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1899 erbauten die Hoteliers des Hotels Riffelalp eine Trambahn, die den Transfer zwischen der Gornergrat Bahn und dem Hotel gewährleistete. Das in Europa am höchsten gelegene Tram fährt auch heute noch.
Ein Tram für den Gästekomfort
Im Sommer 1884 eröffnete der Zermatter Tourismuspionier Alexander Seiler das Hotel Riffelalp – ganze zwölf Jahre, bevor die Gornergrat Bahn (GGB) ihren Betrieb aufnahm. Bei der Planung der Gornergrat Bahn setzte sich Seiler dafür ein,, beim Hotel einen Bahnhof zu erstellen. Die Topographie und die daraus resultierende optimale Linienführung liessen dies nicht zu.
Der Bahnhof Riffelalp wurde schliesslich rund einen halben Kilometer vom Hotel entfernt erbaut. Dies veranlasste den lösungsorientierten Seiler dazu, ein Konzessionsgesuch für ein elektrisches Tram einzureichen, um für die Gäste einen bequemen Zugang zum Hotel zu gewährleisten.
Höchstgelegenes Tram in Europa
Im Sommer 1898 erhielt Seiler die Konzession und veranlasste sogleich den Bau des elektrischen Trams mit 80 Zentimeter Spurweite. Im Juli 1899 erfolgte die feierliche Eröffnung der mit 468 Metern Länge wohl kürzesten und zugleich höchsten Trambahn Europas (Endstation auf 2222 m). Das Tram wurde mit zwei Personentreibwagen ausgestattet und besass eine Fahrleitung, für welche die Gornergrat Bahn den Strom lieferte. Da das Hotel nur im Sommer geöffnet war, verkehrten die Tramwagen nur in der schneefreien Jahreszeit.
Ein Unglück mit Folgen
Ab 1961 wollte die Familie Seiler das Hotel auch im Winter öffnen. Doch bei den Installationsarbeiten zur Wintertauglichkeit brannte das Hotel vollständig ab. Damit wurde der Trambetrieb eingestellt. Die nun nicht mehr benötigten Tramwagen wurden zwischen 1986 und 1999 im Garten des Hotels Mont Cervin Palace als Touristenattraktion ausgestellt.
Neustart mit Batterieantrieb
Beim Neubau des fünf Sterne Hotels «Riffelalp Resort 2222» im Jahre 2001 prüften die Erbauer die Wiederaufnahme des Trambetriebes. Allerdings war die Zeit nicht spurlos an den Tramwagen vorbei gegangen. Eine Instandsetzung der Originaltrams war gemäss Untersuchungen der Gornergrat Bahn zu aufwendig.
Um dennoch nostalgische Tramfahrten anbieten zu können, wurde der Bau von zwei Triebwagen mit Batteriebetrieb in Auftrag gegeben. Für Testfahrten mit dem neuen Chassis erstellte die damalige Brig-Visp-Zermatt Bahn ein Versuchsgleis mit Spurweite 80 cm in Visp. Der Bau und die Inbetriebsetzung der Tramwagen erfolgte in den Werkstätten der Gornergrat Bahn in Zermatt. Heute fährt das Tram im Sommer wieder während der Öffnungszeiten des Hotels.