Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03334.jsonl.gz/2364

Francesco Negri
... Durch Felsenwände stürzend, die laut hallen,
Eilt in dem Thal die Landquart hin, zerteilt
Sich ausserhalb in mehrere Gewässer
Und strebt ins Bett des Rheins sofort zu dringen.
Aller Najaden schönste, Langaris
Des Ortes Nymphe, teilte nach der Sage
Den Strom, um sicher durch der Wege Irrbahn
Zu täuschen Proteus, der ihr stürmisch nachstellt...’
Autor dieses Gedichtauszugs ist der italienische Glaubensflüchtling Francesco Negri, der um 1525 das Prättigau durchwandert und den Talfluss Landquart richtig auf seine Quelle zurückführt.
Das antike Mythos
Die Landquart, die weder mit “Land” noch “Quart” zu tun hat, ist personifiziert die Najade, Wassernymphe Langaris, wie der Dichter aus Dokumenten aus Chur herausgelesen hat. So erzählt er die Geschichte des damaligen Prättigaus, welche eng mit dem Fluss und mit einem antiken Mythos verbunden ist.
Der seherische Wassergott Protheus verliebt sich in die Langaris, doch sie überlistet ihn, eilt talauswärts zur Klus, hinter welcher sie sich in zwei (Fluss-)Arme teilt, so dass ihr Verfolger, obzwar Halbgott ihre Spur verliert. Ist sie im rechten oder linken Arm?