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Eine Zukunft für die Mbyá, den Jaguar und uns alle!
Aktueller Bericht in der NZZ
Die folgenden Projekte sind bereits realisiert:
Gemeinschaft Takuapí:
6 Hektaren – Fr. 7’000 – Vertragsabschluss 2009
Die Gemeinschaft lebt auf einem teilweise bewaldeten Grundstück, das von kirchlichen Kreisen in der Schweiz gekauft und den Mbyá überlassen wurde. Nachdem man ihnen ihre Hütten, Kultstätten und den Friedhof weggenommen und zerstört hatte, fanden sie hier einen neuen Lebensraum.
6 Hektaren, welche an dieses neue Grundstück angrenzten, wurden von der wachsenden Gemeinschaft besiedelt. Der Grundeigentümer wehrte sich und wollte die Hütten abreissen lassen. Soweit kam es zum Glück nicht. Sagittaria konnte in einem Vergleich dieses Grundstück für die Mbyá erwerben.
Gemeinschaft Guaviramí:
121 Hektaren – Fr. 179’400 – Vertragsabschluss 2010
Diese Gemeinschaft bildete sich aus einer Gruppe von Mbyá, welchen kein fester Lebensraum zur Verfügung stand. Die juristische Person wurde erst gebildet, nachdem sie sich in ihrem Wald eingerichtet hatten. Es handelt sich um 100 Hektaren aus wenig verändertem Urwald bestehend und 21 Hektaren Land, welche einst gerodet und mit schnellwachsenden Pinien bepflanzt wurden. Daraus hat sich in den letzten 20 Jahren wieder ein dichter Wald entwickelt.
Tupamba’é:
56 Hektaren – Fr. 104’000 – Vertragsabschluss 2012
Auch diese Gemeinschaft formierte sich erst nachdem sie sich auf dem Grundstück installiert hatte. Diese 56 Hektaren grenzen an zwei Flüsse, an denen der Wald wenig beeinträchtigt ist. Weiter von diesen entfernt gibt es verschiedene Quellen. In Tupamba’é gab es zuvor Tee- und Matefelder, Tungwälder und später Weiden. Hier regeneriert sich der Wald Stück für Stück. Unter die rasch wachsenden Lichtbaumarten werden Samen von Medizinal-Bäumen gestreut und Fruchtbäume gepflanzt.
Amba’y Poty:
20 Hektaren – Fr. 27’834 – Vertragsabschluss 2020
Diese Gemeinschaft hatte sich in einem Privatwald niedergelassen. Der Eigentümer wollte sie vertreiben, konnte jedoch dazu überredet werden, den Wald zu günstigen Bedingungen abzutreten. Heute ist die Gemeinschaft Eigentümerin ihres 20 Hektaren grossen Waldstückes.
Santo Pipó:
50 Hektaren – Fr. 66’082 – Vertragsabschluss 2020
Diese Gemeinschaft hat sich neu formiert und baut die ersten Hütten. Sie hat eine Quelle gefunden und freut sich unendlich über den 56 Hektaren grossen schönen alten Wald, welchen Sagittaria und AIS zusammen für die Gemeinschaft erwerben konnten. Die juristische Person muss erst noch gebildet werden. Bis dies geschehen ist hält Tiny, das Oberhaupt der Gemeinschaft, den Wald in Kommission für die Gemeinschaft.
Bis heute konnten 253 Hektaren Wald für Fr. 384’316 gekauft werden.
Folgendes Projekt ist in Bearbeitung:
Tekoa Tuna’i:
24 Hektaren – US $ 36’000 – Vertragsabschluss 2021
Diese Gemeinschaft lebt direkt am Fluss Paraná. Sie ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Das Grundstück gehört dem Erziehungsministerium und wurde bisher wegen bürokratischer Hindernisse nicht auf die Gemeinschaft übertragen. Viele Mbyá sind über den Paraná vor dem Soja-Anbau geflüchtet. Das Grundstück wird eng: Heute leben auf 18 Hektaren 35 Familien. Für sie sollen nun insgesamt rund 24 Hektaren Land erworben werden.
