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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Kirschen- und Zwetschgen-Hochstammobstanbau ist im Zusammenhang mit dem Auftreten der Kirschessigfliege eine der am stärksten betroffenen Kulturen, für die zurzeit kaum wirksame Schutzmassnahmen zur Verfügung stehen. </p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Arbeiten im Rahmen des Forschungsprogramms zur Kirschessigfliege bearbeiten spezifische Fragestellungen zum Hochstammobstanbau? </p><p>2. Wann ist mit ersten Resultaten zu rechnen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Agroscope und Fibl haben frühzeitig die besonderen Herausforderungen erkannt, welche der Schutz der Hochstammbäume gegen die Kirschessigfliege im Vergleich zum bereits schwierigen Schutz von Intensivanlagen für Tafelkirschen und -zwetschgen darstellt. Spezifische Empfehlungen stehen den Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern von Hochstammbäumen über die jährlich aktualisierte technische Broschüre "Feldobstbau" zur Verfügung. Diese werden durch einen monatlichen Newsletter und weitere Beratungsunterlagen sowie die Informationsveranstaltungen der kantonalen Beratung ergänzt. Massnahmen, die heute praxistauglich sind und empfohlen werden können, genügen jedoch nicht, den Ertrag auf Hochstammbäumen wirkungsvoll zu schützen. Einige der zurzeit geprüften Lösungsansätze haben aber durchaus das Potenzial, genügend Wirkung zu erzielen, um damit die Voraussetzung für eine nachhaltige Steinobstproduktion auf Hochstämmen zu schaffen und damit ihren Beitrag für Natur und Landschaft zu sichern.</p><p>2. Die diesjährigen Versuchsergebnisse von Agroscope zeigen, dass der Einsatz von Gesteinsmehlen natürlicher Herkunft (Kalk und Kaolin) den Befall durch die Kirschessigfliege reduzieren kann. Wie auch in Intensivanlagen gilt es in den nächsten Jahren, diese Massnahme zu optimieren und in praktikablen, das gesamte Agrarökosystem umfassenden Bekämpfungsstrategien einzubauen. In der Hochstammproduktion von Zwetschgen und Pflaumen wird der Einsatz von seitlichen Netzen geprüft. Auch diese Massnahme müsste mit weiteren Verfahren kombiniert werden (z. B. Massenfang bzw. "Attract and kill"-Verfahren), um ausreichend Schutz zu gewährleisten. Praktische Erfahrungen aus dem Schutz von Intensivanlagen können zumindest teilweise auf Hochstammbäume übertragen werden, zum Beispiel bezüglich der Anwendung und der Dauer der Schutzwirkung von Gesteinsmehlen sowie der Auswirkungen der Behandlungen auf die Qualität des Ernteguts. Mittelfristig werden für die Hochstammproduktion nützliche Erkenntnisse aus den laufenden Untersuchungen zu grundlegenden Aspekten der Lebensweise des Schädlings erwartet. Dazu gehören insbesondere die Studien zu den Bewegungsmustern, den Umweltanforderungen und der Habitatnutzung der Kirschessigfliege und ihrer natürlichen Gegenspieler.</p><p>Bereits heute sind auch im Hochstammanbau Möglichkeiten vorhanden, die Ertragsverluste durch die Kirschessigfliege zu reduzieren, allerdings oft nur mit beträchtlichem, wirtschaftlich nicht tragbarem Mehraufwand. Weitere Forschungsarbeit ist nötig, um die vorhandenen Lösungsansätze in für die Praxis übertragbare Massnahmen weiterzuentwickeln. Es muss mit einem Zeithorizont von mehreren Jahren gerechnet werden.</p>  Antwort des Bundesrates.