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Obwohl der sexuelle Missbrauch des heute 57-jährigen Freiburgers Daniel Pittet durch einen Priester rechtlich verjährt ist, will die Schweizer Kapuzinerprovinz den Fall mit einer neutrale Untersuchungskommission aufarbeiten. Die Ergebnisse sollen in einigen Monaten vorliegen.
Der Kommission gehören der ehemalige Freiburger Kantonsrichter Alexandre Papaux, der emeritierte Geschichtsprofessor Francis Python und Yves Mausen, Professor für Rechtsgeschichte und Religionsrecht an, wie die Schweizer Kapuzinerprovinz am Mittwoch mitteilte. Die Mitglieder erhielten vollständigen Zugang zu den Archiven der Kapuziner und zum Archiv der Diözese.
Päpstliches Vorwort
Pittet hatte im Februar ein Buch veröffentlicht, in dem er beschreibt, wie er als Kind von einem pädophilen Priester missbraucht wurde. Der Priester – ein heute 76-jähriger Mann – wird darin namentlich genannt. Das Vorwort stammt von Papst Franziskus.
Nach Angaben der Schweizer Bischofskonferenz stand der Priester dreimal wegen sexueller Übergriffe vor Gericht. Zweimal sei es um verjährte Fälle gegangen, im dritten Fall sei er 2012 zu einer Haft von zwei Jahren bedingt verurteilt worden. Dabei sei es um den Missbrauch zweier Opfer in den 1990er-Jahren gegangen.
Strafrechtlich abgeschlossen
Pittets Fall sei strafrechtlich zwar abgeschlossen, hiess es in der Mitteilung weiter. Trotzdem soll die Kommission die Vorfälle und die getroffenen Massnahmen jener Zeit aufarbeiten und prüfen. Das Studium der Akten werde einige Monate in Anspruch nehmen. Danach sollen die Resultate der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Die Kapuziner erinnern weiter daran, dass sich Opfer von sexuellen Übergriffen durch Mitglieder des Ordens jederzeit an den Provinzial oder an eine kirchliche oder neutrale Opferberatungsstelle wenden könnten.