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Afroamerikanerinnen warnen vor der Geschäftemacherei zulasten von Frauen.
Firmen zahlen Frauen für Muttermilch
US-Firmen kommerzialisieren die Muttermilch. Kritikerinnen werfen ihnen Geschäftemacherei auf dem Buckel verarmter Frauen vor.
«Prolacta Bioscience» zahlt Müttern seit kurzem für einen Deziliter Milch drei US-Dollar (knapp 3 Euro/3 Franken). Die US-Firma verarbeitet die Milch zu einem Konzentrat und verkauft dieses an Neugeborenen-Intensivstationen. Frühgeborene haben mit Muttermilch bessere Überlebenschancen. Prolacta verarbeitete in den USA letztes Jahr 70 Millionen Liter Muttermilch. In diesem Jahr soll das Volumen auf 100 Millionen Liter steigen. Das entspricht laut der «NZZ am Sonntag» dem Volumen, das die 18 nicht kommerziellen Milchbanken in den USA 2014 verteilten.
Kritik an Kommerzialisierung
Das erste US-Unternehmen, das Mütter für Milchspenden zahlte, war nach eigenen Angaben «Medolac Laboratories». Der Start im letzten Herbst offenbarte die Problematik bezahlter Spenden. Das Pilotprojekt in Detroit propagierte Medolac damit, die tiefe Stillquote unter Afroamerikanerinnen erhöhen zu wollen und «diesen Frauen und ihren Familien eine neue Einkommensmöglichkeit zu eröffnen». Darauf warf die «Black Mothers Breastfeeding Association» Medolac in einem offenen Brief vor, mit der Entschädigung verarmte schwarze Frauen ködern zu wollen. Diese würden aus ökonomischer Not ihre Milch verkaufen, statt ihre Kinder damit zu ernähren. Medolac musste das Projekt noch vor dem Start aufgeben.
Freiwillige Spenden
Auch Gillian Weaver, Präsidentin der «European Milk Bank Association», kritisiert die Kommerzialisierung der Muttermilch. Ein finanzieller Anreiz könne sozial schlechter gestellte Frauen verleiten, ihre Milch zu verkaufen und dem eigenen Baby Fertignahrung geben, sagte sie der «NZZ am Sonntag». Laut der Staatswissenschafterin Elisabeth Currid-Halkett von der University of Southern California hat sich bewährt, dass nicht kommerzielle Milchbanken die Milch von freiwilligen Spenderinnen den Neugeborenen-Intensivstationen kostenlos zur Verfügung stellen. «Das Spenden von Muttermilch sollte analog zum Blutspenden funktionieren – nicht für den Profit und nicht als Teilzeitstelle», schrieb sie in der «New York Times».
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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