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Weltweit verpassen unzählige Mädchen jeden Monat eine Woche des Unterrichts, weil es ihnen an Hygieneprodukten für Frauen mangelt. Die Mädchen bleiben aus Scham daheim, denn in vielen Regionen der Welt wird Blut mit Unreinheit verbunden. Die vielen dadurch entstehenden Abwesenheitszeiten führen dazu, dass sie nicht mehr mit dem Unterrichtsstoff mithalten können.
Wollen diese Mädchen trotz ihrer Menstruation am Unterricht teilnehmen, müssen sie Blätter, Baumrinde oder zu Tampons gedrehte Zeitungen als Ersatz für richtige Hygieneartikel verwenden. Manche männliche Lehrkräfte und Schulleiter bieten den Mädchen Binden an, im Austausch für Sex.
Globales Problem
Derartige Ausnutzung ist in vielen Ländern Alltag. In Kenya bedankte sich ein Schulmädchen bei der Gründerin von “Days for Girls”, Celeste Mergens: “Danke, jetzt müssen wir uns nicht mehr benutzen lassen!”
Ann Lewis, eine Gruppenleiterin bei “Days for Girls”, erklärt, dass diese Angelegenheit oft auf Unverständnis und Fehlvorstellungen trifft, aber “es ist ein Problem, das nicht nur tief im afrikanischen Busch besteht, sondern immer und überall, wo ein Vater sich entscheiden muss, entweder Essen für seine Kinder zu kaufen oder ein einmal verwendbares Wegwerfprodukt für seine Tochter.”
Bunte Schultaschen
“Days for Girls” versucht, so vielen Schulmädchen wie möglich Hygieneprodukte zukommen zu lassen. Mit der Unterstützung durch freiwillige Helfer näht “Days for Girls” Beutel gefüllt mit Hygieneartikeln, die dann ebenfalls von Freiwilligen unter den Mädchen verteilt werden. Die Beutel sehen aus wie bunte Schultaschen, und so müssen die Mädchen sich auch nicht genieren, sie mit zur Schule zu bringen.
Jeder Beutel enthält unter anderem eine Unterhose, Seife, einen Waschlappen und eine mehrfachverwendbare Stoffbinde. Damit die Mädchen die Binde waschen und ohne Scham zum Trocknen aufhängen können, sind die Hygieneartikel aus einem buntbedruckten Flanellstoff gefertigt, auf dem Blutflecken schlecht zu erkennen sind.
Die Beutel können ungefähr drei Jahre lang gebraucht werden. In Ghana und Uganda entspricht das der Hälfte einer Oberstufenausbildung, in Guatemala sogar der vollen Dauer.
Hoffnungen für die Zukunft
Laut UNESCO hatten im Jahr 2013 rund 34 Millionen Mädchen keinen Zugang zu einer Sekundären Bildung. Das Projekt “Days for Girls” könnte dazu beitragen, mehr Frauen Bildung zu ermöglichen, was wiederum ihre Aussichten auf gute Arbeitsplätze erhöht.
Die World Bank erklärt in ihrem Forschungsartikel “Measuring the Economic Gain of investing in Girls: The Girls Effect Dividend”, dass die Ausbildung von Mädchen das Bruttoinlandsprodukt eines Landes drastisch steigern könnte. Aber für Ann Lewis ist der Effekt von “Days for Girls” auch schon sinnvoll für das persönliche Wohlbefinden der Mädchen, sollte es keinen so grossflächigen Effekt haben.
Sie meint dazu: “Für die Mädchen, die diese Beutel erhalten, ist es lebensverändernd. Denk nur an ihre Würde und ihre Hoffnungen für die Zukunft. Es gibt nichts, das besser wäre für diese Mädchen, als befreit zu sein von dem Stigma, das besagt, sie seien schmutzig. Befreit zu sein von ihrem Grad als Ausgestossene, nicht länger ungebildet und missbraucht. Wenn es dir gelingt, diese Faktoren aus ihrem Leben zu entfernen, dann hast du ein Wunder bewirkt.”