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Tänze des Univer. Friedens
Die Tänze des Universellen Friedens entstanden aus der Vision von Samuel Lewis (http://en.wikipedia.org/wiki/Samuel_L._Lewis )(1896-1971), einem aus jüdischer Familie stammenden Amerikaner. Er war Gärtner, Tänzer, Poet, UNO-Beauftragter und Weltreisender in Sachen sanfte Technologien und ökologischen Landbau, zugleich geistiger Lehrer, der die mystischen Traditionen des Hinduismus, Judentums und Christentums studiert hatte und Eingeweihter war in die Traditionen des Sufismus, Zen Buddhismus und der jüdischen Kabbalah.
Quelle der Inspiration für die Tänze waren die tiefe Verbundenheit mit seinen geistigen Lehrern und die Freundschaft zu einer Pionierin des Ausdruckstanzes:
Ruth St. Denis, verkörperte in sakralem Tanz Göttinnen aus verschiedenen Kulturen und war Vorreiterin des modernen Ausdruckstanzes. Samuel Lewis schrieb über sie: „Ruth St. Denis hat die Gabe, Musik und Tänze direkt aus dem Kosmos, aus dem Herzen Gottes, zu ziehen.“
Hazrat Inayat Khan, welcher 1910 als erster die Botschaft des Universellen Sufismus in den Westen brachte, weihte ihn im Alter von 27 Jahren in die Sufi-Tradition ein.
Weitere wichtige Lehrer waren unter anderen:
- Nyogen Zenzaki, Roshi (geistiger Lehrer) im Zen-Buddhismus
- Swami Papa Ramdas und Mutter Krishnabai in Kerala (Süd-Indien), beide Bhakti Yogis
Aus Samuel Lewis reichen Lebenserfahrungen heraus visionierte und kreierte er im Alter von siebzig Jahren die „Tänze des Universellen Friedens“, welche er als Möglichkeit sah „...mystische Übungen mit einer körperlich erfahrbaren Realität des Weltfriedens“ zu kombinieren – ein dynamischer Weg, „Frieden durch die Künste“ zu fördern. Die Blumenkinder oder „Hippies“ waren seine ersten SchülerInnen. Sie durften erfahren, dass Ekstase und eine tiefe Freude ohne Drogen möglich waren.
Nach seinem Tod 1971 wurden die Tänze von seinen SchülerInnen weitergetanzt und weiter gegeben. Zu den Ursprungstänzen sind zahlreiche neu inspirierte Tänze dazu gekommen, welche aus dem spirituellen Hintergrund vieler Religionen und Traditionen entstanden sind.
1983 wurde in San Francisco/ USA das „Peace Works International Center for the Dances of Univesal Peace“ gegründet, um die Arbeit von Samuel Lewis einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die TanzausbiderInnen haben sich weltweit vernetzt und bilden den internationalen MentorInnenverband. Er hat die Aufgabe, interessierte Menschen zu TanzleiterInnen auszubilden.
In Anlehnung an viele mystische Traditionen verwenden die Tänze einfache Musikformen, Texte und Bewegungen, um die geistige Essenz in uns und in anderen zu berühren. Die Tänze sind einfach, leicht zu lernen, unmittelbar und eingänglich. Daher ist keine Erfahrung, weder in Musik noch Tanz, notwendig – alle sind willkommen. Auch keine besondere Kleidung ist notwendig, sie soll nur bequem und angenehm sein.
Mittanzen steht im Zentrum, nicht das Präsentieren. Jeder und jede kann tanzen, Alter, Nationalität, Tradition, Konfession oder irgendwelche Vorkenntnisse spielen keine Rolle. Jeder Tanz ist neu, wird immer wieder neu erlebt und bereichert unseren Erfahrungsschatz. Die Betonung liegt nicht auf möglichst perfekter Darstellung oder korrekter Choreographie, sondern auf dem Teilnehmen selbst und dem eigenen Erleben im Kreis, mit allen Gefühlen und Wahrnehmungen, die auftauchen mögen.
Die Tänzer und Tänzerinnen fassen sich an den Händen, bilden einen Kreis und singen meist mantrische Worte und Texte aus den verschiedenen Traditionen. Der Tanzleiter, bzw. die Tanzleiterin lehrt die Gruppe die Worte, Melodie und Bewegungen des Tanzes und gibt Erklärungen zum Text und eventuell zum Hintergrund. Jeder Tanz wird jedes Mal neu erklärt und die Gruppe darauf eingestimmt, so dass keine Vorkenntnisse nötig sind. Das Lehren kommt immer aus einer inneren Einstimmung, bezogen auf die Qualität des jeweiligen Tanzes, und trägt dazu bei, eine ganz bestimmte Atmosphäre zu kreieren. Oft kann eine solche Atmosphäre als ruhig, angenehm oder heilsam empfunden werden. Innerhalb von Minuten bewegen sich die Menschen, singen zusammen, erleben Einheit und Verbindung im Kreis.
Die Musik, die Bewegungen und die Worte der über 500 Tänze beinhalten essentielle Themen des inneren und äußeren Friedens und des spirituellen Weges an sich. Eingekleidet in die Sprache und Ausdrucksweise der jeweiligen Tradition oder Kultur, aus welcher der Tanz stammt, geht es meist um Heilung: Heilung der Erde, der Individuen, der globalen Familie.... Nicht das Trennende zwischen Menschen, Völkern und Traditionen wird hervorgehoben, sondern die Verschiedenartigkeit wird geehrt und das Verbindende der verschiedenen Wege aufgezeigt. Wenn wir die vielen Traditionen in den Tänzen erleben, erweitert sich unser Verständnis und die Wertschätzung für andere Kulturen, ebenso wie das Verständnis für unsere eigenen Wurzeln.
Jeder Tanz enthält seine spezifischen Eigenschaften, die durch das Singen und Tanzen wachgerufen und in uns wirksam werden können. Ob wir das Mitgefühl der buddhistischen Quan Yin anrufen, die spielerische Energie von Krishna feiern oder wir uns in die Einstimmung eines anderen spirituellen Wesens begeben, die Tänzerinnen nehmen immer an einer dynamischen Beziehung zwischen der Gruppe, dem Individuum und dem Selbst teil.
Die Stimmung, die im Tanzen erfahren werden kann, ist unendlich vielseitig. Die Tänze können unter anderem Gefühle von Liebe, Freude und Mitgefühl hervorrufen, jedoch auch von Trauer und Schmerz. Auf diese Weise verleihen wir den inneren Stimmen und Anteilen in uns Ausdruck, was uns ermöglicht diese wahrzunehmen, zu achten und zu integrieren.