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Ruine alt Bechburg
Beschreibung der Burganlage von J. Zemp 1892
Die von West nach Osten langgestreckte Burgstelle (Fig. 9) liegt auf der schmalen Zunge eines Juragrates, die im Westen jäh abfällt. Eine langgestreckte Felsbank bildet westlich als höchstgelegener Theil den eigentlichen Burgfelsen. Ein an seinem Westende schartig absteigender Grat scheidet den nahezu senkrechten südlichen Absturz vom wild zerküfteten Hange der Nordwestseite. Oestlich setzen sich vor dem Burgfelsen zwei tiefer liegende Terrassen B-C und A ab, deren Nord- und Südseite als waldiges Gehänge sich steil abdacht. Ein (künstlicher?) Einschnitt, der alte Burggraben, isolirt die Stelle im Osten von dem dahinter sich fortsetzenden Bergrücken. Nur von Osten ist der Burgfelsen zugänglich. Der Burgweg führt hier zunächst über einen aus abgestürzten Mauersteinen geschichteten Damm, welcher den ca. 7 m breiten und ca. 4 m tiefen Graben überbrückt und ohne Zweifel die Stelle der alten Zugbrücke einnimmt. Wo der Weg auf die Terrasse A mündet, haben sich die Substructionen eines bei Kauw abgebildeten kleinen viereckigen Thorthurmes erhalten. Die Terrasse A ist halbkreisförmig. Von den 0,60 m starken, nach Kauw ursprünglich gezinnten Umfassungen der Peripherie sind nur Bruchstücke erhalten. Die geradlinige, 30 m lange westliche Basis der Terrasse A wird in ihrem südlichen Theil durch die noch ca. 4 m hohe und 0.80 m starke Stützmauer der höheren Terrasse B gebildet; der nördliche Theil ist durch ein Felsstück begrenzt, das durch Mauerung verstärkt ist. An letzterer Stelle müsste nach Kauw ein zweiter, längs des Nordhanges emporführender Weg auf die Terrasse gemündet haben. Der Aufgang zur zweiten, ca. 5 m höher gelegenen Terrasse B-C führt heute über eine abgestürzte Schuttstelle ihrer östlichen Stützmauer; den alten Zugang dürfte südlich davon eine jederseits von einem runden Balkenloch begleitete, durch Absturz entstellte Oeffnung bezeichnen. Die Terrassc B - C umschliesst den Nordostfuss des eigentlichen Burgfelsens mit einem spitz verlaufenden südlichen (B) und einem rechteckigen westlichen Schenkel C. Von den Umfassungen hat sich ausser der östlichen Stützmauer ein an den Scheitel anstossendes 0,80 m starkes nördliches Stück und der noch 3,50 m hohe westliche Abschluss des rechteckigen Schenkels E erhalten. Derselbe vermittelte den Aufgang zum Burgfelsen. Dieser besteht aus einer in den Felsen gebrochenen Oeffnung (vgl. den Langschnitt Fig. 8); sie war nach Kauw mit einem über die Stelle C Gebauten Thorhäuschen geschützt, das mit einem Pultdache abschloss. Der ca. 3 - 4 m erhöhte Burgfelsen trug eine Doppelanlage (vgl. die Urk. von 1325). Eine östliche "vordere Burg" wird durch einen rechteckigen Zwinger oder Hof G von der "hinteren Burg" H getrennt, welche den westlichen Abschluss bildet. Die vordere Burg war ein langgestrecktes Rechteck (E-F), aus dessen Nordflanke ein Thurm D einspringt. Dieser hat als ältester, vielleicht ins XII Jahrh. zurückgehender Theil der Anlage zu gelten. Das unregelmässige Pentagon wendet seine Spitze der Angriffs (Zugangs-)seite zu. Seine 1,80 m starken, noch bis zu einer Höhe von 3 m erhaltenen Mauern sind aus kleinen, rötlichen Bruchsteinquadern sorgfältig aufgeführt und umschliessen einen heute aufgeschütteten Raum von nur 2,4 m (NS) Breite und 5,10 m grösster (OW) Länge. Der Thurm war schon 1325 von einem "Haus" umschlossen. Kauw gibt dasselbe als ein hohes, polygones, mit Zinnen bekröntes Gebäude. Von der östlichen Parthie E sind drei Reste erhalten: die Spuren einer von Nord nach Süd gerichteten Mauer bei E, ein von Nordwest nach Südost gerichteter Mauerrest, der die Westseite des Zwingerschenkels B beherrsehte, und ein 4 m hohes, 0.75 m dickes Stück, das an der Nordostflanke des Thurmes über dem in den Felsen gebrochenen Eingange ansetzt und die südliehe Begrenzung des Terrassenschenkels E bildet. Das aus grauen, unregelmässigen Bruchsteinen aufgeführte Mauerwerk ist mit dem Thurme D nicht bündig, und dürfte bedeutend jünger sein als dieser. Die südliche Umfassung des "Hauses" ist grösstentheils abgestürzt. Wagners Abbildung zeigt über einer rundbogigen Pforte einen Kleinbogenfries oder eine Reihe von Balkenlöchern. Die auf die Felskante gebauten Umfassungen des westlichen Abschnittes F, südlich nur 0,60 m stark und ca. 0,80 m hoch, nördlich als Fortsetzung der Nordseite des Thurmes auf einen höherragenden schmalen Grat gebaut, biegen an der Westseite gleichmässig ein, ohne indessen dieselbe zu schliessen. Ob sie in ihrer heutigen Gestalt als Umfassungen des den Thurm umschliessenden "Hauses A" gedient haben, ist fraglich. Westlich legt sich als Vorhof oder Zwinger der "hinteren Burg" ein durch Schuttauffüllung geebnetes Plateau G an. Die sturmfreie Nord- und Südseite ist von einer 0,60 m starken, niedrigen Mauer begrenzt, die sich in der Südost-Ecke bündig an die eingebogene Umfassung des Abschnittes F anschliesst. Den westlichen Abschluss bildet die "hintere Burg" H ein fast quadratischer Wohnthurm von 10.25 m nord-südlicher und 13 m west-ösdlicher innerer Ausdehnung. Kauw gibt denselben ungenau wieder. Er war nur von der vorderen Burg her zugänglich (vgl. die Urk. von 1376). Das Bestehen eines unterirdischen Ausganges an der jähen Westseite, der heute durch Stein- blöcke versperrt sein soll, ist zweifelhaft. Von den bis auf ca. 4 m Höhe in ziemlich regelmässiger Bruchsteinmauerung erhaltenen Umfassungen zeigt die 1.20 m starke Nordseite eine kurze Fortsetzung nach Westen. In der 1,55 m starken Westseite befinden sich in ungleicher Höhe zwei einfache Lucken von 1 m innerer und 0.25 m äusserer Öeffnung. Die 2.40 m dicke Südseite besteht aus einer Doppelmauer von je 1.20 m Stärke. In ihrer Mittc zeigt Jenny's Abbildung eine rundbogige Öeffnung, die jetzt nur noch durch eine Absturzstelle bezeichnet ist.
Vielen Dank an F. Brunner, der uns diesen Text von seiner Homepage zur Verfüung gestellt hat.
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