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Frage: 1835
Lieber Hans Peter,
die Aussage: "von Ewigkeit zu Ewigkeit" findet sich wohl in den meisten Bibelausgaben. Mir war diese Beschreibung immer schon widersprüchlich.
Dazu habe ich etwas in meiner alten Studienbibel gefunden- wäre es sofern nicht besser, diese Ausdrucksweise zu übernehmen?
z.B. 2. Tim. 4,18: O, der Herr wird mich auch ferner von allem, was Bosheit mir antun möchte, erretten und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reich. Ihm sei Ehre durch die Zeitläufe der Weltzeiten hin!
Erklärung dazu:
Die gewöhnliche Übersetzung ,,von Ewigkeit zu Ewigkeit" ist uns zwar sehr geläufig, ist aber, genau besehen, widerspruchsvoll. Unter Ewigkeit verstehen wir eine Zeit, die keinen Anfang und kein Ende hat. Darum kann es nicht mehrere Ewigkeiten geben. Man kann richtig sagen: ,,Von Zeit zu Zeit", aber nicht ,,von Ewigkeit zu Ewigkeit". Wer also so übersetzt, der muß an dieser Stelle wenigstens die Ewigkeit als eine begrenzte Zeit ansehen. Dann aber ist es keine Ewigkeit mehr, sondern eine Weltzeit, ein Zeitalter. - Unsere Übersetzung ,,Zeitläufe der Weltzeiten" bringt zum Ausdruck, was Paulus offenbar sagen will, daß die Zeitalter ihre bestimmten Zeitläufe haben. So kann man beispielsweise von einem assyrischen, babylonischen oder persischen Zeitalter reden. Diese drei Zeitalter haben jedoch einen besonderen Zeitlauf, dem sie im Hinblick auf Gottes Absichten mit Israel unterworfen waren. Die Assyrer mußten das Zehnstämmereich, die Babylonier das Reich Juda zerstören, während die Perser nach Besiegung der Babylonier dem Volke Gottes die Freiheit gewähren mußten. So haben die Weltzeiten ihren Zeitlauf, ja ihre Zeitläufe. Welche köstlichen Gedanken ergeben sich, wenn man dies überdenkt.
in IHM
joachim
Hallo Joachim, 22.11.04
ich denke, man braucht sich über Ewigkeiten nicht den Kopf zu zerbrechen - ansonsten wird man noch irre wie Calvin etc.
Das menschliche Gehirn und der menschliche Geist sind sicherlich nicht in der Lage, diese Begriffe in seiner Bedeutung erfassen zu können. Wenn man lange genug sucht findet man in jeder xy-Bibel irgendwann etwas, was einem paßt.
Strong:
165. aiwn aion ahee-ohn’; from the same as 104; properly, an age; by extension, perpetuity (also past); by implication, the world; specially (Jewish) a Messianic period (present or future):- age, course, eternal, (for) ever(-more), [ n-]ever, (beginning of the , whil etheworld.
Online Bible Greek Lexikon:
165 aiwn aion ahee-ohn’
from the same as 104; TDNT-1:197,31; n m AV-ever 71, world 38, never + 3364 + 1519 + 3588 6, evermore 4, age 2, eternal 2, misc 5; 128
1) for ever, an unbroken age, perpetuity of time, eternity
2) the worlds, universe
3) period of time, age
Erkennen wir also die Beschränktheit des menschlichen Seins an.
gesegnete Wintersonnenwende
Grüße
Michael/de
23.11.04
Hallo Joachim,
ich habe vor ein paar Tagen von Herbert Jantzen darüber etwas gehört. Er sagt, dass es eine gängige Redewendung ist, eine besondere Betonung im hebräischen um diesen langen Zeitraum auszudrücken. Wir lesen zum Beispiel auch im Hebräischen: "Segnend will ich Dich segnen." Es ist eine Ausdrucksform dieser Sprache.
Er wies auch darauf hin, dass es in Gottes Plan zwei Weltzeiten (Äonen) gibt. Die jetztige, die auch ein Ende hat und die folgende, die kein Ende mehr hat. Leider unterstellen die Allveröhner gerne, dass auch die zweite Weltzeit ein Ende hat, dem ist aber nicht so.
Stephan Stöver
Lieber Joachim, 25.11.04
Du schreibst von Deiner alten Studienbibel... Mich würde einmal interessieren, was für eine Bibel das ist und ob Du mir die empfehlen kannst?
Der Herr mit Dir!
Sebastian
Lieber Sebastian, 25.11.04
da ich dir allerdings schon direkt via mail antwortete- hier noch die Information für jeden, den es interessiert:
bei der erwähnten "Alten Studienbibel" handelt es sich um die 4. Auflage der Neuen Mülheimer Ausgabe-Neues Testament mit Anmerkungen Sie ist ca.
50 Jahre alt und wurde einmal bei E. Humburg, Mülheim (Ruhr) herausgebracht.
in IHM
joachim
Lieber Joachim
Ich habe in meiner Tabelle nachgeschaut, die Mülheimer Bibel hat einen pfingstlerischen Hintergrund (sagte glaube ich der Liebi oder Ebertshäuser... bin aber nicht 100% sicher), daher ist sie mit Vorsicht zu geniessen...
Gruss
Michael / CH
Hallo Michael
könnet es sein, dass Du die Mülheimer Bibel mit der Mülheimer Pfingstbewegung verwechselt. In dem Buch von R. Ebertshäuser, Die Charismatische Bewegung im Licht der Schrift, wird die Mülheimer Bibel nicht erwähnt.
in IHM
Hans Peter
Hallo HP
Ich kenne die Mühlheimer Pfingstbewegung nicht, sie ist mir unbekannt, so kann ich sie logisch gesehen auch nicht verwechseln...
