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Le Consul de Suisse à Rotterdam, F. Koch, au Président de la Confédération, J. Stümpfli1
Rotterdam, 19. Dezember 1859
Infolge Ihrer verehrten Depesche vom 16. August2 habe ich die Ehre, Ihnen mitzutheilen, dass die Anwerbung von Schweizern für die Ostindisch-holländisehen Colonialtruppen immer noch starken Fortgang nimmt, so dass man annehmen kann, dass wöchentlich 50 à 60 Mann und noch mehr im Depot ankommen. Durch Zufall habe ich vernommen, dass das schändliche Gewerbe und Rekrutirung meist in Bern und Genf stattfindet. Die meisten Schweizer werden durch den Coiffeur Müller in Bern angeworben; in Genf durch einen gewissen Stouky, der zu gleicher Zeit auch für Neapel und den Pabst wirbt. Es werden auf diese Weise junge Leute von 17 bis 19 Jahre verleitet und verführt, und mancher bereut es jezt bitter, den Entschluss und Schritt, den er gethan und der nicht mehr zu verändern ist. Die Schweizer, die bis jezt verschifft sind, sollen, nach dem, was mir zu Ohren gekommen ist, ca. 3000 Mann betragen. Von diesen werden wohl wenige zurükkommen. Fieber, Cholera, Dissenterie ist ihr Loos und werden die meisten in kurzer Zeit weggerafft. Denjenigen, die zurükkommen könnten, werden so lange so viele Hindernisse in den Weg gelegt, bis sie des Wartens müde sich wieder aufs Neue engagiren lassen! Avancement besteht nicht, denn es liegt, wie begreiflich, in der Politik der Regierung, die Offiziersstellen durch Holländer auszufüllen! Man rechnet, dass von 10 Soldaten Kolonialtruppen nur ein Mann Holländer ist, die übrigen alle Fremde!