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Olympia-Qualifikation in Kloten

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Norwegen - Ein Zwerg schliesst auf
Von Urs Berger
Hilfe, die Norweger kommen! Doch wieso dieser Ausruf? Sind die Norweger nicht einfach ein Land, das kaum etwas zu sagen hat im internationalen Eishockey, das einfach nur so zum Plausch spielt? Sich einfach nur durch Glück an den letzen U20- Junioren Weltmeisterschaften in der ersten Division für die Weltmeisterschaften in Vancouver, wo sie unter anderem auch auf die Schweizer Nationalmannschaft treffen werden, qualifizieren konnten? Nein, alles hat ein Konzept und dieses Konzept hat einen Namen: Die UPC-ligaen. Ein Blick auf ein Land, das im Skisport eine führende Rolle innehat und dies, vielleicht bald, im Eishockey auch kann.
In Norwegen wird die Meisterschaft mit neu zehn Teams bestritten. Alle Spielen eine Doppelrunde gegeneinander plus noch einige Bonusrunden. Die ersten acht sind für die Play-offs qualifiziert. Nach der aktuellen Rangliste würden die Viertelfinals mit den folgenden Mannschaften gespielt: Valerenga, Trondheim, Storhamar, Stjernen, Frisk Asker, Sparta, Stavangar und Lillehammer. Am Schluss und bereits ausgeschieden mit 18 respektive 20 Punkten Rückstand sind Comet und Bergen. Die Spiele sind dennoch sehr ausgeglichen - und umkämpft. Ein Sieg in der regulären Spielzeit bringt in dieser Liga drei Punkte. Sollte ein Spiel unentschieden stehen, erhalten beide Teams einen Punkt. Danach folgt eine Verlängerung über fünf Minuten. Steht der Gewinner danach immer noch nicht fest, wird ein Penaltyschiessen durchgeführt, welches über den zusätzlichen einen Punkt entscheidet. Der Zuschauerschnitt konnte in den letzen sechs Jahren von 178'465 auf 267'707 fast verdoppelt werden. Die norwegische Meisterschaft ist sehr ausgeglichen und interessant, wird doch dort sehr auf den Körper gespielt und in einigen Spielen gab es auch schon Schlägereien. Das Spiel ist generell körperbetonter, aber dadurch auch etwas langsamer als in der Schweiz. Durch die Eigenschaften des Körpereinsatzes konnten aber die Norweger, im Gegensatz zu den Schweizern, schon einen Feldspieler in der NHL etablieren. Durch diesen Erfolg sind die Spieler der norwegischen Nationalmannschaft, welche den Sprung auf das internationale Parkett schafften, auch hungrig auf die Olympiaqualifikation. Bestes Beispiel dieser Entwicklung ist Espen Knutsen, der 1990 von den Hartford Whalers in der 10. Runde gezogen wurde und mit den Anaheim Mighty Ducks in der Saison 1997/98 in der nordamerikanischen Liga NHL debütierte.
Espen Knutsen lernte aber in den letzen Jahren auch die Schattenseiten der NHL kennen. Nachdem er in der Saison 2000/01 mit den Columbus Blue Jackets wieder debütierte, nach dem er zwei Jahre in der schwedischen Eliteliga gespielt hatte. In diesem Jahr konnte der Powerplay Spezialist in 66 Spielen 11 Tore erzielen und 53 Punkte verbuchen. Der klein gewachsene Knutsen kann aber nicht nur als Spezialist in Überzahl eingesetzt werden. Er ist gut an der Scheibe, denn man kann ihn, wenn er einmal in Scheibenbesitz ist, nicht von dieser trennen und auch seine Härte ist eine seiner Stärken. Dennoch hat er Probleme mit der Defensive und vernachlässigt diese gelegentlich. In den letzen Jahren warfen ihn aber einige Verletzungen in seiner Entwicklung zurück und so konnte er in der Saison 2002/03 nur 31 Spiele bestreiten und kam nicht auf sein gewohntes Spielniveau. Auch in dieser Saison hat er Probleme, sich seinem Spiel zu nähern und ist bei Djurgarden IF in 15 Spielen noch ohne Tore. Dies hat auch Auswirkungen auf die Nationalmannschaft und so konnte er im ersten Olympiaqualifikationsturnier nicht überzeugen und buchte nur zwei Assist und konnte keinen Schuss auf das Tor der Gegner verzeichnen, obwohl diese mit Serbien-Montenegro, China und Ungarn nicht hochkarätig waren. Geht die Kariere von Espen Knutsen dem Ende zu? Wir glauben nicht, denn noch immer kann er mit seiner Erfahrung ein wichtiger Mosaikstein in der Nationalmannschaft sein. Für die Olympia-Qualifikation wird der prominenteste Norweger jedoch verletzt fehlen.
Die norwegische Nationalmannschaft ist sicher ein ernstzunehmender Gegner. Denn neben Espen Knutsen spielen die Zwillingsbrüder Mats und Marius Trygg, welche in Schweden für Furore sorgten, mit. Beide haben feine Hände und sind gefürchtete Torschützen. Mats ist aber auch ein robuster Verteidiger, der seine Gegenspieler gerne mit Finten in das leere Laufen lässt und auch krachende Checks austeilen kann. Die wenigen jungen Spieler haben es zur Zeit schwer an den renommierten Spielern vorbei zu kommen, so figuriert nur ein Spieler der zwanzig Jahre oder jünger ist im Kader. Dieser Top-Spieler kann, nach Beurteilung einiger Beobachter der norwegischen Liga, zum nächsten Espen Knutsen heranwachsen. Lars Erik Spets ist auf der aktuellen Scorerliste die Nummer zwei der Liga und ist nur neun Punkte hinter dem aktuellen Leader, dem Russen Ilya Dubkov.
Hilfe, die Norweger kommen, war der Ausruf zu Beginn dieses Artikels. Die Frage ist nach wie vor berechtigt. Die Norweger können an guten Tagen alle Teilnehmer schlagen, können im ersten Drittel hoffnungslos hinten liegen und im letzen Drittel das Spiel kehren. Sie spielen mit viel Kampfgeist, sind sich enge Spiele gewohnt und stecken nie zurück. Erwischt die Schweizer Nationalmannschaft einen schlechten Tag, dann gilt der Ausruf wieder. Hilfe, die Norweger kommen und die Schweizer Nationalmannschaft schaut von zu Hause das Olympia Turnier an!