Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03309.jsonl.gz/908

Für zehn Sekunden geht das Licht auf der ganzen Erde aus. In der Dunkelheit wird Jack (Himesh Patel) von einem Bus angefahren. Als er aufwacht, merkt er: Ihm geht’s zwar gut. Doch die Welt hat sich verändert. Denn ausser Jack erinnert sich keiner mehr an die Beatles oder deren Lieder.
Erst kann er das kaum glauben. Doch dann hat der erfolglose Strassenmusiker eine Idee: Was, wenn er die Songs einfach als seine eigenen ausgibt?
Anfangs ist nur seine beste Freundin Ellie (Lily James) von Liedern wie «Yesterday» begeistert. Doch dann nimmt Jacks Karriere Fahrt auf. Und sein schlechtes Gewissen wächst. Ein lustiger Seitenhieb auf die Musikindustrie.
Das unwissendste Zitat
«Warum 64?», fragt Ellie. Jack hat soeben einen Witz gemacht. «Will you still need me, will you still feed me, when I’m sixty-four?», fragt er seine beste Freundin, als sie ihn im Spital besucht.
Er zitiert den Beatles-Song «When I’m Sixty-Four». Den Witz versteht Ellie aber nicht. Denn sie hat den Pop-Klassiker ja noch nie gehört.
Der berühmte Nebendarsteller
Strassenmusiker Jack wird entdeckt von Pop-Superstar Ed Sheeran. Der engagiert ihn als seine Vorband. Ed Sheeran spielt sich im Film selbst. Auch wenn die Rolle eigentlich nicht für ihn gemacht war. Laut Produzent Tim Bevan sollte Coldplay-Frontmann Chris Martin den Part übernehmen. Der wollte aber nicht.
Regisseur Danny Boyle sagt: «Ed passt perfekt in ‹Yesterday›. Denn er hat Jacks Entwicklung in seiner eigenen Karriere mitgemacht.» Auch der heute 28-Jährige spielte erst in kleinen Pubs. Und erlebte dann einen kometenhaften Aufstieg.
Ed Sheeran hat bereits Schauspiel-Erfahrung. In «Bridget Jones’s Baby» und der Serie «Game of Thrones» übernahm er kleinere Rollen.
Fakten, die man wissen sollte
Wenn in Filmen gesungen wird, läuft das normalerweise so: Die Lieder werden vorher im Studio aufgenommen. Am Set performen die Schauspieler dann Playback. «Das war mir aber zu technisch», sagt Regisseur Danny Boyle. Er wollte, dass Darsteller Himesh Patel die Lieder live vor der Kamera singt und spielt.
Damit das klappt, holte der Regisseur einen der besten Tontechniker der Filmszene ins Team. Simon Hayes gewann 2013 den Oscar für den besten Ton beim Musical-Film «Les Misérables».
Das Urteil
«Yesterday» hat eine witzige Ausgangslage. Und auch wenn der Film in einer Welt ohne Beatles spielt – Fans der britischen Band kommen auf ihre Kosten. Ein Beatles-Cover reiht sich ans andere.
Newcomer Himesh Patel macht seine Sache richtig gut. Obwohl er nach eigenen Angaben sehr nervös war, in die Fusstapfen der Beatles zu treten.
Mit der Zeit rückt eine verworrene Liebesgeschichte in den Vordergrund. Spannender wäre es gewesen, die Auswirkungen einer Beatles-losen Welt noch mehr zu beleuchten.
Trotzdem: Alles in allem ist «Yesterday» zwar harmlose, aber herzige Unterhaltung.
Kinostart: 11.07.2019