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Überlegst du aktuell, ob du mit Klavierunterricht anfangen möchtest, hast aber noch einige Fragen? Keine Sorge, damit stehst du nicht alleine da. Wir haben in diesem Artikel die wichtigsten Fragen aufgegriffen, die dich beschäftigen könnten, wenn du gerade überlegst, Klavier spielen zu lernen.
Welche Arten von Klavier gibt es?
Um zu verstehen, welche Arten von Klavier es gibt, ist es wichtig, dass du weisst, woher das Klavier überhaupt kommt. Die Instrumentengruppe der Tasteninstrumente blickt auf eine lange Geschichte zurück, die mit dem Cembalo als ihrem wohl bekanntesten Vertreter unter den Vorläufern des Klaviers, wie wir es heute kennen, ihre Blütezeit im 15. Jahrhundert hatte. Um 1700 wollten Komponist*innen dann mehr Emotionen in ihren Stücken ausdrücken, was die Spielenden am Cembalo und seinen Zeitgenossen vor ernsthafte Herausforderungen stellte. Denn von einer Anschlagsdynamik konnte man damals noch nicht sprechen. Die Erfindung dieser Mechanik, die dann im Klavier erstmals wirklich ihren Einsatz fand, wird Bartolomeo Cristofori zugeschrieben. Man könnte mit Fug und Recht behaupten, dass diese Mechanik zur Realisierung einer Anschlagsdynamik der Ursprung der bis heute eingesetzten Technik ist.
Mit der Möglichkeit, Emotionen vergleichsweise einfach im Klavierspiel auszudrücken, gewann das Klavier mehr und mehr an Beliebtheit und so ist es bis heute das Instrument, für das im Vergleich zu anderen Instrumenten die meiste Musik komponiert wird. Einen grossen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Anschlagsdynamik hatte in Deutschland Gottfried Silbermann, der allerdings aufgrund seines „schwankenden Gemüts“ auch nicht unumstritten ist. Bis ins 19. Jahrhundert bezeichnete das Wort „Klavier“ allgemein Tasteninstrumente, weil sich der Name lediglich auf die Tatsache bezog, dass es eine Klaviatur, also eine Tastatur gab.
Das Klavier gibt es heute in drei grossen Gattungen:
Flügel: Es ist das grösste Instrument unter den Klavieren und hat auch den sattesten Klang. Nicht umsonst wird der Flügel besonders in Konzerten sehr gerne eingesetzt. Eine Überlegung vor der Anschaffung ist allerdings die Grösse des Instruments, denn in der Länge kann ein Flügel bis zu 2,56 Meter messen und in der Breite bei einer vollen Tastatur 1,5 Meter. Auch das Gewicht kann mit mindestens 250 Kilogramm durchaus als stattlich bezeichnet werden.
vertikales Klavier: Es ist das Klavier, das die meisten Spielenden zu Hause haben. Der Platzaufwand ist überschaubar. Die Mechanik befindet sich bei diesem Modell in der Vertikalen. Das Gewicht ist mit 150 Kilogramm zwar deutlich geringer als beim Flügel, dafür fehlt dem vertikalen Klavier aber auch der Klangraum seines grösseren Verwandten.
Digitales Klavier: Dieses auch als E-Piano bekannte Modell hat einen ähnlichen Platzbedarf wie das vertikale Klavier. Die aktuellsten Entwicklungen dieser Instrumente konzentrierten sich vor allen Dingen auf die Anschlagsdynamik und das Spielgefühl durch gewichtete Tasten. Inzwischen kann sich sogar der Klang sehen lassen, wenn er auch mit dem Flügel nicht mithalten kann. Gerade in Mietwohnungen und -häusern oder wenn du mit mehreren Menschen zusammen wohnst, hast du den grossen Vorteil, dass E-Pianos über einen Kopfhöreranschluss verfügen, so dass du auch zeitlich völlig unabhängig üben kannst.
Wie ist das Klavier aufgebaut?
