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Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur
Jeden Freitag gibts Beethoven: Zu seinem 250. Geburtstag blicken wir wöchentlich auf eines seiner Werke. Heute auf sein viertes Klavierkonzert.
«… unterthänigst gewidmet.» Die Zueignung des Klavierkonzerts G-Dur op. 58 markiert den Beginn einer engen musikalischen wie menschlichen Freundschaft mit dem jungen Erzherzog Rudolph von Österreich (1788–1831). So unterrichtete Beethoven den begabten Erzherzog bis 1824 in Klavierspiel und Komposition, dieser wiederum verpflichtete sich am 1. März 1809 gemeinsam mit den Fürsten Lobkowitz und Kinsky vertraglich zur Zahlung einer lebenslangen Leibrente. Nicht zufällig steht daher der Erzherzog sowohl nach Zahl als auch nach Gewicht an erster Stelle der Widmungsträger beethovenscher Kompositionen: Neben dem 1805/06 entstandenen vierten Klavierkonzert ist ihm auch das fünfte Klavierkonzert Es-Dur op. 73 dediziert, ebenso die Les-Adieux-Sonate op. 81a, der Klavierauszug der Oper Fidelio, die Violinsonate G-Dur op. 96, das Klaviertrio in B-Dur op. 97 («Erzherzogtrio»), die Klaviersonaten op. 106 und op. 111, die Missa Solemnis op. 123 und schliesslich die Grosse Fuge op. 133 für Streichquartett.
Das Werk selbst steckt voller Besonderheiten. Nicht nur, dass im Kopfsatz das Klavier mit dem Hauptthema noch vor dem Orchester einsetzt. Das vielfach rezitativisch angelegte, aus starr anmutenden Kontrasten bestehende Andante verglich Robert Schumann gar mit Orpheus, der, um zu Eurydike zu gelangen, die Furien mit seiner Leier besänftigte. Bei der ersten öffentlichen Aufführung am 22. Dezember 1808 übernahm Beethoven selbst den Solopart und «sang wahrhaft auf seinem Instrument mit tiefem melancholischem Gefühl, das auch mich dabei durchströmte» – so die Erinnerung von Johann Friedrich Reichardt. Obwohl die um 1808/09 für Erzherzog Rudolph ausgearbeiteten Eingänge und Kadenzen seit 1865 bekannt sind, forderte die besondere Rolle des Klaviers in diesem Werk dennoch zahlreiche konzertierende Komponisten zu eigenen Kadenzen heraus, unter ihnen (alphabetisch) Eugen d’Albert, Johannes Brahms, Hans von Bülow, Ferruccio Busoni, Nikolai Medtner, Ignaz Moscheles, Anton Rubinstein, Clara Schumann und Camille Saint-Saëns.
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