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Recherchen zur Provenienz des Landschaftszimmers von Johann Heinrich Wüest
Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 2018 von Ruth Vuilleumier-Kirschbaum
Landschaftszimmer gehörten im 18. Jahrhundert zur repräsentativen Ausstattung vornehmer Bürgerhäuser und Schlösser. Auch in der Schweiz waren Festräume mit in Öl gemalten Landschaften auf Leinwandbespannungen verbreitet, insbesondere in Zürich seit den 1740er-Jahren bis zum Ende des Jahrhunderts.1 Ein Landschaftszimmer brachte die Natur als ideale Vision in die gute Stube. Eine künstlich geschaffene Welt ohne Beschwerlichkeiten, die man höher einschätzte als die reale Natur.
Die in Öl gemalten Leinwandbespannungen wurden zum Teil vor Ort von ländlichen Ofen- und Dekorationsmalern geschaffen oder man bestellte sie direkt bei ausländischen Herstellern. In Frankfurt am Main, Berlin oder Amsterdam konkurrierten zahlreiche Tapetenmanufakturen. In Zürich waren es Maler, die dank ihrer Erfahrung auf der Wanderschaft in Holland und Deutschland die Tapetenmalerei nach Zürich brachten.2 Zu diesen Künstlern gehörte auch der Zürcher Johann Heinrich Wüest (1741–1821), der diese Dekorationskunst in Amsterdam erlernt hatte. Das Landschaftszimmer im Schloss Au war Wüests erste Arbeit nach seiner Rückkehr aus Holland. Doch Wüest hatte diese Raumdekoration nicht für das Schloss gemalt, sondern für ein unbekanntes vornehmes Bürgerhaus in Zürich. Als ich 1987 mein Dissertationsthema über «Gemalte Leinwandbespannungen in Zürich im 18. Jahrhundert» abgeschlossen hatte, blieb die Frage der Provenienz ungelöst. Und sie liess mich nie ganz los. So habe ich mich jetzt, über 30 Jahre später, noch einmal dahinter gesetzt und recherchiert.
Zur Baugeschichte des Schlosses Au
1316 wird erstmals ein Lehenhof auf der Au («Ouw») erwähnt.3 General Johann Rudolf Werdmüller (1614–1677) erwarb in der Mitte des 17. Jahrhunderts das Gut und liess 1651 ein barockes Schloss als Wohn- und Gästehaus errichten. Auch die nachfolgenden Schlossbesitzer empfingen hier Gäste, wie den Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock, der 1750 bei seinem Zürcher Aufenthalt der Halbinsel Au einen Besuch abstattete. Er verewigte den denkwürdigen Bootsausflug in der berühmten Ode «Der Zürchersee».4 1887 erwarb Fanny Moser-Sulzer (1848–1925) das Schloss Au. Freiin von Sulzer-Wart war die zweite Frau des 1874 verstorbenen Schaffhauser Grosskaufmanns Heinrich Moser. Sie war eine grosszügige, unabhängige, auch extravagante Dame und stattete das Gebäude mit reichen Antiquitäten aus. 1911 liess sie es durch den Fotografen Johannes Meiner (1867–1941) fotografieren.5 1917 verkaufte Fanny Moser die ganze Liegenschaft dem Zürcher Ingenieur und Bankier Hans von Schulthess Rechberg-Bodmer (1885–1951). Da das barocke Schloss baufällig war, liess er es 1928 abreissen und durch das heutige Schloss Au, eine neubarocke Villa, ersetzen. Für die Präsentation seiner historischen Waffensammlung – Degen, Harnische und Paradewaffen – plante er im Erdgeschoss eine grosse Halle.6 Mit dem Neubau beauftragte er das Architekturbüro Müller & Freytag aus Thalwil. Johann Albert Freytag (1880–1945) hatte bereits grosse Erfahrung im Bau von Villen und öffentlichen Gebäuden. Er war auch bekannt für seine behutsame Renovation alter Zürcher Bürger- und Zunfthäuser.7 1951 kam das Schloss Au an den Sohn des Erbauers Eric von Schulthess-Paravicini (1914–1986). Nach dessen Tod übergaben es die Erben 1989 teilweise als Schenkung dem Kanton Zürich mit dem Wunsch, das Gut für die Förderung und Bildung der Jugend zu verwenden, insbesondere für die Weiterbildung ihrer Lehrer. Heute ist hier ein Tagungszentrum für Bildung, Kultur und Begegnung eingerichtet: Das Tagungszentrum der Pädagogischen Hochschule Zürich.
Das Landschaftszimmer im Salon vert
Im Salon vert, dem 54 Quadratmeter grossen Esszimmer im Parterre des Schlosses Au, werden seit jeher, elegant und gepflegt, Menus serviert. Dabei haben die Gäste nicht nur die Aussicht auf den Zürichsee, sondern auch auf die holländischen Flusslandschaften an den Wänden, die vom Künstler mit «J.H. Wüst 1770» signiert und datiert sind. Es wäre denkbar, dass der bemalte Turmofen (1766) des Zürcher Ofenbauers Hans Heinrich Bachofen (1717–1779) aus dem gleichen Ensemble stammt wie die Wandbespannungen.
Der Salon vert im Schloss Au. (1)
Während meiner Recherchen für die Dissertation besuchte ich 1975 den damaligen Besitzer Eric von Schulthess-Paravicini im Schloss Au. Er teilte mir mit, sein Vater hätte das Schloss 1928 neu erbauen lassen und damals auch die Leinwandbespannungen über den Kunsthandel erworben. Doch leider wüsste er nicht, aus welchem Gebäude sie ursprünglich stammten, auch nicht wer der Kunsthändler gewesen war.
Der Landschaftsmaler Johann Heinrich Wüest
Johann Heinrich Wüest (1841–1821)8 war der Sohn eines Seilers und machte in Zürich die Lehre als Flachmaler, was ihn nicht befriedigte. Er versuchte, sich autodidaktisch als Künstler weiterzubilden und bekam schon vor der Wanderschaft einzelne Aufträge, Zimmer mit Landschaften auszumalen. In seiner Autobiografie bezeichnete er diese jedoch als «erbärmlich». Erst der Ratschlag seines älteren Kollegen Johann Balthasar Bullinger (1713–1793), der in Holland bereits die Tapetenmalerei erlernt hatte, ermutigte ihn, seine Wanderjahre dort zu verbringen. So lernte und praktizierte Wüest während seines sechsjährigen Aufenthalts In Amsterdam diese Technik à fond.
Wüest kehrte nach längeren Zwischenhalten in Antwerpen, Brüssel und Paris im September 1769 28-jährig nach Zürich zurück. Hier standen ihm alle Türen offen. Der renommierte Zürcher Malerpoet Salomon Gessner (1730–1788) besuchte ihn kurz nach seiner Ankunft und die Malerzunft nahm ihn sofort auf. Es folgte 1770 der erste grosse Auftrag: die Leinwände, die sich heute im Schloss Au befinden. Noch ganz unter dem Eindruck holländischer Malerei malte er breitangelegte Flusslandschaften mit tiefliegendem Horizont in grauen, blauen und grünen Farbtönen, belebt mit ländlichen Genreszenen und atmosphärisch feinmodellierten Wolkenballungen.
