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welcher ausserhalb der Lade mittels Sperrrades und Sperrklinke in seiner Lage festgehalten wird, wenn die Feder durch Drehung derselben in der für den Anschlag des Rietblattes an den letzten Schussfaden geforderten Stärke angespannt ist. Die dadurch beim Anschlagen des Rietblattes gegen die Ware erfolgende Drehung desselben wird einem mit ihm verbundenen Arm 8 mitgeteilt, der dabei nach Massgabe dieser Drehung eine dem Rietblatt entgegengesetzte Schwingung ausführt und dadurch einen Schieber r, welcher mit einer Anzahl Sperr
klinken p vereinigt ist, vorwärts schiebt, so dass letztere über die Zähne eines Sperrrades q fortgleiten. Bei dem Rückwärtsgange der Lade wird der mit einem Haken versehene Schieber r von einem an der Lade befestigten Führungsstücke für diesen Schieber mitgenommen und damit das Sperrrad q und mittels geeigneter Uebertragungsmechanismen der Warenbaum m gedreht. Je grösser der Widerstand ist, den das Gewebe der Vorwärtsbewegung des Rietblattes entgegensetzt, desto grösser wird der Rückschlag
Litt er a tur. «- 827
des letzteren und der Vorwärtsgang des Schiebers r mit den «. Klinken, also auch die Drehung des Warenbaumes. -Kl. 65. No. 32433. Bootsriemen. W. A. Rettig, Berlin. Um Gewicht und Kosten für massive tadellose Hölzer zu sparen, ist der Schaft des Riemens aus 4 verleimten und
verschraubten Latten hohl und kastenförmig dargestellt, Ruderkelle und Handende in die Höhlung eingesetzt. «
K1. 86. No. 32524. Einrichtung zur Kettenfadenspannung an Webstühlen. C. Coupland, Seymour (Connecticut, V. S. A.). Zur Erzielung einer gleichmässigen Spannung der Kettenfäden beim Weben ist die eine Kette A (die Figur stellt einen Teil eines Webstuhles zur Herstellung von Doppelsammt dar) vom Kettenbaume C über die Walzen D und F geführt, zwischen welchen dieselbe durch eine beschwerte Walze E belastet wird. Die letztere ist an jeder Seite mit dem einen Ende des um einen festen Punkt a des Stuhlgestelles drehbaren Hebels H durch Gurt b verbunden; an diesem Hebel ist das Bremsband i für den Kettenbaum C befestigt. Bei einer Zunahme der Fadenspannung wird die Walze E infolge G\. GA Verkürzung der Fadenschleife, in welcher sie liegt, 1. gehoben und damit der Hebel H nach aufwärts ge- f dreht, so dass die Brems- Ga_– reibung am Kettenbaume Li__– < i vermindert wird; bei Ab- 6 nahme der Fadenspannung «. wird dagegen die Walze E infolge Verlängerung der Fadenschleife gesenkt und der Hebel H nach abwärts gedreht, so dass die Bremswirkung auf den Kettenbaum vermehrt wird. Für die gleichmässige Spannung der Kette B ist die gleiche Vorrichtung oberhalb der erläuterten vorhanden. z. «
Litteratur.
