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Florentina Camartin ist eine Nonne im Ruhestand, die ein Gelübde des Zölibats abgelegt hat. Als ein junger Priester in ihrer Ostschweizer Kirchgemeinde der Liebe wegen die Kirche verlassen musste, begann sie ihren Kreuzzug für eine Reform des Zölibats.
"Wenn Priester ihre Arbeit aufgeben müssen, haben wir Pfarreien ohne Priester. Und eine Pfarrei ohne Priester ist wie eine Herde ohne Hirt", sagt sie.
"Jetzt ist es an der Zeit, etwas zu tun."
Deshalb begann sie, Unterschriften in ihrer Kirchgemeinde zu sammeln, um die Regeln des Zölibats in der römisch-katholischen Kirche zu liberalisieren. Tausende unterstützten sie. Sie liess die Petition ins Italienische übersetzen, um sie dem Papst zu zeigen. Nun versucht sie, jemanden zu finden, der diese dem Kirchenoberhaupt überreichen kann.
"Sie muss ihn erreichen, er muss sie sehen", sagt sie.
Ob sich etwas ändert, bleibt abzuwarten, aber Camartin sagt, dass sie zumindest alles getan haben wird, um junge Priester in der Kirche zu halten.
Im Vorfeld der Parlamentswahlen vom 20. Oktober ist dieses Porträt das neunte in einer Video-Serie, die sich mit der Frage beschäftigt, wie Privatpersonen in der Schweiz den politischen und gesellschaftlichen Wandel beeinflussen.Infobox Ende