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Der Infarkt-VSD tritt bei ca 1% aller Myokardinfarkte und ist somit eine seltene Komplikation des akuten Herzinfarktes. Typischerweise tritt diese Komplikation innerhalb von zwei bis sieben Tagen (seltener im Verlauf der zweiten Woche) nach dem akuten Ereignis.
Die Komplikation kann sich aber auch zu jedem Zeitpunkt innerhalb der ersten beiden Wochen nach dem Infarkt entwickeln. Sie ist typischerweise Folge eines kompletten Verschlusses einer Koronararterie bei gering ausgebildetem Umgehungskreislauf. Die Ruptur der Trennwand zwischen beiden Kammern führt zu einem akut auftretendem Kurzschluss (Shunt) zwischen der linken und rechten Herzkammer mit Überflutung der rechten Herzseite und des Lungenkreislaufes und in der Folge mit einem Pumpversagen insbesondere des rechten Herzens und einem starken Anstieg des Druckes im Lungenkreislauf. Die Initialbehandlung besteht aus der Stabilisierung mit kreislaufwirksamen Medikamenten und Sauerstoffgabe und im Rahmen einer raschen intensivmedizinischen Behandlung (Intubation, Medikamente und allenfalls intraaortale Ballonpumpe, ein Gerät zur Herzentlastung und Verbesserung der Koronardurchblutung).
Die Prognose ohne Operation ist sehr schlecht und mit einer hohen Sterblichkeit von 25 bis 50% innerhalb der ersten Woche. Nach zwei Wochen leben nur noch 20 % der Patienten ohne chirurgische Therapie. Die Echokardiographie kann den Septumdefekt sofort nachweisen und die Pumpfunktion der Kammern abschätzen. Nach Beurteilung der Operabilität des Patienten wird eine operative Versorgung in der Regel dringend empfohlen.
Bei der Operation wird die betroffene Herzkammer durch den Infarkt eröffnet und die Verbindung zwischen den beiden Kammern mit einem synthetischen Kunststoff (Dacron oder Gore-Tex)-Flicken oder einem Flicken aus Herzbeutel verschlossen und anschliessend die Ventrikelmuskulatur ebenfalls verschlossen. Je nach den Veränderungen an den Herzkranzgefässen werden zusätzlich Bypässe angelegt. Ist der Papillarmuskel mit-infarziert und die Mitralklappe dadurch höhergradig undicht, so ist in der Regel dann auch der Ersatz der Mitralklappe notwendig.
Die Sterblichkeit ist trotz einem solchen Eingriff beträchtlich und beträgt zwischen 20 und 60%. Sie wird entscheidend dadurch bestimmt, in welchem Zustand der Patient den Operationssaal erreicht. Ein Pumpversagen des Herzens bei ausgedehntem Infarkt ist die häufigste Todesursache und ist meist bei den Patienten zu erwarten, die eine schlechte Funktion des restlichen, nicht infarzierten Ventrikels aufweisen oder in einer schon länger vorbestehenden Schockphase operiert wurden.
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