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Takagi, Shigeo
1930-1991 (Japan)
Shigeo Takagi begann mit 7 Jahren zu zaubern, zunächst als Manipulator. Später wandte er sich der Close-up-Zauberei zu und war massgeblich für deren Entwicklung in Japan verantwortlich.
Er schrieb Dutzende von Büchern über Zauberkunst, Kartenspiele, Puzzles, Hypnose, Psychologie, Gedächtnis und Philosophie.

Talma, Mercedes (Mary Ford)
1868-1944 (GB)
Mercedes Talma wurde 1890 die Assistentin und später die Frau von Servais Le Roy. Mit der manipulation von Münzen feierte sie als "Queen of Coins" sensationelle Erfolge in England, Frankreich und Deutschland. Ihre Münzenmanipulationen bildeten auch einen Teil des Programmes der "Monarchs of Mystery" (Le Roy, Talma & Bosco). Ausserdem war sie die erste Frau, die bei der von Le Roy erfundenen Asrah-Illusion schwebte und in der Luft verschwand.

Tampa (Ray Stanley Sugden)
1887-1939 (USA)
Tampa wurde als jüngstes von neun Kindern eines Stahlarbeiters in Pittsburgh geboren. Schon mit 6 Jahren verblüffte er die Nachbarskinder mit Mentaleffekten. Während der Schulzeit sah er Kellar. Zum ersten Mal stand er auf der Bühne als eingeweihter und bezahlter Zuschauer in einer Hypnoseshow.
Mit 30 wurde er professioneller Zauberkünstler. Um 1920 trat er als "Sugden, the Magician" mit einer chinesischen Nummer auf, in der auch seine Frau und seine zwei Söhne mitwirkten.
Ab 1924 nannte er sich "England's Court Magician". Er lernte Kellar, Houdini und Thurston kennen.
1925 unterschrieb er einen Vertrag mit Thurston, der den Namen Tampa für ihn aussuchte. Von da an trat er als "Tampa, England's Court Magician under the direction of Howard Thurston" mit einer von Thurstons Illusions-Shows vor allem in den Südstaaten auf.
Nachdem um 1930 Vaudeville nicht mehr florierte, präsentierte er mit grossem Erfolg ein Radioprogramm mit dem Titel "Tampa, England's Court Magician and the Musical Hankey Farm Bakers". Weitere Radioauftritte folgten und 1934 wurde er "Ambasssador of Good Will" für die Pittsburg Press.
Mit 51 Jahren starb er an einer Herzkrankheit, unter der er schon längere Zeit gelitten hatte.
Biografie: FRANK, G.R. Tampa, England’s Court Magician. Gary R. Frank, Granada Hills, Calfornia, 2002

Tan Hock Chuan
1910-1991 (Singapur)
Tan Hock Chuan lernte von seinem Vater, einem Amateurzauberkünstler, zaubern. Mit 10 lernte er Nicola kennen, seine erste Vorstellung gab er mit 13 Jahren.
Von Beruf war er Mathematiklehrer. Als erster Asiate erhielt er 1937 den Sphinx-Award. Seine Kunststücke erschienen in zahlreichen Zeitschriften wie Sphinx, Magic Wand, Goldston's Magic Qarterly, Genii. Er veröffentlichte "Rough and Smooth Possibilities" (1948) und "The Magic of Tan Hock Chuan" (1970).

Tarbell, Dr. Harlan Eugene
1890-1960 (USA)
Harlan Tarbell verfasste das weltbekannte Standardwerk "Tarbell Course in Magic" (Ursprünglich 1927 als 60 Fernkurslektionen begonnen). Tarbell erfand über 200 Effekte.

Taylor, E. Cooper "Daddy"
1852-1927 (USA)
Taylor trat zur Zeit des "Wilden Westens" auf und wurde auch in Kämpfe mit Indianern verwickelt. Als Junge reiste er mit John Henry Anderson Junior herum. Später stellte er eine eigene Show zusammen und reiste im Pferdewagen mit "Taylor's Congress of Cabalistic Wonder and Great European Speciality Company" durch die westlichen Staaten der USA.
Eines seiner bekanntesten Kunststücke war der verschwindende Vogelkäfig, den er auch wieder erscheinen liess. Er verdiente viel Geld und konnte seine letzten Lebensjahre in Wohlstand verbringen.

Taylor, Harold
1909-1992 (GB)
Harold Taylor war professioneller Zauberkünstler, der in allen grossen Hotels, Nachtclubs und Varietés in England auftrat. Er trat in zahlreichen Fernsehsendungen auf und arbeitete auch als magischer Berater für Fernsehfilme. Als Close-up-Künstler trat er für die bessere Gesellschaft und für das Königshaus auf.
Er verfasste die Seminarhefte , "The Angle of a Pro" Vols. 1 & 2 (1969) und "Harold Taylor Lecture Notes" (1982).

