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Als Gallengangsstenose bezeichnet man die Verengung der Gallenwege oder des Pankreasganges. Man unterscheidet grob in gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Ursachen. Zu den benignen Stenosen gehören z.B. entzündliche oder postoperative Ursachen, wie gelegentlich nach Cholezystektomie oder T-Drainage-Einlage beschrieben. Andere Ursachen sind reaktive Stenosen bei chronischer Choledocholithiasis, akute oder chronische Pankreatitis, rezidivierende Cholangitiden, primär sklerosierende Cholangitis oder Strahlentherapie. Maligne Stenosen sind meistens durch Pankreas- oder Gallengangskarzinome bedingt, in seltenen Fällen auch durch Fernabsiedelungen anderer Tumoren.
Die ERCP oder die Cholangioskopie können neben der Gallengangsdarstellung durch gezielte Biopsien, Bürstenzytologie oder Feinnadelpunktionen, die diagnostische Sicherheit verbessern und die Diagnostik mit einer galleableitenden Therapie verbinden.
Die Therapie einer Gallengangsstenose ist abhängig von der auslösenden Ursache. Die endoskopische Therapie einer benignen Gallengangsstenose erfolgt meistens durch die Implantation von mehreren Plastikstents über mindestens 12 Monate mit Stentwechsel alle 3-4 Monate. Alternativ kann die Einlage eines vollgecoverten Metallstents diskutiert werden, welcher nach 6 Monaten gewechselt werden muss. Die Entscheidung zwischen einer operativen Behandlung einer tumorbedingten Stenose und einer nichtoperativen Alternative, muss nach interdisziplinärer Besprechung und sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen.