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Titel
Buchdruckerkunst
(Typographie), die
Kunst, den durch die
Schrift zu sichtbarem
Ausdruck gelangten
Gedanken durch
Zusammensetzung einzelner, in einer mechanischen Vorrichtung
(Presse,
[* 2]
Maschine)
[* 3] zum farbigen
Abdruck zu bringender
Typen (s. d.) zu vervielfältigen. In dieser das
Wesen der
Buchdruckerkunst feststellenden
Erläuterung ist zugleich die Grundbedingung enthalten
für den Beginn von deren Geschichte: erst von dem Zeitpunkt, an welchem es gelang, die einzelnen
Buchstaben, die
Lettern oder
Typen, durch
Schnitt und Guß in einer Gestalt herzustellen, die ihre beliebige
Zusammensetzung zu einem den
Abdruck
mit
Farbe zulassenden, regelmäßigen Ganzen ermöglichte, erst von dem Zeitpunkt, von welchem nachgewiesen ist, daß solche
Herstellung und
Zusammensetzung mit nachfolgendem
Abdruck auch wirklich erfolgten, datieren
Erfindung und Geschichte der eigentlichen
Buchdruckerkunst.
I. Geschichte der
Buchdruckerkunst.
(Hierzu Tafel »Faksimile von [* ] Gutenbergs 42zeiliger lat. Bibel«.)
Der Bücherdruck in der Weise, wie er nach Stanislas Julien (»Documents sur l'art d'imprimerie«) schon im J. 581 n. Chr. von den Chinesen erfunden worden sein soll und größtenteils auch noch heute geübt wird, kann somit als Buchdruck in unserm Sinne nicht angesehen werden; er steht nur mit den Vorläufern desselben, den Holztafeldrucken, auf einer Stufe und möge deshalb hier sofort näher erwähnt werden. Julien nennt vorstehend erwähntes Jahr nach einer chinesischen Quelle [* 4] als das der Erfindung des Bücherdrucks in China; [* 5] 593 habe bereits der damals regierende Kaiser Wenti befohlen, alle noch nicht veröffentlichten Schriften zu sammeln, in Holz [* 6] zu schneiden und herauszugeben; andre chinesische Quellen verlegen den Zeitpunkt der Erfindung in das 10. Jahrh. unsrer Zeitrechnung (zwischen 936 und 993) und haben hierbei, da von frühern Drucken sich nichts mit Sicherheit nachweisen läßt, die größere Wahrscheinlichkeit für sich. Ein Schmied, Piching, soll sogar zwischen 1041 und 1049 den Druck mit beweglichen, d. h. in beliebiger Ordnung zusammenstellbaren und nach dem gemachten Abdruck wieder auseinander zu nehmenden, Wortbildern ersonnen haben, indem er die Schrift- oder Wortzeichen in dünne Tafeln weichen Thons grub, diese zerschnitt, im Feuer härtete und dann je nach Bedarf auf eisernen, schon mit den im ¶
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Chinesischen üblichen senkrechten Zeilentrennungslinien versehenen Formen zusammenstellte, sie durch löslichen Kitt zu einer unbeweglichen, durch die Operation des Überbürstens nicht verschiebbaren Platte verbindend, nach derselben aber den Kitt wieder herausschmelzend, um die Wortzeichen abermals benutzen zu können. Nach seinem Tod sollen indessen seine Zeichen verloren gegangen und auch seine Druckmethode soll bald vergessen worden sein. Den Abdruck der Wortbilder soll Piching in gleicher Weise ausgeführt haben, wie es seine Vorgänger thaten, und wie es seine Nachfolger thun: auf den Holzblock, in welchen die Chinesen von heute die Wortzeichen erhaben schneiden, wird mit einem breiten Pinsel eine ziemlich flüssige Farbe aufgetragen, sodann das Papier aufgelegt und mit einer kurzhaarigen, weichen Bürste überrieben, ein Verfahren, wie es ähnlich auch die deutschen und niederländischen Holztafeldrucker geübt haben, deren Drucke ebenso wie die chinesischen nur auf Einer Seite des Papiers (anapistographisch) erfolgen konnten.
