Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03397.jsonl.gz/933

Systematik
|Ordnung||Squamata|
|Familie||Boidae|
|Unterfamilie|
|Gattung||Boa|
|Art||Boa constrictor|
Beschreibung
Die Abgottschlange, oft auch einfach Boa genannt, ist eine große, ungiftige Schlangenart. Sie kann eine Länge von über 4 m und ein Gewicht von über 30 kg erreichen. Die Weibchen sind größer als die Männchen. Die Abgottschlange hat einen kräftigen, gedrungenen Körper und einen im Vergleich zum Rest des Körpers relativ kleinen Kopf. Die Hautfarbe und –muster können je nach Region stark variieren von silbrig, bis grau und braun mit grossen oder sattelförmigen Flecken in Dunkelrot oder Braun. Der Mundbereich ist rechtwinklig geformt und an durchgehend mit Thermorezeptoren in Form von Grübchen ausgestattet, mit welchen die Schlange die Körperwärme potentieller Beute wahrnehmen kann.
Boas besitzen Beckensporen. Das sind Überreste der Hinterbeine welche beweisen, dass ihre Vorfahren auf allen Vieren liefen. Wie alle Schlangen muss sich auch die Boa regelmäßig häuten, um wachsen zu können. Jungtiere häuten sich in Abständen von wenigen Wochen, während bei älteren Tieren die Abstände zwischen den Häutungen immer länger werden. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich das Wachstum, hört aber nie ganz auf.
Biologie
Abgottschlangen sind Landbewohner und gute Kletterer, können aber auch ausgezeichnet schwimmen. Sie sind eher in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Tagsüber verstecken sie sich in Nagerhöhlen oder in einem hohlen Baum oder auch einfach in einem Laubteppich am Boden. Gelegentlich kommen sie aus ihrem Versteck hervor, um ein Sonnenbad zu nehmen. Jungtiere leben auf Bäumen, während ältere und schwerere Tiere vor allem am Boden leben. Sie bewegen sich am Boden langsam mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 0,5 km/h und können sehr lange regungslos verharren, was ihnen bei der Jagd hilft. Übrigens wendet diese Art zwei verschiedene Jagdmethoden an: entweder folgt die Boa aktiv den Duftspuren ihrer Beute oder sie lauert ihrer Beute auf und überrascht sie wenn sie nahe genug ist. Die Boa umwickelt die noch lebende Beute, blockiert so einen Blutkreislauf und führt den Tod durch einen Kreislaufstillstand herbei. Entgegen landläufiger Meinung wird die Beute also nicht erstickt. Sie kann eine Kraft von bis zu 32 kN auf ihre Beute ausüben.
Die Abgottschlange ist ein Fleischfresser, der sich von Säugetieren, Vögeln und Reptilien ernährt. Im Amazonasgebiet scheinen sich die Tiere vor allem von Fledermäusen zu ernähren, die sie in ihren Verstecken jagen. Grundsätzlich fressen sie aber alle Arten von Wirbeltieren, darunter Primaten, Capibaras und Hirsche.
Die Abgottschlange ist ovovivipar. Die Eier werden daher 5-8 Monate lang in der Gebärmutter des Weibchens bebrütet. Ein Wurf besteht aus 12 und 50 Jungtieren. Die Jungen sind bei der Geburt mit einer dünnen Ovarienmembran bedeckt. Es wurde beobachtet, dass das Weibchen seine Jungtiere während der Geburt verteidigt. Offenbar kann die Mutter ihren Jungen auch mit der Nasenspitze aus der Membran helfen, bevor sie sie zum Aufbruch auffordert. Die jungen Boas sind bei der Geburt voll entwickelt und machen sich alleine auf die Suche nach Nahrung.
Lebensraum
Die Abgottschlange lebt in Zentral- und Südamerika, sowie auf den Antillen.
Sie kommt in tropischen Wäldern, Dickicht, Feucht- oder Trockensavannen und in Halbwüsten vor, bevorzugt aber Habitate in der Nähe einer Wasserstelle.
Bedrohung
Obwohl diese Tierart weit verbreitet ist, sind einige Populationen nicht stabil und werden durch die Zerstörung ihres Lebensraums, den Tierhandel und die Jagd gefährdet. Abgottschlangen, die als Haustiere verkauft werden, sind leider oft nicht in Gefangenschaft geboren, sondern stammen aus freier Wildbahn. Viele Jäger fangen sie in ihrem Herkunftsland, um sie in die reichen Länder des Nordens zu exportieren. Diese Schlangen werden auch wegen ihrer Haut gejagt, welche für die Herstellung vieler Luxusartikel verwendet werden kann. Ihr Fleisch wird ebenfalls verzehrt und auch diese Tiere werden oft von der lokalen Bevölkerung aus Angst getötet. Sie ist übrigens eine durch CITES Anhang II und durch einen Erlass in Guyana geschützte Tierart. Der einzige Fressfeind der erwachsenen Abgottschlange ist der Kaiman.