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Der ehemalige tschadische Präsident Idriss Déby umschrieb den Deal seines Landes mit Glencore im Nachhinein als «marché de dupes». Das heisst so viel wie Mogelpackung. Klar ist auf jeden Fall, dass das Zentralafrikanische Land beim Erdöl-Deal ziemlich schlecht wegkam. Die Abmachung beinhaltete ein Darlehen von Glencore in der Höhe von 1,45 Milliarden Dollar. Im Gegenzug sollte der Tschad dem Unternehmen mit Sitz in Baar Erdöl liefern.
Der Tschad in der Schuldenfalle
Das Problem: In der Folge fiel der Ölpreis in sich zusammen. Das mausarme Tschad musste fast die gesamte Ölproduktion an Glencore abliefern. Das Land verschuldete sich massiv. Gemäss Zahlen des Internationalen Währungsfonds stieg die Schuldenlast im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt zwischenzeitlich von knapp 40 auf fast 60 Prozent. Im selben Zeitraum sank das BIP pro Kopf von rund 1000 auf knapp 700 Dollar. Damit gehört Tschad zu den ärmsten Ländern der Welt.
Via Steueroase 14,5 Millionen verdient
Nun zeigen Recherchen des «Sonntagsblicks» und der Investigativ-Plattform «Source Material»: Ein Kameruner hatte beim Öl-Deal eine dubiose Doppelrolle. Das sollen Unterlagen beweisen, die der Ringier-Zeitung vorliegen. So soll der Geschäftsmann offiziell die staatliche Ölgesellschaft des Tschads im Rahmen des Deals mit Glencore beraten haben. Ein späterer Vertrag soll aber zeigen, dass der Kameruner doppelt verdiente. Er soll über eine Firma in den karibischen British Virgin Islands 14,5 Millionen Dollar von Glencore erhalten haben.
Geschäftsmanns bestätigt Doppelrolle
Wie der «Sonntagsblick» weiter schreibt, bestätigte der Geschäftsmann seine Doppelrolle in einem Telefonat mit der Plattform «Source Material». Er habe über die Firma in der Karibik für Glencore gearbeitet.
Glencore wiederum nimmt in seiner Stellungnahme wenig Bezug auf den Fall. Die Firma unterstreicht vielmehr, dass man seit dem Führungswechsel 2021 ein anderes Unternehmen sei. «Wir haben erhebliche Massnahmen ergriffen, um ein erstklassiges Ethik- und Compliance-Programm aufzubauen und umzusetzen», sagte der neue CEO Gary Nagle in einem anderen Statement.
(lma)
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