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Wenn alles so einfach wäre. In Deutschland hat das Gesundheitsamt 3000 Wohnungen untersucht, deren Bewohner auffallend häufig über Allergien, Atembeschwerden, Kopfschmerzen, brennende Augen oder trockene Schleimhäute klagten. Bei 60 Prozent war unzureichendes Lüften der Hauptgrund für die Beschwerden. Vier Personen, die in einer 90 Quadratmeter grossen Wohnung leben, «produzieren» durch Kochen, Duschen und Schwitzen rund zehn Liter Wasser pro Tag.
Beim Lüften werden Verunreinigungen aus den Wohnräumen entfernt. Der Mensch gibt unter anderem Kohlenstoffdioxid (CO2) an die Umgebung ab, weswegen die Luftqualität in ungelüfteten Räumen sinkt. Beim Lüften werden aber auch Reste von chemischen Substanzen beseitigt, die aus Einrichtungsmaterialien, Bauprodukten entweichen oder von Putzmitteln herrühren.
So lüften Sie richtig
In der warmen Jahreszeit können Sie die Fenster offen stehen lassen. An heissen Tagen lüften Sie am besten nachts und in den frühen Morgenstunden. Anschliessend sollten Sie die die Fenster schliessen, ebenso die Fensterläden oder zieht die Sonnenstoren vor. Pollenallergiker lüften die Wohnung nur in den frühen Morgenstunden oder versehen die Fenster mit einem Pollenschutzgitter.
In Wintermonaten ist dreimaliges gründliches Lüften (Schock- oder Stosslüften) pro Tag angezeigt. Das ist vor allem in neuen und sanierten Gebäuden wichtig. Gründlich lüften heisst: alle Fenster öffnen und 5-10 Minuten Durchzug erzeugen.
Nach dem Kochen, Duschen, Putzen, Malen, nach dem Öffnen der Abwasch-, Waschmaschine oder des Tumblers immer gut durchlüften.
Beschlagene Fenster und Spiegel deuten darauf hin, dass die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Die ideale, relative Luftfeuchtigkeit beträgt höchstens 50 Prozent in Wohnräumen. Zur Kontrolle kann ein Hygrometer hilfreich sein. Ist der Feuchtigkeitspegel zu hoch, schafft Lüften Abhilfe. Dies ist wichtig, damit es nicht zu einem Schimmelpilz-Befall kommt.
Waren viele Gäste zu Besuch, wurde der Tisch mit Kerzen geschmückt oder ein Fondue gegessen, sollten Sie die Wohnung anschliessend gründlich mit Frischluft versorgen.
Die Klassiker
Von mehr als 20'000 Stoffen weiss man, dass sie Allergien auslösen können. Die mit Abstand bedeutendsten Allergene sind Naturstoffe. Wo sich häufig vorkommende Allergene in den eigenen vier Wänden finden und wie sie zu neutralisieren sind, zeigt die folgende Zusammenstellung.
Problem Hausstaubmilben
Personen, die auf Hausstaubmilben sensibilisiert sind, wird empfohlen:
Matratzen mit milbendichtem Überzug beziehen (Encasing).
Duvets, Kopfkissen durch Material ersetzen, das bei mindestens 60°C waschbar ist oder milbendichte Überzüge (Encasing) kaufen.
Bettwäsche wöchentlich bei mindestens 60°C waschen.
Spannteppich durch Bodenplatten, Parkett, Linoleum oder versiegelten Kork ersetzen. Die Böden feucht aufnehmen oder regelmässig staubsaugen (HEPA-Staubfilter). Waschbare Baumwollteppiche wählen.
Schwere Vorhänge durch Storen, Lamellen, waschbare, leichte Baumwollvorhänge ersetzen.
Alte Sofas aus schwerem Stoff oder Samt durch Kunst- oder Ledersofa ersetzen. Sofa mit abnehmbaren, waschbaren Überzügen wählen.
Plüschtiere aus Baumwolle oder Kunstfasern regelmässig waschen oder 48 Stunden in den Tiefkühler legen, um die Milben abzutöten. Die Stofftiere anschliessend waschen.
Offene Regale mit Büchern und Spielsachen durch geschlossene Schränke oder Vitrinen ersetzen.
Pollen und weitere Allergene
Pollenallergiker lüften ihre Kleider über Nacht am besten draussen oder im Badezimmer aus. Die Kleider am Abend nicht im Schlafzimmer ausziehen und deponieren.
An den Fenstern Pollenfilter anbringen, regelmässig feucht reinigen.
Haustiere, Käfige, Aquarium, Terrarium nicht im Wohn-/Schlafbereich halten. Nach Kontakt mit dem Tier die Hände waschen.
Zigarettenrauch ist ein starkes Wohngift, für Raucher wie Passivraucher gleichermassen. Daher nur draussen rauchen.
Bettwäsche aus Frottee kann einen Wärmestau verursachen, auch können die Frottee-Fusel empfindliche Menschen reizen. Dunkle Farben enthalten häufiger Allergene als helle. Daher Bettwäsche aus Baumwolle oder Satin in möglichst hellen Farben wählen. Möglichst heiss waschen.
Vorsicht mit Möbelpolitur, Raumdeodorants, Duftkerzen, Haushalt-Chemikalien, Insektenvernichter, Pflanzensprays und ähnlichem mehr. Nach milden, umweltverträglichen Produkten im Fachhandel fragen.
Problem Schimmelpilze
Schimmelpilze wachsen nur an Stellen, wo es über längere Zeit zu feucht ist. Dies kann an baulichen Mängeln liegen. So kann beispielsweise eine schlecht isolierte Wand, zu kalt sein und Feuchtigkeit anziehen. Aber auch als Bewohner kann man das Entstehen von Schimmelpilz begünstigen beziehungsweise verhindern. Mit folgenden Massnahmen beim Wohnen lassen sich Probleme reduzieren:
Regelmässig lüften, um die produzierte Feuchtigkeit abzuführen.
Stets den Dampfabzug in der Küche und den Ventilator im Bad verwenden. Den Dampfabzug regelmässig reinigen und überprüfen. Filter, wenn nötig ersetzen.
Auf Luftbefeuchter verzichten.
Feuchte Hand- und Frotteetücher nach Gebrauch immer gut trocknen lassen. Auch für Teenager gilt: Keine feuchten, zerknüllten Badtücher auf dem Badezimmerboden lagern.
Keine Wäsche in der Wohnung trocknen.
Topfpflanzen, die Schimmelpilze auf der Erde bilden, mit zwei Zentimeter Vogelsand abdecken.
Komposteimer immer sofort entleeren.