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Ernst Ostertag wuchs in Würenlos im Kanton Aargau auf. Zusammen mit seinen Freunden erlebte er in seiner Kindheit manch Abenteuer. Auf dem 45-minütigen Schulweg machten sie natürlich auch Streiche: Einem Nachbarn, der sich über das Schwatzen der Kinder beschwerte, legten sie zum Beispiel Holz ins Schwimmbad.
Heimliche Liebe
Beide Eltern von Ernst Ostertag waren musikalisch: der Vater bei den Tambouren, die Mutter spielte Handorgel und sang. Als sich Ernst in ein Mädchen verliebte, das Mandoline und Gitarre spielte, lernte er im geheimen auf der Handorgel zu spielen. Er konnte keine Musiknoten lesen, sondern spielte alles auswendig.
Dass Ernst Ostertag die Musiknoten nicht kannte, wurde ihm zum Verhängnis: Als bei einem Vorspiel der Musiklehrer herausfand, dass er keine Noten lesen konnte, wollte der Lehrer nichts mehr von dem Jungen wissen. Ernst Ostertag liess sich deswegen aber nicht entmutigen.
Berufsmusiker auch ohne Noten
Nach dem Zerwürfnis mit dem Musiklehrer spielte der damals noch junge Ernst zum ersten Mal vor Publikum: an einer Versammlung des Turnvereins. Neben der Handorgel lernte er noch Gitarre, Banjo, Klavier und Bass spielen. Mit 15 Jahren schlossen sich er und sein Bruder der Band «The Grandris» an und traten fortan in diesem Quartett auf. Gleichzeitig machte er in Zürich die Lehre in einem Musikgeschäft.
Zusammen mit einem Gitarristen schlug Ernst Ostertag dann den Weg des Berufsmusikers ein. Fortan waren die Abende mit Musik und Geselligkeit ausgefüllt. Mit seinem später gegründeten Sextett ging er dann sogar bis nach Amerika.
Mit 65 Jahren bekam der Senior die Diagnose Parkinson. Trotz allem ging er im Toggenburg in einen Ländlermusik-Kurs und lernte dort zwei Gleichgesinnte kennen. Seither spielen sie zusammen in einer Formation. Weil ihm das Spielen der Instrumente nicht mehr so leicht fällt, hat der 71-Jährige nun auf E-Bass umgestellt und singt zudem in einem gemischten Chor mit.