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Planung: ab Frühling 2020
Umsetzung: Frühling bis Winter 2021
Fotografie: Anna-Tina Eberhard / GSI Architekten AG
Historische Bilder: Staatsarchiv Herisau
Der Doppelpalast Sonnenhof wurde 1761, vermutlich vom Teufner Baumeister Johannes Grubenmann, im Auftrag von Bartholome Honnerlag-Walser erbaut. Das Haus war für seinen Sohn bestimmt, der sich 1765 mit Rosina Zellweger, der Tochter des Handelsherrn Conrad Zellweger (Bauherr des Landsgemeindeplatzes) und dessen zweiter Ehefrau Marie Erliholzer, vermählte. Bis 1825 stand zwischen dem im Barock und Rokokostil erbauten Sonnenhof und dem Landsgemeindeplatz noch das alte, hölzerne Pfarrhaus von 1755.
Der Sonnenhof war in den ersten knapp 150 Jahren ein Ärztehaus. 1764 eröffnete der junge Arzt und spätere Landesstatthalter Bartholome Honnerlag-Zellweger darin eine Praxis und eine Klinik für Geisteskranke. Sein Sohn Conrad Honnerlag-Tobler, ebenfalls Arzt, verkaufte den Sonnenhof 1838 an Landammann und Arzt Jakob Zellweger-Hünerwald. Dessen Sohn, der Arzt Otto Hans Zellweger-Krüsi, leitete darin zusammen mit seiner Frau Anna Mathilde bis 1908 die Zellweger’sche Kinderkuranstalt. Das Ehepaar hatte diese 1881 nach dem Vorbild der Ferienkolonie-Bewegung des ehemaligen Trogner Pfarrer Hermann Walter Bion eingerichtet – allerdings nicht für erholungsbedürftige Arbeiterkinder, sondern für Kinder gut situierter Eltern.
Von der Kinderkuranstalt zum Mehrgenerationenhaus
Ab 1895 wuchs Sophie Taeuber in unmittelbarer Nachbarschaft der Kinderkuranstalt auf. Anna Mathilde Zellweger war die Schwester ihrer Mutter Sophie Taeuber-Krüsi.
Seit 1949 war das unter Bundesschutz gestellte Gebäude im Besitz der Familie Ruckstuhl, die eine Bäckerei und Konditorei betrieb. Im Jahr 2021 erfolgt eine umfassende Kernsanierung und Überführung in ein Mehrgenerationen-Wohnhaus durch GSI Architekten AG.