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Die Idee entstand vor über 10 Jahren. Ein Freund von Andreas Lakatos zeigte ihm ein Tattoo und fragte ihn, ob er wisse, wie er das Tattoo wieder loswerden könnte. Die klassische Art, Tattoos zu entfernen, nämlich mittels Laser durch einen Dermatologen, wollte der Freund nicht anwenden, da sie viele Nachteile hat.
Die Laser-Methode ist sehr schmerzhaft, teuer und langwierig. Es benötigt 9 bis 12 Sitzungen mit einem Intervall von rund 5 Wochen zwischen den Sitzungen. Es gibt keine Garantie für die Unsichtbarkeit; nicht alle Farben können entfernt werden und oft entstehen „Negative“ (helle Stellen) auf der Haut. Ausserdem ist das Lasern aus gesundheitlicher Sicht nicht unbedenklich, da Blausäure unter der Haut entsteht und sich immer noch Farbreste im Körper befinden.
Zu dieser Zeit arbeitete Andreas Lakatos im Finanzwesen: Asset Management, Vermögensverwaltung, Leasing und Factoring. In einem Fonds, den er zu dieser Zeit gerade auflegte, befand sich eine Firma, die ein Patent auf die Solubilisierung und Stabilisierung von Inhaltsstoffen besass. Einfacher gesagt: Ein Wirkstoff ist völlig in Wasser gelöst und wird damit schneller vom Körper aufgenommen.
Nun galt es, den Wirkstoff zu finden, mit
dem ein Tattoo entfernt werden konnte. Dafür mussten zuerst die Art der Farben eines Tattoos analysiert werden. Nach unzähligen Versuchen, war der Wirkstoff "Tat6" gefunden, er bestand letztlich aus Ingredienzen, die in Früchten und Gemüsen vorkommen. Dem Freund konnte sein Tattoo wirksam entfernt werden.
Durch Änderung der Besitzverhältnisse des Patentinhabers kam die Weiterentwicklung jedoch ins Stocken und musste schliesslich im Jahr 2012 aufgegeben werden.
Erst im Sommer 2015 wurde das Projekt wiederbelebt und die neue Firma Skin-deep Technologies AG mit Sitz in Schlieren / ZH wurde gegründet. Die Firma besteht aus zwei Personen: Andreas Lakatos als CEO und Maria Lüder-Specht, Verwaltungsrätin und Entwicklungsleiterin. Bei Bedarf werden Experten aus unterschiedlichen Bereichen hinzugezogen.
Das Produkt, das Tattoos entfernt, wurde auf den Namen „untattoo“ getauft. Es enthält nahezu die gleichen Ingredienzen wie Tat6, ist jedoch nicht mehr solubilisiert, sondern wird in eine Nano-Emulsion (WOW = Wasser in Oel in Wasser) eingebracht.
Maria Lüder-Specht und Andreas Lakatos
Zur Anwendung wird zuerst eine Micro-needling Behandlung auf der betreffenden Hautstelle gemacht, danach die Emulsion aufgetragen. Durch die feinen Microöffnungen gelangt die Emulsion in die Haut, zieht tief ein und ihre Wirkstoffe spalten die Tattoo-Farben auf. Das aufgetragene Pflaster verhindert ein Austreten des Wundsekrets an der Hautoberfläche. Nach Entfernung des Pflasters tritt das Wundsekret mit den Farbpigmenten aus der perforierten Haut (Okklusionseffekt) und die Wunde verheilt wie nach einer normalen Schürfung. Die Anwendung muss allenfalls 1-2-mal wiederholt werden.
Die Nano-Emulsion ist bereits patentiert; für die Entfernung von Tattoos, Altersflecken und Permant-Make-up hält die Skin-deep Technologies die weltweit exklusiven Rechte. Die Mischung der Wirkstoffe, welche in die Emulsion eingebracht werden, wurde bewusst nicht patentiert, da sie sonst kopierbar wäre.
Nach so viel Technik interessieren nun Marketing- und Vertriebsaspekte. „Es geht nun darum, marketingmässig rasch weltweit aufzutreten“, betont Andreas Lakatos, „so dass wir als das Original wahrgenommen werden“. Dafür braucht es wieder eine weitere Finanzierungsrunde, der Finanzbedarf
beträgt aktuell rund CHF 1,5 Mio. Zuerst müssen unabhängige Labortests, welche die Wirksamkeit der Emulsion und die toxikologische Unbedenklichkeit beweisen, durchgeführt werden. Daneben erfolgen die Verpackungsentwicklung und die weltweite Registrierung des Produktnamens und Logos.
Eine der Stärken von Andreas Lakatos liegt genau darin, Investoren zu begeistern. Der 53-jährige Schweizer verfügt über ein breites, internationales Netzwerk. Durch seine charismatische Art gelingt es ihm, rasch Kontakte zu knüpfen. Er besitzt das Diplom zum Marketingfachmann mit eidg. Fachausweis (BBT).
Wenn die Labortests erfolgreich abgeschlossen sind, braucht es wiederum grosse finanzielle Mittel für die Produktion und die Werbekampagne. „Dafür sind bereits Investoren vorhanden“, meint Andreas Lakatos, „aber zuerst braucht es den Beweis für die Wirksamkeit durch die Labortests.“
Das Vertriebsnetz liegt auf der Hand: Die Erstbehandlung kann von jedem Dermatologen und geschulten Tätowierer sowie Kosmetiker/in durchgeführt werden; die weitere Behandlung kann durch den Kunden bequem zu Hause durchgeführt werden. Da es sich nun um eine Emulsion handelt, die einfach und selbst angewandt werden kann, sind auch Apotheken und Drogerien ideale Vertriebskanäle.
Der Verkaufspreis für ein Behandlungs-set dürfte bei ca. 300.- Euro liegen. Zur Entfernung eines 20cmx20cm grossen Tattoos braucht es 1-2 Anwendungen. Damit ist diese Methode wesentlich günstiger als die schmerzhafte Entfernung durch Laser, die zwischen 150.- und 300.- Euro pro Sitzung kostet (bei 9 bis 12 Sitzungen).
Das Marktpotenzial ist riesig.
Das Stechen von Tattoos erlebte in den letzten 10 Jahren einen wahren Boom,
also wird auch das Entfernen von Tattoos boomen. Rund 125 Mio Menschen im Zielmarkt Europa besitzen ein Tattoo, ca. 15% davon möchten ihr Tattoo wieder loswerden, aber nur 1% der Tätowierten entscheidet sich für die Laser-Methode. Die anderen machen nichts und fügen sich in ihr Schicksal… genau das sind die künftigen Kunden von untattoo!
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Februar 2018 / Peter Fenchel
Wagistrasse 21
CH-8952 Schlieren
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Tel.: +41 44 759 54 40