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André Bossert hätte sich einen etwas besseren Start zum 22. Swiss Seniors Open in Bad Ragaz wünschen können. Der 54-jährige Zürcher lieferte eine Par-Runde von 70 Schlägen ab. Weg vom Fenster ist er damit noch lange nicht, zumal von den Tagesbesten keiner weit davongezogen ist.
Am Schluss einer Runde, in der ihm auf den Greens so gut wie nichts gelingen wollte, lochte Bossert am 18. Loch den Ball aus fast sechs Metern zum Birdie ein. Er weiss genau, wie wichtig es ist, mit positiven Gedanken in die nächste Runde hineinzugehen. «Ich nehme die Erinnerungen an diesen Putt mit», sagte er - in der Hoffnung, dass er am zweiten Wettkampftag mit dem Putter mehr Erfolg haben wird.
Trotz des guten Abschlusses war «Bossy» ganz und gar nicht zufrieden, denn er weiss: «Auf diesem Platz muss man minus fünf in jeder Runde spielen. Dann hat man eine Chance, das Turnier zu gewinnen. Minus drei für die erste Runde wäre in meinen Augen das Minimum. Deshalb bin ich überhaupt nicht zufrieden.»
Wo das Problem liegt, weiss Bossert genau: «Es liegt alles am Putting. Ich habe in der ersten Runde alle Fairways getroffen und nur drei Greens verfehlt. Die meisten Birdie-Chancen, die ich hatte, waren sehr gute Chancen. Ähnlich wie heute war es schon in den letzten ein, zwei Monaten. Es ist für mich also nicht neu.»
Der walisische Stargast Ian Woosnam, der Gewinner des US Masters 1991, benötigte noch einen Schlag mehr als Bossert. Auch «Woosie» sollte sich am zweiten Tag markant steigern können.
Trio mit 65 Schlägen
An der Spitze hat sich ein illustres Trio mit je 65 Schlägen (5 unter Par) installiert: der 55-jährige Neuseeländer Greg Turner, der 58-jährige Engländer Barry Lane und der 51-jährige Waliser Phillip Price. Sie waren alle ungefähr in der gleichen Epoche auf der PGA European Tour erfolgreich – vor allem in den Neunzigerjahren – und errangen dort insgesamt zwölf Turniersiege. Die beiden Europäer brachten es je einmal an den Ryder Cup: Barry Lane stand in der europäischen 12-Mann-Auswahl, die 1993 in The Belfry bei Birmingham gegen die US-Golfer verlor. In The Belfry revanchierten sich die Europäer 2002. Phillip Price liess sich als Held feiern, denn er hatte am Sonntagnachmittag im Einzel den hohen Favoriten Phil Mickelson mit 3&2 bezwungen. Price und Mickelson spielten in der elften und vorletzten Partie. Der Sieg des Walisers bedeutete zugleich den Sieg für Europa. Das Schlussergebnis lautete 15,5:12,5. Damals wechselte der Ryder Cup auf die geraden Jahre. Die Austragung vom September 2001 hatte wegen des Terrorakts 9/11 verschoben werden müssen. Und die Ryder-Cup-Bilanz von Greg Turner? Wahrscheinlich wäre er mindestens einmal aufgeboten worden, wenn er nicht vom falschen Kontinent stammen würde.
Barry Lane dürfte einigen Schweizer Golffans auch noch als Gewinner des Omega European Masters 1993 in Crans-Montana in Erinnerung sein. Er siegte damals im Finish gegen den unvergesslichen Severiano Ballesteros, als diesem am letzten Loch der ebenso unvergessliche Eisen-9-Schlag von der Mauer des alten Schwimmbads gelang.