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Wie die Bevölkerung keineswegs nur aus «Römern» bestand, so war auch die Bekleidung heterogen und aus praktischen Gründen den bestehenden lokalen Verhältnissen und der Witterung besser angepasst.
Selbst die römischen Legionssoldaten und die Angehörigen der Hilfstruppen kleideten sich nördlich der Alpen bei uns mit ¾ langen Hosen, um gegen die Witterung besser geschützt zu sein. Natürlich eigneten sich die offenen Sandalen nicht unbedingt für alle Jahreszeiten, man behalf sich dann mit um die Füsse und Waden gewickelten Stoffstreifen oder trug geschlossene Stiefel. Ebenfalls wurde der halblange germanische Mantel vom Militär übernommen.
Offiziell war die Bekleidung bei den Römern streng geregelt. Der Schnitt der Kleider war für alle Bevölkerungsteile sehr ähnlich und änderte sich wenig. Es waren die kleinen Unterschiede. Zum Beispiel bei den hellen Kleidern der Würdenträger unterschied sich der Senator einen breiten roten Streifen an seinem Kleid gegenüber dem Ritter zwei schmale Purpurstreifen. Allerdings waren solche Persönlichkeiten in der Provinz doch eher selten anzutreffen.
Generell ergab sich das Bild einer lebhaft bevölkerten Strasse mit einigen hell gewandete Würdenträger und Beamte, zu einer Mehrzahl von Personen in eher dunklen Farben gekleideten Mehrheit.
Bei den herkömmlichen Bekleidungen mit helvetischem oder germanischem Einfluss wird das beliebte Karo-Muster von Hosen oder Umhängen aufgefallen sein, im Gegensatz zur römischen Tuchmode die gleichförmige Stoffe bevorzugte.
Vor allem an Festtagen wird die kompliziert geschlungene römische Toga vom Mann, die Frau mit der Palla und der darunter getragenen Stolla gemessenen Schrittes die Räume durchschritten haben.
Die Römer kannten keine Unterwäsche in unserem Sinne. Männer und Frauen trugen ein kragenloses langes „Shirt“ die sogenannte TUNIKA, das je nach Mode auch mittellange oder lange Ärmel aufweist.
Die Frau trug darüber ein sehr weites Schlauchkleid, die STOLA. Das Kleid wurde mit Schulterbändern und Gewandnadeln (Fibeln) über den Schultern zusammengeheftet. Um die Taille oder unter der Brust gürtete man sich und drappierte das Kleid möglichst wirkungsvoll.
In der Öffentlichkeit bedeckte sich die vornehme Römerin mit einem ebenfalls kunstvoll arrangiertem rechteckigen Tuch, der PALLA.
Dazu kamen Hals- und Kopftücher sowie verschiedene Hauben und Hüte. Allerdings war auch die Frisierkunst schon weit verbreitet. Es ist daher kaum anzunehmen, dass nach der stundenlangen Prozedur des Frisierens ein Hut darüber gestülpt wurde.
Über die aktuelle, in Rom getragene Frisurenform informierte die gängige Währung. Die neu geprägten und an die Legionäre als Sold verteilten Münzen wiesen nebst dem Kaiserportrait auch oft einen Frauenkopf (Göttin/Kaiserin) mit einer modischen Frisur auf.