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Das Schweizer Temperaturmittel beschreibt die im Mittel über die gesamte Fläche und die verschiedenen Höhenlagen der Schweiz gemessene Temperatur. Die Daten verschiedener Messstationen werden dazu entsprechend ihrer Repräsentativität kombiniert. Das Schweizer Temperaturmittel wird zur Analyse und Kommunikation der langjährigen Temperaturentwicklung in der Schweiz verwendet.
Schweizer Temperaturmittel
Die Temperatur wird in der Schweiz seit 1864 an verschiedenen, im ganzen Land verteilten Messstationen systematisch jeden Tag mehrmals gemessen. Die so entstandenen Messreihen geben Auskunft über die langjährige Temperaturentwicklung an den verschiedenen Standorten in der Schweiz. Zur Beschreibung der generellen Entwicklung im ganzen Land wird eine mittlere Temperatur der gesamten Schweiz verwendet.
Daten des Schweizer Temperaturmittels ab 1864
Das Schweizer Temperaturmittel wird auf der Basis von Monatswerten gebildet. Die Monatsmittel und verschiedene Aggregate (Saison, Halbjahr, Jahr) sind ab 1864 unter untenstehendem Link verfügbar und werden laufend mit den neusten Werten ergänzt.
Von den Stationsdaten zum Schweizer Mittel
MeteoSchweiz berechnet aus den Stationsdaten die Temperatur für die Orte in der Schweiz, die keine Messstation haben. Diese gegitterten Temperaturdaten zeigen die räumliche Verteilung der Lufttemperatur in der Schweiz zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. in einer bestimmten Periode. Das Mittel all dieser Gitterpunkte ergibt ein sinnvolles Mass für die mittlere Temperatur in der Schweiz.
Die Gitterdaten stehen ab 1981 hochaufgelöst zur Verfügung. Um das Schweizer Temperaturmittel trotzdem ab 1864 zur Verfügung zu haben, wurde für die Zeit von 1981 bis 2014 untersucht, wie die Stationsmessungen des Schweizer Klimamessnetzes kombiniert werden müssen, um dem Mittel aus den Gitterdaten möglichst nahe zu kommen. Je nach Repräsentativität erhält jede Station im Schweizer Temperaturmittel ein stärkeres oder schwächeres Gewicht.
Die grössten Gewichte erhalten die Bergstationen Col du Grand St-Bernard und Säntis. Sie repräsentieren als einzige die Höhenlagen über rund 2000 m ü. M. in der Schweiz. Für die tieferen Regionen stehen mehr Stationen zur Verfügung. Diese Standorte erhalten deshalb kleinere Gewichte im Schweizer Temperaturmittel.
Mittel von Unterregionen der Schweiz
Die Schweiz gliedert sich in unterschiedliche Klimaregionen. Bezüglich langjähriger Temperaturentwicklung sind Unterschiede zwischen der Alpennord- und Alpensüdseite sowie in den verschiedenen Höhenlagen interessant. Aus diesem Grund wird mit der gleichen Methodik wie für die gesamte Schweiz (CH) ein Temperaturmittel für folgende drei Unterregionen gerechnet: Alpennordseite unter 1000 m ü. M. (CH-NL), Alpennordseite über 1000 m ü. M. (CH-NH), Alpensüdseite (CH-S). Die Alpensüdseite umfasst neben dem Kanton Tessin auch die Simplonregion und die Bündner Südtäler. Die Gewichte der Stationen verschieben sich entsprechend und können sogar negativ werden.
Genauigkeit im Vergleich mit dem «wahren» Gittermittel
Aus der Periode mit verfügbaren, hochaufgelösten Gitterdaten von 1981 bis 2014 wurden nur 20 Jahre dazu verwendet, die Gewichte der Messstationen zu bestimmen. Die restlichen 14 Jahre standen zur Verfügung, um die Genauigkeit des Schweizer Temperaturmittels im Vergleich mit den Gitterdaten zu beurteilen. Es zeigt sich, dass die Monatswerte des bereitgestellten Schweizer Temperaturmittels um rund ±0.1 Grad vom «wahren» Gittermittel abweichen können. Im Sommer und bei den Aggregaten (Saison, Halbjahr, Jahr) ist der mögliche Fehler tendenziell sogar kleiner.