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Eclépens – La Sarraz
Tourenleiter:
Teilnehmer: 5
Datum:
Wetter:
Bericht:
Die 5-Tagesprognose von SRF zeigte für Montag im nördlichen Waadtland immer hellgrün an, die Niederschlagsmenge varierte täglich zwischen 0,3 + 3mm Niederschlag. Bei der Anreise sah ich am Genfersee offene Regenschirme und von Osten her schneite es bis Neuenburg immer mehr! Beim Treffpunkt in Yverdon war es trocken, aber selbst der nahe Jura war nicht zu sehen.
Nach einer kurzen Fahrt mit der S-Bahn durch die Orber-Ebene und die beiden kurzen Tunnels durch den Mormonthügel – unterbrochen durch die Kluse Entreroches – erreichten wir die Station Eclépens mit der Zementfabrik und den Postverteilzentren für Pakete und Briefe. Das Dorf liegt übrigens näher bei La Sarraz an der Linie nach Vallorbe!
Nach wenigen Minuten erreichten wir den Waldrand mit ausgedehnten Feldern von blühenden Osterglocken. Dann folgten wir dem Ostrand der Entreroches-Klus bis zu den Bahntunnels. Bei der Anpassung an die Doppelstockwagen wurde zuerst ein neuer Tunnel erstellt und dann der alte erweitert. Beide werden einspurig betrieben.
Ein kurzer Abstecher führte uns zum "Maison du Commis" am Ost-Eingang der Klus Entreroches. Im 17. Jh. planten Holländer die Kanalverbindung zwischen Yverdon und Morges, um den Seeweg um Spanien vermeiden zu können. Nach dem leichten Teil durch die Orbe-Ebene folgte der schwierige durch die Klus von Entrerroches. Unstabile Hänge erforderten grosse Verbauungen. Der Kanal endete in Cossonay, da das Geld für den schwierigsten Teil bis Morges – 59m Gefälle erforderten 40 Schleusen – nicht mehr reichte. Die schmalen, langen Schiffe wurden von Menschen oder Pferden gezogen. Im Sommer war der Betrieb eingestellt und auch sonst mutet der ganze Betrieb nach heutigen Verhältnissen eher hobbymässig an. Der in der Westschweiz noch heute bekannte Spruch "il est chargé pour Soleure" für einen schwer Betrunkenen stammt von dieser Zeit, da sich die Schiffer oft am nach Solothurn transportierten Wein vergriffen!
Der Betrieb wurde 1829 eingestellt. Bis zur letzten Jahrhundertwende war auf der Strecke von Basel über die Aare und die Juraseen bis nach Morges alles für einen allfälligen Bau eines Kanals nötige Terrain reserviert und gegenwärtig geistert eine neue Machbarkeitsstudie herum!
Auf dem Rückweg durch die Klus sahen wir die letzten Reste der Verbauungen und bei einem Rastplatz sind die Seiten einer umfassenden Broschüre angeheftet, die von der Association Développement21 neben vielen andern herausgegeben wurde. Nach dem gedeckten Picknickplatz am Westeingang der Klus zweigten wir Richtung Mormont ab. Auf der Weide des nahen Bauerngutes weideten friedlich einige Gemsen, die sich von uns nicht stören liessen. Bei den feuchten Verhältnissen war auf den glitschigen Kalksteinen grosse Vorsicht geboten. Weil sich der Steinbruch der Zementfabrik immer mehr in den Mormont hinein frisst, führt der Wanderweg auf der Nordseite durch. Wir folgten aber dem Fahrsträsschen, das am Rande des Steinbruchs vorbei führt und so einen guten Eindruck der Ausmasse und bei schönem Wetter den Blick auf die Waadtländer- und Savoyeralpen erlaubt. Bei der letzten Vergrösserung wurden viele keltische Grabstätten entdeckt, die in wenigen Monaten erforscht und dokumentiert werden mussten um den Betrieb nicht einzuschränken. Die Ausgrabungen ergaben teilweise ganz neue Kenntnisse über die Kelten.
Noch leicht im Wald war unser Rastplatz, dessen Unterstand uns wohl gegen Regen geschützt hätte, aber nicht gegen die Kälte. So verweilten wir nicht lange und machten uns auf den Abstieg Richtung Eclépens, der uns bald wegen Waldarbeiten verboten wurde. Da wir nichts hörten, erwarteten wir die Arbeitenden bei der Mittagspause und gingen weiter. Es war knapp, machten sie sich doch zum Weiterarbeiten bereit.
Nach der Durchquerung von Eclépens folgten wir der Venoge, an La Sarraz vorbei. Nach dem teilweise steilen Anstieg stiegen wir auf glitschigem Weg in die Schlucht ab, um bei "Tine de Conflens" (Fass des Zusammenflusses) den Zusammenfluss von Venoge + Veyron zu bewundern und später dann noch von oben. Nach einem kurzen Abschnitt auf der Strasse, ging es über Land weiter bis zum Steinbruch von La Sarraz, den wir auf kleinen Waldpfaden umgehen mussten. Beim Freibad La Sarraz entschloss ich mich zum direkten Abstieg zum Bahnhof, damit wir den früheren Zug erreichen konnten. Wir verzichteten auf den Abstecher zum Weiher bei der Mühle Bornu in Pompaples: ein Abfluss geht Richtung Nordsee, der andere ins Mittelmeer!
Den Abschiedstrunk nahmen die Ostschweizer in Yverdon, Kurt und ich in Lausanne. Trotz der etwas garstigen Bedingungen war es eine interessante, reichhaltige Wanderung.
reine Wanderzeit: 4h 20' gem. SwissMap
Der Tourenleiter:
Fotos:

Mormonttunnels
Wasserfall der Vernoge
Le Veyron
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