Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/87813

<h2>SubmittedText<h2><p>Auf Betreiben des Bundesamts für Raumentwicklung hat der Bundesrat den kantonalen und kommunalen Behörden das klare Signal gegeben, die Raumentwicklung nachhaltiger zu planen, um die Entwicklung unserer Aktivitäten (Wohnen, Industrie, Infrastrukturen usw.) besser zu koordinieren. Trotz zunehmender Raumnutzung soll dadurch ein Gleichgewicht zwischen städtischen und ländlichen Zonen sowie zwischen bebautem und unbebautem Raum garantiert bleiben. Die angeregte Neuausrichtung unserer Raumnutzung wurde allgemein positiv aufgenommen und ermöglicht eine koordinierte Raumplanung. Das bedeutet allerdings, dass sich die jeweiligen Behörden auf entsprechend ausgebildete und anerkannte Fachleute in Raumplanung stützen müssen. Es erweist sich, dass nur die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich diese Ausbildung anbietet und Ergänzungsstudien in Raumplanung und entwicklung im Rahmen des Architekturstudiums nur fallweise von verschiedenen Universitäten angeboten werden. Unsere Behörden finden deshalb nur schwer Fachleute in diesen Bereichen, in denen jedoch qualitativ hochstehende Lösungen nur über eine Beratung durch qualifizierte Kräfte erzielt werden können. Ich frage deshalb den Bundesrat, ob es vorgesehen ist, den Leistungsauftrag an den ETH-Bereich um eine Ausbildung in Raumplanung in Lausanne zu erweitern, die dem Angebot in Zürich entspricht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Leistungsauftrag des Bundesrates an den ETH-Bereich für die Jahre 2008-2011 hält im Ziel 2, Unterziel 2 ausdrücklich die Bearbeitung raumplanerischer Themen durch den ETH-Bereich fest:</p><p>Der ETH-Bereich betreibt angewandte und themenorientierte Forschung im Dienste der Gesellschaft. Dazu gehören zum einen die Erforschung und Früherkennung von Naturgefahren, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit von Materialien und Systemen. Zum andern beinhaltet sie auch das Studium, die Planung und die Weiterentwicklung des Ressourcenschutzes, der Ressourcennutzung, der Infrastruktur und der Raumordnung.</p><p>Sowohl die ETH Zürich als auch die ETH Lausanne sind bereits mit komplementären Angeboten in Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Raumordnung tätig. An der ETH Lausanne werden raumplanerische und städtebauliche Themen an der Fakultät ENAC (Environnement naturel, architectural et construit) behandelt. Die Abteilung Architektur bietet dabei im Masterstudium einen interdisziplinären "Minor" in Raumplanung an. In der Planungsphase befindet sich ein zweiter "Minor" in "Urban design". Ab nächstem Jahr wird die EPF Lausanne einen "Executive Master in Urban Utilities Management" anbieten. Ausserdem ist sie Mitorganisatorin des "Master of Advanced Studies en Architecture et Développement Durable".</p><p>Um der besonderen forschungspolitischen und politischen Bedeutung des Themas Raumwissenschaften Rechnung zu tragen, hat der ETH-Rat an seiner Sitzung vom 23./24. Mai 2007 eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern und Vertreterinnen der ETH Zürich, der EPF Lausanne und der Forschungsanstalten eingesetzt mit dem Auftrag der</p><p>Bezeichnung der zukünftig zu setzenden Forschungsschwerpunkte auf dem Gebiet der Raumwissenschaften im nationalen und internationalen Kontext;</p><p>Ausarbeitung eines Vorschlags für die Organisationsform auf der Basis dieser Forschungsschwerpunkte und der zukünftigen Ausrichtung;</p><p>Abklärung der Form der Einbindung von Universitäten, Fachhochschulen und weiteren Stakeholdern aus Politik, Verwaltung und Praxis.</p><p>Die Arbeitsgruppe hat in der Folge das Projekt "The Swiss Spatial Sciences Framework (S3F)" erarbeitet, von dem der ETH-Rat an seiner Sitzung vom 28. Mai 2008 Kenntnis genommen hat.</p><p>Der Projektplan sieht vor, dass die ETH Zürich, die EPF Lausanne und die Forschungsanstalten WSL und Eawag ihre Kompetenzen in Raum- und Landschaftsentwicklung im Rahmen von innovativen Forschungsprojekten und Lehrangeboten koordinieren und damit zu einer nachhaltigen Raumordnung Schweiz beitragen. Die Initiationsphase des Projektes, in welcher die zu ergreifenden Massnahmen bestimmt werden, soll ca. Mitte 2010 abgeschlossen sein.</p><p>Eine Erweiterung des Leistungsauftrages an den ETH-Bereich erachtet der Bundesrat deshalb als nicht notwendig.</p>  Antwort des Bundesrates.