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Inflacam 20 mg/ml ad us. vet., Injektionslösung
Nichtsteroidales Antiphlogistikum für Rinder, Schweine und Pferde
Zusammensetzung
1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff: Meloxicamum 20 mg.
Hilfsstoffe: Megluminum, Macrogolum 400, Poloxamerum 188, Glycinum, Conserv.: Ethanolum 150 mg, Aqua ad inj.
Eigenschaften/Wirkungen
Inflacam enthält den Wirkstoff Meloxicam, ein nicht-steroidales Antiphlogistikum der Oxicam-Gruppe und wirkt durch Hemmung der Prostaglandin-Synthese. Meloxicam wirkt antiinflammatorisch, antiexsudativ, analgetisch und antipyretisch. Es hemmt die Leukozyteninfiltration ins entzündete Gewebe. Ausserdem besteht eine schwache Hemmung der kollagen-induzierten Thrombozyten-Aggregation. Meloxicam hemmt auch die Endotoxinwirkung. Versuche zeigen, dass Meloxicam die Bildung von Thromboxan B2 nach intravenöser Verabreichung von E. coli-Endotoxin bei Kälbern und Schweinen vermindert.
Pharmakokinetik
Absorption:
Eine einmalige subkutan injizierte Dosis von 0,5 mg Meloxicam pro kg Körpergewicht bei Kälbern ergab eine maximale mittlere Plasmakonzentration von 2,1 µg/ml nach 7,7 Stunden.
Bei Schweinen wurden nach intramuskulärer Verabreichung von zwei Dosen von 0,4 mg Meloxicam pro kg Körpergewicht im Abstand von 24 Stunden maximale mittlere Plasmakonzentrationen von 1,9 µg/ml nach 1 Stunde erreicht.
Verteilung:
Meloxicam wird zu mehr als 98% an Plasmaproteine gebunden. Die höchsten Meloxicam-Konzentrationen werden in der Leber und Niere gefunden. Vergleichsweise geringe Konzentrationen finden sich in der Skelettmuskulatur und im Fettgewebe.
Metabolismus:
Meloxicam wird vorwiegend im Plasma gefunden. Bei Kühen wird Meloxicam hauptsächlich über die Galle und Milch ausgeschieden, während im Urin nur Spuren der Muttersubstanz nachweisbar sind. Bei Schweinen sind in der Galle und im Urin nur Spuren der Muttersubstanz nachweisbar. Meloxicam wird zu einem Alkohol, einem Säurederivat und mehreren polaren Metaboliten verstoffwechselt. Alle Hauptmetabolite haben sich als pharmakologisch inaktiv erwiesen. Der Metabolismus bei Pferden wurde nicht untersucht.
Elimination:
Meloxicam wird mit einer Eliminationshalbwertszeit von 26 Stunden respektive von 17,5 Stunden nach einer subkutanen Injektion bei jungen Rindern und laktierenden Kühen eliminiert. Bei Schweinen beträgt die mittlere Plasma-Halbwertszeit nach intramuskulärer Gabe ca. 2,5 Stunden. Bei Pferden wird Meloxicam nach einer intravenösen Injektion mit einer terminalen Halbwertszeit von 8,5 Stunden eliminiert. Etwa 50% der verabreichten Dosis werden über den Urin und der Rest über die Faeces ausgeschieden.
Indikationen
Inflacam 20 mg/ml ist bei Rindern indiziert zur Reduktion klinischer Symptome bei:
- akuter Atemwegsinfektion in Kombination mit einer geeigneten Antibiotika-Therapie;
- akuter Mastitis laktierender Kühe in Kombination mit einer geeigneten Antibiotika-Therapie;
- postoperativen Schmerzen nach der Enthornung von Kälbern.
Inflacam 20 mg/ml ist bei Schweinen indiziert bei:
- nicht infektiösen Erkrankungen des Bewegungsapparates, um Lahmheits- und Entzündungssymptome zu reduzieren:
- Mastitis-Metritis-Agalactia-Syndrom (MMA) der Muttersauen in Kombination mit einer geeigneten Antibiotika-Therapie, zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung.
Inflacam 20 mg/ml ist bei Pferden indiziert:
- bei akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates zur Linderung von Entzündung und Schmerzen;
- zur Schmerzlinderung bei Kolik.
Dosierung/Anwendung
Allgemeine Hinweise:
Kontaminationen während des Gebrauchs sind zu vermeiden.
Dosierung:
Rinder: Einmalige subkutane oder intravenöse Injektion in einer Dosierung von 0,5 mg Meloxicam/kg Körpergewicht (d.h. 2,5 ml/100 kg KGW) in Kombination mit einer geeigneten Antibiotika-Therapie. Bei der Enthornung von Kälbern muss die Injektion 20 Minuten vor dem Eingriff erfolgen.
