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Tell Halaf (Syrien)
Der Tell Halaf, im Nordosten Syriens an den Quellen des Flusses Chabur gelegen, gehört zu den berühmtesten Ruinenhügeln des Nahen Ostens. Als wichtiger Fundplatz war der Ort namengebend für einen Abschnitt des keramischen Neolithikums (»Halaf-Zeit«, ca. 6000-5300 v. Chr.). Nach dem Chalkolithikum wurde der Ort offenbar aufgegeben und erst im frühen 1. Jahrtausend v. Chr. wiederbesiedelt. Hier befanden sich unter dem Namen Guzana zunächst die Hauptstadt eines aramäischen Fürstentums und später die Residenzstadt eines assyrischen Statthalters. Die Stadt wird als Gosan im Alten Testament erwähnt und existierte auch nach dem Untergang des assyrischen Reiches bis in die seleukidisch-parthische Zeit fort.
Berühmt wurde der Ort durch die Auffindung zahlreicher Bildwerke, die als Bauschmuck an dem Palast des aramäischen Fürsten Kapara (Ende 10./ Anfang 9. Jh. v. Chr.) angebracht waren und die bei den Ausgrabungen des Kölner Bankierssohnes Max Freiherr von Oppenheim in den Jahren 1899, 1911-13 und 1929 zu Tage gekommen sind.
Die zahlreichen Statuen und Relieforthostaten zeigen eine für den Alten Orient einzigartige Ikonographie. Ein Teil dieser Denkmäler war bis zum 2. Weltkrieg in einem eigens eingerichteten Tall-Halaf-Museum in Berlin ausgestellt, welches 1943 einem Bombenangriff zum Opfer fiel. In einem groß angelegten Restaurierungsprojekt wurden die dabei zerborstenen Bildwerke am Vorderasiatischen Museum Berlin wieder zusammengesetzt, die im Zeitraum vom 28.Jan - 14. Aug. 2011 ausgestellt waren (Die geretteten Götter aus dem Palast von Tell Halaf).
Durch die umfangreichen Ausgrabungen durch Max Freiherr von Oppenheim ist eine Fülle von Informationen zur Kultur des Tell Halaf bekannt geworden, die in den letzten Jahrzehnten wichtige Grundlagen der Forschung bildeten. Nach 77 Jahren Unterbrechung konnten die Feldforschungen von Oppenheim durch das 2006 gestartete Grabungsprojekt Tell Halaf fortgesetzt werden.
Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Arbeiten werden gemeinschaftlich von der Generaldirektion für Antiken und Museen Damaskus und den Staatlichen Museen zu Berlin (Vorderasiatisches Museum) in Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Ludwig- Maximilians Universität München, der Eberhard Karls Universität Tübingen und seit 2013 mit der Universität Bern durchgeführt.