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| Innocentius, Papa 402-417 - Briefe

Verlorengegangene Schreiben
Übersicht
1. Brief des Theophilus, Bischofs von Alexandrien, an den P. Innocentius v. J. 404, welchen Jener durch einen Lector von Alexandrien schickte, um die Absetzung des hl. Johannes Chrysostomus anzuzeigen. Nach der Erzählung des Palladius (DiaI. c. 1.) war Innocentius nahe daran, die Vermessenheit und den Hochmuth des Theophilus zu verurtheilen, sowohl weil er allein geschrieben hatte, als auch weil er die Sache nicht klar berichtet, auch nicht angezeigt hatte, weßhalb und mit welchen gemeinschaftlich er die Absetzung des Johannes ausgesprochen habe. Da dieses Schreiben das erste war, welches der Papst nach der Absetzung des hl. Chrysostomus erhielt, ist es wohl schon im April des J. 404 abgefaßt. Auf dieses oder auf das später unter Num. 4 zu erwähnende beziehen sich auch die Worte des Palladius über Theophilus: Dieser tadelt in seinem Briefe an den Papst Innocentius den hl. Johannes und nennt den Epiphanius [S. 213] den heiligsten, welchen er früher als einen Häretiker oder Schismatiker geschmäht hatte.
2. Drei Briefe an den P. Innocentius v. J. 404, welche nach Palladius (a. a. O.) drei Tage nach dem obigen Schreiben des Theophilus vier Bischöfe von der Partei des Johannes, Pansophius von Pisidien, Pappus von Syrien, Demetrius vom zweiten Galatien, Eugenius von Phrygien überbrachten, einen nemlich von Johannes selbst, einen zweiten von 40 Bischöfen von der Gemeinschaft des Johannes und den dritten vom Klerus des Johannes, alle mit einander übereinstimmend und den Aufruhr einiger Unbändigen anzeigend. Von diesen Schreiben ist uns nur das erste (unter Num. 4) erhalten.
3. Briefe des P. Innocentius an Theophilus und an Johannes v. J. 404. Bald hierauf schrieb der Papst zwei Briefe, einen an Theophilus und dessen Partei, den andern an Johannes und dessen Anhänger, von welchen Palladius (dial. c. 3) Folgendes erwähnt: „Hierauf sandte der selige Innocentius an beide Parteien gleichmäßige Gemeinschaftsbriefe, indem er das von Theophilus gefällte Urtheil mißbilligte und sagte, es müsse eine andere tadellose Synode von Occidentalen und Orientalen gehalten werden unter Entfernung sowohl der Freunde als der Feinde; denn weder von diesen noch von jenen könne in der Regel ein richtiges Urtheil kommen." Den an Johannes gerichteten Brief überbrachten die vier obengenannten Bischöfe und erzählt noch Palladius (a. a. O.), daß Eugenius denselben im Oriente herumge- [S. 214] zeigt und dadurch die Gemeinschaft der Römer mit Johannes bewiesen habe.
4. Brief des Theophilus von Antiochien an den P. Innocentius v. J. 404; s. die Einleitung zum 5. Briefe oben S. 50.
5. Schreiben einer für Johannes gehaltenen Synode an den P. Innocentius v. J. 404. „Kurze Zeit darauf," sagt Palladius (a.a.O.) kam der Priester Theoteknus im Namen der Kirche von Constantinopel mit einem Schreiben einer Synode von 25. oder noch mehr Bischöfen der Partei des Johannes, in welchem sie bekannt gaben, daß Johannes mit Militärgewalt aus der Stadt vertrieben und nach Eucusus verbannt worden sei, die Kirche aber abgebrannt sei." Da dieser Brand am 20. Juni des J. 404 war, kann man diesen Brief in das Ende dieses Monates setzen.
6. Schreiben der Gegner des Johannes an den P. Innocentius v. J. 404. Fast zur selben Zeit brachte ein verabscheuungswürdiges Individuum, Namens Paternus, ein Schreiben des Acacius, Paulus Antiochus, Severianus und einiger Anderer an den Papst, in welchem sie den Johannes beschuldigten, als ob er die Kirche in Brand gesteckt hätte, das aber Innocentius keiner Antwort würdigte; cf. Palladius ibidem. Bemerkt sei hier, daß im Cod. Theodos. XVI. t. 2, 1. 27. vom 29. Aug. die der Brandlegung beschuldigten Kleriker des Johannes nach gepflogener Untersuchung freispricht und aus der Haft entläßt. [S. 215]
7. Brief der carthagischen Synode vom 26. Juni 404 an den P. Innocentius. Es war dieß die 9. carthagische Synode, welche sich gleichfalls mit der donatistischen Angelegenheit befaßte und wegen derselben die zwei Bischöfe Tharasius und Evodius an die Kaiser Arcadius und Honorius abordnete. Denselben wurde ein von Aurelius im Namen Aller unterzeichnetes Schreiben der Synode an die Kaiser mitgegeben, in welchem um die Unterdrückung der Donatisten gebeten wird, ein zweites an Stilicho, ein drittes an die Präfecten Italiens mit dem Ersuchen, bis zum Eintreffen einer kaiserlichen Entschließung die Katholiken zu beschützen, und ein viertes an den Papst zur Anempfehlung der Gesandten.
