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Warum tut sie das? Weil sie Hunger hat und atmen muss. Millionen feinster Wimpern spulen Wasser und Schwebstoffe an den Sauerstoff bindenden Kiemen vorbei in den Magen. Dort wird das Plankton, eine nahrhafte Suppe aus Kleinstlebewesen, verdaut. Sind alle Schwebeteilchen essbar? Nein. Unverdauliche werden zusammen mit dem Kot ausgespult. Um die Muschel herum entsteht so viel Schlick. Droht sie darin zu ersticken, geht sie weg. Kann die Muschel laufen? Fast! Die Miesmuschel zieht sich an den borstigen Byssusfäden, mit denen sie ankert, vorwärts. Oder bequemer: Sie zerreisst die Fäden und lässt sich von der Strömung wegtragen. Sie kann sogar klettern. Dazu befestigt sie mit ihrem Fuss den Faden an höherer Stelle und zieht sich wie ein Artist im Zirkus daran hoch. Warum heissen Miesmuscheln so? Heutzutage bedeutet mies schlecht. Aber der Ursprung des Namens der Muschel, die frittiert, im Weissweinsud oder auf der Paella so lecker schmeckt, stammt aus dem Mittelalter. Mies bedeutete damals Moos.