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Er hilft verzweifelten Bauern / Renten: Welches System ist gerecht? (11.12.2019)
Category
Magazin
Production information
Magazin
Produced in (country)
F
Produced in (year)
2019
Description
Er hilft verzweifelten BauernPatrick Bougeard war fast dreissig Jahre lang Landwirt. In den 1980er Jahren erlebte er als Leiter eines Milchviehbetriebs in der Region um Rennes finanzielle Schwierigkeiten, weswegen er einen Hungerstreik begann. Er war bei weitem nicht der Einzige, der ums Überleben kämpfte, und trat 2006 als regionaler Koordinator dem Verband Solidarité Paysans bei, dessen Präsident er 2013 wurde. Seine Beobachtungen sind alarmierend: Die Verschuldung nimmt immer mehr zu und psychosoziale Probleme gehören heute zum Alltag vieler Landwirte. Patrick Bougeard berichtet im Studio von '28 Minuten' über die Situation.Renten: Welches System ist gerecht?Am Donnerstag, den 5. Dezember, gingen 800.000 Franzosen auf die Strasse, um gegen die geplante Rentenreform zu demonstrieren, deren Präsentation vor dem Wirtschafts- und Sozialrat am Mittwoch, den 11. Dezember, live übertragen wird. Die Verlängerung der Beitragsdauer und Unklarheiten des Punktesystems stehen im Mittelpunkt der Debatte. Premierminister Édouard Philippe erklärte seinen 'festen Willen', die Reform durchzuführen, aber 'ohne Brutalität'. Es bleibt die Frage, ob die Reform als gerecht angesehen wird. Darüber diskutieren wir in '28 Minuten'.
Verurteilte Sexualstraftäter sind in den USA auf Lebenszeit gebrandmarkt. In den meisten Bundesstaaten dürfen sie keine Wohnung beziehen, wenn sich im Umkreis von 300 Metern eine Einrichtung befindet, die regelmässig von Kindern besucht wird. Viele von ihnen leben daher unter Brücken oder einfach im Wald. 1990 gründete die Mutter eines Sexualstraftäters in Florida den Trailerpark 'Florida Justice Transitions', weil ihr Sohn nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis keine Wohnung fand. Heute leben 120 Menschen in der Siedlung, die kostengünstige Unterkünfte und Resozialisierungsprogramme für verurteilte Sexualstraftäter bietet. Im Volksmund wird sie nur 'Pervert Park' genannt . Die Bandbreite der Taten ihrer Bewohner ist gross und reicht von einfachen Vergehen bis zu schweren Verbrechen. Die Dokumentation begleitet vier Bewohner aus verschiedenen Altersgruppen und mit ganz unterschiedlichen Schicksalen: Bill, Jamie, Tracy und Patrick versuchen jeder auf seine Art, ihre Vergangenheit und ihr jetziges Leben zu bewältigen. Einige erzählen ihre Geschichte hier zum ersten Mal – ein Wechselbad der Gefühle für die Protagonisten wie für den Zuschauer, der schwankt zwischen Mitgefühl und Zorn angesichts der grausamen Taten gegenüber Kindern. 'Pervert Park' ist ein Film über Menschen, die niemand zum Nachbarn haben will. Er begleitet die Straftäter in ihrem Alltag im Trailerpark, gibt Einblicke in ihre familiären Hintergründe und zeigt, wie sie sich um Wiedereingliederung in die Gesellschaft bemühen. Ohne die Täter in Schutz zu nehmen oder zu entschuldigen, stellt sie ein Justizsystem infrage, das Resozialisierung schwierig bis unmöglich macht.
In Südtirol hat sich eine junge, sehr dynamische Architektenszene entwickelt. Sie ist experimentierfreudig, weltoffen und doch stark verwurzelt in der Heimat und ihren baulichen Traditionen. Da ist zum Beispiel Ulla Hell aus Sexten, Partnerin im internationalen Architektenbüro plasma studios. Ihre plastisch ausgeformten Baukörper sind originell und doch mit der Landschaft verbunden. Sie hat in Südtirol ganz unterschiedliche Wohnhäuser entworfen, die eines verbindet: ein deutlich erkennbarer Gestaltungswille und die Bereitschaft, sich sensibel mit den Gegebenheiten vor Ort auseinanderzusetzen. Auch Architektenbüros wie bergmeisterwolf, MoDus Architects oder Höller & Klotzner bauen innovativ, aber immer im Dialog mit Tradition und Topographie. Ob sich die Gebäude in die Hänge eingraben, die Berge spiegeln, wie etwa die Mirror Houses von Peter Pichler, oder ihre Form nachahmen, wie der Salewa-Firmensitz in Bozen, stets gelingt es den Architekten, ausdrucksstark und doch zurückgenommen zu bauen. Das gilt auch für die vorgestellten Werke der Südtiroler Altmeister Werner Tscholl und Matteo Thun. Auch in Südtirol stellt das zeitgemässe Bauen im hochalpinen Bereich eine zentrale Herausforderung dar. Die Vorteile, die nicht zuletzt neue Materialien wie etwa die Dreifachverglasung mit sich bringen, sind nicht von der Hand zu weisen. Energieeffizienz und Autarkie durch hochwertige Dämmung, Solarenergie und Brauchwasserwiederaufbereitung sind Errungenschaften, die auf fast 3.000 Metern Höhe noch wichtiger sind als im Tal. Trotz einer vitalen Szene einheimischer Baumeister leisten sich auch die Südtiroler importierte Stararchitektur: Auf dem Kronplatz hat Zaha Hadid vor kurzem ein neues Museum für Reinhold Messner gebaut.
Episode number
2
Rerun
W
Director
Frieder Käsmann
Background information
Das Bauen in den Bergen war schon immer eine besondere Herausforderung. Ein unberechenbares, oft raues Klima, unwegsames Gelände und oftmals schwierige wirtschaftliche Verhältnisse haben gerade in den Alpen einen ganz eigenen Stil geprägt. Der Anspruch, diese besondere Bautradition in eine moderne, zeitgemässe Formensprache zu übersetzen, hat wegweisende innovative Beispiele hervorgebracht, die international Beachtung fanden. Die Dokumentationsreihe 'Neue alpine Architektur' bietet erstmals einen Gesamtüberblick über die wichtigsten Neuerungen in den Regionen Graubünden, Tessin, Vorarlberg, Tirol, Südtirol, Oberbayern und dem Allgäu.
Schon im Morgengrauen verlässt Eugene Morton Fortitude. An den Docks wird feierlich die Eisbohrmaschine in Empfang genommen, die Hildur Odegards Gletscher-Hotel-Projekt umsetzen soll. Währenddessen spekulieren Elena und Dan über Morton. In der Nacht zuvor hatte er den Teppich in seinem Hotelzimmer angehoben, und sie rätseln, welche Schlüsse er daraus ziehen könnte. Vor Trish Stoddarts Abreise gesteht Odegard, dass sie Charlies letzte Sprachnachricht von ihrem Telefon gelöscht hat. Trish erwidert boshaft, sie habe mit Eric geschlafen. Ronnie und Carrie Morgan haben es in die russische Stadt Vukobejina geschafft, doch Ronnie verhält sich immer seltsamer. Als Ronnie sich abwendet, ruft Carrie verängstigt die Polizei in Fortitude an und bittet um Hilfe, doch Ronnie bemerkt es und beendet ihren Anruf. Sie fahren mit ihrem gestohlenen Schneemobil vorbei an Morton, der eben in Vukobejina angekommen ist, um nach Yuri zu suchen. Zurück in Fortitude hat Henry endlich den Mut, das Foto zu entwickeln, das er am Morgen von Pettigrews Tod am Strand aufgenommen hat. Zu Henrys Entsetzen zeigt das Foto Pettigrews abgetrennten Arm, der mit Handschellen an einem Metallgerüst hängt. Morton überrascht Yuri und fordert sein Beweismittel, den Ausdruck des GPS-Scans, zurück. Yuri bietet ihm stattdessen einen Deal an und nennt ihm Pettigrews Mörder: Eric Odegard. Als Beweis gibt er Morton eine Kugel, die Eric angeblich verwendete, um Pettigrew zu töten. Markus Huseklepp pflegt seine Freundin Shirley, ihr Zustand verschlechtert sich. Am Abend rechnet Dr. Margarete Allerdyce mit nichts Bösem, als ihre Tochter Shirley plötzlich ein seltsames Verhalten zeigt .
