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Dieser Sammelindikator liefert Informationen zu den als schwierig geltenden Arbeitsbedingungen verschiedener Bevölkerungsgruppen. Atypische Arbeitszeiten (Nacht- und Sonntagsarbeit sowie Arbeit auf Abruf) sind eine Herausforderung für das gesellschaftliche Leben und das Familienleben: Die Kontakte mit dem Freundes- und Bekanntenkreis in der Freizeit und damit die gesellschaftliche Integration gestalten sich schwieriger. Nachtarbeit ist zudem aus gesundheitlicher Sicht belastend, und gesundheitliche Probleme können ebenfalls negative Auswirkungen auf die Beteiligung am sozialen Leben haben.
Im Jahr 2020 waren in der Schweiz 14% der Arbeitnehmenden von atypischen Arbeitszeiten betroffen, d.h. von Nachtarbeit (4%), Sonntagsarbeit (8%) oder Arbeit auf Abruf (6%). Die Analyse nach Migrationsstatus zeigt, dass atypische Arbeitszeiten bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation am häufigsten sind (17% gegenüber 13% für die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und 12% für die zweite oder höhere Generation). Unabhängig von der Form der atypischen Arbeitszeiten (Nachtarbeit, Sonntagsarbeit, Arbeit auf Abruf), weist die erste Generation höhere Quoten auf als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und die zweite und höhere Generation. Der Unterschied zwischen der ersten Generation und der zweiten und höheren Generation ist jedoch in Bezug auf Arbeit auf Abruf nicht signifikant.
Arbeitnehmenden in Dienstleistungsberufen sowie Verkäufer/innen und Anlagen- und Maschinenbediener/innen, aber auch die Hilfsarbeitskräfte deutlich häufiger mit atypischen Arbeitszeiten konfrontiert als die übrigen Arbeitnehmenden.
Welche Bevölkerungsgruppe am stärksten mit atypischen Arbeitszeiten konfrontiert ist, variiert je nach Berufsgruppe nicht signifikant, ausser bei den Bürokräften und verwandten Berufen. Bei dieser Berufsgruppe ist die erste Generation stärker von atypischen Arbeitszeiten betroffen als die übrigen Bevölkerungsgruppen (12% gegenüber 7% bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und 5% bei der zweiten oder höheren Generation).
In allen Grossregionen hat die Bevölkerung mit Migrationshintergrund am häufigsten atypische Arbeitszeiten. Diese Unterschiede sind jedoch nur im Espace Mittelland signifikant.
Tabellen
Definitionen
Zur Kategorie der Arbeitnehmenden mit atypischen Arbeitszeiten gehören alle, die normalerweise Nacht- und/oder Sonntagsarbeit und/oder Arbeit auf Abruf verrichten.
Der Indikator wird berechnet, indem die Zahl der Arbeitnehmenden mit atypischen Arbeitszeiten durch die Gesamtzahl der Arbeitnehmenden geteilt wird.