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An der ausserordentlichen Versammlung des FC Kerzers, die kürzlich stattfand, mussten die Mitglieder zum zweiten Mal über die Rechnung 2016 abstimmen: Da die Abrechnung der Buvette Fragen aufgeworfen hatte, wiesen die Mitglieder im Juni die gesamte Jahresrechnung zurück. Sie verlangten eine Überprüfung der Buvette-Finanzen durch eine Arbeitsgruppe.
«Wir können nicht zweifelsfrei belegen, ob es sich um eine mehr als fahrlässige Buchführung oder gar um eine Unterschlagung handelt.»
Eric Delley
Präsident FC Kerzers
Das Fazit: Nach Abzug der Entschädigung an den bisherigen Erliwirt hätte zwar ein Buvette-Gewinn von 30 000 bis 35 000 Franken resultieren sollen. In der Rechnung war jedoch nur ein geringer Ertrag aufgeführt. «Wir nahmen anfänglich an, dass es sich um einen buchhalterischen Fehler handelt», erklärte der Präsident des FC Kerzers, Eric Delley, an der ausserordentlichen Versammlung. Doch anhand der Einkäufe habe die detaillierte Analyse ergeben, dass ein schöner Gewinn hätte resultieren sollen. Trotz mehrerer Diskussionen mit dem Wirt habe die Arbeitsgruppe jedoch nicht zweifelsfrei belegen können, «ob es sich um eine mehr als fahrlässige Buchführung oder gar um eine Unterschlagung handelt».
Auf eine Strafanzeige gegen den Wirt habe der Vorstand verzichtet, so Delley, man habe mit ihm jedoch eine Vereinbarung abgeschlossen: «Mit einer offiziellen, von ihm unterzeichneten Schuldenanerkennung hat er sich verpflichtet, 30 000 Franken in monatlichen Raten von 500 Franken zurückzuzahlen.» Delley betonte an der Versammlung, dass es sich nicht um eine Schuldanerkennung, sondern um eine Schuldenanerkennung handelt. «Und wenn er nicht bezahlt, können wir ihn betreiben», sagte Delley. Nach diesen Ausführungen bewilligten die anwesenden Mitglieder die Jahresrechnung 2016 des FC Kerzers einstimmig. Laut Delley beinhaltet die Vereinbarung zudem, dass der Name des Wirts nicht öffentlich gemacht wird: «Das ist heikel, und wir haben ja nur eine Vermutung, aber keine Beweise», sagte Delley gestern auf Nachfrage.
In dieser Angelegenheit hätten sich der Vorstand und er als Präsident keine Lorbeeren verdient, erklärte Eric Delley im Anschluss. Er entschuldigte sich in aller Form, dass der Vorstand und er nicht früher reagierten. Obwohl die Buvette nicht direkt zu seinem Ressort gehöre, übernehme er die Verantwortung. Deshalb stellte Delley sein Amt als Präsident per sofort zur Verfügung. Doch niemand stellte seine Position infrage. Und auch für die Buvette ist derweil gesorgt: Delley erklärte, dass Sandra und Silvio Wyden aus Gurbrü die Leitung übernehmen.