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Die Biolandwirtschaft hat grosses Potenzial: Die Nachfrage nach Bioprodukten wächst und die Konsumenten vertrauen der ökologischen Landwirtschaft. Die Produktion kann mit der erhöhten Nachfrage an Bioprodukten jedoch nicht Schritt halten. Nach dem Zuwachs der letzten Jahre bleiben die Bioflächen jüngst konstant. Dabei könnte der Markt dank der grossen Nachfrage nach Bioprodukten gut einige hundert Biobetriebe mehr verkraften. Die Schlussfolgerung ist deshalb eindeutig: Die Schweiz braucht mehr Biobetriebe, sonst verliert ihre Landwirtschaft Marktanteile ins Ausland!
Wer als Bauer den Schritt wagt, findet im Biolandbau ausgezeichnete Möglichkeiten für eine erfolgreiche Weiterentwicklung seines Betriebs. Folgende sieben Gründe sprechen für eine Umstellung:
Sieben gute Gründe
BIO BRINGT HÖHERE EINKOMMEN
- Das jährliche landwirtschaftliche Einkommen von Biohöfen in Tal-, Hügel- sowie Berggebieten ist im Durchschnitt 5'300 bis 8'800 Franken höher als auf landwirtschaftlichen Betrieben, welche nach den Regeln des ökologischen Leistungsnachweises produzieren (Studie der Agroscope Reckenholz-Tänikon für die Jahre 2006 bis 2008).
- Untersucht man biologische und konventionelle Betriebe mit vergleichbaren Strukturkennzahlen (Produktionsschwerpunkte, ähnliche Grösse etc.) bezüglich des jährlichen landwirtschaftlichen Einkommens pro Familienarbeitskraft, so zeigt sich folgendes Bild: Die analysierten Biobetriebe haben pro Familienarbeitskraft ein um 8'000 (Bergregion) bis 15'700 Franken (Talregion) höheres Einkommen als konventionelle Vergleichsbetriebe (Quelle: FiBL-Berechnungen auf der Grundlage der ZA-Daten).
- Bezogen auf einzelne Betriebstypen zeigt sich, dass Biobetriebe pro Familienarbeitskraft jährlich im Durchschnitt 9'800 Franken mehr verdienen als vergleichbare konventionelle Betriebe. Biomilchwirtschaftsbetriebe verdienen pro Familienarbeitskraft im Durchschnitt jährlich 8'300 Franken mehr als vergleichbare konventionelle Betriebe, sonstige Futterbaubetriebe rund 4'900 Franken mehr und gemischte Betriebe 17'800 Franken mehr als konventionelle Betriebe (Quelle: FiBL-Berechnungen auf der Grundlage der ZA-Daten).
- Entgegen weit verbreiteter Meinungen zeigt zudem eine Studie des FiBL, dass die Mehrzahl der untersuchten Biobetriebe auch ohne Biobeiträge wirtschaftlich besser abschneidet als die Vergleichsbetriebe (Quelle: Jürn Sanders, Hiltrud Nieberg, Frank Offermann, 2010: Is organic farming still financially attractive in Switzerland? Frick: FiBL). Die Umstellung auf Bio lohnt sich also auch finanziell.
BIO ENTWICKELT GUTE WIRTSCHAFTLICHE PERSPEKTIVEN
- Die Verkaufszahlen von Bioprodukten entwickeln sich langfristig gut. 2009 war bereits das dritte Jahr in Folge mit deutlich steigenden Verkaufszahlen im Lebensmittelhandel (+ 7% zum Vorjahr). Bemerkenswert ist dabei, dass alle Bioproduktegruppen gewachsen sind. Besonders deutlich ist das Wachstum bei Biofleisch und
-fisch sowie bei den verpackten Konsumgütern und den Convenience-Produkten.
- Von der steigenden Nachfrage profitiert nicht nur der Lebensmitteleinzelhandel, sondern auch die Direktvermarkter. Beide steigern ihren Umsatz im Jahr 2009 um knapp 10% gegenüber dem Vorjahr.
