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*** Disclaimer: Dieser Text kann Spuren von Ironie enthalten***
*** Vorbemerkung: Dieser Text folgt konsequent dem Entgendern nach Rey***
Das Entgendern nach Rey ist die einfachste Art, die deutsche Sprache möglichst gendergerecht zu machen. Durch eine einfache Anpassung der Sprache werden die monierten und realen Ungerechtigkeiten der deutschen Sprache in Bezug auf Geschlechterrollen egalisiert. Im Gegensatz zu anderen Formen des "Genderns" macht das Entgendern nach Rey die Sprache nicht komplizierter, sondern zugleich einfacher und präziser. Es handelt sich deshalb um eine regelrechte Reyvolution.
Das Problem
Gemäss vieler Kritiker ist die deutsche Sprache ihrem Wesen nach ungerecht gegenüber Frauen. Der Vorwurf bezieht sich vor allem auf eine Spezialform des generischen Maskulinums: Begriffe wie "Lehrer", "Arzt", "Schüler", "Autofahrer" etc. enthalten eine Doppelbedeutung: sie bezeichnen erstens einen Beruf (Lehrer, Arzt) oder eine zentrale Tätigkeit in Bezug auf die bezeichnete Person (Schüler, Philosoph). Und zweitens kann darunter explizit ein Mann verstanden werden, der den entsprechenden Beruf oder die entsprechende Tätigkeit ausübt. Diese Doppelbedeutung unterscheidet diese Spezialform des generischen Maskulinums von rein generischen Formen wie "Person", "Mensch" oder "Mitglied". Diese Begriffe haben ausschliesslich eine generische Bedeutung, mit ihnen werden grundsätzlich alle Menschen angesprochen ohne Bezug auf ein Geschlecht. Sie enthalten keine Doppelbedeutung und damit auch keine zusätzliche maskuline oder feminine "Zweitbedeutung".
Der Vorwurf an die deutsche Sprache lautet nun, dass sie patriarchal geprägt sei, weil die erwähnte Doppelform des generischen Maskulinums Frauen bloss "mitmeine". Bei der Verwendung von Begriffen wie "Bäcker" wüssten Frauen nie, ob sie "mitgemeint" seien. Schliesslich könne Bäcker sowohl einen Beruf bezeichnen, den auch Frauen ausüben können als auch explizit einen Mann mit diesem Beruf. Zudem würde man bei der Verwendung dieser Form von generischem Maskulinum eher an Männer denken als an Frauen, weshalb Männer bevorzugt, Frauen unsichtbar gemacht und benachteiligt würden.
Um diese Ungleichheiten zu überwinden wurden viele Möglichkeiten vorgeschlagen, die aber alle die Sprache komplizierter machten (vgl. »Vergleich verschiedener Arten von "gendern"). Damit ist nun Schluss. Mit dem Entgendern nach Rey werden die monierten Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten radikal eliminiert, wird die Sprache zugleich gerechter und einfacher.
Die Lösung - die Reyvolution
Das Entgendern nach Rey basiert auf der Tatsache, dass sich die monierten Fälle des generischen Maskulinums nur durch eine Eigenheit grundsätzlich von den genannten, als völlig unproblematisch erachteten rein generischen Formen unterscheiden: es gibt eine ergänzende feminine Form. Ohne einer solchen (Lehrerin, Ärztin etc.) entsprächen die in Frage gestellten Fälle des generischen Maskulinums exakt allen anderen rein generischen Formen.
Die generische Form "die Person" unterscheidet sich vom generischen Maskulinum "der Lehrer" nur dadurch, dass es für "die Person" keine maskuline Form wie etwa "der Personer" gibt. Dies gilt auch für andere generische Formen wie "der Mensch", von dem es keine "Menschin" gibt, für "die Leiche", wo es keinen "Leicher" gibt, für "das Mitglied", wo es weder "Mitgliedin" noch "Mitgliederich" gibt, für "die Fachkraft", wo es keinen "Fachkräfterich" gibetc. Alle diese Formen sind alleine deshalb völlig unproblematische, genderneutrale, generische Sprachformen, weil es davon nur genau eine Form gibt und keine auf das Geschlecht bezogene Ableitungen.
