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Der Reiterpass ist das erste «ernste» Abzeichen in Österreich. Abzulegen ist eine Prüfung, welche sich aus den drei Teilen Dressur, Springen/Gelände und Theorie zusammensetzt. Der Reiterpass ist ein Zeichen, dass du in der Lage bist, ein Pferd im Gelände zu reiten, und dass du die nötigen Vorschriften kennst. Ausserdem ist er Grundlage für die Reiternadel und in Folge für die Lizenz.
Man kann – muss aber nicht – an einem Kurs teilnehmen; Man kann sich das Wissen/Können auch selber aneignen. Man kann sowohl mit Schul- als auch Privatpferden zur Prüfung antreten. Vorraussetzung ist, in einem österreichischen Reitverein/Reitclub Mitglied zu sein und die Vollendung des 8. Lebensjahres.
Beim Reiten wird das Beherrschen des Pferdes in allen drei Gangarten gewertet, sowie beim Springen der leichte Sitz und das Mitgehen über dem Sprung (muss aber nicht tip-top sein, man darf dem Pferd nur nicht in den Rücken fallen, im Maul reissen oder Ähnliches).
Geritten wird mit englischer Zäumung. (Trense und Reithalfter, Sperrriemen ist nicht vorgeschrieben, darf aber verwendet werden.) Desweiteren ist beim Springen ein gleitendes Ringmartingal erlaubt. In der Dressur darf man keinerlei Hilfszügel verwenden. Man reitet mit weisser Schabracke, in der Dressur ohne Gamaschen oder Bandagen. Beim Springen ist beides genauso wie Hufglocken erlaubt. Man kann auch mit Sporen und Gerte reiten.
Eine helle Reithose (möglichst weiss, beige wird aber auch toleriert) und ein dunkelblaues oder schwarzes Sakko (muss kein Reitsakko sein) mit weisser Bluse (oder auch weissem T-Shirt) und evtl. Plastron sind vorgeschrieben, genauso wie weisse Reithandschuhe und schwarze Stiefel.
Es wird eine von drei Aufgaben (R1, R2 oder R3) vorgelesen (muss man nicht auswendig können!) welche dann geritten werden muss. Welche Aufgabe tatsächlich kommt, gibt der Richter kurz vor der Prüfung bekannt.
Der Reiter muss eine Strecke von insgesamt mind. 1000 m bewältigen, wobei im Schritt, Trab und Galopp geritten wird. Es müssen ausserdem mind. vier Hindernisse in der Höhe von mind. 70 cm überwunden werden (zwei davon sind sogenannte natürliche Hindernisse wie Graben, Wall, Hang, …) und ein Halt aus dem Galopp gezeigt werden. (Den hat bei uns aber keiner exakt gemacht und wir sind trotzdem durchgekommen.) Bei einem Sturz ist man durchgefallen, genauso bei dreimaligem Verweigern.
Es wird eine mündliche oder schriftliche Prüfung (meist in einer Gruppe, selten einzeln) vorgenommen. Bei einer grossen Anzahl Teilnehmer wird fast immer in zwei Gruppen geteilt. Meist werden die Fragen anhand eines Pferdes/Ponys gestellt. (z.B.: «Wo ist der Ellbogen?») Die meisten Richter richten sich nach dem FENA-Lehrbuch, aber es sind auch ohne weiteres Frage erlaubt, die nicht darin behandelt werden. Folgende Kapitel sind in diesem Buch für die Prüfung vorgesehen:
Wenn man in einer der drei Teilprüfungen durchfällt, kann man innerhalb eines Jahres zur erneuten Prüfung antreten, braucht dann aber nur den Teil nachzuholen, den man nicht bestanden hat.
Im Prinzip bietet fast jede Reitschule Reiterpass- und -nadelprüfungen an, meist mit dazugehörigem Kurs, der aber kein Muss ist. Wann, ist ganz vom Stall abhängig; Oft werden die Prüfungen aber am Ende der Sommerferien sowie irgendwann im Frühling angesetzt. (Also 2× pro Jahr) Geprüft wird von zwei staatlich geprüften Richtern.