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Vorwort

Die Erziehung eines Podencos darf nicht unterschätzt werden.
Dennoch ist es sehr viel einfacher, als in vielen Rassebeschrieben vermerkt wird. Denn grundsätzlich ist der Podenco einfach ein Hund. Es gibt sicherlich "einfachere" Rassen, resp. wenn man dort einen Fehler macht, hat es andere Konsequenzen:
Der Appenzeller hört nicht mehr auf zu bellen, der Border Collie treibt Autos zusammen, der Rottweiler wird bissig, der Dackel giftig, der Labrador frisst sich zu Tode... und eben der Podenco, der macht sich selbstständig.
Die entscheidene Rolle spielen die Umwelteinflüsse auf einen Hund in den wichtigsten Entwicklungsphasen in seinem Leben, d.h. die ersten 16 Wochen, und mit fallender Wichtigkeit die Folgezeit.
Der Podenco ist gezüchtet als Jagdbegleithund, was bedeutet, dass man in der Zucht, die Elterntiere ausgesucht hat, die über die gewünschten Bewegungsabläufe für die Jagd verfügen. Diese jahrhundertlange Zucht hat dazu geführt, dass genetisch eine gute Basis geschaffen wurde die Welpen zu dem optimalen Jagdbegleiter heranwachsen zu lassen.
Doch sollte man nicht ausser Acht lassen, werden diese Bewegungsmuster nicht gefördert, wird nie ein guter Jäger aus dem Podenco.
Das könnte in unserem Sinne stehen, wollen wir doch hierzulande einen guten Begleitund.
Eine vollständige Bewegungsabfolge eines in Freiheit lebenden Jägers müsste so sein:
Orten > Fixieren > Anpirschen > Hetzen > Packen > Töten > Zerreissen > Fressen!
Je nach Verwendung eines Jagdhundes, werden Verhaltensmuster gefördert, resp. unterdrückt.
Untersuchungen haben ergeben, dass das Gehirnwachstum eines Hundes praktisch vollständig aus der Bildung von Nervenverbindungen besteht. Also mag es sein, dass der Welpe "Töten" genetisch gespeichert hat, werden aber keine Nervenverbindungen zu dieser Information gezogen, wird er nie "Töten" wollen.

Stellen Sie sich vor Sie erhalten einen Podenco aus dem Tierheim, der unter Umständen, isloiert mit seiner Mutter in einem Zwinger gross und noch dazu zur Jagd geprägt wurde. Wie wollen Sie ihm jemals beibringen nicht zur Jagd zu gehen? Rudelverhalten ist ebenfalls eine Eigenschaft die Prägung erfordert, hat ihr Hund als Welpe sich nie in ein Rudel eingliedern müssen, wird er es nie können. Somit wäre es ohne positives Ergebnis den Alphawolf zu mimen.
Die meisten Importpodencos, die ich kenne, wurden in Spanien mehr oder weniger in ähnlichen Verhältnissen gross. Drum sind auch immer wieder die selben Muster zu erkennen.
Die meisten Podencos baden nicht gerne. Warum? Das ist kein genetisches Phänomen, sondern im spanischen Hinterland hat es selten Seen oder Flüsse, wo die kleinen Welpen ihre ersten Plantscherfahrunegn machen können. Im Erwachsenenalter, dass erste Mal Wasser zu ausserhalb einer Plastikschüssel zu sehn kann sehr beängstigend sein.
Das einzige wirkliche Problem, dass ich kenne beim Podenco ist die Neigung sich selbstständig zu machen und zu wildern. Zuerst fragt man sich: Warum tut mein Hund das?
Man kann diese Frage damit beantworten, dass er eben ein Jagdhund sei. Das stimmt, aber das ist nicht die Antwort.
Ein Podenco will zu Jagd gehen, weil er weiss, dass er das kann. Er hat es gelernt, das Hetzen wird von den Jägern unterstützt. Die ganze Bewegungsablaufskette bis hin zum Packen wird von klein auf gefördert.
Und: Ein Podenco geht alleine auf die Jagd, wenn er sich als Anführer fühlt. Oder seinen menschlichen Freund nicht als Alphatier.
