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Wannenhof
Innenraum (Stall)
Wannenhof
Adresse
5726 Unterkulm
AG
Architektur
Der moderne, durchrationalisierte Wannenhof in Unterkulm ist ein kompaktes landwirtschaftliches Ensemble, das Mitte der 1960er-Jahre als zukunftsweisender Landwirtschaftsbetrieb entstand. Er wurde zu einem richtungsweisenden Demonstrationsobjekt für Fragen der Viehhaltung. Architektonisch ragt die Futterhalle hervor. Ihre klare geometrische und zugleich elegante Form fungiert als Scharnier, um in topografisch anspruchsvollem Gelände ein relativ geschlossenes Siedlungsbild zu erzeugen. Der Wannenhof wurde mit Angestellten bewirtschaftet und wies auch hier in die industrielle Produktionszukunft, indem der Hof nicht mehr ausschliesslich durch die Bauernfamilie betrieben wurde.
Chronologie
Der Wannenhof wurde in den Jahren 1967 und 1968 als Versuchsbetrieb für die Markenfutterfirma Kunath von J. Erni und Walter Hatt im Auftrag der Schweizerische Vereinigung für Industrie und Landwirtschaft (SVIL) geplant und realisiert. K. Vogel hatte die Bauleitung inne.
Lage
Der Wannenhof liegt in idyllischer Lage im hügeligen mittleren Wynental. Er wird von der Wannenstrasse erschlossen, die im Westen an der Siedlung vorbeigeht und zu den beiden ostseitigen Ortschaften Unterkulm und Teufenthal AG führt. Die Siedlung umfasst zwei (Angestellten-)Wohnhäuser und Stallungen. Letztere gruppieren sich L-förmig um die Futteranlage: Ostseitig ist der ursprünglich mit Anbindeplätzen ausgestattete Rinderstall angebaut, westseitig der Schweinezuchtstall, der sich in zwei Reihen in den Hang fügt. Ein Wohnhaus und die Remise ist nördlich der Rinderstalls auf der anderen Seite der internen Erschliessungsstrasse platziert, das zweite Wohnhaus liegt auf der anderen Seite der Wannenhofstrasse. Der Hof ist von Ackerland umgeben, in unmittelbarer Nähe befinden sich zudem ausgedehnte Waldflächen.
Beschreibung
Die eingeschossigen Stallungen besitzen talwärts geneigte Pultdächer und fügen sich damit gut in das leicht geneigte Terrain ein. Sie sind als Sichtbacksteinbauten konzipiert, einige Partien weisen Welleternit auf. Die Belichtung erfolgt über Bandfenster unterhalb der Traufen. Im Zentrum steht die mehrgeschossige, sektorförmige Futterhalle, eine mit Faserzementplatten verkleidete Betonskelettkonstruktion. Nördlich der Stallungen sind mehrere grüne Silos positioniert, die einen Kontrapunkt zu den horizontal betonten Hofbauten bilden.
Die beiden ebenfalls mit Pultdächern gedeckten, zweigeschossigen Wohnhäuser kombinieren Sichtbacksteinmauerwerk und Holzverschalungen. Auf der Südseite sind Lauben ausgebildet, die heute teilweise geschlossen sind. Wie auch bei den Stallungen konzentrieren sich die Öffnungen auf die Längsseiten.
Literatur