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21 Einzelrennen und ein Team-Wettkampf beim Saisonfinal in Lenzerheide fungieren noch im alpinen Rennkalender der Saison 20/21. In den Disziplinen und den Gesamtwertungen fallen die Entscheidungen – und so stehen die Chancen der Schweizer Athletinnen und Athleten.
Zunächst ein Blick auf die restlichen Rennen: Für die Männer geht es zunächst nach Bulgarien, dann nach Norwegen und Slowenien, bevor in Lenzerheide das grosse Saison-Schlussbouquet auf dem Programm steht. Die Speed-Frauen bleiben nach der WM zunächst in Italien, für die Technikerinnen geht es derweil in der Slowakei weiter. Es folgt ein Abstecher nach Schweden, bevor sich der Weltcup-Tross im Bündnerland erneut vereint.
Das Restprogramm der Männer
- 27. bis 28. Februar: Zwei Riesenslaloms (Bansko)
- 6. bis 7. März: Ein Super-G und eine Abfahrt (Kvitfjell)
- 13. bis 14. März: Ein Slalom und ein Riesenslalom (Kranjska Gora)
- 17. bis 21. März: Je ein Slalom, Riesenslalom, Abfahrt, Super-G beim Saisonfinal in Lenzerheide
Das Restprogramm der Frauen
- 26. bis 28. Februar: Zwei Abfahrten und ein Super-G (Val di Fassa)
- 6. bis 7. März: Ein Slalom und ein Riesenslalom (Jasna)
- 12. bis 13. März: Zwei Slaloms (Are)
- 17. bis 21. März: Je ein Slalom, Riesenslalom, Abfahrt, Super-G beim Saisonfinal in Lenzerheide
Die Chancen stehen gut, dass die Schweiz den Triumph des Vorjahres, den sie wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie gar nicht richtig feiern konnte, wiederholen kann. Zwar hat sich das Swiss-Ski-Team an der WM in Cortina im Medaillenspiegel den Schneid abkaufen lassen (was die Anzahl gewonnener Goldmedaillen betrifft). Anzahlmässig holte die Schweiz (9) aber mehr Edelmetall als der Erzrivale aus Österreich (8).
Prognose: Wenn man bedenkt, dass einige Trümpfe (Odermatt, Gisin, Holdener und Co.) an der WM nur bedingt reüssierten, darf bei Fortbestand der Formkurve damit gerechnet werden, dass am 21. März der Nationenpokal in Schweizer Händen liegt.
Klare Ausgangslage bei den Männern, völlig offenes Rennen bei den Frauen.
Prognose: Alexis Pinturault wird sich in Anbetracht des eher technisch geprägten Restprogramms die Butter kaum mehr vom Brot nehmen lassen. Standen dem Franzosen in früheren Jahren Marcel Hirscher oder Aleksander Aamodt Kilde vor der Sonne, müsste in den letzten Rennen der Saison doch einiges schiefgehen, sollte sich der Franzose nicht zum Gesamtweltcupsieger küren lassen.
Bei den Frauen wird Lara Gut-Behrami alles dran setzen, ihre WM-Form zu konservieren und Petra Vlhova noch vom Sockel zu stossen. Auch Michelle Gisin hat noch intakte Chancen, aber alles deutet auf einen Zweikampf Gut-Behrami gegen Vlhova – mit dem besseren Ende für die Tessinerin?
Nach ihrem Unfall auf der Tourenskipiste und dem damit einhergehenden Saisonende wird Sofia Goggia die letzten Rennen der Saison nur noch vom Sofa aus verfolgen. Ihr Vorsprung in der Abfahrtswertung ist komfortabel, aber reicht er für die kleine Kugel?
Bei den Männern deutet alles auf einen Zweikampf zwischen Kitzbühel-Triumphator Beat Feuz und dem Österreicher Matthias Mayer.
Prognose: Feuz lässt nichts mehr anbrennen und wickelt den Disziplinensieg in den zwei verbleibenden Rennen zum vierten Mal in Serie in trockene Tücher. Bei den Frauen hat Corinne Suter nach den Leistungen an der WM durchaus die besten Karten, die Frage ist: Holt sie in drei Rennen 210 Punkte auf Goggia auf?
Die österreichischen Männer zeigten im bisherigen Saisonverlauf konstante Leistungen in den Super-Gs. Vincent Kriechmayr führt das Klassement vor Landsmann Matthias Mayer an, dahinter folgen mit Mauro Caviezel und Marco Odermatt zwei Schweizer. Der Rückstand der Verfolger beträgt aber mehr als hundert Punkte. Bei den Frauen hält Lara-Gut Behrami die kleine Kristallkugel bereits mit einer Hand und vier Fingern fest.
Prognose: Mauro Caviezel dürfte nach seiner Verletzung nicht in Topform sein, Marco Odermatt muss die Rückschläge der WM erst verdauen. Nur mit einem Exploit in den letzten Rennen wäre ein Triumph in der Disziplinenwertung möglich. Doppelweltmeister Kriechmayr wird dies aller Voraussicht nach zu verhindern wissen.
Alexis Pinturault führt das Klassement vor Marco Odermatt an. Die beiden stärksten Riesenslalom-Fahrer der Saison trennen nur 40 Punkte. Das ist nicht viel, in Anbetracht der Tatsache, dass noch vier Rennen bevorstehen. Auch bei den Frauen ist die Vorentscheidung noch nicht gefallen. Marta Bassino hat im Duell mit Tessa Worley aber die besseren Karten.
Prognose: Mit der Wut im Bauch dreht Odermatt das Ding noch in den letzten Rennen und holt seine erste kleine Weltcup-Kugel. Bei den Frauen führt kein Weg an Bassino vorbei.
Nur noch zwei Männer-Slaloms und deren vier bei den Frauen gilt es zu absolvieren. Ramon Zenhäusern ist der Einzige eines an sich bärenstarken Schweizer Slalom-Teams, der sich noch berechtigte Hoffnungen auf die kleine Kugel machen kann. Marco Schwarz hat aber nach dem verpatzten WM-Slalom eine Rechnung offen, und der Österreicher ist in Form, holte er doch in Cortina Gold in der Kombi und Bronze im Riesenslalom. Bei den Frauen deutet alles auf einen Vierkampf zwischen Vlhova, Liensberger, Shiffrin und auch Michelle Gisin, die nur 70 Punkte hinter der führenden Slowakin liegt.
Prognose: Schwarz gewinnt bei den Männern, Zenhäusern schafft den Turnaround nicht mehr. Völlig offen ist das Rennen bei den Frauen. Kann Michelle Gisin die WM im Kopf rechtzeitig abhaken, ist mit ihr zu rechnen. Die Vorentscheidung dürfte bereits in Are fallen, wo zwei Slaloms ausgetragen werden.
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