In jedem natürlichen Rudel führt das Alphatier die Jagd an, hat das Alphatier keine Lust wird nicht gejagt, da können zehn Hasen vor dem Rudel vorbei hüpfen.
Lässt ein Podenco sich nicht zurückrufen, will er, dass Sie ihm folgen, mit ihm auf die Pirsch gehen, mit ihm Hasen reissen. Er mag sie durchaus gerne, aber eben als Gefolgschaft.
Das sich ein Hund als Alphatier versteht passiert nicht häufiger bei einem Jagdhund, das Gesicht der Problematik ist bloss eine andere. Und es ist auch nicht schwieriger einen Jagdhund zu erziehen.
Eigentlich ist es sehr einfach.
Sie haben die besten Aussichten ein gute/r Hundeführer/in zu sein, wenn Sie von Natur aus bereits gelassen, würdevoll und verständisvoll sind. (Es ist wie bei den Menschen)
Sind sie nicht so, (bin ich auch nicht), ist genau das eine wunderbare Herausforderung. Eigentlich sollte man Menschen, denen eine Kaderkarriere vorschwebt erstmals einen Hund geben.
Der Hund hat keine Moral, wenn Sie keine Würde zeigen, dann ist er nicht aus Höfflichkeit freundlich zu Ihnen.
Verzichten Sie auf Emotionalität in der Erziehung, erinnern Sie sich immer wieder an das einfache Prinzip der Nervenverbindungen. Es ist wie häckeln, je dichtiger Masche an Masche, desto weniger fällt hindurch.
Und wichtig ist auch, den Welpen von Anfang an daran zu gewöhnen, was ihm im spätern Leben blüht. Denken sie nicht; ach, jetzt ist er ja noch klein, da braucht er noch nicht in die stinkige Stadt zu gehen. Je früher er es kennenlernt, desto wirkungsvoller ist es für ewig gespeichert.
Erinnern wir uns an unsere Eigene Kindheit; wir sind auf die höchsten Bäume geklettert, von der Brücke in den Fluss gesprungen, wir haben uns getraut beim Nachbarn in den Keller zu schleichen etc. Das selbe ist es bei Hundenkindern, sie kennen je kleiner sie sind keine Furcht, alles was sie in dieser Phase als positiv resp. nicht störend empfinden wird nie zu einem Problem. Ich kann bei meinen Welpen bis zirka zum 30 Tag Luftballons platzen lassen, Ein Feuerwerk anzünden etc. und das einzige was sie machen ist interessiert zuschauen. Dann langsam werden sie vorsichtiger bei neuen Klängen und Objekten, wenden aber trotzdem ihr ganzes Interesse darauf. Nutzen Sie diese offene Phase für die wichtigsten Reize in ihrem Leben, denn irgendwann ist diese vorüber.
Der ältere Podenco aus Spanien oder aus dem Tierheim:
Ich habe einen 15 jährigen Podenco gekannt, der alt und klapperig wie er war, einen Tag vor seinem Todestag noch 6 Stunden abgehauen ist. Nun, das beweist Lebensenergie und freut den Besitzer insgeheim.
Auch kann es vorkommen, dass einen selbst das Jagdfieber packt.
Denn es ist ein schöner Anblick die Podencos in der Abenddämmerung über die Felder peitschen zu sehen. Und Musik in den Ohren, ihr passioniertes Jagdgeschrei.
Dennoch ist es leider kein Zustand, der sich halten lässt, in unsern dichtbevölkerten Ländern, resp. dem nördlichen Europa.
Zumal es verantwortungslos ist den Hunden die Freiheit zu lassen, die ohnehin vom Aussterben bedrohten Feldhasen zu erjagen.
Es rät sich einen Podenco in jungem Alter zu sich zu nehmen und konsequent, wenn nicht schon plangemäss zu erziehen.
Ich halte viel von Menschen, die sich ein älteres Tier aus Spanien anschaffen, welches mit grosser Wahrscheinlichkeit ein trauriges Los in seiner Heimat gezogen hätte.
Dieses Tier ist anfangs sehr dankbar und weicht keinen Schritt von des Herrchens Seite.
