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Finnland ist in grossem Mass von importierten fossilen Brennstoffen abhängig und wird dies auch in naher Zukunft bleiben, sind sich die Experten der IEA in ihrem Bericht über die Energiepolitik Finnlands einig. Dies stelle eine grosse Herausforderung für die Versorgungssicherheit dar, der die finnische Regierung jedoch mit geeigneten Massnahmen entgegentrete. So habe die finnische Regierung die Lagerung strategischer Brennstoffreserven für Lieferunterbrüche bis zu fünf Monaten festgelegt. Weiter verfüge Finnland zur Steigerung der Versorgungssicherheit über einen gut diversifizierten Stromproduktionsmix. Zudem habe das Land erfolgreich Programme zur Steigerung der Energieeffizienz angestossen und durchgeführt. Die IEA sieht einzig im Transportsektor noch Verbesserungsbedarf, der nach wie vor in hohem Mass von Öl abhängig ist.
Merkmale der finnischen Energieverbrauchsstrukturen sind ein hoher Anteil von energieintensiven Industrien sowie eine lange Heizperiode, womit Finnland im Vergleich mit sämtlichen IEA-Mitgliedstaaten über den grössten Stromverbrauch pro Kopf verfügt. Diese Kombination habe Finnland jedoch in eine Stärke umgewandelt und eine der weltweit grössten und effizientesten Heizkraftindustrien aufgebaut, die über einen Drittel der Stromproduktion des Landes liefert, betonen die IEA-Experten.
Die finnische Regierung setze in ihrer Langfriststrategie auf zwei Stromproduktionsformen: erneuerbare Energien und Kernenergie. Finnland betreibt gegenwärtig vier Kernkraftwerkseinheiten, je zwei am Standort Olkiluoto und Loviisa. Eine dritte Einheit befindet sich in Olkiluoto in Bau. Das finnische Parlament hatte im Juli 2010 zudem im Grundsatz den Bau von zwei weiteren Einheiten bewilligt. Sollten alle geplanten Kernkraftwerkseinheiten in Finnland gebaut werden, so könnte sich der Atomstromanteil von 28% im Jahr 2010 auf über 30% 2020 erhöhen und bis 2025 sogar rund 60% erreichen, rechnet die IEA in ihrer Länderbewertung vor. Die IEA sieht den Erfolg des finnischen Kernenergieprogrammes unter anderem im grossen Vertrauen, das die Bevölkerung der Regierung entgegenbringt. Die IEA-Experten warnen, dass die Lehren aus der Bauverzögerung bei Olkiluoto-3 unbedingt bei neuen Projekten miteinbezogen werden. Nur so könnten die gesteckten Ziele erreicht werden. Auch müssen die regulatorischen Herausforderungen bei der Bereitstellung von genügend Lagerkapazität für radioaktive Abfälle angegangen und beseitigt werden, empfehlen die IEA-Experten.
Quelle
D.S. nach IEA, Bericht «Energy Policies of IEA Countries – Finland 2013 Review», Mai 2013