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Autor: frank stettler
Die Premiere auf der ganz grossen Motocross-Bühne verlief für Alain Schafer zufriedenstellend. Mit den Rängen 8 und 13 konnte der Freiburger anlässlich der letzten beiden WM-Läufen dieser Saison zwar nicht vollends mit den Top-Cracks mithalten, für einen Platz im Mittelfeld reichten die Leistungen aber allemal. «Ich habe vor dem Start schon einen gewissen Druck verspürt», sagt Schafer, der bis anhin auf internationaler Ebene an EM-Rennen teilgenommen hatte. «Das Tempo im Feld zwischen den Rängen 3 bis 15 ist praktisch identisch, was das Überholen ziemlich schwierig macht.» Umso wichtiger ist ein guter Start. Doch genau in dieser Domäne sündigte der Freiburger. «Trotzdem durfte ich feststellen, dass ich eine gute Grundgeschwindigkeit im Vergleich zu der Konkurrenz hatte.»
Alain Schafer startete in der Kategorie der MX3. Dies ist die Nachfolgeklasse der 500 ccm. Sie ist so etwas wie die 3. Liga im Motocross, nach der MX1- und der MX2-Kategorie (450 ccm beziehungsweise 125 ccm). Im Gegensatz zu den beiden Top-Klassen, in welcher Werksfahrer an den Start gehen, ist die MX3-Kategorie für private Teams geeignet.
Aus der Liebe zum Sport
«Klar würde ich in der kommenden Saison gerne vermehrt an WM-Läufen an den Start gehen, doch so einfach ist dies für mich nicht», erklärt Alain Schafer. «Die Auslandsreisen sind mit erheblichen Spesen verbunden und es gibt praktisch keine Preisgelder zu gewinnen.» Aus der Liebe zum Sport und um weitere Fortschritte zu erzielen, wird er dennoch nichts unversucht lassen, weitere WM-Luft schnuppern zu können.
Das primäre Ziel ist und bleibt für den Freiburger jedoch die nationale Meisterschaft. In dieser ist Alain Schafer gut positioniert. In der Open-Kategorie belegt er vier Läufe vor Saisonende den zweiten Rang mit 13 Punkten Rückstand auf den weiteren, erfahreneren Freiburger Grégory Wicht, der seinerseits in Lacapelle Marvial Vierter und Achter geworden war. «13 Zähler Rückstand können viel und wenig zugleich sein», so Schafer. Ein Sieg ergibt 25 Punkte.
Noch stehen die Rennen in Roggenburg am kommenden Wochenende und in Vieux-Prés aus. «Ich mag beide Kurse, meine Chancen sind intakt.» Im Duell gegen Titelverteidiger Wicht geht es nicht nur gegen einen Konkurrenten, sondern auch gegen einen Freund. «Wir trainieren jede Woche gemeinsam und spornen uns gegenseitig zu immer besseren Leistungen an», weiss Alain Wicht, der – nachdem er in der letzten Saison den Schweizer Meistertitel in der Klasse der 125 ccm geholt hatte – in die Open-Kategorie aufgestiegen ist. «Die Umstellung war nicht sonderlich gross. Bis auf die Motorräder blieb vieles gleich. Der Unterschied ist nicht wie Tag und Nacht.»
Projekt Motocross-Schule
Zusammen mit Wicht betreibt Schafer zudem einmal pro Woche eine Motocross-Schule für den Nachwuchs. «Dieses Projekt wollen wir vorantreiben, die Strukturen verbessern. Aber es beansprucht viel Zeit neben dem bereits aufwendigen Training», sagt Alain Schafer, der neben dem Motocross ein Teilzeitpensum im Gartenmaschinen-Geschäft seines Vaters absolviert.
Das Hauptgeschäft von Alain Schafer bleibt trotz der Premiere auf WM-Niveau die Schweizer Meisterschaft.Bild Jean-Jacques Robert/a
Zur Person
Schweizer Meister und «Fahrlehrer»
Als 8-Jähriger sass der heute 23 Jahre alte Alain Schafer zum ersten Mal auf einem Motorrad. Seinen grössten Erfolg feierte der Stadtfreiburger (Schönberg) vergangene Saison, als er Schweizer Meister der 125er-Klasse wurde. Zusammen mit dem weiteren Freiburger Spitzenfahrer Grégory Wicht betreibt Schafer im Nebenamt eine Motocross-Schule. fs
Zur Person
Titel zweizeilig
Der 23 Jahre alte Alain Schafer aus