Dies ändert sich schnell, das gute Futter bekommt ihm ausgezeichnet, die ausgedehnten Spaziergänge im Wald, lassen ihn schnell vertraut werden mit dem neuen Revier. Und plötzlich stehen Sie 2 Stunden allein im Wald.
Auch da gibt’s die Möglichkeit Abhilfe zu schaffen, ohne einen Leinenhund aus ihrem Tier zu machen.
Grundsätzlich empfehle ich keinen Podenco einem Hundeanfänger, besonders kein älteres jagderfahrenes Tier. Aber das ist keine Regel, denn es gibt viele Menschen, die ein sehr gutes Gespür haben und instinktiv richtig mit ihrem Hund und extremen Situationen umzugehen wissen.
Vorsicht:
Würden Sie sich tatsächlich entscheiden einen Hund aus Spanien zu "importieren", so seien sie vorsichtig mit der Annahme, alle Podencos haben ein schweres Los. Der Podenco an sich ist Gold wert in Spanien. Ein Podencozüchter ehrt seine Tiere sehr, denn sie sichern ihm seinen Lebensunterhalt. Ein Podenco ist Statussymbol.
Würden Sie einen Podenco von einem spanischen Züchter kaufen wollen, wird es Ihnen eher schwer fallen. Entweder bezahlen Sie einen unglaublich hohen Preis, oder bekommen ein Tier, das dort niemand würde nehmen wollen.
Das ist auch völlig in Ordnung, heisst aber auch leider, dass diesen Welpen nicht die optimalsten Bedingungen geboten wurden.Der spanische Züchter wird versuchen Ihnen einen schlechten Jagdhund und auch keinen Schönheitssieger anzudrehen. Freundschaftliche Kontakte sind unabdingbar, wollen Sie sich einen spanischen Hund anschaffen für Zucht und Ausstellung.
Nicht jeder spanische Podencohalter ist ein Unmensch, bloss ist die Haltung eines Jagdhundes in Spanien nicht zu vergleichen mit der Hundehaltung hier zu Lande. Ein Podenco ist ein Nutztier. Kein Bauer füttert eine Kuh durch, die keine Milch mehr gibt. Das ist eine Tatsache, die grausam klingen mag, aber es ist ein anderer Kulturkreis. Und ferner zu beachten ist, dass der Podenco es kaum bis in die heutige Zeit geschafft hätte, wäre er nicht "gebraucht" worden.
Sie können mit grosser Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass der Hund, den Sie aus Spanien zu sich nehmen aus Goodwill, wohl ein Mischling ist. Das ist keine Wertung, bloss eine Tatsache. Aber auch dem Podencomischlingen soll ein gutes Leben gewährt werden, und ebenso eine anständige Erziehung.
Leider sind dutzende Fälle von importierten Podencos und deren Mischlingen bekannt, die ebenso in der Schweiz und in Deutschland ein schweres Los haben. Da die neuen Besitzer schnell am Ende sind mit ihrem Latein, wenn sich das Temperament und die Jagdfreude des Tieres zeigen.Zu schnell werden wieder zurück ins Tierheim gebracht.
Seien sie sich bewusst, dass ein reinrassiger Podenco, der über tausende Umwege zu Ihnen gelangt ist, garantiert ein erfahrener Jäger ist. Der evt. durch widrige Umstände seine Meute verloren hat und nun bei Ihnen in der Schweiz steht. Sie verlangen nun von ihm in einer Wohnung zu wohnen, nicht zu jagen und einen Radius von weniger als 20 Metern einzuhalten. Wahrscheinlich muss er sogar lernen allein zu sein, wo er sich den tagtäglichen Kontakt zu weitern 20 Hunden gewohnt ist.
Auch die Mischlinge sind sich ein vollkommen anders Leben gewohnt, waren sie wohl unterernährt, zerfressen vom Ungeziefer und haben im 2 Lebensjahr schon viermal geworfen etc., all diese Tatsachen eines elenden Hundelebens machen den Umgang nicht leicht in unserem engen Land.
DAS IST EIN FULLTIMEJOB!
