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Der Verein «Les Amis de Rougemont», der sich aus den Einwohnern der Gemeinde Rougemont zusammensetzt, die grösstenteils über ein Stimmrecht in dieser Gemeinde verfügen und dort ihre öffentlichen Beiträge bezahlen, sieht sich in der Pflicht, zum Artikel «Rougemont: Widerstand gegen die geplante Deponie» im AvS vom 15. Januar Stellung zu nehmen, um sich gegen die «Décharge L’Ougette» zu wehren.
1) Die Gemeindeverwaltung, die das Projekt «Décharge L’Ougette» von Herrn Moratti unterstüzt, nimmt keine Rücksicht auf die Interessen und Argumente von denen, die ihre Rechte in dieser Gemeinde ausüben und die demokratischen Prinzipien respektieren.
2) Der Beginn von Bauarbeiten in einer landwirtschaftlichen Zone am Ufer des Flusses Sarine zur Errichtung einer Deponie muss zunächst objektiv gerechtfertigt sein und einem öffentlichen Interesse entsprechen. Dem Projektträger Moratti scheint es jedoch ebenso wie den Verantwortlichen der Gemeinde Rougemont nicht bewusst zu sein, dass die Region Rougemont über mehr Deponien verfügt, als jede andere Nachbarregion. In Anbetracht der baulichen Beschränkungen, die sich aus dem Planungsgesetz ergeben, dem Vorhandensein von Deponien in ausreichendem Umfang und dem Deponieprojekt «La Rite», besteht für das Projekt «L'Ougette», das sich in der Nähe des bernischen Gebiets befindet, keine Rechtfertigung. Der obenstehende Plan zeigt die geografische Nähe und den Umfang der beiden Projekte «L'Ougette» und «La Rite».
3) Der Standort Ougette in der Gemeinde Rougemont befindet sich in einem durch ISOS geschützten Bereich (Erhaltungssziel «A»). Er liegt in der Nähe der Saane und es ist sicherlich unvereinbar mit der Wichtigkeit und Bedeutung dieses Flusses, dass ein Flussdamm auf dessen Hauptbett errichtet wird.
4) An diesem Standort gibt es einen Wildtierkorridor im Sinne der nationalen und kantonalen ökologischen Netzwerke. Der Plan zur Wiederoffenlegung oder Renaturierung des Wasserlaufs, der derzeit in einer Betonröhre geführt wird, ist kein Argument, da eine Betonröhre durch eine Eindämmung und Verbauung des Wasserlaufes ersetzt würde, was im Übrigen mit dem Untergrund einer zukünftigen Deponie des Typs A nicht vereinbar ist. Dieses Projekt würde dazu führen, dass eine typische kleine Scheune des Pays-d’Enhaut abgerissen würde, was uns inakzeptabel erscheint.
5) Zu behaupten, dass diese unangebrachte Deponie in vier bis sechs Jahren abgeschlossen sein sollte, ist eine Illusion. Man braucht nur die unzähligen Verlängerungsanträge zur Kenntnis zu nehmen, die von den Betreibern von Deponien und Kiesgruben im Kanton Waadt eingereicht wurden, um zu erkennen, dass die Fristen für diese Art der Nutzung niemals eingehalten werden. Darüber hinaus hat der Projektträger Moratti dafür keine Garantie gegeben und es gibt keine abschreckende Strafe, die gewährleistet, dass für die Sanierung dieses Bodens ein bestimmter Zeitrahmen festgelegt wird.
6) Der Gemeindepräsident von Rougemont unterlässt es, die Existenz eines weiteren, viel grösseren Projekts, das sich in unmittelbarer Nähe der Ougette befindet, das Projekt «La Rite», zu erwähnen. Dieses Projekt wurde bisher nur im Gebiet der Gemeinde Saanen bekannt gemacht. Die Gemeinde Rougemont und der Kanton Waadt hüten sich, darüber zu berichten. Die Kumulierung dieser Projekte, die hauptsächlich auf das Waadtland ausgerichtet sind, ist nicht gerechtfertigt, und deshalb berichten die Behörden auch nicht darüber.
