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Text von Peter Iten
Wer kennt diese Firma im Transportgewerbe nicht? Um es genau zu nehmen, heisst sie heute Rinderer Transporte AG. Der "alte" Name wurde auf den Fahrzeugen belassen, um den Gründer sozusagen in Ehren zu halten. Ein weiteres Merkmal sind die dunkelgrünen, immer sehr gepflegten und wie neu aussehenden Lastwagen. Aber nun fangen wir mal ganz von vorne an.
Der Grundstein der heutigen Firma Rinderer datiert zurück in die Vorkriegsjahre, um es genau zu nehmen in das Jahr 1938. Damals kaufte sich Walter Rinderer, der Grossvater der heutigen Besitzer, einen leichten Ford Lastwagen als Occasion und betrieb ein Transportgeschäft. Die Bezeichnung Lieferwagen würde wahrscheinlich besser zu diesem Fahrzeug passen. Dieses war mit einem Kipperaufbau versehen, der nicht hydraulisch, sondern mit einer Art Stockwinde gekippt wurde. Mehrere hundert Kubikmeter Sand, Kies, Steine und Aushub wurden mit dem Ford umhergekarrt. Das Einsatzgebiet war damals, wie auch heute noch, vor allem für die in der Region tätigen Baufirmen, Kieswerke und Steinbrüche. Bereits zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Ford's zeigte dieser erste Ermüdungserscheinungen. Da eine teure Reparatur ins Haus stand, beschloss man ein anderes Fahrzeug anzuschaffen. Diesmal sollte es ein Schweizer Produkt sein. Der erste, aber nicht der letzte Saurer hielt bei den Rinderers Einzug. Beim Typ, der den Ford ersetzte, handelte es sich um einen ADD, den man ebenfalls als Occassion erwarb.
Im Jahre 1945 absolvierte der 1926 geborene Sohn von Walter, Louis, die Lastwagenführerprüfung und half von nun an beim Vater im Betrieb. Mitte 1951 erwarb man einen FBW Kipper, wiederum als Occasion. Vorher gehörte das Fahrzeug zur Flotte der Firma Setz in Dintikon. Angeschafft wurde dieser Kipper anstelle des Saurer's 1952. Mit 26 Jahren heiratete Louis Rinderer sein Frau Liny aus Zürich. Louis und Liny übernahmen den Lastwagen des Vaters. Sein Vater und Louis' Bruder Max führten ein Unternehmen mit Trax und mit Strassenwalze. Wiederum 4 Jahre später, als die ersten grossen Investitionen am FBW Kipper fällig wurden, beschloss das Ehepaar Rinderer eine Neuanschaffung zu tätigen. Wiederum entschied man sich für die Marke FBW, das erste Neufahrzeug der Firma Louis Rinderer-Beeler Transporte.
In den Jahren 1955-1960 setzte eine steigende Konjunktur in der Region Flums ein. Die ersten Touristen, wenn man denen schon so sagen konnte, entdeckten die Region. Im Flumserberg wurden viele Ferienhäuser, Hotels und was so alles dazugehörte, gebaut. Die ersten Skilifte entstanden, und man hatte alle Hände voll zu tun. Man erlebte sozusagen die »guten Zeiten". Auch in diese Zeit fiel der Eintausch des FBW's mit Jahrgang 56 und die Neuanschaffung des FBW vom Typ L70/3Sk mit ED Motor. Auch wurde Ende der 50er Jahre die Schneeräumung des Dorfes Flums von Louis übernommen. Er stellte aber lediglich das Fahrzeug und den Chauffeur zur Verfügung, und die Gemeinde war für das Schneeräumungsgerat in Form eines Spitzpfluges verantwortlich.
