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Maserati feiert sein 100-jähriges Firmenjubiläum
Maserati ist vor allem für seine rassigen Sportwagen weltweit bekannt. Das Unternehmen wurde 1914 in Bologna gegründet und hat seinen Sitz heute in Modena. Auch die Rennwagen feierten grosse Erfolge in den 1950er Jahren. So gewann Juan Manuel Fangio mit einem Maserati 250 F 1957 die Weltmeisterschaft in der Formel 1. Seit 1993 gehört Maserati zum Fiat-Konzern.
Gegründet wurde die Marke von den fünf Brüdern Ettore, Ernesto, Bindo, Carlo und Alfieri Maserati. Carlo und Alfieri waren zu ihrer Zeit auch sehr bekannte Rennfahrer. Der Tridente, das markante Dreizack-Logo, ist übrigens vom Neptunsbrunnen in Bologna abgeleitet. Anfangs beschränkte man sich ausschliesslich auf den Bau von Rennwagen. Der erste wichtige Sieg bei einem Rennen gelang Maserati beim Targa Florio 1926. Wilbur Shaw sicherte sich 1939 und 1940 den Erfolg beim Indianapolis 500.
Von 1937 an gehörte Maserati zum Industriekomplex des Grafen Adolfo Orsi. Nur wenig bekannt ist, dass die Firma von 1942 bis 1955 auch Lastwagen mit Elektromotoren herstellte. Ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs lief mit dem A6 der erste Serien-Maserati vom Band. Trotz der grossen Erfolge im Rennsport und legendären Schöpfungen wie den 3500 GT Touring oder den 3500 Sebring, die zu den begehrtesten Sportwagen ihrer Zeit gehörten, geriet Maserati in eine wirtschaftliche Krise und kam unter eine staatliche Zwangsverwaltung.
Die 1960er Jahre begannen mit dem Bau des Tipo 61, der wegen des typischen Gitterrohrrahmens auch als „Birdcage“ (Vogelkäfig) bekannt wurde. Weitere Modelle in diesem Jahrzehnt waren der Quattroporte I, Mexico, Mistral und Ghibli. Letzterer erreichte Geschwindigkeiten wie kaum ein anderer Sportwagen seiner Zeit und entwickelte sich überdies zu einem kommerziellen Erfolg: Weit über 1’000 Fahrzeuge wurden gebaut, darunter 125 in einer Spyder-Version. Damit kam Maserati nahezu an die Zahlen von Ferrari heran.
968 erwarb der französische Konzern Citroën mehr als 60 Prozent der Aktien von Maserati. Unter der Leitung von Chefkonstrukteur Giulio Alfieri entstanden Modelle wie der Quattroporte III, der Khamsin, der Bora und der Merak, dessen V6-Motor auch im Citroën SM verbaut wurde. Mit dem Biturbo von 1981, einem sportlichen Zweitürer, hatte Maserati langfristigen Erfolg, obwohl es zu Beginn massive Qualitätsprobleme vor allem mit den Motoren gab. Der Biturbo erschien bis zum Ende der Produktion 1999 in vielen Modellvarianten, meistens in einer 2,0-Liter-Version. Grund für diese Hubraumgrösse war die Tatsache, dass Autos über zwei Liter in Italien besonders hoch besteuert wurden.
1993 wurde Maserati von Fiat aufgekauft, vier Jahre später unterstellte der Grosskonzern die Sportwagenmarke der Führung von Ferrari. Zunächst übernahm Ferrari 50 Prozent der Aktien, nach einem Jahr dann den Rest. Eine erneute Änderung gab es 2005. Fiat spaltete die Ferrari-Maserati-Gruppe wieder auf, so das beide Hersteller seitdem nebeneinander als selbstständige AGs auftreten. Die enge Kooperation wurde aber deswegen nicht aufgegeben. Nach langen Jahren Verlust machte Maserati in 2007 zum ersten Mal Gewinn als Teil der Fiat-Holding. Das Unternehmen erzielte in diesem Jahr den höchsten Gewinn seit seiner Gründung und setzte weltweit mehr als 7’300 Fahrzeuge ab.
Eine lange Tradition haben bei Maserati die viertürigen, sportlichen Limousinen der Modellserie Quattroporte. Sie wird bereits seit 1963 gebaut und immer wieder neu aufgelegt, zuletzt Anfang 2013. In diese Kategorie passt auch der 3200 GT von 1998, dessen Karosserie von Italdesign bzw. Giorgio Giugiaro gestaltet wurde. Mit seiner Leistung von 320 PS und dem unverwechselbaren Interieur fand das Modell zahlreiche Käufer. Besonders charakteristisch waren die wie ein Bumerang aussehenden Heckleuchten mit LED-Technik, die wegen gesetzlicher Vorschriften in den USA beim nachfolgenden Coupé und beim Spyder Cabrio allerdings wieder abgeschafft wurden.
Die aktuelle Modellpalette von Maserati umfasst derzeit vier Fahrzeuge. Seit 2007 gibt es den GranTurismo, seit 2010 das GranCabrio, seit 2013 den neuesten Quattroporte sowie den Ghibli III zu kaufen. Das GranCabrio wurde 2009 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt und ist ein vollwertiger Viersitzer mit einem Stoffverdeck. Ebenfalls in Frankfurt (2011) präsentierte Maserati eine SUV-Studie, den Kubang. Er sollte 2013 auf den Markt kommen, aber durch die stetige Weiterentwicklung der Studie hat sich die Produktion verzögert. Derzeit ist geplant, den Wagen unter dem endgültigen Namen Maserati Levante in 2014 auszuliefern.
Auch nach 100 Jahren Firmengeschichte ist Maserati weiterhin ein Inbegriff für rassige, schnelle und anspruchsvoll designte Sportwagen. Legendär ist bis heute die Rivalität mit Ferrari, obwohl beide Hersteller unter dem gemeinsamen Dach von Fiat agieren.
Oberstes Bild: © VanderWolf Images – Shutterstock.com