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Die Schweiz verliert laut einer Meldung der SonntagsZeitung durch Steuerflucht rund 5,7 Milliarden Dollar pro Jahr. Das Blatt beruft sich auf einen neuen Bericht der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network.
Der jährliche Verlust der Schweiz durch Steuerflucht von Unternehmen betrage 881 Millionen US-Dollar und der Verlust durch die Verschiebung von Geldern durch vermögende Privatpersonen in Steuerparadiese rund 4,8 Milliarden Dollar. Damit erleide die Schweiz einen jährlichen Verlust von 5,68 Milliarden Dollar durch Steuerflucht. Dies entspreche rund vier Prozent des Steueraufkommens. Hauptprofiteure seien die Niederlande, Luxemburg und die USA.
Doch die Schweiz sei nicht nur Opfer, sondern vor allem Täterin. Denn sie erziele durch die Verschiebung von Gewinnen aus anderen Ländern einen zusätzlichen Steuergewinn von jährlich 12,84 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn für die Schweiz von 7,16 Milliarden Dollar in jedem Jahr, hiess es weiter.
Wenig verwunderlich profitieren die Cayman Islands am meisten von der Steuerflucht. Das britische Überseegebiet trägt für 16,47 Prozent der globalen Steuerflucht die Verantwortung – in effektiven Zahlen sind dies 70,4 Milliarden. Dahinter folgen Grossbritannien (42,4 Mrd. Dollar), Niederlande (36,4 Mrd. Dollar), Luxemburg (27,6 Mrd. Dollar) und die USA (23,6 Mrd. Dollar). Die Schweiz befindet sich auf dem 12. Platz, zwischen den Bermudas und Puerto Rico.
Pro Jahr werden von international tätigen Unternehmen 1,38 Billionen Dollar vom Land, wo die Gewinne erwirtschaftet wurden, in ein anderes Land verschoben, wo kaum oder keine Steuern gezahlt werden müssen. Somit entsteht in den betroffenen Ländern ein Verlust von 245 Milliarden Dollar.
Zusätzlich würden durch Privatpersonen 182 Milliarden Dollar abtransportiert – die zumeist in Steueroasen versteckt würden. Total gibt es also laut Tax Justice Network ein Verlust von 427 Milliarden Dollar jährlich. Sie rechnen vor: «Weltweit fliesst der Gegenwert von mehr als 34 Millionen Jahreslöhnen von Pflegerinnen und Pflegern in Steueroasen ab.»
(jaw)