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Meilensteine in der Geschichte von Swissveg
Am 8.8.1993 legten ambitiöse Jugendliche den Grundstein für den ersten unabhängigen vegan ausgerichteten Verein der Schweiz.
1968
1968 gründete Fredy Forster die Schweizer Reformjugend (srj). Die Jugendlichen lernten sich damals in der srj kennen, in der junge Vegetarier zu gemeinsamen Ausflügen, Treffs und anderen Unternehmungen zusammenkamen.
Je älter die Reformjugend wurde, desto mehr stellte sich die Frage: Was nun? Nachdem die Suche nach einem neutralen vegetarischen Verein, den man unterstützen könnte, erfolglos blieb, beschlossen einige Reformjugendleiter, einen eigenen Erwachsenenverein zu gründen, dessen Ziel es sein sollte, einerseits Vegetariern eine Plattform zu bieten, andererseits aber auch in der Öffentlichkeit aufzutreten und diese aufzuklären.
08.08.1993: Startschuss der SVV!
Gesagt, getan: Am 8.8.1993 wurde die Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus offiziell in Sennwald SG gegründet. Davor wurden die Kellerräumlichkeiten von Andreas Läuffers Elternhaus (Andreas war der letzte Präsident der Reformjugend und Gründungsmitglied der SVV) zum ersten Vegi-Büro umgebaut, von wo aus die Vereinstätigkeiten unter der Führung von Renato Pichler aufgenommen wurden.
1996: V-Label
1996 startete das V-Label-Projekt: Die SVV begann, die neue Cornatur-Linie der Migros bei der Einführung zu begleiten und alle Produkte mit dem V-Label zu zertifizieren. Später wurden auch alle Migros-Restaurants mehrere Jahre mit dem V-Label zertifiziert. Nebst den Kontrollen war auch die Schulung der Köche und Mitarbeiter ein wichtiger Aspekt der Arbeit.
Mittlerweile hat sich das V-Label national und international etabliert. Vom Swissveg-Sekretariat aus wird das V-Label-Projekt inzwischen weltweit koordiniert. Es geniesst die Unterstützung von praktisch allen grösseren europäischen Vegetarier- und Veganerverbänden.
Drucksachen
Von Beginn an hat die SVV informative Drucksachen zu allen Bereichen der vegetarischen Lebensweise erstellt. Heute sind alle unsere Faltblätter, Flyer und mehrere Broschüren, Kleber, Karten, Poster etc. im Online-Shop von Fabulous erhältlich. Hunderttausende Menschen konnten auf diese Weise schon direkt informiert werden.
April 1996: Vegi-Info
Im Frühling 1996 wurde zum ersten Mal das Vegi-Info verschickt. Bis dahin wurden verschiedene SVV-Artikel in anderen Zeitschriften herausgebracht. Später dann in einem gemeinsamen Heft mit dem Verein für Tierrechte (der Verein existiert nicht mehr), bevor das Vegi-Info als eigenständiges Heft erschien.
1996
1996 ging www.vegetarismus.ch online! Zu dieser Zeit war das Internet noch kaum verbreitet und die SVV-Homepage gehörte damals zu den ersten deutschsprachigen Seiten, die über die vegetarische Ernährung aufklärten. Nebst (inzwischen) www.swissveg.ch betreut Swissveg heute noch weitere Internetseiten zu speziellen Themenbereichen:
www.vegi-basics.org: Einstiegsseite für einen schnellen Überblick
1997: Vegi-Service AG
Während der Zeit in Sennwald entstand auch die Idee, den Menschen ganz praktisch die vegetarische Ernährung schmackhaft zu machen. So entstand 1997 die Vegi-Service AG, die mittlerweile nicht nur in der Schweiz, sondern auch in ganz Europa ein führender Hersteller von veganen Fleisch- und Käsealternativen ist (Markenname: Vegusto). Noch heute wird das Unternehmen von den Mitgründern der SVV und ehemaligen Vorstandmitgliedern, Katharina und Andreas Läuffer, geführt.
Juli 1998: französisches Végi-Info
1998 wurde das Vegi-Info zum ersten Mal auch für unsere Leser in der Westschweiz auf Französisch übersetzt. Bis 2003 erschien das Heft noch schwarz-weiss auf vorgedrucktem Umschlag, mit 24 Seiten.
