Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03525.jsonl.gz/2124

© Marcel Burkhardt
Vögel gelten als aussagekräftige Gradmesser für die Entwicklung der Umwelt und ihrer Lebensräume, die indirekt oder direkt vom Menschen beeinflusst werden. Die Zu- oder Abnahme einzelner Arten ist jedoch von vielen Faktoren beeinflusst und eignet sich deshalb nur bedingt für eine Gesamtbeurteilung, wie sie beispielsweise zur Erfolgskontrolle von Naturschutzmassnahmen benötigt wird. Heute sind Indikatoren gefragt, die aufgrund einfacher Kennzahlen Entwicklungen über die Zeit darstellen. Der Swiss Bird Index SBI® beinhaltet ein Set von solchen Indikatoren.
Als Grundlage für die Berechnung des Swiss Bird Index SBI® dienen die artweisen Indices der regelmässigen Brutvögel. Die Berechnung dieser bestandsproportionalen Indices erfolgt entsprechend der Datengrundlage mit unterschiedlichen Methoden. Die Zeitreihe beginnt im Jahr 1990. Für das Jahr 2000 wird der Index auf 100 gesetzt. Bei häufigen Brutvögeln werden die jahrweisen Werte basierend auf den Erhebungen im Projekt Monitoring Häufige Brutvögel (MHB) erfasst. Für seltene Arten wird der Anteil der besetzten Kilometerquadrate als Indikator für die Bestandssituation verwendet. Dabei wird berücksichtigt, dass die Beobachtungstätigkeit in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Bei besonders gut überwachten Arten werden gesamtschweizerische oder regionale Bestandszahlen als Grunddaten verwendet.
Daten zur Bestandsentwicklung der einzelnen Vogelarten werden mathematisch zu einem Set von kombinierten Indikatoren (Artengruppen), dem Swiss Bird Index SBI®, verdichtet. Die jahrweisen kombinierten Indices entsprechen dem geometrischen Mittel der artweisen Bestands-Indices.
Mit dem Swiss Bird Index SBI® lässt sich unter anderem der Erfolg der Umsetzung der Biodiversitätskonvention, von Zielen in der Landwirtschaftspolitik und in der Biodiversitätsstrategie beurteilen.
Der Swiss Bird Index SBI® besteht aus einem Gesamtindex über alle regelmässigen Brutvogelarten der Schweiz, sowie weiteren Teilindices. Dabei werden die Arten nach Speziallisten von besonderem Interesse (Rote Liste, Prioritätsarten Artenförderung, Internationale Verantwortung, Leit- und Zielarten Umweltziele Landwirtschaft), Habitaten (Wald, Kulturland, Feuchtgebiete und Gewässer, Alpine Lebensräume, Siedlung) und gemäss dem SBI® Climate Change (Arten mit vorausgesagter Ab-, bzw. Zunahme bei Klimaveränderung) eingeteilt. Alle Indices werden jährlich mit den neusten Resultaten erneuert. Der Gesamtindex und mehrere Teilindices finden Eingang in verschiedene Statistiken der Bundesämter für Umwelt, Statistik und Landwirtschaft. Eine vollständige Übersicht über alle kombinierten Indices des SBI® werden hier ersichtlich. Ausgewählte Ergebnisse des SBI werden im jährlichen Zustandsbericht eingehender diskutiert.