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Das musst du wissen
- Der Meeresspiegel wird bis im Jahr 2100 um fast einen Meter steigen, sollte der Treibhausgasausstoss nicht sinken.
- Hunderte Millionen von Menschen, die in niedriggelegenen Küstengebieten leben, sind bedroht.
- Dies prognostiziert der Weltklimarat in einem neuen Sonderbericht.
Der Meeresspiegel steigt stärker als bisher angenommen: Bis zum Ende des Jahrhunderts wird er sich um 80 Zentimeter erhöhen, falls wir den weltweiten Treibhausgasausstoss nicht drastisch senken. Gebiete, in denen hunderte Millionen Menschen leben, drohen zu überfluten. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) zu dem Zustand der Ozeane und der weltweiten Eisvorkommen.
Das Eis der Polregionen wird weiter schmelzen und zusammen mit der Ausdehnung des wärmer werdenden Meeres die Erhöhung des Meeresspiegels vorantreiben, so die Prognose. Dies wird sich demnach auch über das 21. Jahrhundert hinaus fortsetzten, besonders weil sich die Eisschilde der Antarktis schneller als bisher geschätzt zurückziehen werden.
Die Prognosen bedeuten, dass die 680 Millionen Menschen, die in niedrig gelegenen Küstenregionen leben von Ereignissen wie Überschwemmungen bedroht sind. Das sind etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung. Die Zahl der 280 Millionen Klimaflüchtlinge, über die Schweizer Medien aus einem unautorisierten Entwurf des Berichts im August berichtet hatten, kommt allerdings in der Zusammenfassung des offiziellen Berichtes nicht mehr vor.
Science-Check ✓Studie: Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate (SROCC)KommentarDies ist ein Kommentar der Autorin / des AutorsDie Prognosen beruhen auf verschiedenen Szenarien des IPCC zum globalen Treibhausgasausstoss. So gibt es das «business-as-usual» Szenario oder das Szenario, bei dem die Richtlinien des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden. Deshalb haben die Prognosen in dem Bericht immer eine gewisse Spannbreite.Mehr Infos zu dieser Studie...Zuverlässigkeit: Peer-reviewed, Übersichtsstudie, Zuverlässigkeit ist innerhalb der Studie durch Vertrauensintervalle angegebenGeldgeber: Umweltprogramm der Vereinten Nationen und der Weltorganisation für MeteorologieAlle Informationen zum higgs-Science-Check
Der Bericht sagt ausserdem voraus, dass Gletscher weltweit bis zu 36 Prozent ihrer Masse verlieren werden, in Europa sogar über 80 Prozent. Mindestens die Hälfte der Permafrostböden wird auftauen, dabei Kohlenstoff freisetzten und die Erderwärmung forcieren.
Eine weitere Folge des Klimawandels ist die Erwärmung der Weltmeere, sie schlucken 90 Prozent der Wärme, die durch menschengemachten Treibhausgasausstoss entsteht. Laut Bericht werden bis im Jahr 2100 marine Hitzewellen 20- bis 50-mal häufiger. Zusammen mit einer prognostizierten Zunahme der Versauerung der Ozeane und einem Rückgang der Sauerstoffsättigung tragen diese dazu bei, dass Ökosysteme an den Küsten kaputt gehen. Ausserdem wird es den Tieren zu warm: rund 20 Prozent weniger Fisch werden Fischer bis Ende des Jahrhunderts fangen können.