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Diesmal bin ich zu früh dran. Andererseits aber ist an dieser Nummer nur wenig dran. Um ehrlich zu sein: Ich habe die Beiträge des Siebenten Stücks von 1796 mehr überflogen denn gelesen.
Benvenuto Cellini. Fortsetzung.
Ich kam nach Florenz und wartete dem Herzog Alexander auf, der mir sehr freundlich begegnete und von mir verlangte, daß ich bei ihm bleiben sollte. Es war aber in Florenz ein Bildhauer, Nahmens Tribolo, mein Gevatter, ich hatte ihm einen Sohn aus der Taufe gehoben, der sagte mir, daß ein gewisser Jacob Sansuino, bey dem er in der Lehre gestanden, ihn verschrieben habe, und weil er Venedig niemals gesehen, so denke er hinzureisen, besonders, weil er daselbst etwas zu verdienen hoffe, und da er höre, daß ich auch nicht in Venedig gewesen sey, so bitte er mich, diese Spatzierreise mit ihm zu machen.
So beginnt diese Fortsetzung. So geht sie weiter, und ich gestehe: Goethes Stil ermüdet. Es ist Benvenuto Cellini allenfalls zu Gute zu halten, dass er das höchst idealisierte Bild des Renaissance-Menschen korrigiert, wie wir es bei Castglione gefunden haben, indem er die Selbstbezogenheit des Herrschers wie des Künstler darstellt, die im Buch des Hofmanns völlig fehlen.
Ekloge.
Kosegarten verwendet den Begriff ‚Ekloge‘ offenbar im Sinne einer bäuerlichen Idylle. Der Dichter beschreibt sein eigenes ländliches Treiben auf Rügen. Für Heutige klingt es zwar wie ein Parodie, aber Kosegarten hat sein Gedicht mit Sicherheit in allem Ernst gemeint. Aber wenn ich lese, dass die Töchter am Webstuhl die alternden Eltern erleichtern (nein, ich will mir das gar nicht erst vorstellen!), oder wir auf dem Hof auch die ehrbarwandelnde Kuh mit strozzendem Euter sehen… Ich dachte im ersten Moment, er wird frech und meint die Magd, aber er meint wirklich eine Kuh. So geht es munter weiter, und das Ganze hat auch eine moralische Ordnung und zeigt die weise Güte des Weltplans. Die Physikotheologie war auch 1796 noch nicht tot.
Theoderich, König der Ostgothen.
Der dritte, Gott sei Dank letzte Beitrag dieser Nummer. Woltmanns geschichtlicher Abriss ist noch das bei weitem Beste darin, auch wenn sich so einiges Zeittypisches eingeschlichen hat. Die Gegenübersetzung von römisch und germanisch, welsch und deutsch, französisch und deutsch, bei welcher das Germanische als das Natürlichere, Tüchtigere den Vorzug kriegt, findet sich zwar ähnlich schon beim Römer Tacitus, wird aber zu Ende des 18. Jahrhunderts und mit den napoleonischen Kriegen auch Schiboleth der Deutschen, die sich langsam wieder als Nation begreifen lernen und ihr Nationalbewusstsein in Abgrenzung zum französischen entwickeln. Auch wenn Schiller immer wieder jeden Ausflug der Horen in die Politik von sich weist, so kann er dem Zeitgeist halt doch nicht entfliehen.
Über die historische Korrektheit des Bildes von Theoderich, der im 5. Jahrhundert Italien (das ehemalige Römische Reich) erobert und noch einmal zu einer kulturellen Blüte geführt hat, kann ich nichts sagen; immerhin setzt sich Woltmann mit historischen Quellen auseinander und mit Gibbon, dessen History of the Decline and Fall of the Roman Empire 1796 noch als das Standardwerk zu dieser Epoche galt, mit der man sich als Fachmann auseinander zu setzen hatte.
Wenig Interessantes also in dieser Nummer, und ich fürchte, auf die nächste können wir uns auch nur in der Hinsicht freuen, dass die Fortsetzung von Benvenuto Cellini für einmal ausgesetzt wird.