die schwer beschädigt und außer Betrieb sind. Viele von ihnen können nicht mehr ersetzt werden. Nach 2025 prognostizieren wir Ausfälle zahlreicher Elemente an Bord der ISS.“ sagte der Top-Manager.
„Es ist notwendig, den Zeitpunkt der weiteren Teilnahme am Programm zu überdenken und sich auf die Umsetzung der nationalen Orbitalstationen des Programms zu konzentrieren“ glaubt Soloviev. Die «RSC Energia» schlägt deshalb die Entwicklung einer russischen Raumstation vor.
Die neue russische Raumstation soll über die Pole fliegen
Für eine neue Raumstation sind zwei Arten von Bahnneigungen möglich – 72 und 98 Grad, wobei die zweite Option zum ersten Mal vorgeschlagen wird. Dies berichtet die Agentur RIA Novosti. Eine Neigung von 72 Grad ermögliche es, die Erdoberfläche bis zu einem Breitengrad von etwa 80 Grad zu beobachten, was auch für die Route des Nördlichen Seeweges gelten werde. Bei 98 Grad werde ein umfassender Anblick der Erde möglich sein, so die Forscher.
Wie der russische Raumfahrt-Experte Andrej Ionin von der Ziolkowski-Akademie für Kosmonautik gegenüber RIA Novosti erläuterte, würden bei der Neigung von 98 Grad die Polarregionen vollständig sichtbar sein.
Im Oktober berichtete der erste stellvertretende Chefkonstrukteur von «RSC Energija», Wladimir Solowjow, dass das Design der neuen Raumstation dem der Orbitalstation „Mir“ ähneln werde. Sie werde aus mindestens fünf Modulen bestehen, einschließlich eines kommerziellen Moduls für vier Weltraumtouristen. Zudem werde es dort zwei große Bullaugen und WLAN geben.
Die Module selbst werden auf der Grundlage des geplanten wissenschaftlich-energetischen Moduls der ISS erstellt. Darüber hinaus ist vorgesehen, regelmäßig ein frei fliegendes, als Produktionslabor ausgelegtes Modul an die Station anzudocken, das mit einer Rakete «Sojus-2.1b» von Plessezk oder Wostotschny aus gestartet werden soll.
Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, verkündete, Russland werde nach 2030 eine neue erdnahe Orbitalstation errichten.
Heiner Kubny, PolarJournal