Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/166389

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wieso hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) mit dem Vorschlag, einen 30-Kilometer-Tunnel Aarau-Altstetten zu bauen, nicht gleichzeitig auch noch das Projekt "Bahn 2000 plus" als weiterführende Alternative propagiert?</p><p>2. Ist er auch der Meinung, dass im Projekt "Bahn 2000 plus" eine Etappierung zumindest zwischen der Linie Roggwil-Altstetten einerseits und dem Ast Hauenstein Süd-Schöftland andererseits möglich ist?</p><p>3. Warum wird die Entflechtung schneller (IC/EC) und langsamerer Züge (Regional- und Güterverkehr) als langjähriges grosses Ziel der SBB aufgegeben?</p><p>4. Hält er es für sinnvoll, Intercity-Züge ohne Funktion an diesen Orten weiterhin durch die Bahnhöfe Olten und Aarau zu leiten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Mitteilung des Bundesamtes für Verkehr (BAV) vom 1. März 2016 über den Ausbau des Bahnkorridors Aarau-Zürich ist das Ergebnis eines mehrjährigen Planungsprozesses. Ein breites Spektrum an Varianten wurde geprüft, darunter auch die als "Bahn 2000 plus" bekannte südlichere Variante zwischen Zürich-Altstetten und Roggwil. Diese weist jedoch drei erhebliche Nachteile auf: hohe Kosten, keine Etappierungsmöglichkeit des Hauptasts zwischen Zürich-Altstetten und Roggwil sowie wenig Entlastung der Stammstrecke. Die vom BAV zur Weiterverfolgung vorgeschlagene Direktverbindung zwischen Zürich-Altstetten und Aarau ist vorteilhafter, weil sie tiefere Kosten aufweist und den am stärksten ausgelasteten Streckenabschnitt Rupperswil-Killwangen (Aarau-Zürich) massgeblich entlastet. Zudem könnte sie langfristig die Leistungsfähigkeit des Bahnkorridors Zürich-Olten weiter steigern; dies mittels Verlängerung der Neubaustrecke Richtung Westen, d. h. einer Umfahrung von Aarau und Olten, wie sie das Projekt "Bahn 2000 plus" vorsieht. Mit der vom BAV kommunizierten Präferenz für die Direktverbindung ist kein definitiver Entscheid gefällt. Dieser wird durch das Parlament bei der Festlegung des nächsten Ausbauschrittes vorgenommen. Die SBB werden im Auftrag des BAV die genaue Linienführung, die bauliche Machbarkeit und die Kosten einer direkten Verbindung Aarau-Zürich-Altstetten abklären.</p><p>2. Der Bundesrat teilt die Meinung der Träger des Projektes "Bahn 2000 plus", dass eine Etappierung der zwei obengenannten Äste möglich ist.</p><p>3. Der Bundesrat ist nicht der Meinung, dass die Verkehrstrennung aufgegeben wird. Eine Direktverbindung Aarau-Zürich ermöglicht eine massgebende Verkehrsentlastung der Stammstrecke, indem nicht nur IC-Züge, sondern weitere Züge mit Halt in Olten und/oder Aarau auf die Neubaustrecke geleitet werden. Somit verbleibt auf der Stammstrecke mehr Kapazität für den Regional- und Güterverkehr.</p><p>4. Der zwei- und teilweise dreigleisige Streckenabschnitt Rupperswil-Killwangen bildet den grössten Engpass im Korridor Olten-Zürich. Der Bundesrat hält es daher für sinnvoll, dass die Kapazität dieses Abschnitts als Erstes ausgebaut wird. Eine Variante gemäss Projekt "Bahn 2000 plus" würde diesen Streckenabschnitt weniger entlasten, da Züge mit Halt in Olten und Aarau weiterhin auf der Stammstrecke fahren müssten.</p>  Antwort des Bundesrates.