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Pilgrim FAQ – Fragen und Antworten
Was heisst PILGRIM?
Pilgrim ist das englische Wort für Pilger. Pilgrims hiessen auch die religiösen Auswanderer, die am 11. November 1620 auf Cap Cod, nahe Boston landeten. Der ausgehende Biervorrat auf der „Mayflower“ war der wahre Grund der Landung. Sie wollten frisches Bier brauen und dann weiter segeln, südlich, Richtung heutiges New York.
Wie kommen wir auf diesen Namen?
Das Kloster Fischingen wurd 1134 als Pilgerherberge gegründet. In der seither verstrichenen Zeit sind zehntausende Pilger auf dem Weg nach Einsiedeln oder gar nach Santiago di Compostela in Fischingen eingekehrt. Der Wegweiser vor der Brauerei zeigt die Richtung und Distanz: 2300 km.
Was bedeutet das Reinheitsgebot?
Das Deutsche Reinheitsgebot von 1516 verbietet es den deutschen Brauern nebst Gerste und Hopfen andere Zutaten zu verwenden. Es dürfen weder aromatische Kräuter, exotische Gewürze, Honig oder Früchte zugesetzt wenden. Das führte zu einer gewissen Eintönigkeit der nach dem Reinheitsgebot gebrauten Biere. In Belgien, wo die Bières d`Abbaye ihre Heimat haben, gilt das Reinheitsgebot nicht. Die Schweiz und Österreich kennen die Deklarationspflicht für Bier, aber kein eigentliches Reinheitsgebot.
Wer kam auf die Idee eine solche Brauerei zu bauen?
Initiant ist der Bierbrauer Martin Wartmann aus Frauenfeld.
Wie viel Bier müssen Sie verkaufen, damit es rentiert?
Die Brauerei ist für rund 150’000 Liter Bier oder 300’000 Flaschen pro Jahr ausgelegt. Eine Grossbrauerei braucht für diese Menge 3-4 Stunden. Wir müssen mindestens 200’000 Flaschen verkaufen, um alle Kosten zu decken. Trotz höherer Preise keine Goldgrube.
Wer erhält den Gewinn?
Damit die Brauerei langfristig leben kann und so einen nachhaltigen Beitrag an den Erhalt der Klosteranlagen liefert, muss sie Gewinn machen. Damit sollen zuerst die Investitionen amortisiert und das Fremdkapital zurückbezahlt werden. Das dürfte Jahre gehen. Das Kloster erhält ebenfalls einen Obolus in Form einer vom Gewinn unabhängigen Umsatzabgabe, abgesehen von Miete etc.
Warum soviel aus den USA und auf Englisch?
Bierkultur ist international: nebst Deutschland und Belgien spielt England eine grosse Rolle in der Biergeschichte. In den letzten 30-40 Jahren wurde Nordamerika zum Taktgeber einer neuen, vielfältigen Bierkultur. Das schlägt sich in den Begriffen nieder.
Wer sind die Gründer?
Auf die Initiative von Martin Wartmann haben sich die Unternehmer, Fredy Lienhard, Teufen und Andreas Schoellhorn, Winterthur zu je gleichen Teilen am Projekt beteiligt.
Warum ein Weinglas und kein Bierglas?
Gourmetbiere mit hohem Alkoholgehalt trinkt man in kleinen Schlucken aus kleineren Gläsern. Krüge und „Schtangen“ eignen sich nicht. Damit man Farbe und Aroma richtig erleben kann, bieten sich Weingläser an. Sie sind in jedem Haushalt vorhanden.
Lieferkonditionen
Die Brauerei hat keinen eigenen Lieferservice. Ein Grossteil Biere werden über die Post versandt. Die Lieferzeit beträgt in der Regel 2 Arbeitstage.
Wann finden Besichtigungen statt?
Die Brauerei und ihr Brauereiladen sind, ausser Sonntag, zu den üblichen Betriebszeiten geöffnet. Man kann eintreten und sich umsehen. Der Bierladen steht im Sudhaus. Für Führungen mit Bierverkostung muss man sich anmelden.
Was bedeutet HACCP?
Heisst Hazard Analysis Critical Control Point – Eine Überwachung des Produktionsprozesses, insbesondere der kritischen Punkte, wo gesundheitsgefährdende Probleme auftauchen könnten. Das ist beim Bier zum Glück nicht der Fall. Trotzdem führen wir Sudjournale mit allen relevanten Daten. Sie garantieren die Nachverfolgbarkeit.
Wie lange dauert die Haltbarkeitsgarantie?
Unfiltrierte Biere enthalten lebende Hefen, welche die Haltbarkeit beeinflussen. Je nach Bierstil filtrieren wir leicht (enthefen), pasteurisieren schonend oder aber die Biere werden durch den hohen Alkoholgehalt ohnehin sehr lange haltbar. Sie finden die jeweilige Haltbarkeitsempfehlung im Internet und auf den Flaschenetiketten.
Was heisst Craft-Beer?
In USA bezeichnet man die kleinen, neu gegründeten Brauereien als Craft-Brewery – Handwerksbrauerei – und den Brauer als Craft-Brewer, der Verein heisst Craft Brewer Association. Ein richtiger US-Craftbrewer braut niemals das gleiche, untergärige Bier wie die grossen Kollegen. Er braute „andere Biere“, warm vergärende, mit andern Rohstoffen, stark gehopfte – egal was. Einfach Biere mit denen er sich von den Andern unterscheiden kann. So wurde der Begriff „Craftbeer“ beim Konsumenten zum Synonym für „anders schmeckendes Bier“. Bei uns brauen die vielen Kleinstbrauer oft ähnliche Biere wie die grossen Kollegen. Hell, kalt vergoren, leicht zu trinken und in Schtangen serviert. Das führt dann beim Konsumenten zur berechtigten Frage, was jetzt eigentlich Craft Beer sei und worin man sich von den Grossen, ausser in der Betriebsgrösse, unterscheide
Können Aktien gekauft werden?
