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This is a text translated from German to Rumantsch Grischun.
Botschaft betreffend Erlass eines Kulturförderungsgesetzes der Gemeinde Ilanz/Glion

Sehr geehrte Frau Parlamentspräsidentin

Sehr geehrte Parlamentarierinnen, sehr geehrte Parlamentarier

Bislang fehlte eine gesetzliche Grundlage für die Kulturförderung in der Gemeinde Ilanz/Glion. Um eine transparente, nachvollziehbare und harmonisierte Förderungsstruktur zu schaffen, unterbreitet der Gemeindevorstand dem Gemeindeparlament einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Dieser basiert auf dem «Grundlagenbericht zum Kulturförderungsgesetz», welcher in einem breit angelegten Partizipationsprozess erarbeitet worden ist und dem Gemeindeparlament zur Kenntnisnahme vorgelegt wird.

Ausgangslage und Zielsetzung

Die Gemeinde Ilanz/Glion hat von den ehemaligen Fraktionen das Beitragswesen an Chöre und Musikvereine übernommen und dieses vereinheitlicht und ausgebaut. Seit der Fusion unterstützt die Gemeinde die unterschiedlichen Akteure der Kultur mit gemeindeeigenen Räumlichkeiten, mit kostenlosen Dienstleistungen der Werkgruppe und des Sicherheitsdienstes, mit Kommunikationsplattformen (z.B. Veranstaltungskalender) sowie mit finanziellen Mitteln. Das vorliegende Kulturförderungsgesetz vereinheitlicht die Kulturförderung, definiert die zur Verfügung stehenden Förderinstrumente und Strukturen, bezeichnet die betroffenen Nutzergruppen und schafft die notwendige gesetzliche Grundlage für die transparente Verwendung der finanziellen Mittel.

Die Vereine und kulturellen Institutionen spielen eine wichtige Rolle für die Teilhabe der Bevölkerung am öffentlichen Leben, für den soziokulturellen Zusammenhalt, die Wohnattraktivität der Gemeinde sowie die Lebensqualität von Einheimischen und die Integration von Zugezogenen. Eine kulturelle Betätigung ist zudem für einen Grossteil der Einwohnerinnen und Einwohner Teil der individuellen Lebensgestaltung und Identität. In der Gemeinde Ilanz/Glion leben und arbeiten auch zahlreiche individuell tätige Kulturschaffende, die einem Grossteil der Bevölkerung unbekannt sind. Das vorliegende Gesetz schafft die Rahmenbedingungen, dass sie sichtbarer werden und sich besser entfalten können. Auch im Tourismus und bei den Eigentümern von Zweitwohnungen spielen Kulturerlebnisse zunehmend eine Rolle, sie tragen bei zu einem attraktiven touristischen Angebotsprofil und führen zu vermehrter Wertschöpfung in Hotellerie und Gewerbe.

Seit 2018 engagiert sich der Kanton Graubünden mit einer neuen Gesetzgebung sowie mit aufgestockten Mitteln für ein Mehr bei der Kulturförderung. Verantwortlich für die Umsetzung sind gemeinsam der Kanton, die Regionen und die Gemeinden. Das neue Kulturförderungsgesetz der Gemeinde ermöglicht, abgestimmt auf das kantonale Gesetz, die Kontiunität der kantonalen Förderung auf Gemeindeebene. Es motiviert die kulturell Aktiven, nach dem coronabedingten Stillstand von 2020–2021 ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen und für die Zukunft weiterzuentwickeln. Das Gesetz legt die Basis für eine Stärkung des kulturellen Lebens in allen Fraktionen, so wie es die Legislaturplanung 2022–2025 in Kapitel 3 «Kultur und Gesellschaft» mit Leitlinien, Zielen und Massnahmen formuliert.

Erarbeitung Grundlagenbericht und Gesetzesentwurf

Beteiligte

Der Prozess zur Entwicklung des Grundlagenberichts und des Gesetzesentwurfs zur Kulturförderung begann im Mai 2021 und dauerte ein Jahr. Er wurde von einer siebzehnköpfigen Kommission mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Fraktionen und aus unterschiedlichen Kultursparten begleitet, namentlich Sigi Andreoli, Ladir; Alice Bertogg, Sevgein; Rino Caduff, Ilanz; Mischela Camenisch, Duvin; Natalia Caviezel, Pitasch; Tarcisi Cavigelli, Siat; Jeannette Dalbert, Luven; Margrit Darms, Schnaus; Andreia Isabel De Almeida Graça, Ilanz; Yvonne Gienal, Ilanz; Murièle Jonglez, Riein; Clau Scherrer, Trun/Ilanz; Arnold Spescha, Chur/Pigniu; Joris Tomaschett, Laax/Rueun; Ewald Vinzens, Ruschein; Ester Vonplon, Castrisch; Flavia Walder, Sevgein. Caroline Gasser Curschellas ist Projektverantwortliche seitens des Gemeindevorstands, Marianne Fischbacher hatte die Projektleitung inne und Angela Gulli war für die Protokollführung sowie administrativen Belange verantwortlich.

