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self; work; everyday life; modernity; middle classes; consumerism; gender; ego documents
Bänziger Peter-Paul (ed.) (2017), Histories of Productivity. Genealogical Perspectives on the Body and Modern Economy
, Routledge, New York.
Bänziger Peter-Paul (2016), What makes people work. Establishing emotional attachments to the workplace in post-WWII Western Germany, in Schmidt Anne (ed.), Mohr Siebeck, Tübingen, 41-57.
Bänziger Peter-Paul (2015), Jenseits der Bürgerlichkeit. Tagebuch schreiben in den Konsum- und Arbeitsgesellschaften des 20. Jahrhunderts, in Steuwer Janosch (ed.), Wallstein, Göttingen, 186-206.
Bänziger Peter-Paul (2015), Von der Arbeits- zur Konsumgesellschaft? Kritik eines Leitmotivs der deutschsprachigen Zeitgeschichtsschreibung, in Zeithistorische Forschungen
, 12(1), 11-38.
Bänziger Peter-Paul, Materialism is a very comfortable thing, one can't say yes or no at once. Arbeit und Konsum als Leitvorstellungen in Tagebüchern um 1930 und 1960, in Dietz Bernhard (ed.), De Gruyter Oldenbourg, Berlin, n.a.-n.a..
Der betriebsame Mensch. Eine Geschichte des modernen Selbst, ca. 1860-1940.L'homme industrieux. Une histoire du soi moderne, env. 1860-1940.The Busy Subject. A History of the Modern Self, c. 1860-1940.Welche spezifischen Figurationen des Selbst lassen sich in den Jahrzehnten um 1900 erkennen? In welchem Verhältnis standen sie zu älteren »Subjektkulturen«, insbesondere zum bürgerlichen Selbst des 18. und 19. Jahrhunderts? In welchen Kontexten tauchten sie auf und wann verschwanden sie allenfalls wieder? Das sind die zentralen Fragen, denen das Projekt nachgeht.Dabei geht es von zwei Thesen aus: Erstens sollte die Moderne explizit als Epoche der Konsum- und Arbeitsgesellschaft betrachtet werden. Das Konzept der Konsum- und Arbeitsgesellschaft erlaubt es, nach den grundlegenden Veränderungen zu fragen, die das "lange" 20. Jahrhundert von der (bürgerlich geprägten) Industrialisierungszeit unterscheiden: Je spezifische Arrangements von konsum- und arbeitsgesellschaftlichen Identitätsangeboten sind bis heute grundlegend für die Selbstverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten geblieben. Zweitens lässt sich das moderne Selbst als "betriebsames genauer fassen: Bereits im 18. Jahrhundert hatte "Betrieb" gleichermassen für kaufmännische oder gewerbliche Unternehmungen wie für lebhaftes Treiben gestanden. AutorInnen des frühen 20. Jahrhunderts wie Siegfried Kracauer und Martin Kesse verwendeten den Begriff "Betriebsamkeit" dann zur Beschreibung des modernen Alltags insgesamt: In ihren und vielen anderen zeitgenössischen Texten erscheint der betriebsame Mensch als gleichermassen konsum- und arbeitsgesellschaftlicher. Zugleich stellte der Betrieb als räumliche und soziale Institution den zentralen Bezugspunkt für die Behandlung der sozialen Frage in den zeitgenössischen Gemeinschafts- und Ordnungsdiskursen dar. Über ihn sollten Arbeit und Freizeit - und damit auch Konsum und Familienleben - in geordnete Bahnen gelenkt werden. Damit übernahm der Betrieb jene Rolle eines Kristallisationspunktes zentraler Debatten, die der Fabrik in der Industrialisierungszeit zukam und die heute möglicherweise das Unternehmen spielt.Das Forschungsprojekt untersucht die Geschichte dieses betriebsamen Menschen anhand eines aus zwei Teilen bestehenden Quellenkorpus aus dem Zeitraum zwischen den 1860er und 1930er Jahren. Durch die Auswertung illustrierter Zeitschriften soll erstens das diskursive Umfeld genauer beschrieben werden. Indem zugleich rund 100 Tagebücher aus dem gesamten Untersuchungszeitraum analysiert werden, wird zweitens gefragt, inwiefern sich die Betriebsamkeit auch in den Selbstthematisierungen junger Menschen aus jener Zeit finden lässt. Methodisch stützt sich das Projekt auf eine durch medientheoretische und wissensgeschichtliche Überlegungen ergänzte Diskursanalyse.