Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03353.jsonl.gz/2842

Laut Zahlen des Atlantic Council
beschäftigen sich rund 90% der Zentralbanken weltweit mit der Frage der Einführung von digitalen Landeswährungen. 11 der 152 Länder, die der Council verfolgt, haben den aktuellsten Zahlen zufolge bereits digitale Währungen eingeführt, in 15 weiteren sind Pilotversuche im Gang.
Einer der Knackpunkte für digitale Währungen ist, dass man sie wie traditionelle Währungen auch im internationalen Zahlungsverkehr verwenden können muss. Das Finanz-Kommunikationsnetzwerk Swift erklärt nun nach einem 8 Monate langen Test, dass dies über eine zentrale Plattform möglich wäre, welche die einzelnen Digitalwährungen der Zentralbanken ("Central Bank Digital Currencies", CBDCs) untereinander verbinden könnte. Am Test haben sich die Zentralbanken von Deutschland und Frankreich sowie einige grosse private Finanzunternehmen, darunter auch die UBS, beteiligt.
Eine zentralisierte Plattform hätte den Vorteil, dass die Landesbanken nicht tausende von Verbindungen bauen müssten, um sich einzeln untereinander zu vernetzen. Dies würde auch die technologische Komplexität der Vernetzung stark vermindern, die Effizienz erhöhen und die Gefahr von Netzwerkausfällen verringern.
Im Rahmen des Pilottests konnten laut Swift erfolgreich Transaktionen zwischen unterschiedlichen CDBCs ausgeführt werden, die Distributed-Ledger-Technologien auf der Basis von Quorum oder Corda verwenden. Auch Transaktionen zwischen CDBCs und traditionellen Währungen seien möglich gewesen. In einem parallelen Test wurden über die gleiche Infrastruktur auch digitale Tokens gehandelt.
Nun wollen die 14 beteiligten Finanzinstitute nächstes Jahr weitere, erweiterte Testreihen durchführen, um das System für einen realen Einsatz fit zu machen.