8. Schreiben des P. Innocentius an die Bischöfe der für Johannes gehaltenen Synode v. J. 404. In demselben ermahnte der Papst, wie Palladius (a. a. O.) berichtet, die Anhänger des hl. Chrysostomus mit Thränen, sie sollten guten Muthes sein, da er ihnen wegen des Widerstandes der Mächtigen keine Hilfe schaffen könne. Damit meinte Innocentius den Zwiespalt zwischen den Kaisern Honorius und Arcadius, welcher die Abhaltung eines für die Heilung der kirchlichen Übel so nothwendigen Concils verhinderte. Dieser Brief kann, da Theoteknus erst Ende Juni von Constantinopel nach Rom abgereist war, kaum vor dem August geschrieben sein.
9. Brief des Porphyrius von Antiochien an den P. Innocentius v. J. 404. Porphyrius wurde nach dem Tode des Bischofes Fla- [S. 216] vianus von Antiochien von Acacius, Severianus und Antiochus zum Bischofe von Antiochien geweiht und benachrichtigte hierüber sogleich den Papst, welcher ihn aber nach dem Zeugnisse des Palladius keiner Antwort würdigte; Dieser schildert auch weitläufig den schlechten Lebenswandel des Porphyrius; die erwähnte Ordination aber ward vor dem 18. Nov. vorgenommen.
10. Schreiben des P. Innocentius an die Bischöfe Africas v. J. 404 oder 405. In der am 23. August des J. 405 abgehaltenen carthagischen Synode wurde auch ein Brief des P. Innocentius verlesen, des Inhalts: „Die Bischöfe sollten nicht leicht über das Meer reisen," womit die Synode übereinstimmte. Eine gleiche Bestimmung, vorzüglich mit Rücksicht auf die Africaner, enthält schon der 8. sardicensische Canon. Jenes Schreiben aber dürfte der Papst den Abgeordneten der vorjährigen karthagischen Synode mitgegeben haben.
11. Schreiben des Exsuperius, Bischofs von Toulouse, an den P.Innocentius, welches derselbe am Anfange des J. 405 erhalten haben dürfte und in dem oben unter Num. 6 enthaltenen Briefe beantwortete.
Schreiben von 15 Bischöfen einer für Johannes gehaltenen Synode an den P. Innocentius. Dasselbe erwähnt Palladius mit Folgendem: „Nach Cyriacus kam Eulysius, Bischof von Apamea in Bithynien, [S. 217] mit einem Schreiben von 15 Bischöfen aus einer Synode des Johannes, in welchem sie die erste und die gegenwärtige Plünderung von ganz Constantinopel beschrieben." Unmittelbar vorher erzählt Palladius, daß Eulysius, Bischof von Synnada, zwar ohne Schreiben, aber als geeigneter Berichterstatter des Geschehenen nach Rom geflüchtet sei, wozu er durch ein ungerechtes kaiserliches Edict veranlaßt wurde des Inhalts: „Wer nicht mit Theophilus, Arsacius und Porphyrius Gemeinschaft hält, der soll vom Bischofsamte entfernt werden und zugleich seinen Geldbesitz verlieren." Ein derartiges Edict des Arcadius wurde den Rectoren der Provinzen am 18. Nov. 404 zugestellt, wodurch sich die etwaige Zeit der Abfassung des fraglichen Schreibens auf das Ende des J. 404 und dessen Empfanges von Seiten des Papstes auf den Anfang des J. 405 stellt.
13. Brief des Anysius, Bischofs von Thessalonich, an den P. Innocentius v. J. 405. Derselbe Eulysius überbrachte nach PalIadius dem Papste auch ein Schreiben „des besten Greises Anysius," welcher schrieb, daß er dem Urtheile der römischen Kirche (in der Angelegenheit des Johannes Chrysostomus nemlich) beipflichte.
