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Als eine von insgesamt 89 Handballmannschaften aus aller Welt nahm das beste Damen Team welches der HC Bruggen hat, am Berliner Ostercup teil. Doch die Vorbereitung und die Reise dorthin waren nicht einfach. Bereits bei der Anmeldung mussten wir uns für eine vorgegebene Unterkunft zum Übernachten entscheiden. Hostels in der Stadt oder ein Klassenzimmer an der Philipp-Reis Oberschule. Um das bevorstehende Turnier voll und ganz ausleben zu können, entschied sich unser Teamgeist für das Klassenzimmer, in welchem man mit Mätteli und Schlafsack bequem hätte auf dem Boden schlafen können.
Es folgen Textabschnitte welche einem Tagebuch ähneln. Bitte versteht die länge des Berichtes, denn wir haben sehr viel erlebt in den vier Tagen.
Karfreitag: «Wo seid Ihr?» «Da, und Du?»
Die Planung zur Anreise verlief ziemlich unterschiedlich: A.S. entschied sich bereits eine Woche vorher nach Berlin zu fliegen. Und ja, Berlin hatte dich – wortwörtlich. S.W., N.G., T.J. und M.S. würden am Karfreitag per Flugzeug anreisen. L.K., L.M. und L.T. ebenfalls am Karfreitag mit dem Auto. Genauso auch C.G., jedoch in einer anderen Fahrgemeinschaft. Als am Mittwoch dann die Nachricht von L.T. kam, dass sie leider mit der Grippe zu kämpfen hätte und uns daher nicht begleiten würde, mussten sich L.K. und L.M. kurzfristig ebenfalls einen Flug für den Karfreitag buchen. Weil L.M. bereits früh morgens das erste Bier genoss, musste sich L.K. noch von der wilden Nacht erholen. Sie landeten am Freitagmorgen so gegen 08:30Uhr in Berlin, worauf sie sich gleich mit A.S. in der Stadt trafen. Da das Wetter (24°C) ihnen einen enormen Durst verpasste, setzten sie sich mit Erfrischungsgetränken unter einen Parkbaum in den Schatten und verweilten dort. C.G. betrat als nächstes Berliner Boden. Sie verbrachte ihren Nachmittag mit Freunden an der Spree – oder wie es L.K. nennt: Themse! Nachdem auch die letzten Flugpassagiere gegen 16:30Uhr eingetroffen waren, befanden sich alle in derselben Stadt doch nicht am selben Ort. Durch fehlende Kommunikationsmöglichkeiten, suchte C.G. folglich alleine das Schulhaus auf und unterhielt sich dort eine ganze Weile mit unserem persönlichen Portier namens ‘Sascha’. Als wir dann um 00:30Uhr mit sieben von acht Spielerinnen fast vollständig waren – A.S. verbrachte eine weitere Nacht bei Bekannten – schliefen wir die Nacht schnarchend auf dem Boden. Danke an S.W. für die überaus liebevolle Gute-Nacht-Geschichte.
Samstag: A.S. als Lepidopterologin (Schmetterlingskundlerin)
Mit dem Trainingszeug bepackt machten wir uns auf den Weg ein Café zum Brunchen aufzusuchen. N.G. hatte da bereits eine gute Idee, welche auch den ganzen Tag immer wieder zum Thema wurde. Die knallpinke Dragonfruit Bowle von C.G., den überaus feinen Kaffee von M.S. und die leckeren Frühstücksteller mit Spiegeleiern, Brot und Avocado-Tomatensalat der anderen.
Nach einer kleinen Verdauungspause an der Eastside Gallery, einigen missglückten Anrufen bei A.S. und bleichmachende gekaufte Sonnencrème, machten wir uns auf den Weg zur Prendener-Sporthalle. Auf dem Weg dorthin trafen wir in der S-Bahn auf eine weitere Mannschaft des Ostercups. Augenscheinlich waren sie einige Jahre jünger als wir, daher wohl nicht unsere Gegnerinnen. Wir unterhielten uns nett mit ihnen, bis A.S. samt Koffer plötzlich vor der Tür stand. Mit Jubel und Trubel begrüssten wir unser letztes Teammitglied und fingen uns seltsame Blicke der jungen Damenmannschaft nebenan ein. A.S. als lebendige Leiche war einfach köstlich.
