Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/1911

Ranitomeya ventrimaculata
Vorkommen
Es sind zwei getrennte Verbreitungsgebiete des Bauchflecken-Bausteigers bekannt: Zum einen das tropische Tiefland des Oberlaufes des Amazonas und möglicherweise seiner Zuflüsse, also z.B. in Ecuador, Kolumbien, Peru und Brasilien. Zum zweiten sind Vorkommen in Guyana, Französisch-Guyana und Surinam bekannt. Ranitomeya ventrimaculata kommt zumeist auf Bäumen des tropischen Regenwaldes vor, selten am Boden.
Aussehen
Bauchflecken-Baumsteiger, Bauchseite
Der tagaktive Frosch wird bis zu 20 Millimeter groß, wobei die Männchen etwas kleiner bleiben und die Weibchen etwas fülliger sind. Er besitzt eine schwarze Grundfarbe, die dorsal gelbe Linien- oder Punktzeichnungen aufweist. Die Bauchseite zeigt blaue bis graue Netzmusterung auf schwarzem Grund auf. Dies erweckt den Eindruck einer schwarzen Punktzeichnung, der der Frosch seinen Namen verdankt. Die Beine sind auf schwarzem Grund grau-blau bis bronzefarben genetzt.
Fortpflanzung
Bauchflecken-Bausteiger erreichen mit rund sechs Monaten die Geschlechtsreife. Nach der Eiablage, die gewöhnlich in wassergefüllten Blattachseln unter der Wasseroberfläche erfolgt, werden die vier bis acht Eier vom Männchen befruchtet und nach dem Schlupf der Kaulquappen, der im Regelfalle nach 12 bis 16 Tagen erfolgt, vom Männchen einzeln in Kleinstgewässer (Pfützen, Blattachseln etc.) getragen. Die Entwicklung der Larven bis zum metamorphosierten Frosch ist nach 60 bis 80 Tagen abgeschlossen. Die Kaulquappen des Bauchflecken-Bausteigers sind omnivor und darüber hinaus kannibalistisch veranlagt. Aus diesem Grund separieren die Männchen dieser Art die frisch geschlüpften Larven.
Gift
Der Bauchflecken-Baumsteiger sondert über Hautdrüsen Gifte ab, die vor Pilz- und Bakterienbefall schützen. Darüber hinaus schützt das Gift vor Fressfeinden, die auch schon durch die leuchtenden Farben des Frosches abgeschreckt werden. Er wird aufgrund dieser Eigenschaft zu den Pfeilgiftfröschen gezählt, jedoch ist der Bauchflecken-Baumsteiger, im Vergleich zu den “wirklichen” Pfeilgiftfröschen, nur schwach giftig. Das Gift stellt der Frosch nicht selber her, sondern nimmt es über die Nahrung auf. Nachdem man lange vermutete, dass Ameisen oder Termiten die Produzenten des Giftes sind, fand man nun eine Milbenart im Verbreitungsgebiet der Frösche die genau dieselben Alkaloide produziert wie die die auf der Haut der Frösche vorkommt.