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Julia Mancuso, die ihre Karriere im vergangenen Jahr verletzungsbedingt beenden musste, kennt Vonn seit ihrer Kindheit. «Mit 11 Jahren besuchte ich ein Camp in Lindseys Skiclub. Sie war die Musterschülerin, ich habe zu ihr aufgeschaut. Lindsey war in der besten Trainingsgruppe, ich nur in der zweitbesten. Ich wollte unbedingt so gut sein wie sie», erzählt Mancuso.
Lindsey konnte es manchmal nicht verstehen, wenn ich mit meiner Einstellung Erfolg hatte, weil sie die Dinge immer ganz anders angegangen ist.
In der Folge machten beide gemeinsam den Schritt in den Weltcup. So ähnlich ihre Karrieren zu Beginn verliefen, so unterschiedlich waren und sind ihre Persönlichkeiten. «Lindsey konnte es manchmal nicht verstehen, wenn ich mit meiner Einstellung Erfolg hatte, weil sie immer ganz anders an eine Sache herangegangen ist», so Mancuso.
Julia Mancuso
Julia Mancuso ist eine ehemalige amerikanische Skirennfahrerin. Sie gewann in ihrer Karriere 7 Weltcup-Rennen. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen holte sie insgesamt 9 Medaillen, darunter Gold im Riesenslalom in Turin 2006. 2018 musste die heute 34-Jährige ihre Karriere wegen einer Hüftverletzung beenden.
Der Zweite ist der erste Verlierer
An ein Beispiel kann sich Mancuso noch gut erinnern. «2006 gewann ich in Val d'Isère mein erstes Rennen. Ihre Reaktion war: ‹Was? Julia war schneller als ich?› Am nächsten Tag gewann sie die zweite Abfahrt mit über einer Sekunde Vorsprung.»
Es sind denn auch mehrere Eigenschaften, die Mancuso an Vonn beeindrucken:
- Die Entschlossenheit: «Es hat für sie nie eine Rolle gespielt, wer besser war als sie. Sie wollte immer die Beste sein. Ein zweiter Platz war nie gut genug.»
- Die mentale Stärke: «Lindsey hat nicht die allerbeste Technik, aber im Kopf ist sie unglaublich stark. Wenn sie Vertrauen hat, kann sie einen Gang einlegen, über den sonst keine andere Fahrerin verfügt.»
Diesen Gang hat Vonn zuletzt nicht mehr gefunden. Zu sehr machen ihr die vielen Stürze und Verletzungen zu schaffen. Auch den Allzeitrekord von Ingemar Stenmark wird die 34-Jährige nicht mehr brechen. «Was sie erreicht hat, ist auch ohne diesen Rekord unglaublich. Auch wenn viele jetzt davon sprechen, dass Mikaela Shiffrin sie einholen wird: Jetzt ist es an der Zeit, Lindseys Leistungen zu würdigen», fordert Mancuso.
Hoffen auf ein unfallfreies Rennen
Für Vonns letztes Rennen wünscht sich Mancuso zweierlei: «Dass sie stolz auf ihre Leistung sein kann – und dass sie das Ziel erreicht.»
Im untenstehenden Audio erzählt Mancuso von einem verhängnisvollen Saunabesuch mit Vonn in Sölden (in Englisch):
Sendebezug: SRF zwei, are aktuell, 5.2.19, 18:20