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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Neunzigstes Hauptstück.
Denn ich fürchte, Brüder, die Ketzereien des Orientes, welche von Zeit zu Zeit um sich greifen. Und das, wovon ich sage, daß ich es fürchte, habe ich auch schon gelesen. Es ist zwar in dem, was ihr nach der Zustimmung einiger Orientalen als Vollzieher der übernommenen Gesandtschaft nach Sirmium zum Unterschreiben überbracht habt, nichts Verdächtiges enthalten; aber im Eingange war etwas Anstößiges, welches ihr, wie ich glaube, heiligste Männer,1 Basilius, Eustathius und Eleusius, damit kein Aergerniß veranlaßt würde, als etwas solches, welches vernichtet werden sollte, mit Stillschweigen übergangen habt. War dieses richtig, was da niedergeschrieben worden war, so hätte es nicht verschwiegen werden sollen. Wird es aber, weil es nicht richtig niedergeschrieben war, jetzt verschwiegen; so muß man sich in Acht nehmen, daß es nicht einst gesagt werde. Denn aus Schonung sage ich von diesem noch nichts; doch ihr wisset mit mir, daß nicht das ganze zu Ancyra niedergeschriebene Glaubensbekenntniß so sich verhielt. Ich trage hier nicht die Erzählung eines Gerüchtes vor; ich habe [S. 44] schriftliche Gewißheit, die ich nicht von Laien erhielt, sondern die mir von Bischöfen gegeben wurde.
1: Diese wurden von den zu Ancyra versammelten Orientalen als Abgeordnete zu dem Kaiser geschickt.