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Unsere Recherchen zeigen: Erstmals muss sich die Schweiz mit dem Fall eines abgewiesenen Asylsuchenden beschäftigen, der nach seiner Rückkehr in Eritrea gefoltert wurde. Weil Yonas (Name geändert) ein zweites Mal die Flucht aus Eritrea gelungen ist, gerät das Staatssekretariat für Migration in Erklärungsnot.
«Eine Chance, dass sein Fall aufgearbeitet wird, hat Yonas nur, wenn er es schafft, illegal erneut in die Schweiz einzureisen.» Mit diesem Satz endete im April 2020 die dreiteilige Eritrea-Serie, welche wir gemeinsam mit der Republik veröffentlichten. Wir hatten den damals 33-jährigen Eritreer nach seiner zweiten Flucht aus Eritrea in Griechenland aufgespürt und seine Geschichte rekonstruiert und verifiziert.
Doch solange er sich ausserhalb der Schweiz befand, interessierten sich die hiesigen Behörden nicht für seinen Fall. Also sind wir mit Yonas in Kontakt geblieben und haben seinen Weg aus der Ferne verfolgt. Bis er es tatsächlich schaffte und erneut illegal in die Schweiz einreisen konnte. Im Dezember 2021 erhielt Yonas Asyl in der Schweiz. Vieles weist darauf hin, dass das SEM die Aussagen des Eritreers als glaubhaft und ihn selbst als glaubwürdig einschätzt. Damit würde die Schweiz erstmals offiziell anerkennen, dass eine von ihr nach Eritrea weggewiesene Person nach der Rückkehr gefoltert und inhaftiert worden ist.