Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/190672

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, damit Weiterbildungsfonds auf Branchenebene gefördert werden können. Diese sollen mithelfen, die angesichts der Digitalisierung gesteigerten Anforderungen im Bereich der Weiterbildung zu bewältigen. Die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen dabei besonders berücksichtigt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Berufliche Weiterbildung spielt in der Schweiz eine wichtige Rolle. Die beschleunigten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen erfordern, dass Qualifikationen und Wissen ständig angepasst und erweitert werden. Gemäss Bundesamt für Statistik hat die Aus- und Weiterbildung des Personals für über drei Viertel der Unternehmen (77 Prozent) eine wichtige oder sehr wichtige Bedeutung für die Unternehmensstrategie. 2015 haben 89 Prozent der Unternehmen Weiterbildungen ihrer Beschäftigten unterstützt. Dieser Anteil ist seit 2011 um 6 Prozentpunkte gestiegen.</p><p>Die vom Motionär geforderten Voraussetzungen, dass Branchen-Weiterbildungsfonds gefördert werden können, hat der Bundesrat bereits geschaffen:</p><p>Zum einen regelt das Berufsbildungsgesetz (BBG; SR 412.10) in Artikel 60, dass Organisationen der Arbeitswelt zur Förderung der Berufsbildung - dazu gehört auch die berufsorientierte Weiterbildung - Berufsbildungsfonds schaffen und äufnen können. Damit sollen sie insbesondere die Betriebe in ihrer Branche in der berufsspezifischen Bildung unterstützen. Die Fonds können auf Antrag der zuständigen Organisation vom Bundesrat allgemeinverbindlich erklärt werden; zurzeit gibt es rund 30 allgemeinverbindliche Berufsbildungsfonds.</p><p>Zum andern können im Rahmen von Branchen- oder Firmen-Gesamtarbeitsverträgen (GAV) sozialpartnerschaftliche Fonds zur solidarischen Finanzierung der Weiterbildung geschaffen werden. Gesamtschweizerisch sind rund 2 Millionen Personen, etwa 45 Prozent aller Arbeitnehmenden, einem GAV unterstellt.</p><p>Der Bundesrat erachtet das Anliegen der Motion damit als erfüllt und sieht keinen weiteren Handlungsbedarf.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.