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Tages-Anzeiger
Guido Kalberer
«Ich will nie mehr nur Bücher lesen, sondern Menschen», schreibt der 22-jährige Student am 18. Februar 1906 an seine Schwester Anna. Das
Interessanteste in der Natur sei doch die menschliche Seele. Der in Zürich geborene und in Schaffhausen aufgewachsene Hermann Rorschach (1884–1922) studierte Medizin mit dem Ziel, Psychiater zu werden. In den beiden letzten Semestern hörte er Vorlesungen bei Eugen Bleuler zur allgemeinen und speziellen Psychiatrie und psychiatrischen Klinik und bei C.G. Jung zur Psychopathologie der Hysterie. Nach Zwischensemestern in Berlin und Bern schloss Rorschach sein Studium 1909 an der Universität Zürich mit dem Staatsexamen ab. Ein Jahr später heiratete er die russische Studienkollegin Olga Stempelin, mit der er zwei Kinder hatte. Der Versuch, sich 1913 in Russland eine Existenz als Ärztepaar aufzubauen, scheiterte.
Kurze Karriere, früher Tod
Es gab in der deutschsprachigen Schweiz kaum eine psychiatrische Anstalt, an der Hermann Rorschach nicht gearbeitet hat: Von der «Thurgauischen Irrenanstalt Münsterlingen» führte seine kurze Karriere über die «Bernische Kantonale Irrenanstalt Waldau» bis zur «Appenzell-Ausserrhodischen Heil- und Pflegeanstalt» in Herisau, wo er 38-jährig an den Folgen einer zu spät erkannten Blinddarmentzündung gestorben ist. Heute erinnert an Rorschach bloss noch das weltberühmte Testverfahren und der seit 50 Jahren in Bern aufbewahrte wissenschaftliche Nachlass «Archiv und Sammlung Hermann Rorschach».
Angeregt von der psychoanalytischen Assoziationslehre wollte Rorschach anhand zufälliger Tintenbilder erfahren, wie die Patienten die so genannten «Klecksografien» wahrnehmen und interpretieren. Die spontanen Reaktionen liessen in seinen Augen auf die mentale und psychische Konstitution der Betrachter schliessen. Es ging Rorschach nicht primär darum, was in die Bilder hineingelesen wurde, sondern um die Fragen: Werden die Kleckse als Ganze oder in Teilen erfasst? Und ist die Antwort durch die Form der Kleckse allein oder auch durch die Farbe bestimmt? Diese neue Methode und die damit einhergehende Problematik waren auch Thema einer Studie, die 1921 dank der Hilfe des einflussreichen Berner Psychiaters Walter Morgenthaler erschienen ist unter dem etwas länglichen Titel «Psychodiagnostik. Methodik und Ergebnisse eines wahrnehmungsdiagnostischen Experiments (Deutenlassen von Zufallsformen)». Sein erstes bedeutendes Werk sollte jedoch bereits sein Vermächtnis sein: Nur Monate nach dessen Publikation verstarb Rorschach.
Siegel der Objektivität
Eine Kabinettausstellung in der Berner Universitätsbibliothek führt nun mittels sorgfältig ausgewählter Fotografien, Briefe, (kopierter) Klecksbilder und Zeichnungen in das Leben und Werk von Rorschach ein. Auf kleinem Raum entsteht so ein Bild dieses im deutschsprachigen Raum kaum, in den USA und Japan umso mehr angesehenen und rezipierten Psychiaters – eines Forschers, dessen Neugier nicht gezügelt wurde durch die wissenschaftlichen Fachgrenzen. Der Untertitel der Schau macht deutlich, in welchem Spannungsfeld sich die Psychologie und die Psychiatrie jener Zeit bewegten: «Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition». Wie schon Sigmund Freud war auch Rorschach darauf bedacht, seine Einsichten in die menschliche Wahrnehmungs- und Vorstellungswelt mit dem Siegel der Objektivität zu versehen. Alles andere wäre ihm zu wenig gewesen in einer Zeit, die vom unaufhaltsamen Siegeszug der Naturwissenschaften geprägt war.
Die für die Ausstellung verantwortliche Psychologin Rita Signer verfasste auch eine lesenswerte Broschüre zum Thema. Darin räumt sie den Kontrahenten von Hermann Rorschach gebührend Platz ein – insbesondere Szymon Hens, der bereits 1917 seine Doktorarbeit «Phantasieprüfungen mit formlosen Klecksen bei Schulkindern, normalen Erwachsenen und Geisteskranken» am Burghölzli eingereicht hat. Stärker als Rorschach, der sich mit formalen Kriterien wie Ganz- oder Detaildeutung, Form-, Farb- und Bewegungseinflüssen beschäftigte, interessierte Hens die Frage, was die Betrachter tatsächlich auf den Bildern sahen. Signer geht davon aus, dass die Publikation von Hens Hermann Rorschach zu den weiteren Forschungen angeregt hat. Dass dieser wiederum andere Psychiater beeinflusste, zeigt die Berner Ausstellung mit den formschönen Tintenklecksen des deutschen Arztes Georg A. Roemer. Diese Arbeiten, die Rorschachs Erbe nach dessen frühem Tod weiterführen sollten, belegen, dass sich damals eine regelrechte Klecksszene herausgebildet hat.
Spitzname Klex
Die Ausstellung, die vor allen Dingen historisch interessant und aufschlussreich ist, hält sich mit Aussagen über Sinn und Zweck des «Formdeutversuchs» (Rorschach) angenehm zurück. Kritischen Besuchern sei empfohlen, das Werk des Psychiaters losgelöst von der damals üblichen Anbindung an die Gesetze der Naturwissenschaft zu betrachten. Dass der subjektive Faktor im Leben und Werk Hermann Rorschachs eine weitaus grössere Rolle gespielt hat als bisher angenommen, mag ein Detail illustrieren: Schaut man sich die Innenseite der Mütze an, welche der Schaffhauser Kantonsschüler als Mitglied der Studentenverbindung «Scaphusia» trug, entdeckt man den Namen Klex. Wenn das kein Omen war…
**Ausstellung «Hermann Rorschach. Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition»**
Die Universitätsbibliothek Bern nimmt das fünfzigjährige Bestehen des von ihr betreuten Rorschach-Archivs zum Anlass, Leben und Werk des Forschers und Arztes Hermann Rorschach (1884-1922) mit Exponaten aus dessen Nachlass anschaulich zumachen. Hermann Rorschach wurde mit seinem später nach ihm benannten psychodiagnostischen Test weltberühmt. Dass sich seine Forschungsinteressen auch auf andere Gebiete erstrecken, ist weitgehend unbekannt. Die Ausstellung orientiert sich an den Stationen seines kurzen Lebens und verzichtet bewusst darauf, Werk und Biografie trennen.
Universitätsbibliothek Bern, Zentralbibliothek, Ausstellungsraum, Münstergasse 63, 3000 Bern 8. – 6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2007
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr, Sa 8 bis 12 Uhr.
Ausstellungsraum der Zentralbibliothek:
6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2008
Öffnungszeiten Mo bis Fr, 8 bis 19 Uhr Sa, 8 bis 12 Uhr
**Ausstellung «Hermann Rorschach. Ein Schweizer Psychiater zwischen Naturwissenschaft und Intuition»**
*Medientext*
Der Rorschach-Test wurde weltberühmt. Sein Schöpfer, der Schweizer Psychiater Hermann Rorschach, blieb jedoch ein Unbekannter. Die Universitätsbibliothek Bern nimmt das fünfzigjährige Bestehen des von ihr betreuten Rorschach-Archivs zum Anlass, Leben und Werk des jung verstorbenen Forschers und Arztes in einer Ausstellung zu zeigen. Diese präsentiert eine vielseitig interessierte und künstlerisch begabte Persönlichkeit.
Wer mit dem Namen Rorschach nicht die Stadt am Bodensee, sondern den berühmten psychodiagnostischen Rorschach-Test verbindet, kennt sicher das hervorstechendste Merkmal im Schaffen des Schweizer Psychiaters Hermann Rorschach (1884-1922). Die vielseitige Person, die sich hinter dem Ruhm des Testverfahrens verbirgt, dürfte allerdings nur wenigen bekannt sein.
Ein Grossteil des Nachlasses von Hermann Rorschach gelangte in den vergangenen Jahren durch Schenkung der Kinder in das von der Universitätsbibliothek Bern betreute Rorschach-Archiv. Dadurch kann erstmals Einblick in die Weite des Denkens und Forschens, aber auch in die künstlerischen Seiten von Rorschachs Persönlichkeit genommen werden.
2007 feiert das Archiv und Sammlung Hermann Rorschach sein fünfzigjähriges Bestehen, ein willkommener Anlass, dem mit erst 38 Jahren verstorbenen Psychiater eine Ausstellung zu widmen. Die Ausstellung orientiert sich an den Stationen seines kurzen Lebens und verzichtet bewusst darauf, Werk und Biografie zu trennen.
Zum Leben von Hermann Rorschach
Kindheit und Jugend
Hermann Rorschach wird am 8. November 1884 in Zürich als Sohn eines Zeichenlehrers geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in Schaffhausen. 1897 verlieren er und seine beiden jüngeren Geschwister die Mutter, 1903 stirbt der Vater nach längerer Leidenszeit.
Studium
Nach Abschluss der Schule 1904 nimmt Hermann Rorschach sein Studium an der Académie de Neuchâtel auf, im Herbst 1904 beginnt er ein Medizinstudium an der Universität Zürich. Er verkehrt in russischen Studentenkreisen und lernt Russisch. Nach Zwischensemestern in Berlin und Bern schliesst er im Februar 1909 sein Studium in Zürich ab.
Münsterlingen
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Russland tritt Hermann Rorschach im Sommer 1909 eine Assistentenstelle in der Thurgauischen Irrenanstalt Münsterlingen an. 1910 heiratet er seine russische Studienkollegin Olga Stempelin. Mit einer Dissertation über Reflexhalluzinationen promoviert er 1912 bei Eugen Bleuler. Im Zusammenhang mit dieser Arbeit macht er die ersten Versuche mit Tintenklecksen.
Russland – Waldau
Ende 1913 verlässt Hermann Rorschach mit seiner Frau die Schweiz, um sich in Russland als Psychiater niederzulassen. Die dort vorgefundenen Arbeitsbedingungen entsprechen jedoch seinen Vorstellungen nicht. Im Sommer 1914 kehrt er wieder in die Schweiz zurück und nimmt eine Assistentenstelle an der Bernischen Kantonalen Irrenanstalt Waldau bei Bern an.
Herisau – Zufallsbilder
Im Herbst 1915 wird Hermann Rorschach als Sekundararzt an die Appenzell-Ausserrhodische Heil- und Pflegeanstalt in Herisau gewählt. Zwei Jahre später widmet er sich wieder Klecksversuchen. Die Ergebnisse dieser jahrelangen Versuche mit Zufallsbildern werden im Juni 1921 unter dem Titel «Psychodiagnostik» publiziert.
1917 wird die Tochter Lisa geboren, 1919 der Sohn Wadim. Erst 38-jährig stirbt Hermann Rorschach acht Monate nach der Veröffentlichung seines später weltbekannten Tests am 2. April 1922 an den Folgen einer zu spät diagnostizierten Blinddarmentzündung.
Zufallsbilder und Rorschach-Test
Zufallsbilder haben in der Kunst eine lange Tradition und seit einigen Jahren im kunsthistorischen Diskurs Konjunktur. Dabei wird regelmässig auf den Rorschach-Test verwiesen. Bereits seit der Renaissance haben Zufallsbilder Künstler fasziniert und inspiriert: Leonardo da Vinci erläutert in seinem Traktat von der Malerei, dass man sich durch Anschauen von Gemäuer mit Flecken zu Bildern inspirieren lassen kann. Im 18. Jahrhundert stellt der englische Kunstpädagoge und Landschaftsmaler Alexander Cozens eine Klecksmethode zum Entwerfen von Landschaftsbildern vor. Im 19. Jahrhundert spielt der englische Landschaftsmaler Turner gezielt mit dem Zufall.