Prozess

Bericht und Gesetz wurden in einem partizipativen Prozess erarbeitet. Als Zielgruppen wurden definiert: Vereine und Kulturgruppen, die individuell tätigen Kulturschaffenden mit professioneller Ausbildung oder Amateurstatus, Institutionen sowie Anlässe.

Der Begriff «Kultur» wurde entsprechend dem vielseitigen Charakter kultureller Betätigung in der Gemeinde von der Begleitgruppe breit ausgelegt. Es wurden auch die auf soziokulturellem Gebiet tätigen Vereine (Frauenvereine, Uniuns da Giuventetgna) miteinbezogen. Das kulturelle Schaffen von Laien erhält seine Wertschätzung gleich wie die Arbeit von Kulturschaffenden mit Ausbildung (professionelles Kulturschaffen).

Die Begleitgruppe trug 126 Adressen aus allen Fraktionen zusammen. In einer ersten Projektphase wurden mittels einer Online-Umfrage die Einschätzungen der Zielgruppen «Vereine/Kulturgruppen» sowie «Kulturschaffende» eingeholt. Diese wurden unter anderem zu ihren Produktionsbedingungen und ihren Zukunftsvorstellungen befragt. Mit den Kulturinstitutionen (Museum Regiunal Surselva, Cinema sil Plaz, Ludothek, Schul- und Gemeindebibliothek) fand ein Runder Tisch statt. Die Verantwortlichen der OKs Städtlifest und Ilanzer Märchenstadt wurden telefonisch befragt. Die Integration der ausländischen Bevölkerung ist mit dem Einsitz einer Vertreterin der portugiesischen Gemeinschaft in die Begleitgruppe erfolgt.

Anfang Oktober 2021 wurden die Resultate der Umfrage an der «1. Fueina da cultura / 1. Kulturschmiede» mit gegen 50 Aktiven des Kultursektors diskutiert. Vertreterinnen und Vertreter der Vereine sowie Kulturschaffende erhielten die Gelegenheit zur Mitsprache und zur Priorisierung von Anliegen an die Gemeinde. An diesem Anlass teilgenommen haben auch Vertreter der Interessengemeinschaft Zweitwohnungsbesitzer Surselva.

Abschliessend fanden zur Klärung spezifischer Fragen noch Hearings mit Fachleuten statt. Aus dem gesammelten Material erstellte die Projektleitung einen ausführlichen Arbeitsbericht sowie den Grundlagenbericht. Die Präsentation beim Vorstand erfolgte anfangs Februar 2022. Im Frühjahr fand die Erarbeitung des Gesetzesentwurfs gemeinsam mit dem Gemeindevorstand statt.

Öffentliche Mitwirkung

Nach einer öffentlichen Präsentation erfolgte vom 17. Juni bis 18. Juli 2022 die Mitwirkungsauflage zum Bericht und Gesetzesentwurf statt. Es gingen fünf Eingaben ein, die vom Gemeindevorstand behandelt und beantwortet wurden.

Eine Eingabe äusserte Fragen zur Bedeutung des Begriffs "gewinnorientiert". So wurde präzisiert, dass die Unterstützungswürdigkeit bei Veranstaltungen vorab den ideellen Zweck betrifft und z.B. ein Chor dabei durchaus auch Gewinn machen kann für die Chorkasse. Hingegen sollen kommerziell orientierte Veranstalter von der Förderung ausgeschlossen sein. Zudem wurde angeregt, dass Kooperationen mit Vereinen und Kulturschaffenden nicht nur aus anderen Fraktionen, sondern auch aus anderen Gemeinden unterstützt werden sollen.

Eine Eingabe kritisierte die Bedingung bei Projektbeiträgen, dass das Werbematerial auf romanisch oder zweisprachig zu erstellen sei. Der Gemeindevorstand ist der Ansicht, dass an dieser Regelung im Sinne von Art. 7 Abs. 4 der Gemeindeverfassung festzuhalten ist, wonach die Gemeinde angehalten ist, die rätoromanische Sprache finanziell und ideell nachhaltig zu fördern.

