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Mit dem Postboot auf dem Jenissej
E1 • 2000 Kilometer durch Sibirien
Dokumentation
Der Jenissej ist einer der mächtigsten Ströme der Erde. Er fließt von der mongolischen Grenze nordwärts durch ganz Sibirien bis zum Polarmeer. Hier gibt es keine Straßen und keine Schienen. Das Postschiff ist die einzige Verbindung zu den Menschen. Es fährt Tag und Nacht an endlosen Wäldern entlang, an winzigen Dörfern und kleinen Städten vorbei.
Die Reise auf dem Fluss beginnt in Krasnojarsk. Von dort aus werden die Dörfer bis hinauf zum Nordpolarmeer mit Kohle, Lebensmitteln, Medikamenten und Post versorgt, alles wird von den Menschen sehnsüchtig erwartet. Nur vier Monate im Jahr ist Zeit, notwendige Dinge in die Siedlungen zu schaffen. Dann friert der Fluss bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad zu.
Schon die russischen Zaren verbannten Unbotmäßige in diese unwegsame Gegend. Und auch während der Sowjetzeit wurden Menschen an den Jenissej verbannt: Die Nachfahren entlassener Lagerhäftlinge der Stalinzeit leben hier und Russlanddeutsche, die von ihren Siedlungen an der Wolga zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges 1941 nach Sibirien verschleppt wurden und heute noch in altmodischem Deutsch dem Fremden antworten.
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