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Beide Ehepartner sind – wie gesagt – im Ehenichtigkeitsverfahren gleichberechtigt. Sie werden in gleicher Weise über alle Schritte des Verfahrens in Kenntnis gesetzt und befragt. Weigert sicht ein Partner am Verfahren mitzuwirken, verhindert dies den Fortgang grundsätzlich nicht, kann ihn aber erschweren. Das Ehenichtigkeitsverfahren ist – falls es keine Zeugen gibt, die substantielle Aussagen machen können – nur schwerlich zu führen, wenn sich einer der beiden Partner nicht am Verfahren beteiligt. Wer ein Ehenichtigkeitsverfahren beginnen will, sollte deshalb den Partner darüber informieren und ihn zur Mitarbeit zu bewegen versuchen.
Über die Nichtigkeit einer Ehe befinden drei Richter, von denen mindestens zwei Priester sind. Die Befragungen werden im allgemeinen durch einen der Richter durchgeführt, wobei immer ein Notar dabei ist, der die Aussagen protokolliert.
Beide Parteien und der Ehebandverteiger können Zeugen benennen, deren Aussagen ebenfalls protokolliert werden. Das Offizialat kann von sich aus, falls Unklarheiten bestehen, selber ebenfalls Zeugen benennen.
Von Amtes wegen wird in einem Ehenichtigkeitsverfahren ein Ehebandverteidiger bestellt, der alles ins Feld führen muss, was für die Gültigkeit der Ehe spricht. Er nimmt, nachdem alle Beweise zusammengetragen sind, zur Gültigkeit der Ehe aus seiner Sicht Stellung. Die Ehepartner können sich dazu wiederum schriftlich äussern. Diese Stellungnahmen werden den Akten beigefügt und dienen damit den Richtern als weitere Entscheidungsgrundlage.
Das Offizialat kann – falls dies erforderlich ist – Gutachter bestellen und Gutachten anfordern. Diese Gutachter können in Ehenichtigkeitsverfahren beispielsweise Psychiater oder Psychotherapeuten sein.