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|vom Kanton Fr.||vom Bund Fr.||Total Fr.|
|Prämien für Rindviehzucht||9937.25||6249.50||16186.75|
|Beitrag an die Viehversicherung||15785.68||15785.68||31571.36|
|Total Fr.||25722.93||22035.18||47758.11|
Von 1902 an werden Bund und Kanton die Viehversicherung jährlich mit rund 40000 Fr. subventionieren. Der gesamte Rindviehbestand repräsentiert einen Wert von ca. 4 Millionen Franken. Der Viehbesitz verteilte sich 1896 auf 2431 Eigentümer, von denen 1200 Gross- und Kleinvieh, 317 nur Grossvieh und 914 blos Kleinvieh besassen. Am ausgedehntesten und rationellsten wird die Viehzucht im Sernfthal, namentlich in Elm betrieben.
Eigentliche Pferdezucht wird im Kanton Glarus nicht betrieben. Die Schaf- und Ziegenzucht ist seit 100 Jahren stark zurückgegangen, doch immer noch von ziemlicher Bedeutung. Im Frühjahr werden jeweilen mehrere tausend Schafe in den benachbarten Kantonen St. Gallen und Graubünden aufgekauft, dann auf den Alpen gesömmert und im Herbst teils geschlachtet, teils wieder verkauft. Es werden kaum 400 Stück gewintert, während z. B. 1896 auf den Glarner Alpen 6275 Stück gesömmert wurden. Wichtiger ist die Ziegenzucht. Fast jedes Dorf besitzt seine eigene Ziegenherde, die den ganzen Sommer hindurch unter der Aufsicht eines Hirten auf die Weide getrieben wird. Diese Ziegenherden besitzen seit uralten Zeiten weitgehende Weiderechte, die von grossem Nachteil für die Wald- und Alpwirtschaft sind. Auch die Schweinezucht hat an Bedeutung verloren. Die meisten Schweine werden im Kanton Graubünden aufgekauft und auf den Alpen gesömmert.
Alpwirtschaft.
Im Kanton Glarus liegen 87 Alpen mit einem Gesamtareal von 25824 ha, wovon 17643 ha produktive Weidefläche sind. Sie repräsentieren einen Wert von ca 6000000 Fr. und werfen einen durchschnittlichen Jahresertrag von 245000 Fr. ab. Das Weidegebiet liegt grösstenteils zwischen 1000 und 2000 m Höhe. Die meisten Alpen sind in 2-4, in der Regel in 3 Stäffel eingeteilt. Die Zahl der Alpgebäude beträgt 719, worunter sich 335 Sennhütten und 230 Viehställe befinden. Nur 30% des Alpgebietes sind Privateigentum; die übrigen 70% sind im Besitze der Bürgergemeinden und Korporationen, was für den Fortschritt in der Bewirtschaftung von Nachteil ist.
Die Benutzung der Alpen ist seit vielen Jahrhunderten gesetzlich geregelt. Durch das Alpurbar, das von Zeit zu Zeit revidiert wird, ist jeder Alp eine bestimmte Anzahl von Stössen zugeteilt, die gleich ist der Zahl der Kühe oder Rinder, mit denen die Alp befahren werden darf. Nach dem gegenwärtigen Urbar besitzen die Alpen Weiderecht für 8054 Rinder und 5000 Schafe; doch bleibt die effektive Bestossung erheblich unter diesen Zahlen. Seit 1809 hat die gesetzliche Stosszahl um 3244 abgenommen, grösstenteils infolge der Umwandlung von Viehweiden in Heualpen, aber auch deswegen, weil im Zusammenhang mit der Verbesserung der Viehrasse die Ansprüche auf die Ernährung des Viehes gewachsen sind. Die Weidezeit dauert von der ersten Hälfte Juni bis spätestens zum 5. Oktober, mit welchem Tage alle Alpen entladen sein müssen.
Produkte der Viehzucht.
Die Milch des im Thale gehaltenen Viehes wird grösstenteils direkt von der Bevölkerung konsumiert und reicht nicht für den eigenen Bedarf aus. Eine Dorfkäserei besteht einzig in Bilten. Ueber die Produkte der Alpwirtschaft gibt folgende Tabelle Auskunft:
|kg|
|Fettkäse||75000|
|Halbfettkäse||25000|
|Magerkäse||10000|
|Käszieger||4000|
|Butter||103000|
|Schottenzieger||281000|
Das Hauptprodukt, der Zieger, bildet das Rohmaterial für ein speziell glarnerisches Industrieerzeugnis, den Schabzieger oder Kräuterkäse, der in mehreren Fabriken, namentlich in Näfels und Glarus, hergestellt und seit alter Zeit bis in ferne Länder exportiert wird. In einzelnen Gemeinden, namentlich im Sernfthal, bildet die Aufzucht von Jungvieh und der Verkauf desselben nach Italien einen lohnenden Zweig der Viehzucht.
