Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03551.jsonl.gz/182

Erstmals konnten Wissenschaftler nachweisen, was beim Trinken im Hirn von Alkoholikern passiert.
Der Konsum von Alkohol aktiviert körpereigene Glückshormone, sogenannte Endorphine. Diese Stoffe aktivieren die Belohungsareale im Gehirn – man fühlt sich gut und entspannt. Dies weiss die Wissenschaft längst aus Tierversuchen – und so mancher Feierabend-Biertrinker aus eigener Erfahrung.
Neu konnten Forscher diesen Mechanismus jedoch erstmals mit einem bildgebenden Verfahren bei Menschen nachweisen. In der Untersuchung
wurden die Gehirne von 13 Alkoholikern mit jenen von sogenannten Normaltrinkern verglichen. Bei beiden führte der Alkohol dazu, dass Endorphine
ausgeschüttet wurden, diese konnten in zwei verschiedenen Gehirnarealen nachgewiesen werden. Alle Teilnehmer fühlten sich umso glücklicher, je
mehr Endorphine produziert wurden. So weit, so gut. Bei den Alkoholikern jedoch stellte man fest, dass das Belohnungssystem zunehmend stärker wirkte, je mehr Endorphine produziert wurden, sprich je mehr getrunken wurde. Bei den Normaltrinkern gab es diesen Effekt nicht. Weshalb sich die Gehirne
anders verhalten, konnten die Wissenschaftler nicht abschliessend beantworten, wie focus.de schreibt. Es wird vermutet, dass regelmässiger Alkoholkonsum einen Bereich des Frontalhirns verändern kann. Es könnte aber auch sein, dass die Sucht erst ausgelöst wird, weil das Belohnungssystem bei einigen Menschen anders funktioniert. Die Forscher hoffen, mit dem Wissen über die Wirkung der Botenstoffe, Abhängigkeit in Zukunft besser bekämpfen zu können.
Foto: fotolia.com
Wie sagte der Arzt und Alchemist Paracelsus so treffend: «Nichts ist ohn Gift.