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Telefonrundspruch NFTR & HFTR

back oder zu Biennophone

Der Telefonrundspruch, auch bekannt unter der Abkürzung HF-TR oder NF-TR,
war eine Art Kabelradio, eine Schweizerische Spezialität.
1981
: 50 Jahre Telefonrundspruch
Etwas Technik:
Um eine möglichst naturgetreue Wiedergabe von Musik und Gesang zu erreichen erfolgte die Übertragung in einem Frequenzbereich von etwa 50 bis 7000 Hz. Der NF-TR konnte mit jedem Telefon abgehört werden. Die Abbildung zeigt die prinzipielle Schaltung des NF-TR von der Zentrale bis zum Teilnehmer.
Die
Musikprogramme wurden einzeln in der Telefonzentrale verstärkt und
je eines auf die Kontakte des Programmwählers Pr geschaltet.
Zwischen zwei Programmanschlüssen war immer eine Kontaktbank des Wählers
leer gelassen, damit bei Fehlschaltungen nicht zwei Programme
zusammen auf einer Leitung gehört wurden. Für die Weiterschaltung
waren immer zwei Impulse nötig. Die Ausgangsspannung des
Kopplungstransformators betrug je nach Entfernung des Teilnehmers
von der Zentrale 2.5 Volt oder 5 Volt. In grösseren Ortschaften
waren 6 Programme wählbar. Der Programmwähler Pr wurde durch einen
Programmschalter vom Teilnehmer aus gesteuert. Damit durch die
Programmwahl keine Belegung der Verbindungsaggregate eintrat,
erfolgte sie eindrähtig über den b-Draht und zurück über die
Erde.
Während
eines Telefongesprächs des Teilnehmers wurde der TR-Anschluss in
der Zentrale vom Relais TR abgeschaltet, was ein grosser Nachteil
war. Da nur kleine Leistungen auf die Leitung gegeben werden konnten
( einige mW ) , war beim Empfänger ein Verstärker
notwendig. Diese wurden
auch von Biennophone hergestellt, der Programmschalter war jeweils
direkt im Empfänger eingebaut.
Zu Beginn der 40er Jahre wird nur noch der viel vorteilhaftere HF-TR installiert, der NF-TR wird nach und nach abgeschaltet, bleibt jedoch bis in den 60er Jahren in Betrieb.
Hochfrequenztelefonrundspruch
HF-TR
1.
Keine Unterbrechung des Empfangs während Telefongesprächen
2.
Es
waren nicht unbedingt spezielle Empfangsapparate notwendig, ausser
einem Radioempfänger mit Langwellenbereich.
3.
Es
konnten mehrere Mithörer ohne eigenen Telefonanschluss angeschaltet
werden, da jeder sein Programm wählen konnte.
Beim
HF-TR wurde Niederfrequenz in modulierte Hochfrequenzströme
umgewandelt und über die Telefonleitung zum Teilnehmer gesandt. In
der Telefonzentrale wurde für jedes Programm durch einen kleinen
HF-Sender eine Trägerfrequenz im LW-Bereich erzeugt, welche mit der
Tonfrequenz des Musikprogrammes moduliert ( Amplitudenmodulation AM
) wurde und dem Abonnenten über die normale Telefonleitung zugeführt
wurde. Alle 6 Programme wurden gleichzeitig auf die Leitung gegeben.
Kanal
1: 175 kHz
Programm: "international" analog dem Programm von "Schweizer Radio
international"
so
war die Programmbelegung in den 80er Jahren bis zum Schluss. Früher
war die Reihenfolge etwas anders.
Auf der Empfangsseite diente eine spezielle HF-TR-Steckdose als Abschluss der Leitung ( 600 Ohm ) und mit einem Koaxialkabel wurde die Verbindung zu den Empfangsapparaten hergestellt. Der Abonnent benötigte somit einen gewöhnlichen Radioapparat mit Langwellenbereich. Die Programmwahl erfolgte durch Abstimmung im Langwellenbereich auf die einzelnen Frequenzen, analog dem normalen Radioempfang.
- auch in Deutschland gab es den Drahtfunk, jedoch wurde er bereits 1963 abgestellt -> Hier ein paar Infos zu diesem Thema
-
ein Artikel über den Telefonrundspruch gibt es auch bei historiav ->
hier der Link dazu
Autor: Wolfgang Nübel (Schweiz) HB9WN