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Aarburg in alten Ansichten (9/15): In der «Harzpinte» blieben die Gäste gerne etwas länger sitzen
Die aareseitige Häuserzeile blieb von der Zerstörung durch den Stadtbrand von Anfang Mai 1840 verschont. Hier sind, abgesehen von der Alten Post, die ältesten Gebäude Aarburgs zu finden. Das Bild zeigt einen Ausschnitt dieser Häuser Ende der 1920er-Jahre. Interessant ist das Restaurant Stadthof. Dieses war laut Jakob Bolliger («Aarburg. Festung, Stadt und Amt») ursprünglich eine Taverne mit dem Namen «Adler» – eine von drei Tavernen, die bereits zur Zeit der Habsburger Herrschaft (also vor 1415) bestanden hat. Jedoch verlor sie im Laufe der Zeit das Tavernenrecht und wurde in eine Pintenwirtschaft umgewandelt. Wann genau das geschah, ist jedoch nicht überliefert. Der Aarburger Museumskonservator Michel Spiess weiss zu berichten, dass das Lokal im Volksmund den Spitznamen «Harzpinte» trug. Offenbar zeichneten sich die Stammgäste durch sehr zähes Sitzleder aus, vermutet er. Um 1920 erhielt das Restaurant den auf dem Bild ersichtlichen Namen «Stadthof» – weil dieser angeblich vornehmer klinge, vermutet Bolliger. 1927 wurde der Rundbogen des Dachgiebels mit Malereien und Sprüchen verziert: «Eine weitere Geschmacklosigkeit», findet Bolliger. Nur drei Jahre später musste der «Stadthof» auf Weisung der kantonalen Justizdirektion wegen fehlender Rentabilität geschlossen werden. Heute befindet sich dort das Geschäft von Michel Spiess.