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Beschreibung
Thomas Reitmaier: Vorindustrielle Lastsegelschiffe in der Schweiz
Bis in die Zeit um 1900 stellten Europas Seen und Flüsse ein zusammenhängendes, elementares Wegnetz dar, auf dem über viele Jahrhunderte hindurch Waren des täglichen Bedarfs sowie des internationalen Fernhandels, aber auch Menschen und Tiere, auf verschieden gestaltigen Wasserfahrzeugen befördert wurden. Die Schweiz nahm dabei eine zentrale Schlüsselposition für den Nord-Süd-Verkehr zwischen Deutschland und Italien und für den Ost-West-Transit in Richtung Frankreich/Mittelmeer ein.
Sind die wirtschaftlichen, rechtlichen und historischen Zusammenhänge dieses Wasserverkehrs mitunter bereits sehr gut untersucht, so standen die traditionellen Transportmittel selbst, die Lastschiffe also, bislang nicht im Vordergrund der Forschung. Gleichzeitig ist zu bedauern, dass sich kein einziges dieser vorindustriellen Fahrzeuge obertägig erhalten konnte. Zu schnell hatte der Fortschritt der Industriellen Revolution im 19. Jh. das alte Gewerbe und Handwerk überrollt. Neue Verkehrsmittel aus Stahl – Eisenbahn und Dampfschiff – sollten im Personen- und Warentransport rasch die Oberhand gewinnen. Aus diesem Grund lassen sich hölzerne Lastsegelschiffe im Original heute lediglich als Wracks unter Wasser genauer studieren, um Informationen zu deren Form, Ausstattung und Bauweise, Typenvielfalt, Innovationen und Entwicklung zu erarbeiten. Die vorliegende Arbeit führte eine umfassende Bestandsaufnahme von archäologisch bedeutsamen Schiffswracks zwischen Bodensee und Genfersee durch und bietet damit die erste ausführliche Darstellung vorindustrieller Lastsegelschiffe auf Schweizer Gewässern.
Über die archäologischen Objekte hinaus werden vielfältige schriftliche Quellen und bildliche Darstellungeneinbezogen, die das Bild vorindustrieller Schifffahrt wesentlich erweitern, und die beigelegte Musik-CD erinnert musikalisch an einen Schiffsuntergang von 1764.