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Spirituosen
Willkommen beim wahrscheinlich grössten Sammelbegriff für alkoholische Getränke, den Spirituosen. Übersetzt handelt es sich hier um geistige Getränke oder auch Schnaps oder Fusel, wenn man abwertend sein will. Früher hat man auch die Bezeichnung Branntwein synonym verwendet und tut das manchmal auch heute noch. Auf jeden Fall ist eine Spirituose ein alkoholisches Getränk, also eine alkoholische Flüssigkeit, die mindestens 15% Alkoholgehalt hat. Die Ausnahme zu dieser wie jeder Regel ist Eierlikör, hier reichen 14%. Man gewinnt die alkoholische Basis durch Brennen oder Destillation von natürlichen, vergorenen, pflanzlichen Erzeugnissen.
Für die Herstellung wird jeweils ein Ausgangsstoff entweder durch Vergärung von zuckerhaltigen Lösungen von Getreide oder Fruchtsäften respektive einer Maische oder aber durch Mazerieren also Einlegen von Früchten wie Beeren hergestellt. Danach kommt eine einfache oder mehrfache Destillation, die man auch Brennen nennt. Daraus resultiert ein Destillat, das man zur Reifung in diversen Holzfässern lagert. Dies verleiht der Flüssigkeit Farbe und Aromen. Das kann durch zugesetzte Pflanzenextrakte noch verstärkt werden. Da der Alkoholgehalt jetzt noch zu hoch ist, verdünnt man das Destillat mit Wasser auf Trinkstärke.
Da der Begriff Spirituose so umfänglich ist, ist es hilfreich, diese zu klassifizieren und zu differenzieren. Wie bereits erklärt sind Spirituosen Brände. Brände aus Getreide sind Getreidebrände und entstehen auf der Basis von Getreide. Sie können aber teilweise auch aus Kartoffeln produziert werden.
Whisk(e)y gehört zu dieser Kategorie und wird aus Getreide, ganz besonders Gerste (Malt) manchmal aber auch Mais (Bourbon), oder Roggen (Rye) und auch Weizen gebrannt. Danach reifen sie in der Regel mehrere Jahre lang in Fässern aus Holz. Man unterscheidet unter anderem zwischen Single Maltund Blended Scotchoder Single Grain und auch Irish Whiskey.
Auch aus Getreide wie Roggen oder Weizen, Kartoffeln oder Melasse wird Vodka gebrannt. Da das Destillat durch Aktivkohle von Fuselölen und Aromen befreit wird, ist reiner Wodka fast geschmacksneutral, wird aber auch mit Zitrone, Mandarine, Schwarzer Johannisbeere, Vanille oder anderen Geschmäckern aromatisiert. Bekannte Marken sind sicher Smirnoff, Grey Goose, Belvedere, Absolut und Partisan.
Aus Melasse, weniger oft auch aus Sirup oder Zuckerrohrsaft wird Rum destilliert. Man unterscheidet zwischen Rum im französischen, spanischen und englischen Stil. Hier gibt es auch viele bekannte Hersteller und Marken wie Havana Club, Ron Diplomático, Bacardi, Plantation, Habitation Velier, Ron Zacapa und J. Wray and Nephew.
Auf der Basis von Agraralkohol oder Getreidebränden, die ein zweites Mal gebrannt werden, werden Wacholderschnäpse hergestellt. Man kann die Dämpfe des Alkohols über die Wacholderbeeren geleiten lassen oder aber die Beeren mit dem Alkohol zusammen in die Brennblase füllen und beide zusammen destillieren. Der Geschmack der Wacholderbeere ist immer die Hauptkomponente, aber man kann auch andere würzende Stoffe dazugeben. Gin ist sicher der bekannteste und populärste Wacholderschnaps, wenn nicht sogar die Spirituose schlechthin. Gerade in den letzten 10 Jahren haben Marken wie Monkey 47, Tanqueray, Hendrick’s, Bombay Sapphire, Brockmans undGin Mare einen regelrechten Hype um Gin ausgelöst. Gin ist aber nicht gleich Gin, hier unterscheidet man ebenfalls verschiedene Arten wie den London Dry Gin und den Dry Gin, die trocken sind, der Sloe Gin erinnert stark an einen Likör, der Old Tom Gin ist für Leute, die es lieber süsslich mögen, der Aged oder Reserve Gin zählt zu den inoffiziellen Sorten und wird nach der Destillation eine Zeit lang in Holzfässern gelagert. Der New Western Gin schmeckt nicht nach Wacholder und so auch fast nicht nach Gin und der Genever sowie der Jenever kommen aus den Niederlanden oder Belgien und gelten als Vorläufer des heutigen Gins.
Wenn Spirituosen einen hauptsächlich bitteren Geschmack haben, bezeichnet man sie als Bitter. Dazu gehören Campari, Aperol, Fernet Branca, Henri Bardouin und Cocchi. Hierzu zählt man auch Wermut. Dabei handelt es sich um aufgespritzten Wein, der mit Gewürzen und Kräutern aromatisiert ist. Der Name dieser Getränke und Kategorie gibt das Wermutkraut, dessen bittere Aromastoffe den Geschmack prägen. Hierzu zählen Martini, del Professore, Carpano, Noilly Prat und natürlich viele andere mehr.
All diese Spirituosen kann man natürlich pur und auf Eis trinken, aber ohne sie würde es keine Longdrinks und Cocktails geben. Diese sind dann auch als alkoholische Mixgetränke definiert, die aus zwei oder mehreren Zutaten und mindestens einer Spirituose bestehen. So wichtig wie das Rezept ist für einen Cocktail auch immer ein besonderer Name wie zum Beispiel Cosmopolitan und Negroni. Das Wort Cocktail kommt aus dem angelsächsischen Sprachraum und entstand dort so um 1800. Zuerst war damit aber nur ein ganz bestimmter Typ der damaligen Mixgetränke gemeint. Das änderte sich dann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und seither verwendet man den Begriff als allgemeinen Überbegriff.
Während jede Spirituose ihre eigene Geschichte hat, so kannten ganz viele Hochkulturen schon Alkohol. Griechen, Römer und Ägypter liebten alle ihren Wein. Doch erst so um das Jahr 1000 fand der Durchbruch in der Spirituosenherstellung in süditalienischen Apotheken und Klosterküchen statt. Entsprechend war man dort überzeugt, dass hochprozentiger Alkohol verschiedenste Kräfte und Heilfunktionen hat. Spirituosen waren also magische Allheilmittel. Erst mit der Zeit wurde aus der Medizin ein Genussmittel und fand so den Weg als Spirituosen in Bars.
Für jede Bar, sozusagen das Zuhause der Spirituosen, ist auch das richtige Zubehör von zentraler Bedeutung. Klassisches Bar Zubehör wie Mixers oder Shaker, Jigger, Eiskübel, Barmatten und Barlöffel holen das Beste aus jeder Spirituose raus. Natürlich auch aus Ihrer Lieblingsspirituose.