Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/1712

Matthias Spicher erblickte am 11. November 1980 als ältester Sohn der Priska und des Bruno Spicher-Käser das Licht der Welt. Er verbrachte mit seinen Brüdern Reto und Stefan in der Dorfmatta eine schöne Kindheit. Nach der Primarschule in Heitenried und der Sekundarschule in Tafers absolvierte er von 1996 bis 2000 eine Lehre als Hochbauzeichner. Dieser Beruf entsprach jedoch nicht seinen Vorstellungen. Er sah sich eher als Mensch für das Handwerkliche. Bei der Firma Raemy Hoch- und Tiefbau AG in Oberschrot fand er einen verständnisvollen Arbeitgeber. Er schätzte die offene und kollegiale Art der Mitarbeiter und fühlte sich im Oberland zu Hause. Im August 2004 nahm er eine Maurerlehre in Angriff.
2005 wurde bei ihm ein inoperables Hirnstammgliom diagnostiziert. Dies hatte zur Folge, dass er sein Leben neu gestalten musste. Im Verlaufe des Jahres hatte sich sein Zustand so verschlechtert, dass er die Lehre abbrechen musste.
Die Arbeitsunfähigkeit machte ihm zu schaffen. Nie hat er sich jedoch über sein Schicksal beklagt. Er war immer guten Mutes und überzeugt, die Krankheit besiegen zu können. Die Bestrahlung des Tumors Anfang 2006 und die Behandlung mit Komplementärmedizin zeigte die erhoffte Wirkung, so dass sich sein Gesundheitszustand verbesserte. Matthias beschloss, eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Bauführer zu machen und erhielt bei seinem Arbeitgeber in Oberschrot eine Praktikumsstelle. Motiviert und voller Energie schmiedete er wieder Zukunftspläne.
Fussball und Snowboarden waren seine liebsten Hobbys. Mit Begeisterung hatte er beim FC Heitenried und beim FC Plaffeien seine Offensivqualitäten unter Beweis gestellt. Als er seine Hobbys nicht mehr aktiv ausüben konnte, blieb er seiner Mannschaft als Fan treu. Er verbrachte seine Freizeit gerne mit seinen Kolleginnen und Kollegen. Mit ihnen ging er im Sommer zum Bräteln und Baden oder spielte Poker. Gerne hörte er auch Musik.
Matthias war ein liebenswerter und hilfsbereiter Mensch. Er fühlte sich wohl im Familienkreis, verstand sich gut mit seinen Verwandten, vor allem mit seiner Gotte. Besuche seines Patenkindes Leonie und seines Neffen Simon munterten ihn auf und brachten ihn zum Lachen.
Vor den Sommerferien verschlechterte sich der Zustand von Matthias wieder. Trotz Therapie, starker Willenskraft und Zuversicht schwächte ihn die Krankheit von Tag zu Tag mehr. Am Freitagmorgen, dem 1. Oktober 2010, verstarb Matthias bei seinen Liebsten zu Hause. Eing.