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Gemeindliche Urnenabstimmung
Informationen
- Datum
- 13. Juni 2010
- Kontakt
- Martin Mengis
- Beschreibung
- Grundsatzentscheid Verkehrsberuhigung im Zentrum Cham (Unterbrechung Bärenbrücke)
Kommunale Vorlagen
Grundsatzentscheid Verkehrsberuhigung im Zentrum Cham (Unterbrechung Bärenbrücke)
- Ergebnis
- Die Vorlage wurde abgelehnt
- Beschreibung
- Mit Ihrer Stimme bei dieser Konsultativabstimmung drücken Sie Ihren Wunsch aus, wie der Chamer Dorfkern nach der Eröffnung der Umfahrungsstrasse Cham–Hünenberg vom Verkehr entlastet werden soll: mit einer Dosierung am Dorfrand oder einer Unterbrechung im Zentrum. Das Resultat der Abstimmung ist für den Regierungsrat, der über die Massnahmen zur Verkehrsreduktion entscheidet, rechtlich nicht bindend, aber der Gemeinderat Cham und der Kanton werden den Entscheid der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger respektieren. Darum: Nehmen Sie sich Zeit für diese Vorlage, besuchen Sie die geplanten Veranstaltungen, sprechen Sie uns an oder besuchen Sie den Informationsbereich zum Kernrichtplan auf der Website der Gemeinde Cham.
Worum geht es?
Cham leidet seit Jahrzehnten unter dem Verkehr im Zentrum. Mit dem Projekt der Umfahrungsstrasse Cham–Hünenberg muss der Kanton Zug im Rahmen der Umweltverträglichkeit eine Reduktion des Verkehrs im Chamer Zentrum ausweisen. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen zwei Lösungsansätze zur Diskussion: 1. Quantität: Eine Reduktion des Verkehrs, der ins Zentrum gelassen wird, auf rund die Hälfte des zukünftig zu erwartenden Verkehrs. Dies würde mit Dosieranlagen (z.B. Rotlichtern) am Dorfrand erreicht. 2. Qualität: Eine Unterbrechung des Autoverkehrs im Zentrum (Bärenbrücke), womit der Durchgangsverkehr gänzlich auf Autobahn und Umfahrungsstrasse umgelenkt würde und der Innerortsverkehr gezielt über die heutigen Kantonsstrassen ungehindert ins Zentrum und die Umfahrungsstrasse rollt. Wir beurteilen die Chancen für eine nachhaltige, qualitative Aufwertung des Chamer Zentrums bei der Unterbrechung des Autoverkehrs im Zentrum als eindeutig höher. Darum ist die zweite Variante die Empfehlung des Gemeinderates, der Behördendelegation des Kantons und der projektbegleitenden Experten.
Warum eine Unterbrechung?
Vier Planungsbüros haben sich in einem Studienauftrag mit dem Entwicklungspotenzial des Chamer Zentrums und Möglichkeiten zur Verkehrsreduktion und Aufwertung des Zentrums beschäftigt. Dabei hat ein Lösungsansatz, eben die Unterbrechung des Durchgangsverkehrs im Zentrum, überzeugt. Die Unterbrechung schafft wichtige Freiräume für die Aufwertung des Zentrums für das Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Einkehren und Ausgehen. Sie stellt eine nachhaltige, dauernde Verkehrsreduktion sicher. Und sie lässt die Zufahrt ins Zentrum aus allen Richtungen ungehindert offen, ohne dass an Ampeln an den Dorfrändern oder im Zentrum Staus mit langen Wartezeiten entstehen. Falls die Bärenbrücke für den Autoverkehr nicht unterbrochen wird, entfällt ein zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts. Zudem kann aufgrund der zu erwartenden höheren Verkehrsbelastung aus Sicht des Kantons keine Begegnungszone umgesetzt werden.
Gibt es Alternativen?
Im langen Prozess der Ausarbeitung dieses Lösungsansatzes und unter der Mitwirkung von Chamerinnen und Chamern wurde eine Vielzahl von Alternativen objektiv und vorbehaltlos geprüft. Sämtliche Alternativen wurden aber wieder verworfen. Auch der Kanton Zug ist vom ursprünglichen Konzept von Dosieranlagen am Dorfrand abgerückt und hat die Unterbrechung des Durchgangsverkehrs im Zentrum als bessere Lösung in sein aktuelles Projekt aufgenommen. Der Schritt ist gross und zwingt zu Umdenken und Umwegfahrten. Er eröffnet aber ein grosses Aufwertungspotenzial und fördert andere Mobilitätsformen im Zentrum, da beispielsweise das Zufussgehen oder Velofahren wieder sicher und attraktiv werden.
