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Der britische Handelsriese Tesco will an seinen 450 Tankstellen die Kunden scannen, um seine Reklame besser nach Alter und Geschlecht steuern zu können. Ein Hi-Tech-Flachbildschirm an der Kasse scannt die Gesichter der Kunden ein und macht dann passende Werbeangebote.
Wie die Technologiefirma Amscreen, die das System entwickelte, mitteilte, wird auch die jeweilige Tageszeit beachtet, um beispielsweise am Vormittag einen Energydrink anzubieten.
Die Zeit, die der Kunde zum Betrachten der Reklame aufbietet, wird ebenso überprüft wie die von ihm schliesslich gekauften Waren. Gegen Vorwürfe von Datenschützern, Kunden ohne ihre Zustimmung zu überwachen, wehrte sich die Firma.
Eine Amscreen-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP, es kämen weder Augen-Scanner noch andere Identifizierungsmethoden zum Einsatz. Es gehe nur um das Geschlecht und drei verschiedene Altersstufen, versicherte die Sprecherin. Ausserdem werde kein Bild gespeichert.
Datenschützer reagierten trotzdem empört. So sprach ein Mitglied der britischen Bürgerrechtsorganisation Big Brother Watch von einem "enormen Problem".
Amscreen-Chef Simon Sugar erklärte, sein Unternehmen wolle "möglichst viele Supermärkte" mit dem System ausrüsten. Die Flachbildschirme sollten ausserdem in Spitälern, Flughäfen, Bahnhöfen oder Banken aufgestellt werden.
SDA-ATS