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Augenpincette gebraucht. Man hüte sich, denselben beim Ausziehungsversuche abzubrechen, was bei dessen unebener Beschaffenheit leicht. Statt finden könnte, und in diesem Falle erweitere man die Hornhautwunde, um den restirenden Theil entfernen zu können. Das beste Verfahren beim Ausziehen des fremden Körpers besteht darin, dass man denselben in der Richtung herauszieht, in welcher er eingedrungen ist ). Die Eisensplitter mittelst des Magnets auszuziehen, kann versucht werden, wenn dieselben durch die Häute des Auges nicht festgehalten sind. Hat sich ein Eisensplitter in eine Membran des Auges eingedrängt, so ist der Magnet nicht vermögend den Widerstand, welchen die Wundränder der Anziehungskraft entgegensctzen, zu überwinden. Die fremden Körper, welche mit der Oberfläche des Auges in Berührung kommen, sind zuweilen von einer Beschaffenheit, vermöge welcher sie chemisch wirkend; die Organisation der betroffenen Theile zersetzen oder verändern; unter diese gehört der ungelöschte Kalk, der durch den Zufluss der Thränen gelöscht wird, und demnach sehr zerstörend auf das Auge wirkt. Weniger zerstörend sind die Einwirkungen siedheisser Flüs– sigkeiten oder der Mineralsäuren auf das Auge, weil sie von dem Auge abfliessen, und mit den zufliessenden Thränen gemischt in Zustand der Verdünnung treten. Zerstörend wirkt gewöhnlich die das Auge berührende Flamme. Es giebt fremde Körper, welche mechanisch und chemisch schädlich wirken, z. B. das Schiesspulver, der Mörtel etc. Die Vorhersage muss immer mit vieler Behutsamkeit gestellt werden. Ist das Bindehautblättchen losgetrennt, in Form einer Blase aufgehoben, ist die Hornhaut mit einer breiartigen
") Scarpa, im a. W. 4. V. p. 443.
Lage bedeckt, ist sie der Durchsichtigkeit beraubt, dann wird im ersten Falle leicht eine beträchtliche Trübung im letzten eine Narbe, oder ein phthysischer Zustand der Hornhaut folgen, Es können Vorfälle der Iris, Stnphiloma, Eutleerung des Augapfels, vorzüglich Symblepharon und Anchyloblepharon etc. nach solchen Verletzungen entstehen"); nach Verbrennungen, nach Einwirkung einer Lichtflamme kann Amaurose zurückbleiben. Die erste Regel besteht immer in Entsernung des fremden Körpers. Am besten verrichtet man dieses, wenn ungelöschter Kalk, Mörtel, Schiesspulver etc. zwischen dem Auge und den Augenliedern liegt, mittelst eines mit reinem Fett überzogenen Pinsels. Sind einzelne losgerissene Lappen der Conjunctiva vorhanden, so werden diese abgetragen. Haben sich Blasen gebildet, so lässt man diese, bis die erste Irritationsperiode vorüber ist, unberührt; später werden sie mit einer Staarnadel geöffnet. Wenn das Schiesspulver eingewirkt hat, so trachte man jedes einzelne Körnchen sorgfältig zu entfernen, wozu man sich gewöhnlich der Pincette oder der Staarnadel bedient. Haben Mineralsäuren siedheisse Flüssigkeiten oder eine Flamme auf das Auge gewirkt, so streiche man reines Fett zwischen die Augenlieder und den Augapfel, man wasche das Auge mit einem mucilaginösen Mittel aus. Nachdem der fremde Körper entfernt ist, besteht immer die Regel, die Entzündung zu verhüten, und die entstandene Entzündung zu bekämpfen. Die repercussiven Mittel sind hier vorzüglich an ihrem Platze, eben se die örtlichen und allgemeinen Blutentziehungen *). Der fremde Körper dringt zuweilen in den Augapfel ein, er befindet sich alsdann vor oder hinter der Iris. Liegt derselbe in der vordern Augenkammer, so muss er, wenn er nicht in der wässerichten Feuchtigkeit auflösslich ist, entweder durch die bestehende Wunde, oder durch eine am Rande der Hornhaut gebildete Oeffnung aus– gezogen werden. Befindet sich derselbe hinter der Iris, so liegt er gewöhnlich in dem Glaskör– per. Er bewirkt Entzündung der Kapsel, der Linse, der Chorioidea und Retina. Zuweilen beobachtet man keine primäre Entzündung, sondern später, nach starker Bewegung des Kopfes, bildet sich dieselbe, welche dann mit Amaurose, Cataract, Glaucom etc. endigen kann. Der fremde Körper liegt in diesem Falle in einer Zelle des Glaskörpers, welcher ihn festhält, durch starke Bewegung aber zerrissen wird, so dass der fremde Körper die Retina und Chorioidea drückt, reizt und die Vernichtungen dieser Theile hemmt. Das Ausziehen des fremden Körpers ist hier unthunlich. Der Arzt wirke streng antiphlogistisch ein, um die entzündliche Reaction in Schranken zu halten. Der Patient beobachte so lange die grösste Ruhe, bis die umliegenden Zellen des Glaskörers sich verdickt, und einen Sack gehildet haÄ in welchem der fremde Körper unbeweg
1) Beer, im a. W. 1. B. S. 228.
2) Zuweilen folgen die Zufälle nicht schnell der Verletzung, sondern entwickeln sich erst später, was der Arzt beachten muss (Demours, im a. W. 1. V. p. 224).
') Der Lapis divinus wird nach verschiedenen Vorschriften bereitet. Die erheblichste derselben sind: Der "Lapis divinus von St. Fues (Vitr. de Cypro, Nitr. dep. Alumerud. ana unc. ij contur. et liquef. in balneo arena“, adde Camphor. dr. j3). – Der Piderit'sche Lapis div“ " (Vitr.de Cypró, Alum, ana unc. iv. Liquef. nond. refrigeratae mass. adde Camphor. ras. dr. ij). – Der Beer'sche Lapis divinus (Aeruginis, Nitr., Alum. crud. Äc.,j Liquef. adde Camphor. dr. j. (Benedict, Handb. der präct. Augenhk. 1. B. S 62).
9. Rec. Extr. Stramonii. gr. xvj. Aq. dest. unc. v. Solat. D. S. Als Umschlag (bei krampfhafter Verschliessung der Augenlieder) anzuwenden.
1 O. Rec. Cort. chin. unc. j. Sal. ammoniac, dep. dr. j. c. cog c. aq: fontun. ad Colatur. unc. vij. adde Camphor. scr. ij Spirit. vin. rectificatiss. unc. j. M. D. S. Als Umschlag (bei Gangrän der Augenlieder) zu gebrauchen. - - -,