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Im MAT August 20 wurden 2’080 Tonnen Dinkelmehl im Schweizer Detailhandel abgesetzt, was einem Anteil von 6% entspricht. Der Absatz von Dinkelmehl hat gegenüber MAT August 2019 um 745 Tonnen zugenommen, was einem Plus von 50% entspricht. (Unter MAT August 20 ist der Zeitraum September 2019 bis August 2020 zu verstehen - Moving Anual Total).
Auch im Jahr zuvor (MAT Aug. Δ19/18) war der Absatz bereits um 16.4% gestiegen. Der durchschnittliche Verkaufswert von Dinkelmehl ist mit 3.75 CHF/kg mehr als 2.5-mal so hoch wie beim Weissmehl. Dies wiederum erklärt den deutlich höheren wertmässigen Marktanteil von 12% beim Dinkelmehl. Der Abverkauf von Dinkelmehl war im März 2020 mehr als dreimal so hoch im Jahr davor, was mit dem Lockdown im März 2020 erklärt werden kann.
Der Fokus der Mühlen und des Detailhandels lagen während der Zeit des Lockdowns auf der Bereitstellung von Weissmehl und anderen Standardmehlen, was zu Kapazitätsengpässen in der Produktion von Spezialmehlen führte. Deshalb war beispielsweise Bio-Dinkelmehl nicht immer verfügbar. Zudem waren die Bio-Dinkelvorräte im Frühjahr weltweit nahezu aufgebraucht, weshalb bis zur neuen Ernte keine Beschaffung mehr möglich war.
Trotz Knappheit auf dem Beschaffungsmarkt konnten die Abverkäufe von Dinkelmehl im April und Mai 2020 gegenüber den selben Vorjahresmonaten um 189% respektive 180% gesteigert werden. Diese Entwicklung hielt – wenn auch in leicht abgeschwächter Form – in den Monaten Juni, Juli weiter an. Auch im August lagen die Abverkäufe 12% über dem Vorjahr. Da bereits im MAT Δ19/18 der Absatz von Dinkelmehl um 16.4% höher lag als im MAT Δ18/17, kann von einem allgemeinen Konsumbedürfnis für Dinkelmehl und damit einem Wachstumstrend ausgegangen werden.
In den letzten sieben Jahren hat sich ausserdem die Anbauflächen für Dinkel quasi verdoppelt. So wurden im Erntejahr 2019 auf 5’706 Hektaren Dinkel angebaut, was eine Erntemenge von 21’355 Tonnen ergab. Sieben Jahre zuvor wurden 11’230 Tonnen Dinkel produziert. Damit hat in den letzten sieben Jahren die Produktionsmenge von Dinkel um 90% zugenommen.
Hält der Trend einer erhöhten Nachfrage nach Dinkel an, wird es auch in Zukunft einen steigenden Flächenbedarf bei dieser Kultur in der Schweiz geben. Die zukünftige Entwicklung beim Anbau von Brotgetreide in der Schweiz wird stark von der weiteren Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten abhängen. (BLW)