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Leserbrief in der MZ (Mittellandzeitung) vom 6.4. 2006 zum Referendum gegen die "Kohäsionsmilliarde"
Mix aus Zumutung und Frechheit
Viele Mitglieder der Europäischen Union (EU) hatten Kolonien, allen voran das Vereinigte Königreich, Frankreich, Belgien, die Niederlande und so fort. Durch die jahrhundertelange Ausbeutung dieser Gebiete haben sich in diesen Mitgliedstaaten der heutigen EU auf privater und staatlicher Basis riesige Vermögen gebildet, die zumindest latent noch vorhanden sind.
Die Schweiz hatte nie Kolonien. Sie hat naturgegeben bloss Erde, Steine und etwas "weisse Kohle" (Elektrizität aus Wasserkraft). Die ganze Wertschöpfung basiert auf dem Sein und Schaffen dieses Volkes und der daraus resultierenden stabilen Verhältnisse. Und nur deswegen ist der Schweiz ein Grossteil des Weltvermögens zur Verwaltung anvertraut und kann das sich auch dadurch gebildete Kapital nutzbringend exportiert werden.
Unter den Aspekten "Es geht uns ja gut", und "Wir können es uns leisten" sollen wir dieser EU 1 Milliarde Franken hinwerfen, damit man uns einigerrmassen als Verhandlungspartner akzeptiert? Gemessen an den Gegebenheiten ein Mix aus Zumutung und Frechheit.
Walter Mieschner, Neuendorf