Aus der Mitwirkungsauflage ist zudem der Vorschlag für die Benennung der Fotografie als weitere Sparte in Art. 2 aufgenommen worden. Dem Antrag, das Gesetz in «Kulturgesetz» umzubenennen, ist der Gemeindevorstand nicht gefolgt, da sich der Gesetzesentwurf an das kantonale Kulturförderungsgesetz anlehnt. Ebenfalls wurde nicht darauf eingegangen, den Kulturgüterschutz als Bestandteil zu integrieren. Dieser ist über das kantonale Natur- und Heimatschutzgesetz sowie das kommunale Baugesetz abgedeckt. Hingegen wurden die Anregungen zur Präzisierung und klareren Gliederung der Themen Baukultur sowie Kunst und Bau übernommen. 

Erläuterungen zu einzelnen Bestimmungen

Art. 2 Abs. 2

Die Umfragen haben bei fast allen Vereinen ein Nachwuchsproblem zu Tage gefördert. Mit dem ausdrücklich festgehaltenen Schwerpunkt «Kinder und Jugendliche» erhält die Nachwuchsförderung als längerfristige Strategie zur Sicherung der Zukunft das nötige Gewicht.

Art. 3

Die Art der Leistungen richtet sich im Wesentlichen nach der bisherigen Praxis.

Art. 6

Grundbeiträge erhielten bisher vorab die Chöre. Wertvolle Kulturarbeit leisten aber alle Vereine und Kulturgruppen, die ihren Mitgliedern oder der Öffentlichkeit regelmässig die Ausübung kultureller Aktivitäten ermöglichen (z.B. Proben, Spielabende, Zusammenkünfte, Referate u.a.m.). Sie erhalten zukünftig auf Antrag hin einen jährlichen Grundbeitrag gemäss Abs. 2. Diese Gleichbehandlung soziokultureller Leistungen führt, je nach Zuspruch, zu einer Ausweitung der Beitragssumme an die Vereine.

Mit den Bonusbeiträgen gemäss Abs. 3 werden zusätzliche kulturelle Leistungen motiviert. Damit wird die heute uneinheitliche Praxis zum einen harmonisiert, zum anderen ausgebaut.

Art. 7

Projektbeiträge wurden bisher sporadisch zugesprochen. Sie werden neu zu einem wichtigen Instrument der Förderung für die individuell arbeitenden Kulturschaffenden. Projektbeiträge erhalten aber auch Vereine und Institutionen, die zusätzlich zum Normalbetrieb ein Kulturprojekt realisieren wollen. Erforderlich ist ein Konzept mit Budget und Finanzierungsplan, das die Kriterien erfüllt.

Mit Projektbeiträgen kann die Gemeinde subsidiär Mittel zu Beiträgen des Kantons sprechen. Damit fliessen oftmals namhafte Beiträge vom Kanton und grossen schweizerischen Organisationen in die Gemeinde.

Art. 8

Es werden Leistungsvereinbarungen mit dem Museum Regiunal Surselva, der Ludothek sowie der Schul- und Gemeindebibliothek angestrebt (Aufzählung nicht abschliessend). Das Cinema sil Plaz und die Stadtmusik Ilanz haben bereits eine Leistungsvereinbarung.

Art. 9

Die nichtmonetären Leistungen der Gemeinde werden aufgeführt, welche bereits heute Praxis sind.

Art. 11 und 12

Auch die Gemeinde trägt mit ihrem Tun zur kulturellen Qualität und Attraktivität der Gemeinde bei.

Art. 15

Der Gemeindevorstand erlässt für den Vollzug eine Verordnung. Darin sind vor allem die detaillierten Vorgaben und der Ablauf für die Gesuchseinreichung geregelt, die Aufgaben der Kulturkommission und der Kulturfachstelle.

Art. 16

Um die Kulturförderung der Gemeinde breit abzustützen soll eine Kulturkommission als ständige Exekutivkommission gemäss Organisationsgesetz eingesetzt werden. Die Kulturkommission hat nicht die Aufgabe, Kultur zu veranstalten. Sie ist ein Gremium zur Begutachtung von Projektanträgen und sie kann als Think Tank Impulse geben für die zukünftige Entwicklung der Kultur in der Gemeinde. Nach der Verabschiedung durch das Parlament soll die erste Kulturkommission noch im Herbst 2022 gewählt und eingesetzt werden.

Art. 18

Um für die Vereine und Kulturschaffenden eine Anlaufstelle aus einer Hand zu bieten, soll in der Verwaltung eine Koordinationsstelle Kultur geschaffen werden. Damit werden die bereits heute von verschiedenen Personen erbrachten Leistungen gebündelt und entsprechend Kompetenz gestärkt. Ebenso stellt die Koordinationsstelle das Sekretariat für die Kulturkommission und bereitet die angehenden Anträge vor. Der Stellenumfang wird auf 20 Prozent geschätzt, wobei 10 Prozent bereits heute an verschiedenen Orten geleistet werden.

