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Die Resultate der Radioaktivitätsmessflüge entsprechen in den Gebieten der Kernkraftwerke Mühleberg und Gösgen den Erwartungen. Ausserhalb der Betriebsareale wurden normale Werte festgestellt. Im Vergleich zu den Messungen in früheren Jahren wurden keine Veränderungen festgestellt.
Jedes Jahr führt die Nationale Alarmzentrale NAZ eine Messkampagne Aeroradiometrie durch. Dabei wird aus der Luft die Radioaktivität am Boden gemessen. Am 11. Juni 2015 überflog der Super Puma der Schweizer Luftwaffe die Gegend des Kernkraftwerks Mühleberg, am Tag darauf jene des Kernkraftwerks Gösgen.
In der Umgebung beider Anlagen konnte ausserhalb des Betriebsareals keine Ablagerung von künstlicher Radioaktivität festgestellt werden, wie aus dem nun publizierten Bericht der NAZ hervorgeht.
Auf der Karte mit der Ortsdosisleistung ist das Kernkraftwerk Mühleberg klar zu erkennen. Dies liegt daran, dass bei Siedewasserreaktoren wie Mühleberg und Leibstadt Frischdampf mit Stickstoff N-16 aus dem Reaktor auf die Turbinen im Maschinenhaus geleitet wird. Da das Dach des Maschinenhauses nur eine geringe Abschirmung bietet, können die Gammastrahlen des Stickstoffisotops N-16 über dem Maschinenhaus aus der Luft gut detektiert werden. Die Dosisleistung im zugänglichen Bereich am Boden liegt unterhalb der gesetzlichen Vorgaben. Sie ist für Mensch und Umwelt unbedenklich.
Aus dem Reaktor selber ist aufgrund der dicken Schutzhülle keine Gammastrahlung messbar. Diese Werte wurden bereits in den vergangenen Jahren beobachtet. Ausserhalb des umzäunten Areals konnten keine Werte festgestellt werden, die erhöht sind.
Auf den Karten für die Regionen um die KKW Gösgen und Mühleberg sind natürliche Variationen zu erkennen. Diese werden durch die Geologie und Topographie, aber auch durch Wasserläufe sowie Vegetation verursacht. Deutlich sichtbar ist beispielsweise der Wohlensee, da das Wasser die terrestrische Strahlung abschirmt.
Messungen im Auftrag des ENSI
Im Auftrag des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI werden alle Kernanlagen in der Schweiz im Zweijahresrhythmus ausgemessen. Mit der Messung der Radioaktivität aus der Luft, der so genannten Aeroradiometrie, kann die Radioaktivität am Boden schnell und grossräumig gemessen werden. Dank diesen Messresultaten kann bei einem Ereignis mit Verdacht auf erhöhte Radioaktivität jede Abweichung vom Normalzustand präzise festgestellt werden. Die NAZ führt jedes Jahr im Sommer solche Messflüge durch, um einerseits Messdaten zu gewinnen und anderseits die Einsatzbereitschaft des Messteams und der Ausrüstung sicherzustellen.