Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/29256

<h2>SubmittedText<h2><p>Es ist augenfällig, dass jugendliche Menschen vermehrt zur Zigarette greifen. Dabei fällt auf, dass viele junge Frauen rauchen.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, eine Kampagne zu lancieren, die gezielt junge Menschen, insbesondere auch junge Frauen, auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam macht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Anteil der rauchenden 15- bis 19-jährigen Jugendlichen hat bei den Männern von 29 Prozent im Jahre 1992 auf 42 Prozent im Jahre 1997 zugenommen, bei den Frauen von 18 Prozent auf 38 Prozent. Diese Entwicklung ist Besorgnis erregend. Insgesamt stellt der Tabakkonsum in der Schweizer Bevölkerung die wichtigste verhütbare Ursache des vorzeitigen Todes dar. Rund 8000 Todesfälle jährlich sind tabakbedingt. Deshalb hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein umfassendes nationales Tabakpräventionsprogramm 2001-2005 entwickelt, das sowohl die Primärprävention bei den Jugendlichen als auch die Förderung des Ausstiegs sowie den Schutz vor Passivrauchen beinhalten soll. Dieses ist im Sommer 2000 in eine breite Vernehmlassung geschickt worden. Der Auswertungsbericht über die Vernehmlassung ist auf Ende März 2001 zu erwarten. Anschliessend soll das entsprechend überarbeitete Programm dem Bundesrat im ersten Semester 2001 zur Kenntnis vorgelegt werden.</p><p>Internationale Studien belegen, dass umfassende Programme, welche eine Vielzahl von Massnahmen beinhalten, von der Primärprävention bei Jugendlichen über Ausstiegshilfen bis hin zu klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen, am wirksamsten sind. Entscheidend ist dabei auch, dass nicht einzelne Bevölkerungsgruppen isoliert angesprochen werden, sondern dass mit einer umfassenden Information und Aufklärung alle Teile der Gesellschaft erreicht werden. Aus den Erfahrungen in anderen Ländern ist zudem deutlich geworden, dass die erfolgreichsten Präventionsprogramme jene sind, die sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen Wirkung erzielen. Wichtig ist auch, bei der Prävention geschlechtsspezifische Unterschiede zu beachten, um so insbesondere die Risikogruppe der (jungen) Frauen zu erreichen.</p><p>Folgende Präventionsprojekte für Jugendliche werden vom Bund bereits unterstützt: Der Wettbewerb "Let it be" soll Nichtrauchende in ihrem günstigen Verhalten bestärken und Rauchende dazu bewegen, wieder aufzuhören. Um die sozialen Kompetenzen zu fördern - z. B. Gruppendruck zu widerstehen oder Stress und Probleme auf konstruktive Art zu bewältigen -, werden im Rahmenprogramm "Schulen und Gesundheit" des BAG, der Erziehungsdirektorenkonferenz und der Schweizerischen Stiftung für Gesundheitsförderung/Stiftung 19 entsprechende Programme unterstützt. Das Europäische Netzwerk der Gesundheitsfördernden Schulen fördert in der Schweiz die Schaffung von so genannten rauchfreien Schulen, um der beschriebenen Entwicklung entgegen zu wirken. Bei körperlich-sportlich Aktiven ist das Rauchen generell deutlich weniger verbreitet; spezifische Möglichkeiten der Suchtprävention im Sportverein greifen das BAG, das Bundesamt für Sport (Baspo) und der Schweizerische Olympische Verband in ihrem gemeinsamen Projekt La Ola auf. Der Bundesrat hat zudem in seinem Konzept für eine Sportpolitik in der Schweiz die kontinuierliche Erhöhung des Anteils der bewegungsaktiven Bevölkerung aller Altersgruppen als eines seiner Hauptziele genannt und das Baspo beauftragt, zusammen mit anderen Bundesämtern (BAG, BSV usw.), den Kantonen und Gemeinden sowie weiteren Dritten ein Massnahmenpaket vorzulegen. Soll der Trend zu vermehrtem Tabakkonsum bei Jugendlichen und Frauen gebrochen werden, sind allerdings wesentlich vermehrte Anstrengungen nötig. Weitere Massnahmen sind deshalb im Rahmen des Tabakpräventionsprogramms 2001-2005 geplant.</p>  Antwort des Bundesrates.