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Nach einem Bier, einem Whisky oder einem Sake folgt sogleich ein rotes Gesicht. Es ist ein Bild, dass man im feierabendlichen Japan öfters sieht. Der Grund dafür ist eine Genmutation. So braucht es für die Verarbeitung des Alkohols und dessen Abbauprodukte, die Acetaldehyden, die beiden Enzyme ADH1B und ALDH2. Bei rund einem Drittel der Japaner sind diese jedoch, insbesondere ALDH2, inaktiv oder schlicht zu wenig vorhanden (Asienspiegel berichtete).
Gesichtsrötungen, Schwellungen, Übelkeit, Herzrasen oder ein sofortiger Rausch nach geringem Alkoholkonsum sind typische Symptome dieser Intoleranz, die weltweit bei 8 Prozent der Menschen vorkommt, wie eine in Plose Medicine publizierten Studie vor einigen Jahren ermittelt hat. Demnach sind mindestens 540 Millionen Menschen davon betroffen, ein beträchtlicher Teil ist asiatischer Herkunft. Schätzungsweise 36 Prozent der Japaner, Koreaner und Chinesen leiden unter einer Alkoholintoleranz.
In einer weiteren Studie von diesem Jahr hat ein Forschungsteam des Riken Center of Integrative Medical Science und anderer Institutionen kürzlich die DNA-Sequenz von 2200 Japanern untersucht und dabei zahlreiche seltene Veränderungen bei Genen entdeckt, die mit den Enzymen ADH1b und ALDH2 in Beziehung stehen, wie Yahoo News berichtet. Diese Entwicklung hat sich offenbar in den letzten rund 100 Generationen verstärkt. Das Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift Nature Communication publiziert. So bleibt einzig die Frage, welchen evolutionären Vorteil die Menschen, die weniger Alkohol trinken konnten, hatten?
Weshalb die Alkoholintoleranz?
Die Studie hat darauf keine Antwort. Eine These ist aus einer chinesischen Studie, die 2010 in BMC Evolutionary Biology publiziert wurde, zu entnehmen. Demnach könnte die Genmutation mit dem Beginn der Reiskultivierung als natürlicher Schutzmechanismus aufgekommen sein.