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Die HIV assoziierte Demenz war eine gefürchtete Manifestation der AIDS Erkrankung in den späten 80er und anfangst 90er Jahre. Jetzt ist sie seltener. Kann eine optimierte HIV-Therapie die Entstehung der AIDS Demenz verhindern?
Diese Frage ist in der Tat nicht trivial. Denn bei praktisch allen Patienten, die wir mit einer Standard-Dreierkombination behandeln, lässt sich das HIV-Virus nicht nur im Blut sondern auch in der Gehirnflüssigkeit (Liquor) nicht mehr nachweisen. Und Symptome einer HInrnerkrankung sind weitgehend verschwunden. Aber eben nur weitgehend. Immer wieder sehen wir einzelne Patienten, bei denen sich trotz gut supprimierter Viruskonzentration im Blut im Liquor Virus in höheren Konzentrationen nachweisen lässt. Meist werden diese Liquorpunktionen auch nur bei entsprechenden Symptomen einer diffusen Hirnerkrankung gemacht.
HAND nicht so selten
Diese sogenannten HIV-Assoziierten Neurologischen Defizite (HAND) finden sich öfters bei Patienten, die schon mal eine sehr schlechte Immunabwehr hatten. Eine Gruppe aus den USA (CHARTER) hat versucht einen HAND-Score (CPE) zu erstellen, mit dem wir die Wirkung der HIV-Medikamente im Gehirn voraussagen können. Der Score beruht auf Messungen von Medikamentenkonzentrationen im Gehirn doch die Zuverlässigkeit des Voraussagewertes ist umstritten.
Studie findet keinen Zusammenhang mit Therapie
Eine Australische Studie hat nun versucht herauszufinden, ob Patienten, die mit einer Therapie mit gutem CPE-Score ein besseres Überleben hatten als andere. Insgesamt wurden fast 6000 Behandlungen eingeschlossen und gut 300 Todesfälle dokumentiert. Um es kurz zu machen: Es fand sich überhaupt kein signifikanter Unterschied.
Kommentar
Aus der Studie zu schliessen, dass die Therapie keinen Einfluss auf die HAND hat, ist wohl überstürzt. Heute sterben die wenigsten Patienten ja an einer HIV-assoziierten Erkrankung. So waren auch in dieser Kohorte die meisten Todesfälle auf andere Ursachen (z.B. Leberversagen, Infektionen) und nicht auf eine neurologische Problematik zurückzuführen. In der Praxis sind aber die Patienten mit milden bis mittleren kognitiven Beeinträchtigungen so häufig, dass es sich lohnt, dieses Thema noch besser zu untersuchen.