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Vestibuläre Migräne
A. Palla, C. Gobbi, O. Meienberg / Juli 2015
Grundsätzlich richten sich die Therapieempfehlungen der vestibulären Migräne nach den Leitlinien für den Migränekopfschmerz. Dies unter der Annahme gemeinsamer pathophysiologischer Vorgänge sowie dem Fehlen grösserer placebo-kontrollierter Studien.
Zurzeit liegt einzig eine kleinere, randomisierte, kontrollierte Studie zur Akutbehandlung der vestibulären Migräne mit dem Triptan Zolmitriptan vor, welche einen Trend von Zolmitriptan gegenüber Plazebo zeigte (Neuhauser H et al. Zolmitriptan for treatment of migrainous vertigo: a pilot randomized placebo-controlled trial, Neurology 2003). Auch weitere Triptane, insb. Sumatriptan und Rizatriptan, scheinen einen positiven Effekt zu haben. Ein Ansprechen auf nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) ist ebenfalls berichtet. Zur Behandlung der Übelkeit empfehlt sich Dimenhydrinat, welches nachgewiesene Wirkung bei der Reisekrankheit und bei akuten vestibulären Ausfällen hat. Als Prophylaxe-Medikamente empfehlen sich in erster Linie Betablocker und Flunarizin, in zweiter Wahl auch Topiramat oder Valproinsäure. Erwähnenswert ist eine kürzlich erschienene Studie, welche einen positiven Effekt einer Kombination von Cinnarizin und Dimenhydrinat (Teggi R et al. Fixed combination of cinnarizine and dimenhydrinate in the prophylactic therapy of vestibular migraine: an observational study, Neurol Sci 2015) zeigte. Vorsicht ist geboten beim Einsatz von Betahistidin, welches in der Behandlung von Schwindelpatienten häufig benutzt wird, jedoch Kopfschmerzen verursachen kann.