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Die wärmeliebenden Pharaomeisen (Monomorium pharaonis) kommen ursprünglich aus den Tropen, haben sich jedoch bestens an ein ganzjähriges Leben in beheizten Gebäuden in gemässigten Klimazonen angepasst. Heutzutage sind sie global verbreitet und einer der wichtigsten Hygieneschädlinge weltweit. Aus diesem Grund ist man bestrebt die lokale Ausbreitung der Pharaoameisen zu verhindern. In Wohnungen verunreinigen sie Lebensmittel und Arbeitsflächen mit Krankheitserregern, sind lästig durch ihr Massenauftreten und schlüpfen überall in Gegenstände hinein.
In Gebäuden nisten Pharaoameisen häufig in Mauerhohlräumen, entlang von Warmwasser- und Heizungsrohren, in Elektrogeräten und im Abfall. Ihre Kolonien zählen bis zu hunderttausend Individuen und viele Königinnen, welche auf zahlreiche Satellitennester verteilt sind.
Dabei ist es essenziell, dass die Pharaoameisen als diese identifiziert werden. Die Bekämpfung ist ein langwieriges und schweres Prozedere, welches sich deutlich vom Bekämpfungsvorgehen von üblichen Ameisen unterscheidet.
Die ca. 2 mm grossen, bernsteinfarbenen Ameisen können unbeabsichtigt mit Gegenständen wie Wäsche, Brotlaibe und verpackte Waren in Wohnungen und Gebäude gelangen. Innerhalb eines Gebäudes verbreiten sie sich über Zentralheizung, Kabelkanäle, Warmwasserleitungen und sonstige Hohlräume in den Wänden. Pharaoameisen können sich auf angrenzende Gebäude ausweiten und ganze Häuserblöcke kolonisieren.
Dabei sind sie besonders in Krankenhäusern, Altersheimen, Lebensmittelbetrieben, Mehrfamilienhäusern und ganzen Strassenzügen anzutreffen, von wo sie sich rasant ausbreiten können.
Trotz ihrer geringen Grösse können Pharaoameisen erhebliche Schäden anrichten. Die Insekten sind Allesfresser, präferieren jedoch stark zucker- und eiweisshaltige Nahrungsmittel. Dadurch fressen Pharaoameisen auch Abfall und Aas, womit sie gefährliche Krankheitserreger (zum Beispiel Salmonellen coliforme Bakterien) aufnehmen und in einem Gebäude oder Areal verteilen.
Besonders in Krankenhäusern können Pharaoameisen dadurch massive Probleme verursachen. Angelockt von Blut und Eiter krabbeln die Insekten unter Wundverbände oder in sterile medizinische Geräte wie Katheter oder Injektionsnadeln und verunreinigen diese. Daher ist ein schnelles Handeln beim Auftreten in sensiblen Bereichen (wie Operationssäle) unabdingbar.
Zusätzlich krabbeln die Tiere in Hohlräume von elektrischen Anlagen wie Steckdosen, Computer, Kaffeemaschinen und so weiter, wo sie nisten und somit Schäden an den Geräten verursachen können.
Um Pharaoameisen loszuwerden, braucht es eine strukturierte und konsequente Vorgehensweise. Nach der Befallsmeldung durch die Hausbewohner oder die Hausverwaltung, besuchen wir die befallene Wohnung und bestimmen die Ameisenart. Wenn in der Stadt ein Pharaoameisenbefall meldepflichtig ist, wird dieser den städtischen medizinischen Diensten gemeldet. Je nach Rechtslage können sie die Befallsanalyse im gesamten Gebäude und den angrenzenden Wohnhäusern in Auftrag geben. Dies wird veranlagt, um das grossflächige Ausmass des Befalls einschätzen zu können, diesen zu bekämpfen und so eine weitläufige Ausbreitung der Pharaoameisen verhindern zu können.
Nach der Bestimmung der Ameisen führen wir eine umfassende Befallsanalyse durch, welche in allen Räumlichkeiten des Gebäudes erfolgt. Damit stellen wir sicher, dass keine Nester unentdeckt bleiben, von wo sich die Pharaoameisen weiter verbreiten könnten.
Auf Basis dieser Befallsanalyse verteilen wir über mehrere Wochen oder Monate toxische Frassköder im Gebäude. Diese Köder werden so lange ausgebracht, bis sie nicht mehr von Pharaoameisen aufgesucht und auch keine Pharaoameisen mehr im Gebäude gesichtet werden.
Anhand eines Fallbeispiels in einem Häuserblock in der Stadt Basel beschreiben wir, wie mit dem Pharaoameisenbefall umgegangen wurde. Den dazugehörigen Artikel können Sie hier nachlesen.