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Das Kunstmuseum Bern stellt die frühe Malerei von Cuno Amiet (1868-1961) erstmals als Synthese von französischer und deutscher Malerei vor. Dem Amiet-Spezialisten George Mauner ist eine anregende Ausstellung mit über 150 Bildern gelungen.Dieser Inhalt wurde am 02. Dezember 1999 - 16:28 publiziert
Das Kunstmuseum Bern stellt die frühe Malerei von Cuno Amiet (1868-1961) erstmals als Synthese von französischer und deutscher Malerei vor. Dem Amiet-Spezialisten George Mauner ist eine anregende Ausstellung mit über 150 Bildern gelungen.
Im ersten Untergeschoss des Anbaus breitet sich die farbenfrohe, formschöne Malerei von Cuno Amiet aus und lässt die zehn Räume ungewöhnlich heiter erscheinen. Gastkurator Mauner hat das international einflussreiche Frühwerk, entstanden zwischen 1892 und etwa 1920, sowohl zeitlich als auch nach Motiven geordnet. Die wiederholten Brüche in Amiets Werk werden ebenso gut sichtbar wie die durchgehenden Motive.
Da Amiet eigentlich kein innovativer Künstler war, blieb sein Blick stets offen für neue künstlerische Ausdrucksweisen. Solche nahm er in seine Malerei auf und gab ihr damit eine neue Wendung. Gleichzeitig begleiteten den gegenständlich malenden Künstler Motive wie 'die Wäsche' weiss auf dunklem Grund, 'die gelben Mädchen»' in gelb oder 'die Obsternte' in satten Rot- oder Grüntönen. An solchen typischen Motiven kann Cuno Amiet über alle Stilbrüche hinweg erkannt werden.
Nach der Ausbildung beim Solothurner Frank Buchser (1828-1890) und an der Akademie in München, die er zusammen mit seinem Freund und Landsmann Giovanni Giacometti absolviert hatte, verliess Cuno Amiet 1892 Paris in Richtung Pont-Aven. Dort lernte er Paul Gauguins Malstil der klar umrissenen Formen und satten Farben kennen und wurde überdies vertraut mit Vinzent van Goghs pastoser Malerei aneinander gereihter Pinselstriche.
Zurück in der Schweiz geriet Cuno Amiet in Ferdinand Hodlers Bann einer die Form betonenden und mit Symbolgehalten arbeitenden Malweise. Dank Ausstellungen in Deutschland, wo die französische Farbigkeit neu war, wurde Cuno Amiet die Mitgliedschaft der jungen Dresdener Künstlervereinigung 'Brücke' angetragen. Als ihr gemässigter älterer Mentor vermochte sich Amiet mit leuchtend farbigen Bildern von Hodler abzusetzen.
Die Ausstellung dauert bis 27. Februar 2000. Öffnungszeiten: Di/Do 10-21, Mi/Fr/Sa/So 10-17 Uhr. 24./25. Dezember geschlossen, 26./31. Dezember sowie 1./2. Januar geöffnet von 10-17 Uhr.
Hodler-Zeichnungen als Sonderausstellung
Gleichzeitig zur Ausstellung Cuno Amiet zeigt das Kunstmuseum Bern erstmals etwa hundert Zeichnungen von Ferdinand Hodler (1853-1918) aus dem eigenen Sammlungsbestand. Es handelt sich dabei vor allem um das Legat von Hodlers Sohn Hector von 1920, das aufgearbeitet worden ist. Deutlich zum Ausruck kommt Hodlers Arbeitsweise mit Raster und Pausen: Die Zeichnung dienten dem Künstler ganz offensichtlich als Hilfsmittel auf der Suche nach der gültigen Umrisslinie.
Hodlers Zeichnungen sind serielle Studien für seine grossen symbolistischen Gemälde, seine Historienbilder, die Bildnisse und die Landschaften. Eindrückliche Beispiele solcher Gemälde sind im neu gestalteten «Hodlersaal» des Kunstmuseums vertreten.
Notiz: Die Ausstellung dauert bis 13. Februar 2000.
SRI und Agenturen
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