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Wenn das Wort "Kult" jemals auf ein Buch gepasst hat, dann ganz sicherlich auf dieses. "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams ist nicht nur eine Parodie auf ein ganzes Genre, nämlich Science-Fiction, sondern gleichzeitig ein wegweisendes Werk, das Ende der Siebziger Jahre mit einer Reihe von zukunftsweisenden Innovationen für Aufsehen gesorgt hat.
In einer Zeit, in der Computer noch nicht einfach so im Laden käuflich zu erwerben waren, schätzte Adams die rasante Entwicklung des PCs realistischer ein als die damaligen Experten und sah u.a. armbanduhrgroße elektronische Universallexika sowie eine Art von PDA voraus. Diese visionäre Ader hat allerdings weniger mit dem Kult zu tun, als der Stil des Buches selbst. Hätten die Macher von Monty Python und "Die nackte Kanone" gemeinsam eine Geschichte auf Papier gebracht, sie hätte in etwa so aussehen können wie "Per Anhalter durch die Galaxis".
Der Tag fängt schon nicht gut an. Als Arthur Dent aus dem Fenster blickt, sieht er eine Horde Bagger, die sich vor seinem Haus niedergelassen hat. Es soll abgerissen werden, um Platz für eine Umgehungsstraße zu machen. Im stillen Protest legt sich Arthur vor die Baumaschinen, bis ihn sein Freund Ford Prefect überreden kann den örtlichen Pub aufzusuchen. Schließlich gibt es die Erde ohnehin nur noch ein paar Minuten. Arthur schenkt den wahnsinnigen Ausführungen vom Ende der Welt kein Gehör und findet sich wenige Zeit später auf einem Raumschiff wieder. Die Erde wurde von den Vogonen gesprengt, damit eine Hyperraum-Umgehungsstraße durch das System gebaut werden kann. Jeglicher Protest seitens der Menschen hätte keinen Sinn gemacht, schließlich lag der Antrag zur Sprengung des Planeten ja lang genug im Büro von Alpha Centauri. Nun ist die Einspruchsfrist abgelaufen. Es soll nicht das letzte Mal sein, dass Arthur, der nun auf eine unfreiwillige Reise als Anhalter durch die Galaxis geht, mit den Absurditäten der außerirdischen Beamten-Bürokratie konfrontiert wird.
Spätestens hier wird klar, dass Adams im vordergründigen Witz des Buches eine sehr große Portion Zynismus mit einfließen lässt. Das tut er allerdings derart geschickt, dass der oberflächliche Anarcho-Humor eine gewisse Aufmerksamkeit erfordert, um die einzelnen Anspielungen zu entdecken. Überhaupt werden konservative Im-Keller-Lacher mit dem Buch wohl so gar nichts anfangen können. "Per Anhalter durch die Galaxis" ist schrill, wirr, abgedreht, völlig gaga und verlangt dem Leser ein gewisses Maß an Selbstironie ab, wird ihm doch mehr als einmal der entblößende Spiegel vors Gesicht gehalten. Wer sich hier auf die Suche nach dem Sinn der Story macht, bekommt mit 42 die Antwort präsentiert. Was in etwa bedeuten soll: Nicht drüber nachdenken, nicht gleich alles hinterfragen und vor allem keine Panik! Einfach anschnallen und diese Odyssee durchs All genießen, die mit witzigen Überraschungen und abgefahrenen Ideen nicht geizt und durchweg kurzweilig unterhält.
Insgesamt ist "Per Anhalter durch die Galaxis" ein urkomischer Sci-Fi-Trip mit allerhöchstem Kultfaktor, der einfach nur Spaß macht und zum Griff nach dem zweiten Band zwingt. Einzig einige schon sehr arg verwirrende Passagen bremsen etwas den Lesefluss und verhindern eine noch höhere Wertung meinerseits.
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