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Gesundheit ist ein soziales, wirtschaftliches und politisches Thema
Gesundheit ist ein soziales, wirtschaftliches und politisches Thema und betrifft auch die Menschenrechte. Ungleichheit und Armut sind die tieferen Ursachen für die schlechte Gesundheit und den Tod armer und marginalisierter Menschen. Der Weltgesundheitsbericht klassifiziert Krankheiten und Todesursachen anhand von Zahlencodes. Als die weltweit häufigste Todesursache gilt nach diesem Bericht die Nummer 259.5: extreme Armut. Sie ist zu einem Teufelskreis geworden: Armut führt zu Krankheit und diese führt zu noch größerer Armut.
In den letzten Jahrzehnten haben sich die wirtschaftlichen Veränderungen weltweit tiefgreifend auf die Gesundheit der Menschen und ihren Zugang zu medizinischer Versorgung und sozialen Dienstleistungen ausgewirkt. Die Ressourcen der Welt konzentrieren sich immer stärker in den Händen weniger Konzerne, die das vorrangige Interesse verfolgen, ihre privatwirtschaftlichen Profite zu maximieren. Wirtschafts- und Finanzpolitik wird in zunehmendem Maße von wenigen Regierungen und internationalen Organen wie der Weltbank, dem Weltwährungsfonds und der Welthandelsorganisation bestimmt. Mit den Aktivitäten multinationaler Konzerne hat die Politik dieser Organisationen gravierende Auswirkungen auf das Leben, das Auskommen, die Gesundheit und das Wohlergehen von Menschen sowohl auf der südlichen als auch auf der nördlichen Halbkugel.
Mehr denn je sind die Sterbe- und Krankheitsziffern Ausdruck von Ungerechtigkeit und Ungleichheit: 75% der Weltbevölkerung leben in den Ländern des Südens, stellen aber nur 8% des pharmazeutischen Weltmarkts. Mehr noch: Ein Drittel der Weltbevölkerung hat gar keinen Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten.