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IAIDO: die angewandte Philosophie

Am Anfang des 17-ten Jahrhundert wurden alle Daimo (Feudalherren) an einem Shogun (Militärdiktator) unterstellt, während des Kaisers nur eine räpresentative Rolle spielte.
Damit wurden einige Jahrhunderte von dauernden Kriegen beendet.
Was aber bleibte, das waren Hinterhalte, Verräter, Selbstjustiz, und auch kriminelle Banden. Nicht die Kunst in einem Duell, wie früher bei einem Schlacht, war gefragt, sondern viel mehr die Fähigkeit, sich bei einem plötzlichen Überfall mit dem Schwert wehren zu können.
Man musste den eigenen Schwert blitzschnell zur Abwehr und dann zum Gegenangriff einsetzen können.
Der Ziel war ja das Überleben. Und früher war der Name dieser Kunst auch anders (iai jutsu).
Im 20-ten Jahrhundert fanden (zum Gluck) keine Angriffen mit dem Schwert mehr statt, und die Aufmerksamkeit der Lernenden wurde auf der Verbesserung des eigenen Charakter gelenkt und dies gibt sogar einen Beitrag zur Weltfrieden! Das "do" im Namen erklärt diese Umwandlung, und bedeutet der Weg, gemeint der Weg zu einer besseren Person.
Die korrekte Handhabung eines Schwertes ist nicht so einfach wie man glauben kann, und muss mit der richtigen Körperhaltung und geeigneter geistlichen Einstellung zusammen geübt werden. Dies wird durch das üben von vorgegebenen Handlungen (genannt KATA) gelernt.
In Unterschied zu anderen Kampfsportarten, wie Judo, Karate, Aikido, usw., hat Iaido überhaupt keine praktische Anwendung: man geht heutzutage nicht bewaffnet mit einem Schwert herum. Und dies ist der Vorteil von Iaido, weil die Handhabung des Schwertes nur ein Mittel ist, um sich mit der Philosophie auseinander setzten zu können. Der Zweck ist also, sich mit sich selber und mit der gesellschaftlichen Zusammenspiel mit den Mitmenschen auseinander zu setzen.
Wer der Weg mit IAIDO folgen will, muss Ausdauer mitbringen, da die tiefe Bedeutung der darunterliegenden Philosophie nicht sofort erkennbar ist.
Die philosophischen und psychologischen Grundlagen von Iaido haben ihre Wurzeln im ZEN Buddhismus. Diese ist eine angewandte Philosophie, die durch Handlung entdeckt werden muss, und kann aus Schriften allein nicht gelernt werden. IAIDO ist nur ein Mitteln, um die Wirklichkeit des Lebens wie sie ist, und nicht wie man sie es wünscht, wahrnehmen zu lernen.
Dies zu lernen bringt grosse Folgen mit sich, und verändert die eigene Lebenseinstellung.
Dabei werden bestimmte Charaktereigenschaften gefordert, die dann auch im täglichen Leben nützlich sind.
Im Dojo (Der Ort des Weges) erlebt man eine Abbildung des täglichen Lebens, und kann man sich mit den eigenen charakterlichen Schwächen auseinandersetzen.
Angewendet werden die drei Säulen des ZEN:
Geduld - Konzentration - Vertrauen (dies wird oft ungenau mit "Gehorsamkeit" Übersetzt).
Am Anfang wird mit einem Holzschwert (BOKUTO) später mit einem stumpfen Übungsschwert (IAITO) geübt.
Erst als Fortgeschrittener wird die Benutzung eines richtiges Schwertes (KATANA, SHIN KEN) erlaubt sein.