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Alte Deponie Gamsenried - Notwendigkeit einer umfassenden Detailuntersuchung
Neue Untersuchungen zeigen erhöhte Quecksilberwerte in einzelnen Sickerwasser- und Grundwassermessstellen im Perimeter der alten Deponie Gamsenried. Zudem werden weiterhin signifikante Konzentrationen verschiedener organischer Schadstoffe im abgepumpten Grundwasser aus der Sicherungsbarriere der Deponie festgestellt. Damit ein geeignetes und nachhaltiges Sanierungsprojekt erstellt werden kann, erwartet die Dienststelle für Umweltschutz von der Lonza eine umfassende Detailuntersuchung auf der gesamten alten Deponie.
Die alte Deponie Gamsenried enthält rund 1.5 Millionen Kubikmeter Produktionsabfälle der Lonza AG, welche zwischen 1923 und 1978 abgelagert wurden. Es handelt sich hauptsächlich um Kalkhydrat und Gips, welche mit verschiedenen organischen Schadstoffen, Ammonium und Quecksilber belastet sind. Seit 1990 wird das Grundwasser am Rande der Deponie gepumpt und in der Kläranlage der Lonza behandelt. Da die Schadstoffkonzentrationen im abgepumpten Wasser nur langsam abnehmen, hatte die Dienststelle für Umweltschutz (DUS) von der Lonza ein Projekt für die definitive Sanierung der Deponie verlangt. Das unterbreitete Projekt sah vor, die organischen Schadstoffe durch eine erhöhte Infiltration von Wasser auszuwaschen, das belastete Sickerwasser und Grundwasser aufzufangen und in der Kläranlage der Lonza zu behandeln. Ein Pilotprojekt wurde von der Lonza vorgesehen.
Gemäss der im Jahre 2014 von der Lonza vorgenommenen Schätzung enthält die Deponie 63 Tonnen Quecksilber. Deshalb hat die DUS vor der Durchführung des Pilotprojets zusätzliche Abklärungen verlangt. Insbesondere sollte abgeklärt werden, ob es ein Risiko besteht, dass durch die erhöhte Infiltration von Wasser das in der Deponie vorhandene Quecksilber mobilisiert wird. Diese Zusatzabklärungen wurden 2015 durchgeführt. Sie zeigen, dass hohe Quecksilberkonzentrationen in einzelnen Grundwasser- und Sickerwassermessstellen im Perimeter der Deponie vorliegen (bis 600 Mikrogramm pro Liter, 600 µg/L). Im abgepumpten Grundwasser aus der Sicherungsbarriere lagen 2015 die gemessenen Quecksilberwerte zwischen <0.01 µg/L und 7 µg/L. Quecksilber wurde auch im Grundwasser im Abstrom der Sicherungsbarriere festgestellt, jedoch in tieferen Konzentrationen (bis maximal 0.3 µg/L, zum Vergleich der Sanierungswert für den unmittelbaren Abstrom einer Altlast liegt bei 0.5 µg/L).
Das abgepumpte und behandelte Grundwasser enthält neben dem Quecksilber auch Ammonium und verschiedene organische Schadstoffe in relevanten Konzentrationen. Die Liste der zu überwachenden Schadstoffe wurde aufgrund der neuen Screening-Analysen, welche die DUS von der Lonza verlangte, erweitert.
Aufgrund der neuen Erkenntnisse muss die Sanierungsmethode der Deponie überdacht werden. Es kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass eine erhöhte Infiltration von Wasser zur Auswaschung von organischen Schadstoffen dazu führen könnte, dass das vorhandene Quecksilber mobilisiert wird.
Die DUS erwartet deshalb von der Lonza:
- dass die Grundwassersicherungsbarriere der Deponie umgehend verstärkt wird,
- dass die Überwachung der möglichen Umwelteinwirkungen (Grundwasser und Luft) intensiviert wird,
- dass die Schadstoffverteilung (Quecksilber und organische Schadstoffe) innerhalb der gesamten Deponie mittels historischen Abklärungen und einer ausführlichen Detailuntersuchung des Deponiekörpers geklärt wird.
Diese Abklärungen müssen 2016 durchgeführt werden. Sie werden die Grundlage zur Neubeurteilung der möglichen Methode für eine geeignete und nachhaltige Sanierung der alten Deponie Gamsenried bilden.