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Wer gerne Fisch und Meeresfrüchte isst, hebt offenbar sein Risiko, an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) zu erkranken. Die Amyotrophe Lateralsklerose ist eine langsam fortschreitende Krankheit des Nervensystems.
ALS wird auch Lou-Gehrig-Syndrom genannt. Lou Gehrig war ein berühmter Baseballspieler, der 1941 im Alter von 38 Jahren an ALS verstarb. Bei ALS schaffen es die Nervenzellen nicht mehr, mit der Muskulatur zu interagieren. Frühe Symptome sind daher Muskelschwäche und Muskelzucken.
Im Laufe von Jahren führt die Krankheit zu immer mehr körperlichen Einschränkungen bis hin zu Lähmungen. Das Gehirn der Patienten ist nicht betroffen, so dass man mit ALS geistig völlig klar bleibt. Stephen Hawking (verstorben am 14. März 2018), der bekannte Physiker, war ein prominenter ALS-Betroffener. Er war am Schluss fast vollkommen gelähmt und kommunizierte nur noch über einen Sprachcomputer.
In einer vorläufigen Untersuchung der American Academy of Neurology entdeckten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Quecksilberbelastung in Fisch und Meeresfrüchten und dem Risiko, an ALS zu erkranken. Wer ab und zu Fisch in gemässigten Mengen konsumiere, sei jedoch vom erhöhten ALS-Risiko höchstwahrscheinlich nicht betroffen, so die Wissenschaftler in ihrer Studie, die 2017 beim jährlichen Meeting der American Academy of Neurology in Boston vorgestellt wurde.
Denn es gibt Fischarten, die bekanntlich besonders quecksilberreich sind (z. B. Schwertfisch, Hai u. a.), während andere (Lachs, Sardinen) eher niedrige Quecksilberwerte aufweisen.
Die Studienautoren betonen, dass die genannten Ergebnisse natürlich nicht bedeuten, dass Fisch ab sofort keine gesundheitlichen Vorteile mehr habe. Doch kann quecksilberbelasteter Fisch eben auch eindeutig gesundheitliche Nachteile haben (z. B. Autoimmunerkrankungen).
In der Hauptsache sind es industrielle Verunreinigungen der Meere, die dazu führen, dass mittlerweile zahlreiche Fischsorten bedeutende Quecksilbermengen aufweisen. Daher ist es wichtig, zwischen den einzelnen Sorten und auch der Herkunft des Fisches zu unterscheiden, denn die Quecksilberbelastung variiert je nach Fischsorte stark.
Forscher der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts/USA ermittelten, dass sich der Quecksilbergehalt der Meere in den vergangenen 150 Jahren verdreifacht hat. Insgesamt befinden sich schätzungsweise bis zu 80.000 Tonnen Quecksilber in den Weltmeeren. Besonders stark betroffen ist der Nordatlantik.
Weitestgehend unklar ist, wie sich diese Veränderungen auf die Lebewesen im Meer auswirken werden. Es sei möglich, so die Forscher, dass die Fische und Meeresfrüchte nun dreimal mehr Quecksilber aufnähmen als noch vor 150 Jahren. „Es könnte aber auch noch mehr sein“, warnen sie.
Besonders viel Quecksilber enthalten Raubfischarten.
Pflanzenfressende Fische nehmen das Quecksilber über die Nahrung auf. Wenn sie von grösseren Raubfischen gefressen werden, gelangt das Quecksilber in deren Körper.
Je mehr andere Fische ein Raubfisch also verspeist und je älter er ist, umso mehr Quecksilber ist in seinen Organen und dem Fettgewebe gespeichert.
Der Verzehr von Raubfischen wie Thunfisch, Aal, Hai, Schwertfisch und Seeteufel ist daher – gerade für Schwangere und Stillende – nicht zu empfehlen.
Abgesehen vom persönlichen Risiko einer Autoimmunerkrankung kann Quecksilber bei Ungeborenen und Säuglingen schwerwiegende Entwicklungsstörungen verursachen.
Experten gehen davon aus, dass Hering, Forelle, Seelachs und Karpfen verhältnismässig unbedenklich sind.