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3XN, Das Halbtiefe
Die Verformung ist nicht extrem gross. Die Fassade des Hauptsitzes der Firma Horten scheint mehr flach als plastisch gestaltet zu sein. 3XN Architekten haben sie mit ganz leichten Knicken versehen, die es in sich haben.
( …vorher) Die Fassade des Bürogebäudes besteht aus geschlossenen Travertinflächen und raumhohen, schmalen Fenstern. Je zwei übereinander liegende Scheiben sind zusammengefasst und zu den darunter liegenden Öffnungen versetzt. Über alle Geschosse zusammen bilden die Fenster eine abgestufte, vertikale Linie.
Das alleine wäre kaum erwähnenswert. Es würde sich um eine verspielte Anordnung der Fenster in einem orthogonalen Raster handeln. Aus dieser einfachen Ausgangslage wird mit einigen simplen Griffen eine effektvolle Fassade erzeugt. Die Fenster stehen nicht wie gewohnt vertikal; sie kippen aus dem Lot – unten weiter vorn als oben. Im Grundriss sind sie zudem von der Fassadenflucht abgedreht. Sie bilden so erkerartige Auswölbungen. Im Zusammenspiel entsteht eine dreidimensionale Zickzackstruktur. Diese lässt es zu, dass der Blick aus den Räumen fast parallel zur Fassade erfolgen kann. Von aussen entsteht dabei eine kraftvolle, räumlich modulierte Oberfläche.
Diese plastische Wirkung wird durch minimale Veränderungen in der Tiefe ausgelöst. Mittels leichter Ausknickungen sind die Verformungen in den Verlauf des Hauptvolumens eingebunden. Die stumpfwinklig aneinander gereihten Fassadenteile bewirken insgesamt eine ebene Oberflächencharakteristik. Das Interessante an der Fassadenerscheinung ist nun aber nicht die Flächigkeit oder die räumliche Deformation an sich, es ist die Tatsache, dass beides gleichzeitig besteht und zusammenwirkt.
Man könnte von einer halbtiefen Oberfläche sprechen. Als etwas, das nicht ganz tief und nicht ganz flach ist. Für diese Wirkung entscheidend ist die Faltung. Sie sorgt für die Einbindung des Plastischen in das Flächige. Diese leichte Faltung kann als Methode verstanden werden, Flächen zu verformen, ohne sie aufgeben zu müssen. (Weiter bei …)