Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03245.jsonl.gz/2869

Nun schlug sie im Olympic Aquatics Stadium bereits ein zweites Mal zu, und dies in einer Disziplin, in der sie zuvor auf Weltniveau im 50-m-Becken noch nie auf dem Podest gestanden hatte. Bei Rennhälfte war die 27-Jährige lediglich Sechste gewesen, am Ende setzte sie sich mit 58,45 Sekunden um drei Zehntel vor der Amerikanerin Kathleen Baker durch. Hosszu konnte ihr Glück kaum fassen.
Über 200 m Crawl der Männer siegte in 1:44,65 Minuten Sun Yang, der bereits seine dritte Goldmedaille an Olympischen Spielen holte, nachdem er 2012 in London über 400 und 1500 m Crawl zuoberst auf dem Podest gestanden hatte. Der 24-jährige Chinese, der 2014 wegen Dopings für drei Monate gesperrt war und auch sonst neben dem Becken für einige Schlagzeilen gesorgt hatte, entschied das Rennen dank unwiderstehlichen letzten 50 Metern zu seinen Gunsten. Silber und Bronze gingen an den Südafrikaner Chad le Clos und den Amerikaner Conor Dwyer.
Der Deutsche Paul Biedermann musste sich in seinem letzten Einzelrennen der Karriere mit dem 6. Rang begnügen. Damit blieb der Weltmeister von 2009 auf dieser Strecke auch bei seinen dritten Olympischen Spielen ohne Medaille – es fehlten 61 Hunderstelsekunden. 2008 und 2012 war er über 200 m Crawl jeweils Fünfter geworden.
Der Final der Frauen über 100 m Brust hinterliess einen schalen Beigeschmack, musste sich doch die umstrittene Russin Julia Jefimowa (1:05,50) nur der Amerikanerin Lilly King (1:04,93) geschlagen geben. Die mit lauten Buhrufen empfangene Jefimowa ist in Rio de Janeiro nur deshalb startberechtigt, weil der internationale Sportgerichtshofs CAS entschied, dass der Ausschluss von russischen Sportlern mit Dopingvergangenheit nicht durchsetzbar sei. Im Herbst 2013 war die vierfache Weltmeisterin positiv auf das Steroid Dehydroepiandrosteron getestet und für 16 Monate gesperrt worden. Heuer wurde sie zudem mit Meldonium erwischt. So oder so scheint für sie Doping normal zu sein, verglich sie dieses doch mit zu schnellem Autofahren. Immerhin holte Jefimowa “bloss” Silber, sodass der komplette Super-GAU verhindert wurde.
Über 100 m Rücken der Männer gewann in 51,97 Sekunden der Amerikaner Ryan Murphy vor dem Chinesen Xu Jiayu und Landsmann David Plummer. Alle drei standen erstmals auf dem Olympia-Podest.
Michael Phelps (1:54,12) musste sich im Halbfinal über 200 m Delfin um 16 Hundertstelsekunden dem Ungar Tamas Kenderesi geschlagen geben. Im Final in der Nacht auf Mittwoch strebt der 31-jährige Phelps seine 20. olympische Goldmedaille an, die zweite in Rio de Janeiro nach dem Sieg mit der 4×100-m-Crawlstaffel. Auch das 19-jährige amerikanische Wunderkind Katie Ledecky (1:54,81) erreichte über 200 m Crawl hinter der Schwedin Sarah Sjöström (1:54,65) “nur” die zweitbeste Zeit der Halbfinals.
(SDA)