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und der Inhaber, der die
Geschäfte nur unter seiner eigenen, nicht unter einer Gesellschaftsfirma betreiben darf, wird aus
diesen
Geschäften allein berechtigt und verpflichtet. Er ist also auch allein Eigentümer aller zum
Geschäft gehörigen Sachen,
Inhaber der Geschäftsforderungen. Kommt der
Name des stillen Gesellschafters in der Firma vor, so haftet
er den
Gläubigern persönlich (Handelsgesetzbuch Art. 257), eine Bestimmung, die das in Kraft
[* 2] tretende Handelsgesetzbuch
vom nicht mehr kennt.
Ebenso haftet der Inhaber des Handelsgewerbes den Gesellschaftsgläubigern allein persönlich. Soweit der stille Gesellschafter
die Einlage nicht einbrachte, steht dem Geschäftsinhaber allein ein Forderungsrecht gegen ihn zu; seinen
Gläubigern nur, wenn ihnen der
Anspruch abgetreten ist, natürlich auch dann nur auf Einzahlung in das
Geschäft. Gewinn und
Verlust werden jährlich berechnet. Der Gewinn ist dem stillen Gesellschafter auszuzahlen; läßt er ihn stehen, so gilt
das, sofern nichts anderes vereinbart ist, nicht als
Erhöhung der Einlage. Er haftet nicht auf Rückzahlung,
wenn später
Verluste eintreten; wohl aber ist der Gewinn zurückzubehalten, um frühere
Verluste zu decken, soweit dadurch
die Einlage vermindert ist.
Der stille Gesellschafter haftet dem Geschäftsinhaber für
Verluste nur mit der eingezahlten oder rückständigen Einlage.
Er braucht die dadurch verminderte Einlage nicht durch bare Nachzahlungen zu ergänzen. Fällt der Inhaber
des
Geschäfts in Konkurs und die Einlage ist rückständig, so hat
sie der stille Gesellschafter, so weit sie zur
Deckung seines
Anteils am
Verluste erforderlich ist, in die Konkursmasse zu zahlen. War die Einlage gezahlt, so ist der stille Gesellschafter
so weit, als sie den auf ihn fallenden Anteil am
Verlust übersteigt, Konkursgläubiger.
Ist dem stillen Gesellschafter unter oder ohneAuflösung des Gesellschaftsverhältnisses innerhalb eines Jahres vor
Auflösung
des Konkurses die Einlage ganz oder teilweise zurückgewährt oder sein Anteil am entstandenen
Verluste ganz oder teilweise
erlassen worden, so kann die Rückgewähr oder derErlaß vom Konkursverwalter angefochten werden.
Anders,
wenn der stille Gesellschafter beweist, daß der Konkurs des Geschäftseigentümers in Umständen seinen
Grund hat, welche
erst nach der Vereinbarung der Rückgewähr oder des
Erlasses eingetreten sind.
Zur Eingehung der S. G. bedarf es nach geltendem Handelsgesetzbuch Art. 250 der schriftlichen Abfassung oder sonstiger Förmlichkeiten
nicht. Nach dem Handelsgesetzbuch vom gelten die Vorschriften des
DeutschenBürgerl. Gesetzbuchs. Auch hiernach
ist aber nur ausnahmsweise, insbesondere wenn der stille Gesellschafter ein Grundstück einzulegen verspricht
(DeutschesBürgerl.
Gesetzb. §. 313), besondere Form erforderlich. Aufgelöst wird die S. G. insbesondere durch
Tod des Geschäftsinhabers, wenn
der Übergang auf die
Erben nicht im voraus bestimmt ist, durch eintretende Unfähigkeit desselben zu
selbständiger Vermögensverwaltung, ein
Grund, wegen dessen nach dem neuen Handelsgesetzbuch nur sofortige
Kündigung möglich
ist, ferner durch Konkurs des Geschäftsinhabers oder des stillen Gesellschafters, dagegen nicht durch
Tod des stillen Gesellschafters.
Hierzu kommt
Auflösung aus wichtigen
Gründen, über welche der
Richter entscheidet, an deren
Stelle nach
dem neuen Handelsgesetzb. §. 339 sofortige
Aufkündigung aus §. 723 des
DeutschenBürgerl. Gesetzbuchs tritt. Der Geschäftsinhaber
besorgt die Liquidation der noch schwebenden
Geschäfte; er zahlt das sich bei der
Auseinandersetzung ergebende Guthaben dem
stillen Gesellschafter in
Geld heraus.