Vorarbeiten für das Wasserwerk der Stadt Mannheim. Von Oscar Smreker. Mannheim 1884. Wohl selten hat die Wasserversorgung einer Stadt, wie der Verfasser im 1. Teile seiner Abhandlung nachweist, eine so lange Vorgeschichte, wie in Mannheim. Die Lage der
Stadt auf einem Delta zwischen Rhein und Neckar, der ehe
malige Festungsgraben mit seinem sumpfenden, faulenden Wasser, die dichte Bebauung und die tiefe Lage der inneren Stadt sind als die wesentlichsten Gründe zu betrachten, welche auf die Beschaffenheit des die Brunnen der Stadt speisenden Grundwassers ungünstig einwirkten und dasselbe bis zur Unbrauchbarkeit verdorben haben. Diese Verhältnisse traten schon vor zwei Jahrhunderten auf, denn schon im Jahre 1680 nahm sich der Kurfürst Carl Ludwig der Wasserversorgung an. Es würde hier zu weit führen, die actenmässige Darstellung des Verfassers der verschiedenen Vorschläge, Versuche und Entwürfe zu einer besseren Wasserversorgung näher zu verfolgen: sie ziehen sich von jener Zeit wie ein fortlaufender Faden bis zur Gegenwart, in welcher die Namen der bedeutendsten Wasserbautechniker bei den Vorarbeiten, Gutachten und Projecten vertreten sind. Leider war das Ergebnis aller bis hierhin vorgenommenen Arbeiten ein ungünstiges: die Versorgung mit filtrirtem Rhein wasser wurde von vorn herein als der allerletzte Weg bezeichnet, den man erst einschlagen dürfe, wenn anderweit entsprechendes Wasser nicht beschafft werden könne; die Versorgung durch Quellwasser aus dem Oden- oder Schwarzwalde scheiterte an den Kosten, welche die Erwerbung und die Herbeileitung
grosser Mengen Quellwassers verursachen würde; auch die bisherigen Versuche, Grundwasser künstlich zu erschliessen, waren erfolglos geblieben, und zwar wegen der Beschaffenheit des erschlossenen Wassers; das Wasser des Versuchsbrunnens in der Stephanienpromenade (Salbach) war wegen seines überaus hohen Eisengehaltes vollständig unbrauchbar, das auf dem Hochgestade zwischen Rhein und Neckar bei Seckenheim erschlossene (Schneider) für gewerbliche und industrielle Zwecke viel zu hart. Mit dieser Erkenntnis war man in der Wasserversorgungsfrage wieder auf dem Ausgangspunkt angelangt, d. h., es musste von neuem mit der Aufsuchung geeigneter Bezugsquellen begonnen werden. Der zur Lösung dieser Aufgabe von der Stadt berufene Verfasser geht zunächst, wie er in dem 2. Teil auseinander setzt, an die Erforschung der Gründe obiger Erscheinungen und findet dabei den richtigen Weg zur Beschaffung guten und ausreichenden Grundwassers. Die hierzu angestellten Untersuchungen und Betrachtungen sind geognostischer Natur; sie beruhen auf der Erkenntnis der Zusammensetzung des Rheinthales und seiner Umgebungen. Der Verfasser sagt: »Wie allenthalben in Flussthälern, so stösst man auch in den Geschieben des Rheinthales überall auf Grundwasser; dasselbe befindet sich aber nicht in Ruhe, sondern bewegt sich, bildet also unterirdische zusammenhängende Grundwasserströme. Die Beschaffenheit des Grundwassers hängt im allgemeinen nur von derjenigen der durchflossenen Bodenschichten ab, deren lösliche Bestandteile es in sich aufnimmt; auf diese Weise geben die im Wasser enthaltenen fremden Bestandteile gewissermassen Zeugnis für die Schichten, welche dasselbe durchflossen hat. Die diluvialen Schichten im Mittellaufe des Rheinthales bestehen aus den von den Randgebirgen herrührenden Geschieben; ausser dem Urgestein, Granit und Gneiss, ist es hauptsächlich der Buntsandstein, der zu Tage ansteht, und dementsprechend müssen die in diesen Geschieben sich bewegenden Grundwasser einen verhältnismässig geringen Gehalt an Kalk salzen, der in der Härte des Wassers zum Ausdrucke gelangt, also