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Amtsenthebung erst seit 1975
Obwohl die Dorffasnacht Biberist ihren Ursprung und ihr Bestehen seit 1945 hat, konnte die Biberister Gemeindebehörde über die närrische Zeit immer frisch-fröhlich weiterhin ihres Amtes walten. Dies änderte sich erst im Jahr 1975. Der damalige Obernarr, Marcel Jäggi, konnte mit dem damaligen Ammann, Alois Zuber, die allererste Amtsenthebung arrangieren.
Amtsenthebung am Schmutzigen Donnerstag
Die Amtsenthebung fand fortan jährlich am späten Nachmittag vom Schmutzigen Donnerstag statt. Auf dem Platz vor dem Gemeindehaus wurde der Ammann mit seinen Chefbeamten in lustiger Form entmachtet. Symbolisch übergab dann der "abtretende" Ammann ein Zepter dem Obernarren.
Die Anrede für das Gemeindeoberhaupt war früher "Ammann". Nach Jahren wurde der Namen kantonal neu geregelt und fortan war die Bezeichnung "Gemeindepräsident".
Amtsenthebung am Hilari
Bis zum Jahr 2005 fand die Amtsenthebung am Schmutzigen Donnerstag statt. Für die aktiven Fasnächtler war dies immer eine stressige Zeit, da man sich auch für den Auftritt der Gruppenzirkulation zurecht machen musste.
Die Obernärrin Susanne Scheidegger konnte dann die Amtsenthebung auf den Hilaritag vorverschieben. So wird der Gemeindepräsident während des Hilariprogramms entmachtet, das erste Mal in dieser Art am 13. Jänner 2006. Die Narren können fortan das Zepter wesentlich länger in der Hand halten.
Das Zepter
Eigens für die Amtsenthebung wurde ein Zepter aus Metall kreiert. Das leicht geneigte Zepterende ziert der Ämmeschnägg. Die beiden Fasnächtler, Willi Kurmann und Marcel Aeschbacher, traten als Sponsoren für das Zepter auf. Willi Kurmann war Herbergsvater und Mitglied der Schnägge-Zunft. Marcel Aeschbacher war 1975 der amtierende Narrenschreiber.
Das Zepter aus früheren Jahrhunderten ist ein ellenlanger Stab aus wertvollem Metall. Die Elle ist ein Längenmass und gilt als eines der ältesten Naturmasse. Sie wurde ursprünglich von der Länge eines Unterarmes abgeleitet, misst aber meist mehr als der Abstand zwischen Ellbogen und Mittelfingerspitze eines ausgewachsenen Mannes, also über einen halben Meter. In Bern war üblich, dass eine Elle 54,17 cm lang ist. Das Zepter der Dorffasnacht Biberist weist auch seine 54 cm auf.