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Der Clip wurde mit einer Infrarot-Videobrille aufgenommen, die Augenbewegungen zur medizinischen Diagnostik aufzeichnet. So wird der vestibulär-okulare Reflex, einer der schnellsten Reflexe im menschlichen Körper, gemessen. Dieser Gleichgewichtsreflex aus dem Innenohr stabilisiert bei Kopfbewegungen die Augen im Raum, wie der Bildstabilisator bei einer Videokamera. Der Test misst also die Gleichgewichtsfunktion über die Verbindung vom Innenohr durch das Gehirn zu den Augen.
Die Brille wurde von einem Team der Universitäten Zürich und Sydney entwickelt und wird mittlerweile weltweit zur klinischen Diagnostik von Gleichgewichtsstörungen verwendet. Für das Video wurden Augenbewegungen einer gesunden, nicht abgeschminkten Probandin gefilmt, was durch die Mascara möglicherweise Aufnahme-Artefakte, also diagnostische Fehlerquellen, erzeugt.
Obwohl die Patient*innen für die Aufnahmen bewegt werden, suggeriert die fest aufgesetzte Brille eine statische Position; nur die Augenbewegungen werden erfasst. Die umgekehrte Perspektive macht erlebbar, wie die Wahrnehmung vom Standpunkt abhängig ist.
Durch den willkürlichen Schnitt und die Doppelprojektion entstand ein unphysiologisches, dadaistisches Duett der Augen mit Assoziationen zum Beispiel zu Yoko Onos Film «Eyeblink» und zu Roald Dahls Kurzgeschichte «William and Mary», in der von einem Menschen nur ein Auge und das Gehirn in einer Nährlösung am Leben erhalten werden.
(Videoschnitt Rahel Eberle)
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