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Mit Zäunen sollen Felder sowie das Hab und Gut von Menschen in Sri Lanka vor Elefanten geschützt werden. Kein einfaches Unterfangen, denn die Elefanten sind gross, stark und schlau. Die Zäune sind wichtig zur Verhinderung von Konflikten zwischen Menschen und Elefanten im gemeinsam bewohnten Lebensraum.
In Sri Lanka leben rund 70% der Elefanten ausserhalb von Schutzgebieten. Viele von ihnen teilen ihren Lebensraum mit demjenigen des Menschen und geraten nicht selten mit diesem in Konflikt. Vor allem männliche Tiere lieben es, als willkommene Abwechslung Felder mit Feldfrüchten wie Bananen, Reis oder Mais aufzusuchen. Dort richten sie grossen Schaden an. Das ist nicht nur schlecht für die Bauern, welche diese Feldfrüchte anpflanzen, sondern auch für die Elefanten: Im Zusammenhang mit diesen Konflikten kommen jedes Jahr etwa 70 Menschen, aber auch rund 200 Elefanten zu Tode. Werden diese Konflikte entschärft, profitieren beide Seiten. Doch wie können die Menschen in Sri Lanka sich vor Verlusten schützen?
Um das Hab und Gut der Menschen vor den Elefanten zu schützen, wurden die Felder früher bewacht und zusätzlich in der Nacht Feuer entzündet. Heute versucht man, Zäune zu errichten, welche die Elefanten fernhalten. Auch wenn es kein einfaches Unterfangen ist, ist es die erfolgreichste Methode. Dr. Prithiviraj Fernando und seine Frau Dr. Jennifer Pastorini des Center for Conservation and Research in Sri Lanka (CCR) blicken auf fast 20 Jahre zurück, in denen sie wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Heute ist das schweiz-singhalesische Forscherpaar soweit: Richtig angewandt und gut gewartet funktionieren die Zäune! Bisher rund 20 Dörfer profitieren davon.
Wie sieht ein Elefanten-Zaun aus?
Elefanten sind gross und stark. Ein elektrischer Zaun mit einer Spannung zwischen 6‘000 und 8‘000 Volt und einer Stromstärke von nur rund 4 – 5 Milliampere in den Drähten vermag einem Elefanten jedoch einen Stromstoss zu versetzen, der die Tiere abhält, ohne dass Leben von Mensch und Tier gefährdet werden. Die Intelligenz der Elefanten darf aber nicht unterschätzt werden: Bei den ersten Zäunen war es so, dass clevere Elefanten schnell herausfanden, wie sie die Pfosten mit dem Rüssel packen und herausreissen oder mit dem Fuss umdrücken können, ohne die Drähte zu berühren. Das CCR hat aufgrund dieser Erfahrungen einen Zaun entwickelt, dessen Metall-Pfosten ebenfalls unter Strom stehen. Die Pfosten werden an ihrem Ende in PVC-Röhren gesteckt, um sie gegen die Erde zu isolieren. Gespiesen wird die Anlage über ein Solar-Panel, das idealerweise in der Nähe installiert ist. Die Zäune sind einfach zu transportieren und zur Pflanzzeit aufzustellen. Nach Ende der Ernte wird wieder abgebaut und das Material zurück ins Dorf transportiert, wo es bis zur nächsten Pflanzzeit aufbewahrt wird.
Auch die Elefanten profitieren
Die traditionelle Landwirtschaft profitiert von der Entwicklung dieser temporären Zäune. Aber auch die Elefanten! Die bewirtschafteten Felder sind oft ein Stück weit vom Dorf entfernt und werden in Gebieten nur während vier bis sechs Monaten im Jahr genutzt. Nach der Ernte werden die Zäune weggeräumt. Die Tiere besuchen die Felder oft schon am gleichen Tag und tun sich an den Überresten der Ernte gütlich. Während der Monate, in denen die Felder brachliegen, wachsen dort für die Elefanten wertvolle Gräser und Kräuter.
Nach rund vier bis fünf Jahren am gleichen Ort roden die Bauern neues Land und die bisherigen Flächen liegen brach. Hier entsteht in den folgenden Monaten und Jahren ideales Elefantenland: Neben Gräsern und Kräutern wachsen auch Büsche und Jungbäume: Die ideale Nahrung für die grauen Riesen. Ebenfalls wichtig sind diese offenen Flächen, um von einem Waldstück in ein anderes zu wechseln. Permanente Zäune können ein Gebiet unpassierbar machen. In diesem Zusammenhang ist die traditionelle Landwirtschaft für die höchst bedrohte Tierart von unschätzbarem Wert.
Weitere Infos: Verein Aliya
welche die Arbeit des CCR unterstützt, möchte das gut funktionierende
Zaun-System nun möglichst vielen Bauern zur Verfügung stellen. Das
Projekt kann auf www.wemakeit.ch unterstützt werden.