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Dies ist der zweite Bericht zum Thema longieren. Im ersten ging es um das ABC. Hier wird die Körpersprache des Longenführers thematisiert.
Pferde kommunizieren mit ihren Artgenossen durch die Körpersprache, die Mimik, das Ohrenspiel sowie Positionen zueinander wie auch gegeneinander. Das ranghöhere Tier treibt ein rangtieferes von sich weg. Dadurch entsteht so etwas wie Druck, der auf irgendeine Art abgebaut werden muss. Auf diesem Prinzip beruht die Hilfengebung beim Longieren. Wir als Führer verlangen vom Pferd ein bestimmtes Verhalten wobei ein Ungleichgewicht entsteht. Sobald das Tier die Aufforderung erfüllt, herrscht wieder die Ausgeglichenheit. Wichtig ist es, dass die angemessene Dosis zum richtigen Zeitpunkt kommt. Richtige Dosis heisst nicht nur wie stark, sondern auch wie lange die Einwirkung zu geschehen hat. Die Gefahr besteht nämlich, dass sich das Pferd durch die zu starke und zu lange andauernde Dosis irritiert fühlt oder gar panisch wird, sich verkrampft wie auch nicht mehr kooperieren möchte. Deshalb sollte jeder Longenführer seine Körpersprache mit Bedacht einsetzen und gut die Reaktion des Pferdes beobachten, damit beide eine erfolgreiche Zusammenarbeit möglich ist.
Die Positionen zum Pferd (bezieht sich auf die 1. Abbildung):
1. Neutral, das Pferd auswärts treibend.
2. Vorwärts treibendes Pferd, versammelnd
3. Verhaltend, biegend
4. Bremst oder stoppt das Pferd, dehnend
Bedeutung unserer Körperhaltung für das Pferd:
1. Der Oberkörper ist in der Senkrechten, das Brustbein ist aufgerichtet, der Schultergürtel offen.
Unsere Wirkung kann neutral wie auch offensiv sein.
2. Der Oberkörper befindet sich in oder leicht vor der Senkrechten, dabei ist der Schultergürtel rund
und der Kopf etwas gesenkt.
Das Pferd nimmt uns neutral sowie defensiv war.
3. Der Oberkörper befindet sich vor der Senkrechten und die führende Hand macht eine öffnende
Geste.
Damit lässt sich das Pferd dazu bringen seinen Ganaschenwinkel zu öffnen.
4. Der Oberkörper ist vor der Senkrechten, der Kopf sowie Blick sind auf den Boden vor dem Pferd
gerichtet und die führende Hand macht eine öffnende Geste.
Hier öffnet das Pferd nicht nur seinen Ganaschenwinkel, sondern sucht auch die Dehnungshaltung.
5. Der Oberkörper ist leicht hinter der Senkrechten und akzentuiert eine vorschiebende Hüftrotation.
Die Wirkung hierbei ist, dass sich das Pferd versammelt und mehr auf die Hinterhand setzt. Ist
jedoch auf treibend.
6. Der Oberkörper ist leicht hinter der Senkrechten mit vorgeschobener Hüfte sowie gebeugten
Knien.
Wenn diese Körperhaltung auf den Kopf des Pferdes ausgerichtet ist, wird das die Wirkung einer ganzen Parade zum Halt haben.
Wenn sich der Körper parallel zum Pferd bewegt(bezieht sich auf die 2. Abbildung, Zeichnung a):
- Weniger Druck wird empfunden.
- Das Pferd wird deutlich auf der Zirkellinie geführt.
Unser Körper steht frontal zum Pferd (bezieht sich auf die 2. Abbildung, Zeichnung b):
- Das Pferd empfindet Druck.
- Hier kann das Pferd gut von hinten geschlossen werden, das heisst wir können auch auf die
Hinterhand einwirken.
Nicht zu vergessen ist, dass Pferde auf jegliche Kommunikation fixiert sind. Pferde, welche unverdorben oder jung sind, reichen schon kleine Bewegungen aus. Diese sind sich klare Signale vom Mensch gewohnt. Nur schon das Bewegen der Schulter genügt für eine Reaktion.
Aber auch unser Blick hat Auswirkung auf das Pferd. Wird ein Pferd mit den Augen fixiert, empfindet es dies als bedrohlich. Eine gute Möglichkeit ist ein „weiches Auge“ zu haben an Stelle des reinen Anstarrens. Am besten ist, wenn der Blick vor oder hinter dem Pferd ruht. So gibt er die Richtung der Bewegung an. Entweder versammelnd beim Blick hinter dem Pferd oder treibend, wenn der Blick vor dem Pferd ist. Wichtig ist, dass der Vierbeiner dabei nicht aus dem Auge verloren geht. Denn das Pferd orientiert sich sehr stark an unserem Blick und beobachtet diesen.
Ich hoffe dieser Artikel war eine Hilfe für euch und ich freue mich über Kommentare wie ihr das Longieren angeht.
Link zum ersten Text: ABC des Longierens
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