Die in der Ausstellung konzipierten Lebensstationen Hermann Rorschachs widmen sich unter anderem seiner Kindheit, Jugend und Studienzeit, veranschaulichen seine ersten wissenschaftlichen Erfahrungen in der Psychoanalyse, dokumentieren die Aufenthalte in Russland und zeigen seine spätere Forschungsarbeit mit den Zufallsbildern, die als Grundlage zum Rorschach-Test dienen. Anhand von Fotografien, Zeichnungen, Manuskripten und Korrespondenzen wird nicht nur die Vielfalt seines wissenschaftlichen Werks, sondern auch die vielen Facetten der Persönlichkeit von Hermann Rorschach aufgezeigt.
*Kontakt: Rita Signer, Leiterin von Archiv und Sammlung Rorschach, Dalmazirain 11, 3005 Bern
Telefon 031 351 27 02, <email-pii>.
Christine Felber, Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsbibliothek Bern, Münstergasse 61, 3000 Bern 8
Telefon 031 631 92 56, Fax 031 631 92 99, E-Mail <email-pii>, www.ub.unibe.ch
Nähere Informationen zur Ausstellung
Ausstellungskonzept: Rita Signer, Leiterin von Archiv und Sammlung Hermann Rorschach und Fachreferentin für Psychologie und Psychiatrie an der Universitätsbibliothek Bern.
Ort: Universitätsbibliothek Bern, Zentralbibliothek, Ausstellungsraum, Münstergasse 61/63, 3000 Bern 8
Dauer: 6. Dezember 2007 bis 23. Februar 2008
Vernissage: Mittwoch, 5. Dezember 2007, 18 Uhr (auf Voranmeldung)
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8 bis 19 Uhr, Sa 8 bis 12 Uhr
Veranstaltungen: Die Ausstellung begleiten Vorträge und Führungen (s. Begleitleporello)
Publikation: Rita Signer: Archiv und Sammlung Hermann Rorschach. Bern: Universitätsbibliothek Bern, 2007*
Auf der Seite Bierfamilien kann neu der von %%NAME:893%% erstellte Stammbaum der Bierfamilien der Scaphusia heruntergeladen werden.
Schaffhauser Nachrichten, Weinland
Mark Gasser
Der neue Schlossherr auf Schloss Laufen heisst Tomislav Babic und ist Geschäftsführer und Inhaber der RTM Hotels & Restaurants AG. Er wird in der kommenden Saison den Betrieb gemeinsam mit seinen drei Assistentinnen und Assistenten (Bankette, Service, Administration) im Restaurant führen. Das Frontmanagement hat sich damit geändert, die Pacht- und Besitzverhältnisse bleiben aber gleich. Dieselbe Betriebsgesellschaft CdM Schloss Laufen AG, deren Besitzergesellschaft CdM (Carlo de Mercurio) SA Lausanne ist, bleibt Pächterin.
Seit den Sechzigerjahren ist das Schloss, welches dem Kanton Zürich gehört, der Organisation aus Lausanne verpachtet mit dem Auftrag, ein Restaurant zu betreiben. Jugendherberge und Souvenirkiosk sind separat verpachtet. Die geplanten, aber lange hinausgezögerten baulichen Massnahmen bei der Schloss- und Tourismusinfrastruktur haben laut Babie und CdM-Geschäftsführer Reto de Mercurio zum jüngsten Entscheid geführt. In der Vorbauphase würden an die operative Führung hohe Anforderungen gestellt. Das Schloss habe ausserdem eine hohe emotionale Bedeutung für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden. Nachdem dieses Jahr der Managementauftrag an den Partner der CdM H&R SA in der Nordostschweiz, die RTM H&R AG, gegangen sei, werde nun die Führung der Restaurants Schloss Laufen bei RTM H&R zur Chefsache erklärt, wie die beiden Unternehmen gestern mitteilten. Babic bezeichnet die RTM H&R AG als Betrieb, der sehr stark lokal verankert ist. Unter anderem betreibt die Firma in Schaffhausen seit 1996 das Stammhaus der Brauerei Falken, das Restaurant «Falken», und die «Brasserie Bahnhof Schaffhausen», das ehemalige Bahnhofsbuffet.
Babic versichert, dass der Gastrobetrieb in den Restaurationsbetrieben Schloss Laufen ab März und bis zur Winterpause 2008 mit dem bisherigen Angebot aufrechterhalten wird. Verkaufsschlager wie der Ritterzmorge, der Füürtopf oder das Schlossfäscht sollen erhalten bleiben. Ausserdem verspricht er eine leichte Anpassung des Gastroangebotes hin zu mehr lokaler und Schweizer Kost.
«Der Kostenvoranschlag steht nun»
Im «neuen» Schloss Laufen, frühestens 2009, werde das Gastroangebot allerdings definiert durch den von der Zürcher Baudirektion und der Regierung geplanten Umbau, so Babic. Das Gastroangebot werde von Anpassungen im Schloss direkt mit beeinflusst. Mitunter müssen Räumlichkeiten fürs Museum eingerichtet sowie andere Sanierungen und die Erweiterung des Kiosks in Angriff genommen werden. Im Laufe des nächsten Jahres könne man das Angebot für die Saison 2009 definieren.
Der Kanton Zürich plant, nebst der Gastronomie mit Schlosscharakter die bestehenden ungenutzten Räumlichkeiten als Museum zu nutzen. Wie die Bauetappen und -massnahmen im Detail aussehen, dazu wollte sich die Baudirektion noch bis Mitte Dezember äussern. Gestern Abend war der Kostenvoranschlag Thema bei der Baudirektion: «Der Kostenvoranschlag steht nun», sagte Giorgio Engeli, Leiter der Abteilung Steuerung und Portfolios vom Zürcher Immobilienamt (Baudirektion). Doch voraussichtlich ist erst im Januar mit einem Entscheid der Regierung zu rechnen. Das Siegerprojekt zur Einrichtung eines Besucherzentrums und zur Erweiterung des Verpflegungskiosks sowie der Studienwettbewerb zur Erreichung eines touristischen Inszenierungskonzeptes werden bei einem positiven Entscheid der Regierung ab 2008 umgesetzt. Engeli verrät noch nichts über die geforderte Kredithöhe.
Spricht die Regierung das Geld, werden – nach den erteilten Baubewilligungen – ab September 2008 voraussichtlich das Besucherzentrum und der Kioskbereich für den Sommerbetrieb ausgebaut werden. Im Schloss Laufen (Nordtrakt) ist eine Ausstellung geplant. Und der Gang zum Rheinfall selbst soll den Besuchern mit einem Erlebnispfad versüsst werden. Im Rahmen dieser Aufwertung des Schlossgartens sollen aber keine Tiere gehalten werden, wie einige Medien berichteten. Dafür würde ein Liftkonzept realisiert.
Grundstein für Ganzjahresbetrieb
Zum Gastrokonzept äusserte sich Engeli noch nicht konkret: Die Pacht werde nach dem Entscheid der Regierung voraussichtlich im Laufe des Frühlings neu ausgeschrieben. Ob es dann einen oder mehrere Pächter für die Gastrobetriebe geben werde, liess er noch offen.
Seine Aufgabe, so Tomislav Babic, sei, einen Grundstein für die Zukunft zu legen, unabhängig davon, wer dann den Pachtvertrag unterzeichne. Optimal wäre laut Babic, den Ganzjahresbetrieb anzustreben, obwohl dieses Szenario bisweilen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit heraufbeschwöre. «Ich denke, da braucht es eine Vorlaufzeit von zwei, drei Jahren. Doch ab 2010 könnte man den Ganzjahresbetrieb hinkriegen.» Es sei dann auch möglich, beim Personal auf mehr Kontinuität sprich: Jahresangestellte zu setzen. Darauf reagierten auch die Gäste positiv, meint Babic. Nächstes Jahr will er deshalb personell das Fundament für einen Ganzjahresbetrieb legen.
Neu kann die Seite Allgemeine Diskussion für nicht themenbezogene Verlautbarungen (Gedanken, Einladungen, Geburtstagswünsche etc.) genutzt werden.
Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser
Aus einer langen Tradition heraus zählt die Generalversammlung der Brauerei Falken zu den bedeutenden gesellschaftlichen Anlässen im Wirtschaftsleben von Schaffhausen. Das war auch an der gestrigen Generalversammlung der Brauerei Falken im Park Casino Schaffhausen offenkundig, nahmen doch 261 Aktionäre daran teil. Unter den Aktionären waren denn auch nur zufriedene Gesichter auszumachen. Kein Wunder, durften sie doch unter anderem über die Gewinnverwendung eines insgesamt erfolgreichen Braujahres befinden.
Im Markt erfolgreich behauptet
«Ich freue mich sehr, dass die Brauerei Falken in einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb bei steigenden Beschaffungskosten sowohl den Umsatz als auch den Ertrag steigern konnte», betonte Verwaltungsratspräsident Jürg Spahn in seiner Einführung. Dies sei der Qualität als Dienstleister, den innovativen Produkten, der erfolgreichen Marktexpansion sowie dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbeitenden zu verdanken und gerade im heutigen Marktumfeld nicht selbstverständlich. Besonders erfreut zeigte er sich, dass diese Zunahme gar stärker als das Wachstum des gesamten inländischen Biermarktes ausgefallen sei. Die Steigerung der Marktpräsenz von Falken zahle sich aus. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein sowie grossen Anstrengungen im Betrieb und an der Verkaufsfront sei es der mittelgrossen Brauerei Falken gelungen, sich eine solide Position im Markt zu erarbeiten.
Sorgen bereiten dem. Verwaltungsratspräsidenten die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise. Dies sei mitunter eine Folge der höheren Hopfennachfrage in China und Russland. Dann aber auch der laufend zurückgehenden Anbaufläche für Braugerste zu Gunsten des Anbaus von Energiepflanzen für die Bioethanol-Produktion.
Noch einen Gang höher schalten
Trotz dieser anhaltend schwierigen Situation auf den Beschaffungsmärkten hegt Spahn für das bereits im Oktober angelaufene neue Braujahr ehrgeizige Wachstumsziele. «Wir wollen nochmals einen Gang höher schalten und weiter wachsen, nicht um jeden Preis, sondern qualitativ und profitabel, unter Wahrung strikter Kostendisziplin.» Im Heimmarkt sieht Spahn beispielsweise in der Euro 08 grosse Chancen. «Wir werden für die Fangemeinde mit dem ‹Trainings-Lager› ein eigens auf diesen Anlass hin entwickeltes Lagerbier auf den Markt bringen.» Auch die Expansionsanstrengungen Richtung Süd würden fortgesetzt. CEO Philipp Moersen präsentierte in seinem Jahresbericht unter anderem die Investitionen in den Betrieb, welche ebenfalls zum Wachstum beitragen sollen. So sei für das Abfüllen von Bügelflaschen einen neuen Bügelschliesser investiert worden. Er hob auch die Erfolge mit dem neuen Erscheinungsbild und den neuen Märkten hervor.
Alle Traktanden genehmigt
Die anwesenden Kapitalgeber zeigten sich denn auch mit dem Geschäftsgang der Brauerei sehr zufrieden. So gewährten sie dem Verwaltungsrat ohne Gegenstimme die beantragte Entlastung und stimmten sowohl der vorgeschlagenen Verwendung des Bilanzgewinns als auch der Wiederwahl der bisherigen Revisionsstelle oppositionslos zu. Auch der Jahresbericht und die Jahresrechnung wurden genehmigt. Der Bilanzgewinn von gut 316 000 Franken wird zur Hälfte für die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von zehn Prozent verwendet. Der Rest wird den freien Reserven zugewiesen respektive als Gewinnvortrag auf die neue Rechnung gesetzt.
«An der Euro 08 ein Schlager wird das «Falken Trainings-Lager», dieser Reim des vom VR-Präsidenten verfassten Gedichtes, diesmal zur Euro 08, leitete dann zum traditionellen, vom Braumeister nach Geheimrezept zubereiteten Ochsenmaulsalat über.
