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Die Reichen und Superreichen werden immer reicher. Durch steigende Börsenkurse und Immobilienpreise ist die Zahl der Dollar-Millionäre im vergangenen Jahr weltweit von 11 auf 12 Millionen gestiegen. Ihr Gesamtvermögen erreichte rekordhohe 46'200 Milliarden Dollar. Das sind 10,0 Prozent mehr als im Jahr 2011, wie die Beratungsgesellschaft Capgemini und die Royal Bank of Canada (RBC) zum 17. Bericht über die weltweiten Vermögen (World Wealth Report 2013) mitteilten.
Damit ist die Finanzkrise für die Reichsten längst wettgemacht: Im Jahr 2007 hatten 10,1 Millionen Dollar-Millionäre über 40'700 Milliarden Dollar an Vermögen verfügt.
Starkes Plus auch in der Schweiz
In der Schweiz verlief der von Nordamerika und Asien angetriebene Aufwärtstrend 2012 sogar leicht überdurchschnittlich: Die Zahl der hiesigen Dollar-Millionäre stieg um 12 Prozent auf rund 282'000. Das anlagefähige Vermögen der Reichen kletterte um 11,9 Prozent auf 842 Mrd. Dollar. Darin sind die Beiträge in der 3. Säule eingerechnet, Pensionskassen und die selbst bewohnte Immobilie jedoch nicht, wie Capgemini-Experte Herbert Hensel an einer Medienkonferenz in Zürich erklärte.
Bei der Zahl der Dollar-Millionäre liegt die Schweiz weltweit unverändert an 8. Stelle. In den Top-3-Staaten USA, Japan und Deutschland wohnen über die Hälfte der weltweiten Dollar-Millionäre.
Nordamerika wieder vor Asien-Pazifik
Nachdem Asien-Pazifik 2011 Nordamerika als Region mit den meisten Dollar-Millionären abgelöst hatte, gewann Nordamerika 2012 seine führende Position zurück. Alle Weltregionen verzeichneten ein starkes Wachstum der Dollar-Millionäre und von deren Reichtum. Am schwächsten war der Trend in Lateinamerika.
Auch bei den Reichen öffnet sich bei der Vermögensverteilung eine Schere: Das Vermögen der Superreichen mit mindestens 30 Millionen Dollar stieg überdurchschnittlich um 10,9 Prozent. Zu diesem Kreis zählen bloss 0,9 Prozent der Dollar-Millionäre. Sie verfügen aber über 35,2 Prozent der Vermögen aller Dollar-Millionäre.
Der Trend zur Demokratisierung der Vermögen hat sich umgekehrt, sagte Hensel. In aufstrebenden Ländern Asiens und Lateinamerikas ist die Dominanz der Superreichen noch stärker.
Bewahren vor Wachstum
Die Studienautoren stützen sich bei der Zahl der Dollar-Millionäre und deren Vermögen auf offizielle Statistiken von Zentralbanken und Organisationen wie IWF oder Weltbank. Erstmals wurden auch 4400 Dollar-Millionäre aus 21 Ländern zum Anlageverhalten befragt.
Demnach legten trotz der jüngsten Marktentwicklungen ein Drittel (33 Prozent) grösseren Wert auf die Erhaltung ihres Reichtums als auf dessen Wachstum (26 Prozent). Dies zeigt sich im relativ hohen Anteil von Bargeld und Depositen (28,2 Prozent) an der Vermögensallokation. In der Schweiz waren es 29,3 Prozent, weitere 23,4 Prozent wurden in Immobilien angelegt.
Das zeige, dass weiteres Wachstum erreicht werden könne, wenn das Vertrauen in die Märkte weiter steige. Capgemini gehe davon aus, dass das Vermögen der Dollar-Millionäre in den nächsten drei Jahren weltweit um 6,5 Prozent jährlich wächst, sagte Hensle. Asien-Pazifik werde wieder die Spitze übernehmen.
(tno/se/sda)