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© Marcel Burkhardt
Neues Lehrbuch über Populationsdynamik
Für ein besseres Verständnis von Bestandsänderungen einer Art spielt die Populationsdynamik eine zentrale Rolle. Alle Bestandsänderungen sind Resultat der vier demografischen Prozesse Überleben, Fortpflanzung, Immigration und Emigration. Feldstudien zur Populationsdynamik sind aber komplex, weil es eine Vielzahl von Einflussfaktoren gibt und weil meist nicht alle Individuen beobachtet und gezählt werden können. Die gesammelten Daten zeigen daher ein unvollständiges und möglicherweise verzerrtes Bild der Dynamik einer Population. Deshalb müssen die demografischen Prozesse mit statistischen Modellen geschätzt werden. Früher wurde für jeden Datensatz ein anderes Modell verwendet und die resultierenden Schätzungen wiederum in ein Populationsmodell eingefüllt, um die Populationsdynamik zu verstehen. Dieses Vorgehen ist ineffizient, weil nicht alle verfügbaren Informationen verwendet werden. Hier setzen die integrierten Populationsmodelle an: Alle verfügbaren Daten werden zu einem einzigen Modell zusammengefügt, welches präzisere Schätzungen liefert und es erlaubt, die demografischen Prozesse zu schätzen, die man nicht direkt beobachtet hat. Ein neues Lehrbuch über integrierte Populationsmodelle richtet sich an Populationsökologinnen und -ökologen und zeigt, wie diese Modelle entwickelt und benutzt werden können. Vermehrte Anwendung solcher Modelle wird zu vertieften Einblicken in die Populationsdynamik führen und somit auch dazu beitragen, gefährdete Populationen besser fördern zu können.