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Foto: Archiv Diogenes Verlag
Mary Hottinger
Die gebürtige Schottin aus dem Clan der Mackie, die einen Zürcher Anwalt geheiratet hatte, war in ein Genre vernarrt, das zu einer Cambridge- und Sorbonne-Absolventin, ehemaligen Dozentin für vergleichende Literaturwissenschaft und Übersetzerin von Schweizer Klassikern wie Gotthelf, Keller und Jacob Burckhardt eigentlich nicht paßte: die Kriminalgeschichte. Sie selbst schob ihr »morbides Interesse für Kriminalgeschichten, Berichte über Mordprozesse, grausame Erzählungen und lauter solche Sachen« auf ihr zweites Ich, für das ihr Verleger die Bezeichnung ›Bloody Mary‹ fand. Mary Hottinger machte mit ihrem dreibändigen Standardwerk ›Mord‹, ›Mehr Mord‹ und ›Noch mehr Mord‹ den Krimi im deutschsprachigen Raum salonfähig und erhob als Herausgeberin zahlreicher anderer Anthologien das Zusammenstellen von Geschichten zu einer Kunst.
»Die Kriminalgeschichte zu retten oder sie überhaupt erst unter die Leute zu bringen, hat Mary Hottinger mit ihren Anthologien unternommen.«
Jürgen Becker / Westdeutscher Rundfunk, Köln