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Silvaplana wird 1288 erstmals urkundlich erwähnt. Schon damals wird von dem Zusammenschluss mit «Surleich» und «Chiamfer» berichtet. Das sind wahrscheinlich die Anfänge zur definitiven Bindung mit den beiden Fraktionen Surlej und Champfèr. Als Grenze zwischen den Gemeinden St. Moritz und Silvaplana wird damals der Suvrettabach festgelegt. Damit ist Champfèr heute politisch zweigeteilt. Die Einwohner von Champfèr suot (Gemeindegebiet von St. Moritz) sind jedoch bis ins Jahre 1877 weiterhin zu den Gemeindeversammlungen in Silvaplana eingeladen worden. Erst am 25. Juni 1877 ist den Unter-Champfèrer dieses Recht mit 17 zu 2 Stimmen abgesprochen worden.
In Silvaplana wird Romanisch (Idiom Puter) gesprochen. So ist auch die Unterrichtssprache bis zum vierten Schuljahr romanisch. Durch den grossen Bevölkerungszuwachs (viele anderssprachige Familien) ist die romanische Bevölkerung jetzt in der Minderheit. Vom Bund und vom Kanton werden aber sehr grosse Anstrengungen unternommen, um die romanische Sprache zu erhalten.
Entstehung
Die heutige Oberengadiner Seenlandschaft ist durch den Rückzug der Gletscher entstanden. Früher waren die heutigen Seen einmal miteinander verbunden. Das Delta, auf dem Silvaplana erbaut ist, scheint aufgrund des Geschiebes eines vermuteten Bergsturzes vom Julier, vormals Piz Munteratsch, entstanden zu sein, welches über viele Jahrtausende durch den Vallunbach ins Tal geschwemmt wurde. Auf verschiedensten Liegenschaften fand man das gleiche rote Gestein wie auf dem Julierpass.
Das Delta teilt den oberen und den unteren See. An der schmalsten Stelle verbindet eine Brücke Silvaplana mit Surlej. Der untere See wird durch eine kleine Halbinsel «Piz» wieder in zwei Teile getrennt. Der dritte und unterste See in dieser Seekette ist der eigentliche Champèrersee.
Herkunft der Namen
Silvaplana dürfte wohl am besten in «Ebene Sêla» übersetzt werden. Sêla ist der Name des Inns vom Lunghinsee bis zum Ausfluss des St. Moritzersees (Charnadüra). Erst dort beginnt der eigentliche Inn. Der Volksmund spricht aber schon vorher vom Inn.
Surlej ist die romanische Bezeichnung für über dem See, jenseits des Sees.
Champfèr findet seinen Ursprung vermutlich bei einem Eisenfeld (Erzausbeutung am Piz Nair). 1139 heisst das Dorf Campofare, 1471 Campher und 1519 Chiamfer (von Campus ferri). Eine andere mögliche Namensgebung wäre das fruchtbare Feld via Campus ferox, fertilis, feroli. Vielleicht aber bekam Champfèr seinen Namen auch von einem Hanfacker - Chanv'er?
Der Steinbock im Wappen der Gemeinde Silvaplana ist aus dem Gemeindestempen übernommen worden. Der blaue Schildfuss ist Symbol des Sees.
Meilensteine
1963 beginnt mit der Eröffnung der Corvatschbahn ein grosser Aufschwung. Die Bergbahn bringt der Dorfbevölkerung Verdienstmöglichkeiten. In Surlej, wo vor dem Bau der Corvatschbahn nur ein paar alte Engadinerhäuser und einige Ruinen mitten in den Wiesen standen, schiessen die Ferienhäuser wie Pilze aus dem Boden. Das wird auch an den Einwohnerzahlen deutlich: 1645 zählt Silvaplana mit allen Fraktionen 312 Einwohner. Auch 1960 sind es erst 347 Einwohner. 1970 sind es auf einmal 714 Einwohner (Zuwachs 106 %!). Durch diesen Bevölkerungszuwachs wird das alte Schulhaus mit seinen zwei Schulzimmern bald zu klein. 1972 wird das neue Schulhaus in Silvaplana eingeweiht.