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1954 gründet Alfred Bruder mit 2000 Franken eine Firma zur Herstellung von
Krawattenstoff. Mit Stoffen aus Nylon und Helanca fordert er die traditionsreichen
Seidenstoffwebereien Zürichs heraus und ist Europas Modeschöpfern oftmals
eine Nasenlänge voraus.
Die gewobenen Polyesterstoffe der Cravatex erleben einen Höhepunkt, als die
Krawatten Ende der 1960er-Jahre breiter werden und damit Platz für wilde Muster
bieten. Die Gefahr, dass der Rollkragen und die 1968er-Bewegung das schmale
Stück Stoff der Männermode zum Verschwinden bringen, ist fürs Erste gebannt.
Doch 1974 sieht Bruder das Ende der Krawat- tenkultur kommen und liquidiert seine Firma
kurz nach der Ölkrise.
Martin Widmer liess sich von Bruder, der heute teils in Kanada, teils im Tessin lebt,
seine Geschichte erzählen. Entstanden ist ein Porträt eines risikofreudigen
Kleinunternehmers, der sich von ganz unten hochgearbeitet hat. Und erzählt wird
die Geschichte dieses prominenten Stücks Stoff in einer turbulenten Phase.
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