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Das Bild ist in der Bilddatenbank Getty Image zu finden. Wie die Bildlegende beschreibt, befindet sich der Windturbinen-Friedhof in Wyoming in den USA. Dort werden tatsächlich Rotorblätter von ausgedienten Windkraftanlagen in Deponien vergraben.
Der amerikanische Verband für erneuerbare Energie zitiert im Jahr 2020 die Managerin einer Mülldeponie in Casper, Wyoming, wonach diese sagt, dass die Rotorblätter die unproblematischsten Abfälle darstellen, die diese Deponie überhaupt entgegennehmen würde. Gemäss dem Nachrichtenportal Bloomberg gibt es in den USA mehrere solche Deponien.
Das Recycling von Windkraftanlagen ist zu 80 bis 90 Prozent möglich, das betrifft vor allem Stahl und Beton. Der recycelte Beton findet unter anderem im Strassenbau Verwendung, die Stahlsegmente gehen zurück in die Stahlwerke.
Mit den restlichen Elementen wird nicht in allen Ländern gleich verfahren: Während sie in den USA auf speziellen Deponien entsorgt werden, verbieten einige EU-Länder diese Handhabung. So auch die Schweiz.
Gemäss Artikel 10 der Abfallverordnung (VVEA) besteht in der Schweiz die Pflicht zur thermischen Behandlung, sofern Abfälle brennbar sind und stofflich nicht anderweitig verwendet werden können. «Da Kunststoffe brennbar sind, ist nach Art. 10 VVEA die Deponierung von ausgemusterten Rotorblätter in der Schweiz verboten», schreibt Robin Poëll vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf Anfrage von Keystone-SDA.
Doch die Verbrennung von Rotorblättern ist aufgrund deren Zusammensetzung aus Glasfaserkunststoffen, Kohlefasern und anderen Kunststoffen schwierig. Sie werden daher in speziellen Anlagen thermisch behandelt. Die verbleibende Asche findet anschliessend in der Zementindustrie Verwendung.
In der Schweiz gibt es aber keine derartige Aufbereitungsanlage, sagt Tim Voegelin von Iwas gegenüber Keystone-SDA. Er forscht unter anderem an Recyclingmethoden von glasfaserverstärkten Duromeren, welche in den Rotorblättern vorkommen. Eine derartige Anlage wäre für die hierzulande anfallende Menge von Rotorblättern nicht rentabel.
Hierzulande ausgemusterte Windkraftanlagen werden daher ins Ausland gebracht. «Die bisher in der Schweiz ausser Betrieb genommenen Windenergieanlagen wurden komplett verkauft», schreibt Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie BFE auf Anfrage von Keystone-SDA. Sie geht davon aus, dass sie im Ausland weiterbetrieben werden.
Ähnliche Deponieverbote wie in der Schweiz gibt es unter anderem in Österreich, Finnland, Deutschland und den Niederlanden. Der europäische Verband für Windenergie WindEurope fordert bis 2025 ein europaweites Deponieverbot für ausgemusterte Rotorblätter.
In den USA hingegen werden ausgemusterte Rotorblätter weiterhin auf Deponien vergraben. So vermutet das Electric Power Research Institute (EPRI) im Jahr 2020, dass bis 2050 etwa vier Millionen Tonnen Windturbinenblätter auf US-Mülldeponien entsorgt werden könnten. Daher suchen Forschungsinstitute in aller Welt nach neuen Recyclingverfahren, so auch in der Schweiz. Zudem wird an abfallfreien Windturbinen und recycelbaren Windturbinenblätter gearbeitet. Die Branche setzt dadurch auf Nachhaltigkeit und engagiert sich für die Kreislaufwirtschaft. Unternehmen wiederum erkunden Geschäftstätigkeiten, welche Rotorblätter oder Teile davon anderweitig zur Herstellung von Produkte verwendet werden können wie zum Beispiel Bauplatten, Paletten oder Spanplatten. Auch in Kunstprojekten sollen veraltete Rotorblätter Verwendung finden.