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Dauerhysterie und Steuererhöhungen
Die meisten Verlautbarungen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, betrafen in den letzten Jahren die Drogen Alkohol, Tabak und Cannabis. Bei den Drogen Alkohol (Alcopops) und Tabak betonte sie immer wieder die gesundheitspolitisch positiven Effekte der Steuererhöhungen und bei Cannabis vermeldete sie in hysterischer Weise eine Horrormeldung nach der anderen. Ansonsten verwaltete sie mehr oder weniger konsequent das Erbe ihrer Vorgängerin Christa Nickels: legale Fixerstuben und Heroinabgabe.
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Cannabis: Stabile Preise
Der Handel mit psychotrop wirkenden Cannabis-Produkten ist in Deutschland illegal. Der Handel wird ausschließlich vom Schwarzmarkt kontrolliert. Dies hat die Kiffer vor Preiserhöhungen bewahrt. Die Preise für Gras und Haschisch sind weitgehend stabil geblieben, der THC-Gehalt von Marihuana stieg jedoch von durchschnittlich etwa sechs Prozent im Jahr 2000 auf 8,5 Prozent im Jahr 2003 und auf 10,8 Prozent im Jahr 2004. Der THC-Gehalt von Haschisch blieb in den letzten Jahren hingegen weitgehend konstant und pendelte zwischen sieben und acht Prozent hin und her. Viele Liebhaber von Marihuana erhielten somit in den letzten Jahren mehr Wirkstoff pro bezahlten Euro.
Dauerhysterie bei Cannabis
Das Pendant zu Sucht und exzessivem Konsum ist nicht Abstinenz, sondern Drogenmündigkeit. Für den Wechsel weg von der Abstinenz-Orientierung hin zur Drogenmündigkeit müssen deshalb solche Methoden entwickelt werden, die die Vermittlung von Drogenkunde, Genussfähigkeit, Risikomanagement und Kritikfähigkeit in Bezug auf den Umgang mit psychotropen Substanzen anstoßen und fördern. Das Predigen von Abstinenz ist hingegen zumeist ideologisch motivierter Selbstzweck und hilft nicht im Geringsten, den Drogenkonsum zu mindern oder gar Drogen-Probleme zu lösen. Dennoch predigte die Drogenbeauftragte Caspers-Merk immer wieder das Abstinenz-Paradigma - zumindest bezüglich Cannabis - und erkannte dabei nicht, dass die gesellschaftliche Zielvorstellung von Abstinenz nichts anderes als ein Ausdruck einer totalitären Phantasie ist. Die Drogenbeauftragte Caspers-Merk betonte zwar immer wieder, dass wir eine offene Risikodebatte bräuchten, in der der Cannabis-Konsum nicht dramatisiert, aber auch nicht verharmlost werde. Doch Caspers-Merk machte genau das, was man nach ihrer Meinung nicht durfte, sie dramatisierte den Cannabis-Konsum. Sie argumentierte nicht sachlich, sondern sie verbreitete immer wieder fundamentalistische Parolen, oft mit diversen abenteuerlichen Behauptungen garniert. Damit machte sie sich jedoch nur unglaubwürdig und überzeugte keine jugendlichen Kiffer zur Mäßigung, sondern provozierte sie regelrecht zu mehr Konsum.
In Deutschland haben 12,5 Millionen Menschen Erfahrungen mit der psychotropen Wirkung von Cannabis gemacht, etwa vier Millionen haben im letzten Jahr Cannabis konsumiert, im letzten Monat vor den jeweiligen Befragungen in den Jahren 2003 und 2004 hatten knapp zwei Millionen - mehr als je zuvor - Cannabis konsumiert. Entgegen den oft wiederholten Behauptungen von Caspers-Merk hat die Zahl der Jugendlichen unter 18 Jahren, die Cannabis konsumieren, in den letzten Jahren nicht zugenommen, sondern blieb nahezu konstant. Bekundeten im Jahr 2001 etwa 10 Prozent dieser Altersgruppe einen aktuellen Konsum, so waren es im letzten Jahr 10,1 Prozent. Fazit: Mit ihrer Dauerhysterie betreff Cannabis hat Caspers-Merk nichts erreicht.
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