14. Brief des Klerus von Constantinopel an den P. Innocentius v. J. 405. Nach des Palladius Ankunft in Rom trafen daselbst die Priester Germanus und Cassianus, gottesfürchtige Männer, ein, welche (dem Papste) ein Schreiben des gesammten Klerus des Johannes einhändigten, worin sie mittheilen, daß ihre Kirche tyrannische Gewalt erlitten [S. 218] habe, da ihr Bischof durch Militärmacht ausgewiesen und verbannt wurde durch die Partei des Acacius, Bischofs von Beröa, des Theophilus von Alexandrien, des Antiochus von Ptolemais und Severianus von Gabala." Im Anfange ihres Schreibens führen sie einige Schrifttexte an, welche sie in ihrer Lage trösten, und befragten ferner den Papst, was von jenen Canones, mit welchen die genanntten Bischöfe ihre gegen Johannes verübten Gewaltthaten zu beschönigen suchten, zu halten sei. Die Antwort des Papstes hierauf ist oben im 7. Briefe mitgetheilt.
15. Brief der Bischöfe Cariens und der antiochenischen Priester an den P. Innocentius v. J. 405. Palladius erzählt ferner, daß nach der Ankunft des Germanus und Cassianus in Rom auch der Bischof Demetrius von Pisinunt (in Galatien) von seiner Reise durch den Orient nach Rom zurückgekehrt sei, mit einem Schreiben der Bischöfe Cariens, „in welchem sich diese der Gemeinschaft des Johannes anschließen," sowie der Priester Antiochiens, nach welchem sie die Weisung der Römer (bezüglich der Beibehaltung der Gemeinschaft mit Johannes) befolgen und die Ordination des Porphyrius als ungerecht und unerlaubt beklagen.
16. Schreiben des P. Innocentius an den Kaiser Honorius vom Ende des J. 405. Immer wieder kamen neue Hiobsboten aus dem Oriente nach Rom, so Domitianus, Priester und Ökonom der Kirche in Constantinopel, und Vallagas, ein Priester von Nisibis, welcher auch über die Bedrängniß der mesopotanischen Klöster berichtete, und überbrachten dem Papste eine [S. 219] Verfügung des Präfecten Optatus, wonach auch die Diakonissinen von Constantinopel, Frauen aus Consularfamilien, bei Strafe von 200 Pfund Gold zur Gemeinschaft mit dem aufgedrungenen Bischofe Arsacius gezwungen wurden; über so viele und so unselige Berichte bestürzt theilte der Papst in einem Briefe den Inhalt derselben dem Kaiser Honorius mit.
17. Schreiben des Kaisers Honorius an den P. Innocentius vom Ende des J. 405. S. hierüber die Einleitung zum 9. Briefe S. 70.
18. Brief des P. Innocentius an den Kaiser Arcadius v. J. 406. S. gleichfalls die Einleitung zum 9. Briefe.
19. Schreiben der 11. Synode zu Carthago v. 13. Juni 407 an den P. Innocentius. Der 7. Canon dieser Synode sagt: „Es wurde auch beschlossen, daß in Betrefs des Zwistes zwischen der römischen und alexandrinischen Kirche an den heiligsten Papst Innocentius geschrieben werde, damit beide Kirchen jenen Frieden, welchen der Herr befohlen hat, unter sich halten." Dieser Zwist aber ist offenbar kein anderer, als der wegen der Entsetzung des Chrysostomus. [S. 220]
20. Brief des P. Innocentius an die Bischöfe des illyrischen Vicariates vom 17. Juni 412. Auf diesen Brief beruft sich Innocentius selbst am Ende des gleichzeitig abgesandten Schreibens an Rufus; s. oben S. 81 den 14. Brief.
21. Schreiben des P. Innocentius an Augustinus v. J. 413. Augustinus erwähnt in seinem 151. (früher 259.) Schreiben an Cäcilianus, ehemaligen Präfecten Italiens, daß ihm von den Brüdern ein Brief des heiligen und wegen seiner hervorragenden Verdienste ehrwürdigen Papstes Innocentius zugesandt worden sei, welchen er ihm (dem Cäcilianus) zu verdanken habe. Wir wissen weiter Nichts von diesem Briefe, nur daß er vom J. 413 ist, da Augusiinus dieses Schreiben an Cäcilianus nach dem September des J. 413 richtete.
22. Brief der Bischöfe Macedoniens an den P. Innocentius v. J. 414. Der Inhalt desselben ist aus dem oben unter Num. 17 mitgetheilten Antwortschreiben des Papstes ersichtlich.
