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Am Sternenhimmel im Mai 2021
Die Erdachse hebt sich im Spiel der Jahreszeiten weiter deutlich an, so dass die Tageslänge bis zum Monatsende um 1h 10m von 14h 27m auf 15h 37m zunimmt.
Die Sonne durchläuft bis zum 14.5. das Sternbild des Widders, danach das Sternbild des Stiers.
Merkur bewegt sich nun so weit von der Sonne entfernt dass er um die Monatsmitte in der Abenddämmerung tief über dem flachen westlichen Horizont gut gesehen werden kann.
Venus entfernt sich scheinbar nur wenig von der Sonne weg und kann den ganzen Monat über in der Abenddämmerung weiterhin nur sehr tief über dem flachen westlichen Horizont gesehen werden.
Der rote Planet Mars bewegt sich den ganzen Monat über im Sternbild der Zwillinge und kann am Abend von Tag zu Tag immer tiefer über dem westlichen Horizont als rötlicher Lichtpunkt gesehen werden.
Der grösste Planet Jupiter bewegt sich den ganzen Monat über im Sternbild des Wassermanns und kann erst vor der Morgendämmerung jeden Tag besser aber noch tief über dem östlichen Horizont gesehen werden.
Der Ringplanet Saturn bewegt sich den ganzen Monat über im Sternbild des Steinbocks, ab dem 23.5. rückwärts denn dann beginnt die nächste Oppositionsschleife. Saturn kann erst gegen Morgen über dem östlichen Horizont oberhalb von Jupiter stehend gesehen werden.
Der Lauf des Mondes:
Letztes Viertel am 3.5. um 21:50 Uhr
Neumond am 11.5. um 21:00 Uhr
Erstes Viertel am 19.5. um 21:12 Uhr
Vollmond am 26.5. um 13:13 Uhr
Besonders schön anzuschauen ist die Begegnung zwischen Merkur, Venus und der wunderschön schmalen Sichel des jungen Mondes in der Abenddämmerung vom 13.5. tief über dem flachen westlichen Horizont. Ein etwas höher gelegener Ort mit freier Sicht auf den Horizont im Westen ist nötig um das Ereignis sehen zu können. Von der Sirius aus verdeckt der bewaldete und hohe Horizont leider die Sicht.
Im Westen verschwindet mit dem immer tiefer stehenden Sternbild der Zwillinge nun das Wintersechseck vollständig vom abendlichen Himmel. Schon leicht im Südwesten thront der leicht zu erkennende und eindrucksvolle Löwe mit seinem hellen Stern Regulus am Himmel. Dieser Stern befindet sich zufälligerweise praktisch exakt auf der Ekliptik, der scheinbaren Bahn auf der sich die Planeten über den Himmel bewegen.
Hoch über dem Zenit, also schon im Norden, zeigt sich der Grosse Wagen in einer schönen Lage oberhalb vom Polarstern. Von den drei Sternen der Deichsel des Wagens offeriert dessen mittlerer Stern Mizar seit Alters her ganz besondere Dienste. Denn wer hier neben Mizar des Weiteren noch den kleinen Stern Alkor erkennen kann bedarf keinerlei Sehhilfen!
Im Südosten prangt nun der Bärenhüter mit seinem markant hellen Stern Arktur am Himmel. Dieser Stern ist der hellste Stern am nördlichen Himmel. Der noch hellere Stern Sirius – unser Namenspatron – ist sowohl der hellste Stern am südlichen Himmel, wie also auch am gesamten Himmel. Die Grenze zwischen dem südlichen und dem nördlichen Himmel – der Himmelsäquator – verläuft deutlich unterhalb von Arktur und fast exakt durch die drei Gürtelsterne im Orion.
Weit im Osten erheben sich der prächtige Herkules und darunter mit der Leier nun auch das erste Sternbild aus dem Sommerdreieck. Im Herkules lässt sich bei klarem Himmel sogar von blossem Auge ein schwach leuchtendes nebulöses Flecklein erkennen. Doch bereits im Fernglas offenbart sich hier eine solchermassen prächtig funkelnde Ansammlung von vielleicht einer halben Million Sternen, dass man durchaus von einem „Schmuckkästchen“ sprechen darf. Die Jahreszeit ist günstig um in die Tiefen des Universums vorzustossen denn zwischen Bärenhüter, Grosser Wagen und Löwe lässt sich eine wahre Menge von fernen Galaxien finden die sich einer näheren Betrachtung mittels unseres mächtigen Teleskops anbieten.