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Granulieren
(vom lat. granum, Korn) oder Körnen, die Überführung eines schmelzbaren Körpers in die Form von Körnern (Granalien). Dieses Verfahren wird eingeschlagen bei solchen Körpern, die wegen ihrer Härte, Zähigkeit oder anderer Eigenschaften sich sonst nicht gut zerkleinern lassen. Hierzu wird im allgemeinen die noch flüssige, geschmolzene Masse auf irgend eine Art, durch Umrühren, Schütteln u. s. w., in Bewegung erhalten und während derselben schnell abgekühlt.
Bei schwer schmelzbaren Stoffen, z. B. Eisen [* 2] und Hochofenschlacke, pflegt man dies in der Weise auszuführen, daß man auf die aus dem Ofen tretende Masse einen starken Strahl kalten Wassers oder hochgespannten Dampfes blasen läßt. Bei leicht schmelzbaren Stoffen erreicht man denselben Zweck dadurch, daß man die geschmolzene Masse in dünnem Strahl in ein Kühlgefäß laufen läßt, dessen Inhalt durch beständiges Rühren in Wallung erhalten wird; der Strahl zerteilt sich infolgedessen zu Tropfen, die alsdann zu Körnern erstarren.
Körper, deren Schmelzpunkt unter dem Siedepunkt des Wassers liegt, schmelzt man, um sie zu
granulieren,
unter Wasser und schüttelt beide
Stoffe in einem geschlossenen
Gefäß,
[* 3] bis sie sich unter den Schmelzpunkt des betreffenden
Körpers abgekühlt haben. Auch ganz ohne Kühlflüssigkeit, nur durch beständiges Schütteln bis zur Erreichung der Erstarrungstemperatur
kann in manchen Fällen das
Granulieren erfolgen. So werden Zinn,
Zink, Weißlot granuliert, indem man sie geschmolzen
in
Trommeln bringt, die man, um das Anhaften ihres
Inhalts zu verhindern, mit einem Kalkanstrich versieht und in heftige schüttelnde
oder rotierende
Bewegung versetzt. Für den Großbetrieb hat man eigene Granuliermaschinen, die im allgemeinen auf dem letztgenannten
Verfahren beruhen.