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INTERVIEW MIT DOMMIN

Dommin ist eine Gothic Rock Band aus Amerika und haben im Januar 2010 ihr Album "Love Is Gone" veröffentlicht. Wir haben Kristofer Dommin zum Interview vor ihrem Auftritt im Volkshaus getroffen.
hitparade.ch: Euer erstes Album "Mend Your Misery" und die soeben veröffentlichte "Love Is Gone"-CD beinhalten beide den sehr beliebten "My Heart, My Hands" Song. Was brachte euch dazu, den Song noch einmal rauszubringen?
Kristofer: Ich denke bei "Love Is Gone" an unser erstes Album. "Mend Your Misery" war mehr eine unabhängige Demo. Für die Hälfte der Songs spielte ich sehr viel Gitarre, Bass und Keyboard. Das Album besteht aus zwei Sessions, welche 6 Monate auseinander liegen. Es wurden nur ungefähr 1000 CDs gepresst und es war nicht einfach eine zu bekommen. Ich wollte nicht, dass diese guten Songs einen obskuren Tod sterben.
hitparade.ch: Du sagst, dass du dich oft wie ein Märchen-Erzähler fühlst, welcher Geschichten über Liebe und Beziehungen erzählt. Sind diese Geschichten von deinem eigenen Leben oder die eines anderen?
Kristofer: Definitiv von meinem eigenen Leben. Ich kenne wirklich keine andere Art, wie ich sonst schreiben soll. Im Grunde genommen fühle ich mich genau deswegen wie ein Märchen-Erzähler, weil ich Musik für mich mache, solche Musik, die ich hören möchte. Ich rede nur über Sachen, die ich selber erlebt habe. Wenn ich bei einer Sache leidenschaftlich bin, kümmere ich mich auch darum. Wenn ich mich aber um etwas wirklich kümmere, ist viel mehr Leidenschaft dabei, und ich denke das kommt auch so rüber.
hitparade.ch: Du wurdest schon einmal mit der Band "Him" verglichen. Welche Bands haben dich in deinem Werdegang inspiriert?
Kristofer: Sicher hatte ich verschiedene Einflüsse, aber ich habe es nicht nötig, nach einer dieser Bands zu streben. Ich möchte der erste "Dommin" sein. Ich denke, die Einflüsse sind ziemlich offensichtlich. Ich bin ein grosser "Depeche Mode"-, "Typo"-, "Danzig"- und "Faith No More"-Fan. Ich höre oft alte Schnulzen-Musik. Ich habe alle Musikrichtungen gerne. Ich denke, dass alle ihren Weg in die Musik finden, aber ich strebe nicht danach in die Fussstapfen einer dieser Bands zu treten.
hitparade.ch: Ein Kritiker hat einmal gesagt, dass deine Stimme "sich hoch erhebt und tief schwingt". Hattest du Gesangsunterricht oder kommt das von Natur aus?
Kristofer: Nein, das einzige Training, das ich hatte, war, als wir mit dem Album gestartet haben. Ich hatte ein paar Probleme mit meinen Stimmbändern. Ich wollte zu einem Professionellen gehen, der mir sagt, was ich falsch mache. Da gab es definitiv ein paar Dinge, die ich falsch machte. Ich habe mich nie wirklich als einen guten Sänger angesehen. Als ich die Band gegründet habe, war das mehr eine Art Selbstständigkeits-Mission. Sogar auf meiner ersten Demo, ich hab dir vorhin davon erzählt, habe ich alles selber gespielt. Ich wollte mich nicht auf andere Leute verlassen müssen. Ich wollte mich nicht mit den Egos anderer Sänger rumschlagen müssen mit all dem anderen Ärger welcher das mit sich bringt. Für mich: Je kleiner, desto besser! Sogar als ich die Band-Mitglieder für Dommin ausgewählt habe, suchte ich nach Leuten mit dem gleichen Temperament, Leute die hart arbeiten und freundlich gestimmt sind. Das war wirklich einer der wichtigsten Kriterien, keine "Egos" zu haben.
hitparade.ch: Das führt uns in die nächste Frage… Deine Band entwickelte sich über ziemlich viele Jahre, während dem du immer wieder neue Mitglieder hinzugefügt hast. War es eine bewusste Entscheidung, mehr Mitglieder hinzuzufügen bis du zufrieden warst mit der Einteilung?
