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Am 16. April tritt das international bekannte Orchester Rondò Veneziano im Tischmacherhof in Galgenen auf. Nebst einem Konzert im November im KKL ist das eines von zwei Konzerten dieses Jahres in der Schweiz. Ein Gespräch mit dessen Gründer Gian Piero Reverberi.
Rondò Veneziano braucht man nicht vorzustellen, das Orchester ist weltbekannt. Wie ist es zu dessen Gründung gekommen?
Ich habe zu Beginn meiner Karriere etwas anderes gemacht. Ich war Arrangeur und Produzent für viele Künstler in Italien. Ende der 70er-Jahre hatten der Chef meiner Plattenfirma und ich die Idee, ein Kammerorchester zu gründen, das die typische italienische Kultur vermittelt. Unsere beste Periode in der Musikgeschichte war der Barock. Ich habe Musiker aus Genua, die ich schon kannte, angefragt. Wir haben dann einige Stücke aufgenommen, das erste hiess «Rondò Veneziano ». Silvio Berlusconi hat damals gerade den Fernsehsender «Canale 5» gegründet und fürs Logo das Stück «Rondò Veneziano» verwendet. So kannten alle die Musik, aber niemand wusste, wer dahinter steckt. Eine Woche vor Weihnachten haben wir uns in einer bekannten Show dann zum ersten Mal präsentiert. In den ersten zehn Jahren haben wir mehr Schallplatten produziert als Konzerte gegeben, wir konnten jährlich mehrere Millionen verkaufen. 1990 gaben wir unser erstes Konzert, ab 1991 regelmässig. Dies, weil die Studioaufnahmen immer kostspieliger wurden und der Schallplattenmarkt im Zuge der Internetangebote allgemein rückläufig ist.
Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Ich habe schon als Kind Musik gehört. Mein Grossvater war der Hauswart des naturhistorischen Museums, und es war wegen des Krieges geschlossen. Darin wohnten wir und veranstalteten zu Neujahr eine grosse Party.Meine Eltern hatten Schallplatten von klassischen Konzerten, und so hörte ich ständig diese Musik. Ich konnte noch nicht lesen, aber hatte gespeichert, welches Stück auf welcher Schallplatte zu hören war. Als ich fünf, sechs Jahre alt war, habe ich begonnen, diese Melodien auf dem Klavier zu spielen, mit neun habe ich Unterricht genommen.
Sie haben Musik studiert. Es war also schon früh klar, dass Sie auf die Karte Musik setzen wollen?
Ja, als ich circa 13 war, war klar, dass ich Musiker werden will. Deshalb habe ich die normale Schule verlassen und bin ins Konservatorium eingetreten. Sie wohnen seit 1989 in Galgenen.
Weshalb sind Sie in die March gezogen?
Wegen des Geschäftes. Cleo Music AG hat die Marke in Italien gekauft, und ohne mich macht Rondò Veneziano keinen Sinn. Deshalb habe ich begonnen, hier zu arbeiten und zu wohnen.
Wie oft sind Sie zu Hause?
Leider nicht so oft wie ich möchte, da ich immer sehr beschäftigt bin. Ich bin etwa zwei-, dreimal im Monat hier, mehr nicht. Denn ich habe noch andere Interessen ausser Musik. Ich bin Kunstsammler und besuche oft Messen, Ausstellungen, Auktionen oder Museen.
Nehmen Sie am Leben in der Gemeinde teil?
Das Problem ist, dass die Kunst und die Musik,die mich interessieren,nicht hier in Galgenen stattfinden. Deshalb fahre ich oft nach Basel oder Zürich. Nach Galgenen komme ich nur zum Relaxen (lacht).
Was gefällt Ihnen in Galgenen am besten?
Es ist alles viel einfacher als in den grossen Städten. Man braucht nicht so lange zu warten, wenn man etwas braucht. Galgenen ist für mich ein Ort, wo ich entspannen kann.
Sie sind seit 2009 Schweizer Bürger. Was an Ihnen ist typisch schweizerisch, was typisch italienisch?
Ich bin mehr Schweizer als Italiener. Das war schon immer so. Ich bin gut organisiert, pünktlich und präzise. Die italienische Mentalität gefällt mir immer weniger.
Was ist in Italien besser als in der Schweiz?
Der Kaffee (lacht). Nein, im Ernst, vor 20 Jahren hätte ich noch etwas sagen können,das besser ist.Momentan aber nicht. Rondò Veneziano existiert seit 35 Jahren.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Wir haben gute Erfahrungen gemacht. Es war immer mein Traum, in grossen Sälen wie dem Salzburger Festspielhaus oder der Berliner Philharmonie zu spielen. Wenn dann die Konzerte ausverkauft waren und es Standing Ovations gab, war das natürlich toll.
Wie ist Ihr Orchester aufgebaut?
Wir haben ein Basisorchester aus 20 Musikern. Diese wurden ein paar Mal ausgewechselt, vor allem die Frauen.Denn irgendwann wolle
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/DUaxpP