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Der Feuerberg Eldfell ist ein Schlackenkegel von etwa 200 m Höhe und wurde vor genau 40 Jahren (Dienstag, 23. Januar 1973) ohne Vorwarnung wenige hundert Meter ausserhalb der isländischen Stadt Heimaey gebildet. Seit dem Ende der Ausbrüche im Juli 1973 befindet sich der Vulkan nun wieder im Ruhezustand.
Der Archipel der Vestmannaeyjar liegt vor der Südküste Islands und besteht aus mehreren im Holozän entstandenen Inseln. Das Vulkansystem der Vestmannaeyjar ist das jüngste und südlichste der östlichen Vulkanzone Islands und seit der letzten Eiszeit aktiv. Aufgrund seiner Lage über dem mittelatlantischen Rücken, wo sich die Eurasische und die Nordamerikanische Platte voneinander entfernen, ist Island eine Region mit starker vulkanischer Aktivität. Am 20. März 2010 war ein weiterer Vulkanausbruch am Eyjafjallajökull welcher bis am 9. Juli dauerte und unter anderem zeitweilig den gesamten Flugverkehr über Europa lahmlegte.
Sowohl der Kampf der etwa 5’000 Einwohner am Eldfell bei Heimaey wie auch die teilweise gewaltigen Eruptionen am Eyjafjallajökull wurden damals am Fernsehen live übertragen. Beide Ereignisse gehören zur östlichsten Vulkanzone welche gerade dabei sein könnte sich zu einer neuen Riftzone zu entwickeln.
Am gleichen Dienstag, 23. Januar 1973 stellte die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Einvernehmen mit dem Bundesrat ihre Dollarkäufe zur Stützung des Wechselkurses ein.
Seit diesem Tag als der Goldstandard gefallen war haben Zentralbanken das Privileg Geld zu schöpfen und sozusagen aus dem Nichts (Fiat-Money) weiteres Geld zu schaffen. Obwohl der Übergang zu einem flexiblen Wechselkurs damals nur als vorübergehende Massnahme gedacht war, begann damit eine völlig neue Epoche für die schweizerische Wirtschaftspolitik. Seither ist der Franken nie mehr Teil eines internationalen Währungssystems gewesen.
Aus heutiger Sicht mag es selbstverständlich sein, dass ein kleines Land mit einer offenen Volkswirtschaft mit einem flexiblen Wechselkurs leben kann. Es ist ja nicht nur der Schweizer Franken, der ohne permanente Fixierung an den Dollar oder den Euro auskommt, sondern zum Beispiel auch die Währungen Australiens, Neuseelands, Norwegens oder Schwedens. Sogar die isländische Krone kommt ohne Anbindung an einen grösseren Währungsraum aus. Nur damals hat diese Tatsache beim Bürger in der Schweiz weiter keine hohen Wellen geworfen. Da war im Vergleich zum Vulkanausbruch auf Heimaey letzterer schon wichtiger.
Damals aber gab es grosse Bedenken. So waren etwa die Banken vehement gegen eine Änderung des Währungssystems. Ein Vertreter einer Zürcher Grossbank schrieb 1971, man sei sich in Bankenkreisen vollkommen einig in der unbedingten Ablehnung des Gedankens, die strukturbedingten Grenzen der Geldpolitik durch flexible Wechselkurse erweitern zu wollen, müsste doch ein solcher Eingriff wesentliche Grundlagen zerstören, auf denen die schweizerische Aussenwirtschaft und damit der schweizerische Volkswohlstand ruht.
Auch in der SNB lehnte man die Abkehr von fixen Wechselkursen lange Zeit ab. Aufschlussreich war etwa die Unterhaltung, die Max Iklé, von 1956 bis 1968 Mitglied des Direktoriums, mit dem Ökonomen Milton Friedman, einem vehementen Befürworter von flexiblen Wechselkursen, führte. Max Iklé fasste seine Opposition gegen flexible Wechselkurse, die er Friedman gegenüber äusserte, wie folgt zusammen:
„Der Wechselkurs eines kleinen Landes könne viel leichter durch Geldströme beeinflusst werden als derjenige eines grossen oder mittelgrossen Landes. Ein kleines Land wie die Schweiz, mit einem starken Finanzzentrum, sei stärker von Geldströmen abhängig als ein Land, dessen Bankensystem weniger stark ausgebildet sei. In der Schweiz fielen die Geldströme weit stärker ins Gewicht als die Warenströme, da kurzfristige Gelder zeitweise ins Land strömten, zeitweise dieses wieder verliessen. Dazu komme das Vertrauen in den Schweizerfranken, welches dazu führe, dass die Schweiz bei gestörten Währungsverhältnissen als Zufluchtshafen diene. Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass sich in einem System flexibler Wechselkurse der «richtige» Wechselkurs automatisch herausbilde.“
Heute – 40 Jahre später – wissen wir, dass die gesamte wirtschaftliche Elite unseres Landes mit ihrer damaligen Meinung falsch lag. Wir können nur hoffen, dass die heutige Bankenwelt etwas dazu gelernt hat!
Fiat-Money
Geld, das aus dem Nichts geschaffen wird, nennt man Fiat-Money.
Der Ausdruck stammt aus dem Lateinischen und bedeutet: Es geschehe.
Seit der Goldstandard am 23. Januar 1973 gefallen war haben Zentralbanken das Privileg „Fiat-Money“ zu schöpfen, Geld aus dem Nichts zu schaffen, ohne es mit Gold abzusichern. Sie machen aber auch das Gegenteil: Geld vernichten.
Beides erfolgt nicht willkürlich, sondern geregelt. Die Schweizerische Nationalbank druckt derzeit Franken und kauft damit in Euro notierte Wertpapiere ein. Damit verhindert sie, dass der Franken unter die Grenze von 1.20 fällt. Sobald der Euro jedoch an Wert zulegt, macht die SNB das Gegenteil: Sie tauscht Euro gegen Franken und vernichtet die Franken wieder, um eine Inflation zu verhindern. Wenn Sie dabei einen Währungsgewinn erziehlt, dann kann sie diesen verbuchen