Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03642.jsonl.gz/2402

Golden Globe Race 1968: Die erste Wettfahrt rund um die Welt für Einhandsegler
Bücher für den Winter
Das Golden Globe Race ist ein Segelwettbewerb für Einhandsegler rund um die Welt. Die Wettfahrt wurde - von der Londoner Sunday Times ausgeschrieben - erstmals 1968, 2018 ein zweites Mal zum 50-jährigen Jubiläum durchgeführt. Eine dritte Wettfahrt ist für 2022 geplant. Das Golden Globe Race ist ein Vorläufer der BOC Challenge (Velux 5 Oceans Race) und der Vendée Globe.
Von den neun Teilnehmern an der Wettfahrt 1968 ist nur einer, Robin Knox-Johnston, (nach 312 Tagen) zu den britischen Inseln zurückgekehrt. Aufgegeben haben sechs (einer davon ist Bernard Moitessier); gekentert/gerettet ist einer; mit Suizid die Fahrt beendet hat Donald Crowhurst. Mehr zum Golden Globe Race z. B. auf Wikipedia, deutsch oder englisch (detaillierter).
Die Winterzeit ist die ideale Zeit, um sich im Lehnstuhl etwas von der aufgezwungenen Segeln-Enthaltsamkeit zu befreien: Mit der Lektüre von vier spannenden (Erfahrungs-)berichten vom Golden Global Race 1968.
Donald Crowhurst
Der Film über seine Fahrt wurde am Speziellen (SCF-)Hock vom 13. November 2018 gezeigt.
Wer ihn damals verpasst hat, dem sei das Buch über seine Fahrt empfohlen: Über die chaotischen Vorbereitungen, den Start am letzt möglichen Tag, sein nicht geeignetes Schiff und wie er dann beginnt, weit übertriebene, falsche Positionsdaten zu melden und falsche Logbücher zu führen. Schlussendlich hat er scheinbar die Welt umsegelt, effektiv ist er aber «nur» bis in den Südatlantik und zurück gefahren. Da aber fast alle anderen Teilnehmer aufgegeben hatten, bestand für ihn das grosse Risiko, die Wettfahrt zu gewinnen. Das Risiko zu gewinnen und entlarvt zu werden brachte ihn langsam zum Wahnsinn. Crowhursts Boot wurde am 10. Juli 1969 von einem britischen Postschiff im Nordatlantik unbeschädigt, aber leer entdeckt.
Es lohnt sich, sein anhand der gefundenen Aufzeichnungen vom Journalisten Ron Hall geschriebenes Buch Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst (Verlag Piper, Taschenbuch, 2018, ISBN 978-3-492-30736-9) zu lesen: Zu lesen, wie ein Unternehmer ohne Hochseeerfahrung auf einem ungeeigneten Segelboot mit dem Meer und seinen Problemen umgeht.
Bernard Moitessier
Lesenswert ist auch das Buch von Bernard Moitessier Der verschenkte Sieg (Verlag Delius Klasing, Taschenbuch, 2016, 978-3-667-10625-4). Bei der Vorbereitung lässt er alles, was er als nicht notwendig erachtet, zurück. Er hat daher kein Funkgerät. Er kommuniziert mit Geschriebenem und Fotos, die in Metallkapseln eingeschlossen auf vorüberfahrende Schiffe geworfen werden, er beschreibt die Schönheit und die Wildheit der Meere, erläutert seine Überlegungen zu Wetter-Wind-Wellen-Strömungen und zur Kurswahl. Nachdem er um die grossen Kaps - Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Horn – gesegelt ist, fährt er nicht in Richtung Nordatlantik, sondern ein weiteres Mal um Kap Horn, Kap Leeuwin, um schliesslich seine Fahrt in Tahiti zu beenden und dort zu bleiben. Dazu gibt er die Gründe an. Im Anhang gibt es noch 50 Seiten Seemannschaft für Einhandsegler.
Robin Knox-Johnston
Auch vom Sieger des ersten Golden Globe Race, Robin Knox-Johnston, gibt es ein Buch (englisch) zur Wettfahrt: A World of My Own: The First Ever Non-stop Solo Round the World Voyage (Verlag Bloomsbury Publishing PLC, Taschenbuch, 2004, ISBN 978-0713668995).
Peter Nichols, britischer Schriftsteller, Einhandsegler und Journlist hat die Wettfahrt von 1968/69 in seinem Buch (englisch) A Voyage for Madmen (Verlag Profile Books, Taschenbuch 2011, ISBN 978-1846684432) recherchiert und dokumentiert. Er versucht, sich in die neun Einhandsegler einzudenken. Dazu hat er auch vorher als Einhandsegler den Atlantik überquert. Er schreibt: "This book is the result of a deep investigation into that race, and my efforts to put myself aboard each of those boats and into the mind of those nine very different men."
Auch aus diesem Buch zitiert: "The Golden Globe race happened in a differnet world, as distant, in term of our experiance with the sea, as Joseph Conrad's."