Mit der Ankunft in der Halle schlichen sich auch noch vergessene Gegenstände in unser Wissen. Drei Rollen Tape lagen einsam im Klassenzimmer und auch nur 3 der insgesamt 4 Handbälle wurden eingepackt. Improvisiert mit Pflästerli aus T.J.’s Necessaire pflasterten wir unsere Accessoires ab, begaben uns in den Flur und blickten dort in die Gesichter von unseren ersten Gegnerinnen. ‘Bramdrupdam Handbold’ aus Dänemark. War das die Nervosität oder der Respekt gegenüber dieser körperlich überlegenen Mannschaft, welche uns beinahe ein Magengeschwür bereitete? Vielleicht war es auch einfach A.S. mit ihrem tollen Duftnötchen, welches sie hinterliess. Wir wussten es nicht. Die Spiele (25 min) verliefen wie folgt: Dank unserer zweiten Welle und den ständigen Fehlwürfen der Gegnerinnen führten wir beim ersten Spiel schnell mit 6:0. Doch der Erfolg liess nach, denn die Däninnen hatten unsere Schwachstelle -Schnelligkeit – entdeckt. Der Sieg von 9:5 gegen Dänemark motivierte unsere abgekämpften Brögglerinnen fürs nächste Spiel. Die Nachricht, dass der TV Stetten (DE) nicht spielen wird, bescherte uns den zweiten Sieg des Tages. Einige unserer Spielerinnen stärkten sich mit Farmer und Wasser für das letzte Spiel. Andere Spielerinnen stärkten sich mit einer «das macht doch därä»-Zigarette nünt. Sogar den dritten Sieg hatten wir uns schwer erkämpft. Mit abschliessendem 12:11 gegen den SF Schwaikheim (DE) rundeten wir den erfolgreichen Spieltag ab.
Das spendierte Abendessen im Sportforum Berlin schmeckte einigen Mägen sehr gut. Andere nutzten währenddessen die harte Tischplatte als Kopfkissen. Danach ging es zu Fuss zurück ins Schulhaus. Dort legten sich einzelne lieber in den Schlafsack, als sich für das Berliner Nachtleben herzurichten. Bei dem Wort ‘ausgehen’ wurden sogar diese müden Köpfe wieder wach und zogen sich Ortgerecht an. Anschliessend führte uns N.G. über den Alexanderplatz zum Moritzplatz bis zur Oranienstrasse, wo wir in einer kleinen Retro-Bar platz nahmen. Nun einige Gesprächsthemen des Abend zum Aufgreifen: Der Saisonabschluss am 3. Mai, die verfaulten Schmetterlinge der vergangenen Nacht im Bauch von A.S., welche am Morgen den Weg in die Natur fanden, unser Business-Plan*, besonders zu erwähnen die geplante Folterkammer, Linsen raus K(?) rein, A.S. legendäre Aussage, dass sie erst kürzlich die Bedeutung des Wortes «Wimpel» gelernt hatte: «Weichei»!, Hungergefühl von S.W. und A.S. und die Ostereiersuche von L.M., welche auch noch am nächsten Tag fortgeführt wurde.
*Frag einfach eine der Spielerinnen vom Ostercup
Ostersonntag:Wer hätte das gedacht!
Wir wussten unser erstes Spiel begann um 14:00Uhr (1h früher als am Samstag), doch dass hielt uns nicht von einem erneuten leckeren Brunch ab. Während dem brunchen stellte sich die Frage gegen wen wir unser Spiel haben werden. T.J. erklärte uns, dass wir gegen den BVB Dortmund (DE) spielen und bei Sieg sogar um den Titel kämpfen werden. Mit Motivation der Siege vom Vortag gingen wir zum Sportforum Berlin für unsere nächsten Spiele.
