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von 1250 bis zum 17. Jahrhundert von einem Friedhof umgeben und mit dem alten Spital verbunden und ist in den Jahren 1787, 1854 und 1897 restauriert worden.
Die Franziskanerkirche mit Kloster (Église und Couvent des Cordeliers) wurde 1237 vom Grafen von Kiburg und seiner 1275 hier begrabenen Schwester Elisabetha gegründet. Die Gebäude standen aber zunächst hart am Rande der zum Grabensal abfallenden Felswand. Da der benachbarte Felsen mit Einsturz drohte, versetzte man das Kloster an die heutige Stelle. In diesem Kloster wohnten bei ihrer Durchreise durch Freiburg Fürsten, Kaiser und Könige, so 1439 der Herzog Amadeus von Savoyen, 1448 der Erzherzog Albrecht, 1414 Kaiser Sigismund und 1442 Kaiser Friedrich III. 1798 besetzten die französischen Truppen das Kloster mit Gewalt. Im Kreuzgang sieht man noch einen z. T. zerstörten Totentanz.
Die Kirche hat im Laufe der Zeiten zu verschiedenen Zwecken gedient: vor 1798 wurden hier je am St. Johannestage die Schultheissen gewählt, 1803 tagte hier die erste eidgenössische Tagsatzung unter dem Vorsitz des ersten Landammannes der Schweiz Louis d'Affry, und heute pflegt man hier die Austeilung der Preise an die Schulkinder vorzunehmen. Die Franziskanerkirche birgt einige Sehenswürdigkeiten, so die Wallfahrtskapelle Unserer lieben Frau zu Einsiedeln, ferner den mit kunstvollen Skulpturen aus dem Jahr 1513 verzierten Flügelaltar und das Grabmal der 1275 gestorbenen Gründerin des Klosters.
Kirche und Kloster der Visitation, an der Murtenstrasse 1653 gegründet, nachdem die von Besançon hierher gekommenen Schwestern dieses Ordens sich 1635 zuerst in den Neigles und dann eine Zeit lang in der Lausannengasse niedergelassen hatten. Die in Gestalt einer Rotunde gebaute Kirche wurde 1656 geweiht und besitzt eine kleine Orgel von Aloys Mooser. Die Klosterfrauen unterhalten seit 1726 ein Töchterinstitut, das gegenwärtig als eines der besten der katholischen Schweiz gilt.
Ebenfalls an der Murtenstrasse steht das Kapuzinerkloster. Nachdem die Kapuziner 1609 nach Freiburg gekommen waren, wohnten sie zunächst in der Remundgasse (im ersten Haus rechts beim Eingang in die Stadt), bis ihr im Criblet zu erbauendes Kloster zum Bezug bereit sein würde. Da aber der Bau an dieser Stelle auf Schwierigkeiten stiess, verlegten sie ihr Kloster in die Nähe des Murtentores. Einer der ersten Kustoden des Kapuzinerklosters war der h. Fidelis von Sigmaringen, dem sich als weitere Berühmtheit der Pater Philipp Tanner, Sohn des Landammannes Konrad Tanner von Herisau, anreihen lässt. Die in neuester Zeit restaurierte Klosterkirche war 1622 und die unter dem Chor befindliche St. Antonskapelle 1677 geweiht worden.
Die Ursulinerinnen waren von Pruntrut her 1634 nach Freiburg übergesiedelt, wo man ihnen ein Kloster erbaute, dessen Kirche 1655 geweiht ward. Dieses erste Kloster wurde am von hier einquartierten französischen Truppen an allen vier Ecken angezündet und brannte nieder, worauf 1804 am Eingang der Lausannengasse das heutige Ursulinerinnenkloster mit seiner 1805 geweihten Kirche entstand. Die Ursulinerinnen leiten ein in gutem Rufe stehendes Töchterinstitut und eine freie Mädchenschule mit 4 Klassen.
Ums Jahr 1838 liess die Gräfin de La Poype Ordensschwestern vom h. Vinzenz von Paul (Sœurs de la Charité) nach Freiburg kommen, quartierte sie vorläufig in einem Privathause ein und kaufte ihnen später das alte Gebäude der Redemptoristen samt deren Kapelle in dem Neustadtquartier. Die Schwestern leiten zur Zeit ein geschätztes Mädchenpensionnat, eine Nähschule und eine freie Schule von 5 Klassen; ihnen ist auch die Pflege im Krankenhaus für den Bezirk Saane anvertraut. Die Redemptoristen oder Liguorianer waren 1828 nach Freiburg gekommen und hatten hier das alte Seminar der Diözese angekauft, in dem sie sich niederliessen. Vor ihrem Auftreten in Freiburg hatten sie sich 1811 in Posat angesiedelt, lebten dann einige Zeit in der Valsainte und zogen 1824 nach Giffers. In Freiburg blieben sie bis zur Aufhebung ihres Klosters 1848.
