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Video und Vegetarisches in Zürich
ausgewogenes Set über die Jahrzehnte
Neuinterpretationen und McCartney als Leadgitarrist
etwas der Welt zurückgeben
die Singles
Rezeption und Statistik
Die spontanen Aufnahmesessions im Juli 1987, die zu «Choba B CCCP» geführt haben, weckten in Paul den Wunsch nach einer neuen Band, mit der auf Tour gehen könnte. Im Lauf der Aufnahmesessions zu «Flowers In The Dirt» formierte sich Band: Chris Whitten am Schlagzeug, Hamish Stuart und Robbie MacIntosh an den Gitarren und Paul «Wix» Wickens an den Synthesizern. Im Hinblick auf die bevorstehende Tour achtete Paul darauf, dass er rundherum hinter dem Album stehen konnte. Und so startete er im Herbst 1989, 13 Jahre nach der «Wings Over The World» Tour wieder zu einer internationalen Konzerttour. Die Sicherheitsbedenken nach der Ermordung von John Lennon waren verflogen, die Mädchen waren erwachsen, Sohn James war dreizehnjährig und begleitete die Eltern.
Die World Tour begann am 26. September 1989 in Oslo und endete am 29. Juli 1990 nach 102 Konzerten mit 2,742 Millionen Zuschauern in Chicago. Das Material wurde in 17 LKWs transportiert, insgesamt arbeiteten 250 Personen backstage. 100 waren für den Aufbau der 30x 80 Meter grossen Bühne verantwortlich. Ihr Aufbau dauerte 12 Stunden. 150 Personen waren für Technik und Beleuchtung zuständig. Auf seiner Reise legte der Tourzirkus 100 000 Meilen zurück und machte in 48 Städten in 14 Ländern auf vier Kontinenten Halt: nämlich in Norwegen, Schweden, der BRD, Frankreich, Italien, Schweiz, Spanien Holland, Kanada, USA, Japan, Barasilien und natürlich in England. Einige Stationen, beispielsweise Brasilien, waren Premieren für McCartney. Das Bühnenbild hat Brian Clarke gestaltet. Clarke war verantwortlich für das Cover von «Tug Of War» und «Flowers In The Dirt», er sollte auch bei der «New World Tour» für das Bühnendesign verantwortlich sein.
Der Wunsch, Paul oder einen der Beatles live zu sehen, war gross, die «World Tour» bescherte den Veranstaltern in London, Dallas, Phoenix, Ames, Cleveland und Berkeley neue Zuschauerrekorde. Das Konzert vom 21. April 1990 im Maracana Stadion in Rio de Janeiro wurde von 184 368 Personen besucht und ist gemäss Guiness Buch der Rekorde das grösste Stadionkonzert in der Rockgeschichte. Die Konzerte waren bis zu einem Jahr im Voraus gebucht worden. Das Catering für die Crew war ausschliesslich vegetarisch.
Video und Vegetarisches in Zürich
Als die «World Tour» in Zürich Station machte, am 29. und 30. Oktober 1989, stand die dritte Singleauskoppelung aus «Flowers In The Dirt» an. Da man auf Tour war, bot sich die Aufnahme eines Konzertes an. Als Single wurde «Figure Of Eight» ausgekoppelt, der Song, der auf dem Album bereits nach der zweiten Strophe stolpernd ausgeblendet wird. Für die Singleversion wurde er neu abgemischt und hat ein Gitarrensolo erhalten. Die Maxisingleversion entspricht mit demzweiten Gitarrensolo der Liveversion, mit welcher die Konzerte gestartet wurden. Für den Videoclip wurden Konzertbilder aus dem Hallenstadion verwendet.
Auf Pauls Jackett sind Stickereien, die «Flowers In The Dirt» symbolisieren.
Im Club Sandwich, Pauls Fanclub-Magazin, erinnert sich Geoff Baker, McCartneys damaliger Pressesprecher, an eine andere Zürcher Begebenheit. Der Concierge im Hotel verwies ihn und seine Assistentin in das beste Restaurant der Stadt, das sicher auch vegetarische Menüs anbot. Der Kellner bot ihnen Entenleber, Lachs, Schnecken und Froschschenkel an. Auf den Hinweis von Geoff Baker, dass sie Vegetarier wären, bot ihnen der Kellner Kaviar und Hähnchen an. Danach musste der Chef de Service weiterhelfen. Schlussendlich erhielten sie ein Cordon Vert, eine Gemüseplatte mit Broccoli, Tomaten, Karrotten, Kohlrabi, Kartoffeln, Bohnen und Radieschen… Nur nebenbei bemerkt, das Hiltl gab es 1989 bereits seit neunzig Jahren, war damals aber noch nicht so hip wie heutzutage.
