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«Ein kleines Stück: Liebe»(Rolf Guldimann).
«Warte uf e Godot» am Flughafen (Rolf Guldimann und Mike Müller).
«Warte uf e Godot» im Hammerloch.
«Warte uf e Godot»(Rolf Guldimann und Mike Müller).
«Pestalozzi» (Daniel Hoch).
«Pestalozzi» (Mike Müller und Rolf Guldimann).
«Der Selbstmörder»

Die Anfänge

Im November 1983 vereinte sich unter dem Namen «Jugendtheatergruppe Olten» eine Gruppe von Theater interessierten Jugendlichen. Die Initiative ging zurück auf aktive Kantonsschüler. Die Idee bestand darin, schulexternes Theater zu machen. Die Gruppe startete mit anfänglich 25 Personen. Im Juni 1985 führte das Ensemble, das im Verlaufe der Probenarbeiten auf 8 Mitglieder zusammengeschrumpft war, die erste Produktion auf. Der Erfolg führte im Februar 1986 zur Gründung des Vereins «Theatergruppe Olten». Zweck: Der Verein trat als Träger der Theaterproduktionen auf und bot Theaterkurse an. Zwischen 1983 und 1991 standen den Interessenten 22 Kurse unter professioneller Leitung bereit zu den Themen: Improvisation, Tanztheater, Commedia dell‘arte, Kabarett, Methoden von Stansislawski und Strasberg. Im Jahr 1992 startete die TheaterVorSchule, ein berufsbegleitender Ausbildungskurs, der einen umfassenden Über– und Einblick in das Schauspiel bot. Grundkurs und Intensivkurs umfassten insgesamt 32 Lektionen oder über 80 Unterrichtsstunden.
Die Inszenierungen
«Ein kleines Stück: Liebe»
Uraufführung im Juni 1985. Mischform zwischen Improvisation, Rollen- und Szenentheater. Buch und Regie: Daniel Tröhler. Aufführungen in Olten und Solothurn.
«Seelentanz»
Première im Februar 1987. Buch und Regie: Daniel Tröhler. Form: szenisches Improvisationstheater. Das Stück handelte von der Gefangenheit der Menschen in der Welt, wie er mit sich und mit anderen Menschen zurechtkommt, oder eben auch nicht. Aufführungen in Olten, Solothurn, Basel und Bern.
«pausenlos»
Première im November 1987. Buch und Regie: Daniel Tröhler. Form: lebendiges, szenisches Improvisationstheater. "pausenlos" versuchte die uralte Mythologie mit der Realität zu verbinden und vereinte Ethik und Logik. Aufführungen in Olten, Solothurn, Basel, Bern, Winterthur, Baden, Luzern, Aarau und Zürich. Tournee in Hannover, Braunschweig, Hildesheim und Salzgitter.
«Warte uf e Godot»
Erstmals inszenierte die Theatergruppe keine selbst geschriebene Geschichte, sondern die Mundart-Fassung von «Warten auf Godot» von Samuel Beckett. Regie: Daniel Tröhler. Als Schauplatz diente ein in seiner Ausstrahlung und Unwirtlichkeit geradezu prädestinierter Ort, die Baugrube für das Hammer-Areal II mitten in Olten. Der Ort stellte hohe Anforderungen bezüglich Infrastruktur, Akustik und Licht. Die Open-Air-Aufführungen im Juni 1989 gerieten zu einem begeisternden Ereignis mit überregionalem Echo. Aufführungen auch in Solothurn und Bern. Höhepunkt waren die Inszenierungen am Flughafen Zürich, wo «Warte uf e Godot» an sechs Abenden in der üblicherweise dem Passagierverkehr vorbehaltenen Abflughalle des ehemaligen Terminals A gespielt wurde.
«Pestalozzi: Ein Lehrstück über die Unmöglichkeit, Lehren und lehren»
1991 plante der Verein ein ehrgeiziges Projekt: Ein Stück über Johann Heinrich Pestalozzi. Die Theatergruppe Olten wagte den Schritt in die Halbprofessionalität. Die Produktion mit gegen 40 Aufführungen erforderte weitreichende Organisation. Buch und Regie: Daniel Tröhler. Das Stück beinhaltete keine szenische Biographie, sondern den Lebenskampf eines Individuums in einem gesellschaftlichen System, das sich ihm entgegenstellt. Uraufführung am 245. Geburtstag Pestalozzis, am 12. Januar 1991 im Kunsthaus in Zürich, also in unmittelbarer Nähe seines Geburtshauses. Tournee durch alle grossen Deutschschweizer Städte sowie nach Berlin an die Freie Universität und ins Theater «Spielraum». Im Juni 1991 Freilichtaufführungen an den Wirkungsorten Pestalozzis, im Klostergarten Stans, im Schlosshof Burgdorf, im Schlosshof Yverdon und im Neuhof in Birr.
«Der Selbstmörder»
Première im Oktober 1992. Buch: Nikolai Erdmann, Regie: Herbert Fischer. Turbulente Geschichte mit 9 Darstellern in 43 Rollen. Aufführungen im Proberaum der Theatergruppe Olten an der Industriestrasse 186 in Olten. Dafür baute die Gruppe den Raum in ein zweckmässiges Kleintheater um.
Das Kleintheater
Die Theatergruppe Olten verfügte erst seit der Pestalozzi-Produktion, also seit 1990 über einen eigenen Proberaum. Gefunden wurde dieser Raum im Oltner Industriequartier neben den SBB-Geleisen. Die Gruppe baute das Probelokal 1992 in ein einfaches Kleintheater mit einer besonderen Ambience um. Der Raum bot Platz für 100 Gäste. Im Sommer 2003 bezog die Theatergruppe ein neues Lokal mitten im Stadtzentrum von Olten. Unter Mithilfe von Gönnern, Sponsoren, Kanton Solothurn und Stadt Olten baute die Gruppe die ehemalige «Städtlipost» an der Dornacherstrasse 5 in eine attraktives und schmuckes Kleintheater um. Das Theaterstudio Olten hat 93 Plätze und vermittelt den Besuchern echte Kleintheateratmosphäre. Pro Jahr sind zwischen 25 und 35 Aufführungen nationaler und internationaler Künstler zu sehen.
Die Theatermacher
Im Trägerverein «Theaterstudio Olten» engagieren sich die folgenden Personen:
Maya von Burg, Barbara Butz, Rolf Guldimann, Daniel Hoch, Rebekka Horlacher, Daniela Hurni, Brigitte Kunz, Andreas Meier, Sibylle Meier, Rhaban Straumann, Daniel Tröhler, Silvia Wüest, Marco Zoli
Das Theaterstudio Olten wird von privaten Gönnern und Sponsoren sowie vom Kanton Solothurn und der Stadt Olten finanziell unterstützt. Das Schaffen der Theatergruppe Olten wurde im Januar 1991 mit einem Förderpreis der Stadt Olten ausgezeichnet. Im selben Jahr konnten die Theaterschaffenden den Kulturpreis des Kuratoriums des Kantons Solothurn entgegennehmen. 2009 erhielt das Theaterstudio Olten von der Stadt Olten eine Ehrengabe für Theaterkunst.
Sichtbarer Erfolg der Aktivitäten der Theatergruppe Olten ist neben dem Kleintheater der Darsteller Mike Müller. Zusammen mit Daniel Tröhler und Daniel Hoch gründete er 1983 die Jugendtheatergruppe. Er spielte in sämtlichen Produktionen eine Hauptrolle und gestaltete das Programm im Kleintheater ab 1992 während mehrerer Jahre.