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In Zukunft werden sich die Schweizer Behörden im Umgang mit der seit 1998 anerkannten Minderheit an die Selbstbezeichnung "Jenische und Sinti" halten. In seiner Rede vom 15. September machte Innenminister Alain Berset klar, dass das Anliegen dieser Gemeinschaften, nicht mehr als "Fahrende" bezeichnet zu werden, bei ihm angekommen ist. Diese Fotogalerie zeigt das tägliche Leben der Jenischen im Laufe der Jahre.
"Liebe Jenische und liebe Sinti – Ihr seid als nationale Minderheiten anerkannt", sagte Berset bei der Eröffnung der Feckerchilbi in Bern. Die Wurzeln dieser viertägigen traditionellen Feier reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Als nationale Minderheit ist die Gemeinschaft dank eines Rahmenabkommens des Europarats in der Schweiz seit 1998 anerkannt. Bisher wurde sie von den Schweizer Behörden oft als "Fahrende" bezeichnet, obwohl nur 10 Prozent der insgesamt fast 35'000 Jenischen und Sinti nicht sesshaft sind.
Definition der Begriffe
Zigeuner Der Begriff wird seit dem Zweiten Weltkrieg, als die Nazis hunderttausende Roma töteten, als diskriminierend angesehen. Heute bezeichnen sich viele Jenische, Sinti und Roma selber mit Stolz als Zigeuner.
Roma ist der Oberbegriff für verschiedene Völker, die Romanisch sprechen oder zu den Roma gehören, die ursprünglich aus Indien und Persien stammen. Gemäss Schätzungen gibt es heute zwischen acht und zehn Millionen Roma.
Sinti sind die Nachkommen jener Roma, die im 15. Jahrhundert nach Europa auswanderten. Sie leben vor allem in Frankreich, Italien und Deutschland. In Frankreich werden sie Manuches genannt.
Die Jenischen leben in erster Linie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich. Die rund 100'000 Jenischen sprechen ihre eigene Sprache. Jenisch ist ein aus dem Jiddischen abgeleitetes Idiom, das je nach Region und Familie variiert.
(Fotos: Keystone/RDB)