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Der erste Satz:
Ich schaue in den Kühlschrank.
Meine Meinung:
Inhalt
Jo und Max sind zweieiige Zwillinge. Dies macht sich nicht nur in ihrem Aussehen, sondern ebenfalls in ihren Charakterzügen bemerkbar. Wo Jo gerne auf den Putz haut und eine selbstbewusste junge Frau ist, ist Max eher das ganze Gegenteil. Jahrelang ist sie nun schon in Jonas verliebt. Sie macht und tut, und doch kommt von seiner Seite aus nie das Signal, was sie sich so sehr wünscht.
An einem Tag geht sie kurzerhand zum Lernen in den Zoo und setzt sich vor das Elefantengehege. Dort trifft sie auf Moritz - und schon bald ist sie sich ihrer Gefühle zu Jonas nicht mehr sicher.
Er würde mich in den Arm nehmen, Witze machen, um mich abzulenken, und irgendeine Unternehmung vorschlagen, die ich mag. Er würde alles richtig und es dadurch nur noch schlimmer machen. Manchmal ist eine Umarmung von Jonas alles, was ich will - und zugleich das Letze, was ich gebrauchen kann.
Zitat aus "Halb drei bei den Elefanten"
Charaktere
Max ist eher zurückhaltend und hat über sich selbst keine gute Meinung. Sie kann nicht einfach mal eben so mit fremden Menschen sprechen. Schon gar nicht, wenn ihr Gegenüber männlich ist. Max geht meist davon aus, dass das Glas halb leer ist, denn sie ist eher pessimistisch, denn optimistisch veranlagt.
Jo ist das ganze Gegenteil ihrer Schwester. Sie ist sehr selbstbewusst und zeigt dies auch gerne. Über mangelnde Kontakte kann sie sich ebenfalls nicht beschweren. Jo redet, wie ihr der Mund gewachsen ist.
Jonas hat keine Ahnung, wie sehr Max ihn anhimmelt. Ich denke er hat auch keinen Schimmer, was er ihr mit seinen Aktionen antut. Trotz dieser eher missratenden Situation ist er der beste Freund von Max und immer für sie da.
Moritz versucht alles, um endlich einen besseren Job zu bekommen, damit er für seinen Sohn sorgen kann. Er ist ein sehr aufmerksamer und romantisch veranlagter Typ, der gerne fotografiert und dieses Hobby gern zum Beruf machen würde. Seinen Job als Fahradkurier würde er sehr gerne an den Nagel hängen.
"Er war nicht so betrunken, dass nichts mehr ging. Er ist doch kein Rentner. Er war bloß lustig drauf. Verstehst du?"[...]
Ich kenne Buzz gut genug. Bei ihm gibt es genau drei Alkoholstadien: nüchtern - lustig drauf - tot. Wo genau die Impotenz einsetzt, kann ich als Außenstehende natürlich nur schwer abschätzen.
Zitat aus "Halb drei bei den Elefanten"
Gesamt
Schon in ihrem ersten Roman konnte mich Kyra Groh mit ihrer lockeren Art total von sich überzeugen. Sie beschreibt ihre Charaktere mit viel Liebe und gibt ihnen die nötige Farbe, um sie näher kennen zu lernen und sie ins Herz zu schließen. Die Art, wie sie Max auf den Leser los lässt, ist äußerst sympathisch und auch sehr witzig. Denn Max gewährt uns einen tiefen Blick in ihr Seelenleben und den damit verbundenen Emotionen. So konnte ich verstehen, dass sie sich in Gegenwart ihrer Schwester eher als das Mauerblümchen schlechthin vorkommt und auch ihre Gefühle für Jonas konnte ich absolut nachvollziehen. Hier sei gesagt, dass Jonas absolut keine Ahnung hat und sich dementsprechend auch nicht gerade in jeder Situation angemessen gegenüber seiner besten Freundin verhält. Was Max innerlich mit sich auszutragen hat, besonders in einer Situation, in der ihr Angebeteter mal wieder irgendwas verreißt, wurde von Kyra Groh realitätsnah beschrieben. Ich habe oft mit der Protagonistin mit gelitten und mir mehr als einmal gewünscht, dass sie den "Depp" endlich vergisst.
Dies geschieht im Laufe der Geschichte sogar. Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass sich Max irgendwann auf den smarten Moritz einlässt. Ihre Gefühle entwickeln sich eher langsam, was es für mich echter gemacht hat. Sie nähern sich ganz langsam an und sind irgendwann unzertrennlich. Ich habe beim Lesen selbst Schmetterlinge im Bauch gehabt, wenn erneut eine Szene der Beiden ins Spiel kam. Es ist wirklich herrlich gewesen zu lesen, wie sich Max Schritt für Schritt von Jonas löst und auch ihre Bedenken endlich mal über Bord wirft.
Diese Bedenken hat die Protagonistin nämlich sehr oft. Zu oft, wenn ich ehrlich bin. An manchen Stellen ist sie mir mit ihrem Gejammer schon ein bisschen auf die Nerven gegangen. Ständig stellt sie sich selbst in den Schatten und verflucht ihre Schwester, weil diese ja viel schöner, etc. ist. Will man Max was Gutes tun, kann sie nur schwer damit umgehen. Eben, weil sie so unfassbar unsicher ist.
Umso überraschter war ich, wie sie sich im Laufe des Buches entwickelt, was mir sehr gut gefallen hat.
Kyra Groh hat hier und da ein paar Überraschungen in "Halb drei bei den Elefanten" eingebaut, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Diese haben mich sehr an das Buch gefesselt und es in einer Rekordzeit verschlingen lassen. Es macht einfach Spaß die Romane der Autorin zu lesen. Wie auch in "Pinguine lieben nur einmal" habe ich mich auch mit diesem Buch sehr wohl - und unterhalten gefühlt. Mir gefällt es sogar noch besser, als ihr erstes Werk,
Fazit:
Positiv
Die Geschichte ist witzig geschrieben und geht gleichzeitig doch ans Herz.
Die Charaktere sind alle mit so viel Liebe gezeichnet, dass man sie wahnsinnig gerne in Echt als Freunde hätte.
Jegliche Emotionen kamen ausnahmslos bei mir an.
Der gesamte Roman wird von Max selbst, in der Ich-Form erzählt.
Das Cover ist ein Traum!
Die Schreibweise ist flott und flüssig. Außerdem schreibt die Autorin sehr, sehr bildlich und voller Gefühl.
Negativ
Max war mir an manchen Stellen zu sehr pessimistisch veranlagt, was mich zunehmend genervt hat.
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