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Vor dem Hintergrund wiederholter Drohungen Nordkoreas hat US-Vizepräsident Mike Pence ein Bekenntnis zur traditionellen Militärallianz mit Japan abgelegt. Pence bezeichnete die Allianz mit Japan als «ein Grundpfeiler für Frieden und Sicherheit in Nordostasien».
Abe mahnte am Dienstag beim Treffen mit Pence in Tokio, den Nordkorea-Konflikt «friedlich» zu lösen. Es sei für Japan von «grösster Wichtigkeit», die diplomatischen Bemühungen fortsetzen, um den Nordkorea-Konflikt «friedlich» beizulegen, sagte Abe.
«Ein Dialog um des Dialogs willen» sei aber «wertlos», fügte Abe hinzu. Er teile die Haltung der Regierung in Washington, dass die Zeit der «strategischen Geduld» vorbei sei. Die Regierung in Pjöngjang müsse unter Druck gesetzt werden, alle Optionen seien denkbar.
Pence hatte zuvor während seines Besuchs in Südkorea gesagt, dass «alle Optionen auf dem Tisch» lägen. Nordkorea solle die «Entschlossenheit» von Präsident Trump und die Stärke des US-Militärs besser «nicht auf die Probe stellen».
Der Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. Nordkoreas Nachbarländer Südkorea und Japan sehen die zunehmenden Spannungen mit grosser Sorge. US-Präsident Donald Trump droht mit einem Alleingang gegen Nordkorea.
Weiterhin regelmässige Tests
Vergangene Woche schickte die US-Armee einen Flugzeugträger und mehrere Kriegsschiffe zur Koreanischen Halbinsel. Am Sonntag feuerte Nordkorea dann erneut eine Rakete ab, die allerdings kurz nach dem Start explodierte.
Trotz der Warnungen drohte Nordkorea mit weiteren Raketentest. «Wir werden weitere Raketentests vornehmen - auf einer wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Basis», sagte der nordkoreanische Vize-Aussenminister Han Song Ryol dem britischen Rundfunksender BBC in einem Interview. Sollten die USA dagegen vorgehen, sei Nordkorea zu einem «totalen Krieg» bereit.
Nordkorea hat seit 2006 nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.
Handelsbeziehungen umbauen
Bei Pences Besuch in Japan soll es auch um dem Umbau der Handelsbeziehungen gehen. Vor seinem Gespräch mit Abe traf sich US-Handelsminister Wilbur Ross mit seinem japanischen Kollegen Hiroshige Seko.
Die USA haben sich unter Präsident Donald Trump aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TTP zurückgezogen. Stattdessen will Trump direkte Handelsverträge mit einzelnen Staaten schliessen.
Japan befürchtet, dass die USA mit einem bilateralen Abkommen den Druck erhöhen könnten, geschützte Wirtschaftsbereiche wie die Landwirtschaft zu öffnen. Die Regierung in Washington beklagt ihrerseits den japanischen Handelsüberschuss von 69 Milliarden Dollar.
Pence hatte als Gouverneur von Indiana enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Japan geknüpft. In dem Bundesstaat haben etwa 260 japanische Unternehmen Niederlassungen, darunter Toyota, Honda und Subaru. (sda/afp/reu)