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Stockholm zu erkunden, ohne das VASA-Museum zu besuchen, ist wie ein Aufenthalt in Paris ohne Eiffelturm.
Das Flaggschiff sollte das Prestigeobjekt der neuen Ostseemacht Schwedens werden. Mit 64 Kanonen und 445 Mann (300 Soldaten und 145 Mann Besatzung) sollte das Kriegsschiff die Feinde das Fürchten lehren. 1628 startete die gigantische und prunkvolle Galeone zur Jungfernfahrt.
Allerdings missachtete man auf königliches Geheiss (Gustav II. Adolf) einfache Gesetze der Physik. Um die grösste Feuerkraft aller bisherigen Schiffe zu erreichen, wurde ein zusätzliches 2. Kanonendeck installiert. Für den Bau des Kriegsschiffes wurden 1’000 passende Eichen gefällt. Der Dreimaster mit 69 m Länge, 11,2 m Breite und mit 52 m hohem Mast wurde dadurch topplastig (hoher Schwerpunkt). Ausserdem tauchte infolge des höheren Gewichtes der Rumpf tiefer ins Wasser.
Und es kam, wie es kommen musste. Bereits nach dem Verlassen des Hafens Stockholm kam eine stärkere Böe auf, welche die VASA arg in Seitenlage versetzte. Die unteren Kanonenöffnungen waren nach dem Abfeuern der Salven noch nicht geschlossen, und Wasser drang in das Innere des Schiffs. Nach mehreren Minuten sank das grösste Kriegsschiff der damaligen Zeit vor tausenden von Zuschauern auf den Grund der Ostsee. Mehr als 30 Personen fanden dabei den Tod.
Erst 1961, nach 333 Jahren gelang es die VASA aus dem Schlamm vor Stockholm zu heben. Dem geringen Salzgehalt der Ostsee zu verdanken, war das Holz nicht befallen vom Schiffsbohrwurm und das Wrack befand sich in einem guten, konservierten Zustand. Jahrelang musste die VASA mit einem Alkoholgemisch besprüht werden, um den Zerfall an der Luft mit Sauerstoff zu verhindern.
Das VASA Museum zählt zu den absoluten Highlights. Nebst dem Wrack, welches noch zu 98% aus Originalteilen besteht, wird in spannender Weise das Leben und Arbeiten der Menschen im 17. Jh. reflektiert.
Text / Felix