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Wenn sich die Erde bei Vollmond zwischen Sonne und Mond schiebt, dann können wir ein seltenes Naturspektakel beobachten: den sogenannten Blutmond. Live dabei sein können wir bereits morgen am 26.05.2021, wenn sich dieses fast magische Spektakel wiederholt.
Der Mond ist von der Erde aus nur zu sehen, wenn ihn die Sonne anstrahlt. Bei einer Mondfinsternis wandert er durch den Schatten der Erde, sodass kein direktes Sonnenlicht mehr auf ihn fällt. Je nachdem, wie der Mond durch den Schatten der Erde zieht, kommt es zu einer totalen oder partiellen Mondfinsternis. Dabei filtert die Erdatmosphäre das Sonnenlicht und streut den roten Anteil des Lichts in den Erdschatten hinein. Darum leuchtet der Mond rot.
Der nächste Blutmond findet am 26.05.2021 statt. Der Mond kommt um 13.14 Uhr in Vollmondposition und zwischen 11.45 bis 14.53 wandert er durch den Schatten der Erde und es ereignet sich die totale Mondfinsternis. Leider können wir den Mond von Europa aus nicht sehen, weil sich der Mond unter dem Horizont befindet. In Nord- und Südamerika wird er jedoch zu sehen sein. Für die nächste gut zu beobachtende Mondfinsternis in Europa müssen wir uns noch ein Weilchen gedulden. Denn diese wird erst wieder am 31.12.2028 und in der Nacht von 21. auf den 22.12.2029 zu sehen sein.
Mythen rund um den Blutmond
Heute können wir dieses spezielle Naturphänomen wissenschaftlich gut erklären. Früher hatten die Menschen jedoch andere Erklärungen, wieso der Mond nicht weiss sondern orangerot am Himmel leuchtet.
In der nordischen Mythologie ist ein Blutmond ein böses Omen. Dabei spielen Hati und Skalli, die beiden Zwillingswölfe die Hauptrollen. Hati verkörpert den Mondgott Mani und Skalli die Sonnengöttin Sol. Hati hetzt Mani über den Himmel und treibt den Mond zur Eile an. Am Tag des Weltuntergangs werden beide Wölfe die Gejagten einholen, packen und zerreissen. Der Mond wird verschlungen, das verspritzte Blut wird die Sonne verdunkeln und aus der untergehenden Götterwelt wird eine neue Welt entstehen.
Auch im Alten Ägypten galt ein Blutmond als böses Omen. Die Menschen glaubten an einen Zweikampf zwischen den Göttern Horus und Seth. Seth schlägt Horus ein Auge aus, als der Mond am Himmel wandert. Der Gott der Heilkunst, Thot, findet das Auge dann in der Dunkelheit und bringt das geheilte Mondauge zu Horus zurück.
Im alten China glaubten die Menschen, dass sich bei einem Blutmond ein Drache der Erde nähert, um sie zu verschlingen. Dieser würde die Erde erst wieder freigeben, wenn die Menschen ihn mit Lärm und Feuerwerk vertreiben. So werden Mondfinsternisse auch Drachenpunkte genannt. Auch wenn wir heute wissen, dass diese Geschichten von Menschen erfunden wurden, um die gespenstische Atmosphäre des Blutmondes zu erklären, sind sie trotzdem immer noch lesenswert. Wer weiss, vielleicht erinnert ihr euch beim nächsten Blutmond an diese Geschichten und erzählt sie euren Freunden weiter.
Arbeitsmaterial
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