Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03341.jsonl.gz/462

Anhang
Informationen zum Bericht
Die Viseca Holding SA (umfirmiert, früher Aduno Holding SA) ist ein in Zürich (Schweiz) ansässiges Unternehmen, das mit ihren Tochtergesellschaften (zusammen der Konzern genannt Viseca) Finanzdienstleistungen im Rahmen des bargeldlosen Bezahlens erbringt.
Aufgrund der ausgegebenen Obligationsanleihen (Bonds CHF Domestic) ist die Viseca Holding SA in der Schweiz im Swiss Reporting Standard der SIX Swiss Exchange mit der ISIN-Nummer CH0246921537 kotiert.
Der Verwaltungsrat hat die konsolidierte Jahresrechnung am 15. April 2021 genehmigt. Die konsolidierte Jahresrechnung wird der auf den 1. Juni 2021 angesetzten Generalversammlung zur endgültigen Genehmigung vorgelegt.
Wichtigste Grundsätze der Rechnungslegung
Grundlagen der Abschlusserstellung
Diese Konzernrechnung vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage («true and fair view») der Viseca. Sie ist in Übereinstimmung mit den gesamten bestehenden Richtlinien der Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss GAAP FER) inklusive Swiss GAAP FER 31 «Ergänzende Fachempfehlungen für kotierte Unternehmen» erstellt worden. Als Grundlage für die Konzernrechnung dienten die nach einheitlichen Grundsätzen zur Rechnungslegung per 31. Dezember erstellten Jahresrechnungen der Konzerngesellschaften. Die Konzernrechnung basiert auf dem Prinzip der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten, es sei denn, ein Standard schreibt für eine Abschlussposition eine andere Bewertungsgrundlage vor oder es wurde aufgrund eines Wahlrechts eine andere Bewertungsgrundlage angewendet. Die relevanten Rechnungslegungsgrundsätze für das Verständnis der konsolidierten Jahresrechnung sind in den spezifischen Erläuterungen im Anhang enthalten.
Bei den Aktivposten wird jährlich überprüft, ob Anzeichen einer Wertbeeinträchtigung vorliegen. Falls Anzeichen vorliegen, wird der erzielbare Wert bestimmt und wenn dieser den Buchwert übersteigt, eine entsprechend erfolgswirksame Buchung vorgenommen.
Die konsolidierte Jahresrechnung wird in Schweizer Franken, der funktionalen Währung des Unternehmens, dargestellt.
Soweit nicht anders vermerkt ist, wurden alle Finanzangaben in Schweizer Franken auf die nächste Tausenderstelle gerundet. Aus diesem Grund können Rundungsdifferenzen entstehen.
Die Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.
Konsolidierungsgrundsätze
Die Konzerngesellschaften umfassen jene Unternehmen, die direkt oder indirekt von der Viseca Holding SA (ehemals Aduno Holding SA) kontrolliert werden. Dabei bedeutet Kontrolle die Möglichkeit der Beherrschung der finanziellen und operativen Geschäftstätigkeiten des jeweiligen Unternehmens, um daraus entsprechenden Nutzen zu ziehen. Dies ist üblicherweise der Fall, wenn der Konzern über mehr als die Hälfte der Stimmrechte am Aktienkapital eines Unternehmens verfügt. Die Konzerngesellschaften werden von dem Datum an konsolidiert, an dem die Kontrolle an den Konzern übergeht. Zur Veräusserung vorgesehene Tochtergesellschaften werden ab dem Zeitpunkt vom Konsolidierungskreis ausgeschlossen, an dem diese Kontrolle nicht mehr gegeben ist.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Danach wird der Kaufpreis bzw. Buchwert der Beteiligungen mit dem Konzernanteil am neubewerteten Eigenkapital der konsolidierten Gesellschaften zum Zeitpunkt des Erwerbs oder der erstmaligen Konsolidierung aufgerechnet. Ein allfälliger Goodwill aus Beteiligungskäufen wird aktiviert und über 5 Jahre abgeschrieben. Alle konzerninternen Transaktionen, Salden und nicht realisierten Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen Konzerngesellschaften werden vollständig eliminiert.
Die Anteile von Minderheiten am Eigenkapital und am Konzerngewinn werden in der Bilanz sowie in der Erfolgsrechnung separat ausgewiesen. Veränderungen in den Eigentumsanteilen an Tochtergesellschaften werden, vorausgesetzt die Kontrolle bleibt bestehen, als Eigenkapitaltransaktionen mit Minderheiten verbucht. Bei einem direkten Auskauf der Minderheiten wird die Transaktion zum Nettomarktwert bewertet und erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Veränderungen im Konsolidierungskreis 2020
Im Berichtsjahr haben folgende Veränderungen im Konsolidierungskreis stattgefunden:
Im April 2020 wurde die Viseca Card Services II SA für die Herausgabe der Kreditkarten (Issuing Business) gegründet und im Mai 2020 fanden die Fusionen der Accarda AG und der Aduno Finance AG rückwirkend auf den 1. Januar 2020 mit der Viseca Card Services SA statt.
Im Juni 2020 wurde die Aduno Holding SA in Viseca Holding SA umfirmiert.
Im Oktober 2020 wurde bei der Viseca Card Services SA der Issuing-Teil ihres Geschäftes auf die Viseca Card Services II SA abgespalten. Danach wurden beide Gesellschaften umfirmiert. Die Viseca Card Services SA wurde zu Viseca Payment Services SA und die Viseca Card Services II SA zu Viseca Card Services SA.
Die cashgate AG, welche für das Privatkredit- und Leasinggeschäft zuständig war, wurde per 2. September 2019 veräussert.
Die detaillierten Angaben sind unter Punkt 4.1 zu finden.
Währungsumrechnung
Fremdwährungstransaktionen in Unternehmensgesellschaften
Die in den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften enthaltenen Fremdwährungstransaktionen und -positionen werden wie folgt umgerechnet: Fremdwährungstransaktionen werden zum Kurs des Transaktionstages (aktueller Kurs) in die Buchwährung umgerechnet. Am Jahresende werden monetäre Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung zum Bilanzstichtagskurs erfolgswirksam verbucht.
