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Hauptstadt
Gaborone
Einwohner
2’024’904
Fläche
581’730 km² (15 mal grösser als die Schweiz)
Religion
Christen 71.6%, Badimo 6%, andere 1.4%, unbekannt 0.4%, keine 20.6%
Sprache
Englisch, Setswana
Währung
Botswanischer Pula, 100 CHF = 1’098.80 BWP
Unabhängigkeit
30. September 1966 (vom Vereinigten Königreich)
Klima
Das Klima Botswanas ist subtropisch, trocken und heiss. Die Jahreszeiten sind denen Europas entgegengesetzt, da sich das Land auf der Südhalbkugel befindet. So ist von September bis April Sommer und gleichzeitig Regenzeit und die Zeit von Mai bis Ende August gilt als Winter und Trockenzeit. Ein tropischer Charakter mag auf Grund der Nähe zum Äquator zu erwarten sein, allerdings fehlt diesem Binnenland die dafür nötige Luftfeuchtigkeit und so findet man hier ein Kontinentalklima vor. Die Wolken haben sich häufig schon in den das Land umgebenden Bergregionen abgeregnet. Innerhalb des Landes variieren die jährlichen Niederschlagsmengen stark. Von über 700 mm im Norden sinken diese auf unter 250 mm im Südwesten. Von Oktober bis März können Temperaturen bis zu 44°C sein, der Mittagsdurchschnitt liegt zwischen 35° und 40°C. In der Winterzeit sind die Tagesmittel um 27°C, die Nachttemperaturen können bis auf + / – 6°C und tiefer fallen.
Gesellschaft
Erste Besiedlungen Botswanas sind schon in die Zeit vor drei Millionen Jahren zurückdatierbar. Botswana ist also eine der Wiegen der Menschheit. Als Nachfahren ihrer steinzeitlichen Vorfahren leben bis heute die Baswara in Botswana. Mit ca. 60 Prozent bilden die Tswana die Hauptbevölkerungsgruppe. Weitere Bevölkerungsgruppen sind die Bakgalagadi, die Humbukuschu, die Kalanga oder Yei. Auch Hereros aus dem benachbarten Nambia wanderten in Folge des Hererokrieges in Namibia vor hundert Jahren ein. Seit der Unabhängigkeit am 30.9.1966 ist Botswana eine Republik, in der das friedliche Zusammenleben aller Völker oberster Grundwert ist. Die Amtssprache ist Englisch, Setswana ist die geläufigste und verbreitetste Sprache. Botswana verfügt über ein beispielhaftes Bildungssystem: Mehr als 95 Prozent aller Kinder besuchen die Schule. In Gaborone gibt es die anerkannte University of Botswana. Die Einrichtung eines nahezu kostenfreien Gesundheitssystems trägt ebenso zur Stabilität des Landes bei wie Sozialleistungen und die Achtung vor Traditionen und Religionen.
Geschichte
Die Region des heutigen Botswana wurde aufgrund der ungünstigen klimatischen Verhältnisse und der geringen Wasservorkommen erst relativ spät besiedelt. Zwar gibt es prähistorische Siedlungsfunde, aber in größerem Umfang drangen vermutlich erst Siedler in die Region ein, als im südlichen Afrika Bevölkerungsdruck und kriegerische Auseinandersetzungen zunahmen. Dies geschah mit dem Vordringen der Europäer von der Kapregion aus und den großen Bantu-Wanderungen im 18. und 19. Jahrhundert.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (von 1966 bis 1992) begegnete uns mit der Republik Botswana eine scheinbar friedliche, konfliktarme Insel inmitten der von der Apartheid geschüttelten Krisenregion Südliches Afrika. Die hier lebenden Tswana-Stämme, und mit ihnen eine Handvoll weniger beachteter Ethnien, erreichten als Nation der Tswana (Botswana) im Jahre 1966 die politische Unabhängigkeit. Damit verhinderten sie, in die Südafrikanische Republik eingegliedert zu werden. Seitdem erlebte Botswana als eines der 20 ärmsten Länder der Erde einen völlig unerwarteten wirtschaftlichen Boom, der sich auf staatlich kontrollierte, korruptionsfreie Diamantenproduktion gründet. Bezogen auf das durchschnittliche Pro-Kopf Einkommen zählt Botwana 2013 zum drittreichsten und als das friedlichste Land Afrikas.
Geografie
Botswana liegt im Herzen des südlichen Afrika, eingerahmt von den Ländern Namibia, Zambia, Zimbabwe und Südafrika. Botswana liegt überwiegend im Hochland – die meisten Landesgebiete liegen über 1’000 m über dem Meeresspiegel. Mit 581’730 km² Fläche ist Botswana etwa so gross wie Frankreich und Belgien zusammen.
