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Vandœuvres vom König von Sardinien zusammen mit allen ihm auf die Ortschaft zustehenden
Rechten an Genf
abgetreten. Erster reformierter
Pfarrer der Ortschaft war ein zum neuen Glauben bekehrter Priester. Die Pfarrkirche, die 1601 wieder an die Katholiken übergegangen
war, bald nachher aber neuerdings den Protestanten zukam, zeigt neben derKanzel eine Marmorplatte mit
der an das Reformationsjubiläum erinnernden Inschrift: En souvenir de 1835 -
A nos descendants de 1935. Eine an der N.-Fassade
der Kirche angebrachte zweite Gedenktafel erinnert an den Bürgermeister, Arzt und als Wohltäter der Armen allgemein verehrten
Isaac Fol (1769-1835). Der viereckige Glockenturm stammt wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert.
Eine vor der Kirche stehende Pappel ist 1794 während der Revolution als Freiheitsbaum gepflanzt worden. In Vandœuvres bestanden
ehemals sowohl ein Männer- als ein
Frauenkloster. Funde von römischen Altertümern; Gräber aus der Burgunderzeit. Heimat
des Naturforschers Hermann Fol (1845-1890). Urkundliche Namensformen: 1225 Vandovre; 1280 Vendovres. Vergl.
Fontaine-Borgel.
Histoire des communes genevoises de Vandœuvres,Collonge-Bellerive,
Colognyet desEaux Vives.
Genève 1890.
Die durch die
Grafen von
Greierz zu Beginn des 11. Jahrhunderts erbaute
Burg ist von den Landleuten der Umgegend mit Hilfe der
Berner 1407 zerstört worden.
Einen stehen gebliebenen Mauerrest, der
allmählig sehr baufällig geworden war und für die in unmittelbarer Nähe vorbeiziehende Strasse von
Château d'Oex nach
Saanen eine Gefahr bildete, hat man 1907 vollständig abgetragen.
(Les) (Kt. Freiburg,
Bez.
Greierz). Im Mittel 1300 m. Felsband mit Fussweg, an der S.-Flanke der
Pointe des Chambres (oder
Vanil d'In Païou) in den
Rochers deCharmey O.-W. verlaufend und vom
Pass derCroix duGros Ganet in den Felszirkus
von
Les Fornys hinführend. Das Band verdankt seine Entstehung dem Vorhandensein eines Fetzens von leicht verwitterbarem
mergeligen Neokomkalk zwischen zwei
Wänden von dickbankigem und hartem Malmkalk. Der Ausflug von
Charmey durch das Thälchen
von
Les Arses und über die Vanels nach
Les Fornys und zurück durch das Thal des
Jaunbaches bildet eine
interessante Tagestour.
Doch ist im dichten
Wald auf der
Seite der
Croix duGros Ganet (Gegend mit vielen Gemsen) der Einstieg in die Felswand schwierig
zu finden. Die
Rochers deCharmey bilden den NW.-Arm des X-förmigen Gebirgsstockes von Les Bruns und tragen
als einzelne
Spitzen: die sehr steile
Dent d'Échet über dem Durchbruch des
Jaunbaches
(Jogne), die ebenfalls scharf zugespitzte
Pointe des Chambres (1438 m), die breite und abgerundete
DentMotte (1765 m), die bewaldeten Felsspitzen Sur le
Roc (1792 m)
und Le
GrosLadrey (1791 m) und die
Dent de Vounetz (1812 m), auf welcher von den Bergbewohnern um
Charmey
bei Anlass von Nationalfesten ein grosses Feuer angezündet und die daher gewöhnlich einfach
Dent du Feu genannt wird. Sie
wird vom gemeinsamen
Grat aus durch ein grosses Waldcouloir erstiegen. Nachher senkt sich der
Grat zur schwierigen Stelle des
sog. Banc du Buisson, um sich dann mit den drei
Spitzen der
Dents Vertes 1786, 1793 und 1810 m) fortzusetzen,
worauf der
von S. her leicht zugängliche Rasengipfel mit dem
Signal von Ferredetz und endlich als Abschluss der ganzen Kette
der Felszirkus von
Les Morveaux folgen.
Vanel,Vanex,Vannés,
Vannet, Vanys,Vanalets etc. In der welschen
Schweiz häufig auftretende Ortsnamen,
namentlich für Engpässe und
Schluchten, Felsbänder und Couloirs, sowie für Bergspitzen, deren Flanken von solchen Runsen
und
Zügen durchfurcht sind.
Werden vom latein. Deminutiv venella = Gässchen, Engpass etc. hergeleitet.
Vergl. Jaccard, Henri.
Essai de toponymie.Lausanne
1906. Eine andre Etymologie sieht in «Vanil» etc. eine
keltische Wurzel, die «Fels» bedeuten soll.