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Das Haus, in dem sich das Restaurant Della Casa befindet ist ein mehrmals umgebauter Riegelbau aus dem 16. Jahrhundert mit vier Stockwerken und halbseitiger Unterkellerung. Seit 1862 wird er als Restaurant genutzt und ist seit 1892 als „Café Della Casa“ im Besitz der gleichnamigen Familie. Das Haus ist im unteren Teil aus Sandstein und oben aus Fachwerkmauern gebaut. Die Innenräume erhielten ihr heutiges Aussehen 1943, und die gesamte Liegenschaft wurde 2012 vollständig saniert. Es ist das letzte der ehemals weitverbreiteten Riegelbauten in der oberen Altstadt.
Heute gehört das Haus der Genossenschaft Dr. Frano Della Casa.
Nach dem Bau der letzten Stadtummauerung in der Mitte des 14. Jahrhunderts, vom Bernerhof bis ins Bollwerk reichend, mit dem Christoffelturm, konnte der Ausbau des Stadtgebietes zwischen Käfigturm und Christoffelturm vor sich gehen. Neben der Spitalgasse als Hauptstraßenzug zogen sich die bekannten Nebengassen schon frühzeitig. Wie an allen diesen Straßen, standen auch an der Schauplatzgasse schmale Bauten aus Holz und Fachwerk mit einem oder zwei Obergeschossen, gegen die Strasse mit hölzernen Laubenpfeilern gestützt, zwischen den Häuserreihen Gärten und Matten. Einzelne Grundstücke, wie beim Gasthaus «Zum Storchen», dessen Stallungen an der Schauplatzgasse lagen, reichten von einer Gasse zur andern.
Bern liess sich Zeit, den neuen Stadtteil auszubauen. Häufig bewirkten Feuersbrünste die Erneuerung ganzer Strassenzüge oder Teilen davon, wie zum Beispiel 1535, als ein grosser Teil der Spitalgasse und acht Häuser an der Schauplatzgasse in einer Nacht verbrannten. Ohne solchen Zwang wurde der alte Gebäudetyp aus Holz und Fachwerk nur langsam durch solidere Steinbauten ersetzt. Der jetzige Ausbau der Schauplatzgasse mit modernen Hotel-, Bank-und Geschäftsgebäuden nahm seinen Anfang erst mit dem Beginn des gegenwärtigen Jahrhunderts.
Im Jahre 1583 liess ein nicht genannter Bauherr von einem Werkmeister und Handwerkern das Eckhaus Storchengässli-Schauplatzgasse No. 200a erstellen, wie Architekt Walter Hodler festgestellt hatte. Eine andere Quelle hält für erwiesen, dass das Haus des heutigen «Cafe Della Casa» um das Jahr 1680 erstellt worden sei. In den Stadtplänen von 1583 und 1607 ist dieses Eckhaus am Anfang einer Reihe von sechs bis sieben gleichhohen Häusern mit Holzstützen dargestellt. Im Modell der Stadt Bern von 1800 ist von dieser Hauserreihe nur noch das Eckhaus beim Storchengässchen zu sehen, das sich nun an einen grössern Nachbarn anlehnt.
In der Laube vor dem Eingang ins Restaurant ist an der östlichen Wand eine Malerei von A. Faist angebracht, das Familienwappen der Della Casas darstellend, links davon das Tessiner-, rechts das Bernerwappen, mit den Jahrzahlen 1583-1935. Diese Zahlen dürften wohl auf die Zeiten der Erstellung beziehungsweise einer Renovation des Hauses hinweisen. Die übereinstimmenden Hinweise auf das Jahr 1583 können wohl zum Schluss führen, dass das Gebäude des heutigen «Cafe Della Casa» in diesem Jahr erbaut worden ist. Ob es sich um das ursprüngliche Gebäude handelt, ob es erneuert oder sogar einmal von Grund auf neu gebaut worden ist, mag fraglich dahingestellt bleiben. Nach der Bauart gehört das Haus in das 16. oder 17. Jahrhundert eingereiht. Die erste bekannte Hauseigentümerin ist die bürgerliche Familie Bondeli, die das Haus Schauplatzgasse No. 200a (jetzt Nr.16) 1797 durch Tausch dem «Brodtbeck» Johannes Meley abtrat. 1820 ging es an dessen Schwiegersohn Johann Rohr, Schlossermeister, über. Pfarrer Jakob Rohr in Eggiwil übemahm das Gebäude aus der Erbschaft. Er starb 1825, seine Familie verkaufte das Haus an den frühern Postwagenmeister Bernhard Suter von Kölliken.
