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Themenspezifische Specials
Mit themenspezifischen Specials, die als zusätzlicher Zeitungsbund erscheinen, bietet «Finanz und Wirtschaft» ihren Leserinnen und Lesern regelmässig einen attraktiven Mehrwert.
Sean Lightbown, Content Manager, Moonfare
Apax Partners hat 1999 den unbekannten Freizeitparkbetreiber Vardon Attractions im Rahmen einer Transaktion von weniger als 60 Mio. £ von dessen gleichnamiger kotierten Muttergesellschaft getrennt. Damit begann die lange Geschichte von Vardon mit Private Equity. Später wurde Vardon an Hermes Private Equity unter dem neuen Namen Merlin Entertainments verkauft. Acht Jahre später, mit einem Umsatz von über 1 Mrd. £, betrieben in über 20 Ländern und einer Bewertung von über 3 Mrd. £, folgte der Weg an die Londoner Börse.
Dieser Exit ist einer der vielen Erfolge im Mid-Market-Bereich des Private Equity, der sich in der Regel auf Investitionen mit einem Unternehmenswert zwischen 50 Mio. und 1 Mrd. $ fokussiert. Anleger hören möglicherweise weniger von diesen durchaus bemerkenswerten Deals, da sie oft von grösseren, berichtenswerteren Mega-Buyouts überschattet werden.
Insgesamt haben Mid-Market-Manager eine beeindruckende Erfolgsbilanz im Vergleich zu grösseren Buyout-Firmen. Laut einer Studie von Rothschild & Co liegt die durchschnittliche Netto-IRR (Internal Rate of Return) für Mid-Market-Fonds seit 2000 bei 13,5%, während grosse Buyouts bei 12,7% liegen. Legt man den Fokus auf die Fonds im oberen Quartil, haben Mid-Market-Akteure eine Nettorendite von 22,1% erzielt vs. 19% für grosse Buyout-Strategien.
«Die Erfolgsbilanz von Mid-Market-Managern ist beeindruckend.»
Ein Grund dafür, dass Investitionen im mittleren Marktsegment oft besser abschneiden als grössere Transaktionen, ist, dass kleinere Unternehmen gewöhnlich mehr Raum für organisches und anorganisches Wachstum haben. Die Software-Gesellschaft Visma wurde beispielsweise 2006 von Hg Capital für eine Investition von 101 Mio. £ übernommen. Seitdem hat Visma Hunderte von Ergänzungskäufen getätigt, das Ebitda mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 23% gesteigert und Ende 2021 eine Bewertung von 19 Mrd. $ erreicht.
Hinzu kommt eine Reihe anderer Gründe, warum sich Private Equity im mittleren Marktsegment als attraktiv erweisen könnte:
Mittelständische Unternehmen sind weniger auf Fremdkapital angewiesen
Eine aktuelle Herausforderung für grössere Private-Equity-Manager ist der Rückgang der Verfügbarkeit von Akquisitionsfinanzierungen, die für diese wichtige Werthebel sind. Gemäss dem Global Private Equity Report 2023 von Bain sanken die Emissionen von Leveraged Loans in den USA und Europa im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr von 410 Mrd. $ um 50%. Mid-Market Transaktionen können hingegen oft mit Eigenkapital überbrückt werden, da die Einstiegssummen meistens kleiner sind und die Sponsoren nicht übermässig belastet werden. Darüber hinaus verwenden die Zielunternehmen, die selbst mittelständische Unternehmen mit weniger als 50 Mio. $ Ebitda sind, gemäss Zahlen von Standard & Poor’s durchweg weniger Fremdkapital als grössere Unternehmen.
Grössere Ausstiegsfenster
Viele Private-Equity-Manager mussten in diesem Jahr unfreiwillig längere Haltedauern in Kauf nehmen, weil beispielsweise die IPO-Fenster geschlossen blieben. Die Ausstiegsmöglichkeiten im Mid-Market können demgegenüber flexibler sein. Kleinere Käufe wirken sich nicht nur weniger auf die Bilanz aus, sondern Mid-Market-Sponsoren sind auch in der Lage, an grössere Private-Equity-Manager im Zweitmarktgeschäft zu verkaufen. Lazard schätzt, dass die von General Partner geführten Zweitmarktgeschäfte im Jahr 2022 insgesamt 102 Mrd. $ betragen haben, was nach 2011 der zweitgrösste Wert in der Geschichte war.
Niedrigere Bewertungen – grössere Bereitschaft zum Handeln
Käufer sind preissensibler geworden und möchten nicht mehr zu viel für Unternehmen zahlen, insbesondere, nachdem die Bewertungen im Jahr 2021 Rekordhöhen erreicht haben. Der Mid-Market könnten hingegen Chancen bieten, Unternehmen zu vergleichsweise niedrigen Einstiegsbewertungen zu erwerben. Nach Untersuchungen von Pinebridge lag der durchschnittliche Multiplikator, der für Unternehmen mit einem Unternehmenswert von weniger als 500 Mio. $ gezahlt wurde, in den vergangenen fünf Jahren um 17% unter dem Einstiegsmultiplikator für grössere Unternehmen.
Auf der Suche nach mehr Diversifizierung und höheren risikobereinigten Renditen wenden sich einige Anleger zunehmend den privaten Märkten zu. Die Fokussierung auf grosse Transaktionen hat jedoch oft dazu geführt, dass das Potenzial des Mid-Market-Bereichs übersehen worden ist. In die Zukunft blickend, in der starre Zinssätze die Nutzung von Fremdkapital für grosse Manager einzuschränken droht, ist es gut vorstellbar, dass sich Manager mehr auf den mittleren Markt konzentrieren werden.
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