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Sepp Renggli war 36 Jahre lang fürs Schweizer Radio tätig. Dank ihm entstanden populäre Sendungen wie «Café Endspurt», «Sport und Musik», «Auto-Radio Schweiz» oder der Musikwettbewerb «Grand Prix Brunnenhof».
Von 1961 bis 1986 leitete Sepp Renggli beim Schweizer Radio das Ressort «Sport und Touristik», von 1976 bis 1989 amtete er als Direktor des Radiostudios Zürich. Nebenamtlich betätigte er sich auch als Sportkolumnist für die «Weltwoche» und verfasste mehrere Sportbücher.
«Liebi Sportfründ, grüezi mitenand»
Fürs Radio und verschiedene Printmedien berichtete Sepp Renggli unter anderem von 16 Olympischen Spielen und 45 Mal von der Tour de Suisse. Interesse und Leidenschaft für das sportliche Geschehen in der Schweiz und im Ausland begleiteten den gebürtigen Krienser von Kindsbeinen an bis ins hohe Alter.
Mit einer Lüge zur ersten Tour de Suisse
Im Alter von acht Jahre fasst Josef «Sepp» Renggli den Entschluss Sportreporter zu werden. Ausschlaggebend ist die Tour de Suisse. Als Drittklässler «schwänzt» er den Unterricht, indem er angibt, seine Tante sei gestorben. Danach radelt er von Kriens nach Luzern und verfolgt die Zieleinfahrt der zweiten Tour de Suisse-Etappe. Die Etappe wird leider nicht von seinem Idol Paul Egli gewonnen. Auf diese grosse Enttäuschung folgt tags darauf die zweite: Sepps Lehrer hat den Schwindel mit der toten Tante dummerweise entlarvt. Zur Strafe gibt es ein paar Schläge mit dem kantigen Lineal und als Strafaufgabe das Aufsammeln leerer Hülsen beim Schützenhaus Kriens an einem schulfreien Samstag.
Hilfsredaktor beim «Sport»
Trotz dieser Bestrafung verliert Sepp Renggli die Begeisterung für die Tour de Suisse glücklicherweise nicht. Bis zu seiner ersten Berichterstattung dauert es aber noch etliche Jahre. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung wird Renggli bei der Zeitung «Sport» als Redaktionssekretär angestellt. In dieser Funktion darf er ab und zu auch kleine Berichte verfassen. Die überzeugen und befördern den Sportkundigen relativ schnell zum Hilfsredaktor.
Sportlicher Einsatz am und fürs Radio
Den Einstieg ins Medium Radio verdankt Sepp Renggli einer Ferienreise. Er fährt mit einem Kollegen auf dem Motorrad nach Nizza und liefert einer Zeitung seinen Erlebnisbericht unter dem Titel «Ein Hirtenknabe in Nizza». Auch Radioreporter Albert Rösler liest den Artikel mit grossem Interesse und will diesen Renggli kennenlernen.
Es folgt eine Anstellung bei Radio Beromünster, und Sepp Renggli wird in den folgenden Jahrzehnten zum unverzichtbaren Wert für die Sportberichterstattung.
Für die Sendung «Sinerzyt» von SRF Musikwelle hat Sepp Renggli bis im Frühling 2014 regelmässig Beiträge produziert. Das Radiopublikum kam dabei in den Genuss zahlreicher Anekdoten aus dem ereignisreichen Leben eines vielseitig interessierten Sportjournalisten.