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Fachleute schätzen, dass mehrere zehntausend Kinder in unserem Lande misshandelt werden. Als Kindsmisshandlung gelten neben körperlicher Gewalt auch die sexuelle Ausbeutung, die Vernachlässigung, die psychische Misshandlung und das Münchhausen-Stellvertretersyndrom. Vielfach erleiden Kinder und jugendliche Opfer verschiedene und / oder wiederholte Misshandlungen. Zudem wird auch die kinderfeindliche Gestaltung der Umwelt, als strukturelle Gewalt, im weitesten Sinne als Kindesmisshandlung verstanden.
Kindesmisshandlungen können viele, zum Teil gravierende und lang andauernde Folgen auslösen. Im Vordergrund stehen Entwicklungs- und psychische Störungen sowie körperliche Schäden bis hin zu Todesfällen oder Suizid. Die Folgen können nicht nur das momentane Wohlbefinden und die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, sondern sie verursachen nicht selten auch schwerwiegende Probleme bis ins Erwachsenenalter.
Viele Kindesmisshandlungen erfolgen im familiären Umfeld und hängen sehr oft mit Überforderung und Stress der Erziehenden zusammen. Aber auch mit Macht und Nichtanerkennung des Kindes als eigenständiges Subjekt. Auf einen einzigen Faktor lässt sich die Gewalt an Kindern indes selten zurückführen, meist wirken diverse Risikofaktoren zusammen.