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Diese Seite enthält Auskünfte zur gewählten Datengrundlage und den verfügbaren Dauerstufen sowie zu den Wiederkehrperioden und Niederschlagsintensitätsdiagrammen der Extremwertstatistiken.
Gut zu wissen
Die Datengrundlage wird dem Anwendungsfall angepasst.
Dem User werden zwei Möglichkeiten angeboten:
- "Standard Periode": Für Anwender, die ein historisches Ereignis klimatologisch einordnen oder die Resultate an verschiedenen Stationen vergleichen möchten, werden über die Standardperiode (1961‒2010) geschätzte Wiederkehrwerte und Wiederkehrperioden angeboten. Die Standardperiode ist 50 Jahre lang und wird im gleichen „Takt“ wie die Normperiode angepasst (alle 10 Jahre).
Eine gemeinsame Datengrundlage ist notwendig, wenn es um Vergleiche bzw. die klimatologische Einordnung von Ereignissen geht, die in verschiedenen Jahren und/oder Regionen der Schweiz stattgefunden haben (z. B. jährliche Berichte zur Jährlichkeit der Ereignisse in der Nähe eines Staudamms, Berichte zu Hochwasserereignissen von regionaler oder nationaler Bedeutung, Begutachtungen, Schadensfälle) oder wenn die Wiederkehrwerte an mehreren Stationen verglichen werden. Der Anwendungsfall «Standardperiode» gibt die Möglichkeit, solche Vergleiche durchzuführen.
- "Längste Periode": Man kann die über die längst möglich verfügbare Zeitperiode geschätzte Wiederkehrwerte abrufen. Dies ist für Anwender wichtig, die an einem bestimmten Ort bzw. von einer bestimmten Datenreihe einen Wiederkehrwert brauchen.
Es ist nicht zu vermeiden, dass sich die aufgrund von verschiedenen Zeitperioden geschätzten Wiederkehrwerte unterscheiden. Zudem ändern sich sowohl die Wiederkehrwerte wie auch die Güte der Schätzung bei der laufenden jährlichen Aktualisierung im Fall a). An der Station Lugano (LUG) zum Beispiel ist der 100-jährige Wiederkehrwert des 1-Tages-Niederschlags bei der Verwendung der Standardperiode 5 mm niedriger als bei der Verwendung der maximalen Datensätze, an der Station Schaffhausen (SHA) ist er 20 mm höher. Die Unterschiede in den Ergebnissen sind aber nicht statistisch signifikant. Aus Konsistenzgründen wird MeteoSchweiz für die Einordnung von Niederschlagsereignissen die Ergebnisse aus der Standardperiode 1961–2010 verwenden.
Unterschiedliche Auswertezeiträume werden nur für den (mehr-)tägigen Niederschlag bereitgestellt. Für den subtägigen Niederschlag wird die Datengrundlage jedes Jahr aufdatiert, bis sie eine Länge von 40 Jahren erreicht und somit als Standardperiode betrachtet werden kann. Bis zu diesem Zeitpunkt werden unter beiden Anwendungsfälle die gleichen Ergebnisse für den subtägigen Niederschlag zu finden sein.
Anlässlich des Projekts Digihom wurden tägliche Niederschlagssummen ausgewählter Stationen nachdigitalisiert und qualitätsgeprüft. Diese fliessen in die Extremwertanalysen basierend auf dem längst möglichen Zeitraum ein. Für die Extremwertanalysen wurden nachträglich aber keine subtägigen Niederschlagsmessungen (z. B. von Niederschlagsstreifen) digitalisiert.
Die Zeitreihen des 10-Minuten-Niederschlags sind jetzt zurück bis zum Anfang der Messperiode qualitätsgeprüft. Ab 2018 werden Extremwertanalysen nicht nur für 10-Minuten Niederschlagssummen (maximale zeitliche Auflösung), sondern auch für 20- und 30-Minuten-Summen zur Verfügung gestellt.
Wir werden keine Extremwertanalysen zu den 30-Tages-Summen bereitstellen, da die Datengrundlage für eine zuverlässige Schätzung ungenügend ist. Die Einordnung eines 30-Tages-Ereignisses kann über eine Auflistung der fünf bis zehn grössten Ereignisse gewonnen werden. Dies ist nicht mehr Gegenstand der Extremwertstatistik. Überlegungen sind im Gange, diese Information an einem geeigneten Ort auf der MeteoSchweiz-Webseite zur Verfügung zu stellen.
Leider verfügt die MeteoSchweiz nicht über qualitätsgeprüfte Niederschlagsmessungen der Dauerstufen 2- bzw. 5-Minuten. Aus diesem Grund können keine Extremwertanalysen zu diesen Dauerstufen bereitgestellt werden.
Die Wiederkehrwerte zu Wiederkehrperioden bis 300 Jahre können sowohl heruntergeladen werden als auch über das Tool angegeben werden. 1000-jährige Wiederkehrwerte sind bei Zeitreihen von 30 bis 150 Jahren nicht zuverlässig schätzbar und werden auf der Plattform nicht bereitgestellt. Wiederkehrperioden von mehr als 300 Jahren müssen individuell betrachtet werden. Eine Aufwandabschätzung für solche Anfragen können über den Kundendienst der MeteoSchweiz angefragt werden (<email-pii>).
Es werden keine IDF-Kurven an den täglichen Stationen angeboten, da die geschätzten Wiederkehrwerte für den Niederschlag auf kurzen Dauerstufen grosse Fehler aufweisen. Es wurde entschieden, die Extremwertanalyse für die Niederschlagsintensität an verschiedenen Dauerstufen an den Stationen mit stündlichen Niederschlagsdaten anzubieten.
Die Resultate der Extremwertanalysen von MeteoSchweiz auf klima-extreme.ch unterscheiden sich wahrscheinlich von den vom Institut für Wald, Schnee und Landschaft WSL publizierten Analysen (Zeller, J, Geiger H. & Röthlisberger, G: 1976-1992, Starkniederschläge des schweizerischen Alpen- und Alpenrandgebietes, Eidgenössische Anstalt für das forstliche Versuchswesen, Birmensdorf) [ZGR]. Ein systematischer Vergleich an einer Auswahl von Stationen wurde durchgeführt und wurde in der Form eines neuen Kapitels der 2. Auflage des Fachberichtes “MeteoSwiss extreme value analyses: User manual and documentation” hinzugefügt.
Für Einzelstationen kann ein quantitativer Vergleich zwischen ZGR-Schätzungen einerseits und MeteoSwiss-Schätzungen über die Standardperiode (1966-2015) andererseits beim Kundendienst der MeteoSchweiz bestellt werden. Diese Vergleiche sind für Niederschlagssummen über 10 Minuten, 1 Stunde, 1 Tag und 5 Tage für Wiederkehrperioden von 2.33, 10, 20, 30, 50, und 100 Jahren erhältlich. Sie werden jeweils in einem 2-seitigen pdf-Dokument (auf Englisch) zusammengefasst. Ein Beispiel für die Station Zürich /Fluntern (SMA) ist hier ersichtlich.
Kann man nach der Postleitzahl suchen?
Nein. Es ist vorgesehen, die Stationssuche nach der Postleitzahl in Zukunft anzubieten.
Ist eine räumliche Interpolation der Ergebnisse vorgesehen?
Es ist vorgesehen, in Zukunft einerseits Extremwertstatistiken für Einzugsgebiete, andererseits auf einem Gitter interpolierte Ergebnisse bereitzustellen. Der Zeitplan, wann diese Analysen verfügbar sein werden, steht noch nicht fest.