Episode number
7
Cast
Sofie Gråbøl, Richard Dormer, Verónica Echegui, Nicholas Pinnock, Jessica Raine, Luke Treadaway, Michael Gambon
Director
Hettie MacDonald
Script
Tom Butterworth, Chris Hurford
Background information
Die Schönheit der rauen Gegend um das fiktive Städtchen Fortitude wird durch einen rätselhaften Mordfall gestört, dessen Aufklärung ein erschreckendes Horror-Szenario enthüllt. Creator der britischen Thriller-Serie ist Simon Donald, der die mehrfach ausgezeichnete TV-Produktion 'Low Winter Sun' (2006) schrieb. Die atemberaubende Kulisse der Gletscherlandschaft wurde an der Ostküste Islands gedreht. Prominent besetzt ist 'Fortitude' mit Stanley Tucci ('Der Teufel trägt Prada', 2006), Sofie Gråbøl ('Kommissarin Lund', 2007-2012), Richard Dormer ('Game of Thrones', 2013-2016) und Dumbledore-Darsteller Michael Gambon.
Für eine Gruppe von Grundschülern in der ehemaligen Bergbaustadt Visé in Belgien nähert sich das Ende des Schuljahres. Die meisten von ihnen sind Enkel muslimischer Bergarbeiter aus der Türkei. Lehrerin Brigitte hilft den Kindern, die Erfahrungen ihrer Grosseltern nachzuvollziehen und eine Brücke zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu schlagen. Die Schüler werden dazu angeregt, über ihre kulturellen und religiösen Wurzeln zu reflektieren und diese in Einklang mit ihrer Umgebung zu bringen. Während einige der Schüler ältere Geschwister haben, die sich in der Kultur ihrer Väter und Grossväter abschotten, versuchen die Jüngeren oft, ihren eigenen Weg zu finden und ihrem Leben einen Sinn zu geben. Die Dokumentation beleuchtet die Zweifel und Fragen der Kinder, die durch zunehmende Radikalisierung und Mobbing in den sozialen Netzwerken hervorgerufen werden. Sie bietet Einblicke in die Hoffnungen und Zukunftsträume der Kinder, zeigt ihre Spontaneität und Lebenslust – aber auch des Endes ihrer kindlichen Unbeschwertheit. Auf warmherzige und einfühlsame Weise hilft die Lehrerin Brigitte ihren Schülern dabei, sich aus dem schützenden Kokon der Familie zu lösen, sich mit einer komplexen Welt auseinanderzusetzen, Teil der Gesellschaft zu werden und selbst Entscheidungen zu treffen. Ein universeller und schwieriger Lernprozess, der aus Kindern Jugendliche macht.
(1): Das Wort Katja Petrovic erklärt, woher der Ausdruck 'marie-louise' kommt, der eine Art und Weise Bilder zu rahmen beschreibt. (2): Das Territorium Hajo Kruse erläutert den Unterschied zwischen Preussen und Deutschland. (3): Das Rätsel Und zum Schluss der Sendung wie immer ein Rätsel – wie auch die Lösung des Rätsels der vorangegangenen Woche.
Im Jahr 1410 fertigten die Brüder von Limburg ein Stundenbuch für den Herzog von Berry an. Darin befindet sich die prunkvolle Darstellung eines Banketts, eines Neujahrsempfangs, bei dem der Herzog das Volk empfängt und seine Speisen mit ihm teilt. Es ist ein Festmahl, bei dem alles im Überfluss vorhanden ist: Speisen, Wein, Gefolgsleute. Die Stimmung ist sehr feierlich. Stundenbücher dienten Gläubigen zum täglichen Gebet. Im Mittelalter war es die Religion, die dem Leben der Menschen eine Struktur gab. Ein Stundenbuch war für den alltäglichen Gebrauch der guten Christen und frommen Gläubigen gedacht. Wohlhabende und Adelige liessen sich oft besonders prachtvolle Exemplare anfertigen. Das des Herzogs gilt als eines der schönsten überhaupt: Auf 206 Seiten finden sich über hundert Miniaturen. Obwohl die Brüder von Limburg damit in die Geschichte der Buchmalerei eingingen, sind sie heute eher unbekannt. Der Sternekoch Arnaud Lallement lässt sich von diesem kunsthistorischen Juwel inspirieren und serviert im Herzen der Champagne, unweit von Reims, der Krönungsstadt der französischen Könige, ein mittelalterliches Festmahl. Dabei passt er Mengen und Zubereitung an den heutigen Geschmack an. So erwartet die geladenen Historiker und Spezialisten mittelalterlicher Küche ein ganz besonderer kulinarischer Genuss. Serviert werden gebratene Steinpilze und zarte Flusskrebse mit einer Sosse aus Muscheln und glatter Petersilie. Anschliessend gibt es Ente mit Artischockengemüse, die nach dem Anbraten im Entenjus glasiert und dann im Ofen fertig gegart wurde. Sicherlich hätte Jean de Berry seine Freude an einem Küchenchef wie Arnaud Lallement gehabt. Der junge Chefkoch mit den drei Sternen hat sich jedenfalls ein Menü ausgedacht, das des höchsten Adels würdig wäre. Es wird in Reims natürlich mit Champagner begossen, auch wenn es dieses edle Getränk im Mittelalter noch nicht gab.
Die Kunstfertigkeit eines Handgriffs, die Schönheit einer Bewegung, ein Pinselstrich an der Wand, ein Farbakzent auf dem Teller – sie sind verbunden durch eine Gemeinsamkeit: die Strasse als Inspirationsquelle. Hier hat der zweifache Sternekoch und ehemalige Basketballprofi Alexandre Mazzia seine Sportkarriere begonnen. Er trainierte auf städtischen Basketballplätzen, wo es bei jeder Bewegung auf Präzision ankommt. Die Strasse ist auch der Ort, an dem die Street-Art-Künstlerin YZ ihre Arbeiten entstehen lässt, immer auf der Suche nach der perfekten Wand. Eine Begegnung voller Grau-Nuancen, die sich sowohl in dem einzigartigen Werk YZs als auch in dem erlesenen Menü Alexandre Mazzias wiederfinden. Für seine Kreation verwendet der Sternekoch Pigmente, die die Künstlerin für ein ephemeres Werk auf eine Wand aufträgt, ganz so als seien es Speisen auf einem Teller. Es ist ein Treffen, das die Geschichte der Street-Art, die in den 80er Jahren ihren Ursprung findet, immer wieder aufleben lässt. YZ hat sich in diesem Metier sehr früh einen Platz an der Sonne gesichert. Im Senegal, den sie zeitweise zu ihrer Wahlheimat machte, fand sie nicht nur Sonne, sondern auch Streetfood an jeder Ecke – verkauft und zubereitet von Frauen aus der Gegend. Und wie es der Zufall so will, hat auch Alexandre Mazzia eine ganz persönliche Verbindung zum afrikanischen Kontinent und so bereichern sich Koch und Künstlerin gegenseitig mit ihren Farbtönen und Gewürznoten.
