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Die britische Notenbank hält auch nach der Parlamentswahl an den rekordniedrigen Zinsen fest. Der geldpolitische Ausschuss der Bank of England (BoE) entschied, den Schlüsselzins bei 0,5 Prozent zu belassen. Dort liegt er seit Frühjahr 2009.
Auch das Volumen des seit Herbst 2012 ausgeschöpften Anleihekaufprogramms, mit dem die Wirtschaft angeschoben werden sollte, beträgt unverändert 375 Milliarden Pfund. An den Märkten wurde zuletzt für Mitte 2016 mit einer Zinserhöhung gerechnet. Einige Ökonomen halten allerdings eine frühere Straffung der Geldpolitik für wahrscheinlich.
Die Konservative Partei von Premierminister David Cameron hatte bei der Wahl am Donnerstag überraschend die absolute Mehrheit erreicht. Die britische Wirtschaft hatte sich während Camerons Regierungszeit vom tiefsten Abschwung seit Ende des Zweiten Weltkriegs erholt und ist zu einer der am schnellsten wachsenden Industrienationen geworden.
Mittelfristig mit EU beschäftigen
In den ersten drei Monaten legte sie jedoch nur noch um 0,3 Prozent zu. Experten erwarten, dass die BoE ihre Wachstumsprognose im am Mittwoch anstehenden Inflationsbericht nach unten korrigieren wird. Zuletzt hatte sie einen Zuwachs beim Bruttoinlandprodukt von 2,9 Prozent vorhergesagt.
Die Notenbank hatte die Zinsentscheidung wegen der Parlamentswahl am vergangenen Donnerstag auf den ungewöhnlichen Termin am Montag verschoben.
Nach Einschätzung von Experten der HSBC Trinkaus-Bank dürfte der Wahlausgang die geldpolitische Lagebewertung vorerst nicht beeinflussen. "Mittelfristig wird sich die Notenbank nach dem überraschenden Wahlsieg der Konservativen aber mit der Thematik eines Referendums zum Verbleib des Landes in der Europäischen Union (EU) beschäftigen müssen", hiess es in einer Analyse.
(sda/chb)