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Wer das noch nicht wusste, der sollte mal schleunigst ins Kunstmuseum in Basel gehen. Der Maler Beckmann sah Landschaften eher als Bindestrichlandschaft, denn fast immer sind seine Landschaften bevölkert und möbliert. Aber diese Farben! Und so wunderschön anzusehen!
Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Januar 2012 zu sehen.
Hier ein Vorgeschmack von der webseite:
Wer das noch nicht wusste, der sollte mal schleunigst ins Kunstmuseum in Basel gehen. Der Maler Beckmann sah Landschaften eher als Bindestrichlandschaft, denn fast immer sind seine Landschaften bevölkert und möbliert. Aber diese Farben! Und so wunderschön anzusehen!
Heute:
Der Unterschied zwischen Landschaft und Landschaft ist klein; doch gross ist der Unterschied zwischen den Betrachtern.
Ralph Waldo Emerson (1803–1882)
Wie bemisst man den Wert einer Landschaft?
Vor knapp zehn Jahren wurde der Wert der Schweizer Landschaft für den Tourismus auf etwa 70 Milliarden Franken geschätzt.* Der Wert berechnet sich aus der jährlichen Zahlungsbereitschaft von Touristen, welche die Schweizer Landschaften aufsuchen, und einem Zinssatz, der höher sein muss als die Rendite, die beispielsweise durch eine Überbauung erzielt werden könnte. Dabei nicht eingerechnet ist die Wertschätzung der Landschaft durch die Schweizer Bevölkerung. Gerade dies ist jedoch sehr schwer zu messen. Dass zumindest die Aussicht auf eine als schön, intakt oder unverbaut wahrgenommene Landschaft einen Wert hat, zeigen Liegenschaftspreise für «gute» Lagen oder die Mietpreise für Ferienwohnungen, die je nach Aussicht, welche die Zimmer bieten, höher oder tiefer sind. Grundsätzlich möchte man aber lieber nichts dafür bezahlen müssen, um z.B. in einer schönen Landschaft wandern zu können.
Was ist Ihnen die Landschaft wert, die sie gerade erwandern? Wären Sie dazu bereit, einen Obolus zu entrichten, dafür dass Sie sich hier aufhalten dürfen? Wie müsste dieses Geld für die Landschaft verwendet werden? Oder denken Sie, dass Sie schon genug Steuern zahlen und der Schutz von Landschaften darin enthalten ist?
* Econcept (2002). Plausibilisierung Nutzenschätzung Landschaft für den Tourismus. Bern: Seco.
Welches Landschaftsbild kennen Sie?
Haben Sie sich bereits in der Schule mit Landschaft auseinandergesetzt? Mussten Sie anhand von verschiedenen Landschaftsbildern die unterschiedlichen Klimazonen bestimmen? Oder fand die erste bewusste Auseinandersetzung im Kunstunterricht beim Aquarellieren statt? Ist die Schulreise mit dem Ziel, eine mittelalterliche Burg zu besuchen und das dortige Landschaftsbild wahrzunehmen, präsenter? Oder ist das Landschaftsbild, das Sie beim täglichen Pendeln zur Arbeit sehen, das erste Landschaftsbild, das Sie bewusst wahrgenommen haben? Ist Ihr Landschaftsbild somit mit Geografie, Kunst oder Geschichte, mit Alltag oder Freizeit verknüpft? Ist Landschaft bei Ihnen eine Mischung aus diesen oder gar weiteren Bereichen? Oder haben Sie sich diese Fragen bis anhin noch nicht gestellt? Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden Sie, nachdem Sie nachgedacht haben, mir beipflichten, dass Sie bei Landschaftsbildern primär an schöne, naturbelassene Landschaft denken. Gehört aber die Metallkonstruktion eines Strommasts nicht auch zum festen Bestandteil der Landschaft und somit zum Landschaftsbild? Wie sieht es mit Autobahnbrücken aus? Wie gross ist die Diskrepanz zwischen den Landschaftsbildern im Kopf und denen in der Realität?
Wäre es nicht angebracht, diesen Unterschied zu eliminieren? Vielleicht wäre es ein Fehler – denn wir würden nur ein imaginiertes Landschaftsbild, das möglicherweise als gedanklicher Zufluchtsort fungiert, verlieren – aber nichts Wirkliches gewinnen.
Heute:
Natur ohne Kunst, und Kunst ohne Natur ist tot!
Anselm Feuerbach (1829–1880)
Findet Landwirtschaft in der Landschaft statt?
Warum sind Sie in der Landschaft?
Macht landschaft glücklich?
Ist Landschaft udn Technik ein Widerspruch?
