Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03236.jsonl.gz/1439

Der Heilige Geist hat vier Schreiber benutzt, um uns den Herrn Jesus vorzustellen. Und so haben wir in der Bibel vier Evangelien, die vom Aufenthalt des Herrn Jesus auf der Erde, von seinem Reden, Wirken, Wandel und Werk berichten. Jedes Evangelium zeigt den Herrn sowohl als König wie auch als Diener und Prophet, als Sohn des Menschen und als Sohn Gottes. Aber jedes Evangelium hebt eine dieser vier Seiten besonders hervor.
Vier Evangelien – vier Aspekte
Matthäus sieht den Herrn besonders als den König Israels, als den Gesalbten Gottes. Er beginnt damit, das Buch des Geschlechts Jesu Christi (Retter und Gesalbter), des Sohnes Davids (König Israels), des Sohnes Abrahams (Mann der Verheissung) vorzustellen.
Nach 1. Samuel 2,10.35 kann der Name Christus oder Gesalbter sowohl unter dem Aspekt des Königs als auch unter dem des Priesters gesehen werden.
Markus beginnt seinen Bericht sehr schlicht und direkt. Der Herr Jesus selbst betont wiederholt, dass Er keine Publizität will. Es ist unschwer zu erkennen, dass der Herr Jesus in diesem Bericht als der wahre Diener und Prophet, als Knecht Gottes, vorgestellt wird. Der Schlüsselvers dieses Evangeliums ist Kapitel 10,45.
Lukas führt das Geschlechtsregister des Herrn bis auf Adam zurück. Er beschreibt in besonderer Weise die moralischen Herrlichkeiten des Herrn und gebraucht auffallend oft den Titel Sohn des Menschen. Als Schlüsselverse kann man Kapitel 18,31 und 19,10 betrachten.
Schon zu Beginn des Johannes-Evangeliums sind Inhalt und Schwerpunkt der Verkündigung leicht zu erkennen: Gott selbst. Wir sehen, dass sich der grosse Gott zu uns Menschen herabgeneigt hat, um zu uns und mit uns zu sprechen. Dieses Offenbarmachen Gottes war der Dienst seines geliebten Sohnes, unseres Herrn: Kapitel 1,18.
Am Anfang war es Johannes der Täufer, der das grosse Zeugnis ablegte: «Ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist.» Und am Ende des Evangeliums ist es der Schreiber Johannes, der noch einmal darauf hinweist, dass der Herr Jesus Zeichen getan hat, «damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr glaubend Leben habt in seinem Namen» (Joh 1,34; 20,31).
Die letztgenannten Namen
Nachdem wir den Charakter der vier Evangelien kurz erwähnt haben, wollen wir unser Augenmerk jetzt auf die jeweils letzte namentliche Erwähnung des Herrn in den Evangelien richten.
Matthäus 28,19.20: «Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.»
Markus 16,19.20: «Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber gingen aus und predigten überall, wobei der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte durch die darauf folgenden Zeichen.»
Lukas 24,46.47: «So steht geschrieben, dass der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen sollte aus den Toten und in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden sollte allen Nationen, angefangen von Jerusalem.»
Johannes 21,25: «Es sind aber auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat, und wenn diese einzeln niedergeschrieben würden, so würde, denke ich, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen.»
Nun könnte man sich fragen, warum der Heilige Geist die Namen bzw. Titel so und nicht entsprechend dem Charakter des Evangeliums zugeordnet hat.
Abgesehen davon, dass der Heilige Geist souverän und vollkommen frei von menschlich logischem Denken ist, möchte Er uns den Herrn Jesus in seiner Grösse und Herrlichkeit, ja, als Gott vorstellen. Wenn wir einer Schriftstelle oder auch wie hier den Evangelien einen Aspekt zuweisen, neigen wir oft dazu, diesen auch als vorherrschend zu betrachten. Das tut die Schrift nie. Die Wirkung des Heiligen Geistes ruft Vielfalt hervor. Diese Art der Betrachtungsweise göttlicher Dinge bereitet unserem menschlichen Vorstellungsvermögen jedoch manche Mühe.