Realismus, manchmal auch mit Naturalismus gleichgesetzt, ist in der Kunst der Versuch, ein Motiv wirklichkeitsgetreu wiederzugeben. Der Realismus vermeidet künstliche oder idealisierende Darstellungen ebenso wie unlogische oder übernatürliche Aspekte. Ziel ist die 'realistische' Wiedergabe des Wahrgenommenen durch die akkurate Abbildung von Lebensformen, Perspektiven und Details. In dieser Folge werden drei Vertreter des Realismus mit jeweils drei ihrer Bilder unter die Lupe genommen: Gustave Courbet, Edgar Degas und Edouard Manet. Gustave Courbet war ein französischer Maler und Hauptvertreter der realistischen Malerei im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Er malte nur das, was er auch sehen konnte und lehnte sowohl akademische Konventionen als auch die romantische Malerei früherer Künstlergeneration ab. Zu seinen Werken zählen 'Jo, die schöne Irin' (1865-1866), 'Ein Begräbnis in Ornans' (1849-50) und 'Der Verwundete' (1844-1854). Der vielseitig talentierte französische Maler und Bildhauer Edgar Degas wird vor allem mit dem Bildthema des Balletts assoziiert, mehr als die Hälfte seines Werks besteht aus Porträts von Tänzerinnen. Aber auch Jockeys und Pferde oder das Pariser Nachtleben gehörten zu seinen Lieblingsmotiven. Die Gemälde 'Mary Cassatt', 'Porträts an der Börse' (1879) und 'Kutsche beim Rennen' (1869) sind weltweit bekannt. Edouard Manet war ein französischer Maler, der vor allem Alltagsszenen von Menschen und Stadtleben malte. Er gilt als einer der Wegbereiter der modernen Malerei in der Übergangsphase vom Realismus zum Impressionismus. Drei für ihn repräsentative Gemälde sind 'Olympia' (1863), 'Dame mit Fächern' (1873) und 'Der Balkon' (1868-1869).
Die Designerinnen Tille und Linde schenken den Papierresten grosser Druckereien ein zweites Leben. Sie sammeln Papierabfälle in allen möglichen Farben und fertigen daraus neue Nutzgegenstände mit hübschen Motiven, wie zum Beispiel Kalender, Eintrittskarten, Umschläge oder Notizblöcke. Pieper besucht die beiden Frauen in ihrem gemütlichen Atelier in Antwerpen. Als Kind träumte Linde davon, Erfinderin zu werden. Sie bastelte Kästen und Murmelbahnen aus Pappe und Papier. Tille bastelte am liebsten mit Karton und Lehm, stellte Modelle her und experimentierte in der Küche. Auch heute kocht sie noch gerne – allerdings nur noch vegetarisch. Sowohl Tille wie auch Linde sind Vegetarierinnen und versuchen auch sonst, so nachhaltig wie möglich zu leben, Sie kaufen zum Beispiel gerne Secondhandklamotten. Auch ihr Arbeitsmaterial ist secondhand: In ihrem eigenen Betrieb namens Redopapers machen sie aus alten Papierresten neue Papierprodukte. Sie sammeln Papierreste in allen Grössen, schneiden sie zum Beispiel mit der grossen Schneidemaschine oder bearbeiten sie mit einer Lochmaschine. Wie wird Papier eigentlich gemacht? Papier wird aus Bäumen hergestellt, vor allem Ahornbäumen, Birken und Platanen, die für die holzverarbeitende Industrie gezüchtet werden. Die Bäume werden entrindet und zerkleinert. Die Schnipsel werden gewaschen, gesiebt und zu einem Brei zusammengekocht. Der wird dann getrocknet und immer wieder geplättet und gewalzt, bis man schliesslich riesige Papierrollen in unterschiedlicher Stärke erhält. Für tausend Kilogramm Papierbrei benötigt man etwa zweitausend Kilogramm Holz. Aber wenn man tausend Kilogramm Papier recycelt herstellt, müssen dafür 17 Bäume weniger gefällt werden. Darüber freuen sich Tille und Linde. Sie haben grossen Spass an der Arbeit und finden: Wenn sie das können, kann das jeder!
Ihr Zuhause ist ein Schiff: Die elfjährige Etmia lebt mit ihrer Familie auf einem über 30 Meter langen Wohnschiff in der Rummelsburger Bucht, mitten in Berlin. Die 'Torgau', das alte Stahlschiff, hat zwar keinen Motor mehr, dafür aber einen grossen Dachgarten. Darum kümmert sich vor allem Etmia zusammen mit ihren jüngeren Brüdern Baldur und Odilo. Wenn das Wasser im Winter gefriert, kann die Elfjährige aus ihrem Sessel am Wohnzimmerfenster Wasservögel beobachten und verträumt in die Weite schauen. Bei Schnee transportiert die Familie ihre Lebensmittel per Schlitten vom Auto zum Schiff. Besonders in der kalten Jahreszeit darf Etmia den Holzofen nicht aus den Augen lassen. Im Sommer dagegen bietet das Leben auf dem Wohnschiff ganz andere Herausforderungen – der Dachgarten will bestellt sein und dieses Jahr muss die 'Torgau' ausserdem mitsamt Familie zum Überholen ins Trockendock. Blöd nur für eine Stockentenmama, die sich gerade erst zum Brüten auf dem Schiff niedergelassen hat und das Schiff nach dem Umzug in die Werft nicht mehr finden kann. Also kümmern sich Etmia und ihre Freundin Taria um die sieben frisch geschlüpften Entenbabys. Diese gesammelten 'Entenerfahrungen' können die beiden Mädchen in einem anstehenden Schulreferat unmittelbar weitergeben. Etmia liebt das Leben auf dem Wohnschiff – auch, wenn sie sich manchmal nach einer festen Wohnung sehnt.
Wissen, was in der Welt los ist. Carolyn Höfchen, Magali Kreuzer, Dorothée Haffner und Frank Rauschendorf moderieren und informieren wissbegierige Kids von 10 bis 14 kurz und prägnant über alles, was in der Welt los ist.
Frankreich 1940, während der sogenannten 'drôle de guerre': Bei einem Tieffliegerangriff der Deutschen kommen die Eltern der fünfjährigen Paulette und ihr kleiner Hund ums Leben. Ziellos durchstreift das Mädchen mit dem toten Hund auf dem Arm die Gegend, bis es auf den elfjährigen Bauernsohn Michel trifft. Der nimmt es unter seine Fittiche und bringt es auf dem Hof seiner Eltern unter, wo sein älterer Bruder im Sterben liegt. Um Paulette über den Tod ihres Hundes hinwegzutrösten, legt er mit ihr einen Tierfriedhof an. Die Kreuze für die kleinen Gräber finden sie auf einem Leichenwagen, auf dem Friedhof, ja selbst aus der Kirche stehlen sie die Grabkreuze. Die Kinder spielen 'Krieg' und 'Friedhof', weil es die einzige Realität ist, die sie umgibt. Zwischen Paulette und Michel entsteht eine tiefe, anrührende Beziehung. Bis Paulette vom Roten Kreuz aufgegriffen wird. Ein erschütternder Film, der in der Stilisierung und Idealisierung einer 'heilen' Kinderwelt schonungslos die Grausamkeit und Gedankenlosigkeit des alltäglichen Lebens aufzeigt.
Rerun
W
Cast
Brigitte Fossey, Georges Poujouly, Amédée, Lucien Hubert, Suzanne Courtal, Jacques Marin, Laurence Badie
Director
René Clément
Script
François Boyer, René Clément, Jean Aurenche, Pierre Bost
Background information
'Verbotene Spiele' ist die Verfilmung des gleichnamigen, 1947 veröffentlichten Romans von François Boyer. Die Filmmusik schrieb der spanische Gitarrist und Komponist Narciso Yepes. Das Hauptthema 'Romance Anónimo', welches den Film leitmotivisch durchzieht, wurde weltberühmt. Es handelt sich um den ersten Film der damals fünfjährigen Brigitte Fossey, die eine gro?e Schauspielkarriere machen sollte. 'Verbotene Spiele' wurde mit dem Goldenen Löwen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig und mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.