1772 konnte Wüest im Auftrag des englischen Naturforschers und Kunstliebhabers Lord Strange (1732–1799) den Rhonegletscher besuchen, ebenso den Schaffhauser Rheinfall. Für Lord Strange malte er beide Motive auf kleine Holztäfelchen von etwa 13 x 21 cm, die unlängst in einer Privatsammlung wiederentdeckt wurden. Später malte er diese Ansichten mehrfach als grössere Tafelbilder, wobei der «Schaffhauser Rheinfall» (126 x 88 cm, Sammlung Mettler)9 sowie der «Rhonegletscher» (126 x 100 cm, Kunsthaus Zürich) von etwa 1775 am bekanntesten sind. Diese beiden hochformatigen Panneaux gehörten ursprünglich zu einer Serie von Wandverkleidungen aus dem Saal des Gartenhauses Zum Wollenhof (Schipfe 59) in Zürich.10 Es kann davon ausgegangen werden, dass Wüest ein Geschäftsbuch mit nummerierten Einträgen seiner Werke führte, wie es von Bullinger bekannt ist. Darauf weisen mitunter Zahlen auf der Rückseite seiner Gemälde hin. Nur ist dieses Werkverzeichnis heute leider verschollen.
Dafür ist in der graphischen Sammlung des Kunsthauses Zürich eine Sammelmappe mit Skizzen und Zeichnungen von Wüest erhalten, die sein Schwiegersohn Alexander Seiler aus Schaffhausen aus dem Nachlass zusammengestellt hatte.11
Wüest ist in erster Linie als Landschaftsmaler bekannt. Er malte Landschaftsbilder, die auf eigenen Naturbeobachtungen beruhen. Öfters hatte er die Schweiz durchwandert und dabei seine Eindrücke in Skizzen festgehalten. Seine Arbeiten zeigen eine selbständige Formensprache und seine lockere Malweise in blaugrüner, auch goldbrauner Tonigkeit mit bemerkenswertem Nuancenreichtum ist unverkennbar. Die Staffagefiguren sind frei erfunden und bilden eigenständige Genreszenen. Sie beleben die Landschaften und verleihen ihnen eine erzählerische Note.
Von seinen Zeitgenossen wird Wüest als gesellig und freundlich beschrieben: «… ein wackrer Bürger, der sich durch Fleiss und Sparsamkeit, ohne Knauserey, von ererbter Armuth zum Wohlstande emporgearbeitet hatte».12 So zeigt ihn auch ein Porträt von Hans Jakob Oeri.13 Wüest gehörte zu den Mitbegründern der Zürcher Künstler-Gesellschaft (1787), aus der später das Kunsthaus in Zürich erwuchs, wo heute noch zahlreiche seiner Werke erhalten sind.
Bildnis des Landschaftsmalers Johann Heinrich Wüest, 1808, von Hans Jakob Oeri. (2)
Die Restaurierung der Leinwandbespannungen
Wie bereits erwähnt, stammen Wüests Wandbespannungen aus einem bislang unbekannten Zürcher Bürgerhaus. 1928 wurden sie im Esszimmer des Schlosses Au eingebaut. 2007 restaurierten sie Heinz Schwarz aus Kriens und Manuel Hebeisen aus Zug in Zusammenarbeit mit der Kantonalen Zürcher Denkmalpflege. Im Restaurierungsprotokoll14 wird vermerkt, dass die Gemälde einem älteren Gebäude entnommen und der neuen Raumsituation im Schloss Au angepasst wurden. Zudem waren sie stellenweise beschnitten, zusammengesetzt und mit Goldleisten in der Wandvertäfelung fixiert. Die Bildoberfläche war in so gutem Zustand, dass eine einfache feuchte Reinigung genügte, denn der Firnis war noch intakt. Die alten Retuschen wurden belassen. Man konservierte hauptsächlich. Die Leinwände wurden von der Rückseite her verstärkt, damit sie wieder gespannt werden konnten.
Es fällt auf, dass vor allem im Bereich hinter dem Turmofen Anstückungen mit grossflächigen Übermalungen zu finden sind. Dies gibt einen Hinweis darauf, dass die Bespannungen auch am Ursprungsort in der gleichen Abfolge hinter einem Ofen an der Wand befestigt waren, wo sie durch die Wärme am meisten gelitten haben.15 Das Restaurierungsprotokoll erwähnt zudem, dass die Supraporte auf eine feinere Leinwand gemalt und auf eine Holzplatte aufgeklebt ist. Die drei schmalen, auf grobe Leinwand gemalten Teilstücke in den Ecken des Raumes sind Ergänzungen von 1928. Die Spannrahmen wurden alle für den Einbau 1928 neu hergestellt.
Auf meine Anfrage bei Restaurator Heinz Schwarz, ob die Gemälde vor dem Einbau im Schloss Au eine Zeit lang zwischengelagert worden seien, meinte er, dass die Gemälde insgesamt in einem sehr guten Zustand seien und eine mögliche Zwischenlagerung in Rollen grosse Schäden verursacht hätte.16 Er bemerkte zudem, dass die Malereien beim Überspann über den Spannrahmen an verschiedenen Stellen beschnitten waren, und dass die Bildflächen vor dem Einbau 1928 eventuell noch grösser gewesen seien. Vergleicht man jedoch die Kompositionen auf der Wand mit den noch erhaltenen Ölskizzen von Wüest, kann es sich höchstens um einige Millimeter gehandelt haben, da die Darstellungen weitgehend übereinstimmen.
Die Skizze «Grüner Saal» aus dem Restaurierungsprotokoll zeigt den Erhaltungszustand von 2007 mit den 1928 hinzugemalten Ergänzungen (blau) sowie den vorgenommenen Massnahmen für die Restaurierung und Konservierung. Der Turmofen ist braun eingezeichnet.
So setzen sich die Leinwandbespannungen von Johann Heinrich Wüest zusammen: Blau markiert sind die Anstückungen von 1928. (3)
Die Komposition der holländischen Flusslandschaften mit tiefem Horizont, hohem, wolkigem Himmel und Bäumen entspricht jener auf Wüests Ölskizze (12,6 x 43,2 cm)17. Nur an der Ostwand direkt hinter dem Ofen wurde 1928 ein 60 cm langes Stück grober Leinwand angesetzt und in Wüests Stil sinngemäss mit Bäumen nachgemalt.
Hütte am Fluss und Fischer: Ausschnitt aus der Ostwand. (4)
Ölskizze für die Ostwand, Grafische Sammlung Kunsthaus Zürich. (5)
Die Komposition auf der Südseite folgt ebenso weitgehend der Ölskizze (13,5 x 43,7 cm),18 lediglich die linke Bildseite hinter dem Ofen weicht etwas ab. Die Staffage auf der Ölskizze mit der Hütte, dem Wegweiser, dem schiefen Tor und der Menschengruppe hatte Wüest auf dem Wandgemälde leicht abgeändert: Er fügte zusätzlich eine sich über eine Brücke entfernende Kutsche ein und setzte auf der linken Seite das schiefe Holztor mit Staffagen unter Bäumen weiter in den Vordergrund. Dieser Teil der Malerei direkt hinter dem Ofen hatte etwas gelitten. Der Restaurator fand hier bei den zusammengefügten Gemäldeteilen Übermalungen. Der Wegweiser auf dem Wandgemälde trägt die Signatur «J.H. Wüest 1770».
