Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03249.jsonl.gz/698

AMD hat an der CES in Las Vegas die Entwicklung eines speziellen Supercomputers, auf dem Online-Games betrieben werden sollen, angekündigt. Der neue Game-Supercomputer soll unter anderem mit mehr als tausend Grafikprozessoren ausgestattet werden. Der Prototyp soll in der zweiten Hälfte des Jahres die Arbeit aufnehmen und von der Firma Otoy betrieben werden.
Bei den meisten heutigen Online-Spielen, insbesondere Online-3D-Spielen wie "World-of-Warcraft", müssen die Spieler – normalerweise im Retail - einen Client kaufen und auf ihrem PC installieren. Der Gameserver übernimmt dann hauptsächlich das "Management" der Spielwelt, der darin agierenden Spieler und der vorhandenen Objekte. Die Grafik wird aber auf dem lokalen PC berechnet und dargestellt.
Dies soll beim AMD-Supercomputer anders sein: Dieser soll dazu fähig sein, ein komplettes Spiel zu betreiben, inklusive Grafik. Diese soll komplett auf dem Server gerendert und dann komprimiert über das Internet an die Endgeräte geschickt werden. Die User brauchen somit nur noch einen Browser und die Spiele könnten, das der Clou, ohne Qualitätsverlust auch auf alten oder hardwaremässig schwächlichen Endgeräten wie Smartphones, Mini-Notebooks oder Set-Top-Boxen laufen.
Für die Spieleanbieter gäbe es den Anreiz, dass sie ihre Games noch stärker direkt, ohne Umweg über Retailer verkaufen könnten. Zudem würde für Spieler der Kauf oder Download eines Clients als mögliche Hemmschwelle wegfallen.
Bisher galt rechenintensive Software – und Games sind in dieser Beziehung äusserst anspruchsvoll – als wenig geeignet für das "SaaS"-Konzept. Für AMD und Otoy geht es daher vorerst um einen Beweis, dass dies überhaupt geht, was dann wiederum auch die Möglichkeit eröffnen würde, andere rechenintensive Anwendungen "als Service" zu vertreiben. Dazu Otoy-CEO Jules Urbach: "Wenn wir ein 3D-Game in die 'Cloud' bringen können, können wir das auch mit jeder anderen Anwendung tun." (hjm)