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Weitere Luftaufnahmen von Seengen
Das Schloss Brestenberg ist ein kleines Schloss südlich von Seengen, etwa 200 Meter vom Ufer des Hallwilersees entfernt. Der älteste Bau des Brestenbergs gehörte ursprünglic dem reichen Samuel Gruner, Dekan und Prädikant zu Seengen.
1622 verkaufte Dekan Samuel Gruner aus Seengen die Liegenschaft Brestenberg für 4500 Gulden an Hans Rudolf von Hallwyl, der drei Jahre später einen völligen Neubau in Auftrag gab. 1710 entstand an der Ostseite des Hofes ein stattliches Ökonomiegebäude. Später ging der Sitz an Hans Jacob von Breitenlandenberg über und gelangte schliesslich 1761 an V.D. von Goumoëns. 1844 erwarb ihn der Arzt Adolf Erismann. Dieser wandelte die Anlage in eine Wasserkuranstalt um und liess zu diesem Zweck einen Saalbau errichten, in dem Aufenthaltsräume und Bäder untergebracht waren.
Das Schloss Brestenberg war für die Gründung einer Kaltwasserheilanstalt wie geschaffen. Seine Lage ist sonnig und der Lindenberg besitzt viele gute Quellen.
Die Kaltwasserheilanstalt war in wenigen Jahren in ganz Europa bekannt, obwohl die Leute nicht fein behandelt wurden. Viele Gäste reisten auf das Schloss an. Die Wasserkuren funktionierten wie folgt: Man wickelte sie in nasse Tücher und liess sie liegen bis der Schweiss aus allen Poren strömte. Dann überschüttete man sie mit kaltem Wasser, rieb sie mit einem Tuch ab und führte sie unter die Regendouche. Um sich zu erholen, mussten sie viel Wasser trinken und hungern. Trotz dieser harten Behandlung wurden die Leute heiter und froh und der Körper erhielt eine neue Frische.
Die in ganz Europa bekannte Anstalt war bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb und diente danach bis in die 1980er als Hotel. Heute ist das Schloss wieder ein Wohnhaus im Besitz der Winterthurer Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, und nicht öffentlich zugänglich.
Das Schloss Brestenberg. Aus,Der Wanderer in der Schweiz. Aquatinta. Basel Maehly & Schabelitz 1835-1842
Bibliographie