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Als der Roman «The Great Gatsby» von Francis Scott Fitzgerald 1925 veröffentlicht wurde, war das Buch weit davon entfernt, einmal Literaturgeschichte schreiben zu können.
Heute wird «The Great Gatsby» zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Moderne gezählt. Das «Time-Magazine» listete den Roman 1998 auf Rang 2 der 100 besten englischsprachigen Romane des ausgehenden Jahrhunderts.
Aber auch wenn es geschrieben steht: Nichts ist für die Ewigkeit. Höchstens vielleicht die Bibel. Auf jeden Fall sind in diesen Tagen die Urheberrechte für «The Great Gatsby» abgelaufen. Und deshalb befürchten Puristen der Literaturkritik einen wahren Tsunami von neuen Versionen rund um den erfolgsträchtigen Titel.
Bereits, als die Produzenten für die Rechte noch etwas hinblättern mussten, ist «The Great Gatsby» mehrmals für die Bühne und die Leinwand adaptiert worden. Die Story dient dabei jeweils als Abkürzung für den Glamour der «Roaring Twenties». Der ehemalige Präsident Barack Obama hat darin mehr gesehen und das Buch empfohlen, «um die Komplexität Amerikas zu verstehen».
Für den Literaturwissenschaftler James L.W.West III hat der Roman «fast den Status eines heiligen Werkes, und er wird als Verkörperung aller möglichen Dinge über amerikanische Werte und Gesellschaft angesehen».
Hauptfigur ist der junge und mysteriöse Millionär Jay Gatsby. Dieser lebt auf der Insel Long Island nördlich von New York und liebt seit Jahren Daisy Buchanan. Allerdings hat diese Schönheit während Gatsbys Militärdienst einen anderen Mann geheiratet.
Eine Steilvorlage, meinen inzwischen Kreative, welche die Story mit den «Muppets» nachspielen wollen. Ein durchaus erstgemeintes Projekt, denn mit dem Erlöschen der Rechte des literarischen Nachlasses von Francis Scott Fitzgerald kann seit dem 1. Januar 2021 jede und jeder das Werk mit frischer Kreativität neu interpretieren und an den Kassen noch einmal beleben.
Bereits gedruckt ist eine illustrierte Ausgabe von Black Dog & Leventhal. Diese zeigt die auffällige Ikonographie der Epoche.
Ein anderer Autor will dem Gatsby einen nach seinem Gusto etwas verbesserten Charakter zuschreiben. Seit 2015 arbeite der Schreiberling an seiner Interpretation. Jetzt kann er endlich die Suche nach einem Verlag angehen.
In England hat eine Theatergruppe aus Bristol eine sozial distanzierte Adaption mit zwei Frauen angekündigt. Gatsby aus feministischer Sicht also. Gedroht wird ebenfalls bereits mit einer Version als Horror-Film sowie einer Adaptation mit einem jetzt endlich möglichen Outing von Jay «Gay» Gatsby.
Das gleiche Schicksal wartet im kommenden Jahr übrigens auch noch auf ursprüngliche Werke von William Faulkner und Ernest Hemingway.