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20 April 2008
Weil der bisherige Autor dieser Beiträge anderweitig stark engagiert ist, stammt dieser Beitrag von Peter Perret
.Bald Biber am Pfäffikersee
Seit dem gezielten Aussetzen einzelner Tiere in unserer Nähe vor 30 Jahren bei Tössegg und an den Nussbaumerseen, breitet sich der Biber (Castor fiber) kontinuierlich den Gewässern entlang aus.
Vor 200 Jahren war er in der Schweiz vollständig ausgerottet. Er wurde wegen seines Fells und seines Fleisches gejagt. Damit das Fleisch auch in der Fastenzeit gegessen werden konnte, erklärte die Kirche den Biber zum Fisch!! Er ist aber eines der grössten Nagetiere.
Ein Biberpaar bleibt ein Leben lang zusammen und zieht jedes Jahr 1 bis 3 Junge auf und besetzt ein Revier. Nach 2 Jahren haben die Jungtiere ein neues Revier zu suchen. Dabei können sie bis 100 Kilometer weit wandern.
Im Sommer ernährt sich der Biber von Krautpflanzen, Blättern, jungen Trieben und Feldfrüchten; im Winter vor allem von Baumrinde und Zweigen. Daher sind seine Nagespuren jeweils im Winter gut sichtbar.
In unserer Umgebung sind Reviere in der Glatt, im Greifensee, an der Mönchaltorfer Aa, in der Töss von Tössegg bis Neftenbach bekannt. Es ist zu erwarten, dass Biber auf der Suche nach einem geeigneten Revier auch am Pfäffikersee angetroffen werden können. Eine erste, jedoch nicht bestätigte Beobachtung konnte im Juni 2007 im Speckwald zwischen Fehraltorf und Pfäffikon gemacht werden. Hinweise auf eventuelles Vorkommen von Bibern nimmt der Präsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee gerne entgegen.
Peter Perret
Nachtrag H. Bührer:
Anfangs des neunzehten Jahrhunderts hatte man auch vergessen, wie der Biber lebt. Es wurde behauptet, dass der Biber alles mit grosser Planung mache: „Für den Bau des Damms werde erst Lehm gesucht und beiseite gelegt. Dann werden Kanäle gebuddelt, um besser flössen zu können. Die gespitzen Stämme werden in regelmässigen Abständen in den Boden gerammt und die Zwischenräume mit kunstvoll geflochtenen Wänden gefüllt; dann werden die Lücken mit dem Lehm verschmiert und mit dem Schwanz geglättet. Der Schwanz soll also als Maurerkelle gebraucht worden sein- Erst dann werde mit dem Hausbau begonnen; wobei jedes auf 6 Pfählen ruhe etc. pp.“
So stand es noch 1814 in einem Handbuch für Lehrer; die Berichtigungen waren für die NGZH der Anlass, ein Neujahrsblatt für die Jugend über den Biber herauszugeben.
Zur Wanderdistanz:
Nach der Neuansiedlung im Thurgau hatte es einem der Biber nicht mehr gefallen. Er wanderte aus und wurde bei Küblis im Prättigau von einem Auto überfahren.
nbsp