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Zürich (awp) - Die Swiss Re hat im Geschäftsjahr 2010 den Gewinn gesteigert, musste allerdings einen Rückgang der Prämieneinnahmen hinnehmen. Den Aktionären wird an der kommenden Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 2,75 CHF/Aktie nach 1,00 im Vorjahr vorgeschlagen. Für die kommenden fünf Jahre hat sich der Rückversicherer neue Gewinn- und Renditeziele gesetzt. Ausserdem soll das Unternehmen unter ein neues Holding-Dach gestellt werden.
Im Jahr 2010 erhöhte sich der Reingewinn auf 863 Mio USD nach 496 Mio im Vorjahr. Je Aktie stieg der Gewinn in Franken auf 2,64 (1,49) CHF, in Dollar betrug er 2,52 (1,46) USD, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Die verdienten Prämien gingen um 13% auf 19,7 (22,7) Mrd USD zurück.
Auf das Ergebnis hätten unter anderem die Kosten für die vorzeitig an Berkshire Hathaway zurückbezahlte Wandelanleihe im vierten Quartal gedrückt, heisst es. Ohne diese Belastung läge der Jahresgewinn bei 2,3 Mrd USD. Die Anleihe wurde im November 2010 gekündigt und im Januar 2011 zurückbezahlt.
Bei einem Eigenkapital von praktisch unverändert 25,3 Mrd USD, lag die Eigenkapitalrendite bei 3,6 (2,3)%. Ohne die Auswirkungen der nachrangigen Wandelanleihe lag die Rendite bei 9,2%. Das für ein AA-Rating notwendige Überschusskapital belaufe sich nun auf über 10 Mrd USD.
Im Bereich Property & Casualty lag die Belastung aus Naturkatastrophen gemessen an der Combined Ratio mit 3,0 Prozentpunkten über den Erwartungen des Rückversicherers. Total wies Swiss Re eine Combined Ratio von 93,9% nach tiefen 88,3% im Vorjahr aus. Der operative Gewinn in der Schadenversicherung sank um 30% auf 2,5 Mrd USD.
Die Schadenlast im Zusammenhang mit den Überschwemmungen in Australien (Queensland) betrug im vierten Quartal 100 Mio USD. Für das erste Quartal 2011 rechnet Swiss Re in Australien mit Unwetterschäden von 225 Mio USD und durch den australischen Zyklon Yasi von 100 Mio USD.
In Life & Health betrug das operative Ergebnis 810 (687) Mio USD und die Benefit Ratio (Leistungsquote) erhöhte sich auf 88,7 (83,8)%. Im Asset Management erzielte Swiss Re einen operativen Gewinn von 4'472 (3'624) Mio USD, während die Rendite auf Kapitalanlagen auf 3,5 (1,8)% anstieg. Die Gesamtrendite unter Einschluss der nicht realisierten Gewinne und Verluste stieg auf 6,5 (2,3)%.
In der Sparte Legacy, die zur Reduktion von Risiken dient, weist die Gruppe ein operatives Ergebnis von -14 (+128) Mio USD aus. Der Legacy-Prozess sei weitgehend abgeschlossen und Swiss Re werde daher dieses Segment nicht mehr gesondert ausweisen.
In den letzten beiden Jahre habe Swiss Re die Bilanz gestärkt, neue strategische Prioritäten gesetzt und ihre Führungsstruktur optimiert, wird CEO Stefan Lippe in der Mitteilung zitiert. "Im nächsten Schritt passen wir nun die rechtliche Struktur von Swiss Re an, um unsere strategischen Prioritäten noch konsequenter umsetzen zu können und unser Geschäftspotenzial voll auszuschöpfen."
Swiss Re plant daher eine neue Unternehmensstruktur mit einer noch zu etablierenden Holding, die die Geschäftsbereiche Reinsurance, Corporate Solution und Admin Re umfasst. Damit sollen Kundenorientierung und Transparenz verbessert und die Verantwortlichkeiten innerhalb der Gruppe sowie unternehmerische Flexibilität gestärkt werden, heisst es. Die Schaffung der neuen Holding-Struktur soll mittels eines Umtauschangebots erfolgen. Dazu sollen die heutigen Titel eins zu eins in Aktien der neuen Holding getauscht werden.
Swiss Re ist gut ins neue Jahr gestartet. Die Erneuerungsrunde im Januar sei sehr erfolgreich verlaufen. Die Preise im Rückversicherungsmarkt seien durchschnittlich um 4 bis 7% zurückgegangen. Die risikoadjustierte Preisadäquanz sank um 2%. Unter Annahme einer normalen Grossschadenbelastung schätzt der Konzern den Schaden-Kosten-Satz für 2011 auf etwa 94%.
Weiter definiert Swiss Re neue Finanzziele für die nächsten fünf Jahre. So soll die Eigenkapitalrendite (RoE) im Durchschnitt über fünf Jahre 700 Basispunkte über der risikofreien Rendite liegen, was derzeit einem Wert von rund 11% entspreche. Für den Gewinn je Aktie strebt Swiss Re über fünf Jahre ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10% an. Das ökonomischen Eigenkapital pro Aktie plus Dividende soll ebenfalls um jährlich durchschnittlich 10% wachsen.
mk/gab
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