Kristofer: Du musst dich sicher auf andere Leute verlassen können, welche dir helfen die Musik live zu spielen. Es ist diese Art von Dingen, bei denen du ein paar verschiedene Leute und ein paar verschiedene Instrumente versuchst, bis du die richtigen gefunden hast. Ich hatte zwei Keyboard-Spieler und einen Bassist. Es geht nur darum, die richtige Passform zu finden.
hitparade.ch: Welche anderen Interessen neben der Musik hast du?
Kristofer: Die Musik benötigt so viel Zeit in meinem Leben, dass es schwierig ist, für etwas anderes Zeit zu finden. Aber ich interessiere mich für viele verschiedene Sachen. Es ist lustig, ich bin kein grossartiger Koch, aber ich liebe es kochen zu versuchen. Ich experimentiere gerne beim Kochen, um zu schauen, was daraus wird. Ich bin gut darin, fit zu bleiben, ich mache gerne alles, wobei man aktiv ist. Ich liebe es in all diese "Geheimtipp-Restaurants" zu gehen. Ich habe viele verschiedene Interessen, aber es ist im Moment sehr schwierig, Zeit dafür zu finden.
hitparade.ch: Bis jetzt hattest du viele grosse Auftritte in den Vereinigten Staaten. Zur Zeit tourst du durch Europa. Wie hat Europa auf deine Musik reagiert?
Kristofer: Ziemlich gut, ich analysiere das jetzt schon seit Anfang unserer Tour. Wir waren auch mit Lacuna Coil auf Tournee in den Staaten. Es scheint eine grössere Reaktion zu geben in den Staaten als hier. Es ist noch nicht viel, aber ich habe versucht, herauszufinden was der wirkliche Grund dafür ist. Ich denke die Leute hier stehen mehr auf Metal. In England sind die Leute ähnlich in den Staaten. Es scheint als wären Sie viel offener zu allen anderen Sachen. An bestimmten Orten dreht sich alles nur um Metal und wir sind keine wirkliche Metal-Band.
hitparade.ch: Was war bis jetzt deine beste Erfahrung hier drüben?
Kristofer: Die coolsten Erfahrungen für mich sind immer diejenigen mit den Fans. Obwohl viele Sachen auf Tour passieren. Es ist immer interessant, Leute zu sehen, die keine Ahnung haben, wer wir sind, und am Ende des Abends sind sie die grössten Fans überhaupt. Viel hat es auch damit zu tun, dass sie uns nicht nur sehen, wie wir live spielen, sondern dass wir auch nach der Show verfügbar sind und ihnen zuhören, wie sie reden und Geschichten erzählen. Auf diese Art habe ich Freunde auf der ganzen Welt gefunden. Ich denke, das ist der reizvollste Teil für mich. Es ist das, worum es bei dieser Musik geht. Es hat sehr viel zu tun mit Beziehungen mit anderen Leuten auf und neben der Bühne.
hitparade.ch: Du hast gesagt, dass alles eine Bedeutung hat. Das aktuelle Album "Love Is Gone" zeigt auf dem Frontcover eine weisse Rose, was "Unschuld" und "Reinheit" bedeutet. Was hat diese weisse Rose auszusagen?
Kristofer: Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Auf der einen Seite suchten wir nach etwas ästhetisch anziehendem. Wir verwenden oft Rosen. Leider werden wir für unsere Show heute Abend wahrscheinlich keine mehr finden, aber normalerweise verwenden wir auf der ganzen Bühne Rosen. Unser Symbol ist dieser Rosen-Totenschädel. Die Idee von "Love Is Gone“ ist, dass es die erste CD ist, die rauskommt, sozusagen das erste Kapitel der Geschichte ist. Und dieser Teil sagt aus, dass er keine reine Weste hat. Die Geschichte fängt an mit jemandem, der Sachen erlebt hat und eine Vergangenheit hatte. Auf gleicher Weise ist es die weisse Rose, die übrig geblieben ist. Die Unschuld wurde zurückgelassen. Es ist nicht eine Rose, die aufsteht und blüht. Es ist eine Rose, die übrig bleibt. Es ist die Reinheit und Unschuld, die übrig bleibt.
hitparade.ch: Wer hatte die Idee für eure Webseite "Dommin Nation"?
