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Die Helvetische Republik und Nidwalden
31 Juli 2022
Im Januar 1798 erfolgt der Einmarsch der Franzosen von der Westschweiz und vom Jura her. Die Schweizer Kantone und Orte kapitulieren bald. Am 6. April 1798 erlässt das Direktorium die Helvetische Verfassung der neuen Republik:
Art. 1: die Helvetische Republik ist ein unteilbarer Staat. Es gibt keine Grenzen mehr zwischen den Kantonen, Art. 2: Die Gesamtheit der Bürger ist der Souverän. Art. 5: Es gibt keine erbliche Gewalt, keinen Rang und keine Ehrentitel.
Nur der Kanton Nidwalden wehrt sich gegen die Verfassung, alle andere Orte und Kantone leisteten den Eid auf die Helvetische Verfassung. Der Kanton musste unter Zwang am 13. Mai die Verfassung aber doch annehmen.
An zwei Landsgemeinden im August 1798 verhärtet sich jedoch der Wille zum Widerstand. Der Kanton fühlt sich in seiner Souveränität und Eigenständigkeit bedroht.
Der Einmarsch der französischen Truppen findet am 9. September 1798 statt. Am gleichen Tag fallen Stans und Stansstad. Rund 100 Nidwaldner und ebenso viele Franzosen verlieren ihr Leben, es folgten mehr als 300 Nidwaldner in weiteren Schlachten. Nidwalden wird wieder, und jetzt mit Erfolg, gezwungen die Einheitsverfassung anzunehmen.
Diese Ereignisse vom 9. September sind fest im kollektiven Gedächtnis von Nidwalden verankert. Die Menschenrechte wurden verkündigt, aber mit brutaler Gewalt und Krieg verbreitet.
Johann Caspar Lavater, Pfarrer in Zürich, sagte dazu nach dem 9. September 1798: “Ihr Franken kamet als Räuber und Tyrannen in die Schweiz. Ihr führtet Krieg gegen das Land. So mussten wir nie blindlings gehorchen wie jetzt, in der schweizerischen Sklavery”.
Die Helvetische Republik hielt bis 1803. Der Widerstand von fast allen (alten) Kantonen und Orten war zu gross. Welcher Kanton hat sich 1798 richtig verhalten ? Die Helvetische Einheitsverfassung war jedenfalls nicht vertretbar in der Schweiz.
Die neuen Konföderationen (Mediationsakte (1803), Bundesvertrag(1815) und schliesslich die Verfassung von 1848) verfolgten den jahrhundertelangen Prozess der schweizerischen Staatsbildung.
(Quelle und weitere Informationen: Der Franzoseneinfall in Nidwalden, Nidwalder Museum, Stans, www.franzoseneinfall.ch).
Korrektorin: Melinda Fechner