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G. K. Chesterton, britischer Literat von Weltrang, fesselt in diesen Tagen meinen Geist. Wie anregend er ist, merke ich daran, wie oft ich meiner Frau einzelne Highlights erzählte.
Seine beiden Werke „Orthodoxy“ und „Herectics“ sind beide (hier und hier) kostenlos für den Kindle erhältlich. Die Papierversionen sind für unter 10 Euro zu erstehen. Zur Einstimmung lese man die Leserrückmeldungen auf Amazon. Ich beherzige insbesondere den einen Tipp: Die Freude steigt bei mehrmaligem Lesen. Und ich füge als Schnell- und Vielleser hinzu: Nicht hasten bei solchen Büchern.
Hanswilhelm Haefs, Übersetzer von Chestertons weltberühmten Father Brown Geschichten (die es auf deutsch auch als Hörbuch gibt), hat hier u. a. eine biografisch-thematische Skizze verfasst. Über Chestertons Übertritt zum Katholizismus schreibt er:
Ich bedauere, außerstande zu sein, der neugierigen Öffentlichkeit als die wahre Ursache meiner tragischen Veranlagung einen finsteren, brutalen Vater vorzuführen oder eine blasse, halbvergiftete Mutter, deren selbstmörderische Instinkte mich mit dem Fluch der Versuchungen des künstlerischen Temperamentes beladen haben. Es tut mir leid, dass sich in unserer Ahnenreihe nichts Rassigeres findet als ein entfernter, einigermaßen unbemittelter Onkel, und dass ich einer Pflicht nicht genügen kann, die mir als modernem Menschen eigentlich obläge: jeden zu verfluchen, der mich zu dem gemacht hat, was ich bin. Zwar weiß ich nicht genau, was ich nun eigentlich bin, aber es scheint mir ziemlich sicher, dass das meiste davon auf meine eigenen Kosten geht.