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Warum Sprache so wichtig ist - ein Experiment
Von Frau B., 24.10.2019
Sprache ist für uns Redakteure und Redakteurinnen vom Zeitungskurs etwas sehr Wichtiges. Mit Sprache versuchen wir, euch Leserinnen und Lesern ein Thema genau zu beschreiben, zu erklären, euch für etwas zu begeistern. Aber eigentlich verwenden alle Menschen Sprache, um anderen etwas mitzuteilen, sei es nun geschrieben oder gesprochen. Sie ist also das Mittel, damit andere uns verstehen. Doch Sprache ist weitaus mehr als nur das. Erfahre in diesem Artikel, warum.
Der rosa Elefant
Denk nicht an einen rosa Elefanten! Na, ist es dir gelungen? Lass mich raten: Du denkst genau in diesem Moment an einen rosa Elefanten. Was bedeutet dieses Beispiel? Es bedeutet, dass man durch Sprache im Kopf eines anderen Menschen ein Bild hervorrufen kann, beispielsweise von einem rosa Elefanten. Ich könnte auch andere Beispiele nennen. Grüner Fisch, blaue Giraffe, gelbes Nilpferd. Auch wenn du es nicht wolltest, du musstest bestimmt gerade an diese bunten Tiere denken.
Was bedeutet das?
Warum ist das wichtig zu wissen? Wenn Wörter, die wir benutzen, Bilder im Kopf von anderen hervorrufen, bedeutet das auch das Umgekehrte: Was ich nicht sage, wird im Kopf des anderen eher nicht erscheinen. Wenn ich also von einem Fisch spreche, wirst du nicht an einen Hamster denken. Wenn wir Sprache benutzen, sind wir also in einer mächtigen Position. Wir bestimmen darüber, was in den Köpfen von anderen erscheint oder eben nicht erscheint.
Das Experiment
Wir haben in unserem Redaktionsteam der Schulzeitung ein Experiment durchgeführt. Ich habe den folgenden Satz vorgesagt: «Drei Ärzte gehen zusammen Mittagessen». Die Schülerinnen und Schüler sollten daraufhin aufschreiben, wie diese Ärzte zum Vornamen heissen könnten.
Von den 21 genannten Namen waren 17 Männernamen, 4 waren Frauennamen. Wie kann das sein? In der Schweiz sind knapp die Hälfte aller Ärzte Frauen. Warum sind in unseren Köpfen aber viel mehr Männer als Frauen? Das hat wahrscheinlich genau damit zu tun, dass ich von «Ärzten» und nicht von «Ärztinnen und Ärzten» gesprochen habe, und damit ein bestimmtes Bild in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler erscheinen liess. Viele Menschen denken, dass durch Ausdrücke wie «Ärzte», «Lehrer», «Schüler» alle betroffenen Menschen automatisch mitgedacht werden. Doch das Experiment hat das Gegenteil aufgezeigt.
Und genau darum ist Sprache so wichtig. Wenn wir von Frauen und Männern sprechen und niemanden ausschliessen wollen, sollten wir das auch durch die Sprache klar machen. Wenn ich von Mädchen und Jungs spreche, sind das nicht «die Schüler», denn damit würde ich nur die Hälfte meinen. Es sind «die Schülerinnen und die Schüler». Und auch Schülerinnen und Ärztinnen haben das Recht, in unseren Köpfen vorzukommen.Zurück zur Übersicht