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Mittelmeervegetation
Drachenwurz
Die Drachenwurz (Dracunculus vulgaris Schott) ist ein attraktives Aronstabgewächs, das vorwiegend im östlichen Mittelmeergebiet beheimatet ist (fehlt aber in Zypern). Die Drachenwurz ist eine mehrjährige Knollenstaude (Rhizomknollen). Die Bilder stammen alle aus Westkreta (Akrotiri-Halbinsel, Imbros-Schlucht etc.).
Wo wächst die Drachenwurz?
Dracunculus vulgaris wächst an Gebüschrändern, Feldrändern, in gestörten Biotopen, Olivenhainen, Macchien und auch an felsigen Stellen. Sie liebt nährstoffreichen Boden und Halbschatten, wächst aber auch in vollem Licht.
Zum vegetativen Bau
Die Drachenwurz wird bis 150 cm hoch. Sie hat keinen echten Stängel; dieser wird aus den gefleckten, weit herablaufenden Blattbasen gebildet (Schein-Stängel). Die Blätter haben einen langen Blattstiel, und die Blattspreite ist gesamthaft nierenförmig. Sie ist aber unterteilt in 9-13 Abschnitte. Ein so gebautes Blatt wird als fussförmig (pedat) bezeichnet. Die einzelnen Blattabschnitte sind gelegentlich weissfleckig.
Blüten und Fortpflanzungsstrategie
Aronstabgewächse (Araceae) bilden ihre Blüten an einem Kolben (Spadix), geschützt durch ein Hochblatt (Hüllblatt = Spatha).
Das Hüllblatt (Hochblatt = Spatha) ist unten grün und bauchig, und die Ränder sind übereinander geschlagen zum Schutz der Blüten. Aussen ist der flache Teil der Spatha grün, innen aber dunkelviolett. Sie wird bis 50 cm lang!
Der Kolben (Spadix) enthält die Blüten. Oberhalb der Blüten ist er braun, spitzenwärts dunkelviolett gefärbt. Der Kolben überragt oft die Spatha.
Drachenwurz und Aronstab locken Fliegen an, "sperren" sie kurze Zeit ein und entlassen sie nach erfolgter Bestäubung der weiblichen Blüten. Die Eingesperrten müssen aber nicht darben, sie werden "verköstigt", d.h. verpflegt mit Futterhaaren.
Bestäubte weibliche Blüten entwickeln sich zu rotorangen Beeren. Das Hochblatt (Spatha) zersetzt sich vor der Beerenreife.
Besonderes
Die Drachenwurz wird von Ziegen und Schafen gemieden, denn sie wirkt reizend und schmerzend. Diese Wirkung wird nadelförmigen Calciumoxalatkristallen zugeschrieben, die sich in vielen Zellen befinden.
Die Sprengkraft vieler unterirdischer Pflanzenteile ist bekannt, so durchstossen wachsende Dracunculus-Exemplare den Strassenteer.