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Laura Kleiner
In Guatemala von Januar bis Mai 2016 (danach nochmals seit Juli 2016)
Laura Kleiner
Geboren 1990
Abgeschlossenes Studium in Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Internationales Recht
Vor dem Einsatz:
Unmittelbar vor meinem Einsatz in Guatemala beendete ich mein Jusstudium bzw. gab ich meine Masterarbeit im Themenbereich der Menschenrechte ab. Nach sechseinhalb Jahren Studium wollte ich endlich etwas Praktisches machen und zur Implementierung all dieser schönen Worte beitragen, die in Übereinkommen und Deklarationen stehen. Die Geschichte und der grosse Anteil indigener Menschen an der Bevölkerung Lateinamerikas interessierten mich sehr. Zudem hatte ich mich im Studium vertieft mit den Delikten Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord sowie dem in Lateinamerika klassischen Delikt des gewaltsamen Verschwindenlassens auseinandergesetzt. Seit meinem Austauschjahr in Spanien hatte ich auch den Wunsch, meine Spanischkenntnisse zu verfeinern. Als ich von Peace Watch Switzerland und seinen Projekten hörte, erschien mir dies die perfekte Möglichkeit, langsam in die Arbeitswelt der MenschenrechtsverteidigerInnen einzutauchen, indem ich von direkt Betroffenen lerne, wie sie ihre Rechte selber verteidigen.
Während des Einsatzes:
In Guatemala war ich in der sog. mobilen Gruppe («equipo móvil») tätig, die insgesamt über 30 Organisationen und Einzelpersonen in unterschiedlichen Regionen des Landes hauptsächlich punktuell und teils regelmässig begleitet. Etwa die Hälfte der Begleitungen meines Einsatzes waren Fälle der Übergangsjustiz, v.a. der Fall Sepur Zarco. In diesem Fall traten elf Frauen ihren Peinigern gegenüber und forderte Gerechtigkeit für die unzähligen Vergewaltigungen und die sexuelle Sklaverei, der sie unterworfen worden waren. Am 26. Februar wurde ihrem Anliegen gerecht getan und die zwei angeklagten Militärs, General und Kommissionär, wurden verurteilt. Zudem wurde der 26. Februar zum nationalen Tag der sexuellen Gewalt ernannt.
Ein weiterer Fall der Übergangsjustiz ist der Fall Creompaz, in dem gleich in meiner ersten Woche in Guatemala 14 hochrangige Personen des Militärs in einer Nacht- und Nebelaktion verhaftet wurden. Im Vorverfahren, wo wir jeweils in Wechselschichten mit den vier bis sechs Teammitgliedern zu zweit vor Ort waren, wurde zehn von den 14 Verhafteten entschieden, dass sie einen Prozess zu gewärtigen hatten. So bleibt abzuwarten, wie es weitergeht.
Die andere Hälfte meines Einsatzes und der Arbeit des Equipo Móvil war Organisationen und MenschenrechtsverteidigerInnen gewidmet, die sich für ihr Land, ihre natürlichen Ressourcen und die Anerkennung als indigene Völker einsetzen und sich deswegen gegen multinationale Konzerne – wie Hudbay Minerals im Falle Angélica Chocs – oder oligarchische Landbesitzer wehren. Leider ist in Guatemala der Rassismus nach wie vor sehr ausgeprägt und indigene Völker werden diskriminiert, obwohl sie die Mehrheit darstellen.
Nach der Rückkehr:
...wurde ich aus Gründen des Personalmangels angefragt, für die schwedische Entsendeorganisation von ACOGUATE – SweFOR – nach Guatemala und ins Menschenrechts-Begleitprojekt zurückzukehren.
Und jetzt?
...nun, hier bin ich weiterhin in der mobilen Gruppe mehr oder weniger dieselben Organisationen am Begleiten. Überrascht, aber erfreut, hiessen mich unsere Begleiteten willkommen zurück, und ich werde sehen, wie es mit diesem Land sowie meiner Zukunft weitergeht.

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