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Das Kino in einem israelischen Shoppingcenter verlassend, traf ich im vergangenen Monat auf eine Conga-Line von Männern, Frauen und Kindern, die sich den Weg in einen McDonald’s bahnten. Die Männer trugen T-Shirts und Jeans. Die Frauen geblümte Kopftücher und verschiedene Kleider. Jemand von ihnen hatte Geburtstag. Auf den zweiten Blick wurde klar, dass die Feiernden eine Familie israelischer Araber waren. Heutzutage gibt es 1.6 Millionen israelische Araber. Das sind gute 20 Prozent der Bevölkerung. Sie geniessen das volle Staatsbürgerrecht und eine hohe Prosperität.
Als ich durch das arabische Kernland in Galiläa fuhr, kam ich an einer geschäftigen Ortschaft mit dreistöckigen Häusern und einem exklusiven Autohaus mit europäischen Marken vorbei. An einem Freitagabend trifft man auf genauso viele israelische Araber wie israelische Juden, die an der Strandpromenade in Tel Aviv entlang spazieren. In den vergangenen 25 Jahren hat die Normalisierung eingesetzt. Dank dem in der Schule gelernten Hebräisch haben israelische Araber Karriere in allen Bereichen der Wirtschaft und der akademischen Welt gemacht. Eine der populärsten Komödien im kommerziellen israelischen Fernsehen heisst „Arabische Arbeit“ (hebr. „Awoda Aravit“). Sie spielt mit den durch eine arabische Mittelstandfamilie ausgelösten Spannungen, als diese einen urbanen israelischen Apartmentblock bezieht. Eine der arabischen Darstellerinnen, Mira Awad, ist für Israel am Eurovision Song Contest angetreten.
Wirtschaftlicher Fortschritt und soziale Teilnahme sind ein positiver Indikator dafür, wie das Land und die Region aussehen könnten, würde ein Friedensabkommen erreicht. Die israelischen Araber dienen in dieser Hinsicht als Rollenmodel für eine Nachkriegsutopie. Sie wiederlegen auch feindselige Klischees wie etwa die fortwährende Behauptung, Israel sei ein „Apartheidstaat“. Die Apartheid-Lüge widerspricht der offensichtlichen Realität, dass Israel eine sich entwickelnde Gesellschaft ist, mit einem höheren Ausmass an Toleranz für Minderheiten als sämtliche seiner Nachbarn. Das zwanglose Selbstvertrauen seiner arabischen Bürger bezeugt eine gesunde Gesellschaft.
Zusammenfassung der Originalversion: A Real Arab Spring by Norman Lebrecht © Standpoint, December 2013