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Der EV Zug schliesst das Jahr als Leader ab. Das ist die verdiente Belohnung für die überzeugenden Leistungen in den letzten Wochen. Doch was bedeutet die Tabellenführung für den restlichen Saisonverlauf?
Im Fussball gibt es den inoffiziellen Titel des «Wintermeisters», im Eishockey hingegen nicht. Ein Blick in die Statistikbücher der letzten zehn Saisons verrät den Grund. Im Vergleich zu den Fussball-Meisterschaften verheisst im Schweizer Eishockey die Tabellenführung an Weihnachten für den restlichen Saisonverlauf nicht viel. Dies hängt vor allem, aber nicht nur, mit dem Playoff-Format zusammen, dank dem die Karten für die entscheidende Saisonphase neu gemischt werden.
In den vergangenen zehn Jahren haben nur die Hälfte aller Weihnachtstabellenführer im folgenden Frühling auch den Playoff-Final erreicht. Der SC Bern konnte dabei zweimal (2009/10 und 2016/17), die ZSC Lions einmal (2013/14) den Meistertitel erringen. Die Kloten Flyers (2010/11) und Fribourg Gottéron (2012/13) erreichten immerhin den Final.
Aussagekräftiger ist eine Tabellenführung an Weihnachten für den Verlauf der Qualifikation. Erstere hat in der letzten Dekade sechsmal den Weg zum Sieg der Qualifikation geebnet und nur einmal zu einer Klassierung ausserhalb des Spitzenduos (Gottéron als Dritter in der Saison 2011/12) geführt.
Die nächsten Spiele sind entscheidend
Die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit lassen sich zudem nicht einfach auf die diesjährige Saison übertragen. Denn heuer hat die Qualifikation später begonnen, was dazu führt, dass der EVZ nun 27 Partien bestritten hat, während es in den letzten Jahren in der Regel zwischen 33 und 36 Spielen waren. Für unsere Analyse wirkt sich diese Differenz stark aus.
Der EVZ-Trainer wünscht schöne Festtage:
Wenn wir die letzten zehn Tabellenführer nach dem 27. Spieltag mit den jeweiligen Qualifikationssiegern vergleichen, ergibt sich noch ein wesentlich unklareres Bild. Nur zweimal war das Team identisch – 2015/16 die ZSC Lions und der SC Bern in der vergangenen Spielzeit. Gar nur einmal ist der Tabellenführer nach dem 27. Spieltag später auch Schweizer Meister geworden: Das schaffte der HC Davos 2015, nachdem er bis zum Ende der Qualifikation auf den fünften Rang abgerutscht war.
Mit anderen Worten: Der EV Zug kann sich mit der momentanen Tabellenführung nichts kaufen, schon gar nicht einen historisch nachweisbaren Beleg für einen erfolgreichen Rest der Saison. Allerdings könnten siegreiche Darbietungen in den nächsten acht bis neun Begegnungen die Wahrscheinlichkeit auf eine Klassierung im Spitzenduo des Klassements drastisch erhöhen.
Auf dem Weg in die Klubhistorie?
Bleibt noch die Frage, wie die bisherige Saison des EVZ im historischen Vergleich abschneidet. Mit 55 Punkten sind die Kolinstädter ziemlich im Durchschnitt, wenn man mit den Tabellenführern nach 27 Spielen der letzten Dekade vergleicht.
Im klubhistorischen Vergleich schwingt die diesjährige Ausgabe hingegen oben hinaus. An Weihnachten standen sie in den letzten zehn Jahren nie an der Tabellenspitze, auch nicht nach dem 27. Spieltag. Wobei dies insofern mit Vorsicht zu geniessen ist, da die Teams zuweilen eine unterschiedliche Anzahl an Spielen bestritten haben.
Auch das Team wendet sich an die Fans:
Einfacher ist ein Punktevergleich: Nur einmal in den letzten zehn Jahren hatten die Zuger nach 27 Partien mehr Punkte auf dem Konto. Das war in der Saison 2011/12: Die von Doug Shedden gecoachte Spektakeltruppe um Damien Brunner, Josh Holden und Glen Metropolit demütigte Anfang Oktober die New York Rangers. Nach 27 Partien verbuchte der EVZ bereits 56 Punkte und stürmte zum Qualifikationssieg in der Meisterschaft.
In den Playoffs jedoch gingen die Zuger kläglich unter: Der EVZ scheiterte im Halbfinal sieglos an den ZSC Lions, dem späteren Meister.