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Brasiliens Agrarexporteure befürchten Einkommenseinbussen durch die neue Agrargesetzgebung der USA und haben auch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU kritisch im Blick. Das hat die Präsidentin des brasilianischen Landwirtschaftsverbandes (CNA), Katia Abreu, in Brasília hervorgehoben, als sie die Studie „Agricultural Policy of the United States and the European Union: Impact on Brazilian Agribusiness“ vorstellte.
Tiefere Weltmarktpreise
Die im Auftrag des CNA von Agroicone Consulting erstellte Untersuchung komme zu dem Ergebnis, dass vor allem die Subventionen im der Rahmen der neuen US-Farm Bill zu einer mengenmässigen Stabilität der US-Agrarproduktion beitrügen und damit auf den internationalen Märkten zu einem Absinken der Durchschnittspreise für Soja, Mais und Baumwolle führten. Ergebnis sei, dass Brasiliens Exporteure von Soja, Mais und Baumwolle in den Jahren 2014 bis 2018 voraussichtlich einen Schaden von insgesamt 4,3 Mrd USD (3,77 Mrd. Fr.) erlitten, berichtete Abreu unter Verweis auf die Studienergebnisse.
Allein die Sojahändler in dem südamerikanischen Land müssten sich darauf einstellen, in dem Zeitraum jährlich einen Verlust in Höhe von zusammen 480 Mio. USD (420 Mio. Fr.) und damit zwischen 2014 und 2018 einen Gesamtschaden von 2,5 Mrd. USD (2,2 Mrd. Fr.) hinnehmen zu müssen. Die Einbussen für Brasiliens Maisexporteure beliefen sich bei einem jährlichen Verlust von 280 Mio. USD (245 Mio. Fr.) voraussichtlich auf zusammen 1,5 Mrd. USD (1,31 Mrd. Fr.) zwischen 2014 und 2018, die Schäden für die Baumwollhändler bei jährlichen Einbussen von 70 Mio. USD (61 Mio. Fr.) auf insgesamt 340 Mio. USD (298 Mio. Fr.) im Beobachtungszeitraum.
Eigentlich konkurrenzfähig
Die EU-Agrarpolitik hat in der Debatte um mögliche Beeinträchtigungen der brasilianischen Landwirtschaft laut Angaben der Verbandspräsidentin einen deutlich geringeren Stellenwert als die US-Farm Bill. Besondere Aufmerksamkeit müsse Brasília hier vor allem der Brüsseler Zuckerpolitik geben. Durch den Wegfall der Zuckerquote im Jahr 2017 sei eine Steigerung der EU-Zuckerausfuhren zu befürchten, die auch mit Exportsubventionen einhergehen könnte.
Abreu betonte, die brasilianische Landwirtschaft sei mit ihrer Technologie, der Qualität ihrer Produkte und den Preisen international wettbewerbsfähig. In einem Markt mit Subventionen, die ungerechte Wettbewerbsbedingungen schafften, könne sie aber nicht mithalten. Brasiliens wertmässige Exporte betrugen laut Angaben des dortigen Landwirtschaftsministeriums 2013 bei Soja 31,0 Mrd. USD (27,1 Mrd. Fr.), bei Mais 6,3 Mrd. USD (5,5 Mrd. Fr.) und bei Baumwolle 1,4 Mrd. USD (1,23 Mrd. Fr.) sowie bei Zucker 11,8 Mrd. USD (10,3 Mrd. Fr.).