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Im September 1973 verwirklichte die „Entwicklungsgesellschaft für Mato Grosso“ (Codemat) ein zwanzig Jahre altes Versprechen: den Bau einer Strasse, quer durch das Überschwemmungsgebiet, mit dem Ziel, eine Nord-Süd-Verbindung zur Bundesstrasse BR-262 zu schaffen, die zwischen „Campo Grande“ und „Corumbá“ verläuft. Man hatte die Entwicklung des Pantanal als Rinderzuchtgebiet im Auge: Die Strasse sollte sowohl dem Abtransport der Rinder als auch dem Heranbringen von Gerät und Maschinen dienen und damit den Kostentreibenden Lufttransport ablösen.
Ausserdem erhoffte man sich durch die „Transpantaneira“ eine verbesserte Kommunikation mit dem Süden Mato Grossos. Aber, man hatte die Rechnung, wie in Brasilien so oft, wieder einmal ohne den Wirt gemacht – auch in diesem Fall die allgewaltige Natur: Zwar wurden 145 Kilometer dieser Strasse – von „Poconé“, im nördlichen Mato Grosso, bis „Porto Jofre“, an der Grenze zu „Mato Grosso do Sul“ – fertig gestellt, aber alljährlich muss diese, weitgehend über aufgeschichtete Erdwälle laufende Piste, an vielen Stellen wieder geflickt und neu aufgeschüttet werden. Die 126 kleinen Holzbrücken halten ebenfalls den Wassergewalten nicht lange Stand und müssen ebenso oft wieder instand gesetzt werden. Ein kostspieliges Unterfangen, dessen Nutzen und weitere Fortführung zweifelhaft bleiben, was für das Tierparadies Pantanal aber durchaus ein Segen sein könnte!
Um vorzubeugen, sollten Sie Ihr Fahrzeug in Poconé volltanken – am Anfang der Piste. Die Fazendas der Region brauchen ihr Benzin selbst und geben ungern etwas davon ab – und, natürlich zu horrenden Preisen! Am Kilometer 16 befindet sich das Eingangstor zum Pantanal – mit einem Kontrollposten der IBAMA. Sie erhebt eine Schutzgebühr – pro Fahrzeug.
Die Piste ist bis zum Rio Pixaim befahren – das heisst, bis dahin (am km 62) trifft man hie und da ein anderes Fahrzeug und bis dort gibt es auch so genannte „Fazenda-Hotels“ oder „Lodges“ – in der Regel immer ein paar Kilometer abseits der Piste – mit Hinweisschildern.
Bis zum Rio Pixaim haben Sie den besseren Teil der Piste vor sich, aber selbst auf der ist stets Vorsicht geboten (und langsame Geschwindigkeit) denn Tiere aller Art kreuzen dauernd, und man trifft auch mal ein Rudel Wild- oder Wasserschweine, die ein Staubbad auf der Fahrpiste nehmen!
In der Regenperiode – zwischen November bis Mai – wird die Piste an vielen Stellen unmöglich. Sie wird zwar wegen ihrer erhöhten Dammlage kaum je überflutet, aber die kleinen Holzbrücken werden vom Wasser teilweise weggerissen und an einer solchen Stelle ist dann Schluss mit dem Ausflug – bis nach dem Regen jemand die Verbindung wieder herstellt.
Beste Konditionen dagegen zwischen Juni und Oktober – die Piste ist dann trocken, und alle Brücken längst auf ihren Zustand wieder überprüft – und vor allem wird die Piste auch von vielen Tieren wieder frequentiert. Kaimane findet man zuhauf rechts und links des Pistendammes, wo sich Reste von Wasserlachen gehalten haben. Besonders aber an den Ufern der unzähligen Bächlein und Flüsslein, die man per Holzbrücke kreuzt – dann wird die Brücke zur Beobachtungsplattform. Tuiuiú-Störche und andere Wasservögel kann man besser am frühen Morgen beobachten, sogar den Jaguar kann man mit ein bisschen Glück und einem guten Guide in „Porto Jofre“ erleben – am Ende der Piste!
Ende des Winters (Oktober) erblüht die Pantanal-Landschaft in den Farben der „Ipês“ – in leuchtendem Gelb und flammendem Rot – ein wunderschöner Kontrast inmitten der vielen Grün-Nuancen der „Burití-Palmen“ und „Acuris“, von deren Früchten sich Aras und Wasserschweine nähren. Diese Palmen wachsen in der Regel auf den so genannten „Cordilheiras“, kleinen Bodenerhebungen, welche die einzelnen überschwemmten Areale voneinander trennen. Ab März, wenn die Überflutung anfängt zurückzugehen, überziehen sich diese Areale mit einer überraschenden Blütenpracht.
(In der Nähe der „Transpantaneira“ gibt es zahlreiche Alternativen der Unterbringung auf Fazendas und Lodges – von rustikal bis komfortabel. Wir beraten Sie gerne.)