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SDG 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
[…] Der technologische Fortschritt ist Grundvoraussetzung für die Erreichung der Umweltziele wie die Ressourcen- und Energieeffizienz. Ohne Technologie und Innovation gibt es keine Industrialisierung und ohne Industrialisierung keine Entwicklung.
Schweizer Unterziel 9.4: Unternehmen schöpfen ihre Ressourceneffizienz durch eine optimale Gestaltung ihrer Produktionsprozesse und Produkte aus. Die wirtschaftlichen und technischen Potenziale zur Schliessung von Stoffkreisläufen sind genutzt.
Bedeutung des Indikators
Der Indikator entspricht dem Verhältnis zwischen dem inländischen Rohstoffverbrauch (Raw Material Consumption, RMC) und dem Bruttoinlandprodukt (BIP). Er zeigt die Rohstoffmenge, die pro volkswirtschaftlich erwirtschafteten Franken verbraucht wird. Je mehr Materialien produziert und gehandelt werden, desto grösser ist im Allgemeinen der Druck auf die natürlichen Ressourcen. Die Herausforderung besteht aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung darin, die Produktion von Reichtümern zu erhalten oder zu steigern und gleichzeitig den Materialverbrauch zu senken.
Lesehilfe
Der inländische Rohstoffverbrauch (RMC) berücksichtigt nebst den in der Schweiz gewonnen Rohstoffen auch die Menge aller Rohstoffe, die im Ausland für die Herstellung und den Transport der in der Schweiz verbrauchten oder genutzten Güter und Dienstleistungen verwendet werden.
Internationaler Vergleich
Die Flüsse in Rohstoffäquivalenten können nicht direkt gemessen und müssen daher modelliert werden. Auf internationaler Ebene existieren verschiedene statistische Ansätze, um diese Flüsse zu schätzen. Die Daten dieses Indikators werden gemäss einer von Eurostat entwickelten Methode berechnet. Zurzeit wird dieser Indikator nur von einigen europäischen Ländern publiziert. Eurostat veröffentlicht diese Daten auf EU-Ebene.
Tabellen
Methodologie
Der Indikator zeigt die Materialintensität, die durch das Verhältnis zwischen dem inländischen Rohstoffverbrauch (RMC) und dem Bruttoinlandprodukt (BIP) zu Preisen des Vorjahres, verkettet auf das Referenzjahr 2010, definiert ist. Eine Abnahme der Materialintensität bedeutet, dass die Wirtschaft weniger Material benötigt, um dieselbe Wertschöpfung zu erzielen.
Die Daten zum inländischen Rohstoffverbrauch werden im Rahmen der Umweltgesamtrechnung des Bundesamts für Statistik erhoben, die zu den Satellitenkonten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gehört. Die Umweltgesamtrechnung beruht auf dem System umweltökonomischer Gesamtrechnungen (SEEA) der UNO. Die mit diesem Indikator dargestellten Daten basieren auf einer Anpassung der Methode von Eurostat, mit der die Importe und Exporte eines Landes in Rohstoffäquivalente (RÄ) umgerechnet werden. Die RÄ-Indikatoren stützen sich auf eine Modellierung und sind deshalb mit einer grösseren Unsicherheit behaftet als jene der direkten Flüsse. Sie sind daher als Schätzungen zu betrachten.
Das Bruttoinlandprodukt wird vom Bundesamt für Statistik jedes Jahr im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet.
Definitionen
Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist die Referenzgrösse zur Messung der wirtschaftlichen Leistung. Es ergibt sich aus der Summe der durch die ansässigen Wirtschaftsakteure erbrachten Wertschöpfung, zusätzlich der Steuern und abzüglich der Gütersubventionen. Das BIP wird zu laufenden Preisen sowie zu Preisen des Vorjahres berechnet. Das Wirtschaftswachstum wird durch die Veränderungsrate zu Preisen des Vorjahres ausgedrückt.
Quellen
Unterziele
Schweizer Unterziel 9.4: Unternehmen schöpfen ihre Ressourceneffizienz durch eine optimale Gestaltung ihrer Produktionsprozesse und Produkte aus. Die wirtschaftlichen und technischen Potenziale zur Schliessung von Stoffkreisläufen sind genutzt.
Internationales Unterziel 9.4: Bis 2030 die Infrastruktur modernisieren und die Industrien nachrüsten, um sie nachhaltig zu machen, mit effizienterem Ressourceneinsatz und unter vermehrter Nutzung sauberer und umweltverträglicher Technologien und Industrieprozesse, wobei alle Länder Massnahmen entsprechend ihren jeweiligen Kapazitäten ergreifen.