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Therapien-Glossar
Bioresonanztherapie
Definition
Als Bioresonanztherapie (griechisch „bios“ = Leben, lateinisch „resonare“ = widerhallen) bezeichnet man ein Heilverfahren, bei dem mittels einer speziellen Apparatur die vom Körper des Patienten ausgesendeten elektromagnetischen Schwingungen aufgenommen, modifiziert und dem Körper wieder zugeführt werden. Auch von aussen kommende, exogene Schwingungen können verarbeitet werden.
Herkunft
Das Phänomen der energetischen Abläufe im Körper wurde in den 1950er Jahren an verschiedenen Universitäten unabhängig voneinander erforscht. Darauf aufbauend entwickelten der deutsche Arzt Franz Morell (gestorben 1990) und der Elektroingenieur Erich Rasche 1977 die spätere Bioresonanztherapie.
Morell arbeitete zunächst mit der Elektroakupunktur nach Voll. Dabei gelangte er zu der Ansicht, dass der menschliche Körper endogene, elektromagnetische Schwingungen aussendet und dass diese durch äussere Einflüsse veränderbar sind. Zusammen mit Erich Rasche entwickelte er ein Gerät, das die körpereigenen Schwingungen empfangen und wieder zurücksenden konnte. Dieses Gerät und die damit praktizierte Behandlungsform wurde zunächst unter der Bezeichnung Mora-Therapie bekannt. „Mora“ ist abgeleitet von den Namen Morell und Rasche. Aufgrund der Weiterentwicklung der Geräte sowie der Diagnose- und Therapiemöglichkeiten wurde die Methode später in Bioresonanztherapie (BRT) umbenannt.
Die ursprüngliche Bioresonanztherapie wurde zusammen mit den Geräten stetig erweitert, so dass heute auch andere elektromagnetische Signale wie zum Beispiel Farblicht oder Tonfrequenzen verwendet werden. Diese externen Signale werden als exogen bezeichnet. Die Diversifizierung hat dazu geführt, dass die Bioresonanztherapie heute zum Beispiel auch als Biokommunikationstherapie, Bicomtherapie, Mora-Color, Multicomtherapie, biophysikalische Informationstherapie (BIT) oder biokybernetische Medizin bezeichnet wird. Auch die Bezeichnung von Geräten wie zum Beispiel Lykotronic kann namensgebend für die Methode sein.
Grundlagen
Die Grundlage der Bioresonanztherapie ist die Vorstellung, dass Moleküle und Molekülverbände im Körper eines Menschen elektromagnetische Schwingungen aussenden. Diese Schwingungen bilden bei jedem Menschen ein typisches Muster, das sich aus harmonischen (gesunden) und disharmonischen (kranken) Anteilen zusammensetzt. Disharmonische Schwingungen werden auch als Störfelder bezeichnet.
Da es sich um elektromagnetische Wellen handelt, können die körpereigenen Signale mit Hilfe von Elektroden aufgenommen, in ein Gerät geleitet, dort umgewandelt, mit Schwingungen von Medikamenten, Farben, Tönen, Edelsteinen usw. angereichert und über weitere Elektroden wieder in den Körper des Patienten zurückgeleitet werden. Durch diese elektronische Bearbeitung können krankmachende Schwingungen ausgelöscht und gleichzeitig die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und gestärkt werden.
Dunkelfeldmikroskopie
Die Dunkelfeldmikroskopie ist eine bereits seit über 250 Jahren bekannte Variante der Lichtmikroskopie. Sie führt zu einem dunklen Bildhintergrund, vor dem sich die zu beobachtenden Strukturen hell abheben. Dadurch können von durchsichtigen Objekten mit nur sehr geringem Kontrast dennoch gut aufgelöste, kontrastreiche Bilder erzeugt werden, ohne dass eine vorherige Färbung des Präparats erforderlich ist. Auch lebende Objekte sind gut beobachtbar. Bis zur Entwicklung der Phasenkontrastmikroskopie in den 1930er Jahren war die Dunkelfeldmikroskopie die einzige Methode zur Kontrastverstärkung bei ungefärbten Präparaten. In Abgrenzung zur Dunkelfeldmikroskopie wird die Technik der „normalen“ Lichtmikroskopie als Hellfeldmikroskopie bezeichnet.
Das Prinzip der Dunkelfeldmikroskopie beruht darauf, dass Objekte Licht nicht nur absorbieren, sondern auch immer einen Teil des Lichtstrahls ablenken. Wenn die Beleuchtung so eingestellt ist, dass die direkten Lichtstrahlen am Objektiv des Mikroskops vorbeigehen, sieht der Betrachter nur das abgelenkte Licht. Eine der Ablenkungsursachen ist die als Tyndall-Effekt bezeichnete Streuung von Licht an kleinen Teilchen, welche beispielsweise auch zu beobachten ist, wenn Licht in einen dunklen Raum fällt und der Staub innerhalb des Lichtstrahls deutlich sichtbar wird. Auch Teilchen, die kleiner sind als die Auflösungsgrenze des Mikroskops, lenken Licht ab und lassen sich daher mit einem Dunkelfeldmikroskop nachweisen. Manche Eigenschaften wie die Beweglichkeit von Teilchen lassen sich so untersuchen. Diese Anwendung hatte Anfang des 20. Jahrhunderts als Ultramikroskopie größere Bedeutung.
Die Beleuchtung des Präparats kann vom Objektiv aus gesehen von hinter dem Präparat erfolgen (Durchlicht) oder von der Objektivseite (Auflicht) oder auch seitlich, wie dies beim Spaltultramikroskop der Fall ist. Durchlicht- und Auflicht-Dunkelfeld sind sowohl in „normalen“ Mikroskopen als auch in Stereomikroskopen möglich.
Ernährungsberatung
Definition
Eine Ernährungsberatung bietet Unterstützung bei einer Änderung der individuellen Essgewohnheiten und kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von ernährungsbedingten Krankheiten durchgeführt werden.
Herkunft
Die Ernährungsweise spielte bereits in der Medizin der Vergangenheit eine wichtige Rolle. So forderte beispielsweise der griechische Arzt Hippokrates (460-370 v. Chr.): „Die Nahrungsmittel sollen unsere Heilmittel und die Heilmittel unsere Nahrungsmittel sein.“ Er empfahl seinen Patienten deshalb Diäten und eine Umstellung der Lebensgewohnheiten. Galen (129-199 n. Chr.) formulierte in seinen „sex res non naturales“ (sechs nicht natürliche Dinge) Vorschriften zur Lebensführung. Darunter befinden sich auch Angaben zur richtigen Ernährung. Galens Auffassungen waren im Mittelalter dank populärer Ratgeberbücher weit verbreitet und anerkannt. Auch in den folgenden Jahrhunderten erschienen zahlreiche Ratgeber, die sich mit einer gesunden Lebensführung befassten.
