Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03644.jsonl.gz/3455

Das Engstligental liegt im Berner Oberland. Es erstreckt sich von Frutigen dem Fluss Engstlige entlang bis nach Adelboden. Den Talabschluss macht der Wildstrubel (3243 m ü. M.), laut den Talbewohnern der schönste der Welt.
Bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein wurde das Engstligental nur durch einen Fussweg auf halber Höhe entlang der Ostflanke erschlossen, der 1884 zu einer Fahrstrasse ausgebaut wurde. Erst in den 1920er Jahren wurde die gegenwärtige Strasse entlang der Engstlige gebaut.
Der Fluss Engstlige gibt dem Tal den Namen. Urkundlich erschien Engstlige das erste Mal 1232. Es stammt aus dem keltischen Ur-Wort «Andekingila». Es bedeutet übersetzt die «Schnellfliessende». Die Engstlige entspringt oberhalb der Engstligenalp (1900-2000 m ü. M.). Die knapp 1000 Fussballfelder grosse Hochebene bewirtschaften die Bauern im Sommer, im Winter dient sie als schneesicheres Skigebiet. Von der Engstligenalp stürzt das Wasser bei den Engstligenfällen rund 600 Meter in die Tiefe. Diese imposanten Wasserfälle sind die zweit höchsten der Schweiz. Danach fliesst die Engstlige an Adelboden vorbei. Adelboden selbst ist international bekannt für den Skitourismus und das «Kuonisbärgli», die schwierigste Riesenslalompiste der Welt.
Unterhalb von Adelboden bildet die Engstlige ein waldiges Tobel und die Besiedlung beschränkt sich auf einige Streusiedlungen, da im Winter sehr grosse Lawinengefahr herrscht.
Auf der rechten Talseite der Engstlige ragt der Lohner (3049 m ü. M.) empor mit seinen Ausläufern. Dieses Gebirgsmassiv grenzt das Engstilgental zum Kandertal ab. Auf der linken Talseite ist die steile Niesenkette. Bis ins zwanzigste Jahrhundert bauten die Talbewohner in den sogenannten «Spissen» Schiefer ab. Mit dem Schieferabbau sicherte sich die damals arme Bergbevöllkerung das Überleben.
In Frutigen endet die Engstlige, sie fliesst in die Kander. Auch das Engstligental hört hier auf.