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Eine Woche vor dem Start der Leichtathletik Weltmeisterschaften in Moskau (10.–18. August) erhielten die Schweizer Athleten am Samstag im St. Leonhard eine letzte Gelegenheit, ihre Form zu testen–oder wie im Falle von Léa Sprunger (Cova Nyon), ihre gute Form ein letztes Mal unter Beweis zu stellen. Mit den Siegen über 100 m und im Weitsprung konnte die Waadtländerin das sechste und letzte Swiss Meeting der Saison 2013 allerdings nur bedingt als Erfolg verbuchen.
Keine Konkurrenz für Léa Sprunger
Um den Sieg in der Königsdisziplin musste sich Léa Sprunger nie fürchten. Das war aber auch nicht primäres Ziel der 23-Jährigen, vielmehr wollte sie die 100 m richtig schnell laufen. Das gelang ihr allerdings nicht wie gewünscht. Ihre schnellste Zeit stellte Léa Sprunger im Vorlauf mit soliden 11,77 Sekunden auf. Damit blieb sie jedoch 15 Hundertstel über ihrer persönlichen Bestleistung, die sie Ende Mai in Weinheim gelaufen war. Den Final gewann sie in 11,81 Sekunden.
Im Weitsprung landete Léa Sprunger bei 5,73 Metern. Dies reichte ihr zum überlegenen Sieg. Die Jurassierin Aurélie Humair–wie Sprunger als Mitglied der Schweizer 4×100-m-Staffel für Moskau qualifiziert–büsste auf die Siegerin 32 Zentimeter ein.
Zufriedene Ellen Sprunger
Mit der Siebenkämpferin Ellen Sprunger (Cova Nyon) stand in Freiburg eine weitere WM-Teilnehmerin im Einsatz. Zwei der sieben Disziplinen des Mehrkampfs absolvierte die ältere Schwester von Léa, die 100 m Hürden sowie den Hochsprung.
Im Hürdenvorlauf blieb die Uhr bei der Schweizer Leichtathletin des Jahres 2012 bei 13,63 Sekunden stehen. Damit zeigte sich Ellen Sprunger zufrieden, verzichtete auf den Final und konzentrierte sich stattdessen auf den Hochsprung. Mit 1,68 Meter gelang der Waadtländerin zwar eine persönliche Jahresbestleitung, dennoch reichte es hinter der U18-WM-Starterin Deborah Vomsattel (ST Bern), die 1,74 Meter meisterte, nur zu Platz zwei.
Nun freut sich Ellen Sprunger, die im Siebenkampf mit 6124 Punkten das zweitbeste Schweizer Resultat aller Zeiten auszuweisen hat, auf die Weltmeisterschaft. «Besonders freut mich, dass Linda Züblin im letzten Moment noch die B-Limite für Moskau geschafft hat und ich nun den WM-Siebenkampf an der Seite einer weiteren Schweizerin bestreiten kann.» Am Mittwoch wird Ellen Sprunger mit der ersten Gruppe des WM-Teams von Swiss Athletics nach Russland reisen.
Strauchelnder Zieleinlauf von Clélia Reuse
Im Final über 100 m Hürden konnte Clélia Reuse (CABV Martigny) der Deutschen Cindy Roleder (PB 12,91) Paroli bieten und lag mit ihr vor der letzten Hürde gleichauf. Doch dann blieb die Walliserin am letzten Hindernis hängen und strauchelte nur noch ins Ziel. Der Sieg sowie eine gute Zeit (13,48 Sekunden) waren weg. Im Vorlauf war Reuse mit 13,38 Sekunden gestoppt worden, im Vorjahr hatte sie auf der Bahn im St. Leonhard mit 13,19 Sekunden noch einen persönlichen Rekord aufgestellt.
Starke Senslerinnen
Im Sog der Schweizer Leichtathletikgrössen vermochten beim Swiss Meeting auch einige Deutschfreiburger zu überzeugen. Allen voran Aurélie Schneider (TSV Düdingen). Im Final über 100 m lief die Freiburger U20-Meisterin als Sechste ins Ziel ein. Auf die Siegerin Léa Sprunger büsste die Sensler Sprinterin neun Zehntelsekunden ein. Ein gute Klassierung gelang Aurélie Schneider auch über 200 m, wo sie in 25,84 Sekunden Platz fünf belegte. Auf die schnellste Zeit der Italienerin Alina Cravcenco verlor sie 1,72 Sekunden.
Mit Melanie Fasel gelang einem weiteren Düdinger Nachwuchstalent ein guter Wettkampf. Fasel, die in diesem Jahr im Stabhochsprung sehr konstant springt und sich im März an den Schweizer Leichtathletikmeisterschaften Gold bei den U20 geholt hatte, überquerte in Freiburg 3,40 Meter. Damit sicherte sie sich hinter der Spanierin Naroa Agirre (4,30 Meter) Platz 2.
Mélodie Schneider, ebenfalls TSV Düdingen, gelangen am Samstag im Weitsprung 5,29 Meter, was ihr Platz vier einbrachte. Die gleiche Platzierung war der Freiburger U18-Meisterin schon Anfang Juli beim Leichtathletik-Meeting in Bulle gelungen, damals hatte sie allerdings 5,47 Meter erreicht.
Rolf Fongué auf Formsuche
Auf den grossen Befreiungsschlag wartet weiterhin Rolf Malcolm Fongué (GG Bern) vergebens. Als Sieger über 100 m blieb für ihn die Zeit bei 10,69 Sekunden stehen. Gründe für die fehlenden schnellen Zeiten und Resultate zu finden sei nicht einfach. «Möglicherweise wollte ich gerade auch an der Schweizermeisterschaft vom letzten Wochenende zu viel», versuchte er sich die Situation zu erklären.
Einen siebten Platz gelang dem Murtner Vincent Notz über 400 m. Er benötigte 52,12 Sekunden, auf Sieger Luc Cropelli büsste der Seeländer knapp drei Sekunden ein.