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Die ersten drei angetretenen Athleten am Pauschenpferd verzeichneten alle einen Sturz. Schon da waren die Medaillen-Chancen von Christian Baumann, der in der Qualifikation Achter geworden war, drastisch gestiegen.
Nachdem auch Topfavorit Louis Smith (Gb) vom Pferd steigen musste, schlug die Stunde von Baumann. Der Aargauer zog seine Übung souverän durch, erhielt dafür 14,900 Punkte und durfte sich dank diesem Wert über die Bronzemedaille freuen. Den Sieg sicherte sich Harutjan Merdinjan aus Armenien (15,366) vor dem Russen David Beljawski (15,233).
Am Pferd hätte ich am wenigsten mit einer Medaille gerechnet.
Baumann wie einst Donghua Li
Für Baumann ist es die dritte EM-Medaille nach Silber am Barren 2015 in Montpellier und Team-Bronze am Samstag in Bern. Der 21-Jährige ist der erste Schweizer seit 1996 und Donghua Li, der am Pauschenpferd an internationalen Titelkämpfen eine Medaille gewinnt.
Dass es für Baumann ausgerechnet an diesem Gerät zu einem Podestplatz reicht, hätte der Bronzegewinner selbst nicht gedacht. «Am Pferd hatte ich am wenigsten mit einer Medaille gerechnet. Aber weil ich erst am Schluss an der Reihe war, konnte ich das Risiko dosieren und eine sichere Übung zeigen», freute sich der Aargauer.
Brägger verpasst Medaillen knapp
Weniger gut lief es Baumann am Nachmittag am Barren (6.), wo ihm bereits zum Auftakt der Übung zwei Fehler unterliefen. Auch Pablo Brägger konnte die Kohlen für die Schweiz nicht aus dem Feuer holen. Er musste das Gerät nach einem Patzer verlassen und wurde deshalb nur Achter. Gold sicherte sich wie am Pauschenpferd der Russe Beljawski.
Am Reck bekundete Brägger Pech, als ihm beim Durchschub mit halber Drehung der gleiche Fehler wie in der Qualifikation unterlief. Am Ende musste sich der Ostschweizer mit dem 4. Schlussrang begnügen, Baumann klassierte sich gleich dahinter. Der EM-Titel ging an Nile Wilson aus Grossbritannien.
Am Boden verpasste Brägger die Wiederholung seines Erfolgs aus dem Vorjahr in Montpellier, als er Bronze geholt hatte, ebenfalls nur knapp. Als Fünfter fehlten ihm gerade einmal zwei Zehntel auf Rang 3. Gold holte der erst 19-jährige Russe Nikita Nagroni.
Grischard nach Stürzen chancenlos
Nicht wunschgemäss verlief der Sprung-Final für Benjamin Grischard. Der 20-Jährige brachte beide Sprünge nicht zum Stand und beendete den Final auf dem achten und letzten Rang. Der Titel ging an den Ukrainer Oleg Wernjajew.
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 29.05.2016, 10:15 Uhr