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13 (2010)
13 (2010)
Oder: Wer wettet heute noch auf Pferde?
Das Leben des Elektrikers Vince (Sam Riley) hat auch schon fröhlicher ausgesehen: Zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester lebt er in ärmlichen Verhältnissen und ist nun gezwungen, zur Finanzierung einer Operation seines Vaters das Haus zu verkaufen. Aber dann glaubt Vince, die Lösung für die Geldprobleme gefunden zu haben. Beim Kabelverlegen bei einem Kunden bekommt er etwas von einem Brief mit, der viel Geld verspricht. Als sein Kunde an einer Überdosis stirbt, nimmt er den Brief an sich und befolgt die Anweisungen, die darin stehen.
Schon bald findet sich Vince irgendwo im Nirgendwo wieder und wird dort von düsteren Gestalten zu einer Villa gebracht. Dort soll Vince um sein Leben kämpfen - oder besser gesagt schiessen. Er wird gezwungen, als Nummer 13 bei einer Art russischem Roulette mitzumachen. Während es für Vince unmöglich erscheint, jemanden zu töten, haben seine Konkurrenten überhaupt keine Skrupel, abzudrücken.
DVD-Rating
Die Absicht eines Regisseurs, Remakes zu seinen eigenen Filmen zu drehen, bringt immer Vor- und Nachteile. Das Gute daran ist, dass er den Stoff am besten kennt und weiss, worauf es ankommt. Die Gefahr ist jedoch, dass es eine 1:1-Umsetzung gibt, die den Kennern des Originals nichts Neues bieten kann (Beispiel: Funny Games). Géla Babluani hat es dennoch gewagt und sein Erstlingswerk 13 (Tzameti) für den amerikanischen Markt neu aufgelegt. Dabei wollte er die Handlung etwas ausschmücken, um mehr Hauptcharaktere zu haben. Doch genau dies stellt sich als Schwierigkeit heraus, war doch das Original so gut, weil man mit der Hauptfigur gefangen war.
Eine solche Massnahme war jedoch zu befürchten, bei der Masse an Stars, die hier am Start sind. Denn einen Jason Statham oder einen Mickey Rourke kann man nicht zu gesichtslosen und stummen Monstern degradieren - die wollen mehr! Deshalb sieht man die Duelle aus verschiedenen Blickwinkeln und wird so gezwungen, mit mehr als nur einer Person mitzufiebern. Im Falle von Rourke funktioniert dies jedoch nicht, da seine Figur in Klischees gehüllt ist und er mit seiner Art auch nicht gerade der grösste Sympathieträger ist. Besser machte man es da schon mit Ray Winstone, deren Rolle zwar etwas oberflächlich gezeichnet, aber deren Hintergrundgeschichte umso tragischer ist. Michael Shannon als Turnierleiter stiehlt jedoch allen die Show: Er darf wieder einmal herrlich übertrieben spielen; für solche Rollen ist er schlicht brillant.
Der eigentliche Hauptdarsteller des Films Sam Riley geht da beinahe unter, manchmal sogar vergessen. Im Original hatte man nur diese eine Figur und man MUSSTE sich an diese halten, weil alle anderen einem fremd waren (und damit war man genau so in der Falle wie der Hauptprotagonist).
Eine Anpassung an den amerikanischen Markt musste man auch bei der ganzen Geheimniskrämerei machen. Schon auf dem Cover und in den ersten Minuten wird klar, was für ein Spiel hier gespielt wird, während man beim Erstling lange im Dunkeln gelassen wurde. Das Spiel selbst ist dann natürlich ein Garant für nervenzerfetzende Spannung. Hier macht man in der Inszenierung wieder alles richtig.
Fazit: Für alle, welche das Original nicht kennen, ist diese Neuverfilmung einen Blick wert. Mit den Nebenschauplätzen hat sich der Regisseur aber keinen Gefallen getan, obwohl es natürlich löblich ist, dass er nicht eine 1:1-Umsetzung gewählt hat. Der Film von 2005 ist zwar auch nicht perfekt, aber den Direktvergleich gewinnt - wie so oft - das Original.
Leute mit einer Surroundanlage werden an den Duellen ihre Freude habe. Beim Spannen der Pistolen hört man das Geräusch sehr schön auf allen Boxen. Für DVD-Verhältnisse bietet das Bild eine sehr gute Qualität. Beim Bonusmaterial hat man hingegen gespart: Die Interviews, welche man separat aufrufen kann, befinden sich auch im Feature "The Making of a Remake". Der Blick hinter die Kulissen ist eine fünfminütige B-Roll ohne Voice-over. Der Trailer und die Texttafeln zu den Darstellern machen den Abschluss.
OutNow.CH:
22.06.2011 / crs
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