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Diagnostische Kriterien der Spielsucht
Die Diagnoseklassifikationssysteme der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das International Classification of Diseases (ICD-10) sowie das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5), welches von der der American Psychiatric Association (APA) herausgegeben wird, stellen heute die gängigste Klassifikationssysteme für die Diagnose der Glücksspielsucht dar:
Diagnostische Kriterien für pathologisches Glücksspiel (F63.0) nach ICD-10
Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.
Störung durch Glücksspielen nach DSM-5
Diagnostische Kriterien F63.0
A. Dauerhaftes und häufig auftretendes problematisches Glückspielen führt nach Angaben der Person in klinisch bedeutsamer Weise zu Beeinträchtigungen oder Leiden, wobei mindestens vier der folgenden Kriterien innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten vorliegen:
- Notwendigkeit des Glücksspielens mit immer höheren Einsätzen, um eine gewünschte Erregung zu erreichen.
- Unruhe und Reizbarkeit bei dem Versuch, das Glücksspielen einzuschränken oder aufzugeben.
- Wiederholte erfolglose Versuche, das Glückspielen zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben.
- Starke gedankliche Eingenommenheit durch Glücksspielen (z.B. starke Beschäftigung mit gedanklichem Nacherleben vergangener Spielerfahrungen, mit Verhindern oder Planen der nächsten Spielunternehmung, Nachdenken über Wege, Geld zum Glücksspielen zu beschaffen).
- Häufiges Glücksspielen in belastendenden Gefühlszuständen (z.B. bei Hilflosigkeit, Schuldgefühlen, Angst, depressiver Stimmung).
- Rückkehr zum Glücksspielen am nächsten Tag, um Verluste auszugleichen (dem Verlust „hinterherjagen“ [„Chasing“]).
- Belügen anderer, um das Ausmass der Verstrickung in das Glücksspielen zu vertuschen.
- Gefährdung oder Verlust einer wichtigen Beziehung, eines Arbeitsplatzes, von Ausbildungs- oder Aufstiegschancen aufgrund des Glücksspielens.
- Verlassen auf finanzielle Unterstützung durch andere, um die durch das Glückspielen verursachte finanzielle Notlage zu überwinden.
B. Das Glücksspielen kann nicht besser durch eine manische Episode erklärt werden.
Bestimme, ob:
Episodisch: Die diagnostischen Kriterien werden zu mehr als einem Zeitpunkt erfüllt, wobei die Symptome zwischen den Phasen der Störung durch Glücksspielen für zumindest einige Monate abklingen.
Andauernd: Es werden durchgängig Symptome erlebt, die die diagnostischen Kriterien dauerhaft über mehrere Jahre erfüllen.
Bestimme, ob:
Frühremittiert: Nachdem zuvor die Kriterien für eine Störung durch Glücksspielen vollständig erfüllt waren, wird seit mindestens 3, aber weniger als 12 Monaten keines der Kriterien für eine Störung durch Glücksspielen erfüllt.
Anhaltend Remittiert: Nachdem zuvor die Kriterien für eine Störung durch Glücksspielen vollständig erfüllt waren, wird zu keinem Zeitpunkt der letzten 12 Monate oder länger eines der Kriterien für eine Störung durch Glücksspielen erfüllt.
Bestimme den aktuellen Schweregrad:
Leicht: 4 bis 5 Symptomkriterien sind erfüllt.
Mittel: 6 bis 7 Symptomkriterien sind erfüllt.
Schwer: 8 bis 9 Symptomkriterien sind erfüllt.
Diagnostische Kriterien
Glücksspielen beinhaltet das Riskieren oder Werten in der Hoffnung auf höhere Gewinne. In vielen Kulturen setzen Personen auf Spiele oder Ereignisse, meist ohne Probleme zu erleben. Jedoch entwickeln einige Personen erhebliche Beeinträchtigungen durch ihr Glücksspielverhalten. Das Hauptmerkmal der Störung durch Glücksspielen ist ein dauerhaftes und häufig auftretendes fehlangepasstes Glücksspielverhalten, das persönliche, familiäre und/oder berufliche Zielsetzungen stört (Kriterium A). Die Störung durch Glücksspielen ist definiert als ein Muster von vier oder mehr Symptomen, die in Kriterium A aufgeführt sind und zu irgendeiner Zeit innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten auftreten.
American Psychiatric Association (2014). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition. Deutsche Ausgabe herausgegeben von Peter Falkai und Hans-Ulrich Wittchen.