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Die 27-jährige Ostschweizerin entschied sich nach dem Einturnen, nichts zu riskieren und den verletzten Oberschenkel nicht weiter zu belasten. Der Entscheid kommt nicht überraschend, beginnen doch in drei Monaten die Olympischen Spiele in Tokio, das grosse Ziel Steingrubers in dieser Saison.
«Im Hinblick auf Tokio möchte ich kein unnötiges Risiko eingehen», liess sich Steingruber in einer Verbandsmitteilung zitieren. Die vergangenen Tage seien sehr emotional gewesen. «Ich bin überglücklich, dass ich mein Ziel erreichen und die Goldmedaille am Sprung gewinnen konnte.»
Steingruber hatte sich vor rund zehn Tagen im Training einen Muskelfaserriss zugezogen. Dennoch trat sie in Basel an, auch wenn sie vor Beginn der Titelkämpfe am Sprung und am Boden kaum trainieren konnte. Nach der erfolgreichen Qualifikation verzichtete sie bereits auf den Mehrkampf-Final am Freitag, um sich für den Sprung-Final zu schonen.
In diesem biss die St. Gallerin auf die Zähne - mit Erfolg. Mit dick einbandagiertem Oberschenkel zeigte sie zwei nahezu fehlerfreie Sprünge und sicherte sich an ihrem Paradegerät den vierten EM-Titel ihrer Karriere. Im Sprung wäre sie nur als Aussenseiterin im Kampf um die Medaillen angetreten.