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Die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Traditionellen Chinesischen Medizin ist äusserst komplex und wurde über Jahrtausende hinweg weiterentwickelt. Grundsteine für die TCM legten insbesondere zwei chinesische Lehren. Die eine bezieht sich auf Gegensätze und die andere versucht das Dasein in logische Kategorien einzuordnen.
1. Yin-Yang Theorie
Die chinesische Medizin basiert auf der jahrtausendalten chinesischen Philosophie des Daoismus, auch Taoismus genannt. Neben dem Buddhismus und Konfuzianismus ist der Taoismus eine der weit verbreitetsten Religionen (bzw. Weltanschauungen, Philosophien) in China. Der Taoismus beinhaltet das Wissen um das Tao. Die Chinesen sehen Tao als ein allumfassendes Prinzip an, welches die inneren Gesetzmässigkeiten sowie die Natur ordnet. Symbolisiert wird Tao durch einen Kreis und einer Linie - beide Formen haben weder einen Anfang noch ein Ende. Das gesamte Dasein beruht auf dem Tao, auf Gegensätzen, davon gingen die gläubigen Chinesen aus. Sie entwickelten die Yin-Yang-Theorie, welche einst zentraler Ausgangspunkt für die Entwicklung der Traditionellen Chinesischen Medizin war.
Info: Yin bedeutet ursprünglich so viel wie „die schattige Seite eines Hügels.“ Mit Yin wird Dunkelheit, Kälte, Ruhe, Passivität und Weiblichkeit verbunden. Yang wiederum, steht für „die sonnige Seite eines Hügels.“ Mit Yang wird Licht, Wärme, Erregung, Aktivität und Männlichkeit verbunden.
2. Die Lehre von den fünf Wandlungsphasen
Ebenso wichtig für die Entwicklung der Traditionellen Chinesischen Medizin war die Lehre von den fünf Wandlungsphasen. Diese entstand, um alle ungewöhnlichen Erscheinungen in ein möglichst logisches System einordnen zu können. Die alten Chinesen suchten dafür vor allem Vorbilder in der Natur. Die fünf Wandlungsphasen lauten daher: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Alles was in der Natur vorkommt, ordneten die TCM-Gelehrten in fünf unterschiedliche Kategorien, welche zudem aufeinander aufbauten, bis sich der imaginäre Kreis zu schliessen begann.
Wie können Sie sich das genauer vorstellen? Ein Beispiel: Das Leben beginnt mit der Geburt (Holz), darauf folgt Wachstum (Feuer), Blütezeit (Erde), Reifung (Metall) und endet mit dem Tod (Wasser). In dieses beispielhafte System der Wandlungsphasen kann so gut wie alles eingeordnet werden, sogar der Mensch als Individuum: Angefangen von Organen, Körperteilen, Geschmacksrichtung bis hin zu Gefühlen und Gedanken. Mithilfe dieser Lehre war eine Basis für die ordentliche Diagnose und anschliessende Behandlung für die Traditionelle Chinesische Medizin geschaffen.
Der Mensch als Teil des Ganzen
Beide Systeme, die Yin-Yang Theorie sowie die Lehre von den fünf Wandlungsphasen, nutzten die alten Chinesen dazu, Erklärungen für abstrakte Dinge oder Krankheiten zu finden. Auf den Körper bezogen bedeutet diese Lehre, dass ein Mensch nur gesund sein kann, wenn seine Lebensenergie, Qi genannt, ohne Blockaden durch den gesamten Körper fliessen kann. Wird die Lebensenergie durch Störungen blockiert oder fliesst das Qi in eine falsche Richtung, entstehen Beschwerden oder Krankheiten.
Grzndlagen: Energieleitbahnen im Körper (Meridiane)
In der Traditionellen Chinesischen Medizin entwickelte sich ebenso die Ansicht, dass der Körper von Energieleitbahnen durchzogen ist - Meridiane genannt. Meridiane sind, eigenständig von Blutbahnen und Nerven, Kanäle in unserem Organismus. Durch sie fliesst das Qi hindurch, unsere Lebensenergie. Bislang konnten Studien nicht beweisen, dass Meridiane im Körper wirklich existieren. TCM-Therapeuten und TCM-Ärzte gehen allerdings davon aus, dass energetische Prozesse im Körper nicht sichtbar sind.
Info: Insgesamt gibt es zwölf Meridiane, die nach einem Organ benannt sind. Hinzu kommen acht Sondermeridiane.
