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SDDC ist ein Netzwerk mit Sitz in der Schweiz, das sich für die Rechte und die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die internationale Zusammenarbeit der Schweiz einsetzt.
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Was ist neu?
Die Schweiz hatte im Mai 2023 den Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Schwerpunktthemen waren die Förderung des nachhaltigen Friedens und der Schutz der Zivilbevölkerung. Als nichtständiges Mitglied bot sich der Schweiz dadurch die Gelegenheit, die Inklusion von gefährdeten Gruppen in Konfliktsituationen auf höchster diplomatischer Ebene zu thematisieren. Leider war das Thema der Inklusion von Menschen mit Behinderungen keine Priorität für die Schweiz.
Im jährlichen Bericht zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten, für den UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verantwortlich ist, ist Menschen mit Behinderungen ein eigenes Unterkapitel gewidmet. Dies war noch vor wenigen Jahren nicht der Fall und ist deshalb zu begrüssen. Der Bericht macht auf die Barrieren aufmerksam, mit denen sich Menschen mit Behinderungen in Konflikten konfrontiert sehen: Die Flucht wird ihnen häufig durch nicht zugängliche Transportmittel, Zufluchtsorte und Warnsysteme erschwert oder gar verunmöglicht, wodurch ihr Leben gefährdet wird.
Rückblick auf die Aktivitäten in der Themenwoche zur Zivilbevölkerun
Ende Mai lag der Fokus des Sicherheitsrats während einer Woche auf dem Schutz der Zivilbevölkerung. Unter der Leitung von Bundespräsident Alain Berset diskutierte der Sicherheitsrat deren Sicherheit und Würde in bewaffneten Konflikten, sowie den Zugang zu zentralen Dienstleistungen wie der medizinischen Versorgung.
In diesem Rahmen fand am 23. Mai ein von der polnischen UNO-Mission organisierter Side-Event zur Implementierung der Resolution 2475 statt. Diese verpflichtet die Schweiz und andere Länder, «den Schutz, die Sicherheit und die Achtung der Würde von Menschen mit Behinderungen und die Achtung der Würde von Menschen mit Behinderungen in Risikosituationen, einschliesslich bewaffneter Konflikte, zu fördern.» Elham Youssefian von der CBM-Partnerin International Disability Alliance (IDA) betonte die wichtige Rolle von Organisationen von Menschen mit Behinderungen in der Bekämpfung von Verstössen gegen Kinder mit Behinderungen in bewaffneten Konflikten. Damit humanitäre Hilfeleistungen für sie inklusiv gestaltet werden können, so die Expertin, brauche es unter anderem einen Kapazitätsaufbau beim Personal von Verwaltungen und Militär sowie ein Umdenken bei der Information der Bevölkerung: Warnungen und Instruktionen etwa müssen auch in Leichter Sprache und in Gebärdensprache verbreitet werden.
Menschen mit Behinderungen sichtbar machen und inkludieren
Positiv hervorzuheben ist, dass Menschen mit Behinderungen im Sicherheitsrat tendenziell häufiger sichtbar sind. So werden sie in einigen Statements der Schweizer UNO-Mission explizit erwähnt. Erfreulich ist auch, dass die Schweizer Delegation das Thema in anderen Gremien vorbringt. An der Konferenz der Teilnehmerstaaten der UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) vom 13. bis 15. Juni 2023 organisiert sie einen Side-Event zum «Schutz von Menschen mit Behinderung in Situationen bewaffneter Konflikte: Pflichten und Umsetzung gemäss der UNO-BRK und dem humanitären Völkerrecht».
Diese Entwicklungen sind zu begrüssen, doch werden sie der Realität noch nicht gerecht. Aufgrund von bestehenden Barrieren sind Menschen mit Behinderungen in bewaffneten Konflikten und anderen humanitären Krisen noch immer überproportional betroffen.
Vor diesem Hintergrund fordert die CBM die Schweiz auf, in den verbleibenden rund eineinhalb Jahren ihrer Mitgliedschaft im UNO-Sicherheitsrat eine proaktive Rolle einzunehmen und sich verstärkt für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in humanitären Massnahmen einzusetzen.
Für mindestens eine von der Schweiz organisierte offene Debatte soll eine Person mit Behinderung eingeladen werden, um den Mitgliedern des Sicherheitsrats die Auswirkung bewaffneter Konflikte auf Menschen mit Behinderungen zu erläutern. Denn Menschen mit Behinderungen sind die Expertinnen und Experten, was ihre eigene Inklusion betrifft.
Zentral ist ausserdem, dass die Schweiz sowie die anderen Länder Menschen mit Behinderungen in Berichten und Statements explizit erwähnen, statt sie lediglich unter «benachteiligten» oder «besonders gefährdeten Gruppen» zusammenzufassen. Nur so kann sichergestellt werden, dass sie nicht zurückgelassen werden. Auch die Resolutionen, die sich unter anderem mit der Situation von Menschen mit Behinderungen in Konfliktsituationen beschäftigen, sollen stärker hervorgehoben werden, zum Beispiel die Resolutionen 2417 (Bewaffnete Konflikte und Nahrungsmittelsicherheit) und 2573 (Schutz unverzichtbarer ziviler Objekte). Darüber hinaus hat sich die Schweiz zwar schon länger für die Umsetzung der im Jahr 2000 verabschiedeten Resolution 1325 des Sicherheitsrates zu Frauen, Frieden und Sicherheit eingesetzt. Diese Resolution des Sicherheitsrats und die Folgeresolutionen sowie die UNO-BRK verpflichten die Schweiz und andere Staaten jedoch dazu, den Schutz von Frauen mit Behinderungen auch in Konflikten zu gewährleisten. Frauen mit Behinderungen wurden bisher noch kaum thematisiert.
