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Elemente
Zürich.
Kanton.
1. Lage, Ausdehnung, Grenzen.
Der Kanton
Zürich
liegt im NO. der
Schweiz, umschlossen von den Kantonen Thurgau
und St. Gallen
im O. und SO., Schwyz
und Zug
im S., Aargau
im W. und Schaffhausen
im N., wo auch noch
deutsches Gebiet angrenzt. Das Kantonsgebiet erstreckt sich zwischen 6° 1' 2" und 6° 39' 40" OL. von Paris und zwischen
47° 10' und 47° 41' nördl. Breite. Es bildet auf der Karte ein nur am N.-Rand und im äussersten S. etwas gegliedertes,
in der Richtung NNW.-SSO. schwach gestrecktes Parallelogramm.
Die Bodenfläche beträgt nach der Ermittelung von 1901: 1724,76 km2. Der Kanton
Zürich
steht damit im 7.
Rang
unter den Schweizerkantonen. 93,9% dieses Areals sind produktives Land mit
Wald,
Wiese und Weide, oder als Acker,
Garten und
Weinberg bebaut; 6,1% (105 km2) sind unproduktiv (Gewässer, Ortschaften).
Die Grenzen sind zum kleineren Teil von der Natur gegeben: ein Stück Thur nördl. von Thalheim-Altikon, die Sihl von Hütten bis Sihlbrugg, Lorze und Reuss bei Obfelden-Ottenbach, zwischen Rudolfstetten und Dietikon ein kurzes Stück Reppisch und längere Partien des Rheinlaufes im N. Wohl folgt die O.-Grenze über Hörnli-Schnebelhorn im allgemeinen der Kette zwischen Töss- und Thurgebiet, aber es liegt in der Natur dieser nur durch künstliche Systematik zu einer Sammelkette gestempelten Bergregion, dass sie in der Längserstreckung durch zahlreiche, in der innern Architektur bedingte Querrippen und -thälchen gegliedert erscheint. Von Feldbach zieht die Grenze dicht vor dem st.-gallischen Rapperswil und nördl. der schwyzerischen Inseln Lützelau und Ufenau über den See gen Richterswil und buchtet dann südwärts zum Hohen Ronen aus, wo Zürich, Schwyz ¶
forlaufend
und Zug zusammentreffen (Dreiländerstein). Mit im einzelnen ebenso unruhiger Linie wie im Oberland verläuft sie im W. über die Hügelzone zwischen Reppisch und Reuss und quer über das untere Limmatthal und die Lägernkette zum Rhein. Am bewegtesten ist die nördl. Grenzlinie, wo der Kanton Zürich mehrfach an grossherzoglich-badisches Gebiet stösst: von dicht ob dem aargauischen Städtchen Kaiserstuhl bis gegen Eglisau, dann wieder von Ellikon bis gegenüber Dachsen und endlich auf ein kaum 500 m langes Stück bei Langwiesen oberhalb Schaffhausen gegen die badische Enklave Büsingen;
dabei bildet stets der Rhein die Grenze.
Rechtsrheinisch liegt zürcherisches Kantonsgebiet nördl. von Eglisau (Rafzerfeld), grossenteils von badischem Gebiet umschlossen, und die schmale, ihrerseits von deutschem Land und Schaffhausergebiet begrenzte Zone von Nol gegenüber Dachsen. Bei Schlieren liegt rechts der Limmat die kleine aargauische Enklave des Frauenklosters Fahr, rings von zürcherischem Kantonsgebiet eingeschlossen.
Neben den entsprechenden Blättern des topographischen Atlasses der Schweiz gibt es eine eigene Topographische Karte des Kantons Zürich im Maasstabe 1:25000, 32 Blätter in Kurvenmanier (10 m Aequidistanz), welche in den Jahren 1843-65 unter Leitung des Zürcher Professors J. Wild aufgenommen wurde und wohl für den Siegfriedatlas als Vorbild gedient hat. Diese ausserordentlich genaue Aufnahme darf nicht unerwähnt bleiben. Von älteren Karten beschlägt hauptsächlich den Kanton Zürich die berühmte und für jene Zeit unglaublich genaue Karte von Hans Konrad Gyger aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, im Maasstab von ungefähr 1:32000, neu herausgegeben von Hofer und Burger in Zürich.
