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Die Protagonisten des Männerfinals der Crossklinik Tennis Open – der rumänische Topfavorit Victor Crivoi (N1, 5) und der Luzerner Raphael Lustenberger (N1, 8) – verwöhnten die Zuschauer auf der Anlage des Basler LTC mit grossartigem Tennissport. Obwohl die beiden bereits vier (Lustenberger), respektive fünf (Crivoi) Matches in den Beinen hatten, schenkten sie sich vom ersten Ballwechsel an nichts.
Aussenseiter Lustenberger vermochte wie gewohnt mit seiner überragenden Beinarbeit zu überzeugen und konnte gegen seinen 32-jährigen Widersacher mit Break 3:2 in Führung gehen. Doch als es wirklich wichtig wurde, agierte Crivoi praktisch fehlerfrei und sicherte sich so den ersten Satz mit 7:5.
Im zweiten Durchgang wiederholte sich das Szenario: Erneut konnte Lustenberger vorlegen, doch Crivoi konterte und holte sich dank einem 7:5, 6:4-Sieg seinen ersten Titel am Crossklinik Tennis Open. Lustenberger, der bereits im Vorjahr im Endspiel verloren hatte, wartet damit weiter auf seine Premiere. «Es war unglaublich hart, sechs Matches in drei Tagen zu spielen. Da muss man sich vor allem mental extrem gut vorbereiten», so Crivoi. Der Rumäne, der aktuell auf Platz 225 der Weltrangliste steht, wird sich nun auf die Qualifikation in Wimbledon vorbereiten.
Neue Taktik nach Satz eins
Das Finalduell zwischen der Argentinierin Salome Llaguno (N1, 7) und der Ukrainerin Alyona Sotnikova (N2, 11) war ein Duell zweier völlig unterschiedlicher Spieltypen. Auf der einen Seite die feingliedrige, 31-jährige Linkshänderin Llaguno, die ihre Bälle mit viel Drall und Winkel spielte und auf der anderen Seite die kräftige, 22-jährige Sotnikova, die ihre im Vergleich zu Llaguno fehlende Athletik mit ihren wuchtigen Schlägen wettmachte.
Im ersten Satz brachte die an Nummer zwei gesetzte Argentinierin ihre Kontrahentin mit ihrem typischen Sandplatzspiel beinahe zur Verzweiflung und gewann diesen mit 6:3. Im zweiten Satz aber fand Sotnikova endlich ein probates Mittel. Sie stand näher an die Grundlinie und liess die hoch aufspringenden Topspin-Schläge ihrer Gegnerin nicht mehr ausdrehen, sondern nahm diese im Aufstieg. Dadurch fehlte Llaguno in der Folge die Zeit, um ihre Schläge gezielt anzubringen, und sie musste zudem deutlich mehr laufen als zuvor.
Die Auswirkungen der Umstellung im Spiel von Sotnikova waren frappant: Die Ukrainerin holte sich den zweiten Satz gleich mit 6:0 und auch im dritten Satz war die aktuelle Nummer 470 der Welt die bessere Spielerin. Am Ende siegte sie 3:6, 6:0, 6:2. «Im ersten Satz spielte sie unglaublich. Ich hatte enorme Mühe mit ihrem Spin und ihrem Tempo», so die glückliche Siegerin. «Im zweiten Satz versuchte ich den Platz mit dem Aufschlag zu öffnen und meine Chancen konsequent zu nutzen. Das hat gut funktioniert.»
Drei Basler Finalisten
Erfreulich aus Basler Sicht war, dass in den Kategorien R2/R6 bei den Männern und Frauen drei der vier Finalisten aus der Region Basel kamen. Bojana Klincov (R2, TC Allschwil) holte sich den Titel dank einem Finalsieg über Lea Amrhein (R2). Bei den Männern duellierten sich Clément Guerra (R2, TC Kleinbasel) und Michael Koran (R3, TC Old Boys). Koran, der sich als ungesetzter Spieler fürs Finale qualifizieren konnte, schwang nach einem hart umkämpfen Match oben aus. Er siegte 5:7, 6:1, 6:2.
(bz Basellandschaftliche Zeitung)