7) Dem Artikel hätte eine Anfrage an Personen des Vereins «Les Amis de Rougemont» vorausgehen sollen, um die Tatsachen zu überprüfen. «Les Amis de Rougemont» besteht aus vielen ganzjährigen Einwohnern, die fest mit dem Gebiet der Gemeinde Rougemont verbunden sind und die deren Werte wahren und ihre Rechte als verantwortungsbewusste Bürger wahrnehmen wollen. Die kollektive Massnahme verantwortungsbewusster Bürger, die ihre Rechte auf dem Gemeindegebiet ausüben, wo sie ihre öffentlichen Beiträge entrichten, als «Unsinn» zu bezeichnen, ist ein Angriff auf die Demokratie und eine Verweigerung des Respekts, der den Bürgern, die die Vertreter der Gemeinde gewählt haben, entgegenzubringen ist.
8) Eine gründliche Analyse des Dossiers hätte es der Gemeindeverwaltung von Rougemont ermöglicht, die entsprechenden Schwächen und Mängel zu verstehen, was leider selbst von jenen Vertretern nicht getan worden zu sein scheint, die doch für die inhaltliche Kontrolle der öffentlich aufgelegten Projekte verantwortlich sind. Das Projektdossier ist in der Tat unvollständig, im Hinblick auf die Abschätzung der Folgen, den Naturschutz und die Umwelt, insbesondere den Gewässerschutz, ganz zu schweigen vom fehlenden öffentlichen Interesse, welches sich auf den Bedarf des Deponie- und Auffüllvolumens stützen sollte. Dieses Projekt ist im Wesentlichen kommerziell und erfüllt die finanziellen Ziele eines von den Behörden unterstützten Projektträgers. Während der Artikel den «Egoismus» zur Sprache bringt, richtet er sich an die falschen Leute. Die Gegner beabsichtigen nicht nur, die natürlichen Werte und die Umwelt, sondern auch die Attraktivität der Region und insbesondere des Dorfes Rougemont im Interesse der Gemeinschaft zu schützen. Bald schon werden sich 250 Menschen (darunter über 100 Wähler) gegen das Projekt «L'Ougette» geäussert haben.
9) Das Argument von Max Moratti, der besonders die Notwendigkeit hervorhebt, die Materialien nach dem Bau auf den Deponien zu entsorgen, wendet sich gegen seinen Urheber. In der Tat hat Max Moratti insbesondere in der Gemeinde Rougemont Liegenschaften errichtet und Projekte öffentlich aufgelegt, in Bezug auf welche er die Auswirkungen in Sachen Erdbewegungen und Bauschutt hätte vorhersehen und bewältigen müssen. Unter den Gegnern befinden sich auch Kunden der Firma Moratti, die sich gegen das abträgliche Projekt «L'Ougette» erhoben haben, welches denselben Werten widerspricht, die von der Firma Moratti angepriesen wurden, um Eigentümer dazu zu bringen, ihr ihre Bauarbeiten anzuvertrauen.
10) Den Bauarbeiten der Firma Moratti sind häufig umfangreiche Ausgrabungsarbeiten vorausgegangen (siehe das Gelände des ehemaligen «Super-Rougemont»), das zu Bewegungen und Transport von Erde und Schutt führte. Was die Beförderung auf Lastwagen angeht: Warum ist Herr Moratti nicht dazu gezwungen, den Transport mit dem Zug durchzuführen? Die Bautätigkeit wurde durch die Bestimmungen des Bundesgesetzes gebremst und die Erfordernisse rechtfertigen die Errichtung einer neuen Deponie in Rougemont nicht. Die Redner Reichenbach und Moratti erklären nicht, wie man eine solche Deponie rechtfertigen kann, wenn gleichzeitig auf den Gebieten der Kantone Bern und Waadt eine sehr grosse Deponie geplant ist, deren Oberfläche und Volumen stärker in das Waadtländer Gebiet vordringen würde als in das Berner Gebiet, hauptsächlich aber den Bedürfnissen der Berner Nachbarn dienen soll! Die Bürger von Rougemont erwarten von den Behörden eine grössere Unabhängigkeit und ein Bewusstsein für die negativen und unnötigen Auswirkungen einer Deponie, die zahlreiche begründete Einwände aufwirft.
HENDRIK PANDER IM NAMEN DER «LES AMIS DE ROUGEMONT»