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Blässgans - Anser albifrons
Weisswangengans - Branta leucopsis
Schnatterente - Anas strepera
Trauerente - Melanitta nigra
© 2011 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)
Artwork © Owen Bell
Im hohen Norden unseres Planeten sind die terrestrischen Ökosysteme durchschnittlich erheblich ärmer an Tierarten als in Äquatornähe. Umgekehrt gesagt sind die meisten landlebenden Tiersippen in den Tropen und Subtropen erheblich artenreicher als in den kühlen und kalten Klimazonen der Erde.
Wie überall in der Natur gibt es Ausnahmen von dieser Regel. Auf der nördlichen Erdhalbkugel zählt hierzu die Familie der Entenvögel (Anatidae), die sich insgesamt aus rund 150 Arten von Enten, Gänsen, Schwänen und Sägern zusammensetzt. Dank ihrer ausgezeichneten Flugfähigkeit über weite Distanzen einerseits und dank ihrer hervorragenden Anpassung an aquatische Lebensräume andererseits vermögen sie besser als die Angehörigen vieler anderer Vogelsippen die kurzen Sommer im hohen Norden für die Aufzucht ihrer Jungen zu nutzen, wenn dort die unzähligen Kleingewässer, Feuchtgebiete und Moorlandschaften vorübergehend zu überreichen Nahrungsquellen werden. Sie sind darum in der Tierwelt des hohen Nordens überproportional gut vertreten.
In Island beispielsweise können regelmässig 20 verschiedene Entenvogelarten beobachtet werden. Sie stellen ein Viertel der isländischen Vogelfauna dar, obschon weltweit gesehen die Entenvögel lediglich 1,5 Prozent aller Vogelarten ausmachen. Von den 20 isländischen Entenvogelarten schreiten mehrere im Inselstaat zur Brut, darunter die Schnatterente (Anas strepera) und die Trauerente (Melanitta nigra). Für andere, noch weiter nördlich brütende Arten wie die Weisswangengans (Branta leucopsis) und die Blässgans (Anser albifrons) bildet Island einen wichtigen Rastplatz auf dem Frühjahrs- und dem Herbstzug.
Die Schnatterente
Die Schnatterente gehört innerhalb der Familie der Entenvögel zur Unterfamilie der Entenverwandten (Anatinae) und dort zur Gattungsgruppe der Schwimmenten (Anatini). Sie ist eine mittelgrosse Schwimmente und wurde darum früher auch «Mittelente» genannt: Die Gesamtlänge beträgt bei den erwachsenen Individuen 46 bis 58 Zentimeter, wobei die Männchen eine Spur grösser sind als die Weibchen und im Durchschnitt rund ein Kilogramm wiegen, während die Weibchen nur ungefähr 850 Gramm auf die Waage bringen.
Als Brutvogel kommt die Schnatterente sowohl im nördlichen und zentralen Eurasien als auch im südlichen Kanada und in den USA vor. In Island wurde sie erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts verzeichnet, scheint sich hier also verhältnismässig spät angesiedelt zu haben. Mit nur 100 bis 200 Paaren ist ihr Bestand relativ klein. Die meisten von ihnen brüten im Nordosten Islands im Bereich des Myvatn-Sees.
Mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 2,5 Metern bei einer Fläche von beachtlichen 37 Quadratkilometern handelt es sich beim Myvatn um ein sehr flaches Stillgewässer. Umgeben ist der See von vielen kleinen Feuchtgebieten; aus seiner Westseite entspringt ein kleiner, nach Nordwesten wegfliessender Fluss, der Laxa. Unterirdisch wird der Myvatn von zahlreichen, teils heissen Quellen gespeist. Darum friert er zum einen im Winter nur teilweise zu, und zum anderen erlaubt er ein reiches Wachstum von Wasserpflanzen und Algen, welche ihrerseits die Nahrungsgrundlage für grosse Populationen aquatischer Wirbelloser bilden, insbesondere Wasserflöhe (Cladocera) und die Larven von Zuckmücken (Chironomidae). Während der Sommermonate färben die Schwärme der erwachsenen Zuckmücken die Luft im Bereich des Sees grau - und haben ihm zu seinem Namen verholfen, denn auf Isländisch bedeutet my «Mücke» und vatn «Wasser, Gewässer».
