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Mit der Unterstützung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, wird während der 67. Ausgabe des Festival del film Locarno eine besondere Veranstaltung stattfinden.
Am Sonntag, 10. August 2014, wird in einer Sondervorführung der Film Difret von Zerezenay Berhane Meharin (Äthiopien) gezeigt. Anschliessend an den Film findet eine Podiumsdiskussion statt. Auf dem Podium vertreten sind der Regisseur und die Produzentin des Films Mehret Mandefro, sowie Navi Pillay (UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte), Venantie Bisimwa Nabintu (Exekutivsekretärin der kongolesischen NGO «Réseau des Femmes pour la défense des Droits et la Paix»), Danaé van der Straten Ponthoz (Legal Adviser bei der NGO TRIAL) und Giancarlo De Picciotto (Leiter des Schweizer Kooperationsbüros in der Region der Grossen Seen).
Difret, der erste Spielfilm des Regisseurs Zeresenay Berhane Mehari, erzählt die Geschichte einer äthiopischen Anwältin, die ein 14-jähriges Mädchen verteidigt, welches angeklagt ist, den Mann umgebracht zu haben, der sie entführen und zur Heirat zwingen wollte. Die Geschichte stützt sich auf wahre Begebenheiten. Difret ist der vierte 35mm Spielfilm, der je in Äthiopien gedreht wurde, und zwar in der offiziellen Landessprache: Amahrisch. Das Wort difret hat zwei Bedeutungen: einerseits «tapfer», andererseits aber auch «vergewaltigt werden». Der Film befasst sich mit dem möglichen Aufstieg des äthiopischen Landes in die moderne Welt und veranschaulicht was passieren kann, wenn althergebrachte Traditionen gebrochen werden und Glaubenssysteme überholt sind. Difret hat dieses Jahr an der Berlinale den Panorama Publikumspreis gewonnen und am Sundance Film Festival wurde ihm der Publikumspreis in der Sektion World Cinema Dramatic Competition zugesprochen.
Difret ist einer der Filme, die an den Open Doors Screenings gezeigt werden. Das diesjährige Open-Doors-Programm ist dem subsaharischen Afrika gewidmet, mit speziellem Augenmerk für die englisch- und portugiesischsprechenden Länder. Open Doors ist eine Sektion des Festival del film Locarno, die seit ihrer Entstehung von der DEZA unterstützt wird. Ziel dieser Sektion ist es, Regisseure und Produzenten aus dem Süden und dem Osten des Planeten zu unterstützen, wo das unabhängige Filmschaffen noch nicht gefästigt ist.
Die Podiumsdiskussion dreht sich um die Problematik der Straflosigkeit von Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen und Mädchen – ein Schwerpunkt des Films.
Die Diskussion soll auch Anlass dazu sein, das Gespräch über die verschiedenen Herausforderungen zu vertiefen, welchen sich Frauen in Afrika und weltweit stellen müssen. Diese können, wie im Film Difret, aus einem Konflikt zwischen Moderne und Tradition entstehen oder durch gewalttätige Auseinandersetzungen. In Kriegsgebieten und bei bewaffneten Auseinandersetzungen kann eine ganz bestimmte Verletzung der Menschenrechte beobachtet werden, die fast immer unbestraft bleibt: Die sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen (aber auch an Männern und Knaben) wird hier oft systematisch als Kriegswaffe angewendet. Das Phänomen der sexuellen Gewalt kommt nicht nur in Kriegen und Konflikten vor, sondern besteht häufig noch lange Zeit nach gewalttätigen Auseinandersetzungen. Dabei handelt es sich um eine schwere Verletzung der Menschenrechte und des internationalen Rechts, die für die betroffenen Opfer, Familien und Gesellschaftsgruppen schwerwiegende Langzeitfolgen mit sich bringt. Obwohl schon einige Schritte gemacht wurden im Kampf gegen die Straflosigkeit von sexueller Gewalt, bleibt dieser Kampf eine der wichtigsten Herausforderungen auf der internationalen Agenda.
Die Podiumsdiskussion zum Film Difret ist die erste aus einer Reihe von Veranstaltungen, die im Lauf des Jahres im Rahmen von «Demokratie ohne Grenzen» organisiert werden, einer Initiative, die vom Bundespräsidenten der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Didier Burkhalter in Locarno lanciert wird. Die Idee der Initiative ist es, national oder international bekannte schweizerische Persönlichkeiten als Botschafterin bzw. Botschafter für Projekte der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Durch diese Interaktionen soll die Tragweite der involvierten Projekte in den Bereichen Demokratie, Frieden und Menschenrechte erhöht werden.
Programm
Sonntag, 10. August 2014
16:30 – L’altra Sala
Begrüssung durch Festivalpräsident Marco Solari, Einleitung des Bundespräsidenten der Schweizerischen Eidgenossenschaft Didier Burkhalter und Projektion des Films Difret von Zerezenay Berhane Mehari
18:40 – L’altra Sala
Podiumsdiskussion «Demokratie ohne Grenzen»
Moderator: Reto Ceschi (RSI). Mit Zerezenay Berhane Mehari (Regisseur), Mehret Mandefro (Produzentin), Navi Pillay (UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte), Venantie Bisimwa Nabintu (Exekutivsekretärin der kongolesischen NGO «Réseau des Femmes pour la défense des Droits et la Paix»), Danaé van der Straten Ponthoz (Legal Adviser bei der NGO TRIAL) und Giancarlo De Picciotto (Leiter des Schweizer Kooperationsbüros in der Region der Grossen Seen).
19:45 – Spazio Cinema (Forum)
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