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Im historischen Zeitraum des Schweizerischen Erdbebenkataloges (250 bis 1975) sind am nördlichen Ufer des Genfersees, zwischen Versoix und St. Prex, vier Erdbeben mit Magnituden zwischen 3.5 und 4.4 aufgeführt. In der Region Genf sind für denselben Zeitraum etwa zehn Beben erfasst. Die Katalogeinträge beruhen mehrheitlich auf schriftlichen Überlieferungen. Daher besteht eine grosse Unsicherheit von bis zu 50 km, was die genaue Lage der darin beschriebenen Erdbeben betrifft.
Die seit 1975 instrumentell erfassten Beben im weiteren Umkreis der Region La Côte konzentrieren sich hauptsächlich auf das Südufer des Genfersees und die Region Chablais. Nördlich des Genfersees sind insbesondere im südlichen Teil des Juras vereinzelt Erdbeben mit Magnituden von 2.5 oder grösser aufgetreten. Das grösste dieser Erdbeben ereignete sich am 24. Mai 1995 mit einer Magnitude von 3.6 bei Montricher (VD). Am 6. August 1995 ereignete sich am gleichen Ort ein weiteres Beben mit einer Magnitude von 3.1, das möglicherweise mit dem Magnitude-3.6-Erdbeben zusammenhing. Beide Erdbeben sind mit eine Herdtiefe zwischen 10 bis 12 km gelistet. Aufgrund der geringen Stationsdichte zur Zeit der Erdbeben, ist die Angabe mit Unsicherheiten behaftet. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die Erdbeben in geringerer Tiefe stattgefunden haben.
Im Juli 1982 ereignete sich in der Nähe von Nyon ein schwaches Erdbeben der Magnitude 2.2. Am 1. September 2005 ereignete sich etwa 5 km westlich von Nyon, unter dem Genfersee, ein weiteres Ereignis der Magnitude 2.6. Beide Beben sind mit Herdtiefen von weniger als 3 km aufgeführt. Im westlichen Teil des Genfersees haben sich darüber hinaus eine Reihe weiterer, schwächerer Beben ereignet, bei denen ebenfalls von geringen Tiefen ausgegangen wird (Tiefe <= 5 km). Die Unsicherheit der Tiefenbestimmung für alle diese Beben ist zwar gross, der Charakter der Seismogramme deutet jedoch darauf hin, dass die Erdbeben flache Herde hatten. Die Aufzeichnungen deuten auf eine geringe natürliche Seismizität in der Region La Côte hin, die vorwiegend in den oberflächennahen tektonischen Strukturen stattfindet.