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Die Stoffbeschränkungen in Elektro- und Elektronikgeräten in der Schweiz sind mit denjenigen der Richtlinie 2011/65/EU (RoHS2) identisch bezüglich Art der geregelten Schwermetalle und Flammschutzmittel, betroffenen Gerätekategorien, Ausnahmen von den Stoffverboten und Zeitpunkten des Inkrafttretens.
Gesetzliche Grundlagen
1. Verbote
Elektro- und Elektronikgeräte, Kabel sowie Ersatzteile dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn sie Quecksilber, Blei, Cadmium oder Chrom(VI) sowie polybromierte Biphenyle (PBB) oder polybromierte Diphenylether (PBDE) enthalten. Höchstkonzentrationswerte bis zu maximal 0.1% werden toleriert, für Cadmium maximal 0.01%. Die Höchstwerte beziehen sich jeweils auf homogene Werkstoffe.
2. Betroffene Gerätekategorien
- Haushaltsgrossgeräte
- Haushaltskleingeräte
- IT- und Telekommunikationsgeräte
- Geräte der Unterhaltungselektronik
- Beleuchtungskörper
- Elektrische und elektronische Werkzeuge
- Spielzeug sowie Sport- und Freizeitgeräte
- medizinische Geräte
- Überwachungs- und Kontrollinstrumente einschliesslich Überwachungs- und Kontrollinstrumenten in der Industrie
- automatische Ausgabegeräte
- sonstige Elektro- und Elektronikgeräte, die keiner der oben genannten Kategorien zuzuordnen sind.
Folgende Elektro- und Elektronikgeräte, welche noch die genannten Schwermetalle, Decabromdiphenylether (DecaBDE) oder polybromierte Biphenyle (PBB) mit Ausnahme von Hexabrombiphenyl enthalten, dürfen weiterhin bis zu den nachstehend genannten Daten erstmals in Verkehr gebracht werden:
- In-vitro-Diagnostika bis zum 22. Juli 2016
- industrielle Überwachungs- und Kontrollinstrumente bis zum 22. Juli 2017
- Geräte, die nicht unter den Geltungsbereich der Richtlinie 2002/95/EG (RoHS1) gefallen sind und die
den Anforderungen der Richtlinie 2011/65/EU (RoHS2) nicht entsprechen würden bis zum 22. Juli 2019
Die Verbote der Schwermetalle und der Flammschutzmittel DecaBDE sowie PBB mit Ausnahme von Hexabrombiphenyl gelten zudem nicht für:
- Geräte, die für den Schutz der wesentlichen Sicherheitsinteressen der Schweiz erforderlich sind, einschliesslich Waffen, Munition und Kriegsmaterial für militärische Zwecke
- Ausrüstungsgegenstände für den Weltraum
- ortsfeste industrielle Grosswerkzeuge und ortsfeste Grossanlagen
- Verkehrsmittel zur Personen- oder Güterbeförderung (mit Ausnahme von nicht typgenehmigten elektrischen Zweirad-Fahrzeugen)
- bewegliche Maschinen, die nicht für den Strassenverkehr bestimmt sind und ausschliesslich zur professionellen Nutzung zur Verfügung gestellt werden
- aktive implantierbare medizinische Geräte
- Photovoltaikmodule, die in einem System verwendet werden sollen, das zum ständigen Betrieb an einem bestimmten Ort zur Energieerzeugung aus Sonnenlicht für öffentliche, kommerzielle, industrielle und private Anwendungen von Fachpersonal entworfen, zusammengesetzt und installiert wurde
- Geräte, die ausschliesslich zu Zwecken der Forschung und Entwicklung entworfen wurden und nur auf zwischenbetrieblicher Ebene bereitgestellt werden
- Geräte, die speziell als Teil eines Gerätetyps konzipiert sind, für den die Stoffverbote nicht gelten
3. Ausnahmen für bestimmte Werkstoffe und Bauteile
Die Verbote gelten nicht für Elektro- und Elektronikgeräte, Kabel und Ersatzteile, die in den Anhängen III und IV der Richtlinie 2011/65/EU aufgeführte Stoffe in den dort genannten Verwendungen enthalten.
4. Pflichten der Wirtschaftsakteure
Gerätehersteller müssen die Einhaltung der Stoffverbote in einer Konformitätserklärung bestätigen. Die Importeure müssen gewährleisten, dass die Hersteller dieser Pflicht nachgekommen sind. Für die Zwecke des Nachweises der RoHS-Konformität haben Hersteller gemäss RoHS2 das weit verbreitete Modul A («Interne Fertigungskontrolle») gemäss Beschluss Nr. 768/2008/EG anzuwenden. Zentrales Element dieses Moduls sind die technischen Unterlagen des Herstellers. Sie müssen die Beurteilung ermöglichen, ob das Elektro- oder Elektronikgerät den Anforderungen von RoHS2 genügt. Bei Geräten, an deren Bauteilen Messungen vorgenommen wurden, oder die nach der harmonisierten Norm EN 50581:2012 (Technische Dokumentation zur Beurteilung von Elektro- und Elektronikgeräten hinsichtlich der Beschränkung gefährlicher Stoffe) bewertet wurden, wird davon ausgegangen, dass verbotene Stoffe abwesend sind.
5. Hinweise
Es ist nach wie vor nicht vorgesehen, dass die Schweizer Behörden auf Gesuch für bestimmte Anwendungsgebiete Ausnahmen von den Verboten gewähren können. Zudem ist nicht festgelegt, dass Hersteller oder ihre Bevollmächtigten die Geräte wie in der EU mit einer CE-Kennzeichnung versehen müssen, weil für andere mit der EU harmonisierten Vorschriften für solche Geräte auch keine CE-Kennzeichnung verlangt wird.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 15.03.2018