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Häuser mit Holzfassaden, wie die an der Müligass in Willisau, sind heute in Stadtbildern eine grosse Rarität.
Die Müligass bekam ihren Namen im 18. Jahrhundert wegen der Stadtmühle. Von «armen höltzinen Hüsli» sprach der Willisauer Stadtrat 1578 von den Gebäuden seiner Stadt. Denn zu dieser Zeit gab es, ausser der Kirche und den Befestigungsanlagen, kaum in Stein erbaute Häuser. Willisau hat vier grosse Stadtbrände hinter sich. Beim dritten und vierten Brand von 1471 und 1704 blieben die Häuser an der Müligass weitgehend vom Feuer verschont. An dieser Gasse können Sie somit die ältesten Häuser und Mauern Willisaus bestaunen.
Im Verlauf der letzten Jahre konnten mehrere Gebäude an der Müligass renoviert werden. Das 1590 an der Müligass 5 erbaute, renovierte Holzhaus ist ein Beispiel der damals üblichen Ständer-Bohlen-Konstruktion. Die meisten Teile der heutigen Fassade stammen aus der Bauzeit des 16. Jahrhunderts. Die Fassade des Hauses Müligass 2 enthält ebenfalls Teile aus dem Mittelalter. Im Innern erinnern verschiedene Reste an einen mittelalterlichen Wehrturm. Der Dachstock stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das Pfarrhaus ist wohl Mitte des 18. Jahrhunderts von einem Baumeister der Familie Singer oder Putschert geschaffen worden. Die Brandmauern mit Staffelgiebel stammen aus gotischer Zeit, der Bau selber aber ist dem Barock verpflichtet.
Die Stadtmühle, nach der die Gasse ihren Namen erhalten hat, wurde schon zur Zeit der Stadtgründung betrieben. Die untersten Steinlagen der Westfassade stammen aus der Zeit um 1300. Die Fassaden wurden nachher mehrfach geändert. Erfahren Sie hier mehr zur Geschichte der Stadtmühle. Oberhalb der Stadtmühle steht das ehemalige Müllerhaus und gegenüber dem romanischen Kirchturm, der aus dem 13. Jahrhundert stammt, befindet sich das heutige Pfarrhaus.
Erfahren Sie mehr zur Geschichte von Willisau an einer Stadtführung.