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Dieser Beitrag ist für folgende Personen nicht geeignet:
Menschen unter 18 Jahren·
Menschen, die ihn zu ernst nehmen
Meine Eltern
Der stattliche Bruce Wayne hat seinen unerschrockenen «Batman». Der gutherzige Dr. Jackyll hat seinen furchteinflössenden «Mr. Hyde». Und der charmante Casting-Piratenmützen-Esteriore hat seinen jähzornigen Ringiergebäude-Mercedesamok-Esteriore. Alle drei haben ein Alter Ego, eine Art zweite Identität. Ein Selbst, das in gewissen Aspekten über das ursprüngliche Selbst hinauswachsen kann und Dinge macht, für welche das zivile Ich nicht in der Lage wäre.
Meine zweite Persönlichkeit heisst «Drunk Gregor».
Same same but different:
Er ist mir Feind und Freund zugleich und doch bin ich ihm persönlich nie begegnet. Alles was ich von ihm kenne, weiss ich durch Erzählungen von Freunden und den Spuren, die er hinterlässt.
Seine Aktivität hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Hier im Austauschsemester kommt er jedoch öfter wieder zum Vorschein.
Symbolausgang in Perth.bild: shutterstock
Er ist exakt so gross wie ich und sieht fast gleich aus, hat jedoch einen fröhlicheren Gesichtsausdruck. Seine persönlichen Eigenschaften unterscheiden sich zu den meinigen auf positive und negative Weise. Hier eine kleine Auflistung:
Pro
Tanzen: Ich selbst schaffe kaum mehr, als Seitenschritte hin und her zu machen und dabei mit dem Kopf im Takt zu nicken. Dieser irre Junge hingegen geht ab, so wie John Travolta im «La La Land»-Universum zum Soundtrack von Flashdance tanzen würde.
Flirten: Scheu wie ich bin, hoffe ich mit blossem Blickkontakt eine Frau erobern zu können. Während ich belämmert in der Gegend rumstarre, nimmt «Drunk Gregor» die Zügel selbst in die Hand und freestylet die herzerweichendsten Liebespoeme frei von der beeinträchtigten Leber weg.
Mut: Sich im Ausgang einer fremden Gruppe anschliessen? Kein Problem. Eine hübsche Dame ansprechen? Pfff, bitte. Mit verbundenen Augen durch einen Feuerreifen springen? Halt mal eben kurz meinen Gin Tonic.
Contra
Emotionen: Er schreibt gerne um 3 Uhr morgens dramatische Whatsapp-Nachrichten an Personen, die besser nie mehr hätten kontaktiert werden sollen. Die Folgen muss dann ich jeweils ausbaden.
Hunger: Er isst gerne mal mitten in der Nacht Junk-Food. Ich nenne dies auch «One-Night-Stand-Mahlzeit». Zuerst kann man es kaum erwarten und am nächsten Tag fühlt man sich schlecht und bereut zutiefst, es getan zu haben.
Abgang: Er hinterlässt mir als Abschiedsgeschenk oft üble Kopfschmerzen und einen flauen Magen.
Ich habe einen Weg gefunden, mich mit «Drunk Gregor» anzufreunden und ihn mir zunutze zu machen.
Er hat angefangen, Hausarbeit zu erledigen, wenn er vom Ausgang nachhause kommt. Ämtli, die mich nerven, übernimmt er mit Freude. Er hat eine Riesengaudi vor dem ins-Bett-Gehen tanzend und singend die Wäsche aufzuhängen und das Geschirr abzuwaschen. Und ich wiederum freue mich, am Morgen aufzustehen und festzustellen, dass alles bereits erledigt ist.
Symbol-Ich: Glücklich und zufrieden aufgewacht und bemerkt, dass Drunk Gregor schon alles erledigt hat. Hach, er ist ein Guter!bild: shutterstock
Ich will den Alkoholkonsum weder zelebrieren noch verdammen. Das ist jetzt auch kein Anlass für die «Ohne Alkohol ist das Leben so viel echter» oder «Wer nicht trinkt ist langweilig»-Debatten.
