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Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) ist eine Betrachtungsweise und ein medizinisches Konzept in der Manualtherapie nach Stephen Typaldos von körperlichen Beschwerden (wie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen).
Diese Beschwerden werden durch Verformungen oder Verdrehungen (Distorsionen) des Bindegewebes (Faszien) verursacht oder hervorgerufen.
Werden diese Faszien Distorsionen in die ursprüngliche Position zurückgeführt und korrigiert, verschwinden auch die Beschwerden oder werden zumindest deutlich gemindert.
Grundprinzip ist, dass die Verformung des Gewebes durch eine manuelle Behandlung durch den Manualtherapeut wieder rückgängig gemacht werden kann. Durch die Beseitigung der Fasziendistorsion werden nicht nur Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen stark gemindert oder beseitigt, sondern auch die Ursache dafür behoben.
Für das FDM ist die Vorstellung des Kontinuums der Faszienstruktur im Körper essentiell. Faszie (lat.: Band, Bündel) bezeichnet das Bindegewebe im weitesten Sinne, welches im gesamten Körper in unterschiedlichsten Ausprägungen vorzufinden ist. Es verbindet alle Strukturen miteinander, verfügt über zahlreiche Mechanosensoren und –rezeptoren, und besitzt damit eigentlich die Fähigkeit zur Eigenwahrnehmung. Es könnte ruhig als eigenständiges Organsystem im Körper bezeichnet werden. Neuste Untersuchungen zeigen sogar eine Kontraktionsfähigkeit von Faszien und wir werden sicherlich noch viel neues und spannendes in näherer Zukunft darüber erfahren.
Im FDM wird eine Einteilung der Faszien vor allem nach anatomischer Disposition und Funktion in der jeweiligen Körperregion gemacht. So gibt es Regionen mit mehrheitlich weichem Gewebe (wie z.B. die Fossa supraclavicularis), um dem Bereich um Hals und Schulter eine grosse Beweglichkeit zu geben. Der Nachteil dabei besteht jedoch, dass darunterliegende Gewebe dadurch protruieren können.
Bezeichnet man Faszien in einem weiteren Sinne wie es Typaldos getan hat, so werden sehr unterschiedliche Gewebe als eine Einheit betrachtet, die nur in unterschiedlicher Zusammensetzung vorliegt. So bilden zum Beispiel Knochen und Bänder eine einzige anatomische Struktur, welche nur durch den Grad der Kalzifikation unterschieden ist. Knochen sind in hohem Masse, Bänder in geringe Masse kalzifiziert. Am Übergang, zwischen Bändern und Knochen, verbinden sich Fasern der Bänder mit der knöchernen Struktur (Sharpy Fasern) und werden selbst zu Knochen. Dieses Gebiet des Übergangs verfügt somit über Eigenschaften von jeder angrenzenden Gewebeform: es hat andere physikalische Eigenschaften, ist steifer als ein Band aber weicher als Knochen. Typaldos verglich diese Zustände mit Eis, Wasser und Matsch.