Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/191607

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie erklärt er die Tatsache, dass die Fahrzeiten im Personenverkehr fünf Jahre nach der Inbetriebnahme des Basistunnels wieder dieselben sein werden wie vorher? </p><p>2. Gibt es Untersuchungen über dadurch entgangene volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Verluste (Vorher-nachher-Untersuchungen), insbesondere bei den SBB?</p><p>3. Warum wurde nicht rechtzeitig eine eingleisige Verbindungskurve in Rotkreuz gebaut, um die Auswirkungen der Streckensperre auf ein Minimum zu beschränken?</p><p>4. Gibt es dazu vergleichende Fahrplanstudien?</p><p>5. Wurden Varianten geprüft, um die überlangen Standzeiten wegzulassen und den Fahrplan so zu koordinieren, dass die Verbindung Basel-Luzern-Tessin um eine halbe Stunde beschleunigt werden könnte?</p><p>6. Welche Massnahmen sind mittelfristig geplant, um die Achse Basel-Luzern-Gotthard schon vor der Inbetriebnahme der Durchmesserlinie deutlich zu beschleunigen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Unterhalts- und Ausbauarbeiten zwischen Zug und Arth-Goldau (Zugersee Ost) waren ursprünglich so geplant, dass mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels die Kunden dauerhaft vom Zeitgewinn profitiert hätten. Die Ausführung der Bauarbeiten wurde wegen Einsprachen zeitlich verzögert. Dadurch ist eine Sperre zwischen Juni 2019 und Dezember 2020 erforderlich. In dieser Zeit entspricht die Reisezeit nach Mailand, wie vom Interpellanten festgestellt, dem Stand vor Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels. Zusätzlich zum baustellenbedingten Fahrzeitverlust tragen die eingeplanten Fahrzeitverlängerungen zwischen Bellinzona und Mailand von rund 25 Minuten gegenüber dem Fahrplan 2014 zu dieser vorübergehenden Verschlechterung des Angebots bei.</p><p>2. Zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin beträgt die Fahrzeitverlängerung während der "Zugersee-Sperre" rund 10 Minuten. Es gibt keine Untersuchungen zu den volkswirtschaftlichen Auswirkungen oder den betriebswirtschaftlichen Verlusten durch die längeren Reisezeiten. Eine langfristige Untersuchung der verkehrlichen, räumlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Basistunnels entlang der Gotthardachse läuft unter der Federführung des Bundesamtes für Raumentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr, dem Bundesamt für Strassen und dem Bundesamt für Umwelt sowie mit den Kantonen Tessin und Uri.</p><p>3. Eine eingleisige Verbindung in Rotkreuz wäre für einen zeitlich befristeten Einsatz von 18 Monaten mit hohen Kosten und geringem Nutzen verbunden. Eine Gleisverbindung wäre aufgrund der topografischen Verhältnisse und der Kurvenlage sowohl technisch anspruchsvoll wie auch teuer. Daher wurde auf diese Massnahme verzichtet.</p><p>4. Die SBB haben im Vorfeld verschiedene Varianten untersucht. Sie betrachten die vorliegende Lösung als die geeignetste Variante für die 18-monatige Bauphase.</p><p>5. Die Standzeiten in Luzern sind eine Folge davon, dass das Gefüge des Schweizer Taktverkehrs (Knotenprinzip) höher gewichtet wird als schnelle Verbindungen. Weiter setzen die Einspurstrecken und der Kapazitätsengpass bei der Einfahrt in Luzern während der "Zugersee-Sperre" einer beschleunigten Verbindung Basel-Luzern-Tessin enge Grenzen.</p><p>6. Mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels und der Wiedereröffnung der Strecke Zug-Arth-Goldau Ende 2020 werden Fahrzeitbeschleunigungen auf der Achse Basel-Luzern-Gotthard möglich, die dem Personen- und Güterverkehr zugutekommen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.