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Winterblüher sind, wie es der Name schon sagt, Pflanzen, die als Sträucher und Bäume dank eines speziellen Mechanismus den ganzen Winter über blühen können. Das Blühen einzelner Blüten kann schon im Dezember beginnen und bei sehr frostigen Wintern bis in den Frühling hinein reichen. Sie blühen gestaffelt, können aber auch bei langen milden Wintertemperaturen alle Blütenstände, die in Horte sitzen, auf einmal aufgehen lassen.
Die Zaubernuss / Hamamelis
Ein blühendes Highlight im winterlichen Garten.
Die Zaubernuss (Hamamelis) ist eine Pflanzengattung, der etwa sechs Arten angehören. Sie wird einer eigenen Familie zugeordnet, den Zaubernussgewächsen (Hamamelidaceae). Hamamelis-Arten wachsen als sommergrüne Sträucher oder auch kleine Bäume. Die Gattung zeigt ein disjunktes Verbreitungsgebiet im östlichen Nordamerika und im östlichen Asien. Das heisst, dass manche Arten in Nordamerika beheimatet sind, andere in Ostasien.Die Zaubernuss (Hamamelis) ist eine Pflanzengattung, der etwa sechs Arten angehören. Sie wird einer eigenen Familie zugeordnet, den Zaubernussgewächsen (Hamamelidaceae). Hamamelis-Arten wachsen als sommergrüne Sträucher oder auch kleine Bäume. Die Gattung zeigt ein disjunktes Verbreitungsgebiet im östlichen Nordamerika und im östlichen Asien. Das heisst, dass manche Arten in Nordamerika beheimatet sind, andere in Ostasien.
Einst hatte ich einen zierlichen, aber ein wenig sperrig gewachsenen Zaubernuss-Strauch in meinem Garten. Er war mein Liebling in der Vorfrühlingszeit. Leider war der Standort nicht gut gewählt und der eingeschleppte Dickmaulrüsselkäfer an der Nachbarpflanze setzte auch ihm so zu, dass er schliesslich einging.
Hellgelbe, korallenartig geformte Blüten
Er ist ein auffallend hübscher Vorfrühlingsblüher. Deswegen benötigt er einen hellen, der Frühlingssonne zugewandten Standort mit leicht saurem, lockeren Boden. Seine besonderen Blüten sitzen am Altholz und an zweijährigen Trieben. Wenn man ihn solitär stehen lässt, erübrigt sich jeder Rückschnitt. Aus Erfahrung weiss ich, dass er das gar nicht liebt.
Die Pflanze gelangte erst etwa im 18. Jh. als Ziergewächs nach Europa. Im Garten sind die Arten aus Ostasien beliebt. Ihre Blüten sind gross und sie besitzen eine lange Blühzeit. Diese kann bereits im Dezember beginnen und bis Ende März dauern. Aus den asiatischen Hamamelis-Sträuchern wurden zahlreiche Kreuzungen gezüchtet. Vier Sorten haben sich in den Gärten und Anlagen etabliert. Gelb blühende sowie rötlich blühende Sträucher, die bis vier Meter hoch werden können. Die Blätter gleichen Haselnussblättern.
Die leicht verzupft aussehenden Blüten verströmen ein besonderes und betörendes, duftendes Aroma. Gegen die Kälte haben sie einen Schutzmechanismus: Sie rollen die langen Blütenblätter ein und isolieren so das Innere der Blüte gegen Frost.
Einen Nachteil habe ich leider an dieser aparten Pflanze damals empfunden, manchmal warf der Strauch sein altes Laub nach der schönen Herbstfärbung nicht ab und dann war die Blütenpracht inmitten der trockenen Blätter nicht so attraktiv. Da habe ich mir oft die Mühe gemacht und die braunen dürren Blätter von Hand abgezupft, mich dabei aber von dem Duft und dem Blütenzauber belohnt gefühlt.
Zaubernüsse
Der Strauch trägt im gleichen Jahr vor dem Blühen Früchte. Wahrscheinlich entstand die Bezeichnung “Zaubernuss” wegen dieser Eigenschaft. Die zweiklappigen, holzigen Kapselfrüchte enthalten je zwei Samen in jeder Kapsel. Trotz ihres Namens sind sie keine Nüsse. Die Samen sind schwarz, glänzend und flach. Mit erstaunlicher Kraft und einem Knall werden die reifen Samen aus der Kapsel bis zu 10 Meter weit herauskatapultiert. So wie man es auch bei den Glyziniensamenkapseln „schiessen“ hören kann. Mühsam ist es, Hamamelis-Pflanzen aus seinen Samen ziehen zu wollen. Man ist gut beraten, gleich einen grösseren Strauch zu kaufen, denn sein Wachstum geht nur langsam vonstatten.
Eine frühe Bienenweide
Heute als Imkerin interessiert es mich natürlich besonders, ob Bienen diesen Strauch attraktiv finden, und so fand ich im Garten unseres Biobauern die Gelegenheit, ein freistehendes Exemplar zu beobachten. Tatsächlich, auch Bienen finden Gefallen an diesen Blüten, das habe ich früher an meinem Liebling nie beobachtet. Sie nutzen das Nektar- und Pollenangebot über die ganze Blühphase hinweg. Im Tessin kann es vorkommen, dass das Blühen schon anfangs Januar beginnt und, wie es den Winterblühern eigen ist, bis in den März hinein reicht. Das gleicht einem Wettkampf mit dem Wetter, den Temperaturen und der Bienenflugzeit. Die innere Blüte ist eine dunkelrötliche, vierteilige zwittrige Blüte, die mit vier leuchtend gelben langen äusseren Blütenblättern versehen ist. Bienen sind da nur schwer in diesem zarten Blütenblättergewirr zu fotografieren, zumal sie selbst Mühe bezeugen, sich darin zurecht zu finden.
Eine Heilpflanze
Die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) wird auch zu Heilzwecken verwendet. Bereits die Indianer Nordamerikas wussten sie zu schätzen und setzten sie vielfältig ein, besonders als Wundheilmittel. Hamamelis hilft in Lotionen und Salben bei der Behandlung von Wunden, Hautleiden und Krampfadern. Zur Anwendung kommen Rinde, Blätter und Hamameliswasser.
Ich litt einmal an einer Venentzündung und der Heilpraktiker verordnete mir Hamamelistropfen zur Einnahme. Die schnelle heilende Wirksamkeit hatte mich dazumal selber sehr überrascht. In der beiliegenden Beschreibung stand:
<Hamamelis wirkt bei Hämorrhoiden, Varikose, ist blutstillend, entzündungshemmend, adstringierend und Juckreiz stillend.>
Quellen:
https://www.awl.ch/heilpflanzen/hamamelis/zaubernuss.htm
https://www.hauenstein-rafz.ch/de/pflanzenwelt/pflanzenportrait/laubgehoelze/Zaubernuss-Hamamelis.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Virginische_Zaubernuss