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Eine Grippeepidemie im Jahre 1919 gab den Anlass zur Gründung des Katholischen Frauenbundes Emmen. In einem Kurs zur Pflege der Kranken hatten einige Frauen diese zündende Idee. Der neue Verein startete mit siebzig Teilnehmerinnen und einem Vereinsbeitrag von zwei Franken pro Person. Nur ein Jahr nach der Vereinsgründung erkrankte die erste Präsidentin des Frauenbundes selber an der Grippe und starb.
Doch das Vereinsleben ging weiter. Im Angebot waren vor allem Kurse, die das Alltagsleben erleichterten. Die Frauen konnten sich im Bügeln, Nähen, Flicken, im Gemüseanbau und in der Kranken- und Säuglingspflege schulen lassen. Um den Bügelkurs durchführen zu können, mussten zuerst die elektrischen Installationen im neuen Schulhaus Emmen mitfinanziert werden. Auch damals fanden ein- bis zweimal pro Jahr Vorträge statt. Bereits an der ersten Generalversammlung wurde eine Sammelaktion zugunsten einer sozialen Institution durchgeführt.
Im Jahr 1935 wurde, gemeinsam mit den damaligen Müttergemeinschaften Gerliswil und Reussbühl, die Mütterberatung gegründet. Auch die Hauswirtschaftliche Schule für Sekundarschülerinnen wurde durch den Frauenbund initiiert.
Besonders in den Kriegsjahren war der Frauenbund aktiv. Ein Kurs zum Thema „Sparsame und richtige Verwendung von Lebensmitteln und Kleidern“ wurde von 105 Personen besucht und kostete den Beitrag von 30 Rappen pro Teilnehmerin. Viele Protokolle berichten davon, dass die Fürsorgetätigkeit während der Kriegszeit das Hauptanliegen des Frauenbundes war.
Mit den Jahren wurden verschiedene Angebote aufgebaut, die teilweise heute noch bestehen: der Ausleihdienst, ein Spielnachmittag für Senioren und Seniorinnen und der Sonntagstreff. Während etwa zwanzig Jahren führte der Frauenbund ein Sommerlager für Kinder durch. Auch ein Kinderhort wurde gegründet. Beides gibt es heute nicht mehr.
Im Jahr 1974 entstand die Gruppe „Junge Mütter“, welche später in „Aktive Familien“ umbenannt wurde. Um die Zugehörigkeit zum Frauenbund nach aussen besser zu zeigen, treten die aktiven Familien seit der GV 2017 unter dem gemeinsamen Namen Frauenbund Emmen auf.
Im Laufe der Zeit veränderte sich das vielfältige Jahresprogramm. Im Angebot waren Trachtenkurse, Sprachkurse, handwerkliche Kurse, Gesundheitsgymnastik, Koch- oder Malkurse. Ein regelmässiger Handarbeitstreff wurde ebenfalls angeboten. Besichtigungen und Ausflüge gehörten dazu. Regelmässige Besuche bei Vereinsmitgliedern in den Betagtenzentren, im Spital und auch Geburtstagsbesuche finden bis heute statt.
Heute wird der Vorstand von einer Gruppe von zwanzig freiwilligen Helferinnen unterstützt. Der Frauenbund ist ökumenisch offen und politisch neutral.
Informationen über den Verein und seine Aktivitäten können dem gemeinsamen Jahresprogramm der vier Emmer Frauenvereine oder hier auf unserer Webseite entnommen werden.