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Der Schweizer Daniel Bernoulli war im 18. Jahrhundert Mathematiker, Physiker und Mediziner. Er beschäftigte sich mit Strömungsphänomen und entdeckte den später nach ihm benannten Bernoulli-Effekt. Mit diesem lässt sich unter anderem der Auftrieb von Flugzeug-Tragflächen beschreiben. In der Dusche wirkt sich der Bernoulli-Effekt so aus, dass durch das warme Wasser die Luft erhitzt wird und schnell aufsteigt, weil sie sich ausdehnt. Das führt zu einem Sog von unten nach oben, der die magische Zuneigung des Duschvorhangs auslöst.
Aber das ist erst die halbe Erklärung. Denn hinge es nur mit dem warmen Wasser zusammen, würden Kaltduscher dieses Phänomen ja nicht kennen. Doch auch ihnen ist der sich wölbende Duschvorhang ein Begriff – selbst wenn der Effekt bei kaltem Wasser weniger ausgeprägt ist.
Der Grund: Auch das zu Boden rieselnde Wasser trägt seinen Teil zum Duschvorhang-Phänomen bei. Die Tropfen schiessen mit Druck aus der Brause, werden während des Fallens aber langsamer, weil die Reibung mit der Luft sie abbremst. Der Maschinenbauprofessor David P. Schmidt fand bei Computer-Simulationen heraus, dass sich dadurch ein stabiler Luftwirbel in der Dusche bildet, der Luft in die Höhe treibt. Das führt zu einem Unterdruck, dem prompt die ungeliebten Annäherungsversuche des Duschvorhangs folgen.