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Emil Bächler (1868-1950)
Emil Bächler ( 1868-1950 ) Emil Bächler, geboren am 10. Februar 1868 in Frauenfeld, wohnte nach dem frühen Tode des Vaters in Kreuzungen und bestand erfolgreich eine kaufmännische Lehre. Trotzdem erwarb er sich später, seiner ursprünglichen Absicht gemäss, am dortigen Seminar das Lehrerpatent. Nach wenigen Jahren Schuldienst setzte er 1894 seine Studien an den Universitäten Neuenburg und Zürich fort, wobei er sich neben Literatur und Geschichte immer mehr den Naturwissenschaften, vornehmlich der Geologie und Mineralogie zuwandte. Nach einer schweren gesundheitlichen Krise wegen Überanstrengung wurde Bächler 1897 Assistent am St. Galler Naturhistorischen Museum unter Prof. Dr. Bhd. Wartmann, und nach dessen Hinschied ( 1902 ) übernahm er selbst das Amt eines Konservators. Die Früchte der nachfolgenden wissenschaftlichen Tätigkeit sind meistens in den « Jahrbüchern » der St. Gallischen Naturforschenden Gesellschaft niedergelegt, deren Leitung er von 1932 bis 1942 innehatte. Als Aktuar der Kantonalen St. Gallischen Naturschutzkommission und besonders als Vorstandsmitglied des Schweizerischen Bundes für Naturschutz setzte er sich entschieden für die Erhaltung der Naturschönheiten ein. Unauslöschlich bleibt Bächlers Name mit der Wiedereinbürgerung des Steinwilds in den Schweizer Alpen verbunden. Seine vielseitigen Interessen richten sich u.a. auch auf das Gebiet der Schriftkunde ( Bächlers Handschrift zeichnete sich bis zum Lebensende durch eine geradezu klassische Ebenmässigkeit und Ruhe aus ), und so wurde er dank seiner grapho-logischen Kenntnisse wiederholt für gerichtliche Schriftexpertisen zugezogen.
Internationales Ansehen jedoch erwarb sich Bächler durch die Entdeckung und Erforschung alt-steinzeitlicher Menschenspuren der letzten Zwischeneiszeit in der Wildkirchlihöhle ( 1904 ), im Drachenloch ob Vättis ( 1917-1923 ) und im Wildenmannlisloch in den Churfirsten ( 1923-1927 ). Bereits 1907 hatte er mit Prähistorikern die Schweizerische Gesellschaft für Urgeschichte gegründet, deren Ehrenmitglied er später wurde. Die reiche wissenschaftliche Ausbeute all dieser Forschungen, die anfänglich und erst neuerdings wieder gewissen Einwänden begegneten, in ihren massgebenden Erkenntnissen jedoch wegweisend geblieben sind, fasste Bächler in dem zweibändigen grundlegenden Werke « Das alpine Paläolithikum der Schweiz » ( 1940 ) zusammen, und noch 1948 veröffentlichte der 80jährige die magistrale Biographie Friedrich von Tschudis. Alle seine Veröffentlichungen sind durch unbestechliche Objektivität gekennzeichnet, entbehren jedoch nicht warmer geistiger Anteilnahme Das stattliche Verzeichnis der Publikationen findet sich in der « Corona amicorum », der zu seinem 80. Geburtstag herausgegebenen Festschrift. Die Universität Zürich verlieh ihm 1917, in Würdigung seiner « hervorragenden Verdienste um die Förderung der Naturforschung in der Ostschweiz », den Dr.h.c.. Auch sonst fehlte es nicht an Anerkennung für das reiche Werk Bächlers; hier seien nur noch der SAC, der Schweizerische Bund für Naturschutz und die schweizerische Gesellschaft für Urgeschichte genannt, die ihn 1931,1934 resp. 1937 zum Ehrenmitglied ernannten. Nach längerem Krankenlager starb Bächler am 14. März 1950 in St. Gallen. Paul Schock