Waldwirtschaft.
Während in der ersten Hälfte des abgelaufenen Jahrhunderts der Waldbestand in starkem Rückgange begriffen war, wird ihm in neuerer Zeit, namentlich dank dem eidg. Forstgesetze, dem das ganze Waldgebiet des Kantons Glarus unterstellt ist, sorgfältige Pflege zu teil. Seit uralter Zeit ist der Wald fast ausschliesslich Eigentum der Gemeinden und Korporationen. Von dem gesamten, ca. 10800 ha (= 15,6% der Bodenfläche des Kantons) umfassenden Waldareal gehören den Bürgergemeinden und Korporationen ca. 10000 ha, den Privaten bloss ca. 800 ha. Staatswaldungen gibt es keine.
Die Aufsicht über die Forstwirtschaft wird durch zwei wissenschaftlich gebildete Oberbeamte (Kantonsoberförster und Forstadjunkt) und 42 Gemeindeförster ausgeübt. Die Nutzungen der öffentlichen Wälder werden durch die für jede Gemeinde vom Kantonsforstamte aufgestellten Wirtschaftspläne geregelt, welche alle 10 Jahre einer Revision unterzogen werden. Das Holz, das jährlich geschlagen werden darf, wird meistens in Form von sogenannten Gantteilen im Walde stehend verkauft. Das durchschnittliche jährliche Nutzungsquantum beträgt ca. 15000 m3 mit einem Verkaufserlöse von ca. 200000 Fr., der zum grössten Teil in die Kasse der Bürgergemeinden fliesst. Einen bedeutenden Wert repräsentiert daneben noch das dürre Holz, das von den Bürgern in den öffentlichen Wäldern gesammelt werden darf.
Zur Aufforstung und Erweiterung des Waldareals werden jährlich ca. 200000 Pflanzen im Werte von ca. 10000 Fr. verwendet. Zur Aufzucht derselben besitzen der Kanton und alle Gemeinden Forstgärten mit einer Gesamtfläche von 250 Aren.
Jagd und Fischerei
erfreuen sich bester Fürsorge von Seite des Staates, obschon sie als eigentliche Erwerbszweige keine grosse Bedeutung haben. Die Jagd, namentlich die Hochwildjagd, wird mit Lust betrieben; es werden jährlich 200-250 Jagdpatente gelöst, welche dem Staate eine Einnahme von ca. 2000 Fr. bringen. Um den Wildstand zu heben, wird neben dem seit alter Zeit bestehenden Freiberg im Kärpfstockgebiet seit einer Reihe von Jahren noch eine zweite Gebirgsgruppe für die Jagd gebannt (1890-1901 die Glärnischgruppe, seit 1901 die Wiggiskette). Die Fischerei liefert nur am Walensee, im Gebiet der untern Linth und am Klönthalersee einen nennenswerten Ertrag. Für 1901 wurden 26 Fischereipatente gelöst mit einem Ertrag von 310 Fr.
Handel und Industrie.
Aus der geringen Ausdehnung des kulturfähigen Bodens in der Thalsohle und der Lage an einem Flusslaufe erklärt es sich, dass die Glarner sich frühzeitig auch dem Erwerbe durch Handel zuwandten. Im 15. und 16. Jahrhundert beschränkte sich derselbe auf die Ausfuhr von Zuchtvieh nach Oberitalien und den Handel mit Schabzieger (Kräuterkäse), Käse, Butter und Holz nach den am Rhein gelegenen Ländern bis nach Holland. Vom Anfange des 17. Jahrhunderts kamen dazu aus Sernfthalschiefer gebrochene, geschliffene und in Holz gefasste Plattentische, welche so beliebt wurden, dass die Glarner sie von 1670 an in Mengen nach allen Ländern Europas verfrachteten, wobei sie ihre Sendungen meistens persönlich begleiteten.
Später nahmen sie auf diese Handelsreisen auch Schreibtafeln aus Schiefer, harthölzerne Bretter, hölzerne, im Lande selbst verfertigte Hohlmasse, Leder aus den eigenen Gerbereien, gedörrtes Obst, Alpenkräuter-Thee und den schon genannten Schabzieger mit. Die einheimische Textilindustrie beschränkte sich auf Weberei und Färberei grober Halbwollstoffe («Mätzen») und die Erstellung von Strumpfwaren, von welchen Produkten auch kleine Mengen zur Ausfuhr kamen. Trotz dieses Verkehrs blieb das Land ziemlich arm, da sein Nutzen nur einem Bruchteil der Bevölkerung zu gute kam.
