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Kodell Jack
(John Edward Koudelka)
Jack Kodell wurde als Sohn eines Vertreters bei Firestone in Mankato in Mionnesota geboren. Der Beruf des Vaters bedingte, dass die Familie jedes Jahr umzog, so dass Jack kaum Zeit hatte, irgendwo Freunde zu gewinnen. Von seinem Vater immer angespornt, etwas anders zu tun als andere, lernte er mit acht Jahren Autofahren, mit neun Jahren Fliegen. Mit 11 begann er an Seifenkistenrennen teilzunehmen, mit 13 gewann er die Meisterschaften von Minneapolis und wurde zu den Weltmeisterschaften nach Akron in Ohio eingeladen. Dort kaufte er in einem Zaubergeschäft, das er zufällig entdeckt hatte, sein erstes Kunststück.
1942 zog die Familie nach Chicago. Jack zog sich rheumatisches Fieber zu. Sein Vater kaufte ihm "Expert Card Technique" und "The Expert at the Card Table" und ein paar Kartenspiele. Jack begann während der wochenlangen Rekonvaleszenz mit grossem Eifer zu üben.
Nach seiner Genesung besuchte er in Chicago die damals zahlreichen Zaubergeschäfte und lernte am Chicago Round Table unter anderen Ed Marlo, Don Alan, Jack Pyle, und Carl Ballantine kennen. Schon bald hegte er den Wunsch, Berufszauberkünstler zu werden.
So suchte er mit 14 Jahren nach einer Idee, etwas anderes zu machen als die anderen Zauberkünstler. Er nahm den Namen Jack Kodell an und entwickelte sein erstes Kunststück mit einem Wellensittich.Vom Erfolg ermutigt entwickelte er die Produktion von Wellensittichen aus freier Hand. Zwei Jahre später begann er damit aufzutreten, zuerst mit einer Assistentin, dann allein. Zum Abschluss der Nummer kletterte ein Wellensittich ein senkrecht stehendes Seil hinauf, wurde von einem Tuch bedeckt und verschwand in einer Rauchwolke.
1947 wurde Jack Kodell am Kongress der S.A.M. von Harry Blackstone Sr. der Preis für die originellste Nummer und die beste Präsentation überreicht. Im gleichen Jahr wurde er als erster Zauberkünstler für ein sechswöchiges Engagement in einem Hotel in Las Vegas verpflichtet.
1948 tat sich Jack mit Don Alan zusammen und trat während eines Jahres mit einer komischen Nummer auf.
1950 wurde er für ein Engagement von sechs Wochen nach England gebucht, wo er auch im London Palladium und im Fernsehen auftrat. In England lernte er seine zukünftige Frau Mary Naylor kennen, eine bekannte Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin, die er 1953 heiratete.
In den Fünfzigerjahren trat Kodell in Deutschland, Frankreich, Italien, Dänemark, Indien und Pakistan auf. 1951 unternahm er eine Skandinavien-Tournee, 1952 trat er während drei Monaten im Cirque Medrano in Paris auf, danach während eines Jahres in verschiedenen Variététheatern in Paris. Ebenfalls 1952 trat er in England als erster Zauberkünstler auf dem Eis in der Show "Ranch in the Rockies" auf. Danach wurde er für ein Jahr für eine Eisrevue in Chicago verpflichtet. Anschliessend trat er in der gleichen Eisshow wie seine Frau in London auf.
Weitere Engagements in Europa und Amerika folgten. 1954 kehrte Kodell in Begleitung seiner Frau zu Auftritten nach Las Vegas zurück.
1957 trat er erneut in England, Paris und Marrakesch auf, 1958 gleichzeitig im Lido und im Moulin Rouge in Paris. Als er angefragt wurde, ob er im Dezember 1958 mit einer neuen Nummer in einer Eisrevue in Amerika auftreten würde, sagte er zu und entwickelte eine Taubennummer, die er tagsüber im Moulin Rouge einstudierte. An Stelle einer Assistentin setzte er eine grosse Katzenfigur im Smoking ein. Die produzierten Tauben flogen auf den Arm der Katze, diese führte den Arm zu ihrem Mund, in dem die Tauben verschwanden.
Am Schluss der Nummer verwandelte Kodell einen Handschuh in eine Taube, die ins Publikum und zurück zu ihm flog, gefolgt von 40 weiteren Tauben aus dem Hintergrund des Saals, die alle Jack bei seinem Abgang von der Bühne folgten.
Nachdem es immer weniger längerfristige Auftrittsmöglichkeiten in den grossen Hotels gab und viele Theater und Nachtclubs geschlossen wurden, beschloss Kodell mit 33 Jahren, sich beruflich zu verändern. Er und seine Frau widmeten sich der Veranstaltung von Firmenevents mit Künstlern aus dem Show Business.
Er spielte ebenfalls eine massgebliche Rolle bei der Umgestaltung der grossen Passagierschiffe in Kreuzfahrtschiffe mit Auftritten von etablierten Künstlern.
Nachdem sich der Plan, in Orlando in Florida ein Lokal im Stil des Moulin Rouge und Lido zu eröffnen aus finanziellen Gründen zerschlagen hatte, kaufte und leitete er zusammen mit einem Freund ein Hotel, hatte jedoch damit auch keinen Erfolg.
Jack Kodell trat während seiner Karriere in den vierziger-, Fünfziger- und Sechzigerjahre in 18 Ländern auf. 1996 wurde ihm von der Academy of Magical Arts die Auszeichnung "Performing Fellowship Award" verliehen.
Biografie
Kodell, J. Kodell. Do Something Different. JPM Publihsing Orlando, Florida, 2011