Umrechnung von zu konsolidierenden Jahresrechnungen
Die Konzernrechnung wird in Schweizer Franken präsentiert. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Konzerngesellschaften mit abweichender Währung werden zu Jahresendkursen (Stichtagskursen), das Eigenkapital zu historischen Kursen, die Erfolgsrechnung und Geldflussrechnung zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die dabei anfallenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral über das Eigenkapital gebucht. Bei Veräusserung einer ausländischen Konzerngesellschaft werden die zugehörigen kumulierten Fremdwährungsdifferenzen in die Erfolgsrechnung übertragen.
Folgende wesentliche Wechselkurse wurden verwendet:
Annahmen und Einschätzungen des Managements
Zur Erstellung der konsolidierten Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER muss das Management von Schätzungen, Beurteilungen und Annahmen ausgehen, die sich auf die Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und die angegebene Höhe von Aktiven, Passiven, Erträgen und Aufwendungen auswirken. Die Schätzungen und zugehörigen Annahmen basieren auf bisherigen Erfahrungen und verschiedenen anderen als sinnvoll erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.
Die Schätzungen und zugrunde liegenden Annahmen werden regelmässig überprüft. Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen werden in der aktuell überprüften sowie in zukünftig betroffenen Perioden erfasst.
Vom Management bei der Anwendung von Swiss GAAP FER vorgenommene Beurteilungen, die sich erheblich auf den Jahresabschluss auswirken, sowie Schätzungen mit einem hohen Anpassungsrisiko im nächsten Jahr werden in den Erläuterungen dargelegt.
Einfluss von COVID-19 auf die Berichterstattung
Die vom Bund verordneten Lockdowns sowie die weltweiten Einschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie hatten massive Einbussen im Konsumgeschäft zur Folge. Die Viseca hat im Geschäftsjahr 2020 massive Umsatzeinbussen zu verzeichnen und weicht aufgrund dessen stark vom erwarteten Konzernergebnis ab. Der Effekt ist vor allem bei den Positionen «Kommissionsertrag» und «übrige betriebliche Erträge» ersichtlich (siehe auch Anhang Nr. 1.2).
Die Aktivposten der Unternehmung werden vom Management überwacht. Auf den immateriellen Anlagen «Kundenbeziehungen» und «Lizenzen» wurde eine Wertberichtigung über CHF 11.1 Mio. getätigt. Es wurde ebenfalls auf dem Goodwill aus den Akquisitionen der Accarda AG und Contovista AG eine Wertberichtigung von CHF 39.3 Mio. vorgenommen.
1 Performance
In diesem Kapitel wird die operative Leistung der Viseca präsentiert. Die Segmentberichterstattung bildet die auf der obersten Leitungsebene für die Unternehmenssteuerung verwendeten Segmentergebnisse ab.
1.1 Segmentberichtserstattung
Die externe Segmentberichterstattung basiert auf der internen Berichterstattung, die von der Geschäftsleitung für die Unternehmenssteuerung verwendet wird.
Durch die Aufspaltung der Viseca Payment Services SA (ehemals Viseca Card Services SA) in eine Issuing- und eine Processing-Gesellschaft im Oktober 2020 wurde das ehemalige Segment Payment ebenfalls in ein Issuing- und ein Processing-Segment aufgeteilt.
Die folgende Tabelle enthält Informationen über die Geschäftssegmente, die auf der Bewertung der Geschäftsleitung und der internen Berichtsstruktur, jeweils per 31. Dezember, basieren.
1.2 Weiterführende Informationen zu ausgewählten Erfolgsrechnungspositionen
Ergänzende Informationen zum Kommissionsertrag
Ergänzende Informationen zum Zinsertrag
Ergänzende Informationen zu den übrigen betrieblichen Erträgen
Die Reduktion des Kommissionsertrages sowie der übrigen betrieblichen Erträge ist hauptsächlich auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen. Die Lockdowns im In- und Ausland führten zu einem tieferen Transaktionsumsatz.
Der tiefere Zinsertrag resultierte im Vergleich zu 2019 aus dem Verkauf der cashgate. Diese trug im 2019 noch rund CHF 59.1 Mio. zum Ertrag bei.
Rechnungslegungsgrundsätze
1.3 Weiterführende Informationen zu ausgewählten Betriebsaufwandspositionen
Rechnungslegungsgrundsätze
Aufwände werden periodengerecht erfasst, d.h. zum Zeitpunkt in dem sie anfallen. Die nachfolgende Aufstellung enthält Informationen zu ausgewählten Aufwandspositionen.
1.5 Ergebnis pro Aktie
Da keine Wandelanleihen, Bezugsrechte oder andere potenzielle Aktien im Umlauf sind, besteht keine Verwässerung der Aktien.
2 Operative Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
Im folgenden Kapitel werden die für die Geschäftstätigkeit der Viseca relevanten Positionen des Umlauf- und Anlagevermögens sowie der Verbindlichkeiten dargelegt. Die Erläuterungen zu den Vermögenswerten fokussieren auf die Forderungen aus dem Kartengeschäft, den Goodwill sowie die immateriellen Anlagen. Des Weiteren enthält dieses Kapitel die Darstellung der Entwicklung der Rückstellungen und der Ausserbilanzgeschäfte sowie Erläuterungen zu ausgewählten, betrieblich relevanten Positionen.
2.1 Forderungen aus dem Kartengeschäft
Management von Kreditrisiken im Kartengeschäft
Es liegt in der Natur des Kreditkartengeschäfts, dass Kunden vorübergehend beim Kartenunternehmen Verbindlichkeiten haben.
Die Gegenpartei eines Kredits im Geschäftsbereich Kartengeschäft ist ein Privat- oder Unternehmenskunde, der eine Zahlkarte für Einkäufe oder Bargeldbezüge verwendet. Alle Kunden, die eine Kreditkarte beantragen, werden im Rahmen eines Kreditratings eingestuft, bevor eine Kreditkarte ausgestellt wird. Wenn ein Kunde die hierbei geltenden strengen Kriterien nicht erfüllt, wird der Antrag abgelehnt.
Das Risiko- und Kreditmanagement ist ein zentraler Prozess im Kartengeschäft und die Viseca verwendet deshalb verfeinerte Tools zur Risikoanalyse und Zahlungsverzugsberichte, um die bestehenden Risiken zu überwachen und einzuschätzen. Alle Zahlungseingänge von Kunden werden genau beobachtet.
