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Francis Schaeffer (1912-1984) ist mir in mancher Hinsicht ein Vorbild. Ich erinnere mich oft an seine Mahnung, Denken und Handeln nicht voneinander zu trennen, sondern als Einheit anzusehen. Er entwickelt dies eindrücklich in seinem letztem Buch “The Great Evangelical Desaster” (1984; dt. “Die grosse Anpassung”, hier als PDF downloadbar)
Es gibt zwei Gefahren:
- Die einen betonen sehr das rechte Denken, entkoppeln es aber vom rechten Leben. Sie betonen die Rechtgläubigkeit, aber es ist kaum etwas spürbar davon. Das bedeutet: Die Entfremdung vom Handeln verändert das rechte Denken bzw. führt davon weg.
- Die anderen betonen hingegen das rechte Leben. Damit verkommt das Leben zum Aktivismus, denn es wird nicht mehr am rechten Denken überprüft und geeicht. Das heisst, die Entfremdung vom rechten Denken führt vom rechten Handeln weg.
Der Heilige Geist bewirkt Sehnsucht nach rechtem Denken, das durch Gottes Selbstoffenbarung gespeist ist, und gleichzeitig das Begehren nach liebender Gemeinschaft. Rechtes Denken beeinflusst rechtes Handeln, und rechtes Handeln korrigiert und schärft das rechte Denken.
An diesem Modell lassen sich Gemeinden bzw. einzelne Bereichen überprüfen. Ist der Austausch bzw. das Gleichgewicht noch da?
- Kinderarbeit steht oft in der Gefahr des Aktivismus (und moralistischen Botschaften).
- Es gibt Ältestenteams, die wie Geschäftsleitungen das Leben überbetonen und ihr Handeln kaum mehr an Gottes Wort überprüfen.
- Es gibt Gottesdienste, die stark die Rechtgläubigkeit betonen, aber die liebende Gemeinschaft fehlt völlig.
- Es gibt Konferenzen, die von frommen und rechtgläubigen Botschaften strotzen, worüber die liebende Gemeinschaft vergessen geht.
Vor einiger Zeit habe ich ein Schaubild erstellt (bitte klicken):