Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/3521

Degras
ist eine von Lohgerbern sehr gesuchte Lederschmiere, welche teils als Abfall bei der Sämischgerberei erhalten, teils, weil diese Quelle nicht ausreichend ist, besonders fabriziert wird. Die Fabrikation des Weichleders beruht darauf, daß die von Haaren und Narbe entblößten Felle mit Öl gewalkt, zwischendurch wiederholentlich an die Luft gehangen, dann auch in warmer Kammer aufgeschichtet werden. Das Öl erleidet hierbei, eine Oxydation und erlangt damit die Eigenschaft, sich mit der Tierfaser zu verbinden und ihr die lederartige Beschaffenheit zu geben.
Was sich von dem oxydierten Fett nicht fest mit der Faser verbunden hat, muß entfernt werden. Dies geschieht soweit thunlich
auf mechanischem Wege, durch Ausringen und Pressen, und die hierbei abgesonderte Substanz bildet die
Primasorte von
Degras. Das noch Rückständige entfernt man durch Auswaschen der
Felle in warmer Pottaschelösung, wobei das
Fett einigermaßen verseift wird und mit der Lauge eine weiße Emulsion bildet (Urläuter, Weißbrühe). Diese ist, wenn
sie als D. benutzt werden soll, erst wieder durch
Schwefelsäure zu zersetzen, und das hierdurch abgesonderte
Fett durch Waschen säurefrei zu machen. Es ist dies die geringere Sorte des echten D. Um dieselbe Substanz direkt und als
Hauptsache zu fabrizieren, werden die Manipulationen des Sämischgerbens mit schlechten
Fellen so lange wiederholt, bis sie
in Fetzen zerfallen, denn die Ölsäure entführt auch Substanzen aus dem
Leder selbst und macht es mürbe.
Inwieweit sich die Fabriken auf andre Weise, durch Zusätze etc. helfen, ist nicht bekannt.
Die aus verschiedenen Bezugsquellen stammende Ware fällt sehr ungleich aus. Für die Einbringung des Stoffes in das
Leder
muß derselbe mit Wasser gemischt sein, mit dem er eine Emulsion bildet. - Das Wasser bringt er aber
in der Regel schon reichlich mit. - Einfuhrzoll: S. Tarif im Anh. Nr. 26 a 4, bezw. 26 a 1 (in
Flaschen).