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So spannend die Geschichte von DAS VERHÖR DES LUKULLUS ist, so spannend ist auch ihre Entstehung und die Chronik der Ausstrahlung – am 12. Mai 1940 in der Regie von Ernst Bringolf am in Bern stationierten Radio Beromünster. Bertolt Brecht zeichnete einen römischen Feldherrn, einen über Leichen gehenden Despoten, der trotz Historisierung klar als Hitler erkennbar war. Deshalb ist der Text in Zeiten von Putin, Erdogan, Trump, Weidel, von Storch etc zeitloser denn je. Es war eine höchst angespannte Zeit, der «Höhepunkt der Kriegsjahre für die Schweiz». Es galt, Deutschland nicht zu provozieren. Zum Trotz hatten sich die Macher - die unter dem Label "Berner Hörspieler" agierten an der geistigen Landesverteidigung vorbeigeschmuggelt und mit der Ausstrahlung von DAS VERHÖR DES LUKULLUS den grössten Mut bewiesen. «Der Rundfunk wäre der denkbar grossartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen», schrieb Brecht 1932.