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Der Sieg des Demokraten Doug Jones ist eine herbe Niederlage für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte den kandierenden, erzkonservativen Republikaner Roy Moore bis zum Schluss unterstützt – obwohl dieser beschuldigt wurde, vor Jahrzehnten sexuellen Missbrauch betrieben zu haben.
Beide Kandidaten hatten in den letzten Umfragen nahezu gleichauf gelegen. Die republikanische Partei war bei Moores Kandidatur gespalten, denn dem 70-jährigen früheren Richter am Obersten Gericht Alabamas wird vorgeworfen, vor Jahrzehnten Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Moore weist dies zurück. Trotz der Vorwürfe und des Abrückens republikanischer Politiker hatte Trump an Moore festgehalten. «WÄHLT ROY MOORE», hatte Trump die Wähler per Twitter aufgefordert.
Sieger Jones, der anfangs in Umfragen deutlich hinter Moore zurückgelegen hatte, machte nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe den Wahlkampf zu einem Referendum über Anstand und Ehrsamkeit. Jones ist der erste Demokrat in einem Vierteljahrhundert, der einen Senatssitz für Alabama erobern konnte. Dieser war freigeworden, als der frühere Inhaber Jeff Sessions, ein Republikaner, zum Justizminister ernannt wurde.
Mehrheit der Republikaner im Senat schwindet
Mit dem Sieg von Doug Jones wird es für Präsident Trump enger im Senat: Dessen Republikaner haben nur noch eine Mehrheit von 51 zu 49 Stimmen. Für Trump dürfte es schwieriger werden, wichtige Vorhaben durch das Parlament zu bekommen. Jones, ein 63-jähriger früherer Staatsanwalt, gewann in der Nachwahl gegen Moore. Trump gratulierte Doug Jones per Twitter zum Sieg. Die Republikaner würden in sehr kurzer Zeit noch einmal eine Chance haben, diesen Sitz im Senat zu erobern, schrieb Trump. «Es endet nie!»
(reuters/tdr)