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Bis 1981 wurden in der Schweiz Zehntausende Menschen ohne Gerichtsurteil und ohne, dass sie eine Straftat begangen hatten, in Anstalten eingewiesen. Obwohl auf zahlreiche Gesetze gestützt, war die Praxis der Behörden rechtsstaatlich problematisch und vielfach von offener Willkür geprägt. Oft reichte es für eine jahrelange Anstaltsversorgung, dass jemand als «arbeitsscheu» oder als «liederlich» bezeichnet wurde. 2014 anerkannte das Parlament das Unrecht, das den administrativ versorgten Menschen zugefügt worden war, und erteilte den Auftrag für eine historischen Aufarbeitung.
Der Schlussbericht der Unabhängigen Expertenkommission (UEK) Administrative Versorgung präsentiert die wissenschaftliche Synthese dieser Untersuchungen in einer knappen, gut verständlichen Form und situiert die Ergebnisse im Kontext der neueren Schweizer Geschichte. Er enthält auch die Empfehlungen der Kommission zuhanden des Bundesrats für die Fortführung des Rehabitilierungsprozesses und Texte von betroffenen Personen. Er bildet eine fundierte Grundlage, um die politische und historische Diskussion über fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen sowie die Anerkennung historischen Unrechts fortzusetzen.