Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03511.jsonl.gz/304

5A. Helioda
.
.
.
.
1. Helioda - Teil I
- Es gibt einen Ur-Weltäther. Und dieser besteht aus drei Grundelementen: Das Ruh- oder Schwerelement, das Bewegungs- oder vibrierende Element, das Empfindungs- oder Leichtelement.
- Dem Ruh- oder Schwerelement, das aus dem Ur-Weltäher-Teilchen heraustrat und sich in separaten Ruhäther-Ilionen sammelte, haftet in geringem Mass das Empfindungselement an. Es gibt keine vollständige Trennung zwischen Ruh- und Empfindungselement.
- Aus den Ruhäther-Ilionen gehen, über Zwischenstufen, die Atome hervor. Das Empfindungsvermögen befindet sich in einem Schlummerzustand.
- In den Molekülen und Atomen kommt es zu einer Abspaltung des Empfindungselements und damit zur Bildung einer feinmateriellen empfindenden Substanz, die Huter Medioma nennt.
- Aus der Medioma spaltete sich eine noch feinere feinmaterielle Substanz, in welcher das Empfindungsvermögen noch stärker, feiner, gesammelter und konzentrierter ist, das Od.
- Aus Od und Medioma ging eine astrale, ganz besonders feine, empfindende Substanz hervor. Huter nennt sie Helioda.
- Die Helioda-Substanz vermag sich im Eiweiss-Molekül am stärksten zu sammeln und zu konzentrieren und ist hier am wenigsten stark an die Materie gebunden.
- Die Helioda baut sich in der Zelle ein eigenes Organ, das Zentrosoma. Hier sammelt und konzentriert sie sich. Sie hat aber auch im Protoplasma, also in den Eiweiss-Substanzen, Sammelpunkte.
2. Helioda - Teil II
Unter Helioda versteht Carl Huter eine feinmaterielle, empfindende, astrale Substanz. Sie tritt in drei Formen auf:
1. als negative Helioda,
die das Empfindungsvermögen der lebenden Organismen ermöglicht, also direkt empfänglich für Reize, Einwirkungen, etc. ist.
2. als positive Helioda,
in der Form einer feine, gelbliche Strahlung, beobachtbar z.B. am menschlichen Auge und Gesicht. Sie kann zur fernwirkenden Energie entwickelt werden, sodass sie mit dem Materiellen ausserhalb des Ichs korrespondieren kann, sozusagen mit dem Schicksal und dem Weltgewissen in Verbindung steht. Sie lässt die Gedanken entstehen, baut und formt die Physiognomie.
3. als Zwischenform,
die als organisierende, schöpferische und erhaltende Kraft und Lebenskraft tätig, aber noch kaum erforscht ist. Diese Zwischenform ist die Erzeugerin des Bewusstseins, das jedem Individualwesen als Gewissen und Heiligkeitsgefühl innewohnt. Sie steht mit der positiven und der negativen Helioda in engster, untrennbarer Verbindung und ist an allen ihren Vorgängen mitbeteiligt. Dieser Zwischenteil verkörpert die Lebens- und Liebeskraft.
Carl Huter hat damit die Rätsel des Hell- und Fernfühlens, des Hellsehens, der Gebetsheilung, der Suggestion, der fernwirkenden und übertragbaren heilbringenden Liebesgedanken und Willenskraft zum ersten Male naturwissenschaftlich nachgewiesen.
Die Helioda-Strahlen sind psycho-physiologische Strahlen: Sie führen zu einer Aktivierung der Zellfunktionen und sie vermögen Gedankenkräfte und ähnliche Kräfte und Energie zu übertragen. (1)
Insgesamt:
- Die Helioda als Ganzes stellt die Lebens- und Liebeskraft des Individuums dar. (2)
- Die Helioda übt in der lebenden Zelle die Herrschaft aus: Sie ist organisierend und schöpferisch tätig.