Hütte mit Wegweiser und Kutsche auf der Brücke: Ausschnitt aus der Südwand. (6)
Ölskizze für die Südwand, Grafische Sammlung Kunsthaus Zürich. (7)
Die Supraporte malte Wüest auf eine feinere Leinwand, die auf eine Holzplatte aufgeklebt ist. Sie ist insgesamt gut erhalten. Die duftig feinen Farben in der Landschaft und insbesondere in den Wolkenballungen kommen lebendig zum Ausdruck. Die Art ländlicher Szene – ein Wanderer mit Kind und Hund in Rückenansicht – war im 18. Jahrhundert ein beliebtes Genremotiv.
Zwei Wanderer mit Hund als Staffage: Ausschnitt aus der Supraporte der Südwand. (8)
Die beiden quadratischen Panneaux an der Westwand – eine Waldlandschaft mit Reitern – weisen stärkere Restaurierungsspuren auf. Im rechten Bild unten entdeckten die Restauratoren einen 1928 eingesetzten schmalen Bildstreifen. In den Ecken der Süd- und Nordwand sind zudem insgesamt drei schmale Bildteile auf Leinwand als Verbindungsstücke 1928 neu hinzugemalt worden. Auch die Malereien auf den Türfüllungen mit Landschaften und dekorativen Elementen sind neu. Auf der Türfüllung unter der Supraporte (Südwand) ist das Haus Zum Rechberg in Zürich (früher Zur Krone, Hirschengraben 40) dargestellt, eine Reverenz an den einstigen Besitz der Familie von Schulthess Rechberg (1839–1866).
Recherchen zur Herkunft führen zu einem Haus «in Berg»
Wenn schon die Signatur und der Name des Künstlers bekannt sind, sollte doch die Herkunft dieses Werks einfach zu finden sein, dachte ich noch in der Studienzeit. In der graphischen Sammlung des Kunsthauses Zürich stiess ich auch gleich auf die bereits genannte Sammelmappe mit Skizzen von Johann Heinrich Wüest. Neben kleinen Bleistiftskizzen finden sich auch Ölskizzen, bezeichnet mit «Zimmer-Mahlerey», die Wüest für verschiedene heute nicht mehr bekannte Leinwandbespannungen entworfen hatte.19 Zwei schmale Ölskizzen mit der Überschrift «in Berg»20 entsprachen jedoch genau den Motiven, die ich im Schloss Au gesehen hatte.
Für die Dissertation studierte ich die Gebäude «in Berg» an der Zürichberghalde, dem Gebiet unterhalb der Universität, die für eine Provenienz hätten in Frage kommen können.21 Wirklich überzeugend war jedoch keines. Für die vorliegende Studie erweiterte ich den Radius auf das Gebiet der Florhof-Häuser.
Zuerst reiste ich zum Schloss Nürensdorf, wo die alten Akten der Florhof-Häuser Zwei Wanderer mit Hund als Staffage: Ausschnitt aus der Supraporte der Südwand aufbewahrt werden. Hier entdeckte ich in einem Verzeichnis, dass im Vorderen Florhof (Florhofgasse 28 in Zürich) im ersten Stock verschiedene Räume mit Papiertapeten ausgeschmückt waren, das «Besuchs Zimmer» sogar «mit fein auf Leinwand in Oelfarb gemahlter […] Tapete» und im zweiten Stock eine «2te grosse Stube mit hellblau wachstüchener laquierter Tapete».22 Waren diese hier meine gesuchten Leinwandbespannungen? Der Besuch bei der Kantonalen Denkmalpflege in Dübendorf, wo die Grundrisse fein säuberlich aufgezeichnet vorliegen, war ernüchternd. Die Räume im Vorderen Florhof wären für meine gesuchten, übermässig langen Leinwandbespannungen viel zu klein gewesen!
Der Untere Schönenberg und seine dramatische Geschichte
Ein Hinweis des Kunstdenkmäler-Inventarisators führte mich zum Unteren Schönenberg an der Florhofgasse, dem heutigen Hotel Florhof (Florhofgasse 4).23 Das Gebäude wurde erst im 19. Jahrhundert in «Florhof» umbenannt zum Leidwesen der benachbarten Hausbesitzer der eigentlichen Florhof-Häuser. Zur Liegenschaft des Unteren Schönenbergs hatte auch ein oberes namenloses Ökonomiegebäude gehört, wo Mousselin hergestellt wurde. Diesen alten Fabrikationstrakt liess der damalige Besitzer Felix Oeri (1716–1774) abreissen, um an dieser Stelle zwischen 1763 und 1772 ein repräsentatives Palais (Florhofgasse 2) zu errichten.
Je mehr ich mich in die Geschichte des Unteren Schönenbergs vertiefte, umso spannender wurde sie. Zuerst entzifferte ich die handschriftlichen Quellen im Staatsarchiv Zürich, die sich fast wie einen Krimi lesen.24 Dann fand ich glücklicherweise die bereits 1996 publizierte umfassende Hausgeschichte «Von der Krone zum Rechberg – 500 Jahre Geschichte eines Hauses am Zürcher Hirschengraben», die Gustav Walter von Schulthess zusammen mit Christian Renfer minutiös recherchiert hatte.25 Und die Hausgeschichte zeigt, wie eng der Untere Schönenberg mit dem stattlichen Nachbargebäude, dem Rechberg (Hirschengraben 40), durch familiäre Verhältnisse miteinander verbunden war.26
Der Vater des Unteren-Schönenberg-Besitzers Felix Oeri hiess Hans Jacob Oeri (1690–1758) und war Sohn eines Gürtlers, der Metall zu Beschlägen verarbeitete. Hans Jacob heiratete 1715 Dorothea Gwaltert (1684–1749) aus dem Rechberg. 1718 konnte das Paar das Nachbarhaus, den Unteren Schönenberg, erwerben und wohnte dort mit den beiden Kindern Felix und Anna. Als die Schwiegermutter 1726 starb, zog die junge Familie in das Haus zum Rechberg. Hans Jacob wollte nicht wie sein Vater als bescheidener Gürtler arbeiten, sondern wandte sich der lukrativen Herstellung von Mousselin zu. Dafür liess er oberhalb des Unteren Schönenbergs ein Fabrikationsgebäude errichten und wurde damit so vermögend, dass er in Zürich als «der reiche Oeri» schlechthin galt.
Die Tochter Anna Oeri (1718–1800) war wie der Vater tüchtig und zielstrebig, der ältere Bruder Felix Oeri (1716–1774) hingegen leichtsinnig und verschwenderisch. Schon beim Tod der Mutter 1749 eskalierten die Erbstreitigkeiten. Die unverheiratete Anna arbeitete von Anfang an mit dem Vater zusammen, und als er 1758 starb, war sie die grösste Steuerzahlerin der Stadt Zürich. Das Gericht sprach Anna den Rechberg und Felix den Unteren Schönenberg zu; das Geschäft wurde halbiert. Die Geschwister hatten wohl von klein auf ein gespanntes Verhältnis. Dennoch fällt auf, dass beide erst nach dem Tod des Vaters kurz nacheinander heirateten. Die ledige Anna war bereits 40 Jahre alt, als sie 1758 Zunftmeister Hans Caspar Werdmüller (1711–1773) heiratete. Felix war 43, als er 1759 Anna Elisabeth Lavater (1732–1789) heiratete. Er hatte zwei Kinder, während Anna kinderlos blieb.