Kristofer: Ich denke es war Constantines und meine Idee. Wir spielten gerade auf der Xbox das Spiel "Call of Duty". Wir spielen es die ganze Zeit. Da hat es Ranglisten und vieles mehr. Wir sprachen gerade darüber, auch eine Art Rangliste oder so etwas auf Dommin Nation zu machen. Tatsächlich haben wir es nie so realisiert, wie wir es gerne gehabt hätten, aber wir haben den Namen behalten. Der Name funktioniert auf so viele Arten. Wir benutzen ihn für viele Sachen, zum Beispiel wenn wir jemanden einen Streich spielen, dann sagen wir dass er "Domminnated" wurde. Wir schreiben das dann irgendwo hin. Wir haben sogar schon darüber nachgedacht, Frauen-Slips mit der Aufschrift "Domminnated" zu machen. "Dommin Nation", "Domminnated", "Dominnized"… es wird zu einer eigenständigen Sache.
hitparade.ch: War es der Wunsch zu singen, deine eigenen Geschichten in Songtexten zu erzählen, kreativer "Auswuchs" oder was war es genau, was dich dazu brachte, Musiker zu werden?
Kristofer: Ich habe immer nur für mich Musik gemacht. Ich wollte nicht singen. Ich wollte Musik machen, die ich immer hören will und wollte mich nicht auf jemanden verlassen müssen, der das macht. Ich war in Bands, wollte aber immer diese Art von Musik machen. Ich bin da durchgegangen und schrieb diese Songtexte, von welchen ich denke, dass sie wirklich gut sind. Ich habe eine gute Idee… und dann will ich mir keine Sorgen machen über Leute ohne Talent, die dir sagen, was du tun sollst wie: „Ich weiss nicht, lass uns den Akkord oder diesen Akkord ändern". Deswegen habe ich entschieden, das nur für mich zu machen. Ich werde meine eigenen Songs machen, und mich wird es nicht kümmern wenn niemand diese hören will. Ich war immer sehr bescheiden, was die Musik angeht. Ich habe nie angenommen, dass Leute diese Musik mögen würde. Es war immer nur für mich. Ich denke, das hat mich dazu gebracht. Ganz am Anfang wollte ich immer sein wie Paul Stanley, jedoch mit einer richtigen Gitarre anstelle eines Tennisschlägers. Ganz im Ernst, nur ich wollte diese Songs machen, die aus mir rausgeflossen sind, ohne dass ich auch nur versucht habe darüber nachzudenken was ich gerade mache.
hitparade.ch: Als eine relativ neue Band mit einer grossen Zukunft vor euch, was sind ein paar eurer Ziele? Gibt es Aufführungsorte wovon ihr träumt aufzutreten?
Kristofer: Eins meiner Hauptziele ist es, mit unserer Show auf der Bühne viel theatralischer zu sein. Wenn du die Vorgruppe bist, hast du 30min Zeit. Du musst sehr schnell auf und von der Bühne. Wir tun, was wir können und dekorieren mit Rosen. Ich werde etwas mit Rosen machen. Ich könnte sie in die Menge hinauswerfen oder mit ihnen in der Hand die Gitarre zupfen. Ich mache einfach gerne Sachen, damit die Show so lebendig wie möglich wird. Denn wir haben nicht viel Zeit zur Verfügung. Ich habe viele Ideen für visuelle Effekte und Sachen, die ich hoffe eines Tages realisieren zu können. Ich hoffe, dass wir eines Tages die Gelegenheit haben an Orten zu spielenl, die gross genug sind und wo auch die Nachfrage gross genug ist, damit wir mit der Show machen können was wir wollen. Ich würde es lieben, einfach mich darin zu verbeissen und wild herumzuspielen mit den Möglichkeiten.
hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Was kennst du davon?
Ke$ha – Tik Tok
Kristofer: Ich kenne diesen Song. Er läuft im Radio die ganze verdammte Zeit. Sie macht etwas Cooles mit ihrer Stimme macht.
Lady Gaga – Bad Romance
Kristofer: Ich denke, jeder kennt das Lied. Ich denke tatsächlich, dass Lady Gaga sehr talentiert ist. Ich denke, die Leute haben die Schnauze voll von Popstars, die zusammengesetzt werden, und sie ist definitiv nicht jemand, die von einem Produzenten genommen und zu irgendetwas geformt wurde. Sie ist eine, die es auf ihre eigene Art macht. Für mich ist sie in vielen Hinsichten wie eine neue Madonna.
The Black Eyed Peas – Meet Me Halfway
Kristofer: Ich liebe das Video zu diesem Song.
Jay-Z + Alicia Keys – Empire State of Mind
Kristofer: Das kenne ich. Das läuft die ganze Zeit.
Rihanna – Russian Roulette
Kristofer: Ich mag Rihanna. Sie kommt sehr ehrlich rüber.
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