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Der Begriff “Brandbeschleuniger” hatte in der Debatte um die AV2020 Hochkonjunktur. Offenbar hat er sich nun auch darüber hinaus festgesetzt. Jedenfalls verwendet ihn Thomas Fuster in einer Kurzmeldung der NZZ zu den Auswirkungen gutausbauter Sozialwerke auf Ressentiments gegenüber Immigranten, ermittelt durch das Fraser-Institut.
Die Analyse von 27 OECD-Staaten zwischen 1990 und 2014 zeigt, dass der Aufstieg ausländerfeindlicher Parteien nicht erklärt werden kann mit dem Zuwachs der Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Vielmehr hatten diese Parteien primär dort Auftrieb, wo die soziale Absicherung und der Wohlfahrtsstaat stark ausgebaut sind.
Ausländerfeindliche Stimmung wird demnach durch «Wohlfahrtsstaats-Chauvinismus» angetrieben. So werden Zuwanderer in Ländern mit besonders hohen Sozialausgaben und Arbeitslosengeldern nicht zuletzt als Trittbrettfahrer empfunden, die den Sozialstaat schröpfen und den Wohlstand der Einheimischen gefährden.
Stimmt diese Diagnose, führt eine Aufblähung des Sozialstaates nicht zu mehr gesellschaftlichem Frieden, sondern zu mehr Ressentiments gegenüber Ausländern. Ähnliches diagnostizierte vor vielen Jahren schon Milton Friedman. Der bekannte Ökonom betonte stets, man könne freie Zuwanderung haben oder einen Wohlfahrtsstaat – aber nicht beides.