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Publiziert: 14. März 2020
Ein Schweizer Arzt (Internist) bittet uns, folgende Informationen zur aktuellen Situation zu veröffentlichen, um unseren Lesern eine realistische Risikobeurteilung zu ermöglichen:
Laut den Informationen des italienischen Gesundheitsinstituts (ISS) liege das Durchschnittsalter der positiv-getesteten Verstorbenen in Italien derzeit bei circa 81 Jahren. 15% der Verstorbenen seien über 90 Jahre alt. 90% der Verstorbenen seien über 70 Jahre alt.
80% der Verstorbenen hatten an zwei oder mehr chronischen Krankheiten gelitten. 50% der Verstorbenen hatten an drei oder mehr chronischen Krankheiten gelitten. Zu den chronischen Krankheiten zählen insbesondere Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Atemprobleme und Krebs.
Bei weniger als 2% der Verstorbenen habe es sich um gesunde Personen gehandelt, d.h. um Personen ohne bestehende chronische Krankheiten.
Das italienische Gesundheitsinstitut unterscheide zudem zwischen Verstorbenen mit und Verstorbenen durch das Coronavirus. In vielen Fällen sei noch nicht klar, ob die Personen an ihren bestehenden chronischen Krankheiten starben oder am Virus oder an einer Kombination.
Bei den zwei italienischen Verstorbenen unter 40 Jahren (beide 39 Jahre alt) habe es sich um einen Krebspatienten sowie um einen Diabetes-Patienten mit weiteren Komplikationen gehandelt. Auch hier sei die genaue Todesursache noch nicht klar (mit oder am Virus).
Die Überlastung der Spitäler ergebe sich durch den allgemeinen Andrang an Patienten sowie durch die erhöhte Anzahl an Patienten, die besondere oder intensive Betreuung benötigen. Dabei gehe es insb. um die Stabilisierung der Atemfunktion sowie in schweren Fällen um anti-virale Therapien.
Der Arzt weist außerdem auf folgende Aspekte hin:
Norditalien habe eine der ältesten Bevölkerungen sowie die schlechteste Luftqualität Europas, was bereits in der Vergangenheit zu einer erhöhten Anzahl an Atemwegserkrankungen und dadurch bedingter Todesfälle geführt habe. Dies sei ein zusätzlicher Risikofaktor.
Südkorea sowie China außerhalb der Stadt Wuhan haben einen deutlich milderen Verlauf als Italien erlebt und den Höhepunkt der Epidemie bereits überschritten. In Südkorea sei es bisher zu lediglich ca. 70 Todesfällen mit positivem Test gekommen. Betroffen waren hauptsächlich Risikopatienten.
Bei den bisher circa zwölf Schweizer Todesfällen habe es sich ebenfalls um Risikopatienten mit chronischen Erkrankungen gehandelt, deren genaue Todesursache, das heißt mit oder am Virus, noch nicht mitgeteilt worden sei.
Laut einer ersten chinesischen Studie (1) ergeben die international verwendeten Virus-Testkits möglicherweise in über 50% der Fälle ein falsches positives Resultat, d.h. die Personen wären nicht am gesuchten Virus erkrankt, sondern an einem anderen, harmloseren humanen Coronavirus.
Für die gesunde Allgemeinbevölkerung im Schul- und Arbeitsalter sei nach allen bisherigen Erkenntnissen mit einem milden bis moderaten Verlauf zu rechnen. Senioren insbesondere mit bestehenden chronischen Erkrankungen seien besonders zu schützen.
Quelle: SPR
Fachliteratur:
(1) Zhuang et al., Potential false-positive rate among the ‚asymptomatic infected individuals‘ in close contacts of COVID-19 patients, Chinese Medical Association Publishing House, 5.3.2020.