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Wenn ich mich gestern Abend in der Hauptnachrichtensendung nicht verhört habe, soll sich die Koalition darauf verständigt haben, ab 2009 die Abgeltungssteuer mit pauschal 25 % auf alle Erträge aus Veräußerungserlösen und Dividenden einzuführen. Weiß da schon irgendjemand Einzelheiten? Dann hätten wir ja wieder ein Jahr gewonnen! Gruß urbommel
Ist aber eine elende Rechnerei. Sehr komfortabel gehts mit Steuerprogrammen (Taxman, Wiso Sparbuch etc.) Hat auch den Vorteil, dass ELSTER verwendet wird und du schneller an deine Erstattung kommst.
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"FiFo" bei Wertpapierverkäufen § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG n.F. - Aktuelle Steuer-Information
Wurden Wertpapiere zu unterschiedlichen Zeitpunkten angeschafft, ergaben sich bisher praktische Schwierigkeiten bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Veräußerungsgewinns.
Ab dem 1.1.2005 ist gesetzlich geregelt worden, dass die zuerst angeschafften Wertpapiere als zuerst verkauft gelten (sog. First in/First out - FiFo-Verfahren).
Beispiel: Ein Anleger kauft zu folgenden Zeitpunkten Aktien der A-AG:
15.01.04: 100 Stück zu 4.000 , 30.09.04: 100 Stück zu 3.000 , 07.02.05: 100 Stück zu 5.000 .
Am 28.05.05 verkauft er 200 Stück für insgesamt 14.000 .
Die am 15.01.04 gekauften Aktien gelten als zuerst verkauft. Da der Anleger diese Aktien nach über einem Jahr verkauft hat, ist der Veräußerungserlös zu 7.000 steuerfrei (7.000 von 14.000 entfallen auf den Veräußerungserlös für die 100 am 15.01.04 gekauften Aktien). Als zweites gelten die am 30.09.04 gekauften Aktien als verkauft. Da dieser Verkauf innerhalb der Jahresfrist seit der Anschaffung erfolgt ist, ergibt sich folgender Gewinn:
7.000 : Veräußerungserlös œ von 14.000 3.000 : Anschaffungskosten der am 30.09.04 gekauften Aktien 4.000 : Gewinn aus privatem Veräußerungsgeschäft
Dieser Gewinn von 4.000 ist auf Grund des hier geltenden Halbeinkünfteverfahrens zur Hälfte steuerpflichtig und zur Hälfte steuerfrei. Im Bestand bleiben die am 07.02.05 erworbenen Aktien zu Anschaffungskosten von 5.000 .
Bei dieser Berechnung geht es ja um die Haltedauer und Spekulationsfrist. Aber genau das soll ja geändert werden. Ist denen nicht zuzutrauen, dass dann das FiFo-Prinzip auch abgeschafft wird? Ziel ist doch maximale und schnellstmögliche Besteuerung, oder? Und dann gelten doch sicher andere Gesetze.
denn früher galt das für Anleger sehr ungünstige LiFo-Prinzip (Last in - First Out). Das wurde aufgrund von Gerichtsurteilen (im Zweifel für den Steuerzahler) in FiFo umgeändert. Das LiFo-Prinzip ist also nicht gerichtsfest und wird daher in Zukunft wohl auch nicht wider eingeführt werden.
Beim lifo müsstest du doch im Falle des Verkaufs die zuletzt gekauften Aktien als zuerst verkauften ansehen. Das wird dir doch einleuchten, dass das für den Anleger (Speku-Frist) ungünstiger sein kann!
Die letzten Dividenden aus ausländischen Aktien, es kommen ja wieder welche, machten mir deutlich, wie denn ab 2009 die Abgeltungssteuer funktioniert. Die ausländische Quellensteuer von 27 % wird automatisch einbehalten und abgeführt. Dieser Umstand war letztendlich nicht neu, nur machte sich die Frage breit, ist denn damit meine Steuerlast erschöpft oder kommt noch zusätzlich die Abgeltungssteuer dazu? Gibt es eine Doppelbesteuerung? Für eine Info wäre ich dankbar, Gruß urbommel
wird sicher wie bisher zusätzlich (!) zur Abgeltungssteuer einbehalten, weil der dt. Staat keinen Einfluss darauf hat. Die ausl. QuSt musst du dir über die Steuererklärung anrechnen lassen um sie zurückzubekommen, sofern ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht (ist nur bei Exotenstaaten nicht der Fall)
urbommel
: @metropolis - hat mir keine Ruhe gelassen
Die Anrechnung der Qellensteuer über die Steuererklärung bringt mir nur 15 %, eine Verrechnung mit der Abgeltungssteuer wäre fast kompensiert, also nur eine Steuer.
