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Schwebfliegen (Syrphidae)
Schwebfliegen sind Zweiflügler = Ordnung Diptera und gehören zur Unterordnung der Fliegen = Brachycera und zur Familie der Schwebfliegen = Syrphidae. Schwebfliegen sind hervorragende Flieger ("Schwirrfliegen"), die in der Luft mit hoher Schlagfrequenz stehen bleiben können. Sie sind wichtige Bestäuber! Viele der Schwebfliegenlarven vertilgen Blattläuse in Mengen.
Blütenbesucher
Im Sommer herrscht oft ein richtiges Gerangel auf den doldig-rispigen Blütenständen. Zweiflügler, Hautflügler, Käfer und viele weitere Insekten konkurrenzieren um den reichlich gebotenen Nektar und um Pollen.
Merkmale der Syrphiden (Schwebfliegen)
Syrphiden haben einen kurzen Saugrüssel aus mehreren Teilen. Teile davon, Labellen genannt, haben rippenförmige Strukturen, die an Tracheen erinnern ("Pseudotracheen"). Diese Rippen zerreiben Pollenkörner und ersetzen damit die fehlenden Oberkiefer (Mandibeln).
Schwebfliegen haben nur 2 Flügel. Die Hinterflügel sind umgewandelt zu Schwingkölbchen (Halteren), die den Flug stabilisieren, d.h. die Halteren steuern das Gleichgewicht.
Die Adernetze der Flügel verlaufen artspezifisch, meist aber auch in Einzelmerkmalen gattungs- oder familienspezifisch. Die Analzelle, gebildet von der Analader und der Cubitalader, verläuft bei Schwebfliegen als länglich-flaches Dreieck bis zum Flügelrand. Eine "Vena spuria" (eine Scheinader) durchläuft den Flügel, der sich dort falten lässt.
Mimikry
Mimikry: Ein harmloses Tier (hier Insekt) ahmt ein wehrhaftes Insekt nach. Schwebfliegen ahmen oft Wespen, Hornissen und Hummeln nach. Dadurch gelangen sie in den Schutz dieser wehrhaften Insekten, denn ein Vogel wird nach schlechter Erfahrung mit Hornissen, die Schwebfliegen, die die fast gleichen Signale aussenden, meiden.
Vespidae/ Apidae (soziale Faltenwespen/ Bienen)
Wespen und Hornissen haben kräftige Oberkiefer (Mandibeln) und einen Stachel mit Gift (Aminosäuren, Histamin, auch Acetylcholin). Ihre mehrgliederigen Antennen sind lang.
Fliegen und Verwandte (Muscidae...)
Ihre Mundwerkzeuge sind leckend-saugend, teils aber stechend-saugend (Tsetse!).
Die Analzelle ist sehr kurz-dreieckig und liegt in der Nähe des Flügelansatzes (Gegensatz zu Syrphidae).
Einige Schwebfliegenarten
Sehr viele Schwebfliegen haben eine schwarz-gelbe Hinterleibsmusterung. Diese Zeichnungen sind teils konstant, teils variabel und beeinflusst von der Entwicklungstemperatur (Kälte gibt mehr schwarze Muster).
Zur Gattung Eristalis gehören auch Larven, die in Jauche (Gülle) mit Atemrohr und von Detritus leben.
Im Gegensatz zu den Imagines der Schwebfliegen, die allermeist Blütenbesucher sind, leben Larven -ausser den vielen Blattlausfressern- auch in Kolonien von Wespen und Hummeln, wo sie sich von Abfällen ernähren, gelegentlich aber auch die Brut der "Gastgeber" angreifen. Andere Larven attackieren auch Raupen. Seltener sind Schwebfliegenlarven Schädlinge von Zwiebeln.
Myathropa-Arten sind oft aggressiv gegenüber anderen Schwebfliegen und verteidigen ihre Futterquelle. Ihre Larven leben in Kleinpfützen z.B. zwischen Baumwurzeln.
Die Larven von Volucella leben in den Nestern von Hummeln und Wespen; sie ernähren sich von Detritus und Larven der "Gastart". Volucella-Arten wandern auch (Migration).
Die Larven dieser Arten leben von Blattläusen. Ihre Gestalt mit schwarzgelben Markierungen ist länglich und daher innerhalb der Syrphidae auffällig.