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Vor 50 Jahren – am 12. August 1964 – starb Ian Fleming im Alter von 56. Der britische Schriftsteller hat den Agenten mit der Nummer 007 erfunden. 1953 war sein ersten Bond-Roman «Casino Royale» erschienen. Es folgten elf weitere plus zwei Sammlungen mit Kurzgeschichten.
Ian Fleming – Fast ein James Bond
Ian Fleming liebte Alkohol, Ian Fleming liebte Zigaretten und Ian Fleming liebte die Frauen. Er liebte die Frauen sosehr, dass er wegen diverser Techtelmechtel zuerst von der renommierten Privatschule Eton College und später von der Militärakademie Sandhurst flog.
Wie 007 ging auch Ian Fleming gerne ins Casino. Anders als seine Romanfigur Bond verliess er die Spielhölle aber meistens mit leeren Händen. Nicht nur das Hobby haben 007 und der Autor gemeinsam. Sie teilen sich auch ihren Beruf: Ian Fleming arbeitet während des Zweiten Weltkriegs als Spion der Royal Marines. Seine Romane beruhen zu einem Teil auf seinen eigenen Erlebnissen.
Ian Fleming bekam den Höhepunkt des Agenten-Hypes, den er ausgelöst hatte, nicht mehr mit. Zwischen 1962 und 1964 waren vier Bond-Abenteuer in die Kinos gekommen. Spione waren en vogue. Andere versuchten auf den Erfolgszug aufzuspringen. 1966 kamen insgesamt 22 Agenten-Filme in die Kinos.
Ob England, Frankreich oder die USA: Jedes Land brauchte seinen Top-Geheimdienstler. 1967 war dann die Zeit reif für eine grosse, starbesetzte 007-Persiflage. Benannt nach Flemings ersten Roman «Casino Royale». Der war bis dahin nie verfilmt worden, weil die Rechte nicht bei der Firma lagen, die die Kinoabenteuer der Doppelnull produzierte.
Zoff am Set
Den Machern von «Casino Royale» gelang der Coup, Ursula Andress zu engagieren, dem ersten Bond-Girl überhaupt. Neben der Schweizerin gaben sich zahlreiche hochkarätige Stars am Set die Klinke in die Hand: David Niven, Woody Allen, Peter Sellers, Orson Welles und viele mehr. Wobei sich die beiden Letzteren kaum die Klinke in die Hand gegeben haben dürften. Peter Sellers und Orson Welles waren derart zerstritten, dass sie die gemeinsame Szene im Casino getrennt gedreht haben.
Halbnackte Frauen und verunsicherte Männer
In der Satire gibt es mehrere James Bonds. Das Original ist in Rente, junge Namensvetter müssen ran an die Agentenfront. Verkörpert von den Komikern Peter Sellers und Woody Allen. Nicht Muskelpakete, sondern Hänflinge als Helden. Leichtes Spiel für bildhübsche Frauen, die verunsicherten Geheimagenten zu bezirzen. Das Klischee des Agentenfilms wird auf die Spitze getrieben und gleichzeitig auf den Kopf gestellt: Ursula Andress erschiesst am Ende James Bond mit einem als Dudelsack getarntem Maschinengewehr.
Der Film, ein typisches Produkt der 60er-Jahre: Ein bunter Klamauk, unterlegt mit bester Easy-Listing-Music von Starkomponist Burt Bacharach. «Casino Royale» kostete mit 12 Millionen Dollar 2,5 Millionen mehr als der im gleichen Jahr erschienene «You only Live Twice», dem vorletzten 007-Film mit Sean Connery. Die Kritik hasste die Persiflage, die Zuschauer nicht. Über 41 Millionen Dollar spielte das Werk weltweit ein.
Ob Ian Fleming die Satire gefallen hätte? Vielleicht. Er war ein ironischer Mensch. Auf die Frage eines Reporters, ob er nicht Lust hätte, auch mal was Ernsthaftes zu schreiben, soll er geantwortet haben: «Nein. Ich hab keine Lust ein Shakespeare zu werden. Dazu fehlt mir der Ehrgeiz.»
Fünf Zahlen zu «Casino Royale»
41'000'000 Millionen US-Dollar hat die Bond-Persiflage eingespielt. 12'000'000 US-Dollar so viel hat der Film im Endeffekt gekostet. 6'000'000 US-Dollar waren budgetiert. Ein Fünftel davon – 1'000'000 – wollte Sean Connery für seine Arbeit – zu teuer für den Produzenten. Für 6'000 US-Dollar hat Fleming die Filmrechte abgegeben.