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CVP weniger motiviert
Nachlese zum zweiten Wahlgang
16 531 Wählerinnen und Wähler warfen im ersten Durchgang die CVP-Liste mit den Ständeratskandidaten Schwaller und Cornu unverändert in die Urne. Im zweiten Wahlgang waren es noch 11 228 CVP-Wähler, die für Cornu waren.
Was allgemein angenommen wurde, kann nun auch belegt werden: Die CVP-Wählerschaft war am vergangenen Wochenende nicht mehr sehr motiviert, an die Urne zu gehen oder sich für Cornu zu entscheiden. 5303 CVP-Wähler blieben – anders als im ersten Wahlgang am 19. Oktober – zu Hause oder gaben ihre Stimme Berset. Es muss auch angenommen werden, dass einige CVP-Wähler nach den Vorfällen auf schweizerischer Ebene den SP-Kandidaten bevorzugt haben. Cornu fehlten am Schluss 5384 Stimmen, um gewählt zu werden.
Anderes Bild
bei der SP
Ein ganz anderes Bild präsentiert sich bei der SP: Am 19. Oktober warfen 15 452 SP-Wählerinnen und -Wähler die SP-Liste unverändert mit ihren beiden Kandidaten Berset und Perroud in die Urne. Am 9. November benützten 26 453 Wähler die SP-Liste, um ihre Stimme Alain Berset zu geben, der mit 28 115 Stimmen gewählt wurde. Dies bedeutet auch, dass 1662 Wähler ihre Stimme Berset gaben, ohne eine vorgedruckte SP-Liste zu verwenden.
Am 19. Oktober benutzen 9137 Wähler unverändert die FDP-Liste mit Cornu und Schwaller. Drei Wochen später wares es 11 092 Wahlberechtigte, welche die FDP-Liste in die Urne legten. Dies sind fast 2000 mehr, doch der Zuwachs hält sich in Grenzen. Dies bedeutet, dass die 10 244 SVP-Wähler, die im ersten Durchgang ihre Liste mit dem Kandidaten Defago benutzt hatten, im zweiten Wahlgang nicht massiv für Cornu stimmten, zumal nur 422 Wähler eine neutrale Liste verwendeten, um ihre Stimme Cornu zu geben.
Cornu verlor in sechs Bezirken
CVP-Wähler
Die Statistik der unveränderten Listen, welche die Staatskanzlei soeben herausgegeben hat, zeigt auch, dass Cornu im zweiten Wahlgang in sechs Bezirken CVP-Wähler verloren hat, aus nahe liegenden Gründen am meisten im Sensebezirk: Im ersten Wahlgang waren es 4160 Senslerinnen und Sensler, welche sich mit der unveränderten CVP-Liste (Schwaller/Cornu) an die Urne begaben.
Im zweiten Wahlgang waren es
noch 2213 CVPler. Massiv war der Rückgang aber auch im Saane- (4735/3176), im Greyerz- (2724/1820) und im Seebezirk (1505/861). Nur im Glanebezirk (1188/1564) konnte der FDP-Kandidat zulegen. az
SVP macht die CVP verantwortlich
Für die SVP ist klar, dass der FDP-Kandidat Jean-Claude Cornu von der CVP «im Regen stehen gelassen wurde», wie sie in einer Pressemitteilung nach der Analyse der Wahlresultate festhält. Sie verweist dabei auch auf Aussagen des Präsidenten der Jungen CVP, Laurent Chassot, der im zweiten Wahlgang zur Wahl des SP-Kandidaten auf-gerufen hatte. «Seine Vorschläge sind zumindest klar – eine Eigenschaft, die bei der CVP oft genug vermisst wird», meint die SVP dazu. Sie bedauert allgemein den Verlust eines rechten Sitzes im Ständerat.
Weiter stellt die SVP fest, dass von den neun gewählten Freiburger Parlamentariern vier der Linken angehören. «Vier weitere präsentieren sich den Stimmbürgern als Mitte- oder Mitte-Rechts-Vertreterinnen oder -Vertreter, aber sie werden wohl, wie auch schon in der letzten Legislaturperiode, überwiegend mit der Linken stimmen.» Deshalb werde die SVP die Positionierungen der Freiburger CVP- und FDP-Parlamentarier aufmerksam verfolgen. «Wir werden das Vergnügen haben, das Freiburger Volk darüber zu informieren, ob das Stimmverhalten dieser Parlamentarier übereinstimmt mit dem jeweiligen Parteiprogramm, aufgrund dessen sie gewählt wur-
den. Aber trotz dieser Freiburger Deputation mit Linksdrall können KMU, Landwirtschaft und alle
Bürgerinnen und Bürger mit Sinn für Eigenverantwortung auf Jean-François Rime zählen, der im
Parlament eine echt bürgerliche Linie vertritt», schreibt die SVP. Comm.