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Eine schöne Ansichtskarte aus Fukushima habe ich heute erhalten. Frau Minako Azami hat anfangs Mai einen Leserbrief an die Asahi-Zeitung geschrieben. Sie sende Ansichtskarten, auf denen eine idyllische Landschaft der Präfektur Fukushima vor dem Tsunami Katastrophe zu sehen ist, an ihre Freunde in Japan.
Als ich ihren Leserbrief las, dachte ich, „das möchte ich auch“. Ich schrieb sofort eine E-Mail an die Zeitung, um zu bitten, ihr meinen Wunsch weiter zu leiten, weil ihre Adresse nicht vollständig bekannt gegeben wurde. Etwa zehn Tage später kam tatsächlich eine Ansichtskarte von Hanami-Yama aus Fukushima.
„Hanami“ heisst Blumen anschauen. „Yama“ bedeutet Berg oder Hügel. Auf der Ansichtskarte sieht man einen Abhang mit vollen Blüten. Sehr wahrscheinlich von Pflaumen und Wildkirschen. Der Boden ist zum Teil weiss, also liegt noch Schnee auf dem Hügel. Es ist vielleicht März… Im Hintergrund schweben Schneeberge.
Ich weiss nicht, ob dieser Hügel noch intakt steht. Wahrscheinlich schon. Frau Azami schrieb mir, „Es ist noch nicht klar, wie man das AKW Fukushima unter Kotrolle bringen kann. Wenn aber die Ordnung wiedergekehrt ist, besuchen Sie bitte das schöne Land Fukushima.“
Auf der anderen Seite der Karte fand ich einen winzig geschriebenen Hinweis: „Die Stelle riecht nach dem Pfirsich, einer Spezialität der Region.“ Japanische Pfirsich sind ziemlich gross und sehr sehr fein.