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In der Gemeinde Giswil, zwischen dem Sarner- und dem Lungernsee, entstanden im Mittelalter drei Burganlagen, die in gerader Linie dem Fuss des Kaiserstocks vorgelagert waren: die Festen Hunwil, Rosenberg und Rudenz. Diese Gründungen als Elemente einer systematischen Talsperre zu bezeichnen, ist angesichts der neueren Untersuchungen über die Funktion der Burgen sowie über die Anzahl der auf den Burgen lebenden Leute nicht mehr statthaft. Die Burgen bildeten kein zusammenhängendes Verteidigungssystem, sondern dienten vielmehr verschiedenen Familien als Wohnsitze und als Zentren herrschaftlicher Güter und Rechte.
Von der Burgstelle Hunwil, nahe der Burg Rudenz, ist heute nichts mehr erhalten. Sie erhob sich auf dem Felsen mit der Kirche und war die jüngste der drei Anlagen. Auf ihr hatten die Hunwil, eine angesehene Ministerialenfamilie, ihren Wohnsitz. Diese übten seit 1361 das Meieramt Giswil aus, bis sie 1382 einer Intrige zum Opfer fielen und sich nach Luzern zurückziehen mussten.
Der „Turm im Kleinteil“, im Volksmund Rosenberg genannt, wurde von der früheren Geschichtsforschung als Sitz eines gleichnamigen Dynastengeschlechtes betrachtet. Wir neigen eher zur Annahme, der Turm sei die Wohnung der Meier von Giswil gewesen, denn die Überlieferung brachte den Turm immer in Verbindung mit dem Hochgericht, und auch der Galgen befand sich auf einem nahe gelegenen Grundstück. Das murbachische Meieramt besass schon recht früh die hohe Gerichtsbarkeit, welche sich ursprünglich in den Händen der Vögte, der Freien von Wolhusen, befunden hatte. Die Meier von Giswil waren deren erbliche Amtsleute. Nur der letzte dieses Geschlechts, Mathis der Meier von Giswil, ist uns 1347 urkundlich belegt. In jener Zeit wurde da Meieramt an die Rudenz übertragen, die es aber bereits 1361 Georg von Hunwil überlassen mussten. Nach ihrem Wegzug aus Obwalden liessen die Hunwil das Amt von Beamten ausüben, bis es 1400 von den Kirchgenossen aufgekauft wurde. Der Meierturm zerfiel wohl bald nach dem Verkauf nach und nach.
Dem heutigen Besucher bietet sich der Turm, ein Mauergeviert von etwa 8 auf 9 Meter, als Ruine dar. Das Mauerwerk besteht aus einem festen Mauermantel mit lockerem Kern. Die Ecksteine sind sorgfältig behauen. Die Mauerstärke betrug immerhin etwa 1.8 Meter. Ob die Burg durch Abschittsgräben gesichert war, müsste erst archäologisch untersucht werden.
Bibliographie