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Die Probleme ungleicher Entlohnung unterscheiden sich in einzelnen Ländern und je nachdem, ob es sich um Alters- oder um Geschlechterdiskriminierung handelt. Historisch wurden Frauen sozial, politisch und ökonomisch benachteiligt. Zur Frauendiskriminierung am Arbeitsplatz gehört auch die Diskriminierung bei der Auswahl in Bewerbungsverfahren und den -gesprächen, Diskriminierung hinsichtlich der Aufstiegsmöglichkeiten und die Tatsache, dass Frauen durchschnittlich weniger verdienen als Männer. Wenn Frauen für dieselbe Arbeit weniger Lohn bekommen, dann ist dies eine Verletzung ihres Rechts auf gerechte Entlohnung.
Ebenso wie Arbeiter/innen sollten auch Jugendliche gerecht entlohnt werden. Aber die Situation ist kompliziert und von Land zu Land verschieden. Im Allgemeinen ist die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen höher als bei Erwachsenen.
Auch wenn das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit allgemein hochgehalten wird, hält man die Entlohnung Jugendlicher oft für einen Spezialfall und in vielen Ländern ist es erlaubt, Jugendliche für dieselbe Arbeit schlechter zu bezahlen als Erwachsene. Diese Politik wird mit zwei Argumenten gerechtfertigt: Einerseits will man junge Menschen vom Arbeitsmarkt fernhalten und sie stattdessen ermuntern, an der Schule zu bleiben und sich zu bilden. Andererseits soll es für Arbeitgeber/innen noch attraktiv sein, unerfahrene und wenig geübte junge Arbeitende anzustellen, besonders die immer zahlreicher werdenden Schulabbrecher, die sonst nur "auf der Straße herumhängen", auf die schiefe Bahn geraten und dem Staat zur Last fallen würden. Die Umsetzung dieser Politik und ihr Erfolg bei der Verminderung der Jugendarbeitslosigkeit variiert von Land zu Land.
Das Europäische Komitee für soziale Rechte (das Überwachungsorgan für die Umsetzung der Europäischen Sozialcharta) betrachtet niedrige Bezahlung für Jugendliche nicht als unvereinbar mit der Garantie einer gerechten Entlohnung, solange der Unterschied nicht zu groß ist und die Lücke rasch geschlossen wird. Für 15- bis 16-Jährige z.B. gilt ein um 30% reduzierter Einsteigerlohn als akzeptabel. Bei 16- bis 18-Jährigen sollte die Differenz jedoch nicht mehr als 20% betragen.
Die Löhne für Jugendliche sind keineswegs immer niedrig. Es gibt viele gut ausgebildete Jugendliche, die viel Geld verdienen – zu viel, wie manche Leute finden! Junge Leute sind zum Beispiel im Bereich der neuen Technologien sehr gefragt und verdienen viel mehr als ältere Arbeitende, die kurz vor der Rente stehen. [Bemerkungen]
Das Recht auf gerechte Entlohnung
Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, Artikel 7
„Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf gerechte und günstige Arbeitsbedingungen an, durch die insbesondere gewährleistet wird
a) ein Arbeitsentgelt, das allen Arbeitnehmern mindestens sichert:
i) angemessenen Lohn und gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit ohne Unterschied; insbesondere wird gewährleistet, dass Frauen keine ungünstigeren Arbeitsbedingungen als Männer haben und dass sie für gleiche Arbeit gleiches Entgelt erhalten.“
Europäische Sozialcharta, Artikel 7 (5)
Das Recht der jugendlichen Arbeitnehmer und Lehrlinge auf ein gerechtes Arbeitsentgelt oder eine angemessene Beihilfe.
Artikel 4 (3)
Das Recht männlicher und weiblicher Arbeitnehmer auf gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit.