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Welcher Zusammenhang besteht zwischen sportlicher Aktivität und erhöhtem Blutdruck und worauf ist bei blutdrucksenkenden Medikamenten zu achten?
Der erhöhte Blutdruck, die arterielle Hypertonie, ist die häufigste Kreislauferkrankung. Je nachdem, wie streng die Grenzwerte definiert werden, beträgt das Vorkommen des erhöhten Blutdrucks in westlichen Industrieländern zwischen 15–30 %. Mit jeder Erhöhung des systolischen Blutdruckes um 20 mmHg bzw. des diastolischen Blutdruckes um 10 mmHg verdoppelt sich das Risiko eines Herzschadens.
Sport hebt kurzfristig den Blutdruck
Sportliche Aktivität und Blutdruck haben eine ambivalente Beziehung: Zwar steigt der Blutdruck mit zunehmender Intensität körperlicher Aktivität an, je regelmässiger aber eine solche betrieben wird, umso niedriger ist das Risiko, einen krankhaften Bluthochdruck zu erleiden. Umgekehrt ist ein Bewegungsmangel bzw. eine niedrige körperliche Fitness ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung eines Bluthochdrucks. Ein früher Beginn körperlicher Aktivität, bestenfalls schon im Kindes- und Jugendalter, reduziert das Risiko eines hohen Blutdrucks im späteren Leben. Das Blutdruckverhalten ist abhängig von Art und Intensität der körperlichen Aktivität. Bei dynamischer Muskelarbeit (Ausdauertraining) steigt der obere (=systolische) Blutdruckwert mit steigender Intensität kontinuierlich an, während der untere Blutdruck (=diastolische) annähernd gleich bleibt oder nur leicht ansteigt. Bei statischer Arbeit (Krafttraining) steigen mit zunehmender Kraftentwicklung sowohl der obere als auch der untere Blutdruck deutlich an. Die Herzfrequenz steigt bei dynamischer Muskelarbeit stärker an und erreicht höhere Werte als bei statischer Muskelarbeit.
Sport senkt langfristig den Blutdruck
Sowohl für Ausdauer- als auch für Krafttraining gilt aber: Nach der Belastung sinkt der Blutdruck unter den Ausgangswert. Diese Blutdrucksenkung ist anhaltend und kann sogar bis 22 Stunden nach einer einzelnen Trainingseinheit nachgewiesen werden. Jegliche Ausdaueraktivitäten über eine halbe Stunde Dauer zwischen 50–80 % der individuellen maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit sind zu einer solchen Blutdrucksenkung imstande. Die trainingsbedingte Senkung des Blutdrucks durch Sport ist umso ausgeprägter, je höher der Ausgangsblutdruck ist. Die Senkung des oberen Blutdrucks kann bis zu 20 mmHg, die des unteren Blutdrucks immer noch bis 11 mmHg betragen, und zwar unabhängig von Alter und Geschlecht. Beim inaktiven Übergewichtigen ist die Blutdrucksenkung sogar noch ausgeprägter. Der nachhaltige Effekt eines regelmässigen Ausdauertrainings entwickelt sich innert der ersten 3–6 Monate nach Trainingsbeginn, danach ist nicht mit einer weiteren Drucksenkung zu rechnen.
Senioren gefährdet
Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit des Bluthochdrucks stark zu. Trotz schützender Wirkung körperlicher Aktivität können auch sportlich aktive Senioren und v. a. Seniorinnen gelegentlich einen zu hohen Blutdruck entwickeln. Zur medikamentösen Behandlung steht eine Vielzahl von Blutdruckmitteln zur Verfügung, die den Blutdruck zwar alle mehr oder weniger stark senken, die aber in Bezug auf die sportliche Aktivität unangenehme Auswirkungen haben können. So haben zum Beispiel die Betablocker der älteren Generation den Nachteil, dass die (an sich gewünschte) Senkung der Herzfrequenz dem Ausdauersportler zum Nachteil gereichen kann. Der für einen zügigen Dauerlauf notwendige Puls wird häufig nicht mehr erreicht, es stellen sich schwere Beine und ein übermässiges Anstrengungsempfinden ein. Auch Diuretica (harntreibende Substanzen) sind für sportliche aktive Hypertoniker nicht ohne Vorsicht einzusetzen. Sie verstärken den – beim Sportler durch das Schwitzen ohnehin erhöhten – Flüssigkeitsverlust und beeinträchtigen dessen Temperaturregulation.
Medikamente austesten
In diesem Zusammenhang scheinen die Blutdruckmittel der neuesten Generation (AT1-Antagonisten, Reninsenker) nicht nur wirksam und verträglicher, sondern auch für sportlich aktive Menschen besser geeignet zu sein. Sie sind allerdings auch deutlich teurer als die «altbewährten» Blutdruckmittel. Die medikamentöse Behandlung eines Bluthochdruckes ist in jedem Fall eine sehr individuelle Angelegenheit und es kann durchaus einige Monate vergehen, bis die richtige, massgeschneiderte Behandlung gefunden ist.