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Verschiedenste Ursachen können zu einer Ohrentzündung beim Hund führen. Häufige Gründe sind:
eine bakterielle oder virale Infektion
ein Parasitenbefall (zum Beispiel durch Milben)
eine Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen oder Unverträglichkeit gegen bestimmte Proteine im Futter
anatomische Besonderheiten (zum Beispiel sehr enge Gehörgänge, die schlecht belüftet sind)
übermäßige Ohrenschmalzproduktion
übermäßige Zellteilungsrate im Ohr (Keratinisierungsstörungen)
eine Hefepilzinfektion
Fremdkörper im Ohr
hormonelles Ungleichgewicht (zum Beispiel durch Schilddrüsenunterfunktion)
Für eine Entzündung des äußeren Ohres, die häufigste Ohrentzündung beim Hund, sind meistens Parasiten,Allergien oder Fremdkörper verantwortlich. Vor allem bei wiederkehrenden Ohrentzündungen muss bei Hunden an eine Allergie mit Hautsymptomen und Juckreiz am Ohr gedacht werden. Pilzinfektionen sind oft die Folge einer bereits bestehenden Ohrentzündung. Manchmal verursacht aber auch der Besitzer selbst die Beschwerden, obwohl er es nur allzu gut meint: mit Reinigungsmitteln, die die Haut im Hundeohr irritieren, und fragwürdigen, übertriebenen Ohr-Reinigungsmethoden. Wichtig zu wissen ist, dass manche Rassen besonders gefährdet sind, eine Ohrentzündung zu entwickeln:
Englischer Bulldoggen und Shar Peis wegen ihrer engen Gehörgänge
Basset und Bloodhounds wegen ihrer schweren, hängenden Ohren
Labradore und Golden Retriever, die oft schwimmen und feuchte Ohren bekommen
Cocker Spaniel wegen der langen Haare und übermäßiger Talgbildung
Pudel und Schnauzer wegen ihres starken Haarwachstums in den Ohren
Damit aus der akuten keine chronische Ohrentzündung wird, ist es wichtig, dass das Ohr behandelt wird. Ist ein Hundeohr länger entzündet, können sonst Verdickungen und Wucherungen entstehen, die sich nicht mehr zurückbilden und wiederum das Risiko für erneute entzündliche Reaktionen erhöhen. Tierärzte sprechen bei einer chronischen Ohrentzündung auch von „Ohrenzwang“, weil sich der Hund ständig kratzt und in schweren Fällen sogar immer wieder das Ohr auf dem Boden reibt. Ohrenzwang ist ein häufiger Grund für Hörminderungen und Taubheit beim Hund. Werbung
Ohrenentzündung beim Hund: Behandlung
So geht der Tierarzt bei Verdacht auf eine Ohrenentzündung vor:
Reinigung des Gehörgangs: Mit Watteträgern und Spülflüssigkeit oder speziellem Ohrreiniger reinigt der Tierarzt zunächst das Ohr und bekommt dann schon einen ersten Eindruck, was die Ursache für die Entzündung sein könnte.
Beseitigung der Ursachen: Steckt ein Fremdkörper, zum Beispiel eine Grasähre, im Ohr, wird dieser entfernt. Bei einer Allergie oder Unverträglichkeit gibt der Tierarzt dem Halter Tipps, wie das Futter umzustellen ist. Ist die Ursache für die Infektion ein Befall mit Parasiten, müssen diese bekämpft werden. Nicht alle Ursachen lassen sich einfach beseitigen.
Bekämpfung der Erreger: Mittels Abstrich und genauer Untersuchung zeigt sich schnell, ob sich der Hund Parasiten eingefangen hat oder ob eine bakterielle oder virale Infektion der Grund für die Entzündung ist. Der Tierarzt hat dann passende Medikamente, die zum Beispiel Milben abtöten oder die Bakterien im Ohr bekämpfen. Oft handelt es sich dabei um Ohrentropfen oder Cremes.
chirurgische Maßnahmen: Eine Operation sollte das letzte Mittel sein, um eine chronische Ohrentzündung zu behandeln. Sie hilft zum Beispiel bei anatomischen Engstellen oder wenn bereits Wucherungen das Ohr verengen.
Wichtig ist bei den typischen Symptomen einer Ohrentzündung immer, andere mögliche Ursachen für das Verhalten des Hundes auszuschließen. So kann es sein, dass zum Beispiel eine neurologische Störung zugrunde liegt, wenn der Hund den Kopf schief hält oder ständig schüttelt. Oder dass ein Tumor den Gehörgang verengt und dadurch anfällig für Entzündungen macht. Wahrscheinlicher sind jedoch harmlosere Ursachen.