Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03132.jsonl.gz/2991

Für die Ausstellung "Aufgeschrieben. Stift, Taste, Spracherkennung" der Nationalbibliothek wurden zwei Sprachmodelle trainiert, mit welchen künstliche Intelligenz (KI) Texte generieren kann. Die Texte sollen möglichst akkurat den Stil von Robert Walser oder Emmy Hennings imitieren. Trainiert wurden die Sprachmodelle mit alten Texten der jeweiligen Autoren.
In der Ausstellung "Aufgeschrieben" der Schweizerischen Nationalbibliothek steht den Besuchern ein Terminal zur Verfügung, wo zuerst der zu imitierende Autor ausgewählt und dann der Satzbeginn "Heute schreibe ich über ...," mit einem Wort ergänzt werden kann. Anschliessend übergibt die dahinter liegende KI den Satzbeginn in vektorisierter Form an das trainierte Sprachmodell und im neuronalen Netz wird der Satz komplettiert bzw. mit noch weiteren Sätzen ergänzt. Abhängig von der Wahl des Autors wird der Satzbeginn dem spezifischen Sprachmodell übergeben. Das eine Modell wurde mit alten Texten von Robert Walser, das andere mit solchen von Emmy Hennings per Machine Learning trainiert. Dabei sollen Wortwahl und Syntax dem Schreibstil des jeweiligen Autors nahe kommen und der Kontext des eingegebenen Wortes berücksichtigt werden.
Ein mit dem Robert Walser Modell generierter Satz kann so aussehen:
Input:
"Heute schreibe ich über die Schweiz,"
Output:
"Heute schreibe ich über die Schweiz, und das heisst auch noch darüber. Ich bin ein Schweizer; denn es gibt keine andere Welt als diese? Nein! Ich meine nicht den Kanton Bern, der sich im Laufe des Jahrhunderts zu einem Land entwickelte wie kein anderer in Europa oder sonstwo auf dem Gebiet von Bildung usw., sondern vielmehr einen Staat bildend-erweiternden Charakters mit einer eigentümlichen Eigenheit: er ist eine Art Eidgenossenschaft ohne Grenzen."