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Pakistan
Pakistan ist 1947 aus der Teilung von Britisch-Indien hervorgegangen. Der ehemalige Landesteil Ostpakistan ist seit 1971 als Bangladesch unabhängig. Pakistan hat eine Bevölkerung von circa 208 Millionen und ist damit das Land mit der sechstgrössten Bevölkerung der Erde. Die Bevölkerung ist sehr ungleichmässig über das Land verteilt: Gut drei Viertel der Bevölkerung lebt in den fruchtbaren Flussebenen des Punjab und des Sindh, dagegen sind die Hochgebirgsgegenden im Norden und Westen sowie die Trockengebiete relativ dünn besiedelt. Die Wüste Thar und die Wüste in Belutschistan sind grösstenteils unbewohnt.
2018 belegte Pakistan beim Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index) den 150. Rang von 189 Ländern. 29,5 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Berücksichtigt man weitere Faktoren wie den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung ist rund die Hälfte der pakistanischen Bevölkerung von extremer Armut betroffen.
CBM setzt sich ein für Inklusion von Menschen mit Behinderungen und Augengesundheit
Die CBM hat sich nach der Flutkatastrophe im Jahr 2010 stark engagiert in der Wiederherstellung der Gesundheitsposten und der sanitären Sanierung der Schulen im Distrikt Muzaffargarh im Süden der Provinz Punjab. In dieser Arbeit wurden viele Selbsthilfeinitiativen in den Dörfern gestärkt. Aufbauend auf diese Arbeit fördert die CBM nun im Punjab die gemeindenahe inklusive Entwicklung für Menschen mit Behinderungen. Menschen mit Behinderungen übernehmen selbst Mitverantwortung in den lokalen Komitees und bestimmen mit über Schritte zu mehr Zugänglichkeit und Inklusion. Die Vorsorge künftiger Katastrophensituationen stellt ein wichtiges Element der Arbeit der lokalen Selbsthilfe dar.
In der Augenmedizin unterstützt die CBM Ausbildungsprogramme. So soll der Engpass an Fachpersonen verringert, die augenmedizinische Versorgung verbessert und damit gleichzeitig auch das mit der Anzahl an Patientinnen und Patienten mit Augenkrankheiten überforderte staatliche Gesundheitssystem entlastet werden.
Pakistan in Kürze
Das Land durchlief mehrere Phasen autokratischer, militärischer Herrschaft, zuletzt durch General Zia-ul-Haq in den 1970er-Jahren und General Pervez Musharraf von 1999 bis 2007. Die Wahl der Muslim League des heutigen Premierministers Nawaz Sharif im Jahr 2013 stellte die erste Übergabe der Regierungsmacht von einer gewählten an eine andere gewählte Regierung dar. Nawaz Sharif wurde 2017 allerdings infolge von Korruptionsvorwürfen in Zusammenhang mit den Panama Papers des Amtes enthoben. Bis zu den Wahlen von Ende Juli 2018 übernahm Shahid Khaqan Abbasi die Geschicke. Die Wahlen gewann Imran Ahmad Khan, ein ehemaliger Cricket-Spieler mit einem Oxford-Abschluss und wenig politischer Erfahrung. Seit dem 18. August 2018 amtet er als neuer Premierminister Pakistans.
Pakistans aussenpolitische Beziehungen sind seit der Unabhängigkeit vor allem durch das Verhältnis zum Nachbarland Indien gekennzeichnet, das aufgrund des ungeklärten Status der von beiden Ländern beanspruchten, überwiegend muslimischen Region Kaschmir stark belastet ist. Bereits dreimal führten Pakistan und Indien Krieg um die umstrittene Region. Eine endgültige Lösung der Kaschmir-Frage steht nach wie vor aus. Einen Rückschlag für die Normalisierung der Beziehungen stellten die Anschläge am 26. November 2008 in Mumbai dar, als zehn junge Männer, die in Kaschmir von der islamistischen Terrororganisation Laschkar e-Taiba ausgebildet worden waren, 174 Menschen töteten. Hardliner in Indien forderten daraufhin einen Militärschlag gegen Pakistan. Die damalige US-Aussenministerin Condoleezza Rice reiste schnell nach Neu-Delhi und Islamabad, um die Lage zu beruhigen.
Die Sicherheitslage in Pakistan ist angespannt, nachdem die Pakistanische Armee im Juni 2015 eine Offensive gegen die Taliban und andere militante Gruppen in den Stammesgebieten lancierte. Die Präsenz von Nichtregierungsorganisationen in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa und insbesondere in den Stammesgebieten ist aufgrund der schlechten Sicherheitslage zurückgegangen. Die Mobilität von internationalem Personal ist in vielen Landesteilen eingeschränkt und unterliegt der Bewilligungspflicht der Landesregierung.
Administrativ ist das Land in acht Regionen unterteilt. Neben dem Hauptstadtterritorium Islamabad sind dies zum einen Punjab und Sindh, die bevölkerungsreichen Provinzen des Industals, zum anderen Belutschistan und Khyber Pakhtunkhwa, die westlichen Provinzen in den Bergregionen des Hindukusch. Die nördlichen Gebiete Gilgit-Baltistan und Kaschmir gelten als autonome, von der pakistanischen Regierung kontrollierte Territorien und werden teilweise von Indien und China beansprucht. Die Paschtunischen Stammesgebiete in der Grenzregion zu Afghanistan werden teilweise von der Pakistanischen Armee kontrolliert, sind jedoch weitgehend unabhängig. Im Zuge der Verfassungsänderung von 2011 hat sich die politische Macht von der Hauptstadt in die Regionen verschoben. Die Mehrheit der entwicklungspolitisch relevanten Entscheide wird heute auf Ebene der Provinzen und Distrikte gefällt.
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