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Herzinfarkt: Gesunde Ernährung kann Gene besiegen
Die meisten Herzinfarkte lassen sich durch eine gesunde Lebensweise vermeiden. Dies trifft einer Studie in PLoS Medicine (2011; 9: e1001106) zufolge auch für jene Menschen zu, die ein genetisch erhöhtes Risiko haben.
In den letzten Jahren haben mehrere Studien auf Genvarianten (SNP) auf dem Chromosom 9p21 hingewiesen, deren Träger ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko haben. Die Risikogene sind in der kaukasischen Bevölkerung stark verbreitet, so dass sich ein Fünftel der Herzinfarkte (bei den „early-onset“-Infarkten sogar fast ein Drittel) auf die Genvarianten zurückführen lassen. Dies ändert nach Ansicht der Forscher der INTERHEART-Studie nichts daran, dass die meisten Herzinfarkte sich durch eine gesunde Lebensweise vermeiden lassen.
Die INTERHEART-Studie ist eine internationale Fall-Kontroll-Studie, die in 52 Ländern etwa 15.000 Infarktpatienten mit einer gleich großen Zahl gesunder Kontrollen verglichen hatte. Die 2004 im Lancet publizierten Ergebnisse zeigten, dass neun modifizierbare Risikofaktoren für 90 Prozent aller Infarkte verantwortlich sind, sprich bei einer gesunden Lebensweise vermeidbar wären.
Jetzt hat die Gruppe um Sonia Anand von der McMaster University in Hamilton/Ontario die SNP auf dem Chromosom 9p21bei 8.114 Teilnehmern der INTERHEARTStudie bestimmt und die Ergebnisse in die Risikobewertung einfließen lassen. Die Forscher konnten das genetische Risiko auch in der INTERHEART-Kohorte nachweisen. Es fiel allerdings schwächer aus, als die Auswirkungen eines ungesunden Lebensstils. Bereits eine ausgewogene Ernährung kann die negativen Auswirkungen auffangen. Menschen, die viel Obst, Gemüse und Beeren verzehrten, waren auch bei einem erhöhten genetischen Risiko nicht vermehrt infarktgefährdet.
Die Ergebnisse konnten an einer weiteren Kohorte, der FINRISK-Studie aus Finnland, bestätigt werden. Beide Studien zeigen aber auch, dass Menschen mit genetischem Risiko und einer ungesunden Ernährung (viel Fleisch, Salz und Fette) ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko haben.
Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
DVG-informiert Dezember 2011, © rme/aerzteblatt.de
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