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Bei Phelsuma ornata gibt es zwei gängige Lokalformen innerhalb der Terraristik. Eine grössere Form (Fundort Insel St. Gabriel im Norden von Mauritius) und eine kleinere Form von der Hauptinsel.
In der Haltung und vermutlich auch genetisch unterscheiden sich die Formen jedoch nicht (Harmon et al 2005), wobei die Insel St. Gabriel ironischerweise nicht Bestandteil der Untersuchungen war.
Der wesentliche Unterschied ist die Grösse, die St. Gabrielform übertrifft die Hauptinseltiere in der Gesamtlänge um ca. 30%, dieser Unterschied ist bereits bei Schüpflingen deutlich. Schlüpflinge scheinen sich bei mir leicht in der Färbung zu unterscheiden, wobei dies möglicherweise einfach auf die normale Variation zurückzuführen ist (Gabrieltiere sind heller gefärbt und weisen weniger Struktur auf). Die Gabrielform scheint mir zudem etwas weniger bunt und kontrastreich, wobei der Schnauzenfleck in der Regel grün bis türkis ist.
Im Vergleich der Durchmesser von Gelegen:
Gabrielform: Eidurchmesser 10.7mm, Eidicke 0.3mm
Mauritiusform: Eidurchmesser 8.4mm, Eidicke 0.18mm
Im natürlichen Habitat findet man Phelsuma ornata vorwiegend an trockenen, hellen Standorten. Es handelt sich hier um eine Art, welche vorwiegend im trockenen Westen vorkommt, jedoch über ganz Mauritius verbreitet ist und dort häufig zu finden ist.
Bilder meiner Tiere sind in der Galerie zu finden.
Ein etwas ausführlicherer Bericht findet sich unter Downloads.
Ich halte ein Pärchen in einem Terrarium von 40x40x80. Das Terrarium ist bestückt mit Herkulesstaude und schlicht bepflanzt, damit ich die Übersicht habe, ob beide Tiere in Ordnung sind.
Als Beleuchtung verwende ich zwei T-5 Röhren mit Tageslichtspektrum, da diese Art sehr licht- und wärmeliebend ist. Dennoch verzichte ich auf zusätzliche Wärmespots, da das Terrarienzimmer sonst überhitzen würde.
Sommerliche Aussenhaltung ist empfohlen, da vor allem die Zippen im Terrarium relativ stark verblassen können.
Ich füttere die Tiere mit Heimchen, Wachsmottenlarven, Stubenfliegen, verschiedenen kleinen Schabenarten, Bohnenkäfern, Getreidekäfern und Wiesenplankton. Ich versuche so viel Abwechslung wie möglich zu bieten. Die Futtertiere bestäube ich bei jeder Fütterung (ich füttere jeweils zwei Mal die Woche) mit einem entsprechenden Vitaminpräparat.
Zudem steht immer ein Schälchen bereit, welches mit einem Gemisch aus zwei Drittel zu Pulver verarbeiteten Blütenpollen und zu einem Drittel aus Vitaminpulver besteht. Während der Eiablage wird dies gerne angenommen und ist wichtig, da die Zippen sehr legefreudig sein können und sonst schnell rachitisch und hinfällig werden.
Zusätzlich Wasser biete ich nur im Winter, wo lediglich jeden zweiten Tag gesprüht wird. Es ist wichtig, dass das Wassergefäss regelmässig gereinigt wird, da ansonsten Bakterien überhand nehmen. Den Wasserbedarf decken die Tiere in der Regel via Sprühwasser.
Phelsuma ornata scheint eine eher trockene Haltung zu bevorzugen. Ich sprühe jeweils am Abend, jedoch nicht so viel, wie bei anderen Phelsumaarten.
Die Luftfeuchtigkeit halte ich bei Phelsuma ornata relativ niedrig. Sie beträgt im Normalfall nach dem Sprühen ca. 60-70% und vorher ca. 40%. Im Frühling sprühe ich zusätzlich am Morgen, um die Regenzeit zu simulieren, im Winter dafür lediglich jeden zweiten Abend. Bei Jungtieren sprühe ich das ganze Jahr über einmal täglich.
Im Sommer halte ich die Art tagsüber bei 27 Grad und in der Nacht fällt die Temperatur auf ca. 22-23 Grad. Im Winter erreicht die Temperatur lediglich 25 Grad am Tag und fällt in der Nacht auf 18-20 Grad ab.
Die Beleuchtungsdauer halte ich wie bei allen Arten bei 14 Stunden im Sommer und bei 8 Stunden im Winter.
Diese Art ist recht einfach zur Fortpflanzung zu bewegen, wobei darauf geachtet werden muss, dass das Weibchen nicht hinfällig wird. Die Eier werden bei mir in Herkulesstaudenrohre geklebt, welche mit einem Druckerpapier ausgestattet sind. Falls sie hinter das Papier kleben, kann das Gelege rausgeschnitten und normal inkubiert werden.
Die Aufzucht der Jungtiere bereitet keine grössere Schwierigkeiten, die kleinen sollten jedoch einzeln gesetzt und jeden zweiten bis dritten Tag gefüttert werden.
Meine Tiere legen in der Regel von Februar bis Oktober.
Bei einer Inkubationstemperatur von 31 Grad mit Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur, schlüpfen die Jungtiere nach ca. 45 Tagen, bei dieser Temperatur hatte ich eine relativ hohe Männchenquote. Bei Temperaturen unter 30 Grad schlüpfen mehrheitlich Weibchen, bei höheren Temperaturen sind die Jungtiere sehr anfällig oder sterben im Ei ab.
Grundsätzlich kann Phelsuma ornata sehr zutraulich werden, wobei sie nach einer Umplatzierung jedes mal wieder viel Zeit brauchen, bis sie ihre Scheue erneut überwunden haben.
Mein Männchen, welches ich mehrmals rausfing, da ich es von dem Weibchen trennen musste, entwickelte sich zu einem relativ scheuen, hektischen Tier mit einem Fluchtverhalten, welches mit Phelsuma inexpectata oder Phelsuma cepediana vergleichbar ist.