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Barockstadt Solothurn
Meeting vom 3. August 2010
Einführung durch Stadtpräsident Kurt Fluri
Stadtführung durch die Stadthostessen Marianne Schneitter und Marta Buzzi
Stadtpräsident und Nationalrat Kurt Flury konnte trotz Ferienzeit eine stattliche Anzahl von 31 Lions mit Gemahlinnen begrüssen. Er wies kurz darauf hin, dass in den vergangenen Jahren grössere Industrieanlagen aus Solothurn und Umgebung verschwunden sind, dafür ist neu die Ipsomed aus Burgdorf als Produktionsbetrieb eingezogen. Die Kantonshauptstadt Solothurn hat ungefähr die gleiche Zahl von Einwohnern wie Burgdorf.
Es gelang den zwei kompetente Führerinnen, anhand von Solothurns bedeutendsten Bauwerken aus der Barockzeit uns den einstigen Glanz und die Pracht Solothurns wieder aufleben zu lassen. Es sind dies die über 200 Jahre als Ambassadorenstadt mit dem Sitz des Gesandten der französischen Könige im 17. und 18.Jahrhundert. Reichtum floss in Form von Pensionen bis zu eigentlichen Bestechungsgeldern an die massgebenden Männer und Familien für die Erlaubnis zur Anwerbung und Vermittlung von Söldnern. Bei den damals für einfache Landleute und bescheidene Stadtbewohner sehr beschränkten Verdienstverhältnissen boten die Solddienste bei Einsätzen von bloss mehreren Monaten im Jahr guten Verdienst, Aussicht auf Beute beim Risiko von dauernder Invalidität oder Tod. Mit dem Ende der Solddienste durch die franz.Revolution 1889 endete für viele Solothurner das „goldene“ Zeitalter oder wurde abgelöst durch die Industrialisierung wie z.B. für die Familien von Roll und de Vigier.
Die Jesuitenkirche wurde 1680-88 erbaut. Die Fassade fügt sich bündig in die südliche Häuserzeile und trägt auf dem First eine mächtige, allerdings kaum sichtbare Marienstatue. Nur der aufmerksame Beobachter erhascht die mächtige Inschrift mit goldenen Lettern auf schwarzem Grund, die Louis XIV preisen. Die eine Version besagt, das sei der Dank für einen gewichtigen Sponsor zum Kirchenbau, die andere sieht darin eine Aufforderung an den König, den versprochenen Beitrag nicht zu vergessen. Wer noch nicht wusste, dass die Marmorquader in den Barock-Kirchen aus kunstvoll bemalten Holzplatten gefügt sind, hat nun Verständnis für die optische Täuschung.
Vom Bahnhof her über die Fussgängerbrücke schreitend, erreicht man links an der Aare gelegen das Palais Besenval, von einem Einwanderer dieses Namens aus Aosta als üppigster der Profanbauten um 1700 errichtet, heute eine sehr noble Gartenwirtschaft. Besenval gelangte als von den Wohlhabenden umworbener Goldschmied nicht nur zu einem beachtlichen Vermögen; er brachte es in Solothurn auch noch zu Amt und Würden.
Die Geschichte der St.Ursen Kirche, Baubeginn 1763 und Weihe 1773, beginnt mit den beiden Angehörigen Ursus und Victor der Thebäischen Legion, die im 2.Jhd. im römischen Solothurn das Martyrium erlitten hätten. Elf ist die Zahl, die ausgenommen bei den Säulen der Westfassade bei zahlreichen Wiederholungen von Bauteilen anzutreffen ist.
Ein Apero auf der stilvollen Terrasse des Hotels Krone mit Blick auf einen gediegenen französischen Garten und das übliche Gastmahl beendeten den sehr informativen und geselligen Anlass
Berichterstattung: L Konrad Meyer-Usteri
weitere Bilder der Besichtigung
Bilder: L Reto Meier
Links zu diesem Thema:
- Barockstadt Solothurn
- Jesuitenkirche Solothurn
- St. Ursenkathedrale
- Devigierstiftung
- Wilhelm Vigierhttp://www.devigier.ch