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Zum Abschlussbericht Stand 10.4.2020
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Kunstformen [sollten] ihre kritische Funktion in der Gesellschaft beibehalten - »eine Intelligenz sich selbst entdecken zu lassen« (Rancière 2009)
Brosamen der Realisten:
a. moderne - Liberalismus nach Rawls: Jede Person hat den gleichen unabdingbaren Anspruch auf ein völlig adäquates System gleicher Grundfreiheiten, das mit demselben System von Freiheiten für alle vereinbar ist. b) Soziale und ökonomische Ungleichheiten müssen zwei Bedingungen erfüllen: erstens müssen sie mit Ämtern und Positionen verbunden sein, die unter Bedingungen fairer Chancengleichheit allen offenstehen; und zweitens müssen sie den am wenigsten begünstigten Angehörigen der Gesellschaft den größten Vorteil bringen (Differenzprinzip).“
Quelle: John Rawls: Justice as Fairness: A Restatement (2001), §13[14], Wikipedia, siehe auch: www.youtube.com/Michael Reder
b. postmoderne - Die Narration der Weltinnenpolitik (Habermas) ist eigentlich die zentrale Hemisphäre menschlicher Entwicklung (Sloterdijk), der aus Kinder erwachsene Männer und Frauen macht. Seit dem Auftritt des homo sapiens auf der Weltbühne oder nach Kant mit der "Offenbarung einer Intelligenz, die sich verkannte oder vernachlässigte" (ebd), gibt es nur ein kurzes Innehalten, kein Stillstand oder gar eine Umkehr in einen vorlibertäre Zeit, wie z.B. man anhand des neuen zürcherischen Kulturleitbilds meinen könnte.
c. postvirus - Was aktuell der Virus verursacht, ist pathologisch in der Medizin noch umstritten. In der bildenden Kunst schafft es innert kürzester Zeit Tatsachen, indem die Wunden am Körper der Kunst, die die gesellschaftliche Ignoranz verursacht haben, deutlich abgrenzbar und sichtbar werden. Es ist nicht nur das ökonomische System, welches sich gegen die Unabhängigkeit wehrt, es ist ein Widerwillen bei den Individuen deutlich geworden, sich mit ernsthaften realen Dingen zu beschäftigen. Das erinnert an Gebaren von Pubertierenden, die Probleme vor sich hin schieben.
Als wilde einfache Gestalt wurde das Individuum an der Primarschule, nach dem Flüchtlingslager oder im Beruf angehalten sich mit Kultur ethisch zu bilden und ehrenhaft zu scheinen, während sich draussen in der Realität, diese Epiloge unmittelbar als Hohn entblössten. Ein heuchlerisches Spiel, welches den Sinn der Kunst hintertrieb, und sich nun rächt, indem das Vorbilder unglaubwürdig, das Mass für den guten Kern verloren ging, weil es die keimfreie Perfektion nicht gibt, die in den mittels Bleiche gesäuberten Hirnwindungen der politisch Korrekten von etwas mythischen Reinen erträumt und an dessen Ende Nietzsche in das Bild hinein sich drängt.
a. "Wir sind es, die allein die Ursachen, das nacheinander, das Für-einander, die Relativität, den Zwang, die Zahl, das Gesetz, die Freiheit, den Grund, den Zweck erdichtet haben; und wenn wir diese Zeichen-Welt als ‚an sich' in die Dinge hineindichten, hineinmischen, so treiben wir es noch einmal, wie wir es immer getrieben haben, nämlich mythologisch."
b. "Der Gesammt-Charakter der Welt ist dagegen in alle Ewigkeit Chaos, nicht im Sinne der fehlenden Nothwendigkeit, sondern der fehlenden Ordnung, Gliederung, Form, Schönheit, Weisheit."
Hat doch der mit Kunst gestrafte Arbeitsnehmende nebenbei nur die undankbare Aufgabe mit kleingeistigen Ansprüchen an die Bildende Kunst den Museen und Anverwandten öffentlich finanzierten Bildungsästen einen demokratischen Anschein zu verschaffen.
Es ging also um die demokratische Legitimation der hohen Ausgaben, nicht um mehr. Das zeigt sich nach/während dem Virus, in aller Deutlichkeit. Die Aufklärung ist an ihrem Ende angekommen, wenn es nichts mehr zu sagen gibt, und auch, weil niemand zuhört. Ohne den Aufklärungsnutzen ist die Kunst eingespannt in die Gesellschaft, hat ihren Nimbus vom Aussenblick verloren - reiht sich ein im Aufgang zum Rund des Kolosseums.
Die ausbleibenden Gesuche der bildenden Künstler bei den offiziellen Stellen der Coronaausfallkassen, weist nun auch statistisch den flächendeckende Schwund von frei arbeitender KünstlerInnen nach.
Schauen wir uns in nächster Zeit also um, zu welchen Mitteln der desillusionierte Mensch greift? Zu Pinsel und Feder oder etwas, was schwerer in seiner Hand liegt?
Gewiss ist, es wird wieder die Falschen treffen.