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«Wolken bestehen aus Wassertröpfchen oder Eisteilchen», schreibt das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz. Sie bilden sich nur, wenn die relative Luftfeuchtigkeit 100 Prozent beträgt, sodass das Wasser im Himmel kondensieren kann. Gliechzeitig müssen genügend Aerosole in der Luftmasse vorhanden sein, an denen sich Wasser- oder Eisteilchen anlagern können. Natürliche Wolken unterscheiden sich sowohl in Struktur und Farben Wolken, und kommen in unterschiedlichen Abständen zur Erdoberfläche vor.
Wolken beeinflussen das Klima und können Niederschlag in Form von Regen oder Schnee bringen. Zudem haben Wolken Auswirkungen auf die Temperatur: Des Nachts reflektieren Wolken die Wärme zurück auf die Erdoberfläche und halten diese warm, tagsüber können Wolken vor der Sonne schützen und die Erdoberfläche kühler halten.
Flugzeuge hinterlassen teilweise Kondensstreifen
Manchmal bilden sich hinter Flugzeugen weisse Streifen am Himmel. Diverse Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Lufttemperatur, sowie die Abgastemperatur, die vom Flugzeug ausgestossene Menge an Wasser, Russ sowie die bereits in der Luft vorhandenen Partikelmenge sind entscheidend, ob Kondensstreifen entstehen oder nicht. Dabei handelt es sich um künstliche Wolken, die sich entweder ganz auflösen oder sich zu Zirren entwickeln können. Je nach Umgebungsluft variieren Breite, Länge sowie Lebensdauer dieser Zirren.
Kondensstreifen sehen mit ihrer Streifenform anders aus als natürliche Wolken, welche sich in den tieferen Schichten der Erdatmosphäre bilden. Da sich Flugzeuge in der Tropo- oder Stratosphäre, also in den untersten zwei Schichten der Atmosphäre, bewegen, kommen die von Flugzeugen verursachten Streifen nur in diesen Bereichen vor. Generell hängt die Flughöhe vom Wetter und dem Luftdruck ab.
Klimawirkung von Kondensstreifen
Die durch die Emission von Wasserdampf und Partikeln gebildeten Kondensstreifen und die daraus entstehenden künstlichen Wolken bilden nach aktuellem Wissensstand den «weitaus grössten Klimaeffekt der Nicht-CO2-Emissionen des Flugverkehrs», schreibt die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) in einer Publikation. Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge machen Kondensstreifenzirren etwa 35 Prozent der Flugverkehrsemissionen aus. Diese wirken wärmend wie auch kühlend auf das Klima ein, tendenziell eher erwärmend (Download, Seite 3), denn Wolken reflektieren, streuen und absorbieren Licht.
Die Klimawirkung von Kondensstreifen, Russ und Schwefel klingen jedoch nach wenigen Stunden bis zu einigen Jahren ab. Diese im Vergleich kurzlebigen Substanzen haben eine grosse Klimawirkung. Wohingegen Russ erwärmend wirkt, ist Schwefel kühlend. Hingegen bleiben Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) Jahrhunderte oder gar Jahrtausende in der Atmosphäre bestehen.
Um die CO2-Emissionen und den Ausstoss von Russ und Schwefel und somit die Bildung von Kondensstreifen zu mindern, wird an neuen Kraftstoffen sowie an effizienteren Antriebstechnologien geforscht. Die Bildung von Kondensstreifen kann durch das Umfliegen von feuchten Luftmassen oder eine tiefere Flughöhe vermindert werden.
Doch dies erhöht unter Umständen den Treibstoffbedarf und somit den CO2-Ausstoss. Daher werde aktuell auf derartige Anpassungen verzichtet, schreibt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) im Faktenblatt. Studien weisen darauf hin, dass der zunehmende Flugverkehr die Bildung von Kondensstreifen und somit die Bildung von Zirren ansteigen lasse. Eine Veränderung im Flugverhalten könnte dem entgegenwirken.
Mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) wurde in einem Projekt getestet, ob die Bildung von Kondensstreifen verhindert werden kann. Dafür verwendeten Piloten auf den Testflügen KI-basierte Vorhersagen, um Routen zu vermeiden, welche zur Bildung von Kondensstreifen führen. Dabei wurde festgestellt, dass die Bildung von Kondensstreifen um über 50 Prozent zurückging im Vergleich zu den Flügen, die keine KI-basierten Vorhersagen verwendeten. Ergänzend ist zu vermerken, dass sich dabei der Treibstoffbedarf und somit die CO2-Emissionen nur um wenige Prozente erhöht haben.
Die Kondensstreifen werden unter Verschwörungstheoretikern auch gerne als Beweis für die geheime künstliche Klimabeeinflussung gesehen und als sogenannte «Chemtrails» bezeichnet. Dies widerlegte Keystone-SDA bereits in einem früheren Faktencheck.
Klimakonferenz COP28
Vom 30. November bis 12. Dezember 2023 findet in Dubai die UNO-Klimakonferenz COP28 statt. Erstmals seit dem Pariser Übereinkommen wollen die Vertragsstaaten die Fortschritte bei der Umsetzung des Abkommens messen. Zum Veranstaltungsauftakt wird Bundespräsident Alain Berset die Schweiz vertreten, anschliessend wird Bundesrat Albert Rösti als Vorsteher des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Ort sein.