Brauerei Falen Jahreskennzahlen 06/07
|06/07||05/06|
|Nettoerlöse||21.69||21.32|
|Jahresgewinn||0.26||0.25|
|Umlaufvermögen||5.85||6.09|
|Anlagevermögen||11.48||11.42|
|Fremdkapital||13.58||13.88|
|Eigenkapital||3.75||3.63|
|Flüssige Mittel||0.39||0.36|
|Warenaufwand||13.35||12.90|
|Personalaufwand||5.97||6.15|
|Dividende pro Aktie||50||50|
In Millionen Franken / Dividende in Franken
Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders
Ernst Rubli olim Brenz
in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.
Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 19. Dezember 2007 statt.
Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders
Dr. René Clémençon olim Mutz
in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.
Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 12. Dezember 2007 statt.
Wir erfüllen die schmerzliche Pflicht, unsere EMEM und AHAH vom Hinschiede unseres lieben Farbenbruders
Willi Richli olim Häpf (Generation 1958)
in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.
Die Abdankung wird am Freitag, 30. November 2007 in Wilchingen abgehalten.
Die studentische Ehrung findet am Mittwoch, 12. Dezember 2007 statt.
Schaffhauser Nachrichten, Sache … Sächeli
Seit Montagabend hat der Obertorturm Konkurrenz erhalten. Nicht nur dieser, sondern auch der Siloturm der Brauerei Falken im Herblingertal erstrahlt im Lichterglanz unzähliger Lämpchengirlanden, die den oberen Teil des Turms in warmes, weihnachtliches Licht tauchen. Die Installation sei gemacht worden, um der Schaffhauser Bevölkerung zu danken für die Treue und die Loyalität zum Bier aus der Region, wurde dazu mitgeteilt.
Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser
Nach Jahren rückläufigen Bierkonsums können die Bierbrauer wieder etwas aufatmen: Wie der Schweizer Brauerei-Verband bekannt gab, sind im abgelaufenen Braujahr 2006/07 4,34 Millionen Hektoliter Bier für knapp 1 Milliarde Franken verkauft worden, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Pro Kopf ergibt dies einen jährlichen Bierkonsum von 57,1 Liter. Das sind zwei Stangen mehr als im Vorjahr. Daran haben die Schweizer Brauereien mit einem durchschnittlichen Wachstum von 1,5 Prozent partizipiert.
Brauerei Falken gut im Trend
«Nach einem hervorragenden Start im Frühjahr, einem wetterbedingt schwachen Sommer und recht guten Herbstmonaten sind wir mit dem Geschäft im Braujahr 2006/2007 insgesamt zufrieden», erklärt Geschäftsleiter Philipp Moersen den SN gegenüber. Ohne genauere Zahlen zu nennen, entspreche das erzielte Geschäftswachstum in etwa der gesamtschweizerischen Zunahme von 1,5 Prozent. «Ich bin davon überzeugt, dass ohne die Lancierung neuer Spezialitäten sowie die stark emotional geprägte Neuausrichtung des Firmenauftrittes mit einem neuen, naturverbundenen Falken-Logo dieses Wachstum nicht möglich gewesen wäre», betont Moersen.
Pionier von Bierspezialitäten
Ebenfalls zum Wachstum beigetragen habe die erfolgreiche Erschliessung neuer Kunden, hauptsächlich im Grossraum Zürich, dann aber auch im angrenzenden Kanton Thurgau. «Mit unserem Falken im neuen Logo finden unsere neuen Bierspezialitäten speziell auch in der Partyszene eine wachsende Anhängerschaft», betont Marketing- und Verkaüfsleiter Markus Höfler nicht ganz ohne Stolz. Neben dem Falken-Lagerbier, welches nach wie vor den Basisumsatz erbringe, seien dies insbesondere Brauspezialitäten wie der Edelfalke hell, das Falken alkoholfrei, das Schwarzbier, der Falken Prinz oder das Munot Weizen. CEO Moersen betont, dass die Brauerei Falken eine der ersten, mittelgrossen Brauereien der Schweiz gewesen sei, welche noch vor der Neuaufmischizng des schweizerischen-Biermarktes mit solehen Produktinnovationen von sich reden machte.
Ein stark emotionales Geschäft
«Nur wenn es uns gelingt, Emotionen für unser Produkt mit Schaffhauser Wurzeln auszulösen, werden wir uns auch in Zukunft neben den Grossanbietern behaupten können, gibt sich Marketingleiter Höfler überzeugt. Selbstverständlich sei die Bierqualität beim Aufbau von Kundenbindungen nach wie vor entscheidend. Doch spielten gerade im «Lifestyle-Zeitalter» von heute immer mehr emotionale Komponenten bei der Auswahl des bevorzugten Biers eine Rolle. Dies beginne bereits bei der Flasche: Neben dem beliebten Drehverschluss für Einwegbiere erfreue sich die traditionelle Bügelflasche wieder grosser Beliebtheit. «Wir haben in eine neue Bügelverschlussanlage investiert und können damit noch effizienter produzieren», erklärt CEO Moersen.
Um die emotionale Bindung zum Falken zu stärken, trete die Brauerei Falken als Hauptlieferant an der Winterthurer Fasnacht, dann in Zürich am «Züri-Fäscht» sowie am Silvesterzauber auf. Und zu guter Letzt werde der Brauturm erstmals mit einer Weihnachtsbeleuchtung versehen.
Schaffhauser Nachrichten, Feuilleton
Felix Graf
Karl Schmid, brillanter Germanist, wertkonservativer Querdenker, Generalstabsoberst und Ehemann der Kabarettistin Elsie Attenhofer, ist einer der wenigen Schweizer Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, die über ihren unmittelbaren Wirkungskreis hinaus gehört worden und im kollektiven Gedächtnis des Landes haften geblieben sind. Sein noch heute gerne zitiertes Hauptwerk «Das Unbehagen im Kleinstaat» formulierte er 1963.
Autorenlesungen
Grosse und nachhaltige Verdienste hat sich Schmid als Förderer der Schweizer Gegenwartsliteratur erworben. Er hat nicht nur die neuen Werke in seinen wöchentlichen Vorlesungen an der Freifachabteilung der ETH besprochen, sondern auch Autorinnen und Autoren zu Lesungen eingeladen. Das war damals für eine Hochschule ganz ungewöhnlich. Als Sekretär der Jury des renommierten Charles-Veillon-Preises für den deutschsprachigen Roman hat er junge, noch unbekannte Talente nach Kräften gefördert.
Zu den Geförderten gehörte auch die Schaffhauser Schriftstellerin Ruth Blum. Der im Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich aufbewahrte Briefwechsel zwischen der eloquenten Autorin und dem brillanten Literaturprofessor zeugt von der warmen Sympathie, mit der Schmid an der persönlichen und literarischen Entwicklung «seiner» Autoren Anteil nahm. Gross war das Vertrauen, mit dem ihm Ruth Blum ausführlich über ihre schriftstellerische, gesundheitliche, schulische und gesellschaftliche Befindlichkeit berichtete. Der die Jahre 1951 bis 1964 abdeckende Briefwechsel ist ein schönes Beispiel für die ebenso freundliche wie nachhaltige Hartnäckigkeit, mit der sich Schmid bei Verlegern und Verbänden für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller verwendet hat.
Öchslewaage für Literatur
Am 1. April 1963 schickt ihm der Artemis-Verleger Bruno Mariacher eine Auswahl von Ruth Blums Gedichten mit der Bemerkung zurück, sie seien zu altmodisch und schwerfällig für eine Veröffentlichung. Schmid antwortet am 14. April, dass er ihm die Gedichte wohl nicht geschickt hätte, wenn sie so schlecht wären, und dass es sich bei Blum, «im Gegensatz zu vielen akkreditierten Lyrikern», immerhin um einen «lebendigen Menschen» und nicht nur um ein «belesenes Hirn» handle. Und weiter: «Soll ich Ihnen, Verehrter, einmal ihren Erismann so auf die Öchsli-Grade (sic!) prüfen, wie sie es mit der Blumin tun?» Am 4. Mai teilt Schmid Ruth Blum die Absage des Artemis-Verlages mit und schickt ihr mit Anspielung auf ihr Lehramt sein soeben erschienenes Buch «Das Unbehagen im Kleinstaat»: «Hier bekommen Sie mein Neuestes, das in Schulnoten ausgedrückt, dort eine 5, da eine 2 bekommt.»
Sowohl Karl Schmid als auch Ruth Blum eignet eine wesenhafte Mündlichkeit. Was bei ihr als überschäumende Eloquenz in Erscheinung tritt, manifestiert sich bei ihm in der Brillanz seiner freien Rede. In einem Brief vom 18. Juli 1960 spielt Ruth Blum auf ihre Eloquenz an: «Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie gut getan mir Ihre freundlichen Zeilen haben, in jeder Hinsicht. Obwohl meine Freunde finden, es fehle mir nicht an keltischer Eloquenz, will ich meinen Dank nun nicht mit vielen Worten ausdrücken, sondern ein paar süsse Zungen reden lassen, die Ihnen von Schaffhausen zukommen werden. Schmausen Sie sie zusammen mit Ihrer Frau Gemahlin, deren herrliche Beredsamkeit ich früher unendlich genoss, damals, als ich noch nicht im Exil lebte und noch ab und zu ins ‹Cornichon› kam!» Keltomanie und Eloquenz bescheinigt sich Ruth Blum auch in einer brieflichen Einladung zu einer Flasche Wilchinger an Karl Schmid vom 5. September 1960: «Dass die Begginger so eloquent sind, mag keltisches Erbe sein. Jedenfalls: als ich in Cork den Wunderstein küssen sollte, der die irische Haupttugend verleiht, nämlich «the gift of persuading eloquence», sagte meine Cousine: «Chüss no da Schtaa nid, susch halt ich’s mit dir überhaupt nümme us!»
Nur Stichworte notiert
In Karl Schmids Autorenkartei, die in der laufenden Ausstellung «Unbehagen im Kleinstaat: Karl Schmid (1907 bis 1974) und die Schweiz» im Zürcher Museum Bärengasse ausgestellt und bei der Karte zu Ruth Blum aufgeschlagen ist, steht vermerkt, dass er im Wintersemester die Brieferzählung «Sonnenwende» besprochen hat. Dazu existiert nurmehr eine Lesenotiz. Karl Schmid hat sich für seine «Vorlesungen» jeweils nur ein paar Stichworte notiert und daraus seinen Vortrag in freier Rede entwickelt. Zu Ruth Blums «Sonnenwende» steht unter anderem: «Alles zu literarisch» und «Nicht gut». Das ist es in der Tat auch nicht. Wie alles Künstlich-Fiktive, mit dem sie sich, wie auch im Briefwechsel ersichtlich wird, jahrelang abgeplagt hat. Im Gegensatz zu ihren literarisch-autobiografischen Schriften, die sie im Briefwechsel mit dem Literaturprofessor bezeichnenderweise nur ganz am Rand erwähnt. Leider existieren keine Hinweise auf Karl Schmids Einschätzung der literarisch und zeitgeschichtlich bedeutenden Werke «Blauer Himmel, grüne Erde» (1941) und «Die grauen Steine» (1971). Beide Bücher zeichnen sich durch die kraftvoll-poetische Sprache, den psychologischen Tiefgang und den grossen, zeitgeschichtlichen Dokumentationswert aus. Sie transportieren das Lebensgefühl der Menschen in den geschilderten Epochen über räumliche und zeitliche Grenzen, wie dies weder in der Ausstellung noch der wissenschaftlichen Abhandlung möglich ist.
Die Ausstellung «Unbehagen im Kleinstaat: Karl Schmid (1907-1974) und die Schweiz» im Museum Bärengasse Zürich, ist Di von 14 bis 20 und Mi bis So von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen mit Christoph Schmid und Felix Graf am 29. Januar und am 26. Februar, 18 Uhr. Über die Weihnachtstage sowie am 1. und 2. Januar geschlossen, Literatur: Bruno Meier (Hg.). «Das Unbehagen im Kleinstaat Schweiz. Der Germanist und politische Denker Karl Schmid 1907-1974» NZZ Libro, 2007 CHF 28.
