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Port Sulphur/USA - Fast ein Dreivierteljahr nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist das Marschland entlang der Küste des US-Staats Louisiana noch immer von Ölschlamm verschmutzt.
Vertreter des Küstenstaats erneuerten am Freitag ihre Klagen über die aus ihrer Sicht mangelhaften Aufräumarbeiten der US-Regierung und des Ölkonzerns BP. Im Auftrag des britischen Ölmultis war die Bohrplattform "Deepwater Horizon" aktiv, als im April mit einer Explosion an Bord die grösste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ihren Anfang nahm.
Auf einer Bootstour durch die Barataria Bay führten Behördenvertreter Journalisten zu Abschnitten, wo sich in den Sümpfen Öl sammelt und wo schwimmende Barrieren entweder ganz fehlen oder bereits vom Ölteppich überspült und somit nutzlos wurden.
"Das ist die grösste Vertuschungsaktion in der Geschichte Amerikas", sagte der Präsident des Landkreises Plaquemines, Billy Nungesser. Er wurde vom Minister für Wildtiere und Fischerei des Staats Louisiana, Robert Barham, begleitet. Nungesser hat die Aufräumarbeiten kritisiert, seit das erste Öl an die Küste seines Staates geschwemmt wurde.
Ökonomische und ökologische SchädenEin Offizier der Küstenwache, der die Gruppe begleitete, sagte, es werde ein Plan erarbeitet, wie die absterbenden Sumpfgebiete gesäubert werden könnten. Details nannte er allerdings keine.
Auch erklärte er nicht, warum auch über acht Monate nach dem Ausbruch der Katastrophe noch keine Massnahmen ergriffen wurden, damit sich die Situation wenigstens nicht verschlimmere. Neben den ökonomischen Schäden für die Tourismus- und Fischindustrie hatte die Ölpest vor allem ökologische Schäden zur Folge.
Noch ist unklar, in wie weit die fragilen Ökosysteme der Sumpflandschaften entlang der Küste Louisianas gelitten haben. Die Marschgebiete sind die Kinderstube für zahlreiche Meereslebewesen. Werden die Marschgräser zerstört, sind die Küste und die ihr vorgelagerten Inseln schutzlos der Erosion ausgeliefert.
SDA-ATS