Die Gründer halten je 1/3 des Risiko- bzw. Aktienkapitals. Sie haben sich zu einer 5-jährigen Haltefrist verpflichtet. Danach sieht man, ob die Investition ein Risiko bleibt oder den Durchbruch schafft. Je nach dem wird man über die Ausgabe von Aktien entscheiden.
Was bekommt das Kloster?
Der Verein Kloster Fischingen erhält für die Gewerbeflächen im Risalit und den Garagen Marktmieten, liefert sein Quellwasser und erhält einen Umsatzbonus. Das Kloster profitiert dazu von der Bekanntheit aus den Marketingaktivitäten und den Produkten im Markt. Die Pilgrim-Biere sind über das Internet in der ganzen Schweiz erhältlich. Ein beachtlicher Werbefaktor für das Kloster Fischingen.
Gibt es Gratisbier?
Gratisbier sei das beste Bier, sagt man. An Rampenverkaufstagen darf man in der Brauerei verkosten. Und an den Saison-Bier-Anstichen gibt’s gratis Saisonbier zum Probieren.
Unsere Preise?
Die aufwändige Machart, Anlagen, Handarbeit und die teuren Rohstoffe prägen einerseits die Biere – aber auch den Abgabepreis. Wir können nicht günstig produzieren. Nur besser…
Was ist an den PILGRIM-Bieren anders?
Wir brauen nur kleine Chargen, darum sind wir flexibel. Die offene Gärung lässt unsere Hefen an der Luft atmen. Wir verwenden ausschliesslich warmgärende und besondere Hefen. Wir haben über ein Dutzend verschiedene Malze aus Deutschland und Belgien an Lager. Wir brauen mit rund einem Dutzend Hopfen. Wir lassen unsere Biere in den Flaschen nachreifen. Wir machen alles ein bisschen anders als die anderen. Die Kumulation machts dann eben aus…
Warum Champagnerflaschen?
Für die Flaschengärung und den Versand braucht es stabile und drucksichere Flaschen.
Wieso gerade in Fischingen?
Zuerst war es Zufall… Dann der Blick für die besondere Situation… Und dann der gemeinsame Wille des Vereins und der Gründer.
Warum gibt es in der Schweiz so wenig Biervielfalt?
60 Jahre Bierkartell haben bei Wirten und Konsumenten das Bierverständnis ausgelöscht.
Was ist der Unterschied zu andern Kleinbrauereien?
Anlagen, Professionalität und Businessplan: Wir brauen nicht Biere für jedermann, sondern fast ausschliesslich aufwändige Gourmetbiere und setzen alte Rezepte innovativ um.
Was mache ich mit abgelaufenen Bieren?
Bier kann eigentlich nicht schädlich werden! Höchstens sauer. Darum, immer zuerst daran riechen. Wenn der Geschmack sauber ist, ist auch das Bier noch gut. Andernfalls – zum Kochen geht es immer noch.
Was mache ich wenn mir ein Bier nicht schmeckt?
Weiterschenken oder zum Kochen verwenden.
Kann man wirklich Bier verschenken?
Gourmetbiere sind ein „heisser“ Schenk-Tipp! Das ist noch neu, schmeckt fast allen und auch noch zahlbar.
Wieso haben Frauen Bier nicht so gern?
Viele Biere enthalten relativ viele Bitterstoffe – weibliche Gaumen sind einiges feiner und sensibler als die Gaumen der Männer. Darum reagieren sie auch schneller auf Bittere. Die Bière d`Abbaye haben bewusst sehr wenig Bitterstoffe drin, mehr lieblichere Aromen.
Warum so viele verschiedene Biere?
Vielfalt ist gefragt – seit Internet und Amazon sind sich Kunden Auswahl gewohnt. Ganz abgesehen davon macht Vielfalt auch Spass.
Warum Kork-Zapfen – Blechdeckel wären doch einfacher?
Champagner-Methode – Gären in der Flasche – verlangt nach Korkzapfen, weil diese besser „atmen“ als die Blechdeckel.
Warum kein Schweizer Malz?
Wir haben keine Mälzerei in der Schweiz. Unser Bedarf ist zu klein für eine eigene Schweizer Mälzerei. Braugerste muss deshalb zuerst in die EU exportiert werden, zum Vermälzen. Und danach wieder importiert. Einige 100 km auf der Strasse herumgefahren…scheint uns nicht der beste Weg zum guten Bier.
Wie wird man Braumeister?
Nach der Brauerlehre geht’s auf die Fachhochschule in Ulm oder München. Oder nach der Matur und dem Praktikum auf die Universität Weihenstephan oder TU Berlin.
Warum haben Sie kein alkoholfreies Bier?
Weil der Aufwand zu gross wäre.
Hat es nicht bald zu viele Kleinbrauereien?
Alle Kleinstbrauer miteinander kommen auf vielleicht 1% Marktanteil. Da hat es noch viel Platz für innovative Kleine.
Sind Craftbeers aus den Kleinbrauereien besser?
Der Geschmack und die Qualität eines Bieres ist nicht abhängig von der Brauereigrösse! Professionalität, Rohstoffe und Anlagen machen es aus.