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Ins liegt auf einer Anhöhe über dem Grossen Moos. Mit rund 3'600 Einwohnerinnen und Einwohnern und einer gut ausgebauten Infrastruktur ist das Dorf ein regionales Zentrum im westlichen Seeland.
Unterbrochen von Trockenperioden wurde das Grosse Moos immer wieder überschwemmt und konnte nur als wenig ergiebige Weide oder Heuwiese genutzt werden. Reb- und Getreideanbau war lediglich in höheren Lagen möglich.
Dank Gewässerkorrekturen im 19. und 20. Jahrhundert verwandelte sich das Grosse Moos in den grössten Gemüsegarten der Schweiz. Zeitweise liessen Krankheiten den Rebbau fast ganz verschwinden. Heute hat er sich wieder erholt. Die 1859 gegründete Käsereigenossenschaft entwickelte die Milchwirtschaft. Ins wurde zudem Sitz des landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrums Inforama Seeland.
Berühmte Namen und besondere Orte
Ins war Geburts- und Arbeitsort des Schweizer Malers Albert Anker. Sein Haus ist bis heute erhalten und dient als Museum und Veranstaltungsort. Es wurde von seinem Grossvater 1803 errichtet und gilt als erstes von Anfang an mit Ziegeln eingedecktes Holzhaus von Ins. Als Albert Anker das Haus erbte, richtete er im Bereich der Strohbühne sein Atelier ein.
Das Dorf Ins inspirierte ausserdem den Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt zum Drama «Der Besuch der alten Dame». In der Reihe «Theater am Tatort» wurde das Stück 1986 in Ins auf einer Freilichtbühne aufgeführt.
Südwestlich von Ins befindet sich seit 1891 die Strafanstalt Witzwil. Bekannt ist auch das anthroposophisch ausgerichtete Jugendheim Schlössli, das bis 2014 in Ins betrieben wurde. Es wurde 1953 von Müeti Ruth Seiler-Schwab und Aetti Robert Seiler gegründet. Heute verwaltet die Stiftung Seiler unter dem Begriff «Schlössli Ins» 20 Liegenschaften und mehrere Landflächen.
Ins, Eiss oder Anet
Über Jahrhunderte hinweg hatte Ins sehr unterschiedliche Namen. Ursprünglich herrschten die altfranzösischen Bezeichnungen Anes und zwischenzeitlich Anestre vor. Die deutschen Namen Ins, Inss und Ynss kamen erst als die französische Sprache nach Westen zurückgedrängt wurde. Heute heisst Ins mundartlich Eiss, französisch Anet.
Ins ist nicht mehr das Bauern- und Rebdorf Albert Ankers. Die damalige Armut, die früheren Hungers- und Wassernöte sind glücklicherweise vorbei. Aus dem armen Dorf wurde ein lebhaftes regionales Zentrum im Herzen des Seelandes.