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Die Schweiz fordert die Konfliktparteien in Sri Lanka auf, die Kämpfe zu beenden. Das Aussenministerium sei bereit, einen Beitrag für die Durchführung von Friedensgesprächen zu leisten.
In der Vergangenheit hat die Schweiz im Konflikt zwischen der Armee und den tamilischen Befreiungstigern bereits eine wichtige Rolle gespielt.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zeigte sich in einem Communiqué am Montag "äusserst besorgt über das erneute Aufflammen der Kämpfe" und bedauerte das grosse Leid, welchem die Bevölkerung in den umkämpften Gebieten dadurch ausgesetzt sei.
Als "schockierend" bezeichnete das Aussenministerium die Bombenangriffe auf ein Kinderheim im Nordosten Sri Lankas. Die Schweiz fordere deshalb die Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und die Zivilbevölkerung zu schützen.
Das EDA verurteile aber auch die Tötung des Vize-Generalsekretärs des Friedenssekretariats der srilankischen Regierung, Ketheesh Loganathan, vom vergangenen Samstag. Loganathan habe sich "massgeblich für die friedliche Lösung des Konflikts eingesetzt".
Hilfeleistungen ermöglichen
Für die Schweiz sei es von höchster Dringlichkeit, dass die Konfliktparteien den humanitären Organisationen den Zugang zur notleidenden Bevölkerung garantierten und damit Hilfeleistungen ermöglichten.
Letzte Woche hatten verschiedene Nichtregierungs-Organisationen ihre starke Besorgnis geäussert und sich von verschiedenen Projekten zurückgezogen.
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat ihre Aktivitäten in Sri Lanka nicht abgeändert. Sie führt seit Jahren friedensfördernde Programme im Land durch. Ein Engagement, das nach dem Tsunami 2004 noch verstärkt wurde.
Die Rolle der Schweiz
Seit langem schon spielt die Schweiz eine wichtige Rolle zwischen den Konfliktparteien in Sri Lanka. Über 35'000 Tamilen leben in der Schweiz, was Sri Lanka für die Schweizer Aussenpolitik speziell wichtig macht.
Bereits im Februar dieses Jahres hatte das EDA Verhandlungen zwischen der srilankischen Regierung und den tamilischen Befreiungstiger LTTE in Genf organisiert. Diese waren damals jedoch ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
Die Hauptrolle des Vermittlers im Konflikt spielt allerdings Norwegen, dessen Diplomaten seit 1998 die Friedensbemühungen unterstützen. 2002 war es ihnen gelungen, einen Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Rebellen zu vermitteln.
2002 und 2003 waren verschiedene Delegationen beider Konfliktparteien in die Schweiz gereist, um sich ein Bild über das Schweizer Modell des Föderalismus zu machen. Eine mögliche Lösung für den Konflikt im multikulturellen Sri Lanka.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Der Konflikt zwischen der Regierung Sri Lankas und den tamilischen Separatisten geht auf Mitte der 1970er-Jahre zurück.
Im Februar 2002 haben beide Seiten einen permanenten Waffenstillstand geschlossen. Der Gewalt wurde jedoch bislang nur für kurze Zeitabschnitte entsagt.
Die Kämpfe wurden ausgesetzt, nachdem über 30'000 Menschen beim Tsunami vom Dezember 2004 getötet wurden. Sie flammten jedoch wieder auf, nachdem acht Monate später der Aussenminister von Sri Lanka, Lakshman Kadirgamar, ermordet wurde.
Fakten
Schätzungsweise 62'000 Menschen haben im Konflikt in Sri Lanka bislang ihr Leben verloren. Rund 800'000 Menschen sind in den letzten 20 Jahren vertrieben worden.
Die Schweiz spendete nach dem Tsunami 10,5 Mio. Fr. Soforthilfe. Bis Ende 2005 wurde die Summe auf 16,95 Mio. Fr. erhöht.
In der Schweiz leben über 35'000 aus Sri Lanka stammende Menschen – meist Tamilen.
Davon haben 10% die Schweizer Staatsbürgerschaft erhalten.
Die in der Schweiz lebende Exil-Gemeinschaft ist eine der grössten, nach Kanada, Deutschland und Grossbritannien.
Gute Dienste
Von Guten Diensten ist die Rede, wenn eine dritte Partei ihre Vermittlung in einer Streitsache oder bei einem Vertragsabschluss zwischen zwei Konfliktparteien anbietet.
Generell bezeichnet der Begriff jede Initiative, die den Frieden oder die internationale Kooperation fördert. Als neutraler Staat hat die Schweiz die Guten Dienste als einen Eckpfeiler ihrer Aussenpolitik definiert.
Die Guten Dienste können sehr unterschiedlich sein: Organisation internationaler Konferenzen, Repräsentation ausländischer Interessen, Vermittlung in Konflikten usw.