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Das waren noch Zeiten
Fritz Sommer und seine Frau Marie waren nach ihrer Hochzeit im sogenannten Uetzhaus zuhause. 1923 übernahm das junge Paar von ihrem Nachbarn Fritz Scheidegger, den man „Hänseli-Fritz“ nannte, dessen Pferdefuhrhalterei. Mit drei Pferden und einigen Wagen wurde so der Grundstein für das künftige Transportunternehmen gelegt.
Kiestransporte und Taxifahrten
Sand und Kies für die Baugeschäfte – und vor allem auch für die damals noch ungeteerten Strassen – wurden an der Emme gerüstet und abgeholt. Dazu kamen die täglichen Camionnage-Fahrten: Die ausschliesslich mit der Bahn transportierten Güter für das hiesige Gewerbe mussten vom Bahnhof aus verteilt werden. Trotz der wirtschaftlich schwierigen Jahre zwischen den beiden Weltkriegen konnten dank unermüdlichem Einsatz und äusserster Sparsamkeit der jungen Familie nach und nach zwei Lieferwagen und ein Taxiauto Marke „Pic Pic“ mit Frontkurbel angeschafft werden. Taxifahrten wurden im Winter oft auch mit dem Pferdeschlitten ausgeführt.
Der erste Car
Zwei Chauffeure hatten inzwischen eine feste Anstellung, und die Nachfrage nach einem grösseren Auto für Hochzeitsfahrten stieg. So wurde im Sommer 1939 der erste Car angeschafft. Dieser „Ford“ war eine Spezialanfertigung: Die Karosserie des Wagens liess sich mittels Aufzug abheben und durch eine Ladebrücke ersetzen.
Die Pferde haben ausgedient
Nach dem Krieg erlebte das Transportgeschäft einen grossen Aufschwung, Sommers konnten ihr Geschäft ständig erweitern und neue Mitarbeiter einstellen. Zu den Lastwagen kamen mit der Zeit moderne Reisecars. Im Jahr 1962 wurden die Pferde endgültig von den Fahrzeugen verdrängt. Die Stallung im Uetzhaus wurde zu Garagen umgebaut, und auch der zum Haus gehörende kleine Landwirtschaftbetrieb wurde aufgegeben. 1969 übergab Fritz Sommer das Geschäft seinem Sohn Hans. Dieser musste aus gesundheitlichen Gründen das inzwischen etablierte und weit herum bekannte Unternehmen im Jahr 1980 aus dem Familienbesitz verkaufen. Die Nachfolger, zwei langjährige Chauffeure Alfred Rentsch und Ernst Trüssel, haben daraufhin die Firma weitergeführt. 1997 wurde am heutigen Standort in Grünen gebaut und die Firma zog von der Trachselwaldstrasse an die Fürtenmatte.
Seit 2008 ist das Unternehmen bereits wieder in der Hand der nächsten Generation. Der Name Sommer ist jedoch verankert und steht seit eh und je für Qualität. Und er wird es auch in Zukunft stehen. Heute führt Bernhard Stucki die Firma mit grossem Engagement. Unterstützt wird er von einem Team mit über 30 Mitarbeitern. Die Sommer AG ist im Bezug auf Grösse und Qualität führend in der Region. Auch deshalb kennt praktisch jedes Kind im Emmental die markanten grünen Cars.
Und 20 Jahre nach dem ersten Bau konnte die Sommer AG 2017 ein neues Carterminal eröffnen.