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Gründe zur Auswanderung aus der Schweiz nach Amerika im 19. Jahrhundert
Im April des Jahres 1815 brach in Indonesien der Vulkan Mount Tambora aus. Der Ausbruch zerstörte die gesamte Vegetation auf der Insel Sumbawa und auf anderen nahen Inseln. Mehr als 100'000 Menschen starben. Aber noch mehr: Die Auswirkungen des Ausbruches waren rund um den Globus spürbar. So wurde das Jahr 1816 in Europa zum Jahr ohne Sommer. In der Schweiz führten die darauf zurückzuführende Hungersnot und eine daraus resultierende teilweise Verarmung der Bevölkerung zu einer Auswanderungswelle.
Zwischen 1840 und 1850 verursachte in Europa der durch die Kartoffelfäule verursachte Ernteausfall eine Nahrungsmittelkrise. Ohne einen Zugang zu anderen Nahrungsmitteln verhungerten viele Menschen. Vor allem war diese Krise für Irland verheerend. Aber auch das übrige Europa litt.
Neues Elend brachte den Gemeinden der durch den Krimkrieg verursachte wirtschaftliche Abschwung. Obwohl Suppenküchen pro Tag eine Mahlzeit für die Bedürftigen anboten, gab es einfach zu viele arme Familien. Überbevölkerung und massive Armut liessen für die verarmten Menschen keine Hoffnung mehr auf ein besseres Dasein hier aufkommen. Die Verantwortlichen in den Gemeinden fanden die Lösung der gewaltigen Probleme in der Auswanderung der Armen. Die Gemeinden stellten Mittel bereit für die lange und beschwerliche Reise nach Nordamerika. So wurden diese Menschen ermutigt oder auch gezwungen auszuwandern.
Suche nach deinen Einwanderer Vorfahren
Mit verbesserten Familienregistern haben wir ein gutes Verständnis der Auswanderung im 19. Jahrhundert. Im folgenden Beispiel von Johannes Amsler, geboren 1829, finden wir eine Notiz "im Sommer 1872 nach Amerika ausgewandert".
Johannes Amsler, alt Trüllmeisters Sohn (geboren) 14.August 1796
von Bözen wohnhaft in Scherz siehe Pag. 58
Cop. d. 30. November 1827 mit
Elisabeth Rey von Scherz, (geboren) 30. Sept 1804 – gestorben 1833
Kinder
Johannes nach Amerika ausgewandert im Sommer 1872 (geboren) 1. Oktober 1829
Die Passagier- und Besatzungslisten für dieses Jahr zeigen seine Ankunft am 27. September 1872 von Le Havre in Frankreich her. Die meisten Schweizerinnen und Schweizer verliessen Europa von diesem Hafen aus. Das erklärt auch, warum Johannes Amsler fälschlicherweise als Franzose angesehen wurde. Es kam oft vor, dass Immigranten bei der Einwanderung eine falsche Nationalität zugewiesen wurde.
Es ist also möglich, Johannes Amslers Nachfahren in den USA zu entdecken mit Hilfe von dortigen Volkszählungsaufzeichnungen und andern öffentlich zugänglichen Daten der USA. Ebenso ist es möglich, die Schweizerwurzeln der Eingewanderten aufzuspüren, sofern ihre Geburtsorte und Geburtsdaten bekannt sind.