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Warum geben Menschen «unnötig» Geld aus, obwohl sie wissen, dass sie es besser in ihre Altersvorsorge investieren sollten? Warum steigen Anlegerinnen und Anleger am Tiefpunkt der Börse aus dem Markt aus, obwohl sie einen herben Verlust hinnehmen müssen? Dieses Verhalten ist rational nicht nachvollziehbar – es zeigt aber, dass menschliche Entscheidungen nicht immer nach rationalen Kriterien getroffen werden.
Die Verhaltensökonomie setzt sich mit irrationalem menschlichem Verhalten in wirtschaftlichen Situationen auseinander. Sie versucht, die Annahme des Homo oeconomicus, also des rational denkenden und handelnden Menschen, durch ein realitätsnäheres Modell abzulösen.Die Grundaussage lautet:«Alle Anlegerinnen und Anleger neigen zu Verhaltensfehlern. Verhaltensfehler sind nicht rational begründbare Verhaltensmuster oder Neigungen, die sich auch in den Anlageentscheidungen und damit an den Börsen niederschlagen. Es gibt keine rein rationalen Anlageentscheidungen, die zu effizienten Märkten führen.» Doch: Wer typische Verhaltensfehler bei sich selbst erkennt, kann nicht nur seine eigenen Entscheidungen optimieren, sondern auch die durch das Fehlverhalten anderer entstehenden Ineffizienzen nutzen. Mit diesem Ziel untersucht die Verhaltensökonomie typische Verhaltensfehler.Nachfolgend werden einige Beispiele von irrationalem Verhalten aus dem Alltag aufgezeigt. Unter «Lösung und Erklärung» zeigt sich, welches die rationale Verhaltensoption wäre und warum. Das ZiegenproblemSie sind als Kandidat oder Kandidatin in einer Spielshow und haben die Wahl zwischen drei Toren. Hinter einem Tor befindet sich der Hauptgewinn, hinter den anderen beiden Toren jeweils eine Ziege. Der Showmaster weiss, was sich hinter den Toren befindet. Sie entscheiden sich für Tor Nummer 1. Der Show-Master hat die Auflage ein Tor zu öffnen, welches eine Ziege enthält und öffnet daher Tor Nummer 3. Er fragt: «Möchten Sie bei Tor Nummer 1 bleiben oder stattdessen Tor Nummer 2 wählen?»Wie entscheiden Sie sich? Ist es von Vorteil, das Tor zu wechseln?
RepräsentativitätsheuristikSie werfen drei Mal eine Münze, jedes Mal zeigt sie Kopf. Sie werden herausgefordert, beim nächsten Wurf CHF 100 auf den Ausgang des Münzwurfs zu wetten.Welche Seite wählen Sie? Kopf oder Zahl?
KontrollillusionSie kaufen sich einen Lottoschein und müssen darauf sechs Zahlen ankreuzen. Sie dürfen sich entscheiden: Entweder der Kiosk-Verkäufer kreuzt für Sie sechs Zahlen an oder Sie erhalten den Schein und entscheiden sich selbst für sechs Zahlen.In welchem Fall ist Ihre Gewinnchance höher?
AnkerheuristikWie ist Ihre Einschätzung: Ist es wahrscheinlicher, in den USA durch herabstürzende Flugzeugteile oder durch Haiangriffe ums Leben zu kommen?
Mental AccountingStellen Sie sich folgende Situationen vor:
Situation 1Sie haben ein Konzertticket für CHF 150 gekauft. Ihnen fällt erst vor dem Konzertsaal auf, dass Sie Ihr Ticket verloren haben. An der Abendkasse werden aber noch Tickets zum gleichen Preis verkauft. Kaufen Sie sich ein neues Ticket?
Situation 2Sie haben an der Abendkasse ein Konzertticket für CHF 150 reserviert. Als Sie am Konzertsaal eintreffen, merken Sie, dass Sie die CHF 150 für das Ticket unterwegs verloren haben müssen. Kaufen Sie sich trotzdem ein Ticket?
Fazit: In vielen Alltagssituationen treffen wir irrationale Entscheidungen. Geht es um Anlageentscheide, kann dies unter Umständen schmerzhafte finanzielle Folgen haben. Eigene Verhaltensfehler bei sich selbst zu erkennen, kann dabei helfen, die eigenen Entscheidungen zu optimieren.
In Bezug auf das Anlegen können die Risiken, in eine verhaltensökonomische Falle zu tappen, durch die Unterstützung unserer Beraterinnen und Berater deutlich minimiert werden.
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