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Der Besitzer nannte es sein «Landbuch». Verschiedene Handschriften verraten es: Darin geschrieben hat nicht er allein.
Während wir den Namen des Besitzers kennen – er hiess Nott da Porta –, sind die Mitautoren unbekannt. Das Buch ist mit dem Datum 3. Februar 1737 versehen, ebenso mit der Herkunftsbezeichnung «Scuol», dem Hauptort des Schweizer Unterengadins. Es ist in romanischer Kurrent-Schrift beschrieben, die noch im Detail entziffert werden muss. Schon jetzt ist das Buch aber von hohem Wert. Denn es stammt aus der Zeit der Aufklärung, in der Grundsteine für ein öffentliches Volksschulwesen gelegt wurden. Nur durch Bildung – so die wachsende Überzeugung – sei politische Partizipation möglich.
Vermutet werden kann, dass in dem Buch unter anderem Sitten, Bräuche und politische Entscheide dokumentiert wurden. Für jene Zeit war es typisch, Regelungen mit regionalem Geltungsbereich in dieser Form aufzuzeichnen. Ob auch Schulangelegenheiten in dem Landbuch dokumentiert sind, wissen wir nicht. Eine Besonderheit des Fundstücks ist das Loch im Buchdeckel. Darüber können wir nur spekulieren: Stammt es vielleicht von einem Schuss? Die weitere Forschung wird dazu nach Antworten suchen.
Die Restaurierung des Landbuchs wurde im Teilprojekt Bibliothek geleistet.
Juni 2019