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Die Stiftung
Der Stiftungszweck sieht vor, Absolventen*innen der Architekturabteilung der ETH Zürich eine Reise im Kulturraum Europa und den Mittelmeerstaaten zu ermöglichen. Die Reise soll ein architektonisches Thema vertiefen und in einer Dokumentation festgehalten werden. Die Dokumentation reflektiert das Thema in einer gestalterischen frei gewählten Form.
1926 konnte Ernst Schindler nach dem Diplom an der ETH Zürich mit einem Stipendium eine Studienreise zum Thema «die Farbe im Raum» nach Italien unternehmen. Sich inspirieren lassen auf einer Reise, vor Ort Neues entdecken, ermöglicht ein Reflektieren der eigenen Arbeit. Diese grundlegende Erfahrung, ein spezifisches Thema für längere Zeit zu vertiefen, frei von einer Zweckgebundenheit, wollte er weitergeben.
Rosmarie Burkhard-Schindler präsidierte die Stiftung ihres Vaters 1996–2020. Seit 2021 setzen sich Catherine Burkhard und Mark Burkhard für die Stiftung ihres Grossvaters ein.
Wohnhaus Rupprecht, Bodensee, 1932
Ernst Schindler, Stiftungsgründer
1902–1931
Ernst Schindler wird am 27.2.1902 in Bern geboren und verbringt dort seine Jugend- und Schulzeit. 1921 beginnt er mit 15 Mitstudenten sein Architekturstudium an der ETH bei Karl Moser. Nach dem Studium startet er seine berufliche Laufbahn bei Distel und Grubitz in Hamburg, und arbeitet anschliessend bei Le Corbusier in Paris am Wettbewerb für den Völkerbundpalast. Erste Station in der Schweiz ist das Büro Iten in Thun, wo er für zwei Hotelbauten auch sämtliche Möbel entwirft. Es folgt die Tätigkeit im Büro von Karl Moser für drei Jahre.
1931 macht er sich selbständig mit einem Auftrag für eine Villa in Egnach am Bodensee, die heute im Verzeichnis der schützenswerten Bauten steht, ebenso wie eine Reihenhaussiedlung im Heslibach in Küsnacht.
1947–1968
Ab 1947–1968 führt er sein Büro in Zürich alleine weiter, der Schwerpunkt verlagert sich vom sozialen Wohnungsbau zum Spitalbau. Das Büro baut unter anderem die Spitäler Zofingen, Olten, Waidspital, Altdorf, Bülach, Balgrist und als Obmann das Stadtspital Triemli.
In diese Zeit fallen weitere grössere Projekte wie das Geschäftshaus Textor an der Gotthardstrasse, die Hauswirtschaftsschule Wipkingen, der Hauptsitz der Kantonalbank an der Bahnhofstrasse, und das Möbelhaus Schwarz, alle in Zürich.
1968–1994
Ab 1968 bis 1987 realisiert er zusammen mit seinen Partnern Hans Spitznagel und Max Burkhard weitere Spitalbauten wie Samedan, Davos, Herisau und Sursee. 1987 tritt er bedingt durch eine starke Sehschwäche in den Ruhestand.
In der ersten Phase bis zur Zäsur des zweiten Weltkrieges ist Ernst Schindler geprägt vom Aufbruch des Neuen Bauens. Man erkennt den Einfluss von Le Corbusier und anderen Vorbildern dieser Zeit. Danach entwickelt Ernst Schindler eine eigenständige Handschrift. Klarheit, Schlichtheit und Funktionalität des Baukörpers mit einer präzisen Detailausarbeitung sind zentrale Elemente seiner Bauten. Das klare, analytische Denken, sein Interesse an der modernen Kunst und seine grosszügige offene Art bilden bis ins hohe Alter die Grundlage seines Wirkens.
Hauswirtschaftsschule, Zürich, 1961
Stiftungsrat
Catherine Burkhard
Mark Burkhard
Manuel Scholl
Kontakt
Atelier- und Wohnhaus an der Dolderstrasse, Zürich, 1941