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Ein historisches Abkommen
«Trostfrauen», das ist in Japan ein Euphemismus für die Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs in den besetzten Gebieten von der japanischen Armee zur Prostitution gezwungen wurden. Schätzungsweise 200’000 Frauen in Korea und China waren davon betroffen. Die wenigen, noch lebenden Opfer haben jahrzehntelang vergeblich auf eine offizielle Anerkennung und Entschädigung für die begangenen Verbrechen gewartet.
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Japan berief sich stets darauf, dass man die Kriegsschuld mit der Normalisierung der Beziehungen 1965 und der damit einhergehenden Wirtschaftshilfe beglichen habe. Ausserdem wurde 1995 von der japanischen Regierung ein privater Fonds eingerichtet, um den betroffenen Frauen zu helfen. Hinzu kam eine inoffizielle schriftliche Entschuldigung des jeweiligen Premierministers. Der Fonds wurde 2007 aufgelöst.
Für Südkorea und viele Betroffene reichten diese Leistungen nie wirklich aus. Sie verlangten eine formale Entschuldigung sowie eine direkte Entschädigung vom japanischen Staat.
Provokationen und die Eiszeit
Ausserdem kam es wiederholt zu Provokationen in den Beziehungen. Premierminister Shinzo Abe zweifelte in einer Äusserung in seiner ersten Amtszeit gar an, dass damals Zwang auf Frauen ausgeübt worden sei. Erst nach heftiger internationaler Kritik folgte eine Entschuldigung. Die Strategie der konservativen Kreise war es stets, das Thema zu hinterfragen, verharmlosen, rechtfertigen und verallgemeinern (Asienspiegel berichtete).
Nach dem neuerlichen Amtsantritt von Abe 2012 folgte eine neue, diplomatische Eiszeit zwischen den beiden Ländern. Doch nun haben sich Shinzo Abe und die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye nach zweimonatigen Verhandlungen offenbar gefunden und eine historische Einigung getroffen, wie NHK News berichtet.
Das Abkommen
Laut der japanischen Regierung zahlt Japan 1 Milliarde Yen (7,5 Mio Euro) in einen Fonds ein, der von Südkorea verwaltet wird und den noch 46 überlebenden, ehemaligen Zwangsprostituierten zugute kommen soll. Als Teil des Abkommens hat sich auch Premierminister Shinzo Abe schriftlich und persönlich bei den ehemaligen Zwangsprostituierten für den Schmerz und das Leid, das ihnen angetan wurde, entschuldigt. Japan sei sich seiner Verantwortung bewusst, meinte Aussenminister Fumio Kishida. Man hoffe, dass der Fonds helfe, die Würde der Frauen wiederherzustellen.
Im Gegenzug hat Südkorea versprochen, das Thema damit unwiderruflich abzuschliessen. Beide Länder wollen künftig auf Provokationen auf internationaler Ebene verzichten. Park bezeichnete als ein Resultat intensiver Bemühungen. Es sei eine Notwendigkeit, da immer weniger Betroffene noch am Leben seien. Abe wiederum hofft nun auf verbesserte Beziehungen und darauf, dass man das Thema nicht an eine weitere Generation weitergeben müsse. Letztendlich haben der Druck aus Washington auf die beiden Alliierten sowie die Sorge um ein erstarkendes China massgeblich zu dieser Einigung beigetragen.
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