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Wie wird das sein, wenn die Amerikaner wieder Zugang zu Kuba haben? Die Zeit hat hierzu einen kubanischen «Zeitzeugen» befragt, der vor der Revolution für amerikanische Touristen Zigarren rollte und davon träumte, eine Zigarren-Manufaktur zu gründen. Die Revolution machte ihm diesbezüglich einen Strich durch die Rechnung, im Rückblick hat er sich aber mit dem Sozialismus versöhnt.
Sein Onkel, ein Meister des Fachs, hatte ihm in der Provinz das Rollen beigebracht. Cruz wusste um die Geheimnisse einer guten Zigarre, um die verschiedenen Schichten, in denen jedes Tabakblatt eine eigene Funktion erfüllt. Manche halten das Feuer am Glimmen und andere erzeugen eine Vielzahl von Geschmäckern, stundenlang könnte Cruz darüber fachsimpeln. In Havanna zog er in einen Vorort, lebte bescheiden und kaufte Tabakblätter bei den Lagerhäusern ein. Er rollte zu Hause, und das Ergebnis verkaufte er an Vertriebsleute, die ihre Markenzeichen auf den Zigarren anbrachten und die Glitzerwelt am Malecón versorgten.
«Ich hatte ein gesichertes kleines Einkommen und eine angesehene Position in der Gesellschaft», sagt Cruz, «nicht schlecht für jemanden, der nur sechs Jahre Schulbildung hatte». Nur seinen großen Traum hat er nie umgesetzt: Der Mann aus der Provinz war eigentlich nach Havanna gekommen, um eines Tages eine eigene Zigarren-Manufaktur zu begründen.
Dieses Jahr wird in Deutschland zum letzten Mal der Geudertheimer Tabak angebaut, wie Baden Online schreibt. Zuletzt waren die Firmen Arnold André und Dannemann Abnehmer und setzten den Tabak in der Zigarrenproduktion ein. Weil der Preis nicht mehr konkurrenzfähig war, wurden die Lieferverträge nicht mehr verlängert. Damit endet eine 250-jährige Tradition.
(..) Die Firma Andree aus Bünde in Westfalen wird die Anbauverträge, die sie 2010 nach Ende der EU-Tabakmarktordnung mit den Pflanzern abgeschlossen hat und die jetzt auslaufen, nicht mehr verlängern. Die dunkle Sorte Geudertheimer als Zigarrentabak kann preisgünstiger in Übersee produziert werden.
Deutscher Geudertheimer Tabak wurde wegen seines guten Aromas von der Tabakindustrie gekauft, ist aber den Firmen inzwischen zu teuer und kann zu den nun gebotenen Preisen nicht angebaut und erzeugt werden. Geudertheimer war die traditionelle Tabaksorte im Ried früher auch im Hanauerland und in der Vorbergzone. Der Tabak wurde in vier Erntestufen Grumpen, Sandblatt, Haupt- und Obergut von Hand geerntet, danach zu Hause, früher mit der Nadel und Anstechmaschine und nun mit der Einnähmaschine auf Bandeliere gebracht. Diese werden zum Trocknen in die Tabakschuppen aufgehängt, die die Dorfbilder heute noch prägen.
Bei den Tabakfirmen wurde der Tabak fermentiert, das heißt einem Gärungsprozess unterworfen und kam dann zur Verarbeitung. Bis Ende des vorigen Jahrhunderts war die Firma Rothhändle in Lahr der größte Käufer des badischen Geudertheimer Tabaks, der zu einem gewissen Anteil in den naturreinen Zigaretten Reval und Rothhändle verarbeitet wurde. Ab 2000 wurde der Geudertheimer Tabak an Handelsfirmen und an die Firmen Burger Dannemann und Andree als Zigarrengut verkauft.
Zigarren und Pfeifen erhalten im Beitrag besondere Aufmerksamkeit. Die Sendung besucht ein Monatstasting bei Herzog am Hafen und Pfeifenspezialist Peter Heinrichs, der, wie zu erfahren ist, in seinem Geschäft rund 100’000 Pfeifen anbietet.
In Zukunft konsumieren wir den Tabak vielleicht wieder so wie in der Vergangenheit, werweisst die schöne Sendung zum Ende: Als Genussmittel, im Kreis von Freunden.
20 Jahren ist es her, als Cigar Aficionado ein Interview mit Fidel Castro führen durfte. Der Maximo Líder erklärte, warum er nicht mehr Zigarren raucht, dass er dafür eine Medaille der WHO erhalten habe. Auch kritische Fragen beantwortete Castro, etwa jene nach Kompensationen für die enteigneten Exilkubaner:
Castro: Those thousands of Cubans whose economic situation were affected by the Revolution were people who had experience in business, and thanks to the Revolution, they were given facilities in the United States that they would have never received if the Revolution had not been victorious. Those people are wealthier now than they were in Cuba. That they owe to the Revolution. It would be to create a hope that our country were in an economic situation which would allow it to compensate those people whose property was taken. We cannot create that expectation because we do not have the resources and, also, because of the blockade, our country has been suffering great losses, several billion dollars‘ worth. We are a small country, and the blockade has been very harmful to us. Now we are suffering more with the demise of the Soviet Union and the socialist states, with which we supported ourselves. But we are still striving. We are putting up a fight, and we are trying our best.