Tendo, Mahko (Takao Yabushita)
1960-2009 (Japan)
Mahka Tendo begann mit 12 Jahren zu zaubern, mit 21 Jahren wurde er professioneller Zauberkünstler. Er trat als Close-up-, Stand-up- und Bühnenmagier auf.
Weltbekannt wurde er durch seine Kartenmanipulationen mit Riesenkarten. Er trat in vielen Ländern in zahlreichen Fernsehsendungen auf, so unter anderem in England, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Portugal, , Amerika, Argentinien Kolumbien, Hong Kong und China.
Mahka Tendo erhielt zahlreiche Preise, u. a. 1. Preis in Manipulation am FISM-Kongress in Madrid (1985), den Grand Prix in Monte Carlo (1992), den Foster Baird Prize (1999), den Preis für Best Technician of the Year (1998).
Mit 49 Jahren starb Mahka Tendo an Krebs.

Ten Ichi (Tenichi Shokkyokusai)
1852-1912 (Japan)
Ten Ichi liess als erster in Amerika Wasserfontänen aus allen Stellen sprudeln, die er mit seinem Zauberstab berührte. Ausserdem führte er die Daumenfessel mit grossem Erfolg vor.

Ten-I-Chi (Jules Edward de Nijs)
1893-1967 (NL)
Jules de Nijs war der auf einer Gastspielreise seines Vaters in Belgien geborene Sohn einer holländischen Zauberdynastie. Über seinen Ururgrossvater wurde bereits 1828 berichtet.
Nach dem Tod seines Vaters, der nicht wollte, das Jules auch Zauberkünstler wurde, begann er als Zauberkünstler aufzutreten und stellte nach dem ersten Weltkrieg eine Show mit 7 Gehilfen zusammen, in der er unter anderem eine Degenkiste und die Daumenfesselung vorführte.
Als sich wegen der Inflation die Show nicht mehr aufrecht erhalten liess, versuchte sich Jules als Musiker.
1924 begann er erneut eine Zaubershow aufzubauen, die schliesslich auf zwölf Mitwirkende anwuchs. Damit bereiste er Frankreich, Deutschland, Österreich, England, Spanien und Italien.
1929, in der Wirtschaftskrise, die ein Auskommen für Varieté-Künstler schwierig machte, kaufte er sich in Breda (NL) ein Kinotheater, das er von da an betrieb.

Tenkai (Sadjiro Ishida)
1889-1972 (Japan)
Tenkai Reiste 1924 in die USA und 1939 durch Mexiko. 1958 kehrte er nach Japan zurück.
Er war der Erfinder der Tenkai-Palmage, bei der eine Spielkarte zwischen Daumen und Handfläche verborgen gehalten wird. Die Palmage wird auch für das Palmieren von Riesenmünzen verwendet.
Ausserdem erfand er den Effekt "Tenkai Pennies" unter Verwendung des "Goshman Pinch" (der in Wahrheit von Tenkai erfunden wurde).
In "Six Tricks by Tenkai" wurden Mitte der Fünfzigerjahre einige seiner Kunststücke publiziert. Eine Anzahl seiner Karten- und Münzenkunststücke wurden in "The Magic of Tenkai" (G. Kosky und A. Furst, 1974) beschrieben.

Tenyo, Shokyokusa
1888-1980 (Japan)
Shokyokusai Tenyo trat mit 17 der Truppe von Ten Ichi bei und gründete mit 25 seine eigene Truppe.
Er war Mitbegründer des ältesten heute existierenden magischen Clubs in Japan.
1931 eröffnete er als erster in Japan eine Zauberabteilung in einem Warenhaus. In Folge des grossen Erfolges gründete er das Tenyo Magic Laboratory, dessen Leitung er 1953 seinem jüngsten Sohn Akira Yamada übertrug.
Die Tenyo Company produziert neben magischen Kunststücken, die heute nur noch einen geringen Prozentsatz ihrer Produktion ausmachen, ebenfalls andere Produkte wie Zusammensetzspiele und Backgammonspiele.

