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Der erfahrene Architekt Karl Higi schuf in Fischenthal eine kleine, klug konzipierte Kirche. Unter allen seinen Sakralbauten ist sie es, die im Lauf der Zeit am wenigsten Veränderungen erfuhr, weshalb sie als diejenige Kirche gilt, die Karl Higis Intention am klarsten veranschaulicht.
|Patrozinium||Hl. Gallus|
|Baujahr||1971|
|Architekt||Karl Higi|
|Pfarreigrösse||2'300|
|Politische Gemeinde
||Bäretswil, Bauma, Fischenthal|
Geschichte
Die Katholiken, die sich im Tösstal ab der Mitte des 19. Jahrhunderts niederliessen, wurden zunächst von den Kapuziner-Patres aus Rapperswil und ab den 1880er Jahren von den Geistlichen aus Wald betreut. Ab 1911 wurde Bauma für Fischenthal zuständig.
Während des 2. Weltkriegs gerieten zehntausende polnischer Soldaten, die mit und für Frankreich gegen Deutschland gekämpft hatten, an die Schweizer Grenze und wurden interniert, u.a. auch in Bäretswil und Fischenthal. Da die polnischen Soldaten fast ausschliesslich katholisch waren, wurden für sie regelmässige Gottesdienste abgehalten, die auch von der katholischen Bevölkerung mitgefeiert wurden.
Am 18. März 1949 gründete der Pfarrer von Bauma die römisch-katholische Kirchenstiftung Fischenthal, welche am 30. Dezember 1949 im unteren Schmittenbach eine Liegenschaft kaufte. Der Pfarrer von Bauma baute die Liegenschaft zu einem Altersheim für 15 Bewohner um. 1959-1960 wurde auf dem unteren Teil des Grundstückes ein Pfarrhaus errichtet.
Dank der ab 1964 fliessenden Steuergelder konnte 1970-1971 die Kirche St. Gallus nach Plänen von Karl Higi erbaut werden. Sie erhielt den Hl. Gallus zum Kirchenpatron, da diesem auch die mittelalterliche Kirche von Fischenthal geweiht gewesen war. Am 3. Oktober 1971 weihte Bischof Johannes Vonderach die Galluskirche feierlich ein.
Architektur & Kunst
Karl Higi hat der Kirche St. Gallus bewusst einen äusserlich zurückhaltenden Gestus verliehen, der durch das ansteigende Pultdach und die im Giebel statt in einem Turm eingelassenen Glockenstube noch verstärkt wird. Überraschend für den Besucher ist dann die Innengestaltung: Unverputzte Wände und der Klinkerboden verleihen dem Gotteshaus einen sauberen und klaren Charakter. Als Gegenpart dazu wurde das Pultdach mit hellem Holz verkleidet. Es enthält ein dreieckiges Dachfenster, das auf die Trinität verweist und gedämpftes Licht in den Kirchenraum einfallen lässt. Anders als in den meisten Kirchen ist der Altarraum nicht durch Stufen erhöht, sodass – ganz im Geist des II. Vatikanums – die Ebenbürtigkeit von Volk und Klerus Ausdruck findet. Die bleigefassten, monochromen Kirchenfenster sowie der Tabernakel wurden von Paul Stöckli gestaltet, ebenso wie die Weihwasserbecken und Apostelkreuze. Die Orgel aus dem Jahr 1971 stammt von der Firma Späth.