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Multitasking ist sein Element.
Wenn Philippe Zweifel nicht mit seinem Sohn an der Playstation sitzt, kümmert er sich um das grosse Ganze, die Welt, den Frieden, das Zwiegespräch mit bedeutenden Männern, die wichtigen Fragen halt.
Dazu gehört selbstverständlich der Pop-Titan Dieter Bohlen. Den interviewt Zweifel und überrascht ihn mit tiefschürfenden Fragen wie: «Hipster tragen wieder ballonseidene Trainingsanzüge wie Sie damals. Ihr Kommentar dazu?»
Aber der Tausendsassa findet daneben noch Zeit, sich mit einem Friedensplan von Elon Musk auseinanderzusetzen. Der hatte auf Twitter zur Debatte gestellt, ob es nicht sinnvoll wäre, eine nicht manipulierte Volksabstimmung in den von Russland beanspruchten Provinzen durchzuführen, die Krim als wieder Russland zugehörig in Ruhe zu lassen, während die Ukraine sich als neutral erklärt und somit nicht der NATO beitritt. Die Alternative dazu sei weiteres Gemetzel.
Das fand dann die Ukraine nicht so toll, oder wie es Andrey Melnyk, das Rumpelstilzchen unter den Botschaftern, in seiner diplomatischen Art ausdrückte: «Verpiss dich.» Präsident Selenskij hielt es für originell, unter den Ukrainern eine Meinungsumfrage durchzuführen, welchen Musk sie mehr lieb hätten; einen, der Russland unterstütze oder einen, der für die Ukraine sei.
Dass er diese Umfrage überhaupt online durchführen konnte, hat der undankbare Präsident aber Musk zu verdanken, der mit seinem Starlink-System dafür sorgte, dass die Ukraine weiterhin ans Internet angeschlossen bleibt und so auch wertvolle Informationen über russische Truppenbewegungen bekommt.
Aber statt das zu kritisieren, knöpft sich Zweifel – offenbar gestärkt durch seine Zweikämpfe an der Playstation – Musk vor. Dass der sich via Twitter in die Politik einmische, sei wenig erfolgreich: «Vielmehr zeigt es, dass ein Wissenschaftler, der sich mit nicht wissenschaftlichen Problemen beschäftigt, ähnlich originell ist wie jeder Laie.»
Also mindestens so originell wie Zweifel, von dem wir aber noch keinen Friedensvorschlag gehört haben. War übrigens auch eine Frage, die er Bohlen ersparte. Vielleicht sollten auch Tamedia-Journalisten zur Kenntnis nehmen, dass jeder so in seiner Liga spielt. Musk in der Oberliga, Zweifel in der seichten Unterhaltungsliga.