Art. 19

Die ausgeführten Finanzkompetenzen betreffen Ausgaben im Rahmen des bewilligten Budgets. Darüberhinausgehende Ausgaben richten sich nach den ordentlichen Kompetenzen gemäss Gemeindeverfassung.

Finanzielle Auswirkungen

Kosten

Die Jahresausgaben in den beiden Konten Kultur, übriges (Konto 3290) und Film und Kino (Konto 3310) bewegten sich in den Jahren 2016 bis 2021 zwischen 126'000 und 270'000 Franken, im Schnitt waren es 164'000 Franken. Darin enthalten sind Jahresbeiträge an Vereine, Beiträge an Kulturinstitutionen wie das Regionalmuseum und das Cinema sil Platz, Einzelbeiträge an Kulturprojekte und -veranstaltungen oder Beiträge an wiederkehrende Veranstaltungen wie der Adventsmarkt, die Ilanzer Fasnacht oder die 1. Augustfeier der Gemeinde. Die Ausgaben für das Ilanzer Städtlifest werden buchhalterisch in den Konten Tourismus und Industrie, Handel verbucht. 

Der Beitrag für die Gemeindebibliothek betrug bis 2021 22'000 Franken (Konto 3210, ohne Infrastrukturausgaben, die über die Schule verbucht wurden) und wurde im Hinblick auf den neuen Standort in der Ilanzer Altstadt vom Gemeindeparlament an der Sitzung vom 9. März 2022 auf 100'000 Franken erhöht. 

Mit dem neuen Gesetz entstehen zusätzliche Kosten für folgende drei Elemente:

Stärkung der Unterstützung der Vereine gemäss Art. 6: Die Zunahme der Kosten hängt von den Aktivitäten der Vereine ab. Unter der Annahme einer sehr aktiven Nutzung dieses Instruments durch die Vereine würden sich die Mehrkosten gemäss Schätzung auf 25'000 Franken belaufen.

Zunahme von Projektbeiträgen gemäss Art. 7: Die Gesamtsumme der Projektbeiträge betrug in den vergangenen Jahren zwischen 30'000 und 40'000 Franken, die Anzahl Gesuche bewegte sich zwischen 25 und 40, davon viele Kleinprojekte. In dieser Summe nicht enthalten sind einzelne höhere Beiträge an Grossprojekte wie Refo500, Sanierung Regionalmuseum oder Sanierung Klosterkirche Disentis. Diese sind nicht budgetierbar und können zu starken Schwankungen führen. Insgesamt jedoch soll das Gesetz dazu beitragen, dass vermehrt Kulturprojekte initiiert werden. Entsprechend sollen im Budget die Mittel auf 60'000 Franken erhöht werden. 

Aufwand für Kulturkommission und Koordinationsstelle: der Zusatzaufwand wird auf 15'000 Franken geschätzt.

Finanzierung

Im Grundlagenbericht hat die Begleitkommission zwei Finanzierungsmodelle ausgearbeitet. Unter Variante 1 schlägt sie vor, einen eigenen Kulturfonds aus prozentualen Anteilen an den Einnahmen der Wasserzinsen, der Handänderungssteuern und der Parkbussen zu äufnen und daraus die Beiträge gemäss Gesetz zu finanzieren. 

Der Gemeindevorstand hat sich intensiv mit dieser Variante auseinandergesetzt, sie letztlich aber verworfen. Mit der Gemeindefusion und der Umstellung auf das Rechnungslegungsmodell HRM2 wurde darauf hingearbeitet, dass die früher oft angewandte Praxis der Sonderkassen aufgehoben wird. Diese führte oft zu unnötigen Reservebildungen und blockierten Mitteln in nicht mehr bewirtschafteten Projekten oder Themen und verringerte letztlich den Handlungsspielraum der Gemeinde. Auch die mangelnde Transparenz war ein Problem. Das Modell der Spezialfinanzierung mit eigener Rechnung soll deshalb nur in jenen Bereichen angewendet werden, wo von Gesetzes wegen das Verursacherprinzip anzuwenden ist (z.B. Abfallbewirtschaftung, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung). Letztlich ist es Aufgabe der Gemeinde, mit den vorhandenen Mitteln die gefragten Leistungen und Wirkungen als Gesamtes zu erzielen, da ist die Kulturförderung ebenso Teil wie beispielsweise die Sport- oder Wirtschaftsförderung. 

Deshalb ist der Gemeindevorstand der Meinung, dass die Kulturförderung über das ordentliche Budget und mit den gewohnten Finanzkompetenzen geschehen soll. So sollen auch in Zukunft die für die Kulturförderung notwendigen Mittel im Rahmen des Budgets jährlich durch das Gemeindeparlament beschlossen werden, ebenso ausserordentliche, nicht vorhersehbare Beiträge. 

