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Basler Maessmogge resp. „Mässmogge“
Himbeerrot, zitronengelb, mandarinenorange, brombeerviolett, schokoladebraun und pfefferminzgrün, bunt gestreift und fingerlang, zuckersüss aussen, nussig-cremig innen. Dies sind die gefüllten Basler „Mässmogge“, die während der Herbstmesse Hochkonjunktur haben.
„Mässmogge“ und dessen Schreibweise Varianten „Mässmögge“, „Mässmocke“ oder „Messmocken“ sind die Worte des lokalen Basler Dialekts für Messmocken.
Mässmögge sind eine regionale und saisonale Spezialität der Stadt Basel. Sie werden aber auch an anderen Schweizer Jahrmärkten und Messen angeboten. Der Höhepunkt der Mässmogge-Saison ist jedoch die Basler Herbstmesse Ende Oktober. Genau dieser Messe verdanken die Bonbons auch den ersten Teil ihres Namens. Der zweite Teil geht auf das mittelhochdeutsche Wort „Mocke“ zurück, was ein dickes, derbes Stück oder einen grossen Brocken bedeutet.
Mässmögge sind daumenlange Bonbons, die zweifarbig gestreift sind. Die eine Farbe kennzeichnet den jeweiligen aromatisierten Geschmack der Aussenhülle und die andere Farbe ist in der Regel weiss oder eine mattere Version der Geschmacksfarbe. Mässmögge sind mit einer braunen Haselnussmasse gefüllt.
Die „Glasmögge“ bestehen im Gegensatz zum „Mässmögge“ ausschliesslich aus einer aromatisierten und gefärbten Bonbonmasse. Sie sind steinhart und glasig, während man die Mässmögge gut verbeissen kann.
Geschichte
Die Geschichte der Mässmögge beginnt laut Berichten mehrerer Basler Autoren in den 1860er Jahren, als zwei französische Zuckerkocher aus Lyon und Nancy an der Basler Messe ihre Waren anboten. Ihre lang gezogenen, dünnen Stängel aus gekochtem Zuckerbrei, erfreuten sich schnell grosser Beliebtheit. Da Zucker in der Schweiz damals billiger als in den benachbarten Ländern Frankreich und Deutschland war, zahlte sich das Geschäft für die beiden Zuckerkocher aus. Neben dem Zucker spielte die Entdeckung von künstlichen Lebensmittelfarbstoffen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine zentrale Rolle für den Erfolg der damaligen Zuckerstängel. Die Farbigkeit der Zuckerstängel musste damals einen ganz besonderen optischen Reiz auf die Messebesucher ausgeübt haben.
Der Erfolg der Zuckerkocher rief Nachahmer auf den Plan. So boten ab 1869 mehrere französische Zuckerkocher und Confiseure Zuckerstängel an der Basler Messe an. Um die Kundschaft schneller bedienen zu können, stellten findige Confiseure kürzere, dafür dickere Stängel her und aus dem Stängel wurde somit ein Mocken. Laut einer Legende aus dem Jahre 1879 benannte ein Kind mit dem freudigen Ruf: „Vater, Muetter, lueget dä Mässmogge“ den leckeren Zuckerstengel.
Die ersten „Mässmögge“ waren eigentlich „Glasmögge“, somit ungefüllt und einfarbig. Doch um die Jahrhundertwende verfeinerte der aus Frankreich kommende Confiseur Leonz Goldinger die Glasmögge, indem er eine Haselnussmasse in die Zuckerstängel eingoss. Dies war die Geburtsstunde der gefüllten Mässmögge.
Bis in die späten 1960er-Jahre gab es an der Basler Herbstmesse boten vor allem Bäckereien aus Kleinbasel die Mässmögge an. Seither ging die Zahl der Mässmögge-Hersteller stets zurück. Zu Beginn der 1990er-Jahre waren es noch zwei, heute existiert nur noch ein Basler Süsswaren-Geschäft, das Mässmögge herstellt und Marktstände, Spezialitätengeschäfte sowie den Grosshandel beliefert.