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Jeder weiß, dass der zweite Sohn des Fürsten Maichi ein Idiot ist. Als Thronfolger wird er nie zum Zug kommen. Umso unvoreingenommener beobachtet er seine Umgebung: die Festung des Fürsten im äußersten Osten Tibets, die rücksichtslose und grausame Feudalherrschaft, die in kleinliche Streitereien verwickelten Lamas, die Intrigen um schöne Frauen und die Fehden mit benachbarten Herrschern, die wechselnden Allianzen mit den Chinesen. In das entlegene Hochland dringt die Moderne lediglich als fernes Echo.
Als ein Sondergesandter der chinesischen Regierung Fürst Maichi Mohn anbauen lässt, wird dieser unermesslich reich. Die betörende rote Mohnblüte und der Duft der reifenden Kapseln bringen Unruhe in das archaische Leben. Einzig der Idiot erkennt, dass sich das Ende einer Ära abzeichnet.
">Roter Mohn< ist ein großer Wurf, das Signal einer neuen tibetischen Literatur."
Ludger Lütkehaus, Neue Zürcher Zeitung
"Schön war dieses alte Tibet nur für seine Fürsten und deren Equipage. Aber Alai, der Biograf ihres Untergangs, hat es in ein sagenhaftes Buch verwandelt."
Martin Zähringer, Die Tageszeitung
"Alais große Kunst ist die der Bestürzung. Wer sich an den Ton erinnert, in dem Grimmelshausens naiver Simplicius die unerhörten Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges schildert, hat eine Vorstellung davon, wie das funktioniert."
Die Welt
"Ein fesselnder und schillernder Roman. Er zieht uns tief hinein in eine archaische Welt."
Dorothee Dauber, Süddeutsche Zeitung