Die erste Folge führt in die Autowelt. Das Auktionshaus Artcurial organisierte anlässlich der Oldtimer-Messe Rétromobile 2015 eine Sonderversteigerung, bei der ein Ferrari California Spider 250 GT aus den 60er Jahren unter den Hammer kam. Angepriesen als das legendärste Fahrzeug des 20. Jahrhunderts mit Original-Staubschicht und Original-Maschinennummer, wurde seine Auktion mit einem Preis von sechs Millionen eröffnet. 3.500 Interessenten drängten sich, um der Auktion dieser wahren Rarität beizuwohnen. Denn das Fahrzeug hat eine unglaubliche Geschichte: Mehr als 40 Jahre lang galt es als verschollen, bevor Artcurial-Direktor Matthieu Lamoure und sein Kfz-Experte Pierre Novikoff es zufällig auf einem grossen Anwesen im Département Deux-Sèvres begraben unter einem Berg von Magazinen wiederentdeckten. Der Ferrari gehörte erst den französischen Schauspielern Gérard Blain und Alain Delon und dann Marc Bouvot, dem Sohn eines Industriedesigners, der den von Alain Delon unterschriebenen Kaufvertrag und das damalige Kennzeichen aufbewahrte. Schliesslich ging das Cabrio in den Besitz der angesehenen Familie Baillon über, die über eine grosse Automobilsammlung verfügte. Diese Folge der Dokumentationsreihe beleuchtet die bewegte Geschichte des berühmten Ferrari-Exemplars und illustriert dabei, warum dieses Auto, das als schönstes Cabriolet der Automobilgeschichte gilt, so ein Schatz ist, der zahlreiche Interessenten ins Auktionshaus lockte.
Episode number
1
Director
Antoine Coursat, Augustin Viatte
Background information
Die Dokumentationsreihe 'Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!' beschäftigt sich mit Kunst- und Kulturgeschichte, Arbeitstechniken und künstlerischen Herstellungsverfahren. Dabei veranschaulichen die Veränderungen in Nutzung und Wertigkeit einzelner Objekte auch den Wandel unserer Gesellschaft. Es geht allerdings nicht nur um die Gegenstände, sondern auch um die Geschichte der Männer und Frauen, die sie einst herstellten oder besassen. Sie macht deutlich, wie wichtig die Objekte für ihre Schöpfer und Besitzer waren diese persönliche Bedeutung steht im Mittelpunkt der Reihe. Die damit verbundenen Geschichten geben einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kunstsammler, über die oft nur wenig bekannt ist.
(1): Samenspender: Sollten sie anonym bleiben?In Europa werden jedes Jahr zehntausende Kinder dank einer Samenspende geboren, darunter 4.500 allein in Grossbritannien, 3.000 in Dänemark und 1.600 in Frankreich. Alleinstehende Frauen, sterile heterosexuelle Paare, lesbische Paare – Es gibt viele Gründe, warum Menschen mit Kinderwunsch auf eine Samenspende zurückgreifen. Doch alle werden mit ein- und demselben Problem konfrontiert: der Anonymität des Spenders. Auf der einen Seite steht das Recht der Spender auf den Schutz ihrer Privatsphäre. Auf der anderen steht das Recht der Kinder, ihre Herkunft zu kennen. Sollte die Anonymität gelüftet werden? Wer hat ein Interesse daran, dass sie weiterhin bestehen bleibt?Die Recherche der Woche: 'Vox Pop' recherchierte in den Niederlanden, in Belgien und in Dänemark, Heimat von Cryos, der grössten Samenbank der Welt. Seit einem Gesetz aus dem Jahr 2012 haben die Kunden von Cryos die Möglichkeit, zwischen anonymen und nicht-anonymen Spendern zu wählen. Informationen, die sich das Unternehmen teuer bezahlen lässt.(2): Geschworenengerichte in Gefahr? In knapp der Hälfte aller europäischen Länder – darunter Grossbritannien, Frankreich und Italien – gibt es Geschworenengerichte, die im Namen des Volkes Recht sprechen. Hier obliegt es Bürgern, die Schuldigkeit eines Angeklagten zu beurteilen und im Falle einer Verurteilung das Strafmass festzulegen. Eine demokratische Tradition, die manche Regierungen heute gerne schwächen oder ganz abschaffen würden. Kann ein jeder Richter sein? Sollten auch auf EU-Ebene die Bürger Recht sprechen?Zu Gast bei 'Vox Pop' ist diese Woche Christian Saint-Palais. Der Strafverteidiger aus Paris sieht die mögliche Abschaffung der Geschworenengerichte als eine Gefahr für den Rechtsstaat.Die Kontroverse der Woche: Eingeschworene BürgerManche europäischen Politiker würden Geschworenengerichte am liebsten abschaffen. Sie sind der Meinung, die Bürger hätten keinerlei Kompetenz, um über andere zu richten, und würden das juristische Prozedere nur unnötig verlangsamen. 'Finger weg von unserer wichtigen, demokratischen Aufgabe!', sagen hingegen die Bürger. Ihre ehrliche und innerste Überzeugung sorge für faire Gerichtsverfahren – mehr sogar als bei Berufsjuristen, die ihre Funktion oft wie Automaten ausüben würden. Die Europa-Korrespondenten von 'Vox Pop' berichten aus Spanien und Grossbritannien, wo Geschworene immer stärker kontrolliert werden.
Director
Nicolas Thepot
Background information
Offen und lehrreich beleuchtet die Sendung jede Woche gute Initiativen der europäischen Institutionen und Bürger, wie auch die Missstände.
Am 12. Juli 1998 gewann die französische Nationalmannschaft die Fussball-Weltmeisterschaft. Am selben Abend feierten über eine Million Fans auf den berühmten Champs-Elysées in Paris den Titelgewinn im eigenen Land, der Sieg der 'Blauen' über die vermeintlich unschlagbaren Brasilianer – erstmals in der damals 68-jährigen WM-Geschichte – war Anlass für ein grosses gemeinsames Freudenfest. Kamen die Fans spontan auf den Champs-Elysées zusammen, oder waren die Feiern offiziell organisiert? Jacques Chirac lobte die französische Mannschaft, in der viele Spieler mit Migrationshintergrund vertreten waren, als Beispiel für gelungene Integration. Wie kam dies in der politischen Szene an? Das Finalspiel Frankreich-Brasilien am 12. Juli 1998 brach alle Publikumsrekorde der weltweiten Fussball-TV-Geschichte. 500 Millionen? 1 Milliarde? Tatsächlich waren es noch mehr!
1915. Seit knapp einem Jahr führt Deutschland Krieg gegen Frankreich, das Vereinigte Königreich und Russland. Die US-amerikanischen Reporter Wilbur Durborough und Irving Ries machen sich auf den Weg nach Deutschland, um die dortigen Ereignisse zu fotografieren und zu filmen. Für ihren sechsmonatigen Aufenthalt haben sie ihren Stutz mitgebracht: einen luxuriösen, nicht überdachten Rennwagen, den sie über den Atlantik nach Rotterdam überführt haben. Von der niederländischen Hafenstadt führt die Reise weiter nach Berlin, wo die beiden Reporter einflussreiche Persönlichkeiten wie Generalfeldmarschall von Hindenburg, Kaiser Wilhelm II. und Prinz Maximilian von Baden filmen, Militärmanöver dokumentieren und Aufnahmen in Internierungslagern machen. Sie erhalten zudem die Erlaubnis, vom Krieg zerstörte Gebiete in Ostpreussen und im Weichselland zu bereisen. So entstehen Aufnahmen in Warschau sowie von der imposanten Festung Modlin, die nach Belagerung durch deutsche Truppen von der Zarenarmee aufgegeben wurde. Warum durchstreiften die beiden Reporter das im Krieg befindliche Deutschland in einem so unbequemen und unpraktischen Rennmobil? Durften sie sich frei bewegen und nach Belieben filmen? Was geschah mit ihrer knapp zweistündigen Reportage, nachdem die USA Deutschland offiziell den Krieg erklärten?
