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Der neue Dienst soll noch in diesem Jahr starten. Der Gründer des Finanznachrichtendienstes, der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, und Twitter-Chef Jack Dorsey gaben die Gründung des Nachrichtensenders am Montag in New York bekannt.
Bloomberg-Videonachrichten sollen ebenso verwendet werden wie Video-Material von Twitternutzern, das Bloomberg-Redaktoren bearbeiten. Der neue Kanal werde die "globalen redaktionellen Fähigkeiten von Bloomberg mit der digitalen Macht von Twitter vereinen", hiess es.
Der Chef von Bloomberg Media, Justin Smith, sagte, mit dem Zusammengehen des sozialen Netzwerkes, bei dem Videos eine immer grössere Rolle spielen, und des Finanznachrichtendienstes werde das "digitale Erleben" von Nachrichten neu erfunden. Dem "Wall Street Journal" sagte Smith, der neue Dienst werde sich an ein intelligentes Publikum richten und auf die weltweit wichtigsten Nachrichten konzentrieren.
Der Twitter-Manager Anthony Noto sprach von "einer einzigartigen und machtvollen Kombination". Angaben zu den finanziellen Bedingungen der Zusammenarbeit der beiden Unternehmen wurden nicht gemacht. Die Twitter-Aktien legten um 6,4 Prozent zu und erreichten den höchsten Wert seit Februar.
Neben Nachrichten setzt Twitter auch auf Sport. So sollen pro Saison 20 Spiele der Frauenbasketball-Liga WNBA gezeigt werden und bei Golf-Turnieren zusätzlich zu bisherigen Live-Streams auch 360-Grad-Videos.
Im vergangenen Jahr machte Twitter einen ersten Versuch mit Sport-Übertragungen und zeigte online zehn Donnerstags-Spiele der Football-Liga NFL. Für die nächste Saison hat sich die Rechte jedoch Amazon gesichert. Der Onlinehändler will sie den Kunden seines Abo-Dienstes Prime zugänglich machen und bot der NFL laut Medienberichten deutlich mehr als der Kurznachrichtendienst.
Die NFL-Übertragungen bei Twitter sollen im Schnitt gut 260'000 Zuschauer angelockt haben, während die TV-Sender CBS und NBC bei den gleichen Spielen auf jeweils rund 16 Millionen kamen.
Auch mit Musik will Twitter punkten. Der Konzertvermittler Live Nation wird Auftritte einiger Musiker live übertragen. Hinzu kommen Magazin-Formate wie eine Frühstücks-TV-Sendung der Website "Buzzfeed", eine Gadget-Show des Technologie-Blogs "The Verge" und eine Sendung mit dem Namen "#Verified", bei der Sportler Fragen von Twitter-Nutzern beantworten.
Twitter kommt nicht aus den roten Zahlen heraus, und zudem schwächte sich in den vergangenen zwei Jahren das Wachstum der Nutzerzahlen drastisch ab. Erst im vergangenen Quartal gab es erstmals wieder ein etwas spürbares Plus von neun Millionen Nutzern.
(SDA)