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im Sinne von Standgericht ein militär. Gericht, das stehenden Fußes, d. h.
sofort, über die geringern strafbaren Fälle der Unteroffiziere und Gemeinen das Urteil spricht. Es besteht aus einem Präses
(Hauptmann) und vier Richterklassen zu je zwei Personen, sowie dem Auditeur oder untersuchungführenden
Offizier als Referenten. S. wird außerdem für Belagerungszustand, Kriegsrecht, also für den Zustand in einer Ortschaft oder
Provinz u. s. w. gebraucht, währenddessen das von den Civilbehörden geübte Exekutionsrecht
auf den höchsten Militärbefehlshaber, dem ein Kriegsgericht zur Seite steht, übertragen ist. Proklamiert wird das
S. bei feindlicher Invasion, Belagerung, Revolte u. s. w. (S. auch Belagerungszustand.)
früher Ausnahmegericht bei Unterdrückung von Empörungen und innern Unruhen, dessen Urteile der in
einem Ort oder Lager anwesende oberste Befehlshaber sofort bestätigen und vollziehen lassen konnte. Das Standrecht proklamieren
hieß der Einwohnerschaft und den Soldaten kundgeben, daß solche Ausnahmegerichte eingesetzt sind. Jetzt ist das S. in Deutschland
im Gegensatz zu dem mit der höhern Gerichtsbarkeit betrauten Kriegsgericht das Organ der niedern Militärgerichtsbarkeit, zuständig
über Unteroffiziere und Gemeine für Vergehen, auf die keine strengere Strafe gesetzt ist als Arrest und Versetzung in die zweite
Klasse des Soldatenstandes.