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Die 27jährige Frances (Greta Gerwig) hats nicht leicht: sie will tanzen, hat zwar studiert, aber doch keine entsprechende Ausbildung.
Sie lebt mit ihrer besten Freundin Sophie (Mickey Sumner) zusammen. Dann verliert sie ihren Job und Sophie zieht zu ihrem Freund. Frances, die eigentlich immer single ist,. ist nun allein und ohne Arbeit…
Greta Gerwig ist die Indie-Ikone per se; sie ist die Königin des Mumblecore, des Indiefilms also, in dem vor allem rumgemurmelt wird und wenig bis nichts passiert. Noah Baumbach ist der Regisseur von Filmen wie «The Squid and the Whale» und «Greenberg», in dem Gerwigs Qualitäten als Mumblecore-Göttin bereits einem breiteren Publikum vorgestellt wurden. Zudem hat Baumbach mit Wes Anderson die Drehbücher zu «The Life Aquatic with Steve Zissou» und «Fantastic Mr. Fox» verfasst. Nun sind also Gerwig und Baumbach wieder künstlerisch vereint – und haben das Drehbuch zu ihrem neuen Film «Frances Ha» sogar zusammen geschrieben. Der Film steht und fällt also mit Gerwig – auch wenn die Nebenrollen absolut perfekt besetzt sind: Mickey Sumner als Sophie, Adam Driver als Lev, Michael Esper als Dan und viele andere.
Wie Woody Allens «Manhattan» hat Baumbach den Film in Schwarzweiss gedreht – und tatsächlich ist der Film auch nicht zuletzt eine Hommage an New York (bzw. an Brooklyn). Zudem ist es eine Art Coming-of-Age-Geschichte, in der aber – anders als in dem nicht ganz unverwandten deutschen Schwarzweiss-Streifen «Oh Boy» (Regie: Jan Ole Gerster) – die Hauptfigur sich wirklich verändert bzw. sich auf ihre neue Situation einstellt. In beiden Filmen geht es also um eine Generation, die zwar akademisch gebildet ist, daraus aber keinen Profit schlagen kann – und die Identitätskrise, welche damit einhergeht. Während aber Niko in «Oh Boy» sein Studium geschmissen hat, hat Frances abgeschlossen, sich aber für eine Karriere ausserhalb ihres Studiengebiets entschieden (mit den heutzutage zu erwartenden Konsequenzen) – was aber auch damit zusammenhängen könnte, dass sie auf ihrem angestammten Gebiet gar nichts gefunden hat.
Dem Film ist auf jeden Fall viel Erfolg auch in unseren Arthaus-Kinos zu wünschen. Anders als «Frances Ha» hat es «Damsels in Distress» (deutscher Titel: «Algebra in Love») leider nicht in unsere Kinos geschafft – ein Film, der in einem gewissen Sinne der direkte Vorläufer von «Frances Ha» ist. In Whit Stillmans letztem Film war Greta Gerwig nämlich ebenfalls in der Hauptrolle zu sehen: als Violet, die – wie Frances – ihre eigene Identität noch sucht bzw. sich immer wieder neu erfindet. Gut möglich, dass Gerwig und Baumbach sich hier inspirieren lassen haben – auch wenn es sich um zwei sehr verschiedene Filme handelt. Beide sind aber mehr als nur sehenswert!
«Frances Ha». USA 2012.. Regie: Noah Baumbach. Mit Greta Gerwig, Mickey Sumner, Adam Driver, Michael Esper, Michael Zegen u.a. Deutschschweizer Kinostart: 25.7.2013.
- The Good, the Bad and the Very Beautiful – Paolo Sorrentinos «La grande bellezza»
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