Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/1599

Zervixkarzinom
Gebärmutterhalskrebs
Eine anhaltende Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) ist die Hauptursache von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. HPV verursacht mehr als 99 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs, wobei die HPV-Genotypen 16 und 18 für 70 Prozent dieser Fälle verantwortlich sind. Weltweit werden jedes Jahr über 500 000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, und die Hälfte der Patientinnen versterben daran.1
Situation in der Schweiz
In der Schweiz erkranken rund 240 Frauen pro Jahr an Gebärmutterhalskrebs. Dazu werden jährlich rund 5000 Krebsvorstufen im Bereich des Gebärmutterhalses diagnostiziert. Pro Jahr sterben in der Schweiz rund 85 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Knapp die Hälfte der an Gebärmutterhalskrebs erkrankten Frauen hat bei der Diagnose das 50. Lebensjahr noch nicht erreicht.2
Früherkennung und Diagnostik
Heute stehen zur Primärprävention zwei Impfstoffe gegen HPV zur Verfügung. Weil diese nur gegen 2 bzw. 4 HPV-Genotypen wirken und weil die Durchimpfungsrate noch niedrig ist, muss auch weiterhin die Sekundärprävention in Form von regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Ziel dieses routinemässigen Screenings ist es, Frauen mit Krebsvorstufen frühzeitig zu erkennen, so dass sie behandelt werden können, bevor sich eine fortgeschrittene Krebserkrankung entwickelt hat.
Frühzeitig erkannter Gebärmutterhalskrebs ist eine der am besten vermeidbaren und heilbaren Krebsarten mit einer Überlebensrate von über 90%. Wenn die Erkrankung jedoch erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird, beträgt die durchschnittliche Fünfjahres-Überlebensrate nur rund 20%.
Referenzen
1 Weltgesundheitsorganisation, Fact Sheet 380, September 2013: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs380/en/
2 Krebsliga, Statistische Informationen, download März 2014http://www.krebsliga.ch/de/praevention/pravention_krebsarten/gebarmutterhalskrebs/fakten
Pap-Abstrich versus HPV-DNA-Tests
Seit Jahrzehnten verlassen sich Frauen auf den zytologischen Pap-Abstrich zur Früherkennung der Erkrankung. Die weltweite Bedeutung des Screenings auf Gebärmutterhalskrebs mittels Pap-Testung für die Frauengesundheit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seit der Einführung dieses Tests hat das Screening durch regelmässige Pap-Abstriche und die Diagnose und Behandlung von präkanzerösen Läsionen dazu beigetragen, die Inzidenz und Mortalität von Gebärmutterhalskrebs in Ländern mit systematischem Screening um 80 % zu senken.3
Obwohl die Inzidenz stark reduziert wurde, zeigen Daten, dass die Sensitivität des Pap-Abstrichs für die Erkennung präkanzeröser zervikaler Läsionen niedrig ist und seit Jahren eine Stagnation der Inzidenzzahlen beobachtet werden kann.4
ATHENA-Studie
Die ATHENA-Studie, an der mehr als 47 000 Frauen teilnahmen, hat gezeigt, dass ein beträchtlicher Anteil der Frauen vom Einsatz des cobas HPV® Tests als primärer Screening-Test auf Gebärmutterhalskrebs profitieren würde. Der Studie zufolge hatte fast jede siebte HPV-16-positive Frau mit unauffälligem Pap-Test eine hochgradige Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs, die mit dem Pap-Test übersehen wurde.5
Die Anwendung eines HPV-DNA-Tests wie dem cobas® HPV als Screening-Test würde es erlauben, das Intervall der Vorsorgeuntersuchung bei high risk HPV-negativ getesteten Frauen (im Alter ≥ 30 J.) auf 5 Jahre zu verlängern.6
Referenzen
3 National Cancer Institute, Cervical Cancer Screening (PDQ®), Accessed June 2011http://www.cancer.gov/cancertopics/pdq/screening/cervical/HealthProfessional#Section_115
4 Herbert A, Anshu, Gregory M, Gupta SS, Singh N. Invasive cervical cancer audit: a relative increase in interval cancers while coverage increased and incidence declined. BJOG. 2009;116(6):845-853.
5 Wright TC Jr, Stoler MH, Sharma A, Zhang G, Behrens CM, Wright TL. Evaluation of HPV-16 and HPV-18 genotyping for the triage of women with high-risk HPV+ cytology-negative results. Am J Clin Pathol. 2011;136:578-586.
6 Ronco G et al. Efficacy of HPV-based screening for prevention of invasive cervical cancer: follow-up of four European randomized controlled trials. Lancet 2014; 383: 524–32
Einsatzbereich
Der CINtec® PLUS Test detektiert die p16/Ki-67 Biomarker und identifiziert in der Triage (von high risk HPV-positiven Resultaten und LSIL-Befunden) Frauen mit onkogen transformierten Läsionen (p16/Ki-67 positiv). Der Test ermöglichst somit eine zielgerichtete Differentialdiagnose und führt diejenigen Frauen der Kolposkopie zu, welche sie benötigen.7, 8, 9
Referenzen
7 Petry KU, Schmidt D, Scherbring S, et al. Triaging Pap cytology negative, HPV positive cervical cancer screening results with p16/Ki-67 dual-stained cytology. Gynecol Oncol. 2011;121(3):505-509.
8 Schmidt D, Bergeron C, Denton KJ, Ridder R, European CINtec Cytology Study Group. p16/Ki-67 dual-stain cytology in the triage of ASCUS and LSIL Papanicolaou cytology: results from the European equivocal or mildly abnormal Papanicolaou cytology study. Cancer Cytopathol. 2011;119:158-166.
9 Screening for Cervical Cancer Precursors With p16/Ki-67 Dual-Stained Cytology: Results of the PALMS Study. Ikenberg H, Bergeron C, Schmidt D, et al. J Natl Cancer Inst. 2013;105:1550–1557
Einsatzbereich
Der CINtec® Histology Test bestätigt die Gegenwart oder das Nicht-Vorhandensein einer CIN2+ Läsion (p16 positiv) in Biopsien, die während einer Kolposkopie entnommen wurden.10
Referenzen
10 Bergeron C, Ordi J, Schmidt D, et al. Conjunctive p16INK4a testing significantly increases accuracy in diagnosing high-grade cervical intraepithelial neoplasia. Am J Clin Pathol. 2010;133(3):395-406.