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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die meist rund acht Jahre dauernden Zyklen der Zu- und Abnahme der Felchenfänge der Berufsfischerei am Neuenburgersee?</p><p>2. Welches sind seiner Meinung nach die Ursachen für die Abnahme in den letzten zwei Jahren am Ende eines besonders langen Zyklus mit hohen Fängen? </p><p>3. Gibt es fundierte Studien, die zeigen, dass der Kormoran einen entscheidenden Einfluss auf die Abnahme der Felchenfänge hat, wie er von Politikern der Region geltend gemacht wird? Wenn ja, welche?</p><p>4. Gibt es fundierte Untersuchungen, die zeigen, dass der Fangertrag der Berufsfischer die tatsächlichen Bestandszahlen und Artenzusammensetzung der Fische widerspiegelt?</p><p>5. Über welche Daten zur Fütterung der Kormorane durch die Berufsfischer selber durch Entsorgung von Fischereischlachtabfällen im Neuenburgersee verfügt der Bundesrat?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Natürliche Fischpopulationen, insbesondere jene mit einem hohen Fortpflanzungspotenzial, weisen oft Schwankungen bei den Bestandesdichten auf. Solche natürlichen Schwankungen können sich auf die Erträge der Berufsfischerei auswirken. Bei mehreren Felchenarten in einem See können sich diese Schwankungen der Bestandesdichten der einzelnen Arten auch ausgleichen oder gegenseitig verstärken. Der Bund verfügt in seiner nationalen Fangstatistik nur über die gesamten Erträge beider Felchenarten Palée und Bondelle im Neuenburgersee. Deshalb können nur Angaben zu den Gesamterträgen der Felchen gemacht werden: Seit 1970 sind zwar Schwankungen festzustellen, aber keine eigentlichen Zyklen.</p><p>2. Fischpopulationen sind zahlreichen Einflüssen ausgesetzt. So werden Felchenpopulationen von inneren Faktoren wie Konkurrenz um Nahrung und äusseren Faktoren wie Wassertemperatur, Sauerstoffverhältnisse, Nährstoffe und Nahrung, Krankheiten, Jagd durch Fische und Vögel sowie durch die Befischungsintensität beeinflusst. Das Zusammenspiel dieser verschiedenen Faktoren im Ökosystem See ist komplex. Die aktuelle Abnahme der Felchenfänge ist auf eine Kombination dieser Faktoren zurückzuführen.</p><p>3. Der Kormoran ernährt sich von Fischen. Dabei frisst er jene Fischarten, die er mit minimalem Aufwand erbeuten kann. Aus Studien (z. B. vom Bodensee) ist bekannt, dass der Kormoran einen Einfluss auf die Zusammensetzung und Häufigkeit von Fischarten hat und dies zu fischereiwirtschaftlichen Auswirkungen führen kann. Ob die wachsende Kormoranpopulation eine Auswirkung auf die aktuellen Rückgänge der Fangerträge der Berufsfischer am Neuenburgersee hat, wurde bisher nicht untersucht. Eine solche Untersuchung wäre mit erheblichem Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden.</p><p>4. Die Berufsfischer fischen mit spezifischen Fanggeräten gezielt auf bestimmte Fischarten. Eine Herleitung von den Fängen der Berufsfischer auf die tatsächlich vorhandene Artenzusammensetzung und Biomasse in einem See ist bei häufig genutzten Arten bedingt möglich. Es kann jedoch kein Rückschluss auf die ganze Fischartengemeinschaft gemacht werden. Ein aktuelles Forschungsprojekt des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs (Eawag) bestätigt, dass nur mit standardisierten Befischungsmethoden vertiefte Aussagen über die Zusammensetzung und Biomasse der Fischartengemeinschaft möglich sind.</p><p>5. Der Bundesrat hat Kenntnis davon, dass Fischereischlachtabfälle von im Neuenburgersee gefangenen Fischen wieder im See entsorgt werden. Diese Praxis stützt sich auf Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung über tierische Nebenprodukte (VTNP; SR 916.441.22). Die Kantonstierärztin oder der Kantonstierarzt kann nach Absprache mit der zuständigen Fischereiaufsichts- und Gewässerschutzbehörde bewilligen, dass Nebenprodukte von Wassertieren, die im Rahmen der einheimischen Fischerei auf dem Fangboot oder unmittelbar nach dem Anlanden ausgeweidet werden, im Herkunftsgewässer entsorgt werden. Gemäss einer Studie von Robin et al. (2010) beträgt die Menge der Schlachtabfälle, die im Neuenburgersee entsorgt werden, jährlich etwa 100 Tonnen.</p>  Antwort des Bundesrates.