Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/964

Die Stadt Luzern soll mithelfen, die sogenannte graue Energie zu reduzieren. So nennt man Energie, die indirekt verbraucht wird – bei einer exotischen Frucht ist das beispielsweise jene Energie, die es braucht, um sie hierher zu transportieren. Auch in Baumaterialien steckt häufig viel solcher versteckter, grauer Energie.
Mit zwei neuen Artikeln im Energiereglement soll die Stadt dazu verpflichtet werden, über diese graue Energie zu informieren und ökologische Ernährung und Bautätigkeit zu fördern. So beschloss es das Stadtparlament.
Bevormundung oder Sensibilisierung?
Gegen diese Artikel haben die bürgerlichen Parteien zusammen mit Organisationen aus der Gastronomie das Referendum ergriffen. Sie argumentieren, es sei nicht Sache einer kommunalen Behörde über die Vor- und Nachteile von Nahrungsmitteln zu informieren und warnen, die Bevölkerung werde bevormundet.
Linke Parteien und die Grünliberalen befürworten die neuen Artikel. Es sei wichtig, das Bewusstsein für graue Energie in der Bevölkerung zu stärken.
Ursprung ist eine Initiative aus Basel
Am Anfang stand die Initiative «Nachhaltige und faire Ernährung», eingereicht vom lokalen Komitee der «Sentience Politics». So nennt sich ein Projekt der Basler Stiftung für effektiven Altruismus. Die Initiative fokussiert auf die Ernährung und fordert eine Reduktion des Konsums von Tierprodukten.
Die Luzerner Stadtregierung formulierte einen Gegenvorschlag, dem das Parlament schliesslich zustimmte. Daraufhin wurde die Initiative zurückgezogen.
Weil die bürgerlichen Parteien das Refendum ergriffen, kommt der Gegenvorschlag nun an die Urne.