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Es war eine stürmische Nacht am 14. Dezember 1991, als die Fähre nach rund 35 Std. Fahrt auf rauher See, nur mehr ca. 10 km vom Zielhafen in Safaga entfernt, auf das Riff auffuhr. Die Salem Express war bereits mit einer Stunde Verspätung in Jeddah ausgelaufen. Vielleicht wollte Kapitän Hassan Chalil Moro deswegen eine Abkürzung nehmen oder auch wegen den schlechten Wetterbedingungen, die sicher auch seinen Passagieren ziemlich zugesetzt haben dürften. Jedenfalls verließ das Schiff die normale Route und nahm den gefährlicheren, direkten Kurs auf Safaga, einer Route zwischen Riffen hindurch. Durch den Sturm dürfte die Fähre aber unbemerkt vom Kurs abgetrieben worden sein und fuhr auf das Riff Sha'ab Jean-Francois auf. Der Kapitän war zum Zeitpunkt des Unglücks nicht auf der Brücke.
Offenbar war man sich über die Tragweite der Beschädigungen am Schiff nicht im Klaren, da die Besatzung das Fährschiff wieder zurücksetzte und versuchte, die Fahrt in den nahen Hafen fort zu setzten. Es gab anfangs auch keine Information oder Warnung an die Passagiere. Bei der heftigen Kollision wurde der Bug deformiert und der Rumpf mehrere Meter aufgerissen. Auch die Bugklappe zum Fahrzeugdeck wurde teilweise aufgedrückt. Offenbar waren die Sicherheitsschotten im Schiffsrumpf nicht geschlossen worden und das Wasser drang ungehindert in das ganze Schiff vor. Innerhalb weniger Minuten wurde die Fähre von den eindringenden Wassermassen überflutet und sie versank unweit vom Kollisionsort bei Sha´ab Sheer.
Erst am nächsten Tag in den Morgenstunden des 16. Dez. lief eine zögerliche Rettungsaktion der ägyptischen Marine an, bei der nur mehr relativ wenige Schiffbrüchige gerettet werden konnten. Die meisten wurden von vorbeifahrenden Fischer- und Tauchbooten aufgenommen oder waren bereits an die Küste getrieben worden. Hilfeangebote ausländischer Schiffe wurden abgelehnt. Insgesamt gab es offiziell nur 178 Überlebende. Es waren auch kaum Rettungsboote oder Rettungsinseln der Salem Express während des Unglücks zu Wasser gelassen worden. Es sind auch noch immer Boote am Wrack befestigt. Auch die große Anzahl an Toten, die sich noch im Schiffsrumpf befinden, zeugen davon, dass es keine wirkliche Alarmierung oder nur eine völlig daneben gegangene Evakuierung des Schiffes gegeben hat.
Viele der Ägypter dürften auch Nichtschwimmer gewesen sein, die sich sicher scheuten, in das tosende, finstere Meer zu springen. Man berichtet auch, dass viele von Ihnen wieder nach unten in das Schiff liefen um zu beten und dabei den Tod fanden. Einige dürften aber auch in ihren Kabinen, tief unten im Schiffsrumpf, im Schlaf von den Wassermassen überrascht worden sein. Der Unglückskapitän ging ebenfalls mit der Salem Express unter.
Der Untergang der Salem Express gehört zu den weltweit schlimmsten Schiffskatastrophen. (Quelle: www.dpnd-tauchen.at)
Die Salem Express liegt heute etwa 1,5 Bootsstunden südöstlich von Safaga entfernt in einer Tiefe zwischen 11 und 32 Metern auf der Steuerbordseite.
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