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Ob der reguläre Hochschulzugang ermöglicht oder verhindert wurde, konnte je nach Situation von politischen, wirtschaftlichen, juristischen, gesellschaftlichen, akademischen und institutionellen Faktoren abhängen. Der grosse Kontext des «Kalten Krieges» beeinflusste viele Entscheidungen massgeblich. Den Entscheidungsprozessen geht die Arbeit mit fünf Fallstudien auf den Grund: Das Projekt untersucht einerseits die «Hilfsaktion für Flüchtlingsstudenten in der Schweiz» (1941-70), andererseits geflüchtete Student*innen aus der Tschechoslowakei ab 1948, Algerien ab 1958, Ungarn ab 1956 und aus verschiedenen nicht-europäischen Staaten ab 1965.
Die Arbeit beleuchtet hauptsächlich drei Aspekte: erstens, die Bedingungen des regulären Hochschulzugangs. Zweitens, das Zusammenspiel der Akteure, die diese Bedingungen aushandelten. Drittens, die Erfahrungen von Flüchtlingsstudent*innen selbst, wobei auch nach der Relevanz geschlechterspezifischer Aspekte gefragt wird.
Das Projekt arbeitet auf der Basis reichhaltiger archivalischer, schriftlicher und mündlicher Quellen. Der Ansatz, die Perspektiven aller Beteiligten einzubeziehen, ermöglicht umfassende Analysen, die das vereinfachende Bild des «Ost-West»-Konflikts infrage stellen. Dadurch erscheinen einerseits neue Facetten transnationaler Schweizer Geschichte während des «Kalten Krieges», andererseits werden theoretische Ergänzungen zur Hochschul- und Flüchtlingsforschung erarbeitet.
Das Thema ist auch heute von grosser Relevanz. Historische Erkenntnisse können als Anregung und zur Sensibilisierung für den gegenwärtigen Diskurs um regulären Hochschulzugang für geflüchtete Student*innen dienen.