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Othmar Schoeck gilt als der wichtigste Schweizer Liedkomponist des 20. Jahrhunderts und wurde 1937 Ehrenbürger der Gemeinde Ingenbohl.
Der Kunstmaler Alfred Schoeck (1841-1931) kam 1876 von Basel nach Brunnen und heiratete Agathe Fassbind , die Tochter des Besitzers des Hotels Waldstätterhof. Das Atelier, das er 1880 bauen wollte, um dort die auf seinen ausgedehnten Reisen entstandenen Skizzen in Ruhe zu Grossgemälden auszuarbeiten, wurde zur Villa Ruhheim. Nach der Geburt der Kinder, Paul, Ralph, Walter und Othmar Schoeck waren Anbauten nötig. Der blühende Fremdenverkehr und die beruflichen Erfahrungen, die Agathe Schoeck-Fassbind gesammelt hatte, waren Grund genug, selber ein Hotel zu eröffnen. So wurde 1899 am Steilhang das fünfstöckige Hotel Eden gebaut. 1913 erstellte Paul Schoeck einen Neubau, der den ursprünglichen Eingang zur Villa ersetzte und die Privaträume mit dem Hotelbetrieb verband. Nachdem niemand aus der Familie das Hotel weiterführen wollte, wurde der Betrieb 1952 veräussert, allerdings ohne die ursprüngliche Villa. Die Villa Ruhheim kaufte Ralph Schoeck der Familie ab.
Von den vier Söhnen wurde Paul Architekt. Durch zahlreiche Bauten in Brunnen sowie durch sein Schauspiel «Tell» in Schwyzer Mundart (1920) machte er sich einen Namen. Ralph lehrte als Professor am Technikum Winterthur maschinentechnische Fächer. Walter, von Beruf Hotelier, verfasste mehrere Dramen und Essays. Der jüngste Sohn Othmar kam zu internationalem Rum als bedeutender Komponist.
Obwohl die musikalische Begabung von Othmar Schoeck (1886-1957) sich schon früh in Kompositionsversuchen zeigte, hatte er kurz zwischen Malerei und Musik geschwankt. Doch trat er 1904 ins Zürcher Konservatorium ein. Bereits während der Ausbildung gelangten erste Kompositionen zur Aufführung. Othmar komponierte rund 400 Lieder. Seine bedeutendsten Opern waren «Penthesilea» und «Massimilla Doni» sowie die dramatische Kantate «Vom Fischer un syner Frau», die einst an der Sächsischen Staatsoper Dresden uraufgeführt wurden, während das Stadttheater Zürich «Erwin und Elmire», «Don Ranudo» und die «Venus» als Uraufführungen brachte. Für sein Schaffen verlieh die Gemeinde Othmar Schoeck das Ehrenbürgerrecht von Ingenbohl-Brunnen. 1958/59 erschuf der Bildhauer Josef Bisa das Schoeck-Denkmal «Ergriffensein» nach einem Motiv aus der Oper «Venus», das seither den Bristenquai ziert.