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Das ging schnell: Kaum hatte Elastic angekündigt, man werde mit Elasticsearch und Kibana von der heutigen Apache-2.0-Lizenz auf die Server Side Public License "SSPL" wechseln, kündigte AWS einen Fork an.
AWS twitterte, dass man "neue Forks sowohl von Elasticsearch als auch von Kibana basierend auf den neuesten Apache 2.0 lizenzierten Codebases einführen wird".
In einem Blogpost sagte der Konzern, die Lizenzänderung "bedeutet, dass Elasticsearch und Kibana keine Open-Source-Software mehr sein werden. Um sicherzustellen, dass Open Source-Versionen beider Pakete verfügbar bleiben und gut unterstützt werden, auch in unseren eigenen Angeboten, geben wir heute bekannt, dass AWS einen ALv2-lizenzierten Fork von Open Source Elasticsearch und Kibana erstellen und pflegen wird."
Es geht laut AWS um eine wirklich offene Version von Elasticsearch. Demgegenüber erlaubt die SSPL laut Elastic die freie und uneingeschränkte Nutzung sowie Modifikation, "mit der einfachen Voraussetzung, dass Sie, wenn Sie das Produkt als Dienstleistung anbieten, auch alle Modifikationen sowie den Quellcode Ihrer Management Layer unter der SSPL öffentlich freigeben müssen".
Elastic begründet den Wechsel
unter anderem damit, AWS würde Open-Source-Softwareprojekte für ihre Innovationen "ausbeuten", ohne viel für die Community zu tun. Der Konzern bestreitet dies. Bei der Entwicklung der eigenen Open Distro for Elasticsearch "folgten wir der empfohlenen Open-Source-Entwicklungspraxis 'Upstream first'.
Die AWS-Crew weist auch darauf hin, dass man "gerüstet und bereit ist, es selbst zu warten, wenn nötig". AWS bringe jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit diesen Codebasen mit und leiste Upstream-Codebeiträge sowohl zu Elasticsearch als auch zu Apache Lucene, der Core-Suchbibliothek, auf der Elasticsearch aufbaut - mit mehr als 230 Lucene-Beiträgen allein im Jahr 2020.
Die AWS-Forks von Elasticsearch und Kibana würden auf neuesten ALv2-lizenzierten Codebases, Version 7.10, basieren und in den Wochen danach seien neue GitHub-Repositories zu erwarten.
Damit geht die Open-Source-Lizenz-Debatte in die nächste Runde und die Fragen stellen sich einmal mehr: Wer verdient bei Open Source woran und wie? Und wer hilft AWS künftig bei der Weiterentwicklung?
Andererseits erhielt Elastic einen zweiten Schlag, da die Open Source Initiative (OSI) soeben bekanntgab, man betrachte SSPL nicht als Open-Source-Lizenz. "Es ist einfach so, dass das aktuelle Geschäftsmodell von Elastic nicht mit dem übereinstimmt, wofür Open-Source-Lizenzen gedacht sind. Die aktuellen Geschäftswünsche (von Elastic, Anm. d. Red.) sind das, wofür proprietäre Lizenzen (die verfügbaren Quellcode beinhalten) konzipiert sind", so die OSI.