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Basel, Eintrag vom 21. September 1860
Ledereinband mit Goldprägung, Papier, Fotografie
H. 24,3 cm, B. 32,6 cm
Inv. 1982.5493.
Depositum der Dr. Edith Stocker-Nolte-Stiftung.
Ungemein reisefreudig, ist der dänische Dichter Hans Christian Andersen (1805–1875) insgesamt zwölfmal in der Schweiz gewesen, auf der Durchreise nach Italien oder zu längeren Aufenthalten im Lande selbst. Berühmt wie er damals bereits war, erregte seine Anwesenheit stets grosse Aufmerksamkeit. Man suchte seine Bekanntschaft, bat ihn um Fotografien und um Einträge in Alben und Stammbücher, um das Zusammentreffen mit dieser europäischen Berühmtheit belegen zu können. So mag es auch zu dem Eintrag in das Album der Familie des Baslers Jakob Kaltenmeyer-Kircher (gest. 1899) gekommen sein.
Aus dem Eintrag geht hervor, dass Andersen, wie so viele andere Reisende, in Basel bereits auf das Erlebnis der Alpen eingestellt war. Welch gewaltigen Eindruck diese auf ihn, der von der flachen Ostseeinsel Fünen stammte, machten, geht aus seinem sorgfältig geschriebenen Eintrag hervor: «Die Alpen scheinen uns die zusammengefalteten Flügel der Erde zu sein; – / wie, wenn sie diese entfaltete? Die grossen Schwingen mit ihren bunten Bildern / von schwarzen Wäldern, brausenden Gewässern, Wolken von Schneemassen ausbreitete? / An dem jüngsten Tag erhebt die Erde die grossen Flügel, zeigt gen Himmel und zerspringt / wie eine Seifenblase in dem Strahlenglanze Gottes.