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Das brasilianische Umweltministerium will im semiariden Nordosten Brasiliens ein Modell der Forstwirtschaft einführen, mit dem eine weitere Verwüstung verhindert und gleichzeitig die Holzentnahme für die Industrie gewährt werden soll. Im Mittelpunkt steht dabei die Herstellung von Ziegelsteinen und Dachziegeln, für deren Brennvorgang vor allem Holz zum Einsatz kommt.
Dass Industrie und Gewerbe in Brasilien mit Holz als Brennstoff arbeitet, ist nichts Ungewöhnliches. In vielen Bereichen, wie beispielsweise beim Backen von Brot, wird der Ofen mit Brennholz angefeuert. Auch bei der Landbevölkerung sind Holzöfen zum Kochen der täglichen Mahlzeiten noch weit verbreitet. In der trockenen Caatinga kann die ungeregelte Holzentnahme allerdings schwerwiegende Auswirkungen haben.
Nach offiziellen Angaben sind bereits 1.500 brasilianische Munizipien vom Fortschreiten der Wüste betroffen. Sie nehmen etwa 16 Prozent der Landesfläche Brasiliens ein. Mit dem Programm “Bioenergetische und waldwirtschaftliche Sicherheit“ soll nun die nachhaltige Waldbewirtschaftung gestärkt werden, um sowohl die Industrie, die Bevölkerung als auch die Umwelt zu schützen. Mehrere öffentliche Einrichtungen sowie Keramikunternehmen haben dazu eine Partnerschaft geschlossen. Gefördert wird das Programm in der Caatinga ebenso vom Klimafond.
Angesetzt wird auf mehreren Ebenen. Zum Einen sollen die Bevölkerung und Beteiligte über nachhaltige Bewirtschaftungsformen der Caatinga aufgeklärt und informiert werden. Verbesserungen werden zudem bei der Energie-Effizienz der Öfen angestrebt. Landwirtschaftliche Flächen sollen registriert und Schutzflächen ausgewiesen werden. Die Keramikindustrie mit ihren Brennöfen für Ziegel und Dachziegel erhofft sich von dem Programm ein besseres Ansehen. Angesichts des Baubooms in dem Entwicklungsland ist sie besonders gefordert.
Etwa 40 Prozent des Brennholzes der Caatinga wird in der Industrie verwendet. Den größten Anteil nimmt dabei mit 60 Prozent die Keramikindustrie ein. Um die Nachfrage von Industrie und Gewerbe abzudecken seien 25.000 Quadratkilometer notwendig, wie es in einer Stude der Globalen Umweltstiftung GEF heißt. Das entspricht mehr als der Hälfte der Landesfläche der Schweiz, jedoch nur 0,29 Prozent der Landesfläche Brasiliens und sieben Prozent der Caatinga.