Felix hatte sich gegenüber seiner Schwester Anna stets benachteiligt gefühlt und galt auch beim Rat als Querulant. Er focht die erbrechtliche Teilungsvereinbarung an und opponierte gegen Annas geplanten Neubau des Rechbergs, der zum repräsentativsten Stadtpalais der Stadt werden sollte. Es erstaunt, welchen Elan und Kunstsinn Felix für seine eigenen Bauvorhaben entwickelte, trotz Alkoholmissbrauch, ständigen Streitereien mit der Familie, den Nachbarn und der Behörde.
So renovierte er zwischen 1763 und 1772 mit seinem immens grossen Erbanteil zuerst den Unteren Schönenberg (heute Hotel Florhof) mit kunstvollem Intérieur, zierlich gestalteten Stuckdecken und bemalten Kachelöfen. Anstelle des oberen Fabrikationsgebäudes errichtete er das barocke Palais als eleganten Geschäftssitz. Zudem baute bzw. renovierte er in Riesbach ein Landgut sowie das barocke Gartenhaus zur Vogelhütte und zwischen 1767 und 1769 in Meilen zwei Landhäuser, den Seehof und die Seehalde. Innerhalb des gleichen Jahrzehnts beschäftigte er sich mit sechs verschiedenen Bauprojekten!
Hatte Felix Oeri aus Neid und Rache an seiner erfolgreichen Schwester die Bauwut gepackt? Wollte er ihr beweisen, dass auch er ein grandioser Bauherr war? War er ein grosser Kunstliebhaber? Wir wissen es nicht. Aber es scheint unumgänglich, dass er einen äusserst kompetenten Baumeister mit einem grossen Mitarbeiterstab zur Seite gehabt haben musste. Wie Christian Renfer vermutet, wäre dazu fast nur der erfahrene Zürcher Baumeister David Morf (1700–1773) und seine Nachfolger27 in der Lage gewesen. Morf hatte bereits in den 1750er-Jahren unter anderen das Zunfthaus Zur Meisen gebaut. Der Überlieferung nach war er auch der Architekt des Palais Rechberg, welches die Schwester Anna Werdmüller-Oeri erbauen liess und Ende 1770 feierlich einweihte. Eine Mammutaufgabe, die wirklich nur ein grosses, erfahrenes Bauunternehmen ausführen konnte. Leider fehlen dazu historische Belege, aber stilistische Vergleiche legen dies nahe.28
Obwohl die Geschwister Oeri mit ihrem enormen Erbe vergleichbare Ziele verfolgten, setzten sich die Streitigkeiten fort, davon berichten die Ratsprotokolle. Es ist kaum vorstellbar, wie Felix Oeri sich persönlich um seine Bauvorhaben kümmern konnte. Ständig war er in Gerichtsprozesse verwickelt mit Verhören und Geldbussen, zeitweise sass er gar in Einzelhaft oder war auf der Flucht. Sein Ruf war ruiniert: Die Zunft schloss ihn von ihren Anlässen aus, seine Ehefrau klagte wegen seines liederlichen Lebenswandels, Tyrannei und Nachlässigkeit bei der Erziehung der Kinder, seine Schwester Anna klagte wegen des «gänzlichen Zerfall der Oekonomie ihres Bruders» und «unordentlicher und ungeschickter Führung der Geschäfte». Schliesslich erklärte der Rat Felix Oeri zum «prodigus» (Verschwender) und entzog ihm jeglichen Zugang zu seinem Vermögen. Der Schwager Johann Caspar Werdmüller-Oeri wurde am 18. April 1772 mit der Liquidation aller Geschäfte beauftragt. Felix sollte zudem «förderlichst bey einem wackeren und würdigen Herrn Pfarrer auf dem Lande untergebracht» werden. Schliesslich hatte seine Schwester Mitleid und anerbot sich, ihm zu verzeihen und ihn auf ihre Kosten im Bernbiet unterzubringen. Doch Felix liess sich nicht bevormunden. Wie schon zuvor floh er immer wieder, bis er am 9. Oktober 1774 in Otelfingen starb. Seine so vornehm erbauten Besitztümer konnte er kaum geniessen.
Der Untere Schönenberg nach dem Tod von Felix Oeri
Nach Felix Oeris Tod ging die ganze Liegenschaft des Unteren Schönenbergs an dessen Sohn Hans Rudolf Oeri (1759–1815) über, der seit 1779 mit Anna von Reinhard (1757–1815) verheiratet war. Wie sein Vater war auch Hans Rudolf streitbar und alkoholabhängig, so dass er von Amts wegen im Ausland versorgt wurde. Seine Frau durfte mit den Kindern im Unteren Schönenberg wohnen bleiben. Das obere Palais wurde als Wohnhaus vermietet. Die Tochter Elisabeth Oeri (1785–1818) heiratete 1803 den Textilkaufmann Johann Conrad Ott (1775–1858). Sie erbten nach dem Tod der kinderlosen Grosstante Anna 1800 den Rechberg sowie den Unteren Schönenberg, ebenso das Oerische Handelsgeschäft. Anfänglich wohnte das Paar im Unteren Schönenberg, zog aber später in den Rechberg. 1810/11 verkaufte Conrad Ott-Oeri beide Liegenschaften des Unteren Schönenbergs an zwei verschiedene Interessenten.
Den Unteren Schönenberg (heute Hotel Florhof, Florhofgasse 4) erwarb 1811 Ratsherr Hans Konrad Finsler-Escher (1756–1839), der das Bankhaus Gebrüder Finsler & Co. gegründet hatte, das aber 1829 in Konkurs ging. Im Jahr darauf, 1830, kaufte Gottfried von Meiss-Reinhard (1784–1858) das Haus und installierte hier seine Seidenhandlung «Meiss-Reinhard, Seiden und Florettseide». Er renovierte das Gebäude, so dass der Versicherungswert von 14 850 auf 21 000 Gulden anstieg.29
Das alte Palais an der Florhofgasse 2 ging 1810 an den «Tischmacher» Heinrich Kern von Berlingen, der bereits drei Jahre später starb. Es blieb aber weiterhin im Besitz seiner Witwe Kleophea Kern. Siber, die es 1843 dem Nachbar Gottfried von Meiss-Reinhard verkaufte. Von Meiss war nun Besitzer beider Liegenschaften Unterer Schönenberg. Er baute auch dieses neu erworbene Gebäude so stark um, dass sich der Versicherungswert von ursprünglich 6500 Gulden nach Abschluss der Renovation im Jahr 1846 auf 20 000 Gulden verdreifachte.30 Bei einer derart teuren Renovation scheint es folgerichtig, dass 1846 auch das Dach des alten Palais erneuert wurde. Beim Vergleich mit Abbildungen aus der Zeit fällt jedoch auf, dass das Gebäude mit dem eleganten Barockdach schon Mitte der 1830er-Jahre mit einem mächtigen Satteldach dargestellt wurde und ohne Noblesse erscheint.31 Vermutlich war das Barockdach so undicht, dass schon die Witwe Kleophea Kern-Siber es 1832 sanieren lassen musste.32 Und da war es sicher kostengünstiger, das komplizierte Mansarddach durch ein einfacheres Satteldach zu ersetzen.
