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Nachdem es im September und Oktober bereits intensive Schneefälle gegeben hatte und alles auf einen frühen Winterstart gedeutet hatte, gönnte sich Frau Holle im November eine Verschnaufpause. Der November war sonnig und trocken. Es fiel nur selten und wenig Niederschlag. Die überdurchschnittlichen Schneehöhen von Anfang November schrumpften wieder dahin und in der Höhe wandelte sich die Schneeoberfläche aufbauend um. Für Skitouren reichte der Schnee vor allem im Hochgebirge; in hohen Lagen musste zwischen Steinen und Felsen Slalom gefahren werden.
Der November war in den Bergen sonnig und sehr mild. Die Nullgradgrenze (Abb. 1) lag mehrheitlich zwischen 2000 und 3000 m, Anfang November zeitweise sogar noch höher. Nur während einer kurzen Phase um den 20.11. sank die Nullgradgrenze auf fast 1000 m.
Der sonnige November war zudem sehr niederschlagsarm. Im landesweiten Mittel fielen nur 20 % des Normniederschlages der Periode 1981-2010 (MeteoSchweiz). Nennenswerter Niederschlag fiel in den Alpen nur während 3 kurzen Perioden.
Von Dienstag, 03.11. bis Mittwoch, 04.11. fielen verbreitet wenige Zentimeter Schnee oberhalb von 1500 bis 1800 m. In der Nacht von Sonntag, 15.11. auf Montag, 16.11. fielen im Trientgebiet in der Höhe 20 bis 30 cm, sonst verbreitet 5 bis 20 cm Schnee, im Oberwallis, Tessin und Mittelbünden nur wenige Flocken.
Auch die letzte Niederschlagsperiode war nur von kurzer Dauer und brachte zwischen Donnerstagnachmittag, 19.11. und Freitagmorgen, 20.11. die in Abb. 2 dargestellten Neuschneemengen. Dabei sank die Schneefallgrenze am Donnerstagabend bis auf rund 1000 m ab.
Sonst war das Wetter in den Bergen meist sonnig, zeitweise mit hohen Wolkenfeldern welche die Sonne vorübergehend verdeckten.
Anfang November waren die Schneehöhen nach den grossen Schneefällen im September und Oktober vielerorts noch überdurchschnittlich. Während dem milden und trockenen November schrumpften die Schneehöhen aber wieder dahin und waren Ende Monat dann fast überall unterdurchschnittlich. Eine klimatologische Auswertung zeigt, dass die Schneehöhen am 1. November an 22% der manuellen Messfelder (insgesamt 59) und 63% der IMIS-Stationen (insgesamt 128) überdurchschnittlich waren. Am 30. November war die Schneehöhe dann an allen Messfeldern und an 98% der IMIS-Stationen unterdurchschnittlich. In diese Auswertung einbezogen wurden alle Messfelder und IMIS-Stationen an denen sowohl am 1. November wie auch am 30. November die Schneehöhe gemessen wurde.
Während Frau Holle offenbar noch im Urlaub war, traten viele Beobachter des SLF am 1. November pflichtbewusst ihren Dienst an und meldeten fortan täglich Schneehöhe und Neuschnee, sowie einige Beobachtungsparameter. In Abb. 3 sind alle am SLF eingegangen Meldungen dargestellt. Die roten Beobachtungspunkte sind leicht transparent und werden durch Überlagerung mehrerer Meldungen farbintensiver und grösser. Man sieht gut, dass die meisten Meldungen immer vom gleichen Standort aus gemacht wurden. Bei diesen Standorten handelt es sich um Messfelder. Viele der Geländebeobachter beginnen erst bei mehr Schnee oder mit der Eröffnung der Skigebiete Rückmeldungen zu machen. Aus dem freien Gelände gab es deshalb erst wenige Meldungen. Entsprechend dünn waren auch die Datenlage und der Wissensstand des Lawinenwarndienstes um die Verhältnisse.
Auch Lawinen (blaue Punkte) wurden nur wenige gemeldet. Wegen der stabilen Wetterverhältnisse gingen wohl nur wenige Lawinen ab. Aufgrund der wenigen Geländebegehungen wurden diese zudem auch nur selten gemeldet. Es gab jedoch einzelne Hinweise auf bestehende Schwachschichten innerhalb der Schneedecke. So wurden vor allem anschliessend an den Niederschlag vom 19. und 20.11. stellenweise Wummgeräusche und Rissbildungen gemeldet (Abb. 4). Gegen Ende Monat häuften sich dann Meldungen, denen zufolge vor allem an Nordhängen, wegen dem tiefen Sonnenstand aber oft auch an Ost und Westhängen die Schneeoberfläche, teilweise sogar die gesamte Schneedecke, stark aufgebaut und locker war. Exemplarisch dafür ist ein Profil (Abb. 5) das am Montag, 30. November am Versuchsfeld des Weissfluhjochs (2536 m, Davos, GR) gemacht wurde. Im unteren Teil der Schneedecke befinden sich verkrusteten Schichten der September- und Oktoberschneefälle. Darüber wechseln sich sehr weiche Schichten aus grossen Becherkristallen mit dünnen Krusten ab. An der Oberfläche hat sich zudem grosser Oberflächenreif gebildet. Dieser schwache Schneedeckenaufbau, welcher vor allem an Schattenhängen besteht, ist eine ungünstige Basis für kommende Schneefälle.
Am Mittwoch, 18.11. wurde ein Bergsteiger im Aufstieg zum Vrenelisgärtli von einer Schneebrettlawine erfasst und mitgerissen. Bis zum Redaktionsschluss galt er als vermisst.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.