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L’histoire des effets de l’architecture devrait nous préoccuper tout autant que celle des idées. On ne peut pas prétendre que les architectes sous-estiment aujourd’hui la fonction des constructions. Mais contrairement à la fonction – qui est fixée dans le cahier des charges par les maîtres d’ouvrage, dans les lois par la politique ou dans des directives par des groupes de pression – l’usage ne découle pas d’une représentation, mais de la réalité des constructions. Le fait qu’en règle générale un bâtiment se soustrait pendant toute sa durée de vie au contrôle des architectes relativise leur paternité. Et à l’usage, les utilisateurs mettent souvent à nu et sans ménagements les petits et les grands défauts d’un bâtiment. Une architecture de l’usage est toujours une «architecture d’en bas», qu’on peut chercher dans deux directions. On pense d’une part à des constructions directement façonnées par le corps – même si c’est par des corps d’éléphants – ; d’autre part au cas contraire: à l’architecture comme structure neutre, qui reste ouverte à diverses appropriations et interprétations possibles – comme réceptacle dans lequel s’inscrit l’utilisation humaine. Mettre l’accent sur l’utilisation confère dans les deux cas à l’architecture une légitimité qui a peu à voir avec son autonomie.
C’est sans conteste une revendication qui dépasse celle d’un art de la construction qui, lui, ne doit satisfaire que lui-même. Car travailler à partir et avec la perspective de l’utilisation peut élargir le champ d’action des architectes à des territoires politiques et sociaux inhabituels et se prolonger au-delà de l’inauguration d’un bâtiment. Jusqu’au point où les architectes perdent aussi dans une certaine mesure le contrôle sur leurs oeuvres et doivent faire valoir leurs préoccupations en dialoguant avec des profanes dans le cadre de processus de négociation ardus. Là où l’on a le plus besoin de bons architectes.
Der Raum, das lernen Architekturschaffende, sei eine auf sich selbst beruhende Qualität – doch da gibt es einiges klarzustellen: Form ist sozial konstruiert. Im architektonischen Raum kommen materielle Dinge und soziale Protokolle zusammen – und das nicht erst seit dem Urknall der Moderne. Im Hintergrund leuchtet noch immer ihr Funktionalismus, aktualisiert wird er über Situationen des Gebrauchs. Sie liefern Architekturschaffenden mehr als genug Stoff, um neben Schönem und Festem auch Nützliches zu entwerfen.
Das britische Architekturkollektiv Assemble hat zusammen mit Quartierbewohnern einem vernutzten Quartier in Liverpool zu einer Wiedergeburt mittels Selbstbau und gewerblicher Initiative verholfen. Neben der Aneignung und Renovierung einzelner baufälliger Reihenhäuser durch die Einwohner der vier Strassen sind lebenswerte gemeinschaftliche Räume entstanden, die weit über das Quartier ausstrahlen.
In der indischen Halbwüste Rajasthans tragen statt Busse Elefanten die Touristen zum hochgelegenen Fort Amber. Die Lebensumstände der Tiere und ihrer Mahouts entsprachen jedoch nicht dem empfindsamen Gewissen der Reisenden. Auf Geheiss der Regierung hat der indische Architekt Rahul Mehrotra ein Dorf für Mensch und Tier geplant, in dem sich alles um die Grösse und Lebensrhythmen der Elefanten dreht – eine interessante Versuchsanordnung zur räumlichen Interaktion von Tier, Mensch und Architektur.
Japan gilt als ein Land, in dem das Schöne und das Praktische eins sind. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich aber, dass insbesondere die japanische Architektur weit mehr durch gesellschaftliche Konventionen bestimmt ist als durch funktionale Innovation. Ein Augenschein an drei Orten des unter- und des überbestimmten Gebrauchs.
Das Diakoniewerk Bethanien und E2A Architekten haben das Wort Nutzungsmix gleichermassen ernst genommen. Hinter der generischen Rasterfassade der Hochhausscheibe in Zürichs Westen verbergen sich die verschiedensten Nutzungen: Ein Sterbehospiz, ein Hotel, Kinderkrippe und Büros profitieren von derselben häuslichen Infrastruktur mit Erschliessung und Grossküche. Und das Quartier profitiert von einem Haus, das Leben und Alltagsdienstleistungen zwischen Gewerbe- und Bürobauten einbringt.
Die Vele di Scampia, eine verrufene Sozialsiedlung im Norden Neapels, ist eine architektonische Monstrosität. Der Entwurf von Francesco di Salvo wurde unter eklatanten baulichen Abstrichen umgesetzt, und der desolate Zustand heute legt beredt Zeugnis ab davon, was alles in der Planung und im Betrieb falsch laufen kann. Das Malaise ist so gross, dass sich sogar die Bewohner für den Abriss einsetzen. Die Reportage zeigt, wie eine Architektur, die sozial und räumlich gescheitert ist, durch ihre Bewohner dennoch wieder Sinn gewinnen kann.
Der Städtebau der letzten achtzig Jahre hat immer nur Siedlungen hervorgebracht und kaum je wirkliche Quartiere. Der Stadtplaner Jürg Sulzer plädiert dagegen für das Prinzip des Baublocks und einen Städtebau, der städtische Räume entstehen lässt.
Im Industriegebiet Hochbord am Rand von Dübendorf entsteht eine Überbauung für alternatives Wohnen und Arbeiten. Conen Sigl haben den Studienauftrag mit einem bildhaften Projekt gewonnen.
Fensterläden aus Aluminium sind auch in einer Ortsbildschutzzone wie dem Regierungsplatz in der Churer Altstadt zulässig, urteilt das Bundesgericht. Dies erhöht auch den Druck auf die eigentlichen Schutzobjekte.
Die 1960er Jahre sind die Zeit der Corporate Identity, auch in der Architektur. Kornel Ringli moniert in einem schön illustrierten Buch eine fehlende Gesamtsicht. Und um bei Kultigem zu bleiben: Neu erschienen sind ein Reisebüchlein zu Palladio und ein Bildband zur Architektur der Gattung Haus.
Das Deutsche Architekturmuseum zeigt Frau Architekt, eine provozierende und überfällige Ausstellung. Ausserdem: Kunst und Bau in der Berner Stadtgalerie Progr – und eine Ausstellungstrilogie zum Kulturgut Seilbahn.
Bangladesch kennt man durch Spendenaufrufe und allenfalls von der Etikette im T-Shirt. Das mehrheitlich muslimische Land im Mündungsgebiet von Ganges, Brahmaputra und Meghna steht aber auch für einen seit seiner Gründung stetig fliessenden Strom an architektonischer Innovation und Zuversicht. Eine Reportage aus einem Land mit einer erstaunlichen Architekturkultur.