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Die Geschichte des Bären ist eng mit der Geschichte der Lesegesellschaft Robach verwoben. Die Lesegesellschaft wurde am 28. Oktober 1902 in der Wirtschaft zum Bären gegründet. Damals waren die Menschen auf eine eigene Versorgung mit Wasser angewiesen. Nicht jedermann standen mengenmässig und qualitativ gleich gute Quellen zur Verfügung. Zudem war die Wassermenge zum Löschen in einem Brandfall ungenügend. Eine Verbesserung der Situation konnte nur die Gemeinde mit einer öffentlichen Wasserversorgung und einem Hydrantennetz herbeiführen. Um sich auszutauschen und die lokalen öffentlichen Interessen in koordinierter Absprache dem Gemeinderat zu unterbreiten, mussten sich die Menschen in ihrem Bezirk organisieren. So gründeten sie nach dem Vorbild im Dorf und im Kaien eine Lesegesellschaft. Das erlaubte ihnen auch die regelmässige gesellschaftliche Pflege, die Organisation von Vorträgen und Anhörungen sowie den Austausch von Informationen. Zu letzterem dienten auch Lesemappen mit Zeitschriften und Vernehmlassungsunterlagen die bis 1937 unter den Mitgliedern zirkulierten. Unternommen wurden auch gemeinsame Ausflüge, etwa nach Appenzell (1904), Rappenloch bei Dornbirn (1905), Bad Ragaz (1909) oder Rapperswil (1911).
Viel diskutierte Themen in der Lesegesellschaft waren die örtliche Wasserversorgung, der Erhalt der Schule im Robach, Postautohaltestellen und deren Ausstattung, alle wichtigen Gemeindeangelegenheiten und Landsgemeindevorlagen. Beliebt waren Reisevorträge etwa von René Engler oder Herbert Maeder.
Im Jahr der Frau 2021 darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Einführung des Frauenstimmrechts auf nationaler Ebene 1971 die Männer der Lesegesellschaft bewogen hat, auch Frauen als Mitglieder aufzunehmen. Bis anhin waren sie nur zu geselligen Anlässen und Ausflügen eingeladen.
Als die Bärenwirtin Frieda Fässler 1966 ohne Erben zu hinterlassen, verstarb, befürchtete man im Robach bei einer ortsfremden Eigentümerschaft den Verlust der Wirtschaft. Die Lesegesellschaft beantragte der Gemeinde den Bären zu kaufen, zumal kurz vorher die Schule im Robach geschlossen wurde und das Haus verkauft werden sollte, womit öffentlich zugängliche Räumlichkeiten verloren gegangen wären. Dank finanzieller Unterstützung des Heimatschutzes und der Stiftung Pro Appenzell stimmten die Stimmbürger der Gemeinde 1967 dem Kauf mit Überzeugung zu.
Dass die Robächler Lesegesellschaft dem Bären verbunden war, zeigte sich 1986 daran, dass Mitglieder dieser Gesellschaft zwischen der Bushaltestelle Robach und dem Bären einen direkten Fussweg erstellten und damit eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr erreicht haben.
Als um 2002 neues Ungemach drohte, weil die Gemeinde es nicht mehr als öffentliche Aufgabe betrachtete ein Restaurant zu unterhalten und mit Verkaufsgedanken spielte, engagierten sich einzelne Mitglieder der Lesegesellschaft, allen voran Karl Fässler für die Gründung einer Stiftung, um das Haus zu übernehmen und weiterhin eine Wirtschaft zu betreiben, was dann im November 2003 auch gelang.
Nach all den Jahren ihres Bestehens haben sich die Mitglieder der Lesegesellschaft 3-6 Mal jährlich abwechselnd in einer der Wirtschaften im Bezirk getroffen. Bären, Hörnli, Midegg, Rössli, Frohburg und Bäumli sind die regelmässig genannten. Erhalten geblieben ist der Bären, für dessen Erhalt sich die Lesegesellschaft Robach bis zu letzt eingesetzt hat.
Karl Fässler, alt Wirt und Hotelier des Löwen hat 2002 die Geschichte der Lesegesellschaft Robach aufgeschrieben: „100 Jahre Lesegesellschaft Robach, Rechtobel – Zusammenfassung der Protokollauszüge seit der Gründung“ (Kantonsbiblothek, Sign. App b 4723). 22. März 2021 / Me
(Kantonsbiblothek, Sign. App b 4723). 22. März 2021 / Me