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Das Wirtschaftswachstum scheint sich im asiatischen Raum, vor allem aber in China, erneut zu verlangsamen. Auch makroökonomische Erwägungen – darunter schwache chinesische Indikatoren und der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland – dämpften das Investitionsklima. Im Gegensatz dazu scheint sich das finanzwirtschaftliche Umfeld etwas zu erholen, sodass das Wachstum in nicht allzu ferner Zukunft wieder anziehen dürfte. In der Folge ist davon auszugehen, dass sich die Schlüsselindikatoren in den nächsten Quartalen stabilisieren werden. Andererseits notieren asiatische Aktien bereits geraume Zeit um ihr 18-Monatshoch, sodass Kurskorrekturen nach unten möglich erscheinen.
Asiatische Aktien schnitten in den letzten Monaten gemischt ab und wiesen in den jeweiligen Ländern grosse Ertragsunterschiede aus. So wurden beispielsweise chinesische Aktien durch schwache Wirtschaftsdaten und die zunehmende Sorge um eine potenzielle Kreditkrise belastet, während einige der kleineren Länder wie Indonesien stark ins Jahr 2014 starteten.
Indonesien und Indien im Aufwind
Indonesien profitierte konkret von einer verbesserten Leistungsbilanz und von der Nachricht, dass Joko Widodo, der Gouverneur von Jakarta, in den kommenden Präsidentschaftswahlen kandidieren will. Auch Indien zeigte eine gute Performance in der Erwartung, dass die von Narendra Modi geführte BJP (Bharatiya Janaty Party/indische Volkspartei) die Parlamentswahlen im Mai gewinnen wird, was inzwischen eingetreten ist. Der Markt antizipiert, dass die neue Regierung den Weg frei machen wird für Reformen und dass sie erneut Investitionen in die Infrastruktur tätigen wird.
Die japanischen Märkte mussten einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder abgeben, nachdem der Yen seinen Aufwärtstrend bei Jahresbeginn revidierte und sich dann auf diesem Niveau einpendelte. Internationale Anleger fuhren ihr Engagement zurück und nahmen Gewinne mit, nachdem die japanischen Aktienmärkte 2013 lange Zeit outperformt hatten.
Substanzwerte vor dem Comeback
Die Performance der chinesischen Aktienmärkte wurde zum einen beeinträchtigt durch schwache Wirtschaftsindikatoren und zum anderen durch die steigende Wahrscheinlichkeit von Konkursen und Investmentverlusten aus Produkten sogenannter Schattenbanken. Zum ersten Mal konnte ein Unternehmen in China – die in Shanghai ansässige Chaori Solar – den Schuldendienst auf ihre Unternehmensanleihe nicht mehr leisten, und zwei hochprofilige Anlagen aus dem Schattenbankensektor wurden durch Bail-outs vor dem Kollaps bewahrt.
Nach der starken Performance der Aktien im vergangenen Jahr dürfte der Markt nun in eine Übergangsphase eintreten, und die Anleger werden voraussichtlich aus Wachstumswerten, die 2013 outperformt haben, heraus und in preiswertere Substanzwerte hineingehen. Marktwenden entwickeln sich langsam und lassen sich nur schwer präzise timen. Um diesen potenziellen Wandel in den asiatischen Aktienmärkten abzubilden, gewichten wir unser Portfolio neu – weg von Wachstumswerten, hin zu eher substanziell orientierten Anlageprodukten.
Volatilität bremst die Performance
So schichten wir beispielsweise um aus Werten, die in den letzten Monaten gut liefen – dazu zählt unter anderem die eher wachstumsorientierte Huaneng Renewables, ein in Hongkong kotiertes Energieunternehmen – in substanziellere Unternehmen, die im neuen Marktumfeld outperformen dürften oder in Petrochina, das börsenkotierte Segment der staatlichen China National Petroleum Corporation.
Wenn der Markt seine Wendemarke im Zyklus durchläuft, dürfte weiterhin Volatilität zu erwarten sein. Bei volatilen Märkten schlagen die Vorteile des Wandels nur verzögert auf die Performance durch. Erfahrungsgemäss zahlt sich rechtzeitiges Handeln durch einen flexiblen Investmentansatz jedoch für den langfristig orientierten Anleger aus.
Andrew Swan, Manager der BlackRock BGF Asian Growth Leaders Funds