Im 19. Jahrhundert entstand dann die wissenschaftliche Ernährungslehre, die die Nahrungsmittel nach ihrem Kaloriengehalt und ihrer Zusammensetzung (Proteine, Kohlenhydrate und Fette) einteilt und bewertet. Diese Erkenntnisse beeinflussten die Lebensmittelindustrie des 20. Jahrhunderts massgeblich und hatten unter anderem die Entwicklung von Nährstoffkonzentraten und isolierten Nahrungsbestandteilen zur Folge.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden im Rahmen der Naturheilkundebewegung neue Ernährungskonzepte, wie zum Beispiel die „Bircher-Benner-Kost“ des Schweizer Arztes Maximilian Oskar Bircher-Benner (1867-1939) mit lebensfrischer Rohkost sowie die Vollwerternährung, die auf den deutschen Hygieniker und Mikrobiologen Werner Kollath (1892-1970) zurückgeht. Von Bircher-Benner stammt das Bircher-Müsli, das aus Obst, Kornmus und Milch besteht und noch heute sehr verbreitet ist.
Viele der naturheilkundlichen Ernährungsprinzipien wurden inzwischen in die moderne Ernährungswissenschaft integriert und finden sich zum Beispiel in den Empfehlungen zur Vollwerternährung wieder. Neben der wissenschaftlich orientierten Ernährungslehre sind im Lauf der Zeit zahlreiche weitere Ernährungskonzepte und Diätformen entstanden, die je nach zugrunde liegender Theorie zur Gesundheitsvorsorge und/oder zur Behandlung von Krankheiten genutzt werden können.
Grundlagen
Die Ernährungsgewohnheiten haben sich seit den 1950er Jahren teilweise grundlegend verändert: Die Menschen essen heute zu viel Fett, Zucker und Proteine und vor allem zunehmend stark verarbeitete Fertigprodukte, gleichzeitig bewegen sie sich weniger als früher. Diese Tendenz geht einher mit der Zunahme ernährungsabhängiger Erkrankungen wie zum Beispiel Übergewicht, Diabetes, Verdauungsstörungen, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Neurodermitis und Allergien. Sowohl alternative als auch konventionelle Gesundheitssysteme legen deshalb heute vermehrt Wert auf eine ausgewogene Ernährung. Diese sollte überwiegend aus pflanzlichen, ballaststoffreichen Lebensmitteln mit hoher Nährstoffdichte bestehen, das heisst einem guten Verhältnis von einerseits Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiss und andererseits Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Günstig ist diese Nährstoffdichte bei Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Zucker und Weissmehl hingegen enthalten nur „Leerkalorien“.
Eine Ernährungsumstellung dient bei Gesunden vor allem der Erhaltung der Gesundheit. Bei vielen chronischen Erkrankungen kann eine gesunde Ernährung dazu beitragen, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen. Zwingend notwendig ist das Einhalten von speziellen Diäten bei Krankheiten oder Störungen, die durch die Ernährung beeinflussbar sind, wie zum Beispiel Diabetes oder ein erhöhter Cholesterinspiegel.
Frauenheilkunde
Die Gynäkologie (gr.γυνήgyné „Frau“ und -logie), oder auch Frauenheilkunde, ist die Lehre von der Behandlung der Erkrankungen des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstraktes. Das entsprechende Fachgebiet für männliche Patienten ist die Andrologie, zum Teil die Urologie. Allerdings beschäftigen sich Urologen auch mit weiblichen Patienten, wenn es um Erkrankungen der Nieren, der Harnblase und der Harnröhre geht.
Im engeren Sinne befasst sich die Gynäkologie mit den Erkrankungen der nicht schwangeren Frau im Gegensatz zur Geburtshilfe. Die Frauenheilkunde ist eines von etwa 30 Teilgebieten der Humanmedizin.
Zu den Aufgaben der Gynäkologie gehört auch die Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Brust und die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen (Vorsorgemedizin).
Geistheilen
Geistheilung (auch: geistige Heilung, geistiges Heilen, paranormale Heilung) ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher alternativmedizinischer, esoterischer,religiöser oder magischer Behandlungsmethoden, die sich nicht in die wissenschaftliche Medizin oder die klassische Psychotherapie einordnen lassen.
Geschichte
Religiös-magische Vorstellungen über die heilende Wirkung von göttlichen oder anderen übernatürlichen Kräften lassen sich bis in die Frühzeit der Medizingeschichte zurückverfolgen. Klassische Beispiele aus dem westlichen Kulturkreis sind der Asklepios-Kult bei den Griechen sowie der Heiligenkult und der Exorzismus im Christentum. In Jak 5,14-15 EU wird Krankheit in die Nähe von Sünde gerückt, so dass für die Heilung die „Ältesten der Gemeinde“ zuständig sind. Auch in 1 Kor 12,9 EU werden Geistheiler angesprochen.
In Kulturen, in denen die Tradition des Geistheilens überlebt hat, werden auch bei vorhandener konventioneller medizinischer Betreuung Geistheiler konsultiert. Bei den Indianern der Navajo-Nation gaben 72 % der befragten Einwohner solche Konsultationen an. Einer gab die Begründung: „The doctor give me pills for my body, the medicine man give me songs for my spirit.“ (deutsch: „Der Arzt gibt mir Pillen für meinen Körper, der Medizinmann gibt mir Lieder für meine Seele.“) Auch Einwanderer aus traditionsverbundenen Kulturen, die in die westliche Welt integriert sind, greifen nicht selten im Krankheitsfall auf traditionelle Heilmethoden aus ihrer Heimat zurück. Bei von Assion u. a. (1999) befragten 55 in Deutschland lebenden psychiatrischen Patienten mit türkischer Abstammung gaben 2/3 der Personen Kontakte zu einem oder mehreren Hocas (magische Heiler) an.
Etymologie
Der Begriff Geistheilung wird vor allem ab 1960 durch die übersetzten Werke von Harry Edwards (1893-1976) verbreitet. Damals erschien mit Geistheilung die von Eberhard Maria Körner geschriebene Übersetzung des Werkes Spirit Healing (1960) im Bauer Verlag in Freiburg i. Br. 1963 erschien dann mit Wege zur Geistheilung die von Emma Bussegeschriebene Übersetzung des unter Mitarbeit von Olive Burton geschriebenen Werkes A Guide to Spirit Healing (1950). Ein 1963 veröffentlichtes Buch trug dann den Namen The power of spiritual healing und ein 1973 veröffentlichtes A guide to the understanding and practice of spiritual healing. Weitere Verbreitung fand der Begriff vor allem ab den frühen 1970er Jahren. Der weniger weit verbreitete Begriff geistiges Heilen (spiritual healing) taucht an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert auf. Dabei unter anderem in Verbindung mit Christian Science und mit Ralph Waldo Emerson, der zu Lebzeiten „in vielen seiner Vorträge erklärt hatte, Krankheit sei das Ergebnis geistiger Unvollkommenheit, das mangelhafte Vermögen gesund zu denken und dem Geist die Herrschaft über den Körper zu geben.“
Der Begriff geistige Heilung wird in christlichen Schriften schon lange verwendet, spätestens seit dem 18. Jahrhundert. Der Begriff paranormale Heilung existiert auch mindestens seit Beginn der 1960er Jahre.
