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Corinne
Eine Selbstpublikation der Gestalter mit einer Serie von Porträtfotos Bruno Stettlers (1962–2021) aus den Jahren 1980–1986 zeigt, wie mit wenigen Mitteln ein energiegeladenes Fotobuch entstehen kann. Auf 40 lose ineinander gelegten Minipostern aus einem dicken Hochglanzpapier sind jeweils beidseitig und randabfallend ein oder zwei Porträts von Stettlers damaliger Lebensgefährtin, der Zürcher Szene-Bekanntheit Corinne Huber (1963–2016), zu sehen. Die Fotos zeigen meist viel Haut, changieren stilistisch aber zwischen artifiziellen Modefotos, dokumentarischen Bildern aus der Musikszene, privaten Schnappschüssen und Nahaufnahmen des ungeschminkten Gesichts. Das aussenliegende Poster dient als Cover, und für wenige Textinformationen wurde in der Mitte ein Halbkarton eingelegt. Das Posterformat erinnert an einen Auftritt Hubers im Erotikmagazin Penthouse, und durch das Ineinanderlegen der Poster ergeben sich viele überraschende (und letztlich beliebig wählbare) Kombinationen von jeweils zwei unterschiedlichen Bildern oder Bildhälften. Mit durchgängig starker Präsenz behält Huber Kontrolle über das facettenreiche Gesamtbild – keine Männerphantasie. Die farblichen und körnigen Eigenheiten von damaligen Fotografien sowie teilweise Staub auf den Bildern unterstreichen den rohen Charakter der Archivpublikation.