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Podcast oder Buch? Fürs Gehirn spielt das keine Rolle
Eine Forschungsgruppe der University of California in Berkeley wollte herausfinden, ob der Wortsinn vom Gehirn anders verarbeitet wird, wenn ein Wort über das Ohr anstatt über das Auge wahrgenommen wird. Gemäss der im Journal of Neuroscience veröffentlichten Studie ist dies nicht der Fall. Es wäre aber verfrüht zu sagen, dass das Anhören eines Hörbuchs mit dessen Lektüre gleichzusetzen sei.
Die Forschenden massen die Hirnaktivität von sechs Männern und drei Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren, während sie sich Geschichten anhörten respektive lasen. Anschliessend wurde nach jedem gelesenen oder gehörten Wort die Aktivität der verschiedenen Bereiche im Kortex untersucht, in denen semantische Informationen verarbeitet werden. Dabei stellte sich heraus, dass die Art und Weise, wie Wörter vermittelt werden, keinen Einfluss haben: Das Lesen und Hören erzeugen fast dieselben Schemata. Die Repräsentation der Sprachsemantik ist demnach unabhängig vom Sinn, der die Information empfängt. Weiter konnten sie aufzeigen, dass die Gehirnregionen, in denen die Bedeutung der verschiedenen Wortkategorien verarbeitet wird, bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieselben waren.
Natürlich spielen auch persönliche Faktoren eine Rolle. Beispielsweise erinnern sich manche Menschen viel besser an gelesene als an gehörte Informationen. Um dies besser zu verstehen, sind jedoch weitere Studien notwendig.
Deniz, F., Nunez-Elizalde, A. O., Huth, A. G., & Gallant, J. L. (2019). The representation of semantic information across human cerebral cortex during listening versus reading is invariant to stimulus modality. Journal of Neuroscience, 39, 7722–7736. doi: 10.1523/ JNEUROSCI.0675-19.2019