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Das ehemalige Kaufplatzareal befindet sich an einer komplexen städtebaulichen Schnittstelle. Die „Rückseite“ der Altstadt trifft hier auf großmaßstäbliche Stadterweiterungen aus dem 20. Jahrhundert und auf den Weißen Main als Besonderheit. Der Blick zurück in die Vergangenheit verrät, dass noch lange eine zeilenartige, Nord-Süd ausgerichtete Bebauung existierte, die sich auf den Fluss ausrichtete und heute noch im Ideenteil erkennbar ist. Ebenfalls zeigt sich eine markante diagonale Verbindung vom Holzmarkt zum ehemaligen Spinnereiareal sowie Flussschleifen im westlichen Ideenteil. Diese historischen Gegebenheiten werden im Vorschlag aufgegriffen und in die Gegenwart übersetzt.
Der neue Stadtbaustein entwickelt um die Diagonale Holzmarkt-Spinnereiareal eine öffentliche Verbindung zu einem neuen Platz am Wasser und einer nutzbaren Uferzone. Eine neue diagonale Brücke an der Uferpromenade deutet die Richtung in zum ehemaligen Spinnereiareal an, wo die Platzabfolge fortgesetzt wird. Großzügige Freiflächen mit campusnahen Nutzungen bespielen das Areal. Weiter westlich richtet die neue Campus-Achse Ost den Blick auf den bestehenden Backsteinkamin und führt zum Bus-Wartebereich im Freien. Von dort wird die Platzabfolge durch eine neue Fuß- und Radbrücke über den neuen Kreisverkehr geleitet, der den vorhandenen Kreuzungspunkt an der Hans-Hacker-Str. neu regelt und beruhigt.
Im Realisierungsteil werden entlang der öffentlichen Verbindung polygonale Punktbauten mit Mansarddach platziert, die in ihrer Volumetrie und Gestalt eine Brücke zur Altstadt schlagen. Außerhalb dieser Bereiche staffeln sich Baukörper mit einer differenzierten Höhenentwicklung, Flachdächern mit Dachgärten sowie begrünten Fassaden, die auf die bestehende, einfache Zeilenbebauung verweisen.
Das Flussufer wird als urbanes Ufer und grünes Ufer mit Flussbalkonen differenziert betrachtet und somit unterschiedlich erlebbar gemacht. Der öffentliche Bereich verbindet den Holzmarkt mit dem ehem. Spinnereiareal und wird mit einem neuen Treffpunkt ergänzt. Innerhalb des Areals finden sich kleinteiligere Räume mit unterschiedlichen Nutzungen wieder. So wechseln sich Erschließungshöfe mit grünen Gemeinschaftshöfen bzw. privaten Gärten ab und Dachterrassen ergänzen das Angebot.