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Jil Teichmann blieb der krönende Abschluss ihrer Juniorenkarriere versagt. Die Bielerin kann sich aber nach der 6:2, 3:6, 1:6-Niederlage gegen die Ungarin Anna Bondar mit der Silbermedaille trösten.
Am Schluss war es kurz vor der Mittagszeit eine relativ einseitige Angelegenheit. Anna Bondar war die aktivere Spielerin, riskierte viel und servierte vor stattlicher Zuschauerkulisse hervorragend. Jil Teichmann gelang es hingegen nicht mehr, ihre in den letzten Runden gezeigte Leistung noch einmal abzurufen und so konnte am Schluss die Osteuropäerin jubeln. Sie ist die dritte ungarische Siegerin nach Petra Mandula (1996) und Agnes Szavay (2005).
„Sie war die bessere Spielerin“, zeigte sich Teichmann als sportliche Verliererin, „im ersten Satz hatte sie mir noch geholfen. Ich habe heute den Rhythmus nicht wie gewünscht gefunden.“ Natürlich war die Linkshänderin nach dem Verpassen des Titelgewinns vor Heimpublikum enttäuscht, sie schätzte ihre Leistung aber dennoch richtig ein: „Es war eine gute Woche und ich habe gute Spielerinnen geschlagen.“ Für sie persönlich war es die vierte Medaille in drei Jahren, nach Silber im Einzel und Gold im Doppel (mit Chiara Grimm) an der U16-EM in Moskau 2013 und Bronze zusammen mit Sarah Ottomano im Vorjahr.
Für Swiss Tennis war es die insgesamt siebte Finalteilnahme in der europäischen Königsklasse. Lilian Drescher (1981), Martina Hingis (1994) und Stefanie Vögele (2007) hatten jeweils den Titel geholt, Teichmann ist nun die vierte Silbermedaillengewinnerin nach Isabelle Villiger (1980), Timea Bacsinszky (2004) und Karin Kennel (2013).
Für Teichmann ging mit der Finalniederlage auch die sehr erfolgreiche Juniorenzeit zu Ende. Allzu lange mit der Niederlage beschäftigen wird sie sich aber nicht, kurz nach Spielende erfolgte schon die Abfahrt an ein 15000-Dollar-Turnier nach Horb, in der Nähe von Stuttgart.
Auch bei den Boys gab es einen verdienten Sieger. Der erst 16-jährige Schwede Mikael Ymer liess dem spanischen Dauerläufer Bernabe Zapata Miralles keine Chance und avancierte somit zum ersten schwedischen Titelgewinner seit Robin Söderling 2001.
Die Turnierbilanz fällt rundum positiv aus: Im Gegensatz zum Dauerregen des Vorjahres zeigte sich Klosters diesmal von der „normalen“ Seite, was punkto Ambiance und Logistik alles vereinfachte. Das Niveau war enorm hoch, viele Kids bewiesen, dass sie (bald) bereit sind, den steinigen Weg in Richtung Profitour zu gehen. „Wir dürfen wirklich sehr zufrieden sein“, resümierte Turnierdirektor Hans Markutt, der zusammen mit Liane Alban stellvertretend für die gesamte Crew anlässlich des Sponsoren-Aperos viel Lob von Tennis Europe und Swiss Tennis entgegennehmen durfte.
Die Zukunft präsentiert sich rosig. Erstens für das Jubiläumsjahr 2016, bei dem für die 20. Austragung einige Spezialmassnahmen geplant sind. Zweitens aber auch darüber hinaus. In dieser Woche fanden mehrere gute Gespräche zwischen den Organisatoren, der Gemeinde und Klosters Tourismus statt. Gerade, weil sich die Gemeinde zum Turnier bekennt und auch die Infrastruktur in Bälde verbessert wird, mit der Sanierung von fünf Sandplätzen im Dorf und dem Bau von drei Hallencourts, ist damit zu rechnen, dass das Turnier über 2016 hinaus im Prättigau stattfinden wird.