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Das Büchlein von Marianne Grund. / Bild: zvg
Oberburg:
Das Büchlein «Zu de Wurzle cho» von Marianne Grund verbirgt tausend Gedanken in Versform. Die berndeutschen Gedichte sind mit Zeichnungen aus der Hand der Autorin bereichert.
Bereits 1981 erschien mit «S chönnt no sy» der erste Mundart-Gedichtband von Marianne Grund. Ein zweiter folgte einige Jahre später. «Die Werke wurden auch von der Fachpresse als Kleinod der Mundart-Dichtkunst anerkannt», heisst es in ihrem dritten, dem soeben erschienenen Bändchen «Zu de Wurzle cho». «D Natur isch für mi dr gröscht Lehrmeischter, un i bi dankbar, wen i darf diene – wüu i cha läse – us ihrne wunderbare Wäse!», schreibt sie im Nachwort. Marianne Grund entwickelte eigene Beratungs- und Therapiekonzepte. Die Oberburgerin lässt sich seit Jahren in ihrer täglichen Arbeit als Naturheilerin von Menschen und Schicksalen inspirieren zu heilenden Worten und Gedichten.
Momente aus dem täglichen Leben
Ihr neues Büchlein umfasst 65 Seiten und beinhaltet 76 kurze Mundart-Gedichte, die in drei Abschnitte unterteilt sind. Teil 1 ist mit «Es paar dichti Gschichte» überschrieben. Hier sind Momente aus dem täglichen Leben in Verse gereimt, so zum Beispiel das Gedicht «Ds Mülirad»: «Ds Wasser stigt uf u ab / im ewige Chreislouf vome Mülirad. / Es schuflet u git / es schuflet u git / es schuflet u git / O mir chöi im Läbe nid nume nä, / mir sötte – so win es Mülirad – glychzytig o gä.»
Die weiteren beiden Teile des Büchleins sind mit «Liecht im Schatte» und «Zwüsche Schatte u Liecht» überschrieben. Wer sich Zeit nimmt, Zeile um Zeile der Gedichte mehrmals zu lesen und darüber nachzudenken, kann hier und dort tiefgründige Aussagen entdecken. In kurzen Abständen sind im Büchlein immer wieder Zeichnungen von Marianne Grund eingebunden, welche die Mundartgedichte kraftvoll betonen. Das Büchlein schliesst mit dem Gedicht:
«D Schtadt isch mr z äng. / I däm Chaos verlüüreni myni Mitti; / I vermisse d´Bärge ir Wyti.
Drum goni zrügg i ds Tau, won i här bi cho, / dert chani myner Wurzle schlo, / dert chani sy, / dert bini mi.»