Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03464.jsonl.gz/3437

Leiopython hoserae
Weisslippenpython (Peters & Doria 1878)
Leiopython hoserae ist die südliche Form der Weisslippenpythons. Sie wird etwas grösser (bis 240 cm) und ist dunkel bis schwarz. Die nördliche Form (Leiopython albertisii) wird bis ca. 150 cm und ist gelblich bis goldig mit einem schwarzen Kopf. Bei beiden Formen schimmert die Haut wie bei einem Regenbogen wenn man sie unter dem Licht betrachtet. Beide Varianten haben einen länglichen Pythonkopf mit den weissen Lippen, dank denen sie auch ihren Namen tragen.
Anhand der Schuppen ist es nicht möglich, die Geschlechter zu Unterscheiden. Bei unseren 2.1 Tieren haben wir folgende Schuppen gezählt.
Männchen 1:
13 Infralabialia, wovon das 5. bis 7. den unteren Augenrand berühren.
18 Subralabialia, wovon von 8 bis 14 Grubenorgane sind.
Dorsalia hinter dem Kopf, 43, Körpermitte 47, nähe Analschild 27
275 Ventralia und 63 Subcaudalia, wovon 6 ungeteil sind, rest geteil.
Männchen 2:
11 Infralabialia, wovon das 4. bis 6. den unteren Augenrand berühren.
15 Subralabialia, wovon von 8 bis 13 Grubenorgane sind.
Dorsalia hinter dem Kopf 44, Körpermitte 46, nähe Analschild 27
272 Ventralia und 59 Subcaudalia, wovon 10 ungeteilt sind, willkürlich Angelegt.
Weibchen:
13 Infralabialia, wovon das 5. bis 7. den unteren Augenrand berühren.
16 Subralabialia, wovon 8 bis 13 Grubenorgane sind.
Dorsalia hinter dem Kopf 46, Körpermitte 50, nähe Analschild 27
277 Ventralia und 57 Subcaudalia, wovon 5 ungeteilt sind.
Lebensraum
Leiopython hoserae bewohnt den südosten von Papua-Neuguinea. Diese Schlange lebt in den trockensden Gebieten, zum Beispiel in der Umgebung von Port Moresby woher unsere Tiere Ursprünglich kommen. Feuchten Untergrund mögen sie überhaupt nicht auf Dauer. Obwohl sie vor dem Häuten sich gerne ins wasser legen ist die Häutung immer in Fetzen. Darüber sollte man sich jedoch keine Gedanken machen sondern es einfach Akzeptieren.
Haltung und Zucht
Leiopython hoserae braucht ein geräumiges Terrarium mit Erde und Rindenstücke, ein paar Kletteräste, Versteckmöglichkeiten, ein grosses Wasserbecken und das wichtigste, die richtigen Temperaturen. Die Tageshöchstwerte sollten punktuell bis 34° und die Nachttiefstwerte nicht unter 24° C sein. Die Tageshöchstwerte müssen in diesem Bereich liegen, um die tiefen Nachttemperaturen auszugleichen. Wenn das nicht geschieht, können Infektionen des Respirationstraktes auftreten. Die Beleuchtung ist das ganze Jahr durch 12 Stunden pro Tag an.
Zur Zeit halten wir unsere Tiere das ganze Jahr zusammen. Im Januar ist die Paarungszeit. Der tägliche Temperaturzyklus bleibt erhalten. Aufgrund ihres aggressiven Verhaltens werden die Schlangen während der Paarungszeit nicht gefüttert. Die drei Tiere die ich besitze, sind jedoch ausserhalb des Terrarium sehr ruhig und zeigen überhaupt keinen Anstand zuzubeissen.
Die Weibchen zeigen Anzeichen für eine Trächtigkeit im März oder April und verweigern von da an das Futter. Die Männchen werden einen Monat später aus dem Terrarium genommen. Den Weibchen wird eine Schlupfbox zur Verfügung gestellt.
Die Tragzeit beträgt ca. 60 Tage. Die Gelegegrösse variiert zwischen 8 und 15 Eiern. Das Weibchen verteidigt sein Gelege und wird aggressiv. Die Inkubation beträgt ca. 60 - bis 80 Tage bei einer Temperatur zwischen 30 und 35° C und einer Luftfeuchtigkeit von über 80%.
Jungtiere sollten während der Aufzucht getrennt gehalten werden. Es sollten auch Schlupfboxen zur Verfügung gestellt werden.
Reflexfütterung mit wenig behaarten Jungmäusen ist die erfolgversprechendste Methode um die Jungschlangen zum Fressen zu veranlassen. Manchmal ist die Technik erfolgreicher, wenn die Schlange auf einem Ast oder in eine Käfigecke ohne Unterschlupfmöglichkeit platziert wird. Neugeborene albertisii sind extrem empfindlich gegenüber respiratorischen Infektionen. Sie sollten bei Temperaturen um 28 bis 32° C Tag und Nacht gehalten werden, bis sie 6 Monate alt sind. Danach ist das Risiko kleiner und man kann sie unter normalen Bedingungen weiter halten. Mit ca. 6 Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife.
Der Weisslippenpython hat ein besonders gutes Riechorgan, wie ich es noch nie bei einer anderen Schlange erlebt habe oder sie sind einfach nur verfressen. Wenn ich mit Futter den Raum betrete, dauert es keine 10 Sekunden und die Tiere sind schon an der Scheibe. Selbst wenn sie zuvor in der Schlupfboxe waren. Einmal wollte ich kleinere Männchen vorlauter Fressgier sogar das Weibchen packen. Ein kurzes Bad im Wasserbecken verhalf dem Weibchen jedoch wieder zur Freiheit.
Da unsere hoserae immer Hunger zu haben scheinen, muss man extrem vorsichtig sein, dass man sie nicht überfüttert. Aber auch wenn es kein Futter gibt, sind die Tiere sehr neugierig. Im Terrarium kann es schon mal passieren, dass eine der Schlangen zuschnappt. Nimmt man sie jedoch raus, sind sie die friedlichsten Tiere die wir haben und sie lassen sich auch gerne am Kopf kraulen.
Zum Füttern werdeb sie immer einzeln in grosse Plastikboxen gelegt, damit sie beim Fressen ihre Ruhe haben. Danach sollte man sie jedoch sehr gut mit Wasser abspritzen, um damit den jeglichen Futtergeruch zu entfernen. Seit wir eine Sprinkleranlage im Terrarium installiert haben, häuten sie sich an einem Stück. Ich habe auch schon beobachtet, wie sie den Kopf unter die Berieselungsanlage legen und so das Wasser geniessen.
Nachzucht 2010
Im 2010 hatten wir unser erster Nachzuchterfolg. Die kleinen werden in Glasterrarien im Aufzuchtraum bei 22 bis 30°C Nacht und Tagestemperaturen gehalten. Alle Babys halten sich vorwiegend auf dem Boden unter Korkrinden auf, obwohl sie Klettermöglichkeiten haben. Vor der Häutung wird mit warmem Wasser regelmässig jedoch nie allzuviel Gesprüht. Das Füttern der Babys war überhaupt kein Problem. Alle Jungen haben die lebend angebotene Springermaus schnell überwältigt und richtiggehend Umschlungen, sodas von der Maus nichts mehr zu sehen war. Im Gegensatz zu verschiedener Literatur, wo immer geschrieben wird das die kleinen schon sehr bissig sind, sind unsere Babys von Beginn weg Handzahm gewesen. Auch jetzt kann man die kleinen ohne Probleme in die Hand nehmen ohne dass man gebissen wird.