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Rund ein Jahr lang war Rex Tillerson Aussenminister der Vereinigten Staaten. Seine Amtszeit verlief holprig, die Beziehung zu Donald Trump war nicht die beste.
Vergangenen Herbst soll Tillerson den Präsidenten sogar als «Trottel» bezeichnet haben. Er stritt nie ab, das Wort «moron» verwendet zu haben.
Am 13. März folgte die Kündigung – per Twitter.
Trump hatte mit Tillerson auf verschiedenen Ebenen das Heu nicht auf der gleichen Bühne. So hatten sie verschiedene Ansichten zum Welthandel, der NATO und nicht zuletzt zum Iran-Deal.
Mit dem ehemaligen CIA-Direktor Mike Pompeo hat Trump einen Aussenminister ernannt, der ihn in seiner harten Linie gegen Teheran stützt. Vergangene Woche kündigte das Weisse Haus das Atomabkommen denn auch wieder auf.
Am 22. März gab Tillerson aufgrund seiner Demission eine letzte Pressekonferenz. Der ehemalige «ExxonMobil»-CEO wirkte emotional und meinte, Washington D.C. könne eine sehr «gemeine Stadt» sein. Donald Trump attackierte er nicht direkt.
Gestern wurde der geschasste Aussenminister deutlicher. Bei einer Ansprache vor dem Militärinstitut in Virginia äusserte er Sorgen über den Zustand der amerikanischen Demokratie. Er beobachte «eine wachsende Krise in Ethik und Integrität», so Tillerson.
Die Kritik des 66-Jährigen richtete sich direkt ans Weisse Haus:
Tillerson erwähnte Trump in der gestrigen Rede mit keinem Wort, dennoch wird der Begriff «alternative Realitäten» unweigerlich mit der aktuellen Administration im Weissen Haus in Verbindung gebracht. Zum ersten Mal von «alternative facts» sprach Trump-Beraterin Kellyane Conway, nachdem der damalige Sprecher Sean Spicer falsche Zahlen zur Inauguration des Präsidenten präsentierte.
Wie aktuell das Thema der «alternativen Realitäten» im Alltag rund um das Oval Office ist, zeigt ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Washington Post. Demnach ist Donald Trump in seiner Amtszeit bereits bei 3000 Falschaussagen und Lügen angelangt. (cma)