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Als Placebos werden in der Medikamentenforschung Scheinmedikamente bezeichnet, die aber – irritierenderweise für die medizinische Forschung – ebenfalls heilen.
Unter Placebo werden verschiedene psychologische Effekte zusammengefasst wie Heilungserwartung, Zuversicht in die Behandlung, die Ärztinnen oder TherapeutInnen sowie die Spontanremession (“Zeit heilt Wunden”). Bemerkenswerterweise berichten ca. die Hälfte der PatientInnen bereits vor dem ersten Therapietermin von einer deutlichen Verbesserung ihrer Beschwerden.
Bisher wurden in klinischen Studien häufig ein neues Medikament mit einem Scheinmedikament verglichen; der Placeboeffekt liegt dann über 30 %; besonders ausgeprägt ist der Placeboeffekt bei Schmerzmedikamenten und Antidepressiva. Bessere Studien hingegen verwenden für die Kontrollgruppe entweder bereits auf dem Markt befindliche Medikamente oder variieren die Dosierung oder Dauer der Medikamentengabe (den Untersuchungsteilnehmenden wird glauben gemacht, dass sie das wirksame Medikament erhalten; tatsächlich erhalten sie es aber erst verzögert oder sie erhalten in der zweiten Studienhälfte das Scheinmedikament; sog. ).
Unter diesen neuen Studienbedingungen konnte gezeigt werden, dass die Wirkung neuer Medikamente meist viel kleiner ist als bisher angenommen, und die Placebo-Wirkung hingegen deutlich grösser als bisher geschätzt.
(Weimer et al., (2011). Placeboresponse. Der Schmerz 3, pp.325-333).
Was ist ein Placebo, wie wirkt es und wie stark?
Als Placebos werden in der Medikamentenforschung Scheinmedikamente bezeichnet, die aber – irritierenderweise für die medizinische Forschung – ebenfalls heilen.