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Titel
Bendemann,
1) Eduard, einer der Hauptführer der ältern Düsseldorfer Historienmalerei, geb. zu Berlin, ging, nachdem er auf der Akademie seiner Vaterstadt die erste Vorbildung erhalten hatte, 1827 auf die Akademie in Düsseldorf unter Schadows Leitung, wo sich sein außerordentliches Talent so rasch entwickelte, daß er schon im Herbst 1828, als er in Berlin verweilte, das Porträt seiner Großmutter malte, das als Werk eines 17jährigen allgemeine Bewunderung erregte.
Nachdem er sich 1831 in Italien aufgehalten, wo sein Geist durch das Studium der alten Meister und durch den Verkehr mit ältern Kunstgenossen eine frühe Reife erlangte, malte er 1832 die trauernden Juden im Exil (Museum in Köln), die einen bis dahin unerhörten Beifall fanden. Schon dies erste größere Werk zeigte seine ganze künstlerische Eigentümlichkeit: sein Gefühl für keusche Schönheit und Adel der Erscheinung, für Grazie der Form und Harmonie der Farbe. So haben auch seine spätern Ölbilder einen idyllisch-elegischen Charakter; fast nie tritt stark bewegte Leidenschaft, nie der Ausdruck roher Kräfte darin auf.
Nach einigen kleinern Bildern in der damals in Düsseldorf herrschenden romantischen Stimmung, z. B.: zwei Mädchen am Brunnen (1833), die Ernte, Hirt und Hirtin, that er 1836 mit dem berühmten, breiter angelegten Jeremias auf den Trümmern von Jerusalem (im Besitz des deutschen Kaisers) den glücklichsten Griff in das große historische Gebiet, machte darauf abermals einige Studienreisen nach Italien und nach Frankreich und wurde 1838 an die Akademie in Dresden berufen, von wo er 1859 als Direktor der Akademie nach Düsseldorf ging, welches Amt er aber schon 1867 aus Gesundheitsrücksichten niederlegte. Sein in Dresden geschaffenes Hauptwerk, die Frucht einer zwölfjährigen, freilich auch durch Augenleiden unterbrochenen Arbeit, sind die Wandgemälde im Thron- und im Ballsaal des Schlosses, dort in der Technik des Freskos zwei Hauptgruppen, von denen die erste auf der Seite des Throns aus einer Reihe von 16 Gesetzgebern und Fürsten, die andre aus einer Darstellung des Bürger-, Bauern-, Ritter- und geistlichen Standes zur Zeit ¶
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der sächsischen Klöster besteht sowie aus einem darüber hinlaufenden Fries, der die kulturliche Entwickelung des Menschen nach der Anschauung des Mittelalters zeigt. Noch sinnreicher in der Komposition, jedenfalls heiterer durch die stereochromische Malerei ist der Ballsaal, der uns das ganze Leben der Griechen in poetischer, bezaubernder Weise vorführt. Von geringerer Bedeutung sind die sich an seinen Aufenthalt in Düsseldorf knüpfenden monumentalen Malereien: die Fresken in der Aula der dortigen Realschule, die sich auf Wissenschaft, Handel, Industrie und Kunst beziehen, sowie die Malereien im Schwurgerichtssaal zu Naumburg und die nach seinen Entwürfen von seinem Sohn Rudolf B. (s. d.) sowie den Brüdern Röber und Wilh.
Beckmann ausgeführten Wandmalereien im ersten Cornelius-Saal der Nationalgallerie, in denen die Kräfte des Geistes und des Gemüts, welche die Schöpfungen der Kunst bedingen, das Verhalten des Menschen zur Gottheit und das Erdenwallen des Genius veranschaulicht werden. Dazu kommen, abgesehen von einigen Kartons zu «Nathan dem Weisen» und sonstigen Illustrationen, als Ölbilder der letzten Jahre: Jeremias beim Fall Jerusalems (1872, Nationalgallerie), der, wenn auch nicht von sehr mächtiger Wirkung, mit den den frühern Bildern des Meisters eigentümlichen Vorzügen einen größern Realismus und koloristischen Effekt verbindet, sowie die 1876 entstandene Penelope, die, im Geiste des Altertums gedacht, nur in der Umgebung zu modern ist. Auch als Porträtmaler beweist B. eine hohe Meisterschaft. Er ist Mitglied fast aller Kunstakademien und Ritter zahlreicher Orden.
2) Rudolf Christian Eugen, Historienmaler, Sohn des vorigen, geb. zu Dresden, bildete sich auf der Akademie in Düsseldorf und nachher unter der Leitung seines Vaters aus, brachte bis jetzt eine Scene aus der Frithjofssage von tüchtiger Zeichnung und liebevoller Ausführung, eine Nymphe von anmutigem Fluß der Linien und klarer Färbung und beteiligte sich bei der Ausschmückung der Nationalgallerie in Berlin, wo er in den Skulptursälen einige der Geniengruppen in Wachsfarben malte.