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1852 Oberst August von Stürler, Bern.
1872 Conrad Adolf Prior-Mackensen,
Frankfurt.
1883 Spar- & Leihkasse Bern.
1886 Christian Schmutz, Zimmerwald,
Bahnconducteur.
1886 Freiherr Gottfried von Dusch,
Freiburg i. Br.
1891 Olga von Stulpnagel, geb. Helmensen,
Berlin: Erneuerung Verbindungs-
brücke zwischen Campagne und
Stöckli, Feuer vernichtet Orangerie.
1898 Julie von Smirnoff, geb. La Roche.
1901 Kantonalbank Bern.
1902 Adolf Ebersold von Zäziwil: Kur- und
Restaurationsbetrieb unter dem
Namen "Hotel & Pension Viktoria
Kurhaus Schloss Oberried".
Hotelbau auf der Nordseite des
Hofes anstelle der Orangerieruine.
1907 Elisabeth Hofer, geb. Götschmann,
Wirtin.
1914 Gottfried Iseli, Direktor in Solothurn.
1916 Dr. W. Schweizer: Umwandlung in
das Landschulheim für Knaben.
Dieses wird später, 1986, zu einer
Pflegeinstitution für Demenz-
patienten, dem heutigen Domicil
Oberried.
1933 rückseitiger Anbau an Gloriette.
Aufteilung des Grundbesitzes.
1937 Frau Dr. Weyermann, geb. Dudok-
de-Wit: Renovation der Campagne
1937/39, Anbau Peristyl.
2001 Stiftung der Familie v. Fischer
(von Reichenbach): Umfassende
Renovierung und Restaurierung
der Campagne 2001/02,
2005 Zukauf Gloriette, 2008 Bau
Peristyl im Gemüsegarten, anstelle
der zerfallenen Sere.
Wiederherstellung der Gartenanlage.
1852 verkauft Ludwig von Fischer das Oberried an Oberst August von Stürler. 1871 ist Rudolf von Tavel im Alter von fünf Jahren bei diesem zu Besuch und vom Anwesen sehr beeindruckt, «… obschon ich ja viel zu klein noch war, um zu wissen, warum Oberried so schön sei.»
1909 schreibt er für Heft 10 der Zeitschrift «Heimatschutz» einen Artikel «Oberried bei Belp, einst und jetzt», in welchem er die Veränderungen des Oberrieds in der «Hotelzeit» in nachfolgendem Ausschnitt festhält: « … Aber man möchte beinahe glauben, über dem Gute walte ein Unstern. Nach dem Tode August von Stürlers ging es in die Hände einer deutschen Familie über und wechselte dann unter mehr oder weniger schwierigen Verhältnissen noch mehrmals den Besitzer. Es fand sich niemand mehr, der das nötige Kapital in dem prächtigen Landgute, zu dem eine bedeutende Landwirtschaft gehörte, festlegen wollte, ohne daraus eine klingende Rendite zu ziehen. So vollzog sich das Schicksal von Oberried. Es zeigte sich kein anderer Ausweg mehr als die Umwandlung in ein Gasthaus. «Kurhaus Schloss Oberried» hiess es nunmehr. Nun zeigte es sich freilich bald, dass ein Herrschaftssitz mit etwelchen vornehmen Ansprüchen und ein Wirtshaus, nenne man es Hotel, Kurhaus oder Sommerwirtschaft, unmöglich auf der gleichen Basis gehalten werden können. Es musste Raum geschaffen werden. Wo früher eine Familie in all den Schönheiten der Anlage sich ruhig erging, eins um das andere geniessen konnte, da musste nun dafür gesorgt werden, dass womöglich Hunderte auf einmal zu ihrem Genuss kommen. Früher wurden Wenige von einer verhältnismässig zahlreichen Dienerschaft bedient. Jetzt hingegen musste alles übersichtlich hergerichtet und in Bezirke für möglichst wenige Kellnerinnen eingeteilt werden. Wie sollte sonst der Wirt auf seine Rechnung kommen? Dazu mussten die Zugänge tunlichst geöffnet werden, damit niemand sich scheue einzutreten. Diesem Bestreben wurde zunächst der Garten geopfert. Aber er erwies sich als zu klein. In die Allee hinaus wollte man offenbar die Gäste nicht placieren; das hätte die Bedienung zu sehr erschwert. Und wo sollte man mit den Leuten hin, wenn das Wetter unsicher war? So verfiel man auf die unselige Idee, den hübschen natürlichen Abschluss nach Westen mit einem Ungeheuer von Trinkhalle zu überbauen, welche in ihrem entsetzlichen Kontrast zum Wohnhaus mit einem Schlage das ganze Idyll so gründlich ruinierte wie nur irgend möglich. Ein westseitiger Anbau an das Wohnhaus hatte schon früher den symmetrischen und einheitlichen Eindruck des letzteren empfindlich geschädigt. Aber auch der Hof musste verhunzt werden durch ein Dependenzgebäude, wie es hässlicher nicht leicht hätte ersonnen werden können. Und nicht genug. Zu weiterer «Verschönerung» des herrlichen Hofes setzte man einen grossen hölzernen Kiosk in dessen Mitte, dessen Existenzberechtigung uns wohl nicht einmal sein Erbauer erklären könnte. Meine letzte Entdeckung in Oberried ist eine hölzerne Brücke über den Teich in der südlichen Allee, hart am Springbrunnen vorbei. Sie dient wohl denen, die sich im Restaurant zu gut getan, dazu, ihren Brummschädel in den Springbrunnen halten zu können. Was wird noch alles kommen? Seitdem Oberried ein Wirtshaus geworden, ist seine Poesie dahin. Nicht einmal der Zauber der Zerfallenheit haftet dem Landsitz an. Und bei alledem hat man das Gefühl, dass er, allen Anstrengungen zum Trotz, sich niemals werde in eine Sommerwirtschait umwandeln lassen, die den Ansprüchen von Gemütlichkeit gerecht werden wird. Es bleibt dabei: Man soll nicht Most in alte Schläuche fassen. Wir können dem jetzigen Wirt keine Vorwürfe machen, wenn er sich bemüht, sein Etablissement nach seinen Bedürfnissen zweckmässig herzurichten. Das Unglück geschah damals, als der erste Wirt in Oberried einzog. Mich dünkt, es wäre eine Spezialaufgabe für uns Leute vom Heimatschutz, die Frage zu studieren, wie eine Sommerwirtschaft nach den Begriffen des Heimatschutzes angelegt und betrieben werden sollte. Nur fürchte ich, es werde sich dabei herausstellen, dass ein hübscher Landsitz und eine Gastwirtschaft zwei Dinge seien, die nur da unter einen Hut zu bringen sind, wo weder der Wirt noch der Gast hohe Ausgaben scheuen.»