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Trockenes Auge
Was bezeichnet man als trockenes Auge?
Das Auge wird von der Tränenflüssigkeit feucht gehalten. Dieser Tränenflüssigkeit ist ein Film, der aus 3 Schichten besteht. Die untere Schicht liegt direkt auf dem Auge und ist schleimhaltig. Sie wird durch Absonderungen kleiner Drüsen in der Bindehaut erzeugt. Durch diese Schicht haftet und verteilt die mittlere der drei Schichten sich besser auf dem Auge. Diese mittlere Schicht ist wässrig und wird von den Tränendrüsen generiert. Die Tränendrüsen liegen unterhalb des äußeren Augenbrauenbogens oberhalb von Auge und Bindehaut. Die Bindehaut ist eine Schutzmembran, welche die Innenseite des Lids und die Außenseite der Lederhaut bedeckt. Diese wässrige mittlere Schicht hat eine reinigende Wirkung. Die obere Schicht der Tränenfüssigkeit wird von den Meibom’schen Drüsen erzeugt, die sich auf dem Lidrand befinden. Diese Schicht ist ölig und sorgt dafür, dass die Tränenflüssigkeit nicht so stark verdunstet.
Wenn es zu einer Störung in diesem komplexen System kommt und die Tränenproduktion und -verteilung auf der Augenoberfläche nicht mehr gegeben ist, spricht man vom trockenen Auge. Ein trockenes Auge kann ohne Anlass tränen, brennen, gerötet sein, jucken und ermüden. Ist das Auge nicht feucht genug, fühlt es sich an, als sei ein Fremdkörper in ihm. Es tränt übermäßig und schmerzt. Von den Tränendrüsen werden zwei Arten von Tränen abgesondert. Mit den konstanten Tränen soll das Auge ständig feucht gehalten werden. Hierin sind Eiweiße, Fette und auch Antikörper enthalten. Bei starken Emotionen und Reizungen sowie Verletzungen des Auges werden reflektorisch andere Tränen abgesondert. Durch den regelmäßigen Lidschlag, den Film der Tränenflüssigkeit und den Reflextränen wird die Feuchthaltung und das Wohlbefinden des Auges sichergestellt und das Auge geschützt.
Wie kommt es zu trockenen Augen?
Es gibt verschiedene Gründe, die zu trockenen Augen führen können. Der Lidschlag sorgt dafür, dass das Auge benetzt und somit feucht gehalten wird. Die Tränen werden auf der Oberfläche des Auges verteilt und in Richtung Nase geleitet, worin sie abfließen. Wenn die Tränen zu schnell abfließen, kommt es zu trockenen Augen. Eine weitere Rolle spielt das Alter, die Produktion der Tränen kann sich bis zu 60 % verringern. Auch zu trockene Luft oder auch Wind können die Augen trocken werden lassen. Kontaktlinsen, vor allem weiche, können die Verdunstung der Tränenflüssigkeit fördern und Reizungen hervorrufen. Es gibt ein breites Spektrum an Medikamenten, die auch zu einer verringerten Tränenproduktion führen können.
Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?
Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Wahl. Es können regelmäßig künstliche Tränen ins Auge gegeben werden, dies ist erst einmal die einfachste Methode. Allerdings wird hierdurch die verminderte Tränensekretion nicht behoben. Es ist eine Methode, welche permanent angewendet werden muss.
Da die Ursache für trockene Augen sehr vielfältig sein kann, gibt es keine universelle Behandlung. Da das ‚Trockene Auge‘ eine chronische Erkrankung ist, kann es nicht auf Dauer ohne Einschränkungen beseitigt werden. Die Ursache muss gefunden werden, um die Lösung zu finden. Dies erfordert viel Geduld von Arzt und vom Patienten. Der Augenarzt hat schon Erfahrungen mit anderen Patienten, die trockene Augen hatten. Es bedarf jedoch einer individuellen Zusammenarbeit von Arzt und Patient, um den bestmöglichen Weg zu finden. Nur ein geduldiges Ausprobieren kann zum langfristigen Erfolg führen.
Die Augen benetzen
Künstliche Tränen, also Benetzungsmittel oder Tränenersatzmittel sind die Grundlage zur Linderung bei trockenen Augen. Hiermit wird ein Schutz- und Gleitfilm auf der Augenoberfläche gebildet und ein noch vorhandener Tränenfilm stabilisiert. Es gibt sie in einer großen Vielfalt an Zusammensetzungen.
