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Schlösser in Schottland
Blair Castle (Pitlochry)
Das Blair Castle gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten Schottlands. Insgesamt sind 32 Zimmer zu besichtigen. Das Schloss besitzt eine wertvolle Kollektion von Gemälden, Waffen, Porzellan und Antiquitäten. Pompöser Ballsaal mit Stuck-Arbeiten. Der linke Gebäudeflügen wird heute noch von Herzog von Atholl (25-Zimmer- Wohnung) bewohnt.
Seit dem 17. Jahrhundert ist die Burg Sitz des Duke von Atholl vom Murray Clan, der durch eine Gunst Königin Viktorias als einziger in Grossbritannien seit 1845 das Privileg innehat, eine private Armee zu unterhalten. Die 75-Mann-Truppe hat zwar rein zeremonielle Aufgaben, darf aber auch Waffen tragen.
Cawdor Castle (Nairn)
Ein Märchenschloss mit einem verschachtelten Gewirr aus Türmchen und Giebelchen. Innen wimmelt es von Antiquitäten, Gemälden und Gobelins. Der Turm von 1372 ist der älteste Teil des Schlosses.
In dem Bau aus dem 16. und 17. Jahrhundert soll König Duncan von Macbeth ermordet worden sein. Dumm ist nur, dass das Castle erst zirka 300 Jahre nach der Tat erbaut wurde, was William Shakespeare, der die Geschichte 1605 schrieb, offenbar nicht störte.
Crathes Castle (Dee Valley)
Crathes Castle gehört zu den Paradebeispielen des schottischen Baronialstils. Das typisch schottische „Tower House“ mit Kassettendecke aus Eiche und einfachen Möbeln aus dem gleichen Holz, wurde um 1600 errichtet. Besonders die oberen Stockwerke sind einen Rundgang wert, und sei es nur für die Besichtigung der um 1600 kunstvoll bemalten Holzdecken. Drumherum hat es traumhafte Gärten, die 1702 angelegt wurden und aus mehreren Sektionen bestehen.
Culzean Castle (Ayr)
Seit dem späten 14. Jahrhundert stand hier ein Festungswerk, das vom schottischen Top-Architekten Robert Adam im 18. Jahrhundert zum Bilderbuchschloss umgestaltet wurde. An diesem Haus ist alles spektakulär: die Lage an der 50 m hohen Klippenkante, die Räume auf der Seeseite, der runde Salon im 1. Stock und vor allem das ovale, dreistöckige Treppenhaus mit Säulen und schmiedeeisernem Geländer. Ebenfalls sehenswert sind die Gärten, inklusive ornamentierte Treibhäuser aus dem 19. Jahrhundert, Schwanenteich, Vogelhaus, Hirschgehege, Orangerie etc.
Übrigens: Präsident Eisenhower besass hier das Wohnrecht auf Lebenszeit!
Dunrobin Castle (Dornoch)
Ein Prachtschloss im Stil von Versailles und Familiensitz der steinreichen Herzöge von Sutherland, die im 19. Jahrhundert die grössten Landbesitzer Europas waren. Ihnen gehörten zwei Drittel der Highlands.
Die Geschichte des Schlosses reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück, als Robert, 2. Earl of Sutherland, 1275 den mächtigen Festungsturm errichten liess. Im 17. Jahrhundert wurde die Burg dann als Schloss umgebaut. Der Ausbau auf die jetzige Dimension erfolgte erst 1836 – 1850. Der Grund für diesen gigantischen Ausbau war, um der Queen Viktoria zu imponieren, als sie zu Besuch kommen wollte.
Bei der Besichtigung der Innenräume hat man das Gefühl, als ob das Schloss bewohnt wäre. Im Dining-Room ist aufgetischt, als würde der Herzog zum Dinner laden. In der Bibliothek mit über 10’000 zum Teil sehr alten Büchern wird alle 2 Jahre jedes Buch abgewischt – womit drei Angestellte 2-3 Wochen beschäftigt sind! Nach der Schlossbesichtigung empfiehlt sich ein Spaziergang durch den weitläufigen italienischen Park mit Blick auf die See.
Edinburgh Castle
Die Burg entwickelte sich von einer königlichen Residenz im 11. Jahrhundert zu einer militärischen Befestigungsanlage. Über Jahrhunderte war es der wichtigste Schutz der Hauptstadt. Am Eingang stehen Wachen, die in stoischer Ruhe das Klicken der Kameras über sich ergehen lassen. Im südlichen Teil des Castles (im ehemaligen Gefängnis) steht die 100 Tonnen schwere Kanone „Mons Meg“, aus der 1558 zur Hochzeit Maria Stuarts Freudenböller abgeschossen wurden.
Im Crowns Room liegen die schottischen Kron-Insignien – glitzernde Relikte aus der Zeit der schottischen Eigenstaatlichkeit.
Eilean Donan Castle (Kyle of Lochalsh)
Ein schottisches Castle wie im Bilderbuch. Fraglos eines der bekanntesten in Schottland, vorallem seit es als Drehort für den Film Highlander diente. Das Castle liegt einsam auf einer kleinen Insel im Loch Long, die nur über einen Steindamm erreichbar ist. Die Anfänge der mittelalterlichen Festung gehen auf das Jahr 1220 zurück. Erbaut wurde es von den MacKenzies of Kintail zum Schutz gegen die Vikinger. Während der Jakobitenaufstände wurde der grösste Teil der Burganlage 1719 von Kanonen eines englischen Kriegsschiffes zerstört. Erst 1912 – 1932 erfolgte eine Restaurierung.