Behandlungsmethode
Behandlungsmethoden, die der Geistheilung zugeordnet werden, sind zum Beispiel: Gebetsheilung, Handauflegen,Ho'oponopono,Huna, mediumistisches Heilen, Tierkommunikation, Prana, Reiki, Schamanismus, Seelsorge,Familienaufstellung, Therapeutic Touch, teilweise auch Kinesiologie.
Auch die Radionik wird von einigen als „gerätegestützte Geistheilung“ (Begriff geprägt in den 1980er Jahren von Hans Otfried Dittmer) gesehen, da der mentale Einsatz des Therapeuten − bewusst oder unbewusst − ihrer Ansicht nach eine große Rolle bei radionischen Verfahren spielt, auch wenn sie mehr bewirken soll als „Heilung“. Reinkarnationstherapie wird ebenso manchmal dazugezählt, als Entfernung von Blockaden im Energiefluss. Teile von Ayurveda können durch die Verwendung des Atmashakti, der inneren Kraft, aus westlicher Sicht als Geistheilung angesehen werden.
Berührung und Fernheilung
Beispiele für Behandlungsmethoden der Geistheilung mit direktem Kontakt sind Handauflegen, Therapeutic Touch, Krankenwallfahrten, Magnetopathie, Heilenergetik, Prana-Heilung. Teilweise persönlichen Kontakt erfordern beispielsweise Schamanismus,Reiki, Kinesiologie und Exorzismus. Ihnen wird jedoch auch eine Fernwirkung zugeschrieben. Auf jeden Fall wird beispielsweise Besprechen, Gesundbeten auch eine Fernwirkung zugesprochen, dann wird dies allgemein als Fernheilung bezeichnet. Eine Fernwirkung soll auch Tierkommunikation besitzen, wobei in einem Beitrag der Sendung Kassensturz des Schweizer Fernsehens eine Tierkommunikatorin, die nach Eigenangaben auf Distanz Beschwerden der Tiere spüren kann, einen Test nicht erfolgreich bestehen konnte.[
Homöopathie, klassische
Definition
Die Homöopathie (griechisch „homoios“ = ähnlich, „pathos“ = Krankheit, Leiden) ist ein eigenständiges Medizinsystem, in dem spezielle Arzneimittel, die bei Gesunden Symptome einer bestimmten Erkrankung hervorrufen, eben diese Krankheiten heilen sollen.
Herkunft
Der deutsche Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755-1843) stand den Behandlungsmethoden seiner Zeit kritisch gegenüber. Aderlass, Schröpfen und das Verabreichen von Substanzen waren ihm zu willkürlich. Deshalb hörte er vorübergehend mit der praktischen Tätigkeit als Arzt auf und entwickelte anhand zahlreicher Versuche an Freunden, an Angehörigen und an sich selbst eine neue Medizinlehre. Am bekanntesten ist sein Selbstversuch 1790 mit Chinarinde: Die Einnahme löste bei ihm die Symptome einer Malaria aus – dasselbe Krankheitsbild also, das normalerweise mit Chinarinde behandelt wurde. Aus seinen Erkenntnissen formulierte er das Ähnlichkeitsprinzip „Similia similibus curentur“ (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt), welches noch heute in der Homöopathie Anwendung findet. Im Jahr 1810 erschien sein Hauptwerk „Organon der rationellen Heilkunde“, ab der 2. Auflage unter dem Titel „Organon der Heilkunst“, in dem er in 294 Paragraphen die Grundsätze der Homöopathie formulierte.
Seine Ideen verbreiteten sich schnell in Deutschland und Frankreich. Um 1900 erlebte die Homöopathie auch in den USA eine Blüte, aber mit Beginn der naturwissenschaftlich orientierten Medizin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geriet sie zunehmend in Vergessenheit. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Homöopathie vom nationalsozialistischen Regime in Deutschland als „Neue Deutsche Heilkunde“ wieder gefördert. Inzwischen ist sie im deutschsprachigen Raum eine der bekanntesten Heilmethoden. Ausserhalb Europas spielt die Homöopathie vor allem in Indien und in Lateinamerika eine wichtige Rolle.
Grundlagen
Krankheit ist nach den Vorstellungen der Homöopathen auf eine Störung oder Minderung der sogenannten „Lebenskraft“ zurückzuführen. Um eine Krankheit tatsächlich zu heilen, muss ihre Ursache und nicht nur das Symptom behandelt werden. Mit Hilfe der Homöopathie sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt und die Lebenskraft gestärkt werden.
Die Grundlage der homöopathischen Behandlung bildet dabei das Ähnlichkeitsprinzip „Similia similibus curentur“. Danach kann eine Krankheit durch ein Arzneimittel geheilt werden, das bei einem Gesunden eine „künstliche Krankheit“ mit ähnlichen Symptomen auslöst. Diese Überprüfung des Wirkstoffeffekts an Gesunden wird als Arzneimittelprüfung bezeichnet und gilt neben dem Ähnlichkeitsprinzip als weitere Säule der Homöopathie. Die Gesamtheit aller durch eine Substanz hervorgerufenen Symptome wird als Arzneimittelbild bezeichnet. Ziel der Homöopathie ist es, die Symptome eines Patienten als Ganzes in Korrelation zu bringen mit einem Arzneimittelbild. Bei einem Gesunden entstehen zum Beispiel durch das Schneiden einer Zwiebel (Allium cepa) folgende Symptome: Tränenfluss, triefende Nase, Augenjucken, Niesreiz. Dementsprechend wird Allium cepa auch als Schnupfenmittel eingesetzt.
Die zum Teil erhebliche Giftwirkung der verwendeten Substanzen veranlasste Hahnemann, spezielle Herstellungs- und Verdünnungsvorschriften für homöopathische Arzneimittel zu entwickeln. Durch Verdünnung und Verschüttelung der Arzneimittel entwickelten diese eine stärkere, aber ungefährlichere Wirkung. Diese „Potenzierung“ oder auch „Dynamisierung“ der Substanzen wird als dritte Säule der Homöopathie angesehen und soll in den Substanzen verborgene, dynamische Heilkräfte freisetzen.
Kinesiologie
Definition
Bei der Kinesiologie (griechisch: „kinesis“ = Bewegung, „logos“ = Lehre) werden mit Hilfe gezielter Muskeltests Energieblockaden im Körper aufgedeckt und anschliessend behoben.
Herkunft
Der Begründer der Kinesiologie ist der amerikanische Chiropraktor George Goodheart (1918-2008). Er bemerkte bei einigen seiner Patienten, dass die chiropraktische Behandlung von Verspannungen kaum anschlug und auch bestimmte Muskeln nur schwach auf Reize reagierten. In der Folge ordnete er diesen Muskeln bestimmte Erkrankungen der inneren Organe, Fehlhaltungen und psychische Beschwerden zu, denn er ging davon aus, dass die Funktionsfähigkeit der Muskulatur in einem engen Zusammenhang mit der physischen und geistigen Gesundheit steht. Dabei bediente er sich der Erkenntnisse der Traditionellen Chinesischen Medizin und der Lebensenergie Chi, welche entlang von Energiebahnen, sogenannten Meridianen, durch den Körper fliesst.
