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Bereits 2014/15 hatte sich die Entwaldung verstärkt, und zwar um 24 % auf insgesamt 6'207 km2. Im Jahr 2012 war mit 4'571 km2 der bisherige Tiefststand bei den Rodungen in Brasilien gemeldet worden. Bis dahin war die Entwaldung stetig zurückgegangen, ausgehend von fast 27'550 km2 im Jahr 2004.
Das brasilianische Umweltministerium betonte angesichts der neuesten Abholzungszahlen die Notwendigkeit weiterer Schutzmassnahmen für den Wald. In Deutschland warnte der World Wide Fund for Nature (WWF), die neue Statistik könne ein „Vorzeichen sein für weit grössere Zerstörungen“. Die zunehmende Entwaldung gehe auf verschobene Machtverhältnisse im Parlament und in der Regierung zurück. In den vergangenen Jahren seien Gesetze zugunsten der Agrar-, Bergbauund Bauwirtschaft politisch befördert worden, so der WWF.
Bezug nimmt die Naturschutzorganisation dabei vor allem auf das brasilianische Waldgesetz. Bei dessen Revision vor wenigen Jahren konnte die bereits seit Jahrzehnten bestehende Vorschrift, wonach alle Landeigentümer maximal 20% ihrer Waldfläche abholzen dürfen und die verbleibenden 80% als Naturreservat erhalten müssen, nur durch ein Veto der damaligen Staatspräsidentin Dilma Rousseff gegen die Gesetzesnovelle erhalten werden.
Aktuell wird im Kongress ein Gesetz diskutiert, durch das Landeigentümern die Umwandlung ihrer Wald-Naturreservate in Wald-Weideflächen für die Viehhaltung erlaubt werden soll.