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Welche Arten von Arbeitszeugnissen gibt es? Was muss ich beachten? Was macht ein gutes Zeugnis aus? Ob Praktikumszeugnis, Arbeitsbestätigung oder Abschlusszeungis – auf diese Punkte sollten Young Professionals achten.
Welche Arten von Arbeitszeugnissen gibt es?
Abschlusszeugnis, auch Vollzeugnis genannt, umfasst die Art und Dauer der Anstellung sowie die Bewertung von Leistung und Verhalten.
Zwischenzeugnis umfasst die Art und Dauer der Anstellung sowie die Bewertung von Leistung und Verhalten. Das Zwischenzeugnis kann jederzeit bei der/dem Vorgesetzten verlangt werden. Bei einem Wechsel des Aufgabenbereiches kann auch das Zwischenzeugnis in der Vergangenheitsform verfasst werden. Ansonsten wird es in der Gegenwartsform verfasst.
Arbeitsbestätigung enthält die Dauer der Anstellung und die ausgeübte Funktion. Es erfolgt keine Bewertung von Leistung und Verhalten. Bei einer Anstellung unter drei Monaten erfolgt üblicherweise die Ausstellung einer Arbeitsbestätigung.
Praktikumszeugnis sollte einen Hinweis auf das Praktikum enthalten. Umfasst je nach Dauer die Bewertung von Leistung und Verhalten.
Lehrzeugnis wird nach Beendigung der Berufslehre ausgestellt und enthält die erforderlichen Angaben über die erlernte Berufstätigkeit, die Dauer der Berufslehre und auf Verlangen der lernenden Person oder des gesetzlichen Vertreters der lernenden Person Fähigkeiten, Leistungen und Verhalten.
Die Übergabe des Zeugnisses erfolgt üblicherweise zum Zeitpunkt des Austrittes (letzter Arbeitstag).
Arbeitszeugnis- Was sollte ich prüfen?
1.) Formale Angaben zum Empfänger: Name, Vorname, Geburtsdatum, Anfang- und Enddatum des Arbeitsverhältnisses
2.) Formale Angaben zum Aussteller: Ausführung auf offiziellem Firmenpapier mit Logo und Briefkopf
3.) Beschreibung der Funktion, der Aufgaben und des Verantwortungsbereiches (häufig aus der Stellenbeschreibung übernommen; prüfen, ob diese aktuell ist und den tatsächlichen Aufgaben entspricht)
4.) Beförderungen sollten genannt werden
5.) Zufriedenheit: Beurteilung der erbrachten Leistung und der Arbeitsqualität.
6.) Aussagen über das Verhalten, den persönlichen Umgang und das Verhältnis zu Kunden, Vorgesetzten, Unterstellten und Arbeitskolleg/innen.
7.) Leistung (u.a. Fachkenntnisse, besondere Kenntnisse)
8.) Schlussatz: Inwieweit wird der Austritt bedauert
9.) Umstände, unter denen der Arbeitnehmer die Firma verlassen hat (Kündigung von Seiten Arbeitnehmer, befristete Stelle)
10.) Ort, Datum der Ausstellung, Unterschrift von ein oder zwei Zeichnungsberechtigten (meist Vorgesetzter und HR Person)
Was ist zu tun, wenn ich nicht einverstanden bin mit dem Arbeitszeugnis?
Wenn sie mit Formulierungen in Ihrem Arbeitszeugnis nicht einverstanden sind, besprechen sie ihre Unklarheiten oder Befürchtungen mit einer Fachperson. Formulieren sie einen Gegenvorschlag zum Zeugnis und suchen sie das einvernehmliche Gespräch mit dem Arbeitgeber. Sollte der Arbeitgeber nicht auf ihren Vorschlag eingehen, können sie sich einen juristischen Rat einholen.
Ist mein Zeugnis codiert?
Obwohl sich immer mehr Unternehmen zu uncodierten Arbeitszeugnissen bekennen und mit einem entsprechenden Vermerk im Zeugnis darauf hinweisen, ist nach wie vor eine gewisse Unsicherheit in der Praxis verbreitet. Ist mein Zeugnis codiert? Auf welche Verschlüsselungstechnik muss ich achten? Wichtig ist, sich mit der Zeugnissprache vertraut zu machen. Folgendes Beispiel zeigt häufig verwendete Formulierungen mit der entsprechenden Bedeutung auf.
Fachwissen:
„Aufgrund seines umfangreichen/ fundierten Fachwissens erziehlte er überdurchschnittliche Erfolge“ – entspricht einer sehr guten Beurteilung.
„Sie wendet ihre guten Fachkenntnisse laufend mit grossem Erfolg an“ – entspricht einer guten Beurteilung.
„Sie zeigt bei der Bearbeitung ihrer Aufgaben das notwneidge Fachwissen“ – entspricht einer befriedigenden Beurteilung.
Weitere Infos für Arbeitszeugnisse in der Schweiz: http://www.arbeitszeugnis.ch/
Anne Forster teilt auf dem Anne Forster Blog ihr Wissen rund um das Thema Karriere und Neuorientierung. Wenn sie nicht schreibt, unterstützt sie als Coach Young Professionals beim erfolgreichen Start ins Berufsleben und dem Aufbau einer bedeutungsvollen Karriere. Um mehr zu erfahren, besuchen Sie anneforster.ch oder folgen Sie ihr auf Facebook.
Foto: Anne Forster