Basierend auf Aspekten der Physiotherapie, Chiropraktik, Homöopathie, Pädagogik und Psychologie entwickelte Goodheart dann in den 1960er Jahren ein Diagnosesystem in Form von speziellen Muskeltests, mit deren Hilfe energetische Blockaden diagnostiziert und behandelt werden können.
Diese als Kinesiologie (englisch „applied kinesiology“) bezeichnete Technik wurde zunächst nur von medizinisch ausgebildeten Praktikern angewendet. John Thie (1933-2005), ein amerikanischer Chiropraktor und Schüler Goodhearts, wollte das Basiswissen der Kinesiologie einem grösseren, nicht-medizinisch ausgebildeten Publikum zugänglich machen und entwickelte eine vereinfachte Version als Methode zur Selbsthilfe. 1973 veröffentlichte er das Buch „Touch for Health“, in dem die Anwendung der Kinesiologie als gesundheitsfördernde Massnahme für Laien beschrieben wird.
Paul E. Dennison erweiterte die Kinesiologie um die Verfahren Edu-Kinestetik und Brain Gym, beides Zusammenstellungen gymnastischer Übungen für Kinder zur Förderung der Lernfähigkeit. Später kamen Varianten für Erwachsene dazu.
Dass die Konzepte vermehrt an Laien weitergegeben wurden, beschleunigte die Verbreitung der Kinesiologie. Mittlerweile ist sie zu einer weit verbreiteten Methode mit zahlreichen Untermethoden geworden, die in den Bereichen Gesundheit, Lernen, Stressmanagement und Prozessbegleitung Anwendung findet, so zum Beispiel auch die sogenannten Three-in-One-Concepts oder die integrative Kinesiologie. Ihnen gemeinsam ist der Muskeltest, mithilfe dessen die Energiestörungen ermittelt werden können.
Grundlagen
Die Kinesiologie vereint verschiedene Aspekte westlicher und asiatischer Heilmethoden in sich, wie zum Beispiel Chiropraktik, Ernährungs-, Bewegungs- und Meridianlehre sowie Akupressur. Nach Ansicht der Kinesiologen äussern sich energetische Blockaden und die daraus resultierenden Krankheiten in Schwächen und Verkrampfungen der Muskulatur. Diese ist über Energiekreisläufe mit bestimmten Organen und Körperbereichen verbunden. Umgekehrt kann demnach eine Muskelschwäche auf einen Energiestau oder eine Energieleere im entsprechenden Organ hinweisen. Eine solche Störung kann jeweils strukturell (Organfunktion, Gewebestruktur), biochemisch (zum Beispiel Immunsystem, Stoffwechsel) oder psychisch bedingt sein. Ob ein Muskel stark oder schwach ist, hängt nicht von seinem Trainingszustand ab, sondern davon, ob die Energiezufuhr blockiert wird, zum Beispiel durch Stress. Geprüft wird somit die Steuerungs- und Kontrollfähigkeit des Nervensystems auf eine therapeutische Provokation („Challenge“). Dabei steht die Unwillkürlichkeit der Antwort des Körpers im Vordergrund. Ziel der Behandlung ist primär, schädigende Stressfaktoren und deren Folgen auszuschalten.
Lymphdrainage
Die manuelle Lymphdrainage (ML) ist eine Form der physikalischen Therapien. Ihre Anwendungsgebiete sind breit gefächert. Sie dient vor allem als Ödem- und Entstauungstherapie ödematöser Körperregionen, wie Körperstamm und Extremitäten (Arme und Beine), welche nach Traumata oder Operationen entstehen können. Besonders häufig wird diese Therapie nach einer Tumorbehandlung bzw. Lymphknotenentfernung verschrieben.
Beschreibung
Die ML ist die geeignete Therapie zur Behandlung lymphostatischer Ödeme,. die sich durch ungenügende Transportkapazität der Lymphgefäße bei normaler lymphpflichtiger Last (auch Niedrigvolumeninsuffizienz) kennzeichnet. Darunter fallen angeborene (primäre) sowie sekundäre Lymphödeme. Die klassische Indikation ist das sekundäre Lymphödem des Armes nach Brustkrebsoperationen.
Die vier Grundgriffe nach Vodder, die in Zusammenarbeit mit Günther Wittlinger entwickelt wurden, sind: stehender Kreis, Pumpgriff, Schöpfgriff und Drehgriff, sie werden an die verschiedenen Körperregionen angepasst. Durch verschiedene Grifftechniken soll das Lymphsystem aktiviert werden, indem vor allem die Pumpleistung der Lymphgefäße, genauer der Lymphangione, verbessert wird. Die Frequenz der Lymphangione beträgt unter Ruhebedingungen ca. 10–12 Kontraktionen pro Minute, dies kann auf bis zu 20 gesteigert werden. Der Therapeut erzeugt durch die Griffe mit ihrem wechselnden Druck (Druckphase mit Quer- und Längsdehnung der Haut bzw. Nullphase – nur Hautkontakt wird gehalten) einen Reiz für das Gewebe. Die glatten (unwillkürlichen) Muskelzellen der Lymphangione beantworten diesen Reiz mit erhöhter Pumpfrequenz. Einer oftmaligen Wiederholung der Griffe folgt eine erhöhte Durchflussrate.
Weitere Wirkungen neben der entödematisierenden sind die sympathikolytische (Patienten werden ruhig, Anregung des Magen-Darm-Traktes), die schmerzlindernde (Mechanismus der Gate-Control-Theory) und die tonussenkende Wirkung auf die Skelettmuskulatur. Die Druckrichtung ergibt sich aus den von der Manuellen Lymphdrainage erreichbaren Lymphgefäßen und muss immer in Richtung Extremitätenwurzel (Arm, Bein) bzw. allgemein zum Terminus (Endstation des Lymphgefäßsystems in der Vereinigung der Vena subclavia und der Vena jugularis interna im Bereich des Schlüsselbeines) zielen. Dadurch wird die Lymphe zu den zentralen großen Lymphstämmen geleitet. Außerdem kann der Therapeut eiweißreiche Ödemflüssigkeit durch das oberflächliche Lymphgefäßsystem, das den Körper wie ein Netz überzieht, über die sogenannten Wasserscheiden von einem gestauten Körperareal in ein gesundes Areal verschieben. Die manuelle Lymphdrainage bewirkt dabei keine Mehrdurchblutung wie in der klassischen Massage.
Weitere Indikationen sind sämtliche orthopädischen und traumatologischen Erkrankungen, die mit einer Schwellung einhergehen (z. B. Verrenkungen, Zerrungen, Verstauchungen, Muskelfaserrisse). Auch bei Verbrennungen, Schleudertrauma,Morbus Sudeck, Migräne und ähnlichen Krankheitsbildern wird die Manuelle Lymphdrainage angewendet.
