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Tatsächlich ist “Puschlav” die korrekte deutsche Bezeichnung des Tals. Da die Valposchiavo aber zusammen mit der Val Bregaglia, der Valle Mesolcina und der Val Calanca zum italienisch-sprachigen Teil Graubündens gehört, ziehen wir es vor, den italienischen Namen zu verwenden.
Weshalb aber dieser eigenartige weibliche Artikel und nicht “das” Valposchiavo? Das sächliche Geschlecht im Deutschen kommt daher, dass wir immer “Tal” mitdenken, wenn wir vom Puschlav (oder vom Veltlin oder vom Bergell) sprechen.
Wir haben uns dagegen für die feminine Form vorgezogen, da Fremdwörter in der deutschen Sprache meist ihr eigentliches Geschlecht aus der Originalsprache behalten. So sagen wir zum Beispiel “die Piazza” und nicht “der Piazza”, auch wenn “Platz” im deutschen maskulin ist. “La valle”, das sich im ersten Teil von Valposchiavo verbirgt, ist im Italienischen eben weiblich und daher haben wir uns für die Bezeichnung “die Valposchiavo” entschieden.
Damit folgen wir der Sprachregelung der Südostschweiz, der auflagestärksten Zeitung im Kanton, die die Südtäler konsequent weiblich anspricht, d.h. “die Val Bregaglia”, “die Val Müstair”, “die Mesolcina” und eben “die Valposchiavo”.
Das heisst nun aber nicht, dass Sie nicht mehr “das Puschlav” sagen dürfen oder dass die deutsch-italienische Mischform “das Valposchiavo” falsch wäre. Die weibliche Variante liegt nur näher bei ihrem italienischen Ursprung und deshalb ziehen wir es vor, “die Valposchiavo” zu sagen, wenn wir von unserem Tal sprechen.