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Der Sohn des Hamburger Kaffee-Unternehmers Albert Darboven, Arthur Darboven, hat den Anspruch seiner Familie auf die Nachfolge und Führung des Unternehmens J.J. Darboven bekräftigt. «Unsere Familie steht bereit, die Nachfolge meines Vaters anzutreten», sagte Arthur Darboven dem Wirtschaftsmagazin «Capital».
«Es tut weh zuzusehen, wie jemand adoptiert wird, um den eigenen Sohn zu verhindern. Wir machen völlig unnötig einen grossen Wert kaputt», sagte Darboven. Zudem erhob er schwere Vorwürfe gegen den von seinem Vater favorisierten Nachfolger an der Unternehmensspitze, Andreas Jacobs. Vor vier Jahren erst hätten sich J. J. Darboven und Jacobs' Unternehmen Barry Callebaut noch vor Gericht gegenüber gestanden. «Wir wurden von Barry Callebaut verklagt, der Prozess ging verloren und das Unternehmen musste Schadensersatz zahlen. Hierbei entstand ein wesentlicher finanzieller und Imageschaden. Wir kennen Herrn Jacobs aus diesem Zusammenhang nicht gerade als Freund des Unternehmens», sagte Darboven.
Streit eskalierte
Der Streit um die Nachfolge des 82-jährigen Albert Darboven war Anfang Juli eskaliert. Zuvor wurde bekannt, dass Darboven Jacobs adoptieren will, um ihn dann an der Spitze des Handelsunternehmens und Kaffeerösters J.J. Darboven installieren zu können. Den Artikel der «Handelszeitung» lesen Sie hier.
Ursache des Problems: Gemäss Statuten des Familienunternehmens, das noch zu 57,5 Prozent Albert Darboven gehört, darf nur ein Mitglied der Familie die Firmenleitung übernehmen. 42,5 Prozent der Anteile halten dagegen Arthur Darboven, seine Cousins und eine Tante – alles Gegner der Adoption.
Jacobs stammt aus der Bremer Kaffeedynastie Jacobs, die sich aber schon vor vielen Jahren aus dem Kaffeegeschäft zurückgezogen hat. J.J. Darboven ist vor allem für seine Handelsmarke Idee-Kaffee bekannt, zu dem Unternehmen gehören aber auch Mövenpick- und Eilles-Kaffee.
Einspruch eingelegt
Um die Adoption zu verhindern, habe er Einspruch eingelegt, sagte Arthur Darboven. «Es handelt sich um eine Adoption aus rein wirtschaftlichen Gründen, was unabhängig von den konkreten Personen für mich schon mehr als zweifelhaft ist», sagte der Sohn. Eine Adoption dürfe nach dem Gesetz dann nicht ausgesprochen werden, wenn diese «überwiegenden Interessen der Kinder» entgegenstehe. Dies sei hier der Fall. Er habe viele Jahre selbst in dem Unternehmen mitgearbeitet und, etwa mit der erfolgreichen Fair-Trade-Marke Café Intencíon, eigene Akzente gesetzt.
Nur: Statt dass diese Erfolge berücksichtigt würden, sei nicht nur der Kontakt zu seinem Vater abgebrochen, sondern werde er sogar aus der Unternehmenschronik getilgt, so Darboven. «In der Chronik auf unserer Homepage tauche ich nicht mehr auf. Vor ein paar Jahren war ich noch drin, jetzt gibt es mich dort nicht mehr. Dabei ist J.J. Darboven auch ein Teil meines Lebenswerks», sagte Darboven gegenüber «Capital». «Wenn Herr Jacobs Chef und Mehrheitsgesellschafter von Darboven würde, wäre das für uns mehr als ein Affront», so Darboven. Zugleich betonte er seine Bereitschaft, mit dem Vater doch noch eine gütliche Einigung zu finden. «Er ist der Chef der Firma, und wenn er weitermacht, bis er 100 Jahre alt ist, soll er das bitte tun. Wir wollen lediglich mit meinem Vater reden und die Zukunft gemeinsam gestalten.»
(bsh)