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Die Bezeichnung aktinische Keratose beinhaltet die griechischen Worte Aktis = (Sonnen-)Strahl und Kéra = Horn. Es lässt sich daher leicht herleiten, dass diese „Verhornungen“ der Haut durch zu viel Sonne bzw. UV-Strahlung verursacht wurden.
Die Haut vergisst nichts – und so können viele Sonnenbrände und die Gesamtheit zahlreicher unbemerkter, kleinerer Lichtschäden insbesondere bei hellhäutigen Menschen in fortgeschrittenem Alter schliesslich zu aktinischer Keratose führen. Meist geschieht dies ab dem 50. Lebensjahr, doch aufgrund der verstärkten Sonnenexposition auch zunehmend bei Jüngeren.
Wie entstehen aktinische Keratosen?
UV-A und UV-B-Strahlen der Sonne bzw. des Solariums können im Laufe der Zeit das Erbgut in den Zellen der obersten Hautschicht verändern. Diese entarteten Zellen beginnen daraufhin sich unkontrolliert zu vermehren und es entsteht eine aktinische Keratose. Es zeigen sich hautfarbene, rötliche oder bräunliche Flecken oder flache Knoten mit schuppi¬ger, rauer Oberfläche. Bei extremer Verhornung kann sich ein spitzes Hauthorn bilden. Der Durchmesser liegt zwischen fünf Millimetern und einem Zentimeter. Sie können auch zu flächigen Hautveränderungen von mehreren Zentimetern Grösse „zusammenwachsen“.
Aktinische Keratosen entstehen vor allem im Gesicht, auch an den Ohrmuscheln und sogar auf der Unterlippe, auf den Handrücken oder dem Dekolleté und bei Männern sehr häufig auf der Glatze – Hautareale, die intensiv der Sonne ausgesetzt sind – die sogenannten „Sonnenterrassen“.
Wann wird es gefährlich?
Bei rund zehn Prozent aller aktinischen Keratosen jedoch wachsen diese entarteten Zellen von der Oberhaut aus in die darunterliegende Lederhaut ein, und es liegt dann eine Form des gefährlichen hellen Hautkrebses (spinozelluläres Karzinom) vor. Das Spinaliom muss schnellstmöglich operativ entfernt werden, denn es handelt sich nun um einen invasiven, bösartigen Tumor, der Metastasen bilden kann. Es ist daher wichtig, aktinische Keratosen zu behandeln bzw. zu entfernen, damit es gar nicht erst soweit kommen kann. Zur Vorbeugung ist es ratsam, die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden und sich generell im Schatten zu bräunen. Sonnenbrille, Hut und Sonnencreme mit entsprechend hohem UV-Schutz sind ausserdem wichtige Vorsichtsmassnahmen.
Wer ist gefährdet?
Bereits rund 15 Prozent aller über 40-jährigen Mitteleuropäer weisen aktinische Keratosen auf. Männer, die im Freien arbeiten sind besonders gefährdet. Einem extrem erhöhten Risiko sind hellhäutige Menschen ausgesetzt sowie Patienten, die ständig immunsuppressive Medikamente einnehmen müssen (zum Beispiel aufgrund einer Organtransplantation oder einer schweren entzündlichen Krankheit). Auch Viren aus der Gruppe der humanen Papillomviren (HPV) können die Bildung von aktinischen Keratosen begünstigen.
Sie können sich zwar unter Umständen spontan zurückbilden, doch sollte man bei Verdacht auf aktinische Keratosen einen Facharzt konsultieren. Zur sicheren Diagnose führt der Hautarzt eine Untersuchung mit Hilfe einer speziellen, beleuchteten Lupe durch. Eventuell erfolgt eine Abklärung mittels einer feingeweblichen Untersuchung, auch um festzustellen, ob sich bereits ein invasiv wachsendes Spinaliom gebildet hat.
Wie wird therapiert?
Die aktinischen Keratosen werden mit Hilfe verschiedener Methoden entfernt: Eventuell können sie mit einem Skalpell oder einem scharfen Löffel (Kürette) abgeschabt werden.
Bei flächig ausgeprägten aktinischen Keratosen bietet sich die Therapie mit einer geeigneten Creme oder einem Gel an, die mehrere Monate aufgetragen werden müssen. Wesentlich kürzer dauert die photodynamische Therapie, bei der die Haut nach dem Einwirken des Gels für etwa zehn Minuten mit einer speziellen Lichtquelle bestrahlt wird.
Bei der Kryotherapie – der Vereisung mit flüssigem Stickstoff – wird die Haut oberflächlich gezielt zerstört und bildet sich dann wieder neu. Einzelne aktinische Keratosen können mit ätzenden Lösungen betupft werden. Auch Laser oder ein medizinisches Schleifgerät können zum Einsatz kommen. Sehr häufig werden „chemische Peelings" durchgeführt: Dabei werden Fruchtsäuren in hoher Konzentration auf die Haut aufgetragen, aus der dann eine grossflächige Schürfwunde entsteht. Die Haut erscheint nach der Abheilung gestrafft und verjüngt und meist sind auch eventuelle Pigmentflecken beseitigt.
Im Anschluss an jede Behandlung muss die Haut vor der Sonne geschützt werden und exzessive Sonnenbäder oder Solariums-Besuche sollten vermieden werden.
Karin Storz
freie Journalistin
28.06.2015