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Bestimmt haben Sie schon einmal auf ihm herumgekaut, auf einem «Airwaves», «Juicy Fruit» oder «Extra» – kurzum: einem Wrigley.
Gegründet hat das Kaugummi-Imperium William Wrigley Junior. Dabei hätte es ebenso gut ein Seifen- oder Backpulver-Imperium werden können.
Am Anfang stand die Seife
William Wrigley Junior war ein geborener Geschäftsmann. Sein Vater hatte eine eigene Seifen-Firma. Statt Limonade an der Strasse zu verkaufen, reiste der 13-jährige Wrigley Junior herum, um die Seifen seines Vaters in den Läden unterzubringen. Er lernte früh, was es brauchte, um die Menschen von seinem Produkt zu überzeugen.
Backpulver als Marketing-Trick
1891 zog der 30-jährige William Wrigley Junior von Pennsylvania nach Chicago. Mit im Gepäck sein Startkapital für ein eigenes Geschäft: 32 Dollar.
Der Seife blieb Wrigley auch in der Selbstständigkeit treu, ging aber bei der Vermarktung neue Wege. Damit die Ladenbesitzer seine Seifen in ihre Regale stellten, offerierte er mit jeder Schachtel noch etwas Backpulver, als «Extra-Zückerli».
Schnell wurde das Backpulver beliebter als die Seife. Also liess der listige Verkäufer die Seife kurzum fallen und konzentrierte sich fortan aufs Backpulver.
Produkt egal, Hauptsache Erfolg
Auch zum Backpulver offerierte Wrigley den Ladenbesitzern mit jeder Packung eine kleine Prämie: zwei Packungen Kaugummi. Wieder ging es nicht lange und die Prämie wurde beliebter als das eigentliche Produkt.
Wrigley wechselte erneut den Kurs und setzte alles auf die Karte Kaugummi. Er hatte offenbar keinerlei Sentimentalitäten für seine Produkte übrig. Sein Ziel: Möglichst viel zu verkaufen, wovon auch immer.
1893, nur zwei Jahre nachdem er nach Chicago gekommen war, brachte er den Kaugummi mit dem Namen «Wrigley's Spearmint» auf den Markt, kurz darauf den «Juicy Fruit». Beide Sorten gibt es fast 130 Jahre später immer noch zu kaufen.
Der Telefonbuch-Trick
Für Wrigley war schon damals klar: Um ein Produkt zu verkaufen, braucht es vor allem Werbung. Dabei setzte er ab 1915 auf sogenanntes Direktmarketing.
Kurz entschlossen nahm er sich das Telefonbuch zu Hilfe und schickte seine Kaugummis an alle, die darin standen. Das waren an die eineinhalb Millionen Menschen in den USA.
Die Verkaufszahlen explodierten. Das Geschäft lief so gut, dass Wrigley nicht nur zum Synonym für Kaugummi wurde, sondern auch für seine Wahlheimat Chicago.
Von Chicago um die Welt
Das Wrigley Building, das er 1920 als Hauptsitz für seine Firma baute, ist bis heute ein Wahrzeichen der Stadt. Auch kaufte er das lokale Baseballteam, die Chicago Cubs, deren Stadion schliesslich nach ihm benannt wurde: das Wrigley Field.
Als er 1925 das Geschäft an seinen Sohn übergab, hatte die Firma Fabriken in den USA, Kanada und Australien. Wrigley war zum grössten Kaugummihersteller der Welt geworden.
Kaugummi für die Ohren: Die besten Bubblegum-Songs
Der Kaugummi spielt auch in der Musik eine bedeutende Rolle. Wir haben die besten Kaugummi-Songs zusammengetragen.
- Zu kaum einem Lied kaut sich Kaugummi so gut wie zu «Chew Chew Chew» von der First Lady of Song, Ella Fitzgerald.
- Brigitte Bardot besingt in «Bubble Gum» die Ähnlichkeit von Männergeschichten und Kaugummi – bis hin zum faden Schlussgeschmack.
- Kinderfreundliche Popmusik aus den 1960ern wurde oft «Bubblegum Pop» genannt. Ein bekanntes Beispiel: «Yummy, Yummy, Yummy» von Ohio Express.
- In Sofia Coppolas Video zum Song «Playground Love» von Air spielt ein Kaugummi die Hauptrolle.
- John Lennon war bekennender Kaugummi-Fan. So wird gemunkelt, dass er beim Singen von «All You Need Is Love» auch nicht verzichtet habe (wie in diesem Video zu sehen).