Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03432.jsonl.gz/3089

Diese äusserten sich in leichten Atemschwierigkeiten. Mit 6 Monaten verschlechterte sich ihr Zustand jedoch zusehends. Die Eltern brachten sie zunächst in ein Polio-Impfzentrum. Dort riet man ihnen, mit der Kleinen für eine genaue Abklärung in ein spezialisiertes Spital zu gehen.
Rubiya wurde ins SSKM Spital von Kolkata gebracht, wo man nach einigen Untersuchungen einen Defekt der Herzkammerscheidewand feststellte. Dies war verbunden mit einer schweren Verengung der Lungengefässe und zeitweiliger Zyanose (blau-rote Verfärbung der Haut und Schleimhäute infolge einer Abnahme des Sauerstoffgehalts im Blut). Man empfahl die Durchführung einer Herzoperation, sobald Rubiya ein wenig grösser sein würde. Da die Familie aber nicht in der Lage war, die Kosten für den Eingriff selber zu berappen, wurde sie an Calcutta Rescue verwiesen.
So kamen die Eltern mit Rubiya 2009 in die Klinik Sealdah. Bei der Untersuchung zeigte das Kind eine Zyanose und schwere Atemnot, sodass unverzüglich mit einer medikamentösen Behandlung und einer engmaschigen Beobachtung begonnen wurde. Dank der Medikamente und einer adäquaten Ernährung verbesserte sich der Zustand von Rubiya nach und nach ein wenig.
Die Ärzte des SSK Krankenhauses schätzten die Kosten für die Herzoperation auf etwa 52’954 Rupien. Bis 2011 konnte die Familie 27’000 Rupien von verschiedenen Ämtern und Institutionen zusammenbringen. Die verbleibenden 25’954 Rupien wurden von Calcutta Espoir, der Unterstützungsgruppe der welschen Schweiz, zur Verfügung gestellt.
Unterdessen wuchs Rubiya heran und war für die Herzoperation bald stark genug. Anfang 2012 entschieden die Ärzte vorwärts zu machen und schliesslich wurde der Eingriff im März 2012 erfolgreich durchgeführt.
Zurzeit ist der Zustand von Rubiya stabil und die kleine Patientin erholt sich gut. Sie kann ohne grosse Mühe gehen und sogar ein kurzes Stück rennen, sehr zu ihrer und ihrer Eltern Freude. Sie ist zwar immer noch gelegentlich kurzatmig, doch geht es ihr sehr viel besser als vorher.
Rubiya erscheint alle 2 Wochen in der Klinik Sealdah zur Kontrolle und erhält hier auch ihre Medikamente. Sowohl hier als auch im Spital wird der Verlauf ihrer Besserung überwacht.
Es bereitete Freude zu sehen, wie sie in der Klinik herumlief und ununterbrochen vor sich hin plapperte, während ich mit ihrer Mutter sprach. Später schien sie sehr mit dem Stück Brot beschäftigt, welches sie in der Klinik erhielt, und sah keinen Anlass, sich mit mir zu unterhalten!
„Ich kann es immer noch nicht glauben, dass mein Töchterchen umherläuft wie jedes andere 3-jährige Kind. Vor zwei Jahren schien dies unmöglich. Doch Dank Calcutta Rescue…. Schau meinen Engel an”, sagt die Mutter mit Tränen in den Augen.
Rubiya lebt mit ihrer Familie – den Eltern, der Grossmutter und der älteren Schwester – in South Barasat, einem kleinen Dorf in Westbengalen. Ihr Vater ist Taglöhner und verdient rund 100 bis 150 Rupien pro Tag, wenn er denn Arbeit findet. Die Familie lebt in einem kleinen, aus einem Zimmer bestehenden Backsteinhaus ohne Elektrizität.
“Jetzt ist es immer laut im Haus durch das fröhliche Geplapper, das wir so sehr vermisst hatten. Es ist so schön, Rubiya gesund und munter zu sehen“, meint die Mutter, während sie sie in ihre Arme nimmt.
“Ich bin den Menschen, die halfen, mir meine Tochter zurückzugeben, ausserordentlich dankbar. Möge Gott sie allzeit segnen und ich will immer für ihr Wohlergehen beten“, fuhr sie mit einem Lächeln fort.
Rubiyas Mutter hofft, ihre Tochter werde zur Schule gehen und eine gute Bildung für eine bessere Zukunft geniessen können, sobald sie ganz gesund und alt genug ist. Als Rubiya gefragt wurde, ob sie in die Schule gehen möchte, meinte sie, wie jedes andere Kind in ihrem Alter, sie würde nur hingehen, wenn es dort Puppen zum Spielen gäbe!