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1294
P. Pius (Johann Rudolf) Kreuel von Baar
Geburtsjahr: 1633 |
Todesjahr: 1696
Professbuch:
Band B, Nr. 160
Kapitel:
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70.
P. Pius (Johann Rudolf) Kreuel von Baar
Professjahr: 1659
Professbuchtext:
P. Pius (Johann Rudolf) Kreuel von Baar. Er wurde den 30. November 1633 als Sohn des Ratsherrn Kreuel in Baar geboren und kam ziemlich jung auf die fürstäbtliche Kanzlei in Einsiedeln und von da als Sekretär in das Damenstift Schänis. Nach dem Tode seines Vaters wäre ihm eine Ratsherrenstelle in Baar offen gestanden. Statt darauf zu aspirieren, richtete er im März 1658 nach Einsiedeln das Gesuch um Aufnahme ins Kloster. Es wurde ihm dies zugesagt, doch konnte er infolge Krankheit erst den 21. November 1658 das Ordenskleid empfangen; er legte ein Jahr später am gleichen Tage seine Profeß ab. Priester 13. März 1660. Offenbar hatte er schon vor seinem Eintritt die höhern Studien gemacht.
P. Pius war von 1664 bis 1672 Kapitelssekretär; ebenso auch Sekretär des Abtes. Den 27. Oktober 1665 wurde er Subkustos für P. Leodgar, etwas später Infirmar; von letzterem Amt wurde er den 14. Dezember 1668 entlassen. Den 24. Mai 1669 wurde er für P. Othmar Küchenmeister. Am 16. Juli 1671 mußte er mit P.Josef Dietrich auf Ansuchen des Rates nach Rapperswil, um die dortige Orgel zu untersuchen, die beim Einsturz des Kirchendaches stark gelitten hatte; ebenso sollte er den 11. Juni 1673 wieder hin. Doch ging diesmal ein Weltlicher für ihn. Den 11. April 1672 wurde P. Pius Statthalter in Pfäffikon, wo er bis 1675 blieb. Mit Pater Wolfgang wurde er in diesem Jahre, den 6. September, nach Bellenz geschickt, um die dortige Jesuitenresidenz in Augenschein zu nehmen. Er blieb in der Folge in Bellenz, bis er den 14. Juni 1676 heim kommen mußte, um die Stiftsorgel zu reparieren. Ebenso mußte er den 14. Februar 1677 nach Münsterlingen, um die dortige Orgel zu reparieren. Den 18. März 1677 wurde er ein zweites Mal Statthalter in Pfäffikon. Von da mußte er den 17. April 1678 nach St. Gerold, um dort die Orgel zu reparieren. Ende 1680 brachte er von Pfäffikon dem Abte ein von dortigen Jägern erlegtes Reh; der eben damals neu ernannte Küchenmeister P. Josef bemerkt dazu: «War einem anfangenden armen Küchimeister ein sonderer Trost und Byhilf zum Anfangen». Vom Juni bis September 1679 mußte er in Pfäfers die Ökonomie versehen. Den 30. September 1681 wurde er Statthalter in Sonnenberg. Von dort kam er den 12. November 1682 zum Generalkapitel heim und unterrichtete dann während drei Wochen die jungen Fratres in der Schreibkunst, «in der er sonderlich excellierte». Den 20. Oktober 1684 bat er den Abt, ihn von Sonnenberg abzuberufen. Er kam Ende dieses Jahres oder Anfang des folgenden heim und arbeitete hier an der Orgel, die aber noch nicht vollendet war, als er den 21. September 1685 wieder nach Sonnenberg mußte, um von dort aus die Herrschaft Gachnang zu versehen. Den 18. November 1686 wurde er als Statthalter nach Freudenfels geschickt. Aus Gesundheitsrücksichten wurde er schon am 10. November 1688 ersetzt, da er seit dem 12. Oktober schwer krank darniederlag. Man brachte ihn den 29. Dezember ins Stift zurück. Doch erholte er sich in der Folge wieder. Den 16. Juni 1689 und wiederum den 8. April 1690 mußte er nach Unterwalden, um dort eine Orgel zu prüfen. Ebenso mußte er den 16. Februar 1690 und wiederum im Mai 1691 nach St. Urban, um das dortige Orgelwerk sich anzusehen und