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Vor 1999
Vor 1999 regelten die Kantone den Waffenerwerb eigenständig. Wichtige Regelungen wurden im kantonalen Waffenkonkordat vereinheitlicht. An diesem nahmen mit Ausnahme des Aargaus alle Kantone teil. Waffenerwerbsscheine waren nur für den Erbwerb von Faustfeuerwaffen bei einem gewerbsmässigen Veräusserer nötig. Das Waffentragen wurde kantonal geregelt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung durfte – teils ohne Bedürfnisnachweis, teils sogar ohne Bewilligung – Waffen tragen.
1999
1999 wird ein nationales Waffengesetz erlassen, das den Erwerb, die Ein-, Aus- und Durchfuhr, das Aufbewahren, das Tragen, das Mitführen, das Vermitteln, die Herstellung sowie den Handel von Waffen, wesentlichen Waffenbestandteilen und Waffenzubehör sowie Munition und Munitionsbestandteilen landesweit einheitlich regelt. Die Waffenerwerbsscheinpflicht wird auf mehrschüssige Handfeuerwaffen, verschiedene Messer, Schlagstöcke und anderes mehr ausgeweitet. Lediglich bestimmte Repetiergewehre bleiben von den verschärften Vorschriften ausgenommen. Ausserdem wird die Erlaubnis, eine Waffe zu tragen, von der Erfüllung einer Nachweispflicht eines Bedürfnisses sowie vom Bestehen einer Prüfung abhängig gemacht. Diese Neuregelung – die im Zuge einer administrativen Vereinheitlichung und nicht etwa vor dem Hintergrund entsprechender Forderungen aus Politik oder Gesellschaft vollzogen wurde – hat zur Folge, dass das Waffentragen für Privatpersonen nur noch in wenigen Ausnahmefällen gestattet ist.
März 2002
Auf dem Verordnungsweg wird in einem sehr kurzen Verfahren sogenannte Deformationsmunition, namentlich mit Teilmantel-, Hohlspitz- und Zerlegegeschossen für Faustfeuerwaffen verboten. (In Deutschland wird ein analoges Verbot per 1. April 2003 aufgehoben; das schweizerische gilt jedoch nach wie vor.)
Dezember 2008
Im Sommer 2005 stimmt das Volk dem Schengen-Beitritt zu. Im Bundesbüchlein zu dieser Vorlage deklariert der Bundesrat, dass Befürchtungen bezüglich «einschneidender Verschärfungen unseres Waffenrechtes» im Zusammenhang mit der Schengen-Assoziierung «unbegründet» seien und «es für den Erwerb einer Waffe nach wie vor keinen Bedürfnisnachweis brauch[e].»
Dennoch treten infolge des Schengen-Beitritts wesentliche Restriktionen in Kraft. Die Waffenerwerbsscheinpflicht gilt neu auch bei Handänderungen unter Privaten. Waffen müssen einschlägig markiert und in kantonalen Registern verzeichnet werden. Erwerb und Besitz von Druckluft-, CO2-, Soft-Air-, Schreckschuss- und Imitationswaffen werden waffenrichtlich geregelt. Vorschriften über Messer werden verschärft. Das anonyme Anbieten von Waffen (Internet, Inserate) wird verboten. Der Informationsaustausch mit anderen Schengen-Staaten wird institutionalisiert: Um sich als Jäger oder Sportschütze im Schengen-Raum mit einer Feuerwaffe bewegen zu dürfen, bedarf es nun eines EU-Feuerwaffenpasses.
Juli 2010
Wegen Änderungen der EU-Feuerwaffenrichtlinie muss das Waffengesetz bereits wieder verschärft werden. Die Markierungsvorschriften für Waffen werden verschärft. Munition muss nunmehr auch auf der kleinsten Verpackungseinheit entsprechend markiert werden. Ausserdem verlangt der Gesetzgeber die elektronische Führung der kantonalen Register.
Februar 2011
Am 13. Februar 2011 verwirft der Souverän die Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» mit 56.3% Nein-Stimmen. Damit spricht er sich explizit gegen die Einführung von Bedürfnis- und Fähigkeitsnachweisen, gegen ein Erwerbs- bzw. Besitzverbot «besonders gefährlicher» Waffen, gegen ein Verbot der Heimabgabe von Armeewaffen und gegen ein nationales Waffenregister aus.
Juli 2016
Als Versprechen des Bundesrates im Abstimmungskampf gegen die Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» wird mit dem Bundesgesetz über Verbesserungen beim Informationsaustausch zwischen Behörden im Umgang mit Waffen die landesweite Verknüpfung aller elektronisch geführten kantonalen Waffenregister eingeführt. Dies erlaubt den Polizeibehörden, mit einer einzigen Abfrage sowohl sämtliche kantonale Waffenregister als auch die vom Bundesamt für Polizei (fedpol) geführte Waffeninformationsplattform ARMADA zu konsultieren.
Mai 2019
Voraussichtlich am 19. Mai 2019 entscheidet das Volk über Verschärfungen des Waffengesetzes, die lediglich aufgrund ausländischen Drucks erlassen wurden und derart einschneidend sind, dass sie die faktische Abschaffung des Rechtes auf Waffenbesitz bedeuteten. Ihre Annahme hätte unter anderem zur Folge, dass
- die im Schiesssport meistverbreiteten Waffen (Stgw 57 und Stgw 90) verboten würden
- das national einheitlich geregelte Waffengesetz in Teilen durch kantonsspezifische Bestimmungen ersetzt würde
- unser jahrhundertealtes Recht auf Waffenbesitz zum blossen Privileg verkäme
- gegen den expliziten Willen des Volkes die Nachregistrierungspflicht eingeführt würde
- gegen den expliziten Willen des Volkes die Bedürfnisnachweispflicht eingeführt würde
- die Polizeibehörden durch sinnlose Bürokratie (wiederholte Überprüfung der Bedürfnisnachweise bei hunderttausenden von Waffenbesitzern; Kontrolle der zusätzliche Markierungs- und Buchführungspflichten, etc.) von ihren eigentlichen Aufgaben abgelenkt würden.
- die Legitimation erneuter Verschärfungen im Zeitraum 2020-2030 vorweggenommen würde, die auf ein vollständiges Besitzverbot von Feuerwaffen für Private hinauslaufen.