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Zuerst kommen die Sterne und die Engel, sie werden im Rollstuhl durch den langen Kirchenraum gefahren, sie sagen, dass nun der Himmel auf die Erde kommt. Sie sind mit gelben Gewändern bekleidet und haben einen glitzernden Stern auf ihrer Stirn, sie sagen, dass jetzt eine besondere Zeit anbricht. Beat ist der Wirt, er sitzt neben seiner Tochter Daniela vor dem Wirtshaus, als Maria und Josef kommen und ihn fragen, ob sie hier übernachten dürfen. Beat’s Antwort ist klar und deutlich: Nein, wir haben keinen Platz. Doch dann, durch ein Fenster, erscheint die Frau von Beat, die Wirtin; doch, dort vorne, gibt es einen Stall, schaut einmal dort. So ziehen die beiden weiter, Jürgen ist der Josef, nicht mehr der jüngste, aber mit einer kräftigen Stimme. Dort, bei Ochs und Esel, findet ihr eine Unterkunft. In der Mitte, auf Strohballen und Holzstämmen, sitzen die Hirten, am Feuer und wärmen sich, einer davon ist Reto, er kann nicht stillsitzen, gekleidet in einen Mantel mit viel zu langen Ärmeln, tanzt er, den Helm auf dem Kopf, vergnügt, fröhlich, als alle singen: Das ist der Stern von Bethlehem. Dann schickt die Wirtin ihre Tochter Daniela, bring ihnen ein Brot und Wasser, und die Tochter geht alleine aufs Feld hinaus.
Es wird Nacht, Beat ist müde und schläft ein, zieht den Hut übers Gesicht. Dann klopft es an seine Tür, ein Hirt ruft aufgeregt: Es vibriert in der Luft, etwas Grossartiges ist geschehen: Beat winkt ab, bitte störe mich nicht, es ist mitten in der Nacht. Doch am Ende machen sich alle auf, die Hirten gehen zuerst beim Wirtshaus vorbei, dann finden sie den Stall auf dem Feld, und selbst Beat, ermutigt von seiner Tochter Daniela, steht auf und sucht auf dem Feld nach dem neugeborenen König. Und eine Musik begleitet sie, geht mit ihnen, ins Dunkle hinaus, wer weiss wohin. Aber man spürt, da geschieht etwas Heiliges, da berührt der Himmel die Erde, da wird der Sohn von Gott geboren. Und eine Flöte spielt, nicht so rein, nicht so stimmig, aber sie weist hin auf das Kind, das jetzt in dieser Welt, in der es viele Misstöne gibt, geboren wird, aber im Hintergrund, spielt die Geige rein und die Orgel, es ist eine Himmelsmusik, die sich mit den schrägen Tönen unserer Welt verbindet, und am Ende werden alle glücklich, bekommen ein helles Herz, singen, auch wenn sie nicht alle Töne richtig treffen, was ist das für eine Nacht? Und in diesem letzten Bild, wo die Engel in den Rollstühlen, die Hirten mit den Helmen beieinander stehen ganz nah bei Maria, die das Kind behutsam in die Arme von Josef legt, in die Arme von Jürgen, der die Puppe mit der hellblauen Mütze behutsam an sich drückt. Jetzt, in diesem Moment, ist es wirklich, ganz und gar, Weihnachten geworden.
Matthias Müller Kuhn
Das Weihnachtsspiel wird am Donnerstag, 13. Dez. um 15 Uhr und Freitag, 14. Dezember um 19 Uhr in der EPI Kirche aufgeführt, alle sind herzlich eingeladen.