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Die Geschichte der Evangelischen Kirche Beinwil am See
Im Jahre 1807 hatte die Beinwiler Kapelle einen Schatzungswert von Fr 400. — Im Jahre 1840 war sie für Fr 800. — versichert. Im Jahre 1841 wurden die beiden Glocken entfernt. In dieser Zeit fanden die Wochenpredigt und Kinderlehre im Alten Schulhaus statt und niemand kümmerte sich um die Kapelle.
Chäppeli
Gegen Ende der 40er Jahren wurde die Kapelle immer baufälliger. Es stellte sich für die Gemeinde die Frage, ob eine Totalrevision sinnvoll sei oder die Kappel zum Abbruch verkauft werden sollte. Man entschied sich dem Regierungsrat 1848 ein Gesuch zu stellen, um die Kappel verkaufen zu dürfen.
Die Bewilligung traf ein und am 8.Mai 1848 wurde die Kapelle öffentlich versteigert. Für Fr 201. — der alten Währung ging die Kapelle an David und Jakob Eichenberger, Metzgerlis.1852 wurde die Kapelle abgerissen. Die Kapelle-Wetterfahne war bis zum Abriss des Gebäudes 1922 neben dem Restaurant Rütli zu sehen. Das Glasgemälde der Kapelle wurde von der Versteigerung ausgeschlossen.
Das Glasgemälde stammt von einem unbekannten Künstler und wurde vermutlich im Jahre 1598 erstellt. Beim Bau der Kirche wurde das Gemälde, das aufbewahrt wurde, durch das Landesmuseum Zürich, dem Zürcher Maler Meyer zur Wiederherstellung und Ergänzung übergeben.
Heute ist das Kunstwerk im Vorraum der Kirche zu sehen.
Scheibe
Das Bild hat den Fischzug Petri zum Inhalt. Zwei bunte Säulen, die durch einen Querbalken verbunden sind, umrahmen die prachtvolle Darstellung dieses Fischfanges mit dem Vermerk «Joann 21». Die beiden Oberbildchen zeigen die Geschichte von Jona. Rechts wird er von seinen Gefährten ins Meer gestossen, links sieht man ihn gerettet, nachdem er vom Fisch ans Lang gespien wurde. Eine breite Tafel am unteren Rand der Scheibe wird durch das damalige Beinwiler Gemeindewappen geteilt, wobei sich vor den beiden Fährmänner in ihrem Boot am Ufer im Vordergrund ein stattlicher Baum erhebt. Die Inschrift lautet: «Ein Ersamme Gmein Zu Beinwil Anno domini 1598
Gründung der Kirchgemeinde Beinwil
Bekanntlich gehörte Beinwil zur Kirchgemeinde Reinach. Doch der Aufschwung von Handel und Gewerbe und die dadurch wachsende Bevölkerung erwies sich die Kirchgemeinde Reinach allmählich zu gross. In den Jahren 1888 bis 1890 löste sich Menziken und Burg aus der bestehenden Pfarrei aus und bildeten eine eigene Kirchgemeinde. Das Bezirksamt Kulm verlangte 1837, dass Beinwil einen besonderen Begräbnisplatz anlege, um den Reinacher Friedhof zu entlasten. Am 24. März 1838 lehnten die Beinwiler die Erstellung eines eigenen Friedhofs endgültig ab.
Im Jahre 1893 nach langem hin und her wurde beschlossen einen eigenen Begräbnisplatz anzulegen. Als 1908 die Trennung von Kirche und Staat vollzogen wurde, offerierte die Regierung in Aarau den Böjuer als Loskaufsumme für die staatliche Pfrundverpflichtung die in den Wochenpredigten bestanden, die Summe von Fr 15‘000. —
Das Geld musste «an die neu zu gründende Pfarrei Beinwil» verwendet werden. 1917 wurde Pfarrer Jäggli gewählt, als zweite Pfarrstelle von Reinach. Pfarrer Jäggli hatte Wohnsitz in Beinwil. 1921 wurde der Friedhof in Beinwil, im Steineggli-Gebiet, fertiggestellt.
1922 wurde Pfarrer Jäggli die Wohnung gekündigt. Wieder kam der Gedanke ein eigenes Pfarrhaus zu bauen.
Der Betrag vom Pfrundloskauf von Fr15‘000. —standen zur Verfügung, aber dieser Betrag reichte nicht.
1923 erklärte sich der Landwirt Erwin Halter bereit, 50 Aren Land für ein Pfarrhaus und ein später zu erstellenden Kirche zu schenken. Das Pfarrhaus konnte nun gebaut werden.
Am 10.Mai 1931 wurde der Gründung der Kirchgemeinde Beinwil zugestimmt und mit Dekret des Regierungsrates 1932 wurde sie auch rechtlich selbständig.
