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- Bild: zvg
Die Wirtschaft der Familie Hauri «Vögtlis» kam erst später zum Namen «Rosengarten». Auf der Strassenseite war gleich noch der Eingang zum Spezialitätenladen. Westlich der Liegenschaft wurde bis in die Fünfzigerjahre eine Gärtnerei betrieben.
Neben der kleinen Landwirtschaft war noch eine Schmitte im Gebäude enthalten. Im ehemaligen Wirtshaus «Rosengarten» wohnte seit jeher die Familie Hauri. Der frühere Übername «Vögtlis» stammt vom Vorfahren Ruedi Hauri, welcher von 1638–1642 Untervogt von Seengen war. Ebenfalls ein Nachkomme, Rudolf Hauri, lebte von 1752–1826 und hatte das Amt als Appellationsrichter inne. Er präsidierte auch die Baukommission für die neue Kirche Seengen in den Jahren 1819–1826. Die Familie Hauri betrieb neben einer kleinen Landwirtschaft auch ein Wirtshaus und eine Spezialitätenhandlung. Grossvater Hauri stellte als geschickter Schlosser in seiner Werkstatt auf der unteren Seite des Hauses Holzfeuer-Kochherde her. Für den Betrieb der Esse nutzte er die Wasserkraft eines kleinen Wasserrades, welches aus dem Dorfbach angetrieben wurde. Der Velofahrer auf dem Schild über dem Eingang der Velohandlung bewegte an besonderen Tagen die Pedalen, ebenfalls vom Dorfbach angetrieben.
Der Charakter der Wirtschaft «Rosengarten» kann als typische «Dorfbeiz» umschrieben werden. Die Kundschaft traf sich hauptsächlich zum «Feierabendbier», nicht selten bis Wirtschaftsschluss, oder zum Frühschoppen am Sonntagmorgen. Das Jassen hatte auch im «Rosengarten» seine Tradition und wurde hauptsächlich von den Bauern am Abend nach der «Käsi» gepflegt. Die Schweine bei den Bauern zu Hause mussten ab und zu länger auf ihre Molke warten!
Im «Rosengarten» wurde auch gekegelt; der Kegelclub «Sandhas» traf sich immer am Mittwoch zur Probe. Die Männerriege von Seengen war regelmässig nach der wöchentlichen Probe im «Rosengarten» anzutreffen, mit mindestens derselben Leidenschaft wie zuvor in der Turnhalle.
Im Sommer war die lauschige Gartenwirtschaft mitten im Dorf ein beliebter Treffpunkt nach den Vereinsproben. Einem kühlen Bier unter freiem Himmel und umgeben von Rosen konnte niemand widerstehen.
Wenn jeweils in Seengen «Märt» war, wurde im «Rosengarten» die «Metzgete» zelebriert. Ab Donnerstag, vor dem Markttag, war fast eine Woche lang Hochbetrieb im Restaurant und in der Küche angesagt. Der Störmetzger Ruedi Liechti war Garant, dass die «Metzgete» vom «Rosengarten» weit über Seengen hinaus bekannt war.
Um 1990 mussten die Wirtsleute Louise und Emil Hauri aus gesundheitlichen Gründen den Wirtsbetrieb einstellen. Die Zukunftsperspektiven zur Weiterführung einer «Dorfbeiz» waren schon dannzumal nicht mehr gegeben und somit erübrigte es sich, eine Nachfolgelösung anzustreben.
(Informationen von Herrn Max Hächler)