Matthäus
Am Ende des Matthäus-Evangeliums haben wir nicht «Christus», sondern den Sohn. Der Herr ist wohl als der wahre König, als der wahre Sohn Davids und als der vollkommene Gesalbte Gottes gekommen. Jetzt wird Er noch einmal Sohn genannt, und zwar in Verbindung mit der Dreieinheit Gottes, also Gott, der Sohn.
Auch am Anfang dieses Evangeliums haben wir den Zusammenhang zwischen dem Sohn und Gott einerseits, und uns Menschen anderseits. Der Herr Jesus wird dort Emmanuel (= Gott mit uns) genannt. Da wir gesündigt hatten, musste Gott sich von uns abwenden und das in 1. Mose 2,17 angekündigte Gericht wahr machen. Sterben bedeutet ewige Trennung von Gott. Aber nun wendet Er sich uns im Herrn Jesus zu und kündigt Ihn mit Emmanuel an: Gott mit uns.
Wenn nun am Ende dieses Evangeliums unser Augenmerk auf den Sohn gelenkt wird, sehen wir die Liebe Gottes, die den Sohn gegeben hat. Dies geschah für sein Volk – als wahrer König und Messias – und darüber hinaus für alle Menschen, denn die Aufforderung lautet: «Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern.» – Dieser Christus ist kein Geringerer als der Sohn Gottes, als Gott selbst.
Markus
Das Markus-Evangelium zeigt uns den Herrn als den wahren Diener, Knecht und Propheten. Wie sehen wir Ihn am Ende dieses Berichts? Als den Herrn.
Gott bemüht sich, Jesus am Ende dieses Buches, nachdem Er darin überwiegend als Diener und Knecht gezeigt wurde, als den Herrn der Herren hervorzuheben. Da haben wir wieder die Vielfalt des Heiligen Geistes: Diener, Knecht – aber letzten Endes der Herr. Auch wir wollen nicht vergessen, dass wir es mit dem Herrn zu tun haben (vgl. 1. Kor 12,3).
Wir werden an sehr vielen Stellen des Wortes Gottes daran erinnert, dass Er einst zu seinem Recht als Herr kommen wird. Gott wacht darüber, dass Ihm dieses Recht werden wird. Uns selbst darf es erfreuen, dass wir einen solchen Herrn haben, von dem am Ende der Heiligen Schrift gesagt wird: «Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit allen Heiligen!» (Off 22,21).
Lukas
Aus dem Lukas-Evangelium kennen wir den Herrn als Sohn des Menschen. Was finden wir nun am Ende dieses Evangeliums? Den Christus!
Zu Beginn dieses Buches wird die Botschaft des Engels an die Hirten mitgeteilt: «Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend» (Lk 2,10-12).
Es ist also sehr interessant, dass der Herr Jesus Christus als Kind vorgestellt wird. Die Hirten werden aufgefordert, dieses Kind anzuschauen und darin ein Zeichen Gottes darüber zu empfangen, dass der Herr als Retter (Jesus) und Christus (in Davids Stadt) auf diese Erde gekommen ist und sich tatsächlich und körperlich als Mensch (Kind, Säugling) auf der Erde befindet. Wir wissen aus dem Wort, dass sein Herabkommen als Mensch auf diese Erde für Ihn, den Schöpfer aller Dinge, eine Erniedrigung höchsten Ausmasses bedeutete.
Aber Er wurde auch Mensch, um zuerst für das Volk Israel, dann aber für alte Völker und Nationen als Sohn Davids der wahre Christus (gesalbter König) werden zu können.
Am Schluss des Lukas-Evangeliums finden wir also Jesus als den Christus vorgestellt, der als Mensch leiden und aus den Toten auferstehen musste, damit in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden konnten, und zwar allen Nationen, angefangen von Jerusalem. Da finden wir wieder die Beziehung von Jesus als Christus zu allen Nationen, beginnend beim Volk Israel.
