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Manuela Schär gewinnt bei ihrem dritten Start an den Paralympics in Tokio ihre dritte Medaille: Silber über 1500 m. Die Rollstuhlathletin wird nach langer Führungsarbeit bei Regenschauer erst auf der Zielgeraden von der Chinesin Zhou Zhaoqian überholt. Marcel Hug holt bei seinem zweiten Rennen in Tokio seine zweite Goldmedaille und fährt einen neuen Weltrekord.
Manuela Schär und Marcel Hug gewinnen bei den Paralympics in Tokio über 1500 m die Medaillen Nummer 3 (Schär) und Nummer 2 (Hug). Bei Hug ist es im zweiten Rennen die zweite Goldmedaille. Und diesmal gewinnt er in 2:49,55 Minuten sogar mit Weltrekord. Die bisherige Bestmarke unterbietet er um mehr als zwei Sekunden. Er kann sein Glück kaum fassen: “Mein Ziel für Tokyo 2020 war eine Medaille, mein Traum war eine Goldmedaille”, sagt Hug. “Dass ich Gold mit Weltrekord gewinne, das war jenseits meiner Vorstellungskraft.” Zwei Rennen stehen noch an, 800 m und Marathon, was liegt da noch drin? “Damit beschäftige ich mich jetzt nicht”, sagt Hug, “aber ich denke grundsätzlich schon, dass alles möglich ist.”
Manuela Schär zeigt im Regen, der am Abend (Ortszeit) in Tokio einsetzte, ein beherztes Rennen. Sie führt bis 50 Meter vor dem Ziel, dann hat die Chinesin Zhou Zhaoqian die grösseren Kraftreserven und gewinnt. Mit der zweiten Silbermedaille nach den 5000 m und Gold über 800 m ist Schär aber überglücklich, zumal die Bedingungen sehr schwierig waren. “Auf nasser Bahn kann ich meine Stärke, den schnellen Start, nicht so umsetzen wie gewohnt”, sagt sie. Ihr war auch klar, dass die Konkurrentinnen nicht versuchen würden, die Führungsarbeit zu teilen, “ich glaube, sie haben sich ganz gerne von mir ziehen lassen”, sagt sie schmunzelnd. Am Ende geht ihr Plan auf, die dritte Medaille im dritten Rennen - das hat ausser ihr keine andere aus dem hochkarätigen Teilnehmerinnenfeld geschafft.
Das Cycling-Team hatte zum Auftakt der Wettbewerbe eine Frühschicht. Beim Zeitfahren in Fuji am Fusse des berühmten Berges, gibt es zwei Top-10-Plätze: Heinz Frei wird 7., Sandra Stöckli 8. und Sandra Graf 11. Aber zwei Athleten müssen unterwegs aufgeben. Fabian Recher hat Pech, ihm reisst die Kette. Tobias Fankhauser bricht sein Rennen wegen gesundheitlicher Probleme ab, er schont sich lieber im Hinblick auf das Strassenrennen von morgen und die Staffel vom Donnerstag. Hier sind die Medaillenchancen für das gesamte Team deutlich grösser als im Zeitfahren.
Foto: Keystone-SDA/Ennio Leanza