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Bruch der Mittelhandknochen / Metacarpale-Fraktur
Die Mittelhandknochen verbinden die Handwurzelknochen mit den Fingerknochen. Während der 1. Mittelhandknochen – über das sehr bewegliche Daumensattelgelenk – am Bewegungsumfang des Daumens massgeblich beteiligt ist, sind die Mittelhandknochen vom Zeige- bis Kleinfinger relativ unbeweglich.
Ein Bruch des 1. Mittelhandknochen kommt typischerweise durch ein Verdrehen oder „Hängenbleiben“ des Daumens zustande. Brüche am „Hals“ (subkapital) des 5. und gelegentlich des 4. Mittelhandknochen sind oft Folgen eines Sturzes auf die Faust oder eines Faustschlages.
Je nach Verletzungsmechanismus unterscheiden sich die Beschwerden stark. Während eine schwere Quetschung der Mittelhand oft mit Verletzungen der umgebenden Strukturen (Haut, Gefässe, Nerven oder Sehnen) einhergeht, kann ein nicht verschobener Bruch des Mittelhandknochens nur leichte Beschwerden verursachen. Eine allfällige Fehlstellung des betroffenen Fingers wird in der akuten Phase aufgrund der Schwellung und schmerzbedingten Bewegungseinschränkung oft nicht bemerkt, kann aber im späteren Verlauf zu einer erheblichen Funktionseinschränkung der Hand führen.
Bei der klinischen Untersuchung muss deshalb insbesondere auf einen allfälligen „Drehfehler“ (Rotationsfehler) des betroffenen Fingers geachtet werden. Mit dem Röntgenbild wird die Diagnose gestellt. Für die weitere Behandlung entscheidend sind das Ausmass der Fehlstellung, die Stabilität und ob der Bruch in ein Gelenk verläuft.
Behandlung
Konservativ
Viele Brüche der Mittelhandknochen können mit einer alleinigen Gipsruhigstellung behandelt werden. Voraussetzungen hierfür sind eine korrekte Stellung des Fingers und eine genügende Stabilität des Bruches. Entsprechend sind Verlaufskontrollen mit klinischer Untersuchung und Röntgen wichtig. Die Ruhigstellung dauert im Mittel 6 Wochen, wobei die Finger oft nach 1- 2 Wochen in speziell angefertigten Schienen schon wieder bewegt werden können.
Operativ
Sind mehrere Mittelhandknochen gleichzeitig gebrochen, besteht eine relevante Fehlstellung oder eine Beteiligung eines Gelenkes sollte in der Regel eine Operation erfolgen. Entsprechend dem breiten Spektrum der Verletzungen der Mittelhandknochen wird jeder Eingriff individuell geplant. Die Brüche werden mit Drähten, Marknägeln, Schrauben, Titanplatten oder kombinierten Verfahren stabilisiert. In der Regel wird das Material nach Abheilung des Bruches wieder entfernt.