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Der Bau des Hauses
Rudolf Maximilian von Salis-Soglio erwarb am 20. April 1818 das Gut der Bawierschen Weinschenke zu einem Kaufpreis von 7‘100 Gulden vom offensichtlich verschuldeten Zunftmeister Anton Laurer. Über die Bawiersche Weinschenke ist ausser einigen Handänderungen, Abbildungen und Stadtplänen nichts bekannt. Das früheste Zeugnis für das Haus findet sich im Plessurlaufplan von Johann Simeon Willi aus dem Jahr 1763, wo das Gebäude aber bloss schemenhaft abgebildet ist. Genauere Anhaltspunkte liefern Hemmis Plessurlaufplan von 1817 und die Stadtansicht von Christ aus dem Jahr 1807. Die Bawiersche Weinschenke war wahrscheinlich im barocken Stil gebaut und bestand aus dem eigentlichen Gasthaus und einem Stall. Ausserdem wissen wir aus dem Kaufvertrag zwischen Salis und Laurer von einem Kegelplatz auf dem Grundstück. Nach dem Kauf begann Salis mit dem Bau seines Wohnhauses. Über Architekt und Handwerker wissen wir nichts. Einige wenige Hinweise auf den fortschreitenden Bau findet man in den Protokollen des Stadtrats. Im März 1819 bekam Salis die Erlaubnis, Holz für Gerüstlatten zu schlagen. Im gleichen Monat stellte er dem Stadtradt ein ”Gesuch um 10 bis 12 Stämme Holz zu seinem Bau auf dem Sand.” Ob und wann ihm dieses Gesuch bewilligt wurde, geht aus den Akten nicht hervor. Spätestens auf das Jahr 1822 war das Haus dann bezugsbereit, denn Salis bezahlte im März 1822 erstmals Kaminsteuern für drei Kamine.
Da Salis die ganze Südmauer mit dem tonnengewölbten Keller vom Vorgängerbau übernahm, wäre das Haus direkt an die Sandstrasse zu stehen gekommen. Eine Situation, die für eine Weinschenke zweckmässig sein mag, einem Herrenhaus ausserhalb der Stadtmauern aber nicht entspricht. Deshalb ersuchte Salis im Juni 1819 den Stadtradt, ”dass man ihm gestatten möchte, der Strasse welche vor seinem neu zu erbauenden Haus auf dem Sand vorbeigeht, die Richtung durch seinen Weingarten zu geben u. hingegen die alte Strasse zu seinem Hof zu schlagen.”
Salis setzte also die Landstrasse um einige Meter zurück auf seinen Weingarten an der Plessur und erhielt so einen kleinen Baugrund für einen Vorgarten vor dem Hauptportal des Hauses. Das Resultat ist ebenso ungewöhnlich wie bestechend: Durch die halbkreisartige Konstruktion beansprucht der Vorgarten ein Minimum an Platz und wirkt trotzdem grosszügig und einladend.