Thiery, Harry
1938-2005 (NL)
siehe Di Sato

Thompson, Jr., J. G.
1910-1975 (USA)
J. G. Thompson begann mit 12 Jahren zu zaubern, nachdem er eine Vorstellung von Ed Reno gesehen hatte. Seine ersten Kunststücke erlernte er aus einem Mysto Magic Set, später nahm er Stunden bei Charles Dietric. Von Beruf war er Bankier in Middleburg, Pennsylvania wo er auch als Amateur-Mentalmagier auftrat.
Thompson verfasste "My Best" (1945), "Telastrophy" (1954),"Top Secrets of Magic" (3 Bände, 1956-68), "Card Party" (mit Ned Rutledqe, 1965), "Between Two Minds" (mit Ned Rutledqe, 1967),"Magic to Delight" (1970), "The Living End" (1972), "Sleight Intended" (1973), "The Miracle Makers" (1975), und veröffentlichte Kunststückbeschreibungen in Jinx, Phoenix, New Phoenix, New Jinx, MUM, Pallbearers Review.

Thorn, Chevalier Ernest (Moses Abraham Thorn)
1853-1928 (A)
Mit 12 Jahren sah Thorn eine Vorstellung des Zauberkünstlers St. Roman. Bereits mit 14 Jahren ging er mit Henry Smith-Cagliostro auf Tournee und war eine Zeitlang Assistent bei Bellachini und St. Roman.
Mit 18 machte er sich selbständig und zog mit seinem Bruder Heinrich nach Konstantinopel. Dort blieb er zwei Jahre bevor er nach Indien und dem fernen Osten reiste. Als Thorn und Darvin bereisten die beiden Brüder China, Japan und Australien
Ab 1880 hielten sie sich sechs Jahre in den USA auf, wo sie mit dem verschwindenden Pferd Aufsehen erregten. Während Heinrich sich zurückzog und in Amerika blieb, reiste Ernest Thorn mit seiner Frau Julie als einer der brillantesten Vorführenden seiner Zeit mit seiner spektakulären Show "An Hour in Dreamland" während rund 40 Jahren um die Welt.

