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| Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)

[Vierte] Rede gegen die Arianer
8.
Die Ariomaniten, die Anhänger des Eusebius sind, teilen dem Sohne einen Anfang des Seins zu und geben sich dabei den Anschein, als wollten sie ihm nicht einen Anfang der Herrschaft zuschreiben1. Es ist aber das lächerlich. Denn wer dem Sohne einen Anfang des Seins zuschreibt, schreibt ihm offenbar auch einen Anfang der Herrschaft zu. Sie geben also in ihrer Blindheit zu, was sie leugnen. Und die, welche sagen, es existiere vom Sohne nur der Name, der Sohn Gottes aber, d. h. das Wort des Vaters, sei nicht wesenhaft und nicht substanziell, geben sich wieder den Anschein, als wären sie ungehalten über die, welche behaupten: "Es war einmal, da er nicht war". Doch auch das ist lächerlich. Denn die, welche ihm das Sein überhaupt absprechen, halten sich über die auf, die es ihm wenigstens in [S. 354] der Zeit zusprechen. So geben denn diese zu, was sie leugnen, indem sie gegen die andern Vorwürfe erheben. Und wieder leugnen die Eusebianer, die den Sohn bekennen, daß er von Natur Wort sei, und wollen den Sohn nur im Gedanken Wort genannt wissen. Die andern dagegen, die das Wort bekennen, leugnen, daß es Sohn sei und wollen es nur im Gedanken Sohn genannt wissen und reden so in gleicher Weise ins Blaue hinein.
1: Eusebius von Cäsarea war es, der in zwei umfangreichen Schriften gegen Marcell polemisiert hat (335). Dessen Lehre vom Anfang der Herrschaft Christi und ihrem Ende bei der Vollendung der Welt referiert, und widerlegt er besonders in de ecclesiastica theologia lib. III c. 13 sq. Im Jahre 336 hat dann eine eusebianische Synode zu Konstantinopel das Buch Marcells als ketzerisch verurteilt, weil er den Sohn Gottes mit der Geburt aus Maria seinen Anfang nehmen lasse und ein Ende seiner Herrschaft annehme (Sozomenos II. 33). Wenn nun die Eusebianer selbst den Sohn als einmal geworden wähnten, so konnten sie obiger Lehrinkonsequenz geziehen werden.