geringe Härte zeigen. Die alluvialen Schichten sind von alten Flussläufen durchsetzt, deren Detritusablagerungen auf die Beschaffenheit des durchströmenden Grundwassers den allerverderblichsten Einfluss ausüben; hierzu kommt die wesentlich geringere Ueberdeckung des Grundwasserspiegels in der durch das Alluvium erfüllten Niederung, der durch die Nähe des Stromes bedingte häufige und bedeutende Wechsel in den Grundwasserständen und eine Reihe anderer Ursachen, so dass man im allgemeinen Versuche, aus den alluvialen Schichten geeignetes Wasser zu erschliessen, von vorn herein mit Sicherheit als aussichtslos bezeichnen kann. Betrachtet man hiernach zunächst die in der Stephanienpromenade usw. gemachten Versuche, so wird man die dabei erzielten Misserfolge sehr leicht begreiflich finden: Die betreffenden Versuchsstellen liegen sämmtlich in der Niederung, also im alluvialen Gebiete, das nach dem obigen unter allen Umständen hätte vermieden werden müssen. Die weiteren Versuche am Hochgestade zu Seckenheim usw. ergaben ein für technische Zwecke zu hartes Wasser von 350 franz. Diese Versuche, im Gebiete des Diluviums vorgenommen, sind es, welche an den Versuchsstellen nicht normale Verhältnisse voraussetzen lassen, denn unter normalen Verhältnissen sollte das Grundwasser nicht sehr wesentlich härter sein, als das Rheinwasser selbst.« Die näheren Untersuchungen haben nun ergeben, dass in der betreffenden Gegend die vom rechtwinklig gegen das Rheinthal in dieses ausmündenden Neckarthale herangebrachten Geschiebe wie ein Schuttkegel sich vor der Mündung des letzteren im Rheinthal ausbreiten. In dem Flussgebiete des Neckars ist aber der Muschelkalk und im oberen Laufe der Jura und deshalb in den Geschieben des Neckars die Kalksteine vorherrschend. Das sich in diesen Geschieben bewegende Grundwasser muss daher (wie das Neckarwasser bei Mannheim mit etwa 339 franz. Härtegraden) ziemlich hart sein, und es ist daher unzweifelhaft der Neckar die Ursache der bei Seckenheim auftretenden örtlichen Störungen in den Untergrundsverhältnissen. Die Frage, ob es möglich ist, die Stadt Mannheim mit entsprechendem Grundwasser zu versorgen, wird deshalb im bejahenden Sinne gelöst sein, wenn es gelingt, in praktisch erreichbarer Entfernung von Mannheim Gebiete nachzuweisen, deren Untergrundsverhältnisse in keiner Weise vom Neckar beeinflusst sind. Der Verfasser hat nun die Grenzen, inwieweit der Neckar an der Auffüllung des Rheinthales mitgewirkt hat, d. h. in welcher Ausdehnung der Untergrund hauptsächlich aus Neckargeschieben besteht, direct bestimmt und gefunden, dass nördlich von Mannheim in verhältnismässig geringer Entfernung ein Gebiet liegt, welches vom Neckar nicht mehr beeinflusst wird, und dieses jenseits des Neckars zwischen dem Rhein und den von Käferthal nach Norden ziehenden Dünenzügen gelegene Gebiet ist denn genau und insbesondere hydrologisch untersucht worden. Die Untersuchungen werden im 3. Teile näher beschrieben, auch die meistens bekannten Bewegungsformen des Grundwassers, die aufgenommenen Horizontalcurven usw. beleuchtet. Das Ergebnis der höchst bemerkenswerten Untersuchungen ist die Erschliessung eines in jeder Beziehung guten eisenfreien Trink- und Nutzwassers von durchschnittlich 180 franz. Härte, welches sich in einem mächtigen, vom Rhein und Neckar unabhängigen Grundwasserstrome von 5" Breite und einer mittleren Wassertiefe von 20 bis 25" in Sand- und Kiesschichten bewegt. Die Untersuchungen über die Ergiebigkeit des Grundwasserstromes bilden den 5. und letzten Teil der Abhandlung. Während im vorhergehenden die besonders für die Wasserversorgung der Stadt Mannheim einschlagenden
deutscher Ingenieure.
