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Stubenmaler werden, wobei er sich durch das Malen kleiner Bildchen einen Nebenverdienst machte. Endlich gelang es ihm, 1859 als
Schüler Steinfelds in die Landschaftsklasse der Akademie zu kommen, wo schon sein erstes Bild: aus Wiens Umgebung, so guten
Erfolg hatte, daß er eine Studienreise in das Gebirge machen konnte. Unter der Leitung Alb.
Zimmermanns malte er 1860-62 weitere Gebirgslandschaften aus Salzburg und Steiermark, machte dann 1863 eine Studienreise
in die Gegend des Königssees in Bayern und brachte von dort eins seiner besten Bilder: Morgen am Hintersee. Mit einem Staatsstipendium
versehen, bereiste er die Rheinufer und den Odenwald und verwertete die dort gemachten Studien in mehreren
Bildern, z. B. indem im Volksmund unter dem Namen «das
wilde Heer» bekannten Auszug des Burggrafen von Rodenstein aus der Burg Schnellerts im Odenwald, die ihn allmählich
mehr in das Fach der idealen Landschaft im Stil Poussins führten.
(spr. hóggss'n),JohnEvan, engl. Genremaler, geb. zu
London, zog mit seinen Eltern schon 1865 nach Rußland, wo er zum Kaufmannsstand bestimmt wurde. 1853 nach England zurückgekehrt,
gab er diesen Beruf auf und trat 1855 als Schüler in die Akademie. Nachdem er 1856 mit einem Genrebild debütiert hatte,
blieb er einige Jahre bei diesem Fach, malte dann 1861 bis 1869 historische Scenen, bis er 1869 eine
Reise ins nördliche Afrika machte, die ihn zum ethnographischen
Genre führte.
Die Bilder der letztern Art namentlich sind trefflich charakterisiert, geistvoll in den Motiven und kräftig in der Farbe.
Aus seiner frühern Zeit: Verhaftung eines Wilddiebs (1857), die Gattin des Patrioten (1859), die Musikprobe
bei einem Farmer (1860), die Tochter vonThomasMore in Holbeins Atelier (1861), Rückkehr
FranzDrakes aus Cadiz (1862), die
erste Erscheinung der Armada (1863), die Königin Elisabeth in Purfleet (1864), und aus der Zeit nach der genannten Reise:
arabischer Märchenerzähler (1869), arabische Gefangene, die schwarze Leibwache des Paschas (1870),
ein arabischer Patriarch, Reorganisation der Armee in Marokko (1872), der Schlangenzauberer, der
Tempel der Diana in Zaghouan, Handelsverkehr im Morgenland, ein moderner Aktäon, der arabische Scherenschleifer etc.
Ludwigvon, Bildhauer, geb. 1801 zu Ludwigsburg, erhielt seine erste künstlerische Ausbildung
in dem benachbarten Stuttgart und ging 1819 nach München, wo er an der Ausführung der plastischen
Ornamente
der
Glyptothek thätig war. Von 1823 an war er 15 Jahre in Rom, fünf derselben in Thorwaldsens Atelier, wo er dessen bekannten
Engel mit dem Taufbecken ausführte und selbständig eine Psyche schuf, die er 1838 mit nach Stuttgart
nahm. Hier beauftragte ihn der König mit zwei kolossalen Marmorgruppen der Rossebändiger, die H. in Italien ausführte.
Sie kamen nebst einer Gruppe: der Raub des Hylas, in den Schloßgarten zu Stuttgart, zu dessen Ausschmückung er auch eine
Reihe von Nachbildungen der berühmtesten antiken und modernen Skulpturen schuf. Nachdem er dann für
das Schloß Rosenstein bei Stuttgart die Statue eines zornigen Amor geschaffen, bildete er die große eherne Reiterstatue
des
Herzogs Eberhard im Bart (Hof des alten Schlosses, Stuttgart) und einige Jahre später die eherne Concordia auf der Jubiläumssäule
vor dem Schloß. Ebenso gelungen wie jene Rossebändiger ist auch das in den letzten Jahren von ihm geschaffene
Reiterstandbild des
Königs Wilhelm von Württemberg, das er seiner Vaterstadt schenkte. Seit einiger Zeit lebt er in Rom,
wo er 1880 eine große Marmorgruppe des Raubes der Proserpina vollendete.
