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Tram elettrichi mendrisiensi
|Kürzel||TEM|
|Bahntyp||Trambahn|
|Betriebseröffnung||1910-05-09|
|Betriebseinstellung||1950-12-31|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1910 eröffneten und von Beginn an elektrifizierten TEM gehörten einer Aktiengesellschaft. Die Linie war durchgehend einspurig angelegt und führte vom SBB-Bahnhof in Chiasso über Mendrisio und Capolago nach Riva San Vitale am Luganersee. Geldgeber waren Private, interessierte Gemeinden sowie die Trambahn von Como, die bereits 1906 eine Linie bis Ponte Chiasso an der Landesgrenze in Betrieb genommen hatte. Mit den TEM entstand somit eine Schienenverbindung vom Comer- bis zum Luganersee. Allerdings waren und blieben die beiden Strecken trotz anderweitiger Absichten betrieblich und baulich getrennt. Überdies bestand in Capolago Anschluss an die 1890 eröffnete Zahnradbahn auf den Monte Generoso (MG).
1911 wandelten die TEM einen grossen Teil ihrer hohen schwebenden Schulden in feste Anleihen um. Wirklich solide war ihre Finanzsituation jedoch trotz der komfortablen Eigenkapitalquote nicht. Die Betriebsergebnisse reichten meist kaum aus, die laufenden Zinsverpflichtungen zu decken. Nachdem die TEM im operativen Geschäft 1911 rote Zahlen geschrieben hatten, leitete man diverse Sparmassnahmen ein. Insbesondere wurde der anfangs überdotierte Personalbestand reduziert, womit sich die Betriebsausgaben verringerten. Mit dem Kriegsausbruch 1914 verdüsterte sich die Situation weiter, zumal die Benutzung der TEM für aus Italien kommende Fahrgäste ab Chiasso erschwert wurde. Entsprechend vergrösserte sich der Passivsaldo. 1917 musste der Nominalwert der Aktien um 431'500 Franken oder um 50 Prozent herabgesetzt werden. Gleichzeitig wurden vom Baukonto 129'120 Franken abgeschrieben, davon 19'609 Franken für das Rollmaterial. Zudem veräusserten die TEM 1918 einen ihrer Triebwagen. Die durch den Kapitalschnitt frei gewordenen Mittel wurden primär zur Reservenbildung eingesetzt, andererseits in feste Anleihen umgewandelt. Diese – 149'500 Franken – wurden aber bis 1920 nicht einbezahlt, was die tiefe Verzinsung der Anleihen erklärt. Für die gemessen am Anlagekapital nach wie vor erheblichen schwebenden Schulden hatten die TEM 1920 Zinsen von 8800 Franken zu zahlen, zusammen mit den festen Anleihen also insgesamt über 16'000 Franken, ein Betrag, der mit dem Betriebsergebnis dieses Jahres nicht vollständig aufzubringen war.
Die Bruttobaukosten der TEM waren mit 81'365 Franken pro Bahnkilometer (Stand 1920) sehr gering. Mit Abstand grösster Kostenpunkt war der Oberbau, auf welchen knapp 30 Prozent der Gesamtausgaben entfielen. Dahinter folgten die elektrischen Einrichtungen mit 20 Prozent. Die Bedeutung des Rollmaterials war bei den TEM mit einem Anteil von 18 Prozent an den Kosten vor allem auch deshalb klar unterdurchschnittlich, weil eine Maschine verkauft wurde. Doch selbst abgesehen von diesem Umstand gaben die TEM verhältnismässig wenig Geld für das Rollmaterial aus. Im Mittel aller Trams lagen die Aufwendungen für das Rollmaterial bei 31 Prozent der Gesamtausgaben.
Optionen, die TEM aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage und wegen des steigenden Sanierungsbedarfs der Anlagen auf Busse umzustellen, wurden schon Anfang der 1930er-Jahre diskutiert. Die TEM stellten 1950 den Betrieb ein (Busersatz).
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.