Die S. G. ist nicht, wie die Kommanditgesellschaft (s. d.),
Gegenstand der Gesetzgebung in außerdeutschen
Staaten; doch hat man in England ein ähnliches Rechtsverhältnis (s.
Dormant partner).
das inselerfüllte Gebiet zwischen
Australien
[* 6] und Südostasien einerseits, den großen
Sunda-Inseln und den Philippinen andererseits rechnet man als Australasiatisches
oder Indonesisches Mittelmeer zu den großen Mittelmeeren der Erde.
Ohne Nebenmeere hat der
S. O. eine
Fläche von 161 Mill. qkm und eine mittlere
Tiefe von etwa 3900 m. Die
größte
Tiefe mit 9427 m (1895 vom engl. Vermessungsfahrzeug Penguin gefunden) ist in 30° 28' südl.
Br. und 176° 39' westl. L. von Greenwich, ferner 9413
m in 28° 44' südl.
Br. und 176° 4' westl.
L. und 9184
m in
23° 39' südl.
Br. und 175° 4' westl. L. von Greenwich. Im nördlichen
S. O. sind im westl.
Teile bekannt: das
Tuscarora-Tief, 200 km
östlich der Kurileninsel Urup, mit 8513 und noch mehrere andere
Stellen mit mehr als 8000 m, und im östl.
Teile, in der Nähe
von Tâltäl 7300 m. Nordöstlich einer quer durch den
S. O. gezogenen Linie von der Jedobai
Japans nach
dem
Kap Hoorn befinden sich nur wenige
Inseln (größte und wichtigste die Sandwichinseln), dagegen im Südwesten dieser
Achse
zählten sie nach Tausenden, wenn sie auch an
Größe unbedeutend sind. (S. Oceanien nebst Karte.)
Nach ihren Windgebieten zerfällt der
S. O. in vier symmetrische Zonen: die der veränderlichen,
¶
mehr
doch vorwiegend westl. Winde
[* 10] nördlich von 30° nördl. Br. und südlich von 30° südl. Br., namentlich die letztern sehr stürmisch;
ferner die Zone des Nordostpassats zwischen Äquator und 30° nördl. Br., und die Zone des Südostpassats südlich vom Äquator
bis 30° südl. Br. Eine regelmäßige Kalmenzone zwischen den beiden Passaten ist nur im östl.
Teile, etwa bis auf 5° Breite nach beiden Seiten vom Äquator entwickelt; das austral. Monsungebiet greift in das inselreiche
Meer südlich vom Wendekreis des Steinbocks bis 110° westl. L. (von Greenwich) hinüber, ein zweites südl.
Monsungebiet liegt südlich vom Äquator, Neuguinea, Bismarck-Archipel, Gilbert-, Fidschi-Inseln und NeueHebriden umfassend.
Der S. O. ist an Stürmen verhältnismäßig arm, besonders in seiner ganzen östl. Hälfte; hier kommen nur
heftige Nordweststürme im südl. Teile von Südamerika
[* 11] und beim Kap Hoorn vor. In der westl. Hälfte des S. O. sind die Taifune
der ostasiat. Gewässer und die Orkane zwischen Australien und den Marquesasinseln besonders gefährlich
für die Schiffahrt. Im ostasiat. Monsungebiet kann man auf 15-20 Taifune jährlich rechnen; die meisten sind Winterstürme
außerhalb der Tropenzone, aber Sommerstürme in der Tropenzone. Im südlichen S. O. sind Orkane besonders häufig bei den
Samoa-, Fidschi- und Tonga-Inseln, am häufigsten Januar bis März; ihre Bahn läuft meist nach kurzer Krümmung
nach Südosten, während die Taifune der ostasiat. Gewässer sich meist mit gekrümmter Bahn nach Nordosten fortbewegen. Viele
Taifune entstehen bei den Philippinen und gelangen bis zu den Alëuten.
Von den Winden
[* 12] abhängig sind auch die Meeresströmungen
[* 13] (s. Karte: Meeresströmungen, beim ArtikelMeer), im nordpacifischen
Gebiet ein Stromring in sich zurücklaufend: als Nordäquatorialstrom etwa zwischen dem 8. bis 20.°
nördl. Br. nach Westen bis zu den Philippinen, dann nach Norden umbiegend bei den JapanischenInseln vorüber als Kuro-Siwo
(SchwarzerStrom) sich mehr und mehr nordöstlich und östlich wendend und von den Westwinden und vom kalten Strom
aus dem Beringmeer an die Küste Kaliforniens getrieben, von dort südlich und südwestlich umbiegend, bei den Sandwichinseln
den Äquatorialstrom speisend.
