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Budapest - Der ungarische Opernsänger Laszlo Polgar ist am Sonntag im Alter von 63 Jahren in Zürich gestorben, wie die ungarische Staatsoper mitteilte. Polgar war von 1991 bis 2009 Mitglied des Ensembles des Zürcher Opernhauses und seither als fester Gast im Einsatz.
Grischa Asagaroff, der künstlerische Betriebsdirektor, würdigte Polgar gegenüber der Nachrichtenagentur SDA als "führenden Bass des Opernhauses neben Matti Salminen". Insbesondere im Belcanto- und Mozartfach habe Polgar das Haus während zwanzig Jahren geprägt.
2009 wurde er pensioniert, kam jedoch als fester Gast weiter zum Einsatz. "Er hat seit seiner Pensionierung häufiger gesungen als in mehreren Jahren davor", sagte Asagaroff. Im Februar 2011 hätte er in der Oper "Norma" die Rolle des Oroveso übernehmen sollen. Polgars letzte grosse Premiere war "Luisa Miller" in der letzten Saison.
Auch in Wien und Mailand
In seiner Karriere, die Anfang der 70er-Jahre an der Ungarischen Staatsoper in Budapest begonnen hatte, trat Polgar an zahlreichen renommierten Opernbühnen auf, unter anderem an der Wiener Staatsoper, in Berlin und in München. Auch an der Mailander Scala und am Londoner Covent Garden war er ein geschätzter Gast.
Polgar sang viele grosse Rollen seines Fachs, darunter den Sarastro in Mozarts "Zauberflöte", den König Philipp II. in Verdis "Don Carlos" und den Gurnemanz in Richard Wagners "Parsifal".
Triumph mit Bartok-Rolle
Sein Bass wurde von der Kritik als geschmeidig sowie reich an dunklen Schattierungen beschrieben. Weltweit gefeiert wurde er in der Titelrolle von "König Blaubarts Burg", einem Werk seines Landsmanns Bela Bartok. Polgar unterrichtete zudem am Zürcher Opernstudio.
Der Tod des Künstlers wurde auch in Ungarn mit Bestürzung aufgenommen. "Ich verlor in ihm nicht nur einen engen Weggefährten, sondern auch einen ausgesprochen guten Freund, einen Menschen von seltener Gutherzigkeit", erklärte der Dirigent Ivan Fischer gemäss der ungarischen Nachrichtenagentur MTI.
SDA-ATS