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«20 Minuten» nannte es «Penis-Check», die deutsche «taz» sprach unumwundener von «Schwanzvergleich»: Die Stadt Hamburg schickt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, deren genaues Alter fraglich ist, zur Intimkontrolle. Staaten sind nämlich verpflichtet, Minderjährige in Obhut zu nehmen; wer achtzehn ist, darf abgeschoben werden. Wer sich nicht entblössen will, gilt als volljährig.
Die «taz» zitierte den Hamburger Senat: «Es erfolgt eine Inaugenscheinnahme der bezüglich einer Abschätzung des Entwicklungs- bzw. Reifezustandes massgeblichen Partien der Körperoberfläche, insbesondere bei männlichen Probanden der Gesichtsregion und der Achselhöhlen sowie der Genitalregion. Bei weiblichen Probanden erfolgt eine Inspektion des Entwicklungszustandes der Brustdrüsen.»
Millionen Kinder und Jugendliche sind weltweit ohne erwachsene Bezugsperson auf der Flucht, viele unter ihnen sind bereits sexuell missbraucht worden. Laut «20 Minuten» kritisierte Amnesty International den – auch medizinisch fragwürdigen – schweren Eingriff in die Privatsphäre als traumatisierend.
Wer sich nun über das Hamburger Gefühlsdefizit empört, kann sich schon mal drauf gefasst machen: SVP-Nationalrat Hans Fehr fände es sinnvoll, die Methode auch in der Schweiz anzuwenden. Hat irgendjemand etwas anderes erwartet?