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Die Soziale Arbeit in China im Spannungsfeld ihrer Mandatierung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Soziale Arbeit in China aus einer westlichen Perspektive zu analysieren und zu beschreiben. Basis der Analyse bildet die Theorie des Tripelmandats nach Silvia Staub-Bernasconi (2017), welche eine im deutschsprachigen Raum verbreitete Art und Weise darstellt, die Mandatierung der Sozialen Arbeit zu erklären. Durch eine Analyse der bestehenden Literatur zur Sozialen Arbeit sowie zur Geschichte der sozialen Sicherung in China wird folgende Fragestellung beantwortet: Wie kann die professionelle Soziale Arbeit in China anhand des Tripelmandats gemäss Staub-Bernasconi beschrieben werden?
Anhand eines historischen Abrisses wird aufgezeigt, wie die Soziale Arbeit nach der wirtschaftlichen Öffnung Chinas in den 80er Jahren bewusst von der Regierung wiedereingeführt wurde, um die vielen neu entstandenen sozialen Probleme zu lösen und Harmonie in der Gesellschaft zu ermöglichen. Die neu ausgebildeten Sozialarbeitenden nehmen seither Einzug in das Arbeitsfeld der sozialen Sicherung in China, das bis heute geprägt ist von viel Bürokratie, staatlicher Kontrolle und einer Überzahl Angestellter ohne Ausbildung.
Unsere Analyse zeigt, dass durch das explizite Mandat des Staats die Kontrolle in der Sozialen Arbeit einen grossen Stellenwert hat. Anders steht es mit dem Mandat der Hilfe, da die staatliche Hilfe auch eher dem Zweck der Kontrolle dient. Zudem ist aufgrund traditioneller Werte innerhalb der chinesischen Gesellschaft die Idee der Selbstverantwortung oder gegenseitigen Hilfe verankert, weshalb oft trotz Bedürftigkeit keine staatliche Unterstützung ersucht wird.
Ein drittes Mandat vonseiten der Profession kann trotz nennenswerter Veränderungen in Richtung Wissenschaftsbasierung noch nicht ausgemacht werden. Durch die Dominanz des staatlichen Kontrollmandats wird eine Selbstmandatierung der Profession erschwert, insbesondere im Hinblick auf die ethischen Ansprüche eines dritten Mandats.