Wie vor ein paar Tagen angekündigt hat das österreichische Auktionshaus Dorotheum gestern zwei persönliche Zigarren von Kaiser Franz Joseph I. in einer speziellen «Kaiserschatulle» versteigert. Ein Bieter bezahlte dafür 34’460.- Euro und überbot damit den Schätzpreis von 1’000-2’000 Euro um ein Mehrfaches.
Ende April kommen im Dorotheum in Wien zwei besondere Aged-Zigarren unter den Hammer. Sie wurden um 1914 speziell für Kaiser Franz Joseph I. von Österreich gefertigt und in einer «Kaiserschatulle» mit kaiserlichem Wappen und weiteren Insignien präsentiert. Die Zigarren stammen aus dem Bestand eines Freiherrs, der sie vom «Hofwirtschaftsdirektor am Kaiserlichen Hof» als Geschenk erhalten hatte. Der Schätzpreis für die zwei Zigarren inkl. Zigarrenkiste beträgt 1’000 bis 2’000 Euro.
Der «Cigar Club Mareva» aus Kroatien führt seit fünf Jahren Weltmeisterschaften im Zigarren-Langsamrauchen durch. Es gibt ein Regelwerk und geraucht wird immer eine Montecristo No. 4. Medienpartner ist das Cigar Journal, der eine oder andere hat dort vielleicht schon einen Bericht über diesen Event gelesen.
Dieses Jahr werden verschiedene Vorausscheidungen durchgeführt. Einer dieser Events fand vergangene Woche in Bad Ragaz statt. Dabei wurde ein neuer Weltrekord im Langsamrauchen aufgestellt, wie das Cigar Journal schreibt. Bescheiden verschwiegen wird im Text aber, dass der Gewinner und neue Weltrekordhalter niemand anderes ist als Cigar-Journal-Chefredaktor Reinhold Widmayer.
Er sei ohne Ambitionen in den Wettkampf gestartet, hat mir Reinhold vergewissert. Im Wettkampf-Verlauf habe ihn dann aber doch der Ehrgeiz gepackt. Am Ende rauchte er die kleine Corona beeindruckende 112 Minuten lang.
Auf Facebook wurde heute die Dokumentation «Thank you Zino» herumgereicht, die offenbar schon seit 2011 online ist, mir aber noch nicht bekannt war.
Im 15-minütigen Beitrag tritt Zino Davidoff selber auf, sein Aufstieg, die Zeit in Kuba und der Neubeginn in der Dominikanischen Republik werden dokumentiert.
Ein sehr schönes Zeitdokument; es ist für mich das erste Mal, dass ich Zino Davidoff in einem TV-Beitrag «live» erlebe.
Via Facebook bekomme ich gerade noch einen weiteren Tipp: Auch in diesem Archivbeitrag von Radio Télévision Suisse tritt Zino Davidoff auf. Im Beitrag stellt sich ein Sänger einer Blinddegustation. Das Ergebnis dieses Experiments ist auch beachtlich!
Neulich bekam ich Besuch von einem Kollegen des italienischen Magazins Cigarslover. Neben der Fachsimpelei zur Schreibarbeit in der Zigarrenbranche haben wir eine H. Upmann Magnum 46 mit Jahrgang 2005 geraucht. Und das war wieder einmal ein denkwürdiges Ereignis für mich.
Die Havanna hat sich schon deutlich in eine verfeinerte Aged-Richtung entwickelt. Der Geschmack wurde aber ganz erstaunlich von einer süssen Note dominiert, wie man das bei bei einer frischen Havanna derart ausgeprägt praktisch nie antrifft.
Wenn die Zigarre ins Museum kommt, löst das in diesen Zeiten der Prohibition gemischte Gefühle aus. Das Rauchen als historisches Relikt hat auch der Heimatverein «Weidaperle Göhren-Döhlen» für sich entdeckt. Die Ostthüringer Zeitung berichtet heute, wie der Verein zu Ehren des 1904 gegründeten Rauchclubs «Qualm» alljährlich einen Zigarren-Langsamrauch-Wettbewerb ausrichtet.
«Damals waren es Fabrikanten und Bauern aus vielen Orten, die sich 1904 zusammenfanden und den Rauchklub Qualm ins Leben riefen», sagt Hartmut Rocktäschel. Er ist Vorsitzender des Heimatvereins «Weidaperle Göhren-Döhlen», der den Rauchklub-Abend vor einem Jahrzehnt wieder hat aufleben lassen. Seitdem seien Frohsinn, Gesellig- und Gemütlichkeit das Markenzeichen der «Qualmer».