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Die Zeit
Viel mehr als nur Physik.
Man kann sie weder sehen, fühlen, noch hören. Und doch ist sie immer da. Die Rede ist von der Zeit. Mal haben wir das Gefühl, sie vergeht wie im Fluge, dann wiederum zieht sie sich hin wie ein zäher Kaugummi. Doch unabhängig davon, welchen Eindruck wir von der Zeit haben: Sie vergeht immer gleich schnell, ganz egal, wo wir uns auf der Erde befinden. Eine Sekunde ist schliesslich genau eine Sekunde lang, das gilt in der Schweiz genauso wie in Südafrika oder Australien. Doch wer hat das eigentlich festgelegt? Bereits um das Jahr 1000 nach Christus hatte ein persischer Gelehrter die Stunde in 60 Minuten zu je 60 Sekunden unterteilt. Auch heute noch bildet die Sekunde die Basiseinheit der Zeit im internationalen Einheitensystem. Sie ist in etwa so lange wie ein Herzschlag. Doch die Einteilung der Zeit in Stunden, Minuten und Sekunden geht nicht etwa auf die fixe Idee eines verrückten Physikers, sondern auf die Erdrotation und die regelmässigen Wechsel von Tag und Nacht zurück. Deswegen haben viele Völker den Tag schon vor Jahrtausenden in 24 Stunden unterteilt – ein System, das sich ebenso wie die 7-Tage-Woche auf der ganzen Welt durchgesetzt hat. Seit Jahrhunderten schon versuchen die Menschen, die Zeit nicht nur anhand des Sonnenstands, sondern mit immer ausgefeilteren technischen Geräten zu messen. Nach Sonnenuhren oder Sanduhren entstanden die ersten mechanischen Uhren im 13. Jahrhundert in Europa. Einer der Vorreiter in der Uhrenherstellung war der Schweizer Jost Bürgi. Als Erster konstruierte er im Jahr 1585 eine Uhr mit Sekundenzeiger –– zum Glück, will man fast sagen. Denn was wären die SBB Bahnhofsuhren ohne die leuchtend rote Sekundenkelle?