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Der Degu stammt ursprünglich aus Chile in Südamerika. Er bewohnt dort unterirdische Bauten in trockenen Steppengebieten ohne dichte Vegetation. Sein Lebensraum zieht sich von tiefer gelegenen Küstenregionen bis in die Anden in einer Höhe von 1200m.
Der Degu ist noch garnicht lange als Heimtier bekannt. Vermutlicht wurde er erst 1975 das erste mal als Heimtier gehalten. Damals wurde er noch zu einem Hörnchenartigen Nagetier gezählt wie z.B. der Präriehund. Heute werden Degus oft mit Ratten oder Mäusen verwechselt. Dabei gehören sie in Wirklichkeit wie die Meerschweinchen zu den Stachelschweinverwandten.
Steppenlandschaft, der natürliche Lebensraum des Degus, gibt keine reichhaltige Nahrung ab. So ist der Stoffwechsel eines Degus an sehr karge Kost gewöhnt. Pflanzenteile wie Gräser, Sträucher und deren Samen, Äste und Wurzeln bilden das Grundnahrungsmittel eines Degus.
Ein komplettes, artgerechtes Degu Hauptfutter in einem Beutel anzubieten ist nicht möglich. Denn obwohl Degus Rennmäusen etc. sehr ähnlich sehen, haben sie einen ganz anderen Nahrungsbedarf.
Wie Kaninchen oder Meerschweinchen, benötigen Degus als Hauptnahrungsmittel Pflanzenfasern. Die Basis und deshalb das wichtigste in der Degu Ernährung ist hochwertiges, frisches Heu und zusätzlich getrocknete Kräuter/Blüten und Blätter. Davon sollte aufgrund ihrer Verdauung immer genug im Gehege vorhanden sein.
Eine mögliche, geeignete Fütterung sieht in etwa so aus:
70-80% Heu/ frische Wiese
15-20% getrocknete Kräuter/ frische Kräuter
2-10% Samenmischung
Wenn immer möglich sind frische Gräser, Käuter, Blätter etc. von unberührten Wiesen neben dem Heu das idealste Futter.
Man nimmt an, dass Tiere aus kargen Steppengebieten eine angeborene Insulinresistenz aufweisen, weshalb sie Zucker nicht so gut abbauen können. Füttert man einem Degu also über einen längeren Zeitraum zu zuckerhaltige Nahrung, kann, und wird er vermutlich, an Diabetes oder einer andere Stoffwechselkrankheit erkranken. Ein anderes grosses Problem bei einer zu getreide- oder algemein körnerfutterlastigen Ernährung ist der fehlende Zahnabrieb. Die Zähne der Degus wachsen ständig nach. Als wortwörtliches Nagetier nagt ein Degu immer und an allem herum, so ist der Zahnabrieb der vorderen Schneidezähne gewährleistet. Doch die Backenzähne wachsen ebenfalls nach und werden bei Getreide/ Saaten oder auch bei Pellets wenig bis garnicht abgerieben. Dazu sind möglichst lange Pflanzenfasern nötig. Durch das kauen auf Heu, Gras, Kräuter etc. schleift die in der Zellulose enthaltene Kieselsäure die Backenzähne über einen natürlichen weg ab. Ohne diesen Abrieb kommt es zu schmerzhaften entzündlichen Zahnfehlstellungen.
Wird ein Degu krank, merkt man das sehr oft erst, wenn es bereits zu spät ist. Da Degus auch Beutetiere sind, dürfen sie keine Schwäche zeigen, denn das würde für sie und ihre Gruppe den sicheren Tod bedeuten. Also, woran erkennen wir, das unser Degu einen Organschaden von einer falschen Fütterung hat? Leider erst, wenn er nichts mehr fressen mag und bald darauf hin stirbt, vieleicht mit einem Alter von 5 Monaten, oder aber auch mit 14 Monaten.
Fazit: Eine ungesunde Ernährung bedeutet keine sofortige "Vergiftungserscheinung" aber es bedeutet eine dauerhafte Schädigung der Organe und eine hohe Chance darauf, einmal mit stillen Schmerzen sterben zu müssen.