Innerhalb der Familie von Meiss erbte der Sohn Hans von Meiss-von Muralt (1813–1884) 1858 die beiden Gebäude des Unteren Schönenbergs. 1890 gingen sie in den Besitz von Baumeister Carl Fischer und Bautechniker Hermann Schmutziger über, die hier gemeinsam ein Baugeschäft betrieben. 1907 erwarb sie der Architekt Karl Weigle, der beide Gebäude so stark umbaute, dass sie ihren Wert wieder verdoppelten. Im unteren Haus an der Florhofgasse 4 richtete er eine Pension ein, die Pension Florhof. Bei einer neuerlichen Renovation 1973/74 wurde das ganze Gebäude ausgekernt und zum zeitgemässen Hotel Florhof umgebaut.
Dem oberen Gebäude wollte Architekt Karl Weigle wieder sein barockes Aussehen von 1772 zurückgeben. Er ersetzte das Satteldach mit einem Walmdach, ergänzt mit einem geschweiften Quergiebel. Doch im Vergleich mit dem ursprünglichen Barockdach drehte Weigle den Giebel um 90 Grad hin zum Hotel Florhof, so dass die Südseite zur repräsentativen Hauptfassade wurde. Weigle setzte den Haupteingang in die Mittelachse seiner neu gestalteten Hauptfassade. Eine doppelläufige Freitreppe führt vom Sockelgeschoss zum überdachten Haupteingang des Hochparterres, wobei ionische Säulen mit Gebälk den darüber liegenden Balkon stützen. Der Haupteingang führt direkt in den Mittelsaal des Hochparterres.33
Das Palais Rechberg in Zürich (vorne links, früher Krone genannt), das Palais Unterer Schönenberg (Florhofgasse 2, rechts oben) und direkt davor das Hotel Florhof (früher Unterer Schönenberg genannt, Florhofgasse 4) auf einer Zeichnung von Johann Jakob Hofmann, 1772. (9)
1918 verkaufte Weigle das neu barockisierte Gebäude an Ingenieur Georg Boner-Brown (1862–1947), ein Schwager der Gebrüder Brown (Brown Boveri in Baden), dessen zwei Töchter bekannte Künstlerinnen waren.34 1930 ging die Liegenschaft an den Kanton Zürich. Die Umbaupläne bei der Kantonalen Denkmalpflege zeigen, dass man damals vor allem das Kellergeschoss grundlegend erneuerte. Die oberen Geschosse wurden sanft renoviert, deshalb liegen keine Pläne vor. Seit 1944 befindet sich hier die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich.35
Zur Verortung von Wüests Landschaftstapeten
Wie die obigen Ausführungen zeigen, ist es gut vorstellbar, dass Johann Heinrich Wüest die gemalten Leinwandbespannungen im Schloss Au im Jahr 1770 für das Palais des Unteren Schönenbergs an der Florhofgasse 2 geschaffen hatte. Das Gebäude gehört zur Zürichberghalde, auch «in Berg» genannt, und der ausserordentlich vermögende Besitzer war bekannt für seine überaus rege Bautätigkeit.
Bei der Besichtigung der Räume war es verlockend, Wüests Tapetenmalerei in Gedanken im Piano nobile einzurichten, im grossen Festraum des Obergeschosses (7,05 x 5,20 Meter). Die noch gut erhaltene, delikate barocke Stuckdecke36 mit zarten Blumenmotiven hätte stilistisch perfekt zur raumfüllenden holländisch anmutenden Landschaftsmalerei gepasst, auch die Längenmasse wären gegeben. Aber zwei architektonische Einbauten verunmöglichen diese Vermutung: Einmal die sich gegenüberliegenden Türöffnungen in den Seitenwänden, die sogenannte Enfilade oder Raumflucht, die typisch ist auch für Zürcher Bürgerhäuser des Barocks. Noch gravierender spricht das elegante Kamin im Zentrum der nördlichen Längswand dagegen. Es ist in einen Wandvorsprung eingebaut, der mit dem Deckenspiegel verbunden ist, und mit den floralen Motiven der Deckenstuckatur eine Einheit bildet.
Der direkt darunterliegende Saal im Hochparterre (7,05 x 4,80 Meter) mit ähnlichen Längenmassen wurde einmal purifiziert, denn die barocken Elemente fehlen. Die Seitenwände sind geschlossen ohne Raumflucht. Von der Aussentreppe her führt die Haustüre direkt in den Raum hinein. Ob dieser Zugang schon 1772 der Haupteingang gewesen war, lässt sich nicht mehr feststellen, aber es wäre denkbar.
Vom Mittelgang her führen zwei Glastüren in den Saal. Sie stammen vermutlich aus der Umbauphase zwischen 1843 und 1846. Der fein gegliederte obere Abschluss der Glastüren mit ineinandergreifenden neogotischen Spitzbogen lässt sich mit zwei Türen in der unmittelbaren Nachbarschaft vergleichen. An der Kantonsschulstrasse 1 weist das Haus Turnegg (Ass.- Nr. 677b) zwei gleichartig gestaltete Aussentüren auf.37 Dieses Wohnhaus wurde 1836 anstelle einer Schmiede erbaut.38 Mit dem Einbau der Glastüren vor allem in der Nordwestecke des Saals, wo früher wohl ein barocker Turmofen gestanden hatte, veränderte sich der Charakter des Raumes. Vermutlich wurden die barocken Elemente um 1846 durch die Familie von Meiss verkauft. In diesem Saal im Hochparterre hätten Wüests Landschaftstapeten zu Felix Oeris Zeiten durchaus Platz gefunden. Es ist denkbar, dass ein ähnlicher barocker Turmofen in der Nordwestecke stand, wie er im Nachbarhaus im Hotel Florhof von 1771 noch erhalten ist. Vielleicht sogar der Turmofen von Heinrich Bachofen von 1766 im Schloss Au? Doch muss man sich überlegen, warum Wüests Tapetenmalerei im Hochparterre und nicht im Obergeschoss, im Piano nobile, eingerichtet war. Für Felix Oeri sollte das Palais ja ein repräsentativer Geschäftssitz sein, wo er seine Kundschaft empfangen wollte. Mit den zu seiner Zeit modernen holländischen Landschaftsmotiven, die man vor Wüests Rückkehr 1769 so nicht gekannt hatte, bezeugte der Bauherr und Geschäftsmann seinen auserlesenen Geschmack. Damit war er seiner Schwester Anna, mit der er ja ständig in Konkurrenz stand, einen Schritt voraus. Denn sie konnte Wüest für den Rechberg nicht engagieren, da dieser praktisch fertig gebaut war, als Wüest in Zürich eintraf. Anna musste sich mit Leinwandbespannungen mit ländlichen Szenen von Daniel Düringer (1720–1786) und seiner Werkstatt begnügen. Für einen weiteren Raum im zweiten Geschoss hatte sie Panneaux vermutlich von einem unbekannten Wanderkünstler malen lassen. Denn Düringer war bereits 1764 in seinen Heimatort Steckborn zurückgekehrt, wo er ein angesehener Lokalpolitiker wurde.39 Auch Johann Balthasar Bullinger, der zweite renommierte Zürcher Tapetenmaler, hatte 1761 mit der anstrengenden Tapetenmalerei aufgehört.40
Versuch einer Rekonstruktion
Für die Anordnung der holländischen Landschaften im Hochparterre des Palais des Unteren Schönenbergs kommt für die langen Hauptbilder die gleiche Anordnung wie im Schloss Au in Frage. Darauf weisen die alten Retuschen in der Ecke hinter dem Ofen. Da wir nicht wissen, ob es noch weitere, heute verschollene Teilstücke gab, vielleicht eine zweite Supraporte, soll dies ein Rekonstruktionsversuch sein mit den erhaltenen Originalteilen. Die fiktiven Teile sind in der Skizze mit schraffierten und gestrichelten Linien eingezeichnet.