Das Seeufer ist meistenorts unregelmässig, buchtig geformt, und der See selbst ist mit zahlreichen kleinen bis kleinsten Inselchen förmlich übersät. Entsprechend gross ist das Angebot an geeigneten Wasservogel-Nistplätzen. In der Tat bildet der Myvatn den weitaus wichtigsten Wasservogelbrutplatz Islands. Bemerkenswerte 13 Entenvogelarten nisten im Bereich des Sees und entlang des Laxa-Flusses.
Wie die meisten Brutvögel Islands verlässt die Schnatterente den Inselstaat im Herbst und zieht südwärts. Die meisten Individuen überwintern in Irland, die restlichen verteilt in anderen Bereichen der Britischen Inseln. Im mittleren Frühling treffen sie dann wieder in Island ein, nachdem sie sich bereits im Winterquartier zu Paaren zusammengefunden haben. Sie verteilen sich paarweise entlang des See- und des Flussufers. Wie die meisten Schwimmenten ernähren sie sich hauptsächlich von pflanzlichen Stoffen, genauer von den untergetauchten Teilen diverser Wasserpflanzen und von Algen. Beim Nahrungserwerb tauchen sie kaum je ganz unter die Wasseroberfläche, sondern schwimmen an untiefen Stellen umher und «gründeln» immer wieder mit eingetauchtem Vorderkörper und senkrecht aus dem Wasser ragendem Bürzel.
Die Schnatterentenpaare widmen sich im Brutgebiet anfangs mehrere Wochen lang dem Nahrungserwerb, um nach der anstrengenden Reise wieder zu Kräften zu kommen und fit für die Brut zu sein. Dann erst beginnen sie mit dem Nestbau. Das Nest befindet sich meistens gut versteckt in dichter Krautvegetation direkt auf dem Boden. Das Weibchen legt in der Folge täglich ein Ei, bis das Gelege etwa zehn Eier umfasst.
Das Bebrüten dauert meistens 26 Tage und obliegt allein dem Weibchen, ebenso wie das anschliessende Betreuen des Nachwuchses. Das Männchen entfernt sich nämlich etwa 14 Tage nach Brutbeginn von seiner Familie und will von väterlichen Pflichten nichts wissen. Das Weibchen führt die Küken - typische, sogleich schwimmfähige Nestflüchter - kurz nach dem Schlüpfen vom Nestplatz weg zu geeigneten Nahrungsplätzen. Etwa 50 bis 60 Tage bleibt es mit ihnen zusammen, wobei es gegen Ende dieser Phase sein Gefieder erneuert («mausert») und dann vorübergehend nicht fliegen kann. Etwa gleichzeitig ersetzen auch die Männchen und die nicht-brütenden Weibchen, die sich zu kleinen Schwärmen zusammengefunden haben, ihr Gefieder. Sobald die Altvögel die Mauser hinter sich haben, machen sie sich auf zu ihren Winterquartieren. Wenig später folgen ihnen die frisch flugfähigen Jungvögel.
Die Trauerente
Die Trauerente gehört innerhalb der Familie der Entenvögel ebenfalls zur Unterfamilie der Entenverwandten (Anatinae), da aber zur Gattungsgruppe der Meerenten und Säger (Mergini), welcher unter anderem auch die Eiderente (Somateria molissima) angehört. Erwachsene Individuen weisen eine Gesamtlänge von gewöhnlich 45 bis 50 Zentimetern und ein Gewicht um ein Kilogramm auf, wobei die Männchen im Durchschnitt eine Spur grösser sind als die Weibchen.
