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Im Jahr 2017 geben 15,9% der Schweizer Bevölkerung an, im Vorjahr mindestens einmal pro Monat grössere Mengen Alkohol innert Kürze getrunken zu haben (Binge drinking), 11,1% der Frauen und 20,7% der Männer. Dieser Anteil hat im Vergleich zu 2007 (total 11,0%) bei Männern und Frauen sowie in allen Altersgruppen und Sprachregionen zugenommen. Jüngere Menschen zeigen dieses Verhalten öfter mit einem Maximum in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen. In der Deutsch- und rätoromanischen Schweiz ist dieser Anteil innert zehn Jahren um einen Drittel gestiegen, in der französischsprachigen Schweiz um zwei Drittel. In der italienischsprachigen Schweiz hat sich der Anteil während dieser Zeit verdoppelt, wobei Binge drinking in dieser Region sowohl 2007 als auch 2017 am wenigsten häufig vorkommt.
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).
Der Konsum grösserer Mengen Alkohol bei einer Gelegenheit (episodisch risikoreicher Alkoholkonsum, sogenanntes Rauschtrinken oder "Binge drinking") ist aus gesundheitlicher Sicht problematisch. Akute Folgen wie Unfälle, Verletzungen, Gewalt, Sachbeschädigungen und erhöhte Suizidgefahr sind die wichtigsten damit assoziierten Probleme. Bei moderatem Alkoholkonsum mit Rauschtrinken ist zudem das Risiko für koronare Herzkrankheiten erhöht im Vergleich zu moderatem Alkoholkonsum ohne Rauschtrinken.
Definition
Dieser Indikator wurde auf Basis der Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) berechnet und stützt sich auf eine Kombination von Fragen. Er gibt den Anteil der 15-jährigen und älteren, in einem Privathaushalt lebenden Bevölkerung an, die in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal pro Monat vier (Frauen), bzw. fünf (Männer) Standardgläser eines alkoholischen Getränks bei einer Gelegenheit konsumiert haben. Ein Standardglas (= ein Glas Bier/Wein etc.) entspricht zehn bis zwölf Gramm reinem Alkohol.
Der episodisch risikoreiche Alkoholkonsum ist international nicht einheitlich definiert. Als Grenzwert wird in den meisten Ländern ein Konsum von 40 bis 50 Gramm Reinalkohol bei einer Trinkgelegenheit bei Frauen und um die 50 bis 60 Gramm bei Männern verwendet. Das entspricht rund vier Standardgläsern eines alkoholischen Getränks bei Frauen und rund fünf Standardgläsern eines alkoholischen Getränks bei Männern. Ab dieser Schwelle ist das Gesundheitsrisiko eindeutig erhöht. Dieser Grenzwert ist auch in der «Orientierungshilfe zum Alkoholkonsum» der Eidgenössischen Kommission für Alkoholfragen (EKAL) 2018 erwähnt.
In der Schweiz wurde die Definition entsprechend internationalen Entwicklungen in der Alkoholforschung mehrmals angepasst, weshalb ein Vergleich über alle Jahre der SGB aktuell nicht möglich ist.
Eine Erklärung der soziodemographischen Variablen findet sich im Dokument: Beschreibung der Dimensionen
Quelle
- Bundesamt für Statistik (BFS): Schweizerische Gesundheitsbefragung
Referenz
- Orientierungshilfe zum Alkoholkonsum – 2018 (Juni 2018). Eidgenössische Kommission für Alkoholfragen (EKAL), Bern: Faktenblatt.
Weiterführende Informationen
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): Definition problematischer Alkoholkonsum
- Marthaler, M. (2013). Risiken für alkoholbedingte Krankheiten und Mortalität, Grundlagen für eine Orientierungshilfe zum risikoarmen Alkoholkonsum. Sucht Schweiz, Lausanne: Studie.
- Sucht Schweiz: Suchtmonitoring Schweiz (2011-2016)
Medienauskünfte
Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
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