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Leap Castle (irisch Caisleán Léim Uí Bhánáin) ist eine Burg in Coolderry im irischen County Offaly. Sie steht rund 7,5 Kilometer nördlich von Roscrea und etwa zehn Kilometer südöstlich von Birr in der Baronie Ballybritt. In unmittelbarer Nähe liegen mit zwei Erdwerken und einer Motte weitere Befestigungen.
Die Anlage ging aus einem irischen Tower House hervor, das im 17. Jahrhundert durch die Familie Darby vergrößert und ausgebaut wurde. Wie viele irische Adelssitze, die Eigentum englischer Familien waren, wurde auch Leap Castle im Irischen Bürgerkrieg 1922 bis 1923 durch Gegner des 1921 geschlossenen Anglo-Irischen Vertrags stark beschädigt. Bis in die 1970er Jahre war die Burg eine Vollruine, ehe sie ab 1974 allmählich restauriert und wieder aufgebaut wurde. Die Arbeiten dazu halten bis heute an. Seit dem 15. April 1976 steht die Anlage als National Monument unter Denkmalschutz.
Sagen und Legenden
Es ranken sich einige Sagen und Legenden um Leap Castle. Viele von ihnen handeln von blutigen Kämpfen oder hinterhältigen Morden.
Eine Gründungslegende liefert die Erklärung für den Namen der Burg. Zwei Brüder des OʼBannon-Clans stritten um die Position des Clanchefs. Um eine Entscheidung in der Auseinandersetzung herbeizuführen, wurde ein Wettstreit beschlossen: Sie mussten beide von dem hohen Felsen springen, auf dem später die Burg gebaut werden sollte. Nur einer der beiden Brüder überlebte den Sprung und wurde neuer Anführer der OʼBannons.
Nachdem die Anlage in den Besitz des Clans OʼCarroll übergegangen und 1532 sein Anführer Mulrony verstorben war, brachen langwierige Kämpfe um seine Nachfolgerschaft aus. Teig(h)e OʼCarroll soll in diesem Zusammenhang sogar seinen Bruder, einen Priester, ermordet haben, als dieser gerade eine Heilige Messe im zweiten Obergeschoss der Burg abhielt. Seither wird der dortige Raum Bloody Chapel genannt.
Eine weitere Sage beschäftigt sich damit, wie Leap Castle von den OʼCarrolls an die Familie Darby gelangte. Eine Tochter der OʼCarrolls verliebte sich in einen in der Burg eingekerkerten englischen Soldaten und half ihm, aus seinem Gefängnis zu entkommen. Auf der gemeinsamen Flucht der beiden wurden sie vom Bruder der Frau ertappt. Darby tötete ihn, und da die Tochter nun die einzige rechtmäßige Erbin der Burg war, gelangte sie nach der Hochzeit der beiden an die Familie des Bräutigams.
Geistererscheinungen
Die blutrünstigen und immer mit Todesfällen im Zusammenhang stehenden Überlieferungen zur Burg trugen dazu bei, den Ruf der Anlage als Spukschloss zu begründen und zu festigen. Leap Castle soll die am häufigsten von Geistern heimgesuchte Burg Irlands oder gar der Welt sein. Zu den zahlreichen Erscheinungen, die das Anwesen regelmässig aufsuchen sollen, zählen unter anderem:
- diverse Geister von Menschen, die angeblich von den OʼCarrolls ermordet wurden, zum Beispiel der von seinem Bruder getötete Priester und eine Frau
- ein unter dem Namen The Elemental bekannter Geist, der halb Mensch, halb Monster und stets von dem abscheulichen Gestank von Verwesung und Schwefel begleitet sein soll
- die Rote Dame (englisch Red Lady) genannte Gestalt einer schlanken, grossgewachsenen Frau in einem roten Kleid; ihr Auftauchen ist immer von grosser Kälte begleitet.
- Emily und Charlotte, Geister zweier Mädchen, die im 17. Jahrhundert auf Leap Castle gewohnt haben sollen und von denen eines durch den Sturz vom Wehrgang umgekommen sein soll; die beiden werden angeblich immer spielend im Saal der Burg gesichtet, manches Mal in Begleitung ihrer Gouvernante.
- ein alter Mann, der am Kamin im Burgsaal sitzt
Leap Castle wurde 2002 vom Team der britischen Erfolgssendung Most Haunted besucht und erforscht. 2006 war ein Team von TAPS vor Ort, um die angeblichen Spukuntersuchungen im Rahmen ihrer TV-Reihe Ghost Hunters International zu untersuchen.