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Wie konnte ein Produkt, hergestellt aus einer Bohne aus den Tropen, dafür sorgen, dass die Schweiz auf der ganzen Welt bekannt wurde? Die Geschichte der Schokolade.
Entdeckung des Kakaos in Mexiko
Reisen wir zurück in die Zeit der grossen Seefahrer, als die Eroberer Mexiko betraten und so den aztekischen Herrscher “Moctezuma” trafen. Laut History Spaces bot der Herrscher den Spaniern unter der Führung von Hernan Cortès Schoggimousse (oder eher eine Flüssigkeit aus gemahlenen Kakaobohnen, Chilischoten und Wasser) als Willkommensgeschenk an. Auch wenn das Mousse im aztekischen Stil nicht dem heute bekannten ähnelte, so fanden es die Spanier toll.
Sie erfuhren dann von den Ureinwohnern alles Wesentliche über die Kakaobohne, von der Ernte der Schote (der Frucht des Kakaobaums) bis zum innersten Geheimnis der Frucht: der weisse und sehr bittere Kern. Nach dem Entfernen dessen Schalen kommen die Kakaobohnen zum Vorschein. Sie werden dann geröstet, geschält und zerkleinert, um die Kakaopaste zu erhalten. Die Azteken konsumierten die Kakaopaste wie sie war, aber die Spanier fanden sie ungewöhnlich bitter, sodass sie das Bedürfnis verspürten, einige Gewürze hinzuzufügen.
Entdeckung der Schokolade in Europa
Als die Spanier nach Hause segelten, nahmen sie Bohnen mit nach Spanien, wo sie als Währung zum Handeln verwendet wurden. Aber schnell entdeckten die Spanier die schmackhafte gewürzte und erhitzte Version des Kakaos. Die Entscheidung war schnell getroffen: Dieses köstliche und delikate Produkt muss exportiert werden! Im 16. Jahrhundert genossen königliche Familien und Aristokraten in Europa das exotische und trendige Getränk der Gegenwart: Kakaopulver gemischt mit heisser Milch, Honig und Gewürzen.
Entdeckung der Schokolade in der Schweiz
Herr Henri Escher, Bürgermeister von Zürich, wurde 1679 nach Brüssel eingeladen und probierte dieses seltsame Getränk namens “Heisse Schokolade”, das die ganze High Society zum ersten Mal zu schätzen wusste. Anscheinend schmeckte es ihm so gut, dass er das Rezept in die Schweiz zurückbrachte – mit dem geheimen ehrgeizigen Ziel, mit den Belgiern zu konkurrieren.
Aber in Zürich, Bürgermeister oder nicht, entscheidet man eben doch nicht alles. Noch weniger, wenn es um ein vermeintlich sexuell erregendes Getränk geht! Die evangelische Stadt Zürich hatte den Konsum dieses Getränks mit seinem teuflischen Ruf strengstens untersagt. Bern hingegen hörte von dem Trendgetränk und eröffnete 1792 den ersten Schokoladenladen. Und da haben wir’s – Zürich kann nicht alles entscheiden.
Der köstliche Duft von heisser Schokolade verbreitete sich in kürzester Zeit in der ganzen Schweiz. Schweizer Konditoren wandten sich an die Italiener, um das Handwerk der Cioccolatieri zu erlernen. Etwa an einen gewissen Jean-François Cailler, der dieses Handwerk in Turin erlernt hatte. Eine seiner Kreationen versteckt sich möglicherweise in einem Schrank in jeder Küche.
Aber warum mit unseren lieben italienischen Nachbarn trainieren? Vergiss nicht, dass wir den Italienern eine ganze Reihe, woher all die süssen Gaumenfreuden wie Ferrero Rocher, Mon Chéri und das gesamte Kinder-Sortiment stammen. Wir haben es hier also mit Profis für Schokoladendelikatessen zu tun.
Schweizer Kreativität im Dienste der Schokolade
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kontrollierte die Schweiz dank eines revolutionären Produkts die Hälfte des weltweiten Schokoladenexportmarktes: Milchschokolade. Wir verdanken diese Erfindung zwei Freunden: Daniel Peter, Kerzenmacher und Ehemann von Fanny Cailler (die Welt ist klein), und einem gewissen Henri Nestlé, der sich langsam von finanziellen Schwierigkeiten erholte (wer hätte das gedacht!).
Schweizer Schokoladenmeister geniessen einen Ruf als Innovateure und Unternehmer. Ja, es gab Erfindungen! Die bekanntesten sind die 1826 erfundenen Walzenmühlen von einem gewissen Philippe Suchard, Konditor und Schöpfer der Suchard-Schokolade und überraschenderweise von Sugus (sie sind seit 2008 als schweizerisches kulinarisches Erbe eingetragen!). 1830 hatte Charles-Amédée Kholer die köstliche Idee, der Schokolade Haselnüsse hinzuzufügen. In seiner Schokoladenfabrik gab es einen Lehrling namens Rodolphe Lindt. Nach Abschluss seiner Ausbildung erfand Rodolphe die Mischmaschine, mit der dunkle Schokolade mit dem Namen “Surfin” hergestellt werden konnte.
Schokolade in der heutigen Zeit
Heute hat dieses sehr kleine Land 16 Schokoladeunternehmen. Sie beschäftigen 4’400 Mitarbeitende und erwirtschaften allein auf dem Schweizer Markt einen Umsatz von 1,69 Milliarden Franken (was beweist, dass Bank- und Schokoladenbekanntheit eng miteinander verbunden sind …).
Die andere Hälfte des Umsatzes wird im Ausland getätigt. Die Schweizer sind mit 12 kg Schokoladenkonsum pro Jahr und Kopf die Weltmeister! Aber Schokolade ist nicht schlecht für die Gesundheit, wenn sie sparsam verzehrt wird. Auf VeryWellFit haben wir das Ergebnis mehrerer Untersuchungen darüber gefunden. Schoggi enthält Polyphenole: Antioxidantien, welche die Zellalterung, das Krebsrisiko und Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren. Sie ist auch reich an Magnesium, daher die ihr zugeschriebenen antidepressiven Eigenschaften.
Na, Lust auf Schokolade? Da es die Spanier waren, die Kakao nach Europa brachten, schlage ich ein Rezept für ein typisch spanisches Frühstück vor: Los Churros con Chocolate! Die Seite ist auf Spanisch, aber mit dem Video ist es sehr einfach, den detaillierten Schritten zu folgen. Ich übersetze die Zutaten:
1) Schokolade
Für 2 Personen:
- 175 g Schokolade
- 500 ml Milch oder vegane Alternative
- ½ TL Zimtpulver
- 1 Prise schwarzer Pfeffer
- 1 EL Maisstärke
in eine Schüssel geben.
Ist die Schokolade sehr dick? Herzlichen Glückwunsch, du warst erfolgreich!
2) Churros
Für 10-12 Stücke:
- 250 g Weizenmehl
- 250 ml Wasser
- ½ TL Salz
- 1 EL Olivenöl
- ½ TL Hefe
in Olivenöl anbraten und zum Schluss mit Zucker bestreuen.
Churros in die Schokoladenschüssel tauchen und geniessen!
Und zum Schluss erschien es mir undenkbar, keine Schweizer Schokoladenrezepte anzubieten! Die echte Schweizer heissi Schoggi ist ein Genuss vom Feinsten! Um bei kühlem Wetter wieder aufzuwärmen, empfehle ich nachdrücklich hausgemachte heisse Schokolade! Einen guten Film oder ein Buch, eine Kuscheldecke und eine heisse Schokolade, was kann man mehr verlangen?