Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03124.jsonl.gz/1277

Während es den Rückversicherern bisher gelungen ist, sich gegen die steigende Anzahl von Verlusten aus Naturkatastrophen zu schützen, sind laut Moody's weitere Bemühungen zum Abbau von Risiken, neue Möglichkeiten und weitere Massnahmen zur Preisanpassung erforderlich, damit der Markt den Herausforderungen des Klimawandels standhalten kann.
In einem neuen Bericht stellt die Ratingagentur fest, dass die Zunahme von Naturkatastrophen in den letzten fünf Jahren die Verluste für globale Versicherer und Rückversicherer im Gleichschritt mit dem Anstieg der wirtschaftlichen Verluste erhöht hat, berichtet die Fachplattform «Reinsurance News».
In diesem Zeitraum beliefen sich die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen auf durchschnittlich 100 Milliarden US-Dollar, wobei 71 Prozent der Schäden in Nordamerika, 12 Prozent in Asien und 11 Prozent in Europa auftraten. Gleichzeitig treibt die hohe Inflation die Material- und Arbeitskosten in die Höhe, was die Auswirkungen einer Unterbrechung der Lieferkette nach einer Pandemie noch verschlimmert.
Bislang hat Moody's die Rückversicherungsbranche als weitgehend resistent gegen diese Trends eingeschätzt, was zum Teil auf die durchgesetzten erheblichen Ratenerhöhungen sowie auf die Bemühungen um die Verbesserung von Katastrophenmodellen und den Abbau von Geschäften in unrentablen Bereichen zurückzuführen ist.
Risikomanagement wird komplexer
Das steigende physische Klimarisiko als Ergebnis chronischer, langsam verlaufender Trends wie dem Anstieg des Meeresspiegels sowie der zunehmenden Intensität von Niederschlägen und extremen Temperaturen führt jedoch zu einer zusätzlichen Komplexität bei Underwriting und Risikomanagement, warnt der Bericht.
Angesichts ihres Geschäftsmixes und ihrer globalen Exponierung gegenüber Katastrophen haben Rückversicherer typischerweise eine sehr negative Exponierung gegenüber physischen Klimarisiken, aber im Moment bewertet Moody's sie weiterhin positiv, da sie in der Lage sind, ihre Policen jährlich neu zu kalkulieren, während sie gleichzeitig qualitativ hochwertige Investmentportfolios, eine gesunde Kapitalisierung und eine starke Liquidität beibehalten.
Die bisherigen Ansätze zur Bewältigung des Klimarisikos werden nach Ansicht von Moody's jedoch nicht unbegrenzt funktionieren, da einige Rückversicherer in der Lage sein könnten, ihre Präsenz in Hochrisikogebieten - wie in Florida und Kalifornien - deutlich zu reduzieren, ohne dabei ihre Marktpräsenz auf breiterer Basis zu beeinträchtigen.
Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten
Um diesen Trend auszugleichen, muss der Markt nach Ansicht der Analysten von Moody's nach Wegen suchen, um das sich entwickelnde Risiko durch neue Produkte und Möglichkeiten, wie die Deckung von Wasserkraftwerken und Windparks, zu bewältigen.
Darüber hinaus wird ein neues Risiko-Ertrags-Gleichgewicht wahrscheinlich die Zusammenarbeit zwischen Rückversicherern, Erstversicherern, Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen erfordern, um das Klimarisiko besser zu verstehen und effektivere Anpassungs- und Minderungsstrategien zu entwickeln, so Moody's weiter.
Moody's hob insbesondere die Gespräche auf der jüngsten COP 27 hervor, bei denen führende Vertreter der Branche die Notwendigkeit der Anpassung und der Finanzierung der Klimaresilienz durch Investitionen betonten, was sich für Rückversicherer als vorteilhaft erweisen dürfte, insbesondere in Hochrisikomärkten. (hzi/mig)