Eine Therapie mit der Traditionellen Chinesischen Medizin kann ganz unterschiedlicher Art sein. Wie eine Störung im Körper entsteht, darüber sind sich die TCM-Therapeuten jedoch einig. Lesen Sie, wie der Therapeut bei seiner Behandlung an Ihre Beschwerde herangeht, wie er zu seiner Diagnose kommt und was laut TCM, Krankheiten hervorrufen kann.
Wie entsteht laut TCM eine Beschwerde im Körper?
Der Körper ist laut Traditioneller Chinesischer Medizin kein fragiles Gebilde, sondern kann Störungen im Energiefluss lange Zeit ohne zusätzliche Hilfe ausgleichen. Denn die Organe unterstützen sich gegenseitig meist ausreichend, sodass keine akuten Beschwerden entstehen. Erst wenn der Energiefluss zu lange oder zu stark beeinträchtigt ist und Organe die Ungleichgewichte nicht mehr harmonisieren können, kommt eine Therapie zum Einsatz.
Wie verläuft die Therapie?
Der Therapeut stellt zunächst eine Diagnose, um im Vorfeld die Ursachen der Beschwerden feststellen zu können. Damit dem Therapeuten bestmöglich gelingt, setzt er seine Sinne ein, um Symptome benennen und somit Rückschlüsse auf die Organtätigkeit ziehen zu können. Er versucht ebenso den Lebensfluss in den Meridianen auszumachen und zu erkennen, wo dieser gestört ist. Die Traditionelle Chinesische Medizin benötigt bei der Diagnose keinerlei Instrumente. Im Fokus steht, den Patienten zu befragen, seinen Körper genau zu betrachten und durch Berührungen oder durch Abtasten mögliche Ursachen der Beschwerden von Aussen erkennen zu können.
1.) Das Vorgespräch
Ein Gespräch kann Aufschluss darüber geben, in welchem Zustand sich Ihr Körper befindet. Hat er Fieber oder Schüttelfrost? Leidet er durch eine ungesunde oder falsche Ernährung an Verdauungsproblemen? Wie verhält es sich mit Ihren Schlafgewohnheiten, Ihren Träumen oder Ihrem Sexualleben? Sobald der TCM-Therapeut Antworten auf möglicherweise diese Fragen erhalten hat, ordnet er die BEschwerden in das Yin-Yang-System und in das System der fünf Wandlungsphasen ein.
2.) Die Betrachtung
Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine ganzheitliche Lehre, die Rückschlüsse auf den Ursprung einer Beschwerden ebenfalls mithilfe von äusseren Faktoren zieht. Es kann in den Mund geschaut werden, um den Speichel, den Schleim und die Zungenfarbe, aber auch die Zungendicke, Feuchtigkeit und dessen Form zu begutachten. Die Gesichtsfarbe wiederum kann dem Therapeuten Hinweise auf mögliche Erkrankungen im Innern des Körpers liefern. Die einzelnen Auffälligkeiten ordnet der Therapeut daraufhin verschiedenen Organen zu. Die Zungenmitte beispielsweise, kann auf Beschwerden an der Milz und im Magen hinweisen. Die Zungenspitze hingegen kann mit Herzproblemen in Verbindung gebracht werden.
3.) Das Abtasten
Mit seinen Händen wird der TCM-Therapeut nun einzelne Körperstellen, verschiedene Hautareale sowie unterschiedliche Reizpunkte abtasten und deren Beschaffenheit feststellen. Ebenso ist es möglich, dass der TCM-Therapeut Ihren Puls fühlt (wieder ganz ohne Hilfe von Geräten) und dessen Qualität mit angelernten Techniken bestimmt. Auch dadurch gelingt es ihm, auf mögliche Ursachen der Beschwerden schliessen zu können.
Was löst laut TCM Krankheiten aus?
Die Traditionelle Chinesische Medizin stützt sich für Erklärungen besonders gerne auf die Natur sowie deren Phänomene und bezieht diese auf die Medizin. Dabei unterscheidet die Traditionelle Chinesische Medizin „sechs bösartige Einflüsse“ und „sieben Emotionen.“
Info: Wind, Kälte, Feuer oder Hitze, Feuchtigkeit, Trockenheit und Sommerhitze haben laut Traditioneller Chinesischer Medizin einen bösartigen Einfluss auf den Körper. Zu den „sieben Emotionen“ gehören Freude, Ärger, Traurigkeit, Kummer, Schwermut, Angst und Furcht.
