Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03105.jsonl.gz/1353

Grimsby
Grimsby ist eine Stadt an der Ostküste Grossbritanniens. Grimsby war in den 50er und 60er Jahren der grösste Fischereihafen der Welt. 650 Fischkutter landeten im Hafen an. Heute ist der Hafen leer. Die Schuld für den Niedergang der Fischerei wird der EU gegeben, die für eine Benachteiligung der britischen Fischindustrie verantwortlich gemacht wird.
70% der „Grimbarians» haben für den Brexit gestimmt. Nachdem Grimsby seine Fangflotte fast ganz verloren hatte, schwenkte es auf Fischhandel und Weiterverarbeitung um. Der Fisch kommt aber nicht mehr von britischen Trawlern, sondern es aus Island, angeliefert mit Lastwagen. Neuen sichtbaren Wohlstand hat das aber nicht gebracht: Einer von 10 „Grimbarians» bezieht Arbeitslosengeld und jeder 4.Jugendliche hat keinen Job.
Nach dem Niedergang der Fischerei wurde das einst blühende Viertel „East Marsh» zu einem der grössten Problemviertel des Vereinigten Königreichs. Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Kriminalität haben stark zugenommen. Zahlreiche Sozialwohnungen wurden errichtet und anschliessend von einer Wohnbaugesellschaft übernommen. Heute stehen sie vor dem Abriss. Der Hafen, einst in öffentlichem Besitz ist jetzt unter Kontrolle von ABP, der ,,Associated British Ports» und die wiederum zu zwei Drittel im Besitz ausländischer Shareholder.
Der Hafen ist heute von der Stadt abgetrennt und nicht mehr frei zugänglich. Er hat für die Stadt keine Bedeutung mehr. Ein Hoffnungsschimmer für Grimsby zeichnet sich im wahrsten Sinne des Wortes am Horizont ab: Windfarmen vor der Küste – betrieben hauptsächlich von europäischen Energiekonzernen wie Siemens, Centrica und EON. Ausgerechnet europäische Firmen nähren die Hoffnung auf neue Jobs.