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Damit muss er aller Wahrscheinlichkeit nach seinen restlichen beiden Partien am Dienstag gegen Matteo Berretini und am Donnerstag gegen Novak Djokovic gewinnen, wenn er bei der 17. Masters-Teilnahme zum 16. Mal die Halbfinals erreichen will.
Federer begann miserabel und musste gleich im ersten Game seinen Aufschlag abgeben. Er konnte zwar mit dem 2:2 kontern, fand aber seinen Rhythmus in der O2 Arena nie so richtig. Obwohl der Belag im Vorfeld als relativ schnell eingestuft worden war, musste er viele lange Grundlinienduelle spielen, was eher Thiem in die Karten spielte. Mit einem Rückhand-Fehler ermöglichte Federer dem zwölf Jahre jüngeren Niederösterreicher fast aus heiterem Himmel ein zweites Break zum 5:6, ein weiterer Fehler auf der Rückhandseite besiegelte den Verlust des ersten Satzes. Bei je 33 gewonnenen Punkten war Thiem, der bei drei ATP Finals noch nie über die Vorrunde hinausgekommen ist, der effizientere.
Im zweiten Satz zeigte sich ein ähnliches Bild. Federer bekundete vor allem beim Return grosse Mühe und konnte Thiem kaum je unter Druck setzen. Die Entscheidung fiel wie im ersten Satz bei 5:5, als der Österreicher gleich seine erste Breakchance im zweiten Durchgang nützte und Federer den Aufschlag zu null abnahm. Dieser hatte seine einzige Möglichkeit bei 2:1 gehabt. Federer erarbeitete sich zwar nochmals zwei Chancen, um sich ins Tiebreak zu retten, nach 1:40 Stunden verwertete Thiem aber den Matchball irgendwie passend mit einem Service-Winner.
Ein neuer Angstgegner für Federer
Thiem entwickelt sich damit für Federer zu einer Art Angstgegner. Er hat nun mit 5:2 Siegen eine deutlich positive Bilanz und bezwang Federer in diesem Jahr bereits zum dritten Mal, zum zweiten Mal auf Hartplatz oder in der Halle, wo der Schweizer eigentlich klare Vorteile haben müsste.
Verloren ist für Federer angesichts des speziellen Modus beim Jahresend-Turnier noch nichts. Bei der 17. Teilnahme verlor der älteste Spieler der Masters-Geschichte zum fünften Mal sein Auftaktspiel. Nur einmal erreichte er danach die Halbfinals nicht. Auch im letzten Jahr war Federer mit einer Niederlage gegen Kei Nishikori ins Turnier gestartet und gewann dann die nächsten beiden Gruppenspiele.
Diesmal wird die Aufgabe nun aber deutlich schwieriger, da in der gleichen Gruppe mit Novak Djokovic der Topfavorit ist. "Deshalb fühlt es sich so an, als ob man gegen Thiem fast zwingend gewinnen muss", hatte Federer am Freitag prophezeit. Da ihm dies nicht gelang, braucht er nun am Donnerstag in der Revanche für den verlorenen Wimbledonfinal gegen Djokovic einen Exploit.
Zuvor muss der Schweizer aber am Dienstag gegen den italienischen Masters-Debütanten Matteo Berrettini in die Spur zurückfinden. Da ist er klarer Favorit, beim bisher einzigen Aufeinandertreffen gestand Federer dem Römer in Wimbledon-Achtelfinal nur gerade fünf Games (in drei Sätzen) zu.