Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03215.jsonl.gz/1234

Seit Samstag, 30. April, ist ein neues Lexikon der Gebärdensprache im Internet aufgeschaltet. Rund 1000 Gebärden werden darin in die Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch übersetzt.
Künftig werden Gehörlose und ihre Angehörigen, aber auch Fachpersonen, Dolmetscher sowie das breite Publikum leichteren Zugang zu der Gebärdensprache haben.
Das Wörterbuch erlaubt es, die Gebärdensprache zu festigen und zu vereinheitlichen. Es soll immer weiter aktualisiert werden. Kurze Filmsequenzen zeigen, wie ein Wort in der Gebärdensprache korrekt verwendet wird. Dazu kann ein weiterer Film geschaut werden, worin das Wort in einem Satz gezeigt wird.
Im Wörterbuch sind auch verschiedene regionale Eigenheiten berücksichtigt. Es gibt zum Beispiel fünf verschiedene Arten, das Wort «Brot» zu zeigen: In Bern, Zürich, Basel, Luzern und St. Gallen wird das Wort unterschiedlich gebraucht. Die Dialektversionen sind auch in Filmsequenzen festgehalten.
Bisher gab es nur ein Internet-Gebärdenlexikon auf Deutsch. Es wurde 2008 von Absolventen der Gestalterischen Berufsmaturität Bern (GIBB) als interdisziplinäre Projektarbeit geschaffen. Auf dieser Internetseite werden allerdings die Begriffe nur in Deutschschweizer Gebärdensprache dargestellt.
Die Gebärdensprache als Verständigungsmittel Gehörloser verfügt zwar über eine Grammatik, ist aber genauso unterschiedlich wie andere Sprachen auch. Gehörlose gebärden inhaltlich gleiche Begriffe in Deutschland anders als in Italien oder der Deutschschweiz.
Via Tagi