Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03275.jsonl.gz/3129

Die Flughafenbetreiber sollten grundsätzliche Fragen zur Anzahl und Zusammensetzung der Flugbewegungen in den Vordergrund zu stellen statt immer nur technische Randbedingungen für die Entwicklung des Luftverkehrs zu erörtern. So sollte auch der Grundsatz 6 des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL), wonach die Landesflughäfen der Luftverkehrsnachfrage folgend entwickelt werden können, soweit diese mit den Grundsätzen der Nachhaltigkeit in Einklang steht, hinterfragt werden. Wie in der Verkehrspolitik allgemein sind nachfrageorientierte Ansätze längst überholt. Sie können nicht Grundlage der Luftverkehrspolitik sein. Im Interesse der vom Fluglärm betroffenen Bevölkerung, der dringend nötigen Reduktion der Treibhausgasemissionen und des Energiesparens ist ein Rahmen für das Flugverkehrsangebot zu setzen, der Notwendiges vom Luxus trennt. Mögliche Strategien der Luftverkehrspolitik könnten zum Beispiel sein: 1. Die für den Geschäftsverkehr notwendigen Flüge sind besser auf die drei Landesflughäfen und die benachbarten ausländischen Flughäfen zu verteilen. 2. Reine Tourismusflüge dürfen nur ausserhalb der lärmkritischen Zeiten auf unproblematischen An- und Abflugrouten abgewickelt werden. 3. Privatflüge der VIPs sind anzahlmässig zu beschränken, da sich diese aufgrund der Verkehrsprobleme auf der Strasse und der Schiene unkontrolliert entwickeln könnten. 4. Für Freizeitflüge sind Sperrzeiten (z. B. für Sonntag und Abendzeiten) einzuführen. 5. Zur Reduktion der aktuellen, zu hoch liegenden Flugverkehrsintensität, müssen alle Verkehrsträger ihre durch Treibhausgasemissionen verursachten externen Kosten decken. Eine international koordinierte Kerosinsteuer (Lenkungsabgabe) ist überfällig. Sie dürfte den Weltluftverkehr massiv einschränken.
Der Grossraum Zürich ist für eine grosse internationale Drehscheibe des Luftverkehrs als Heimmarkt zu klein und zudem als Standort viel zu eng. Die Branche „Transitflughafen“ stellt für die Metropole Zürich eine Offshore-Funktion mit bescheidener Wertschöpfung dar. Sie führt den Raum Zürich in die Abhängigkeit von einer volatilen, auf lange Sicht nicht zukunftsfähigen Branche: dem Massentourismus in der Luft.
Zürich ist die in Europa „am schlechtesten auf dem Schienenweg erreichbare Metropole“. Ihre Anbindung ans europäische Hochgeschwindigkeits-Schienennetz ist prioritär zu verbessern.