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Bild
Titel:
Melioration der Forren
Thema: Land
Datum: --.10.1937
Masse: 7,8 x 11,8 cm
Standort: LAAI K.XII.cd
Urheber/-in: Schweiz. Vereinigung für Innenkolonisation und industrielle Landwirtschaft, Zürich
Beschreibung:
Schwarz-weisse Fotografie der Umbrucharbeiten auf dem Boden der Korporation Forren im Herbst 1937. Im Oktober 1936 hatte die Schweiz. Vereinigung für Innenkolonisation und industrielle Landwirtschaft Pläne für die Melioration des Gebietes eingereicht, das im Bezirk Schwende oberhalb des linken Sitterufers liegt. 27 ha ertragsarme Riedböden wurden von März bis Juli 1937 mit Drainage-Leitungen ausgerüstet und von September bis Novemberg gleichen Jahres umgepflügt. Für die Umbrucharbeiten kam ein Raupentraktor der Marke 'Stock' zum Einsatz. Dieser war in der Lage, auch in unebenem Gelände einen Rodungspflug zu ziehen. Die Korporation hatte den Pflug bei der Strafanstalt Saxerriet, wo ebenfalls melioriert worden war, ausgeliehen. Im Frühjahr 1938 konnte der Boden planiert und mit frischen Wiesengräsern angepflanzt werden. Friedrich Traugott Wahlen, Direktor der eidg. landwirtschaftliche Versuchsanstalt und als späterer Bundesrat Initiant der so genannten Anbauschlacht, hatte der Korporation Forren persönlich eine Empfehlung zur Ansaat gegeben: zur Hauptsache engliches Raigras mit einer Beimischung von Rotschwingel, Mattenklee und weiteren Gräsern.
Geschichte:
Beim 1615 erstmals erwähnten Gemeinmerk Korporation Forren handelt es sich um eine Allmendgenossenschaft. Neben der Forren existierten in Appenzell Innerrhoden eine ganze Reihe weiterer Allmendgenossenschaften, innerrhoderisch ´Gmämeker´ (Gemeinmerker = die gemeinsamen Marken) genannt, so die Gemeinmerke Mendle und Mettlen sowie die Korporation Stiftung Ried. Das Gemeinmerk Forren war traditionell eher eine Genossenschaft der besser gestellten Leute. Dies im Gegensatz zur Korporation Stiftung Ried, welche vornehmlich den unteren sozialen Schichten diente. Vermutlich auf Druck der helvetischen Behörden beschlossen Forren- und Riedgemeinde 1800, ihr Areal aufzuteilen. Die Forren wurde in 236 Brachen zu zirka 10-12 Aren parzelliert und den Anteilhabern zu individuellen Nutzung überlassen. Die damals erlassene Vorschrift, der Boden sei zwecks Sicherung der Lebensmittelversorgung mit Getreide und Kartoffeln zu bepflanzen, stiess jedoch auf wenig Gegenliebe. Nach dem Ende der napoleonischen Ära gingen die Nutzer ziemlich bald zur Graswirtschaft über. Noch zweimal erlebte die Forren eine Umstellung auf Ackerbau. Während den beiden Weltkriegen wurden grössere Teile mit Kartoffeln, Getreide und Gemüse bepflanzt.
Das Ende der alten Forrengemeinde mit ihrer gemeinschaftlichen Allmendnutzung kam am Ende der grossen Weltwirtschaftskrise. Um Beschäftigung für Arbeitslose zu finden und um einigen Bauernfamilien eine tragfähige Existenz zu schaffen, beschloss die Forrengemeinde 1936, eine Melioration durchzuführen. 1937/38 wurde der Boden entwässert und frisches Wiesland angesäht. 1938/39 entstanden als Notstandsarbeit vier identische Bauernhäuser nach Plänen der Schweiz. Vereinigung für Innenkolonisation und industrielle Landwirtschaft. Die vier neuen Heimeten wurden samt zugehörigem Boden an einzelne Familien verpachtet. Auch andere Teile der ehemaligen Allmend fanden im 20. Jahrhundert individuelle Nutzungen. So überliess die Forrengemeinde 1938 das Forrenwäldli unentgeltlich einem Initiativkomitee zum Bau einer Badeanstalt. Die 'Forrenbadi' konnte im Juni 1939 der Öffentlichkeit übergeben werden. Seit 1958 ist ein Teil der ehemaligen Allmend mit Einfamilienhäusern überbaut worden. Oberhalb von Appenzell entstand das 'Forrendörfli' als neues Quartier. Dieses zählte schon Anfang der 1980er-Jahre rund 120 Häuser.
Autor: Stephan Heuscher, Appenzell
Literatur:
Sutter, Carl: Die Korporation Forren. In: Innerrhoder Geschichtsfreund 25 (1981), S. 24-54
Glatthard, Thomas: Melioration. In: HLS. Version vom 12.09.2012. URL: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D7847.php (25.03.2013)
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