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Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) ist eine durch Bakterien der Gattung Campylobacter ausgelöste Darmentzündung (Enteritis). In der Regel verläuft eine Campylobacter-Infektion gut und heilt von alleine aus.
Campylobacter-Bakterien kommen praktisch überall vor; ihren natürlichen Lebensraum haben sie in vielen Wildtieren, Haustieren und Nutztieren. Menschen stecken sich bei diesen Tieren überwiegend durch indirekte Übertragung der Erreger an: Meist kommt es dann über verschmutzte Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder verschmutztes Trinkwasser zur Campylobacter-Infektion. Weil mit Campylobacter infizierte Menschen und Tiere die Erreger über den Kot ausscheiden, ist aber auch eine Ansteckung durch direkte Übertragung von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch möglich (sog. Schmierinfektion). Da schon eine geringe Bakterienmenge ausreicht, um beim Menschen eine Campylobacteriose auszulösen, ist die Ansteckungsgefahr bei einer Campylobacter-Infektion sehr gross.
Es gibt mehr als 20 verschiedene Arten von Campylobacter-Bakterien. In den Industrieländern ist vor allem die Art Campylobacter jejuni als Erreger der Campylobacteriose von Bedeutung: Dieses Bakterium ist neben den Salmonellen die häufigste Ursache für infektiöse Durchfallerkrankungen. Eine Campylobacter-Infektion durch Campylobacter jejuni äussert sich neben Durchfall durch Symptome wie Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl.
In seltenen Fällen ist die Art Campylobacter fetus für eine Campylobacteriose verantwortlich. Die Campylobacter-Infektion mit Campylobacter fetus führt zu einer schweren fieberhaften Erkrankung mit verschiedenen Krankheitsbildern wie Durchfall, Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) und Entzündungen von Gelenken (Arthritis). Meist liegt der Campylobacter-fetus-Infektion eine Erkrankung zugrunde, bei der das Immunsystem der Infizierten stark geschwächt ist (HIV-Infektion, Tumorerkrankungen).
Diagnostizieren lässt sich eine Campylobacter-Infektion durch den Nachweis der Erreger in Stuhlproben und Blutproben oder anderen Körpersekreten. Da die Campylobacter-Infektion in der Regel von alleine ausheilt, ist eine Therapie mit Antibiotika in der Regel nicht notwendig. Stattdessen sind die Symptome durch Flüssigkeits- und Nährstoffausgleich oder mit Schmerzmitteln behandelbar. Ist der Verlauf einer Campylobacter-Infektion schwerwiegend oder hat Campylobacter fetus die Infektion verursacht, ist es hingegen ratsam, Antibiotika einzunehmen. In einzelnen Fällen können sich im Anschluss an eine Campylobacteriose die Gelenke oder Nerven entzünden. Einer Campylobacter-Infektion lässt sich durch hygienische Massnahmen vorbeugen.
Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) ist eine Darmentzündung (Enteritis), ausgelöst durch Bakterien der Gattung Campylobacter. Die Erreger der Infektion stammen vor allem von Haus- und Nutztieren, in denen sie ihren natürlichen Lebensraum haben. Damit gehört die Enteritis durch Campylobacter zu den sogenannten Zoonosen – den von Tieren auf Menschen übertragbaren Erkrankungen.
Bisher sind mehr als 20 Campylobacter-Arten bekannt. Nicht alle Arten lösen beim Menschen Symptome einer Campylobacteriose aus. Neben den Salmonellen ist die Art Campylobacter jejuni der häufigste Auslöser bakterieller Durchfallerkrankungen in den Industrieländern. Das Bakterium Campylobacter fetus ist seltener als andere Campylobacter-Arten, verursacht jedoch eine Campylobacter-Infektion, die nicht nur auf den Darm beschränkt ist und lebensbedrohliche Ausmasse annehmen kann.
In der Schweiz tritt die Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) mit einer Häufigkeit von rund 8'000 gemeldeten Fällen im Jahr auf. Im Sommer häufen sich die durch eine Infektion mit Campylobacter verursachten Darmentzündungen. In Entwicklungsländern verlaufen Campylobacter-Infektionen oft endemisch, das heisst sie sind ständig vorhanden und betreffen einen grossen Teil der Bevölkerung. Daher kommt es gehäuft nach Reisen in solche Gebiete zu einer Campylobacter-Infektion.
Einer Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) liegen als Ursachen bestimmte von Tieren auf Menschen übertragbare Erreger zugrunde: Bakterien der Gattung Campylobacter. Dies sind schlanke, spiralig gekrümmte Stäbchenbakterien, die ausschliesslich in Gegenwart von Sauerstoff wachsen können (d.h., sie sind aerob).
