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Körperfunktionen
Atmung
Atmung ist ein Vorgang, bei dem alle Sauerstoff-verbrauchenden Lebewesen, also auch der Mensch, Sauerstoff aus der Atemluft aufnehmen, in die Zellen transportieren und dort für den Stoffwechsel verbrauchen. Im Gegenzug wird das entstandene Kohlendioxid nach aussen transportiert. Atmung kann auch bis zu einem gewissen Masse durch die Haut stattfinden. Bei luftatmenden Wirbeltieren findet dieses Austausches durch die Lungen statt.
Atmungsapparat
Als Atmungsapparat, auch respiratorisches System genannt, bezeichnet man die Organe, die an der Atmung beteiligt sind. Man spricht von den oberen und den unteren Atemwegen. Durch die oberen Atemwege, die Nasenhöhlen und Nasennebenhöhlen und den Rachen gelangt die Atemluft in die unteren Atemwege, den Kehlkopf, die Luftröhre in die Lungen, wo die eigentliche Atmung stattfindet.
Lungen
Die Lungen sind ein paariges Organ, das im Brustkorb, geschützt durch die Rippen, liegt. Säugetiere und andere luftatmende Wirbeltiere besitzen eine Lunge. Die durch die Nase oder den Mund eingeatmete, sauerstoffreiche Luft gelangt via Trachea, Luftröhre, in den rechten oder linken Lungenflügel. Der linke Lungenflügel besitzt 2, der rechte 3 Lungenlappen, die beide von je 19 Lungensegmenten aufgebaut werden.
Beide Lungenflügel werden in Bronchien und Bronchiolen aufgeteilt. In jedem Lungenflügel befindet sich ein Bronchialbaum, der sich innerhalb des Flügels zweiteilig aufteilt: zuerst in die Lappenbronchien, dann in die Segmentbronchien, weiter in die Bronchiolen und schliesslich in die Endbronchiolen, die ganz kleine Bläschen darstellen. Hier endet der luftleitende Teil der Lungen. Im nächsten Abschnitt, dem Lungenparenchym, findet der eigentliche Gasaustausch, also der Aufnahme von Sauerstoff und der Abgabe von Kohlendioxid statt. Dafür sind die Alveolen, die Lungenbläschen verantwortlich, die gruppenweise ein Alveolarsäckchen bilden. Die Gesamtoberfläche der Alveolen einer Lunge macht etwa 140 m2 aus.
Gasaustausch
Damit in den Lungen ein ungestörter Gasaustausch, die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid, stattfinden kann,
- müssen sich die Lungen ausreichend bewegen, d.h. ventilieren können.
- muss eine ungestörte Diffusion, Verbreitung, von Sauerstoff und Kohlendioxid, in den Alveolen möglich sein.
- muss die Lunge ausreichend durchblutet sein.
Krankheiten
Die wichtigsten Lungenerkrankungen sind:
- akute oder chronische Bronchitis: hier handelt es sich um eine Entzündung der Bronchien, die im Falle einer akuten Bronchitis infektionsbedingt ist, meistens durch Viren. Eine chronische Bronchitis wird durch entsprechende eingeatmete Substanzen, wie Zigarettenrauch oder berufliche bedingte Sub-stanzen ausgelöst.
- Lungenentzündung: Eine Lungenentzündung ist eine Entzündung des Lungengewebes, meistens ausgelöst durch Erreger wie Viren oder Bakterien.
- COPD: Eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD (engl.): chronic obstructive pulmonary desease ): Die COPD ist eine chronische Verengung der Atemwege mit Husten, Auswurf und Atemnot. Die COPD wird mehrheitlich durch Rauchen verursacht. Die COPD wird oft von sogenannten extrapulmonalen Begleiterkrankungen wie Blutarmut, Verlust von Muskelmasse, Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw. begleitet.
- Lungenemphysem: Ein Lungenemphysem ist eine chronische Erkrankung der Lungen, bei der eine fortschreitende Fibrose, eine Bildung von Bindegewebe, das Lungengewebe befällt.
- Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom: Lungenkrebs, gehört immer noch zu den häufigsten Krebs-bedingten Todesursachen.
- Tuberkulose: Tuberkulose ist eine meistens die Lunge betreffende, bakterielle Infektionskrankheit und sich durch Symptome wie Husten, blutiger Auswurf, Gewichtsverlust und vermehrtes Schwitzen äussert. In der heutigen Zeit hat die Tuberkulose, bedingt durch die Flüchtlingsströme, eher wieder zugenommen.
