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um 1914-1918
Inv. 2015.143.
Trench Art, Schützengraben-Kunst, Objets Derivés, L’Art des Tranchées, nennt man unscheinbare Alltagsgegenstände, die von Soldaten des Ersten Weltkriegs aus Kriegsabfall wie Geschosshülsen, Granatsplittern oder aus Holz und Knochen zu Vasen, Broschen, Brieföffnern etc. verarbeitet wurden. Der Begriff Art meint hier nicht Kunst, sondern das kreative Können zur Umformung vorhandenen Materials.
In der Verarbeitung von authentischem Kriegsmaterial durch Soldaten besitzen die Objekte eine besondere Nähe zum Kriegsalltag. Sie wurden in Unterständen des riesigen, etwa 40'000 km langen Schützengrabensystems in Zeiten angespannter Ruhe und lähmender Langeweile als Gegenwelt zu den Schrecken des Krieges geschaffen. Die Gegenstände widerspiegeln Zeitstil, persönliche und kollektive Geschmacksprägungen, Freund- und Feinbilder, Stimmungen und Sehnsüchte der Soldaten. Obwohl kaum je signiert, waren die Gegenstände für die Soldaten selbst sowie für die Angehörigen mit persönlichen Erinnerungen verbunden; manchmal waren sie die letzte Schöpfung von Gefallenen.
Da die Schweiz nicht kriegführend am Ersten Weltkrieg beteiligt war, ist diese Form der Kriegserinnerung hierzulande im Unterschied zu Frankreich, Deutschland und den Beneluxstaaten fast unbekannt.
Bei den Trench-Art-Objekten aus der Sammlung des Ehepaars van der Haegen handelt es sich in erster Linie um messingene Geschosshülsen, deren ursprüngliche Form teilweise kaum verändert wurde und die nur durch die dekorative Bearbeitung ihrer Oberfläche auf einen neue Verwendungszweck hinweisen. Ein Grossteil der Sammlung besteht daher aus einfachen, vasenähnlichen Gefässen. Aber auch gedrehte, verjüngte und mit zusätzlichem Material ergänzte Geschosshülsen, welche etwa als Bettflasche oder Sparbüchse zu erkennen sind, zählen dazu.