Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/1915

Zum Zeitpunkt des Absturzes der Germanwings-Maschine war nur ein Pilot im Cockpit, das berichtet die «New York Times» und beruft sich auf Ermittler. Demnach versuchte der andere Pilot offenbar bis zuletzt vergeblich, die Tür zu öffnen.
Die französischen Ermittler haben die Aufzeichnungen aus dem Stimmenrekorder des abgestürzten Germanwings-Airbus ausgewertet. Aus den Aufnahmen geht offenbar hervor, dass einer der Piloten vor dem Sturzflug der Maschine das Cockpit verlassen hatte und anschliessend vergeblich versuchte, wieder zurückzukehren. Das berichtet die «New York Times».
«Der Mann draussen klopft an die Tür, aber niemand reagiert» zitiert die Zeitung einen Ermittler. «Man kann hören, wie er versucht die Tür einzutreten.»
Es sei unklar, warum ein Pilot das Cockpit verliess. «Sicher ist, dass ganz zum Schluss des Fluges der andere Pilot allein ist und die Tür nicht öffnet.»
Offen bleibt, warum der Airbus A320 in den Sinkflug ging. Die Maschine verlor zwar rasch an Höhe, stürzte aber nicht so stark ab, dass die Ermittler einen schweren Schaden an dem Flugzeug vermuten.
Die Behörden erhoffen sich nun weitere Erkenntnisse vom Flugschreiber. Die zweite Blackbox ist bislang aber nicht in dem Absturzgebiet in den französischen Alpen entdeckt worden.
Staatsanwälte ermitteln
Die Flugüberwachung hatte laut Staatsanwalt Brice Robin kurz vor dem Unglück vergeblich versucht, Kontakt zu dem Airbus herzustellen. Die Staatsanwaltschaft von Marseille ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Düsseldorfer Staatsanwälte übernahmen die deutschen Ermittlungen.
Am Mittwoch bargen Einsatzkräfte die Leichen der ersten Opfer. Sterbliche Überreste der getöteten Menschen seien von der Unglücksstelle weggebracht worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Digne.
Bei dem Flugzeugabsturz in einer unwegsamen Bergregion waren am Dienstag alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Der Airbus A320 war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den südlichen französischen Alpen abgestürzt. Kleine Trümmerteile der Maschine sind weit verteilt in dem abgelegenen Tal bei Seyne-les-Alpes. Die Unglücksstelle ist nur per Hubschrauber oder per Fussmarsch zugänglich.
Die Suche nach den Getöteten war am Abend mit Einbruch der Dunkelheit eingestellt worden und soll am Donnerstag weitergehen. Die Opfer der Katastrophe stammen nach jüngsten Angaben aus 18 Staaten, unter ihnen sind 72 Deutsche.
syd