Die Viseca stellt Kreditkarten im Namen verschiedener Vertriebspartner aus. Die Viseca hat mit einigen ihrer Partner im Kartengeschäft Verträge abgeschlossen, bei denen der Partner das Verlustrisiko für ausstehende Forderungen trägt. Wenn ein Karteninhaber in Zahlungsverzug ist, wird der ausstehende Betrag vollständig vom Partner übernommen. Wenn ein Karteninhaber nicht über einen Partner, sondern direkt mit der Viseca in Beziehung steht, trägt die Viseca das Ausfallrisiko.
Rechnungslegungsgrundsätze
Forderungen gegenüber Karteninhabern werden grundsätzlich zum Nominalwert bewertet. Bei Kunden mit Teilzahlungsoption oder Kunden in Verzug wird mit der Effektivzinsmethode gerechnet.
Wertminderungsaufwände werden in den Wertberichtigungskonten für Forderungen verbucht, ausser wenn die Viseca davon überzeugt ist, dass der geschuldete Betrag nicht mehr einbringbar ist. In diesem Fall wird der als uneinbringlich betrachtete Betrag direkt in der Forderung abgeschrieben.
Modell der erwarteten Kreditverluste («Expected Credit Loss»)
Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen berechnen sich basierend auf dem Modell der erwarteten Kreditverluste («Expected Credit Loss», «ECL»). Dabei werden die Forderungen in eine von drei Stufen eingeteilt, auf Basis derer die ECL-Berechnung erfolgt.
Eine Beurteilung darüber, ob das Kreditrisiko erheblich gestiegen ist, wird zu jedem Bilanzstichtag durchgeführt. Die Beurteilung berücksichtigt sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren. Sofern nicht bereits früher identifiziert, wird eine Forderung aus dem Kartengeschäft der Stage 2 zugewiesen, wenn die Zahlungen 60 Tage überfällig sind. Forderungen werden aus der Stage 2 zurück in die Stage 1 übertragen, wenn ihr Kreditrisiko nicht mehr als erheblich erhöht betrachtet wird. Die Viseca weist einen Kunden der Stage 3 zu, wenn entsprechende Mahnprozesse nicht erfolgreich waren und der Kunde in das Vorinkasso- und rechtliche Inkassoverfahren aufgenommen werden muss. Dieser Übertragungsentscheid wird für jeden Kunden von Fall zu Fall getroffen und erfolgt im Allgemeinen, wenn die Zahlungen zwischen 90 und 120 Tage überfällig sind. Verträge der Kunden im Inkassoverfahren werden gekündigt, dadurch ist eine Verbesserung aus Stage 3 nicht mehr möglich. Forderungen in Stage 3, die älter als 2 Jahre sind, werden abgeschrieben. Aus historischer Betrachtung geht die Viseca davon aus, dass auf diesen Forderungen keine wesentlichen Rückflüsse mehr zu erwarten sind.
Die Wertminderung wird nach Ermessen des Managements auf der Grundlage angepasst, ob die tatsächlichen Verluste angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Kreditbedingungen höher oder geringer sind als diejenigen, die durch historische Trends erwartet werden. Das Management erachtet die Wertminderung für zweifelhafte Forderungen aus dem Kartengeschäft als angemessen.
2.2 Sachanlagen
Aufgrund der Integration der Business Unit Accarda in die Viseca Payment Services SA können Teile der bestehenden Sachanlagen am Standort Brüttisellen nur noch bis Ende des 2. Semesters 2021 verwendet werden. Der Ausfall der massgeblichen Erlöse aus den betreffenden Geschäftsbereichen hatte einen Wertberichtigungsbedarf per 31. Dezember 2020 zur Folge. Auf den Sachanlagen des Standorts Brüttisellen wurden aus diesem Grund Sonderabschreibungen über CHF 564 Tsd. vorgenommen.
Rechnungslegungsgrundsätze
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwände bilanziert. Abschreibungen erfolgen linear über die geschätzte Nutzungsdauer. Die geschätzte Nutzungsdauer erstreckt sich wie folgt:
Nutzungsdauern und Restwerte werden jährlich zum Bilanzstichtag überprüft und allfällige Wertbeeinträchtigungen werden in der Erfolgsrechnung erfasst.
Wertbeeinträchtigungen
Aktive Vermögenswerte werden an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Liegen Anzeichen vor, die darauf hindeuten, dass die Sachanlagen in ihrem Wert beeinträchtigt sein könnten, wird der erzielbare Wert bestimmt. Übersteigt der Buchwert des Aktivums den erzielbaren Wert, erfolgt eine erfolgswirksame Wertanpassung.
2.3 Goodwill und immaterielle Vermögenswerte
Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte wurde bei den «Lizenzen» und den «Kundenbeziehungen» eine zusätzliche Einzelwertberichtigung in der Höhe von CHF 11.1 Mio. nötig. Die «Kundenbeziehungen» wurden nach der gleichen Methodik beurteilt, wie sie bei der Aktivierung aus der Kaufpreisallokation der Accarda AG angewandt wurde. Bei den «Lizenzen» wurde die Berechnungsmethode an die Berechnungsmethode der «Kundenbeziehungen» angepasst. Die Berechnungsgrundlagen waren aufgrund von COVID-19 und dem damit verbundenen Umsatzrückgang tiefer als bei der ursprünglichen Aktivierung der Vermögenswerte. Zusätzlich wurde auf dem Softwarebestand der Business Unit Accarda eine Sonderabschreibung über CHF 220 Tsd. vorgenommen.
Auch der Goodwill wurde einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Dieser hat gezeigt, dass eine negative Entwicklung der Rahmenbedingungen und der Effekt durch COVID-19 eine Wertbeeinträchtigung notwendig macht. Deshalb wurde er vollständig wertberichtigt.
Bei der Software der Contovista AG wurde im Verlauf des 2019 im Rahmen der Modularisierung und der damit verbundenen Umstellung der als Basis dienenden Programmiersprache ein neuer Code entwickelt, der den in der Akquisition aktivierten Code abgelöst hat. Somit ist der alte Code nicht mehr im Einsatz und wurde wertberichtigt, was zu einer zusätzlichen Abschreibung von CHF 14.6 Mio. geführt hat.
Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte «Lizenzen», «Kundenbeziehungen» und «Co-Branding-Vertrag» wurde im Jahr 2019 eine einmalige Einzelwertberichtigung in der Höhe von CHF 91.7 Mio. nötig. Die immateriellen Vermögenswerte wurden nach der gleichen Methodik beurteilt, wie sie bei der Aktivierung aus der Kaufpreisallokation der Accarda AG angewandt wurde. Die Berechnungsgrundlagen waren aufgrund der Marktentwicklung im Detailhandelsgeschäft und der Wachstumsaussichten tiefer als bei der ursprünglichen Aktivierung der Vermögenswerte.
Rechnungslegungsgrundsätze
Goodwill
Bei einer Akquisition übernommene Nettoaktiven werden zu aktuellen Werten bewertet. Der Überschuss der Erwerbskosten über die neu bewerteten Nettoaktiven wird als Goodwill bilanziert. Der Goodwill wird über eine Dauer von fünf Jahren amortisiert.
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwänden bilanziert.
Eigenentwickelte immaterielle Vermögenswerte werden nicht aktiviert.
Im Rahmen einer Akquisition erworbene immaterielle Vermögenswerte, die beim übernommenen Unternehmen bereits angesetzt waren, werden als erworbene immaterielle Vermögenswerte klassiert und ausgewiesen. Die bei einer Akquisition übernommenen Kundenbeziehungen werden zu aktuellen Werten bewertet und als immaterielle Vermögenswerte aus Verkaufspreisallokation bilanziert.
Die immateriellen Vermögenswerte werden grundsätzlich linear über die geschätzte Nutzungsdauer amortisiert. Die Kundenbeziehungen werden nach arithmetisch degressiver Methode abgeschrieben. Die ordentlichen Amortisationssätze bewegen sich in folgenden Bereichen:
Nutzungsdauern und Restwerte werden jährlich zum Bilanzstichtag überprüft und allfällige Wertbeeinträchtigungen werden in der Erfolgsrechnung erfasst.
Wertbeeinträchtigungen
Aktive Vermögenswerte werden an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Liegen Anzeichen vor, die darauf hindeuten, dass der Goodwill oder die immateriellen Vermögenswerte in ihrem Wert beeinträchtigt sein könnten, wird der erzielbare Wert bestimmt. Übersteigt der Buchwert des Aktivums den erzielbaren Wert, erfolgt eine erfolgswirksame Wertanpassung.
Erzielt das Aktivum für sich alleine keine unabhängigen Geldflüsse, wird der erzielbare Wert für die kleinstmögliche Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit; CGU), zu der das Aktivum gehört, bestimmt. Sind Wertbeeinträchtigungen zu erfassen, werden diese zuerst dem mit der CGU verbundenen Goodwill belastet. Der Rest der Wertbeeinträchtigung wird anteilmässig den übrigen Aktiven auf Basis ihrer Buchwerte zugewiesen.
Zuschreibungen aus dem Wegfall von Wertbeeinträchtigungen auf immateriellen Vermögenswerten, ausgenommen Goodwill, werden erfolgswirksam erfasst. Ein Wegfall einer Wertbeeinträchtigung auf Goodwill wird nicht wieder zugeschrieben.
2.4 Finanzanlagen
2.5 Rückstellungen
Rechnungslegungsgrundsätze
Eine Rückstellung wird in der Bilanz erfasst, wenn aufgrund eines früheren Ereignisses eine rechtliche oder faktische Verpflichtung besteht und es wahrscheinlich ist, dass Ressourcen zur Erfüllung der Verpflichtung abfliessen und die Höhe der Verpflichtung verlässlich schätzbar ist. Bei einer wesentlichen Auswirkung des Zinseffektes werden die erwarteten zukünftigen Cashflows zur Bestimmung der Rückstellungen mit einem Satz vor Steuern diskontiert, der die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt und gegebenenfalls die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt.
2.6 Übrige operative Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
Aktive Rechnungsabgrenzung
Im Kartengeschäft bezahlt die Viseca ihren Vertriebspartnern (hauptsächlich den Aktionärsbanken) Kommissionen. Die Kommission enthält eine Erstattung für Kreditkartenjahresgebühren. Der dem Partner bezahlte, aber noch nicht in Anspruch genommene Anteil wird als vorausbezahlte Aufwände gegenüber Partnern erfasst.
In der Position «Übrige» werden vorausbezahlte Kreditorenrechnungen für Lizenzen und Software-Wartungsverträge, eine Akontozahlung an die ESTV sowie das Vorsteuerguthaben der ESTV gezeigt. Ebenso sind die Abgrenzungen für nicht fakturierte Dienstleistungenserträge enthalten.
Passive Rechnungsabgrenzung
In den Jahresgebühren werden die einmal jährlich an die Kunden verrechneten Gebühren pro rata temporis abgegrenzt.
In den Kommissionsverbindlichkeiten sind die Entschädigungen, die im Januar des Folgejahres an die Vertriebspartner ausbezahlt werden, abgegrenzt.
Die Abgrenzung aus den Kundenbindungsmassnahmen beinhaltet die Verbindlichkeit aus dem surprize-Programm, in dem durch das Einsetzen der Kredit- bzw. PrePaid-Karte Punkte gesammelt werden, die dann zu einem späteren Zeitpunkt gegen Gutscheine oder Rabatte eingelöst werden können.
In der Position «Übrige» werden ausstehende Kreditorenrechnungen für Projekte und Abgrenzungen der Vergütungen an die Banken ausgewiesen.
Verbindlichkeiten gegenüber Vertragspartnern
Die Viseca erhält Vorauszahlungen durch Kunden von PrePaid-Karten.
Rechnungslegungsgrundsätze
Die aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungen dienen der Periodenabgrenzung, d.h. dass Aufwand und Ertrag, der zeitraumbezogen anfällt, periodengerecht abgegrenzt wird. Ausserdem bedeutet es, dass alle Aufwendungen, die dazu dienen bestimmte Erträge zu erzielen, entsprechend dem Ertragsanfall berücksichtigt werden.
2.7 Ausserbilanzgeschäfte
Bei den Garantien zugunsten Dritter handelt es sich um Bankgarantien. Bei den Mietverträgen sind vor allem Büros und Parkplätze enthalten. Die Investitionsverpflichtungen sind vor allem Verträge mit Zulieferern im Kartengeschäft.
