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Haben Sie Ihre Teammitglieder schon einmal für ihre „Soft Skills“ gelobt oder zu ihrer „Performance“ gratuliert? Dann kommen Sie vielleicht unglaubwürdiger rüber, als Sie denken. Wenn Sie noch nie darüber nachgedacht haben, wie Sie wirken, wenn Sie Anglizismen im Führungskontext verwenden, dann nehmen Sie sich jetzt ein paar Minuten Zeit dazu.
Vom Area Management, Backup und Challenge über das Liken, Pitchen und Relaunchen bis hin zur To-Do-Liste, Virtual Reality und dem Zip-File – solche Anglizismen, sprich englische Ausdrücke, finden sich in der deutschen Führungssprache zu Hauf. Führungskräfte, die mit Begriffen der englischen Geschäftssprache um sich werfen, wirken weniger kompetent, sympathisch und glaubwürdig, als wenn sie dasselbe in deutscher Sprache sagen. Etwas weniger stark ist der Effekt, wenn Sie auf deutschen Geschäftsjargon ausweichen. Dies besagt eine Untersuchung von Ricker, Risberg & Hommelhof. Die Studienautorinnen folgern daraus, dass die Anwendung von deutschem oder englischem Geschäftsjargon nicht zum Bild einer guten Führungskraft passen. Daher raten sie, Business-Floskeln nur in geringen Dosen anzuwenden.
Warum verwenden Führungskräfte Anglizismen?
Fokussieren wir uns nun auf den zunehmenden Gebrauch von englischen Ausdrücken in der Geschäftssprache und auf deren Wirkung. Natürlich fördert die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung in der Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung die Verbreitung des Englischen weltweit. Früher oder später kommt niemand um die Berührung mit der englischen Sprache herum. Warum Führungskräfte in bestimmten Situationen sich jedoch bewusst oder unbewusst Anglizismen bedienen, darüber kann nur gemutmasst werden. Vielleicht haben Sie schon die eine oder andere der folgenden englischen Phrasen selbst verwendet oder als Mitglied eines Teams zu hören bekommen? Und vielleicht stimmen Sie dem einen oder anderen Grund für die Verwendung von englischen Begriffen zu:
„Unser Team hat ein agiles Setup. Unser Vorgehen entspricht den Prinzipien von Scrum.“
Spricht hier eine Führungskraft, die über echtes Fachwissen in agiler Teamführung verfügt und diese tatsächlich praktiziert? Oder geht es mit dem Gebrauch dieser Begriffe darum, den Anschein von Kompetenz in einem gerade angesagten Führungskonzept vorzuspiegeln?
„Ich weiss, die Goals sind hoch gesteckt. Ich begrüsse das Commitment jedes einzelnen. So bewahren wir unsere Credibility gegenüber unseren Clients. Ich vertraue darauf, dass wir das gemeinsam schaffen werden.“
Spricht hier der Chef zur versammelten Mannschaft über die gute Zusammenarbeit und die Zuversicht auf gemeinsamen Erfolg? Oder beabsichtigt er wohl eher, die hohe Arbeitsbelastung der Teammitglieder und einen drohenden Verlust an Glaubwürdigkeit klein oder schön zu reden?
„Nach einer Cost-Benefit-Analysis sind wir zum Schluss gekommen, dass Outsourcing zu den möglichen Lösungen gehören.“
Eine solche Botschaft der Geschäftsleitung zu anstehenden Restrukturierungen ist zwar verständlich, doch wirkt sie sehr unpersönlich und distanziert. Zudem lässt sie die Zukunft möglichst offen. Vermeidet die Geschäftsleitung hier wohl den direkten Dialog mit den Mitarbeitenden?
Sie sehen, der Spielraum für mögliche Absichten der Führungskraft und Wirkungen bei den Mitarbeitenden ist gross. Heisst das, dass Sie Anglizismen aus Ihrem Sprachrepertoire verbannen müssen? Nicht unbedingt. Wann es Sinn macht, Anglizismen im Führungskontext zu verwenden und wann Sie sie vermeiden sollten, ist Thema des zweiten Teils dieses Blogbeitrags.
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Quellen und weiterführende Informationen
Egger, R. (2019). Führen durch Sprache: Leadership und die Macht der Worte. Wiesbaden: Springer Verlag.
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