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Dienstwege

Wichtiger Hinweis:
Automatisierung der Verwaltungsaufgaben
Mitte der 1960er-Jahre begann man an der ETH Verwaltungsaufgaben zu automatisieren. Anfänglich war man auf die Rechenmaschinen des Rechenzentrums angewiesen, Ende der 1980er-Jahre wurde eine DATA GENERAL MV 10000 eigens für Verwaltungsaufgaben angeschafft.
Zunächst erfolgte die Automatisierung der Prüfungspläne. Drei Jahre später kam die elektronische Verarbeitung der Lohnabrechnung dazu. Bis 1967 bewältigten ein Mathematik-Assistent und studentische Aushilfen diese Arbeiten. Es folgte die Einsetzung einer Datenverarbeitungs-Gruppe, da die anfallenden Arbeiten nicht mehr auf der Basis von Assistenten- und Aushilfsstellen zu bewältigen waren und man die Kontinuität wahren wollte.
Was den Stundenplan und das Dozentenverzeichnis angeht, war auch der Zufall am Werk und beschleunigte die Automatisierung. Das neue Einschreibungs- und Zahlungswesen verlangte eine computergerechte Verarbeitung aller anfallenden Informationen, zudem hatte die Druckerei aus Versehen den Stehsatz von Stundenplan und Dozentenverzeichnis vernichtet. Daraufhin wurde entschieden, "anstelle eines zeitraubenden und kostspieligen Neusatzes im traditionellen Setzverfahren die im Computer gespeicherte Informationen" auszudrucken (Schulratsprotokolle, SR2:1968, 518).
Die computergestützte Administration der Verwaltungsaufgaben brachte viele Vorteile. Immer wieder schien aber der Computer auch Anpassungsleistungen zu verlangen. Allen Wünschen könnte nicht entsprochen werden, so Rektor Leibundgut 1966 im Schulrat:
"Da und dort wurde der Wunsch geäussert, zwischen zwei Prüfungen sollten zwei prüfungsfreie Tage eingeschoben werden, was jedoch nach der neuen Regelung weniger leicht realisierbar ist als früher, bei Aufstellung der Prüfungspläne durch den Computer kann nicht allen Wünschen entsprochen werden."
Manchmal wurde auch aus "psychologischen" Gründen auf die Technik verzichtet. Wie aus einem Beitrag einer Studientagung zum Computereinsatz in der Hochschulverwaltung zu erfahren ist, wurden Auditorien noch 1969 "von Hand" zugeteilt, obwohl bereits ein Programm zur automatischen Zuteilung von Stunden und Auditorien existierte (Koordinationsgruppe für Datenverarbeitung 1970, 20). Inwiefern die manuelle Zuteilung psychologisch verträglicher war, bleibt dahingestellt.
Im Bericht zu ELSBETH wurde explizit darauf hingewiesen, dass "ein System danach beurteilt werden sollte, ob es im Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine die [...] Aufgaben überhaupt übernehmen kann" (Ugron/Lüthi 1974, 10). Ziel von ELSBETH war also nicht die Automatisierung um jeden Preis. Vielmehr sollte eine realistische Aufgabenteilung zwischen Mensch und Maschine verwirklicht werden. ELSBETH ermöglichte eine beträchtliche Rationalisierung der Administration. Die Hoffnung, durch Informationen Entscheidungs- und Planungsprozesse zu unterstützen, konnte jedoch nicht realisiert werden.
Zur gleichen Zeit begannen die Arbeiten an einem Personalinformationssystem (PERETH) und einem Informations-System für das Studienwesen (LISETH), beides Eigenentwicklungen, die 1988/89 eingeführt wurden. Zusammen mit dem Rechnungswesen sollten LISETH und PERETH Teildateien eines vernetzten, integrierten Hochschulinformations-Systems bilden, das den Verantwortlichen aller Ebenen der ETH die nötigen Führungsinformationen lieferte.
Ebenfalls in den 1980er-Jahren wurde die Textverarbeitung zum Thema. Im Informatik Bulletin wurde Skepsis beobachtet:
"Daneben wurden jedoch auch manchmal kritische Stimmen laut, die der Meinung waren, eine gute Sekretärin und eine gute Schreibmaschine seien viel wertvoller als irgendwelche Luxus-Textverarbeitungssysteme. "
Einerseits waren also Ängste vorhanden, dass die Maschine dem Menschen vorgezogen und der Computer Mitarbeiter ersetzen würde. Andererseits kämpfte man immer wieder mit dem Problem, im Bereich der Informatik kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Dass dies trotzdem immer wieder gelang, lag "primär wohl" [daran, dass] "die Hochschule zwar nicht ein besonders grosszügiger, aber ein technisch sehr interessanter Arbeitgeber ist" (Jahresbericht 1987, 70). Ganz ähnlich argumentierte bereits 1970 Carl August Zehnder, der eine Kombination aus finanzieller Vergütung und wissenschaftlichem Kapital, wie Dissertationen, Diplom- und Semesterarbeiten, als ein Mittel sah, trotz den im Vergleich zur EDV-Branche tieferen "Verwaltungslöhnen" fähige Leute zu verpflichten (Koordinationsgruppe der Datenverarbeitung der ETH Zürich 1970, 10).
Seit 1999 wird SAP als zentrales Verwaltungssystem für die Prozesse im Finanzwesen, Personalwesen und in der Logistik eingesetzt. Mittlerweile kann per nethz-Login und -Passwort fast die gesamte Administration online erledigt werden. Das Kürzel "nethz" steht für die zentrale Authentisierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur der ETH, die den Zugriff zu den Informatik-Basis-Dienstleistungen der ETH regelt.
Zusammen bilden diese Applikationen und Datenbanken das operative Informationssystem der ETH; die Komponenten sind in der oben stehenden Abbildung aufgeführt. Diese Generation des Systems ist seit 1997 im Aufbau und basiert auf einem relationalen Datenbanksystem (Oracle).
Kristina Isacson