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EU-Botschafter kritisiert Malaysia
Malaysia sollte die indigene Bevölkerung der Regenwälder besser schützen
14. Dezember 2006 – Von En-Lai Yeoh, Associated Press
„Die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung sollten unter voller Respektierung ihrer Kultur und Tradition verbessert werden“, sagte EU-Botschafter Thierry Rommel in einer im Internet publizierten Rede. Rommel spricht am Freitag, den 15. Dezember, im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf der Insel Borneo. Ein grosser Teil von Borneo ist mit einem der letzten Regenwälder der Erde bestanden. Umweltschützer befürchten, dass sie von Holzfällern abgeholzt werden.
Rommel stellte fest, dass der Brennpunkt in der Vergangenheit auf nachhaltiger Produktion lag. Trotzdem ist der Zustand der sozialen und ökologischen Werte des Waldes und ihrer Bewohner kritisch und darf nicht ignoriert werden. Dies sagte er in der Rede, die er an einer Programmdiskussion des gemeinsamen EU-UNO Waldprogramms halten wird.
Die EU stellt Malaysia 900’000 Euro (1,18 Millionen US Dollars) zur Verfügung, um die Bewirtschaftung tropischer Wälder zu verbessern. Von 130 solchen EU-Projekten in Asien werden laut Angaben von Rommel 20 in Malaysia durchgeführt. Das Geld wird für die „Erhaltung indigener Traditionen und Kulturen und den Schutz des Waldes“ bereitgestellt, sagte Rommel.
Umweltorganisationen sagen, verschiedene Pflanzen- und Tierarten in Borneo sind wegen Plantagenprojekten für Ölpalmen vom Aussterben bedroht. Gemäss ihren Angaben laufen wegen der Abholzung auch indigene Völker Gefahr, ihr Land und ihre Jagdgründe zu verlieren.
Die nationale malaysische Nachrichtenagentur Bernama berichtete früher diese Woche, dass Malaysia im Januar eine EU-Delegation nach Sarawak bringen will, um die „nachhaltige Forstwirtschaft zu präsentieren“ und um zu beweisen, dass das malaysische Exportholz aus legalen Quellen stammt.
Malaysia möchte mit der EU ein Abkommen unterzeichnen, das möglicherweise eine Steigerung der malaysischen Holzexporte in die EU erlauben wird, wenn bewiesen wird, dass das Holz nicht aus illegalen Quellen stammt. Malaysia exportiert laut Angaben von Bernama jährlich Holz im Wert von 2 Milliarden Ringgit (564,33 Mio. US $; 425,43 Mio. Euro).
Rommel sagte, die EU möchte, dass indigene Gemeinschaften stärker an Entscheidungsprozessen in der Holzproduktion beteiligt werden. „Lokale Gemeinschaften sind kein wirtschaftliches Wachstumshindernis, sondern können dazu beitragen, dass das Wachstum nachhaltig ist“, fügte er an. „Die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung sollten unter voller Respektierung ihrer Kultur und Tradition verbessert werden“.
Der Bruno-Manser-Fonds mit Sitz in der Schweiz hat der Regierung vorgeworfen, die Rechte des indigenen Volkes der Penan zu missachten. Die Penan sperren verschiedene Holzfällerstrassen in Sarawak mit Blockaden. Laut Bernama sagte der malaysische Minister für Plantagenwirtschaft Peter Chin, sein Ministerium plane, die EU-Delegation zu den Blockadestandorten zu führen.
Quelle: Associated Press
Übersetzung: Bruno-Manser-Fonds