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Nach Angaben der Weltbank steht knapp der Hälfte der Inder weniger als ein US-Dollar pro Tag zur Verfügung
Indien
Hyderabad / Malakkara
Indien - ein Land der Gegensätze
Einerseits werden seine hochspezialisierten Fachkräfte weltweit geschätzt, zum Beispiel im IT-Bereich. Ausserdem macht Indien mit jährlichen wirtschaftlichen Wachstumsraten von bis zu acht Prozent auf sich aufmerksam. Doch andererseits lebt die grosse Mehrheit der etwa 1,3 Milliarden Einwohner an oder gar unter der Armutsgrenze. Nach Angaben der Weltbank steht knapp der Hälfte von ihnen weniger als ein US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Somit gehört Indien zu den ärmsten Ländern der Welt.
Die gravierenden Folgen von Cleft
Abseits der urbanen Wohlstandszentren leben etwa 70 Prozent der Inder auf dem Land, wo sie trotz enormer Anstrengungen nicht in der Lage sind, sich und ihren Familien das Überleben zu sichern. Auch in den Slums der Städte herrschen menschenunwürdige Lebensbedingungen. Viele Inder leiden an Mangel- und Unterernährung. Krankheiten und angeborene Fehlbildungen sind die Folge, die durch das indische Gesundheitswesen nicht aufgefangen werden können. Eine dieser Fehlbildungen ist die sogenannte Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cleft bedeutet Spalte).
In Indien werden jedes Jahr 27 Millionen Kinder geboren, rund 33'000 davon mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Der Zugang zu öffentlicher medizinischer Versorgung ist unzuverlässig, eine angemessene Versorgung wird nur von privaten Einrichtungen zur Verfügung gestellt, doch die können sich die meisten Inder nicht leisten.
Diese Situation können derzeit nur Nicht-Regierungsorganisationen wie Transforming Faces, Smile Train oder auch Cleft-Children International CCI mildern. Sie führen jährlich mehrere tausend Cleft-Operationen durch.
Der geschlossene Kreis der Nachhaltigkeit
Die Kinder, die an unseren Schulprojekten in Hyderabad und Malakkara teilnehmen, wurden von den Ärzten unseres Projektpartners Cleft-Children International CCI operiert. Diese Behandlung ist ein erster, entscheidender Schritt auf dem Weg in ein sozial integriertes Leben, die Grundlage für viele weitere.
Dann müssen die Kinder sprechen lernen; je nach Schwere der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist ihre Sprachentwicklung mehr oder weniger weit hinter der Gleichaltriger zurückgeblieben. In einigen Fällen genügt es, die Aussprache durch logopädisches Training zu korrigieren, viele Kinder aber konnten sich bislang gar nicht durch Worte verständlich machen und müssen das Gefühl für ihre eigene Aussprache, für das Formen von Lauten erst neu entwickeln.
Ein Ziel der Cleft-Kinder-Hilfe Schweiz ist es, allen Cleft-Kindern die Möglichkeit zu geben, gemäss ihrem Alter sprechen zu lernen und sich einzugliedern in die Gemeinschaft ihrer Umgebung - zu spielen, zu lernen und ein gesundes Selbstbild zu entwickeln, innerhalb ihrer Familien, mit anderen Kindern. Ein weiteres Ziel ist es, unseren bislang 122 Schülern einen staatlich anerkannten Schulabschluss zu ermöglichen, um anschliessend eine Ausbildung machen zu können oder eine Universität zu besuchen.
Wir wünschen uns, dass sie sich ihre Berufswünsche einmal erfüllen können, dass sie selbst Familien haben und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen führen können, wie auch immer diese aussehen. Vielleicht kommen einige von ihnen eines Tages als Ärzte oder Lehrer nach Hyderabad und Malakkara zurück, um anderen Kindern zu helfen. Dann hätte sich der Kreis geschlossen, dann setzt sich unsere Arbeit in der Arbeit dieser Menschen fort, und ein wichtiges – vielleicht das eigentliche Ziel wäre für uns erreicht: vor Ort nicht mehr gebraucht zu werden.