Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/883

Notfall Herzinfarkt
Oft deuten Anzeichen Stunden oder Tage vorher auf einen drohenden Herzinfarkt hin. Aber sie sind schwer einzuordnen. Frauen interpretieren sie darum häufig als Symptome einer Erkältung, als Muskelverspannung, Zahn-, Kiefer- beziehungsweise Halsweh oder Verdauungsstörungen – oder bringen sie in Zusammenhang mit Wechseljahrbeschwerden, Rückenschmerzen, Osteoporose. Einige schreiben die Beschwerden auch ihrer momentanen Arbeitsüberlastung zu und denken: «Das ist psychisch bedingt».
Nehmen Sie unerklärbare und beunruhigende Beschwerden ernst. Ihrem Partner und Ihrer Kollegin würden Sie sagen: Geh zum Arzt. Bitte tun Sie das auch selber.
Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?
Bei Frauen – besonders bei jüngeren Frauen unter 55 Jahren –äussert sich ein Herzinfarkt oft weniger klar als bei Männern, vor allem ohne Brustschmerzen. Denken Sie deshalb auch an die Möglichkeit eines Herzinfarkts bei folgenden Anzeichen:
- Unbestimmte Schwäche, Übelkeit, Erbrechen,
- Atemnot, Erschöpfung, kalter Schweiss,
- Rückenschmerzen oder Oberbauchschmerzen.
Von den «klassischen» Symptomen treten manchmal nur einzelne auf:
- Heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust oder im Hals (Dauer länger als 15 Minuten), oft verbunden mit
- Atemnot und Todesangst.
- Manchmal Ausstrahlung des Schmerzes in den ganzen Brustkasten, gegen beide Schultern, Arme, den Hals, Unterkiefer oder Oberbauch.
Was tun? Benachrichtigen Sie oder jemand in Ihrer Nähe die Notrufnummer 144.
Entwarnung: Verspüren Sie vorübergehend einen ziehenden oder stechenden Schmerz in der Brustgegend, der leicht mit einem Finger lokalisierbar ist, geht dieser in der Regel nicht vom Herzen aus und ist meist harmlos.
Ein Teil der Herzinfarkte werden manchmal erst im Nachhinein erkannt, weil die Anzeichen diffus waren und die Betroffenen lediglich eine ungewohnter Müdigkeit, Atemnot und kalten Schweissausbruch festgestellt haben, allenfalls gleichzeitig mit Erbrechen. Man spricht dabei von einem «stummen» oder «nicht erkannten» Infarkt.