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Berlin: „Arm, aber sexy“ war gestern
„Arm, aber sexy“ – so hatte der frühere Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (2001-2014) die deutsche Hauptstadt einmal charakterisiert. In der Tat war Berlin lange Zeit wirtschaftlich eher schwach – als Folge jahrzehntelanger Teilung und kommunistischer Planwirtschaft im Osten der Stadt.
Dank einer regen Start-up-Szene und des Tourismus ist die Wirtschaft in den vergangenen Jahren aber deutlich gewachsen. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt wieder über dem deutschen Durchschnitt, und Berlin steht an sechster Stelle der 16 Bundesländer.
Mit rund 3,8 Millionen Einwohnern ist Berlin die mit Abstand grösste Stadt in Deutschland und zugleich ein eigenes Bundesland. Deutsche Hauptstadt wurde sie erstmals 1871. Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs wurde der Ostteil mit rund einem Drittel der Bevölkerung Hauptstadt der DDR, während der Westteil unter Obhut der Alliierten einen Sonderstatus genoss.
Von 1961 bis 1989 trennte eine Mauer beide Teile. Nach der Wiedervereinigung 1990 ging die meiste Industrie verloren, und Berlin wurde zum grössten Nehmerland im Finanzausgleich zwischen armen und reichen deutschen Bundesländern.
Die einst arme Hauptstadt im reichen Land gilt als Zentrum der Künstler und Kreativen. Und immer mehr Touristen zieht es in die geschichtsträchtige Weltstadt, wo 2021 das Humboldt Forum im rekonstruierten Stadtschloss eröffnete.
2019, dem letzten Jahr vor Corona, kamen fast 14 Millionen Gäste, davon knapp 40 Prozent aus dem Ausland. Nach dem scharfen Einbruch 2020 geht es schon wieder aufwärts mit den Besucherzahlen.
(text:sda/bild:unsplash)
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