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9,5% der Bevölkerung wurde im Jahr 2020 mit Leistungen der Sozialhilfe im weiteren Sinn unterstützt.
Von diesen Personen bezogen 47,6% Ergänzungsleistungen zur AHV/IV.
33,6% erhielten wirtschaftliche Sozialhilfe, auch Sozialhilfe im engeren Sinn genannt.
18,8% bezogen eine oder mehrere der folgenden Sozialleistungen: Alimentenbevorschussungen, Familienbeihilfen (z.B. Familien-ergänzungsleistungen, Mutterschaftsbeihilfen), Alters- und Invaliditätsbeihilfen, Wohnbeihilfen, Arbeitslosenhilfen.
Die Sozialhilfe im weiteren Sinn umfasst die wirtschaftliche Sozialhilfe und die Sozialleistungen, die der wirtschaftlichen Sozialhilfe vorgelagert sind. Diese wird nur gewährt, wenn die übrigen Sozialleistungen nicht ausreichen. Wirtschaftliche Sozialhilfe, Alimentenbevorschussungen und Ergänzungsleistungen zur AHV/IV werden in allen Kantonen ausgerichtet. Die anderen Leistungen werden nur in einigen Kantonen ausgerichtet.
Die Sozialhilfe im weiteren Sinn umfasst alle von den Kantonen im Kampf gegen Armut ausgerichteten finanziellen bedarfsabhängigen Sozialleistungen. Diese werden für das Inventar der Sozialhilfe im weiteren Sinne erfasst und beschrieben. Damit eine Leistung als Teil der Sozialhilfe im weiteren Sinn betrachtet wird, muss sie folgende Kriterien erfüllen:
- Sie muss bedarfsabhängig sein.
- Sie muss personenbezogen sein, das heisst eine persönliche Unterstützung sein.
- Sie muss kantonalgesetzlich geregelt sein.
- Es muss sich um eine allgemeine Unterhaltszahlung handeln.
- Sie muss auf die Armutsbekämpfung ausgerichtet sein.
Bei Erfüllung der personenbezogenen Anspruchskriterien muss der Zugang gewährleistet sein.
Die Quote der Sozialhilfe im weiteren Sinn ist von 8,9% im Jahr 2006 (661 500 Personen) auf 9,5% im Jahr 2020 (815 800 Personen) gestiegen.
In derselben Zeitspanne blieb die Quote der wirtschaftlichen Sozialhilfe relativ stabil. Die Zahl der Beziehenden nahm zwischen 2006 und 2020 zwar von 245 200 auf 272 100 zu, aufgrund des gleichzeitigen Bevölkerungswachstums blieb die Quote der wirtschaftlichen Sozialhilfe jedoch unverändert.
Gesamtzahl der Sozialhilfebeziehenden
Schweizerinnen und Schweizer sowie Ausländerinnen und Ausländer mit einer Niederlassungs- oder Jahresaufenthalts- In den folgenden Auswertungen sind die Sozialhilfebeziehenden nur einmal nach ihrem aktuellsten Aufenthaltsstatus aufgeführt. So wird beispielsweise eine Person mit Aufenthaltsbewilligung C für 2020 lediglich einmal als Person mit Aufenthaltsbewilligung C gezählt, auch wenn sie bsw davor im selben Jahr eine Aufenthaltsbewilligung als Flüchtling mit Asyl besessen hat.
Dies führt zu einer Grundgesamtheit, aus der die Kennzahlen der einzelnen Teilstatistiken nicht reproduziert werden können.
Diese Grundgesamtheit lässt sich erst ab dem Jahr 2016 erstellen, da die Daten der Sozialhilfeempfängerstatistik im Asylbereich in diesem Jahr erstmals erhoben wurden. Vergleiche mit weiter zurückliegenden Jahren sind nicht möglich.
Schweizerinnen und Schweizer sowie Ausländerinnen und Ausländer mit einer Niederlassungs- oder Jahresaufenthaltsbewilligung (Ausweis B oder Ausweis C) machen mit 72% den Grossteil der Sozialhilfebeziehenden aus. Die restlichen 28% gehen mehrheitlich auf Flüchtlinge (Ausweis B oder F), vorläufig Aufgenommene (Ausweis F) oder Asylsuchende (Ausweis N) zurück.
Die Gesamtzahl der Sozialhilfebeziehenden in der Schweiz ist zwischen 2019 (329 796 Personen) und 2020 (320 793 Personen) gesunken. In den letzten vier Jahren lässt sich bei Asylsuchenden eine Abnahme feststellen, von 35 752 im Jahr 2016 auf 6 856 Personen im Jahr 2020. Dies liegt unter anderem an den rückläufigen neuen Asylgesuchen.
Gestiegen ist hingegen die Anzahl der Sozialhilfebeziehenden, die als Flüchtlinge mit Asyl oder vorläufig aufgenommene Personen in der Schweiz leben, von 21 895 bzw. 22 813 im Jahr 2016 auf 39 355 bzw. 32 036 im Jahr 2020. Einen Anstieg in dieser Personengruppen ist auch innerhalb der Wohnbevölkerung zu beobachten (siehe Statistiken des Staatssekretariats für Migration).