Das Kantabrische Gebirge im Norden Spaniens bildet eine Klimascheide zwischen dem kühlen und regnerischen 'grünen Spanien' und der trockenen kastilischen Hochebene. Der Gebirgszug bietet verschiedenartige Lebensräume: In den niedrigen Lagen findet man Eichen-, Kastanien- und Buchenwälder, während saftige Weiden die mittleren Ebenen bedecken. Die unwirtlichen Gipfel ragen bis zu 2.500 Meter in den Himmel, im Winter verleiht ihnen der Schnee eine weisse Haube. Wildkatze, Gans, Gämse, Hirsch, Lachs und Iberischer Wolf sind die am häufigsten anzutreffenden Tierarten. Unter den Vögeln zählen Auerhahn, Steinadler und Gänsegeier zu den Hauptvertretern der heimischen Gebirgsfauna. Die Berghöhlen der Region dienen auch zahlreichen Bärenfamilien als Zufluchtsort. Seit der Wilderei in den 80er Jahren ergriff Spanien gezielte politische Massnahmen zum Schutz der Bären. Etwa 250 Tiere leben im Kantabrischen Gebirge. Die zweiteilige Dokumentation zeigt all diese Arten in ihrer natürlichen Umgebung. Jede von ihnen hat aufgrund der rauen Klimabedingungen faszinierende Überlebensstrategien entwickelt.
Das Balkan-Gebirge zieht sich vom Nordwesten Bulgariens bis zur Schwarzmeerküste. Tiefe Täler schieben sich zwischen die Bergmassive des 'alten Gebirges' Stara Planina, wie das Balkan-Gebirge offiziell in Bulgarien heisst. Über 600 Kilometer erstreckt sich das Massiv, das auf seiner Nordseite ein ausgeprägtes Vorgebirge hat, nach Süden aber steil abfällt. Es wird von Pässen überquert und Tälern durchschnitten. Das Balkan-Gebirge ist vielseitig und zeigt dem Besucher ein immer neues Gesicht. Bis zu 200 Meter sind die roten Sandsteinfelsen von Belogradtschik hoch. Vor Millionen Jahren durch tektonische Bewegungen entstanden, ziehen sich diese Steinformationen über eine Länge von rund 30 Kilometern. Die Felsen bestehen aus rotem Sandsteinkonglomerat, sie brechen leicht und sind daher eine Herausforderung für jeden Kletterer. Der 18-jährige Todor gehört zu Bulgariens talentiertesten Kletterern. 500 Felsen und fast 1.000 Kletterrouten gibt es in der Region. Todor hat davon schon 200 gemeistert. Auf den 70 Meter hohen Felsen 'Finger' begleitet ihn zum ersten Mal sein Sicherungspartner Angel. Der Zentralbalkan ist der höchste und wildeste Teil des Balkangebirges. Grösstenteils steht er als gleichnamiger Nationalpark unter Schutz. Flächenmässig ist er einer der grössten in Europa und eines der letzten Refugien des Braunbären. Wladimir Todorow ist Biologe und auf diese grossen Raubtiere spezialisiert. Eine Bärin hat sich in der Falle eines Wilderers verfangen. Wladimir versucht, die junge Bärin zu retten.
Rila, Pirin, Rhodopen und Strandscha sind vier Gebirgszüge im Süden Bulgariens. Im Laufe ihrer jahrtausendealten Geschichte wurden sie von Thrakern, Slawen, Byzantinern und Römern besiedelt. Das Rila-Gebirge ist das höchste Gebirge der Balkanhalbinsel. Schneebedeckte Gipfel, zackige Felsformationen und tiefe Schluchten sind typisch für die Gegend. Die Hänge rund um den Belmeken-Gipfel zählen zu den grössten Weideflächen Bulgariens. Deshalb bringt Nikolai Wasilew seit zehn Jahren im Sommer seine Kühe dorthin. Sein Sohn Dimitar und er verbringen vier Monate mit den Tieren auf den Hochweiden im Rhythmus der Natur. Die riesigen Marmor- und Granitfelsen verleihen dem Pirin-Gebirge seinen alpinen Charakter. Dort züchtet Elena Zingarska einige der besten Wachhunde der Welt und rettet so die jahrtausendealte Rasse der Karakatschan vor dem Aussterben. Die Rhodopen sind das grösste zusammenhängende Gebirge Bulgariens. Wie gewaltige grüne Wellen schieben sich die Hügel in die Landschaft, durchbrochen von tiefen Schluchten aus Sandstein. Die Rhodopen sind dünn besiedelt, wenige Dörfer in engen Tälern versteckt. Auch Kowatschewiza, das im 17. Jahrhundert erbaut wurde, hat sich kaum verändert. Ganz im Osten entlang der türkischen Grenze erstreckt sich Strandscha, in der unzählige Rhododendren- und Orchideenarten gedeihen. Die immergrünen Feuchtwälder sind die Heimat sogenannter voreiszeitlicher Reliktpflanzen, wie zum Beispiel der wildwachsenden Rhododendren. Ein Blütenmeer in Rosa erwartet den Besucher.
Ein Hüne mit wachem Geist und festem Pinselstrich: Pierre Soulages gehört zu den letzten lebenden Legenden der abstrakten Malerei. Regisseur Stéphane Berthomieux gelingt mit seiner Dokumentation eine besondere Leistung: Er zeigt, wie aus Schwarz Licht entsteht und welche Energie dem speziellen Schwarz von Soulages innewohnt. Denn Soulages will Papier zum Leuchten bringen und bedient sich dafür des, wie er es nennt, 'Outrenoir', des 'jenseitigen Schwarz'. Neben Archivaufnahmen und einem Off-Kommentar nähern sich Soulages-Kenner dem Leben und Werk des Künstlers, darunter sein langjähriger Freund, der Sprachwissenschaftler und Soulages-Experte Pierre Encrevé, der Astrophysiker Daniel Kunth, Soulages' Assistent Dan McEnroe, der Philosoph Alain Badiou, der Musiker Jean-Michel Jarre und der Rektor der Kathedrale von Rodez Jean-Luc Barrié. Soulages' Malerei ist Handwerk und Poesie – und sie ist das Ergebnis eines Werdegangs. Der fast zwei Meter grosse Künstler wurde 1919 im französischen Rodez geboren. Im Zweiten Weltkrieg unterbrach er sein Kunststudium, 1946 kehrte er dann nach Paris zurück, um sich ausschliesslich der Malerei zu widmen. Ab 1948 stellt er seine Werke in Paris, Europa und darüber hinaus aus. Seit 1979 arbeitet er ausschliesslich mit der Farbe Schwarz und legt den Fokus auf das Zusammenwirken von Furchen, Kerben und Reliefs mit dem Einfall des Lichts. Mit hohem ästhetischem Anspruch und pädagogischem Feingefühl zeigt die Dokumentation Soulages' Rang in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie ist die Hommage an einen zeitlosen Künstler und an die kraftvolle Modernität seines Schaffens.