Anders ist es in Fällen, wo das dem Genus entgegengesetzte Geschlecht explizit hervorgehoben wird. Die Katze ist sowohl ein generischer Begriff für alle Katzen wie auch Bezeichnung für eine weibliche Katze, weil es auch die spezifische Form des Katers gibt. Erst der Kater macht die Katze zur (weiblichen) Katze. Identisch läuft es mit vielen Formen des generischen Maskulinums. Der Philosoph ist nur deshalb keine generische Form analog zum "Menschen", weil es die sprachliche Form der Philosophin als weiblichem Philosophen gibt. Erst die Philosophin macht den Philosophen zum (männlichen) Philosophen. Identisch macht erst die Bäckerin den Bäcker zum (männlichen) Bäcker, die Schülerin den Schüler zum (männlichen) Schüler, die Ärztin den Arzt zum (männlichen) Arzt. Gäbe es eine Menschin, würde diese den Menschen zum (männlichen) Menschen machen, gäbe es einen Personer, würde dieser die Person zur (weiblichen) Person machen.
Um aus den problematisierten Fällen des generischen Maskulinums also unproblematische, rein generische Formen zu machen genügt das Streichen der weiblichen Form mit dem Suffix "-in". Statt von "Philosophin" und "Philosoph" zu sprechen, gibt es nach der Reyvolution nur noch den Ausdruck "Philosoph" oder "Bäcker" oder "Lehrer" oder "Arzt" - analog zum "Menschen" oder zum generischen Femininum der "Person". Bei der Reyvolution wird also aus Mischformen aus generischer und maskuliner Bedeutung die maskuline Bedeutung dadurch eliminiert, dass die entsprechende feminine Form aufgehoben wird.
Damit entspricht die Sprache wieder der ursprünglichen Form. In verschiedenen indogermanischen Sprachen gibt es nur ein Genus, z.B. im Englischen. Das englische "the" entspricht sprachlich dem deutschen "der" und wird grundsätzlich als generische Form verstanden, die nicht nur Männer umfasst. Nur selten existieren weibliche Ableitungen wie "actress" (von "actor"), welche im Englischen aber zunehmend verpönt sind, da sie gegen die Genderneutralität verstossen.
Analog zum Englischen gibt es nach der Reyvolution auch im Deutschen nur noch die generische Form bei Worten, die einen Beruf oder eine Haupttätigkeit bezeichnen. Der Bäcker ist dann ausschlieslich "die Person, die Backen als Beruf ausübt", der Lehrer "die Person, die lehren als Beruf ausübt", der Schüler ist "jemand, der als Haupttätigkeit zur Schule geht", der Philosoph "jemand, der als wesentliche Tätigkeit sich mit Philosophie auseinandersetzt". Diese Bedeutung war bereits vor der Reyvolution in diesen Begriffen enthalten, nach der Reyvolution ist es aber die einzige Bedeutung dieser Begriffe.
Dies gelingt durch das Eliminieren der femininen Form auf "-in". Damit entfällt bei allen generischen Maskulina die maskuline Form. Gab es vor der Reyvolution einen Bäcker, der auch zwingend ein Mann sein konnte, gibt es nach der Reyvolution nur noch den Bäcker als Beruf. Will man von weiblichen Bäckern reden muss man dies nach der Reyvolution genau gleich machen wie wenn man vor der Reyvolution ausschliesslich von männlichen Bäckern reden wollte. Ein Bäcker ist also nach der Reyvolution nie! eindeutig ein männlicher Bäcker, ausser dies wird explizit hervorgehoben wie hier geschehen mit "männlicher Bäcker". Mit dem Verschwinden der "Bäckerin" verschwindet automatisch auch der "Bäcker" als rein maskuline Form und entsteht wie durch ein Wunder eine generische Form, welche in jeder Hinsicht allen anderen generischen Formen entspricht. Und die einem allgemeinen Konsens entsprechend in Hinblick auf "Gender" völlig unproblematisch sind.
