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Gloria Goldreich ist die von der Kritik hochgelobte Autorin zahlreicher Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher sowie mehrerer Romane. Ihr Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie ist die Mutter dreier Kinder und lebt mit ihrem Mann in Tuckahoe, New York.
Kleid. Mit ihren üppigen glänzenden Haaren könnte sie durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit der anmutigen Ida Chagall aufweisen, die für ihren Charme und ihre Schönheit berühmt war. Der kurze, prägnante Titel ist gut gewählt. Er rekurriert auf die Handlung und macht deutlich, dass es sich um einen biographischen Roman... Kleid. Mit ihren üppigen glänzenden Haaren könnte sie durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit der anmutigen Ida Chagall aufweisen, die für ihren Charme und ihre Schönheit berühmt war. Der kurze, prägnante Titel ist gut gewählt. Er rekurriert auf die Handlung und macht deutlich, dass es sich um einen biographischen Roman handelt. Wie bereits erwähnt, steht Ida Chagall im Mittelpunkt des Buches. Aber auch ihr persönliches Netzwerk (Eltern, Lebenspartner, Freunde, Bekannte) wird pointiert dargestellt. Die Familie Chagall ist nicht zwingend ein Sympathieträger; die Autorin zeigt deutlich die Risse in der nach außen perfekten glänzenden Fassade auf. Als pflichtbewusste Tochter vernachlässigt Ida eigene Interessen und widmet ihr Leben dem Werk ihres narzistischen Vaters, der sich als erfolgreicher Ausnahmekünstler profilieren will. Trotzdem gelingt es ihr, nach und nach aus dem Schatten ihres Vaters herauszutreten und sich zu einer glücklichen, selbstbewussten Frau zu entwickeln. Ihre Eltern Bella und Marc Chagall sind schwierige Persönlichkeiten. Im Laufe des Geschehens erweisen sie sich als arrogante und weltfremde Menschen, die blind für die politischen Entwicklungen und nur an ihrem eigenen Wohlergehen interessiert sind. Gloria Goldreich schreibt in einem flüssigen, gut lesbaren Stil. Sie hat gründlich recherchiert, verknüpft Kunst- und Zeitgeschichte zu einem beeindruckenden Roman und lässt eine wichtige Epoche lebendig werden. Mich hat dieses Buch angeregt, mich näher mit Leben und Werk von Marc Chagall zu befassen. Deshalb gibt es von mir die volle Punktzahl.
Meine Güte, was für ein Buch! Es ist schon ein kleines Wunder, dass ich es beim Lesen nicht gegen die nächste Wand geworfen habe - nicht, weil es schlecht wäre, sondern weil es der Autorin Gloria Goldreich so gut gelingt, dem Menschen hinter Marc Chagalls farbenprächtigen Bildern ein Gesicht... Meine Güte, was für ein Buch! Es ist schon ein kleines Wunder, dass ich es beim Lesen nicht gegen die nächste Wand geworfen habe - nicht, weil es schlecht wäre, sondern weil es der Autorin Gloria Goldreich so gut gelingt, dem Menschen hinter Marc Chagalls farbenprächtigen Bildern ein Gesicht zu geben, und es ist kein sympathisches. Geschickt nutzt die Autorin die Perspektive des allwissenden Erzählers, denn auch wenn es Ida ist, "Die Tochter des Malers" , die der Leser bei ihrer Entwicklung vom ernsten, behüteten kleinen Mädchen bis hin zur erwachsenen Frau verfolgt, so ist sie ebenso wie ihr berühmter Vater keine Sympathieträgerin, in die man sich leicht hineinversetzen könnte. Wie ein roter Faden durch sämtliche Lebensabschnitte Idas zieht sich die ungesunde Beziehung, die Marc und Ida Chagall miteinander verbindet - ungesund deshalb, weil sie selbst für ihren Vater nie Ida ist, sondern eben immer nur "Die Tochter des Malers", die ihm das Leben möglichst einfach und angenehm machen soll. Dies tut Ida bis als Erwachsene mit Begeisterung, ohne dabei die nötigen Grenzen um ihr eigenes Leben zu ziehen. Andere Menschen in ihrem Leben wie Student Michel müssen resigniert einsehen, dass sie neben dem großen Maler Marc Chagall immer nur eine Nebenrolle in Idas Leben spielen werden. Anfangs tat mir Ida Leid, da sich ihre Eltern Marc und Bella gerade während der immer ernster werdenden Bedrohung durch Faschisten und Nationalsozialisten nicht wie Erwachsene benehmen, und wie Eltern schon gar nicht. Da wird Ida moralisch erpresst und benutzt, um die eitlen und unsinnigen Wünsche ihrer Eltern zu erfüllen, die den Ernst der Lage nicht erkennen wollen. Die Handlung während der Kriegsjahre macht allerdings nur einen sehr geringen Teil der Erzählung aus. Bald sind Chagalls in Sicherheit und bestimmen durch ihr Nörgeln und ihre überzogenen Wünsche wieder das Leben Idas, die immer noch nach ihrer Pfeife tanzt, selbst als verheiratete Frau. Auch die im Klappentext angesprochene Beziehung zwischen Ida und Michel nimmt bei Weitem nicht den Stellenwert ein, den der Klappentext suggeriert. "Die Tochter des Malers" ist keine Liebesgeschichte, sondern das Psychogramm einer problematischen Vater-Tochter-Beziehung. Ein stilistisch einwandfrei geschriebenes noch dazu, das farbige Städte und Landschaften vor Augen entstehen lässt, ohne sich in einer zu bildhaften Sprache zu verlieren. Im Mittelteil des Buches dümpelte die Spannung ein wenig vor sich hin, um dann am Ende wieder an Tempo zuzulegen, als sich Marc Chagall und Ida in der russischen Hutmacherin Vava endlich einer ebenbürtigen Gegnerin gegenübersehen, die es mindestens ebenso gut versteht, ihre eigenen Ziele unerbittlich zu verfolgen. Fazit: Ein faszinierender, farbenprächtiger Roman, der verdeutlicht, dass berühmte Künstler nicht automatisch auch besonders gute und liebenswerte Menschen sein müssen. Ich wie nicht, ob ich jemals wieder ein Bild von Marc Chagall ohne eine gewisse Antipathie anschauen kann, aber das bedeutet auch, dass es Gloria Goldreich gelungen ist, die Familie Chagall mit allen Ecken und Kanten vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. Schade, dass der Verlag diese wuchtige Vater-Tochter-Geschichte in das Korsett einer biografischen Romanze pressen muss, doch dafür kann ja die Autorin nichts.
