Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03239.jsonl.gz/323

Die Afroamerikaninnen Katherine, Dorothy und Mary arbeiten als Mathematikerinnen bei der NASA. Das ist alles andere als selbstverständlich. Denn zu Beginn der 60er Jahre ist es in Virginia ungewöhnlich, als Frau zu arbeiten.
Ständige Diskriminierung
Zudem herrscht strikte Rassentrennung. Afroamerikaner müssen hinten im Bus sitzen. Toiletten, Kantinen und Büros sind streng zwischen Weissen und sogenannt Farbigen getrennt.
Hochmütige Vorgesetzte, verständnislose Ehemänner und ständige Diskriminierung sind Probleme, mit denen Katherine und ihre Freundinnen in «Hidden Figures» täglich zu kämpfen haben.
Trotz dieser Hindernisse lassen sie sich nicht unterkriegen. Unbeirrt leisten sie ihren Anteil daran, die Amerikaner ins All zu bringen.
1. Das stärkste Zitat
«Jedes Mal wenn wir weiter kommen könnten, verschieben sie die Ziellinie.» Mary Jackson ist wütend und enttäuscht. Ihr Traum, Ingenieurin zu werden, ist soeben in weite Ferne gerückt. Sie hat erfahren, dass sie dafür Kurse an einer High School für Weisse besuchen müsste.
2. Die Schauspielerin
Octavia Spencer ist für ihre Rolle als Mathematikerin Dorothy Vaughan in «Hidden Figures» für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert. Es wäre ihr zweiter Academy Award in dieser Kategorie. Den ersten erhielt sie 2011 für ihre Rolle als Minny Jackson in der Romanverfilmung «The Help». Diese ist in Mississippi zu Zeiten der US-Bürgerrechtsbewegung angesiedelt und beschäftigt sich ähnlich wie «Hidden Figures» mit Sexismus und Rassentrennung.
Die Wahl von Donald Trump, die fast mit dem Kinostart von «Hidden Figures» zusammenfiel, hat die politische Botschaft des Films verstärkt. Genauso wie ihre Co-Stars hat sich auch Octavia Spencer in den letzten Wochen für die Rechte von Frauen und Minderheiten engagiert. Sie erinnerte zum Beispiel in einem Interview mit dem Branchenblatt Variety, Link öffnet in einem neuen Fenster daran, wie wichtig es ist, die Bürgerrechte aktiv zu verteidigen. Und sie sponserte eine Gratisvorführung von «Hidden Figures» für Familien in Los Angeles, die sich den Eintritt nicht leisten können.
3. Fakten, die man wissen sollte
Die drei Mathematikerinnen hat es so oder zumindest in ähnlicher Form tatsächlich gegeben. Katherine G. Johnson leistete wesentliche Beiträge zu den Flugbahnberechnungen für die erste bemannte Weltumrundung der Amerikaner und für den Apollo-Flug zum Mond.
Mary Jackson wurde die erste afroamerikanische Luft- und Raumfahrt-Ingenieurin und Dorothy Vaughan war die erste afroamerikanische Vorgesetzte der NASA. Mehr über das Leben der drei Frauen kann man in Margot Lee Shetterlys Sachbuch «Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen» nachlesen, auf dem der Film teilweise basiert.
4. Das Urteil
«Nicht weil es leicht ist, sondern weil es schwer ist.» Diese historischen Worte von Präsident Kennedy beschreiben nicht nur das Rennen ins All perfekt. Sie könnten auch als Motto von «Hidden Figures» herhalten. Unter der Regie von Ted Melfi und mit Hilfe eines grossartigen Casts ist ein humorvolles Wohlfühl-Drama entstanden. Dieses geht im diesjährigen Oscar-Rennen gleich in drei Kategorien an den Start: Bester Film, Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer) und Bestes adaptiertes Drehbuch.
Die wahre Geschichte der drei aussergewöhnlichen Frauen wird von Hollywood als typische Erfolgsstory erzählt. Es gibt keine grosse Rückschläge und keine grossen Überraschungen. Doch die braucht es auch nicht. Der Film strahlt einen Optimismus aus, dem man sich nur schwer entziehen kann. Er macht Mut und zeigt, dass sozialer Wandel immer möglich ist.
Kinostart: 02.02.2017