Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03533.jsonl.gz/2228

Das Museum Oskar Reinhart beherbergt rund 500 Gemälde und Skulpturen vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie rund 7000 druckgraphische Werke und Handzeichnungen vom 15. bis 20. Jahrhundert. Im Bereich der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts ist es sowohl in Umfang und Qualität die weltweit führende Institution ausserhalb Deutschlands. Massgebend für die Sammlung waren die Kriterien, die Julius Meier-Graefe, Hugo von Tschudi und Alfred Lichtwark 1906 in der Berliner «Jahrhundertausstellung deutscher Kunst» angelegt hatten. In dieser Ausstellung waren auch schweizerische und österreichische Künstler vertreten. Bedeutend war diese Ausstellung, weil sie eine Neubewertung der deutschen Malerei auslöste: alles Akademische und Historisch-Pathetische wurde ausgeklammert, stattdessen zeigte sie die bildgewordene Poesie der Romantik, den lebendigen Natursinn des Realismus und das «Malerische» schlechthin. Zugleich wurden dank dieser Ausstellung Künstler wie Caspar David Friedrich, Georg Friedrich Kersting und Carl Blechen der Vergessenheit entrissen, während sie Hans von Marées, Wilhelm Leibl und Hans Thoma zum ersten Mal in ihrer übernationalen Bedeutung darstellte. Oskar Reinhart hat die legendäre «Jahrhundertausstellung» gesehen und im Verlauf seines Lebens über zwanzig Werke, die dort ausgestellt waren, in seine Sammlung integriert, darunter bedeutende Gemälde von Arnold Böcklin, Wilhelm Leibl und Anselm Feuerbach.