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Erstmals in den Vorwahlen 2020 fand die demokratische Debatte als Zweikampf statt. Auf der einen Seite haben wir den moderaten Ex-Vize Joe Biden, auf der anderen den Sozialdemokraten Bernie Sanders.
Keine Chance, derzeit dem Coronavirus zu entkommen: Wegen der Ausbreitung von Covid-19 fand die demokratische Fernseh-Debatte in der Nacht auf Montag erstmals ohne Publikum statt. Ausserdem verlegte man kurzfristig den Austragungsort von Phoenix (Arizona) nach Washington, um unnötige Reisen zu beschränken.
Die Ausgangslage bleibt immer noch spannend. Auch wenn sich Joe Biden beim «Super Tuesday» und der Mini-Variante davon (vorige Woche) überraschend gut geschlagen hatte, und die meisten Bundesstaaten bisher einsackte, bleibt Bernie Sanders immer noch im rennen. Der Stand der Delegierten ist derzeit bei mindestens 841 (Biden) gegen 690 (Sanders).
Nun also zu den «Highlights»:
Zumindest in einem Punkt sind die beiden Kandidaten ziemlich einig: Beide wollen ein Kabinett, welches die USA gebührend vertritt. Sprich: Ministerposten sollen zu 50 Prozent an Frauen gehen.
Und Biden legte gleich weiter vor: Er versprach, bei einem Wahlsieg eine Frau zu seiner Stellvertreterin zu machen. «Ich verpflichte mich, eine Frau zur Vizepräsidentin zu ernennen», sagte der Mitte-Politiker. Und weiter: «Es gibt eine Reihe von Frauen, die qualifiziert sind, morgen Vizepräsidentin zu werden.» Sanders sagte seinerseits, er würde «wahrscheinlich» eine Frau auswählen.
Was wäre das erste, was Bernie Sanders gegen das Coronavirus machen würde, wollte der Moderator wissen. Und Sanders:
Donald Trump würde mit seinem unwissenschaftlichen Gerede die amerikanische Öffentlichkeit nur verwirren.
Biden warnte mit dramatischen Worten: «Dies ist wie ein Krieg. Das ist, als würden wir aus dem Ausland angegriffen.» Die Krise müsse jetzt und hier gelöst werden. Revolutionäre Ideen hälfen nicht weiter, sagte Biden mit Blick auf Sanders' Agenda. Die Menschen wollten sofort Resultate, nicht erst in mehreren Jahren.
Auch Sanders mahnte mit Blick auf das Coronavirus: «Dies ist eindeutig ein nationaler Notstand.» Das Land als Ganzes müsse kraftvoll auf diese Krise reagieren. Man müsse aber auch die Umstände verstehen, die diese Krise verschärften, und darüber reden, wo das Land hinsteuere.
Die aktuelle Pandemie offenbare die «unglaubliche Schwäche und Dysfunktionalität» des US-Gesundheitssystems. Das Land gebe deutlich mehr für die Gesundheitsversorgung aus als andere Staaten, und dennoch gebe es nicht genug Ärzte, überhöhte Medikamentenpreise und viele Menschen ohne Krankenversicherung. «Wir sind ganz eindeutig nicht vorbereitet», beklagte Sanders. «Diese Krise macht eine ohnehin schlechte Situation noch schlimmer.»
Sanders wirbt für einen fundamentalen Umbau des US-Gesundheitssystems, Biden dagegen nur für moderate Veränderungen.
Der hitzigste Teil der Debatte kam, als Sanders in die Offensive ging und Biden für sein Abstimmverhalten in der Vergangenheit und politische Positionen angriff. So zum Beispiel Bidens Haltung zum Konkursgesetz von 2005 (Biden sagte, er versuche, es rückgängig zu machen), sein Votum für die Genehmigung des Irak-Krieges und seine Unterstützung für den Defense of Marriage Act in den 90er Jahren.
Zudem kritisierte er Bidens Bemühungen, die Sozialhilfe zu kürzen. «Du bist ein ehrlicher Kerl. Warum sagst du ihnen hier nicht einfach die Wahrheit?», fragte Sanders.
Biden wehrte sich erbittert und erwiderte, dass sie die Sozialhilfe nicht gekürzt hätten. Und Sanders mit der Punchline:
Nun ja, das ist immer umstritten. CNN erklärt jeweils nach der Debatte die Gewinner, provozierte damit aber schon oftmals viel Kritik. Vor allem die Auswahl der Gewinnerinnen und Gewinner überrascht dieses Mal. Nun denn, hier sind die Verlierer und Gewinner (laut CNN):
SEHR langweilige Debatte, meinte Trump via Twitter. Und behauptet noch, dass die beiden demokratischen Kandidaten eher die Sozialausgaben kürzen als er.
(jaw)