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Zweite schamanische Reise vom 27.06.2005
Extraktion mit Feuerritual
Als erstes vollzieht Cornelia in ihrem Raum den ersten Teil der Extraktion. Ich liege auf dem Boden, sie trommelt, zeichnet mit Vogelfedern Figuren über meinem Körper und murmelt "indianische" Töne. Es ist sehr energiegeladen, was sich abspielt. Das spüre ich, aber was geschieht, weiss ich nicht.
Dann gehen wir zu Fuss zur Feuerstelle oberhalb des Golfplatzes. Ich trage das in Papier eingewickelte Brennholz in der einen und eine kleine Flasche Kirsch in der anderen Hand. Der Kirsch ist für die Geister rund um das Feuer.
Zuerst informiert mich Cornelia über die Bedeutung des Feuers: "Es löst auf und gestaltet", sagt sie. Dann gibt sie mir die Handvoll kleiner Brennholzstäbchen und sagt, ich solle denen sagen, was ich nicht mehr wolle, was weg müsse. Ich denke kurz nach und sage dann innerlich: Weg mit Krankheit und Problemen und der Lust auf Alkohol.
Cornelia legt mir anschliessend die grösseren Holzscheitchen in die Hände und sagt, ich solle mich auf das konzentrieren, was ich gerne haben möchte. Ich denke wieder kurz und sage dann innerlich: Her mit dem Körper wie ich ihn als Vierzigjähriger hatte, her mit einer schönen Frau, her mit Kindern. Zudem will ich zum Friedensapostel mit Humor werden.
Während sie das Feuer vorbereitet, erzählt sie mir, was während des Rituals in ihrem shima-Raum geschehen ist. Während des Extraktionsrituals sah Cornelia verschiedene Bilder, Orte, die sich für die Aufnahme des "Schafseckels", meines inneren Säufers, eignen. Da war ein Berg mit einem riesigen Kristall drin. Dieser Kristall lebt vom Alkohol. Der Schafseckel ist hingegangen. Ein anderes Bild war eine uralte Eiche, deren Baumgeist ebenfalls ein grosser Säufer ist und mit dem zusammen mein Schafseckel jetzt säuft.
Die "Hungrigen Geister" leben von der Sucht, sie ist ihre Nahrung und deshalb nehmen sie diese einem gerne weg, da Sucht für sie ein Lebensmittel ist.
Gleichzeitig sah Cornelia Heerscharen von Vögeln in allen Farben und Grössen, die alle etwas von dem Extrahierten aufnahmen und weg trugen.
Während des Feuerrituals tanzte Cornelia trommelnd und murmelnd um das Feuer. Ich stand fest an einem bestimmten, vorher ausgewählten Ort, hatte die Arme zur brennenden Sonne erhoben und fühlte eine ungeheure Kraft in mir aufsteigen. Ich empfand mich als im mächtigen Körper eines hawaiianischen Königs befindlich, z.B. Kamehamea. Ich spürte diese Kraft als meine eigene, als die wartende, die vorhan-den, aber noch nicht geweckt war, weil die Zeit noch nicht ganz reif für sie war. Aber es war klar, dass diese Zeit nahe war und ich dann an entscheidender Stelle dabei mitwirken würde, jene auszuspielen, welche die Entwicklung der Welt bremsen.
Zurück in Basel habe ich zwar sofort wieder zu trinken begonnen, aber das Bild von der Kraft und die Zuversicht, dass nach ein paar weiteren Aufenthalten im shima, etwas Entscheidendes und Endgültiges mit mir passieren wird, ist unerschütterlich. Ich glaube, ich lebe zur Zeit in einer Phase des Abschieds. Ich mache mir meine alte Welt und mein altes Leben nochmals bewusst, um genau zu lernen, weshalb es für mich mal vonnöten war.
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