TIERSCHUTZ soll unbedingt grossgeschrieben werden, aber es kann unglaublich schwer auf den Helfern lasten und nicht jedermann kann und will das auf sich nehmen. Es kann sein, dass so ein Hund nicht mehr die Fähigkeit hat sich anzupassen, weil sein voriges Leben in keiner weise zu vergleichen ist mit der neuen Situation.
Die Haltung eines armen Wesens kann sehr belastend sein:
Ich kenne eine ganz traurigen und extreme Geschichte, der sich in der Schweiz zutrug. Ein Mann hat entdeckt, dass sein Nachbar einen jungen Hund im Keller hält. Er war bei den Leuten zum Abendessen eingeladen und ist mit dem Hausherrn in den Keller gegangen um Wein zu holen, da hat er das Wimmern bemerkt. Er hat den Tierschutz allamiert und den Hund zu sich genommen. Der Hund ist unterdessen schon sehr alt, ein völlig apatisches Wesen, dass zwar keinerlei Schwierigkeiten macht, aber zu keinem sozialen Kontakt fähig ist.Der jetzige Besitzer hat mir erzählt, dass er den vorigen Halter ein paar Jahre später wieder sah, und da gesah Ungaubliches; der Rüde ist aus seiner ewigen Verträumtheit erwachen und ist vor Freude beinahe durchgedreht. Dem neuen Besitzer ist das Herz gebrochen, hat der doch den Hund sein Leben gerettet. Tatsache ist aber, dass das Tier in seiner wichtigsten Zeit, nichts erlebt hat, nichts gesehn hat, nichts gelernt hat, ausser das einmal am Tag dieser Typ in den dunkeln Keller kam und im Futter brachte. Die einzige Verknüpfung zu seinem Glücksgefühl hat er in diesen Momenten geprägt.
Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass jedes Tier solch grauenhafte Voraussetzungen hatte für sein späteres Leben, aber unsere Nerven sind nicht immer gemacht alle Konsequenzen der Vergangenheit zu tragen.
In den ersten Tagen versuchen Sie zu erkennen, in welcher Tageszeit ihr Hund an aufmerksamsten reagiert. Sollte es der frühe Morgen sein, dann arbeiten Sie mit ihm dann. Das heisst natürlich nicht, dass er nur am Morgen zu gehorchen hat. Aber es unterstützt den Prozess. Reagiert er wachen Geistes auf ihre Anweisungen macht es Ihnen mehr Spass und ihr Lob wird freudiger ausfallen.
Ich empfehle konsentriert und nur den Appell zu lehren. Ein guter Appell kann "Hetzten" verhindern.
Man neigt schnell dazu ein Hundebuch in die Hände zu nehmen und seinem Hund all die tollen Sachen beibringen zu wollen, die da drin stehen. Verzichten Sie vor allem auf jene Übungen, welche Sie und ihren Hund auf Distanz halten. Das mag von grosser Bedeutung sein für einen Treibhund, welcher vor allem die Distanz zu seinem Herrn lernen muss.
Aber Ihrem Podenco lehren Sie vor allem, die Nähe zu sich. Je näher er zu Ihnen kommt, je glücklicher sollten Sie sein. (Sollte er einmal an Ihnen hoch springen, tadeln sie ihn nicht. Weisen sie in sanft zurück auf seine vier Pfoten.) In jeder Hinsicht sollte das der Höhepunkt an sich sein, wenn er zu Ihnen kommt, das ist das A und O in der Erziehung.
1)
Üben Sie den Appell vorzugsweise in einem ungestörten Moment, nicht wenn der Welpe gerade Pipi macht oder mit andern Hunden spielt.
Der Welpe läuft vor Ihnen her, Sie rufen ihn bei Namen.
Ich setze darauf mit dem Namen zu rufen. Denn er wird schnell lernen, dass er gemeint ist und es ist meistens das Erste, dass er von unsern Worten versteht: Wow, es gibt ein Wort, und dieses Wort bedeutet ICH. Vergleichbar mit der Situation, wo ein Kleinkind sich im Spiegel erkennt.
Der Welpe freut sich, dass er einen Namen hat, es gibt ihm das Gefühl den Menschen und sein Verhalten bereits ein bisschen verstanden zu haben.