Rechnungslegungsgrundsätze
Eventualverbindlichkeiten und weitere, nicht zu bilanzierende Verpflichtungen werden auf jeden Bilanzstichtag bewertet und offengelegt. Die Bewertung erfolgt gemäss Höhe der zukünftigen, einseitigen sowie unwiderruflichen Leistungen und Kosten unter Abzug allfälliger zugesicherter Gegenleistungen.
3 Finanzierung und Risikomanagement
Im Folgenden werden die Richtlinien und Verfahren beschrieben, die für die Steuerung der Kapitalstruktur sowie der finanziellen Risiken angewendet werden. Die Viseca strebt eine angemessene Eigenkapitalbasis an, um das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und des Markts zu erhalten.
3.1 Finanzielle Verbindlichkeiten
Änderungen der Finanzverbindlichkeiten sind im wesentlichen Änderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit und in der konsolidierten Mittelflussrechnung aufgeführt.
Bedingungen und Schuldentilgungspläne
Bankkredite
Per 31. Dezember 2020 hatte die Viseca Zugriff auf eine bilaterale Kreditlinie mit der Zürcher Kantonalbank über CHF 800 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 800 Mio.). Die Zinsbedingungen dieser Kreditlinie werden zu Marktbedingungen zuzüglich einer fixen Kreditmarge festgelegt. Per 31. Dezember 2020 wurden CHF 0.0 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 0.0 Mio.) aus dieser Kreditlinie benutzt.
Rechnungslegungsgrundsätze
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten werden in der Regel zum Nominalwert erfasst. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten (Anleihen) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.
3.2 Aktienkapital und Reserven
Aktienkapital
Per 31. Dezember 2020 bestand das Aktienkapital der Muttergesellschaft Viseca Holding SA aus 25’000 Namenaktien mit einem Nominalwert von jeweils CHF 1’000. Die Aktieninhaber haben Anspruch auf den Erhalt der festgesetzten Dividenden sowie auf eine Stimme pro Aktie bei der Generalversammlung des Unternehmens.
Reserven
Die nicht ausschüttbaren gesetzlichen Reserven beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf CHF 5.0 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 5.0 Mio.).
Dividenden
Folgende Dividenden wurden von der Viseca festgesetzt und bezahlt:
Nach dem 31. Dezember 2020 hat der Verwaltungsrat Dividenden in Höhe von CHF 800.00 pro Namenaktie vorgeschlagen, insgesamt CHF 20.0 Mio. für das Jahr 2020. Der Dividendenvorschlag wird der im Juni 2021 stattfindenden Generalversammlung zur Genehmigung vorgelegt.
Kapitalmanagement
Die Richtlinie des Verwaltungsrats sieht die Sicherung einer angemessenen Eigenkapitalbasis vor, um das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und des Markts zu erhalten. Der Verwaltungsrat beobachtet die Kapitalrendite, welche die Viseca anhand des gesamten Eigenkapitals und der Entwicklung der ausbezahlten Dividenden definiert.
3.3. Risikomanagement
Als Finanzdienstleistungsunternehmen ist die Viseca dauernden Veränderungen unterworfen und damit auch mit Chancen und Risiken konfrontiert, die das Erreichen von Strategien und Zielen entscheidend beeinflussen können.
Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement trägt der Verwaltungsrat. Er genehmigt die Grundsätze des Risikomanagements. Der Verwaltungsrat informiert sich regelmässig im Rahmen der Berichterstattung über die Risikosituation der Viseca und den Stand der eingeleiteten Massnahmen. Er kontrolliert die ordentliche Umsetzung der Risikopolitik und der Risikostrategien inklusive der verabschiedeten Massnahmen.
Das Audit & Risk Committee und die Interne Revision unterstützen den Verwaltungsrat bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben.
Die Geschäftsleitung ist verantwortlich für die Umsetzung der im Reglement über das Risikomanagement definierten Vorgaben sowie für die Einrichtung, Aufrechterhaltung und regelmässige Überprüfung des internen Kontrollsystems IKS. Sie befasst sich quartalsweise mit der Ausgestaltung des Risikomanagementsystems, der Gestaltung und Überwachung der Risikopolitik und der Steuerung der Risiken der Viseca. Zur Unterstützung der Geschäftsleitung wurden entscheidungsvorbereitende Fachgremien aufgebaut, welche die Geschäfte, Anträge und Empfehlungen ausarbeiten.
Der zentralen Risikokontrolle obliegt die Identifikation und Überwachung der Risiken auf Stufe Portfolio, die Überwachung der Einhaltung der risikopolitischen Vorgaben sowie die integrierte Risikoberichterstattung an den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung. Die Risikokontrolle verantwortet die Vorgaben der Risikomessmethoden, das risikoorientierte Abnahmeverfahren für neue Geschäftsaktivitäten, die Modellvalidierung sowie die Qualitätssicherung der implementierten Risikomessung.
Zu diesem Zweck kann die Risikokontrolle Weisungen erarbeiten, die durch die Geschäftsleitung erlassen werden. Der zentralen Risikokontrolle obliegt die Überwachung und Berichterstattung bezüglich der Einhaltung der Weisungen.
Folgende Risiken wurden als wesentliche Risiken der Viseca identifiziert:
Übergeordnete Risiken
Zu den übergeordneten Risiken zählen Umfeld-, Geschäfts- und operationelle Risiken, die systematisch erhoben werden und im Rahmen des vom Verwaltungsrat festgelegten Risikoappetits entweder akzeptiert oder mittels geeigneter Massnahmen gemindert werden.
Finanzielle Risiken: Kreditrisiko
Die Viseca ist aus ihrer operativen Geschäftstätigkeit dem Risiko des Ausfalls einer Gegenpartei ausgesetzt. Dieses Risiko besteht hauptsächlich bei den Forderungen gegenüber Kunden der Viseca und hängt in erster Linie von den individuellen Eigenschaften jedes Kunden ab. Da die Viseca hauptsächlich in der Schweiz tätig ist, betrifft auch das Ausfallrisiko vor allem die Schweiz.
