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Panama
In Costa Rica fällt schon früh die Entscheidung, unseren Aufenthalt in Zentralamerika um eine Woche zu verlängern. Unser neu gestecktes Ziel im Nachbarland heisst Panama-City. Bevor wir unsere Reise in den USA fortsetzen, besichtigen wir hier eines der grössten technischen Weltwunder, den Panamakanal.
Die Flugumbuchungs-Angelegenheit ist eine kurze Formsache und so erreichen wir nach einer anstrengenden Busfahrt die kosmopolitische Stadt am Pazifischen Ozean. Unser Besuch am Panama-Kanal bei den Miraflores-Schleusen erweist sich als einer der Highlights auf unserer Zentralamerikareise. Wir finden es Wert, hier ein paar Daten und Fakten über das überwältigende Kanalsystem zu verlieren:
Gesamtbauzeit: 27 Jahre (1881-1898, 1904-1914)
Benötigte Arbeitskräfte: ca. 75'000 (davon verstarben 25'000 durch Unfälle/Krankheiten)
Kanalfahrrinne: 81,6 km lang, 153 m breit, 12 m tief
Gegenwärtig Arbeitskräfte: ca. 7'500
Fracht pro Jahr: ca. 220 Mio. Tonnen
Durchfahrtszeit: 8-10 h im Kanalwasser, plus einer Wartezeit von 12 h vor der Durchfahrt
Durchschnittsgebühr: 34'000 US$ pro Fahrtstrecke
Interesse an einer kurzen Verbindung vom Atlantik zum Pazifik entstand bereits am Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Erforschung Zentralamerikas. Doch es vergingen dreieinhalb Jahrhunderte, bis der erste Spatenstich erfolgte. Eigentlich ist der Panamakanal ja gar kein Kanal, sondern zum Grossteil ein von Menschhand geschaffener Stausee. In seinen Tiefen schlummern noch Lokomotiven vom Kanalbau, Schienen und versunkene Dörfer.
Befördert werden heutzutage vom Atlantik zum Pazifik vor allem Erdöl, Steinkohle, Agrarprodukte und Erze, umgekehrt hauptsächlich Erze, Bananen und Metalle. Gemessen am Warenwert wird ca. 1 % des Welthandels über den Panamakanal abgewickelt. Er erspart Schiffen von der amerikanischen Ostküste und Europa die Route über das Kap Hoorn an die amerikanische Westküste und nach Ostasien. Der Seeweg von New York nach San Francisco wird durch den Panamákanal beispielsweise um über 15'000 km verkürzt.
Für die lebenswichtigen Instandhaltungsmassnahmen werden jährlich ca. 100 Mio. US$ ausgegeben. Seit der Eröffnung von 1915 sind 90 % der Einrichtungen noch im Originalzustand.
In den uns verbleibenden drei Tagen unserer Kurzvisite in Panama reicht die Zeit - nebst dem Besuch des Panama-Kanals - für eine kurze Besichtigung der spanisch-französisch geprägten Altstadt.