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Bulgarien durfte sich über sechs Medaillen in Tokio freuen, alle sechs wurden von Frauen gewonnen. Neben den Osteuropäern gibt es mit dem Kosovo, Südafrika, Estland, Thailand, Bermuda, Nigeria, Bahrain, Litauen, Namibia, Turkmenistan, der Elfenbeinküste und Puerto Rico noch weitere Länder, in welchen nur Frauen auf dem Podium standen.
Blicken wir nur auf jene 25 Nationen, welche mindestens 10 Medaillen mit nach Hause brachten, steht zuoberst: die Schweiz. Sagenhafte 76,9 Prozent der 13 Medaillen gewannen Teilnehmerinnen. Insgesamt ist dies die neunthöchste Quote aller Nationen, welche mindestens einmal aufs Podest durften. Auf Rang zwei bei über 10 gewonnen Medaillen folgt Kanada mit 24 «Plämpus», wovon 75% von Frauen errungen wurden.
In 20 Nationen durfte man sich nur über Männer-Medaillen freuen. Obwohl es sich hier oft um eine bis drei Medaillen handelt, räumten einige Männer ziemlich ab. Der Georgien holte 8 Medaillen, der Iran 7 und Usbekistan deren 5.
Übrigens: Bei zwölf Entscheidungen wurde in Mixed-Teams angetreten, bei deren sechs spielte das Geschlecht keine Rolle.
Ist ein Land eher für Team- oder Einzelsport bekannt? Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Was wir aber sagen können: Argentinien (3), Botswana (1) und die Fidschi Inseln (2) holten alle ihre olympischen Edelmetalle in Teamwettkämpfen. Auf der anderen Seite feierten 44 Nationen ausschliesslich Einzelmedaillen.
Die Schweiz gewann zwei von 13 Medaillen bei Teamwettbewerben (Tennis und Beachvolleyball), das macht eine Team-Medaillen-Quote von 15,4%.
Im Medaillenspiegel sind oft einwohnerstarke Nationen auf den vordersten Plätzen. Wenn wir aber umrechnen, wie viele Einwohner (egal ob Ausländer oder Bürger des Landes) ein Land braucht, um eine Medaille zu gewinnen, sieht es etwas anders aus.
Ganz vorne ist dann der Mini-Staat San Marino, welcher in Tokio seine ersten drei Medaillen gewinnen konnte. In San Marino gewann im Schnitt jeder 11'262. Einwohner olympisches Edelmetall.
Dahinter folgt Bermuda (jeder 63'000. Einwohner) und Grenada (jeder 111'000. Einwohner). Die Schweiz kommt hier auf den 14. Rang im Medaillenspiegel nach Einwohner. Bei uns wurde jeder 655'119. Einwohner olympischer Medaillengewinner.
Vor den Spielen in Tokio hiess es beim Kosovo, Fidschi und Jordanien: Wenn es eine Medaille gibt, dann ist dies die goldene. Alle drei Nationen standen auch 2020 mindestens einmal auf dem Podest.
Fidschi konnte zwar den Olympiasieg der Männer im 7er-Rugby von 2016 verteidigen. Die Frauenmannschaft schaffte es aber «nur» auf Rang 3. Und auch Jordanien hat keine weisse Weste mehr. Nach Gold für Ahmad Abughaush im Taekwando 2016 gab es 2020 Silber für Saleh Al-Sharabaty (Taekwando) und Bronze für Abdelrahman Al-Masatfa (Karate).
Somit bleibt einzig der Kosovo. Das kleine Land durfte sich nach der ersten Medaille überhaupt 2016 (Majlinda Kelmendi, Judo) bei den diesjährigen Spielen gar über zweimal Gold im Judo freuen: Distrita Krasniqi und Nora Gjakova standen zuoberst auf dem Podest. So gilt weltweit nur noch für den Kosovo: Gibt es eine Olympiamedaille, ist diese goldig.
Es gibt auch die andere Seite: Kasachstan durfte sich zwar über acht Medaillen freuen. Allerdings gab es achtmal Bronze. 2016 in Rio freute man sich in Kasachstan neben dreimal Gold noch über fünfmal Silber und zehnmal Bronze.
Burkina Faso, San Marino und Turkmenistan gewannen in Tokio erstmals eine olympische Medaille. Damit warten jetzt noch 64 Nationen darauf, mal auf dem olympischen Podest zu stehen. Die nächste Chance bietet sich 2024 in Paris.
Getan hat sich auch etwas bei Nationen, die zwar eine Medaille, aber noch nie Gold holten. In diesem «Klub» befinden sich 37 Nationen. Darunter auch Liechtenstein. Welches übrigens als weltweit einziges Land zwar bei Winterspielen schon Medaillen holte, aber noch nie im Sommer.
Und die Philippinen wurden in Tokio einen unrühmlichen Titel los: Bisher war das 106-Millionen-Einwohnerland das bevölkerungsstärkste, das nie Gold gewann. Ab jetzt hält diese zweifelhafte Ehre Tansania (56 Millionen Einwohner) vor dem Sudan (42 Millionen) und dem Irak (38 Millionen).