Themen: Metropolenreport Montpellier / 100. Geburtstag von Pierre Soulages / Die Malerin Karin Kneffel im Atelier / Uiguren in China: Vom Ende einer Kultur / 'Die Glasmenagerie' als Ballett / Nach dem Juwelenraub in Dresden
(1): Montpellier, Frankreichs Kalifornien: Paris ist out, Montpellier ist in – behaupten die Stadtoberen. 'Metropolis' schaut sich die Stadt genauer an. In den vergangenen 30 Jahren sind die Einwohnerzahlen der südfranzösischen Stadt Montpellier explodiert. Auch die Zahl grosser Bauprojekte hat sich vervielfacht: Ein TGV-Fernbahnhof, exotische Wohnbauten, öffentliche Gebäude von Stararchitekten. Montpellier ist Frankreichs siebtgrösste Stadt. Stolz spricht man vor Ort von Montpellier als dem neuen Kalifornien Frankreichs. (2): 100. Geburtstag von Pierre Soulages: In Frankreich gehört Pierre Soulages zu den bedeutendsten Künstlern, in Deutschland gibt es noch Entdeckungspotential. Mehr als 1.700 Bilder hat Pierre Soulages gemalt. Viele davon sind schwarz. Darauf sind dicke Schichten mit dem Spachtel aufgetragen. Sie reflektieren das Licht. Soulages nennt diese Werke 'Outrenoir' – auf Deutsch etwa 'Jenseits von Schwarz'. Jetzt widmet ihm der Pariser Louvre aus Anlass seines 100. Geburtstages eine umfassende Retrospektive. (3): Die Malerin Karin Kneffel im Atelier: Karin Kneffels Bilder sind auf eine besondere Art gegenständlich. Nicht realistisch, aber immer plausibel. Karin Kneffel ist eine der international bedeutendsten deutschen Malerinnen und Meisterschülerin von Gerhard Richter. Sie schafft fantasievolle Bildwelten. Ihre frühen Bilder in der Grösse von 20 x 20 Zentimetern, später in Formaten bis zu sieben Metern. Zurzeit malt sie das vierte Bild einer Serie, die eine überraschende Sicht ins Innere des Duisburger Lehmbruck Museums bietet. (4): Uiguren in China: Vom Ende einer Kultur: Die Unterdrückung der Muslime in der Provinz Xinjiang hat schon vor langer Zeit begonnen. Als Journalisten Ende November enthüllten, dass die chinesische Führung innerhalb kürzester Zeit ein brutales Lagersystem aufgebaut hat, in dem sie Hunderttausende Uiguren gefangen hält, war der Aufschrei gross. Tatsächlich wird die muslimische Bevölkerung schon lange unterdrückt. 'Sie wollen, dass wir verschwinden', sagt die uigurische Anthropologin Mukaddas Mijit. (5): 'Die Glasmenagerie' als Ballett: Choreograf John Neumeier wagt sich an das Familiendrama von Tennessee Williams. Mit 17 Jahren sah der Choreograf John Neumeier zum ersten Mal Tennessee Williams Familiendrama 'Die Glasmenagerie' – für ihn ein Schlüsselerlebnis. Ein Grund, warum er sich jetzt an dieses Stück herantraut, ist der internationale Ballettstar Alina Cojocaru. Für sie speziell hat Neumeier die Rolle der Laura kreiert. Das Ballettstück wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. (6): Nach dem Juwelenraub in Dresden: Der Kunstraub in Dresden wirft die Frage auf, ob Museen noch in der Lage sind, ihre Schätze sicher zu zeigen. Niemand hätte für möglich gehalten, dass es so einfach sein würde, den barocken Schmuck von August dem Starken aus dem Dresdner Grünen Gewölbe zu rauben. Wahrscheinlich sind die Juwelen für immer verloren. Der Schriftsteller Ingo Schulze glaubt, dass sich viele erst jetzt Gedanken machen, welchen wirklichen Wert sie haben.
Die ab 1446 errichtete Kapelle des King's College gehört zu den Wahrzeichen der Universitätsstadt Cambridge, die insgesamt 31 Colleges zählt. Das King's College ist seit jeher nicht nur der Erziehung und Bildung, sondern auch der Musik gewidmet: Sein Gründer, König Heinrich VI., wünschte in der Kapelle himmlische Harmonien zu vernehmen – und so wurde vor über 500 Jahren der Chor des King's College gegründet.Die Dokumentation verknüpft die Geschichte des berühmten Gebäudes mit der Geschichte der Musik, die dort bis heute erklingt. Die Kapelle mit ihren wertvollen Skulpturen, Gemälden, Kirchenfenstern und Chorgestühlen ist ein Kleinod der gotischen Architektur, ihre Mauern bergen das Echo der Klänge von Purcell und Britten bis hin zu Adès und zeugen von der bewegten Historie der Insel bis zur Gründung des Vereinigten Königreichs.Die Musikdokumentation stützt sich auf Konzertmitschnitte, die in der Kapelle aufgezeichnet wurden, darunter das tägliche Abendlob der Anglikanischen Kirche und die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, die beim traditionellen Osterkonzert 'Easter at King's' gesungen wurde. Weitere Aufnahmen vervollständigen die musikalische Reise und bieten eine reichhaltige Auswahl an englischer Musik.Zu den berühmten Alumni des King's College zählen Musiker wie Orlando Gibbons, Schriftsteller wie E.M. Forster, Ökonomen wie John Keynes und Wissenschaftler wie Alan Turing – grosse Persönlichkeiten, von denen der Film anhand der verschiedenen Räumlichkeiten des King's College erzählt. Das King's College – eine Hochburg englischer Tradition und ein Ort der Stille, von dem aus man auch seit jeher offen und aufmerksam auf das Weltgeschehen geblickt hat.
Island ist die grösste Vulkaninsel der Erde und das am dünnsten besiedelte Land Europas. Am Ende eines einsamen Tals leben Arna Bjarnadóttir und Denni Karlsson mit ihren Kindern. Die Wege zu den nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind weit und im Winter oft unpassierbar. Die Familie versorgt sich weitgehend selbst mit lokalen Produkten. Sie baut Kartoffeln und Rhabarber an und lagert sie ein. 2007 haben Arna und Denni begonnen, den verlassenen Hof zu renovieren. Arnas Sohn Bjarni war damals gerade ein Jahr alt, als sie und Denni ihrem alten Leben den Rücken kehrten. Arna hat als Kulturmanagerin in der Hauptstadt Reykjavík gearbeitet, Denni als Filmregisseur. Er ist in dem Tal aufgewachsen, in dem sich die Familie der Landflucht entgegenstellt. Fisch und Schafsfleisch bilden die Grundpfeiler der isländischen Küche. Meer, Flüsse und Seen bieten auch im Winter die Möglichkeit, sich mit frischem Fisch zu versorgen. Die Schafzucht hat in Island Tradition und mit ihr der Brauch, alles von einem Tier zu verwenden. Beim deftigen Thorrablót-Essen, mit dem das Mittwinterfest begangen wird, kommt alles auf den Tisch – in der Hoffnung, dass der lange Winter bald ein Ende hat.
Director
Marvin Entholt
Background information
'Zu Tisch' reist in verschiedene Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine oftmals fremde Lebensart. Rezepte können über Teletext und Internet abgerufen werden: www.arte.tv/zutisch.
(1): Der GegenstandCorinne Delvaux stellt eine französische Delikatesse vor, die wir in Deutschland nicht kennen: glacierte Maronen. (2): InventarWeihnachtsbäume in Deutschland und Frankreich(3): Das WortClaire Doutriaux beschäftigt sich mit der Bedeutung des Wortes 'marron', das in der französischen Sprache sehr oft verwendet wird.(4): Das RätselUnd zum Schluss der Sendung wie immer ein Rätsel – wie auch die Lösung des Rätsels der vorangegangenen Woche.
In der Nachrichtensendung betrachtet die deutsch-französische Redaktion mit weltoffenem Blick das tagesaktuelle politische Geschehen, die sozialen sowie die wirtschaftlichen Entwicklungen.
Background information
In der Nachrichtensendung betrachtet die deutsch-französische Redaktion mit einem weltoffenen Blick das tagesaktuelle politische Geschehen, die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie die kulturellen Ereignisse aus europäischer Sicht.
Seit ihrem 12. Lebensjahr praktiziert Esther Schweins Yoga. In Indien will sie mehr über die Wurzeln dieser ganzheitlichen Philosophie erfahren. Wie leben die Inder Yoga? Das ist die Frage, der Esther Schweins in dieser fünfteiligen Serie nachgeht. Von Delhi aus macht sie sich auf den Weg in die heiligen Städte Varanasi und Rishikesh, zieht kurzzeitig in den südindischen Ashram der berühmten Isha Foundation. Endstation der Reise ist Auroville, wo eine internationale Gemeinschaft seit den 60er Jahren versucht, die perfekte Gesellschaft aufzubauen. Esther Schweins schreckt auf dieser Reise vor keinem Selbstversuch zurück. Sie sammelt mit Gurus im strömenden Regen Plastikmüll, lässt sich klangtherapieren, bringt Opfer dar, führt Zwiegespräche mit hinduistischen Lehrmeistern, praktiziert Lach- und Upa-Yoga und lernt die älteste Kampfkunst der Welt kennen – Kalaripayattu. Vor der prächtigen Kulisse des Subkontinents zeichnet Esther Schweins auf ihrer Suche nach Erleuchtung auch ein immer komplexer werdendes Bild der jeweiligen Stadt und ihrer Bewohner. Und so erzählt die Serie auch von diesem faszinierenden Land, seinen Religionen, Traditionen, seiner Armut, seinem Reichtum, seiner Schönheit und seiner Geschichte. Denn in Indien ist alles Yoga!
