Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03136.jsonl.gz/1329

Aus einer Schnapslaune heraus bewirbt sich ein junger Belgrader Autor um ein Rockefeller-Stipendium. Wenig später verlässt er seine zerstörte, desillusionierte Heimat, um in einer luxuriösen Villa am Comer See an seinem Roman zu arbeiten. Angekommen in der harmonischen Umgebung, inmitten einer illustren Gesellschaft internationaler Wissenschaftler und umsorgt von Dienstpersonal, stellt er jedoch fest, dass er unfähig ist, auch nur einen Satz zu Papier zu bringen. Stattdessen geniesst er die Ruhe, die Schönheit und den Überfluss - und die reichhaltige Bar des Hauses. Dreissig Tage lang erkundet er die Umgebung, neugierig und ohne Vorbehalte, schliesst Freundschaften und erlebt Staunenswertes, das den meisten anderen Stipendiaten in ihrem Elfenbeinturm entgeht.
Portrait
Geboren 1967 in Belgrad. Seine ersten Bücher erscheinen in den 1990ern, der Gedichtband "Joe Frazier" wird in Serbien zum Kultbuch - als der Boxer 2011 stirbt, erhält der Autor Beileidsbekundungen! Im "Wintertagebuch" von 1995 zeichnet Valjareviċ auf, wie die Menschen in seiner Umgebung sich über Wasser halten. Er selbst veröffentlicht gelegentlich Kolumnen, arbeitet an einem Drehbuch mit. Ein Stipendium, das er damals eher zufällig bekommt, ermöglicht ihm, der Stagnation für einen Monat zu entkommen. Erst zehn Jahre später veröffentlicht er das Buch, das diese Zeit beschreibt - Como. 30 Tage.