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Im 1. Jahrhundert vor Christus wird die keltische Bevölkerung der heutigen Schweiz romanisiert. Zur Zeit der Völkerwanderungen, im 5. Jahrhundert, germanisieren die Alemannen den östlichen Teil des Landes. Im Westen hingegen nehmen die Burgunder das Galloromanische an (Daraus wird das Französische hervorgehen), es wird zur Sprache der örtlichen Bevölkerung. So bildet sich die sprachliche Grenze der zukünftigen Schweiz. Seit der ersten Erwähnung in den historischen Dokumenten vom Jahre 1011 gehört Neuchâtel schon endgültig zum französischsprechenden Gebiet.
Anfangs des 16. Jahrhunderts wird Neuchâtel zu einem wichtigen internationalen Zentrum für Reformationschriften in französischer Sprache. Die erste aus den Urtexten übertragene Bibel wird in Neuchâtel gedruckt. Im 17. Jahrhundert entwickelt sich das Schulwesen in der Stadt wie auch dem Land rasch. Nicht nur Bürger und Aristokraten sind nun des Schreibens mächtig, sondern in einem gewissen Mass auch das Volk. Seit dieser Epoche kommen Ausländer nach Neuchâtel, um französisch zu lernen.
Vom 18. Jahrhundert an wird Französisch als Diplomaten- und Kultursprache in Europa verwendet. Neuchâtel kennt eine intensive intellektuelle Tätigkeit, unter anderem dank der grossen Meinungsfreiheit. Die französischen Philosophen sind von den französischsprechenden Gebieten der Westschweiz (Romandie) angezogen. Voltaire lässt sich bei Genf nieder, Rousseau sucht im Fürstentum Neuchâtel Zuflucht.
Im Jahre 1815 wird Neuchâtel zu einem Schweizer Kanton. Öffentliche und obligatorische Schulen existieren in Neuchâtel seit 1850. Die Universität Neuchâtel wird im 19. Jahrhundert gegründet. Viele Neuenburger wandern nach Preussen und Russland aus, um dort französisch zu unterrichten. Andererseits reisen seit dem 19. Jahrhundert Tausende von Studenten aus der ganzen Welt nach Neuchâtel, un die französische Sprache zu erlernen.
In der Zwischenkriegszeit und während des zweiten Weltkrieges sind die neuenburgischen Verlage besonders aktiv und veröffentlichen berühmte Werke aus dem Gebiet der Wissenschaft, Kunst und Literatur. Seit Ende des 19. Jahrhunderts und bis heute wird der Französischunterricht als Fremdsprache im Lycée Jean-Piaget (Höhere Handelsschule) auf hohem Niveau gepflegt.