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Ein spontaner Streik von rund 140 Piloten der belgisch-schweizerischen Fluggesellschaft Sabena hat am Mittwoch (07.02.) auf dem Brüsseler Flughafen zu massiven Ausfällen geführt. Nur zehn von 68 Flügen konnten starten. Die Piloten beendeten ihren Streik am Mittag.
Rund 4'800 Passagiere hätten auf andere Fluglinien umgebucht werden müssen, sagte Sabena-Sprecher Wilfried Remans nach Beendigung des Streiks. Die Piloten hätten nach Gesprächen mit Sabena-Chef Christoph Müller den Ernst der Situation eingesehen. Zugeständnisse seien wohl keine gemacht worden, doch hätten sich die Parteien auf weitere Verhandlungen am Mittwochabend geeinigt. Ein Sprecher der belgischen Cockpit-Vereinigung zeigte sich optimistisch, dass eine Einigung erreicht wird.
Der Pilotenstreik war am Mittwochmorgen spontan um 06.00 Uhr morgens ausgerufen worden, nachdem das Sabena-Management in den laufenden Sanierungs-Verhandlungen mit den Gewerkschaften die Forderungen der Piloten abgelehnt hatte. Diese hatten langjährige Beschäftigungs-Garantieren sowie einen ständigen Vertreter der Piloten mit einem Veto-Recht in der Sabena-Führung verlangt.
Die Gewerkschaften hatten den Streik nicht autorisiert. Am Rande des Streiks sei zu Konflikten zwischen Piloten und dem Bodenpersonal gekommen, sagte Remans.
Am Donnerstag wollen die Sabena-Aktionäre über die Zukunft der in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Fluggesellschaft entscheiden. Die belgische Regierung ist Mehrheitsaktionär, die SAir-Group hält eine Beteiligung von 49,5-Prozent. Aktionäre der Sabena hatten sich am Dienstag zuversichtlich gezeigt, dass der geplante Sanierungsplan im Umfang von gegen 1,2 Mrd. Franken zustande kommen wird. Ansonsten droht der Sabena nach belgischem Recht der Konkurs.
swissinfo und Agenturen