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Auch kann der Indikator kaum Aussagen über die zukünftige Schuldentragfähigkeit in rohstoffreichen Ländern machen. In Zeiten hoher Rohstoffpreise weisen sie hohe Staatseinnahmen auf und der Indikator erscheint positiv. Fallen die Rohstoffpreise jedoch rapide, verschlechtert sich auch der Indikator, ohne dass sich etwas am absoluten Schuldenstand verändert hätte.
Schulden / Schuldendienst in Relation zu den ExportenDie Schulden in Relation zu den Exporten eines Landes scheinen eine Aussage über die Fähigkeit des Landes zu machen, Devisen für den Schuldendienst zu generieren. Ein grosser Exportsektor ist aber keine Garantie, dass die notwendigen Einnahmen zur Bedienung der Schulden generiert werden, wenn der Importsektor ebenso gross ist oder stärker wächst.
Zusammensetzung der Schulden bestimmt RisikenDarüber hinaus ist festzuhalten, dass nicht nur die absolute Höhe der Staatsschulden, die Diversifizierung einer Wirtschaft und Währungsentwicklungen, sondern auch die Zusammensetzung der Schulden das Risiko einer Überschuldung bestimmt.
Hohe Schuldenstände bedeuten nicht immer ÜberschuldungHervorzuheben ist, dass hohe Schuldenstände nicht zwangsläufig ein Zeichen für eine Überschuldung bzw. einen nicht nachhaltigen Schuldenstand sein müssen. Wenn ein Land seine Schulden heute für produktive Zwecke investiert, dann steigen zwar zunächst die Schuldenindikatoren. Zahlen sich die Investitionen in ein paar Jahren aus, dann steigt das BIP und der Indikator sinkt. Dementsprechend kann die Schuldenaufnahme produktiven oder nicht-produktiven Zwecken dienen. Die oben angeführten Indikatoren können dies nicht anzeigen und müssen dementsprechend immer vor dem Hintergrund betrachtet werden, wie die Verschuldung zustande kam.
FazitDie herkömmlichen Schuldenindikatoren lassen aufgrund der angeführten Schwächen keine endgültigen Rückschlüsse darauf zu, ob Afrika wirklich vor einer neuen grossen Schuldenkrise steht.
Auffällig ist, dass neu an den Markt gebrachte Eurobonds trotz zahlreicher, vor einer neuen Schuldenkrise warnender (hauptsächlich englischsprachiger) Medienberichte von Investoren noch immer stark überzeichnet werden. So hätte beispielsweise der Senegal bei seiner letzten Auktion von Eurobonds fünf mal mehr Eurobonds verkaufen können als geplant. Dieser „Risikohunger“ der Anleger hängt mit den nach der Finanzkrise geringen Zinsen in den USA und Europa zusammen.
Die höhere Integration in die internationalen privaten Kapitalmärkte und die starke Liberalisierung von Finanzflüssen in Afrika geht mit einer wachsenden Ansteckungsgefahr für afrikanische Volkswirtschaften durch die globalen Finanzmärkte einher.
Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die afrikanischen Staaten immer wieder in Schuldenkrisen geraten, solange es ihnen nicht gelingt, ihre Ökonomien zu diversifizieren. Sie stehen vor der Herausforderung, Industrie- oder Dienstleistungssektoren aufzubauen.