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Lesezeit 5′ min // Ein Beitrag von Rebecca Spescha
Geh davon aus, dass du eine ambitionierte Sportlerin/ein ambitionierter Sportler bist. Dein Trainer sieht grosses Potenzial in dir und möchte dich fördern. Demzufolge bemüht er sich um gute Trainings, gibt konstruktive Feedbacks und nimmt seine Rolle als Coach wahr. Sein Verhalten wird durch seine Erwartungen beeinflusst. Früher oder später werden sich seine positiven Erwartungen und sein Verhalten auf dich und deine Leistung verlagern. Du wirst eine hervorragende Saison haben und im Sport erfolgreich sein. Die Erwartungen deines Trainers werden bestätigt.
Dieser psychologische Prozess wird die sich selbsterfüllende Prophezeiung genannt. Zustande kommt dieses Phänomen aufgrund Erwartungen, die wir an unser Gegenüber haben. Diese beeinflussen unser Verhalten. Folglich verhalten wir uns gegenüber einer Person meistens entsprechend unseren Erwartungen. Die andere Person wird dadurch in ihrem Auftreten ebenfalls beeinflusst. Sie wird sich unserem eigenen Verhalten anpassen, damit es im Einklang mit unserer Erwartung steht. Die ursprüngliche Erwartung wird bestätigt und verstärkt.
Der Effekt kann auch umgekehrt wirken und zu einem Teufelskreis werden. Dein Trainer wird dich kaum fördern und sich um gute Trainings bemühen, wenn er von Anfang an keine Hoffnung an dich hat. Seine Erwartungen und sein Verhalten werden sich auf dich abfärben. Du wirst dich vielleicht gegenüber deinen Teammitgliedern benachteiligt fühlen und nicht mehr motiviert in die Trainings gehen. Möglicherweise besuchst du die Trainingseinheiten mit der Zeit immer weniger oder gar nicht mehr, was sich negativ auf deine Leistung auswirken wird. Die Erwartungen des Trainers werden dadurch wiederum bestätigt.
Nicht nur im Sport kommt es häufig zu sich selbsterfüllenden Prophezeiungen, sondern auch in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Privatleben. Problematisch ist es vor allem dann, wenn sich der Kreis von Erwartung und Ergebnis negativ auswirkt. Entgegenwirken kann man dieser Problematik, indem man sich bemüht, aufmerksam zu sein und das wahre Gesicht des Gegenübers zu erkennen. Dadurch gelingt es einem häufig, seine eigenen Erwartungen zurückzustellen. Des Weiteren sollte man nicht schon im Vorhinein eine negative Haltung gegenüber einer Person haben und abweisend sein. Im Gegenteil, man sollte annehmen, dass diese Person äusserst freundlich und angenehm ist und sich dementsprechend verhalten. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird sich diese Person dann ebenfalls aufgeschlossen und herzlich benehmen. Sei dir bewusst, dass es diesen Effekt gibt und versuche ihn aufzubrechen, wenn du merkst, dass er sich in irgendeiner Form abzeichnet. Sei es bei anderen Menschen oder bei dir selbst.
Wenn dich dieser Beitrag interessiert hat und du noch mehr über solche spannenden Effekte lernen möchtest, ist der Bachelor-Studiengang Business Psychology an der Hochschule Luzern das richtige für dich. Weitere Auskünfte zum Studium findest du auf der Website der Hochschule Luzern – Wirtschaft.
Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Moduls “Kommunikationskompetenz: Mit Bildern und Texten informieren” an der Hochschule Luzern – Wirtschaft.
Rebecca Spescha ist Studentin an der HSLU und studiert Business Psychology im 1. Semester.