Felix Graf ist Leiter des Museums Bärengasse Zürich und Kurator am Schweizerischen Landesmuseum.
Schaffhauser Nachrichten, Region
Judith Klingenberg
Es knistert und knackt im Lesesaal des Stadtarchivs. «Vorsicht», sagt Martin Cordes, stelltvertretender Stadtarchivar, «jetzt knallts dann gleich.» Urheberin der ungewöhnlichen Geräusche ist eine alte Tonbandmaschine. Auf dem Band eine 1945 aufgezeichnete Rede des damaligen Stadtpräsidenten Walter Bringolf, gehalten aus Anlass der 900-Jahr-Feier der Stadt Schaffhausen. Bringolfs Rede wird am kommenden Samstag zu hören sein, wenn das Stadtarchiv und das Staatsarchiv (siehe Artikel unten) die Bevölkerung zum Tag der offenen Tür einladen. Der Anlass wird alle fünf Jahre und heuer zum dritten Mal gesamtschweizerisch durchgeführt. Da aber im Stadtarchiv anlässlich der Feier seines 50 jährigen Bestehens schon im vergangenen Jahr ein Tag der offenen Tür stattgefunden hat, wird nun Neuland beschritten. «Statt auf Traditionelles wie Urkunden setzten wir den Schwerpunkt diesmal auf audiovisuelle Medien», so Cordes.
Auch Hardware archivieren
Ein buntes Durcheinander aus Fotos, Filmen, Dias, Schallplatten, Tonbändern, CDs, DVDs und anderem mehr ist auf dem Tisch ausgebreitet – selbst modernste Medien haben längst ihren Platz erobert in den Archiven. Die Schwierigkeit stellt sich aber auch bei ihnen: Wie kann man sie richtig lagern? «Fotos auf Papier und Dias können in säurefreien Hüllen gelagert werden», sagt Cordes, «das ist einfach.» Bei Glasnegativen wirds schon schwieriger, muss man doch jedes einzelne in einen geeigneten Umschlag verpacken, was aufwendig und teuer ist. Bei der ebenfalls aufwendigen Digitalisierung stellt sich zudem die Frage, wie lange eine CD haltbar ist. Eine weitere Herausforderung besteht laut Cordes darin, dass nebst den Bild- und Tonträgern auch die Hardware archiviert werden muss. Allein für Filme gibt es etliche Formate, und die Zahl der Abspielgeräte für die unterschiedlichen Tonträger ist kaum abzuschätzen.
Personen werden lebendig
Der Film über die Bombardierung Schaffhausens ist eine der Attraktionen, die den Besuchern am kommenden Samstag an verschiedenen Stationen im ganzen Stadtarchiv präsentiert werden. Eine weitere sind Bringolfs Reden auf Band. Für die Besucher werden auch Transkripte zum Mitlesen bereitliegen, ausserdem vom Redner selbst verfasste Stichwortsammlungen sowie Fotografien. Cordes: «Dass Bringolf ein begabter Redner war, erschliesst sich einem schnell, aber wenn man ihm zuhören, ihn gleichzeitig angucken und den Text lesen kann, beginnt er als Person richtig zu leben.» Ein ähnliches Erlebnis wird mit Fotos, Büchern und Filmmitschnitten von Mundartdichtern erzeugt. Obschon nicht auf Filme und Tondokumente spezialisiert, möchte das Stadtarchiv mit diesen Präsentationen zeigen, wie Vergangenheit lebendig und erlebbar gemacht wird.
Jakob Nohl im Schaufenster
Der Bereich Fotografie, wo das Stadtarchiv nicht erst seit dem Projekt Pressefotografie schweizweit eine Vorreiterrolle einnimmt, wird ebenfalls einen Schwerpunkt bilden. Unter den zahlreichen Bildarchiven befindet sich auch dasjenige von Jakob Nohl (1881-1952). Ihm und seiner Firma Nohl-Druck wird auch die neue Gestaltung des Schaufensters in der Passage gewidmet, verrät Cordes. Unter anderem werden Lithografien und Fotografien von ihm zu sehen sein. Zudem dürfen sich die Besucher am Samstag in allen Räumen, auch im Kulturgüterschutzraum, umsehen. «Wir möchten die Bevölkerung für die Tätigkeit und die Bedeutung der Archive sensibilisieren», sagt Cordes, «und sie ermuntern, das Archiv auch sonst zu besuchen.»
**Anlaufstelle für Ahnenforscher**
*Das Beispiel Joinville zeigt: Familiengeschichte fasziniert immer mehr Menschen. Im Staatsarchiv werden professionelle Genealogen und Freizeitahnenforscher fündig.*
Die dieser Tage offiziell besiegelte Partnerschaft zwischen, der brasilianischen Stadt Joinville und dem Kanton Schaffhausen ist ein eindrückliches Beispiel für die wachsende Bedeutung der Familiengeschichte. Joinville wurde vor gut 150 Jahren von Auswanderern unter anderem aus dem Kanton Schaffhausen gegründet. Die Schweizer Wurzeln der Stadt wurden aber erst wieder entdeckt, als ein brasilianischer Historiker in einem Buch zum 150-Jahr-Jubiläum der Stadt darüber berichtete. Inzwischen wurde nicht nur Kontakt aufgenommen, sondern auch eine Kooperationserklärung zwischen dem Kanton und Joinville unterzeichnet.
Nicht nur Ausgewanderte
Das wachsende Interesse an Familiengeschichte bekommt auch das Staatsarchiv zu spüren. Laut Staatsarchivar Roland E. Hofer machen die Ausgewanderten – sie stammen grösstenteils aus den Vereinigten Staaten – allerdings nur etwa ein Drittel der Ahnenforscher aus. Die Mehrheit stammt aus der Schweiz und dem nahen Ausland. Auffallend ist auch, dass sich nebst professionellen Genealogen zunehmend Freizeitforscher mit den eigenen Vorfahren beschäftigen. Hofer: «Die Familienforschung in der Schweiz ist sehr im Aufschwung.»
Kirchenbücher unverzichtbar
Welche Möglichkeiten das Staatsarchiv für die Erforschung der Familiengeschichte anbietet, wird am Tag der offenen Tür vom kommenden Samstag demonstriert. Grosse Dienste leisten die Kirchenbücher aus dem ganzen Kanton, die inzwischen fast alle dort archiviert sind. «Die zentrale Aufbewahrung ist ein grosser Vorteil», sagt Hofer. Für die Zeit vor der Einführung des eidgenössischen Zivilstandswesens im Jahre 1876 sind Kirchenbücher so gut wie die einzige Möglichkeit, um zuverlässig einen Stammbaum zu erstellen, da Taufen, Trauungen und Begräbnisse darin dokumentiert sind – in den Gemeinden ab Anfang des 17. Jahrhunderts, in der Stadt bereits ab 1540. Etwas zu erforschen, das noch weiter zurückliegt, gelingt laut Hofer höchstens durch einen Zufallsfund.
Urkunden im Internet
Auch einige besonders wertvolle Urkunden werden am Tag der offenen Tür präsentiert, nämlich jene mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden. Insgesamt rund 6000 Urkunden, die älteste aus dem Jahre 987, umfasst der Bestand im Staatsarchiv. 200 davon wurden bisher in digitalisierter Form ins Netz gestellt, zusammen mit unzähligen weiteren so genannten Findmitteln zu Archivalien. «Dank der im Internet möglichen Recherche können sich heute viele Forscher den Weg zu uns sparen», betont Hofer.
Archiv als Dienstleister
Der dritte Schwerpunkt am Tag der offenen Tür gilt den Vereins- und Verbandsarchiven. Solche werden ebenfalls im Staatsarchiv aufbewahrt, da auch sie für die historische Forschung und die Nachwelt von Bedeutung sind. Ebenso wie bei der Familienforschung handelt es sich hierbei um eine Dienstleistung für Private. Hofer: «Wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass das Staatsarchiv weit mehr ist als das zentrale Endarchiv der kantonalen Verwaltung, was aber nach wie vor seine Kernfunktion ist.»
*Tag der offenen Tür
Im Rahmen des Schweizerischen Archivtags öffnen am kommenden Samstag, 17. November, im Kanton Schaffhausen das Staats- und das Stadtarchiv von 10 bis 16 Uhr ihre Türen und Magazine. Das Staatsarchiv am Rathausbogen 4 präsentiert Urkunden mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden, Möglichkeiten zur Familienforschung sowie Vereins-, Firmen- und Parteiarchive. Das Stadtarchiv am Fronwaplatz 24 konzentriert sich auf audio-visuelle Medien und zeigt, wie Bilder, Filme und Tondokumente als Quellenmaterial erschlossen und konserviert werden.*
Schaffhauser Nachrichten, Wirtschaft
sda
Insgesamt seien in der Schweiz 4,34 Millionen Hektoliter (hl) Bier verkauft worden, teilte der Schweizer Brauerei-Verband gestern mit. Das sei ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Brauwirtschaft erzielte insgesamt einen Umsatz von gegen eine Milliarde Franken. Zum gesteigerten Bierdurst beigetragen haben ein mildes Winterhalbjahr und ein ausserordentlich warmer April. Die dadurch geweckten grossen Erwartungen der Brauereien auf ein überdurchschnittliches Bierhalbjahr hätten sich dagegen nur teilweise erfüllt, heisst es. Einen Dämpfer erlitten die Brauereien durch die steigenden Beschaffungspreise für Malz, Hopfen, Verpackungen und Energie, heisst es.
Ausländische Biere im Vormarsch
Weiterhin waren ausländische Biere besonders gefragt: Die Importe hätten um 7,1 Prozent auf 830 000 hl zugenommen. Damit komme beinahe jedes fünfte Bier aus dem Ausland (19,1 Prozent). Heimische Brauer hatten indes mehr Mühe, die Biertrinker bei der Stange zu halten: Die inländische Bierproduktion sei lediglich um 1,5 Prozent auf 3,5 Mio. hl gestiegen. Der Marktanteil in der Schweiz produzierter Biere sei von 81,7 auf 80,9 Prozent gesunken.
Bereits im Bierjahr 2005/2006 hatte die Schweizerische Brauwirtschaft einen leichen Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs zu verzeichnen. Werte wie Anfang der Neunzigerjahre blieben allerdings unerreicht.
Schaffhauser Nachrichten, Region
hlh
«Wir betrachten den heutigen Tag als grosse Chance, die Bevölkerung über unsere Tätigkeiten zu informieren», erklärte Staatsarchivar Roland E. Hofer den Sinn und Zweck des Tags der offenen Tür der Schweizer Archive. Dieser Archiv-Tag findet alle fünf Jahre statt, und in Schaffhausen beteiligte sich neben dem Staatsarchiv auch das Stadtarchiv. Der Schwerpunkt der Präsentation lag laut Hofer dieses Jahr in der Ausstellung von Urkunden mit Ersterwähnungen von Schaffhauser Gemeinden, Informationen zur Familienforschung und zu Vereins- und Verbandsarchiven. «Prinzipiell besteht die Möglichkeit, dass Vereine bei uns ihre Archiv hinterlegen», erklärt Hofer eine der vielen Dienstleistungen des Staatsarchivs.
Stadt: Audiovisueller Schwerpunkt
Das Stadtarchiv Schaffhausen hingegen legte den Fokus auf das Thema der audiovisuellen Quellen und präsentierte einen Einblick in die Foto- und Filmsammlung sowie in die Bearbeitung und Erschliessung von Bild- und Tondokumenten. In einer neu eingerichteten Schaufenster-Ausstellung wurden Lithografien und Fotos mit Schaffhauser Ansichten von Jakob Nohl präsentiert. «Viele Leute, die das erste Mal – vielleicht zwecks Familienforschung – zu uns kommen, sind überrascht, dass die Urkunden und Dokumente nicht in der heutigen Schrift abgefasst sind», skizzierte Hofer ein immer wieder beobachtetes Archiv-Phänomen. Die so genannte Sütterlin-Schrift gilt unter diesen Kurrentschriften als besonderer Knackpunkt, ist jedoch lernbar. «Die Übersetzungsarbeit können wir aus Kapazitätsgründen den Besuchern nicht abnehmen, wir bieten jedoch Hilfestellung», skizzierte Staatsarchiv-Mitarbeiter Michael Bührer das gängige Vorgehen.
