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STIFTSKIRCHE SAINT-LAURENT
DIE STIFTSKIRCHE SAINT-LAURENT IN ESTAVAYER-LE-LAC IST EIN ELEGANTES GOTISCHES BAUWERK. DER GLOCKENTURM PRÄGT DAS STADTBILD. CHORGESTÜHL, GITTER UND ALTAR SIND BESONDERS BEMERKENSWERT.
Zuletzt wurden der Glockenturm mit vier Erkern (Logen aus Putz) und ein Pfeil fertiggestellt. Es heisst, dass darin das schönste Geläut des Kantons hängt. Die acht Glocken wurden zwischen dem XV. und dem XX. Jahrhundert gegossen. Estavayer-le-Lac hatte einen eigenen Glockengiesser: Nachdem man 1865 bei ihm Glocken bestellt hatte, liess sich Charles Arnoux endgültig in der Stadt nieder. Bis 1945, dem Jahr der Elektrifikation der Uhr und der Glocken, lebte der Glöckner im Turm in einem kleinen Zimmer. Das Glockenspiel besitzt eine Reihe von Ritornellen, die entsprechend den Jahreszeiten und dem liturgischen Kalender programmiert wurden. Die untere Etage des Glockenturms war früher für den Späher reserviert.
Die Gemälde im Inneren der Kirche wurden im XVI. Jahrhundert angefertigt. Die Verkündigung aus Molasse stammt vom Anfang des XV. Jahrhundert. Der barocke Hochaltar (1638-1640) ist eines der Meisterwerke des Freiburger Bildhauers Jean-François Reyff. Das aussergewöhnliche Gestühl (Sitze der Priester) und der Sitz des Zelebranten wurden um 1520 von dem Genfer Mattelin Vuarser realisiert.
1530 erwarb der Klerus von Estavayer vier Antiphonen (liturgische Gesetzestexte) aus dem Berner Münster. Die Manuskripte zählen zu den bemerkenswertesten Miniaturen in der Schweiz. Fast 500 Rinder waren nötig, um die 2000 Seiten des nicht vergilbenden Velinpapiers herzustellen.
Eine Kirche, die von mehreren Priestern genutzt wird, wird Stiftskirche genannt.
Im Chorgestühl sind auf einer Serie von Handauflagen Tierköpfe mit offenen Mäulern zu sehen. Ob sie als Karikatur des Gesangs der Kanoniker gedacht waren?