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Mitten in der nordsyrischen Wüste liegt die Ruinenstadt Resafa. Der Ort wurde schon in Keilschrifttexten aus dem 9. Jh. v. Chr. und auch im Alten Testament erwähnt. In der Römerzeit war Resafa eine befestigte Militärstation, deren Aufgabe darin bestand, die Karawanenstrasse zwischen Palmyra und dem Euphrat zu überwachen. Die Stadt war auch Teil des Limes Arabicus, des Befestigungssystems zur Sicherung der Ostgrenze des Römischen Reiches, und war mit einer ca. 15 m hohen Mauer umfasst. Berühmt wurde Resafa durch den römischen Soldaten Sergios, der hier zusammen mit seinem Gefährten Bakchos den Märtyrertod erleiden musste. Beide hatten sich zum christlichen Glauben bekannt und wurden deshalb auf Geheiss des Kaisers Maximian (reg. 285-310) hingerichtet. Um die Person des Sergios hatte sich nach seinem Tod ein ausgiebiger Kult entwickelt und ihm ist auch die Basilika A in Resafa, auch Grosse Basilika genannt, geweiht. Sie ist das eindrucksvollste Gebäude auf dem weitläufigen Gelände. Sergios und sein Gefährte hatten Pech: sie mussten gewissermassen fünf Minuten vor zwölf den Märtyrertod erleiden, denn bereits 325 hörten die Christenverfolgungen auf, nachdem Kaiser Konstantin I. auf dem Konzel von Nicäa die Göttlichkeit Jesu anerkannt hatte.
Dank ihrer günstigen Lage als Stützpunkt auf der Strata Diokletiana, der Handels- und Heerstrasse, die den Euphrat mit Damaskus verband, sowie den Einnahmen aus dem Pilgertourismus gedieh die Stadt prächtig. Auf dem Areal der Stadt wurden Kirchen, Pilgerherbergen und Zisternen gebaut. Beeindruckend ist das nur von Regenwasser gespeiste Zisternensystem, das Wasser für ca. 4000 Personen speichern konnte. 616 wurde Resafa von den Moslems eingenommen und geplündert, erlebte aber unter den Ummayaden nochmals eine neue Blütezeit. Bis zu den Mongolenstürmen des 13. Jahrhunderts lebten Christen und Moslems friedlich nebeneinander. Nach der Eroberung Resafas durch die Mongolen wurde die Stadt verlassen und nicht wieder aufgebaut.