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Hallo und willkommen beim SPICK Blog! Als ich vor einigen Jahrzehnten durch Kindheit und Pubertät raste, war furchtlos zu sein etwas, was es zu erreichen gilt. Wer ohne Furcht war, ohne Ängste, der war stark. Doch mittlerweile weiss ich: Ängste, wie auch andere Gefühle, sind wichtige innere Reaktionen auf äussere Einflüsse. Wenn ich Angst habe, von einem Fünfmeterbrett ins Wasser zu springen, dann hat das wahrscheinlich seinen guten Grund. Vielleicht bin ich körperlich gar nicht in der Verfassung dies zu tun.
Das Ziel darf nicht sein, sich furchtlos zu fühlen. Nicht nur, dass das unmöglich scheint – es wäre wahrscheinlich ein Beweis für schlechtes Urteilsvermögen. Das Ziel ist, den richtigen Umgang mit den Gefühlen zu finden. Würde man all seinen Ängsten ganz und gar nachgeben, würde man seine eigenen vier Wände wahrscheinlich nie verlassen. Aber das würde bedeuten: kein Spass, kein Wachstum, kein richtiges Leben! Es geht darum, sich den Ängsten bewusst zu sein. Was will dir die Angst sagen? Wie berechtigt ist sie? Kann ich mich der Herausforderung mit kleineren Zwischenschritten nähern?
Einem Kind seine Angst abzusprechen, indem du Sätze wie «Du brauchst davor keine Angst zu haben!» und dann schnell mit einem anderen Thema ablenkst, verunsichert dein Kind und kann dazu führen, dass es sich für seine Gefühle schämt. Besser wäre es, über den Ursprung des Gefühls zu sprechen und gemeinsam zu schauen, was das Gefühl bedeuten kann und wie dein Kind damit am besten umgeht.
Hier mal ein paar Tipps, wie du dein Kind unterstützen kannst, Ängste zu überwinden:
- Erkläre deinem Kind, dass es in Ordnung ist, Angst zu haben.
- Sei im Gespräch mit deinem Kind offen und nenne Beispiele, als auch du Angst hattest und wie du damit umgegangen bist.
- Erkläre deinem Kind, dass ihre/seine Angst sie/ihn beschützen möchte.
- Wenn du siehst und erkennst, dass sich dein Kind Sorgen macht, dann sprich es aktiv darauf an und nutze die Gelegenheit, für dein Kind da zu sein. Ein guter Einstieg wäre zum Beispiel: «Kann es sein, dass du Angst hast? Dir Sorgen machst?»
- Lass dir das Gefühl der Angst ganz genau beschreiben. Wo im Körper und wie spürt dein Kind das Gefühl? Tritt es als Bauchweh auf? Führt es zu Kopfschmerzen?
- Körperliche Aktivität kann helfen, Stresshormone abzubauen und das Wohlbefinden zu fördern.
- Bei einer Angstattacke kann eine tiefe und bewusste Atmung helfen, den Körper zu beruhigen und den Geist zu entspannen.
Herzlichst,
Esther und Alex Volz