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"Das IOC stellt keinerlei Anforderung, was den Betrag der Defizitgarantie betrifft", schrieb IOC-Exekutivdirektor Christophe Dubi dem Kandidatur-Komitee Sion 2026 Ende der vergangenen Woche.
Faktisch tue dies das IOC zum zweiten Mal, sagte Dubi in einem Interview mit den Zeitungen "Nordwestschweiz" und "Südostschweiz" vom Dienstag. Für die Spiele 2016 sei Chicago Kandidat gewesen und habe ebenfalls eine limitierte Defizitgarantie gehabt. "Damals verlangten wir allerdings noch sehr viel strengere Garantien", sagte Dubi weiter.
Dubi machte auch deutlich, wer im Falle eines allfälligen Defizits zur Kasse geben würde. "Verantwortlich für das Budget sind die Unterzeichner des Gastgebervertrags", sagte er. "Wir verlangen eine Defizitgarantie, weil wir unter allen Umständen verhindern wollen, dass erbrachte Leistungen nicht bezahlt werden", sagte Dubi weiter.
Den Vertrag unterzeichnen könnten Behörden auf verschiedenen Ebene. "Wir sind sehr flexibel geworden: Garantien können aus öffentlichen oder aus privaten Quellen stammen. Versicherungen etwa könnten Budgetposten garantieren. Die Zusammensetzung der Unterzeichner sei sehr wichtig.
Der Bundesrat hatte am vergangenen 18. Oktober entschieden, die Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 mit vorerst acht Millionen Franken zu unterstützen. Erhält die Schweiz den Zuschlag, will die Landesregierung bis zu fast einer Milliarde Franken ausgeben.
Für die Durchführung der Spiele haben die Organisatoren Ausgaben von rund 1,98 Milliarden und Einnahmen von 1,15 Milliarden Franken budgetiert. Der Bund will sich mit maximal 827 Millionen Franken beteiligen, im Sinne einer Defizitgarantie. Dazu würde sich der Bund an den Sicherheitskosten sowie an der Anpassung sportlicher Infrastrukturen beteiligen.
Die Beteiligung des Bundes an "Sion 2026" setzt positive Entscheide der Parlamente beziehungsweise des Stimmvolkes in den Durchführungskantonen voraus. Zwingend Ja sagen muss der Kanton Wallis.
(SDA)