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Meg Ryan, vor zehn Jahren erhielten Sie den Bambi, jetzt den Ehrenpreis-Leoparden. Haben Sie sonst noch Haustiere?
(lacht herzhaft) Nein. Ich hatte mal einen Hund. Aber vor zehn Jahren bin ich von Los Angeles nach New York gezogen. Hier ist das ungünstig mit Haustieren.
Aber sonst gefällt es Ihnen in New York?
Und wie! Diese Stadt lebt 24 Stunden lang, bietet unheimlich viel. Vor allem auch an Kultur – kaum zu übertreffen. Zudem beschützen sich die New Yorker untereinander. Kürzlich sagte einer zu einem Paparazzo: Okay, zwei Bilder von Meg und dann verschwindest du. So süss! Und sie haben einen köstlichen Humor, die New Yorker...
...zum Beispiel?
Im Taxi bat ich einmal den Fahrer, mich an die 25th Avenue zu fahren. Da fragte er mich: Madam, darf ich Sie nach Paris fahren? Eine Anspielung auf den Film «French Kiss», in dem ich meinen Ex-Freund, der eine Neue hatte, bis in die französische Hauptstadt verfolgte.
Haben Sie auch in der Schweiz schon jemanden verfolgt?
(lacht) Nein, aber ich war vor Jahren schon mal in Zürich. Wir schauten uns eine Musical-Location für einen Film an, aber es wurde nichts daraus. Jetzt bin ich überglücklich, wieder in diesem herrlichen, so sauberen Land zu sein. Vor allem freue ich mich, mal einen Eindruck zu erhalten, wie es in der Nähe von George Clooneys Wohnort am Comersee aussieht.
Und wie gefällt Ihnen der Leopard-Ehrenpreis?
Fantastisch! Wirklich schön, dieser liegende Leopard in Gold. Ich habe mich sofort in ihn verliebt. Und ich fühle mich ausserordentlich geehrt. Der Preis sagt mir, dass ich mich richtig entschieden habe, Teil der kleinen Gemeinschaft jener Filmemacher zu sein, die der grossen Gemeinschaft der Menschheit mit ihrer Arbeit Freude schenken wollen.
Schauen Sie Ihre eigenen Filme?
Immer nur einmal, wenn sie jeweils erschienen sind. Dann nie wieder – das genügt mir.
Und Ihre Kinder?
Die schauen sie öfter. Mein 26-jähriger Sohn Jack Quaid ist ja selber im Filmbusiness unterwegs und sagt, er könne bei meinen Filmen viel lernen. Meine 13-jährige Adoptivtochter Daisy fragte mich kürzlich, was denn im Film «Harry und Sally» mit mir los war, als ich einen Orgasmus vorspielte. Nun, das war gar nicht so einfach zu erklären.
Was halten Sie von der MeToo-Bewegung?
Höchste Zeit, dass dies thematisiert, die abscheulichen Missstände in Hollywood endlich aufgedeckt wurden und man dagegen kämpft – bravo! Sexismus ist im Filmgeschäft leider tief verankert, das muss sich ändern. Vor allem ist es auch gut, dass die jungen Schauspieler informiert sind, dass man sie schützt.
Es gibt Gerüchte, Sie und Ihr Ex-Mann Dennis Quaid würden wieder heiraten...
...also ich kann Ihnen versichern, das stimmt überhaupt nicht.
Aber für eine zweite Heirat wären Sie offen?
(Sie lächelt, ihr Gesicht mit den wunderschönen blauen Augen verrät im ersten Moment ein unmissverständliches Ja. Nach kurzer Überlegung sagt sie aber deutlich:) Kein Kommentar! (Und lächelt weiter...)
Themawechsel also, wir haben verstanden. Wie ist es so, ein Star zu sein?
Nun, gesucht habe ich das nie wirklich. Ich bin eher ein zurückhaltender, sagen wir mal ein scheuer Mensch. Mit der Zeit tut man gut daran, sich eine dicke Elefantenhaut zuzulegen. Und ein Umfeld, das einem auch etwas beschützt. Aber ich habe nichts dagegen, im vernünftigen Rahmen in der Öffentlichkeit zu sein, Interviews und Autogramme zu geben. Das gehört nun mal dazu. Hauptsache, ich bleibe authentisch, das ist mir das Wichtigste.
Kann ein Star Freunde haben?
Ja sicher! Ich habe viele gute und echte Freunde. Einen kleinen Kreis zum Beispiel, der seit Jahren meinen Skripts Noten verteilt. Das bedeutet mir viel, denn alleine im stillen Kämmerlein kann keiner Filme machen.
Ihre nächsten Projekte?
Ich schreibe gerade eine neue, romantische Komödie. Der Film hat aber noch keinen Namen. Zudem arbeite ich an einem TV-Projekt, das den Arbeitstitel «Maid to fail» trägt und sich mit Sorgen und Problemen von Teenagern befasst.