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Microsoft beugt sich der Film- und Musikindustrie
In einem älteren, aber trotzdem interessanten Whitepaper (Output Content Protection and Windows Longhorn
) erläutert Microsoft, wie das "illegale" Abspielen, Kopieren und Aufnehmen von urheberrechtlich geschützten Inhalten (Musik, Filme, ...) auf PCs mit dem künftigen Betriebssystem Windows Vista verhindert werden soll. Grundsätzlich sollen Inhalte nur noch so abgespielt werden sollen, wie es der Rechteinhaber (Filmverleih, Musikverleger etc.) wünscht. Ein hochauflösender Film auf einer DVD der nächsten Generation kann also beispielsweise an einen Bildschirm geschickt, aber nicht zwecks Kopie gespeichert werden.
Grundsätzlich ist dies nicht neu, denn Kopierschutz gibt es schon lange. Ebenso lange gibt es aber auch PC-Software, die es möglich macht, einen Kopierschutz zu knacken. Der Einsatz solcher Software wird das kommende Betriebssystem nun aber verhindern. So schreibt der Autor des Whitepapers: "In Windows Longhorn, the Protected Environment provides process isolation and continually monitors what kernel-mode software is loaded. If a rogue component is detected, then Longhorn will stop playing high-level premium content, rather than risk it being stolen." Man beachte die Wortwahl: nach "rogue states" (Schurkenstaaten) gibt es nun auch "rogue components" ("Schurkensoftware"?).
PVP-OPM, PVP-UAB, PUMA, PAP
Microsoft will mit Windows Vista die "unerlaubte" Verwendung von Inhalten mit verschiedenen Techniken verhindern. "PVP-OPM" (Protected Video Path - Output Protection Management) soll verhindern, dass Video-Inhalte unerlaubt gespeichert werden. "PVP-UAB" (Protected Video Path - User-Accessable Bus) soll verhindern, dass Video-Inhalte "abgezapft werden", solange sie über den internen PCI-Bus (eine Art Datenautobahn im PC) rauschen. Microsoft will dies erreichen, indem die Datenströme verschlüsselt werden, bevor sie PC-intern auf die Reise geschickt werden. "PUMA" (Protected user Mode Audio) soll das (unerwünschte) Kopieren von Audio-Dateien verhindern, indem diese in einem separaten, abgeschlossenen Teil des Betriebssystems verarbeitet werden. Und schliesslich sollen mit "PAP" (Protected Audio Path) auch Audio-Dateien verschlüsselt werden, bevor sie PC-intern herumreisen dürfen.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Entwicklung der PC-Industrie und des Internets hat die Medienindustrie in Zugzwang gebracht, weil das Kopieren und Verteilen von Inhalten vereinfacht und damit populärer wurde. Mit Windows Vista will Microsoft das Rad nun zurückdrehen. Pech werden die BesitzerInnen von älteren Geräten, zum Beispiel Bildschirmen, haben, die nicht alle Features von Vista unterstützen.
Zudem macht Microsoft der PC-Industrie einen riesigen Gefallen. All die Ver- und Entschlüsselung wird Rechenkraft und Speicher benötigen. Wer geschützte Inhalte auf seinem "Windows Vista"-PC geniessen will, wird sich vorher eine neue "Kiste" anschaffen müssen. (Christoph Hugenschmidt)
Quellen für diesen Artikel: Cnet news.com, Microsoft Whitepaper