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Newsletter 12
Dezember 2010
Auch dieser Newsletter enthält nur ein einziges Thema:
- Kolumne: Flucht in die Schweiz und weiter
An dieser Stelle möchten wir all unseren Newsletter-Abonnenten alles Gute für die kommenden Festtage wünschen und ein gutes Neues Jahr.
Der nächste Newsletter erscheint anfangs 2011 - und wenn Sie bis dahin einen weiteren Abonennten gewonnen haben, machen Sie uns eine grosse Freude.
Flucht in die Schweiz und weiter
"Ich bin als Jude emigriert, um als Schwuler zu überleben"
eos. Vor 100 Jahren wurde Richard Plaut (1910-1989) geboren.
Als 23jähriger floh er aus Frankfurt nach Basel, zusammen mit einem gleichaltrigen Studienfreund. Beide hatten sofort die unmittelbare Bedrohung von Existenz und Leben durch das sich etablierende Hitler-Regime erkannt. Einen Monat nach der Machtergreifung des Nazi-Führers (30.01.1933) schrieben sie sich an der Uni Basel ein. So war die Aufenthaltsbewilligung einzuholen und ihr Studium liess sich fortsetzen.
Das nötige Geld verdienten sie mit Kriminalgeschichten, die unter Pseudonym veröffentlicht wurden. Aller Gefahr trotzend machten sie die gemeinsame Wohnbude zur Anlaufstelle für weitere Flüchtlinge und verkehrten heimlich in lokalen Schwulenkreisen. 1935 promovierte Richard Plaut und blieb noch drei Jahre in Basel, bevor er nach New York weiter zog, um dort als Professor für Germanistik zu wirken. In Amerika änderte er seinen Namen in Richard Plant.
Unter dem schon in Basel verwendeten Pseudonym Orlando Gibbons veröffentlichte er im Kreis ab 1956 einige Kurzgeschichten.
Die Nachforschungen zu seinem Spätwerk über den Naziterror gegen Homosexuelle brachten Plant im Sommer 1985 wieder nach Deutschland. Zuvor nahm er mit der SOH (Schweizerische Organisation der Homophilen) Kontakt auf, denn er wollte den Basler CSD besuchen und dabei schwule Aktivisten treffen.
Mehr über Richard Plant