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1971 gründeten 13 Psychologinnen und Psychologen, die in Basel psychotherapeutisch arbeiteten, den "Verband der praktisch tätigen Psychologen, VPP", den ersten kantonalen Psychotherapeuten-verband der Schweiz. Das wichtigste Anliegen des VPP in den ersten Jahren (also noch vor dem sogenannten Psychoboom) war die gesetzliche Regelung der Psychotherapie, die mit der "Verordnung des Regierungsrates Basel-Stadt betreffend die selbständige Berufsausübung der Psychotherapeuten", in Kraft gesetzt am 22. November 1977, erreicht wurde. Diese kantonale Regelung, die erste in der Schweiz, war später massgebend für die Empfehlungen, die die Eidgenössische Sanitätsdirektorenkonferenz für alle Kantone herausgegeben hat. Die Verordnung regelt die Berufsausübung: Eine vom Regierungsrat eingesetzte Fachkommission überprüft die Grund- und Spezialausbildung der PraxisinhaberInnen, und nur mit der entsprechenden Praxisbewilligung darf jemand in Basel-Stadt und Baselland als PsychotherapeutIn arbeiten. Der Titel PsychotherapeutIn ist also geschützt.
Ein weiterer früher Arbeitsschwerpunkt des Verbandes war der Kampf um die Anerkennung und Bezahlung gut ausgebildeter PsychotherapeutInnen durch die Krankenkassen. Auf regionaler Ebene erreichten die VPP-Unterhändler eine relativ gute Vereinbarung mit der OeKK, der Öffentlichen Krankenkasse Basel; es war aber abzusehen, dass für Verträge mit anderen, überregionalen Kassen und für die Verankerung der Psychotherapie im Kranken- und Unfallversicherungsgesetz (KVG) ein schweizerischer Verband nötig war. In dieser Absicht fand deshalb 1980 in Basel unter aktiver Mithilfe vieler VPP-Mitglieder die Gründung des Schweizer Psychotherapeuten-Verbandes SPV statt (jetzt: Assoziation Schweizer PsychotherapeutInnen, ASP). Die meisten Krankenkassen zahlen mittlerweile freiwillige Leistungen an Psychotherapien aus der Zusatzversicherung. Die Aufnahme der Psychotherapie in den Leistungskatalog der Grundversicherung der Krankenkassen hingegen steht bis heute aus; im Widerspruch zu festen Zusagen im Vorfeld der Inkraftsetzung des KVG (1996) wurde sie immer wieder hinausgeschoben.
1981 wurde bekannt, dass im Kanton Basel-Stadt ein Psychiatriekonzept erstellt werden sollte - ohne Mitwirkung der nicht-staatlichen Organisationen und der privaten PsychotherapeutInnen. Es brauchte viel Überzeugungsarbeit, bis wir daran mitwirken konnten, und anschliessend intensive Konzeptarbeit, bis das Psychiatriekonzept, das die Zusammenarbeit der staatlichen mit den nicht-staatlichen Institutionen und den freipraktizierenden PsychiaterInnen und PsychotherapeutInnen in den sogenannten Koordinationskonferenzen organisiert, 1991 in Kraft gesetzt werden konnte.
Im Kanton Baselland wurde 1980 das Psychiatriekonzept vorgelegt, 1991 und 2000/02 wurden Folgeplanungen durchgeführt, um die psychiatrische Versorgung im Kanton BL zu erfassen und weiterzuentwickeln. Auch dabei arbeiteten Leute aus unsern Reihen mit.
Immer wieder zu reden gab und gibt die Frage der Qualifikation. Fast alle PsychotherapeutInnen sind von ihrer Grundausbildung her PsychologInnen - aber wer Psychologie studiert hat, ist ohne Zusatzausbildung nicht PsychotherapeutIn, und es gibt noch immer ältere PsychotherapeutInnen, die aus anderen Grundberufen kommen. Um diesen Standpunkt deutlich zu vertreten, gab sich der VPP 1986 neue Statuten und einen neuen Namen: Verband der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten beider Basel, VPB. Auf schweizerischer Ebene ist die Auseinandersetzung um die Anforderungen an Grund- und Spezialausbildung inzwischen einen grossen Schritt weitergekommen: Das PsyG, das Gesetz über die psychologischen Berufe, ist am 1. April 2013 in Kraft getreten. Auf seiner Grundlage verhandeln die Schweizerischen Psychotherapieverbände und das Bundesamt für Gesundheit derzeit darüber, wie die psychologische Psychotherapie in den Leistungskatalog der Krankenkassen-Grundversicherung aufgenommen werden kann.
