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Manchmal können einem die Flight Attendants leid tun: Da stehen sie vor dem Abflug im Flugzeug und geben Erläuterungen zur Sicherheit im Flugzeug – und keiner sieht oder hört zu. Manche meinen, sie wissen schon alles, andere finden es irrelevant, weitere schlafen oder glotzen auf irgendeinen Bildschirm. Bis es dann zum Ernstfall kommt: Da funktionieren sie dann plötzlich nicht mehr, oder falsch.
Das hat ein schwerer Vorfall in Toronto anfangs Jahr deutlich veranschaulicht, wie aus einem jetzt publizierten Rapport dazu hervorgeht. Konkret passierte Folgendes: Am 5. Januar kollidierte ein Jet von Sunwing, der gerade von einem Swissport-Gefährt gezogen wurde, mit einem vollbepackten Flugzeug von Westjet, das noch am Gate stand. An einem Flügel der Westjet-Maschine sowie am Heckruder der Sunwing-Maschine entfachte die Kollision jeweils ein Feuer. Die Westjet-Crew beschloss, das Flugzeug umgehend zu evakuieren.
Aber eben, manche Passagiere hielten sich nicht an die eigentlich verbindlichen Notfallprozeduren, wie das kanadische Transportation Safety Board (TSB) in seinem Bericht festhält. Zum einen hatten einige Passagiere bereits vor einer Anweisung der Crew eigenhändig einen Notausgang geöffnet und waren über den Flügel aus dem Flugzeug gestürmt. Zum anderen waren danach viele Passagiere trotz klarer Aufforderung der Crew zum sofortigen Verlassen des Flugzeugs damit beschäftigt, ihr Handgepäck einzusammeln und mitzunehmen, was die Evakuierung massiv verlangsamte. Zwar gab es ausser einer Flugbegleiterin keine Verletzten; die sehr langsame Evakuation hätte aber bei einem grösseren Ereignis schlimme Konsequenzen haben können.
Das TSB hat nun dem kanadischen Transportministerium empfohlen, dass Weisungen an die Airlines herausgegeben werden, wonach beim Sicherheits-Briefing klar deklariert wird, dass alles Handgepäck im Fall einer Evakuierung zurückgelassen werden muss. Bei vielen Airlines ist dieser Hinweis bereits Bestandteil des Sicherheits-Briefings; in Kanada war dies offenbar noch nicht Vorschrift.
Also, liebe Leser, hören Sie künftig beim «Safety Announcement» gut zu. Unter anderem muss man sich dabei vergegenwärtigen, wo der nächste Notausgang ist, wie und wann man Schwimmwesten anzieht, was man nicht tun soll (eben, Handgepäck mitnehmen oder z.B. auch hochhackige Schuhe tragen, welche die Notrutschen beschädigen können), warum man besser stets angegurtet ist und wie die «bracing position» aussieht. Die Crews erzählen das nicht einfach zum Spass oder aus Langeweile, sondern weil es in Ernstfällen wie dem oben geschilderten um die Sicherheit ALLER Passagiere geht.