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Am 22. Januar 2014 verstarb in Zürich die profilierte Gewerkschafterin und Sozialdemokratin Rita Gassmann im 79. Altersjahr. Rita arbeitete während Jahrzehnten für die Gewerkschaft VHTL*. Sie bekleidete auch im SGB Spitzenpositionen.
Rita Gassmann ist in einer Eisenbahnerfamilie im Kanton Glarus aufgewachsen und profitierte von einem offenen Elternhaus, das ihr Leben nach eigenen Angaben nachhaltig prägte. Sie absolvierte eine kaufmännische Lehre. 1956 kam sie als junge Angestellte ins Zentralsekretariat VHTL und gehörte dort zum Mitarbeiterstab von Hermann Leuenberger, dem unvergesslichen VHTL- und SGB-Präsidenten. Nach drei Jahren wechselte sie in die Privatwirtschaft. Daraufhin trat sie in die Dienste des Kantons Zürich und war dort viele Jahre als Adjunktin bei der Jugendanwaltschaft tätig.
1977 wurde Rita Gassmann als Nachfolgerin von Maria Zaugg-Alt zur Zentralsekretärin der Gewerkschaft VHTL gewählt. Sie war in dieser Funktion nicht wie ihre Vorgängerin ausschliesslich für die Gleichstellungsarbeit zuständig, sondern von Anfang an wie ihre männlichen Kollegen auch in der Bewegungsarbeit tätig. Sie befasste sich mit wichtigen Lohn- und Vertragsverhandlungen, besonders mit Coop und Migros und wirkte in der FIET (heute UNI Global Union), der weltweiten Dachorganisation der Beschäftigen im Dienstleistungsbereich, mit. Dort war sie einige Zeit auch für die Finanzen zuständig.
Bereits vorher war Rita einige Jahre Präsidentin der SP-Frauen Schweiz und damit auch in der Geschäftsleitung der SPS. Ab 1985 präsidierte sie die Frauenkommission SGB. 1990 wählte sie der Kongress in Interlaken zur Vizepräsidentin des SGB. Dieses Amt übte sie bis 1994 aus. Danach war sie noch drei weitere Jahre im SGB-Vorstand. Rita Gassmann vertrat die Gewerkschaften in vielen Gremien und Kommissionen des Bundes, unter anderem im Verwaltungsrat der SUVA und bei der SRG sowie in zahlreichen Fachkommissionen des Wirtschaftsbereiches Handel und Verkauf. Sie nahm so einen bunten Strauss an Aufgaben wahr und erfüllte diese stets mit grossem Einsatz. Als sie dann die letzten zwei Berufsjahre - 1995 bis 1997 - als VHTL-Zentralpräsidentin wirkte, tat sie das aus Pflichtbewusstsein, im Wissen, dass noch einmal ihr volles Engagement gefragt war. Ihr Einsatz in den letzten Monaten vor der Pensionierung war bewundernswert.
Wir trauern um eine grosse Gewerkschafterin und gute Freundin. Rita war eine engagierte Kämpferin für die Gleichstellung. Das Mass ihres Einsatzes war soziale Gerechtigkeit für alle Menschen. Wir werden Rita stets in guter Erinnerung behalten.
* Gewerkschaft Verkauf Handel Transport Lebensmittel. Ab 2005 in der Unia aufgegangen.