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Wer am 24. Februar eine der begehrten Oscar-Trophäen mit nach Hause nimmt, ist natürlich noch top secret. Wer aber auf der Bühne steht und den Preis überreichen wird, haben die Veranstalter der Academy Awards schon mal durchsickern lassen. Zu den Glücklichen gehört nebst Meryl Streep, Octavia Spencer und Christopher Plummer auch «The Artist»-Hauptdarsteller Jean Dujardin, 40. Der Vorjahressieger wechselt somit die Seite und wird in der nächsten Woche einem der Gewinner die goldene Statue überreichen.
VOM SCHLOSSER ZUM SCHAUSPIELER
Die Karriere von Jean Dujardin begann ganz unten. Nach der Schule arbeitet er als Schlosser und wechselt erst nach seinem Militärdienst ins Schauspielfach. Er spielt Kabarett in Paris und schliesst sich dem Schauspielensemble Nous C nous an, mit dem er 1997 und 1998 drei Mal in der Kategorie Komiker in der französischen TV-Show «Graines de stars» siegt. Doch erst die Rolle als Loulou in der französischen Sitcom «Un gars, une fille» verhilft ihm in Frankreich zum Durchbruch. Darin spielt er von 1999 bis 2003 an der Seite von Alexandra Lamy ein Paar. Die Arbeit färbt auf sein Privatleben ab und 2003 kommt das Serienpaar auch im richtigen Leben zusammen. Sechs Jahre später geben sie sich das Ja-Wort. Beide haben Kinder aus früheren Beziehungen - er seine Söhne, sie eine Tochter. Zusammen mit Steeve de Paz nehmen sie 2002 das Lied «C'est aussi pour ca qu'on s'aime» auf und landen damit sowohl in Frankreich als auch in Belgien einen Hit:
Aufgrund seiner enormen Popularität in Frankreich lässt die erste Filmrolle nicht lange auf sich warten. 2002 spielt Jean Dujardin erstmals in einem Film («Ah! Si j'étais riche») mit. Dort gibt er einen Schuhverkäufer:
Nach einigen Nebenrollen gelingt ihm mit einer seiner Standup-Figuren in dem Film «Cool Waves - Brice de Nice» der Durchbruch als Kinostar. Die Komödie verzeichnet in Frankreich über zwei Millionen Zuschauer. Mit dem Filmlied «Le casse de Brice» schaffte es der Franzose in die landeseigenen, belgischen sowie die Schweizer Charts:
Es folgen weitere Rollen, darunter 2007 die des Werber-Yuppies Octave Parango in der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers «39.90» von Frédéric Beigbeder:
Dass er mit Revolvern umgehen kann, beweist der Franzose 2009 in der Rolle als Lucky Luke:
DURCHBRUCH IN HOLLYWOOD
Erst im vergangenen Jahr erregt Jean Dujardin mit dem Schwarzweiss-Film «The Artist» internationale Aufmerksamkeit. Er setzt sich bei der Verleihung der Oscars in Los Angeles gegen Konkurrenten wie Brad Pitt, George Clooney, Gary Oldman und Demián Bichir durch und gewinnt den Preis als bester Hauptdarsteller. Das in einem Film, in dem er keine Sprechrolle hat. Anfangs ist er skeptisch, ob er das Angebot überhaupt annehmen soll. Er will schliesslich nicht als zweiter Charlie Chaplin enden. Doch dann sieht er die Vorteile darin, nichts sagen zu müssen. Sein Englisch sei nämlich miserabel, gibt er zu. Aber etwas lernt er extra für seine Rolle: das Stepptanzen.
Weil er in seiner Dankesrede auf Französisch zu fluchen beginnt, entschuldigt sich Dujardin anschliessend bei den Reportern. An den Rummel um seine Person muss er sich nach seiner Prämierung sowieso erst noch gewöhnen. Nach der Oscar-Nacht motzt er die Fotografen an: «Kommt schon Leute, was soll das.»
ANSTEHENDE PROJEKTE
Der nächste Film, der mit Jean Dujardin auf die Leinwand kommt, ist der Agententhriller «Möbius». Darin spielt er einen Spion, der in der undurchsichtigen Welt der Finanzmärkte aufräumt. Mit an seiner Seite: Tim Roth und Cécile de France. Der Film ist ab dem 4. April in den Schweizer Kinos zu sehen:
Den grössten Clou landet er aber wohl mit «The Wolf of Wall Street», dessen Erscheinungsdatum allerdings noch nicht feststeht. Dujardin wird darin, neben Top-Stars wie Leonardo DiCaprio und Matthew McConaughey, einen Schweizer Banker spielen.
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