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Weltgeschichte
Vom Jäger zum Bauer
Die kulturelle Entwicklungsgeschichte des Menschen erlebt in der Epoche der Jungsteinzeit (auch (Neolithikum genannt) ihre entscheidenden Impulse. Die nomadenhafte Lebensweise der Jäger und Sammler wurde durch ein sesshaftes Bauerntum abgelöst. Der Mensch begann seine Umwelt aktiv zu verändern. Mit dem Ackerbau begann er grössere Flächen in seinem Sinne umzugestalten.
Wegen der eiszeitlichen Vergletscherung setzte die Zeit des Ackerbaus nicht gleichzeitig auf der ganzen Erde, sondern zeitlich versetzt ein. Der erste Ackerbau begann um 8500 v. Chr. im Gebiet des „fruchtbaren Halbmonds“ (Syrien, Libanon, Israel und Jordanien). Dort wuchs ein Gras, dessen Samen sehr gross und leicht abzuernten waren, der Wildweizen. Er wuchs so dicht, dass mit blossen Händen mehr geerntet werden konnte, als eine Familie in einem Jahr verbrauchte. Der entscheidende Schritt zum wirklichem Ackerbau erfolgte aber mit dem Aufbewahren und planmässigen Aussäen der kostbaren Körner.
Das neue Wirtschaftssystem brachte entscheidende gesellschaftliche Veränderungen mit sich.
Der Getreideanbau ermöglichte es den Menschen sesshaft zu werden. Mit dem Erlernen der Töpferei war er in der Lage, Gefässe zur Vorratshaltung und zum Kochen herzustellen. Darüber hinaus erfand er das Rad und baute die ersten Wege. In kleinen Dörfern begannen sie mit dem Bau fester Wohnsitze und lebten fast das ganze Jahr über in grossen Gruppen zusammen.
Durch das ausreichende Nahrungsangebot, weniger Jagdunfälle und wegen des Rückgangs der Kindestötungen, die bei den nomadisierenden Jägern überlebensnotwendig waren, kam es zu einem bedeutenden Bevölkerungswachstum. Die Einwohnerzahl einer Ansiedlung überstiegt bald die Möglichkeiten der Ernährung in einer Region, so dass einzelne Gruppen abwanderten, nachdem sie ein geeignetes Gelände für eine Neugründung gefunden hatten. Der Ackerbau wurde zur Grundlage der Zivilisation.
Viehzucht
Die Viehhaltung setzte die Zähmung und Züchtung von Haustieren voraus. Gewisse Grundsätze der Züchtung müssen aber schon den Menschen der Altsteinzeit bekannt gewesen sein, denn man tötete nicht die besten Tiere, sondern liess diese zum Zweck der Arterhaltung am Leben.
Verbesserte Jagdtechniken wie das Treiben ganzer Herden in Pferche, wo sie leichter zu töten waren, leitete schliesslich zur Haustierhaltung über. Die ersten Haustiere (Ziege und Schaf) hatten zudem den Vorteil, dass sie Herdentiere waren, also einem Leittier folgten. Ziegen und Schafe wurden aber nicht nur als Schlachttiere, sondern auch wegen ihrer Milch und Wolle gehalten.
Vermutlich war bereits um 15’000 v. Chr. der Hund zum Haustier geworden, jedoch nicht zu Nahrungs- sondern zu Jagdzwecken.