Nicht abschrecken lassen
Roland E. Hofer brachte abschliessend zum Ausdruck, dass sich Besucherinnen und Besucher von solchen Hürden nicht abschrecken lassen sollten. «Ich hoffe, der heutige Tag hat einige dazu angespornt, erneut zu uns zu kommen. Das Erfolgserlebnis, wenn jemand nach einiger Übung das Sütterlin plötzlich lesen kann, ist übrigens umso schöner.»
Schaffhauser Nachrichten, Region
h.h.
93 Mitglieder der Katholischen Kirchgemeinde Schaffhausen nahmen an der Versammlung im Pfarreisaal von St. Peter teil. Es zeigt sich, dass mit dieser Anzahl an Interessierten zu rechnen ist, wenn nicht gerade «heisse» Themen zur Abstimmung anstehen. Der Präsident Rene Quiblier begrüsste die Kirchbürger und eröffnete mit einem Dank an all die vielen Angestellten und Freiwilligen, welche ihre Arbeitskraft in den Dienst der Kirche stellen. Ohne diese Personen ist ein gemeinschaftliches Leben nicht denkbar, denn nicht alles kann mit Geld abgegolten werden. Zum Protokoll der letzten Kirchgemeindeversammlung und zum Jahresbericht 2006 wurde keine Diskussion gewünscht und beide einstimmig angenommen.
Verabschiedung und Neuwahl
Nach zwölf Jahren kirchlicher Mitarbeit und achtjähriger Zugehörigkeit zum Kirchenstand reichte Jeanette Storrer ihren Rücktritt auf Ende 2007 ein. Sie war für das Gebiet Recht und Kommunikation zuständig. Präsident Rene Quiblier würdigte ihre Tätigkeit, lobte ihr Engagement im Kirchenstand und überreichte unter dem Applaus der Versammelten ein Präsent. Bei der Suche der Nachfolge wurde der Kirchenstand fündig und stellte mit Andreas Textor ebenfalls einen Juristen als Nachfolger vor. Es ist sicher erfreulich, dass es gelingt, für solche Ämter jeweils kompetente Personen zu finden. Einstimmig wurde Andreas Textor in das Amt gewählt.
Wechsel in der GPK
Auch in der Geschäftsprüfungskommission zeichnete sich ein Wechsel ab. Nicolau Parodi reichte ebenfalls seinen Rücktritt ein. Rene Quiblier liess eine lange Zeit des Engagements von Nicolau Parodi passieren und bezeichnete ihn als katholisches Urgestein in Schaffhausen. Hier aufgewachsen, trat er in den Ministrantendienst ein, war Leiter in der Jungwacht, engagierte sich im Pfarreirat als Präsident, in der Synode und auch in der Geschäftsprüfungskommission. Mit herzlichem Applaus wurde Nicolau Parodi verabschiedet und durfte von Rene Quiblier ein Präsent entgegennehmen. Auch hier wurde eine Nachfolge gefunden und mit Adrian Fritschi auch ein echter Schaffhauser einstimmig in die Geschäftsprüfungskommission gewählt.
Gute Finanzlage
Durch die Jahresrechnung führte in gewohnt kompetenter Weise Finanzreferent Norbert Gschwend. Einsparungen bei Salären und Büromaterial wurden durch die wesentlich höheren Kosten für Energie wieder verbraucht. Dank grösseren Einnahmen bei den Gewinn- und Quellensteuern konnte die Summe der Abschreibungen gesteigert werden, was gut für die Liquidität der Kirchgemeinde ist und auch finanziellen Spielraum für künftige Projekte ergibt. Auf die Anfrage, ob beim Energieverbrauch nicht auch auf alternative Energieformen gesetzt wird, gibt der Finanzreferent zur Antwort, dass dies jeweils bei neuen Projekten geprüft werde und mit in die Überlegungen einfliesse. Ein weiteres Votum wollte zu bedenken geben, dass bei dieser gesunden Finanzlage eine Steuersenkung ins Auge gefasst werden sollte. Offensichtlich ist dies für die Versammelten nicht ein brennendes Thema und wurde nicht weiter diskutiert. Die Jahresrechnung wurde von 92 Mitgliedern der Versammlung gutgeheissen.
Das Jahr 2008 wurde von Norbert Gschwend als Zwischenjahr bezeichnet. Die Finanzlage erlaubt es, dem Personal den Stufenanstieg zu gewähren. Ebenfalls werden einige Unterhaltsarbeiten an den verschiedenen Liegenschaften ausgeführt, welche vorher immer zurückgestellt wurden. Für ein Bauprojekt in St. Peter werden Rückstellungen gemacht. Weiter wird der Personalbestand temporär um 50 Stellenprozente aufgestockt. Dies hat den Grund darin, dass der Pfarrer von St. Maria, Albert Schneider, angefragt wurde, ob er einen Vikar für die erste Stelle begleiten würde. In naher Zukunft wird Pfarrer Leo Stocker Schaffhausen verlassen und neue Aufgaben übernehmen. Der neue Vikar wird unter anderem für die ganze Stadt als Jugendseelsorger tätig sein. Die Versammlung folgte dem Antrag des Kirchenstandes, das Budget mit diesen Rahmenbedingungen zu genehmigen, mit 92 Ja- gegenüber einer Nein-Stimme.
Bauprojekt St. Peter
Vor einem Jahr war die Stelle des Gemeindeleiters in St. Peter vakant, doch konnte damals bereits ein Nachfolger vorgestellt werden. Lukas Briellmann hat sich inzwischen mit seiner Familie in Schaffhausen eingelebt. Das Engagement war 2007 vor allem auf die Feierlichkeiten des 50-Jahr-Jubiläums der Pfarrei St. Peter konzentriert. In den letzten zwei Kirchgemeindeversammlungen wurden jeweils Projektvorschläge zur Sanierung der Gebäude in St. Peter abgelehnt. Nun sind die Bedürfnisse in der Pfarrei besser bekannt, und es soll Anfang 2008 eine Baukommission ins Leben gerufen werden, welche bis zur nächsten Versammlung ein tragfähiges Projekt vorstellt.
Schaffhauser Nachrichten, Regionale Wirtschaft
Hans-Caspar Ryser
Schlechte Kunde für Bierliebhaber: Auch die Bierpreise der Brauerei Falken erhöhen sich auf den ersten Januar 2008 um vier bis siebeneinhalb Prozent, dies, nachdem bereits vor einigen Wochen der Schweizer Marktführer Feldschlösschen auf den gleichen Zeitpunkt hin eine Preiserhöhung zwischen vier und sechs Prozent in Aussicht gestellt hatte. Auch der Schweizerische Brauerei-Verband (SBV) hatte bereits im vergangenen Juli Preiserhöhungen für den Gerstensaft prognostiziert.
10 bis 20 Rappen pro Stange
Für Max Reiner, Präsident des Branchenverbandes Gastro Schaffhausen, mit eigener Gaststätte in Lohn, sei die Bekanntgabe der Brauerei Falken nicht überraschend gekommen, da er auch vom Schweizerischen Branchenverband bereits im Sommer darauf vorbereitet worden sei. «Bei einer Preiserhöhung von vier Prozent für das Lagerbier gehe ich davon aus, dass ich den Preis für eine Stange Bier von heute 3.70 Franken in der Grössenordnung von 10 Rappen anheben werde», erklärte er den SN gegenüber auf Anfrage. Entschieden sei jedoch noch nichts. Im Unterschied zur südlich von Schaffhausen gelegenen Grossstadt möchte er jedoch die Schmerzgrenze von vier Franken möglichst nicht tangieren. Im Übrigen stünden die Preisaufschläge von Wirten und Händlern noch «in den Sternen», da die Preisgestaltung individuell erfolge und Preisabsprachen verboten seien.
Knapper werdende Rohstoffe
«Speziell bei der Braugerste, dann aber auch beim Hopfen haben sich die Preise dieses Jahr beinahe verdoppelt», erklärte Markus Höfler, Leiter Marketing und Verkauf bei der Falken-Brauerei, den SN gegenüber. Dies sei auch eine direkte Folge der zunehmend geringeren Verfügbarkeit auf den Weltmärkten. «Bei der Gerste, als Grundprodukt für die Malzherstellung, spüren wir die deutlich über,dem Angebot liegende Nachfrage hauptsächlich in China. Die Chinesen haben das Bier als Volksgetränk entdeckt.» Deutlich zu spüren sei auch die zunehmende Nachfrage unter anderem nach Gerste für die Herstellung des Biotreibstoffs Ethanol. «Der Malz ist bei Rohstoffhändlern zu einem Spekulationsobjekt geworden», erklärt Höfler. Zudem seien auch die Kosten für Energie, Verpackung, Transport und Löhne angestiegen und machten deshalb den beschlossenen Preisaufschlag unumgänglich.
Differenzierte Preisanpassung
Wie Höfler weiter betont, werde mit unterschiedlichen Preiskalkulationen die Erhöhung für die einzelnen Produkte und Packungen «so gering wie möglich» gehalten. Im Klartext heisst dies, dass die Preise für Lagerbier je nach Verpackungsart um durchschnittlich vier Prozent, diejenigen von Spezial- und Starkbieren um bis zu 7,4 Prozent angehoben werden. Die um 1,4 Prozent höhere Preisanpassung für Spezialbiere, verglichen mit der grossen Konkurrenz, erklärt Höfler mit «den geringeren Einflussmöglichkeiten einer kleineren Brauerei auf die Rohstoffpreise bei deren Beschaffung».
Inwieweit der Preisaufschlag sich negativ auf den Umsatz auswirken werde, sei heute nicht absehbar, da für den Bierkonsum auch andere Faktoren entscheidend seien. «In diesem Jahr hatten wir einen hervorragenden Frühling, gefolgt von einem schlechten Sommer.» Der Konsum von Bier und Getränken sei deshalb «durchzogen» ausgefallen. Positiv entwickelt habe sich das Geschäft mit Bierspezialitäten.
Alfred Hofmann v/o Fido
Dr. phil. II
aktiv 1954
in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.
Der Totensalamander findet am Mittwoch, 24. Oktober 2007 um 20.00 Uhr in der Bude statt.
Schaffhauser Nachrichten, Stein / Diesenhofen
Könnte der «Rothe Ochsen» sprechen, gäbe es unendliche viele Geschichten zu erzählen von seinen Gästen. Einer davon war Hermann Boeschenstein. Der Journalist und Professor für Germanistik, der während Jahrzehnten die Bundeshauspolitik begleitete und vier Biografien von Bundesräten verfasste, verstarb mit 93 vor 25 Jahren in Toronto.
«Mit Ideen bereichert»
Wenn es in den späten Vierziger- bis in die frühen Siebzigerjahre in der ältesten politischen Hintergrundsendung «Echo der Zeit» hiess: «Hier spricht Hermann Boeschenstein aus Toronto … », dann spitzten die Hörer im Kanton Schaffhauen und ganz besonders die Steiner die Ohren. In seinen eigenwilligen wie auch farbigen Beiträgen konnte man neben politischen Neuigkeiten auch erfahren, womit sich ihr ausgewanderter Mitbürger noch beschäftigte und zudem, was er seinen «Staanern» besonders ans Herz legen wollte. «Er hat mich stets mit Ideen bereichert und berufliche Starthilfe gegeben», sagt der Schaffhauser Gestalter Peter G. Ulmer, der lange Jahre Briefkontakt mit dem Verstorbenen pflegte. Er nahm den 25. Todestag zum Anlass, um mit der Besitzerin des «Rothen Ochsen», Katharina Keller, und weiteren Initianten eine Lesung im Restaurant zu organisieren. Boeschenstein hatte es jeweils in den Ferien besucht und in seinem Roman «Im Rothen Ochsen» neben weiteren Steiner Schauplätzen erwähnt.
