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Südaustralien untersucht Option eines weltweiten Lagers für radioaktive Abfälle
Die südaustralische Nuclear Fuel Cycle Royal Commission überprüft Chancen und Risiken, für den Fall, dass sich Südaustralien vermehrt im nuklearen Brennstoffzyklus einbringen würde. Der Schlussbericht soll im Mai 2016 publiziert werden.
Die Kommission veröffentlichte Mitte Februar 2016 erste vorläufige Folgerungen. Demnach würde mit dem Bau eines Lagers für ausgedienten Kernbrennstoff ein Bedürfnis vieler Länder befriedigt und der Region ein wirtschaftlicher Nutzen gebracht. Konkret könnte der Südaustralien während der ersten 30 Lagerbetriebsjahre jährlich mehr als AUD 5 Mrd. (CHF 3,7 Mrd.) einnehmen. In den darauffolgenden 40 Jahren wären es noch AUD 2 Mrd. (CHF 1,5 Mrd.) jährlich, so die Schätzung. In der rund 25 Jahre dauernden Bauperiode würden zudem rund 1500 Vollzeitstellen geschaffen. Während des Betriebs sollen es noch 600 Stellen sein. Die Kommission legt ihren Schätzungen ein Lager mit einer Kapazität von 138ʼ000 t zugrunde. Damit könnten dereinst, konservativ betrachtet, rund 13% der weltweiten Abfallmengen aufgenommen werden.
Atomstrom?
Auch der Einstieg in die Stromproduktion mit Kernkraftwerken ist Gegenstand der Untersuchungen. Die Kommission ist der Ansicht, dass sich diese Stromproduktionsmethode unter den gegebenen Vorzeichen in Südaustralien wirtschaftlich nicht lohne. Sie gibt jedoch zu bedenken, dass Australien auf CO2-arme Stromproduktionsmethoden angewiesen sein werde, wenn die geplanten Emissionsreduktionsziele eingehalten werden sollen. Die Kernenergie solle deshalb als Option offengehalten werden. Weiter erkennt die Kommission wirtschaftliches Potenzial beim Ausbau der Urangewinnung. Sie räumt dieser Option jedoch kein grösseres Gewicht bei.
Die Nuclear Fuel Cycle Royal Commission wurde im Frühjahr 2015 geschaffen. Sie ist die erste ihrer Art in Australien. Ihre Aufgabe ist es, die Vorteile eines Engagements Südaustraliens in den Bereichen Uranbergbau, -aufbereitung, anreicherung und Brennstoffherstellung, nukleare Energieerzeugung sowie Behandlung und Lagerung radioaktiver Abfälle zu untersuchen.