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Videogames werden oft mit "echter" Gewalt assoziiert; wer Action-Games spielt, soll davon auch im echten Leben "brutal" werden, meinen Politiker. Tatsächlich gibt es für eine solche Assoziation kaum wissenschaftlich fundierte Indizien. Vielleicht haben Videogames sogar den gegenteiligen Effekt.
Die USA ist bekanntlich aktuell in einer enormen Wirtschaftskrise. Normalerweise hat dies zur Folge, dass die Kriminalität steigt. Weniger Jobs, mehr Arbeitslose und tiefere Löhne führen dazu, dass sich mehr Leute ausserhalb der gesetzlichen Grenzen betätigen.
Nur: In den USA passiert das Gegenteil. Trotz der miesen Wirtschaftslage sind Gewaltverbrechen im Vergleich zum Vorjahr laut dem FBI um 5.5 Prozent gefallen; Eigentumsdelikte sind 4.4 Prozent tiefer. In städtischen Gebieten ist der Effekt besonders stark spürbar: Gewaltverbrechen sind da sogar um 7.5 Prozent gefallen. Die Tendenz ist nichts neues: Seit 2006 ist die Kriminalität in den USA auf einem eindeutigen Trend nach unten.
Nur: Weshalb? Normalerweise würden wir aktuell den gegenteiligen Effekt erwarten.
Larry Katz, Wirtschaftsprofessor der Harvard-Universität, hat eine mögliche Antwort. Er denkt, dass Videogames zu diesem Effekt geführt oder mindestens beigetragen haben. Der Economist schreibt:
Frühere Studien zum Thema scheinen diese Annahme zu stützen. So wurde gezeigt, dass "brutale" Filme zu weniger "echter" Gewalt führen. Wenn potentielle Täter am Abend zu Hause Filme schauen, dann betrinken sie sich nicht in Bars und machen danach die Stadt unsicher. Die Studie zu diesem Thema kann man hier lesen (PDF).
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