Um die einzelnen Förderkategorien gemäss Gesetz in der Rechnung abzubilden, soll der Kontenplan entsprechend angepasst werden. 

Antrag

Aufgrund der vorangehenden Ausführungen stellt der Gemeindevorstand dem Parlament folgende Anträge:

auf die Vorlage einzutreten;

den von der Begleitgruppe erarbeiteten Grundlagenbericht zur Kenntnis zu nehmen;

das Gesetz über die Kulturförderung der Gemeinde Ilanz/Glion zu genehmigen.

	Ilanz/Glion, den 23. August 2022	Gemeindevorstand Ilanz/Glion

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Messadi pertuccont il relasch dalla lescha davart la promoziun dalla cultura dalla vischnaunca Ilanz/Glion

Preziada dunna presidenta dil parlament

Stimadas parlamentarias, stimai parlamentaris

Tochen oz maunca ina basa legala per promover la cultura ella vischnaunca dad Ilanz/Glion. Per scaffir ina structura da promoziun transparenta, suandabla e harmonisada suttametta la suprastonza communala al parlament communal in sboz per ina lescha corrispundenta. Quel sebasa sin il «rapport da basa davart la lescha per promover la cultura» ch'ei vegnius elaboraus en in vast process participativ e che vegn suttamess al parlament communal per enconuschientscha.

Situaziun da partenza e finamira

La vischnaunca Ilanz/Glion ha surpriu dallas anteriuras fracziuns ils fatgs da contribuziuns a chors ed uniuns da musica ed ha unificau ed amplificau quei. Dapi la fusiun sustegn la vischnaunca ils differents acturs dalla cultura cun localitads che s'audan ad ella, survetschs gratuits dalla gruppa communala e dalla segirtad, plattafuormas da communicaziun (p.ex. calender d'occurrenzas) e mieds finanzials. La lescha presenta per promover la cultura unifichescha la promoziun dalla cultura, definescha ils instruments e las structuras da promoziun che stattan a disposiziun, determinescha las gruppas d'utilisadras e d'utilisaders pertuccadas e scaffescha la basa legala necessaria per il diever transparent dils mieds finanzials.

Las uniuns e las instituziuns culturalas giogan ina rolla impurtonta quei che risguarda la participaziun dalla populaziun alla veta publica, il spért da cuminonza sociocultural, l'attractivitad dalla vischnaunca sco liug da habitar, la qualitad da viver d'indigenas e d'indigens e l'integraziun da persunas nievarrivadas. Plinavon s'auda in'activitad culturala per la gronda part dallas habitontas e dils habitonts tier lur veta individuala e lur identitad. Ella vischnaunca Ilanz/Glion vivan e lavuran era numerusas persunas ch'ein activas individualmein sin il sectur cultural ch'ina buna part dalla populaziun enconuscha buca. La lescha presenta scaffescha las cundiziuns da basa, per ch'ellas daventien pli visiblas e sappien sesviluppar meglier. Era el turissem e per glieud che posseda ina secunda habitaziun giogan experientschas culturalas ina rolla adina pli gronda. Ellas contribueschan ad in profil da purschidas turisticas attractiv e procuran per ina valurisaziun augmentada ella hotellaria ed el commerci.

Dapi 2018 s'engascha il cantun Grischun cun ina legislaziun nova e dapli mieds finanzials per ina promoziun pli ferma dalla cultura. Per la realisaziun ein il cantun, las regiuns e las vischnauncas responsablas communablamein. La lescha nova per la promoziun dalla cultura dalla vischnaunca possibilitescha, en accord cun la lescha cantunala, la cuntinuitad dalla promoziun cantunala sin plaun communal. Ella motivescha las persunas activas ella cultura da reprender e sviluppar vinavon lur lavur suenter l'interrupziun pervia da corona da 2020 entochen 2021. La lescha metta il fundament per rinforzar la veta culturala en tut las fracziuns tenor la formulaziun el capetel 3 «Cultura e societad» cun lingias directivas, finamiras e mesiras dalla planisaziun dalla legislatura 2022–2025.

Elaboraziun rapport da basa e sboz dalla lescha

Persunas participadas

Il process da sviluppar il rapport da basa ed il sboz dalla lescha davart la promoziun dalla cultura ha entschiet il matg 2021 ed ha cuzzau in onn. Ina cumissiun da 17 persunas cun representantas e representants da tut las fracziuns e differentas spartas culturalas ha accumpignau el, numnadamein Sigi Andreoli, Ladir; Alice Bertogg, Sevgein; Rino Caduff, Glion; Mischela Camenisch, Duvin; Natalia Caviezel, Pitasch; Tarcisi Cavigelli, Siat; Jeannette Dalbert, Luven; Margrit Darms, Schnaus; Andreia Isabel De Almeida Graça, Glion; Yvonne Gienal, Glion; Murièle Jonglez, Riein; Clau Scherrer, Trun/Glion; Arnold Spescha, Cuera/Pigniu; Joris Tomaschett, Laax/Rueun; Ewald Vinzens, Ruschein; Ester Vonplon, Castrisch; Flavia Walder, Sevgein. Caroline Gasser Curschellas ei responsabla per il project da vart dalla suprastonza communala, Marianne Fischbacher ha menau il project ed Angela Gulli ha scret ils protocols ed ei s'occupada dils fatgs administrativs.

