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Die zwischen 2011 und 2014 durchgeführten Analysen zeigten, dass der Boden in bestimmten Sektoren der Stadt Freiburg belastet ist. Anfang 2015 beauftragte das AfU das Ingenieurbüro BMG Engineering AG mit einer Studie, um mögliche Quellen und Eintragspfade sowie weitere potenziell betroffene Böden zu identifizieren.
Mehrere Quellen der Bodenbelastung
Laut BMG-Bericht haben sich die Schwermetalle im Verlauf der Jahre angesammelt. Ein wichtiger Grund für die Bodenbelastung mit Schwermetallen ist wahrscheinlich der Einsatz von Düngemitteln sowie das Austragen von Asche in den Gärten. Die allgemeine Luftbelastung, die auf das Heizen mit Kohle sowie auf die industriellen und gewerblichen Tätigkeiten zurückzuführen ist, trug ebenfalls erheblich zur Bodenbelastung in der Altstadt Freiburg bei.
Die Quecksilberbelastung betrifft vor allem Gärten, die vor dem 20. Jahrhundert eingerichtet wurden und ist vielleicht auf äusserst alte Quellen zurückzuführen, die sich nicht mehr zurückverfolgen lassen (diffuse Belastung oder allgemein verbreitete Aktivitäten).
Neue Analysen
Auf Anraten des Ingenieurbüros und auf Gesuch von Privatpersonen wurden 2015 bei 28 neuen Parzellen im Neustadt-, Au-, Burg- und Pérollesquartier Bodenproben genommen. Die Analyse dieser Proben bestätigte das Vorhandensein einer Quecksilberbelastung in gewissen Sektoren des Neustadt-, Au- und Burgquartiers (bei 8 der neu erfassten Standorte in der Altstadt werden die Sanierungswerte überschritten). Auch die Bleibelastung ist bei mehreren Parzellen problematisch hoch, wobei bei einer dieser Parzellen der Sanierungswert überschritten wird. Im Pérollesquartier wurde dagegen keine besondere Belastung gemessen.
Ergebnisse 2011-2015
Die 80 analysierten Standorte lassen sich gestützt auf die Messergebnisse in drei Gruppen unterteilen:
- 27 Parzellen sind gar nicht oder nur leicht belastet (Überschreitung des Richtwerts nach der Bundesverordnung über Belastungen des Bodens VBBo). Für die Gesundheit des Menschen besteht indes keine Gefahr.
- 33 Parzellen weisen Schadstoffgehalte auf, die ein potenzielles Gesundheitsrisiko für die betroffenen Personen darstellen (Überschreitung des Prüfwerts nach VBBo). Die betroffenen Gärten können weiterhin benutzt werden, sofern gewisse Verhaltensregeln zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken eingehalten werden.
- Bei 20 Parzellen wird der Sanierungswert nach VBBo1 überschritten; der Quecksilber- und/oder Bleigehalt auf diesen Parzellen muss damit als gesundheitsgefährdend qualifiziert werden. Eine dieser Parzellen wurde 2014 saniert. Bei den anderen musste die Nutzung der belasteten Flächen als Kinderspielfläche verboten werden. Zudem wurden den Eigentümern und Mietern dieser Parzellen Nutzungseinschränkungen oder Verbote für den Gemüseanbau kommuniziert.
Die nächsten Schritte
Ein Geologiebüro erhielt den Auftrag, den Neustadtsektor, in welchem die Quecksilberbelastung besonders hoch ist, zu untersuchen, um abzuklären, ob hier allenfalls belastetes Material für eine Aufschüttung verwendet wurde.
2016 wird das AfU in den von der Belastung betroffenen Quartieren (Neustadt-, Burg- und Auquartier) die Parzellen bestimmen, bei denen noch Bodenanalysen vorgenommen werden müssen.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter der Adresse http://www.fr.ch/sol/de/pub/dokumentation/gaerten.htm (Kurzfassung der BMG-Studie, Zusammenfassung der Ergebnisse, Fragen - Antworten, Formular).
1 Der Konzentrationswert für die Beurteilung der Sanierungsbedürftigkeit von Böden gemäss Bundesverordnung über die Sanierung von belasteten Standorten (AltlV) wurde für Quecksilber am 1. März 2015 von 5 auf 2 mg/kg gesenkt. Weil die VBBo keinen Sanierungswert für Quecksilber festlegt, empfiehlt das BAFU in Übereinstimmung mit Artikel 5 Abs. 3 VBBo, den Wert gemäss AltlV heranzuziehen. 10 der Gärten, die in der Stadt Freiburg zwischen 2011 und 2014 untersucht wurden, wiesen eine Quecksilberkonzentration auf, die über dem neuen Sanierungswert lag.