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RENÉ GONZALEZ (1943-2012)
Der kürzlich verstorbene René Gonzalez hat das Théâtre Vidy-Lausanne mehr als 20 Jahre geleitet und das Haus dank zahlreicher Kreationen und Co-Produktionen, die auch auf Bühnen im Ausland und bei berühmten Theaterfestivals aufgeführt wurden, zu einer unumgänglichen Institution unter den europäischen Kunstbühnen gemacht. Der gebürtige Franzose konnte in diesem Theater direkt am Seeufer nicht nur die grössten zeitgenössischen Künstler begrüssen, sondern er gab auch jungen Autoren und Regisseuren aus dem In- und Ausland eine Chance. Er war ein einzigartiger Botschafter im Dienste der kulturellen Ausstrahlung der Stadt Lausanne.
AUDREY HEPBURN (1929-1993)
Nach ihrer erfolgreichen Karriere (sie zählt zu den sieben einzigen Personen auf der Welt, die einen Emmy, einen Grammy, einen Oscar und einen Tony Award gewonnen haben) beschloss die britische Schauspielerin 1965, sich in einem grossen Lausanner Landhaus niederzulassen, das sie liebevoll «La Paisible» taufte. Das Dorf Tolochenaz, in dem Audrey Hepburn begraben liegt, benannte im Jahr 2012 einen Platz nach ihr, in dessen Mitte eine Büste mit ihrem Bildnis steht.
BHUMIBOL ADULYADEJ, König von Thailand (1927)
Der König von Thailand verbrachte den grössten Teil seiner Jugend in Lausanne. Er ging dort auf die École Nouvelle de la Suisse Romande, das Gymnasium des Kantons, und nahm danach ein Studium der Rechts- und Politikwissenschaften an der Universität von Lausanne auf. Der plötzliche Tod seines Bruders zwang ihn, im Alter von 19 Jahren in sein Land zurückzukehren und seinen Platz auf dem Thron unter dem Namen Rama IX einzunehmen.
Das hinderte ihn jedoch nicht daran, nach Lausanne zurückzukehren, sein Studium zu beenden und noch ein paar Jahre in Lausanne zu verbringen. Seine Tochter Ubol Ratana kam dort zur Welt. 1951 zogen der König und seine Familie dann endgültig zurück nach Thailand. Sie kehrten erst Anfang der 60er Jahre zurück, um längere Zeit in der Villa Flonzaley in Puidoux zu verbringen. Zum Dank an die schönen Jahre, die er in Lausanne verbracht hat, schenkte der König der Stadt einen grossartigen thailändischen Pavillon, der seit 2007 den Parc du Denantou ziert.
MAURICE BÉJART (1927-2007)
Jedes Mal, wenn die neuen Züge der Metro M2 durch die Station Place de la Riponne fahren, ertönen zu Ehren von Maurice Béjart rhythmische Tanzschritte. Denn auch Béjart war einer der Adoptivsöhne von Lausanne. Der 1927 in Marseille geborene Tänzer und Choreograph begann Anfang der 50er Jahre, sich in der Welt des Tanzes zu behaupten. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem Direktor des Théâtre de La Monnaie nahm Maurice Béjart 1987 das Angebot der Philip Morris Stiftung an und zog nach Lausanne. Dort lebte er bis zu seinem Tod am 22. November 2007. Er gründete das Béjart Ballett Lausanne, das seitdem zum Hauptakteur der stark frequentierten Aufführungen im Théâtre Beaulieu geworden ist. 1992 eröffnete er das Tanzatelier Rudra Béjart, das heute noch weltweit eine der renommiertesten Adressen für Tanz ist. Einmal im Jahr findet dort ein strenges Auswahlverfahren statt. Die Schüler werden dann kostenfrei für eine Dauer von maximal zwei Jahren ausgebildet.
