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Die Anzahl Bauernbetriebe sind auch in Grindelwald zurückgegangen. Früher gab es noch viele kleine Betriebe die weniger als 10 Kühe hielten. Der Durchschnitts-Bauernhof in Grindelwald hat heute ca. 10-15 Kühe, so wie ca. 15 Jungtiere und ca. 20 ha Land, die Meisten werden als Familienbetrieb geführt.
Der Tierbestand hat sich in den letzten 25 Jahren wie folgt entwickelt:
Im Jahr 1990 wurden in Grindelwald noch folgende Tiere gezählt:
1'058 Kühe
2568 Rindvieh m/w
941 Schafe
57 Schweine
2014 sind folgende Tierbestände erhoben worden:
835 Milchkühe
1'126 allg. Rindvieh m/w
620 Ziegen
740 Schafe
ca. 380 andere Tiere (Pferde, Schweine, Hennen, Lamas, Gänse, Kaninchen etc.
Es sind ca. 162 Betriebe, die die Landwirtschaft als Haupterwerb oder im Nebenerwerb führen. Zusammen bewirtschaften die Landwirte in Grindelwald rund 1490 ha Land. Das Land in Grindelwald liegt in den Bergzonen 3-4. Dieses ist zum Teil steiles und steiniges Land, das trotz der neusten Maschinentechnik heute noch viel Handarbeit abverlangt. Oft hilft die ganze Familie mit.
Eine intakte und gepflegte Landschaft ist für Grindelwald als Tourismusdestination von größter Bedeutung und kann nur mit einer intakten Landwirtschaft gewährt werden.
Über 95% aller Landwirte trifft man in den Wintermonaten an den Skiliften, Sesselbahnen, im Pistendienst oder bei der Eisenbahn an. Um alleine von der Berglandwirtschaft zu leben, müssten die Betriebe grösser sein. Was bedeuten würde, dass Bauernfamilien die Arbeit fast nicht mehr bewältigen könnten und Angestellte haben müssten. Deshalb entscheiden sich die meisten, den Betrieb so zu führen, dass ein Familienmitglied Teilzeit auswärts vom Betrieb arbeiten kann.
Zieht man die unproduktiven Bergregionen ab, entspricht das Alpgebiet rund zwei Drittel der nutzbaren Fläche das sind 60 km2. Die Gemeinde Grindelwald ist in sieben Bergschaften unterteilt zu denen jeweils ein Talbezirk und ein Alpgebiet gehört. An der Sonnseite sind dies: Bussalp, Holzmatten, Bach, Grindel und Scheidegg und an der Schattseite Itramen und Wärgistal.
Die Alpen sind sogenanntes "Gemeinschaftsgut", wobei die Alphütten in privat Besitz sind. Einige Bauern aus dem Tal arbeiten den Sommer über als Sennen auf der Alp, besorgen ihr eigenes Vieh und haben überdies Vieh von weiteren Bauern in ihrer Obhut. Das sind nur noch ein paar wenige Familien die selbst z'Alp gehen. Die meisten Älpler sind von den Hüttenbesitzen angestellt.
Noch heute unterliegt der Alpbetrieb weitgehend dem "Taleinungsbrief", der aus dem Jahr 1404 resp. 1538 stammt und die Bewirtschaftung der Alpen regelt.
Es darf nur einheimisches Vieh auf den Alpen gesömmert werden. Auf manchen Alpen hat es zu wenig Taleigenes Vieh, so dürfen auch auswärtige Tiere gesömmert werden.
Auf einer Alp sind jeweils mehrere Senntümmer (Hütten) in einem Läger. Das heißt, dass es in jedem Stafel bewirtschaftete Alphütten gibt, die dann von Stafel zu Stafel miteinander weiterziehen. Die Tiere werden von den Sennen in ihren Ställen gemolken, auf den Weiden fressen alle Kühe zusammen.
Pro Sommer werden über 700 000 Liter Milch auf den sieben Alpen in Grindelwald gemolken. Der grossteil der Milch wird von den Sennen zu Berner Alpkäse AOP, Mutschli und Butter verarbeitet. Die Milch, die ins Tal geliefert wird, verarbeitet die Eigermilch AG.