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In meiner Zeit am «Atlantic College»
in Wales, 1966-1968, spielte ich in verschiedenen Jazz-Formationen, wurde
aber bald auch ein grosser Freund angelsächsischer Folklore.
Dies führte nach meiner Rückkehr in die Schweiz fast automatisch
zur Gründung des Trios "Peter, Sue & Marc». Mit den heimgebrachten
Folksongs stiess ich bei Sue und Marc auf offene Ohren.
1975 veröffentlichte ich im «Zytglogge Verlag», parallel zu meinen Trioaktivitäten, meine erste Dialekt-LP, D Schnapsbrönnerei im Paradies. Ich fand wenig Zeit, solo auftreten zu können, da die Anlässe des Trios Prio-rität hatten. Immerhin, «D Schnapsbrön-nerei» wird noch heute im Radio gespielt, u.a. weil - wie ein Moderator mir gestand bei diesem Einmannbetrieb in den Lokalradios man mal ordentlich auf's Klo kann. Das Lied hat nämlich die äusserst nützliche Länge von fast sieben Minuten. Ob ich deshalb als Songschreiber beleidigt sein sollte? Mitnichten,
D i e s e Marktlücke muss man zuerst einmal finden!
Um mein Psychologiestudium an der Uni Bern zu finanzieren,
habe ich während mehrerer Jahre auch Gitarrenunterricht gegeben.
Ich wohnte in einem Einzimmerhäuschen, einer ehemaligen Baubaracke,
unter der Autobahn, in der „Äusseren Enge“ in Bern. Die innere
Enge, bzw. der Platzmangel im klitzekleinen Häuschen war derart gross,
dass ich unter meinem alten Flügel auf einer Matratze schlafen musste.
Nicht gut für das Selbstwertgefühl, denn, wenn ich nachts irgendwo
am Flügel meinen Kopf anstiess, hat's immer so bedenklich hohl geklungen.
Bei Kaffee und Kuchen brachte ich also Alt und Jung “Finger-Picking“ auf der Gitarre bei. Die Fans werden es mir danken: Auch dem spätere Gitarristen von Züri-West, der als Schüler meinen Kursus buchte, konnte ich das Gitarrespielen nicht verleiden.
Durch den steigenden Bekanntheitsgrad des Trios und durch die zahlreichen TV-Sendungen lernte ich mit den Jahren viele andere Interpreten und Interpretinnen kennen. Einem jungen Mann, der es schon in den verschiedensten Richtungen versucht hatte, riet ich, doch in seinem etwas schwer verständlichen, aber um so schöneren Dialekt zu singen. Ich baute ein altes Volksliedmotiv musikalisch und textlich aus und schrieb einen neuen Versteil. "Michel Villa" landete alsbald mit Dr Tiifel isch gschtorbu in der Hit-Parade.
Auf einer Tele-Kreuzfahrt im Mittelmeer, im Herbst 1976, hörte ich fasziniert Mostafa zu, dem Trompeter der „Pepe Lienhard Band“, der für einmal zum ganz grossen Horn gegriffen hatte. Die Töne, die er dem Alphorn entlockte, waren erstaunlich. Für jeden eidgenössischen Almöhi fast eine Beleidigung, was dieser Perser da mit Leichtigkeit hinlegte.
Mit einiger Eurovisionserfahrung gesegnet, war mir
ziemlich schnell klar, dass das Alphorn und die Band, in einen griffigen
Song verpackt, eigentlich Furore machen müssten. Sie taten es
auch. Die Swiss Lady wurde einer der ganz grossen Schweizer-Hits
und plazierte sich auch international in den Charts.
Hinter der «Pepe Lienhard Band" belegte damals «Paola» in der Schweizer Ausscheidung, auch mit einem Lied von mir, mit Livre blanc den zweiten Platz. Wir beschlossen, es später nochmals zu versuchen, Cinéma hat dann auch gesiegt und „Paola“ die Schweiz mit einem Spitzenplatz würdig vertreten.
Auf dem Trio-Label veröffentlichte ich auch
Produktionen mit einer andern grossen Stimme: «Piera Martell».
Wer diese Sängerin mit der "Blues-Röhre" einmal live erlebt hat,
wird das nicht so schnell vergessen. Carolina
und What a feeling sind zwei der schönsten
Aufnahmen aus dieser Zeit.
Beny Rehmann, der Trompeter vom Dienst, kam auf ungewöhnlichem Weg zu einer meiner Melodien. Nicht etwa, dass Beny bei mir für eine Komposition angefragt hätte, es war ein Produzent aus Holland, der ihm vorschlug, eine Melodie, die er irgendwo gehört hatte und die sich seiner Meinung nach für Trompete besonders gut eignen würde, einzuspielen. So kam sie von Holland wieder in die Schweiz zurück, wo sie mit einem Text versehen wurde und fortan Meine erste Trompete hiess.
Die wohl skurrilsten Tage erlebte ich mit «Pfuri,
Gorps und Kniri», die ähnliche Musik machten, wie ihre Namen
klingen. Was die drei Typen altem Gerümpel an Tönen entlockten,
war schon hörenswert. So was Uriges, dachte ich, müsste
man als Gegenpol an die Glitzer-Gala, den „Grand Prix Eurovision“, bringen.
Die gestylten Damen und Herren würden ordentlich degoutiert sein,
wenn die mit ihrem Gerümpel auffahren würden, So war's denn auch.
Von der Schwierigkeit, dem israelischen Zoll klar zu machen, dass es sich
beim Staubsauger um keine Bombe und bei der Giesskanne ebenfalls um ein
Musikinstrument handelte, bis zum Schlaganfall des Regisseurs, als die
drei Trödler ihren Krempel auf der Bühne entleerten, es war für
mich und meine beiden Kollegen Sue und Marc, die Trödler & Co
gesanglich unterstützten, ein riesiges Gaudi. Ich habe in meinem
Leben noch nie so viel gelacht, wie am Empfang des Bürgermeisters
von Jerusalem, an dem „Pfuri“ in einem weissen, mit feinen schwarzen Streifen
versehenen Anzug erschien, der in Wirklichkeit das aufgemöbelte Barchent-Pyjama
seines Grossvaters war. Die drei Trödler hatten wirklich was
drauf in Sachen Recycling.
Aber nicht alle Länder fanden unsere Darbietung lustig. Einzig Österreich goutierte den Humor und die Parodie und verschenkte uns Leidgenossen das Maximum, nämlich dreizehn Punkte, noch für einen ebensolchen Platz reichte.
„Peter, Sue und Marc" im Abfallrausch mit den drei
Trödlern "Pfuri, Gorps und Kniri“
zruck zur Houptsiite