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31. Ausgabe des Bluesfests in Lugano
Die letztjährige Jubiläums-Ausgabe des Festivals in Lugano war noch etwas überschattet vom unerwarteten Tod des Gründers Norman Hewitt, der 2017 gestorben war. Er hatte das Lineup jedoch schon fertig gestellt, weshalb das dreissigste Blues To Bop noch ganz seine Handschrift trug. Die aktuelle Ausgabe wurde von Ed Bersier, und Filippo Corbella gestaltet, beide gestandene «Profis» aus der Tessiner Szene, die keine Mühe hatten, ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen. Das Openair-Festival bietet während vier Tagen zwölf Formationen aus den USA, dem UK, Italien und der Schweiz an fünf Spielorten zum Nulltarif. Da die Künstler zu verschiedenen Zeiten an mehreren Spielorten auftreten, können Zuschauer aus insgesamt rund vierzig Konzerten ihr eigenes Programm zusammenstellen.
Lineup:
Birds Of Chicago (USA)
Das Folk- und Rootsduo aus Allison Russell und JT Nero stammt aus Chicago und wurde 2012 gegründet.
Dana Gillespie (UK)
Die 1949 als Richenda Antoinette de Winterstein Gillespie geborene Sängerin, Schauspielerin und Songwriterin mit adligen, österreichischen Vorfahren wurde 1971 erstmals einem breiteren Publikum durch ihre Rolle als Maria Magdalena in «Jesus Christ Superstar» bekannt und hat im Laufe ihrer Karriere mit David Bowie, Jimmy Page, Mick Jagger und Bob Dylan zusammen gearbeitet.
Freddie & The Cannonballs (CH)
Der ehemalige Bassist des Schweizer Bluesers Bat Battiston gründete seine eigene Band erst im vergangenen Herbst. Das Sextett mit zwei Saxophonisten spielt swingenden Blues der Fünfzigerjahre, kombiniert mit modernen Klängen.
Hubby Jenkins (USA)
Bekannt als Mitglied der Carolina Chocolate Drops gehört der Gitarrist und Banjospieler zu den Musikern, welche die traditionelle Blues-, Ragtime-, Gospel- und Countrymusik des ländlichen Südens der USA pflegen und am Leben erhalten.
Jamiah Rogers Blues Superman (USA)
Jamaiah Rogers ist ein Frühstarter. Schon als dreijähriger Knirps wohnte der Blues- und Soulmusiker den Proben seines Vaters Tony Rogers im Elternhaus bei und tobte sich danach auf dem Schlagzeug aus. Seine erste CD «In The Pocket» nahm er als Siebenjähriger auf. Er wurde als «The most talented kid under the age of 12» für die Chicago Music Awards nominiert und gewann den Preis drei Jahre hintereinander.
Jontavious Willis (USA)
«That’s my Wonderboy, the Wunderkind» sagte Taj Mahal über den 22-jährigen Musiker aus Greenville (GA). Er wuchs mit Gospel auf, den sein Grossvater in der Pilgrim Baptist Church zelebrierte, bis er als Teenager auf Youtube über Muddy Waters mit Hoochie Coochie Man stolperte. Damit begann seine Karriere als Gitarrist, der alle Spielarten des Instruments und alle Bluesstile meisterlich beherrscht.
Judith Emeline & The Feel Good Vibration (UK)
Die Wahltessinerin stammt ursprünglich aus Birmingham, wo sie Singen und Tanzen bereits als Dreijährige in der Sheila Marie Stage School erlernte. 1987 kam sie nach Italien, wo sie bei Enrico Gavarini in der Toskana ihre Stimme weiter ausbildete. 1991 zog es sie ins Tessin, wo sie seither lebt und als «Schwarze Perle von Birmingham» bekannt ist.
Leyla McCalla (USA)
Sie hat ein klassisches Cello-Studium absolviert, spielt aber heute in erster Linie Banjo. Aufgewachsen in New York, lebt sie seit zehn Jahren in New Orleans, wo sie sich mit der Musik ihrer Vorfahren aus Haiti befasste. Vor drei Jahren hatte sie ihren Durchbruch als Solokünstlerin. Sie hat zuletzt das Album The Capitalist Blues veröffentlicht, das elf sozialkritische Songs enthält, die inhaltlich bedeutungsschwer sind, aber dennoch durch eine Mischung aus New Orleans Jazz, Cajun und Zydeco fröhlich daherkommen.
Max & Veronica feat. CekkaLou (ITA)
Das italienische Duo spielt Countryblues, Ragtime, Hokum, Vaudeville- und ländliche Musik aus den 20er und 30er Jahren und gibt den alten Sachen einen modernen Touch, bewahrt jedoch die Essenz der Originale. Dabei bedienen sie sich einer Reihe von akustischen Instrumenten wie Ukulele, Kazoo, Waschbrett und akustischen Gitarren. Die beiden gewannen die European Blues Challenge 2013. Unterstützt werden sie von der talentierten Alessandra «CekkaLou» Cecala am Stehbass und mit ihrem Gesang.
Sleepy LaBeef & The Dave Keyes Band (USA)
«Legende» ist eines der am meisten missbrauchten Attribute, aber für den 1935 geborenen Rockabilly Musiker trifft es zu. Er ist neben Jerry Lee Lewis der einzige, noch lebende Sun Records Daddy und ist seit den Fünfzigerjahren auf Tour und hat alle Ups und Downs und Revivals überlebt. Man nannte ihn auch schon «The Human Jukebox» wegen seines schier unendlichen Repertoires, das sich im Laufe der Jahre aufgetürmt hat. Auch Dave Keyes ist ein Veteran der Szene und war schon für den Pinetop Perkins Pianist Award der Blues Foundation nominiert.
The Como Mamas (USA)
Auch wenn der Gedanke naheliegt, weil die Stadt nicht weit von Lugano entfernt ist, stammen die beiden Schwestern und ihre Cousine nicht aus diesem Como, sondern aus einem kleinen Ort südlich von Memphis. Es war die Porch auf der Farm ihres Grossvaters, auf welcher Alan Lomax bei einer seiner spektakulären Aufnahmesitzungen durchführte. Die Como Mamas gehören zur Music Maker Relief Foundation, welche die amerikanische Musiktradition schützt und gehören zu den wichtigsten Vertretern des modernen Gospels.