Im § 32d ist auch geregelt, dass ausländische Quellensteuern berücksichtigt werden, und dass gemäß § 43a (3) die Depotbank angefallene Quellensteuer beim Abzug der deutschen Abgeltungssteuer berücksichtigen kann.
vermutlich ist darauf zu achten, dass meine Bank dies auch tut, denn ich sehe das als eine Kannvorschrift. Wenn es zur Doppelbesteuerung käme, wäre man mit ausländischen Aktien schlechter gestellt (ca. 50 % futsch) oder sehe ich dies falsch? Die Zeit bis 2009 ist schnell rum und besser man spricht jetzt drüber, als nachher rumjammern. gruß urbommel
Ich wäre bereit, mein Geld über die EU Staaten zu verteilen, um überall in den Genuß von Steuerfreibeträgen zu kommen. Bei offenene/geschlossenen Immobilienfonds geht das ja, man kann in den USA ca. 4000$ steuerfrei einnehmen und muss diese nur dem Progressionsvorbehalt in Deutschland unterwerfen.
Kennt sich hier jemand aus und weiss, ob es sich rentieren könnte, sein Geld ins Ausland zu bringen, wenn man seinen Wohnsitz noch in Deutschland hat? Alternativ, wie sieht es aus, wenn man ins Ausland abwandert?
Kann man alternative eine Vermögensverwaltungs Ltd. (oder KG?) gründen? Wann rentiert sich das?
Mir geht das herum geeiere der Regierung jedenfalls auf den Keks.
Am 12. Juli 2006 hat das Bundeskabinett Eckpunkte für die Unternehmenssteuerreform beschlossen.
Die neue Steuer begünstigt diejenigen, deren persönlicher Einkommensteuersatz oberhalb von 25 Prozent liegt. Je weiter sie darüber liegen, umso mehr profitieren sie von der Steuersenkung. Muss ein wohlhabender Investor bislang noch auf einen Zinsertrag von 20 000 Euro etwa 8 400 Euro Steuern zahlen, so sind es ab 2009 nur noch 5 000 Euro - ein Plus von 40 Prozent.
Steuer soll pauschal und anonym von der Bank an das Finanzamt überwiesen werden In der persönlichen Steuererklärung kommen die Einkommen aus Kapitalanlagen dann nicht mehr vor. Dadurch sinkt das persönliche Steuerbrutto, der Reiche wird auf dem Papier "ärmer". Sinkt sein Einkommen unter 250 000 Euro, dann kann er der geplanten Reichensteuer von 45 Prozent entkommen.
Für mich als Kleinanleger in Rentenfonds eine Schreckensmeldung. Wer langfristig Geld fürs Alter sparen möchte kommt um Rentenfonds nicht herum. Wie soll ich privat fürs Alter Vorsorgen wenn einem hier auch noch Steine in den Weg gelegt werden ? Ich persönlich halte wenig von Riester- und Rürup-Sparplänen des Staates. Man sieht ja an der gesetzlichen Rentenversicherung was am Ende raus kommt wenn man sich auf den Staat verlässt.
Sowas kommt herraus wenn man bestehende Systeme vereinfachen möchte. Kleinanleger mit wenig Kapital werden vom Aktienmarkt verdrängt und nur die Superreichen profitieren.
Rechenbeispiel: Legt ein Sparer (nach dem 1. Januar 2009) jeden Monat 100 Euro in Aktienfonds mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 8,3 Prozent an, erreicht er nach 30 Jahren ein Endvermögen von 150.000 Euro. Bislang konnte er mit dem ersparten Geld über 20 Jahre hinweg eine monatliche Rente von 977 Euro finanzieren. Nach Einführung der Abgeltungssteuer muss er jedoch erst mal 31 920 Euro an das Finanzamt überweisen. Die restlichen 118.080 Euro würden dann nur noch für eine Monatsrente von 769 Euro reichen - gut 20 Prozent weniger als nach der alten Regelung. Für die Rendite bedeutet das: Sie sinkt auf 6,83 Prozent.
doch nicht wirklich, dass Du mit Rentenfonds im Umfeld steigender Zinsen 8,3% p.a. machen wirst, oder? Die 8,3% haben vielleicht in den letzten 25 Jahren gestimmt, als die Zinsen von historischen Hochs auf historische Tiefs gefallen sind, aber wenn sich der Trend jetzt umkehrt, dann kannst Du froh sein, wenn Du noch 5 oder 6% bekommst. Fuer die Altersvorsorge sind Rentenfonds damit nicht wirklich so sinnvoll, eher schon breit gestreute Aktienfonds. Jedenfalls, wenn Du noch ein paar Jahrzehnte Zeit hast. So jedenfalls das gaengige Argument. Eine vielen befuerchtete Krise im Weltfinanzsystem aufgrund eines moeglichen Kollapses des USD und spaeter auch der anderen Papierwaehrungen koennte aber auch den Aktienfonds ein Strich durch die Rechnung machen (den Rentenfonds sowieso).