Kaiser Kanghi, 1662 in China zur Regierung gelangt, hat auf Veranlassung von Jesuitenmissionären zuerst wieder bewegliche Wortbilder, jedoch nur in sehr beschränktem Maß und für öfters wiederkehrende Werke, in Kupfer [* 8] schneiden lassen; das verhältnismäßig wertvolle Material aber soll diesen Typen verhängnisvoll geworden sein: ein späterer Kaiser ließ sie bei Geldknappheit einschmelzen, und heute noch dient in China beim Bücherdruck der rohe Holzschnitt, wie er schon vor jetzt fast 1000 Jahren daselbst gedient hat.
Das Prinzip des Druckes, sofern darunter nur das Einprägen von Schriftzeichen behufs Mitteilung oder Aufzeichnung von Thatsachen verstanden wird, läßt sich übrigens noch viel weiter zurückverfolgen. In den Gräbern von Theben und zu Babylon sind Ziegel mit eingeprägten Inschriften gefunden worden;
ganz mit Schriftcharakteren bedeckte, vermittelst gravierter Formen hergestellte gebrannte Thoncylinder vertraten den alten Assyrern die Stelle der Chroniken;
in Athen [* 9] wurden Landkarten [* 10] in dünne Kupferplatten graviert;
römische Töpfer stempelten die von ihnen erzeugten Geschirre mit den Namen der Besteller oder mit der Angabe des Zweckes, für welche sie bestimmt waren;
ja, reiche Römer [* 11] gaben ihren Kindern aus Elfenbein oder aus Metall erzeugte Alphabete zur Erleichterung des Lesenlernens, und ein auf diese geschnitzten einzelnen Buchstaben und ihre Zusammensetzbarkeit bezüglicher Ausspruch Ciceros enthält in klaren Worten das Prinzip des Typensatzes, und doch mußten noch anderthalb Jahrtausende vergehen, ehe dieser wirklich erfunden wurde! Es fehlte im Altertum nicht nur an dem für den Druck bestgeeigneten Material, dem Papier, es war auch infolge des durchaus öffentlichen, die mündliche Mitteilung vor allem erleichternden Lebens der Alten kein allgemeines Lesebedürfnis vorhanden unter den Massen;
den Erfordernissen der Gebildeten und Gelehrten aber konnte durch die namentlich bei den Römern außerordentlich gepflegte und besonders durch Sklaven geübte Kunst des Abschreibens vollständig Genüge geleistet werden.
Auch die folgende Zeit bot keinen geeigneten Boden für große Erfindungen, aber sie bereitete ihn vor. Was nach dem Niedergang des römischen Reichs und der Völkerwanderung von Gelehrsamkeit übriggeblieben, hatte fast ausschließlich die Ruhe und den Schutz der Klöster aufgesucht; die Kreuzzüge jedoch brachten ein frischeres geistiges Leben, ein gewisses Interesse für die jenseit der eignen Burg- oder Stadtmauer liegenden Dinge unter das Laienpublikum, und hieraus erwuchs allmählich das Verlangen nach Unterricht und Bildung des Geistes.
Dieses Verlangen wurde immer mächtiger, als von freisinnigen Herrschern weltliche Hochschulen gegründet wurden; ihm vermochte bald nicht mehr die Thätigkeit sich mit Bücherabschreiben beschäftigender Mönche zu genügen; eine eigne Kopistenzunft bildete sich neben ihnen, und diese hat wohl die erste Veranlassung gegeben zur Entstehung der sogen. Briefmaler und Kartenmacher, aus denen wiederum Formschneider und Briefdrucker hervorgingen. Die Thätigkeit dieser letztern, die sich bis zum Beginn des 13. Jahrh. zurückverfolgen läßt, richtete sich zunächst nach dem Bedürfnis der großen Masse des Volkes und paßte sich dessen Verständnis an: in die bildliche Darstellung wurde der Schwerpunkt [* 12] gelegt;
die Erläuterung durch Worte war eine höchst einfache und nebensächliche.