Das Ausfallrisiko ist auf den Buchwert der finanziellen Vermögenswerte begrenzt. Das maximale Ausfallrisiko, dem die Viseca per 31. Dezember 2020 bzw. 2019 ausgesetzt war, besteht in den in der Bilanz für finanzielle Vermögenswerte angegebenen Buchwerten. Kreditrisiken können zudem auch aus Inkassoforderungen und aus Forderungen, bei denen von Betrug (wie in Erläuterung 2.1 offengelegt) ausgegangen wird, entstehen.
Finanzielle Risiken: Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko der Viseca, ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachkommen zu können. Ein Liquiditätsrisiko entsteht, wenn die Viseca die zur Durchführung ihrer Geschäfte erforderlichen Finanzmittel nicht unter wirtschaftlichen Bedingungen beschaffen kann. Die Viseca überwacht ihre Liquidität fortlaufend und erstellt ausserdem Liquiditätsprognosen und validiert ihre Bewertungsmodelle.
Das Management stellt sicher, dass die Viseca über Barmittel, aktuell verfügbare Kreditlinien und im operativen Geschäft erwirtschaftete Finanzmittel verfügt, um so in der Lage zu sein, ihre aus dem operativen Geschäft hervorgehenden Verpflichtungen zu erfüllen und ihren Verpflichtungen zur Zins- und Schuldenrückzahlung zum jeweiligen Fälligkeitsdatum nachzukommen.
Finanzielle Risiken: Marktrisiko
Unter Marktrisiken wird die Gefahr von Verlusten aus bilanzwirksamen und ausserbilanziellen Positionen aufgrund von Veränderungen der Marktpreise verstanden. Die Definition umfasst Risiken aus Zinsinstrumenten und Aktien sowie Fremdwährungsrisiken.
Die Viseca sichert sich über derivative Finanzinstrumente gegen Fremdwährungsrisiken ab, die aus operativen und Finanzierungsgeschäften hervorgehen.
Die aktiven und passiven Werte aus Derivaten sind in den übrigen Forderungen resp. übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Die Viseca muss fortlaufend ausstehende Forderungen gegenüber Karteninhabern refinanzieren. Die Refinanzierung erfolgt mittels Bankkrediten mit einer Laufzeit von 1 bis 90 Tagen. Daneben kann die Viseca Zinsswaps abschliessen, um sich gegen schwankende Zinssätze abzusichern. Per 31. Dezember 2020 wurden keine Forderungen mit Zinsswaps abgesichert (31. Dezember 2019: CHF 0.0 Mio.).
Risiken in der Abschlusserstellung
Zur Sicherstellung der Übereinstimmung des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften sowie der Ordnungsmässigkeit der Berichterstattung hat die Viseca interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet, die regelmässig überprüft werden. Bei der Bilanzierung und Bewertung werden Einschätzungen und Annahmen in Bezug auf die Zukunft getroffen. Diese basieren auf den Kenntnissen der jeweiligen Mitarbeitenden und werden regelmässig kritisch hinterfragt. Sofern bei einer Position eine wesentliche Bewertungsunsicherheit besteht, die allenfalls zu einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte führen könnte, wird diese Bewertungsunsicherheit im Anhang entsprechend offengelegt. Per Bilanzstichtag sind jedoch keine solchen Risiken bekannt, die zu einer wesentlichen Korrektur der im Jahresabschluss dargestellten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnten.
4 Konzernstruktur
Im Folgenden sind die Konzernstruktur der Viseca inklusive der wesentlichen Änderungen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Konzernrechnung erläutert. Zudem enthält dieses Kapitel Offenlegungen zu Transaktionen mit nahestehenden Personen und Unternehmen.
4.1 Veränderung des Konsolidierungskreises
Veränderungen im Jahr 2020
Gründung neue Tochtergesellschaft
Per 28. April 2020 wurde die Viseca Card Services II SA mit einem Aktienkapital von CHF 100'000 gegründet. Sie wurde ab dem 1. Oktober 2020 aktiv und ist als Herausgeberin der Kreditkarten und Karten mit Zahlfunktion (Issuer) tätig.
Fusionen von Tochtergesellschaften
Per 29. Mai 2020 wurden die Accarda AG und die Aduno Finance AG rückwirkend auf den 1. Januar 2020 mit der Viseca Card Services SA fusioniert. Das Aktienkapital sowie die Gewinnreserven der beiden Gesellschaften wurden in der fusionierten Viseca Card Services SA in die Kapitaleinlagereserven sowie in die übrigen Kapitalreserven eingebucht. Dies führte im konsolidierten Eigenkapital des Konzerns ebenfalls zu einer Verschiebung von den Gewinnreserven zu den Kapitalreserven in der Höhe von CHF 102.8 Mio.
Spaltung der Tochtergesellschaft
Im Oktober 2020 wurde der Issuing-Teil der Viseca Card Serivces SA auf die Viseca Card Services SA II übertragen. Danach wurden die beiden Gesellschaften umfirmiert. Die Viseca Card Services SA wurde in Viseca Payment Services SA und die Viseca Card Services II SA in Viseca Card Services SA umbenannt. Die Viseca Payment Services SA betreibt das Processing-Geschäft und die Viseca Card Services SA das Issuing-Geschäft.
Im Rahmen der Ausschüttung der ausserordentlichen Sachdividende der Viseca Payment Services SA an die Viseca Holding SA wurde ein Teil der qualifizierten Kapitaleinlagereserve auf den Gewinnvortrag umgegliedert. Dieser Vorgang hat im Eigenkapital des Konzernes zu einer Verschiebung der Kapitalreserven auf die Gewinnreserven in der Höhe von CHF 12.4 Mio. geführt.
Veränderungen im Jahr 2019
Erwerb von Tochtergesellschaften
Per 24. Juli 2019 hat das Unternehmen den restlichen ausstehenden Anteil von 30% an der Contovista AG für 12.4 Mio. erworben und hält damit eine 100%-Beteiligung an der Firma. Der Auskauf der Minderheiten ist im Eigenkapital-Nachweis ersichtlich und wurde nach Swiss GAAP FER 24 (Eigenkapital und Transaktionen mit Aktionären) abgewickelt, d.h. die Transaktion wurde zum Nettomarktwert bewertet und erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Der Aufpreis von CHF 7.5 Mio. wurde gegen das Eigenkapital gebucht, da keine Neubewertung der Nettoaktiven der Contovista AG stattgefunden hat.