«Quirlig und schillernd»
Der Steiner Arzt Ueli Böhni, der in seiner Jugendzeit den Professor noch selbst am Stamm erlebte und sich noch gut und gerne an spannende Samstagabende erinnert, las aus aktuellem Anlass Passagen aus dem Buch vor. «Ich habe damals den Roman schlecht aufgenommen und beim Vorbereiten festgestellt, dass mehr dahintersteckt, als gemeint ist», erklärte er den interessierten Zuhörern. Nach den schönen und spannenden Episoden aus dem Roman freuten sich die Anwesenden über die von Wendel Oberli und Peter G. Ulmer gestaltete Gedenkschrift mit Beiträgen von Hannes Alder, Peter G. Ulmer und Christa Edlin. Die Schaffhauser Journalistin und Redaktorin beim DRS-Regionaljournal Zürich-Schaffhausen überraschte mit zwei Original-Ton-Beiträgen aus dem Archiv. «Boeschenstein, quirlig und schillernd wie er selbst war, erfreute auch mich mit seinen Mundartpassagen und damit, wie er Leute aus seiner Heimat zitierte», sagte sie.
Die Gedenkschrift und Fotografien in der Weinstube lassen den Exilschweizer, der damals durch seine mutige Berichterstattung gegen die Naziherrschaft auf sich aufmerksam machte und sich in seinen Artikeln auch gegen die Ausweisung von Juden, die in der Schweiz Zuflucht gesucht hatten, auflehnte, auch fortan in guter Erinnerung bleiben.
Schaffhauser Nachrichten, Sonderbeilage «Herblingen 2007»
Jules Wetter
Der Mangel an Allgemeinmedizinern wird immer grösser. Landärzte sind offenbar eine aussterbende Spezies. Der in Herblingen seit 31 Jahren tätige Dr. med. Albert Sonderegger ist einer der raren Idealisten in der hoch spezialisierten Welt der Medizin. Die Lebensgeschichte eines Dorfarztes in der Stadt im Dienste seiner Patienten.
Die Älteren werden sich noch gut erinnern. Im Dorf praktizierte der «Tokter», der Arzt eben, welcher praktisch immer zur Verfügung stand, wenn man ihn brauchte. Er wusste Rat und war vertrauter Helfer. Oft genug auch in Notfällen. Ob für das verrenkte «Chnödli» des Schwingers, das plötzliche Herzrasen der Tante, den chronischen Husten des Vaters oder die Schnittverletzung des Handwerkers, der Allgemeinmediziner war meist die erste Anlaufstelle und unangefochtene Fachperson bei «Ugfell» aller Art. Die Zeiten haben geändert. Heute, wo es medizinische Spezialisten für fast jedes Organ und für jede gesundheitliche Störung gibt, sind diese Allrounder rar geworden. Den zeitlichen Stress, auch das vielfach unterschiedliche Einkommensniveau wollen sich viele junge Mediziner nicht antun. Sie sind lieber in spezialisierten Kliniken tätig, und viele von ihnen streben nach Geld und Karriere. Immer mehr verschwinden die Allgemeinmediziner mit ihrer breitgefächerten Ausbildung.Die Berg- und Randregionen sind besonders davon betroffen. Albert Sonderegger, der Herblinger Landarzt in der Stadt, schlug den anderen Weg ein und hat noch immer Freude an seiner ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Tätigkeit zum Wohle der Kranken.
Unbeschwerte Jugendjahre im Lohnemer Pfarrhaus
Aufgewachsen im alten Pfarrhaus bei der Kirche Lohn, standen er und seine vier Brüder naturgemäss unter etwas besonderer Beobachtung durch die Dorfbevölkerung. Doch die Eltern Walter und Margrit Sonderegger-Walter, gebürtige Appenzell-Ausserrhödler aus Grub, machten da keinen Unterschied zu den Landbuben. Albert besuchte die Dorfschule und hatte – mindestens im elterlichen Selbstversorgergarten – genügend Zugang zu den ländlichen Arbeiten. «Wir waren in Lohn nichts Besonderes, wollten wir auch nicht sein, und bei den Lausbubenstreichen waren wir meist vorn mit dabei.» Albert Sonderegger erzählt, wie er seine gute Jugendzeit empfunden hat. Die Realschulzeit absolvierte er in Thayngen, was verbunden war mit einem weiten und steilen Schulweg von Lohn über die Cementi nach der Reiatmetropole. Mit dem Velo bei Schnee oder Hitze, das war ganz normaler Schulalltag. Mit seinem Wechsel an die Kantonsschule ging es dann mit dem Postauto einiges ringer. An fröhliche Kantizeiten erinnert sich der Arzt immer noch. «Nach einem feuchten Abend und einigen Gläsern Falkenbier mit meinen Scaphusia-Kommilitonen musste ich meistens per pedes nach Lohn laufen, bei Nacht und Nebel, weil der letzte Postkurs schon vor Stunden ohne mich abgefahren war. Doch gerade jetzt ist wieder eine Einladung zum Generationenbummel eingetroffen. So bleiben wir Scapher über Jahrzehnte hinweg freundschaftlich verbunden.» In den Jugendjahren galt es auch Sackgeld zu verdienen. Dies geschah in der Knorri inmitten von Suppen und Bouillonwürfeln oder beim Zerlegen der Suppenhühner. Auch in der Studentenzeit war Trinkgeld immer hoch willkommen. Für eine Zwölf-Stunden-Nachtwache im Spital gabs, abzüglich AHV, stolze 57 Franken. Dann begann Albert Sonderegger das Studium der Medizin an den Universitäten Basel und Paris, welches er, nach diversen Praktika in Spitälern, 1970 mit dem Staatsexamen abschloss. Dazwischen folgten militärische Dienste bis hin zum Bataillonsarzt in einer Panzereinheit, nachher das Sammeln von Erfahrungen in verschiedenen medizinischen Spezialgebieten und die Erlangung der Doktorwürde. Als eine geradezu klassische Betriebsgeschichte bezeichnet Gattin Soraja Sonderegger-Hüsejnow ihre Liebe zu Albert, die im Spital Olten ihren Anfang nahm. «Da sprühten schon mal die Funken, bis wir zusammenfanden.» Kein Wunder, bei der temperamentvollen Tessinerin von Tesserete und dem chächen Appenzeller. Ihre drei Töchter sind inzwischen aus dem behaglichen Heim an der Sonnmatt ausgezogen und selbständig geworden.
Allgemeinpraktiker aus Berufung
Sein Ziel, eine eigene Praxis zu eröffnen, realisierte Sonderegger 1976 im stark wachsenden Herblingen. Die «Kundschaft» stellte sich rasch ein, das Bedürfnis nach nicht anonymer ärztlicher Betreuung war offensichtlich. «Es braucht viel Energie und Einsatzwillen, um die anstrengenden Arbeitstage zu absolvieren. Praktisch rund um die Uhr muss ich für die Patienten und für Hausbesuche da sein. In Notfällen und bei Unfällen ist es wichtig, das Richtige schnell zu tun. Da können Minuten entscheidend sein über Sein oder Nichtsein», sagt der Mediziner zum Alltagsablauf. Vom Röntgen über den Generalcheck und kleinere chirurgische Eingriffe bis zur Bekämpfung von Montezumas Rache: Sonderegger ist ein Arzt der vieles selbst und unkompliziert macht. Vielfach kommen auch die Töchter und Söhne von Patientinnen und Patienten zum Landarzt. Er ist die Vertrauensperson, ist über ihre Lebensgewohnheiten orientiert, kennt den Lebensraum und hat dadurch den direkten und unmittelbaren Zugang zu den Patienten. Auf wirksame Weise lässt sich so mit einer sinnvollen und umsichtigen Behandlung und Betreuung ein grosser Teil der gesundheitlichen Störungen therapieren. Sind die Beschwerden ernsthafterer Natur, werden die Kranken an einen der Spezialärzte oder direkt ins Spital überwiesen. Albert Sonderegger begleitet viele seiner Patienten über Jahre hinweg, oft bis zum Tod. Sein Beruf ist einzigartig. Er kennt ganze Generationen und verfügt über tiefe Kenntnisse von Land, Leuten und Mentalitäten. Nebst seiner Praxistätigkeit amtete Sonderegger während Jahren als Bezirksarzt und hatte vor allem bei ausserordentlichen Todesfällen vor Ort zu sein.
Die Landarztpraxis bleibt bestehen
«Unserem Doktor geht es nicht mehr so gut.» Die Herblingerinnen und Herblinger haben es mit Sorge festgestellt und auch etwas um den Weiterbestand der Praxis gebangt. «Ja», meint Albert nachdenklich, «da siehst du, auch der Mediziner wird von Krankheiten nicht verschont. Und wer meint, ich hätte da vorbeugen können, der irrt. Es gibt gesundheitliche Tiefschläge im Leben, die sind unausweichlich, da muss ich durch. Wohl die zeitliche Belastung im Beruf, aber auch die fast lawinenartige Zunahme des administrativen Aufwandes setzten meiner Gesundheit zu. Zum Beispiel nach Medizinsendungen im Fernsehen nahm die Verunsicherung in der Bevölkerung jeweils stark zu. Wenn Sämi Stutz am TV aufgetreten war, hatte die halbe Schweiz die besprochene Krankheit und wir einen grossen Mehraufwand. Fast unglaublich. Meine Notfalleinsätze haben sich immerhin reduziert. Viele Akutfälle werden direkt in die Notfallstation im Kantonsspital eingeliefert», meint der Arzt zu seiner Situation. Von einer schwierigen Operation zwar gut erholt, musste er dennoch sein Arbeitspensum reduzieren. «Zum Glück habe ich eine gute Nachfolgerin gefunden. Mit ihr und den Praxisassistentinnen kann ich die Gemeinschaftspraxis weiterführen. Es wird also in Herblingen auch in Zukunft ein ausreichendes Angebot an Allgemeinmedizin geben.» Die Genugtuung bei Albert Sonderegger ist spürbar – und sicher auch die Erleichterung bei den Herblingern. Mit Dr. med. Ruth Zolliker praktiziert seit einiger Zeit eine erfahrene Ärztin an der Stüdliackerstrasse. Dank mehreren Jahren medizinischer Tätigkeit, unter anderem in Entwicklungsländern, ist sie ebenso prädestiniert wie ausgebildet, in Zukunft die Nachfolge des beliebten Herblinger Landarztes anzutreten.
Schaffhauser Bock
Christian Saggese
Hektisch nach der Kantonsratssitzung erlaubt uns Florian Keller einen Blick in seine private Umgebung. In einem schönen Familienhaus auf dem Emmersberg wohnt die Familie Keller. Florian Keller wohnt hier bei seinen Schaffhauser Aufenthalten. «Eigentlich wohne ich derzeit in Bern, wo ich Jus studiere und beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund arbeite», verrät Keller, der in Bern eine WG-Wohnung mit einigen Kollegen unterhält, unter anderem seinem Parteikollegen Christoph Lenz. Nachdem wir es uns auf der gemütlichen Gartenterrasse bequem gemacht haben, erzählt Keller begeistert von seinem grössten Hobby, der Politik. Diese nimmt einen Grossteil seines Lebens ein. In der knappen Freizeit mag er noch Weidlingfahren auf dem Rhein oder Segeln auf dem Thunersee. Sportlich betätigt er sich ausserdem mit Badminton im eigenen Garten. Kochen ist ebenfalls ein Hobby von Keller. «Als ich früher hier wohnte, war ich sozusagen der Hauskoch.» Auch auf die regelmässigen Grillsessions mit seinen Freunden will er nicht verzichten. Am wichtigsten sind dabei Spanferkel. Auch Spontanitäten sind stets ein Muss. So fuhr er spontan nach den 1. Mai-Reden mit einer Klasse nach Florenz, um am nächstenTag zu merken dass noch ein Bewerbungsgespräch am Tag darauf ansteht. Also ging die Reise sofort wieder zurück. Zu seinen politischen Zielen gehört klar die Selbstständigkeit jedes Bürgers: «Jeder muss das Recht haben sein Leben möglichst individuell zu gestalten», ist Keller überzeugt. Er setzt sich ein für Steuergerechtigkeit bei allen Schichten, keine neuen AKWs in der Schweiz. Ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung, Strom, Wasser und ÖV ist in seinem Parteiprogramm genauso wichtig wie ein Ausfuhrverbot von Kriegsmaterial, Leistungen der Sozialwerke, welche ein Leben in Würde erlauben sowie ein engagiertes Vorgehen gegen Jugendarbeitslosigkeit. Hierfür startete Keller eine Initiative, welche 1:1 in anderen Kantonen übernommen wird.
