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Der neue Leiter des amerikanischen Wealth-Management gilt als unprätentiös und verkäuferisch.
Es war zu seinen CS-Zeiten, als Oswald J. Grübel seinen wohl berühmtesten Spruch lancierte: «Wenn Sie Loyalität in einer Firma haben wollen, kaufen Sie sich einen Hund».
Nun, als CEO der UBS, hat er sich trotzdem nicht einen Hund zugelegt, sondern einen höchst loyalen Banker angeheuert, nämlich Robert «Bob» J. McCann. Loyal insofern, weil dieser mehr als ein Vierteljahrhundert bei seinem früheren Arbeitgeber, Merrill Lynch, verbracht hat.
Kulturkampf führte zum Abgang
Und selbst als er 2003 seinem Brötchengeber den Rücken kehrte, vergingen keine sechs Monate, bevor er reuemütig wieder an der alten Adresse anklopfte. Erst in diese Jahr verliess McCann Merrill Lynch endgültig, nachdem es zu einem «Clash of Cultures» gekommen war, wie es in der New Yorker-Finanzszene hiess.
Das alles, nachdem die Bank of America Merrill Lynch in einer Notaktion übernommen hatte und sich Bob McCann im neuen Imperium unter der Leitung von BofA-CEO Ken Lewis nicht mehr richtig zurecht fand, und dies obgleich er zuletzt als Brokerage-Chef nicht weniger als 16‘850 Beschäftigten vorstand.
Temporäres Berufsverbot
Das ist nun tempi passati, und nach einem mühseligen Rechtsstreit, weil Merrill Lynch es ihm zunächst untersagt hatte, zur Konkurrenz zu wechseln, konnte vor kurzem eine Einigung gefunden werden und McCann kann nun gleich mit seiner Arbeit bei der UBS anfangen.
Er übernimmt mit sofortiger Wirkung das inländische Wealth-Management-Geschäft in den USA und Kanada, einschliesslich des gesamten in den USA verbuchten internationalen Geschäfts. In diesem Bereich verwalten 8'000 Finanzberater in 320 Niederlassungen Kundengelder von rund 695 Milliarden Franken.
Fotografiert gerne und spielt Golf
Der 51-jährige McCann, dessen Hobbys Fotografieren und Golf sind, machte ursprünglich ein Bachelor's Degree am Bethany College in Kalifornien und später ein MBA an der Texas Christian University. Seine Banker-Karriere begann er 1982 als Aktienverkäufer, was ihm die nötige Praxis und Erfahrung an der Kundenfront rasch einbrachte.
Auch später arbeitete er in verschiedenen Sales-Divisions. Das ist insofern wichtig, zumal die UBS in den letzten zwölf Monaten einen markanten Abfluss an Kundengeldern verzeichnete und nun unmissverständlich auf die Überholspur gehen muss, um die Ausfälle zu kompensieren.
Verheiratet, zwei Töchter, wohnhaft in New Jersey
McCann gilt als ein unprätentiöser Mensch, der zurückhaltend agiert und kaum den hochtrabenden Wall-Street-Banker gibt. Das käme bei seiner wohlhabenden Klientel in den USA, die er sich im Verlauf seiner Karriere bei Merrill Lynch zulegen konnte, schlecht an.
Grossen Wert legt er seit je auf die Ausbildung seiner Leute und sponsert diverse Lehrinitiativen. Er lebt mit seiner Frau Cindy und den beiden Töchtern Meredith und Madline in New Jersey.
Keine Wunder über Nacht
Entsprechend bedacht kommentierte der neue UBS-USA-Chef heute auch seine Ambitionen: Eine Strategie will er bis Ende 1. Quartal 2010 vorlegen. Er habe weder die Absicht, einzelne Sparten zu verkaufen, noch irgendwelche Akquisitionen zu tätigen.
Stattdessen wolle er das bestehende Business wieder in Fahrt bringen, wobei er sich durchaus bewusst ist, wie schwierig es ist, lädiertes Vertrauen wieder herzustellen. Dies geschehe «nicht über Nacht», betonte er.
Kein garantierter Bonus - nur Fixlohn
Für die UBS ist der US-Markt nicht gerade ein Heimspiel, nachdem die Bank wegen ihrer früheren Aktivitäten im steuerlichen Graubereich von der Justiz gebüsst war. Mit dem erfahrenen und bestens vernetzten Bob McCann hat sie zumindest gute Voraussetzungen für einen Neustart geschaffen.
Die Loyalität McCanns kommt Oswald J. Grübel vorerst günstig zu stehen: Robert McCann verdient ein Fix-Salär von 850‘000 Dollar und hat keinen garantierten Bonus.
Sein offizielles CV auf diesem Link.