Veräusserung von Tochtergesellschaften und at-Equity-Gesellschaften
Per 30. Oktober 2019 wurde die 100%-Beteiligungen an der Loyalty Gruppe inklusive der Sanavena GmbH und per 27. September 2019 die 55%-Beteiligung an der Zaala AG veräussert sowie per 4. März 2019 die 60% Beteiligung an der Paycoach AG verkauft.
Nachfolgend ist die Bilanz per Verkaufszeitpunkt der Loyalty Gruppe inklusive der Sanavena GmbH, Zaala AG sowie Paycoach AG konsolidiert angegeben.
Auswirkungen der Veräusserung auf die Bilanz des Unternehmens
Am 13. Dezember 2019 wurde die 33%-at-Equity-Beteiligung an der SwissWallet AG und am 9. Mai 2019 die 20%-at-Equity-Beteiligung an der Loyalty Services AG veräussert.
Aufgegebene Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich Consumer Finance, der die cashgate AG beinhaltete, wurde am 2. September 2019 an die Cembra Money Bank AG veräussert, der Veräusserungspreis betrug CHF 275.0 Mio. und der Veräusserungsgewinn von CHF 155.5 Mio., der sich aus dem Verkaufspreis abzüglich Eigenkapital von CHF 120 Mio. berechnet, wurde auf die Position «betriebsfremdes Ergebnis» verbucht.
Nachfolgend sind die Erfolgsrechnung für die ersten 8 Monaten 2019 und die Bilanz per 31. August 2019 der cashgate AG angegeben.
Erfolgsrechnung für die ersten 8 Monate
Bilanz per 31.08.2019
4.2 Konzerngesellschaften
Rechnungslegungsgrundsätze
Konsolidierung von Tochterunternehmen
Die konsolidierte Jahresrechnung basiert auf den nach einheitlichen Grundsätzen erstellten Einzelabschlüssen aller Tochterunternehmen. Tochterunternehmen sind von der Viseca beherrschte Unternehmen. Eine Beherrschung wird angenommen, wenn die Viseca mehr als die Hälfte der Stimmrechte am Tochterunternehmen hält oder eine andere Art der Beherrschung vorliegt. Die Konsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Konzerninterne Bilanzwerte und nicht realisierte Gewinne und Verluste oder Erträge und Aufwände aus konzerninternen Transaktionen werden bei der Aufstellung der konsolidierten Jahresrechnung eliminiert.
4.3 Nahestehende Unternehmen und Personen
Als nahestehend wird betrachtet, wer direkt oder indirekt einen bedeutenden Einfluss auf finanzielle oder operative Entscheidungen der Viseca ausüben kann. Zu diesem Kreis zählen Aktionäre mit bedeutendem Einfluss, Mitglieder des Verwaltungsrats der Viseca und Mitglieder der Geschäftsleitung. Organisationen, die direkt oder indirekt ihrerseits von denselben nahestehenden Unternehmen und Personen beherrscht werden, gelten ebenfalls als nahestehend.
Unternehmen, an denen die Viseca massgeblich beteiligt ist, sind auch als nahestehend zu betrachten. In den beiden Berichtsperioden sind dies die assoziierten Unternehmen SwissWallet AG (2019: bis und mit 13. Dezember 2019) und Loyalty Services AG (2019: bis und mit 9. Mai 2019).
Folgende Aktionäre gelten als nahestehende Unternehmen und Personen:
Alle Transaktionen zwischen der Viseca und den ihr nahestehenden Unternehmen und Personen sowie ihren assoziierten Unternehmen werden zu Marktpreisen abgewickelt.
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen (ohne assoziierte Unternehmen)
Die Viseca tätigt umfangreiche Geschäfte mit ihren Aktionären und anderen nahestehenden Unternehmen und Personen, insbesondere in Bezug auf Finanzierungen und Emission von Kreditkarten im Kartengeschäft.
Die in der folgenden Tabelle angegebenen Erträge und Aufwände im Zusammenhang mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind in der konsolidierten Erfolgsrechnung der Viseca enthalten.
Zum Abschlussstichtag sind die folgenden Werte mit nahestehenden Unternehmen und Personen mit folgendem Volumen in der Bilanz enthalten:
Die Bilanz der Viseca enthält keine Wertberichtigungen für uneinbringliche Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen. In der konsolidierten Erfolgsrechnung sind keine Aufwände für allfällige Wertberichtigungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen erfasst.
Transaktionen mit assoziierten Unternehmen
Die Transaktionen mit assoziierten Unternehmen bestehen hauptsächlich aus Processing-Aufwänden für Services der SwissWallet AG an die Viseca (bis zum 13. Dezember 2019).
Die in der folgenden Tabelle angegebenen Erträge und Aufwände im Zusammenhang mit assoziierten Unternehmen sind in der konsolidierten Erfolgsrechnung der Viseca enthalten.
Transaktionen mit Schlüsselpersonen
Viseca stellt Kreditkarten für Personen in Schlüsselpositionen aus. Es liegt in der Natur des Kreditkartengeschäfts, dass Kunden vorübergehend bei Viseca Verbindlichkeiten haben. Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit können auch Mitarbeitende und Personen in Schlüsselpositionen diese Dienstleistungen beantragen. Es gelten normale Geschäftsbedingungen, die auch gegenüber sonstigen Dritten angewendet werden.
5 Übrige Angaben
In diesem Kapitel werden Informationen dargestellt, die nicht bereits in den vorherigen Berichtsteilen offengelegt sind. Dazu gehören beispielsweise Erläuterungen zur Personalvorsorge und zu Ertragssteuern.
5.1 Personalvorsorge
Die Viseca ist der Swisscanto Sammelstiftung der Kantonalbanken angeschlossen. Die Sammelstiftung ist eine getrennte rechtliche Einheit. Die Stiftung ist verantwortlich für die Führung des Vorsorgeplans; der Stiftungsrat setzt sich aus einer gleichen Anzahl Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter aller angeschlossenen Gesellschaften zusammen.
