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Bei guter Haltung schreiten Phelsumen bald einmal zur Fortpflanzung. Die Paarungszeit startet gewöhnlich im Frühling, mehr dazu hier.
Das Liebesspiel beginnt mit Schwanzwedeln und Züngeln, wobei die Tiere mit den Köpfen eine erregte Zitterbewegung machen und langsam aufeinander zukommen. Ist ein Tier nicht paarungsbereit flüchtet es, sollte dies ein Dauerzustand sein, muss das Paar getrennt werden, da das unterdrückte Tier an Dauerstress eingehen kann.
Ist das Weibchen paarungsbereit, beisst sich das Männchen in ihrem Nacken fest und umschlingt mit seinem Schwanz den ihrigen, so dass er einen seiner Hemipenen in ihre Kloake schieben kann. Dies dauert in der Regel nur wenige Sekunden bis Minuten.
Diese Eier werden im Doppelgelege geklebt oder frei abgelegt, zum Beispiel in eine Bambusröhre oder Blattachse. Bei den Eiablageplätzen muss immer darauf geachtet werden, dass das Weibchen auf jeden Fall wieder raus kommt. Mir sind bereits zwei Tiere verendet, weil sie sich mit einem Gelege eingemauert haben. Ein drittes konnte ich gerade noch retten. Ich verwende aus diesem Grunde (auch bei Eifreilegern) keine dünnen Bambusröhren mehr, obwohl sie diese meist vorziehen würden. Falls ich doch mal dünnere Rohre verwende, schneide ich ganz unten eine Öffnung rein, so dass sie auf jeden Fall wieder raus kommen, leider werden solche Rohre nur noch selten für die Eiablage genutzt.
Das Gelege platziere ich auf ein kleines Stück Styropor, wo ich vorher eine Mulde rein gemacht habe. Dies kommt auf eine ca. drei Zentimeter tiefe Lage von feinem, nassen Steckschaum, der bei Bedarf nachgefeuchtet wird, wobei der Styropor den grössten Teil der Fläche bedeckt. Den Deckel der Eidosen statte ich mit Drahtgaze aus. Das Döschen wird nun verschlossen und zwischen 23 und 31 Grad gezeitigt. Je nach gewünschtem Geschlecht und natürlich artabhängig.
Eine einfachere Alternative, welche auch relativ gut funktioniert ist ein Stück nasser Schwamm anstelle von Steckschaum zu verwenden. Wichtig ist einfach, dass eine gewisse Feuchtigkeit aufrechterhalten bleibt, ohne dass es zu Staunässe kommt. Phelsumeneier sind nicht sehr empfindlich, falls Jungtiere nicht schlüpfen, liegt dies in der Regel daran, dass die Elterntiere zu schwach sind und das Weibchen somit nicht genügend Kraft in die Gelege abgeben konnte. Sehr wichtig zu beachten bei der Inkubation ist, dass eine Nachtabsenkung bewerkstelligt wird. Werden die Eier konstant bei einer bestimmten Temperatur gezeitigt, schlüpfen meist hinfällige Jungtiere. Falls ich auf ein bestimmtes Geschlecht inkubiere, zeitige ich gewisse Gelege für ca. 10 Tage konstant bei der entsprechenden Temperatur und beginne erst dann mit Nachtabsenkung. Es hat sich gezeigt, bei mir z.B. bei Phelsuma cepediana so mehrheitlich Männchen schlüpften, welche dennoch stabil sind.
Bei den eiklebenden Arten benutze ich Herkulesstaude anstelle von Bambus, so lassen sich die Eier leicht raus schneiden und in den Inkubator überführen. Eine weitere Möglichkeit ist Druckerpapier im Bambus anzubringen, wobei die Geckos sich manchmal hinter das Papier zwängen und die Eier trotzdem an den Bambus kleben, was eine kontrollierte Zeitigung enorm erschwert, falls man die Tiere im Terrarium schlüpfen lässt, werden sie bei den meisten Arten relativ schnell von den Eltern gefressen.
Manchmal lässt es sich nicht bewerkstelligen, die Eier zu entfernen, ohne sie zu beschädigen, in diesem Fall müssen sie geschützt werden, damit die Jungtiere nicht eine Speiseplanerweiterung der Eltern werden.
Bei den meisten Arten stellen die Elterntiere ihren Jungtieren gleich nach dem Schlupf nach! Deshalb ist es wichtig im Terrarium belassene Gelege zu sichern.
Die Jungtiere ziehe ich einzeln auf (Ausnahme: P. klemmeri ziehe ich in Gruppen gross und P. standingi belasse ich sogar bei den Eltern), da sie sich sonst gegenseitig stressen. Ich pflege sie wie die Adulttiere (einfach mit entsprechend kleineren Futtertieren und kürzeren Futterintervallen). Eine kleine Pflanze trägt zu einem verbesserten Mikroklima bei. Ich verwende Euphorbia geroldii, welche als Sukkulente bei einmal täglichem Sprühen in zwei bis drei Zentimeter tiefer Torferde wunderbar gedeiht und immer wieder zurückgeschnitten werden muss (weiter lässt sie sich problemlos via Stecklinge vermehren). Die Terrarien richte ich etwas karger ein, um die Übersicht zu bewahren. Die schlichte aber dennoch vollständige Einrichtung sorgt für ein Mikroklima, welches bei mir zu wesentlich weniger Ausfällen in der Aufzucht führte. Zudem werden Springschwänze und Asseln gelegentlich verzerrt, welche gleichzeitig Kotresten, die Bakterienherde darstellen, beseitigen.
Von der Fütterung von Drosophila rate ich, wie bereits im Kapitel Futter beschrieben dringend ab. Abgesehen von dem geringen Nährwert enthalten die Zuchtansätze oftmals einen Hefepilz, wobei eine einmalige Fütterung in der Regel das Ende der Kleinen bedeutet. Drosophila sind deshalb in meinen Augen kein Taggeckofutter und schon gar nicht für Jungtiere, auch wenn es einige Züchter gibt, welche bisher Glück damit hatten.
Wie auch bei den Adultis verwende ich keine Trinknäpfe. Dies scheint sich positiv auf die Jungtiere auszuwirken, vermutlich weil sich Bakterien darin ansammeln können. Ich sprühe lediglich einmal täglich und der Wasserbedarf scheint so gut abgedeckt zu sein.
Das gemeinsame Grossziehen von zwei verschieden farbigen Arten (nie zwei mal grün) soll anscheinend auch gehen. Solche Experimente sollten jedoch erst gestartet werden, wenn schon ein bisschen Erfahrung mit der Aufzucht gesammelt worden ist.