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Innen- und aussenpolitisch beruhigte sich die Situation mit der Gründung des Bundesstaats. Durch die Verfassungsrevision von 1874 erlangte der Bund weitere Kompetenzen. Auch die direkte Demokratie wurde ausgebaut: 1874 mit dem fakultativen Gesetzesreferendum, 1891 mit der Volksinitiative auf Teilrevision der Bundesverfassung. Ebenfalls 1891 nahm erstmals ein Vertreter der katholisch-konservativen Verlierer des Sonderbundskriegs Einsitz in der Landesregierung.
Der Bundesstaat mit seinen neuen Kompetenzen schuf günstige Voraussetzungen für die Entwicklung verschiedener Industrie- und Dienstleistungszweige (Eisenbahnbau, Maschinen- und Metallbau, Chemie, Nahrungsmittelindustrie und Bankwesen), die zu Eckpfeilern der Schweizer Wirtschaft wurden.
Trotz dem Wirtschaftsaufschwung war das 19. Jahrhundert für viele Menschen eine schwierige Zeit. Armut, Hunger und schlechte Arbeitsaussichten liessen viele Schweizer und Schweizerinnen auswandern, vor allem nach Nord- und Südamerika. In den industriellen Zentren entstand durch Zuwanderung aus ländlichen Gebieten und zusehends auch aus dem Ausland eine Arbeiterklasse, die oft in prekären Verhältnissen lebte.