2001: Umzug nach Neukirch
Mit den Jahren sind die Räumlichkeiten für die SVV und auch die Vegi-Service AG in Sennwald zu klein geworden, sodass man sich nach neuen Möglichkeiten umsehen musste. 2001 fanden sich in Neukirch-Egnach TG die geeigneten Räumlichkeiten: gross genug für Büro und Produktion und zentraler gelegen. Neun Jahre koordinierte die SVV ihre Arbeit von Neukirch aus.
2001: «Vegetarisch» nach Gesetz
2001 wurde durch einen Vorstoss der SVV erreicht, dass die Begriffe vegetarisch und vegan im Lebensmittelgesetz definiert sind. Dies bedeutet, dass es ab diesem Zeitpunkt ganz klar gesetzwidrig ist, ein Gericht, das Bestandteile von getöteten Tieren enthält, als vegetarisch zu deklarieren.
2007 war die SVV zudem Mitglied in der Arbeitsgruppe des Bundesamtes für Gesundheit, welche einen Bericht über die vegetarische Ernährung ausarbeiten sollte. Mit viel Überzeugungsarbeit und langen Verhandlungen hat die SVV erreicht, dass die offiziellen Ernährungsrichtlinien die vegetarische Ernährung nicht nur als gesund anerkennen, sondern sogar darauf hinweisen, dass Vegetarier weniger oft an ernährungsbedingten Krankheiten leiden als Allesesser.
2003: Internationale Tätigkeit
2003 wurde erstmals eine Person angestellt, die im Büro mithelfen konnte. Mittlerweile arbeiten sieben Angestellte für Swissveg, um die Projekte in der deutschen Schweiz und der Romandie zu koordinieren. Nachdem sich seit 2005 das Sekretariat der Europäischen Vegetarier-Union im Swissveg-Büro befindet, muss die Arbeit auch international koordiniert werden. Auf diese Weise kann Swissveg Vegetarier und Veganer in ganz Europa unterstützen.
Zum Beispiel wurde der Text aus der beliebten Broschüre «Ökologische Folgen des Fleischkonsums» in fünf Sprachen übersetzt und in ganz Europa, Indien und den USA verbreitet. Unsere Tabelle «Klimakilometer und Ernährung» wurde bisher in 7 Sprachen übersetzt.
April 2004: farbiges Vegi-Info
Ab 2004 konnte sich die SVV dann erstmals einen farbigen Druck für das Vegi-Info leisten. Mittlerweile ist das Heft auf 48 Seiten angewachsen und wird in einer Auflage von rund 12'000 Exemplaren (plus französische Ausgabe) gedruckt.
2. April 2008: Vegi-Imbiss GmbH
Um alle Bereiche des vegetarischen Lebens abdecken zu können, entstand 2008 aus der SVV heraus der Vegi-Imbiss. Damit ist es möglich, die gute vegane Verpflegung an Open-Air- und anderen Veranstaltungen einzubringen und bekannter zu machen. Der Imbisswagen wurde später in die Veeconomy integriert und dort zu UNMEAT umgetauft.
1. November 2010: Auf geht's nach Winterthur!
Da sich die meisten SVV-Mitglieder im Raum Zürich befinden und für sie die Anreise bis nach Neukirch mit relativ grossem Aufwand verbunden war, machte sich die SVV auf die Suche nach neuen Büroräumlichkeiten in der Nähe von Zürich. Im November 2010 war es dann so weit und der grosse Umzug nach Winterthur fand statt, wo Swissveg heute ihren Sitz hat.
2011: Veganmania, Vegi-Card und mehr
Durch die zentrale Lage konnte die SVV viel mehr Aktionen organisieren als bis anhin und noch mehr Interviews für Medien und Studenten geben. Zweimal wurde in unserem Garten bereits ein kostenloses Grillfest mit weit über 100 Gästen durchgeführt.
Im Frühling 2011 fiel der Startschuss zur ersten Veganmania Schweiz: Swissveg organisiert seit 2011 jährlich das erste und grösste vegane Strassenfest in der Schweiz. Auf diese Weise bringen wir die vegane Lebensweise lustvoll der Öffentlichkeit näher.
Im Herbst lancierte Swissveg die Vegi-Card, mit der Mitglieder heute bereits bei über 100 Firmen von tollen Rabatten profitieren können.
