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Ein Oppidum (lat. Wort; pl. oppida) bezeichnet eine befestigte Siedlung, normalerweise auf einem erhöhten Platz.
Im «Gallischen Krieg» beschreibt der Prokonsul und spätere Diktator Roms, Julius Cäsar, solche von Erd- oder Steinmauern befestigten Städte. Sie können unterschiedlich gross sein: von 1 oder 2 bis zu mehreren hundert Hektaren. Cäsar schreibt von etwa einem dutzend helvetischer Oppida im Mittelland. Dazu gehören dasjenige von Bern (BE), das auf dem Jensberg (BE) bei Biel, das von Yverdon-les-Bains (VD), von Gressy-Sermuz (VD) und das auf dem Bois de Châtel oberhalb von Avenches, dem späteren Aventicum, der römischen Hauptstadt der Helvetier.
In den keltischen Landschaften existierten zur gleichen Zeit wichtige Oppida, z.B. Bibracte auf dem Mont-Beuvray (Burgund) und Manching (bei Ingolstadt in Bayern).
Die Organisation bestimmter Oppida, die in der Latène-Zeit bis zum Vorabend der römischen Eroberung existierten, ähnelt stark dem Modell archaischer Stadtsiedlungen im Mittelmeerraum. Einige dieser Siedlungen entwickelten sich ursprünglich aus einem bedeutenden Kultplatz. Dies gilt etwa in Frankreich für Entremont (nördlich von Aix-en-Provence) und für Alesia. Indem das Oppidum politische, wirtschaftliche und religiöse Macht vereinigte, konnte es ausserdem die Rolle des Zentralortes einer Region spielen.