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Begegnungen mit Lehrern am RTCAllgemein
In Bhutan lehren viele Inder. Am RTC ist es ein Mix. Bhutanesen, Inder und ein Paar Lehrer aus Übersee. Einige bemerkenswerte Begegnugen auf dem Campus habe ich gemacht.
Lehrer, dessen Kurse ich nicht besuchen wollte.
Advanced Microeconomics
Er ist ein bekannter Ökonom im Land. Sein Wissen erwarb er in angesehenen Universitäten in den USA. Ich besuchte seinen Kurs „Advanced Microeconomics“. Anders als die meisten anderen Lehrer begrüsste er mich nicht am Anfang. Vorgestellt wurde ich auch nicht. Stattdessen schrieb er eine kaum lesbare Gleichung auf die Wandtafel. Ich sass zwar ganz hinten, habe jedoch von den vordersten erfahren, dass auch sie die Schrift kaum lesen konnten.
Die Standard-Sprache auf dem Campus ist Englisch. Leider ist nicht jedes Englisch sehr gut verständlich. Sein Englisch machte mir Mühe. Genuschelt und meistens gegen die Wandtafel gesprochen.
Interaktion war ihm offenbar nicht wichtig, denn ein Student kam nie zu Wort. Ein Mal streckte ich auf. Etwa drei Minuten vergingen. Als er seinen Blick von der Wandtafel zu den Studenten wendete, entdeckte er mich. Er war überrascht, seinen Monolog wollte er jedoch nicht unterbrechen. Er vertröstete mich, er wolle noch seinen Punkt fertig ausführen. Hier wieder das gleiche. Seine Formel behandelte das Thema Elastizität in der VWL. Jedoch konnte ich seinen Ausführungen nicht folgen. Genauso wenig die vordersten.
Schliesslich durfte ich meine Frage stellen. „Haben Sie ein Semesterprogramm, damit ich mir einen Überblick über den Inhalt verschaffen kann?“ – Hatte er nicht.
Er widmet sich wieder seiner Wandtafel. Währenddessen fliegt eine PET-Wasserflasche von Bank zu Bank. Ob es dem Lehrer egal war oder ob es ihm schlicht nicht aufgefallen ist, kann ich nicht sagen.
Die fünfzig Minuten sind vergangen. Ohne sich zu verabschieden, packte er seine Sachen zusammen und verliess das Schulzimmer. Das Schulzimmer betrat ich nie mehr.
Strategic Management
Eigentlich wirkt er sehr sympathisch. Er ist ein Inder, der Wirtschaft studiert hat. Einen Teil seines Lebens verbrachte er in England. In der ersten Vorlesung zeigte er Bilder seiner Wohnung und seines Autos. Er machte den Studierenden Mut, auch Sie können es soweit bringen. Dabei lag sein Fokus sichtlich auf sich, wieweit er es gebracht hat.
Seinen Unterricht mochte ich. Einzig eine Aussage machte mich sehr stutzig. Für Schweizer eben sehr ungewöhnlich.
Ein Student schaut auf sein Handy. Der Lehrer nähert sich der Bank. Er schaut den Student an, sagt eine Weile nichts. Der Student schaut auf. Mit einer ruckartigen Bewegung verstaut er sein Handy. Der Lehrer geht wieder zu seinem Pult. Mit bedrohlicher Stimme warnte er die ganzen Klasse: „Ich bin schlauer als ihr, darum bin ich auf dieser Seite des Lehrerpults. Wer nicht erfolgreich werden will, soll rausgehen!“
Zufällige Begegnung
Der Campus bietet schöne Flächen im Freien zum Arbeiten. Manchmal finden Klassen draussen statt. So erlebte ich zufällig eine Stunde mit. Die Lehrerin ist aus Indien. Dünn und gross. Ihre Stimme ist hoch, fast schon piepsig. Ihr Englisch hat einen indischen Einschlag.
Die Studierenden sitzen auf der Wiese. Sie reden miteinander. Einige machen Sprüche. Dies versucht die Lehrerin krampfhaft zu unterbinden. Sie droht: „Silence now or I will give you only half attendance!“ Nach meinem Eindruck konnte diese Methode die Klasse nicht zähmen…
Lehrer, die ich sehr wertschätze.
Sociology of Development
„Sociology of Development“ ist ein äussert spannender Kurs. Die Lehrerin ist engagiert und sie weiss viel. Ihr Name ist Kalinka, sie ist aus Brasilien. Leider kann ich diesen Kurs nicht besuchen, da es meine Stundenplanung nicht zulässt. Andere Kurse finden zu gleichen Zeiten statt…
Dennoch hatte ich sehr gute Gespräche mit Kalinka. Ihr akademischer Hintergrund ist in Wirtschaft, Marketing und Soziologie. In Bhutan hat sie ihre Masterarbeit zum Thema GNH geschrieben. Sie ist interessiert am Buddhismus.
Somit konnte ich viel von ihr lernen, wir haben uns Paar Mal ausserhalb der Klassen getroffen. Ausserdem lädt sie mich zu ihren Klassen ein, wenn etwas spannendes auf dem Programm ist. Gestern zeigte sie den Studierenden den Dokumentarfilm „Economics of happiness“. (an dieser Stelle eine eindeutige Empfehlung.) Da nahm ich beispielsweise teil.
Growth & Spread of Buddhism in Asia
Sarauv Chaliha ist in Indien geboren. Sein Geschichts-Studium hat er in den USA abgeschlossen. Sein Englisch ist akzentfrei und sehr gut verständlich. Leider hat er keinen persönlichen Bezug zum Buddhismus oder zur Spiritualität. Dennoch kann er den Stoff sehr gut vermitteln. Er unterrichtet Studierende im zweiten Semester. Anders als die meisten anderen Studierenden, die ich erlebt habe, ist seine Klasse sehr engagiert. Die Studierenden beteiligen sich am Unterricht, strecken auf und stellen Fragen.