Bei „Die Tochter des Malers“ handelt es sich um eine Romanbiografie. Der Aufbauverlag hatte zuvor mit „Madame Picasso“ den Auftakt für eine Romanbiografie-Reihe um Frauenfiguren, die in Beziehung zu einem berühmten Künstler stehen, gegeben. Diese zweite im Aufbauverlag erschienene Romanbiografie um eine Frauenfigur, die mehr oder weniger im Schatten... Bei „Die Tochter des Malers“ handelt es sich um eine Romanbiografie. Der Aufbauverlag hatte zuvor mit „Madame Picasso“ den Auftakt für eine Romanbiografie-Reihe um Frauenfiguren, die in Beziehung zu einem berühmten Künstler stehen, gegeben. Diese zweite im Aufbauverlag erschienene Romanbiografie um eine Frauenfigur, die mehr oder weniger im Schatten eines berühmten Malers steht, handelt vom Leben der Tochter des berühmten Künstlers Marc Chagall. Die Autorin Gloria Goldreich versucht sich hierbei streng an die tatsächlichen historischen Geschehnisse sowie die belegten Charaktereigenschaften der Protagonisten zu halten. Ida Chagall, die nach der Flucht aus Russland, als junges Mädchen ein zwar äußerst behütetes, aber auch ein wenig sonderbares Leben im Kreis ihrer kleinen Familie mit der schönen und zarten Mutter Bella und dem hochbegabten und umjubelten Künstler Marc Chagall führt, spielt eine wesentliche Rolle im Leben ihres Vaters. Aus der zunächst beschützenswerten Tochter entwickelt sich nach und nach eine selbstbewusste Frau, die die Interessen ihres Vaters in der Kunstszene vertritt. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter scheint äußerst ambivalent. Er, der umjubelte und begehrte Künstler, der sein Genie immer wieder bestätigt haben will und sie, seine schöne, viel von ihm gezeichnete Tochter, die ihn bewundert, sich aber nach und nach verselbständigt und dennoch immer wieder Teil seines Lebens und seines Ruhms sein möchte. Hierbei erlebt der Leser tolle Charakterzeichnungen - den Künstler Chagall zwischen Genie und Wahnsinn, seine Exzentrik, seine Schwächen, Abhängigkeiten, Ängste, sein verschobenes Verhältnis zum Geld. Denn auf der einen Seite hatte er immer das Gefühl, arm zu sein, obwohl er schon in relativ jungen Jahren ein gefragter Künstler war, der nicht zuletzt dank seiner Tochter gut verdiente, und auf der anderen Seite tätigte er ohne zu überlegen und seine wahren finanziellen Verhältnisse zu überblicken, hohe Investitionen. Ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis zwischen Vater und Tochter wird offensichtlich. Die beiden können scheinbar nicht mit und nicht ohne einander, dabei würdigt Marc die Verdienste seiner Tochter meist nicht angemessen. Leider weist das Buch einige Längen auf. Es gibt häufige Wiederholungen und immer wiederkehrend erwähnte Details. Ob das Bild des Hochzeitsthrons, die Schönheit und Zartheit Bellas, die Eleganz Idas, usw., wurden für meinen Geschmack zu oft und teilweise unnötig angeführt. Hier hätte ich mir eine stärkere Kürzung zugunsten des späteren Lebens Idas mit ihrer Familie gewünscht. Äußerst interessant wird die Judenverfolgung und das Vichy-Regime in Frankreich eingebaut, die schließlich auch einen großen Einfluss auf die Familie Chagall hat. Ebenso empfinde ich die Darstellungen der weiteren beiden Frauen in Chagalls Leben sowie seines unehelichen Sohnes David als äußerst bereichernd. Die drei Männer in Idas Leben bleiben dagegen ein wenig blass. Fazit: Alles in allem hat mir die Romanbiografie um Ida Chagall gut gefallen und einen tollen Einblick in das Leben der Künstlerfamilie gegeben. Blickt man über einige Längen hinweg, fühlte ich mich gut unterhalten. Auch scheinen Ereignisse und Charakterzeichnungen sehr eng an der Realität anzulehnen.