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Der Titel des neuen Clapton-Werkes sagt eigentlich schon alles: Mit Me & Mr. Johnson kehrt Eric "Mr. Slowhand" Clapton zu seinen Wurzeln zurÃŒck, oder besser gesagt: Zu seinem Vater im musikalischen Geiste. "Ich wurde mein ganzes Leben lang durch das Werk eines Mannes beeinflusst und gefÃŒhrt", so Clapton. "Und auch wenn ich akzeptiere, dass er der SchlÃŒssel zu meinem muskalischen Dasein ist, wÃŒrde ich es nicht als Besessenheit bezeichnen. Ich ziehe es vor, ihn als Orientierungspunkt zu sehen, an dem ich mich festhalte, wenn ich fÃŒhle, dass ich vom Weg abkomme. Ich rede natÃŒrlich vom Werk Robert Johnsons." 14 von 29 ÃŒberlieferten Johnson-Songs suchte CLAPTON aus, um sie fÃŒr Me & Mr. Johnson mit seinen langjÃEURhrigen Mitstreitern Andy Fairweather Low (guitar), Doyle Bramhall II (guitar) Billy Preston (keyboards), Jerry Portnoy (harmonica), Nathan East (bass) und Steve Gadd (drums) aufzunehmen. Produziert wurde das Album wieder in Zusammenarbeit von Clapton selbst und Simon Climie.
Rezension
Auch wenn der Pakt mit dem Teufel, den der legendäre Blues-Gitarrist Robert Johnson einst geschlossen haben soll, wohl ins Reich der Mythen gehört, so ist doch die Fixierung von Eric Clapton auf Johnson eine höchst reale. Aber 40 Jahre mussten nach Claptons erster Plattenveröffentlichung vergehen, bevor sich der englische Gitarrist an ein Tribute-Album traute. "Mein ganzes Leben lang hat mich sein Werk beeinflusst und geführt", berichtet Clapton, der mit seinem 16. Studioalbum unter eigenem Namen nach "From The Cradle" von 1994 und dem gemeinsam mit B.B. King vor vier Jahren erschienenen "Riding With The King" wieder ein reines Blues-Album produziert hat. Und mit den 14 Songs, ausgewählt aus den 29 Stücken, die Johnson 1936 und 1937 in einem texanischen Hotelzimmer eingespielt hatte, ist ihm eine reine Blues-Aufnahme gelungen. Zwar hat Clapton bereits auf dem 1966 erschienen "Bluesbreakers"-Album von John Mayall die Johnson-Komposition "Rambling On My Mind" aufgegriffen zwar zeugen Claptons epochale Live-Interpretation des "Cross Road Blues" sowie spätere Aufnahmen von "Steady Rollin' Man" oder "Malted Milk" von der lebenslangen Beschäftigung mit Johnsons Werk - für Clapton "die beste Musik, die ich je gehört habe". Doch unterscheidet sich der Umgang mit den Songs seines Vorbildes auf "Me And Mr. Johnson" deutlich von seinen bisherigen Bearbeitungen. Denn zusammen mit den Gitarristen Andy Fairweather Low und Doyle Bramhall II, dem einstigen Beatles-Keyboarder Billy Preston, dem Mundharmonika-Virtuosen Jerry Portnoy sowie der Rhythmusgruppe Nathan East (Bass) und Steve Gadd (Drums) hat der Engländer tief empfundene Versionen von Songs wie "Last Fair Deal Gone Down" und "If I Had Possession Over Judgement Day" verewigt, die zwar Claptons Handschrift tragen, aber doch voll und ganz dem Geist Robert Johnsons verpflichtet sind. So trifft Clapton etwa im gewisperten Kurzeinwurf in "Me And The Devil Blues" die todesverachtende Lässigkeit des Originals, arbeitet bei "Come On In My Kitchen" aber auch mit einem subtilen Chor-Arrangement, das über die Vorgabe hinaus weist. Ohne geringste Zugeständnisse an den Mainstream, sparsam, aber eindringlich instrumentiert, gehört die CD zu den Meilensteinen im Schaffen von Eric Clapton. (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)