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Quelle: Neue Zürcher Zeitung
«Ausländische Grosskunden sind der Wachstumsmarkt für das Schweizer Asset Management», ist Markus Fuchs, Geschäftsführer des Anlagefondsverbands Sfama, überzeugt.
Herr Fuchs, der Anlagefondsverband Swiss Funds & Asset Management Association (Sfama) feiert 50 Jahre Fondslobbying. Was gab es damals zu lobbyieren? Das waren doch angeblich so goldene Zeiten ohne Überregulierung?
Lobbying ist nicht nur die Reaktion auf steuerliche und regulatorische Initiativen, sondern generell Interessenvertretung. Obwohl schon vor dem 2. Weltkrieg erste Anlagefonds aufgelegt worden waren, war deren Verbreitung höchst bescheiden. Die rechtlichen Grundlagen wurden in der Bankpraxis entwickelt, eine behördliche Aufsicht gab es noch nicht. Als Reaktion auf Bestrebungen des Bundesrates, Fondszertifikate der Verrechnungssteuer zu unterstellen, formierte sich 1964 eine «Kommission für Anlagefonds» der Bankiervereinigung – die Keimzelle für den späteren Fondsverband.
Warum haben sich seither in der Schweiz im Gegensatz zum angelsächsischen Raum kaum unabhängige Asset-Management-Firmen bilden können?
Das amerikanische Trennbankensystem förderte die Spezialisierung im Finanzsystem. Das wirkte in angelsächsischen Ländern als Vorbild. In der Schweiz hingegen oblagen Finanzgeschäfte weitgehend den Universalbanken, die seit den 1930er Jahren eine sehr starke Position im grenzüberschreitenden Privatkundengeschäft aufbauten. Obwohl später das Geschäft mit der kapitalgedeckten Vorsorge dazu kam, haben die Banken doch Anlageprodukte oftmals primär für ihre eigenen Privatkunden entwickelt beziehungsweise diese via den hauseigenen Privatkundenkanal vertrieben. Das förderte Innovation und Eigenständigkeit nicht immer.
In den neunziger Jahren kam die Idee der «offenen Produkte-Architekturen». Was passiert nun, wenn die Vertriebsvergütungen für Fremdfonds, die Retrozessionen, wegfallen?
Die Schweizer Banken haben erst mit dem Aufkommen von Vertriebsvergütungen angefangen, ihren Kunden Fonds von Drittanbietern zu empfehlen. Eine Analyse und Überwachung des gesamten Fondsuniversums stellte sich jedoch oft als zu aufwendig heraus. Die «offenen» wurden zu eingeschränkten, «geführten» Produkte-Architekturen. Wegen der Gefahr von Interessenkonflikten in der Kundenberatung kommen diese volumenbasierten Vergütungsmodelle heute stark unter Druck, obwohl die Vergütung zunehmend offengelegt wird. Die Kunden akzeptieren es heute aber nicht mehr, wenn ihnen nur hauseigene Produkte angeboten werden. Durch den Wegfall der Retrozessionen werden folglich die Depotgebühren für die Kunden steigen, oder es werden neue Gebühren erhoben werden müssen. Doch eine solche Umstellung braucht Zeit. Die Neue Aargauer Bank war 2013 Vorreiterin mit einem neuen entsprechenden Gebührenmodell. Weitere Banken dürften folgen.
Markus Fuchs
Markus Fuchs hat langjährige eigene Erfahrung in der Schweizer Anlagefonds-Branche. In den neunziger Jahren baute er für die Bank Hoffmann, eine ehemalige Tochtergesellschaft der Credit Suisse Group, die Abteilung «Product and Fund Services» auf und leitete diese. Von 2000 bis 2004 leitete er den Fondsbereich des Versicherers Swiss Life. Bevor er 2010 als Senior Counsel zur Swiss Funds & Asset Management Association (Sfama) stiess, war er bei der UBS für die proprietären Hedge-Funds verantwortlich. Seit Juli 2013 hat er die Geschäftsführung der Sfama inne. Fuchs hat an der Universität Zürich Wirtschaft studiert und verfügt über ein Executive MBA vom IMD in Lausanne.
