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Ein verstörender, eigenartiger, tiefer Text»Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.« ? Einer der berühmtesten Sätze der Weltliteratur leitet Kafkas Roman ein. Der verstörende Text verzichtet auf eine stringente Handlung und zieht seine suggestive Kraft aus der Vieldeutigkeit der beklemmend ausweglosen Situation, in die Josef K. gerät: Je mehr er sich wehrt, desto tiefer wird er in ein für ihn völlig undurchsichtiges Spiel hineingezogen. Nicht nur der fragmentarisch gebliebene Roman, sondern auch die eingefügte Parabel 'Vor dem Gesetz', die 1915 separat erschien, gehören unbestritten zu den wichtigsten Werken der Weltliteratur.»Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.«
So beginnt die Geschichte des Josef K., dem an seinem 30. Geburtstag von einer mysteriösen Behörde der Prozeß gemacht werden soll. Und je mehr er seine Unschuld verteidigen will, um so tiefer sinkt er ins Gestrüpp undurchschaubarer Gesetze und menschlicher Verwirrungen. Josef K. muß schließlich erkennen, daß der »Sinn dieser großen Organisation, dieser korrupten Bande«, der Sinn dieses geheimnisvollen Prozesses die »Sinnlosigkeit« ist.
Der Prozeß, der erste Roman Franz Kafkas, zwischen 1914 und 1915 entstanden und 1925 zum ersten Mal erschienen, ist zwar Fragment geblieben, aber dennoch eines der großen Werke der Weltliteratur.