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Eigentlich liegen bei mir auf dem Tisch noch genügend Bücher, die gelesen werden wollen. Trotzdem habe ich heute Naomi Kleins Buch “The Shock Doctrin” bestellt. Die kanadische Schriftstellerin vertritt in ihrem Buch eine interessante, kritische These:
Some of the most infamous human rights violations of the past thirty-five years, which have tended to be viewed as sadistic acts carried out by anti-democratic regimes, were in fact either committed with the deliberate intent of terrorizing the public or actively harnessed to prepare the ground for the introduction of radical free-market reforms.
Klein umschreibt dieses Prinzip, das sie anhand von Pinochet’s coup in Chile, dem Massaker auf dem Tiananmen Platz, dem Zusammenbruch der Sowjetunion, den Terroranschlägen vom 11. September, am Irak-Krieg, dem Tsunami in Asien und dem Hurrikan Katrina aufzuzeigen versucht, mit “Katastrophen-Kapitalismus”. Sie stützt sich dabei auf eine Aussagen des US-amerikanischen Ökonomen und Nobelpreis-Träger Milton Friedman:
Only a crisis produces real change. When that crisis occurs, the actions that are taken depend on the ideas that are lying around.
Klein zeigt in ihrem Buch die Parallelen zwischen der Ausnützung des “Body Shocks” bei einer Elektroschoktherapie oder bei Folter um Ziele zu erfüllen mit dem gesellschaftlichen Schock nach einer Katastrophe auf. Ob dieser Vergleich tatsächlich “funktioniert” kann ich natürlich erst beurteilen, wenn das Buch auf meinem Tisch liegt – die Herangehensweise von Klein finde ich jedoch unkonventionel und interessant. Alfonso Cuarón hat zu dieser Thematik einen Kurzfilm hergestellt:
Im übrigen findet man die “CIA Interrogation Manuals” von 1963 und 1983 hier.