Thurston, Howard
1869-1936 (USA)
Howard Thurston wurde als eines von vier Kindern in Columbus, Ohio, geboren. Mit 9 arbeitete er als Hotelpage, mit 12 betätigte er sich als Zeitungsverkäufer in verschiedenen Städten, versuchte, auf Pferderennbahnen Geld zu verdienen und reiste umher, um die Vorstellungen von Zauberkünstlern zu sehen. So sah er Herrmann the Great zweimal, studierte Professor Hoffmanns "Modern Magic", übte Manipulationstechniken, insbesondere Kartenmanipulationen und gab gelegentlich Vorstellungen für seine Freunde.
Zwischenhinein versuchte er sich mit einem Partner auch als Taschendieb und wurde dabei verhaftet. Er wurde von einer religiösen Familie aufgenommen. Als Thurston 17 war, starb seine Mutter. Thurston besuchte während drei Jahren eine Bibelschule in Massachusetts und sollte danach die Universität von Pennsylvania besuchen. Doch als er in den Schulferien in Albany eine Vorstellung von Herrmann The Great gesehen hatte, reiste er diesem nach und versuchte, mit ihm ins Gespräch zu kommen, was ihm allerdings nicht gelang.
Er reiste zu seinem Vater nach Detroit, übte während ein paar Wochen verbissen einige Kunststücke ein und bat seinen Vater um etwas Geld, damit er beginnen könne, als professioneller Zauberkünstler zu arbeiten. Sein Vater lachte ihn jedoch bloss aus und Thurston verliess ihn mit nichts als ein paar Requisiten.
In Detroit sah er auf der Strasse einen Marktschreier, der in kurzer Zeit eine beträchtliche Anzahl von Kartoffelschälmessern verkaufte. Thurston hatte die Idee, mit Zaubertricks die Leute anzulocken und ihnen dann die Kartoffelschäler zu verkaufen. In Cleveland, wo er sich damit über Wasser hielt, wurde er von einem Zirkusartisten angesprochen und als Zauberkünstler im Zirkus verpflichtet. Danach reiste er mit verschiedenen Jahrmarktshows umher und trat als Zauberkünstler auf, so oft er konnte, musste aber oft auch andere Jobs annehmen.
Unter dem Namen "Howard Thurston, America's Premier Card Manipulator" und als +Howard Thurston, Premier Card Manipulator of the World" reiste Thurston mit seiner Frau Grace im Land umher und trat in unbedeutenden Theatern in kleinen Städten auf.
Leon Herrmann, der von Thurstons Kartensteiger gehört hatte, liess ihn zu sich kommen und im Theater wo er auftrat von Thurston vorführen. Er war von dem Kunststück begeistert und wusste nicht, wie Thurston es gemacht hatte. Am nächsten Tag stand in der Zeitung zu lesen "Herrmann the Great, Mystified by Thurston". Thurston verschickte Kopien davon an Vaudeville-Agenten, doch keiner meldete sich bei ihm und er reiste weiter durch die Lande und es dauerte noch einige Jahre, bis er finanziellen Erfolg hatte und schliesslich in grösseren Theatern auftreten konnte.
1900 wurde er nach London eingeladen, wo er als selbst ernannter "King of Cards" grossen Erfolg hatte. 1901 wurde ein auf vier Wochen festgelegtes Engagement auf 26 Wochen verlängert. Von da an erhielt er so viele Engagements, wie er wollte und trat in verschiedenen europäischen Ländern vor gekrönten Häuptern auf. Darauf stellte er eine 45 Minuten dauernde Illusionsshow zusammen, mit der er ab 1902 mit grossem Erfolg in den USA auftrat. 1905 ging er mit mehreren Tonnen Gepäck auf eine dreijährige Weltreise: Honolulu, Fidschiinseln, Neuseeland, Australien, Tasmanien, Philippinische Inseln, China, Japan, Indien.
1907 trat er die Nachfolge von Kellar an und reiste mit der von diesem aufgebauten Riesenshow mit vierzig Mitwirkenden und zwanzig Lastwagen Gepäck herum.
Während der letzten vier Jahre seiner Karriere trat er vier bis fünf Mal am Tag in den besten Theatern in den USA auf. Die Vorstellungen wurden von ca. 60 Millionen Menschen besucht.
Nach einem Schlaganfall erholte er sich nicht mehr und starb mit 66.
Biografien:
OLSON, R .E., The Complete Life of Howard Franklin Thurston, Vol. 1. Hades Publications, Inc., Calgary, Alberta, Canada, 1993.
THURSTON, G. My Magic Husband. Howard Thurston Unmasked. Phil Temple, n. pl.,1985, Second Printing 2006.
STEINMEYER, J. The Last Greatest Magician in the World. Penguin, 2010.
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Tihany (Franz Czeisler)
1916-2016 (H)
Franz Czeisler wurde in Kétegyháza in Ungarn geboren. Als Kind lertne er einige Kunststücke von Alfredo Uferini. 1930 begleitete er seinen Onkel auf eine Reise nach Uruguay. Dort wurde er Assistent von Blacaman. Nach einem Jahr kehrte er nach Ungarn zurück und arbeitete für Korodini, bei dem er Zigaretten- und Kartenmanipulation erlernte. Mit 18 trat er mit seiner Frau Ilona mit einem Balanceakt, Gedankenlesen, Taschendiebstahl und Entfesselungen auf.
Um 1934 nahm er den Namen Tihanyi an (nach dem ungarischen Dorf am Balatonsee; das Schluss-i liess er erst später weg) und arbeitete mehrere Jahre als Zirkusdirektor in Rumänien. Während des Krieges gab er Vorstellungen für die Allierten Truppen. Nach Kriegsende wurde er nach Brasilien eingeladen, wo er zunächst während acht Monaten als Zauberkünstler in einem Zirkus arbeitete und spanisch und portugiesisch lernte.
1954 kaufte er ein eigenes 450 Personen fassendes Zelt, in dem er mit seiner Frau, seinem Sohn und einem weiteren Dutzend Mitarbeitern eine Bühnenshow mit vorwiegend magischen Effekten präsentierte. Bereits ein Jahr später kaufte er ein grösseres Zelt, mit dem er Brasilien bereiste und danach während drei Jahren eine Tournee durch Argentinien und Uruguay machte. Später benütze er ein zweites Zelt, so dass er in dem einen auftreten konnte, während das andere in der nächsten Stadt aufgebaut wurde.
Ende der Sechzigerjahre reiste er vier Jahre durch Mexiko, danach während den nächsten sechs Jahren durch Ecuador, Argentinien, Kolumbien, Chile, Brasilien, Uruguay, Peru und Venzuela. In einem mit einer Bühne versehenen, 1.5 Millionen Dollar teuren Zelt für 4000 Zuschauer gab er täglich zwei Vorstellungen, am Wochenende dazu noch Matinees. Diese Varietéshow sahen pro Wochenende rund zwanzigtausend Zuschauer. Für den Transport der tonnenschweren Ausrüstung wurden fast 50 Trucks benötigt.
In den Siebziger- und Achtzigerjahren, als das Fernsehen das hauptsächliche Unterhaltungsmedium in Südamerika wurde, produzierte Tihany ein halbes Dutzend Sendungen und wurde so zu einem Fernsehstar, den viele Zuschauer dann auch live sehen wollten. 1984 unternahm er eine Abschiedstournee in Brasilien und zog nach Florida. Bereits 1986 ging er jedoch wieder auf Tournee durch Mexiko. Mit 73 wollte er eine Tournee durch Nordamerika unternehmen, brach diese jedoch bald ab, da er sich mit den dort geltenden Gesetzen und Vorschriften - auch seiner mangelnden Englischkenntnisse wegen - nicht zurechtfand. Darauf trat er bis Ende der Neunzigerjahre wieder in Südamerika auf. Danach übergab er den Part des Zauberkünstlers in seiner Show an Richard Massone, der während zwanzig Jahren für ihn gearbeitet hatte.
Insgesamt sahen im Verlauf von 50 Jahren etwa 40 Millionen Zuschauer Tihanys Vorstellungen.
Tihany wurde in Anerkennung seiner Leistungen für die Förderung und Erhaltung von Zirkuskunst und Kultur zum Zirkusbotschafter der Fédération Mondiale du Cirque ernannt. Als Juror war er an zahlreichen Zirkusfestivals wie denjenigen von Budapest, Monte Carlo und Peking tätig. Er wurde in den Circus Ring of Fame in Sarasota aufgenommen. 1978 wurde ihm von der Academy of Magical Arts die Performing Fellowship verliehen, 1987 die Masters Fellowship.
Tihany vertarb kurz vo r seinem hundertsten Geburstag.
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Torell, Jan (Jean Gerrit Schnepel)
1935-2014 (D)
Der als Kind holländischer Eltern in Lübeck geborene Jan Torell interessierte sich zunächst für Musik und Akrobatik. 1949 wirkte er in einer Varieté-Truppe mit, die vorwiegend aus arbeitslosen Kriegsheimkehrern bestand. Von seinen Eltern erhielt er zum Geburtstag und zu Weihnachten jeweils Zauberbücher und Zauberkunststücke von Janos Bartl.
Nachdem er 1952 erfahren hatte, dass Al Torsten - der 1950 am ersten Zauberkongress nach dem Krieg in München aufgetreten war - in Lübeck wohnte, suchte er diesen auf. Al Torsten brachte ihm die Grundlagen der Manipulation mit Bällen, Karten, und Fingerhüten bei.
Jan Torell gewann diverse Preise in allgemeiner Magie, so 1958 am MZvD-Kongress in Frankfurten den ersten Preis, 1973 am FISM-KOngress in Paris den 3. Preis, 1975 am Europakongress in Baden Baden den 1. Preis und 1976 am FISM-Kongress in Wien den 2. Preis. Seine aussergewöhnliche Nummer beinhaltete Fingerhut- und Ballmanipulationen und Verwandlungen von Riesenkarten in Tücher, aus denen er Würfel produzierte. Den Abschluss bildete das Erscheinen einer fast mannshohen Würfelpyramide.
1975 absolvierte Jan Torell eine Seminartournee in den USA, wirkte in Los Angeles in Milt Larsens It's Magic Show mit und trat 14 Tage im Magic Castle auf. 1986 trat er je eine Woche im Theate an der Wien und im Kulturplast Dresden auf.
Jan Torellverfasste "Maic by Jan Torell" (1975) und "Rund um den Zaubertisch" (o. J.).
1978 verstarb seine Ehefrau und Partnerin auf der Bühne, Hannelore.

