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So wie es in der Schweiz vier Sprachen gibt, unterscheiden sich auch die Mentalitäten der Bewohner. Deutschschweizer gelten als strenger und verschlossener als die spontaneren Tessiner und Westschweizer.
Die Schweizer Mentalität ist geprägt durch die Berge, die engen Täler und durch die Schönheit aber auch die Anforderungen der Natur. Schon früh hat man gelernt, dass Fleiss, vorausschauendes Handeln und eine gewisse Zurückhaltung überlebenswichtige Tugenden sind. Gleichzeitig war die Schweiz verglichen mit den Nachbarn immer ein kleines Land, das ohne Pomp und Machtanspruch gegenüber andern auf sich selbst gestellt war.
Diese Art von Bescheidenheit äussert sich heute in Form eines gewissen Understatements: Man stellt seine Fähigkeiten und seinen Besitz nicht zur Schau.
Diese Zurückhaltung empfinden viele Menschen als angenehm, doch sie fördert leider auch das Mittelmass. Und so kommt es, dass wir die Deutschen, die Franzosen oder die Amerikaner für ihr selbstbewusstes und klares Auftreten gleichzeitig beneiden und verpönen.