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Welt-TierschutztagDer Welt-Tierschutztag am 4. Oktober hat einen christlichen
Hintergrund. Er steht im Zeichen von Franz von Assisi.
Für Franz von Assisi (geboren 1181/82) waren Tiere wie Brüder und Schwestern der Menschen. Bis zu seinem Tod 1226 verkündete Franz von Assisi diesen Einheitsgedanken der Schöpfung. 1228 wurde er heilig gesprochen. Der Welt-Tierschutztag am 4. Oktober ist in seinem Sinn somit der Tag, der auf die umfassende Bedeutung der Tiere für die Schöpfung sowie deren Leiden aufmerksam machen soll. In der Bibel selbst finden wir keine konkreten Anweisungen, wie wir mit Tieren umgehen sollen. Doch im Schöpfungsbericht (Genesis 1) wird das Verhältnis von Mensch und Tier grundsätzlich bestimmt. Die Menschen und Tiere werden auf die gleiche Weise erschaffen: Am fünften Tag schuf Gott alle Tiere im Wasser und in der Luft, am sechsten Tag schuf er die Tiere auf der Erde und die Menschen. Damit wird die enge Verbindung von Mensch und Tier betont. Diese enge Verbindung von Mensch und Tier wird durch einen Leitsatz Gottes in Genesis 1,26 näher charakterisiert. Er lautet: «Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich. Und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen.» Entscheidend für das Verständnis dieses Verses ist die Auslegung von «herrschen über». Sie wurde im Laufe der Geschichte immer wieder verschieden ausgelegt. Bedrohlich für die Tiere ist es, wenn «herrschen über» im Sinne von «beherrschen» verstanden wird. Dann zählen letztlich nur die Interessen der Menschen. Dies führt in der Folge schnell zu Missbrauch und Ausbeutung der Tiere. Im Hebräischen wurde des Wort «herrschen über» jedoch auch für einen König verwendet, dem das Wohl seines Volkes am Herzen liegt. Es sollte deshalb in Bezug auf die Tiere mit «verantwortungsvoll sorgen» übersetzt werden. Dies umso mehr, als «herrschen über» im vorliegenden Vers in einen direkten Zusammenhang mit dem Menschen im «Bild Gottes» gesetzt wird. Für Franz von Assisi galten alle Lebewesen als gleichwertig von Gott geschaffen und damit schützenswert: «Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir. Alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.» Die Berner Theologin Agathe Zinsstag betont deshalb, dass guter Tierschutz auf dem Bewusstsein von Mitgeschöpflichkeit basieren sollte: «Wenn ich im Wissen lebe, alles um mich her, die Gestirne, Steine, Pflanzen und Tiere sind genauso ein Geschöpf Got tes wie ich, dann kann ich nicht andere Lebewesen zu meinen egoistischen Interessen ausbeuten. Ich entwickle dann eine tiefe Liebe zum Lebendigen in allem Geschaffenen. » Der Welt-Tierschutztag erinnert somit auch an eine grundsätzliche Schöpfungsverantwortung aller Christinnen und Christen.
Pfr. Andrea Marco Bianca
Reserveabbau
Eine der schönsten biblischen Geschich ten ist jene von Josef, wie er dem Pharao dessen Träume von den sieben fetten und mageren Kühen deutet. Eindrucksvoll, wie Josef, der dazu aus dem Kerker geholt wird, die Reservebildung anregt, damit man in den mageren Jahren dann von dieser
leben kann. Ganz so dramatisch steht es um die Finanzen der Reformierten Kirchgemeinde Küsnacht glück licherweise nicht. Allerdings zwingt ein geändertes Umfeld zur An passung der Prioritäten.
Der neue Finanzausgleich innerhalb der Reformierten Kirche des Kantons Zürich for dert einen wesentlich stärkeren Solidarbeitrag unserer Kirchgemeinde.Praktisch bedeutet dies, dass wir nächs tes Jahr bei unverändertem Kirchensteuersatz von 6 Prozent wiederum ein massives Defizit vorschlagen werden, das aus Eigenmitteln gedeckt werden muss. Dieser Reserveabbau ist neben bereits vorgenommenen An passungen im Personal- und Sachaufwand notwendig. Dabei versucht die Kirchen pflege weiterhin, ein für Küsnacht gewünschtes Angebot an kirchlichen Diensten aufrechtzuerhalten. Mittelfristig (ab Budgetjahr 2013) wird eine Anpassung unseres rekordtiefen Kirchensteuersatzes unumgänglich sein. Ich erinnere daran, dass er weit vom kantonalen Maximalsteuersatz (14 Prozent), aber auch von den Werten unserer Nachbargemeinden entfernt ist. Nach der Traumgeschichte folgt übrigens bei Josef die Versöhnung mit seinen Brüdern.
Gerhard Hubmann