Asthma
Asthma oder Bronchialasthma ist eine Atemwegserkrankung, die anfallartig, oft nachts und am frühen Morgen auftritt. Bei den Betroffenen tritt Husten, Atemnot, Keuchen und ein Engegefühl in den Lungen auf. Typisch sind auch Geräusche beim Ausatmen wie Keuchen, Pfeifen, Röcheln und Rasseln. Die Bronchien sind verengt, und es bildet sich ein zähflüssiger Schleim. Etwa 7% der Erwachsenen und rund 10% der jugendlichen Schweizer Bevölkerung sind von Asthma betroffen, die Tendenz ist steigend. Die Erkrankung kann bei jedem Menschen in jedem Alter auftreten. In einzelnen Familien tritt Asthma gehäuft auf.
Die genaue Ursache von Asthma ist immer noch unbekannt. Zu den Auslösern von Asthma gehören eine genetische Veranlagung, allergische Einflüsse und virale Infektionen.
Weitere Risikofaktoren sind:
- Reizstoffe am Arbeitsplatz (Mehlstaub, Isozyanate)
- Rauchen, Passivrauchen
- Umweltverschmutzung
- Übergewicht
- Geschlecht
Reizstoffe am Arbeitsplatz wie chemische Düfte oder Staub können Asthmaanfälle auslösen und müssen von betroffenen Personen unbedingt gemieden werden. Auch eine Pollenallergie kann zu asthmatischen Zuständen führen. Es ist bekannt, dass Rauchen und auch schon Passivrauchen das Asthma begünstigt. Darum ist es für Asthmatiker unerlässlich das Rauchen aufzugeben. Umweltverschmutzung kann Asthma fördern. Es ist bekannt, dass in Gegenden mit besonders grosser Umweltbelastung Asthma häufiger auftritt als in anderen Gegenden. Davon betroffen sind Gebiete, in denen Fabriken grosse Emissionen erzeugen. Auch das Geschlecht und das Gewicht spielt bei der Häufigkeit von Asthma eine Rolle. Die männliche Bevölkerung ist stärker betroffen als die weibliche. Ausserdem besteht bei übergewichtigen Menschen ein grösseres Risiko Asthmatiker zu werden als bei Normalgewichtigen.
Bei Asthmatikern besteht eine chronische Entzündung und Überempfindlichkeit der Bronchien. Diese Überempfindlichkeit führt bei den Bronchien nach dem Kontakt mit einem normalerweise harmlosen Auslöser zu einer schnellen und krampfhaften Verengung.
Die Diagnose auf Asthma wird in einer ärztlichen Praxis gestellt. Neben den typischen Symptomen liefert ein Lungenfunktionstest (Peak-Flow-Messung) Klarheit über das Vorhandensein der Erkrankung.
Schulmedizinische Behandlung
Bei der Behandlung von Asthma können nicht-medikamentöse Massnahmen sowie medikamentöse, schulmedizinische oder komplementärmedizinische Behandlungen Linderung bringen und Anfallshäufigkeit und -schweregrad vermindern.
Nicht-medikamentöse Massnahmen
- Meiden von Auslösern: jeder Asthmatiker muss sich genau merken, was für Allergene und Reizstoffe bei ihm einen Asthmaanfall auslösen kann. Weiter ist bekannt, dass Stress das Asthma begünstigt. Daher sollten Asthmatiker ein möglichst Stress-freies Leben führen.
- Regelmässige ärztliche Kontrolle. Eine genaue Verlaufskontrolle durch den behandelnden Pneumologen (Lungenarzt) zum Beurteilen der Effizienz der Massnahmen.
- Regelmässige Kontrolle mit einem Peak-Flow-Meter. Das ist ein Gerät, mit dem ein Asthma-Patient die maximale Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft während der forcierten Ausatmung (Peak Flow) überprüfen kann. Damit kann die Lungenfunktion bzw. die Einschränkung ermittelt werden.
- Atemtechnik: Ein Asthmapatient sollte in einem Kurs Atemtechniken erlernen, die ihm helfen, Asthmaanfälle zu vermeiden und ausgebrochene besser meistern zu können. Dabei lernt man richtig ein- und ausatmen und richtig husten. Das nimmt einem die Angst vor einem Anfall! Man kann auch Entspannungstechniken erlernen, die mit einer richtigen Atemtechnik helfen, einen Asthmaanfall schadlos zu überstehen.
- Bewegung: Zum Asthma-Management gehört auch regelmässige körperliche Tätigkeit, die der Lungenkapazität angepasst ist und auf keinen Fall einen Belastungs-Asthmaanfall auslöst. Auch hier werden Kurse angeboten.
