Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03358.jsonl.gz/1267

Malediven: Erste Runde der Präsidentschaftswahlen annulliert
- Aktualisiert am Mittwoch, 9. Oktober 2013, 8:55 Uhr
Das oberste Gericht der Malediven hat die Wahlresultate des ersten Wahlgangs in den Präsidentschaftswahlen annulliert. Mehr als 5000 Wähler sollen falsch registriert worden sein. Geklagt hatte der Kandidat, der die Stichwahl knapp verpasst hatte. Die Neuwahlen finden Mitte Oktober statt.
Präsidentenwahl auf den Malediven ist ungültig
Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen auf den Malediven ist ungültig. Das hat das oberste Gericht des Inselstaates entschieden. Demnach sollen bei den Wahlen im September mehr als 5000 Wähler falsch registriert worden sein. Die Richter haben den 19. Oktober als Datum für die Neuwahlen festgelegt.
Willkür und Machtgier
Die politische Lage auf den Malediven ist instabil. Der Inselstaat hadert noch mit der Demokratie. Lesen Sie hier mehr dazu.
Wird dann keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, soll die zweite Runde noch vor dem 4. November stattfinden, damit der neue Staatschef sein Amt fristgerecht am 11. November antreten kann.
Junge Demokratie
Die Malediven sind eine junge Demokratie. Vor den ersten demokratischen Wahlen 2008 wurde der Inselstaat dreissig Jahre lang von Maumoon Abdul Gayoom mit harter Hand regiert.
Internationale und örtliche Beobachter schätzten die Wahlen im September dieses Jahres als allerdings fair und frei ein. Trotzdem hatte das Gericht die zweite Wahlrunde bereits am 23. September suspendiert. Grund war eine Beschwerde des drittplatzierten Kandidaten.
Der Geschäftsmann Qasim Ibrahim war mit 24 Prozent knapp auf dem dritten Platz gelandet. Er hatte darauf das oberste Gericht wegen Wahlbetrugs angerufen. Sein Widersacher, der gestürzte frühere Staatschef Mohammed Nasheed, gewann 45,4 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz folgte Abdullah Yameen, ein Halbbruder des früheren Machthabers Maumoon Abdul Gayoom.
«Ein schwarzer Tag»
Vor dem Entscheid des obersten Gerichts kam es auf den Malediven immer wieder zu Unruhen. Kurz zuvor hatten Maskierte die oppositionsfreundliche Fernsehstation Raajje angegriffen und in Brand gesetzt.
Etwa sechs vermummte Männer hatten laut dem Besitzer den Wachmann der Station bedroht und aus dem Gebäude vertrieben, bevor sie es anzündeten. «Das ist ein schwarzer Tag für die Pressefreiheit in den Malediven», sagte Besitzer Waheed Kamaludeen.
Wer hinter der Attacke steckt, ist offiziell nicht klar. Allerdings war es bereits der zweite Angriff auf die Station innert zwei Jahren. Die Regierung von Präsident Mohamed Waheed Hassan sei verärgert über die Berichterstattung des Senders gewesen, weiss Kamaludeen. Die alte Elite kämpft mit allen Mitteln um den Machterhalt.
4 Kommentare
Kommentarfunktion deaktiviert
Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.