Haben Sie aber eine Hundeschultechnische Laufbahn geplant, sollten Sie sich vielleicht auf das „Komm“ oder „Fuss“ beschränken.(Kommt drauf an wie flexibel ihr professionelles Training konzipiert ist)
Gehen Sie bevor Sie rufen in die Knie, denn wenn er sich nach ihrem Ruf umdreht, sind sie in der Hocke und das wird er interessant finden. Oder gehen sie langsam in die Hocke wenn er schon bei Ihnen angelangt ist. Gehen sie nicht in die Hocke wenn er unterwegs ist zu Ihnen, er könnte meinen, dass Sie jetzt plötzlich "fangen" spielen wollen und zum Sprung ansetzen. Und je nach dem wie der Welpe veranlagt ist, rennt er weg.
Sie rufen, im idealen Fall kommt er. Dann ist klar was passiert, die loben ihn ausgiebig und ehrlich. (Ich habe oft beobachtet, dass Leute ihre Tiere loben, weil es ja angeblich noch hilfreich ist für die Erziehung. Dieses Loben kam aber so gelogen sein, dass es den Hund verwirrt). Versuchen Sie sich vorzustellen, dass Sie Ihren Hund gerade von einem Hasen abgepfiffen haben, der vor seiner Nase gesessen hat. Dann freuen Sie sich WIRKLICH, wenn er zu Ihnen kommt.
Je jünger ein Tier ist desto weniger Verständnis hat er für unsere verbale Welt. Wenn er dann mal älter ist versteht er viele unserer Worte. Ein junges Tier, das sich den Umgang mit dem Homosapiens nicht gewohnt ist, spricht ausschliesslich die Hundesprache, das kommt sehr oft vor, wenn sie einen Welpen aus einer spanischen Zucht bekommen, die Tiere werden nicht so intensiv auf ein Zusammenleben mit dem Menschen geprägt. Je mehr sie mit ihm diese Sprache versuchen zu sprechen, desto mehr wird er verstehen. (Falls Sie Interesse haben: lesen Sie die Bücher von Monty Roberts, der ist ein Meister der Spezies überschreitenden Kommunikation, er hat sich zwar auf die Sprache der Pferde spezialisiert. Dennoch hilft er ungemein bei der Sensibilisierung unserer Sinne. Ohne esoterisch zu werden!)
A)Nun ist er bei Ihnen, versuchen Sie ihn bei Ihnen zu halten, nicht indem Sie ihn an sich quetschen, sondern mit ihm spielen. Wird er ungeduldig, befreien sie ihn mit einer Handbewegung und einem bestimmten Wort, dass sie dann immer brauchen um dem Hund wieder grösseren Radius zu erlauben. (Ich nenne es: „Go“)
B)Nun. Ist er aber nicht gekommen. Dann rufen Sie nochmals. Vielleicht höchstens noch ein drittes Mal. Überreizen Sie sein Gehör nicht, Sie wollen ja nicht die gleiche Wirkung haben wie das Gebimmel einer Kirchenglocke. Kommt er immer noch nicht, gehen Sie langsam in die entgegengesetzte Richtung. Langsam, deshalb, weil er evt. nicht prompt realisiert, dass Sie in die andere Richtung gehen. Plötzlich wären sie dann so weit weg, dass Sie ihn nicht mehr sehen oder umkehren müssen.
Alsbald er sieht, dass Sie gegangen sind wird er umkehren. Bei Ihnen angelangt, wird er sich wohl mehr freuen als Sie. Es ist nicht gut, wenn Sie ihn überaus loben für seine späte Reaktion, aber tadeln Sie ihn auch nicht. Ich habe in einem solchen Fall eine Haltung, die aussagt: „Hallo, gibt’s Dich auch noch?“
Das wird ihm das Gefühl geben, dass das eine ganz natürliche Situation ist, dass sein Herrchen sich entscheiden kann einen andern Weg einzuschlagen, und dass er zukünftig aufmerksamer sein sollte.
