Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03144.jsonl.gz/2805

Coby der AbenteurerWenn Coby nur sprechen könnte! Jeanette DeMars kennt ihn erst seit Ende Oktober, aber seine Vorgeschichte ist lang. Die Corgi Connection of Kansas übernahm den Ausbrecherkönig von der lokalen Auffangstation am 2. Dezember nach seinem (mindestens) vierten Abstecher.
Aber das ist nicht der Anfang von Cobys Geschichte...
Jeanette DeMars erzählt:
Coby wurde in einer Nachbarstadt als herrenloser Hund aufgegriffen und zum lokalen Tierheim gebracht, wo er von einem lokalen Paar "adoptiert" wurde. Es scheint aber, dass Coby an seinem neuen Platz nicht glücklich war und dass seine neuen Besitzer sich nicht genug Mühe gaben, damit er bei ihnen bleiben WOLLTE. Nach unzähligen Ausbrüchen landete Coby unweigerlich im lokalen Tierheim.
Während eines seiner Abenteuer hörte ich am Radio, dass die Polizei einen herrenlosen Corgi gefunden hatte. Ich rief den zuständigen Beamten für die Tierkontrolle an, um zu überprüfen, dass es sich um einen Corgi handelte, und besuchte den kleinen Ausbrecher am nächsten Tag. Ich dachte, dass Coby zum ersten Mal im "Knast" gelandet war, fand aber später heraus, dass er schon früher da gewesen war. Seine Besitzer holten ihn gegen ein Lösegeld ab. Bereits 2 Wochen später haute Coby wieder ab. Dieses Mal erfuhr ich via Facebook, dass in meiner Gegend ein Corgi gefunden worden war. Legal konnte ich ihn nicht zu mir nehmen, da meine Kansas-Lizenz mir nicht erlaubt, herrenlose Hunde aufzunehmen. Coby kam also zum dritten Mal ins Tierheim. Ich setzte mich mit den Besitzern in Verbindung, um herauszufinden, ob sie gewillt waren, Coby der CCK zu überlassen, da sie anscheinend Mühe hatten, ihn bei sich zu behalten, aber ich erhielt eine Abfuhr. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, dass Coby Herzprobleme hatte und auf Medizin angewiesen war.
Ich stellte einige Nachforschungen an und fand heraus, dass das erste Tierheim, das Coby aufgenommen hatte, nicht einmal ein Gesuch für die Adoption eines Hundes verlangt. Sie wollen lediglich 2 Arten von Identifikation sehen. Das Personal des Tierheims bemerkte, dass Coby nicht kastriert war, weil eine Narkose auf Grund seines Herzproblems zu riskant wäre.
Ich machte mir daher Sorgen um Coby und hoffte, dass seine Besitzer mich kontaktieren würden, bevor der arme Kerl während eines seiner Ausbrüche von einem Auto überfahren oder auf Grund seines Herzproblems tot umfallen würde. Er streunte im Umkreis bis zu 3,5Km von seinem Zuhause herum und wurde immer wieder entlang einer sehr verkehrsreichen Strasse aufgegriffen!
Einige Wochen später rief jemand eine lokale Radiostation an, dass sie einen Corgi gefunden hatten. Kurz darauf erhielt ich einen Anruf betreffend diesen Corgi und wusste sofort, dass es sich um Coby handelte - aber was sollte ich machen? Im Wissen wer seine Besitzer waren konnte ihn nicht zu mir nehmen, auf der anderen Seite war sein Leben in Gefahr. Die Frau, die ihn gefunden hatte, war bereit, ihn ein paar Tage bei sich zu behalten, um zu sehen, ob sich ein Besitzer bei ihr melden würde. Wir wollten inzwischen versuchen, eine Lösung zu finden. Aber in bester Coby-Manier buddelte er sich aus ihrem Garten und landete erneut im Tierheim!
Das dritte Mal war für CCK ein Glückstreffer. Ich vermute, dass Cobys Besitzer endlich genug hatten von diesem Zigeunerhund, jedenfalls meldeten sie sich nicht mehr beim Tierheim. Nach Ablauf der Behaltefrist holte ich ihn aus dem Tierheim und brachte ihn direkt zum Tierarzt, der bestätigte, dass bei Coby tatsächlich ein Herzgeräusch zu hören war. Es bedeutete aber nicht, dass er keine Narkose kriegen konnte. Man riet uns zu einem Echokardiogramm um abzuklären, woher genau das Geräusch stammte.
Also konsultierten wir einen Kardiologen der Kansas State University. Der stellte fest, dass Coby an PDA (persistierender Ductus arteriosus) litt, einem angeborenen Herzfehler. Bei dieser Missbildung bleibt zwischen der Aorta und der Lungenarterie eine Verbindung bestehen, welche sich nach der Geburt spontan verschliessen sollte, und führt zur chronischen Überlastung des linken Herzens und dessen Vergrösserung. Dieser Herzfehler musste vor der Kastration korrigiert werden und zwar so bald als möglich. Das Personal war erstaunt, das Coby überhaupt noch am Leben war, denn laut dem Kardiologen sterben die meisten Hunde mit diesem Fehler bevor sie 2 Jahre alt sind.
Habe ich erwähnt, dass wir glauben, dass Coby mindestens 5 Jahre alt ist?
Es gibt zwei Methoden, diesen Herzfehler zu korrigieren: ein chirurgisches Abbinden durch die geöffnete Brust oder ein interventioneller Eingriff mittels Herzkatheter, wobei der Zugang wie bei den Menschen durch ein Gefäss erfolgt und dabei ein "Block", ein sogenannter "Coil", gesetzt wird. Leider ist die Kansas State University noch nicht auf dem technischen Stand, um den weniger invasiven Eingriff vorzunehmen. Der Kardiologe empfahl daher die Universität of Missouri. Ich fragte nach der Oklahoma State University und der Zufall wollte es, dass der Kardiologe der Oklahoma Universität ein Klassenkamerad des Tierarztes der Kansas Universität war!
Mit Hilfe der CCK Betreuerin Dallas Hayes hat Coby am 6. Januar einen Termin beim Kardiologen der Oklahoma State University und wenn alles gut geht, wird er am Tag darauf operiert. Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass Coby bei offener Brust operiert werden muss, falls der Kardiologe der Auffassung ist, dass der nicht invasive Verschluss nicht richtig gelingen würde. Wir werden erst Genaueres erfahren, wenn Coby operiert wird.
Inzwischen ist Coby kurzfristig bei einer Pflegefamilie untergebracht, wo er regelmässig gefüttert und spazieren geführt wird und wo er dank Wendy Perkins auch einen Corgi zum Spielgefährten hat. Wir werden Coby gleich nach Neujahr zu Dallas Hayes bringen. Wir haben keinen Grund zu zweifeln, dass Coby sich nicht vollständig erholen und jemandem einen wunderbaren Begleiter werden wird. Er hat eine grosse Persönlichkeit, befindet sich wohl im Hause, liebt es im Auto zu fahren und aus dem Fenster zu schauen, verträgt sich mit anderen Hunden und Katzen, und liebt JEDEN, den er trifft. Er scheint besonders begeistert beim Anblick von Kindern.
Coby hat noch einen längeren Weg vor sich, aber die Corgi Connection of Kansas wird alles tun, um ihm zu einem bleibenden Platz zu verhelfen.
19. Dezember 2013
Gefunden auf The Daily Corgi
Übersetzung ANo mit freundlicher Genehmigung
Diese Geschichte zeigt wieder einmal mehr, wie zäh die Corgis sind und wie viele Menschen immer wieder bereit sind, ihnen zu helfen.