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Sportliche Aktivität am Morgen reduziert Bauchfett und Blutdruck bei Frauen; Sportliche Aktivität am Abend steigert die Muskelleistung bei Frauen und senkt den Blutdruck bei Männern
Die ideale Trainingszeit ist nach wie vor zu wenig untersucht, was die geschlechtsspezifischen Auswirkungen auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit angeht. In der Studie „Morning Exercise Reduces Abdominal Fat and Blood Pressure in Women; Evening Exercise Increases Muscular Performance in Women and Lowers Blood Pressure in Men“analysierten die Autoren deshalb die Unterschiede in getrennten Gruppen von Frauen und Männern, die zu unterschiedliche Trainingszeiten trainierten. Untersucht wurde inwieweit die Tageszeit, bei der ein multimodales Training durchgeführt wird, tiefgreifende Auswirkungen auf die kardiometabolischen Ergebnisse, die Körperfettzusammensetzung und die körperliche Leistungsfähigkeit von Männern und Frauen hat.
Das Ziel war, genauere Richtlinien zu erhalten, damit Personen im Gesundheitswesen und Fitnesstrainer/-praktiker, die ein bestimmtes Ergebnis anstreben, die Tageszeit berücksichtigen können, wenn sie einzelnen Patienten oder Kunden Empfehlungen für körperliche Aktivität geben. Sowohl im Gesundheitswesen bezüglich kardiometabolischer Auswirkung und Gewichtsregulation durch Bewegung, sondern auch im Breitensport und Spitzensport, wo bereits kleinste Unterschiede über die Leistungserbringung entscheiden, könnten solche Erkenntnisse in Zukunft immer mehr im Fokus stehen.
Zu diesem Zweck wurde ein systematischer und ganzheitlicher Ansatz für Fitnesstraining eingesetzt, das sogenannte RISE – Training – ein multimodales Konzept aus funktionellem Widerstandstraining („R“), Intervallsprinttraining („I“), Dehnübungen (Yoga, Pilates, Tai Chi; „S“) und Ausdauertraining („E“). Dieses Trainingsprogramm stellt eine optimale Möglichkeit dar, die aktuellen Empfehlungen zu Bewegungsstandards zu erfüllen und zeichnet sich gleichzeitig durch Zeitersparnis und praktische Durchführbarkeit aus. 30 Frauen und 26 Männer mittleren Alters und mittlerem bis leicht erhöhtem BMI trainierten 12 Wochen lang morgens oder abends nach diesem Trainingsansatz und wurden als separate Gruppen zu Beginn und am Ende hinsichtlich Muskelkraft, Ausdauer, und Kraft, Bankwürfe, Fettmasse, systolischer/diastolischer Blutdruck, respiratorisches Austauschverhältnis, Stimmungsprofil und Nahrungsaufnahme analysiert.
Fazit: Morgensport reduzierte das Bauchfett und den Blutdruck, Abendtraining verbesserte die Muskelleistung der Frauengruppe. Bei den Männern steigerte Abendtraining die Fettoxidation und reduzierte den systolischen Blutdruck und die Müdigkeit. Somit könnte die ideale Trainingszeit für die Optimierung individueller, trainingsinduzierter Gesundheits- und Leistungsergebnisse bei körperlich aktiven Personen wichtig sein und unabhängig von der Makronährstoffaufnahme sein. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Wechselwirkung zwischen der Tageszeit des Trainings und der zirkadianen Regulierung und die Auswirkungen, die dies auf die kardiometabolischen, körperlichen und leistungsbezogenen Ergebnisse bei gesunden, sportlich trainierten Frauen und Männern nach zwölf Wochen multimodalen Trainings hat. Auch die Dauer des Trainings kann die Trainingseffekte geschlechtsspezifisch beeinflussen.