Die meisten Fonds haben heute retrozessionsfreie Tranchen für das Grosskundengeschäft und für Vertriebspartner, die dies wünschen. Wie gross sind deren Anteile am gesamten Fondsvolumen?
Typischerweise sind sie noch klein, aber wachsend. In Vermögensverwaltungsmandaten wird fast nur noch retrozessionsfrei gearbeitet. Mandate haben aber laut der Beratungsfirma PwC bloss einen Marktanteil von 20% der in der Schweiz gebuchten Privatkundengelder, und das ist grosszügig geschätzt.
Grossbritannien hat Retrozessionen verboten. Nun sorgt sich die Politik, weil den Kunden die Beratung zu teuer geworden ist und sie direkt über Online-Plattformen investieren. Droht dies auch der Schweiz?
Heute ist das noch hypothetisch. Eine umfassende Anlageberatung kostet schnell 1000 bis 1500 Fr. Diesen Betrag würden wohl die wenigsten Kunden mit einem Vermögen unter 200 000 Fr. aufwerfen. Gleichzeitig geht es aber bei den meisten Bankbeziehungen mit Privatkunden in der Praxis eher um Vermögensverwahrung als um viel Beratung. Der Markt muss sich in diesem Kontext neu finden. Plattformen, welche Fondsgesellschaften direkt mit privaten Endkunden verbinden, sind in der Schweiz noch klein, und sie brauchen für die Abwicklung meist noch immer eine Bank. Aber auch dort gilt: Wer seriös arbeitet, tut dies nicht gratis.
Exchange-Traded Funds (ETF), die direkt einen Marktindex nachbilden, sind heute konkurrenzlos günstig zu haben. Was heisst das für herkömmliche Anlagefonds?
Mehrere Untersuchungen zeigen, dass sich bei gängigen Anlagefonds die Gebührenkennzahl Total Expense Ratio (TER) bis vor kurzem im Durchschnitt wie folgt zusammensetzte: 30% Vermögensverwaltungsgebühr, 10% Administrationsgebühren und 60% Vertriebsgebühren. Typischerweise wurden den Kunden jährlich zwischen 1 und 2% Gebühren abverlangt. Obwohl das totale Gebührenniveau kaum sinkt, wurden in jüngerer Zeit die Kosten der Vermögensverwaltung und der Administration erheblich gedrückt. Für beide Dienstleistungen gibt es heute einen transparenten Markt. Der Vertrieb jedoch macht aufgrund der verschärften Regulierungen vermehrte Aufwendungen geltend. Diese werden aber weder konkret ausgewiesen, noch gibt es einen wirklich freien Markt für Vertriebsleistungen. ETF bezahlen für den Vertrieb meist nichts oder sehr wenig.
Einfache Aktien-ETF verlangen noch eine Jahresgebühr von 0,1%.
Für einige herkömmliche Fonds dürfte das tatsächlich zum Problem werden. Fast jede Bank hat – auch aus Reputationsgründen – zum Beispiel einen Fonds für Schweizer Aktien, oft sehr klein. Die meisten Fondsmanager dürfen mit ihren Investments nur sehr wenig vom Leitindex SPI abweichen. Die Gebühr eines SPI-ETF liegt aber oft mindestens 60 bis 70 Basispunkte tiefer. Der Fondsmanager müsste also mit seinem winzigen Spielraum eine entsprechend höhere Anlagerendite erzielen , um konkurrenzfähig zu bleiben. Bis jetzt werden ETF allerdings hauptsächlich von Grosskunden gekauft . Vor allem nach der Krise von 2008, als strukturierte Produkte und Hedge-Funds an den Pranger gestellt wurden, wurden ETF als stets handelbar, transparent und günstig nachgefragt.
In der Schweiz sind rund 8000 Anlagefonds zum öffentlichen Vertrieb zugelassen, in den USA nicht einmal halb so viele. Kommt eine Konsolidierung?
