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Mittwoch, 2. April 2014
© Greenpeace / Bas Beentjes
Die Arktis-Kampagne von Greenpeace trägt zunehmend Früchte: Nachdem kürzlich das EU-Parlament eine Resolution zum Schutz des Gebiets um den Nordpol verabschiedet hatte, fordert das niederländische Parlament nun ein Verbot von Schweröl-Transporten in der Arktis.
Die Arbeiterpartei PvdA hatte die Abstimmung initiiert, nachdem bekannt geworden war, dass der russische Ölkonzern Gazprom in Kürze das erste Mal Offshore-Öl aus der Arktis nach Europa verschiffen will. Der russische Staatskonzern bohrt unweit von mehreren arktischen Naturschutzgebieten mit seiner Bohrinsel Prirazlomnaya seit Dezember 2013 nach Öl.
In dem Text, der dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wurde, heisst es: «Angesichts dessen, dass die Gewinnung und der Transport von Schweröl in der Arktis eine grössere Gefahr für die Gegend darstellen und dass der Transport von Schweröl in der Antarktis bereits durch die MARPOL-Konvention verboten ist, fordern wir die Regierung dazu auf, den Transport von Schweröl in der Arktis zu verbieten.»
Nun ist die niederländische Regierung gefordert. Sie sollte sich dafür einsetzen, dass kein Schweröl aus der Arktis niederländische Häfen erreicht und dass es auch auf internationaler Ebene zu einem Transportverbot des Öls durch arktische Gewässer kommt.
Nadine Berthel von der Greenpeace-Arktiskampagne sagt dazu: «Der Entscheid ist ein deutliches Signal an die Adresse von Gazprom sowie an den niederländisch-britischen Konzern Shell, der es ebenfalls auf das arktische Öl abgesehen hat, wegen einer Pannenserie und ungenügenden Notfallplänen aber vorerst auf Bohrungen in Alaska verzichten muss. Es macht Hoffnung, dass in dem Land, in dem der Ölkonzern Shell sitzt, so ein starkes Votum zustande gekommen ist.»
Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten haben sich in den letzten drei Jahren immer wieder gegen Arktis-Ölbohrungen eingesetzt. Nach einer friedlichen Protestaktion an der Gazprom-Bohrinsel verbrachten die dreissig Besatzungsmitglieder des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise, darunter der Schweizer Marco Weber, zwei Monate in russischer Untersuchungshaft. Erst nach einer von Präsident Wladimir Putin veranlassten Amnestie konnten sie kurz vor dem Jahreswechsel das Land verlassen.
Weltweit unterstützen bereits über fünf Millionen Menschen eine Greenpeace-Petition für ein Arktis-Schutzgebiet. Bitte unterzeichnen auch Sie auf savethearctic.org!