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Mit dem neuartigen "Braillewear"-Handschuh können Blinde ganz leicht das Braille-Alphabet lernen. In das vom Spin-off ORama AI der Cornell University entwickelte Gadget ist ein Elektronikmodul zwischen Daumen und Zeigefinger integriert, das eine kleine Kamera und eine LED enthält. Deren Licht scheint in einem schrägen Winkel auf gedruckte Braillezeilen, wodurch jeder erhabene Punkt einen schwarzen Schatten auf das umgebende weisse Papier wirft.
Das Schattenmuster wird von der Kamera aufgezeichnet, das Bild von einer KI-basierten Software ausgewertet und mit dem jeweiligen Buchstaben in Verbindung gebracht. Eine synthetische Stimme sagt dem Blinden dann, um welchen Buchstaben es sich jeweils handelt. Mit der Zeit lernt der Nutzer, die Buchstaben allein durch Tasten zu identifizieren. Den Handschuh braucht er dann nicht mehr, heisst es. ORama-AI-Mitgründer Kushagra Jain entwickelte Handschuhs, nachdem er in einem Institut für Blinde in Indien arbeitete. Dort stellte er fest, dass 90 Prozent der Sehbehinderten keine Brailleschrift lesen können.
"Wir haben in den letzten sechs Monaten mit der Perkins School for the Blind zusammengearbeitet, um den Handschuh zur Serienreife zu bringen", sagt ORama-AI-Präsident Lyon Li. Es handelt sich um die älteste Blindenschule in den USA. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit des Systems zu verbessern. Jetzt ist er auf der Suche nach einem Industriepartner, der den Handschuh kommerziell herstellt. Die Europäische Blindenunion in Wien schätzt, dass allein in Europa 30 Millionen Menschen blind oder stark sehbehindert sind. Li erwartet, dass der Handschuh Ende 2023 kommerziell erhältlich ist. Er soll nach seinen Vorstellungen 300 Dollar kosten.
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