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Sattel,Pritschensattel. Das Sattelgerüst des (s. Englischer Sattel
Sattel) besteht aus dem vordern und dem hintern Sattelbaum, die aus gebogenem Buchenholz bestehen, dem Sattel die eigentliche
Form geben und auf den Pferderücken passen müssen. Der Vorderbaum bildet in seinem obern
Teil die Kammer (s. unten), die
mit einem starken
Eisen
[* 2] beschlagen ist, damit sie sich durch das Gewicht des Reiters nicht ausdehnen und
auf den Widerrist drücken kann. Der hintere Sattelsaum ist flacher als der vordere, seine hintere Kante heißt der Sattelkranz.
Beide Sattelbäume sind durch zwei flache Holzstücke,
Stege oder
Trachten, miteinander verbunden, welche vorzugsweise den
Reiter tragen. Der Sattel ist mit Schweinsleder überzogen. Den Sattelknopf,
d. i. der
Teil des Sattels
über dem vordern Sattelbaum, findet man bisweilen, um das Drücken am Widerrist zu verhindern, nach hinten ausgeschnitten.
Das unter dem Sattelgerüst befindliche Sattelkissen ist mit Flanell überzogen und mit Kälber- oder Roßhaaren derart gepolstert,
daß in der Mitte in der Längsrichtung des Rückgrates eine Rinne, die Kammer, frei bleibt, um der Luft
freien Durchzug zu gewähren.
Bei einem richtig liegenden und richtig gegurteten Sattel muß selbst unter dem Gewicht des Reiters immer noch ein leerer
Raum von einigen Zentimetern Höhe in der Kammer bleiben. Um den Knien des Reiters einen gewissen Halt
zu geben, werden an den Schweißblättern (breiten, nach unten abgerundeten, mit ihrem obern Rand an den
Trachten befestigten
Lederstücken) Pauschen angebracht. Die Schnallvorrichtung für die
Steigbügel geht durch die Schweißblätter und kann vom
Reiter im Sattel verstellt werden.
Schweiß oder Schweißfieber (Febris miliaris), eine ansteckende
Krankheit, die zuerst
im J. 1486 in England nach der
Schlacht von
Bosworth ausbrach, neben andern bösartigen
Symptomen (großer
Abspannung und
Beklemmung,
Schüttelfrost und Zittern,
Herzklopfen, rheumatischen Nackenschmerzen u. s. w.) mit einem starken, die Kräfte
raubenden Schweiße begann und rasch in rasende Fieberdelirien oder tiefe
Schlafsucht überging, aus der
ein großer
Teil der
Kranken nicht wieder erwachte.
Zum letztenmal brach sie 1551 in England aus, ohne jedoch die frühere Ausbreitung und Heftigkeit wieder
zu erreichen. Als beste Behandlungsweise bewährten sich gelinde
Beförderung des Schweißes und
stärkende Mittel, während
alle ausleerenden und schwächenden Kuren sich äußerst nachteilig erwiesen. Auch in neuerer Zeit hat man Schweißfieberepidemien
beobachtet, welche indes immer nur auf enge Grenzen beschränkt waren und sich vorherrschend häufig
bei einer warmen, feuchten oder stark wechselnden Witterung entwickelten. Sie kamen besonders oft in
Italien
[* 5] und
Frankreich
vor, wo sie
Suette miliaire, Schweißfrieselfieber, auch picardischer Schweiß genannt werden, da in der Regel Frieselausbrüche
auf der
Haut
[* 6] solche heftige Fieberschweiße
begleiten. -
Leder, nach der Art des Gewebes auch Satin und, namentlich in den bessern Sorten,
nach dem
Englischen Moleskin genannt, ein sehr dichter, atlasähnlich geköperter Baumwollstoff, dessen rechte Seite, auf
welcher der im Verhältnis zur
Kette etwas feinere und dichtere Einschlag frei liegt, gerauht und geschert ist, während die
linke Seite nur gerauht ist.
