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Das im Besitz der Mobiliar befindliche Werk Ohne Titel 1 (2014) zeigt eine ausserordentlich komplexe Szene. Im linken Bildfeld sind drei strenggläubige Juden zu sehen. Einer von ihnen scheint geschwächt und droht jeden Moment nach hinten zu kippen, seine Hände und sein Kopf sind rot. Im rechten Bildfeld überragt eine hochgewachsene Frau eine miniaturisierte Männergruppe mit schwarzen Hüten. Sie hält Bleistifte in der Hand, mit denen sie die Figur eines Jugendlichen gezeichnet hat – ihren Sohn mit rotem Helm und einem Mantel mit opulent gemustertem Stoff, wie Althoff erläutert. Dieses Bild liest sich wie eine Drehbuchszene für einen epischen Spielfilm. Obschon das Motiv zahlreiche Assoziationen weckt, bleibt es rätselhaft, und eben hierin spiegelt sich eine Grundhaltung des Künstlers wider, dem es nicht um Entschlüsselung geht. Er selbst könne, so sagt er, sein Schaffen analytisch nicht erfassen. Diese Rätselhaftigkeit von Althoffs Kunst animiert die Betrachter dazu, aktiv zu werden und zu einer eigenen Deutung zu finden.
Eine Kunsthochschule hat Althoff nicht besucht. Seine Kunst lässt sich auf kein Genre festlegen. Er malt Bilder, kreiert Installationen und Videos, formt Tonplastiken, schreibt Briefe, verfasst Essays und produziert elektronische Musik. Nachhaltig in Erinnerung wird seine Ausstellung im Museum of Modern Art in New York (2016/2017) bleiben: ein riesiges Selbstporträt in Form eines medialen Gesamtkunstwerks, das seine Arbeitsweise gut charakterisiert.
Geboren wurde Kai Althoff 1966 in Köln (DEU); er lebt in New York City (USA).
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Installation, Skulptur, Musik, Multimedia