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Nikola Weisse
Herausragende Schauspielerin 2014
Nikola Weisse
Unauffällig auffällig
Nikola Weisse, geboren 1941 in Belgard im heutigen Polen, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Schauspielschule Bochum und gab 1963 ihr Debüt als Eve in Kleists «Der zerbrochene Krug» am Theater in der Josefstadt Wien. 1971 kam sie ans Theater Neumarkt in Zürich, um nach fünf Jahren eine Anstellung an den Basler Theatern anzutreten. Ab 1978 folgten Engagements an verschiedenen Häuser, darunter die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, das Staatstheater Stuttgart und das Schauspielhaus Bochum. Von 1994 bis 2000 war sie freischaffend tätig, 2001 trat sie unter der Direktion von Christoph Marthaler ins Ensemble des Schauspielhauses Zürich ein. Seit 2006 spielt Nikola Weisse wieder am Theater Basel, so auch in der Produktion «Das Weisse vom Ei/Une île flottante» von Marthaler, die zum 1. Schweizer Theatertreffen eingeladen wurde.
Nikola Weisses Rollenbiografie ist so vielfältig wie umfassend. Sie spielte Hermia im «Sommernachtstraum» von Shakespeare, Dienerin Dorine in Molières «Tartuffe», Königin Gertrude in «Hamlet», oder Mrs. Peachum in Brechts «Dreigroschenoper». Sie arbeitete dabei mit Regisseuren wie Jürgen Flimm, Werner Düggelin, oder Anna Viebrock. Ausserdem verwirklicht Weisse Soloprogramme und führt Regie bei Eigenproduktionen. In Film und Fernsehen arbeitete sie mit Persönlichkeiten wie Klaus Kinski oder Xavier Koller. Die Prophezeiung, die eine Freundin ihr 1971 anlässlich des Engagements am Theater Neumarkt machte, Zürich werde Nikola Weisses Stadt und die Schweiz ihr Land, habe sich erfüllt, wie sie selber sagt. Seit 40 Jahren ist Weisse auf den Schweizer Bühnen präsent. Ans Aufhören denkt sie jedoch nicht – «es geht solange es geht!»
«Seit ich mich für Theater interessiere, war Nikola Weisse immer schon da. Unauffällig auffällig. Kein künstlerisches Gehabe. Absoluter Profi. Entspannt. Intensiv. Überraschend. Ihre Website gibt nüchtern nur nackte Fakten her: Geboren in Belgard/Pommern, heute Polen. Seit 1963 arbeitet sie mit das deutschsprachige Theater prägenden Regisseuren, führt selber Regie und tourt dazwischen mit ihren Soloprogrammen.
Nikola Weisse ist wie der Parmiggiano in der italienischen Küche: er drängt sich nicht vor, gibt aber überall sein klares Aroma dazu. Erstaunlich, dass sie nun erst eine wohl verdiente Auszeichnung erhält.»
Gardi Hutter, Jurymitglied