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Märchen und Sagen sind wie ein guter Engel,
der von Geburt an, von Heimat wegen
dem Menschen mitgegeben wird auf seiner Lebenswanderung.
Karl Julius Schröer (1825-1900) zugeschrieben
Das Zitat stammt aus einem Vortrag Rudolf Steiners am 6. Februar 1913 mit dem Titel „Märchendichtung im Lichte der Geistesforschung“. Schröer war ein von Steiner zu Studienzeiten sehr verehrter Dozent an der Universität Wien. Deshalb vermutet Almut Bockemühl, dass dieses Zitat von Schröer stammt (in: Bockemühl Almut (2006), Die Welt der Märchen, Rudolf Steiner Verlag Dornach).
Am 4. September (Märchenhafte Welt der Gestirne) wird der Planet Jupiter in unmittelbarer Nähe des Vollmondes stehen. Die Jupitermonde sind grösstenteils nicht sichtbar. Aber die Geschichte der Jupitermondin „Kallisto“ soll dennoch erzählt werden.
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Das Rottal auf der Südseite der Jungfrau gilt als Jenseitsort, ursprünglich als Paradies. Vor Zeiten soll daselbst eine „Blüemelisalp“ gewesen sein.
Seit langem aber ist das Rottal weit bis ins Wallis sehr berüchtigt. Wenn man sich eine der wildesten Gegenden vorstellte, wo weder Menschen noch Vieh weilen können, so wurde das Rottal genannt.
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Anlässlich einer eingehenden Beschäftigung mit „Rapunzel“ bin ich wieder einmal auf die altgriechische Sage von Danaë gestossen. Die Sage von Danaë und ihrem Sohn Perseus schöpft aus noch älteren Mythen, deren Motive in vielen Märchen und Sagen des indogermanischen Kulturraums vorkommen. Sie beginnt mit einem typischen Motiv der Zeit der Ablösung der matrifokalen Kulturen durch die patriarchalischen Herrschaftsstrukturen: Weiterlesen
Die Geschichte von Danaë und Perseus >>
Betrachtung zur Geschichte von Danaë >>
Danaë soll etymologisch „ausgedörrt“, „am Verdursten“ bedeuten, also vom griechischen Adjektiv δανóς her kommen, so hergeleitet z.B. in Wikipedia .
Obwohl das angesichts der möglicherweise nach Liebe dürstenden Danaë, welche ja auch mit einem goldenen Regen beglückt wird, inhaltlich plausibel erscheint, sprechen m.E. sprachliche Gründe dagegen:
- Das erste „a“ in δανάη ist kurz, während dasjenige in δανóς =„trocken, dürr“ lang ist. Vokallängen in Wortstämmen sind sprachgeschichtlich aber eher konservative Elemente.
- Das Adjektiv δανóς ist endbetont, während δανάη auf der zweitletzten Silbe betont wird.
- Der Wortstamm „dăn“ mit kurzem „a“ bedeutet im indoeuropäischen „Wasser“.
- Der Wortstamm „dān“ mit langem „a“ bedeutet im semitischen „Richter“ und findet sich auch in der Bibel. Eine Verbindung zur Danaë und dem Stamm der Danaër in der antiken Argolis ist nicht ersichtlich.
- Ein „αν–“ oder „α–“ als Präfix könnte im griechischen durchaus eine Negation („wasserlos“) sein.
Dass dies auch für ein nachgestelltes „-α(ν)“ gälte, ist mir als Laien noch nie begegnet.
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Eine Nacherzählung der mythischen Sage und ein paar Bemerkungen dazu am Ende.
Gemälde von Antonio Pollaiuolo, Ende 15. Jhdt.
Die Hydra war eine riesenhafte Wasserschlange mit neun Köpfen, die in den Sümpfen von Lerna in der Argolis lebte und den Bauern der umliegenden Dörfer Schaden zufügte. Sie kam nämlich von Zeit zu Zeit an Land, frass das Vieh oder verwüstete die Felder. Acht der neun Köpfe der Hydra waren sterblich, der neunte aber unsterblich.
Herakles erhielt von seinem Dienstherrn Eurystheus die Aufgabe, dem Treiben der Hydra ein Ende zu bereiten.
