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Guatemala: Urbane Nachhaltigkeit in «Climate Smart Cities»
Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten und sie sind für 70 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Der WWF entwickelt deshalb mit Städten Nachhaltigkeitsstrategien und unterstützt sie dabei, diese umzusetzen. Zum Beispiel in Guatemala.
Mehr als 55 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Städten, und viele Städte wachsen weiter. Konsum, Produktion und Lebensstil in Städten belasten die Ökosysteme zunehmend und tragen zur Klimakrise und zum Verlust der biologischen Vielfalt bei. So sind sie für 70 Prozent der CO2-Emissionen und für 75 Prozent des Verbrauchs natürlicher Ressourcen verantwortlich.
Mit ehrgeizigen Nachhaltigkeitsstrategien können Städte jedoch ihre Auswirkungen auf die Umwelt verringern, gleichzeitig die Bedürfnisse der Menschen nach einer sicheren, sauberen und florierenden Lebensumgebung erfüllen und Synergien zwischen Stadtentwicklung und Klimaschutz schaffen.
Klimafreundliche Städte: «One Planet Cities»
Der WWF hat deshalb vor 10 Jahren die «One Planet Cities Challenge» (OPCC) lanciert. Sie unterstützt die Städte bei der Vorbereitung auf den Klimawandel und hilft ihnen, ihre CO2-Emissionen zu verringern. Sie motiviert die Städte, Massnahmen für eine nachhaltigere Stadtentwicklung zu ergreifen und ihre Vulnerabilität gegenüber dem Klimawandel zu verringern. Die Initiative fördert den Austausch zwischen den Städten und verbreitet bewährte Verfahren und Erfolge. Dazu gehören auch weitere Aktionen, wie die «We love cities»-Kampagne, bei der Bürgerinnen und Bürger auf der ganzen Welt ihre Unterstützung für eine nachhaltige Stadtentwicklung zum Ausdruck zu bringen, indem sie für ihren bevorzugten Finalisten der «One Planet City Challenge» des WWF stimmen und Verbesserungsvorschläge für diese Städte einreichen.
Guatemala als Beispiel
Teil der «One Planet Cities»-Initiative sind auch Städte in Guatemala. Guatemala ist ein Land mit einer sehr hohen Anfälligkeit gegenüber klimabedingten Risiken (Germanwatch 2017) und gleichzeitig kaum darauf vorbereitet, die Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Das liegt zum Teil an der geografischen Lage des Landes, vor allem aber an seinen sozioökonomischen Merkmalen. Guatemala ist eine der Gesellschaften in Lateinamerika, die am stärksten von Ungleichheit betroffen ist: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Sie haben oft nicht genug zu essen, leben in unzulänglichen Unterkünften. In vielen Gegenden sind die Wohnhäuser einem hohen Risiko für Erdrutsche und Überschwemmungen ausgesetzt, das wegen der Zunahme von tropischen Stürmen und Hurrikanen sogar noch steigt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, muss das Land Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Risikominderung konzipieren und umsetzen. Die staatlichen Investitionen in die Infrastruktur und die Katastrophenvorsorge sind aber bislang noch unzureichend.
Obwohl Guatemala nur für 0,05 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, hat es sich verpflichtet, die im Rahmenabkommen der Vereinten Nationen über den Klimawandel (UNFCCC) festgelegte «gemeinsame, aber differenzierte Verantwortung» einzuhalten und seine Treibhausgas-Emissionen um rund 10 bis 20 Prozent zu reduzieren.
Drei guatemaltekische Städte, namentlich Escuintla, Iztapa und San José, haben 2018 im Rahmen des WWF-Programms «One Planet Cities» lokale Klimaaktionspläne entwickelt und sind nun bereit, diese Pläne in die Tat umzusetzen. Unglücklicherweise fehlt es ihnen jedoch an ausreichenden personellen und finanziellen Ressourcen, um dies alleine zu bewerkstelligen. Im Projekt «Climate Smart Cities» unterstützt der WWF daher zusammen mit Partnerorganisationen die lokalen Regierungsvertreter mit technischer Hilfe, Schulungen und kurzfristigen Beratungen bei der Ausarbeitung spezifischer Umsetzungspläne für die Wiederaufforstung, für das Abfallmanagement und die Katastrophenvermeidung, insbesondere die Verringerung von Überschwemmungsrisiken.
Es handelt sich dabei um Massnahmen, die den CO2-Ausstoss verringern und so den Klimawandel bremsen, und auch um Massnahmen, welche die Überschwemmungsrisiken durch klimabedingte Extremwetterereignisse minimieren können.
Konkret haben die Städte und der WWF unter anderem folgende Massnahmen entwickelt:
Wiederherstellung von Waldlandschaften
Der WWF unterstützt die Städte beim Aufbau einer Baumschule und bei der Wiederherstellung von Waldlandschaften.
Sichere Müllentsorgung
Der WWF unterstützt die Städte bei der Beseitigung von illegalen Mülldeponien und der Planung eines geregelten Müllentsorgungssystems. Dazu gehört eine Infokampagne, um die Bevölkerung für die negativen Umwelt- und Gesundheitseffekte von illegalen Mülldeponien und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Abfall zu sensibilisieren.
Gefährdung durch Hochwasser vermindern
Durch den Klimawandel nehmen tropische Stürme und Hurrikane sehr wahrscheinlich zu und damit auch das Risiko für Erdrutsche und Überschwemmungen. Der WWF unterstützt die Städte bei Risikoanalysen und der Ausarbeitung von Hochwasserreaktionsplänen.
Städte helfen Städten
Ziel des WWF-Ansatzes ist es, Städte zu befähigen, selber Pläne zu entwickeln, damit sie ihre Emissionen senken und sich vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen können. So können etwa Erfahrungen aus den drei Projektstädten in Guatemala auf andere Kommunalverwaltungen übertragen, entwickelte Instrumente und Ergebnisse im «One Planet Cities»-Netzwerk geteilt und Städte weltweit zur Nachahmung angeregt werden.
Was Sie tun können
Helfen Sie uns mit einer Spende, gemeinsam mit Menschen auf der ganzen Welt, Massnahmen gegen den Klimawandel zu entwickeln und umzusetzen. Als Mitglied geben Sie unserer Stimme zusätzliches politisches Gewicht.