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Innert der letzten 2 Monate musste Rocky zweimal wegen akuten, schweren Erbrechens und Appetitverlust hospitalisiert werden. Nach mehrmaligem Erbrechen fand sich dann jeweils auch etwas Blut im Erbrochenen. Nachdem bei der ersten Episode ausschliesslich symptomatisch therapiert worden war (Infusion, Medikamente gegen Erbrechen), wurde bei der zweiten Episode als erster Abklärungsschritt eine Blutuntersuchung durchgeführt, welche unauffällige Blutwerte zutage förderte. Obwohl es der Katze nach kurzer Zeit wieder besser ging, entschlossen sich die Besitzer für einen weiteren Untersuchungsschritt - eine Magenspiegelung.
Das Tier wird schonend narkotisiert. Über das Maul wird der Endoskopschlauch in die Speiseröhre und von dort weiter in den Magen vorgeschoben. Auf dem Monitor wird ersichtlich, dass sich, obwohl das Tier über Nacht gefastet worden war, im Magen festes Material und etwas Flüssigkeit befindet. Das feste Material stellt sich als grosses Haarknäuel, ein Bezoar, heraus.
Mit einer Greifzange wird versucht, den Bezoar durch den Mageneingang und über die Speiseröhre nach draussen zu ziehen. Aufgrund der Grösse misslingt der Durchgang durch den starken Schliessmuskel mehrmals; schlussendlich kanan der Haarknäuel aber doch als Ganzes ans Tageslicht befördert werden.
Vorsichtshalber werden nach der Entfernung des Fremdkörpers doch noch Gewebeproben des Magens entnommen; die Gewebeuntersuchung liefert aber unauffällige Resultate.
Bei einer Endoskopie (Spiegelung) wird ein flexibler, dünner Schlauch in das zu untersuchende Organ vorgeschoben. Über eine Optik (bei älteren Geräten Glasfasern, bei neueren Geräten elektronisch) wird ein Bild von der Schlauchspitze weitergeleitet, welches auf einem Bildschirm dargestellt wird. Ein Steuerungssystem erlaubt ein dreidimensionales Verbiegen der Endoskopspitze, so dass in verschiedene Richtungen beobachtet werden kann. Über einen dünnen Arbeitskanal können Biopsie- und Fassgeräte eingeführt werden; ein weiterer Kanal erlaubt das Einleiten von Luft (zur Dehnung des Organs, damit überhaupt ein Untersuch möglich ist) und Wasser (zur Spülung der Optik) sowie das Absaugen von Luft und Flüssigkeit. Durch die Endoskopie kann der Magen-Darmtrakt schonend untersucht werden, da ein Aufschneiden der Bauchhöhle entfällt.
Magenfremdkörper sind bei der Katze (im Gegensatz zum Hund) eher selten, da Katzen meist diskriminierendere Fresser sind. Hingegen ist eine Haarballenbildung bei Katzen (im Gegensatz zu Hunden) recht häufig, weil sich die Tiere häufig und intensiv putzen. Die so geschluckten Haare können sich dann im Magen zu grossen, störenden Knäueln verbinden. In der Regel können solche Haarballen aber hervorgewürgt werden oder gehen, wenn sie klein sind, mit dem Kot ab.
Es scheint wahrscheinlich, dass der grosse Haarballen bei Rocky die Ursache für die zwei Episoden mit Erbrechen war, da die Magen-Gewebsproben unauffällige Resultate lieferten. Die Besitzer werden deshalb in Zukunft eine Paste applizieren, welche die Haarballenbildung vermindern sollte.