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Das Wichtigste in Kürze
- Bundeskriminalamt überreicht kofferweise Dokumente bei Zeremonie in Berlin.
Peter Henzler, Vizepräsident des Bundeskriminalamts (BKA), überreichte die drei Koffer mit Manuskripten, Briefen und Fotos am Dienstag unter anderem an Israels Botschafter Jeremy Issacharoff. Unter den Dokumenten war auch eine Postkarte aus dem Jahr 1910 mit der Unterschrift des weltberühmten Autors Franz Kafka.
Ausserdem waren ein Notizbuch des Originalmanuskripts eines Romans von Brod und ein Handexemplar eines Gedichtbandes über das Land Israel Teil des Privatarchivs. Issacharoff bezeichnete die Übergabe als «Akt der historischen Gerechtigkeit».
David Blumberg, Vorstandschef der Bibliothek, sagte, die Dokumente seien «vor Jahren in Israel widerrechtlich entwendet» worden. Nach Angaben der Botschaft wollten 2013 zwei Israelis die Koffer dem Deutschen Literaturarchiv Marbach verkaufen.
Deutsche Behörden beschlagnahmten sie, als sie darin die gestohlenen Dokumente von Brod entdeckten. BKA-Vizechef Henzler sagte, die vergilbten Dokumente seien «in alten Koffern zwischen allerlei Trödel gelagert» gewesen. Kurios: Die Verdächtigen hatten ihr Lager laut Henzler in Wiesbaden, unweit des BKA-Sitzes.
Auf den Fund folgte ein langwieriges Gerichtsverfahren in Israel und Deutschland zur Feststellung des rechtmässigen Besitzers des Nachlasses. Im Januar dieses Jahres urteilte das Landgericht Wiesbaden, die Dokumente müssten der Nationalbibliothek in Jerusalem übergeben werden.
Brod war ein deutschsprachiger Schriftsteller, der 1884 im österreichisch-ungarischen Prag geboren wurde. Er starb 1968 in Tel Aviv. Bekanntheit erlangte er als Kafkas enger Freund und Herausgeber.
Kafka hatte zu Lebzeiten verfügt, sein Freund Brod solle alle Schriften nach seinem Tod verbrennen. Brod hielt sich aber nicht daran, sondern veröffentlichte zahlreiche Schriften Kafkas, die den Weltruhm des Schriftstellers aus Prag mehrten.