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Schutz von migrierenden Kindern in Westafrika
Auf der Flucht vor Armut migrieren immer mehr Kinder in Westafrika. Rund 90% von ihnen bleiben in der Region und siedeln in Städte oder auf Agrar- und Produktionsgelände über, wie zum Beispiel Goldminen und Kakaoplantagen. Obwohl die Übersiedlung tatsächlich eine Chance auf Arbeit bedeutet, so birgt sie für die Kinder auch das Risiko von Ausbeutung, Missbrauch und Menschenhandel. Wir reagieren auf die Schutzbedürftigkeit dieser Kinder auf der Reise von ihrem Heimatort bis hin zur Zieldestination.
Eine Schlüsselroute für junge Migranten
Unser neues Projekt befasst sich mit der Situation von unbegleiteten Minderjährigen, die zwischen der Elfenbeinküste und Nigeria via Ghana, Togo und Benin reisen. Diese Küstenstrasse entlang der Metropolen der fünf Länder, zwischen Abidjan und Lagos, zieht einen Grossteil von jungen Migranten an, die auf der Suche nach Arbeit sind. Das Projekt CORAL (für Corridor Abidjan-Lagos), ist von der Europäischen Union für den Zeitraum 2017-2020 finanziert.
Partnerschaft mit einer wichtigen lokalen Bewegung
Dank der Zusammenarbeit mit der regionalen Jugendarbeiterbewegung AMWCY (African Movement of Working Children and Youth), die in etwa 20 Ländern präsent ist und alle fünf Länder einspannt, in denen das Tdh-Projekt stattfindet, können wir nun besser auf das regionale Migrationsphänomen reagieren und viele gefährdete migrierende Kinder schützen.
Migrierende Kinder dort schützen, wo sie sind
Moussa Harouna, Kommunikationsmitarbeiter der Bewegung erklärt: “Mit diesem Projekt verfolgen wir das bestimmte Ziel, Kinder auf der Reise von ihrem zu Hause bis hin zur Zieldestination zu begleiten und beschützen.“
Vor der Abreise:
Wir unterstützen die Gemeinschaften an jenen Orten, wo sich die Kinder für ihre Abreise entscheiden. Die Kinder und ihre Familien werden über die Risiken von früher und gefährlicher Migration informiert und auf Alternativen aufmerksam gemacht, wie zum Beispiel schulische oder berufliche Ausbildungsmöglichkeiten in ihrem Land. Des Weiteren verbessern wir mit einkommensschaffenden Massnahmen die Existenzgrundlage von Familien. Dies führte bereits dazu, dass immer weniger Kinder aus wirtschaftlichen Gründen das Risiko einer gefährlichen Migration in jungem Alter auf sich nehmen.
Auf der Migrationsroute:
Kinder, die sich für eine Abreise entscheiden, werden auf ihrer Reise beschützt. Wir bilden Gemeinschaftsmitglieder und Kindergruppen darin aus, sicheren Raum schaffen und verwalten zu können und die Bedürfnisse der migrierenden Kinder zu verstehen. In diesen Räumen werden die Kinder auf die möglichen Risiken und die verfügbare Unterstützung während ihrer Reise aufmerksam gemacht, was sie darin bestärkt, sich selbst besser zu schützen. Moussa erklärt: „Wir wollen nicht an ihrer Stelle entscheiden und handeln. Vielmehr helfen wir ihnen dabei, selbst zu handeln, planen und über die Zukunft nachzudenken; damit sie wissen, was sie wollen und damit sie es mit unserer Unterstützung in die Tat umsetzen können.“
An der Zieldestination:
Wenn die Kinder an ihrem Ziel angekommen sind, verbessern wir ihre Lebensbedingungen mit Verweis auf schulische oder berufliche Ausbildung. Diejenigen, die zurück nach Hause möchten, erhalten Unterstützung in der Reintegration.
Plaidoyer für ein Kinderschutz-Netzwerk
Im Grossen und Ganzen setzen wir uns für die Integration von Kinderschutz in der Migrationspolitik und der nationalen und regionalen Gesetzgebung ein. Wir bilden Schutzakteure darin aus, technische Unterstützung in dieser Angelegenheit zu leisten, um zu garantieren, dass migrierende Kinder in Entscheidungen berücksichtigt werden. Um den Kindern Zugang zu Schutzvorrichtungen in ihrem Heimatort, auf der Durchreise und an der Zieldestination zu gewährleisten, bringen wir Mitglieder von Gemeinschaften und Institutionen für eine bessere Koordination von Kinderschutzmechanismen zusammen.
Unser Ziel ist ein ganzheitliches Schutznetzwerk für Kinder, das ihre Verwundbarkeit während der Migration reduziert, ihre Bedürfnisse erfüllt und ihre Rechte respektiert – unabhängig von ihrer Entscheidung, wo sie leben möchten.
Mit Unterstützung von
Finanzielle Partner
Das Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) finanziert Hilfsaktionen für Opfer von Naturkatastrophen und Konflikten ausserhalb der Europäischen Union. Terre des hommes verwirklicht die von ECHO finanzierten Projekte in Burkina Faso, Mali, Irak, Griechenland und Indien. (Situation am 04.11.2016).
> ec.europa.eu/europeaid
Das Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) finanziert Hilfsaktionen für Opfer von Naturkatastrophen und Konflikten ausserhalb der Europäischen Union. Terre des hommes verwirklicht die von ECHO finanzierten Projekte in Burkina Faso, Mali, Irak, Griechenland und Indien. (Situation am 04.11.2016).
> ec.europa.eu/europeaid