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kq zerreissen
„Schön und leicht gesagt und durchaus verständlich, diese zitierwürdigen Aussagen. Nur: Was soll’s? Du präsentierst eine rechte Beige an Zitaten und mir gehen die Oliven aus. Ich kann nicht auf jedes einzelne anstossen. Wir müssen bald eine Pause einlegen, damit ich mich um Nachschub bemühen kann. Alles hat seine Ordnung, wie du sagst. Sogar der Nachschub muss geordnet sein, geordnet durchgeführt werden, würde dein Militarist sagen. An ihn musst du dich halten, sonst gefährdest du dieses zarte Pflänzchen Ordnung und es wird nichts anderes als Reden sein, eine Rede über die Ordnung in Zitaten.“
Der Zitatenschatz sorgt für Beispiele auch ausserhalb des Militärischen. Zuweilen kommen diese Zitate jedoch derart schwer daher, so dass die Sätze kaum zitiert werden können, auch wenn sie schwer mit Bedeutung geladen sind. Im literarischen Bereich findet sich eine ganze Reihe von Geistesblitzen zur Ordnung, die durchaus zur illustrierenden Weitergabe taugen. Robert Musil meinte: „Eine vollkommene Ordnung wäre der Ruin allen Fortschritts und Vergnügens.“ Paul Claudel ergänzte: „Die Ordnung ist die Lust der Vernunft, aber die Unordnung ist die Wonne der Phantasie.“ Voltaire warnte: „Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.“ Rainer Maria Rilke bemerkte: „Wir ordnen’s, es zerfällt. Wir ordnen’s wieder – und zerfallen selbst.“ Christian Morgenstern konstatierte: „Ordnung und Klarheit – schöne gute Dinge, wiewohl ich nie im Zweifel war: Die Welt ist (mindestens in manchem Sinne) so wenig ordentlich wie klar.“ Fjodor Michailowitsch Dostojewskij beklagte: „Der Mensch besitzt eine solche Leidenschaft für Systematik und abstrakte Folgerungen, dass er es fertigbringt, bewusst die Wahrheit zu verdrehen und mit sehenden Augen nicht zu sehen und mit hörenden Ohren nicht zu hören.“ Nathaniel Hawthorne zweifelte gar selber am Gehalt seiner Beobachtung, als er schrieb: „Es ist sonderbar, dass sich oft gerade die Menschen, die die kühnsten Gedankengebäude errichten, mit der grössten Gelassenheit einer bestehenden äusseren Ordnung unterwerfen.“ Jean Paul beobachtete: „Stille Unterordnung unter Willkür schwächt, stille Unterordnung unter Notwendigkeit stärkt.“ Leo Tolstoi riet. „Hebe deinen Blick von der Erde zum Himmel – welch bewundernswürdige Ordnung zeigt sich da!“ Alan Alexander Milne machte die Erfahrung: „Einer der Vorteile der Unordentlichkeit liegt darin, dass man dauernd tolle Entdeckungen macht.“
„Eijaijajaijai! Deine Zitate rollen ja besser als meine Oliven. Deine Zitate gleichen aber meinen Oliven. Das ist das Schöne an so vielen Zitaten: Man kann über sie hinweg lesen und hat doch nichts an Inhalten verloren. Man behält aber ein schlechtes Gewissen, wenn man sich zu solchem Überlesen hinreissen lässt. Wie bei meinen Oliven. Jede ist für sich ein vollendeter Genuss. Darum ist ihnen ein Leid angetan, wenn man eine nach der anderen einfach in den Mund steckt und über den Genuss, die Freude am Genuss der einzelnen Olive, einfach so und somit leichtfertig hinweg geht. Den Geschmack der einzelnen Olive wird quasi in die Masse hinein gestampft und vermanscht. Das schmeckt dann stark nach Einheitsbrei.“
Der Zitaten Schatz liegt nicht allein im Inhalt des Zitats begründet. Die Masse der Zitate reichert einen weiteren Schatz an. Zwischen den Zitaten verbirgt sich weitere Weisheit. Unweigerlich beginnt man zwischen ihnen nach Inhalten zu suchen.