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Werbung beeinflusst das Konsumverhalten – insbesondere jenes von Kindern und Jugendlichen. Das BLV setzt sich dafür ein, dass an Kinder gerichtete Werbung für zu süsse, zu fettige, zu salzige und zu energiereiche Lebensmittel von der Lebensmittelwirtschaft freiwillig reduziert wird.
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, reich an Früchten und Gemüse, ist für eine gute Gesundheit - vor allem im Kindesalter – von zentraler Bedeutung. Da Werbung unsere Lebensmittelwahl beeinflusst, ist speziell die an Kinder gerichtete Werbung für sehr süsse, fetthaltige und sehr salzige Produkte problematisch. Diese können bei übermässigem Konsum zur Entwicklung von Übergewicht und Folgeerkrankungen wie Herzkreislaufstörungen und Diabetes beitragen. Weltweit lauf en daher Bemühungen, die an Kinder gerichtete Werbung für solche Produkte zu reduzieren. Im Rahmen von actionsanté haben sich in der Schweiz 2011 Lebensmittel- und Getränkehersteller sowie Detailhandelsunternehmen freiwillig dazu verpflichtet, die Lebensmittelbewerbung an Kinder unter 12 Jahren anhand definierter Kriterien einzuschränken. Dieses in actionsanté eingereichte Aktionsversprechen Swiss Pledge ist Ende 2014 ausgelaufen. Gewisse Erfolge konnten dabei erzielt werden. Das Versprechen wurde aber von Nichtregierungsorganisationen als zu wenig streng und zu wenig wirkungsvoll kritisiert.
Kriterien zur Beurteilung für das an Kinder gerichtete Lebensmittelmarketing
Um Lebensmittel zu definieren, für die keine an Kinder gerichtete Werbung erlaubt sein soll, wurden weltweit verschiedene Nährwertkriterien entwickelt. Studien haben gezeigt, dass Nährwertkriterien, welche von Regierungen unterstützt werden, wesentlich restriktiver sind, als solche, die von der Industrie festgelegt wurden. Aus diesem Grunde hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Europa anfangs 2015 ein Nährwertkriterien-Modell für Lebensmittel veröffentlicht, das in allen Ländern verwendet werden soll. Dieses Modell wird vom European Network on Reducing Marketing Pressure on Children dem 28 europäische Länder inkl. Der Schweiz angehören, unterstützt.
Studie zu Beurteilungskriterien für das an Kinder gerichtete Lebensmittelmarketing
Das BLV hat eine Studie in Auftrag gegeben, welche die von der WHO Europa definierten Nährwertkriterien mit jenen des Swiss Pledge vergleichen. Darauf basierend wurden Empfehlungen für das BLV erarbeitet, wie das Marketing für an Kinder gerichtete Lebensmittel in der Schweiz geregelt werden soll. Die Studie kommt zum Schluss, dass in Zukunft das WHO Europa Modell die Basis bilden soll – dies jedoch unter Berücksichtigung typischer Schweizer Produkte (siehe „Weitere Informationen“).
Weiteres Vorgehen
Bei der Umsetzung der Schweizer Ernährungsstrategie 2017 – 2018 bleibt an Kinder gerichtet Werbung ein Schwerpunkt. Das BLV arbeitet im Dialog mit der Wirtschaft an einer Reduktion dieser Werbung auf freiwilliger Basis. Dabei stützt sich das BLV auf das Nährwertkriterien-Modell für Lebensmittel der WHO/Europa.
Weitere Informationen
Letzte Änderung 26.09.2017