Spüren Sie bei dieser Aussicht das Erhabene?
Welche Landschaft ist schützenswert?
Mit dem Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung schützt der Bund vier Arten von Objekten:
– Einzigartige Landschaften. Die Einzigartigkeit kann von ihrer Schönheit, ihrer wissenschaftlichen, ökologischen oder kulturgeografischen Bedeutung herrühren. Beispiele sind der Rheinfall, die Engadinger Seenlandschaft oder das Matterhorn.
– Für die Schweiz typische Landschaften. Wichtig für die Charakterisierung typischer Landschaften sind Pflanzengesellschaften, kulturgeschichtliche Merkmale oder besonders kennzeichnende Oberflächenformen. Beispiele sind der Chasseral oder das Schwarzenburgerland.
– Grossräumige Erholungslandschaften. Sie laden zum Wandern und zum Naturerleben ein und tragen wesentlich zum Wohlbefinden und zur Gesundheit der Menschen bei. Spüren Sie es? Das Lötschental ist eine solche grossräumige Erholungslandschaft.
– Naturdenkmäler. Einzelobjekte belebter oder unbelebter Natur sind auch schützenswert, z.B. Findlinge, Aufschlüsse etc.
Experten unterschiedlicher Fachrichtungen und Umweltorganisationen können Vorschläge für BLN-Gebiete machen. Die 162 Objekte des BLN bedecken fast ein Fünftel der Fläche der Schweiz. Kennen Sie eine Landschaft, die Sie gerne schützen würden?
Der Film der Deutschen Welle klappert die Orte im Lötschental ab, stellt Landschaft, Orte und die Menschen vor. Darunter etwa auch Werner Bellwald, der schon einmal die Türen zu seinem geplanten Sperrmüllmuseum öffnet. Und natürlich fehlen auch nicht die mythenbesetzten Lötschentaler Masken, die sogenannten Tschäggättä nicht. Sehr schön!
(leider klappte es mit dem Einbetten nicht so richtig, deswegen nur ein schnöder link!)
Wie entsteht Landschaft?
Die geologische und geomorphologische Geschichte einer Landschaft ist auch ihre älteste. Der Wechsel von Ablagerung, Abtrag, Hebung und Senkung bringt eine Landschaft in ihre Grundform, auf der sich Fauna und Flora ihre Nischen suchen und das Antlitz der Landschaft verändern. Die geografische Lage spielt auch eine wichtige Rolle. Das Klima, das in einer Erdgegend herrscht, hat einen wesentlichen Einfluss auf die Eigenschaften einer Landschaft. In einer Eiswüste suchen wir vergeblich nach Eichenwäldern und in den Niederungen der Tropen finden wir keine Gletscher. Dafür sorgt zum Beispiel das gemässigte Klima dafür, dass wir Winter-, Frühlings-, Sommer-, und Herbstlandschaften erleben, die völlig unterschiedlich sein können. Auch wenn sich Landschaften durch katastrophale natürliche Prozesse drastisch und schnell verändern können, sind es doch die menschlichen Eingriffe, die sie heute am stärksten nachhaltig verändern. Neben zerstörerischen Veränderungen, die zu Degradierungen führen, machen viele andere Eingriffe Landschaften erst lebenswert und nutzbar.
Hat Landschaft eine Geschichte?
Alle Landschaften haben eine Geschichte. Das, was wir im Augenblick wahrnehmen, zeigt uns das Ergebnis der Geschichten der Landschaften, wie sie sich bis jetzt zugetragen haben. Es sind ganz unterschiedliche Geschichten, die sich gerade jetzt im gewählten Ausschnitt treffen. Viele davon sind noch im Gange und entwickeln sich weiter. Die wenigsten davon erkennen wir, wenn wir Landschaften betrachten. Dabei sind es oft Entwicklungen, die weit zurückreichen und die Landschaft geschaffen haben: geomorphologische Prozesse, Traditionen der Besiedlung und Kultivierung, aber auch zum Beispiel literarische Werke, in denen bestimmte Landschaften eine besondere Bedeutung erlangen. So haben Thomas Manns «Zauberberg» oder Kirchners Bilder der Landschaft Davos eine besondere Aura verliehen, und die Staubbachfälle bei Lauterbrunnen werden durch Arthur Conan Doyle, der dort seine Romanfigur Sherlock Holmes zu Tode stürzen liess, zu einer Ikone des Berner Oberlandes. Bestimmte Geschichten hinterlassen kaum Spuren in der Landschaft (diese sind eher in den Köpfen der Betrachtenden zu finden), andere wie der Bau einer Strasse oder die strikte Unterschutzstellung sind viel direkter erfahrbar.