Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03158.jsonl.gz/630

Beckenbodendysfunktion bezieht sich auf Störungen oder Probleme im Bereich des Beckenbodens, der eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Blase, Darm und sexueller Funktion spielt. Die Symptome einer Beckenbodendysfunktion können von leichten Beschwerden bis hin zu erheblichen Beeinträchtigungen reichen. So leiden zum Beispiel ca. 25 % aller Frauen unter unfreiwilligem Urinabgang (Harninkontinenz). Und ca. 5 % der Weltbevölkerung an einer sog. Darmschwäche (Stuhlinkontinenz). Um eine geeignete Behandlung zu erhalten, ist es wichtig, die Ursachen der Dysfunktion zu identifizieren und sie richtig abzuklären. In diesem Beitrag werden wir genauer darauf eingehen, wie eine Beckenbodendysfunktion abgeklärt wird.
Was verursacht eine Beckenbodendysfunktion?
Beckenbodendysfunktion kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Dazu gehören Schwangerschaft und Geburt, hormonelle Veränderungen, chronische Verstopfung, schlechte Körperhaltung, Übergewicht, Operationen im Beckenbereich und bestimmte Erkrankungen wie Endometriose oder Harnwegsinfektionen. Es ist wichtig zu verstehen, dass jeder Fall einzigartig ist und eine individuelle Untersuchung erfordert.
Wie wird eine Beckenbodendysfunktion abgeklärt?
Die Abklärung einer Beckenbodendysfunktion beinhaltet in der Regel mehrere Schritte, um eine genaue Diagnose zu stellen. Hier sind einige gängige Untersuchungsmethoden:
Anamnese und körperliche Untersuchung
Wir erfragen Ihre Krankengeschichte mit ärztlicher Sorgfalt, einschließlich Ihrer Symptome, Vorerkrankungen und möglichen Auslöser. Eine körperliche Untersuchung kann helfen, mögliche Veränderungen oder Abnormalitäten im Beckenbereich festzustellen.
Endoskopie
Falls noch nicht erfolgt und falls Risikofaktoren oder auch ein Alter über 50 Jahren vorliegen, sollte eine Darmspiegelung erwogen werden.
Bildgebende Verfahren
Insbesondere die MR-Darstellung der Stuhlentleerung kann wertvolle Hinweise auf eine Beckenbodendyssynergie geben. Diese kann in sitzenden Geräten möglichst real dargestellt werden. Auch eine Ultraschalluntersuchung des Enddarms kann sinnvoll sein (Endosonographie).
Funktionstests
Diese können im Weiteren eingesetzt werden. Es gibt verschiedene Tests, um die Funktion des Beckenbodens zu beurteilen. Dazu gehören u.a. die Messung des Drucks im Beckenbereich (Manometrie).
Therapie
Die Therapie ist vielfältig und abhängig von der Diagnostik. Ein Beckenbodentraining kann unter spezialisierter physiotherapeutischer Anleitung durchgeführt werden, auch mit Biofeedback. Bei einer Schwäche des Schließmuskels kann eine Nervenstimulation Linderung bieten. Im Falle des Nachweises von sich ineinander schiebenden Darmanteilen, Ausbuchtungen oder sog. «ventilartigen» partiellen Darmverschlüssen kann eine Operation des Beckenbodens sinnvoll sein. Da im Beckenboden sowohl die harnableitenden Organe (Harnleiter, Blase) als auch Geschlechtsorgane (Gebärmutter, Vagina, Prostata) und Darm resp. Enddarm liegen, ergibt eine Zusammenarbeit der involvierten Spezialisten bei Beckenboden Störungen Sinn. Wir haben hier folglich ein exzellentes Netzwerk mit den Kollegen der Urologie, der Gynäkologie und der Bauchchirurgie (Viszeralchirurgie) und arbeiten vernetzt zusammen.
Fazit
Die Abklärung einer Beckenbodendysfunktion erfordert eine umfassende Untersuchung und Bewertung durch einen Facharzt oder eine Fachärztin. Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um eine angemessene Behandlung zu planen und Symptome zu lindern. Wir bieten das gesamte Spektrum der Abklärung der Beckenbodendysfunktion an unseren Standorten in Aarau und Basel an und sind für unsere Patienten da.