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Es klingt ein wenig wie Science-Fiction: Man bekommt eine Nachricht aus dem eigenen Körper direkt aufs Smartphone. Genau das könnte aber bald Realität sein.
Der Hersteller der digitalen Pille, proteus DIGITAL HEALTH, hat vor kurzem bekannt gegeben, dass er u.a. durch Investoren wie Oracle und Novartis 62.5 Millionen Dollar aufbringen konnte, um sein Produkt weiterzuentwickeln und für marktführende Medikamente anwendbar zu machen.
Am 9. August 2012 berichtete Peter Murray im Forbes Magazine, dass die Arzneimittelbehörde der USA erstmals eine digitale Pille zugelassen hat, die in der Lage ist, aus dem Magen des Patienten Signale zu senden, die u.a. mit dem Smartphone empfangen werden können und Informationen über den Patienten übermitteln.
Die klinischen Studien dazu begannen im Jahr 2009. Bisher wurde die Pille jedoch nur für Placebos eingesetzt. Das Ziel ist es, die Medikamenteneinnahme von Patienten besser zu überwachen. Dies geschieht mit Hilfe eines sandkerngrossen Mikrochips mit Magnesium- und Kupferbeschichtung, welcher beim Zusammentreffen mit Magensäure kleine Spannung erzeugt, deren elektrisches Signal von einem Pflaster auf der Haut des Patienten empfangen wird. Über dieses Pflaster können dann mit Hilfe von Bluetooth Mitteilungen an Mobiltelefone weitergeleitet werden. Man selbst oder der behandelnde Arzt bekommt somit eine SMS aus dem eigenen Körper.
In Deutschland ist ein solches Medikament bisher nicht zugelassen. Das Thema wird kontrovers diskutiert. Die Frage ist, ob die Pille ein notwendiges Hilfsmittel oder ein unnötiges Kontrollmittel ist und ob sie am Ende eher dem Patienten oder der Pharmaindustrie nutzen wird. Dennoch werden solche digitalen Medikamente sicherlich bald Wirklichkeit werden.