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Rieder und Moose waren wichtige Lieferanten von Stallstreue. In Meggen teilte ein Streuebrief von 1650 jedem Bauern mit Allmendrecht ein Stück Ried zu, auf dem er die Streue für sein Vieh mähen konnte. Für dieses Nutzungsrecht hatte er einen Zins zu zahlen, der sich nach der Zahl seiner Kühe bemass.
Nicht nur in feucht-schattigen Wald- und Waldrandgebieten, sondern auch entlang der See- und Flussufer fanden sich vor der Zeit der grossen Uferverbauungen und Meliorationen grosse Flächen von Streuwiesen, deren Riedgräser von den Bauern als Streue für den Stall gemäht wurden. An den Seen nutzte man auch das Schilf zur Streue. Wald- und Wiesenstreue war oft in grösseren Mengen vorhanden als das bei der Kornernte anfallende Stroh. Mit der Einführung der Sommerstallfütterung stieg im 19. Jahrhundert der Bedarf nach Streue. Dank der Eisenbahn konnte er mit Strohimporten aus dem Ausland gedeckt werden.
Im Gebiet des Feldgrasbaus zwischen Küssnacht und Meggen umfassen die in lockerer Streusiedlung verteilten Bauernhöfe seit jeher grosse Betriebseinheiten aus Weideland und Obstkulturen. Die gemeinsame Nutzung der Allmende (Allmig) wurde hier früh aufgehoben und das Allmendland unter den Bauern aufgeteilt.
Anders als im Kornland, wo die engen Nutzungsvorgaben des Dreizelgensystems und die starke Zerstückelung der Bauerngüter eine Modernisierung der Landwirtschaft lange behinderten, waren die Bauern am Nordufer des Küssnachtersees, die bereits im Ancien Régime frei über grosse Betriebsareale verfügten, offener für Modernisierungsbestrebungen wie Allmendteilungen und neue Anbaumethoden. Nach 1918 ermöglichten zudem staatlich geförderte Güterzusammenlegungen sowie Trockenlegungen von Riedflächen (siehe Bild) eine rationellere und ertragreichere Bewirtschaftung des Bodens und eine Motorisierung der Landwirtschaft.