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/ Forschung
Prof. Panteleimon Ekkekakis von der Michigan State University zu Besuch am DSBG
Die längst überfällige Anerkennung der Rolle affektiver Erfahrungen im Kontext Sport und Bewegung: Zu diesem Thema referierte Prof. Panteleimon («Paddy») Ekkekakis von der Michigan State University am 16. Mai während seines Aufenthalts am Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit. Ein Workshop bildeten den zweiten Teil dieser wissenschaftlichen Veranstaltungen.
Menschen haben die Absicht, sich zu bewegen, tun es aber nicht: Den meisten Erwachsenen in westlichen Ländern ist bewusst, dass körperliche Aktivität einen positiven Effekt auf ihre Gesundheit hat, so Prof. Ekkekakis in seinem Referat. Dennoch bewegen sich fast alle Erwachsenen weniger als empfohlen. Dieser Widerspruch wirft Fragen auf und stellt gängige Theorien und Massnahmen zur Förderung körperlicher Aktivität infrage. Eine neue Theorie, die «Affective-Reflective Theory» (ART), besagt, dass dieser Widerspruch durch einen Konflikt zwischen unserem bewussten Denken und unseren affektiven Erfahrungen erklärt werden kann.
Für viele Menschen ist die Vorstellung von Sport oder Bewegung mit verschiedenen Formen von Unbehagen verbunden. Dazu gehören auch Schuldgefühle, Peinlichkeit, Scham, körperlicher Schmerz, Erschöpfung oder Atemnot. Die ART schlägt vor, diese negativen Gefühle zu vermeiden und stattdessen angenehme und positive Erfahrungen im Zuge körperlicher Aktivität zu fördern. Mit dieser Erkenntnis sollen bestehende Massnahmen zur Verhaltensänderung ergänzt werden. Somit eröffnet die ART neue Möglichkeiten für Interventionen, indem sie negative affektive Erfahrungen als vermeidbare Ereignisse umdeutet. Prof. Ekkekakis plädierte in seinem Vortrag schliesslich für die Förderung angenehmer und positiver Erfahrungen im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität.
Im zweiten Teil des Tages führte Prof. Ekkekakis einen Workshop durch, der einen tieferen Einblick in die Messmethoden im Bereich der Erforschung von Affekt bot. In diesem Rahmen wurden Definitionen für Kernbegriffe wie «Affekt», «Emotion» und «Stimmung» präsentiert und diskutiert, da sie für die Forschung in diesem Bereich von entscheidender Bedeutung sind. Weiter stellte Ekkekakis gängige Messinstrumente wie den «Profil Of Mood States» (POMS) vor und die Teilnehmenden erörterten die damit verbundenen Herausforderungen bei der Anwendung im Kontext körperlicher Aktivität. Darüber hinaus folgten eine Einführung und Diskussion zu passenderen Skalen im Kontext Sport und Bewegung wie die «Feeling Scale» (FS) und die «Felt Arousal Scale» (FAS).
Die von Prof. Ekkekakis vorgestellten Erkenntnisse sind von grosser Bedeutung für zukünftige Forschung am DSBG und tragen zu einem besseren Verständnis der Rolle von Affekt bei.
Gefördert wurde das wissenschaftliche Event vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF), dem PhD Program Health Sciences (PPHS) sowie der Sportwissenschaftlichen Gesellschaft der Schweiz (SGS) und wurde in Kooperation mit dem Arbeitsbereich «Gesundheitswissenschaft» des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Bern durchgeführt.