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Wettbewerb im selektiven Verfahren: 2001
Bauauftraggeberschaft: Gemeinde Bronschhofen
Mitarbeit: Bartelomeus Gijzen
Landschaft: Kuhn Truninger Landschaftsarchitekten
Der Weiler Bronschhofen, früher in Obstbaumkulturen eingebettet, verlor durch die fortschreitende Besiedelung und Industrialisierung sein schützendes Baumkleid. Einzig die Spuren einer religiösen Landschaft entlang des alten Pilgerweges weisen in die Vergangenheit - die von Tujas gerahmten Wegkreuze, der versteckte Kreuzweg im Oberholz, die barocke Wallfahrtskirche Dreibrunnen mit Friedhof und Pilgerhaus.
Die Ost-West gerichtete Baumallee, losgelöst von allen örtlichen Bezügen, wird durch ihre Zeichenhaftigkeit in der Landschaft zu einem weiteren Glied in der beschriebenen Abfolge von religiösen Stationen. Die Baumallee und das Gräberfeld markieren zusammen mit zwei schlichten Betongebäuden - Aufbahrungshalle und Werkgebäude - den Friedhofsbezirk. Von der Aufbahrungshalle führt ein schmaler Kiesweg über die offene Wiese zur Eschenallee. Im Raum zwischen den Eschen entsteht ein Ort der Besinnung und der Ruhe. Sitzbänke laden zum Verweilen ein, der Blick schweift über das Grabfeld oder bleibt auf den Bodenplatten mit dem eingravierten Wortteppich über das Leben und Sterben und den eingestreuten Namen der Verstorbenen des Gemeinschaftsgrabes hängen. Die Allee spannt das Gräberfeld auf.
Das Aufbahrungsgebäude wird strassenseitig durch bündig in die Betonstruktur eingelassene Marmorplatten veredelt. Durch eine schwere Bronzetür gelangt man von den lichtschimmernden Steinplatten geführt zur einseitig offenen Vorhalle. Schmale Türen bilden den Eingang in eine mit Marmorplatten ausgeschlagene Kammer. Das durch versteckte Oberlichter einfallende Tageslicht dringt durch transluzente Marmorplatten und taucht den Raum in ein warmes und gefiltertes Licht.