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Der Mensch: die Krone der Schöpfung. Meinen die einen. Der Mensch: das grösste Raubtier auf Erden. Sagen die anderen.
Beide liegen falsch.
Erstere wurden längst durch Darwin und Wallace widerlegt. Letzteren kann man allenfalls eine gewisse metaphorische Evidenz zugestehen. Doch ökologisch betrachtet haben auch sie sich vertan.
Denn der Mensch steht nicht an der Spitze der Nahrungspyramide, sondern eher irgendwo in der Mitte – gleich neben den Schweinen.
Zum ersten Mal haben Wissenschafter berechnet, auf welcher Trophieebene sich die Menschheit befindet. Die Trophieebene bezeichnet die Stelle, die ein Lebewesen in der Nahrungskette einnimmt. So teilt man die sich selbst ernährenden Lebewesen wie etwa Algen auf der ersten Ebene ein. Pflanzenfresser folgen auf der zweiten Ebene und diejenigen Lebewesen, die sich von Pflanzenfressern ernähren, auf der dritten. Fleischfresser, die keine Feinde fürchten müssen, erklimmen die Trophieebene Nummer fünf. Von einer zur anderen Trophieebene wird Energie verloren. Je höher also die Ebene, desto mehr Primärproduktion ist zu deren Erhaltung notwendig.
Die Menschen tummeln sich auf der Trophieebene 2,21. Laut den Wissenschaftern stehen die Menschen damit in der Nähe von Schweinen und Sardellen. Homo sapiens ist den Herbivoren gar näher als den Karnivoren.
Allerdings steigen wir in der Nahrungspyramide stetig höher. Der Wert von 2,21 wurde für das Jahr 2009 berechnet. Seit 1961 ist er um 3 Prozent angestiegen. Die Menschen werden immer mehr zu Fleischfressern, was einen zunehmenden Druck auf die Primärproduktion ausübt.
Die trophische Entwicklung der Menschen unterscheidet sich von Land zu Land. Der Trend in Richtung Pyramidenspitze ist in den letzten Jahren von Indien und China angestossen worden, deren Trophie-Level sich dank der wirtschaftlichen Besserstellung vieler Menschen von 2,05 auf 2,2 erhöhte (siehe Grafik unten).
Überhaupt sind die Diäten der Länder sehr verschieden. Sie reichen von Burundi, das sich zu 96,7 Prozent pflanzenbasiert ernährt (Trophieebene 2,04), zu Island, das sich zur Hälfte von Fleisch und Fisch ernährt (Trophieebene 2,57). Bemerkenswert ist, dass sich die Ernährung der Isländer seit 1974 stark zugunsten der pflanzlichen verschoben hat.
Die Wissenschafter hoffen, dass sie mit dem “Human Trophic Level” (HTL) ein neues praktikables Mass gefunden haben, um die globalen Veränderungen der menschlichen Diät und deren ökologischen Auswirkungen aufzuzeigen.
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