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Die Tabakpflanze
Die Tabakpflanze (Nicotiana) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanceae). Es gibt rund 100 Arten der Gattung, jedoch sind nur deren zwei für die Herstellung von Zigarren geeignet: „Nicotiana tabacum“ (Virginia-Tabak) und „Nicotiania rustica“ (Bauern-Tabak).
Der Namensgeber der Gattung und des alkaloiden Hauptwirkstoffs, dem Nikotin, ist der französische Diplomat und Gesandte am portugiesischen Hof, Jean Nicot de Villemain. Etwa um 1560 brachte er die Tabakpflanze von Lissabon an den französischen Hof. An der Verbreitung des Tabaks war er massgeblich beteiligt.
Die Pflanze kann bis zu drei Metern hoch und bis zu zwei Kilogramm schwer werden. Die Blütenstände sind mehrfach verzweigte Rispen mit trichterförmigen Blüten, die bei der Nicotiana tabacum rot und bei der Nicotiana rustica gelb gefärbt sind. Die Blüte der Tabakpflanze wird frühzeitig, bevor sich der erste Blütenstand gebildet hat, abgeschnitten («geköpft»). So wird verhindert, dass sich der Pflanzenstoffwechsel auf die Blüte ausrichtet und dadurch den Blättern wertvolle Inhaltsstoffe entzogen werden.
Die Tabakpflanze braucht Wärme (mind. 15°C) zum Wachsen. Ihre vollständige Reife erlangt sie nach einem Jahr. Die Pflanze ist äusserst kälteempfindlich: Bei 0°C werden die Blätter geschädigt, unterhalb von -3°C sterben die Pflanzen ab. Neben Wärme braucht die Pflanze aber auch genügend Feuchtigkeit. Allerdings aber auch nicht zu sehr, denn zu viel Wasser nimmt den Honig aus den Blättern. Diese klimatischen Rahmenbedingungen sind allerdings auch die besten Voraussetzungen für die verbreiteten Krankheiten des Tabaks. Leichter Wind steht dem Pilzbefall entgegen, starker Wind und Hagel zerstören die Blätter und machen sie für die Verarbeitung unbrauchbar.
Blätter der Pflanze
Eine Tabakpflanze wird in der Regel in sechs Bereiche eingeteilt. Von oben nach unten heissen sie:
- Corona (ganz oben)
- Centro gordo (dicke Mitte)
- Centro fino (dünne Mitte)
- Centro ligero (leichte Mitte)
- Uno y medio (eineinhalb)
- Libre de pie (Fuss)
Ausserdem lassen sich die Blätter nach Grösse, Farbe und Textur in drei Klassen aufteilen:
Ligero: Blätter des obersten Teils. Da sie am intensivsten der Sonne ausgesetzt sind, erhalten sie eine besondere Süsse und sind die stärksten, kräftigsten Blätter der Pflanze.
Seco: Blätter aus dem mittleren Pflanzenteil. Sie werden als aromatisch eingestuft und haben eine mittlere Stärke.
Volado: Blätter des unteren Teils. Sie bekommen am meisten Schattenanteil und sind die mildesten Tabakblätter. Sie werden hauptsächlich für die Einlage (Tripa) verwendet und die kräftigsten und besten Blätter dieser Art werden auch als Umblatt (Capote) ausgewählt.
Tabaksorten
Die Grundlage der genehmigten Samen auf Kuba ist seit ca. 1940 der Criollo. Kurz darauf wurde eine verbesserte Version namens Corojo entwickelt. Diese Sorte wird auf Kuba hauptsächlich für den Anbau von Deckblättern verwendet. In Laufe der Zeit wurden die Samen in verschiedene Länder exportiert. Auf Basis dieser Tabakpflanzen und dem Tabaksamen gibt es die Sorte Piloto Cubano, die hauptsächlich in der Dominkanischen Republik und in Zentralamerika angebaut wird. Der Olor Dominicana ist der originäre Tabak der Dominikanischen Republik. Eine weitere Sorte ist der San Vincente – ein Hybrid des Piloto Cubano.
Dazu gibt es noch die Variante Olor Carbonell sowie weitere Deckblattsorten wie Havanna Vuelta Arriba, El Negrito aus dem Samen von San Vicente, Corojo 2006 und den Nachfolger des Piloto Cubano, den Criollo 98.
In Nicaragua und auf Honduras werden u.a. die Hybrid-Sorten Habana92 und Habana 2000 neben dem Criollo als Einlage- und Umblatt sowie Connecticut-Tabak für Deckblätter angebaut. Die einzig einheimische Sorte auf Honduras ist der Copaneco.
Auf den Los Hermanos Tabakfeldern in La Canela (Dominikanische Republik) wird Piloto Cubano sowie Criollo 98 angebaut.
Bekannt ist auch Ecuador für seine hochwertigen Connecticut und Kamerun Deckblätter.