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Yannick Nézet-Séguin © Hans van der Woerd
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Sinfoniekonzert 4
LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin | Leonidas Kavakos
Beethoven | Schostakowitsch
Do, 22.08. | 19.30 Uhr | Nr. 19315
Karten ab Mo, 25. März 2019 | 12.00 (UTC + 1)
Yannick Nézet-Séguin © Hans van der Woerd
Leonidas Kavakos © Marco Borggreve
22.
Aug
Donnerstag
19.30
Sinfoniekonzert 4
LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA | Yannick Nézet-Séguin | Leonidas Kavakos
Als Dmitri Schostakowitsch am 28. Januar 1936 die Prawda aufschlug, traute er kaum seinen Augen: Auf Seite 3 fand er einen schrecklichen Verriss seiner Oper Lady Macbeth von Mzensk und musste lesen, dass er seine Hörer mit «Gepolter und Gekreisch» beleidigt und eine neurotische, kakophone Musik anstelle «schöner Lieder» geschrieben habe. Der Artikel veränderte sein ganzes Leben, denn fortan musste er fürchten, verhaftet, verschleppt oder gar ermordet zu werden: Schostakowitsch war zum Spielball der Machthaber geworden. Seine Vierte Sinfonie, die er zu genau dieser Zeit komponierte, musste er wegen ihrer avancierten Klangsprache zurückziehen; erst 1961, ein Vierteljahrhundert später, wurde sie uraufgeführt. Auch bei Beethovens Violinkonzert dauerte es rund 40 Jahre, bis sich das Werk im Repertoire durchsetzen konnte – für zu lang, zu konfus und zu wenig glanzvoll hielten es die Zeitgenossen. Yannick Nézet-Séguin, der charismatische Chef der New Yorker Metropolitan Opera, dirigiert bei seinem Einstand am Pult des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA diese beiden Meisterwerke, denen so lange Unrecht widerfuhr.
LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA © Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL
LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA
Im Sommer 2003 schlug die Geburtsstunde des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, das vom italienischen Dirigenten Claudio Abbado und von Festspielintendant Michael Haefliger ins Leben gerufen wurde. Sie knüpften damit an das legendäre «Eliteorchester» an, in dem Arturo Toscanini 1938, im Gründungsjahr des Festivals, gefeierte Virtuosen seiner Zeit zu einem luxuriösen Klangkörper vereinte und mit einem «Concert de Gala» vorstellte. Abbado hatte bis zu seinem Tod im Januar 2014 die Leitung des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA inne. Zu seinem Nachfolger wurde Riccardo Chailly ernannt, der sich im Sommer 2016 mit zwei Aufführungen von Mahlers Achter Sinfonie als neuer Chefdirigent vorstellte und dabei den Mahler-Zyklus abschloss, den Abbado nicht mehr vollenden konnte. Das Orchester setzt sich aus international renommierten Solisten, Kammermusikern und Musikprofessoren sowie Mitgliedern des Mahler Chamber Orchestra und der Filarmonica della Scala zusammen. Beim Sommer-Festival 2018 wird Chailly mit ihnen drei verschiedene Programme erarbeiten, wobei Igor Strawinsky, Maurice Ravel und Anton Bruckner im Mittelpunkt stehen. Viele der Aufführungen des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA aus dem letzten Jahrzehnt wurden im Fernsehen übertragen und liegen mittlerweile auf DVD oder CD vor; sie wurden mit Preisen wie dem «Diapason d’or», dem «BBC Music Magazine Award» und dem «International Classical Music Award» ausgezeichnet. Jüngste Produktion, erschienen im Juni 2018, ist eine DVD mit Mendelssohns Sommernachtstraum und Tschaikowskys Manfred-Sinfonie. Gastspiele führten das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA bisher in zahlreiche europäische Musikmetropolen, aber auch nach New York, Tokio und Peking. Im Herbst 2018 stehen ein Gastspiel an der Mailänder Scala und eine Residenz in Shanghai auf dem Terminkalender.
Das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA ist seit seinen ersten Auftritten im Jahr 2003 alljährlich beim Sommer-Festival zu erleben.