Nördlich vom Äquator ist ständig eine östl. Äquatorialgegenströmung zu finden, die im Sommer besonders stark und breit
ist und dann zwischen 5° und 8-10° nördl. Br. über den ganzen S. O. hinüberreicht. Südlich davon
erzeugt der Südostpassat den Südäquatorialstrom, der, im westl. Teile des S. O. in verschiedenen Richtungen zwischen den
austral. Inseln und dem austral. Festland hindurchströmt, und bei Neucaledonien nach Südosten umlenkt, in die von den Westwinden
der höhern Breiten erzeugte Trift übergeht und an der amerik.
Küste als kalter Peru- oder Humboldtstrom nördlich geht. Kalte Strömungen laufen aus dem Bering- und
dem Ochotskischen Meere südwestwärts längs der Ostküsten von Kamtschatka, Sachalin und dicht längs der Ostküste der
JapanischenInseln hart an der Grenze des Kuro-Siwo entlang. Im Südchinesischen Meere ändert der Strom seine Richtung je nach
dem herrschenden Monsun. Die Temperatur des Wassers ist niedriger als die des Atlantischen Oceans. Treibeis
kommt außerhalb des Beringmeers in einzelnen Jahren an der Ostküste Sachalins, an den Ostküsten der Kurilen und am Eingang
der Lapérouse-Straße sowie auch in der Tsugaru-Straße zwischen
den japan. InselnJesso und Nipon vor; die Lapérouse-Straße
war im April 1879 fast ganz vom Eise gegesperrt. Treibeis in südl. Breiten ist auf 170° westl. L. schon auf 40° südl. Br.
beobachtet und im Süden vom austral. Festland auf etwa 42° südl.Br.; im westl. Teile des S.O. findet man größere Treibeismassen
im Norden von 50" südl. Br. selten. Treibende Tangmassen findet man im Gebiet der steifen Westwinde südwärts
von 45 und 50° südl. Br. Ostwärts von 100° westl. L. bis zum Kap Hoorn sind diese Tangmassen südwärts von 55° südl.
Br. zu finden.
Segelschiffe brauchen von deutschen Häfen bis nach Hong-kong (15000 Seemeilen) 95-130 Tage; bis nach Melbourne
[* 14] (13 500 Seemeilen) 70-90 Tage. Im S. O. gilt allgemein die Regel, daß die Seglerreisen von Westen nach Osten in hohen südl.
und nördl. Breiten, die von Osten nach Westen dagegen in der Nähe der Linie ausgeführt werden. Segelschiffe, die vom Kap Hoorn
nach Callao wollen, steuern auf dem 85.° westl. L. nordwärts. Die Segelroute
vom Kap Hoorn nach Honolulu
[* 15] (etwa 60 Tage) schneidet den Äquator in 120° westl. L. Dasselbe gilt für die Route vom Kap Hoorn
nach San Francisco (etwa 60 Tage).
Der Walfischfang hatte noch vor 2½ Jahrzehnten im S. O. große Bedeutung; jetzt wird er fast nur noch im Beringmeer (s. Robbenschlag)
und zwar hauptsächlich von Amerikanern betrieben. Südwärts vom JapanischenMeere wird der Japan- oder Nordwestwal gefangen,
derselbe auch auf dem «Kodiak-Grund» zwischen Vancouver und Alaska. Im südlichen S. O. zwischen den austral.
Inseln trifft man noch reiche Gebiete von Pottwalen, um Neuseeland herum sowie ostwärts davon ist der Südwal zu finden.
Fischfang (viele Sorten eßbarer Fische)
[* 22] wird besonders stark im ganzen westl. Teile des S. O. betrieben.
Ehemals der ungeheuern Größe wegen von der Schiffahrt gefürchtet, verlor der S. O. seit Cooks und seiner
Nachfolger Entdeckungen seine Schrecken;
den NamenSüdsee erhielt der S. O. von den span. Eroberern der Landenge von Panama,
die sie von dort aus zuerst gen Süden erblickten (1513);
im Gegensatz dazu hieß dann der Atlantische Ocean Mar del
Nort;
der NameS. O. stammt von Magalhães (1521) nach dessen 100tägiger, von keinem
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