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Beim Multiplikatorverfahren ermittelt man den Unternehmenswert, indem eine bestimmte Betriebskennzahl mit einer entsprechenden Verhältniskennzahl (Multiplikator) multipliziert wird.
Das Multiplikatorverfahren ist eine einfache und marktnahe Methode, um den Wert eines beliebigen Unternehmens zu berechnen. Es ist eine einfache Methode, weil man lediglich eine Betriebskennzahl (z.B. Umsatz oder Gewinn) sowie den entsprechenden Multiplikator benötigt, um zum Firmenwert zu gelangen. Es ist eine marktnahe Methode, weil der Multiplikator die Zahlen realer Unternehmensverkäufe von vergleichbaren Firmen widerspiegelt.
Multiplikator als Verhältniskennzahl des realisierten Markwerts
Jeder Multiplikator ist die Verhältniszahl zwischen dem realisierten Marktwert und der gewählten Betriebskennzahl eines Unternehmens. Der Multiplikator wird nach der gewählten Betriebskennzahl benannt. In der Praxis werden meistens Umsatz, EBITDA (Gewinn vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern), EBIT (Gewinn vor Finanzergebnis und Steuern) oder der Reingewinn als Betriebskennzahlen gewählt und die entsprechenden Multiplikatoren berechnet.
Beispiel:
Ein Unternehmen mit einem Umsatz von CHF 8'000'000, einem EBITDA von CHF 750'000, einem EBIT von CHF 700'000 sowie einem Reingewinn von CHF 570'000 wird für einen Preis von CHF 4'500'000 (= realisierter Marktwert) verkauft. Die Multiplikatoren berechnen sich wie folgt:
Bewertungsverfahren
Um den Wert eines Unternehmens zu berechnen, werden die Multiplikatoren von vergleichbaren Unternehmen, die verkauft worden sind, herangezogen. Daraus wird ein Durchschnittswert ermittelt. Der Durchschnittsmultiplikator wird sodann mit der gewählten Kennzahl des zu bewertenden Unternehmens multipliziert, woraus der Unternehmenswert resultiert.
Beispiel:
Es ist ein Schreinereibetrieb mit einem Umsatz von CHF 2'500'000 und einem EBIT von CHF 125'000 zu bewerten. Hierfür werden die Verkaufspreise von 6 anderen Schreinereien herangezogen, die eine ähnliche Grösse und eine vergleichbare Betriebsstruktur aufweisen.
Die Verhältniskennzahlen werden berechnet und daraus ein Durchschnitt gebildet. Es stellt sich heraus, dass für die anderen Schreinereien im Durchschnitt das 0,32-fache des Umsatzes sowie das 5,5-fache des EBIT bezahlt worden ist. Daraus ergibt sich eine Wertbandbreite von CHF 687'500 (EBIT-Multiplikator) bis CHF 800'000 (Umsatzmultiplikator) für den zu bewertenden Schreinereibetrieb.
Nutzen und Grenzen des Multiplikatorverfahrens
Das Multiplikatorverfahren basiert auf den Zahlen von realen Transaktionen, wodurch es einen hohen Praxisbezug hat. Zudem ist es einfach durchzuführen, wenn man über einen ausreichenden Datensatz von Unternehmenstransaktionen verfügt. Genau an diesem Punkt stösst die Methode bei Kleinunternehmen oft an ihre Grenzen. Es gibt in diesem Bereich wenige öffentlich zugängliche Daten von Unternehmenstransaktionen, so dass die Datenmenge in vielen Fällen unzureichend ist. Bei Unternehmen ab einem Umsatz von mehr als CHF 50 Mio. sieht dies anders aus. Für diesen Bereich werden die Multiplikatoren einzelner Branchen regelmässig durch verschiedene Firmen und Institutionen berechnet und veröffentlicht.
Das Multiplikatorverfahren ermöglicht auch dem Laien, eine erste grobe Vorstellung vom Wert eines Unternehmens zu erlangen bzw. die Plausibilität eines berechneten Unternehmenswerts zu überprüfen. Für eine fundierte Analyse und präzise Festlegung des Unternehmenswerts, in der sämtliche Eigenheiten des betreffenden Betriebs angemessen gewürdigt werden, bleibt der Gang zum Fachmann unerlässlich.
Multiplikator-Daten für Kleinunternehmen
Transaktionsdaten von Kleinunternehmen sind schwer erhältlich (siehe oben). Zudem sind die Bewertungsbandbreiten bei Kleinunternehmen grösser, da unternehmensspezifische Risiken stärker ins Gewicht fallen. Eine EBIT-Multiples Branchenübersicht aus dem deutschsprachigen Raum (CH, D, A) für Unternehmen mit Umsätzen zwischen 1 und 20 Millionen CHF/Euro finden Sie auf con|cess.
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