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Die Periimplantitis ist eine Entzündung des Gewebes um das Zahnimplantat. Dabei zeigen Zahnfleisch und Kieferknochen, welche an das Implantat angrenzen, verschiedene Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung und Schmerzen. Sofern die Periimplantitis nicht therapiert wird, kommt es in der Regel zum Implantatverlust.
Ursachen einer Periimplantitis
Bakterienflora in der Mundhöhle
Sofern in der Mundhöhle Bakterien vorhanden sind, welche in der Lage sind, Zahnfleisch und Knochen zu schädigen, kann sich eine Periimplantitis schnell ausbilden. Solche krankhaften Bakterien produzieren z.B. Enzyme, welche das angrenzende Gewebe abbauen und die Implantatverankerung zerstören.
Wenn diese schädigenden Bakterien in Ihrer Zahl stark zunehmen und Biofilme und Beläge auf dem Zahnimplantat ausbilden, ist eine Periimplantitis vorprogrammiert.
Erhöhte Werte von a-MMP8
a-MMP8 steht für aktivierte Matrix-Metalloproteinase-8. Dabei handelt es sich um ein Enzym, welches von Immunzellen (vor allem Granulozyten) gebildet wird, sofern diese mit bakteriellen Biofilmen in Kontakt treten.
a-MMP8 ist in der Lage, das periimplantäre Gewebe abzubauen, indem es das Kollagen von Zahnfleisch und Kieferknochen enzymatisch spaltet. So sorgt es dafür, dass mehr Immunzellen zu den Biofilmen und Belägen gelangen und eine verbesserte Abwehr bieten können.
Bei vielen Menschen wird das a-MMP8 in zu hoher Menge produziert, sodass der destruktive Prozess sehr aggressiv und überschiessend verläuft.
Je schlechter die orale Bakterienflora, desto mehr a-MMP8 wird von den Immunzellen gebildet und desto höher die Destruktion von Zahnfleisch und Knochen.
Sehr interessant ist die Tatsache, dass der a-MMP8-Wert ein Marker für die Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Parodontitis oder Periimplantitis ist. So können effektiv Vorkehrungen getroffen werden, bevor sich die ersten Anzeichen bemerkbar machen.
Unsere Zahnarztpraxis ist darauf spezialisiert, die orale Bakterienflora effektiv zu optimieren. Dabei werden nur die schädlichen Keime beseitigt und die gesunden und wichtigen Bakterien bleiben am Leben.
Bei unseren Patienten können wir innerhalb weniger Minuten den aMMP8-Wert bestimmen. So kann die Gefahr einer zukünftigen Parodontitis oder Periimplantitis ermittelt werden, noch bevor die ersten Symptome erscheinen.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Eine Periimplantitis wirkt sich genauso negativ auf die Gesundheit aus wie eine Parodontitis. Über das entzündete Gewebe können Bakterien in grosser Zahl in den Knochen und die Blutgefässe eindringen und im Körper zu verschiedenen Krankheiten führen. So steht Periimplantitis im Zusammenhang mit Krankheiten wie Arteriosklerose (Herzinfarkt, Schlaganfall), Diabetes, Osteoporose, Arthritis oder Rheuma.
Patienten klagen auch häufig über Müdigkeit und Energielosigkeit. Grund ist die andauernde Aktivierung des Immunsystems, welches eine Menge Energie benötigt, um die bakterielle Invasion abzuwehren.
Da Parodontitis vergleichbare Auswirkungen aufweist, lesen Sie hierzu bitte mehr in dem Artikel Ganzheitliche Zahnmedizin.
Therapie einer Periimplantitis
Generell sollte die Therapie einer Periimplantitis immer die Bakterienflora umfassen, da es sich um den Ursprung des Problems handelt. Dadurch wird die Zerstörung durch die problematischen Bakterien beseitigt und die Produktion von a-MMP8 nimmt stark ab.
Eine Reinigung der Oberfläche von den betroffenen Zahnimplantaten kann unterstützend durchgeführt werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass keine unnötigen Titanpartikel in die Umgebung abgegeben werden. Je mehr Titanspäne und -partikel sich im periimplantären Gewebe befinden, desto ausgeprägter ist die entzündliche Reaktion.
Sofern der Abbau des periimplantären Gewebes zu fortgeschritten ist, kann keine vollständige Ausheilung mehr stattfinden. In ausgeprägten Fällen sollte das Implantat entfernt werden.
Periimplantitis und Parodontitis
Bei der Periimplantitis ist die Entzündung um die Implantate lokalisiert und bei der Parodontitis zeigt das Gewebe um die Zähne eine Entzündung.
Beide Krankheitsbilder sind die Symptome derselben Ursache. Sowohl bei Periimplantitis, als auch bei Parodontitis, ist die Hauptursache eine krankmachende bakterielle Flora im Mund. Folglich ist auch die Therapie die Gleiche: Verbesserung der Mundflora.
Eine vorhandene Parodontitis erhöht die Gefahr, dass sich nach Implantation auch eine Periimplantitis entwickelt. Patienten mit einer Parodontitis sollten vor dem Setzen von Implantaten die Mundflora verbessern und die Behandlung von Parodontitis abgeschlossen haben.
