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Freiburg Sind Lehrpersonen mit einem Diplom des ehemaligen Lehrerseminars gegenüber ihren Kollegen von der Pädagogischen Hochschule (PH) benachteiligt? Dies wollte Grossrat Jean-Daniel Wicht (FDP, Givisiez) mit einer Anfrage vom Staatsrat wissen.
Er bezieht sich mit seiner Frage auf einen Fall, in dem eine Lehrperson mit einem Diplom der Spezialisierung I des ehemaligen kantonalen Lehrerseminars (KLS) für den Unterricht in einer Kindergartenklasse abgelehnt wurde – trotz zehnjähriger Berufserfahrung. Die Spezialisierung I ermöglicht, sämtliche Primarklassen (1. bis 6.) zu unterrichten. «Demgegenüber können offenbar Lehrpersonen mit einem Diplom der PH von einer Stufe zur anderen wechseln», heisst es weiter in der Anfrage.
Weiterbildung nötig
Grundsätzlich gelte, dass Lehrpersonen des Kindergartens und der Primarschule von der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport auf Antrag der Schulkommission und des Gemeinderates für die ihrer Ausbildung entsprechende Schulstufe angestellt würden, «andernfalls wird eine Zusatzausbildung verlangt». Dies schreibt der Staatsrat in seiner Antwort.
Eine Unvereinbarkeit unter den früheren Spezialisierungen des Lehrerseminars gebe es indes nicht. Schon damals sei es nicht möglich gewesen, die Schulstufe ohne Zusatzausbildung zu wechseln. Die Diplome von damals gelten auch heute noch für die entsprechenden Stufen. An der PH sind die Spezialisierungen anders aufgeteilt, als sie es am KLS waren. Die Spezialisierung I ist für den Unterricht der beiden Kindergartenjahre sowie der ersten und zweiten Klasse, die Spezialisierung II für die dritte bis sechste Primarklasse.
Zehn Jahre Berufserfahrung wie im von Jean-Daniel Wicht erwähnten Fall würden keine gezielte Zusatzausbildung oder Weiterbildung für die Unterrichtung von Kindern im Kindergarten ersetzen, schreibt der Staatsrat weiter. Pädagogische Konzepte veränderten sich rasch, ein Beispiel dafür sei die Basisstufe oder der Früheinstieg in den Fremdsprachenunterricht. Wenn jemand für eine höhere Schulstufe qualifiziert sei, gelte diese Qualifikation nicht automatisch für die unteren.
Passerelle wenig genutzt
Nach der Schaffung der PH gab es eine kantonale Passerelle von zwei Jahren Dauer. Diese wurde für Lehrpersonen des Kindergartens organisiert, damit sie auch die erste und zweite Klasse unterrichten konnten. Allerdings sei diese insbesondere im zweiten Jahr nur wenig genutzt worden. hpa