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Autor: Hans Utz
Lernziele
Die Französische Revolution ist zwar ein spannendes Stück Geschichte, das seine augenscheinlichen Nachwirkungen bis heute zeitigt – aber gleichzeitig ist sie schwierig darzustellen.
Die erste Themeneinheit setzt sich zum Ziel, einen zusammenhängenden und einfachen Überblick über die ganze Epoche von den Zuständen vor der Revolution bis und mit dem Schlusspunkt Napoleon zu geben. Innerhalb dieses Überblicks können die Schülerinnen und Schüler kleinere Aufgaben lösen.
Während die erste Themeneinheit an der Oberfläche des historischen Ablaufs bleibt, führt die zweite die Schülerinnen und Schüler an einzelne Fragen zum Mechanismus einer Revolution heran.
Letztlich wurde die Revolution ja dadurch wirksam, dass sie sich nicht auf Frankreich beschränkte, sondern exportiert wurde. Die aussenpolitische Seite der Revolution, jetzt wieder als Überblick, wird in der dritten Themeneinheit von 1789 bis 1815 angesprochen.
Die Französische Revolution wäre ja etwas so Spannendes und gleichzeitig Wichtiges – wenn man sich nicht in den zahlreichen Begriffen, Details und Widersprüchen verstrickte, die dieses grosse Ereignis dann bisweilen auf einen auswendig zu lernenden Lernstoff ohne Leben reduzieren.
Es ist nicht möglich, die Komplexität ganz wegzunehmen. Diese erste Themeneinheit macht den Versuch, sie auf das zu reduzieren, was es braucht, um den Revolutionsmechanismus gerade noch zu verstehen.
Sie baut auf einem einzigen Schema auf, zu dem Sie schrittweise Erläuterungen abgeben. Denkbar ist auch, eine leistungsfähigere Klasse die Informationen selbst oder in arbeitsteiligen Gruppen erschliessen zu lassen.
Kapitel 1: Ursprung
Die Schülerinnen und Schüler erfahren durch Ihre Information, welche Schichten in Frankreich welche Gefühle hegten und wie die Revolution aus Hoffnung und Angst hervorging.
Kapitel 2: Ausbruch
Wieder durch Ihre Information geleitet erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie die Revolution ausgebrochen ist. Sie können dafür und für die folgenden Kapitel ein Überblicksschema benutzen; den Ausbruch der Revolution vergegenwärtigen sie sich mit der Interpretation zweier Gemälde.
Kapitel 3: Gruppenarbeit
Jetzt können die Schülerinnen und Schüler das Überblickschema selbst anwenden und erhalten eine Information über die Geschichte zwischen 1791 und 1794. Ergänzend beschäftigen sie sich gruppenweise mit einem von sechs Ereignissen dieser Phase.
Kapitel 4: Napoleon
Die Schülerinnen und Schüler erfahren durch Ihre Information kurz von der Übergangszeit des Direktoriums und dann von der innenpolitischen Seite des Aufstiegs von Napoleon I. Sie erkennen, dass er die revolutionären und vorrevolutionären Ideen miteinander verband, und repetieren diese Erkenntnis.
In Ergänzung zum Überblick werden hier Vertiefungsmöglichkeiten angeboten. Der Unterricht kann sich über den Ablauf hinaus Fragen nach einer Revolution allgemein zuwenden: Wie handeln die Menschen in einer Revolution? Warum und wie bricht sie aus? Was führt dazu, dass sie immer radikaler wird?
Sie können die Fragen auch mit anderen Unterrichtsformen durchspielen; im Kapitel 1 können Sie die Klasse zweiteilen oder in Partnerarbeit die Rollen vorbereiten und spielen lassen. Die andern Fragen an die Revolution können Sie in arbeitsteiligen Gruppen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen auch selbstständig erarbeiten lassen. Alle vier Kapitel eignen sich aber auch zu einem entwickelnden Unterricht im Plenum, wobei Sie beliebig auswählen können.
