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von FRANZ REICHLE
Ich werde versuchen, die Fragen nach Authentizität und Autorschaft bei der dokumentarischen Arbeit von einer bisher ungewohnten Seite zu stellen: nicht aus der technischen oder gestalterisch-methodischen Sicht, sondern aus der Ich- Perspektive. Ich beginne mit einer Neutralisierungsübung, um zu versuchen, das, was sitzt, mit dem, was denkt, näher zusammenzubringen. Schliessen Sie die Augen und atmen Sie ruhig, gleichmässig und tief ein und – nach kurzem Innehalten – wie- der ganz aus. Die Übung machen Sie fünfmal. Sie haben sich in dieser kurzen Pause etwas erholt und ein gutes Stück Autonomie betrachtet.
Zur Einführung stelle ich Ihnen das Zusammenwirken der drei «A» vor: Authentizität basiert auf Autonomie; Autonomie ermöglicht Autorschaft; und Autorschaft ist im besten Fall authentisch. Natürlich gehören noch weitere Begriffe dazu wie Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Selbstverantwortung, Ethik, vor allem aber zwei Begriffe, die wiederum bei allen «A» eine zentrale Rolle spielen: Wahrnehmung, und was aus Wahrnehmung entstehen kann: Wahrheit.
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