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Die Lebenserwartung von Personen, die sich in einer Opioid-Agonisten-Therapie (OAT) befinden, ist signifikant gestiegen. Dadurch kommt der medizinischen Versorgung von chronischen Erkrankungen wie Krebs, Herz- oder Atemwegserkrankungen ein immer wichtigerer Stellenwert zu – doch bislang ist noch wenig zu deren Prävalenz und Belastung bei älteren OAT-PatientInnen bekannt.
Eine Studie, die in der Arud in Zusammenarbeit mit der Uni Zürich durchgeführt worden ist, hat sich nun der Frage angenommen, wie gross der Anteil der Personen in OAT-Behandlung ist, der von einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffen ist. Die Resultate der Studie von Thomas Grischott1, Luis Falcato2, Oliver Senn1, Milo Puhan3 und Philip Bruggmann2 wurden jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Addiction veröffentlicht.
Fast ein Drittel von COPD betroffen
Die Ergebnisse: Von den 119 Studienteilnehmenden wurde fast ein Drittel (30.3%) mit COPD diagnostiziert. Zudem wiesen die Männer im Alter von 30-59 Jahren eine mehr als doppelt so hohe (2.4 Mal) Einschränkung beim Atmen auf als die rauchende Schweizer Bevölkerung in der gleichen Altersgruppe.
Grosse Bereitschaft, Lebensstil zu ändern
Tabakrauchen (92.0%) und das Inhalieren von Substanzen (Cannabis: 97.6%, Kokain: 69.6%, Heroin: 68,0%) waren bei allen Teilnehmenden sehr verbreitet. Die Teilnehmenden zeigten dabei großes Interesse, ihren Lebensstil zu ändern und therapeutische Angebote fürs COPD-Management zu nutzen: Am meisten Interesse bestand an einer pharmakologischen Behandlung zur Linderung der COPD-Symptome, während eine Raucherentwöhnung von nur einem Fünftel der Tabakrauchenden in Betracht gezogen wurde.
Diagnostische Spirometrie für Personen in OAT ab 40 Jahren
Bei PatientInnen in einer OAT-Behandlung sind mehrere Risikofaktoren praktisch allgegenwärtig und die Prävalenz von COPD ist insgesamt hoch. Screenings würden es ermöglichen, betroffene PatientInnen schon in relativ jungem Alter und damit in frühem COPD-Stadium zu identifizieren. Die diagnostische Spirometrie sollte daher idealerweise für alle Personen ab 40 Jahren, die neu in eine OAT-Behandlung eintreten, durchgeführt werden. Zudem sollten PatientInnen, die Interesse an einem COPD-Selbstmanagement oder an einer spezifischen Lebensstiländerung zeigen, entsprechende Unterstützung erhalten.
1 Institut für Hausarztmedizin, Universität Zürich
2 Arud Zentrum für Suchtmedizin
3 Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Präventivmedizin, Universität Zürich