Wenn von Buße und Vergebung der Sünden in seinem Namen gesprochen wird, können wir sicher an alle Namen des Herrn denken. Vielleicht möchte uns der Heilige Geist hier aber besonders den Namen Christus vorstellen. In diesem Christus, dem von Gott Anerkannten und Gesalbten, ist Buße und Vergebung der Sünden möglich.
In Apostelgeschichte 2,36 werden auch die Juden unmissverständlich darauf hingewiesen: «Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.»
Darüber hinaus wird immer dann besonders betont, dass Jesus der Christus ist, wenn auf die Verantwortlichkeit des Volkes Israel gegenüber dem HERRN, der mit dem Volk einen Bund geschlossen hat, Bezug genommen werden muss: «Brüder, es sei erlaubt, mit Freimütigkeit zu euch zu reden über den Patriarchen David, dass er sowohl gestorben als auch begraben ist, und sein Grab ist unter uns bis auf diesen Tag (Mensch). Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid geschworen hatte, von der Frucht seiner Lenden (Mensch – Sohn des Menschen) auf seinen Thron (Christus) zu setzen, hat er voraussehend von der Auferstehung des Christus geredet, dass er nicht im Hades zurückgelassen worden ist noch sein Fleisch (Mensch) Verwesung gesehen hat» (Apg 2,29-31).
Wir sehen also auch in der Apostelgeschichte, die in mancherlei Hinsicht als Fortsetzung des Lukas-Evangeliums aufgefasst werden kann, den augenscheinlichen Zusammenhang zwischen dem Herrn als Sohn des Menschen und dem Christus.
Johannes
Das Johannes-Evangelium ist eine Offenbarung Gottes in der Person seines geliebten Sohnes, unseres teuren Herrn. Durch Ihn ist Gnade und Wahrheit geworden. Welcher Name des Sohnes Gottes wird uns zuerst genannt?
«Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden» (Joh 1,17). Gnade und Wahrheit, Liebe und Licht werden durch Jesus, den Retter des Volkes, offenbart und gegeben.
Johannes der Täufer sieht Jesus zu sich kommen und darf bezeugen, dass dieser der Sohn Gottes ist.
Weiter wird im ersten Kapitel des Evangeliums über den Sohn Gottes durch Philippus von Dem gesprochen, von dem Mose in dem Gesetz geschrieben hat und die Propheten, Jesus, den Sohn des Joseph, den von Nazareth.
Schliesslich berichtet dieses ganze Evangelium vom Sohn Gottes, der sich erniedrigt hat, um Jesus, d.h. Retter des Volkes, zu werden. Der Schreiber fasst diesen Gedanken in Kapitel 20,31 zusammen: «Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr glaubend Leben habt in seinem Namen.»
Wundert es uns, wenn dann im letzten Vers des Johannes-Evangeliums noch einmal der Name Jesus geschrieben steht? Nein – wir dürfen vielmehr und wiederholt die Gnade und Liebe Gottes preisen, der seinen geliebten Sohn auf diese Erde gesandt hat, damit Er zu unserem Heil Retter – Jesus – werden sollte.
Der Name, der über jeden Namen ist
In Philipper 2,9-11 werden wir daran erinnert, dass das Bekenntnis, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters, gereicht. Wir Menschen sind begnadigt, Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, den ewigen Sohn Gottes, der Sohn des Menschen geworden ist, zu betrachten.
Gott hat Ihn hoch erhoben und Ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist. Wir wollen vorsichtig in Erwägung ziehen, dass dieser Name etwas ist, was Gott, der Vater, seinem geliebten Sohn gegeben hat und wir nicht beschreiben können: eine göttliche Herrlichkeit, eine göttliche Würde, eine göttliche Ehre, eine göttliche Autorität, eine göttliche Ausstrahlung. Es muss etwas sein, was wir bei Menschen dieser Erde nie finden werden. Es ist etwas, was dem Menschen Jesus Christus von Gott gegeben wurde, weil Er, obwohl Er Gott war, sich aufs tiefste erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod am Kreuz.
Sein Name und der unseres Gottes und Vaters seien bis in alle Ewigkeit angebetet, gepriesen und hoch erhoben.