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Biografische Daten
Rudolf Räschi war Glaser und Glasmaler in Freiburg. Während der ersten drei Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts war er wohl der meistbeschäftigte Meister seines Handwerkes. Seine Lebensdaten und Herkunft bleiben im Dunkeln. Er wohnte in der Reichengasse, hatte 1502-1511, 1515-1521 und 1527-1537 Einsitz im Rat der Zweihundert und war Sprecher des Burgquartiers. Der Glasmaler war mit Joni (Jeanetta) Seiler, einer Tochter Hans Seilers, verheiratet. Im Jahre 1510 ist er als Bewohner des Burgquartiers im Auszugrodels Papst Julius II. fassbar, auch ein Jahr später nahm er am Kriegszug im Sold Julius II teil. 1513 zog er dann für Kaiser Maximilian ins Burgund und gegen Mailand. 1530 beteiligte er sich noch einmal am Auszug gegen Genf. Des Weiteren trat Rudolf Räschi mehrfach als Zeuge in Notariatsakten auf. Sein Sohn Hans Ulrich Räschi (erwähnt 1535-1561) führte den Beruf des Vaters als Glaser weiter. 1537 wird Rudolf Räschi ein letztes Mal in den Freiburger Seckelmeisterrechnungen genannt, und wahrscheinlich wurden bald darauf (1537/38) für ihn die Totenglocken der Stadtkirche St. Nikolaus geläutet.
Seine berufliche Tätigkeit für die Obrigkeit begann im Jahr 1497. 1507 nahm er den Waisenknaben Hans Has von Biel vier Jahre in die Lehre. Räschi wurde oft engagiert, und in seinen vierzig Jahren im beruf bezog er vom Seckelmeister der Stadt insgesamt über 2000 Pfund. Er arbeitete sowohl für das alte wie für das neue Rathaus und für das Haus des Antoni de Prez, die Schule, die Tore, das Spital, die Kantorei und das Gasthaus zur Krone. Des Weiteren führte er zahlreiche Fensterverglasungen aus. Der Glasmaler lieferte aber auch Fenster in das Zollhaus an der Sense und die obrigkeitlichen Vogtsitze Montagny, Everdes und Farvagny. Darüber hinaus lieferte er Fenster und Wappen nach Murten, wo er auch Reparaturen durchführte. Schenkfenster kamen in die Mauritiuskirche von Murten in Muntelier, nach Gurmels, ins Wirtshaus nach Kerzers wie nach Orsonnens und Montagny. 1517 schuf er die Wappen- und Figurenscheiben für die Kapelle St. Wolfgang bei Düdingen. Eine seiner letzten Arbeiten galt der Kirche in Marsens. (Bergmann, 2014, S. 347 – 349)
Literatur
Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bern: Peter Lang.