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Warum ist es so schwierig, etwas über Italien zu schreiben, ohne in altbekannte Clichés zu verfallen? Mafia, Calcio, Korruption, Ineffizienz…, sind altbekannte Gemeinplätze, die jedoch kaum zu umgehen sind.
Ein Grund, denke ich, liegt darin, dass wir immer in nationalen Kategorien denken.
Was verbindet eigentlich einen Südtiroler mit einem Sizilianer? Was haben Mailänder Frauen mit apulischen Bäuerinnen gemeinsam? Obwohl sich Italien wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast zu befinden scheint, ist die Lombardei immer noch eine der reichsten Regionen Europas. Anders als der italienische Süden, der sich immer noch in einer Situation wirtschaftlicher Rückständigkeit befindet.
Für BeobachterInnen – auch für mich – ist es aber viel einfacher, über reale oder vermeintliche Gemeinsamkeiten zu sprechen. Wir gehen wie selbstverständlich davon aus, dass diese relevanter sind als das, was verschieden, komplex und widersprüchlich ist.
Voilà un autre cliché qui n’est pas si éloigné de la vie vécue: l’omniprésence du foot dans la vie sociale masculine de l’Italie. La semaine dernière j’ai participé à deux colloques à Bologne et à Milan. À la fin des travaux, un collègue réfléchissait sur la possibilité de se rendre au stade de San Siro pour voir au moins une partie du match entre Inter Milan et je ne sais plus quelle équipe avant le dîner en commun. Mercredi soir un autre collègue nous a quittés juste après le « Secondo » pour voir Barcelone- Inter à la télé. Je ne me souviens pas d’avoir vécu cela dans d’autres pays – mais peut-être les collègues étaient déjà partis avant, ou étaient plus discrets.
Dans le bus, dans le métro, dans la rue, partout le calcio est très présent comme argument de discussion. J’ai l’impression que les hommes ici parlent de foot comme chez-nous ils parlent d’ordinateurs, de portables ou de nouvelles technologies. En même temps, c’est un argument qui permet un échange presqu’égalitaire entre membres des couches les plus diverses : de l’ouvrier au manager, du professeur au paysan, il n’y a presque personne qui ne puisse s’exprimer sur cet argument.
Même dans la musique, dans les arts, le football n’est pas absent. Ici, dans la capitale, « Grazie Roma » – dans le sens de l’A.S.Roma, le club de foot – d’Antonello Venditti est encore une sorte d’hymne local…
Neve di Latte heisst die Gelateria hier um die Ecke. Langsam wird sie zu meiner zweiten Residenz in der ewigen Stadt. Es ist immer noch so, glaube ich, dass man nirgends so gute Glacen wie in Italien findet. Ähnlich sieht es mit dem Kaffee aus, sogar mit dem koffeinfreien, auf den ich mich seit Jahren und nicht ohne Wehmut beschränke.
Und trotzdem machen nicht die ItalienerInnen das grosse Geschäft mit Kaffee und Eis, sondern multinationale Unternehmen wie Nespresso, Starbucks, Nestlé – wie der Geox-Gründer vor ein paar Jahren in einem Interview sagte, dessen Name mir gerade entgeht.
Warum ist es so? es scheint, als wären Italiener-innen mehr daran interessiert, Inhaber einer guten Quartier-Gelateria, oder ein guter Barmann zu sein als ins grosse Geschäft zu steigen.
Es ist übrigens merkwürdig, dass wir hier in Rom zahlreiche wunderbare Geschäfte entdecken, die man kaum sieht. Man muss sie fast schon kennen, um davon zu profitieren. Auch hier hat man den Eindruck, dass der Geist des grellen, marktschreierischen Spätkapitalismus noch nicht ganz eingezogen ist. Zum Glück für uns NostalgikerInnen, aber wahrscheinlich nicht für die schleppende italienische Wirtschaft.
Es ist nicht nur ein Klischee: Vieles funktioniert in Italien wirklich nicht, oder nicht gut. Auch viele kleine Dinge des Alltags: Die Plastikumrahmung des WC-Spülung, die auseinanderfällt, die Fenster die nicht gut schliessen, die Sicherungen, die rausfliegen, ohne dass man den Grund versteht… Kürzlich ist ja bei der Metro-Haltestelle Repubblica eine Rolltreppe unter den jubelnden rssischen Fussballfans zusammengekracht. In Ostuni (Apulien) haben wir in einem guten 4-Sterne Hotel übernachtet. Der Parkplatz war abgeschlossen – was in Süditalien nicht ganz unwichtig ist – aber die topmodernen Sicherheitstore öffneten sich nicht, wenn wir sie brauchten.
Warum ist das so? Können es die Italiener-innen wirklich nicht?
Zum Teil ist es sicher ein wirtschaftliches Problem: es wird weniger investiert, als in den reicheren Ländern des Nordens, im öffentlichen wie im privaten Sektor. Und wenn investiert wird, dann selektiv, so dass die kleinen Details mit billigem Material oder unsorgfältig abgefertigt werden.
Zum Teil hat es aber auch etwas mit dem Ausbildungssystem zu tun. In Italien existiert kein formalisiertes Lehrsystem, wie z.B. in der Schweiz. Oft ist es faktisch ein Learning by doing: Die jungen Frauen und Männer fangen irgendwo bei älteren HandwerkerInnen oder bei einer Firma an, sie sollen dann bei der Arbeit lernen.
Und vielleicht hat es auch etwas mit der katholischen Tradition zu tun – ich weiss, das mit dem Katholizismus kommt immer wieder. Und doch ist es so deutlich spürbar, hier, an der Quelle der römischen Kirche. Sehr vereinfacht gesagt: In der katholischen Tradition muss die Gesamtdarstellung schön sein und nach aussen wirken – ob alle Details stimmen, ist zweitrangig. Ich weiss, es ist noch etwa vage. Wie Paolo Conte es singt: …forse un giorno meglio mi spiegherò…
souvenir des vacances: un endroit incroyable, unique. Après la deuxième guerre mondiale l’écrivain Carlo Levi avait choqué l’opinion publique italienne en dénonçant, entre autres, les conditions de vie des familles qui souvent habitaient des cavernes creusées dans les rochers dans les « Sassi » (Cristo si é fermato a Eboli). Aujourd’hui on y trouve des restaurants, des B&b, des appartements à louer. En tout cas, c’est un lieu d’une beauté incomparable.
Dans ce cas le tourisme a probablement contribué à récupérer des quartiers qui semblaient voués à la décadence et à l’abandon : beaucoup de familles ont investi de l’argent pour récupérer les bâtiments.
Matera sera en 2019 la capitale européenne de la culture.