Process

L'elaboraziun dil rapport e dalla lescha ei succedida en in process participativ. Sco gruppas en mira han ins definiu: uniuns e gruppas culturalas, persunas activas individualmein sin il sectur cultural cun scolaziun professiunala ni status d'amatura ni d'amatur, instituziuns sco era occurrenzas.

La noziun «cultura» capescha la gruppa accumpignonta a moda fetg inclusiva per tener quen dil caracter multifar dall'activitad culturala ella vischnaunca. Ella risguarda era uniuns che s'engaschan sin il sectur sociocultural (uniuns da dunnas, uniuns da giuventetgna). La lavur culturala da laicas e laics survegn la medema stema sco quella da persunas activas sin il sectur cultural cun ina scolaziun corrispundenta (lavur culturala professiunala).

La gruppa accumpignonta ha rimnau 126 adressas da tut las fracziuns. En in'emprema fasa da project han ins eruiu cun in'enquista online il meini dallas gruppas en mira «uniuns/gruppas culturalas» e «persunas activas sin il sectur cultural». Quellas ein vegnidas dumandadas arisguard lur cundiziuns da producziun e lur ideas per igl avegnir. Cun las instituziuns culturalas (Museum Regiunal Surselva, Cinema sil Plaz, ludoteca, biblioteca dalla scola e communala) ha ei dau ina meisa rodunda. Las persunas responsablas dils comites d'organisaziun dil Städtlifest e dil Marcau da praulas ein vegnidas consultadas per telefon. La populaziun digl exteriur vegn representada ella gruppa accumpignonta cun ina commembra dalla cuminonza portughesa.

L'entschatta october 2021 ein ils resultats dall'enquista vegni discutai alla «1. Fueina da cultura / 1. Kulturschmiede». Ver 50 persunas ein stadas dalla partida. Representantas e representants dallas uniuns e persunas activas sin il sectur cultural han giu la caschun da discussiunar e priorisar lur interess. Era representants dalla cuminonza d'interess proprietaris da secundas habitaziuns Surselva ein separticipai.

Per sclarir damondas specificas han giu liug consultaziuns cun expertas ed experts. A maun dil material rimnau ha la direcziun dil project scret in rapport da lavur detagliau ed in rapport da basa. La presentaziun alla suprastonza ei vegnida fatga l'entschatta fevrer 2022. La primavera ei il sboz dalla lescha vegnius elaboraus ensemen cun la suprastonza communala.

Cooperaziun publica

Suenter ina presentaziun publica ein il rapport ed il sboz dalla lescha vegni exponi per la cooperaziun publica dils 17 da zercladur 2022 entochen ils 18 da fenadur 2022. Ei ha dau tschun instanzas che la suprastonza communala ha tractau ed allas qualas ella ha rispundiu.

In'instanza ha pretendiu sclariment davart la muntada dalla noziun «intent da far gudogn». Igl ei vegniu precisau ch'il sustegn d'ina occurrenza pertuchi surtut igl intent ideal e che p.ex. in chor sappi pia senz'auter era far in gudogn per l'atgna cassa. Organisaturs d'occurrenzas cun intents commercials duein perencunter esser exclus dalla promoziun. En pli ei vegniu intimau da sustener cooperaziuns cun uniuns e glieud activa sin il sectur cultural buca mo dad autras fracziuns, mobein era dad autras vischnauncas.

In'instanza ha criticau la producziun dil material da reclama per romontsch ni en dus lungatgs sco cundiziun per survegnir sustegn finanzial. La suprastonza communala ei digl avis ch'ei seigi da mantener quella regulaziun el senn digl art. 7 al. 4 dalla constituziun communala, tenor il qual la vischnaunca sto promover il lungatg romontsch finanzialmein ed idealmein cun mesiras persistentas.

Duront l'exposiziun da cooperaziun ei vegnida fatga la proposta da numnar la fotografia sco ulteriura sparta egl art. 2. Quella proposta ei vegnida approbada. La suprastonza communala ha buca dau suatientscha alla proposta da renumnar la lescha en «lescha da cultura», damai ch'il sboz dalla lescha sebasa sin la lescha cantunala per promover la cultura. Medemamein han ins refusau d'integrar la protecziun da beins culturals. Quella vegn risguardada ella lescha cantunala davart la protecziun dalla natira e dalla patria ed ella lescha da baghegiar dalla vischnaunca. Ins ha denton surpriu ils impuls da precisar e structurar pli clar ils temas cultura da baghegiar ed art vid igl edifeci.

