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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
X. Kapitel
80.
1. An zweiter Stelle kommt dann, daß er eifrig mit dem beschäftigt ist, was ihn für die Erkenntnis schult, indem er von jedem Wissensfach das nimmt, was der Erforschung der Wahrheit förderlich ist.
2.1 Demnach achtet er in der Musik auf das richtige Verhältnis in den Tonarten; in der Arithmetik beachtet er, wie die Zahlen steigen und fallen und wie sie sich zueinander verhalten und wie die meisten Dinge einem gewissen Zahlenverhältnis unterliegen; in der Geometrie lernt er das Sein an und für sich kennen und gewöhnt sich daran, sich einen stetigen Zwischenraum vorzustellen und ein unveränderliches Sein, das verschieden von den Körpern hier ist.
3. Durch die Astronomie wiederum wird er sich im Geist über die Erde erheben und wird sich oben mit dem Himmel verbinden und wird im Geiste den Kreislauf miterleben, wobei er immer die von Gott geschaffenen Gestirne und den sie untereinander verbindenden Zusammenklang zu erfassen sucht,2 so wie von diesem Ausgangspunkt aus Abraham darüber hinaus zu der Erkenntnis des Schöpfers emporstieg.3
4. Aber auch mit der Dialektik wird sich der Gnostiker beschäftigen, indem er aus ihr die Einteilung der Gattungen in die Arten entnimmt, und er wird die Unterscheidung der [S. 292] Einzeldinge durchführen, bis er zu den ersten und einfachsten Begriffen gelangt.
5. Die meisten aber fürchten sich vor der griechischen Philosophie wie die Kinder vor Gespenstern, und sie haben Angst, sie könnte sie mit sich fortnehmen.
1: Zum folgenden vgl. Strom VI 90.
2: Vgl. Philon, Quaest. in Gen. III 3 p. 174 Aucher.
3: Vgl. Gen 15,5; Strom. V 8,5 mit Anm.