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Der Aargauer Bundesrat Emil Welti (1825-1899) zählte zu den einflussreichsten Schweizer Politikern des 19. Jahrhunderts. Bei der Vereinheitlichung der Armee, bei der Bundesrevision von 1872 und beim Bau der Gotthardbahn spielte der Staatsmann eine massgebliche Rolle. Auf Initiative der Historischen Vereinigung des Bezirks Zurzach wurde 2007 das längst fällige Projekt einer Emil-Welti-Biografie aufgegleist.
Im 19. Jahrhundert konnte sich der Kanton Aargau nicht über mangelnde Vertretung im Bundesrat beklagen. Bei der ersten Bundesratswahl im November 1848 wurde der Aarauer Fabrikant Friedrich Frey-Herosé (1801-1873) in die Landesregierung berufen. Und bei dessen Rücktritt 1866 stand erneut ein Bundesratskandidat aus dem Aargau bereit.
Politische Blitzkarriere
Emil Welti,1825 in Zurzach geboren, hatte eine politische Blitzkarriere hingelegt. 1856 wurde der Fürsprecher und Bezirksgerichtspräsident in den Grossen Rat gewählt, kurz darauf hielt er Einzug in den Aargauer Regierungsrat. In seine Amtszeit fielen grosse Reformprojekte: Als Vorsteher des Justizdepartements überarbeitete er die Strafgesetzgebung, als Erziehungsdirektor stand er der Revision des Schulgesetzes vor.
Ab 1857 vertrat Welti den Kanton Aargau im Ständerat, zehn Jahre später folgte die Wahl in den Bundesrat. In den 25 Jahren seiner Regierungstätigkeit leitete Welti das Militärdepartement, das Politische Departement, das Justizdepartement sowie das Post- und Eisenbahndepartement. Seine Amtsjahre fielen in die Konsolidierungsphase des jungen Bundesstaates, bei zahlreichen nationalstaatlichen Weichenstellungen war der Verfechter eines zentralistischen Staatsmodells wesentlich beteiligt.
Unbearbeiteter Nachlass
Die politische Bedeutung Emil Weltis ist unbestritten, bis heute fehlt aber eine umfassende, unter wissenschaftlichen Kriterien verfasste Biografie. Der umfangreiche Nachlass des einstigen Bundesrats liegt mehrheitlich unbearbeitet im Bundesarchiv. Um der Welti-Forschung Vorschub zu leisten, hatte die Historische Vereinigung des Bezirks Zurzach 2007 den Verein "Projekt Biografie Bundesrat Emil Welti" ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist eine wissenschaftlich fundierte, gut lesbare und attraktiv illustrierte Buchpublikation, die Leben und Werk des Aargauer Staatsmannes und somit auch einen aufschlussreichen Teil der Kantonsgeschichte historisch kritisch in Erinnerung ruft.
Projektinhalt
Projektorganisation
Auf Initiative der Historischen Vereinigung des Bezirks Zurzach wurde 2007 der Verein "Projekt Biografie Emil Welti" gegründet mit der Gemeinde Bad Zurzach und der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau als Gründungsmitgliedern. Vereinspräsidentin ist die Staatsarchivarin Andrea Voellmin.
Unterstützt wird der Verein durch ein Patronatskomitee mit Verbindungen zu Politik, Kultur und Wirtschaft. Mitglieder des Patronatskomitees sind Josef Bürge, Baden; Regierungsrat Dr. Urs Hofmann, Aarau; Regierungsrat Alex Hürzeler, Aarau; Walter Nef, Klingnau; Dr. Thomas Pfisterer, Aarau; Dr. Hans Rudolf Sennhauser, Bad Zurzach; Dr. Jürg Stüssi-Lauterburg, Windisch; Benedikt Weibel, Muri.
Als Autor wurde der Aarauer Historiker und ehemalige Kantonsschullehrer Dr. Heinrich Staehelin und ab 2017 Dr. Claudia Aufdermauer als Autorin mit der Biografie beauftragt.
Finanzierung
Das Projekt wird vom Swisslos-Fonds des Kantons Aargau, von der Gemeinde Bad Zurzach, der Stiftung Bad Zurzach, der Aargauer Kantonalbank und weiteren privaten und institutionellen Geldgebern finanziert.
Projektdauer
- 2007 bis 2019