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Darstellung von Übergewicht in Deutschschweizer Printmedien von 1955 bis 2005 = Presentation of obesity in Swiss-German newspapers from 1955 to 2005
Thèse de doctorat : Università della Svizzera italiana, 2009.
Die vorliegende Dissertation geht hypothesengeleitet der Frage nach, wie die Deutschschweizer Presse über Übergewicht berichtet. Übergewicht ist ein Thema, das in den hiesigen Printmedien vor allem in den letzten Jahren steigende Beachtung fand. Aufgekommen ist das gesellschaftliche Bewusstsein für die Übergewichtsthematik in der Schweiz seit Mitte der 1980er Jahre. In der... PlusAjouter à la liste personnelle
- Zusammenfassung
- Die vorliegende Dissertation geht hypothesengeleitet der Frage nach, wie die Deutschschweizer Presse über Übergewicht berichtet. Übergewicht ist ein Thema, das in den hiesigen Printmedien vor allem in den letzten Jahren steigende Beachtung fand. Aufgekommen ist das gesellschaftliche Bewusstsein für die Übergewichtsthematik in der Schweiz seit Mitte der 1980er Jahre. In der Publikumspresse wird dem Thema Übergewicht als Vorstufe zu einer Krankheit ab Mitte der 1990er Jahre, mit dem Erscheinen des vierten Schweizerischen Ernährungsberichts, vermehrt Beachtung geschenkt. Eine Medizinalisierung des Themas Übergewicht findet vor allem in den Qualitätszeitungen statt, die Boulevardzeitung privilegiert ästhetische und moralisch-ethische Bezugsrahmen. Vergleicht man die Darstellung in der Publikumspresse mit der Darstellung in wissenschaftlichen Quellen, zeigt sich ein Vorlauf des wissenschaftlichen Diskurses von mindestens 10 Jahren. Übergewicht ist folglich ein wissenschaftliches Thema, das von den Publikumsmedien verhältnismässig spät aufgegriffen wurde. Seit Anfang der 1990er Jahre konzentriert sich der Diskurs in der wissenschaftlichen Fachliteratur eher auf die soziale Bedeutung des Phänomens Adipositas und nicht mehr auf die individuell-medizinische Seite. Die Resultate der Analyse zeigen, dass in den Publikumsmedien zur Zeit eine individualistische Darstellung von Übergewicht als persönlichem Ernährungsproblem vorherrscht. Im Sinne einer effizienten und langfristigen Präventionspolitik müsste dieser Bezugsrahmen auf eine vermehrte Darstellung der gesellschaftlichen Verantwortung ausgeweitet werden.
- Summary
- This dissertation examines the question, how Swiss German media cover the topic of overweight. Over the last years overweight has gained an increased interest in the Swiss media. The public awareness for overweight and obesity in Switzerland was raised in the mid 1980ies. In newspapers the topic gained public interest in the 1990ies, parallel to the publication of the fourth Swiss report on nutrition, with its presentation as pre-stage of a disease. The medicalization of the overweight topic is mostly limited to the quality papers. The tabloid press privilege aesthetic and moral-ethic focuses. Compared to its representation in scientific publications, the representation of overweight in public media shows a time delay of at least 10 years. Therefore we can conclude that overweight is a scientific topic which has been picked up fairly late by the public media. Since the beginning of the 1990ies the discourse in the scientific literature is concentrating more on the social meaning of obesity and no more on the individual- medical part. The results of the newspaper analysis show the dominance of an individualistic depiction of overweight as a personal nutrition problem. This framing should be enlarged to the presentation of the responsibility of the society in order to establish efficient and long lasting politics of prevention.