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Man erzählt sich die Geschichte, dass das Ehepaar Churchill bei einem gemeinsamen Spaziergang in London unterwegs war. Clementine Churchill blieb stehen, um einen längeren Wortwechsel mit einem Strassenfeger zu führen, während Winston Churchill sich mit jemand anderem unterhielt. Anschliessend fragte er seine Frau, wer denn dieser Strassenfeger gewesen sei und woher sie ihn kenne. Clementine antwortete: «Dieser Mann war als Junge in mich verliebt und wollte mich heiraten». Darauf sagt Winston: «Oh, dann wärst Du jetzt die Frau eines Strassenfegers». Clementine schaut ihren Mann nachdenklich an und entgegnet: «Nein, Winston, dann wäre ER heute Premierminister.»
Ganz Vieles von dem, was wir im Leben erreichen, wäre ohne Unterstützung durch andere nicht möglich. Diese Geschichte kommt mir gerade in der jetzigen, doch etwas intensiven Zeit vor den nationalen Wahlen hie und da in den Sinn. Ich sag’s Ihnen ganz ehrlich: ohne mein persönliches Umfeld, hauptsächlich meine Familie, wäre ich manchmal komplett aufgeschmissen. Vor allem meine Mutter übernimmt immer wieder Arbeiten, um uns und vor allem mich zu entlasten. Dasselbe gilt für meinen Mann und sogar für unsere beiden Teenager. Natürlich versuche ich mich zu revanchieren, aber dies gelingt mir nicht immer gleich gut. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung und sage auch immer wieder «Danke», weil ich den Support wirklich schätze und weiss, dass er nicht selbstverständlich ist.
Etwas speziell finde ich den Umstand, dass es bei vielen Leuten nach wie vor anders aussieht, wenn ein Mann einer Frau den Rücken freihält, als wenn es umgekehrt ist. Eine Frau, die drei schulpflichtige Kinder hat, sieht man nicht unbedingt im Amt einer Gemeinderätin – bei einem Mann mit denselben Voraussetzungen machen sich die Menschen weniger Gedanken. Ich glaube nicht, dass meine männlichen Kollegen gleich oft gefragt werden, wie sie alles unter einen Hut bringen. Tatsache ist: das Umfeld spielt eine fast genauso wichtige Rolle wie die oder der Gewählte.
Mit meinem Engagement versuche ich auch, andere Frauen zu ermutigen, sich ein öffentliches Amt zuzutrauen, weil wir Frauen immer noch untervertreten sind. Natürlich ist es manchmal ein rechter Spagat zwischen Familie, Arbeit und Amt, aber es ist eben auch eine sehr interessante und spannende Aufgabe, mit welcher man etwas bewirken und ändern kann.
Gerne würde ich mich auf nationaler Ebene für meine Hauptanliegen einsetzen. Ich ergreife Partei für eine gelebte Gleichstellung, indem ich mich für mehr gute und bezahlbare familienexterne Kinderbetreuungsplätze engagiere. Dies ist ein effektiver Weg, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ein guter ÖV, ein weiteres meiner Anliegen, ist wichtig für Jung und Alt, damit wir verlässlich von A nach B gelangen. Und last but not least: wir sind uns und unseren Nachfahren einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen schuldig. Gerne engagiere ich mich für all das und bin deshalb so dankbar für die Unterstützung aus meinem Umfeld, ohne die dieses Engagement einiges schwieriger wäre.