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Um den Stamm des Apfelbaums im Nachbargarten ist eine etwa 40 cm tiefe und 50 cm breite Rinne, die von einem Mäuerchen abgeschlossen ist.
In dieser Falle trippelte ein kleines Igelchen rund um den Stamm, hob hin und wieder das Köpfchen.
Hereingefallen war es schwuppdiwupp eine Chance, sich selbst aus seiner misslichen Lage zu befreien, hatte es nicht. Ich hob das Tierchen hoch, schaute mich um. Die Igelmutter war nirgends zu sehen.
Nach reiflicher Überlegung entschloss ich mich, das Kerlchen nicht einem ungewissen Schicksal zu überlassen. Es wog 200 Gramm.
Der Winter nahte …
In unserer Waschküche bekam der Igel ein Zuhause. Da er ein wenig Blut spuckte, mischte ich ihm ein Medikament unter das Katzenfutter, das seine Lungen gesund machte.
Das Tierchen genoss es, wenn ich sein flauschiges Bäuchlein kraulte, seine zarten Füßchen ganz sachte massierte.
Die Aufgabe, die ich übernommen hatte, war sehr arbeitsintensiv. Jeden Tag musste ich die ganze Waschküche mit frischen Zeitungen auslegen und dem heranwachsenden Igel Zuwendung und Streicheleinheiten geben.
Als ich ihn im Frühling mit seinem Häuschen in ein Gehege im Garten brachte, wog der Igel 1.4 Kilogramm. Er hätte aus dem Gehege ausbrechen können, zog es aber vor, sein Futter regelmäßig vorgesetzt zu bekommen.
Am dritten Tag erlebte ich eine Überraschung.
Zwei Igel teilten sich das Häuschen!
Am nächsten Tag war das Igelpaar ausgewandert.
Ein wunderschönes Erlebnis wurde mir zuteil.
Der Aufwand hatte sich gelohnt.
Roswitha