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Der Biber ist ein echter Tauchprofi. Er kann bis zu zwanzig Minuten unter Wasser bleiben. Zum Steuern nutzt er seinen schuppigen Schwanz, die sogenannte Kelle. Die Hinterpfoten sehen aus wie Entenflossen. Sie helfen dem Biber, vorwärtszukommen. Bei uns in der Schweiz lebt der Europäische Biber.
Auch in Nordamerika gibt es Biber. Der Kanadische Biber ist etwas grösser als unser Europäischer Biber.
Biber leben an lehmigen Ufern, wo sie gut graben und bauen können. Am Ufer sollten Weichhölzer und andere Pflanzen zum Fressen wachsen. Das Wasser muss tief genug sein zum Schwimmen und Tauchen. Der Eingang zum Biberbau liegt immer unter Wasser. So gelangen Feinde nicht in den Bau hinein. Wenn das Wasser nicht tief genug ist, baut der Biber einen Damm.
Biberreviere können unterschiedlich gross sein: von einigen hundert Metern bis einigen Kilometern Uferlänge. Das Nahrungsangebot bestimmt die Grösse des Reviers. Biber markieren das Revier mit Bibergeil. Das ist eine ölige, bräunliche Flüssigkeit, die männliche und weibliche Biber aus einer Drüse am Hintern aussondern.
Der Biber ist ein Vegetarier, das heisst, er ernährt sich nur pflanzlich. Biber fressen Blätter und Rinde von Weichhölzern wie Weiden und Pappeln. Da Biber nicht klettern können, fällen sie mit ihren scharfen Zähnen Bäume, um an die Blätter zu gelangen. Rinde fressen sie vor allem , wenn sie keine andere Nahrung finden, zum Beispiel im Winter. Dazu legen sie im Herbst nahe beim Bau einen Vorrat aus Ästen an.
Im Frühling und Sommer fressen Biber Kräuter wie Löwenzahn oder Brennnesseln. Wenn es in ihrem Revier Felder mit Mais oder Getreide gibt, ernähren sie sich davon. Auch heruntergefallene Äpfel oder Birnen kommen ihnen gelegen.
Biber, die in Seen oder Teichen leben, fressen unter anderem Wasserpflanzen wie Seerosen.
Biber leben ein Leben lang mit demselben Partner zusammen. Jedes Jahr bringt das Weibchen Junge zur Welt. Diese dürfen zwei Jahre bei ihren Eltern leben, danach müssen sie sich ein eigenes Revier suchen.
Biber leben also meist in kleinen Familien. Sie bewohnen Biberburgen oder Erdbauten und bauen Dämme. Dank den Dämmen bleibt der Eingang zum Bau unter Wasser.
Biber paaren sich zwischen Januar und März. Nach einer Tragzeit von etwa 3,5 bis 4 Monaten bringt das Biberweibchen 2 bis 4 Junge zur Welt. Nach der Geburt können die Jungen bereits sehen und wiegen ungefähr 500 bis 700 Gramm.
Als Säugetiere ernähren sich die Biberjungen zuerst von Muttermilch. Erst später beginnen sie, Pflanzen zu fressen.
Die Menschen jagten Biber früher sehr stark. In der Schweiz starb er deshalb ums Jahr 1800 aus. Grund für die Jagd waren die wertvollen Pelze, aber auch das Bibergeil. Es galt als Heilmittel.
Beliebt war auch das Fleisch des Bibers. Weil er sich oft im Wasser aufhält und einen schuppigen Schwanz hat, zählte man den Biber früher zu den Fischen. Aus diesem Grund durften die Leute das Biberfleisch auch während der Fastenzeit und freitags essen.
Die Menschen zerstörten zudem den Lebensraum des Bibers. Sie legten viele Feuchtgebiete (Auenwälder, Sümpfe, Moore) trocken, betonierten Flussufer zu und zwängten Gewässer in enge Kanäle. Dort können Biber aber nicht leben. Viele Biber werden auf der Suche nach Nahrung oder einem neuen Revier überfahren.
Um zu erfahren, wie sich die Biber in der Schweiz ausbreiten und an welchen Gewässern sie sich ansiedeln, zählt man die Biber in der Schweiz regelmässig. Dazu braucht es viele Freiwillige, die mithelfen. Der WWF hat mehrere Jahre in verschiedenen Kantonen Biberwatcher:innen ausgebildet. Diese lernen in einem Kurs alles über den Biber und seine Spuren und helfen anschliessend bei den Biberzählungen mit
Der WWF setzt sich ausserdem dafür ein, dass die Lebensräume des Bibers wieder natürlich gestaltet sind. Nur so kann der Biber überleben und sich weiter ausbreiten. Mitarbeiter:innen des WWF haben Biberpfade angelegt, entlang von mehreren Gewässern, an denen Biber leben. Diese sollen dabei helfen, die scheuen Tiere besser zu verstehen.