Pflaster
(Emplastrum adhaesivum anglicum,
Taffetas adhaesivum), Pflaster, bestehend aus festem Seidenzeuge
von weißer, blaßroter oder schwarzer
Farbe, das auf einer Seite mit einer dünnen Schicht Hausenblase überzogen ist, die,
befeuchtet, ein treffliches
Klebmittel bildet. Man benutzt das Englisches Pflaster, um die Wundflächen kleinerer Riß- und Schnittwunden
zusammenzuhalten und gegen den Zutritt der äußern Luft abzuschließen. Man hüte sich aber, dasselbe
noch auf der Wunde liegen zu lassen, wenn schon
Eiterung in derselben eingetreten ist, was sich durch erneuerte Schmerzhaftigkeit
verrät; denn der gehemmte Abfluß des
Eiters verschlimmert die
Entzündung und verzögert die
Heilung. Ebenso ist es ganz unzweckmäßig,
geschundene, ihrer Oberhaut beraubte Hautstellen oder kleine eiternde Hautflächen mit dem Englisches Pflaster zu
bedecken, weil dadurch das Übel nur verschlimmert wird.
In demArzneibuch für das
Deutsche Reich
[* 8] ist es nicht mehr enthalten.
In allmählicher tiefgreifender Einwirkung des
Französischen wird auch der volkstümliche Wortschatz umgestaltet, besonders
im
Süden. Diese Strömung erreicht ihren Höhepunkt um die Mitte des
¶
mehr
14. Jahrh. Es sind wiederholt Zählungen veranstaltet worden, um das Verhältnis des roman. Sprachanteils zum Germanischen
im Englischen festzustellen, wonach sich franz. und deutsche Bestandteile ungefähr das Gleichgewicht
[* 15] halten, die deutschen
aber den eigentlichen Kern der Nationalsprache bilden. Der roman. Teil des Wortschatzes hat sich auch den innern Gesetzen der
einheimischen Sprache (wie Accentuation u. a.) fügen müssen. Die Engländer heben mit Genugthuung hervor,
daß es unmöglich sei, einen Satz lediglich aus Wörtern franz. Herkunft zu bilden.
Je mehr sich die polit. Verbindung mit Frankreich lockerte, desto mehr machte die franz. Sprache in England Rückschritte. Ihr
Verständnis beschränkt sich auf die aristokratische Gesellschaft. 1349 wird das Französische aus der
Schule, 1362 aus dem Gerichtswesen verdrängt. Am Ende des 13. Jahrh. blühte die engl.
Litteratur und gewann im 14. Jahrh. unter Eduard III. durch Chaucer den Sieg über das Französische. Das 15. Jahrh. mit seinen
Bürgerkriegen war der Litteratur wenig günstig, im 16. dagegen entfaltete sich Dichtkunst und Prosa
in glänzendster Weise und die Sprache nahm die Gestalt an, welche sie, abgesehen von der Orthographie und vielen veralteten
Wörtern, jetzt noch hat.
Immer mehr hatte die Binnenmundart (Midland dialect) den Vorrang gewonnen und war allmählich zur Schriftsprache erhoben
worden. Durch die großen Dichter des 16. und 17. Jahrh. schritt die Sprache rasch in ihrer Ausbildung
vorwärts und wurde bald eine der reichsten Sprachen der Welt. An Formen hat sie allerdings außerordentlich verloren und
kann sich z. B. mit der deutschen darin nicht messen, doch wurde sie dadurch einfacher in der
Wortfügung und leichter im grammatischen Bau.
Die Hauptschwierigkeit beim Erlernen derselben liegt jetzt in der Orthographie und Aussprache, die vielen Willkürlichkeiten
unterworfen sind. Das bekannteste unter den orthoepischen Werken ist wohl das von Walker
[* 16] (Critical pronouncing dictionary,
zuerst 1791 in London
[* 17] erschienen, zuletzt 1881), das bedeutendste wissenschaftliche über die Entwicklung der engl. Aussprache
das von Ellis (On early English pronunciation, 5 Bde., Lond.
1869-89), nicht weniger wichtig ist Sweets Werk History of English sounds (Oxf. 1888).
