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Bern (ots) -
Auch sieben Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti vom 12.
Januar ist die Lage in der Hauptstadt Port-au-Prince noch sehr
chaotisch. Der Schutt der zerstörten Häuser und Abfallberge prägen
das Stadtbild. Hunderttausende Menschen leben noch in improvisierten
Zeltstädten. Die Aufräum- und Aufbauarbeiten gestalten sich schwierig
und werden sich noch über Jahre hinziehen.
Die Heilsarmee - bereits seit 60 Jahren in Haiti tätig - hatte
nach der Erdbebenkatastrophe umgehend mit der Soforthilfe begonnen.
In den ersten paar Monaten wurden an die Not leidende Bevölkerung der
am stärksten betroffenen Ortschaften wie Port-au-Prince, Jacmel und
Petit-Goave rund 5,4 Millionen Nahrungsrationen und über zwei
Millionen Liter Wasser verteilt. Die Heilsarmee sorgte vor allem für
die rund 20'000 Menschen eines Obdachlosenlagers, für welches ihr die
Uno die Verantwortung übergeben hatte. Auch Babynahrung,
Wasserkanister, Matratzen, Zelte, Handschuhe, Hygienesets,
Moskitonetze und anderes wurden an die Bedürftigen abgegeben, um die
grösste Not zu lindern.
Die Ärzte und Pflegepersonen der Heilsarmeeklinik in
Port-au-Prince, die temporär im Schulhaus untergebracht ist, konnten
bis heute über 27'000 Personen medizinisch betreuen.
In einigen Ortschaften hat die Heilsarmee inzwischen begonnen,
temporäre Behausungen für Obdachlose zu bauen. In der Hauptstadt
Port-au-Prince gestaltet sich dies jedoch als schwierig. Die Anzahl
Menschen im von der Heilsarmee verwalteten Obdachlosenlager in
Port-au-Prince ist inzwischen auf rund 25'000 Menschen angewachsen.
Mit den Behörden wird nach einer optimalen Lösung gesucht.
Die Heilsarmee startet in Kürze ein Rehabilitationsprogramm, um
durch verschiedene Aktivitäten vor allem Kindern und Jugendlichen zu
helfen, das Trauma des Erdbebens und dessen Folgen zu verarbeiten.
Um die Soforthilfe und auch die langfristige Hilfe leisten zu
können, hat die Heilsarmee viele lokale Menschen ausgebildet und
ihnen eine Tätigkeit ermöglicht. So können sich die Menschen nicht
nur sinnvoll betätigen, es ermöglicht ihnen auch, für ihren
Lebensunterhalt aufzukommen.
Ein Schweizer Heilsarmee-Offiziersehepaar ist seit letztem Sommer
in Haiti in der Projekt- und Schularbeit tätig, ein weiteres wird
diesen Sommer für einige Jahre nach Haiti ziehen, um im Bereich des
Wiederaufbaus der Heilsarmeegebäude tätig zu sein. Zahlreiche Gebäude
der Heilsarmee müssen wieder aufgebaut oder abgerissen werden, so zum
Beispiel die Klinik und das Kinderheim in Port-au-Prince, aber auch
die rund 40 Schulen im Süden Haitis, die zum Teil starke Schäden
erlitten haben.
Die Heilsarmee Schweiz dankt der Schweizer Bevölkerung für die
grosszügige finanzielle Unterstützung nach dem Erdbeben und auch der
Glückskette, die einen finanziellen Beitrag an konkrete
Aufbauprojekte beitragen wird. Spenden zu Gunsten der Aufbauhilfe in
Haiti können weiterhin auf PC 30-6709-1 mit dem Vermerk "Erdbeben
Haiti" getätigt werden.
ots Originaltext: Heilsarmee / Armée du Salut
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