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Dass man bei der äusseren Reinigung der Gefässe, namentlich der Standgefässe, ebenfalls den Stoff, durch welchen sie beschmutzt sind, berücksichtigen muss, versteht sich von selbst.
Harzige Stoffe entfernt man mit Terpentin oder starkem Sprit u. s. w., u. s. w.
Während wir in dem Vorhergehenden versucht haben, kurze, allgemein gütige Regeln und Rathschläge für die Führung des Geschäftes und die dabei vorkommenden Arbeiten zu geben, wollen wir in Folgendem wenigstens einige der wichtigsten oft vorkommenden, wissenschaftlichen Ausdrücke besprechen und erklären.
Die zahlreichen Fragen aus der geschäftlichen Praxis erfordern meistens erst eine grössere Waarenkenntniss, wir werden sie deshalb am Schluss der Waarenkunde in einem besonderen Abschnitt besprechen.
Schmelzpunkt heisst der Punkt, bei welchem ein fester Körper in die flüssige Form übergeht.
Erstarrungspunkt umgekehrt der Punkt, bei welchem der flüssige Körper in die feste Form übergeht.
Koch- oder Siedepunkt ist der Punkt, bei welchem eine Flüssigkeit unter Aufwallen (Kochen) sich in Dampf verwandelt. Es sei hierbei bemerkt, dass die meisten Flüssigkeiten, wenn sie überhaupt flüchtig sind, schon bei weit niedrigeren Temperaturgraden als ihrem Siedepunkt verdunsten, d. h. sich verflüchtigen.
Bei einer solchen allmäligen Verdunstung findet aber niemals eine Blasenbildung wie beim Kochen statt.
Die Bestimmung des Schmelz-, Erstarrungs- und Siedepunktes ist vielfach für den Werth der Waaren von grosser Wichtigkeit, weil sie uns Aufschlüsse über die Reinheit der Waaren giebt, da für jeden Körper diese drei Punkte genau feststehen.
Wärmemessung. Zum Messen oder Bestimmen der Wärmegrade bedient man sich des Thermometers (Wärmemessers) und zwar bei allen wissenschaftlichen Bestimmungen des hunderttheiligen Thermometers, nach seinem Erfinder Celsius genannt.
Auch in dem vorliegenden Buche beziehen sich alle angegebenen Temperaturgrade auf die Skala von Celsius.
Bei diesem ist der Nullpunkt der Skala mit dem Erstarrungspunkt des Wassers identisch, während der Siedepunkt auf 100 festgesetzt ist.
Der Zwischenraum dieser beiden Punkte ist in 100 Theile (Grade) eingetheilt.
Die so entstandene Skala bildet die feststehende Vergleichsnorm aller übrigen Temperaturen.
Bei uns in Deutschland ist im gewöhnlichen Leben noch das Thermometer nach Réaumur im Gebrauch, bei welchem der Kochpunkt und der Erstarrungspunkt des Wassers ebenfalls als Norm angenommen werden, jedoch ist hier der Koch- oder Siedepunkt bei 80 gesetzt.
Hier ist der Zwischenraum nicht wie bei Celsius in 100, sondern in 80 Theile (Grade) getheilt.
Die Temperaturen unter ¶
Null werden bei Beiden mit minus (-), diejenigen über Null mit plus (+) bezeichnet.
In England, den englischen Kolonien und Nordamerika bedient man sich des Fahrenheit-Thermometers, bei welchem die Skala nach einem ganz andern Prinzip eingerichtet ist. F. nahm als Nullpunkt die damals beobachtete niedrigste Temperatur an, so dass bei ihm der Erstarrungspunkt des Wassers bei + 32° liegt, theilt dann die Differenz zwischen dem Erstarrungs- und Siedepunkt des Wassers in 180 Grade, so dass 100° C. oder 80° R. gleich 212° F. sind. Um diese Skalen mit einander zu vergleichen, braucht man nur im Gedächtniss zu behalten, dass 4° R. gleich 5° C. oder 9° F. sind.
Will man Grade von F., die über dem Erstarrungspunkt liegen, in Grade von R. oder C. umwandeln, so muss man natürlich zuvor 32° in Abzug bringen, ebenso viele aber zuzählen, will man Grade von R. und C. in F. umwandeln.
Einfluss der Wärme und des hellen Sonnenlichtes auf die verschiedenen Waaren.
Die Wärme dehnt alle Körper aus und bringt leicht flüchtige Körper zum Verdunsten, daher müssen letztere stets an kühlem Orte aufbewahrt, und dürfen Gefässe, die aus kühleren in wärmere Räume gebracht werden, niemals ganz gefüllt sein.
Das helle Sonnenlicht wirkt zersetzend auf eine grosse Reihe von Präparaten und chemischen Verbindungen, namentlich organischer Natur.
Diese Waaren müssen daher möglichst vor Licht geschützt aufbewahrt werden;
wo dies nicht ganz durchführbar ist, wendet man Gefässe aus braunem, blauem und schwarzem Glas an.
Im Anschluss an, die Veränderungen, welche die Körper durch die Wärme erleiden, sei hier des Ausdruckes: Aggregatzustände gedacht.
Aggregatzustand nennen wir den Zustand des Zusammenhanges der Theile eines Körpers.
Fest ist ein Körper, wenn er ohne Umschliessung seine Form beibehält und der Trennung in verschiedene Theilchen einen mehr oder minder grossen Widerstand entgegensetzt.
Ein flüssiger Körper bedarf einer seitlichen und unteren Einschliessung;
seine Theilchen haben allerdings noch einen gewissen Zusammenhang (Cohäsion), lassen sich aber durch die geringste Kraft verschieben.
Ohne Einschliessung hat jede Flüssigkeit das Bestreben, sich horizontal auszubreiten.
Ein luft- oder gasförmiger Körper sucht stets einen grösseren Raum einzunehmen, weil seine Theilchen sich gegenseitig abstossen (Expansion), er hat keine selbständige Gestalt und muss daher von allen Seiten eingeschlossen werden.
Die Aggregatzustände werden verändert durch die Temperatur und durch Druck.
Ein und derselbe Körper kann bei verschiedenen Temperaturen fest, flüssig und gasförmig sein, z. B. das Wasser ist fest unter 0°, flüssig von 0°-100°, luftförmig über 100°. Umgekehrt können gasförmige Körper, z. B. Kohlensäure, durch Druck und starke Abkühlung in den flüssigen und festen Aggregatzustand übergeführt werden. ¶