ausgewogenes Set über die Jahrzehnte
Die Setliste der Konzerte, die auf dem Album «Tripping The Live Fantstic» gespiegelt ist, umspannt die bis dato 30-jährige Karriere Pauls, von den Anfängen mit den Beatles bis zu seinen letzten Alben. Vor der Tour fragte sich Paul, welche Songs das Publikum hören wollte. «Maybe I'm Amazed», «Jet» und «Band On The Run» waren bereits bei Welttour der Wings im Programm, mit «Coming Up» und «Ebony And Ivory» hatte McCartney zwei seiner grössten Hits der 80er-Jahre ins Programm aufgenommen. Ergänzt wurde das Programm mit fünf Songs von «Flowers In The Dirt». Neben den erratischen Beatles-Hits «Yesterday», «Let It Be» und «Hey Jude» stand «Got To Get You Into My Life», das bei der UK-Tour der Wings im Herbst 1979 im Set war.. Wie schon bei der Wings-Welttour spielte McCartney «The Long And Winding Road». Mit «I Saw Her Standing There», «Get Back» und «Back In The USSR», rockte er ab, ehe er das Set mit dem Abbey-Road-Medley «Golden Slumbers/Carry That Weight/The End» beschlossen hat.
Die «World Tour» ist bisher die einzige, bei der das Verhältnis zwischen Beatles- und Songs aus Pauls Solokarriere ausgewogen verteilt war. Der Anteil der Beatlessongs war bei ungefähr der Hälfte. Insofern stimmt das Wortspiel im Titel: durch ein fantastisches Leben wandernd. Dass es sich dabei um ein Live-Album handelt, macht die Schreibweise von Leben (Life) klar, es ist mit einem v geschrieben. Mit dem Set der «World Tour» erarbeitete sich Paul einen Grundstock von Songs, den er bis heute pflegt und ergänzt. Das Verhältnis zwischen Beatles- und Solo-Songs kippte bereits auf «Tripping… Highlights!» in ein zu starkes Gewicht von Beatlessongs, von 17 Songs waren deren 13 von den Beatles. Kein Ausrutscher, besonders in den 2000er-Jahren sollte die Setliste aus 30 Beatles- und 6 Solosongs bestehen.
Hamish Stuart hat bei «Ebony And Ivory» den Gesangspart von Steve Wonder übernommen. Erst auf den Liveaufnahmen McCartneys kommt seine soulige Stimme voll zur Geltung, sie ergänzte Pauls Stimme perfekt, zum Beispiel bei «Coming Up».
Doch zurück zu «Tripping…», der Titel enthält noch ein zweites Wortspiel, der Satz Tripping The Light, welches auch den Titel des Club Sandwich #54 ziert, stammt aus dem Gedicht «L'Allegro» von John Milton und bedeutet, zu Musik zu tanzen. Nach wie vor ist Paul McCartney ein Performer, der durch die Musik und nicht durch die Show überzeugt, so dass es das Publikum war, das zu seiner Musik abtanzte. Zu Pauls grosser Überraschung tanzte das Pariser Publikum begeistert zu «Put It There», so dass er den Song als fünfte und letzte Single aus «Flowers In The Dirt» ausgekoppeln liess.
Neuinterpretationen und McCartney als Leadgitarrist
Der Hauptunterschied zu den Touren der Wings von 1975/76 und 1979 ist, dass Paul auf die Horn Section verzichtete, also auf die Bläser, die auch die Streicherparts übernommen haben. Mitte der 80er-Jahre hatte die Synthesizertechnik einen Quantensprung hingelegt, so dass Bläser und Streicher bei guten Instrumenten kaum mehr von ihren Originalen zu unterscheiden sind. Der Preis eines solchen Synthesizers lag bei dem eines Flügels bzw. eines Mittelklasseautos. So hat Wix Wickens mit seinen Synthesizern sowohl die Streicher wie dei Bläser übernommen. Sein schlimmster Moment auf der Tour war in Lyon, als jemand backstage über das Kabel gestolpert war und seine Instrumente ohne Strom waren. Glücklicherweise hatte Chris Whitten gerade ein Drumsolo, so dass Wix Roadie rechtzeitig wieder den Stecker einsetzen konnte.
Genauso wie das Publikum sind auch die Musiker gespalten, ob die Songs bei einem Konzert möglichst tongetreu wie auf dem Album klingen sollen, oder ob es Platz für Improvisationen gibt. Paul spielt seine Songs, die als musikalisches Kulturerbe der 1960er-Jahre gelten, mehr oder weniger originalgetreu nach. Doch weil er das nicht päpstlich getan hat, sondern sich von der Spielfreude seiner Mitmusiker hat anstecken lasen, überzeugt «Tripping…» noch heute, weil einige Songs neu interpretiert worden sind. Ohne aber, dass ihre ohne aber ihre Charakteristik zu verlieren. Es beginnt mit «Figure Of Eight», das nicht mehr ausgeblendet wird, sondern zwei Soli und vier Strophen hat. Setzt sich mit «Things We Said Today», dem halbakkustischen Song von 1964 fort, dem ein anderthalbminütiges Gitarrensolo angehängt wird. Sogar das unveränderte «Hey Jude» wurde oft, nachdem Paul das Publikum gebeten hatte, bei mitzusingen, mit «If I Were Not Upon Stage» eingeleitet, das er zur Gaudi des Publikums abbricht und sich entschuldigt, dass er sich vertan hätte. An «Put It There» hängte er das «Heba Hello»-Ende von «Hello Goodbye» an. Und die beiden einzigen Beatles-Songs, an denen er die Rechte besitzt, «Love Me Do» und die B-Seite «PS. I Love You» (beide 1962) verschmeltz er kurzerhand zu «PS. Love Me Do». Bei «The Fool On The Hill» läuft Martin Luther Kings «I Have A Dream»-Rede ab Band. Und so fort.
Der Höhepunkt der Konzerte aber war – und ist auch der Höhepunkt beider «Tripping…»: «Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band», der Opener des gleichnamigen Albums der Beatles. Nach dem Song duellieren sich Robbie MacIntosh und Paul während fast zwei Minuten mit abwechselnden Gitarrensoli, ehe die Rythmussektion mit Wix, Chris Whitten und Hamish Stuart am Bass zur Ordnung ruft, und Reprise von «Sgt. Pepper’s» einleitet. Nach all dem zuckrigen Pop der 80er-Jahre (mit unerreichten Song-Perlen) setzt McCartney hier mehr als nur eine Duftmarke, dass er mit dem Rock'n'Roll gross geworden ist. In den 2000er-Jahren spielte Paul nur die Reprise als Medely mit «The End» später wecheslt er zwischen den Versionen ab. Nochmals die Leadgitarre spielt Paul bei «The End», wo er sich nochmals mit Robbie MacIntosh duelliert und die Konzerte mit einem feurigen Schlussbouquet beendet hatte.
Paul McCartney beim Soundcheck auf seiner Gibson Les Paul. Hinter ihm Paul «Wix Wickens», seit der World Tour gehört er zu Pauls Band und war eng mit Paul und Linda befreundet.
Wie schon bei «Wings Over America» liess Paul sämtliche sämtliche Konzerte und Soundchecks mitschneiden. Es wurden insgesamt rund 3200 Songs aufgenommen. So finden sichauf «Tripping…»Aufnahmen aus aller Welt auf dem Album. «Wir wollten den Leuten mit dem Album ein Souvenir der Konzerte geben, als Bootleg in einer besseren Qualität», erzählt Paul. In der Tat waren sämtliche Aufnahmen nachbearbeitet worden und das Publikum rausgemischt. Anders als bei den Bootlegs sind immer wieder Soundcheckaufnahmen zwischen die Songs gemischt. Paul nannte diese Schmankerln Trinkets, Schmusestücke, welche die Spielfreude der Band einfangen. Auf dem Album sind dies Rockklassiker wie «Matchbox», «Twenty Flight Rock» oder die beiden Jams «Inner City Madness» und «Together», bei denen die ganze Band in den Credits aufgeführt. Auf den Singles waren es Songs von Paul.
Dennoch gibt es einige Bootlegs, oft Publikumsaufnahmen, manche aber durchaus auch in akzeptabler Soundqualität, welche die Tour, dokumentieren. Einer der übelsten, wenn nicht gar der schlimmste Bootleg hat jemand vom Mischpult während des Konzerts beim Rockfestival in Knebworth hergestellt. Der Bootlegger hatte Linda McCartneys Gesang bei «Hey Jude» herausgemischt. Linda war an diesem Tag tatsächlich nicht auf der Höhe und hatte einige Töne verpasst und gar den Rhytmus verloren. Die McCartneys reagierten empört, Linda McCartney war enttäuscht und verunsichert.
