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Man liest also den Enkeln „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ als Gutenachtgeschichte vor.
(Ein Märchen, das auch dem längst erwachsenen Vorleser gefällt – auf Lummerland wäre er wohl ein Eineinhalbuntertan – weil der feine Humor Endes auch ihn zum Lachen bringt.)
Und stösst im zweiten Kapitel „in dem ein geheimnisvolles Paket ankommt“ auf diesen Satz: „Das dürfte vermutlich ein kleiner Neger sein.“
Und schon holt einen im Kinderzimmer diese unsägliche Trump-Diskussion ein.
Also erklärt man den beiden Zuhörern, dass man das Wort „Neger“ heute nicht mehr gebraucht.
Weil es rassistisch ist.
Anstelle des N-Wortes spreche man heute von „Afrikanern“ oder „Schwarzen“ oder in den USA von „African-American“.
(Apropos „African-American“ – interessante Hintergrundreportage über einen demokratischen Präsidentschaftsanwärter im Guardian: Beto O’Rourke’s ancestors were slaveholders, records reveal)
Das N-Wort – welch peinliches Umgehungswort – wurde übrigens in der neuesten Ausgabe nicht eliminiert.
Zugegeben, ich habe den beiden den aktuellen Sachverhalt mehr aus einem politischem Correctness-Reflex heraus erklärt. Sonst wäre der Satz nicht weiter aufgefallen.
Sie haben`s also zur Kenntnis genommen.
Dann ging es weiter.
Jim Knopf wurde zu einem Vierteluntertan erklärt, und dass er schwarz ist, spielt eigentlich im Rest der Geschichte keine Rolle mehr.
Denk ich mal.
Wir sind ja erst bei Kapitel sechs, „in welchem ein dicker gelber Kopf Schwierigkeiten macht.“
Wenn da nur keine neue Überraschung droht.