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Die Zürcherinnen und Zürcher heiraten immer später und auch nicht mehr so oft wie früher, wie der Kanton Zürich schreibt.
Eine aktuelle Studie des Statistischen Amts geht der Frage nach, wie sich das Heiratsverhalten im Kanton Zürich in den letzten Jahren entwickelt hat. Thema sei zudem, wie viele gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft eintragen liessen.2017 haben rund 8\\\\\\\\\\\\\\\'200 Paare standesamtlich geheiratet.
Die Zahl der Eheschliessungen war in den letzten fünfzehn Jahren recht stabil, sie lag bei stark wachsender Bevölkerung stets zwischen 8\\\\\\\\\\\\\\\'000 und 8\\\\\\\\\\\\\\\'800 pro Jahr. Bezieht man sie auf die im Kanton lebende Bevölkerung, sei die Heiratsneigung somit gesunken.
2002 wurden sieben Ehen auf 1\\\\\\\\\\\\\\\'000 Einwohnerinnen und Einwohner geschlossen, 2017 waren es nur noch 5,5. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Heiratswelle Ende der Sechzigerjahre haben sich fast 9\\\\\\\\\\\\\\\'500 Paare das Ja-Wort gegeben, bei einer um über 400\\\\\\\\\\\\\\\'000 Personen kleineren Einwohnerzahl als heute. Damals kamen also neun Ehen auf 1\\\\\\\\\\\\\\\'000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Die Institution der Ehe bleibt für viele Menschen attraktiv, habe aber Konkurrenz durch nichteheliche Lebensformen erhalten.2017 waren sieben von zehn Eheschliessungen sogenannte Erstheiraten: Sowohl die Frau wie der Mann vermählten sich zum ersten Mal, waren also beide ledig. Die übrigen Eheschliessungen waren Wiederverheiratungen, bei denen mindestens einer der Ehepartner nicht ledig war.
Mehrheitlich handelte es sich dabei um Geschiedene. In den letzten 15 Jahren sei die Zahl der Erstheiraten angestiegen, unter anderem weil viele junge Leute im besten Heiratsalter in den Kanton Zürich gezogen sind.
Im Gegensatz dazu sei die Zahl der Wiederverheiratungen rückläufig. Einerseits sinken die Scheidungszahlen, anderseits verheiraten sich Geschiedene nicht mehr so schnell wie früher.
Diese gegenläufigen Trends erklären, weshalb die Gesamtzahl der Eheschliessungen in letzter Zeit etwa konstant geblieben ist.In Sachen Heirat überstürzen die Zürcherinnen und Zürcher nichts: Sie heiraten immer später. Bei ihrer ersten Eheschliessung seien Frauen heute im Schnitt knapp 30 und Männer gut 32 Jahre alt.
Noch 1970 heirateten ledige Frauen und Männer fast sechs Jahre früher. Viele Paare lassen sich Zeit und heiraten erst kurz vor der Familiengründung.
Vorher leben sie unverheiratet zusammen, was heute im Gegensatz zu früher gesellschaftlich akzeptiert ist. Der Mann sei bei der Erstheirat im Schnitt gut zwei Jahre älter als die Frau, und dieser Altersunterschied sei in den letzten fünf Jahrzehnten erstaunlich stabil geblieben.
Personen, die sich erneut vermählen, seien natürlich deutlich älter als erstmals Heiratende. Wenn Männer nach einer Scheidung erneut heiraten, seien sie im Schnitt 48, Frauen dagegen 43 Jahre alt.2017 haben 245 gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft auf dem Standesamt eintragen lassen.
Diese Möglichkeit haben sie seit 2007. Männliche Paare lassen sich häufiger eintragen als weibliche, sie machen rund drei Viertel der Eintragungen aus. Gleichgeschlechtliche Paare seien bei ihrer ersten Eintragung ebenfalls deutlich älter als die erstmals Heiratenden: Männer wie Frauen seien im Schnitt zwischen 40 und 45 Jahre alt.
Die Eintragungen von Partnerschaften im Kanton Zürich machen stets etwa 30 Prozent der Schweiz aus.Die Studie des Statistischen Amts basiert auf BEVNAT, der Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung des Bundesamts für Statistik. Diese verzeichnet Eheschliessungen und Partnerschaftsregistrierungen von Paaren, deren Referenzperson bei der Heirat oder Eintragung ihren ständigen Wohnsitz im Kanton Zürich hatte.
Die Auswertungen beziehen sich auf die ständige Bevölkerung der Jahre 1970 bis 2017..