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Am Fuss des 5596 m hohen Jadedrachenschneeberges liegt, auf einem Hochplateau auf rund 2900 m, Lijiang, das Zentrum des Naxi-Volkes, mit rund 250’000 Angehörigen eine der kleineren Volksminderheiten Chinas.
Die Naxi waren ursprünglich Nomaden und wurden erst im 9. Jahrhundert sesshaft. Es gelang dem Fürstentum Naxi, sich als Mittelmacht zwischen dem chinesischen Kaiserreich und Tibet zu etablieren und vom regen Handel entlang der Teestrasse zu profitieren. Lijiang wird vom Fluss Yangzi sowohl im Westen wie auch im Osten in je rund 50 km Entfernung umgeben. Der relativ abgeschiedenen Lage und dem besonders ausgeprägten Zusammengehörigkeitsgefühl der Naxi ist es zu verdanken, dass sich in dieser Stadt eine Art Mikrokosmos entwickelt hat, der Traditionen bis heute bewahren konnte.
Lijiang besitzt heute ein der wenigen noch vollständig erhaltenen Altstädte Chinas. Sie wurde 1997 von der UNESCO zum Teil des Weltkulturerbes erklärt.
Im Februar 1996 zerstörte ein Erdbeben der Stärke 7 grosse Teile der Stadt und kostete 8000 Menschen das Leben. Die historische Altstadt blieb aber, im Gegensatz zum neueren Stadtteil, grösstenteils unversehrt. Das Zentrum der Altstadt bildet der Sifang Jie, von hier gehen die Strassen und Gassen sternförmig ab, zum Teil entlang von Wasserkanälen mit Tausenden von Goldfischen drin.
Die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau der Naxi ist umgekehrt als in den meisten Völkern. Hier ist die Frau für die Geschäfte und das Einkommen zuständig, während sich die Männer „den schönen Künsten“ widmen. Sollten Sie einmal einer Naxi-Frau mit einem als Totem dienenden Umhang begegnen, betrachten Sie ihn genau. Er wird wahrscheinlich die Form eines Frosches haben. Dieser ist das Wappentier der Naxi und spiegelt nach eigenen Aussagen den Charakter dieses Volkes: klein, flink und stets bereit, im Notfall einen grossen Sprung nach vorne zu machen.
Im ausgeklügelten Bewässerungssystem der Stadt spielt der Heilong Tan eine wichtige Rolle. Hier wird das Schmelzwasser vom Jadedrachenschneeberg aufgefangen und in das Kanalsystem eingespeist. In der Mitte des Teiches liegt der „Pavillon des Mondumarmens“ (Deyue Lou), zusammen mit dem Jadedrachenschneeberg im Hintergrund ein perfektes Postkartenmotiv!
Warum Lijiang als eine von ganz wenigen chinesischen Altstädten nie eine Stadtmauer hatte, was die blaue Kopfbedeckung zahlreicher älterer Naxi-Einwohner zu bedeuten hat und welche Naxi-Spezialität es im Din-Din zu essen gibt, verraten wir Ihnen gerne vor Ort.