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Die Kriegsmaterialexporte der Schweizer Industrie sorgen derzeit für mehr Schlagzeilen als lange zuvor. Der Bundesrat will unter Druck der Rüstungsindustrie künftig Waffenausfuhren in Länder mit inneren Konflikten erlauben; dagegen wendet sich eine überparteiliche Allianz, die in kurzer Zeit über 40'000 Unterschriften gegen dieses Vorhaben gesammelt hat.
Die Schweizer Waffenschmiede haben in den letzten Jahren nach einem Hoch im Jahr 2011 tendenziell weniger Kriegsmaterial exportiert. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr jedoch wieder an; laut Seco gingen Rüstungsgüter im Wert von insgesamt 446,8 Millionen Franken in 64 Länder. Dies entspricht einem Anteil von 0,15 Prozent an der gesamten Warenausfuhr.
Die wichtigsten Empfängerstaaten von Rüstungsgütern aus Schweizer Produktion waren Deutschland, gefolgt von Thailand und Brasilien. Deutschland gehört traditionell zu den grössten Abnehmern von Schweizer Kriegsmaterial, besonders von Munition. Viele andere Staaten auf der Liste unten verdanken ihren Rang jedoch einzelnen Grossaufträgen – etwa Thailand, das 2017 Fliegerabwehrsysteme im Wert von 87,6 Millionen Franken orderte.
Welche Waffensysteme jeweils die Statistik dominieren, hängt wenigstens zum Teil von einzelnen Grossaufträgen ab. Über die letzten Jahre hinweg sind es vornehmlich vier Waffenkategorien, die den Löwenanteil an den Schweizer Waffenexporten ausmachen: Munition, Feuerleitgeräte, Grosskaliberwaffen und Landfahrzeuge.
Fast 40 Prozent der Waffenexporte entfielen letztes Jahr auf sogenannte Feuerleiteinrichtungen. Das sind Radarsysteme zur Überwachung des Luftraums und zur Steuerung von Luftabwehrkanonen (diese fallen wiederum in eine andere Kategorie, die «Grosskaliberwaffen»). Feuerleitgeräte im Wert von 32,9 Millionen Franken gingen allein nach Brasilien. Spitzenreiter bei diesen Waffen ist die Firma Rheinmetall Air Defence mit den Fliegerabwehrsystemen Skyshield und Skyguard.
Der zweite grosse Posten entfiel 2017 auf die Kategorie Munition. Deutschland allein bezog 2017 Munition und Munitionskomponenten im Wert von 78,3 Millionen Franken. Hauptsächlicher Lieferant ist die zu 100 Prozent in Bundesbesitz befindliche Ruag, die grösste Munitionsfabrik für Kleinwaffenmunition in Europa.
Alle anderen Kategorien, auch die sonst gut vertretenen Grosskaliberwaffen und Landfahrzeuge (darunter Panzer) fielen dagegen deutlich ab. Bei den Landfahrzeugen fällt besonders der Radpanzer Piranha der Firma Mowag ins Gewicht, von dem in den Jahren zuvor grosse Stückzahlen nach Rumänien und Dänemark gingen.