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Guten Tag Herr Rossi
Ich bin auf der Suche nach Literatur oder Ähnlichem, wo darauf eingegangen wird, welche Probleme sich stellen, wenn ein Elternteil ADHS hat und depressiv ist. Kennen Sie sowas? Idealerweise auch für Kinder geeignet.
Mein Mann, 46, hat seit einem Jahr die offizielle Diagnose, er ist seit mehreren Jahren zu Hause und tut sich enorm schwer mit der Therapie. Er ist chronisch depressiv und hat gesundheitliche (Begleit-) Probleme.
Unsere Tochter ist 11. Sie hat keine besonderen Konzentrationsprobleme, aber sie scheint sehr sensibel zu sein. Sie hat oft Probleme mit dem Selbstwertgefühl. Ich denke, dass die Probleme meines Mannes sie stark herunterziehen. Sie ist klug und einfühlsam genug, sie zu erkennen, aber noch nicht reif genug sie auch zu verstehen und einzuordnen. Da ich oft arbeiten muss, muss er oft länger alleine auf sie aufpassen, was regelmässig zu Konflikten führt, die beide überfordern.
Ich gehe in meiner Antwort davon aus, dass Ihre Frage diejenigen Probleme betrifft, welches sich primär für das Kind ergeben, wenn ein Elternteil von ADHS und Depressionen betroffen ist.
Kinder psychisch kranker Eltern sind in der Tat in einer sehr besonderen Situation. Vieles irritiert sie, da sie oftmals nicht verstehen, was los ist mit dem betroffenen Elternteil. Und wieso sich dieser so oder mal so verhält.
Es kann vorkommen, dass diese Kinder sich dann selbst für das für sie unerklärliche Verhalten des betroffenen Elternteils verantwortlich machen. Und in der Folge Schuldgefühle entwickeln oder auf eine andere Weise psychisch (oder somatisch) reagieren.
Ich kann daher gut nachvollziehen, dass Sie das alles sehr beschäftigt.
Statistisch besteht bei Kindern mit einem psychisch kranken Elternteil ein erhöhtes Risiko, dereinst selbst an einer psychischen Erkrankung zu leiden. Bei Vorkommen einer ADHS in der Familie ist das Risiko deutlich erhöht.
Aber jetzt bitte keine Panik.
Angesagt sind Präventionsmassnahmen. Diese tragen dazu bei, dass sich das Kind trotz der familiären Handicaps gesund entwickelt. Dazu gehören vor allem:
- Eine qualifizierte Behandlung des erkrankten Elternteils.
- Auf die betreffende Familie zugeschnittene psychotherapeutische und/oder psychosoziale Hilfen. Dazu zählen unter anderem: Familientherapie und Familienhilfe. Gegebenenfalls auch Selbsthilfegruppen.
Ich empfehle eine langfristige psychotherapeutische oder kinderpsychiatrische Begleitung für Ihre Familie. Bei der Suche nach geeigneten Fachpersonen sollten Sie speziell darauf achten, ob die Fachperson für dieses Spezialgebiet (Kinder von psychisch kranken Eltern) qualifiziert und erfahren sind.
Sie fragen nach Literatur. Bücher zu diesem Thema werden Ihnen sicher weiterhelfen. Denken Sie aber daran, dass eine persönliche Betreuung Ihrer Familie durch eine Fachperson und eine qualifizierte Behandlung des betroffenen Elternteils ergänzen, aber nicht ersetzen können.
Hier eine Zusammenstellung von Büchern zu diesem Thema:
Annikas andere Welt EXTRA – Das Mit-Mach-Heft für deine Gedanken und Gefühle: Das interaktive Buch für Kinder psychisch kranker Eltern mit zahlreichen Mit-Mach-Seiten (SOWAS!)