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In seiner Monographie über den Mont Vully (2004) erinnert Gilbert Kaenel daran, dass die 1978 begonnene Ausgrabung dieser befestigten Anlage aus der Späteisenzeit, die der Gründung von Aventicum vorausging […] «vor allem die Hoffnung erfüllen sollte, [in dieser Anlage] das Modell des Städte-Paares Bibracte-Autun der Haeduer zu finden.» Die Monographie hatte auch den Zusammenhang zwischen Archäologie und Geschichte in Frage gestellt, indem sie die Brandspuren auf dem Wall mit der Wanderung der Helvetier 58 v. Chr. in Verbindung brachte. Welche Fortschritte die letzten vierzig Jahre doch brachten! Mit der Korrektur der Chronologie ist der Vully-Brand um eine Generation gealtert. Vor allem aber hat der Boden von Avenches endlich die Spuren seiner vorrömischen Vergangenheit preisgegeben. Die im 2. Jahrhundert v. Chr. entstandene Agglomeration in der Ebene entspricht einem in der keltischen Welt bekannten Muster.
Der Kanton Waadt kündigt grosse Investitionen in die Römerstätte Avenches an
An einer Pressekonferenz in Avenches am 7. Mai 2021 erklärten die Waadtländer Staatsrätin Cesla Amarelle, Vorsteherin des Bildungs-, Jugend- und Kulturdepartements (DFJC), und ihr Amtskollege Pascal Broulis, Vorsteher des Departements für Finanzen und Aussenbeziehungen, die Absicht des Kantons Waadt, das römische Kulturerbe von Avenches mit der Finanzierung zweier gross angelegter Bauprojekte zu unterstützen.
Ein neues Römermuseum
Das erste ist der Bau eines neuen Römermuseums, das den aktuellen Ansprüchen an die Museographie und den Erwartungen des Publikums gerecht wird. Die Ausstellungsräume sind seit 1838 auf den mittelalterlichen Turm beschränkt, der auf den Resten des Amphitheaters errichtet wurde, und entsprechen längst nicht mehr den Bedürfnissen der heutigen Besucher. Auch kann nur ein winziger Teil der Sammlungen der Öffentlichkeit präsentiert werden, während die meisten dieser Schätze in einem archäologischen Depot ausser Sichtweite aufbewahrt werden. Das neue Museumsprojekt wird auch Gelegenheit bieten, die vielfältigen Aktivitäten auf der archäologischen Stätte von Avenches unter einem Dach zu vereinen: Neben zeitgemässen Ausstellungsräumen sollen auch ein konservatorisch-restauratorisches Labor, ein archäologisches Repositorium, eine Bibliothek sowie öffentliche und kulturelle Räume darin untergebracht werden. Mehrere Studienkredite wurden bereits vergeben, und das Grundstück für das neue Museum in der Nähe des antiken Theaters ist reserviert. Die nächsten Schritte sind der Architekturwettbewerb in 2022, die Aufstellung des kantonalen Nutzungsplans (PAC) in 2023 und die öffentliche Auflage im darauffolgenden Jahr. Der auf 51 Millionen Franken geschätzte Objektkredit soll 2025 abgesegnet werden. Die Arbeiten könnten 2026 nach den archäologischen Ausgrabungen aufgenommen werden. Die Eröffnung des neuen Museums ist für 2028 geplant.
Das römische Amphitheater
Die andere Grossbaustelle, das römische Amphitheater, soll im Herbst 2022 eröffnet und 2027 abgeschlossen werden. Sie wird insbesondere die vorübergehende Schliessung des Amphitheaters und die Verlegung der beiden wichtigsten Sommerfestivals, Rock Oz’Arènes und Avenches Tatoo, an einen anderen Ort mit sich bringen. Das Amphitheater weist fortgeschrittene Abnutzungserscheinungen auf und muss umfassend restauriert werden. Nachdem 2017 herabfallende Steine beobachtet wurden, sind in den letzten Jahren weitere Veränderungen aufgetreten. Die Arbeiten sind dringend notwendig geworden. Vor allem am Portal, an den Gewölben unter dem mittelalterlichen Turm, den Tribünen und der Podiumsmauer sind Restaurationsarbeiten nötig. Die Arbeiten dürften 23 bis 30 Millionen Franken kosten. Diese relativ grosse Spanne hängt vom Erhaltungszustand der verschiedenen Elemente des Bauwerks und von den technischen Entscheidungen ab. In einem ersten Schritt wird dem Grossen Rat demnächst ein Antrag für einen Studienkredit von 1,33 Millionen Franken vorgelegt. Der Vorstand der Association Pro Aventico begrüsst die festen Absichten, die der Staatsrat auf dieser Pressekonferenz erklärt hat, und wird den seit über 135 Jahren von der APA geleisteten immensen Einsatz für die Erhaltung und Entwicklung der Römerstätte weiter unterstützen.
Mehr erfahren:
“Un crédit pour préparer les travaux de conservation et restauration de l’amphithéâtre romain d’Avenches” >
Communiqué du Conseil d’Etat (publié le 7 mai 2021)
“Le Conseil d’Etat précise sa planification pour le site et le futur Musée romains d’Avenches et leur réseau vaudois” >
Communiqué du Conseil d’Etat (publié le 7 mai 2021)
Auf der archäologischen Stätte (Amphitheater, Cigognier)
26. Juni 2021, ab 13 Uhr
Präsentation der Augmented-Reality-Anwendung Erleb-AR von Marcus Hudritsch und seinen Mitarbeitenden, Berner Fachhochschule.
In Avenches können mehrere antike Monumente jetzt mit eome, Tablet oder iPhone in Augmented Reality betrachtet werden: mit der App Erleb-AR («Angereicherte Realität»), die auf Google Play und im Apple App Store zu haben ist, kann man das Amphitheater, das Cigognier-Heiligtum und das Theater an Ort dreidimensional sehen.
Präsentation des Projekts auf www.erleb-ar.chWeiterlesen