Das Haus gehörte nun von 1826 bis 1882 drei Generationen Suter, von denen der zweite Eigentümer Sattlermeister, der dritte (bis 1882) Fabrikant im Liebefeld war.
Nachdem das Haus bisher allem Anschein nach Handwerker beherbergt hatte, da bis dahin nichts auf eine Pinte hinweist, ist es 1862 zu einer solchen geworden. Seit 1862 enthielt das Gebäude Schauplatzgasse No. 200 a (jetzt Nr.16) das «Cafe Federal», als Wirt zuerst J. Isler, 1867 G. Weymann und später dessen Witwe. Die weitern Wirte im «Cafe Federal» waren 1870 Johann Kohli, 1873 Druey und 1877 Chr. Cassani, der die Pinte «Cafe Cassani» taufte. Dessen Witwe übernahm später mit A. Liechti zusammen das Restaurant «Museum» am Bundesplatz.
Am 2. Juni 1882 ging das Haus No.200a, Wohnhaus mit Seitengebäude mit Lauben, Schopf und Bühne - wie im Grundbuch eingetragen - an Ernst Frick, Wirt, über, welcher die Pinte als «Cafe Frick» bis 1892 selbst führte.
Am 4. Mai 1892 wurde das Haus Schauplatzgasse 16 an Franz Robert Della Casa, Wirt in Biel, verschrieben: «Wohnhaus Nr.16, auf dem Objekt war Mietvertrag mit Cercle Romand. Wirtschaftspatent bestand. Nutzanfang 15. Mai 1892.» Franz Robert Della Casa stammte aus Stabio, Kanton Tessin. Er hat die Wirtschaft als einziger der Della Casa selbst geführt. Die Pinte hat er von Anfang an mit dem Namen «Cafe Della Casa» getauft, mit dem Namen also, den sie bis heute beibehalten hat. Die Stammgäste haben diesen Namen auf «Delli» abgekürzt. Franz Robert Della Casa führte das «Delli» bis zu seinem Tod 1899. Nach dem Tode von Franz Robert Della Casa hat seine Frau die Wirtschaft noch einige Zeit weiter geführt. Sie wurde 1907 von den drei Schwestern Leni, Kati und Gret Müller abgelöst, welche das «Cafe Della Casa» bis 1910 weiter führten, Gret Müller verheiratete sich dann mit Dr. Franz Della Casa II, womit die Müller mit den Della Casa verwandt wurden. Der nachfolgende Wirt Jakob Müller war der Bruder der drei Schwestern und Schwager der Geschwister Franz und Elsa Della Casa.
Am 5. Januar 1900 ist im Grundbuch unter dem Titel «Zufertigung» eingetragen: «Elisabeth Della Casa, geb. Lanz, Franz Roberts Witwe, Wohnhaus mit Wirtschaft Nr.16.» Nach dem Tode der Frau Della Casa ging die Besitzung gemäss Grundbucheintragung am 28. Januar 1931 über an Dr. Franz Della Casa, Sohn des Franz Robert, Augenarzt in Burgdorf. Nach dessen Tode erscheinen im Grundbuch, Eintragung vom 27. Juni 1949, als neue Eigentümer: Elsa Hodler Della Casa, Schwester, Dr. Franz Della Casa, Augenarzt in Burgdorf, Sohn, und Lisa Debeljevic Della Casa, Tochter des 1949 verstorbenen Dr. Franz Della Casa. Bei der Tochter handelt es sich um die begnadete Sängerin Lisa Della Casa. Sie lebte mit ihrer Familie auf Schloss Gottlieben, wenn sie nicht irgendwo in der Welt herumreiste, und hatte eine Tochter.