In der Narbenbehandlung hat die ML das Ziel der besseren Verschieblichkeit der Narbe sowie die Lymphgefäßneubildung (Lymphangiogenese) im durchtrennten Gewebe. Auch in der Schmerzbekämpfung, auch vor und nach Operationen (z. B. nach Knie- oder Hüfttotalendoprothesen), soll sie helfen, das Gewebe zu entstauen. Teilweise können Schmerzmittelgaben verringert werden und der Heilungsprozess verläuft schneller.
Bei ausgeprägten lymphatischen Erkrankungen (Stauungen) wird diese Therapie mit Kompressionsverbänden (Kompressionsbinden oder nach Maß gefertigte Kompressionsstrümpfe), Hautpflege und spezieller Bewegungstherapie kombiniert und unter dem Begriff Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) zusammengefasst.
In den 1960er Jahren hat sich diese Therapie, welche von Emil Vodder maßgeblich entwickelt wurde, etabliert und wird seitdem an deutschen Massage- und Krankengymnastikschulen gelehrt. Die Therapeuten sind vornehmlich Masseure und Physiotherapeuten. (Seit dem Jahre 1994 werden Krankengymnasten als Physiotherapeuten bezeichnet.) Die Anwendung ist nur dem Fachpersonal mit der entsprechenden Zusatzausbildung in manueller Lymphdrainage an einem zugelassenen Lehrinstitut erlaubt. Die Zusatzausbildung dauert vier Wochen (etwa 180 Unterrichtseinheiten) und ist in den Richtlinien der IKK festgelegt. In Deutschland und Österreich ist Lymphdrainage weit verbreitet. In den USA wird sie seltener angewendet.
Andere Therapiemöglickeiten sind die AIK (Apparative intermittierende Kompression), das Gliedmaß wird hierbei mit einer Druckmanschette mechanisch entstaut, die Indikation dafür muss eng gestellt werden und soll oftmals nur zusätzlich zur ML verabreicht werden.
Massagen
Definition
Massagepraktiken unterschiedlicher Art gehören zu den traditionellen Behandlungsmethoden eines Naturheilpraktikers.
Herkunft
Die Wurzeln der traditionellen europäischen Naturheilkunde (TEN) reichen zurück bis in die griechische Antike. Die von Hippokrates (460-377 v. Chr.) und Galen (129-199 n. Chr.) entwickelte Humoralmedizin (Vielsäftelehre) bildet die Grundlage, auf der das theoretische Konzept der Naturheilkunde aufbaut. Massgeblich beeinflusst wurde die Naturheilkunde durch die Arbeit des Arztes und Alchemisten Paracelsus (1493-1541): Er stellte die Heilkraft der Natur in den Mittelpunkt seiner Theorien und betonte, dass für jede Krankheit ein Heilmittel in der Natur gefunden werden könne. Vor allem im 19. Jahrhundert befassten sich zahlreiche Ärzte und Heilkundige wie beispielsweise Sebastian Kneipp (1821-1897) oder Johann Schroth (1789-1856) mit den naturheilkundlichen Prinzipien und entwickelten eigene Behandlungskonzepte. Auf diese Weise entstand im Lauf der Zeit ein umfassendes Heilsystem mit vielfältigen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.
Ein wichtiger Bestandteil der naturheilkundlichen Therapie sind seit jeher die verschiedenen Massagemethoden, die der Naturheilpraktiker im Rahmen seiner Ausbildung erlernt. Dazu gehören meist die klassische Massage, die Fuss- und die Muskelreflexzonenmassage, die Lymphdrainage und die Bindegewebsmassage. Je nach Schule können weitere Massagetechniken wie Colon-Massage oder die chinesische Tuina-Massage hinzukommen.
Grundlagen
Massieren gehört zu den ältesten Behandlungsmethoden der Welt, und in allen Kulturkreisen haben sich Heilmassagen entwickelt. Neben der klassischen Massage entstanden im Lauf der Zeit viele verschiedene Techniken und Sonderformen wie beispielsweise die Lymphdrainage oder die Gruppe der Reflexzonenmassagen.
Durch die verschiedenen Massagegriffe übt der Masseur auf die Haut und die darunter liegenden Gewebe einen Reiz aus, der von Nervenendigungen aufgenommen und weitergeleitet wird. Durch Kneten oder Reiben können Verspannungen gelockert und Schmerzen beseitigt werden. Darüber hinaus wirkt eine Massage auch auf das vegetative Nervensystem, wodurch Körperfunktionen wie Atmung, Verdauung und Kreislauf positiv beeinflusst und die Selbstheilungskräfte des Organismus angeregt werden.
Das Prinzip der Reflexzonenmassagen beruht auf der Vorstellung, dass durch die Massage von Reflexzonen auf der Körperoberfläche die dazu gehörigen inneren Organe reflektorisch beeinflusst werden können.
Neuraltherapie
Definition
Die Neuraltherapie ist ein therapeutisches und diagnostisches Verfahren, bei dem lokal wirksame Betäubungsmittel gespritzt werden, um akute und chronische Schmerzen und andere Beschwerden zu lindern oder zu heilen.
Herkunft
Im Jahr 1905 wurde mit Procain das erste synthetische Lokalanästhetikum entwickelt; es kam unter dem Namen Novocain auf den Markt. Zwanzig Jahre später unterlief dem Arzt Ferdinand Huneke (1891-1966) ein ärztlicher Kunstfehler, der als Geburtsstunde der Neuraltherapie angesehen wird. Er injizierte seiner Migräne-geplagten Schwester ein Procain-haltiges Medikament versehentlich in eine Vene statt in einen Muskel. Unmittelbar darauf verschwanden die Migräneschmerzen völlig überraschend. Daraus entstand die sogenannte Heilanästhesie als Therapiemethode. 1940 entdeckte Ferdinand Huneke dann das „Sekundenphänomen“: Er unterspritzte eine alte Unterschenkelnarbe einer Patientin mit Procain, wodurch die Frau schlagartig von ihren chronischen Schulterbeschwerden befreit wurde. Aus dieser Beobachtung leitete Huneke die Erkenntnis ab, dass Krankheiten durch sogenannte Störfelder ausgelöst und unterhalten werden können. Derartige Störfelder können zum Beispiel chronisch vereiterte Nasennebenhöhlen oder Mandeln sowie Narben sein.
Basierend auf diesen und ähnlichen Forschungen durch andere Wissenschaftler wurde unter der Bezeichnung Neuraltherapie eine neue Behandlungsmethode entwickelt, bei der Lokalanästhetika zur Behandlung von Beschwerden gespritzt werden. Die Neuraltherapie gehört mittlerweile zu den am häufigsten eingesetzten Naturheilverfahren, die auch Ärzte mit einer Zusatzausbildung in Komplementärmedizin anwenden.
