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5.3 Collaboratories
Das US Department of Energy (DOE) hat aufgrund einer prospektiven Studie des National Research Council 1993 [20] unter dem Titel DOE2000 eine Reihe von Projekten gestartet, Bild 20.
Bild 20. Borromäische Ringe, das Symbol des Collaboratory Project am US Department of Energy und das Logo des Collaboratory-Projekt-Conglomerat DOE2000.(© DOE)
Die Projekte sind gegenwärtig an den folgenden Forschungsstellen eingerichtet [115] :
Das DOE2000 besteht aus drei Komponenten:
Als Beispiel sei das Environmental Molecular Sciences Laboratory (EMSL) genannt, ein Department am Northwest National Laboratory in Richland. Es wird dort das " On-Line (EOL) project " durchgeführt im Fach Molekulare Umweltwissenschaften, die wegen der Komplexität der Umweltphänomene auf Zusammenarbeit mit diversen Fachbereichen angewiesen sind. Die 12 Forschungsapparaturen werden an Computern vernetzt und dann einer globalen Nutzung zugeführt. Das Projekt wird von fünf Forschern durchgeführt in Zusammenarbeit mit vier weiteren Institutionen. Bild 21 zeigt eine Synopsis von Aspekten, die im Rahmen des EOL-Projekts zum Thema "Nukleare magnetische Resonanz" erscheinen.
Bild 21. Synopsis einiger Situationen, Laboreinrichtungen und -mitarbeiter, die im Collaboratory des EOL-Projekts am Environmental Molecular Sciences Laboratory (Northwest National Laboratory, Richland) auftreten. Man erkennt vor allem, dass alle diese Situationen auf Fenstern von Computeroberflächen abgebildet sind. Dies ist die typische, wenn auch noch provisorische Perspektive einer verteilten Zusammenarbeit. Die Realitätsebenen der Forschungsgegenstände, Apparate, Einrichtungen und Mitarbeitenden stehen gleichwertig nebeneinander.(© EMSL)
Zur Frage, wie gross die Chancen solcher Bemühungen sind, die Zukunft des gemeinsamen Forschens zu definieren, wird in [115] der Radiopionier Lee de Forest zitiert, der 1926 über die Zukunft des Fernsehens komplett falsch prognostizierte: "While theoretically and technically television may be feasible, commercially and financially I consider it an impossibility, a development of which we need waste little time dreaming." Wie ich von Richard Kouzes erfahren konnte [116], gibt es in den Geisteswissenschaften keine parallelen Collaboratory-Projekte, aber man entnimmt den Quellen des Institute for Advanced Technology in the Humanities an der Universität von Virginia ( 4.8), dass entsprechende Zusammenarbeitsformen schon in Entwicklung begriffen sind und diskutiert werden.
Es soll nicht verdrängt werden, dass die US-amerikanischen Forschungsstellen auch aus militärischen Gründen ein starkes Interesse an Collaboratories haben. Dies belegen etwa die Projekte des Information Technology Office (ITO) bei der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA). Aber das ist nur eine Bestätigung der Universalität des EncycloSpace: Er kann definitionsgemäss nichts ausschliessen. Damit haben Ordnungshüter aller Provenienzen immer zu kämpfen gehabt (siehe auch 2.1.2).
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