Ich will nur sagen, dass die Welt vielleicht ein bisschen friedlicher wäre, wenn wir unser betrunkenes Alter Ego besser nutzen würden.
Einfach mal nach dem Weihnachtsessen torkelnd den Rasen mähen, nach der WG-Party die Abschlussarbeit schreiben oder nach dem Junggesellenabschied die Steuererklärung erledigen.
So können wir morgens aufwachen und den Kater-Sonntag im Bett verbringen – ohne schlechtes Gewissen.
Und nun: 93 Gründe dagegen, dieses Wochenende allzu viel zu saufen
Seine Lehrer sagten früher: «Wenn du ständig überall deinen Senf dazugeben musst, wird nie etwas aus dir.» Diese Herausforderung nahm er dankend an. Heute ist Gregor Stäheli als Slam Poet vor allem auf Bühnen anzutreffen. Ein Austauschsemester in Perth zwingt ihn, diese für ein halbes Jahr zurückzulassen. Da er es dennoch nicht bleiben lassen kann, sich ständig mitteilen zu müssen, nutzt er diese Reise, um für mint zu schreiben. Seien dies Erlebnisse, Begegnungen mit Schweizern, Gespräche mit Freunden oder grundsätzliche Themen, die ihm unterwegs in den Sinn kommen. Das ist KEIN Reiseblog. Deshalb solltest du ihn nicht zu ernst nehmen – das tut er nämlich selbst schon nicht.
Highlight
Alkohol ist krass. Im Geiste und im vollen Genuss liebe ich ihn, aber körperlich verdamme ich ihn am Tage danach. Es ist bei allen Drogen so. Sie haben ein Janusgesicht. Bloss Mary Jane macht mich schon während dem Konsum total fertig. Ich unter so richtig Wein und die Welt ist ein wirklich schöner Ort bis der Morgen anklopft und jeden Spass wieder vergällt. Wir haben körpereigene Drogen. Wer sich darauf versteht, diese abzurufen ist ein ziemlich lustiger Mensch. Stichwort: 5-HT. Es ist ein Botenstoff alleine abrufbar durch die Anhebung der Mundwinkel. Ohne Seich! Wirkung garantiert!
Highlight
Mein betrunkenes Ich lässt mir manchmal eine Bananen-Milch im Kühlschrank stehen - das schönste Geschenk mit einem Kater. Leider schafft er es selten danach noch den Stabmixer abzuwaschen und die Milchpackung in den Kühlschrank zu stellen, ganz zu schweigen von der Bananenschale auf dem Dampfabzug.
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Köstlich! Mein Drunk-Me macht manchmal auch diese Arbeiten. Nur einmal hat es die Wäsche aufgehängt und dabei den Hausschlüssel in der Waschküche liegen lassen. Was es natürlich, vor seiner Wohnungstür angekommen, nicht mehr gewusst hatte. Der Nachbar von oben erzählt mir ein paar Tage später, dass er von meinem Geheule aufgewacht sei, mir geholfen habe den Schlüssel zu suchen und die Kotze vor meiner Tür aufzuwischen. Best night ever
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Haha, guter Artikel. Mein Alter Ego ist zwar durchaus gewillt Alltagsaufgaben zu übernehmen, nach dem er aber mal sämmtliche Klamotten bei zarten 95° gewaschen hat und dabei die Maschine fast explodiert wäre, bitte ich ihn das jeweils sein zu lassen.
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Mein besoffenes ich hat einen fatal schlechten Geschmack, baut unfälle und verarscht mein nüchternes ich sehr gerne. 😅 das Highe ich hingegen macht alles richtig und ist dann noch sehr locker drauf
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Mein alter ego hat also auch schon am samstag morgen um 4 uhr noch das altpapier gebündelt, welches dann ca. Zwei stunden später abgeholt wurde. Man sollte eben die gunst der stunde nutzen. :D