Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03607.jsonl.gz/2666

DMZ - GESUNDHEIT / WISSEN ¦
#mittellaendische ¦
Erstmals wurde Burnout von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Krankheit anerkannt. In der Entscheidung, welche am Montag in Genf mitgeteilt wurde, definieren Experten Burnout als ein Phänomen, das auf „chronischen Stress am Arbeitsplatz“ zurückzuführen ist. Seit Jahren gibt es Diskussionen unter Fachleuten über eine mögliche Definition von Burnout und auch darum, ob es sich dabei um eine Krankheit handelt oder nicht. Dabei orientieren sich Ärzte und Krankenversicherer bei ihrer Arbeit häufig an der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) der WHO. Künftig ist Burnout darin als Syndrom wegen «chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wird» definiert. Gesundheitsexperten beschreiben dabei drei Dimensionen der Krankheit: ein Gefühl von Erschöpfung, eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job und ein vermindertes berufliches Leistungsvermögen. Die WHO ist der Meinung, der Begriff Burnout solle ausschliesslich im beruflichen Zusammenhang und nicht «für Erfahrungen in anderen Lebensbereichen» gebraucht werden. ICD-11; so der Name der neuen Klassifikationsliste, soll im Januar 2022 in Kraft treten. Auch weitere Änderungen sind darin zu finden: So hatte die WHO schon im letzten Jahr entschieden, «zwanghaftes Sexualverhalten» als psychische Störung einzustufen. Neben Glücksspiel oder Drogen sollen erstmals auch Videospiele als möglicher Auslöser einer Sucht aufgelistet werden. Andererseits fallen Menschen, die transgender sind, in Zukunft nicht mehr unter die WHO-Definition für psychische Störungen. Das Thema wird jedoch in dem Kapitel behandelt, in dem es um sexuelle Gesundheit geht.