Für Tränenersatzmittel gilt:
Je dickflüssiger, desto langfristiger. Ein dickflüssiges Tränenersatzmittel haftet besser und die Augenoberfläche bleibt länger befeuchtet, allerdings ist auch das Sehen für einige Zeit verschleiert.
Es gibt eine so große Vielfalt an Präparaten, da die Verträglichkeit und die Wirksamkeit der verschiedenen Mittel sehr unterschiedlich empfunden wird. Es muss das individuell für den Patienten verträglichste und wirksamste Präparat gefunden werden.
Bei der Auswahl des Tränenersatzmittels sind solche ohne Konservierungsstoffe zu bevorzugen, vor allem wenn die Anwendung häufig erfolgt oder bei Allergikern.
Für Träger von weichen Kontaktlinsen sollten ebenfalls Tränenersatzmittel ohne Konservierungsmittel gewählt werden. Zusätze können sich in der Kontaktlinse anreichern. Dies kann zu Schädigungen der Hornhaut führen. Die Verwendung von Kontaktlinsen bei ‚Trockenes Auge‘ sollten ganz individuell mit dem Augenarzt besprochen werden.
Bei Tränenersatzmittel gilt: Zu viel gibt es nicht – nur zu wenig. Das Mittel sollte regelmäßig angewendet werden, und zwar bevor Beschwerden auftreten.
Wenn Beschwerden durch Benetzungsmittel entstehen, können diese meist behoben werden, ansonsten stehen andere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.
Pflege der Lidkanten und Lider
Falls eine Lidkantenentzündung vorliegt, ist die Lidkantenpflege wichtig. Bei dieser Behandlung sollen Hautabschilferungen und Verkrustungen von den Lidkanten entfernt werden. So soll der Abfluss der öligen Phase des Tränenfilms aus den Meibom’schen Drüsen erhöht werden. Die Lidkantenpflege kann mit Einmassieren einer geeigneten Augensalbe oder mit einer Allgemeintherapie unterstützt werden. Die Verwendung von Kosmetika sollte reduziert werden, bis die Lidränder reizfrei sind.
Eigenserum-Augentropfen
Aus dem Eigenblut können Augentropfen hergestellt werden. Das Blutserum enthält entzündungshemmende und wachstumsfördernde Substanzen, die einen positiven Einfluss auf die Augenoberfläche bei ‚Trockenem Auge‘ haben.
Entzündungshemmende Augentropfen
Bei Entzündungsprozessen der Augenoberfläche können entzündungshemmende Augentropfen eine Besserung bewirken. Kurzfristig können diese Kortison enthalten, langfristig sollten jedoch kortisonfreie Tropfen oder Salben verwendet werden.
Verband-Kontaktlinse
In den meisten Fällen von ‚Trockenes Auge‘ sind Kontaktlinsen nicht gut verträglich und die Beschwerden werden stärker. Es gibt jedoch seltene Unterformen von ‚Trockenes Auge‘, bei denen eine weiche dünne Kontaktlinse zu einer Linderung der Beschwerden und zur Befundbesserung führt. In der Regel ist diese Behandlung allerdings nur für eine kurze Zeit sinnvoll.
Verschluss der Tränenpünktchen
Wenn das Krankheitsbild ausgeprägt ist, kann das Ablaufen der Tränen zeitweise durch einen kleinen Stöpsel zum Verschluss der Tränenpünktchen verlangsamt werden. So verbleiben die Tränen länger auf der Augenoberfläche. Manchmal ist sogar ein dauerhafter Verschluss der Tränenpünktchen sinnvoll.
Ernährung
Eine Steigerung der Omega-3-Fettsäuren oder eine Senkung der Omega-6-Fettsäuren kann sich positiv auf die trockenen Augen auswirken. Diese Fettsäuren haben eine Auswirkung auf die Entzündungsbotenstoffe, die Tränensekretion und die Sekretion des öligen Sekrets der Meibom’schen Lidranddrüsen. Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind zum Beispiel fetter Fisch oder Leinsamenöl. Sie sind auch in Kapselform als Nahrungsergänzung erhältlich.
Medikamente zur Sekretionsförderung
Es gibt Medikamente zur Sekretionsförderung der Tränendrüse, jedoch haben diese Medikamente zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Sie können in schweren Fällen versuchsweise eingesetzt werden.
Chirurgische Maßnahmen
Nur in sehr schweren Fällen kommen operative Eingriffe infrage. Diese Maßnahmen wird der Arzt im Einzelfall mit dem Patienten besprechen.
Unterstützende Maßnahmen
Um die Verdunstung an den Augen zu reduzieren, gibt es spezielle Brillen mit Seitenschutz, um die Augen vor Wind zu schützen.