Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03582.jsonl.gz/253

Der spätere Dampfer TICINO lief am 27.12.1919 auf der G .A. Fuller Co. Werft in Wilmington, North Carolina für den United States Shipping Board, Wilmington N.C. als WINSTON-SALEM vom Stapel. Fertiggestellt wurde das Schiff im Mai 1920. Es verfügte über eine Tragkraft von 9'840 DWT und eine Tonnage von 6'223 BRT / 3'842 NRT. Ausgerüstet war es mit einer 3-fach Expansions Dampfmaschine gebaut von Hooven, Owen, Rentschler & Co. Hamilton, Ohio, welche eine Leistung von 2'800 PS erbrachte. Damit erreichte es eine Reisegeschwindigkeit von 10 Knoten. Ihre ersten 27 Jahre segelte das Schiff unter amerikanischer Flagge (Rufzeichen: KUJS, offizielle Nr.: 219746).
1936 wurde es unter demselben Namen an die Eignergesellschaft Lykes Brothers-Ripley S.S. Co. Inc., New Orleans, verkauft. Die neue Eignerin wechselte 1938 ihren Namen in Lykes Bros. S.S. Co. Inc., New Orleans. Sie verkaufte das Schiff 1947 an die Compañia Anonima Transportes Panamericanos in Panama, welche ihm den Namen LA GUAYRA gab. Vom neuen Rufzeichen sind lediglich die ersten beiden Buchstaben bekannt: HP??.
1949 wechselte das Schiff gleich zweimal die Hand: Zunächst kaufte es die panamesische Compañia de Operaciones Maritimas, Panama, welche ihm den Namen MARIA TERESA G. gab. Kurz darauf verkaufte sie es an die italienische G.E.N. Gestioni Esercizio Navi in Genua weiter. Diese behielt den Namen des Schiffes bei.
Die Nautilus S.A. Lugano hatte die MARIA TERESA G schon mehrere Monate in Zeitcharter und transportierte Kohle von der Ostküste der USA nach Italien. Am 03.06.1950, kaufte die schweizerische Nautilus A.G., Glarus, den schon betagten Dampfer und gab ihn der Reederei Nautilus S.A., Lugano, ins Management. Mit dem Eintrag im Register der schweizerischen Seeschiffe erhielt er den Namen TICINO (Rufzeichen: HBDX, Offizielle Nr.: 029).
Ausser einer Fernost Reise im Sommer 1952 (Aden, Colombo, Hong Kong, Tsingtao) fuhr die TICINO hauptsächlich auf der Linie nach Westafrika, allerdings unternahm sie auch Abstecher nach Istanbul und Poti in 1953 und nach Gdansk in 1954. Der Capacity Plan der MARIA TERESA G zeigt ein interessantes Detail, offenbar hatte der Dampfer Bunker für Kohle mittschiffs, sowie auch Doppelbodentanks für Schweröl. Die Vor- und die Achterpeak hätten auch Schweröl laden können. OGemäss unseres Wissens wurde die TICINO mit Schweröl gefahren. Wohl um die teilweise schweren Baumstämme in Westafrika laden zu können, erhielt der Frachter nachträglich noch einen Schwergutbaum (Jumbo).
Die Nautilus A.G. verkaufte das Schiff am 11.12.1954 an die Ditta Paolo Coppo Impresa Armatoriale, Genua. Diese nannte den Dampfer fortan CREA und registrierte ihn unter italienischer Flagge (Rufzeichen: IBCE). Durch die neue Vermessung anlässlich des Eigentumsübergangs galten offiziell folgende Tonnagewerte: BRT 6’282, NRT: 3’788, DWT: 9’841. Offizielle Nr.: 3025.
1958 erwarb die Panamanian Oriental Steamship Corp., Panama, das Schiff. Das Management übernahm dabei die Reederei Wheelock, Marden & Co. Ltd., Hong Kong. Mit dem erneuten Handwechsel erhielt es nunmehr den Namen ROWENA und das Rufzeichen HPJY.
Am 14.04.1959 begann die Firma Hong Kong Rolling Mills in Hong Kong mit dem Abbruch des Schiffs.
Quellen:
- Bundesarchiv, Bern
- Guildhall London (voyage cards)
SwissShips HPS, mb, Februar 2019