Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03420.jsonl.gz/2222

Das Haus am Heuberg 26 wirkt unscheinbar von aussen. Nichts deutet darauf hin, dass sich darunter Jahrhunderte alte Mauern befinden. So dauerte es auch lange bis die älteste der Basler Stadmauern darunter gefunden wurde. Der Bestand der Inneren Stadtmauer war bereits bekannt, da diese schon beim Bau des ersten Hauses, einer Sattlerei, an dieser Stelle die Hausmauer auf der Seite des Leonhardsgraben bildete. Erst als man die Sattlerei 1983 umfassend sanieren und ausbauen wollte, entdeckte man während den Bauarbeiten per Zufall neben der Inneren Stadtmauer auch die lange gesuchte, sogenannte Burkhardsche Stadtmauer aus dem Jahre 1080. Es ist die erste nachweisbare nachrömische Stadtmauer von Basel.
Die Mauer geht auf den Bischof Burkhard von Fernis zurück. Dieser regierte Basel von 1072 bis 1107 und gründete unter anderem das Kloster St. Alban. Als er in den Jahren 1102 bis 1103 Schenkungen an das Kloster schriftlich festhielt, erwähnte er beiläufig, dass er die Stadt Basel mit einer Mauer, einer sogenannten murorum compagines, befestigt hätte. Durch diese Erwähnung begannen Forscher, Vermutungen über die Beschaffenheit und den Verlauf der Mauer anzustellen. Zum ersten Mal gefunden wurde sie dann bei Grabungen in der Barfüsserkirche in den Jahren 1975 bis 1977. Der nächste Fund war dann bereits jener am Heuberg 26 (bzw. Leonhardsgraben 43).
Die Erkenntnis, dass es sich um die von Bischof Burkhard errichtete Mauer handeln musste, ergab sich aus den Grabungsbefunden. Aus der Schichtung der Gesteine und der Qualität der Mauer ergab sich, dass die Mauer älter sein musste als die Innere Stadtmauer, die aus der Zeit um 1200 stammt. Zudem gab es einige Kleinfunde aus dem 11. und 12. Jahrhundert.
Auf der Abbildung auf der linken Seite lassen sich die beiden Mauern gut erkennen. Links befindet sich der Leonhardsgraben, rechts der Heuberg.
Die Mauer 1 ist die Innere Stadtmauer. Gleich daneben sieht man die viel kleinere Mauer 2, die Burkhardsche Stadtmauer.
Der spektakuläre Fund der Burkhardschen Stadtmauer bewirkte zwar damals einen Baustopp, damit die Mauer von Archäologen untersucht und identifiziert werden konnte, dafür liess sich dann daraus ein wunderbarer Fasnachtskeller errichten. Beleuchtet von Fasnachtslaternen, lässt es sich zwischen den alten Mauern gut musizieren, essen, trinken oder einfach nur geniessen.
Quellenangabe: Die ersten beiden Abbildungen sowie die Informationen auf dieser Seite stammen aus einem Artikel von Rolf D'Aujourd'hui (Zur hochmittelalterlichen Stadtbefestigung von Basel: von der Burkhardschen Stadtmauer zum Inneren Mauerring); S. 104 ff.; in Archäologie der Schweiz (8/1985); Basel