Torsten, Al (Alexander Franz Simoneit)
1917-2004 (RUS)
Al Torsten wurde in Tula in Russland geboren. Eer wuchs in Lettland und Litauen auf und besuchte deutsche und russische Schulen.
1935 emigrierte er nach Königsberg in Ostpreussen, wo er seine künftige Frau, Ellen Tschutter, traf und 1939 heiratete. Al Torsten arbeitete bei Derulft, Vorgängerin der Lufthansa.
1945 begannen Sie ein neues Leben in einem Flüchtlingslager in Luebeck, Westdeutschland.
1956 wanderten sie in die USA aus und erwarben 1962 die amerikanische Staatsbürgerschaft.
1945, während der Besatzung durch die Alliierten, begann Al Torsten mit seiner Frau für Flüchtlinge und Wohltätigkeitsorganisationen der Armee aufzutreten. Sein Ruf wuchs mit zunehmender Geschicklichkeit und schliesslich wurde er professioneller Zauberkünstler.
Al Torsten war vor allem bekannt durch seine Manipulationen. Der Höhepunkt seiner professionellen Karriere als Zauberkünstler lag zwischen 1945 und 1956, für die Zauberkunst interessiert hatte er sich jedoch bereits mit 11 Jahren und das Interesse blieb bis zu seinem Tod mit 87 Jahren erhalten.

