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Nachdem er im Sommer mit den Hawks den Conference-Final gegen den späteren Champion Milwaukee Bucks erreicht hatte und als bester Rebounder der Liga geehrt wurde, gönnte sich Clint Capela eine Pause. Anfang August brauchte er eine Spritze. Nicht gegen Covid, denn der Genfer ist seit langem doppelt geimpft, sondern zur Behandlung einer Achillessehnenentzündung, die ihn seit vergangenem Dezember plagt.
Die Rehabilitation begann zeitgleich mit den Vorbereitungsspielen Ende September, weshalb der Center der Atlanta Hawks nur selten zum Einsatz kam. «Es wird besser. Ich habe das Gefühl, dass es heilt», beschreibt der 2,08-m-Hüne aus Meyrin seinen Gesundheitszustand.
Gesundheit ist Reichtum
Auf die Frage nach den Schmerzen antwortet der 27-jährige Genfer präzise: «Seit Dezember habe ich mich an diese Schmerzen gewöhnt. Und wenn ich erst einmal warm bin, ist es auch okay. Aber wenn ich aufstehe, ist es unmöglich, normal zu gehen. Auf einer Schmerzskala von 1 bis 10 sind wir bei 6. Vorher waren es manchmal 8», sagt er. «Ich musste in der letzten Saison trotz der Verletzung spielen, aber ich kann das nicht zwei Jahre lang tun», fügte er an. «Ich gehe in mein achtes Jahr in der NBA und ich weiss, dass ich auf mich aufpassen muss. Im Englischen gibt es ein Sprichwort, das besagt: ‹Gesundheit ist Reichtum›.»
Capela hat sich schnell zu einem wichtigen Rädchen im Getriebe des Teams aus dem Bundesstaat Georgia entwickelt. Und das Management machte keinen Fehler, als es ihm eine zweijährige Vertragsverlängerung im Wert von 46 Millionen Dollar anbot. Der in Genf geborene Sohn eines Angolaners und einer Kongolesin hat noch zwei Jahre Restlaufzeit in seinem bisherigen Vertrag mit Houston und ist nun bis 2025 an Atlanta gebunden. «Ich habe nicht lange gezögert. Ich habe schnell gesehen, dass sie alle guten Spieler wieder unter Vertrag genommen haben. Es ist ein grossartiges Umfeld, und ich möchte weiterhin gewinnen.»
Lieber Siege als mehr Geld
Capela hat dieses Sieger-Gen seit seiner Zeit bei den Houston Rockets kultiviert. In Texas war er Teil einer Franchise, die mit James Harden als Spielmacher zu den Besten im Westen gehörte, ehe er im Februar 2020 nach Atlanta transferiert wurde. «Die Hawks erhöhten ihr erstes Angebot, und der Fall war schnell erledigt», erklärt Capela. «Ich hätte woanders unterschreiben und mehr Geld verdienen können, aber ich zog das Umfeld der Hawks vor. Und die Playoffs zu erreichen, ist noch cooler.»
Capela ist ein ausgesprochener Teamplayer, aber er nimmt sich auch Zeit, um über sich selbst nachzudenken. Was sind seine persönlichen Ziele, nachdem er den Preis für den besten Rebounder gewonnen hat? «Ich würde gerne in dem, was ich am besten kann, noch dominanter sein. Atlanta braucht mich nicht, um Drei-Punkte-Würfe zu machen. Und ich würde gerne einmal ein All-Star-Spiel bestreiten», blickt der Schweizer in die Zukunft. «Um dies zu schaffen, muss man in den ersten 40 Spielen gut sein, und die Mannschaft muss sich in einer guten Verfassung präsentieren.»
Tausch mit Shaqiri
Beim Gespräch des bestbezahlten Schweizer Mannschaftssportlers mit Keystone-SDA sind im Hintergrund die Geräusche eines Fussballspiels zu hören. Als grosser Arsenal-Fan kann Capela dank der Zeitverschiebung manchmal Spiele der Champions League live verfolgen. «Da ich Arsenal mag, fragen mich die Kollegen, ob ich jemals Kontakt zu Granit Xhaka hatte.» Er müsse dann mit Nein antworten. «Aber Xherdan Shaqiri hat mich nach meinem signierten Shirt gefragt. Er bot mir eines von ihm zum Tausch an, und ich sagte natürlich Ja.»