- Die beobachtbaren Aspekte dieser Substanz hat Huter gut erforscht und dokumentiert: Lebenskraft, Ausstrahlung, therapeutische Anwendungen.
- Es ist noch wenig erforscht, wie diese Substanz in der Zelle im einzelnen tätig ist, also organisierend, schöpferisch, das Bewusstsein erzeugend, etc. Aus den wenigen Unterlagen Huters, die erhalten geblieben sind, lässt sich folgendes vermuten: (3)
a. Das Empfinden resp. die empfindende Helioda-Substanz gerät im Zentrosoma in einen Schwingungs-Zustand. Das Empfinden wird freischwingend, selbständig und souverän. Das Empfinden wird aus dem schlummernden, gebundenen Zustand herausgehoben und erwacht zum Eigen- und Selbstempfinden.
b. Das erwachte und souveräne Empfinden ist in der Zelle
organisierend und schöpferisch tätig. Es beherrscht die Zelle. Das Empfinden wird zur Leit-, Richt- und Formkraft in der Materie.
c. Nun beginnt die Zelle zu leben: Sie ist reizempfindlich, sie organisiert sich selbst, der Stoffwechsel beginnt, etc.
d. Der Schwingungszustand wurde durch Reize, die das Sauerstoff-Atom verursacht hat, in Gang gesetzt. Der Sauerstoff erzeugt eine geheimnisvolle Spannung. Er sympathisiert mit dem Leichten und Schweren, der Grösse und Weite und ebenso der Kleinheit und Tiefe.
e. Beim Menschen sind das Bewusstsein, das Gewissen und das Heiligkeitsgefühl auf das erwachte Empfinden zurückzuführen. (4)
Anmerkungen
(1) Huter bezeichnet die Helioda wiederholt als psycho-physiologische Strahlen, vgl. II. Lehrbrief, 1. Lektion. Einzelheiten über die psychologischen, physiologischen und psycho-physiologischen Wirkungen sind aus den Huter-Schriften ersichtlich.
(2) Vgl. "Carl Huter neue Weltanschauung in zweiundsiebzig Sätzen", in Carl Huter: Die neue Weltanschauung, 1908:
"Die Lebenskraft ist aus der, allem Weltäther und aller chemischen Substanz anhaftenden Empfindungsenergie in Form der negativen und positiven Helioda geboren, und kam besonders im lebenden Eiweiss zum sichtbaren Ausdruck."
(3) In Anlehnung an Amandus Kupfer: Wer regiert das Weltall? 1951. S. 11f.
(4) Bemerkenswert, was in Carl Huter: Welt- und Menschenkenntnis, 1905, II. Lehrbrief, 9. Lektion steht:
Zitat Anfang:
In jedem Äther-Ilion spiegelt sich also das Weltall wider, ohne dass im Äther-Ilion ein Selbstbewusstsein von dem All der Welt zustande kommt, aus dem einfachen Grunde, weil es das proportionale Gleichgewicht in sich zu bewahren sucht.
Aufspeicherung von Empfindung zum selbstbewussten Empfinden und Wissen würde eine proportionale Gleichgewichtsaufhebung zur Folge haben, was ja möglich ist. Möglich ist alles Erdenkliche beim Äther.
Dieses proportionale Gleichgewicht ist in der Tat bei solchen Äther-Ilionen verlorengegangen, die sich soweit differenzierten, dass z. B. die Bewegungs-und Empfindungs-E zum Teil aus den Ilionen heraustrat, und dann bildeten diese Ruh-Ilionen die Idionen des Urnebels, wie Tafel 17, Fig. III (unten rechts) zeigt.
Daraus entstanden in weiterer Folge die Atome der chemischen Elemente, welche dem Weltäther im Wesen am nächsten sind: Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff. Diese Elemente suchen alles in runde Körpergestalt zu formen.
Zitat Ende.
