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Definition Elektroschrott
Elektroschrott besteht zu den grössten Teilen aus Haushaltsgeräten und Gegenständen der IT und Telekommunikation. Kleine Mischgüter wie Lampen oder Spielzeuge zählen auch zu E-Waste, machen aber einen eher kleinen Teil aus.
Elektroschrott ist aber nicht gleich Müll. Viele alte Geräte sind noch voll funktionsfähig und wurden durch ein neues und besseres Produkt ausgewechselt.
Wohin geht der Elektroschrott?
In Europa wird E-Waste gerade mal in 29.5% aller Fälle recycelt. Verschiedene Recyclingunternehmen trennen den Elektroschrott in verwertbare und nicht verwertbare Gegenstände. Anschliessend gelangen das Metall und das Plastik in Raffinerien, wo sie für neue Produkte wiederaufbereitet werden. Aus einer Million Smartphones können 16 Tonnen Kupfer, 350 Kilo Silber, 34 Kilo Gold und 15 Kilo Palladium zurückgewonnen werden.
Bedenklich ist, dass 6% der alten Elektrogeräten in Europa im Hausmüll landen. Dies entspricht in etwa 700’000 Tonnen Abfall pro Jahr. Weltweit hätte durch sachgerechte Entsorgung im Jahre 2014 etwa 300 Tonnen Gold recycelt werden können. Das ist ein Zehntel der Menge, die jährlich abgebaut wird.
Die restlichen 64.5% des Elektroschrotts werden exportiert. Die Empfangsländer können unsere alten Kühlschränke, Fernseher und Smartphones als Secondhand-Ware weiterverwenden. In Ghana zum Beispiel ist der von Europa eingetroffene Elektroschrott zu 65% in einem einwandfreiem Zustand und kann direkt weiterverkauft werden. 20% der Produkte können repariert werden und landen in den Regalen der Verkäufer. Nur gerade mal 15% des Elektroschrotts sind tatsächlich unbrauchbar und enden auf einer Müllhalde.
Reparatur am Strassenrand; Quelle: awastefulworld
Entsorgung im Entwicklungsland
Nachdem die Produkte wiederverwendet wurden und keine Möglichkeit mehr besteht, die Geräte zu reparieren, landen sie auf den Müllhalden. Da in den meisten Entwicklungsländern die nötigen Recyclingmaschinen fehlen, werden die Produkte von Hand demontiert.
Der schnellste und einfachste Weg, um an das Metall in den Kabeln zu kommen, ist das Verbrennen. Dabei wird eine Grosszahl an giftigen Chemikalien freigesetzt, welche über die Luft in die Atemwege oder über den Boden in das Grundwasser gelangen. Deshalb hat die Organisation GreenCross im Jahre 2013 die Müllhalde Agbogbloshie in Ghana zu dem verseuchtesten Platz der Welt gewählt. Auf Rang zwei ist Tschernobyl.
Müllhalde Agbogbloshie; Quelle: awastefulworld
Fazit
Als Quelle dieses Artikels diente die Webdoku «awastefulworld». Sie beleuchtet das Thema E-Waste und wie die Menschen in Ghana davon ihren Lebensunterhalt verdienen. Es lohnt sich, die Videos auf der Seite anzuschauen, da sie unzensiert die aktuelle Lage widerspiegeln. In der Webdoku wird das Problem mit E-Waste wie folgt beschrieben:
«Zweifelsohne trägt der Export von Second-Hand Elektronik massgebend zur Situation in Agbogbloshie bei, ist aber keinesfalls die alleinige Ursache des Problems, sondern viel mehr eine sinnvolle Verlängerung der Lebensdauer unserer ausgedienten Elektronikgeräte, welche vielen Menschen in Ghana als sichere Einkommensquelle dient. Fällt der Second-Hand Markt weg, verlieren viele Familien ihr Einkommen.»
Deshalb lohnt es sich, unsere Elektronikartikel fachgerecht zu entsorgen. Beim Kauf eines Gerätes ist bereits eine vorgezogene Recyclinggebühr enthalten, welche die fachgerechte Entsorgung abdeckt. Daher fallen keine weiteren Kosten mehr an, wenn man den Elektroschrott zu einem Recyclinghof bringt. Zudem können Elektrogeräte kostenlos in allen Elektronikshops in der Schweiz abgegeben werden.
SENS eRecycling ist eine nicht gewinnorientierte Stiftung, welche sich für die sachgerechte Entsorgung von Elektronikprodukten einsetzt. Falls Du mehr zum Thema eRecycling erfahren möchtest, kannst Du dies auf ihrer Website nachlesen.