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Das Instrument ist für die Praxis gedacht und für den schnellen Zugriff. Für wissenschaftliche Arbeit und Quellenforschung verweise ich auf das Buch von A. Rehman. Ich handhabe es in der Praxis so, dass ich immer einen Reiter im Webbrowser offen habe für die Arzneiverwandtschaften. Während der Konsultation kann so innert weniger Sekunden abgefragt werden. Sofern es sich nicht um nicht vertretene Arzneien handelt, tue ich das bei jeder Folgeverschreibung.
Zum Wozu des Ganzen verweise ich auf eine alte Zusammenfassung (Blog). Es ist mir klar, dass die erleuchteten Adepten aus der Runde der Simillimum-Jäger solch simple Sachen dem homöopathischen Fussvolk gönnen, zu welchem unsereins sich zählt.
Weitaus die meisten Angaben zu den Arzneibeziehungen sind bei Clarke zusammengefasst. Er hatte zu seiner Zeit alle relevanten früheren Autoren zusammengetragen und wahrscheinlich auch von Cooper und Burnett nebst eigenen hinzugefügt. Später kam nicht mehr viel dazu. Eine Ausnahme sind die innovativen Einträge von P. Vijayakar, von denen ich einige bestätigt gesehen habe. Die zahlreichen Antidote von Bönninghausen verhalten sich zu den übrigen Einträgen etwa so wie sein Repertorium zum Kent.
Die Quellenangaben wurden in folgender Reihenfolge aufgenommen:
d.h. es wurde immer nur die erste Referenz der oben aufgeführten vermerkt. Die Auswahl ist etwas willkürlich, auch nicht chronologisch. Sie entspricht meinen bevorzugten "klinischen Autoritäten". Es wird aus praktischen Gründen immer nur eine Quelle und zwar in der obigen Reihenfolge angegeben. Dies bedeutet, dass z.B. ein Eintrag von (lip) unter "Folgemittel", der bei (guer) unter "Komplement" steht, hier unter "Komplement" (lip) aufgeführt ist!
Widersprüchliche Angaben der Autoren betreffen v.a. die unverträglichen Mittel. Ich habe versucht nach eigenem Urteil auszugleichen.
Bitte beachten:
Arzneimittel welche als Komplemente oder Antidote aufgeführt sind, werden unter Folgemittel nicht wiederholt. Unter Komplemente aufgeführte können natürlich auch unter Antidote stehen.
unter merc ist merc, merc-s und merc-c zusammengefasst
cann-s steht unter cann-i
die verschiedenen Tuberkuline werden nicht unterschieden (ausser bac)
Zwischen potenzierten (homöopathischen Antidoten) und rohen Stoffen (z.B. camph, nit-s-d bei Hahnemann) ist aus praktischen Gründen nicht unterschieden, d.h. Kaffee und coff, Essig und acet-ac, Zucker und sac-alb usw. sind gleichgesetzt;
für 'pflanzliche Säuren' oder 'Gewächs-Säuren' : acet-ac
cit-l: steht auch für 'Gewächs-Säuren' (Hahnemann, Jahr), Fruchtsäuren (bei Jahr von acet-ac unterschieden, hier gleichbedeutend), cit-ac ist unter cit-l subsummiert.
vinum = Wein (Rotwein)
alco = potenziertes Arzneimittel oder Weingeist, spiritus vini, Branntwein, Brandy, Whisky, usw.
cervis = Bier (im Repertorium auch als "lager" bezeichnet)
euph-x meint alle (un)üblichen Euphorbiaarten
Hahnemann unterscheidet nicht eindeutig zwischen Antidoten, Komplementen und Folgemitteln. Boenninghausen (1836) fasst die verwandten Arzneimittel als Antidote auf. In seinem Verzeichnis sind nur homöopathische Antidote aufgeführt. Wenn er also camph oder coff erwähnt, ist damit das potenzierte Mittel gemeint. Die Angaben Hahnemanns sind bei ihm vollständig eingearbeitet, die Jahrs mit wenigen Ausnahmen. Die mit (boe) vermerkten Antidote sind gradiert, ursprünglich wie im Original, dann aufgradiert wenn ein späterer Autor die Beziehung bestätigt hat (Grade 1-3 aufsteigend, boe3 hat damit ein Gewicht wie ck oder jahr)
Hier ein Vorschlag zum Gebrauch: Die Mittel welche unter Komplemente UND Antidote aufgeführt sind, passen am besten als Folgeverschreibung (soweit homöopathisch angezeigt), nächst folgen die unter Komplemente aufgeführten, dann die Antidote. Die Angaben unter Folgemittel sind nicht allzu verlässlich. Einerseits sind Mittel eingeschlossen, welche noch nicht den Status eines Komplements haben, andrerseits auch nur Mittel, die in dieser Reihenfolge anwendbar sind, aber nicht wirklich einen näheren Bezug zueinander haben.
Die wenigen bekannten Unverträglichkeiten in der angegebenen Reihenfolge sind einigermassen verlässlich und sollten berücksichtigt werden, auch wenn von verschiedenen Autoren ganz oder teilweise bestritten (u.a. auch Boenninghausen). Wenn immer der Fall auftritt, ein unverträgliches Mittel geben zu müssen, soll ein Zwischenmittel eingesetzt werden. Meist lässt sich ein Mittel finden, das als Komplement und/oder Antidot des vorangehenden wirkt und gleichzeitig dem homöopathischen Mittel gut vorangeht. Dafür steht die Funktion "Zwischenmittel" zur Verfügung.
Die Datenbank der Arzneiverwandtschaften läuft schon seit Jahren auf dem Web. Wenn ich mich recht erinnere, begann das mit einem Perl-Skript Ende der 90iger, das ich mir damals für den Eigenbedarf gebastelt hatte. Es war rasend schnell und lief auf der Konsole. Wenig später kam die Idee, das Ganze ins Web zu stellen. Damals kam gerade XML in Mode, weshalb ich mich für diese Technologie entschied. Rückblickend hat mir das à la longue viel Arbeit erspart, weil die Pflege einfach war und immer noch ist.
Die Miasmentabelle scheint auf grösseres Interesse zu stossen. Mal wurde ich angefragt, ob ich dazu einen Fortbildungsabend halten könnte. Ich wüsste aber wirklich nichts Gescheites zu sagen. Das Instrument zeigt auf, dass die Ansichten zum Thema dort wo es drauf ankommt, nämlich welche Arznei nun wie antimiasmatisch wirken soll, doch erheblich auseinander gehen. Seit "Ringworm" ein chronisches oder hereditäres (oder beides) Miasma sein soll, dürften die Aussichten auf eine Klärung sich definitiv verflüchtigt haben.
Theoretisch ist die Sache dennoch interessant und die Arbeit wird weitergeführt. Ich versuche auch neue Arzneien einzufügen, pro Jahr sind es ein paar. Hahnemann würde vermutlich beanstanden, dass zuviele Arzneien, besonders Pflanzen, als antipsorisch kategorisiert sind. Als Kriterium hätte er gefordert, dass die Arznei fähig ist, einen Krätzausschlag hervorzubringen. Im Unterschied zur grassierenden miasmatischen Theoretisiererei doch ein hartes Faktum.