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Kurz vor seinem Abgang begnadigt Barack Obama die Whistleblowerin Chelsea Manning. Es ist die letzte Begnadigung einer langen Reihe. Eine Übersicht.
Die Begnadigung von Manning wirkt zwar spektakulär, einzigartig ist sie jedoch in keiner Weise. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat die Bevollmächtigung jeden zu begnadigen, den er will, doch die meisten Fälle kriegen wir gar nicht mit.
Während Präsident Obamas Amtszeit wurden 21'000 Begnadigungsgesuche gestellt, von denen er knapp 1'600 gewährte. In den meisten Fällen handelt es sich nur um kleinere Verbrechen und die Personen sind wieder vollständig rehabilitiert. Manchmal lösen die Begnadigungen jedoch auch Furore aus, vor allem, weil der Präsident sie nicht begründen muss. Hier sind die kontroversesten Begnadigungen der US-Geschichte:
Die Begnadigung des ehemaligen Präsidenten Richard Nixon führte zu grosser Umstimmigkeit und kostete den amtierenden Präsidenten Gerald Ford vermutlich die Wiederwahl. Nachdem der Watergate-Skandal aufgedeckt worden war, trat Nixon im August 1974 zurück. Nur einen Monat später wurde er vom neuen Präsidenten Gerald Ford live im Fernsehen begnadigt. Für Kritik sorgte der Fakt, dass Nixon noch gar nicht verurteilt worden war, doch die Begnadigung stützte sich auf ein Dekret des Obersten Gerichtshofs von 1876. Dort heisst es, dass der Präsident uneingeschränkt entscheiden kann, wen er begnadigt, egal, ob vor, nach oder während der Strafverfolgung.
Der Milliardär wurde 1983 wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Während seiner Strafverfolgung flüchtete Rich in die Schweiz, wo er 2001 überraschend von Bill Clinton begnadigt wurde. Grund: Richs grosse Geldspenden im Nahen Osten hätten der Region Frieden geschenkt. Kritiker vermuten jedoch eher, die enorme Geldspende, die Richs Ex-Frau an die Clinton Foundation getätigt hatte, als Grund für die Begnadigung.
Die Enkelin des Medienmoguls William Randolph Hearst wurde 1974 von der linksradikalen Gruppierung «Symbionese Liberation Army» entführt und einer Gehirnwäsche unterzogen. Zwei Monate nach ihrer Entführung verkündete Hearst, dass sie sich der Gruppierung angeschlossen hat und beteiligte sich seitdem an mehreren Überfällen. Bill Clinton begnadigte Hearst am 20. Januar 2001, dem letzten Tag seiner Amtszeit.
Adam war ein Drogenhändler, der zu 55 Jahren Haft verurteilt wurde. Präsident George Bush senior begnadigte zwei Tage vor seinem Abgang 1993 den gebürtigen Pakistani. Bush senior hat die Begnadigung nie kommentiert.
Der Halbbruder von Bill Clinton wurde wegen Drogenbesitzes verurteilt und verbrachte ein Jahr im Gefängnis. Bill Clinton hat ihn an seinem letzten Tag im Amt begnadigt.