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Liebe ist zu einem Objekt der Wissenschaften geworden genauso wie Schreiben, Reden, Gabe, Talent, Hingabe oder Krieg. Wörter, die für die Menschen, welche erstere miteinander austauschen Sinn machen ohne dass sie sich grosse Gedanken darüber machen müssten, werden dem sprachlichen Wandel unterzogen, aus dem schliesslich eine Art algebraisch orientierte Rhetorik resultiert. Wer die neue Rechtschreibung betrachtet, wird es schwer haben, Rückschlüsse auf die Herkunft der Wörter zu ziehen... »»
Während sich die Wissenschaften vom Menschen mit menschlichen Beziehungen
befassen, entwurzeln sie die Sprache; sie treten hinter sie, genau so, wie
die exakten Wissenschaften dies tun, wenn sie mit einem Objekt befasst sind
und die Sprache durch einen "wahren Algorithmus" ersetzen. Ja, die
Sprache selbst ist Formeln und Gleichungen unterworfen.
Von der Sprache gehalten und geschützt wie in einem Schoss wuchs und gedieh einst die Gesamtheit des Raums, in dem wir leben und kam durch sie gleichsam zum Ausdruck. Die Sprache umfasste die Objekte der Welt, die Beziehungen des Subjekts zu den einzelnen Objekten und zur Welt im gesamten und die Beziehungen zwischen den Subjekten im einzelnen. Das alles hat sich aufgelöst in den Wissenschaften, die an die Stelle der Sprache getreten sind und letztere mit einer wahrhaft monströsen Menge an 'wahren Algorithmen' zermalmen.
Irgendwann in nicht allzu ferner Zeit wird es wohl so weit sein, dass das vielleicht dann noch denkende und sprechende Subjekt vergisst, dass es je gewusst hat... »»