2014: «SVV» wird zu «Swissveg»
Im Frühjahr 2014 änderte die Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus ihren Namen zu Swissveg. Damit trifft sie den Geist der Zeit und spricht noch klarer alle vegetarischen Ausrichtungen an, die im Überbegriff Vegetarismus enthalten sind. Die beiden Internetseiten www.vegetarismus.ch und www.vegetarisme.ch werden auf www.swissveg.ch umgeleitet.
Anlässlich des Welt-Veganmonats im November 2014 lancierten wir die beiden «Go Vegan»-Broschüren und erstellten die zugehörige Webseite www.govegan.ch. Die erste Auflage umfasste je 4'000 Exemplare pro Broschüre und die zweite wurde mit einer Auflage von jeweils 7'500 Broschüren gedruckt. Da die Broschüren in einem solchen Tempo bestellt werden, wurde die dritte Ausgabe bereits mit einer Auflage von jeweils 10'000 gedruckt!
2015: Swissveg gibt Gas auf Social Media
2015 investierte Swissveg darin, möglichst viele Menschen auf den Social Media Kanälen anzusprechen und sie über diese Kanäle zu informieren. In der heutigen Zeit ein absolutes Muss und der Erfolg gibt uns recht – bald hatte unser Hauptaccount auf Facebook die 10'000-Like-Marke geknackt! Zudem wurde ein Swissveg Romandie Facebook-Account für die französischsprachige Schweiz eingerichtet und im März 2016 folgte dann der Instagram-Account.
2016/2017: Achtung, fertig, Gastro!
Im Jahr 2016 starteten die Coachings für Gastronomen mit neuem Konzept. Mit diesem jungen Projekt schulen wir Gastronomen und/oder Kantinenbetreiber und zeigen ihnen auf, wie sie vermehrt auf nachhaltige (=pflanzliche) Menüs setzen können. Seit 2017 haben alle IKEA Restaurants ein von Swissveg zertifiziertes vegane Menü im Angebot (und weitere vegetarische).
2018/2019: Kampagnen
Um noch mehr Menschen zu erreichen, haben wir 2018 mit gross angelegten Kampagnen begonnen, die man jeweils auch an elektronischen Plakatwänden an Bahnhöfen, Tanksteleln, Bussen etc. sehen konnte.
Es gibt noch viel zu tun
Die Arbeit von Swissveg hat massgeblich dazu beigetragen, die vegetarische Ernährung in der Schweiz zu etablieren. Trotzdem gibt es noch viel zu tun! Besonders in Restaurants ist das vegetarische Angebot oftmals noch nicht so ausgereift und einige Gastronomen sind mangelhaft informiert. Als Veganer ist es auch noch nicht möglich, die eidgenössische Ausbildung als Ernährungsberater abzuschliessen, da es dort Pflicht ist, tierische Produkte zu konsumieren. Noch immer verbreitet die Fleischlobby Märchen über die Herstellung von Fleisch und die Haltung der Tiere – hier gilt es aufzuklären!
Go vegan!
Mehr und mehr hat sich der Fokus während der letzten Jahre auch auf die vegane Ernährung konzentriert. Hier ist teilweise noch mit den gleichen Vorurteilen zu kämpfen, wie sie vor 20 Jahren gegenüber der ovo-lacto-vegetarischen Lebensweise geäussert wurden.
Du bist Swissveg!
Swissveg will mit ihrer Erfahrung, ihren Kontakten und ihren Möglichkeiten fortfahren, das Leben für alle Vegetarier einfacher zu machen und einen Gegenpol zur einseitigen Meinungsbildung der mächtigen Lobbyisten darzustellen. Dies alles schafft unser kleines Team im Büro aber nicht allein. Jeder einzelne Vegetarier ist nötig, damit wir diese Ziele als eine grosse Gemeinschaft erreichen können – denn Swissveg ist schliesslich nur das, was jeder Einzelne dazu beiträgt: Du bist Swissveg!
Ein aufrichtiges Dankeschön allen, die sich in den letzten 25 Jahren für Swissveg eingesetzt haben!
Falls du die vegetarische Bewegung noch nicht unterstützt, kannst du dies hier einfach nach holen:
Ich möchte auch ein Teil der Veränderung sein!