Zeit. »Beim Grundwasser«, sagt der Verfasser, »hört die unmittelbare Wahrnehmung auf; das Vorhandensein desselben ist nur vermittels eines Indicienbeweises zu erhärten, die stattfindende Bewegung kann nicht unmittelbar beobachtet, sondern nur aus anderen, aus unmittelbarer Beobachtung festgestellten Thatsachen gefolgert werden; kein Wunder deshalb, wenn der Laie, der in der Regel nur durch den Beweis ad oculus oder durch unmittelbare Wahrnehmung überzeugt werden kann, sich dem Grundwasser gegenüber etwas misstrauisch verhält und leicht geneigt ist, das Erforschen unterirdisch fliessender Ströme und das Streben nach Erkenntnis der dabei waltenden Gesetze usw. mit spiritistischen Experimenten auf eine Stufe zu stellen; es darf dieses um so weniger befremden, als man selbst in Fachkreisen heute noch mitunter der Meinung begegnet, es sei das Grundwasser mit dem ganzen Complexe der damit zusammenhängenden Erscheinungen dem krassen Empirismus als Domäne zuzuweisen und seien wissenschaftliche Forschungen auf diesem Gebiet als theoretische Speculationen gewissermassen nur zu dulden, ohne Anspruch auf praktische Verwendbarkeit erheben zu dürfen. Doch auch hier ist die Forschung siegreich vorgedrungen, wenn es auch erst der jüngsten Zeit vorbehalten war, das geheimnisvolle Dunkel, welches sich früher über das Wesen des Grundwassers breitete, aufzuhellen und die Erscheinung des Grundwassers in formaler Beziehung richtig aufzufassen.« In dieser Richtung sind hier zu erwähnen die auf dem Gebiete der Grundwasserversorgung gewissermassen bahnbrechenden hydrologischen Untersuchungen des Hrn. A. Thiem, und nach dessen Vorgang hat der Verfasser, welcher bereits durch eine Reihe bezüglicher Veröffentlichungen bekannt ist!), auch in der vorliegenden Schrift die betreffenden Darstellungen gegeben. Es würde hier zu weit führen, der Entwicklung der Gleichungen für den Durchflusscoéfficienten u, d. i. das Verhältnis zwischen dem Querschnitte der wasserführenden Schicht und dem des effectiv durchströmenden Wassers, sowie für den Coëfficienten y, d. i. der von der Natur des Untergrundes abhängige Widerstandscoefficient, zu folgen; es sei nur noch das Schlussergebnis angeführt, nämlich die Berechnung der Durchflussmenge Q pro qm der wasserführenden Schicht, welche zu 0,000004" in 1 Sekunde ermittelt wird, d. h. in dem Untergrunde des untersuchten Gebietes fliesst auf je 1" Querschnitt der wasserführenden Schicht mindestens */250 Wasser in der Sekunde durch. Rechnet man nun für die Mächtigkeit der wasserführenden Schicht nur die durch Bohrung ermittelte Tiefe von 25", rechnet ferner, dass das zu erbauende Wasserwerk höchstens einen Tagesbedarf von 20 000° zu decken haben soll, so wird das durch die Untersuchung erschlossene Profil des Grundwassers ohne Schwierigkeit mindestens das doppelte des erforderlichen Wassers zu liefern in der Lage sein. Neuerdings in der Zeit vom 19. August bis 17. November 1884 wiederholte Pumpversuche haben die genannten günstigen Ergebnisse voll und ganz bestätigt, und es ist dies von um so grösserer Bedeutung, als – wie der Verfasser sagt – für den Laien (d. h. hier die betreffenden Stadträte) diese Wiederholung deshalb von besonderer Wichtigkeit sein dürfte, weil dieselbe in einen sehr trockenen Zeitraum, wo sich überall Wassermangel fühlbar machte, fiel, und die Thatsache, dass der Versuchsbrunnen durch den allgemein niedrigen Wasserstand dieses Jahres in seiner Ergiebigkeit nicht geschwächt wurde, für jene schwerer wiegen dürfte, als alle selbst mit dem grössten Scharfsinne durchgeführten Berechnungen. Die vorliegende Arbeit, welcher man nur hin und wieder eine etwas kürzere Fassung, die der allgemeinen Verständlichkeit und Uebersichtlichkeit keinen Abbruch thun würde, wünschen möchte, ist nicht nur ein trefflicher Erläuterungsbericht für die Vorarbeiten zur Mannheimer Wasserversorgung, sondern auch durch die Darstellung der Gesetze der Grundwassererscheinungen von allgemeinem Werte.
