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«Propheten aber lasst zwei oder drei reden, und die anderen lasst urteilen. Wenn aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung zuteilwird, so schweige der erste. Denn ihr könnt einer nach dem anderen alle weissagen, damit alle lernen und alle getröstet werden. Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan» (1. Kor 14,29-32).
Wie wunderbar hat Gott für jedes Bedürfnis seines Volkes hier auf der Erde vorgesorgt! Er hat für ihr persönliches Verhalten, für ihren täglichen Wandel als Christen und für ihre Tätigkeiten in der Versammlung, wenn sie zusammenkommen, Anweisungen gegeben. Im ersten Korintherbrief sehen wir, dass gerade der Zustand der Verwirrung und Unordnung, in dem sich die Versammlung befand, Anlass gab, die Gedanken Gottes über das darzulegen, was seine Versammlung kennzeichnen sollte – Unterweisungen, die heute auch für uns wertvoll sind.
In Kapitel 12 haben wir die Gnadengaben oder Offenbarungen des Geistes; in Kapitel 13 die Atmosphäre, in der sie ausgeübt werden sollten – in der Liebe; und in Kapitel 14 die Ordnung und die Ausübung der Gaben in der Versammlung, wenn sie zusammenkommt.
Vor ihrer Bekehrung waren diese Korinther Heiden gewesen, die zu stummen Götzenbildern hingeführt wurden; und in jenen heidnischen Versammlungen, wo Dämonen so grossen Einfluss ausübten, war alles in Verwirrung und Unordnung. Gottes Versammlung war nun ganz das Gegenteil. Da regierte sein Wille, leitete sein Geist, und alles sollte zur Verherrlichung des Herrn Jesus getan werden, und nicht, um dem Fleisch zu gefallen.
Alle diese wichtigen Unterweisungen haben heute eine äusserst praktische Bedeutung für uns, und wir möchten jetzt besonders ein wenig bei dem stehenbleiben, was die Versammlung kennzeichnen soll, «wenn ihr zusammenkommt». In Korinth war, wie wir gesagt haben, viel Verwirrung: Der eine hatte eine Lehre, ein anderer eine Sprache; ein dritter eine Offenbarung, und so weiter. Das gab dem Apostel Anlass, das wichtige Wort beizufügen: «alles geschehe zur Erbauung».
Von denen, die weissagten, sollten «zwei oder drei» reden. Die übrigen Anwesenden hatten zu urteilen, ob dies von Gott kam, als Ausdruck seiner Gedanken. Christus liebt seine Versammlung vollkommen. Er liebt die Schwachen wie auch die Starken. Er sorgt für die Einfachen – die Kinder in Christus – ebenso sehr wie für die Fortgeschrittenen. Daher mochte eine Anzahl Redner nur verwirren und die Segnung und Auferbauung derer hindern, die nicht viel auf einmal aufnehmen konnten.
Es ist sehr nötig, sich die praktische Frage zu stellen, bevor man sich in der Versammlung erhebt, um in einer Zusammenkunft zu reden: Ist das, was ich zu sagen im Begriff stehe, das Wort, das Gott im Augenblick geben würde? Ist es so, dass es den hier anwesenden Gläubigen helfen und zu ihrer Auferbauung dienen kann? Wenn nicht, sollte ich besser überhaupt nicht sprechen, denn «wenn jemand redet, so rede er als Aussprüche Gottes» (1. Pet 4,11).
Wenn wir dies verwirklichen, so wird es uns in Abhängigkeit und Gebet auf Gott werfen, es wird dem, was wir sagen, eine Nüchternheit geben, und es wird die Hörer veranlassen, auf den Herrn zu schauen, damit sie aus dem, was gesprochen wird, Nutzen ziehen.
«Propheten aber lasst zwei oder drei reden» (Vers 29). Dies zu beachten würde helfen, über die Neigung, zu viel zu sprechen, zu wachen, wenn auch der Apostel in Vers 31 sagt: «Denn ihr könnt einer nach dem anderen alle weissagen». Doch ist er vorsichtig genug, hinzuzufügen: «damit alle lernen und alle getröstet werden».
Einerseits zeigen oft lange Pausen in einer Zusammenkunft einen geistlich toten Zustand an; anderseits ist aber ein ruheloser Geist, der nicht auf den Herrn wartet, ebenso sehr zu bedauern. Wie notwendig ist es, auf Ihn zu warten, um im Augenblick das passende Wort zu sagen und die Leitung des Geistes zu suchen, dessen Ziel es ist, Christus zu verherrlichen und die Gläubigen aufzuerbauen und zu erquicken.
Der Apostel begrenzt die Zahl derer, die in solchen Augenblicken reden mögen, nicht (V. 31). Aber der Ermahnung von Vers 29 bewusst zu bleiben, würde bewirken, dass man bei jedem Überschreiten der «zwei oder drei» klar überzeugt sein müsste, dass es nach dem Willen des Herrn wäre, zu dem was schon gesprochen wurde, noch etwas beizufügen.
«Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan» (Vers 32), das heisst, einer, der so dient, hat Kontrolle über sich selbst. Es ist nicht wie in heidnischen Versammlungen ein Befolgen von eigenen Impulsen, die von einem falschen Geist aktiviert werden; sondern der Diener geht nicht über das hinaus, was der Herr im Augenblick geben will.
Aber lasst uns daran denken, dass alles im Geist von Kapitel 13 getan werden soll, also in Liebe. Dieser Geist atmet sozusagen die Atmosphäre der Gegenwart des Herrn selbst aus, der diese Liebe bei jedem Schritt seines gesegneten Pfades hier auf der Erde so vollkommen offenbarte.