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Der wegen der Verletzung des zweiten Schweizer Weltcup-Piloten Simon Friedli einzige Schweizer Michael Vogt verlor auf den Überraschungssieger und neuen Europameister Oskars Kibermanis weniger als eine halbe Sekunde. Das Weltcup-Finale im Engadin wurde gleichzeitig als EM gewertet, hier verpassten Vogt und sein Team die Bronzemedaille gegenüber dem Russen Rostislaw Gaitiukewitsch nur gerade um 18 Hundertstel. Silber holte der grosse Dominator Francesco Friedrich, der sich mit dem grossen Schlitten erstmals in dieser Saison geschlagen geben musste.
Vogt gelangen im Olympia Bob Run zwei saubere Läufe. Einen Teil des Rückstandes handelte er sich am Start ein. Der 24-jährige Schwyzer musste wegen eines Muskelfaserrisses auf Sandro Michel, seinen standardmässig besten Anschieber, verzichten. Angesichts der fehlenden Automatismen fielen die Startzeiten aber sehr ordentlich aus. So wird Vogt am 30. Januar mit einem guten Gefühl nach China reisen. Bis zum Beginn der olympischen Bob-Wettkämpfe in knapp vier Wochen dürften auch Michel und Friedli wieder voll einsatzfähig sein.
Schweizer Frauen verpassen Medaillen klar
Eine Enttäuschung setzte es für die Schweizer Frauen ab. Martina Fontanive und Melanie Hasler fuhren auf den 10. respektive 17. Platz. So blieben auch EM-Medaillen deutlich ausser Reichweite.
Fontanive und ihre Anschieberin Irina Strebel zeigten zwei solide Fahrten, verpassten aber den angestrebten Top-8-Platz, der ihnen die definitive Olympia-Selektion garantiert hätte. Die Schweiz verfügt im Zweierbob nach diesem Wochenende über zwei Quotenplätze, doch die 35-jährige Zürcherin muss noch auf den Goodwill der Selektionäre von Swiss Olympic hoffen.
Die zwölf Jahre jüngere Hasler, die schon lange für Olympia qualifiziert ist und am Samstag mit dem Monobob EM-Vierte wurde, verhaute ihre Läufe völlig und zeigte sich entsprechend enttäuscht. Immerhin geht der Heilungsverlauf ihrer Zerrung im Oberschenkel gut voran. Sie ist sicher, dass sie bis zu den Olympia-Rennen wieder topfit sein wird.
Die Deutschen feierten angeführt von Kim Kalicki einen Dreifachsieg, der Gesamt-Weltcup ging an die Amerikanerin Elana Meyers Taylor.