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Unsere Bezirkspartei
Politische Ziele werden von den Ortsparteien definiert und angestrebt.
Die Bezirkspartei hat die Aufgabe das Bindeglied zur Kantonalen Partei zu
sein und Ämter im Kanton und im Bezirk zu koordinieren.
Die Abschrift des Urdokuments der Bezirkspartei Gründung 1917, damals noch als CSP
später wurde daraus die CVP:
So entstand die chistlich-soziale Partei im Bezirk Uster
Die erste praktische Handlung für das Zustandekommen einer christlich-sozialen Partei im Bezirk Uster
bildete ein Rundschreiben an die katholischen Schweizerbürger von Uster und Umgebung, worin die
„Politische Kommission“ des katholischen Männervereins Uster auf die Abstimmung vom 10. Dezember
1916 hin nachdrücklich zu einem überzeugten Ja für die Einführung der Verhältniswahl bei den
Kantonsratswahlen im Kanton Zürich aufmuntert. Zur grossen Freude der Minderheitsparteien wurde die
wichtige Vorlage mit
48'672 Ja gegen 41’919 Nein angenommen.
Sämtliche Landbezirke hatten zwar verworfen, so dass das Zustandekommen des gerechten
Verhältniswahlverfahrens der fortschrittlichen Haltung der Stadt Zürich mit 24'363 Ja und 10'444 Nein,
der Stadt Winterthur mit 8'196 und 5'231 Nein und des Militärs mit 981 Ja und 388 Nein
zu verdanken war.
Um für die christlich-soziale Partei im Kanton Zürich im Frühjahr 1917 bei der ersten Verhältniswahl des
Kantonsrates ein ehrenvolles Ergebnis zu erzielen, war die Sammlung und Schulung der katholischen
Schweizerbürger eine gegebene Notwendigkeit, die dann auch in allen Bezirken erfreulich durchgeführt
wurde. Im Bezirk Uster wurde von Uster aus mit den Gesinnungsfreunden in Dübendorf Fühlung
genommen, ein Ausschuss von 8 Mitgliedern (Uster 6, Dübendorf 2) gebildet, eingehend und rasch
beraten und mit der christlich-sozialen Parteileitung der Stadt Zürich in Verbindung getreten. In
entgegenkommender Weise erhielten wir nützliche Ratschläge und praktische Weisungen unter Zuteilung
von Dr. jur. Joh. Poltéra in Zürich als Obmann und Berater. Die nähere Prüfung der politischen Sachlage
stellte die erforderliche Grundlage zur Bildung einer christlich-sozialen Bezirkspartei Uster fest, konnten
doch 150 bis 200 Mitglieder erhofft werden. Die Gründungsversammlung ist auf Sonntag,
den 4. März 1917 nachmittags 14.00 Uhr im Hotel Usterhof in Uster festgelegt worden.
Die Geschäftsliste zeigte:
1. Eröffnungswort
2. Vortrag von Herrn Rechtsanwalt Dr. Poltéra aus Zürich über das Programm und die Ziele
der christl. soz. Partei
3. Allgemeine Aussprache
4. Gründung der Partei und Wahl des Vorstandes.
5. Schlusswort
Alle positiv-christlich gesinnten Schweizerbürger, sowie alle Freunde einer christlich-sozialen Politik – ohne
Unterschied der Konfession – sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen.
Die provisorische Kommission
Ein kurz abgefasster Zeitungsbereicht über diese Gründungsversammlung mögen genügen:
„An der letzten Sonntag, den 4. März 1917 im Hotel Usterhof in Uster stattgehabten Gründungs-
versammlung für eine christlich-soziale Partei des Bezirkes Uster nahmen gegen 100
Schweizerbürger teil. Herr Rechtsanwalt Dr. Poltéra aus Zürich bot in klaren und grosszügigen
Ausführungen einen vortrefflichen Ueberblick über das Programm und die Ziele der im Schweizerlande
schon vielfach und gut eingelebten christlich-sozialen Partei. Dieselbe lässt sich von allgemein
christlichen und weitherzigen Grundsätzen leiten und entspricht den modernen Zeitverhältnissen und
jetzigen politischen Anforderungen. Gerechtigkeit und Achtung gegenüber jedem aufrichtigen Bekenntnis
bildet ihr erster Leitsatz. Nach dem erschöpfenden und fesselnden Referate wurde die Diskussion wenig
und lediglich in zustimmendem Sinne benützt. Durch einstimmen Beschluss erfolgte die Gründung der
christlich-sozialen Bezirkspartei Uster als Glied der gleichnamigen kantonalen Partei. Der ebenfall
einstimmig gewählte Parteivorstand besteht aus 5 Vertreten von Uster und 2 Vertretern von Dübendorf.
Herr Ernst Isele von Uster wurde mit Akklamation zum Präsidenten erkoren. Die Geschäfte waren in
knapp zwei Stunden erledigt.“