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Vorarlberg oder Allgäu (?), spätes 15.Jh.
Lindenholz, geschnitzt, gefasst
H. 89,5 cm, B. 64 cm, T. 13,5 cm
Legat Dr. Ruth Kessler-Uebelin
Inv. 2000.31.
Christophorus wollte Diener des Mächtigsten sein. Auf seiner Suche nach dem stärksten Herrn hatte er erfahren, dass der König dem Kaiser untertan war, dieser den Teufel fürchtete, der wiederum bei einem Wegkreuz auswich und die Überlegenheit Christi bekennen musste. Noch nicht wissend, wie er Gott dienen könne, folgte er dem Rat eines Eremiten und bot Pilgern seine Hilfe beim Überqueren eines Flusses an. Das Kind, das seinen Dienst in Anspruch nahm, wurde immer schwerer. Mit ihm trug der Heilige den Schöpfer der Welt, also die ganze Welt, und reihte sich damit in die Schar der Bekenner dieses Herrn. Er war zum Christus-Träger geworden und wurde deshalb 'Christophorus' genannt.
Der Bildhauer stellt den Heiligen barfuss auf einer Erdscholle dar, aus der ein dürrer Baumstamm zu wachsen scheint. Der nackte Jesus-Knabe sitzt auf der linken Schulter des hl. Christophorus, hat die rechte Hand segnend erhoben und tägt in der Linken die goldene Weltkugel zum Zeichen, dass er der Welterlöser ist. Christophorus trägt ein knielanges gegürtetes langärmeliges goldenes Gewand mit am Ärmel sichtbarem roten Innenstoff. Den ebenfalls goldenen Überwurf mit blauem Futter hat er über die Schulter geworfen und mit der Rechten vor dem Körper wieder hochgezogen. Der weite Schwung der Stoffülle gibt der Figur eine rahmende Rückwand, Über der nur das Kind sich frei abhebt. Das volle Haar des Heiligen wird von einer Sendelbinde zusammengehalten, unter der die Locken wie ein Kranz hervorquellen. Der lange geteilte Bart endet auch in krausen Locken. Das Kind hat kurze anliegende Löckchen um den pausbackigen Kopf. Es ist vergleichbar mit den um 1500 in Brüssel und besonders in Mecheln entstehenden Jesuskind-Statuetten (Salvator Mundi).
Der Stempel an der Unterseite der Bodenplatte der Skulptur bekundet, dass der Sammler Dr.Fritz Uebelin die qualitätvolle Skulptur in Österreich erworben hat. Möglicherweise ist sie im Vorarlberg oder Allgäu entstanden.