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Die Aotearoa neuseeländische Künstlerin Ruth Buchanan (*1980, Te Atiawa und Taranaki, lebt und arbeitet in Berlin) setzt auf Einladung des Kunstmuseums ihre Untersuchung der Beziehungen zwischen Institutionen wie Archiven, Bibliotheken oder Museen und ihren Öffentlichkeiten/Publika. Die Ausstellung «Heute Nacht geträumt» geht der Frage nach, wie diese Beziehungen anders gestaltet werden könnten. Ausgehend von dem spezifischen Kontext der Papierfabrik am Rhein, die Ende der 1970er Jahre zum Museum für Gegenwartskunst umgebaut wurde, verfolgt Buchanan die Narrative, die der Architektur eingeschrieben sind. Deren vielfältige Erzählstränge treiben Buchanan an, das Gebäude selbst, seine Umgebung, seine Ausstellungsgeschichte, seine Besucher*innen und insbesondere die Kunstwerke, die seit der Eröffnung im Jahr 1980 dort gezeigt wurden, zu untersuchen. Der Titel ist einem Gemälde der international renommierten Künstlerin Miriam Cahn entlehnt. Jüngst für die Sammlung erworben, ruft „heute nacht geträumt (meine werkstatt in N.Y.)“ (4.10.2011) Buchanans Wunsch hervor, die Regeln nach denen ein Museum funktioniert, neu zu denken.
Buchanans Herangehensweise an die Entstehung von Ausstellungen grenzt sich ab von üblicher institutioneller Praxis. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht die politische Dimension von Ordnungsystemen und von räumlichen Situationen. Sammlungsstrategien, Museumssignaletik und Möbeldesign sind Komponenten ihrer umfassenden Installationen. Diese rufen dazu auf, die Parameter der Partizipation und Mitgestaltung öffentlichen Lebens neu zu denken. Buchanan hatte u.a. Einzelprojekte im Hamburger Bahnhof, Berlin; Tate Modern, London; Gwangju Biennale, Gwangju; Badischer Kunstverein Karlsruhe; Adam Art Gallery, Wellington und Govett-Brewster Art Gallery in New Plymouth. 2018 wurde ihr der angesehene neuseeländische Aotearoa Walters Prize verliehen.