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Die Holders an der oberen Rümlangstrasse hatten um 1954 herum auch einen Wachhund, an den ich mich noch gut erinnern kann, da er durch sein häufiges, lautes Bellen auf sich aufmerksam machte. Der Erinnerung nach war es ein schwarzer Hund. Für Kynologen ist diese Feststellung natürlich wertlos und tönt etwa gleich unsinnig, wie wenn man sagen würde, jemand besässe einen roten Töff. Doch kleinere Kinder bezeichneten damals die fremden Hunde eben nach ihrer Farbe, von Hunderassen verstanden sie ja noch nichts. Ob der Holder'sche Hund wirklich schwarz oder nur dunkelbraun war, ist sehr unsicher, sicher ist nur, dass er nicht weiss war, sondern eben dunkler.
Der Holder'sche Hund war bei den vielen Wanderern ebenso wie bei den neugierigen Buben alles andere als beliebt, da er als äusserst giftiger Vierbeiner galt. Das Giftige bezog sich dabei vor allem auf sein Gebelle und das hartnäckige Entlangspringen am Zaun. Er trat jedes Mal in Aktion, wenn Buben beim Klettern in den Felsen den unteren Teil erreichten oder gar versuchten, der Holderhöhle einen Besuch abzustatten. Auch die vielen kleinen Mädchen, welche gerne ihre grösseren Brüder beim Klettern in den Felsen vom Felsenwegli aus beobachten wollten, waren von der Belltätigkeit des Hundes immer wieder irritiert und verängstigt. Manche besorgte Mutter der Kinder ärgerte sich immer wieder über den Hund.
Einmal gelang es ihm sogar, frei zu kommen und einen Buben zu bedrängen, der sich nicht wehren konnte, da er einen gebrochenen Arm in der Schlinge trug. Bei der Hundeattacke ist der Bub so erschrocken, dass er umfiel und sich eine zusätzliche Abschürfung holte. Bissig oder hungrig war der Hund offenbar nicht und so hat er den anbetroffenen Bub auch nicht aufgefressen. Aber allen hat er immer wieder Angst eingejagt.
Da das Erschrecken wegen eines Hundes Angelegenheit des Buben war, galt sein Sturz in der Folge als selbst verschuldet. Damals wurden solche Vorkommnisse noch nicht vor das Gericht gezogen, um ein Schmerzensgeld zu erkämpfen. Die Leute merkten noch selbst, was sich gehörte. Irgendwann verschwand der Hund glücklicherweise oder wurde durch einen etwas ruhigeren Nachfolger ersetzt, welcher sich nicht mehr so streng bemerkbar machte.
Von den Holderhunden ist noch in Erinnerung, dass es offenkundig Leute gab, welche ihnen tatsächlich nach dem Leben trachteten. Es ist noch nicht vergessen, dass die Hunde mehrmals erkrankten, weil ihnen von aussen Metatabletten zum Fressen vorgeworfen wurden.
Als das Holderhaus noch im Besitze eines Luftfahrtpioniers war, gab es zwei Vorgängerhunde. Entsprechend den fehlenden Hundekenntnisse der OGS weiss diese aber nur, dass die Hunde weiss waren und ebenfalls durch lautes Bellen auffielen.
Quellen: - OGS-eigene - Ernst Ingold - Hanna Weisskopf-Hebeisen - Esther Wagner-Dubler