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Der Entscheid der NFL, ihr 16. Team in New Orleans anzusiedeln, kam am 1. November 1966, an Allerheiligen. Und so war niemand überrascht, als Mehrheitsbesitzer John W. Mecom Jr. knapp einen Monat später verkündete, dass das neue Team als «New Orleans Saints» firmieren werde, zumal die heimliche Hymne von «Big Easy» den Titel «When the Saints go marching in» trägt.
Der Publikumserfolg in New Orleans war von Beginn weg vorhanden: Bereits am ersten Tag wurden 20'000 Tickets abgesetzt. Mit dazu trug bei, dass es den Saints für ihre erste Saison gelang, gleich drei Spieler zu verpflichten, welche später in die Hall of Fame gewählt wurden: Defensive End Doug Atkins wurde von den Chicago Bears verpflichtet, von den Green Bay Packers kamen Fullback Jim Taylor und Running Back Paul Hornung. Letzterer erklärte allerdings kurz darauf seinen Rücktritt und spielte kein einziges Down für die Saints.
Der Auftakt für die Saints in der NFL war spektakulär: Im ersten Meisterschaftsspiel trug Wide Receiver John Gilliam den Eröffnungs-Kickoff 94 Yards zum Touchdown zurück. Und weitere spektakuläre Spielzüge folgten mit dem Laufe der Zeit: 1970 beispielsweise kickte Tom Dempsey ein 63 Yard-Fieldgoal – ein Rekord, welcher bis heute Bestand hat. Spektakulär waren auch die Zuschauerzahlen: In ihrer ersten Saison resultierte eine durchschnittliche Besucherzahl von 75'463 Besucherinnen und Besucher.
Mit Quarterback Archie Manning – dem Vater der späteren Super Bowl-Sieger Peyton und Eli Manning –, Running Back George Rogers, Linebacker Rickey Jackson oder Wide Receiver Eric Martin besassen die Saints immer wieder aussergewöhnliche Spieler, alleine der Erfolg wollte sich nicht einstellen. Volle 21 Jahre dauerte es, bis die Saints – zeitweise als «Aint’s» (Habenichtse) verspottet – zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Saison mit mehr Siegen als Niederlagen abschliessen konnten und die Playoffs erreichten. Und es brauchte 34 Jahre und fünf Anläufe bevor die Saints ein Playoff-Spiel gewinnen konnten.
Zwischen 1987 und 1992 erreichten die Saints in sechs Jahren unter Head Coach Jim Mora immerhin viermal die Playoffs. Möglich gemacht hatte dieser Erfolg die Verpflichtung von General Manager Jim Finks durch den neuen Saints-Besitzer Tom Benson, welcher 1985 die Mehrheitsanteil von Mecom erworben hatte. Finks machte mit geschickten Transfers und guten Drafts aus einem Verlierer-Team einen valablen Playoff-Kandidaten.
Durch Finks Tod 1994 ging dieser Schwung allerdings wieder verloren. 2000 konnten die Saints zwar unter Head Coach Jim Haslett den ersten Playoff-Sieg einfahren, doch erlosch das Feuer schnell wieder. Und als die Saints 2005 nach dem Hurrikan Katrina ihre in den Fluten untergegangene Heimatstadt verlasen und ihre Heimspiele in San Antonio und Baton Rouge austragen mussten, schien ein Wegzug aus «Big Easy» fast sicher. Doch ein Jahr später kehrten die Saints mit einem neuen Head Coach, Sean Payton, und einem neuen Quarterback, Drew Brees, triumphal in die Südstaaten-Metropole zurück: Sie marschierten durch die Playoffs und scheiterten erst im Championship Game an den Chicago Bears. Drei Jahre später gelang dann sogar das zuvor Undenkbare: Die Saints sorgten mit dem Gewinn der Super Bowl für den bislang grössten Sporterfolg in der Geschichte der von den Naturgewalten so geschundenen Stadt.
SAINTS FACTS
Mitglied der NFL:
1. November 1966
Erste Saison:
1967
Super Bowl-Sieger:
XLIV
NFC-Meister:
2009
NFC-Vizemeister:
2006, 2018
Divisions-Meister:
1991, 2000, 2006, 2009, 2011, 2017, 2018, 2019, 2020
Hall of Fame-Mitglieder:
Morten Andersen
Jim Finks (Manager)
Rickey Jackson
Willie Roaf