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Die Präfektur Miyagi gab am 21. März offiziell bekannt, dass zusätzlich 619 Menschen nach der Katastrophe wegen Stress und Verschlechterung des körperlichen Zustands gestorben sind. Beim Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011 kamen 9’530 Menschen ums Leben, die Zahl der gesamten Opfer der Katastrophe in Miyagi stieg damit auf 10’149. Vermisst werden noch 1’634 Menschen.
Unter den indirekten Verstorbenen waren 5’570 (54.9%) über 65 Jahre alt. Zwischen 15 und 64 waren 3’712 (36.6%), 469 waren unter 14 Jahre alt (4.6%).
Die einen waren zu lange im kalten Wasser beim Tsunami und starben später an Unterkühlung, die anderen etwa durch Schock von zahlreichen Nachbeben.
Zunehmende häusliche Gewalt unter den Evakuierten
Die Asahi-Zeitung berichtete am 20. März, dass die häusliche Gewalt unter den Evakuierten sich immer mehr verbreitet. Die Polizeien in den Präfekturen Miyagi, Iwate und Fukushima haben zwischen 11. März und Ende Dezember letzten Jahres insgesamt 98 Fälle festgestellt, die offenbar einen Zusammenhang mit der Katastrophe hatten.
Die provisorische Unterkunft ist sehr eng und das Leben karg. Ehemänner finden zunehmend Trost im Alkoholkonsum und werden daraufhin gewalttätig.
Die japanische Regierung hat diese Situation wahrgenommen und am 11. Februar elf Beratungsstellen in den drei Präfekturen geöffnet. Während eines Monats haben fünfzig einheimische Berater und 150 von NPOs aus dem ganzen Land rund 2’300 Telefon-Beratungen geleistet.