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Es ist herrlich, es ist Frühling. Wir möchten endlich vorwärts gehen. Die Welt erwartet uns, wir haben kleine und grosse Projekte gestartet und plötzlich… es geht nicht weiter. Die Energie scheint zu stagnieren, oder wir glauben, an Ort und Stelle zu treten. Nichts bewegt sich, Stillstand. Wenn es mir so geht, dann räuchere ich.
Dann nehme ich mir die Zeit für dieses wunderschöne und reinigende und belebende Ritual.
Ich weiss, dass Räuchern heilen kann, die Meditation unterstützt, Visionen erzeugen kann und unsere Träume intensiver werden lässt. Räuchern gibt es wahrscheinlich, seit es Feuer gibt.
Nun, ich überspringe einen Teil der Geschichte und fange gleich bei den Römern an. Wenn die Menschen krank waren, schickten sie ihre Bitten nach Gesundheit mit dem Rauch zu ihren Göttern. Wenn ihnen der Kindersegen versagt bliebt, sprachen sie über den Rauch zu den Göttern… und beim Säen, baten sie um reiche Ernten… und dies mit „per fumum“, über den Rauch zu ihren Göttern. Eigentlich wurde nichts ohne „Rauch“ gemacht. Jede Form der Verbindung mit den Göttern wurde mit duftendem Rauch unterstützt.
Geschichte des Räucherns
Machen wir doch noch einen Zeitsprung zur Entdeckung des Feuers. Ich möchte glauben, dass die Menschen miteinander um das Feuer sassen, die Wärme spürten und wohlriechende Naturgaben verbrannten (verschiedene Hölzer und Harze). Vielleicht erkannten sie schon damals, dass diese Düfte unterschiedliche Stimmungen beeinflussen konnten.
Die Zeit lehrte die Menschen, was heilen konnte, was Stimmungen verändern konnte und Menschen in andere Bewusstseinsebenen tragen konnten. Die Menschen lernten den Rauch gegen Krankheiten, Stimmungschwankungen und für religiöse Rituale zu nutzen.
Ich las vor kurzem eine Geschichte über den Handel mit Räucherwaren. Die Geschichte erzählte von der Weihrauchstrasse, die von Afrika, Arabien nach Europa führte. Es wurden unter anderem Weihrauch und Myrre transportiert.
Natürlich war räuchern nicht die richtige Medizin, wenn es um die katastrophalen hygienischen Verhältnisse im Mittelalter ging, vor allem in den schnell wachsenden Siedlungen. Die Menschen glaubten, dass der Pest- oder Angstrauch die Krankheit vertreiben könne. Nun, die Krankheitsdämonen konnten auch nicht mit Sandelholz, Thymina, Wacholder, Lorbeer, Salbei und Rosmarin vertrieben werden.
Ich liebe es, wenn ich in anderen Kulturen die Räucherzeremonien erleben darf. Viele Kulturen nehmen über den Rauch Kontakt zu ihren Vorfahren auf. Sie stimmen sich ein mit Meditation und machen ihren Geist mit speziellen Düften klar und empfänglich.
Es kann nicht genug Gelegenheiten zum Räuchern geben . Unsere Vorfahren taten es und in ländlichen Gegenden wird es noch immer praktiziert, das Räuchern.
Besondere Ereignisse waren, die Sonnenwende, der Vollmond, die Geburt, der Tod, Hochzeiten, die Ernte, usw.
Wirkung des Räucherns
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass beim Verbrennen von Pflanzen spezielle Duftmoleküle freigesetzt werden, die über die Atemluft in den Organismus gelangen. Über die Sinneszellen senden sie Botschaften ans Gehirn. Diese wiederum werden an die entsprechenden Bereiche des Nervensystems weitergeleitet, was oftmals eine Beeinflussung des Hormonhaushalts zur Folge hat.
Es entwickeln sich bestimmte Stimmungen und Gefühle, die den gesamten Menschen betreffen – seinen Körper, sein Unterbewusstsein und seine Seele.
Wenn wir uns Zeit nehmen für das Räuchern, wird unser Innerstes ruhig und gelassen, dieser Zustand wird durch das Einatmen des aromatischen Dufts ausgelöst.
Räucherwerk
Alles, das beim Verbrennen Rauch und Duftstoffe gleichermaßen freisetzt, wird als Räucherwerk bezeichnet. Das können Harze, Kräuter und oder Hölzer sein. Diese sind zumeist reich an ätherischen Ölen. Im Handel sind Räucherwaren in Form von Räuchermischungen, Räucherkegeln, Räucherstäbchen oder als reine Stoffe (Harz, Kraut, Holz, Pflanzenteile) erhältlich.
Entschuldigt. Ich habe mich im Rauch verloren …
Räuchermethoden
Es gibt viele Formen des Räucherns. Ich werde die „drei klassischen Formen des Räucherns“ beschreiben:
Räuchern mit Kohle
Wir lassen den Räucherstoff auf spezieller Kohle verglimmen, die sich in einem feuerfesten Gefäß befindet. Harze sind besonders gut für Kohleräucherungen geeignet, weil sie in der Gluthitze ihren charakteristischen Duft intensiv entfalten.
Stövchen und Sieb
Diese Art des Räucherns erinnert ein wenig an das Prinzip von Aromalampen. Das nutze ich persönlich im Alltag. Ich kann nicht sein, ohne Duft .
Statt einer Ölschale wird ein Sieb auf dem Stövchen platziert. Die Räuchermischung verglimmt besonders sanft. Außerdem lässt sich die Intensität der Rauchentwicklung wunderbar über den Abstand zwischen Flamme und Sieb regulieren. Räuchern mit dem Sieb eignet sich besonders für Kräuter und Räuchermischungen.
Räucherkegel und Räucherstäbchen
Einfacher geht es nicht. Der Kegel oder das Stäbchen wird in einen Halter gegeben und an der Spitze angezündet. Die Flamme einfach ausblasen, das Räucherwerk glimmt weiter und verbreitet gleichmäßig seinen aromatischen Duft.
Nun eigentlich wollte ich einfach ganz kurz über das Räuchern berichten, weil der Frühling mich immer dazu bringt, „Dinge“ zu räuchern aber auch Häuser und Wohnungen. Es ist so unglaublich heilsam, stärkend, erneuernd und es setzt uns wieder in Bewegung… ah, da ist er wieder, mein roter Faden.
Viel Spass beim Räuchern.
Ursina
Hinweis zum Räuchern
Bitte beachte: Räuchern unbedingt auf einer feuerfesten Unterlage. Die Räucherung auch nicht unbeaufsichtigt lassen und niemals in der Nähe von brennbaren Gegenständen räuchern!