Muss das sein?
Ein Fahrverbot für den Autoverkehr mitten im Zentrum erschreckt. Objektiv betrachtet ist die Massnahme aber gar nicht so einschneidend, und es profitieren bis auf wenige Ausnahmen alle Chamerinnen und Chamer, während mit Dosieranlagen oder anderen Massnahmen eine Lösung nicht nachhaltig, sondern nur kurzfristig erreicht wird und Verkehrsbehinderungen für alle bedeutet. Denn machen wir uns nichts vor: Der Verkehr wird weiter wachsen, und unser Problem ist nicht nur der Durchgangs-, sondern auch der Innerortsverkehr (Binnenverkehr). Wir plagen uns seit über vierzig Jahren mit der Verkehrsproblematik im Zentrum. Mit der Eröffnung der Autobahn dachte man, dass Problem gelöst zu haben. Wenige Jahre später war der Verkehr im Zentrum wieder gleich dicht, heute noch mehr als je zuvor. Dass soll kein zweites Mal passieren. Die Unterbrechung der Bärenbrücke für den Autoverkehr ist die einmalige Chance für Cham. Es ist eine harte, aber gute Massnahme.
Was passiert nach der Abstimmung?
Die Konsultativabstimmung ist für den Regierungsrat in der Wahl der flankierenden Massnahmen zur Umfahrungsstrasse Cham–Hünenberg wie erwähnt rechtlich nicht bindend. Regierungs- wie Gemeinderat werden das Resultat der Abstimmung aber respektieren. Die Abstimmung ist eine Etappe auf dem Weg zur Umfahrungsstrasse und zur verlangten und erwünschten Verkehrsreduktion. Auch nach der Konsultativabstimmung werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger noch verschiedene Kredite im Zusammenhang mit der Zentrumsentwicklung (Kernrichtplan) sprechen müssen und zu jedem weiteren Planungsschritt Stellung nehmen können. Die Lösungsfindung im Detail steht somit noch an. Tatsächlich muss die Lösung, wie sie vermutlich in fünf bis acht Jahren realisiert wird, noch in vielen Diskussionen entwickelt werden.
Was ist die Abstimmungsfrage?
Der Gemeinderat unterbreitet Ihnen folgende Frage zur Konsultativabstimmung: «Möchten Sie das Ortszentrum Cham aufwerten, indem der Durchgangsverkehr im Zentrum (Bärenbrücke) unterbunden wird?»
Gibt es Gegenargumente zum Lösungsvorschlag der Unterbrechung der Bärenbrücke für den Autoverkehr?
Ja, es gibt verschiedene Bedenken, vor allem seitens des Detailhandels. So wird bezweifelt, dass es die Unterbrechung braucht oder dass die in Betracht gezogenen Alternativen wirklich taugen. Man hat Angst um das Gewerbe und die Läden im Zentrum und darum, dass das Fahrverbot auf der Bärenbrücke für den Autoverkehr die Gemeinde teilt.
Wie nimmt der Gemeinderat Stellung?
Der Gemeinderat nimmt diese Bedenken sehr ernst und hat diese Fragen in einem langen Prozess unvoreingenommen studieren und klären lassen. Er ist zusammen mit allen beteiligten Experten sowie vielen Chamerinnen und Chamern überzeugt davon, dass eine Unterbrechung des Durchgangsverkehrs im Zentrum den befreienden Schritt darstellt, der dem Chamer Zentrum einen Wachstums- und Aufwertungsschub verleiht sowie eine nachhaltige Reduktion des Verkehrs im Zentrum ermöglicht. Denn wir leiten den Durchgangsverkehr dorthin, wo er hingehört: auf die Umfahrungsstrasse. Und wir haben weder vor den Rotlichtern der Pförtner noch im Zentrum Staus, sondern von allen Zugangsachsen her freie Fahrt ins Zentrum. Darum empfiehlt der Gemeinderat zusammen mit den kantonalen Behörden am 13. Juni 2010 ein Ja zur Unterbrechung des Durchgangsverkehrs im Zentrum und damit ein Verzicht auf Dosierungsanlagen mit Rotlichtern an den Dorfrändern.
Vorlagen
Vorlage
1'614
3'675
- Stimmbeteiligung
- 56.25%
- Ebene
- Gemeinde
- Art
- -