Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03397.jsonl.gz/66

Freitag, 20 Aug. 2021 - 20:00 Uhr
progr_013, (Eingang PROGR West)
PAIN(t) ist ein Ausdruck des individuellen künstlerischen Schmerzes und wie dieser in unmittelbarer Verbindung mit der Gesellschaft steht; Dies wird mittels einer interdisziplinären, multimedialen Performance in einem einzigen musikalischen Satz dargestellt. Jede/r Performer/in übernimmt gleichzeitig die Rolle eines Komponisten und eines Improvisators. Das Werk basiert u.a. auf den Klängen einer Flötenspielerin, die sechs verschiedene Flöten spielt und wird in einem intimen, eher kleinem Raum für ein kleineres Publikum inszeniert.
PAIN(t)
„Wie setzt man sich künstlerisch mit gesellschaftlichen „Doublebind“-Themen auseinander?
Welche Arten von Existenzen gibt es für die Künstler, wenn sie sich frei bewegen und sie die Erscheinungen und Assoziationen von diesen Themen abkoppeln?“
Avital Cohen
Eintritt frei: Kollekte.
Die Platzzahl ist limitiert und das Tragen einer Maske ist obligatorisch. Anmeldung via Doodle:
Das Stück PAIN(t) ist aufgrund des Schocks und der Frustration entstanden, nachdem bekannt wurde, dass eine so schöne und Menschen nicht ausgrenzende Stadt wie Bern indirekt, möglicherweise ohne jegliche Absicht, Gurlitt (Cornelius) einen Freipass als Kunstmäzen für das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft erteilt.
Gurlitt (Cornelius) hat sein Berufsleben mit einer fehlenden Transparenz gelebt und hat das Vermächtnis seines Vaters (Hildebrand) Gurlitt geheim gehalten. Dieser war als Freund und Kunsthändler Hitlers bekannt.
Die ethische Frage bezüglich des moralischen Aspekts, solche Geschenke von jemandem direkt und / oder indirekt anzunehmen, der jede Menge Blut an seinen Händen kleben hat, bleibt in erster Linie unbeantwortet.
Es stellen sich auch die Fragen, ob das Gesetzt diesbezüglich moralisch ist und wenn nicht, welchen Einfluss es auf die Gesellschaft hat und was es genau für eine Wiedergutmachung braucht?
Die Ermordeten können nicht für sich selbst sprechen. Gleichzeitig war es Gurlitt’s letzter Wunsch vor seinem Tod, die Sammlung dem Kunstmuseum Bern zu hinterlassen, was respektiert wurde, und sein Name wurde gross auf den Innenwänden des Berner Kunstmuseums verewigt.
PAIN(t) ist ein Ausdruck des individuellen künstlerischen Schmerzes und wie dieser in unmittelbarer Verbindung mit der Gesellschaft steht; Dies wird mittels einer interdisziplinären, multimedialen Performance in einem einzigen musikalischen Satz dargestellt.
Das Werk basiert u.a. auf den Klängen einer Flötenspielerin, die sechs verschiedene Flöten spielt und wird in einem intimen, eher kleinem Raum für ein kleineres Publikum inszeniert.
PAIN(t) ist eine aus drei KünstlerInnen bestehende gemeinsame Performance, in der jede/r gleichzeitig die Rolle eines Komponisten und eines Improvisators übernimmt. Die Performance beinhaltet vorkomponierte und vorher aufgenommene Teile, die aus der Klangmanipulation der Live-Improvisation und dem Rezitieren der verschiedenen Texte durch die verschiedenen KünstlerInnen resultieren.
In diesem Rahmen leisteten die Künstler/Innen einen Beitrag zum Stück, indem sie spezifische, individuell-persönliche Schmerzerlebnisse erschlossen, die sie dazu inspirierten, breite und abstrakte Konzepte zu konkrete künstlerische Ideen umzuwandeln. Dies geschieht auf unterschiedliche Weise und aus verschiedenen Perspektiven:
Einflüsse
Beeinflusst von Sivan Cohens Stück “Write A Work in Progress“ (ein Werk für Stimme(n), eine Flötistin und elektronisch verarbeitete Flötenstücke (Live-Elektronik) ©Alle Rechte vorbehalten an Sivan Cohen), traten Avital Cohen zusammen mit ihren KollegInnen Turkar Gasimzada, und Richard Schmutz eine künstlerische Reise/Recherche an.
Breath
In Verbindung mit PAIN(t) erforscht das Stück “Breath” ebenfalls die Unsichtbarkeit einer Artistin, die Sachen verbirgt und aufdeckt, im Zusammenspiel von Klang und Raum, Text und Subtext, Licht und Dunkelheit. Es ist ein musikalisches Pendant zu Samuel Becketts kürzestes Theaterstück mit demselben Titel. Es ist eine Oper in drei kurzen Akten für eine Flötenspielerin mit Live-Video, basierend auf einer audiovisuellen Atemsprache, die von der Flötistin Avital Cohen entwickelt worden ist.
Licht als ein essentielles Element des Stücks wird in Becketts Text sowie in Gasim-zadas Musik besonderer Beachtung geschenkt. Ein Beispiel von vielen in diesem Zusammenhang wäre die Tatsache, dass Beckett detaillierte Angaben für die Beleuchtung seines Theaterstücks gemacht hatte. Gasimzada macht sich diese zu eigen und wendet diese spezifischen Angaben auf die Dynamik an, auf die Amplitudenhöhen der Klänge.
Becketts lehrreicher Text zum Theaterstück, der ursprünglich nie in den Theateraufführungen rezitiert wird, kann man hier gelegentlich hören, je nach dem Musikmaterial, das das Stück in bestimmten Augenblicken begleitet.
Mit freundlicher Unterstützung von: