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In den letzten zwei Jahrzehnten kam es zu einer starken Zunahme der Geschwindigkeit, des Ausmasses und der Reichweite der Urbanisierung, die den Charakter der städtischen Gebiete grundlegend veränderte. Durch die Überwindung der verschiedenen physischen Grenzen, politischen Zuständigkeiten und gesellschaftlichen Bereichen ist die Urbanisierung zu einem planetenweiten Phänomen geworden. Obwohl oft angenommen wird, dass dieses Phänomen unweigerlich zu uniformen und undifferenzierten Städten führe, zeigt sich, dass es auch zu überraschenden Formen der Differenz, Diversität und Variation innerhalb und zwischen städtischen Gebieten führt. Diese gleichzeitige Vermehrung und Diversifizierung städtischer Formen hat bedeutende Konsequenzen für die Stadtplanung und Stadtgestaltung. In erster Linie erfordert sie einen flexibleren konzeptuellen Rahmen, der die Prozesse der planetenweiten Urbanisierung erfassen kann und doch gegenüber den diversifizierenden lokalen Erscheinungsformen empfänglich bleibt. Während viele städtebauliche Studien ganz spezifische Fälle in dieser sich anbahnenden Situation untersucht haben, fehlt es bisher noch an einem vergleichenden, synoptischen Ansatz, der sowohl die globalen als auch die lokalen Dimensionen erfasst.
Das Future Cities Laboratory Module V: Urban Sociology suchte, diesen Mangel zu beheben. Es analysierte nicht nur die Entstehung neuer urbaner Formen, sondern arbeitete die Prozesse der Urbanisierung aus, um zu erklären, wie sich allgemeine Tendenzen an spezifischen Orten konkretisieren. Methodisch baute das Modul auf vergleichende Analysen von Mustern und Wegen der Urbanisierungn auf. Neun Metropolregionen wurden als Fallstudien untersucht: Tokio, Hongkong/Pearl River Delta, Singapur, Kolkata, Istanbul, Lagos, Paris, Mexico-Stadt und Los Angeles. Die Analyse beruhte erstens darauf, dass ein methodologischer Rahmen für die vergleichende Analyse geschaffen wurde; zweitens, dass die Mechanismen und Unterschiede der planetenweiten Urbanisierung analysiert und eine Typologie des zeitgenössischen Urbanisierungsprozesses erstellt wurden; und drittens, dass die ganze Bandbreite möglicher Stadtentwicklungsmodelle untersucht und deren praktischen Konsequenzen erforscht wurden. Besonderes Augenmerk wurde dabei der Analyse urbaner Potentiale und der Formulierung möglicher Strategien für eine nachhaltige Stadtentwicklung gewidmet.
Eine wichtige Publikation, die aus diesen Veröffentlichungen heraus entstand, ist Towards a New Vocabulary of Urbanization Processes: A Comparative Approach von Naomi Hanakata, Pascal Kallenberger, Ozan Karaman, Anne Kockelkorn, Lindsay Sawyer, Christian Schmid, Monika Streule, Rob Sullivan und Tammy Wong. Weitere Publikationen sind derzeit für 2021 vorgesehen.