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Sex und Laufen, das unschlagbare Doppel
«Schliessen Sie die Schlafzimmertür ab. Stellen Sie sich vor den Spiegel. Ziehen Sie langsam all Ihre Kleider aus. Bewundern Sie Ihren Körper – Ihren flachen Bauch, Ihre schön proportionierten Oberschenkel. Jahrelanges Training hat Ihre Hüften schlank gemacht und Ihre Waden geformt. Sie sind stark. Sie sind attraktiv. Sie sind eine Läuferin, ein Läufer.
Und als schöner Mensch lieben Sie Sex. Läufer haben öfter Sex als Unsportliche. Falls Sie erst spät mit Trainieren angefangen haben: Sie tun das Richtige. Die Harvard Universität fand heraus, dass Sportler im Alter zwischen 40 und 60 Jahren gleich oft sexuell aktiv sein können, wie 20 Jahre jüngere Nicht-Sportler. Und es wird noch besser. Läufer können ihre Erektion länger halten. Und Läuferinnen brauchen weniger lange, um zu einem Orgasmus zu gelangen.»
Diese schon fast missionarischen Sätze las ich in der «Running Times». Der Artikel ginge noch weiter und natürlich ist es nicht die einzige Laufzeitschrift, die über den «süssesten Effekt» dieses Sports berichtet.
Beim Laufsport gibt es kein Tabu, keine Geheimnisse
Wenn es um Running geht, ist auch das Thema Sex nicht weit. Es gehört halt einfach irgendwie dazu. Und mich dünkt: Auf diesem Gebiet wird ausnehmend viel geforscht, insbesondere in den USA.
Grundsätzlich geht es stets um zwei Fragen:
1. Wie wirkt sich Laufen auf Sex aus?
2. Wie wirkt sich Sex auf das Laufen aus?
8 Forschungsresultate, die mir bei einer Cross-Recherche aufgefallen sind:
1. Probanden, die beginnen, vier Mal pro Woche zu laufen, haben nach neun Monaten 30 Prozent mehr Sex und 26 Prozent mehr Orgasmen (University of California in San Diego, Studie mit 78 Personen).
2. 80 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen, die zwei oder drei Mal pro Woche laufen, finden sich sexuell begehrter. 80 Prozent der befragten Frauen geben an, ihr sexuelles Darbietungsvermögen sei besser als das einer untrainierten Frau (University of Arkansas, Studie mit 408 Personen).
3. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Manneskraft ab. Laufen verlangsamt diesen Prozess. Es wirkt wie ein natürliches Viagra (Umfrage bei 50’000 Ärzten in den USA für eine Health Professional Follow-up Study)
4. Männer, die mehrmals wöchentlich intensiv trainieren, reduzieren das Risiko einer erektilen Dysfunktion um 30 Prozent. Männer mit einem Body Mass Index (BMI) über 28,7 haben ein 30 Prozent höheres Risiko, im Bett zu «floppen» als solche mit einem BMI unter 23 (Annals of Internal Medicine, USA).
6. Männer zwischen 55 und 65, die pro Woche mehr als 60 Kilometer laufen, haben einen höheren Testosteronspiegel als ihre unsportlichen Altersgenossen – ein Indiz, dass Läufer eine gesündere Libido haben (Harvard University).
7. Läufer, die bei 70 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme trainieren, erhöhen ihr freies Testosteron um 40 Prozent, ihren Cortisol-Spiegel um 38 Prozent, ebenso ihre Adrenalinausschüttung. Dieser gesteigerte Hormonmix führt zu einer intensiveren Erregung und Erektion (University of North Carolina).
8. Eine von vier befragten Frauen war während eines Trainings schon sexuell erregt, oder hatte derweil sogar schon einen Orgasmus (Chicago State University).
Können Sie den einen oder anderen Punkt aus eigener Erfahrung bestätigen und finden, Laufen und Sex seien ein unschlagbares Doppel? Oder finden Sie diese Forschungsergebnisse seien vor allem Gesundheitspropaganda aus den USA?