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Heute steht der Alte Botanische Garten im Kreis 1 Besucher*innen offen zur Verfügung. Kinder toben durch die grünen Wiesen und Hecken, so mancher verschlingt sein Mittagessen auf den vielen Parkbänken oder geniesst ein gutes Buch, wieder eine andere joggt das Areal hoch und runter. Doch was nun Naherholungsgebiet, Kulturtreff und grüne Oase im hektischen Stadtquartier ist, diente – vor seiner Zeit als idyllische Parkanlage – ganz anderen Zwecken.
Es war ein militärisches Bollwerk, genauer gesagt das sogenannte «Katz-Bollwerk».
Die Ursprünge der Anlage lassen sich am besten von der angrenzenden Schanzengrabenpromenade – zwischen Bahnhof Selnau und Selnaubrücke – erahnen. Grosse, dunkle Steine bilden noch heute das Fundament des Gartens an der Talstrasse 71. Das Areal hatte früher vor allem einen Zweck: Es war ein militärisches Bollwerk, genauer gesagt das sogenannte «Katz-Bollwerk».
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Das Katz-Bollwerk ist eines der wenigen erhaltenen Bauwerke der ehemaligen Stadtbefestigung, die in den Jahren zwischen 1648 und 1664 errichtet wurden. Etwa zwanzig Jahre später – um 1675 – wurde erneut Hand an die Befestigungsanlage gelegt. Es entstanden zwei sogenannte Kasematte, zwei enorme unterirdische Gewölbe, die durch besonders dickes Mauerwerk geschützt und so gegen feindlichen Beschuss gesichert wurden.
Den Überlieferungen zufolge konnte man schon damals bis hin zum See und ins gegenüberliegende Sihlfeld feuern.
Ausserdem wurde ein sogenannter «Kavalier» – eben auch «Katz» genannt – errichtet. Damit ist eine Geschützstellung gemeint, welche die benachbarten Bauwerke und Hügel deutlich überragt und so einen weiten Blick auf das Gebiet rundherum ermöglicht. Dadurch konnte man vom Bollwerk zur Katz auch weit entfernte Feinde, die die Stadt belagerten, abwehren. Den Überlieferungen zufolge konnte man schon damals bis hin zum See und ins gegenüberliegende Sihlfeld feuern. Auf der Hügelkuppe, dem höchsten Punkt des Bollwerks, befand sich die südliche Bastion mit den Dutzenden Geschützen, die im Volksmund gerne «Katzen» genannt wurden.
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Als es nicht mehr notwendig erschien, die Stadt militärisch zu verteidigen, wurde das Bollwerk ab dem Jahr 1835 langsam abgebaut. Die ehemalige Verteidigungsanlage erhielt prompt eine andere Nutzung: Sie wurde zum grünen Garten. Der Arzt und Naturforscher Johannes Gessner legte in Zusammenarbeit mit der 1746 gegründeten «Naturforschenden Gesellschaft Zürich» einen botanischen Garten an. 1851 wurde das Palmenhaus eröffnet, dessen Struktur zu Beginn aus Holz und Glas bestand; 1877 folgte ein Gusseisenrahmen. Heute finden im alten Palmenhaus Konzerte, Theater oder Ausstellungen statt.
1977 erhielt der Botanische Garten sein neues Zuhause: Er siedelte nach Zürich-Riesbach um.
Bis 1976 beherbergte die Anlage den Botanischen Garten der Universität Zürich. Im Lauf der Jahre wurde klar, dass es sehr schwierig sein würde, den Garten zu erweitern. Schliesslich wurde er auf allen Seiten von Gebäuden begrenzt. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts entschied man sich deshalb für einen Umzug. 1977 erhielt der Botanische Garten sein neues Zuhause: Er siedelte in die Villa Schönau an der Zollikerstrasse 107 in Zürich-Riesbach um. So wurde das ehemalige Bollwerk zur Katz zum Park und Erholungsgebiet in der City.