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Das sogenannte «Buy to use and let» wird immer populärer: Käufer erwerben ein Apartment im Hotel, das an andere Gäste vermietet wird, wenn der Eigentümer es nicht selbst nutzt.
von Artur K. Vogel
Das Prinzip von «Buy and let» ist altbekannt: Man erwirbt Stockwerkeigentum, vermietet es und generiert so ein Einkommen. Umgekehrt bauen und verkaufen Hotels Eigentumswohnungen, um Kapital zum Beispiel für Renovationen oder Erweiterungen zu generieren. Diese beiden Prinzipien vereint ein Investitionsmodell, das sich «Buy to use and let» nennt. Das Modell ist eine Antwort auf die Restriktionen, welche die Zweitwohnungsinitiative geschaffen hat, die 2021 knapp angenommen wurde und oft den Bau neuer Ferienwohnungen verhindert.
Das Prinzip schildert man beim 400-jährigen Gasthof Post im Walliser Dorf Turtmann, der gerade renoviert wird, so: «Kaufen Sie eine Zwei-Zimmer-Wohnung oder ein Studio und geniessen Sie ihren Aufenthalt. Während Ihrer Abwesenheit überlassen Sie die Wohnung dem Hotelier zur Weitervermietung.»
Angebote für «Buy to use and let» findet man an diversen Ferienorten. So standen bei Peaks Place in Laax 74 Apartments zum Verkauf. Im benachbarten futuristischen Rocksresort konnten sogar 170 Wohnungen erworben werden. Die meisten sind weg, trotz Preisen von durchschnittlich 15’000 Franken pro Quadratmeter Wohnfläche. Im ähnlichen Rahmen bewegen sich die Preise für die Apartments, die das Hard Rock Hotel in Davos verkauft: 2.5-Zimmer-Wohnungen mit rund 60 Quadratmeter kommen auf etwa 1.2 Millionen Franken zu stehen, 4.5 Zimmer mit 110 Quadratmeter auf rund zwei Millionen.
Bis zu acht Wochen selbst bewohnen
«Man kauft das Apartment im Stockwerkeigentum», erklärt Florian Walther, vom Hard Rock Davos «genau wie bei einer normalen Eigentumswohnung. Es gibt sogar eine Stockwerkeigentümerversammlung.» Allerdings gibt es Einschränkungen: Individuell möblieren kann man die Wohnung nicht. Zudem kann der Eigentümer einer Residence im Hard Rock Hotel Davos beispielsweise diese maximal acht Wochen pro Jahr selbst bewohnen. Im Hotel Post in Turtmann sind es sogar nur drei Wochen.
Abgerechnet wird in Davos individuell: Von den erzeugten Einnahmen behält das Hotel 40 Prozent. Vom 60-Prozent-Anteil des Eigentümers werden 15 Prozent Management Fee abgezogen. Die einzige weitere Ausgabe für den Eigentümer ist eine regelmässige Einzahlung in den gemeinsamen Renovationsfonds. Im Rocksresort hingegen werden Einnahmen und Betriebskosten pro Wohnungskategorie gepoolt und gleichmässig auf die Eigentümer aufgeteilt.
Und wie sieht der Return on Investment (ROI) aus? Natürlich gibt man keine konkreten Rendite-Versprechen. Bei den Hard-Rock-Residenzen geht man von einem ROI von 1.5 bis 3 Prozent pro Jahr aus. Diese Prognose beruhe auf Erfahrungswerten, betont Florian Walther.