Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03590.jsonl.gz/734

Im Geschäftsleben? Meist gar nicht. Wir tun uns schwer, mit Werten die man nicht in Geld ausdrücken kann. Innovationskraft, Patente, Wissen, Verbesserungen, Nachhaltigkeit, Reputation, Marke. Alles Werte, die mangels einem funktionierenden Markt, nicht in Geld gemessen werden können.
Wie bewertet man eine Arbeitskraft? Eine Bewertung liegt im Nutzen oder in der Wertschöpfung, die eine Arbeitskraft erreicht. Die andere Betrachtung liegt in dem Falle, was ein anderer Arbeitgeber für die gleiche Arbeitskraft bezahlt. Dann gibt es noch die Werte bei einer Arbeitskraft, welche zusätzlichen Nutzen für den Arbeitgeber schaffen können oder sollen, das Potential. Was ist nun eine angemessene Entschädigung?
Eine Arbeitskraft, die eingestellt wurde, eingearbeitet wird und zusätzlich ausgebildet, eine Arbeitskraft, in die investiert wird, wie soll diese bewertet werden?
Die Marke. Welche Wert hat eine Marke? Es gibt Berechnungen und auch Rankings über die wertvollsten Marken. Nehme ich zum Beispiel die Marke adigasser.ch. Was sind die Werte hinter der Marke? Ich setze auf Vielfältigkeit, Einfachheit und Inspiration. Gar nicht so einfach, diese Werte zu bewerten und dann auch die Marke? Wobei adigasser.ch kaum jemand kennt und auch sehr wenige damit konfrontiert werden. Ich würde die Marke samt Website heute für CHF 50’000 verkaufen. Ob sie das Wert ist? Wenn jemand etwas damit anfangen kann und den Preis bezahlt, ja!
Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Punkt. Subjektive Werte sind die eigenen Einschätzungen, die man von sich aus und seinen Vergleichen erstellt. Eine andere Person hat eine andere Einstellung, sieht einen anderen Wert in etwas. Wenn wir nun einen Dritte Person haben und zwei sich auf einen Wert einigen können, dann haben wir einen objektiven Wert.
Hier liegt die Schwierigkeit. Wenn ich mit einer Geschäftsidee, einem Canvas auf einen Investor zugehe, ich habe alles vorbereitet und meine Bewertungen durchgeführt und der Investor sieht sich alles an, schüttelt den Kopf und sagt «Ich sehe das anders». Wenn Du nun auf einen weiteren Investoren zu gehst und er reagiert gleich, dann hast Du womöglich eine Objektive Bewertung und Du musst deine Vorstellung revidieren.
In der Höhle der Löwen stellen sich Jungunternehmer mit ihren Ideen den Löwen und versuchen, ihren Ideen einen Wert zu geben. Sie müssen innert kurzer Zeit die Löwen von sich (Organisation / immaterielle Werte) überzeugen und ebenfalls von ihrer Leistung (Produkt oder Dienstleistung, berechenbar). Mittels Marktstudie, Potentialanalyse und Deckungsbeitragskalkulation lässt sich ein Produkt als solches gut bewerten. Aber die Softfaktoren wie auch die Marke, Design, Opportunität, das sind alles nicht berechenbare Werte.
Werte entstehen, wenn zwei sich darüber einig sind. Wenn ein Unternehmen Werte schaffen will, dann sollte das Unternehmen, Mitarbeiter, Kunden und Umfeld, die Werte anerkennen. Ansonsten ist es wie ein Businessplan oder Canvas, dass in der Schublade bleibt. Es erhält keinen Wert.