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Als lichte Raumhöhe bezeichnet man die Höhe eines Raumes, gemessen ab der Oberkante des Fertigfussbodens bis zur Unterkante der Decke. Im Baurecht wird der Begriff verwendet, um z.B. die Mindestanforderung für Aufenthaltsräume zu definieren.
1. Was bedeutet lichte Raumhöhe?
Wenn von der lichten Höhe oder lichten Raumhöhe die Rede ist, dann ist damit der Abstand zwischen der Oberkante des Fertigfussbodens bis zur Unterkante der Decke gemeint. Der beschreibende Zusatz „lichte“ kommt daher, dass man damit auf den Raum abzielt, der sich im Licht befindet. Es handelt es sich um den freien vertikalen Raum, also um die tatsächlich nutzbare Höhe eines Raumes. Die lichte Raumhöhe ist auch unter den Begriffen Deckenhöhe, Ausbauhöhe oder Lichthöhe bekannt. Sie dient dazu, die Mindestanforderungen bezüglich der Raumhöhe in Aufenthaltsräumen zu definieren. Dazu zählen Wohnräume und Arbeitsräume.
Neben der lichten Raumhöhe gibt es noch zwei weitere Begriffe, die im Bauwesen Anwendung finden, aber in jedem Fall zu unterscheiden sind:
- Rohbauhöhe: Hierbei handelt es sich um den Abstand zwischen der Oberkante des Rohfussbodens und der Unterkante der Rohdecke. Fertigfussboden und Deckenputz sind in diesem Fall also nicht vorhanden bzw. nicht eingerechnet.
- Geschosshöhe: Die Geschosshöhe ist der Abstand zwischen dem Rohfussboden des eines Geschosses bis zum Rohfussboden des nächsten Geschosses. Dies entspricht der vollen Höhe eines Stockwerks.
- Lichte Breite: Die lichte Breite, auch Lichtweite oder lichte Weite genannt, beschreibt den freien horizontalen Raum, also die tatsächlich nutzbare Breite in einem Raum.
Die Minimalanforderungen an die lichte Raumhöhe sind im Baurecht genau definiert. Kleine Unterschiede gibt es je nach Bundesland
- Die lichte Raumhöhe für bewohnte Räume in einem Neubau muss demnach mindestens zwischen 2,30 und 2,50 Meter betragen. Bereiche, die nicht als Wohnraum gelten, dürfen niedrigere Decken aufweisen.
- So genügt zum Beispiel im Kellerbereich und im Dachgeschoss eine lichte Raumhöhe von 2,20 Meter. Waschküchen, Lagerräume und Abstellkammern zählen ebenfalls zu den Räumen, deren Decken niedriger sein dürfen.
- Sobald die lichte Raumhöhe unter 2 Meter beträgt, zählt dies jedoch als Raum mit „nicht ständigem Aufenthalt“ und darf somit nicht mehr als Wohnraum genutzt werden. Als Folge wird bei der Berechnung der gesamten Wohnfläche dieser Raum nur zu 50 Prozent berücksichtigt (Wohnflächenverordnung). Grundsätzlich muss die lichte Raumhöhe so bemessen sein, dass Personen den Raum immer unter Sicherung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens nutzen können.
Handelt es sich bei der zu messenden Decke um eine Balkendecke, dann bemisst sich die lichte Raumhöhe anhand des Abstands zwischen Oberkante Fussboden und Unterkante Deckenbalken.
Die Deckenhöhe hat einen erheblichen Einfluss auf Komfort und Wohngefühl der Bewohner. Dies ist jedoch von individuellen Vorlieben, Voraussetzungen (wie die Körpergrösse) und Gewohnheiten abhängig. In Altbauten sind zumeist sehr hohe Decken zu finden, die bis zu 3,30 Meter reichen können. In Fachwerkhäusern hingegen beträgt die lichte Raumhöhe oft nur 2,10 Meter. Während die eine Person niedrige Decken als gemütlich empfindet, wirkt dies auf andere einengend. Umgekehrt können hohe Decken luftig und grosszügig, aber auch je nach Geschmack zu kalt und weitläufig erscheinen. Sowohl niedrige als auch hohe Decken haben ihre Vor- und Nachteile, wie folgende Auflistung zeigt:
+ Sie können hohe Schränke und Regale in dem Raum aufstellen.
+ Die Nutzung von Etagenbetten, zum Beispiel für das Kinderzimmer, ist möglich.
+ Unter der Decke lässt sich der Stauraum zum Beispiel durch Regalbretter ausnutzen.
- Die Heizkosten sind in Räumen mit hoher Decke ebenfalls höher.
- Durch hohe Decken steigt die Wandfläche und somit auch die Kosten für Farbe und Tapete.
- Hohe Decken kosten je nach Bauunternehmen mehr.
+ Sie sparen durch den kleineren Raum an Heizenergie.
+ Sie erhalten eine gemütliche Wohnatmosphäre.
+ Die Wandfläche reduziert sich und somit auch die Kosten für Wandfarbe und Tapete.
+ Niedrige Decken fallen beim Bau oft günstiger aus.
+ Renovierungsarbeiten gestalten sich oft leichter, da die Decke besser erreichbar ist.
- Eingeschränkte Möglichkeiten bezüglich Möbel und Stauraum.
- Weniger Lichteinfall durch kleinere Fenster.