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bestand bis 1846 aus einer Anzahl von Oellaternen, die an quer über die Strassen gespannten Drahtseilen hingen.
Der Chemiker Friedrich Loba aus Rolle machte dann auf der Place de la Riponne am die ersten Versuche mit der Gasbeleuchtung. Zu diesem Zwecke entstand darauf 1847 eine Gesellschaft, die sich nach wechselvollen Schicksalen 1857 zur «Société lausannoise d'éclairage et de chauffage par le gaz» auswuchs. Diese trat am ihren ganzen Betrieb samt allen Einrichtungen um die Summe von 592599 Fr. an die Stadt ab. Die Gasfabrik steht in Ouchy nahe dem Seeufer, da die Kohlen vor dem Bau der Bahnen auf dem Seewege hergebracht wurden. Da sie den stets wachsenden Bedürfnissen kaum mehr zu entsprechen vermag, plant man den Bau einer neuen Gasfabrik in Renens, wo schon ein dazu geeigneter Bauplatz angekauft worden ist.
Die Frage der Trinkwasserversorgung hat in Lausanne während nahezu 30 Jahren zu heftigen Debatten Veranlassung gegeben, scheint aber 1901 ihre endgiltige Lösung gefunden zu haben. In diesem Jahr übernahm die Gemeinde um die Summe von 2035385 Fr. sämtliches der «Société des eaux de Lausanne» gehörende Wasser zusammen mit allen in deren Magazinen vorrätigen Gerätschaften und Installationsmaterialien. Die damit von der Stadt erworbene Wassermenge wurde durch 50 Messungen auf durchschnittlich 3588 Minutenliter bestimmt und schwankt zwischen 2911 und 3840 Minutenlitern. 1902 betrug der tägliche Verbrauch auf einen Einwohner 135 Liter, während er vor der Aufstellung von Wasseruhren, als der Verbrauch den Abonnenten noch völlig freigegeben war, 560 Liter erreicht hatte. Im August 1903 hat die Stadt dazu noch endgiltig das Wasser übernommen, das sie durch Vertrag vom von der «Société électrique Vevey-Montreux» erworben hatte und dessen Menge vom 1. Mai bis 31. Oktober 13000 und vom 1. November bis 30. April 7000, im Mittel also 10000 Minutenliter beträgt.
Dieses Wasser stammt aus den Quellen der bei L'Étivaz (Pays d'Enhaut) sich vereinigenden Thäler der Eau Froide und Torneresse und gelangt durch eine 25 km lange Röhrenleitung (wovon etwa 12 km in Stollen) in das über Montreux in 705 m Höhe gelegene Reservoir von Sonzier, aus dem sie die Stadt Lausanne entnimmt. Die von der Gemeinde Lausanne erstellte Leitung Sonzier-Lausanne ist 28500 m lang und besteht ganz aus gusseisernen Röhren von 500 mm Durchmesser. Die Stadt verfügt jetzt über eine so bedeutende Wassermenge, dass das Reservoir von Montalègre beständig gefüllt gehalten werden kann. An der Place de l'Ours vereinigt sich dieses Quellwasser aus dem Pays d'Enhaut mit demjenigen, das vom Calvaire herabkommt.
Kommt ersteres in Ueberfülle, so genügt es den Bedürfnissen der Stadt für sich allein, staut das andere zurück und kann selbst zum Teil bis in die Brunnenstube des Calvaire hinaufgepresst werden, aus der es dann im Ueberlauf dieses Reservoirs abfliesst. Diese Fülle von reinem Quellwasser ist ein hygienischer Faktor ersten Ranges, da sie durch die Ueberläufe und Brunnen ihren Weg in die Abzugskanäle findet und diese beständig sauber ausspült. Die von zwei von einander unabhängigen grossen Wasserleitungen (Quellen des Pays d'Enhaut und von Pont de Pierre) gespiesene Stadt Lausanne scheint jetzt vor jedem Wassermangel geschützt zu sein, auch wenn etwa die eine oder andere Röhrenleitung brechen sollte.
