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Im Zeitalter der Umfragen, Tests und Marktforschungen, egal ob wissenschaftlich fundiert oder Unfug, ob designt als Online- oder Telefonumfrage oder Auswertung von Likes, Clicks, Shares; die Bias sind überall. Dabei gibt es unzählige davon: Belief-Bias (Tendenz zu glaubwürdigen Schlussfolgerungen), Confirmation-Bias (eigene Erwartungen erfüllen) oder Gender-Bias (Rollenklischees) sind wohl die häufigsten. Erstmals ins Ohr der Massen gelangte das Wort letzten Herbst, als Donald Trump es inflationär verwendete, um seine Gegner zu beschuldigen und zu beschimpfen. Der Duden definiert das Wort als «durch falsche Untersuchungsmethoden (beispielsweise Suggestivfragen) verursachte Verzerrung des Ergebnisses einer Repräsentativerhebung» in der Marktforschung. Trump nannte die Leute, denen er Bias unterstellte, kurz und bündig Lügner, die daraus Fakenews kreieren würden und lenkte damit virtuos von seinen Bias ab. Der Rest ist Geschichte, die bis heute die Welt in Atem hält. Das Wort verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Managements – es spricht sich «bai äs» aus, was leider nicht die Kurzform von «Goodbye Asshole» ist. Wer also bei Präsentationen auf Bias angesprochen wird in seinen Herleitungen zur Strategie oder in seinen Umfrage-Ergebnissen, soll einfach daran denken: Man kann trotz Bias nicht nur Pitches gewinnen, sondern auch Präsident werden.*Benno Maggi ist Mitgründer und CEO von Partner & Partner. Er hatte im NZZ FOLIO die Rubrik «Vom Fach» ins Leben gerufen und während Jahren betreut. Er präsentiert und entschlüsselt Worte und Begriffe aus dem Marketingbereich.
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