Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/2903

Opuntia orbiculata Salm-Dyck ex Pfeiffer, Enumeratio Diagnostica Cactearum 156: 1837
Opuntia orbiculata ist schlecht in der aktuellen und älteren Literatur beschrieben, wie es leider schon oft passierte mit vielen anderen grossen Opuntien. Meist wurden sie zu O. engelmannii oder O. lindheimeri erklärt. Die Pflanze die hier behandelt wird ist klar davon abzugrenzen und unterscheidet sich eindeutig von O. engelmannii. Daher kann sie nicht mit ihr in einen Topf geworfen werden. Allerdings gibt es Zweifel über den Namen (siehe Hinweis unten). Dornenlose Formen von O. orbiculata werden auch heute noch als O. dillei (nicht dillenii) beschrieben. Siehe die ursprüngliche Beschreibung aus dem Jahr 1837, und die Diskussion und Beschreibung von Britton und Rose, 1919.
Dave Ferguson schreibt:
Details könnten fehlen, aber ich habe die Hinweisfragmente zusammengeführt, welche mir halfen sie zu bestimmen, so dass der Name “Opuntia orbiculata” richtig für jene Pflanzen angewendet wird. Der Name (O. orbiculata) ist gültig, allerdings hat dieser Name eine verworrene Geschichte. Beim Material welches von Britton und Rose untersucht wurde, haben sie angenommen (und ich habe keinen Grund daran zu zweifeln dass diese nicht richtig waren, da sie sehr sorgfältig gearbeitet haben), dass es sich hierbei um das gleiche Material handelte welches auch von Salm-Dyck benannt wurde. Dieses Material soll aus Chile stammen (wenn ich mich richtig erinnere), aber Britton und Rose erkannten, dass dies ein Fehler war und dass es aus Nordamerika und wahrscheinlich Nordmexiko kommen muss. Einfach darum, weil in Südamerika keine ähnlichen Pflanzen bekannt sind. Basierend auf die Fragmente an Informationen welche mir zur Verfügung standen, konnte ich die Beschreibung von Britton und Rose bestätigen. Es gibt schlicht keine anderen Kandidaten die darauf passen könnten. Die Beschreibungen stehen nicht in irgendeinem Widerspruch, sondern lediglich die mutmassliche Herkunft der Pflanzen.
Durch diese Unsicherheit sollte die Verwendung des Namens mit “vorläufig” markiert werden bis der Nachweis konkret erbracht wurde. Wenn dieser Name für ungültig erklärt werden sollte, würde der Name O. dillei der fast dornenlosen Pflanzen im gleichen Taxon aufgehen und es gäbe keine Unklarheiten mehr über diesen Namen (ausser Bensons falsche Annahme, dass es sich hierbei um eine Hybride handelt). Ich kultiviere den Klon-Typ von O. dillei.
Es ist typisch für die meisten Opuntien-Arten dass die Pflanzen in ihrem Erscheinungsbild sehr variabel sind auch wenn die meisten Triebe der Pflanzen fast orbicular (= kugelig / rund) sind, ist dies nicht ein 100%iges diagnostisches Merkmal. Oval und rund „obdeltoide“ Triebe an der gleichen Pflanze sind häufig.
Dies ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, warum der Taxon Opuntia so verwirrend ist. Die totale Verwirrung wird durch die Tatsache perfekt, dass viele Falschidentifikationen häufig auch in öffentlichen und wissenschaftlichen Sammlungen publiziert wurden.
“Dornenlose” Opuntia orbiulata Salm-Dyck ex Pfeiff. (= O. dillei Griffiths)
O. dillei wurde mit verschiedenen anderen Arten (einschliesslich O. engelmanii) in einen Topf geworfen. Die Autoren sehen dies als eine Reflexion der anhaltenden Verwirrung um O. engelmannii. Es scheint dass jede grosse Opuntie für die kein klares Verständnis vorhanden war zu O. engelmanii gepackt wurde. Beschriebene Übergänge von O. dillei in O. engelmannii schaffte das totale Chaos. Zudem wird O. engelmanii oft noch als eine Varietät von O. pheacantha verstanden die wiederum mit verschiedenen anderen Arten verwechselt wird.
Eine weitere Quelle der Verwirrung verdankt O. dillei und O. dillenii ihren Namen. O. dillenii ist eine gültige Art welche in Florida gefunden wird. O. dillei als eine dornenlose Variante von O. orbiculata. Möglicherweise ist ein Grund dass O. dillei nicht gut verstanden, weil O. orbiculata schlecht beschrieben und untersucht wurde obwohl sie vom südlich-zentralen Oklahoma bis nach New Mexico (vielleicht auch Mexiko) und in einem Grossteil (ca. 1/3) des westlichen Texas vorkommt.
O. orbiculata (und die O. dillei Formen) sind sehr schöne Pflanzen. Sie sind äusserst winterhart für grosswüchsige Opuntien. Bestände im Norden von Texas und im südlichen Oklahoma gedeihen in USDA Klimazone 7.
www.opuntiads.com (16.08.2013) eigene Übersetzung
In Europa ist ein Klon aus Seymour, Baylor County, Texas in Kultur. Die Pflanze hat sich bisher gut bewährt.