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Die Bescheinigungen, die für den Export von Tieren und Tierprodukten (ohne Lebensmittel) in die EU nötig sind, werden von den kantonalen Vollzugsbehörden ausgestellt. Diese beantworten auch Fragen zum Export in die EU.
Aktuell
Neue Regeln für den Verkehr mit Tieren zwischen der EU und der Schweiz
Ab dem 21. April 2021 werden neue Regeln für den Export lebender Tiere in die Mitgliedstaaten der EU gelten. Halterinnen und Halter von Ziegen, Hirschen, Schweinen oder Kameliden, die solche Tiere auch weiterhin exportieren wollen, müssen künftig ein Jahr vor dem Datum des Exports ein betriebseigenes Gesundheitsüberwachungsprogramm durchführen. Ziel dieser Regelung ist eine noch effizientere Bekämpfung von Krankheiten, die auf andere Tiere oder auf den Menschen übertragbar sind.
(09.06.2020)
Zwischen der Schweiz und der EU besteht ein Abkommen über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Daher entspricht die schweizerische Gesetzgebung im Bereich Tiere und Tierprodukte grundsätzlich jener der EU. Dies erleichtert den Export von Tieren, Tierprodukten und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen in die EU. Es ist die Aufgabe des Exporteurs, die genauen Anforderungen bei den Behörden des Bestimmungslandes und der Transitländer abzuklären und sie den zuständigen kantonalen Behörden mitzuteilen, damit diese die nötigen Gesundheitsbescheinigungen oder Bewilligungen erstellen können.
Export von Tieren
Wer Tiere exportieren will, muss folgendes beachten:
- Für Tiere bedeutet Reisen Stress. Transporte sind deshalb unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben so tiergerecht wie möglich zu gestalten.
- Gegebenenfalls vor der Ausreise die Bedingungen für eine (Wieder-)Einreise in die Schweiz beachten (siehe Reisen mit Heimtieren für Privatpersonen oder Import).
- Für den gewerbsmässigen grenzüberschreitenden Transport von Wirbeltieren auf dem Landweg braucht es eine Bewilligung vom kantonalen Veterinäramt (siehe „Weitere Informationen“ > Kontakt).
- Im Flugverkehr sind die Bestimmungen der International Air Transport Association (IATA) zu befolgen.
- Für einige Tierarten sind die Veterinärbedingungen zum „grenzüberschreitenden Verbringen“ in den bilateralen Abkommen klar festgelegt, für andere gelten „nationale Regelungen“. Im Zweifelsfall muss immer im Voraus bei der zuständigen Behörde im Bestimmungsland geklärt werden, welche Anforderungen tatsächlich gelten.
- Das kantonale Veterinäramt stellt die nötigen Gesundheitsbescheinigungen aus und meldet den Versand der Tiere der zuständigen Veterinärbehörde des Bestimmungslandes über das elektronische System TRACES. Es kann auch Auskunft zu speziellen Vorschriften beim Export von Pferden, Geflügel oder lebenden Fischen geben. Fragen dazu beantwortet die amtliche Tierärztin bzw. der amtlichen Tierarzt oder das kantonale Veterinäramt.
- Für den Export von artengeschützten Tieren braucht es eine Exportbewilligung des BLV (siehe Export von Tieren und Tierprodukten).
Spezielle Bestimmungen für einzelne Tiere
Die Anforderungen für folgende Tiere sind in der Verordnung über die Ein-, Durch- und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten im Verkehr mit den EU-Mitgliedstaaten, Island und Norwegen (EDAV-EU-EDI) geregelt:
- Pferde und (Haus-)Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, „andere Paarhufer“ (z.B. Neuweltkameliden)
- Hunde, Katzen und Frettchen zu Handelszwecken
- Hasenartige
- Geflügel (Bruteier, Eintagsküken und ältere Hühner, Truthühner, Perlhühner, Enten, Gänsen, Wachteln, Fasanen, Rebhühner, Straussenvögel, Tauben nur, wenn sie zur Erzeugung von Fleisch gehalten werden)
- Fische, Bienen
- Tiere aus „zugelassenen Zentren“ (z.B. einige Zoos)
Weitere Informationen siehe „Weitere Informationen > Im Detail".
Bei Fragen steht das kantonale Veterinäramt zur Verfügung.
Export von Tierprodukten
Tierprodukte sind z.B. tierische Samen, Eizellen und Embryonen oder tierische Nebenprodukte.
Tierische Nebenprodukte gemäss VTNP
Eine Voraussetzung für den Export von tierischen Nebenprodukten ist eine Betriebsbewilligung vom kantonalen Veterinäramt auf Basis der Verordnung über tierische Nebenprodukte (VTNP). Das BLV publiziert die Liste dieser Betriebe (siehe „Weitere Informationen > Betriebslisten").
Für den Export der meisten tierischen Nebenprodukte der Kategorie 3 (siehe Tierische Nebenprodukte) in die EU ist nur noch ein Handelspapier in vorgegebener Form notwendig (siehe „Weitere Informationen > Gesetzgebung: Handelspapier tierische Nebenprodukte gem. Verordnung EG 142/2011“).
Für Neben- und Folgeprodukte der Kategorien 1 und 2 und für verarbeitetes tierisches Eiweiss („Mehle“ der Kategorie 3) sind eine TRACES-Meldung und eine vorgängige Bewilligung des Bestimmungslandes in der EU notwendig (Artikel 48 Verordnung EG 1069/2009). Die TRACES-Meldung wird vom kantonalen Veterinärdienst erstellt.
Für den Export bestimmter tierischer Nebenprodukte ist eine Bewilligung des BLV notwendig (siehe „Weitere Informationen > Im Detail > Ausfuhrgesuch für tierische Nebenprodukte").
Tierische Samen, Eizellen und Embryonen
Die Produkte müssen von bewilligten Zentren, Lagern oder Entnahmeteams stammen (siehe „Weitere Informationen > Betriebslisten"). Zur Ausfuhr von Samen und Embryonen von Pferden, Hausrindern, Hausschafen und Hausziegen, Hausschweinen sowie Tieren aus zugelassenen Einrichtungen (i.S. der Richtlinie 92/65/EWG, wie z.B. einige Zoos) ist eine amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung notwendig. Das zuständige kantonale Veterinäramt hilft im Zweifelsfalle weiter und wird den Versand auch den Veterinärbehörden des Bestimmungsstaates über das elektronische TRACES-System ankündigen.
Für andere Genetikprodukte oder Produkte von anderen Tierarten sind die Bedingungen in den bilateralen Abkommen Schweiz–EU weniger klar geregelt. Das zuständige Veterinäramt des Bestimmungsstaates hilft bei Fragen weiter.
Export von artengeschützten Tieren und Tierprodukten
Für den Export von artengeschützten Tieren und Produkten braucht es eine Exportbewilligung des BLV (siehe Export von Tieren und Tierprodukten).
Weitere Informationen
Betriebslisten
Im Detail
Links
Letzte Änderung 24.06.2020