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Der Sprecher des Weissen Hauses, Sean Spicer, ist am Freitag von seinem Amt als Pressesprecher des Weissen Hauses zurückgetreten. Der 45-Jährige bestätigte auf Twitter entsprechende US-Medienberichten. Bis August wolle er demnach sein Amt weiterführen. Auf ihn folgt seine bisherige Stellvertreterin Sarah Huckabee Sanders.
Mit seinem Rücktritt reagierte Spicer offensichtlich auf die Ernennung des Finanzinvestors Anthony Scaramucci zum neuen Kommunikationsdirektor von Präsident Donald Trump.
Spicer sei mit dieser Personalentscheidung nicht einverstanden gewesen, berichteten unter anderem der Sender NBC und die «New York Times». Er soll zu Präsident Donald Trump gesagt haben, die Entscheidung für Scaramucci sei «ein grosser Fehler», berichtete die «New York Times».
Dennoch dankte Trump seinem Sprecher in einem kurzen Statement für seine Arbeit. Er liess aber auch durchblicken, dass er Defizite in der Öffentlichkeitsarbeit sieht. Seine Regierung habe bereits «so viel» erreicht, bekomme dafür aber «so wenig Anerkennung».
Sean Spicer wurde vom Tag eins an auch zur Zielscheibe der US-Medien, die an ihm ihre Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik ausliessen. Er hatte sich am Tag nach der Amtseinführung des Präsidenten einen heftigen Streit mit Journalisten über die Zahl der Besucher bei der Zeremonie vor dem Kapitol in Washington geliefert.
In den sechs Monaten seiner Zeit als Sprecher des Weissen Hauses kam es auch sonst immer wieder zu heftigen Wortgefechten mit Journalisten. Spicer wurde zu einer Gallionsfigur der Trump-Regierung.
Der 45-Jährige wurde unter anderem deshalb zum Thema in zahlreichen Comedy-Sendungen des US-Fernsehens. Die Schauspielerin Melissa McCarthy etwa fand als Spicer-Parodistin in der Comedy-Sendung «Saturday Night Live» so etwas wie eine Paraderolle.
Schon öfter wurde spekuliert, Trump sei unzufrieden mit seiner Arbeit und Spicer stehe vor der Entlassung. Häufig wurde kolportiert, Trump habe nur auf den 45-Jährigen zurückgegriffen, weil er die Parteiführung, die jahrelang auf Spicer vertraut hatte, nicht von Anfang an vergraulen wollte.
Sean Spicer muss gewusst haben, dass er diese Schlacht nicht lange weiterführen konnte. Er zog sich zurück, liess seine Stellvertreterin Sarah Sanders häufiger vor die Pressemeute treten und die Kameras im Saal abschalten – wohl in der Hoffnung, die vakante Stelle des weitaus strategischer ausgerichteten Kommunikationsdirektors einnehmen und dem Rampenlicht entfliehen zu können.
Das klappte nicht: Am Freitag holte Trump für diesen Posten Anthony Scaramucci ins Weisse Haus – einen früheren Wall-Street-Investor, der zuletzt für die Export-Import-Bank der USA arbeitete und Trump in der Übergangsphase ins Weisse Haus unterstützte.
Und das nach alldem, was in der kurzen Zeit passiert war. Darunter der Besuch beim Papst, den der tiefgläubige Katholik Spicer in seinem Hotelzimmer verbringen musste, während die Trump-Familie beim Heiligen Stuhl empfangen wurde.
Wie die Anekdote in Rom ist auch die Personalie Scaramucci ein Schlag ins Gesicht Spicers. Einer zu viel. (cma/sda/dpa/afp)