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Intoleranz, Malabsorption oder Maldigestion?
Frage: Was tun, wenn man als Ausdauersportler und Ironman-Athlet keine Fructose verträgt?
Antwort: Die einfachste Empfehlung für Sportler wäre natürlich, nur diejenigen Produkte zu empfehlen, welche keine Fructose enthalten. Doch sollte eigentlich näher definiert werden, wie sich die Fructose-Unverträglichkeit klinisch manifestiert. Handelt es sich um eine Intoleranz, eine Malabsorption oder eine Maldigestion? Zu klären ist also, ob es sich um eine angeborene GLUT-5-Störung (Fructose-Transporter vom Darm ins Blut) oder um eine bakterielle Fehlbesiedelung im Dünndarm oder auch Dickdarm handelt.
Unter Umständen kann Fructose nämlich durchaus verstoffwechselt werden, falls man sie nur in geringen Mengen zu sich nimmt und mit Glucose kombiniert. Letztgenanntes fördert den GLUT-5-Transport von Fructose ins Blut, dadurch wird die Malabsorption vermieden. Aus diesem Grund bilden die fructosehaltigen Zweifachzucker oftmals keine Probleme, weil z.B. Saccharose oder Isomaltulose beide aus Fructose und Glucose bestehen.
In der Praxis wird selten getestet, welche Störung des Fructosestoffwechsels im Einzelfall genau vorliegt. Auf der einen Seite ist das nicht 100% sicherzustellen, auf der anderen Seite dürften sich Aufwand und Kosten unverhältnismässig verhalten, weshalb solche Tests auch nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Darum wird halt oft der einfache Tipp gegeben, alles Fructosehaltige zu vermeiden bzw. möglichst stark zu reduzieren.
Weiterführende Literatur findet man in den FODMAP-Konzepten von Gibson PR, Shepherd SJ: Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: The FODMAP approach. In: J Gastroenterol Hepatol. 25, Nr. 2, August 2010, S. 252-8. Bei diesem Ansatz werden alle fermentierbaren Kohlenhydraten nach einer Verträglichkeitsstudie ausgeschlossen. Gemäss diesem Konzept zählt die Fructose ebenfalls zu den allenfalls beschwerdeverursachenden Kohlehydraten.
Im Ausdauersport muss aber generell der Kohlenhydratzufuhr Beachtung geschenkt werden. Als Faustregel gilt ca. 1 g Kohlenhydrat pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde Sport. Gemäss Studien wird die obere Grenze bei 90 g Kohlenhydrate pro Stunde teilweise erreicht, sofern sie im optimierten Verhältnis von zwei Teilen Glucose zu einem Teil Fructose aufgenommen werden. Auch wenn je nach Individuum, Situation und Kohlenhydrat-Zusammensetzung auch mehr möglich ist, so wollen nicht wenige Sportler aus Angst vor Energiedefiziten auf Nummer sicher gehen und konsumieren deutlich mehr Energie in Form hochkonzentrierter Produkte. Dadurch besteht die Gefahr der Überlastung der Transport-Kapazitäten im Darm. Folglich entstehen Blähungen, ev. Bauchschmerzen und im schlimmsten Fall Durchfall-Attacken.
Nun zu den Produkten von Sponser Sport Food. Bei den kohlehydrathaltigen Sportgetränken ist überall Fructose drin. Wir stellen zwar bewusst ein 2:1 Verhältnis Glucose:Fructose ein, allerdings nicht nur mit freier Fructose, sondern auch unter Einberechnung des Fructoseanteils aus den Zweifachzuckern Saccharose und Isomaltulose. Es ist also wiederum eine Frage der individuellen Fructose-Situation, inwieweit dies die Problematik bereits entschärft. Laut dem oben erwähnten Artikel scheint jedenfalls Saccharose trotz der enthaltenen Fructose bei Malabsorption kein Problem zu sein. Freie Fructosegehalte finden sich in den Getränken Competition sowie in den Sportgetränken Long Energy Citrus und Fruchtmix in relativ tiefen Anteilen (7-10% im Pulver).
Bei den Gels ist auszuprobieren, wie die Verträglichkeit bei Betroffenen ist, denn diese basieren auf den beiden freien Zuckerarten Glucose und Fructose.
Auf jeden Fall ist aber der neue salzig-würzige Gel Liquid Energy Long kein Problem, da dieser nur noch etwas Fructose aus der Isomaltulose enthält. Diese wird sehr langsam verwertet, was auch die Fructosefreisetzung stark verlangsamt und daher keine Probleme bereitet.