- Auch der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Asthmaanfälligkeit wurde schon erwähnt, darum muss hier nicht näher darauf hingewiesen werden.
Medikamentöse Behandlung mit konventionellen Arzneimitteln
Asthma ist eine Krankheit, die nicht geheilt werden kann. Es ist aber möglich, mit optimal ausgewählten nicht-medikamentösen und eingestellten Medikamenten, die Krankheit gut in den Griff zu kriegen. Dazu gehören in erster Linie zwei Medikamentenklassen: So genannte Beta-2-Sympathomimetika sowie Glukokortikoide.
Beta-2-Sympathomimetika sind eine spezielle Gruppe von Arzneimitteln, die das sympathische (= Leistungs)-Nervensystem aktivieren und gleichzeitig die glatte Muskulatur der Bronchien entspannen. Sie wirken kurz und können effizient während eines Asthmaanfalles eingesetzt werden. Zur langfristigen Kontrolle von Asthma werden sogenannte inhalative Glukokortikoide verwendet, die wie die Beta-2-Sympathomimetika als Dosieraerosols oder mit einem sogenannten Diskus, einem Multidosen-Pulvergerät, inhaliert werden. Wichtig bei der Anwendung ist die korrekte Inhaliertechnik und der Spülung des Mundraumes nach Anwendung von Glukokortikoiden, um einen Mundsoor durch die geschwächte Immunabwehr zu verhindern.
Komplementärmedizin
Zur Behandlung von Asthma kann man in leichten Fällen auch Mischungen von pflanzlichen Tinkturen oder Urtinkturen einsetzen.
Empfohlenes Arzneimittel
Respirin – Bronchial-Asthmatropfen
Das Präparat Respirin von der der Firma Herbamed hilft gegen Bronchialsthma. Es bewirkt eine Verflüssigung des Bronchialsekretes und eine Entspannung des verkrampften Bronchialbaumes und lässt sich gut mit allopathischen Asthmamitteln kombinieren. Fragen Sie ihren behandelnden Arzt wie Sie Respirin mit Kortikoiden kombinieren können, damit Sie deren Dosis reduzieren können. Respirin hat folgende, sehr sinnvolle Zusammensetzung:
1 ml enthält
|Primula verus UT||0.3 ml|
|Echinacea purpurea UT||0.25 ml|
|Amni visnaga UT||0.2 ml|
|Ephedra vulgaris UT||0.1 ml|
|Lobelia inflata UT||0.1 ml|
|Atropa Belladonna UT||0.05 ml|
Die verschiedenen Arzneipflanzen dieser Mischung wirken folgendermassen:
Primula veris
Die Schlüsselblume ist eine in vielen Gebieten Europas beheimatete Pflanze, der Gattung Primula aus der Familie der Primelgewächse. Sie wird in der Volksmedizin als Heilmittel gegen verschleimten Husten eingesetzt. Dafür sind ihre Inhaltsstoffe, Saponine und Triterpensaponine verantwortlich, die via eine Reizung der Magenschleimhaut zu einer Schleimlösung in den Atemwegen beitragen. Es gibt sogar eine klinische Studie, die mit einem Kombinationspräparat gemacht wurde, das aus je einem Extrakt von der Schlüsselblume und vom Thymian (Thymus vulgaris L.) gemacht wurde. Diese Studie belegt die Wirksamkeit der beiden Extrakte, die zu einer Verminderung der Hustenanfälle und zu einer Verbesserung des Abhustens von Schleim führte.
Echinacea purpurea
Der Sonnenhut, oft auch zu Deutsch als Echinacea bezeichnet, ist eine sehr gut untersuchte Arzneipflanze aus der Familie der Korbblütler, deren ursprüngliche Heimat Nordamerika ist. Sie wurde von der einheimischen Urbevölkerung gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt. Bei uns wird Echinacea zur Behandlung und Prophylaxe von grippalen Infektionen eingesetzt. Die Arzneipflanze lindert Symptome wie Fieber, Schnupfen und Husten. Präventiv eingenommen, verstärkt Echinacea das Immunsystem, die Anzahl und Stärke von Erkältungskrankheiten nehmen deutlich ab.
Ammi visnaga
Ammi visnaga, das Bischofskraut, ist eine Arzneipflanze der Familie der Doldenblütler, die weitverbreitet wächst. Man findet sie sowohl in Europa, in Amerika und auch in Asien. Die Kommission E, eine Expertenkommission für die Anwendung von Arzneipflanzen, beschreibt in der Monographie über Ammi visnaga, Bischofskraut, dass in der Volksmedizin die getrockneten Früchte des Bischofkrautes bei Herzbeschwerden, aber auch bei Husten, Bronchitis und Bronchialasthma eingesetzt werden.
