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Ein Marathon bedeutet einen Balanceakt zwischen Energieverbrauch und Energieeinnahme. Die wichtigsten Fakten.
Wie viel Gewicht haben Sie, Viktor Röthlin, während eines Marathons jeweils verloren?
Da ich während meiner Karriere vor und nach meinen Marathons nicht auf die Waage stand, habe ich keine absolute Zahl, die ich Ihnen liefern kann. Auf jeden Fall war ich im Ziel immer beträchtlich leichter als am Start, da ein Spitzen-Marathonläufer unter Höchstbelastung nicht gleich viel Flüssigkeit aufnehmen kann, wie er verschwitzt. Mein damaliger Ernährungsberater Christof Mannhart hat mir dazu folgende Angaben geliefert: Gut trainierte Personen müssen bereits bei rund 2 bis 3 Prozent wasserbedingtem Körpermassenverlust mit ersten Leistungseinschränkungen im Ausdauersport rechnen.
Bei einem 70 kg schweren Läufer wäre dies also bereits bei einem Flüssigkeitsverlust von 1,4 Litern der Fall. Die (geringe) Zahl zeigt, dass es bei einer mehrstündigen Belastung wie bei einem Marathonlauf zwingend ist, während des Laufs genügend Flüssigkeit aufzunehmen.
Spitzenläufer haben diesbezüglich eine etwas grössere Toleranzgrenze, bei ihnen beginnt der Leistungsabfall erst bei rund 3 bis 4 Prozent Gewichtsverlust. Dies erklärt, warum sie in der Lage sind, mit relativ wenig Flüssigkeit (nur rund 5 dl pro Stunde) über die Runden zu kommen, um ihren Magen möglichst wenig belasten zu müssen. Bei Spitzenläufern wurde bei Marathons auch schon von Gewichtsverlusten von 8 Prozent und mehr berichtet, man rechne: Bei einem 70-Kilo-Läufer würde dies einem Gewichtsverlust von sage und schreibe 5,6 Kilo entsprechen!
Während derartige Gewichtsverluste von einzelnen Spitzenläufern vielleicht noch knapp toleriert werden, führen Flüssigkeitsverluste in dieser Grössenordnung bei den allermeisten Läufern zu massiven Leistungseinbussen und gesundheitlichen Problemen. Volks läufer sollten daher pro Stunde rund 7–8 dl trinken, um den Flüssigkeits- und Gewichts verlust durch das Schwitzen möglichst gut ausgleichen zu können.
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