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... Dieser Supersaxo aber hatte wenigstens den mittelsten Teil dieses Schlosses nicht selber gebaut, wie oft behauptet wird, sondern um 1479 von Kaspar Zmatt von Sitten für 120 Pfund gekauft (16). Der Ort Wiery hat seinen Namen von einem Weiher, der aber schon spätestens um 1480 nicht mehr vorhanden war. Der Wohnturm stand inmitten dieses Weihers (17) und dürfte noch aus dem 13. Jahrhundert stammen. Er gehörte mit den umliegenden Gütern um 1320 dem Domkapitel von Sitten.(18) Um 1331 besass Wilhelm von Laquin diese Güter.(19)
Das Supersaxoschloss auf der Wiery
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Diese Güter und wohl auch die Burg müssen kurz vorher vom Domkapitel an die Pfarrei Naters gekommen sein, denn die Familie von Laquin ist um 1341 Lehensträger dieser Güter, die sie aber vor dieser Zeit vom Pfarrer in Naters gekauft haben.(20) Aus dieser Schrift vernehmen wir folgendes über diesen Wohnturm auf der Wiery: "lch, Bonifaz von Challant, Pfarrer von Naters, akzeptiere den Verkauf und Lehensschaft an Johann von Laquin, Priester von Simpeln, nämlich eines Hauses mit angrenzenden Baumgärten und Umschwung, gelegen in Glis oberhalb der Wierywasserleitung, neben der Gemeindestrasse, die zur Kirche führt und neben dem Hause der Wilhelmetta Holzer und unterhalb des Weges, der von der genannten Strasse durch die Wiesen nach dem Hause des Jakob Sylling führt. Für einen jährlichen Zins von 16 Schilling. Geschehen im Schlosse Montjovet den 16. Dez. 1341 mit dem Siegel des v. Challant," Diese genaue Ortsbezeichnung erlaubt uns den Schluss zu ziehen, dass das genannte Haus kein anderes als der älteste Teil des Supersaxoschlosses ist.
Um 1479 heiratete Georg Supersaxo Margareta Lener aus Glis. Er kaufte diesen Turm und liess ihn prächtig und prunkreich ausbauen. Auf der Binne des Rittersaales im Parterre war folgende lnschrift vorhanden: „hoc opus fieri fecit Georgius Super saxo (Wappen) sus anno domini MCCCCLXXlX in mense augusti". Diese Inschrift ist seit fünfzig Jahren, durch eine Zwischenwand verdeckt, nicht mehr sichtbar. Sie wurde 1868 von Professor Emil Wick aus Basel (21), um 1892 von Leopold Loretan (22) und 1903 von F.G. Stebler (23) abgeschrieben. Keiner aber konnte die Inschrift vollständig und richtig entziffern. Mit Hilfe aller drei ist mir das sehr leicht gelungen. Wick sagte, es könne 1479 oder 1490 sein. Loretan konnte die Jahrzahl gar nicht entziffern, und Stebler las 1429. Er hatte das L vergessen. so ist kein Zweifel möglich, dass es 1479 ist, wie ja auch der Kaufakt und die Heirat in diesem Jahre erfolgten.
Ein Jahr später baute Supersaxo den östlichen Trakt an. Hier sehen wir im 2. Stock, in dem Saale, in welchem der Kamin war, der jetzt im Waffensaal des Landesmuseums in Zürich ist, sein Wappen - eine Krone - ferner die Jahrzahl 1480 schon in arabischen Ziffern. Supersaxo lebte in diesem Hause bis 1521, dann zog er nach Sitten.(24) Um 1568 wurde der Westteil und 1591 der ganz östlich liegende Teil angebaut.
Erinnerungen an das Supersaxoschloss in Glis sind heute auch im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich zu besichtigen. So befindet sich in der Waffenhalle des Museums ein aus dem Jahre 1479 stammendes Kamin aus dem Supersaxohaus in Glis. Es trägt in Sandsteinreliefs Darstellungen von Adam und Eva. ln der Gesamtansicht des Kaminhutes nicht sichtbar ist ein Relief, das auf die im späten Mittelalter als moralische Märchen beliebten "Weiberlisten“ anspielt. Das drastisch-komische Bildwerk illustriert die Geschichte von Aristoteles und Phyllis. Zudem befindet sich im Landesmuseum auch ein Portal, das zu Supersaxos Haus in Glis gehören soll.
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(16) Archiv de Lavallaz, Sltten, Staatsarchiv Nr. 169.
(17) Siehe: Walliser Volksfreund vom 27.07.1962 und vom 08.08.1962.
(18) Valeria-ArchiV Sitten. Min. Vl. S. 3.
19) Gremaud Nr. 1623.
(20) Sammlung P Heldner, Nr. 2 S.
(21) Original in der Universitätsbibliothek Basel.
(22) Blätter aus der Walliser Geschichte I, S. 398.
(23) Das Goms und die Gommer S. 33.
(24) Archiv de Lavallaz und Archiv der Pfarrei Glis, Nr. DD 18
Quelle: Paul Heldner - Mitteilungsblatt der "Pro Historia Glis" März 2001
Supersaxoschloss in Glis: Portal auf der Nordseite