Wind beispielsweise steht für plötzliche Schmerzen oder Migräne. Kälte hingegen löst Verspannungen aus und Sommerhitze erzeugt hohes Fieber und Schweissausbrüche. Feuchtigkeit ist dafür verantwortlich, dass Sie sich schwer und erschöpft fühlen, Trockenheit führt zu Husten oder zu spröder Haut und Hitze erzeugt Unruhe oder brennende Augen. Diese und viele weitere Erkenntnisse und Erklärungen für Erkrankungen beruhen auf der TCM-Lehre.
Ebenso können "die sieben Emotionen" Beschwerden und Krankheiten auslösen. Ähnlich wie es sich mit der Ernährung und der Bewegung verhält, nehmen Emotionen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Wenn diese uns zu lange fehlen oder in einem Übermass vorhanden sind, werden wir laut TCM krank. Die Emotionen lassen sich wiederum den fünf Wandlungsphasen und den Yin-Organen zuordnen. Auch hier zeigt sich wieder, dass in der Traditionellen Chinesischen Medizin vieles in Verbindung zueinander steht. Ein weiteres Merkmal ist, dass in der TCM nach Harmonie gestrebt wird und wiederum Disharmonie als ein Zeichen von Krankheit und Unwohlsein gedeutet wird.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt die Traditionelle Chinesische Medizin als medizinische Disziplin an und veröffentlichte eine Liste mit einer Auswahl an Indikationen, die sich mit Traditioneller Chinesischer Medizin effizient behandeln lassen.
1. Orthopädische Erkrankungen
- Arthritis
- Arthrose
- chronische Rückenschmerzen
- Rheumatische Erkrankungen
2. Erkrankungen der Atemwege
- Asthma
- chronische Bronchitis
- Stirn- und Kieferhöhlenentzündung
3. Allergien und Hauterkrankungen
- Ekzeme
- Heuschnupfen
- Gürtelrose
- Neurodermitis
- Schuppenflechte
- Wundheilungsstörungen
4. Erkrankungen des Verdauungstraktes
- Durchfall
- Reizdarm
- Verstopfung
5. Gynäkologie
- Fruchtbarkeitsstörungen
- Menstruationsbeschwerden
- Schwangerschaftsbegleitung
6. Psychosomatische Krankheiten
- Angst- und Belastungsstörungen
- Depressionen
- Schlafstörungen
- Stress
7. Urologische Erkrankungen
- Blasenentzündung
- Inkontinenz
- Prostatitis
8. Innere Erkrankungen
- Anämie
- Diabetes
- hoher oder tiefer Blutdruck
- Übergewicht
9. Störungen des Immunsystems
Anfälligkeiten für Infektionskrankheiten und Erkältungen
Methoden im Überblick: Die fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin
Wenn Sie nach Therapiemethoden aus der Alternativmedizin suchen, werden Sie häufig auf den Begriff Traditionelle Chinesische Medizin stossen. Denn die TCM prägte mit seinem umfassenden Medizinsystem viele mittlerweile geläufige und anerkannte Therapiemethoden.
Insgesamt gibt es fünf Säulen, auf denen die TCM steht:
- Akupunktur bzw. Moxibustion und Akupressur
- Ernährung und der Lebensstil nach TCM (Diätetik)
- Arzneimitteltherapie (Phytotherapie, Kräutermedizin)
- Tuina (Fussreflexzonenmassage)
- Qi-Gong und Tai Chi
Weitere Methoden aus der Traditionellen Chinesischen Medizin
Zu den bekanntesten Methoden, deren Ursprünge auf die Traditionelle Chinesische Medizin zurückgehen, zählen:
Die Traditionelle Chinesische Medizin ist ein ganzheitlich orientiertes Medizinsystem mit einem Erfahrungsschatz von über 2000 Jahren.
Die ganzheitliche Methode Akupunktur ist wohl die bekannteste TCM-Behandlungsform in Europa. Bei dieser Heilmethode werden Akupunkturnadeln an bestimmte Körperregionen gesetzt, die auf den Meridianen liegen. Durch den Reiz der Nadeln wird unser Energiefluss wieder in Bewegung gesetzt und unterschiedliche Beschwerden sollen somit gelindert werden.
