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Genetische Beratung für vererbte Krebserkrankungen
Die meisten Krebserkrankungen entstehen zufällig. Zur Zeit wird geschätzt, dass bis zu 5% aller Krebserkrankungen auf ein einzelnes verändertes, vererbbares Gen, das hohe Krebsrisiken verursacht, zurückzuführen sind. Weitere 20-25% aller Krebserkrankungen werden durch ein Zusammenspiel verschiedener Gene und von Lebensstil/Umweltfaktoren verursacht.
Was beinhaltet die genetische Beratung für vererbte Krebserkrankungen?
- Personen, die eine Familiengeschichte mit Krebserkrankungen haben, die Gelegenheit zu geben, darüber zu sprechen, was das für sie und ihre Familie bedeutet
- Fragen zu beantworten in Bezug auf vererbte Krebserkrankungen und genetische Tests
- Die Erhebung der persönlichen sowie familiären Geschichte auf beiden Seiten der Familie, wenn möglich über drei Generationen, in Bezug auf Krebserkrankungen
- Die Verifizierung von z.B. abdominellen Krebserkrankungen durch medizinische Unterlagen
- Die Durchführung einer klinischen Untersuchung (falls notwendig)
- Die Einschätzung des Krebsrisikos anhand der persönlichen sowie familiären Geschichte von Krebserkrankungen
- Eine Diskussion der Vor- und Nachteile eines genetischen Tests
- Eine Diskussion des genetischen Testresultates und dessen Konsequenzen für den Ratsuchenden und dessen Familienangehörige
- Eine Diskussion psychischer Belastungen durch die genetische Testung und Angebot einer psychologischen Beratung und Betreuung
- Eine Diskussion der Optionen bezüglich geeigneter Überwachungs- und Risikoreduktionsmassnahmen mit und ohne genetische Testung
- Information über Auswirkungen im Versicherungsbereich (Krankenprivatversicherung, Lebensversicherung)
Wie ist der Ablauf einer genetischen Beratung?
Die Beratung dauert üblicherweise eine Stunde. Es ist hilfreich, wenn vorgängig zur Konsultation der Fragebogen zur Familiengeschichte in Bezug auf Krebserkrankungen von der zu beratenden Person ausgefüllt und uns zugeschickt wird (kann heruntergeladen oder online ausgefüllt werden).
Die genetische Testung
Bei einer kleinen Anzahl von Personen ist es möglich, eine genetische Testung anzubieten, um herauszufinden, ob eine vererbte Prädisposition zu bestimmten Krebsarten in der Familie besteht. Diese Tests sind langwierig und aufwendig, und es kann einige Monate dauern, bis ein Resultat vorhanden ist. Es ist allerdings nicht immer möglich, einen genetischen Test anzubieten, auch wenn der Verdacht auf eine vererbte Krebsneigung besteht.
Genetische Tests haben weitreichende Auswirkungen und erfordern häufig weitere Beratungsgespräche. Der Zweck dieser Gespräche ist es, den Betroffenen Zeit zu geben, die wesentlichen Fragen zu überdenken und zu klären.
Überwachungs- und Risikoreduktions-Massnahmen
Es ist möglich, dass aufgrund der Familiengeschichte oder des genetischen Testresultates, Überwachungs- und Risikoreduktionsmassnahmen in Bezug auf Krebserkrankungen notwendig werden. Die Vor- und Nachteile dieser Überwachungs- und Risikoreduktionsmassnahmen werden mit dem/der Ratsuchenden anlässlich der Beratungsgespräche besprochen und, falls gewünscht, eine Überweisung an die Spezialärzte, die solche Massnnahmen durchführen, veranlasst.
Formular Familiengeschichte an Krebserkrankungen
Die Erhebung der Familiengeschichte an Krebserkrankungen inklusive der Bestätigung einzelner Diagnosen durch medizinische Unterlagen ist unabdingbar zur genauen Einschätzung des Krebsrisikos. Es ist hilfreich, wenn der Fragenbogen zur Familiengeschichte ausgefüllt und uns vor der genetischen Beratung zuschickt wird. Das Formular zur Erhebung der Familiengeschichte an Krebserkrankungen kann ausgedruckt und per Post geschickt werden oder online ausgefüllt und via E-Mail zugestellt werden.
Zuweisungskriterien
Die folgenden Kriterien für die häufigsten vererbten Krebsprädispositionen, nämlich Brust-/Eierstockkrebs und gastrointestinale Tumoren, sollen Ihnen als Entscheidungshilfe dienen, ob auf Grund der Familiengeschichte an Krebserkrankungen Ihrer Patientin bzw. Ihrem Patienten eine Zuweisung zur genetischen Beratung angeboten werden sollte.