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Giftschlamm aus Klingnauer Stausee wird nicht in Rhein gepumpt
MichaelFrey und Sundance Raphael/GFDL 1.2
Damit akzeptiert der Regierungsrat einen Entscheid das kantonalen Verwaltungsgerichts. Um weitere Verzögerungen zu verhindern, werde auf einen Weiterzug ans Bundesgericht verzichtet, teilte das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt am Freitag mit.
Das Verwaltungsgericht hatte im August eine Beschwerde des schweizerischen und des aargauischen Fischereiverbands gutgeheissen. Auf Bundesebene fehle eine Rechtsgrundlage, um Sedimente, die Schadstoffe enthielten, zu entnehmen und weiterzuleiten, urteilte das Gericht. Selbst reine, unbelastete Sedimente dürften nicht wieder eingeleitet werden.
Aargau wollte Geld sparen
Das Projekt des Kantons sah vor, die mit einem Saugbagger aus einem Seitenarm des Stausees entnommenen 16'000 Kubikmeter Sedimente beim Zusammenfluss von Aare und Rhein wieder ins die Gewässer einzuleiten. Die Schadstoffbelastung sollte so verdünnt werden. Mit diesem Vorgehen wollte der Kanton Geld sparen. Mit der korrekten Entsorgung der Sedimente in einer Deponie entstehen nun Mehrkosten in der Grössenordnung von drei Millionen Franken.
Ursprünglich hatte der Kanton geplant, rund 20'000 Kubikmeter Feinmaterial nach dem Ausbaggern wieder in den Rhein zu pumpen. Nach Kritik beschloss der Regierungsrat vor vier Jahren, 7500 Kubikmeter Sediment in Deponien zu entsorgen.
Verschmutzungen der Vergangenheit
Der in den 1930er Jahren künstlich angelegte Klingnauer Stausee ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Er gilt als internationales Vogelparadies und geniesst als Rastplatz für Zugvögel grosse Bedeutung.
Der Jahrzehnte dauernde Sedimenteintrag, der wegen der früheren Einleitung von Industrieabwasser aus dem Einzugsgebiet der Limmat und Aare erhöhte Schadstoffkonzentrationen aufwies, hat eine stetige Verlandung des Sees bewirkt.
Umfangreiche Bohrungen und Laboranalysen des Feinanteils der Sedimente machten bereits früher die Belastung mit Schwermetallen deutlich. Festgestellt wurden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und polychlorierte Biphenyle (PCP). Diese krebsauslösenden Chemikalien waren bis in die 1980er Jahre als Hydraulikflüssigkeit und Weichmacher verwendet worden. Der Stoff wurde über die Flüsse Aare, Reuss und Limmat in den Stausee an der Landesgrenze zu Deutschland geschwemmt.