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Aussichtspunkt. Noch bis kurz vor der helvetischen
Revolution stand hier der grosse Birnbaum, an dessen Aeste die
Eidgenossen vor der Schlacht von
Dorneck ihre Rucksäcke hingen.
An Stelle dieses
Baumes liess 1797 der Landvogt Anton Gerber einen Denkstein mit folgender Inschrift errichten: In locum piri,pia memoria venerabilis, cuius ramis Helvetii sociis in proelioDornacensi periclitantibus accurentes,sarcinas suas imposuerunt, Jac.
Jos.
Ant. Gerber loci praefectus h. m. p. MDCCXCVII.
^[Latein: An die Stelle des Birnbaumes, ein treues und ehrwürdiges Mahnmal, an dessen Zweige die Schweizer ihre Rucksäcke
hingen, als sie den Verbündeten zu Hilfe eilten, die in der Schlacht von
Dornach bedroht waren, setzte
der Landvogt Jac.
(La) (Kt. Waadt.
Bez. Orbe).
Bach; 7,5 km lang, der zwischen dem Mont
Suchet und den
Aiguilles de Baulmes
in 1350 m entspringt. Er durchfliesst das nw. von
Baulmes sich öffnende Thal, bespühlt dieses Dorf und mündet nach kurzem
Laufe in der
Ebene bei Vuitteboeuf in 590 m von rechts in den
Arnon.
Das Val Bavona ist eine
Perle unter den
Tessiner Thälern
und bietet eine ununterbrochene Reihe von malerischen Punkten.
Wilde, schuttbedeckte Hänge wechseln mit
grünen
Weiden; kräftige
Nussbäume beschatten die zwischen gigantischen Gneissblöcken sich durchwindenden Fusspfade; Kastanienhaine
krönen die Trümmerhaufen. Birken,
Weiden und
Erlen säumen den weissschäumenden Bach, der am Fusse
¶
mehr
schwarzer, mit Tannen und Lärchen bestandener Felsen hintost. Längs des Weges oder an den Hängen des Thales zerstreute kleine
Weiler schauen schüchtern aus dem dunkeln Waldesgrün hervor. Die Thalsohle ist zwischen hohe Felswände eingesenkt
und nicht mehr als 500 m breit. Im untern Thalabschnitt, bei Cavergno und Bignasco (450 m), sind die Hänge
von der Weinrebe bekleidet, und am Thaleingange selbst wandern wir durch ganze Haine von Weinlauben. 10 km höher oben, bei
San Carlo (960 m), stehen die letzten Nuss- und Kastanienbäume, und noch 2 km weiter, bei Campo (1400 m), haben wir die Waldgrenze
erreicht. Nur da und dort treffen wir, mitten zwischen Alpweiden, Felsen und Sturzbächen zerstreut, noch
auf einige magere und wetterzerzauste Lärchen und Birken.
Wie alle Thäler des Tessin
ist auch das Val Bavona reich an Bächen und Wasserfällen, die mit starkem Strahl von allen Seiten hoch
herab flattern. Der schönste findet sich über der Alpweide Robiei, 4 km von San Carlo, und darf sich
getrost mit dem Giessbach oder Reichenbach messen. Trotz seiner Naturschönheiten und seines reichen Pflanzenwuchses ist das
Thal arm und nur schwach bewohnt. Es gehört zur Gemeinde Cavergno, die im Ganzen kaum 400 Einwohner zählt, wovon wiederum
auf das Val Bavona weniger als die Hälfte entfallen.
Ein Dutzend kleiner Weiler liegen zerstreut in der Thalsohle und an den Hängen: Fontana, Sonlerto, Roseto, San Carlo etc. Reich
aber ist das Thal an Alpweiden; man zählt deren 17, die im Sommer von 430 Stück Grossvieh, 500 Schafen und 1750 Ziegen
bevölkert sind, deren Milch zur Bereitung von Butter und ausgezeichnetem Käse (Weichkäse «della paglia»)
verarbeitet wird. Daneben beschäftigen sich die Bewohner mit Wald- und etwas Landwirtschaft. Auf grossen Gneissblöcken liegen
auf vom Bauer mühsam heraufgetragenem mageren Humus kleine Kartoffeläckerchen. Der Fremdenverkehr hat bisher das Thal noch
nicht berührt. Die Männer wandern, wie dies der Tessiner allgemein zu thun pflegt, zeitweise auf Erwerb
aus, kehren aber immer wieder in ihr schönes heimatliches Thal zurück.