Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03319.jsonl.gz/81

Wussten Sie, dass das Rentier die Augenfarbe wechselt, beim Gehen klickt und seine Atemluft erwärmen kann? In unserer Reihe "Tierwissen" geht es heute um das Rentier, das vor allem mit Weihnachten in Verbindung gebracht wird. Sie ziehen den Schlitten von Santa Claus, der vom Nordpol losfährt, um an Heiligabend die Geschenke zu bringen – doch die Hirschart aus dem hohen Norden kann weitaus mehr als nur den Schlitten zu ziehen.
Das Rentier – hätten Sie es gewusst?
Das Rentier lebt in den Tundren und in der Taiga in Nordamerika, im Norden Eurasiens, auf den arktischen Inseln und Grönland. Die Karibus und Rentiere gehören zu der gleichen Tierart namens "Rangifer tarandus". Die europäischen Vertreter werden als Rentiere bezeichnet, die in Nordamerika lebenden Tiere als Karibus.
Bei den Rentieren tragen – als einzige Hirschart - auch die Weibchen ein Geweih. Dies ist notwendig, um während der Schwangerschaft in den Wintermonaten die kargen Futterstellen gegen andere Rentier-Weibchen zu verteidigen, um ausreichend Nahrung für sich und das kleine Rentier-Kalb zu bekommen. Die männlichen Rentiere werfen bereits im Herbst beziehungsweise im frühen Winter ihr Geweih ab, die weiblichen Rentiere hingegen erst im Frühling. In manchen Subpopulationen werfen die Weibchen erst im Sommer das Geweih ab.
Die Rentiere des Santa Claus sind demnach Weibchen, da sie immer mit Geweih dargestellt werden. Das heisst, es ist eigentlich nicht "Rudolf, das Rentier" sondern eher "Rudolfine, das Rentier-Weibchen".
Rentiere ertrinken nicht, was sie ihrem Fell und den Lufteinlagerungen darin zu verdanken haben. Zudem sorgt das Fell für eine gute Isolation und gibt Auftrieb. Und auch sonst haben sich die Rentiere perfekt an ihren Lebensraum angepasst: Sie haben sehr breite Hufe, die sich auch weit spreizen lassen, damit die Rentiere nicht im Schnee einsinken. Die Zehen hinten am Huf, die so genannten Afterklauen, sowie scharfe Kanten an den Hufen geben den Tieren zusätzlichen Halt. Im Sommer, wenn der Boden weicher ist, werden auch die Hufe der Rentiere weicher, damit sie nicht ausrutschen.
Die Oberfläche in den Nasenlöchern ist stark vergrössert, so dass die eingeatmete Luft aufgewärmt wird, bevor sie in die Rentierlunge gelangt.
Rentiere wechseln die Augenfarbe
Im hohen Norden ist es im Sommer hell, so dass die Augen der Rentiere eine goldene Färbung annehmen und im Winter, wenn es dunkel ist, eine dunkelblaue Färbung. Die Veränderung der Augenfarbe bringt den Tieren den Vorteil, dass das Licht verschieden reflektiert wird und sie ihre Feinde schneller entdecken können.
Die Klicklaute beim Gehen der Rentiere entstehen durch die Sehnen, die sich im Fuss über die Knochenvorsprünge spannen. Den Sinn der Klicklaute haben Forscher bisher noch nicht klären können. Sie vermuten, dass diese Klicklaute der Herde helfen, sich im Schneesturm, bei Nebel oder in der Dunkelheit, zu hören und dass sie dadurch zusammen bleiben.
Die Hauptnahrung der Rentiere sind Flechten. Diese scharren die Tiere mit ihren Hufen aus dem Schnee. Ein erwachsenes Tier frisst ungefähr 2 Kilogramm der Rentierflechten.