**Prouscht’scher Fragebogen**
*Ihr Name:* Keller Florian
*Ihr Beruf:* Mitarbeiter SGB
*Ihr Alter:* 24
*Was ist für Sie das grösste Unglück?*
Wenn gewisse Menschen versuchen, anderen ihren Lebensentwurf aufzudoktrinieren.
*Wo möchten Sie leben?*
Wichtig ist vor allem: Nicht nur an einem Ort.
*Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?*
In den Ferien mit Freunden den «Wahren Walter» zu spielen.
*Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?*
Alles, was im Spass passiert.
*Ihre liebsten Romanhelden?*
Der Barkeeper aus «Tender Bar» mit seiner Aussage, Grosszügigkeit sei die wichtigste Grundlage einer Bar. Der Taugenichts aus «dem Leben eines Taugenichts», weil er ein so schönes Leben hat.
*Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?*
Ich habe 4 Jahre Geschichte studiert, aber da kommt mir gerade nichts in den Sinn. Die Aufklärer Locke, Rousseau, Kant, Marat; usw. haben schon viel Wichtiges gesagt.
*Ihre Lieblingsheldinnen in.der Wirklichkeit?*
Ich mochte die Rede von Gerhard Schröder. Wenn er zum politischen Aschermittwoch sprach, blieb kein Auge trocken.
*Ihre Lieblingsheldinnen in derDichtung?*
Ich lese keine Dichtung.
*Ihr Lieblingsmaler?*
Milk & Vodka.
*Ihr Lieblingskomponist?*
Ich höre keine Kompositionen, aber viel Musik sik aus der Hamburger Schule (Element of Crime, Tocotronic…).
*Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?*
Ein gesunder Fatalismus.
*Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?*
Ein gesunder Fatalismus.
*Ihre Lieblingstugend?*
Fatalismus.
*Ihre Lieblingsbeschäftigung?*
Mit Freunden grillen, Bier trinken und Gott und die Welt abhandeln.
*Wer oder was hätten Sie sein mögen?*
So als Rebell mit Subcommandante Marcos durch die Wälder. das wäre schon was gewesen.
*Ihr Hauptcharakterzug?*
Gelassenheit.
*Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?*
Ausgelassenheit, Bereitschaft für spontane Aktionen.
*Ihr grösster Fehler?*
Faulheit, wenn mich etwas nicht begeistern kann.
*Ihr Traum vom Glück?*
Eine eigene Bar in Hanoi.
*Was wäre für Sie das grösste Unglück?*
In einem unfreien Land zu leben; unaufgeklärte und superreligiöse Gesellschaften sind mir ein Gräuel …
*Was möchten Sie sein?*
Ich bin eigentlich zufrieden.
*Ihre Lieblingsfarbe?*
Bordeaux.
*Ihre Lieblingsblume?*
2-Finger-Blume.
*Ihr Lieblingsvogel?*
Der Kanarienvogel meiner Basler Kollegen. Er ist leider abgehauen. Er hiess auch Waltar Stürm.
*Ihr Lieblingsschriftsteller?*
Friedrich Glauser finde ich gross.
*Ihr Lieblingslyriker?*
Gilt Oskar Freysinger als Lyriker? Kenne sonst keinen.
*Ihre Helden in der Wirklichkeit?*
Alltagshelden, z.B. die meisten Bauarbeiter.
*Ihre Heldinnen in der Geschichte?*
Sektenopfer Saskia war schon grosses Kino.
*Ihre Lieblingsnamen?*
Kaspar, Waltraud.
*Was verabscheuen Sie am meisten?*
Heuchelei und heuchlerische Freiheitsbeschränkungen wie Rauchverbot.
*Welche geschichtliche Gestalten verachten Sie am meisten?*
Iron Lady Madelaine Albrigt, die meisten Päpste, Sektenführer im Allgemeinen.
*Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?*
Die Vorwärts-Strategie von Ernst Mühlemann und der legendäre Bunkergürtel Kreuzlingen.
*Welche Reform bewundern Sie am meisten?*
Ich verabscheue schon das Wort Reform – erinnert mich immer an Armeereform. Ich kenne nur Errungenschaften.
*Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?*
Gleiterqualitäten für Mannschaftszeitfahren.
*Wie möchten Sie sterben?*
In einer wüsten Auseinandersetzung nach einem illegalen Hahnenkampf in Saigon.
*Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?*
Einigermassen abgekämpft nach den vielen Fragen.
*Ihr Motto?*
Pure Vernunft darf niemals siegen! (Tocotronic).
**Tiefgründig spielerisch**
Der Bogen mit den 37 Fragen, die der bekannte Schriftsteller Marcel Proust in seinem Leben zweimal ausfüllte, wurde nach ihm benannt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) lässt diesen Fragebogen unverändert seit Jahren von Prominenten als Herausforderung an Geist und Witz ausfüllen.
Schaffhauser Nachrichten Wahl ’07
Robin Blanck
Kurz weiss er nicht, ob jetzt aufstehen soll bei der Begrüssung, lässt es dann aber sein. Florian Keller, 23, Student, Kantonsrat und Ständeratskandidat der Altenativen Liste, streicht die blonden Locken hinter die Ohren und wirkt fast etwas scheu. Dieser Eindruck verschwindet, wenn er über Politik redet: «Ich glaube, dass jemand wie ich dem Parlament gut anstehen würde.» Wieso das? «Ich bin sehr aktiv und habe einen guten Einblick in die nationale Politik», sagt er, der beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund fast sämtliche Vernehmlassungen im Bereich Finanz- und Wirtschaftspolitik schreibt. Ausserdem wirkt er im Vorstand des Gewerkschaftsbundes Schaffhausen und des Schweizerischen Verbandes des Personales öffentlicher Dienst (VPOD) mit, ist Mitglied im Bürgerrat der Stadt Schaffhausen und koordiniert die nationalen Themen des Linksbündnisses «A Gauche Toute». Und wenn er zwischen all diesen vielen Dingen und seinem Jurastudium an der Universität Bern noch Zeit findet, geht er mit einer Band auf Tour, verkauft CDs und T-Shirts. Oder er unternimmt mit dem Weidling einen Ausflug. Florian Keller, 23, Student, Allrounder. «Wie schon vor vier Jahren wollen wir auch etwas Spass in diesen Wahlkampf bringen», sagt er, doch das Wort «Spass» darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Keller seine politischen Anliegen durchaus ernst nimmt und sie zu vertreten weiss. Gewerkschaftsanliegen, aber auch die Bereiche Berufsbildung, Umsetzung der flankierenden Massnahmen und die Wirtschafts- und Finanzpolitik zählt er zu seinen Schwerpunktthemen.
«Und ich will mich dafür einsetzen, dass die aufklärerischen Werte wieder hochgehalten werden», sagt er. Im Ständerat findet er, dass es kaum «prägnant linke Stimmen» gibt: «Die Linken, die gewählt werden, sind die Pragmatischen, die Konzessionen in alle Richtungen eingehen», sagt er. Nicht so einer – findet Keller – sei Aschi Leuenberger, der Solothurner Ständerat, der bis 2005 Vizepräsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes war. Und da sind sie schon wieder: die Gewerkschaften. Bereits im Kindesalter wurde Keller zu den SP-Parteiversammlungen mitgenommen, auch der 1. Mai gehörte immer dazu.
Doch zurück zu den Kompromissen: «Auf Weichspüler machen liegt mir gar nicht.» Keller sucht die Auseinandersetzung, «denn das bringt am Schluss mehr», sagt der Jungpolitiker. Er nickt, dass die Locken wackeln, ja, er streite gern, «das ist nichts Schlechtes: Dabei muss man einfach gelassen bleiben», sagt er. Differenzen zur SP gibt es – neben gemeinsamen Positionen – auch, etwa in der Gesellschaftspolitik: Rauchverbote, präventive Überwachung der Bürger, aber auch Ermittlungsmethoden, welche die persönlichen Freiheitsrechte verletzten: «Das finde ich beunruhigend, und ich wehre mich gegen solche Eingriffe», Sagt Keller. Hingegen befürwortet er Interventionen des Staates, wo private Initiativen nicht funktionieren «oder Leute durch die Maschen fallen», sagt er.
Seine Wahlchancen sieht er realistisch – auch wenn es nicht reichen sollte, freut er sich über den Wahlkampf, der nicht zuletzt auch eine Präsentation für die anstehenden Gesamterneuerungswahlen ist. Und wenn Keller auch seinen Sitz im Kantonsparlament verlieren sollte, dann würde Plan B aktuell: «Ich würde nach Hanoi gehen eine Bar aufmachen», sagt er und lächelt das Lächeln eines 23-Jährigen, der noch einiges vorhat.
**Zur Person Florian Keller**
Alter: 23 Jahre
Zivilstand: ledig
Ausbildung: Student
Beruf: Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund
Politik: Kantonsrat, Co-Präsident der Alternativen Liste Schaffhausen, seit 2004 Bürgerrat
Bild: Selvyn Hofmann
Schaffhauser Nachrichten, Region
(W. J.)
«Ich empfinde das Bedürfnis, die Fahne der Aufklärung in unserem sich verdüsternden politischen Umfeld hochzuhalten und jeden Tag daran zu erinnern, dass ihre Werte nie selbstverständlich waren und nie selbstverständlich sein werden.» Das erklärte Florian Keller gestern in der Kammgarn. Zusammen mit Gewerkschaftsführerin Nella Marin, SP-Kantonsrat Andreas Schnider sowie den beiden , alternativen Grossstadträten Simon Stocker und Christoph Lenz begründete der aktive Vertreter der Alternativen Liste im Kantonsrat seine Motivation und seine Ziele als Kandidat für den Ständerat. Er sieht sowohl die Freiheit als auch die Gleichheit und die Brüderlichkeit in unserem Lande gefährdet. Darum will er sich auf der nationalen Ebene gegen weitere Einschränkungen der persönlichen Freiheitsrechte wehren sowie für verbindliche Spielregeln in dem seiner Ansicht nach ruinösen Steuerwettbewerb, für mehr Solidaridät und für eine demokratisch kontrollierte Grundversorgung kämpfen. An Stelle des ängstlichen Sicherheitsdenkens möchte er sich im Bundeshaus für eine mutige und freie Schweiz stark machen.
Zu den zentralen Anliegen von Florian Keller zählen auch der Ausstieg aus der Kernenergie, der gleichberechtigte Zugang aller zu Bildung, Strom, Wasser und öffentlichem Verkehr, ein Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial sowie eine langfristige Sicherung unserer Sozialwerke. Um die bisher erbrachten Leistungen auch in Zukunft sicherzustellen, erachtet er eine Erhöhung der Prämien als vernünftigste Lösung.
Hinter diese Kernaussagen stellten sich gestern auch seine Supporter. Christoph Lenz lobte den Gerechtigkeitssinn, die Hilfsbereitschaft, die Erfahrung, die Dossierkenntnisse und den Tatendrang von Florian Keller. Nella Marin würdigte den Ständeratskandidaten als erfolgreichen Kämpfer gegen die Jugendarbeitslosigkeit, und Andreas Schnider wies auf die ausgezeichnete Arbeit und die starke Stellung von Florian Keller als Mitglied der SP/AL-Fraktion des Kantonsrates hin. «Mit seinen Eigenschaften setzt Florian Keller einen wichtigen Gegenpart zur heutigen Politikverdrossenheit», erklärte Andreas Schnider.
