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Die Weiler Camuns (Masauns / Sutscheins / Camuns / Runs), Peiden (Peiden Dorf / Peiden Bad / Suadetsch), Surcasti, Tersnaus und Uors zählten 1880 insgesamt 556 Einwohner. Heute wohnen rund 250 Personen in Suraua.
Kirchlich gehörten die Weiler bis 1528 zu Pleif in Vella. Dann lösten sie sich nach und nach ab und gründeten eigene Pfarreien, die während fast 500 Jahren eigenständig agierten. Am 1. Januar 2012 haben sich die drei Kirchgemeinden wieder zu einer einzigen Kirchgemeinde vereint, der Kirchgemeinde von Suraua. Die Kirchgemeinden Cumbel/Peiden, Lumbrein, Suraua und Vrin haben mit Beschluss vom 1. September 2017 per 1.1.2018 fusioniert. Die neue Kirchgemeinde trägt den Namen "Pleiv catolica-romana da Lumnezia".
Obwohl die politischen Gemeinden von Suraua recht gut funktionierten, sah man sich anfangs der 2000er Jahre vor grosse Probleme gestellt, die für die Gemeindeführung nötigen Amtspersonen zu finden. Während die Gemeinden Camuns, Tersnaus und Uors-Peiden eine Gemeindekanzlei mit jeweils einem Teilzeit-Arbeitspensum besassen, gab es in Surcasti keinen Kanzlisten. So wurden grössere Projekte bereits früher gemeinsam angepackt. Ab 1960 bis 1964 wurde zum Beispiel die Wasserversorgung von Seglias realisiert, an der alle vier damaligen Gemeinden beteiligt waren. 1968 wurde das zentrale Schulhaus in Uors eingeweiht und bis 2009 sind die Kinder von Suraua darin zur Schule gegangen. Seit Herbst 2009 werden die Kinder von Suraua in Cuschnaus und Vella unterrichtet und am 1. Januar 2013 folgte dann die Fusion zur Gemeinde Lumnezia.
Auch in kultureller Hinsicht haben die vier Weiler von Suraua stets zusammengearbeitet. Eine spezielle Erwähnung verdient die Gründung des Chor mischedau Suraua durch die Jungmannschaft im Jahre 1974 und einige Jahre später, 1978 die Musikgesellschaft Suraua. 2018 wurde im ehemaligen Schulhaus von Uors das Archiv cultural Lumnezia eröffnet, wo inzwischen eine beachtenswerte Sammlung kultureller Zeitzeugnisse zu bewundern ist.
Sportvereine gibt es keine in Suraua. Sportinteressierte schliessen sich den Vereinen in Vella oder Ilanz an. Von Suraua stammen einige bekannte und renommierte Radsportler wie Mathias Arpagaus, Ignaz Arpagaus, Ernst Schurter, Nino Schurter und Vital Albin.
Die Geschichte von Camuns ist zu weiten Teilen die Geschichte des gesamten Tals. Das Dorf gehörte einst zur Kirchengemeinde St. Vinzens/Vella und war Eigentum der Herren von Belmont, die ihren Sitz in Flims hatten. 1371, nach dem Tod des letzten Herrn von Belmont, übernahmen die Grafen von Sax-Misox den Besitz des Gebietes.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts trennte sich Camuns von der Kirchengemeinde St. Vinzens, konnte jedoch erst 1691 eine eigene Kirchengemeinde errichten. Grossen Einfluss auf die Konfessionsgeschichte des Dorfes hatte die Kapuzinermission „de propaganda fide“ gehabt. Im Namen der Gegenreformation waren die Missionare in ganz Graubünden tätig. Sie kämpften gegen reformatorisches Ideengut an, welches bereits die alpinen Regionen erreicht hatte. Dass die Missionare gerade nach Camuns sowie auch nach Cumbel kamen, lag auf der Hand denn die Nachbarsgemeinden Luven und Duvin waren bereits reformiert worden. Die Kapuziner blieben bis 1921 in Camuns, erst im Jahr 1934 konnten andere Geistliche die Pfarrkirche übernehmen. Die Kirche ist St. Anton und St. Johannes Evangelist geweiht. Sie datiert aus dem Jahre 1597. Von diesem Bau ist jedoch nur der Chor erhalten. 1696 wurde eine neue Kirche errichtet.
