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25. März 2013
Auch wenn man das Fahrgerät kaum mehr sieht, gibt es noch Leute wie mich, die ab und zu das Wort verwenden.
Ich hatte es als „männlich“ in Erinnerung bin aber jetzt auf eine sächliche Verwendung im TA online von heute gestossen.
Bin ansonsten kein Fan Ihrer Grundeinstellung „bei zwei zulässigen Schreibweisen sei die alte vorzuziehen“, aber da das Geschlecht damit wenig zu tun hat (ausser bei eingedeutschten Fremdwörtern wie etwa „Beach“) und zugleich weder im Duden (online) noch bei Ihnen oder Canoonet das Wort vorkommt, möchte ich Ihren Vorschlag kennen.
D. R.
Sehr geehrter Herr R.,
dies ist keine Frage zur Rechtschreibung; die SOK ist daher nicht zuständig. Trotzdem die folgenden Überlegungen dazu:
Velosoléx ist ein Markenname (laut franz. Wikipedia als VéloSoleX eingetragen); als solcher hat er/sie/es kein gefestigtes Geschlecht.
In Frage komme alle drei Genera, je nachdem, mit welcher Vorstellung man das Wort verbindet.
Für männlich spricht:
Das Genus in der Originalsprache: le Velosoléx (wie in dieser Geschichte aus dem gleichen Tages-Anzeiger, aus dem Ihre Fundstelle mit sächlichem Genus stammt).
Für weiblich spricht:
Die Analogie zu Motorrädern. Im Gegensatz zu Autos (der BMW) verwendet man bei Motorrädern das weibliche Genus (die BMW). Vermutlich steht dahinter die Vorstellung die Maschine (wie auf dieser Fan-Website).
Für sächlich spricht:
Die Nähe zum Wort das Veloziped (schweiz. das Velo). Wikipedia hat sich für das sächliche Genus entschieden.
Wie ungefestigt das Genus bei diesem Wort ist, illustriert diese Website, in der sächlich/weiblich bunt gemischt auftreten. Ich war selbst vor langer Zeit stolzer Besitzer eines Vélosolex und hätte im Dialekt niemals das Vélosolex oder die Vélosolex gesagt, sondern immer nur der Solex. Falls das auf das Genus der Originalsprache zurückgeht, um so besser; ich sage und schreibe auch konsequent der Banco di Gottardo und die Place de la Concorde.
Gegenfrage: Was haben Sie gegen unseren Grundsatz „Bei Varianten die herkömmliche“? Er ist in seiner Effizienz unschlagbar, wenn es darum geht, mit möglichst wenig Aufwand eine Hausorthographie zu definieren (und genau darum geht es wegen der Vielzahl der aus der Rechtschreibreform hervorgegangenen neuen Varianten), und erübrigt die Erstellung langer Wörterlisten.
Peter Müller, SOK