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im weitesten Sinn jeder Zeitraum von rechtlicher Bedeutung. Im engern Sinn ist die Frist von der
Verjährung (s. d.) zu unterscheiden, deren Wesen darin besteht, daß ein thatsächlicher Zustand unter gewissen Voraussetzungen
sich nach Rechtsvorschrift durch Zeitablauf in einen rechtlichen umwandelt. Ferner werden Frist (Dilatio, Terminus, ad quem) und
Termin (Tagfahrt, Terminus) unterschieden, indem man unter letzterm den zur Vornahme einer bestimmten Handlung
angesetzten Tag versteht, wobei gewöhnlich auch die Stunde festgesetzt wird.
Dagegen ist die Frist der Zeitraum, innerhalb dessen etwas geschehen muß, und zwar hat man im Rechtsleben drei Arten solcher
Fristen zu unterscheiden, je nachdem Gesetz, Obrigkeit oder private Festsetzung es sind, welche die Frist anordnen. Eine gesetzliche
Frist ist z. B. die zweijährige, innerhalb deren der Unterstützungswohnsitz erwarben oder verloren wird.
Durch die zuständige Behörde werden vielfach den Beteiligten Fristen zur Vornahme von Handlungen und zur Wahrung von Rechten
gesetzt, und namentlich sind es die richterlichen Fristen, welche hierbei in Betracht kommen; endlich werden durch Vereinbarung
der Parteien, auch wohl durch letztwillige Verfügung vielfach Fristen zur Vornahme von Rechtshandlungen
bestimmt.
Das Strafprozeßrecht kennt keine besondern Notfristen, weil alle Fristen im Strafverfahren unabänderliche
sind, soweit nicht das Gesetz ausdrücklich eine Ausnahme statuiert. Für den Strafprozeß wie für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten
gilt aber jetzt die Regel, daß bei Berechnung der Frist, welche nach Tagen bestimmt ist, der Tag nicht mitgerechnet wird, auf
welchen der Zeitpunkt oder das Ereignis, z. B. die Verkündigung des Urteils, fällt, wonach der Anfang
der Frist sich richten soll.