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Niedrigwasser
Als Niedrigwasser bezeichnet man Wasserstand und Abflussverhältnisse von Gewässern, die deutlich unter dem Normalzustand liegen. Ausgeprägte Niedrigwasser, die beispielsweise als Folge langer Trockenheitsperioden auftreten, haben starke Auswirkungen auf die Ökosysteme der Gewässer. Betroffen ist etwa die Fischfauna, die durch sinkende Wasserstände bedroht sein kann. Aber auch die Wassernutzung kann durch Niedrigwasser beeinträchtigt werden: Beispielsweise kann es zu Engpässen bei landwirtschaftlichen Bewässerungen oder bei der Wasserkraftnutzung kommen. Sollte die Häufigkeit von Niedrigwasser zunehmen, würde sich die Konkurrenzsituation zwischen dem Wasserbedarf der Ökosysteme und den verschiedenen Verbrauchern verschärfen.
Bei den alpinen Abflussmessstationen nimmt die Häufigkeit von Niedrigwassern seit den 1970er Jahren tendenziell ab; zuvor gab es deutlich mehr Jahre mit einer überdurchschnittlichen Anzahl Niedrigwasserereignissen. Diese Entwicklung ist die Folge der zunehmend wärmeren Temperatur im Winter: In diesem Fall wird weniger Niederschlag als Schnee gebunden (d.h. mehr direkter Abfluss, weniger Speicher), und es finden öfter Schmelzprozesse statt. Für die ausseralpinen Abflussmessstationen zeigt sich keine vergleichbare Tendenz. Auffallend sind aber die Jahre 1947, 1949, 1962 und 2003 mit besonders vielen Niedrigwasserereignissen. In den tiefer gelegenen Einzugsgebieten werden Niedrigwasser durch längere Trockenphasen verursacht und sind zumeist im Sommer oder Herbst zu beobachten. Infolge der Klimaerwärmung werden solche Trockenphasen vermutlich häufiger.
- Verwandte Indikatoren
- Trockenperioden
Im Europäischen Indikatorensystem der EUA werden Projektionen des NM7Q für den Zeitraum 2071 – 2100 gerechnet. Ausserdem werden Trends für die Anzahl und Stärke von Dürreereignissen an Europäischen Flüssen über den Zeitraum 1962– 1990 angeben.
Für 41 langjährige BAFU-Abflussmessstationen ohne wesentliche anthropogene Beeinflussung (dh. keine Kraftwerke, Ab- oder Zuleitungen im Einzugsgebiet) wurden die jährlich kleinsten Abflüsse über 7 aufeinander folgende Tage (NM7Q) ausgewertet. Ein Ereignis wird als Niedrigwasser definiert, wenn sein Abfluss kleiner ist, als der für die Station berechnete NM7Q10-Abfluss (NM7Q10-Abfluss = Abfluss, der statistisch nur alle 10 Jahre unterschritten wird). Die Auswertung findet getrennt nach alpinen und ausseralpinen Abflussmessstationen statt.
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