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Neutrale Verpackungen (Plain Packaging)
Die Verpackung der Tabak- und Nikotinwaren ist eine wichtige Werbefläche für die Tabakindustrie. Die farbigen Schachteln mit den prominent aufgedruckten Markennamen wirken vor allem auf Jugendliche und Neukonsumentinnen und -konsumenten attraktiv und täuschen über die Gesundheitsrisiken des Tabak- und Nikotinkonsums hinweg.
Neutrale Verpackungen ohne die spezifischen Markenelemente, im Englischen «Plain Packaging» genannt, und mit grossen bildlichen Warnhinweisen versehen, gelten deshalb zusammen mit Preiserhöhungen und umfassenden Werbeverboten als eine der wirksamsten Massnahmen der Tabakprävention. Verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass neutrale Verpackungen das Rauchen bzw. den Raucheinstieg unattraktiver machen:
Neutrale Päckchen
- werden als wirksam erachtet, um Jugendliche davon abzuhalten, mit dem Rauchen anzufangen.
- helfen, darüber nachzudenken, den eigenen Tabakkonsum zu reduzieren oder ganz mit dem Rauchen aufzuhören.
Als erstes Land hat Australien 2012 neutrale, einheitliche Verpackungen für Tabakprodukte eingeführt. Dieser gesundheitspolitische Entscheid stützt sich auf die Bestimmung in Artikel 11 der Internationalen Rahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation über die Tabakkontrolle (FCTC). Innert weniger Jahre sind über ein Dutzend Länder dem Beispiel Australiens gefolgt. Auch in Europa haben in der Folge verschiedene Länder und Regionen in den letzten Jahren neutrale Verpackungen für Tabakprodukte eingeführt.
Quellen
Moodie, Crawford; Hoek, Janet; Hammond, David; Gallopel-Morvan, Karine; Sendoya, Diego; Rosen, Laura et al. (2022): Plain tobacco packaging: progress, challenges, learning and opportunities. In Tob Control 31 (2), pp. 263–271. DOI: 10.1136/tobaccocontrol-2021-056559.
AT Schweiz, April 2022