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Die Nobelpreis-Verleihung ist schon allein deshalb immer eine sehr schwierige Angelegenheit, weil es mehr Schriftstellerinnen und Schriftsteller gibt, die den Preis verdienten, als Jahre, in denen er vergeben wird.
Es kommt hinzu, dass es vor besagtem Hintergrund kaum möglich ist, für eine bestimmte Wahl breiten Konsens zu erwarten. Während ich bei Gabriel García Márquez, Harold Pinter, Dario Fo, Alice Munro und Bob Dylan jubelte, schüttelten Freundinnen und Freunde, die ich sehr schätze, ungläubig den Kopf. Andererseits habe ich es sehr bedauert, dass Friedrich Dürrenmatt, Patricia Highsmith und Umberto Eco meines Wissens nicht einmal je nominiert waren. — Es wird in jedem Jahr mehr Autorinnen und Autoren geben, bei denen man beklagen kann, dass sie nicht mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, als solche, die ihn auch tatsächlich bekommen.
Peter Handke ist fraglos ein großartiger Schriftsteller! Ein Schriftsteller, der den Nobelpreis verdient.
Angesichts gewisser biografischer Irritationen aber, bei denen man sich doch nicht ganz sicher ist, ob sie letztlich mit Literatur etwas zu tun haben oder nicht, wäre meines Erachtens das Komitee gut beraten gewesen, den Preis einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller zu verleihen, die beziehungsweise der ihn ebenso verdient hätte, und Peter Handke halt in die Liste jener aufzunehmen, die ihn nicht bekommen haben, obwohl sie ihn verdient hätten.