Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/181568

<h2>SubmittedText<h2><p>Viele Industriesektoren legen heute grossen Wert darauf, ihre Produkte nach bestmöglichen Gesundheits-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards herzustellen. Mit Produktekennzeichen (nicht bloss Produktelabels) können diese Eigenschaften für den Verbraucher eindeutig dargestellt werden. Verwendet werden solche Produktekennzeichen oftmals nur für den professionellen Bereich (beispielsweise für Handwerker in Bezug auf Baustoffe). Im Do-it-yourself-Markt sind sie wenig verbreitet, obwohl dort nicht selten in der Zusammensetzung komplexe Produkte verkauft werden an Heimwerker/Endverbraucher, die die Wirkung der Produkte bezüglich Gesundheit, Umwelt und Nachhaltigkeit mit eigenem Wissen kaum einschätzen können. Vor diesem Hintergrund scheint die Förderung der Produktekennzeichnung gerade auch im Do-it-yourself-Markt zweckmässig. Sie soll mit einfach lesbarer, verständlicher und standardisierter Information aufklären. Ich stelle deshalb dazu zwei Fragen:</p><p>1. Ist sich der Bundesrat bewusst, dass im Do-it-yourself-Markt Produktekennzeichen noch wenig eingesetzt werden?</p><p>2. Erkennt er einen Nutzen in der Förderung von Produktekennzeichen im Do-it-yourself-Markt, und falls ja, was gedenkt er zur Förderung zu tun?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Dem Bundesrat ist bekannt, dass Umweltkennzeichnungen mit verschiedenen Kategorien (z. B. A-G) noch nicht in allen Do-it-yourself-Fachmärkten verwendet werden. Er verfügt jedoch nicht über konkrete Zahlen. Einige Fachmärkte verwenden eigene Umweltkennzeichnungen ohne Kategorien, die sich inhaltlich an die Umweltlabel in der EU anlehnen oder darüber hinausgehen. Auskunft zu den verschiedenen Umweltkennzeichnungen gibt www.labelinfo.ch, welches vom Bund unterstützt wird.</p><p>2. Der Bundesrat erachtet glaubwürdige Informationen zu Produkten, die den Käuferinnen und Käufern die Unterscheidung von Produkten aufgrund ihrer Umweltaspekte ermöglichen, als sinnvoll. Umweltkennzeichnungen wie beispielsweise die Umwelt-Etikette der Schweizer Stiftung Farbe und die Energieetikette informieren die Konsumentinnen und Konsumenten und setzen zugleich einen Anreiz für die Anbieter, ihre Produkte zu verbessern und umweltschonende Produkte zu entwickeln.</p><p>Eine bessere Information von Konsumentinnen und Konsumenten über die Umweltauswirkungen ihrer Kaufentscheide ist als Ziel auch in der Strategie nachhaltige Entwicklung des Bundesrates und den Massnahmen für eine ressourcenschonende, zukunftsfähige Schweiz enthalten.</p><p>Die Umwelt-Etikette auf Wandfarben der Schweizer Stiftung Farbe wird im professionellen Markt auf freiwilliger Basis verwendet. Sie zeigt, dass solche Umweltkennzeichnungen, zumindest bei professionellen Anwendern und mit entsprechenden Unterstützungsmassnahmen für die Produzenten, zu einer ökologischen Verbesserung des Sortiments führen können. Das Bundesamt für Umwelt hat bei der Entwicklung dieser Umwelt-Etikette beratend mitgewirkt.</p><p>Der Bund kann Branchen, welche Umweltkennzeichnungen entwickeln, mit Beratung unterstützen. Hingegen fehlt im Umweltbereich die gesetzliche Grundlage für Finanzhilfen beispielsweise zur Förderung und Bekanntmachung bestehender Umweltkennzeichnungen.</p>  Antwort des Bundesrates.