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Captosol, mit dem Wirkstoff Captopril aus der Familie der so genannten ACE-Hemmer, ist ein Arzneimittel zur Behandlung des hohen Blutdruckes und der Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) und gewisser Nierenfunktionsstörungen bei Diabetikern vom Typ I (diabetische Nephropathie). Es kann auch nach einem Herzinfarkt verschrieben werden. Es wirkt durch Hemmung von körpereigenen Stoffen, die für den erhöhten Blutdruck verantwortlich sind. Dadurch kann der Blutdruck gesenkt und die Leistung des Herzens verbessert werden.
Captosol ist nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zu verwenden.
Captosol darf nicht eingenommen werden,
wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Captopril, einen der Hilfsstoffe von Captosol oder einen anderen ACE-Hemmer sind;
wenn Sie in der Vergangenheit in Folge einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer eine Gewebeschwellung (Angioödem) hatten;
wenn Sie zu Gewebeschwellungen (Angioödem) neigen;
während der Schwangerschaft und Stillzeit (siehe «Darf Captosol während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»).
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn und Dosiserhöhung, aber auch in Verbindung mit Alkohol.
Bevor Sie das Arzneimittel einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn Sie unter folgenden gesundheitlichen Problemen leiden:
? starkes Erbrechen oder Durchfall;
? regelmässige Blutwäsche (Hämodialyse);
? Einschränkungen der Leberfunktion;
? Nierenprobleme;
? Herzprobleme;
? Durchblutungsstörungen;
? Blutbildveränderungen;
? Diabetes mellitus;
? bestimmte Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen).
Sie sollten Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn Sie eine salzarme Diät machen oder eine Desensibilisierungstherapie gegen Bienen- oder Wespengift erhalten.
Informieren Sie den Arzt bzw. die Ärztin darüber, dass Sie Captosol einnehmen, wenn Sie vor einer Operation stehen oder Narkosemittel erhalten sollen.
Suchen Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf, falls bei Ihnen folgende Krankheitszeichen auftreten:
Plötzliche Gewebeschwellungen mit Beteiligung von Kehlkopf, Rachen und/oder Zunge (Angioödem) müssen sofort ärztlich behandelt werden.
Übermässiger Blutdruckabfall oder Überempfindlichkeitsreaktionen können unter Umständen lebensbedrohlich werden.
Nehmen Sie das Mittel auf keinen Fall ohne ärztliche Aufsicht weiter.
Bei Kindern und Jugendlichen sollte die Anwendung von Captosol nur unter sorgfältiger medizinischer Überwachung erfolgen. Im Allgemeinen sollte Captopril Kindern 3mal täglich verabreicht werden.
Bei älteren Patientinnen und Patienten und bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird der Arzt resp. die Ärztin die Dosis anpassen.
Sie sollten Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn Sie Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzpräparate, Arzneimittel die den Kaliumhaushalt beeinflussen, entwässernde Arzneimittel (Diuretika), Arzneimittel zur Behandlung von Gicht oder Arzneimittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus, orale Antidiabetika oder Insulin) anwenden.
Es ist für Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auch wichtig zu wissen, wenn Sie andere blutdrucksenkende Arzneimittel, Sympathomimetika, Arzneimittel gegen Krebs, gegen Transplantatabstossungen, gegen psychische Störungen oder Depressionen, schmerzstillende und entzündungshemmende Arzneimittel (z.B. Arzneimittel gegen Gelenkentzündung) einnehmen.
Captopril kann einen falsch positiven Urintest auf Aceton bewirken.
Captopril Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit Galactose- oder Lactose-Unverträglichkeit oder Malabsorption von Glucose-Galactose dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.
Captosol darf in der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht eingenommen werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während der Behandlung mit Captosol eine zuverlässige Schwangerschaftsverhütung einhalten. Falls eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Captosol auftritt, müssen Sie sofort den Arzt bzw. die Ärztin informieren.
Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen.
Captosol kann vor, während und nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Dosis wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgelegt.
Vor allem ältere Patienten und Patientinnen sollten während der Behandlung mit Captosol darauf achten, jeden Tag genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Meist werden folgende Dosierungen festgelegt:
Die übliche Tagesdosierung beträgt 1 Tablette Captosol 50 morgens. Wenn sich der Blutdruck normalisiert hat, kann der Arzt oder die Ärztin die Dosis auf 1 Tablette Captosol 25 täglich reduzieren. Ist aber eine weitere Blutdrucksenkung erforderlich, kann der Arzt oder die Ärztin die Dosis auf maximal 3 Tabletten Captosol 50 täglich steigern. In vielen Fällen kann der Arzt oder die Ärztin statt einer Dosiserhöhung nach etwa 4?6 Wochen zusätzlich einen harntreibenden Wirkstoff (Diuretikum) verordnen, da sich diese beiden Arzneimittel ideal ergänzen.