Rekonstruktionsskizze: Grosser Mittelraum im Hochparterre der Florhofgasse 2, Zürich. (10)
Auf der Westwand (482 cm) hätte das lange Panneau mit Flusslandschaft und Bäumen (150 x 420 cm) Platz gehabt – ohne die 60 cm Anstückung. Hinter dem Turmofen auf der 705 cm langen Nordwand hätte sich die Flusslandschaft mit der Hütte, dem Wegweiser und weiteren Staffagen (150 x 570 cm) fortgesetzt wie im Schloss Au.41 Wie heute gab es wohl auch damals auf der Nordost-Seite eine 120 cm breite Tür zum Mittelgang, darüber vielleicht die noch erhaltene Supraporte (29 x 120 cm). Auf der heute geschlossenen Ostwand hätten die beiden quadratischen Panneaux mit den Reitern (je 150 x 150 cm) Platz gefunden, dazwischen vielleicht nochmal eine Türe mit einer zweiten Supraporte (29 x 120 cm), wobei ja nur eine Supraporte von Wüest erhalten ist. Oder statt einer Tür wäre auch denkbar, dass ein Wandspiegel mit einer Konsole die beiden quadratischen Panneaux verbunden hätte. Leider gibt es keine Abbildungen aus der Zeit, so dass sich heute nur Hypothesen formulieren lassen.
Wie kamen Wüests holländische Landschaften von Zürich ins Schloss Au?
Wo blieben Wüests Wandbespannungen vor 1928, vor dem Einbau im Schloss Au? Wann wurden sie aus dem alten Palais des Unteren Schönenbergs entfernt? Geschah dies bereits 1832 beim Umbau durch die Witwe Kleophea Kern-Siber oder 1846 durch Gottfried von Meiss-Reinhard oder erst 1907 durch Karl Weigle? Die Fotografien der Familie Boner, die zwischen 1918 bis 1930 hier wohnte, zeigen, dass sie damals nicht mehr vorhanden waren. Auch in Konrad Eschers alten Zettelkästen und handschriftlichen Karteikarten zum Unteren Schönenberg – Grundlage der alten Stadtzürcher Kunstdenkmal-Bände bei der Kantonalen Denkmalpflege – finden sich keinerlei Hinweise.42
Meine Vermutung geht dahin, dass die Bespannungen aufgrund der Datierung der neugotisch gestalteten Glastüren beim grossen Umbau von 1843 bis 1846 entfernt wurden. Doch dann verliert sich leider die Spur. Wo verblieben sie während rund 80 Jahren? Nach Einschätzung des Restaurators wurden sie nicht irgendwo auf einem Estrich zwischengelagert. Schmückten sie ein anderes Bürgerhaus, bis sie 1928 ins Schloss Au kamen?
Aufgrund des guten Zustands der Malerei ist diese Vorstellung am plausibelsten. Es ist nachvollziehbar, dass für Gottfried von Meiss-Reinhard die Landschaftstapeten um 1846 nicht mehr à jour waren. Er hatte viel Geld in die Renovation des alten Palais des Unteren Schönenbergs investiert, um die Kunden in seiner Seidenhandlung in zeitgemässen Geschäftsräumen empfangen zu können. Und für solche Raumdekorationen gab es damals durchaus auch Käufer. Denn durch die Stadterweiterung herrschte rege Bautätigkeit, und da hätten Wüests holländische Flusslandschaften einem aufstrebenden Bauherrn sicher gefallen können. Albert Hauser schrieb in seinem Werk «Halbinsel Au – ein Glücksfall», dass die Wandmalereien von Johann Heinrich Wüest von 1770 aus dem alten Barockschloss ins neuerbaute Schloss Au übertragen worden seien.43 Folgen wir dieser Spur und betrachten die zahlreichen Handänderungen des alten Schlosses, käme wohl am ehesten die Besitzerin Fanny Moser-Sulzer in Frage. Sie hatte das Schloss Au 1887 gekauft und war mit dem ersten Direktor des schweizerischen Landesmuseums Heinrich Angst befreundet.44 Er beriet sie bei der Instandstellung des Gebäudes, auch bei der Anschaffung von Antiquitäten. Durch seine Vermittlung hätte sie Wüests Leinwandbespannungen erwerben können, entweder 1890 beim Verkauf des Unteren Schönenbergs an die Baumeister Fischer/Schmutziger oder 1907, als Karl Weigle das Gebäude grosszügig umbaute. Albert Hausers Erklärung – die man allgemein noch heute überliefert – wäre sicher die einfachste. Aber Fotodokumente aus der Zeit widerlegen dies. Die Fotografien des Intérieurs im Schloss Au von Johannes Meiner von 1911 zeigen keine Leinwandbespannungen.45 Auch Emil Stauber, der um 1910 persönlich bei Fanny Moser eingeladen war und die Inneneinrichtung des Gebäudes in seinem Buch präzise beschreibt, erwähnt sie nicht.46
Die Suche nach den Bauakten des Schlosses Au von 1928 blieb leider erfolglos. Weder bei der Kantonalen Denkmalpflege in Dübendorf noch beim Staatsarchiv Zürich stehen Dokumente aus der Bauzeit zur Verfügung. In den Geschäftsarchiven der Kunsthändler sind keine Belege aus dieser Zeit erhalten.47 Auch die Quellenlage zum Architekten Albert Freytag ist – ausser dem Nachruf – dürftig. Immerhin hätte Freytag als Fachmann für Renovationen barocker Bürgerhäuser Zugang zu freiwerdenden Dekorationselementen in Zürich gehabt und sie allenfalls vermitteln können. Auch in privaten Archiven48 ist nichts erhalten, auch nicht im Archiv des Schlosses Au. Sämtliche Versuche, etwas herauszufinden, scheiterten. Es macht etwas Mühe zu glauben, dass die ganzen Bauakten beseitigt wurden und dadurch wichtige Informationen verloren sind. Die Hoffnung bleibt, dass sie später vielleicht einmal zum Vorschein kommen.