Ephedra vulgaris
Ephedra vulgaris, Meerträubel, ist eine Art der einzigen Gattung Ephedra aus der Familie der Meerträubelgewächse. Die volksmedizinische Verwendung von Meerträubel umfasst wegen seiner leichten sympathomimetischen Wirkung unter anderem Asthma und andere Atemwegserkrankungen mit leichtem Bronchospasmus. Dafür sind Inhaltsstoffe von Ephedra vulgaris wie Ephedrin verantwortlich.
Lobelia inflata
Lobelia inflata, Indianertabak, aus der Familie der Glockenblumengewächse, hat trotz seines deutschen Namens mit der Tabakpflanze nichts zu tun! Die deutsche Bezeichnung stammt wohl daher, weil die Indianer Nordamerikas die Pflanze, neben verschiedenen medizinischen Anwendungen, zu kultischen Zwecken geraucht haben. Der Hauptbestandteil von Lobelia inflata ist das Alkalid Lobelin, das eine stimulierende Wirkung auf die Atmung hat. Deswegen wurde es früher gegen Asthma eingesetzt. Heute ist es in der Schulmedizin von synthetischen Asthmamitteln verdrängt worden.
Atropa belladonna
Atropa belladonna, Tollkirsche aus der Familie der Nachtschattengewächse wurde früher von Frauen in Form von Saft in die Augen geträufelt, was eine Erweiterung der Pupillen und damit im damaligen Schönheitsideal, schönere Augen bewirkte. Atropa belladonna hat als Inhaltsstoffe Alkaloide, die als sogenannte Parasympatholytika wirken und damit die Effekte des Parasympathikus aufheben. Daher ist Atropa belladonna geeignet, Spasmen und Koliken an verschiedenen Organen zu lösen. Dies betrifft vor allem Organe des Verdauungstraktes. Die Volksmedizin kennt die Tollkirsche aber auch als Antiasthmatikum, und früher war sie Bestandteil von Asthmapulvern.
Wirkung
Respirin ist eine sehr sinnvolle Kombination von Urtinkturen zur Behandlung eines leichten und mittelschweren Asthmas, weil die darin enthaltenen Arzneipflanzen, sich gegenseitig ergänzen. Die Schlüsselblume hilft, Schleim abzuhusten. Bischofskraut, Ephedra (sympatomimetisch) und Atropa belladonna (parasympatholytisch) wirken gegen den bei Asthma auftretenden Bronchospasmus. Lobelia hat eine positive Wirkung auf die Atmung, und Echinacea hat durch Stimulation auf das Immunsystem eine präventive Wirkung gegen virale Infekte, also auch gegen Husten, was in Bezug auf Asthma positiv ist.
Alternative zu Kortisonbehandlung
Respirin eignet sich als Präparat der Komplementärmedizin auch als Ersatz für eine Kortisonbehandlung. Diese kann zwar in schweren Fällen notwendig sein. Viele Ärzte und Ärztinnen verschreiben aber sehr schnell, auch bei andern Erkrankungen, Kortikoide (Kortisonpräparate). Bei langfristiger Anwendung können diese Präparate zu erheblichen Nebenwirkungen führen. Unter anderem wird eine starke Gewichtszunahme durch Fettablagerung am Körperstamm und ein Muskelschwund an den Gliedmassen beobachtet sowie eine Schwächung des Immunsystems. Die Haut kann durch langanhaltende Kortisongaben sehr dünn und anfällig für Ekzeme werden. Deshalb suchen viele Patienten nach Alternativen zu einer Kortisonbehandlung. In diesem Fall kann zusammen mit dem Arzt die Anwendung von Respirin empfohlen werden.
Anwendung
Respirin kann zur Prävention und zur Behandlung von leichten und mittleren Asthmaanfällen eingesetzt werden und lässt sich gut mit schulmedizinischen Präparaten kombinieren, damit deren Dosis reduziert werden kann. Dies sollte aber nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt geschehen.
Dosierung
Die empfohlene Dosierung beträgt 3 x täglich 20 Tropfen mit etwas Wasser. Anwendungseinschränkungen: Personen, die eine bekannte Allergie auf einen der in Respirin enthaltenen Pflanzentinkturen haben, sollten das Präparat nicht anwenden.
Schwangerschaft, Stillzeit
Da die Verträglichkeit von Respirin in der Schwangerschaft und Stillzeit bisher nicht untersucht wurde, sollten schwangere und stillende Frauen das Präparat nicht anwenden.