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Medienmitteilungen, SEM, 18.12.2018
Simonetta Sommaruga weiht Gedenktafel für Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei ein
Schlagwörter: Integration
Bundesrätin Sommaruga bedankte sich bei der Slowakischen Republik und bei der Tschechischen Republik für die Gedenktafel und bei den Vertreterinnen und Vertretern der tschechischen und slowakischen Diaspora dafür, dass die damaligen Flüchtlinge die Schweiz in wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht bereichert haben. "Ohne Sie wäre die Schweiz heute nicht, was sie ist", sagte sie. Am Beispiel der tschechischen und slowakischen Flüchtlinge zeige sich, dass eine erfolgreiche Integration möglich sei, von der beide Seiten profitieren können. Die Schweiz werde auch in Zukunft verfolgte Menschen aufnehmen, wie es ihrer humanitären Tradition entspreche, und ihre Anstrengungen im Integrationsbereich weiter verstärken.
Die Botschafterin der Slowakischen Republik, Andrea Elscheková Matisová, dankte der Schweizer Bevölkerung und ihren Behörden im Namen der slowakischen Regierung für die grosszügige Aufnahme von Geflüchteten aus der damaligen Tschechoslowakei nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, den in der Schweiz ein neues Zuhause und eine neue Perspektive in Freiheit angeboten wurde. Die Unterstützung der Schweiz bleibt unvergesslich.
Irena Valentová, Chargé d’affaires ad interim der Botschaft der Tschechischen Republik, fügte hinzu, dass die Schweiz nicht nur im Jahr 1968 für die Tschechoslowaken eine bedeutsame Rolle gespielt hat, sondern auch bereits vor 100 Jahren, in der Zeit, in der die Tschechoslowakei entstanden ist. Die Schweiz war damals unter den ersten Staaten, welche die Existenz der Tschechoslowakei anerkannt haben. Und so auch nach der "Samtrevolution" im Jahr 1989, als sich die Hilfe aus der Schweiz nicht nur in materieller und kultureller Hinsicht zeigte, sondern die Schweiz auch moralische Unterstützung bot. Auch dank dieser Hilfe konnte die Tschechoslowakei damals zu den freien europäischen Nationen zurückkehren.
Flucht nach Besetzung der Tschechoslowakei
Im August 1968 marschierten rund eine halbe Million Soldaten der damaligen Sowjetunion und anderer osteuropäischer Staaten in die damalige Tschechoslowakei ein und besetzten innerhalb weniger Stunden alle wichtigen Institutionen des Landes. Damit endete die als "Prager Frühling" bezeichnete Phase der politischen Öffnung, der reformorientierte Sekretär der kommunistischen Partei, Alexander Dubček, und andere Politiker wurden festgenommen. In der Folge verliessen rund 300'000 Menschen die Tschechoslowakei oder kehrten nach ihren Auslandaufenthalten nicht mehr in ihre Heimat zurück. Die Schweiz nahm bis 1970 rund 12'000 von ihnen als anerkannte Flüchtlinge auf.
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nach oben Letzte Änderung 18.12.2018