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(franz.), Haltung, Stellung oder Lage menschlicher Figuren, in künstlerischem Sinn zur Andeutung eines bedeutungsvollen
Seelenzustands oder Lebensmoments gewählt, daher für die bildende Kunst (Bildhauerei wie Malerei) von
Wichtigkeit. Der günstige Effekt einer glücklich getroffenen Attitüde veranlaßte neuere dramatische Künstler zu dem Versuch, die
in Darstellung sogen. lebender Bilder (tableaux vivants, s. d.) zu noch selbständigem Kunstakt zu erheben.
Die Händel-Schütz blieb nicht bei Nachbildungen einzelner Statuen und Gemäldestehen, sie suchte vielmehr in ganzen Reihen
von Attitüden wechselnde Handlung und verschiedene Momente der Leidenschaft zur Anschauung zu bringen. Dabei
besaß sie das noch größere Talent, poetische Attitüden zu erfinden und in dem angemessenen Stil darzustellen, so daß sie
sowohl in Hinsicht auf Idealität als an Reichtum der Charaktere und Gestalten und in der Kenntnis der moralischen Wirkung,
welche sie durch große Leichtigkeit in Handhabung der Gewänder und Anordnung einer sehr passenden Beleuchtung
[* 9] überall an den Tag legte, ihre Vorgängerin weit übertraf. Auch ihre Attitüden sind, obwohl nicht immer glücklich, von
Peroux und Ritter (Frankf. a. M. 1809) gezeichnet und gestochen, einige auch in dem Taschenbuch
»Urania« für 1812 nachgebildet und von Falk lehrreich besprochen worden.