Der erste neue Saurer, in Form eines 5D CT2DLm wurde im Jahre 1963 aus Gründen der Firmenaufstockung angeschafft, denn man vermochte damals die anfallenden Aufträge nicht mehr mit einem Fahrzeug zu bewältigen. Eine weitere Aufstockung und Ausweitung der Tätigkeiten folgte 1971 mit dem Kauf eines Bema 5V Dl K. Das Raffinierte an diesem Fahrzeug war ein Frontkran der Marke Foco. So war man von nun an flexibler und nicht mehr auf Stapler oder Baukran für die Be- und Entladung angewiesen. Im selben Jahr übernahm Louis die Schneeräumung der Flumserbergstrasse mit eigenen Schneepflügen. Im Jahr 1975 kam das Ende der FBW-Aera bei Rinderer. Ein Saurer 5DM D2KT wurde vor allem für die Schneeräumung angeschafft, die man bislang mit dem nicht allradgetriebenen 5D erledigt hatte. Auch sonst passte der 5DM hervorragend in den Fuhrpark und erledigte die immer anspruchsvolleren Arbeiten im Gelände, im Skiliftbau und bei der Schneeräumung mit Bravour.
Zwei Jahre später, das heisst 1977, trat bereits die dritte Generation ins Geschäft ein. Louis Rinderer Junior mit Jahrgang 1954, der die Lehre als Mechaniker bei der FBW Wetzikon absolvierte, hiess der neue Chauffeur auf der neuen Grossanschaffung. Gekauft hatte man einen Saurer D330F 8x4 mit Dreiseitenkipper. Angeschafft wurde der Wagen, um den erhaltenen Auftrag zu erledigen, drei mal pro Tag Betonkies von Schiers auf die neue Grossbaustelle Gauenpark in Flumserberg zu führen. Dieser Auftrag dauerte 2 Jahre, somit liess sich auch die hohe Kilometerleistung dieses Saurers erklären. Ende der 70er, anfangs 80er Jahre hatte man mit diesem 8x4 per Zufall bereits ein ideales Fahrzeug für den einsetzenden Autobahnbau am Walensee. Der Saurer lief und lief. Am 18. November 1980 feierte die Saurer B Generation Ihren Einzug in Flums, D33OBN 4x4.
Am 8. Mai 1982 kam der Saurer D33OBN 4x2 und der 5V DI K ging.
Am 24. September 1983 folgte nochmals ein 0330 BN 4x4, alle mit ZF 16S 130 Ecosplit Getriebe.
Auch 5 Jahre später war man bei Rinderers immer noch von den Produkten aus Arbon überzeugt und kaufte im Wallis einen Saurer 5DF 8x4 Kehrichtwagen. Dieser wurde von der Firma Abatrag zum Trommelmischer mit Förderband umgebaut. Damit war nun das letzte neue Arbeitsgebiet der Transportuntemehmung Rinderer eingeführt.
1983 trat der jüngere Bruder von Louis, Rolf Jahrgang 1962, in das Geschäft ein. Auch dieser hat Diesel und nicht Blut in den Adern. Er absolvierte seine Lehre bei Saurer in Arbon als LKW-Mechaniker. 1992 trat der erste neue Mercedes, ein 3235 8x4 Kipper, seinen Dienst an.
Seit 1992 leiten nun die Gebrüder Rinderer die Geschicke der 1938 gegründeten Firma in Form einer AG. Dies tun sie mit der folgenden Arbeitsaufteilung:
Louis leitet die Werkstatt.
Rolf erledigt mit seiner Frau die Buchhaltung und die Disposition. 1996 erfolgte der Kauf eines Mercedes 2638 mit Frontkran, der den Saurer D33OBN 4x2 ablöste. Vor 4 Jahren tauschte man den Saurer 5DF 8x4 gegen einen MAN 32.464 8x4 Trommelmischer. Ein Jahr später dann die vorläufig letzte Neuanschaffung, der Eintausch des Saurers 5DF 8x mit einem Mercedes 3243 8x4 Actros, Dreiseitenkipper. Somit sind aus den 6 Saurem, die 1988 im Einsatz standen, leider nur 2 verblieben. Doch genau diesen beiden Fahrzeugen sieht man die langjährige Verbundenheit zum ehemaligen Lastwagenbauer am Bodensee an.
2011 haben wir unsere Flotte mit einem Allrad erweitert. Dieser dient im Winter zum Pflügen und im Sommer als Sattelschlepper.