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Chemotherapie
Neurofeedback kann bei der Bekämpfung von Erschöpfung und Energielosigkeit (Fatigue) als Nebenwirkung der Chemotherapie helfen. Am wenigsten Nebenwirkungen treten auf, wenn man vor der Chemo Neurofeedbacktraining absolviert. Ich hatte bisher eine Frau in meiner Praxis, welche nach einer Chemotherapie innert kürzester Zeit keine Symptome der Fatigue mehr zeigte. Die Energie kam zurück und sie fühlte sich wieder wohl. Wenn Sie also bald eine Chemotherapie vor sich haben oder immer noch an den Nebenwirkungen einer Chemotherapie leiden, empfehlen wir, es mal mit einer Neurofeedbacktherapie zu versuchen Neurofeedback kann auch bei der Übelkeit helfen, welche oftmals bei einer Chemotherapie auftritt. Warum dies so ist, lässt sich im Detail nicht genau erklären. Mit einem Blick auf die Geschichte aber finden sich Hinweise: Neurofeedback wurde zufällig im Jahre 1960 von Barry Sterman entdeckt. Er war ein Forscher, welcher rausfinden wollte, ob Katzen beim zum Teil stundenlangen Warten während des Mausens in einen Mikroschlaf fallen. Dies wollte er aufgrund der Hirnwellen rausfinden. Er wusste, dass beim Schlafen die Deltawellen aktiver sind und so erhoffte er sich viele Deltawellen während die Katze auf die Maus wartet. Was er aber fand, waren nicht Delta-, sondern Betawellen. Er fand den sensomotorischen Rhythmus, welcher zwischen 12-15Hz liegt. Er fragte sich nun in einem nächsten Schritt, ob dieser Rhythmus auch trainiert werden könnte. Also baute er eine Vorrichtung, welche immer dann, wenn die Katzen diese 12-15 Hz produzierten, eine Belohnung von sich gab. Und siehe da. Mit der Zeit konnten die Katzen wirklich mehr von diesen 12-15Hz produzieren und somit bekamen sie mehr Belohnungshäppchen. Wie genau die Katzen das machten, wusste auch Barry Sterman nicht. Aber der Zusammenhang zwischen der vermehrten Hirnwellenproduktion in einem bestimmten Frequenzband und der darauffolgenden Belohnung war bemerkenswert. Weiter kam Barry Sterman zu diesem Zeitpunkt nicht. Der Zufall wollte es aber, dass er kurz darauf von der NASA den Auftrag erhielt rauszufinden, wie sich Monomethylhydrazin auf den menschlichen Körper verhält. Monomethylhydrazin war ein Raketentreibstoff, welcher manchmal durch kleine Lecks in das Cockpit der Astronauten gelang. Diese begannen zu halluzinieren. Also wollte die NASA abklären, wie so eine Monomethylhydrazin-Vergiftung ablief und welche Symptome dabei auftraten. Auch diesmal machte Barry Sterman wieder Experimente und auch diesmal wieder mit Katzen. Die Katzen zeigten schon nach kurzer Zeit erste Vergiftungserscheinungen. Nach durchschnittlich 22min mussten sie sich übergeben, nach 28min miauten sie, nach 38min begannen sie zu hecheln, nach 45min zu geifern und nach ca. 62min hatten sie einen eplileptischen Anfall. Es gab aber auch eine Gruppe Katzen, welche anders reagierte. Sie waren gegenüber den Vergiftungssymptomen viel resilienter, das heisst, sie zeigten die Symptome später und weniger stark. Barry Sterman hatte zunächst keine Ahnung, warum diese Gruppe Katzen sich später erbrach, später miaute, später hechelte und erst sehr viel später einen Epilepsieanfall hatte. Als er dann die Akten der Katzen studierte, staunte er nicht schlecht, als er feststellte, dass die Katzen, welche später Vergiftungssymptome zeigten, genau die Katzen waren, mit welchen er ein Neurofeedbacktraining absolviert hatte. Das war die Geburtsstunde des Neurofeedbacks. Es scheint also so zu sein, dass Neurofeedback das Gehirn und damit auch den gesamten Organismus stärkt und dass Symptome bei Vergiftungen bzw. Nebenwirkungen einer Chemotherapie gelindert werden können. Bis heute gibt es allerdings fast keine Studien, welche diesen Zusammenhang bestätigen, da auf diesem Gebiet noch nicht geforscht wurde.