Explicaziuns davart singulas disposiziuns

Art. 2 al. 2

Las enquistas han purtau alla glisch che bunamein tut las uniuns han problems da garantir cuntinuitad e successiun cun persunas giuvnas. Cun igl accent explicit «affons e giuvenils» survegn la promoziun dalla generaziun giuvna sco strategia a liunga vesta per segirar igl avegnir la peisa necessaria.

Art. 3

Il gener dallas prestaziuns sedrezza essenzialmein tenor la pratica vertenta.

Art. 6

Contribuziuns da basa han tochen ussa surtut ils chors survegniu. Lavur culturala preziusa prestan denton tut las uniuns e gruppas culturalas che dattan regularmein la pusseivladad a lur commembras e commembers ni alla publicitad da far activitads culturalas (p.ex. emprovas, seras da giugs, sentupadas, referats ed auter). Egl avegnir survegnan ellas sin damonda ina contribuziun da basa annuala tenor al. 2. Quei tractament egual da prestaziuns socioculturalas sa tut tenor interess haver per consequenza in augment dallas contribuziuns allas uniuns.

Cun las contribuziuns da bonus tenor al. 3 vegnan prestaziuns culturalas supplementaras motivadas. D'ina vart vegn la pratica buc uniforma dad oz harmonisada, da l'autra vart vegn ella extendida.

Art. 7

Contribuziuns a projects ein tochen oz vegni concedidas mo sporadicamein. Da niev daventan ellas in instrument impurtont per promover las persunas activas individualmein sin il sectur cultural. Contribuziuns a projects survegnan denton era uniuns ed instituziuns che vulan realisar in project cultural ultra dil menaschi regular. La premissa ei in concept cun preventiv e plan da finanziaziun che ademplescha ils criteris.

Cun contribuziuns a projects sa la vischnaunca cumpletar subsidiarmein contribuziuns dil cantun. Aschia flessegian savens contribuziuns considerablas dil cantun e da grondas organisaziuns naziunalas ella vischnaunca.

Art. 8

Igl ei la finamira da fixar cunvegnas da prestaziun cun il Museum Regiunal Surselva, la ludoteca, la biblioteca dalla scola e communala (enumeraziun buca conclusiva). Il Cinema sil Plaz e la Musica da Glion disponan gia d'ina cunvegna da prestaziun.

Art. 9

Las prestaziuns buca monetaras dalla vischnaunca praticadas gia oz vegnan enumeradas.

Art. 11 e 12

Era la vischnaunca contribuescha cun sias activitads alla qualitad ed attractivitad culturala dalla vischnaunca.

Art. 15

La suprastonza communala relai in'ordinaziun per l'execuziun. Quella reglescha surtut las premissas detagliadas e la procedura per inoltrar damondas e las incumbensas dalla cumissiun da cultura e dil post da coordinaziun per la cultura.

Art. 16

Per metter la promoziun culturala dalla vischnaunca sin in fundament cumplessiv duei ina cumissiun da cultura vegnir installada sco gremi executiv permanent tenor la lescha d'organisaziun. La cumissiun da cultura ha buca l'incumbensa d'arranschar cultura. Ella giudichescha damondas da project e sa dar impuls per il svilup futur dalla cultura ella vischnaunca. Suenter la deliberaziun entras il parlament duei l'emprema cumissiun da cultura vegnir elegida ed installada aunc igl atun 2022.

Art. 18

Per porscher allas uniuns ed allas persunas activas sin il sectur cultural in post da consultaziun d'in cul duei in post da coordinaziun per la cultura vegnir installaus ell'administraziun. Quei pass unescha las prestaziuns che vegnan fatgas gia oz da differentas persunas e rinforza las cumpetenzas. Il post da coordinaziun fa era las lavurs da secretariat per la cumissiun da cultura e prepara las damondas che entran. Il pensum dalla plazza vegn stimaus sin 20 pertschien. Da quels vegnan 10 pertschien prestai gia oz en differents loghens.

Art. 19

Las cumpetenzas finanzialas descrettas pertuccan expensas el rom dil preventiv approbau. Expensas che surpassan quel sedrezzan tenor las cumpetenzas ordinarias determinadas ella constituziun communala.

