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Leider nicht mehr. Mögen noch vieler dieser Momente kommen.
Es sind bereits über vier Monate vergangen, seit Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angegriffen hat. Ebenso lange her ist auch der Angriff auf die ukrainische Schlangeninsel, dieser erfolgte am selben Tag.
Zur Einordnung: Die Schlangeninsel ist ein kleiner, flacher Felsen, rund 600 Meter lang und breit, sie liegt 70 Kilometer vor der ukrainischen Küste. Ihre geopolitische und militärische Bedeutung erlangt die Schlangeninsel durch die Tatsache, dass es im Schwarzen Meer kaum Inseln gibt. Und deshalb auch kaum Möglichkeiten, militärische Stützpunkte im Meer zu installieren.
Ausserdem ist die Lage der Insel strategisch relevant, sie liegt südlich von Odessa, der grössten ukrainischen Hafenstadt. ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh formuliert die Situation folgendermassen: «Wer die Seewege nach Odessa kontrollieren will, der braucht die Schlangeninsel.»
Aus diesem Grund beorderte Russland am 24. Februar das Flaggschiff seiner Schwarzmeerflotte, die Moskwa, zur Schlangeninsel. Begleitet von einigen weiteren Kriegsschiffen. Ziel: die ukrainische Insel einzunehmen. Vor Ort angekommen, entstand der inzwischen legendäre Funkaustausch. Auf Russisch hiess es:
Moskwa: «Schlangeninsel, ich, das russische Kriegsschiff, wiederhole das Angebot: Legt die Waffen nieder und ergebt euch oder ihr werdet bombardiert. Habt ihr mich verstanden?»
Roman Hrybov, ein ukrainischer Grenzsoldat: «Das war’s dann wohl. Oder sollen wir ihnen sagen, dass sie sich ficken sollen?»
Zweite Person: «Warum nicht?»
Roman Hrybov: «Russian warship, go fuck yourself.»
Wie «Vice» schreibt, wurden die letzten Momente, bevor der russische Angriff startete, von einem Soldaten live gestreamt. Dies führte dazu, dass der Vorfall auf der Schlangeninsel bald der ganzen Welt bekannt war. Der Funkspruch «Russian warship, go fuck yourself» symbolisierte über eine längere Zeit den Widerstand der ukrainischen Armee gegen Russland, es entstanden zahlreiche Memes, die auf Social Media die Runde machten. Geholfen hat dies den Männern auf der Insel aber nicht.
Noch am selben Tag gab Präsident Wolodymyr Selenskyj bekannt, dass sämtliche 13 Soldaten auf der Schlangeninsel ums Leben gekommen waren. Später wurde diese Information aber zunächst von russischer und dann auch von ukrainischer Seite widerlegt. Die ukrainischen Soldaten wurden gefangen genommen.
Nun kommt es zur grossen Wende. Wie Andri Jermak, der ukrainische Präsidialamtschef, auf Twitter schrieb, befänden sich keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel. «Unsere Streitkräfte haben einen grossartigen Job gemacht», jubelte Jermak. Diese Information wird von der russischen Armee bestätigt.
Allerdings sei der Rückzug freiwillig erfolgt, Russland wolle damit zeigen, dass es den Export von Getreide und landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine nicht behindere. Es sei ein Zeichen des guten Willens, sagte Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.
Welche Seite nun recht hat, ist derzeit noch unklar. Fakt ist, dass die ukrainische Armee die russische Besetzung auf der Schlangeninsel immer wieder angegriffen hat, das Kriegsschiff Moskwa wurde im April versenkt.
Durch den Rückzug der russischen Armee könnte nun auch der Hafen von Odessa wieder betrieben werden. Für ZDF-Reporter Hassanzadeh «der Herzmuskel der ukrainischen Wirtschaft».
Zigaretten nicht richtig ausgedrückt? Ukrainischer Angriff? War es Sabotage? Die Ursache für die gewaltigen Explosionen, die am Dienstag den russischen Luftwaffenstützpunkt Saki auf der Krim erschütterten, ist noch unklar. Während der Kreml versichert, dass es sich um einen Unfall handelt, bleibt Kiew unklar, ob es dafür verantwortlich ist.