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Die FDP Genf zeigte sich am Freitag erfreut über Maudets Entscheid, ins Rennen um den Bundesratssitz von Burkhalter zu steigen. Sie schlägt der Delegiertenversammlung vom 8. August mit "Enthusiasmus" vor, die Kandidatur Maudets zu unterstützen, wie sie festhielt.
Der 39-jährige Maudet ist verheiratet und hat drei Kinder. In seinem politischen Leben weise er eine bemerkenswerte Bilanz vor, schrieb die FDP. Maudet verkörpere aber nicht nur die Werte der FDP wie Freiheit, Zusammenhalt und Innovation. Maudet sei auch der Kandidat des ganzen Kantons Genf.
Seine Arbeit sei weit über die Parteigrenzen hinaus anerkannt, wobei die FDP Genf vor allem die Erfolge Maudets im Kampf gegen Gewalt und Unsicherheit im öffentlichen Raum hervorhob.
Die Delegierten der FDP Genf werden am Dienstagabend über die Kandidatur befinden. Maudets Parteikollege, der 54-jährige Genfer FDP-Nationalrat Christian Lüscher, hatte am Donnerstag den Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgegeben und erklärt, er sei nicht "der Genfer der Zukunft" in der Regierung. Der Genfer, den es in Bern brauche, sei Pierre Maudet, sagte Lüscher und stellte sich in einem Interview mit der Zeitung "Le Temps" hinter Maudets Kandidatur.
Maudet hat einen langen politischen Weg hintersich. Bereits mit 21 Jahren zog er ins Genfer Stadtparlament ein und schaffte 2007 als 29-Jähriger den Einzug in die Stadtregierung. 2012 wurde er in die Kantonsregierung gewählt. Im nächsten Frühling will er für eine weitere Legislatur kandidieren, sollte es mit seinen Bundesratsambitionen nicht klappen.
Gegenüber der Zeitung "Le Temps" sagte Maudet, er sei kein Favorit, zumal er "weder eidgenössischer Parlamentarier noch eine Frau" sei. "Meine Kandidatur ist diejenige eines Aussenseiters," sagte Maudet.
Der FDP-Politiker räumte in einem Interview mit der "Tribune de Genève" ein, dass der Anspruch des Tessins auf eine Vertretung im Bundesrat nach 18 Jahren der Absenz legitim sei. Berechtigt sei aber auch der Anspruch des Kantons Genf, der als einziger Westschweizer Kanton Nettobeitragszahler des interkantonalen Finanzausgleichs sei.
Maudet bezeichnete auch die Ausgeglichenheit der Geschlechter als völlig legitim. Man könne aber auch den Standpunkt vertreten, dass es berechtigt wäre, wenn die jungen Leute unter 40 Jahren, welche die Hälfte der Bevölkerung repräsentierten, eine Vertretung im Bundesrat hätten, so Maudet.
Bisher ist der Tessiner FDP-Nationalrat Ignazio Cassis der einzige Kandidat, der von der Kantonalpartei offiziell für Burkhalters Nachfolge nominiert ist.
Im Kanton Waadt hat Staatsrätin Jacqueline de Quattro Interesse gezeigt. Eine Kandidatur überlegen sich auch Nationalrätin Isabelle Moret und Ständerat Olivier Français. Die FDP Waadt will die Interessierten am Donnerstag anhören und dann eine Entscheidung treffen.
In Freiburg kursiert derweil der Name von Jacques Bourgeois, FDP-Nationalrat und Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes, als möglicher Nachfolger von Burkhalter. Der Vorstand der Kantonalpartei wird sich am Mittwoch dazu vernehmen lassen.
Die Kantonalparteien haben bis am nächsten Freitag Zeit, bei der FDP Schweiz Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge Burkhalters vorzuschlagen. Die Bundesversammlung wird das neue Mitglied der Landesregierung am 20. September wählen.
(SDA)