Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/1854

Die Geschichte des Hauses
Die Geschichte des Hauses, respektive der Zunft beginnt eigentlich im Jahr 1464 als Kaiser Friedrich III der Stadt Chur, die Gründung von Zünften erlaubte:
Bereits im Januar 1465 gründeten sich 5 Zünfte, die Rebleute-, Schuhmacher-, Schneider-, Schmiede- und Pfisterzunft (Bäcker). Die Rebleute-Zunft soll die vornehmste von allen gewesen sein ... logisch!
Die folgende Schilderung hält sich eng an die Fakten, welche im Jahr 1916 Dr. h.c. Fritz von Jecklin in seiner Schrift‚ Geschichtliches über das Zunfthaus zur Rebleuten in Chur‘ zusammentrug:
Im Jahr 1483 kauften die Rebleuten-Zünfter zwei benachbarte Häuser: das eine von Jos Trantsch und das andere, anstossende von Hans von Lindau. Es ist zu vermuten, dass Umbauten im Innern und am Äussern vorgenommen wurden.
Der grosse Stadtbrand in Chur, dem am 23. Juli 1574 nicht weniger als 174 Häuser und 114 Heuschober zum Opfer fielen, verschonte auch das Zunfthaus zur Rebleuten nicht. Aber schon bald standen die Zunfthäuser wieder.
Hundert Jahre später fielen am 10. März 1674 die Zunfthäuser der Pfister (Bäcker), der Rebleuten und der Schmiede einem zweiten grossen Stadtbrand zum Opfer. Den Pfistern fehlte nun das Geld für einen Wiederaufbau; die Ruinen ihres früheren Zunfthauses wurden verkauft. Anders war es bei den Rebleuten. Jecklin beschreibt den im Jahr 1682 abgeschlossenen Neubau, der zum Einbau einer Loggia mit verzierter Holzdecke und zu einer grossen Zunftstube mit prächtiger Holzvertäferung führte, wie folgt:
Als dann im Jahr 1839 die Zünfte in Chur aufgehoben wurden, verlor das Zunfthaus zur Rebleuten seine ursprüngliche Zweckbestimmung. Es folgten einige Handwechsel: im Jahr 1850 an den Richter Anton Laurer, im Jahr 1872 an Hilarius Heinrich von Grida und drei Jahre später an den Schmied Wörner, dessen Sohn es im Jahr 1916 zum Gasthaus um- und aufbauen liess. Der Churer Architekt Otto Manz erstellte die dafür nötigen Pläne. Erst damals entstanden das zweite, dritte und vierte Obergeschoss im vorderen Hausteil, dessen Fassade heute den Pfisterplatz dominiert.
In der Schweizerischen Bauzeitung war im Jahr 1917 dazu zu lesen: „Mit Rücksicht auf das ausgesprochene, vom Pfisterbrunnen belebte Platzbild und die kleinbürgerliche Umgebung war der Architekt bestrebt, die hier auch den heutigen Verhältnissen noch entsprechende Stimmung nicht zu stören. Man wird ihm das Zeugnis ausstellen dürfen, dass ihm dies sowohl im Äussern wie im Innern recht gut gelungen ist.“