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FC Töss, Sportplatz Reitplatz
Sportanlage Reitplatz
Sportplatz
8406 Winterthur
Der FC Töss wurde 1906 gegründet. 82 Jahre gehörte er der 2. Liga an und nur während 18 Jahren ass man das Brot der 3. Liga. So erfolgreich wie diese Sportgeschichte verlief auch das 100-jährige Vereinsjubiläum 2006 mit einer prachtvoll gestalteten und lesenswerten Jubiläumsschrift.
1906 wird der Fussballclub Töss gegründet. Grundstein der Vereinsgründung ist die Versammlung in der Scheune von Rudolf Diem am Fasnachtmontag 1906, an der beschlossen wird, die Fasnachtsbatzen aller Teilnehmer zusammenzulegen und mit dem Geld einen ausgedienten Fussball zu erwerben. Der besagt Fasnachtsmontag, der 5. März 1906, ist die Geburtsstunde des FC Töss. Als Gründer werden genannt: Rudolf Diem, Albert Weiss, August Gutherz, August Grob, Josef Kurmann und Jean Hofmann, der als erster Präsident amtet. Der Monatsbeitrag wurde auf 20 Rappen festgesetzt. Der Reitplatz diente als Trainigsort und das Restaurant Klosterhof (heute Ristorante Castello) wurde zum Stammlokal. 1907 wurde das erste Wettkampf-Spiel ausgetragen, das 0:3 verloren ging. Der junge Club war nicht sehr erfolgreich und so entstanden noch andere Vereine (FC Eichliacker, FC Unterdorf, FC Viktoria), die es besser machen wollten. Konkurrenz erwuchs auch vom FC Red Star und dem FC Geiselweid, die ebenfalls auf dem Reitplatz domiziliert waren. Am 30. September 1909 fusionierten der FC Union (zuvor Viktoria) und der FC Töss. Nun entwickelte sich der Verein unter dem Namen FC Union Töss erfolgreich. 1910 wurde der Beiname Union fallengelassen. Nachdem die Ostschweizer Fussballvereinigung eine Aufnahme ablehnte, war das Jahr 1911 dem FC Töss besser gesinnt. Mit der Gründung des Zürcher Kantonal-Fussballverbandes und Beschluss der Gründerversammlung am 10. September wird der FC Töss dessen Mitglied. 1912 gelang auch die Mitgliedschaft im Schweizerischen Fussballverband.
Wohl einmalig in einem FC: Am 20. September 1913 wurde eine Gesangsektion gegründet. Diese entwickelte sich ebenfalls sehr gut und war für die geselligen Anlässe des FCT lange Jahre ein begehrter Programmpunkt. Im zehnten Vereinsjahr 1916 wurde die Juniorenabteilung gegründet. Das 10-jährige Bestehen wurde mit 80 Mitgliedern (ein Ehren- und ein Freimitglied, 27 Aktiv- und 51 Passivmitglieder) gefeiert. Die Kriegsjahre des 1. Weltkrieges erschwerten den Vereinsbetrieb sehr und 1917 wurde der Sportplatz Reitplatz im Rahmen der Zwangsanbau-Vorschriften umgeackert und mit Kartoffeln bepflanzt. Der FC Töss erhielt Gastrecht auf der Schützenwiese, die als einziger Sportplatz erhalten blieb. 1918 ging es zurück auf den Reitplatz. Nach Jahren guter sportlichen Erfolgen und reichhaltigem Vereinsleben war 1921 ein Schlüsseljahr. Im Herbst konnte der FC Töss den Nägelsee als neuen Sportplatz beziehen. Nach intensiven Verhandlungen mit der Stadt und vielen Fronarbeitsstunden gelang einen eigenen Sportplatz zu besitzen. An die Kosten von 3500 Franken zahlte die Schulpflege 1300 Franken. Der Rest wurde durch Anteilscheine gedeckt. Es folgte eine Zeit mit vielen Hoch und Tiefs, wie das im Fussball halt so ist. Mit der Verpflichtung des vielfachen Internationalen Xam Abegglen legte der Vorstand den Grundstein zu einer Hochphase. Bereits in der Saison 1925/26 platzierten sich alle Mannschaften in den vorderen Rängen. Mit solchem positivem Verlauf ging es bis in die Dreissiger-Jahre hinein. 1933 trat Abegglen zurück.