Grundlagen
Obwohl die Heilerfolge der Neuraltherapie unbestritten sind, ist über den zugrunde liegenden Wirkmechanismus erst wenig bekannt. Die Wirkung der Neuraltherapie beruht nicht nur auf dem pharmakologischen Effekt der Lokalanästhetika, die unter anderem Schmerzen stillen, Entzündungen entgegen wirken, entkrampfen und Fieber senken. Vielmehr erklärt man das Wirkprinzip der Neuraltherapie mit einer Normalisierung von gestörten Regulationskreisen. Um einen Heilerfolg zu erreichen, muss in jedem Fall der Schmerzzyklus „Schmerz – Verspannung – Minderdurchblutung – Schmerz“ unterbrochen werden.
Orthomolekulare Therapie
Definition
Im Rahmen der orthomolekularen Therapie (griechisch „orthos“ = gut, richtig; lateinisch „molekula“ = kleine Masse, Teilchen) soll ein Nährstoffmangel im Körper durch Einnahme der entsprechenden Substanzen oder Moleküle behoben werden.
Herkunft
Die orthomolekulare Therapie geht auf den amerikanischen Biochemiker, zweifachen Nobelpreisträger und „Vitamin-C-Papst“ Linus Pauling (1901-1994) zurück, der den Begriff erstmals 1968 verwendete. Aufgrund seiner Forschungen war er davon überzeugt, dass durch die Einnahme hoher Dosen von Vitaminen die Gesundheit erhalten werden kann und Krankheiten verhütet werden. 1971 veröffentlichte er sein Buch „Vitamin C, Erkältung und Grippe“. Er selbst nahm täglich nebst anderen Mikronährstoffen 12 Gramm Vitamin C zu sich, was dem Gehalt von über 300 Orangen entspricht, und wurde 93 Jahre alt. Seit 1978 ist die orthomolekulare Therapie in Amerika als offizielles Therapieverfahren anerkannt.
1980 eröffnete der Schweizer Dr. Lothar Burgerstein in Rapperswil die erste Arztpraxis für orthomolekulare Medizin, 1982 publizierte er dann das erste deutschsprachige Lehrbuch zu dieser Methode. Seither hat sich die orthomolekulare Therapie auch in Europa etabliert, wobei schweizweit vor allem die Burgerstein-Präparate bekannt sind.
Grundlagen
Viele biologische Substanzen wie zum Beispiel Vitamine, Mineralien, Spurenelemente oder Aminosäuren sind dafür zuständig, die biologischen Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Normalerweise werden diese Stoffe mit der Nahrung aufgenommen oder vom Körper selbst synthetisiert. Orthomolekulare Therapeuten gehen davon aus, dass es heute jedoch kaum mehr möglich ist, über die Nahrung diese Vitalstoffe aufzunehmen, weil die Lebensmittel aufgrund von unnatürlicher Züchtung, Transportwegen, Lagerung und Zubereitung nur noch einen Bruchteil der ursprünglich vorhandenen Stoffe enthalten.
Ein Mangel an biologischen Substanzen kann zum Beispiel durch eine falsche oder einseitige Ernährung, eine erhöhte Belastung durch Stress, Krankheiten, Schwangerschaft oder Umweltgifte (zum Beispiel durch Schwermetalle, Kohlenmonoxid oder Ozon) verstärkt werden und hat gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge.
Phytotherapie
Definition
Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde ist eine Therapieform, bei der ausschliesslich Pflanzen und ihre Wirkstoffe zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden. Der Begriff „Phytotherapie“ wurde vom französischen Arzt Henri Leclerc (1870-1955) geprägt.
Herkunft
Die Phytotherapie wurde und wird in allen Kulturkreisen angewendet und ist ein wichtiger Bestandteil traditioneller Medizinsysteme wie zum Beispiel der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oder des Ayurveda. Die ersten schriftlichen Überlieferungen zu Heilpflanzen stammen allerdings von den Sumerern, die im 5. Jahrtausend v. Chr. das Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris besiedelten. Auch die alten Ägypter beschrieben im 2. Jahrtausend v. Chr. in ihrem „Papyrus Neder“ Rezepte und Indikationen von über 700 Substanzen tierischer und pflanzlicher Herkunft, darunter Anis, Kümmel, Hanf und Leinsamen. Im antiken Griechenland gelangte die Pflanzenheilkunde durch Hippocrates (460-377 v. Chr.) zur eigentlichen Blüte. Dioskurides schrieb im 1. Jahrhundert n. Chr. seine „Grosse Arzneimittellehre“ mit über 600 katalogisierten Heilpflanzen, die bis ins 16. Jahrhundert sämtliche Arzneibücher beeinflusste.
Im Europa des frühen Mittelalters waren es vor allem Mönche und Nonnen, die sich mit der Heilwirkung von Pflanzen und Kräutern beschäftigten und ihre Erkenntnisse handschriftlich niederlegten. Berühmt sind die Schriften der Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179), in denen zum ersten Mal die deutschen Heilkräuternamen neben den lateinischen Bezeichnungen der Pflanzen genannt wurden. Neben dieser sogenannten Klostermedizin existierte auch eine volkstümliche Kräuterheilkunde, die pflanzenkundige Heilerinnen praktizierten. Die systematische Weiterentwicklung der Kräuterheilkunde durch Gelehrte wie Paracelsus (1493-1541) trug dazu bei, dass die Pflanzenheilkunde auch von Ärzten und Apothekern eingesetzt wurde. Paracelsus hielt als erster die Regeln der sogenannten Signaturenlehre schriftlich fest: Jahrtausendelang ging man davon aus, dass jede Pflanze ein äusseres Merkmal ihrer Wirkkraft besitzt. Walnüsse zum Beispiel wurden aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit mit dem menschlichen Gehirn bei Kopfschmerzen eingesetzt, Disteln bei Seitenstechen oder rote Blüten bei Blutarmut. Die Arzneimittelwahl basierte aber auch auf Erfahrungswerten oder war mystisch-religiös beeinflusst.
Neue Verfahren machten es zu Beginn des 19. Jahrhunderts möglich, die Wirkstoffe aus den Pflanzen zu isolieren, so zum Beispiel das Morphin aus dem eingetrockneten Milchsaft des Schlafmohns. Ende des 19. Jahrhunderts konnten jedoch mit Hilfe der sich rasch entwickelnden modernen Chemie synthetische Arzneimittel hergestellt werden, wodurch die Kräutermedizin ihre Monopolstellung verlor. In der Volksmedizin und als Selbstmedikation spielte sie aber weiterhin eine wichtige Rolle. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Inhaltsstoffe der Pflanzen auf ihre medizinische Wirksamkeit hin untersucht. Seither findet die Phytotherapie wieder vermehrt Beachtung: Sie wird sowohl von Schulmedizinern als auch von Naturheilpraktikern eingesetzt.
Grundlagen
Pflanzenheilkundige verwenden nicht nur die isolierten Wirkstoffe, sondern ganze Pflanzen und ihre Teile wie Blätter, Wurzeln, Blüten, Samen und Rinde. Der Hauptwirkstoff bestimmt das medizinische Einsatzgebiet, die gesamte Wirkung beruht aber auf dem Wechselspiel vieler verschiedener Bestandteile. So können zum Beispiel mit Extrakten aus der Weidenrinde gute Ergebnisse bei der Behandlung von rheumatischen Beschwerden erzielt werden, die nicht allein mit dem Vorhandensein des wichtigsten Inhaltsstoffs Salicin (chemische Grundsubstanz der Acetylsalicylsäure) erklärt werden können. Darüber hinaus ist das Nebenwirkungsprofil des Weidenrindenextraktes deutlich geringer als das von Acetylsalicylsäure, welche als Aspirin® weltbekannt ist.
