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Wahl der Ratspräsidenten
Die Mitglieder des Nationalrates und des Ständerates wählen immer am ersten Tag der Wintersession jemanden aus ihrer Mitte für ein Jahr zur Präsidentin oder zum Präsidenten. Sie oder er leitet die Verhandlungen im jeweiligen Rat, legt die Tagesordnung fest und vertritt den Rat gegen aussen.
Die Wahl ist geheim und wird in jedem Rat separat vorgenommen. In den ersten zwei Wahlgängen können alle Mitglieder des jeweiligen Rates Stimmen erhalten. Danach werden keine weiteren Kandidaturen mehr zugelassen. Wenn niemand die Mehrheit der Stimmen erreicht, scheidet jeweils die Person mit der geringsten Stimmenzahl aus. Dies wird solange wiederholt bis eine Person die Stimmenmehrheit erreicht hat und somit gewählt ist.
Neben einer Präsidentin oder eines Präsidenten wählt jeder Rat auch je eines seiner Mitglieder ins erste und eines ins zweite Vizepräsidium. Sie unterstützen die Ratspräsidentin oder den Ratspräsidenten während des Amtsjahres. In der Regel übernimmt der erste Vizepräsident im Folgejahr das Amt des Ratspräsidenten und der zweite Vizepräsident rückt auf den Platz des ersten Vizepräsidenten nach. Ratspräsidentin oder Ratspräsident kann also eigentlich nur werden, wer die beiden Vizepräsidien bereits durchlaufen hat. Die Präsidentenwahl entscheidet sich somit schon zwei Jahre im Voraus.
Im Nationalrat gilt bei der Wahl ausserdem die Formel «V-C-S-RL». Das bedeutet, dass die Mitglieder anhand ihrer Fraktionszugehörigkeit in einer bestimmten Reihenfolge gewählt werden. Nach einem Mitglied der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei (V) wird ein Mitglied der Fraktion derV Christlichdemokratischen Volkspartei (C) gewählt. Danach folgt ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion (S) und schliesslich ein Mitglied der FDP - liberalen Fraktion (RL).
Im Ständerat gibt es keine solche Formel. Seit 2004 wird jedoch alle fünf oder sechs Jahre zuerst ein Mitglied der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei und anschliessend ein Mitglied der Sozialdemokratischen Fraktion gewählt.