Tosari, Hans (Hans Hander)
1898-1967 (Tschechien)
Hans Tosari wurde in Wurzelsdorf (Kořenov, Tschechien) geboren. Als Schüler von Gerhard Frankoni begann er mit 15 seine Laufbahn. 1918 trat er in Theatern in Riesa und Brieg als Komiker auf.
1921-1924 arbeitete er als Geschäftsführer des Zirkus Frankello.
1928 hatte er mit einer Manipulationsnummer mit einer Uhr, Zigaretten und Fingerhüten seinen ersten Auftritt als Zauberkünstler in einem Varieté. Ab 1933 wurde er durch die nationalsozialistische Rassenpolitik in der Berufsausübung stark behindert.
Ab 1945 half er in Dresden aktiv beim Aufbau des Kulturlebensmit, so war er u. a. Leiter eines Varietés.
1959 wurde er Vorsitzender des Zentralausschusses Magischer Zirkel der DDR, 1960-1967 war er Vorsitzender des Magischen Zirkels der DDR, den er zu künstlerischer Höhe führte. 1967 erhielt er den Teumerring des Magischen Zirkels von Deutschland.
Als Berufszauberkünstler trat Hans Tosari in Kabaretts und Varietés in Deutschland und Österreich auf.
1967 starb er in Dresden.

Tréborix (Robert Olivaux)
1894-1982 (F)
Tréborix wuchs als Sohn eines Uhrmachers in Ancenis auf. Im Gegensatz zu den meisten Zauberkünstlern, deren Interesse für die Zauberkunst durch einen Zauberkasten geweckt wurde, sah er in einer Zeitschrift eine Anzeige für Zauberbücher. Da er schon als Kind geschickte Hände hatte, kauften ihm seine Eltern die Bücher, die er jedoch bald wieder links liegen liess. Mit 15 Jahren nahm er sie sich wieder vor und diesmal kam er von der Zauberkunst nicht mehr los, nachdem er eine Schaustellergruppe mit einem Zauberkünstler gesehen hatte. Bald zeigte sich seine Begabung als Zauberkünstler und mit 19 Jahren gab er seine erste Vorstellung.
Auch der Krieg von 1914-1918 konnte seine Karriere nicht unterbrechen. Seine Auftritte bei den Truppen im Théatre aux Armées gab ihm im Gegenteil die Möglichkeit, sein Können zu perfektionieren.
Nach der Befreiung beschloss er 1919, sich als Augenoptiker ausbilden zu lassen. Neben seiner Arbeit als Optiker in Nantes verfolgte er unter dem Bühnennamen Tréborix seine Karriere als Zauberkünstler weiter. Er spezialisierte sich auch auf Mnemotechnik und wurde in Frankreich zu einer Autortät auf diesem Gebiet.
1933 war er Gründungsmitglied er Amicalae Robert Houdin in Nantes.
In seiner spärlichen Freizeit vefasste er drei Bücher, "ABC de la mnémotechnie" (1938), "Fantaisie avec des dés à jouer" (1950, 1953 als englische Übersetzung "Diversions with Dice " erschienen) und "Souvenirs et mémoire" (1974)

Tree, Leo (William John Atkins)
1884-1957 (GB)
Leo Tree entwickelte bereits mit zehn Jahren ein eigenes System der Gedankenübertragung zwischen zwei Personen. Mit einem Partner trat er unter dem Namen "The Wesmar Brothers" in England und Südafrika auf. 1915 heiratete sein Partner und trennte sich von ihm. Darauf ging Tree nach Australien, wo er Myra Peers, eine Musikstudentin aus Brighton, traf und sie heiratete. Zusammen studierten sie erneut die Gedankenlesenummer ein und traten damit in Australien auf bis zu ihrer Rückkehr nach England 1924. Dort traten sie im Coliseum Theater in London auf und wurden zu einem Auftritt vor dem Königshaus verpflichtet, dem dank dem Eindruck, den Tree mit seiner Vorstellung machte, noch viele weitere "Royal Variety Performances" und "Command Performances" folgten.
Bevor die Trees 1949 nach Australien zogen, entwickelten Sie "long distance telepahty", die vor allem publizistischen Zwecken diente, um die Aufmerksamkeit des Publikums aufrechtzuerhalten. Dabei übertrugen Sie Gedanken vom Dach eines Hochhauses in ein Theater oder von Leo in einem Taucheranzug unter Wasser zu Frances. In Australien traten sie weiterhin in Theatern auf und zogen sich dann allmählich aus dem Showgeschäft zurück.

