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27. Januar 2004
Richtigstellung zu "Mehr Komfort auf Kosten der Tiere"
Unter dem Titel "Mehr Komfort auf Kosten der Tiere" in den Bodensee-Nachrichten vom 15.1.2004 bin ich fatal falsch zitiert worden, nämlich so: "Auf Tierversuche bei gewissen Produkten zu verzichten, könnte selbstmörderisch sein." Das Wort "selbstmörderisch" habe ich in entscheidend anderem Sinne verwendet. Dies möchte ich kurz erklären:
Tierversuche, welche den Tieren Leiden, Angst oder Schmerzen zufügen, lehne ich kategorisch ab, unabhängig davon, ob damit ein Nutzen für die Menschen erreicht werden kann. Ich bezweifle sehr, dass Tierversuche vernünftig auf Menschen übertragbar sind. Es gibt andere, bessere Forschungsmethoden als Tierversuche.
Der Konsument kann durch Bevorzugung von altbewährten Heilmitteln (Pflanzenheilkunde), alternativen Heilmethoden wie zB Homöopathie sowie von Generika im Bereich der chemischen Medikamente vermeiden, dass er durch den Kauf von Medikamenten Tierversuche mitfinanziert. Es wäre aber selbstmörderisch, in jedem Fall konsequent auf Medikamente zu verzichten, für die Tierversuche durchgeführt worden sind. Diese Medikamente wären auch ohne Tierversuche möglich. Die meisten Tierversuche sind durch internationale Vorschriften vorgeschrieben und sie müssen durchgeführt werden, ob sie Sinn machen oder nicht, um haftungsrechtlichen Standards zu genügen. Diese Fehlentwicklung ist nicht die Schuld der Patienten und es wäre deshalb unverhältnismässig, für den Boykott solcher Medikamente sein Leben hinzugeben. Es ist deshalb nicht widerprüchlich, gegen Tierversuche zu sein und trotzdem Medikamente zu verwenden, denn es ist nicht so - wie der Öffentlichkeit immer wieder unwahr eingehämmert wird -, dass es ohne Tierversuche die modernen Medikamente und den medizinischen Fortschritt nicht gäbe. Es ist erwiesen, dass Tierversuche den Fortschritt oft sogar gehemmt haben, weil daraus für den Menschen nicht gültige Folgerungen gezogen wurden.
Schliesslich möchte ich noch darauf hinweisen, dass durch gesunde Ernährung und Lebensweise, nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch den Tieren geholfen werden kann, und zwar gleich doppelt: Der ungesunde Fleischkonsum bringt nicht nur Leid und Elend über Millionen und Milliarden von sog "Nutztieren", die in Tier-KZs dahinvegetieren müssen, sondern führen zu Zivilisationskrankheiten, zu deren "Erforschung" die Tierversuchsindustrie massenhaft Versuchstiere verbraucht. Wieder müssen die wehrlosen Tiere unfreiwillig herhalten, eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.
Erwin Kessler, Präsident Verein gegen Tierfabriken
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