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Im Norden Beruhigung - im Süden weiterhin sonnig
Heute waren die Schauer im Flachland der Alpennordseite nicht mehr sehr zahlreich, tagsüber gab es sogar einige sonnige Abschnitte. Am Abend nahm die Bewölkung infolge einer aus Westen vorstossenden Warmfront wieder zu. Am Alpennordhang ging der Nordstau fast nahtlos in die Bewölkung der Warmfront über. Im Süden sorgte der Nordwind erneut für einen sonnigen und mit bis 16 Grad auch deutlich wärmeren Tag als im Norden.
Bodenfrost, Schneeschauer, aber sonnige auch Abschnitte im Mittelland
Heute Montag lag die Schweiz zuerst im Zustrom von kalter Polarluft aus Nordwesten. Sie verursachte besonders am Alpennordhang noch einige Schneeschauer. Im Mittelland traten Niederschläge tagsüber nur noch selten auf, und es kam zu grösseren Aufhellungen. Vor einem neuen Tief über der Nordsee näherte sich von Frankreich her etwas weniger kalte Luft der Alpennordseite. Wie beim Zustrom von wärmeren Luftmassen oft zu beobachten, zogen im Laufe des Tages hohe Wolkenfelder auf und bis Redaktionsschluss gab es im Jura und Mittelland etwas Niederschlag. Da die Nacht auf den heutigen Montag im Flachland der Alpennordseite teilweise klar war, wurden in 5 cm Höhe über dem Erdboden verbreitet Temperaturen unter dem Gefrierpunkt beobachtet, es herrschte also mit durchschnittlichen Tiefstwerten von -2 Grad schwacher bis mässiger Bodenfrost.
Später Schneefall gestern im östlichen Mittelland, letztmals späterer Termin vor mehr als 30 Jahren - weiterhin viel Sonne im Süden
Die gegenwärtige Kälte und die tiefe Schneefallgrenze auf der Alpennordseite sind für Ende April ein seltenes Ereignis. Letztmals später weiss wurde es im östlichen Mittelland am 27. April 1985, damals lagen am Zürichberg sogar einige Zentimeter Schnee. Dank den nordwestlichen Höhenwinden war die Alpensüdseite einmal mehr wetterbegünstigt. Bei praktisch voller Besonnung stieg dort die Temperatur am Nachmittag auf maximal 16 Grad.
Vor genau 44 Jahren: Aussergewöhlicher Bisensturm in der Westschweiz
Heute vor genau 44 Jahren, am 25. April 1972, blies in der Westschweiz die Bise in seltener Heftigkeit. Dabei wurden einige Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Im Kanton Waadt fällte der kalte Nordostwind 170000 Kubikmeter Wald, besonders betroffen war die Gegend nördlich von Lausanne im Gebiet des Jorat und das Valleé de Joux.
Windmessungen waren damals nur an wenigen Orten vorhanden, zumeist nicht im freien Feld, sondern auf Gebäudedächern, so dass die Werte nur bedingt mit heute zu vergleichen sind. Lausanne mass damals Böen von 105 km/h, in Genf wurden auf dem Flughafen Cointrin sogar 107 km/h aufgezeichnet. Noch stärker soll der Sturm in Neuchâtel gewesen sein, dort blieb der Windmesser bei maximal 130 km/h stehen.
Es kam in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts oft vor, dass in Neuchâtel Windböen von 120 bis 150 km/h bei verschiedenen Windrichtungen registriert werden konnten. Seit den 80er Jahren, als einheitliche Messbedingungen eingeführt wurden, kamen solche hohen Werte in Neuchâtel kaum mehr vor, so dass der genannte Wert von 130 km/h vom 25. April 1972 mit grösster Wahrscheinlichkeit zu hoch ist. Immerhin kann aber doch angenommen werden, dass im Westschweizer Mittelland Böenspitzen im Bereich von 100 bis 110 km/h gelegen haben müssen, denn die mittlere Windgeschwindigkeit in 800 Metern über Grund, ermittelt vom Meteorologen Max Bouet anhand der Bewegung von Wolkenschatten, lag bei 120 km/h.
Bei sehr labilen Luftschichten entspricht die mittlere Windgeschwindigkeit in etwa 1000 Meter über Grund der Böenspitze in Bodennähe. Da die atmosphärische Schichtung an diesem Tag recht labil war, sind die gemessen 105 km/h in Lausanne und die 107 km/h in Genf als realistisch anzusehen.
Der Weststurm Lothar im Jahr 1999 fegte mit Spitzenböen von rund 110 bis 130 km/h durch das Waadtländer Mittelland. Er fällte im Kanton Waadt 700000 Kubikmeter Wald, obwohl dieser Sturm nur eine Stunde dauerte.
Somit kann man wohl annehmen, dass die Bise am 25. April 1972 wohl über 100 km/h erreichte, denn bei einer Bise von 80-90 km/h entstehen nur geringe Schäden. Anderseits dürften 110 km/h kaum überschritten worden sein. Denn bei Windböen von 120 km/h, wie sie beim Südwestwind im Jahr 1999 gemessen wurden, welcher zudem die Hauptsturmrichtung darstellt, und damit die Wälder besser daran angepasst sind als an die Nordostwinde, die Schäden weit höher waren als beim Bisensturm 1972.