Trewey, Félicien
(1848-1920) (F)
Fèlicien Trewey lief mit 15 Jahren von zu Hause weg, um Zauberkünstler und Seiltänzer zu werden.
Nach ein paar Jahren wurde er Besitzer eines Wandertheaters, in dem er als Jongleur, Zauberkünstler, Tänzer und Schauspieler auftrat.
Danach begann er als Schattenspieler aufzutreten. 1869 wurde er in Paris als Star gefeiert und reiste danach mit Schattenspiel und Chapeaugraphie durch ganz Europa.
1889 tat er sich in New York mit Alexander Herrmann zusammen. Dort fand er in den folgenden Jahren viele Imitatoren.
Videodownload: Félicien Trewey: Seven Short Films

Trixer, Hans (Hans Eric Elsbach-Trixer)
1921-1994 (D)
Als Teenager arbeitete Hans Trixer in einer Buchhandlung und entdeckte dort Fischers "Das Wunderbuch der Zauberkunst".
Bevor er 1939 vor den Nazis nach Holland floh, änderte er seinen Namen in Trixer um. Nach der Invasion Hollands durch die Deutschen verbrachte er die Kriegsjahre in Konzentrationslagern. Nach seiner Befreiung nahm er eine Stelle in Henk Vermeydens Magic Studio in Amsterdam an und wurde Herausgeber der Zeitschrift Triks.
In Amsterdam lernte er auch Fred Kaps kennen.
Hans Trixer blieb immer Amateurzauberkünstler, aber dank seinem Können gewann er 1949 in Holland den Close-up Grand-prix. Im Gleichen Jahr trat er dem Magic Circle bei und wurde sogleich zum Member of the Inner Magic Circle ernannt.
1952 wanderte er nach dem damaligen Süd-Rhodesien aus, wo er als gelernter Juwelier ein neues Leben als Direktor des bedeutendsten Juweliergrossisten der Region. begann. In dieser Zeit begann er, Kunststücke in englischsprachigen Zeitschriften wie The Gen, Pentagram, MUM, Genii, Arcane und Epoptica zu publizieren. Kunststücke von ihm wurden auch in klassischen Werken wie Gansons "Routined Manipulation", Corindas "Thirteen Steps to Mentalism" und Paul Currys "Special Effects" veröffentlicht. 1955 publizierte er das Buch "Conjuring Trix and Jardine Ellis Ring".
Hans Trixer verstarb während einer USA-Reise infolge eines Herzanfalls in New Orleans.

Trost Nick (Nicholas K. Trost)
1935 -2008 (USA)
Nick Trosts Interesse für die Zauberkunst wurde geweckt, als er mit sieben oder acht Jahren eine vom IBM Ring in Troy, Ohio organisierte Zaubervorstellung sah.
Von 1961 bis 1994 schrieb er eine Kartenkolumne in The New Tops.
Bekannt wurde Nick Trost in den USA und Europa vor allem durch seine Päckchentricks und Kunststücke, deren Vorführung keine grosse Fingerfertigkeit erfordern.
Er verfasste zahlreiche Bücher über Kartenkunststücke, so "Nick's Table Trix" (1956), "Cardman's Secrets" (1964), E.S.P. Session with Nick Trost (1965), Mental Card Miracles (1965), "World's Best Card Miracles" (1971), "Expert Gambling Tricks" (1975), "Gambling Tricks with Cards", part one and part two (1975), "Trost's Subtle Card Magic": Part one (1976), "Close-up mentalism Folio" (1979), "Impromptu Card Magic Folio NO. 2"(1979), "Ace Tricks: From the Collected Manu-Secrets of Nick Trost" (1983), "The Card Magic of Nick Trost" (1997). 2008 erschien "Subtle Card Creations", Volume 1.
2008 starb er infolge eines Hirntumors.

Trunk, Hans
1887-1966 (A)
In Wien geboren verblüffte Hans Trunk schon als Kind seine Schulkameraden mit Zauberkunststücken. Mit 9 Jahren sah er im Prater eine Vorstellung im Kratky-Baschik-Theater. 1905 gab er seine erste öffentliche Vorstellung, 1912 trat er dem Klub der Amateure für magische Kunst (dem Vorläufer des Magischen Klubs Wien) bei. Hans Trunk war im besten Sinne des Wortes ein Amateur und widmete sich leidenschaftlich der Zauberkunst. 1944 wurde er zum Ehrenmitglied des Magischen Zirkels von Deutschland ernannt. Nach dem zweiten Weltkrieg war er während mehreren Jahren Präsident des Magischen Klubs Wien.
Er erfand mehrere Kunststücke. Am bekanntesten ist das Mitte der 1920er Jahre auf den Markt gebrachte „Blaue Wunder“, bei dem eine auf vier runden gelben, auf einem Stab aufgereihten Scheiben liegende blaue Scheibe von oben zur Mitte und dann nach unten wandert. Die Herstellungsrechte hatte Hans Trunk ursprünglich der Firma Klingl in Wien überlassen. Ottokar Fischer brachte dann jedoch das Kunststück auch in den Verkauf, danach wurde es ab 1930 von Thayer und weiteren Firmen in den USA angeboten.
Zwischen 1939 und 1942 publizierte Hans Trunk in der Magie eine Artikelserie Unter dem Titel "Magische Memoiren". Er veröffentlichte "Das Trunk-Buch", in dem ein erster Teil der in der Magie veröffentlichten Artikel zusammengefasst waren (1939), "Und heute wird gezaubert" (1947) sowie "Super-Premonition" (1953).

