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Der 2017 verstorbene holländische Fortpflanzungsmediziner Jan Karbaat verwendete anstatt anonymer Samenspenden gleich sein eigenes Sperma. Damit zeugte er nachweislich mittels der In-vitro-Fertilisation mindestens 49 Kinder, wahrscheinlich noch mehr. Es ist die Rede von bis zu 200 Kindern.
Karbaat arbeitete in den 70er Jahren im Zuider-Krankenhaus in Rotterdam. 1979 kündigte er dort und gründete im nahe gelegenen Barendrecht seine eigene Kinderwunschklinik. Er rühmte sich u.a. bei der Zeugung von mehr als 40’000 Kindern mitverantwortlich zu sein. Er führte zudem eine Samenbank und versandte Sperma auf Bestellung in zahlreiche Länder, darunter auch die Schweiz. Er führte aber seine Bücher über die Samenspender nur sehr nachlässig, es kam zu Verwechslungen. Z.T. vermischte er Samen verschiedener Männer. 2009 wurde seine Klinik wegen Unregelmäßigkeiten geschlossen. Vor seinem Tod soll Karbaat eingeräumt haben, dass er mehr als 60 Kinder in seiner Klinik zeugte. Später habe er zudem zugegeben, dass er Sperma verschiedener Spender vermischt und Unterlagen von Spendern gefälscht habe, berichtete „NRC“.
Vorausgegangen ist ein jahrelanger Rechtsstreit, bis ein Gericht endlich die Nachfahren verpflichtete, das Material für DNA-Tests freizugeben. Diese sind nun froh, endlich Gewissheit über ihre Abstammung zu haben. Die Richter gewichteten das Recht auf Wissen um die eigene Herkunft höher als das Recht auf Privatsphäre des Doktor Karbaat.