Bayern, 1864: Der junge und zarte Ludwig II. wird zum König von Bayern gekrönt. Noch unerfahren, aber voller Begeisterung für die schönen Künste, versucht Ludwig seinen Platz zu finden. Enthusiastisch fördert er einen der wichtigsten Komponisten des 19. Jahrhunderts, Richard Wagner, und die Arbeiten an einigen der berühmtesten Bauwerke der deutschen Geschichte, darunter Schloss Neuschwanstein. Doch die Tiefschläge in seiner Amtszeit (1864-1886), hervorgerufen durch innen- und aussenpolitische Verwicklungen, gehen nicht spurlos an dem 'Märchenkönig' vorüber. Verzweifelt sucht er Trost und Anerkennung und findet sie zunächst bei Cousine Elisabeth 'Sissi', Kaiserin von Österreich-Ungarn. Auch von Wagner und anderen Künstlern erhofft er sich ergebene Freundschaft, doch auch sie können Ludwig nicht aus seinem Unglück heraushelfen. Denn der einsame und sensible König, der die Kunst den politischen Pflichten vorzieht, unterliegt zunehmend seinem Seelenleiden. Vermehrt zieht er sich zurück, investiert Unsummen in Kunst und Vergnügen und leidet an dem Versteckspiel, zu dem ihn seine Homosexualität zwingt. Luchino Visconti zeigt mit seinem 'Ludwig' einen zerrütteten König, der im Prunk des 19. Jahrhunderts zwischen royaler Pflicht und dem Wunsch nach Freiheit seinen eigenen Platz nie wirklich findet. Visconti, Jahrgang 1906, begann seine Karriere als Regieassistent von Jean Renoir und wurde von dessen realistischem Stil beeinflusst. So lassen eingeblendete Berichte durch Zeitzeugen des Königs das Geschehen nahezu gegenwärtig erscheinen.
Cast
Helmut Berger, Romy Schneider, Trevor Howard, Nora Ricci, Silvana Mangano, Gert Fröbe, Helmut Griem
Director
Luchino Visconti
Script
Enrico Medioli, Luchino Visconti
Background information
Der Film stellt den dritten Teil einer von Luchino Visconti nicht vollendeten Tetralogie dar, dem 'Die Verdammten' und 'Tod in Venedig' vorausgingen. Der vierte Teil, die Adaption von Thomas Manns 'Der Zauberberg', konnte aufgrund eines Herzanfalls, den Luchino Visconti während der Dreharbeiten zu 'Ludwig' erlitt, nicht mehr gedreht werden. Um sich von der romantisierten Rolle der Sissi zu befreien, lehnte Romy Schneider 17 Jahre nach ihrem Debüt als Kaiserin von Österreich-Ungarn die Rolle zunächst ab, sagte schliesslich aber aus Freundschaft zu Visconti zu.
Das Weihnachtsoratorium ist wohl Bachs beliebtestes und meistgespieltes Werk. Die Geschichte von der Geburt Christi handelt von Hoffnung und Freude, und so atmet Bachs Musik Licht, Glanz und Wärme. Entstanden ist das Werk in den stillen Busswochen des Advents 1734, in einer Zeit, in der der Thomaskantor keine grösseren kirchenmusikalischen Verpflichtungen hatte. Ob es tatsächlich als Oratorium konzipiert wurde, ist allerdings nicht ganz klar, denn eigentlich ist es ein sechsteiliges Set von Kantaten, die – liturgisch und musikalisch aufeinander aufbauend – die Weihnachtsfeiertage und dazwischenliegenden Sonntage abdecken. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und Epiphanias 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt. In der heutigen Zeit wird das Oratorium oft in allzu beliebiger Kürzung als 'Weihnachtsoratorium' an einem Abend gegeben. Selbst wenn Bach das Werk als musikalische Gesamtheit gedacht hat und gerne aufgeführt wüsste, gab es für ihn keine Alternative, die einzelnen Teile im Entstehungsjahr nacheinander in den Festtagsgottesdiensten der Leipziger Hauptkirchen 'uraufzuführen'. Feierliche Eingangs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Szenario. Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden.
Die Dokumentation erzählt das Leben des italienischen Filmemachers Luchino Visconti von seiner Geburt am 2. November 1906 in Mailand bis zu seinem Tod im Jahr 1976. Der Regisseur, der als Conte Don Luchino Visconti di Modrone in eine der bedeutendsten italienischen Adelsfamilien hineingeboren wurde, hätte das müssige Leben eines reichen Aristokraten führen können. Doch Visconti wählte einen anderen Weg und setzte sich in seinen Werken immer wieder mit dem Milieu auseinander, aus dem er selbst stammte. Er hat die europäische Aristokratie der vergangenen beiden Jahrhunderte porträtiert wie kein Zweiter. In seinen frühen Filmen zeigte der Regisseur dem Publikum aber auch das tatsächliche Italien der 'kleinen Leute' und nicht den gesellschaftlichen Verfall der Oberklasse. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Visconti im politischen Widerstand gegen den Faschismus und sympathisierte mit der Kommunistischen Partei Italiens. Die Dokumentation zeigt Visconti als zutiefst aufrichtigen Menschen, der sein Leben lang nach der historischen, gesellschaftlichen und menschlichen Wahrheit suchte. 'Luchino Visconti, vom Film besessen' wurde in Rom, Mailand und Venedig gedreht und verbindet Archivmaterial mit Ausschnitten aus Viscontis Filmen: darunter Meisterwerke der Filmgeschichte wie 'Die Verdammten', 'Rocco und seine Brüder' und 'Ludwig II.'. Ausserdem sind Auszüge zu sehen aus 'Besessenheit', einem der Gründungsfilme des italienischen Neorealismus, aus 'Die Unschuld', einer Reminiszenz an die Kindheit des Regisseurs, sowie dem Leinwandepos 'Der Leopard', das von der sizilianischen Aristokratie in der Zeit des Übergangs zur Monarchie erzählt. Zu Wort kommen Viscontis Neffe und Patensohn Luchino Gastel, die Visconti-Biografin Laurence Schifano, Caterina D'Amico, die Tochter von Viscontis wichtigster Drehbuchautorin Suso Cecchi D'Amico, die französische Historikerin Elisabeth Roudinesco und der Filmregisseur Olivier Assayas.
Das Kantabrische Gebirge im Norden Spaniens bildet eine Klimascheide zwischen dem kühlen und regnerischen 'grünen Spanien' und der trockenen kastilischen Hochebene. Der Gebirgszug bietet verschiedenartige Lebensräume: In den niedrigen Lagen findet man Eichen-, Kastanien- und Buchenwälder, während saftige Weiden die mittleren Ebenen bedecken. Die unwirtlichen Gipfel ragen bis zu 2.500 Meter in den Himmel, im Winter verleiht ihnen der Schnee eine weisse Haube. Wildkatze, Gans, Gämse, Hirsch, Lachs und Iberischer Wolf sind die am häufigsten anzutreffenden Tierarten. Unter den Vögeln zählen Auerhahn, Steinadler und Gänsegeier zu den Hauptvertretern der heimischen Gebirgsfauna. Die Berghöhlen der Region dienen auch zahlreichen Bärenfamilien als Zufluchtsort. Seit der Wilderei in den 80er Jahren ergriff Spanien gezielte politische Massnahmen zum Schutz der Bären. Etwa 250 Tiere leben im Kantabrischen Gebirge. Die zweiteilige Dokumentation zeigt all diese Arten in ihrer natürlichen Umgebung. Jede von ihnen hat aufgrund der rauen Klimabedingungen faszinierende Überlebensstrategien entwickelt.
Philippe de Champaignes 'Dreifaches Porträt von Richelieu' entstand 1642. Es zeigt Richelieu mittig, von links und von rechts. Aber was bedeutet es, die linke oder rechte Position beziehungsweise die Mitte einzunehmen? Richelieu jedenfalls hatte verschiedenste Gesichter .
