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Klimawandel: Tiere leiden unter Grenzzäunen und -mauern
Im Zuge des Klimawandels und steigender Temperaturen müssen weltweit viele Tiere ihr angestammtes Territorium verlassen und ein neues Zuhause suchen. Grenzzäune und –mauern können sich besonders negativ auf diese Entwicklung auswirken. Dies zeigt eine Studie zum Einfluss von menschgemachten Grenzen auf die Tierwelt unter Leitung der Universität von Durham (UK).
Quelle: Aditya Laghate, CC BY-SA 3.0
Die Tibetgazelle lebt in Höhen bis zu 5750 Metern.
„Grenzmauern und -zäune sind eine ernstzunehmende Bedrohung für jedes Tier, das sie nicht überwinden kann“, sagt Studienhauptautor Stephen Willis. „Unsere Untersuchungsergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass sich Arten in ihren Lebensräumen über nationale Grenzen hinweg bewegen können.“
Für die Studie analysierte das Forschungsteam Grenzen auf der ganzen Welt und die Population von rund 12‘700 Säugetier- sowie Vogel-Spezies, die in den entsprechenden Gebieten heimisch sind.
Mauer zwischen den USA und Mexiko
Rund 32‘000 Grenzkilometer stellten sich als besonders negativ heraus: Sie umfassen die Mauer zwischen den USA und Mexiko sowie die Grenzzäune zwischen China und Russland aber auch zwischen Indien und Myanmar. Dort behindern sie rund 700 Säugetiere bei ihrer Suche nach neuen Habitaten. An der russisch-chinesischen Grenze leidet zum Beispiel die Tibetgazelle oder der Wüstenhase unter dieser Situation, in Indien und Myanmar sind dies neben anderen der Lippenbär oder das Pangolin.
Quelle: Jim Clark, U.S. Fish& Wildlife Service, Gemeinfrei
Der Mexikanische Wolf gehört zu denjenigen Spezies, deren Territorium von der Mauer zwischen den USA und Mexiko eingeschränkt wird.
Besonders schwierig ist die Situation laut den Forschern allerdings für die Säugetiere in der mexikanisch-amerikanischen Grenzregion: Hier gefährden die Mauern und Zäune das Fortbestehen von 122 Arten. Dazu gehören etwa der Mexikanische Wolf, der Jaguar, die Langschwanzkatze oder das Südopossum.
Ebenfalls von solchen Entwicklungen betroffen – wenngleich in eher geringerem Ausmass – sind Gebiete an der Grenze zwischen dem Amazonas-Regenwald und den Anden, im Himalaya und in Teilen Zentral- und Ostafrikas. Laut Willis und seinen Kollegen werden hier bis 2070 rund ein Drittel aller Säugetiere und Vögel umziehen müssen.
Kein Ersatz für die Reduktion der CO2-Emissionen
Wolle man den Schutz der Tiere ernst nehmen, brauche es mehr grenzüberschreitende Massnahmen wie Korridore um das Überleben der Tiere zu verbessern. Dies sei natürlich kein Ersatz für die Reduktion der CO2-Emissionen, so die Forscher. (mai)