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Nach einer mehr als 40-stündigen Blockade durch Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace hat sich der Eisbrecher «MSV Fennica» zu Ölbohrungen vor der Küste Alaskas aufgemacht. Das Schiff nahm Kurs auf die Tschuktschensee am Rand des Nordpolarmeers.
Dort begann der Öl-Konzern Shell in der Nacht zum Freitag seine umstrittenen Bohrungen. Die Arbeiten auf der Bohrinsel Transocean Polar Pioneer würden abgeschlossen, wenn die «MSV Fennica» eintreffe, erklärte Shell. Das Schiff hat einen Teil der nötigen Geräte an Bord.
Der Eisbrecher lag zuletzt zur Reparatur in Portland im US-Bundesstaat Oregon vor Anker und sollte bereits am Mittwoch auslaufen. Mehrere Greenpeace-Aktivisten seilten sich aber von einer Brücke in der Hafenausfahrt ab und hinderten das Schiff an der Weiterfahrt.
Weitere Aktivisten versperrten der «MSV Fennica» mit Kajaks den Weg. Ein US-Bundesgericht im US-Bundesstaat Alaska drohte der Umweltschutzorganisation am Donnerstag mit einer Geldstrafe, sollte sie die Blockade nicht beenden.
Das Gericht entschied, dass die Aktivisten für jede weitere Stunde, die sie die Abfahrt des Eisbrechers blockierten, 2500 Dollar zahlen müssten, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Bei einer Fortsetzung der Aktion hätte sich die Geldbusse kontinuierlich erhöht. Von Sonntag an wären dann 10'000 Dollar pro Stunde fällig gewesen, wie der Sender KGW News berichtete.
Umweltschützer lehnen Bohrungen nach fossilen Brennstoffen in der Arktis ab, da sie negative Folgen für die Tierwelt am Nordpol fürchten. Ungeachtet der Proteste hatte US-Präsident Barack Obama dem Energieriesen Shell im Mai unter Auflagen Öl- und Gasbohrungen in der Arktis erlaubt.
Mitte Juni versuchten Greenpeace-Aktivisten bereits, das Auslaufen einer Arktis-Bohrinsel aus dem Hafen von Seattle zu verhindern. In einer Online-Petition fordern die Umweltschützer die US-Regierung auf, die Bohrungen vor der Küste Alaskas zu stoppen. (sda/afp)