Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/2169

- Ich bin gekommen, um mein Gesicht an die Füsse des Geliebten zu schmiegen. Ich bin gekommen, um mich für einen begangenen Fehler zu entschuldigen.
- Ich bin gekommen, um wieder Gärtner im Rosengarten zu sein. Ich bin gekommen, um durch seine Liebe zu Feuer zu werden, um darin meine eigenen Dornen zu verbrennen.
- Ich bin gekommen, um den Staub und den Schmutz wo nur möglich zu entfernen. Ich bin gekommen, um die gute Arbeit, die ich für den Geliebten getan habe, für nichtig zu erklären, weil ich sie nicht noch besser gemacht habe.
- Damit die ungetreue Schöne die Tränen sieht, die ich um ihre Liebe vergossen habe, komme ich mit Tränen in den Augen.
- Oh unvergleichliche, einzigartige Liebe, steh auf, beginne die Liebe von neuem, ergib dich von neuem der Barmherzigkeit! Ich bin leblos, ich verzichte auf ein Geständnis ebenso wie darauf zu leugnen.
- Denn ohne deine Makellosigkeit und Reinheit ist es unmöglich in dieser Welt rein zu sein. Es ist auch nicht möglich sich ohne dich vom Kummer zu befreien und gesund zu werden.
- Äusserlich, dem Augenschein nach, schweige ich. Du aber weißt, dass in meinem Herzen, das Blut weint, blutige Worte sind.
- Wenn ich schweige, schau achtsam auf mein Gesicht! Sieh dort die Spuren, die du hinterlassen hast!
- Ich halte dieses Gedicht kurz. Der Rest ist in meinem Herzen... Wenn du mich mit diesen sehnsüchtigen Augen trunken machst, werde ich es sagen.
- Oh du, der den Wörtern nicht nachkommt, der schweigt. Oh du, der von seinem Gefährten getrennt ist. Wie ist es möglich, dass du deinen scharfen Verstand verloren hast, dass du so verwirrt bist?
- Oh du, der keine Kraft mehr hat zu sprechen, der schweigt. In welchem Zustand bist du mit diesen feurigen Gedanken? Die Gedanken kommen in riesigen Armeen.
- Man spricht zu den Menschen. Wenn man allein ist, schweigt man. Niemand spricht vom Geheimnis des Geliebten zur Tür und zur Wand.
- Oder findest du nur keinen Menschen, um über die Liebe zu sprechen? Schweigst du deshalb? Siehst du etwa niemanden als Vertrauten für deine Worte?
- Bist du etwa aus einer anderen Welt gekommen? Bist du aus einer reinen Welt gekommen? So, dass du dich nicht unter die Naturhunde in dieser Naturwelt, die wie die Pest stinken und sich mit stinkfaulem Essen beschäftigen, mischen kannst! So, dass du mit dieser schmutzigen Welt nicht auskommst?
Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 1, Gedicht Nr. 377
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can