Ein Wendepunkt trat 1714 ein durch die Einführung der Baumwollspinnerei, welche sich rasch, ausbreitete und Jahrzehnte lang bis in die entlegensten Hütten reichlichen Verdienst brachte. Da sie jedoch fast nur von Frauen und Kindern gepflegt wurde, dauerte der Wander- und Handelstrieb unter den Männern ungeschwächt fort. Besondere Wichtigkeit erlangte im 18. Jahrhundert der Handel mit einheimischen und fremden Manufakturen, wofür kleine und grosse Gesellschaften gegründet wurden, deren Glieder abwechslungsweise den ausländischen Niederlassungen vorstanden oder die grossen Messen in der Nähe und Ferne besuchten. Das alles trug zur ¶
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Vermehrung des Wohlstandes bei, so dass die Periode von 1740 bis 1790 als eine materiell recht günstige erscheint.
Um die Wende des Jahrhunderts trat ein heftiger Rückschlag ein, da die Handspinnerei durch die neue englische Maschinenspinnerei vernichtet wurde und viele der im Auslande etablierten Glarner während der unaufhörlichen Kriege Hab und Gut verloren, gleichzeitig auch die Versumpfung der untern Landesgegend durch die Ausbrüche der Linth erschreckende Fortschritte machte. Bald jedoch lernten die Glarner, sich der veränderten industriellen Lage anzupassen. Die Baumwolldruckerei, deren Anfänge bis ins Jahr 1740 zurückreichen, wurde nun fabrikmässig betrieben und nahm einen stetig anhaltenden Aufschwung.
Sie überstand auch die kritischen 1840er Jahre gut, während sie von dieser Zeit an in den meisten andern Kantonen infolge der Bildung des deutschen Zollvereins und der Konkurrenz der englischen Rouleaux-Indiennes-Druckerei kränkelte. Der Vorsprung der Glarner Druckerei gründete sich auf die Geschicklichkeit und den Eifer, mit dem sich ihr die Bevölkerung hingab, die Rührigkeit der Kaufleute, die nach immer neuen Absatzgebieten ausschauten, sie selbst bereisten und im Ausland, besonders im Orient, eigene Handelshäuser errichteten, und schliesslich auf den Umstand, dass die Glarner sich auf Artikel warfen, welche die englische Massenproduktion bei Seite liess; es waren dies vorerst indigoblaue, türkischrote und andere «Mouchoirs» und «Châles» (Taschen-, Kopf- und Brusttücher) in europäischem Geschmacke für die ländlichen Trachten Italiens, später auch für andere europäische und überseeische Länder, in zweiter Linie (von 1831 an) buntblumige Schleier und grosse feine Kopftücher für Orientalinnen, vom Volke «Türkenkappen», in der Türkei selbst «Yasmas» genannt, und endlich von 1842 an grosse Lendenschürzen oder «Battick-Sarongs» und andere ungenähte Kleidungsstücke für die einheimischen Bewohner Niederländisch-Indiens.
Während die Druckerei und die sich allmählig entwickelnde Maschinenspinnerei auf die grössern Ortschaften beschränkt blieb, hatte sich in den abgelegenern Landesteilen die Baumwoll-Handweberei kräftig entfaltet. Ihre Blütezeit fiel auf die Periode von 1820-1836, und noch 1840 waren ca. 2000 Webstühle in Tätigkeit. Allein bald musste sie der neuen Maschinen-Weberei weichen, was in manchen Gemeinden eine solche Arbeitsstockung erzeugte, dass die Auswanderung grössere Dimensionen annahm (Gründung von New Glarus in Wisconsin 1845). In den nächsten Jahren jedoch erfolgte, dank der reichlichen Wasserkräfte, eine derartige Ausdehnung der mechanischen Spinnereien und Webereien, dass das kleine Glarus unter allen Kantonen in den 1860er Jahren in der Baumwollspinnerei die dritte und in der Weissweberei die zweite Stelle errang.
