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In diesem Psalm geht es ganz besonders um den Gesetzlosen bzw. den Gottlosen. Vers 4 lautet: „Ich … muss stöhnen vor der Stimme des Feindes, vor der Bedrückung des Gottlosen.“ Das Thema des „Gesetzlosen“ zieht sich von Anfang an durch das Buch der Psalmen. Wir finden bereits im Psalm 1 den Gerechten und im Kontrast dazu den Gesetzlosen. Diese zwei Linien ziehen sich durch das ganze Psalmenbuch. Der Inbegriff des Gerechten ist der Messias. Darum finden wir diesen Gerechten in vielen Psalmen vorgestellt. Dementsprechend steht im Kontrast dazu der Gesetzlose, der ebenso an vielen Stellen in den Psalmen beschrieben wird. Alle Gesetzlosen weisen letztlich auf die Person des Antichristen hin.
Gerade im Psalm 55 haben wir im Gesetzlosen sehr deutlich den Antichristen vor uns. Denn Vers 21 besagt, dass er „den Bund gebrochen hat“. Das ist im Zusammenhang mit Daniel 9,27 zu sehen, wo berichtet wird, dass der Antichrist einen festen Bund mit den Vielen schließen wird, und zwar für eine Jahrwoche (d.h. für 7 Jahre). Zur Hälfte der Jahrwoche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen.
Der Diktator des römischen Reiches wird mit Israel nach der Entrückung ein Sicherheitsbündnis für sieben Jahre schließen. Der Antichrist, der Herrscher und falscher Messias in Israel sein wird, wird eng mit ihm befreundet sein. Der Antichrist wird sogar sein Propagandaminister sein, gemäss Offenbarung 13,11-18. Der Antichrist wird den Bundesbruch ausführen, indem er ein Götzenbild auf den Tempelplatz aufstellen und sich selbst in den Tempel setzen und sagen wird, er sei Gott (siehe 2. Thessalonicher 2). Da wird sich dieses Wort erfüllen: „Seinen Bund hat er gebrochen.“
In diesem Psalm ruft der gläubige Überrest zu Gott um Hilfe in dieser zukünftigen Not. Man muss bedenken, dass Psalm 55 zum zweiten Psalmenbuch gehört, das ab Psalm 42 beginnt. Darin geht es ganz besonders um die Flucht des Überrestes am Anfang der großen Drangsal und um alles, was damit verbunden ist.