Der Wirkstoffgehalt einer Heilpflanze hängt auch von der Jahreszeit, ihrem Standort, ihrer Versorgung mit Nährstoffen, dem Zeitpunkt der Ernte und der Lagerungsart ab.
Radionik (Informationsmedizin)
Was ist Informationsmedizin?
Im Heilen gibt es viele Phänomene, die nicht von Menge, Raum und Zeit bestimmt werden. Diese Phänomene und die dazugehörigen Behandlungsmodalitäten liegen außerhalb der modernen Medizin, da sie von der Physik des 19. Jahrhunderts nichtbehandelt oder erklärt werden. Mit den Konzepten und Theorien der heutigen Physik können viele jedoch erklärt werden und sind sogar zu erwarten. Manche fallen jedoch noch nicht einmal in den Rahmen, mit dem sich die moderne Physik beschäftigt, da sich diese Phänomene auf den lebenden Organismus beziehen.
Beispiele für die Modalitäten der Informationsmedizin sind die Homöopathie, Psychologie, Emotional Freedom Technique, Fernheilung, Heilen durch Gebet, Radionik, Neue Homöopathie nach Körbler, Familienkonstellationen und viele mehr.
Wie wurde die Informationsmedizin entwickelt?
Der Einsatz von Informationen in allen Formen, wie Worte, Zeichen, Symbole, Rituale, Bilder, war schon immer ein wichtiger Teil der Medizin und selbst in der moderne Medizin sind sie noch immer eine wichtige Komponente, auch wenn dies nicht erkannt oder als Placebo abgetan wird. Mit der Homöopathie wurde entdeckt, dass selbst Lösungen oder Zuckerpillen, die weder die Originalsubstanz noch eine sonst bekannte Energie enthielten, ein Heilungspotential haben. Dies war die erste systematisch entwickelte Form der Informationsmedizin in der jüngsten Geschichte. Dann wurden im letzten Jahrhundert elektrische Geräte zur Diagnose und Behandlung entwickelt, von denen fälschlicherweise angenommen wurde, dass sie auf energetischen Grundlagen beruhten, wie z. B. Radiotechnologie. In Wirklichkeit waren sie jedoch informativer Natur, wie die Radionik und – erst seit sehr kurzer Zeit – computergesteuerte Systeme wie die QXCI- und CoRe-Systeme.
Wie unterscheiden sich die Gesetze der Information von denen der Energie und Materie?
Es gibt viele informative Modalitäten, die verschiedene externe Formen verwenden und meist fälschlicherweise als energetisch angesehen werden (siehe oben). Von Standpunkt der aufkeimenden Wissenschaft der Informationsmedizin haben sie jedoch alle gemeinsam, dass sie zur Diagnose und Heilung weder Substanz noch Energie verwenden und stattdessen auf den Prinzipien der Information beruhen. Neben den Ebenen der Materie und Energie bilden Informationen eine dritte Existenzebene, die von eigenen Gesetzen gesteuert und beherrscht wird. Diese unterscheiden sich in mehrerer Hinsicht von denen der Materie und Energie. Materie und Energie können ineinander umgewandelt werden oder in Kombination miteinander auftreten. Auch Informationen können in Energie umgewandelt werden und umgekehrt, und in den meisten Fällen wird Information über Energie transportiert. Es zeigt sich auch ein neuer Aspekt, den die Biowissenschaften und Heilpraktiken verwenden, der jedoch von der modernen Physik nicht anerkannt wird (mit Ausnahme des Global Scaling); nämlich, dass Informationen ohne Energie übertragen werden können. Dies ist möglich, da reine Informationen nicht von Raum und Zeit bestimmt werden.
Wie funktioniert Informationsmedizin?
Da es verschiedene Formen der Informationsmedizin gibt, ist eine allgemeingültige Erklärung schwierig. Vielleicht ist eine Analogie am anschaulichsten. Wie Computer werden Menschen hauptsächlich durch etwas gesteuert, das Software gleicht. Wie wir wissen, ist Software die häufigste Quelle für Probleme und Fehlfunktionen bei Computern. Die moderne Medizin weiß bisher jedoch nichts von diesem Aspekt der Gesundheit und Krankheit und glaubt, dass alle Krankheiten mit Substanz oder Energie behandelt werden können. Sehr generell und in Analogien gesprochen gibt es viele Krankheiten, die heute fälschlicherweise als Probleme angesehen werden, die von biochemischen Störungen herrühren. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Regulierungsprobleme, die von der Software im lebenden Organismus ausgelöst werden. Dazu gehören z. B. Erkrankungen, die auf fehlenden Informationen, falschen Informationen, unbrauchbaren Informationen und veralteten Informationen beruhen. Das Leben beruht auf ständigen Informationsänderungen und der Anpassung von Informationen. Genauso, wie wir Nahrung verdauen und umwandeln und Abfallstoffe ausscheiden müssen, müssen wir auch Informationen verdauen und umwandeln und die Abfälle ausscheiden. Wenn dieser Prozess an einem beliebigen Punkt unterbrochen wird, ist Krankheit die Folge. Informationsmedizin ist der Einsatz von Methoden, mit denen informative Störungen ausgeglichen werden können.
Schmerztherapie
Unter dem Begriff Schmerztherapie werden alle therapeutischen Maßnahmen zusammengefasst, die zu einer Reduktion von Schmerz führen. Da insbesondere die Behandlung chronischer Schmerzen einen interdisziplinären Ansatz erfordert, wird dazu auch häufig der Begriff Schmerzmanagement verwendet. Dieser wird als Überbegriff für alle planenden, überwachenden und steuernden Maßnahmen verstanden, die für die Gestaltung einer effektiven Schmerztherapie erforderlich sind. Unter diesem Begriff werden Aspekte wie schmerzverursachende Eingriffe, schmerztherapeutische Maßnahmen, betroffene Personen, die Dokumentation und die Organisation der Schmerztherapie zusammengefasst.
Der Ansatz der multimodalen Schmerztherapie geht von einer kombinierten Schmerzbehandlung aus, die eine interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzzuständen (z. B. Wirbelsäulenleiden), einschließlich Tumorschmerzen unter Einbeziehung von psychiatrischen, psychosomatischen oder psychologischen Disziplinen, nach einem ärztlichen Behandlungsplan mit Behandlungsleitung umfasst.
