Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03392.jsonl.gz/2008

Dass Marco Odermatt seine erste Abfahrt auf oberster Stufe gewinnen wird, scheint nur eine Frage von kurzer Zeit zu sein. Nach vier 2. Plätzen in der vergangenen Saison – in Bormio, Wengen, Kitzbühel und beim Weltcup-Finale in Courchevel – fehlte dem Nidwaldner in Lake Louise nur ein Zehntel zum Premieren-Triumph in der Königsdisziplin.
Er sei trotzdem sehr zufrieden mit seinem Rennen, sagte der Gesamtweltcup-Sieger nach seinem fünften Abfahrts-Podestplatz. Gleichzeitig gab Odermatt im SRF-Interview zu, dass ihn die zum Sieg fehlenden paar Hundertstel durchaus «ein bisschen ‹fuchsen›. Doch Kilde hat den untersten Teil wirklich ideal erwischt.»
Auf den letzten 15 Fahrsekunden im flachen Gelände büsste Odermatt, der am Donnerstag im verkürzten Abschlusstraining die Bestzeit knapp vor Kilde aufgestellt hatte, auf den Skandinavier gleich eine Viertelsekunde ein.
Mit Beat Feuz (5.), im Vorjahr in Lake Louise unmittelbar vor Odermatt Dritter, und Niels Hintermann (7.) reihten sich zum Saisonauftakt zwei weitere Schweizer in den Top 10 ein. Feuz sprach im TV-Interview davon, dass das Feeling aufgrund der vielen kleinen Schläge in der Piste noch nicht wirklich prickelnd gewesen sei: «Ich hatte im Steilhang ein bisschen Mühe, unten fehlte mir etwas der Speed. Eine Platzierung in den Top fünf geht also in Ordnung.»
Hintermann kam zu einem ähnlichen Schluss: «Es war eine eher vermurkste Fahrt, aber das Resultat ist einigermassen okay.»
Mauro Caviezel gab in Kanada sein Renncomeback nach einem im Januar 2021 in Garmisch-Partenkirchen erlittenen Trainingssturz, der eine schwere Gehirnerschütterung und langwierige Sehstörungen zur Folge hatte. Der 34-jährige Bündner hielt bis zur zweiten Zwischenzeit gut mit den Besten mit, ehe er ausschied.
Vier Wochen länger als geplant hatten die Abfahrer auf ihren Saisonstart warten müssen. Weil Ende Oktober für die Weltcup-Premiere in Zermatt/Cervinia nicht genügend Schnee vorhanden war, erfolgte das Speed-Opening wie fast immer in den letzten gut zwei Jahrzehnten im Banff National Park.
Mit Aleksander Kilde stand dabei – wie so oft in Lake Louise – ein Norweger zuoberst auf dem Podest. Doch im Gegensatz zu seinen mittlerweile zurückgetretenen Vorgängern Aksel Svindal und Kjetil Jansrud musste sich der 30-jährige Kilde in Kanada mit dem ersten Triumph lange gedulden. Der 14-fache Weltcupsieger war im vergangenen Winter knapp vor Beat Feuz der beste Abfahrer, nun gelang ihm mit der roten Startnummer der ideale Einstieg in die Speed-Saison.
Die vielleicht für längere Zeit letzte Abfahrt in Lake Louise – im nächsten Jahr figuriert der Skiort wohl nicht mehr im Weltcup-Kalender – gewann Kilde mit sechs Hundertsteln Vorsprung vor Daniel Hemetsberger. Der 31-jährige Österreicher, der in seiner Karriere mit enorm vielen Verletzungen zu kämpfen hatte, stand zuvor im Weltcup erst einmal auf dem Podest, vor zehn Monaten als Abfahrts-Dritter in Kitzbühel.
Nach der Abfahrt, die ursprünglich für Freitag angesetzt gewesen war, wird in Lake Louise am Sonntag auch noch ein Super-G ausgetragen (Start 20.30 Uhr). (ram/sda)