Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03193.jsonl.gz/12

Open Access
Aus Sicht der Forschenden ist dies unverständlich - bis ein Blick auf die Kostenverteilung im traditionellen Publikationsmodell die Gründe dafür deutlich macht:
Als Autorin oder Autor geben Sie dem Verlag den Inhalt tatsächlich umsonst (oder Sie bezahlen noch Seitengebühren bzw. liefern einen Publikationskostenzuschuss). Das Editorial Board einer Zeitschrift arbeitet ebenfalls normalerweise umsonst, genauso wie die Peer Reviewer. Der Verlag kümmert sich um Lektorat (teilweise), Druck, Vertrieb und Marketing - und verkauft dann die Zeitschriften, zumeist an universitäre Bibliotheken, die Ihre Artikel mit öffentlichem Geld 'zurückkaufen' müssen.
Im traditionellen Modell bezahlt also der Leser - entweder im pay-per-View-Modell (LeserInnen zahlen für das Betrachten eines Artikels) oder indirekt durch die Subvention der öffentlichen Hand in Form von Bibliotheks-Subskriptionen. Im Open-Access-Modell werden die Kosten, die die Publikation mit sich bringt, vor der Publikation erhoben, damit die Leser nichts zahlen müssen.
Studien wie die des britischen Joint Information Systems Committee (JISC) von 2009 legen nahe, dass die Umstellung des gesamten akademischen Publikationssystems auf ein Open-Access-Modell erhebliche Einsparungen mit sich bringen würde. Sicher ist, dass Open Access die Gesamtkosten des Publikationssystems sehr viel transparenter macht - und dass mit dem gleichen Geld eine viel grössere Leserschaft erreicht werden kann.
Je nach Förderung Ihres Projektes haben Sie verschiedene Möglichkeiten:
1. Wenn Sie in einem EU-Forschungsprojekt arbeiten, können Sie Publikationskosten zu 100% budgetieren und abrechnen.
Informationen finden Sie hier:
Bei allen Fragen rund um EU-Projekte hilft Ihnen natürlich auch EUresearch Bern weiter.
2. Wenn Sie vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert werden, können Sie ebenfalls ihre Forschungsgelder für eine goldene Opan Access-Publikation (nicht für sogenannte Hybrid-Modelle, d.h. für die Freischaltung eines Artikels) verwenden; ggf. können zusätzliche Mittel beantragt werden. Eine weitere Möglichkeit sind die Publikationskostenzuschüsse des SNF. Detaillierte Informationen finden Sie auf den Seiten des Schweizerischen Nationalfonds (siehe insbesondere auch die FAQ).
3. Zahlreiche grössere Open Access-Verlage bieten institutionelle Mitgliedschaften an, bei denen die Publikationsgebühr für die Angehörigen beteiligter Institution gesenkt werden. Die Universität Bern ist zur Zeit Mitglied bei BioMedCentral und Springer Open; weitere Mitgliedschaften sind in Abklärung. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie uns einen Verlag oder eine Zeitschrift vorschlagen möchten.
4. Wir beraten Sie gern individuell bezüglich Finanzierungs- und Publikationsmöglichkeiten. Schreiben Sie uns oder kontaktieren Sie uns per Telefon.
Die kleinen Verlage stehen seit vielen Jahren unter Druck - mit oder ohne Open Access. Viele insbesondere geisteswissenschaftliche Publikationen sowie Dissertationen können nur mit Publikationszuschüssen der öffentlichen Hand finanziert werden, weil sie als Kleinstauflagen mit hohen Preisen tendenziell ein Verlustgeschäft sind. Open Access kann aber auch eine Chance sein, neue Publikationswege zu gehen und Bücher einem breiteren Publikum überregional zugänglich zu machen. Ein gesamteuropäisches Projekt ist bspw. die OAPEN Library, in der sich mehrere europäische Universitätsverlage zusammengeschlossen haben, die ihre Bücher sowohl on demand als Printversion als auch Open Access zum Download bereitstellen.