- Die Zahlen zeigen: Bio ist etabliert und erreicht mit einer dynamischen Produktepalette auch neue Käuferinnen und Käufer. Selbst die Wirtschaftskrise der letzten Jahre tat dem Biowachstum keinen Abbruch.
BIO ENTSPRICHT DEM LANGFRISTIGEN TREND
- Bioprodukte konnten in den letzten Jahren nicht nur umsatzmässig zulegen, sondern geniessen in der Öffentlichkeit zunehmend ideelle Unterstützung.
- Ein nachhaltiger Lebensstil, zu dem auch der Konsum von Bioprodukten gehört, hat sich etabliert. Rund 60% aller Konsumenten kaufen mehrmals pro Monat Bioprodukte.
- Die Bio Knospe ist sehr gut positioniert und hat ein gutes Image. In einer repräsentativen Studie stufen fast 80% der Befragten die Bio Suisse Knospe als vertrauenswürdig und mehr ein.
- Die regionale Herkunft ist vielen Konsumenten ein wichtiges Anliegen. Die Gründe sind vielfältig: Transparente Herstellungsprozesse, kurze Transportwege, Sehnsucht nach dem Ursprung, Konsumpatriotismus etc. Die biologische Landwirtschaft knüpft in hohem Masse an dieses Kundenbedürfnis an.
- Als Reaktion auf die Globalisierung spielt zunehmend auch die Versorgungssicherheit eine Rolle. Bio Suisse hat auf beide Trends reagiert. Sie verlangt bei den importierten Produkten qualitative und soziale Standards und sorgt mit der Knospe mit dem Schweizer Kreuz dafür, dass sich eine produzierende Schweizer Landwirtschaft mit hoher Wertschöpfung gegenüber dem Ausland behaupten kann.
BIO VERLANGT FACHKOMPETENZ
- Biobauern stehen vor der Herausforderung, ihren Betrieb ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Hilfsmittel erfolgreich zu führen. Dadurch gewinnt die Fachkompetenz des Bauern wieder an Bedeutung.
- Fachkompetenz heisst Technikeinsatz: Bewährte, aber auch innovative Techniken und Geräte müssen zum richtigen Zeitpunkt bodenschonend und effektiv eingesetzt werden, dann bringen sie den gewünschten Erfolg.
- Fachkompetenz heisst Unkrautmanagement: Unkräuter werden eingedämmt, jedoch nicht zu 100% "eliminiert". So gewinnen die Kulturpflanzen die Oberhand und die Nützlinge haben eine Lebensgrundlage. Mit einer angepassten Fruchtfolge, intensiver Stoppelbearbeitung und mechanischer Unkrautbekämpfung stehen den Biobetrieben verschiedene Möglichkeiten zur Unkrautregulierung zur Verfügung.
- Fachkompetenz heisst Krankheitsprävention: Krankheiten im Ackerbau wird durch den Einsatz resistenter Sorten sowie die Planung vielfältiger Fruchtfolgen so gut als möglich entgegengewirkt.
- Fachkompetenz heisst Risiken richtig abschätzen: Biobauern müssen damit rechnen, dass ihre Ernte ab und zu nicht die gewünschten Erträge bringt. Sie lassen sich dadurch jedoch nicht entmutigen, sondern kalkulieren die Risiken auch in die Preisgestaltung ein. Eine genaue Problemanalyse ist zudem oftmals die Grundlage für die erfolgreiche Bewältigung wiederholt auftretender Schwierigkeiten.
- Fachkompetenz heisst gezielte Nährstoffversorgung: Bei der Düngung wird der ganze Betrieb mit einbezogen. Tiere, Kunstwiesen, Leguminosen, Hofdünger oder Kompost werden gezielt eingesetzt, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und auf natürlichem Niveau zu stabilisieren.
BIO ORGANISIERT SICH GUT
- Bio Suisse, der Dachverband der Schweizer Biolandbau-Organisationen, vereinigt über 90 Prozent der Schweizer Biobetriebe unter einem Dach. Das verleiht der Biobewegung Kraft und Einflussmöglichkeit gegenüber den stark gebündelten nachgelagerten Sektoren.
