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Vernissage
Samstag, 17. März 2007, 16–20 Uhr
Der Künstler ist anwesend.
Ausstellung
Bis 5. Mai 2007.
1971 in Köln, auf der Durchreise nach London, sah ich vor dem Haus der «Floh de Cologne» zum ersten Mal die deutsche Müllabfuhr in Aktion. Ich war so fasziniert von diesem mechanisch-erotischen Akt, der die Endlösung dieser überfüllten Kübel einleitete, dass ich schnell ein paar Fotos schoss.
Dieser neuen, existenten Passage versuchte ich nun mit Hilfe der psychedelischen Malerei alle möglichen Realitäten aufzuzwingen, um so eine möglichst umfassende Objektivität dieses – wie für mich extra geschaffenen – Objekts zu erhalten.
Die Müllpassagen sind für mich (nach Marcel Duchamp) das ideale Objet trouvé: ein Alltagsobjekt, das ich zur Kunst erkläre. Es besitzt geometrische Formen wie Kreis, Quadrat, Zylinder, Kreuz, Rechteck etc. und dient dem Menschen, um die schweren Abfalleimer auf der Rückseite des Müllautos zu kippen und auszuschütten. Dieser Vorgang kann von einer einzigen Person ausgeführt werden.
Von 1960 bis 1970 malte ich zu diesem Thema acht grosse (200 x 140 cm) und etwa dreissig kleine (100 x 70 cm) Bilder, die ich erstmals 1970 in der Galerie Bischofberger in Zürich ausstellte.
2004 nahm ich dieses Thema wieder auf. Ronald Brandt, mein Assistent und Freund, machte in einem historischen Museum einen Abguss des Objekts. Wir änderten einiges ab, fügten andere Elemente hinzu, bis schliesslich dieselbe Müllpassage, diesmal in der dritten Dimension und in Echtgrösse, entstand. Wir stellten zehn Polyesterabgüsse her, die ich bemalte und mit Eisenpulver behandelte, um sie anschliessend im Regen verrosten zu lassen.
HR GIGER