Ueberhaupt erreichte die Baumwollindustrie in der Periode von 1860-1875 den Höhepunkt: 17 Spinnereien und Webereien beschäftigten nach der amtlichen Statistik von 1861/65 3256 Arbeiter und erzeugten mit 217000 Spindeln 47700 Zentner Garne im Wert von 8,7 Millionen Franken, welche auf 2859 Webstühlen zu Tüchern von 30 Millionen aunes Länge im Wert von 10 Millionen Franken weiter verarbeitet wurden. 22 Druckereien beschäftigten 6250 Personen an 4204 Drucktischen und 47 verschiedenartigen Druckmaschinen und erzeugten auf den im Lande hergestellten und auf fremden Geweben Druckwaren von 40 Millionen aunes Länge im Wert von 25 Millionen Franken; die übrigen Fabriken (Wolle, Seide etc.) beschäftigten 496 Arbeiter und produzierten Waren im Werte von 2,3 Millionen Franken. Die Gesamtzahl der industriellen Arbeiter betrug rund 10000, gleich einem Drittel der Bevölkerung.
In der Druckerei trat nun ein Rückgang ein, indem vorerst die Arbeiterzahl sich wegen des teilweisen Uebergangs zum Rouleauxdruck und Hand-Doppeldruck bedeutend vermindern musste, während die Produktion während längerer Zeit nur wenig abnahm. 1892 begann eine heftige Krisis, welche sich in der Schliessung mehrerer Etablissemente äusserte und in der damaligen, für die Mouchoirs-Druckerei sehr ungünstigen Aenderung der Handelsverträge begründet war, sowie in der Konkurrenz, welche der Yasmas-Druckerei in der Türkei selbst immer mehr erwächst.
Einzig die Battick-Druckerei konnte ihr weniger ausgedehntes Feld behaupten, und einer Fabrik gelang mit Erfolg die Einführung des Wolldrucks. Daneben hat die Produktion der Baumwoll-Spinnereien und Webereien beträchtlich zugenommen und auch die Zahl ihrer Arbeiter einen kleinen Zuwachs erfahren; gleichzeitig sind andere, durch vereinzelte, aber meist grössere Etablissemente vertretene Industrien in erfreulicher Entwicklung begriffen. Erwähnenswert ist auch, dass in den letzten 30 Jahren von Glarnern eine Anzahl bedeutender Spinn- und Webereien in Italien gegründet worden ist.
Der Mangel an Erwerbsgelegenheit für die männliche Bevölkerung infolge des Rückgangs der Druckerei lastet gegenwärtig auf den Gemeinden des Mittellandes schwer; das grosse Steuerkapital, die staatlichen Leistungen auf allen kulturellen Gebieten und das hochentwickelte Krankenkassenwesen helfen die Notlage mildern, und weitere Kreise erwägen die Anlage von Elektrizitätswerken und die Einführung neuer Industrien, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern.
Die eidg. Fabrikstatistik vom Juni 1901 ergibt folgendes Bild von der gegenwärtigen glarnerischen Industrie: 16 Spinnereien und Weisswebereien (258982 Spindeln mit 1665 Arbeitern, 3747 Webstühle mit 1849 Arbeitern);
1 Buntweberei (150 Webstühle mit 130 Arbeitern);
5 Bleichereien, wovon eine mit Färberei und Appretur (98 Arbeiter);
15 Druckereien, wovon eine mit Garn- und Unifärberei (1975 Arbeiter);
2 chemische Fabriken (15 Arbeiter);
1 Wolltuchfabrik (377 Arbeiter);
1 Kammwollweberei (155 Arbeiter);
3 Seidenwebereien (362 Arbeiter);
1 Teppichweberei (23 Arbeiter);
2 Stickereien (27 Arbeiter);
1 Tricotfabrik (22 Arbeiter);
1 Lingeriefabrik (24 Arbeiter);
1 Papierfabrik (107 Arbeiter);
1 Cartonfabrik (10 Arbeiter);
5 Maschinenfabriken und mechanische Werkstätten (154 Arbeiter);
4 Kräuterkäsefabriken (39 Arbeiter);
4 Getreidemühlen (35 Arbeiter);
1 Cigarrenfabrik (90 Arbeiter);
12 Sägen und mechanische Schreinereien und Glasereien (112 Arbeiter);
3 Bierbrauereien (28 Arbeiter);
2 Ziegel- und Kalkbrennereien (17 Arbeiter);
8 verschiedene Betriebe (Gas- und Elektrizitätswerke, Buchdruckereien etc.) mit 102 Arbeitern.
Im Ganzen 7416 in Fabriken tätige und ausserdem 686 zeitweise hausindustriell beschäftigte Arbeiter.
Dem Geldverkehr dienen 3 Bankinstitute, nämlich die Kantonalbank (Grundkapital 1500000 Fr., Notenemission ¶