Wie ist das nun zu verstehen? Damit selbstbewusstes Empfinden entsteht, muss das proportionale Gleichgewicht infolge Aufspeicherung von Empfindung verloren gehen, nicht aber, wenn das proportionale Gleichgewicht auf andere Weise verloren geht, z.B. durch Heraustreten von Bewegungs- und Empfindungs-Energie.
3. Helioda - Ergänzungen in Stichworten
Die nachstehende Charakterisierung beruht auf den Erklärungen von Huter, Rubrik
3.1 Zweifache Erscheinungsform
- Die negative Helioda tritt doppelt auf: Innerlich sammelt sie sich in allen Zentrosomen der lebenden Zelle. Äusserlich sammelt sie sich in den Weich- und Hohlformen.
- Die positive Helioda tritt ebenfalls doppelt auf: Innerlich sammelt sie sich in allen Zentrosomen der lebenden Zelle. Peripher sammelt sie sich in den Empfindungsorganen und in den plastischen Körperausgliederungen: Greif- und Stossgliedern, Geschlechtsorgane, Sinnesorgane, Haupt, Gesicht.
Anmerkung
Was ist der funktionelle Unterschied zwischen positiver und negativer Helioda?
a. Die negative Helioda ist passiv, eher nach innen orientiert. Empfinden und das Gedächtnis beruhen auf ihr.
b. Die positive Helioda ist aktiv, eher nach aussen orientiert. Gedankenkraft, Ausstrahlung, organisierende und schöpferische Tätigkeiten.
3.2 Lebens- und Liebeskraft (1)
- Die Helioda ist die Trägerin der Lebenskraft.
- Der Grundcharakterzug des Empfindungsvermögens und des Lebens ist die Liebe.
- Die Liebe ist das schaffende und bauende primäre Weltprinzip.
- Die Liebe ist, nach Huters Hellfühlversuchen, das innerste Geheimnis des Lebens und alles Seins.
3.3 Materielle Aspekte (2)
- Die selbständige Lebenskraft oder Helioda ist eine Empfindungsfeinmaterie und Energie, die sich im lebenden Eiweiss sammelt. Sie entstand durch Abspaltung aus od-ähnlicher Materie, in welcher die Empfindungsenergie in höherem Masse gebunden ist.
- Die geistige Empfindungs- und Strahlkraft "Helioda" wurzelt in der Äthermaterie und schlummert in der chemischen Materie.
- Die Lebensempfindungs- und Strahlkraft Helioda der Lebewesen beruht auf konzentrierter Empfindungsenergie in der Materie. Das lebende Eiweiss ist der natürliche Träger dafür, aber Empfindungsvermögen besitzt auch jede andere Materie.
Die Helioda ist reinster konzentrierter Empfindungsäther.
3.4 Übersinnliche Erscheinungen
- Die Heliodastrahlung und Heliodafernwirkung erklärt sich aus der konzentrierten Empfindungsenergie.
- Der Hell- und Fernsinn ist der Grundsinn aller übrigen fünf Sinnesorgane. Dieser Grundsinn wurzelt in dem gesammelten, konzentrierten und verfeinerten Empfindungsvermögen.
Anmerkung
(1) Carl Huter bezeichnet die Helioda als Lebens- und Liebeskraft. Huter hat dies persönlich erlebt, experimentell erforscht und die Berichte veröffentlicht. Die Helioda verstärkt sich durch liebende Gedanken, durch liebevolle und hingebende Tätigkeit, z.B. in der beruflichen Arbeit, in der Arbeit für die Familien, für Angehörige, für andere Menschen.
(2) Erläuterung der Bindung der Helioda resp. der Empfindungsenergie sowie das Schlummern in der Materie: Das Empfindungselement haftet der Materie an. Es ist an die Materie gebunden. Es ist ihr nicht möglich, sich zu sammeln, zu konzentrieren, sich zu verfeinern und somit, tätig zu werden, Bewusstsein zu entwickeln, etc.
