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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Achtes Buch
24. Grund dafür, daß Vater und Sohn Geist genannt werden.
[S. 31] Daß in beiden „Gottes Geist” sei, wird, wie ich glaube, deswegen gesagt, damit wir nicht glauben sollen, daß nach Art der Körper der Sohn im Vater oder der Vater im Sohn sei; damit es also nicht den Anschein habe, Gott bleibe an einer räumlichen Stelle und habe nirgendwo anders Dasein. Denn wenn der Mensch oder etwas Ähnliches irgendwo ist, so wird er nicht anderswo sein; was nämlich dort ist, das wird von seinem Raum umschlossen; zu schwach ist sein Wesen dazu, daß derjenige überall sei, wer an irgendeiner bestimmten Stelle da ist. Gott ist aber lebende Macht unermeßlicher Kraft, die nirgendwo nicht ist, auch nicht irgendwo ausfällt; die sich vielmehr durch das Ihrige in ihrer Ganzheit bekundet und die das Ihrige ganz deutlich als sich selbst bezeichnet, so daß man sie selbst als vorhanden wissen solle, wo das Ihrige inne-sei. Nicht aber nach Art der Körper, damit man nicht meine, sie sei nicht überall, wenn sie irgendwo inne-sei; denn unaufhörlich ist sie durch das Ihrige in allem und allen; was ihr aber eignet, ist nichts anderes als sie selbst.
Dieses wurde gesagt, um das Wesen erkennbar zu machen.