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Dieser Indikator gibt Auskunft über den Anteil der Personen, die nicht über genügend Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Einkommensarmut schränkt den finanziellen Handlungsspielraum ein, prägt den Lebensstil und erschwert die soziale Integration.
In der Schweiz lag die Armutsquote der Personen ab 16 Jahren im Jahr 2019 bei 9%. Diese Quote ist bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation signifikant höher als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (11% im Vergleich zu 7%). Bei der zweiten oder höheren Generation unterscheidet sich die Armutsquote nicht signifikant von jener der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund; sie ist mit 7% aber niedriger als jene der ersten Generation.
Zwischen 2014 und 2019 ist die Armutsquote der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund bzw. der zweiten Generation nicht signifikant angestiegen. Die Armutsquote der ersten Generation hingegen hat in diesem Zeitraum zugenommen (+3 Prozentpunkte).
In den Grossregionen Zürich, Ostschweiz und im Tessin unterscheiden sich die Armutsquoten der Personen mit und ohne Migrationshintergrund nicht signifikant voneinander. In der Genferseeregion und der Nordwestschweiz ist die Armutsquote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund etwa zweimal so hoch wie jene der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Im Espace Mittelland ist das Gegenteil der Fall: Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund weist eine etwa doppelt so hohe Armutsquote auf wie die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.
Tabellen
Definitionen
Armut bedeutet Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial), so dass die betroffenen Personen nicht den minimalen Lebensstandard erreichen, der in den Ländern, in denen sie leben, als annehmbar empfunden wird. Als arm gelten demnach Personen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Dieser Definitionsansatz bezieht sich auf das soziale Existenzminimum. Damit bildet die Armutsquote eine Grundlage für die Evaluation der Sozialpolitik. Die verwendete Armutsgrenze leitet sich von den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) ab. Sie setzt sich zusammen aus dem Grundbedarf für den Lebensunterhalt, den individuellen Wohnkosten sowie monatlich 100 Franken pro Person ab 16 Jahren im Haushalt für weitere Auslagen.
Die Armutsquote entspricht dem Anteil Personen, die in Haushalten leben, deren verfügbares Einkommen (ohne allfällige Vermögensbestände) unterhalb der Armutsgrenze liegt. Wenn ein Haushalt aus mehreren erwachsenen Personen mit unterschiedlichem Migrationsstatus besteht, wird der gleiche, für den gesamten Haushalt berechnete Wert sowohl bei den Personen mit als auch bei jenen ohne Migrationshintergrund verwendet.
Methodologie
Infolge des neuen Stichprobenrahmens und der Verbesserung des Gewichtungsmodells sind die Resultate ab 2014 nicht mehr direkt mit den Resultaten der Vorjahre vergleichbar (Bruch in der Zeitreihe). Mehr dazu im unten stehenden Dokument.