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Für die allermeisten der heute laufenden Kernkraftwerke trifft das zu. Aber auch in der Kerntechnik gibt es technischen Fortschritt.
Die heutige Generation der Kernkraftwerke ist so ausgelegt, dass Unfälle, die eine Freisetzung von radioaktiven Substanzen zur Folge haben könnten, unter allen Umständen vermieden werden müssen. Wie wir leider lernen mussten, gelingt das nicht immer.
Das ist inakzeptabel. Auch wenn die Katastrophe von Fukushima allem Anschein nach erstaunlich glimpflich auszugehen scheint, müssen Kernkraftwerke so konstruiert sein, dass eine Freisetzung von radioaktivem Material schlicht unmöglich ist. Was auch immer passiert, die Auswirkungen müssen auf die Anlage beschränkt bleiben, schliesslich kann man eine Stadt wie Bern nicht evakuieren.
Solche Konzepte sind weit fortgeschritten. Eines ist der IFR (Integral Fast Reactor). In einem solchen Reaktor läuft ein GAU (grösster anzunehmender Unfall, zum Beispiel bei Ausfall der Kühlung) so ab: die Kettenreaktion wird bei Überhitzung zwangsläufig abgebrochen und der Reaktor führt die Nachzerfallswärme von selbst ab. Niemand muss etwas tun, nichts kann ausfallen, weil nichts in Betrieb sein muss.
Das Konzept hat weitere Vorteile: der „Brenn“-Stoff ist Natururan oder gar abgereichertes Uran. Davon lagern in US-Amerikanischen und Russischen Beständen so grosse Mengen, dass die Uranminen der Welt für ein paar tausend Jahre geschlossen werden könnten. Was gemeinhin als „Atommüll“ bezeichnet wird, kann in solchen Reaktoren als Energiequelle genutzt werden. Was als Reststoffe übrig bleibt, zerfällt in wenigen hundert Jahren zu harmlosen, nicht strahlenden Stoffen.
Die Entwicklung des IFR wurde 1994 auf Betreiben von Clinton’s Energieministerin O’Leary abgebrochen.
Zehn Jahre später setzte eine amerikanische Wissenschaftlerkommission den IFR auf Platz 1 einer Liste von vielversprechenden zukünftigen Reaktorkonzepten.