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Nach ersten Erfolgen mit 2-achsigen Leichtbautriebwagen für Nebenbahnen lieferten ab 1932 diverse Firmen weitere 2-achsige Fahrzeuge unterschiedlicher Bauart und Leistung an die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG). Die Waggonfabrik Bautzen produzierte zwischen 1933 und 1935 drei Serien dieselmechanischer Triebwagen, die sich nur unwesentlich voneinander unterschieden. Waren bei der ersten Lieferserie (VT 135 002-011) Untergestell und Wagenkasten noch genietet, kam bei der zweiten Lieferserie (VT 135 022-031) schon vermehrt die Schweißtechnik zur Anwendung. Bei der dritten Lieferserie (VT 135 051-060) waren Untergestell und Wagenkasten dagegen vollständig geschweißt. Annähernd zeitgleich gelangten ebenfalls in drei Serien hierzu passende Beiwagen als VB 140 032-047, 097-122 sowie 230-249 zur Auslieferung.
Die erste Triebwagenserie fuhr ursprünglich mit einem 120-PS-Daimler-Dieselmotor, später aber mit dem gleichen Motortyp wie die beiden anderen Lieferungen, einem Daimler-Motor mit 135 PS. Mit einer Ausnahme ragte bei allen Wagen der Motor noch in den Wagenkasten hinein und war durch eine klappbare Rückbank abgedeckt. Bei allen drei Serien verwendete man die bewährte mechanische Kraftübertragung mittels eines vierstufigen, druckgeschalteten Wechsel- und Wendegetriebes der Firma TAG.
Die DB übernahm nach Kriegsende noch Wagen aller drei Lieferserien und bezeichnete sie ab 1947 als Baureihe VT 75.9. Ab Mitte der 1950er-Jahre liefen alle VT 75.9 in der BD Regensburg und erhielten sogar noch neue 130-PS-Motoren des Deutz-Typs A 6 M 617, wie sie auch bei Kleinloks der Leistungsgruppe II Verwendung fanden. Von den ursprünglich 16 bei der DB umgezeichneten Wagen zählten Anfang 1960 noch elf zum Bestand. Neun von ihnen strich die Bundesbahn im April und Mai 1960 aus ihren Listen. Die letzten beiden VT 75.9 wurden jedoch erst mit Verfügung vom 30. März 1962 beim Bw Schwandorf ausgemustert.
Die DR führte nach Kriegsende dagegen nur noch einen Triebwagen in ihren Einsatzlisten: Der später zum Salonfahrzeug der Rbd Magdeburg umgebaute VT 135 054 (ab 1970: 186 257) gehört heute zum Museumsbestand und ist im Bw Staßfurt zu finden.