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Bei allen Entscheidungen, die wir an der ausserordentlichen Liga-Versammlung am Montag getroffen haben, hatte etwas oberste Priorität: das finanzielle Überleben der Vereine.
Deshalb haben wir uns auf die Themen beschränkt, die den Modus für die nächste Saison betreffen, was den Klubs in dieser schwierigen Zeit wenigstens etwas Planungssicherheit gibt. Über Ausländerregelungen, Spielpläne und anderes können wir auch an der ordentlichen Versammlung der National League und Swiss League am 17. Juni diskutieren.
Da es in der Saison 2020/21 keinen Absteiger geben wird, haben die Klubs nun mehr Handlungsspielraum und können auch Sparmassnahmen umsetzen, ohne deswegen in Abstiegsgefahr zu geraten. Der eine oder andere Klub wird sich sicher überlegen, ob er zur Entlastung seines Budgets nicht mit weniger als vier Ausländern in die neue Saison starten will. Auf jeden Fall passt es schlecht zusammen, wenn man mit Spielern über weniger Lohn diskutiert und gleichzeitig fünf oder mehr Ausländer unter Vertrag nehmen würde.
Da Ranking Round, Playout-Final und Liga-Qualifikation wegfallen, wäre die nächste Saison für die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 12 nach der Regular Season zu Ende gewesen. Wir wollen jedoch, dass die Spannung in der ganzen Liga möglichst lange anhält und möglichst viele Mannschaften möglichst viele Spiele bestreiten können. Deshalb haben wir die Pre-Playoffs für die Teams auf den Plätzen 7 bis 10 eingeführt – ein Modus, der sich in Finnland, Schweden, Tschechien und Deutschland bereits bewährt hat. Für den Siebten und Achten besteht damit das Risiko, dass sie in den Pre-Playoffs in zwei Spielen gegen den Neunten oder Zehnten ausscheiden und das Saisonfinale verpassen. Dafür können sich auch die Mannschaften auf den letzten vier Ranglistenplätzen bis zuletzt Hoffnungen auf die Playoffs machen. So bleibt das Produkt Regular Season spannend.
Zusätzlich werden am 1. November 2020 und 14. Februar 2021 zwei sogenannte Solidaritätsspiele ausgetragen - ein Heim- und ein Auswärtsspiel gegen einen noch zu bestimmenden Gegner. Wie dieser bestimmt wird, entscheiden wir an der nächsten Versammlung. Klar ist, dass die Punkte zählen und die nächste Regular Season damit 52 Spiele umfassen wird. Die beiden Solidaritätsrunden und die Pre-Playoffs sind für Zuschauer, Sponsoren und Vereine gleichzeitig eine Kompensation für die entgangenen Spiele am Ende der letzten Season.
Gut finde ich auch, dass sich alle Vereine darauf geeinigt haben, bis zur nächsten Liga-Versammlung keine Spieler von anderen Klubs zu kontaktieren. Mit diesem Gentleman Agreement wollen wir verhindern, dass ein Spieler, der eine Lohnreduktion nicht akzeptiert, bei einem anderen Klub zum gleichen oder noch höheren Lohn offene Türen findet. Nicht nur in dieser Frage herrscht im Moment erfreulicherweise eine sehr hohe Solidarität in der Liga.
Sportliche Grüsse und bleiben Sie weiterhin gesund!
Patrick Lengwiler, EVZ CEO