Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03610.jsonl.gz/977

In den vergangenen 20 Jahren Vereinstätigkeit veröffentlichte Reform 91 zwei Bücher. Einerseits „Stecknadel im Heuhaufen“ und andererseits „Strafgefangene schreiben Geschichte für ihre Kinder“.
Reform 91 spezialisierte sich insbesondere darauf, dass die europäischen Mindestgrundsätze für die Behandlung der Gefangenen von den zuständigen Vollzugsorganen in die Tat umgesetzt wird. Am 1. Mai 2002 hat der damalige Bundespräsident Kaspar Villiger im Namen des schweizerischen Bundesrates die Gruppierung der Reform 91 ähnlich wie eine Gewerkschaft die – die Interessen der schweizerischen Strafgefangenen vertritt – beschrieben.
Vor allem im kulturellen Bereich wurde die Organisation aktiv. So gründeten einige Mitglieder des Vereins 1997 in der Strafanstalt Saxerriet eine eigene Theatergruppe, die mit Erfolg auch ausserhalb der Institution Gefängnis, ihre Auftritte vorführte.
Dieses Modell wurde von der Strafanstalt Saxerriet übernommen!
2002 nach der Entlassung sämtlicher Vorstandsmitglieder aus dem Strafvollzug, hat Reform 91 eine Arbeitsgruppe, die Theatergruppe Korn, auf die Beine gestellt. Die Theatergruppe Korn führte in den letzten Jahren insgesamt 5 Interaktionsspiele in der ganzen deutschsprachigen Schweiz auf.
2008 gründete die Reform 91 eine weitere Arbeitsgruppe die Selbsthilfeorganisation „Angehörige von Straffälligen“. Die SAS möchte in ihrer Arbeit insbesondere auf das gesellschaftliche Tabu hinweisen, dass sie zu den sekundären Opfern der Kriminalität wurden. Die SAS vertritt die Ansicht, dass während der allzu langen Untersuchungshaft und der anschliessenden Sicherheitshaft oft mit unnötigen Vorschriften eine weitere qualifizierte Desozialisation eingeleitet wird. Zur Zeit hat die SAS oberste Priorität in unserem Verein und koordiniert mit der angeschlossenen Theatergruppe die unmenschlichen Zustände innerhalb des schweizerischen Strafvollzuges. Reform 91 macht aber auch die zuständigen Justizorgane laufend auf die Mängel in der sogenannten Bewährungszeit, d.h. Schutzaufsicht nach einer bedingten Entlassung eines Delinquenten, aufmerksam.
2010 Tour de Prison mit der "Tour de Prison Band
Schlussbericht und Presse
2011 gründete die Reform 91 eine weitere Arbeitsgruppe. Die ABM, eine Anlaufstelle für Betroffene vor oder im Massnahmenvollzug (Begleitung und Unterstützung von Straftätern und deren Angehörigen).
2012 Die Reform 91 hat die Gruppen ABM (Anlaufstelle für Betroffene vor oder im Massnahmenvollzug SAS (Selbsthilfegruppe für Angehörige vorn Strafgefangenen) initiiert und begleitet. Diese haben eine beträchtliche Aktivität entfaltet und ein eigenes Profil entwickelt, das nach mehr Selbständigkeit ruft. Die Reform 91 setzt auf Öffentlichkeitsarbeit und Interventionen bei den zuständigen Behörden, um allgemeine Probleme des Strafvollzuges zu thematisieren, publik zu machen und Reformen einzuleiten.
Die Arbeitsgruppen ABM/SAS gehen fallbezogen vor und thematisieren das Schicksal Betroffener in konkreten Interventionen.
Diese verschiedenen Ausrichtungen erlauben nicht durchwegs ein konfliktfreies Nebeneinander, aber rufen immer wieder nach Absprache.
So gehen die Reform 91 und die Arbeitsgruppen ABM/SAS nun eigene Wege, werden sich aber immer wieder begegnen, um sich gegenseitig zu unterstützten und gemeinsame Ziele anzuvisieren.
2013 wurde die Arbeitsgruppe HAS (Hilfe für Angehörige) anstelle der ABM/SAS neu gegründet.
Gabrielle Hirt Peter Zimmermann