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Der linksgerichtete Correa habe 56 Prozent der Stimmen erhalten, erklärte der Nationale Wahlrat (CNE) nach der Auszählung von 38 Prozent der Stimmzettel. Correas Rivale, der konservative Banker Guillermo Lasso, kam auf 24 Prozent. Die anderen sechs Kandidaten folgten mit weiterem grossen Abstand.
Der härteste Rivale, der konservative Bankier Guillermo Lasso, liegt mit 24,2 Prozent an zweiter Stelle. Dies teilte die CNE mit.
Härtester Rivale räumt Niederlage ein
Lasso räumte seine Niederlage bereits ein. «Heute Nacht muss ich den Triumph von Präsident Rafael Correa anerkennen», sagte er in einer Rede vor seinen Anhängern in der Hafenstadt Guayaquil.
Der ehemalige ecuadorianische Präsident Lucio Gutiérrez landete mit 5,5 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz.
Um im ersten Wahlgang zu gewinnen, muss der Erstplatzierte entweder die absolute Mehrheit der Stimmen oder mindestens 40 Prozent der Stimmen mit einem Vorsprung von mindestens zehn Prozentpunkten vor dem zweitstärksten Kandidaten erreichen.
Frühzeitig den Wahlsieg verkündet
Correa hatte bereits nach der Bekanntgabe von Prognosen seinen Sieg verkündet und mit seinen Anhängern die bevorstehende dritte Amtszeit gefeiert. Niemand könne die Revolution aufhalten, rief er vom Balkon des Präsidentenpalastes in Quito aus.
Der Sozialist wurde erstmals 2007 zum Präsidenten gewählt, bei einer vorgezogenen Wahl 2009 wurde er im Amt bestätigt. Am 24. Mai wird Correa die neue Amtsperiode bis 2017 antreten.
«Wir sind dabei, Geschichte zu schreiben»
Vom Balkon des Regierungspalastes Carondelet aus dankte Correa seinen Anhängern für das Vertrauen. «Diese Revolution wird von nichts und niemandem gestoppt», sagte er. «Wir sind dabei, Geschichte zu schreiben.»
Wichtig sei, dass in Ecuador jetzt die Demokratie herrsche, und nicht mehr die traditionellen Parteien, die Banken, die Medien, die internationalen Finanzinstitute oder die hegemonialen Länder, sagte Correa.
Correas Revolution hat auch ihre Schattenseiten. «Correa hat seine persönliche Machtfülle ständig ausgebaut, und es gibt ganz klare autoritäre Tendenzen», erklärt Radio-SRF-Korrespondent Ulrich Achermann in der Sendung «Rendez-vous».
Streit mit Ölkonzernen
In den vergangenen sechs Jahren hatte Correa die Sozialausgaben in dem südamerikanischen Land erhöht und einkommensschwachen Familien den Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen erleichtert. Es wird davon ausgegangen, dass er seine sozialistische Agenda nun weiter vorantreibt.
Im Streit mit Ölkonzernen setzte Correa 2010 neue Verträge durch, die Ecuador einen grösseren Anteil an den Bodenschätzen des Landes sicherten. Kritiker werfen dem Freund des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez vor, Investoren damit aus dem Land zu vergraulen.
Asyl für WikiLeaks-Gründer
Zuletzt machte Correa auch Schlagzeilen, als er dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London gewährte.
In Ecuador wurden am Sonntag ausserdem die 137 Mitglieder der Nationalversammlung sowie fünf Abgeordnete für das Anden-Parlament gewählt. Die Wahl verlief ohne Zwischenfälle. Zur Stimmabgabe waren 11,6 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen.