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Die Luzerner Kantonsarchäologie hat in Sursee bedeutende Funde gemacht. Sie entdeckte acht römische Gräber aus dem ersten Jahrhundert nach Christus sowie bronzezeitliche Brandgruben, mit deren Hilfe vor 3000 Jahren wohl Flachs verarbeitet wurde.
Auf dem Hofstetterfeld in Sursee entsteht eine grosse Überbauung. Die Kantonsarchäologie untersuchte das Bauland mit geophysikalischen Messungen und machte mögliche Fundstellen ausfindig. Am Mittwoch stellte sie die ersten Ergebnisse der Grabungen vor.
Sursee war vor rund 2000 Jahren eine römische Kleinstadt, der einzige "Vicus" der Zentralschweiz. Schon vor mehreren Jahren wurden Reste von Häusern, Vorratskammern und Alltagsgegenständen gefunden.
Erstmals konnte nun ein Teil der Surseer "Nekropole", des Friedhofs, erfasst werden. Die beiden anderen im Kanton Luzern bekannten römischen Friedhöfe (Oberkirch, Oberschongau) gehörten nicht zu einer Siedlung, sondern zu Gutshöfen.
Von den acht auf dem Hofstetterfeld gefundenen Brandgräbern sind zwei Urnengräber. Bei den anderen sechs Gräbern - sogenannten Brandschüttungsgräbern - wurden die Kremationsreste mit den Grabbeigaben in einer einfachen Grube beigesetzt.
Vom ersten bis ins dritte Jahrhundert nach Christus war es im römischen Reich üblich, die Toten zu verbrennen. Im zweiten Jahrhundert kam allmählich auch die Körperbestattung in Mode. Die Kantonsarchäologie ist sich sicher, dass die Surseer Römer an ein Leben nach dem Tod glaubten, dies wegen der Grabbeigaben.
Weil nach altem römischen Recht die Bestattung nur ausserhalb von Siedlungen erlaubt war, geht die Kantonsarchäologie davon aus, dass beim Hofstetterfeld eine römische Strasse vorbeiführte.
Aufwändige Fasergewinnung
Auf dem Hofstetterfeld fanden die Archäologen zudem zehn Brandgruben aus der Bronzezeit. Sie dürften zu einer Siedlung, die am Sempachersee entdeckt worden war, gehört haben.
Was der Zweck der Brandgruben war, ist nicht ganz klar. Möglich ist, dass sie zur Verarbeitung von Flachs verwendet wurden. Flachsgarben werden über dem sogenannten Brechfeuer erhitzt, damit sich die Fasern, aus denen Leinen hergestellt wird, lösen lassen.