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Swiss Cycling Insights
Die möglichen Folgen von Detraining während der Corona-Pandemie
Der U17-Kaderathlet Noah Obrist hat unseren Sportwissenschaftler Lucas Schmid im Rahmen der Serie «Swiss Cycling Insights» via Instagram gefragt, wie lange er bräuchte, um sein Leistungsvermögen wieder zu erreichen, wenn er während der Corona-Pandemie eine bestimmte Zeit lang mit dem Training aussetzen würde. Hier ist die Antwort.
Lucas Schmid «In der wissenschaftlichen Literatur herrscht diesbezüglich einigermassen Klarheit.
Die Ausdauerleistung bleibt tendenziell gleich oder verbessert sich sogar nach einigen Tagen ohne Training. Das ist nicht überraschend. Wenn du hart trainierst, bist du ständig müde. Eine kurze Pause ermöglicht es deinem Körper, sich zu erholen und sich an das vorangegangene Training anzupassen (Tappering). Ab einer bis zwei Wochen ohne Training werden die Vorteile der Erholung durch den Fitnessverlust zunichte gemacht. Es gibt nicht viele wissenschaftliche Studien, welche den Einfluss von Detraining (Nicht-Training) auf die Leistungsfähigkeit untersucht haben. Wahrscheinlich jedoch ist, dass das Leistungsvermögen nach 3 bis 4 Wochen Detraining um 3 bis 5 Prozent abnehmen wird.»
Physiologische Auswirkungen von 2 bis 4 Wochen Detraining:
- Maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max): um 4 bis 10 Prozent tiefer
- Blutvolumen: um 5 bis 10 Prozent geringer
- Herzfrequenz: um 5 bis 10 Prozent höher
- Flexibilität: geringer
- Laktat-Schwelle: tiefer
- Muskelglykogenspeicher: um 20 bis 30 Prozent gesunken
«Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die meisten physiologischen Parameter in etwa gleichem Mass abnehmen, wie sie zunehmen.»