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Trotz der begrenzten Evidenz wird Kleidung aus Wolle traditionell als Reizstoff betrachtet, der von Personen mit atopischer Dermatitis (AD) vermieden werden sollte. Aber gilt das wirklich für alle Wollarten?
Wolle ist nicht gleich Wolle: Wollfasern haben verschiedene Durchmesser und unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Thermodynamik und Feuchtigkeitstransport. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, welche Auswirkungen Kleidung aus superfeiner Merinowolle auf Kinder mit leichter bis mittelschwerer AD hat. An der Studie nahmen 39 Kinder im Alter zwischen vier Wochen und drei Jahren teil. Die Eltern kleideten ihre Kinder während sechs Wochen in Standard-Baumwollkleidung und danach sechs Wochen in Kleidung aus superfeiner Merinowolle oder umgekehrt (zuerst Merinowolle, danach Baumwolle). Alle drei Wochen wurden die Eltern befragt. Der primäre Endpunkt war der SCORing-Index für die Schwere der atopischen Dermatitis (SCORAD), sekundäre Endpunkte waren der Atopische-Dermatitis-Schweregradindex (ADSI), der Säuglings-Dermatitis-Lebensqualitätsindex (IDQOL) und die Häufigkeit der Anwendung von topischen Steroiden.
Es zeigte sich, dass die AD-Symptome stärker zurückgingen, wenn die Kinder Merinowolle trugen. Im Vergleich zum Ausgangswert war die Kleidung aus Merinowolle – im Vergleich zu den Baumwoll-Kleidern – mit einer Reduktion des mittleren SCORAD-Werts assoziiert (– 2,5 % nach 3 Wochen, – 7,6% nach 6 Wochen). Eine ähnliche Senkung wurde bei den ADSI- und IDQOL-Scores beobachtet. Auch wurden weniger topische Steroide eingesetzt, wenn die Kinder Kleider aus Merinowolle trugen. Umgekehrt stiegen die Score-Werte an, wenn von Merino- zu Baumwolle gewechselt wurde. Die Autoren schliessen daraus, dass Kleidung aus superfeiner Merinowolle bei der Behandlung von AD im Kindesalter unterstützend wirken kann. (ee)
Quelle:
Su Jc, et al.: Determining Effects of Superfine Sheep wool in Infantile Eczema (DESSINE). British J Dermatol 2017; 177(1): 125 – 133.