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Beispiel Dark Patterns: Sie sind gerade dabei eine neue Software herunterzuladen. Während der Installation bietet Ihnen der Anbieter an, einen Newsletter zu abonnieren. Das wollen Sie nicht, also entfernen Sie das kleine Häkchen aus dem vermeintlichen Zustimmungskästchen. Sie haben allerdings nicht aufmerksam genug gelesen: Der kleine Hinweis lautete in Wirklichkeit, dass Sie das Kästchen ankreuzen müssen, wenn Sie den Newsletter nicht möchten – schon in die Falle getappt.
Beispiel Nudging: Ich komme in ein Geschäft und die Anordnung der Produkte beeinflusst mein Interesse und meine Wünsche. Wenn ich zur Mittagspause in die Kantine gehen, funktioniert das ähnlich. Möglicherweise sogar mit positivem Nebeneffekt: Sind die gesunden Lebensmittel auf Augenhöhe positioniert, greife ich eher zu diesen als zu den fett- und zuckerhaltigen im höheren oder tieferen Regal. Ein etwas kurioses, aber funktionierendes Beispiel, das viele Herren kennen: Das an die Wand des Pissoirs geklebte Bild einer Fliege. «Mann» visiert das Insekt an und zielt besser…
Wie können wir unterscheiden zwischen Beeinflussung und Manipulation?
Der amerikanische Philosoph Robert Noggle, Professor an der Central Michigan University, hat bereits im Jahr 1996 in einem Artikel dazu Stellung genommen: «Es gibt immer bestimmte Normen oder Ideale, die unsere Überzeugungen, Wünsche und Gefühle steuern. Manipulative Handlungen sind Versuche, eine Person dazu zu bringen, ihre Überzeugungen, Wünsche oder Emotionen gegen ihre Ideale zu richten.»
Der Rohkost-Nudge auf Augenhöhe ist Einflussnahme, aber keine Manipulation. Wenn ich durch das Dark Pattern allerdings jede Menge E-Mails bekomme, die ich nicht haben möchte, ist das Manipulation vom Feinsten. Man sollte sich also die Frage stellen: Veranlassen mich Dark Patterns und Nudges, gegen meine Ideale zu handeln?