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«Real-life»-Untersuchungen vor Ort
Die Messungen auf der «Franjo Tudjman Bridge» zielten zum einen darauf ab zu bestimmen, wie stark die MR-Dämpfer die Seile tatsächlich bedämpfen; zum anderen sollte der Regelalgorithmus auf die spezifischen Brückeneigenschaften eingestellt werden. Dazu wurden die Seile zuerst ohne und dann mit MR-Dämpfer von Hand in Schwingung versetzt. Gemessen wurden Seilschwingung, die Bewegung des Dämpferkolbens und die durch LKW-Verkehr verursachte Schwingung des Brückendecks. Die Versuche zeigten, dass die Eigendämpfung der Seile also ohne Dämpfer eher an der unteren Grenze der üblichen Dämpfung von Schrägseilen liegt, während die Seile mit geregelten MR-Dämpfern rund zehn Mal stärker gedämpft sind. «Wir waren erstaunt, wie stark die MR-Dämpfer die Seile bedämpfen, denn eine Erhöhung der Dämpfung um den Faktor 10 entspricht in etwa einem Dämpferwirkungsgrad von 70%, was sehr hoch ist.»
Gemäss Erfahrungswerten sollte dies genügen, die Seile der «Franjo Tudjman Bridge» in Zukunft selbst bei starkem Wind mit feuchtem Schneefall nur noch mit kleinen Amplituden schwingen zu lassen, die die Tragsicherheit der Brücke nicht beeinträchtigen. Überschlagsrechnungen zeigen, dass die Seilamplituden für dieses «worst-case-Szenario» maximal 15 bis 20 Zentimeter betragen sollten.