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Die Unterschiede zwischen Horn und Geweih liegen in ihrem Aufbau und in der Art, wie sie wachsen. Kurz gefasst kann man sagen, dass ein Geweih jedes Jahr abgeworfen wird und wieder von neuem wächst, während Hörner nicht abgeworfen werden können und ein ganzes Tier-Leben weiter wachsen. In den meisten Fällen ist es auch so, dass Hörner sowohl von Weibchen als auch von Männchen getragen werden, Geweihe jedoch nur bei den Männchen einer Art vorkommen (hier ist aber zum Beispiel das Rentier eine Ausnahme, dessen Weibchen ebenfalls ein kleines Geweih haben).
Hörner wie auch Geweihe werden zum Teil als Kopfschmuck und zum Teil als Waffe gebraucht. Grosse Geweihe oder Hörner dienen häufig nur zum Präsentieren und werden selten im Kampf eingesetzt. So ist zum Beispiel bei den Steinböcken, deren Hörner bis zu einem Meter lang werden können, meist schon ohne Kampf klar, wer in der Rangordnung höher steht als der andere.
Das Horn
Der Schädel eines Hornträgers hat fest angewachsene Knochenzapfen, um die herum das eigentliche Horn wächst. Diesen Teil nennt man auch Hornscheide. Das eigentliche Horn ist also hohl. Es besteht aus Keratin – demselben Material, aus dem auch Hufe sowie unsere Fingernägel und Haare bestehen.
Die Hornscheide wächst jedes Jahr etwas in die Länge und wird dicker. Dies geschieht vor allem im Frühling und Sommer, da die Tiere im Winter ihre Energie zur Futtersuche brauchen. Aus diesem Grund kann man in Hörnern wie bei Bäumen Jahrringe erkennen, anhand derer man das Alter eines Tieres bestimmen kann.
Ein Geweih besteht aus Knochen und wird unter einer dünnen Hautschicht gebildet, die man Bast nennt. Wenn das Geweih nach etwa 100 Tagen fertig gebildet ist, trocknet der Bast aus und wird von den Tieren an Bäumen abgefegt.
Das Geweih wächst auf die Brunftzeit hin und wird gebraucht, um Weibchen und Rivalen zu beeindrucken. Nach der Paarungszeit wird das Geweih wieder abgeworfen. Im Folgejahr wächst das nächste, welches bei jungen und gesunden Tieren jedes Jahr etwas grösser wird als das letzte.