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Die ausdauernde Kletterpflanze hat dicke, fleischige, sehr weit reichende Wurzeln. Aus dem Rhizom und den Wurzeln spriessen zahlreiche längsgestreifte, grüne Stängel. Sie können bis zu 10 m lang werden. Die Laubblätter sind tief dreiteilig gelappt, am Rande einfach gesägt und unterseits sehr fein behaart. Auf den Blattspreiten befinden sich höckerförmige extraflorale Nektarien. Die Blätter sind an langen Blattstielen wechselständig an den Stängeln angeordnet. Aus den Blattachseln entspringen kleine Nebenblätter, feine korkenzieherartige Ranken sowie jeweils eine einzige Blüte, die ebenfalls an einem langen Stiel steht. Die eigenartige Blüte hat einen Durchmesser von etwa 8 cm. Sie besitzt fünf derbe Kelchblätter, die aussen grün und innen weisslich sind und wechselweise mit den fünf weissen Kronblättern von etwa gleicher Grösse angeordnet sind. Innerhalb der Kronblätter befinden sich mehrere strahlig angeordnete Kränze aus feinen Fäden, die innen weiss und aussen violett gefärbt sind und den kleinen Insekten den Weg zum Nektar versperren. Die drei ovalen, gesägten Hüllblätter sind flach ausgebreitet und am Grunde zu einem kelchförmigen Blütenboden miteinander verwachsen. Der Boden richtet sich wie eine Zentralsäule etwa 1 cm hoch auf. Sie trägt den eiförmigen Fruchtknoten mit drei weit auseinander spreizenden Griffeln, die sich am Ende zu einer kopfförmigen Narbe verdicken, und darunter fünf bogig abgespreizte Staubfäden. Die wohlriechenden Blüten sind nur einen bis maximal zwei Tage lang geöffnet.
Aus dem Fruchtknoten reift im Herbst eine eiförmige, gelblich grüne bis blassorange Beere. Die essbaren, aber eher faden Früchte von etwa 6 cm Grösse enthalten zahlreiche faltige Samen, die von einem süsslich schmeckenden, pulpösen Fruchtfleisch umgeben sind. Die Art Passiflora edulis findet als Lieferant der Passionsfrucht (Maracuja, Purpurgrenadilla) kulinarische Beachtung. Sie wird einfach halbiert und ausgelöffelt oder für Fruchtsäfte sowie Fruchtjoghurts eingesetzt. Die Blütezeit ist von Juli–September.