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|de Jong, Willemijn Verwandtschaft und Geschlechterverhältnisse I

Mi 1618 Proseminar
Familie und Modernität
Im nationalistischen Diskurs verschiedener asiatischer Staaten wird ein Konzept der «asiati-schen Familie» vertreten, das sich bezüglich Solidarität der Familienmitglieder und Bestän-digkeit grundlegend von der westlichen Familie unterscheiden soll. Wie sieht dieses Konzept der Familie gemäss den vorherrschenden Sichtweisen und in der sozialen Praxis in asiatischen Gesellschaften (z. B. Malaysia, Indonesien, Indien) aus? Inwiefern unterscheiden sich die Familie und ihr geschlechtsspezifischer Charakter in diesen asiatischen Gesellschaften von solchen in westlichen Gesellschaften (z. B. USA, England, Schweiz), und wie lassen sich die Unterschiede erklären? Welchen Einfluss haben Politik und Religion auf die Familie und die Geschlechterbeziehungen in den jeweiligen Nationalstaaten? Wie hat die Familie sich in den verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten historisch entwickelt, und wie wirken sich insbe-sondere Prozesse der Globalisierung und Modernität auf die Familie und auf die Geschlech-terbeziehungen aus?
Das Proseminar richtet sich an Studierende, die hoch motiviert sind, sich mit diesen Fragen zu Familie und Modernität in spezifischen Gesellschaften auseinanderzusetzen, weil sie dieses Thema in einer Seminar- oder Lizentiatsarbeit oder für die Lizentiatsprüfung vertiefen möch-ten. Das beinhaltet die Bereitschaft, sich eingehend mit Theorien zu Verwandtschaft, Gender und Modernität auseinanderzusetzen. Die aktive Mitarbeit in Form eines Referats und der regelmässige Besuch des Proseminars (nicht mehr als zwei Absenzen) sind Grundbedingun-gen zur Teilnahme.