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Hirntumore umfassen eine Gruppe von Gewebewucherungen. Diese entstehen teils als hirneigene Tumore, teils aus umliegenden Strukturen und werden dann zu den nichthirneigenen Tumoren gezählt. Dazu gehören auch Metastasen von Tumoren anderer Körperregionen im Gehirn. Anzeichen für Hirntumore können Seh-, Sprach- oder Gefühlsstörungen, Lähmungen, epileptische Anfälle und Kopfschmerzen sein. Mit bildgebenden Verfahren werden die Tumore lokalisiert und es wird eine vorläufige Artdiagnose gestellt. Vielfach ist ein operativer Eingriff erforderlich, um die Diagnose präzis stellen zu können und das Gehirn zu entlasten. Einige gutartige Tumore können geheilt werden.
An einem Hirntumor erkranken etwa sieben von 100.000 Menschen pro Jahr. Am häufigsten sind Männer im Alter zwischen 65 und 85 Jahren betroffen. Kinder von 3 - 12 Jahren erkranken besonders häufig an einem hirneigenen, Erwachsene dagegen häufiger an nichthirneigenen Tumoren. Der Behandlungsablauf wird individuell unter Berücksichtigung der Art, der Lage und der Grösse des Tumors geplant. Von übergeordneter Bedeutung für die Therapie eines Hirntumors (z. B. auch für die Nachbehandlung mit Bestrahlung oder Chemotherapie) ist die exakte Artdiagnose, die anhand entnommener Gewebsproben gestellt wird.
Wahrnehmungsstörungen
Anzeichen, die eine Abklärung eines Hirntumors nötig machen, sind am häufigsten neurologische Störungen. So können z. B. Sehstörungen oder Doppelbilder auftreten, es kann zu Sprachstörungen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen sowie zu Persönlichkeitsveränderungen kommen (z. B. zu vermehrter Aggressivität oder Gleichgültigkeit, zu Apathie oder Angstzuständen). Gelegentlich kommen auch Krampfanfälle vor, nicht selten hingegen sind gelegentliche oder andauernde Kopfschmerzen die Vorboten eines Hirntumors.
Diagnose
Mit modernen bildgebenden Verfahren, insbesondere mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) können Lage und Ausdehnung des Tumors im Schädel lokalisiert werden. Zugleich liefert die MRT auch erste Anhaltspunkte für die Art des Tumors. Die genaue und verbindliche Abklärung erfolgt aber über eine Gewebsprobe, in seltenen Fällen auch über die Analyse des Nervenwassers (Liquorzytologie).
Therapie
Die Therapie richtet sich nach der Art, der Grösse, der Lage und dem Wachstumsstadium des Tumors. In vielen Fällen ist eine Operation und nachfolgend eine Strahlentherapie notwendig. Die Erfolgsaussichten hängen überwiegend mit der Artdiagnose des Tumors und seiner Dignität (d. h., gutartig oder bösartig). Es lässt sich grob unterschieden zwischen
Hirneigenen Tumoren
Auch primäre Hirntumore genannt, weil die Wucherung vom eigentlichen Hirngewebe ausgeht. In der Regel steht hier die operative Entfernung im Vordergrund.
Nichthirneigene Tumore
Auch sekundäre Hirntumore genannt, weil hier umliegendes Gewebe in Richtung Hirn wächst. Zu den bösartigen nichthirneigenen Tumoren gehören v.a. Metastasen anderer Tumore, wie z. B. Lungen-, Brust- oder Hauttumoren. Auf der anderen Seite stehen gutartige Tumoren wie z. B. die Meningeome, die sich aus Zellen der Gehirnhaut bilden, und bei 90 Prozent der Patienten vollständig entfernt werden können.