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Rees Gwerder
Wir spielen auffallend viele von Rees Gwerder interpretierten und / oder komponierten Tänzen. Der Grund ist, dass uns seine Muik und seine Interpretation so gut gefallen.
Anbei ein paar Informationen zu Rees:
Rees Gwerder war einer der wichtigsten Vertreter der urchig-traditionellen Schweizer Volksmusik.
geb. 30. Juli 1911, Muotathal
gest. 4. Januar 1998, Arth
Um 1886 wurden die ersten Schwyzerörgeli gebaut. Bauern und Älpler aus der Innerschweiz, vor allem im Muotathal/Bisisthal (Kanton Schwyz), die ihren urwüchsigen Traditionen ansonsten sehr verpflichtet waren, fanden an diesem 'neuen' Musikinstrument gefallen. Sie übertrugen den archaischen musikalischen Ausdruck ihres gewohnten Musizierens auch auf die Schwyzerorgel.
Einer der konsequentesten Musiker, der bis zu seinem Tod am 5. Januar 1998 die Vorbilder jener Zeit in seinem Spiel vertrat, war der 1911 geborene bekannte Schwyzerörgeli-Musikant Rees Gwerder. Mit fünf Jahren begann Gwerder die ersten Stücke auf dem Eichhorn-Örgeli seines Vaters zu spielen. Im Lauf seines Lebens hat der Musikant gegen 300 alte Melodien aus seiner Muotathaler Heimat in seinem Kopf gespeichert. Am liebsten hörte er seine eigenen Aufnahmen, waren sie doch Ausdruck seiner Identität - und warum sollte er die je verändern? Dank Gwerder sind viele alte Tänze in ihrer ursprünglichen Ausdrucksweise überliefert.
Der Schwyzerörgeler, Sohn eines Bergbauern gleichen Namens, wuchs als ältestes von drei Geschwistern den Sommer über auf der Alp „Eigeli', in der übrigen Jahreszeit im Bergheimet seiner Eltern im Weiler Hürithal bei Muotathal auf.
Die ersten musikalischen Eindrücke empfing er als fünfjähriger Bub von seinem Vater, der sich um die Jahrhundertwende ein sechsbässiges Iten-Örgeli erstanden hatte, sowie von einigen der ersten Schwyzerörgeler überhaupt, wie Georg-Anton Langenegger („Egg-Basch'), Lienhart Betschart (D'r„Lieneler') und Alois Sutter (D'r „Lisabethler').
Nach dem Besuch der Primarschule in Muotathal arbeitete er bis zu seinem vierunddreissigsten Altersjahr auf dem elterlichen Anwesen. Als Fünfzehnjähriger verfügte er bereits über einen Stock von 100 Melodien, in überwiegender Zahl kurze, zweiteilige, sogenannte „Stümpeli'-Tänze, die er sich nach Gehör angeeignet hatte. Er lernte denn auch sein Lebtag nie Noten schreiben und lesen.
Vor Antritt der Rekrutenschule erwarb er zu dem dazumal hohen Preis von 430 Franken seine erste, 60bässige „Eichhorn'-Schwyzerorgel, und am Fasnachtsmontag 1930 spielte er erstmals öffentlich im Restaurant „Alpenrösli' in Schwyz zum Tanz auf. In dieser Zeit entwickelte er seine urwüchsige, fast einmalige Spielweise, in der er die nahezu 200 Kompositionen seines Repertoires, wovon die Hälfte eigene Titel, vorzutragen pflegte.
Neben der für das Muotathal charakteristischen Melodik ist dieselbe insbesondere gekennzeichnet durch überlieferte, oft fremdartige Akkordfolgen, häufige Tonartwechsel, sowie durch das Spiel mit den Kreuz- bzw. Halbtönen.
Schon früh gelangte er auch in den Besitz zweier weiterer „Eichhorn'-Schwyzerörgeli, eines 18bässigen in B und eines achtbässigen in C, die er neben der grossen 60bässigen Orgel wahlweise nach Art und Stimmungsgehalt eines Stückes einsetzt.
1932 beteiligte er sich erstmals an einem Wettspiel im „Rössli' in Seewen, das er auf Anhieb gewann.
Sein Wirkungskreis war in jüngeren Jahren das Muotathal, die Umgebung von Schwyz sowie Riemenstalden bei Sisikon, wo er von 1939 an regelmässig während 29 Jahren aus Anlass der Kilbi musizierte. Später wirkte er hauptsächlich in Arth, zu welcher Gemeinde das Bergheimet „Gengigerberg' gehört, das er seit 1945, nach seinem Weggang aus dem Muotathal, bewirtschaftete.
Eine dreissigjährige, bis 1962 dauernde Partnerschaft verband ihn mit dem Bisisthaler Schwyzerörgeler Paul Suter (*1914), dessen Nachfolge 1960 Thomas Marthaler und 1965 Ludi Hürlimann antraten.
Im Zuge der Rückbesinnung auf die traditionelle Volksmusik wurde er anfangs der sechziger Jahre vom Toningenieur W.A. Wettler sowie dem Akademiker und Ländlermusiker Thomas Marthaler für die Schallplatte und das Konzertpodium entdeckt, nachdem er bis dahin kaum von sich reden gemacht hatte. Das Ergebnis waren 1962 eine erste Single-Schallplatte und insgesamt neuen Langspielplatten bis 1986. Damit, sowie durch viele Radio- und Fernsehsendungen hat er einen weit über seine engere Heimat hinausreichende Bekanntheitsgrad erlangt, wie es seine Auftritte in Deutschland, Frankreich und in den USA 1976 sowie 1984 bezeugen. 1974 legte er seinen kleinbäurlichen Betrieb in jüngere Hände, um sich fortan dem Schwyzerörgeliunterricht und in verstärktem Masse dem Musizieren zuzuwenden.
Rees bildete in seinem Leben hunderte von Schüler und Schülerinnen aus. Er rauchte, schnupfte und wetterte über seine Umwelt bis zu seinem Tode am 4. Januar 1998.
Quelle: unbekannt / Diverse
Rees Spielart / Stil kann man als schnörkellos und auffallend spannend beschreiben. Selten haben Formationen dieses Stils so einen Groove! Die Melodien sind teils recht archaisch, was als grosses Plus gewertetr werden darf. Das macht ihn auch so unverkennbar. Bei ihm tönt das Schwyzerörgeli ausgeprägt kernig und urchig.