Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03416.jsonl.gz/1656

Die grosse Hymne mit tiefen ukrainischen Wurzeln
Das Lied «How great thou art» (hier in einer Interpretation von Carrie Underwood) wurde im Jahr 1885 in schwedischer Sprache komponiert, es hiess «O Store Gud» («Oh grosser Gott») und dann ins Deutsche übersetzt – aus dieser Übertragung heraus entstand die russische Variante. Aus dem Russischen wurde das Werk von Stuart Hine schliesslich ins Englische übersetzt, «How great thou art» und wurde eine der beliebtesten Hymnen aller Zeiten.
Stuart Hine war in der Zwischenkriegszeit als Missionar in Polen tätig. Er und seine Frau verbrachten viele Jahre in Osteuropa. Einen Teil dieser Zeit verbrachten sie im ukrainischen Teil der Karpaten. Sie reisten mit dem Fahrrad in abgelegene Bergdörfer, lernten die Menschen dort kennen und gaben ihren Glauben weiter. Dort hörte der britische Missionar das Lied zum ersten Mal, obschon es bereits mehr als zwanzig Jahre zuvor eine erste englische Übersetzung gegeben hatte.
«Ein inspirierender Mann»
Jonathan Clark von «Premier»-News nennt Stuart Hine einen «unglaublich inspirierenden Mann. Woher ich das weiss? Weil er nach dem Zweiten Weltkrieg, als er nach Grossbritannien zurückgekehrt war, zum Jugendleiter und Mentor meiner Eltern wurde.»
Weiter erinnert sich Jonathan Clark: «Ich wuchs mit Geschichten über Stuart und seine Familie auf. Er ermutigte die Jugendlichen, Dinge zu tun, die über ihre Komfortzone hinausgingen – wie Stuarts eigene Missionsabenteuer in der Ukraine und viele Jahre später meine eigenen.»
Strophe in Ukraine inspiriert
Stuart Hine hörte das Lied zum ersten Mal, als er in der Ukraine war. Im Laufe der nächsten vierzehn Jahre fügte er vier weitere eigene Strophen hinzu und veröffentlichte die englische Version erstmals 1949 in seiner eigenen, christlichen Evangeliums-Zeitschrift, die in russischer Sprache erschien und die übersetzt «Gnade und Frieden» hiess.
Die dritte Strophe der Hymne wurde inspiriert von Hines Beobachtungen über die Freude, mit der das ukrainische Volk das Evangelium Christi aufnahm. Sie beruhte auf seinen eigenen Erfahrungen in den abgelegenen ukrainischen Dörfern in den Karpaten.
Strophe entstand durch Flüchtlinge
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kümmerte sich Hine einige Zeit um Flüchtlinge, die in Grossbritannien ankamen und von ihren Familien getrennt waren. Die vierte Strophe ist ihnen gewidmet – den Flüchtlingen, die nicht wussten, wann sie ihre Familien wiedersehen würden. Es ist dennoch eine Strophe voller Hoffnung.
Das Lied umfasst insgesamt sechs Strophen. Jonathan Clark: «Die beiden letzten Strophen werden oft nicht gesungen. Aber in diesem Moment, da der Konflikt in der Ukraine weiter wütet, scheinen sie besonders bedeutsam zu sein.»
Die beiden letzten Strophen lauten so:
5. Wenn schwerer Bürden Last mich niederbeuget,
wenn meine Seel betrübt ist bis zum Tod
und er in Lieb und Huld sich zu mir neiget,
mich tröstet und errettet aus der Not,
dann jauchzt mein Herz Dir, grosser
Herrscher, zu:
Wie gross bist Du, wie gross bist Du!
Dann jauchzt mein Herz Dir, grosser Herrscher, zu:
Wie gross bist Du, wie gross bist Du!
6. Und wenn der Herr von hinnen mich gerufen,
wenn ich von seinem Glanz geblendet steh`,
anbetend niederfall`zu seinen Stufen,
den König dort in seiner Schöne seh`,
dann jauchzt mein Herz Dir, grosser
Herrscher, zu:
Wie gross bist Du, wie gross bist Du!
Dann jauchzt mein Herz Dir, grosser Herrscher, zu:
Wie gross bist Du, wie gross bist Du!
Zum Thema:
Mehr als ein Lied: Die Bonhoeffer-Perspektive
«In Jesus Name»: Song geht mit 80 Millionen Streams online viral
«A Thousand Hallelujahs»: Brooke Ligertwood verrät Geschichte hinter neuem Hitsong
Datum: 12.05.2022
Autor: Jonathan Clark / Daniel Gerber
Quelle: Premier / bearbeitete Übersetzung: Livenet