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Für die Entstehung von gutartigen, stecknadelkopfgrossen Feigwarzen im Scheiden- und Analbereich (Condylomata accuminata) sind Papilloma-Viren (HP-Viren) verantwortlich. Sie sind in den Warzen enthalten und bei Kontakt mit Haut, z.B. beim Geschlechtsverkehr, hochinfektiös. Mehr als 80% aller Erwachsenen werden im Laufe ihres Lebens mit genitalen HP-Viren infiziert, v.a. im Alter von 17 - 26 Jahren.
Welche Symptome verursachen Feigwarzen?
HPV-Infektionen können auch still verlaufen, ohne äussere Anzeichen. Meist erscheinen aber frühestens ein paar Wochen nach der Ansteckung die Warzen:
Einzelne oder in Gruppen auftretende Warzen, die Condylome, an Genitalien (bei den Frauen an den Schamlippen und am Gebärmutterhals; bei den Männern auf der Vorhaut, am Penisschaft oder an der Harnröhrenmündung; weiter am Anus und Enddarm)
Bei Oralsex können sich nach der Ansteckung Warzen an der Mundschleimhaut bilden.
Die Feigwarzen wachsen schnell und bilden ganze blumenkohlähnliche Gebilde.
Selten kommt es zu Juckreiz oder Brennen; durch kleine Risse kann Blut austreten.
Nach bisherigem Wissensstand sind HP-Viren in der Schwangerschaft nicht direkt gefährlich für das Ungeborene. Bei der Geburt ist eine Übertragung der Viren auf das Neugeborene allerdings möglich. Frauen mit positivem HPV-Nachweis haben ausserdem ein etwas höheres Risiko für eine Frühgeburt.
Die Diagnose von HPV-Infektionen
Feigwarzen können so flach sein, dass sie mit den blossen Augen nicht erkennbar sind. Um sie sichtbar werden zu lassen, betupft man die fraglichen Stellen mit verdünnter Essigsäure; Feigwarzen werden als weisse Felder oder Tupfen sichtbar. Mittels eines Spezialmikroskop kann der Frauenarzt, die Frauenärztin den Gebärmutterhals untersuchen und einen Abstrich sowie eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen. Diese werden auf HPV untersucht. Zur genaueren Abklärung wird der Arzt zusätzlich eine Rektoskopie (Spiegelung des Enddarmes) vornehmen. Durch eine molekularbiologische Untersuchung kann das Erbgut des HP-Virus ermittelt und damit die Virus-Untergruppe (s.u.) bestimmt werden. Die meisten Infektionen werden durch die Niedrig-Risiko-HPV-Typen 6 und 11 hervorgerufen.
Wie kann man sich vor HPV schützen?
Das Risiko, sich mit HPV im Genitalbereich anzustecken, kann durch die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr und strenge Hygiene in Schwimmbädern und Saunen verringert, aber nicht völlig ausgeschlossen werden. Kleine Hautverletzungen, Feuchtigkeit, eine geschwächte Immunabwehr sowie bevorstehende Entzündungen sind begünstigende Faktoren für eine HP-Virusübertragung. Andere Begleitfaktoren können sein: Rauchen, Drogenmissbrauch wie Cannabis und Kokain sowie die Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten. Eine intakte Scheidenflora erschwert hingegen das Anwachsen der Viren.
Zervixkarzinom und HPV
Eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren, wird hauptsächlich durch bestimmte Untertypen von Papillomaviren (16 und 18) verursacht. Diese anfänglich "schweren Dysplasien" müssen daher behandelt werden.
Neuerdings gibt es einen Neunfach-Impfstoff (HPV-Impfung), der gegen die gängigsten HPV-Typen schützen kann. Diese Impfung wird für junge Mädchen im Teenageralter (möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt) empfohlen, kann aber auch für erwachsene Frauen von Nutzen sein. Zwar kann die Impfung nicht eine schon bestehende Infektion mit HPV beseitigen, aber zusammen mit regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen ergibt sich doch eine hochwirksame Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs. So konnte in Australien die Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Fälle innerhalb von vier Jahren um fast 40% reduziert werden.
Weil noch nicht genügend Erfahrungen mit der Impfung in der Schwangerschaft vorliegen, sollte in dieser Zeit jedoch nicht geimpft werden. Ein vor der Schwangerschaft begonnenes Impfprogramm kann nach der Entbindung fortgesetzt werden.