Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03525.jsonl.gz/1030

Vs. Kopf des Titus mit Strahlenkrone n. l.
Rs. Nackter Jüngling steht n. r., dahinter Pferd, rechts weibliche Gestalt (Minerva?) mit Helm sitzend n.l.
Weissmetall, gegossen
Gewicht 10,434 g, Dm. 24,2 mm
Inv. 2010.368.
Der Begriff „Fälschung“ ist sehr dehnbar. Entscheidend ist die Täuschungsabsicht, die jedoch häufig nicht eindeutig bestimmbar ist. So kann der Dupondius des römischen Kaisers Titus, der mit Hilfe einer echten Vorderseite hergestellt wurde, bewusst mit einer aussergewöhnlichen Rückseite versehen worden sein, um einem gutgläubigen und weniger versierten Sammler als Rarität angeboten zu werden. Die Verwendung einer antiken Vorlage kann aber auch als Kunstgriff angesehen werden, mit dem ein Medailleur einen Bezug seiner neu geschaffenen Rückseite auf den römischen Kaiser herstellen wollte, der bereits damals dank der Biographien Suetons für die Zerstörung Jerusalems bekannt war. Auch könnte die Kombination von antikem Avers und „modernem“, d.h. renaissance-zeitlichem Revers einen Versuch des Künstlers darstellen, sein Werk als ein Werk der viel bewunderten Antike erscheinen zu lassen und so seine Kunstfertigkeit unter Beweis zu stellen.