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Frage: Ich arbeite bei zwei Arbeitgebern zu je 40 Prozent. Bei beiden wird der volle Koordinationsabzug von 23205 Franken geltend gemacht. Dadurch komme ich auf einen nur sehr bescheidenen versicherten Lohn und muss enorme Einbussen in Kauf nehmen. L. P., Gossau SG.
Die Sozialkommission des Nationalrates hatte das Problem erkannt, wollte aber keine Lösung anbieten. In einem Bericht vom 22. Februar 2002 heisst es, dass sich in der Realität ein etwas besseres Bild ergebe, «weil zahlreiche Vorsorgeeinrichtungen in ihren reglementarischen Bestimmungen einen weiter gehenden Vorsorgeschutz vorsehen».
Von einer fortschrittlichen Vorsorgeeinrichtung darf man heute erwarten, dass der Koordinationsabzug dem Pensum angepasst wird. Dies ist auch bei der Personalvorsorgestiftung der Ringier Gruppe der Fall, wo ich versichert bin. Ihr Beispiel zeigt aber, dass gewisse Pensionskassen die Benachteiligung von Teilzeitbeschäftigten offensichtlich in Kauf nehmen.
Die Sozialkommission nannte damals zwei Gründe, weshalb auf eine Sonderlösung für teilzeitbeschäftigte Personen zu verzichten sei:
1. In der Wirtschaft seien zunehmend flexible Modelle ohne Beschäftigungsgrad festzustellen. Wo der Beschäftigungsgrad nicht existiere, könne auch kein Koordinationsabzug angepasst werden.
2. Personen, welche ein tiefes Einkommen bei vollem Pensum erzielen, hätten eine schlechtere Vorsorge als Personen, welche das gleiche Einkommen bei einem Teilpensum erzielen.
Ich gebe zu: eine doch eher seltsame Argumentation.
Erschienen im BLICK am 13. Februar 2008