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In der Archäologie rechnet man die Funde der älteren Eisenzeit (ab dem 8. Jahrhundert v. Chr.) bis zum Ende der jüngeren Eisenzeit (bis zur Zeitenwende) den Kelten zu. Die gemeinsame kulturelle Basis macht sich zuerst in Ostfrankreich, Süddeutschland und der Schweiz bemerkbar. Ab dem 4. Jahrhundert tauchen verbindende Stilelemente vom Atlantik bis ans Schwarze Meer auf. Bemerkenswert ist eine schon ab dem 7. Jahrhundert auftretende Beziehung zu den Mittelmeerkulturen.
Entscheidend ist, dass nie ein keltischer Territorialstaat, wie es das römische Reich war, entstanden ist. Die Stämme bildeten wahlweise einmal Koalitionen, ein anderes Mal führten sie Krieg gegeneinander. Diese Unbeständigkeit und das Fehlen einer politischen Gesamtidentität führten schliesslich zu ihrem Untergang.
Die Geschichte der Kelten und speziell der Helvetier wurde aktuell, als es im 19. Jahrhundert an die Gründung des schweizerischen Nationalstaates ging. Die Berechtigung zur Eigenstaatlichkeit war an das Alter der antiken schriftlichen Quellen geknüpft. Was den Franzosen ihre Gallier und den Deutschen ihre Germanen, waren den Schweizern ihre Helvetier. «Mutter Helvetia» verband zudem die Schweizer über ihre Sprachgrenze hinweg. Auch der neue offizielle Name der Schweiz, die «Confoederatio Helvetica» in Latein, diente demselben Zweck.
Seit gut 25 Jahren erleben die Kelten einen anhaltenden Boom: Davon zeugen nicht nur Bücher und Ausstellungen, sondern auch das Interesse einer breiten Öffentlichkeit. Das ist umso erstaunlicher, weil sich die Fachwelt gar nie einig war – und es bis heute nicht ist –, was und wer die «Kelten» eigentlich genau waren.
Bild: Bernisches Historisches Museum