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Ich war wie üblich zeitig munter, musste aber das Packen für einen dringenden Toilettengang in R.s Haus unterbrechen. Dadurch war wohl der Vater munter geworden und hatte alle anderen männlichen Bewohner geweckt... Ich packte fertig, schloss das Museum ab und gab die Schlüssel einem Mann mit zwei Zwergziegen, der darum bat. Bei Rinaldo bekam ich wieder Kaffee und Raki und das erbetene, sehr reichlich ausgefallene Essenspaket. Ich ließ mir die Postanschrift aufschreiben, gab "für die Kinder" ein vermutlich zu hohes Geldgeschenk und verabschiedete mich.
R. begleitete mich noch ein Stück. Wir sprachen mit polnischen Touristen, die gestern mit drei Jeeps angekommen waren und vor der ehemaligen Schule übernachtet hatten. Dann konnte ich endlich los und bestaunte wieder die grandiose Landschaft. Ein gutes Stück vor Gostivisht kamen zwei Jugendliche vom Feld für eine kurze Begrüßung, sie sprachen leider noch weniger Englisch als ich Albanisch.
Die schwere rostige Planierraupe, die ich 2011 gesehen hatte, stand nicht mehr an ihrem Platz. Dafür lag in Gostivisht die Ladeflächen-Abdeckung eines Pick-Ups am Wegrand, die die Aufschrift eines Pferdehofes in einem Nachbarort in meiner Heimat trug. Gleich daneben stand eine rostige kleine Planierraupe, etwas weiter entfernt eine Dreschmaschine mit Riemenantrieb.
Unterwegs aß ich Maulbeeren – darauf hatte ich mich schon lange gefreut – und kleine Pflaumen. Südlich von Gostivisht ging ich weg von der Hauptstraße auf einen kleineren Weg. Hier begegneten mir ein Mann auf einem Maultier und eine Frau, die mit Maulbeeren gefüllte Gefäße trugen und vom Pflücken blaurote Hände hatten. Im nächsten Dorf (oder Dorfteil) verbellte mich ein Hund. Daraufhin wurde ich von drei Frauen eingeladen zu Kaffee, Süßem und Raki. Sie waren gerade dabei, gewaschene Schafwolle fürs Spinnen aufzubereiten.
Sie zeigten mir den "Monopati" nach Bënja , weil ich die "Rruga" nicht nehmen wollte. Oberhalb des Lengarice-Canyons wurde noch immer gebaut – die Arbeiten waren allerdings fortgeschritten. Ich ging den Pfad östlich des Canyons, überquerte eine kleine osmanische Steinbrücke und erkundete ein wenig den kleinen Canyon, den sie überspannte. Dann führte mich der Pfad zu einigen Aussichtspunkten, von denen man in die Lengarice-Schlucht schauen konnte.
In Banjat e Bënjes baute ich schnell das Zelt auf und wusch mich im Fluss, nachdem ich an einem VW-Bus mit Kennzeichen "FD" Seife erbeten und erhalten hatte. Meine fand ich ein paar Tage später wieder – an den falschen Fleck gepackt. Mit einem älterem Ehepaar aus LOS, das schon seit Jahren Urlaub in Albanien macht, aß ich in dem kleinen Familienrestaurant zu Abend.→ nächster Tag →