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Volle 80 Jahre betrug die Lebenszeit von Cécile Piller. In Ober Geriwil erblickte sie am 16. Juni 1934 das Licht der Welt. Ihre Eltern hiessen Josef und Katharina, geborene Fasel, und bewirtschafteten ein kleineres Bauerngut. Durch Gelegenheitsarbeiten musste für zusätzlichen Verdienst gesorgt werden. Mit vier Geschwistern ist Cécile aufgewachsen, ein fünftes starb sehr früh. Bald nach der Geburt stellte man fest, dass die Gesundheit von Cécile nicht ganz in Ordnung war. So konnte sie die Schule nicht in Alterswil besuchen, sie kam nach Freiburg ins Guintzet. Keine leichte Sache für das Mädchen, fern von daheim zur Schule zu müssen.
Nach der Schulentlassung wollte sie das Leben selber verdienen, soweit die Kräfte es erlaubten. Ihre erste Stelle war in der Zündhölzlifabrik in Düdingen. Dann wechselte sie nach Freiburg in die Cartonnage, später Cafag. Dies wurde ihre Lebensstelle. Volle 40 Jahre hiess es: Früh aufstehen, zu Fuss den langen Weg hinunter nach Alterswil, kurz nach 6 Uhr den Bus besteigen, um 7 Uhr die Arbeit beginnen und abends zurück nach Ober Geriwil hinauf. Dies Tag für Tag, jahraus, jahrein. Daheim machte sich Cécile durch allerhand kleinere Arbeiten nützlich. Ein grosses Erlebnis war die Wallfahrt nach Lourdes, begleitet von ihrer Mutter. Sogar eine Pilgerfahrt ins Heilige Land war ihr vergönnt. Freuen konnte sie sich, mit ihrer Schwägerin Agnes und der Nachbarin Rosi Egger ans Lotto zu gehen, den Altersnachmittag zu besuchen, am Ausflug mit dem Vinzenzverein oder an einem gemütlichen Jass teilzunehmen. Bisweilen nahm sie auch an der Klassenzusammenkunft teil. Gerne verfolgte sie im Fernsehen die Sportsendungen.
Mit der Zeit liessen ihre Kräfte nach; so war sie froh, als 1996 die Pensionierung folgte. Diabetes wurde diagnostiziert, und zwar schon fortgeschrittene. Täglich mussten Medikamente gespritzt werden. Cécile wurde unruhig, unsicher, man konnte sie nicht mehr alleine lassen. Am 13. August 2013 kam sie ins Pflegeheim St. Martin nach Tafers. Dies ist ihr nicht so leicht gefallen, denn ihr ganzes Leben konnte sie im Elternhaus bleiben. Bei ihrem Bruder Niklaus und der Schwägerin Agnes war sie gut aufgehoben und umsorgt. Es wurde zur ihr geschaut, das ganze Jahr hindurch, auch an den Festtagen war sie froh, ein Heim zu haben.
Cécile Piller war eine gläubige Frau, der Sonntagsgottesdienst eine Selbstverständlichkeit, auch die hl. Messe im St. Martin feierte sie mit. In den letzten Wochen verschlechterte sich ihr Zustand, es folgten kurze Aufenthalte im Spital. Am 1. August durfte sie ihre 80 Jahre in die Hände Gottes legen. Eing.