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Kim Métraux
13.12.2021
Kim Métraux kann zwischen LET und Symetra wählen
Zwölf beinharte Turnierrunden lang war Kim Métraux im Rahmen der LPGA Q-School auf Kurs, doch kurz vor dem Ziel wurde die 26-Jährige von ihrem Spiel im Stich gelassen. Rang 73 in den Q-Series reicht «nur» für eine Spielberechtigung auf der Symetra Tour. Als 53. der LET-Jahresrangliste hat die Lausannerin aber auch die LET-Tourkarte auf sicher und tendiert dazu, ein weiteres Jahr in Europa zu spielen.
2021-12-13
«Es war eine enttäuschende Woche, mein Spiel war leider nicht ganz da, wo es sein sollte», sagt Kim Métraux am Sonntagabend Ortszeit, nachdem sie in Highland Oaks den Qualifikationsmarathon zur LPGA Tour 2022 beendet hat. Und fügte an: «Aber ich bin trotzdem stolz und glücklich, dass ich es bis zur letzten Woche der Q-Series geschafft habe.» Die Stages 1 und 2 sowie die erste Hälfte der Q-Series (jeweils über vier Runden, sprich 72 Löcher, führend), hatte die nervenstarke Lausannerin souverän überstanden und sich für die entscheidenden vier Runden qualifiziert, die auf der von Robert Trent Jones designten Anlage im äussersten Südosten von Alabama gespielt wurden. Hier konkurrierte die Schweizerin letzte Woche mit 73 weiteren Spielerinnen um 45 Spielberechtigungen für die LPGA Tour 2022, wobei die Lausannerin mit einem kleinen Handicap in diese letzte Qualifikationswoche gehen musste: Für die Schlussrangliste der Q-Series wurden die Scores aller acht Runden addiert, Kim Métraux lag zur Halbzeit drei Schläge hinter dem 45. Rang zurück und wusste, sie darf sich keine Fehler erlauben, muss aufholen.
Schwierige Grüns in Highland Oaks
Das zum Robert-Trent-Jones-Trail zählende Resort Highland Oaks verfügt über drei 9-Loch-Kurse, zwei davon – der Highlands Course und der Marshwood Course – wurden für die letzten vier Runden der Q-Series zu einem 18-Loch-Parcours zusammengefügt. Einem Parcours, der den Spielerinnen erneut alles abverlangte und die unterschiedlichsten golferischen Fähigkeiten prüfte. Der Highlands Course ist relativ offen, aber mit zahlreichen Seen gespickt, die an vier Löchern ins Spiel kommen – ein Inselgrün inklusive. Der Marshwood Course dagegen ist bekannt (und berüchtigt) für die gigantische Bahn 6, ein 640 Meter langes Par 5. Die Hauptschwierigkeit bildeten für Kim Métraux in der Finalwoche allerdings die Grüns: «Sie sind extrem knifflig und die Ondulierungen ziemlich steil.» Das Spiel ins Grün war vergangene Woche entscheidend: «Wenn der Ball nach dem Approach auf der falschen Seite des Grüns lag, war es unmöglich, ihn beim Putt an der Fahne oder auch nur auf dem Grün zum Stehen zu bringen.»
Dabei war die Lausannerin optimal, nämlich mit einem Birdie in die fünfte Runde dieser Q-Series, die erste Runde in Highland Oaks, gestartet. Danach aber begann für Kim Métraux ein Kampf, bei dem sie das Glück nicht auf ihrer Seite hatte. Die neun Löcher des Highlands Courses (für die Schweizerin an diesem Tag die «zweiten Neun») wurden ihr zum Verhängnis; zwei Bogeys und ein Doppelbogey sowie ein Score von 77 Schlägen für die Runde banden die 26-Jährige im Kampf um Platz 45 deutlich zurück. Mit 79 Schlägen am Freitag verlor Métraux weiter an Boden. Am Samstag schliesslich gelangen ihr aber drei Birdies – eines davon auf dem ultra-langen Par 5 (Nummer 6, Marshwood Course) –, was bei nur zwei Bogeys ein Unter-Par-Ergebnis für den Tag bedeutete. Mit einer abschliessenden 75 am Sonntag konnte sich die Lausannerin in der Rangliste nicht mehr verbessern. Der geteilte 73. Rang in diesem über acht Runden führenden Finalturnier bringt der 26-Jährigen immerhin eine uneingeschränkte Spielberechtigung für die Symetra Tour im kommenden Jahr ein.
Auf ein Wiedersehen in Holzhäusern(?)
Kim Métraux, die über einen Wohnsitz am Genfersee und einen zweiten in Florida verfügt, kann in der kommenden Saison nun wählen, ob sie (wie 2021) in Europa auf der Ladies European Tour (LET) oder in den USA auf der Symetra Tour spielen will. Die Spielberechtigung für die LET hatte sie sich bereits im Herbst mit dem 53. Platz in der Jahreswertung gesichert. «Ich denke, ich werde nächstes Jahr wieder auf der LET spielen», sagte sie direkt nach dem verpassen Aufstieg auf die LPGA. Und machte damit ihren Schweizer Fans Hoffnung, sie im nächsten September zum dritten Mal live beim VP Bank Swiss Ladies Open im Golfpark Holzhäusern erleben zu dürfen. Dann reicht’s nach zwei dritten Plätzen beim Heimturnier vielleicht auch für den längst verdienten Heimsieg.
Ganz fix ist Métraux’ Entscheid zugunsten der LET aber noch nicht: «Ich schaue mir zuerst die Turnierpläne der beiden Tours an, bevor ich mich definitiv festlege», sagt sie. Vorerst stehen aber ein paar golf- und trainingsfreie Tage an. «Es war eine sehr anstrengende und intensive Saison», erklärt die 26-Jährige, nun freue sie sich auf eine Auszeit.