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Die tiefste Schicht der Hornhaut nennt sich das Endothel und besteht aus endothelischen Zellen. Diese Zellen regenerieren sich nicht und verringern sich daher ein Leben lang. Zusätzlich erlauben sie der Hornhaut transparent zu bleiben. Einige Patienten haben möglicherweise eine konstitutionelle Abnahme der Anzahl der Endothelzellen („Cornea Guttata“ genannt). Wenn die Anzahl der Endothelzellen einen Mindestschwellenwert unterschreitet, ist die Hornhaut nicht mehr transparent. Darüber hinaus wird die Sehqualität aufgrund eines Ödems der Hornhaut, bekannt als „endotheliale Dekompensation“, stark abnehmen.
Endotheliale Dekompensation kann spontan ausgelöst werden oder nach einer Augenoperation (am häufigsten nach einer Kataraktoperation) und betrifft insbesondere Patienten mit „Cornea Guttata“. Die einzige Behandlung für endotheliale Dekompensation is die Hornhauttransplantation.
Die Hornhauttransplantation ist ein chirurgischer Eingriff, der die endotheliale Dekompensation kurieren soll. Das Ziel einer Hornhauttransplantation ist es, das Auge des Patienten mit Endothelzellen eines Spendertransplantats zu versorgen, um die Hornhaut des Patienten neu zu bevölkern und die Klarheit der Hornhaut wiederherzustellen, damit das Hornhautödem verschwindet.
Es gibt 2 Arten von Hornhauttransplantaten:
Dies ist die klassische Technik, wobei die Hornhaut des Patienten in ihrem ganzen Umfang entfernt und mit einem Transplantat ersetzt wird. Diese Operation hat einige Nachteile. Erstens erfordert es eine Vollnarkose und Stiche auf der gesamten Hornhaut, um das Transplantat zu vernähen. Zusätzlich erhöht sich das Risiko einer Transplantatabstossung und einer Transplantatsinfektion. Es kann auch ein signifikanter Hornhaut-Astigmatismus entstehen auf Grund der Stiche und des Schneidens der Hornhaut des Patienten.
Es ist heutzutage die erste Wahl der modernen Technik zur Behandlung von endothelialer Dekompensation. Diese Art von Transplantat erfordert das Aufschneiden des vorderen Teils des Spendertransplantats, da nur das Endothel des Transplantats benötigt wird, und die Injektion des Endothels in das Auge des Patienten, ohne einer Entfernung seiner/ihrer Hornhaut. Das Spenderendothel gleitet dann unter die Hornhaut des Patienten und wird sich dort, mit Hilfe einer Luftblase, die in das Auge injiziert wird, festsetzen.
Diese Vorgehensweise erhält die Architektur des Auges des Patienten, da nur ein kleiner Einschnitt in die Hornhaut nötig ist. Der Vorteil besteht darin, dass das Risiko einer Transplantatabstossung und einer Transplantatinfektion stark reduziert wird und es nicht zum Hornhaut-Astigmatismus kommt. Nur wenige Stiche sind nötig und diese können auch schon kurze Zeit später wieder entfernt werden. Folglich ist die Verlauftskontrolle unkomplizierter und die postoperative Nachsorge einfacher und kürzer. Ein weiterer Vorteil dieses Vorgehensweise ist, dass sie keine Vollnarkose benötigt. Eine lokale Betäubung reicht aus. Es kann notwendig sein, dass nach der Operation erneut eine Luftblase (unter lokaler Betäubung) eingeführt werden muss, falls das Transplantat nicht gut eingebunden ist. Momentan ist die Wiederherstellung des Sehvermögens bei Endotheltransplantaten im Vergleich zur transfixierenden Keratoplastik nicht überlegen, aber die Risiken sind weitaus geringer. Deswegen wird diese Technik heutzutage vorgezogen.
Die Endotheltransplantation profitiert von ständigen technischen Verbesserungen, insbesondere im Hinblick auf das Abschneiden des Endothels von dem Transplantat. Es kann mit einem Laser vollständig abgeschnitten werden, was diesen heiklen Vorgang automatisiert und vereinfacht. Die modernste Technik der Endotheltransplantation ist die DMEK (Descemet’s Membrane Endothelial Keratoplasty). Es besteht darin, nur ein Transplantat der Descemet-Membran (reines Endothel, ohne einen Teil des Hornhautstromas) in das Auge einzuführen. Diese schwierigere Technik führt zu besseren visuellen Resultaten als ältere Endotheltransplantat-Techniken wie DSAEK (Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty). In dieser Technik besteht das Transplantat aus der Descemet-Membran und der Hornhautstroma.
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