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Rot unterstrichen: „Wizinwanc“ also Weisslingen, wobei w = uu, also zeichengetreu: „uuizinuuanc“
Grün unterstrichen: „molino“ Mühle
Die Urkunde liegt als eine Kopie aus dem 9. Jahrhundert vor.
In Gottes Namen. Ich, Otger, schenke und übertrage der Kirche des Klosters des heiligen Gallus im Arbongau, wo dessen heiliger Körper ruht. Es ist das, was ich im Thurgau schenke, im Dorfe, welches Weisslingen genannt wird, nämlich die Hälfte alles dessen, was mir mein Erzeuger Hatti sterbend hinterliess, das ist (mit) Hofstatt, Mühle, Feldern, Wäldern, Wiesen, Weiden, Wegen, Gewässern und Wasserläufen. Dies alles übergebe und übertrage ich an das weiter oben genannte Kloster, in der Meinung, dass ich zeit meines Lebens von selbigem Kloster den Unterhalt empfange, das heisst Nahrung und Kleidung und Schuhwerk. Wenn aber jemand, was ich nicht glaube, dass es geschehen wird, wenn ich, Otger, oder irgendeiner meiner Erben, oder irgend eine verdrehte Person, welche gegen diese Urkunde aufkäme und sie brechen wollte, soll er nicht nur, was ihm nicht zusteht, sondern soviel und nochmals soviel, wie diese Urkunde enthält, dem weiter oben genannten Kloster zurückerstatten und dem mitwirkenden Fiskus eine Buss entrichten, nämlich 2 Unzen Gold und 4 Pfund Silber zwangsweise abtragen, und was er zurückgefordert hatte, davon soll er sich nichts zueignen, sondern diese gegenwärtige Urkunde soll alle Zeit fest und beständig verbleiben, gestützt mit dem ganzen Handgelöbnis. Geschehen im Kloster des heiligen Gallus selbst; dort auch wurde diese Urkunde geschrieben im 13. Regierungsjahr des Herrn Pippin, des Königs der Franken, unter Graf Warin, am 6. Tag vor den Kalenden des Januar. - Handzeichen durch Blidger; Handzeichen durch Richger; Handzeichen durch Heriwich; Handzeichen durch Albger; Handzeichen durch Peratold; Handzeichen durch Rihpald; Handzeichen durch Hitto; Handzeichen durch Otger, welcher bat, dass diese Urkunde gemacht werde. Ich, Milo, Kleriker, gebeten von Otger, schrieb und unterschrieb diese Übertragungsurkunde.
Die Kalenden bezeichnen den ersten Tag eines Monats; rechnet man also vom 1. Januar – diesen inbegriffen – sechs Tage zurück, kommt man auf den 27. Dezember.
Übersetzung des lateinischen Textes von Hans Kläui (Illnau-Effretikon, Bd.I)