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Die Arbeitsgruppe soll auch mit Hilfe ausländischer Experten die Möglichkeit der Einführung der Kernenergie analysieren und ihre Schlussfolgerungen und Vorschläge der Regierung vorlegen. «Die Analyse der Auswirkungen der Einführung der Kernenergie werde dem Staat helfen, eine umsichtige und informierte Entscheidung» zu treffen, heisst es in einer Regierungserklärung des nordeuropäischen Landes.
«Die Einführung der Kernenergie nach 2030 ist eine Möglichkeit, die Energiesicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Estlands zu erhöhen und die für 2050 festgelegten Klimaziele zu erreichen», sagte der Premierminister Estlands Jüri Ratas. «Es ist eine von vielen möglichen Lösungen für die Erzeugung klimaneutraler Energie in Estland, die definitiv breite Diskussionen innerhalb der Gesellschaft und gründliche Analysen verdient, um uns zu helfen, Entscheidungen in der Zukunft zu treffen.»
Kernenergie würde dazu beitragen können, Estlands Klimaziele für 2050 durch eine Energiequelle mit geringen CO2-Emissionen zu erreichen. Ein weiterer Vorteil der Kernenergie sei ihre Fähigkeit, die Stromversorgung unabhängig von den Wetterbedingungen rund um die Uhr sicherzustellen. Einer der grössten Nachteile sei jedoch der zeitaufwendige und ressourcenintensive Implementierungsprozess.
Laut Umweltminister Rene Kokk würde die Nutzung der Kernenergie zur Gewährleistung der Energiesicherheit Estlands beitragen, aber auch umfangreiche Investitionen der Regierung für den Bau und Betrieb eines Kraftwerks sowie eine längere Vorbereitungszeit erfordern. Es werde 10 bis 15 Jahre dauern, um sich auf den Neubau von Kernkraftwerken vorzubereiten, was bedeute, dass ein Kernkraftwerk vor 2035 in Betrieb gehen werde, ergänzte er. Estland fehle der gesetzliche Rahmen, die Institutionen und das Humankapital für ein Neubauprogramm.
Die Entscheidung über die Nutzung der Kernenergie ist nach Ansicht der Regierung für die breite Öffentlichkeit von grosser Bedeutung. Daher sei es wichtig, dass die Menschen an der Diskussion zu dieser Frage beitragen. Im Verlauf des Analyseprozesses werde festgelegt, ob die Öffentlichkeit in Form eines Referendums oder auf andere Weise einbezogen wird.
Im Oktober 2019 hatte das estnische Start-up-Unternehmen Fermi Energia und das in den USA ansässige Unternehmen GE Hitachi Nuclear Energy eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der potenziellen Errichtung des kleinen modularen Reaktors BWRX-300 von GEH im baltischen Land unterzeichnet. Im Januar 2020 unterzeichnete die Fermi Energia auch Vereinbarungen mit dem finnischen Energieunternehmen Fortum Oy und dem belgischen Maschinenbauunternehmen Tractebel über die Zusammenarbeit bei der Untersuchung der Bereitstellung von SMR.
Quelle
S.D. nach Regierung Estlands, Medienmitteilung, 5. November 2020