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20.12.2013
Am 20. November fand in den Räumen des Europäischen Parlaments in Strasbourg die Konferenz „Corridors and Territories“ statt, zu der die Kooperation der Oberrheinhäfen „Upper Rhine Ports“ unter der Schirmherrschaft der Europa-Abgeordneten und Präsidentin des Port autonome de Strasbourg eingeladen hatten.
Vor den 70 Teilnehmern der Konferenz stellte Patricia Erb-Korn, Geschäftsführerin des Rheinhafens Karlsruhe, den Stand der Arbeiten im gemeinsamen Projekt der 9 Häfen zwischen Basel und Ludwigshafen,„Upper Rhine, a connected corridor“, vor. Das Projekt mit einem Volumen von 1,7 M € wird zu 50% mit EU-Mitteln aus dem TEN-V-Programm (transeuropäische Verkehrsnetze) gefördert. Zwischen 2012 und Ende 2014 sollen die möglichen Synergien zwischen den Häfen untersucht werden, um die Rolle der Häfen als multimodale Hubs im europäischen Verkehrsnetz zu stärken.
Die Vorstudie, die 2013 von der deutsch-französischen Gruppierung Mensia Conseil und Steinbeis Europa-Zentrum durchgeführt wurde, deutet zahlreiche Kooperationsfelder an. Raphaël de Boisgrollier von Mensia Conseil: „Trotz eines vielfältigen Angebots gibt es insgesamt eine für eine gemeinsame Entwicklungsstrategie sehr geeignete Komplementaritäten: Landwirtschaftliche Erzeugnisse am französischen Ufer, Chemie in Ludwigshafen, Metallabfälle in Kehl, Mineralölerzeugnisse vor allem in Karlsruhe, Strasbourg, Basel und Ludwigshafen.“ 2014 werden zusätzliche Gutachten erstellt, aus deren Ergebnissen im Rahmen einer gemeinsamen Entwicklungsstrategie der 9 Häfen ein gemeinsamer Investitions-Masterplan und eine Organisationsstruktur für die Hafenallianz entwickelt werden sollen. Einige Themen zeichnen sich bereits jetzt ab, wie gemeinsame Leercontainer-Terminals oder Promotion-Aktivitäten, andere werden sich aus den geplanten Gutachten ergeben.
Die anschließende Diskussionsrunde zur Frage « Korridore: welche Chancen für die Region?“ hob die Bedeutung der Initiativen für die wirtschaftliche Entwicklung hervor. Für Catherine Trautmann stellt der nord-süd-Verkehr ein zentrales Element für die wirtschaftliche Integration eines Europas dar, in dem das Nord-Süd-Gefälle sich verstärkt. Dies unterstützt Paolo Odone, der Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer von Genua, der hofft, dass der Hafen von Genua durch die Tunnels am Gotthard und Lötschberg ein attraktiver Seehafen für die Schweiz wird.
Aus Sicht der Logistik begrüßte Michael Baier, Managing Director von Rhenus Rail, die Hafenkooperation. Aus Sicht der Wirtschaft entspreche die Kooperation einem aktuellen Trend, der ermöglicht Prozesse zu vereinfachen und transparent zu gestalten.
Hans van der Werf, Generalsekretär der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, erinnert an die Wichtigkeit der Binnenschifffahrt für die Entwicklung der Verkehrskorridore.
Hansjörg Drewello, Professor an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl berichtet von seinen Untersuchungen, die die Überlastung der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel bestätigen. Er fordert eine Kapazitätserweiterung, um eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene bewältigen zu können.
Die EU-Kommission bewertet die Vorhaben durchweg positiv: „Sie sind Vorreiter für Visionen über die Grenzen hinweg, wir hoffen, dass Sie viele Nachahmer finden.“ Sagte Richard Ferrer, Leiter des Programms Trans-European Transport Network.