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Rebsorte «Traminer / Savagnin» - Hintergrund & Geschichte
Unter dem Sammelbegriff «Traminer» werden verschiedene Varianten ein- und derselben Rebsorte zusammengefasst, die jeweils unterschiedliche regionale Synonyme besitzen. Hierbei handelt es sich stets um Weissweinsorten. Spielarten gibt es viele, da die Rebsorte anfällig für Mutationen ist.
Als «Roter Traminer», «Gewürztraminer» oder «Gelber Traminer» werden die Spielarten mit rötlich bis gelblich gefärbten Beeren bezeichnet. Die grössten Rebflächen des Gewürztraminers befinden sich in Frankreich (Elsass), Deutschland (v.a. Pfalz, Baden, Rheinhessen), Bulgarien, Ungarn, Tschechien, den USA, Australien, Neuseeland, Österreich und Italien. Die säurearmen, körperreichen Weine zeichnen sich durch die namensgebende, feine Würze sowie durch intensive Aromen von Rosenblüten, Litschi, Zitrus und Marzipan aus.
Die Spielart des Traminers mit grünlich-weisslichen Beeren ist unter dem Namen «Savagnin blanc» bekannt. Sie kommt vor allem in französischen Jura sowie im Wallis in der Schweiz vor - hier jedoch als «Heida» bzw. «Païen». Die Reben stehen auf einigen der höchstgelegenen Weinberge Europas, u.a. beim Bergdorf Visperterminen auf einer Höhe zwischen 650 und 1'150 Metern. Die ertragsarme Sorte gilt unter Winzern als schwieriges Unterfangen, da sie hohe Ansprüche an Lage und Boden stellt - durch ihren Seltenheitswert und das folglich relativ hohe Preisniveau der erzeugten Weine ist der Anbau jedoch gerechtfertigt. Die aus Savagnin blanc gekelterten Weine offenbaren rustikale Noten von Zitrus, tropischen Früchten, Honig und Nuss.
Die Herkunft der Rebsorte Traminer ist bis heute ungeklärt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie aus Wildreben entstand. Ihren Namen erhielt sie vom Tiroler Dorf Tramin, wo sie bereits im 11. Jahrhundert für die Weinbereitung herangezogen wurde. Im Wallis wird der Heida erstmals in einer Urkunde aus dem 16. Jahrhundert erwähnt, allerdings ist davon auszugehen, dass die Rebsorte bereits vor der Christianisierung verbreitet war.
Der berühmte Ampelograph Pierre Galet stellte als erster die These auf, dass der Savagnin blanc und der Gewürztraminer trotz unterschiedlicher morphologischer Merkmale identisch seien. DNA-Analysen konnten diese These späte belegen. Dennoch werden die unterschiedlichen Spielarten oftmals getrennt voneinander aufgeführt und wie separate Rebsorten behandelt.
Der Traminer hinterliess während seiner weit zurückreichenden Geschichte deutliche Spuren in der europäischen Weinbaulandschaft, da er als Elternteil für zahlreiche natürliche Kreuzungen diente und somit einige heute weltbekannte Rebsorten hervorbrachte.
Der Wein wird sowohl trocken als auch süss ausgebaut und dient dann entweder als Aperitif- oder Dessertwein. Für den Fassausbau eignen sich Traminer-Weine hervorragend, zudem besitzen sie ein relativ hohes Lagerpotential.
Zu kombinieren sind die edlen Weissweine idealerweise mit Meeresfrüchten, Räucherlachs, Geflügel, Alpkäse, Raclette oder asiatischen Gerichten.
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