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Neurostimulation des Rückenmarks
Seit mehreren Jahrzehnten werden weltweit spezifische Schmerzen durch elektrische Stimulation des Rückenmarks behandelt. Hierzu gehören der
- Nervenschmerz („neuropathischer Schmerz“) nach Nervenschädigung durch Verletzung
- der als Folge von Wirbelsäulenoperationen mögliche Schmerz
- Schmerzen bei CRPS (früher Morbus Sudeck)
- Schmerzen infolge von Durchblutungsstörungen
Erste Ergebnisse liegen darüber hinaus vor bei
- Wirbelkanal (Spinal-)-Verengung
- (diabetischer) Polyneuropathie
Wie funktioniert das?
Mittels eines über eine hohle Nadel in den Wirbelkanal eingebrachten, Silikon-geschützten Drahtes werden Impulse ausgelöst, welche die (Weiter-) Leitung des Schmerzes an die schmerzempfindlichen und schmerzbewertenden Zentren des Gehirns hemmen, bzw. unterdrücken. Die Nervenstimulation ist nicht schmerzhaft. Je nach Methode/System wird die Stimulation gar nicht oder als „warmes Kribbeln“ empfunden.
Wann kommt die Therapie zum Einsatz?
Ob die Therapie sinnhaft zur Anwendung kommen kann, wird im Rahmen eines mehrwöchigen Tests ermittelt. Für diese Zeit wird die stromführende Elektrode aus dem Körper herausgeleitet („hängen die Drähte aus der Haut“) und mit einer externen Batterie verbunden. Durch Verschieben des Drahtes und verschiedene Programmiermuster wird geprüft, ob eine erfolgreiche Stimulation erreicht werden kann. Kommt es zu einer verbesserten Funktion (zum Beispiel besser laufen können, besser sitzen können), zu einem verbesserten Schlafverhalten oder zu einer relevanten Schmerzreduktion (üblicherweise mehr als 50%) werden nach einer gewissen Wartezeit eine oder zwei neue Elektroden und ein Impulsgeber komplett unter die Haut implantiert.
Die testweise Elektrodenanlage wie auch die definitive Implantation führen wir ambulant in unserem zertifizierten OPS durch und überwachen den Patienten im Anschluss auf unserer Tagesstation.