Our takeaways from the High-Level Meeting of the Midterm Review of the Sendai Framework
The Sendai Framework for Disaster Risk Reduction 2015-2030 was the first post-2015 framework to be adopted by the international community. It is now at its mid-term. To foster implementation of the Sendai Framework for the remaining seven years up to 2030, UNDRR convened a high-level meeting at the United Nations Headquarters in New York on 18th and 19th May 2023. CBM has been participating in the meeting as civil society representative of the Swiss NGO DRR Platform in the official Swiss delegation.
Persons with Disabilities and Sendai Framework: Where are we?
In preparation of the meeting, UNDRR published a report on the midterm review of the Sendai Framework and findings are alarming: Despite some progress, the Midterm Review shows that reporting countries are not on track to realize the Sendai Framework by 2030[1]. Even worse, while efforts towards disability-inclusive disaster risk reduction have been reported, the establishment and implementation of inclusive disaster risk reduction systems is still limited, and persons with disabilities are still among the groups that are most often excluded from early warning and post disaster recovery. Hence, they continue to be among those most impacted by disasters[2].
The report also highlights that least developed countries, landlocked countries and small island developing states countries are disproportionately affected by disasters and their consequences, facing enormous challenges in achieving the goals of the Sendai Framework. Persons with disabilities are estimated to make up about 16% of the world’s population or over 1.3 billion people[3] with 80% of persons with disabilities living in the Global South[4]. The situation is exacerbated for persons with diverse, intersecting identities experiencing intersectional discrimination resulting from the existing social inequalities and power relations.
The Political Declaration and the way forward
On 18 May 2023 the General Assembly adopted by consensus a political declaration to strengthen implementation of the Sendai Framework. CBM Switzerland, member of CBM Global, along with representative organizations of persons with disabilities has been advocating for the inclusion of persons with disabilities within the declaration to make sure they are no longer left behind but meaningfully consulted and included in all disaster risk reduction efforts for the years to come:
The political declaration recognizes that there are huge gaps in terms of data, including data on persons with disabilities, representing barriers for inclusive and multisectoral disaster risk reduction policies and strategies. In fact, what isn’t counted, doesn’t count. The declaration calls for enhancing the collection and interpretation of data disaggregated by income, sex, age and disability. This is an important reiteration of the data commitment under the Sendai Framework and needs urgent implementation.
Further, the declaration calls on states for the full, equal, meaningful and inclusive participation of persons with disabilities in all processes and strategies related to disaster risk reduction. Persons with disabilities are the experts in all matters affecting them and only by actively consulting them, we can ensure that DRR measures are indeed inclusive. This has already been firmly established by the Sendai Framework in line the Convention on the Rights of Persons with Disabilities.
The declaration also calls for strengthened resource allocation to disaster risk reduction including for early and anticipatory approaches. This is key as prevention is more effective and economically efficient and can lead to reduced disaster loss and damages. Importantly, all public and private DRR investments need to be in line with the Convention on the Rights of Persons with Disabilities, applying the twin-track approach to the inclusion of persons with disabilities.
We highly welcome the Political declaration and call for its rapid and full implementation by the international community and all stakeholders.
We will continue to advocate for states to track their spending on disability-inclusive disaster risk reduction through application of the OECD Development Assistance Committee (DAC) Disability and DRR markers.
Only by adopting a broader, more people-centered, including the most at-risk groups such as persons with disabilities, and a more preventive approach to disaster risk reduction, can the sustainable development goals be truly realized.
[1] UNGA, 2023. Main findings and recommendations of the midterm review of the implementation of the Sendai Framework for Disaster Risk Reduction 2015-2030. Available at: https://sendaiframework-mtr.undrr.org/publication/main-findings-and-recommendations-midterm-review-implementation-sendai-framework (last accessed: 20 February 2023).
[4] WHO, 2022. Global Report on Health Equity for Persons with Disabilities. Available at: https://www.who.int/publications/i/item/9789240063600 (last accessed: 17 March 2023)
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Schlüsselbotschaften
Wie kann die Schweiz die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Globalen Süden sicherstellen?
Gebärdensprache DSGS
Ohne Richtlinien keine Priorität. Die Schweiz braucht Richtlinien, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in ihrer internationalen Zusammenarbeit zu steuern. Die derzeitigen Bemühungen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen sind zu wenig umfassend, ad hoc und meist segregierend.
Nichts über uns ohne uns! Die Schweiz muss die volle und aktive Partizipation von Menschen mit Behinderungen auch in der internationalen Zusammenarbeit sicherstellen. Sie muss Massnahmen treffen, die die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen ermöglichen.
Was nicht gezählt wird, zählt auch nicht. Die Schweiz hat sich verpflichtet, bei der Datenerhebung eine Vorreiterrolle einzunehmen, aber sie erhebt in ihren internationalen Programmen nicht systematisch und aufgeschlüsselt Daten zu Menschen mit Behinderungen.
In humanitären Krisen niemanden zurücklassen. Menschen mit Behinderungen sind in humanitären Krisen überdurchschnittlich stark betroffen. Die Schweiz hat sich verpflichtet, ihre humanitäre Hilfe inklusiv zu gestalten. Es ist aber nicht klar, wie sie ihren Verpflichtungen nachkommt.
Ohne Budget keine Fortschritte. Die Schweiz muss für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in ihrer internationalen Zusammenarbeit finanzielle Mittel bereitstellen und sich verpflichten, keine Programme und Dienstleistungen zu finanzieren, die Menschen mit Behinderungen ausgrenzen.