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Die Affenpocken (MPOX) werden durch ein Virus verursacht, das dem Virus der "gewöhnlichen" Pocken – einer Krankheit, die seit 1980 weltweit ausgerottet ist – sehr ähnlich ist. Beide gehören zur Gattung der Orthopoxviren. Der erste Fall von Affenpocken beim Menschen wurde 1970 beobachtet. Bis 2022 wurde das Virus überwiegend von Tieren (Ratten und Affen) auf den Menschen übertragen und blieb auf den afrikanischen Kontinent beschränkt. Im April 2022 wurde eine stärkere Übertragung von Mensch zu Mensch beobachtet, sodass im Mai 2022 in über 50 Ländern (darunter auch der Schweiz) Fälle von Affenpocken beobachtet wurden.
Das Virus wird übertragen:
- Durch Kontakt mit Haut und Schleimhäuten, insbesondere wenn Hautläsionen vorhanden sind.
Der Geschlechtsverkehr ist daher ein sehr wahrscheinlicher Übertragungsweg, obwohl eine Übertragung durch Sperma oder Vaginalsekrete wissenschaftlich nicht nachgewiesen wurde.
- Durch grosse, aus den Atemwegen stammenden Tröpfchen bei engem und längerem Kontakt.
- Von der Mutter auf den Fötus.
- Möglicherweise durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen.
Die Affenpocken beginnen oft mit Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Später treten Hautläsionen in Form von Bläschen oder Pusteln auf, hauptsächlich im Anal- und Genitalbereich, in geringerem Masse auch am Rumpf, an den Gliedmassen und im Gesicht. Eine Person ist vom Auftreten der ersten Symptome an ansteckend bis die letzten Krusten auf der Haut abgefallen sind. Die Betroffenen sind meist nach 2 bis 3 Wochen wieder genesen.
Die Krankheit wurde bisher überwiegend bei Männern und Transgender-Personen beobachtet, die Geschlechtsverkehr mit mehreren männlichen Partnern haben. Sollte sich die Epidemie weiter ausbreiten, ist es auch möglich, dass andere Gruppen betroffen sind.
Monkeypox content collection (The Lancet)
Die Viren der Affenpocken und der Pocken sind genetisch sehr eng miteinander verwandt. Daher gelten die bis 1972 in der Schweiz gegen Pocken verabreichten Impfstoffe der ersten und zweiten Generation als teilweise (85%?) wirksam gegen die Affenpocken.
Ein Impfstoff der dritten Generation (Imvanex) – der ebenfalls gegen die menschlichen Pocken entwickelt wurde – wird in Dänemark von der Firma Bavarian Nordic hergestellt. Dieser Impfstoff besteht aus abgeschwächten lebenden Viren, die nicht in der Lage sind, sich zu vermehren und somit die Krankheit nicht auslösen.
Durch die Impfung können schwere Formen der Krankheit, Komplikationen oder Todesfälle verhindert werden. Derzeit ist nichts darüber bekannt, ob sie eine Ansteckung verhindert und somit die Übertragungsketten der Affenpocken unterbrechen kann.
Empfehlungen
Die Pockenimpfung wird nicht für die gesamte Bevölkerung empfohlen, sondern nur für bestimmte Risikogruppen, abhängig von der Anzahl der verfügbaren Dosen:
- Vorrangig als Postexpositionsmassnahme für Personen, die ungeschützten Kontakt mit einer infizierten Person hatten (z. B. familiärer Kontakt).
- Präventiv für Männer und Transgender-Personen, die Geschlechtsverkehr mit mehreren männlichen Partnern haben.
- Als Präventivmassnahme für Personen, die dem Virus beruflich ausgesetzt sind (medizinisches Personal oder Personal in Speziallaboren).
- Für Personen, die Kontakt mit erkrankten Personen hatten, mit dem Ziel, die Übertragungsketten zu unterbrechen und Risikopersonen zu schützen.
Das Impfschema in Abhängigkeit einer früheren Pockenimpfung und die intrakutane Applikation bei ungenügender Verfügbarkeit von Impfstoffen werden demnächst in den Empfehlungen der EKIF / des BAG beschrieben.
Bei dem Impfstoff Imvanex (Bavarian Nordic) gegen Affenpocken war die Inzidenz der Krankheit bei Ungeimpften 14-mal höher als bei denjenigen, die mindestens 14 Tage lang geimpft waren.
Rates of Monkeypox Cases by Vaccination Status (CDC, 28.9.2022)
Mpox neutralising antibodies at 6 months from mpox infection or MVA-BN vaccination: a comparative analysis (Lancet Infectious Diseases, 11.10.2023)
Die wichtigsten beobachteten Nebenwirkungen (bei mehr als einer von zehn Personen) sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Rötungen, Entzündungen oder Juckreiz).
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