2. Orographie; Bodenbeschaffenheit.
Die winterliche Nebeldecke, welche fast jedes Jahr einige Wochen lang das schweizerische Mittelland überzieht, zeichnet als natürliche Reliefschneidemaschine die vertikale Gliederung auch des Kantons Zürich aus. Wer etwa vom Randenplateau, bei 800 m gerade über dem schwach wallenden Dunstmeer stehend, den Blick nach S. wendet, dem ragen vor dem schneeigen Hochgebirgskranz aus der die Thäler füllenden weiss-glänzenden Decke bloss wenige zürcherische Inselberge als waldige Kuppen oder Gräte empor.
Das ganze Bild erscheint ungeheuer tot: das ebene Irchelplateau, der schmale Lägernberg, der Albiskamm, in den tiefe Nebelbuchten hineinrecken, vom Utogipfel bis südl. zum Hohen Ronen hinauf;
links vorne wenden sich schiefgebänderte Bergnasen gegeneinander oder kehren sich voneinander ab: Bachtel-Allmann und Tössstock-Schnebelhorn-Hörnli des Oberlandes, - alles fast siedelungslos;
die freundlichen Dörfer der untern Gehänge und die Thalböden mit ihren blauen Seeaugen und blanken Häuserreihen der grössern Orte und Städte deckt der Wolkenteppich.
Löst die Frühlingssonne diesen Bann, so tauchen auch die niedrigeren, flachen Plateauberge aus der Landschaft auf: der Kohlfirst mit seiner Nagelfluh-Deckplatte, der Stadler- und Raaterberg gegen die Lägern hin, die abgestutzt kegelförmigen Plateaureste des mittlern Tössthales, der ruhig geformte Pfannenstiel vor der Albislinie, den Zürichsee verdeckend;
das helle Grün der breiten Thalebenen im Thur- und Rheingebiet, und im Glattthal mit dem Kleinkram enger Flussschlingen oder Schulhaus- und Kirchen gekrönter Moränenhöcker.
Einzig der See-Typus mit seinem Obst- und Gartenbau fehlt, und die südl. exponierten Rebberge des Weinlandes kehren sich ab, sonst wären die gesamten zürcherischen Landschaftscharaktere in diesem Ueberblick vertreten.
Der höchste Punkt des Kantons Zürich ist das Schnebelhorn mit 1295 m. Der nahebei südwestl. gelegene Tössstock erreicht 1155 m. Ueber beide zieht die Grenzlinie gegen den Kanton St. Gallen. Der höchste Gipfel dieser Gruppe, die Kreuzegg (1317 m), gehört bereits dem Kanton St. Gallen an. Im Hörnli sinkt die Höhe auf 1135 m. Analog zu diesen das oberste Tössthal rechts flankierenden Bergen erhebt sich westl., zwischen Tössthal und Glattthal, die sog. Allmannkette (Allmann 1083 m) mit dem Bachtel (1019 m) als südlichstem, aussichtsreichen Gipfelpunkt. Sie wird nach N. zu einer breitschultrigen Wasserscheide, die sich über Tannenberg, ¶
Kanton Zürich
Lief. 279.
GEOGRAPHISCHES LEXIKON DER SCHWEIZ
Verlag von Gebrüder Attinger, Neuenburg.
^[Karte: 6° 20’ O; 47° 20’ N; 1:300000]
Mce. Borel & Cie. – Neuchâtel
Attinger sc
KANTON ZÜRICH ¶
forlaufend
First, Kiburg u. s. w. nach NW. allmählig senkt und von den scharfen Windungen der Töss und ihrer seitlichen Zuflüsse zu grotesken halbinselartigen Vorsprüngen aus-genagt wird oder in breite Plateauberge und schmälere Einzelkegel aufgelöst erscheint. (Hügellandschaft von Winterthur).