L. Disselhoff ) Z. 1878 S. 117, 193; 1881 S. 283, 353, 411, 483.
Selbstverlag des Vereines. – Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N. – A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin S.
Fräsmaschinen. Die Verwendungsfähigkeit wie die hieraus entsprungene Beliebtheit derselben bekundet sich durch die Zahl und Mannigfaltigkeit, in welcher sie in Antwerpen vertreten sind. Als besonders erwähnenswert hebe ich hervor, dass vielfach die Selbstausrückung der Schaltbewegung) benutzt wird. Der betreffende Schlitten ist mit stellbaren sogenannten Fröschen versehen, welche, nachdem die vorgeschriebene Grenze der Verschiebung erreicht ist, durch Anstossen eine Klinke lösen, wodurch, unter Benutzung einer Feder oder des Eigengewichtes der Teile, eine Klaue zur Seite geschoben wird oder Räder bezw. Schrauben ausser Eingriff kommen. Solche Selbstausrückung der Schaltbewegung findet man bei Heilmann, Ducommun & Steinlen, Bariquand & Sohn und Dondoy-Maillard, Lucq & Co.
Das Wesen der Fräsmaschine besteht in solcher Vereinigung der Verschiebungen und Drehungen des Arbeitsstückes und Werkzeuges, dass der Querschnitt des Fräsers mit der gegensätzlichen Bewegung desselben gegenüber dem Werkstücke die hervorzubringende Gestalt beschreibt. Hiernach geordnet reihen sich die bemerkenswerten Fräsmaschinen wie folgt an einander.
Für prismatische Gegenstände verändert die Fräserachse gewöhnlich ihre Lage nicht; sie ist meistens wagrecht. Ausser den häufig vorkommenden Fräsmaschinen, welche teils mit fliegender Fräse arbeiten, teils, unter Benutzung eines oben liegenden Armes, ausserhalb des Fräsers diesem eine zweite Lagerung bieten”), sind vertreten: Die früher in der Z. erwähnte grosse Fräsmaschine, bei welcher der Arbeitstisch nur wagrecht verschoben wird, während die Lagerung der liegenden Fräserspindel an senkrechtem Prisma verschoben werden kann ), welche von Ant. Fetu & Deliège ausgestellt ist; ferner eine ähnliche kleinere von Smith & Coventry ausgestellte, bei welcher die zweite Lagerung des Fräsers nur an einem zweiten Prisma sich befindet.
) Z. 1885 S. 512, nach Prakt. Maschinen-Constr. 1884 S. 214 mit guten Abb. 2) Z. 1885 S. 512 m. Abb. 3) Z. 1885 S. 513, Brainard Milling. Mach. Co. nach Iron, Sept. 1884 S. 287 mit persp. Abb., und Engineering, April 1885 S. 420 mit persp. Abb.
