Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03613.jsonl.gz/2958

Mit futuristischer Parade kämpft Grande Rio um die Royalties aus dem Erdöl.
Die Parade der “Acadêmicos do Grande Rio“ in diesem Jahr 2013 war ein Manifest zur Verteidigung des Standpunktes, dass Rio de Janeiro es verdient, aus dem in seinem Bundesstaat geförderten Erdöl den grösseren Anteil an so genannten Royalties (Kommissionen) zu erhalten. Mit einer Parade voller futuristischer Kostüme und gigantischer Wagen verteidigte der Karnevalist Roberto Szaniecki diese Idee. Die Schule ist in Duque de Caxias beheimatet, in deren Region die grösste Raffinerie der Petrobras steht.
Das Thema “Amo o Rio e vou à luta: Ouro negro não sem disputa“ (Ich liebe Rio und ziehe in den Kampf: Schwarzes Gold nicht ohne Streit). Die Parade hatte 3.800 Komponenten, aufgeteilt in 34 Alas.
Einige Wagen zogen die besondere Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Einer davon präsentierte sein Highlight auf einer zwanzig Meter hohen Plattform. Ein anderer, unter dem Titel “Erziehung, Sport und Kunst“ konnte in einem 360-Grad-Winkel bewundert werden. Ganz bunt, präsentierte er acht Akrobaten in vier Würfeln.
Ein Stativ in Form eines riesigen Leguans – konstruiert aus 10.000 bunten Bällchen, begleitete einen Wagen, der das Ökosystem des Meeres darstellte – mit Quallen, die zu schweben schienen.
Zur Eröffnung der Parade, hatte die Schule Taucher engagiert, die mit ihren Füssen in Gummiflossen über die Avenida marschierten. Die Choreographie enthielt auch eine Simulation von Schwimmbewegungen und wurde dirigiert von Jorge Teixeira, von der Tanzkompanie Deborah Colker und dem Ballett des Munizipaltheaters von Rio deJaneiro.
Auch noch in der Front-Kommission eine Allegorie in Form eines U-Bootes, das nach Erdöl suchte. Nach einigen Minuten zeigen sich die Taucher, die Öl finden, was gleich als Sprit für ein Auto verwendet wird, das hinter der Allegorie sichtbar ist, umtanzt von Paaren.
Verônica Lima, die erste “Porta-bandeira“, repräsentierte das schwarze Gold – wichtigste Figur des Themas. Sie tanzte mit dem “Mestre-sala“ Luiz Felipe, der den Ölförderer interpretierte. Beide trugen Kostüme in denen Schwarz vorherrschte.
Der Wagen “Abre-alas“ stellte die Extraktion und Raffinerie des Öls dar. Hier war eine der zentralen Figuren die Schauspielerin Suzana Vieira.
Die “Grande Rio“ ist bekannt als die Schule, in der die meisten Berühmtheiten mitmarschieren. Ausser Suzana Vieira waren zu entdecken: Danielle Winits, Christiane Torloni, Roberta Rodrigues und Mirella Santos. Die Entertainerin und Schauspielerin Ana Furtado, die im vergangenen Jahr als Königin der Perkussion aufgetreten war, konnte wegen beruflicher Kompromisse in diesem Jahr nicht dabei sein.
Profis, die in der Industrie für Naturressourcen arbeiten, wie Elektrotechniker, Petrochemiker und Schiffsbauer wurden in einigen Alas geehrt. Die Ala der Komponisten und der Alten Garde zeigten sich in Ingenieurs-Kostümen.
Angezogen mit High-Tech-Kostümen, schienen einige Mitwirkende auf Ölfässern zu gehen – in Wirklichkeit standen sie auf Stelzen, die in Ölfässern befestigt waren.
Der zweite Wagen sollte dem Publikum zeigen, dass Erdöl die Welt bewegt. Carol Nakamura, die Assistentin von Faustão in seinem Programm “Domingão“, war eine der Musen.
Das zweite Paar “Mestre-sala e Porta-bandeira“ erschienen – er als Polymer-Sucher und sie kostümiert als Polymer.
Ein anderer Sektor widmete sich den Wohltaten und Vorzügen, welche dem Volk durch die Erdöl-Royalties erwachsen könnten: Kindergärten für alle – eine saubere Stadt – mehr Theater und Schauspielhäuser – öffentliche Sicherheit – Parks und Grünanlagen – das waren die Titel einiger Alas.
In einer anderen Allegorie marschierten Patienten und Krankenschwestern der “Associação Brasileira Beneficente de Reabilitaçã“, die die Volksgesundheit repräsentierten.
Die Ala “Strand-Tourismus“ hatte Teilnehmer als Touristen kostümiert, als Referenz für die grösste Besucher-Bewegung, die durch das Geld der Royalties dem Bundesstaat zuteil werden könnte.
Der prämierte Mestre Ciça hatte eine Überraschung mit seiner Perkussion vorbereitet. An bestimmten Abschnitten der Parade präsentierten die 310 Rhythmiker, kostümiert als eine Schul-Musik-Band, plötzlich eine “Lawine“ – sie rannten einige Meter vor, um dann erst wieder mit der Musik zu beginnen.
Die Königin der Perkussion war die Tänzerin Carla Prata, die voranschritt mit einem Kostüm, in dem unzählige Swarovski-Kristalle eingearbeitet worden waren. Der Themen-Samba wurde interpretiert von Nêgo und Emerson Dias.
Die Ala der Baianas erschien in Kostümen, die wie riesige Kandelaber aussahen. Nach Auskunft der Schule repräsentierten sie die “Restauration und Renovation des Glaubens“, als Referenz an die Kirchen, die mit den Royalties restauriert werden könnten.
Der letzte Sektor behandelte die Verhütung von Unfällen und die Erhaltung der Umwelt. Die Schule nahm die Gelegenheit wahr, vor der Zerstörung der Natur zu warnen und zu demonstrieren, was passieren könnte, wenn dieses Thema nicht ernst genommen wird.
Die Samba-Schule “Grande Rio“ wurde 1988 gegründet, ihr Präsident war und der gegenwärtige Karnevalsdirektor Milton Perácio. Die Schule paradierte zum ersten Mal in der Spitzengruppe im Jahr 1991, als sie auf dem letzten Platz landete und zur Gruppe A (Aufsteiger) abstieg. Sie kam zurück in die Spitzengruppe, als sie 1993 Champion der Gruppe A wurde – und hat sich bis heute gehalten.
Ihre besten Positionen waren drei Vize-Champions in den Jahre 2006, 2007 und 2010. Im vergangenen Jahr 2012 landete die “Grande Rio“ auf dem fünften Platz.