Schweine: Einmalige intramuskuläre Injektion in einer Dosierung von 0,4 mg Meloxicam/kg KGW (d.h. 2,0 ml/100 kg KGW) bei MMA. Falls erforderlich kann nach 24 Stunden Meloxicam ein zweites Mal verabreicht werden.
Pferde: Einmalige intravenöse Injektion in einer Dosierung von 0,6 mg Meloxicam/kg KGW (d.h. 3,0 ml/100 kg KGW). Zur Linderung von Entzündungen und Schmerzen bei akuten oder chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates kann Inflacam 15 mg/ml orale Suspension in einer Dosierung von 0,6 mg Meloxicam/kg KGW 24 Stunden nach der Injektion zur Weiterbehandlung eingesetzt werden.
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen
Inflacam 20 mg/ml sollte nicht angewendet werden bei:
- Tieren mit gastrointestinalen Störungen, speziell bei Blutungen, verminderter Leber-, Herz- oder Nierenfunktion und mit hämorrhagischen Erkrankungen;
- bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Meloxicam oder einem der Hilfsstoffe;
- trächtigen oder laktierenden Stuten, oder Stuten, deren Milch für den menschlichen Verzehr bestimmt ist;
- Fohlen, die jünger als 6 Wochen oder Kälbern, die jünger als 1 Woche sind.
Vorsichtsmassnahmen:
- Beim Auftreten von unerwünschten Wirkungen, sollte die Behandlung abgebrochen und ein Tierarzt aufgesucht werden.
- Der Gebrauch bei dehydrierten, hypovolämischen oder hypotensiven Tieren sollte vermieden werden, da ein potenzielles Risiko von renaler Toxizität besteht.
- Ist bei der Behandlung von Koliken bei Pferden eine ungenügende Schmerzlinderung festzustellen, sollte eine sorgfältige Überprüfung der Diagnose erfolgen, da dies auf die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffes hindeuten könnte.
- Die Behandlung der Kälber mit Inflacam 20 mg/ml Injektionslösung 20 Minuten vor der Enthornung reduziert die post-operativen Schmerzen. Inflacam alleine ist jedoch nicht ausreichend für eine angemessene Schmerzausschaltung während der Enthornung. Um eine angemessene Schmerzausschaltung während des Eingriffs zu erreichen, ist eine Co-Medikation mit einem geeigneten Schmerzmittel erforderlich.
Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation
Inflacam 20 mg/ml kann bei Rindern und Schweinen während der Trächtigkeit und Laktation angewendet werden, bei Pferden ist es kontraindiziert (vgl. Kontraindikationen).
Überdosierung
Bei Überdosierung soll eine symptomatische Behandlung gestartet werden.
Unerwünschte Wirkungen
Sowohl die subkutane oder intravenöse Verabreichung beim Rind als auch die intramuskuläre Applikation beim Schwein wird gut vertragen. In klinischen Studien wurde lediglich eine vorübergehende leichte Schwellung an der Injektionsstelle nach subkutaner Verabreichung bei weniger als 10% der behandelten Rinder beobachtet. In Einzelfällen wurde bei Pferden während der klinischen Studien nach oraler Behandlung die für NSAID typischen Nebenwirkungen (leichte Urtikaria, Diarrhoe) beobachtet. Diese Symptome waren reversibel. An der Injektionsstelle kann es zu vorübergehenden Schwellungen kommen, die jedoch in der Regel keiner Behandlung bedürfen. In sehr seltenen Fällen können anaphylaktische Reaktionen auftreten, die symptomatisch behandelt werden sollten.
Absetzfristen
Essbares Gewebe
Rinder: 15 Tage - Schweine, Pferde: 5 Tage
Milch (Rind): 5 Tage
Wechselwirkungen
Nicht zusammen mit anderen nicht steroidalen Antiphlogistika oder Glucocorticoiden oder Antikoagulantien verabreichen.
Sonstige Hinweise
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender:
- Personen, die überempfindlich auf nicht-steroidale Antiphlogistika reagieren, sollten den direkten Kontakt mit dem Präparat vermeiden.
- Die versehentliche Selbstinjektion kann schmerzhaft sein. Bei einer versehentlichen Selbstinjektion sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
Haltbarkeit:
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern. Aufbrauchsfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden. Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren. Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel oder Abfallprodukte sind entsprechend den lokalen Regelungen zu entsorgen.
Packungen
Durchstechampullen mit 20, 50, 100 und 250 ml
Abgabekategorie: B
Swissmedic Nr. 62'535
ATCvet: QM01AC06
Informationsstand: 07/2015