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Die Essenz eines Menschen ist nicht sein Körper, sondern die darin wohnende, unsterbliche Seele. Beim Tod verlässt die Seele den sterbenden Körper und kehrt zurück in andere sog. geistige Ebenen. Die Seele kann sich danach entschliessen wieder auf die Erde zu kommen und in einem anderen materiellen Körper ein weiteres Leben (Inkarnation) auf der Erde zu verbringen.
Das „Wieder-auf-die-Erde-zurückkommen“ der Seele wird in der Regel als Reinkarnation oder Wiedergeburt bezeichnet. Als Inkarnation bezeichnet man hingegen ein einzelnes Leben in diesem Kreislauf. Der Begriff „Reinkarnation“ kann auch aus dem lateinischen „wieder zu Fleisch werden“ bzw. „Wiederverkörperung“ übersetzt werden. Andere Begriffe für Wiedergeburt sind auch Seelenwanderung oder Transmigration.
Reinkarnation wird häufig mit östlichen Religionen, wie z.B. Buddhismus, Hinduismus, Islam und Jainismus in Verbindung gebracht. Im Westen ist die bekannteste Philosophie, welche Reinkarnation als zentrales Element des menschlichen Daseins anerkennt, die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophie.
Die christlichen Kirchen lehrten ursprünglich ebenfalls das Konzept der Wiedergeburt, bei dem die Seelen über viele Reinkarnationen ihre Charakter-Eigenschaften weiter entwickeln, um letztendlich wieder einen Gott-ähnlichen Zustand zu erreichen. Noch im Konzil von 451 n.Chr. wurde die Reinkarnationslehre ausdrücklich bekräftigt. Gut 100 Jahre später, im Konzil von Konstantinopel 553 n.Chr. wurde die Reinkarnation jedoch per Dekret aus den christlichen Religionen verbannt, die Bibel umgeschrieben und viele alte Dokumente vernichtet, welche sich mit Reinkarnation befassten. Doch auch in der heutigen Fassung der Bibel finden sich immer noch einige Hinweise auf die Wiedergeburt bzw. darauf, dass der Glaube an die Reinkarnation für Jesus Christus und seine Jünger eine Selbstverständlichkeit war.
In der Zwischenzeit ist aber in den westlichen Industrienationen der Anteil der Menschen, welche vom Konzept der Reinkarnation überzeugt sind, wieder stark am wachsen: Eine Umfrage des Gallup-Institutes in 8 europäischen Ländern hat 1968 ergeben, dass 18% der Europäer an Reinkarnation glauben. Bei den Amerikanern waren es 20%, bei den Kanadiern 26%. Bei späteren Umfragen hat sich der Prozentsatz laufend erhöht. In der Schweiz betrug die Zustimmung gemäss einer repräsentativen Umfrage 1999 ca. 35%, bei den 13 bis 16-jährigen betrug die Bejahung der Wiedergeburt gemäss einer Umfrage im Jahre 2005 sogar 45%.
Immer mehr Menschen spüren intuitiv, dass Reinkarnation eine Tatsache und keine Fiktion ist. Wegen dem in der Spiritualität nach wie vor grossen Einfluss der Kirchen sehen sie sich aber meistens als Exoten und äussern ihren Glauben an die Wiedergeburt nur selten in der Öffentlichkeit.
Viele alternativen Therapieformen basieren auf Wissen im Zusammenhang mit Reinkarnation, z.B. Familienstellen, Kinesiologie, Touch for Health, DAN Therapie, Reinkarnationstherapie, usw.
Das Bewusstsein der Reinkarnation verbunden mit der richtigen Interpretation des Karmas, d.h. der Selbstverantwortung für sich und seine Entscheidungen, führt letztendlich zu verantwortungsvollen, friedlichen Menschen. Es ist daher zu hoffen, dass in Zukunft immer mehr Menschen Reinkarnation als Tatsache erkennen werden und daraus für sich persönlich die entsprechenden Konsequenzen für das aktuelle Leben ziehen.
Lesen Sie im nächsten Artikel Erklärungen zum Kreislauf des Lebens und zur Reinkarnation: