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Ich laufe immer weiter, suche nach nem Zuhause und merke, wie mein Schatten zu zittern beginnt. Vor Kälte, denke ich, aber ich fühle nichts. Ich erinnere mich, dass ich atmen sollte und versuche langsamer zu werden. Meine Beine sehen schon das Morgenrot, während der Rest von mir kopflos weiterrollt. Schritt für Schritt schieben meine Finger die restlichen Zehen entlang des Bahndammes. 02:38 — wohin der Zug wohl fahren mag? Stück für Stück brechen Teile meines Körpers ab, bis schliesslich nur ich da liege. Ganz unsichtbar für die meisten Augen beobachte ich, wie die Ersten gehen und die Letzten kommen. Pendler und Discohasen, Bierproleten und Bügelbürger. Und mittendrin ein bekanntes Gesicht und ich erinnere mich, dass ich dich wieder lachen hören möchte. Meine Ohren habe ich verloren auf dem Weg hierhin, und meine Hände kann ich auch nicht in den Taschen finden. Du stellst den Kaffee ins Gras und sammelst mich zusammen. Mit grosser Vorsicht und deinen lächelnden Augen baust du mich wieder auf. „Ich glaube, du solltest unbedingt Pfannkuchen essen“, sagst du. „Mit Blaubeeren“, — auf jeden Fall mit Blaubeeren denke ich. Du lächelst, ich auch und ich liebe dich dafür.
Von Anna Naïma.