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29,5 cm.
Kusu/Luba (?)
DR Kongo
Holz, Fetischmaterial
- Galerie Walu, Zürich (1984). - Nachlass Dr. H. und C. Baumann, Bern.
Zertifikat der Galerie Walu (1984)
Ohne Sockel / without base
6,000.00 CHF
8,000.00 CHF
Schutz- und Wahrsagefigur, die durch Beauftragung und mit Hilfe von magisch wirkenden Substanzen Geschehnisse im Sinne des Besitzers beeinflussen konnte.
Dies vermochte die Darstellung durch geballte Kraft, die sie gespeichert in Form von magischen Attributen auf sich trägt. Ihre Kräfte konnten bei rituellen Zeremonien und Besprechungen entladen und für die Besitzer nutzbar gemacht werden. Dafür erhielt die Figur im Gegenzug zahlreiche Opfer und Aufmerksamkeiten in Form von Nahrung, Einölungen und Waschungen.
Bei der Figur handelt es sich vermutlich um das Abbild eines mächtigen Vorfahren, der schon zu Lebzeiten für seine soziale Autorität respektiert wurde und dessen Einfluss sich auch nach seinem Ableben noch direkt auf die Gesellschaft auswirkte. Diese materialisierte Schnittstelle zwischen diesseitigen und übernatürlichen Mächten hatte privaten Charakter und war im Besitz einer einzelnen Person oder eines Haushalts.
Für den Ritualkundigen, der diese Zauberfiguren herstellte und sie mit ihren Kräften versah, war deswegen eine exakte, fein ausgeführte Erscheinungsform weniger wichtig als vielmehr die Wirkungskraft der Figur, ihre Funktionalität.
Die sensible Figur wirkt durch die gewachsene Gebrauchspatina und das auf dem Kopf angebrachte Kraftpaket mit dem Horn besonders reizvoll: ein gelungenes Wechselspiel zwischen Abstraktion und Naturalismus.
Weiterführende Literatur: Nooter Roberts, Mary / Roberts, Allan F. (1996). Memory, Luba Art and the Making of History. New York: The Museum for African Art.