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Johansson: Humanitäres Desaster im Flüchtlingscamp Lipa verhindern
Angesichts der verheerenden Lage im bosnischen Flüchtlingscamp Lipa hat EU-Innenkommissarin Ylva Johansson die Behörden vor Ort erneut zum Handeln aufgerufen. "Sie müssen den politischen Willen zeigen, Leben zu retten, und eine langfristige Lösung bieten", sagte die Schwedin am Dienstag im Brüsseler Europaparlament.
Sie sei sich bewusst, dass die Gespräche zwischen lokalen und nationalen Behörden schwierig sein könnten. Aber die "unverzügliche Priorität" sei nun, Leben zu retten und zu verhindern, dass aus der humanitären Krise ein humanitäres Desaster werde. Im Februar wolle sie Lipa sowie die bosnischen Behörden besuchen.
Das Camp Lipa im Nordwesten des Landes war im Dezember von der Internationalen Organisation für Migration geräumt worden, weil die bosnischen Behörden es nicht winterfest gemacht hatten. Die Migranten blieben zeitweise bei winterlichem Wetter unter freiem Himmel. Nach Angaben der EU-Kommission hat sich die Situation mittlerweile leicht verbessert.
Zugleich erneuerte Johansson am Dienstag ihre Forderung, das Camp Bira im nahe gelegenen Bihac wieder zu eröffnen. Es sei frustrierend, Zelte aufbauen zu müssen, wenn es nur 30 Kilometer entfernt eine ausgestattete und winterfeste Unterkunft gebe. Die EU-Kommission sei weiter bereit, Bosnien-Herzegowina zu unterstützen. Aber das Land müsse zeigen, dass es in der Lage sei, Migration zu managen und seiner Verantwortung gerecht zu werden. Als Land mit der Aussicht auf einen EU-Beitritt erwarte man, dass Bosnien-Herzegowina an langfristigen Lösungen arbeite und im ganzen Land Unterkünfte für Migranten errichte.