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Schnapsbrennu
[Schnapsbrennen]
Schnapsbrennu
Aus dem Trester der bei der Weinproduktion anfiel, wurde ein starker "Jännuschnaps" Tresterbrandwein gebrannt (60 Grad), der wurde zum Kaffee getrunken oder vor allem als Arzneimittel (Umschläge gegen Entzündungen) verwendet. Schnapsbrennen war eine heikle Angelegenheit: die Brennmasse durfte nicht zu heiss werden, sonst brannte sie an oder es wurde zuviel Wasser mitdestilliert, darum verwendete man gleichmässig und langsam brennendes Holz (mallums Holz) von Laub- und Fruchtbäumen; der tradionelle Tresterschnaps, der Jännuschnaps, im Wallis heisst "Marc" und entspricht dem Italienischen Grappa.
Brennrechte hatten alle, die Reben besassen und/oder Landwirtschaft (Viehzucht) betrieben, dabei spiele die Anzahl Vieh eine wesentliche Rolle für die Menge erlaubter Liter. Für die erlaubten Liter bezahlte man eine bescheidene Steuer, für alles was darüber lagt musste man so viel pro Liter bezahlen, dass es sich gar nicht lohnte (man hätte zu diesem Preis den Alkohol in der Apotheke kaufen können) oder diese Menge war beschränkt und auf Schwarzbrennerei standen hohe Bussen, das Schlimmste was einem passieren konnte, war der Verlust der Brennbewilligung.
Das Schnapsbrennen wurde von der eidgn. Alkoholverwaltung streng kontrolliert und in jedem Dorf gab es einen Brennaufseher, dessen Aufgabe war es die Brennmenge zu kontrollieren und den Brennhafen zu entplomben (freigeben), meisten kam er dann am nächsten Tag wieder vorbei, um den Hafen wieder zu plombieren. Diese nutzten natürlich die meisten, um neben der bewilligten Menge noch ein grösseres oder kleineres Quantum schwarz zu brennen: Tag und Nacht war der Brenner im Einsatz und brannte, was das Zeug hielt. Am anderen Morgen wurden dem Brennaufseher stolz die bewilligte Menge vorgestellt und natürlich auch noch zwei, drei Liter der zusätzlichen Menge deklariert, „man wollte ja den Staat nicht bescheissen“ und der Brennaufseher konnte ja auch nicht immer so angestrengt wegsehen. Die schwarzgebrannten zusätzlichen 30 bis 40 Liter waren schon längsten in einem Versteck verschwunden.
Video: Schnapsbrennen in Törbel