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Dieser Indikator gibt Auskunft über den Anteil der Personen, die nicht über die Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Einkommensarmut schränkt den finanziellen Handlungsspielraum ein, prägt den Lebensstil und erschwert die soziale Integration.
In der Schweiz lag die Armutsquote der Personen ab 16 Jahren im Jahr 2017 bei 8%. Diese Quote ist bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund signifikant höher als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (10% im Vergleich zu 7%). Bei der ersten Generation ist die Armutsquote signifikant höher (11%), während sie bei der zweiten oder höheren Generation mit 5% deutlich unter jener der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund liegt.
Zwischen 2014 und 2017 ist die Armutsquote der Bevölkerung ohne oder mit Migrationshintergrund tendenziell angestiegen.
In allen Grossregionen unterscheiden sich die Armutsquoten der Personen mit oder ohne Migrationshintergrund nicht signifikant voneinander. Eine Ausnahme ist die Nordwestschweiz, wo die Armutsquote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund höher ist als jene der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Es ist auch ein hoher Anteil armutsbetroffener Personen im Tessin festzustellen (14%), der zudem signifikant über den Armutsquoten der meisten anderen Grossregionen (zwischen 6% und 9%) liegt.
Tabellen
Definitionen
Armut bedeutet Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial), so dass die betroffenen Personen nicht den minimalen Lebensstandard erreichen, der in den Ländern, in denen sie leben, als annehmbar empfunden wird. Als arm gelten demnach Personen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Dieser Definitionsansatz bezieht sich auf das soziale Existenzminimum. Damit bildet die Armutsquote eine Grundlage für die Evaluation der Sozialpolitik. Die verwendete Armutsgrenze leitet sich von den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) ab. Sie setzt sich zusammen aus dem Grundbedarf für den Lebensunterhalt, den individuellen Wohnkosten sowie monatlich 100 Franken pro Person ab 16 Jahren im Haushalt für weitere Auslagen.
Die Armutsquote entspricht dem Anteil Personen, die in Haushalten leben, deren verfügbares Einkommen (ohne allfällige Vermögensbestände) unterhalb der Armutsgrenze liegt. Wenn ein Haushalt aus mehreren erwachsenen Personen mit unterschiedlichem Migrationsstatus besteht, wird der für den gesamten Haushalt ermittelte Wert auf Personenebene sowohl bei den Personen mit als auch bei jenen ohne Migrationshintergrund berücksichtigt.
Methodologie
Infolge des neuen Stichprobenrahmens und der Verbesserung des Gewichtungsmodells sind die Resultate ab 2014 nicht mehr direkt mit den Resultaten der Vorjahre vergleichbar (Bruch in der Zeitreihe). Mehr dazu im unten stehenden Dokument.