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Konzerne mit Sitz in der Schweiz verletzen in Ländern des globalen Südens immer wieder Menschenrechte und zerstören wertvolle Ökosysteme:
Beispiel 1: Syngenta
Der Schweizer Konzern Syngenta exportierte allein 2021 über 10’000 Tonnen Neonicotinoiden. Diese «Bienenkiller»-Insektizide sind in Europa und in der Schweiz verboten, weil sie zum dramatischen Rückgang der lebensnotwendigen Bestäuber beitragen. Die meisten dieser Exporte aus der Schweiz via die EU gingen in ärmere Länder mit hoher Artenvielfalt wie Brasilien, Argentinien, Südafrika, Ghana und Indonesien.
Beispiel 2: Nestlé
Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé verkauft seit mehreren Jahren den Nahrungsmittelzusatz «Vital Proteins». Er soll unter anderem gegen Falten im Gesicht wirken. Er besteht aus Kollagen, einem Protein, das aus der Haut von Rindern gewonnen wird. Das Kollagen im Produkt von Nestlé kann neuen Recherchen nach bis zum brasilianischen Agrarkonzern Marfrig zurückverfolgt werden. Marfrig ist einer der weltgrössten Rindfleischproduzenten. Er liess für seine Farmen 2 600 Quadratkilometer Regenwald - das ist beinahe der gesamte Kanton Tessin - illegal brandroden.
Beispiel 3: UBS
Eine Recherche der Gesellschaft für bedrohte Völker zeigt, dass die Schweizer Grossbank UBS den zwei stark umstrittenen Agrarkonzernen Marfrig Global Foods S.A. und BrasilAgro half, rund 224 Millionen US Dollar für ihre Geschäfte zu beschaffen. Und dies, obwohl der Rindfleisch- und der Sojaproduzent für zahlreiche Fälle von illegaler Brandrodung, sklavereiähnlichen Arbeitsbedingungen und für die Verletzung von Indigenenrechten mitverantwortlich gemacht werden.
Endlich ein griffiges Konzernverantwortungsgesetz für die Schweiz!
Diese Beispiele verdeutlichen: Die freiwillige Selbstregulierung der Konzerne ist unzureichend. Ein Konzernverantwortungsgesetz würde Unternehmen wie Glencore dazu verpflichten, sicherzustellen, dass ihre Tochtergesellschaften im Ausland keine Kinderarbeit betreiben und ihre schädlichen Abwässer korrekt und ohne negative Auswirkungen auf die Bevölkerung entsorgen. Dadurch könnten Konzerne für die Folgen ihres weltweiten wirtschaftlichen Handelns, für Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung gezogen und haftbar gemacht werden.
Die UNO, die OECD, die EU: Alle sind daran, Konzerne mit Gesetzen und Richtlinien zur Verantwortung zu ziehen. Bald wird die Schweiz das letzte Land in Europa ohne Konzernverantwortung sein. Die Schweiz braucht endlich ein echtes Konzernverantwortungsgesetz!
Deshalb setzt sich die EVP an vorderster Front mit für ein solches griffiges Konzernverantwortungsgesetz ein.
Ethische und soziale Unternehmen strategisch fördern!
«Soziale Unternehmen» sind Privatunternehmen, die nicht nur auf ihren eigenen Gewinn ausgerichtet sind. Ihr Unternehmenszweck besteht darin, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag zur Bewältigung ökologischer und sozialer Herausforderungen in unserer Gesellschaft zu leisten. Dies kann beispielsweise durch die Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen oder Randgruppen geschehen.
Diese Unternehmen brauchen Rahmenbedingungen, die sie gezielt fördern und Nachteile am Markt ausgleichen. Die Schweiz soll solche Unternehmen systematisch fördern, z.B. bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und diese Förderung in ihre Nachhaltigkeitsstrategien über alle Departemente hinweg einbinden. So kann sie die immense Innovationskraft sozialer Unternehmen dafür nutzen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Deshalb hat die EVP im Nationalrat erfolgreich ein Gesetz zur Förderung sozialer Unternehmen auf den Weg gebracht.