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Fernsehaufnahmen zeigten am Dienstag, wie eine erste Person aus der Gondel mit einem Rettungsseil eines Hubschraubers zum Boden gebracht wurde. Die Polizei bestätigte die Rettung zweier Kinder. Spezialkräfte der Armee hatten seit rund elf Stunden versucht, sechs Kinder und zwei Erwachsene aus einer Gondel im Landesnorden zu befreien. Hunderte Menschen, darunter auch Angehörige, versammelten sich unweit der Unglücksstelle.
Zunächst berichteten pakistanische Medien, die Gondel hänge am Drahtseil in einer Höhe von 900 Metern. Der Katastrophenschutz korrigierte die Zahl später auf etwa 300 Meter herunter. Der Vorfall ereignete sich im Distrikt Battagram an einer tiefen Schlucht.
In den nördlichen Bergregionen Pakistans nutzen täglich viele Bewohner auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit Seilbahnen, etwa um Täler oder Flüsse zu überqueren. Oft sind die Seilbahnen schlecht gewartet. Das Strassennetz ist weniger ausgebaut. Einige Kinder waren auf dem Weg zur Schule gewesen, als es zu dem Zwischenfall kam.
Ein Augenzeuge beschrieb der Nachrichtenagentur DPA den Notfall als härtesten Tag in seinem Leben. «Mütter, Väter und andere Verwandte hatten ihre Augen auf die Gondel gerichtet, die mitten in der Luft schwebte», sagte der Anwohner. Als das erste Kind in Sicherheit gebracht wurde, brachen alle in Freude aus,. «Wir hoffen, dass sie alle bald zurückkehren werden», sagte der Mann.
Am Nachmittag (Ortszeit) kreisten noch mehrere Helikopter über der Schlucht. Auf Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie sich ein Kommandosoldat aus einem Militärhubschrauber zu der Gondel abseilte. Dabei hing die Seilbahn nur noch an einem Stahlseil, nachdem zwei Drähte am Morgen gerissen waren.
In weiten Landesteilen verfolgten Bewohner die Rettungsaktion, die als äusserst riskant gilt, im Fernsehen. «Jede kleine Fehlkalkulation kann zu einer Katastrophe führen», sagte der Rettungsbeamte Bilal Faizi der DPA. Sorgen bereiteten den Helfern auch die Wetterbedingungen in den Bergen, die sich schnell ändern können. Auch die Rotorbewegungen des Militärhubschraubers könnten das Stahlseil destabilisieren. Medikamente und Wasser habe ein Soldat den Kindern zu Beginn der Rettungsaktion bereits überreicht.
Ein 20-Jähriger schilderte dem pakistanischen TV-Sender Geo TV aus der Gondel die dramatischen Stunden. «Wir haben nicht einmal Trinkwasser», klagte der junge Mann. Ein 16-Jähriger mit Herzproblemen sei zusammengebrochen und seit mehreren Stunden ohnmächtig. Der Junge sei morgens auf dem Weg in eine Klinik gewesen. Ob der 16-Jährige zu den zuerst geretteten Menschen gehörte, war zunächst unklar.
Der geschäftsführende Premierminister, Anwaarul Haq Kakar, wies die Rettungsbehörden an, alle verfügbaren Ressourcen für den Einsatz zu mobilisieren. Er forderte zudem eine Sicherheitsprüfung privater Seilbahnen im Land.