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Generalkonferenz 2012: Beschlüsse I
Rund 1200 Anträge waren an die Generalkonferenz 2012 eingereicht worden. Nachdem sie zur Vorberatung an verschiedene Legislativ-Komitees zugewiesen worden waren, wurden in den Plenarsitzungen vom Montag, 30. April 2012, und vom Dienstag, 1. Mai 2012, verschiedene Beschlüsse gefasst.
Dem Antrag, den Bischofsrat zu ermächtigen, eines seiner Mitglieder zum vollzeitlichen Präsidenten bzw. zur vollzeitlichen Präsidentin ohne Aufsichtspflicht über ein geographisches Gebiet zu wählen, wurde zwar mehrheitlich zugestimmt. Weil dies aber nicht mit der für eine Verfassungsänderung notwendigen Zweidrittel-Mehrheit geschah, scheiterte die erhoffte Stärkung des Bischofsrates.
Auch der Antrag, die Amtszeit der Bischöfinnen und Bischöfe in den USA zu beschränken, scheiterte in der entsprechenden Abstimmung. Somit werden die Bischöfinnen und Bischöfe in den USA weiterhin auf Lebenszeit gewählt.
Die «garantierte Dienstzuweisung» («guaranteed appointment») für Pastorinnen und Pastoren hingegen wurde von den Delegierten an die Generalkonferenz abgeschafft. Was 1956 eingeführt worden war, um Pastorinnen sowie zu einer ethnischen Minderheit gehörenden Pastorinnen und Pastoren zu schützen, entwickelte sich in den Augen der Gegner der «garantierten Dienstzuweisung» vor allem zu einem Schutz «ineffektiver Pastorinnen und Pastoren». Durch die neue Regelung soll letztlich die Mission der Kirche gestärkt werden, wobei Kritiker monierten, dass in diesem Zusammenhang auch über «ineffektive Gemeinden» gesprochen werden müsse.
Fünf von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland eingebrachte Anträge zur Abänderung der Sozialen Grundsätze wurden mit grossen Mehrheiten angenommen. Sie betreffen den Umgang mit den Energie-Ressourcen (u.a. Aufruf zum Energiesparen und zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien), die Nahrungsmittelsicherheit (Forderung nach einer klaren Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel), den verantwortlichen Umgang mit der Gentechnologie (u.a. Ablehnung gentechnisch veränderter Futtermittel in der Tieraufzucht), die Gewalt in den Medien (u.a. Ablehnung sexistischer und gewaltverherrlichender Bilder) sowie den Wehrdienst (u.a. Forderung einer seelsorgerlichen Begleitung jener, die Wehrdienst leisten, und jener, die den Wehrdienst verweigern).
Ein von der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa eingebrachter Antrag zur geographischen Ausweitung dieses Gebiets um Rumänien und Belgien wurde angenommen. Ein ähnlich gelagerter, aber die Situation in Afrika betreffender Antrag fand ebenfalls deutliche Zustimmung – beide Vorlagen sind Ausdruck davon, dass sich die Arbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche ausdehnt, und dass die Mission der Kirche immer wieder neue Gebiete erreicht. Angenommen wurde auch die Schaffung eines vierten Bischofsgebietes in der DR Kongo. Schon im zuständigen Legislativ-Komitee auf der Strecke blieb hingegen der Antrag einer Einzelperson, die drei europäischen Zentralkonferenzen zu einer einzigen zusammenzulegen.
In Schweden hatte sich die Evangelisch-methodistische Kirche im vergangenen Jahr mit zwei weiteren Kirchen zu einer neuen Kirche («Gemensam Framtid») zusammengeschlossen. Dieser wurde an der Generalkonferenz mit grosser Mehrheit der Status einer affiliierten vereinigten Kirche verliehen.
Schliesslich wurde ein Schritt in Richtung einer neuen, weltweit gültigen Kirchenordnung gemacht, indem ein Auftrag an den Ständigen Ausschuss für Zentralkonferenz-Angelegenheiten erteilt wurde, jene Teile der Kirchenordnung zu identifizieren, die als einzige künftig von den Zentralkonferenzen ausserhalb der USA adaptiert werden dürfen.
Die parlamentarischen Verhandlungen werden immer wieder von Gottesdiensten und anderen speziellen Plenarveranstaltungen unterbrochen. Im Rahmen einer Feier wurden beispielsweise ermutigende Erfahrungen aus der weltweiten Arbeit der EMK geteilt: Bischof Mike Lowry berichtete von über 600 Gemeinden, die seit der letzten Generalkonferenz in den USA gegründet worden waren (Schwerpunktbereich «Neue Gemeinden für neue Menschen). Weltweit ist die Zahl der in den letzten vier Jahren neu gegründeten Gemeinden natürlich noch viel grösser – in der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa sind es deren 14. Bischof Thomas Bickerton hielt ein Netz in den Händen, das schon bald als das einmillionste Netz der EMK im Kampf gegen Malaria in Afrika verteilt werden wird (Schwerpunktbereich «Weltweite Gesundheit»). Und im Rahmen von Bischof Joel Martinez’ Bericht über den Dienst mit den Armen wurde ein rund fünfminütiger Video über die Arbeit der EMK in Ungarn mit Roma ausgestrahlt (er kann hier abgerufen werden).
Quelle: United Methodist News Service - zusammengestellt von Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Patrick Streiff, Zürich