Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03595.jsonl.gz/565

Leben und Wirken

Der Schweizer Philosoph, Psychologe und Botaniker Hans Kunz wurde 1904 in Trimbach geboren. Im Jahre 1910 zog die Familie nach Basel. Hier absolvierte Hans Kunz die Schulen und das Studium: Zunächst studierte er Rechtswissenschaft, ab 1927 Psychologie, Philosophie und Psychiatrie. Er wurde 1934 promoviert und habilitierte sich 1945 in Basel für Psychologie und philosophische Anthropologie. 1947 gründete er zusammen mit Alexander Mitscherlich und Felix Schottlaender die Zeitschrift "Psyche" und redigierte bis 1975 die deutschsprachige Ausgabe der "Studia Philosophica". Seit 1951 war er Professor an der Universität Basel.
Kunz bediente sich der Methode der vorurteilsfreien Deskription, lehnte methodischen Reduktionismus ab und veröffentlichte phänomenologische Untersuchungen (u.a. "Die anthropologische Bedeutung der Phantasie", 2 Bde 1946). Weitere Studien entstanden in Auseinandersetzung mit Martin Heidegger, Ludwig Klages, Ludwig Binswanger, Helmuth Plessner und der Psychoanalyse. Seine Abhandlungen zählen zu den wesentlichen philosophischen Werken des 20. Jahrhunderts; die "Anthropologische Bedeutung der Phantasie" gehört nach den Worten Martin Heideggers "in die Werkstatt jedes künftigen Philosophen".
Kunz betätigte sich auch erfolgreich als Botaniker; elf Arten, Unterarten und Varietäten der europäischen Flora sind nach ihm benannt. ("Deutsche Biographische Enzyklopädie" VI, München 1997).
Hans Kunz' wissenschaftlicher Nachlass blieb nach seinem Tod im Jahre 1982 zunächst in Basel. In den Jahren 1999/2000 übergab die Gesellschaft die nachgelassenen Materialien - Manuskripte, Korrespondenz und Handbibliothek - der Zentralbibliothek Solothurn. Hier wurde das Material geordnet und verzeichnet. Forschende sind herzlich willkommen, werden aber gebeten, sich vorgängig bei der Hans-Kunz-Gesellschaft anzumelden.
Auskünfte zum Nachlass in der Zentralbibliothek Solothurn erteilt Verena Bider, Direktion Wissenschaftliche Bestände und Sammlungen, siehe Kontakt.
Jörg Singer: Das Werk von Hans Kunz.
Vollständige Bibliographie und Inventar des archivierten wissenschaftlichen Nachlasses mit Kommentaren. Vierte, revidierte und ergänzte Fassung unter Mitarbeit von Rolf Kirsch. (Auszüge)
Ein Denker zum Entdecken
Artikel von Jürgen Mohr (2008).
Wir sind nie ganz zu Hause in der Welt
Artikel von Hans Saner (2007).
Ansprache zum 100. Geburtstag von Hans Kunz
von Frau Landammann Ruth Gisi (2004, anlässlich einer Tagung im Schloss Waldegg).
Das Umfeld von Hans Kunz
Über den Komponisten Ernst Kunz (Bruder von Hans Kunz)
von Hans-Rudolf Binz