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WASHINGTON - Die TV-Debatten sind vorbei - jetzt folgt das Redenschwingen in den Swing States. Obama und Romney versuchen, hier die letzten Unentschlossenen für sich zu gewinnen.
Sie sind das Zünglein an der Waage: Eine kleine Gruppe von Bundesstaaten, die nicht klar in der Hand eines Kandidaten sind - eben so genannte Swing States. Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney sind derzeit damit beschäftigt sein, hier Stimmen zu holen. Barack Obama reiste für diesen Zweck nach Florida und Ohio. Romney machte sich auf den Weg nach Nevada und Colorado.
Landesweit sind Obama und Romney in Umfragen gleichauf. Experten räumen Obama aber noch immer die grösseren Chancen ein, sich mit Siegen in entscheidenden Swing States am Ende die nötige Mehrheit im Wahlmännergremium zu sichern. Alle Bundesstaaten und die Hauptstadt Washington stellen entsprechend ihrer Bevölkerungsstärke ein bestimmtes Kontingent in dem 538 Mitglieder umfassenden «electoral college», das letztlich den Präsidenten wählt. Für den Sieg ist eine Mehrheit von 270 Wahlmännern erforderlich.
Florida: 29 Stimmen
Florida ist der Hauptpreis unter den «Swing States». Der Präsident und sein Herausforderer ringen besonders um die Stimmen der Rentner, die sich vor allem um die Gesundheitspolitik sorgen. Eine weitere wichtige Gruppe sind Wähler lateinamerikanischer Abstammung. Meinungsforscher sehen einen leichten Vorsprung für Romney.
Ohio: 18 Stimmen
Der Bundesstaat Ohio gilt mit seiner Mischung aus ländlicher Bevölkerung, Vorstädten und urbanen Zentren wie Cleveland als Abbild der USA. Die Industrieregionen im Norden sind traditionell demokratisches Terrain, den agrarwirtschaftlich geprägten Süden dominieren die Republikaner. «Wie Ohio wählt, so wählt die Nation», besagt ein Sprichwort. Noch nie hat ein Republikaner ohne einen Sieg in dem Bundesstaat das Weisse Haus erobert. In Umfragen liegt Obama hauchdünn in Führung.
Virgina: 13 Stimmen
Vor vier Jahren holte Obama eine Mehrheit in Virginia - als erster Demokrat seit 1964. Damals konnte er in den schnell wachsenden Vororten der Hauptstadt Washington im Norden des Bundesstaates punkten. Ausserdem profitierte er von einer starken Mobilisierung afroamerikanischer Wähler. Heuer liegen die Kandidaten in Umfragen gleichauf.
Wisconsin: 10 Stimmen
Der Staat fiel bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen in das Lager der Demokraten. In diesem Jahr sagen Meinungsforscher aber ein enges Rennen voraus. Als Grund dafür gilt, dass Romneys Vizekandidat Paul Ryan aus dem Bundesstaat im Norden der USA stammt.
Iowa: 6 Stimmen
Hier sind die Würfel noch lange nicht gefallen. Der Agrarstaat ist politisch tief gespalten.
Colorado: 9 Stimmen
Besonders hart umkämpft: Colorado ging zwar 2004 klar an Bush. Doch die Zahl der hispanischen Einwanderer und der Stadtbewohner, die eher demokratisch wählen, nahm seither zu. Vor vier Jahren siegte Obama.
Nevada: 6 Stimmen
Wie in Colorado begünstigt auch in Nevada die Zuwanderung von Latinos tendenziell die Demokraten.
New Hampshire: 4 Stimmen
Schliesslich ist auch der Ausgang in New Hampshire im eigentlich demokratisch geprägten Neuengland völlig offen - in jüngsten Umfragen führte Romney hauchdünn.
Eigentlich gilt North Carolina mit 15 Stimmen ebenfalls als Swing State. Seit 1976 gewann dort aber kein Demokrat mehr - bis auf Obama vor vier Jahren. Aktuelle Umfragen zeigen heuer wieder einen grossen Vorsprung von Romney.
Obama kann auf die traditionell demokratische Westküste mit dem Schwergewicht Kalifornien sowie New York und andere liberale Bundesstaaten im Nordosten des Landes zählen. Romneys Republikaner dürfen mit Siegen in Texas und den Südstaaten rechnen.
Der Nachrichtensender CNN sieht auf Grundlage von Umfragen in den einzelnen Bundesstaaten derzeit 237 Wahlmännerstimmen in der Hand von Obama. Romney kann sich demnach nur 191 Stimmen im «electoral college» quasi sicher sein. Den Ausschlag geben am Ende die neun Swing States. (SDA/num)