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| Pachomius († 346/7) - Leben des heiligen Pachomius (Vita Pachomii)

Kap. 45. Die Standhaftigkeit der Brüder.
Nun wurde um dieselbe Zeit ein Bruder, der seine Standhaftigkeit eifrig nachahmte, von einem Skorpion in den Fuß gebissen, als er zum Gebet hintreten wollte. Der Schmerz griff ihm so heftig an das Herz, daß er beinahe den Geist aufgegeben hätte. Er ging aber, trotzdem ihn die Wunde schmerzte, nicht eher weg, als bis er sein Gebet vollendet hatte, Einmal ergriff den Theodorus wieder ein Kopfleiden, das ihm die heftigsten Schmerzen bereitete, so daß er bat, es möge vorüber sein, Pachomius aber sagte: "Glaubst du, Bruder, daß ein Leiden oder irgend etwas anderes der Art ohne die Zulassung Gottes eintritt? Deshalb halte aus, mein Kind, und der Herr wird dich heilen, wenn er will; oder du wirst eine Zeitlang geprüft, wie der vollkommene Job, dann danke dafür; dieser erduldete die Trübsale und lobte den Herrn; dir wird eine Erquickung zuteil werden, die größer ist als deine Mühen. Etwas Schönes ist für den Asketen die gottgemäße Standhaftigkeit in den Gebeten und in der Enthaltsamkeit; er kann aber auch, [S. 892] wenn er krank ist, einen höheren Lohn gewinnen durch Ausdauer und Langmut."