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Welche Krebsarten sind am häufigsten? Was fördert und was verstärkt Krebs? Wie oft erkranken Kinder an Krebs? Zahlen und Fakten liefert der aktualisierte Krebsbericht 2015.
Das Bundesamt für Statistik (BFS), das Nationale Institut für Krebsepidemiologie und –registrierung (NICER) und das Schweizer Kinderkrebsregister (SKKR) präsentieren heute die aktualisierten Zahlen aus dem Schweizerischen Krebsbericht 2015. Der Bericht gibt Auskunft über den aktuellen Stand und die Entwicklungen in der Schweiz; er wird alle 5 Jahre publiziert.
Von 2008 bis 2012 erkrankten jedes Jahr rund 38`500 Menschen in der Schweiz an Krebs. Mehr als die Hälfte der Erkrankungen ist auf vier dominierende Krebsarten zurückzuführen, nämlich Prostata-, Brust-, Lungen- und Dickdarmkrebs. Die Experten gehen davon aus, dass Krebserkrankungen durch den demografischen Wandel und die Alterung der Bevölkerung weiter zunehmen werden. Rund ein Viertel der Betroffenen leidet an einer seltenen Krebserkrankung.
Sterblichkeit ist bei den meisten Krebsarten rückläufig
Erfreulicherweise ist die Sterblichkeit bei den meisten Krebsarten rückläufig: im Zeitraum von 1983 bis 2012 ist die Sterberate im Durchschnitt bei den Frauen um 27% und bei den Männern um 36% gesunken. Dies ist zurückzuführen auf Erfolge in der Diagnostik (frühere und präzisere Untersuchungen) und verbesserte Therapie. Trotzdem sterben pro Jahr in der Schweiz rund 16 000 Menschen an einer Krebserkrankung, am häufigsten an Lungenkrebs. Während insgesamt mehr Menschen an Herzkreislauferkrankungen als an Krebs sterben, sind Todesfälle bei unter 65 Jährigen häufiger auf eine Krebserkrankung als auf eine Herzkreislauferkrankung zurückzuführen.
Früherkennung und eigenes Verhalten spielen eine Rolle
Bei einigen Krebsarten ist in den letzten zehn Jahren ein Rückgang der Erkrankungsraten zu verzeichnen, so beispielsweise bei Magen-, Gebärmutterhals- oder Kehlkopfkrebs. Die Ursachen dafür sind je nach Krebsart unterschiedlich. Bei anderen Krebsarten wie Schilddrüsenkrebs oder Melanom ist eine Zunahme der Erkrankungsraten zu verzeichnen.
Der Bericht zeigt, dass auch Erfolge in der Prävention und der Früherkennung eine Rolle spielen. Schätzungsweise könnten ein Drittel der Erkrankungen verhindert werden; hier ist insbesondere der Verzicht auf das Rauchen zu erwähnen, noch immer der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für eine Krebserkrankung. Weiter können eine ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität sowie Sonnenschutz und Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen zu einer Reduktion des Krankheitsrisikos beitragen. Bei einigen Krebsarten wie Darm- oder Brustkrebs können Früherkennungs-untersuchungen zu einem besseren Verlauf führen.
Immer mehr Langzeitüberlebende
Die Zunahme der Erkrankungen und die verbesserten Überlebenschancen haben dazu geführt, dass heute in der Schweiz mehr als 300 000 Menschen leben, sogenannte «Cancer Survivors», bei denen in der Vergangenheit eine Krebserkrankung diagnostiziert worden ist. Bei rund 200 000 dieser Menschen liegt die Diagnose mehr als 5 Jahre zurück. Auch wenn sie im Allgemeinen erfolgreich behandelt sind, leiden sie selbst noch Jahrzehnte später unter den negativen Auswirkungen der Krankheit. Die Krebsliga sucht mit Partnern im Gesundheitswesen nach Lösungen, damit die sehr speziellen Bedürfnisse der Krebsbetroffenen und Langzeitüberlebenden Gehör finden und sie Zugang zu einer optimal auf die Person zugeschnittene Betreuung und medizinischen Versorgung erhalten. Denn jede Krebserkrankung ist ein Einzelfall - genauso individuell wie jeder Mensch.
Die Krebsliga engagiert sich und ist politisch aktiv
Die Krebsliga hat sich die konsequente Umsetzung der Nationalen Strategie gegen Krebs (NSK) auf die Fahne geschrieben. Darauf gestützt richtet sie ihre Kräfte und Angebote nach dem so genannten Patientenpfad aus, um ihrem Auftrag nachzukommen und das komplexe, interdisziplinäre Zusammenspiel aller Beteiligten bestmöglich zu fördern. Der Patientenpfad setzt bei der Gesundheitsförderung und Früherkennung von Krebs an und beinhaltet auch die Phasen der Rehabilitation und Reintegration in die Arbeitswelt oder die Zeit der Palliative Care. Dazwischen liegt der lange Weg von Diagnose und Behandlung. Entlang dieses Pfades offeriert die Krebsliga vielfältige Angebote und Dienstleistungen, die Betroffene und Angehörige in allen Phasen unterstützen und sie in ihrer Selbstbestimmung stärken. Die Krebsliga nimmt ihre führende Rolle wahr und ist politisch aktiv, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.
Downloads und Links zum Thema
Die Medienunterlagen sind verfügbar unter: http://www.bfs.admin.ch
European Code against Cancer: 12 Möglichkeiten, Ihr Krebsrisiko zu senken
Bei Fragen zu den aktuellen Zahlen wenden Sie sich bitte an:
- Christoph Junker, BFS, Sektion Gesundheit,
<email-pii>, Tel 058 463 6830
- Rolf Heusser, NICER, Nationales Institut für Krebsepidemiologie und Registrierung, Tel. 044 634 53 73
- Claudia Kuehni, SKKR Schweizer Kinderkrebsregister, Tel. 031 631 35 07
Kontakt Krebsliga Schweiz:
Flavia Nicolai, Leiterin Medienstelle
Tel. 031 389 94 13, <email-pii>