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...Er zweigte von den Steuereinnahmen seiner Untertanen ein wenig ab und installierte in seinem Sendegebiet etwas ganz Verheissungsvolles mit Namen DAB-Radio. Ein Teil des Geldes verwandte er dafür, seine Vision zu bewerben.
Ein kleiner Teil seiner Untertanen fand das eine gute Idee. Sie kauften sich neue Radiogeräte, um fortan Musik und Nachrichten mit DAB zu hören. Ein grosser Teil seiner Untertanen kümmerte das nicht. Sie blieben beim Alten, weil sie in dem Neuen keinen Fortschritt erkennen konnten.
Nach ein paar Jahren las der Herrscher in der Zeitung, dass es nun ein besseres Digitalradio gibt: DAB+. Er wollte das unbedingt und investierte einen Teil der Steuern seiner Untertanen in die neue Technologie. Dann bat sein Finanzminister um eine Audienz und legte dem Herrscher dar, dass es zu teuer sei, beide Technologien zu fördern. Der Herrscher beschloss, nur noch in DAB+ zu investieren und nicht mehr in das noch eher unbekannte DAB. Es interessierte ihn nicht, dass im fernen Königreich von Grossbritannien beide Systeme gleichzeitig angeboten wurden, um die Untertanen dort nicht zu verärgern.
Es interessierte ihn überhaupt nicht, was ausserhalb seines Reichs so passierte, denn schliesslich regierte er über ein reiches Reich. Ein Teil seiner Untertanen murrte, aber weil diese in einem reichen Land lebten, fanden sie sich damit ab und kauften einfach neue DAB+-Radiogeräte. Der Herrscher war immer noch unzufrieden und zitierte seinen Minister für Marketing. Der erschrak ganz schön, denn er war sich nicht gewohnt, zitiert zu werden.
Der Herrscher sagte: "Kannst du endlich einmal etwas unternehmen, dass meine desinteressierten Untertanen nun alle mit DAB+ hören und nicht mit diesem alten Mist, wie nennt man es gleich, ah.. UKW". Der Minister für Marketing ging zurück in sein Büro und entwarf einen schlauen Plan.
Er hatte eine Art Sendemonopol und begann den Untertanen zu erzählen, dass man mit DAB+ viel besser und schöner Radio hören kann, bis sie es allmählich zu glauben begannen. Weil die Untertanen reich und faul waren, glaubten sie es einfach und kauften immer mehr DAB+-Radiogeräte. Dann hatte der Minister für Marketing noch eine Idee. Er sagte den Untertanen, dass man das alte UKW Radio bald abschalten wird, weil es ausgedient hat.
Die Untertanen schien das nicht so zu interessieren und sie reagierten nicht auf diese Ankündigung. Radio gab's ja überall. Die Untertanen hatten alle ein Smartphone und konnten Radio fast überall vom Internet empfangen. Viele Untertanen kauften sich neue Autos, denn sie waren Untertanen in einem reichen Land. Die Autos hatten aber UKW-Radio drin und DAB+-Radio kostete einen Aufpreis. Es war ihnen egal. Sie bezahlten den Aufpreis und fanden das ganz praktisch, weil sie nun DAB+ und UKW hören konnten. In benachbarten Königreichen gab es halt zum Teil kein DAB+.
Sie fuhren öfter in benachbarte Königreiche, weil man dort billiger einkaufen konnte.
Endlich konnte der Herrscher zufrieden sein. Die Verbreitung von DAB+ nahm stark zu. Die Untertanen hatten die Botschaft verstanden, und es gab kaum Gegenstimmen im Radio. Wer sich im Internet schlau machte, fand vielleicht einmal einen durchgeknallten Blogger oder Journalisten, der das anders sah. Einsame Rufer in der Wüste. Diese Leute fanden DAB+ zwar nicht schlecht, aber sie konnten nicht verstehen, dass man UKW abschalten will.
Sie dachten an die armen Leute im reichen Land, die sich kein neues Radiogerät kaufen können. Sie dachten an die Automobilisten, die sich kein neues Auto kaufen werden. Sie dachten an die Leute im Land, die plötzlich gezwungen sein werden, etwas zu kaufen, um weiterhin Radio zu hören. Dabei bezahlen sie immer ihre Steuern, ob sie Radio hören oder nur Zeitung lesen.
Fortsetzung folgt.