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Bislang haben sich bloss zwei Verhütungsmittel für den Mann durchgesetzt. Zum einen das Kondom. Dessen grösster Vorteil ist, dass es sowohl Verhütung als auch Schutz vor Geschlechtskrankheiten bietet. Zum anderen die Vasektomie. Dabei wird der Mann sterilisiert, indem ihm die beiden Samenleiter im Hodensack durchgetrennt werden. Diese Methode ist in der Regel eine nicht mehr rückgängig zu machende Art der Verhütung.
Sind Männer nicht stark genug für Verhütung?
Bereits 1970 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Programm gestartet, das sich den Verhütungsmethoden für den Mann widmete. Mittels Testosteronspritzen sollte die Spermienproduktion unterdrückt werden.
Eine Studie zeigte die Effektivität dieser Methode. Über 96 Prozent der Teilnehmer produzierten keine Spermien mehr. Die restlichen vier Prozent hatten weniger als die gewünschte eine Million Spermien. Die WHO entschied sich jedoch, die Studie abzubrechen. Da sich zehn Prozent der Probanden über Nebenwirkungen beklagten. Die Männer fühlten sich antriebslos, niedergeschlagen, klagten über Gewichtszunahme und Libido-Verlust. Nebenwirkungen, die Frauen seit 60 Jahren kennen.
Sind die Ureinwohner Neuguineas unsere Verhütungsvorbilder?
In Indonesien erforschen Wissenschaftler die Heilpflanze Justicia gendarussa. Die Ureinwohner Papua-Neuguineas brühen sich daraus einen angeblich wirksamen Verhütungstee. In den Blättern der Pflanze steckt ein Enzym, das die Beweglichkeit von Spermien hemmt.
Auch kalifornische Wissenschaftlerinnen haben 2017 zwei vielversprechende pflanzliche Substanzen entdeckt. Die Hoffnung ist gross, dass diese hormonfreie Methode dem männlichen Gemüt weniger zusetzt. Ein marktreifes Verhütungsmittel ist aber noch nicht in Sicht.
Man(n) braucht nur die richtige Unterhose
Einen rustikaleren Ansatz wählten französische Tüftler. Sie setzten auf den Verhütungsslip. Ein in die Unterhose eingenähter Ring drückt die Hoden ins Körperinnere. Die dadurch bewirkte Erwärmung der Hoden hemmt die Spermienproduktion. Für eine erfolgreiche Verhütung muss der Slip allerdings täglich für mindesten 15 Stunden getragen werden.
Verhütung mittels Schalter im Hoden
1998 erfindet Clemens Bimek das Samenleiterventil. Das Ventil wird bei einem der Vasektomie ähnlichem Eingriff dem Mann an seinen beiden Samenleitern eingesetzt. Bei geschlossenem Ventil werden die Spermien in den Hodensack geleitet. Der Körper erkennt sie als Fremdkörper und baut sie ab. Bei aufkommendem Kinderwunsch kann das Ventil durch Betätigen eines Wippschalters im Hoden geöffnet werden.
Das Ventil ist nicht grösser als ein Gummibärchen. Momentan ist das Samenleiterventil noch nicht für den Markt zugelassen, da es wie jedes Medizinprodukt noch in aufwendigen klinischen Prüfungen mit Probanden getestet werden muss. So ist der Erfinder bis heute der einzige Mann mit einem Samenleiterventil.
(hto)