Auch bei der Akupressur steht der Energiefluss im Fokus einer Behandlung. Der grösste Unterschied zur Akupunktur ist bei der Akupressur, dass nicht durch Nadeln, sondern mithilfe von Fingerdruck der Energiefluss „Qi“ wieder angeregt wird, um körperliche und seelische Blockaden zu lösen.
Die Moxibustion wählt denselben Ansatz wie die Akupunktur und Akupressur. Die Moxibustion aktiviert vor allem durch die Kraft der Wärme die Selbstregulierungskräfte im Körper. Das bedeutet, heisses Moxa-Kraut wird in Form von Kegeln oder Kugeln auf bestimmte Hautareale gelegt oder an Akupunkturnadeln geheftet. Manchmal verwenden Therapeuten auch sogenannte Moxa-Zigarren, dessen Spitze nur an die Haut gehalten wird. Die Wärme, welche dann durch die Haut hindurch in die Meridiane strömt, reizt Muskeln und Gewebe und regt den Energiefluss an.
Die Chinesische Diätetik ist eine Nahrungsmitteltherapie. Damit der Körper mit genügend Energie versorgt wird, ist die richtige Ernährung nach TCM eine wichtige Grundlage. Sowohl als Präventivmassnahme als auch zur Minderung gegenwärtiger Beschwerden kommt die Chinesische Diätetik zum Einsatz.
Verschiedene Lebensmittel haben laut Traditioneller Chinesischer Lehre eine unterschiedliche Wirkungsweise. Aus diesem Grund lassen sie sich therapiebegleitend oder vorbeugend einsetzen. Den fünf Geschmacksrichtungen süss, sauer, scharf, bitter und salzig werden in der TCM verschiedene Wirkungsbereiche zugeschrieben. Der Geschmack eines Lebensmittels bestimmt demnach, welche Organe und Organfunktionen das Lebensmittel stärkt.
Nicht ganz so bekannt bei uns, dafür in China weit verbreitet, ist die Arzneimitteltherapie. Sie umfasst unter anderem die Gebiete Phytotherapie und Kräutermedizin. In China werden noch heute etwa 80 Prozent aller TCM-Patienten mit der Arzneimitteltherapie behandelt.
Bei dieser Arzneimitteltherapie wird ausschliesslich mit Pflanzen und Pflanzenteilen (Blättern, Blüten, Wurzeln, Rinden) behandelt. Daher ist diese Methode eng verwandt mit der Naturheilkunde. Wichtig für die Arzneimitteltherapie: Kräuter und Substanzen werden nach bestimmten Prinzipen miteinander gemischt und dadurch individuell auf den Klienten abgestimmt. So wird zum Beispiel die Ringelblume verwendet, um Leber-Qi-Stagnationen zu lösen. Auch bei Drüsenschwellungen, Magengeschwüren oder Frauenerkrankungen berufen sich die TCM-Therapeuten gerne auf die heilende Kraft der Ringelblume.
Auch bei Erkältungen (ätherische Öle inhalieren), Magen-Darmbeschwerden (mit Feige behandeln), Nervosität (durch Baldrian entspannen) oder bei verschiedenen Hautproblemen (mit Eichenrinde therapieren) kommt die Arzneimitteltherapie zum Einsatz.
Info: Mithilfe von Tinkturen, Salben, Tees, Aufgüssen, Trockenextrakten oder Umschlägen wird eine Beschwerde stets individuell behandelt.
Tuina ist eine traditionelle, chinesische Massagetechnik. Der Name stammt von „Tui“, was schieben bedeutet, „na“ wird mit greifen übersetzt.
Neben punktuellem Druck kommen Techniken wie Kneten, Streichen, Greifen, Klopfen und Griffe aus der Chiropraktik zum Einsatz, um den Energiefluss Qi anzuregen. Auch bei der Tuina-Massage orientiert sich der Therapeut an Akupunkturpunkten und Meridianen. Insgesamt gibt es 18 unterschiedliche Griffe bei der Tuina-Massage sowie etwa 300 Einzelgriffe.
Die chinesische Fussmassage behandelt neben den Akupunkten auch die reflektorischen Zonen. Bei uns ist diese Therapieform besser bekannt als Fussreflexzonenmassage. Die Fussreflexzonentherapie ordnet verschiedene Bereiche am Fuss bestimmten Organen zu. Wie auf einer Landkarte liegen die sogenannten Reflexpunkte auf der Fusssohle verteilt. Durch die Massage dieser Zonen soll die Organfunktion verbessert und die Selbstheilungskräfte angeregt werden.
