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Martina Meister vom Kompetenzzentrum für Ernährungspsychologie (KEP) hat für Sie einen Überblick über die aktuellen Diättrends zusammengefasst.
Intervallfasten
Beim Intervallfasten wird zwischen Fastenzeiten und Phasen, in denen normal gegessen wird, abgewechselt. Dabei dürfen alle Lebensmittel verzehrt werden. Das Intervallfasten begünstigt den Zustand, dass der Körper nach circa vierzehn Stunden die Fettdepots zur Energiegewinnung nutzt.
Einschätzung: Das Intervallfasten zeigt in ersten Studien gute Erfolge, um Gewicht abzunehmen oder zu erhalten.
Low-Carb-Diäten
Bei diesen Diäten stehen sehr geringe Mengen an kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln auf dem Speiseplan. Durch die minimierte Zuckermenge im Blut wird die Insulinausschüttung durch die Bauchspeicheldrüse reduziert, was somit eine positive Auswirkung auf das viszerale Fett, das sogenannte Bauchfett, hat. Wenn unser Körper mehr Energie benötigt, als er in Form von Kohlenhydraten zugeführt bekommt, setzt er vermehrt Fettdepots als Energiequelle ein.
Einschätzung: Eine Ernährung mit einer reduzierten Kohlenhydratmenge kann helfen, das Körpergewicht zu reduzieren. Ein kompletter Verzicht auf kohlenhydrathaltige Lebensmittel macht hingegen wenig Sinn und kann zu Heisshungerattacken führen.
Paleo-Diät
Diese Diät orientiert sich an der Ernährung unserer Vorfahren – den Jägern und Sammlern. Entsprechend ist der Speiseplan auf Fleisch von Wild- und Schalentieren, Fisch, Eier, Pilze, Nüsse, Beeren, Wurzelgemüse und Wildkräuter reduziert.
Einschätzung: Auch diese Ernährungsform folgt einer reduzierten Kohlenhydrat- und einer erhöhten Proteinzufuhr. Die Lebensmittel sind frisch und unverarbeitet. Durch die erhöhte Aufnahme von tierischen Lebensmitteln könnte jedoch eine erhöhte Purin-Zufuhr sowie vermehrt gesättigte Fettsäuren einen Nachteil darstellen.
Low-Fat-Diäten
Bei diesen Diäten wird die aufgenommene Fettmenge massiv reduziert. Da Fett unserem Körper mit 9 kcal pro Gramm am meisten Energie liefert, geht man davon aus, dass durch eine fettreduzierte Diät Kalorien eingespart werden. Dadurch sollen die überschüssigen Pfunde purzeln.
Einschätzung: Hier gilt zu beachten, dass durch eine ganz streng reduzierte Fettzufuhr die essenziellen Fettsäuren nicht ausreichend zugeführt werden. Ausserdem haben Fette und Öle eine wichtige Funktion als Geschmacksträger. Eine reduzierte Fettzufuhr mit Fokus auf eine gute Fettqualität wäre hier ein gesunder und geschmackvoller Mittelweg.
Metabolic Balance
Dieser Ansatz zielt nicht auf eine Diät im herkömmlichen Sinne ab, sondern auf ein Ernährungskonzept. Dabei wird die Ernährung auf den individuellen Stoffwechsel abgestimmt. Auch Vorlieben, Abneigungen, Krankheiten und diverse Blutwerte spielen dabei eine Rolle. Die Theorie besagt, dass Blutzuckerschwankungen zu Übergewicht führen können. Eine reduzierte Kalorienzufuhr bei gleichzeitiger Aufnahme von Protein steht hier im Zentrum.
Einschätzung: Metabolic Balance ist nebst Weight Watchers, Yazio, FatSecret und Co. eines von unzähligen Online-Programmen auf dem Markt. Diese erleichtern die Dokumentation des Essverhaltens, erinnern an die Flüssigkeitsaufnahme oder an das anstehende Workout. Ausserdem können Lebensmittel erfasst oder mittels hinterlegter Datenbanken im Grosshandel gescannt werden. So erhalten die Konsumenten Informationen über alle enthaltenen Nährstoffe.
Grundsätzlich gilt
Adipositas ist ein komplexes Krankheitsbild, welches oftmals mit einem langen Leidensweg der Betroffenen in Verbindung steht. Eine kurzfristige Diät zu machen hilft in den seltensten Fällen. Die Verbindung von gesunder Ernährung, ausreichender Bewegung, einem gesunden Lebensstil und, bei Bedarf, medizinischer Unterstützung gilt als ganzheitliches Konstrukt einer erfolgreichen Adipositastherapie. Auch Entspannung und Achtsamkeit im Alltag können helfen.