Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03438.jsonl.gz/275

Weissensteintunnel: Weiterführende Studie bestätigt Kostenschätzung
Weiterführende Untersuchungen bestätigen, dass der Weissensteintunnel und insbesondere die Tunnelsohle in einem schlechten Zustand sind und die Kostenschätzungen für eine Erneuerung korrekt sind. Die diesjährige regelmässige Tunnelinspektion zeigt, dass der Tunnel für weitere zwei Jahre betrieben werden kann, sofern zwingende Sicherungsmassnahmen vorgenommen werden. Mit den jährlichen Inspektionen und entsprechenden Sicherungsmassnahmen kann die BLS den Weissensteintunnel bis maximal Ende 2020 betreiben.
Der Weissensteintunnel auf der Strecke Solothurn–Moutier ist in einem schlechten Zustand. So lautet das Ergebnis einer 2011 durchgeführten Zustandsuntersuchung, welche die BLS als Streckenbetreiberin in Auftrag gab. Diesen Sommer hat die BLS die Tunnelsohle mittels Sondierungs- und Kernbohrungen genauer untersucht und die periodische Inspektion des Tunnelgewölbes durchgeführt. Die Untersuchung der Sohle beantragte die BLS auf Grund der Ergebnisse ihrer vertieften Studie im 2013 und der Empfehlung von Peter Zbinden, ehemaliger CEO der Alp Transit Gotthard AG. In einem Verifizierungsbericht kam Zbinden im Frühjahr 2015 zum Schluss, dass die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zum Zustand des Weissensteintunnels nachvollziehbar und plausibel sind. Gleichzeitig bestätigte er die Notwendigkeit ergänzender Untersuchungen der Tunnelsohle und des Tunnelgewölbes.
Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass das Sohlengewölbe wie erwartet aufgebaut ist, hinsichtlich seiner Geometrie aber etwas flacher ist als angenommen. Darüber hinaus hat die ergänzende Untersuchung bestätigt, dass der Schotter im Tunnel mit Feinmaterial verunreinigt ist und teilweise unter Wasser steht. Die Resultate der ergänzenden Untersuchungen über die Tunnelsohle bestätigen die Ergebnisse der im Jahr 2013 durchgeführten, vertieften Studie zum Erneuerungsbedarf des Weissensteintunnels. Diese Studie geht davon aus, dass die Erneuerung des Tunnels inklusive Bahntechnik- und Baunebenkosten rund 100 Mio. CHF für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren respektive 170 Mio. CHF für eine Nutzungsdauer von 50 Jahren kostet. Die Kostengenauigkeit der Studie beläuft sich aktuell zwischen +/- 30 Prozent.
Tunnel kann vorerst weiterbetrieben werden
Neben der Untersuchung der Tunnelsohle führt die BLS jährliche Tunnelinspektionen durch, um den Zustand respektive die Sicherheit des Tunnels regelmässig zu beurteilen sowie die Zustandsentwicklung zu beobachten. Die Resultate der Inspektion 2015 zeigen, dass der rund 3,7 Kilometer lange Tunnel bis Ende 2017 betrieben werden kann. Zwingende Voraussetzung für die Betriebsfreigabe bis Ende 2017 sind jedoch Sicherungsmassnahmen im nächsten Jahr. Auf einer Länge von insgesamt rund 500 Metern müssen Steinfallschutz-Netze installiert werden. Diese sollen lokale Steinausbrüche aus dem Tunnelgewölbe verhindern. Die Schutznetze wird die BLS im Frühjahr 2016 installieren. Gleichzeitig wird die Inspektion für die Beurteilung des Weiterbetriebs bis Ende 2018 durchgeführt. Mit den jährlichen Inspektionen und der Durchführung von lokalen Sicherungsmassnahmen kann der Weissensteintunnel bis maximal Ende 2020 betrieben werden.
Die Ergebnisse der detaillierten Untersuchung der Tunnelsohle und der jährlichen Tunnelinspektion bilden, zusammen mit der Angebotsüberprüfung der Bahnlinie Solothurn–Moutier des Bundes und der Kantone Solothurn und Bern, die Grundlage zur weiteren Detaillierung des Bauprojektes und für einen Entscheid über die Zukunft des Weissensteintunnels.