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Mujinga Kambundji, die mit ihrer wehenden Lockenmähne auf Anhieb überall erkannt wird, packte die Gelegenheit beim Schopf. Als die Bernerin im klimatisierten Stadion in Doha aus den Startblöcken schoss, war ein Resultat zwischen den Positionen 2 bis 8 realistisch.
Kambundji hielt dem Druck stand, beendete die Durststrecke der Schweizer Frauen, die sich seit Anita Weyermanns Premiere 22 Jahre lang nach einer weiteren WM-Medaille sehnten, und streifte das Verlierer-Image ab, das ihr seit den Europameisterschaften 2018 in Berlin anhaftete.
Die Medaille – die zweite auf Weltniveau nach Bronze im März 2018 an den Hallen-WM in Birmingham über 60 Meter – entschädigte die Sprinterin für viele bittere Momente in der jüngeren Vergangenheit: An den Europameisterschaften in Berlin im August 2018 resultierten gleich drei 4. Ränge, beim 5. Platz über 60 Meter an den Hallen-EM im März 2019 in Glasgow verfehlte Kambundji das Podest um eine Hundertstel und in Doha verpasste sie den 100-Meter-Final gar nur um fünf Tausendstel.
Schon seit 10 Jahren im Fokus
Kambundji ist trotz ihrer erst 27 Jahre schon seit einem Jahrzehnt über die Leichtathletik hinaus national bekannt. 2009 wurde die in Bern aufgewachsene Tochter eines Kongolesen und einer Schweizerin erstmals nationaler Champion über 100 und 200 Meter. Die Athletin verbesserte ihre Bestleistungen kontinuierlich und gewann 2016 EM-Bronze in Amsterdam über 100 Meter.
Vor zwei Jahren erfolgte nochmals ein Leistungsschub. Im Juli 2018 lief Kambundji die 100 Meter erstmals unter 11 Sekunden (10,95), im August 2019 entriss sie Léa Sprunger den Schweizer Rekord über 200 Meter (22,26).
Sendebezug: «Sports Awards», SRF 1, 15.12.19, 20:05 Uhr