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Die Untersuchung zeigte einen starken Zusammenhang zwischen Darmvirusinfektionen und Zöliakie. In der Untersuchung wurden Proben des Serums und 150 Dünndarmbiopsien von an Zöliakie Erkrankten im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe verglichen: "Das Augenmerk lag auf Darmviren, wie dem Noro-, Rota- oder Reovirus. Unsere Analyse für das Reovirus zeigte, dass an Zöliakie Erkrankte signifikant mehr Antikörper gegen dieses Virus hatten und diese mit virus-assoziierten Markern in den Biopsien korrelierten. Das bedeutet, dass diese höchstwahrscheinlich kürzlich vergangene oder auch chronische Darmvirusinfektionen hatten", erläutert Hinterleitner, einer der Wissenschaftler des Projektes.
Viren können zum Auslöser eines langfristigen Fehlalarms werden: "Darmviren bringen den Dünndarm aus dem Gleichgewicht. Immunzellen werden alarmiert und aktiviert. Wenn nun gleichzeitig eine Nahrungsaufnahme von Gluten erfolgt, werden den bereits alarmierten Immunzellen nun Gluten-Antigene präsentiert. Dabei könne es zu einer falschen Informationsweitergabe kommen: Die T-Lymphozyten reagieren mit einer nicht nur gegen das Virus gerichteten entzündungsfördernden Antwort, sondern auch gegen das Gluten", so Hinterleitner.
"Die Erstzufuhr von Gluten bei Kleinkindern, welche orale Toleranz auf Gluten herstellen soll, kann bei einer gleichzeitigen Virusinfektion genau das Gegenteil bewirken", erläutert Hinterleitner. Eine frühkindliche Impfung gegen Darmviren wie dem Rota- oder Reovirus könnte das Auftreten von Zöliakie in Risikogruppen vermindern, vermuten deshalb die Forscher.
FWF