etwas der Welt zurückgeben
Mit der «World Tour» wollte und konnte Paul der Welt etwas zurückgeben und er lancierte ein Projekt, das ihm wohl schlussendlich den Adelstitel eingebracht hat. War das Konzert in Knebworth ein Charity Anlass für die Nordoff Robbins Kinderstiftung, spendete Paul die Einnahmen des Konzerts in Glasgow, das die Hauptprobe für das Liverpooler Konzert sein sollte, humanitären Zwecken. Die Einnahmen von Liverpool, das Konzert trug den Namen «Let It Be Liverpool» flossen in Pauls neues Projekt: Geld zu sammeln (man spricht von 18 Millionen Dollar), für das, was Mitte der 90er-Jahre als Liverpool Institute for Performing Arts LIPA eröffnet werden sollte. Bei der Pressekonferenz trat er zusammen mit Beatles Produzent George Martin auf. Martin wies auf die vielen talentierten Jugendlichen hin, die gefördert werden sollten. Und Paul prangerte die Folgen der neoliberalen Politik Margret Thatchers an, welche die Jugendlichen sich selbst überlassen hatte.
Das von Brian Clarke entworfene Bühnenbild der «World Tour» von 1989/1990. – Foto: brianclarke.com
die Singles
Aus den beiden «Tripping…»-Alben wurden weltweit drei Singles in verschiedenen Formaten ausgekoppelt:
«Birthday», 9. Oktober 1989
«All My Trials», 26. November 1989
«The Long And Winding Road», Januar 1991
«Birthday» wurde am 9. Oktober 1990 veröffentlicht. Es wäre der 50. Geburtstag von John Lennon gewesen und ist somit Pauls persönlicher Geburtstagsgruss. Aufgenommen wurde der Song bei Pauls Auftritt beim Rockfestival in Knebworth am 30. Juni des Jahres. «Birthday» entstand ursprünglich am 18. September 1968 während einer Jamsession im Studio, als Paul das Gitarrenriff spielte. John Lennon stimmte mit ein und so entwickelte sich das Stück. Damals nahmen die Beatles während der Nacht auf. Wer im Studio verfügbar war, hatte im Refrain mitgesungen, darunter waren neben Bealtes-Roadie Mal Evans auch Yoko Ono und Georges Ehefrau Pattie Boyd Harrison. Um 5 Uhr morgens war die Aufnahme fertig. «Birthday» eröffnete die dritte, rockige Albumseite des «Weissen Albums» der Beatles.
Die B-Seite von Pauls Livesingle ist «Good Day Sunshine», das die B-Seite von «Revolver» eröffnete und Paul bei «Give My Regards To Broad Street» nochmals eingespielt hatte. Die Aufnahme stammt aus Montreal. Bei der ersten Pressung der deutschen Single Single (und CD) steht beim Konzertdatum 9. Dezember 1990, was drei Monate nach der Veröffentlichung wäre. In einer zweiten Serie wurde der Druckfehler korrigiert. Für die Maxi- und CD-Single wurden ferner «PS. Love Me Do» vom Soundcheck in Rio de Janeiro vom 21. April 1990 und «Let'em In», aufgenommen am 5. März 1990 in Tokyo, verwendet. «Let'em In» wechselte sich in der Setliste mit «Maybe I'm Amazed» ab.
Zu Birthday wurde ein Video gedreht, das Livesequenzen (wohl vom Konzert am 25. Juli in Foxboro) enthält sowie Spielszenen mit 49 Schauspielern. Das Foto der Single hat Eugene Adebari beim Pariser Konzert vom 9. Oktober 1989 gemacht.
Eine Promo-Postkarte für die Single Birthday aus England. Auf der Rückseite steht:
Paul McCartney, BIRTHDAY, live single, 7", CASSETTE, b/w Good Day Sunshine, 12", CD b/w Good Day Sunshine, PS. Love Me Do & Let'em In. B Side live tracks will not be featured on "Tripping The Live Fantastic". Release date 9th October 1990, Recoreded at Knebworth, June 30th 1990.
«All My Trials» erschien am Veröffentlichungstag von «Tripping The Live Fantastic – Highlights!» in zwei Versionen. Der Titelsong, den Paul einzig am 27. Oktober 1989 in Mailand vom Soundchecks ins Liveset genommen hat, war ursprünglich ein Folksong der Protestbewegungen in den 1950er- und 60er-Jahren, u.a. haben ihn Pete Seeger, Joan Baez oder Harry Belafonte aufgenommen. Um das Video gab es eine Kontroverse. «Das Lied erhielt eine wesentlich stärkere Bedeutung, weil wir Obdachlose und Krankenhäuser, die geschlossen wurden, zeigten, um die Prüfungen besser zu verdeutlichen», erinnert sich Paul. «Das Timing war gerade richtig, als Maggie rausgeschmissen wurde (Margret Thatcher trat am 22. November, vier Tage vor der Veröffentlichung der Single, zurück), was wir natürlich nicht wissen konnten. Schliesslich planst du die Veröffentlichung um Wochen im Voraus. Aber eine linksgerichtete Zeitung griff das Lied auf und machte einen Renner daraus, worauf eine rechtsgerichtete Zeitung es angriff.»