Den viel schlimmeren Aspekt bei der Abgeltungssteuer finde ich den Wegfall der Spekulationsfrist von derzeit einem Jahr, nach deren Ablauf Kursgewinne steuerfrei sind. Das ist der eigentliche Skandal. Alles andere ist Geplaenkel und lenkt nur ab.
ich sehe gerade, dass die 8,3% fuer Aktienfonds angesetzt waren. Die Beispielrechnung ist trotzdem irrefuehrend, da sich nicht die Inflation beruecksichtigt. Deine 150 TEUR sind z.B. in 30 Jahren nur noch die Haelfte wert, wenn die jaehrliche Inflation 2% betraegt, was SEHR optimistisch ist. Aehnliches gilt natuerlich auch fuer die 20 Jahre, waehrend derer Du das Geld verbrauchen willst. In 50 Jahren ist Deine Monatsrente von 769 EUR dann vielleicht noch 200 EUR heutiger Kaufkraft wert. Oder 100 EUR. Da machen die 20% durch die Abgeltungssteuer dann auch den Bock nicht mehr fett, so aergerlich sie ja ist. Das Fazit ist: Deine 100 EUR im Monat sind zwar besser als nichts, bringen aber im Grunde nichts. Du musst schon deutlich hoehere Sparraten ansetzen, damit's wirklich was bringt.
Thomas Grüner schreibt: Bitte beachten Sie: In den letzten Tagen haben wir verstärkt Gerüchte aus mehreren Quellen - gewöhnlicherweise gut informierte Kreise - gehört, dass der Stichtag der geplanten Abgeltungsteuer evtl. deutlich (bisher ist der 01. Januar 2009 geplant) nach vorne verlegt werden soll! Im Gespräch sollen angeblich ein Termin Anfang November 2007 bzw. jetzt sogar ein Termin Ende Oktober 2007 sein, ab dem dann bereits grundsätzlich alle Erträge unter die neue Regelung fallen sollen. Dies würde für Anleger konkret bedeuten, dass bereits für Wertpapiere, die ab Ende der nächsten Woche oder Anfang November gekauft werden, alle Kursgewinne - gleich nach welcher Haltedauer - unter die pauschale Besteuerung von 25% fallen würden.
Thomas Grüner schreibt: Bitte beachten Sie: In den letzten Tagen haben wir verstärkt Gerüchte aus mehreren Quellen - gewöhnlicherweise gut informierte Kreise - gehört, dass der Stichtag der geplanten Abgeltungsteuer evtl. deutlich (bisher ist der 01. Januar 2009 geplant) nach vorne verlegt werden soll! Im Gespräch sollen angeblich ein Termin Anfang November 2007 bzw. jetzt sogar ein Termin Ende Oktober 2007 sein, ab dem dann bereits grundsätzlich alle Erträge unter die neue Regelung fallen sollen. Dies würde für Anleger konkret bedeuten, dass bereits für Wertpapiere, die ab Ende der nächsten Woche oder Anfang November gekauft werden, alle Kursgewinne - gleich nach welcher Haltedauer - unter die pauschale Besteuerung von 25% fallen würden.
joejoe
: Glaubst Du nicht, dass das nur ein Absatzargument
ist für seinen Fonds? Nochmal schnell Panik machen, um Leute in den neuen Fonds zu treiben?
Meines Wissens ist geplant, kurzfristig so genannte Steuersparmodelle zu verhindern, bei denen für ein größeres Depot ein eigener Fond aufgelegt wird. Es wird daher diskutiert, ob die Altregelung nur für Fonds gilt, die vor einem gewissen Stichtag aufgelegt wurden. Vielleicht würde dann der Grüner Fonds davon sogar auch betroffen sein...
Eine komplette Verlagerung der Abgeltungssteuer ist meines Erachtens nicht zu machen - wo bliebe denn da die Rechtssicherheit in unserem Staat??? Der 1.1.2009 wurde so oft kommuniziert, dass es geradezu Klagen hageln würde!
doch ist mir nicht wertvoller als eure Meinung. Manch einer hat Flöhe husten gehört und dann brach doch der große Keuchhusten aus. Ich denke mal, für unseren Austausch ist Ariva geschaffen worden und der ist mir/uns sehr wichtig. gruß urbommel