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Ein neues Alkoholgesetz, das mit 4. Jänner in Irland eingeführt wurde, hat den Preis für die billigste Flasche Wein im Einzelhandel auf 7,80 Franken (6,20 Pfund) ansteigen lassen. Irland ist mit dieser Massnahme, neben Schottland und Wales sowie Regionen in Australien, der Russischen Föderation und Kanada, eines der wenigen Länder weltweit, in denen es eine Mindestpreisbindung für Alkohol gibt.
Wein, Bier und Spirituosen werden teurer
Wie das Branchenmagazin The Drinks Business berichtet, legt die irische Regierung einen Mindestpreis von zehn Cent pro Gramm Alkohol in Getränken fest, die in Geschäften verkauft werden. Damit soll sichergestellt werden, dass eine Flasche Wein mit einem Alkoholgehalt von 12,5 Vol. % nicht für weniger als 7,80 Euro (6,20 Pfund) und eine Dose Bier mit einem Alkoholgehalt von 4,3 Vol. % nicht für weniger als 1,80 Pfund (1,40 Pfund) verkauft werden kann. Die billigste Spirituosen-Flasche mit einem Alkoholgehalt von 40 Vol. % wird somit ab sofort mindestens 21,70 Franken (17,30 Pfund) kosten.
Alkoholkonsum soll minimiert werden
Der irische Gesundheitsminister Stephen Donnelly begründete die Anhebung des Alkoholpreises damit, dass dadurch «schwere Krankheiten und Todesfälle durch Alkoholkonsum reduziert werden». In seinem Statement wies er ausserdem darauf hin, dass die Preismassnahme in Schottland «funktioniert hat». Dort wurde bereits 2018 ein Mindestpreis für Alkohol eingeführt, der zu einem Rückgang der Getränkeverkäufe führte.
Es wird allerdings befürchtet, dass viele Käufer nach Nordirland ausweichen, da es dort keine derartige Regelung gibt. Dadurch würde die Republik Irland auch die entsprechenden Steuereinnahmen verlieren. In Irland wird bereits jetzt der höchste Verbrauchsteuersatz in der EU bezahlt: 3,30 Franken pro Standardflasche Wein und den doppelten Betrag für Schaumwein.
Irland an sechster Stelle bei Alkoholkonsum
Nach den Statistiken der irischen Steuerbehörde lag der Alkoholkonsum in der Republik Irland 2020 bei etwas mehr als zehn Litern reinem Alkohol pro Person, was einem Rückgang von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung liegt vor allem an der Corona-Krise und den damit verbundenen Lockdowns der Gastronomie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt den durchschnittlichen irischen Pro-Kopf-Konsum für das Jahr 2019 allerdings mit mehr als zwölf Litern an, womit das Land weltweit auf Platz 6 liegt.
Alkoholkonsum: Top 10 Länder
(geordnet nach Litern reinen Alkohols pro Kopf, 2019, WHO)
- Tschechische Republik - 14,26
- Lettland - 13,19
- Moldawien - 12,85
- Deutschland - 12,79
- Litauen - 12,78
- Irland - 12,75
- Spanien - 12,67
- Uganda - 12,48
- Bulgarien - 12,46
- Luxemburg - 12,45
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