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Dank eines Beitrags der Stiftung Krebsforschung Schweiz beteiligen sich auch Spitäler in der Schweiz an einem internationalen klinischen Versuch mit weltweit über 3500 Patientinnen.
Auf den ersten Blick haben Diabetes und Brustkrebs nicht viel miteinander zu tun. Doch die Idee, einen gegen die Zuckerkrankheit erprobten Wirkstoff auch im Kampf gegen den Brustkrebs einzusetzen, stützt sich auf drei unterschiedliche Beobachtungen. Erstens war Epidemiologen aufgefallen, dass mit Metformin behandelte Diabetikerinnen weniger oft an Brustkrebs erkranken als gesunde Frauen gleichen Alters. Unter den Diabetikerinnen, die trotz ihres geringeren Risikos an Brustkrebs erkrankten, sprachen zweitens diejenigen Patientinnen besser auf die Krebsbehandlung an, die Metformin gegen ihren erhöhten Blutzuckerspiegel einnahmen. Und drittens zeigte sich schliesslich, dass Metformin in Zellkulturen und – in Kombination mit Krebsmedikamenten – auch in Tierversuchen das Wachstum von Krebszellen einschränken konnte.
Metformin ist ein relativ billiges und gut verfügbares Medikament mit wohlbekannten und zudem gut handhabbaren Nebenwirkungen. Deshalb hat sich die Krebsstudiengruppe aus Kanada vorgenommen, den Wirkstoff in einer plazebokontrollierten Doppelblindstudie zu testen. Die Studie wird ohne finanzielle Unterstützung der Pharmaindustrie durchgeführt und sieht vor, dass die Patientinnen nach ihrer Brustkrebsbehandlung während fünf Jahren morgens und abends jeweils eine Pille schlucken. Dabei wissen weder die Patientinnen noch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte, ob die Pillen Metformin beinhalten oder nicht.
Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus den USA und Grossbritannien hat die kanadische Studiengruppe seit dem Jahr 2010 über 3500 Patientinnen in ihren klinischen Versuch eingeschlossen. Auch Spitäler in der Schweiz beteiligen sich – dank des Engagements der International Breast Cancer Study Group (IBCSG) in Bern – an diesem industrieunabhängigen Grossprojekt. Mit dem von der Stiftung Krebsforschung Schweiz gewährten Beitrag hat die IBCSG etwa den Versuch bei der Aufsichtsbehörde Swissmedic eingereicht und den Versand der Studienmedikation sowie der Blut- und Gewebeproben organisiert.
Insgesamt haben die Schweizer Spitäler 50 Patientinnen in die Studie aufgenommen. Neue Patientinnen kommen keine mehr hinzu, denn die für die statistische Auswertung benötigte Anzahl Patientinnen ist nun seit mehr als einem Jahr erreicht. Doch die Behandlung dauert immer noch an – und mit ersten Resultaten ist in frühestens ein bis zwei Jahren zu rechnen. Dann zeigt sich, ob dank Metformin inskünftig vielleicht sogar 88 (statt wie bisher 85) von 100 Frauen mehr als fünf Jahre nach der Brustkrebsdiagnose noch leben.