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Christian Herwartz, Jesuitenpater, Arbeiterpriester und Begründer der Strassenexerzitien, ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren in Berlin gestorben. Er starb an den Folgen einer Darmoperation, wie der Orden mitteilte.
Herwartz wurde 1943 in Stralsund geboren. Er begann sein Berufsleben zunächst mit einem Maschinenbaupraktikum auf einer Werft in Kiel. Dort wechselte er in die Bundeswehr und machte die Ausbildung zum Reserveoffizier. 1969 holte er das Abitur im Collegium Marianum in Neuss nach und trat in den Jesuitenorden ein.
Ideen der Arbeiterpriesterbewegung
Anschliessend studierte er Philosophie in Pullach und München, dann bis 1975 Theologie in Frankfurt Sankt Georgen. Es folgte eine Ausbildung in der Metallverarbeitung in Frankreich, mit Tätigkeiten in Toulouse, Strassburg und Paris, wo er die Ideen der Arbeiterpriesterbewegung zu verwirklichen suchte. 1976 wurde er zum Priester geweiht.
1978 begann er als Arbeiterpriester, Dreher und Lagerarbeiter in Berlin, wohnte zunächst mit einem Mitbruder in einem Arbeiterwohnheim und einer Ausländerunterkunft. 1979 gründete er eine Wohngemeinschaft von Jesuiten und Menschen in verschiedenen Notlagen, die dort für kurze oder längere Zeit Aufnahme fanden. Ab 2000 war er «arbeitslos» und widmete sich vermehrt den von ihm entwickelten «Exerzitien auf der Strasse». Strassenexerzitien führte Christian Herwartz auch in den Pfarreien St. Marien, Thun, und Dreifaltigkeit, Bern, statt. Die Bewegung der Arbeitergeschwister, wie sie sich heute nennen, gibt es auch in der Schweiz. (kna/sys)