4. Kurzbeschreibung an einem Vortrag
Vortragsbericht von Dr. med. O. Büsing, über den Vortrag vom Freitag, 26. April 1907 im Künstlerhaus in Berlin, dat. 5. Mai 1907.
Carl Huter hat folgendes über die Helioda gesagt:
- Durch zahlreiche Forschungen und Experimente ist er dann zur Entdeckung einer besonderen Lebenskraft gekommen, die er Helioda, Lebenslicht- oder Lebensstrahlkraft, nennt.
- Er fand eine negative Helioda, die das sensible Lebensempfinden, das ehemals angenommene metaphysische immaterielle Geistige darstellt,
- und eine positive Helioda, welche das formgestaltende, eventuell auch fernwirkende, psycho-physiologische Element, das die Materie beeinflusst, verkörpert.
- Die Heliodakraft ist nach Huter eine aus dem Weltäther abgespaltene Empfindungsenergie, die sich im lebenden Eiweiss, besonders in der tierischen Zelle, am höchsten beim Menschen in dessen Gewebszellen, besonders aber in den Zentralnerven sammelt.
- Diese Helioda ist die Trägerin eines doppelten, nämlich des bewussten und des unbewussten geistigen Lebens,
- und sie ist die oberste schöpferische Gestaltungskraft im lebenden Eiweiss.
- Durch sie wird die eigentliche feinere Physiognomie aller höheren Lebewesen gebildet.
Anmerkung
1. Der Vortragsbericht wurde mehrfach veröffentlicht. Daraus lässt sich schliessen, dass Huter erkannt hat, dass darin die Helioda besonders gut erläutert wird.
a. "Hochwart", 1907;
b. Carl Huter: Katechismus der Huterschen Wissenschaft, 1909;
c. Carl Huter: Das Empfindungsvermögen der Materie, 1909;
d. Freunde der Huterschen Wissenschaft (Herausgeber): Aus eigener Kraft, 1911.
Es könnte sein, dass der Artikel in der Lippischen Landeszeitung, 1907 erschienen ist. Abklärungen sind im Gang.
2. Vermutlich ist die Beschreibung der Helioda in enger Zusammenarbeit mit Dr. med. O. Büsing entstanden. Diese Auseinandersetzung mit einer aussenstehenden Person, zugleich Fachperson aus dem medizinisch-psychologischen Bereich, hat dann wohl zu dieser gut verständlichen Darstellung geführt.
3. Eine ähnlich kurze und ähnliche vollständige Erläuterung findet man in den von Carl Huter geschriebenen Texten kaum. Sie enthält nicht ganz alle wesentlichen Elemente. Es ist eine der wenigen Beschreibungen, in denen Huter ausdrücklich erklärt, dass die Helioda die Trägerin des geistigen Lebens ist. Jedoch fehlen weitere Erläuterungen dazu. Lediglich an einer einzigen Textstelle befasst sich Huter mit diesem Thema. Dort schreibt er, dass der Zwischenteil der Helioda noch wenig erforscht sei und in magischer Weise das Bewusstsein darstelle, vgl. mit 5A2. Quellen I , Ziffer 3
History
Diese Seite wurde im Februar 2018 ausgearbeitet und am 1. März 2018 fertig gestellt. Sie wurde am 29. März 2018 erweitert. Am 19. Oktober 2018 wurde sie um "Grundlegende Thesen der Huterlehre" erweitert und kritisch durchgesehen. Sie wird regelmässig geprüft und angepasst, letztmals am 15. Januar 2019, am 23. April 2019, am 4. August, am 21. und 22. August 2019, vom 5. bis 15. Dezember 2020, am 13. August 2021, am 29. September 2021, am 31. Mai 2022 sowie vom 10. Juni bis 4. Juli 2022.
Alle Rechte vorbehalten!