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Das Wichtigste in Kürze
- Polen will noch 2021 mit der Errichtung einer Barriere an der Belarus-Grenze starten.
- Grund dafür ist der Andrang von Migranten aus Krisengebieten.
- Das Land hat bereits einen provisorischen Zaun errichtet.
Polen will noch in diesem Jahr mit dem Bau einer dauerhaften Befestigung an der Grenze zu Belarus beginnen. Die Bauarbeiten sollen an vier Grenzabschnitten gleichzeitig starten. Dies schrieb Polens Innenminister Mariusz Kaminski am Montag auf Twitter.
Es solle rund um die Uhr gebaut werden. Hintergrund ist der Andrang von Migranten aus Krisengebieten. Diese wollen illegal über Belarus in die EU einreisen.
Die Regierung in Warschau und die EU machen dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko Vorwürfe. Dieser soll in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Aussengrenze bringen. Vermutet wird, dass er sich damit für Sanktionen rächen will. Diese hat die EU wegen der Unterdrückung der Zivilgesellschaft und der Opposition in Belarus erlassen.
Polen hat bereits einen provisorischen Zaun errichtet
Polen hat bereits einen provisorischen Zaun entlang der Grenze errichtet. Dabei handelt es sich um einen Stacheldrahtverhau von etwa 2,50 Metern Höhe. Dieser soll nun von einer dauerhaften Barriere von 5,5 Metern Höhe ersetzt werden, die mit Bewegungsmeldern und Kameras ausgerüstet ist. Für das Projekt ist ein Etat von umgerechnet 366 Millionen Euro vorgesehen.
Polnische Regierungsvertreter reden von einer «Barriere» oder «Sperre». Sie vermeiden den Begriff «Mauer», den die Opposition verwendet. Die Grenzbefestigung soll auf einer Länge von insgesamt 180 Kilometern in der Woiwodschaft Podlachien entstehen.
Weiter südlich, in der Woiwodschaft Lublin, bildet der Fluss Bug eine natürliche Barriere zwischen beiden Ländern. Polens Grenze zu Belarus, die auch eine EU-Aussengrenze ist, hat insgesamt eine Länge von 418 Kilometern.