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Am vergangenen Wochenende fand im Billardclub St. Gallen der Ostschweizer Cup Frei statt. Dieser Cup in der Disziplin Freie Partie wird im Handicap-System gespielt, was bedeutet, dass jeder Spieler seiner Spielstärke entsprechend unterschiedlich viele Punkte erzielen muss, um eine Partie zu gewinnen.
Inder diesjährigen Austragung wurde in zwei Viergruppen gespielt. In der Gruppe A trafen der Titelverteidiger Giorgio Morosi, Rolf Bart, Pius Scherrer und Albert Kehl aufeinander, in der Gruppe B standen sich Ludwig Nobel, Silvio Giger, Karl-Heinz Jung und der Turnierneuling Roland Henzi gegenüber. Von Beginn des Turniers weg entwickelten sich spannende Begegnungen und enge Spiele. In der Gruppe A setzte sich Morosi in der ersten Runde mit einer starken Leistung gegen Kehl auf dem Matchbrett durch, Bart verlor gegen einen sehr gut aufspielenden Scherrer. In der Gruppe B setzten sich Nobel gegen den Altmeister Giger durch und Henzi, der sein erstes Turnier überhaupt spielte, gewann gegen den Routinier Jung. In der Folge blieb Scherrer in der Gruppe A ungeschlagen und qualifizierte sich problemlos für das Halbfinale. In der letzten Partie der Gruppe spielten Bart und Morosi in einer hochspannenden Partie um den zweiten Halbfinalplatz. Die Führung wechselte laufend hin und her. Am Ende entschied ein einziger Punkt für Morosi, der mit dem nötigen Wettkampfglück in die Finalrunde einziehen konnte.
In der Gruppe B blieb der Ausgang für die Finalrunde bis am Ende offen und alle Spieler hatten vor der letzten Gruppenrunde noch Chancen auf einen der zwei Halbfinalplätze. Nobel spielte die beste Partie des Turniers mit einer Höchstserie von unglaublichen 124 Punkten und setzte sich durch. Jung siegte gegen Giger und so standen in der Gruppentabelle drei Spieler mit 4 Wertpunkten. Dank des besseren gespielten Durchschnittes zogen Nobel und Henzi in die Finalrunde ein.
In den Halbfinals kam es zu den Paarungen Morosi – Henzi und Nobel – Scherrer. Morosi spielte eine gute Partie und setzte sich am Ende souverän durch, Henzi zeigte aber wiederum eine sehr ansprechende Leistung. Im zweiten Halbfinale spielte Scherrer, der über das ganze Turnier sehr gutes und gepflegtes Billardspiel zeigte, eine wiederum grossartige Partie und liess Nobel keine Chance. Ohne einen einzigen Verlustpunkt zog er ins Finale ein.
Im kleinen Finale lag Henzi lange in Rückstand, blieb aber hartnäckig und konzentriert , überholte Nobel kurz vor Schluss mit einigen Punkten und gewann am Ende in seinem ersten Turnier den dritten Schlussrang. Im Finale trafen Morosi und Scherrer nach über 5½ Stunden Turnierzeit aufeinander. Beide begannen nervös, mussten mit schwierigen Positionen kämpfen und machten ungewohnt viele Fehler. Morosi konnte in dieser Phase von seiner grossen Routine profitieren, machte in den entscheidenden Momenten die wichtigen Punkte und verteidigte schliesslich seinen Cup-Titel aus dem Vorjahr.
gmo/14.12.2018