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Wieder brennt es in Kalifornien. Die Feuersbrunst ist dieses Jahr besonders verheerend; mittlerweile haben die Brände bereits über 30 Todesopfer gefordert. Die Zahlen sind schockierend: Mehr als 7500 Brände haben in dieser Saison schon eine Fläche von knapp 6750 km2 verwüstet – so viel wie die Fläche der Kantone Bern und Solothurn zusammen. Nie verschlang das Feuer bisher in Kalifornien mehr Land in einem einzigen Jahr.
Von den Verlusten an Menschenleben abgesehen, haben die Brände bis zum 11. November Kosten in der Höhe von knapp 3 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 3 Mia. Fr.) verursacht. Gut 1,3 Milliarden davon fielen durch Brandbekämpfungsmassnahmen an. In diesem Fiskaljahr, das am 1. Juli begonnen hat, sind dem California Department of Forestry and Fire Protection (CAL FIRE) allein im ersten Monat Kosten von 115 Millionen Dollar entstanden – dies bei einem Jahresbudget von 443 Millionen Dollar.
Die interaktive, zoombare GoogleMaps-Karte des CAL FIRE zeigt die aktuellen Brandherde. In einem aktivierbaren Tab (links oben) sind die auch die Brände der vergangenen Monate aufrufbar. Klicks auf die Feuer-Icons liefern weitere Informationen.
Auch 2017 und 2016 kam es zu einer Vielzahl von Bränden, wie die entsprechenden Karten zeigen:
Allein das Mendocino-Complex-Feuer, das vom 27. Juli bis zum 18. September dieses Jahres in mehreren nordkalifornischen Countys wütete, verwüstete eine Fläche von mehr als 1800 km2 und verursachte Kosten in der Höhe von rund 257 Millionen Dollar. Es handelt sich um den bisher grössten Waldbrand in der Geschichte des US-Staats, wie diese Grafik zeigt:
Das CAL FIRE führt auch eine Statistik der Waldbrände, die bisher am meisten Todesopfer gefordert haben. Das Camp Fire in Butte County in Nordkalifornien, das immer noch nicht gelöscht ist, hat in wenigen Tagen so viele Menschenleben gekostet wie das Feuer von Griffith Park 1933, das bisher als tödlichster Waldbrand in Kalifornien galt.
Auch in der Auflistung der Waldbrände, denen am meisten Bauwerke zum Opfer fielen, steht das Camp Fire auf der Spitzenposition. Es hat bereits mehr Bauwerke zerstört als das verheerende Tubbs Fire vom Oktober 2017, das bisher die Liste mit deutlichem Abstand anführte.
Von 2000 bis 2016 zerstörten Waldbrände im gesamten US-Staat nahezu 27'000 Bauwerke. Deutlich am schlimmsten war das Jahr 2008 mit beinahe 10'000 vernichteten Bauwerken.
Die Kosten nur schon der Brandbekämpfung sind horrend. Die Auflistung nach Fiskaljahren seit 2000-2001 zeigt nach einem zeitweiligen Rückgang in der ersten Hälfte des Jahrzehnts eine starke Zunahme.
Die Anzahl der Brände im Bundesstaat schwankt von 2007 bis 2016 zwischen 2434 und 3672. Eine klare Tendenz lässt sich nicht ausmachen:
Von diesen Bränden kann jeweils eine beträchtliche Anzahl auf Brandstiftungen zurückgeführt werden:
Während die Anzahl der Brände in Kalifornien von 2007 bis 2016 nur relativ geringen Schwankungen unterworfen ist, zeigt die jeweils von Bränden vernichtete Fläche ein ganz anderes Bild:
Die beiden hier noch nicht berücksichtigten Jahre 2017 und 2018 dürften allerdings ganz neue Dimensionen eröffnen. Die verwüstete Fläche des Spitzenjahrs 2007 wird vom diesjährigen Verlust um das Vierfache übertroffen – und 2018 ist noch nicht zu Ende.
(dhr)