Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/257

…dass „Orkut“ ein virtuelles soziales Netzwerk, eine Internet-Community ist?
Brasilienreisende werden immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Bist du im Orkut?“ – “Você está no Orkut?“. Die Brasilianer lieben Orkut und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass man nicht verstehen kann, wenn einem der Begriff fremd ist.
Orkut wurde von Orkut Büyükkökten, einem Mitarbeiter von Google, in seiner Freizeit entwickelt und nach ihm benannt. Das Projekt wurde am 22. Januar 2004 in Betrieb genommen und wird von Google unterhalten. Orkut soll den Benutzern ermöglichen, neue Bekanntschaften zu schliessen respektive alte zu pflegen.
Um Orkut beitreten zu können, ist zumindest zurzeit noch eine Einladung eines Mitglieds erforderlich. Orkut hat sich speziell in Brasilien schnell verbreitet. Im August 2004 berichtete das brasilianische Wochenmagazin Época in einem Leitartikel über Orkut, danach explodierten die Nutzerzahlen. Mitte 2008 beträgt die weltweite Nutzerzahl 24 Millionen, der brasilianische Nutzer-Anteil beträgt etwa 65 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgt die US-amerikanische Nutzergruppe mit lediglich 12 Prozent. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Orkut wenig verbreitet. Das Interesse und Nutzer steigen allerdings auch hier kontinuierlich an.
…dass der Weihnachtsmann in Brasilien Papai Noel heisst?
Die Brasilianer kennen den guten alten Weihnachtsmann unter dem Namen Papai Noel, aber natürlich hat der liebe Alte ganz verschiedene Namen in jedem Land, in jeder Sprache. Das könnte auch nicht anders sein, schliesslich bringt er ja der ganzen Welt Geschenke.
Französischer Weihnachtsmann:
In Frankreich wird er Père Noël genannt.
Holländischer Weihnachtsmann:
In Holland wird er Kerstman genannt.
Finnischer Weihnachtsmann:
In Finnland Joulupukki.
Italienischer Weihnachtsmann:
In Italien Belfana oder Babbo Natal.
Dänischer Weihnachtsmann:
In Dänemark heisst er Juliman.
Spanischer Weihnachtsmann:
In den spanischsprachigen Ländern heisst der gute Alte Papa Noel.
Nordamerikanischer Weihnachtsmann:
Santa Claus ist sein Name in den USA und in Kanada.
Englischer Weihnachtsmann:
Father Christmas heisst der liebe Alte auf Englisch, seine Jacke und sein Bart sind länger.
Schwedischer Weihnachtsmann:
In Schweden heisst die berühmte Weihnachtsfigur Jultomten.
Russischer Weihnachtsmann:
In Russland wird er Grandfather Frost oder Baboushka genannt.
Japanischer Weihnachtsmann:
Bei den wenigen Christen in Japan ist er als Jizo bekannt.
…dass einige Amazonas-Indianer eine spezielle Ameisenart zu sich nehmen?
Aus den Ameisen wird ein Tee gekocht, der Darminfektionen bekämpft.
…dass die brasilianischen Indianer, heute geschrumpft auf eine Gesamtzahl von zirka 600.000 Individuen, ehemals, zur Zeit der Entdeckung durch die Portugiesen, mindestens 6 Millionen gewesen sind?
Während die eingewanderte Bevölkerung Brasiliens sich auf das 28-fache vermehrt hat, hat die eingeborene Bevölkerung um das 20fache abgenommen. Als die Portugiesen das Land betraten, gab es rund 1.300 eingeborene Sprachen in Brasilien – geblieben sind 180.
…dass sich einiges im brasilianischen “Código Civil“ (Zivilkodex) geändert hat?
Der neue brasilianische “Código Civil“ hat ein paar bedeutende Änderungen für jene gebracht, die sich mit Heiratsabsichten tragen. Jedwede stabile Verbindung unter kontinuierlichem Zusammenleben – mit oder ohne Kinder – wird vom Gesetzgeber als eine Ehe mit partieller Gütergemeinschaft angesehen – das heisst: was während des Zusammenlebens angeschafft wurde, gehört beiden Partnern. Die ehemalige Mindestfrist von fünf Jahren, welche eine stabile Ehe charakterisierte, gilt für die Justiz nicht länger als Kriterium. Zeugen, gemeinsame Bankkonten, Einschreibungen als Abhängiger beim Finanzamt, können als Beweise der ehelichen Gemeinschaft heran gezogen werden.
Eine Verbindung zwischen Personen desselben Geschlechts wird nicht als stabile Vereinigung angesehen, sondern als eine Art Partnerschaft. Jeder der Partner kann sein Recht auf seinen Anteil der vorhandenen Güter geltend machen, indem er beweist, dass er sie mit angeschafft und gepflegt hat. Im folgenden Teil weitere Gesetzesänderungen:
Erbschaften
Im neuen Kodex wird der Ehepartner als ein “notwendiger Erbe“ eingestuft, mit Recht auf einen Erbteil, so wie auch die Kinder der verstorbenen Person, zum Beispiel.
Gütertrennung
Diese besondere Art der materiellen Gemeinschaft kann jederzeit zwischen den Ehepartnern schriftlich vereinbart werden.
Annullierung
Es ist ab sofort nicht mehr möglich, eine Ehe zu annullieren unter der dem Vorwand, dass die Braut keine Jungfrau mehr gewesen sei.
Sorgerecht für die Kinder
“Der Kodex hat etwas aufgenommen, was schon in der Verfassung festgelegt worden war: die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau“, bestätigt der Rechtsanwalt und Spezialist in Zivilrecht, Misael Montenegro Filho. Der Mutter wird nicht mehr bevorzugt das Sorgerecht für ihre Kinder zugesprochen, sondern sie bleiben bei dem Elternteil, der ihnen die besseren Bedingungen für Erziehung und Lebensstandard bieten kann.
Zivile Majorität
Personen, die das Alter von 18 Jahren erreicht haben gelten als Erwachsene und brauchen keine Erlaubnis der Eltern mehr um heiraten zu können.
Nachnamen
Mann und Frau können den Nachnamen ihres Partners übernehmen oder ihren ehemaligen Familiennamen beibehalten.
…dass das Wort „Favela“ seinen Ursprung im Nordosten Brasiliens hat?
Die Entscheidungsschlacht in der blutigen Auseinandersetzung zwischen der Bundesregierung und religiösen Fanatikern aus Canudos in Bahia fand in Morro da Favela statt. Als die siegreichen Bundestruppen entlassen wurden, siedelten sich viele in Rio de Janeiro, auf dem Morro da Providência, an. Ihre Gemeinde nannten sie Favela, die allmählich aufgrund schlechter Löhne und fehlender Infrastruktur auf den Hügeln zu einem Slumviertel verfiel. Seitdem heissen Rios Barackenviertel an den Berghängen „Favelas“.