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Eine junge Frau sitzt in blauem Cocktail-Kleid und silberfarbenen Schuhen scheinbar gelangweilt in einer Ecke. Sie ist eingeschlossen in einem kleinen Raum, in dem rosafarbene Kunstrosen verteilt sind. Doch auf einmal stemmt sie ihren Körper zwischen Decke und Boden und verdreht sich virtu-os in immer akrobatischeren Stellungen. Mit jeder Bewegung verändert sich die räumliche Wahr-nehmung und die Orientierung geht verloren, bis nicht mehr ersichtlich ist, was oben und was unten ist. Verräterisch aber hängen ihre Haare horizontal vom Kopf. Chantal Michel arbeitet in «Sorry Guys» mit dem Einsatz ihres gesamten Körpers. Sie versucht, damit den Raum zu füllen, versucht ihn zu erobern – trotzt den Gesetzen der Schwerkraft. Durch die beengte Raumgrösse wirkt die Künstlerin wie eine Riesin. Als Michel sich Mitte der 1990er-Jahre auf die Suche nach einer neuen Ausdrucksform macht, findet sie im Video ihr geeignetes Arbeitsmaterial. «Sorry Guys» ist dabei ihre erste Arbeit mit dem neuen Medium. Das Video wird mit wenigen Requisiten, einer einzigen, gewöhnlichen Kamera und einfachster Beleuchtung aufgezeichnet.
Geraldine Wullschleger
Eine Frau sitzt in einem kleinen Raum.
Sie befindet sich an der Wand.
Sie trägt ein blaues Kleid und silbrige Schuhe.
Im Raum sind künstliche Rosen-Blüten verteilt.
Die Frau wirkt gelangweilt.
Doch plötzlich fängt sie an, sich im Raum zu bewegen.
Wo ist oben?
Und wo ist unten?
Nur die Haare von der Frau helfen,
diese Fragen zu beantworten.