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Ein kühler, aber trockener Keller hat auch im alten Basel eine grosse Rolle gespielt. Wenn der Wein als eigentliches Nahrungsmittel von Kaffee, Tee und Schokolade schon immer mehr verdrängt wurde, so begann man ihn jetzt als Genussmittel erst recht zu hegen. Die besondere Sorgfalt galt natürlich nicht dem Wein für den Alltag, den man von den eigenen Reben ausserhalb der Stadt, vielleicht mit den eigenen Knechten, gekeltert hatte. Sie galt vielmehr den besseren Sorten aus dem Markgräflerland und dem Elsass, jenen von Burgund oder von Rhein und Mosel, die man für eine beträchtliche Summe hatte kommen lassen. Fass reihte sich an Fass, Weinsorte an Weinsorte.
Auch die Vorräte an übrigen Lebensmitteln waren grösser. Frisches, gedörrtes und eingemachtes Obst, Bohnen, Erbsen, Sauerkraut, Kohl und Rüben wurden für die Winterkost der vielköpfigen Haushaltungen im Keller verwahrt. Bei Möglichkeit lagerte man auch im Winter gebrochenes Eis, um im Sommer Weine, Spirituosen und Speisen kühlen zu können.
Bei den grossen Basler Häusern des 18. Jahrhunderts sind die Keller geradezu monumental geworden. Man denke vor allem an die imposanten unterirdischen Gewölbe des Blauen und Weissen Hauses. Nicht, weil ein derart grosser Raum benötigt worden wäre - man hat wohl nicht sehr gerne die Keller als Lager für textile Kaufmannsgüter verwendet -, sondern weil die palastartigen Bauten einen gehörigen Unterbau verlangten, wurden solche Kellergewölbe geschaffen, namentlich, wenn die Häuser an einem abfallenden Gelände wie am Rheinsprung lagen. Der schönste Basler Keller ist ohne Zweifel derjenige des Kirschgartens. Das Haus ruht auf mächtigen, quadratischen Pfeilern aus rotem Sandstein. Dazwischen spannen sich grätige Kreuzgewölbe und verwandeln den Keller sozusagen in einen imposanten dreischiffigen Kirchenraum.
Quelle: Lanz 1959