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Welche therapeutischen Anwendungen von Probiotika sind im Gebiet der Verdauung möglich?
Man könnte sagen, dass die therapeutischen Anwendungen zugleich sehr breit gefächert, aber noch leicht begrenzt sind, weil die Nachweise teils noch etwas unzureichend sind.
In Wirklichkeit besteht, wie allgemein bekannt, eine grosse Begeisterung, die meiner Meinung nach in Bezug auf die Probiotika mehr als gerechtfertigt ist, denn es wurde nachgewiesen, dass ihre Wirkstoffe eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben, es gibt sogar Expertenteams, die kürzlich ihre Wirkungen bestätigt haben und zwar die allgemeinen Wirkungen, aber auch die spezifischen Wirkungen bestimmter Stämme.
Um es einfach auszudrücken, kann gesagt werden, dass die Probiotika im Verdauungstrakt interessant sind, um eine Darmflora, die nicht oder ein wenig unausgeglichen ist, (die sogenannte Dysbiose),
wieder herzustellen.
Dies kann insbesondere nach bestimmten Antibiotikabehandlungen geschehen und sie können ebenfalls bei Krankheiten angewendet werden, die direkter die Verdauung betreffen wie Darmentzündungen, insbesondere die Colitis ulcerosa, bei der bezüglich bestimmter Komplikationen dieser Krankheiten Rückgänge bewirkt oder Erleichterung geschaffen werden kann.
Es gibt eine Krankheit, das heisst eine Entzündung, "die in Bezug auf die Colitis bekannt ist: die Pouchitis."
Es handelt sich um die Entzündung einer Tasche, die chirurgisch geschaffen wurde und auch hier haben die Probiotika sich als sehr interessant erwiesen.
Es gibt ausserdem andere Aspekte wie bestimmte chronische, rezidivierende Entzündungen mit bestimmten Keimen wie das Clostridium difficile.
Es gibt auch das Reizdarmsyndrom, das immerhin sehr viele Menschen betrifft und auch hier sind die Ergebnisse wirklich sehr interessant.
Es ist jedoch immer das gleiche, das heisst, es gibt interessante Ergebnisse hinsichtlich zusammengefasster Studien, die Wirkungen in Bezug auf Schmerzen, Blähungen oder Flatulenz aufweisen.
Das Problem liegt darin, dass oft recht verschiedenartige Studien mit unterschiedlichen Methodiken und teils auch mit unterschiedlichen Patientengruppen zusammengefasst werden.
Es ist erforderlich, sich zu vergewissern, dass diese Wirkungen mit anderen Stämmen wiederholt werden, denn diese Stämme sind mitunter recht unterschiedlich.
Es ist zu berücksichtigen, dass die Probleme der Darmflora und/oder des Mikrobioms, wie sie jetzt genannt wird, komplex sind, denn wir haben alle ein Mikrobiom, das uns eigen ist und sozusagen eine Unterschrift darstellt, die es erlaubt, uns von unserem Nachbarn zu unterscheiden.
Aus diesem Grund ist es schwierig, die Wirkungen, insbesondere mit bestimmten Stämmen, zu verallgemeinern, denn es ist sicher, dass bestimmte Stämme für bestimmte Mikrobiome geeignet sind während sie bei anderen Arten von Mikrobiomen
eine mässige oder sogar gar keine Wirkung haben.
In Wirklichkeit geht die Entwicklung zweifellos dahin, das Mikrobiom persönlich zu charakterisieren, um anschliessend die Probiotikabehandlungen auszuwählen oder auf jeden Fall genauer auf das Mikrobiom abzustimmen.