Zur Brut schreitet die Trauerente hauptsächlich im Bereich von Süssgewässern, verbringt aber den Rest der Zeit am und auf dem Meer. Ihr Brutareal erstreckt sich von Island ostwärts durch das nördliche Europa und Asien bis zur Kamtschatka-Halbinsel im fernöstlichen Russland. Ihre Kost unterscheidet sich klar von derjenigen der Schnatterente, denn sie besteht hauptsächlich aus aquatischen Wirbellosen, insbesondere Krebstieren und Weichtieren. Im Brutgewässer spielen aber auch die Larven von Köcherfliegen (Trichoptera), Mücken, Libellen und anderen Insekten eine wichtige Rolle. Die Beute wird meistens tauchend bis in Tiefen von etwa zehn Metern erjagt.
Mit 200 bis 300 Paaren ist die Trauerente wie die Schnatterente in Island kein häufiger Brutvogel. Und wie die Schnatterenten brüten die Trauerenten mehrheitlich im Bereich des Myvatn-Sees. Im Allgemeinen treffen sie erst spät im Jahr, nämlich im Mai, bei ihren Brutplätzen ein, beginnen dann aber bald, Anfang bis Mitte Juni, mit dem Nestbau. Ihr Nest befindet sich oft in einem Weiden- oder Birkengebüsch auf einem Inselchen. Die durchschnittliche Gelegegrösse beträgt neun Eier, die Brutdauer 27 oder 28 Tage.
Kaum hat das Weibchen mit dem Brüten begonnen, verlässt das Männchen seine Familie und begibt sich auf das Meer, um dort sein Gefieder zu wechseln. Wie bei der Schnatterente ist also das Weibchen allein für das Ausbrüten der Eier und anschliessende Aufziehen der Jungen zuständig. Allerdings verlässt das Weibchen seinen Nachwuchs ebenfalls schon einen Monat nach dem Schlüpfen, meistens Anfang August, um für die Mauser das Meer aufzusuchen und anschliessend nach Süden zu ziehen. Ende August, Anfang September sind die Jungenten schliesslich ebenfalls flugfähig und verlassen Island. Die Population überwintert in verschiedenen Küstengewässern Nordwesteuropas, hauptsächlich aber im Bereich der Britischen Inseln.
Die Weisswangengans
Die Weisswangengans gehört innerhalb der Familie der Entenvögel zur Unterfamilie der Gänseverwandten (Anserinae) und da zur Gattungsgruppe der Echten Gänse (Anserini). Mit einer Gesamtlänge von meistens 60 bis 70 Zentimetern und einem Gewicht von durchschnittlich 1,5 Kilogramm gehört sie zu den kleineren Mitgliedern der Sippe.
Zur Brut schreitet die Weisswangengans erheblich weiter nördlich als die Schnatterente und die Trauerente, und zwar in drei weit voneinander getrennten Gebieten im Bereich des Nordpolarmeers: in Grönland, auf Spitzbergen und in Nordrussland zwischen der Doppelinsel Nowaja Semlja und der Kanin-Halbinsel. Die Winterquartiere befinden sich in verschiedenen Teilen Europas, wobei sich aber die drei Brutbestände untereinander kaum vermischen. Der gesamte «Grönlandbestand», der gegenwärtig auf etwa 56 000 Individuen geschätzt wird, überwintert entlang der Nord- und der Westküste Schottlands und Irlands und rastet auf dem Weg sowohl im Frühling als auch im Herbst jeweils rund einen Monat lang in Island.
Auf dem Frühjahrszug rasten die Weisswangengänse jeweils im nördlichen Island in offenen, tief gelegenen Graslandschaften und widmen sich intensiv der Nahrungsaufnahme. Wie die Schnatterenten ernähren sie sich pflanzlich, gehen aber nicht auf dem Wasser, sondern an Land auf die Futtersuche. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern (Poaceae und Cyperaceae). Anschliessend ziehen sie weiter zu ihren Brutplätzen im nordöstlichen Grönland. Dort nisten sie auf Felsen und Klippen in Meeresnähe.
