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Die Nutzung elektrischer Energie erfolgt leitungsgeführt oder feldgebunden. Zu beachten ist, dass diese leitungsgeführte oder feldgebundene Energie nicht nur innerhalb des elektrischen Betriebsmittels umgesetzt werden, sondern sich auch ausserhalb des Betriebsmittels ausbreiten kann.
Funktionsgefährdende gegenseitige Beeinflussungen
Funktionsgefährdende Beeinflussungen der Systeme untereinander durch elektromagnetische Verkopplungen sind die Folge. So können ABS, elektronische Einspritzanlagen oder Auslöselektroniken von Airbags durch leistungsstarke Sendeanlagen oder in unmittelbarer Nähe betriebene Mobilfunktelefone in ihrer Funktion gestört werden. In der Gebäudeinstallation sind Probleme durch Störbeeinflussungen von Rechnernetzwerken oder Telekommunikationsanlagen durch benachbarte Stromversorgungsleitungen oder Sendeanlagen der Fall.
Was ist „EMV“?
„EMV“ ist die Abkürzung für „elektromagnetische Verträglichkeit“ (engl. „electromagnetic compatibility“ – EMC). Zunächst verstand man hierunter allein die technischen und rechtlichen Grundlagen der wechselseitigen Beeinflussung elektrischer Geräte und Anlagen durch die von ihnen hervorgerufenen elektromagnetischen Felder in der Elektrotechnik (Europäische EMV-Richtlinie: „[...] die Fähigkeit eines Apparates, einer Anlage oder eines Systems, in der elektromagnetischen Umwelt zufriedenstellend zu arbeiten, ohne dabei selbst elektromagnetische Störungen zu verursachen, die für alle in dieser Umwelt vorhandenen Apparate, Anlagen oder Systeme unannehmbar wären [...]“). Erst später wurde der Begriff zusätzlich verwendet für die Verträglichkeit der biologischen Umwelt, insbesondere des Menschen in der elektromagnetischen Umgebung.
Der Begriff EMV
Der Begriff EMV umfasst alles, was mit ungewollten Funktionsstörungen durch z.B. elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder und Vorgänge zusammenhängt. Besonders Betriebsmittel, die der Funkkommunikation dienen, wie z.B. Mobiltelefone oder Radioempfangsgeräte, zeichnen sich durch gewollte Aussendung (Mobiltelefon) oder gewolltes Eindringenlassen (Radioempfangsgeräte, Mobiltelefon) von Feldern aus. Allerdings können äussere Felder auch ungewollt in Geräte und menschliche Körper eindringen und Störungen verursachen bzw. die Gesundheit beeinflussen. Das Thema elektromagnetische Verträglichkeit umfasst daher alles, was mit ungewollten als auch gewollten Funktionsstörungen von elektrischen Betriebsmitteln durch z.B. elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder und Vorgänge zusammenhängt.
Beispiel: Die Benutzung von Mobiltelefonen innerhalb von Verkehrsflugzeugen ist untersagt, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass dies Störungen mit Auswirkungen auf die Sicherheit des Flugzeugs bewirkt.
Notwendigkeit der elektronischen Verträglichkeit
Die Sicherstellung der elektromagnetischen Verträglichkeit ist unverzichtbar. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass letztlich jedes Produkt, das mit elektrischen oder elektronischen Bauteilen bestückt ist, elektromagnetische Störenergie aussendet, also potenzieller Störer ist.
Umgekehrt kann das Produkt selbst durch Einwirkung elektromagnetischer Störenergien in seiner Funktion beeinträchtigt oder sogar zerstört werden, sofern diese nur ausreichend hoch sind. Die Übertragung der Störsignale kann sowohl leitungsgebunden, z.B. über Signal- oder Spannungsversorgungsleitungen, als auch durch elektromagnetische Strahlung bzw. elektrische oder magnetische Felder erfolgen.
Statistisch nimmt auch die Zahl von Personen mit medizinischen elektronischen Hilfsmitteln wie Herzschrittmachern oder metallischen Implantaten stark zu. Insbesondere diese, aber im weitesten Sinne alle Menschen sind in der Nähe bestimmter elektrischer Betriebsmittel gefährdet.
Das Thema EMV hat in den letzten Jahren insoweit mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Inzwischen finden hierzu eigene Messen und Symposien statt. , z.B. alle zwei Jahre eine spezielle Messe in Stuttgart.