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Verhaltenssucht
Unter dem Begriff Verhaltenssucht werden Verhaltensweisen zusammengefasst, die gesundheitsschädigend sind oder schwerwiegende soziale Folgen haben, ohne dass eine bestimmte Substanz konsumiert wird. Wenn das Verhalten zwanghaft wird und den Charakter einer Krankheit annimmt, ist von Verhaltenssucht die Rede. Besonders verbreitet sind Erkrankungen wie Essstörungen, Spielsucht oder Online-Sucht.
Essstörungen
Zu viel essen, zu wenig essen, unregelmässig essen – sogenannte Essstörungen sind in der Gesellschaft stark verbreitet. Besonders betroffen davon sind Mädchen und junge Frauen, aber auch bei den Männern ist eine Zunahme der Krankheit zu verzeichnen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Formen von Essstörungen: Magersucht (Anorexie), Ess-Brechsucht (Bulimie) und Ess-Sucht (Binge Eating Disorder).
Magersucht (Anorexie)
Die Krankheit entwickelt sich in den meisten Fällen vor oder während der Pubertät. Die Altersgrenze hat sich in den letzten Jahren weiter nach unten verschoben. Nicht selten erkranken Mädchen und vermehrt auch Knaben schon im Grundschulalter. Die Betroffenen halten meist eine strenge Diät oder verweigern die Nahrung total. Viele treiben übermässig Sport, nehmen Abführmittel und harntreibende Mittel oder ergreifen andere Massnahmen, um ihr Gewicht noch mehr zu reduzieren.
Ess-Brechsucht (Bulimie)
Merkmal dieser Krankheit ist der Kontrollverlust: Betroffene sind hin- und hergerissen zwischen Essanfällen und dem Zwang, das Gewicht zu reduzieren. Während eines Essanfalls werden Unmengen von Kalorien verschlungen. Im Anschluss daran versuchen die Betroffenen, die Nahrungs- und Energiezufuhr wieder auszugleichen, indem sie erbrechen, fasten, Abführmittel oder harntreibende Mittel zu sich nehmen oder überdurchschnittlich Sport treiben. Von dieser Krankheit sind mehrheitlich Frauen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren betroffen.
Esssucht
Typisch für diese Krankheit sind Episoden von Essanfällen. Die Betroffenen konsumieren – meist wenn sie alleine sind – grosse Mengen von Kalorien, was zu einer Gewichtszunahme und längerfristig zu starkem Übergewicht führt. Häufig treten begleitend zur Esssucht psychische Probleme auf.
Risiken
Ungesundes oder gestörtes Essverhalten wirkt sich auf die Gesundheit und die Lebenssituation der betroffenen Person aus. Häufig zeigen sich schwerwiegende körperliche Folgeschäden, aber auch psychische und soziale Auswirkungen gehen mit der Krankheit einher. Jugendliche, die während der Pubertät an einer Essstörung leiden, verpassen einen wesentlichen Teil der Entwicklung, was sich auf ihr Erwachsenenleben auswirken kann.
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Spielsucht
Für viele Menschen ist die Teilnahme an Glücksspielen wie Lotterien, Roulette, Black Jack, Geldspielautomaten und Pferdewetten ein anregender Bestandteil des Alltages, den sie ohne Probleme in ihr Leben integrieren. Für andere wird das Glücksspiel zur Sucht. Bei dieser Kategorie von Spielen geht es in der Regel um den Einsatz von Geld und damit verbunden um Risiko, Gewinn und Verlust.
Risiken
Wenn das Glücksspiel den Alltag beherrscht, ist von Spielsucht die Rede. Unkontrolliertes Spielverhalten führt zwangsläufig zu finanziellen Problemen und psychosozialen Folgeschäden. Längerfristig treten Schuldgefühle und häufig auch Depressionen auf.
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Online-Sucht
Das Leben in einer multimedial aktiven Gesellschaft hat Schattenseiten: Immer mehr Menschen zeigen Symptome einer Online-Sucht. Die betroffenen Personen verweilen übermässig lange vor dem Bildschirm und nutzen Angebote, die einen stark bindenden Charakter haben (Chat, Online-Spiele, Pornografie). Wer ausserhalb der beruflichen Tätigkeit mehr als 35 Stunden pro Woche online ist, gilt als abhängig.
Kinder und Jugendliche
Der Umgang mit elektronischen Medien will gelernt sein. Dies gilt ganz besonders für Kinder und Jugendliche, die sich noch weniger kontrollieren können als Erwachsene und deshalb besonders gefährdet sind. Eltern tragen gegenüber ihren Kindern auch in diesem Bereich eine wichtige Erziehungsfunktion.
Risiken
Wer unter einer Online-Sucht leidet, reagiert bei Entzug mit Nervosität und Aggression. Die Krankheit wirkt sich spürbar auf das soziale Leben und die Leistungsfähigkeit der Betroffenen aus: Soziale und familiäre Beziehungen werden vernachlässigt und die schulischen Leistung oder die Konzentration am Arbeitsplatz nehmen ab.