Die für Campylobacter-Infektionen verantwortlichen Campylobacter-Bakterien sind weltweit verbreitet und kommen praktisch überall vor. Ihren natürlichen Lebensraum haben sie in vielen Wildtieren (z.B. Vögel und Säugetiere), Haustieren (z.B. Hunde und Katzen) und Nutztieren (v.a. Geflügel), ohne die Tiere krank zu machen. Bei einer Campylobacter-Infektion des Menschen vermehren sich die Erreger in allen Darmabschnitten und schädigen auf direktem Weg die Schleimhaut des Darms. Ausserdem können die Erreger in vielen Fällen ein Gift (sog. Enterotoxin) bilden, das den Körper schädigt und eine der Ursachen für die Symptome der Campylobacteriose ist.
Es sind mehr als 20 verschiedene Campylobacter-Arten bekannt. Die in Industrieländern häufigste Ursache für eine Campylobacter-Infektion ist Campylobacter jejuni. Weitere für den Menschen bedeutsame Erreger der Campylobacteriose sind Campylobacter coli und Campylobacter lari. Eine durch Campylobacter fetus ausgelöste Infektion ist zwar selten, kann aber neben der Darmentzündung (Enteritis) weitere schwerwiegende Symptome verursachen. Wenn Menschen sich mit diesem Bakterium anstecken, ist ihr Immunsystem in den meisten Fällen bereits durch eine schwere Grunderkrankung geschwächt, wie zum Beispiel durch HIV-Infektionen, bösartige Tumoren oder fortgeschrittene Leberzirrhose bei Alkoholismus. Aber auch Neugeborene können betroffen sein.
Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) kann ihre Ursachen in einer direkten oder indirekten Übertragung der Erreger haben:
Der natürliche Lebensraum der für die Campylobacter-Infektion verantwortlichen Bakterien (z.B. Campylobacter jejuni, C. coli, C. fetus) sind verschiedene Wild-, Haus- und Nutztiere. Vom Tier auf den Menschen gelangen die Bakterien der Gattung Campylobacter überwiegend durch indirekte Übertragung: Ursachen für die Ansteckung des Menschen sind meist verschmutzte Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder verschmutztes Trinkwasser. Da infizierte Menschen und Tiere die Campylobacter-Bakterien über den Kot ausscheiden, ist auch die direkte Übertragung der Campylobacter-Infektion durch eine Schmierinfektion von Tier zu Mensch oder von Mensch zu Mensch möglich. Die Erregermenge, die nötig ist, um eine Campylobacteriose auszulösen, ist mit etwa 500 Keimen gering. Daher sind Campylobacter-Infektionen sehr ansteckend.
Bei der Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) beträgt die Inkubationszeit (d.h. die Zeit zwischen der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) in der Regel 2 bis 5 Tage, manchmal auch nur 1 oder bis zu 10 Tage.
Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) äussert sich in der Regel immer durch ähnliche Symptome – egal welche Campylobacter-Bakterien die Infektion verursacht hat. Nur das Bakterium Campylobacter fetus führt zu einem abweichenden Krankheitsverlauf und lässt sich daher von den typischen Campylobacter-Infektionen abgrenzen.
Bei einer typischen Campylobacter-Infektion beispielsweise mit Campylobacter jejuni treten nach zwei bis elf Tagen Symptome wie ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und hohes Fieber bis 40 Grad Celsius auf. Ein Viertel der Betroffenen zeigt heftiges Erbrechen. Diese Symptome der Campylobacter-Infektion bilden das etwa einen Tag andauernde Vorstadium der Campylobacteriose.
Die zweite Phase der Campylobacter-Infektion ist durch andere Symptome gekennzeichnet: Die Darmentzündung äussert sich durch akute kolikartige Bauchschmerzen und Durchfall. Es kommt zu häufigen Darmentleerungen – insgesamt bis zu 20 Mal am Tag. Die bei der Campylobacteriose auftretenden Durchfälle sind in der Regel wässrig, später können sie mit Schleim und Blut vermengt sein.
Die mittlere Dauer einer Campylobacter-Infektion liegt bei etwa einer Woche; in schweren Fällen können die Symptome der Campylobacteriose allerdings bis zu acht Wochen anhalten.
Eine durch Campylobacter fetus verursachte Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) ist durch zusätzliche schwere Symptome gekennzeichnet. Die Bakterien bleiben nicht nur im Darm, sondern gelangen über das Blut in andere Körperorgane, wo sie sich ansiedeln. Auf diese Weise löst Campylobacter fetus neben Durchfall verschiedene andere Krankheitsbilder hervor, wie etwa Hirnhautentzündung (Meningitis), Herzinnenhautentzündung (Endokarditis), Gelenkentzündung (Arthritis), Venenentzündung (Phlebitis) und Eiteransammlungen in Geweben (Abszesse). Eine Infektion mit Campylobacter fetus während der Schwangerschaft kann eine Fehlgeburt (Abort) auslösen.