HUGO PRATT (1927-1995)
Hugo Pratt ist der Autor von Corto Maltese, dem romantischen, keuschen, aber auch pragmatischen Seemann, der von 1904 bis 1925 die Welt durchreist. Im Jahre 1984 liess sich Hugo Pratt in der Schweiz nieder, in der Nähe des Genfersees. In seinem grossen Haus in Grandvaux trug er seine Sammlung von 35 000 Büchern zusammen. Er verbrachte dort elf ruhige Jahre und erlag am 20. August 1995 in der Klinik Pully, vor den Toren von Lausanne, seinem Krebsleiden. Grandvaux gedenkt ihm heute mit einer grossen Bronzestatue, die die Weinberge von Lavaux und die Ausläufer des Sees überragt. Die Weinberge von Lavaux gehören seit 2007 zum UNESCO-Welterbe. Pratt wurde nach seinem Willen auf dem kleinen Friedhof vor den Toren des Dorfes beigesetzt. „Corto“ ist auch der Name eines Weinguts, das 2007 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Es befindet sich unterhalb der Terrasse, auf der sich die Statue befindet, und bietet einen herrlichen Panoramaausblick.
JUAN ANTONIO SAMARANCH (1920-2010)
Juan Antonio Samaranch war von 1980 bis 2001 Präsident des IOC und liebte Lausanne von ganzem Herzen. Er liess sich 1980 hier nieder und war fortan ein ausserordentlicher Botschafter der Stadt. Die Auszeichnung von Lausanne zunächst als Olympiastadt und dann als Olympische Hauptstadt mit ihren zahlreichen internationalen Sportverbänden, die Entwicklung des IOC und nicht zuletzt die Einrichtung des Olympischen Museums haben massgeblich zum weltweiten Ruf unserer Stadt beigetragen.
GEORGES SIMENON (1903-1989)
Der belgische Schriftsteller Georges Simenon liess sich Ende der 50er Jahre, nachdem er die Welt bereist und an verschiedensten Breitengraden gelebt hatte, in Lausanne nieder. Er lebte zuerst im Château d‘Ehandens, später in Epalinges. Von da an diente Lausanne mehrmals als Kulisse für seine Romane, insbesondere für „Die verschwundene Tochter“ (La disparition d‘Odile). Als er die Feder nach Beendigung seines beachtlichen Werkes beiseitelegte, setzte sich Georges Simenon in der Stadt Lausanne zur Ruhe und zog in eines der Hochhäuser in der Avenue des Figuiers. Simenon starb am 4. September 1989 in Lausanne, seine Asche wurde nach seinem Wunsch im Garten verstreut.
CHARLIE CHAPLIN (1889-1977)
Charles Spencer Chaplin Jr., Spross einer Künstlerfamilie, war als Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Schauspieler, Cutter und sogar Komponist seiner Filmmusik eine der kreativsten Persönlichkeiten des Stummfilmkinos. Als direktes Opfer der McCarthy-Ära durfte er nach einem Aufenthalt in London nicht nach Amerika zurückkehren. Er liess sich daher mit seiner Familie in Corsier-sur-Vevey am Ufer des Genfersees nieder. Im nur wenige Kilometer von Lausanne entfernten Manoir de Ban, wo der Künstler über 25 Jahre bis zu seinem Tod lebte, wird 2016 ein Charlie Chaplin-Museumskomplex eröffnet. Das Chaplin-Fotoarchiv befindet sich aktuell im Musée de l’Elysée in Lausanne.
JEAN COCTEAU (1889-1963)
Der Dichter Jean Cocteau war ein Freund von Lausanne und der Studentenverbindung Société d‘Étudiants de Belles-Lettres, der er „Le secret profesionnel“ (1992) widmete. Die Studentenverbindung führte mehrere seiner Stücke auf, so zum Beispiel „Orphée“ im Jahre 1938 und „La machine infernale“ im Jahre 1943. Von Zeit zu Zeit malte Cocteau auch und stellte seine Bilder in Lausanne aus. „Von Lausanne zu sprechen, beschrieb er, ist wie von
meiner Jugend und meinem Herzen zu sprechen... Alles, was mir in Lausanne widerfährt, widerfährt mir an einem Ort, an dem die Luft die der Seele ist.“
JULES ROMAINS (1885-1972)
Der Autor von „Die guten Willens sind“ (Hommes de bonne volonté) hat in Folge der in Lausanne abgehaltenen Konferenzen feste Freundschaften im Kreise der Studentenverbindung Société d‘Étudiants de Belles-Lettres geschlossen, der er 1922 auch seinen burlesken Roman „Les copains“ gewidmet hat. Ein Theaterstück, das aus diesem Werk entstand, wurde 1956 zur Feier des 150jährigen Bestehens der Studentenverbindung am Théâtre de Beaulieu uraufgeführt. Die Verbindung führte vom gleichen Autor 1930 „Doktor Knock“ (Knock ou le triomphe de la médecine“) und 1936 „Monsieur le Trouhadec saisi par la débauche“ auf.