**Der Kandidat Florian Keller**
Persönlich: 23 Jahre alt, ledig,
kinderlos, wohnhaft in Schaffhausen.
Beruf: Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund.
Politik: Bürgerrat seit 2004, Kantonsrat seit 2005, Mitglied der SP/AL-Fraktion.
Schaffhauser Nachrichten, Meinungen
Unter dem Titel «Umstrittener Lift in Kantonsschule: «Massiver Eingrifft» wurde publiziert: «Gegen diesen massiven Eingriff in das Jugendstilgebäude erhob sich daraufhin Widerstand …»
Es geht mir nachstehend nicht um den Lift, sondern um den angeblichen Jugendstil. Im ganzen Hauptgebäude, errichtet 1900-1902, ist nämlich kein einziges Jugendstilelement zu finden. Der Bau ist vielmehr ein Zeuge des Späthistorismus, «ein altdeutsches ‹Schloss› mit Treppengiebeln, florentinischen Aula-Fenstern und einem Erker mit Zwiebeldach» und ein «Schulschloss in ‹altdeutscher Renaissance›, mit steilen Treppengiebeln, in dominanter Lage oberhalb der Altstadt … mit langem Süd- und kurzem Westflügel. Im ersteren unter anderem die nach Süden orientierten Unterrichtsräume, im letzteren Haupteingang … und Treppenhaus sowie repräsentative Aula mit Rundbogenfenstern.» Soweit INSA, Inventar der neueren Schweizer Architektur, Bd. 8, S. 314/388.
1962 hatte ich jedoch selbst in einer Produktion im Rahmen der Scaphusia! gereimt: «Schon winkt von hohem Bergesrücken / Der Jugendstilbau seinen Blicken …», dies aktenkundig im Gärtli des Scaphusia!-Archivs.
Heute weiss ich es besser.
Michael E Dreher
Küsnacht
Schaffhauser Nachrichten, Region, Nachruf
Peter Scheck
Kürzlich hat eine grosse Trauergemeinde in der Stadtkirche Stein am Rhein Abschied genommen von Hanspeter Böhni-Stüssi. Der Verstorbene war in der Öffentlichkeit bekannt als Rheumadoktor und Heimatschützer. Als Sohn von Walther Böhni, der schon in der dritten Generation in Stein als Arzt praktizierte, besuchte er die Kantonsschule.
Danach studierte Hanspeter Böhni – der Tradition der Familie folgend – Medizin in Genf, wo er seine spätere Gemahlin Sylvia Stüssi kennen lernte und noch als Student heiratete. Bereits als Kantonsschüler hatte er den damaligen Staatsarchivar und nebenamtlichen Denkmalpfleger Reinhard Frauenfelder kennen gelernt, der ihm die Besonderheiten der Altstadthäuser näher brachte. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters musste er bereits 1959 dessen Praxis in Stein am Rhein übernehmen.
Baureferent in Stein am Rhein
Bereits 1961 wurde Hanspeter Böhni in den Steiner Stadtrat gewählt und stand dem legendären Stadtpräsidenten Konrad Graf als Baureferent vier Jahre lang zur Seite. Während dieser Zeit lernte er Albert Köpfli kennen, der ihm von der thurgauischen Denkmalpflege aus wertvolle Impulse gab. Die Leidenschaft für die Erhaltung von Kunstdenkmälern führte ihn zum Heimatschutz, dessen Präsidium er 1965 übernahm. Es war ihm eine besondere Freude, dass das Städtchen Stein am Rhein 1972 den ersten Wakkerpreis erhielt. Noch im gleichen Jahr hatte er das Haus zum Kupferberg kurz vor dem drohenden Einsturz erworben und fachmännisch restaurieren lassen. Seither dient der imposante Bau dem Schweizer Heimatwerk, das bis 1997 unter der Leitung seiner Frau stand.
Durch sein überregionales Engagement für die Erhaltung von Baudenkmälern und Naturlandschaften wurde Hanspeter Böhni bald einmal als Vizepräsident des Schweizer Heimatschutzes gewählt, ein Amt, das er während zwölf Jahren mit grossem Sachverstand führte. Die wertvolle Arbeit am Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung und sein Wirken in der Wakkerpreis-Kommission sowie in der Stiftung, des Klosters Müstair wurden belohnt mit der Ehrenmitgliedschaft des Schweizer Heimatschutzes. Aber auch als Präsident des Schaffhauser Heimatschutzes war er unermüdlich unterwegs, bessere Lösungen anzubieten, als alte Gebäude in den Kernzonen einfach durch Neubauten zu ersetzen. Gerade in den Zeiten des Baubooms stiessen seine Voten selten auf Gegenliebe. Doch sowohl als Gründungsmitglied der Altstadtstiftung Stein am Rhein als auch in der Altstadtkommission Schaffhausen wurde seine Stimme gehört und hatte Gewicht.
Seine finanziellen Mittel erlaubten es ihm, als gutes Beispiel voranzugehen. Als das Haus zum Glas an der Vordergasse – ein bedeutendes Beispiel Schaffhauser Barockkultur – 1975 zum Verkauf angeboten wurde, kaufte es Hanspeter Böhni auf Anregung seines Freundes und damaligen Stadtpräsidenten Felix Schwank und erneuerte es mit einer sanften Renovation.
Erfolgreiches Projekt «Lindwurm»
In den letzten Jahren seiner Tätigkeit als Arzt nahm er ein grosses Projekt in Stein am Rhein an die Hand. Mit der Gründung der Gesellschaft «Museum Lindwurm» 1990 arbeitete eine kleine Gruppe unter seiner Leitung an der Realisierung eines Wohnmuseums. Mit der Eröffnung 1993 erhielt Stein am Rhein eine weitere Attraktion, die das Städtchen weit herum berühmt macht. Für Hanspeter Böhni war es eine grosse Genugtuung, dass er mit der Erreichung des Pensionierungsalters eine gut gehende Praxis mit Klinik an seinen Sohn Ueli übergeben konnte. Mit besonderem Stolz erwähnte er manchmal, dass nun der fünfte Arzt Böhni das Zepter in Stein führe. Mit seiner Frau Sylvia zog er nun von Stein nach Schaffhausen in das Haus zum Glas. Das Präsidium des Heimatschutzes gab er in die Hände des damaligen Ständerates Kurt Schule. Sein Einsatz von 28 Jahren in diesem Gremium wurde belohnt mit dem seltenen Titel eines Ehrenpräsidenten.
Alte Freundschaften gepflegt
Gesundheitliche Probleme und die schwere Krankheit seiner geliebten Frau Sylvia hatten die letzten Jahre geprägt. Ein grosses Projekt, das ihn schon seit vielen Jahren beschäftigt hatte, nämlich das Inventar sämtlicher Grafiken des Kantons Schaffhausen, konnte er nur noch am Rande mitverfolgen. Umso grösser war seine Freude, als schliesslich das stattliche Buch «Der Kanton Schaffhausen in alten Ansichten» 2005 erschien. Obwohl deutlich gezeichnet von Sorgen und Schmerzen, liess er es sich nicht nehmen, grössere Exkursionen auf den Flüssen Europas zu unternehmen oder mit seinen Freunden der Scaphusia oder des Rotary-Clubs zu diskutieren. Bis wenige Tage vor seinem Tod hat er die alten Freundschaften pflegen können und erlebte mit Begeisterung die «No e Wili»-Spiele in Stein am Rhein mit seinem Sohn in der Hauptrolle. Eine akute Erkrankung vor wenigen Wochen machte plötzlich eine Operation notwendig. Trotz hervorragender ärztlicher Betreuung starb er kurz vor seinem 79. Geburtstag. Wir haben in Hanspeter Böhni einen charaktervollen, verdienten Menschen und lieben Freund verloren, dem wir viel zu verdanken haben.
Schaffhauser Nachrichten, Region
(ek)
Der Konflikt um den Einbau eines Lifts im Altbau der Kantonsschule hat jetzt zu einem parlamentarischen Vorstoss geführt. Der Einbau des Lifts wurde vorgesehen, um den behindertengerechten Zugang zum Altbau sicherzustellen sowie für Transportzwecke. Nachdem fünf Varianten geprüft worden waren, wurde ein Lift an der Nordostseite gewählt.
Aus Kostengründen fiel der Entscheid dann aber für einen Lift, der neben der Aula durch das Gebäude führen soll. Gegen diesen massiven Eingriff in das Jugendstilgebäude erhob sich daraufhin Widerstand: Die Lehrerschaft reichte eine Petition mit 60 Unterschriften gegen das Vorhaben ein, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Lift die Nutzung der Aula gefährden würde: Offenbar hat die Regierung diese Petition mit Verweis auf die Kosten anderer Varianten abschlägig beantwortet. Der Baubeginn des Lifts war für die Sommerferien geplant, ist aber bis heute nicht erfolgt.
Projekt nochmals überprüfen
Jetzt hat Kantonsrätin Martina Munz (SP, Hallau) zu diesem Lift eine Kleine Anfrage eingereicht. Sie will von der Regierung Folgendes wissen: Welche Liftvarianten wurden geprüft? Wie wurden die finanziellen, denkmalpflegerischen und feuerpolizeilichen Argumente gewichtet? Wie beurteilen Denkmalpflege, Heimatschutz und Feuerpolizei die gewählte Variante? Können schriftliche Gutachten eingesehen werden? Die Denkmalpflege muss im vorliegenden Fall ein Gutachten erstellen für das Departement, dem sie selbst unterstellt ist.
Ist die Unabhängigkeit der Denkmalpflege dabei gewahrt? Ist der Regierungsrat nicht auch der Meinung, dass die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen und schützenswerte Bausubstanz erhalten muss? Ist der Regierungsrat bereit, das Projekt neu zu überprüfen und allenfalls einen Nachtragskredit für eine bessere Variante zu beantragen? Munz erwartet eine Antwort der Regierung, bevor mit dem Bau des Lifts begonnen wird.
Der Weidlingsstamm findet aufgrund zu wenig Interesse und schlechten Wetterprognosen nicht statt.
Es wird ein normaler Mittwochstamm durchgeführt.
Hanspeter Böhni v/o Schlingel
Dr. med.
aktiv 1945
in Kenntnis zu setzen. Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.
Die Beisetzung wird am Freitag, 09. August 2007, um 14.00 Uhr in Stein am Rhein statt finden.
Der Totensalamander wird am Mittwoch, 15. August 2007, um 20.00 Uhr statt finden.
Schaffhauser Bock, Notizen zu Namen
Das Schaffhauser Lokalradio «Radio Munot» hat in diesem Sommer einen Moderator auf Reisen geschickt. Die Mission war nicht einfach, denn Yves Keller aus Schaffhausen musste in fünf Tagen aus der Munotstadt nach Hamburg reisen, und das ohne einen Rappen Geld. Alles was er brauchte, musste er sich zusammenschnorren, erbetteln oder selbst verdienen. Also auch das Essen, das Metro-Billett oder die Übernachtungsmöglichkeit. Der 22-Jährige hat das beinahe Unmögliche geschafft. Am vergangenen Donnerstag ist er um 17 Uhr in Hamburg angekommen. Die 800 Kilometer legte er zu Fuss, per Anhalter oder mit dem öffentlichen Verkehr zurück. Der Rückflug wurde dann aber von Schaffhauser Firmen gesponsort.
Schaffhauser Nachrichten, Region
Von Schaffhausen nach Hamburg in fünf Tagen – das ist das Ziel, das die Redaktion von Radio Munot ihrem Redaktor Yves Keller auferlegt hat. Das Besondere daran: Keller tritt seine Reise ohne einen einzigen Rappen in der Tasche an. Dementsprechend sparsam versuchte er es bei seiner Abreise gestern Morgen auch erst einmal mit Autostopp.
Bild: Vanessa Buff