Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03568.jsonl.gz/2346

Der gewichtigste Nachlassbestand ist derjenige von Hermann Rorschach. Hier finden sich unter anderem die zehn Tafeln, die Rorschach um 1918 angefertigt hatte und die er als Testapparat bei der Ausarbeitung seines wahrnehmungsdiagnostischen Experiments benützte und die dem Verleger Ernst Bircher als Vorlage für den Erstdruck von 1921 dienten. Ausserdem sind viele Klecksbilder vorhanden, über deren genauen Zweck vorderhand keine gesicherten Erkenntnisse bestehen. Der Nachlass enthält auch unzählige von Rorschach aufgenommene Testprotokolle samt Auswertung, Manuskripte zu seinem "Wahrnehmungsdiagnostischen Experiment" (Formdeutversuch), Vortragsmanuskripte, unzählige Exzerpte aus allen Wissensgebieten, Briefe, Fotos, persönliche Erinnerungsstücke und viele Zeichnungen von der Schulzeit bis ins letzte Lebensjahr.
Inventory Fonds Hermann Rorschach (PDF, 339KB)
Der deutsche Psychiater Georg A. Roemer (1892-1972) arbeitete 1919 als Volontärarzt in der Heil- und Pflegeanstalt Herisau, wo er Rorschachs Experiment kennen lernte und sogleich eigene Klecksbilder herstellte. Zurück in Deutschland stellte er mit seinen eigenen Klecksbildern Versuche an und begann, Rorschachs Verfahren in einer Weise anzuwenden, die diesen zunehmend beunruhigte. Der umfangreiche Nachlass enthält die ausgedehnte Korrespondenz mit Rorschach aus den Jahren 1919 bis 1922. Roemer, der während Jahrzehnten immer wieder mit neuen Techniken zur Herstellung von Klecksbildern experimentierte, hinterliess ausserdem eine Unzahl von Blättern, die aus ästhetischer und künstlerischer Sicht interessant sind. Ein wertvolles Quellenmaterial für die Geschichte der Psychotherapie während der Zeit der Naziherrschaft in Deutschland sind Briefe von und an Roemer und andere Schriftstücke, aber auch graue Literatur aus diesen Jahren.
Inventory Fonds Georg A. Roemer (PDF, 188KB)
Rorschachs Kollege und Freund Emil Oberholzer (1883-1958) führte als Psychoanalytiker eine Privatpraxis in Zürich und nahm von Anfang an lebhaften Anteil an Rorschachs Klecksversuchen. Der Teilnachlass enthält den Briefwechsel mit Rorschach aus den Jahren 1916 bis 1922. Die Korrespondenz ist nicht nur in Bezug auf die Entstehung und Weiterentwicklung von Rorschachs Testverfahren interessant, sondern auch im Hinblick auf die psychoanalytische Bewegung in der Schweiz. Als Vorstandsmitglieder der Schweizer Gesellschaft für Psychoanalyse (Oberholzer als Präsident, Rorschach als Vizepräsident) diskutierten sie nebst organisatorischen Fragen auch allgemeine Probleme der institutionellen Entwicklung der Psychoanalyse.
Inventory Fonds Emil Oberholzer (PDF, 78KB)
Der Psychiater Walter Morgenthaler (1882-1965) spielte eine wichtige Rolle bei der Suche nach einem Verleger für Rorschachs Klecksexperiment. Nach Rorschachs Tod engagierte er sich unermüdlich für die Verbreitung und Institutionalisierung des Rorschachverfahrens. Er war Ehrenpräsident der 1952 gegründeten Internationalen Rorschach Gesellschaft und setzte sich für die Einrichtung eines Rorschach-Archivs ein. Der Teilnachlass enthält die Korrespondenz mit Rorschach, die ein eindrucksvolles Bild von den Schwierigkeiten mit der Publikation der "Psychodiagnostik" vermittelt, Morgenthalers Korrespondenz betreffend sein lebenslanges Engagement für den Rorschach-Test und Testprotokolle und Unterlagen zu seiner Lehrtätigkeit.