Das Wasser ist zugleich sehr rein und sehr frisch; beim Eintritt ins Reservoir schwankt seine Temperatur zwischen 7° und 9° C. Die von der Wasserversorgung nach Lausanne geführte Menge von Trinkwasser beträgt im Maximum 19500, im Minimum 10900, im Mittel 15200 Minutenliter. Dazu kommen noch die Quellen der Société de Pierre Ozaire und der Société de Moille ès Donnes, die im Maximum 1500, im Minimum 500 und im Mittel 1000 Minutenliter liefern. Die Gesamtwassermenge, über welche die Stadt verfügen kann, beträgt somit im Maximum 21000, im Minimum 11400 und im Mittel 16200 Minutenliter, was bei einer Bevölkerung von 48000 Ew. pro Kopf und Tag im Maximum 630, im Minimum 342 und im Mittel 486 Liter ausmacht.
Diese Zahlen gelten allein für das Trinkwasser. Wie vorzüglich Lausanne in dieser Beziehung versorgt ist, ergibt sich daraus, dass man allgemein ein Wasserquantum (Trink- und Brauchwasser zusammen) von 200 Litern pro Kopf und Tag als zur Befriedigung aller Bedürfnisse notwendig und ausreichend erachtet (Zürich 243, St. Gallen 150, Basel 124 Liter). Die Stadt Lausanne war 1902 im Besitz folgender Quellen: Aeltere Quellen, deren Wasser sich im Reservoir des Calvaire sammelt (Quellen von Chalet à Gobet, Les Cases, Bas Mont, Pont de Pierre), zusammen 4727,8 Minutenliter;
Quellen des Pays d'Enhaut, deren Wasser in die Reservoire von Montalègre und Calvaire gelangt, zusammen 7000 Minutenliter;
die nach Bellevaux und Le Solitaire geführten Quellen (Le Mont, Saint Hippolyte, La Naz, Pré Marin, La Blécherette), zusammen 834,7 Minutenliter.
Mittlere Temperatur des Wassers 7,6° C., Gesamtwassermenge 1902: 3596956 m3.
Neben der städtischen Wasserversorgung müssen wir aber noch eines privaten Unternehmens gedenken, der Compagnie du Lausanne-Ouchy et des Eaux de Bret, die 1873 von J. J. Mercier in der Absicht gegründet worden ist, das Wasser des 15 km ö. der Stadt liegenden Lac de Bret nach Lausanne zu führen, um damit die Drahtseilbahn Lausanne-Ouchy zu treiben und zugleich noch Brauch- und Triebwasser für andere Zwecke zu gewinnen. Es handelte sich darum, das Wasser bis zum Reservoir in Chailly über Lausanne zu leiten und von diesem aus eine Röhrenleitung in die Stadt hinunter zu legen.
