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Wer, wenn nicht Shlomo Graber, hätte das Recht zu hassen? 1944 deportierten die Nazis seine Familie mit tausend anderen ungarischen Juden in Viehwaggons nach Auschwitz.
Dort wies ein SS-Arzt Shlomo Graber und seinen Vater an, auf die linke Seite zu treten. Seine Mutter, die drei jüngeren Brüder und die Schwester trieben die SS-Männer auf der rechten Seite weg. Stunden später starben sie in der Gaskammer. An seine Mutter band ihn eine tiefe Liebe. «Shlomo spricht heute noch jeden Tag von ihr. Seine Mutter ist allgegenwärtig», sagte seine Lebensgefährtin Myrtha Hunziker vor einem Jahr der ‹BZBasel›.
Kein Hass
Aber Shlomo Graber hasst nicht. Oder er will es nicht. Mit ‹Denn Liebe ist stärker als Hass› betitelte er seine Biographie, die vor einem Jahr erschien, und die er in der Sendung 061Live auf Telebasel vorstellte.
Jetzt hat er mit ‹Der Junge, der nicht hassen wollte› nachgelegt, der Geschichte seiner Kindheit. «Dieses Buch habe ich aus einem einzigen Grund geschrieben: Um den Menschen und speziell der Jugend die Botschaft zu übermitteln, dass Hass die Seele vergiftet.» Gerade die Jugend sieht er in der heutigen Zeit vor «grossen Herausforderungen». Seit 25 Jahren hält Shlomo Graber regelmässig Vorträge an Schulen und öffentlichen Einrichtungen (siehe Daten unten).
Shlomo Graber wurde 1926 in Majdan, in den Karpaten der Tschechoslowakei, geboren. 1931 siedelte seine Familie nach Ungarn in das Städtchen Nyirbator um, wo er aufwuchs. Am Tag des Kriegsendes in Europa wurde der damals 18-Jährige befreit. 1948 siedelte er nach Israel über. Seit 1989 wohnt Shlomo Graber mit seiner zweiten Frau Myrtha in Basel, wo er als Kunstmaler und Referent tätig ist.
Hier sehen Sie den Trailer zu den Biographien von Shlomo Graber.
Im Telebasel Talk spricht Shlomo Graber über seine Kindheits-Biographie, über die Vergebung, über den heutigen Rechtspopulismus und darüber, warum er Auschwitz nie mehr betreten hat.
Das Buch:
Shlomo Graber
‹Der Junge, der nicht hassen wollte›
Riverfield Verlag
Shlomo Graber hält drei öffentliche Vorträge:
Donnerstag, 22. Dezember 2016, 10.30 Uhr am Gymnasium Leonhard (Aula)
Dienstag, 17. Januar 2017, 14.00 Uhr am Gymnasium Kirschgarten (Aula)
Freitag, 27. Januar 2017, 10.00 Uhr am Gymnasium Münsterplatz (Aula)