Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/917

|Die
Stadt Emsdetten hat ein junges Herz und eine ebensolche Geschichte; denn
Stadtrechte erhielt sie erst 1938 - ein langer Weg, wenn man bedenkt, dass
sich schon im 19. Jahrhundert v. Chr. in der Emsniederung die ersten Bewohner
angesiedelt haben sollen. Aus dieser Zeit stammt nämlich nach
Meinung der Archäologen ein 1964 n. Chr. entdecktes Gräberfeld.

In das Licht der Geschichte tritt der Ort jedoch 1178, als er mit "Thetten" erstmalig urkundlich erwähnt wird. Der Ortskern war um die Kirche entstanden, die zwei bis drei Jahrhunderte zuvor errichtet worden war. Rund 120 Einwohner zählte " Detten super Emesa", d.h. " Detten am Ufer der Ems" mir seinen umliegenden sieben Bauernschaften im 15. Jahrhundert.
Inzwischen hatte der Ort nicht nur seinen Namen in Embsdetten", sondern auch seinen Landesherren gewechselt. Die Grafen von Tecklenburg wurden von den Fürstbischöfen zu Münster abgelöst. Wie überall, ernährte der Krieg die Kriege - auch auf dem kargen Sandboden von Embsdetten. 1587 wurde der Ort von den Spaniern und 1599 von den Holländern geplündert. Der "tolle Christian" stattete Embsdetten 1623 einen Brandschatzenden " Besuch " ab. Fünf Jahre später wurden 14 Bewohner erschlagen und viele verwundet, als sie ihren Nachbarn in Saebeck gegen die plünderten Spanier zu Hilfe eilten. Ende des 17. Jahrhunderts wurden 42 Häuser durch einen Grossbrand vernichtet. Der magere Sandboden war wenig ergiebig und man lebte so arm wie eine kirchenmaus. So wurden die meisten Einwohner gezwungen, einem Hausgewerbe nachzugehen. Mit dem Wannenmachereisen und dem Weberschiff - den heraldischen Symbolen im heutigen Stadtwappen - schufen sich die emsigen Anrainer der Ems Erwerbsquellen, die den Familien durch zusätzliche Einnahmen, ein besseres Leben ermöglichte und dem Landherrn mehr Steuergroschen in die Streusandbüchse brachten. Als Dank für ihren Einsatz räumte ihnen der Kirchenfürst das Monopol für das Handwerk der Wannenmacherei ein. Nur Einheimische durften dieses Handwerk ausüben.
Mit der Wannenmacherei wurde Emsdetten aber nun keineswegs zu einem " Badeort ", wie man meinen könnte: denn die " Wanne " bedeutete: ein flacher, aus Weiden geflochtener Korb, mit welchem zur Erntezeit durch hochwerfen des Korns die Spreu vom Weizen getrennt wurde. Noch zur Gründerzeit, als Emsdetten sich bereits zu einem Industrieort zu entwickeln begann, wurde das Handwerk von über 60 Familien ausgeübt. Heute ist die wanne - einst bis nach Westindien exportiert - nur noch ein charakterliches Souvenir aus Emsdetten. Die Absatzmärkte für die " Wannen " war jedoch zu gering um Aufstiegsmöglichkeiten zu haben. Deshalb verstanden es findige Einwohner - damals wie auch nach dem letzten Weltkrieg - sich ein zweites Standbein anzuschaffen. " Die Handweberei "
Hanf und Flachs wurden zu den Lebensfasern der Emsdettener Weber.
Diese Entwicklung vollzog sich noch recht gemächlich unter der Schirmherrschaft der geistlichen Landesherren. Mit der Säkularisierung im Jahre 1803 begann für Emsdetten ein sehr turbulentes Jahrzehnt. Bis 1806 wurde der Ort dem Fürstentum Rheina-Wolbeck zugeschlagen. Von 186-1910 war Emsdetten bergisch unter Joachim Murat, Grossherzog zu Berg von Napoleons Gnaden. Danach gehörte es zum französischen Lippedepartements, und 1815 wurden die Emsdettener " Musspreussen ".
Die industrielle Revolution ging auch an Emsdetten nicht vorbei. 1856 wurde der erste mechanische Webstuhl aufgestellt. Im gleichen jahr öffnete sich für das verträumte Städtchen das " Tor zur Welt ". Denn mit der Einweihung der Bahnlinie Münster - Emden wurden die Hausweber zu Unternehmer. Emsdetten mauserte sich zum Jutezentrum Deutschlands. Bei der Stadtrechtvergabe im Jahre 1938 surrten in Emsdetten 21.522 Spindeln, klapperten 1.817 Webstühle und die Einwohnerzahl war von 4000 im Jahre 1860 auf mehr als 17.000 gestiegen. Als nach 1945 die jute als Verpackungsmaterial immer weniger gefragt war, hatte sich Emsdetten bereits rechtzeitig auf neue Produktionszweige umgestellt. So gehört Emsdetten heute zu den Städten des Münsterlandes, deren wirtschaftliche Lage durch rechtzeitige Umstrukturierung gesund ist.
In der stadt emsdetten sind alle Schultypen vertreten Gymnasium mit differenzierter Oberstufe, Realschulen, Hauptschulen, Grundschulen und Sonderschule). Selbstverständlich auch genügend Kindergärten für die Jüngsten.
Fussball- und Leichtathletik-Stadion, Sportplätze, Frei- und Hallenbad, Reitplätze, Tontaubenschiesstand, Tennisanlagen und hallen bieten Gelegenheit zur sportlichen Betätigung.
In der umgebung gibt es Möglichkeiten zum Wandern und sich erholen. In der stadt selber laden die Parkanlagen um das Heimatmuseum auf Hof Deitmar und der Stadtpark zu Ausruhen ein.
Emsdetten will auch in Zukunft eine Liebens- und lebenswerte Stadt sein.