Nun das Erlebnis zum Titel dieses Abschnittes. Die gute Abwehr von C.G. und das Tore schiessen bei den Gegnerinnen führte zum Resultat 9:9, was in einer Rangierungsrunde nicht vorkommen durfte. Folglich stand also das 7-Meter schiessen an. Drei Schüsse pro Mannschaft. Wir waren uns alle lachend einig: NOCH NIE IN UNSERER HANDBALLKARRIERE KAM ES ZUM PENALTYSCHIESSEN!!! S.W. warf als erste und traf… den Pfosten. Okey, egal, noch zwei Chancen. C.G. stellte sich nervös ins Tor. Sie wusste genau wohin der Schuss kommen würde doch ihre Grösse wurde ihr zum Verhängnis. Die erste Werferin der anderen traf in die rechte obere Ecke. Dann traf A.S. mit einem gekonnten Aufsetzer. Leider fand auch der nächste Schuss den Weg an C.G. vorbei. Nun stand es 2:3 für den BVB. Auch unseren letzten Schuss versenkte M.S.. Doch wieder nutzten die anderen die Grösse des Tors aus und trafen zum Sieg für den BVB Dortmund. Ganz klar: Wir waren uns einig über die Gründe der Niederlage: Vercoacht von L.K.!
Enttäuscht aber trotzdem stolz soweit gekommen zu sein, spielten wir unser allerletztes Spiel vom Turnier um 16:00Uhr. Unsere gegnerische Mannschaft: SF Schwaikheim (DE) vom Vortag. Wir spielten hier um den dritten und vierten Platz der Damenmannschaften am Ostercup Berlin. Natürlich wollten wir gewinnen, wir hatten ja auch am Vortag gegen sie gewonnen. Doch so einfach wurde es nicht mehr. Mit der zweiten Welle versenkten wir zwar einige Bälle im Tor der anderen, doch diese wussten unsere Schnelligkeit wieder zu überspielen. So stand bei einer Zeit von 24:58 min das Resultat 7:7 auf der Tafel. Ein Zittern durchfuhr unser ganzes Team. Schwaikheim war im Angriff und spielte einen Freistoss. Mit dem Schlusspfiff trafen sie an C.G. vorbei ins Tor. Au weiiaaa!
Nach einer erfrischenden Dusche setzten wir uns in die Sonne und sprachen nicht mehr über das Turnier, sondern darüber, ob wir im Sportforum oder in der Stadt zu Abend essen würden. C.G. hatte schon bevor wir diesen Tag starteten erwähnt, dass sie mit ihrer Fahrgemeinschaft ins Hardrock Café essen ging. Wir verabschiedeten sie und begaben uns ins Sportforum zum Abendessen. Wir genossen einmal mehr ein leckeres Abendessen in der Sporthalle. Bevor es nun in die Stadt ging, mussten wir natürlich einen Powernap machen, da A.S., L.M. sowie L.K. nicht mehr so schnell zum schlafen kamen. A.S. und L.M. schlugen einen anderen Weg ein, während die anderen einen Cocktail unter perfekter Bedienung genossen. Retourgeld und deutsche Sprachkenntnisse ist wohl nicht jederfrau ein gängiger Begriff, nun ja, was soll’s. Wir redeten über die guten alten Trainingsregeln: Offene Haare, riesige Ohrenringe, Spaghettiträger-Tops, künstliche Fingernägel etc. – je billiger, desto besser. Aussehen ist nämlich jederzeit wichtiger als die Leistung auf dem Feld. Als sich nun alle Spielerinnen wieder trafen, entschied sich T.J. noch 14x Berliner Luft trinken.
Ostermontag:Heimreise und Sightseeing
Da wir unsere Berichtschreiberin C.G. bereits am Sonntagabend verabschiedeten, endet nun der Ausführliche Text an diesem Punkt. Aber eins noch zum Schluss. L.K., L.M. und A.S. flogen um 07:40 Uhr wahrscheinlich ohne Schlaf nach Hause (grosses Dankeschön an die Tischtennis-Spieler sowie dem Extra-Joss). S.W., M.S., T.J. und N.G. verliessen Berlin am Abend nach einem Tag Sightseeing und C.G. fuhr bedenkenlos ohne Stau zurück nach Hause.
Ende
Danke und einen schönen Sommer wünscht das Damen 1 des HC Bruggen! Alles gueti Läders!