Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/93255

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine Änderung von Artikel 264a Absatz 2 ZGB zu unterbreiten, sodass die Adoption eines Kindes ab dem zurückgelegten 30. Lebensjahr möglich wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In seiner im Jahr 2005 erfolgten Antwort auf die Motion Thanei 05.3135, "Herabsetzung des vorgeschriebenen Alters für adoptionswillige Eltern und Reduktion der verlängerten Ehedauer", wandte sich der Bundesrat gegen eine Herabsetzung des Mindestalters adoptionswilliger Eltern. Heute ist der Bundesrat offen für dieses Anliegen, und zwar hauptsächlich deshalb, weil der Europarat am 27. November 2008 ein revidiertes Adoptionsübereinkommen verabschiedet hat und dieses auf dem Standpunkt steht, dass das von den Vertragsstaaten festzulegende Mindestalter der Adoptionseltern grundsätzlich zwischen 18 und 30 Jahren liegen muss. Dazu kommt, dass das in Artikel 264a Absatz 2 ZGB vorgesehene Mindestalter von 35 Jahren sehr hoch ist, wie man feststellt, wenn man es mit anderen europäischen Ländern vergleicht, in denen das Mindestalter nicht über 30 Jahren liegt.</p><p>Der Bundesrat behält sich vor, im Zusammenhang mit der Revision von Artikel 264a ZGB auch noch andere Fragen zu überprüfen, so beispielsweise jene der Adoption durch einen Konkubinatspartner, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am 13. Dezember 2007 im Fall Emonet u. a. gegen die Schweiz die Gleichstellung des Konkubinatspartners mit dem Ehegatten gefordert hat.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.