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Sieben Jahre nach seinem Rücktritt ist aus dem Velorennfahrer Franco Marvulli ein begeisterter Läufer geworden. Manche seiner Projekte sind ziemlich abenteuerlich.
Als Bahnfahrer wurde er viermal Weltmeister, fünfmal Europameister und gewann an den Olympischen Spielen 2004 zusammen mit Bruno Risi die Silbermedaille im Madison. Nach mehr als 30 Siegen bei Sechstagerennen trat Franco Marvulli 2014 vom Radsport zurück, gründete eine eigene Firma (Go on Projects) – und begann zu laufen. Hobbymässig zwar, aber doch engagiert. Mittlerweile nimmt er jedes Jahr an Wettkämpfen teil, hat schon Bergmarathons und den legendären 100-km-Lauf in Biel bewältigt.
«Ich bin aber noch nie wirklich auf Zeit gelaufen», sagt er. Das glaube ihm, dem einstigen Spitzensportler, zwar kaum jemand. Meistens aber habe er beim Laufen eine Kamera mit dabei. «Und wenn ich ein schönes Sujet sehe, mache ich Halt und fotografiere es.»
Natürlich könnte er versuchen, einen Marathon in einer Zeit unter 3 Stunden zu finishen, wie es andere ehemalige Radprofis vor ihm getan haben. Und er würde es wahrscheinlich auch schaffen, obwohl er mit seinen 192 cm und 88 Kilo eher einem Schwinger ähnelt als einem Langstreckenläufer. Aber zu Fuss ist für ihn der Weg das Ziel. Seinen ersten Marathon lief er in beschaulichen 4:30 Stunden.
Laufend um die 50 grössten Schweizer Seen
Erlebnis und Abenteuer stehen für Marvulli stets im Vordergrund. Zu seinem 40. Geburtstag schenkte er sich den legendären Marathon in Athen. In der Silvesternacht 2019 absolvierte er den Zürcher Neujahrs-Marathon (Bild). Und einmal lief er von seinem Wohnort Alten nach Zürich, um einen Express-Brief zu überreichen. Als er wieder daheim war, hatte er 43 Kilometer abgespult. Solche Dinge gefallen ihm. Ein wenig verrückt darf es sein, muss es sein.
So hat er jüngst beschlossen, alle Läufe, bei denen er als Speaker tätig ist, auf der Originalstrecke abzulaufen. Mit der Originalstrecke nimmt er es aber nicht so genau. Als er den Halbmarathon um den Hallwilersee in Angriff nahm, hat er gleich noch den Baldeggersee angehängt. Und dabei beschlossen, die 50 grössten Seen in der Schweiz laufend zu umrunden. «Etwa 20 habe ich nun schon», erzählt Marvulli nicht ohne Stolz. Ein Zeitziel hat er sich – wen wunderts – nicht gesteckt. Die Umrundung der grössten Seen (Bodensee, Genfersee und Vierwaldstättersee) kann er sich auch gut in mehreren Etappen mit der Familie vorstellen, «mit Zelt und Lagerfeuer».