Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03099.jsonl.gz/499

Giulio Pampuro,
Seit der Publikation der Halbjahreszahlen ist die Gavazzi-Aktie um über 10% eingebrochen. Weshalb?
Giulio Pampuro:
Ich verstehe die Reaktion nicht. Meiner Meinung nach hätte der Kurs aufgrund unserer guten Ergebnisse im Vergleich zum 1. Semester des Vorjahres eher nach oben tendieren müssen.
Die Investoren scheinen von der Entwicklung bei Computing Solutions (CS) und den Margen im Allgemeinen etwas enttäuscht zu sein.
Pampuro: CS hat das beste Resultat seit Jahren ausgewiesen. Zudem werden wir den operativen Verlust von 0,3 Mio Fr. innerhalb des 2. Semesters aufholen, weshalb wir für das Gesamtjahr mit einem positiven operativen Ergebnis rechnen. Sowohl CS als auch Automation Components sind in einem konstanten Aufwärtstrend.Trotzdem, die Erwartungen an Carlo Gavazzi waren höher.Pampuro: Noch höher? Wir steigerten den Ebit um 34% und den Reingewinn um 46%. Die Marktteilnehmer haben offensichtlich den bei weitem zu optimistischen Einschätzungen eines einzelnen Analysten Glauben geschenkt.
Welche Margen streben Sie an?
Pampuro: Bis 2009/10 wollen wir eine Ebit-Marge von 10% erreichen. Da wir glauben, dass dieses Ziel früher erreicht wird, werden wir die Dreijahresplanung überarbeiten und erwarten ein positives organisches Wachstum, mit welchem wir eine Ebit-Marge von 12% erreichen sollten.
Wie weit sind Sie damit?
Pampuro: Die Dreijahresplanung wurde noch nicht besprochen. Die Pläne sehen aber eine organische Umsatzsteigerung in den prioritären Marktsegmenten vor, die vor allem mit der Entwicklung in der Sparte Automation Components (AC) zusammenhängt und deutlich stärker als der Markt ausfallen soll. Damit verbunden ist natürlich auch eine Verbesserung der Ebit-Margen. Für die Umsatzziele werden Akquisitionen nicht berücksichtigt, auch wenn wir auf der Suche nach attraktiven Firmen sind.
Auf der anderen Seite steht der Verkauf von CS zur Diskussion. Wie weit sind Sie damit?
Pampuro: Wir verfügen über einige Kontakte, aber diese sind noch wenig konkret. Da im CS-Geschäft keine Synergien mit der Automation bestehen und CS keine Kernaktivität für die Gruppe darstellt, wollen wir aus dieser Sparte aussteigen.
Wann wird CS verkauft?
Pampuro: Wir wollen CS nicht wegwerfen. Die Sparte ist restrukturiert und belastet unser Ergebnis nicht. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt, dann wird sie geprüft.
Wann steht der Verkauf fest?
Pampuro: Innerhalb der nächsten 18 Monate. Ich hoffe im Geschäftsjahr 2008/09.
Die Schweizer Elma ist in einem ähnlichen Bereich tätig...
Pampuro: Ich weiss. Wir haben mit Elma derzeit aber keine Kontakte.
Kommen wir zur AC. Wie geht es dort weiter?
Pampuro: Wir sind dabei, Märkte ausfindig zu machen, die schneller als der Durchschnitt wachsen, sprich 10% gegenüber einem Plus von 4%. Wir konzentrieren uns auf ausgewählte Segmente innerhalb der Fabrik- und Gebäudeautomation. Weiter führen wir eine Kundensegmentierung durch und arbeiten an zahlreichen Innovationen. Deshalb werden wir unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung erhöhen.
Wie hoch werden diese ausfallen?
Pampuro: Heute investieren wir rund 5,5% unseres AC-Umsatzes in Produktinnovationen. Zukünftig werden wir diesen Wert weiter steigern. Dabei bevorzugen wir diejenigen Produkte, die am schnellsten auf den Markt gebracht werden können und die höchsten Margen abwerfen. Schliesslich bauen wir den Verkauf aus und visieren neue regionale Märkte an.
In den USA läuft das AC-Geschäft schleppend.
Pampuro: Wir hatten dort eine Wachstumsverlangsamung. Ein Grund war, dass wir uns in den USA mit tiefermargigen Produkten Dritter engagiert haben. Unser Angebot wird nun bereinigt und mit eigenen Produkten ergänzt.
Sind Veränderungen im Aktionariat vorgesehen?
Pampuro: Nein, absolut nicht. Die Familie Gavazzi wird auch weiterhin am Investment festhalten.
Halbjahresergebnis
Tiefer Freefloat
Tätigkeit