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23.04.2018 13:18:23

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Männedorf im liberalen Zürich1831
Bereits wenige Jahre nach der bürgerlichen Revolution von 1831 macht sich in Männedorf eine steigende Skepsis gegenüber der Errungenschaften des neuen liberalen Zürichs breit. Das erstaunt höchstens auf einen ersten, oberflächlichen Blick. Ein zweiter verrät: Männedorf gewinnt wenig in der neuen Zeit:
Nach 1831 wird der Kanton Zürich in 11 Bezirke und 65 Zünfte eingeteilt. Männedorf gehört zusammen mit Uetikon und vier weiteren Zünften zum Bezirk Meilen. Die Zünfte sind die Wahlkreise der Mitglieder des Grossen Rates (heute Kantonsrat). 1869 werden die Zünfte aufgehoben, sie bestehen aber als Kantonsratwahlkreise bis 1916 weiter, als auf kantonaler Ebene das Proporzwahlrecht eingeführt wird. Die Zunftgerichte werden 1866 in Kreisgerichte umbenannt, 1874 werden sie aufgehoben.
Die Regeneration bewirkt 1831 teilweise und 1837 umfassend die Wirtschaftsfreiheit, garantiert das Privateigentum und ermöglicht allen Bürgern die Beteiligung an der Macht über unbezahlte Parlamentsmandate. Dadurch wird die Hauptstadt Zürich geschwächt und die Landschaft gestärkt. Diese Umgestaltung wird mittels zusätzlicher Steuern finanziert, welche die Landgemeinden und ihre
Bevölkerung ganz erheblich belasten.
Zu den Gewinnern der bürgerlichen Revolution gehören Juristen, Ärzte und Lehrer, zu den Verlierern die bäuerliche und gewerbliche Mittelschicht, welche unter wachsenden Steuern leiden sowie Kleinbauern und Heimarbeiter, aber auch Pfarrherren und die alten Eliten. In Männedorf dominiert die Mittelschicht, und es dominieren kleinere Bauern, die ihr Zubrot teilweise in Heimarbeit verdienen.
Bild: Männedorf ist im 19. Jahrhundert von einer landwirtschaftlichen Mittelschicht geprägt.
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