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Verpressung im Untergrund
Abbildung 1: LNG Gas-Terminal Melkøya (Bildquelle).
Für die dauerhafte Speicherung von abgeschiedenem CO2 wird oft vorgeschlagen, dieses im Untergrund in salinen Aquiferen oder in ausgebeuteten Gas- und Erdöllagerstätten zu verpressen.
Der Druck in einer Tiefe von 800 m oder tiefer ist so hoch, dass das CO2 in einem überkritischen Zustand ist und deshalb für ein Gas eine relativ hohe Dichte 700 kg/m³ aufweist. Damit ist es aber immer noch leichter als das umgebende Salzwasser und wird deshalb obenauf schwimmen. Damit das CO2 dauerhaft gespeichert bleibt, muss die Einlagerungsschicht mit einer undurchlässigen Deckschicht verschlossen sein. Trotzdem kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass das CO2 durch Leckagen wieder freigesetzt wird. Es gibt zwar einige Erfahrungen mit der geologischen Speicherung von CO2 und Erdgas für Zeiträume von etwa 10 bis 20 Jahren, eine langfristige Speicherung über Jahrhunderte oder Jahrtausend ist jedoch nicht nachgewiesen.
Potenzial
Zurzeit gibt es zwei laufende Speicherprojekte in Europa. Im Sleipner- und im Snøhvit-Gasfeld im norwegischen Teil der Nordsee werden seit 1996 resp. 2008 zusammen rund 1,7 Mt CO2 pro Jahr vom Erdgas abgetrennt und in den Untergrund zurück injiziert.
Norwegen plant die Speicherkapazitäten für CO2 auszubauen. Die Speicherung von Treibhausgasen aus Europa soll die abnehmenden Einnahmen aus der Erdölförderung zumindest teilweise kompensieren (Orsted, 2020).
Gemäss einem Bericht des Global CCS Institute beläuft sich die theoretische CO2-Speicherkapazität Europas auf rund 300 Gt CO2, wovon 200 Gt CO2 unter der Nordsee liegen. Im Unterschied dazu, ist das Speicherpotenzial in der Schweiz sehr klein. Es beläuft sich gemäss einem Zusatzbericht zu den Energieperspektiven 2050+ auf 50 Mt CO2 bis 150 Mt CO2, wobei dieses noch durch weitere Untersuchungen nachgewiesen und bestätigt werden muss. Ohne diese Untersuchungen abzuwarten, kann bereits heute gesagt werden, dass die Speicherfähigkeit der schweizerischen Aquifere sehr begrenzt ist. Ihre Speicherkapazität reicht auch unter optimistischen Annahmen für höchstens 10 Jahre.
Kosten
Gemäss Abbildung 17 des Zusatzberichtes zu den Energieperspektiven 2050+ belaufen sich die Transportkosten von einer schweizerischen CO2-Abscheideanlage zu einer Nordsee-Lagerstätte auf 49 CHF/t CO2. Die Kosten für das Verpressen im Untergrund werden auf 10 CHF/t CO2 geschätzt.
Akzeptanz
Wegen fehlender schweizerischer Speicherkapazität wird die Verpressung im Untergrund im Ausland stattfinden müssen. In der Schweiz ist deshalb kaum Widerstand zu erwarten.
Dies wird im Ausland anders sein. Dort ist mit Widerstand aus der Bevölkerung zu rechnen, weil das Verpressen von CO2 im Untergrund viele Gemeinsamkeiten mit der Frackingtechnologie hat. Die diesbezüglichen Befürchtungen umfassen die Kontamination des Grundwassers sowie die Auslösung von Erdbeben. Die mangelnde Akzeptanz spiegelt sich auch in der rechtlichen Situation unserer deutschsprachigen Nachbarländer. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich ist die unterirdische Speicherung von CO2 zur Zeit faktisch verboten.
Für die CO2 Speicherung in salinen Aquiferen und ausgebeuteten Gas- und Erdöllagerstätten dürfte aus den genannten Gründen nur die Nordsee in Frage kommen. Doch auch dort stellt sich die Frage nach der Sicherheit und Nachhaltigkeit des Verfahrens, zumal zur langfristigen unterirdischen Lagerung von Gasen nur wenig praktische Erfahrung vorliegt.