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Sool liegt auf den Trümmern des Guppenbergsturzes. Dieser ereignete sich vor ca. 14'000 Jahren (Altsteinzeit, die Zeit der Höhlenbewohner im Drachenloch und in der Wildkirchlihöhle)
Vor knapp 14'000 Jahren schmolz der Linthgletscher innert relativ kurzer Zeit hinter Schwanden zurück. Kurz nach dem Rückschmelzen des Linthgletschers lösten sich auf Guppen in drei aufeinanderfolgenden Ereignissen
ca. 800 Millionen m3 Gestein. Zuerst setzte sich aus dem unteren Teil von Mittelguppen ca. 150 – 200 Millionen m3 Schutt in Form einer raschen Sackung in Bewegung. Einige Zeit später folgte der Hauptsturz, der in zwei Teile aufgespalten wurde. Der eine Teil überquerte das Tal und prallte im Gebiet des heutigen Dorfes Sool auf die gegenüberliegende Talwand, wo ein Teil des Schuttes in Form einer mächtigen Brandungswelle stehen blieb. Er reicht im Hügel der einstigen Burg Sola bis 230 m über den heutigen Talgrund. Der andere Teil wurde talauswärts nach Norden abgelenkt und kam am Südrand von Glarus und Ennenda zum Stehen. Es folgte noch ein kleiner Nachsturz. Der gesamte Bergsturz bedeckt eine Fläche von etwa 10 km2 und hat eine Länge von rund 7 km.
Durch den Bergsturz von Guppen entstand zwischen Mitlödi und Schwanden ein Riegel, hinter dem sich ein See staute, der bis in die Gegend von Haslen reichte. Kurz nach dem Guppenbergsturz wurde der Linthgletscher wieder länger und vereinigte sich ein letztes Mal mit dem Sernf- und dem Klöntalgletscher. Während dieser Zeit wurde der See bei Schwanden zugedeckt. Der Vorstoss dauerte aber nur eine kurze Zeitspanne von ein paar hundert Jahren. Dann zog sich der Linthgletscher wieder zurück. Nach dem Gletscherrückgang bildete sich südlich von Schwanden wieder ein 4,5 km langer und 100 Meter tiefer See, der mit einem kurzen Arm ins Sernftal griff. Vor ca. 11'500 - 10'000 Jahren wurde der See allmählich kleiner, ohne aber gänzlich aufgefüllt zu werden. Vor etwa 9’ooo Jahren wurde der See gänzlich aufgefüllt. Kurz nach seiner Auffüllung begann eine massive Erosion durch die Linth und durch den Sernf, wobei grosse Mengen an Schuttmassen talauswärts getragen wurden. Die Linth schuf sich ihr neues Flussbett.
(nach: Mark Feldmann, Ausflug in die Glarner Geologie, Bäschlin Glarus 2016)
Fotos: Fridolin Baumgartner
Die Ablagerungen des Hauptsturzes und das neue Flussbett der Linth. Im Vordergrund befand sich der See von Schwanden, der bis Luchsingen reichte.
Der Schwandersee könnte im Norden etwa so ausgesehen haben: