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Report Public Eye, 2019
Roche und Novartis behaupten, klinische Medikamenten-Versuche in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) nur dann durchzuführen, wenn sie beabsichtigen, das getestete Produkt dort auch zu vermarkten. Internationale ethische Richtlinien verlangen, dass die lokale Bevölkerung von den Ergebnissen der an ihnen durchgeführten Forschung profitieren - d.h. das getestete Medikament sollte lokal zugänglich sein, wenn es sich als nützlich erweist (allgemein als post-trial Access oder PTA bezeichnet).
Diese Studie überprüft, ob die beiden Schweizer Pharmariesen ihre ethische PTA-Verpflichtung erfüllen, anhand einer Auswahl von Medikamenten für nicht übertragbare Krankheiten (NCD), die in fünf LMICs getestet wurden: Kolumbien, Mexiko, Südafrika, Thailand und die Ukraine.
Das Resultat zeigt: Die überwiegende Mehrheit der überprüften NCD-Medikamente wurde zwar für die Vermarktung in der ausgewählten LMIC zugelassen. Der Zugang ist damit aber nicht gewährleistet: registrierte Krebsbehandlungen sind für die Mehrheit der Bevölkerung völlig unerschwinglich. Viele von ihnen sind nicht einmal in der Grundversicherung enthalten. Wenn sie es sind stehen sie oft nicht während der gesamten Dauer der Behandlung am Point-of-Care zur Verfügung. Mit wenigen Ausnahmen ist der Zugang zu diesen Medikamenten einfach eine Lotterie.