"Bäcker" steht also nach der Reyvolution ausschliesslich für die Berufsbezeichnung. Die weibliche Form "Bäckerin" wird ersetzt durch das bereits existierende "weiblicher Bäcker", die Form "männlicher Bäcker" bleibt bestehen. Für die Mehrzahl wird die Form "-innen" gestrichen, es gibt nach der Reyvolution nur noch "die Bäcker" als Plural. Will man explizit von Männern sprechen, muss dies mit "männliche Bäcker" ergänzt werden, will man ausschliesslich von Frauen sprechen mit "weibliche Bäcker". Der Unterschied zwischen Singular und Plural wird durch das Ergänzen des Artikels "der" für Einzahl oder "die" für Mehrzahl ausgedrückt. In einigen Fällen muss die Form im Plural angepasst werden wie es schon vor der Reyvolution der Fall gewesen ist, aus "der Arzt" wird etwa "die Ärzte", aus "der Anwalt" "die Anwälte" etc.
Die Reyvolution besteht also einzig und alleine darin, die manche Formen des generischen Maskulinums ergänzenden Formen "-in" und "-innen" zu streichen.
Vorteile der Reyvolution
Sprachlich werden damit mehrere Fliegen auf einen Streich geschlagen. Nach der vollendeten Reyvolution ergeben sich unter anderem folgende Verbesserungen:
- Die Reyvolution macht die Sprache auch für Sprachanfänger einfacher erlernbar und verständlich. Sie ist vermutlich die einfachste derart wirkungsmächtige Revolution aller Zeiten.
- Die verwirrende maskuline Form im generischen Maskulinum wird gestrichen. Ebenso die Männer diskriminierende Hervorhebung der Frauen durch eine eigene Sprachform ("-in"). Bäcker (ohne Zusatz) steht nach der Reyvolution ausschliesslich für den Beruf, männlicher Bäcker für einen Mann mit Beruf Bäcker, weiblicher Bäcker für eine Frau mit Beruf Bäcker.
- Die Sprache wird eindeutiger und einfacher. In den meisten Fällen bezeichnet das generische Maskulinum schon vor der Reyvolution Berufe oder Haupttätigkeiten. In den meisten Fällen spielt das Geschlecht in Beruf oder Haupttätigkeit keine Rolle - und soll gerade gemäss den Kritikern des generischen Maskulinums auch keine Rolle spielen. Die Reyvolution stellt in diesem Bereich ganz in diesem Sinne völlige Gleichberechtigung her.
- Die Reyvolution führt zu einer Entsexualisierung der deutschen Sprache. Der Sexus muss neu immer speziell hervorgehoben werden, generische Formen sind nun die Basis. Die Sprache ist damit auch (grösstenteils) entgendert.
- Die monierte Unsichtbarkeit von Frauen oder die Bevorzugung von Männern im generischen Maskulinum wird eliminiert. Die monierten Formen des generischen Maskulinums sind nun rein generische Formen und entsprechen in jeder Hinsicht (bis auf den Genus) dem generischen Femininum und sind damit wie dieses absolut problemfrei.
- Das generische Femininum wird wohl ohne Ausnahme von Personen, die sich gegen die Doppelform des generischen Maskulinums wenden als absolut genderneutral akzeptiert. Mit der Reyvolution werden nun sämtliche problematischen generischen Maskulina formal dem generischen Femininum gleichgestellt. Nach der Reyvolution entsprechen somit alle generischen Maskulina den Vorgaben der Kritiker der Doppelform des generischen Maskulinums.
