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Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) vergibt die landesweite Konzession für DVB-H an die Swisscom Broadcast AG. Lanciert werden soll Handy-TV anlässlich der Fussball-Europameisterschaft 2008 in den Austragungsstädten Basel, Bern, Zürich und Genf.
Um die ausgeschriebene landesweite Konzession für Handy-TV hatten sich die zwei Unternehmen Mobile TV Schweiz AG und Swisscom Broadcast AG beworben. Die beiden Bewerbungen wurden im Rahmen eines Kriterienwettbewerbs von der ComCom beurteilt. Vergeben wurde die Konzession nun an die Swisscom Broadcast. Gemäss ComCom garantiere die Swisscom Broadcast auf Grund der bestehenden Standorte und der Erfahrung mit TV-Verbreitung in der Schweiz einen schnelleren Roll-out dieser neuen Technologie als ihre Mitbewerberin. Ziel ist es denn auch, bereits an der EURO 08 TV-Sendungen auf dem Handy empfangen zu können.
Da der DVB-H-Standard die effizienteste Nutzung der verfügbaren Frequenzen ermöglicht, empfiehlt die ComCom - wie auch die EU - den Einsatz von DVB-H. Swisscom Broadcast hat sich in ihrer Bewerbung dementsprechend für den Einsatz dieses Standards entschieden.
Weiter enthält die Konzession folgende Verpflichtungen:
- Swisscom Broadcast muss bis Ende Mai 2008 die in der Bewerbung angegebene Versorgung von rund 44% der Bevölkerung gewährleisten und bis Ende 2012 rund 60% versorgen.
- Mindestens 70% der Übertragungskapazität muss für die Verbreitung von Fernsehprogrammen genutzt werden.
- Beim Netzaufbau muss die Konzessionärin die Vorgaben der Raumplanung, des Natur- und Landschaftsschutzes sowie die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) einhalten. Aufgrund der Bewerbung von Swisscom Broadcast ist zu erwarten, dass grösstenteils bestehende Antennenstandorte genutzt werden.
Was ist Handy-TV?Die ausgeschriebene Konzession für Handy-TV erlaubt es, eine Plattform für Handy-TV zu betreiben und landesweit digitale Rundfunkprogramme zu verbreiten. Diese TV-Programme sind für den Empfang auf speziellen mobilen Endgeräten optimiert. Abhängig von der gewählten Technologie können über eine solche Plattform mehr als 25 Programme ausgestrahlt werden.
Standard: DVB-H oder DMB?
Zurzeit gibt es unterschiedliche Technologien bzw. Standards für die Verbreitung von mobil empfangbaren TV-Programmen, von denen sich noch keiner am Markt klar durchgesetzt hat. In Südkorea werden TV-Signale für mobile Terminals mittels DMB-Standard (Digital Multimedia Broadcast) verbreitet. In den USA stehen sich zwei rivalisierende Technologien gegenüber, einerseits das proprietäre System MediaFlo, andererseits der offene DVB-H-Standard (Digital Video Broadcast - Handheld). Als erstes europäisches Land lancierte Italien anlässlich der Fussball-WM 2006 kommerzielle Angebote mit DVB-H.
Zudem wurden bzw. werden in verschiedenen Ländern Pilotprojekte mit DVB-H durchgeführt, so zum Beispiel in Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Spanien, Österreich und der Schweiz. Die EU-Kommission ermunterte ihre Mitgliedstaaten im Juli 2007, DVB-H als einheitliche europäische Mobilfernsehnorm zu verwenden (vgl. IP/07/1118 vom 18. Juli 2007).
Im Gegensatz zu UMTS ist DVB-H ein Rundfunk-Standard, bei dem unbeschränkt viele Leute auch auf kleinstem Raum TV auf dem Handy schauen können. UMTS als ein für die bidirektionale Kommunikation ausgelegter Mobilfunkstandard ist für den TV-Empfang weniger geeignet.