Vor der Fusion mit Tersnaus, Uors-Peiden und Surcasti bestand die politische Gemeinde Camuns aus den Weilern Masauns, Sutscheins, Camuns und Runs. Runs, das in älteren Dokumenten auch „Rungs“ genannt wird, gehörte bis 1903 zusammen mit Crestas und Caglia zu Uors.
Vom Berg „Pala da Tgiern“ geht jedes Jahr im Frühling eine Lawine in Richtung Camuns ab. Damit verbunden ist ein tragisches Ereignis, das sich am 1. März 1730 ereignete. Die Lawine begrub eine Mutter mit ihrem Kind, ein Haus und einen Stall. Die Sage berichtet, dass die Camunser eine Kapelle mit den Steinen des zerstörten Hauses gebaut haben.
Der "Crap la Gneida", ein Schalenstein südlich von Surcasti, zeugt von der frühen Existenz menschlichen Lebens in der Umgebung. Der Stein ist ein Relikt aus vorchristlicher Zeit. Mit einer Länge von sieben Metern und einer Höhe von vier Metern gehört er zu den interessantesten Schalensteinen Graubündens. Die Sage berichtet, dass der Teufel den Stein auf die Kapelle St. Katharina unterhalb von Tersnaus habe schleudern wollen. Der Steinbrocken landete in der Nähe von Surcasti, weil eine Frau den Teufel behinderte, indem sie ein Kreuz in den Stein ritzte. Diese und andere Sagen aus Surcasti und der Umgebung hat Anton Derungs gesammelt und 1938 im Büchlein "Entuorn las ruinas de Surcasti" veröffentlicht.
Ein weiters Zeugnis der Bevölkerungsgeschichte von Surcasti sind die Funde aus der Bronzezeit. Diese befinden sich heute im Rhätischen Museum in Chur. Auch in Crestaulta bei Surin wurden Gegenstände aus der Bronzezeit gefunden. Es ist gut möglich, dass es eine Verbindung gibt zwischen der Siedlung in Crestaulta und den Funden in Surcasti.
Alte Schriften gibt es besonders in Zusammenhang mit dem Turm der Kirche St. Luregn. Der Turm aus dem 12. Jahrhundert gehörte 1253 den Herren von Überkastel. Diesem Geschlecht verdankt Surcasti auch seinen Namen. Die Herren von Überkastel verschwanden im Verlauf des 15. Jahrhunderts von der Bildfläche, Hartwig von Überkastel war der letzte Nachfahre. Der Burgturm wurde danach als Kirchturm genutzt. Schriftliche Zeugnisse zur Kirche St. Lorenz stammen aus den Jahren 1345, 1515 und 1520. In diesem Jahr wurde die Kirche eingeweiht. Die Kirche wurde damals im gotischen Stil erbaut. Die barocken Elemente, die noch heute zu sehen sind, gehen auf eine Restauration im Jahre 1774 zurück. Während dieser Restauration wurde eine wertvolle Madonnen-Statue gefunden, die sich heute im Museum des Klosters Disentis befindet.
1362 erscheint der Name Tersnaus zum ersten Mal in der Geschichte, dies im Zusammenhang mit einem Friedensbeschluss zwischen den Herrschaften von Werdenberg-Sargans und Safien mit den Bewohnern von Hinterrhein. Ferner ist bekannt, dass ein gewisser "Florian von Terzenaus" 1368 ein Feudalgut erhielt. Die Herren von Tersnaus besassen zudem Güter in St. Martin und in Valendas. Gemeinsam mit Camuns und Surcasti löste sich Tersnaus 1528 von der Pfarrkirche St. Vinzenz/Vella los. Bis 1669 unterhielten jene drei Dörfer eine gemeinsame Pfarrei. Tersnaus orientierte sich anschliessend neu und gründete mit St. Martin eine eigene Pfarrei. Die Pfarrkirche St. Appolonius und Sta. Maria Magdalena wird im Übrigen bereits 1345 urkundlich erwähnt.
Im Mittelalter begannen die Walser aus dem benachbarten Dorf Vals in klimatisch günstigere Regionen zu migrieren. Schon bald hatten sich einige von ihnen in Tersnaus niedergelassen. Um einer Überimmigration vorzubeugen und um dem Einfluss der deutschen Sprache entgegen zu wirken, erliessen die Tersnauser 1547 ein Verbot, welches den Valsern den Kauf weiterer Güter im Dorf verunmöglichte. Der Graf von Sax-Misox untersagte sogar Hochzeiten zwischen Einheimischen und Valsern. An die Zeiten der Immigration der Valser erinnert, nebst den Familiennamen deutscher Herkunft, die Kirchenglocke St. Theodul. Diese stammt aus dem Jahr 1395. St. Theodul ist der Schutzpatron der Walser. Die Glocke in Tersnaus ist vermutlich die älteste Glocke, die diesem Heiligen geweiht ist. Der gute Kontakt zwischen den Tersnausern und den Valsern dauerte an: Bis 1878 bildete Tersnaus sogar eine politische Gemeinde mit St. Martin.