23. Briefwechsel zwischen dem P. Innocentius und den Bischöfen Macedoniens v. J. 414 in Angelegenheit des Bubalius, Taurianus und anderer von den macedonischen Bischöfen Abgesetzten, welche an den Papst appellirten von demselben ist der Bericht der Bischöfe [S. 221] an den Papst und dessen Bestätigung ihrer Verurtheilung sowie ein Beschwerdeschreiben der Bischöfe über die (ohne schuld des Papstes geschehene) Verspätung der Antwort verlorengegangen und nur die Antwort des Papstes auf den 2. Brief in dem oben unter Num. 18 aufgeführten Schreiben enthalten, worin der Hergang erzählt wird.
24. Brief des P. Innocentius an die Synode des Orients, etwa v. J. 414 oder 415. Denselben erwähnt Innocentius am Schlusse seines Schreibens an den Bischof Maximinianus, s. oben Num.22, unter Orient aber ist die Kirche von Antiochia zu verstehen.
25. Gesandtschaft und Schreiben des Bischofs Alexander von Antiochien an den P. Innocentius v. J. 415. Erwähnt in der Einleitung zum 19. Briefe oben S. 102.
26. Schreiben des Bischofs Maximinianus an den P. Innocentius v. J. 415, zu Gunsten des Attikus, welches der Papst mit dem unter Num. 22 oben enthaltenen Briefe beantwortete.
27. Briefs des Bischofs Alexander von Antiochien an den P. Innocentius v. J. 415, dessen Inhalt das unter Num. 24 mitgetheilte Antwortschreiben des Papstes andeutet. [S. 222]
28. Brief des Bischofs Decentius von Gubbio an den P. Innocentius v. J. 4I6, worin er über verschiedene in seiner Kirche hergebrachte Gewohnheiten oder vielmehr Mißbräuche Auskunft erbittet, welche ihm der Papst in dem unter Num. 25. aufgeführten Antwortschreiben giebt.
29. Schreiben der Jungfrauen Eustochium und Paula an den P. Innocentius v. J. 416 über die von den Anhängern des Pelagius ihnen zugefügten Übel; erwähnt und benützt im 36. Briefe des Papstes an den Bischof Johannes von Jerusalem.
30. Brief des Hieronymus an den P. Innocentius v. J. 416, mit welchem Jener den Papst von dem gefährlichen Treiben und Unwesen der Pelagianer verständigt; s. Einleitung zum 34. Briefe.
31. Schreiben des Bischofs Felix von Nocera an den P. Innocentius, von diesem im 38. Briefe beantwortet.
32. Brief des Maximilianus an den P. Innocentius über die Unenthaltsamkeit der brittischen Priester, welcher den Papst zu seinem 39. Schreiben an die brittischen Bischöfe Maximus und Severus veranlaßte. [S. 223]
33. Schreiben eines Ungenannten an den P. Innocentius
über einen apulischen Kleriker, Namens Modestus, zu dessen Verantwortung und eventueller Bestrafung Innocentius die Bischöfe Apuliens in seinem 40. Briefe auffordert.
34. Brief des Bischofes Ursus an den P. Innocentius, über dessen Inhalt der 41. Brief des Papstes an den Bischof Florentinus Auskunft gibt.
35. Schreiben des Bischofes Lazrentius von Senia an den P. Innocentius, welches der Papst im 42. Briefe beantwortet. [S. 224] [S. 225]
Zwei Angelegenheiten vorzüglich liegen der uns vom P. Zosimus erhaltenen Correspondenz zu Grunde; die Privilegien der Kirche von Arles, worin Zosimus zum Nachtheile der übrigen gallischen Bischöfe entschieden zu weit gieng, weßhalb auch schon sein Nachfolger und später Leo I. dieses Verhältniß verbesserte; und die von ihm ergangene Verurtheilung des Pelagianismus und seiner Urheber, des Pelagius, Cälestius und Julianus, nachdem er sich vorher durch ihre Umtriebe eine Zeit lang hatte täuschen lassen. Zum Schlusse des Pontificates wurde er durch die Annahme der Appellation des von seinem Bischofe abgesetzten Priesters Apiarius in einen Streit mit den africanischen Bischöfen verwickelt, in welchem diese mit exemplarischer Unterwerfung dem ausgesprochenen Willen des Papstes bis zur Aufklärung des Streitpunctes sich fügten, dessen endliche Durchführung aber erst unter dem zweiten Nachfolger Cölestinus I. erfolgte. Bezüglich der Ordinationen erneuert er die Vorschriften seiner Vorgänger. Überhaupt sehen wir in Zosimus einen für die Rechte des Primates, für die Reinerhaltung der Lehre und der Sitten eifernden Papst. — Das Ponticalbuch theilt ihm einige Verordnungen zu, deren erste es auch schon dem P. Sylvester zuschrieb. [S. 226]