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(Ergänzt mit Aussagen des Swissmem-Direktors über die Entwicklung der Margen bei Exportprodukten.)
Bern (awp/sda) - Der Schweizer Exporthandel hat im März 2011 nicht mit den beiden starken Vormonaten mithalten können. Die Ausfuhren wuchsen mit 1,9% merklich schwächer. Zudem mussten die Unternehmen beträchtliche Preisreduktionen für ihre Exportprodukte hinnehmen. In der Handelsbilanz verminderte sich der Überschuss binnen Jahresfrist um rund einen Drittel auf 1'087 Mio CHF.
Die Exporte nahmen im Berichtsmonat um 7,2% auf 18,08 Mrd CHF zu. Da die Preise der Exportgüter im Berichtsmonat um 5,0% sanken, fiel das reale Wachstum mit 1,9% wesentlich tiefer aus. Ohne die Pharmasparte betrug der Preisabschlag bei den Exporten 3,6%. Nach Darstellung des EZV blieben nahezu alle Branchen wachstumsmässig hinter der Entwicklung der Vormonate zurück. Die grösste Branche, die Chemische Industrie, habe ihr Vorjahresergebnis mit -5,0% sogar sichtbar unterschritten.
Die Importe stiegen im März um 5,8% auf 16,99 Mrd CHF, was in etwa dem Rhythmus der beiden Vormonate entsprochen habe. Da sich die Importwaren um durchschnittlich 1,1% verteuerten, betrug das reale Wachstum der Einfuhren 4,6%.
Die Exporte nahmen übers ganze erste Quartal 2011 gesehen um 5,8% zu, auch wenn der starke Franken sich noch immer negativ auf die Exporte auswirkte.
Der Anstieg entspreche in etwa demjenigen im dritten und vierten Quartal des vergangenen Jahres, teilte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mit. Teuerungsbereinigt nahmen die Exporte im ersten Quartal dieses Jahres gar um 12,3% zu. Insgesamt wurden Waren für 50 Mrd CHF ausgeführt.
Abgenommen haben aber die Margen: Die Preise der Exportgüter verminderten sich in den ersten drei Monaten um 5,8%. Die EZV ermittelte damit das dritte aufeinanderfolgende Quartal mit einem Preisabschlag. Die Pharmasparte ausgenommen betrug die Preisreduktion indes nur 3,1%.
SWISSMEM MIT SORGENFALTEN
Die Preissenkungen bei Exportprodukten bereiten dem Branchenverband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie Swissmem zunehmend Sorgen. "Das ist ein schleichendes Thema in diesem Jahr, das nicht gerade fröhlich stimmt", sagte Swissmem-Direktor Peter Dietrich der Nachrichtenagentur SDA. "Die Margen in der Exportindustrie erodieren."
Dabei konnte gerade die Maschinen- und Elektronikindustrie mit 13,9% den Exporthandel ausbauen. Insbesondere Metallbearbeitungs- und Textilmaschinen waren im Ausland gefragt. Diese Sparte verzeichnete im ersten Quartal ein Plus von 42,5 respektive 55,4%.
Aber: Die relativ guten Exportzahlen würden ein falsches Bild abgeben, sagte Dietrich. Eine abnehmende Wirtschaftsdynamik gepaart mit markanten Währungsverlusten lasse "etliche Unternehmen in die roten Zahlen rutschen, weil sie schlicht zu wenig Rendite erzielen". Und eine ausgleichende Währung gebe es nicht mehr, da die wichtigsten Währungen Euro und Dollar gegenüber dem Franken abgeschwächt würden.
UHRENINDUSTRIE LEGT ZU
Gut aufgestellt zeigt sich die Uhrenindustrie. Sie legte bei den Exporten in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode um 14,7% zu. Nach einem Taucher im März 2010 mit Minus 37,9% resultierte heuer im gleichen Monat ein Plus von 11,1%.
Auch die Margen dürften sich in der Uhrenindustrie weniger drastisch nach unten entwickeln. Gemäss Peter Dietrich seien nämlich in gewissen Märkten Preiserhöhungen möglich, unter anderem auch bei Luxusgütern.
Die weitaus wichtigste Schweizer Exportbranche, die Chemische Industrie, konnte das Vorjahresniveau nicht halten. Nach einem Plus von 12,1% im ersten Quartal 2010 resultierte bei den Auslandabsätzen dieses Jahr ein Minus von 1,2%.
Die Importe erhöhten sich im ersten Quartal 2011 insgesamt um 6,2% auf 44,5 Mrd CHF. Gemäss EZV wiesen alle Warenhauptgruppen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ein Nachfrageplus auf. Somit resultierte ein gegenüber dem Vorjahresquartal leicht höherer Handelsbilanzüberschuss von 5,5 Mrd CHF.
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