zu verbessern. Er weilte ungefähr dreiviertel Jahre dort; 1695 weilte er nochmals vom 6. bis 30. April daselbst. Nach Schänis mußte er erneut den 11. Februar 1692, das dortige Orgelwerk zu verbessern; ebenso mußte er der Orgeln wegen vom 29. Oktober bis 6. Dezember 1695 nach Wurmsbach und Schänis. Auch Schüler hatte er in seiner Kunst. So kam 1697, gerade als P. Pius in Pfäfers weilte, P. Plazidus von Disentis, um bei ihm die Orgelbaukunst zu erlernen. Er mußte aber unverrichteter Dinge wieder heim, nachdem er einige Zeit im Beichtstuhl ausgeholfen hatte. Am 26. April 1690 verreiste Br. Josef von Ebersmünster, der längere Zeit bei P. Pius die Orgelbaukunst erlernte. «Allein solche Kunst lässt sich mit keinem Trichter eingiessen», bemerkt der Diarist P. Josef Dietrich. Daneben hat P. Pius «auch vil und zwar gantz gute Clavichordia fabrizirt, wormit er erstlich nit wenig beliebt und hiemit auch dem Gottshauss mithin ein ehrliches Ruflin gemacht»148
. Nochmals mußte übrigens P. Pius den 9. April 1693 nach dem Tode von P. Rupert von Roll die Stelle eines Statthalters in Einsiedeln übernehmen. In dem Münsterlinger Handel sandte ihn der Abt am 11. April 1692 nach Zug, um sich der dortigen Standesstimme zu versichern. Kurz darauf, den 16. Mai, ging er seinen Bruder, Landammann Kreuel, besuchen. Den 7. Januar 169S wurde er Konventbeichtvater. P. Pius starb nach einem arbeitsreichen Leben den 30. Dezember 1696 an Wassersucht. P. Josef Dietrich bemerkt zu seinem Tode: «Sein Afect war ein innerliche Hectica, dazu eine Wasser- (andere wollten sagen eine Windsucht) geschlagen. Er war sonderlich zu der Orgelmacherei geneigt, hatt deren ettliche Werklin gemacht, massen eines zu St. Gerold, eines zu Freyenbach auf der Bohrkillen, unser Chor Positivum, auch noch ein grosses Werk auf dem Lettner versus Conventum, desgleichen auch anderswo in underschidlichen Orten ein und ander seine Werklein stet. Er fabrizirte auch Clavichordia, deren ettliche noch vorhanden. Daneben ward er gebraucht im Ampt eines Underpfarrers, eines Underkustos, eines Küchimeisters, ward hernach Statthalter zu Pfeffikon, Pfefers, darüber Statthalter zu Gachnang, Sonnenberg und endtlich zu Freudenfels nach Abziehung Junker Hectors von Berlingen, in welcher allen Orthen er sehr wohl gehauset und dem Gottshaus nit wenig Nutzen gemacht. Endlich aber nach deme er von Freudenfels, wo er übel erkranket, wider nach Haus gebracht worden (ist geschehen Ao 1688) hier aber sich wider gantz erholet, darüber er unaufhörlich in Orgelen machen sich verweilet, bis sein Zeitlin ausgelofen. Er war gar kurtzweilig von allerhand Discursen und machte darmit vill Ergetzlichkeit, so dass man Ihne sehr geliebt und auch in der letzten Krankheit gern besucht. Vor diesen, by noch regierenden Abbt Placido und zu Anfang der Regierung Abbts Augustini hat er mithin durch sein selbst eigene Persohn, mit Zuzug 3 oder 4 anderer ettliche gar kurtzweilige Spihl in Recreationis Zeiten exhibirt, darob man sich herzlich delectieret. Im übrigen ist er eines gantz frommben, gottseligen, auferbauwlichen recht religiosen Standes gewesen in geistlichen Uebungen, auch in Choro sehr fleissig, in Conversatione liebreich und verträglich und dergestalten lieb, das by Absterben Abbaus Placidi gewesen, welche vermeint haben, Ihne zu einem Praelaten zu erwehlen»149
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Schriften:
1. Acta Capitularia 1664-72.
2. Viele Kopien und Briefe im Archiv, da ihn Abt Augustin als Sekretär benützte.