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Eine im Auftrag des Schweizer Tierschutz STS durchgeführte repräsentative Umfrage des Instituts IHA-GfK zeigt, dass die Bevölkerung das Tierschutzniveau in Schweizer Ställen stark überschätzt. Über die Hälfte glaubt, dass das dauernde Anbinden von Kühen im Stall an 270 Tagen im Jahr und der elektrische Kuhtrainer ebenso wie Vollspaltenböden und keine Einstreu für Mastschweine und -rinder längst verboten seien.
Die Schweizerinnen und Schweizer wollen, dass tierschutzwidrige Haltungsformen verboten werden. Dies geht aus der neuesten Umfrage hervor. Dabei haben ihre Antworten zu überraschenden Erkenntnissen geführt. So waren beispielsweise über die Hälfte der Befragten überzeugt, dass das dauernde Anbinden von Milchkühen im Stall an 270 Tagen und der elektrische Kuhtrainer verboten seien. Sie konnten sich auch nicht vorstellen, dass Mastschweine oder -rinder nach geltender Tierschutzverordnung in engen Buchten auf dem nackten Betonboden, ohne Stroh und ohne Auslauf, gehalten werden dürfen. Offensichtlich überschätzt die Bevölkerung das Tierschutzniveau in Schweizer Ställen massiv.
91% der Befragten finden, dass es verboten sein sollte, 100 Kilogramm schwere Mastschweine auf einer Fläche von weniger als 1x1m, ohne Stroh zum Liegen und ohne Auslauf zu halten. Mit 94% findet sich die stärkste Ablehnung für knappe Flächen pro Schwein von weniger als 1x1m, gefolgt von 89% Ablehnung für einstreulose Liegeflächen und 85% für mangelnden Auslauf ins Freie. Bei der Frage, ob in der Rindermast die Haltung von 500 Kilogramm schweren Tieren auf einer Fläche von weniger 2x2m Fläche ohne Stroh zum Liegen und ohne Auslauf verboten werden sollte, antworteten 86 % mit Ja. Mit 92% findet sich die stärkste Ablehnung für knappe Flächen pro Rind von weniger als 2x2m, gefolgt von 92% Ablehnung für einstreulose Liegeflächen und 88% für mangelnden Auslauf ins Freie. 90% der Befragten möchten eine Haltung, in der das Milchvieh an 270 Tagen im Jahr im Stall angebunden ist, verbieten; 89% sprachen sich für ein Verbot des elektrischen Kuhtrainers in Milchvieh-Anbindeställen aus.
Nach Ansicht des STS deckt sich die Ablehnung in der Bevölkerung für tierschutzwidrige Haltungsformen in der Milchvieh-, Rinder- und Schweinemast exakt mit den Erkenntnissen aus der Verhaltensforschung und der Tiermedizin. Die Schlussforderungen für den STS sind deshalb klar: 1. In der neuen Tierschutzverordnung sind tierschutzwidrige Haltungsformen klar zu verbieten. 2. Bei den Ausführungsbestimmungen zur neuen Agrarpolitik (AP 2011) muss der Bundesrat dem Nutztierschutz und der artgerechten Tierhaltung höchste Priorität einräumen. (sb)
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