Die Swisscanto Sammelstiftung ist nicht alleiniger Risikoträger, da es sich bei der Swisscanto nicht um eine Stiftung mit Vollversicherungsgarantie handelt. Die Zahlung von Sonderbeiträgen zur Ausfinanzierung einer Unterdeckung wird aber erst angewandt, wenn andere Massnahmen keinen Erfolg versprechen.
Wirtschaftlicher Nutzen / wirtschaftliche Verpflichtung und Vorsorgeaufwand
Der Deckungsgrad der Sammelstiftung beträgt per 31. Dezember 2020 103.6 % (2019: 107.5%). Die folgende Tabelle zeigt den wirtschaftlichen Nutzen und die wirtschaftliche Verpflichtung sowie die entsprechende Entwicklung des Vorsorgeaufwands.
Arbeitgeberbeitragsreserve
Von der Viseca Payment Services SA (Business Unit Accarda, Zweigniederlassung Wangen-Brüttisellen) werden Arbeitgeberbeitragsreserven gehalten:
Die Arbeitgeberreserven der Viseca Payment Services SA der Zweigniederlassung Wangen-Brüttisellen (Business Unit Accarda) wurden per Ende 2020 im Betrag von CHF 942 Tsd. mit den laufenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen 2020 dieser Geschäftseinheit verrechnet.
Zusammenfassung Vorsorgeaufwand
Rechnungslegungsgrundsätze
Die wirtschaftlichen Auswirkungen aus den Personalvorsorgeplänen auf die Viseca werden jährlich beurteilt. Die Ermittlung von allfälligen Über- und Unterdeckungen erfolgt aufgrund der Jahresabschlüsse der entsprechenden Vorsorgeeinrichtungen, die auf Swiss GAAP FER 26 basieren. Ein wirtschaftlicher Nutzen wird aktiviert, wenn es zulässig und beabsichtigt ist, die Überdeckung des Personalvorsorgeplanes für die Senkung des zukünftigen Vorsorgeaufwands der Viseca zu verwenden. Bei einer Unterdeckung besteht dann eine zu bilanzierende wirtschaftliche Verpflichtung, wenn die Bedingungen zur Bildung einer Rückstellung erfüllt sind.
Vorhandene Arbeitgeberbeitragsreserven, welche jederzeit als Beiträge eingesetzt werden können und von der Vorsorgeeinrichtung als Arbeitgeberbeitragsreserven ausgeschieden sind, müssen im Umfang des wirtschaftlichen Nutzens als Vermögenswert in den Aktiven unter den Finanzanlagen erfasst werden, frei verfügbare Reserven hingegen werden nicht aktiviert. Sofern die Viseca der Vorsorgeeinrichtung einen bedingten Verwendungsverzicht eingeräumt hat oder kurz nach dem Bilanzstichtag einzuräumen gedenkt, wird das Aktivum wertberichtigt.
Wertveränderungen von bilanzierten wirtschaftlichen Nutzen resp. Verpflichtungen aus Personalvorsorgeplänen und Arbeitgeberbeitragsreserven werden erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.
5.2 Ertragssteuern
In der Erfolgsrechnung erfasste Ertragssteuern
Der Aufwand aus Ertragssteuern setzt sich wie folgt zusammen:
Analyse der Ertragssteuerbelastung
Der Konzern ist im Jahr 2020 in den Kantonen Zürich, Tessin, Nidwalden sowie Schwyz gewinnsteuerpflichtig. Der erwartete Steuersatz des Konzerns wird als gewichteter Durchschnitt der Steuersätze der vorgenannten Steuerhoheiten berechnet.
Im Jahr 2020 kam es insgesamt zu einem Steuerertrag. Dies ist vor allem auf die Einigung mit den Kantonen Nidwalden und Schwyz in Sachen Steuerstreit zurück zu führen. In der Folge konnten die Rückstellungen für die Jahre 2011 bis 2018 um CHF 41.6 Mio. aufgelöst werden (siehe Anhang 2.5 Rückstellungen). Ausserdem wurde in der Viseca Holding SA ebenfalls eine Rückstellung von CHF 2.4 Mio. aufgelöst, die nicht mehr benötigt wird.
Steuerliche Verlustvorträge
Per 31. Dezember 2020 wurden latente Steuerguthaben von CHF 3.2 Mio. (2019 0.1 Mio.) auf Verlustvorträgen von CHF 16.3 Mio. (2019 0.7 Mio.) verbucht.
Rechnungslegungsgrundsätze
Die Ertragssteuern umfassen alle gewinnabhängigen laufenden und latenten Ertragssteuern. Laufende Ertragssteuern werden auf dem steuerbaren Ergebnis berechnet. Latente Ertragssteuern werden auf Basis einer bilanzorientierten Sichtweise auf temporären Differenzen zwischen den gemäss Swiss GAAP FER ermittelten Werten und den Werten der Steuerbilanzen berechnet. Bei der erstmaligen Erfassung von Goodwill werden keine latenten Steuern angesetzt. Des Weiteren werden bei temporären Differenzen in Bezug auf Beteiligungen keine latenten Steuern erfasst, wenn der zeitliche Verlauf der temporären Differenzen in der Kontrolle des Konzerns liegt und damit zu rechnen ist, dass sich diese in absehbarer Zeit nicht auflösen werden. Latente Steuern werden anhand der voraussichtlich anwendbaren Steuersätze ermittelt, die am Abschlussstichtag gesetzlich beschlossen sind bzw. für die der Beschlussprozess im wesentlichen abgeschlossen ist.
Ein latenter Steueranspruch wird nur in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftige zu versteuernde Ergebnisse die Realisierung des Anspruchs ermöglichen. Latente Steuerforderungen werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Masse reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der jeweilige Steuervorteil zu realisieren ist.
Aktive und passive latente Steuern werden innerhalb der juristischen Gesellschaften verrechnet, wenn ein einklagbares Recht besteht, Forderungen und Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragssteuern zu verrechnen, und wenn die latenten Steuern die gleiche Steuerbehörde betreffen.
6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Bis zur Herausgabe dieses Berichtes war der Gesellschaft kein wesentliches neues Ereignis bekannt, das die Jahresrechnung per 31. Dezember 2020 beeinflussen würde.
Zürich, 15. April 2021
Pascal Niquille
Präsident des Verwaltungsrats
Max Schönholzer
Chief Executive Officer
Michael Walther
Chief Financial Officer