Wenn Sie vor Behandlungsbeginn mit Captosol bereits Diuretika eingenommen haben oder unter einer salzarmen Diät stehen, beträgt die erste Dosis Captosol 12,5 mg (1 Tablette Captosol 12,5), wobei Ihr Blutdruck nach Einnahme der ersten Dosis in der Arztpraxis während 1 Stunde überwacht werden sollte.
Älteren Patienten und Patientinnen und solchen mit Nierenfunktionsstörungen werden im Allgemeinen tiefere Dosierungen verschrieben.
Es empfiehlt sich, die Behandlung der Herzinsuffizienz mit Captosol unter strenger Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin vorzunehmen. Bei Herzinsuffizienz wird Captosol meist zusätzlich zur Grundbehandlung (ein Diuretikum; evtl. Digitalis) verabreicht.
Die erste Dosis (½?1 Tablette Captosol 12,5) sollte in der Arztpraxis eingenommen und der Blutdruck während 1 Stunde regelmässig kontrolliert werden.
Bei Therapiebeginn beträgt die übliche Dosierung 2?3mal täglich ½?1 Tablette Captosol 12,5. Die übliche Erhaltungsdosis ist 2(?3)mal täglich 1 Tablette Captosol 25.
Die Dosierung wird je nach Ihrem individuellen Ansprechen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verordnet und angepasst.
Die übliche Erhaltungsdosis liegt bei bis zu 3?4mal täglich 1 Tablette Captosol 25.
Sollten Sie jedoch einmal die Einnahme vergessen, so nehmen Sie keine Extradosis ein, sondern fahren Sie am folgenden Tag wie gewohnt mit der Einnahme fort.
Falls Sie zu viele Tabletten eingenommen haben, sollten Sie sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen, sodass eine allfällige medizinische Behandlung rechtzeitig erfolgen kann. Das wahrscheinlichste Symptom einer Überdosierung wäre ein Gefühl von Benommenheit oder Schwindel infolge eines plötzlichen, übermässigen Blutdruckabfalls.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Captosol auftreten:
Häufig: Schlafstörungen; Geschmacksstörung, Schwindel, trockener, irritierender (nicht produktiver) Husten und Atemnot; Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Mundtrockenheit; Juckreiz (mit oder ohne Ausschlag), Ausschlag, Haarausfall.
Gelegentlich: niedriger Blutdruck, veränderte Herzfrequenz, Brustschmerzen (Angina pectoris), Raynaud-Syndrom (Durchblutungsstörungen, meist an den Fingern), Gesichtsrötung, Blässe; Schwellungen des Gesichts, der Lippen, der Zunge, der Hände und Füsse; Erschöpfung, Unwohlsein.
Selten: Appetitlosigkeit; Benommenheit, Kopfschmerzen und Empfindungsstörungen; Entzündung der Mundschleimhaut mit Geschwürbildung/Aphthen; Nierenfunktionsstörungen (einschliesslich Nierenversagen), Veränderungen beim Wasserlassen.
Sehr selten: Veränderungen des Blutbildes, Erkrankung der Lymphknoten; Absinken des Blutzuckerspiegels, Verwirrung, Depression; Durchblutungsstörungen des Gehirns, einschliesslich Schlaganfall und Ohnmacht; verschwommenes Sehen; Herzstillstand, Schock; krampfartige Verengung der Bronchien, Schnupfen, allergische Entzündung der Lungenbläschen/Lungenentzündung, Magengeschwür, Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Beeinträchtigung der Leberfunktion, Hepatitis (Leberentzündung, Gelbsucht), Lichtempfindlichkeit der Haut; Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen; Impotenz, Brustvergrösserung beim Mann; Fieber.
Da gewisse Nebenwirkungen von Ihnen nicht wahrgenommen werden können (wie Probleme mit der Nieren- oder Leberfunktion; Blutbildveränderungen), sollten Sie die regelmässigen Termine für Kontrolluntersuchungen, die Ihr Arzt oder Ihre Ärztin vornimmt, einhalten.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Captosol in der Originalpackung, bei Raumtemperatur (15?25 °C)), vor Wärme und Feuchtigkeit geschützt und ausser Reichweite von Kindern lagern.
Captosol darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
Captosol enthält 12,5 mg, 25 mg oder 50 mg Captopril sowie Laktose und weitere Hilfsstoffe.
52986 (Swissmedic).
In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.
Packungen mit 30 und 100 Tabletten (mit Bruchrille, teilbar) à 12,5 mg.
Packungen mit 30 und 100 Tabletten (mit Kreuzbruchrille, teilbar) à 25 und 50 mg.
Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.
Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2011 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.