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In den letzten vier Duellen hatte Stan Wawrinka dreimal gegen die ehemalige Weltnummer 1 gewonnen – zuletzt vor zehn Tagen im Viertelfinal des Hallenturniers in Paris-Bercy. Gestern Abend in London war der 30-jährige Lausanner jedoch weit davon entfernt, dem Spanier das Leben schwer zu machen.
Nadal, der das Masters als einziges wichtiges Turnier in seiner Karriere noch nie gewonnen hat, beging kaum Fehler und profitierte davon, dass Wawrinka nie dir richtige Balance zwischen Aggressivität und Geduld fand. Viel zu oft suchte der French-Open-Sieger den Gewinnschlag zu früh und aus ungünstiger Position. Die Folge waren – gnädig gezählte – 35 unerzwungene Fehler. Nach nur 83 Minuten beendete Nadal die Partie mit einem Aufschlagpunkt.
Dabei hatte Wawrinka die Partie perfekt begonnen. Im ersten Game nahm er Nadal den Aufschlag zu null ab – und dies mit beeindruckenden Gewinnschlägen von der Grundlinie. Er konnte die horrende Pace jedoch nicht halten und gab gleich darauf seinen eigenen Service ebenfalls zu null ab. Es dauerte bis zum zehnten Punkt, ehe erstmals ein Aufschläger ein Erfolgserlebnis verbuchte. Das entscheidende Break des ersten Satzes gelang schliesslich Nadal zum 5:3 – dank eines Vorhandfehlers von Wawrinka.
Im zweiten Satz wehrte der Schweizer zwar zunächst sieben Breakbälle ab, doch der ein Jahr jüngere Mallorquiner holte zum 2:1 und 4.1 Verpasstes nach.
In den vergangenen zwei Jahren hatte der Waadtländer jeweils gegen Tomas Berdych seine erste Partie gewonnen – und danach beide Male auch den Halbfinal erreicht. Nun steht er in seiner zweiten Partie morgen Mittwoch gegen David Ferrer bereits unter Druck. Letztmals hatte an den ATP-Finals vor zwei Jahren ein Spieler von ausserhalb der Top 4 (Federer!) gegen einen der vier Grossen (Del Potro) gewonnen.
(SI)