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„Ausgebrannt sein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“
Burnout wird in der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD) als „Ausgebrannt sein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“ bezeichnet.
Doch wann beginnt das Burnout-Syndrom? Es beginnt mit einem von Stress induzierten Überlastungsempfinden, dazu gehören allgemeine Symptome, wie zum Beispiel Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Kopfschmerzen, Beschwerden im Verdauungstrakt oder Konzentrationsstörungen.
Werden diese Warnzeichen nicht ernst genommen und die stressinduzierenden Faktoren nicht verändert, entsteht mit der Zeit eine diagnostizierbare Folgeerkrankung, die wir Burnout-Syndrom nennen. Dabei handelt es sich um einen schleichenden Prozess, der bei fehlender Intervention zu Folgeerkrankungen im psychischen und körperlichen Bereich führt. Im psychischen Bereich entwickeln Betroffene Angsterkrankungen oder Depressionen. Auch eine Gefährdung für vermehrten Suchtmittelkonsum sei hier erwähnt. Häufig gibt es eine starke emotionale Verbindung mit der Arbeit, die eine große Rolle spielt. Hierzu gehört auch Haus- oder Erziehungsarbeit oder die Betreuung eines schwer kranken Menschen. Je eher man die Symptomatik erkennt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Prävention von ernsthaften Erkrankungen.
Prinzipiell kann jeder Mensch ein Burn-Out-Syndrom entwickeln, der durch seine berufliche oder private Situation über einen längeren Zeitraum überdurchschnittlich belastet ist und keine Möglichkeit findet, für Erholung, Entspannung und Ausgleich zu sorgen. Häufig sind Menschen betroffen, die aufgrund bestimmter Persönlichkeitszüge dazu neigen, sich zu überfordern. Nicht zuletzt handelt es sich auch um ein Phänomen unserer Multioptionsgesellschaft, deren Auswirkungen uns alle herausfordert in Bezug auf unsere «Work-Life-Balance».
Die Behandlung eines Burn-Out-Syndroms muss individuell auf die Beschwerden der Betroffenen abgestimmt werden und ist meist nicht nur eine vorübergehende Massnahme, wenn sie eine Verhaltensänderung bewirken soll. Den Kreislauf von Überforderung, innerem Druck und mangelndem Stressabbau zu durchbrechen, erfordert Zeit. Es geht darum, die Selbsteinschätzung zu hinterfragen und verinnerlichte Verhaltensmuster zu ändern.
Die medikamentöse Behandlung richtet sich nach den Symptomen und deren Schwere. Es kommen pflanzliche Präparate zum Einsatz oder Antidepressive und Beruhigungsmittel, wenn zusätzlich eine Depression oder eine Angststörung diagnostiziert wird.
Das Erlernen eines Entspannungsverfahrens (Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation, Tai-Chi, Chi-Gong, Yoga) kann dazu beitragen, das Anspannungsniveau dauerhaft zu senken.