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Wer eine Leistung erbringen will, muss arbeiten; wer arbeiten will, muss sich bewegen; wer sich bewegen will, muss beweglich sein. Das sind allgemein bekannte Tatsachen! In der Osteopathie kommt diesen Zusammenhängen aber eine besondere Bedeutung zu.
Die osteopathische Lehre geht nämlich davon aus, dass der Mensch nur dann gesund sein kann, wenn sich in seinem Körper alles richtig bewegt. Dazu gehören für den Osteopathen nicht nur die bekannten Bewegungen der Gelenke oder Muskeln, sondern auch die feinen, rhythmischen und unbewussten Bewegungen von beinahe allen Körperteilen, Körpersystemen und Organen. Hierauf angewendet gilt der Lehrsatz der Osteopathie:
«Wo Bewegung eingeschränkt ist oder verhindert wird,
kann sich Krankheit ausbreiten.»
Anhand eines Beispiels soll dies verdeutlicht werden: Eine Niere hebt und senkt sich beim Ein- und Ausatmen um ca. 1,5 cm. Auf 24 Stunden umgerechnet ergibt sich eine Strecke von 600 m. Wird nun diese passive Bewegung durch irgendeine Ursache verhindert, wirkt sich das auf die aktive Eigenbewegung der Niere ebenfalls hemmend aus. Das bedeutet, dass dadurch die Leistung der Niere reduziert wird. Hält man sich vor Augen, was die Nieren für lebenswichtige Funktionen erfüllen, kann man sich leicht vorstellen, dass durch eine Bewegungseinschränkung dieses Organs die verschiedensten Störungen und Krankheiten entstehen können. Lebenswichtige Funktionen der Niere sind: Sie entgiften den Organismus, bilden den zur Ausscheidung bestimmten Harn, sie regeln den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, den Säure- und Basenhaushalt, den Blutdruck, den Knochenstoffwechsel und die Bildung roter Blutkörperchen.
Der Osteopath erkennt Funktionsstörungen auf Grund von veränderten Bewegungen einzelner Strukturen. Seine Aufgabe besteht darin, den verursachenden anatomischen Defekt von Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und aufzulösen, damit das Leben wieder im Fluss ist, wie die Osteopathen es ausdrücken.