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|Beschrieb
||Wollte man
die verschiedenen gelehrten Betätigungen des Humanisten Glarean ihrem
wissenschaftsgeschichtlichen Stellenwert nach ordnen, so müsste wahrscheinlich der
Musiktheoretiker als erster genannt werden. Hier war er auch eigenständig und sehr
fruchtbar.

An zweiter Stelle wäre der Geograph zu nennen.
Nicht dass Glarean auf diesem Gebiet besonders originell gewesen wäre oder neue Wege
gewiesen hätte; im Gegenteil, ein kaum zu erklärender Konservatismus hinderte ihn daran,
die Entdeckung der neuen Welt, von welcher er immerhin einige Kenntniss hatte, in ihrer
vollen Bedeutung in sein geographisch-wissenschaftliches Werk mit einzubeziehen.
Es waren, neben seinen Vorlesungen, die naturgemäss nur einen
kleinen Kreis erfassen konnten, vor allem die beiden im Druck erschienenen Schriften
Helvetiae Descriptio und De geographia liberunus, die Glareans Ruf als Gelehrten der
Himmels- und Erdkunde bei seinen Zeitgenossen ausmachten; das heutige Glarean-Bild als
Geograph ist - durch das Auffinden entsprechender Manuskripte zur Geographia - wesentlich
differenzierter und bedeutender, aber auch problembeladener geworden.
Sonderdruck aus:
Der Humanist Heinrich Loriti, Glarean 1488-1563
Beiträge zu seinem Leben und Werk