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Praktisch alle Patienten, die in unsere Sprechstunde kommen, haben schon unzählige Versuche unternommen, ihr Gewicht zu reduzieren. Kurzfristig können die meisten Patienten Gewicht abbauen, langfristig gelingt dies kaum jemandem. Es kommt bei fast allen Patienten zum Jojo-Effekt. Dieser ist erwiesener Massen gefährlich, da ständige Gewichtsveränderungen mit einem bedeutend höheren Krankheits- und Sterblichkeitsrisiko verbunden sind als ein konstantes und gleichbleibendes moderates Übergewicht !
Das Ziel des chirurgischen Eingriffes besteht nicht nur in einer langanhaltenden Gewichtsreduktion sondern v.a. in der Verminderung der durch das Übergewicht verursachten gefährlichen Begleiterkrankungen (Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörung, Schlafapnoe, Gelenkbeschwerden etc.). Im optimalen Fall können dies eliminiert werden und so zu einer massiven Verbesserung der Lebensqualität und Verringerung des Mortalitätsrisikos führen.
Neuere Studien haben gezeigt, dass es aus medizinischen Gründen nicht notwendig ist, einen übergewichtigen Menschen mit einem BMI von z.B.40 zu operieren, sofern dieser keine relevanten Begleiterkrankungen aufweist. Ein nur leicht übergewichtiger Patient (z.B. BMI 29) könnte hingegen, bei gleichzeitigem Vorliegen einer schweren und schlecht einstellbaren Zuckerkrankheit, von einer bariatrischen Intervention stark profitieren. Übergewicht als solitärer Faktor sollte also nicht das einzige Kriterium für eine Übergewichtsoperation darstellen. Leider ist dies den Krankenkassen bei uns bisher verborgen geblieben. In der Schweiz liegt die unterste Gewichtsgrenze für eine bariatrische Operation leider immer noch bei einem BMI von mind. 35kg/m2. Ein (oft sinnvoller!) Eingriff unterhalb dieser Grenze wird auch Patienten mit einem schlecht einstellbaren insulinpflichtigen Diabetes mellitus Typ II, verweigert.
In anderen Staaten richtet sich die Operationsindikation nicht nur nach dem BMI sondern auch nach dem gesamten Nutzen eines solchen Eingriffes. Dies ist z.B. in Kanada der Fall.
Es bestehen diverse Operationsverfahren zur Gewichtsreduktion. Grundsätzlich beruhen diese auf zwei verschiedenen Prinzipien. Entweder wird die Menge der Nahrungsaufnahme eingeschränkt (Restriktion) oder die Aufnahme der Nahrung im Magendarmtrakt reduziert (Malabsorption) oder es erfolgt eine Kombination beider Verfahren.
Wir besprechen und erklären hier nur die Operationsverfahren, welche wir selber auch anbieten. Ob ein Eingriff überhaupt sinnvoll ist und welches Verfahren angewandt werden soll, ist von Patient zu Patient verschieden. Erst nach einer genauen Patientenbefragung, einer eingehenden körperlichen Untersuchungen und nach Auswertung aller erforderlichen spezialärztlichen Abklärungen, können diese Fragen seriös beantwortet werden.