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Vor einiger Zeit hatte ich nochmals die Gelegenheit, die chinesische Mauer zu sehen und auf diesem imposanten Bauwerk eine längere Strecke entlang zu wandern. Heute ist sie noch 2500 Kilometer lang, zwischen fünf und acht Meter breit und acht bis 16 Meter hoch. Sie zieht sich nördlich von Peking von Hügel zu Hügel hin und war nach menschlichem Ermessen in der damaligen Zeit unüberwindbar. Sie war zu lang, um sie zu umreiten, zu breit, um sie zu zerschiessen, zu hoch, um sie zu überklettern. Dennoch wurde China in den ersten hundert Jahren nach dem Bau der Mauer drei Mal von Feinden überfallen. Es lag nicht an der Qualität der Mauer. Die Feinde hatten den einfacheren Weg gewählt: Sie hatten die Torwächter bestochen!
Dieses Beispiel weist auf die Wichtigkeit der Moral in einer Gesellschaft hin. Jede Nation ist nur so stark wie der Charakter ihrer Bürger. Die Wohlfahrt eines Landes, ihre Überlebensfähigkeit und das Funktionieren der Märkte sind auf den Charakter der Menschen gegründet. Vor mehr als hundert Jahren hatte der grosse Soziologe Max Weber (1864–1920) diesen Zusammenhang zwischen Ethik, Glaube und wirtschaftlicher Entwicklung analysiert und beschrieben («Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus»). Welcher Menschenschlag war so vertrauenswürdig und entfaltete zu Beginn unserer Industrialisierung eine solche Dynamik? Es waren Christen, die biblische Aussagen ernst nahmen und ein persönliches Verhältnis zu Jesus Christus hatten.
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