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Vor fünf Jahren befand sich Gabi Ceric, die Pfarreibeauftragte von Oberriet, an einem Wendepunkt. «Ich war rund 40 Jahre alt, hatte keinen Partner und keine Kinder, also habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich meinem Leben einen Sinn stiften könnte.» Seit längerer Zeit hatte sie sich mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt und einen entsprechenden Ausweis ausgefüllt. «Ich beschloss, bereits zu Lebzeiten etwas Gutes zu tun und einer unbekannten Person eine meiner Nieren zu spenden», sagt die Theologin.
Zuerst waren verschiedene Abklärungen nötig. Unter anderem fragte sie bei ihren Verwandten und Freunden nach, ob diese gesund seien. Gleichzeitig lernte sie ihren heutigen Partner kennen, der nierenkrank war. «Zuerst war er überzeugt, er wolle von niemandem, den er kenne, eine Niere annehmen», erzählt Ceric in der FM1-Sendung «Gott und d'Welt».
Transplantation als Jahrestag
Gabi Ceric liess sich untersuchen; sie konnte ohne Probleme anonym eine Niere spenden. Bevor es dazu kam, meinte ihr Partner: «Bevor du irgendwem die Niere gibst, würde ich sie selber nehmen.» Heute ist der 5. März, der Tag der Transplantation, der Jahrestag des Paares. «Dann gehen wir immer fein essen», freut sich Ceric. Von Schicksal spreche sie als Theologin nicht unbedingt, eher von einer Fügung, was einem ihrer liebsten Sprüche entspreche: «Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt.»
«Etwas vom Besten, das ich je getan habe»
Gabi Ceric ist glücklich darüber, dass sie ihrem Freund ein neues Leben schenken konnte. «Es ist für mich etwas vom Besten, das ich je getan habe», sagt sie. Jeder müsse aber selber wissen, ob er ein solches Geschenk machen wolle. «Eine Spende ist etwas, das man freiwillig macht, und keineswegs verpflichtend.»
Die «Gott und d'Welt»-Sendung zum Nachhören: