Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03499.jsonl.gz/2029

Immer wenn Frau Frogg über Verhörer und Mondegreens schreibt, z.B. in ihrem Beitrag Schmierig, kommt mir eine Geschichte aus meiner Kindheit in den Sinn. Sie hat mit dem Ins-Bett-Gehen zu tun, gegen das wir uns — wie viele Kinder — sträubten. Übersetzt heisst dieser Eintrag: Die Buben gehen ins Bett.
„D’Buebe gönd is Bett“ ist aber weder ein Mondegreen noch ein Soramimi (vgl. Wikipedia zu Verhörer), sondern eine absichtliche Verballhornung eines Songtexts auf dieser Single, die meine Eltern in den 60er Jahren von einer Reise nach Marokko heimbrachten:
Die Single stammt vom algerischen Autor, Komponisten, Sänger und Schauspieler Ahmed Saber (1937 – 1969). Der Musiker, der richtig Benaceur Baghdadi hiess und in Oran lebte, gilt als Pionier von El Asri, dem musikalischen Bindeglied zwischen traditioneller arabischer Musik und moderner Rai-Musik (vgl. Rai! Beim Barte des Propheten — eine gute Darstellung der Geschichte des Rai von Jean Trouillet).
Und so tönt sie, die über 50 Jahre alte Single:
Uns Kindern gefiel diese 45-Touren-Platte so sehr, dass mein Vater sie immer wieder laufen lassen musste. Aber schon bald einmal begann er an Stelle des Antwort-Gesangs mitzusingen: D’Buebe gönd is Bett. Noch heute höre ich bei diesem Song von Ahmed Saber nicht den Text, sondern die Verballhornung durch meinen Vater.