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Inhalt
Keine Investitionen notwendig
Der Gemeinderat Emmen hat sich in einer Absichtserklärung bereit erklärt, die notwendige Wassermenge zu liefern. Rein technisch könnte die gewünschte Bezugsmenge sofort geliefert werden, da die entsprechende Kapazität in der vorhandenen Infrastruktur als Reserve verfügbar ist. Die Anlagen müssten lediglich wenige Stunden länger betrieben werden. Die Gemeinde Emmen nutzt, inklusive den bestehenden Grosskunden rund zwei Drittel ihrer Kapazität. Würde die Lieferung zustande kommen, wäre die vorhandene Kapazität zu etwa 80 % ausgelastet. Auch die geplante Lieferung an Neuenkirch kann problemlos gedeckt werden. "Für den Wasserbezug der aquaregio sind lediglich Investitionen in den Anschluss notwendig, die bestehenden Anlagen und unser Leitungsnetz können diese Mengen nach wie vor bewältigen", sagt Bernhard Kuhn, Leiter Tiefbau und Werke der Gemeinde Emmen.
Ein olympisches Schwimmbecken pro Tag
Vorgesehen ist Trinkwasser im Umfang von maximal 5'000 m³ pro Tag zu liefern. Aquaregio und die Gemeinde Emmen gehen von einem durchschnittlichen Tagesbezug vom 2'500 m³ aus. Das entspricht dem Volumen eines olympischen Schwimmbeckens. Der Anteil des Emmer Wassers wird in Zukunft 10 – 20 % des täglichen Bedarfs von aquaregio betragen. Das Trinkwasser soll ab dem Reservoir Rippertschwand bezogen werden. Geplant ist eine Transportleitung, die das Wasser an den Sempachersee führt und dann mit einer Seeleitung bis nach Sursee weiterleitet. Das Emmer Wasser würde im Gebiet Sursee oder nach Bedarf auch in Sempach in das Leitungssystem der aquaregio eingespiesen. Dort soll das Wasser mit dem vorhandenen Wasser in bestimmten Reservoiren vermischt werden, um eine konstante Qualität zu gewährleisten. Die Transportleitung könnte in den nächsten zwei bis fünf Jahren in Betrieb genommen werden. Der Gemeinderat Emmen muss den Vertrag dem Einwohnerrat Emmen unterbreiten.
Vorteile für beide Seiten
Der Wasserbezug hat für alle beteiligten Partner Vorteile. Eine Kostenanalyse der Gemeinde Emmen hat gezeigt, dass der heutige Wasserpreis für den Endkonsumenten angehoben werden müsste, um die Finanzierung langfristig sicherzustellen. Die Gemeinde Emmen geht davon aus, dass der Wasserpreis für sämtliche Bezüger längerfristig konstant gehalten werden kann, da die Fixkosten pro m³ sinken, wenn die Fördermenge steigt. Auch bei der aquaregio kann man durch diese Zusammenarbeit die Kosten tief halten. Sacha Heller erklärt: "Die meisten Anlagen stammen aus den 1960er und -70er Jahren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um in die Versorgungsinfrastruktur zu investieren und sie zu sanieren. Durch die Zusammenarbeit müssen wir kein neues Pumpwerk bauen, sondern können gezielt in unsere Infrastruktur investieren." Auch können die beiden Versorgungssysteme, der Wasserversorgung Emmen und der aquaregio, sich in Notfällen gegenseitig mit Wasser beliefern. Werner Göggel, Abteilungsleiter Gewässer und Boden des Kantons Luzern hält fest: "Wir begrüssen die Vernetzung verschiedener Wasserversorgungen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das entspricht einer fortschrittlichen Strategie, um mit den künftigen Herausforderungen umzugehen."