Vom Unteren Schönenberg in Zürich ins Schloss Au
Auch wenn eine lückenlose Provenienz der gemalten Leinwandbespannungen im Schloss Au nicht geschrieben werden kann, so lässt sich durch die vorliegende Recherche zumindest eine Zuschreibung bezüglich der Entstehung formulieren: Es kann festgehalten werden, dass der damals 29-jährige Künstler Johann Heinrich Wüest die holländische Tapetenmalerei im Jahr 1770 wahrscheinlich für Felix Oeris eleganten Zürcher Geschäftssitz «in Berg», das Palais des Unteren Schönenbergs an der Florhofgasse 2, geschaffen hatte. Und nachweislich war dies Wüests erster grosser Auftrag in Zürich.
Auch wenn der Bauherr Felix Oeri das Palais kaum je für seine Geschäfte nutzen konnte, zeugt es doch von seinem auserlesenen Geschmack und von seinem grossen Ideal für kunstreich ausgestattete Architektur. Doch gerade dieses Ideal wuchs ihm finanziell über den Kopf, zudem hatte er einen äusserst schwierigen Charakter. Felix Oeri war ein Getriebener, der persönlich nur Streit und Unfrieden entfachte und von der Gesellschaft als «Verschwender» verurteilt wurde. Am Schluss musste er sein gesamtes Vermögen abgeben, auch seine teilweise noch heute gut erhaltenen Bauwerke in Zürich und Meilen. Und gleichwohl verwirklichte Felix Oeri in allen seinen ambitionierten Bauprojekten grosse Schönheit und Harmonie. Davon zeugen nicht zuletzt auch die idyllischen holländischen Flusslandschaften von Johann Heinrich Wüest, die wir heute im Salon vert des Tagungszentrums im Schloss Au bewundern dürfen.
Ruth Vuilleumier-Kirschbaum
ANMERKUNGEN
1 Ruth Vuilleumier-Kirschbaum, Zürcher Festräume des Rokoko. Gemalte Leinwandbespannungen in Landschaftszimmern, Zürich 1987; dies., Gemalte Leinwandbespannungen in Zürich im 18. Jahrhundert, Dissertation, Zürich 1987.
2 Johann Balthasar Bullinger (1713–1783) war der erste Rückkehrer aus Holland, der die gemalten Leinwandbespannungen in Zürich zwischen 1742 und 1761 verbreitet hatte. Doch waren sie in Zürich vereinzelt schon früher bekannt neben Täfermalereien, vgl. Vuilleumier-Kirschbaum, Festräume S. 17ff.
3 Albert Hauser, Halbinsel Au – ein Glücksfall, Zürich 1991; Egon Dachtler, Bericht der Kantonalen Denkmalpflege Zürich, Grundlagendossier Landgut Schloss Au, Horgen 1990; Peter Ziegler: Die Au: gestern – heute, Wädenswil 1990; ders. Aus der Geschichte der Halbinsel Au, in: Zürcher Taschenbuch, Zürich 1960; Emil Stauber, Die Halbinsel Au im Zürichsee: Geschichtliche Darstellung, Zürich 1913.
4 Dazu eine hübsche Novelle von Robert Faesi, Zürcher Idylle, Zürich 1908, überarbeitet 1950. 5 «Der Hofstaat der Schlossherrin Fanny Moser-Sulzer», in: Albert Hauser, 1991, S. 85–93. Alle Glasnegative aus dem Nachlass von Johann Meiner sind im Baugeschichtlichen Archiv in Zürich archiviert, Projektleiterin Frau Ylva Meyer.
6 Heute befindet sich die Waffensammlung im Schweizerischen Landesmuseum, vgl. Matthias Senn, Waffen. Armes. Armi. Waffen aus der Sammlung von Schulthess, in: Die Sammlung. Schweizerisches Nationalmuseum, 2008–2009, S. 90ff.
7 Johann Albert Freytag (1880–1945) gründete 1913 mit Architekt Heinrich Müller das Architekturbüro Müller & Freytag in Thalwil, das in der Folgezeit eine aussergewöhnlich erfolgreiche Tätigkeit entfaltete, gerade in der verständnisvollen Renovation historischer Gebäude. Freytag trug auch als Mitglied verschiedener Baukommissionen viel zur Lösung städtebaulicher und baukultureller Fragen bei. Vgl. Nachruf von Alfred Gradmann, in: Schweizerische Bauzeitung, Band 127/128, 1946, S. 113; Jahrbuch vom Zürichsee 1946/47, S. 133–137.
8 Zur Biografie vgl. Vuilleumier-Kirschbaum, Festräume, S. 88ff.; siehe auch Paola von Wyss-Giacosa, Johann Heinrich Wüest, in: Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst, Hrsg. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich 1998, S. 1144. Autobiografie: «Lebens-Geschichte von Heinrich Wüest Kunst-Mahler in Zürich» nach einer Kopie seines Schwiegersohns Alexander Seiler, 1813, Kunsthaus Zürich, Graphische Sammlung Inv. Nr. 049.
9 Der «Schaffhauser Rheinfall» sowie die beiden kleinen Holztäfelchen im Auftrag von Lord Strange befinden sich heute in der Rheinfallsammlung Peter Mettler, Stiftung Klostergut Paradies der Georg Fischer AG, Schaffhausen. 10 Ruth Vuilleumier-Kirschbaum, Spurensuche zum Schaffhauser Rheinfall von Johann Heinrich Wüest, in: Der Rheinfall. Erhabene Natur und Touristische Vermarktung, Hrsg: Claudia Heitmann, Koblenz 2015, S. 27ff.
11 Kunsthaus Zürich Graphische Sammlung: Johann Heinrich Wüest, Studienband Inv. Nr. 049.
12 Neujahrsblatt der Künstlergesellschaft, Zürich, 1823, S. 12.
13 Valentine von Fellenberg, Hans Jakob Oeri (1782–1868) – Ein Schweizer Künstler in Paris, Moskau, Zürich, Zürich 2016, Publikation zur gleichnamigen Ausstellung im Kunsthaus Zürich 2016.
14 Restaurierungsprotokoll zur Konservierung und Restaurierung der Gemälde im grünen Salon des Schloss Au in Wädenswil von Heinz Schwarz und Manuel Hebeisen, Zug vom 19. Mai 2007. Die Restaurierungsunterlagen und Fotografien befinden sich bei der Kant. Denkmalpflege Zürich in Dübendorf. Ich danke den Herren lic.phil. Thomas Müller und Dr. Roland Böhmer für die Unterstützung.
15 Die Leinwandbespannungen wurden im 18. Jahrhundert in der Regel nicht hinter dem Ofen durchgezogen wegen der schädigenden Wärmeabstrahlung.
16 «Die Gemäldeoberflächen machen eigentlich einen guten Eindruck und man würde keine ungepflegte Lagerung davon ableiten können. Das heisst, wenn sie auf einem Dachboden gelagert worden wären, dann hätten die Bilder Schaden nehmen müssen, sie wären verstaubt gewesen, vielleicht hätte es Vogelkotspuren gehabt, Rückstände von Wassereinbrüchen hätten das Ihre bewirkt oder es wären gar Bestossungen erfolgt. Auch das wechselnde Klima hätte auf einem Estrich einiges am Gemälde ausgelöst. Falls die Bilder sorgfältig gerollt worden wären, hätte der Besitzer eigens eine stabile Trommel anfertigen müssen, um sie dann darauf ablegen zu können. Rollen wie einen Teppich, also die Malschicht nach innen, das wäre über so eine lange Phase eher fatal gewesen. Die fehlende Zeitspanne bleibt bis jetzt also unbeleuchtet, möglicherweise fanden sie doch in einem Zimmer eine Verwendung und überdauerten mehr oder weniger unbeschadet all die Jahrzehnte.» In: E-Mail vom 13. Februar 2017.
