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Die Ross Sea Party hatte den Auftrag mit der «Aurora» in die Ross Sea-Basis im McMurdo-Sund auf der anderen Seite des Kontinents fahren. Nach der dortigen Landung sollten die Männer «Depots auf der Route der Durchquerungsgruppe anlegen, einen Marsch nach Süden machen, um den Männern von Shackleton zu helfen und geologische und andere Beobachtungen machen». Die Rolle der Ross Sea Party war lebenswichtig. Shackletons Gruppe sollte lediglich Vorräte mitnehmen, die sie bis zum Fuss des Beardmore-Gletschers bringen würden. Ihr Überleben auf den letzten 650 Kilometern zur Basis in der Ross Sea würde von den bei zuvor vereinbarten Koordinaten gelegten Depots über das Ross-Schelfeis hinweg abhängen.
1914–1917: Karte, die die Routen der «Endurance», der «Aurora» und der «James Caird» sowie die geplante Überlandroute der Transkontinentalgruppe und die Depotlinie der Ross Sea Party zeigt:
Rot: Reise der Endurance
Gelb: Drift der Endurance im Packeis
Grün: Drift auf dem Eis nach dem Sinken der Endurance
Blau: Reise der James Caird
Türkis: Geplante Querungsroute
Orange: Fahrt der Aurora in die Antarktis
Pink: Drift und Rückfahrt der Aurora
Braun: Depotlinie
In seinem Programm drückt Shackleton deutlich die Absicht aus, dass die Querung in der ersten Saison stattfinden sollte, also im Südsommer 1914/15. Später erkannte er die Undurchführbarkeit dieses Plans und sollte Mackintosh, den Leiter der Ross Sea Party, von der Planänderung informiert haben. Laut dem Korrespondenten des Daily Chronicle, Ernest Perris, wurde das entsprechende Telegramm allerdings nie gesendet, eine Unterlassung, die die erste Arbeitssaison der Ross Sea Party unnötig erschwerte.
Finanzen
Shackleton nahm an, er würde 50.000 £, dies entspricht im Jahre 2008 laut Fisher etwa 2,2 Millionen £, benötigen, um die Grundversion seines Plans auszuführen. Er setzte kein Vertrauen in Aufrufe an die Öffentlichkeit: «sie verursachen endlose Buchhaltungssorgen», so Shackleton. Seine Methode, an Gelder zu gelangen, bestand darin, von wohlhabenden Gönnern Geld zu erbitten. Mit diesem Prozess hatte er Anfang 1913 zunächst mit wenig Erfolg begonnen. Der erste bedeutende Durchbruch erfolgte im Dezember 1913, als ihm die Regierung 10.000 £ anbot – eine nützliche Summe, die jedoch nur die Hälfte dessen war, was er für die Abzahlung der Schulden der Nimrod-Expedition erhalten hatte. Die Royal Geographical Society, von der er nichts erwartet hatte, gab ihm 1.000 £ – laut Huntford antwortete Shackleton in einer grosszügigen Geste, dass er nur die Hälfte dieser Summe benötigen würde, obwohl er das Geld gut hätte brauchen können. Als die Zeit allmählich knapp wurde, wurden im Frühling und Frühsommer 1914 schliesslich die letzten Gelder gesichert. Dudley Docker von der Birmingham Small Arms Company gab 10.000 £, die reiche Tabakerbin Janet Stancomb-Wills spendete eine «grosszügige» Summe, deren genauer Umfang niemals veröffentlicht wurde, und im Juni kamen vom schottischen Industriellen Sir James Caird weitere 24.000 £. «Dieses wunderbare Geschenk erleichtert mich von aller Sorge», informierte Shackleton die Morning Post.
Shackleton hatte nun das Geld, um den nächsten Schritt zu unternehmen. Für 11.600 £ erwarb er eine 300-Tonnen-Schonerbark namens «Polaris», die für den belgischen Forscher Adrien de Gerlache für eine Expedition nach Spitzbergen gebaut worden war. De Gerlaches Plan wurde jedoch nie ausgeführt und das Schiff wurde verfügbar. Shackleton änderte den Namen in «Endurance», entsprechend seinem Familienmotto: «By endurance we conquer» – etwa: Durch Ausdauer ans Ziel. Weiterhin kaufte er für 3.200 £ Douglas Mawsons Expeditionsschiff, die «Aurora», die in Hobart auf Tasmanien, vor Anker lag. Sie diente als Schiff der Ross Sea Party.
Die gesamte von Shackleton gesammelte Summe ist unbekannt, da die Höhe der Spende von Stancomb-Wills nie bekannt gegeben wurde. Geldmangel war jedoch ein konstanter Begleiter der Expedition. Als Sparmassnahme wurden die der Ross Sea Party zur Verfügung stehenden Geldmittel um die Hälfte gekürzt; dies erfuhr der Kommandant der Gruppe, Aeneas Mackintosh, erst als er in Australien sein Kommando übernehmen wollte. Mackintosh war gezwungen, zu feilschen und um Geld und Güter zu bitten, um seinen Teil der Expedition lebensfähig zu machen. Der Geldmangel behinderte auch die Operation zur Rettung der Ross Sea Party, als dies 1916 nötig wurde. Shackleton kümmerte sich nach seiner Rückkehr jedoch auch um den Ausgleich der Kosten. Zu diesem Zweck verkaufte er dem «Daily Chronicle» die Exklusivrechte am Bericht und gründete das «Imperial Trans Antarctic Film Syndicate», um die Filmrechte auszunutzen.