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Zyklamen
Farbtupfer im herbstlichen Topfgarten
Herkunft, Aussehen und Wuchsverhalten
Beim Zimmeralpenveilchen, welches jetzt wieder in vielen Farbtönen im Fachhandel angeboten wird, handelt es sich um Züchtungen von Wildtypen der Art Cyclamen persicum. Ihre Heimat ist jedoch nicht Persien, wie ihr Name vermuten lässt, sondern die bergigen und trockenen Regionen Kleinasiens im Raum Türkei und Jordanien, wobei erstere nicht nachweisbar ist. Hier gedeihen sie im Schatten von Gehölzen auf Felsböden. Ihre Vegetationszeit liegt im Winterhalbjahr, wenn in diesen Regionen mildere Temperaturen herrschen. Dann bilden sich herzförmige, oft silbern gezeichnete Blätter und einzelne Stiele mit hängenden Blüten, deren Kronblätter stark nach oben gebogen sind. Die Blütenfarben variieren zwischen Weiss und Rosa. Zu Beginn der heissen Sommermonate sterben die oberirdischen Teile langsam ab. Mit zunehmender Reife der Samen werden die kapselartigen Früchte gegen den Boden gelenkt, wo sich diese dann öffnen. Übrig bleiben flache Knollen, sogenannte Überdauerungsorgane. Wird es wieder kühler und feuchter, treiben diese wieder aus.
Zucht und Vermehrung
Seit 1731 in England kultiviert, gewinnen die Zyklamen mit der Züchtung von neuen Sorten als Zimmerpflanze bei uns erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Bei den heutigen Züchtungen handelt es sich zum grossen Teil um F1-Hybriden, also Pflanzen aus Saatgut, das nicht sortenrein weiter vermehrt werden kann, produziert in Spezialbetrieben.
Zyklamen sind Dunkelkeimer. Das Saatgut, das übrigens nicht lange haltbar ist, muss daher mit Erde abgedeckt werden. Die Keimtemperatur liegt um 18°C. Nach einer Keimdauer von 20 bis 30 Tagen werden die jungen Sämlinge heller gestellt. Dem Pikieren folgt einige Wochen später das Eintopfen. Anschliessend werden die Pflanzen bei 18 bis 21°C weiter kultiviert. Je kühler dies erfolgt, desto kompakter und blühwilliger werden sie. Die Kultur dauert zwischen acht und elf Monaten. Um sortenreine Pflanzen zu erhalten, können Zyklamen auch durch Teilung der Knollen vermehrt werden. Die Hauptsaison ist von September bis März. Die Kultivare sind in vielen Farbvarianten von Weiss über Rosa, Rot, Pink bis hin zu Violett erhältlich. Ebenfalls Sorten mit zweifarbigen Blüten. Auch sogenannte ‘Minis‘ mit einer Höhe von bis zu 8 Zentimetern sowie grossblütige Sorten von bis zu 30 cm Höhe werden angeboten. Da sich die Wurzeln am unteren Teil der Knollen bilden, können die Pflanzen problemlos in flache Töpfe oder Schalen gepflanzt werden.
Pflege
Warme Zimmertemperaturen behagen dem Primelgewächs nicht. Lieber hält es sich im Freien auf, wo es ab September einzeln oder in Kombination mit anderen Herbststauden und Gräsern Balkon, Sitzplätze oder den Eingangsbereich ziert. Drohen die ersten Nachtfröste, wandert die Zyklame in einen kühlen, hellen Raum im Haus. Ideal sind Temperaturen um 15 °C. Die Luft sollte zudem nicht trocken sein. Doch Vorsicht: Das Besprühen mit Wasser während der Blüte vertragen sie nicht, jedoch regelmässige Wassergaben. Dabei sollte Staunässe und auch das Benetzen der Knolle unbedingt vermieden werden. Besser als giessen ist das Tauchen der Töpfe, jedoch nicht Untertauchen. Dabei den Topf für eine Viertelstunde in eine Schüssel mit Wasser stellen. Nach dem Abtropfen kommt die Pflanze wieder an ihren Platz zurück. Während der Vegetationszeit sollte dieser hell aber ohne direkte Sonneneinstrahlung sein. Gedüngt wird zweimal wöchentlich mit einem handelsüblichen Blühpflanzendünger. Um eine weitere, üppige Blüte in der folgenden Saison zu sichern, wird nach der Blüte das Düngen eingestellt und die Wassergaben langsam reduziert. Sind die Blätter eingetrocknet, nur noch so viel giessen, dass die Knolle nicht zu schrumpfen beginnt. Im Spätsommer wird diese wieder in frisches Erdsubstrat gelegt und durch langsames Erhöhen der Wassergaben angetrieben. Bei guter Kultur können Zyklamen zwanzig bis dreissig Jahre alt werden.
© Text & Bilder Gartenfreunde GmbH / Brigitte Buser