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Cluster-Lösungen für den 24x7-Nonstop-Betrieb
Auf einer belebten E-Business-Site kostet jede Minute Downtime Tausende Franken: Ausfälle der IT-Infrastruktur kann sich heute keiner mehr leisten. Neben möglichst fehlerarmer, rigoros getesteter Software - völlig fehlerfrei ist sie ja grundsätzlich nie - und redundanten Hardwarekomponenten in den einzelnen Computern ist die Verbindung mehrerer Server zu einem sogenannten Cluster eine probate Methode zur Steigerung der Verfügbarkeit: Beim Ausfall eines Servers oder einer Anwendung, die darauf läuft, überträgt die für den Cluster-Betrieb zuständige Software die ausgefallenen Funktionen auf einen anderen Server. Dieser Vorgang wird im Cluster-Jargon Failover genannt; die geclusterten Server bezeichnet man als Nodes. Wichtig im Cluster-Kontext ist ausserdem das Speichersystem, auf dem die Daten liegen: Es muss entweder allen Nodes im Cluster zugänglich sein, oder die Daten müssen permanent auf allen beteiligten Nodes nachgeführt werden.
Das Marktforschungsunternehmen IDC sagt voraus, dass bis 2001 sechzig Prozent aller NT-basierten Server in Form von Clustern betrieben werden, was auch für die Windows-2000-Plattform gelten dürfte. In der Vergangenheit war Clustering Unix-Systemen und proprietären Storage-Architekturen vorbehalten und damit für kleinere Unternehmen unerschwinglich; heute offerieren mehrere Hersteller Clustering-Lösungen, die auch in Windows-Umgebungen eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent (entspricht einer Ausfallzeit von weniger als neun Stunden pro Jahr) und höher garantieren.
Windows-2000-Cluster mit 2 oder 4 Nodes
Die Cluster-Unterstützung in Windows NT, bekannt unter dem Namen MSCS (Microsoft Cluster Services), beschränkt sich erstens auf Cluster mit zwei Nodes und ist zweitens nur für die relativ kostspielige Enterprise Edition von Windows NT Server verfügbar. Windows 2000 bringt, je nach Servervariante, gleich zwei Clustering-Optionen:
Der Windows 2000 Advanced Server ermöglicht den Aufbau von Failover-Clustern mit zwei Nodes, die an ein gemeinsames SCSI- oder Fibre-Channel-Storage-System angeschlossen sind und im Active/Active- oder Active/Standby-Modus betrieben werden. Damit erhalten auch kleinere Unternehmen eine attraktive Möglichkeit, ihre IT-Infrastruktur durch Clustering hochverfügbar zu machen: Die Kosten pro Node liegen für Server-Betriebssystem und Clustering-Software bei rund 8000 Franken.
Der Windows 2000 Datacenter Server erlaubt Cluster mit vier Nodes und einer gemeinsamen Fibre-Channel-Speichereinheit; SCSI-Storage wird nicht unterstützt. Die vier Nodes lassen sich in verschiedenen Konfigurationen wie Active/Active/Active/Active (auf allen vier Nodes laufen produktive Serveranwendungen) oder Active/Active/Active/Standby (einer der Nodes dient als passive Failover-Reserve für die anderen drei) betreiben. Die Cluster Services eignen sich vor allem für transaktionsorientierte Anwendungen wie Datenbanken (SQL Server, Oracle, DB2), Groupware (Exchange, Lotus) sowie für die klassischen Serverfunktionen Webserver, File- und Printer-Sharing. Die ersten speziell auf Windows-2000-Cluster angepassten Serveranwendungen sind Exchange 2000, SQL Server 2000 und Internet Information Server 5. Neben den Failover-zentrierten Cluster Services offerieren beide Serverversionen auch IP-basiertes Load Balancing für bis zu 32 Nodes.