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Die betroffenen Fachstellen des Kantons und der Stadt Schaffhausen haben unter der Leitung des Interkantonalen Labors Veränderungen, die sie im Rahmen ihrer Tätigkeit beobachtet haben und die sie den veränderten klimatischen Bedingungen zuschreiben, zusammengetragen. Darauf basierend haben sie eine Auslegeordnung der laufenden Aktivitäten und des weiteren Handlungsbedarfs erstellt.
Der Temperaturanstieg gegenüber dem Temperaturmittel der Jahre 1961 bis 1990 ist wie in der gesamten Schweiz auch im Kanton Schaffhausen messbar und signifikant. In den letzten 20 Jahren hat sich die Temperatur während der Vegetationszeit um rund 2 oC erhöht. Innerhalb der letzten Jahre scheint sich der Anstieg beschleunigt zu haben. In der Schweiz ist der Kanton Schaffhausen vom Klimawandel zwar weniger stark betroffen als beispielsweise die Bergkantone. Trotzdem sind auch hierzulande Veränderungen bereits heute spürbar, die vermutlich im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen: So treten beispielsweise in der Landwirtschaft vermehrt Qualitätsprobleme bei Kartoffeln auf, bei Gersten- und Rapssorten macht sich eine Beschleunigung der Abreife bemerkbar und bei den Zuckerrüben steigen die Zuckererträge. Im Rebbau sind vermutlich das vermehrte Auftreten des Pilzes Esca und der Schwarzholzkrankheit auf die höheren Temperaturen zurückzuführen. Im Hitzesommer 2003 konnte - wie in der gesamten Schweiz auch im Kanton Schaffhausen - ein sprunghafter Anstieg der Nachfrage der Landwirtschaft nach Wasser zu Bewässerungszwecken beobachtet werden. Im selben Sommer haben die hohen Wassertemperaturen des Rheins den wertvollen Bestand der Äschen fast ausgelöscht. In der Pflanzenwelt kann ebenfalls eine kontinuierliche Veränderung in der Zusammensetzung beobachtet werden. Unter den neu einwandernden Arten befinden sich auch solche, die unerwünscht sind.
Den folgenden Themenbereichen soll in Zukunft besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden:
- Wasser, Landwirtschaft: Mit dem Wasserwirtschaftsplan, den der Regierungsrat im Jahre 2009 verabschiedet hat, sind die wichtigsten Massnahmen im Bereich "Wasser" festgelegt worden. Wird der Wasserwirtschaftsplan konsequent umgesetzt, ist der Kanton insbesondere im Bereich " Trinkwasserversorgung" gut gerüstet. Weiterer Konkretisierungsbedarf besteht im Bereich "Bewässerung in der Landwirtschaft". Durch die Wahl trockenheitstoleranter Sorten und Kulturen muss sich die Landwirtschaft gut positionieren.
- Naturgefahren/Extremereignisse: Auch wenn die Gefahren im Kanton Schaffhausen geringer sind als in anderen Kantonen, sind Massnahmen zur Vermeidung von Schäden nötig. Die dazu notwendigen Planungsgrundlagen sind demnächst verfügbar. Auch hier wird der Erfolg von einer konsequenten Umsetzung abhängig sein.
- Biodiversität: Fremde Tiere und Pflanzen breiten sich sukzessive aus. Gestützt auf eidgenössische Vorgaben wird der Kanton demnächst einen Massnahmenplan erstellen, aus dem hervorgeht, welche Arten unerwünscht und daher soweit möglich zu bekämpfen sind.
- Bau- und Energiesektor, Siedlungsentwicklung: Den raum- und insbesondere den städteplanerischen Aspekten ist grosse Aufmerksamkeit zu schenken (Durchlüftung, Entsiegelung, etc.). Aspekte der Klimaanpassung sind in die Richtplanung aufzunehmen.