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Die heute 17-jährige Europameisterin war am 25. Dezember 2021 an den russischen Meisterschaften positiv auf die verbotene Substanz Trimetazidin getestet worden. Der Fall gelangte von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) an den CAS, weil die russische Anti-Doping-Agentur (Rusada) bis dahin keinen schlüssigen Entscheid getroffen hatte. Die Rusada hatte Walijewa nur den nationalen Meistertitel aberkannt, aber keine weiteren Sanktionen verhängt. Es habe «keine Schuld oder Fahrlässigkeit» nachgewiesen werden können.
Nun dürfte Russlands Mannschaft auch das mit der damals 15-Jährigen gewonnene Team-Gold an den Olympischen Winterspielen in Peking verlieren. Die US-Auswahl würde dann zum Olympiasieger erklärt werden. Die Sperre Walijewas beginnt laut dem am Montag veröffentlichten CAS-Entscheid rückwirkend mit dem 25. Dezember 2021.
Russland wittert politisches Motiv
Erste Reaktionen in Russland zeigten völliges Unverständnis. Der Kreml sprach von einem politisch motivierten Entscheid, die russische Eiskunstlauf-Föderation kündigte an, das Urteil genau zu prüfen. Da die Föderation nicht an dem Verfahren teilnehme, kenne man das Urteil nur aus allgemein zugänglichen Quellen. «Wir gehen davon aus, dass unsere Sportsleute Olympiasieger im Mannschaftswettbewerb sind», sagte Generalsekretär Alexander Kogan der Agentur Tass zufolge. Die russische Erfolgstrainerin Tatjana Tarassowa sprach von einer harten Ungerechtigkeit und davon, dass sich der Hass auf Russland auf ihren Schützling übertragen habe.
Die WADA findet die vierjährige Sperre indes angemessen. Im Interesse der Fairness für die Athleten und eines sauberen Sports sei es der richtige Entscheid, erklärte sie in einer Mitteilung. Zugleich kritisierte die WADA das Doping an Minderjährigen scharf. «Doping von Kindern ist unverzeihlich. Ärzte, Trainer oder anderes Hilfspersonal, die Minderjährigen leistungssteigernde Substanzen verabreicht haben, müssen mit der vollen Härte des Welt-Anti-Doping-Codes rechnen.» Die WADA ermutige die Regierungen, «die Verabschiedung von Gesetzen zu erwägen», die das Doping von Minderjährigen zu einer Straftat machen - wie es einige bereits getan hätten.
Tränenreicher 4. Platz in Peking
Da Walijewa zum Zeitpunkt der positiven Dopingprobe erst 15 Jahre alt war, galt sie gemäss Welt-Anti-Doping-Code als «geschützte Person», deren Identität nicht genannt hätte werden dürfen. Die Geheimhaltung misslang. Walijewas juristisch durchgesetzter Start im olympischen Frauen-Einzel endete als Skandal mit einer Kür unter Tränen, die Favoritin landete nur auf dem 4. Platz.