Das Klavier ist zwar ein Tasteninstrument, aber die Töne werden über angeschlagene Saiten erzeugt. Diese sind entweder waagerecht wie beim Flügel oder senkrecht wie beim vertikalen Klavier gespannt. Auf den Tastendruck hin werden mit einem Hammer Saiten angeschlagen und der Klang entfaltet sich im Klangraum. Der Name „Piano“ kommt ursprünglich von „Pianoforte“ und beschreibt die Tatsache, dass es durch die Anschlagsdynamik sowohl möglich ist, laut (forte) als auch leise (piano) zu spielen.
In welcher Körperhaltung wird das Klavier gespielt?
Das Klavier ist ein typisches Sitzinstrument. Wenn du Klavier spielen lernen möchtest, solltest du auf eine höhenverstellbare Sitzmöglichkeit achten. Denn eine gute, aufrechte Rückenhaltung bewahrt dich einerseits vor Rückenschmerzen durch langes Sitzen, vor Problemen mit den Schultern, Armen und Händen durch Fehlbelastung und sie sorgt ausserdem dafür, dass du gute Fortschritte auf dem Instrument machen wirst.
Ich bin bereits in Rente, träume aber schon lange davon, Klavier spielen zu lernen – ist das möglich?
Grundsätzlich kannst du dir merken, dass man nie zu alt ist, etwas Neues zu lernen. Ausserdem gibt es sogar Angebote für Schüler*innen bis zu 90 Jahre und älter, sofern es eben die Gesundheit und Fitness zulassen. Alles, was du brauchst, ist ein Instrument und die Möglichkeit, dass du üben kannst. Denn letzten Endes kommt es nicht auf das stundenlange Üben an, sondern eher auf die Regelmässigkeit. Wenn du dir also mit dem Klavierlernen einen lange gehegten Traum erfüllen möchtest, solltest du dich direkt ans Werk machen.
Ich möchte mein Kind gerne mit dem Klavierlernen fördern – ab wann ist das möglich?
Grundsätzlich können schon ganz Kleine, also Kinder ab 3 Jahren, das Klavier spielen lernen. Hier bedarf es einer angemessenen Methodik und darüber hinaus sollten du und die Lehrperson Rücksicht auf die zu diesem Zeitpunkt noch sehr begrenzte Belastbarkeit kleiner Kinder nehmen. Wenige Minuten pro Tag reichen absolut aus, um den Spass am Klavierspielen zu erhalten und dennoch Fortschritte zu erzielen. Ältere Kinder, also ab dem Alter von 6 Jahren, können sicher auch noch nicht stundenlang Klavier üben, aber sie können im Unterricht schon anders angesprochen werden. Aus diesem Grund beginnen die meisten Klavierunterrichte etwa ab dem Alter von 6 Jahren, wenn die Musikalische Früherziehung abgeschlossen ist.
Wie viel Zeit sollte ich für das Klavierüben einplanen?
Das richtet sich nach einigen Faktoren:
Welchen Anspruch hast du? Wenn du gerne schnelle Fortschritte machen möchtest, solltest du natürlich auch mehr üben, als wenn du nur zum Spass ein bisschen klimpern willst.
Wie alt ist die spielende Person? Kleine Kinder können deutlich kürzer üben als ältere oder Jugendliche und Erwachsene. Beobachte das Kind – hat es noch Spass oder fühlt es sich gedrängt? Du solltest das Kind natürlich schon altersangemessen fordern, aber eben auch nicht überfordern, weil es sonst auch schnell den Spass am Klavier spielen lernen verlieren wird.
Als grundsätzliche Regel kannst du dir merken: Du solltest deinen Tag darauf anlegen, jeden Tag zu spielen. Zweimal eine Viertelstunde ist dabei effektiver als einmal eine halbe Stunde. Als Anfänger*in solltest du, um dich auch an die körperliche „Belastung“ zu gewöhnen, 15 bis 30 Minuten zum Klavierüben täglich einplanen. Fortgeschrittene Spieler*innen üben täglich schon einmal eine ganze Stunde, die aber natürlich auch aufgeteilt werden kann. Profis üben tatsächlich in der Regel mehrere Stunden täglich, aber sie haben natürlich auch höchste Ansprüche an ihr eigenes Spiel.
