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In den letzten Jahrzehnten standen Eier im Ruf, besonders gesundheitsschädlich zu sein: Sie enthalten relativ viel Cholesterin und ein erhöhter Cholesteringehalt des Bluts ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Insbesondere das LDL-Cholesterin leistet diesen durch Gefässverschlüsse bedingten Erkrankungen Vorschub. Ob allerdings Eier den Cholesterinspiegel in die Höhe treiben, konnte nicht nachgewiesen werden.
Entwarnung für das Frühstücksei kommt jetzt von chinesischen und amerikanischen Ernährungswissenschaftlern, die mittels einer Meta-Analyse die Daten von 17 bereits veröffentlichten Studien erneut auswerteten. Bei Studienteilnehmern, die während Jahren bis zu einem Ei pro Tag verzehrt hatten, konnte kein höheres Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefässe und Schlaganfall festgestellt werden. Es stellte sich sogar heraus, dass das Risiko für akute Hirnblutungen, die rund fünf Prozent aller Schlaganfälle aus machen, etwas geringer war. Allerdings trifft dieses Gesamtergebnis auf eine Gruppe der Studienteilnehmern nicht zu: Bei Eier essenden Diabetikern stieg das Risiko für eine Erkrankung der Herzkranzgefässe um gut 50 Prozent.
Doch warum wirkt sich regelmässiger, moderater Eierverzehr im Allgemeinen und entgegen jahrelanger Annahme kaum auf den Cholesterinspiegel aus? Heute geht man davon aus, dass der Cholesteringehalt im Blut überwiegend durch die körpereigene Produktion des Stoffes in der Leber bestimmt wird. Das Nahrungscholesterin beeinflusst den Blutwert in viel geringerem Ausmass. Zudem enthalten Eidotter reichlich Lecithin, was die Cholesterinaufnahme aus dem Darm hemmt. Abschliessend weisen die Forscher auf den beachtlichen Nährwert von Eiern hin. Sie enthalten hochwertiges Eiweiss, diverse Mineralstoffe und alle Vitamine ausser Vitamin C.