Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03481.jsonl.gz/2302

Im kommenden April findet die 50. Ausgabe von Visions du Réel, Festival International de Cinéma Nyon, statt. Es wird die letzte unter dem Vorsitz von Claude Ruey sein, der nach 15 Jahren im Ausschuss, davon 10 Jahre als Präsident, seinen Rücktritt zum Ende des laufenden Geschäftsjahres bekannt gibt. Unter seiner Leitung verzeichnete das Festival sowohl aus quantitativer als auch qualitativer Sicht grosse Erfolge. Die Besucherzahl verdoppelte sich von 20’000 auf über 40’000 und der Anlass gilt heute als eines der weltweit vier wichtigsten Dokumentarfilmfestivals. Bei seiner nächsten Ausgabe von 5. bis 13. April 2019 wird Visions du Réel Gelegenheit haben, ihm zu danken und seine Leistungen zu würdigen.
Das Festival bot Claude Ruey (der bereits an der ersten Ausgabe 1969 als ehrenamtlicher Helfer mitwirkte!) im April 2004 den Vizevorsitz des Ausschusses an. Er liess dem Festival seine strategischen und kommunikativen Fähigkeiten, die er als ehemaliger Waadtländer Staatsrat – im besonderen als Kulturbeauftragter – erworben hatte, zugute kommen. Im September 2009 trat er als Präsident die Nachfolge von Jean Schmutz an. Claude Ruey arbeitete nacheinander mit den drei künstlerischen Leitern Jean Perret (2009-2010), Luciano Barisone (2011-2017) und Emilie Bujès (ab 2018) zusammen.
Ganz seinem Wesen entsprechend setzte sich Claude Ruey entschlossen und mit Hingabe für das Festival, seine Mitarbeitenden, seine Gäste und seine Besucher ein. Wie er den Mitgliedern des Stiftungsrates schrieb, tat er dies «der Linie folgend, die immer die des Festivals war und sein muss: Die der schöpferischen Freiheit und der Öffnung gegenüber der Welt». Durch sein Engagement hat er wesentlich zur Entwicklung von Visions du Réel beigetragen. Wie er aber selbst betont, «ist der Erfolg des Festivals nicht das Werk eines Einzelnen, sondern das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit des Stiftungsrates, der Geschäftsleitung, der Mitarbeitenden und aller Freiwilligen, die sich dem Erfolg einer kulturellen Veranstaltung dieses Umfangs verschrieben haben».
Das Festival verdankt Claude Ruey insbesondere die Zunahme der Besucherzahlen, die grössere Bekanntheit des Festivals auf nationaler wie internationaler Ebene, seinen Standort im Zentrum von Nyon durch die Schaffung des Village du Réel, die Ausdehnung auf Gland sowie seine Öffnung für ein breiteres Publikum durch die Schaffung der Sektion Grand Angle und des Prix Maître du Réel. Auf organisatorischer Ebene entwickelte Ruey das Management mit dem Aufbau eines neuen Führungsteams in Verwaltung und Finanzen, Marketing und Kommunikation sowie im künstlerischen Bereich. Neben den Kontakten zu kommunalen, regionalen, kantonalen und nationalen Behörden sowie zu privaten Sponsoren und Gönnern gründete er den Cercle des Amis, der zum Sesterce Club wurde, und förderte und entwickelte die Zusammenarbeit mit Freiwilligen.
Bei seiner nächsten Ausgabe vom 5. bis 13. April 2019 wird Visions du Réel Gelegenheit haben, dem scheidenden Präsidenten zu danken und seine Leistungen zu würdigen. Der Stiftungsrat hat mit der Suche nach einem neuen Präsidium begonnen, das nun so bald wie möglich besetzt werden soll.