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Die nationale Minderheit der Jenischen
Professionelles Arbeiten in der Sozialen Arbeit im Bewusstsein der vergangenen und heutigen Diskriminierung
Die Jenischen gehören zu einer eigenen Ethnie und sind seit 1999 eine anerkannte Minderheit in der Schweiz. Der grössere Teil der Jenischen lebt sesshaft. Für fahrend lebende Jenische ergeben sich aufgrund ihrer Lebensweise Herausforderungen, da die Systeme in der Schweiz auf eine sesshafte Mehrheitsgesellschaft ausgerichtet sind.
Lea Winiger und Amanda Nyffeler sind der Frage nachgegangen, inwiefern Professionelle der Sozialen Arbeit Kenntnisse über die Jenischen als anerkannte nationale Minderheit benötigen, um Jenische in ihren Anliegen adäquat unterstützen zu können. Zuerst erfolgt eine geschichtliche Aufarbeitung der historischen Ereignisse ab 1850 bis 1973, welche die Jenischen prägten. Darauf aufbauend werden die Hintergründe, welche zur Anerkennung als Minderheit geführt haben, erklärt. Anschliessend liegt der Fokus auf Vorurteilen, Stereotypen, Diskriminierungsformen gegenüber Jenischen. Anhand der Modalen Strukturierungstheorie nach Gregor Husi erfolgt eine Analyse der heutigen Situation der Jenischen.
Durch das Beschreibungs- und Erklärungswissen, welches die geschichtlichen Hintergründe, den aktuellen politischen Diskurs und die rechtlichen Rahmenbedingungen beinhaltet sowie die Wirkungs-Zusammenhänge von Gesellschaftssystemen und den Jenischen erklärt, erhält die Soziale Arbeit Kenntnisse über die Jenischen. Die vier zentralen Themen sind die Durchgangs-, Stand- und Transitplätze, die Schulbildung, das Sozialwesen sowie die Kultur und Identität der Jenischen. Die Soziale Arbeit benötigt für den professionellen Umgang mit Jenischen diese Kenntnisse nicht nur auf der Mikro- und Mesoebene, sondern auch um sich gemäss Berufskodex auf der Makroebene einsetzen zu können.