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Auch 2017 sorgte am Sundance-Filmfestival wieder ein Film für Furore, der die Leiden Schwarzer in der US-Vergangenheit beleuchtete. Was im Jahr zuvor Birth of a Nation war, ist 2017 Mudbound. Und auch wenn Regisseurin Dee Rees mit einer deutlich feineren Klinge arbeitet als dies noch Nate Parker bei seinem Sklaven-Brutalo tat, mag auch der von Netflix für 12.5 Millionen Dollar erworbene Streifen nicht recht zu überzeugen.
Dies hat vor allem mit dem fehlenden Fokus zu tun. Denn die Verfilmung des Romans von Hillary Jordan ignoriert frisch-fröhlich den Kinoleitsatz "Show, don't tell", was so viel bedeutet wie "man soll visuell erzählen und weniger mit Worten". In Mudbound wird ganz viel mit Worten, vor allem mittels Voice-Over erzählt. Anstatt dass jedoch nur eine Figur seine Gedanken zum Besten gibt, hat fast jede und jeder die Gelegenheit, seine Gefühlswelt dem Zuschauer zu offenbaren. Das ist alles sauber von den Schauspielern vorgetragen, herausragend sind Carey Mulligan und R'n'B-Sängerin Mary J. Blige. Blöd nur, dass der Film vieles davon nicht nötig hätte, da das Spiel der Darsteller, sowie die Bildsprache von Rees und Kamerafrau Rachel Morrison schon für Vieles aussagekräftig genug ist. So kommt die ganze Geschichte, wie auch die Landwirtschaftswerkzeuge auf dem Hof der McAllans nur mühsam ins Rollen.
Fahrt nimmt der Film dann doch noch auf, wenn die Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehren. Auf dem Schlachtfeld kämpften sie für die gemeinsame Sache, doch Zuhause in Mississippi ist eine Zusammenarbeit zwischen Weissen und Schwarzen fast undenkbar. Wenn Garrett Hedlunds Jamie und Jason Mitchells Ronsel mit genügend Alkohol im Blut dem Rassismus entgegenlächeln, hat dies ein paar der besten Szenen des Filmes zur Folge - auch wenn der Grund der Trinkerei weniger schön ist. Trotzdem, der Film gewinnt dann an Dramatik, was später in einer brutalen und nur schwer verdaulichen Szene mündet. Wenn Mudbound den Fokus von Anfang an auf die beiden Kriegsheimkehrer gerichtet hätte, wäre ein deutlich weniger langes (Laufzeit: 134 Minuten) Drama entstanden, indem die wirklich wichtigen Figuren auch durchaus Zeit gehabt hätten, einem ans Herz zu wachsen. So fällt Mudbound dann wie schon Birth of a Nation in die Kategorie "ein von den Amis gehypter Streifen, den man sich durchaus ansehen kann, aber definitiv nicht muss".