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Seit Herbst 2019 wird das historische Hotel mit 116 Zimmern und Suiten während drei Jahren umgebaut. Das Gesamtbudget von rund 32 Millionen Franken enthält die Kosten für die vollständige Renovierung der Innenräume und des Aussenbereiches sowie des Thermalbades und des Grand Hôtels. Im Grand Hôtel werden die Zimmer und Bäder, die Küche und der Aussenbereich inklusive Schwimmbad renoviert. Der Eingang zu den Thermalbädern wird neu ausgestaltet und mit Geschäftsflächen und Restaurants erweitert. Die Umkleidekabinen werden renoviert.
Ein neues Café wird nur von den Bädern aus zugänglich sein. Die Zone um die Aussenschwimmbecken wird mit einem 350 m2 grossen Wellnessbereich mit Hamam und Sauna ergänzt. Der Fitnessbereich umfasst neu 700 m2. Während der gesamten Bauzeit wird das Thermalbad den normalen Betrieb aufrechterhalten. BCO SA, eine Tochter der BOAS-Gruppe, leitet die Bauarbeiten; das Architekturbüro Richter Dahl Rocha mit Sitz in Lausanne hat das Projekt ausgearbeitet.
Das Thermalbad von Yverdon-les-Bains besteht aktuell aus verschiedenen, zum Teil dreistöckigen Gebäuden, die untereinander verbunden sind. Im Aussenbereich stehen zwei grosse Schwimmbecken zur Verfügung. Das 4-Sterne-Superior-Hotel liegt inmitten eines prächtigen Parks mit altem Baumbestand. Aufgrund seiner langjährigen Geschichte strahlen die verschiedenen Räumlichkeiten des Grand Hôtels jeweils ihren eigenen, ganz besonderen Charme aus. So zum Beispiel die sogenannte Rotunde (kreisförmiger Bauteil), in der sich das Restaurant und die Lounge-Bar befinden oder der vor kurzem renovierte «Belle Epoque»-Saal und insbesondere auch das zum Hotel gehörende Schloss. Über einen Glastunnel ist das Hotel mit den Thermalbädern verbunden.
Neues Seedorf und neue Einrichtungen
Der erste Schritt des gross angelegten Renovationsprojektes ist der Bau des Seedorfes im Park vor dem Hotel – am Ufer eines neu angelegten Weihers. Drei Holzbrücken führen die Besucher übers Wasser zu den Häusern, die verschiedene Wellnessbereiche wie Hamam, Sauna und Ruheräume beherbergen. Ein Barfussweg wird ebenfalls entstehen. Die bereits heute für die Physiotherapie und Arztpraxen genutzten Räumlichkeiten werden durch zwei Einheiten ergänzt: Entstehen soll ein Zentrum für Sportmedizin mit einem separaten Eingang. Weiter ist vorgesehen, die medizinischen Infrastrukturen räumlich zu konzentrieren, sodass die Patienten über eine grössere Privatsphäre verfügen.
Durch die Verlegung des Thermalbadeingangs entsteht ein attraktiver, lebendiger Raum, durch den der Gast vom Hotel direkt zur Bäderzone gelangt.
Dieser Bereich umfasst 900 m2 und umfasst eine Empfangshalle, eine Boutique, ein Restaurant und ein Café. Der bislang für den Übergang genutzte, wenig ansprechende Glastunnel wird abgebaut. Renoviert werden zudem Küche und Restaurationsbereich. Die Fassaden und Dächer der Thermalbad-Gebäude werden abgerissen. Stattdessen wird einer äusseren Einfassung Platz gemacht, die den ganzen Komplex umfasst und vereinheitlicht. Die gesamte Fläche wird um eine Etage aufgestockt. Damit entsteht Raum für moderne, besser durchdachte, architektonisch homogen und stilvoll integrierte Inf-
rastrukturen. Auch die Infrastruktur des Thermalzentrums wird optimiert: Das Hallenbad wird komplett renoviert und um ein neues Schwimmbad mit Spielbereich erweitert.
Infrastruktur des Neubaus in der Übersicht:
Erdgeschoss
Neuer Eingang, 600 m2
Boutiquen, Café / Restaurant, 360 m2
Bäder-Restaurant
Bereich Physiotherapie (960 m2) mit unabhängigem Rehabilitationsbecken
Neue Umkleideräume und Duschen
Neues Innen-Schwimmbecken
(Unterricht und Erholung)
Inneres Becken vollständig renoviert
Zwei Aussen-Schwimmbecken
Erste Etage
Fitness-Raum, 700 m2
Schönheitspflege, 340 m2
Sportmedizinisches Zentrum (1160 m2) mit Anbindung an den Physiotherapiebereich und neuem separatem Eingang
Über BOAS Swiss Hotels
Boas Swiss Hotels ist eine private Hotelgruppe mit Sitz in Crissier / Lausanne. Zur Gruppe gehören zehn Beherbergungsbetriebe in den Kantonen Wallis, Waadt und Genf. Die Hotels gehören mehrheitlich zur Kategorie der 3- und 4-Sterne-Superior-Betriebe. ■
Weshalb hat sich BOAS Swiss Hotels im Jahr 2015 für den Kauf dieses Hotels entschieden?
Wir haben uns für den Erwerb dieses Komplexes (Hotel und Thermalzentrum) entschieden, weil dieses Produkt ein grosses Entwicklungspotenzial hat und dem Bains de Saillon ähnelt, mit dem wir über die Jahre hinweg bereits sehr viel Erfolg erzielen konnten. Und dadurch verfügen wir über spezifisches Wissen beim Betrieb einer solchen Anlage. Es war eine sehr interessante Gelegenheit für die Entwicklung der Gruppe.
Was sind die Herausforderungen beim Umbau?
Die erste Herausforderung besteht darin, während der Transformationsarbeiten keine Kunden zu verlieren. Dies konnten wir in den Bains de Saillon erfolgreich meistern. Das zweite Ziel besteht darin, ein Produkt zu schaffen, das den Erwartungen unserer verschiedenen Zielgruppen entspricht: Einzelpersonen, Familien und Gesundheitsklientel (Physiotherapie, Präventivmedizin, Sport usw.).
Weshalb fiel die Wahl auf das Architekturbüro Richter Dahl Rocha?
Wir haben uns für dieses Büro entschieden, weil es sich um langjährige Partner handelt, deren Kompetenz und Professionalität wir kennen. Sie haben sich insbesondere um die Bains de Saillon und Aquatis (das Aquarium-Vivarium) in Lausanne gekümmert.
Was wird das Highlight des umgebauten Grand Hôtels?
Den Höhepunkt dürften der Neubau des Thermalzentrums sein sowie das neue Spa des Hotels bilden.
Wann sollen die Arbeiten beendet sein?
Gemäss Zeitplan möchten wir alles per Ende 2022 abgeschlossen haben.
Bernard Russ