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Donna Strickland ist die erste Frau seit 1963, die einen Physik-Nobelpreis erhält. Zusammen mit ihrem damaligen Doktorvater Gérard Mourou wurde sie diese Woche für ihre Grundlagenforschung im Bereich der Laserphysik ausgezeichnet. Die beiden teilen sich den Physik-Nobelpreis mit Arthur Ashkin.
Viele fragten sich jedoch bei der Ernennung von Strickland, wer sie überhaupt ist. Eine Wikipedia-Suche ergab keinen Treffer. Wie das Newsportal Quartz berichtet, wurde erst im Mai dieses Jahres ein Wikipedia-Artikel über sie gelöscht. Der Grund: Die Wikipedia-Redaktoren waren nicht überzeugt davon, dass Strickland relevant genug sei. Sie bemängelten am eingereichten Artikel, dass es keine unabhängige Berichterstattung über das Werk von Strickland gebe.
Auch ihr akademischer Titel – ausserordentliche Professorin – deutet nicht auf eine Nobelpreisträgerin hin. Ein ausserordentlicher Professor (engl. associate professor) ist lediglich die Vorstufe zu einem ordentlichen Professor. Dieser muss für seine Position von anderen ordentlichen Professoren berufen werden, im Gegensatz zur ausserordentlichen Professur, welche lediglich eine Beförderung darstellt.
Bevor Strickland den Nobelpreis erhielt, wurde sie auf Wikipedia ein einziges Mal genannt. Dies in einem Artikel über Co-Preisträger Mourou. 90 Minuten nach der Preisverleihung erhielt Strickland dann einen eigenen Artikel.
Die Kanadierin ist nach Marie Curie und Maria Goeppert-Mayer die dritte Frau, die einen Nobelpreis für Physik erhält. «Wir müssen weibliche Physikerinnen feiern, denn es gibt sie da draussen», sagte die Laserexpertin am Dienstag in einem Telefonat mit der königlich-schwedischen Akademie für die Wissenschaften.
«Ich fühle mich geehrt, eine dieser Frauen zu sein.» Möglicherweise hat Strickland mit ihrem Votum für Physikerinnen Bezug genommen auf einen diskriminierenden Vortrag, den ein italienischer Gastredner am Freitag an der renommierten Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) bei Genf gehalten hat. (jaw/sda)