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1630: Das Hohenbalkenzimmer entsteht – ein kleines Bijou
Ursula V. Karl von Hohenbalken
1613 trat Ursula Karl von Hohenbalken als 16jährige ins Kloster ein. 1625 wurde sie zur Priorin gewählt, nachdem sie zugunsten der älteren Katharina Mohr auf die Äbtissinnenwürde verzichtet hatte. Fünf Jahre später liess sie sich eine kleine Wohnung bestehend aus Vorraum, Stube und Schlafzimmer einrichten. Das war unüblich, denn eigene Residenzen waren nur Äbtissinnen vorbehalten.
Die Hohenbalken-Familie
Ursula V. Karl von Hohenbalken stammte aus einer alten Ministerialenfamilie des Val Müstair. Die Familie besass die Höhenburg „Balcun at“ auf der gegenüberliegenden Talseite. Die Burg ist heute bis auf wenige Mauerreste zerfallen. Aus dem Geschlecht der Hohenbalken traten mehrere weibliche Familienmitglieder ins Kloster ein. Drei von ihnen wurden als Äbtissinnen gewählt, wobei Ursula V., Äbtissin von 1640 bis 1666, weitaus die baufreudigste war.
Hohenbalkenzimmer: Müstair – Zürich und retour
„Kein zweiter Bau geriet so klösterlich intim, wie dieses Stübchen.“, so schrieb Josef Zemp zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er hatte die Klosteranlage erforscht und das Zimmer für das Schweizerische Landesmuseum erworben, wo es gut 70 Jahre in der Dauerausstellung zu sehen war. Im Jahre 2000 konnte es als Dauerleihgabe wieder am ursprünglichen Ort eingebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Heute im Museum zu sehen
Das „Hohenbalken-Zimmer“, die Stube der Priorin Ursula, kann heute im Museum besichtigt werden. Es ist ein kleines Prunkstück, nur 4,03 Meter lang, 3,16 Meter breit und 2,39 Meter hoch, mit Arvenholz ausgekleidet, mit einem kleinen Ofen, einem Wandschränkchen und zwei Kreuzstockfenstern mit Butzenscheiben und Schiebeläden ausgestattet. Das Südfenster wird aussen von einer dekorativen Malerei umrahmt.