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2005 haben in der Schweiz 173'640 Personen die theoretische und 130'636 die praktische Führerprüfung abgelegt. Dies entspricht einem Anstieg von 7% respektive 1%.
Zwar wollen immer mehr Personen ein Auto lenken. Doch die Erfolgsquote bei den Prüfungen nimmt ab: Nur knapp zwei Drittel haben bestanden.
Im Praxistest auf der Strasse waren im Jahr 2005 84'711 Fahrschülerinnen und Fahrschüler erfolgreich. Damit erhielten 64,85% der Prüflinge den Führerausweis der Kategorie B (Personenwagen), wie die Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) am Dienstag mitteilte. Im Jahr 2004 hatten 65,17% die Fahrprüfung bestanden.
Die Hürde der Theorieprüfungen nahmen 113'511 Personen oder 65,37% der Prüflinge. Im Vorjahr hatten 105'984 Personen die Theorieprüfung erfolgreich hinter sich gebracht. Die Bestehensquote lag bei 65,53%.
Prüflinge im Irrtum
Den Anstieg der Prüfungen führte Sven Britschgi, Geschäftsführer der asa, auf das Inkrafttreten der Zweiphasen-Ausbildung ab 1. Dezember 2005 zurück. "Insbesondere in den Monaten Oktober und November 2005 war ein markanter Anstieg zu verzeichnen", betonte Britschgi.
Viele seien dem Irrtum unterlegen, dass der Prüfungstermin ausschlaggebend sei, ob man dem neuen Modell unterliege. "Dabei war das Beantragungsdatum des Lernfahrausweises massgebend", erklärte er. Im neuen Modell erhält man den Fahrausweis drei Jahre auf Probe und muss zwei Ausbildungstage absolvieren.
Dieser Irrtum habe auch dazu geführt, dass viele Angemeldete schlecht vorbereitet zur Theorieprüfung erschienen seien. In ländlichen Gebieten seien die Teilnehmenden der Theorie- und der Fahrprüfung grundsätzlich besser vorbereitet. "Denn auf dem Land ist der Sozialdruck höher als in der Stadt", erklärte Britschgi.
Dem scheinen die Zahlen des Kantons Appenzell Innerrhoden im Jahr 2005 zu widersprechen, liegt er doch mit einer Bestehensquote von 53,33% am Ende der Theorieprüfungsrangliste.
Prüfungstourismus
"Dies hängt damit zusammen, dass der Nachbarkanton St. Gallen die Sprachen des Theorie-Prüfungstests eingeschränkt hat. Das führte zu einem Prüfungstourismus nach Appenzell Innerrhoden", führte Britschgi aus.
Bis vor kurzem konnte die Theorieprüfung in der ganzen Schweiz in neun Sprachen abgelegt werden: Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Türkisch, Albanisch, Serbokroatisch, Spanisch und Portugiesisch. "Aus integrationspolitischen Gründen schränken einzelne Kantone diese Möglichkeiten ein", sagte Britschgi.
Die Sprachenfrage beschäftigte auch die eidgenössischen Räte. Im Dezember 2005 lehnte der Ständerat eine Nationalratsmotion ab, welche die theoretische Führerprüfung lediglich in den Landessprachen zulassen wollte.
Die ständerätliche Verkehrskommission war der Ansicht, dass Fahrprüfungen ausschliesslich der Strassenverkehrs-Sicherheit dienten und nicht allfälligen Integrationsbemühungen.
Uri erfolgreichster Kanton
An der Spitze der praktischen Führerprüfung lag der Kanton Uri (78,86%). Die erfolgreichsten Theorieprüflinge stammten im Jahr 2005 aus dem Kanton Jura (75,92%).
Das Schlusslicht bildete der Kanton Waadt (49,61%). Schuld am schlechten Ergebnis ist laut Britschgi vorab die Stadt Lausanne. Dort fallen - wie in anderen Städten - mehr Anwärter durch die Prüfung als auf dem Land. Hinzu komme "die in der Westschweiz festzustellende Nonchalance im Umgang mit Prüfungen".
swissinfo und Agenturen
Fakten
2004 waren Neulenker in 3883 Unfälle verwickelt (Zahlen des Touring Club Schweiz TCS).
Diese Zahl sinkt erfahrungsgemäss im dritten Jahr nach Erwerb des Führerausweises bereits auf unter 1500 Unfälle.
Verkehrsunfälle sind bei 18- bis 24-Jährigen die häufigste Todesursache.
Die neue Zweiphasen-Ausbildung
Nach bestandener Fahrprüfung müssen zwei Kurstage besucht werden, der erste innerhalb von sechs Monaten. Dabei soll das Bewusstsein geschärft werden, um gefährliche Verkehrssituationen erkennen zu können.
Der zweite Kurstag muss innerhalb von drei Jahren besucht werden. Selbstbeurteilung und Fahrkönnen sowie das Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern sollen dort verbessert werden.
Falls ein Neulenker die Kurse nicht besteht oder innerhalb dieser drei Jahre einen Führerausweis-Entzug provoziert hat, wird die Probephase um ein Jahr verlängert.