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Agrarwirtschaft
Das Obergoms verfügt als vom Rhonegletscher ausgeschliffenes Trogtal von Blitzingen bis Oberwald über einen breiten Talboden und steile, bewaldeten Talflanken. Die ebene Talfläche wird lediglich von Schuttfächern von historischen Bergstürzen und von den Schwemmkegeln einiger Bergbäche ganz oder teilweise durchschnitten.
In der Talsohle befinden sich zahlreiche Bauernhöfe (Talgüter), welche die meistens künstlich bewässerten Wiesen oder Weiden als Futterquelle für ihr Milchvieh nutzen.
Vor allem auf nach Süden ausgerichteten Hanglagen (= Südhänge) erhalten mehr Sonneneinstrahlung als die Nordhänge Am Fuss der Südhänge wird ein Streifen Landlandwirtschaftlich genutzt.
Im unteren Teil der nach Süden gerichteten Talflanke befindet sich ein Streifen, welcher auch für den Ackerbau genutzt wird. Über diesem Streifen schliesst sich eine Zone an, in welcher eine zwei- oder dreistufige Alpwirtschaft betrieben wird.
In der dreistufigen Alpwirtschaft verfügen die landwirtschaftlichen Betriebe über ein Talgut, ein Maiensäss und eine Alp. Die über der Waldgrenze liegende Alp kann in eine oder mehrere Stafeln aufgeteilt sein. Die Stafeln ermöglichen es den Bergbauern, die in den hoch gelegenen Randzonen liegenden Grasflächenzeitweise mit Vieh zu bestossen. Im zweistufigen Alpbetrieb fehlt ein Maiensäss.
Das Talgut bzw. Dorfgut ist der Hauptsitz der Bauernfamilie. Im Sommerhalbjahr wird auf den Grasflächen in der Talebene Heu (im ersten Schnitt) und Emd (im zweiten Schnitt) als Futtervorrat für die Wintermonate gewonnen. Gleichzeitig werden die Ackerflächen am unteren Talhang betreut. Das Vieh weidet meistens nur im Frühjahr und im Herbst auf dem Grasland in der Talebene.
Das Grasland, welches sich in unmittelbarer Umgebung der Maiensässe befindet, wird in der Zeit kurz vor dem Alpaufzug und kurz nach dem Alpabgang (Alpentladung) als Weidegebiet genutzt.
Im unteren Teil der nach Süden gerichteten Talflanken befindet sich ein Landstreifen, welcher auch für den Ackerbau genutzt wird.
Zwischen der Ackerbauzone und den Hochweiden wurden in zahlreichen Hangzonen im Obergoms zahlreiche Heuspeicher gebaut. Das während der Alpsaison an den steilen Hängen geschnittenen und zu Heu trocknete Gras wird dort für den späteren Transport ins Talgut zwischengelagert.
Zu den Maiensäss- und Alpgebäuden sowie auch zu vielen Stafelgebäuden führen heute befahrbare Alpwege. An einigen Orten wurden Lastseile für den Transport von Heu- und Vorsorgungsgüter zu den Alpgebäuden eingerichtet.
Zwischen der Ackerbauzone und den Hochweiden wurden in zahlreichen Hangzonen im Obergoms zahlreiche Heuspeicher gebaut. Das während der Alpsaison an den steilen Hängen geschnittenen und zu Heu trocknete Gras wird dort für den späteren Transport ins Talgut gelagert
Alpwirtschaft: Bewirtschaftung von Arealen in höheren Lagen
Alpwirtschaft im Lengesbachtal im Obergoms
Das Vieh wird je nach Schneelage erst gegen Ende Juni auf die Hochweiden auf der Alp getrieben. Auf dem Alpgelände wurden vor dem Alpaufzug grosse Flächen für die Beweidung abgezäunt. Die Abgrenzung der Weideflächen ist mit einem grossen Arbeitsaufwand verbunden. Das Vieh befindet sich nur für sehr kurze Zeit im Gebiet der Stafeln, wo der Graswuchs aufgrund der Höhenlage sehr bescheiden ist. In den Alp- und den Stafelgebäuden wird das Vieh jeden Tag gemolken. Die Milch wird zentral gesammelt und dort täglich zu Käse verarbeitet. Mitte September wandert das Vieh häufig wieder in die tiefer gelegenen Weidegründe.