Bei einer Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) erfolgt die Diagnose durch den Nachweis der ursächlichen Bakterien in Blut- oder Stuhlproben. Auch die seltene Infektion mit Campylobacter fetus lässt sich in der Regel ohne Schwierigkeiten im Stuhl, Blut, Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) oder in Eiteransammlungen feststellen.
Bei einer Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) zielt die Therapie meist darauf ab, die Symptome zu behandeln, da die Infektion mit den ursächlichen Campylobacter-Bakterien in der Regel von selbst ausheilt. In erster Linie besteht die Behandlung darin, die durch den wässrigen Durchfall auftretenden Flüssigkeits- und Salzverluste auszugleichen: Dazu ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen; gegebenenfalls erhalten Sie hierzu Infusionen.
Verläuft die Campylobacter-Infektion schwerwiegender, kann eine Behandlung mit Antibiotika notwendig sein. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie hohes Fieber haben oder die Campylobacteriose-Beschwerden schon länger als eine Woche bestehen. Bei einer Campylobacteriose durch Campylobacter fetus ist eine Antibiotika- Therapie in jedem Fall zu empfehlen: Es ist ratsam, auch ohne Erregernachweis in den ersten zwei Krankheitstagen mit der Antibiotika-Therapie zu beginnen, sobald der Verdacht auf eine Infektion mit Campylobacter fetus vorliegt.
Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) nimmt in der Regel einen gutartigen Verlauf: In den meisten Fällen heilt eine Darmentzündung (Enteritis) durch Bakterien der Gattung Campylobacter folgenlos aus – auch ohne Antibiotika-Behandlung. Bei 10 bis 20 Prozent der Betroffenen und besonders bei Kindern kann eine Campylobacter-Infektion jedoch erneut auftreten oder chronische Darmentzündungen hervorrufen.
Eine durch Campylobacter fetus verursachte Campylobacteriose ist selten, zeigt aber wegen der häufig vorliegenden Grunderkrankung meist einen schweren Verlauf. Neben dem Darm können bei einer Campylobacter-Infektion durch Campylobacter fetus weitere Organe von Entzündungen betroffen sein, die in einigen Fällen ein lebensbedrohliches Ausmass annehmen.
In einigen Fällen können bei einer Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) im weiteren Verlauf Komplikationen auftreten: Da die Darmentzündung (Enteritis) die Darmwand schädigt, ist diese besonders anfällig für eine Infektion mit weiteren bakteriellen Erregern. Daher sind Mischinfektionen mit Salmonellen, Shigellen, Escherichia coli und Rotaviren möglich. Eine mögliche Mischinfektion ist bei der Diagnose und Therapie zu berücksichtigen.
Weitere mögliche Komplikationen der Campylobacter-Infektion sind Gelenkentzündungen (Arthritiden), die als Folgeerkrankung ein bis zwei Wochen nach Ende der Durchfallerkrankung auftreten können. Sie halten einige Wochen an, nehmen aber einen selbstlimitierenden Verlauf (d.h., sie verschwinden von selbst wieder). In einzelnen Fällen kommt es ausserdem nach einer Campylobacteriose zur als Guillain-Barré-Syndrom bezeichneten Komplikation: Hierbei entzünden sich Nervenwurzeln im Rückenmark und in den Nerven. Das Guillain-Barré-Syndrom entwickelt sich häufig nach einem Infekt der oberen Luftwege oder des Magen-Darm-Trakts. Besteht ein Zusammenhang zwischen einem solchen Infekt und dem Guillain-Barré-Syndrom, ist in den meisten Fällen eine vorherige Campylobacter-Infektion nachweisbar.
Sie können einer Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) vorbeugen, indem Sie für ausreichende Hygiene sorgen. Das bedeutet vor allem: Waschen Sie sich häufig die Hände mit Seife! Achten Sie auf sauberes, hygienisches Arbeiten bei der Essenszubereitung (v.a. bei Geflügel), trinken Sie kein verunreinigtes Wasser und verzehren Sie Lebensmittel, die mit Erregern in Berührung gekommen sind, nicht unbehandelt beziehungsweise roh.
Massnahmen zum Vorbeugen sind auch im Krankheitsfall wichtig. Solange Sie Symptome einer Campylobacter-Infektion zeigen, ist es wichtig, dass Sie zu Hause bleiben. Auch hier ist auf ausreichende Hygiene zu achten – vor allem bei der Versorgung von Kindern. Auch nach einer abgeklungenen Campylobacteriose und besonders bei schwereren Krankheitsverläufen können Sie noch einige Wochen lang den Erreger über den Stuhl ausscheiden und somit weitere Menschen anstecken.