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"Good news" aus Übersee für die in den letzten Jahren mit Erfolgsmeldungen nicht verwöhnte schweizerische Käsergilde: Zwei Emmentaler-Käse helvetischen Ursprungs liessen an einem internationalen Wettbewerb in den USA die gesamte Konkurrenz in der Kategorie "Käse nach Schweizer Art" hinter sich. Anton Wyss aus Signau im Emmental holte sich unter 31 Mitbewerbern aus sieben Ländern die Gold-, Ernst Oettli aus dem thurgauischen Illighausen die Silbermedaille. Beide reisten diese Woche nach Madison im US-Staat Wisconsin, um daselbst am 23. April die Ehrungen entgegenzunehmen. "Swiss style" ist eine von 27 Kategorien, in denen am "World Championship Cheese Contest 1998" in Madison/Wisconsin Medaillen vergeben wurden. Doch auch den Vergleich mit andern Käsesorten brauchen die erfolgreichen Schweizer Emmentaler nicht zu fürchten: Im Wettbewerb aller 27 Goldmedaillengewinner erreichte Anton Wyss die dritthöchste Punktezahl und damit hinter einem Danablue aus Dänemark und einem Cheddar aus den USA den inoffiziellen Titel eines "zweiten Vizeweltmeisters". In allen Kategorien zusammen wurden 933 Käse aus 15 Nationen und 21 US-Staaten beurteilt.
Auszeichnungen von hohem Wert
Die vom "World Championship Cheese Contest" in Madison/Wisconsin verliehenen Medaillen gehören zu den angesehensten Auszeichnungen im internationalen Käsegeschäft. Anton Schmutz vom Schweizerischen Milchkäuferverband SMKV (dem Dachverband der gewerblichen Käsereien) schätzt den Erfolg von Wyss und Oettli denn auch hoch ein: "Das ist eine wichtige Positivmeldung für die gesamte schweizerische Käsewirtschaft," freut er sich. Der "World Championship" wird vom Verband der örtlichen Käsehersteller ("Wisconsin Cheese Makers Association") seit 1957 alljährlich durchgeführt und seit 1972 jeweils international ausgeschrieben. Die Teilnehmerzahl wird laut den Veranstaltern von Jahr zu Jahr grösser und erreichte mit 933 eingesandten Käsen in diesem Jahr ihren bisherigen Rekord. Von einem anderen international bedeutenden Wettbewerb, jenem für Bergkäse in Grenoble, werden die diesjährigen Ergebnisse am letzten Aprilwochenende erwartet.
Hilfreich bei Positionierung von Schweizer Käse
Auch bei der Schweizerischen Käseunion (SK), zur Zeit noch für das Exportmarketing von Schweizer Käse zuständig, stuft man den Wisconsin-Erfolg als wichtig ein. "Er hilft uns, Schweizer Käse als Produkt von hoher Qualität besser zu positionieren und den im Vergleich zur Konkurrenz höheren Preis zu rechtfertigen," glaubt SK-Sprecher Beat von Burg. Vor allem im Hinblick auf den US-Markt, auf dem gut 10 Prozent der Schweizer Käseexporte abgesetzt werden, seien die Medaillengewinne ein gutes Zeichen. Auch gesamthaft schnitten die Schweizer Teilnehmer in Wisconsin gut ab. Untere anderem reichte es in der Kategorie "Open class" zwei Schweizer Sbrinz-Produzenten mit einem vierten und einem fünften Platz zu Ehrenmeldungen.
Grosser Bahnhof für Wyss
rp. Goldmedaillen-Gewinner Anton Wyss soll mit Treicheln, Glocken und Fahnen empfangen werden, wenn er von der Preisverleihung in Wisconsin/USA zurückkehrt. Der Verkehrsverein Signau/Schüpbach mit einer Schar "Schlachtenbummler" sowie Vertreter der Geschäftsleitung der Säntis Fromsuisse AG und des Schweizerischen Milchkäuferverbandes (SMKV) wollen dem siegreichen Käser am Samstagmorgen, 25. April, um 7.30 im Terminal B des Flughafens Zürich-Kloten aufwarten. Ab ca. 12.00 ist in der Käserei Mutten i.E. ein offizieller Empfang geplant.