Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03405.jsonl.gz/761

Synthèse en français, dann Synthesis auf Deutsch
Thème 4 :
Individualisation et autonomie/auto-organisation de l’apprenant
Modérateur : Charles Lachat
Le Forum consacré à "Individualisation et autonomie / auto-organisation de l’apprenant"
s’est déroulé du 22 février au 17 mars 2010, soit sur 20 jours.
Les interventions ont pris place sur 13 jours seulement.
En considérant les 3 phases de la discussion, 5 personnes sont intervenues dans le débat. Toutes sont de sexe masculin. 4 personnes sont intervenues une seule fois; 1 personne est intervenue à 2 reprises.
Le tableau ci-dessous montre la distribution des intervenants (a-e) dans les 3 phases du forum, ainsi que le nombre de mots par "post", le second nombre représentant le nombre de mots cités.
|I||II||III|
|a||293|
|b||43 150|
|c||390 55|
|d|
|d||113 158||107 1279|
|94|
|e||45|
Phase I : définitions
Une première intervention tente de donner une extension aux termes d’"autonomie" et d’"auto-organisation". Sous forme de questions, l’auteur cherche à établir des oppositions pour cerner la notion d’autonomie: individualisation vs customisation, industrialisation vs activité collective, autonomie de qui, de quoi, où, quand ?
Il conclut sur un possible danger: stratégies de prise de contrôle ?
Contribution du modérateur qui reprend et propose 2 définitions de l’auteur d’un texte cité dans un précédent forum.
Un dernier contributeur propose une définition personnelle de l’apprenant, en relation avec son contexte. Il prend plutôt parti pour une définition de l’autonomie de l’apprenant comme activité réflexive (auto-évaluation).
Phase II : impacts
Le forum s’ouvre - et se ferme - sur une intervention axée sur les nouveaux rôles de l’enseignant et de l’apprenant. Cette intervention pose une question simple concernant l’hébergement des écoles sur des sites tels que Google Education: êtes-vous favorable ou non ?
Phase III : mesures
Le premier contributeur fait état d’un rapport (Fetiche) dont il soumet les recommandations aux utilisateurs du forum, en précisant que la thématique du forum 3 est également touchée. Ce rapport ne faisant jamais référence explicitement à l’autonomie explique peut-être l’absence de "réponses" de la part des participants.
Référence, du même contributeur, à la notion de cyber-facilitateur.
Un dernier intervenant met l’accent sur la créativité de l’apprenant comme facteur d’autonomie.
Ce forum me laisse une impression de déception.
S’il s’agit dans tout ce processus de se faire une idée prospective à 15-20 ans, l’idée qu’on se fait aujourd’hui de l’autonomie de l’apprenant va jouer sans doute un rôle direct à travers les différentes initiatives de réformes des systèmes éducatifs que nous connaissons et que nous allons certainement encore connaître.
Les textes de référence pour aborder ces questions abondent, certains intervenants en citent à l’envi. Mais la discussion ne prend pas…
Beaucoup de contributeurs se posent et posent des questions ; il est rare qu’ils reçoivent des réponses.
Les conditions seraient pourtant réunies pour avoir un bon débat : chacun sait se poser des questions, chacun sait faire état de références à des autorités en la matière.
Mais apparemment personne ne veut vraiment prendre position, parler en son nom, prendre le minimum de risque pour s’exposer. Le résultat : des propos qui tournent autour d’un consensus mou, ou des interventions twitterisées (moins j’en dis mieux je me porterai).
Charles Lachat / 23 mars 2010
Thema 4 :
Individualisierung und selbstgesteuertes Lernen
Moderator : Andreas Saladin
Moderner Unterricht schmückt sich heute mit dem Begriff der Individualisierung. Oft gerät dieses unbestritten sinnvolle Ziel aber unter die Räder der real existierenden Verhältnisse in den Klassen. Zu gerne verweisen Bildungsverantwortliche schnell Richtung Methodenkompetenz der Lehrkraft, ohne gleichzeitig die Klassengrössen, die Heterogenität mit neu zu integrierenden Kleinklassenkindern und die Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte zu bedenken. Individualisierung hat demnach ihre Grenzen.
Es existieren offenbar auch unterschiedliche Definitionen von Individualisierung:
Eine Gruppe interpretiert Individualisierung in Richtung kompromisslose Selbststeuerung. Die Schülerbedürfnisse haben in diesem Fall das Primat vor Lernzielen auf einer definierten Zeitachse. Wenn das Kind beispielsweise nicht bereit ist, zu rechnen, dann liest es, wenn es nicht lesen will, dann könnte es Fussballspielen.
Eine andere Gruppe sieht in der Individualisierung ein individuelles Feedback mit dem Ziel, Stärken und Schwächen aufzuzeigen und einen gezielten Umgang damit einzuüben mit Blick auf das spätere Leben. Die Lernenden sollen sich selber positionieren lernen. Die definierten Lernziele bleiben prioritär.
Zu beachten gilt, dass unsere Schule Durchschnittsbegabte mit ihrer Promotionsordnung privilegiert. Oftmals wäre es besser, die Stärken zu fördern, als die Schwächen ausbessern zu wollen. Schwächen fallen aber in einem viel höheren Mass an (oder auf) in unseren Schulen.
Die Individualisierung im Klassenverband wird ohne grosse zusätzliche Ressourcen zur Überforderung der Lehrpersonen und auch der Schülerinnen und Schüler führen. Es gibt nichts gratis.
Auf der Primarstufe sind Lehrkräfte mit einer extremen Heterogenität konfrontiert und mit der Vermittlung von Grundlagen beschäftigt. Bevor das Kind ein Minimum an Sozial oder Sachkompetenz beherrscht, wird Individualisierung zur Qual für alle, da die Ressource der Zeit/Betreuung in gleichem Mass abnimmt wie die Individualisierung zunimmt.
Auf der Sekundarstufe wird das Überprüfen von Wissen und Können am Ende einer individuellen Arbeitsphase ohne ein Vielfaches an Korrektur- und Kontrollarbeit kritisiert.
Angemahnt wird ferner, dass die Lehrerbildung im Bereich E-Learning kaum wirksame Verknüpfungen mit den bereits vorhandenen Netz-Ressourcen herstellt.
Manchmal geht es doch… (Ein Unterrichtsbeispiel 5. Primar)

