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Mit grosser Trauer und Betroffenheit hat die SKF und viele ihrer Pionier-Karatekas der 60iger und 70iger Jahre vom Tod von Gilbert Gruss (10. Februar 1943 – 1. Oktober 2016), Kenntnis genommen. Der grosse Budo- und Karatelehrer starb nach längerer Krankheit an seinem Wohnort in Thionville im französischen Lothringen.
Gruss begann 1962, im Alter von 19 Jahren, mit Karate. In seiner Aktivzeit der 70iger Jahre gehörte Gruss zu den ganz Grossen des Welt- und europäischen Karate. Zusammen mit den französischen „Legenden“ wie Dominique Valera, Francis Didier (der heutige Präsident des französischen Karateverbandes), Guy Sauvin, Alain Setrouck, François Petitdemange und Patrice Lenoir wurde er 1972 Weltmeister im Team-Kumite. Zudem war er mehrfacher Europameister im Einzel und im Team. Bereits an der ersten Karate-Weltmeisterschaft 1970 gewann er mit dem Team Bronze.
Von 1972 bis 1975 war er Nationaltrainer in Deutschland, von 1975 bis 1981 in Frankreich. Hier führte er das französische Team zu mehreren EM-Titeln. Bis 1985 war er technischer Direktor des französischen Nationalteams.
In der 70iger Jahre leitete Gruss Nationallehrgänge der SKF in Baden. Später, organisiert von Bertrand Freymond, mehrere Jahre lang Sommerlager in Lausanne am Genfersee. Legendär auch seine jahrzehntelangen Lehrgänge im französischen Biarritz an der Atlantikküste. Immer wieder war er auch an den Sommer-Lehrgängen (zuerst mit Bertrand Freymond 1998/99, dann 8x von 2000-10 mit Reynald Olivier) in Tenero präsent. Hier lehrte er auch auf eindrückliche Art und Weise seine Philosophie des Karate.
Gilbert Gruss war eine grosse Persönlichkeit. Er wurde weltweit als Athlet, Trainer und Selbstverteidigungs-Experte geschätzt. Der Träger des 9. Dan bleibt in Erinnerung als einer, der den Weg des Karate auf eindrücklicher Art und Weise lebte. Er wird am 7. Oktober 2016, 15.00 Uhr, in der Kirche Saint Pierre in Thionville beigesetzt.
Roland Zolliker, Zentralpräsident
Lehrgang 1980 in Winterthur, organisiert von Enzo Chierici