Auch habe ich das Buch von R. Ebertshäuser, Die Charismatische Bewegung im Licht der Schrift noch nicht ganz durchgelesen...
Ich habe aber Dank
Intern
mein wahrscheinliche Quelle gefunden: Im
untenstehenden Link auf Seite 9 unterster Abschnitt steht im Sheet von R.
Ebertshäuser mit dem Titel: Gottes Wort oder Menschenwort? -Zur geistlichen
Beurteilung der modernen Bibelübersetzungen:
" Eine bibeltreue Übersetzung muß auch auf der Grundlage der gesunden Lehre der Schrift erarbeitet werden. Bibelübersetzungen, die von Irrlehrern verfaßt wurden bzw. von Irrlehren geprägt sind, müssen wir ablehnen und sollten sie nicht benutzen. Beispiele sind etwa die „Ökumenische Einheitsübersetzung“ und die „Jerusalemer Bibel“ (katholisch); „Gute Nachricht“ (liberaltheologisch-ökumenisch); „Dabhar“ und „Konkordante“ (Allversöhnung); „Mülheimer NT“ (Pfingstbewegung); Albrecht (katholisch-apostolisch); „Neue Welt“ (Zeugen Jehovas)."
www.bibelkreis.ch/ESRA/Bibeluebersetzung-A4-1.rtf
Gruss
Michael / CH
Lieber Michael
das ist der beste Beweis, dass ich mehr auf
www.bibekreis.ch gehen sollte.. Herzlichen
Dank!
in IHM
Hans Peter
Lieber Michael, 27.11.04
zunächst einmal danke ich Dir für das Aufgefundene. Anzumerken wäre lediglich, dass diese Bibel seit der 7. Auflage Textmäßig verändert wurde und sicherlich auch der Kommentar entsprechend ausgerichtet wurde-(da muss ich jetzt einmal die 4. Auflage genauer prüfen) Könnte es sein, dass eine berechtigte Kritik nicht auf alle Auflagen zutrifft, also nicht pauschal vergeben werden sollte?
Ich habe hier einmal zwei Bibelstellen , die sich z.B. von einer Schlachterbibel unterscheiden:
1.(Mülheimer NT) Kol 3,16 Das Wort Christi laßt reichlich unter euch wohnen, belehrt euch gegenseitig mit aller Weisheit und ermuntert euch durch Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder, und preist aus Dankbarkeit Gott in euren Herzen.
Anmerkung dazu in der 4. Auflage: Unter den hier erwähnten „geistlichen Liedern" müssen wir, ebenso wie in Eph. 5, 19, Lieder in Zungen verstehen, wovon Paulus in 1. Kor.14, 15 redet. Man sieht aus dieser Bemerkung hier, daß das Singen im Geist oder in Zungen nicht nur in Korinth bekannt war. Vielmehr zeigen diese Ermahnungen des Apostels, daß er auch das Singen in Zungen als ein Mittel zur Erbauung ansah, und daß es sich ebenso wie die Weissagung hin und her in den Gemeinden fand.
in der Ausg. v. 1968 dagegen heißt es: "Lieder, die euch der Geist gibt"
2. (Schlachter 1951) Kol 3,16 Das Wort Christi wohne reichlich unter euch; lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern; singet Gott lieblich in euren Herzen.
ein weiterer Text:
Offb. 14,6 (Mülheimer NT 4.Aufl):Weiter sah ich einen Engel mitten durch den Himmel fliegen. Er hatte für jenes Zeitalter eine frohe Botschaft denen zu verkündigen, die auf Erden wohnen, und zwar für alle Völker, Geschlechter, Sprachen und Stämme.
Offb. 14,6 (Schlachter) Offb 14,6 Und ich sah einen andern Engel durch die Mitte des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium den Bewohnern der Erde zu verkündigen, allen Nationen und Stämmen und Zungen und Völkern.
hierzu stelle ich den Kommentar der Mülheimer 4. Aufl. zur Diskussion:
Die Übersetzung „ewiges Evangelium" erweckt eine falsche Vorstellung.
Jener Engel hat eine Botschaft für das kommende Zeitalter, in dem sich Israel bekehren soll, auszurichten. Der Inhalt dieser Botschaft wird in V. 7 angegeben. Sie bringt allen Völkern die Kunde, daß die Hure gerichtet wird, die mit ihrer Hurerei die Menschen am Empfang des Heils gehindert hat.
Schlussendlich sollte zunächst festgestellt
werden, dass eine Kritik fundiert und nicht pauschal sein sollte-
in Ihm joachim
Lieber Joachim 27.11.03
<<Könnte es sein, dass eine berechtigte Kritik nicht auf alle Auflagen zutrifft, also nicht pauschal vergeben werden sollte?<<
Sicher doch!
Meine Absicht war auch nicht die Mülheimer-Bibel zu verteufeln, sicher steht in ihr auch viel Gutes drin...
Ich wollte nur warnen und daher ist es immer gut, Hintergrundinfos zu haben und mit einer gewissen Sorgfalt und Skepsis daran zu gehen. Soll heissen, ich war auch schon naiv (ich dachte nicht du seiest das, aber vielleicht einige Leser) und hätte gerne gewisse Infos gehabt auf die ich eine Sache prüfen konnte. Die hatte ich nicht und so konnte ich die Sache nicht darauf prüfen und merkte gewisse Dinge erst später...
Gruss
Michael / CH