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Eine Begrenzung der Geschwindigkeit ist eine wirksame Massnahme, um den Strassenlärm an Orten deutlich zu vermindern, an denen die Wohnbevölkerung einer zu hohen Lärmbelastung ausgesetzt ist. Auf diese Weise lässt sich der Lärm an der Quelle bekämpfen. Wenn Tempo 30 statt Tempo 50 gilt, werden die Lärmemissionen um rund drei Dezibel reduziert. Dies entspricht einer Halbierung des Verkehrs.
Die Verminderung des Lärms hängt mit dem geringeren Tempo zusammen, aber auch damit, dass die Automobilistinnen und Automobilisten bei einer geeigneten Strassengestaltung konstanter fahren und weniger oft und weniger lang bremsen und beschleunigen. Dadurch entsteht ein flüssigerer Verkehr.
Akustischer Vorteil
Um die lärmseitigen Vorteile einer Geschwindigkeitsbegrenzung zu berechnen, müssen sowohl der durchschnittliche Schallpegel, der die Lärmbelastung als gemittelten Wert wiedergibt, als auch der Maximalpegel von Einzelereignissen berücksichtigt werden. Solche Einzelereignisse sind entscheidend für die Lästigkeit des Lärms. Bei Tempo 30 sind hohe Schallpegelwerte deutlich seltener. Der durchschnittliche Schallpegel kann um rund 3 dB(A) reduziert werden.
Lärmverminderung bei Tempo 30
- Der Strassenlärm wird dank einer Reduktion auf Tempo 30 signifikant vermindert.
- Bei Tempo 30, wird der Verkehr verflüssigt (weniger stockender Verkehr, weniger Brems- und Beschleunigungsvorgänge).
- Lärmintensive Beschleunigungen kommen viel weniger vor.
- Eine einfache Signalisation ohne bauliche Massnahmen reicht aus, um eine wirksame Tempo-30-Zonen oder Strecke mit Lärmreduktion einzurichten.
- Bei Tempo 30 fahren Automobilistinnen und Automobilisten mehrheitlich im 3. Gang, wodurch der Lärm zusätzlich vermindert wird.
Zusätzlich zu den oben genannten Ergebnissen stellt der Bericht «Grundlagen zur Beurteilung der Lärmwirkung von Tempo 30» ein Beispiel für eine Abschätzung vor, mit der die Verminderung der Lärmbelastung durch Geschwindigkeitsreduktion ermittelt werden kann. Damit lassen sich zuverlässige Prognosen zum Lärmminderungspotenzial für Tempo-30-Zonen und -Strecken erstellen.
Umsetzung
Tempo 30 als Lärmschutzmassnahme.pdf (PDF, 852 kB, 09.01.2018)Grundlagenpapier zu Recht - Akustik - Wirkung. Das Dokument legt den Stand der Praxis und des Wissens dar, insbesondere in Bezug auf die rechtlichen Grundlagen, die akustischen Effekte und die Wirkung von Temporeduktionen zur Minderung des Lärms.
Zusätzliche Vorteile einer Lärmverminderung
Die Einrichtung von Tempo-30-Zonen fördert das Zusammenleben im Quartier und ermöglicht eine Siedlungsentwicklung nach innen. Dies erhöht wiederum die Attraktivität der Städte und verhindert eine Stadtflucht, die zu den wichtigsten Ursachen der Verkehrszunahme und damit des Strassenlärms zählt.
Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls auf der Strasse wird wesentlich von der Geschwindigkeit beeinflusst. Bei einem geringen Tempo ist zudem die Wahrscheinlichkeit grösser, dass insbesondere Velofahrende und Fussgängerinnen und Fussgänger eine Kollision mit einem Auto überleben.
Während ein/e Fahrzeugführer/in mit 30 km/h vor einem Hindernis zum Stillstand kommt, befindet er/sie sich Tempo 50 noch in der Reaktionsphase. Von zehn Personen überleben drei eine Kollision mit einem Auto, wenn dieses mit Tempo 50 unterwegs ist. Bei Tempo 30 sind es deren neun.
Bei einer reduzierten Geschwindigkeit werden die Brems- und Beschleunigungsphasen vermindert. Der gleichmässigere Verkehrsfluss wird zudem durch die Aufhebung von Fussgängerstreifen gefördert. Die Verkehrsteilnehmenden verhalten sich vorsichtiger und kommunizieren besser miteinander.
Die notwendigen Eingriffe und baulichen Anpassungen hängen von der jeweiligen Situation ab. Eine Geschwindigkeitsreduktion ist jedoch eine einfache, effiziente und kostengünstige Massnahme. Bereits mit einer einzigen Signalisation kann das volle Potenzial einer Tempo-30-Zone oder eines Tempo-30-Abschnitts voll ausgeschöpft werden.
Je nach Ausgestaltung der Strasse kann die Intensität der Strassenbeleuchtung reduziert werden, was erhebliche Energieeinsparungen ermöglicht.
Lärmbelastungen haben negative Auswirkungen auf die Biodiversität und können die verschiedenen Lebenszyklen stören.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 25.10.2019