Das 50-Jahre-Jubiläum konnte 1956 noch in der Krone Töss durchgeführt werden. Einige Jahre später wurde sie abgebrochen und musste der neuen Umfahrung von Winterthur weichen. Noch viel schlimmer war aber, dass der idyllische Nägelsee ebenfalls der Autobahn zum Opfer fiel. Schlussendlich fand man 1964 zurück auf den Reitplatz, wo man bereits 1906 bis 1921 den Spielbetrieb durchgeführt hatte. Umkleide- und Stammlokal blieb das Restaurant Hörnli. Dort war man zwar bestens aufgehoben, aber der weite Weg von den Garderoben zum Spielfeld war nicht das Gelbe vom Ei. 1973 hatte dies ein Ende. Das langersehnte eigenes und neue Klubhaus auf dem Reitplatz war durch die Stadt erstellt worden und konnte in Betrieb genommen werden.
Viele Hoch und Tiefs hat der FC Töss in hundert Jahren Vereinsgeschichte erlebt. Eines soll nicht unerwähnt bleiben. Im Cup-Wettbewerb Saison 1988/89 hat das Fröschenteam Geschichte geschrieben. Nach dem Überstehen der Vorrunden schaltete das Fanionteam nacheinander Tägerwilen (3. Liga), Herisau (1. Liga) und den B-Ligisten FC Chur aus und steht nun unter den 32 letzten Mannschaften. Und nun musste der grosse FC Basel auf den Reitplatz. Am 13. November 1988 kamen trotz strömendem Regen 1200 Zuschauer auf den Reitplatz und sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Das Spiel wog auf und ab und stand nach 90 Minuten sage und schreibe 0:0. Dann aber in der Verlängerung, 107. Minute, passierte es. Basel schoss nach einem Eckball das 0:1 und Töss war damit ausgeschieden.
32 Jahre lang spielte man in der 2. Liga und spielte dreimal um den Aufstieg. Leider standen dabei 1974/75 Morbio, 1976/77 Stäfa und Turicum und 1980/81 die Old Boys und Kreuzlingen im Wege. Und nach dem man geglaubt hatte, die 3. Liga nicht mehr zu kennen, passierte es. In der Meisterschaft zur Jahrhundertwende, 1999/2000, beendete der FC Töss die Meisterschaft als Tabellenletzter und stieg ab. 2003/2004 kam man aus diesem Wellental wieder hinaus. Der Wiederaufstieg gelang. Das Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag wollten die Verantwortlichen des FCT eigentlich mit der Einweihung von zeitgemässen Infrastruktur-Anlagen feiern. Leider kam es aus verschiedenen Gründen nicht dazu. Immerhin fiel der Spatenstich für eine Renovation und Aufstockung des Garderobengebäudes noch in dieses Festjahr. So konnte der FC Töss mit dem Reitplatz –ein neues Hauptspielfeld wird ebenfalls noch errichtet- zukunftsfreudig und hoffentlich auch erfolgreich ins zweite Jahrhundert starten.
Freizeitanlage Reitplatz
Der Reitplatz, seit jeher Fussballanlage und Allmend der Kaserne Winterthur, entwickelte sich in langen Jahren, vor allem seit der Waffenplatz Winterthur aufgehoben ist, zu einer polysportiven Anlage. Sie zieht nicht nur freizeithungrige Picknicker an. Den bewegungshungrigen Menschen stehen Anlagen für Beachsoccer-, Beachvolleyball und Disc Golf-Sport zur Verfügung.-Seit dem Herbst 2011, steht den Velobikern auch eine Pumptracking-Anlage zur Verfügung.
Ein Pumptrack ist ein als Rundkurs angelegter Veloparcours, der aus Wellen, Anliegerkurven und Sprüngen besteht. Der notwendige Schwung wird mittels Gewichtsverlagerung, geschickter Bewegung sowie durch Ausnützen der Wellen und Anliegerkurven generiert. Ein Pumptrack kann sowohl von Anfängern als auch von Fortgeschrittenen mit einem Mountainbike befahren werde.
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