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Kaum war 2011 das Buch «Schulden. Die ersten 5000 Jahre» erschienen, stand es im Rampenlicht internationaler Medien: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte es «das definitive Buch zur Krise», der Guardian schrieb von «einem der einflussreichsten Bücher des Jahres» und die New York Times lobte es als «Feldstudie über den wirtschaftlichen und moralischen Zerfall» der westlichen Zivilisation.
«Schulden» ist eine neue Sicht auf die Entwicklung unseres Wirtschaftssystems, die im Kapitalismus mündet – und zugleich eine grosse Abrechnung damit. Seine Durchschlagskraft liegt in der Verknüpfung zweier aktueller geopolitischer Brandherde: die globale Schuldenkrise und die beinahe ebenso weltumspannenden sozialen Aufstände. «Revolutionen», so Graeber in einer der zentralen These des Buches, «beginnen meist mit Schulden, die die Gesellschaft nicht mehr bezahlen kann».
Steht der Westen mit seiner Schuldenkrise vor eine Revolution? «Gut möglich», meint Graeber im Kulturzeit-Interview auf 3-Sat (oben), und beinahe meint man «hoffentlich» zu hören. Graeber ist zum einen Anthropologie-Professor an der London School of Economics, zum andern aber Hausdenker der Occupy-Bewegung. Er war es, der den Slogan «We are the 99 percent» kreierte. Seine Forderung in «Schulden» ist klar: Um die gegenwärtigen Krisen zu meistern und ein besseres Wirtschaftssystem zu ermöglichen, muss ein allumfassender Schuldenschnitt her.
Wie sich seine Forderungen umsetzen lassen und wo sich eine gerechtere Zukunft bereits heute manifestiert, erklärt Graeber im Oktober 2013 exklusiv im GDI. Melden Sie sich an!