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Vorwort
Das 23. Jahrbuch des S.A.C. ist das dritte, in dem die Rubrik Clubgebiet weggelassen und das dahin gehörige Material in den anderen Theilen des Buches untergebracht werden mußte. Zum ersten Mal war dies im Jahrbuch VI, zum zweiten Mal im Jahrbuch IX der Fall, beide Male wegen zu geringer Zahl der das Clubgebiet betreffenden Arbeiten. Diesmal verhält sich die Sache anders: sowohl unter den Bergfahrten, wie unter den Abhandlungen und den kleineren Mittheilungen finden sich Arbeiten aus dem Clubgebiet und dessen nächster Umgebung, und wären dieselben rechtzeitig eingesendet worden, so hätte die Eubrik Clubgebiet ganz gut beibehalten werden können. Aber am 10. Januar 1888, dem Termin für Alles, was das Clubgebiet betrifft, waren von diesen Arbeiten erst zwei in den Händen der Redaction, so daß sich diese, wenn der Satz und Druck des Jahrbuchs nicht ungebührlich verzögert werden sollten, wohl oder übel genöthigt sah, mit dem übrigen Material zu beginnen.
X Mit dem Jahre 1887 ist nun das Excursionsgebiet der drei letzten Jahre formell zum Abschluß gekommen; materiell gäbe es allerdings noch Stoff zur Arbeit in Hülle und Fülle; sogar in touristischer Beziehung ist unser Clubgebiet noch lange nicht erschöpft. Sind auch die Hauptgipfel alle bestiegen, so gibt es doch namentlich in dem Dreieck Fiesch-Grimsel-Innertkir-chen noch Manches nachzuholen, und es steht zu hoffen, daß es an Nachträgen nicht fehlen werde.
Das neue Excursionsgebiet, dessen Karte diesem Jahrbuch beigegeben ist, zählt wenig Hochgipfel, die 3000 m übersteigen, und ausgedehnte Gletscherreviere sucht man in demselben vergebens. Immerhin ist es ein interessantes und wenig bekanntes Gebiet, und wenn es sich der S.A.C., vorab die zunächst liegenden Sectionen Tödi, Khätia und Alvier angelegen sein lassen, dasselbe gründlich zu erforschen, so erwerben sie sich damit ein nicht geringes Verdienst um die schweizerische Alpenkunde.
Die beiden Panoramen, die sich neben der Excursionskarte für 1888 89 unter den Beilagen dieses Jahrbuchs finden, sind nicht den Hochalpen, sondern das eine dem Jura, das andere den Voralpen entnommen. Die Redaction glaubte, den Wünschen der Sectionen Neuchâtel und Roßberg durch die Aufnahme dieser Panoramen um so eher entsprechen zu sollen, als die letzten Jahrbücher fast ausschließlich Panoramen aus dem Excursionsgebiet, d.h. den Berner Alpen gebracht haben und das einzige hochalpine Panorama, das rechtzeitig angeboten wurde, wieder aus der Jungfraugruppe stammte und, so interessant XI es hinsichtlich des Standpunktes gewesen wäre, doch dem Trugberg-Panorama ( s. Jahrbuch XXI ) zu ähnlich gesehen hätte. Indem die Eedaction allen Mitarbeitern am 23. Jahrbuche ihre Beiträge in Wort und Bild, sowie auch dem Centralcomite und dem eidgenössischen topographischen Bureau ihre Unterstützung bestens verdankt, spricht sie zugleich zwei Wünsche aus, die sie dem S.A.C. angelegentlich zur Beherzigung empfiehlt. Der eine geht dahin: es möchten die Vorstände der Gebirgssectionen der Redaction je weilen Führerlisten ihrer Gegend mit summarischer Angabe des Repertoriums auf Grundlage der Zeugnisse in den Führerbüchern einsenden. Die Redaction ist weit davon entfernt, die Führerkurse und -Examina zu unterschätzen, aber ein gut bestandenes Führerexamen macht noch nicht den tüchtigen Führer aus, so wenig wie ein gut bestandenes Propädeuticum den tüchtigen Arzt. Gerade darüber, worauf es hauptsächlich ankommt, über physische und moralische Energie, Sicherheit des Urtheils in schwierigen Lagen, über Pflichttreue und Takt läßt sich kein Examen ablegen. Das bewährt sich Alles erst in der Praxis und diese spiegelt sich am genauesten in den Zeugnissen der Führer -bûcher. Da der S.A.C. führerlose Touren mit Recht nicht begünstigt, sondern mit allem Nachdruck auf die Gefahren derselben aufmerksam macht, so ist es um so mehr seine Pflicht, zuverlässige Führerverzeichnisse aufzustellen, in denen der Tourist sich Raths erholen kann.
Der zweite Wunsch, nach bisherigen Erfahrungen XII leider ein sogenannter frommer, ist derjenige um rechtzeitige Einsendung aller für das Jahrbuch bestimmten Beiträge, und zwar auf die herkömmlichen Termine: 10. Januar für Alles, was das Clubgebiet und die artistische Ausstattung betrifft; 1. Februar für Freie Fahrten und Abhandlungen, 1. März für kleinere Mittheilungen. Nur weun die Beiträge rechtzeitig eingesendet werden, ist es der Redaction möglich, das Material gehörig zu sichten und zweckmäßig anzuordnen, sowie das Jahrbuch rechtzeitig erscheinen zu lassen. Mit diesen beiden Wünschen übergibt die unterzeichnete Redaction dem S.A.C. den 23. Band seines Jahrbuches und empfiehlt dieses allen Clubgenossen wärmstens zur werkthätigen Unterstützung.
Bern, im Mai 1888.
A. Wäber.
I.
Bergfahrten.