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Die Spannungen zwischen den USA und China verschärften sich zuletzt stetig. Nun plant Peking offenbar eine geheime Anlage, um US-Militärbasen auszuspähen.
China will einem Medienbericht zufolge auf Kuba eine gegen die USA gerichtete Spionagestation bauen. Das «Wall Street Journal» berichtete am Donnerstag unter Berufung auf anonyme US-Regierungsvertreter, China und Kuba hätten eine heimliche Vereinbarung zum Bau der Anlage zum Abhören elektronischer Kommunikation geschlossen.
Viel Hitze, viel Rauch: ein Waldbrand in Kanada. (Archivbild)Bild: AP B.C. Wildfire Management Bran
Wo brennt's?
Zurzeit sind fast alle Provinzen in Kanada von Waldbränden betroffen. Die ersten Brände starteten Ende April (noch vor der «Wildfire Season» im Mai) im Westen und breiteten sich schnell gen Osten aus. Von den 430 aktuell brennenden Feuern sind rund 160 in der französischsprachigen Provinz Quebec.
Dass die Brände sich dieses Jahr von Küste zu Küste verteilen, sei ungewöhnlich, sagte Michael Norton vom kanadischen Ministerium für Rohstoffe gegenüber «abc»: «Um diese Jahreszeit kommen Feuer nur auf einer Seite des Landes vor, fast immer im Westen.»
Bislang hätten die Feuer eine Fläche von rund 38'000 Quadratkilometern verbrannt, sagte Notfall-Minister Bill Blair an einer Pressekonferenz am Mittwochabend – eine Fläche so gross wie die Schweiz ohne das Tessin.
Warum sind die Feuer ausgebrochen?
Die Hauptursachen für Waldbrände sind menschliches Handeln und Blitzeinschläge. Menschliches Handeln heisst hier nicht zwingend, dass jemand vorsätzlich Feuer legt – fast immer ist es Fahrlässigkeit, die zur Katastrophe führt. Eine weggeschmissene Zigarette oder ein unsorgfältig gelöschtes Lagerfeuer können bei trockener Umgebung schnell einen Brand verursachen.
Trockenes, heisses Wetter begünstigt auch die Blitzeinschläge, welche in einer normalen «Forest Fire Season» die Hälfte aller Brände entfachen. Allerdings sind solche Brände für 85 Prozent der Zerstörung verantwortlich.
Und, in der Tat, das Wetter in Kanada war dieses Jahr besonders trocken und heiss. Bereits im Winter war ungewöhnlich wenig Schnee gefallen. Besonders die Atlantikseite ist seit dem Februar von einer Dürre betroffen. Die Provinzen Alberta, Nova Scotia und Quebec massen dieses Jahr rekordhohe Temperaturen. In einigen Teilen von Alberta war die Durchschnittstemperatur diesen Mai über 12 Grad Celsius höher als in einem normalen Mai.
Gewisse Stimme beschuldigen aber auch den Staat, eine Mitschuld an den Bränden zu tragen: So habe es die Regierung von Premierminister Trudeau versäumt, präventive Massnahmen zu ergreifen. Die «Daily Mail» berichtet, dass mitunter indigene Einwohner Kanadas daran gehindert worden seien, ihre rituellen (kontrollierten) Abbrennungen durchzuführen. Mit solchen Feuern wird der Wald kontrolliert von brennbarem Material gesäubert, welches dann bei einem unkontrollierten Brand nicht mehr entflammt.
Ist ein baldiges Ende der Brände in Sicht?
Noch nicht. Von den rund 430 Bränden sind 248 nicht unter Kontrolle, berichtet das «Canadian Interagency Forest Fire Center» (CIFFC). Im stark geplagten Quebec kämpft die Feuerwehr bei 92 Bränden um die Kontrolle über die Naturgewalt.
Nebst der regulären Feuerwehr, die permanent im Einsatz ist, hat die Regierung mehrere hundert Mitglieder der kanadischen Armee in die betroffenen Provinzen entsandt. Diese unterstützten bei der Brandbekämpfung; zudem hälfen sie bei Evakuationen und den lokalen Behörden mit logistischen Herausforderungen, erklärte Verteidigungsministerin Anita Anand in der «Washington Post».
Zudem sind fast 1000 Feuerwehrleute aus den Vereinigten Staaten, Südafrika und anderen Ländern angereist, um ihre lokalen Pendants zu unterstützen.
Global solidarity + humane service on display as over 200 valiant firefighters 🧯 from South Africa 🇿🇦 land in Edmonton, Canada 🇨🇦.
They are deployed to join efforts against the wildfire 🔥 💨 ⚠️ impacting swaths of Canada and the USA. pic.twitter.com/XYRp5yaNuz— Nelson Muffuh (@nmuffuh) June 9, 2023
Die reguläre Waldbrand-Saison geht noch bis im Oktober.
Warum ist New York betroffen?
Winde haben diese Woche den Rauch der Quebec-Brände in den Süden getragen. Dadurch hat sich dieser gesammelt und die Stadt New York eingedeckt. Mittlerweile ist der grösste Teil jedoch bereits weitergezogen und hat sich ausgebreitet.
In New York ist die Luftqualität wieder auf «Moderat» gesunken – am Mittwoch war sie noch bei «Gesundheitsschädlich».
So hat sich der Rauch im Laufe der Woche fortbewegt.illustration: new york times
Man sollte sich übrigens nicht täuschen lassen: New York ist natürlich nicht die einzige Stadt, die von der Luftverschmutzung betroffen ist, respektive war. Besonders kanadische Städte waren zeitweise enorm stark betroffen – so zum Beispiel Montreal und Ottawa, welche zwischen den Feuern und New York liegen.
Wird der Rauch auch nach Europa wehen?
Ja, aber sicherlich nicht in dem Ausmass, wie man es von den Bildern aus New York kennt. So hat das Institut für Umweltwissenschaften (NILU) in Norwegen mit seinen Messgeräten einen Anstieg an Schadstoffen in der Luft feststellen und anschliessend deren Ursprungsort festlegen können.
Nikolaos Evangeliou vom NILU erklärte gegenüber der «CNN», dass die Norweger eventuell einen leichten Rauchgeruch in der Luft feststellen oder gar dünne Schwaden am Himmel erkennen könnten. Gesundheitsrisiken gebe es aber keine: «Rauch, der über solche Distanzen reist, kommt hier sehr verdünnt an.»
In den kommenden Tagen werden die Schwaden voraussichtlich weiterziehen und sich über Europa ausbreiten. Hierzulande werden diese aber kaum wahrnehmbar sein.
Werden solche Waldbrände in Zukunft häufiger vorkommen?
Experten gehen davon aus, dass der Klimawandel einen Einfluss auf die Waldbrände in Kanada hat und weiterhin haben wird. Edward Struzik, Mitarbeiter am «Queen's Institute for Energy and Environmental Policy», erklärt in «CBSNews»:
«Die Waldbrand-Saison dauert wegen des Klimawandels länger an. Der Frühling kommt früher und der Herbst später. Das ist mehr Zeit, in der das Grasland brennen kann.»
Ausserdem trage auch das Abschmelzen der Pole zu den Bränden bei: Der Jetstream, ein mächtiger Wind, der quer über Kanada zieht, verliert an Stärke, weil diese von der Temperaturdifferenz von Arktis und Süden abhängt. Wegen des schwachen Jetstreams können sich vermehrt trockene Hochdruckgebiete bilden. Das führe dann weiter zu Trockenheit und Dürre, so Struzik.