Qi-Gong und Tai Chi kommen in der Kampfkunst, der Meditation und in der Medizin zur Anwendung. Beide Methoden bestehen aus zahlreichen Übungen für Körper, Geist und Seele und sollen ebenfalls die Selbstregualtion im Körper anregen.
Das Wort „Qi“ kann mit Lebensenergie übersetzt werden und „gong“ bedeutet so viel wie diszipliniertes Üben. „Tai Chi“ hingegen wird mit „der feste Balken“ übersetzt.
Qi-Gong ist integraler Bestandteil der TCM und besonders als präventive Massnahme geeignet. Wer Qi-Gong oder Tai Chi übt, verfeinert seine Selbstwahrnehmung und nimmt körperliche sowie psychische Befindlichkeiten bewusster wahr.
Shiatsu
Shiatsu ist eine ganzheitliche und sanfte Behandlungsmethode und wirktdurch präzise Berührungen, Dehnungen und Druckausübung entspannend auf den Körper. Shiatsu soll ausserdem seelische Blockaden lösen und Energie anregen.
Der Shiatsu-Therape gibt dem Körper während der Behandlung jene Impulse die er benötigt, um die Energien wieder frei fliessen zu lassen. Dies soll Selbstheilungskräfte aktivieren und Ungleichgewichte ausgleichen. Shiatsu wird vor allem angewendet, um das Immunsystem zu stärken. Eine Behandlung wirkt ebenfalls bei akuten oder chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Verspannungen, Stress, Trauma, Unwohlsein sowie bei der Unterstützung innerer und äusserer Prozesse und Veränderungen (etwa bei Wechseljahresbeschwerden). Während der Schwangerschaft und nach der Geburt unterstützt Shiatsu den aktiven und regenerativen Aufbau der Qi-Funktionen.
Gua Sha
Gua Sha ist eine Schmerztherapie und zugleich eine beliebte Massagetechnik aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Schabmassage, die schmerzende Körperareale mit unterschiedlichen Kämmen aus Büffelhorn bearbeitet. Bei einer Behandlung der Wirbelsäule verwendet der Therapeut beispielsweise tulpenförmige Kämme. Gua Sha soll die Durchblutung fördern und somit den Stoffwechsel anregen sowie unser Immunsystem stärken. Kreislaufbeschwerden oder Kopfschmerzen werden besonders effektiv mit Gua Sha behandelt.
Schröpfen
Die Schröpftherapie arbeitet mit sogenannten Schröpfgläsern, welche an die Haut angelegt werden und kleine Blutergüsse erzeugen. So werden Selbstheilungskräfte im Körper aktiviert. Es gibt drei unterschiedliche Methoden in der Schröpftherapie: Das trockene Schröpfen, das blutige Schröpfen und die Schröpfmassage. Die drei Formen können bei den unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt werden.
Die Traditionelle Chinesische Medizin entwickelte die Schröpftherapie aus dem antiken Ägypten weiter, um Blockaden zu lösen und um die Haut, das Bindegewebe und die Muskulatur zu lockern oder zu durchbluten.
Atemtherapie
Die Atemtherapie ist eine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin, die Atmung und Körperempfindungen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen soll. Bei einer Therapie werden individuelle Ressourcen erkannt und der Atem wird den Bedürfnissen wieder angepasst. Dieses Verfahren soll die persönliche Entfaltung ermöglichen und unentdeckte Potenziale über die Atemarbeit fördern. Stress und Anforderungen können somit besser bewältigt werden.
In der Atemtherapie gibt es ebenso verschiedene methodische Ansätze wie zum Beispiel Wahrnehmungsübungen, Aufmerksamkeitstraining oder Atem- und Bewegungsübungen.
Die deutsche „Klinik am Steigerwald“ hat die Therapieerfolge ihrer Patienten, welche mit TCM behandelt wurden, einmal genauer überprüft. Nachdem die Patienten entlassen wurden, stellten die Wissenschaftler fest, ob sich ihr Zustand deutlich gebessert, leicht gebessert, leicht verschlechtert, verschlechtert hat oder unverändert blieb.
