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Die Helvetier sind ein keltischer Stamm. Die Kelten treten dank der Überlieferung durch griechische Schriftsteller ins Licht der Geschichte – und zwar während der jüngeren Eisenzeit, eine Periode, die auch Latène-Zeit (450 bis 15 v.Chr.) genannt wird. Die keltische Zivilisation, an deren Ausbildung viele verschiedene Stämme beteiligt waren, erstreckte sich vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer.
Die Helvetier besiedelten das heutige Schweizerische Mittelland vom Rhein bis zum Genfersee. Sie umfassten vier Teilstämme: die in römischer Zeit um Avenches siedelnden Tiguriner, die Verbigener (Nordufer des Genfersees), die Ambronen und Toygener (östliches Mittelland und linkes Rheinufer). Als sich die Helvetier entschlossen, ihr Land zu verlassen, um sich in der Saintonge (im Westen des heutigen Frankreichs, in der Region von Agen) niederzulassen, zählten sie laut Julius Cäsar 263 000 Menschen.
Andere keltische Stämme, die auf dem Gebiet der heutigen Schweiz und in den benachbarten Regionen siedelten: die Allobroger (Genf, linkes Ufer, Savoyen), die Sequaner (Franche-Comté, Jura), die Rauraker (Region um Basel), die Nantuaten (Chablais bis St-Maurice), die Veragrer (Gegend um Martigny), die Seduner (Gegend um Sion), die Uberer (Gegend um Brig).
In Gallien (das heutige Frankreich, Belgien und Rheinland) gehören zu den wichtigen Stämmen die Häduer (Burgund), die Arverner (Auvergne), die Ambarrer (Gegend um Lyon), die Lingonen (um Langres), die Santonen (Saintonge), die Biturigen (Bourges und Loire-Tal). Man kennt etwa ein Dutzend weitere gallische Stämme, die oligarchisch organisiert waren und sich zum Teil stark voneinander unterschieden. Ihre Nachbarn im Norden Europas waren die Germanen, zu denen die Kimbern, die Ambronen oder etwa die Sueben gehörten.
Zunächst nördlich des Rheins ansässig, liessen sich die Helvetier laut antiken Schriftquellen im Laufe des 2. Jahrhunderts v.Chr. im Schweizerischen Mittelland nieder. Vor ihrer fehlgeschlagenen Auswanderung im Jahr 58 v.Chr. zogen einige von ihnen mit den aus Jütland stammenden Kimbern. 107 v.Chr. besiegten die Tiguriner unter ihrem Anführer Divico ein römisches Heer in der Gegend von Agen. Dieser Sieg ist die erste historische Erwähnung der Helvetier. Noch vor 102 v.Chr. scheinen sich die tigurinischen Truppen von den kriegerischen Aktionen der Kimbern, Ambronen und Teutonen gegen die Römer in der Narbonensis zurückgezogen zu haben.
Über die Sitten und Gebräuche sowie die politische und soziale Organisation der Helvetier ist wenig bekannt. Dies liegt daran, dass die Kelten keine schriftlichen Zeugnisse hinterliessen. Dank Julius Cäsars «Gallischer Krieg» wissen wir mehr über die Organisation der keltischen Stämme. Der römische Feldherr eroberte zwischen 58 und 51 v.Chr. weite Landstriche.
Die Gründe für die Wanderung der Helvetier nach Westen bleiben unklar: Flucht vor dem Druck der Germanen? Demografische Gründe? Wirtschaftliche? Um sich eine Rückkehr unmöglich zu machen, brennen sie ihre Oppida (ihre Städte), ihre Dörfer und ihre Höfe nieder. Sie erlitten eine Niederlage gegen die Legionen Cäsars bei Bibracte, die sie zur Rückkehr in ihr Land zwang. Auf dieses erste Ereignis im Gallischen Krieg folgte die römische Kolonisierung des Mittellandes. Aventicum/Avenches wurde zur Hauptstadt des römischen Helvetiens.
(Quellen: u.a. www.memo.fr und fr.wikpedia.org