Juli 2018Weitere Termine
Yannick Nézet-Séguin © Hans van der Woerd
Yannick Nézet-Séguin
Yannick Nézet-Séguin, 1975 in Montreal geboren, studierte Klavier, Dirigieren, Komposition und Kammermusik am Conservatoire de Musique du Québec. Als 19-Jähriger lernte er Carlo Maria Giulini kennen, den er bei der Probenarbeit begleiten durfte und von dem er wichtige Impulse erhielt. Nach ersten Stationen mit eigenen Ensembles und als Chorleiter an der Opéra de Montréal wurde Nézet-Séguin im Jahr 2000 zum Musikdirektor des Orchestre Métropolitain in Montreal berufen. Von 2008 bis Sommer 2018 leitete er als Chefdirigent das Rotterdam Philharmonic Orchestra, seit 2012 steht er an der Spitze des Philadelphia Orchestra, und mit der Saison 2018/19 übernimmt er ausserdem als Musikdirektor die Leitung der Metropolitan Opera in New York. Yannick Nézet-Séguin tritt regelmässig bei den führenden europäischen Orchestern auf: mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Chamber Orchestra of Europe und dem London Philharmonic Orchestra, dem er von 2008 bis 2014 als Principal Guest Conductor verbunden war. In den USA dirigierte er auch das Boston Symphony und das Los Angeles Philharmonic. Bei den Salzburger Festspielen debutierte Nézet-Séguin 2008 mit Gounods Roméo et Juliette; auch am Londoner Royal Opera House, an der Mailänder Scala, der Niederländischen Nationaloper und der Wiener Staatsoper war er zu Gast. Am Festspielhaus Baden-Baden bringt er seit 2012 den Zyklus der sieben grossen Mozart-Opern zur Aufführung, die allesamt auf CD mitgeschnitten werden. Yannick Nézet-Séguin ist mehrfacher Ehrendoktor, «Companion of the Order of Canada» und Träger des «Ordre des Arts et des Lettres du Québec» sowie «Officier de l’Ordre de Montréal». 2010 wurde er mit dem «National Arts Centre Award» ausgezeichnet, 2016 von Musical America zum «Artist of the Year» gewählt.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 13. September 2011 am Pult der Wiener Philharmoniker mit Werken von Messiaen, Schubert, Debussy und Ravel
Juli 2018
Leonidas Kavakos © Marco Borggreve
Leonidas Kavakos
Leonidas Kavakos, 1967 in Athen geboren, begann als Fünfjähriger mit dem Geigenspiel. Sein Studium absolvierte er bei Stelios Kafantaris am Konservatorium seiner Heimatstadt und bei Josef Gingold an der Universität von Indiana. 1985 ging Kavakos als Sieger aus dem Sibelius-Wettbewerb in Helsinki hervor, 1988 gewann er die «Naumburg Violin Competition» in New York und den «Premio Paganini» in Genua. Seitdem tritt er als Solist mit vielen renommierten Orchestern auf, etwa mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig und der Dresdner Staatskapelle, dem Philadelphia Orchestra und der Filarmonica della Scala, dem Chicago Symphony, dem Los Angeles oder dem New York Philharmonic. Dirigenten wie Riccardo Chailly, Daniele Gatti, Valery Gergiev, Bernard Haitink, Mariss Jansons und Sir Simon Rattle waren dabei seine Partner am Pult. Zunehmend widmet sich Leonidas Kavakos auch selbst dem Dirigieren und leitete das London, das Boston und das Houston Symphony Orchestra, das Budapest Festival Orchestra, das New York und das Rotterdam Philharmonic, die Wiener Symphoniker, das Chamber Orchestra of Europe sowie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. 2017/18 prägte er als «artist-in-residence» das Programm des Amsterdamer Concertgebouw und des Wiener Musikvereins; 2018/19 nimmt er diese Position beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ein. Im Bereich der Kammermusik spielt Kavakos u. a. im Trio mit Emanuel Ax und Yo-Yo Ma, aber auch mit Renaud und Gautier Capuçon, Hélène Grimaud und Yuja Wang zusammen. Sein Zyklus aller Beethoven-Sonaten mit Enrico Pace wurde 2013 mit dem «Echo Klassik» ausgezeichnet. 2014 erhielt er den «Gramophone Artist of the Year Award». Zuletzt veröffentlichte er im Herbst 2017 sämtliche Brahms-Klaviertrios mit Ax und Ma. Leonidas Kavakos, dem 2017 der Sonning-Musikpreis verliehen wurde, spielt die Stradivari «Willemotte» aus dem Jahr 1734.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 29. August 1999 bei einem Beethoven-Schnittke-Konzert mit Kim Kashkashian und Natalia Gutman.
Juli 2018Weitere Termine
18.30 Uhr | KKL Luzern, Auditorium
Konzerteinführung mit Susanne Stähr