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Hier folgt eine chronologische Liste des Bauprozesses.
1985
CMS und Patria verhandeln mit der Einwohnergemeinde Basel um die Uebernahme des nicht mehr genutzten Bertramareals im Baurecht. Die gesamte Parzelle umfasst 10’969 m2, stellt einen Wert von ca. Fr. 12’800’000 (1985) dar und liegt in der Bauzone 4a. Die CMS erteilt der Wohnstadt Bau-und Verwaltungsgenossenschaft den Auftrag, eine Wohnstudie über das St. Johann-Quartier zu erstellen. Die Interessengemeinschaft Bertramsareal (IGB) legt einen Alternativvorschlag zum Wohnkonzept vor. Die Erkenntnis, dass in den wesentlichen Bereichen doch Uebereinstimmung besteht, führt zur offiziellen Zusammenarbeit der drei Partner Patria, CMS und IGB.
1986
Die zukünftige Wettbewerbsjury legt in einem Seminar die Planungsziele und Beurteilungskriterien fest Die Zusammenarbeit zwischen CMS, Patria und IGB wird formell beschlossen. Die Patria beabsichtigt ihren Anteil von ca. 40% der Wohnungen konventionell zu vermieten, während die CMS von Anfang an das Modell der Mietermitbestimmung realisieren will. Die IGB vertritt bis zum Vorliegen des Bauprojekts die Mieter- und Quartierinteressen. Zwei Mitglieder der IGB werden in die Wettbewerbsjury aufgenonunen. Der Projektwettbewerb wird ausgeschrieben, die eingegangenen Vorschläge juriert. Keines der Projekte kann ohne Ueberarbeitung zur Realisierung empfohlen werden.
1987
Die Jury empfiehlt einstimmig das überarbeitete Projekt der Architekten Erny, Gramelsbacher und Schneider zur Ausführung. Der Auftrag wird erteilt, und das Projekt wird im St. Johann-Quartier öffentlich präsentiert. Bei der CMS schreiben sich bereits über 50 Mietinteressenten ein. Die Bauträger verhandeln mit der Einwohnergemeinde Basel über den Baurechtsvertrag und mit dem Amt für Kantons- und Stadtplanung über die Allmend- und Vorgartengestaltung. Es zeigt sich, dass der Betreuungsaufwand der Mietinteressenten für die IGB in ehrenamtlicher Arbeit zu gross ist. Deshalb entwickeln CMS und IGB zusammen mit dem Büro für Soziale Arbeit von R. Herbst und A. Burri, welche die Mieter künftig beraten sollen, das Konzept der Mieterkontaktstelle. Als Grundsätze beim zukünftigen Vermietungsprozesses legen die Partner CMS, IGB und die Mieterkontaktstelle eine soziale und altersmässige Durchmischung der Siedlung und die Idee der Selbstverwaltung fest. Das Informationsblatt „Im Davidsboden“ erscheint von nun an regelmässig.
1988
Eingabe der Baubegehren und übrige Bewilligungsformalitäten. Die vereinzelten Einsprachen beziehen sich ausschliesslich auf die geplante Einstellhalle (das Amt für Kantons- und Stadtplanung fordert pro Wohnung einen Einstellhallenplatz plus 10%) und die befürchtete zusätzliche Verkehrsbelastung im Quartier. CMS, IGB und Patria beenden formell ihre Zusammenarbeit bei der Projektierung. Die CMS und die Patria treten von nun an als selbständige Bauträger auf, die sich gegenseitig gut informieren. Die Mieterkontaktstelle nimmt ihre Arbeit auf. Der Erwerb des Areals von der Sandoz durch die Einwohnergemeinde (Tausch gegen Staatsliegenschaft) kommt zustande.
1989
Das Bundesamt für Wohnungswesen beteiligt sich am Projekt im Rahmen des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes (WEG). Die Seite Gasstrasse des Projekts muss nach einer Einsprache der Stadtbildkommission (sie wendet sich gegen die ebenerdige rollstuhlgängige Erschliessung der ganzen Anlage) grundlegend geändert werden. Am 26. Juli wird die defmitive Baubewilligung erteilt. Am 2. September feiem die Bauherrschaften und Mietinteressenten gemeinsam den Spatenstich. Patria und CMS führen wäluend des gesamten Bauprozesses gemeinsame Bausitzungen durch und koordinieren auch weiterhin die Arbeiten auf der Baustelle.
1990
Verzögerung der Rohbauarbeiten durch die sehr kalte Witterung. Bei der CMS werden die einzelnen Wohnungen den zukünftigen Mieterinnen und Mietern in Zusammenarbeit mit der Mieterkontaktstelle zugeteilt und ihre Wünsche bei der Grundrisseinteilung erfasst Die Patria entscheidet sich, das Vermietungsmodell der CMS (Selbstverwaltung und Mietergruppen) zu übernehmen und sich an der Mieterkontaktstelle zu beteiligen. Die CMS plant die Gestaltung der Grünanlagen und der Umgebung in enger Zusammenarbeit mit der Mieterschaft. Die Patria übernimmt die Vorgaben der Umgebungsplanung. Bei der CMS werden die Mietververträge abgeschlossen und Ansprüche auf kantonale Zusatzsubventionen abgeklärt. Im September steht der Rohbau. Das Richtfest wird mit einer Medienorientierung verbunden. Bei der CMS werden die definitiven Mietverträge diskutiert und bereinigt. Wiederum Verzögerungen der Bauarbeiten durch extreme Winterkälte.
1991
Die Musterwohnung mit der Standardausrüstung wird bereitgestellt. Die Mieterinnen und Mieter bei der CMS legen ihre Ausstattungswünsche (mit Kostenfolgen) fest. Bereinigung der defînitiven Mietverträge. Gründung der Hausvereine bei CMS und Patria. Am 13. April feiem die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner ein grosses Frühlingsfest mit einer Baumpflanzaktion. Ab Juni Beginn des Wohnungsbezugs. Zwei Drittel der CMS-Mieter und ein Drittel der Patria-Mieter beziehen die Wohnungen der ersten Etappe. Anfangs Oktober werden die Wohnungen der zweiten Bauetappe bezogen. Die Hausvereine übernehmen die einzelnen Häuser in Selbstverwaltung. Die Mieterkontaktstelle führt ihre Arbeit im Sinne der Beratung und Begleitung weiter. Ungefähr ein Mal pro Monat findet eine Mieterversammlung im Gemeinschaftsraum „Entenweid“ statt. Vor allem die Gestaltung und Nutzung der Umgebung (Kinderspielplatz) ist Gegenstand intensiver Diskussionen.
1992
Baukostenabrechung und defmitive Mietzinsfestlegung durch das Bundesamt für Wohnungswesen (Wohnbau- und Eigentumförderungsgesetz, WEG). Fertigstellung der Umgebungsgestaltung. Die Hausvereine werden weiterhin bis Ende Jahr durch die Mieterkontaktstelle begleitet und beraten. Sie beginnen, sich selbständig innerhalb der Siedlung zu organisieren.
Zitiert nach:
Doris Baumgartner / Susanne Gysi / Alexander Henz: Die Wohnüberbauung Davidsboden in Basel. Erfahrungsbericht über die Mietermitwirkung, Bundesamt für Wohnungswesen: Bern 1993 (Schriftenreihe Wohnungswesen Band 57).