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Stehen wir am Beginn einer neuen Epidemie?
Kinderärzt*innen beruhigen: Es sei extrem unwahrscheinlich, dass sich in der momentanen Lage in Europa Kinder mit Affenpocken anstecken. Dieses Virus sei weit weniger ansteckend als Sars-CoV-2 oder die Windpocken und werde fast ausschliesslich durch engen Körperkontakt und Körperflüssigkeiten (v.a. sexuelle Kontakte) oder Bläscheninhalt übertragen. Kinder gehören definitiv nicht zu denjenigen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko, scheinen die Erkrankung aber etwas schlechter zu verkraften. Das gilt auch für Personen mit geschwächtem Immunsystem, z.B. Neugeborene und Schwangere. Es sind bisher keine Fälle bekannt, in denen sich Affenpocken in Europa innerhalb von Familien ausgebreitet haben.
Zu den Symptomen von Affenpocken gehören Fieber (1 – 4 Tage lang), Kopf- und Muskelschmerzen und nach 1 - 3 Tagen ein charakteristischer juckender Hautausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. Er ist zunächst flach, später bilden sich sekretgefüllte Bläschen. Ähnlich wie bei Windpocken oder Herpes verkrusten diese und fallen schliesslich ab. Die Lymphknotenschwellung ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu Windpocken, Klarheit gibt ein PCR-Test. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb weniger Wochen wieder, es gibt aber auch Todesfälle. Die Inkubationsphase dauert zwischen 7 und 21 Tagen. Als Schutzmassnahme bieten sich dreiwöchige Kontaktisolation und Mund-Nasenschutz an. Da die Erreger eng mit den einst gefürchteten, inzwischen aber als ausgerottet geltenden menschlichen Pocken (Variola) verwandt sind, schützt eine auch vor langer Zeit erfolgte Pockenimpfung noch recht gut. Ein moderner Pocken-Impfstoff (Imvanex) soll eine Schutzwirkung von 85 Prozent gegen Affenpocken haben und Kontaktpersonen angeboten werden.