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Ab dem 24. Dezember 1979 besetzte die UdSSR Afghanistan mit mehreren Divisionen aus dem benachbarten Militärbezirk Turkestan.
Nach einem jahrelang dauernden Krieg mit den afghanischen Mujaheddin zog die 40. Armee der Sowjetunion im Februar 1989 aus Afghanistan ab.
Die Mehrheit der Offiziere und Soldaten dieser Divisionen waren Reservisten.
Den Einmarsch hatte die Führung des Politbüros mit Leonid Iljitsch Breschnew an der Spitze ohne eine Beratung durch militärische Sachverständige befohlen (1).
Ein grosser Teil der Offiziere hatte nie eine Führungsfunktion ausgeübt, und die Soldaten waren für den sehr bald ausbrechenden Krieg mit den afghanischen Mujaheddin nie ausgebildet worden.
Nach Monaten des Kriegs mussten die Reservisten durch Einheiten aus den westlichen Militärbezirken ersetzt werden.
Die sowjetischen Divisionen waren 1979 mit schwerem und für die Gebirgsverhältnisse untauglichem Material und Waffen, so Kampfpanzer, Raketenartillerie, Fliegerabwehrlenkwaffen, ausgerüstet gewesen.
Diese Waffen wurden sehr bald wieder in die UdSSR zurückverlegt.
Erst ab 1985 erfolgte eine schrittweise Anpassung der sowjetischen Einheiten an die harten Verhältnisse des Kriegstheaters. Die Divisionen und Regimenter der schweren Divisionen wurden zu mechanisierten Brigaden umgegliedert.
Gleichzeitig wurden die sowjetischen Einheiten mit Waffen und Material ausgerüstet, die der Aufgabe entsprachen. Dazu gehörten Kampfschützenpanzer, leichte Minenwerfer und insbesondere die Verfügbarkeit über Kampfhelikopter Mi-24.
Die Bataillons-Kommandanten erhielten die volle Autonomie bei ihren Einsätzen. Die Motorisierten Schützen wurden zunehmend durch Fallschirmjäger ersetzt, die dank den Kampfhelikoptern eine hohe Mobilität erreichten.
Die Taktik wurde an die Prinzipien der Antiguerilla-Kriegführung angepasst.
Über das gesamte Land wurden kleine Stützpunkte errichtet, dank denen die Kommunikationen gesichert wurde, wichtige Einrichtungen geschützt werden konnten und ohne Zeitverzögerung Nachrichten über den Feind beschafft wurden.
Nach dem Abzug der 40. Armee gerieten in den russischen Streitkräften die Lehren über diesen Krieg in Vergessenheit.
Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass im gegenwärtigen Krieg gegen die Ukraine die Führung Russlands mit Wladimir Wladimirowitsch Putin an der Spitze über die Lehren aus dem Afghanistankrieg nicht im Bilde ist.
Eine wichtige Lehre, die bewusst oder unbewusst vor dem Einmarsch in die Ukraine missachtet wurde, war die Notwendigkeit der Beratung durch militärische Sachverständige.
Jeder gut ausgebildete Offizier hätte vor diesem Abenteuer gewarnt. Dadurch hätte das jetzt für Russland eingetroffene Desaster vermieden werden können.
1 Evgeniy Nikitenko, Mai 2023