Der Standort der neuen Kirche
Nachdem die Kirchgemeinde Beinwil nun selbständig war gab die Kirchgemeindeversammlung der Kirchpflege den Auftrag den Bau der Kirche in die Wege zu leiten.
Eine Kommission wurde dafür eingesetzt. Als Standort war zunächst die geschenkte Parzelle neben dem Friedhof und Pfarrhaus unbestritten. Doch plötzlich kam die Meinung auf die Kirche im «Ermel» gegenüber dem «Chrosihus» zu bauen. Der Besitzer der Parzelle war mit dem Verkauf einverstanden zu einem Preis von Fr 12‘000. — Die Summe wäre mit freiwilligen Spenden schnell gesammelt worden.
Die Argumente für diese Variante waren einleuchtend. Der geschenkte Grund wäre weit ausserhalb des Dorfes und für Abendveranstaltungen nicht geeignet und auch nur schwer zugänglich. Die heutige Kirchstrasse existierte damals noch nicht. Auch der Baugrund war mehr schlecht als recht.
Eine Kirche oberhalb der Station Beinwil hätte zur Verschönerung des Dorfbildes beigetragen. Es wurden Gutachten von unabhängigen Stellen ausgearbeitet, die zwar die Schönheit des geschenkten Platzes bestätigten, aber zum Bau im Ermel rieten. Die Kommission war ebenfalls mit 6:3 Stimmen für diese Variante.
Trotzdem entschied die Kirchgemeindeversammlung in zwei Abstimmungen, jeweils 2/3 Mehrheit anders. Es begann in der Gemeinde ein mächtiger Streit. Menschen und Familien verfeindeten sich so fest dass sie jahrelang nicht mehr miteinander sprechen. Die Gemeindemitglieder hatten jedoch entschieden: Die Kirche soll dort gebaut werden, wo sie ursprünglich geplant war. Nämlich am heutigen Standort. Der Projektierungswettbewerb gewann der Architekt Armin Meili aus Luzern. Der Kirchenneubau wurde an der Kirchgemeindeversammlung vom 19.Mai 1934 genehmigt. Bereits am 4.Juni 1934 begannen die Erdarbeiten.
Der Architekt Armin Meili
Armin_Meili_1965
Meili wurde als Sohn des Architekten Heinrich Meili und der Pianistin Emilie Meili-Wapf geboren. Nach der humanistischen Matura studierte er ab 1911 an der ETH Zürich Architektur, wo er 1915 während des 1914 begonnenen Aktivdienstes sein Diplom bei Gustav Gull machte. Von 1915 bis 1917 war Meili Assistent am Lehrstuhl von Karl Moser. Nachdem er unter 160 Teilnehmern den Wettbewerb zur evangelisch-reformierten Kirche Solothurn 1917 gewinnen konnte, [1] war er Partner im Architekturbüro seines Vaters, das er ab 1924 allein weiterführte. 1936 wurde er zum Direktor für die Schweizerische Landesausstellung 1939 berufen.
Meilis Wirken als Direktor der Landesausstellung («Landi»), die als Ausdruck der Geistigen Landesverteidigung galt, wurde zeitgenössisch sehr positiv bewertet. Im 1945 erschienenen Werk Schweizerköpfe der Gegenwart wird Meili als «Zauberer, der in genialer Intuition und Planung diese gewaltige Landesschau geschaffen hatte» bezeichnet und seine «organisatorische und künstlerisch unübertreffliche Gestaltung dieser grossen nationalen Kundgebung» gerühmt. Kritisch hinterfragt hat diese Bewertung in neuerer Zeit insbesondere der Publizist Charles Linsmayer.
Linsmayer bezeichnet Meili in einem Artikel in der Zeitung Der Bund 1997 als einen Mann, der «dem faschistischen Denken in vielen Punkten sehr nahestand»[3] und vertritt die Auffassung, dass mit dem Konzept der Landesausstellung letztlich einer Geisteshaltung zugearbeitet wurde, die man zu bekämpfen vorgab. Meili schloss die damalige Avantgarde der Kunst bewusst von der Mitarbeit an der Landesausstellung aus, so Le Corbusier, den Meili zu den «anationalen grossen Gestalten» zählte.[3]
Von 1939 bis 1955 war Meili Nationalrat der FDP und befasste sich als solcher vor allem mit Fragen der Raumordnung und Regionalplanung. 1940 erhielt er einen Ehrendoktortitel der Universität Zürich. In der Schweizer Armee leistete Meili seinen Dienst in der Artillerie und im Generalstab, seit 1938 bekleidete er den Rang eines Obersten, wo er 1940 zum Beauftragten für Festungsbauten ernannt wurde. Quelle: Wikipedia
Diplomarbeit für die Gemeinde