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Entstehung des Ortsnamens
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens Grindelwald fand im Jahre 1146 statt.
Der Name Grindelwald dürfte wie folgt entstanden sein:Einst soll der erste Herr zwischen Thuner- und Brienzersee Knechte in jene zwei Täler entsandt haben, die sich vom heutigen Interlaken südwärts in die Berge ziehen, um zu erforschen, was da zu finden sei. Nachdem sie zurückgekehrt waren, berichtete der eine, er habe "lauter Brunnen" gesehen, der andere, er habe nur "Grinde ol Wald" (Felstrümmer oder Wald) angetroffen.
So werden auf volkstümliche Art die Namen der Orte Lauterbrunnen und Grindelwald gedeutet.
Die Sprachforscher hingegen haben nachgewiesen, dass sich die populäre Ableitung des Namens Grindelwald von "Grinde ol Wald" nicht aufrechterhalten lässt. Sie erklären sich den Namen wie folgt:
Das altdeutsch-keltische Wort "grindel" bezeichnete ein Stück Holz, das einer Abschrankung diente. Der "grindel" Wald wäre somit eine waldige Talschaft, die von der übrigen Welt abgeriegelt ist. Ein Umstand, der für Grindelwald bis zur Öffnung der Wege entlang der Schwarzen Lütschine weitgehend zutraf.
Das sich von West nach Ost erstreckende, 16 Kilometer lange und von der Schwarzen Lütschine durchflossene Grindelwaldtal ist im Süden von Fiescherhörnern und Eiger, im Westen durch Kleine Scheidegg, Tschuggen und Männlichen, im Norden von Faulhorn und Schwarzhorn und im Osten durch Grosse Scheidegg, Wetterhornmassiv und Schreckhörner begrenzt. Grindelwald liegt im obersten Teil der Talschaft in einer auf drei Seiten recht flachen Mulde.
In keiner Urkunde werden die Namen der ersten Siedler, in keiner Chronik der Zeitpunkt ihres Erscheinens bekannt. Mit ziemlicher Sicherheit sind die ersten Bewohner des Grindelwaldtales Bergkelten gewesen, die wahrscheinlich im ersten nachchristlichen Jahrtausend über die beiden Scheideggen einwanderten.