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Der zweite Weltkrieg lähmte die Produktion von Automobilen auch in Schweden. Nachdem die Rohstoffe wieder verfügbar waren, startete Volvo mit neuen Modellen und alten Tugenden von einer Erfolgsserie zur nächsten.
Volvo PV60–1 (1946–1950)
Nur 3006 Exemplare entstanden vom Volvo PV60, dem vorerst letzten grossen Sechszylinder-Modell von Volvo.
Eines davon gehört heute König Carl XVI. Gustaf. Es war ein Geschenk zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 1996. Initiant war der ehemalige Rennfahrer und siebenfache schwedische Meister Boo Brasta. Er sammelte Spenden, um dem König einen schwedischen Oldtimer zu schenken, der den gleichen Jahrgang hat wie er. 1997 kam es zur ersten grossen Ausfahrt mit dem Geschenk. König Carl Gustaf schwärmte nach der Testfahrt über seinen Volvo PV60: «Er läuft wie am Schnürchen.» So gut, dass zu dessen Ehren alle zwei Jahre die sogenannte Kungsrallyt stattfindet – eine Oldtimer-Rallye auf der Insel Öland mit dem König und seinem Volvo Oldtimer.
Volvo PV444 (1946–1958)
… und dann kam der Volvo PV444. Schon bei der Präsentation im September 1944 war klar, dass der erste Volvo mit selbsttragender Karosserie ein Erfolg werden würde.
Der Preis war mit 4800 schwedischen Kronen vergleichsweise tief. Er kostete genauso viel, wie der erste Volvo ÖV4 im Jahr 1927. Das ehrgeizige Verkaufsziel von 8000 Exemplaren wurde schon kurz nach dem Start pulverisiert. Der Schwedische Volkswagen wurde bis zur Einführung des Nachfolgers Volvo PV544 beinahe 200 000 Mal hergestellt. Der Volvo PV444 läutete nicht nur in Sachen Produktionszahlen eine neue Ära für Volvo ein.
Volvo PV831–4 (1950–1958)
Nach dem Krieg brachte Volvo 1950 eine modernisierte Version der Volvo PV800er-Serie heraus. Die Taxis erlangten den Ruf, unverwüstlich zu sein – keine Übertreibung, wenn man bedenkt, dass viele von ihnen bis in die 1980er-Jahre im Einsatz standen.
Die Modelle Volvo PV831 (mit Trennscheibe zwischen Fahrer- und Fahrgastraum) und Volvo PV832 (ohne Trennscheibe) wurden wegen ihrer Geräumigkeit sehr geschätzt. Bei der luxuriösen Ausführung der Volvo 830er-Serie «Disponent» gab es als exklusive Lackierung schon 1953 eine Metallic-Lackierung in Kastanienbraun und der Innenraum war mit feinsten Stoffen ausgekleidet. Zwischen den Rücksitzen liess sich eine Armstütze herunterklappen und im Fussraum waren Teppiche ausgelegt. Zur Serienausstattung gehörte sogar ein Radio.
Die Volvo PV800-Serie war auch als reines Fahrgestell erhältlich, das zum Krankenwagen, Kombi oder Lieferwagen ausgebaut werden konnte. Insgesamt wurden von den Modellen PV830-4 6216 Exemplare gebaut.
Volvo PV445/PV445 DUETT (1949–1960)
Zwischen 1949 und 1953 wurde der Volvo PV445 als Basis für Kleinlaster, Kastenwagen, Kombis und einige wenige Coupé-Cabrios gebaut. Diese wurden jedoch nicht von Volvo selbst konstruiert, sondern von unabhängigen Karosseriebauern. Volvo baute auf der PV445-Basis sogar zwei Pickup-Prototypen – auf Impuls des Electrolux-Gründers Axel Wenner Gren, der in Kanada ein gigantisches Kraftwerk-Projekt plante und dafür zuverlässige Pritschenfahrzeuge brauchte. Weil aber das Kraftwerk-Projekt scheiterte, verschwand auch das Pickup-Projekt in der Versenkung.
Eigentlich wäre das Pickup-Konzept kaum erwähnenswert, doch die Vielzahl der Fremd-Aufbauten gaben auch den Anstoss zum Bau von Kombis. So war es ein Überschuss an Fahrgestellen, der zur Entwicklung der ersten Kombis führte. Nachdem sich im Frühjahr 1952 rund 1500 Fahrgestelle inklusive Antriebstechnik angesammelt haben, traf Volvo Mitbegründer Assar Gabrielsson eine weitsichtige Entscheidung: «Wir müssen unseren eigenen Transporter bauen». 1953 lief die Serienproduktion des Volvo PV445 Duett an. Der erste Volvo Kombi wurde zur Legende und mit einer Stückzahl von 29 409 ebenfalls ein Erfolg.