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Stan Wawrinka scheitert in Wimbledon in drei Sätzen am überraschenden Qualifikanten Thomas Fabbiano. Auch Vorjahresfinalist Marin Cilic scheidet aus, derweil Rafael Nadal und Novak Djokovic Drei-Satz-Siege feiern.
Belinda Bencic (WTA 56) erreicht in Wimbledon durch einen 1:6, 7:6 (12:10), 6:2-Sieg gegen die vier Plätze schlechter klassierte Amerikanerin Alison Riske die 3. Runde. In einer phasenweise hochklassigen Begegnung dominierte die als gute Rasenspielerin bekannte Riske lange Zeit mit ihrem starken Aufschlag. Ab dem zweiten Satz gelang es Bencic aber immer besser, dagegenzuhalten.
Die Wende kam im Tiebreak des zweites Satzes: Die 21-jährige Ostschweizerin wehrte insgesamt vier Matchbälle ab, ehe sie beim zweiten Satzball von einem Doppelfehler der zu viel riskierenden Amerikanerin profitierte.
«Wie viele Matchbälle waren es?», fragte Bencic die Journalisten nachher. «Es fühlte sich wie viele an. Ich weiss auch nicht, wie ich die Wende geschafft habe.» Zu Beginn habe Riske «unglaublich gut» gespielt. «Ich hatte nicht das Gefühl, etwas falsch zu machen. Das war frustrierend, aber ich habe einfach versucht, immer dran zu bleiben.»
Das entscheidende Break im Entscheidungssatz gelang ihr dann in einem langen Game zum 3:2, nachdem sie zuvor selber zwei Breakchancen abwehren musste. Damit war der Widerstand von Riske gebrochen. Nach 2:24 Stunden nutzte Bencic ihren ersten Matchball zum Sieg.
Als nächstes trifft sie am Samstag auf die als Nummer 27 gesetzte Spanierin Carla Suarez Navarro. Letztmals hatte sie an einem Grand-Slam-Turnier vor fast zwei Jahren in New York zwei Runden überstanden. Danach machten ihr immer wieder Verletzungen zu schaffen. Gegen Suarez Navarro darf sie sich durchaus Chancen auf einen weiteren Erfolg ausrechnen. Die bisher einzige Begegnung verlor Bencic vor drei Jahren in Stuttgart nur knapp. Das war aber auf Sand, der stärksten Unterlage der 29-jährigen Spanierin. Rasen ist hingegen viel eher die Domäne der Junioren-Wimbledonsiegerin von 2013.
Stan Wawrinka wollte in seiner Enttäuschung nur noch weg. Ohne zu duschen und verschwitzt erschien er zur Pressekonferenz, und er hatte wenig Lust auf tiefgründige Analysen. Seine Erwartungen mögen nach seiner langen Pause nicht mehr so hoch sein, Niederlagen, noch dazu solche der unnötigen Art, mag er aber noch immer nicht.
Nach dem Exploit mit dem Erstrundensieg gegen Grigor Dimitrov endete die 2. Runde für den 33-jährigen Waadtländer mit einer Enttäuschung. Die Partie war am Mittwochabend beim Stand von 6:5 und Deuce für Wawrinka im dritten Satz abgebrochen und auf Donnerstag verschoben worden. Nach vier vergebenen Satzbällen im ersten Satz hatte er gleich vor Einsetzen des Regens nochmals zwei Chancen auf den Gewinn des dritten Satzes nicht nutzen können. «Ich glaube, es hätte viel geändert, wenn ich eine der Möglichkeiten verwertet hätte», sinnierte er.
In der Fortsetzung führte Wawrinka im Tiebreak erneut 6:4, konnte aber auch diese beiden Satzbälle nicht nutzen. Am Ende unterliefen ihm drei Rückhandfehler in Folge, sodass Fabbiano nach insgesamt 2:40 Stunden seinen ersten Matchball verwertete. Wawrinka konnte zwar nicht verbergen, dass es ihm an Matchpraxis und Selbstvertrauen mangelt, physisch hinterliess er hingegen einen hervorragenden Eindruck.
«Ja, da bin ich wieder bei 100 Prozent», bestätigte er. Das ist doch schon viel, wenn man ihn noch zu Beginn des Jahres sichtlich handicapiert gesehen hat. «Ich kann aus diesem Turnier enorm viel Positives mitnehmen», sagte er denn auch kämpferisch. «Ich habe gut gespielt. Ich muss jetzt einfach an den Punkt kommen, wo ich wieder mehrere Siege aneinanderreihen kann. Aber es gibt keine Wunder.»
Wie es weitergeht, weiss er noch nicht im Detail. Den Heimauftritt in Gstaad hatte Wawrinka bereits vor ein paar Wochen abgesagt. Er will seinem Knie nicht einen erneuten Wechsel auf Sand zumuten. Klar ist, dass er das nächste Turnier auf Hartplatz absolvieren wird. Wo, ist noch nicht klar. Wegen seines Rückfalls im Ranking wird der Lausanner aber auf Wildcards angewiesen sein.
Am vierten Turniertag gab es im Männerturnier in Wimbledon die erste grosse Überraschung: Vorjahresfinalist und Turniernummer 3 Marin Cilic scheiterte in der 2. Runde in dreieinviertel Stunden 6:3, 6:1, 4:6, 6:7 (3:7), 5:7 am Argentinier Guido Pella (ATP 82). Cilic wäre der designierte Halbfinalgegner von Roger Federer gewesen.
Als die Partie am Mittwochabend abgebrochen werden musste, hatte Cilic die ersten beiden Sätze klar gewonnen, jedoch gleich vor Einsetzen des Regens noch ein Break im dritten Durchgang zugelassen. Bei der Fortsetzung am Donnerstag gelang dem Linkshänder aus Buenos Aires dann endgültig die Wende.
Nichts anbrennen lassen in Wimbledon bislang Rafael Nadal und Novak Djokovic. Sie erreichten beide praktisch im Gleichschritt die 3. Runde. Die Weltnummer 1 Nadal setzte sich 6:4, 6:3, 6:3 gegen den Kasachen Michail Kukuschkin (ATP 77) durch, der als Nummer 12 gesetzte dreifache Wimbledonsieger Djokovic 6:1, 6:2, 6:3 gegen den Argentinier Horacio Zeballos (ATP 126). (ram/sda)