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Der Verweis auf das Böse in der Welt ist heute das überzeugendste Argument gegen die Existenz Gottes. Der Mensch fragt radikal: Kann es angesichts des Übels in der Welt überhaupt einen Gott geben?
Im Lauf der Philosophiegeschichte sind verschiedene Lösungsvorschläge gemacht worden:
- Das Böse als Mangel an Gutem (Augustinus, Thomas von Aquin): Das Böse hat kein selbständiges Sein. Auch das Böse lebt vom Guten.
- Die beste aller möglichen Welten (Leibniz): Wir leben in der besten aller möglichen Welten, Gott ist deshalb kein Vorwurf zu machen. Physische Übel sind entweder Strafe oder das Mittel Gutes hervorkommen lassen. Das moralische Übel ist Preis für die Freiheit des Menschen.
- Das Böse als Übergang (Hegel): Böses gehört zum Übergangsstadium der Geschichte und damit zur Selbstentfaltung des Geistes Gottes.
- Das Böse dient einem guten Zweck. Gott benutzt das Böse als Werkzeug für das Gute, letztlich muss auch das Böse dem Guten dienen.
- Der Tod ist der Gärtner: Der Tod istVoraussetzung für die Höherentwicklung des Lebens (evolutionistische Lösung).
- Gott ist der Teufel. Wir müssen uns von dualistischen Vorstellungen verabschieden. Die Zwiespältigkeit der Welt spiegelt ihr tatsächliches Wesen wider. Gott vereint helfende und zerstörerische Eigenschaften.
- Die Freiheit des Menschen: Viele christliche Philosophen (z. B. Alvin Plantinga) verteidigen das Böse mit der Freiheit, die er dem Menschen gibt.
Aus einer Vorlesung über Apologetik von Ron Kubsch.