Truxa (Erik Bang)
1919-1996 (DK)
Truxa befasste sich bereits mit 14 Jahren mit der Zauberkunst. Mit 18 gab er seine erste abendfüllende Show in der Scala in Kopenhagen. Dies war der Beginn einer langen, erfolgreichen Karriere als Zauberkünstler, Illusionist und Gedankenleser, der insbesondere in den skandinavischen Ländern grosse Bekanntheit erreichte.
Der mehrsprachige Truxa erreichte durch spektakuläre Reklametricks - Entfesselungen, Blindfahrten, in der Öffentlichkeit vorgeführte Schweben - dass immer wieder in den grössten Tagezeitungen in Skandinavien, Amerika, Italien, Spanien und Japan über ihn berichtet wurde.
Mit der mit seiner Frau präsentierten Telepathienummer trat er wiederholt im Radio und im schwedischen Fernsehen auf. Seine abendfüllende Show zeigte er in Schweden unter anderem auch drei Tage hintereinander in einem Zirkuszelt mit 2200 Sitzplätzen.
Truxa verfasste das Buch "Trolla med Truxa" (1970).

Tschitaschwili , Dick (David Josifowitsch Tschitaschwili)
1913 - ? (Georgien)
Dick Tschitaschwili begeisterte sich seit seiner Kindheit für die Kunst der Strassenzauberer in Tiflis (Tbilissi). Er zeigte Manipulationen mit Bällen, Karten und Bändern.
Als Berufskünstler arbeitete Dick mit Gegenständen, die dem Zuschauer ins Auge sprangen. So produzierte er aus einer Zeichnung eine Vase mit Blumen. Die Zeichnung war danach vom Blatt verschwunden. Er liess ein Aquarium mit Wasser und Goldfischen erscheinen, ein laufender Fernseher verschwand auf offener Bühne.
Erstmals in der UdSSR zeigte Tschitaschwili die folgende Kombination: Er nahm ein Tuch aus der Tasche, es wurde untersucht und danach in die Luft geworfen; er zog eine Flasche Rotwein aus dem Tuch. Die Flasche wurde auf ein Glastablett gestellt, welches eine Assistentin hielt. Sie trug das Tablett mit der Flasche zum anderen Bühnenende. Tschitaschwili zauberte aus dem Tuch einen Kristallpokal. Mit Gesten deutete er an, den Pokal mit der weit entfernten Rotweinflasche zu füllen. Der Weinpegel in der Flasche fiel. Zum Schluss wickelte der Künstler das Tablett mit Flasche in Papier ein und liess alles verschwinden.
Seine Darbietung zeigte Tschitaschwili als würdevoller reifer Meister mit sehr sparsamen Gesten. Scheinbar ging nichts Besonderes vor, nur seine Augen leuchteten.
Aus: A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg.

Tucker, Tommy (Ellsworth Hosford Tucker)
1915-1991 (USA)
Mit 12 Jahren lernte Tommy Tucker anhand eines Fernlehrkurses zaubern. Ab etwa 1934 arbeitete er als professioneller komischer Zauberer.
Er erfand den Six-Card Repeat, ein Kunststück, das durch Blackstone weltweit bekannt gemacht wurde.
1947 heiratete er Elisabeth, mit der er ab 1948 eine weltberühmte Zweipersonen-Mentalnummer ausarbeitete, die er in 23 Ländern der Erde zeigte.
Er gründete Magitornix, eine Firma, die elektronische Hilfsmittel für Zauberkünstler anbot.
Er wurde in die SAM Hall of Fame aufgenommen und erhielt 1987 den Performing Fellowship der AMA.
Er verfasste "Tommy Tucker gives you - What Next!" (1936) und veröffentlichte Artikel in MUM, Genii und weiteren Zeitschriften.
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