Das Gelege besteht im Allgemeinen aus vier bis sechs Eiern und wird allein vom Weibchen während 24 bis 25 Tagen bebrütet. Das Männchen wacht derweil in Nestnähe. Die Jungvögel sind sechs bis sieben Wochen nach dem Schlüpfen bereits flugfähig. Die erwachsenen Individuen suchen nach der Brut besondere Regionen im östlichen Grönland auf, um dort ihr Gefieder zu wechseln. Danach fliegen sie zusammen mit den Junggänsen südwärts zunächst nach Island, diesmal zu Grasländern im Süden des Inselstaats, und anschliessend weiter zu ihren traditionellen Winterquartieren.
Die Blässgans
Wie die Weisswangengans gehört die Blässgans innerhalb der Familie der Entenvögel zur Unterfamilie der Gänseverwandten (Anserinae) und da zur Gattungsgruppe der Echten Gänse (Anserini). Sie zählt dort aber nicht zur Gattung der schwarzbeinigen und -schnäbligen Meergänse (Branta) wie die Weisswangengans, sondern zur Gattung der rosa- oder orangebeinigen und -schnäbligen Feldgänse (Anser), welcher auch die Graugans (Anser anser) angehört, aus welcher unsere Hausgans hervorgegangen ist.
Mit einer Gesamtlänge der erwachsenen Individuen von im Allgemeinen 66 bis 76 Zentimetern und einem durchschnittlichen Gewicht von etwa 2,4 Kilogramm ist die Blässgans ein stattlicher Entenvogel. Wie die Weisswangengans brütet sie besonders weit im Norden der nördlichen Erdhalbkugel, hat aber ein erheblich grösseres Brutareal, das sich vom westlichen Grönland über das ganze nördliche Nordamerika und das ganze nördliche Russland erstreckt.
Es sind die Mitglieder des grönländischen Brutbestands, welche jeweils im Frühling und Herbst ein paar Wochen auf Island verbringen, auf dem Weg zu bzw. von ihren Winterquartieren im Bereich der Britischen Inseln. Ihr Zugverhalten ist überaus regelmässig: Typischerweise treffen sie im Frühling etwa am 10. April auf Island ein und ziehen etwa am 12. Mai weiter. Schwergewichtig halten sie sich in zwei tiefliegenden Graslandschaften im Westen und im Süden des Inselstaats auf. Wie die Weisswangengänse widmen sie sich dort intensiv der Futteraufnahme und bauen möglichst viele Fettreserven auf. Und wie bei den Weisswangengänsen besteht ihre Kost vor allem aus Gräsern, die sie zu Fuss beweiden.
Diejenigen Individuen, welche im Süden Islands rasten, überwintern im Allgemeinen im südöstlichen Irland, während diejenigen, welche im Westen Islands rasten, den Winter auf der Hebrideninsel Islay an Schottlands Westküste verbringen. Erstere brüten im nördlichen Bereich des grönländischen Brutgebiets, letztere weiter südlich. Ob und wie stark sich die beiden Teilbestände im Brutgebiet, am Rastplatz und/oder im Winterquartier vermischen, ist nicht geklärt.
Der Paarbund hält bei den Blässgänsen meistens viele Jahre lang. Das Nest befindet sich in Grönland zumeist gut versteckt auf einem dicht mit Gräsern bewachsenen Moorhügelchen. Normalerweise in der letzten Maiwoche beginnt das Weibchen mit dem Ablegen seiner drei bis sechs Eier. Das Bebrüten des Geleges dauert 25 bis 27 Tage und obliegt allein dem Weibchen. Das Männchen hält sich die meiste Zeit in unmittelbarer Nähe des Nests auf und wacht. Gleich nach dem Schlüpfen werden die Junggänse von den Eltern zu Fuss vom Nest weg zu ergiebigen Nahrungsplätzen geführt. Die erwachsenen Vögel mausern ihr Gefieder im Juli oder August, und die Junggänse werden im August flugfähig. Alle zusammen ziehen sie Mitte September weg nach Island, verbringen dort nochmals etwa einen Monat und reisen dann Mitte Oktober weiter zu den Britischen Inseln.
