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Leseschwäche; Interventionsstudie; Leseförderung; Tutoring; Paired Reading
VilligerCaroline (2020), Die Einbindung von Laien in eine Interventionsstudie: Unterscheiden sich Eltern und Lesecoachs?, in Bildungsforschung
, 17(1), 1-17.
Villiger Caroline, Hauri Silke, Tettenborn Annette, Hartmann Erich, Näpflin Catherine, Hugener Isabelle, Niggli Alois (2019), Effectiveness of an extracurricular program for struggling readers: A comparative study with parent tutors and volunteer tutors, in Learning and Instruction
, 60, 54-65.
Näpflin Catherine, Frommelt Manuela, Hugener Isabelle, Tettenborn Annette, Villiger Caroline, Hauri Silke, Hartmann Erich, Implementationsqualität unter der Lupe: Unterscheiden sich Eltern und Lesecoachs in der Umsetzung eines Trainings zur Förderung der Leseflüssigkeit?, in Psychologie in Erziehung und Unterricht
, 67(2), 1.
Gut lesen zu können ist eine wichtige Voraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur persönlichen Weiterentwicklung. Allerdings ist das Lesen lernen für einige Kinder mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Bereits nach einem oder zwei Schuljahren zeigen sie im Vergleich zu ihren Schulkameradinnen und -kameraden eine deutlich schlechtere Lesefähigkeit, was nicht selten auf reduzierte Lesegelegenheiten und eine geringe lesesozialisatorische Unterstützung im Elternhaus zurückzuführen ist. Damit diese Kinder nicht längerfristig einer Stagnation im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Lesefähigkeit und Motivation unterliegen, brauchen sie recht-zeitig gezielte Unterstützung (Stanat & Schneider, 2004). In dieser kritischen Phase der Leseentwicklung möchte die vorliegende Studie ansetzen. Bei Schülerinnen und Schülern der dritten Klassenstufe mit Leseschwierigkeiten soll eine ausserschulische Fördermassnahme implementiert werden. Wirksame Ansätze für die Behebung von Leseschwierigkeiten erfordern intensive Eins-zu-Eins-Betreuung (Slavin, Lake, Davis & Madden, 2011) - eine Form, die im schulischen Unterricht kaum realisierbar ist. Die Praxis verlangt deshalb nach neuen Wegen, die eine Ergänzung zu den schulischen Bemühungen bilden können und auf der Idee eines Gesamtkonzepts der Lesebildung beruhen. In dem vorliegenden Projekt soll das Potenzial von Eltern und freiwilligen Lesecoachs genutzt werden. Ca. 220 förderbedürftige Schülerinnen und Schüler werden zufällig den Interventionsgruppen bzw. der Wartekontrollgruppe zugeteilt. Während ca. 20 Wochen werden sie in Lesetandems (1 Kind/1 Förderperson) eingebunden, die sich zu regelmässigen Sitzungen (dreimal wöchentlich) treffen. Zur Anwendung kommt die Methode des paarweisen Lautlesens (Paired Reading), deren Effekte auf die Leseflüssigkeit, aber auch auf das Textverständnis mehrfach empirisch bestätigt worden sind (Topping, 2001). Das Hauptziel der Studie besteht darin, diese inhaltlich leicht adaptierte Methode hinsichtlich ihrer Wirksamkeit im deutschsprachigen Kulturkreis zu testen. Ein weiteres zentrales Anliegen der Studie ist, die beiden Implementationsbedingungen (Eltern/Lesecoach) einem Vergleich zu unterziehen, was in Anbetracht des bisherigen Forschungsstands als innovativ bezeichnet werden kann. Ebenfalls ein Novum im Bereich der Leseförderung ist die Berücksichtigung von Prozessmerkmalen (z.B. Interaktionsqualität, Implementationsgenauigkeit der Methode), die einen mediierenden Effekt auf den Erfolg des Verfahrens haben können. Die Untersuchung basiert auf einem Prä-Post-Design mit einer Follow-up-Messung. Bei den Analysen kommen mehrheitlich kovarianzanalytische Verfahren zur Anwendung. Die Bedeutung des Forschungsprojekts liegt darin, den wissenschaftlichen Kenntnisstand bezüglich der Möglichkeiten und des Nutzens von ausserschulischen Präventivmassnahmen bei Schülerinnen und Schülern mit Leseschwierigkeiten zu erweitern. Der Einbezug von freiwilligen Lesecoachs und die zugrundeliegende Idee der Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement im Bildungswesen (Volkholz, 2011) beinhaltet zudem ein Potenzial, das in der Schweizer Bildungslandschaft noch zu wenig genutzt wird. In dieser Hinsicht hat das geplante Projekt Pioniercharakter und kann wegweisend sein für die Entwicklung ähnlich gelagerter, ausserschulischer Förderangebote.