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Madonna del Sasso
Der auch unter Deutschschweizerinnen und Westschweizern beliebte Wallfahrtsort Madonna del Sasso, der malerisch auf einem Felsen über Locarno liegt, wird einer umfassende Renovation unterzogen.
Die Madonnenstatue wurde dazu Anfang Mai in eine kleine Kapelle im Klosterbereich gebracht, wo sie während der Neugestaltung der Kirche zugänglich bleibt. Die Bauarbeiten dauern rund zwei Jahre. Trägerschaft ist der Kanton Tessin, dem die Klosteranlage seit der Enteignung und Verabschiedung der Franziskanerkonventualen auch gehört. Die Gründung des Felsklosters geht auf eine Marienvision zurück, die der Franziska-nerbruder Bartolomeo d'Ivrea in Locarno in der Nacht vor Maria-Himmelfahrt 1480 hatte. 1485-87 wurde die erste Kapelle am Erscheinungsort erbaut. Am Fuss des Ber-ges entstand noch zu Lebzeiten Bartolomeos die Verkündigungskirche (Annunciata), in der er 1511 begraben wurde. Von der Verkündigungskirche führt die Via Crucis mit zwölf Kreuzwegkapellen, die Szenen der Leidensgeschichte Christi darstellen, zur Madonna del Sasso hinauf. Die heutige Fassade im Stil der Neurenaissance stammt aus dem späten 19. Jahrhun-dert nach Entwürfen des Architekten Alessandro Ghezzi aus Lamone. Mit ihr verlor die Kirche 1890 ihre franziskanische Schlichtheit. 1977-84 erfolgte die letzte grosse Renovierung zum 500. Jahrestag der Madonna del Sasso durch Luigi Snozzi. Von Lo-carno führt die Standseilbahn Funicolare Locarno–Madonna del Sasso zum Sanktuarium.