- Ist die Rede von Lehrerinnen, sind damit immer nur Frauen gemeint, bei der Rede von Lehrern wussten Männer vor der Reyvolution nie, ob ausschliesslich Männer oder Männer und Frauen gemeint waren. Die faktische Unsichtbarkeit von Männern im generischen Maskulinum wird mit der Reyvolution durch das Streichen des Suffix "-innen" endlich eliminiert. Damit wird die deutsche Sprache gerechter, klarer und transparenter.
- Die Reyvolution behebt auch (fast) alle sprachlichen Ungerechtigkeiten gegenüber Intersexuellen. Es ist absolut genderneutral und kann auch jegliche Genderformen perfekt abbilden. Es behebt (fast) alle bisherigen Ungerechtigkeiten der deutschen Sprache.
- Mit der Reyvolution kehrt die deutsche Sprache wieder zu ihren Ursprüngen zurück, wo das generische Maskulinum nur den Beruf oder die Haupttätigkeit bezeichnete. Der Versuch, Frauen mit einem eigenen Suffix "-in" oder "innen" hervorzuheben und zu bevorzugen muss als gescheitert erachtet werden (vgl. dazu hier).
- Die Reyvolution orientiert sich am Englischen und ist damit international kompatibel.
- Die Reyvolution ist kompatibel mit alten Texten. Hat man sich daran gewöhnt, dass Worte mit "-in" nicht mehr existieren wird es beim Lesen von alten Texten möglicherweise zu Irritationen kommen. Warum steht hier jetzt Lehrerin? Mit einer simplen Regel lässt sich dies aber erklären und der alte Text wird als alt wahrgenommen, aber nicht als unverständlich.
Einwände gegen die Reyvolution
- Es wird gerne betont, dass beim generischen Maskulinum eher an Männer als an Frauen gedacht wird. Beim generischen Femininum ist das aber nach Meinung derselben Kritiker nicht der Fall. "Lehrperson" gilt als genderneutral, "Lehrer" nicht. Durch das Wegfallen des Suffix "-in" wird das generische Maskulinum dem generischen Femininum absolut gleichgestellt. Ist "Lehrperson" genderneutral, dann muss dies nach der Reyvolution auch für den "Lehrer" gelten. Nach der Reyvolution gibt es - in Bezug auf Gender - keinen (!) grundsätzlichen Unterschied mehr zwischen "die Person", "das Mitglied" oder "der Lehrer". "Lehrer" ist dann genauso genderneutral wie "Mensch", "Leiche" oder "Lehrperson".
- Es gibt mehr Begriffe mit generischem Maskulinum als solche mit generischem Femininum, was eine Benachteiligung von Frauen darstellen könnte. Dadurch dass der Plural bei allen Formen des generischen Maskulinums den Genus "die" aufweist wird dem allerdings mehr als Genüge getan. Es heisst ja weiterhin "der Lehrer", aber "die Lehrer" im Plural oder auch "der Lehrer geht in sein Büro", dafür "die Lehrer gehen in ihr Büro". Dies ist eindeutig gendergerechter als bei der Verwendung des generischen Femininums: "Die Lehrperson geht in ihr Zimmer" und auch "Die Lehrpersonen gehen in ihr Zimmer." Das war eindeutig eine sprachliche Diskriminierung von Männern. Die Reyvolution führt auch hier zu mehr Gerechtigkeit in der Sprache. Zumal in der deutschen Sprache mehr Worte mit femininem Artikel existieren als mit maskulinem.
- Konsequenterweise müssen nicht nur feminine Formen wie "-in" beseitigt werden, um das generische Maskulinum zu einer rein generischen Form zu machen, sondern auch der Kater muss beseitigt werden, um analog dazu das generische Femininum zu einer rein generischen Form zu machen. Dies entspricht einer wichtigen Forderung der Reyvolution: gibt es nur noch weibliche und männliche Katzen wird der Kater, nicht aber die männliche Katze, eliminiert. Dass damit auch das Kopfweh nach dem Trinken über den Durst beseitigt wird, kann leider nicht garantiert werden.
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