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Viele heute noch geläufige Begriffe stammen aus dem Bereich der Textilien, der Stoffherstellung und den damit verbundenen Berufen. Heute werden die Stoffe für Kleider und Gegenstände maschinell und in grossen Mengen hergestellt. Früher musste das Materil aufwändig produziert werden. Entsprechend viel Arbeit war damit verbunden und dies prägte den Alltag: Schäfer, Spinnerinnen, Färber, Weberinnen, Schneider, und viele mehr waren dabei beteiligt. Und dafüber fanden verschiedenste Begriffe den Weg in unsere Alltagssprache.
„blau machen“
Die Redewendung „blau machen“ kommt ursprünglich vom „Blauen Montag“.
Das Einfärben von blauen Stoffen benötigte mehr Zeit als anderen Farben. Mit dem Extrakt der Pflanze „Färberwaid“ – einem indigoartigen Farbstoff, wurde der Stoff aufwändig gefärbt.
Während dieser Zeit hatten die Gellen nichts zu tun. Darum begann man den Prozess praktischerweise vor dem arbeitsfreien Sonntag, so mussten die Gesellen nur am Montag „blau machen“, also Zuhause bleiben oder nichts tun.
sich „verzetteln“, etwas „anzetteln“
Zetteln ist ein Begriff aus der Weberei, wo vor dem eigentlichen Weben die zahlreichen (Kett-)Fäden ausgebreitet und geordnet werden müssen. Bei den hunderten von Fäden eines Geweben muss man aufpassen, dass man die Übersicht nicht verliert und sich „verzettelt“.
So kann man auch „anzetteln“ verstehen: mit einigen Fäden etwas Beginnen: Die Grundlage für das Weben von Stoff.
„Webstübler“
„Webstübler“ steht im Schweizerdeutsch für Personen mit etwas eingeschränkten geistigen Fähigkeiten, entsprechend gibt es auch die „Webstübler-Witze“. Früher brauchte man viele Menschen, die einfache (Massen-)Stoffe von Hand webten. Da es sich dabei um Routine-Tätigkeiten handelte, war dies eine Möglichkeit für geistig eingeschränkte Peronen dennoch sinnvolle Arbeit zu finden, resp. man konnte hier solche Personen beschäftigen.
Der „graue Alltag“
Bauern und Handwerker trugen während der Arbeit die einfachen, günstigeren Kleider. Diese waren eben oft „grau“ (was vermutlich von beige bis braun ging). Nur an Sonntagen wurden die teuren, farbigen Kleider getragen.
„den Faden Verlieren“
Wer Spinnt oder Webt weiss wie Mühsam es ist, wenn bei der Arbeit der Faden verloren geht. Dann muss man schauen, wo die Arbeit unterbrochen wurde, um ohne Fehler weiter arbeiten zu können.