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NFM Orchestre Philharmonique de Wrocław
1945, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Breslauer Philharmonie gegründet, das Erbe einer grossen städtischen Musiktradition antretend, welche weit ins
19. Jahrhundert zurückreicht: Komponisten und Interpreten von höchstem Rang gastierten in der niederschlesischen Metropole wie z.B. Johannes Brahms, Max Bruch, Richard Wagner, Edvard Grieg, Gustav Mahler, Ignaz Paderewski, Pablo de Sarasate und Eugène Ysaye, um nur die berühmtesten zu nennen.
Seit Anbeginn Ihres Bestehens setzte die Breslauer Philharmonie, neben der Pflege des klassisch-romantischen Repertoires, den Fokus auf die zeitgenössische Musik Polens durch Zusammenarbeit mit Komponisten wie z.B. Krzysztof Penderecki und Witold Lutoslawski, dessen Name dem Orchester 1994, im Todesjahr des Komponisten, offiziell verliehen wurde. Werke von ihm, aber auch von manch andern bedeutenden Komponisten Polens, standen zumeist auch auf den Programmen bei Tourneen durch viele Länder Europas und die USA: die Breslauer Philharmonie als musikalischer Botschafter Polens. Mehrere dieser Konzertreisen erfolgten mit Daniel Raiskin, der von 2001-2008 Erster Gastdirigent des Orchesters war und jetzt erneut mit ihm zusammenarbeitet.
Viele Radio- und TV-Aufnahmen sowie CD-Produktionen zeugen von der Vielseitigkeit der Breslauer Philharmonie; sie steht im Mittelpunkt eines grossen CD-Projektes „Opera Omnia“ mit Aufnahmen aller Werke von Witold Lutoslawski unter so bekannten Dirigenten wie Jacek Kaspszyk (Chefdirigent von 2005-2012) und Stanislaw Skrowaczewski.
Das Orchester realisiert pro Saison durchschnittlich 50 Projekte, nicht nur in Breslau selber, sondern auch bei den wichtigsten polnischen Festivals wie z.B. beim Warschauer Herbst und beim Internationalen Festival Wratislavia Cantans; bei diesem Festspiel entstand 2012 die international beachtete Aufnahme von Hector Berlioz‘ Grande Messe des Morts (unter Paul McCreesh), preisgekrönt vom BBC Music Magazine.
Im Herbst 2015 beginnt – mit dem Namen NFM Philharmonisches Orchester Wroclaw – eine neue Ära: dann nämlich bezieht das Orchester das von der EU mitfinanzierte Nationale Forum der Musik (mit einem 1800 Plätze fassenden Konzertsaal) als Heimstätte.
Der grossen Auslandtournee des Orchesters im Februar 2016 kommt besondere Bedeutung zu, ist Breslau 2016 doch Kulturhauptstadt Europas und das NFM Philharmonische Orchester einmal mehr deren musikalischer Botschafter.