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Innerhalb von 20 Jahren soll der Brite William Hope auf über 2’500 fotografischen Aufnahmen das Jenseits – genauer: die Seele von Verstorbenen – festgehalten haben. Mit seinen Bildern verzückte er zu Beginn des 20. Jahrhunderts haufenweise Hinterbliebene. Darunter auch Prominenz, wie beispielsweise der Sherlock Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle.
Doyle zweifelte keine Sekunde daran, dass es sich bei der Erscheinung um seinen im Ersten Weltkrieg verstorbenen Sohn Kingsley handelte und zahlte gerne für die «Geisterfotografie». Was Doyle nicht wusste: Es handelte sich um einen gemeinen Trick, welcher bereits 1861 durch eine technischen Panne entdeckt wurde und den Grundstein des Geschäfts mit dem Jenseits legen sollte.
Um ein «Geisterfoto» herzustellen wurde eine Fotoplatte verwendet, welche schon einmal benutzt wurde. So wurden Geister einfach bereits zuvor auf die Fotoplatte belichtet – Stichwort Doppelbelichtung.
Da sich die Menschen zu dieser Zeit einfach nicht vorstellen konnten, dass Bilder lügen können, war der Trick perfekt. Das Geschäft lief gut und mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen 1895 lief es noch besser. Denn, wenn Bilder die Knochen von Menschen zeigen können, dann können sie bestimmt auch Geister zeigen.
1869 konnte ein «Geisterfotograf» in New York bis zu zehn Dollar pro Foto verlangen. Das entspricht heute gut 180 Franken. Der Krieg füllte die Kassen der Fotografen erst recht: Millionen von Menschen trauerten um die gefallenen Männer und hätten alles dafür gegeben, nochmals mit ihnen in Kontakt zu treten.
Obwohl den meisten «Geisterfotografen» früher oder später das Handwerk gelegt wurde – es gab Vermutungen, dass einige in Häuser einbrachen und dort Bilder von Verstorbenen stahlen – hielt Arthur Conan Doyle bis zu seinem Tod 1930 am Glauben fest, dass der Geist von Verstorbenen auf Fotopapier festgehalten werden kann.