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Seitdem der erste Jäger der Bronzezeit zum Hirten geworden ist, werden in Zuort Nutztiere gehalten und Bergwiesen und Weiden gepflegt. Und das ist heute noch so. Drei Haflinger und im Sommer einige Kühe halten landwirtschaftliche Tradition lebendig. Sie sind die besten Bio-Indikatoren für das System „Zuort”.
Zuort (ursprünglich „Suord”) im Eigentum der Gemeinde Sent (Sins) wird seit Menschengedenken als Erblehenshof verpachtet. Die erste Urkunde im Archiv von Sent ist datiert auf den 22. Juli 1482, vom Notar v. Planta in lateinischer Sprache redigiert. Am 13. Juni 1611 wird dieser Lehensbrief in Romanischer Sprache neu verfasst.
Der Pächter Johannes Hans und seine Erben erwarben damals das Recht auf Erbpacht, solange der Zins bezahlt und das Gut und seine Wiesen, Weiden und Wald im Interesse der Gemeinde gepflegt werden sollten. 21 Siliquien Butter und 11 Pfund Veroneser Taler waren der Pachtpreis.
Das Pachtrecht konnte auch weiterverkauft werden, ein Vorpachtrecht für Einwohner der Gemeinde war festgeschrieben. Vor allem aber war der Verkauf dieses Pachtrechts ausdrücklich verboten an:
religiöse Vereinigungen (corporaziuns religiusas), Adlige (nöbels), Potentaten oder grosse Herren (Potentats o Grands Signuors) oder andere Personen, durch welche die Lehensgeber oder deren Nachfolger, also das Gemeinwesen von Sent, in irgendwelchen Eigentumsrechten hätten behindert werden können.
Ein schönes, bald 600-jähriges Beispiel guter Hege öffentlichen Eigentums.
Die Bestrebungen des aktuellen (temporären) Eigentümers von Zuort gehen denn auch wieder in Richtung kollektiven, sinnstiftend verwalteten Eigentums.