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Die momentane Entrüstung über die Wortänderungen geht auf eine Sprachreform zurück, die bereits am 6. Dezember 1990 beschlossen wurde. So sollten Bindestriche innerhalb von Wörtern entfallen und manche Wörter einfacher geschrieben werden – die Zwiebel etwa «ognon» und nicht mehr «oignon». In bestimmten Fällen sollte schliesslich auch der Accent circonflexe wegfallen (bis auf wenige Ausnahmen über dem «i» und dem «u», nicht aber über dem «a» und dem «o»).
Keine verbindlichen Änderungen
Insgesamt betrifft die Rechtschreibreform rund 2400 Wörter, das sind ungefähr 4 Prozent des gesamten Wortschatzes. Verbindlich waren diese Änderungen nie – es handelt sich lediglich um die empfohlene Schreibweise. Im neuen Lehrmittel im Hinblick auf das neue Schuljahr sind die neuen orthografischen Varianten stärker hervorgehoben als bisher.
Geändert hat sich also seit 1990 nichts – dennoch haben die neuen Hervorhebungen einige Leute vor den Kopf gestossen. Unter dem Hashtag #JeSuisCirconflexe, Link öffnet in einem neuen Fenster protestierten sie bei Facebook, Link öffnet in einem neuen Fenster und Twitter, Link öffnet in einem neuen Fenster gegen die Änderungen – oft mit einer Prise Humor.
«Ich knacke mir einen Jungen» oder «Ich mache eine Fastenkur»?
Zwei völlig verschiedene Bedeutungen ohne Circonflexe: «Sicher» oder «auf»?
Bei Twitter fragt man sich auch, wie sich diese Frau in Zukunft schminken wird:
Und es gibt Lehrer, die behaupten, ihre Schüler brauchen den Circonflexe sowieso nur zum Chatten:
Sowieso kann den Schülern die Verwirrung herzlich egal sein: Sie dürfen beide Schreibweisen anwenden.
Sendung: SRF 2 Kultur aktuell, 5.2.2016, 16:20 Uhr