C) Es kann aber auch anders kommen, und das ist nicht selten bei einem Podenco. Er kommt nicht, und er kehrt nicht um und das für lange Zeit(um dem Podencoungehorsam einen plausiblen zeitlichen Rahmen zu setzen: 1Std, 2Std, 3Std?) Er interessiert sich nicht die Bohne, was Sie im Moment machen. Nehmen Sie es nicht persönlich, auch wenn es extrem nerven kann.
Sie müssen umkehren, es bleibt Ihnen nichts anders übrig. Gehen Sie zu ihm. Es kann sein, dass sobald er Sie zu Gesicht bekommt, er sich wieder an Sie erinnert und sich sehr freut.
Dann nehmen Sie ihn an die Leine, gehen Sie von Tatort weg. Lassen sie sich nicht viel anmerken und machen dieselbe Übung in einer andern Umgebung nochmals.
Beobachten Sie aber gut, ob es sich überhaupt lohnt, evt. Ist Ihr Hund einfach zu sehr abgelenkt, dass es einfach ein weiterer Reinfall werden würde. Dann spielen Sie mit Ihm und üben „Nähe aus der Nähe.“ Rennen davon, lassen sich von ihm fangen. Kämpfen mit ihm, er darf ruhig ausgelassen werden. Unberuhigen ihn wieder,suchen Sie Blickkontakt, streicheln Sie ihn und und und.
Dann soll er sich etwas setzten, vielleicht neben Sie ins Gras. Ganz ruhig.
Noch kurz zum "Blickkontakt": Viele junge Podencos schauen Sie nie an, das wird sich geben mit der Zeit.(Oftmals kommen die Tiere aus spanischen Zuchten, wo die Züchter den Welpen nicht schon von ganz klein an auf den Menschen prägen, wie wir es hier tun).
Aber es ist gut, es Ihrem Hund schon früh anzugewöhnen. Denn wir Menschen kommunizieren unsere Worte kombiniert mit dem passenden Blick, Positives sowie Negatives, es ist gut, wenn ihr Hund, das schon früh lernt.
Blicke verstehen ist so wichtig in unserem Leben, lassen Sie den Hund daran teilnehmen.
Sie sind schon viele Male daran gescheitert den Kleinen an die Leine zu nehmen, dann werden Sie sich wohl überlegen, warum das nicht klappen will. Versuchen Sie die Situation mal von aussen zu betrachten. Vielleicht schauen Sie ihm immer direkt in die Augen und laufen mit der Leine auf ihn zu. Ihre wütenden Augen sind eine Bedrohnung und da läuft er wohl lieber mal weg.
Aber ein böser Blick ist auch gut hin und wieder: Steht er in 10 Meter Entfernung und macht sich über ein vergessenes Würstchen her, schauen Sie ihn böse frontal in die Augen. Fazit: Er kann von weitem sehen, dass Sie das eine sehr schlechte Sache finden.
Der Blickkontakt zu Ihrem Hund ist wichtig, Sie können ihm viel klar machen dadurch. Er soll lernen ihre Augen so oft wie möglich zu suchen, und Sie entscheiden ob und wie Sie seinen Blick erwiedern. Denn Sie sind der Boss.
Und was ist wenn Sie, nachdem Sie sich schon Überwinden mussten zu Ihrem Hund zurückzukehren, der auch noch vor Ihnen davon rennt?
Ja, das hat zum grössten Teil mit einer Erfahrung zu tun, die er in seiner Vergangenheit nicht hätte machen sollen. Denn er hat entweder das Gefühl, dass man ihn bestrafen will (Blickkontakt?) und/oder ihm seine Freiheit nehmen will. Es ist nicht einfach herauszufinden was es sein könnte. Man kann aber davon ausgehen, es handle sich um das Erste, wenn man wider sein Erwarten freudig auf ihn einspricht, (ihn nicht frontal ansieht), ein Goody aus der Tasche zieht. Dann kommt ein Hund meistens auf Sie zu. (Ausser dies war schon früher ein Trick um ihn herbei zu locken und ihn dann zu strafen.)
Es kann gut sein, dass sie so etwas bei einem Welpen beobachten, der bis jetzt nur von Ihnen erzogen wurde, d.h. dass wohl Sie einen Fehler machten. Aber nicht verzagen, kein Lebewesen auf dieser Welt funktioniert wie eine Maschine und man kann einfach Fehler machen wenn man versucht mit einem andern Lebewesen zu kommunizieren.
