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Kubismus
Mit seinem “Demoiselles d’Avignon” legte Pablo Picasso 1906/07 in Paris den revolutionären Grundstein für den “Kubismus”. Gemeinsam mit Georges Braque reduzierte er die Bildsprache auf geometrische Formen wie Kuben, Kugeln, Kegel und Zylinder unter Verwendung einer bevorzugt braungrauen Palette und polyvalenten Perspektive, was zu einer gänzlichen Veränderung der Natur und des Begriffes der Malerei führte. In der ersten Phase des “analytischen Kubismus”, 1907 bis 1911, wurden die darzustellenden Gegenstände – zumeist aus dem Alltag – in geometrische, kristalline Splitter zerlegt und nach dem Prinzip der Simultaneität die Perspektiven frontal in einer Ansicht vereint.
Der “synthetische Kubismus”, 1911-1924, konzentrierte sich auf das Zusammensetzen von zusammengehörenden, aber auch divergierenden Teilen, die sich frei zu einem perspektivischen Puzzle fügten. Mit Hilfe von Zeichen, Symbolen und der Collagetechnik, mittels derer die Künstler Sand, Holz und Textilien in ihre Kompositionen einfügten, wurde die Deformation der darzustellenden Bildgegenstände noch intensiviert.
Ausser dem dritten Hauptkubisten Juan Gris, der die Theorie des Kubismus auch in Schriften festhielt, kristallisierte sich eine Folgegruppe von Künstlern heraus wie Robert Delaunay, Fernand Léger, Albert Gleizes, Auguste Herbin, Jean Metzinger und André Lhote, um nur die wichtigsten zu nennen. Während diese den Kubismus in weitaus intensiveren Farbklängen und geometrisierenden Prismen ästhetisch interpretierten, verliehen die Bildhauer und Zeichner Jacques Lipchitz und Ossip Zadkine ihren Skulpturen und Papierarbeiten eine kubistische organisch-facettierte und lyrisch-musikalische Formensprache.