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Integriertes HIV/Aids Programm
Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Eine der grössten Herausforderungen des Landes liegt in der wachsenden Anzahl von Menschen, die mit HIV/Aids leben. Jedes Jahr werden etwa 70'000 Kinder zu Aidswaisen. Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt. Die TearFund-Partnerorganisation baut ihre Arbeit stark auf Dienstgruppen auf, die aus Freiwilligen besteht. Diese Gruppen übernehmen in ihrer Gegend Verantwortung im Kampf gegen HIV/Aids.
Projektgebiet
Das Projekt wird im Salima-Distrikt umgesetzt, der zu den ärmsten Regionen Malawis zählt.
Partnerorganisation
World Relief Malawi arbeitet seit 1989 mit lokalen Kirchen in den Bereichen Nothilfe, Gesundheit und Entwicklung. Das Programm zur Mobilisierung der Kirchen als effiziente Antwort zur massiven Ausbreitung von HIV/Aids wurde 1999 gestartet.
Projektziele
Das Projekt „Mobilisieren fürs Leben“ verfolgt einen multisektoriellen Ansatz. Medizinische Aspekte werden gleichzeitig mit sozio-ökonomischen und sozialen Aspekten angegangen. Die Bedürfnisse der Menschen werden möglichst umfassend wahrgenommen. Das Projekt mobilisiert 50 Dienstgruppen aus verschiedenen Kirchgemeinden mit dem Ziel, dass diese Gruppen in ihrem Gebiet die Verantwortung im Kampf gegen Aids übernehmen.
Arbeitsweise
Gruppen von Freiwilligen organisieren kostenlose HIV-Tests und -Beratungen. Sie besuchen Menschen, die mit HIV/Aids leben, in ihrem Dorf und ermutigen sie, Selbsthilfegruppen aufzubauen. Die Gruppen verhelfen den Betroffenen auch zu antiretroviralen Medikamenten, die dem Fortschreiten der Krankheit entgegenwirken. Weiter werden Jugendleiter ausgebildet, um die Verantwortung für verschiedene soziale Aktionen und alternative Freizeitangebote zu übernehmen. Die Leiter thematisieren mit den Jugendlichen Möglichkeiten der HIV/Aids-Prävention und ermutigen die jungen Menschen, mit ihrem ersten Sexualkontakt bis zur Ehe zu warten. Das Problem von HIV/Aids wird offen diskutiert. Im Rahmen des Projektes versorgen zahlreiche Bäuerinnen und Bauern Aidswaisen und Menschen, die mit HIV/Aids leben. Diese Bauern sind in 40 Solidaritätsgruppen eingeteilt. Durch diese Gruppen erhalten sie landwirtschaftliche Beratung und Unterstützung, um einen grösseren Ertrag zu erwirtschaften und eine gesicherte Nahrungsversorgung zu erhalten.
Erlebt
Persönliche Geschichten von Teilnehmern der HIV/Aids-Selbsthilfegruppen:
Mary Joni, 43-jährige Mutter von fünf Kindern, war am Boden zerstört, als sie herausfand, dass sie HIV-positiv ist. Nun blickt sie wieder optimistisch in die Zukunft: "Hier mit meinen Freunden ist die Einsamkeit weg", sagt sie. "Ich werde durch die Erfahrungen der Anderen ermutigt."
Giviton, 36 Jahre alt und Vater von drei Kindern, war vor vier Jahren nahe dran, seinem Leben ein Ende zu setzen. Damals fand er heraus, dass er HIV-positiv ist. "Ich dachte, das ist das Ende - ich könnte genau so gut Gift trinken", erzählt er. "Zu diesem Zeitpunkt besuchte mich die Dienstgruppe der Kirche. Ich schloss mich ihnen an und bekam neue Hoffnung. Ich dachte, dass mein Leben vorbei sei - nun schmiede ich sogar Pläne für die Zukunft. Ich danke Gott dafür!" (2011)