Die VPB-Generalversammlung vom 26. März 2015 hat neue Statuten genehmigt und damit dem Beitritt zur FSP (Föderation der Schweizer PsychologInnen) zugestimmt. Die Delegierten-versammlung der FSP hat uns am 27. Juni 2015 als Gliedverband aufgenommen.
Laut den geltenden Statuten bezweckt der Verband die Förderung der fachlichen, ethischen und wirtschaftlichen Interessen des Berufsstandes durch
Wir geben Ihnen Auskunft und beraten Sie, wenn Sie Fragen zur Psychotherapie generell haben, zu deren Finanzierung, zum Umgang mit Behörden, Krankenkassen und Versicherungen im Zusammenhang mit psychotherapeutischen Anliegen, zu den PatientInnen-Rechten etc. Sie erreichen uns mit dem Kontaktformular auf dieser Website, schriftlich (VPB, Postfach, 4002 Basel) oder telephonisch (061 401 08 20).
Mit der Einrichtung der Standeskommission bringt der VPB seine Entschlossenheit zum Ausdruck, die hohen ethischen Standards seiner Mitglieder zu wahren und ihnen nötigenfalls auch Geltung zu verschaffen. Die Standeskommission untersucht auf Anzeige eines Patienten/einer Klientin Vorfälle, in denen sich ein VPB-Mitglied nach Ansicht der anzeigenden Person nicht an die Standesregeln gehalten hat. Zu den Standesregeln gehört zentral das Respektieren der persönlichen und sexuellen Integrität der PatientInnen, worunter auch die Schweigepflicht gegenüber Dritten fällt. Die Standeskommission ist befugt, Massnahmen gegen ein Mitglied zu beschliessen.
Wir unterhalten eine kostenlose telephonische Psychotherapieplatzvermittlung (Frau L. Tobler und Frau F. Zumstein, Tel. 061 303 12 12) und, zusammen mit dem PPB, dem Verband der Psychologinnen und Psychologen, die Website www.psychotherapeuten-bsbl.ch, auf der Sie mittels einer Suchmaschine selber einen passenden Therapieplatz finden können. Sie können das Psychotherapieverzeichnis auch als PDF herunterladen und ausdrucken; darauf finden Sie ärztliche und psychologische PsychotherapeutInnen in BS und BL. Ausserdem unterstützen wir www.doc24.ch, worüber man leicht HausärztInnen, PsychiaterInnen, ZahnärztInnen und psychologische PsychotherapeutInnen finden und teilweise direkt buchen kann.
Wir vertreten die Sache der Psychotherapie in der Öffentlichkeit und gegenüber Behörden. Wir kontrollieren die Einhaltung der Werbebeschränkung und werden bei Übertretungen vorstellig. Wir nehmen aktiv an Vernehmlassungen auf kantonaler und eidgenössischer Ebene teil. Wir unterstützen die Arbeit in den Koordinationskonferenzen Psychiatrie Basel-Stadt und in der Folgeplanung Psychiatrie Baselland. Wir sind massgeblich beteiligt am Aufbau einer definierten Zusammenarbeit mit PsychiaterInnen und Institutionen.
Zudem stellen wir ein Forum für Kontakt, Austausch und Weiterbildung über Generationen und Therapierichtungen hinweg zur Verfügung: Wir informieren in regelmässigen Mitgliederbriefen über Aktuelles im Zusammenhang mit unserem Berufsstand, wir organisieren informelleTreffen, Vorträge und Fortbildungen und bieten die Möglichkeit, sich berufspolitisch zu engagieren.
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