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Manche behaupten, dass die Linie bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann, wobei sie sich auf den Vater der Medizin, Hippokrates, und sein Vinum Hippocraticum berufen: eine Medizin aus Wein, der mit Dittany, Wermut und Weinraute gewürzt war.
Als die Brennblase (ihr italienischer Name Alambicco stammt aus dem Arabischen) im 8. Jahrhundert nach Europa kam, entdeckte man, dass destillierter Alkohol ein hervorragendes Lösungsmittel für die Extraktion der medizinischen Substanzen von Früchten und Pflanzen war.
Im Mittelalter verbreiteten sich die alkoholischen Aufgüsse vor allem in den Klöstern, deren Mönche nicht nur die Seelen retteten, sondern sich auch wie echte Alchemisten um die Pflege des Körpers kümmerten; und es waren die Mönche, die ihr Wissen akribisch niederschrieben und kopierten, das über die Jahrhunderte weitergegeben wurde.
Erst im 14. Jahrhundert, als Katharina von Medici mit ihrem Gefolge von Köchen und Alchemisten nach Frankreich kam, sprach man nicht nur von italienischen Arzneimitteln, sondern auch von Likören, unter anderem wegen der Zugabe von Süßungsmitteln wie Zucker und Honig, um den Gaumen zu erfreuen.
Aber erst im 16. Jahrhundert, dem Zeitalter der großen Erkundungen und Entdeckungen (Indiens und Amerikas), brachte die Einführung von Gewürzen, Aromen, neuen Früchten und Zuckerrohr der europäischen Likörindustrie weiteren Auftrieb und sie begann, sich einen Namen zu machen.