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Donald Trump hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Doch er ist nicht der erste US-amerikanische Präsident, der aufgrund einer Krankheit nicht oder nur schwer seinen wichtigen Tätigkeiten nachkommen konnte.
Schon der erste US-Präsident George Washington (1789-1797) hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen: Er erkrankte im zweiten Amtsjahr schwer an Grippe und Lungenentzündung.
Woodrow Wilson (1913-1921), ohnehin kein gesunder Mann, wurde in seiner zweiten Amtszeit wiederholt zu Bettruhe gezwungen. 1917 sprach sein Arzt von einer «Erkältung». 1919 erkrankte er während der Pariser Friedensgespräche nach dem Ersten Weltkrieg schwer. Im Rückblick erschien Historikern eine Erkrankung an der damals um sich greifenden «Spanischen Grippe» wahrscheinlich, auch über einen oder mehrere Schlaganfälle wurde gemutmasst.
Franklin D. Roosevelt (1933-1945) war schon bei Amtsantritt von einer Polio-Erkrankung gezeichnet, er musste einen Rollstuhl nutzen. Kurz nach seiner dritten Wiederwahl starb er 1945 mit 63 Jahren an einer Hirnblutung. Vor ihm waren auch William Henry Harrison, Zachary Taylor und Warren G. Harding im Amt gestorben.
Vier Präsidenten wurden ermordet: Abraham Lincoln, James A. Garfield, William McKinley und John F. Kennedy. Erst nach Kennedys Tod wurde im 25. Verfassungszusatz festgeschrieben, dass der jeweilige Vize alle Vollmachten übernimmt, wenn ein Präsident stirbt, zurücktritt oder des Amtes enthoben wird.
In dem Amendment wurde auch erstmals die Vertretungsregelung für einen vorübergehend nicht geschäftsfähigen US-Präsidenten formalisiert. Der Amtsinhaber kann dem Vize-Präsidenten die Geschäfte übergeben – für einen bestimmten Zeitraum, oder bis auf Widerruf.
Seit der Ratifizierung im Jahr 1967 ist das nur dreimal vorgekommen: 1985 unterzog sich Präsident Ronald Reagan einer Darmspiegelung und übergab kurzzeitig die Macht an Vizepräsident George Bush. Dessen Sohn George W. Bush berief sich als Präsident zweimal auf den Zusatzartikel, als er die Geschäfte während Darmspiegelungen 2002 und 2007 vorübergehend an seinen Vize Dick Cheney übergab.
Etliche präsidentiale Erkrankungen blieben inoffiziell und Gegenstand von Spekulationen. Die chronischen Rückenprobleme von Kennedy (1961-1963) etwa wurden erst nach seinem Tod belegt. Bei Ronald Reagan (1981-1989) wurde über eine Alzheimer-Erkrankung im Amt spekuliert – er selbst machte die Diagnose 1994 publik.
Sollte ein Präsident nicht willens oder in der Lage sein, seinen Ausfall selbst zu regeln, können der Vize-Präsident und eine Mehrheit der Kabinettsmitglieder dem Kongress anzeigen, dass der Vize die Amtsgeschäfte übernimmt. Dies ist allerdings seit Inkrafttreten des Amendments noch nicht vorgekommen. (cki/sda/dpa)