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Die nordirische EU-Abgeordnete Martina Anderson fordert möglichst bald ein Referendum über die Wiedervereinigung Nordirlands mit der Republik Irland im Süden. Dies ergebe sich zwangsläufig daraus, dass die Mehrheit der Nordiren beim Brexit-Referendum 2016 gegen einen Austritt aus der EU gestimmt habe, der nun aber dennoch vollzogen werde, sagte Anderson der Nachrichtenagentur DPA.
Anderson gehört der Partei Sinn Fein an, die früher als politischer Arm der pro-irischen Terrororganisation IRA galt.
«Nach dem Brexit wird Nordirland in bestimmten Bereichen allmählich von den EU-Regeln abweichen», erläuterte Anderson. «Je weiter diese Abweichung vorangeschritten ist, desto schwieriger wird es, den Norden nach einer Wiedervereinigung wieder in die EU zu integrieren.»
Ein Referendum über die Wiedervereinigung müsse deshalb möglichst bald kommen. In jedem Fall müsse es vor der nächsten Europawahl 2024 stattfinden.
Irland ist seit 1921 geteilt. Damals erkämpften sich die Iren Autonomie, die sie später zur vollständigen Unabhängigkeit von Grossbritannien ausbauten. Dies galt aber nur für etwa fünf Sechstel der Insel: Der Norden, damals die mit Abstand reichste Region und die einzige mit einer protestantischen Mehrheit, blieb Teil des Vereinigten Königreichs. (aeg/sda/dpa)
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