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Die NASA hat letzte Woche einen Testflug mit der Orion-Kapsel durchgeführt, die Menschen zum Mars bringen soll. Dabei wurden absichtlich zwei Fallschirme deaktiviert, um eine Landung auf der Erde bei Ausfall der Fallschirme zu simulieren.
Bereits im Dezember 2014 wurde ein unbemannter Testflug erfolgreich durchgeführt – dabei hat das Fallschirmsystem einwandfrei funktioniert. Der Testflug im Orbit der Erde dauerte 4 Stunden und 24 Minuten.
Test der Orion-Kapsel
Beim Test in der letzten Woche wurde die Kapsel aus einer Höhe von rund 11 km von einem C-17-Transportflugzeug über dem Gelände der US-Armee in Yuma, Arizona abgeworfen. Beim C-17 handelt es sich um ein Militärtransportflugzeug von Boeing, das Truppen oder schwere Lasten befördert.
Die Kapsel verfügt über zwei Bremsfallschirme und drei Hauptfallschirme. Nach dem Abwurf wurde einer der beiden Bremsfallschirme und einer der drei Hauptfallschirme absichtlich deaktiviert, um einen Ausfall zu simulieren.
Die Kapsel landete trotz der ausgefallenden Fallschirme relativ sanft in der Wüste, da sie außerdem über Airbags verfügt. Dabei sei „lediglich“ ein Panel abgefallen.
Geplant sind mit der Kapsel allerdings Landungen auf dem Wasser – die Kapsel kann bei einer Geschwindigkeit von etwa 32 km/h auf dem Wasser landen. Die Kapsel bietet Platz für bis zu 4 Crew-Mitglieder und misst etwa 5 m im Durchmesser und 3,3 m in der Höhe.
Die Leistung der Fallschirme lasse sich nur schwer auf dem Computer simulieren, daher seien Tests dieser Art erforderlich. In den nächsten 3 Jahren werden 8 weitere Test-Abwürfe mit der Kapsel durchgeführt, um eine möglichst hohe Zuverlässigkeit zu erreichen.
Raketensystem SLS
Die Orion-Kapsel wird zusammen mit dem Trägerraketensystem SLS entwickelt – beide sollten Astronauten Mitte 2020 zu einem Asteroiden und schließlich um 2030 zum Mars bringen.
Der Erststart der dieser Trägerrakete ist allerdings für nicht später als November 2018 mit der Mission EM-1 vorgesehen. Bei dieser Mission soll das unbemannte Raumschiff um den Mond führen. Dieser Testflug soll zwischen 7 und 10 Tagen dauern. Anschließend, vermutlich in 2021 – soll eine bemannte Mission (4 Personen) in den Mondorbit stattfinden, wobei der Mond mehrmals umkreist werden soll (Mission EM-2). Ende 2013 dann soll eine weitere bemannte Entdeckungsmission erfolgen, deren Ziel noch nicht feststeht (EM-3).
Das überaus leistungsfähigere Trägerraketensystem SLS soll schwere Raumsonden zu den Gasplaneten (Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun) bringen können, ohne dabei auf die bislang erforderlichen Swing-By-Manöver zurückgreifen zu müssen, die Missionen stets deutlich verlängern.
Bei solch einem Gravitationsmanöver fliegt die Raumsonde dicht an einem Planeten vorbei, wobei die Flugrichtung der Sonde verändert und ihre Geschwindigkeit gesteigert (oder gemindert) wird.