Die gegenwärtige Zahl der in Grönland brütenden Blässgänse liegt bei rund 26 000 Individuen. Im Unterschied zum regionalen Bestand der Weisswangengänse, der in den vergangenen Jahrzehnten stetig angewachsen ist, war derjenige der Blässgänse schwankend und ist gegenwärtig rückläufig. Die Ursachen für den aktuellen Bestandsschwund sind unklar. Er könnte damit zusammenhängen, dass im grönländischen Brutgebiet neu auch die grosse, aus Nordamerika stammende Kanadagans (Branta canadensis) zur Brut schreitet und zwischen den beiden Arten ein Wettstreit um günstige Nistplätze und Nahrung entstanden ist.
Legenden
Die Schnatterente gehört innerhalb der Familie der Entenvögel zur Gattungsgruppe der Schwimmenten (Anatini). Die Länge beträgt bei den erwachsenen Individuen 46 bis 58 Zentimeter, die Spannweite 80 bis 90 Zentimeter. Die Männchen sind eine Spur grösser als die Weibchen und wiegen im Durchschnitt rund ein Kilogramm, während die Weibchen etwa 850 Gramm auf die Waage bringen. Wie die meisten Schwimmenten ernähren sich die Schnatterenten hauptsächlich von pflanzlichen Stoffen, genauer von den untergetauchten Teilen diverser Wasserpflanzen und von Algen. Beim Nahrungserwerb «gründeln» sie oft mit eingetauchtem Vorderkörper und senkrecht aus dem Wasser ragendem Bürzel.
Die Trauerente gehört innerhalb der Familie der Entenvögel zur Gattungsgruppe der Meerenten und Säger (Mergini). Erwachsene Individuen weisen eine Gesamtlänge von gewöhnlich 45 bis 50 Zentimetern und ein Gewicht um 1 Kilogramm auf. Ihre Kost unterscheidet sich klar von derjenigen der Schnatterente, denn sie besteht hauptsächlich aus aquatischen Wirbellosen, insbesondere Krebstieren, Weichtieren und Insektenlarven. Die Beutetiere werden meistens tauchend bis in Tiefen von etwa zehn Metern erjagt.
Die Weisswangengans gehört innerhalb der Familie der Entenvögel zur Gattung der schwarzbeinigen und -schnäbligen Meergänse (Branta). Mit einer Gesamtlänge von meistens 60 bis 70 Zentimetern und einem Gewicht von durchschnittlich 1,5 Kilogramm gehört sie zu den kleineren Mitgliedern der Sippe. Wie die Schnatterente ernährt sie sich vegetarisch, geht aber nicht auf dem Wasser, sondern an Land auf die Futtersuche. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern.
Die Blässgans gehört innerhalb der Familie der Entenvögel zur Gattung der rosa- oder orangebeinigen und -schnäbligen Feldgänse (Anser). Mit einer Gesamtlänge von im Allgemeinen 66 bis 76 Zentimetern, einer Flügelspannweite von 130 bis 165 Zentimetern und einem durchschnittlichen Gewicht von etwa 2,4 Kilogramm ist sie ein stattlicher Entenvogel. Wie bei der Weisswangengans besteht ihre Kost vor allem aus Gräsern, die sie zu Fuss beweidet. Die älteste beringte wildlebende Blässgans, die bisher aufgefunden wurde, wies ein Alter von 25 Jahren auf.
Dank ihrer ausgezeichneten Flugfähigkeit über weite Distanzen einerseits und dank ihrer hervorragenden Anpassung an aquatische Lebensräume andererseits vermögen die Entenvögel besser als die Angehörigen vieler anderer Vogelsippen die kurzen Sommer im hohen Norden für die Aufzucht ihrer Jungen zu nutzen, wenn dort die unzähligen Kleingewässer, Feuchtgebiete und Moorlandschaften kurzfristig zu überreichen Nahrungsquellen werden. Sie sind darum in der Tierwelt des hohen Nordens überproportional gut vertreten. In Island beispielsweise können regelmässig 20 verschiedene Entenvogelarten beobachtet werden, darunter die vier auf diesen Seiten vorgestellten. Alle vier überwintern hauptsächlich im Bereich der Britischen Inseln.
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