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Einsatz des Flugzeuges und technischer Beschrieb
Für die Fotoflüge wird das Flugzeug mit einer oder zwei Leica-Kameras vom Typ RC30 auf kreiselstabilisierten Plattformen und einem PC-basierten Leitrechner (im Rack) ausgerüstet.
Die Crew des Flugzeuges wünschte eine bessere Nutzung der technische Ausrüstung der Maschine. Insbesondere sollten die Daten des Flugdatenrechners (FMS) möglichst direkt die Kameras steuern. Auch beim Bundesamt für Landestopograhie gab es offene Wünsche: die Vor- und Nachbearbeitung der Füge sollte vereinfacht werden.
Um die Möglichkeiten auszuloten, gab die Landestopographie eine Diplomarbeit bei der Software-Schule Schweiz (SWS) in Auftrag. Diese Diplomarbeit wurde von Herrn Stefan Flury aus der Klasse B17 bearbeitet und schaffte die Grundlage für das spätere Projekt.
Bereits im Jahre 1998 wurden erste Vermessungsflüge mit der neuen Software durchgeführt, aber das gesamte Projekt konnte erst Ende 1999 abgeschlossen werden.
Die Position des Flugzeuges wird im WGS-Format vom ARINC-Bus gelesen und wahlweise als WGS- oder Landeskoordinaten dargestellt. Anhand der Landeskoordinaten kann auch die Nummer und der Name des Kartenblattes bestimmt und an die Kamera weitergegeben werden.
Bei jeder Aufnahme schreibt das Programm zudem die Angaben aus der Annotation in ein Logfile auf dem Disk. Das Logfile dient nach dem Flug als Grundlage für die automatische Erstellung eines Fotorapportes.
Die Fotos für die Photogrammetrie werden in sogenannten "Linien" aufgenommen.
Vor dem Startpunkt einer Linie gibt der Operateur die Kamera frei. Daraufhin schaltet die Steuerung die Plattform der Kamera in den Automatikbetrieb und wartet auf einen Waypoint vom Autopiloten. Genau auf dem Waypoint löst der GIM-Rechner die erste Aufnahme aus.
Die weiteren Aufnahmen der Linie löst die Kamera selber aus, wobei der Operateur laufend die Abstände der Fotos dem Gelände anpasst, das heisst, das Verhältnis Geschwindigkeit/Höhe (V/H) manuell vorgibt.
Der folgende Waypoint zeigt der Steuerung das Ende der Linie an. Damit die Überdeckung bis zum letzten Punkt gewährleistet ist, wartet das Programm noch die nächste Aufnahme ab und stoppt erst dann die Kamera. Die Kamera-Plattform wird zwischen den Linien automatisch in den Stand-By Modus versetzt, damit sie beim Wenden des Flugzeuges nicht in den Anschlag fährt.
Während der Linie korrigiert der GIM-Rechner auch die Drift des Flugzeuges gegenüber der Fluglinie. Die dazu benötigten Angaben bekommt er ebenfalls vom Autopiloten. Es liest die aktuelle Drift vom ARINC-Bus, rechnet sie in einen Analogwert um, und steuert mit diesem Analogwert dann die stabilisierte Plattform.
Beim Start des Projektes wurde deshalb beschlossen, diesen Vorgang so weit als möglich zu automatisieren. Dazu wurde ein Visual- Basic Programm für Excel entwickelt, das auf der Basis der Logfiles den grössten Teil des Rapportes ausfüllt. Nur noch einzelne Angaben wie Start- und Landeort müssen manuell ausgefüllt werden, wobei das Programm dem Benutzer durch eine Auswahlliste die Arbeit möglichst erleichtert.