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Der nach den IFRS-Regeln ausgewiesene Reingewinn von EFG International belief sich auf 339 Mio CHF gegenüber 57,1 Mio CHF im Jahr 2015, wie den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen zu entnehmen sind. Der zugrundeliegende wiederkehrende Reingewinn ging um knapp 10% auf 82,3 Mio CHF zurück - der zugrundeliegende Reingewinn der "alleinstehenden" EFG International wäre dagegen praktisch unverändert geblieben. Die Aktionäre von EFG International erhalten eine unveränderte Dividende von 0,25 CHF je Titel.
Im IFRS-Gewinn enthalten sind ein positiver Beitrag aus dem "bargain gain" der BSI-Akquisition von 530,8 Mio sowie Abschreibungen auf immaterielle Werte aus früheren Akquisitionen von 171 Mio CHF. Ebenfalls in die Zahl fliessen unter anderem auch Kosten für die BSI-Integration (35,8 Mio CHF) sowie ein negativer Beitrag aus den von der EFG zu Investitionszwecken gehaltenen Lebensversicherungsportfolios (-21,9 Mio) ein.
NEUGELDABFLUSS
Insgesamt musste die kombinierte Bank im vergangenen Jahr einen Netto-Neugeldabfluss von 5,4 Mrd CHF hinnehmen. Bei der "ursprünglichen" EFG International hatte im Gesamtjahr ein kleiner Abfluss von 0,5 Mrd CHF (Vorjahr +2,4 Mrd) resultiert. Bei der BSI hingegen kam es in den Monaten November und Dezember zu Abflüssen von 4,9 Mrd. Die BSI war im vergangenen Jahr wegen des Skandals um den malaysischen Staatsfonds 1MDB immer wieder in Negativschlagzeilen geraten.
Die gesamten verwalteten Vermögen beliefen sich Ende Jahr auf 144,5 Mrd CHF gegenüber den vor Jahresfrist von EFG alleine ausgewiesenen 83,3 Mrd CHF. Die BSI-Vermögen beliefen sich Ende Dezember 2016 auf 62,3 Mrd CHF - bei Abschluss der Transaktion Ende Oktober 2016 hatten sie sich noch auf 67,0 Mrd belaufen.
SCHWACHE KUNDENAKTIVITÄT
Die Bank erwirtschaftete im vergangenen Jahr insgesamt einen Bruttoertrag von 722 Mio CHF (VJ 697 Mio), wobei auf "standalone"-Basis der EFG der Ertrag um rund 3% zurückging. Hauptursache für den Rückgang war eine Abnahme der Kundenaktivität und die Abwertung des britischen Pfunds, was zu einem geringeren Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft führte.
Der Geschäftsaufwand stieg auf 690 Mio (VJ 604 Mio) an. Allerdings konnte die EFG auf "standalone"-Basis die Kosten dank ihrem laufenden Kostensenkungsprogramm klar verringern. Das zugrundeliegende Kosten-Ertrags-Verhältnis von EFG (standalone) verbesserte sich auf 82,7% von 83,8%.
Die Analystenschätzungen zu den Gewinnzahlen sind wegen der zahlreichen Sondereffekte schwierig vergleichbar, bezüglich der Vermögensentwicklung waren sie leicht pessimistischer gewesen: Im Durchschnitt (AWP-Konsens) hatten sie bei den Nettoneugeldern hatten sie einen etwas höheren Abfluss von 7 Mrd CHF und die Kundengelder bei 143,5 Mrd CHF gesehen.
VERHANDLUNGEN UM KAUFPREIS
Die Integration der BSI sehen die EFG-Verantwortlichen gut auf Kurs. Die Integration des Schweizer Geschäfts ist für den April geplant, und die restlichen BSI-Einheiten sollen ebenfalls im zweiten Quartal 2017 integriert werden - früher als ursprünglich geplant. Als letzter Schritt soll die Migration auf die IT-Plattform von EFG bis Ende 2017 abgeschlossen werden. Die geplanten Kostensynergie von 240 Mio CHF werden bestätigt, 2016 seien bereits Synergien von 30 Mio CHF erreicht worden. Die Mittelfrist-Ziele für das kombinierte Geschäft gelten weiterhin.
In Verhandlung ist weiterhin der Kaufpreis. So hat die EFG nun im Februar eine Reduzierung des Kaufpreises um 277,5 Mio CHF gegenüber dem zuletzt genannten Kaufpreis von 1,06 Mrd CHF gefordert. Die Bewertung unterliege aber "dem erwarteten Widerspruch" der Verkäuferin BTG. Auf heutiger Basis erwarte die EFG aber "keine wesentliche Auswirkung auf das regulatorische Kapital der Gruppe".
tp/cp
(AWP)