COCO CHANEL (1883-1971)
Die sagenumwobene Modeschöpferin hat sich nach dem 2. Weltkrieg in Lausanne niedergelassen, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahre 1971 lebte. Coco Chanel war offiziell immer in Lausanne gemeldet, auch wenn sie sich oft in Paris aufhielt. In Lausanne und der Schweiz fand sie während der schwierigen Jahre des Weltkrieges Zuflucht. Sie hielt sie sich dort in den prächtigen Salons des Hotel Beau-Rivage Palace in Ouchy am Ufer des Genfersees oder in ihrer grossartigen Residenz im oberen Teil der Stadt in der Nähe von Sauvabelin auf (die Residenz wurde danach von David Bowie gekauft und wieder verkauft). An Lausanne schätzte sie die langen Spazierwege am See, die Diskretion und Ruhe sowie die Schönheit der Natur.
Sie wurde auf dem historischen Friedhof von Bois-de-Vaux beigesetzt. Auf ihrem Grab, das immer mit weissen Blumen geschmückt ist, stehen fünf Löwenskulpturen...ihre Lieblingszahl!
CHARLES FERDINAND RAMUZ (1878-1947)
Ramuz verbrachte seine gesamte Studienzeit in Lausanne. Nach seinem Diplom in klassischer Literatur widmete er sich dem Schreiben. Während mehr als zehn Jahren lebte er abwechselnd in der Westschweiz und in Paris. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs beschloss er, in die Schweiz zurückzukehren. 1930 liess er sich in Pully nieder, wo er bis zu seinem Tod lebte. Der Stil seiner Romane, von denen zahlreiche verfilmt wurden, zeichnet sich durch eine ausdrucksstarke Sprache aus, die er der toten Sprache der Grammatiker entgegensetzte. 1950 wurde in Lausanne eine C.F. Ramuz-Stiftung gegründet.
ANDRÉ GIDE (1869-1951)
Der französische Schriftsteller André Gide, der 1947 den Nobelpreis für Literatur bekam, hatte enge Beziehungen zur französischen Schweiz und hielt sich öfter in Lausanne auf (hauptsächlich im Hôtel Royal-Savoy). 1933 arbeitete er mit den Studenten der Verbindung Société d‘Étudiants de Belles-Lettres an der Bühnenbearbeitung von „Verliese des Vatikans“. Das Stück wurde im Dezember des gleichen Jahres im Théâtre de Belles-Lettres uraufgeführt.
FÉLIX VALLOTTON (1865-1925)
Der in Lausanne geborene Kunstmaler, Bildhauer und Holzstecher verbrachte seine Jugend in dieser Stadt und nahm 1900 die französische Staatsbürgerschaft an. Dank seiner Holzschnitte und Schwarzweiss-Zeichnungen gelangte er rasch zu internationalem Ruf. Als hartnäckig unabhängiger Künstler entwickelte er im Laufe von vier Jahrzehnten einen einzigartigen Stil, bei dem sich matte Farbtöne mit strahlenden Farben abwechseln. In Lausanne wurde eine ihm gewidmete Stiftung eröffnet, und mehrere seiner Werke sind im Kantonalen Kunstmuseum bzw. in Sonderausstellungen zu sehen.
RICHARD STRAUSS (1864-1949)
Der deutsche Komponist und Dirigent Richard Strauss, Autor von „Der Rosenkavalier“ und „Tod und Verklärung“, war ein Freund von Lausanne. Er machte gerne im Beau-Rivage Urlaub, im Jahre 1946 blieb er dort sogar drei Monate lang. In diesem Jahr assistierte er bei einem Konzert des National Symphony Orchestra und erntete von den englischen Musikern und dem Lausanner Publikum stürmischen Beifall.
