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Gesundheit und Krankheit sind beobachterabhängige Konstrukte. Je nach Standpunkt und Wertehintergrund des Beobachters, können sich die Wahrnehmungen dessen, was gesund und krank ist, stark voneinander unterscheiden. In anderen Worten: Letztlich kann nur der einzelne Mensch für sich selbst entscheiden, ob er sich gesund oder krank fühlt.
«Gesundheit ist ein Zustand der inneren Angemessenheit und der Übereinstimmung mit sich selbst» (Hans-Georg Gadamer).
Faktoren und Umstände, die – unter anderen – die Gesundheit wesentlich beeinflussen, sind:
- Lieben zu können und zu lieben
- Geliebt zu werden und dies zulassen zu können
- Tragfähige und lebendige Beziehungen einzugehen und zu leben
- Selbstachtung
- Selbstvertrauen
- Selbstwirksamkeit
- Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
- Sexualität (oder deren gelingende Sublimierung) und Körperlichkeit selbstbestimmt zu leben
- Geschlechtlichkeit selbstbestimmt zu leben
Definitionen
«Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen» (World Health Organization, WHO).
«Sexuelle Gesundheit ist untrennbar mit Gesundheit insgesamt, mit Wohlbefinden und Lebensqualität verbunden. Sie ist ein Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen. Sexuelle Gesundheit setzt eine positive und respektvolle Haltung zu Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus sowie die Möglichkeit, angenehme und sichere sexuelle Erfahrungen zu machen, und zwar frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt. Sexuelle Gesundheit lässt sich nur erlangen und erhalten, wenn die sexuellen Rechte aller Menschen geachtet, geschützt und erfüllt werden» (World Health Organization, WHO).