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Kaufhaus
Baugeschichte
1370/71 kaufte der Rat an der Freien Strasse die beiden seit 1276 bezeugten Häuser «zem Manen» und «zem Sternen». Die 1376–1378 erfolgte Errichtung des Kaufhauses an ihrer Stelle stand in Zusammenhang mit der Verpfändung des bischöflichen Pfundzolls und weiterer Zölle an die Stadt im Jahr 1373. Das Kaufhaus diente als städtische Zollstätte, welche alle in die Stadt ein- und von hier ausgeführten Handelsgüter zu passieren hatten. Fremde Kaufleute mussten, wenn sie in Basel Station machten, ihre Waren dort lagern, eine Gebühr entrichten und jene den einheimischen Händlern anbieten. Auch für die Basler Grosshändler war das Kaufhaus Lager- und Umschlagplatz. Den Mittelpunkt der Anlage bildete wohl von Anfang an ein grosser Hof mit Toren zur Freien Strasse und zur Gerbergasse. Rings um den Hof standen die zweigeschossigen Lager- und Verwaltungsgebäude des Kaufhauses: In den seitlichen Trakten befanden sich eine offene Halle sowie verschiedene Verschläge, die Querbauten an der Gerbergasse und der Freien Strasse enthielten zusätzlich Kontore und wohl auch die Amtswohnung des Kaufhausschreibers. 1557 kaufte die Stadt das an der Freien Strasse links benachbarte Haus «zum (undern) guldin Löwen» und gliederte es dem Kaufhaus an. Noch bis ins 19. Jahrhundert war das Anwesen mit viergeschossigem Vorderhaus als ursprünglich selbständige Einheit erkennbar.
Umfangreiche Baumassnahmen sind erst wieder für 1572 belegt. Der zweigeschossige Quertrakt an der Gerbergasse und der grösste Teil des südlichen Hofflügels wurden neu aufgeführt. Im Zentrum der nahezu symmetrisch angelegten Gassenfassade befand sich das nachgotische Hauptportal, das in eine zum Hof hin mit einem weit gespannten flachen Bogen geöffnete Halle führte. Vier ähnliche, gleichfalls mit Stabwerk begleitete Stichbogenarkaden führten in den südlichen Hofflügel. Nur wenig verändert wurde damals die Fassade zur Freien Strasse: Das grosse Rundbogenportal entstammte vielleicht einem früheren Umbau des 16. Jahrhunderts. Die Bauarbeiten wurden vermutlich durch den städtischen Werkmeister LIENHARD FROMM geleitet und von den Steinmetzen des städtischen Werkhofs ausgeführt. Anstelle der an der Gerbergasse stehenden Häuser zur Jungfrau und Drachenfels entstand 1755–1757 ein neues Waaghaus, das den westlichen Kaufhaustrakt bis an die Rüdengasse verlängerte. Platznöte führten vor der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Verlegung des Kaufhauses an den Barfüsserplatz; der Neubau einer Güterumschlagshalle neben der Barfüsserkirche konnte 1846 eröffnet werden.
An die Stelle des Kaufhauses trat die Post. 1852/53 errichtete Johann Jakob Stehlin d. J. an der Freeien Strasse ein neues Eingangsgebäude, hinter dem der alte Kaufhaushof erhalten blieb. 1878 wurde die Post bis zur Rüdengasse erweitert; Architekt des historistischen Neubaus war der Wiener Dombaumeister Friedrich Schmidt.
Verfasser: Martin Möhle
Eckdaten
|Adresse||Freie Strasse 12/Gerbergasse 15|
|Platter Nr.||1951|
|Platter 1610||Kaufhus und der Wegsel doran.|
|Quartier 1862||VI|
|Hausnr. bis 1862||1634|
|Adressbuch 1862||Post. Staat.|
|Baudatum|
|Bauherrschaft|
|Baumeister|
Weitere Informationen
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