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Orangerot leuchtet das grosse Gebäude in der Abenddämmerung und das Rauschen der Wassermassen hört man schon von weitem…
Fährt man von Eglisau nach Hohentengen am Hochrhein trifft man das Laufwasserkraftwerk Eglisau-Glattfelden am Rhein an der deutsch-schweizerischen Grenze in der Gemeinde Glattfelden. Wasserkraftwerke sind immer interessant, besonders wenn Flüsse viel Wasser führen, doch Eglisau-Glattfelden ist ein Kraftwerk besonderer Art, denn seit 1979 ist es aufgeführt in der Liste der schützenswerte Objekte.
Geplant wurde das Kraftwerk bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts und man begann mit dem Bau 1915 nachdem die das Großherzogtum Baden die Zustimmung gegeben hatte. Die Konzession erhielten die Nordostschweizerische Kraftwerke. Heute ist das Laufwasserkraftwerk im Besitz der Axpo.
Ein Teil der Anlage liegt auf deutscher Seite, da hier der Rhein die Grenze zwischen den beiden Ländern bildet. Das eigentliche Kraftwerksgebäude befindet sich allerdings in der Schweiz. Genutzt wird hier das natürliche Gefälle zwischen der Thur und der Glattmündung die kurz hinter dem Kraftwerk mündet.
Während der Bauzeit mussten einige Häuser in der Umgebung geräumt werden und auch die Strassenbrücke bei Eglisau wurde neu errichtet. Einer neuer Stollen wurde für die Glattmündung gebaut, so dass das Wasser der Glatt in das Unterwasser des Kraftwerks umgeleitet werden kann.
1920 lieferte das Kraftwerk erstmals Strom. Das eigentliche Stauwehr misst 114.5 Meter und hat sechs 15.5 m breite Öffnungen. Auf der deutschen Seite wurde eine 12m breite Schleuse für die Schifffahrt gebaut. Seit Anfang Februar 2012 wurde die jährliche Stromproduktion um 25% auf ca. 306 Millionen Kilowattstunden gesteigert. Die 6-jaehrigen Sanierungsarbeiten konnten im September 2012 abgeschlossen werden. Seit Oktober gibt es täglich Führungen und der Spaziergang über die hohe Windwerkbrücke, bleibt ein unvergessliches Erlebnis.
Photos / Text: Sabina Herbst