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In welcher Form ein Nystagmus auftreten kann und welche Therapiefomen es gibt, zeigt Ihnen der Text weiter unten.
In welcher Form ein Nystagmus auftreten kann und welche Therapiefomen es gibt, zeigt Ihnen der Text weiter unten.
Artikelübersicht
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Welche Formen von Nystagmus gibt es?
Nystagmus kann in physiologischer Form auftreten, also als Teil des normalen Sehens fungieren, oder in pathologischer Form, also krankheitsbedingt, entstehen. Das Symptom kann in verschiedenen Formen auftreten, die meist abhängig von der Ursache sind. Am häufigsten tritt Nystagmus mit horizontalen Schlag- und Pendelbewegungen auf, vertikaler Nystagmus und rotierende Bewegungen gehören allerdings zum gleichen Krankheitsbild.
Zunächst wird zwischen kongenitalem und erworbenem Nystagmus unterschieden - letzterer kann beispielsweise durch eine Kopfverletzung oder die krankhafte Veränderung der Hirnstruktur auftreten. Kongenitaler Nystagmus tritt bei Babys meist 2 bis 3 Monate nach der Geburt auf und wird im Kleinkindalter häufig durch chronisches Schielen beruhigt.
Weitere Formen von Nystagmus sind:
Physiologisch
- Provokationsnystagmus: Durch Temperaturreize oder Drehung ausgelöster Nystagmus.
- Optokinetischer Nystagmus: Dieser physiologische Nystagmus tritt bei gesunden Menschen auf, wenn sie Objekte in Bewegung fixieren. Schauen Sie beispielsweise in einem fahrenden Zug aus dem Fenster, folgen Ihre Augen dem fixierten Objekt, bis es aus dem Blickfeld gerät. Die Augen machen eine Sakkade und fixieren ein neues Objekt am anderen Ende Ihres Blickfelds.
- Kalorischer Nystagmus: Wird der Vestibularapparat im Ohr durch Hitze oder Kälte gereizt, entsteht im Hirn der Eindruck einer Drehung. Gesunde Menschen reagieren in der Regel mit einer Sakkade nach links beziehungsweise rechts.
- Rotatorischer bzw. postrotatorischer Nystagmus: Wird der Körper für längere Zeit gedreht, treten Schwindelgefühle und rotatorischer Nystagmus auf. Bei postrotatorischem Nystagmus versuchen die Augen durch Gegenbewegungen Schwindel zu reduzieren.
- Vestibulärer Nystagmus: Tritt nach einer schnellen Drehbewegung des Kopfes auf.
Pathologisch
- Spontannystagmus: Schlag- und Pendelbewegungen treten auch im Ruhezustand auf.
- Blickrichtungsnystagmus: Augenzittern tritt nur bei einer bestimmten Ausrichtung der Augen auf, zum Beispiel beim Blick nach links oder rechts.
- Downbeat bzw. Upbeat Nystagmus: Das Auge schlägt in seiner Neutralposition regelmässig nach oben oder unten aus.
- Fixationsnystagmus: Das Auge schlägt schneller und stärke aus, wenn der Patient ein Objekt zu fixieren versucht.
- Dissoziierter Nystagmus: Nystagmus, der vorwiegend in nur einem Auge auftritt oder auf einer Seite deutlich stärker ausschlägt als auf der anderen.
- Latenstyp-Nystagmus: Bei dieser Form des Nystagmus treten bei Fixation mit dem linken Auge Schlagbewegungen nach links auf, während Fixationen mit dem rechten Auge für Schlagbewegungen nach rechts sorgen. Wird ein Auge verdeckt, verstärkt sich der Effekt.
Nicht zu verwechseln: Mikrosakkaden
Mikrosakkaden sind minimale Augenbewegungen, die dem gesunden Menschen das scharfe Sehen erleichtern. Ein- bis drei Mal pro Sekunde passt ein gesundes Auge die Blickrichtung auch im Ruhezustand minimal an. Diese Bewegungen schränken das Sehen in keinster Weise ein und sind mit blossem Auge kaum zu registrieren.
Diagnose und Therapie
Pathologischer Nystagmus wird in der Regel mithilfe einer Frenzelbrille oder Nystagmusbrille festgestellt. Die Frenzelbrille verhindert scharfes Sehen und das Fixieren eines bestimmten Gegenstandes mit den Augen und erleichtert es dem Arzt, Schlagbewegungen zu erkennen. Die Augenbewegungen können ausserdem mithilfe einer ENG-Untersuchung gemessen werden, der Elektronystagmographie. Hierbei messen Elektroden die genaue Augenbewegung.
Die Therapierbarkeit eines Nystagmus hängt stark von dessen Ursache und Intensität ab. Wird die Sehfähigkeit stark beeinträchtigt oder sind Schwindelgefühle besonders stark, kann der Arzt die Neutralzone der Augen operativ in das Gebrauchsblickfeld verschieben, um Symptome zu lindern. In vielen Fällen entwickelt der Körper Kompensationsmechanismen wie bestimmte Drehungen des Kopfes, um einem Nystagmus entgegenzuwirken. In einigen Fällen hilft die medikamentöse Behandlung unter Aufsicht eines Augenarztes. Welche Therapieform die Richtige ist, sollten Sie genau mit einem Fachmann absprechen.