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Marlene
Streeruwitz
Die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz (*1950 in Baden bei Wien) ist in vielen literarischen Genres beheimatet. Als politisch engagierte Intellektuelle, der Sprach-, Gesellschafts- und Machtkritik verpflichtet, schreibt sie Theaterstücke, Essays, Romane und auch journalistische Texte. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.
Im 2014 erschienenen Roman Nachkommen. nimmt sich Streeruwitz den Literaturbetrieb vor: Nelia Fehn, Verfasserin eines Romans über die Krise in Griechenland, reist als Nominierte zur Verleihung des Deutschen Buchpreises nach Frankfurt. Ihr Verleger, ein alter Hase in der Branche, empfängt sie und macht sie mit den Gepflogenheiten des Betriebs bekannt. Aber Nelia Fehn will in das ihr zugedachte Korsett des Fräuleinwunders nicht passen. Sie fühlt sich nur ihrer eigenen Freiheit verpflichtet – und die in Aussicht gestellten 50’000 Euro Preisgeld würden eben diese bedeuten: Marios, ihr griechischer Freund, könnte damit seine dringend nötige Operation bezahlen. Doch das ist eine andere Geschichte: Sie wird in Nelia Fehns Roman Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland. erzählt. Zunächst nur im fiktiven Nachkommen.-Universum erhältlich, ist Fehns Reisebericht dank dem gewieften Kunstgriff der Autorin Marlene Streeruwitz tatsächlich veröffentlicht worden, wenige Monate nach Nachkommen..
In diesen beiden Werken hat Streeruwitz auf meisterliche Weise den gegenwärtigen Zustand Europas eingefangen und mit Nelia Fehn eine so umwerfend unbeugsame Heldin geschaffen, dass man Europa mehr solcher Nachkommen nur wünschen kann.