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Ruben Schuler
freut sich, dass seine Motion zur Grundsteuer Anklang fand.
Montag, 11. Dezember 2023
In Oirschnot in Holland fand die diesjährige Weltmeisterschaft der Ponys statt. Nach dem Weltmeistertitel 2019 haben Nadine und Cédric Scherrer auch dieses Jahr den Titel nach Lommis geholt.
Reiten «Mein Vater und meine Mutter waren früher aktiv im Fahrsport tätig, aber anfangs hat es mich gar nicht interessiert», erklärt Cédric Scherrer mit einem Schmunzeln. Erst im Alter von 14 Jahren hat sich die Liebe zum Pferd entwickelt. Seine Frau, Nadine, die auf der Kutsche als Beifahrer fungiert, stammt nicht aus einer Reiterfamilie, sass aber auch in ihren Jugendjahren schon auf einem Pferd. «Neben dem Pferd ist der Beifahrer auf der Kutsche am wichtigsten», betont der zweifache Weltmeister. Die Aufgabe eines Beifahrers ist es, die Zeit im Blick zu haben und auch den Weg zu kennen, damit im Notfall geholfen werden kann.
«Der Fahrer, der Beifahrer und ein Pony müssen mit einer Kutsche bestimmte Disziplinen ausführen», erklärt der Lommiser. Das Pony darf höchstens eine Schulterhöhe von einem Meter und 49 Zentimetern haben, um antreten zu können. Insgesamt gibt es drei Disziplinen, die das Ehepaar bei der Weltmeisterschaft ausführen musste. «Die erste Disziplin, also die Dressur, war gleichzeitig unsere eigentliche Schwachstelle», erwähnt der 34-Jährige. Doch zum Staunen von allen hatten sie nur 43,92 Fehlerpunkte. Er betont glücklich, dass es die schönste Dressur war, die er und das Pony Dusty je gefahren haben. In der zweiten Disziplin ging es um die Zeit. «Beim Marathon mit insgesamt acht Hindernissen hatten wir 90,02 Fehlerpunkte, das ist auch sehr gut», meint der Lommiser, «dafür hat mich das Kegelfahren leicht enttäuscht.» Bei der letzten Disziplin ging es darum, durch zwei Kegel zu fahren, die eng beieinanderstehen. Wenn ein Ball vom Kegel fällt, gab es Fehlerpunkte. Cédric und Nadine Scherrer erhielten für das Kegelfahren zehn negative Punkte. Insgesamt sind es 193,94 Fehlerpunkte, die die beiden zum zweiten Mal zu Weltmeistern der Pony Einspänner gemacht haben.
Dusty war seit dem Alter von drei Jahren bei den Scherrers in Lommis. «Er wurde als sogenanntes rohes Pony gekauft, das heisst, dass wir ihm alles selbst beigebracht haben», erklärt der Pferdeliebhaber. Gleich nach der Weltmeisterschaft durfte er mit 16 Jahren nach Davos gehen, um dort seine Pensionierung zu geniessen. «Dusty gehört trotzdem noch uns, aber so kann er seine letzten Jahre geniessen», erzählt Nadine Scherrer.
Lachend erzählt der 34-jährige, dass er zuerst nicht geplant hatte, mit Dusty an die Weltmeisterschaft zu gehen. «Beim Trainieren ist uns aber dann aufgefallen, dass Dusty schöner läuft, und so haben wir kurzerhand entschieden, dass er mitkommt», verrät der Lommiser. Dusty fuhr normalerweise nur noch an nationalen Turnieren und keine internationalen mehr. Zudem muss viel trainiert und Zeit für das Pony eingeplant werden. «Weil wir unsere Ponys vielseitig ausbilden, haben sie Abwechslung und Spass an der Arbeit. So freuen sie sich und geben alles, um zu gewinnen», verrät der Pferdeliebhaber. Das Pferdemanagement ist sehr wichtig und muss gut durchdacht werden. Scherrer betont zudem, dass sie darauf achten, höchstens an einem Turnier im Monat teilzunehmen und die Trainingseinheiten darauf abzustimmen. Nadine Scherrer ist zuständig für das Reiten der Ponys und die Longenarbeit, die auch sehr wichtig für die Sportart ist. «Wir gehen beide in ein Mentaltraining, um unsere Emotionen unter Kontrolle zu halten, denn Pferde merken es, wenn man schlechte Laune hat», erklärt Scherrer. Ausserdem ist es sehr wichtig, dass man die Fehler nicht beim Pony sucht, sondern immer bei sich selbst. «Wenn das Pony nicht mitarbeitet, dann habe ich es nicht gut trainiert. Schlussendlich läuft alles auf mich zurück, und deshalb muss man die Fehler reflektieren und Lösungen suchen», erwähnt er.
Yannik Scherrer, der Bruder von Cédric Scherrer, war auch bei der Weltmeisterschaft in Holland und holte sich den zweiten Platz bei den Pony Vierspänner und wurde dadurch Vizeweltmeister. «Mein Bruder kommt aus Weinfelden und hat die gleiche Begeisterung für die Tiere wie wir», erwähnt der Lommiser.
An der Weltmeisterschaft konnte man auch einen Mannschaftstitel gewinnen. Sechs Fahrer sind in einer Gruppe, die die gleichen drei Disziplinen wie beim Einzelsport durchfahren müssen. «Leider waren wir 0,5 Punkte hinter Holland und somit auf dem zweiten Platz», erklärt der Lommiser ein wenig enttäuscht. 0,5 Punkte entsprechen etwa 0,6 Sekunden. «Das hat mich wirklich angegurkt», verrät der Weltmeister.
Von Melanie Baumgartner
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