Doch bald räumte man dieser einen größern Raum ein, häufig in Form von aus dem Munde der handelnden Personen wehenden Schriftbändern, bis man endlich auch Bücher, allerdings von sehr geringem Umfang, ohne jede Bilderbeigabe, nur mit Text, druckte. Zur Herstellung der Druckplatten bediente man sich zuerst dünner Metalltafeln, in die man die Zeichnung eingrub, dabei entweder nur deren Umrißlinien erhaben stehen lassend, alles übrige aber hinwegstechend, oder man verfolgte das umgekehrte Verfahren, d. h. man schnitt nur die Umrisse in die Platte, so daß diese beim Druck weiß erschienen, während der Körper der [* 7] Figur und deren Umgebung schwarz bleiben mußten.
Ein gleiches Resultat ergab das heute »Schrotmanier« genannte Verfahren; statt die Umrißlinien auszuschneiden, schlug man sie mit Punzen in die Platte, so daß sie sich beim Abdruck als dichte Reihen kleiner Punkte zeigten, ein Verfahren, das vermutlich in den Werkstätten den Gold- und Silberarbeiter seinen Ursprung hatte. Als das Verlangen nach bildlichen Darstellungen sich mehr und mehr verallgemeinerte, ging man von den Metallplatten zu den billigern und leichter zu bearbeitenden Holzplatten über; das Messer [* 13] trat an die Stelle des Stichels, das Ergebnis aber konnte, namentlich auch infolge des Längsschnitts des Holzes, nur ein weniger gutes sein: man hat diese primitiven Erzeugnisse des Holzschnitts, deren erster datierter ein großer Christoph von 1423 ist, mit dem allgemeinen Namen der Holztafeldrucke bezeichnet. (Ein andrer, in der königlichen Bibliothek zu Brüssel [* 14] aufbewahrter Holzschnitt, die Muttergottes mit dem Christuskind darstellend, trägt die Jahreszahl 1418, deren Echtheit indes vielfach in Zweifel gezogen worden ist.) Ob diese Drucke auch in Wirklichkeit Drucke, d. h. mit Hilfe einer Presse erzeugt, oder nicht vielmehr nur vermittelst eines Reibers hergestellt waren, ist eine noch unerledigte Streitfrage; nicht unwahrscheinlich ist es, daß sich manche Formschneider der Presse, andre nur des Reibers bedienten; Thatsache ist aber, daß diejenigen ihrer Erzeugnisse, welche bis auf unsre Zeit gekommen, anapistographische Drucke, d. h. nur auf eine Seite des Papiers gedruckt sind.
Von den Büchern, welche ohne Abbildungen gedruckt worden sind, als Holztafeldrucke, ist das bekannteste ein Donat genanntes
Schulbuch, ein kurzer Auszug in Fibelform aus der Sprachlehre des römischen Grammatikers Älius Donatus. Doch ist nicht erwiesen,
daß der Druck dieser Donate schon längere Zeit vor der Erfindung der
Buchdruckerkunst stattgefunden habe, während feststeht,
daß man sich der Holztafeln noch
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zu ihrer Herstellung bediente, als man schon seit Jahren, ja Jahrzehnten mit beweglichen Typen zu drucken verstand; technische Anhaltspunkte berechtigen sogar zu dem Schluß, daß man von typographisch hergestellten Donaten Überdrucke auf Holz machte und die Platten dann nach diesen schnitt, ein Verfahren, welches sich sehr wohl erklärt durch den Umstand, daß es den zahlreichen Buchdruckern leichter war, ganze Platten mit Schrift zu schneiden, als die einzelnen Typen dazu herzustellen oder sich zu verschaffen und zusammenzusetzen; auch wurden ihnen durch diese Platten zugleich die bei der Kostbarkeit des Pergaments und des Papiers sehr schätzenswerte Möglichkeit geringer Auflagen und ihre stete Erneuerung im Bedarfsfall gewährt. Holländische [* 16] Briefdrucker scheinen das Überdruckverfahren wiederholt angewandt zu haben; Holztafeldrucke aber kamen 1475 (Donate des Konrad Dinkmuth zu Ulm), [* 17] 1482, ja sogar noch 1504 nachweislich vor.
