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Die Ringler bildeten seit dem 15. Jahrhundert ein streng krämerzünftiges Handwerk. Ob wir in ihnen, wie Geering vermutet, die Verfertiger der Ringelpanzer zu erblicken haben, ist fraglich, denn die aus Eisenringlein gebildeten Panzerhemden, die so genannten «Geserfe », wie auch die das Geserfe ergänzenden, den Hals schützenden «Halsberge» gehörten in den Arbeitsbereich der «Sarwirke ». Viel eher waren die Ringler Drahtzieher, die Eisen- und Messingdraht verarbeiteten, wie er von den safranzünftigen Taschenmachern, Spangen- und Gürtelmachern als Fertigfabrikat verlangt wurde. Aus diesem Grunde wurde wohl bei der Schlichtung der Streitigkeiten zwischen Schmieden und Krämern durch den Oberstzunftmeister im Jahre 1466 dem Ringlerhandwerk der Draht auch unbedingt zuerkannt. Wahrscheinlich stellten sie auch die «Harnischbletz» her, der bis ins vorige Jahrhundert in allen Basler Küchen zum Reinigen des eisernen Kochgeschirrs dienten.
Jedenfalls gewährte der Ringlerberuf nur ein bescheiden-spärliches Einkommen. Dies erhellt deutlich aus den Steuerlisten des 15. Jahrhunderts, in denen die Mehrzahl der Ringler als ärmliche Leute figurieren; die wohlhabendsten unter ihnen nannten ein Vermögen von höchstens fünfzig Gulden ihr eigen. Einige von ihnen hatten auch grösste Mühe, der ratenweisen Abstattung ihrer Zunfteinkaufsgebühr nachzukommen. So hatte der 1434 zünftig gewordene Hans Küng 1438 seinen Zunftkauf noch nicht abgetragen und musste daher mit Verbannung bedroht werden. Ein gleich schlechter Zahler war Stephan Rüss, dem die Zunft 1447 Niederlegung des Handwerks in Aussicht stellte, falls er seinen finanziellen Zunftpflichten nicht Genüge tue. Auch der 1453 am «Sprung» sesshafte Ringler, Hans Zehenler, war sozusagen besitzlos und keineswegs das Muster eines Zunftbruders, musste er doch später einer Wundtat wegen zwei Jahre vor den Kreuzen leisten.
Unvermögend ein eigenes Dach und Fach zu besitzen, sehen wir darum die Ringler öfters als Beständer der Lädlein und Stellinen, welche die Zunft vor ihrem Hause ausmietete.
Die in Basel sich niederlassenden Ringler stammten namentlich aus Strassburg, dann auch aus andern Städten des Reiches, wie Nürnberg, Gmünd, Geisslingen. Als der Rat 1521 an alle Zünfte eine Aufforderung erliess, gewerbliche Schäden und Mängel namhaft zu machen, waren von den vielen safranzünftigen Handwerken neben den Spenglern die Ringler das einzige, das «über niemand nichts» zu klagen hatte.
Zu Ende der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erlosch das Gewerbe in Basel, um die nämliche Zeit, da auch das uralte Handwerk der Taschenmacher ausstarb. Wenn im Zunftbuch zum Jahre 1601 die Ringler immer noch unter den Berufsarten aufgeführt werden, die «hoch und nieder» zu Safran dienen sollten, so paradiert dieses Handwerk nur noch als schmückendes Beiwerk; als solches hatte es die an alter Überlieferung hangende Zunftherrschaft gedankenlos aus den alte Verordnungen hinübergenommen.