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Gemälde, Porträt Karolina Stocker-Schell (1827–1870)
Auf dem Porträt ist eine Frau im Dreiviertelprofil abgebildet. Das in der Mitte gescheitelte Haar bedeckt in Form eines Zopfes den Hinterkopf. Der Ausschnitt des schwarzen Kleides ist mit weissen Rüschchen besetzt und mit einem ebenfalls weissen Brusteinsatz unterlegt. Ein weisslicher Schal verhüllt die Ellbogen und Unterarme. Mit der Halskette aus roten, vermutlich gläsernen Perlen setzte der Künstler die einzigen kräftigen Farbtupfer ins Bild. Das Gemälde ist auf der Rückseite mit «J. Stocker» signiert und befindet sich in einem Goldrahmen.
Bei der Porträtierten handelt es sich um Karolina Schell (1827–1870). Sie war die Nichte von Wilhelm Moos (01.12.1807–25.07.1847) und seit 1853 mit dem Zuger Maler Johann Josef Ludwig Stocker (15.02.1825–18.02.1908) verheiratet. Dieser hatte seine Ausbildung in Zug bei Wilhelm Moos begonnen. Mit 21 Jahren reiste er nach München. Dort lernte er zwischen 1846 und 1851 im Atelier vom deutschen Porträtmaler Josef Bernhardt (15.09.1805–12.03.1885). Bernhardt hatte sein Können bei dem in Frankreich geschulten Josef Karl Stieler (01.11.1781–09.04.1858) sowie in Paris geholt. 1852 kehrte Stocker nach Zug zurück. 1857 hatte Stocker an der Schweizerischen Kunstausstellung in Bern (wurde zusammen mit der Industrie- und Landwirtschaftsausstellung abgehalten) mit seinen Porträts grossen Erfolg und erhielt als Bildnismaler den ersten Preis. Von da an verbreitete sich sein Ruf als begabter Porträtist in weiten Teilen der Schweiz. 1872/1873 und 1877/1878 hielt er sich mehrere Monate in Paris auf, wo sich zahlreiche Bürgerliche und Adelige von ihm porträtieren liessen.
Das Porträt ist das Pendant des Selbstporträts von Johann Josef Ludwig Stocker (Inventarnummer 1988), entstand jedoch etwas später als das Selbstporträt von Stocker.