Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03610.jsonl.gz/492

Beraterin Elisa: Kartenlegen
Foto: © Djelen / shutterstock / #601129553
Kartenlegen - Bilder für unsere Zukunft
Kartenlegen wird auch als Kartenlegekunst oder Kartomanie bezeichnet. Es existiert bereits nach den Meinungen der Forscher seit dem alten Ägypten und war auch schon im 7.Jahrhundert in China von grosser Bedeutung. Das war genau die Zeit, in der der Holztafeldruck erfunden wurde. Erst später, etwa im 15. Jahrhundert, kam das Kartenlegen durch das fahrende Volk als eine Art Jahrmarktsattraktion auch nach Europa.
Für das Kartenlegen interessierte sich vor allem der Adel. Dieser nahm die Voraussagen der Kartenleger sehr ernst und hielt sich an die Weisungen. Als sich der Buchdruck verbreitete, kam es auch zur Verbreitung der Karten und aufgrund der vielfältigen Herstellung wurden auch sie immer beliebter. Es entwickelten sich im Laufe der Zeit immer mehr Karten-Varianten - Tarotkarten, Zigeunerkarten, Lenormandkarten, Kipperkarten etc. - und auch das Legen der Karten veränderte sich.
In den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gelangte das Kartenlegen aufgrund bedeutender Kartenleger und Wahrsager und ihren interessanten Geschichten.
Der wohl berühmteste Wahrsager war Michel de Nostredam (Nostradamus), welcher niemals selbst das Legen von Karten praktizierte, obwohl die Wahrsagekarten zu dieser Zeit schon existierten. Das erste und berühmteste Tarotdeck, das Tarot de Marseille, wurde um 1500 veröffentlicht.
Der grösste Einfluss auf das Kartenlegen kam allerdings von dem Theologen Antoine de Gebelin und Jean-Baptiste Alliete in Frankreich, welcher sich selbst als "Etteilla" namentlich bezeichnete. Die beiden Kartenleger waren fest davon überzeugt, dass das Tarot seinen Ursprung in Ägypten hat. Etteilla kreierte auch sein eigenes Tarotdeck und dieses wurde höchstwahrscheinlich auch später von Marie Anne Lenormand verwendet.
Bei Marie Anne Lenormand handelte es sich um eine der bedeutendsten Kartenlegerinnen und Wahrsagerinnen des 19. Jahrhunderts. Sie stand als "Sybille von Paris" dem gesamten europäischen Hochadel mit ihren spirituellen Fähigkeiten zur Seite. Die heute bekannten Lenormandkarten entstanden allerdings erst nach ihrem Ableben. Die heutigen Kipperkarten sind nach der Kartenlegerin Susanne Kipper benannte, welche hauptsächlich Zigeunerkarten legte.
Die "Wahrsagerin von Bonn" und "Pythia vomRhein" Madame Buchela war die bekannteste Kartenlegerin in Deutschland und sie hat sogar Konrad Adenauer den Wahlsieg vorausgesagt. Der im Jahr2009 verstorbene Kartenleger und Tarotmeister Hajo Banzhaft war der bekannteste der Gegenwart in Deutschland.
Kartenlegen hat über Jahre die Menschheit auf ihrem Weg durchs Leben begleitet. Warum nutzen wir nicht auch die bunte Welt der Karten als Wegweiser für unsere Zukunft? Wir haben nichts zu verlieren.