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Das Wappen von Madiswil – Erinnerung an eine uralte Sage
In einem grünen Feld ein weissgekleideter linkshändiger Mäher mit einem weissen Hut und einer silbernen Sense an goldenem Worb, das ist das Madiswiler Wappen.
Es erinnert an die Sage vom Linksmähder von Madiswil. Sie handelt vom Burschen Ueli, der um eine reiche Bauerntochter warb. Der Vater des Mädchens wollte der unerwünschten Liebschaft ein Ende machen, indem er dem Jüngling als Bedingung für die Hand seiner Tochter eine schier unerfüllbare Aufgabe stellte. Ueli sollte innert einer bestimmten Frist mit der linken Sense ein Kreuz in eine ausgedehnte Matte mähen. Unter Aufbietung seiner ganzen Kraft schaffte er es, das schwere Werk rechtzeitig zu vollenden. Nach dem letzten Sensestreich aber brach der Unglückliche zusammen, und mit einem Aufschrei warf sich Vreneli über seinen geliebten Ueli. Sehr unterschiedlich sind in den drei Linksmähder-Fassungen die Angaben über Uelis Todesursache. Auch das weitere Schicksal Vrenelis wird nicht einheitlich dargestellt. Seither, so sagt man, führe Madiswil den Linksmähder im Wappen. Die Madiswiler können den Ort, wo sich jenes tragische Geschehen abgespielt haben soll, heute noch bezeichnen: es ist die Grossmatte.
Unsere Madiswiler Kirche, an beeindruckender, erhöhter Lage erbaut, wurde durch die archäologischen Grabungen anlässlich der letzten Restauration im Jahre 1988 mit einer langen Geschichte belegt. Seit dem 9./10. Jahrhundert entstanden und verschwanden fünf Vorgänger-Kirchen. Dem letzten, 1778 als Saalkirche entstandenen Bau (Turm 1810), versuchte man sich bei der Innenrestauration so gut wie möglich anzunähern. So wurden zum Beispiel auch die Farbtöne des damaligen Spätbarocks wieder aufgenommen. Neu hinzugefügt wurden einerseits die Kristallleuchter, die dem Gottesdienstraum ein festlich warmes Ambiente verleihen. Andererseits zieren die heutige Kirche einzigartige Farbfensterscheiben, welche in 16 Stationen und Symbolen von der Schöpfung bis hin zu den Evangelisten führen. Entworfen wurden diese von Glasmaler Max Brunner. Ausführliche Erläuterungen zur Geschichte liegen in der Kirche auf.
Der Linksmähderpfad ist ein historischer Rundgang durch unser Dorf. Er wurde angelegt, um auf Vergangenes aufmerksam zu machen. Der Weg führt an Gebäuden und Örtlichkeiten vorbei, die für Madiswil charakteristisch sind: Der alte Gasthof, das alte Doktorhaus, das „Galgenlöli“, typische Oberaargauer Bauernhäuser, der Kirchplatz, die Dorflinde mit dem Wirkungsort des Volksschriftstellers und Ehrenbürgers Jakob Käser sowie schliesslich die alte Schmitte im Oberdorf. Die angebrachten Tafeln geben Auskunft über die jeweiligen Objekte. Es besteht die Möglichkeit, für Gruppen Führungen zu organisieren.
In der alten Dorfschmitte lebte, arbeitete und dichtete der Madiswiler Schmiedemeister und Madiswiler Ehrenbürger Jakob Käser (1884-1969). Nach dem Tagwerk schrieb er in einem eigenständigen Oberaargauerdeutsch am Feierabend seine Erzählungen und Gedichte. In der alten Schmitte entstanden somit die Bücher Oberaargauerlüt, d`Dorflinge, Fyrobe, der Habermützer, am Dorfbach noh, dr Chylespycher, Bärnergmüet, wenn der Hammer ruht.
Die Herzroute ist die erfolgreichste Velowanderroute für E-Bikes in der Schweiz. Seit ihrer Eröffnung 2003 verzaubert sie Tausende von Besuchern. Die Etappe Burgdorf- Willisau (63 km) führt in Madiswil vorbei. Beim Landgasthof Bären besteht für Biker die Möglichkeit, eigene Energie zu tanken sowie die Veloakkus aufzuladen. Detailliertes Informationsmaterial ist bei der Gemeindeverwaltung erhältlich.
Hinter dem Bürgisweier, an der Strecke Madiswil – Melchnau, beginnt der sehr schön angelegte Waldlehrpfad. In aufwändiger Arbeit stellen die Naturfreunde Lotzwil-Madiswil auf dem 1,5 km langen Weg 48 Bäume und Pflanzen vor.