Abbildung SEQ Abbildung \* ARABIC 1 www.saladin-web.ch/kids
Ein funktionierendes Beispiel für selbstgesteuertes und kooperativem Lernen aus einer 5. Primarklasse sei hier als Anreicherung exemplarisch erwähnt.
Ich stellte meinen FünftklässlerInnen das Thema „Erfindungen verändern die Welt“. Als Hausaufgabe mussten sich die Kinder Material sammeln aus Büchern/Kindersuchmaschine Blinde-Kuh/Bibliothek.
In einer ersten Redaktionssitzung sammelten wir die Ideen und entwarfen an der Wandtafel eine mögliche Struktur der Seite. Es kamen folgende Ideen (Abb2):

Mit dem Tool „google sites“ lassen sich auf einfachste Weise Homepages in kooperativen Lernumgebungen herstellen. Jedes Kind verfügt über einen individuellen Login und kann an seinem Thema in Gruppen oder alleine arbeiten. Die Lehrperson erfährt per Mail, wer, was und wann verändert hat. Ein Fehler kann mit einem Verlaufstool rückgängig gemacht werden. Eine Einführungssequenz von 2-3 Lektionen reicht aus, um den Kindern das Grundwissen zu vermitteln. Die anschliessende Arbeit ist mit acht SchülerInnen pro Lehrkraft optimal. Später können Kinder eingesetzt werden und anderen bei Problemen helfen.
Besonders interessant war die Interaktion in Gruppen. Ich sagte den Kindern nach der Einführung, dass ich mich jetzt zurückziehen würde. Ein Counter auf der Seite zeigte die Frist. Wir hatten 72 Tage bis zur Veröffentlichung. Ab und zu arbeitete ein Teil der Klasse in der Stunde daran, vieles wurde aber auch von zu Hause aus gemacht.

Abbildung SEQ Abbildung \* ARABIC 2
Nach etwa zwei Wochen musste ich den Prozess wieder beleben mit einem Hinweis auf den Redaktionsschluss und die Möglichkeit, damit an dem Junior-Web-Award 2010 teilzunehmen. Die Möglichkeit, unter alle Arbeiten Kommentare zu schreiben wurde mit der Zeit von den Kindern genutzt. So gaben sie sich selber Hinweise, was besser formuliert werden musste oder wo ein Bild die Aussage unterstützen könnte. Diese unmittelbare Rückmeldung bewirkte eine hohe Interaktion zwischen den Kindern und den Gruppen. So wurde z.B. auch in den Ferien weiter daran gearbeitet. So ganz nebenbei erarbeiteten sich die Kinder eine hohe Medienkompetenz (Handhabung von Kameras, Schnittstellen, Malprogrammen, Suchmaschinen bedienen usw.). Ganz selbstverständlich wurden dabei auch instrumentelle Lernziele, sowie die klassischen Fertigkeiten geübt (eine Auswahl treffen, diskutieren, Dinge verwerfen oder neu entwerfen, Schreiben, Zeichnen, Lesen, Verstehen…).
Parallel daneben arbeitete die Klasse an einem Salz-Wiki, wo eine Exkursion verarbeitet wurde. (auch auf www.saladin-web.ch/kids einsehbar)
Die Arbeit war im Nachhinein auf mehreren Ebenen anspruchsvoll. Die Technik spielte nicht immer mit, Funkverbindungen brachen ab, Bilder gingen verloren, Texte wurden zu früh gelöscht, viele Fragen stürzten gleichzeitig auf mich ein, Hilfestellung blieb dann teilweise zu lange aus. Sicher war auch unproduktive Zeit bei einzelnen entstanden, wenige schlüpften erfolgreich und arbeiteten auf Sparflamme. Aber alles in allem war es ein sehr befriedigendes neues Experiment, welches in höheren Primarklassen mit Sicherheit Potential hat. Bei mir war es nicht das letzte