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Im Juni verpasste die Ukraine die WM-Teilnahme im entscheidenden Playoff-Spiel gegen Wales. Nun hoffen einige Verantwortliche im Fussball doch noch auf eine Teilnahme. Sergej Palkin, CEO von Schachtar Donezk, forderte bereits in der letzten Woche, dass der Iran ausgeschlossen werden und dafür die Ukraine an der WM in Katar teilnehmen sollte.
Nun hat der Ukrainische Fussballverband einen offiziellen Antrag bei der FIFA eingereicht. Der Verband fordert, dass der Iran «wegen systematischer Menschenrechtsverletzungen und der möglichen Beteiligung am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine von der WM 2022 ausgeschlossen wird». Wer das Nationalteam des Irans ersetzen sollte, blieb in der Mitteilung hingegen offen.
Palkin erklärte seine Forderung, dass die Ukraine den im Falle eines Ausschlusses frei werdenden Platz erhalten solle, so: «Die Ukraine hat gezeigt, dass sie einer Teilnahme an der WM würdig ist, indem sie während des Playoffs unter ungleichen Bedingungen mit anderen Nationalteams mit vollem Herzen spielte.» Damit meint er neben der 0:1-Niederlage in Wales vor allem auch den 3:1-Sieg gegen Schottland im Halbfinal. Es wäre eine faire Entscheidung, so Palkin, welche die Aufmerksamkeit der Welt auf ein Regime richten würde, das seine besten Leute töte und dabei helfe, Ukrainerinnen und Ukrainer zu ermorden.
Bereits nach dem Tod von Mahsa Amini, die von der iranischen Sittenpolizei verhaftet wurde und wenige Tage später starb, gab es Forderungen nach einem Ausschluss des Iran von der WM. Einige Mitglieder des iranischen Nationalteams kritisierten das Regime infolge von Aminis Tod. Allen voran Leverkusen-Stürmer Sardar Azmoun, der in den sozialen Medien schrieb: «Schämt euch alle, wie leichtfertig Menschen ermordet werden. Lang leben die iranischen Frauen.» Er löschte den Post jedoch wieder, da unter anderem seine Eltern noch im Iran lebten, wie die deutsche Sportschau berichtete. Zudem verdeckten die Nationalspieler das iranische Wappen im ersten Länderspiel, als die Nationalhymne gespielt wurde, mit schwarzen Jacken.
Die Chancen auf einen Ausschluss des Iran stünden eher gering, wie Sami Mokbel, Fussball-Chefreporter der «Daily Mail», meint. Dies liege an der Kurzfristigkeit und dem drohenden rechtlichen Rekurs. Und selbst wenn der Iran ausgeschlossen werden sollte, dürfte der asiatische Fussballverband wohl zuerst Anspruch anmelden, einen anderen Vertreter an die WM schicken zu können.
(nih)