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Musikzimmer-Blog: Am Puls der modernen Musik
Aus der Media-Datenbank: Paul Joseph Watson: The Truth About Popular Culture (Dokument)
Paul Joseph Watson, ein Vertreter der Neuen Rechten und «Wahrheitsverkünder» von Info-Wars trägt seine Kritik an der Populärkultur vor. Wie
Annekathrin Kohout in ihrem Aufsatz Die Verachtung der populären Kultur durch die Neuen Rechten schreibt, vermengt er dabei zwei Stränge von Kulturkritik und des Kulturpessimismus: Zum einen die Kritik an der kommerzialisierten Kulturindustrie (Adorno, Neue Linke), zum anderen die Kritik an der modernen Kunst, die nur noch Konzept ist und keiner Kunstfertigkeit bedarf. Beide Kritiktraditionen sind nicht neu und werden im Grunde nur beigezogen, um gegen etablierte Personen und Institutionen zu wettern.
Paul Joseph Watson sieht sich und den US-Präsidenten als die neue Alternativkultur, die angetreten ist, um das Establishment von Sockel zu stossen (siehe sein Video Populism Is The New Punk (YouTube, 27. März 2017). Punk aber kam mit einer essentiellen Menge an Ironie, kam mit einem grossen Augenzwinkern daher.
Paul Joseph Watson nutzt das Internet auf interessante Weise, aber sein Beitrag ist Fake News, polemischer Hass, politische Agitation. Die Neue Rechte ist kein neuer Punk, sie ist weder cool noch charmant, launisch oder verspielt, sondern verläumderisch, autoritär und intolerant.
Kostbarkeit aus dem Archiv: Elton John: Skyline Pidgeon (zum 70. Geburtstag)
Von
Skyline Pigeon gibt es zwei Versionen - diese einfache Version mit der Cembalo-Begleitung und die reicher arrangierte Version, die vier Jahre später auf der B-Seite der Single Daniel erschien.
Skyline Pigeon war der populärste Song
Elton Johns aus seinen Anfängen. Formal handelt es sich um eine Hymne, einen kirchlichen Preisgesang. Die Lyrik von
Bernie Taupin schwelgt in Bildern von Befreiung und Freiheit. Der Song ist ein virtuoser Seiltanz über dem Abgrund des Kitsches. Grosse Songkunst.
Elton John spielte das Lied an der Abdankung für
Ryan White, den AIDS-Aktivisten, der 1990 verstarb.
Kostbarkeit aus dem Archiv: Bee Gees: I've Gotta Get A Message To You
Die Brüder Gibb in ihren frühen Jahren vor Saturday Night Fever waren für melodischen, harmonischen, auf jeden Fall leichtgewichtigen Baroquepop bekannt. Dass ihr Sirup zuweilen auch mit Pfeffer gewürzt war, merkten viele nicht, weil sie nie davon tranken. Dieser Top-Ten-Hit von 1968 (Nummer 1 im UK, 6 in der Schweiz) nimmt die ungewohnte Perspektive eines zum Tod verurteilten Gefangenen ein, der beim letzten Gespräch mit dem Priester eine Botschaft an eine Geliebte deponiert. Den Mann, den er umgebracht hat, könnte ein Nebenbuhler gewesen sein.
Was den eher schweren Song neben den wie immer beeindruckenden Stimmen der
Bee Gees so erfolgreich gemacht hat, war dessen ungeheure Dramatik: Ich habe nur noch eine Stunde zu leben, bin ganz auf mich alleine gestellt und muss eines noch erledigen. Diese drängenden Zeitverhältnisse sind typisch Sixties. Die Menschen leben mit dem Gefühl und der Angst, das morgen schon alles vorbei sein könnte.
I've Gotta Get A Message To You ist die denkbar grossartigste Dramatisierung dieses Gefühls.
Kostbarkeit aus dem Archiv: Love: 7 And 7 Is
Der Musikjournalist
Jon Savage fand, dass
7 And 7 Is die extremste Single war, die es je in die US Top 40 schaffte. Das Jahr war 1966 und die Angst vor einem Nuklearen Holocaust sass tief. Die Kuba Krise war zwar glücklich überwunden, aber die Herren des Krieges (Songtitel von
Bob Dylan) schienen fähig, aus der Flamme einer Provokation ein nukleares Feuer zu entfachen. Filme aus den frühen 60ern, die dieser Angst ein je eigenes Gesicht gaben, waren
Stanley Kubricks
Dr. Strangelove (1964) und
Peter Watkins'
The War Game (1966).
7 And 7 Is ist ein panisches Stück Musik, ein psychedelischer Freakout mit einer Energie, die Punk vorwegnahm. Die Drums, gespielt von
Michael Stuart sind heftig geschlagen und wurden im Studio gedoppelt. Die Lyrics sind absurd surreal, aber von Sänger und Gitarrist
Arthur Lee mit grosser Dringlichkeit vorgetragen – ein Zungenreden im Angesicht der Apokalypse. Der atemberaubend schnelle Song gipfelt in einer nuklearen Explosion, an die sich eine Coda anschliesst, die ersehnte Entspannung bringt: ein graziöser Walzer als Stille nach dem nuklearen Blast.
Zum Tod von Chuck Berry
Seine Markenzeichen waren der Duckwalk und andere einstudierte rhythmische Bewegungen bei Auftritten (siehe das exemplarische Video zu You Can't Catch Me). Gitarrentechnisch war sein Spiel geprägt von Double Stops (im Leadspiel zwei Saiten zeitgleich zupfen und einen Halbton verschieben – gut hörber in No Particular Place To Go). Der so entstehende Gitarrensound imitiert das Aufheulen von Motoren, weshalb
Chuck Berrys Musik in stilistischer Hinsicht als »Carsound« bezeichnet wurde.
Chuck Berry konnte mit jedem seiner Songs eine packende oder rührende Geschichte erzählen (z.B. Memphis oder Havanna Moon). Für Rock-Songwriter und -Gitarristen war er einer der wichtigsten Referenzpunkte. Am 18. März verstarb
Berry in St. Charles County, Missouri.
Dummy: The 10 Best Electro Tracks According To Special Request
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Rezensionen neuer Alben (Quellen: Pitchfork, TinyMixTapes, DustedMagazine, NoRipCord, Metacritic). Das Widget stammt von Surfing-Waves.