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Diese verschiedenen Aufgaben bedingen
ein verschiedenes Telegraphenmaterial; während die stehenden
Linien der 1.
Zone fast ausschließlich der Staatstelegraphie
angehören, werden bei der 2. schon häufig Anschlüsse durch die
Feldtelegraphie zu bewirken sein, aber nach Art stehender
Leitungen zur Ausführung kommen. Die Leitungen der 3.
Zone werden fast ausschließlich aus dem
Material
der Feldtelegraphenabteilungen hergestellt werden. Die häufigen Quartierwechsel bedingen einen ebenso schnellen
Bau wie
Abbau
der
Linien und daher ein leicht bewegliches fahrbares
Material. In der 4.
Zone endlich wird an das fahrbare das tragbare
Material
sich anschließen. Die Feldtelegraphenleitungen sind entweder oberirdische
Stangen-
(Luft-) Leitungen aus
verzinktem
Eisen- oder aus blankem Kupferdraht auf
Stangen mit
Isolatoren, oder Auslagen von
Kabeln (isoliertem
Leitungsdraht)
auf der
Erde, an
Bäumen etc. ohne Anwendung von
Isolatoren; zur Überschreitung von
Flüssen dienen mit
Draht
[* 20] übersponnene Flußkabel.
Staatstelegraphenlinien bilden die Etappen-Telegraphendirektionen das vermittelnde Zwischenglied. Im großen Hauptquartier
befinden sich der Chef der Militärtelegraphie, 2 Feld- und 1 Reserve-Feldtelegraphenabteilung. Die gesamte Militärtelegraphie im Feld bleibt aber behufs Ergänzung
des Beamtenpersonals und Nachschubs an Material aller Art durch ihren Chef und die General-Etappeninspektion im organischen
Zusammenhang mit der Staatstelegraphie. Die Feldabteilungen führen demnach das Material für 525 km oberirdische
Leitung und 4,7 km Flußkabel, die Etappentelegraphie 764 km Leitung mit ins Feld. Die Militärtelegraphie arbeitet ausschließlich mit dem
Morse-Schreibapparat. Im Frieden besteht in Deutschland eine Inspektion der Militärtelegraphie (in Berlin). Sie verwaltet das gesamte Kriegstelegraphenmaterial,
hat die Erfindungen auf dem Gebiet der Telegraphie zu prüfen und für die Armee nutzbar zu machen und
die obere technische Leitung der Festungstelegraphie und deren Anlage. - In Österreich besteht seit 1883 ein Eisenbahn- und
Telegraphenregiment aus 2 Bataillonen à 4 Kompanien, welches bei der Mobilmachung aufgelöst wird und je 3 Feldtelegraphendirektionen
erster und zweiter Linie, 43 Feld- und 3 Gebirgstelegraphenabteilungen aufzustellen hat. Jede Abteilung
gliedert sich wie in Deutschland in ein Bau- und Betriebsdetachement und eine Trainkolonne. Jedem Armeekommando wird eine Telegraphendirektion
erster Linie zugeteilt. - In Frankreich ist 1884 das Militärtelegraphenwesen neu geregelt worden. Das Personal wird aus den
Beamten des Ministeriums der Post und Telegraphie entnommen, zu welchen noch Kommandierte aus der Armee
hinzutreten. Im Frieden besteht keine Telegraphentruppe, nur ein höherer Beamter der Telegraphie ist jedem Generalkommando zugeteilt.
- Rußland hat 8 Telegraphenparke, deren jeder aus 3 Abteilungen, einer fliegenden (Feldtelegraphie), einer mobilen (Etappentelegraphie),
einer Reserveabteilung (für vorhandene Linien), besteht.
Die Festungstelegraphie besitzt unterirdische Leitungen und Stationen in einzelnen Werken, die mit der Zentralstation, meist
in der Kommandantur, in Verbindung stehen und je nach Bedarf im Frieden in Betrieb erhalten werden. Im Vorpostendienst kommen
die tragbaren Vorpostentelegraphen zur Verwendung, welche aus 2 Tornistern und 1 Kabelkasten mit je 500 m
Kabelleitung, 2 Batterien Siemensscher Pappelemente, 2 Morse-Schreibapparaten und 4 Verbindungskabeln bestehen, denen in neuerer
Zeit auch noch 2 Telephone hinzugetreten sind.
Eine solche Linie von 1500 m Länge wird in 30-40 Minuten durch einen Trupp aus 2 Telegraphisten (Telephonisten) und 2 Hilfsarbeitern
ausgelegt und in Betrieb erhalten. Diese Telegraphenapparate mit Telephonen werden besonders von der Artillerie
bei ihren Schießbeobachtungen benutzt und befinden sich zu diesem Zweck auf den Schießplätzen schon seit Jahren im Gebrauch.
Die Vorpostentelegraphen werden ebenso wie die Festungstelegraphen ausschließlich von Militärmannschaften unter Leitung
der örtlichen Fortifikation bedient.