Hierher gehört noch eine Fräsmaschine mit senkrechter Spindel von Smith & Coventry, welche in ihrer äusseren Gestalt einer gewöhnlichen Hobelmaschine gleicht, bei welcher statt des gebräuchlichen Werkzeugträgers die Fräserspindellagerung am wagrechten Prisma verschiebbar ist. Mehr ausgebildet wird die gegensätzliche Bewegung zwischen Fräser und Arbeitsstück, wenn man dem Arbeitstisch ausser den gewöhnlichen geradlinigen Bewegungen auch eine Drehbewegung zuteil werden lässt. Alsdann befindet sich die Achse des Fräsers meist in senkrechter Lage. Derartige Maschinen zeigen A. Fetu & Deliège, Kendall & Gent, Bariquand & Sohn und Dandoy-Maillard, Lucq & Co. Bei den Maschinen der letztgenannten, Fig. 9, findet der An
trieb der festgelagerten senkrechten Fräserspindel von der liegenden Vorgelegewelle aus mittels Riemens statt; ein Rädervorgelege, welches demjenigen der gewöhnlichen Drehbank gleicht, ist an der Fräserspindel angebracht, wodurch der erwähnte Riemenbetrieb auch für grössere Fräserdurchmesser ausreichend wird. Der Arbeitstisch ist wagrecht zu drehen und in drei zu einander winkelrecht stehenden Richtungen zu verschieben. Aehnlich, aber kleiner, ist die Maschine von Bariquand & Sohn, während die bereits unter den Stossmaschinen erwähnte sehr grosse Maschine von Kendall & Gent sich hauptsächlich durch die Lagerung der Fräserspindel von den vorigen unterscheidet. Die senkrechte Fräserspindel findet ihre Lagerung nämlich in dem gewaltigen Stössel, so dass die Entfernung zwischen Arbeitstisch und Fräser durch dessen Verschiebung geändert wird. Um diese Verschiebung leicht durchführen zu können, ist das Gewicht des Stössels durch Ketten und Gegengewichte ausgeglichen. Für grössere Arbeitsstücke dürfte eine derartige Anordnung der vorhin erwähnten vorzuziehen sein wegen der verhältnismässig bequemen und sichern Verstellung der näher bezeichneten Fräserwellenlagerung. Die bekannte, auf den Arbeitstisch der gewöhnliche Fräsmaschinen zu befestigende Werkstückeinspannvorrichtung, welche man als »Universaleinspannvorrichtung« bezeichnet, weil sie gestattet, das Arbeitsstück unter gleichsam beliebigen Winkeln und um eine irgendwie geneigte Achse kreisend gegen den Fräser zu führen!), fehlte nur bei wenigen Ausstellern der Werkzeugmaschinen. d
Aug. Francotte in Lüttich zeigt eine »Universalfräs
maschine«, deren Einspannvorrichtung nicht gestattet, das Arbeitsstück während der Arbeit selbstthätig zu drehen. Fig. 10 zeigt das wesentliche dieser Einspannvorrichtung. A ist die festgelagerte Fräserwelle, B ein gewöhnlicher Kreuzschieber, welcher auf dem Bett der Maschine reitet. Mit B ist mittels eines feststellbaren Gelenkes der Winkel C verbunden. In dem geschlitzten, emporgerichteten Schenkel des Winkels C ist mittels einer Schraube ein Bolzen verschiebbar, um den der Schraubstock D sich zu drehen vermag, bzw. auf welchem derselbe in irgend welcher Lage befestigt werden kann. Es ist vorgesehen, statt des Schraubstockes D zwei Spitzen zur AufD –SZ nahme des Arbeitsstückes zu be- nutzen. E. G S - G. - Endlich sind noch diejenigen Fräsmaschinen zu erwähnen, welche die gegensätzliche Verschiebung des Fräsers gegenüber dem Arbeitsstück durch eine Lehre regeln. Von diesen nenne ich zunächst eine grosse Fräsmaschine mit senkrechter Spindel, welche Smith & Coventry ausstellen. Das Gestell der Maschine gleicht demjenigen einer Stossmaschine, auch die Einrichtung des Arbeitstisches weicht von derjenigen der Stossmaschine nicht ab. Die Spindel wird unten in einem senkrecht verschiebbaren Lager geführt, während sie oben in dem Antriebsrade verschiebbar ist. Man befestigt die Lehre unter dem Arbeitsstück, mit diesem auf dem Tisch, welcher durch belasteten Winkelhebel längs des Bettprismas nach hinten gezogen wird, und lässt sie durch den Querschieber oder die kreisende Bewegung des Tisches an einer Rolle entlang gleiten, die genau mitten unter dem Fräser gelagert ist. Um das Beschmutzen dieser Rolle seitens der niederfallenden Späne zu hindern, ist ein Schutzblech unter dem Fräser angebracht. Hier ist sonach für die Anwendung der Lehre derselbe Gedanke benutzt, welcher bei dem Fräsen des Holzes schon seit Jahren verwertet wird. Heilmann, Ducommun & Steinlen haben bei ihrer »Copirmaschine«”) folgende Anordnung getroffen. Auf dem wagerechten Prisma A, Fig. 11, ist der den Fräser B tragende
) Vergl. u. a. The Engineer, April 1884 S. 264 mit persp. Abb. Iron, Novemb. 1884 S. 421 m. persp. Abb. * *) Vergl. Prakt. Masch.-Constr. 1884 S. 145 m. Abb.
