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(Der Beitrag vom 15.6 wird insgesamt neue gefasst. Im dritten Absatz wird klargestellt, dass die amerikanische Gesundheitsbehörde dem Atemspray bislang zwar die Zulassung verweigert und weitere Daten gefordert hat, dies aber nicht auf der Grundlage einer "Studie mit 17.000 Patienten" geschehen ist. Eine solche Studie läuft gerade, liegt aber noch nicht vor und soll erst 2014 abgeschlossen sein. Ausserdem wird im zweiten Absatz klargestellt, dass die von der Fachzeitschrift "British Medical Journal" publizierte Studie, auf die sich die Aussagen der Wissenschaftler Singh und Loke stützen, auf bereits veröffentlichte Daten beruht.)
CHICAGO (awp international) - In den USA und in Europa ist ein neuer Streit um möglicherweise tödliche Risiken des Atemsprays Spiriva Respimat aus dem Hause Pfizer entbrannt. Spiriva Respimat ist eine neue Darreichungsform eines bekannten Medikaments. Die Gefahr zu sterben, sei bei den Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis, die Spiriva mit dem Respimat-Inhalator nutzen, um 52 Prozent gestiegen, teilten britische und US-amerikanische Forscher am Mittwoch mit. Das Medikament wird in Deutschland durch Boehringer Ingelheim vertrieben. Pfizer und Boehringer kommentierten die Untersuchungsergebnisse kritisch.
Das Atemspray gebe möglicherweise über den Respimat-Inhalator eine höhere Dosis ab als geplant und steigere dadurch das Todesrisiko, sagte Dr. Sonal Singh von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Singh hatte federführend bei der Meta-Analyse, die auf bereits veröffentlichten Daten beruht, mitgewirkt, die jetzt in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" publiziert wurde. Ebenfalls an der Studie beteiligt war sein Kollege von der University of East Anglia im britischen Norwich, Dr. Yoon Loke. Nach dessen Prognose wird bei 124 Patienten pro Jahr ein zusätzlicher Todesfall auftreten. Pfizer und Boehringer teilten auf Grund der Analyse der ihnen vorliegenden klinischen Studien mit, dass die Zahl der erhöhten Todesfälle statistisch nicht signifikant sei.
Die US-Aufsichtsbehörde FDA hatte dem Atemspray bislang die Zulassung verweigert und mehr Daten zur Sicherheit des Medikaments gefordert. In Europa ist Spiriva in der neuen Darreichungsform dagegen zugelassen. Der in dem Mittel enthaltene Wirkstoff Tiotropiumbromid wird bei der chronisch obstruktiven (verengten) Lungenerkrankung (COPD) eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Atemwegserkrankung, die durch chronische Atemnot gekennzeichnet ist. Hauptursache ist das Rauchen. COPD ist weltweit die vierthäufigste Todesursache. Derzeit läuft eine Studie zu Spiriva Respimat mit 17.000 Patienten, deren Ergebnisse im Jahr 2014 erwartet und von unabhängiger Seite überwacht werden./RX/jb/wiz
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