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Vielfalt in der Leiterschaft reflektieren
Nationale Leiterschaft anzuerkennen und zu unterstützen war seit 1958 ein wichtiger Teil der internationalen Entwicklung von OM überall auf der Welt. Sie begann, als Baldemar Aguilar, ein junger Mexikaner, der an der Seite von George Verwer arbeitete, der erste Direktor der OM-Arbeit in seinem Heimatland wurde.
Der Grundwert von OM, die Vielfalt des Leib Christi widerzuspiegeln, findet sich überall in der Arbeit von OM wieder – selbst in der Diversität ethnischer Hintergründe in der Leiterschaft. Gegenwärtig leiten 83 Männer und Frauen die länderspezifische Arbeit von OM und 42 von ihnen sind im Besitz des Passes ihres Einsatzlandes. Folgende einige Beispiele für die zahlreichen Zeugnisse derer, die Gott eingesetzt hat, um die Arbeit von OM überall auf der Welt voranzubringen.
Ecuador: An die Enden der Erde gesandt
1986 trat Shura Façanha in die Fussstapfen ihrer Schwester und ging als die zweite Frau aus Ecuador, die OM beitrat, an Bord der MV Logos – ihre Schwester war die Erste gewesen. „Das Leben auf dem Schiff hat mein ganzes Weltbild auf den Kopf gestellt, meinen Blick erweitert und mich in vielerlei Hinsicht ausgerüstet“, sagt Shura. „Ich erinnere mich daran, wie ich [während den Gebetsnächten] Gott anflehte, andere Ecuadorianer zu berufen, ihm über ihre Grenzen hinaus zu dienen. Ich fühlte mich so privilegiert, in diesem Dienst arbeiten zu können“.
Shura kehrte 1991 nach Hause zurück und forderte andere dazu heraus, in die Mission zu gehen. „Ich kam nicht darüber hinweg, dass Ecuadorinaner und viele andere Lateinamerikaner dachten, Mission wäre ein Privileg, dass dem Westen vorbehalten ist. Missionare aus dem Westen hatten uns zwar das Evangelium gebracht, hatten uns aber nicht beauftragt, selbst bis an die Enden der Welt zu gehen.“
Sie etablierte ein wöchentliches Gebetstreffen in ihrer Heimat und machte am 16. Januar 1992 einen Einsatz in Brasilien. Shura begann mit der Arbeit von OM in Ecuador. „Ich kämpfte mit grossen Herausforderungen, denn ‚Mission‘ war für die meisten Kirchen ein Fremdwort und ich war eine junge Frau. Aber ich hatte ein tiefes Verlangen danach, die Ecuadorianer zu mobilisieren“, berichtet sie. „Es war nicht einfach – nicht jede Kirche war bereit oder willig, sich in dieser Aufgabe zu engagieren – aber Gott war treu.“
Ein paar Jahre später heiratete Shura Roberto, einen Geschäftsmann, der sich OM angeschlossen hatte. Nun leiten sie gemeinsam die Arbeit von OM in Lateinamerika. „24 Jahre später kann ich sagen, dass es die Mühe wert war“, erklärt Shura. „Gott hat die Gebete für die Mobilisation der Ecuadorianer erhört. Bis zu diesem Tag spüre ich, wenn ein Ecuadorianer – oder irgendein Latino – in die Mission geht, denselben Nervenkitzel den ich damals hatte, als ich selbst auf der Logos war. Ich sehe es als, Privileg ein Teil von dem zu sein, was Gott in Lateinamerika tut.“
Singapur: Ortsgemeinden mobilisieren
Nachdem er vier Jahre lang auf der MV Logos gedient hatte, wurde Rodney Hiu mit 24 Jahren 1979 der erste Leiter von OM Singapur, da Visaprobleme zwei Ausländer am Bleiben hinderten. „Keine Visaproblemen und weniger kulturelle, sprachliche und andere Barrieren sind grosse Vorteile für Staatsbürger“, so Rodney.
