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Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam die moderne Wissenschaft mit dem Phänomen „Hypnose“ zum ersten Mal in Berührung. Bei Experimenten mit Magneten, welche er seinen Patienten auflegte, stellte der deutsche Arzt Franz Anton Mesmer (1734-1815) eine heilende Wirkung fest, welche zum Begriff „Mesmerisieren“ führte. Er schrieb den Magneten diese heilende Wirkung zu, obwohl die Ursache der Wirkung in den Suggestionen gegenüber dem Patienten zu suchen war.
Der Schottische Arzt James Braid (1795-1860) ignorierte die kritische Haltung der englischen Bevölkerung gegenüber der Mesmerisierung und begann mit eigenen Experimenten, in welchen er Patienten aufforderte, sich auf glänzende Objekte zu konzentrieren und sie so in den Zustand der Trance geleitete. Er prägte den Ausdruck des Neurohypnotismus, welcher später auf „Hypnose“ (in Anlehnung an das griechische Wort für Schlaf „hypnos“) gekürzt wurde. Braid stellte fest, dass beispielsweise das für Hypnotisanden typische Augenflattern nicht gespielt werden konnte. Er unternahm sogar Augenoperationen an hypnotisierten Patienten in einer Zeit, wo die medizinische Anästhesie noch in den Kinderschuhen steckte und eröffnete so länderübergreifende Diskussionen um das Thema Hypnose.
Ein weiterer schottischer Arzt, James Esdaile (1808-1859) war ein Pionier im Bereich der Schmerzbefreiung durch Hypnose. Der als Arzt und Chirurg in Indien arbeitende Esdaile dokumentierte knapp 300 schmerzfreie Operationen durch „Mesmerisierung“. Er beschrieb das „hypnotische Coma“ (auch Esdaile-Zustand genannt), in welchem trotz absoluter Bewegungslosigkeit und vollkommener Erhaltung des Bewusstseins eine vollständige Anästhesie eintritt.
In Frankreich forschte der Psychiater und Neurologe, Hippolyte Bernheim (1840-1919) anlässlich seiner Professur an der medizinischen Fakultät in Nancy weiter an den Theorien der Hypnose. Er vertrat die These, dass Hypnose als psychische Reaktion auf Suggestionen erfolge und nicht auf physische Auswirkungen von Magneten oder Metallen zurückzuführen sei. Bernheim sah im Unterbewusstsein die Verbindung vom Arzt zum Patienten, wenn eine Krankheit eingebildet war. Mit seiner suggestiven Therapeutik verhalf er seinen Patienten zu sofortigen Erfolgen. Bernheim befestigte zudem seine Theorie, dass mit wiederholter Unterbrechung der Hypnoseeinleitung bis nahe zum Wachbewusstsein durch Öffnen der Augen und sofortiger Weiterführung der Induktion durch erneutes Schliessen derselben, begleitet durch weitere Suggestionen, eine bessere und kontinuierliche Vertiefung der Hypnose möglich ist. Diese sogenannte "Fraktionierung" (auch bekannt als „Three trips to Bernheim“) ermöglicht auch schwieriger zu hypnotisierende Personen in eine tiefe Trance zu bringen.
Eine wesentliche Weiterentwicklung der Hypnose erfolgte in den USA durch den Psychiater und Psychologen Milton H. Erickson (1901-1980), welcher die permissive (indirekte) Hypnose beschrieb. Er entwickelte einen neuen Ansatz, welcher die Individualität des Patienten hervorhob und eine adaptive Form des Zugangs propagierte. Erickson stellte die positive Rolle des Unterbewusstseins und dessen unerschöpfliche Möglichkeiten der kreativen Selbstheilung in den Vordergrund.
Im Gegensatz zu Erickson befasste sich der US-amerikanische Hypnotiseur, Komponist, Musiker und Autor Dave Elman (1900-1967) mit dem Ansatz der autoritären Hypnose. Seine hypnotische Trance-Einleitung wurde als „Dave-Elman-Induktion“ weltbekannt, weil sie -verglichen mit der zeitintensiveren „erlaubenden“ Methode nach Erickson- bei den Hypnotisanden durch eine bestimmende Vorgehensweise innerhalb weniger Minuten, bei Blitzhypnosen innert weniger Sekunden, zu einem somnambulen (hypnotischen) Zustand führt.
Die Hypnose-Einleitung und die Therapien nach Dave Elman wurde in den letzten Jahrzehnten durch Gerald F. Kein, dem Begründer des 1979 etablierten Omni Hypnosis Training Centers in Deland, Florida, USA weiter verfeinert und ist Grundlage für heutige Therapieansätze.