17 Wüest Studienband Inv. Nr. 049, Blatt 8 oben.
18 Wüest Studienband Inv. Nr. 049, Blatt 8 unten.
19 Vuilleumier-Kirschbaum, Festräume, S. 64, Abb. S. 65.
20 Wüest Studienband Inv. 049, Blatt 8 oben und unten.
21 Vuilleumier-Kirschbaum, Diss. S. 20.
22 Verzeichnis der Gemächer im Vorderen Florhof, Archiv Hess, Nürensdorf D.2.Nr.27. Ich danke Frau Ruth Meyer für die Unterstützung im Archiv Nürensdorf.
23 Karl Grunder, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich (KDM ZH), Neue Ausgabe Band IV. Die Stadt Zürich IV, Bern 2005, S. 257ff. Ich danke Herrn Dr. Karl Grunder für den Hinweis auf den Unteren Schönenberg, in: E-Mail vom 8.7.2014.
24 Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 1772, Unterschreiber: StAZH B II 956. 25 Gustav W. von Schulthess/Christian Renfer, Von der Krone zum Rechberg. 500 Jahre Geschichte eines Hauses am Zürcher Hirschengraben, Stäfa 1996.
26 Die nachfolgende Besitzergeschichte folgt den Recherchen von Gustav von Schulthess, in: Schulthess/Renfer, S. 33ff. 27 David Morf war als Baumeister in Zürich sehr erfolgreich und führte das Baugeschäft seines Schwiegervaters weiter. Trotzdem gibt es relativ wenig Quellenmaterial zu seiner Bautätigkeit. Eine fundiert recherchierte Biografie über David Morf hat Christian Renfer publiziert, in: Schulthess/Renfer, S. 338–354, Werkverzeichnis des Baumeisters David Morf (1701–1773), Anhang II, S. 433–439.
28 Schulthess/Renfer, S. 332f.
29 Assekuranzverzeichnis der Stadt Zürich Ass.Nr. 671a. Staatsarchiv Zürich, Mikrofilm RRI 222c, Unterer Schönenberg, S. 1113.
30 Assekuranzverzeichnis der Stadt Zürich Ass.Nr. 671b. Staatsarchiv Zürich, Mikrofilm RRI 222c, Unterer Schönenberg, S. 1114. Das Assekuranzverzeichnis bezeichnet dieses Gebäude von Anfang an als «Wohnhaus» oder «Oberhaus mit Wohnung».
31 Kunsthaus Zürich, Kh, O 46, Blatt 10, bezeichnet auf Rahmen «E. Schulthess Zürich, Florhof, Schönenberg, Lindengarten 1835». Aus der Sammlung der Festungswerke, Blatt 10, Sepia, H 14,4 x B 20,5 cm; Anonymus, um 1840, Schönenberg, Aquatinta H 8,2 x B 14,45 cm.Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung G 1 ZH Florhofgasse I,1. 32 Im Assekuranzverzeichnis der Stadt Zürich ist 1832 eine Erhöhung des Gebäudewerts von 5000 auf 6000 Gulden eingetragen.
33 Siehe Abbildung in KDM ZH IV, 2005, Abb. 249, S. 262.
34 Alice Boner (1889–1981), Bildhauerin, Fotografin, Indologin und Georgette Boner (1903–1998), Künstlerin, Schauspielerin, Regisseurin.
35 Zürcher Altstadt, Zeitschrift über das Alte und Neue Zürich, Heft Nr. 129, Juni 1974, S. 3. Ich danke Herrn lic.iur. Beat Oppliger und allen Mitarbeitenden der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, dass ich die Räume mehrmals besichtigen durfte.
36 Christian Renfer vermutet für die ähnlich gestalteten Deckenstuckaturen im Hauptgebäude des Unteren Schönenbergs, dass sie aus dem Umkreis der Moosbrugger-Werkstatt, um 1765/70 stammt, vgl. Schulthess/Renfer, Abb. 351, S. 332. 37 Das neogotische Muster erscheint auch in einer etwas reicheren Ausführung in einem Treppengeländer im Neuen Schloss Laufen, 1841 bis 1844 von Ferdinand Stadler erbaut, sowie im Treppengeländer im Hinteren Florhof in unmittelbarer Nähe zum Unteren Schönenberg. Freundlicher Hinweis von Herrn Dr. Roland Böhmer, Kant. Denkmalpflege Zürich.
38 Bauherr war Johann Rudolf Hess (1803–1866). Die Turnegg (ehem. Unterer Lindenhof) ist seit 1895 im Besitz des Kantons Zürich und wurde 1982 letztmals renoviert. Heute befindet sich die Pädagogische Hochschule in den Räumlichkeiten, vgl. KDM ZH IV, 2005, S. 267.
39 Vuilleumier-Kirschbaum, Festräume, S. 102ff.
40 Sein letztes Landschaftszimmer malte Bullinger 1761 im Haus Zur Schelle am Rennweg 2, vgl. Vuilleumier-Kirschbaum, Festräume, S. 108.
41 Ich habe mich in der Rekonstruktion an die Anordnung im Schloss Au gehalten, obwohl die Leinwandbespannungen im 18. Jahrhundert in der Regel vor dem Ofen absetzt wurden.
42 Konrad Escher, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band V Teil 2, Die Stadt Zürich, Basel 1949. Herr Dr. Roland Böhmer, Kant. Denkmalpflege Zürich, hat freundicherweise die Karteikästen danach durchsucht.
43 Albert Hauser, 1991, S. 132.
44 Ziegler, Halbinsel Au, 1960, S. 47.
45 Siehe auch Anm. 6. Baugeschichtliches Archiv Zürich, 1911, Nachlass Meiner 33736/33738/33739; auch Abbildungen in Albert Hauser, 1991.
46 Stauber, 1913. Freundlicher Hinweis von Herrn Prof. Dr. Peter Ziegler, Wädenswil.
47 Laut Auskunft der Enkelin des Erbauers waren August Laube in Zürich und Fischer in Luzern die wichtigsten Kunsthändler, mit denen die Familie Kontakt hatte. Auf Anfrage teilte Laube mit, es bestehen leider keine Geschäftsunterlagen mehr von 1928.
48 Für wichtige Hinweise möchte ich Herrn Hans-Georg Schulthess, Präsident der Schulthess’schen Familienstiftung, danken und ganz besonders Herrn Prof. Dr. Gustav von Schulthess, der mich mit meinen Fragen zur Familie immer wieder freundlich unterstützte.
49 Besten Dank Herrn Andreas Gallmann von der Kant. Denkmalpflege Zürich in Dübendorf für die sorgfältige Durchsicht des vorliegenden Textes und Herrn Urs Siegenthaler für das Fotografieren der Leinwandbespannungen im Schloss Au.