Der Schrumpfungsprozess ist seit 15 Jahren angekündigt, aber kommt nur ganz langsam in Gang. Die ETF haben in der Schweiz seit 2009 einen konstanten Anteil am Fondsvolumen von rund 7% – trotz Sonderfaktoren wie Edelmetall-ETF, bei denen Schweizer Anbieter Pioniere waren und die ihren eigenen Marktzyklus haben. Vermutlich empfehlen die Banken in der Schweiz ETF nach wie vor eher selektiv, was mit der fehlenden Vertriebsgebühr der ETF bzw. mit der nach wie vor für die Bank höheren Rentabilität «aktiver» Anlagefonds zusammenhängen dürfte.
Anfang der neunziger Jahre bestanden Privatkundendepots noch grösstenteils aus Aktien und Obligationen, welche für die Bank keine laufenden Gebühren abwarfen. Das ging doch auch? Ein ETF-Anteil liegt im Depot wie eine Aktie.
Das ist so. Der Vergleich hinkt jedoch insofern, als damals noch zahlreiche unter den Banken abgesprochene vereinheitlichte Geschäftsusanzen herrschten, welche die Kartellkommission später untersagte. Aber wie gesagt: Die Geschäftsmodelle der Vermögensverwalter müssen angepasst werden. Keine einfache Aufgabe, vor allem wenn man bedenkt, dass derzeit rund 30% aller Kundenvermögen in Bargeld auf Konti parkiert sind und für die Bank im gegenwärtigen Zinsumfeld keinen Ertrag abwerfen.
Wo liegen heute die Schwerpunkte im Lobbying der Sfama?
Traditionell konzentrierte sich unser Lobbying primär auf das Kollektivanlagengesetz (KAG), das die Anlageform Fonds regelt. Das weitet sich nun aus. Der Fondsverband hat seinen Namen in Swiss Funds & Asset Management Association (Sfama) geändert, weil Fonds strenggenommen «nur» ein Trägermittel unter anderen sind, um Vermögensverwaltungsdienstleistungen an den Kunden zu bringen – allerdings mit Abstand das wichtigste. Auch die Regulatoren der EU und der Schweiz denken heute zunehmend mehr in Themen und Funktionen als in Produkten. Diesen Ansatz, der sich etwa in der EU-Richtlinie Mifid II und im Entwurf des Schweizer Finanzdienstleistungsgesetzes (Fidleg) spiegelt, finden wir richtig. Weiter machen wir uns stark dafür, dass die Schweizer Regulierung EU-kompatibel bleibt. Die Schweiz ist zu klein und muss ihre Dienstleistungen und Produkte exportieren können.
Woran denken Sie konkret?
Das grosse Wachstum im Fonds- und Asset-Management findet im Vorsorgebereich im Ausland statt, bei Versicherungen, Pensionskassen und Staatsfonds. Eine ausländische Pensionskasse, die ein Mandat in die Schweiz delegieren will, soll sich nicht mit diversen Gesetzen herumschlagen müssen, sondern möglichst an einem Ort die Standards für die Schweizer Vermögensverwaltung vorfinden. Die Vernehmlassungsvorlage zum Finanzinstitutionsgesetz (Finig) enthält einen Versuch, dies zu realisieren.
Was heisst für Sie Marktzugang im Ausland? Trotz dem Fall des Bankgeheimnisses ist das ja ein dorniges Feld.
Viele verstehen unter «Marktzugang» den Zugang zu Privatkunden im Ausland aus der Schweiz heraus. Dieser dürfte tatsächlich eher schwieriger werden, wie auch der im Dezember veröffentlichte Bericht der Brunetti Gruppe zum Finanzplatz aufgezeigt hat. Wesentlich ist heute aber der Marktzugang in der Vermögensverwaltung zu Profis wie Pensionskassen und Versicherern. Die EU-Richtlinie AIFMD erlaubt diesen Marktzugang für Akteure aus Drittstaaten, sofern diese unter anderem äquivalente Regulierungen aufweisen. Mifid II, welche auch für das Privatkundengeschäft essenziell ist, kennt im Gegensatz zur AIFMD keine explizite Drittstaatenregelung, obwohl es umgekehrt keine nur für bestimmte Kundensegmente gültige Äquivalenz gibt.
Wieweit hat sich die Schweizer Finanzbranche denn schon von der Vermögensverwaltung für Privatkunden auf das Geschäft mit Institutionellen umgestellt?