Diese Arbeiten begannen im Juli 1874 und waren am vollendet. Die seit dem regelmässig funktionierende Wasserabgabe in die Stadt hat nach und nach einen ganz beträchtlichen Umfang angenommen, sodass der Lac de Bret allein nicht mehr genügte und ein Teil des zur Broye fliessenden Grenet in ihn abgelenkt werden musste. Dieses Bretwasser findet in Lausanne Verwendung als Brauchwasser, Triebkraft für die Seilbahn und verschiedene industrielle Betriebe, sowie zur Strassenreinigung, während es in Morges und einigen Dörfern der Umgebung als Brauchwasser dient. So treibt es z. B. die Turbinen der Seilbahn Lausanne-Ouchy und Lausanne-Gare, diejenigen des Elektrizitätswerkes und die Pressen verschiedener Buchdruckereien; es speist die Lokomotiven der Bundesbahnen, eine Badanstalt, Waschanstalt und die Dampfkessel im Kantonsspital und gelangt endlich auch dm Schlachthaus zu reichlicher Verwendung. ¶
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Lausanne hat als eine der ersten Städte in Europa eine Elektrizitätszentrale zur Abgabe von Licht an Abonnenten geschaffen. Schon 1882 entstand hier die «Société suisse d'électricité» die eine vom Wasser des Bret getriebene Turbinen- und damit verbundene Dynamoanlage einrichtete. Diese Zentrale hatte bis zu 2000 Glühlampen zu speisen und arbeitete bis 1901 regelmässig fort. 1894 konstituierte sich die Société des tramways lausannois mit zwei (später drei) Gasmotoren nach System Crossley zu je 140 PS und einer Akkumulatorenbatterie Pollak mit 650 Stundenamperes, die ausschliesslich für den Betrieb der Strassenhahnen verwendet wurden. Um der Stadt die Verfügung über eine den gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnissen genügende elektrische Kraft zu Beleuchtungs- und motorischen Zwecken zu sichern, erwarben die städtischen Behörden 1898 eine der Rhone bei Saint Maurice zu entnehmende Wasserkraft von 14000 PS und beauftragten eine besondere Gesellschaft mit deren Umwandlung in elektrischen Strom und dessen Ueberführung nach Lausanne. So entstand eines der bedeutendsten Wasser- und Elektrizitätswerke von ganz Europa.
Die in Saint Maurice erzeugte elektrische Kraft wird als Dauerstrom mit einer Spannung von 22000 Volts (der höchsten bis jetzt für eine Kraftübertragung in Anwendung gekommenen Spannung überhaupt) durch eine 56 km lange Leitung nach Lausanne geführt. Heute arbeiten im Werk 5 Turbinen zu 1000 PS mit einem Fall von 32 m. In Lausanne nimmt den Strom eine Transformatorenstation (die sog. Usine transformatrice) auf, die in Pierre de Plan nö. der Stadt auf einer Anhöhe rechts der Strasse Lausanne-Bern steht.
Von hier durchziehen die Stadt zwei von einander unabhängige unterirdische Kabelnetze (eines für die Beleuchtung und eines für Kraftzwecke) mit einer Spannung von je 3000 Volts; fünf Nebenstationen verteilen den Strom in die einzelnen Strassen und Quartiere, wo ihn metallene Transformatorenhäuschen mit drehbarem Mantel aufnehmen und seine Spannung auf 216 Volts herabsetzen. Das Beleuchtungsnetz ist zur Speisung von 27000 Glühlampen von je 16 Kerzen eingerichtet.
Die öffentliche Beleuchtung zählte Ende 1903 78 Bogen- und 93 Glühlampen, die private dagegen 26354 Glühlampen (worunter 87 Nernstlampen) mit 1180 Kilowatts und 136 Logenlampen. Der Strom für Kraftzwecke treibt neben den städtischen Strassenbahnen mit einem Stundeneffekt von 1400000 Kilowatts noch 145 Motoren und 56 zur Heizung oder zu medizinischen Zwecken dienende Apparate (330 Kilowatts), die zusammen eine Arbeit von 2714 Kilowatts erfordern. Das jetzt im Betrieb stehende primäre und sekundäre Kabelnetz hat eine Länge von 68664 m. Die Station von Pierre de Plan sendet ausserdem noch durch zwei Luftleitungen Licht nach den Nachbargemeinden Lutry, Paudex, Pully (im O.), Renens (mit dem wichtigen Bahnhof Renens), Crissier und Écublens (im N. und W.) und Kraft nach der Zementfabrik Paudex und der Fabrik für chemische Produkte in Monthey.
