Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03395.jsonl.gz/8

Weltweit gibt es etwa 900 Zeckenarten. In der Schweiz ist vor allem der Holzbock verbreitet. Wie seine Verwandten benötigt er Tier- oder Menschenblut, um die verschiedenen Entwicklungsstadien von der Larve bis zum erwachsenen Tier zu durchlaufen.
Zecken mögen es warm: Ihr natürlicher Lebensraum ist das feucht-schwüle Unterholz, wo sie Sträucher und Büsche erklimmen, um sich an vorbeiziehende Lebewesen zu heften. Dass sie auch von Bäumen auf Passanten springen, ist allerdings ein Irrglaube.
Erreger schwerer Erkrankungen
Auch am Menschen bevorzugen Zecken warme Regionen, so vor allem die Kniekehlen, die Leistengegend und den Schambereich, aber auch schwer einsehbare Stellen wie das Schulterblatt. Hier beissen sie sich nicht etwa fest, sondern stechen mit ihrem feinen Mundwerkzeug zu und saugen mehrere Tage Blut, sofern sie dabei nicht gestört werden. Über ihren Saugrüssel, aber auch über ihre Ausscheidungen können Zecken Krankheitserreger auf den Menschen übertragen.
Besonders verbreitet und gefährlich ist das Bakterium Borrelia Burgdorferi, das Borreliose auslöst. In der Schweiz erkranken jedes Jahr etwa 5‘000 Menschen an dieser Infektionskrankheit, die sich durch grippeähnliche Beschwerden bemerkbar macht und zu Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen führen kann.
Verbreitet ist auch das FSME-Virus, das Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslöst: Diese Krankheit beeinträchtigt das Nervensystem und kann im Extremfall tödlich enden. Schweizweit erkranken pro Jahr etwa 120 Menschen an FSME.
Die Zecken infizieren sich bei Rotwild und kleinen Nagern, in deren Nestern sie überwintern, mit den Krankheitserregern, die bei diesen Tieren zu keinen Symptomen führen.
Richtiges Verhalten in der Zeckenzeit
So hältst du das Risiko, von einer Zecken gestochen zu werden, möglichst gering:
- Meide im Frühjahr und Sommer nach Möglichkeit in ausgewiesenen Risikogebieten Wälder und hohes Strauchwerk.
- Halte Abstand zu Strauchwerk am Wegrand und verzichte auf Querfeldein-Wanderungen durch das Unterholz.
- Bedecke deine Haut – auch deine Kopfhaut – mit Kleidung und trage vor dem Aufenthalt in der Natur ein Zeckenschutzmittel auf.
- Wenn du dich – wenn auch nur kurzzeitig – in ausgewiesenen Risikogebieten aufhältst, empfiehlt sich eine FSME-Impfung. Die kann ab dem sechsten Lebensjahr vorgenommen werden.
- Suche deinen Körper nach Aufenthalten in der Natur gründlich nach Zecken ab. Hat dich dein Hund begleitet, solltest du auch ihn nach Zecken absuchen.
Im Notfall Zecken richtig entfernen
Hat trotz aller Umsicht doch einmal eine Zecke zugestochen, muss das Tier schnell entfernt werden, damit das Übertragungsrisiko möglichst gering bleibt. Folgende Hinweise solltest du dabei berücksichtigen:
- Nutze eine Pinzette oder eine spezielle Zeckenzange, um das Tier aus der Haut zu ziehen.
- Packe die Zecke direkt am Hals, nicht am Hinterteil: Andernfalls könnte sie ausscheiden oder sich über die Wunde übergeben.
- Zieh die Zecke langsam aus der Haut, ohne sie dabei zu drehen. So sinkt die Gefahr, dass ihr Hals zerreisst und der Kopf in der Wunde bleibt.
- Verwende keine aggressiven Flüssigkeiten wie Alkohol, Essig oder Nagellackentferner. Diese Reizstoffe können die Zecke dazu animieren, sich in die Wunde zu übergeben.