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Courrier à la rédaction
Kritik an Artikel «Heilende Drogen»
Kritik an Artikel «Heilende Drogen»
Brief zu: Saraga D. Heilende Drogen. Schweiz Ärzteztg. 2023;104(14–15):10–13
Es enttäuscht mich ausserordentlich und empört mich sogar, dass die Schweizerische Ärztezeitung einen Bericht über heilende Drogen publiziert, der den Psychedelic-Hype unkritisch unterstützt.
Im Editorial wird die Aussage einer begeisterten Patientin zitiert, wie wenn dies ein wissenschaftliches Argument für die Wirksamkeit einer Methode wäre. Sind begeisterte Patienten im Rausch oder nach einem Rausch mit psychotropen Substanzen ein Argument für eine nachhaltig heilende Wirkung?
Der Einsatz von Psychedelika bei jeglichen psychiatrischen und somatischen Erkrankungen als Heilmittel ist äusserst prekär. Besonders Patienten mit therapieresistenten Depressionen, mit Alkoholmissbrauch oder chronischen körperlichen Krankheiten neigen dazu, grosse Hoffnungen auf «magische» Therapien zu setzen. Substanzaffine Patienten werden sicher vom Vorschlag eines heilenden Trips sehr begeistert sein!
Die Befürworter dieser Therapien führen die Studien in nichtakademischen Organisationen durch, und Verbindungen zur Industrie bestehen. In einem Paper der Literaturliste wird offen deklariert, dass sie von einer kommerziellen Organisation (atai Life Sciences) gesponsert werden.
Die Bedenken von Joanna Moncrieff sind ein bedeutendes Gegenargument, das erwähnt wird. Es gibt noch viel mehr Gegenargumente! In der Literaturliste wird auch das Paper vom Jama «Preparing for the bursting of the psychedelic hype bubble» aufgeführt. Wieso wird dieses Paper nicht ausführlich dargestellt?
Es ist schlimm genug, dass die Versuche in der Schweiz erlaubt sind. Es ist aber völlig unnötig, ja skandalös, diese in einem seriösen Heft schönzuschreiben.
Ich hoffe, dass sich die SÄZ überlegt, wie sie bei weiterer «Berichterstattung» über psychiatrisch-psychotherapeutische Themen vorgehen werden. Mindestens eine weitere Fachperson ausser diejenigen in der Sache Engagierten sollten zum Gegenlesen eingeladen sein. Es schadet unserer Fachrichtung, wenn die nicht psychiatrischen Kollegen solche Berichte unwidersprochen in der SÄZ finden.
Dr. med. Caroline Burke Linder, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, Niedergelassene in Praxis, Thun
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