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Abschnürung meist auf kurzen Basidien gebildet werden, und zwar stets vereinigt in kleinen Lagern oder Häuschen, welche entweder
innerhalb der Epidermis
[* 5] oder unmittelbar unter derselben sich ausbilden, so daß die befallene Pflanze sich mit einem staubigen
oder krustigen Ausschlag (Exanthem) von rotgelber, rostfarbener, brauner oder schwarzer Farbe bedeckt, welcher von
den zahlreich angehäuften gefärbten Sporen gebildet wird (s. Tafel »Pflanzenkrankheiten«,
[* 6] Fig. 11-15). Die Rostpilze bringen in
ihren Nährpflanzen Krankheiten hervor (Rostkrankheiten, Rost), welche durch die Sporen dieser Pilze verbreitet werden.
Die von dem Schmarotzer befallenen Teile, meist Blätter, werden durch denselben vorzeitig gelb und getötet; mitunter treten
dabei auch monströse Gestaltveränderungen ein. Jede Rostkrankheit hat ihren eigentümlichen Rostpilz,
und die letztern sind immer nur auf eine bestimmte Pflanzenart oder einige nahe verwandte angewiesen. Die Entwickelung beginnt
mit der Keimung der Sporen, deren Keimschläuche in die Blätter eindringen, indem sie entweder durch die Spaltöffnungen ihren
Weg nehmen, oder die Membranen der Epidermiszellen durchbohren und sich im Innern der Pflanze zu dem Mycelium
entwickeln.
Die Wintersporen erreichen meist erst im nächstfolgenden Frühling, nachdem sie denWinter im reifen Zustand verbracht haben,
ihre Keimfähigkeit, und ihre Keime bilden im Frühling den ersten Ausgangspunkt für Pilz und Krankheit.
Bei manchen Rostpilzen entsteht hierbei nicht sogleich wieder die Sommersporenform, sondern eine dritte Generation (die alten
GattungenAecidium, Roestelia, Caeoma etc.), und erst aus den Sporen dieser entwickelt sich, nachdem deren Keimschläuche wieder
in die Nährpflanze eingedrungen sind, dasjenige Mycelium, auf welchem die Sommer- und Wintersporen gebildet
werden. Diese dritte Generation tritt entweder auf derselben Nährpflanzenspezies auf, welche auch den folgenden Generationen
als Wirt dient (autözische Rostpilze), oder sie entwickelt sich auf einer bestimmten andern Pflanze (heterözische Rostpilze).
Durch die Sommersporen
[* 4]
(Fig. 12 b) wird der Pilz rasch weiter verbreitet. Später erscheinen auf den rostig gewordenen Teilen
[* 4]
(Fig. 11 B) die Teleutosporenlager. Diese bleiben in ihrer Unterlage sitzen;
man findet sie bis zum Frühjahr, auf dem rostigen Stroh, auf Stoppeln rostiger Felder, auf den dürren Halmen wild wachsender
Gräser.
[* 13] Die Teleutosporen
[* 4]
(Fig. 12 a) keimen erst im Frühjahr, ihr Keimschlauch gestaltet sich nur zu einem
kurzen Faden
[* 14] (Promycelium) und entwickelt seitlich an kurzen Ästchen einzelne kleine, farblose Sporidien
[* 4]
(Fig. 13). Diese entwickeln sich nur auf lebenden Blättern der Berberitze zu dem Aecidium berberidis Pers.
[* 4]
(Fig. 14). Dies
sind kleine, becherförmige, in die Blattmasse eingesenkte, zuletzt die Epidermis durchbrechende und sich öffnende Behälter
[* 4]
(Fig. 15 p), welche von einer Schicht dickwandiger Zellen (der Peridie) umgeben werden und in ihrem Grunde
dicht gestellte, an ihrer Spitze reihenweise Sporen abschnürende Basidien enthalten.
Die dickwandigen, gelbroten Sporen trennen sich in der Reife voneinander und fallen aus. Erst diese erzeugen, wenn sie auf
Getreide und Gräser gelangen, hier den ursprünglichen Rostpilz wieder. Außer den Äcidienfrüchten bildet das
Mycelium des Aecidium vorher noch Spermogonien
[* 4]
(Fig. 15 s) in Form kleiner, krugförmiger Behälter, aus deren Mündung ein
pinselartiger Büschel von Haaren hervorragt, und die in ihrem Innern zahlreiche, in einer Schleimmasse hervorquellende Spermatien
abschnüren. Um die Krankheit zu verhüten, muß auf eine möglichste Ausrottung der Berberitze hingearbeitet werden; ferner
muß man das rostige Stroh nicht zur Streu benutzen, sondern mit der Stoppel rostiger Felder verbrennen; auch sollte man die
Feldraine von Gräsern reinigen, weil diese häufig mit Rost bedeckt sind und daher einen konstanten Ansteckungsherd bilden.
Uromycesbetae Tul.
(Rost der Runkelrüben) ist seit 1856 in zunehmender Verbreitung den Kulturen verderblich. Die braunen Häufchen der Sommer-
und Wintersporen brechen in Menge an den Blättern hervor, welche dadurch vorzeitig gelb werden und absterben. Das Aecidium
entwickelt sich an den Blättern der jungen, im Frühling gesetzten Rübenpflanzen. Da aus dessen Sporen
der eigentliche Rost entsteht, so muß man die Blätter, auf denen er sich zeigt, sorgfältig entfernen; auch muß das alte
rostige Stroh verbrannt werden, weil aus den Sporidien der im Frühjahr keimenden Teleutosporen das Aecidium sich entwickelt.
Letztere sind die Wintersporen, welche beim Keimen ein Promycelium mit Sporidien entwickeln; letztere lassen
ihre Keimschläuche in die Blätter der Kernobstbäume eindringen, wo aus ihnen die Roestelia entsteht. Der Gitterrost bildet
lange, flaschenförmige Peridien, welche sich in viele Zellenreihen spalten, entweder nur an der Spitze pinselförmig oder
der ganzen Länge nach gitterförmig, indem die Spitze mützenartig ganz bleibt, und welche zahlreiche
runde, einzellige Sporen enthalten, welche reihenweise abgeschnürt werden.
6)Melampsora Cast. Die Teleutosporen sind nicht gestielt, einzellig, keilförmig oder prismatisch, parallel nebeneinander
stehend und unter sich und mit der Unterlage fest verwachsen zu einem flachen, schwarzen oder braunen Lager unterhalb der
Epidermis, wo es sich erst nach dem Absterben des Pflanzenteils ausbildet. Auf derselben Nährpflanze gehen
die Sommersporen vorher als blaßrote oder rotgelbe, stäubende Häufchen, welche als Rost den Nährpflanzen schädlich sind.
M. salicinaLév. bildet rötlichschwarze Flecke auf der Oberseite der Blätter fast aller Weidenarten, stellt mit seinen Sommersporen
(Uredomixta Duby) den Weidenrost dar. M. liniDesm. bildet den Leinrost; die Sommersporen (UredoliniDec.)
stellen rotgelbe Rosthäufchen an den grünen Teilen des Flachses dar; die Teleutosporen erscheinen später als schwarze Flecke
an den untern Teilen des Stengels. Die Krankheit tritt in Westeuropa verderblich auf.
7) AecidiumPers. (Becherrost). Die Sporen werden in kleinen, becherförmigen Peridien gebildet, welche mit gezahntem Rand aufbrechen
und in ihrem GrundBasidien enthalten, von welchen die gelben oder orangeroten, einzelligen, mit feinstachligem
Episporium versehenen Sporen kettenförmig
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