Geschichte
Schmerz gehört zu den ältesten Symptomen, für die Menschen Behandlungsmöglichkeiten suchten. Schon im antiken Griechenland wurde der Saft der Weidenrinde gegen Fieber und Schmerzen aller Art eingesetzt. Der Wirkstoff wurde später alsSalicylsäure identifiziert. Für chirurgische Eingriffe wurden Alkohol, Hanfsamen oder meist gar nichts verwendet. Die Geschwindigkeit der ersten Chirurgen und zahlreiche Helfer waren entscheidend. Das 1772 entdeckte Lachgas wurde erst für zahnärztliche Eingriffe verwendet. Morphin entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Analgetika. Es ist das Haupt-Alkaloid des Opiums und wurde erstmals 1804 von Friedrich Wilhelm Adam Sertürner isoliert. Das aus dem Schlafmohn gewonnene Opium und auch die Pflanze selbst wurden schon lange zuvor verwendet. Schriftlich wurde die Herstellung von pharmazeutischen Produkten aus Schlafmohn erstmals um 4000 v. Chr. in Keilschriften erwähnt.[4]
Die Erkenntnis, dass chronische Schmerzen eigenen Krankheitswert erlangen können und besondere Behandlungsformen und -einrichtungen erfordern, hatte in den USA bereits in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Gründung der ersten Schmerzklinik geführt. Als Begründer der modernen interdisziplinären Schmerztherapie gilt der 1994 verstorbene John J. Bonica. In Deutschland gibt es schmerztherapeutische Einrichtungen erst seit den 70er Jahren. Die erste Schmerzklinik wurde an der Universität Mainz unter Rudolf Frey und Hans Ulrich Gerbershagen eingerichtet. Die ersten beiden kassenärztlichen Schmerzpraxen wurden im Januar 1982 in Frankfurt a. M. (Dres. Flöter) und Hamburg (Dres. Jungck) von Ärzten gegründet, die vorher als Chefärzte an ihren Abteilungen Schmerzambulanzen eingerichtet hatten.
Akuter und chronischer Schmerz
Akute Schmerzen sind als Warner und als Hinweis zur Diagnose der zugrundeliegenden Krankheit sinnvoll und besitzen somit eine wichtige biologische Funktion. Nebst allgemein wirksamen Analgetika ist insbesondere diekausale Behandlung der Ursache entscheidend. Dies führt meist dazu, dass die Schmerzen nachlassen und nach einer gewissen Zeit, für die es Erfahrungswerte gibt, verschwinden.
Chronischer Schmerz überdauert diesen zu erwartenden Zeitraum, in dem normalerweise eine Heilung stattfindet. Bei den betroffenen Patienten ist festzustellen, dass es für dieses Überdauern der Schmerzen mehrere ursächliche und anhaltende Faktoren gibt, die sich im somatischen,psychischen und sozialen Bereich finden oder zumindest vermuten lassen. Die Behandlung muss zusätzlich zur Behebung der Ursache auch die Linderung oder Beseitigung der Folgen mit berücksichtigen. Ein umfassendes, interdisziplinäres Schmerzmanagement ist entscheidend. Die Behandlung mit typischen Analgetika alleine ist für chronische Schmerzen nicht ausreichend.
Stoffwechselregulation
Unter Stoffwechselstörung, auch Stoffwechselanomalie genannt, versteht man medizinisch die pathologischen Abweichungen der Stoffwechselvorgänge. Diese werden häufig durch genetisch bedingten Enzymmangel verursacht, können aber auch erworben sein.
Pathogenetisch werden die Krankheiten gekennzeichnet durch:
· Erhöhung von Stoffwechselzwischenprodukten (wie Alkaptonurie,Methylmalonazidurie, Phenylketonurie,Porphyrinurie)
· Defekte des Transports von Substanzen (z. B. Hartnup-Krankheit,Cystinurie)
· Produktion von ungewöhnlichen Metaboliten (wie Phenylbrenztraubensäure bei Phenylketonurie,Dicarbonsäuren bei Fettsäurenoxidationsstörungen)
· Speicherung von Stoffwechselprodukten (Thesaurismosen)
Es können Störungen im Fettstoffwechsel (z. B. Hyperlipoproteinämien, also eine Erhöhung der Blutfette), im Aminosäuren- bzw. Eiweißstoffwechsel (z. B. Porphyrie, eine Störung der Bildung des Hämoglobin), im Kohlenhydratstoffwechsel (z. B. bestimmte Formen der Zuckerkrankheit), und im Mineralstoffwechsel (z. B. Phosphatmangel), auftreten.
Der Stoffwechsel oder der Metabolismus (griechisch μεταβολισμός, metabolismós „Stoffwechsel“, mit lateinischer Endung versehen) ist die Gesamtheit der chemischen Prozesse im Organismus, die als Folge zur Umwandlung von Stoffen führt und steht damit für die Aufnahme, den Transport und die chemische Umwandlung von Stoffen in einem Organismus sowie die Abgabe von Stoffwechselendprodukten an die Umgebung. Alle beteiligten Stoffe werden als Metaboliten bezeichnet.
Diese biochemischen Vorgänge (zum Beispiel innere und äußere Atmung, Transportvorgänge, Ernährung) dienen dem Aufbau und der Erhaltung der Körpersubstanz (Baustoffwechsel) sowie der Energiegewinnung (Energiestoffwechsel) und damit der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Wesentlich für den Stoffwechsel sind Enzyme, die chemische Reaktionenkatalysieren.
Der gesamte Stoffwechsel kann eingeteilt werden in katabole Reaktionen, welche, durch den Abbau von chemisch komplexen Nahrungsstoffen zu einfacheren Stoffen, Energie liefern, und anabole Reaktionen, welche unter Energieverbrauch körpereigene Stoffe aus einfachen Bausteinen aufbauen. Der gesamte Stoffwechsel ist jedoch ein komplexes Netzwerk von einzelnen Reaktionen, die zusammen Stoffwechselwege bilden. Diese können linear (z.B. Glycolyse) oder zyklisch (z.B. Citratzyklus) sein. Die meisten Stoffwechselwege sind amphibol: Sie laufen in verschiedenen Schritten katabol wie anabol ab. Auch wenn Stoffwechselwege in vielen Einzelschritten reversibel sind, sind sie als Gesamtes immer irreversibel, da mindestens ein Reaktionsschritt nur in anabole oder katabole Richtung verläuft.
Werden von außen aufgenommene, fremde Stoffe umgesetzt, so spricht man auch von Fremdstoffmetabolismus.
Die Erforschung des Stoffwechsels erfolgt vor allem mit Methoden der Physiologie und Biochemie.
Den Stoffwechsel kann man auch als Austausch von freier Energie oder Ordnung verstehen. Lebewesen erhöhen in sich die Ordnung (Abnahme der Entropie) auf Kosten der Erhöhung von Unordnung, also von Entropie, in der Umgebung. Man hat Lebewesen deshalb auch als Negentropen bezeichnet.
Erwin Schrödinger hat darauf hingewiesen, dass der Ausdruck Stoffwechsel leicht missverstanden werden kann. Man könne meinen, es handele sich um einen Austausch von Stoffen („Jedes Atom Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel usw. ist ebenso viel wert wie jedes andere seiner Art; was ließe sich durch ihren Austausch gewinnen?“). Tatsächlich ist aber eine chemische Veränderung von Stoffen gemeint.