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Weitere Luftaufnahmen von Echichens
Es steht diskret - ausser dem Weinbau - dieses Schloss, sehr Nahe am 18. Jahrhundert, mit seinen Fassaden ein Bisschen streng, seinen gedrungenen viereckigen Türmen, seinen Dächern an vier Seiten mit etwas trockenen Linien. Diskret, denn sein Konstruktionsdatum bleibt ziemlich vage, und sein Ursprung noch mehr. Was hatte es dort auf sich, dieses Schloss? Ein befestigtes Haus für Vorabende in dem Gebiet, wie man es sonst überall findet? Ein Geheimnis...
Diskret auch seiner Lage: maskiert im Süden durch einen dicken Baumvorhang öffnet sich sein Hof im Norden nur mit einem bescheidenen kommunalen Weg, wo Reisende und Touristen sich nur selten hin wagen. Schade dennoch, denn diese Stelle ist reizend, blumenreich, friedlich.
Als Revanche ging das Schloss Echichens in die waadtländische Geschichte dank der Familien, die dort gelebt haben, die de Mandrot und de Luze.
In 1763 hatten die Mandrot, stammend aus Rances und in Morges ansässig ab 1538, Anspruch auf dieses; ihre Noblessebriefe wurden vom Kaiser Francois I des Heiligen Römischen Reiches zugestanden. Man weiss ausserdem, dass im 17. und 18. Jahrhundert zahlreiche waadtländische Herren oder andere Persönlichkeiten von Ehrungen für Dienstleistungen profitierten, die den Führungskräften dieser Zeit gewährt wurden.
Nach den zahlreichen Mandrot, von dem viele Offiziere im Dienst Frankreichs, Englands, Spaniens oder Berns waren, kam Jean-François, Pasteur in Morges, dann sein Sohn Francois-Samuel, er auch ein "Minister", der in 1777 das Schloss und das Gebiet von Echichens der Herren des Ortes (von Buren, Nachfolgern der du Gard) für die Summe von 44.035 Franken erwarb. Der Miterwerber, Samuel-Jean-Antoine, Sohn von Francois, war der Vater von Catherine-Marie, die Charles-Henri de Luze in 1803 heiratete und dieser Neuenburger Familie die Gelegenheit gab, hier Fuss zu fassen. In 1848 kaufte Auguste de Mandrot das Schloss und das Gebiet von seinem Vetter Alfred de Luze, der es von seine Mutter Catherine-Marie geerbt hatte. Und, um die Regel zu bestätigen, dass die Verwandtschaftsverbindungen früher von einem Schloss zum anderen führten, heiratete in 1874 Henri de Mandrot Hélène de Buren, vom Schloss Denens. Genauso besass der Kavalleriekapitän Charles-Alfred de Mandrot im 19. Jahrhundert das Schloss Echandens, während ein Vetter Henri-Aymon de Mandrot, Agrarwissenschaftler in Texas von seiner Tante Marie de Gingins das Schloss La Sarraz erbte.
Wenn man im "Grundbuch" der Mandrot liesst hat man eine Ahnung der Bedeutung des landwirtschaftlichen und Weinbaubereiches des Schlosses Echichens in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In 1858-1859 bezeichnete die Inventur des Kellers 29 Gefässe und eine Ernte von 175 Wagen, zu Fr. 21.52 im Durchschnitt pro Wagen. Gefässe und Pressen waren zusammen Fr. 7500 wert. Das Vieh setzte sich damals aus 29 Kühen, 1 Stier, 1 Färse und 5 Pferden zusammen (Fr. 9490 das Ganze). Was den "toten Viehbestand betrifft", bei uns sagt man "chédail", wurde er auf Fr. 1810 geschätzt für 6 Wagen, 2 Pflüge, 3 Eggen und 2 Rüstleiterwagen. Preise, die heute zum Träumen veranlassen, aber es ist wahr, dass das tägliche Gehalt eines landwirtschaftlichen Arbeiters sich mit den Fingern von nur einer Hand abzählen liess.
Schliesslich im Jahre 1978 vermachte Gérald-Jacques-René de Mandrot, Sohn von Adrien-Léon-Auguste, der letzte Eigentümer des Schlosses Echichens, der ohne Nachkommen starb, das Gebiet und das Schloss der Witwe seines Vetters Frédéric-Auguste de Luze, Ruth de Luze, mit der Bedingung, dass sie diesem schönen Wohnsitz wieder aufleben liess, der nie aufgehört hat einen Familienwohnsitz zu sein.
Als Flüchtlinge im Neuenburger Territorium nach der Rücknahme des Ediktes von Nantes, stammte die Familie de Luze (oder Deluze seinerzeit), aus Saintonge (im Westen von Frankreich). Sie wurde 1772 dank Jean-Jacques (1728-1779), Banneret von Neuenburg und Freund von Jean-Jacques Rousseau in den Edelsstand erhoben, für ihre Dienste am Fürstentum während der Mangeljahre, wie auch als Präsident der Getreidespeicher.
Eine der anfänglichen Aktivitäten der de Luze war ab 1716 die Herstellung gemalter Tücher, die bekannten "Inderinnen". Man schreibt dieses Handwerk Jacques de Luze zu, Händler, Bürger von Neuenburg in 1691, der eine Fabrik in Bied, in der Nähe von Colombier bereits in 1734 öffnete.
Man berichtet, dass, als Charles-Henri de Luze Catherine-Marie de Mandrot heiraten wollte zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der Vater der Letzteren, Samuel-Jean, ablehnte, "einem Fremden ihre Hand zu geben", dazu noch einen „Preussen“. Um diesen schrecklichen Affront zu umgehen, verlangte Charles-Henri und erhielt das Bürgertum von Treycovagnes. So wurde er zum "guten waadtländischen" und er konnte schliesslich in gerechte Ehe eintreten. Die Hochzeit fand am 4. August 1803 statt.
Ein anderer berühmter de Luze: Frédéric-Auguste, Oberstleutnant der Neuenburger Milizen im Dienst Frankreichs von Ludwig XVI, der dem Massaker von Tuileries durch ein Wunder überlebte (10. August 1792). Auch möchten wir Baron Alfred de Luze erwähnen, der ins Exil ins Bordeaux Territorium geschickt wurde, der in 1862 das Medoc Gebiet von Paveil erwarb. Heute, von Baron Geoffroy von Luze geleitet, zählt das Gebiet Paveil-de Luze (25 Hektar, auf der Gemeinde von Soussans), zu den besten bürgerlichen Margaux Jahrgängen. Der Name dieser Familie ist ausserdem jener eines bekannten Wein Händlers in Bordelais.
Echichens hat zwei Schlösser; was nicht schlecht ist für ein Dorf von 800 Einwohnern! Das "kleine Schloss" ist der Name, den man ihm gibt, um es vom grossen zu unterscheiden - ist eines, das mit seinen roten Ziegelsteinen begeistert, und wird von einer Abhängigkeit der gleichen Natur flankiert. Elegant mit seinen zwei Türmchen mit spitzen Kirchtürmen und seinen Galerien auf der Südfassade wurde es fünfzig Metern vom eigentlichen Schlosses errichtet, um als Gewächshäuser und später als Ställe zu dienen. Später wurde es gänzlich als Wohnung für den Sohn von Mandrot eingerichtet.
Bibliographie