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Wolfgang wurde 924 vermutlich in Pfullingen (Baden-Württemberg) geboren und kam zur Erziehung in das Kloster Reichenau, damals einem der wichtigsten Zentren für Liturgie und Bildung im Karolingerreich. Dort lernte er Heinrich kennen, der aus dem Geschlecht der Babenberger stammte. Als dessen Bruder Poppo Bischof von Würzburg wurde, wechselten die beiden Freunde an die dortige Domschule. Diese bot einen neuen Typus von Schule für Kleriker: Er qualifizierte Spitzenkleriker für die Leitungs- und Verwaltungspraxis.
956 wurde Heinrich Erzbischof von Trier. Auch dieses Mal begleitete ihn Wolfgang und übernahm die Leitung der Domschule in Trier. Doch bereits 964 starb Erzbischof Heinrich. Wolfgang trat kurz darauf in das Kloster Einsiedeln ein, das für seine strenge, asketische Lebensweise bekannt war. Wolfgang übernahm schnell den Unterricht und die Aufsicht über die Schule und die Schreibstube. Von nah und fern zog Wolfgangs Ruf als Lehrer zahlreiche Schüler an. Der Mittelalterhistoriker Matthias M. Tischler vermutet, dass Wolfgang massgeblich an den «Einsiedler Jahrbüchern» (Annales Heremi» beteiligt gewesen war. Der Augsburger Bischof Ulrich (923-973), der gute Beziehungen zum Kloster Einsiedeln unterhielt, erteilte Wolfgang bei einem seiner Aufenthalte die Priesterweihe.
Vom Missionar zum Bischof
Ein paar Jahre später begann für Wolfgang, der nach damaligem Verständnis bereits ein relativ alter Mann war, ein neuer Lebensabschnitt: Er entschloss sich auf einen Traum hin, das Kloster zu verlassen, um bei den Ungarn zu missionieren.
Der Bischof von Passau wurde auf Wolfgang aufmerksam und schlug ihn als Bischof von Regensburg vor. Der Kaiser und Teile des Klerus zweifelten an der Eignung des Wanderpredigers als Bischof. Angeblich soll einer dieser Gegner krank geworden sein; Wolfgang konnte ihn heilen und alle Zweifel beseitigen. 972 wurde er Bischof von Regensburg.
An all seinen Wirkungsorten war Wolfgang der Ruf seiner Gelehrsamkeit, aber auch seiner asketischen Strenge vorausgeeilt. Sein Biograf Othloh überliefert von Wolfgang die Aussage: «Wenn wir nur Mönche hätten, alles Übrige würde sich fügen.» Dieses Wort muss man auf dem Hintergrund seiner Zeit verstehen: Zunächst waren Klöster Orte von Bildung und Ausbildung ganz allgemein. Aufgrund ihrer Ausstrahlung erhielten sie oft von Adeligen Stiftungen oder auch Grundbesitz, um für ihr Seelenheil zu beten. So wurden die Klöster selbst zu wichtigen Stützen der Herrschaft. Ohne deren Protektion wiederum wären innerkirchliche Reformen und Missionierung damals nicht möglich gewesen.
In Regensburg fand er das Modell des Kathedralklosters vor, d. h. mit dem Bischofsstuhl war ein Kloster so verbunden, dass der Bischof zugleich Abt der Mönchsgemeinschaft war. Dies hatte den Vorteil, dass der Bischof auch die Einnahmen aus dem Klosterbesitz erhielt – und die Mönche für den Bischof beteten. Wolfgang löste diese Personalunion auf und holte aus Trier seinen Freund, den später seliggesprochenen Ramwold, nach Regensburg und ernannte ihn zum Abt in St. Emmeram. Auch durch den Einfluss von Wolfgang erlangte das Kloster grosse Bedeutung; von St. Emmeram strahlte die Reform bald auf andere süddeutsche Klöster aus.
Durch die Abtrennung östlicher Bistumsgebiete – und den damit verbundenen finanziellen Einbussen – ermöglichte Bischof Wolfgang die Gründung des Bistums Prag.
Wolfgang scheint in Regensburg sehr beliebt gewesen zu sein. Er förderte das geistliche Leben und die Bildung des Klerus und hat trotz eines Sprachfehlers gepredigt und im Glauben unterrichtet. Während der Hungersnot im Jahr 987 öffnete er die bischöflichen Kornvorräte für die Bevölkerung. Auch soll eine Frau auf seine Fürsprache bei Gott von einem unreinen Geist befreit worden sein. Sein Biograf Othloh schreibt, Bischof Wolfgang habe asketisch gelebt und wie ein Mönch die Zeiten des Gebets und der Betrachtung gehalten.