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Lungenkrebs ist mit 4‘300 Neuerkrankungen pro Jahr eine der häufigsten Krebserkrankungen. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen.
Die Lunge ist zuständig für die Sauerstoffversorgung des menschlichen Körpers und all seiner Organe. Dafür wird das Blut über die rechte Herzkammer in die Lungen gepumpt und während der Passage durch die feinsten Gefässe mit Sauerstoff gesättigt.
Der Gasaustausch erfolgt in den einzelnen Lungenbläschen, wobei das Blut Sauerstoff aufnimmt und gleichzeitig Verbrauchsprodukte, wie beispielsweise CO2, aus dem Blut abgeatmet werden können.
Lungenkrebs entsteht in der Regel aus Zellen der Bronchialschleimhaut. Je nach Erscheinungsbild der Krebszellen unter dem Mikroskop unterscheidet man zwischen einem kleinzelligen Bronchialkarzinom und einem nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom. Das nichtkleinzellige Bronchialkarzinom macht etwa 85 % der Lungenkrebserkrankungen aus.
Im Frühstadium zeigt Lungenkrebs in den meisten Fällen keine eindeutigen Symptome und wird dadurch erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium diagnostiziert. Die Früherkennung von Lungenkrebs mittels niedrig dosierter Computertomografie erhöhen die Heilungschance markant.
Hinweis: genannte Zahlen beziehen sich, wenn nicht anderweitig gekennzeichnet, auf die Durchschnittswerte innerhalb der Schweiz.
Symptome
Der Lungenkrebs verursacht im Frühstadium meist wenige Beschwerden. Viele Tumoren werden daher bei einer Routineuntersuchung oder erst in einem späten Stadium entdeckt. Länger andauernde Beschwerden der Atemwege (über 4 Wochen) sind ein Warnzeichen und sollten unbedingt abgeklärt werden. Dazu gehören Husten, Auswurf, Heiserkeit und Schmerzen im Brustkorb. Sofort den Arzt aufsuchen sollte man bei Bluthusten oder Blutbeimengungen im Auswurf. Müdigkeit, Gewichtsabnahme und Kräfteverlust können allgemeine Symptome einer Krebserkrankung in der Lunge sein.
Ursachen
Rauchen und Passivrauchen sind die wichtigsten Risikofaktoren zur Entstehung eines Lungenkrebses. Weitere bekannte Risikofaktoren sind Radon, ein radioaktives Edelgas, das natürlicherweise im Boden vorkommt und eingeatmet wird, sowie Luftverschmutzungen mit Feinstaub und Russpartikeln.
Diagnose
Bei der Diagnose von Lungenkrebs wird zuerst eine low-dose-Computertomographie der Lunge gemacht. Beim Vorliegen von verdächtigen Veränderungen werden weitere Untersuchungen wie Bronchoskopie und PET-Computertomographie durchgeführt.
Früherkennung
Rauchen ist die Hauptursache von Lungenkrebs. Eine regelmässige Vorsorgeuntersuchung mittels einer niedrig dosierten Computertomographie bringt frühzeitig ans Licht, ob man als Raucher oder Ex-Raucher daran erkrankt ist, sodass man geheilt werden kann. Weil diese Untersuchung von der Krankenkasse nicht bezahlt wird, betreibt die Stiftung für Lungendiagnostik das gemeinnützige Nationale Programm zur Früherkennung von Lungenkrebs. Es eröffnet allen Risikoträgern den Zugang zu einer möglicherweise lebensrettenden Vorsorgeuntersuchung. Sie dauert nur 15 Minuten, ist völlig schmerzfrei und kostet nicht mehr als vier Wochen Zigarettenrauchen (vgl. www.lungendiagnostik.ch).
Therapie
Die Behandlung des Lungenkrebses richtet sich nach der Art des Krebses und nach dem Stadium der Erkrankung. Ist die operative Entfernung des Tumors möglich, so steht die chirurgische Behandlung im Vordergrund. Das Chirurgische Zentrum Zürich ist fester Bestandteil des interdisziplinären Behandlungsteams. Für den Entscheid zur Operation spielen die Lokalisation des Tumors und der Allgemeinzustand des Patienten eine wichtige Rolle.
Das nichtkleinzellige Bronchialkarzinom kann häufig operiert werden, während das kleinzellige Karzinom zum Zeitpunkt der Entdeckung leider meist schon Metastasen gebildet hat. Daher werden bei dieser Tumorart bevorzugt die Chemotherapie und die Strahlentherapie eingesetzt. Obwohl mit neueren Medikamenten Fortschritte in der Behandlung des Lungenkrebses erzielt werden konnten, ist in späten Stadien oft nur eine palliative Behandlung möglich.
Nachsorge
Konnte durch die Behandlung der Lungenkrebs entfernt werden, schliessen sich regelmässige Nachuntersuchungen an. Die Nachsorgeuntersuchungen finden anfangs alle drei Monate statt, später werden die Intervalle auf sechs bzw. zwölf Monate erweitert.
Nach fünf Jahren ohne Rückfall genügt es, Kontrolluntersuchungen in grösseren Abständen durchzuführen. Wie häufig der Arzt seinen Patienten letztlich sehen möchte, hängt von der individuellen Situation und dem Krankheitsverlauf ab. Der Arzt berücksichtigt dabei auch das jeweilige Rückfallrisiko. Zu den wichtigsten Nachsorgeuntersuchungen gehören:
- Anamnese, körperliche Untersuchung
- Computertomographie des Brustraums
- Lungenfunktionsprüfungen
Weitere Untersuchungen können sich anschliessen, wenn der Verdacht auf einen Rückfall besteht oder Beschwerden vorliegen.