Wie die Berge des Zürcher-Oberlandes den östl. Rahmen des südlichen Kantonsteiles bilden, so umrandet ihn der Albis westwärts bis zum Uetliberg hinunter. Im Bürglenstutz erreicht er 918 m und im Schnabel (Hochwacht) 880 m; wenig nordwestl. überwindet die breite Passstrasse bei 793 m den Albis. Der Uetliberg bei Zürich ist mit 874 m die letzte Gipfelerhebung des Albiskammes, der von da energisch zum Limmatthal absinkt. Am prägnanten Rücken des Hohen Honen (1209 m) hat der Kanton Zürich nur einen beschränkten Anteil.
Nahezu Uetliberghöhe erreicht auch der Pfannenstiel (853 m), die sog. Gebirgskette, welche das Zürichseethal vom höher gelegenen Glattthal trennt und bei Zürich im Zürichberg und (durch die Einsattelung des Milchbuckes abgetrennt) im Käferberg ihre letzten Ausläufer hat. Während frisch erodierte Berg- und Thalformen die Tössthalerberge und den Albis kennzeichnen, an dessen Flanken Sihl und Reppisch nagen, ist der Pfannenstiel ein breiter, welliger Rücken, dem unbedeutende Bächlein kleine Querschluchten (Tobel) eingeschnitten haben; die Erosionsarbeit ist an ihm in der Hauptsache längst fertig.
Im Lägerngrat scheiden sich Zürich und Aargau just am höchsten Gipfel, dem Burghorn (863 m). Der zweite, östl. Gipfelpunkt, die 859 m hohe Hochwacht, liegt ganz auf zürcherischem Kantonsgebiet. Nennen wir noch den Irchel (696 m), Stadlerberg (631 m) und Kohlfirst (574 m), so dürften die wichtigsten Erhebungen des Kantons aufgezählt sein. Lägern und Hörnli sind trigonometrisch Punkte erster Ordnung im schweizerischen Dreiecksnetz.
Nach Entstehung, Bau und dadurch bedingten Landschaftstypen wären diese Berge jedoch in andrer Gruppierung aufzuzählen als nach der blossen topographischen Situation. Diese gliedert die Landkarte parallel zu den dem Rhein zustrebenden Flussrinnen und Thalflächen (Thur, Töss, Glatt, Limmat) in SO.-NW. gerichtete Wasserscheiderücken. Die innere Architektur aber prägt eine südliche, allerdings mehrfach unterbrochene Zone aus den dislozierten Nagelfluhmassen.
Hoher Ronen-Richterswil, Stäfa-Rapperswil (Kt. St. Gallen), Bachtel-Hörnli bilden die Isoklinalkamm- und Isoklinalthälchen-Landschaft der schief aufgerichteten Molassebänke. Nördl. folgt mit dem allmähligen Feinerwerden der Gesteinsstruktur die Sandsteinlandschaft der horizontalen Molasse: die Tafelberge des mittleren Tössthales, Pfannenstiel, und der scharfkantigere (weil erst vor kurzem - geologisch gesprochen - wieder von Flüssen in Arbeit genommene) Albis-Uetliberggrat.
In den Thälern und an den Abhängen liegt Glazialschutt, der manchen interessanten Miniatur-Landschaftstypus bedingt, bei grössern Anhäufungen auch das Bild umprägen konnte: Moränen-Parallelzüge bei Hütten und im Amt westl. vom Albis, Quermoränen in Zürich und bei Killwangen (Aargau), Hügellandschaft (Drumlins) im Glattthal, bei Effretikon und bei Obfelden, mit Absperrung des Greifen- und Pfäffikersees, Katzensees u. a. durch Moränen;
Hügelgebiete an der Thur und gegen den Kohlfirst;
Wasserscheidenbild im Wehnthal - in ihrer Anordnung wiederum an die allgemeine Entwässerungsrichtung nach NW. gebunden.
Deckenförmige Nagelfluhaufsätze aus älteren Eiszeiten (Uto, nördl. der Lägern, Irchel, Kohlfirst u. a.) schützen im NW. des Kantons manche ¶