Nicht verzagen, den Fehler richtig erkennen, ihn ausbügeln und besser weiter machen. Haben sie ein junges Tier, dass eine schlechte Erfahrung gemacht hat mit etwas, ist das gespeichert, aber durch seine Jugend besteht noch die Hoffnung, dass er auch Positives zu diesem Thema speichern kann.
Auch Sie werden dazu beitargen, dass Negatives sich im Hirn ihres Hundes speichert.Auch ich trickse meinen Hund hin und wieder aus, weil ich einen Termin oder Ähnliches habe, oder einfach keine Zeit und Lust habe zu warten bis das Eichhörnchen von Baum fällt. Diese kleinen Tricks merkt sich mein Hund und findet es auch gar nicht lustig, aber auch unangenehme Erfahrungen gehören zum Leben. Diese dürfen einfach nicht überhand nehmen, dann macht, das Leben kein Spass mehr.
Rennt er hingegen weg und kümmert sich auch nicht darum, ob Sie ihm wohl gesonnen sind oder nicht, dann haben sie schlicht und einfach einen ganz frechen Kerl erwischt. Einer der nicht einsieht warum er mit Ihnen spazieren gehen sollte, wo es alleine doch so viel ungezwungener ist.
So einen Lümmel muss man ein wenig plagen. Machen Sie Ihm SEINEN Spaziergang zur Hölle. Jagen Sie ihn weg von allem woran er Gefallen findet. Er steht an einem Mäuseloch, sie gehen zu ihm hin scheuchen ihn davon weg. Verwenden Sie dabei aber nicht das Wort, welches Sie aussuchten um ihm freien Lauf zu gewähren. Sondern ein tadelndes Wort, wie: „Pfui“ oder „Nein“. Folgen ihm aber weiter, er wird entweder versuchen sich ein neues Vergnügen zu suchen oder zurück zu kehren zum Ersten. Sollte ersteres eintreffen, legen Sie vorsichtshalber Ihre Jacke aufs Mausloch. So wenn er zurückkehrt, dort kein Loch mehr ist und es nach Ihnen riecht. Machen Sie das solange, bis Sie sich wirklich sicher sind, dass ihm die Lust am lümmeln vergangen ist. Dann rufen Sie ihn nochmals freudig von der Hocke aus, das ist das Zeichen für ihn, dass die Freude am Leben wieder zurückgekehrt ist. Kommt er zu Ihnen, grosser Lobgesang!! Nehmen Sie ihn aber an die Leine und hüpfen fröhlich lobend zurück zum Weg. Würden Sie das nicht tun, denkt er: „ach, jetzt ist ja alles wieder bester Ordnung und Tschüss!“
Die ganze Appell Geschichte kann ganz schon an den Nerven zerren, aber es muss sein! Sie werden aus einem Podenco nie einen Schäferhund machen, der den ganzen Spaziergang den Ball Ihnen vor die Füsse legt, aber Sie können erreichen einen braven Hund zu haben, der vor Ihnen und ihren Vorstellungen Respekt hat. Ich fasse kurz zusammen wo und wann der Appell sitzen muss:
Lernen Sie Ihrem Hund auf Waldwegen auf dem Weg zu laufen, lehren Sie ihm überhaupt einmal zu wissen, was auf den Wegen laufen heisst.
Sobald Layos den Weg verlässt und ich das nicht möchte, sage ich "ussecho", dann weiss er, dass er zurück auf den Weg muss.
Das ist von grosser Bedeutung für meine Hund und die meisten Podencos, da sie "hetzten". Haben Sie aber das Glück einen Podenco aus einer Zucht, die dieses Verhaltensmuster nicht förderte, kann es sein, dass sich das "Hetzen" nie einstellt. Achten Sie dann vorallem im ersten Jahr darauf, dass ihr Hund nie hetzt. Sobald er es einmal gemacht hat er es intus.
-Bevor Sie aber einen Waldspaziergang ohne Leine unternehmen, sollte er auf Appell zurückkehren wenn er Wild spurt oder gar sieht/jagt.
