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Dieser erste, in schalungsrohem Beton gebaute Sakralbau der Schweiz gilt als architektonischer Meilenstein der Moderne, seine Bedeutung reicht weit über die Landesgrenzen hinaus. Karl Moser hat unzählige Kirchen errichtet und sich dabei im Stil stets weiterentwickelt. Die Antoniuskirche markiert den Höhepunkt seines sakralen Schaffens. 1987 wurde die Antoniuskirche unter Denkmalschutz gestellt, 2010 Karl Mosers Gesamtwerk von der ETH Zürich monografisch gewürdigt.
Chronologie
Die Antoniuskirche wurde zwischen 1924 und 1927 vom Architekten und ETH-Professor Karl Moser geplant und von der Baufirma Gustaf Doppler und Sohn realisiert. Am 13. September 1931 wurde das Gotteshaus konsekriert. Zwischen 1985 und 1991 folgte eine umfassende Renovation des Baus und die schadhaft gewordenen Sichtbetonwände wurden saniert.
Lage
Die Antoniuskirche befindet sich im Nordwesten der Stadt Basel innerhalb des seit dem letzten Jahrhundert stetig gewachsenen, ehemaligem Arbeiterquartiers St. Johann. Der Sakralbau zieht sich traufständig entlang der verkehrsreichen Kannenfeldstrasse, er ist Teil einer Blockrandbebauung.
Beschreibung
Der längsrechteckige Baukörper misst 60 mal 22 Meter, ist mit einem Satteldach gedeckt und ebenso wie seine Nachbarn traufständig positioniert. Die Antoniuskirche besteht aus schalungsrohem Beton. Die schmucklosen Längsseiten sind mit grossen Glasfenstern akzentuiert, die über leicht vorkragenden Beichtstuhlnischen ansetzen. Eine Nische birgt einen Nebeneingang. Im Norden beschliesst ein leicht hervortretender, aus gestaffelten Wandscheiben geformter Turm die Anlage. Der Turm endet in einem hoch aufragenden Betonkreuz. Im Bereich der Schallarkaden sind die Wandscheiben im Raster durchbrochen. Die Haupterschliessung erfolgt über eine Hofdurchfahrt im Süden. Betonrippen, die an ein gotisches Gewändeportal erinnern, verweisen auf den Durchgang. Der folgende Innenhof ist mit einem Posaunenengel von Max Varin geschmückt.
Dank des akzentuierten Durchgangs kann die Antoniuskirche über die Mittelachse erschlossen werden. Der Innenraum präsentiert sich als eine hohe, dreischiffige Halle. Die kassettierte Tonnenwölbung des Mittelschiffs ruht auf schlanken Betonpfeilern. Der gerade schliessende Chor an der Nordseite besitzt die gleiche Breite wie das Mittelschiff und ist von Nebenräumen flankiert. Als Pendant fungiert auf der Südseite eine fein mit dem konstruktiven Raster verwobene Orgelempore. Die bunten Glasmalereien von Hans Stocker und Otto Staiger illustrieren das Leben Jesu Christi und des heiligen Antonius. Die farbigen Scheiben sind die wichtigste Zier des Sakralraums. Vom Blau, ins Grün, ins Gelb changierend illuminieren sie den schalungsrohen Sichtbeton und vermitteln dem Raum eine sphärische Wirkung. Die Seitenwände sind mit Kreuzwegstationen von Max Uehlinger geschmückt. Den Chorschluss ziert ein in den Beton geprägtes Kreuz.
Literatur
Oechslin, Werner; Hildebrand, Sonja. Karl Moser. Architektur für eine neue Zeit (Bd. 2). Zürich 2010, S. 296–302 (inkl. vollständiger Bibliografie). – Christ, Dorothea; Huber, Dorothee; Doppler, Thedy; Gantner, Theo et al. (Hg.). Die Antoniuskirche – Ein Gesamtkunstwerk. Base, Boston, Berlin 1991. – Hess, Robert. Neue Glasmalerei in der Schweiz, in: Das Werk. Architektur und Kunst 31/1944, S. 69–77. – Schmidt, Georg. Die Antoniuskirche in Basel, in: Das Werk 5/1927, S. 131–138, 160–161.