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Radon ist ein natürliches, im Boden und Gestein vorkommendes radioaktives Edelgas mit der Ordnungszahl 86. Der Name stammt vom Lateinischen radius, der Strahl. Alle Isotope des Radons sind radioaktiv. Das stabilste Isotop ist Radon-222 mit einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen. Es entsteht als Zerfallsprodukt von Radium und kann in weitere Folgeprodukte zerfallen. Zwei andere natürliche Isotope sind Radon-220 und Radon-219. Als radioaktives Gas mit sehr hoher Dichte kann sich Radon in Gebäuden, besonders in Kellern und in den unteren Stockwerken in physiologisch bedeutender Menge ansammeln. Radon ist in der Schweiz für etwa 60 Prozent der Strahlenbelastung der Bevölkerung verantwortlich.
Uran und Thorium, das in Spuren im Gestein und Erdreich vorhanden ist, sind die eigentliche Quellen des Gases Radon. In den Zerfallsreihen von Uran und Thorium wird Radon gebildet. In der Erdatmosphäre hingegen ist Radon extrem selten: Auf 1021 Moleküle in der Luft findet sich nur ein Radonmolekül.
Gesundheitliche Gefahren
Radon ist nach dem Rauchen die wichtigste Ursache für Lungenkrebs. In der Schweiz sterben etwa 2700 Menschen jährlich an Lungenkrebs. Davon sind 200 bis 300 Todesfälle dem Radon zuzuschreiben. Radon ist somit im Wohnbereich den gefährlichsten Krebserreger.
Gesetzliche Bestimmungen
Nach Art. 110 der Strahlenschutzverordnung (SR 814.501) vom 22. Juni 1994 (Stand 1. Januar 2009) gelten für Radon folgende Grenzwerte:
- Für Radonkonzentrationen in Wohn- und Aufenthaltsräumen gilt ein über ein Jahr gemittelter Grenzwert von 1000 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3).
- Für Radonkonzentrationen im Arbeitsbereich gilt ein über die monatliche Arbeitszeit gemittelter Grenzwert von 3000 Bq/m3.
- Bei Neu- und Umbauten sowie bei Sanierungen gilt ein Richtwert von 400 Bq/m3.
Neue Empfehlung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG, Stand 2010):
300 Bq/m3 in Wohn- und Aufenthaltsräumen nicht überschreiten und bei Neubauten einen tieferen Wert anstreben.
Weitere Informationen:
Radon (BAG)