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Freitag, 9. Juni 2017
Beginn: 18:30:00
Frauen im Kunstbetrieb – damals und heute
Vor mehr als hundert Jahren begannen Hedy und Arthur Hahnloser nachimpressionistische Kunst zu sammeln. Ihr Wohnhaus, die Villa Flora, war Schauplatz des sogenannten Revolutionskaffees. Am runden Salontisch wurde über neue französische Kunsttendenzen, über die Verjüngung des Kunstvereinsvorstandes und über den Bau eines Winterthurer Kunstmuseums diskutiert. 1907 wurde Arthur Hahnloser zusammen mit Richard Bühler, dem Cousin von Hedy Hahnloser, nebst anderen in den Kunstvereinsvorstand gewählt – damals ein rein männlich besetztes Gremium. 1913 wurde der Galerieverein Winterthur gegründet, wo Emma Sulzer-Forrer, die in der aktuellen Ausstellung «Wohlbehütet – Wertgeschätzt» mit Bronzeplastiken vertreten ist, Einsitz nahm und bis in die sechziger Jahre als Vorstandsmitglied wirkte erhalten blieb. Hedy Hahnloser war als Sammlerin und Förderin von Künstlern ebenso wie Emma Sulzer-Forrer als Künstlerin eine Ausnahmeerscheinung. Beide Frauen übten auch kulturpolitischen Einfluss aus – was nicht zuletzt dank ihrer gesellschaftlichen Stellung möglich war. Vieles hat sich in den vergangenen hundert Jahren zum Besseren gewandelt. Frauen haben in der Kunst ihren Platz erobert, sind als Künstlerinnen, Kurtorinnen, Kunstkritikerinnen, Kunstvermittlerinnen und Kulturpolitikerinnen tätig. Dürfen wir davon ausgehen, dass im Kunstbetrieb sich die Gleichberechtigung der Geschlechter durchgesetzt hat? Oder gibt es noch Ungleichheiten? Diesen Fragen geht das rein weiblich besetzte Podium nach und erörtert die Situation der Frauen im aktuellen Kunstbetrieb.