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Deutsche Alpenzeitung
Das großartige Unternehmen, die Gebirgswelt der Erde in Bildern darzustellen, ist mit dem vierten Bande auf Ende 1904 zu einem Abschluß gekommen, und man darf den Vereinigten Kunstanstalten — ich denke mir, es handle sich hauptsächlich um Orell Füßli und F. Brück- mann — zu dem von ihnen errungenen durchschlagenden Erfolg aufrichtig Glück wünschen. Der letzte Band reiht sich den drei ersten würdig an und ist nach den gleichen bewährten Grundsätzen durchgeführt worden. Ich kann also im ganzen auf meine frühern Berichte verweisen und will hier nur wiederholen, daß auch der von Herrn Walther Bauer verfaßte Begleittext gut gemacht ist. Ebenso die von Prof. Dr. A. Rothpletz verfaßte Gliederungskarte der Alpen, die für die Schweiz so ziemlich dem in diesem Jahrbuch durchgeführten System entspricht. Auch in diesem letzten Bande sind die Schweizeralpen, die uns schließlich doch am nächsten stehen, eingehend berücksichtigt worden und durch eine Reihe prächtiger Bilder und namentlich Panoramen vertreten. So wird es unsere Leser interessieren, in den Nummern 177-180 eine Rundsicht vom Buet zu finden, die sie mit dem Panorama von Fr. Eymann im letzten Jahrbuch S.A.C. konfrontieren können. Das letzte Heft enthält ausschließlich Aufnahmen aus dem Berner Oberland und hat ein pikantes Interesse darin, daß die neuesten Phasen der Fremdenindustrie neben den älteren der Tätigkeit des S. À. C. figurieren, nämlich in dem Bilde 277/278, wo in unmittelbarer Nähe unserer Glecksteinhütte sich der bei der Aufnahme allerdings noch nicht beendete Neubau: Hotel zum Gleckstein erhebt. Und das löbliche Zentralkomitee, das der Ansicht ist, daß Hotelbauten die an Überfüllung leidenden Clubhütten entlasten und deshalb zu begrüßen seien, mag es mir nicht übelnehmen, wenn ich bei diesem Anblick ausrufen mußte: Mein alter Freund, es tut mir weh, daß ich dich in der Gesellschaft seh. Frei von diesem unangenehmen Nebengefühl ist die Betrachtung der übrigen Bilder aus dem Berner Oberland in Heft 12 und namentlich der Rundsicht bei der Dossenhütte. Für die Bekanntmachung der Schweizer Clubhütten, die sich, wenn selten durch Komfort, doch fast immer durch prachtvolle Lage auszeichnen, haben die „ Alpinen Majestäten " viel getan, und dafür sei ihnen zum Schluß unser republikanische Dank ausgesprochen.
Wenn die ..Alpinen Majestäten " sich zur wohlverdienten Ruhe begeben haben, so schreitet dagegen die Deutsche Alpenzeitung auf ihrem Siegeszuge rüstig weiter. Sie ist mit dem 2. Märzheft soeben am Ende ihres 4. Jahrganges angelangt und stellt sich mehr und mehr als das führende Privatorgan auf alpinem Gebiete heraus, das vermöge seiner durch massenhaftes Abonnement gelieferten Mittel den Vereinszeitschriften anfängt, eine durchaus loyale, aber nichtsdestoweniger spürbare Konkurrenz zu machen. Die Menge der größeren und reich illustrierten Artikel hochalpiner Sujets hat zugenommen und die Fülle der praktisch für den Touristen, den Sommerfrischler und den Bergsteiger nutzbaren Notizen jedenfalls nicht abgenommen, so daß jedem Leser etwas oder vielmehr viel geboten wird. Auch der Ski- und Wintersport findet alle Beachtung und wird in besonderen Rubriken gepflegt. Wer also über alle diese Dinge auf dem laufenden bleiben will, tut gut daran, neben seinen Vereinspublikationen die „ Deutsche Alpenzeitung " fleißig zu lesen. Mit den „ Alpinen Majestäten " teilt diese Zeitung den Vorzug der Uni- versalität ihrer Artikel. Ich zitiere für diesmal nur die größeren aus den Schweizeralpen: Karl Federer: Eine Herbstwanderung im Säntisgebirge; Dr. J. Simon: Aus eisigen Höhen, Hochtouren in der Mont Blanc-Kette; Dr. E. N;rf-Blumer: Eine Tödifahrt; M. Koch von Berneck: Luzern und Pilatus; .1. Grabendörfer: Wanderungen in der Sesvennagruppe; H. A. Tanner: Aus dem Bergeil; Dr. J. Simon: Wanderungen im Lötschental; O. Ra-gner: Winterfahrt im Spitzmeilengebiet; Emanuel Christa: Drei Tage in der Hochregion des Monte Kosa; Othmar Serig: Skitouren in den Bergen des Samnaun. Aus der Menge der übrigen Artikel, die alle lesenswert sind, möchte ich hier nur auf vier aufmerksam machen, weil sie mir Anlaß zu allgemeinen Bemerkungen geben. Der erste ist: Eine Überschreitung des Ushba, von Hans Pfann. Ich möchte dazu meinem Bedauern Ausdruck geben, daß das Jahrbuch des S.A.C. allein — und nicht durch Schuld seines Redaktors — nicht in der Lage war, von den berühmten Kaukasusexpeditionen des Jahres 1903 irgendwelchen Bericht zu bringen, und doch waren mehrere Teilnehmer Mitglieder des S.A.C. Woher kommt dies? Recht beachtenswert sind ferner die Aufsätze von Walter Stein: Der ethische Wert des Bergsteigens, und P. Tschorlich: Die Dekadenz der Alpen, zwei Artikel, welche den gleichen Gegenstand vom optimistischen und vom pessimistischen Standpunkt aus anfassen und dadurch zu seinem Verständnis beitragen. In Summa, die -Deutsche Alpenzeitung " gefällt mir, und ich mache dem Herrn Kollegen mein aufrichtiges Kompliment für seine Arbeit.
Sedaktion.