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Mit seinem Vollbart, den schulterlangen Haaren und der entspannten Art wirkt Jeff Bridges ein bisschen wie «The Dude». In seiner Paraderolle als Ex-Hippie hängt er in «The Big Lebowski» (1998) am liebsten mit einem Joint bei der Bowlingbahn herum. Bridges, der am Donnerstag 65 Jahre alt wird, ist im wirklichen Leben ziemlich anders.
Er verfolgt gleich mehrere Karrieren: Als Schauspieler mimte er zuletzt im Science-Fiction-Drama «The Giver» einen schnoddrigen Einsiedler. Als Musiker spielt er derzeit mit seiner Band The Abiders an der US-Westküste. Um seinen Geburtstag herum nimmt er allerdings eine Auszeit. Die wird er mit seiner Frau Susan verbringen, teilte die Sprecherin des Schauspielers, Jean Sievers, der Nachrichtenagentur dpa mit.
Seine Ehe ist nach Hollywoods Massstäben eine ungewöhnliche Errungenschaft. Seit 37 Jahren ist Bridges mit der Fotografin Susan Geston verheiratet. Sie waren sich bei den Dreharbeiten zu «Rancho Deluxe» im US-Staat Montana begegnet, als Geston als Dienstmädchen auf einer Ferienranch jobbte. Das Paar hat drei erwachsene Töchter und ein Enkelkind.
Über 60 Filme drehte Bridges in seiner bisherigen Karriere. Seine erste Oscar-Nominierung holte der Amerikaner vor über vier Jahrzehnten mit seiner Rolle im Kultfilm «The Last Picture Show» («Die letzte Vorstellung») von Peter Bogdanovich. Drei weitere Nominierungen folgten 1974 für «Thunderbolt and Lightfoot» («Die letzten beissen die Hunde»), 1985 für «Starman» und 2001 für «The Contender».
Erst im fünften Anlauf gewann er 2010 Gold mit seinem Auftritt als abgehalfterter, saufender Country-Sänger im Drama «Crazy Hearts». Nach dem Oscar-Gewinn sprach er über seine andere grosse Leidenschaft. Nun sei er zwar zum besten Schauspieler gekürt worden, doch er wolle vor allem mehr Musik machen, beteuerte Bridges. Ein Jahr später wurde er für seinen Auftritt als versoffener Revolverheld im Western «True Grit» wieder für den Oscar nominiert.
Sein musikalisches Talent zeigte er schon 1989 an der Seite seines Bruders Beau Bridges in «The Fabulous Baker Boys» (1989). Als Barmusiker verdreht er einer Sängerin, gespielt von Michelle Pfeiffer, den Kopf. Inzwischen hat er selbst zwei Alben herausgebracht, die Folk-Rock-Sammlung «Be Here Soon» und das Country-Album «Jeff Bridges».
Der Weg nach Hollywood war Bridges quasi in die Wiege gelegt worden. Seine erste Filmrolle hatte er als Baby in den Armen von Jane Grey in «The Company She Keeps». Das hatte er seinem Vater Lloyd Bridges, einem erfolgreicher Schauspieler, zu verdanken. Er selbst habe aber lange damit gerungen, ob er lieber ins Musik- oder ins Filmgeschäft einsteigen sollte.
Wie gut, dass er beides tat. Als Schauspieler entpuppte sich Bridges als Verwandlungskünstler, der fast jedes Genre meistert. In der Militärsatire «The Men Who Stare at Goats» glänzt er an der Seite von George Clooney als langhaariger Hippie in Soldatenuniform. In «How to Lose Friends & Alienate People» mimt er einen coolen Altyuppie, im Comic-Action-Streifen «Iron Man» wird er zum Gegenspieler des Superhelden.
In seiner nächsten Rolle als Meister Gregory muss er die Welt retten. Im März kommt das Fantasy-Abenteuer «Seventh Son» mit Julianne Moore als mächtige Hexe und Bridges als Kämpfer gegen das Böse in die Schweizer Kinos. Der «Dude» trägt wieder Vollbart und eine lange Mähne, nun aber gänzlich silbergrau.
(sda/dpa)