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Sprinterin Dutee Chand will wieder an allen Wettkämpfen teilnehmen.
Sportlerin akzeptiert Geschlechtstest nicht
Die indische Sprinterin Dutee Chand klagt gegen den Ausschluss von Wettkämpfen wegen des erhöhten Testosteronwertes in ihrem Körper. Einen ersten Erfolg hat sie erreicht.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne hat im März entschieden, dass Chand an der Asienmeisterschaft, die nächste Woche in China stattfindet, starten darf. Der definitive Entscheid, ob die Sprinterin wieder an allen Wettkämpfen teilnehmen darf, wird in den kommenden Wochen erwartet. Falls das höchste Gericht im Sport den Vorentscheid bestätigt, können Frauen nicht mehr wegen eines erhöhten Testosteronwertes von Wettkämpfen ausgeschlossen werden.
Umstrittener Testosterontest
2011 hat der Leichtathletik-Weltverband beschlosssen, bei Zweifeln das Geschlecht allein anhand des Testosteronwertes im Blut zu bestimmen. Diese Regel löste umfassende Geschlechtsuntersuchungen ab, wie sie die 800-Meter-Läuferin Caster Semenya zwei Jahre zuvor über sich ergehen lassen musste. Ein erhöhter Testosteronwert sei ein unfairer Vorteil bei Frauenwettkämpfen, begründete der Weltverband damals seinen Entscheid. Das Internationale Olympische Komitee IOC übernahm diese Regel ein Jahr später. Betroffene Sportlerinnen müssen seither Medikamente schlucken oder sich operieren lassen, um ihren Hormonspiegel zu senken. Dutee Chand akzeptiert dies nicht. «Ich empfinde es als falsch, meinen Körper zu verändern, um beim Sport teilnehmen zu dürfen», sagte sie der «New York Times».
Geschlechtstest diskriminiert Frauen
Chand hat von Natur aus einen erhöhten Wert des männlichen Geschlechtshormons Testosteron in ihrem Körper. Deshalb sperrte der Leichtathletikverband die heute 18-Jährige letztes Jahr für alle Wettkämpfe. Bioethikerin Katrina Karkazis von der Stanford University schreibt in einem aktuellen Beitrag in der Fachzeitschrift «Science», dass bei Männern der Testosteronwert in der Regel etwa zehnmal höher ist als bei Frauen. Bei einzelnen Frauen könne der Wert des natürlichen Testosterons im Bereich der Männer sein (Hyperandrogenismus). Es gebe jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis, dass ein solcher Testosteronwert die sportliche Leistung von Frauen signifikant verbessere. Karkazis kritisiert seit Jahren Geschlechtstests nur für Frauen. Diese seien immer diskriminierend. Männer würden nicht getestet, obwohl bei ihnen die Unterschiede bei den Testosteronwerten gross seien, schrieb sie in einem früheren Beitrag für die «New York Times». Es verletze die Intimsphäre von Frauen, wenn sie wie Dopingsünderinnen getestet und wegen eines erhöhten Testosteronwertes suspendiert werden können.
Geschlechtstest vor Fussball-WM
Geschlechtstests gibt es auch im Fussball. So verlangt der Fussball-Weltverband (Fifa) vor der Frauen-Fussball-Weltmeisterschaft im Juni in Kanada von allen Teams eine Bestätigung, dass die Spielerinnen Frauen sind. Bei begründeten Zweifeln gibt es eine Nachuntersuchung durch einen neutralen Arzt.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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