- Bio Suisse ist stolz darauf, mit der Knospe die ganze Kette - vom Feld bis ins Verkaufsregal - partnerschaftlich einzubinden. Das ermöglicht eine effizient organisierte, innovative und marktorientierte Ausrichtung der Produktion.
- Mit der Marke Knospe haben es die Biobäuerinnen und -bauern geschafft, eine starke Bindung zu den Konsumentinnen und Konsumenten herzustellen.
- In der Bio Suisse hat die Basis ein echtes Mitspracherecht. Sie bringt zweimal jährlich an der Delegiertenversammlung ihre Interessen auf Verbandsebene aktiv ein.
- Durch die Mitgliedschaft in regionalen Mitgliedorganisationen sowie im Dachverband erreichen die Produzenten den hohen Organisationsgrad. Das verschafft ihnen Gewicht in der politischen Diskussion.
- Auf der politischen Ebene hat sich Bio Suisse ein breit abgestütztes Netzwerk organisiert, das die Vertretung der Bio Interessen wirkungsvoll unterstützt.
BIO WIRD GETRAGEN DURCH BERATUNG, FORSCHUNG UND POLITIK
- Das Bio-Netzwerk bietet eine Vielzahl an Beratungs- und Auskunftsstellen. Anlaufstellen für die Biolandwirte sind zum Beispiel Bio Suisse, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick, die kantonalen Beratungsstellen oder die Kontroll- und Zertifizierungsstellen.
- Bio Suisse ist die erste Adresse für Fragen zu Richtlinien und Markt.
- Anbautechnische Fragen zum Pflanzenbau und Fragen zu Tierhaltung und -gesundheit werden am besten an die Fachberaterinnen und -berater am FiBL gestellt. Die FiBL-Beratung bietet das grösste und umfassendste Beratungsangebot zum Biolandbau. Im Auftrag einiger Kantone führt sie auch Spezialberatungen durch.
- Die kantonalen Beratungsstellen sind Ansprechpartner für Umstellberatungen und allgemeine Auskünfte zum Biolandbau in der Region.
- Das FiBL als Kompetenzzentrum für Bildungsfragen im Landbau sowie zahlreiche weitere Institutionen (Bioschwand, Agridea, landwirtschaftliche Schulen) bieten laufend Kurse an zur Erweiterung des fachlichen Wissens. Das FiBL ist zudem eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen zur ökologischen Landwirtschaft im Kontext der Nachhaltigkeit.
- Die Politik unterstützt Bio, indem die Biolandwirte für ihre ökologischen Leistungen mit höheren Direktzahlungen entschädigt werden. In Zukunft wird die staatliche Unterstützung noch stärker auf nachhaltige Betriebe ausgerichtet werden.
BIO SCHONT DIE UMWELT - JETZT UND FÜR UNSERE ZUKUNFT
- Der Leitgedanke im Biolandbau ist das Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Natürliche Lebensprozesse werden gefördert und Stoffkreisläufe weitgehend geschlossen. Das ist nicht immer einfach, kann aber mit einer optimalen Abstimmung von Pflanzen, Boden, Tier und Mensch auf dem Betrieb erreicht werden.
- Durch die organische Düngung, die schonende Bodenbearbeitung und den Verzicht auf schädliche Pflanzenschutzmittel fördert der Biobauer eine grosse Menge und Vielfalt an Bodenorganismen. Sie fördern die Fruchtbarkeit des Bodens, verbessern die Bodenstruktur und vermindern die Erosion. Das Kapital des Landwirts, ein leistungsfähiger Boden, bleibt somit auch für die Nachkommen erhalten.
- Der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen ist in der biologischen Landwirtschaft ausdrücklich verboten. Die Probleme der Landwirtschaft können durch eine ganzheitlichen Ansatz gelöst werden: Zum Beispiel durch Züchtung wenig anfälliger Sorten, standortgerechte Tierbesätze, geschlossene Kreisläufe. Gentechnik hingegen betreibt weitgehend Symptombekämpfung und verstärkt die Abhängigkeit der Bauern von der Agroindustrie.
- Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse von Biohöfen haben echte Vorzüge für Konsumenten und Produzenten: Höchste Qualität und voller Geschmack mit dem guten Gefühl, die Natur geschont zum haben.