Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03529.jsonl.gz/1823

»Dieses Buch erzählt von dem vielleicht begehrtesten aller Güter: von der Liebe, die dauerhaft ist.« Elisabeth von Thadden, Die Zeit
»Du wirst zweiundachtzig. Du bist sechs Zentimeter kleiner geworden, du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist du schön,
graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe dich mehr denn je.«
So beginnt diese »Geschichte einer Liebe«, verfasst vom 83-jährigen Philosophen und Sozialtheoretiker André Gorz in Form eines langen Briefes. Er rekapituliert die 58 Jahre des Zusammenlebens mit D., einer Engländerin, die er 1947 in Lausanne kennengelernt hatte und die dann seine Frau wurde.
D. ist dem Philosophen immer zur Seite gestanden in dem halben Jahrhundert philosophisch-politischer und publizistischer Arbeit, das hinter ihnen lag. Doch ganz am Anfang des Rückblicks auf diese fünzig Jahre steht auch Gorz’ Frage: »Warum nur bist du in dem, was ich geschrieben habe, so wenig präsent, während unsere Verbindung doch das Wichtigste in meinem Leben gewesen ist?« Dieses Buch ist kurz; es handelt nur von den wichtigsten Dingen.
André Gorz, geboren 1923 in Wien, verbrachte die Kriegsjahre in der Schweiz und ließ sich nach Kriegsende in Paris nieder. Arbeit mit Jean-Paul Sartre an dessen Zeitschrift Les Temps modernes, später bei L’Express und Le Nouvel Observateur. Seine Schriften Abschied vom Proletariat (1980) und Wege ins Paradies – Thesen zur Krise, Automation und Zukunft der Arbeit (1984) waren Kultbücher für die ökologische Linke. 2007 nahm sich André Gorz zusammen mit seiner schwerkranken Frau Dorine das Leben.