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Die verbotene Stadt
4 Jing Shan Qian Jie, Dongcheng, Peking, China
Die Verbotene Stadt, im Herzen Pekings gelegen, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aus guten Grund, denn zum einen gehört sie zu den am besten erhaltenen Bauten des Mittelalters und zum anderen ist sie eine der grössten Palastanlagen der Welt. Peking ist nicht nur eine der meist bereisten Städte Asiens. Peking ist zweifelsohne auch eines der faszinierendsten Reiseziele unserer Welt. Wer hier zu Gast ist, sollte sich die wichtigste Sehenswürdigkeit der Metropole nicht entgehen lassen: die Verbotene Stadt! Geschichte, Fakten, Wissenswertes – der folgende Überblick stellt die Verbotene Stadt in Peking vor.
Die Geschichte der Verbotenen Stadt
Der Baubeginn des Palastkomplexes wird um das Jahr 1406 herum datiert. Zeitweise sollen mehr als 100.000 Kunsthandwerker und eine Million einfacher Bauhandwerker an der Errichtung der Verbotenen Stadt beteiligt gewesen sein. Ihnen ist es zu verdanken, dass der Palastkomplex bereits nach der unglaublich kurzen Bauzeit von nur 14 Jahren vollendet war. Erstmals im Jahr 1420 bezogen, diente die Verbotene Stadt bis zum Jahr 1911 als Sitz der kaiserlichen Familie. Über die Jahrhunderte lebten hier insgesamt 24 verschiedene Kaiser.
Der letzte Kaiser Chinas dankte im Jahr 1911 ab, lebte aber weiterhin mit seiner Familie in der Verbotenen Stadt. Erst im Jahr 1924 musste die kaiserliche Familie die Verbotene Stadt verlassen und die Palastanlage wurde der normalen Bevölkerung zugänglich gemacht. Ihren Namen trägt die Anlage also vollkommen zu Recht, denn während der Blütezeit der kaiserlichen Herrschaft durfte der Ort ausschliesslich von der kaiserlichen Familie und hochstehenden Staatsbeamten betreten werden.
Wissenswertes über das Leben in der Verbotenen Stadt
Zu Zeiten der Qing-Dynastie zählten bis zu 3.000 Eunuchen zu den Bewohnern der Verbotenen Stadt. Grund hierfür war ein Gesetz, das es „richtigen Männern“ verbot, sich nach Sonnenuntergang in bestimmten Palastteilen aufzuhalten. In diesen speziellen Bereichen kamen Kastraten als Bedienstete zum Einsatz.
Toiletten waren im kaiserlichen Peking noch nicht in Gebrauch, und so findet sich auch in der Verbotenen Stadt keine einzige Sanitäranlage historischer Natur. Alternativ benutzten die Bewohner der Palastanlage Bettpfannen, die mit Asche abgedeckt und von den Eunuchen geleert und gereinigt wurden.
Peking ist für ausgesprochen strenge Winter bekannt. Die Architekten der Verbotenen Stadt haben die Anlage daher mit einem effektiven Ofensystem versehen. Über Rohrleitungen wurde die Wärme in die mit Hohlmauern ausgestatteten Räume transportiert.
Fakten und Zahlen über die Verbotene Stadt
Die Gebäude der Verbotenen Stadt wurden aus eigens angefertigten Ziegelsteinen errichtet. Diese waren kaiserlich gelb gefärbt und erhielten durch eine Ölpolitur einen ganz speziellen Glanz. Zudem zeichneten sie sich durch eine besondere Festigkeit aus, die sicherstellte, dass Pavillons und Paläste auch in den langen Wintern Pekings keinen Schaden nahmen. Noch heute werden diese sogenannten Goldziegel nach der gleichen, traditionellen Rezeptur hergestellt. Industriell produzierte Ziegel würden weder den extremen Temperaturunterschieden noch den strengen Regierungsvorgaben genügen.
Der gesamte Komplex der Verbotenen Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 72.000 Quadratmetern, 15.000 Quadratmeter davon sind bebaut. Insgesamt zählt die Palastanlage 890 Gebäude, in denen sich 9.999 Einzelräume befinden. Zudem ist das Areal von einer 3.428 Meter langen Mauer geschützt. In der ganzen Palastanlage finden sich 13.844 Drachendarstellungen, die von jährlich 9 Millionen Besuchern bewundert werden.
Ein wirklich magischer Ort mit einer langen Geschichte und Tradition!