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Hochgeehrter Herr und Freund
Ich bin Ihnen für Ihre letzten Mittheilungen sehr verbunden und versichere Sie, dass es gewiss nötig war den Wünschen der italienischen Regierung einigermassen entgegenzukommen; die Missstimmung ist, wie heute noch Herr Pioda schreibt sehr gross u es ist nur unser Vortheil, wenn wir ohne uns etwas zu vergeben, den Vor| wand dazu beseitigen können. Ich habe nun eine Fassung versucht, welche sich eng an den Brief des Herrn Favre anschliesst und mit der sich Herr Melegari ganz zufrieden geben würde. Diese Redaction enthält keine Anspielung auf die part équitable u lässt uns in dieser Richtung ganz freie Hand, wie sie auch die allgemeinen «conditions et reglements» genau vorbehält und | so kein Vorrecht für die Betreffenden schafft. Ich hoffe es werde so der Entwurf Ihre Zustimmung erhalten und in dieser Voraussetzung werde ich folgendermassen procediren: Am Mittwoch lege ich den Entwurf dem Bundesrathe vor und lasse mir die Ermächtigung ertheilen die Erklärung dem Herrn Melegari abzugeben, sobald ich die Zustimmung der Direction erhalten haben werde. Auf | diese Weise kann ich es vermeiden die Angelegenheit erst später an den Bundesrath zu bringen, was wir aus dem Ihnen schon mitgetheilten Grunde nicht lieb wäre.
Nach dem Beschlusse des Bundes rathes würde dann das politische Departement amtlich an die Gottharddirection gelangen.
Mit bekannter ausgezeichneter Hochschätzung
Ihr
E Welti
Bern 9. Sept. 1872.