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16. Polizei-Europameisterschaften in Kasan (RUS)
Viermal Silber und einmal Bronze

|Die erfolgreiche Schweizer Polizei-

Delegation (v.l.): Laurent Stritt,
Daniel Lüscher (Administration), Stefan
Fuchs, Roger Bollinger, Peter Stutz
(Delegationsleiter), Sandra Monney,
Alex Tschui (Cheftrainer), André
Eberhard, Steve Demierre.
27.07.2017 - An den Polizei-Europameisterschaften in Kasan (RUS), an denen 14 Nationen teilgenommen hatten, belegte die Schweiz im Nationenklassement hinter Russland, Rumänien, Frankreich und Litauen den ausgezeichneten fünften Platz. Mit dem Gewinn von vier Silber- und einer Bronzemedaille wurden die fünf Pistolenschützen und eine Gewehrschützin das beste Schweizer Polizei-EM-Team aller Zeiten. Die letzte Medaille einer Polizeimannschaft liegt 18 Jahre zurück.
Das Schweizer Team wurde geführt von Peter Stutz (Kapo Zürich, Delegationsleiter), Alex Tschui (Cheftrainer) und Daniel Lüscher (Kapo Bern, Administrator), welche für die gesamthaft optimalen Voraussetzungen besorgt waren. Die Delegation fand in Kasan eine perfekte Schiessanlage vor und profitierte überdies von einer sehr guten Gesamtorganisation, von ausgezeichnet funktionierenden Transporten und einer Top-Unterkunft. Die Schweizer Athleten waren während rund anderthalb Jahren in einen Selektionsmodus mit klar definierten Limiten eingebunden und waren top vorbereitet. Das hat sich jetzt mit den grossen Erfolgen auch ausgezahlt.
An allen Wettkampftage gab es Medaillen
Bereits am ersten Wettkampftag gab es für die Schweiz einen Podestplatz zu feiern. Laurent Stritt (Kapo FR), der 27-jährige mehrfache Schweizer Meister und Junioren-Internationale, musste sich im Final mit der Freipistole nur dem französischen Olympiasieger (Luftpistole) und Weltmeister (Freipistole) Franck Dumoulin geschlagen geben. Ebenfalls im Final stand auch Steve Demierre (Kapo VD), er wurde Achter. Im Gewehrschiessen 50m-Liegend erreichten Sandra Monney (Kapo FR) den 6. und André Eberhard (Kapo SG) den 12. Rang.
Am Tag zwei gab es für das Schweizer Team gleich zwei Medaillen. Im Programm Zentralfeuerpistole qualifizierten sich Demierre (565 in der Qualifikation) und Stefan Fuchs (Kapo AR, 563) für den Final. Am Schluss konnte sich wiederum der Franzose Dumoulin durchsetzen. Er gewann das Titelduell gegen den 42-jährigen Schweizer Meister und mehrfachen EM-, WM- und Weltcupschützen Demierre, während Fuchs, zur Freude der Mannschaft, mit Bronze die zweite Schweizer Zentralfeuer-Medaille sicherte. Im 3x40-Gewehrprogramm erreichte André Eberhard den Final und wurde guter 6., während es Sandra Monney mit dem Luftgewehr nicht nach Wunsch lief. Als 9 verpasste sie den Final nur ganz knapp.

Die Medaillengewinner (v.l.): Roger Bollinger (Silber), Laurent Stritt (2xSilber), Stefan Fuchs (Bronze), Steve Demierre (Silber).
Am dritten Wettkampftag holte auch der vierte Schweizer Pistolenschütze eine Medaille ab. Roger Bollinger (SH Polizei) erreichte im olympischen Schnellfeuerprogramm als Vierter in der Qualifikation (540) den Final. Er präsentierte sich dort als besonders nervenstark und musste sich letztlich nur dem 23-jährigen WM-Zweiten von 2014 (Barcelona) Aleksandr Marchev aus Russland beugen. Im Gewehrschiessen 50m erreichte Sandra Monney den 5. Rang im Dreistellungswettkampf, Eberhard stand mit dem Luftgewehr im Final und wurde 8.
Nochmals Silber gab es zum Abschluss der EM. Am letzten Wettkampftag stand der Wettkampf mit dem Luftgewehr im Programm. Stritt schoss das höchste Qualifikationsresultat (567), dicht gefolgt vom ehemaligen Olympiasieger Dumoulin und Demierre mit je 565 Punkten. Im Final ging Stritt von Anfang an in Führung und baute diese sogar bis auf 2.5 Punkte aus. Doch dann zeigte er Nerven, vergab sein Polster und musste am Schluss mit 0,3 Punkten Rückstand auf den Russen Marchev, der zum zweiten Mal Gold gewann, mit seiner zweiten Silbermedaille zufrieden sein. Demierre erreichte im Final der acht Qualifikationsbesten den fünften Platz.
Verdienstmedaille für Alex Tschui
Im Rahmen der Schlussfeier wurde der Schweizer Cheftrainer Alex Tschui für seine Verdienste von der European Police Sports Union (USPE) speziell geehrt. Der ehemalige mehrfache Schweizermeister und Internationale (SSV und CISM) war zuletzt über zehn Jahre Cheftrainer der Polizei-Nationalmannschaft. Jetzt hat er auf Ende Jahr seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Präsident ehrte ihn mit der Unions-Verdienstmedaille. (Werner Hirt)