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Er gilt als Enfant terrible des amerikanischen Films. Seine Spitznamen sind «Papst des Trashs» und «Der Perverse der Herzen». Regisseur John Waters liebt es, zu provozieren. Sein Film «Pink Flamingos» wurde 1974 in Zürich gar verboten. Der Streifen zeigt unter anderem einen Transvestiten, der Hundekot verspeist.
«Der Film war eine Terrorattacke auf den guten Geschmack», sagt Waters heute. Er habe sich mehrmals vor Gericht für den Streifen verantworten müssen und habe jedes mal verloren. «Das Problem war, dass die Richter den Film nicht um Mitternacht mit einem Joint in der Hand sahen, sondern nüchtern um 10 Uhr morgens. Dann wirkt er schockierend», so Waters gegenüber «G&G».
Eine Pille für heterosexuelle Baby
Doch der 69-Jährige hat in seiner langen Karriere als Regisseur und Schauspieler nicht nur auf Teufel komm raus provoziert. In den 80er-Jahren schrieb und verfilmte er den Musikfilm «Hairspray». In den 90ern drehte er mit Johnny Depp «Cry Baby» oder «Serial Mom» mit Kathleen Turner, die im Vergleich zu seinen frühen Werken eher im Mainstream angesiedelt waren.
Daneben produzierte er über die Jahre viele Film-Fotoarbeiten sowie plastische Werke, die jetzt im Zürcher Kunsthaus ausgestellt werden. Mit diesen Stücken will der Regisseur vor allem geistreich und witzig sein. So zeigt die Ausstellung eine geliftete Version eines Hundes oder eine Pille, die heterosexuelle Babys verspricht. Wer Waters Werke sieht, soll mit dem Gefühl nach Hause gehen, das alles Kunst sein könnte. Nur eines will der Regisseur nicht: Selbst als Künstler wahrgenommen werden.