Es gibt noch viel ungenutztes Potenzial. Dabei sind wir in der Fondsbranche regulatorisch wirklich gut unterwegs. Seit der ersten Revision des AFG von 1995 richtet sich die Schweizer Fondsgesetzgebung an EU-Recht aus, was wir heute bei der EU-Behörde Esma in Paris und bei diversen Gremien in Brüssel geltend machen, um eine Äquivalenz-Anerkennung zu erreichen. Nach wie vor steht auch die Anerkennung von in der Schweiz domizilierten Fonds auf unserer Agenda. Jedoch ist das Wachstumspotenzial für solche massentauglichen UCITS-Fonds allein schon wegen der Nichtmitgliedschaft der Schweiz in der EU und der damit verbundenen Erschwernisse in einzelnen Märkten limitiert.
Spezialisierte Giganten wie Blackrock oder Pimco versorgen die grossen institutionellen Anleger im Ausland bereits mit Vermögensverwaltungsleistungen. Was können Schweizer Anbieter da bewirken?
Wir sehen die Chancen vor allem bei Spezialthemen. Eine Kernkompetenz der Schweiz sind zum Beispiel Rohstoffe. Bekanntlich sind hierzulande viele Rohstoffhändler angesiedelt, die zum Teil auch bereits Vermögensverwaltungsdienstleistungen anbieten. Das liesse sich ausbauen. Wir verfolgen die Thematik aktiv. In den vielversprechenden Segmenten Private Equity und Immobilien ist leider der Schweizer Markt sehr klein. Chancen ergeben sich auch bei Infrastruktur-Investments. Ausländische Staaten suchen vermehrt Investorengelder für den Bau von Infrastruktur. Die Schweizer Finanzbranche hat das Wissen, um solche Transaktionen zu strukturieren.
Sind private Kunden im Ausland für Schweizer Fondsanbieter verloren?
Nein, aber Schweizer Asset-Manager müssen ihre Dienstleistungen und Produkte über Vermögensverwalter, Versicherer und Banken vor Ort anbieten, denn Mifid-ähnliche Gesetze entstehen in vielen Staaten – selbst in Asien.
Bei solchen Geschäften werden aber die Kosten relevant. Ist die Schweiz mit ihren hohen Löhnen, ihrer Gewöhnung an die übertriebenen Margen des alten Private Banking und dem starken Franken konkurrenzfähig?
Die Schweiz ist auch im Finanzbereich kein Ort für günstige Massenproduktion, was aber auch für London, New York oder Singapur gilt. Obwohl Margen und Löhne im Private Banking schwinden, sind Arbeitsmoral, Ausbildung und Qualitätsbewusstsein in der Schweiz teilweise deutlich besser als an anderen Finanzplätzen. Das stimmt mich trotz allen Herausforderungen zuversichtlich für die Schweiz.
Wo steht die Schweizer Vermögensverwaltungsbranche mit Blick auf ausländische institutionelle Kunden heute?
Trümpfe sind die langjährige Erfahrung in der Vermögensverwaltung – wenn auch vorwiegend mit Privaten – und die grosse Menge des hierzulande investierten Kapitals sowie der gute Ruf der Swissness. Von unschätzbarem Wert sind auch die vielen Versicherer am Finanzplatz und die lange Erfahrung mit unseren Pensionskassen. Die Flexibilität wird jedoch durch die Integration der Schweizer Asset-Manager in Universalbanken eher gehemmt als gefördert. Zudem hat sich die Schweiz sehr stark auf liquide Finanzinstrumente spezialisiert.
Wie stichhaltig ist das Argument der Branche, die Regulierungswelle lähme sie und halte sie zurück?