Das ist nicht einfach zu lehren, da Hasen und anderes Getier meist unerwartet auftauchen.Drum gehen Sie anfangs lieber mit Schleppleine (auf die kann man draufstehen) und alleine in den Wald oder auf wilde Wiesen. Sie sind selber viel konzentierter als wenn Sie noch Leute dabei haben zum plaudern. Wollen Sie mit Ihrem Hund nicht daran arbeiten sondern mit Freunden einen schönen Spaziergang machen, dann nehmen Sie ihn an die Leine oder gehen Sie in den weniger "gefährlichen" Stadtpark. Leinenlaufen
-Versuchen Sie ihm früh beizubringen einen für Sie angenehmen Radius zu wahren. Kein Hund gehorcht mehr aus zwei Kilometer Distanz. Grundsätzlich gilt: er darf so weit weg, wie er gehorcht. Erwarten Sie nicht Unnatürliches; wenn ein Podenco mir einen Spaziergang lang wie ein Labrador folgen täte, würde ich mir Sorgen über seine Gesundheit machen.
Wie Anfangs beschrieben ist es kein Leichtes einen ausgewachsenen Podenco an eine Wohnung zu gewöhnen, auch ein Garten wird wohl kaum das Problem lösen, da die wenigsten Hausbesitzer einen Gartenzaun von 3 Metern Höhe haben. Ich habe in einem andern Text erfähnt, dass man seinem Tier lehren kann im Garten zu bleiben. Davon bin ich überzeut, dennoch ist die Erziehung eines erwachsenen Tieres sehr sehr anspruchsvoll.
Ein Podencowelpe ist meistens wütiger Zerstörer von Schuhen, Büchern, Knöpfen an Bettlaken, Sofas, Zimmerpflanzen, Altpapiersammlung, Weidenkörbchen, Schirmen, Muscheln, em... Weihnachtskugeln, Kissen, Abendkleidern... ach, tausenden Sachen.
Viele denken: wenn ich genug spazieren gehe, wird er dann schön schlafen.
Schön wärs! Der kleine Welpe schläft viel, kuschelt sich nach seinen Spaziergängen gemütlich in Körbchen und wird erst wieder wach wenn die Blase drückt. Ein Junghund hingegen kann man 6 Stunden ausführen, zuhause angekommen schläft er eine Stunde und dann will er wieder "Programm".
Dem müssen sie nicht gerecht werden, denn sie sind ja kein Junghund. Setzen sie ihn vor den Fernseher :-)
Nein, binden Sie ihn ruhig mal an den Radiator und geben ihm einen Knochen. Fängt er an zu reklamieren, tadeln Sie ihn. Ermahnen Sie ihn der Ruhe und des Anstandes. Er muss das lernen, wie ein Kind in der Schule. Evt. wollen Sie ihn ja auch ins Geschäft mitnehmen können, nicht zuletzt darum, muss er anständig sein.
Was sich ebenfalls empfiehlt, ist hin und wieder nachzuschauen, was er eigentlich tut. Ist es zu lange sehr ruhig, und Sie sehen ihn nicht, sollten die Alarmglocken bei Ihnen läuten. Ich kenne keinen Podenco, der sich eine Stunde lang mit einem Knochen auseinandersetzt, wahrscheinlich hat er ihn in der Zwischenzeit mit dem Rattansofa ausgetauscht.
Sie tun gut daran, im Vorfeld, bevor das wütende Monsterchen zu Ihnen kommt, Ordnung zu üben. Die Schuhe nicht in den Ecken zu werfen, sondern im Kasten verstauen, den Mülleimerdeckel immer zu schliessen, Bücher auf den Tisch zu legen etc.
Diese Phase ist absehbar und von Hund zu Hund unterschiedlich. Blöder Weise, sind vor allem Welpen aus guten Zuchten motivierte Anknabberer. Da der Wurf in einem Zimmer und Garten aufgewachsen ist, wo er Alles darf, man hat ihn an die unglaublichten Dinge gewohnt, er ist mit Allem bekannt und traut sich an Alles ran. Das ist super, aber tut den Einrichtungsgegenständen nicht immer gut.
Text by Simone Pengel