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In der Arbeit Now, 2016 stehen fünf Sanduhren auf einem grauen, dekorativ ausgehöhlten Sockel. Ein Paar weisse Handschuhe liegen ebenfalls darauf. Sie fordern die Betrachterinnen und Betrachter nachgerade zu einer Interaktion heraus. Beim Umdrehen der Sanduhren fällt auf, dass jede der fünf trotz ähnlicher Grösse eine andere Zeitdauer misst. Der weisse Sand rinnt unterschiedlich durch die enge Öffnung zwischen den beiden Glaskolben. Es ist nicht erkennbar, in welchen Zeiteinheiten die Uhren messen. Der Titel der Arbeit Now, 2016 mag Aufschluss über die Intention des Künstlers geben: Es geht um das Erlebnis von Zeit im Hier und Jetzt. Doch was definiert diesen Moment des Jetzt? Pilet hat in den Titel noch eine Jahreszahl eingefügt. Ein Jahr, das wie jedes andere vorüberstreicht und nicht festgehalten werden kann.
Pilet interessiert sich für Kulturgeschichte und Philosophie im Allgemeinen und für die Kunst indigener Völker im Besonderen. Im Sinne des Kunsthistorikers und Kulturwissenschaftlers Aby Warburg (1866–1929) geht Pilet von der Annahme aus, dass die heutige Weltwahrnehmung seit der Antike durch vorgeprägte Darstellungswerte beeinflusst ist. Das heisst, dass sich unser Wesen durch bereits existierendes Bild- und Textmaterial formt und immer weiterformen wird.
Guillaume Pilet wurde 1984 in Payerne (CHE) geboren; er lebt und arbeitet in Lausanne (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Video, Performance, Skulptur, Installation, Objekte