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Ohne Frauen könnte Cailler heute kein Jubiläum feiern
In der 200-jährigen Geschichte der Schokoladenmarke spielt die Frau von Anfang an eine entscheidende Rolle. Und auch heute prägen mit Weltmeisterin Geraldine Müller-Maras und Fleur Helmig, Direktorin Maison Cailler, zwei Frauen das Gesicht von Cailler in der Schweiz.
Ohne Louise-Albertine Cailler Perret, Ehefrau von François-Louis Cailler, gäbe es die Marke heute wahrscheinlich gar nicht mehr: 1826, wenige Jahre nach der Gründung von Cailler, geht das Unternehmen in Konkurs. Bis es François-Louis Cailler 1828 wieder erlaubt ist, die Firma selber zu leiten, führt seine damals 24-jährige Frau die Geschäfte weiter. Louise-Albertine Cailler Perret steht ihm auch danach stets mit Rat und Tat zur Seite, und als der Firmengründer 1852 mit 56 Jahren stirbt, übernimmt die Witwe das Geschäft zusammen mit den beiden Söhnen Auguste und Alexandre.
Es sollte nicht das erste Mal sein, dass eine Frau das Unternehmen durch schwierige Zeiten bringt: Als Alexandre Cailler, der Sohn des Gründers und letzter männlicher Nachkomme von François-Louis Cailler, das Geschäft führte und an Typhus starb, stellte seine Gemahlin Marie-Louise Cailler geb. Panchaud sicher, dass das Geschäft unter dem Namen Cailler weitergeführt wurde. Dass sie schwanger war, stellte für sie kein Hindernis dar! Später heiratete sie Louis Gétaz, der sich mit ihr dem Geschäft widmete.
Geschickte Hände, aber auch tiefere Löhne
Aber auch in der Fabrik ging nichts ohne Frauen: Lange Jahre und bis zum 2. Weltkrieg arbeiteten fast doppelt so viele Frauen in der Fabrik als Männer. Dies, weil sie geschicktere Hände besassen und damit für die Triage der Kakaobohnen sowie das Ausformen und Verpacken der Schokolade geeigneter waren als männliche Arbeitskräfte. Und, das muss man ehrlicherweise sagen, ihre Löhne waren tiefer. Nach dem 2. Weltkrieg glichen sich die Zahlen der Arbeiterinnen und Arbeiter etwas an, weil Maschinen öfter die Handarbeiten der Frauen übernahmen.
1928 widmete die Marke der Frau sogar eine eigene Broschüre mit dem Titel «La femme et le chocolat». Darin wurden nicht nur die Fabrikarbeiterinnen gewürdigt, sondern alle Frauen, welche von der Ernte der Kakaobohnen bis zum Kauf der fertigen Schokolade, vom eigenen Konsum des Stärkungsmittels als Sportlerinnen bis zum Zubereiten von Desserts, eine wichtige Rolle für den Erfolg der Cailler-Schokoladen spielten.
Auch im 21. Jahrhundert wird Cailler von grossen Frauen geprägt
Auch heute sind viele Schlüsselpositionen bei Cailler von Frauen besetzt. Schokoladeweltmeisterin Geraldine Müller-Maras gibt als Maître Chocolatier des Maison Cailler mit ihren Kreationen der Marke ein unverwechselbares Gesicht. Christiane Vienne, während rund 30 Jahren Direktionsassistentin und Verantwortliche für die Fabrikbesuche, sowie Fleur Helmig als aktuelle Direktorin des Maison Cailler gaben und geben einer der grössten Schweizer Touristenattraktionen entscheidende Impulse. Von 2011-2014 war mit Céline Worth auch eine Frau Chefin der Cailler-Fabrik in Broc. Cailler ohne Frauen? Undenkbar!