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nensack und Nasengang eingeführt, und allmählig so tief eingeschoben, dass sie der Kranke am hintern Theile des Schlundes fühlt. Nach einer viertel oder halben Stunde, wenn man glaubt, dass der in der Nasenhöhle liegende Theil der Darmsaite durch den daselbst befindlichen Schleim, oder durch eingezogene Milch erweicht ist, muss der Kranke zum Vorschnauben derselben angehalten werden. Man lässt den Patienten den Mund und das Nasenloch der gesunden Seite schliessen, und die Luft in die hinteren Nasenlöcher stossen. Nach mehreren Versuchen dieser Art kommt die Saite gewöhnlich zum Vorscheine). Wird durch dieses Verfahren die Saite nicht aus der Nase herausgetrieben, so bringt man in das Nasenloch der kranken Seite die Belloq’sche oder eine einfache elastische Röhre ein, nachdem die Saite bis in den Schlund vorgeschoben, dort gefasst und aus dem Munde hervorgezogen wurde. Bei Anwendung der Belloq'schen Röhre lässt man die Feder in den Mund hervortreten; wird die elastische Röhre angewandt, so wird diese, sobald sie im Schlunde sichtbar ist, mittelst der Kornzange gefasst und hervorgezogen. Das Saitenende wird nun an die Feder oder die elastische Röhre angeschlungen, das Werkzeug, welchem die Saite folgt, zurück und aus der Nase herausgezogen ”). Die Saitenrolle wird auf der Stirne befestigt, das aus der Nase hervorhängende Ende mittelst des englischen Pflasters auf die Wange geheftet, und die Thränensackwunde mit Charpie locker angefüllt. Täglich muss der Verband erneuert werden. Aus der auf der Stirne befestigten Saitenrolle wird ein hinlänglich langes Stück, im Anfange beölt, später mit einem angezeigten Arzneistoffe bestrichen, abgerollt, und durch Anziehen des untern Endes in den Thränensack, Nasenschlauch und die Nase so eingezogen, dass ein zwei Zoll langes Stück der trockuen Saite aus der Nase vorsteht, welches, nachdem der gebrauchte Theil der Saite abgeschnitten worden ist, auf die Wange geklebt wird. Wenn man vier Wochen hindurch von der ESaite Gebrauch gemacht hat, so geht man zur ASaite über. Bei solchen Individuen, bei welchen die Ausführungskanäle weit sind, kann man von der ASaite zur D Saite übergehen. Ist eine Saitenrolle verbraucht, so wird eine neue, entweder mit freier Hand oder mittelst des letzten Stückes der gebrauchten Saite, eingelegt. Um letzteres zu bewerkstelligen, wird das aus dem Thränensacke vorstehende Ende der gebrauchten Rolle mittelst einer feinen, mit einem Seidenfaden versehenen Nähnadel durchstochen, der Faden nachgezogen, und nun das freie Ende der zu brauchenden Rolle auf dieselbe Weise behandelt. Die zwei Fadenenden werden zusammengebunden, wodurch alsdann eine Schlinge entsteht, welche beide Saitenenden verbindet. Ist durch das Einlegen der Darmsaiten die zweckmässige Weite des Nasenganges hergestellt, was gewöhnlich nach acht Wochen der Fall ist, so sucht man diese durch das Einlegen der Bleisonden oder der Fadenschlingen sortdauernd zu erhalten. Erstere haben den Vorzug bei robusten Individuen, bei welchen die Ausführungsgänge weit sind, letztere bei schwächlichen, reizbaren Subjecten. Sie müssen so lange im Gebrauche bleiben, als die krankhafte Stimmung und Veränderung der Schleimhaut, welche der Verengerung oder Verschliessung zu Grunde liegt, nicht gehoben ist. Der krankhafte Zustand der Schleimhaut wird durch Einspritzungen zweckdienlicher Mittel,
1) Richter, Anf. d. W. 2. B. § 524. Beer, im a. W. 2. B. S. 171. - - . .
2) In mehreren Fällen war ich genöthiget, dieses leicht
zu verübende, schmerzlose Verfahren anzuwenden, da
durch das Schnauben die Saite nicht hervorgebracht werden konnte.
