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Die Anfänge der modernen Schweiz gehen auf die Entwicklungen zwischen 1798 mit der Gründung der Helvetischen Republik und 1848 mit der Bundesstaatsgründung zurück. Die Geschichte der Eidgenossenschaft ist jedoch um einiges länger. Das Schweizerische Bundesarchiv enthält auch aus der Zeit vor 1798 diverse Unterlagen.
Zum Begriff „Helvetier“
In manchen antiken Texten, beispielsweise bei Cäsar, wurden die sogenannten Helvetier erwähnt. Die Helvetier waren ein Stamm der Kelten, der vor allem im Mittelland siedelte. Daneben gab es eine Vielzahl anderer Völker, die im Gebiet der modernen Schweiz ansässig waren
Von Schwyzern zu Schweizern
1291 schlossen die drei Stände Uri, Schwyz und Unterwalden das Regionalbündnis der Waldstätte, das der Bundesbrief von 1291 besiegelte. Dank ihrer wichtigen Rolle im Bund der Waldstätte und der Bedeutung ihrer Truppen im Söldnergeschäft wurden insbesondere die Schwyzer bald weit herum bekannt. Dies führte dazu, dass in den deutschsprachigen Nachbargebieten zunehmend alle Eidgenossen als «Schwyzer» bezeichnet wurden. Im Lauf der Jahre änderte sich die Schreibweise und aus «Schwyzer» wurde «Schweizer».
Der Begriff «Schweiz» setzte sich im 17. und 18. Jahrhundert immer mehr durch. Gleichzeitig bestanden aber die konkurrierenden Begriffe «Helvetia» und «helvetisch» weiter. Der Begriff «Schweiz» verdrängte «Helvetia» nicht ganz. 1798 wurde auf Druck der französischen Besatzung die helvetische Republik ausgerufen. Damit verbunden war die Schaffung zentraler politischer Organe. Auch die Gründung des Zentralarchivs, Vorläufer des heutigen Bundesarchivs, erfolgte in dieser Zeit. Nach der Bundesstaatsgründung 1848 wurde die lateinische Bezeichnung «Confoederatio Helvetica» zunehmend auf amtlichen Dokumenten, auf Münzen und Siegeln eingeführt. Die Abkürzung «CH» bürgerte sich schliesslich als Kürzel für die Schweiz und für Schweizer Produkte ein.
Unterlagen im Bundesarchiv vor 1798
Das 1798 gegründete Zentralarchiv hatte den Auftrag, die Unterlagen des neuen Staates zu sammeln. Dokumente aus der Zeit vor der Gründung der helvetischen Republik blieben in den jeweiligen Staatsarchiven. Daher befinden sich nur wenige Unterlagen aus der Zeit vor 1798 im Schweizerischen Bundesarchiv. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Bestände.
Die Abschriftensammlung
Im Auftrag des neu gegründeten Zentralarchivs suchten Diplomaten, Archivare, Historiker und Theologen schweizergeschichtliche Dokumente in Beständen ausländischer Archive und Bibliotheken und schrieben diese ab. Thematische Schwerpunkte dieser Abschriftensammlung sind:
- Burgunder- und Mailänderkriege
- Reformation und Gegenreformation
- Dreissigjähriger Krieg
- Spanische Erbfolge
- Revolutions- und napoleonische Zeit
- Zeit des Sonderbunds
- Gründung des Bundesstaates
- Neuenburger- und Savoyerhandel
- Beide Weltkriege
Die Abschriften beziehen sich hauptsächlich auf diplomatische, wirtschaftliche und militärische Aspekte. Das gesamte Inventar der Abschriftensammlung (PDF, 141 MB, 28.09.2012) ist online durchsuchbar.
Die Privatarchive
Das Schweizerische Bundesarchiv ist im Besitz diverser Privatarchive aus der Zeit vor der Gründung der Helvetischen Republik von 1798. Darunter befinden sich beispielsweise Unterlagen des italienischen Nuntius und späteren Kardinals Marcello D’Aste (1691-1695) oder des französischen Gesandten in Solothurn Jacques Le Fèvre de Caumartin (1641-1648).
Die Bestände der Schweizerregimenter
Im Schweizerischen Bundesarchiv sind auch Unterlagen über die Schweizerregimenter in fremden Diensten archiviert. Das Söldnerwesen erlebte zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert seine Blütezeit, bevor es mit der Gründung des Bundesstaates schliesslich verboten wurde.
Das Bundesarchiv verfügt über Bestände zu den Schweizerregimentern in französischen (1474-1899), britischen (1855-1885), spanischen (1734-1835), holländischen (1819) und neapolitanischen (1827-1860) Diensten sowie im Dienst des Vatikans (1829-1863).
Das Sammlungsgut
Im Schweizerischen Bundesarchiv ist auch Sammlungsgut vorhanden, das bei bestimmten Gelegenheiten ohne dauernden Sammelauftrag zusammengetragen worden ist. Auch hier befinden sich Unterlagen, die sich auf den Zeitraum vor 1798 beziehen. Beispielsweise sind Zeitungen von 1735 bis 1845, Faksimiles von Karten (1700-1800) oder auch Faksimiles von Urkunden vor 1798 archiviert.
Tipps zur weiteren Recherche
- Historisches Lexikon der Schweiz mit Artikeln u.a. zu den Helvetiern oder zur Wortbedeutung der Begriffe Schweiz sowie Eidgenossenschaft.
- Verein der Schweizerischen Archivarinnen und Archivare: Links zu kantonalen, regionalen und lokalen Archiven. Diese enthalten häufig Unterlagen zur Geschichte der Eidgenossenschaft.
- Bundesbriefmuseum in Schwyz: Aufbewahrungsort des Bundesbriefs von 1291 und weiterer bedeutender Dokumente der Eidgenossenschaft vor 1798.
- Landesmuseum in Zürich: Dauer- und Sonderausstellungen zur Schweizer Geschichte; reiche Sammlung von Objekten wie Rüstungen, Waffen und Münzen.
- Forum für Schweizer Geschichte in Schwyz: Geschichte des Mittelalters.
- Schloss Prangins, Kanton Waadt: Ausstellungen mit Schwerpunkt auf der Geschichte des Ancien Régimes und der damaligen aristokratischen Gesellschaft.
Publikationen des Bundesarchivs
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Letzte Änderung 21.10.2015