Der Orden der Malteserritter liess sich 1259 in der Matte nieder, wo er ein Hospiz für arme kranke Durchreisende, ein Komthurhaus und eine Kirche errichtete; zu Ende des 16. Jahrhunderts wurde zur Verwaltung der Einkünfte des Klosters ein besonderer weltlicher Beamter ernannt, und 1825 zog der Grosse Rat das Vermögen des Ordens an den Staat u. liess das Hauptgebäude zu einer Korrektionsanstalt umwandeln. Die Klosterkirche, St. Johanneskirche, soll von Rudolf von Hattenberg gegründet worden sein; 1259-1825 liess der Orden den Gottesdienst hier durch besonders bestellte Kapläne ausüben. Seit 1870 hat die Kirche den Rang einer Pfarrkirche oder eines Rektorates. Sie birgt als besonderen Schatz die von Denis Calvart 1595 gemalte Anbetung der h. drei Könige. In der Nähe der St. Johanneskirche steht die St. Annakapelle.
Als eigentlicher Gründer des Klosters der Magerau (Maigrauge), eines der ältesten Ordenshäuser Freiburgs, gilt Graf Hartmann der Jüngere von Kiburg (1255), weshalb es auch sein Wappen führt. Die ersten Nonnen gehörten dem Orden des h. Benedikt an u. waren ohne Klausur; 1261 wurden sie dem Zisterzienserorden angegliedert u. seit 1597 zum strengen Klosterleben angehalten. Die Oberin trägt den Titel einer Aebtissin. Die 1300 geweihte Kirche ist ein Kleinod gotischer Baukunst und birgt sehr schöne Chorstühle, vielleicht die ältesten der Schweiz (13. Jahrhundert). ¶
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Montorge (Bisenberg), ein Frauenkloster nach der Regel des h. Franziskus, ist 1626 durch den Edelmann Jakob Wallier, Herrn von Saint Aubin und Bürger von Freiburg, gestiftet worden. Es wurde von der am durch Blitzstrahl erfolgten Explosion des Pulvermagazines von Bürglen hart mitgenommen. Schutzpatron der Kirche ist der h. Joseph.
Die nach dem Vorbild der Santa Casa der Mark von Ancona erbaute und am (zwei Wochen vor dem Abschluss des 30 jährigen Krieges) geweihte Lorettokapelle steht neben dem Bürglentor hart am Rande des jähen Felsens. Die Façade ist im Renaissancestil gebaut: zahlreiche Statuen aus dem Jahr 1650 schmücken die Aussenseiten. Sie bietet dem Auge des Besuchers eine entzückende Aussicht. 100 Meter tief unter uns erblicken wir die Unterstadt mit der St. Johanneskirche, darüber erhebt sich die auf steilen Felsen aufgebaute Oberstadt mit dem herrlichen St. Nikolausturme, links die neuen Quartiere mit dem schön gelegenen Bahnhofe. Welch' feenhaften Anblick gewährt Freiburg von hier aus zur Nachtzeit, wenn die vielen Lichter wie unzählige Sterne dem Besucher freundlich entgegenschimmern.
Das ums Jahr 1224 gestiftete Augustinerkloster ist 1848 aufgehoben und zum freiburgischen Staatsgefängnis umgewandelt worden. Die jetzt zur Pfarrkirche St. Moritz gewordene Klosterkirche besitzt einen aus Holz geschnitzten Hochaltar, welcher als prächtiges Denkmal der Renaissancekunst bezeichnet werden darf.
Die am Eingang der Remundgasse stehende schöne protestantische Kirche datiert vom Jahr 1875. Die Mittel zum Kirchenbau hat man auf dem Wege freiwilliger Liebesgaben aufgebracht. Die frühere St. Peterskapelle (um 1299 gestiftet) hat mitsamt dem umliegenden Friedhof 1870 der Anlage von Neubauten weichen müssen. Zu nennen sind ferner noch die Kapellen La Grotte, St. Bartholomäus, St. Jost, St. Beatus, St. Leonhard und die ehemalige, 1453 erbaute und 1850 abgetragene Kapelle «Miséricorde», in der die zum Tode Verurteilten (so auch der unglückliche François d'Arsent) ihr letztes Gebet zu verrichten pflegten.
