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Der Weisse Germer kommt sowohl auf kalkhaltigen wie auch auf Silikatböden vor. Er wächst allgemein in sehr unterschiedlichen Pflanzengesellschaften. Oft ist er auf frischen, feuchten und eher tiefgründigen Böden sowie auf nördlich exponierten Standorten anzutreffen. Auf Alpen ist er vor allem auf unternutzten, spät oder unregelmässig genutzten Weiden weit verbreitet.
Der Weisse Germer ist in frischem und getrocknetem Zustand giftig. Er sollte deshalb nicht ins Heu oder die Einstreu gelangen. Alle Pflanzenteile sind giftig, wobei sich die höchste Konzentration an Giftstoffen im Rhizom befindet (vgl. Skizze). Erfahrungen und Berichte weisen darauf hin: Je höher gelegen der Standort des Weissen Germers und je älter die Pflanze ist, desto geringer ist die Giftigkeit. Auf der Weide wird der Weisse Germer vom Vieh im Allgemeinen gemieden. Das vereinzelte Abfressen kann teils bei älteren und damit weniger giftigen Pflanzen beobachtet werden. Vergiftungserscheinungen können sich durch Speichelfluss, verlangsamte Atmung, Untertemperatur, Krämpfe, Zittern oder Pansenlähmung mit starkem Durchfall äussern.
Der Weisse Germer ist ein Unternutzungszeiger und Platzräuber. Er treibt früh in der Vegetationsperiode aus und ist besonders in einem frühen Entwicklungsstadium empfindlich gegen den Tritt der Tiere. Konnte er sich auf einem Standort etablieren, nimmt er durch seine hohe und ausladende Wuchsform und sein häufiges Vorkommen in Nestern den noch vorhandenen Futterpflanzen das Licht weg und kann sie allmählich von der Fläche verdrängen.
Die Blüte erfolgt nur alle 4 bis 8 Jahre je Einzelpflanze. Es können bis zu 2’000 Samen pro Pflanze gebildet werden. Die meisten Samen können nur in den ersten zwei Folgejahren nach der Versamung keimen. Danach sind weniger als 1 % der Samen keimfähig. Sind die Wetterbedingungen passend, können Keimung, Pflanzenentwicklung und Blüte in einem bestimmten Zyklus und damit in einem Gebiet zeitgleich ablaufen. Dies ist eine mögliche Erklärung, wieso beim Weissen Germer «gemeinsame Blütenjahre» zu beobachten sind. Allgemein ist die Verbreitung durch Samen weniger wichtig als über das Rhizom.
Der Weisse Germer besitzt ein kurzes, ca. 6-10 cm senkrechtes Rhizom, das der Pflanze als Speicher für Reservestoffe dient. Am oberen Teil des Rhizoms sitzen mehrere zwiebelartige Erneuerungsknospen (vgl. Skizze). Aus diesen können sich jedes Jahr, teils auch durch Wiederaustrieb im selben Jahr neue Pflanzen entwickeln (Mechanische Regulierungsmassnahmen). Durch diese Vermehrung mit den Erneuerungsknospen am Rhizom entstehen die häufig vorkommenden Germernester.
Weitere biologische Aspekte zum Weissen Germer sind unter folgendem Link zu finden: https://www.infoflora.ch/de/flora/veratrum-album.html