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Bis anhin wurden die politischen Geschäfte Wetzikons von der Gemeindeversammlung in der grossen Dorfkirche verhandelt. Ein zunehmend absurdes Prozedere, denn Wetzikon ist schon längst kein Dorf mehr, sondern eine Stadt mit 24'000 Einwohnern. Dennoch brauchte es zehn Anläufe, bis die Wetziker im September 2010 Ja sagten zu einem Parlament.
Parlament konstituiert sich
Im März dieses Jahres wählte die Gemeinde dann die 36 Ratsmitglieder, welche neu die Legislative bilden. Als Exekutive amtet weiterhin der Gemeinderat; wer das Stadtpräsidium übernimmt, steht dabei noch nicht fest. Rudolf Rüfenacht (EVP) erhielt bei der Wahl zwar am meisten Stimmen, erreichte jedoch das absolute Mehr nicht. Der zweite Wahlgang findet am 18. Mai statt. Das neue Parlament hat dessen ungeachtet seine Arbeit bereits aufgenommen.
Gemeindeversammlung ade!
Eröffnet wurde die erste Ratssitzung durch das älteste Ratsmitglied, bis mit Stefan Kaufmann (SVP) ein erster Ratspräsident gewählt war. Dann wählten die Parlamentarier aus ihren Reihen noch drei Stimmenzähler, zwei Vizepräsidenten, einen Sekrtär und zwei neunköpfige Kommissionen. Als letztes Geschäft wurde die Geschäftsordnung abgesegnet.
Im nahen Restaurant «Krone» verfolgten Wetzikerinnen und Wetziker den Verlauf der ersten Parlamentssitzung auf Grossleinwand. Der guten alten Gemeindeversammlung scheint in Wetzikon niemand nachzutrauern: Alle sind sich einig, dass immer schlechter besuchte Vollversammlungen kein probates Mittel mehr sind, um die Geschicke einer Stadt dieser Grösse zu lenken.