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In ‚Zur Philosophie der Kultur’ (1911) schreibt Georg Simmel, „daß die Frau [...] mit ihren künstlerischen Leistungen gerade da versagt, wo die strenge Geschlossenheit der Form prävaliert: im Drama“. Das hier diagnostizierte weibliche Versagen korrespondiert mit dem Fehlen von Dramatikerinnen und ihren Werken in einschlägigen Dramengeschichten. Gegen eine solche Nichtbeachtung und Missachtung wiederum sprechen aber etwa die verschiedentlich hervorgehobenen Verdienste von Luise A. V. Gottsched um die deutsche Komödie, die Aufführungsstatistiken der Stücke von Charlotte Birch-Pfeiffer, die Feststellung eines Kritikers der Weimarer Republik (Hans Kafka), „eine Phalanx [...] wirksamer Dramatikerinnen“ erobere die Bühne „mit neuen Themen und Formen“, oder die Verleihung des Nobelpreises an Elfriede Jelinek. In diesem Seminar sollen ausgewählte Werke von deutschsprachigen Dramatikerinnen (vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart) in den Blick genommen und unter verschiedenen Aspekten analysiert werden: Gattungspoetologische Fragen werden ebenso diskutiert wie aufführungs- und gendertheoretische, Strukturanalogien zwischen Texten und gesellschaftlichen Erscheinungsformen gilt es zu untersuchen wie auch paradigmatische Themen, den spezifischen Sprachgebrauch und Aufbau der Dramen. Dabei soll – rekurrierend auf Simmels Kritik und Kafkas Feststellung – insbesondere überprüft werden, inwiefern gerade in Umbruchzeiten Dramatikerinnen vermehrt hervortreten, die sich kanonischen Themen sowie strengen, geschlossenen Formen verweigern beziehungsweise diese aufsprengen. Neben der Lektüre und Diskussion der Texte sollen Aufzeichnungen von Vorstellungen sowie – je nach Angebot – aktuelle Aufführungen besprochen werden.
Ein Ordner mit zusätzlichen ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.
Weitere Dramen je nach Angebot der aktuellen Spielpläne.
Anmeldung im ePUB/ePhi bis am 14. September 2008!