Bedenke gerade bei einem „echten“ Klavier den körperlichen Aspekt und unterschätze diesen nicht. Gerade deine Hände und Handgelenke müssen sich langsam an die neue Aufgabe gewöhnen, sonst bist du vielleicht schneller, als es dir lieb ist, mit einer Sehnenscheidenentzündung gehandicapt. Solltest du Schmerzen beim Spielen verspüren, mach zunächst eine Pause. Einen Arzt brauchst du nur, wenn die Schmerzen auch durch Pausieren nicht nachlassen.
Sollte ich Einzelunterricht nehmen oder kann ich auch in einer Gruppe Klavier spielen lernen?
Das Klavier ist ein typisches Instrument, das du alleine lernst. Denn in einer Gruppe oder in einem Ensemble kannst du erst mit etwas Erfahrung spielen. Deine Lehrperson sollte sich voll auf dich konzentrieren können – deine Körperhaltung beobachten und gegebenenfalls korrigieren und auch deine Spieltechnik. Und dann ist da noch der Platzfaktor. Kaum jemand wird sich fünf oder mehr Klaviere oder sogar Flügel in den Unterrichtsraum stellen. Neben der fehlenden Fokussierung auf die einzelne lernende Person ist es dann auch der Geräuschfaktor, der gegen Gruppenunterricht im Klavierspielen spricht.
Welche Tipps gibt es, wenn ich als Anfänger*in Klavier spielen lernen möchte?
Neben dem reinen Übepensum geht es beim Klavierspielen auch um die Motivation, die du in dir aufbauen solltest. Denn gerade als Klavierspieler*in hörst du nur dich selbst und das kann gerade als Anfänger*in auch einmal frustrierende Momente erzeugen. Dann ist es wichtig, die Geduld mit dir selbst zu bewahren. Setze dir also überschaubare Ziele. Anfangs reichen kurze Stücke und du solltest dich langsam steigern. Fange langsam an, zu spielen. Wenn du es direkt auf ein hohes Tempo beim Klavierspielen anlegst, wirst du dir viele unschöne Angewohnheiten aneignen, die du dann nur schwer wieder loswirst. Finde ausserdem jemanden, dem du nacheifern kannst. Höre dir diese Person immer wieder an – so behältst du auch dein Ziel stets lebendig vor Augen.
Was kostet ein Klavier?
Die Kosten für ein Klavier können ganz unterschiedlich sein, je nachdem, für welche Variante du dich entscheidest. Der Flügel ist sicher das teuerste Instrument, für das du schon einmal 50.000 CHF und mehr investieren kannst. Das vertikale Klavier bekommst du ab 3.000 CHF, wenn du ein neues Instrument haben möchtest. Digitale Klaviere gibt es ab wenigen hundert CHF, wirklich gute Modelle starten bei 1.000 CHF. Dazu solltest du auch die Kosten für das Klavierstimmen einrechnen. Sofern dein Klavier an einem geeigneten Platz steht und auch regelmässig gespielt wird, reicht es, wenn du es einmal im Jahr stimmen lässt. Die Kosten liegen etwa bei 150 bis 300 CHF und der Zeitaufwand beträgt zwischen einer und zwei Stunden.
Sollte ich mir direkt ein eigenes Klavier kaufen?
Gerade am Anfang, wenn du noch nicht sicher mit deiner Instrumentenwahl bist, kannst du dir auch ein Klavier mieten. Dein Vorteil ist: Wenn du das Klavier dann später tatsächlich kaufen willst, wird dir die bereits gezahlte Miete zumindest teilweise auf den Kaufpreis angerechnet.
Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich wirklich Klavier lernen möchte – was sollte ich tun?
Vereinbare doch zunächst ein Probeabo, bei dem du dich zeitlich nicht besonders lange festlegst und bei dem die Kosten überschaubar sind. Dafür gewinnst du direkt einen Eindruck, ob du hier am richtigen Instrument bist.
Wenn du noch weitere Fragen hast, zögere bitte nicht, Kontakt zu uns aufzunehmen. Wir beraten dich gerne.