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«Ram Air» ist eine Vorrichtung zur mengenmässigen Steigerung des Benzin-Luft-Gemischdurchsatzes durch den Vergaser oder die Einspritzanlage hin zum Brennraum. Das Ram Air System nutzt die Energie des Fahrtwindes zur Erhöhung des Staudrucks im Ansaugsystem. Dazu wird eine Öffnung vorne an der Verkleidung positioniert und der sich darin stauende Fahrtwind in den Ansaugtrakt eingeleitet. Ziel ist es, eine signifikante Leistungssteigerung des Motors (bis zu 6%) durch besseren Befüllungsgrad der Brennräume zu erwirken. Mit der ZZ-R 1100 wurde das innovative Lufteinlasssystem von Kawasaki 1990 zur Serienreife gebracht.
«König der Airbox»
Bei Fahrzeugen ohne Ram Air herrscht in der Airbox (Luftfilterkasten) dank des Ansaugvorgangs des Motors immer Unterdruck. Wenn der Lufteinlass an der Verkleidung richtig platziert wird, ist der Luftdruck der in die Airbox strömenden Luft bei hohen Geschwindigkeiten signifikant höher als der normale atmosphärische Druck. Der Staudruck beträgt bei 200 km/h ca. 0,02 bar gegenüber dem normalen Umgebungsdruck.
«König der Airbox» ist jeweils der Hersteller, dem es gelingt, mit dem tatsächlichen Staudruck in der Airbox möglichst nahe an den bei der jeweiligen Geschwindigkeit theoretisch maximal erreichbaren Staudruck heranzukommen. Der beste Angriffspunkt an der Verkleidungsnase, korrekt gewählte Querschnitte, ein grosses Volumen zur Beruhigung der Luftturbulenzen, gute Abdichtung und ein grosses Luftfilterelement mit möglichst geringem Druckverlust scheinen die richtigen Lösungsansätze zu bieten.
Ebenso wichtig wie der Überdruck in der Airbox ist der Vorteil der kälteren Ansaugluft, da der Ansaugvorgang im Frontbereich stattfindet und nicht unter dem Tank oder der Sitzbank, wo die Ansaugluft bereits aufgrund der vom heissen Motor abgestrahlten Hitze vorgewärmt wurde. Da sich Luft bei der Erwärmung ausdehnt, kann man mit kühlerer Luft mehr Sauerstoff in den Brennraum bringen. Dadurch erhält man eine bessere Zylinderfüllung und somit mehr Motorleistung.
Das heutige Ram Air System ist aber nicht mit dem in den 70er Jahren bei luftgekühlten Motoren verwendeten Ram Air System zu verwechseln. Damals handelte es sich um ein System zur effektiveren Motorkühlung bei fahrtwindgekühlten Motorradmotoren. Durch besondere Ausformung der Zylinderkopfkühlrippen wurde der Fahrtwind zwangsweise so geführt, dass die Kühlung des Zylinderkopfes und der Zylinder verbessert wurde.