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(Auszug QUELLE LANDWIRTSCHAFTLICHES ZENTRUM LIEBEGG)
Wie war das Weinjahr 2021
Das Weinjahr 2021
Witterung und Entwicklung der Reben
Der Winter 2020/2021 war einer der wärmsten Winter seit Messbeginn (1864) mit einem landesweiten Mittel von +0.9°C. Die Werte für die Region Nordwestschweiz waren mit +1.5°C gegenüber dem landesweiten Mittel seit Messbeginn (1854) noch höher. Der Monat Februar war im Aargau ein Wechselbad der Temperaturen mit bis zu -15°C und max. 20°C zeigte das Thermometer eine riesige Spannweite an. Nicht nur das Temperaturmittel zeigte einen erhöhten Wert an, die Niederschläge in den Monaten Dezember und Januar lagen mit 130% über der langjährigen Norm.1
Auf den warmen und nassen Winter folgte der kälteste Frühling seit 30 Jahren. Das landesweite Mittel lag 1.1°C unter der langjährigen Norm. Die Regenmengen waren im Frühling ungleich verteilt. Die Monate März und April waren sehr Niederschlagsarm und blieben deutlich unter dem Durchschnitt.
Die kühle Witterung führte bei den Reben zu einem späteren Austrieb und langsameren Vegetationsverlauf als im Vorjahr, der Entwicklungsrückstand lag bei gut zwei Wochen. Es war der späteste Austrieb seit 10 Jahren, nur 2013 erfolgte der Austrieb ähnlich spät. So hatten die Frostnächte Anfangs April vor allem Auswirkungen auf frühe Sorten. Teilweise wurden Knospenschäden bei später austreibenden Rebsorten beobachtet.
Bis Mitte Juni stieg das Thermometer vielfach auf über 20°C und die Reben entwickelten sich schneller als angenommen. Sie konnten somit in kurzer Zeit einen grossen Teil des Rückstands wieder gut machen. So fand die Blüte zwischen Mitte und Ende Juni statt; genau in der Zeit der grossen Unwetter. Die Sommermonate brachten mit 175% der Norm (Buchs-Aarau), die höchsten Niederschlagsmengen seit Anfang des Messbeginns 1959.2 Diese hohen Wassermengen gepaart mit den doch milden Temperaturen waren der ideale Nährboden für Pilzkrankheiten.
In frühen Lagen begann der Farbumschlag Ende August. In den meisten Lagen fand er um den 4. September 2021 statt. Nach diesem feuchtwarmen Sommer folgte ein milder und sehr sonniger September und Oktober mit kühlen Nächten, welche für die Aromabildung in den Trauben förderlich war. Die Weinlese begann rund 3 Wochen später als in den vorangegangenen Jahren.
Die Erträge waren im Vergleich zum Vorjahr und zum langjährigen Durchschnitt tiefer. Dies hing vor allem mit den schwierigen Bedingungen während des Sommers zusammen, zudem wurden wieder vermehrt Vogelfrassschäden verzeichnet. Erfreulicherweise stimmte aber die Qualität der Trauben und es darf von einem guten Jahrgang 2021 ausgegangen werden.
Ueli Iten