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Martha war die Schwester von Lazarus und Maria Magdalena, in deren Haus Jesus häufig zu Gast war. Wir kennen aus den Evangelien zwei Szenen:
- Die eine, als Martha sich daran stiess, dass sie die ganzen Vorbereitungen für das Gastmahl allein machen musste, während ihre Schwester Maria Jesus zu Füssen sass und ihn (im wahrsten Sinne des Wortes) anhimmelte. (Gemälde von Jan Vermeer)
- Die zweite Szene ist die Auferweckung des Bruders Lazarus, drei Tage nach dessen Tod, wo Martha Jesus davor warnte, das Grab zu öffnen, weil Lazarus‘ Leiche doch schon ziemlich verjäst sei.
In beiden Szenen erfährt Martha, dass sie ihre starke Verankerung im Praktischen und Physischen durch die höher einzuschätzende Spiritualität ergänzen solle.
Von Martha berichten die Evangelien nichts mehr weiter, dafür erzählt man sich eine schöne Legende mit der Bezwingung eines Drachens, in welcher ihr Sinn fürs Anpacken von Arbeit zum Tragen kommt:
(Mehr Drachenmärchen an meinem nächsten Erzählabend)
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Blüemlisalp, von Norden gesehen
Die Sage von der Blümlisalp (Blüemlisalp) gibt es in vielen Varianten und dies nicht nur vom bekannten Bergmassiv zuoberst im Kandertal. Im folgenden zitiere ich die Version von der Website „Sagen, Volksglauben und Wetterregeln aus Kiental und Reichenbach„:
In alten Zeiten waren aber nur die obersten Gipfel der Blüemlisalp mit Eis und Schnee bedeckt, der grösste Teil des Berges bestand aus saftigen Alpweiden mit vielen bunten Blumen. Es war die beste und ertragreichste Alp weit und breit. Die Kühe mussten dreimal am Tag gemolken werden und dicke, prächtige Käselaibe füllten die Speicher. Der Senn wurde immer reicher.
Eines Tages holte er sich eine junge, aber hochmütige Magd ins Haus. Um ihr zu gefallen und damit ihre Füsse nicht schmutzig wurden, baute er aus Käselaiben einen Weg ums Haus. Die Fugen füllte er mit süsser Alpbutter, und mit frischer Milch wusch er jeweils den Dreck von den Stufen. Die beiden lebten in Saus und Braus und hielten sich nicht mehr an die Sitten des Landes.
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Der Welthund ist eine Sagengestalt aus dem deutschen Sprachraum und wird als ein Hund beschrieben, welcher ein Auge „mitten auf dem Kopf“ trägt. Geht es den Bewohnern und Bauern der Landschaft gut, ist er dünn und mager. Er ist jedoch gut genährt, wenn Seuchen und Armut das Land plagen.
Je nach Version der Sage ist es ein bösartiger Landsherr, der Bauern peinigt und von ihnen übermässig den Zehnten eintreibt – und dann von Gott dazu verdammt wird, als Welthund das weitere Leben zu fristen. Andere Varianten gehen von einem Welthund aus, der entstand, als ein Oberst oder ein Schiffskapitän seine Seele an den Teufel verkaufte.
Gemeinsam an (fast) allen Schilderungen des Welthunds ist, dass er bei Moorlandschaften, Sümpfen oder Flussläufen auftritt.
Quelle: Wikipedia, 6.10.08
Ein Schweizer Film mit dem Titel „Welthund“ ist kürzlich in den Kinos angelaufen.
Eine Sage aus Niedersachsen: Weiterlesen
Der Film Welthund wurde im Oberbaselbiet als No-Budget-Produktion realisiert. Dank der Unterstützung von Gemeinden und der Lokalzeitung Volksstimme und dem Einsatz vieler Feiwilliger kam die Filmproduktion zustande.
Plakat zum Film WELTHUND
Der Welthund als Sagengestalt.
Literarische Vorlage:
„Ein etwas anderer Sommer“ von Barbara Saladin, die auch das Drehbuch schrieb.
Regie:
Ueli Ackermann.
Themen im Film
Über die Handlung mag ich natürlich nichts verraten. Schau ihn Dir selber an. Ich habe ihn kürzlich gesehen – und kurze Zeit später einen Blogartikel von Christa Schwemlein gelesen, der mich auch bei den folgenden Gedanken begleitete:
Im Film werden einige wichtige Themen unserer Zeit angeschnitten: Weiterlesen