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Wer erhält eher eine Rückmeldung, wenn zwei Fussballer sich an einen Amateurclub wenden: Jener mit einem einheimisch klingenden Namen, oder jener, dessen Name ausländisch tönt? Dieser Frage nahmen sich drei Forscher der Universität Zürich und der Technischen Universität in Trondheim (Norwegen) an.
Sie erstellten für ihre Studie hunderte Email-Adressen, von denen aus sie eine Anfrage für ein Probetraining an fast 23'000 Fussballclubs in 22 europäischen Ländern verschickten. Der Absender trug entweder einen einheimisch oder einen ausländisch klingenden Namen. Letztere wählten sie anhand der drei grössten ausländischen Gruppen im jeweiligen Land. Die Ergebnisse erschienen im Fachmagazin «Humanities and Social Sciences Communications».
Demnach erhielten Personen mit ausländisch klingenden Namen durchschnittlich zehn Prozent weniger Rückmeldungen als die vermeintlichen Landsleute. So schnitt «John» in Grossbritannien etwa besser ab als «Jan», «Daniel» hatte gegenüber «Mustafa» einen Vorteil in Österreich.
Nicht überall gleich starke Diskriminierung
Doch nicht in allen Ländern zeigte sich die Diskriminierung gleich stark. Fussballclubs in Kroatien, Ungarn und Österreich wiesen mit über zwanzig Prozent die grössten Unterschiede zwischen «Einheimischen» und «Ausländern» auf. Anders in Irland, Frankreich und Portugal, wo die Unterschiede mit vier Prozent geringer ausfielen. In den anderen Ländern schwankten die Werte zwischen 5 und 13 Prozent.
Falls eine Antwort eintrudelte, lautete diese gegenüber einem vermeintlichen Landmann signifikant häufiger «Ja» als bei der anderen Gruppe. «Wir haben ausserdem Antworten mit explizit fremdenfeindlichen Kommentaren im Auge behalten, aber solche waren keine vorhanden», sagte Carlos Gómez-González, Mitautor und Sportwissenschaftler an der Uni Zürich, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Diskriminierung auch in Schweizer Clubs
Auch Schweizer Fussballclubs haben ein Diskriminierungsproblem, wie eine frühere Studie des Forschertrios in demselben Fachmagazin zeigte. Damals wählten sie dasselbe Vorgehen und schickten Probetraining-Anfragen an über tausend Trainer von Schweizer Amateurclubs. Die fiktiven Fussballer hiessen beispielsweise Daniel Wyssand (Deutschschweiz), Michel Favre (Romandie), Andrea Rezzonico (Tessin) oder Dejan Krasniqi und Bojan Lukic.
Die Forscher legten dar, dass die Personen mit ausländisch klingenden Namen häufiger ignoriert wurden: 55 Prozent von ihnen erhielten eine Rückmeldung, die andere Gruppe in 62 Prozent der Anfragen.
Schlechte Nachrichten für Integration
Die Studienergebnisse seien schlechte Nachrichten für Integrationsbemühungen, sagte Gómez-González. Und sie würden die Vorstellung des europäischen Fussballverbands UEFA von gleichem Zugang zu Sport unabhängig von Fähigkeiten, Rasse oder Geschlecht in Frage stellen.
Künftige Studien sollten sich gemäss den Forschern auf Gruppen konzentrieren, die in den aktuellen Experimenten nicht vertreten waren, beispielsweise Frauen und ältere Menschen. So könnte Diskriminierung auch in anderen Sportarten oder sozialen Aktivitäten mit tief verwurzelten Traditionen untersucht werden, wie die Forscher vorschlagen.