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Cuno Amiets Bildwelt umfasst hauptsächlich Landschaften, Gärten, Porträts und Stillleben. Sein Werk vermittelt alles in allem den Eindruck eines Künstlers, der sich im Wesentlichen von der sichtbaren Welt inspirieren ließ, und der die große Begabung besaß, seine Wahrnehmung der Natur in fesselnde Bildkompositionen zu übersetzen. Sein Interesse galt traditionellen Motiven, die er mit einem ausgeprägten Farbgefühl in jeder der modernen Techniken umsetzte, welche die Avantgarde vom Neoimpressionismus bis zum Expressionismus entwickelt hatte. Von den 1890er Jahren an bis zum Ende seiner langen Laufbahn als Maler war es Amiets erklärtes Ziel, harmonische Bilder zu schaffen, in denen Farbe und Zeichnung, dank der Komposition so verschmelzen, dass sie eine ideale Synthese von Sinnes- und Gefühlseindrücken zu artikulieren vermögen.
Amiets künstlerische Anfänge lassen sich in Pont-Aven verorten, dem pittoresken bretonischen Fischerdörfchen, in dem sich der 24-jährige Amiet insgesamt 13 Monate aufhielt. Angeregt von der sogenannten «Schule von Pont-Aven», einer Künstlergruppe um Paul Gauguin, erwies sich sein Aufenthalt als sehr fruchtbar. Amiet wandte sich von der akademischen Malerei, die er in München erlernt hatte, ab und begann mit reinen Farben in neoimpressionistischer Manier zu malen. Auf der Suche nach Licht und Farbe entwickelte er seine eigene Charakteristik in der pointilistischen Maltechnik. Diese beruht auf dem gleichzeitigen Wechselwirken (Simultankontrast) von kleinen benachbarten Farbtupfern. Durch optische Verschmelzung und additive Farbmischung formen sich die Farbpunkte zu Gestalten. Diesem Prinzip folgend ist der Bildinhalt des Gemäldes «Prozession in Pont-Aven» auf seine elementarsten Formen reduziert, denn der gesamte Farbeindruck einer Fläche ergibt sich erst im Auge des Betrachters und aus einer gewissen Entfernung. Ein ähnlicher Malstil lässt sich, wenn auch in einem weniger fortgeschrittenen Abstraktionsgrad, im Ölgemälde «Stillleben mit Fayence und Äpfeln» beobachten. Der Hintergrund des Gemäldes gestaltet Amiet mit kurzen, länglichen Pinselstrichen, die in den Komplementärfarben Rot und Grün gehalten sind. Auf diese Weise kreiert er einen rauschend, bewegten Hintergrund, in dem der streng symmetrisch komponierte gegenständliche Bildinhalt beinahe zu oszillieren scheint.