Kapitel 1: Rollenspiel
Vierzehn historische Personenbeschreibungen können als Rollen- oder als Planspiel die Schülerinnen und Schüler den Ausbruch der Französischen Revolution gewissermassen von innen her erleben lassen. Sie können aber auch einfach zum Anlass genommen werden, um – auf Schülerinnen und Schüler verteilt – die Französische Revolution unter verschiedenen Gesichtspunkten erleben zu lassen.
Kapitel 2: Warum eine Revolution
In einem Unterrichtsgespräch oder in einer Planarbeit mit drei Arbeitsblättern führen Sie die Schülerinnen und Schüler an die miserable Situation der Pariser Bevölkerung im Jahr vor Revolutionsausbruch heran.
Kapitel 3: Warum wird die Revolution radikaler
Eine Antwort auf diese Frage kann eher Schülerinnen und Schülern mit etwas Abstraktionsvermögen zugemutet werden. Sie erfahren dann, dass die Radikalisierung damit zusammenhängt, dass die Revolution nicht durch die untersten Schichten ausgelöst wird, sondern durch höhere, die dann durch die unteren verdrängt werden.
Kapitel 4: Warum frisst die Revolution ihre Kinder
Diese Frage hängt mit der vorhergehenden zusammen, wird aber an biographischem Material auf einfachere Weise beantwortet.
Kapite 5: Warum ist die Revolution männlich
Warum ist die Revolution männlich? Zwei Arbeitsaufträge und eine kurzer Informationstext lassen die Schülerinnen und Schülern erkennen, dass die Frauen sehr wohl auch aktiv waren, dass sie aber die politischen Rechte nicht erlangten, welche einer Minderheit wohlhabender Männer vorbehalten wurden.
Obwohl die Französische Revolution, insbesondere ihre Radikalisierung, nicht voll verstanden werden kann, wenn man die Revolutionskriege ausblendet, so geht doch erst diese dritte Themeneinheit auf sie ein. Dies erstens aus der methodischen Überlegung, dass bereits der innenpolitische Strang der Revolution komplex genug ist und zweitens aus der fachlichen Sicht, dass die mit der Revolution verbundene Aussenpolitik zeitlich nachfolgt. Die Revolutionskriege sind im Vergleich zu Napoleons Neuordnung Europas doch von untergeordneter Bedeutung.
Der Längsschnitt von den Revolutionskriegen bis Napoleons Sturz kann dagegen als geschlossenes Thema konzipiert werden. Dies geschieht in dieser Themeneinheit vor allem mit Hilfe von geleiteter Schülerarbeit an Karikaturen und Karten.
Kapitel 1: Wandel Kriegsführung
Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Bedeutung im Wandel der Kriegführung vom professionellen Söldnerberufsheer zur Milizarmee, indem sie einen sehr schematischen Vergleich bearbeiten.
Kapitel 2: Kartenarbeit
Anhand einer Kartenarbeit erleben die Schülerinnen und Schüler die rasche Expansion des napoleonischen Reiches bis 1812. Zusätzlich können sie sich mit der Interpretation zweier Karikaturen über Napoleons Invasionspläne in Grossbritannien auseinandersetzen, die ja im Zweiten Weltkrieg wieder eine gewisse Rolle spielen werden.
Kapitel 3: Russlandfeldzug
Napoleons Russlandfeldzug und sein Scheitern wird an die Arbeit des Kapitels vorher angeschlossen; die Schülerinnen und Schüler können nun selbstständiger mit Karte und Karikatur umgehen. Ein Schwerpunkt bildet ihre Auseinandersetzung mit Augenzeugenberichten über den Rückzug über die Beresina.
Kapitel 4: Bilanz
In der Form einer Bilanz interpretieren die Schülerinnen und Schüler zwei weitere Bilder und repetieren die bisher behandelten Themen der Französischen Revolution. Die zweite Aufgabe kann optimal gelöst werden, wenn die folgenden Dokumente behandelt wurden: Übersicht über die Französische Revolution.