Ausgewertet wurden 1'972 Patienten, die zwischen 1999 und 2007 stationär mit der Traditionellen Chinesischen Medizin behandelt wurden. Von 74% dieser Patienten wertete das Team eine Nachbefragung von bis zu einem Jahr aus. In der Zeitschrift "Forschende Komplementärmedizin" sind im Dezember 2010 dazu die Ergebnisse veröffentlicht worden.
1.) Beschwerden am Bewegungsapparat
Die Studien zeigen, dass bei insgesamt 46% der Patienten die Beschwerden am Bewegungsapparat deutlich vermindert wurden. Durch die Therapie mit TCM, haben sich die Beschwerden bei nur 7% der Patienten verschlechtert.
2.) Müdigkeit und Erschöpfung
Des Weiteren wurde dokumentiert, wie Patienten mit Müdigkeits- und Erschöpfungszuständen auf eine TCM-Therapie reagieren. Die Studie zeigt, 58% der Patienten konnten ihre Energielosigkeit deutlich verringern. Bei 20% der Patienten blieb die Behandlung mit TCM erfolglos.
3.) Störungen der Temperaturregulation
Durch eine Behandlung mit Traditioneller Chinesischer Medizin konnten bei 45% der Patienten Störungen der Temperaturregulation deutlich verbessert werden. 17% der Patienten bemerkten leichte Besserung und bei 25% der Patienten blieb die Behandlung erfolglos.
4.) Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich
Auch die Behandlung bei Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich wurde untersucht. 52% der Patienten mit Kopf- und Nackenbeschwerden konnten durch eine TCM-Behandlung eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden verzeichnen. 17% der Patienten verspürten eine leichte Besserung und bei 8% der Patienten verschlechterte sich der Zustand.
5.) Nervosität und innere Unruhe
Etwa 62% der Patienten mit Unruhe und Nervosität bemerkten eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden nach einer TCM-Behandlung. Leichte Verbesserungen spürten 15% und bei 16% der Patienten blieb der Zustand unverändert.
6.) Störungen mit dem Verdauungssystem
Eine TCM-Behandlung hatte bei 53% der Patienten mit Verdauungsbeschwerden einen deutlichen Erfolg. 14% der Patienten bemerkten leichte Erfolge und bei 22% blieben die Verdauungsstörungen unverändert.
7.) Schlafstörungen
47% der Patienten mit Schlafstörungen, konnten nach einer TCM-Behandlung deutliche Entlastung spüren. 28% der Patienten behielten ihre Schlafprobleme und bei 15% konnte ein leichter Erfolg verzeichnet werden.
8.) Essstörungen
Ganze 73% der Patienten mit Essstörungen konnten nach der Behandlung mit der Traditionellen Chinesischen Medizin deutliche Verbesserungen ausmachen und 10% empfanden leichte Verbesserungen ihrer Beschwerden.
9.) Erkrankungen des Immunsystems / Allergien
Hierbei zeigte sich, dass bei 67% der Patienten mit Erkrankungen des Immunsystems deutliche Verbesserungen spürbar waren. 11% erzielten leichte Verbesserung und bei 17% zeigte sich keine Wirkung durch eine TCM-Behandlung.
10.) Depressionen
Bei 70% der Patienten, die an Depressionen litten, konnten deutliche Erfolge verzeichnet werden. Bei 12% wurden leichte Erfolge festgestellt und 14% konnten keine Verbesserungen feststellen.
Seit Anfang 2012 gehören fünf verschiedene Methoden der Komplementärmedizin zum Leistungskatalog der obligatorischen Grundversicherung in der Schweiz: Die anthroposophische Medizin, die Homöopathie, die Neuraltherapie, die Phytotherapie und die Traditionelle Chinesische Medizin.
Trotz dieser Regelung ist es ratsam eine Zusatzversicherung abzuschliessen. Grund dafür ist, dass nur Behandlungen von der Grundversicherung vergütet werden, wenn sie von einem Arzt mit einer Zusatzausbildung im Bereich der Komplementärmedizin therapiert werden, berichtet die Schweizerische Eidgenossenschaft.
Doch diese Fachpersonen machen nur einen Bruchteil der insgesamt circa 10.000 nichtärztlichen Therapeuten der Komplementärmedizin aus. Sollten Sie sich also dazu entschliessen, sich von einem Therapeuten mit Ausbildung und nicht mit Studienabschluss behandeln zu lassen, müssen Sie die Kosten für die Behandlung nach TCM eventuell selbst tragen.
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