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Nach Jahren des Herumprobierens wird die Integrative Schule im Kanton Solothurn definitiv eingeführt. Dies hat das Parlament am Mittwoch beschlossen.
Das heisst: Separate Klassen für schwache und schwierige Schüler wird es nicht mehr geben. Mit Hilfe von Heilpädagogen werden solche Schüler künftig grundsätzlich in den Regelklassen unterrichtet.
Für die meisten Solothurner Schulen wird sich wenig ändern. Der integrative Unterricht wurde in den letzten Jahren bereits schrittweise eingeführt. Nur wenige Gemeinden wie die Stadt Grenchen kennen noch das alte System mit Kleinklassen.
Das Ringen um Worte
Viel zu reden gab im Parlament, mit welchen Worten die Integrative Schule im Volksschulgesetz verankert werden soll. Darf es «Behinderung» heissen? Oder ist das diskriminierend? Muss man stattdessen «Beeinträchtigung» schreiben? So wurde diskutiert.
In diesem Fall entschied das Parlament, dass am Begriff «Behinderung» festgehalten wird, weil dieser auch in anderen Gesetzen, etwa dem Sozialgesetz, zur Anwendung kommt.
Keine «Normalbegabten» im Gesetz
Oder: Soll man Kinder als «verhaltensauffällig» bezeichnen? Die SVP fand das verschleiernd und wollte von «verhaltensgestört» sprechen. «Habt ihr das Gefühl, wenn ihr die Gestörten nicht mehr gestört nennt, dass es dann weniger gibt?», fragte SVP-Kantonsrat Beat Künzli in die Runde.
SP-Kantonsrätin Franziska Roth konnte kaum glauben, was sie soeben gehört hatte. «Jemand, der stört, ist doch nicht gestört! Das sieht man ja auch häufig in politischen Debatten, dass jemand stört und nicht unbedingt gestört sein muss...», gab sie zurück.
In diesem Fall hat sich das Parlament dann für den Begriff «verhaltensauffällig» im Gesetz entschieden. Einen Erfolg verbuchte die SVP hingegen mit ihrem Vorschlag, das Wort «normalbegabt» zu streichen. Das ganze Parlament empfand das Wort als diskriminierend jenen gegenüber, die nicht behindert sind, oder als unsinnig und überflüssig.