Das Spektrum zwischen Strangulierung und unverantwortlichem Laisser-faire ist breit, und das richtige Mass muss immer wieder neu gesucht werden. Oft geht es in der Diskussion auch nicht um «zu viel» oder «zu wenig», sondern um «die richtige» Regulierung. Man darf in der Schweiz zwar keinen Hund mehr halten ohne Ausbildung, aber ohne Voraussetzung Vermögensverwalter sein. Das geht wohl zu weit. Die Schweiz hat die Einführung der europäischen Finanzmarktrichtlinie Mifid 2004 mehr oder weniger ignoriert und vollzieht nun mit dem Fidleg direkt Mifid und Mifid II nach. Eine Alternative gibt es aber nicht, denn nach wie vor kommen die meisten hier gebuchten Gelder im Private Banking aus der EU. Dass neue Regulierungen zunächst Kosten verursachen, ist normal. Dies schmerzt die Vermögensverwalter nun vor allem darum sehr, weil gleichzeitig aufgrund der tiefen Zinsen die Erträge sinken.
Was sagen Sie zu den Klagen, die Schweiz sei pingelig in der Umsetzung der Gesetze?
Die Schweizer Gesetzgebung legt in vielen Gebieten nur Prinzipien fest und nicht unbedingt starre Regeln. Die entworfenen Regelwerke Finig und Fidleg sind Beispiele dafür. Die Umsetzungsdetails kommen erst mit Verordnungen oder Rundschreiben der Behörden. Dort findet in der Schweiz der gesunde Menschenverstand stets gut Platz.
Sie haben sich schon öfter über mangelnden Zusammenhalt in der Branche geäussert. Was stört Sie konkret?
Der Gedanke der Besitzstandwahrung dominiert mir zu sehr. Wer sich derzeit nicht bewegt, verliert. Zu glauben, die Welt werde sich nach unseren Gepflogenheiten richten, wenn wir uns nicht an unser ausländisches Umfeld anpassen, wäre ein fataler Trugschluss. Einige Marktteilnehmer gehen in der gegenwärtigen Flut neuer in- und ausländischer Regulierungen etwas gar kleinlich vor. Sie durchforsten die Paragrafen und beschweren sich über Einzelheiten. Dabei sind gerade Fidleg und Finig auf einer beträchtlichen Flughöhe angesiedelt, mit breitem Spielraum in der Umsetzung. Konstruktiver wäre es, das Gesamtbild anzuschauen und aus dieser Warte zu entscheiden, womit man gar nicht leben kann und welche Kröten man zu schlucken vermag. Die Sfama propagiert einen solchen Ansatz sowohl gegenüber der Öffentlichkeit als auch der Politik. Unsere Mitglieder, aber auch die Parlamentarier und unsere Ansprechpartner in Brüssel schätzen das sehr. Wir sind im Gespräch mit den anderen Akteuren auf dem Finanzplatz und hoffen, dass sich die Fokussierung auf Details etwas lösen wird.
Wie wird die Branchenstruktur im Schweizer Asset-Management in zehn Jahren aussehen? Mit Blackrock hat der erste ausländische Anbieter eine ernstzunehmende Marktposition erreicht.
Die wirtschaftliche und politische Stabilität gereicht dem Finanzplatz nach wie vor zum Vorteil. Aber der Export der Dienstleistungen und Produkte ins Ausland muss kommen. Bis jetzt kommen die grossen, spezialisierten ausländischen Vermögensverwalter meist mit einer Vertriebseinheit oder gar bloss mit einem eingeflogenen Angestellten in die Schweiz und versuchen, an den 700 Mrd. Fr. Vermögen der Schweizer Pensionskassen mitzuverdienen. Dieser Spiess muss umgedreht werden. Das ist auch das Ziel der Asset-Management-Initiative der Sfama und der Bankiervereinigung. Vielleicht spalten künftig grössere Banken einen Teil ihres Asset Management-Geschäfts ab. Oder es entstehen neue Anbieter.
Wie viele Fonds gibt es in der Schweiz in zehn Jahren?
Die Paletten werden schrumpfen, aber wie rasch, ist kaum vorherzusagen, denn Fonds-Schliessungen oder -Fusionen sind komplex und teuer. Die Retrozessionen werden weitgehend verschwinden. Die Diskussion darüber, was aktives und was passives Investieren heisst und wie viel es je kosten darf, wird sich intensivieren. Das Anlagevolumen in Kollektivanlagen insgesamt wird aber weiter wachsen, über den heutigen Wert von einem Drittel aller Wertschriften-Investments hinaus.