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Standard & Poor's hat dem europäischen Rettungsfonds EFSF mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit gedroht. Der Ausblick soll offenbar auf «negativ» gesenkt werden.
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Euro-Rettungsschirms EFSF gedroht. Der Ausblick wurde auf «negativ» gesenkt, wie S&P am Montag in London mitteilte. Die aktuelle Note «AA+» bestätigte die Agentur jedoch. «AA+» ist die zweitbeste Note im System von S&P. Das Ratingunternehmen hatte Mitte Januar Frankreich und Österreich seine Bestnote «AAA» aberkannt und weitere Euro-Länder herabgestuft. Daraufhin wurde auch der EFSF schlechter bewertet. Die Märkte zeigten sich am Montag aber zunächst wenig beeindruckt.
Die Bonitätswächter begründeten die Bewertung damit, dass auch Frankreich und Österreich ein«AA+»-Rating mit einem negativen Ausblick hätten. Die Kreditwürdigkeit des EFSF sei zuletzt nicht gestärkt worden. Der EFSF wird derzeit von Deutschland, Frankreich, Österreich den Niederlanden, Finnland und Luxemburg garantiert. Sollte es bei diesen Ländern zu weiteren Herabstufungen kommen, dann sei auch die aktuelle Note des EFSF gefährdet.
Bei dem Rundumschlag im Januar wurde auch die Bestnote von Luxemburg, den Niederlanden und Finnland mit einem negativen Ausblick versehen. Die Entscheidungen verpuffte damals jedoch weitgehend an den Finanzmärkten. Bei den Ratingagenturen Fitch und Moody's hat der EFSF schliesslich auch noch seine Bestnote. Im Sommer soll der EFSF durch den dauerhaften Rettungsfonds ESM abgelöst werden. Der ESM soll im Gegensatz zum EFSF auch mit einer Bareinlage ausgestattet werden. Damit soll die Kreditwürdigkeit und Schlagkraft gestärkt werden.
An den Finanzmärkten hatte die Entscheidung vom Montag zunächst keine sichtlichen Auswirkungen gehabt. Der EFSF hatte zuletzt problemlos am Anleihemarkt refinanziert. Die Entscheidungen der Ratingagenturen wurden zuletzt an den Märkten immer weniger beachtet. Die Spar- und Reformanstrengungen in Krisenländern wie Italien und Spanien und die grosszügige Versorgung der Europäischen Zentralbank (EZB) der Banken mit Liquidität haben seit Jahresbeginn für eine merkliche Entspannung an den Anleihemärkten der Eurozone gesorgt.
(aho/sda)