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In der Region Aarau, Brugg und Thalheim, der ganzen Schweiz und der restlichen Welt versteht man unter einem Fenster – das Wort stammt aus dem Leiteinischen fenestra – eine Öffnung in der Wand eines Gebäudes. Es dient in erster Linie der natürlichen Lichtzufuhr und der Aussicht. In der heutigen Zeit wird unter dem Begriff Fenster aber meist nur der Verschluss dieser Öffnung verstanden, der in der Regel durch ein in einen Rahmen gefasstes Glas erreicht wird.
Ein Fenster besteht meistens aus zwei Teilen: einem festen Rahmen sowie einer festen Fensterfüllung oder beweglichen Fensterflügeln. Bewegliche Fensterflügel werden eingebaut, um das Lüften zu ermöglichen. Unter anderem bei sehr hohen Gebäuden, die in der Region Aarau, Brugg und Thalheim nicht oft zu finden sind, werden ab einer bestimmten Höhe aus Sicherheitsgründen nur noch feste Fensterfüllung eingebaut. Ein Öffnen der Fenster würde zu starken Luftströmen und somit zu Neigungen des Gebäudes führen.
Die Ursprünglichen Fenster, die man bei rund 6000 Jahre alten Häusern fand, bestanden aus einer ovalen oder rechteckigen Öffnung in der Wand, die damals noch mit Leinenstoff, Pergament oder Tierhäuten überspannt wurde. Dies hat zwar die Witterungseinflüsse reduziert, komplett davor geschützt hat es aber nicht. Nach und nach wurden die Verschlüsse der Fenster verbessert, bis zum ersten Mal Glas eingesetzt wurde, das vollständig von Wind und Wetter schützte. Heute wird auch in der Region Aarau, Brugg und Thalheim vorwiegend Mehrscheiben-Isolierglas verwendet.
Steinrahmenfenster
Fenster lassen sich je nach Gebrauch in verschiedene Typologien unterteilen. Eine davon ist das Steinrahmenfenster. Bei solchen Fenstern in gemauerten Wänden besteht die grösste Herausforderung darin, den oberen Abschluss der Maueröffnung mit geeigneten Materialien so herzustellen, dass dieser der entstehenden Zugspannungen standhalten kann.
Bei den Steinrahmenfenstern gibt es wiederum unterschiedliche Kategorien. Die Römer bauten zur Belichtung ihrer Thermenanlagen halbrunde dreigeteilte Fenster. Dieses Fenstermotiv ist seit da als Thermenfenster bekannt.
Bei grösseren Wandöffnungen ist die Last der darüberliegenden Wand enorm. Um diese Last bei der traditionellen Mauertechnik zu tragen, mussten Bögen gebaut werden. Diese Bauform wirkte sich auf die Gestaltung der Fenster aus, die als Bogenfenster produziert werden mussten.
In der Region Aarau, Brugg, Thalheim und der Schweiz gibt es verschiedene Bauwerke, die aus der gotischen Zeit stammen. Besonders bei Kirchenbauten wurden in der Gotik die Fenster mit Masswerk gestaltet. Das Massewerk ist eine filigrane Arbeit aus geometrischen Mustern, die von Steinmetzen umgesetzt werden.
Zargenfenster
Im Laufe der Neuzeit wurden die Steinrahmenfenster vollständig von den Zargenfenstern verdrängt, da diese sowohl in Holz- als auch in Steinrahmen möglich sind. Das Zargenfenster erlaubt die Trennung vom Blindstock, also einem Rahmen, der als Lehrgerüst dient, und dem eigentlichen Fenster.
Einfach- und Doppelfenster
Die älteste Ausführung der Fenster ist das Einfachfenster. Hierbei werden die Flügel innen oder aussen angebracht. Bis Anfang des 19. Jahrhundert waren Einfachfenster die Regel. Ab da kamen vermehrt Doppelfenster zum Einsatz. Die Idee des Doppelfensters ist es, mehrere Glasscheiben in einen Fensterflügel zu montieren oder mehrere Fenster an einer Zarge zu befestigen. Dadurch entstehen in beiden Fällen Zwischenräume, die für eine zusätzliche Wärmedämmung sorgen. Ab den 1950er-Jahren wurden die Einfachfenster mit Doppel- und später mit Thermoverglasung weiterentwickelt, so dass sie heute in der Region Aarau, Brugg und Thalheim und der Schweiz wieder am häufigsten verbaut werden.