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1’029398 Zigaretten
Wie ein Fotograf und seine Mutter sich erst beim Abschiednehmen näherkamen.
Mit 11 Jahren begann Jon Friedmans Mutter zu rauchen, 47 Jahre und rund eine Million Zigaretten später starb sie daran. Zeitlebens kamerascheu, forderte sie in den letzten acht Monaten ihres Lebens ihren Sohn geradezu auf, sie zu fotografieren. Ursprünglich angedacht, um Raucher zum Aufhören zu ermutigen, ermöglichte das Projekt «1’029398 cigarettes» Mutter und Sohn zudem ganz unverhofft, eine emotionale Beziehung aufzubauen, die vor der Erkrankung so nicht möglich war. Aufgewachsen in einer Familie, in der keinerlei Liebesbekundungen ausgetauscht wurden, küsste Friedman seine Mutter am Ende eines Besuches im Krankenhaus zum ersten Mal in seinem Leben. Die neue Nähe war für beide befreiend, aber auch schmerzhaft – wussten sie doch, dass das Ende nahte. «1’029398 cigarettes» ist angereichert mit Aufnahmen, die Friedman schon in sehr jungen Jahren von seiner Mutter machte, und zeigt die Verwandlung einer charismatischen Frau in eine von den verheerenden Folgen ihrer Sucht gezeichneten Sterbenden.