Inventory Fonds Walter Morgenthaler (PDF, 98KB)
Hans Behn-Eschenburg (1893-1934) arbeitete 1919 als Volontärarzt in der Heil- und Pflegeanstalt Herisau. Für seine Dissertation untersuchte er Schulkinder mit Rorschachs Testverfahren. Da der Druck von Rorschachs Tafeln noch in weiter Ferne schien, wurde eigens für diesen Zweck unter der Ägide Rorschachs eine neue Testserie geschaffen. 1920 trat er der Schweizer Gesellschaft für Psychoanalyse bei und eröffnete, nach einer Lehranalyse am Berliner Psychoanalytischen Institut, 1924 eine Privatpraxis in Zürich. Der Teilnachlass enthält, neben Manuskripten psychoanalytischen Inhalts, Korrespondenz und andere Dokumente in Bezug auf seine Dissertation, die ein paar Wochen nach Rorschachs "Psychodiagnostik" 1921 unter dem Titel "Psychische Schüleruntersuchungen mit dem Formdeutversuch" erschien.
Inventory Fonds Hans Behn-Eschenberg (PDF, 101KB)
Gertrud Behn-Eschenburg (1896–1977) war Psychoanalytikerin und die Frau von Hans Behn-Eschenburg (1893–1934), einem frühen Mitarbeiter und Kollegen von Hermann Rorschach. Zwischen den Weltkriegen wirkte sie auf eine gegenseitige Befruchtung von Psychoanalyse, Pädagogik und Sozialarbeit hin.
Inventory Fonds Gertrud Behn-Eschenberg (PDF, 47KB)
Arnold Weber (1894-1976) spielte für Rorschach eine wichtige Rolle insofern, als er diesem in den Jahren 1921 und 1922 Testprotokolle von Musikern und anderen talentierten Personen für sogenannte "Blinddiagnosen" lieferte. Später führte er, neben seiner Lehrtätigkeit, eine Privatpraxis als Psychoanalytiker, wo er ausgiebig vom Rorschach-Test Gebrauch machte. Der Teilnachlass enthält die erwähnten Testprotokolle mit Rorschachs ausführlichen Auswertungen, ausserdem unzählige Testprotokolle und Unterlagen zu seiner Lehrtätigkeit und Webers Korrespondenz mit Rorschachs Witwe Olga Rorschach.
Inventory Fonds Arnold Weber (PDF, 92KB)
Emil Lüthy (1890-1966), ein Neffe von Emil Oberholzer, war Kunstmaler und eines der ersten Mitglieder der Schweizer Gesellschaft für Psychoanalyse. In seiner Eigenschaft als Maler wurde er von Rorschach in kunstpsychologischen Fragen angegangen. Der kleine Teilnachlass enthält unter anderem Korrespondenz mit Rorschach und gezeichnete Schemata mit Bezug zu Rorschachs Testverfahren.
Inventory Fonds Emil Lüthy (PDF, 88KB)
Der Psychiater Max Müller (1894-1980) wurde mit Rorschach 1921 bekannt. Vertraut mit der Rorschach-Methode, begann er 1933, zusammen mit Emil Oberholzer, ein Forschungsprogramm mit dem Ziel, eine möglichst grosse Zahl von Rorschach-Protokollen aus der gesunden Durchschnittsbevölkerung aufzunehmen, um damit Standardwerte zu ermitteln. Der Teilnachlass enthält einige hundert Protokolle versehen mit persönlichen Charakterisierungen der getesteten Personen.
Marguerite Loosli-Usteri (1893-1958), weitherum anerkannte Rorschach Expertin, war die erste, die die Rorschach-Methode systematisch unterrichtete, und die erste Präsidentin der Internationalen Rorschach Gesellschaft. Der Teilnachlass enthält zahlreiche Testprotokolle, Korrespondenz und Unterlagen mit Bezug auf ihre Forschungs-, Lehr- und publizistische Tätigkeit und ihr Engagement in der Internationalen Rorschach Gesellschaft.
Inventory Fonds Marguerite Loosli-Usteri (PDF, 112KB)
Der Psychiater Kenower W. Bash (1913-1986), ein ausgewiesener Kenner der Jungschen Psychologie und der Rorschach-Methode, war von 1981 bis 1986 Präsident der Internationalen Rorschach Gesellschaft. Der Teilnachlass besteht aus Testprotokollen, Unterlagen zu Bashs Forschungsaktivitäten, Lehrtätigkeit und wissenschaftlichem Werk mit Bezug zum Rorschach-Test und zu seinem Engagement in der Internationalen Rorschach Gesellschaft.
