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aufgekommene Monodie (vgl. Musik, S. 923) in die Kirche einführte. Seine für diesen Zweck geschriebenen Gesänge nannte er »Concerti
ecclesiastici« oder »Concerti da chiesa« und versah sie mit einem
Instrumentalbaß, welcher im Gegensatz zur menschlichen Baßstimme das ganze Stück ununterbrochen begleitete, weshalb er Bassus
continuus oder Bassus generalis genannt wurde. Die letztere Benennung hat zu dem IrrtumAnlaß gegeben,
Viadana für den Erfinder dessen zu halten, was in neuerer Zeit mit dem WortGeneralbaß bezeichnet wurde, nämlich eines Basses
mit darübergeschriebenen Ziffern, welche die zu seiner harmonischen Vervollständigung nötigen Intervalle anzeigen, eine
schon lange vor Viadana gebräuchliche Art der Notierung.
Hauptstadt des Distrikts Viadana (29759 E.) im SW. der ital. Provinz Mantua, links am Po, gegenüber den Mündungen
der Parma
[* 8] und Enza, hat Dampftramverbindung mit Mantua und (1881) 5550, als Gemeinde 15699 E.;
Ludovico, ital. Kirchenkomponist, geb. 1564 zu
Viadana, hieß eigentlich Grossi, war Domkapellmeister in seiner Vaterstadt, wirkte aber später in Rom und anderswo und starb in
Gualtieri. Viadana ist bedeutend durch die Einführung des neuern konzertierenden Stils in die Kirchenmusik, wodurch
der modernen Art der MusikBahn gebrochen wurde.
Die Erfindung des sog. Basso continuo (s. d.), die ihm infolge dieser Verdienste
mit zugeschrieben wird, ist bereits vor Viadana gemacht worden.