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Im Gegensatz zu den meisten andern Ländern kennt die Schweiz kein Verbot der Hilfeleistung beim Suizid, sofern diese nicht aus eigennützigen Interessen geleistet wird. Sterbehilfe-Organisationen wie Exit und Dignitas begleiten ihre Mitglieder beim Suizid, wenn diese schwer krank sind. Eine frühere Studie in der Swiss National Cohort (SNC) zeigt, dass Frauen und Alleinstehende sich überdurchschnittlich häufig Suizidhilfe in Anspruch nehmen, aber auch höher Gebildete und Menschen in wohlhabenderen Wohngegenden. Die meisten Menschen, die Suizidhilfe in Anspruch nahmen, hatten Krebs. Von 2009 bis 2013 hat sich die Zahl der durch Sterbehilfe-Organisationen begleiteten Suizide verdreifacht. Es ist unklar, ob und wie sich die sozio-demografischen Prädiktoren in dieser Zeit verändert haben. Mit der SNC, die anonym die Daten der Volkszählungen 2000 / 2010 mit der Todesursachenstatistik des BFS verlinkt, ist eine einzigartige gesamtschweizerische Kohortenstudie möglich, um die zeitliche Entwicklung der begleiteten Suizide und deren Einflussfaktore zu untersuchen.
Ziel des Projektes ist es, die Zahl der durch Sterbehilfe-Organisationen begleiteten Suizide zu beschreiben und zeitliche Trends zu untersuchen. Dabei werden Änderungen der mit den begleiteten Suiziden assozierten sozio-demographischen Eigenschaften analysiert. Hat sich die Rolle von Prädiktoren wie Geschlecht, Bildung, Grösse des Haushalts und Religion nach 2008 geändert? Weiter wird untersucht, ob die Verteilung der mit den begleiteten Suiziden assozierten Krankheiten sich über die Zeit verschoben hat.
Durch Sterbehilfe-Organisationen begleitete Suizide sind in der Schweiz umstritten und seit Jahren Gegenstand einer gesellschaftlichen und politischen Debatte. Diese Studie wird wichtige Informationen für diese Diskussionen liefern und die epidemiologische Entwicklung der vergangenen Jahre aufzeigen. Sie wird helfen, mögliche Probleme zu identifizieren und damit zu allfälligen politischen Lösungen beitragen.