Wer war es nun, der auf dem solcherweise für die
Buchdruckerkunst vorbereiteten Boden den letzten entscheidenden Schritt that und sie ins
Leben rief? Hatte sie sich vielleicht aus den Verhältnissen von selbst herausgebildet und war nach und nach entstanden,
ohne daß ein Einzelner berechtigt gewesen wäre, persönlich Anspruch zu erheben auf den Ruhm der Erfindung? Letztere Frage
hat auch ihre Verteidiger gefunden in dem lange und heftig geführten Streit über Person und Nation des
Erfinders, sie ist aber längst von allen ernsten Denkern zurückgewiesen worden; Erfindungen von so hoher Bedeutung für das
gesamte geistige und materielle Leben der Menschheit, wie solche der
Buchdruckerkunst innewohnt, bedürfen eines genialen Menschen, welcher
die Summe der Erfahrungen seiner Vorgänger und seiner Zeitgenossen zu ziehen, sie durch die Kraft
[* 18] seines
Geistes in die Wirklichkeit einzuführen und zu einem lebenskräftigen Ganzen zu gestalten vermag.
Und dieser geniale Mensch war Johannes Gensfleisch zu Gutenberg, oder auch nur Johannes Gutenberg genannt, Sohn des Patriziers Frilo Gensfleisch und der Else zu Gutenberg in Mainz [* 19] und nach der gewöhnlichen Annahme 1397 geboren. Zwar ist ihm die Ehre, die wichtigste aller Erfindungen gemacht zu haben, schon fast zu eignen Lebzeiten durch seine Geschäftsteilhaber streitig gemacht worden, ja er war sodann im 16. und 17. Jahrh. nahezu ganz vergessen; doch hat die Wahrheit sich endlich Bahn gebrochen, und Gutenberg wird heute von der weitaus größten Mehrheit aller Gebildeten als der wahre Erfinder der Ars artium conservatrix anerkannt, und die vom persönlichen oder nationalen Parteigeist getragenen Ansprüche sind in sehr enge, nur noch künstlich haltbare Grenzen [* 20] zurückgedrängt.
Mitbewerber der Erfindung.
Die Städte, welche Mainz die Ehre, die Wiege der Erfindung zu sein, streitig machten und Vertreter hierfür fanden, waren Straßburg [* 21] im Elsaß, Bamberg, [* 22] Feltre in Oberitalien [* 23] und Haarlem [* 24] in Holland, zu geschweigen der schlecht begründeten Ansprüche, welche für erste Drucker als Erfinder des Buchdruckes in andern Städten (Jenson in Venedig, [* 25] Hahn [* 26] in Rom [* 27] etc.) erhoben wurden.
Straßburg brachte auf doppeltem Weg seine Ansprüche zur Geltung. Über den einen, wonach Gutenberg daselbst zuerst seine Erfindung gepflegt und gedruckt habe, haben wir später zu sprechen, der andre nennt uns Johann Mentel (Mentelin) aus Schlettstadt [* 28] als ersten Drucker und Erfinder. Letztere Eigenschaft ist ihm zuerst 1520 beigelegt worden von Johann Schott, seinem Schwiegersohn und Erben der Mentelschen Druckerei, und die Chronisten Specklin und Spiegel [* 29] haben ihm Glauben geschenkt und durch die von ihnen verfaßten Chroniken wesentlich beigetragen zur Verbreitung von Schotts falschen Angaben.
