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Aktuelle Forschung in Kürze: August
Tiergestützte Therapie bei Demenz-Patienten
Hintergrund
Die Gesellschaft wird heute immer älter und somit nehmen die Fälle von Demenz und anderen kognitiven Störungen zu. Patienten mit entsprechenden Einschränkungen sind meist nicht mehr fähig ihren Alltag selbständig zu bestreiten und verbringen ihren Lebensabend in Pflegeeinrichtungen. Ein Anliegen ist es, Patienten eine möglichst hohe Lebensqualität zu gewähren, wobei die tiergestützte Therapie eine Möglichkeit ist, dies zu erreichen. Die Studie von Pope und Kollegen versucht aufzuzeigen, welche positiven Effekte die tiergestützte Therapie auf das Verhalten von Demenzkranken haben kann.
Methode
Vierundvierzig Patienten mit leichter bis schwerer Demenz, die in einer Pflegeeinrichtung leben, nahmen an der Studie zu tiergestützter Therapie teil. Die Teilnehmenden wurden zwei Wochen lang zwei Mal pro Woche von einem Hund (AAT) besucht. Als Kontrolle wurden die Teilnehmenden zusätzliche auch zwei Wochen lang zwei Mal pro Woche von einem Menschen (MI) besucht.
Zwischen den beiden Bedingungen lag eine Woche Pause ohne Aktivitäten. Die Hunde waren speziell für tiergestützte Therapie ausgebildet und wurden von ihren Haltern begleitet, welche aber nicht mit den Patienten interagierten. Die Patienten wurden ermutigt sich auf die Hunde einzulassen. Sie konnten die Hunde anfassen, streicheln, bürsten, mit ihnen sprechen oder mit ihnen spielen. Die Interaktion war auf die Möglichkeiten der Teilnehmenden abgestimmt. Bei der Kontrollbedingung wurde den Patienten die Zeitung vorgelesen und man schaute gemeinsam die Bilder in der Zeitung an.
Um bestimmen zu können, wie sich die Therapie auf das Verhalten der Patienten auswirkt, wurden das Verhalten zehn Minuten vor, zehn Minuten während und zehn Minuten nach dem Besuch beobachtet und mit Checklisten (Social Behaviors Checklist, Menorah Park Engagement Scale) beurteilt. Zusätzlich wurde einmal in der Woche mit einem weiteren Fragebogen beurteilt (Cohen-Mansfield Agitation Inventory) wie erregt (physisch Aggressionen oder verbale Ausfälligkeiten) die Patienten sich im Alltag zeigten.
Resultate
In der Studie zeigten die Teilnehmenden bei beiden Interaktionen ein positiveres Verhalten als bei nicht stattfindender Interaktion (siehe Tabelle). Über alle Besuche hinweg verhielten sich die Patienten in der Interaktion mit einem Hund signifikant sozialer als in der Interaktion mit einem Menschen. In AAT-Bedingung zeichnete sich eine (wenn auch nicht signifikante) Tendenz ab, dass die Patienten etwas mehr Freude ausdrückten und weniger verbal aggressiv waren.
|Gesamt Mittelwert||AAT Mittelwert||MI Mittelwert|
|Pre-Therapie||16.19||15.83||16.54|
|Therapie||37.35||41.87||32.86|
|Post-Therapie||18.75||19.17||18.33|
Tabelle: Gesamtpunktewerte der Checkliste zu Verhalten vor, während und nach der Therapie, aufgeteilt nach Bedingung (AAT = tiergestützte Therapie, MI = menschliche Interaktion).
Schlussfolgerung
Die Resultate dieser Studie sind vergleichbar mit anderen Studien, die sich mit tiergestützter Therapie bei Demenzpatienten beschäftigten. In anderen Studien konnte weiter gezeigt werden, dass der Zustand von Angst oder Ängstlichkeit bei Patienten mit Demenz durch die Interaktion mit einem Tier abnehmen kann, was in dieser Studie nur als nich signifikante Tendenz festgestellt werden konnte. Es zeigt sich hier, dass diese Patienten vom Besuch eines Tiers in verschiedenen Bereichen profitieren können.
Quelle
Pope, W. S., Hunt, C., & Ellison, K. (2016). Animal assisted therapy for elderly residents of a skilled nursing facility. Journal of Nursing Education and Practice, 6(9). https://doi.org/10.5430/jnep.v6n9p56
Hier geht’s zum PDF der Studie:
Studie_Newsletter_August (477.89 KB)