Odegard befindet sich gerade auf dem Festland, um mit den Investoren für ihr Gletscher-Hotel zu sprechen, als sie einen dringenden Anruf aus Fortitude erhält: Es gab wieder einen Vorfall. Dr. Allerdyce wurde angegriffen und ringt um ihr Leben, während Shirley vermisst bleibt. Odegard erhofft sich Sondereinsatzkräfte vom Festland, um die mysteriösen Fälle lösen zu können, doch vergeblich. Morton und Dan verhören Markus, der als Erster am Tatort war, doch er sieht nicht verdächtig aus. Währenddessen wird Shirley im Supermarkt liegend von der Polizei gefunden. Sie ist tot. Als die zwei jungen Polizistinnen aufsehen, steht Carrie vor ihnen. Ronnie erwacht nahe Fortitude im Eis. Seine Tochter ist nirgends zu sehen, und seine Blutvergiftung lässt ihn immer schwächer werden. Morton untersucht Shirleys toten Körper und stellt fest, dass sie an einem Herzinfarkt gestorben sein muss. Er deutet an, dass die Anstrengungen möglicherweise dem Angriff auf ihre Mutter zuzuschreiben sind, doch auf die gefährliche Theorie will sich niemand einlassen. Die Stimmung in Fortitude bleibt weiter angespannt, und wilde Verdächtigungen machen die Runde. Als Frank von der Theorie eines anderen Mörders hört, ist er hocherfreut und hofft, dass Liam doch unschuldig ist. Jules glaub ihm nicht, also bricht Frank in Markus' Haus ein, um nach Beweisen zu suchen, und findet seltsame Fotos. Eric versucht sich seiner Frau wieder anzunähern, doch Odegard verlässt ihn. Ronnie stolpert derweil im Delirium zurück nach Fortitude und schafft es bis in sein Haus. Dort angekommen, wird er angegriffen .
Episode number
8
Cast
Sofie Gråbøl, Richard Dormer, Verónica Echegui, Nicholas Pinnock, Jessica Raine, Luke Treadaway, Michael Gambon
Wie entstehen sensationelle Geschmackserlebnisse? Und welche Rolle spielt dabei Geografie – kann man schmecken, wo zum Beispiel der Wein gewachsen ist? Welchen Beitrag zum besonderen Geschmack liefern Mikroorganismen wie Käsekulturen? Und wie sehr kann die Psyche unseren Geschmackssinn austricksen? 'Xenius' trifft Köche, Wissenschaftler und Sommeliers, um all das herauszufinden. Die Reise beginnt am Institut Paul Bocuse in Lyon. Fünf Geschmacksrichtungen nimmt unsere Zunge wahr – süss, salzig, sauer, bitter und umami. Die ersten vier kennen alle – aber der fünfte Geschmack, umami, beschreibbar als 'herzhafter Wohlgeschmack', ist für viele relativ schwer greifbar. Spitzenkoch Heiko Antoniewicz lüftet das Rätsel: Ausgelöst wird der 'Wohlgeschmack' durch Glutamat. Und besonders viel steckt ganz natürlich zum Beispiel in Tomaten, Käse, Pilzen, Fleisch ... und Muttermilch! Beim Wein soll das Terroir, also wo genau ein Wein gewachsen ist, zu besonderen Geschmackserlebnissen führen. Aber kann man wirklich schmecken, von welchem Boden ein Wein kommt? Das erfahren die 'Xenius'-Moderatoren bei Sommelière Christina Fischer und Forscher Ulrich Fischer am Weincampus in Rheinland-Pfalz. Was ist eigentlich beim Käse für den besonderen Geschmack verantwortlich? Nicht etwa die Milch, sondern die Mikroorganismen, also die Schimmelkulturen und Bakterien! Das sieht man besonders gut in einer Crèmerie in Paris, die komplett ohne Milch arbeitet. Mary Iriarte Jähnke nutzt hier Nüsse statt Milch.
Die heutige Folge widmet David Attenborough zwei ganz unterschiedlichen Spezies, die beide auf den Faktor Länge setzen: dem Chamäleon, dessen langer Schleuderzunge keine Beute entgeht, und der Giraffe, die mit ihrem langen Hals bis an die Baumkronen heranreicht. Doch was hat sich die Natur dabei gedacht? Das Chamäleon ist wahrlich ein aussergewöhnliches Tier, und das gilt für sein Aussehen wie für sein Verhalten. Es ist mit nichts auf der Welt vergleichbar. Kein Wunder also, dass sich zahlreiche Mythen und Legenden darum ranken. Edward Topsell bezeichnet in seiner 'Geschichte der vierbeinigen Tiere' aus dem frühen 17. Jahrhundert das Chamäleon als 'ein arglistiges, räuberisches und gefrässiges Geschöpf, unrein und voller Makel nach Gottes Gesetz'. Einige glaubten sogar, der Teufel hätte es aus Teilen von anderen Tieren zusammengesetzt: dem Schwanz eines Affen, der Haut eines Krokodils, der Zunge einer Kröte, dem Horn eines Nashorns und so fort. Diese Kreatur musste von einem bösen Dämon als Spion in die Welt gesandt worden sein. Seine exotische Erscheinung machte das Chamäleon zu einem beliebten Ziel der Kuriositätenjäger. Doch auch Naturforscher und Wissenschaftler staunten nicht schlecht über seine ungewöhnliche Anatomie und Lebensweise. Die Frage, wie es das Chamäleon anstellt, sein Fangwerkzeug, die Zunge, auf eine solche Länge auszurollen, blieb lange unbeantwortet. Die Giraffe ist ebenfalls eine imposante Erscheinung. Mit einer Höhe von bis zu sechs Metern ist sie riesengross, sie ist wunderschön und ein biologisches Kuriosum. Unsere Bewunderung für dieses Tier ist Jahrhunderte alt, und vor allem ein Merkmal hat uns stets fasziniert: ihr extrem langer Hals. Ein solcher Körperbau schien lange Zeit anatomisch unmöglich. Wie schafft sie es, den schweren Hals aufrecht zu halten? Und ist der Vorteil bei der Nahrungssuche tatsächlich der einzige Grund für den langen Giraffenhals?
In der heutigen Folge betrachtet David Attenborough zwei Tiere, die die Wissenschaft in ihren Grundfesten erschüttert haben. Das eine ist eine Kröte, die Anfang des 20. Jahrhunderts Gegenstand eines Gelehrtenstreits wurde, der in einem Fälschungsvorwurf gipfelte. Das andere ist in Australien zu Hause und liess in Viktorianischer Zeit die Forscher in Europa daran zweifeln, dass es überhaupt existierte: das Schnabeltier. Es lebte an Flussufern und konnte schwimmen. Die europäischen Einwanderer tauften es 'Wassermaulwurf'. Doch dieser Name währte nicht lange. Das Schnabeltier schien eine Mischung aus verschiedenen Tierklassen zu sein. Es hatte einen Schnabel wie ein Vogel und Fell wie ein Säugetier. Als Charles Darwin zum ersten Mal eines in seiner natürlichen Umgebung sah, staunte er nicht schlecht: 'Gewiss müssen hier zwei Schöpfer am Werk gewesen sein', notierte er in sein Tagebuch. Doch zu welcher Klasse gehörte das Schnabeltier? George Shaw ordnete es den Säugetieren zu, wegen seines Fells. Rund 30 Jahre nach George Shaw beschrieb der deutsche Anatom Johann Meckel das Schnabeltier in einer wunderschönen Sammlung anatomischer Studien. Seine sorgfältige Forschungsarbeit half dabei, die wahre Natur dieser Spezies aufzudecken. Das eierlegende Schnabeltier galt lange Zeit als Kuriosum. Doch die Evolution hat viele ungewöhnliche Fortpflanzungsstrategien hervorgebracht. Anfang des 20. Jahrhunderts führte die Anatomie einer Amphibie – die der Geburtshelferkröte – zu einem Streit und dieser endete, wie beim Schnabeltier, in Fälschungsvorwürfen. Mit ihren kuriosen Eigenschaften hielten die Geburtshelferkröte und das Schnabeltier die Wissenschaft eine ganze Weile in Atem. Doch letzten Endes haben beide Tiere zu einem besseren Verständnis der Evolution beigetragen.