Paul hat nie eine Studioversion veröffentlicht. Auf der B-Seite befindet sich eine Soundcheck Aufnahme von «C Moon»,der B-Seite von «Hi Hi Hi» von 1972. ebenfalls in Mailand aufgenommen. Auf der 1. Maxi- und CD-Single folgt «Mull Of Kintyre», das am 23. Juni 1990 in Glasgow aufgenommen wurde, die Power Of Scotland Pipe Band kam in Festuniform auf die Bühne, um die Dudelsäcke zu blasen. Die Aufnahme von «Put It There» ist die Albumversion.
Die zweite Maxi- und CD-Single ist die in Fankreisen gesuchte Version. Als zweiter Song auf der B-Seite wurde das Lennon-Medley von Pauls Liverpooler Konzert vom 6. Juni 1990 verwendet. Paul fragte sich: «Welches sind die drei ersten Songs, die mir von John in den Sinn kommen?» Es waren «Strawberry Fields Forever», «Help» und «Give Peace A Chance.» Es war das erste Mal, dass Paul Songs von John live gespielt hat. Seit der «On The Run Tour » von 2011/2012 schleichen sich immer mehr Lennon-Songs ins Set zurück. «Die tolle Sache bei dem Konzert in Liverpool war, dass sie uns nicht mehr aufhören lassen wollten, als wir mit ‹Give Peace A Chance› endeten. Die Menge sang weiter und wir mussten es nochmals anstimmen. Es war sehr emotional», so Paul über das Lennon-Medley.
Werbeplakat zur England-Tour im Januar 1990. Erstmals liess sich Paul die Tour sponsern, TDK, u.a. ein Hersteller von Video- und Musikassetten.
In Deutschland, Holland und der Schweiz wurde auf die Veröffentlichung von «All My Trials» verzichtet, stattdessen wurde im Januar 1991 «The Long And Winding Road» ausgekoppelt. Die B-Seite war identisch mit der 1. Single von «All My Trials».
Rezeption und Statistik
Wie schon die Konzerte erhielt auch «Tripping The Life Fantastic» gute Kritikern. So schrieb beispielsweise die Schweizer Familie, McCartney ist trotz seiner 48 Jahre noch gut bei Stimme. In England wurde zwei Wochen nach Erscheinen die separat geführte CD Hitparade zur allgemeinen UK Album/CD/Cassette Charts vereinigt. «Tripping…» stieg als Tripple-Vinyl auf Rang 14 ein. In den vereinigten Charts eine Woche später war es der historisch verbürgte Platz 17. In den USA klassierte sich «Tripping…» auf Rang 26. Das Album erhielt in den USA und Spanien eine Platinauszeichnung. In Japan segelte es auf dem 12 Rang knapp an den Topten vorbei. «Tripping… Highlights» wurde als separates Album geführt (so auch auf paulmccartney.com) und war mancherorts erfolgreicher als das 3er-Boxset: In Norwegen gab es Platz 18, in Neuseeland Rang 21, in Schweden und der Schweiz Platz 27, 28 in Deutschland und in Holland resultierte Rang 35, in den USA war es Platz 141.
«Birthday» erreichte in England Platz 29, die Maxi bzw. CD-Single Rang 38. In den USA, wo bloss eine Kassettensingle veröffentlicht wurde, konnte diese sich nicht klassieren. «All My Trials» erreichte in England Platz 35. «The Long And Winding Road» klassierte sich nicht, kriegte aber zu Beginn der 90er Jahre einiges Airplay. Die Videoclips zu «Birthday» und «All My Trials» sind auf «The McCartney Years» (2007) enthalten. Als Konzertdokumentation erschien 1991 der von Richard Lester gedrehte Film «Get Back».
Konzertstatistik der World Tour:
• 48 Konzerte in Europa
• 47 Konzerte in den USA und Kanada
• 6 Konzerte in Asien
• 2 Konzerte in Brasilien
Spielfreude pur: Hamish Stuart, Robbie MacIntosh und Paul rocken zusammen beim abschliessenden Solo von «Golden Slumbers/Carry That Weight/The End» nochmals ab.