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Aesch (Bezirk Arlesheim), gelegen im südlichsten Zipfel des Birsecks auf dem linken Ufer der Birs, bei der Klus von Angenstein, im Gebiete der ehemaligen bischöflich-baslerischen Vogtei Pfeffingen. Hier erbauten die Blarer von Wartensee 1606 ein Schloss.
Nach einer Zeichnung von Emmanuel Büchel vom Jaher 1754 im Kupferstichkabinett Basel
Die Blarer, in ihrem Ursprung eines der ältesten Bürgergeschlechter St. Gallens, nannten sich in einer Linie nach dem Schlosse Wartensee oberhalb Rorschach. Diesem Geschlechte entstammte der grosse Basler Bischof der Gegenreformationszeit, Christoph Blarer von Wartensee, vor seiner Wahl im Jahre 1575 Domherr des Domstiftes Basel. Auf die Bedeutung, welche die Wahl Bischof Blarers in bezug auf die Durchführung der Gegenreformation im Fürstbistum Basel hatte, ist hier nicht einzugehen. Wichtiger ist uns die Tatsache, dass der Aufstieg Christoph Blarers den Nachzug weiterer Angehöriger seiner Familie ins Fürstbistum Basel bewirkte. Diesen begegnen wir, soweit sie geistlichen Standes waren, auch in der Folgezeit hin und wieder im Basler Domkapitel; soweit sie weltlichen Standes waren, gehörten sie dem hohen Beamtenadel des Fürstbistums an.
Des Bischofs Bruder Wolf Dietrich wurde Obervogt zu Pfeffingen, und die Blarer blieben im Besitze dieser Obervogtei bis in das ausgehende 18. Jahrhundert. Eine Auswirkung ihrer Verankerung im Gebiete der Herrschaft Pfeffingen war die Errichtung eines Schlossbaues in dem von der mächtigen landesfürstlichen Pfeffinger Burg überhöhten Dorfe Aesch. Zwar gehörte zu diesem Aescher Schloss weder Grundherrschaft noch Gerichtsbarkeit. Aber auch ohne diese Ausstattung waren die Blarer die "Herren" in Aesch. Die 1671 entstandene Kapelle St. Joseph war eine Blarersche Familienstiftung. Als dem bischöflichen Obervogte das Wohnen in der alten Pfeffinger Bergfeste missliebig zu werden begann, verlegte er in den 1740er Jahren den Landvogteisitz in das ihm gehörige Schloss im Dorfe Aesch.
Auch nachdem das Fürstbistum Basel dem Ansturm der französischen Revolution erlegen war, blieben die Blarer auf ihrem Aescher Stammschloss sitzen. Hier wurde 1810 noch Jakob Blarer geboren. Er begann seine Laufbahn als Offizier in einem Schweizerregiment unter den 1815 in ihre Königsrechte wieder eingesetzten französischen Bourbonen. Nach deren Sturz quittierte er die fremden Dienste und stellte sich seiner engern Heimat in ihrem Kampfe gegen die Stadt Basel zur Verfügung. In den Dreissigerjahren wurde er der populärste Führer der Landschäftler. Nach Errichtung der Republik in Neuenburg 1848 wurde Jakob Blarer der Organisator des Wehrwesens des jungen Freistaates. Seine Beförderung zum eidgenössischen Obersten konnte aber seine Soldatennatur nicht davon abhalten, schliesslich wieder in fremde Kriegsdienste im Solde Englands zu treten.
Das Blarerschloss in Aesch stellt sich in einer in ihrer Zuverlässigkeit freilich fraglichen Aufnahme des Lohnherrn Jakob Meyer von 1665 dar als ein in einem ummauerten Hofe stehender Wohnbau; in den Hofmauern sind zwei Oekonomie- gebäulichkeiten eingebaut, der Wohnbau misst an den Längsseiten zwei Stockwerke und an den Giebelseiten drei Stockwerke in die Höhe; an der Nordostecke ist ein Turm angebaut, der im Grundriss rechteckige Treppenturm ist der südwärts gericht teten Fassade angegliedert. Verglichen mit dieser Meyerschen Darstellung bietet die gegen hundert Jahre jüngere Zeichnung Emanuel Büchels von 1754 einen bedeutend gefälligeren Anblick des Blarerschlosses. Der Südseite des Hauses ist ein hübscher Garten im Geschmacke der Zeit vorgelagert und auf der Nordseite sind die Oekonomiegebäulichkeiten in einer Weise gruppiert, dass sie einen ehrenhofartigen Abschluss bilden, ausserdem ist bei Büchel noch ein weiterer Eckturm an der Südwestecke des Hauses zu sehen. Nach dem Uebergang des Schlosses von der Familie Blarer an die Gemeinde Aesch im Jahre 1851 wurde der alte Bau, nicht zu seinem Vorteil, zu einem Schul- und Gemeindehaus eingerichtet.
1932
Bibliographie