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Film-Tipp des Tages: «Blau ist eine warme Farbe»
Nachdem die Schülerin Adèle erste Erfahrungen mit jungen Männern gemacht hat, verliebt sie sich in die Kunststudentin Emma. Es folgt eine leidenschaftliche Zeit, doch allmählich schleicht sich der Alltag in die Beziehung und die Unterschiede zwischen den Frauen werden immer offensichtlicher.
Sendeplatz
Donnerstagnacht um 00:05 Uhr auf SRF 1.
Die 17-jährige Adèle (Adèle Exarchopoulus) besucht das Gymnasium. Unter ihren Mitschülern dominiert vor allem ein Thema: Sex. Als sich Thomas (Jérémie Laheurte) offensichtlich für Adèle interessiert, nimmt sie die Gelegenheit wahr und geht mit ihm ins Bett. Insgeheim aber träumt sie von Emma (Léa Seydoux), der Frau mit den blauen Haaren, die ihr vor Kurzem auf der Strasse begegnet ist.
Junge, leidenschaftliche Liebe
Als sie mit ihrem besten Freund Valentin (Sandor Funtek) eine Schwulenbar besucht, folgt sie einigen Frauen in ein anderes Lokal und trifft dort prompt auf Emma. Die beiden Frauen kommen ins Gespräch, und es dauert nicht lange, bis Emma vor Adèles Schule auftaucht. Bei ihren Freundinnen in der Schule wird Adèle sofort zum Tagesgespräch. Ist sie lesbisch?
Adèle weiss das selber nicht, doch als sie Emma wiedersieht, ist es um ihr Herz geschehen. Die beiden werden ein Paar. Sie verbringen eine leidenschaftliche Zeit, ziehen zusammen, doch nach und nach werden die Unterschiede zwischen den beiden Frauen immer offensichtlicher.
Kontroverser Abräumer in Cannes
Für «La vie d'Adèle» gewannen 2013 am Filmfestival Cannes zum ersten Mal ein Regisseur und zwei Hauptdarsteller die Goldene Palme zusammen. In der Folge gab aber weniger dieser Preis zu reden als vielmehr die langen und expliziten Sexszenen sowie die Dreharbeiten.
Die beiden Hauptdarstellerinnen Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos warfen Abdellatif Kechiche vor, sie ausgebeutet zu haben. Zudem distanzierte sich Julie Maroh von dem Film, die Autorin der Graphic Novel «Le bleu est une couleur chaude», die Kechiche und der Drehbuchautorin Gahlia Lacroix als Vorlage für «La vie d'Adèle» gedient hatte.
Obwohl Kechiche in diesem Konflikt sogar damit drohte, seinen Film gar nicht ins Kino zu bringen, fand «La vie d'Adèle» schliesslich den Weg dorthin und vermochte zu zeigen, dass er neben den vielen Sexszenen eine berührende Coming-of-Age-Geschichte erzählt.
Adèle Exarchopoulus, die Adèle mit einer unglaublich physischen Präsenz spielt, war vor «La vie d'Adèle» nur wenigen bekannt, während ihre Partnerin Léa Seydoux spätestens seit ihrer Rolle im Bond-Film «Spectre» international bekannt ist.