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Trockenperioden werden in der Schweiz aufgrund des Klimawandels zunehmen. Dies wird zu grossen Auswirkungen auf die Qualität der Fliessgewässer, die aquatische Tier- und Pflanzenwelt sowie die Landwirtschaft führen.
Verbot für Wasserentnahmen
Seit 1998 hat das Amt für Umwelt (AfU) 14 Trockenjahre erfasst (1998, 2003, 2004, 2005, 2006, 2009, 2010, 2011, 2012, 2015, 2017, 2018, 2019 und 2022). Wenn die Situation es erfordert, beschliesst es Wasserentnahmeeinschränkungen in einem Teil oder für das gesamte Kantonsgebiet. Von diesem Entscheid sind etwa 50 landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen betroffen. In begründeten Fällen können beim AfU Ausnahmebewilligungen beantragt werden, das diese Gesuche betreffend den Bewässerungsbedarf zusammen mit Grangeneuve und in Bezug auf das Ökosystem der Fliessgewässer mit dem Amt für Wald und Natur beurteilt.
Angesichts der hydrologischen Lage und der für die aquatische Fauna kritischen Situation wurde im Kanton Freiburg am 23. Juni 2022 ein Verbot für Wasserentnahmen aus Fliessgewässern und eine Aufhebung der Bewilligungen für Wasserentnahmen in Kraft gesetzt. Diese Entscheidung wurde in Absprache mit den Kantonen Waadt und Bern erlassen. Sie betrifft sämtliche Oberflächengewässer des Kantons mit Ausnahme der Saane, des Broyekanals, des Grand Canal sowie des Greyerzer-, Schiffenen-, Murten- und Neuenburgersees.
In den letzten Tagen hat sich die Situation weiter verschlechtert. So wurde beispielsweise in der Broye und der Petite Glane eine Höchsttemperatur von 25–26 °C gemessen. Sollte diese Temperatur mehrere Tage anhalten, kann sie besonders für Forellen tödlich sein. Damit sich die Situation nicht weiter verschlechert, werden ab dem 18. Juli 2022 und bis auf Weiteres, in Absprache mit dem Kanton Waadt, keine Ausnahmebewilligungen für die Wasserentnahme aus den Fliessgewässern im Einzugsgebiet der Broye mehr erteilt. Gesuche um Ausnahmebewilligungen, welche die anderen Fliessgewässer betreffen, werden fallweise geprüft.
Wasserversorgung auf den Alpen
Auf den Freiburger Alpen befinden sich während der Vegetationsperiode viele Tiere, diese benötigen eine ausreichende Menge Wasser, um ihren Bedarf decken zu können. Auch wenn die meisten Alpen über ausreichend Wasser verfügen, ist es nicht ausgeschlossen, dass in einigen Regionen Transporte auf dem Landweg oder aus der Luft organisiert werden müssen. Der Freiburgische Bauernverband koordiniert die verschiedenen notwendigen Operationen in Zusammenarbeit mit den kantonalen Instanzen und Heliswiss.
Erhöhung der Kantonsbeiträge für Bewässerungsprojekte
Die Auswirkungen des Klimawandels stellen für die Landwirtschaft der Zukunft eine grosse Herausforderung dar. Es wird zu einer Zunahme von Dürre- und Hitzeperioden kommen, was zu geringeren Erträgen, Ernteausfällen und vor allem zu einem erhöhten Wasserbedarf führen wird. Gleichzeitig wird der Abfluss in den Fliessgewässern im Sommer sinken, wodurch Nutzungskonflikte und Wasserentnahmeverbote zunehmen werden. In diesem Zusammenhang besteht die im kantonalen Richtplan und im Sachplan Gewässerbewirtschaftung festgelegte Bewässerungsstrategie darin, Entnahmestellen in den grossen Gewässern sowie den grossen Fliessgewässern zu bevorzugen. Ausserdem müssen andere Lösungsansätze entwickelt werden, wie beispielsweise die Anpassung der Landwirtschaft (Wahl der Pflanzen, Anbaumethoden usw.) und neue Bewässerungssysteme, die weniger Wasser benötigen.
In seiner Sitzung vom 4. Juli 2022 hat der Staatsrat beschlossen, den Anteil der Kantonsbeiträge für Bewässerungsprojekte von 25 auf 35 % zu erhöhen, um die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft zu stärken, eine dauerhafte Aufrechterhaltung von Kulturen mit hoher Wertschöpfung im Kanton Freiburg zu unterstützen und zur Lebensmittelsicherheit beizutragen. Er hat die ILFD mit der Änderung der entsprechenden Rechtsgrundlage beauftragt. Diese Anpassung wird im Finanzplan 2023–2026 verankert.