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Die Kalkwände auf dieser
Seite und die Geröllhalden, die ihren Fuss umkränzen, zeichnen sich durch
eine interessante Flora aus. Man findet da z. B. Hypericum Coris, Geranium sanguineum, Coronilla Emerus, Potentilla caulescens,Physalis Alkekengi, Stipa pennata. Die Wiggiskette besteht fast ganz aus Kreide und gehört drei übereinanderliegenden Ueberfaltungsdecken
an.
Die oberste derselben, die Säntisdecke, reicht von den Senonmergeln bis zum Valangien hinunter und
bildet zwischen den Gipfeln von Wiggis und
Rautispitz eine auffällige, nach N. geöffnete Synklinale, an die sich nordwärts
ein grosses, zum
Oberseethal absteigendes Gewölbe anschliesst.
Die mittlere Decke, die Mürtschendecke, umfasst Nummulitenkalk, die ganze Kreide, Malm und Dogger. Darunter erscheint
am Südfuss des Gebirges noch der Tithonkalk, der zur Glarnerdecke gehört. Diese Ueberfaltungsdecken
sinken stark nach NW., weshalb die NW.-Abdachung der Wiggiskette viel weniger steil ist, als der Abhang nach S. und O. Das
Wasser des
Klönthalersees wird durch einen über 4 km langen
Stollen fast horizontal durch den s. Teil des
Wiggis und dann in mächtigen Druckleitungsröhren über die Felswände hinunter nach dem etwa 350 m tiefer unten, am Fuss
des
Berges, liegenden Maschinenhaus des Elektrizitätswerkes am
Löntsch geleitet. Man besteigt den Wiggis von
Netstal aus über
die
Auernalp in 5 Stunden und geniesst auf dem Gipfel eine prächtige Aussicht auf die
Glarner- und
Schwyzeralpen.
Ein Fusspfad führt vom Gipfel des Wiggis dem obern Rand der 1800 m tief gegen
Netstal abstürzenden Felswand entlang in einer
Viertelstunde auf den Gipfel des
Rautispitz (2284 m) hinüber.
(Kt. Thurgau,
Bez. Weinfelden).
428 m. Gemeinde und Pfarrdorf zwischen dem Thal der
Thur und dem
Seerücken, auf einem hervorragenden
Hügel, einem Ausläufer des
Ottenbergs; 1,5 km nö. der StationMüllheim-Wigoltingen der Linie
Zürich-Romanshorn.
Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen Wigoltingen-Raperswilen. Zusammen mit
Bonau,
Gerau, Gillhof,
Häusern,
Schürli,
Tangwang,
Engwang,
Altenklingen,
Egelshofen,
Hof, Uetwilen, Wagerwil, Illhart,
Lamperswil,
Hasli: 272
Häuser, 1529 reform. Ew.; Dorf: 101
Häuser, 635 Ew.
Felder,
Wiesen, Obst- und Weinbau. Schuhfabrik. Käserei. Heuhandel. Zementfabrik. Im Jahre 889: Wigoltinga. Als im
Jahr 1664 einige katholische Soldaten auf ihrem Durchmarsch in den spanischen Dienst von den reformierten Bauern von Wigoltingen
niedergemacht wurden, entstand ein gefährlicher Zwist zwischen den katholischen und reformierten Kantonen, der beinahe einen
Bürgerkrieg entfacht hätte. Vergl. Amstein, Geschichte von Wigoltingen.
Die Erziehungsanstalt für Mädchen zu Marienburg ist im
ehemaligen Schloss. Im N. von Wikon, auf einem erhöhten Felsen, befanden sich vor Altem die SchlösserWiggen, nach Johann von
Müllers Schweizergeschichte vier an der Zahl;
in den Urkunden sind nur drei erwähnt.
Diese Schlösser waren eine alte Besitzung
der gräflichen Familie von Froburg;
die Edeln von Büttikon besassen sie zum Teil schon seit der zweiten
Hälfte des 13. Jahrhunderts als Lehen;
sie blieben während mehreren Jahrhunderten ununterbrochen in deren Besitz. Im Jahre
1275: Wikon, 1412: Wiggen, d. h. festes Haus, Burg.