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Seit Samstag ist Charles III. offiziell König des Vereinigten Königreichs. Wer waren seine königlichen Namensvetter? Charles I. wurde im 17. Jahrhundert hingerichtet. Und Charles II. war so hässlich, dass sich seine Mutter schämte, ihn zu zeigen. Er war ein Frauenheld und zeugte Dutzende illegitime Kinder.
Der erste königliche Karl, Charles I., wurde am 19. November 1600 in Schottland, nordwestlich von Edinburgh geboren. Er stammte aus dem Hause Stuart. Mit 25 Jahren wurde er König von England, Schottland und Irland und führte ein prunkvolles monarchisches Leben. Immer wieder kämpfte er gegen das Parlament, das er für elf Jahre auflöste. Die innenpolitischen Spannungen verschärften sich. Charles gebärdete sich immer mehr als absolutistischer Herrscher. 1640 löste er das Parlament endgültig auf. Der kriegerische Konflikt mit Schottland läutete sein Ende ein. 1642 brach der Bürgerkrieg aus. Drei Jahre später wurde er von Truppen, die das Parlament unterstützten, gefangengenommen. Er flüchtete, aber nicht für lange. Am 30. Januar 1649 wurde Charles I. in Whitehall hingerichtet. Die Monarchie wurde abgeschafft – vorläufig. Oliver Cromwell hatte nun das Sagen.
Karl der Zweite
Am 29. Mai 1660 wurde die Monarchie wieder hergestellt, am Geburtstag von Charles II., dem Sohn des hingerichteten ersten Charles. Mit einem grossen Fest wurde der Dreissigjährige vom Parlament zum König erkoren.
Die Mutter von Charles II., Henrietta Maria, eine Tochter Heinrichs IV., schämte sich, ihren Sohn wegen seines Aussehens zu zeigen. Ihrer Schwester sagte sie, dass sie ein «schwarzes Kind» geboren habe. In einem Brief an die berühmte französische Briefeschreiberin Jeanne de Harlay erklärte Henrietta Maria: «Er ist so hässlich, dass ich mich schäme ..., aber seine Grösse und Beleibtheit machen wett, was er an Schönheit vermissen lässt.»
Karl der Zweite stärkte wieder die Rolle des Königshauses und entmachtete Schritt für Schritt das Parlament. Er gilt als der letzte englische König, der völlig absolutistisch regierte. In seine Regierungszeit fielen die Grosse Pest (1665), der Grosse Brand von London (1666) und der verlustreiche Krieg gegen die Niederlande (1665–1667). Den englischen Katholiken gegenüber zeigte er sich zuvorkommend und trat kurz vor seinem Tod zum Katholizismus über.
Frauengeschichten
Berühmt wurde er vor allem wegen seiner Frauengeschichten. Nachdem er viele uneheliche Kinder gezeugt hatte, heiratete er im Mai 1662 die portugiesische Prinzessin Katharina von Braganza, eine religiöse junge Frau.
Als sie in England eintraf, war der König über ihre Haarmode erstaunt und sagte: «Mein Gott, sie haben mir eine Frau versprochen und eine Fledermaus geschickt.» Charles bot der Prinzessin sogleich ein Bier an, obwohl sie einen Tee wünschte.
«Herrschaft der Unterröcke»
Doch Charles II. begnügte sich nicht mit Katharina. Seine Maitresse, Barbara Villiers, 1. Duchess of Cleveland, wohnte weiter bei ihm und machte Katharina des Leben schwer.
Charles pflegte zudem immer weitere neue Liebschaften. Diplomaten nannten seine Regierungszeit die «Herrschaft der Unterröcke». Je nach Quelle soll er Dutzende oder gar Hunderte illegitimer Kinder gezeugt haben. Einmal sagte er: «I am less concerned with women’s souls than with their bodies.»
Zu seinen Nachkommen gehören Diana, Princess of Wales, und Camilla, die neue «Queen Consort», die Gemahlin des dritten Karl.