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Die Premier League ist die erste grosse Fussball-Liga, die zusätzliche Auswechslungen bei Hirnerschütterungen erlaubt. Wie «The Athletic» und «The Times» übereinstimmend berichten, soll ein entsprechender Testbetrieb in der nächsten Woche starten. Bereits im September 2019 war eine solche Möglichkeit beim Weltverband FIFA und beim für die Regeln zuständigen International Football Association Board (IFAB) diskutiert worden.
Nun erlaubt das IFAB der Premier League den Testbetrieb, wobei die Klubs dem FIFA-Organ bis zu deren jährlichem Treffen im März über den Erfolg der Neuerung Bericht erstatten werden. Auch in der fünften Runde des FA Cups soll die neue Regel zum Einsatz kommen.
Ab der kommenden Woche haben die Premier-League-Klubs zusätzlich zu den drei bisherigen normalen Auswechslungen zwei «Hirnerschütterung-Auswechslungen» zur Verfügung. Dies erlaubt es dem Trainer, einen Spieler bei einer vom Teamarzt bestätigten Kopfverletzung zu ersetzen, ohne das normale Wechselkontingent anzutasten.
Damit mit diesem Mittel nicht taktiert werden kann, hat der Gegner bei jeder «Hirnerschütterung-Auswechslung» ebenfalls die Möglichkeit, einen eigenen Spieler zu ersetzen.
Das IFAB will mit diesen zusätzlichen Auswechslungen verhindern, dass Fussballer in einem Spiel mehrere Kopfverletzungen erleiden und den Druck auf das medizinische Personal reduzieren, rasch eine Diagnose stellen zu müssen.
Ross Tucker, ein südafrikanischer Sportwissenschaftler, der den Rugby-Weltverband in der Thematik berät, erklärt die Wichtigkeit einer «Hirnerschütterung-Auswechslung» folgendermassen: «Es gibt nicht viele Hirnerschütterungen im Fussball, aber wenn es eine gibt, ist sie meist schwer. Zusätzliche Auswechslungen ermöglichen eine genaue Untersuchung und verhindern so, dass ein Spieler trotz einer Hirnerschütterung weiterspielt.» (abu)