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<h2>InitialSituation<h2><p><b>Bericht der Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung der Frankophonie vom 31. Dezember 2015</b></p><p>An der 41. Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der Frankophonie, welche vom 9. bis 10. Juli 2015 zum Thema "Förderung des Zugangs zu einer qualitativ guten Ausbildung für alle: eine vorrangige Herausforderung für die Frankophonie" in Bern stattfand, konnte die Schweizer Delegation anhand praktischer Beispiele ihre strategischen Ziele erläutern. Es sind dies: Verbesserung der Berufsbildung als Massnahme gegen die Jugendarbeitslosigkeit, Ausbau des Fernunterrichts und Förderung der Menschenrechte bei der Bekämpfung von HIV/Aids in den Frankophonieländern. In der Generaldebatte wurden die Sektionen ersucht, genau zu erläutern, welche Massnahmen ihr Staat beziehungsweise ihre Regierung getroffen haben, um die Berufsbildung, das Online-Angebot für höhere Bildung in der Frankophonie und den Zugang der Bürgerinnen und Bürger zum Internet zu fördern und auszubauen. Für die Schweizer Delegation war es wichtig, zunächst anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, welchen Mehrwert die Berufsbildung insbesondere für Jugendliche darstellt, die im Arbeitsmarkt integriert werden wollen, und inwieweit die Lehrbetriebe davon profitieren können, sei dies in der Schweiz, in Afrika oder anderswo. Gleichzeitig hatten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier der APF Gelegenheit, über die bestmögliche Förderung und Weiterentwicklung der Berufsbildung zu diskutieren, eine Standortbestimmung für die Berufsbildung in den Frankophonieländern vorzunehmen und Massnahmen in Erwägung zu ziehen, die von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern zu deren Förderung und zur Entwicklung von entsprechenden Studiengängen getroffen werden können. Die Präsentationen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (ETHL) und der Hochschulagentur der Frankophonie (Agence universitaire de la Francophonie, AUF) zu den Online- Studiengängen (Massive Open Online Courses, MOOCs) führten den Parlamentarierinnen und Parlamentariern vor Augen, wie beliebt diese Studiengänge derzeit - insbesondere bei jungen Afrikanerinnen und Afrikanern - sind, und dass Bildung so auch dort möglich ist, wo die Infrastruktur und die Qualität des Unterrichts manchmal zu wünschen übrig lassen. Die Schweizer Delegation erhofft sich, dass sie mit der Wahl dieses Themas die französischsprachigen Parlamentarierinnen und Parlamentarier dafür sensibilisieren konnte, wie wichtig es ist, Online-Kurse auf Französisch zu entwickeln, damit Jugendliche auf Französisch lernen können und so zum Ansehen der französischen Sprache und der frankophonen Hochschulen beigetragen wird. Die Schweizer Delegation erinnerte die anwesenden Sektionen an die Rolle, die sie bei der Verbreitung und Anerkennung französischsprachiger MOOCs spielen können: Es liegt nämlich in ihren Händen, mittels entsprechender Vorstösse eine parlamentarische Debatte anzuregen und die Regierung auf gesetzgeberischem Wege dazu anzuhalten, günstige Voraussetzungen für die Entwicklung und Förderung französischsprachiger MOOCs zu schaffen. Auch könnten sie angesichts ihrer Budgetkompetenzen einen Teil des für höhere Bildung vorgesehenen Budgets einsetzen für die Entwicklung französischsprachiger MOOCs und die Schaffung eines Fonds zur Förderung der pädagogischen Forschung über akademische Online-Ausbildungen. Da der Erfahrungs- und Informationsaustausch zu den Themen der Generaldebatte nach dem Willen der Schweizer Delegation den Schwerpunkt der 41. Jahrestagung bilden sollte, lud sie die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza), die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (ETHL) und die Berner Fachhochschule für Architektur, Holz und Bau ein, an Ständen in der Wandelhalle ihre Bildungs- und Schulungsaktivitäten im frankophonen Afrika vorzustellen. Dabei konnten die Fachpersonen dieser Stellen mit den Parlamentarierinnen und Parlamentariern von über 80 Sektionen nationaler und regionaler Parlamente wertvolle Kontakte knüpfen und ihnen ihr Wissen vermitteln. Die Sektionen erhielten an diesen Ständen einen Einblick in die von der Schweizer Delegation vorgeschlagenen Themen für die Generaldebatte der APF-Jahrestagung 2015. Die Schweizer Delegation bei der APF räumte 2015 der Förderung der Menschenrechte bei der Bekämpfung von HIV/Aids in den Frankophonieländern absolute Priorität ein. Sie sensibilisierte die Parlamentarierinnen und Parlamentarier mithilfe der Daten von Unaids und der im APFParlamentariernetzwerk für die Bekämpfung von HIV/Aids ausgetauschten Informationen für dieses Thema, was an der 41. Jahrestagung in Bern zur Verabschiedung eines Berichtes sowie einer Resolution führte, welche die APF-Mitgliedstaaten und deren Regierungen dazu aufruft, den universellen Zugang zu Einrichtungen zur Prävention und Behandlung von HIV/Aids zu gewährleisten. Die Resolution der APF hält die Parlamente des frankophonen Raums dazu an, die rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Hürden zu beseitigen, die den Zugang gewisser Randgruppen zu den Einrichtungen zur Prävention, Früherkennung und Behandlung von HIV/Aids erschweren. Die Vertreter der Schweizer Delegation im HIV/Aids-Netzwerk der APF wiesen mit Nachdruck darauf hin, dass die Stigmatisierung und Diskriminierung der Risikogruppen für die weltweite Bekämpfung von HIV/Aids weiterhin ein grosses Problem darstellen, die Volksgesundheit dadurch stark gefährdet wird und so auch die durch HIV/Aids verursachten Gesundheits-, Sozialund Wirtschaftskosten ansteigen. In Zusammenarbeit mit Unaids und dem Globalen Fonds wollen sie 2016 im Netzwerk ihr Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte bei der Bekämpfung von HIV/Aids fortführen, namentlich über den Austausch vorbildlicher Praktiken und die Stärkung der Rolle der frankophonen Parlamentarierinnen und Parlamentarier bei der Bekämpfung von HIV/Aids. Die Schweizer Delegation bei der APF zieht eine positive Bilanz der 41. Jahrestagung der APF in Bern (9.-10. Juli 2015). Allein an dieser Veranstaltung nahmen mehr als 360 Personen teil; zusammen mit der Vereinigung der Generalsekretäre der frankophonen Parlamente (ASGPF) und dem frankophonen Jugendparlament, die zur gleichen Zeit in Bern tagten, waren es gar deren 650. An der Jahrestagung konnte die Schweiz ihre Interessen wahren und auf mehreren Ebenen ihre Beziehungen festigen. So führte der Vorsteher des EDA, Bundesrat Didier Burkhalter, ein bilaterales Gespräch mit der neuen Generalsekretärin der OIF, Michaëlle Jean. Als Gaststaat konnte die Schweiz erheblich von dieser Veranstaltung profitieren und ihr Beziehungsnetz in den Frankophonieländern ausbauen. Mit der Wahl der Deutschschweizer Stadt Bern als Veranstaltungsort dieser frankophonen Tagung konnte die Schweiz die Botschaft übermitteln, dass sich das ganze Land und nicht nur die Westschweiz der Frankophonie verbunden fühlt.</p>