Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/2666

BCC 2019: Alex Nante, "Helles Bild"
More information
Added on 11 March 2020
- Description
ALEX NANTE (2. Preis)
Alex Nante, geboren 1992 in Buenos Aires, Agentinien, zählt zu den bedeutendsten argentinischen Komponisten seiner Generation. Er absolvierte ein Bachelorstudium im Fach Komposition an der Nationalen Universität der Künste Argentiniens (UNA), wo er bei Santiago Santero Komposition und bei Luis Gorelik Orchesterleitung studierte. Darüber hinaus nahm er Unterricht bei den Komponisten Marcelo Delgado und Luis Mucillo. Seit 2014 lebt er in Paris. Er erwarb einen Masterabschluss an der Université Paris 8 in Saint-Denis und einen Prix de perfectionnement am Konservatorium in Reims, wo er bei Daniel D’Adamo studierte. Nante nahm an Kompositions-Workshops wie dem Writing for Vocal Ensemble des Britten Pears Programme, an der Noirlac Academy (Diotima Quartett) und am Composer Seminar der Lucerne Festival Academy teil. Er hat ein Masterstudium (Fachrichtung Komposition) bei Stefano Gervasoni am Conservatoire National de Paris aufgenommen und beteiligt sich am Mentoring Programme der Péter Eötvös Stiftung. Seine Kompositionen wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Beispielsweise erhielt er den ersten Preis des Zyklus Zeitgenössische Musik am Teatro Cervantes in Argentinien für sein Stück «Aleph» (2012), die Médaille d’or des Wettbewerbs Les Inouïes der Association Musique en Roue Libre (Arras) für «Quatre pièces pour fl ûte et piano» (2015) sowie drei erste Preise in Wettbewerben für Orchestermusik, nämlich Daegu Contemporary Music Orchestra in Südkorea für sein Stück «Fulgor» (2010), Guillermo Graetzer (SADAIC) in Argentinien für «Tres Sueños Lúcidos» (2013) und Île de Créations in Frankreich für «La pérégrination vers l’Ouest» (2015). Zu den Ensembles und Orchestern, die seine Werke weltweit zur Aufführung brachten, gehören u. a. Accroche Note, das Parma Ensemble, das Ensemble Intercontemporain, das Ensemble l’Itinéraire, Excelsis Percussion, die Compañía Oblicua, das Ensemble SpazioMusica, Exaudi, das Flame Ensemble, das Trio à Cordes de Paris, das Ensemble du Lucerne Festival Alumni, das Orchestre National d’Île de France, das Daegu Contemporary Music Orchestra und das Orquesta Sinfónica Nacional. In seinen Kompositionen, die von Werken für Soloinstrumente bis zur Orchestermusik reichen, herrscht einerseits eine nächtliche und bisweilen träumerische Atmosphäre; andererseits ist ein Streben nach spirituellen Erlebnissen, das sich aus geheiligten Traditionen speist, unverkennbar. In diesem Sinne spielen auch aussermusikalische Elemente in seinem Oeuvre eine wesentliche Rolle, insbesondere die Beziehung zur Poesie der Mystiker des Orients und des Okzidents. Die menschliche Stimme nimmt in seinen Stücken einen zentralen Platz ein, denn vielfach gehören ein Sopran, Tenor, Bariton und Ensemble zur Besetzung. Sein Interesse an neuer Musik veranlasste ihn dazu, 2010 mit Gonzalo Argüello und Juan Miceli das Orchester OANM (Orquesta amigos de la nueva música) ins Leben zu rufen, das seitdem zahlreiche Werke argentinischer Komponisten aus der Taufe gehoben hat. Im Jahr 2014 gründete er zusammen mit Fernando Palomeque das Ensemble für neue Musik Ecoute, das aus Musikern der Cité Universitaire in Paris besteht. Alex Nante hat vom Mozarteum Argentino das Gisela Timmermann-Stipendium und von Ibermúsicas ein Stipendium für Komponisten erhalten. Seine Werke erscheinen bei Durand/Universal Music Publishing Classical und bei Èditions Henry Lemoine.
HELLES BILD
Dieses Werk basiert auf Wassily Kandinskys 1913 entstandenem Gemälde «Helles Bild». Die Bildaufteilung, die aufwärtsstrebenden Figuren und die Vielzahl der Elemente werden im Verlauf der Komposition unterschiedlich musikalisch verarbeitet. Das Stück ist in hektisch aufblitzende Teile untergliedert, die sich im Gesamtwerk zu einem grossen Mosaik von «Lichtfragmenten» zusammenfügen. Ich wurde zu mehreren meiner Stücke durch Gemälde angeregt, so etwa zu «Im Bachschen Stil nach Paul Klee» für Violine (2016) und zu «Kreise im Kreis» für Harfe und Schlaginstrumente (2014), bei dem Kandinskys gleichnamiges Bild aus dem Jahre 1923 Pate stand. In der letztgenannten Komposition besteht bei sämtlichen Proportionen, der Intervallstruktur, der Melodik und der Rhythmik ein mathematischer Bezug zum Kunstwerk. Mit dem «Hellen Bild» bin ich dagegen freier umgegangen und habe versucht, das allgemeine Ethos des Gemäldes auf eine eher intuitive und spontane Art und Weise in Klang umzusetzen. Zudem haben Kandinskys eigene Schriften und Überlegungen zur Kunst das Stück spirituell beeinflusst.
- Year of creation
- 2019
- Director
- Johannes Bachmann
40 plays