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Mythos 1: Du musst authentisch sein
Dieser Mythos ist nicht zwangsweise falsch, erklärt Geropp, der Kern läge in der Interpretation. Bedeutet Authentischsein, zu seiner Persönlichkeit zu stehen und sich immer exakt so zu verhalten, wie man sich fühlt? Bist du nicht mehr authentisch, wenn du im Privatleben legere Kleidung trägst, aber für einen Geschäftstermin einen Anzug mit Krawatte anziehst? Bist du nicht mehr authentisch, wenn du verärgert bist, es dir aber im Umgang mit deinen Mitarbeitern nicht anmerken lässt? „Authentischsein heißt nicht, seine Gefühle und Launen auszuleben“, so Geropp. „Jemand wird dann als authentisch wahrgenommen, wenn er sich selbst kennt, wenn er sich mit sich selbst beschäftigt hat und seine Werte kennt.“ Ein authentischer Mensch kennt seine Stärken, Schwächen und nimmt seine Gefühle bewusst wahr. „Dadurch kann er sein Verhalten steuern. Er ist Herr seines Handelns.“ Einem solchen Menschen sei klar, dass er im Leben verschiedene Rollen spiele und dafür ein konkretes Verhalten nötig sei. „Wenn von ihm in einer solchen Rolle allerdings Dinge verlangt werden, die seinen Werten widersprechen, dann wird er sich verweigern“, erklärt Geropp. Es gehe also nicht um unreflektiertes Ausleben der eigenen Emotionen, sondern um einen verlässlichen und ehrlichen Handlungsrahmen, den sich die Führungskraft selbst steckt.
Mythos 2: Du musst deine Mitarbeiter motivieren
Wenn du Mitarbeiter beschäftigst, die reine Routinearbeiten erledigen, dann solltest du dir schon Gedanken machen, wie du sie bei der Stange hältst. Repetitive Arbeiten werden jedoch zunehmend maschinell erledigt. „Unsere Unternehmen brauchen heute Mitarbeiter, die kreativ sind, eigenverantwortlich handeln und mitdenken“, so der Coach. „Wir brauchen Mitarbeiter, die intrinsisch motiviert sind.“ Da helfe keine Motivation aus der Schublade „Boni und Bestrafungen“. Im Gegenteil. Extrinsische Motivation schade bei solchen Tätigkeiten. „Intrinsisch motivierte Mitarbeiter wollen an einer Aufgabe selbständig mit möglichst hohem Maß an Freiraum arbeiten, sie wollen an der Aufgabe wachsen und immer besser werden“, so Geropp. Die meisten Mitarbeiter würden jedoch mit der Zeit demotiviert – und zwar durch Bürokratie, Regelwut und falsches Verhalten von Führungskräften. „Denke also nicht so sehr darüber nach, ob und wie du deine Mitarbeiter motivierst, sondern fokussiere dich vielmehr darauf, sie nicht zu demotivieren.“
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