Inventory Fonds Kenower W. Bash (PDF, 120KB)
Der Psychiater und Psychologe Adolf Friedemann (1902-1981) war langjähriger Leiter des Instituts für Psychohygiene in Biel und mit dem Rorschach-Test bestens vertraut. Von 1960 bis 1975 war er Präsident der Rorschach-Kommission der Schweizerischen Gesellschaft für Psychologie. 1960 übernahm er auch das Amt des Präsidenten der Internationalen Rorschach Gesellschaft, das er bis 1981 inne hatte. Der unbedeutende Teilnachlass besteht aus Testresultaten, die ein gewisser Theo Lüdi mit einem von ihm selber entwickelten Test und mit Zulligers Z-Test gewonnen hatte.
Die gebürtige Russin Olga Štempelin (1878-1961) wurde 1910 die Ehefrau von Hermann Rorschach. Selber Ärztin, musste sie nach dem Tod ihres Gatten 1922 für sich und ihre beiden Kinder Elisabeth und Wadim alleine aufkommen. Der Teilnachlass besteht aus Fotos und persönlichen Aufzeichnungen, Korrespondenz und einigen Vortragsmanuskripten.
Inventory Fonds Olga Rorschach (PDF, 95KB)Fonds Elisabeth Rorschach
Elisabeth Rorschach (1917–2006), Tochter von Olga und Hermann Rorschach, blieb unverheiratet und ohne Nachkommen. Dank ihren ausgezeichneten Englischkenntnissen war sie eine wichtige Adressatin für Briefsteller aus dem englischsprachigen Ausland, die Auskünfte über ihren Vater und dessen Nachlass wünschten. Der Teilnachlass enthält Fotos und andere biografische Dokumente, Korrespondenz und einen Lebenslauf der Schwester ihres Vaters, Anna Rorschach (1888–1974).
Inventory Fonds Elisabeth Rorschach (PDF, 88KB)
Fonds Wadim Rorschach
Wadim Rorschach (1919-2010), Sohn von Olga und Hermann Rorschach und selber Psychiater (u.a. behandelte er jahrelang den Schriftsteller Hermann Burger), blieb ohne Nachkommen. Nach dem Tod der Mutter hüteten er und seine Schwester Elisabeth den Nachlass ihres Vaters, den sie ab 1998 portionenweise dem Rorschach Archiv übergaben. Der Teilnachlass enthält unter anderem biografische Dokumente und Korrespondenz.
Inventory Fonds Wadim Rorschach (PDF, 73KB)
Fonds Wolfgang Schwarz
Wolfgang Schwarz (1926-2011) studierte Psychologie an der New York University und arbeitete später als Psychologe. Seit 1959 hatte er sich zum Ziel gesetzt, eine Biographie über Hermann Rorschach zu verfassen. Für dieses Projekt sammelte er verschiedene Materialien (hauptsächlich Kopien der Quellen aus dem Rorschach-Archiv), traf Familienmitglieder, Kollegen, Freunde und Bekannte von Hermann Rorschach und führte Interviews mit ihnen. Die Sammlung enthält hauptsächlich Manuskripte und Textentwürfe, die Wolfgang Schwarz für seine unvollendete biographische Studie über Hermann Rorschach verfasst hat. Bemerkenswert sind die ausführlichen Aufzeichnungen und Protokolle von Interviews, die er in der Schweiz mit Personen führte, die Hermann Rorschach persönlich gekannt hatten. Der Fond enthält auch eine grosse Sammlung von Briefen. Die meisten davon sind Kopien aus dem Rorschach-Archiv. Wolfgang Schwarz hat viele von ihnen ins Englische übersetzt. Zum Fond gehört auch eine grosse Sammlung von Fotomaterial, das Wolfgang Schwarz zur Illustration seines Buches gesammelt hat. Neben den Dokumenten über Hermann Rorschach umfasst der Fond eine Sammlung von 168 Versuchsprotokollen, die Hans Behn-Eschenburg (1864-1838) um 1912 von Schulkindern aufgenommen hat.
Inventory Fonds Wolfgang Schwarz (PDF, 185KB)