Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03560.jsonl.gz/904

Nach den Pollen treten weitere stumme Zeugen auf: Blumen und Disteln auf dem Grabtuch
Max Frei starb im Jahr 1983, bevor er seine Forschungen abschließen konnte, seine Witwe gab die Unterlagen an Prof. Alan Whanger, Chirurg und Tropenmediziner an der Duke University of Durham, North Carolina, weiter und dieser arbeitete schließlich mit Botanikern der Hebräischen Universität Jerusalem zusammen. Die höchste Pollenkonzentration, mehr als von allen anderen und nachgewiesen direkt neben dem Kopf des Gekreuzigten, stammt von einer Distel mit Namen Gundelia tournefortii, die man auch heute noch im Gebiet von Jerusalem findet. Die hohe Konzentration im Kopfbereich legt den Schluss nahe, dass die Dornenkrone mit dieser Distel angefertigt wurde.
Es scheint, als gäbe das Grabtuch sein Geheimnis parallel zum Fortschritt der Technik preis: Aufgrund des Hinweises eines deutschen Physikers identifizierte Prof. Alan Whanger, gemeinsam mit den israelischen Forschern Prof. Avinoam Danin, Botaniker an der Hebrew University in Jerusalem, sowie Dr. Uri Baruch unter Verwendung von Spezialtechniken wie HD, UV- und 3D-Fotografien sowie polarisiertem Licht den Abdruck von verschiedenen Blumen auf dem Grabtuch, die man offenbar bei der Bestattung auf den Leichnam gelegt hatte.
Dr. Danin erhielt die Erlaubnis, seine Untersuchungen am Grabtuch selbst durchzuführen und fand hunderte Abdrücke von Blumen, v.a. im Kopfbereich. Er bestätigte, dass dies mit der alten jüdischen Sitte im Einklang steht, den Kopf des Verstorbenen mit frischen Blumen zu umringen. Zwei Pflanzenarten kommen nur in einem Radius von maximal zehn Kilometern um Jerusalem gemeinsam vor. Sie blühen zur gleichen Zeit: im März und April, nur zu dieser Zeit konnten sie auf den Körper gelegt worden sein.
Bis jetzt fand man den Abdruck von 28 verschiedenen Pflanzen, alle diese Blumen blühen im März oder April, also zur Zeit des Passahfestes. Die israelischen Forscher kamen zu dem Schluss, dass das Tuch – wie immer es auch entstanden ist – in Jerusalem entstanden sein musste.