Vgl. ferner Morbach, Über den Ursprung
der neuengl.
Schriftsprache (Heilbr. 1888); Römstedt, Die engl. Schriftsprache
bei Caxton (Gött. 1891).
Das Englische zerfällt in viele Mundarten. Schon in ältester Zeit kann man deren vier unterscheiden (s.
Angelsächsische Sprache und Litteratur), um deren Darstellung sich vor allenSweet und Sievers verdient gemacht haben (vgl.
Dialects and prehistoric forms of English in den «Transactions of the Philological Society», 1875-76; Englische Sievers, Angelsächs.
Grammatik, 3. Aufl., Halle
[* 18] 1893). Auch im Mittelenglischen lassen sich diese Hauptmundarten wahrnehmen:
die südliche, westliche, binnenländische und nördliche.
Keine der neuern Sprachen ist in demselben SinneWeltsprache zu nennen wie die englische. Sie hat eine die Erde umspannende
Verbreitung gefunden. Sie gebietet über einen Wortschatz, der schwerlich übertroffen wird. Während 1801 die Zahl der
englisch Sprechenden auf 21 Mill. geschätzt wurde, sprechen jetzt etwa 125 Mill. diese Sprache, wovon
ziemlich genau die Hälfte auf die Vereinigten Staaten entfällt. Zur Erforschung der engl. Mundarten des Mutterlandes hat
sich 1870 eine Gesellschaft in London gebildet: die «English Dialect Society», welche ein großes Mundartenwörterbuch vorbereitet
und eine Anzahl Veröffentlichungen über einzelne Mundarten veranstaltet hat.
Von diesen hat das Schottische die bedeutendste Litteratur, welche bis ins 14. Jahrh. zurückgeht. Der schott.
Wortschatz ist gesammelt von Jamieson (Etymological dictionary of the Scottish language, 2 Bde.,
Lond. u. Edinb. 1808; Supplemente, 3 Bde., 1879 fg.; seitdem öfters, auch abgekürzt
von Johnstone und Longmuir, Edinb. 1877). Eine gründliche Arbeit über diese Mundart schrieb Murray (The
dialect of the Southern counties of Scotland, in den «Transactions of the Philological Society», 1873). (Vgl. W. Skeat, Bibliographical
list of the works ... illustrative of the various dialects of English, Lond. 1876.) Doch auch andere
Mundarten, besonders die westlichen, weisen eine reiche Litteratur aus. Von allgemeinen Werken über
die Englische Sprache seien noch erwähnt die betreffenden Abschnitte in Storms Englisk Filologie (in der deutschen Bearbeitung: Engl.
Philologie, Bd. 1, 2. Aufl., Lpz.
1892), in Elzes Grundriß der engl. Philologie (2. Aufl., Halle 1888), in Körtings Encyklopädie und Methodologie der
engl. Philologie (Heilbr. 1888) und in der kurzgefaßten Einführung in das Studium der engl. Philologie von W. Victor (Marb.
1888).
Die ersten Versuche zur grammatischen Bearbeitung der Englische Sprache finden sich in den lateinisch geschriebenen
Grammatiken von John Colet, Dechant von St. Pauls, gewöhnlich Paul's Accidence (zuerst um 1510) genannt,
und von W. Lily (zuerst Lond. 1542). Die erste eigentlich engl. Grammatik verfaßte William Bullotar (Bref grammar for English,
Lond. 1586). Unter seinen Nachfolgern erlangten das höchste Ansehen Johnson (1706), Rob.
Lowth (1762),Thomas Sheridan (1786), HorneTooke in den «Diversions of Purley» (2 Bde.,
Lond. 1798-1805), Lindley Murray, ein geborener Amerikaner (zuerst 1795), und Noah Webster (1836). Ein
Werk des mühsamsten Fleißes ist Goold BrownsGrammar of English grammars (Neuyork
[* 28] 1857). Durch den Einfluß der histor. und
vergleichenden Philologie ist auch die engl. Grammatik in ein neues Stadium getreten. Lathams Werk Treatise on the
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