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Im Zoo Zürich gibt es Tiere, die ihr Geschlecht wechseln können – also sich zum Beispiel von einem Männchen in ein Weibchen verwandeln. Welche Tiere es sind und was es damit auf sich hat.
Bei Säugetieren legen die Gene (XX- resp. XY-Chromosomen) das biologische Geschlecht des Individuums fest. Dieses biologische Geschlecht bleibt zeitlebens unverändert.
Bei anderen Tieren ist die Geschichte eine ganz andere. So gibt es Fische, die ihr Geschlecht wechseln können, auch noch im Erwachsenenalter. Man findet diesen sogenannten «sequenziellen Hermaphroditismus» bei den Knochenfischen. Bei diesen konnte er bisher in 27 Familien mit unzähligen Arten beobachtet werden und ist damit weit verbreitet.
Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder
Im Zoo Zürich gibt es zum Beispiel den Falschen Clown-Anemonenfisch, der sich von einem Männchen in ein Weibchen umwandeln kann. Und bei den ebenfalls im Zoo zu beobachtenden Sechsstreifen-Lippfischen, den Flammen-Fahnenbarschen und den Putzerfischen können die Weibchen zu Männchen werden.
Die Umwandlung des Geschlechts erfolgt meist innert weniger Tagen oder Wochen. Dabei ändert der Fisch sein Verhalten, Aussehen und seine Anatomie.
Doch was bringt dem Fisch die Geschlechtsumwandlung?
Der Falsche Clown-Anemonenfisch kann sich von einem Männchen in ein Weibchen verwandeln. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Männchen wird Weibchen
Bei monogam lebenden Fischen – zum Beispiel bei den Clownfischen – ist es von Vorteil, wenn das Weibchen grösser ist als das Männchen. Denn ein grösseres Weibchen kann mehr Eier legen. Beim Männchen dagegen ist es nicht ganz so wichtig, dass es möglichst viele Spermien produziert, weil es im Verhältnis sowieso immer viel mehr Spermien pro Männchen gibt als Eier pro Weibchen.
Clownfische leben in kleinen Gruppen, in denen das grösste Mitglied ein Weibchen ist und das zweitgrösste das dominante Männchen. Alle anderen Mitglieder sind Männchen und pflanzen sich nicht fort. Stirbt nun das Weibchen, übernimmt ihr bisheriger Partner ihre Rolle und wird zum neuen Weibchen. Und das grösste verbleibende Männchen wird seinerseits neuer Partner des neuen Weibchens.
In einer biologischen Version der Geschichte von «Finding Nemo» würde sich Papa Marlin nach dem Tod seiner Frau Coral also in ein Weibchen verwandeln ...
Seit «Finding Nemo» weltberühmt: der Clownfisch. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Weibchen wird Männchen
In Fischgruppen, wie zum Beispiel bei den Fahnenbarschen, in denen grosse, dominante und aggressive Männchen Reviere beanspruchen und kleine Männchen von der Fortpflanzung ausgeschlossen sind, ist hingegen eine Geschlechtsumwandlung von Weibchen zu Männchen sinnvoll. Denn wenn alle Tiere ihr Leben als Weibchen beginnen, können sich alle Individuen mit dem dominanten Männchen fortpflanzen.
Stirbt das dominante Männchen, wandelt sich das grösste Weibchen in ein Männchen um und übernimmt die Rolle des Verstorbenen. Diese Art der Geschlechtsumwandlung ist unter den Fischen am weitesten verbreitet.
Können sich von Weibchen in Männchen verwandeln: Putzerlippfisch ...
... und Flammen-Fahnenbarsch. Fotos: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Freie Geschlechtswahl
Ein noch komplexerer Geschlechterwechsel hat sich bei einigen Arten wie zum Beispiel den Korallengrundeln entwickelt. Diese sind sehr sesshaft und haben dadurch nur wenige potenzielle Partner zur Verfügung. Gleichzeitig gehen sie wegen vieler Fressfeinde ein grosses Risiko bei der Suche nach Partnern ein.
Hier können sowohl Weibchen als auch Männchen ihr Geschlecht wechseln. So ist garantiert, dass zwei beliebig aufeinandertreffende Fische ein heterosexuelles Paar bilden können. Dieser Vorgang ist jedoch nur von wenigen Arten bekannt.
Sechsstreifen-Lippfisch. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
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