Mentel war ein Schön- oder Goldschreiber, der bereits 1447 zu Straßburg das Bürgerrecht erwarb und wahrscheinlich während Gutenbergs Aufenthalt daselbst mit diesem bekannt und später von ihm nach Mainz gezogen worden sein mag als Gehilfe bei Zeichnung und Herstellung der Typen, wobei ihm natürlich das ganze Druckverfahren nicht fremd bleiben konnte. Er muß aber sehr bald nach Straßburg zurückgekehrt sein; vermutlich war hierzu die Aufhebung der Geschäftsverbindung zwischen Gutenberg und Fust 1455 die Veranlassung, und Philipp von Lignamine zu Rom schreibt im J. 1474, daß Mentel seit 1458 eine Druckerei zu Straßburg besessen, wo er, »nach der Art Fusts und Gutenbergs«, täglich 300 Bogen [* 30] gedruckt habe.
In der Universitätsbibliothek zu Freiburg [* 31] i. Br. befindet sich in der That eine gedruckte lateinische Bibel, [* 32] deren erster Teil, mit dem Psalter abschließend, von dem Rubrikator mit dem Datum 1460 versehen worden ist, während der zweite am Schluß der Apokalypse die Jahreszahl 1461 von der Hand [* 33] desselben Rubrikators trägt. Schott war zur Ausstellung seiner falschen Angaben wohl nur durch das Beispiel Fusts und der Schöpfer, welche Gutenbergs Verdienste vergessen zu machen und sich selbst beizulegen suchten, veranlaßt worden; er fand noch im vorigen, ja selbst noch in diesem Jahrhundert gläubige Anhänger und Vertreter in Schöpflin (»Vindiciae typographicae«, Straßb. 1760),
Oberlin (»Exercice public de bibliographie«, das. 1801),
Lichtenberger (»Initia typographica«, das. 1811), nachdem im 17. Jahrh. ein Pariser Arzt, Jacques Mentel, ein angeblicher Nachkomme des Straßburger Druckers, zur eignen Verherrlichung die bereits vergessene Geschichte wieder aufgefrischt hatte. Johann Mentel aber starb 1478 und wurde im Münster [* 34] zu Straßburg beigesetzt. Das erste mit einer gedruckten Jahreszahl, 1471, datierte Straßburger Druckwerk, die Dekretalien des Gratian, trägt nicht seinen Namen, sondern den seines Zeitgenossen Heinrich Eggestein oder Eckstein. Mentels erstes datiertes Werk ist von 1473.
Allgemeiner noch als für Mentel ist man für Albrecht Pfister zu Bamberg, wenn auch nicht immer als ersten Erfinder, so doch
als mit Gutenberg gleichzeitigen Miterfinder der
Buchdruckerkunst eingetreten, und der Druck der berühmten 36zeiligen Bibel ist
selbst bis in die neueste Zeit als sein Werk angesehen worden. Erst nachdem ernste vergleichende Studien des Schriftcharakters
der von den ersten Buchdruckern angewandten Typen und der relativen Güte ihrer Druckerzeugnisse angestellt worden sind, hat
man in dieser Bibel auch ein Werk Gutenbergs und zwar sein erstes großes, der 42zeiligen Bibel vorausgegangenes
erkannt und die Übereinstimmung der Typen derselben mit den wenigen Drucken geringen Umfangs, welche den Namen Pfisters tragen,
ganz folgerichtig dahin erklärt, daß Pfister gleich Mentel ein Schüler Gutenbergs war, der Mainz ebenfalls verlassen hat, als
letzterer 1455 durch Fust aus seinem Eigentum gedrängt wurde, der aber bei seinem Fortgang einen Teil
der Typen, welche zum Druck des Textes der 36zeiligen Bibel gedient hatten, von Gutenberg käuflich erworben haben mag. Daß Pfister
sie nicht selbst geschnitten oder gegossen, beweist der Umstand, daß er bei allen seinen Drucken nur diese eine Type, selbst
als sie durch den Gebrauch schon sehr
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Im Meyers Konversations-Lexikon, 1888
Buchdruckerkunst.
Zur Litteratur: v. d. Linde, Geschichte der Erfindung der
Buchdruckerkunst (Berl. 1886, 3 Bde.).