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Arthrose: Antidepressiva meist ohne nennenswerten Nutzen
Antidepressiva können die Schmerzen bei Cox- oder Gonarthrose durchaus lindern. Von klinischer Bedeutung sind diese Effekte jedoch nur bei wenigen Patienten. Zu diesem Schluss kommt die Cochrane Collaboration aufgrund einer Metaanalyse.
Die Forscher werteten die Daten von insgesamt 2.122 Patienten aus neun randomisierten kontrollierten Studien aus (1). Teilnehmer waren jeweils Erwachsene mit Knie- oder Hüftarthrose, die gegen die Schmerzen ein Antidepressivum oder Placebo erhalten hatten.
Sieben Arbeiten hatten lediglich die Effekte bei Gonarthrose zum Thema, in zweien litten die Teilnehmer zudem an Hüftarthrose. In sechs der Studien wurde Duloxetin untersucht. Das Alter der Teilnehmer lag im Schnitt zwischen 54 und 66 Jahren, die meisten waren Frauen. Die Studiendauer betrug 8–16 Wochen.
Knapper Vorteil bei der Schmerzlinderung ist klinisch unbedeutend
Der Anteil Patienten, bei denen sich die durchschnittliche 24-Stunden-Schmerzintensität um mindestens 50 Prozent verringerte und die somit klinisches Ansprechen zeigten, lag unter Antidepressiva bei 45 Prozent, unter Placebo bei 28,6 Prozent. Verglichen mit der Scheinbehandlung fiel die Schmerzreduktion mit Verum nur geringfügig besser aus, so die Studienautoren.
Während Patienten unter Placebo auf einer Schmerzskala von 0–10 eine Besserung von 1,7 Punkten angaben, waren es unter Antidepressiva mit 2,3 Punkten nur wenig mehr. Diesen knappen Vorteil werten die Cochrane-Experten als klinisch unbedeutend.
Mehr Therapieabbrüche unter Antidepressiva
Ein geringer, klinisch gleichfalls nicht relevanter Effekt zeigte sich auch bei der Besserung der körperlichen Funktion. Unter Antidepressiva lag diese auf einer Skala von 0–100 im Mittel nur um etwa 5,7 Punkte höher als unter Placebo. Für die Lebensqualität schliesslich brachte das Medikament überhaupt keinen Vorteil.
Dem geringen Nutzen, der sich durch ein Antidepressivum bei Arthroseschmerzen erzielen lässt, steht das erhöhte Risiko von Nebenwirkungen gegenüber. So kam es mit der Medikation zu deutlich mehr unerwünschten Effekten (64 vs. 49 %) und in der Folge zu mehr Therapieabbrüchen (11 vs. 5 %).
Unterm Strich betrachtet haben Antidepressiva nur einen recht geringen Nutzen für Menschen mit Knie- und Hüftarthrose, ziehen die Wissenschaftler ihr Fazit. Klinisch bedeutsam seien die Vorteile in der Gesamtschau nicht. Man müsse also sorgsam abwägen, bevor man seinem Arthrosepatienten ein solches Arzneimittel zur Schmerzlinderung verordnet.