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Karl Heinz Timm, geboren 1924 in Hamburg, gestorben 1943 in der Ukraine - Erst nach dem Tod von Mutter und Schwester fühlt Uwe Timm sich frei genug, über seinen älteren Bruder zu schreiben, der sich 1942 freiwillig zur SS-Totenkopfdivision gemeldet hatte und nicht mehr zurückkehrte. Wie ging er mit der Verpflichtung zum Töten um? Welche Optionen hatte er, welche Möglichkeiten blieben ihm verschlossen?
Mit Könnerschaft und grossem Einfühlungsvermögen gelesen von Gert Heidenreich.
(4 CDs, Laufzeit: 4h 40)
Portrait
Timm, Uwe
Uwe Timm, geboren 1940, freier Schriftsteller seit 1971. Sein literarisches Werk erscheint im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Uwe Timm wurde 2006 mit dem Premio Napoli sowie dem Premio Mondello ausgezeichnet, erhielt 2009 den Heinrich-Böll-Preis und 2012 die Carl-Zuckmayer-Medaille. Bei Random House Audio sind bisher unter anderem seine Romane "Am Beispiel meines Bruders", "Der Freund und der Fremde", "Halbschatten" und "Vogelweide" als Hörbuch erschienen.
Heidenreich, Gert
Gert Heidenreich, geboren 1944, ist freier Schriftsteller und Sprecher. Sein Werk umfasst Romane, Theaterstücke, Essays und Lyrikbande sowie Ubersetzungen englischer und amerikanischer Dramen. Er wurde mit zahlreichen Preisen geehrt und seit 1972 in zahlreichen Literatursendungen und Horbuchproduktionen zu horen.
Wie lebt man als Familie weiter,wenn der Sohn und Bruder an die Front geschickt wird,wenn er nicht wiederkehrt?Großer,autobiografischer Bericht Uwe Timms, der Vieles spürbar macht.
Ein schmerzliches Kapitel...
von einer Kundin/einem Kunden am 20.02.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch
erst nach dem Tod der Eltern schaffte es der Autor über ein trauriges Kapitel seiner Familiengeschichte zu schreiben.
Sein Bruder, der sich freiwillig zur Waffen SS meldete, gerade mal 16 Jahre jung, zur "Totenkopfdivision". Was veranlasste ihn dazu?
Der Autor kannte seinen älteren Bruder kaum. Er erinnert sich an einen Heimatur...
erst nach dem Tod der Eltern schaffte es der Autor über ein trauriges Kapitel seiner Familiengeschichte zu schreiben.
Sein Bruder, der sich freiwillig zur Waffen SS meldete, gerade mal 16 Jahre jung, zur "Totenkopfdivision". Was veranlasste ihn dazu?
Der Autor kannte seinen älteren Bruder kaum. Er erinnert sich an einen Heimaturlaub, doch war er selbst noch zu klein um zu verstehen wer der Bruder war.
Doch in den Erzählungen der Eltern, die den Tod ihres Erstgeborenen nie verwanden, wird er lebendig. Er ist der Held der Familie, sie bewahren beinahe ehrfürchtig sein Ansehen. Es scheint so als hätten sie alles schreckliche ausgeblendet, oder auch verdrängt.
Doch wie war es möglich? Hat es mit der Erziehung zum Gehorsam, dem Druck und den Erwartungen der Eltern zu tun dass er sich so entschied?
Uwe Timm spürt seinem Bruder nach, versucht sich ihm anzunähern und stellt nicht zuletzt auch die Frage nach der Schuld. Ob sie dem Zeitgeist, oder, wie gesagt der Erziehung zuzuschreiben ist. Ein beklemmendes Kapitel, eine düstere und doch sehr ehrliche Auseinandersetzung für die man dem Autor nur Respekt zollen kann. In leiser Tonart lässt er uns teilhaben an diesem persönlichen Drama. Es hat mich wie kaum ein anderes Buch berührt.
Unbedingt auch als Schullektüre geeignet!!! Nein, man sollte es lesen, diskutieren und sich auseinandersetzen. Mutig und großartig!
von einer Kundin/einem Kunden am 06.07.2016
Bewertet: anderes Format
Die Erzählung eines zu kurzen Lebens des Bruders, der sich freiwillig bei der SS meldete und im Krieg fiel. Eindrucksvoll und nahegehend.