PIERRE DE COUBERTIN (1863-1937)
Der Baron Pierre de Coubertin, der für eine Wiederbelebung der Olympischen Spiele eintrat, hielt sich vor dem Ersten Weltkrieg mehrfach in Lausanne auf und liess sich im November 1914 endgültig dort nieder. 1915 legte er den Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) dorthin. Von da an – und dank Coubertin - spielt Lausanne eine wichtige Rolle bei den Olympischen Spielen. Um ihre Dankbarkeit zu zeigen, verlieh ihm die Stadt am 22. Juli 1937 den Titel des Ehrenbürgers von Lausanne. Er wurde auf dem Friedhof Bois-de-Vaux beigesetzt, sein Herz wurde nach Olympia gebracht.
CHARLES DICKENS (1812-1870)
Der englische Schriftsteller Charles Dickens kam 1846 für sechs Monate mit seiner Frau, seinen Kindern, vier Hausangestellten und einem Hund nach Lausanne. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hôtel Gibbon mietete er die Villa de Rosemont (heute in der Avenue Tissot). Dort fand er die Ruhe und den Frieden, die er in England vermisste, und schrieb einen grossen Teil seines Romans „Dombey and Son“. In Lausanne schloss er mit William Haldimand Freundschaft, dem Eigentümer von Denantou. Dieser war Mitglied des britischen Parlaments und einer der Direktoren der Bank von England.
VICTOR HUGO (1802-1885)
Der Autor von „Die Elenden“ (oder der Dichter von „Die Legende der Jahrhunderte“) lebte von 1825 bis 1839 in Lausanne und fand sowohl in der Landschaft als auch in der Geschichte von Lausanne Arbeitsmaterial, das er in seinen Reiseberichten „Le Rhin“ und „Alpes et Pyrénées“ verarbeitete. Als Tribun im Exil führte er später den Vorsitz bei den „Friedensverhandlungen“ von 1869 im Casino von Montbenon und erklärte sich dort zum „Bürger der Vereinigten Staaten von Europa und der Welt“. Bei seinem letzten Aufenthalt in Lausanne im Jahre 1883 residierte der Dichter in der Avenue de l‘Avant-Poste bei Paul Cérésole, dem ehemaligen Präsidenten der Eidgenossenschaft.
ALEXANDRE DUMAS der Ältere (1802-1870)
Alexandre Dumas der Ältere verbrachte 1852 einige Tage in Lausanne. Dort wurde er herzlich empfangen, die Leute zeigten ihm sämtliche Besonderheiten der Stadt: Von den Lachsfischen im Genfersee über die Eisbecher im Café Morand in der Rue de Bourg bis hin zu der Strafvollzugsanstalt nach dem Modell von Béthusy. Über die Eisbecher liest man in seinen „Impressions de voyage“: „Sie kosten drei Batzen und sind die besten, die ich in meinem Leben gegessen habe“. Sein Eindruck von den Häusern von Lausanne? „Eine Gruppe von Schwänen, die in der Sonne liegen....“.
PERCY BYSSHE SHELLEY (1792-1822)
Percy Bysshe Shelley, der grosse englische Dichter, kam im Jahre 1816 anlässlich einer Tour um den See mit seinem Freund Byron nach Lausanne. Wie Byron wohnte er in Ouchy, im Hôtel de l‘Ancre (heute Hôtel d‘Angleterre et Résidence) und besuchte das Haus Gibbons in der Avenue de la Grotte, von dem er in einem seiner Briefe spricht.
GEORGE GORDON, Lord BYRON (1788-1824)
George Gordon, Lord Byron, kam bei seiner Reise um den See nach Lausanne, die er mit Shelley im Juni 1816 unternahm. Da er sehr beeindruckt von dem Besuch des Château de Chillon war und von der Gefangenschaft Bonivards gehört hatte, schrieb Byron am 28. Juni sein berühmtes Gedicht „Der Gefangene von Chillon“ im Hôtel de l‘Ancre, wo er mit Shelley abgestiegen war. Eine Inschrift auf der Fassade des Gebäudes (heute das Hôtel Angleterre) erinnert an dieses Ereignis. Byron kam drei Monate später nach Lausanne zurück, bei einer Reise, die ihn von Genf in Richtung Oberland führte.