Freiburg besitzt ferner eine Reihe von Staatsgebäuden. Das 1734-1737 erbaute und 1827 um ein halbes Stockwerk erhöhte Regierungsgebäude oder die Kanzlei ist ein solider, massiver Bau, in dem der Staatsrat seine Sitzungen abhält und die verschiedenen Bureaux der kantonalen Regierung sowie das Staatsarchiv untergebracht sind.
Das Rathaus mit seinem achteckigen Turm, sowie mit seiner gedeckten doppelten Aussentreppe soll an der Stelle des ehemaligen Schlosses der Herzoge von Zähringen stehen und ist eines der schönsten Bauwerke der Stadt. Es enthält den kürzlich restaurierten Grossratssaal und den Saal für das Kantonsgericht. Zu beiden Seiten des Einganges befinden sich zwei 1881 zur 400 jährigen Gedenkfeier an den Eintritt Freiburgs in die Eidgenossenschaft hergestellte Bronzereliefs. Das neben dem Rathaus befindliche Stadthaus enthält die Bureaux der städtischen Verwaltung und die Sparkasse. Dem Rathause gegenüber liegt der Lindenplatz mit der sog. Murtnerlinde, die zum Andenken an den glorreichen Sieg der Eidgenossen über Karl den Kühnen 1476 gepflanzt worden sein soll.
Der bischöfliche Palast ist vom Bischof von Lausanne und Genf erst 1818 als dauernder Wohnsitz bezogen worden. Schon 1553 besass der Bischof von Lausanne in Freiburg einen eigenen Palast, der aber später an den Staat verkauft wurde, dann an den Bischof Strambino überging und endlich wieder Staatseigentum ward. Der jetzige bischöfliche Palast war zuerst Eigentum des ehemaligen Landvogtes Montenach von Vaulruz, der ihn der Diözesangeistlichkeit verkaufte. Von dieser ist er dann dem jeweiligen Bischof zur Residenz eingeräumt worden.
Ein schönes Denkmal des Renaissancestiles ist die vom Hauptmann Jean Ratzé 1583 erbaute heutige Präfektur, die vom Kanzler Werro, ihrem letzten privaten Eigentümer, 1830 käuflich an den Staat abgetreten worden ist. Der Bau ist bemerkenswert durch sein hohes Giebeldach, seine aus vergoldetem Kupfer gearbeiteten Dachrinnen in Drachengestalt, seine Turmspitzen, Ecktürmchen und die monumentale Säulengallerie mit Aussenpavillon.
Zu oberst in der Stadt erheben sich die aussichtsreichen und weitläufigen Gebäudeanlagen des 1585 im Bau begonnenen und 1604 vollendeten Kollegiums St. Michael, das heute ein französisches und ein deutsches Gymnasium, eine Industrieschule, eine Handelsschule und ein Lyzeum umfasst und in dem auch das Internat und die Kantonsbibliothek untergebracht sind. Das einstige Wohnzimmer des Paters Canisius, des Gründers des Kollegiums, ist heute zu einer Kapelle umgewandelt. Die schöne St. Michaelskirche, im Jahre 1613 geweiht, mit ihren gittergeschmückten Gallerien u. ihren bemerkenswerten Fresken ist 1897 restauriert worden. Das Lyzeumsgebäude stammt aus dem Jahr 1832, enthält die obern Klassen des Kollegiums, das physikalische und chemische Laboratorium, die philosophisch-philologische, theologische und juristische Fakultät der Universität, das kantonale Museum und das Museum Marcello.
Ein prächtiges Gebäude ist das heute zum Seminar umgewandelte ehemalige Jesuitenpensionnat. Zur Zeit seiner Gründung durch die Jesuiten (1827) zählte es 20 Zöglinge, ein Jahr später schon deren 350 und bei seiner Aufhebung 1848 deren 800, die aus allen Staaten Europas hierher zusammengeströmt waren. In ihm sind heute das Priesterseminar der Diözese, die städtische Waisenanstalt und die Knabenschulen des Burg- u. Placesquartiers untergebracht.
Die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität mit ihren Sammlungen hat ihr eigenes Gebäude in Pérolles. Das 1897-1900 von der Eidgenossenschaft an der Stelle des ehemaligen Badhotels erbaute neue Postgebäude steht gegenüber dem Square des Places an einer der schönsten Lagen der Stadt. Es enthält im Erdgeschoss die Bureaux der Post-, im ersten Stock diejenigen der Telegraphen- u. ¶