Folgende Projekte können ins Auge gefasst werden, wenn die Finanzierung gesichert werden kann:
Wald am Chafaríz, nahe Soberbio:
400 Hektaren – Angebot US $ 600’000.00 – Stand 01/2022
Der Chafaríz ist ein kleiner Fluss in der Nähe von Soberbio, der in den Rio Uruguay mündet. Es gibt eine grosse Gemeinschaft, die dort am Rande eines Waldes und in diesem lebt. Er gehört einem 78-jährigen Mann. Dieser lässt die Mbyá gewähren, kann aber den Wald nun ohne Nutzung nicht mehr halten. Der Schamane bat den Gott Ñanderú, dass er eine Lösung finden möge. Die Erwartungshaltung ist entsprechend gross!
Die Waldpreise sind in Misiones aufgrund der Wirtschaftslage gesunken. Der Vorstand hatte daher beschlossen, nochmals Preisverhandlungen aufzunehmen. Leider sind diese vorerst gescheitert. Dieser Walderwerb wird deshalb vorläufig auf Eis gelegt. An dessen Stelle könnten zwei kleinere angrenzende Waldstücke erworben werden. Das erste davon umfasst 21 Hektaren. Die Verhandlungen sind bereits weit fortgeschritten. Zwei Hektaren sind mit einem Pinienforst bestockt. Die Mbyá werden diesen für Bau- und Brennholz nutzen und später auf dieser Fläche Maniok, Mais, Bohnen und Kürbisse anpflanzen. Gut 17 Hektaren sind Wald und bleiben erhalten. Dieses Waldstück kostet im Moment 6 Millionen Pesos, was aktuell einem Preis von umgerechnet gut
€ 35’000.- entspricht. Das zweite Waldstück umfasst 17 Hektaren und kostet nach den aktuellen Verhandlungen 4,5 Millionen Pesos. Dies sind aktuell knapp € 20’000.00.
Westlich von Takuapí:
20 Hektaren – Angebot US $ 60’000 – Stand 01/2022
Südlich angrenzend an das Land von Takuapí kann ein Grundstück von 20 Hektaren erworben werden. Der grösste Teil davon ist Wald. Ein Bereich könnte für Hütten und Pflanzungen genutzt werden, auf 4 Hektaren steht ein Yerba Mate-Feld. Verá Mirí (Hilario Agosta) möchte dieses Grundstück für 7 Familien sicherstellen, die momentan noch direkt an einer Strasse wohnen müssen und ihren 12-jährigen Jungen durch einen Unfall auf dieser verloren haben. Sie möchten unbedingt den Ort der Trauer verlassen und ihren Kindern eine sicherere Umgebung bieten. Das Angebot des Verkäufers ist sehr hoch, da er nicht verkaufen muss. Die 20 Hektaren verbinden jedoch zwei Mäander des Cuña Pirú. Die 35 Hektaren in der Schleife des Flusses sind eine gefangene Parzelle ohne Wegrecht. Die 20 Hektaren in der Hand der Mbyá, würden daher die ganze Schleife sichern. Die Mbyá hätten zudem gemäss Artikel 75 der argentinischen Verfassung das Recht, die 35 Hektaren als Teil ihres Lebensraums zu beanspruchen, womit Eingriffe nur noch in Absprache mit ihnen möglich wären. Damit würde diese Parzelle für die weisse Eigentümerschaft praktisch wertlos. Zwar sind in diesem Gebiet die Landpreise höher als in Chafaríz. Trotzdem ist der Preis für uns noch zu hoch angesetzt.
Am Rand des Provinzparks „Valle del Cuña Pirú“:
300 Hektaren – Angebot US $ 375’000 – Stand 03/2022
300 Hektaren könnten angrenzend an den Provinzpark „Valle del Cuña Pirú“ erworben werden. Dieser unberührte Wald wäre aus ökologischer Sicht und für die Mbyá von grosser Bedeutung. In ihm leben Jaguare. Mbyá aus mehreren Gemeinschaften möchten eine neue Gemeinschaft gründen und diesen Wald zusammen bewohnen.