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Brasilien steht wieder im Rampenlicht, da Teile des Amazonas brennen. Ein Grossteil des Regenwaldes brennt, weil für die Landwirtschaft gerodet wird. Schätzungen zufolge werden bis zu 80 Prozent der Wälder von Viehzüchtern abgeholzt. Brasilien ist mit 1,6 Millionen Tonnen der weltweit grösste Exporteur von Rindfleisch.
Fausta Borsani// Internationale Umweltorganisationen fordern, die Rindfleischimporte aus Brasilien einzustellen, bis ein Moratorium für die Entwaldung vorliegt. Der G7-Gipfel droht, das Handelsabkommen EU-Mercosur platzen zu lassen, und in der Schweiz wollen die Grünen notfalls das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit den Mercosurstaaten ergreifen, das ihnen (u.a. Brasilien) Konzessionen für den Export von landwirtschaftlichen Produkten (z B. Fleisch und Soja) in die Schweiz gewähren soll.
Die weltweit ansteigende Nachfrage nach Sojabohnen befeuert die Entwaldung. Brasilien erlebt derzeit einen Aufschwung bei Soja-Exporten nach China und der Handelskrieg zwischen den USA und China fördert die brasilianische Soja-Produktion. Brasilien hat bereits die USA überholt und sich zum weltweit grössten Soja-Produzenten entwickelt. Und obwohl Soja meist nicht mehr auf abgeholztem Land angebaut wird, machen Viehzüchter in der südbrasilianischen Cerrado-Region dem Sojabohnen-Anbau Platz und roden anderswo das Weideland für ihre Tiere. Der Amazonas brennt. Und: der Weltklimarat IPCC schreibt 31% der Klimagasemissionen direkt der Landwirtschaft zu, wobei das Vieh den grössten Anteil hat.
Wenn also die internationale Nachfrage schuld an den Bränden ist, kann dieselbe auch Teil der Lösung sein. Unsere Ernährungskultur steht dabei im Fokus.
Die Reduktion des Fleischkonsums und die vermehrte Umstellung auf pflanzliche Lebensmittel würden die Fleisch-Nachfrage senken. Dies hätte Auswirkungen auf den Rindfleisch-Absatz und würde den Import von Soja als Tierfutter verringern. Und wenn wir Fleisch essen, dann bitte ökologisch und tiergerecht produziert. Schweizer Bio- und Freiland-Fleisch ist ja mittlerweile breit erhältlich: die Tiere werden in diesen Produktionssystemen vorwiegend mit Schweizer Heu und Gras gefüttert und sind völlig unschuldig am Amazonasbrand.
(Quellen: Ecovia Intelligence und verschiedene Tagesnachrichten)