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Sechs Wochen lang hiess es im Deutschunterricht «Achtung, fertig, Schwingen». Zu Beginn lud die 6H der Sprachheilschule St. Joseph den Schwinger Michel Dousse ein. Er hat der Klasse viel über das Schwingen beigebracht und ging geduldig auf ihre Fragen ein.
Was gefällt Ihnen besonders am Schwingen?
Michel Dousse: Mir gefällt besonders, dass man die Kräfte messen kann. Man kann gegen einen anderen kämpfen, und dann sieht man, wer der Stärkere ist.
Ich habe gelesen, dass Sie gerne schwingen, mountainbiken, Fussball spielen und Ski fahren. Welche Sportarten haben Sie nicht gerne und warum?
Ich mag so gerne Sport, dass es gar keine Sportart hat, die ich nicht gerne habe. Es gibt vielleicht solche, die ich sehr gut mag, wie zum Beispiel die vier, die du genannt hast, und dann andere, die ich immer noch gut mag; aber es gibt keine Sportart, die ich nicht mag.
Ich habe herausgefunden, dass Sie früh mit dem Schwingen angefangen haben. Haben Sie Vorbilder unter den Schwingern?
Ich hatte immer Vorbilder, die mit der Zeit gewechselt haben. Als ich klein war, waren meine Vorbilder die besten Schwinger unseres Klubs (des Schwingklubs Sense). Damals war es Hanspeter Pellet. Später hat sich das ein bisschen geändert, ich habe dann mehrere Schwinger als Vorbilder gehabt und bei jedem etwas, das mir super gefällt.
Ich habe gelesen, dass Sie gerne Pferdesteak mit Pommes frites essen, was essen Sie sonst noch gerne?
Ich mag sehr gerne italienisches Essen, wie Teigwaren mit einer guten Sauce oder Pizza. Ich esse aber meistens gerne gesund, und die feinen Sachen sind eher die Ausnahme.
Im Internet steht, dass Ihr Lieblingsschwung der Kurz und der innere Haken sind. Warum sind der Kurz und der innere Haken Ihre Lieblingsschwünge?
Weil ich diese zwei Schwünge bereits sehr früh gelernt habe. Schliesslich waren es auch diese beiden Schwünge, mit denen ich am meisten Kämpfe gewonnen habe. Darum gefallen sie mir am besten.
Ich habe gehört, dass Sie viele Kränze gewonnen haben. Wieso haben Sie diese vielen Kränze gewonnen?
Ja, 16 Kränze habe ich gewonnen. Ich denke, ich habe sie gewonnen, weil ich immer sehr viel trainiert und viel dafür gemacht habe, dass ich möglichst gut werde. Ich habe am Anfang gesagt, ich hätte gerne ein bisschen mehr Kränze gewonnen. Aber es ist eine Sportart, da gibt es viele Verletzungen und dann fällt man aus und kann dann keine Kränze gewinnen. Das ist ein Grund von mehreren, dass ich nicht mehr als 16 Kränze habe. Aber ich bin glücklich, dass ich diese 16 Kränze gewonnen habe.
Sie haben in Plaffeien gewohnt und jetzt in Murten. Warum wohnen Sie in Murten?
Ich bin nach Murten gezogen wegen meines Studiums. Ich habe in Magglingen studiert, und Murten ist näher an Magglingen als Plaffeien. Morgen ziehe ich aber nach Alterswil.
Ich habe gelesen, dass Sie Zimmermann sind. Was genau macht ein Zimmermann?
Ein Zimmermann baut Häuser und macht mehr oder weniger alles am Haus, was aus Holz ist. Ich bin aber nicht mehr Zimmermann. Ich habe später Sport studiert und bin jetzt Lehrer und Trainer.
Ich habe herausgefunden, dass Ihr Lieblingsgetränk Coca-Cola ist. Welches Getränk haben Sie nicht gerne?
Coca-Cola mag ich sehr gerne, das heisst nicht, dass ich viel davon trinke. Ich trinke es nur noch ganz selten. Nicht so gerne habe ich bittere Sachen wie Grapefruit. Ich liebe die süssen Getränke.
Auch habe ich herausgefunden, dass Sie Kranzschwinger sind. Was heisst das?
Kranzschwinger ist man, wenn man einmal einen Kranz gewonnen hat. Den Kranz gewinnt man, wenn man auf den ersten Plätzen ist. Wenn circa 100 Schwinger mitmachen, bekommen die ersten 15 einen Kranz auf den Kopf gesetzt. Von sechs Kämpfen muss man sicher vier gewinnen, damit man einen Kranz bekommt. Zwei Kämpfe darf man verlieren.
Ich habe gelesen, dass Sie im Sägemehl trainieren. Wie heisst Ihr Trainer?
Mein Trainer heisst Rolf Kropf, er hat die letzten zwei Jahre das Training geleitet. Er war selbst ein guter Kranzschwinger und hat dann aufgehört mit Schwingen und ist jetzt Trainer.
Ich habe auch noch gelesen, dass Sie 1,86 Meter gross sind. Welche Schwingerhosen-Grösse brauchen Sie?
Die Skala geht von 0 bis 5. Ich brauche Hosen mit der Grösse 1. Die grössten Hosen haben die Grösse 0, die kleinsten Hosen die Grösse 5.
Zur Person
Steckbrief von Michel Dousse
Geburtsdatum: 2.9.1992 (30 Jahre alt)
Grösse: 1, 86 Meter
Gewicht: 108 Kilogramm
Beruf: Sportlehrer und TG-Lehrer an der OS Düdingen
Kränze: 16
Grösste Erfolge:
– Kranzfestsieg am VS Kantonalen 2017;
– Bergkranz auf dem Weissenstein;
– vier Teilnahmen am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest;
– zwei Regionalfestsiege.
Schwingen
Der Nationalsport schlechthin
Im 19. Jahrhundert entstand aus dem ursprünglichen Spiel der Hirten und Bauern ein Schweizer Nationalsport. Mit dem Schwingsport und den Schwingfesten sind etliche Bräuche und Traditionen verknüpft.
Was ist Schwingen?
Schwingen ist ein Zweikampfsport. Bei diesem Sport muss man versuchen, seinen Gegner auszutricksen, um ihn auf den Rücken zu legen. Schwingen ist ein Sport, den es fast nur in der Schweiz gibt. Es ist unser Nationalsport. Ein paar Menschen, die aus der Schweiz nach Amerika und Kanada ausgewandert sind, üben diesen Sport auch in Amerika und Kanada aus. Schwingen ist nicht wie Judo, das es überall gibt. Wettkämpfe gibt es nur hier in der Schweiz.
Die Regeln
Ein Kampf dauert 5 Minuten und heisst «Gang». Die Schwinger kämpfen auf einer runden Fläche, wo viel Sägemehl als Polster drauf ist. Die beiden Gegner tragen über den Kleidern eine Schwingerhose und halten sich an dieser Schwingerhose fest. Mit verschiedenen Schwüngen versucht man den Gegner auf den Rücken zu legen.
Die Preise
Schwinger können sich am Gabentempel bedienen. Es gibt zum Beispiel Tiere, Bauernmöbel oder Laptops. Der Sieger bekommt einen Stier oder ein Kalb. Die Schwinger, die vier Kämpfe gewinnen, bekommen einen Kranz.