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Dank der Unterstützung der Komiteemitglieder, der Sekretärinnen und nicht zuletzt der Referenten gelang es uns 2022 einen Kongress im gleichen Geist wie in den Vorjahren zu organisieren, allerdings mit den Einschränkungen, die sich aus der Gesundheitssituation und den neuen Sicherheitsmassnahmen des Kantons ergaben.
Das Thema der Infektiologie "diese kleinen Biester, die uns bedrohen" wurde lange vor dem Auftreten der Covid-Pandemie und nicht aus Opportunismus gewählt. In der Tat sind Infektionskrankheiten ein Bereich, in dem es häufig und schnell zu Veränderungen kommt: Das beste Beispiel ist das Auftreten von Covidvarianten. Der Umgang mit der Covid 19-Pandemie hat deutlich gezeigt, dass die Strategien zur Bekämpfung dieser neu auftretenden Infektionen ständig angepasst werden müssen.
Mit der globalen Erwärmung tritt die Tigermücke, der Überträger des Chikungunya-Virus, in unserem Land auf. Vergessen wir nicht SARS, das auf ein anderes Coronavirus zurückzuführen ist, das uns vor einigen Jahren bedroht hat, ganz zu schweigen von Ebola und dem Marburg-Syndrom, dem Zika-Virus mit seinen kongenitalen Fehlbildungen.
Virologen werden Ihnen die beeindruckende Zahl von Viren nennen, die von Fledermäusen übertragen werden und über die noch wenig bekannt ist.
Bakterielle Infektionen werden multiresistent und erfordern daher eine ständige Anpassung der Therapie, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Pharmaindustrie immer weniger in die Erforschung neuer Antibiotika investiert.
Weiter zu erwähnen Menschen mit Krankheiten von anderen Kontinenten, die wir hierzulande kaum kennen, wie z. B. Parasitosen, sowie das Wiederaufleben von Krankheiten, die wir eher vergessen hatten, wie z. B. die Tuberkulose.
Inzwischen gibt es Immuntherapien, die andere Verläufe von Infektionen sowohl bei Krebspatienten als auch bei chronischen Krankheiten wie rheumatoider Arthritis oder entzündlichen Darmerkrankungen hervorbringen.
Wohin führen uns die neuen vielversprechenden Techniken zur Nutzung von Boten-RNA? Letztlich halten Nanopartikel Einzug in den medizinischen Bereich.
Als die Covid 19-Epidemie begann, war sie weit weg, in China, und wir waren nicht betroffen. Aber wir leben in einer globalisierten Welt, in der sich alles bewegt und rasch verändert, und damit werden unsere alten Gewissheiten oft von unerwarteten Phänomenen hinweggefegt. Zum Wohle unserer Patienten ist es daher notwendig, mit den Entwicklungen im Bereich der Infektionskrankheiten Schritt zu halten.
Ich wünsche allen Teilnehmern einen angenehmen und lohnenden Kongress in einer entspannten Atmosphäre.