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Seit Donnerstag reist die First Lady der USA zusammen mit ihren beiden Töchtern Malia und Sasha durch China. Die lokale Presse wertet den Besuch Michelle Obamas mehrheitlich positiv: Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua etwa spricht in einem Kommentar von «sanfter Diplomatie». Und die Global Times hält solche «rein freundschaftlichen Begegnungen» für effektiver als «andere Massnahmen».
Am Freitag begann der offizielle Teil der Reise mit einem Besuch in der verbotenen Stadt in Peking. Begleitet wurde Michelle von der chinesischen First Lady, Peng Liyuan.
Für einmal wurde die frühere Residenz der chinesischen Kaiser ihrem Namen gerecht: Die Sehenswürdigkeit, in der sich sonst täglich tausende Touristen tummeln, war von den Behörden abgesperrt worden.
Es gibt aber auch kritische Stimmen. Die Zeitung «Ming Pao» kritisiert, dass Michelle Obama ohne Journalisten reist und auch keine Interviews geben wird.
Das ist vielleicht auch besser so, denn Stolpersteine lauern überall: So glaubt die Zeitung «Oriental Daily» in Michelles Wunsch, in Chengdu in einem tibetischen Restaurant zu speisen, «politische Nebentöne» zu erkennen. Schliesslich hatte eben erst ein Empfang des Dalai Lamas im Weissen Haus die sino-amerikanischen Beziehungen belastet.
Der Zeitpunkt von Michelles Besuch dürfte kaum zufällig gewählt sein: Der chinesische Präsident Xi Jinping wird kommende Woche zur Atom-Sicherheitskonferenz in Den Haag reisen und dort mit seinem US-Amtskollegen Barack Obama zusammentreffen.