Einheimische Mitarbeiter haben die Arbeit von OM in Asien angefangen und seit den frühen Tagen erweitert. „Es waren meist Inländer, die auf mich zukamen, um Mitarbeiter in ihren eigenen Heimatländern zu mobilisieren“, sagt Rodney. „Viele, die auf dem Schiff gearbeitet hatten, wollten Teil davon sein, die Kirche in ihren eigenen Ländern zu mobilisieren.“
Früher war der Dienst auf einem OM-Schiff die einzige Möglichkeit für Asiaten bei OM, doch 1976 begannen Asiaten mit OM in Bangladesch, Pakistan und Indien zu arbeiten, später dann auch in Europa und im Nahen Osten. „Gottes Ruf, in alle Welt zu gehen, galt der ganzen Gemeinde“, erklärt Rodney. „Nicht nur dem Westen, sondern uns Allen.“
Rodney fokussierte sich darauf, Singapur von einem Land, das Missionare empfängt, in eines, das welche sendet umzuwandeln, indem er die dortigen Kirchen mobilisierte. Die Einbindung von Asiaten in den grossen Sendungsauftrag veränderte den Missionsansatz von OM und setzte Tausende Mitarbeiter in Bewegung, die seitdem neue Arbeiten begonnen haben, Leiterschaft übernahmen und anderen Missionsorganisationen beitraten oder selbst neue Organisationen gründeten. „Ich habe hart gearbeitet, um die Verantwortung für Projekte Inländern zu übertragen“, sagt Rodney, „um sie für die Dinge zu befähigen, für die sie in ihrem eigenen Land eine Leidenschaft hatten.“
Tschechische Republik: Mitarbeiter für den Missionsdienst vorbereiten
Im Jahr 1987 verbrachten Pavel Zoul und seine Familie einen Sommer am Plattensee in Ungarn. Ein Doppeldeckerbus kam auf dem Campinggelände an und abends versammelte sich eine Menschenmenge um den Bus, bei dem es sich um die Basis eines OM-Sommereinsatzes handelte. Junge Menschen nutzen Musik und eine Zeichentafel, um das Evangelium zu erklären. Nach dem Programm bildeten sich Diskussionsgruppen auf Deutsch, Ungarisch und Englisch. „Niemand kommunizierte auf Tschechisch, also machten wir spontan eine solche Gruppe“, erinnert sich Pavel.
Der Leiter des Teams bemerkte die Familie, und lud sie dazu ein, nachdem er herausgefunden hatte, dass sie Christen waren, sich dem Einsatz anzuschliessen. „Es war eine grosse Herausforderung, Teil eines Abenteuers zu sein, das wir nie zuvor erlebt hatten“, meint Pavel. „Meine Frau und ich sind uns einig, dass das unser bester und abenteuerreichster Urlaub war.“
Die Zouls wurden ein Kontakt für OM in der kommunistischen Tschechoslowakei. In den folgenden Jahren dienten sie gemeinsam mit Teams, die versuchten, Menschen rund um den Plattensee zu erreichen. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus managte die Familie einen gemieteten Gebäudekomplex für die Missionstrainingsschule von OM in der Nähe von Budweis. Während dieser Zeit halfen sie dabei, Missionare für den Dienst in Zentral- und Osteuropa vorzubereiten. Pavel wurde bald ein Vorstandsmitglied von OM und trat im Jahr 2000 hauptamtlich bei.
„Nach Gebet und Beratungen mit der Familie sahen wir Gottes klare Führung in die Vollzeitmitarbeit bei OM”, sagt Pavel. 2003 wurde er der Leiter von OM in der Tschechischen Republik. „Rückblickend sehe ich, dass das Gottes Wille für mein Leben ist. Und auch wenn es nicht immer einfach war, so war und ist es Gottes grosses Abenteuer und ich bin dem Herrn dankbar dafür.“
Südsudan und Algerien: Ein lokaler Ausdruck von Mission
Von einem frühen Zeitpunkt an, integrierte OM in der Region Mittlerer Osten/Nordafrika (MENA) einheimische Leiterschaft in Missionsteams im Sudan, in Algerien, Israel, Ägypten und dem Nahen Osten (Libanon, Jordanien, Syrien und Irak). Derzeit bestehen die OM-Teams in Algerien und im Südsudan vollständig aus nationalen Mitarbeitern.
Im Südsudan ist nationale Leitung erforderlich, da „es sich um eine Arbeit vor Ort handelt, die von der Gesellschaft ausgeht“, sagt Richard, MENA-Leiter von 2015-2016. „Wenn es als eine grösstenteils internationale Arbeit angesehen wird, dann gibt es entsprechende Erwartungen. Wenn es als Arbeit vor Ort angesehen wird, gibt es ebenso entsprechende Erwartungen. OM Südsudan ist in Charakter und Ausdruck lokal.”
Das Engagement von OM in Algerien – 28 Jahre lang geleitet und getragen von Youssef, einem algerischen Gläubigen mit muslimischem Hintergrund – verlagerte sich 2016 zu einer zweiten Generation von vorläufigen nationalen Leitern.
Rafik* nahm zuerst an einem Kurzeinsatz 1997 teil und Lina* bekam die Vision dafür 2003, nachdem sie Rafik geheiratet hatte. Sie traten der OM-Arbeit vor Ort bei, die von Youssef und dessen Frau gegründet worden war, und waren bereits verantwortlich für Gemeindegründung und Nachbereitung, bevor sie die Rolle der vorläufigen Leiter annahmen.
Bezüglich einheimischer Leiterschaft meint Lina: „Wenn du ein Einheimischer bist, dann kennst du die Sprache, die Kultur und du weisst, wie die Dinge dort funktionieren. Wenn du aus diesem Land kommst, dann hast du eine bessere Vorstellung davon, wie du mit Menschen in diesem Land in Verbindung treten kannst.“
*Name geändert