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«Schwarz und Weiss» vereint vorwiegend zeitgenössische Arbeiten aus dem internationalen Raum. Sie manifestieren beispielhaft das kreative Potenzial von Plakaten, die im Rückbezug auf die «schwarzen» Ursprünge der Grafik, Schrift und Fotografie eine gemeinsame Basis besitzen.
«Der Farbverzicht war in der Plakatgestaltung immer auch ein Mittel zur Abgrenzung. Die bunte Farbigkeit der kommerziellen Werbung dominierte zu allen Zeiten die Präsenz des Plakats im öffentlichen Raum. Der Verzicht auf Farbe ist die absichtsvolle Verweigerung, im Wissen, dass die Abwesenheit im Auge des Betrachters eine ‹Fehlermeldung› bewirkt und die Wahrnehmung auf Form und Komposition, auf die grafische Qualität und auf die Botschaft lenken wird. Tatsächlich sind die Wirkungszusammenhänge von verblüffender Einfachheit. Das Primat der Form, ob konstruktiv, expressiv, abstrakt, pathetisch, poetisch, appellierend oder sachlich nüchtern, wird mit der Abwesenheit von Farbe offensichtlich und unausweichlich. Schwarz auf Weiss werden Buchstaben zu autonomen Bildelementen, Fotografien zu Sinnbildern, Konstruktionen zu Mustern, Und der Betrachter entdeckt seine Begabung, in der binären Struktur zwei Bilder zu lesen: Das Schwarze und das Weisse.» (Lars Müller)
Mit Beiträgen von Lars Müller und Bettina Richter.