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Parsey McParseface heisst das etwas eigenwillig benannte Tool von Google, das Software hilft, geschriebene Sprache zu verstehen. Die Alphabet-Tochter Google stellt den Code von Parsey McParseface und das dazugehörende Programmier-Toolkit nun zur Verfügung. Alle, die daran mitarbeiten oder die Software verbreiten, können sie künftig kostenlos verwenden, wie Google in einem Blogeintrag
schreibt.
"Nutzer müssen das Rad nicht neu erfinden", so Produktmanager Dave Orr. Google möchte, dass die Leute künftig die Google-Software nutzen, statt eigene Tools zu bauen.
Die Software kann bei der Syntaxanalyse - "parsing" - die wichtigsten Wörter und deren Zusammenhang erkennen. Das Ergebnis wiederum kann von weiteren Tools, wie etwa Suchmaschinen verwendet werden. Google selbst verwendet Parsey bei mehreren seiner Dienste, wie das 'Wall Street Journal' schreibt. Unter anderem füttert das Tool den Knowledge Graph, die Wissensdatenbank, die hinter Googles Suchmaschine steckt.
Die Fähigkeit von Computern, natürliche Sprache zu verstehen, ist noch limitiert, wird aber immer wichtiger. Anwendungsbeispiele sind virtuelle Assistenten wie Ok Google, Siri oder Cortana. Hinzu kommen Chat-Bots, automatische Übersetzungsdienste oder automatisierte E-Mail-Beantwortungen. Zudem sind Tools, die Sprache erkennen und verarbeiten können, in der Medizin und in der Forschung einsetzbar. Hier unterstützen sie den Entscheidungsprozess oder helfen Korrelationen zu erkennen. Man hofft, so das 'WSJ', dass Sprach-basierte Applikationen Prozesse in den Bereichen Handel, Gesundheit, Forschung oder Verkauf effizienter machen können.
Gemäss Google hat Parsey eine Erfolgsrate von 94 Prozent. Natürliche Sprache zu verstehen ist für Software schwer, weil die menschliche Sprache mehrdeutig und unklar ist. Hinzu kommen Metaphern, Sprichwörter oder Ironie. Google nennt im Blogeintrag das einfache Beispiel: "Alice fährt die Strasse in ihrem Auto hinunter". Das "im" kann sich auf zwei Dinge beziehen. Die erste (korrekte) Möglichkeit ist, Alice ist im Auto. Die zweite ist jedoch, die Strasse ist im Auto. Für Menschen kein Problem, für Software aber eine Herausforderung. Je länger die Sätze sind, umso mehr solcher Möglichkeiten entstehen. Auch wenn diese inhaltlich (und für den Menschen erkennbar) unsinnig sind, sind sie dennoch möglich. Parsey muss also - wie ein Mensch - die korrekte Korrelation erkennen können.
Google hat rund 18 Monate Entwicklungsarbeit in Parsey gesteckt und wirklich ausgereift ist das Tool noch nicht. Die Software kann noch keine Zusammenhänge zwischen mehreren Sätzen herstellen. Erst dieses Feature werde es erlauben den allgemeinen Kontext zu verstehen. Ausserdem hat Parsey Mühe mit langen Sätzen. Zudem ist das Tool nur für die Englische Sprache verfügbar.
Prominenter Konkurrent von Parsey ist IBMs Watson
, der ebenfalls natürliche Sprache verstehen kann. Auch bei Watson findet ein Parser Anwendung. (kjo)