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Der frühere Top-Boxer litt bereits seit eineinhalb Jahrzehnten an Leukämie und Lymphdrüsenkrebs.
Scacchia war der «Rocky» aus Bern. Der Italo-Schweizer wuchs in einfachsten Verhältnissen auf und boxte sich bis in die europäische Spitze der Profiboxer empor.
Dank seiner starken Ausstrahlung und seinem Können im Ring füllte Scacchia als Hauptkämpfer immer wieder den Berner Kursaal. Da der gutaussehende Modell-Athlet auch in französischer Sprache schlagfertige TV-Interviews geben konnte, war er in allen Landesteilen präsent. Wenn Scacchia in den Ring stieg, war tout Bern zugegen. Er versprühte Glanz und Glamour.
Zweimal hoffte Enrico Scacchia auf einen Europameistertitel, doch beide Male platzte der Traum wie eine Seifenblase. Der Franzose Said Skouma 1985 und der Niederländer Alex Blanchard 1987 liessen Scacchias Griff nach der EM-Krone vorzeitig scheitern. Gegen Skouma wirkte er von einer extremen Gewichtsreduktion ausgelaugt und blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten.
Scacchia, der in den mittleren Gewichtsklassen hin- und herpendelte, fiel später dann tief. Nach mehreren vorzeitigen Niederlagen in Italien erhielt er in der Schweiz keine Profilizenz mehr. Dies versuchte er erfolglos juristisch anzufechten. Später folgten Scharmützel in anderen Angelegenheiten mit den Behörden.
Mit dem Tod von Scacchia verliert der Schweizer Boxsport eine seiner bekanntesten Aushängeschilder der letzten Jahrzehnte.
Insgesamt feierte Scacchia als Profiboxer ab 1981 41 Siege (26 davon vorzeitig). Er verlor achtmal, sechsmal davon vorzeitig, und boxte dreimal unentschieden.
Scacchia hinterlässt unter anderem zwei erwachsene Kinder, eine 32-jährige Tochter und eine 30-jährigen Sohn. Die Abdankung wird im engsten Familienkreis stattfinden. (sda)