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Der Vorkreis oder Preselektor ist ein zusätzlicher Schwingkreis, der bei Kurzwellenempfängern zwischen die HF-Vorstufe und die Abstimmeinheit resp. den ersten Mischer geschaltet wird.
Durch den zusätzlichen abgestimmten Vorkreiswird nur ein kleiner Bereich des Frequenzbands auf den Mischer weitergegeben, durch diese Massnahme verbessert sich das Grossignalverhalten, Spiegelfrequenzen werden ausgeblendet.
Ein Preselektor kann als separates Gerätchen einem Kurzwellenempfänger mit breitbandigem Front End vorgeschaltet werden oder er ist direkt ins Gerät integriert. Die an sich preisgünstige Massnahme verbessert die Grosssignalfestigkeit enorm, bedingt aber einen zusätzlichen Bedienschritt und macht die Bedienung eines Weltempfängers für Laien schwieriger, da er bei jedem Frequenzwechsel auf Maximum nachgestimmt werden muss. Zudem kann ein falsch abgestimmter Preselektor einen Defekt vortäuschen, da bei einer Fehlabstimmung kein Signal mehr „durchkommt“.
Hochwertige (semi-)professionelle Kurzwellenempfänger verzichten teils auf den Preselektor oder machen ihn abschaltbar, um Frequenzwechsel zu vereinfachen. Oft wird eine andere Form der Vorselektion eingesetzt, beispielsweise der Einsatz von automatisch geschalteten Bandfiltern oder in Form eines mechanisch (beispielsweise im Collins R-390A oder elektronisch (im Grundig Satellit 650) mitabgestimmten Vorkreises.