STENDHAL (1783-1842)
Der französische Schriftsteller Henri Beyle, genannt Stendhal, kam im Mai 1800 mit der Nachhut der Armee nach Lausanne, die Napoleon über den Grossen-Sankt-Bernhard nach Italien führte. Als Amateursoldat von 17 Jahren und unerfahrener Reiter hatte der spätere Schriftsteller in Lausanne eine lebhafte Auseinandersetzung mit dem Aussteller der Übernachtungsscheine, der die französische Ehre in Frage zu stellen schien. Das erzählt er zumindest in den autobiographischen Seiten von „Das Leben des Henri Brulard“, wo er mit Humor dieses heldenhaft-komische Unterfangen erwähnt, das dem Fabrice aus „La Chartreuse de Parme“ würdig ist.
CHATEAUBRIAND (1768-1848)
Abgesehen von den vier kurzen Durchreisen in den Jahren 1805, 1822, 1828 und 1832 verbrachte der Autor von „Der Geist des Christentums“ (Génie du Christianisme) von Mai bis Juli 1826 zweieinhalb Monate in Lausanne. Er war als Minister in Ungnade gefallen und suchte Ruhe, um an seinen gesammelten Werken arbeiten zu können. Deshalb mietete er sich ein Appartement in einem Haus in der Rue de Bourg (Nummer 10). Dort zog er mit seiner Frau ein, die sich dank ihrer Freundschaft zu Rosalie de Constant und ihrer Cousine Laure de Cottens nicht zu sehr aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen fühlte. Gegen Ende seines Aufenthalts wohnte der Schriftsteller der „Fête du Bois“ bei und wurde von der Lausanner Jugend sehr bejubelt.
MADAME DE STAËL (1766-1817)
Germaine de Staël, Tochter des Bankiers und Politikers Necker und der Lausannerin Suzanne Curchod (Gründerin des Hôpital Necker in Paris), hielt sich mehrmals in Lausanne auf: Sowohl im Château de Beaulieu, wo sie in ihrer Jugend mit ihren Eltern wohnte, als auch in der Elysee, wo sie 1807 mit ihren Gästen Madame Récamier und Benjamin Constant abstieg, dem „Andromache“ von Racine (zur grossen Freude der Lausanner also auch Theateramateure, die sie zur Zeit von Voltaire waren).
JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749-1832)
Johann Wolfgang von Goethe führte 1779 eine Reise in die Schweiz nach Lausanne, die er zusammen mit seinem Freund unternahm, dem Herzog Karl-August von Sachsen-Weimar. Die Reisenden stiegen im „Lion d‘Or“ ab. Sie machten die für die Schüler von Rousseau obligatorische Pilgerreise nach Vevey und besuchten zwei adelige Ausländerinnen: die Herzogin von Kurland und die Marquise de Branconi, eine berühmte Schönheit der Epoche. Goethe mochte die Umgebung der Stadt sehr, diese selbst erschien ihm aber hässlich und mickrig (vielleicht nicht ohne Grund, denn damals war sie noch eine ländliche Ortschaft...).
JEAN-JACQUES ROUSSEAU (1712-1778)
Im Laufe der Abenteuer seiner Jugend verweilte Rousseau von Juli bis November 1730 in Lausanne. Er erzählt im Buch IV der „Bekenntnisse“, wie er dort unter einem anderen Namen gelebt und Musik unterrichtet hat, die er kaum kannte. Hier hat er sogar ein Werk komponiert und in einem Privatkonzert aufgeführt, das ein „Fiasko“ war. Er kam mehrmals nach Lausanne zurück, aber hielt sich dort immer nur kurz auf, insbesondere zwischen 1744 und 1754.
VOLTAIRE (1694-1778)
François-Marie Arouet, Voltaire genannt, suchte 1755 nach seinen unerfreulichen Erlebnissen am Hof von Potsdam einen ruhigen Ort, an dem er in Ruhe arbeiten konnte. Dafür zog er Genf und Lausanne in Betracht, wo er schliesslich das Landhaus Montriond mietete. Zwischen 1755 und 1759 hielt er sich dort sehr oft auf (wie auch im Grand-Chêne, seinem Zweitwohnsitz) und nahm aktiv am Theaterleben der feinen Gesellschaft von Lausanne teil, deren Komödien in Mon-Repos bei dem Marquis de Langallerie aufgeführt worden sind.