Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/186373

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Arbeitslosenstatistik der Eidgenossenschaft dahingehend zu ändern, dass ausgesteuerte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ebenfalls in der Arbeitslosenstatistik publiziert werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat die Anliegen des Motionärs erneut geprüft und bestätigt seine Stellungnahme zur identischen Motion Grüter 15.4104 vom 7. Dezember 2015.</p><p>Der Bundesrat betont, dass in der Schweiz weder eine Pflicht noch ein Zwang besteht, sich bei Arbeitslosigkeit oder Stellensuche bei der Arbeitslosenversicherung zu melden. Ebenso besteht auch keine Pflicht und kein Zwang, nach Ablauf eines möglichen Bezugs von Taggeldern bei der Arbeitslosenversicherung registriert zu bleiben. Die Inanspruchnahme von Dienstleistungen der Arbeitslosenversicherung ist grundsätzlich freiwillig. Damit ist es nur dann möglich, den Arbeitsmarktstatus einer Person während oder nach einer Arbeitslosigkeit zu erfassen, wenn sich diese freiwillig bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet hat und gemeldet bleibt. In diesem Fall wird die Person bei der Arbeitslosenstatistik mitgezählt.</p><p>Die Arbeitslosenstatistik ist eine Registerstatistik. Sie zählt alle Personen, welche bei einem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet sind, keine Stelle haben und sofort vermittelbar sind. Im Gegensatz dazu wird die Erwerbstätigen- bzw. Erwerbslosenstatistik mittels einer Stichprobe erhoben und umfasst auch die nicht bei einem RAV registrierten Personen. Über einen Konjunkturzyklus hinweg gesehen weisen beide Statistiken einen sehr ähnlichen Verlauf auf, und sie ergänzen sich bezüglich ihrer arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Aussagekraft.</p><p>Die Situation der Ausgesteuerten wird regelmässig mit Studien erforscht. Aus diesen Untersuchungen ist bekannt, dass eine Mehrheit der ausgesteuerten Personen in einer gewissen Zeit nach der Aussteuerung wieder eine Stelle gefunden hat, während eine Minderheit weiterhin auf der Suche ist oder sich aus dem Arbeitsmarkt zurückgezogen hat (z. B. durch Beginn einer Ausbildung oder durch Abreise in das Ausland). Für ausgesteuerte Personen ergeben sich somit neue Erwerbssituationen, weshalb die statische Integration in den Arbeitslosenbestand zu falschen Aussagen führen würde.</p><p>Der Bundesrat bestätigt seine ursprüngliche Stellungnahme, dass mit den bestehenden Statistiken und Untersuchungen ausreichend Informationen über die Situation ausgesteuerter Personen bestehen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.