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Gaius Octavius, der später vom Senat den Ehrentitel Augustus erhielt, wurde am 23. September 63 v.Chr. in Rom (oder der Umgebung von Rom) geboren. Caesar war sein Grossonkel und förderte ihn zur Zeit seiner Herrschaft in Rom. Augustus' Vater gehörte zum Ritterstand und hatte nur geringen politischen Einfluss. Ohne die Verwandtschaft mit Caesar wäre Augustus nie bis an die Spitze des römischen Staates gelangt.
Im Kampf gegen Pompeius' Söhne in Spanien zeichnete sich Augustus bereits durch militärische Tugenden aus, und für Caesars Feldzug gegen die Parther war er als Anführer der Reiterei vorgesehen. Da er hierzu schon Richtung Osten gereist war, erreichte ihn die Meldung von der Ermordung seines Grossonkels ausserhalb von Rom. Ebenso erfuhr er erst dann, dass ihn Caesar, der selbst keinen Sohn hatte (mit Kleopatra hatte er allerdings ein uneheliches Kind), adoptiert und zum Erben eingesetzt hatte.
Zunächst hatte Octavius nur wenig Einfluss in Rom. Die Anhänger von Caesar sammelten sich um Marcus Antonius, der gegen die Caesarmörder vorgehen wollte. Durch Geldgeschenke konnte sich Octavius die Unterstützung von Caesars erfahrenen Veteranen sichern. Als Antonius gegen die Caesarmörder zog, riss Octavius die Macht in Rom an sich und liess sein Vorgehen nachträglich vom Senat absegnen. Bei Mutina schlug er Antonius' Heer.
Als Antonius trotz seiner Niederlage seine Armee weiter ausbauen konnte, wechselte Octavius die Seite und schloss sich der Partei von Caesars Anhängern an. Er schloss mit Antonius und dem Reiterführer Lepidus ein Triumvirat (= privater Dreimännerbund), worin sich die drei Männer über die Verteilung der Macht verständigten. Die innenpolitischen Gegner (darunter auch Cicero) wurden durch Proskriptionen (öffentliche Ächtung und straflose Ermordung) umgebracht. 42 v.Chr. gelang Antonius bei Philippi in Griechenland der entscheidende Sieg über die Truppen der Caesarmörder.
Kurz danach mündeten Streitigkeiten zwischen Antonius und Octavius beinahe in einen noch grösseren Bürgerkrieg. Dieser konnte durch die Verständigung von Brundisium (Brindisi), welche durch Maecenas eingefädelt wurde, gerade noch verhindert werden. Die Triumvirn verteilten das Gebiet des römischen Reiches untereinander; Antonius heiratete zudem die Schwester von Octavius. Vier Jahre später konnte Agrippa für Octavius dank der Unterstützung der Flotte von Antonius seinen letzten Gegner, Sextus Pompeius, ausschalten. Lepidus wird zum obersten Priester ernannt und damit politisch entmachtet (seine Truppen waren zuvor schon zu Octavius übergelaufen).
Antonius hatte inzwischen im Osten wenig erfolgreich Krieg gegen die Parther geführt und sich inoffiziell mit Kleopatra, der Königin von Ägypten, vermählt. Als Octavius in Rom verbreiten liess, Antonius habe seine Kinder mit Kleopatra als Erben eingesetzt und diesen Teile des römischen Reiches vermacht, wurde er in Rom zum Staatsfeind erklärt. Bei Actium entschied Octavius 31 v.Chr. die entscheidende Seeschlacht für sich. Antonius und Kleopatra flohen nach Ägypten, wo sie sich kurz vor dem Eintreffen der Sieger umbrachten.
Nach seiner Rückkehr bemühte sich Octavius darum, die Ämter der Republik wiederherzustellen und dem Senat seine ursprünglichen Machtbefugnisse zurückzugeben. 27 v.Chr. gab er sein Imperium offiziell dem Senat zurück, der ihm deshalb den Ehrentitel "Augustus" verlieh (= "der Erhabene"). Augustus erhielt als princeps senatus (= "Anführer des Senats") die Hälfte aller Provinzen und damit faktisch die Befehlsgewalt über den Grossteil der Legionen.
Augustus verzichtet zunächst auf die Eroberung weiterer Gebiete und lässt im ganzen Reich die pax Augusta ("Friede des Augustus") verkünden. Von den Dichtern lässt er sich als zweiter Romulus verehren und sein Zeitalter als neues goldenes Zeitalter bezeichnen. Nach den Jahren der Bürgerkriege blüht das römische Reich auf. Nach der verheerenden Niederlage in der Schlacht im Teutoburger Wald muss Augustus auf die Eroberung Germaniens verzichten. Er stirbt am 19. August 14 n.Chr. in Nola in Süditalien.