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Steigende Preise für die meisten Milchprodukte sagt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinigten Nationen (FAO) für das Jahr 2000 voraus, schreibt die Molkereizeitung "Welt der Milch". Den stärksten Preisanstieg prognostiziert die FAO in ihrem jüngsten "Food Outlook" für Milchpulver. Gründe dafür sind das begrenzte Ausfuhrangebot und die lebhafte Nachfrage einer Reihe von Importstaaten. Butter bleibt als einziges Produkt wenig gefragt. Nach Russland kann weniger Butter geliefert werden und in Südostasien wird sie von anderen Fetten verdrängt. Die Butterpreise werden deshalb im laufenden Jahr, so schätzt die FAO, voraussichtlich auf ihrem niedrigen Niveau verharren. Butter notiert am Weltmarkt seit Mitte 1999 nahezu unverändert um 1.225 Dollar (rund 2 Franken, je nach Wechselkurs) pro Kilogramm.
Dagegen klettern die Milchpulverpreise am Weltmarkt seit Mitte des letzten Jahres. Am deutlichsten stiegen die Preise bei Magermilchpulver. Im Februar 2000 wurde es für 1.55 Dollar (2.5 Fr.) pro kg gehandelt, im Juli 1999 erst für 1.225 Dollar (1.93 Fr.). Neben niedrigen Beständen in Australien und Neuseeland wirkt sich hier laut FAO-Angaben aus, dass die Welthandelsorganisation WTO die subventionierten Exporte der EU begrenzt. Der Aufwärtstrend der Preise übertrug sich in abgeschwächter Form auch auf den Käsemarkt. In den USA schwächt sich das Wachstum in der Milchproduktion langsam ab. Dort erwartet die FAO noch ein Puls von gut 1 % auf rund 75 Mio. t.
2 Prozent mehr Milch in diesem Jahr
Die FAO prognostiziert für die weltweite Milchproduktion im laufenden Jahr einen Anstieg um 2 Prozent auf 570 Millionen Tonnen. Von den zehn Hauptproduktionsländern partizipieren alle am Wachstum des Weltmarktes ausser die EU.
Vor allem das Wetter und die politische Rahmenbedingungen beeinflussen die Produktion. So haben in Neuseeland und Australien günstige Wetterbedingungen die Futtergrundlage verbessert. Zudem ist es dort zur Zeit rentabler, die Weide über Milchvieh als über Rindermast oder Schafe zu nutzen. Anders in Paraguay und Uruguay: Dort könnte die anhaltende Trockenheit zu einem Rückgang der Milchproduktion führen.
Norwegen muss Quoten aufkaufen
Norwegen wird in diesem Jahr die Folgen der WTO-Vereinbarungen spüren. Weil die Ausfuhr – vor allem für Käse – beschränkt ist, rechnet die FAO damit, dass Norwegen weniger Milch produziert. Wahrscheinlich wird die Regierung die notwendigen Quotenrechte von den Bauern zurückkaufen. Die osteuropäischen Länder dagegen wollen mehr Milch produzieren, um bei einem allfälligen EU-Beitritt höhere Quoten zu erhalten.