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Blaukreuzhaus, Rosenstr. 5
Rosenstrasse 5
8400 Winterthur
Das Vereinshaus des Blauen Kreuzes mit wehrhaft gestaltetem Treppenturm wurde von den Architekten Rittmeyer und Furrer 1911 für den Blaukreuzverein gebaut. Der Bau trägt Züge der Vorstadtvillen-Architektur. Bemerkenswert ist der Emporensaal in den Obergeschossen.
Das Blaue Kreuz ist ein soziales Werk mit christlichen Grundwerten. Es wurde 1877 gegründet und war das erste Hilfswerk, das Menschen mit Alkoholproblemen geholfen hat. Seitdem hat es sich zu einer führenden Institution für Prävention, Beratung und Integration im Bereich der legalen Suchtmittel entwickelt. Mit seiner Arbeit sucht es zu verhindern und zu vermindern, dass Alkohol- und andere Suchtprobleme entstehen. Es führt in 12 Kantonen 25 Fachstellen für Suchtprävention und Beratung. Eine davon ist im Blaukreuzhaus an der Rosenstrasse in Winterthur platziert. Der Ursprung dieser Bewegung hängt mit der Industrialisierung zusammen. Durch die Revision der Bundesverfassung von 1874 wurde die Handels- und Gewerbefreiheit zugelassen. Dadurch wurde der Schnaps billiger und überschwemmte die Schweiz. Dieser Alkohol wurde zur Droge für die Industriearbeiter, die weder in ihrer privaten Umgebung noch im beruflichen Umfeld verwöhnt waren.
Es ist zum Beispiel legendär, dass auf den Aussensimsen der Wirtschaften rund um die Fabrik-Areale am Morgen bereits abgefüllte Schnapsgläser bereit standen. Auf dem Weg in die „Bude“ nahm man sich im Schwick ein Glas Schnaps zu sich. Am Abend auf dem Heimweg ging man dann noch das Getränk bezahlen, was natürlich nicht ohne einen weiteren Alkoholgenuss über die Bühne ging. Dem rasch zunehmenden Übel rückte der Bund mit dem Alkoholgesetz 1885 entgegen. 1888 entstand in Winterthur der Blaukreuzverein, der auf privater Basis gegen die Alkoholsucht zu kämpfen begann. Ziel war es Männer und Frauen zu überzeugen, eine Enthaltsamkeitserklärung zu unterzeichnen. Mit dem Hoffnungsbund und dem Töchter- Jünglingsbund organisierte man auch die Jugend und führte sie zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung.
Als Treffpunkt stand zu Beginn der Kindergarten Inneres Lind zur Verfügung. Dass bald der Wunsch nach geeigneteren Räumen entstand, ist klar. Man fand an der Rosenstrasse eine Parzelle, die man 1910 erwerben konnte. Am 25.März 1911 beschloss eine ausserordentliche Generalversammlung den Neubau und bereits am 31. Dezember 1911 konnte die Einweihung stattfinden. Um die Architektur und die Bauleitung hatten sich die Architekten Rittmeyer und Furrer gekümmert, die in jener Zeit die In-Architekten waren. Um den wachsenden und wechselnden Bedürfnissen nach zukommen wurde immer wieder umgebaut bis dann 1962/64 ein grosser Umbau erfolgte. Nebst den Aktivitäten des Blauen Kreuzes ist seit einiger Zeit auch der Betsaal der Israelitischen Gemeinde in diesem Hause eingemietet.