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Die Geschichte des Saab Gripen ist eine Aneinanderreihung von Korruptionsfällen. Sowohl in Tschechien, Ungarn und Südafrika als auch in Thailand: Es gibt keinen einzigen Export, bei dem nicht wenigstens Gerüchte über Schmiergelder aufgetaucht sind.
Mehrere Reporter des schwedischen Fernsehens haben der Korruption im Rüstungsbusiness den Kampf angesagt. Sie bemühten sich über Jahre hinweg um die Aufarbeitung der Korruptionsvorwürfe bei verschiedenen Gripen-Deals und waren dabei äusserst erfolgreich. In Tschechien erzählten Politiker (darunter ein früherer Aussenminister) vor der versteckten Kamera des schwedischen Fernsehens freimütig über Bestechungsgelder, die sie für das Lobbying für den Gripen-Kauf erhalten hatten. In Zusammenhang mit den Bestechungszahlungen laufen immer noch Gerichtsverfahren, unter anderem gegen den bekannten österreichischen Waffenlobbyisten Graf Mensdorff-Pouilly.
Beispiel Südafrika
Die britische BAE musste sich nach dem Verkauf von Gripen an Südafrika mit 325 Millionen Euro von Korruptionsvorwürfen freikaufen, um ein öffentliches Verfahren zu verhindern. In Südafrika selbst wurde ein enger Berater des Präsidenten wegen der Annahme von Schmiergeldern verurteilt. In allen Ländern wurden «Provisionszahlungen» an Mittelsmänner festgestellt, die damit einzelne Politiker und ganze Parteien zum Umdenken bewegten. Von einem Tag auf den anderen entschieden sich die Entscheidungsträger scheinbar spontan für den Gripen-Kauf, obwohl sie vorher entweder keine Kampfjets kaufen wollten oder einen anderen Typ bevorzugten. Ein wenig Geld für die Wahlkampfkasse half da bei der Meinungsbildung.
Kaum eine Branche ist derart korruptionsanfällig wie die Rüstungsindustrie. Es sind hohe Profite zu erhaschen und Intransparenz wird oft mit sogenannten militärischen Geheimnissen legitimiert. Die jahrelange Recherche, die nötig ist, um Korruption beweisen zu können, lohnt sich in jedem Fall.