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Es war einmal ein junger, mutiger Krieger, der lebte in einem Dorf tief im Innern des Regenwaldes – man schätzte ihn besonders wegen seiner listigen Intelligenz, durch die sein Stamm bereits aus zahlreichen Auseinandersetzungen mit feindlichen Nachbarn siegreich hervor gegangen war. Sein Name war Xnhangá.
Er hatte nicht wenig dazu beigetragen, dass sich sein Dorf in bester Verfassung befand und es den Bewohnern an nichts fehlte – sie waren umgeben von fischreichen Flüssen und Wald mit reichlich jagdbarem Wild. Allerdings zog soviel Wohlstand auch die Aufmerksamkeit der umliegenden Stämme auf sich – immer mal wieder machten die Nachbarn einen Versuch, in jene Jagdgründe einzudringen – einer davon war der Stamm der Prinhan.
Wieder einmal erfuhr Xnhangá von einer solchen Invasion, also bereitete er sich mit seinen Männern auf einen Kampf vor – sie bemalten ihre Körper mit leuchtenden Farben – rot, grün und blau – eine Strategie, mit der sie beabsichtigten, den Feind einzuschüchtern. Obwohl Xnhangá ein geschickter und mutiger Krieger war, besass er doch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und war intelligent und sensibel genug, um zu wissen, dass ein Krieg viele Leben kosten und vielen Familien grossen Schmerz zufügen würde, deshalb kniete er am Ufer eines Sees nieder und betete zu Tupã.
Und der grösste Gott von allen erhörte sein Gebet und sprach mit Xnhanga am Ufer des Sees. Dann liess er eine grüne Frucht von einem Baum in Xnhangás Hände fallen und sagte: “Du bist weise und listig wie der “Acauã“ (Raubvogel, der Schlangen angreift), zerquetsche diese Frucht und bemale deinen Körper mit ihrem Saft. Dann schreite deinen Kriegern voraus, denn diese Frucht wird euch vor dem Krieg bewahren. Überbringe den Prinhan meine Botschaft, dass die von mir geschaffene Natur für alle da ist!
Der Reichtum der Erde soll geteilt werden. “Jururá Açu“ wird Regen schicken, um die Erde fruchtbar zu machen, und “Suma“ (Göttin der Feldarbeit) wird eine reiche Ernte für alle vorbereiten. Jedes Mal, wenn meine Gattin Jaci (Mond) am Himmel steht, und eine Frau ein Kind zur Welt bringt, werden die Menschen genügend Fleisch zu ihrer Ernährung haben. Aber vergesst nie, “Caapora“ (Beschützer der Tiere) und “Curupira“ (Beschützer des Waldes) stets euren Dank abzustatten. Die Flüsse und Seen von Iyara werden immer genug Fische für alle haben. “Icatu“ (Gott der Schönheit) und “Rudá” (Gott der Liebe) werden dafür sorgen, dass sich die Menschen verlieben und die Dörfer wachsen“.
Aufmerksam hatte Xnhangá zugehört, was Tupã ihm riet und versprach. Am Tag der grossen Schlacht bemalte er seinen Körper mit dem Saft jener Frucht, die er von Tupã erhalten hatte, und dann schritt er seinem Trupp voraus, um den Feinden zu begegnen. Gross war nicht nur das Erstaunen der Prinhan-Krieger, sondern auch das seiner eigenen, als Xnhangá, anstatt in das übliche Kriegsgeheul auszubrechen, seinen Arm hob, um zu sprechen – und er übermittelte allen auf dem Schlachtfeld Anwesenden die Botschaft von Tupã.
Alle nahmen sich diese Worte zu Herzen, und der Krieg war zu ende, noch ehe er angefangen hatte – Trauer und Tod waren überwunden und entfernten sich von beiden Völkern, die sich fortan alle Ressourcen teilten, welche die Natur hervorbrachte. Der Friede zwischen ihnen war dergestalt, dass sogar die Tochter des Häuptlings von Xnhangás Volk den Sohn des Häuptlings der Prinhan heiratete – so wurden sie schliesslich sogar ein einziges Volk.
Und später entdeckten sie, dass jene Frucht, die ihnen von Tupã geschenkt worden war, auch zur Heilung von Krankheiten verwendet werden konnte. Aber weil der Saft ihre Haut blau-schwarz färbte und lange haftete, benutzte man sie hauptsächlich, zur Festbemalung der Körper anlässlich ihrer zahlreichen Zeremonien und Feste. Der Frucht gaben sie den Namen “Jenipapo“ – “Frucht, die schwarze Farbe macht“.