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Endlich! Nach einem drei Jahrzehnte dauernden Kampf wird die Todesstraffe von Mumia Abu-Jamal in eine lebenslängliche Freiheitsstraffe umgewandelt. Doch der Kampf geht weiter bis Mumia frei sein wird.
Wie Abu-Jamals Anwälte mitteilten, akzeptierte die Staatsanwaltschaft die Umwandlung der Strafe in lebenslange Haft. Massive Zweifel an seiner Schuld hatten Abu-Jamal zu einer Symbolfigur im Kampf gegen die Todesstrafe in den USA gemacht.
Abu-Jamal war 1982 wegen Mordes an dem weissen Polizisten Daniel Faulkner zum Tode verurteilt worden. Der heute 57-Jährige hatte stets seine Unschuld beteuert. Immer wieder wurd darauf hingewiesen, dass es im Verfahren gegen Abu-Jaml rassistische Motivationen gegeben hat. Der Geschworenen-Jury hatten damals zehn Weisse und nur zwei Afroamerikaner angehört. Zudem sind bekanntlich die Ermittlungen schlampig geführt und Entlastungszeugen nicht gehört worden.
Abu-Jamal, der früher in der afroamerikanischen Black-Panther-Bewegung aktiv war, konnte in seinem Kampf auf ein Netzwerk von Unterstützern auf der ganzen Welt zählen. Anfang 2010 richteten mehr als 7000 Menschen einen Appell an US-Präsident Barack Obama, sich für Abu-Jamal einzusetzen und die
Todesstrafe abzuschaffen. Zu den Unterzeichnern der Petition gehörte unter anderem der Literaturnobelpreisträger Günter Grass.
Jahrelang beschäftigte der umstrittene Fall die Gerichte. Nachdem ein Bundesberufungsgericht in Philadelphia im Jahr 2008 das Todesurteil gegen Abu-Jamal aufgehoben hatte, zog der Bundesstaat Pennsylvania vor den Obersten Gerichtshof in Washington. Der Supreme Court wies den Fall Anfang 2010 wieder an das Bundesberufungsgericht mit dem Auftrag einer Neuprüfung zurück. Dort sollte
eine Jury über das Strafmass befinden.
Seit 27 Jahren sitzt der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal in der Todeszelle und ist für viele zu einem Symbol für den Kampf gegen eine rassistische US-Justiz geworden. Die momentane Lage ist sehr ernst für Mumia, da nun bald über eine Hinrichtung oder lebenslange Haft entschieden wird.
Am 3. April wurde erneut der Antrag auf ein neues Verfahren für Mumia vom Obersten Gerichtshof der USA, dem Supreme Court ohne jegliche Begründung abgelehnt. Im Mumias Fall gibt es zwei Berufungsverfahren, die getrennt voneinander ablaufen, in dem einen geht es um den Vorwurf, dass 1982 im Urteilsprozess rassistische Motive beim Ausschluss schwarzer Geschworenen lagen und in der anderen Berufung geht es um die Todesstrafe.
Das Gericht hat die Wiederaufnahme wegen des Rassismusvorwurfs abgelehnt.
Voice of the Voiceless
Mumia Abu-Jamal, ein revolutionärer Journalist hat nun genau die Hälfte seines Lebens in Haft verbracht. Als Radiojournalist wurde er in Philadephia bekannt als «Voice of the Voiceless»(Die Stimme der Stimmlosen). 1981 wurde Mumia von einem Polizisten Philadelphias beinahe getötet, als er sich bei einem Zwischenfall auf der Strasse einmischte, bei dem sein Bruder von Polizisten zusammen geschlagen wurde. Der Polizist Daniel Faulkner wurde auch angeschossen und starb an seinen Schussverletzungen. Mumia wurde wegen des Mordes angeklagt und vor eine Geschworenen Jury gestellt, die nur aus Weissen bestand. In einem offensichtlich manipulierten Gerichtsprozess wurde Mumia Abu-Jamal 1982 zum Tode verurteilt.
Allerletzte Chance
Robert R. Bryan, der Anwalt von Mumia hat jetzt die allerletzte Chance innerhalb von 25 Tagen Berufung einzulegen. Indes wird der Antrag von der Gegenseite geprüft, in dem über lebenslange Haft oder Hinrichtung entschieden wird.
Die Gefahr einer Exekution bestehe laut Robert R.Bryan aber nicht, solange die Frage der Todesstrafe vom Obersten Gerichtshof nicht entschieden ist. Da aber der Gouverneur Rendell von Pennsylvania nur auf die Gelegenheit wartet die Hinrichtung anordnen zu können, braucht Mumia jetzt jede Menge Unterstützung.