Effects finanzials

Cuosts

Las expensas annualas sin ils dus contos cultura, ulteriur (conto 3290) e film e kino (conto 3310) han importau ils onns 2016 tochen 2021 denter 126'000 e 270'000 francs, en media ha ei setractau da 164'000 francs. Quellas summas cumpeglian contribuziuns annualas ad uniuns, contribuziuns ad instituziuns culturalas sco il Museum Regiunal Surselva ed il Cinema sil Plaz, contribuziuns unicas a projects culturals ed occurrenzas culturalas ni contribuziuns ad occurrenzas periodicas sco la fiera d'advent, il tscheiver da Glion ni la fiasta digl 1. d'uost organisada dalla vischnaunca. Las expensas per il Städtlifest cudischescha la contabilitad sin ils contos turissem ed industria, commerci. 

La contribuziun alla biblioteca communala ha importau entochen 2021 22'000 francs (conto 3210, senza expensas per l'infrastructura che vegnan cudischadas dalla scola). Quella ha il parlament communal augmentau sin 100'000 francs en sia seduta dils 9 da mars 2022 en vesta da sia dislocaziun el marcau vegl da Glion. 

Cun la lescha nova dat ei cuosts supplementars per ils treis elements suandonts:

Rinforzar il sustegn dallas uniuns tenor igl art. 6: Igl augment dils cuosts dependa dallas activitads dallas uniuns. Sch'ins parta d'ina utilisaziun fetg activa da quei instrument entras las uniuns, savess ei dar tenor calculaziun cuosts supplementars da 25'000 francs.

Augmentar las contribuziuns a projects tenor igl art. 7: La summa totala dallas contribuziuns a projects ha importau ils davos onns denter 30'000 e 40'000 francs, denter 25 e 40 damondas ein vegnidas inoltradas, biaras per projects pigns. Quella summa cuntegn buca singulas contribuziuns pli grondas a projects gronds sco refo500, la sanaziun dil museum regiunal ni la sanaziun dalla baselgia claustrala da Mustér. Talas damondas ein buca preventivablas e san caschunar fermas fluctuaziuns. Tut en tut duei la lescha denton animar d'iniziar dapli projects culturals. Per tener quen da quei duein ils mieds el preventiv vegnir augmentai sin 60'000 francs. 

Expensas per la cumissiun da cultura ed il post da coordinaziun: Ei vegn quintau cun expensas supplementaras da 15'000 francs.

Finanziaziun

El rapport da basa ha la cumissiun accumpignonta elaborau dus models da finanziaziun. Sut varianta 1 propona ella d'incrementar in agen fond da cultura cun cumparts procentualas dallas entradas dil tscheins d'aua, dalla taglia sin midadas da maun e dils castitgs da parcar e da finanziar cun quels daners las contribuziuns tenor lescha. 

La suprastonza communala ei sefatschentada intensivamein cun quella varianta, mo ha la finala refusau ella. Cun la fusiun communala e l'applicaziun dil model da tschentar quen HRM2 ein ins sestentaus dad abolir la pratica dallas cassas specialas che vegneva savens applicada pli baul. Biaras gadas ha quella pratica giu per consequenza formaziuns da reservas nunnecessarias e mieds bloccai en projects e temas buca pli activs ed ha la finala limitau las pusseivladads d'agir dalla vischnaunca. Era la transparenza munconta ei stada in problem. Il model dalla finanziaziun speciala cun agen quen duei pia vegnir utilisaus mo pli sin quels secturs, els quals la lescha pretenda l'applicaziun dil principi dil caschunader (p. ex. tractament da rumien, provediment d'aua, dismessa d'auas piarsas). Per finir eis ei l'incumbensa dalla vischnaunca dad ademplir cun ils mieds disponibels tut en tut las prestaziuns ed ils effects dumandai, cheu fa la promoziun dalla cultura part tuttina fetg sco p.ex. la promoziun dil sport ni dall'economia. 

Perquei ei la suprastonza communala dall'opiniun che la promoziun culturala dueigi succeder el rom dil preventiv ordinari e cun las cumpetenzas finanzialas usitadas. Quei vul gir ch'ils mieds necessaris per la promoziun culturala duein vegnir decidi era igl avegnir dil parlament communal el rom dil preventiv annual. Il medem vala per contribuziuns extraordinarias buca prevesiblas. 

Per saver presentar las singulas categorias da promoziun el quen tenor la lescha duei il plan da contos vegnir adattaus a moda corrispundenta. 

Proposta

Sin fundament dallas explicaziuns precedentas fa la suprastonza communala las suandontas propostas al parlament communal:

d'entrar ella fatschenta;

da prender per enconuschientscha il rapport da basa dalla gruppa accumpignonta;

d'approbar la lescha davart la promoziun dalla cultura dalla vischnaunca Ilanz/Glion. 

	Ilanz/Glion, ils 23 d'uost 2022	Suprastonza communala Ilanz/Glion

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