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Fin de chantier: Flon Palace
Ursprünglich wollte die Groupe LO den Altbau, den Francis Isoz kurz nach 1900 als Büro- und Gewerbehaus errichtet hatte, abbrechen und durch einen Neubau ersetzen. Doch die Fassaden des seit dem Bau der Metro M1 in den Achtzigerjahren ramponierten Hauses mussten stehen bleiben. Hinter der historischen Hülle verbergen sich nun 26 Hotelzimmer.
«Flon Vision» heisst das Konzept, nach dem die Groupe LO (seit 2009 im Besitz von Mobimo) das Flon-Quartier in Lausanne seit 1999 umgestaltet. Jüngstes Mitglied in der Flon-Familie ist das Hotel Lhotel an der Place de l’Europe direkt neben der Metrostation. Ursprünglich wollte die Groupe LO den Altbau, den Francis Isoz kurz nach 1900 als Büro- und Gewerbehaus errichtet hatte, abbrechen und durch einen Neubau ersetzen. Doch die Fassaden des seit dem Bau der Metro M1 in den Achtzigerjahren ramponierten Hauses mussten stehen bleiben. Hinter der historischen Hülle verbergen sich nun 26 Hotelzimmer, eine Réception mit Bar und ein Restaurant im Erdgeschoss sowie eine Terrasse auf dem flachen Dach.
Den Anstoss zum Bau des Hotels gab Architekt Emmanuel Ventura, dessen Büro zusammen mit Bernard Tschumi bereits den vielschichtigen Verkehrsknoten des Flon gestaltet hatte. Ventura wandte sich mit seiner Idee an den damaligen Direktor der Groupe LO, Paul Rambert, der seinerseits Kontakt mit Jean-Jacques Gauer, dem Generaldirektor des benachbarten «Lausanne Palace» aufnahm. Und so gehört «Lhotel» heute zum «Palace», wird aber eigenständig – und mit moderaten Preisen von rund 140 Franken pro Nacht und Zimmer – geführt.
Gerade mal elf Quadratmeter misst ein durchschnittliches Zimmer, weshalb sich die Architekten bei der Ausstattung und der Gestaltung aufs Minimum beschränkten. Dusche und Toilette sind kleine Zellen im Raum, das wenige Mobiliar ist geschickt eingebaut. Bei der Entwicklung ihrer Idee eines monochromen Hotels gelangten die Architekten von Schwarz über Beige-Braun zum nun umgesetzten Weiss mit braunem Boden. Einen kräftigen Farbakzent setzt der gestreifte Teppich im Korridor und im Lift.
Aus einem Wettbewerb an der kantonalen Kunstschule Ecal wählte die Bauherrschaft drei Vorschläge für den gestalterischen Einbezug des «Lausanne Palace» aus. Blickfang im Restaurant ist ein Möbelstapel, der die Stütze mitten im Raum kaschiert. Das Mobiliar stammt aus dem Depot des Grandhotels. Es wurde fein säuberlich entzweigeschnitten, weiss lackiert und rund um die Stütze aufeinandergestapelt. Ebenfalls aus dem Möbeldepot stammen die Rückenlehnen alter Stühle, die als stumme Diener in den Hotelzimmern ihre Dienste anbieten. Fotos von orthogonal ins Bild genommenen «Palace»-Objekten bringen einen Farbtupfer in die Zimmer. So ist der Geist des Fünfsternehaus auch in seinem kleinen Bruder gegenwärtig.
Hotel Lhotel, 2011
Place de l’Europe 6, Lausanne
– Bauherrschaft: LO Immeubles / Mobimo, Lausanne
– Mieterin: Hotel Lausanne Palace et Spa, Lausanne
– Architektur: M + V, Merlini & Ventura Architectes, Lausanne; Emmanuel Ventura
– Kunst: Studierende der Ecal, Lausanne