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Name: martin Permalink: https://tierrechtsforen.de/2/7564/7954

Datum: 13.04.10 17:49
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> Im Zwiegespräch geht mit dieser
> Argumentationsführung schnell der kätzchenverliebte
> Speziesist als vermeintlicher Sieger hervor, da beim Großteil
> der Bevölkerung offenbar kein Bewusstsein dafür vorliegt,
> wann ein Individuum ausgebeutet wird
Ja, deshalb wird dieses Aspekt in der Antwort auch ausdrücklich benannt. Wenn diese Antwort - was wir voraussetzen - in eine tierrechtlerische Argumentation eingebunden ist, d.h. dass Tierausbeutung unter keinen Umständen akzeptabel ist, und dementsprechend diese fehlerhafte Denkweise (dass "tiergerechte" Ausbeutung möglich sei - auch hier wieder ein Dank dafür an den Tierschutz) in der sonstigen Diskussion korrigiert wird, dann sehe ich das Problem nicht.
Die FAQ-Antworten beruhen natürlich aufeinander, man kann nicht in jeder jeden Aspekt nochmals benennen. Wenn daher klar ist (oder gemacht wird), dass Tierausbeutung immer Leiden bedeutet, sollte die Antwort schon funktionieren.
> (im Gegenteil wird er
> aufgebracht sogleich eine Reihe "unumstößlicher" Beweise
> beispielsweise für die große Zufriedenheit des mit ihm
> lebenden nichtmenschlichen Tieres anzubringen wissen).
Wie gesagt: Damit die Antworten funktionieren muss dem Gesprächpartner zumindest die gröbste speziesistische Propaganda durch empirisch-naturwissenschaftliche Fakten ersetzt sein (wie eben, dass es keine "nette" Ausbeutung gibt).
> Häufig wird von veganer Seite auch darauf verwiesen, dass
> Nichtexistenz einem Leben in Leid vorzuziehen sei. Das ist
> argumentativer Blödsinn, der Begriff des Leides ist
> irrational; einem Menschen kann es kaum obliegen, zu
> beurteilen, ob Zigmilliarden Individuen speziell seinen
> Leidbegriff teilen
"Leid" ist physikalisch-chemisch messbar, ich würde nicht sagen, dass das "irrational" sei. Natürlich ist die Intensität sehr individuell, manche leiden unter gleichen Situationen mehr als andere: ein Klaustrophobiker leidet in engen Räumen, ein Nicht-Klaustrophobiker nicht oder viel weniger. Denn kann man mit einfachen, empirischen Mitteln (Sehen und Hören) und etwas biologischem Grundwissen (wie sich z.B. Angst äußert) feststellen, dass er eine leidet und der andere nicht. Der Grad der Abweichung ist auf dieser Ebene kaum relevant.
Auf der gleichen Ebene liegt der Leidbegriff bei Tierausbeutung. Sicher leiden die Tiere in der einen Form mehr als in der anderen, dennoch ist auch hier mit biologischem Grundwissen feststellbar, dass es keine Tierart gibt, für die irgendeine Form der Tierausbeutung normal also "artgerecht" wäre.
> (Bio- und Haustierhaltung beispielsweise
> werden aus Gründen wie diesem von Vielen als völlig legitim
> verstanden).
Das ist das Verständnisgrundproblem. (Und auch ein Grund, weshalb Tierschutz so extrem schädlich ist, denn er ist die Quelle für die Vorstellung "netter" Ausbeutung.)
> Stichhaltiger finde ich den Hinweis, dass kein Anlass
> besteht, jeder erdenklichen Daseinsform ein Leben zu
> ermöglichen.
Das ist richtig, aber das Argument, auf das hier geantwortet wird, sieht diesen Anlass ja darin, dass Tiere unter vermeintlich "guten Bedingungen" leben zu lassen, gerechtfertigt wäre. Die die Antwort daher, dass diese Basis (und damit auch die Schlussfolgerung) auf einer falschen Grundlage beruht.
Denn er einsieht, dass keine "nette" Tierausbeutung möglich ist, würde erst gar nicht so argumentieren. (Außer ein paar besonders durchgeknallte Speziesisten, aber mit denen - so unsere Auffassung - lohnt sich das Diskutieren nicht, für sie ist das FAQ daher auch nicht gedacht.)