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Das Wichtigste in Kürze
- Kim Kuk-Song floh 2014 aus Nordkorea nach Südkorea.
- Vorher hatte er 30 Jahr lang in den nordkoreanischen Geheimdiensten gearbeitet.
- Diese seien die «Augen, Ohren und der Kopf» der nordkoreanischen Machthaber.
Der von «BBC» genannte Kim Kuk-Song arbeitete sich über 30 Jahre lang in den Geheimdiensten Nordkoreas hoch. Dem britischen Nachrichtensender erzählt er, was er während dieser Laufbahn erlebt hat.
Die Geheimdienste bezeichnet der 2014 nach Südkorea übergelaufenen Mann als die «Augen, Ohren und den Kopf» der nordkoreanischen Machthaber. In einem solchen Geheimdienst habe er 2009 den Befehl erhalten, eine «Terror-Task-Force» zu gründen. Ihr Ziel: Einen ranghohen nordkoreanischen Überläufer in Südkorea umzubringen.
Solche Aufträge immer von ganz oben
Der Auftrag sei direkt vom aktuellen Machthaber Kim Jong-Un gekommen. «In Nordkorea ist Terrorismus ein politisches Instrument. Damit wird die Würde von Kim Jong-Il und Kim Jong-Un geschützt», erklärt Kim Kuk-Song. Der Auftrag sei ein Geschenk Kim Jong-Uns an seinen Vater gewesen, um seine Loyalität zu demonstrieren.
Solche und ähnliche Aufträge seien immer von ganz oben gekommen. Selbst wenn eine Strasse gebaut werde, könne dies nicht ohne direkte Genehmigung des Machthabers geschehen. «Diese Art der militärischen Arbeit wird nur auf Befehl von Kim Jong-Un geplant und durchgeführt.»
Als Nordkorea in den 90er-Jahren von einer Hungersnot getroffen wurde, erhielt Kim Kuk-Song ebenfalls einen speziellen Auftrag. Da es dem Land an Geld mangelte, sollte er «revolutionäre Mittel» für den Machthaber beschaffen. Das habe bedeutet, er solle mit illegalen Drogen handeln.
Drogengeld sei direkt in die Tasche des Machthabers gegangen
Dafür habe er drei Ausländer einfliegen und eine Drogenproduktionsstätte errichten lassen. «Es ging um Crystal Meth. Das konnten wir dann in Dollar umtauschen und Kim Jong-Il überreichen.» Zudem habe Nordkorea illegale Waffen an den Iran verkauft.
Der nordkoreanische Machthaber habe das Geld dann aber für Luxusgüter benutzt. Es wurden damit Villen gebaut sowie Autos, Essen und Kleider gekauft. Wie viele Menschen während der Hungersnot in den 90er Jahren starben, ist nicht sicher. Schätzungen variieren von hunderttausenden bis zu einer Million Menschen.
Mehrere Menschen in Nordkorea als Bedrohung exekutiert
Kurz nachdem Kim Jong-Un an die Macht gekommen war, liess er mehrere ranghohe Nordkoreaner exekutieren. Diese sah er als Bedrohung für seine Machtstellung an. Darunter auch seinen eigenen Onkel Jang Song-Thaek.
Das habe dann für Kim Kuk-Song den Ausschlag gegeben, nach Südkorea zu fliehen. Dort arbeitet er mittlerweile für einen südkoreanischen Geheimdienst.