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Der Bergpieper in den Thurauen
Momentan lässt er sich häufig auf den Kiesbänken der Thurauen beobachten. Viele Besucherinnen und Besucher werden ihn aber selten bewusst wahrgenommen haben. Die Rede ist von einem kleinen, relativ unscheinbaren Singvogel – dem Bergpieper.
Der Bergpieper (Anthus spinoletta) ist ein in der Schweiz häufiger Brutvogel der Alpen und dem höheren Jura. Dort baut er sein Nest versteckt und gut geschützt in der Bodenvegetation von Bergwiesen, gerne an Hängen in der Nähe vom Gewässern oder Feuchtgebieten. Mit ein wenig Glück kann er während des kurzen Bergsommers zwei Bruten aufziehen. Mit dem Ende der Brutsaison ziehen die Bergpieper für den Winter in klimatische günstigere Regionen.
Bergpieper sind in der Schweiz Kurzstrecken- oder Vertikalzieher. Die Kurzstreckenzieher überwintern im Mittelmeerraum, während die Vertikalzieher den Winter in der Schweiz im Flachland in Gewässernähe verbringen, wie zum Beispiel in den Thurauen. Die englische Bezeichnung für den Bergpieper lautet deshalb «water pipet». Auch in der deutschen Sprache wird manchmal der Begriff Wasserpieper verwendet.
Äusserlich unterscheiden sich die männlichen und weiblichen Bergpieper kaum. Im Schlichtkleid, welches sie ausserhalb der Brutsaison tragen, sind die bräunlichen Bergpieper an ihrem relativ langen Schwanz mit weissen Kanten, der braun gestichelten Brust, den dunklen Beinen und dem deutlichen Überaugenstreif zu erkennen. Im Gegensatz zu dem sehr ähnlichen Strandpieper, der aber vor allem an Küsten vorkommt, ist der Bergpieper sehr scheu. Deshalb sind ungestörte Feuchtbereiche, wie die geschützten Kiesbänke der Thurauen, wichtige Überwinterungsorte für den Bergpieper.