Klima und Agrarwirtschaft
Das niederschlagsarme und sonnige Klima im Wallis begünstigt vor allem den Tourismus sowie den Obst- und Weinanbau. Der Ackerbau und die Milchwirtschaft, welche auf ausreichende und regelmässige Regenfälle angewiesen sind, profitieren von einem Bewässungssystem, dessen Aufbau schon im frühen Mittelalter begann.
Im Unter- und Zentralwallisentstanden im Laufe der Jahrhunderte bis in die Region von Brig an den Talflanken Bewässerungsanlagen, welche französisch «bisses» oder deutsch «Suonen» (Wasserfuhren) heissen. Die Bauern bauten entlang der Bergflanken Wasserleitungen mit geringem Gefälle, welche das Schmelzwasser der Gletschern von den hintersten Winkeln der Täler talwärts zu den Wiesen und Feldern an den Abhängen oder in den Talebenen leiteten. Einige dieser Suonen queren zum Teil in Holzrinnen senkrechte Felswände. Die Suonen sind in der Landschaft oft gut erkennbar, da sie von einem Streifen mit dichterer Vegetation begleitet werden.
Der Unterhalt dieses Bewässerungssystem war aufwändig, anstrengend, oft gefährlich, aber lebensnotwendig.
Die 32 km lange Suone, welche Wasser der Printse nach Saxon leitete, wurde 1865-1876 gebaut. Die meisten Suonen wurden im 15. Jahrhundert gebaut. Die Suone Heido im Nanztal bei Visperterminen wurde bereits 1305 in einem Dokument erwähnt.
Viele Suonen sind zum Teil heute noch erhalten und locken viele Besucher und Besucherinnen an, welche diese einzigartigen Bauwerke erwandern
Suonen, welche sich den Talflanken entlang schlängeln, gibt es im Goms nicht. Im Goms begegnen die Bauern der Trockenheit mit einem Bewässerungssystem, welches das Wasser in den oberen Gebirgslagen sammeln und über ein steil talwärts führendes Grabennetz in die gewünschten Areale (Matten, Weiden, usw.) in den mittleren und unteren Tallagen leiten und dort verteilen.
Das bewässerte Grasland wird als teilweise als Weidegebiet oder als Matte für einen oder mehrerer Grasschnitte pro Jahr genutzt. Das an den steilen Hängen oder in der Talebene geschnittene Gras wird sogleich verfüttert oder als getrocknetesFutterheu für die Wintermonate gelagert.
Ackerbau und Gartenbau wird im über 1'300 m ü.M. gelegenen Obergoms vor allem für die Selbstversorgung betrieben. Die grössten Kulturlandflächen werden für die Viehwirtschaft genutzt.
Auf dem Nassboden (1'300 m ü.M.) 800 m über der Ortschaft Oberwald befindet sich inmitten von Alpweiden ein geschütztes Flachmoor. Weitere Flachmoore, welche nicht dem Naturschutz unterliegen, befinden sich in der näheren und weitere Umgebung der Stafel. Das Flachmoor auf dem Nassbode ist als Naturschutzgebietnach kantonalem Recht unterstellt und geschützt.
Die meisten geschützten Flachmoore befinden sich auf sehr kleinen Geländeflächen. Das Naturschutzgebiet auf dem Nassbode ist lediglich 1,2 ha gross, was der Fläche eines Quadrats mit Seitenlängen von ca. 110 m entspricht.