Die Stadt Saint Maurice bezieht ihre elektrische Beleuchtung direkt vom Zentralwerk an der Rhone. Bis Ende 1902 betrug die von der Gemeinde Lausanne an das ganze Unternehmen vorgeschossene Summe 8026688 Fr., von denen die Konzessionsgebühren 438785 Fr. und die Einrichtung der Zentrale 1805784 Fr. erforderten. Dieser ganze elektrische Betrieb hat am seine regelmässige Arbeit aufgenommen und bis jetzt folgende finanzielle Ergebnisse geliefert:
|Einnahmen Fr.||Ausgaben Fr.||Differenz Fr.|
|1901 (vom 1. August an)||183073||218273||-35200|
|1902||405807||615105||-209298|
|1903 (nach Budget)||726500||702200||+24300|
|1904 (nach Budget)||890300||726900||+163400.|
Den Sicherungsdienst gegen Feuersgefahr besorgen eine dem städtischen Polizeiwesen unterstellte Feuerwehrkommission und ein aus Freiwilligen rekrutiertes und seit 1882 militärisch organisiertes Feuerwehrbataillon von 526 Mann, das von einem höhern Offizier geleitet und verwaltet wird. Es umfasst neben dem Stab eine für den Dienst in der Stadt selbst bestimmte Kompagnie von 369 Mann und eine aus 8 Zügen bestehende Kompagnie von 151 Mann für den Dienst in den Aussenquartieren. Die Feuerwehrmänner sind beim schweizerischen Feuerwehrverein versichert und besitzen eine eigene Hilfskasse, die von der Feuerwehrkommission verwaltet und nur in ganz besondern Fällen in Anspruch genommen wird, sowie eine 1884 gegründete Alterskasse, die an solche Feuerwehrmänner Renten auswirft, die nach erreichtem 50. Altersjahr während voller 20 Jahre ununterbrochen im aktiven Dienst gestanden haben.
Verwaltungsbehörden.
Als Hauptort des Kantons Waadt, des gleichnamigen Bezirkes und Kreises, sowie verschiedener anderer Verwaltungseinheiten ist Lausanne der Sitz einer grossen Anzahl von Verwaltungen und beherbergt in seinen Mauern neben den städtischen Behörden die Kreisbehörden (Friedensrichter, Untersuchungsrichter in Strafsachen und Schiedsgericht), dann die Bezirksbehörden (Statthalter, Bezirksgericht, Kataster- und Hypothekarkontrolle, Einnehmer) und endlich die kantonalen Behörden (Grosser Rat, Staatsrat, Kantonsgericht, Staatsanwaltschaft, kantonale Verwaltung überhaupt).
Lausanne ist ferner Sitz des Bundesgerichtes, einer Kreisdirektion der Bundesbahnen, der Direktion des 5. Zollkreises, des 2. Postkreises und des 1. Telegraphenkreises. Waffenplatz der ersten Armeedivision. Die Stadt gehört zum 43. eidgenössischen Wahlkreis und in kantonaler Hinsicht zum 2. Kirchenkreis, 1. Strassenverwaltungskreis, 3. Militärkreis, 3. Eichkreis und 4. Forstkreis. Die Gemeinde umfasst den 9. und 10. kantonalen Schuldbetreibungskreis, einen Zivilstandskreis, eine Militärsektion, sieben Viehschauerkreise und 18 Wahlsektionen. Pfarrgemeinde der Landeskirche (7 Pfarrer) und der deutsch-reformierten Landeskirche (2 Pfarrer) mit einem Kirchenrat; Freie Kirche mit 5 Pfarrern und einem Rat der Alten, anglikanische Kirche mit einem Reverend, römisch-katholische Kirche mit einem Verwaltungsrat und 4 Pfarrern, deutsche evangelische Kirche mit einem Rat und einem Pfarrer.
Spitalwesen.
Im 13. Jahrhundert bestanden in der Diözese Lausanne sehr viele Klöster verschiedener Orden, die sich mit der Pflege von Kranken befassten. 1275 kaufte das Kapitel Lausanne in der Cité einen Platz an, auf dem der damalige Bischof Guillaume de Champvent an Stelle eines schon früher bestehenden Spitales 1282 einen neuen Spital in grösserem Umfang aufbauen liess, der fünf Jahrhunderte später zum Kantonsspital werden sollte. Inzwischen stand er unter der bischöflichen Verwaltung, wurde von Brüdern des Heiliggeistordens besorgt ¶