dass man das Arbeitsstück zwischen Spitzen einspannen und
ihm nötigenfalls eine selbstthätige Drehbewegung geben oder es in einer anderen Weise befestigen kann. Die nach Wunsch selbstthätige Verschiebung des Arbeitsstückes mittels des Schlittens H ermöglicht nun dem Fräser, dem Arbeitsstück sich entsprechend zu nähern; der Hand des Arbeiters fällt die Aufgabe zu, diese Möglichkeit durch Drehen des Rädchens E soweit auszunutzen, wie für die Dauer und Standfestigkeit des Fräsers zuträglich ist. Es sei noch erwähnt, dass die Fräserspindel auch unterhalb des Fräsers gelagert ist. Man hat durch die beschriebene Anordnung, allerdings auf umständlichem Wege, erreicht, dass die Lehre in grösserem Masse ausgeführt werden kann, als der betreffende Querschnitt des Arbeitsstückes, dass also die unvermeidlichen Fehler einer solchen Lehre verkleinert auf das Arbeitsstück übergehen. Eine dasselbe Ziel erstrebende Maschine von DandoyMaillard, Lucq & Co., welche wohl nur für die Herstellung der Fräser bestimmt ist, versinnlicht Fig. 12 in ihren Grundzügen. Bei A befindet sich am Gestell der Maschine ein
Fig. 12.
s) GX3 CLL- A is -“T Kreuzgelenk; es trägt einen Arm B, in dem der Fräser i und die Leitrolle J gelagert sind, und zwar so, dass die Achsen der Leitrolle J, des Fräsers i und des Kreuzgelenkes A in eine gerade Linie fallen. Bei C ist das Arbeitsstück, bei D die entsprechend vergrösserte Lehre eingespannt. Führt man nun die Rolle J über die Lehre D, so muss notwendigerweise der Fräser eine Form bilden, welche der Lehre D entspricht. Der Antrieb des Fräsers findet durch eine Schnur statt, die Bewegung des Armes B durch die Hand des Arbeiters. An dieser Stelle mag noch erwähnt werden, dass Kendall & Gent die bekannte!), zur Herstellung der Fräser vielfach benutzte Handfräsmaschine ausgestellt haben. An die Fräsmaschinen reihen sich naturgemäss die Kaltsägen; sie sind recht gut vertreten. Jules & Maurice Demoor zeigen solche in gebräuchlicher Einrichtung”), Ant. Fetu & Deliège verwenden einen mit Aufspannvorrichtung versehenen festen Tisch, neben welchem die Säge mit ihrer Lagerung entlang geführt wird; der Antrieb. der Säge findet statt durch eine lange Schraube, welche in ein Wurmrad greift. *) A. Deneffe & Co. in Lüttich haben
o) Dingl. polyt. Journ. 1884, Bd. 252, S. 315 m. persp. Abb.
*) D. R.-P. No. 6236; Dingl. polyt. Journ. 1881, Bd. 241, S. 21, m. Abb. - K *) Vergl. D. R.-P. No. 22201.