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Die Rettungsorganisationen: REDOG
Der Schweizerische Verein für Katastrophenhunde (heute Such- und Rettungshunde) wurde am 20. November 1971 in Dübendorf (Kanton Zürich) gegründet. 1984 wurde er Korporativmitglied des SRK. Seit 1996 tritt die jüngste Rettungsorganisation des SRK unter dem Kürzel REDOG (für «Rescue Dog») auf.
Vom Lawinenhund zum «Trümmersuchhund»
Die Gründung des Schweizerischen Vereins für Katastrophenhunde war das Ergebnis der Anstrengungen einer Zürcher Gruppe von Lawinenhundeführern. Diese begeisterten sich für Hundesport und hatten mit dem Training ihrer Vierbeiner begonnen. Da sie aber im Mittelland zu Hause waren, kamen sie im Gegensatz zu ihren Kollegen in den Alpen nie nach einem Lawinenunglück zum Einsatz. Sie wollten sich jedoch nicht mit Übungen und Wettkämpfen begnügen. Deshalb beschlossen sie 1966, ihre Hunde für die Suche nach Personen auszubilden, die unter Trümmern verschüttet waren. Drei Jahre danach beteiligten sich die ersten beiden Katastrophenhunde an der Suche nach den Opfern von zwei Unfällen, die sich kurz nacheinander ereignet hatten: Im einen Fall wurden im Wägital (Kanton Schwyz) zwei Wanderer vermisst, im anderen Fall war in Dottikon (Kanton Aargau) durch eine Explosion eine Fabrik eingestürzt.
Nach diesem überzeugenden Einstand gab der Schweizerische Verein für Katastrophenhunde seine Erfahrungen an die verschiedenen kynologischen Vereinigungen des Landes weiter. Ausserdem nahm er Kontakt mit den Hundeführern der Kantonspolizeien und der Armee auf. Bei seiner Gründung im Jahr 1971 zählte der Verein 75 Mitglieder und sechs Sektionen: Basel, Bern, Genf, Luzern, Thurgau und Zürich. Heute gehören ihm rund 710 Mitglieder, davon 600 Aktivmitglieder, in 12 Regionalgruppen an. Die Schweizer «Katastrophenhundeteams» stützen sich auf die Erfahrung, die über viele Jahre bei der Ausbildung von Lawinenhunden gesammelt wurde. Ihre Leistungen sind international anerkannt. Rund 40 Teams, die sich aus einem Hundeführer und seinem Hund zusammensetzen, stehen jederzeit für Einsätze rund um den Globus bereit.
Rettungseinsätze auf der ganzen Welt seit über 40 Jahren
1976 machten sich die Schweizer Katastrophenhunde auch im Ausland einen Namen: Nach einem schweren Erdbeben im Friaul (Italien) gelang es 12 REDOG-Teams, 16 Verschüttete lebend unter den Trümmern zu orten. Schon bald folgten weitere Auslandeinsätze: in Rumänien (1977), in Jugoslawien (1979) sowie in Algerien und erneut in Italien (1980). Bis dahin hatten die Schweizer Rettungsorganisationen bei Katastrophen im Ausland autonom und ohne gegenseitige Absprache operiert. Doch 1981 schlossen sie sich in der Rettungskette Schweiz zusammen, der auch REDOG angehört. Im darauffolgenden Jahr leistete REDOG den ersten Einsatz innerhalb dieser neuen Struktur: Nach einem Erdbeben im Nordjemen wurden 15 Hundeteams ins Katastrophengebiet entsandt, wo sie das Leben von drei verschütteten Personen retten konnten.
Zunächst wurden die Hunde von REDOG dafür ausgebildet, unter Trümmern verschüttete Personen zu finden. Ab den 1980er-Jahren hat man sie dann auch für die Geländesuche trainiert, das heisst für die Ortung von Personen, die in schwer zugänglichem Gelände vermisst werden. Diese Hunde kommen hauptsächlich in der Schweiz zum Einsatz. Dabei arbeiten die REDOG-Teams mit der Feuerwehr, der Rega oder der Polizei zusammen. Seit 1996 ist REDOG Mitglied der Internationalen Rettungshunde-Organisation (IRO: International Rescue Dog Organisation), die ihren Sitz in Österreich hat. Neben REDOG gehören dieser Organisation weitere 115 kynologische Vereinigungen aus 41 Ländern an.
Geruchssinn und Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit
REDOG zeichnet sich durch seine Kompetenzen beim Auffinden von Personen aus, die unter Trümmern verschüttet sind. Dabei wird zwischen biologischer Ortung (die auf der feinen Nase des Hundes beruht) und technischer Ortung (mit Hilfe von akustischen Geräten und Miniaturkameras) unterschieden. Der Erfolg auf diesem Gebiet ist das Ergebnis langjähriger Arbeit. Im Durchschnitt dauert die Ausbildung zum Hundeführer drei Jahre.
Zentral für das Engagement der Hundeführer sind sicherlich der Wunsch, Menschenleben zu retten, die Bereitschaft zu Freiwilligenarbeit und die Liebe zu Hunden. Einen bedeutenden Platz im Leben von Rettungshundeteams nehmen die Trainings ein: In Übungen, Wettbewerben, Prüfungen und Weiterbildungen werden jedes Jahr insgesamt rund 130'000 Stunden investiert. Der ideale Katastrophenhund verhält sich von Natur aus freundlich gegenüber Menschen und Hunden, ist folgsam, ausdauernd und einsatzfreudig. Er sollte weder zu gross noch zu klein sein und der Hundeführer sollte ihn über Hindernisse tragen können. Am häufigsten werden Border Collies, Malinois und Retriever eingesetzt.