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Verglichen mit «ehrwürdigen» wissenschaftlichen Disziplinen wie der Medizin oder der Jurisprudenz ist die Betriebswirtschaftslehre ein junges Fach. Die Organisation der Arbeit , insbesondere die Arbeitsteilung, war eine der ersten Fragestellungen mit erheblichen praktischen Auswirkungen, so die Analyse und Aufteilung der einzelnen Arbeitsschritte auf die einzelnen Arbeitnehmenden, welche unter anderem in der industriellen Fliessbandarbeit ihren extremen Ausdruck fand. In der Pflege standen sich seinerzeit verschiedene Konzepte gegenüber, vor allem die sog. Zimmerpflege (vgl. Blog 2), die (verpönte) funktionelle Pflege und neu, als Folge der Erweiterung des Spektrums der Berufe, die sogenannte Gruppenpflege, eigentlich eine Erweiterung des Systems der Zimmerpflege.
Ich habe den Inhalt meines Unterrichts im Laufe der Zeit publiziert. Die ersten Texte können hier unter Fachliteratur «Pflegedienst» eingesehen werden. Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik fand ich beim Verfassen meiner zwischen 1970 und 1972 entstandenen Dissertation «Der Pflegedienst im Krankenhaus – Analysen und Lösungsvorschläge aus betriebswirtschaftlicher Sicht» (Hans Huber, Bern, 1972 (1. und 2. Auflage).
Für etliche meiner Studienkollegen war meine Wahl des Gesundheitswesens als Themengebiet nicht nachvollziehbar, wären mir doch aufgrund meiner akademischen Qualifikation mit dem Prädikat «Summa cum laude» wesentlich «attraktivere» Bereiche wie die rasch aufstrebende Informatik (mit den drei Buchstaben) offen gestanden. Viele Jahre später wurde dies, allerdings unter ganz andern Umstän-den, doch noch Realität, als ich auf Wunsch des Regierungsrats das Verwaltungsratsprä-sidium der krisengeschüttelten staatsnahen Bedag Informatik übernahm.
Umso mehr freute es mich, als ich vernahm, die Universität Bern habe mir den nach dem einzigen Nobelpreisträger der Medizin aus Bern, Theodor Kocher, benannten Preis verliehen.