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Im Juni 2005 erschien das Buch von Gil Ducommun „Nach dem Kapitalismus – Wirtschaftsordnung einer integralen Gesellschaft“. In Ergänzung dazu hatte er zwei Monate davor eine zehnseitige Skizze für eine künftige politische Partei, die zu dem Zeitpunkt noch keinen Namen trug, geschrieben. Er sandte diese Skizze an einige Freunde und Bekannte und ersuchte sie, Mitinitianten des Parteiprojektes zu werden. Werner Binder, Hanspeter Studer und Barbara Weber erklärten sich bereit, das Projekt mitzutragen. Im Juli 2005 wurde das Parteiprojekt in der Villa Unspunnen im „Living circle“ präsentiert. Daraus entstand eine erste Trägergruppe. Deren Zusammensetzung veränderte sich in den folgenden Monaten stark. Es bestand die Absicht, eine Kerngruppe von etwa 20 Frauen und Männern aufzubauen durch das Verfahren der Kooptation: Die Initianten führten Gespräche mit möglichen Mitgliedern und nahmen sie in die Kerngruppe auf.
Im Frühjahr 2006 traf sich die Kerngruppe zum ersten Mal zu einem Arbeitswochenende. Sie war noch nicht ganz vollständig, aber im Herbst 2006 bestand sie aus je 10 Frauen und Männern. Sie erarbeitete mit Tatkraft die Grundlagen von IP, welche anfangs 2008 in einem Büchlein erschienen. Parallel dazu hatte die Gruppe, die sich in dieser Zeit fünf bis sechs Mal im Jahr zu einem Wochenende traf, eine Führungs-, Begegnungs- und Gesprächskultur erarbeitet. 2007 machte sich die Notwendigkeit von Strukturen bemerkbar. Ein kleiner Ausschuss wurde gegründet, welcher die Gründung des Vereines IP vorantrieb, die Erarbeitung der IP-Graphik in Auftrag gab (Wettbewerb), ein Sekretariat vorbereitete, sowie die künftige Webseite von IP. Die Gründung des Vereins fand in der Abbaye de Fontaine-André oberhalb von Neuchâtel am 17./18. November 2007 statt. Ein sieben köpfiger Vorstand wurde gewählt mit Gil Ducommun als Präsidenten. Im Vorstand waren neben Gil: Cécile Cassini, Sabine Heusser, Esther Räz, Traugott Elsässer, Hanspeter Studer und Gary Zemp. Gary wurde ein Jahr später mit Gil Co-Präsident. Das erste Sekretariat wurde in Basel unter der Leitung von Seraina Seyffer eröffnet. Zuvor hatte Werner Kaiser von zu Hause aus die Aufbauarbeit für eine funktionierende Geschäftsstelle geleistet. Gil Ducommun ist 2011 aus der IP ausgetreten.
Vorgeschichte
Die Gründung der IP-Kerngruppe hatte eine längere Vorgeschichte. Im Jahr 1985 hatte Gil Ducommun die zehn köpfige Beaulieu-Gruppe gegründet (Beaulieu = Namen eines Restaurants in Bern). Sie schrieb das Buch „Aufbruch von Innen – Manifest für eine Ethik der Zukunft“ und gründete im Januar 1990 in der Abbaye de Hauterive bei Fribourg die internationale öko-spirituelle Bewegung BEAULIEU. Diese lebte zehn Jahre, bis zur Lancierung des Parteiprojektes dynamik5 im Jahr 2000. In den Jahren 1995-96 initiierte Gil mit drei Freunden das europäische Netzwerk HOLON (die deutsche Delegation der BEAULIEU-Bewegung lehnte damals die Gründung eines politischen Projektes ab). Anfangs Jahr 2000 lancierte Gil mit Hilfe der BEAULIEU-Bewegung das europäische Parteiprojekt dynamik5, welches nach dreieinhalb Jahren zusammen fiel.
Gil besprach diese Erfahrungen, insbesondere der Schiffbruch von dynamik5, mit der spirituellen Leiterin der Villa Unspunnen, Annette Kaiser, die in den Jahren 1982-84 mit ihm bei Swissaid gearbeitet hatte. Als gebranntes Kind wollte Gil nie mehr ein soziales Projekt initiieren. Anlässlich dieser winterlichen Aarespaziergänge mit Annette konnten die Lektionen aus den vergangenen Erfahrungen gezogen werden. Insbesondere meinte Annette, ein Mensch könne nie alle notwendigen Kompetenzen für ein soziales Projekt vereinen; er müsse um sich eine starke tragende Gruppe aufbauen. Annette meinte auch, es brauche Menschen wie ihn, er soll nicht aufhören. Damals schrieb er an seinem Buch „Nach dem Kapitalismus“. Dass dieses später zur Grundlage der IP führen würde, war ihm damals noch absolut fern.
Aufgezeichnet von Gil Ducommun
Bücher von Gil Ducommun
Die Aushöhlung der Demokratie – Kapitalkonzentration und Macht, Menschenklang Digitalverlag, Hindelbank, Juni 2015
Nach dem Kapitalismus – Wirtschaftsordnung einer integralen Gesellschaft, Verl. Vianova, Fulda, Juni 2005
Groupe de Beaulieu: Construire l’espérance – Manifest pour une civilisation éco-spirituelle, Ed. de l’Aire, Lausanne, Janvier 1990
Beaulieu-Gruppe : Aufbruch von innen – Manifest für eine Ethik der Zukunft, Fischer alternativ, Frankfurt a/M, Juni 1991 (Übersetzung: Konrad Matter)
Gruppo Beaulieu: Costruire la speranza, Macro Edizioni, S. Martino di Sarsina, Febbraio 1995
Siehe auch die Webseite von Gil Ducommun: www.society-change.com