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«Das Problem ist nicht mangelnde Intelligenz» – FN-Ausgabe vom 20. Oktober 2022
Als langjährige Schulpsychologin kann ich die Feststellung, dass Mathematik auf allen Schulstufen ein verbreitetes Angstfach ist, bestätigen. Als problematisch erachte ich jedoch die vorgeschlagene Lösung zur Verbesserung dieser Situation: Das «aktiv entdeckende Lernen», das heisst «das Erforschen mathematischer Beziehungen und das Begründen ihrer Zusammenhänge» sollten bereits zu Beginn des schulischen Lernprozesses im Vordergrund stehen.
Es ist dies eine schon länger praktizierte Idee, die sich beim Operieren mit Zahlen und Zeichen auch im Erstrechenunterricht bereits weitgehend durchgesetzt hat. Das wirft Fragen auf, da die Kinder beim Rechnen mit Gleichungen und damit einhergehenden Lückenaufgaben bereits ab der ersten Klasse damit konfrontiert werden. Bei nicht wenigen Kindern – insbesondere bei weniger interessierten Schülern (vor allem Mädchen), bei weniger begabten, kreativen, langsameren Schülern, bei normal begabten Kindern mit Dyskalkulie oder aus bildungsfernerem Milieu – ist das der Beginn einer frustrierenden Lerngeschichte im Fach Mathematik.
Warum also wird die wesentlich einfachere, algorithmische Rechenmethode mit ihren eindeutig definierten Einzelschritten, die von uns allen beim Addieren und Subtrahieren mit höheren Zahlen stets angewandt wird (sogenanntes schriftliches Rechnen), nicht zuerst gelehrt? Richtig angewendet, ist diese Methode relativ leicht zu erlernen, könnte somit eine solide Basis mit positiven Erfahrungen legen und langwierige Ängste vor diesem Fach vermeiden.
Weiterführende Informationen unter www.besta-rechenkonzept.ch