z. B. im Anfange einer Sublimatauflösung, später des Lapis divinus, oder durch das Ueberziehen der einzuziehenden Saiten mit den anzuwendenden Mitteln entfernt. Besteht ein Leiden der Constitution, so müssen innerliche Mittel zur Bekämpfung desselben angewandt werden ). Die Merkmale, aus welchen der Arzt entnchmen kann, dass die ausdehnenden Werkzeuge ohne Gefahr eines Rückfalles entfernt werden können, sind folgende: Der Nasenkanal ist so frei und offen, dass die Sonde gleichsam von sich selbst herab in die Nase fällt, der Faden, im Falle ein solcher eingelegt ist, mit Leichtigkeit hin und her gezogen werden kann. Weder an der Sonde, noch in der Nase oder der Wunde bemerkt man Eiter oder vermehrte Schleimabsonderung, höchstens geht, wenn man den innern Augenwinkel drückt, ein Tropfen eines milchähnlichen Eiters aus der Wunde hervor. Wenn der Patient Mund und Nase zuhält, so kann er beim Ausschnauben die Luft aus der Oeffnung des Thränensackes heraustreiben. Die eingespritzte Flüssigkeit muss in vollem Strome und ungetrübt aus der Nase fliessen. Die Aufwulstung der Schleimhaut ist ganz verschwunden. Sind diese Zeichen vorhanden, so werden die ausdehnenden Geräthe entfernt, und s die Wundränder des Thränensackes durch ein Streifchen des englischen Pflasters in Verbindung
“) Die häufigen Rückfälle des Uebels sind vorzüglich darin begründet, dass die Erweiterung des Nasenganges nicht lange genug fortgesetzt, und das organisch vitale Leiden der Schleimhaut nicht berücksichtiget wird. Richter (Anf. d, W. 2. B. § 527) glaubt, dass gewöhnlich die ganze Cur in acht Wochen vollendet sey. Schmidt (im a. W. S. 297) versichert, die Faden niemals vor dem Ablauf von 3 oder 4 Monaten entfernt, allein auch nie einen Rückfall beobachtet zu haben. Walther (de fistula et Polyposacci lacrymalis, -auct. Weiß. Bonnae, 1822, S. 33 ) wendet zuweilen die erweiternden Geräthe sechs Monate hindurch an. - - >
gesetzt. Sind die Wundränder callös und trocken, so schliesst sich die Oeffnung durch dieses Verfahren nicht, sondern es ist nothwendig, die Wunde zu scarificiren oder mit Höllenstein zu bedupfen). Schmidt *) giebt der Fadenschlinge vor den Darmsaiten und der Bleisonde den Vorzug, ob– gleich er letztere auch für einzelne Fälle indicirt findet. Dessen Verfahren, um die Fadenschlinge einzuziehen, ist folgendes: Sobald das Knöpfchen der geöhrten Sonde in der Nase angekommen ist, so fädle man zwei neben einander gelegte durch Wachs gezogene und hiedurch aneinander geklebte Fäden ein, schlage das durchgezogene kurze Ende über das Oehr der Sonde hinauf, und drücke es fest an, so dass es die Dicke des Fadens nicht merklich vergrössere. Die Cabanis'sche Platte wird nun so in die Nase geführt, dass der gerade Rand nach ein – und abwärts, und der geschweifte nach aus – und aufwärts sieht. Ist man der untern Muschel näher gekommen, so wird die Richtung der Flächen so geändert, dass die eine nach oben, die andere nach unten gekehrt ist. Die Sonde lässt man frei in dem Nasenschlauche stecken; so
1) Das Verfahren von La Forest (Mem. de l'Acad. de Chirurg T. 2. p. 175) wählt die untere Mündung des Nasenkanals zur Verrichtung der Einspritzungen mittelst einer Sförmig gekrümmten Röhre. Cabanis (Mem de l'Acad. de Chirurg. T. 2. p. 197) verbindet die Mejansche und La Forest'sche Methode, indem er nach Mejan die Sonde durch den Thränenpunkt einführt, das Ende derselben mittelst seiner eigenen Platte fasst, dieselbe nebst dem Faden aus der Nase hervorzieht. An das aus der Nase heraushängende Ende des Fadens wird eine Röhre angehängt, in die untere Mündung des NasenFanges eingespritzt. La Faye (Cours d'operation par Dyonis. Paris, 4777. pag. 452) bemerkt, dass es am zweckmässigsten seyn möchte, die Verstopfungen des Nasenkanals durch von der unterm Mündung ausgehende
Einspritzungen zu heben. Dies Verfahren ist an Lebenden unausführbar. - 2) Im a. W. S. 292.
bald sie aber durch Anstossen der Cabanis’schen Platte bewegt wird, so wird sie etwas in die Höhe gezogen, die Platte etwas tiefer in die Nase geschoben, und die Sonde alsdann in eines der Löcher der Platte eingedrückt. Man bemerkt leicht, ob das Knöpfchen der Sonde in der Platte aufge– nommen ist; denn wie man die Platte etwas bewegt, so bemerkt man eine gleichzeitige Bewegung der Sonde. Nun wird das schiebbare Blatt durch den am Griffe befindlichen Knopf etwa eine halbe Linie hervorgedrückt, wodurch das Knöpfchen der Sonde umgebogen, und die Sonde selbst eingesperrt wird. Man zieht nun die Platte langsam aus der Nase aus, während man mit der andern Hand der Sonde einen gewissen Nachdruck giebt, um auf diese Weise die Sonde mit ihrem geöhrten Ende und dem darin befindlichen Faden durch den Thränenschlauch aus der Nase in einem langsamen Zuge herauszubringen. Die Operation auf diese Weise verrichtet, ist sehr schmerzhaft;
Kinder halten gewöhnlich nicht still genug, um
nach dieser Methode operirt werden zu können. Was aber dem Verfahren vorzüglich entgegen
beim nahen Anliegen der untern Nasenmuschel an
der unterm Mündung des Nasenkanals, wo man
nur eine kleine Fläche der Cabanis'schen Platte der Sonde zum Einfallen darbieten kann, und die Sonde die Löcher der Platte immer verfehlt, nicht mit Erfolg angewendet werden kann").
) Zang (im a. W. 2. B. S. 428 ) führt die angegebene
Methode ebenfalls an, bestimmt jedoch die Fälle, in welchen der Gebrauch der Darmsaiten oder Bleisonde der Fadenschlinge vorzuziehen ist. Dessault schob über
die Sonde ein silbernes Röhrchen, und durch das Röhr-
chen einen Faden, welcher ausgeschnaubt werden muss, ein. Girault bediente sich des Röhrchens und einer geöhrten Spiralfeder zum Einlegen des Fadens (Dessault's chirurg. Nachlass 2. B. S. 124), Richerand (Nosographie chirurgicale T. 2. p. 46) beschreibt ebenfalls dieses Ver