Periimplantitis und Titanimplantate
Titanimplantate haben die Eigenschaft, stabil auszuheilen, obwohl beim Setzen des Implantates Entzündungen belassen wurden und nicht sauber gearbeitet wurde. Auch können Titanimplantate, trotz Periimplantitis, lange ohne Implantatlockerung im Kieferknochen verharren.
Dadurch können sich massive Entzündungen um das Titanimplantat ausbilden und das Implantat bleibt trotzdem unbeweglich und stabil.
Das hat den Nachteil, dass eine Periimplantitis lange unentdeckt bleiben und den Körper stark belasten kann.
Titanimplantate können eine Periimplantitis begünstigen wegen folgenden Faktoren:
- Titanimplantate haben in der Regel einen Spalt im Bereich der Knochenkante. Dieser Spalt kann bakterielle Biofilme beherbergen und lokale Entzündung verstärken.
- Titan ist nicht starr, sondern leicht verformbar. Beim Kauen werden die mikroskopischen Bewegungen an den Kieferknochen, in Form von Druck, übertragen. Druck führt immer zu einem Gewebeabbau, was automatisch einen entzündlichen Prozess begünstigt.
- Beim Setzen von Titanimplantaten werden immer Titanpartikel in der Umgebung frei. Die Partikel werden von Makrophagen im periimplantären Gewebe aufgenommen (phagozytiert), worauf diese Immunbotenstoffe in die Umgebung abgeben. Sofern die Makrophagen mit einer gesteigerten Immunantwort reagieren, fällt der Titanstimulationstest positiv aus.
Die Makrophagen reagieren, nach Aufnahme der Titanpartikel, immer mit einer Entzündungsantwort. Sofern Sie wissen möchten, ob diese leicht oder stark ausfällt, können Sie eine Titanstimulationstest durchführen lassen.
Da Titan auch Elemente wie Nickel, Aluminium oder Vanadium enthält, kann getestet werden, ob eine Allergie auf diese Zusatzstoffe vorhanden ist. Die Testung erfolgt am besten mit einem Lymphozytentransformationstest (LTT).
Periimplantitis und Keramikimplantate
Periimplantitis kann bei Keramikimplantaten ebenfalls vorkommen. Sofern bei der Implantation unsauber gearbeitet wird und Entzündungen aus dem Gewebe nicht vollständig entfernt werden, bildet sich eine Periimplantitis und das Keramikimplantat heilt nicht ein. Das Implantat wird keine Stabilität aufweisen, da es nicht knöchern einheilen kann. Folglich muss es entfernt und neu gesetzt werden.
Sofern beim Inserieren des Keramikimplantats sauber gearbeitet und die Wunde vollständig gereinigt und desinfiziert wurde, heilen Keramikimplantate entzündungsfrei im Kieferknochen ein.
Gründe, warum Keramikimplantate selten von Periimplantitis betroffen sind:
- Das Design von den meisten Keramikimplantaten weist keine Stalten auf. folglich können sich dort keine Bakterienkolonien einnisten.
- Sowohl Zahnfleisch als auch Knochen verbinden sich gern mit der Zirkonoxid-Keramik.
- Keramik ist starr und weist keine Bewegung bei Kaukräften auf. Folglich kommt es nicht zu Druckspitzen, welche den Kieferknochen abbauen.
- Keramik ist aus Sicht der Immunologie und Toxikologie neutral. Es findet keine Immunreaktion statt.
Wenn eine gesunde Mundflora beibehalten und die tägliche Mundhygiene korrekt durchgeführt wird, können Keramikimplantate über viele Jahrzehnte, ohne Komplikationen, im Kiefer verbleiben.
FAQ zu Periimplantitis
Was sind die Symptome von Periimplantitis?
Die Symptome einer Periimplantitis können sein:
- Zahnfleischbluten und Taschenbildung um das Implantat
- Rückgang von Zahnfleisch und Knochen
- Mundgeruch
- Schmerzen oder Missempfinden ausgehend von dem Implantat
- Implantatlockerung und Implantatverlust im Endstadium
Wie kann eine Periimplantitis diagnostiziert werden?
Die sicherste Diagnostik ist immer noch die röntgenologische Bildgebung. In Zahnfilmen, Panoramaaufnahmen oder 3D Digitale Volumentomografien (DVT) kann der Abbau von Knochen sehr gut dargestellt werden.
Gibt es eine Frühdiagnostik für Periimplantitis?
Noch bevor eine Periimplantitis im Röntgenbild sichtbar ist, kann durch einen a-MMP8-Test eine aussagekräftige Prognose für Periimplantitis erfolgen.
Wie kann die Produktion von a-MMP8 reduziert werden?
Der effektivste Weg ist die Verbesserung des bakteriellen Milieus im Mund.
Wie oft kommt Periimplantitis vor?
In unserer Praxis sehen wir Periimplantitis sehr selten, sofern der Patient die Anweisungen zur Mundhygiene befolgt und regelmässig zu Kontrollen und Prophylaxesitzungen kommt.
Laut Angaben von Untersuchungen liegt die Häufigkeit von Entzüngungen an Implantaten bei 10 bis 65%.