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Zum Buch:
In den sechziger Jahren beginnen sich die Jugendlichen zu bewegen. Von den USA, Frankreich und Deutschland ausgehend, stellte ein kleiner jedoch lautstarker Teil der Jugendliche – die sogenannte „68iger Bewegung“ – die etablierte Gesellschaft in Frage und lehnte Politiker, Militärs, Erziehungsinstitute und Kirche als „überholt“ und „alt“ ab. Sie wollten mit verschiedensten neuen, meist „utopischen Ideen und Idealen“ die Gesellschaft verbessern, traten für Pazifismus und für „freie Liebe“ ein. Diese radikale Infragestellung des Gesellschaftsgefüges traf Politiker, Eltern, Lehrer und Erzieher unvorbereitet. Auch in der Armee spürte man diese Veränderung. Wie sollte darauf reagiert werden? Die „weltoffene“ Nachkriegsgeneration, welche dem „Heldenkult“ der Schweizergeschichte eine „unbewältigte Vergangenheit“ und dem hierarchischen Denken den Teamgeist und das Ideal der „klassenlosen Gesellschaft“ entgegenstellte, erheischte geradezu eine Armeereform. Deshalb wurde die Oswald-Kommission berufen. Viele Schweizer haben jedoch von dieser Kommission ein falsches Bild, denn sie reduzieren sie auf Aspekte wie: Abschaffung der Achtungsstellung, Disziplinlosigkeit und lange haare... und schliessen daraus, dass die Reform als Ganzes ein Flop gewesen sei. Dieses Buch zeigt akribisch genau, wie die Oswald-Kommission ihre Aufgabe löste und wie ihre Reformvorschläge bis Ende 1974 umgesetzt wurden. Die Entwicklung der Schweizer Armee von 1945 bis 1969 und das gesellschaftlich e Umfeld der Schweiz Ende der sechziger Jahre werden analysiert, was erlaubt, den Zustand und die Probleme der Schweizer Armee 1969 festzustellen. Wie wollte die Kommission ihre Aufgabe lösen? Wie kam sie zu ihren Vorschlägen? Waren diese der Zeit angepasst und auch wirklich durchführbar? Welche Reaktion zeigte die Kommission für militärische Landesverteidigung? Schliesslich: welches war die Reaktion der Militärs, der Öffentlichkeit und des Berichts. Da Öffentlichkeit und Politik in der Schweiz auch in Zukunft einen entscheidenden Faktor für den Bestand der Armee bilden -. Wie nun auch die Armee XXI aussehen mag -. Bietet dieses Buch dafür eine umfassende Beurteilungsgrundlage.
„Als Sie mir mitteilten, über den "Bericht der Kommission für Fragen der militärischen Erziehung und Ausbildung der Armee" (Juni 1970), Dissertation zu schreiben, habe ich mich gefragt, ob solches für ein "zeitbedingtes" Signal nach einem Vierteljahrhundert noch "aktuell" sei. Dies Lektüre Ihrer ebenso umfassenden wie tiefschürfenden Arbeit zeigt jedoch, dass Sie den Zeitgeist Ende der sechziger Jahre und die daraus für die Armee zu ziehenden Konsequenzen meisterhaft wiedergeben. Die dabei im Persönlichkeitsbild und in der Denkart der "Reformer" wie der "Vollziehenden" liegende Problematik dürfte als lehrreiches Beispiel für jede Reform bedenkenswert sein.“
Zum Autor:
Stephan Zurfluh, geboren 1959 in Zürich, Bürger von Silenen, Uri, Studium der Geschichte an den Universitäten Zürich und Nizza, Mittelschullehrer an der Stiftschule Einsiedeln, Major, befasst sich seit Jahren mit militärhistorischen Themen und edierte dazu in seinem Verlag mehrere Bücher.
kartoniert - broschiert | 316 S. | 1999