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Er wusste nicht warum er Vielfrass hiess. Er wusste nur eines, dass er sich überfressen hatte. Das war ein sehr unangenehmes Gefühl. Nicht nur der Bauch tat ihm weh, auch der Kopf und die Glieder. Alles schmerzte ihn. Ihm schien, als sei jede Zelle seines Körpers übersättigt. Was sollte er tun? Er setzte sich auf einen Baumstrunk und dachte nach. Er war so vertieft ins Nachdenken, dass er die Vorübergehenden nicht bemerkte und sie deswegen auch nicht grüsste. „Was ist mit dem Vielfrass los?“, rief der Rabe. „Vielleicht ist er krank“, antwortete die Elster. „Wir müssen mit ihm reden“, sagte der Fuchs. „Vielleicht hat er Langeweile“, mutmasste der Hase. Als sie sich aber dem Vielfrass nähern wollten, rannte dieser davon. „Lasst ihn, ich glaube er will nur seine Ruhe haben“, krähte der Rabe. So wendeten sich die Tiere einem neuen Tagesereignis zu. Der Vielfrass wollte seine Ruhe haben. Er hatte ein ruhiges Plätzchen gefunden wo er sich völlig ungestört fühlte und seinen Gedanken nachhängen konnte. Und plötzlich spürte er, woran er sich überfressen hatte. An all den Neuigkeiten, die ihn täglich und stündlich überfluteten. Von allen Seiten wurden sie ihm zugetragen und er hatte sich nicht dagegen gewehrt. Sie hatten von ihm Besitz ergriffen und sich sozusagen in seinem ganzen Körper ausgebreitet. Er legte sich ins weiche Moos, und schloss die Augen. Wann hatte er das letzte Mal ohne Programm das Nichtstun genossen? Es wurde Abend und wieder Morgen, der Vielfrass hatte entweder geschlafen oder sich wohlig geräkelt, und er fühlte sich von Stunde zu Stunde besser. Die tausend Neuigkeiten die er gewohnt war täglich anzuhören und alles was er gewohnt war zu schlucken, waren ihm im gleichgültig. Nach einiger Zeit fing er an sich zu strecken und zu recken, badete in einem kühlen Bächlein und rannte fröhlich durch den Wald. Als er nach ein paar Tagen dem Raben, der Elster, dem Fuchs und dem Hasen begegnete, grüsste er sie freudig. Er war voller Tatendrang. In der Rückblende nannte er die kleine Auszeit sein Mini-Burnout. Der Vielfrass war stolz, es so gut gemeistert zu haben.