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Lange Tradition der Landsgemeinden
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Aktualisiert am Sonntag, 5. Mai 2013, 10:46 Uhr
Bis ins Spätmittelalter reicht die Geschichte der Landsgemeinden in der Schweiz zurück. Stets stand dabei das Wohl der Gemeinschaft im Mittelpunkt. Über die Jahre wurden die meisten traditionellen Versammlungen aber aufgelöst.
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1403
wurde die Landsgemeinde zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Landsgemeinde ist eine der ältesten und einfachsten Formen der direkten Demokratie in der Schweiz. Das Bild ist die älteste Überlieferung Glarus', von Hans Asper um 1547 gezeichnet.
altglarus.ch
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1838
kommt es in Rothenthurm SZ zum so genannten «Horen- und Klauenstreit». Bei der Wahl der Stimmenzähler artete die von rund 10'000 Schwyzern besuchte Landsgemeinde in eine heftige Schlägerei aus. Unzufrieden waren vor allem die Kleinbauern und Handwerker. Sie kämpften für mehr Gerechtigkeit. 1848 wurde die Landsgemeinde in Schwyz aufgelöst.
M. Disteli
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1848
wird die Landsgemeinde noch in acht Schweizer Kantonen abgehalten. In Schwyz, Uri, Nidwalden, Appenzell Inner-und Ausserrhoden, Obwalden und Glarus, treffen sich die Stimmberechtigten regelmässig um per Handheben politische Entscheide zu treffen. Das Bild zeigt die Landsgemeinde in Appenzell Ausserrhoden um 1814.
zvg
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1920
Noch während in Europa der Erste Weltkrieg wütete, verabschiedete die Landsgemeinde eine Versicherung für ins Alter gekommene Arbeiter sowie arbeitsunfähige Personen. Die Glarner Bevölkerung schuf damit die erste AHV und IV der Schweiz.
zvg
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1928
führen im Kanton Uri regional- und parteipolitische Gründe zum Aus für die Landsgemeinde. Weil sich die Bewohner des Ursenental bei Andermatt von den Unterländern nicht ernst genommen fühlten, kam es regelmässig zu Streitereien im Ring zu Schattdorf.
Gemeinde Schattdorf
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1971
war Glarus der erste Kanton der fünf verschiedenen Schweizer Orte mit einer Landsgemeinde, welcher das Frauenstimmrecht einführte. Am 3. Mai 1971 fand in Glarus die letzte Landsgemeinde ohne Frauen statt – im darauffolgenden Jahr wurde der Ring oval und Frauen durften mitentscheiden.
Keystone
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1996
wird das Schicksal der Landsgemeinde in Nidwalden an der Urne besiegelt. Als Grund sieht man die fehlende Anonymität bei der Abstimmung und die vergleichsweise zum Urnengang tiefe Beteiligung. Hinzu kommen jahrelange Streitigkeiten um ein Atom-Endlager am Wellenberg. Das Bild zeigt Bundesrat Otto Stich an der Stanser Landsgemeinde von 1985.
Keystone
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1997
kommt es in Appenzell Ausserrhoden zum Bruch mit der Volksversammlung. Einerseits wird die offene Stimmabgabe und die eingeschränkte Teilnahmemöglichkeit kritisiert, andererseits war es umstritten, dass ab 1990 auch Frauen im Ring sein durften. Im April 1996 trafen sich die Ausserrhodner in Trogen zur letzten Landsgemeinde.
Keystone
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1998
führen das fehlende Stimmgeheimnis, die erschwerte Teilnahme für Alte oder Erwachsene mit Kindern und Kritik an der Genauigkeit beim Auszählen in Obwalden zur Trennung von dieser Tradition. Bundesrat Moritz Leuenberger ist im April 1998 der letzte Ehrengast an der Landsgemeinde in Sarnen.
Keystone
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2007
stimmte Glarus als erster Kanton für die Einführung des Stimmrechtsalters 16. Künftig dürfen Glarner Jugendliche bereits ab 16 Jahren in kantonalen und kommunalen Angelegenheiten mitbestimmen. Der Entscheid der Landsgemeinde fiel allerdings knapp aus.
Keystone
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2012
kennen nur noch zwei Kantone in der Schweiz die Landsgemeinde: Im Kanton Appenzell Innerrhoden findet die Landsgemeinde jeweils am letzten Sonntag im April statt, während sie im Kanton Glarus am ersten Maisonntag durchgeführt wird. Erst seit 1991 dürfen in Appenzell Innerrhoden auch Frauen an der Landsgemeinde teilnehmen.
Reuters
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Geschichte der Landsgemeinden in der Schweiz
2:21 min, vom 5.5.2013