1) Jakob, Genremaler, geb. 1838 zu Frankfurt a. M.,
bildete sich dort zunächst unter dem Bildhauer Zwerger, dann im Städelschen Institut unter dem Genremaler
Jakob
Becker, unter dem er sein erstes größeres Bild, den Schwelmer Kirchweihtanz (1861), eine Komposition voll kräftiger
Bewegung und frischen Lebens, malte. Bald darauf ging er nach Belgien und Holland und malte dort während eines zweijährigen
Aufenthalts unter
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mehr
andern Genrebildern als Seitenstück jener Kirmes das Bild: unter der Linde. Später machte er von Frankfurt aus noch Reisen
nach Ungarn und Oberitalien. Unter seinen übrigen Bildern ist die große Ruhe auf der Jagd wohl eins der bedeutendsten.
2) Karl, Genremaler, geb. zu Mannheim, bildete sich 1855-1858
auf der Kunstschule in Karlsruhe unter J. W. (Anmerkung des Editors: Johann Wilhelm) Schirmer und Descoudres und in den nächsten
drei Jahren in Düsseldorf besonders im Genre unter Vautier aus. Er machte Studienreisen in Deutschland, Frankreich, Italien
und Griechenland und nahm in Düsseldorf seinen Wohnsitz, bis er 1878 als Professor an der Kunstschule
nach Karlsruhe berufen wurde. Seine Genrebilder sind von ungemeiner Lebenswahrheit, prägnanter Charakteristik und meisterhafter
Technik.
Als die bedeutendsten derselben nennen wir sein erstes, epochemachendes: Zigeuner vor dem Ortsvogt (1861), der kranke Gutsherr
und sein Schullehrer, letztes Rendezvous (Rokokostück), der Winkeladvokat (infolge dessen er Ehrenmitglied der Akademie
in Rotterdam wurde), ferner: Noblesse oblige, die Brautvisite, Cœur atout, die große figurenreiche
Rast auf der Flucht, aus der Zeit Ludwigs XIV. (von ernstem Gepräge der Charakteristik und stilvoller Behandlung des Kolorits,
1866), erste Kritik (1868), die mit großem Aufwand koloristischer Feinheit durchgeführte Heimkehr (Kostüm des 17. Jahrh.),
Tartüffe und Elmire (aus Molière), der Trunk zu Pferde, die Taufe des Nachgebornen (Hauptbild, 1875,
Nationalgallerie in Berlin), des Sohnes letzter Gruß (1878), ein der Romantik des 17. Jahrh.
entlehnter intimer Vorgang von vollendeter Noblesse, aber weniger ansprechendem Kolorit, und das überaus feinfarbige Bild:
vor dem Ausmarsch (1880).
3) Konrad, Architekturmaler, geb. zu Schwerin, mußte sich anfangs mit Stuben- und Dekorationsmalerei
begnügen, kam erst später auf die Akademien zu Dresden und München und machte Studien in Deutschland und Oberitalien,
die er nachher in trefflichen Architekturbildern und Interieurs von geistvoller Auffassung
und glänzendem Kolorit verwertete.
Es sind namentlich: Inneres eines alten Hauses zu Neuburg in Schwaben, Sakristei einer Kirche, Partie
aus San Zeno in Verona, Zimmer eines Kardinals (Museum in Schwerin), Schlafzimmer Kaiser Karls VII. im Schloß zu Schleißheim,
das Treppenhaus desselben Schlosses, San Miracoli in Venedig, aus dem Dom in Torcello (1865), der Canal grande u. a.
aus Venedig.