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Im 19. Jahrhundert profitierten die Bürger von Busswil von ansehnlichen Einkünften durch den Handel mit Torf aus dem Bürgernutzen. «Jeder Bürger erhielt so viel Torf, dass er etliche Wagen voll à 100 Zainen verkaufen konnte», schreibt Roman Weber. Der verstorbene Busswiler Lehrer beschäftigte sich eingehend mit der Region.
Der gestochene Torf wurde an Kunden in den umliegenden Gemeinden veräussert. Mit der Zeit sank die Beliebtheit des Brennstoffs. Die entsprechenden Bauern klagten, der Abbau mache sie krank, sie litten unter Zahnweh, Rückenschmerzen und Rheumatismus. Die Haushalt führenden Frauen ihrerseits beschwerten sich über den Staub und die Asche als Rückstände der Verbrennung.
Begehrter Dünger
Im heissen Sommer 1865 kam es zu einem tagelangen Mottbrand im Ried von Littenheid. Ausgedehnte Löscharbeiten waren erforderlich. Die entstandene Asche war ein begehrter Dünger. Laut Weber kamen die Bauern mit ihren Fuhrwerken aus Frauenfeld, Wängi, Schönholzerswilen und aus dem Toggenburg um den begehrten Nährstoff abzuholen.
Im ersten Weltkrieg stieg die Nachfrage nach Torf als Brennstoff wieder, denn der Import von Kohle war schwierig und die Preise waren hoch. Schliesslich meldete sich ein dem Bund nahestehendendes Unternehmen aus Bern, das den Torf maschinell abbauen wollte.
Durch Vermittlung der Thurgauer Regierung kam es schliesslich mit einem Konkurrenzunternehmen zum Vertragsabschluss, das für Busswil vorteilhaftere Bedingungen bot. Fortan wurde der Torf von Hand gestochen und auf ein Förderband geworfen. Eine Maschine zerkleinert und presste ihn zu wurstförmigen Gebilden. Diese wurden dann zum Trocken ausgelegt. Rund vierzehn Tage waren dazu erforderlich.
Im Sommer 1918 waren rund 70 Frauen, Männer und Kinder mit der Torfgewinnung und –verarbeitung beschäftigt, sie wurden dafür relativ gut entlöhnt. Allerdings betrugen die Arbeitstage zehn Stunden. Das gewonnene Material wurde per Lastwagen nach Wil gebracht und von dort per Bahn abtransportiert.
Verlust durch Inkompetenz
Das Torfgeschäft war damals nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Das entsprechende Unternehmen liess laut Weber auch im Herbst noch Torf abbauen, obwohl ihm Ortkundige davon abgeraten hatten. In der Folge vermochte das nasse Material vor dem Winter nicht mehr vollständig zu trocknen. Durch die folgenden Froste wurde er schliesslich unbrauchbar. So entstand ein beträchtlicher finanzieller Schaden.