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Lugano–Monte San Salvatore
|Kürzel||MS|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1890-03-27|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1890 eröffnete und von Anfang an elektrifizierte (Gleichstrom; ab 1926 Drehstrom) MS war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Als massgebende Initianten traten wie bei etlichen anderen Standseilbahnen Franz Josef Bucher-Durrer und Josef Durrer-Gasser auf. Die MS war die erste Anlage der Schweiz mit zwei Sektionen, wobei als Besonderheit auf beiden Sektionen jeweils nur ein Wagen verkehrte. Die MS führte von Lugano Paradiso über die Umsteigestation Pazzallo auf den aussichtsreichen Monte San Salvatore, wo sich ein Hotel mit Restaurant befand. Mit der Konstruktion betraut war die Bell Maschinenfabrik AG Kriens. Die MS verkehrte nicht ganzjährig. Sie verfügte nur über offene Personenwagen ohne Stehplätze.
Nach einem fulminanten Betriebsstart 1890 mit über 51'000 Reisenden hatte die MS ein paar eher magere Jahre zu überstehen. 1892 wurden nur noch 26'000 Fahrgäste gezählt. Die Betriebsergebnisse blieben jedoch stets im positiven Bereich, und das Passagieraufkommen zog in der Folge wieder kontinuierlich an. 1897 bis 1913 richtete die MS alljährlich eine Dividende aus, die sich bei sehenswerten 8 Prozent des Aktienkapitalwerts einpendelte und im Ausnahmejahr 1908 gar 13 Prozent erreichte. 1909 wandelte die MS ihre festen Anleihen in Eigenkapital um, was die ausgeschütteten Erträge pro Aktie etwas schmälerte. Einen harten Rückschlag brachte wie bei praktisch allen touristischen Bahnen der Erste Weltkrieg. Der Reiseverkehr sank zwischen 1913 und 1918 von 67'600 auf nur mehr 14'800 Fahrten. Entsprechend brachen die Erträge ein. Ab 1915 schrieb die MS rote Zahlen. Die nötigen Verlustvorträge sowie die schwebenden Schulden (1920 knapp 44'500 Franken) hielten sich jedoch in Grenzen. Ausserdem verfügte die MS 1920 über beträchtliche Reserven von rund 91'000 Franken.
Die Baukosten der zweischienigen und hauptsächlich in Einschnitten geführten MS waren mit 393'900 Franken pro Bahnkilometer (Stand 1920) verhältnismässig tief. Mit Abstand gewichtigster Kostenfaktor war der Unterbau, auf welchen 48 Prozent des Gesamtaufwands entfielen. Beim Rollmaterial wies die Statistik ab 1910 die Kosten für das Drahtseil und die Seiltragrollen von zusammen 16'000 Franken separat aus.
1926 wurde die Antriebsanlage der MS umgebaut und die Leistung von 40 PS auf 110 PS erhöht. Gleichzeitig wurde die Zahnstange entfernt und neues Rollmaterial beschafft.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.