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Russische Wissenschaftler entdeckten die Überreste eines enormen ausgestorbenen Meeressäugetiers im Boden der Kommander-Inseln im äussersten Osten Russlands. Das Umweltministerium vermeldete, dass die Überreste noch intakt seien und das Ganze ein exzellenter Fund aufgrund der Geschichte dieser Art darstellt.
Auf den abgelegenen Kommander-Inseln im Beringmeer meldeten die Parkbehörden den Fund von Überresten einer 6 Meter langen Steller‘schen Seekuh, die komplett von Sand bedeckt gewesen war. Der Körper des Tieres war scheinbar unberührt und die 45 Wirbel, 27 Rippen, linkes Schulterblatt und die übrigen Knochen sehen wie erst gestern gestorben wäre. Das Ministerium für natürliche Ressourcen und Ökologie erklärte in einer offiziellen Meldung, dass die Forscher rund vier Stunden benötigt hatten, um ein paar Meter zu graben und dann das massive Meeressäugetier gefunden hatten. Die lokalen Behörden hatten zuerst angenommen, dass es sich um einen vergrabenen Zaun mit Pfosten gehandelt hatte, der Leute zum Strand hätte führen sollen.
Diese Tierart war seit dem Pleistozän, das vor 2.6 Millionen Jahren begann und bis zum Ende der letzten Eiszeit vor 11‘700 Jahren gedauert hatte, bis ins 18. Jahrhundert bekannt. Die Tiere wurden häufig von Jägern mit Harpunen gejagt, als diese zwischen Russland und Alaska unterwegs gewesen waren. Aus Beschreibungen jedoch geht hervor, dass die Tiere trotzdem keine Scheu vor Menschen vor seinem Verschwinden gezeigt hatte. „Gemäss der Fossilienfunde bewohnten Tiere der Gattung Hydrodamalis die Küstenbereiche zwischen Japan, den Aleuten bis hinunter in die Baja California während des späten Miozäns, Pliozäns und Pleistozäns“, schreiben Forscher der George Mason Universität in einer Studie. Das Meerestier war mit 10 Metern Länge und einem Gewicht von bis zu zehn Tonnen gewaltig und trotzdem ein exzellenter Schwimmer, der aber nicht tief tauchen konnte, um vor allem Kelp zu fressen. Systematisch gehörte die Seekuh zu den Sirenia, deren Name aus der griechischen Mythologie stammt. Durch seine Grösse war das Tier in der Lage, in den kalten Gewässern der Beringmeer zu leben, war aber langsam und anfällig für Räuber.
Der deutsche Naturwissenschaftler und Entdecker Georg W. Steller hatte auf seiner Reise mit Vitus Bering im Nordpazifik 1741 das Tier zum ersten Mal beschrieben. Heutzutage sind die einzigen Verwandten die Dugongs und Manatees. Man geht davon aus, dass die Zahl der Tiere bereits am Sinken war, als Steller die Seekuh das erste Mal beschrieben hatte und nur noch bei rund 2‘000 Exemplaren lag. Maria Shitova war die erste Forscherin der Gruppe, die die Knochen von dem gefundenen Exemplar entdeckt hatte. Sie erklärt, dass die Funde auf der Insel bleiben und ausgestellt werden, nachdem sie genauestens untersucht worden sind. Denn zurzeit steht noch nicht fest, wie alt die Überreste sind. Doch aufgrund des Zustandes nimmt man an, dass die Knochen nicht uralt sein können. Der letzte Fund einer Steller‘schen Seekuh durch Wissenschaftler stammt aus dem Jahr 1987, wiederum auf den Kommander-Inseln durch russische Forscher.
Quelle: David Montes, Pulse Headlines
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