Floors Castle (Kelso)
Das Märchenschloss mit kleinen Türmchen, schmucken Zinnen und Kaminen wurde um 1721 von William Adam für den 5. Earl of Roxburghe gebaut und im 19. Jahrhundert von William Playfair im Stil der Tudor-Gotik umgestaltet. Berühmt war Floors Castle im 18. Jahrhundert für seine grossartige Bibliothek, die aber verkauft wurde. Zu weiterer Berühmtheit gelangte das Schloss durch den Tarzanfilm „Greystoke“ mit Christopher Lambert, der hier gedreht wurde.
Glamis Castle (Dundee)
Das romantische Märchenschloss dürfte eines der schönsten in Schottland sein. Mit dem Umbau im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude bis zum jetzigen Aussehen erweitert. Seit 1372 ist das Castle im Besitz der Familie Bowes-Lyon. Der 14. Earl war der Grossvater von Königin Elizabeth II., die hier ihre Kindheit verbracht hat. Ihre Schwester, Prinzessin Margaret, wurde hier 1930 geboren. Sie war nach über 300 Jahren die erste königliche Prinzessin, die auf schottischem Boden zur Welt kam.
Der Sage nach soll es im Schloss spuken. Lady Janet Douglas, die Witwe des 6. Lord of Glamis, wurde angeklagt, eine Hexe zu sein. Der schottische König James V. liess sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen und zog selber in Glamis Castle ein. Nach seinem Tod wurde Lady Janet vom Parlament rehabilitiert. Seither spukt sie in weissen Gewändern herum und ein Stuhl in der Schlosskapelle muss immer für sie frei gehalten werden, auch wenn der Raum völlig überfüllt ist.
Huntly Castle (Strathbogie)
Die imposante Ruine von Huntly Castle entstand an der Stelle des mittelalterlichen Strathbogie Castle aus dem 12. Jahrhundert, das bis Mitte des 16. Jahrhunderts Sitz der Gordons war, damals die mächtigste Familien in diesem Raum. Eine erste normannische Burganlage wurde 1452 von Moray niedergebrannt, vom 4. Earl Gordon of Huntly ab 1554 wieder aufgebaut, aber bereits 40 Jahre später erneut zerstört. Der Hauptteil der Palastruine stammt daher aus der 1602 vom 1. Marquis von Huntly eingeleiteten Restaurierung.
Monzie Castle (Tayside)
Seit zirka 1990 ist das Schloss während fünf Wochen im Jahr öffentlich zugänglich. In dem noch heute bewohnten Schloss können daher auch nur ein paar wenige Räume besichtigt werden. Trotzdem lohnt sich der Abstecher – nur schon wegen der eindrucksvollen Landschaft.
Scone Palace (Perth)
An dieser Stelle haben seit 838 die Krönungen der schottischen Könige auf dem Stone of Scone stattgefunden. 1306 wurde hier Robert the Bruce zum Herrscher über die Schotten gekrönt. Wo heute das Schloss steht, befand sich bis 1559 die Scone Abbey, die Krönungskriche der schottischen Könige. Nach einer Predigt des religiösen Reformators John Knox wurde sie vollständig zerstört. Auf den Resten, der nach der Zerstörung der Kirche gebauten Schlosses wurde Scone Palace aufgebaut. Im Palast werden sehenswerte Sammlungen gezeigt: Silber, Bilder, Uhren und Elfenbeinarbeiten. Das Anwesen ist von einem Park mit Hochlandkühen, Jakobsschafen, Pfauen und Singvögeln umgeben.
Der „Schicksalsstein“ (Stone of Scone), über dem die Krönungen vollzogen wurden, befindet sich heute im Edinburgh Castle bei den schottischen Kronjuwelen. Ob dieser Stein auch wirklich der echte Stone of Scone ist, darüber streiten sich noch heute die Geister.
Slains Castle (Buchan)
Der Schriftsteller Samuel Johnson schrieb über das Ende des 16. Jahrhunderts erbaute und im 19. Jahrhundert erweiterte Slains Castle, es sei das schönste Schloss dass er je gesehen habe. Heute thront auf den steilen Felsen nur noch eine malerische Ruine. Bekannt wurde das Castle allerdings eher durch Bram Stoker, der sich während eines Aufenthaltes in Cruden Bay von dem damals noch intakten Schloss des 19. Earl of Errol für seine Geschichten um den legendären Grafen Dracula inspirieren liess.
Traquair House (Innerleithen)
Es ist angeblich das einzige seit seiner Errichtung ununterbrochen bewohnte Herrenhaus in Schottland. Der älteste Teil stammt aus dem 10. Jahrhundert, das Hauptgebäude aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Es diente als Residenz und Jagdschloss.
Der Landsitz gehört der Stuart-Dynastie, die jahrhundertelang die schottische und später auch die englische Krone trug. Die von zwei Bären bewachten Eisentore der Bear Gates wurden 1745 hinter „Bonnie Prince Charlie“ mit dem Schwur geschlossen, sie erst wieder zu öffnen, wenn ein Stuart den Thron besteigt.
Folglich blieben die Tore bis heute geschlossen; der Zugang erfolgt über eine Seiteneinfahrt.