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Montreux VD: Familiendrama – 15-Jähriger ausser Lebensgefahr
Aufgrund der Untersuchungen, die nach dem Drama in Montreux am Donnerstag, dem 24. März, durchgeführt wurden, wird die Selbstmordthese weiterhin bevorzugt, da jede Einwirkung eines Dritten ausgeschlossen wird.
Es gibt keine Anhaltspunkte, die die Ende März aufgestellten Hypothesen widerlegen, die bestätigen, dass die Familie zurückgezogen von der Gesellschaft ohne Verbindung zur Aussenwelt lebte. Der 15-jährige Sohn ist ausser Gefahr und konnte von den Ermittlern vernommen werden.
Am Ende der zweimonatigen Ermittlungen nach dem Drama vom Donnerstag, dem 24. März 2022, deuten die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen auf einen kollektiven Selbstmord hin, eine Hypothese, die bereits vom Staatsanwalt und den Ermittlern der Kantonspolizei bevorzugt wurde. Die technischen Untersuchungen, insbesondere die Analyse der Telefonie und der Internetrecherchen, zeigen keine Vorzeichen für eine solche Tat, was auch vom Sohn bestätigt wurde. Dieser befindet sich derzeit ausser Lebensgefahr. Er hat mehrere Brüche erlitten und befindet sich noch im Krankenhaus. Der Sohn wurde von den Ermittlern im Auftrag des Jugendgerichts in seiner Eigenschaft als PADR (Person, die zur Erteilung von Auskünften aufgefordert wird) vernommen. Er hat derzeit keine Erinnerung an den Tag der Tragödie und konnte keine Angaben zum Tathergang machen. Er wurde unter Vormundschaft gestellt.
Die von den Gerichtsmedizinern durchgeführten Untersuchungen ergaben keine anderen Spuren von Gewalteinwirkung als die des Sturzes aus einer Höhe von über 20 Metern. Die forensischen Analysen, darunter die DNA-Analysen, stellen die Selbstmordthese nicht in Frage. Der vollständige Bericht der Gerichtsmedizin wird jedoch erst in einigen Monaten vorliegen. Die polizeilichen Ermittlungen sind inzwischen abgeschlossen.
Erinnerung an die Ermittlungsergebnisse
Seit Beginn der Pandemie war die Familie sehr an Verschwörungs- und Überlebensthesen interessiert. Sie hatte einen beeindruckenden Vorrat an Lebensmitteln aller Art angelegt, der sehr gut organisiert war, den Grossteil der verschiedenen Räume der Wohnung einnahm und es ihr ermöglichen sollte, eine grosse Krise zu bewältigen. Die Familie lebte fast autark und zog sich aus der Gesellschaft zurück. Nur die Zwillingsschwester der Mutter arbeitete ausserhalb des Hauses. Weder die Mutter noch das achtjährige Mädchen waren offiziell bei der Einwohnerkontrolle registriert, was erklärt, warum das Kind nicht zur Schule ging. Beide Personen waren im April 2016 als nach Marokko ausreisend angemeldet worden und sollten nicht in Montreux leben. Was den ältesten Sohn betrifft, so war seine häusliche Beschulung genau der Grund für das Verfahren des Präfekten, in dessen Rahmen die Polizisten in der Wohnung erschienen. All dies deutet darauf hin, dass die Familienmitglieder Angst vor einer Einmischung der Behörden in ihr Leben haben.
Die Opfer sind Mitglieder einer Familie mit französischer Staatsangehörigkeit: der 40-jährige Vater, seine 41-jährige Ehefrau, deren Zwillingsschwester und die 8-jährige Tochter des Paares, wobei alle vier Personen verstorben sind. Der 15-jährige Sohn ist ausser Lebensgefahr, wird aber noch im Krankenhaus behandelt.
Quelle: Kapo Waadt
Titelbild: Symbolbild (© Kapo Waadt)
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