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Debbie (Leslie Mann) and Pete (Paul Rudd) sind seit Ewigkeiten verheiratet, haben zwei Töchter und kommen nun ins Alter, das angeblich alles ändern wird. Sie werden beide innerhalb von einer Woche 40 Jahre alt, gehen damit aber ziemlich unterschiedlich um. Während er das Leben auf die leichte Schulter nimmt, im Bett gerne mal furzt und Romantik für überflüssig hält, hat Debbie mehr Mühe mit ihrem Alter. Sie besteht auf 38 Kerzen auf der Torte, kann ihr aktuelles Leben nicht akzeptieren und will alles verändern. Oder wie sie's meint: "besser machen".
Zu diesen Problemchen kommen auch finanzielle Schwierigkeiten. Pauls Plattenlabel promotet lieber "echte" Musik und geht den Bach runter, während Debbies Angestellte (Megan Fox) im Laden die Köpfe der Männer verdreht und auch plötzlich Geld aus der Kasse verschwindet. Ausserdem hat Debbie ihren Vater (John Lithgow) eingeladen, um die Beziehung zu diesem zu verbessern. Und trotz all dieser Hürden müssen Debbie und Pete einen Weg suchen, wie sie sich als Paar weiterentwickeln wollen. Denn das ist nicht ganz einfach.
Judd Apatow hat es seiner Frau aber auch nicht leicht gemacht. Ihr Film-Ehemann Paul Rudd ist ein Nostalgiker, ein Gewohnheitstier und ein schlicht zu gutmütiger Kerl. Ihre ältere Tochter Sadie wirft mit Appleprodukten nur so um sich und lässt keine Möglichkeit aus, J.J. Abrams' Lost zu Ende zu sehen. Ihre jüngere Tochter Charlotte ist ihr Engel, doch auch sie benutzt Apps und Internet, und das Desinteresse ihrer Schwester lässt sie durchdrehen.
Eine Familie, wie wir sie kennen. Oder eine Familie, wie sie Apatow kennt? Als hätte er alles selbst erlebt, schickt er seine Familie vor die Kamera, um die bereits verdrängten Passagen des Lebens Revue passieren zu lassen. Manchmal schön, manchmal tragisch, aber grösstenteils witzig und lebensnah. Unverständlicherweise hat sich Apatow damit nicht zufrieden gegeben und mit weiteren Figuren die Familie etwas erdrückt. Die Grosseltern, der Fitnesstrainer, die Angestellten und persönliche Freunde ziehen den Film in die Länge, und aus der kurzweiligen Komödie wird zwischendurch ein dialoglastiges Hin und Her ohne Eckpfeiler. Die Figuren wurden zwar allesamt liebevoll mit Macken und Problemchen ausgeschmückt und geben ihr Bestes, aus der dünnen Story möglichst viel herauszuholen. Doch auch so ist Apatows neuester Film ein komödiantischer Geniestreich was die Charakterzeichnung betrifft, erinnert aber durch die nicht vorhandene Handlung mehr an eine Sketschshow mit oberflächlicher Gesellschaftskritik.
Fazit: Witzige Szenarien, unterhaltsame Gespräche und haufenweise originelle Sprüche - Apatow schafft es erneut, die Zuschauer mit lebensnahen Ereignissen zu packen und sie mit typisch übertriebener Herangehensweise zum Lachen zu bringen. Leider ist This Is 40 mehr Zirkus als Film. Jeder darf mal seinen Senf dazugeben und ein wenig mit den Lachmuskeln des Publikums spielen. Bei einer Spielzeit von über zwei Stunden wünscht man sich dann aber doch etwas mehr Fleisch am Knochen, gerade dann, wenn die dargestellten Probleme auch die eigenen sein könnten.
Bild und Ton der Blu-ray sind sehr gut. Die hellen Farbtöne laden förmlich dazu ein, sich im Haus der Apatows einzunisten, und der Ton sorgt dafür, dass man sich umsorgt und heimelig fühlt. Die Disc ist vollgepackt mit diversen Extras. Die Höhepunkte sind dabei ohne Frage die lustigen Outtakes und der spritzige Audiokommentar von Judd Apatow.
Yannick Suter [yan]
Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.
This is 40 hat mir trotz offensichtlichen Überlänge gut gefallen. Vor allem der derbe Witz sagte mir zu. Die Geschichten um die Grosseltern wären aber nicht nötig gewesen. Ohne diese Szenen hätte man Zeit sparen und zwei doofe Subplots ausblenden können. Ansonsten eine lustige Komödie, zwar nicht die beste von Apatow, aber sicherlich im Mittelfeld.