Ein schwarzer Tag in der Geschichte von Tersnaus ist der 18. Juli 1900. Ein von spielenden Kindern verursachter Grossbrand zerstörte das ganze Dorf. Nur ein einziges Haus, die Kirche und ein Stall konnten gerettet werden. Ein Hilfskomitee sicherte den Wiederaufbau. Das neue Dorf wurde schachbrettartig angelegt, was immer noch erkennbar ist.
Eine Folge des Grossbrandes war der Bau einer Zufahrtsstrasse zur Valserstrasse. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts sind schliesslich immer mehr technische Neuerungen nach Tersnaus gekommen. 1918 wurde die erste Telefonleitung installiert, 1940 wurde die Wasserversorgung gesichert, zwanzig Jahre danach konnte die Kanalisation realisiert werden.
Erste Spuren des Dorfes Uors lassen sich bis in die Jahren 1209-1298 zurückverfolgen. Der Name „Furth“ erschien damals in einem Kirchenregister der Diözese Chur. Man vermutet, dass der Name sich vom lateinischen Wort bifurcus ableitet, was so viel wie „Gabelung“ bedeutet. Die Lage des Dorfes scheint diese Annahme zu bestätigen.
Ein weiteres Zeugnis aus der Vergangenheit ist die Kapelle St. Carlo Borromeo. Eine Inschrift nennt das Jahr 1616. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sich diese Inschrift nur auf einen neuen Kirchenchor bezieht und dass vorher bereits eine andere Kapelle bestand, die einem anderen Patron geweiht war.
Mit dem Ende der Feudalzeit und durch die Bemühungen um die Demokratisierung entstand nicht nur die Ligia Grischa, sondern auch die Nachbarschaften. Bis 1854 bildeten Uors, Tersnaus und Duvin einen politischen und ökonomischen Verband.
Konkrete Informationen über Uors gibt es wieder ab Anfang des 20. Jahrhunderts. Durch einen Grossratsbeschluss aus dem Jahr 1903 wurden die Weiler Crestas, Caglias und Runs in die Gemeinde Camuns integriert. Trotz dieser Gebietsabtretung konnte Uors sich behaupten: Durch den Bau der Valserstrasse wurde das Dorf zum Knotenpunkt des Unterlugnezes. Vor diesem Strassenbau mussten man über Peiden und Valgronda fahren, um nach Ilanz zu gelangen. Gemäss dem Fahrplan aus dem Jahr 1889 dauerte eine solche Fahrt mit der Postkutsche rund zwei Stunden.
1963 fusionierte Uors mit Peiden. Das Dorf Peiden wurde vor allem wegen Peiden Bad und seinen Heilquellen bekannt. Die ersten Schriften, welche die Geschichte des Bades dokumentieren, stammen aus dem 16. Jahrhundert. 1518 gehörten die Quellen Peiden und Camuns. Die beiden Gemeinden verkauften die Badeeinrichtungen an einen gewissen Caspar de Cabalzar. Bereits im Jahr 1563 forderten die Einwohner von Camuns jedoch das Recht zurück, im Peidener Bad baden zu dürfen.
Durch die Heilquellen von Peiden kam der Tourismus ins Unterlugnez. 1852 baute Dr. Johann Arpagaus ein Kurhaus neben den Quellen. Nach 1862 waren vor allem Trinkkuren ein grosser Erfolg. 1868 zerstörte eine Überschwemmung grosse Teile der Badevorrichtungen. Luzi und Barclamiu Arpagaus ersetzten diese 24 Jahre danach durch ein grösseres Hotel. Dank der Valserstrasse verzeichnete das Unternehmen grosse Gewinne. Nach 1950 ging das Interesse an Kurbädern und Trinkkuren verloren und es verliessen nicht nur die Touristen Peiden, sondern auch die Einheimischen. Die Überschwemmungen in den 30-er Jahren verursachten Erdrutsche, weswegen auch ein Bauverbot erlassen wurde.