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Diese Artikelserie finde ich sehr empfehlenswert, weil sie sehr deutlich aufzeigt, in welchen Trilemmas wir stecken. Man kann die Anregung jetzt sofort wieder über das Argument „linke Ökonomen“ ad acta legen, aber wenn man objektiv bleibt, ist die Sache so einfach nicht:
Die Lösung des Trilemmas wird nicht vorgegeben, im Gegenteil: eigentlich wird ja damit aufgezeigt, dass jede politische Richtung an ihre Grenzen stossen muss. Der Artikel behandelt die Stabilität des Finanzsystems, verweist aber auch auf einen älteren Artikel mit dem Trilemma weitgehende ökonomische Öffnung (Hyperglobalisierung) / Demokratie / nationaler Unabhängigkeit. Die Leute unter uns, die gerne die Grenzen selber kontrollieren möchten, müssten zur Kenntnis nehmen, dass dies mit einer Liberalisierung und Globalisierung in der Wirtschaft keineswegs zusammen geht – es sei denn, man will die Demokratie entsorgen. Oder man verzichtet auf die nationale Unabhängigkeit und unterstellt sich einer starken internationalen Regierung. Beide Ansätze sind selbstverständlich zu verwerfen und zum Glück auch nicht realistisch.
Ich denke, dass diese Trilemmas mit dem Zuwachs an Geschwindigkeit zwischen den Systemen zunehmen, d.h. je schneller die Einflüsse aus einer anderen Region der Welt bei uns eintreffen, desto stärker wirken sich die Zielkonflikte aus. Ein weiteres Beispiel für solche Trilemmas könnte Steuerwettbewerb / Demokratie / nationale Unabhängigkeit sein – und das eigentlich auf jeder Stufe. Dieselben Regeln können innerhalb der Schweiz auch auf die Kantone oder innerhalb der Kantone auf die Gemeinden angewendet werden. Je mobiler das Kapital wird, desto weniger lässt es sich von lokalen Regelungen steuern – und der Hochfrequenzhandel lässt grüssen.
Gemäss meiner Annahme müssten aber die Zusammenbrüche dieser Systeme immer schneller erfolgen. Möglicherweise decken die Geldschwemmen in China, USA und der EU den schmerzhaften Systemfehler einfach mit der Droge zu, mit der die Menschen zuverlässig ruhiggestellt werden können?