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Der Schauspieler Alexander Albrecht wuchs an der Goldküste und im Engadin auf. Obwohl er nun in Berlin lebt, kehrt er regelmässig in seine Heimat zurück. Ab Samstag ist der erfolgreiche Mime in dem Theaterstück «Die Zoogeschichte» von Edward Albee in Zürich zu sehen.
Alexander Albrecht, erst kürzlich erhielten Sie eine kleine Nebenrolle im Schachdrama «Das Damengambit», eine der
erfolgreichsten Netflix-Produktionen aller Zeiten. Wie ist man auf Sie im Ausland aufmerksam geworden?
Da ich hauptsächlich in Berlin wohne, habe ich eine deutsche Agentur. Sie beschert mir immer wieder internationale Anfragen. Ausserdem habe ich zuvor «Little Birds» für Sky gedreht, was sicherlich auch für meine grössere Bekanntheit geholfen hat. Im «Damengambit» spiele ich als Schachmeister Manfredi gegen Hollywoods Shooting-Star Anya Taylor-Joy, unter Anweisung des zweifach oscarnominierten Drehbuchautors und Showrunners Scott Frank.
Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen?
Ich wusste schon als Kind, dass ich etwas Kreatives machen wollte. Jedoch war noch nicht klar, was genau, da ich auch Klavier gespielt, gesungen und eine Band gehabt habe. Nachdem ich mit 16 das KV in einem Anwaltsbüro begonnen hatte, merkte ich, dass es mir zu trocken ist. Also habe ich mich über Schauspielschulen informiert und bin schliesslich an der EFAS – der European Film Actor School – gelandet, wo ich auch viel Theater gespielt habe.
Sie leben in Deutschland. Was für eine Beziehung haben Sie zu Küsnacht?
Aufgewachsen bin ich an der Goldküste, doch meine Teenagerjahre habe ich im Engadin verbracht, da ich dort das Lyzeum Alpinum in Zuoz besucht habe. Dieses habe ich jedoch abgebrochen, da es mir nicht gefallen hat, und bin mit 16 nach Zürich zurückgekehrt. Meine Eltern leben zwar immer noch im Engadin, haben jedoch eine Wohnung in Küsnacht, wenn sie in der Heimat sind. Dort wohne ich zurzeit auch und finde es immer toll, zurückzukommen.
Sie sind sowohl in Film- und Fernsehen als auch auf Theaterbühnen zu sehen. Was machen Sie lieber?
Ich mache beides gleich gerne. Was mir am Theater besonders gefällt, ist, dass es sehr sozial ist, da man alles zusammen macht und viel Zeit miteinander verbringt. Das fängt bereits bei den Proben an. Beim Film bereitet man sich alleine in seinem Kämmerlein auf die Drehtage vor.
Ab diesem Wochenende spielen Sie im Pop-up-Theater samt Dinner in der «Zoogeschichte» eine Hauptrolle. Wie sind Sie darauf gekommen?
Der ursprüngliche Plan war eigentlich, das Stück «Warten auf Godot» von Samuel Beckett auf die Bühne zu bringen. Leider hatten wir jedoch Schwierigkeiten, an die Rechte zu gelangen, da diese wahnsinnig schwierig zu bekommen sind. Aus Zeitgründen haben wir dieses Projekt dann auf nächstes Jahr verschoben und etwas Neues gesucht. Unsere Regisseurin Ludmilla Meier-Babkina und mein Spielpartner Alexander Moitzi haben beide «Die Zoogeschichte» von Edward Albee vorgeschlagen, da dieses im philosophischen Sinn auch zu unserer heutigen Zeit passt. Das Theaterstück ist Albees Erstlingswerk, danach wurde der Dramatiker sehr bekannt mit «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?».
Sie geben die Location nicht preis, einzig, dass die Aufführung in Zürich ist. Wie geht das?
Die Aufführung soll ein Speakeasy à la 30er-Jahre sein, das heisst, wir geben erst kurz vorher an, wo wir spielen. So viel sei verraten: Es wird im Zürcher Kreis 1 sein. Mehr sage ich aber nicht (schmunzelt).
2020 war für viele Kulturschaffende ein hartes Jahr. Wie sind Sie persönlich mit der Coronakrise umgegangen?
Das war tatsächlich sehr schwierig für uns Künstler. Ich habe angefangen umzudenken und habe mit einem fiktionalen Serienprojekt über St. Moritz à la «The Crown» begonnen, wofür ich auch schon Fördergeld erhalten habe. Da das Dorf für mich wie eine zweite Heimat ist und es eine unglaubliche und einmalige Geschichte hat, wollte ich es so zeigen, wie es nur die wenigsten kennen. Dieser Ort ist einfach ein Kosmos für sich, der sehr spannend zu erforschen ist.
Premiere ist andiesem Wochenende
Das absurd humoristische Stück «Die Zoogeschichte» mit Alexander Albrecht und seinem Partner Alexander Moitzi feiert am 19. und 20. November Premiere in Zürich. Weitere Aufführungen sind am 24. bis 27. November, 1. bis 4. Dezember, 8. bis 11. Dezember sowie 14. bis 17. Dezember, jeweils ab 18.30 Uhr mit Apéro. Kosten mit Dinner: 135 Franken. Einlass mit Covid-Zertifikat. Ticketreservation: www.lonelyfood.club oder per Mail an <email-pii>