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Dieser Indikator ermöglicht einerseits eine Übersicht der von den verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Schweiz ausgeübten Berufe. Andererseits ist der ausgeübte Beruf die wichtigste Form, in der erworbene Qualifikationen und Kompetenzen anerkannt oder nicht verwertet werden. Der Indikator kann Hinweise auf die Arbeitsmarktsegregation verschiedener Bevölkerungsgruppen in bestimmten Arbeitsmarktsektoren oder Branchen geben.
Die Verteilung der Erwerbsbevölkerung nach ISCO-Berufsgruppen zeigt, dass sowohl zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund als auch zwischen Personen der ersten und der zweiten oder höheren Generation Unterschiede bestehen.
Bei den Techniker/innen und gleichrangigen Berufen sowie den Bürokräften und verwandten Berufen ist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation signifikant weniger häufig vertreten als die anderen Bevölkerungsgruppen. Sie ist demgegenüber aber signifikant häufiger bei den Führungskräften, den Anlagen- und Maschinenbediener/innen, Montierer/innen und den Hilfsarbeitskräften vertreten.
Im Vergleich zu den anderen Migrationsstatus ist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation bei den Bürokräften und verwandten Berufen übervertreten. Bei den Dienstleistungsberufen und Verkäufer/innen verzeichnen die erste und die zweite oder höhere Generation ähnliche Anteile, die höher sind als diejenigen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.
Was die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund betrifft, weist sie in zwei Berufsgruppen einen signifikant höheren Anteil auf als die anderen Migrationsstatus: bei den Fachkräften in der Land- und Forstwirtschaft, wo sie 4-mal häufiger vertreten ist als die Bevölkerung mit Migrationshintergrund, und auch bei den akademischen Berufen, wo die relativen Unterschiede zwischen den einzelnen Migrationsstatus aber weniger gross sind.
Zwischen 2012 und 2019 ist die Verteilung der Erwerbstätigen nach ISCO-Berufsgruppen grundsätzlich stabil geblieben. Sowohl in der Bevölkerung mit als auch in jener ohne Migrationshintergrund ist der höchste Anstieg in den akademischen Beruf zu beobachten, während der grösste Rückgang bei den Handwerks- und verwandten Berufen zu verzeichnen ist.
Die Differenzierung der Berufsgruppen nach Staatsangehörigkeit liefert weitere Erkenntnisse. Schweizerinnen und Schweizer sind bei den Techniker/innen und gleichrangigen Berufen, den Bürokräften sowie den Fachkräften in der Land- und Forstwirtschaft häufiger vertreten als andere Nationalitätengruppen.
Staatsangehörige aus EU28- und EFTA-Ländern weisen den höchsten Anteil an Führungskräften aus.
Demgegenüber verzeichnen Personen aus den übrigen europäischen Staaten besonders tiefe Anteile bei den Führungskräften sowie den akademischen Berufen. Sie dominieren bei den Handwerks- und verwandten Berufen, den Anlagen- und Maschinenbediener/innen sowie Montierer/innen.
Personen aus dem aussereuropäischen Raum dominieren in keiner Berufsgruppe.
Tabellen
Definitionen
Dieser Indikator zeigt die prozentuale Verteilung auf die ISCO-Berufshauptgruppen (1. ISCO-Ebene). Die ISCO (International Standard Classification of Occupations) ist die Internationale Standardklassifikation der Berufe. Die Verteilung der Erwerbstätigen gemäss dieser Klassifikation liefert Erkenntnisse über die verschiedenen Berufstypen. Die Klassifikation der Berufe ermöglicht im Allgemeinen die internationale Vergleichbarkeit von Statistiken über die ausgeübten Berufe. Wegen ihrer hierarchischen Gliederung kann sie auch für Analysen zur Sozialstruktur der Bevölkerung angewendet werden.