Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/148356

<h2>SubmittedText<h2><p>Power-to-Gas/Liquid-Anlagen können aus erneuerbarem Überschussstrom (EE) ein CO2-neutrales Gas oder einen CO2-neutralen Treibstoff erzeugen, damit können Gebäude beheizt oder Fahrzeuge betrieben werden.</p><p>Power-to-Gas/Liquid Anlagen sind das Bindeglied bzw. die Drehscheibe zwischen Strom- und Gasnetz.</p><p>1. Macht es Sinn, diese Drehscheibenfunktion von Power-to-Gas/Liquid-Anlagen zwischen Strom- und Gasnetz in einem Bericht näher zu untersuchen, zumal etliche aktuelle Probleme mit dieser Technologie wesentlich entschärft werden können (siehe Begründung)?</p><p>2. Welcher Prozentanteil an der Beheizung von Gebäuden und an der Mobilität könnte mit Power-to-Gas/Liquid-Anlagen sinnvollerweise abgedeckt werden, wenn wir davon ausgehen, dass genügend Überschussstrom vorhanden ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Widerstandsfähigkeit der Schweiz gegen mögliche Unterbrüche in der internationalen Gasversorgung wird als sehr gut eingeschätzt. Dies haben die unlängst durchgeführten Arbeiten rund um den von der EU initiierten Stresstest der europäischen Gasversorgung gezeigt. Gas nimmt hierzulande einen relativ kleinen Anteil am gesamten Energieverbrauch ein. Die Schweiz ist gut in das europäische Gastransportsystem eingebettet. Zudem beziehen die ausländischen Lieferanten ihr Gas von verschiedenen Quellen, wobei ein grosser Anteil aus Europa kommt. Zur Widerstandsfähigkeit trägt schliesslich auch der grosse Anteil von sogenannten Zweistoffanlagen bei, welche bei Bedarf von Gas auf Heizöl umgeschaltet werden können.</p><p>Mittels der vom Interpellanten angesprochenen Power-to-Gas und Power-to-Liquid-Verfahren (P2G bzw. P2L) kann "überschüssige" Elektrizität, zum Beispiel aus erneuerbaren Energien, in gasförmige oder eben flüssige Energieträger umgewandelt und in dieser Form gespeichert bzw. transportiert werden. Die entsprechenden Verfahren befinden sich allerdings noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium und sind noch nicht wirtschaftlich. Die P2G-Verfahren, welche im Vergleich zu den P2L-Verfahren auf den zusätzlichen Verflüssigungs-Schritt verzichten, stehen in der internationalen Diskussion vorläufig im Vordergrund.</p><p>1. Erste Analysen der Branche deuten darauf hin, dass für die P2G-Technologie langfristig Geschäftsmodelle in der Schweiz denkbar sind. Mit einem grossflächigen Einsatz der P2G-Technologie in der Schweiz ist in den nächsten zehn Jahren allerdings nicht zu rechnen. Dafür ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion hierzulande noch zu gering. Der Import von Überschussstrom aus dem Ausland ist durch die verfügbaren Kapazitäten der Grenzkuppelstellen begrenzt. Was die reine Energiespeicherung betrifft, ist gemäss der Studie des Bundesamtes für Energie "Energiespeicher in der Schweiz" (abrufbar unter <a href="http://www.energiestrategie2050.ch">www.energiestrategie2050.ch</a> &gt; Studien zur Grosswasserkraft) erst im Zeitraum ab dem Jahr 2035 ein Bedarf für einen grossflächigen Einsatz neuartiger Energiespeicherlösungen, wozu die P2G-Technologie mitsamt der in Europa vorhandenen Erdgasinfrastruktur beitragen könnte, absehbar. Der Bundesrat wird die weitere Entwicklung, das Potenzial und den Stellenwert der P2G-Technologie im Rahmen des Monitorings der Energiestrategie 2050 verfolgen und dem Parlament bei Bedarf über massgebliche Entwicklungen periodisch Bericht erstatten. Einen eigenständigen und zeitlich vorgezogenen Bericht allein zur vorliegenden Thematik erachtet der Bundesrat als nicht angezeigt.</p><p>2. Eine Angabe zum Anteil, welchen die P2G-Technologie am Energiebedarf für die Raumwärme und am Energiebedarf für die Mobilität dereinst erreichen wird, ist aufgrund der grossen Unsicherheiten heute nicht möglich.</p>  Antwort des Bundesrates.