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CHINA Teil II
Ab Lhasa spürte man den Druck Chinas Regierung auf die Tibeter noch viel mehr. Es war erstaunlich, dass uns überhaupt erlaubt wurde, dieses Routing zu nehmen
Nach dem grossen Wetterglück auf den höchsten Pässen wurde ich schliesslich doch noch ordentlich kalt geduscht.
Glücklicherweise bin ich jetzt wohlbehalten in Laos angekommen! Friedliches Volk, gutes Essen, wunderbares Wetter!
Mächtig thront der riesige Potala-Palast über der Altstadt, den wir am Morgen besuchen wollten. Der Palast wäre eigentlich der Sitz des Dalai Lama, der noch heute in Indien im Exil lebt. Heute sind viele der Kapellen der Öffentlichkeit zugänglich, allerdings wird dieser Ort vor allem von chinesischen Touristen wahrlich bestürmt. Mit dem von Thoobten besorgten Voucher hatten wir uns schon um neun Uhr in die Reihe zu stellen. Um zwanzig vor elf Uhr konnten wir den Palast endlich betreten. Leider ist wegen der vielen Touristen von der Spiritualität des Ortes heute wenig zu spüren. Der fünfte Dalai Lama verlegte seinen Sitz 1649 an diesen Ort, das Kloster wurde aber schon viel früher im 7. Jahrhundert gegründet. Tatsächlich hatten wir auch Zugang zu den ältesten Gebäuden des Roten Palastes. Zwar findet man auch heute noch Mönche im Kloster, die aber nur administrativen Zwecken, zum Beispiel Reinigung der grossartigen, über 1000 Kapellen und Räume bestehenden Anlage anwesend sind. Quasi in Einerkolonne durchschritten wir die unterdessen leider uninspirierten Räume mit riesigen metallenen Mandalas, kostbaren Buddha-Statuen. Jeder der folgenden Dalai Lamas baute den Palast weiter aus. Die verstorbenen Dalai Lamas sind in dieser Anlage in goldenen Stupas beigesetzt. Die grösste, gewaltige, aus 320 kg Gold gefertigte Stupa liess sich der fünfte Dalai Lama im Zentrum des Roten Palastes bauen. Die Stupas der anderen Lamas erscheinen vergleichsweise klein. Wir hatten Zutritt zu Empfangsräumen, Studierzimmern, Bibliotheken, deren Schriften unterdessen kopiert sind und zum Studium zur Verfügung stehen. Der Prunk in diesen Gebäuden ist grenzenlos, aber gleichwohl wirken die Räume irgendwie tot, weil sie nicht mehr wirklich genutzt werden. Es ist unwahrscheinlich, dass der jetzige oder auch folgende Dalai Lamas je wieder in diesen Räumen wirken können.
Am Nachmittag widmete ich mich administrativen Aufgaben. Ich fand einen Bancomaten, der mir dringend benötigtes Geld ausspuckte. Dann fand ich tatsächlich einen Ort, wo man mir mein Handydisplay ersetzen konnte (580 Y.). Spannend, mal in ein I-Phone hineinsehen zu können. Leider bin ich mir nicht sicher, ob auch ein Original-Display eingesetzt wurde. Dann besuchte ich ein Einkaufszentrum. Was hier alles verkauft wird! Strange! Hühnerfüsse, die man wie bei uns in Plastiksäcke verpackt, selber abwiegt, viele andere offene Köstlichkeiten, die mir unbekannt sind. Mathias gab mir später einen Tipp, wo ich einen schäbigen Elektronikladen ganz in der Nähe des Hotels finden würde. Tatsächlich war meine defekte Anschlussstelle der Griffheizung bald gelötet. Eigentlich wollte ich hier meine Utensilien wieder einmal einer Generalwäsche unterziehen, die Preise waren aber so unverschämt hoch, dass ich mich entschloss, die Sachen (ausser der Töffjacke und -hose), selber zu waschen.
Am Abend spazierten wir durchs nahe Barkhor-Viertel mit dem Jokhang-Kloster und assen im Namaste-Restaurant ausgezeichnet, nepalesisch zubereitetes Yak mit Naan. Mathias und Annika wollten aber bald ihre Privatsphäre geniessen, sodass ich in der Dunya-Bar ziemlich absackte. Nach einem Margarita trank ich auch noch einen spendierten Whisky, alte Musik aus den Siebzigern lief, ich erriet die meisten Stücke, worüber sich der alte, englische Barkeeper ziemlich freute. Die Nacht zog sich aber noch lange hin, denn im Zimmer diskutierte ich stundenlang mit der reizenden Jana, aber (noch) zog ich keinen Nutzen aus der Gelegenheit…
Km: 20‘420