Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/257496

<h2>SubmittedText<h2><p>In seinen Antworten auf die Interpellationen Porchet 20.3812 und Fehlmann Rielle 22.4180 entgegnet der Bundesrat, dass bereits heute eine Vielzahl von Massnahmen zur Prävention und Behandlung von Adipositas umgesetzt werden. So laufen auf nationaler wie auch kantonaler Ebene verschiedene Anstrengungen. Zusätzlich berichtet der Bundesrat in seiner Antwort auf die Frage Weichelt 23.7348 davon, dass das BAG beim Thema Adipositas unter anderem mit der Allianz Adipositas Schweiz zusammenarbeitet. </p><p>1. Mit welchen anderen Organisationen arbeitet das BAG im Bereich Adipositas zusammen?</p><p>2. Wie hoch ist die jeweilige finanzielle Unterstützung der Allianz Adipositas Schweiz und anderer Organisationen durch das BAG?</p><p>3. Welche Beträge werden in die Prävention von Adipositas und anderer nichtübertragbaren Krankheiten investiert? Wie sieht die Aufschlüsselung je nach Krankheit aus?</p><p>4. Wie kommt der Betrag, welcher das BAG jährlich in die Prävention von Adipositas investiert, zustande? Welche Kriterien werden dabei angewandt?</p><p>5. Wie hoch fallen heute im Vergleich dazu die Behandlungskosten von Adipositas selbst und diejenigen der Behandlung der mit Adipositas in Zusammenhang stehenden Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs, sowie die indirekten Kosten (z.B. Produktivitätsverlust) aus, welche durch Adipositas entstehen?</p><p>6. Wie rechtfertigt der Bundesrat die aktuelle fehlende Priorisierung von Adipositas (z.B. nicht als eigenständige nicht-übertragbare Krankheit in der NCD-Strategie) trotz der Wichtigkeit der Problematik auch in Bezug auf die daraus entstehenden Kosten? </p><p>7. In welcher Relation verhält sich das Budget für die Prävention von übertragbaren Krankheiten zu nichtübertragbaren Krankheiten? Wie begründet der Bundesrat das Verhältnis der Budgets zueinander? </p><p>8. Inwiefern beabsichtigt der Bundesrat Änderungen vorzunehmen?  </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Prävention von Adipositas ist ein wichtiges Thema der Nationalen Strategie zur Prävention Nichtübertragbarer Krankheiten 2017 – 2024 (NCD-Strategie). Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) arbeitet in diesem Themenbereich multisektoriell zusammen mit anderen Bundesämtern, den Kantonen, Gesundheitsförderung Schweiz und diversen Nichtregierungsorganisationen. Im konkreten Themengebiet des Adipositas-Managements ist die Allianz Adipositas Schweiz (ALLOB) der einzige Partner des BAG. ALLOB ist die Adipositas-Dachorganisation und Referenzstelle und vereint die vier nationalen Akteure Fachverband Adipositas im Kinder- und Jugendalter, Swiss Society for the Study of morbid Obesity&nbsp;and metabolic disorders, Schweizerische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie – Fachorganisation für Obesitas sowie Patientenorganisation Adipositas (Eurobesitas).</p><p>&nbsp;</p><p>2. Das BAG hat einen Dienstleistungsvertrag mit der ALLOB für die Dauer von 2021 – 2024 in der Höhe von rund 600'000 CHF (jährlich 150'000 CHF). Es bestehen keine weiteren Dienstleistungsverträge im Bereich der Adipositas.</p><p>&nbsp;</p><p>3. und 4. Die NCD-Strategie bietet einen Orientierungsrahmen für die Prävention von Krankheiten durch die Beeinflussung von Risikofaktoren und Gesundheitsdeterminanten. Die Massnahmen lassen sich daher nicht spezifischen Krankheiten zuordnen. Die Aktivitäten finden auf Ebene der Schutz- und Risikofaktoren statt: Förderung von Bewegung, ausgewogene Ernährung sowie Alkohol- und Tabakreduktion. Eine Aufliste der Beträge nach Krankheiten ist daher nicht möglich.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Die Partner der NCD-Strategie wie Gesundheitsförderung Schweiz, das Bundesamt für Sport, das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und die Kantone tragen mit ihren Aktivitäten massgebend zur Prävention von Übergewicht und Adipositas bei.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Kriterien für die Festlegung der Massnahmen sind die vorliegenden nationalen und internationalen wissenschaftliche Grundlagen, wie auch die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Institutionen.</p><p>&nbsp;</p><p>5. Die Studie «Cost of Obesity in Switzerland 2012» hat die volkswirtschaftlichen Kosten von Adipositas für das Jahr 2012 untersucht. Sie wurden auf 8 Mia. CHF geschätzt. Die direkten Kosten für die Behandlung der Adipositas machen dabei nur rund ein Prozent aus (77 Mio. CHF). Der grösste Teil der Kosten wird durch die direkten Kosten für die Behandlung von adipositasbedingten Krankheiten (z.B. Asthma, Diabetes mellitus Typ 2, Osteoarthritis, Bluthochdruck, Depression) verursacht (58%, 4.7 Mia. CHF) und deren indirekten Kosten (41%, 3.3 Mia. CHF). Die Studie «Die Kosten der nichtübertragbaren Krankheiten in der Schweiz» von 2014 hat die jährlichen direkten volkswirtschaftlichen Kosten für NCDs geschätzt: Herzkreislauferkrankungen 10.3 Mia. CHF, muskuloskelettale Erkrankungen 8.7 Mia. CHF, Krebs 4 Mia. CHF und Diabetes 1 Mia. CHF.</p><p>&nbsp;</p><p>6. Der Bundesrat hat bereits in seiner Antwort auf die Frage 23.7348 Weichelt «Rolle von Adipositas in der NCD-Strategie» aufgezeigt, dass Adipositas in der NCD-Strategie nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Risikofaktor geführt wird, weil sich die Strategie an der damaligen Ausrichtung des globalen Aktionsplans zu nichtübertragbaren Krankheiten 2013-2020 der Weltgesundheitsorganisation orientierte. Der NCD-Massnahmenplan sieht bereits heute Aktivitäten bezüglich des Managements von Adipositas vor.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>7. Das BAG hat für die Umsetzung der NCD-Strategie pro Jahr ca. 2 Mio. CHF zur Verfügung. Für den Bereich übertragbare Krankheiten werden auf der Grundlage des Epidemiengesetzes (EpG; SR 818.101) rund 10 Mio. CHF (ohne Covid) für Prävention eingesetzt.</p><p>&nbsp;</p><p>8.&nbsp;Der Dialog "Nationale Gesundheitspolitik" – die gemeinsame Koordinationsplattform von Bund und Kantonen – hat beschlossen, dass die NCD-Strategie per 2025 vorerst verlängert und der Massnahmenplan für 2025-2028 überarbeitet werden soll. In diesem Rahmen wird geprüft, inwieweit Bedarf für eine Anpassung der Aktivitäten im Bereich Adipositas besteht. Basierend auf dem von ihm in Auftrag gegebenen Evaluationsbericht wird der Bundesrat in engem Austausch mit dem Dialog über allfällige Anpassungen der Strategie oder die Erarbeitung einer Nachfolgestrategie entscheiden.</p>