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Rund 600 Personen sind am Mittwochabend durch die Strassen von Lausanne spaziert, um des 23-jährigen gambischen Asylsuchenden zu gedenken, der vergangene Woche auf dem Posten der Waadtländer Kantonspolizei tot aufgefunden wurde. Es wurde Kritik am Fall laut.
Die Demonstrierenden verurteilten eine «Kriminalisierung von dunkelhäutigen Immigranten» und forderten eine «gründliche juristische Untersuchung» des Falls. Der junge Mann war in der Nacht auf Dienstag vergangener Woche auf dem Polizeiposten in Mont-sur-Lausanne verstorben. Die Todesursache ist noch unbekannt.
Laut dem Collectif R, das die Veranstaltung mitorganisierte, war der Gambier kurz vor seinem Tod krank und hatte gerade das Spital verlassen. Er sei im Besitz einer behördlichen Notfallbescheinigung gewesen.
Die Polizei hatte vergangene Woche Fehler zugegeben. So habe sich herausgestellt, dass der festgenommene Gambier nicht der im Kanton Luzern gesuchte Mann gewesen sei. Die Grenzpolizisten hätten ihn mit einem Mann mit dem gleichen Vor- und Nachnamen sowie dem gleichen Geburtsdatum verwechselt.
Der Tod des Gambiers war am Dienstag auch Thema im Waadtländer Grossen Rat. In einer persönlichen Erklärung drückte Hadrien Buclin (Ensemble à Gauche) seine «Bestürzung» über den Fall aus. Gemäss seinen Angaben litt das Opfer «an einer ernsten Form von Epilepsie, die in Gambia nicht behandelt werden kann».
Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungen eingeleitet. Eine Autopsie wurde angeordnet. (sda)