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Sie war die erste elektrisch betriebene Schienenbahn Brasiliens. Sie wurde 1884 eingeweiht und ist viel älter als der Christus – damals dachte man an den Corcovado-Gipfel nur als Ausflugsort und Aussichtspunkt. 40 Jahre später war es dasselbe Bähnlein, das die einzelnen Körperteile des Christus nach oben transportierte.
Der erste illustre Passagier auf dem Bähnchen war der Kaiser persönlich, Dom Pedro II., der auch die Einweihungsfeierlichkeiten am 9. Oktober 1884 persönlich beehrte. Damals fuhr die Bahn noch mit Dampf, und man hielt sie für ein Wunder der Ingenieurskunst, weil sie 3.829 Meter Schiene auf einem total steilen Terrain überwand. Der Trick ist eine gezahnte Mittelschiene, in die sich ein Zahnrad mit geringer Übersetzung festkrallt und dem Zug auch in sehr steiler Position Sicherheit und Halt verschafft. 1910 wurden die Dampfloks durch elektrische Triebwagen ersetzt und vor relativ kurzer Zeit, im Jahr 1979, nachdem die “Estrada de Ferro do Corcovado” die Kontrolle übernommen hatte, wurden aus der Schweiz neue und sicherere Maschinen und Wagen angeschafft. Um zum Gipfel des Corcovado zu gelangen, fährt das Bähnlein durch einen Abschnitt des grössten Stadtwalds unseres Planeten – mitten im Stadtgebiet von Rio de Janeiro gelegen, dem “Floresta da Tijuca”, der grünen Lunge unserer Stadt (siehe auch Beschreibung).
Die Corcovado-Bahn hat viele illustre Gäste aus aller Welt zum Berg hinaufgebracht – Papst Pius XII. war dabei (1934), Santos Dumont – Brasiliens Pionier der Luftfahrt, der Ex-Präsident Getúlio Vargas, Albert Einstein, der Papst Johannes Paul II. (1980), König Albert von Belgien und die von den Brasilianern sehr verehrte Prinzessin Diana.
2006 – Juli
Rios Lichter, eingebettet zwischen Bergen und Buchten, können ab heute auch im Mondschein vom Corcovado mit seiner berühmten Christusstatue bewundert werden. Sávio Neves, Direktor der Zahnradbahn, die die Touristen auf den 710 Meter hohen Berg fährt, kämpfte zwei Jahre lang bei den zuständigen Behörden, um die Erweiterung der Öffnungszeiten von 18 Uhr auf 22 Uhr auszuweiten, da er den Besuchern nicht den nächtlichen Blick auf die Stadt vorenthalten wollte: “Die Aussicht ist so schön wie im Hellen – oder sogar noch schöner.“ Aus Sicherheitsgründen wird jedoch in der neuen Besuchszeit am Abend nur die Auffahrt zum Corcovado mit der Bahn erlaubt.
Die Zufahrt mit dem Auto durch den Wald wird gesperrt. Während heute im Schnitt 600.000 Touristen jährlich die Christusstatue besuchen und die fantastische Aussicht geniessen, wird erwartet, dass die erweiterten Öffnungszeiten für einen Anstieg der Besucher um 30% sorgen. In den Zügen werden abends stets zwei Polizisten mitfahren, weitere patrouillieren verschiedene Punkte der 3.820 Meter langen Strecke, an deren Rändern ausserdem zehn thematische Gärten angelegt wurden. In Planung befindet sich noch weitere Projekte wie die Verteilung von individuellen Kopfhörern, über die die Touristen in ihrer Sprache Informationen über den Ort hören können, und die Ausweitung der Besuchszeit bis Mitternacht mit Live-Shows, wie sie bereits auch auf dem Zuckerhut veranstaltet werden.
2006 – Oktober
Christusstatue auf dem Corcovado wird zum Heiligtum erklärt!
Messen, Taufen und gar Hochzeiten können demnächst auf einem der schönsten Aussichtspunkte Rio de Janeiros zelebriert werden. Der Erzbischof der Stadt, Dom Eusébio Scheid, kündigte diese Woche an, dass die Christusstatue auf dem Corcovado-Berg zum neuesten Heiligtum Brasiliens erklärt werden wird. Am kommenden Dienstag, wenn die Erlöserstatue ihren 75. Geburtstag feiern wird, wird der Ort nach einer Messe und einem Konzert heilig gesprochen werden. Damit soll der religiöse Aspekt des Ortes hervorgehoben werden, der bislang nur in profaner Art und Weise zur Bewunderung der allerdings als göttlich zu bezeichnenden Aussicht auf das Panorama Rio de Janeiros und des Zuckerhutes genutzt wird. Um Taufen und Hochzeiten auf dem 710 Meter hohem Berg feiern zu können, müssen jedoch noch die etwa drei Monate dauernden Restaurations- und Umbauarbeiten der Kapelle durchgeführt werden, die sich im Sockel der Christusstatue befindet. Der Tourismussektor nahm die Nachricht mit Freude auf. Erwartet wird, dass die Besucherzahlen mit dem Zustrom von Pilgern mindestens um 30% steigen werden.
2007 – Juli
New7Wonders: Cristo Redentor eines der neuen 7 Weltwunder!
Cristo Redentor (Christ Redeemer) ist unter die neuen 7 Weltwunder gewählt worden. Bei einer Galaveranstaltung im “Stadion des Lichts” in Lissabon wurde am Samstagabend die Jesusstatue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro (Brasilien) als drittes neues Weltwunder bekannt gegeben.
Die neuen 7 Weltwunder sind:
Taj Mahal Mausoleum (Indien)
Kolosseum in Rom (Italien)
Chichén Itzá Pyramide (Mexiko)
Machu Picchu (Peru)
Cristo Redentor (Brasilien)
Ruinen von Petra (Jordanien)
Chinesische Mauer (China)
Insgesamt standen 21 Bauwerke aus der ganzen Welt zur Wahl, darunter der Eiffelturm in Paris, die Freiheitsstatue in New York und das in Deutschland gelegene Schloss Neuschwanstein. Gewählt werden konnten die allesamt berühmten Konstruktionen knapp 9 Monate per Post, Internet oder SMS. Laut den Organisatoren wurden weltweit über 90 Millionen Stimmen abgegeben.
Am Anfang der Kampagne stellte die private Stiftung 200 Gebäude und Monumente zur Auswahl. Rund 20 Millionen Menschen wählten daraus per Internet 77 Konstruktionen. Eine siebenköpfige Jury, besetzt mit internationalen Architekten unter Vorsitz des ehemaligen UNESCO-Generaldirektors Federico Mayor, ermittelte letztendlich daraus dann 21 Finalisten, die in den letzten Monaten zur Wahl standen.