Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03336.jsonl.gz/1198

Geschichte
Der lateinische Name Eupatorium geht auf das griechische eupatória zurück, das schon von Plinius zu Mithridates VI. Eupator, König von Pontus, gestellt wurde. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass sich der König, der 132–63 v.Chr. lebte und drei Expansionskriege gegen Rom führte, mit Botanik beschäftigt hat.
Die Materia medica des Dioskurides führt eine Pflanze mit diesem Namen auf, die allerdings mit dem Odermennig (Agrimonia eupatoria) identisch ist. Deshalb scheint der Name, da der Odermennig bei Leberleiden hilft, aus hepatoria vom lateinischen hepar für «Leber» umgebildet worden zu sein.
Die Artbezeichnung perfoliatum stammt von perfoliatus für «durchwachsen», von per für «durch» und foliatus für «blättrig».
Der deutsche Name weist auf den bevorzugten feuchten Standort der Pflanze hin. Die nordamerikanischen Indianer kannten den Wasserhanf schon seit Jahrhunderten und verwendeten die Blätter und blühenden Zweigspitzen als schweisstreibendes Mittel bei remittierenden und typhösen Fiebern, zu Beginn eines akuten Katarrhs oder einer Erkältung. Er wurde zur Behandlung von Malaria eingesetzt. Sein amerikanischer Name boneset, «Knochenheil», weist auf seine schmerzlindernden Eigenschaften bei den Knochenschmerzen des Denguefiebers hin.
Die Pflanze war von 1820–1945 in den USA offizinell.
Botanische Merkmale
Der Wasserhanf ist eine 1–1,5 m hohe Staude.
Aus dem Wurzelstock erhebt sich der aufrechte, stumpfkantige Stängel. Er ist rau behaart, am Grund oft rot überlaufen und im oberen Teil verzweigt. Die welligen, weich behaarten Blätter sind lanzettlich zugespitzt, kerbig gesägt und zeichnen sich durch einen ausgeprägten Mittelnerv aus. Sie werden 10–15 cm lang und sind gegenständig angeordnet. Die unteren Paare sind am Grunde verwachsen, d. h., sie vermitteln den Eindruck, ein grosses Blatt zu sein, das in der Mitte vom Stängel durchwachsen wird. Deshalb wird die Art mit perfoliatum, also «durchwachsen», benannt.
Die Blütenkörbchen mit weissen, glockigen Röhrenblüten stehen in dichten Trugdolden am Stängelende. Sie bilden kleine, mit einem borstigen Pappus versehene Früchte aus, die mit dem Wind verbreitet werden.
Die Blütezeit ist von August–Oktober.
Vorkommen
Der Wasserhanf ist in Nordamerika von Kanada bis Florida und Texas heimisch. Die Pflanze bevorzugt feuchte Stellen am Rande von Gewässern und in Sümpfen. Die einzige in Europa beheimatete Art der Gattung Eupatorium ist E. cannabinum L.
Verwendung
Die Pflanze wird in der Volksheilkunde, der Phytotherapie und der Homöopathie eingesetzt.