Flora
Busch und Buschsavanne, Trockenholzwälder, Steppe und die Halbwüste der Kalahari bestimmen zu vier Fünfteln die Landschaftsformationen Botswanas. Hinzu kommen die Feuchtgebiete im Norden: das Okavango-Delta sowie das Gebiet um den Chobe River. Sümpfe, Seen und immergrüne Wälder bestimmen hier das Landschaftsbild. Halbjährlich ist auch das riesige Gebiet der Salzpfannen dazu zu zählen. Deren grüne ehemalige Ufersäume bieten ideale Lebensgrundlagen insbesondere für Vögel.
Botswanas Reichtum an Landschaftsformen bietet zahllosen Lebensformen die Grundlage zur Existenz. Botswana beschützt diese beträchtliche Biodiversität, indem mehr als 40 Prozent der Landesfläche naturgeschützt sind.
17 Prozent der Landesfläche sind als Nationalparks ausgewiesen, weitere 22 Prozent stehen unter dem Schutz des Wildlife Department. Damit hat Botswana prozentual eine der größten Naturschutzflächen weltweit ausgewiesen. Tatsächlich, besitzt insbesondere seit dem Jahre 1990 der Schutz der Natur und die Entwicklung eines ökologisch orientierten nachhaltigen Tourismus höchste Priorität.
Tierwelt
Die meisten Säugetiere wird man ausschliesslich in den Naturreservaten und Schutzgebieten Botswanas beobachten können.
Im Moremi-Reservat am Okawango-Delta leben Giraffen, Zebras und Impalas (Schwarzfersen antilopen) neben Löwen und Geparden.
Impalas zeichnen sich besonders durch ihre bis zu 9 m weiten und 3 m hohen Sprünge aus. Charakteristisch sind auch die zwei schwarzen Streifen auf dem sonst hellbraun gefärbten Steiss. Die bis zu 90 cm lang werdenden Hörner kommen nur bei den Männchen vor. Impalas sind im ganzen südlichen Teil Afrikas weit verbreitet.
Bemerkenswert ist die jährliche Zebrawanderung zwischen dem Savuti- und dem Chobe-Fluß.
Im Okawango-Delta sind darüber hinaus zahlreiche Säuger wie der Kudu, Büffel, Schilfbock, Lechwe (Moorantilope) sowie die eigentlich in Südafrika heimische Rote Litschi, eine weitere Antilopenart, zu Hause. Zudem besitzt Botswana den größten Elefantenbestand Afrikas, den man im Nordosten des Landes bewundern darf.
Zu den häufigsten Säugetieren des Landes gehören Fleckenhyänen, Flusspferde, Springböcke, zahlreiche Antilopenarten, zu denen auch die Oryxantilope gehört, Warzenschweine sowie Honigdachse, Kaffernbüffel und Paviane.
Die meisten Vogelarten, derer bis zu 600 sind, versammeln sich am Okawango-Delta. Dazu gehört der Klunkerkranich, der Afrikanische Scherenschnabel, der Sattelstorch, der Gelbbauchbülbül sowie der Bienenfresser. In den Sumpfgebieten trifft man besonders häufig auf Fischadler, Kormorane, Ibisse, Kraniche, Sekretäre und Marabus.
Nach den Regenfällen versammeln sich Pelikane und Flamingos an den Makgadikgaki-Salzpfannen. Letztere bilden eine eigene Familie und sind auch in Teilen Südamerikas, Westasien und Südfrankreich verbreitet. Gleich erkennbar sind die bis zu 130 cm grossen Vögel an ihrem langen und dünnem Hals, an den dünnen Beinen sowie an dem dicken, nach unten gebogenen rosafarbenen Schnabel mit der schwarzgefärbten Spitze. Dieser wird bei der Nahrungssuche als Sieb gebraucht. Auf dem Speiseplan stehen dabei Würmer, Algen und vor allem Kleinkrebse. Die sind es auch, die für das rosafarbene Federkleid der Flamingos verantwortlich sind. Der mit den Krebsen aufgenommene rote Farbstoff wird in den Federn abgespeichert. Schliesslich sind die Vögel umso stärker rosa gefärbt, je mehr Krebse sie verspeist haben. Das berühmte einbeinige Stehen dient der Wärmespeicherung, da das eine Bein im warmen Gefieder versteckt wird und somit ein geringerer Wärmeverlust entsteht. Dieses Kunststück ist für die Flamingos (wie auch für Störche) nicht weiter anstrengend.
Andere in Botswana vorkommende Vogelarten sind Rotbauchwürger, der Rotschnabeltoko, Schreiseeadler, Schwalbenschwanzspinte, Waffenkiebitze und Strausse.