Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/73203

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Hat er Kenntnis von der immer schwierigeren Situation der Sprecherinnen und Sprecher des Guarani, namentlich in Paraguay, und weiss er, dass diese Sprache vom Aussterben bedroht ist?</p><p>2. Ist er bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten Schritte zu unternehmen, die dazu beizutragen, dass diese Sprache gerettet werden kann und dass alle diejenigen, für die das Guarani ein zentrales Element ihrer Kultur ist, diese Sprache wieder erlernen können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat misst der kulturellen Vielfalt im Allgemeinen und der Sprachenvielfalt im Besonderen grosse Bedeutung zu. Im Bewusstsein, dass die schweizerische Vielsprachigkeit keineswegs einzigartig auf der Welt ist, nehmen Vertreter der Schweiz auch am sprachpolitischen Erfahrungsaustausch in internationalen Foren teil, z. B. im Europarat, in der Frankophonie-Organisation und in der Unesco.</p><p>In Südamerika sind zahlreiche Sprachen der Urbevölkerung vom Aussterben bedroht. Das gilt auch für Paraguay, wo rund 20 verschiedene Sprachen heimisch sind, von denen mehrere nur noch von einigen Hundert Personen gesprochen werden. Die Guarani-Sprache allerdings ist weit verbreitet; sie wird von der grossen Mehrheit der Bevölkerung, selbst von Nachfahren europäischer Einwanderer, als Umgangssprache benutzt und kann auch im Verkehr mit den Behörden eingesetzt werden. Guarani wird weiterhin an den Schulen gelehrt, und zwar nicht nur auf dem Lande, sondern auch in der Hauptstadt Asunción. Seine Stellung als Amtssprache (neben dem Spanischen) ist in der Verfassung niedergelegt und wird nicht infrage gestellt. Die Republik Paraguay hat ihr Engagement zugunsten der Sprachenvielfalt bestätigt, indem sie am 14. September 2006 die Unesco-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes ratifizierte. Der Bundesrat sieht somit keinen Anlass, auf die Sprachpolitik Paraguays Einfluss zu nehmen.</p>  Antwort des Bundesrates.