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Aufgrund der Trockenheit, die durch das Wetterphänomen La Niña hervorgerufen wird, hat der Agrar-Auslandsdienst des US-Landwirtschaftsministeriums (FAS) in Buenos Aires seine Ernteschätzung für Weizen in Argentinien zurückgenommen. Er erwartet 17,4 Millionen Tonnen und damit 1,6 Millionen Tonnen weniger als das USDA in seiner offiziellen Einschätzung.
Lokale Analysten gehen von 16,5 bis 18 Millionen Tonnen aus. Im vorangegangenen Wirtschaftsjahr waren rund 19,3 Millionen Tonnen gedroschen worden. Die Ertragserwartungen variieren zwischen den Produktionsregionen in den Provinzen Buenos Aires und La Pampa sowie in den zentralen und nördlichen Provinzen. In den letzteren gab es, trotz der jüngsten Regenfälle, während der gesamten Vegetationsperiode zu wenig Niederschlag. Regional bis zu einem Drittel weniger als üblich. Zudem beeinträchtigten strenge Fröste Ende Juli, Mitte August und Anfang Oktober die Pflanzenentwicklung. Neben den prognostizierten niedrigen Erträgen werden in den zentralen und nördlichen Regionen viele Schläge nicht geerntet werden, weil es sich nicht lohnt. Das wird die Produktionsmenge zusätzlich schmälern. Demgegenüber dürften die Erträge im südlichen und zentralen Landesteil hoch sein, da optimale Vegetationsbedingungen auf gute bis ausgezeichnete Ernteergebnisse hoffen lassen.
Die Weizenexporte (einschließlich Weizenmehl) im Wirtschaftsjahr 2020/2021 werden auf 11,2 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind 1,8 Millionen Tonnen weniger als das USDA offiziell prognostiziert. Mit Beginn der Erntearbeiten in den nördlichen Provinzen wurden landesweit rund 5,2 Millionen Tonnen der neuen Weizenernte verkauft. Die Ernte in den südlichen Regionen wird erst Mitte November beginnen. Die Exporte von Dezember bis März sind in erster Linie für Märkte in Südostasien und Afrika bestimmt. Es wird jedoch erwartet, dass die Konkurrenz aus Australien den Handel mit Indonesien, Bangladesch und Vietnam erschweren wird. Hinsichtlich der Märkte vor der Haustür taxiert der FAS die Weizenlieferungen Richtung Brasilien auf sechs Millionen Tonnen. Zusätzlich könnten noch 300.000 bis 400.000 Tonnen Weizenmehl dorthin verkauft werden. Weitere Exporte Richtung Peru, Chile und Ecuador könnten die Exporte auf über eine Million Tonne bringen. Das wird dennoch nicht an die Mengen des laufenden Wirtschaftsjahres herankommen. Im Wirtschaftsjahr 2019/20 sollen insgesamt 13,1 Millionen Tonnen ausgeführt werden und das, obwohl seit Mai 2020 der Export mit angezogener Handbremse läuft. Bedenken hinsichtlich der Versorgung des Inlandsmarktes drosselten das Exporttempo. AMI