Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03147.jsonl.gz/1883

Intrazytoplamsatische Spermainjektion (ICSI)
Im Labor werden die nach OPU gewonnenen Eizellen über 30 Stunden gereift und durch Injektion eines einzelnen Spermiums eines ausgewählten Hengstes in die Eizelle der Stute befruchtet (ICSI). Dies wird unter dem Mikroskop mit Mikromanipulatoren durchgeführt. Das ICSI Verfahren wurde in der Humanmedizin entwickelt, um bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch Embryonen und daraus Babys zu erzeugen. Diese Technik wird nun seit Jahrzehnten routinemässig in dafür spezialisierten Humankliniken angewandt. Seit einigen Jahren wird dieses Verfahren auch in Pferdereproduktion eingesetzt mit deutlich steigenden Zuwachsraten. Ein Vorteil der ICSI Technik ist, dass nur ein Spermium nötig ist, um eine Eizelle zu befruchten. Daher eignet sich dieses Verfahren sehr gut für Hengste mit mangelhafter Spermaqualität bzw. solche, von denen nur wenig Spermien zur Verfügung stehen. So reicht eine Gefriersamenpaillette, um hunderte von Eizellen zu befruchten. Die daraus entstehenden Embryonen entwickeln sich über 9 Tage in einem Brutschrank und werden anschliessend entweder direkt in eine Empfängerstute transferiert oder einstweilen in flüssigem Stickstoff tiefgefroren. Durch die Möglichkeit der Tiefgefrierkonservierung der Embryonen ist man nicht darauf angewiesen, eine Empfängerstute im richtigen Zyklusstand vorhalten zu müssen. Da eine Eizellgewinnung unabhängig vom Zyklusgeschehen der Stuten möglich ist, kann man Embryonen auch ausserhalb der Zuchtsaison produzieren und dann erst im Frühjahr in die Empfängerstuten einsetzen. Ferner ist ein Transport von Tiefgefrierembryonen in flüssigem Stickstoff über grosse Entfernungen möglich.