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Nach dem 2.Weltkrieg, steckte Frankreich am Anfang des Wiederaufbaus. Die Schäden waren gross, vieles war zerstört, das Land begann sich neu zu motorisieren. Die Dauphinoise von Renault mit 300 Kg Nutzlast und der Transporter D3 von Peugeot (1946 bis 1965) waren die gebräuchlichsten Lastfahrzeuge für das Kleingewerbe. In dieser Periode führte Citroën den Lieferwagen Typ H ein - er wurde auf dem Pariser Autosalon von 1947 vorgestellt und bis 1981 gebaut. In Deutschland folgte der VW-Bus ab 1950. VW nahm mit seinem Baukastenkonzept die Idee vorweg. Doch bei aller deutschen Gründlichkeit und Wertarbeit hat der Bus einen gravierenden Mangel: Im Gegensatz zu HY und D3 war der Motor im Heck eingebaut. Dort beansprucht er einen Teil des Ladevolumens, wesshalb sich das Auto nur eingeschränkt von hinten beladen lässt. Renault konnte dem Erfolg seiner französischen Konkurenten nicht nachstehen und gab ein Lieferwagenprojekt (R213x) im Jahre 1952 in Auftrag. Es sollte ein Fahrzeug werden, das möglichst universell einsetzbar ist und einerseits den Bedürfnissen in den mit Autos überfüllten Städten, als auch andererseits den Verhältnissen in den Dörfern auf dem Lande Rechnung trägt - kurz: ein Modell voller neuer Ideen.
Mr. Guy Grosset Grange entwickelte einen multifunktionalen Bus - Als Lieferwagen für Händler und andwerker, als Pritschenbus und als Personentransporter. Im September 1959 wurde der Lieferwagen der Presse und der öffentlichkeit vorgestellt Die Geburtsstunde der "Estafette" Typ 2130/2131 war da. Interesse und Nachfrage waren gross. In der deutschen Fachpresse schrieb man von der "Überraschung aus Frankreich. In dieser Karegorie hält jetzt Renault mit der Estafette die Spitze!" Die Estafette wurde als Kastenwagen und Kleinbus mit max. 9 Plätze (beide mit 600kg Nutzlast) angeboten. Beide Typen waren auch mit Hochdach erhältlich. Zum Pritschenwagen (Pick-up) mit ebenfalls 600kg Nutzlast gab es eine Spiegel und Blache als Zusatz Speziell war das Model2 "Zone bleu" mit 500kg Nutzlast (für die blauen Zonen in Paris)
Durch den Vorderantrieb wurde das Lade Volumen stark erhöht. Die Estafette ist das erste Renault-Modell mit Vorderradantrieb. Ein synchronisiertes 4-Gang Getriebe, sowie eine Einzelradaufhängung machten das Fahrzeug zum revolutionären Lieferwagen seiner Zeit. Die grosszügigen Hecktüren, der tiefe Laderaum, sowie die praktische Schiebetüre zum Strassenrand erleichterten die Beladung. Die Karosserie ist nicht nur ein Kasten, sondern sie hat die für die Fünfzigerjahre typischen Formen und Verzierungen. Renault hat damit ein schmuckes Zweckfahrzeug geschaffen. Die Antriebseinheit ist ähnlich genial wie bei der Citroen H: alle Aggregate sind auf einem Hilfsramen aufgebaut. Dessen zwei Längsträger sind mit nur acht Schrauben am Chassis befestigt. So lässt sich dieser Fahrschemel bei Bedarf auf einfachste Weise demontieren. Für die Motorisierung hält man sich an Bewährtes. Die Konstrukteure übernehmen kurzerhand den Motor der "Dauphine". Er hat einen Zylinderinhalt von nur 845ccm (32PS) und muss damit bis 1730 kg Gesamtgewicht bewegen! Ein passendes Getriebe sorgt dafür, dass dieses kleine Aggregat nicht überfordert ist.
Bei einer Gesamtlänge von 4,09m und einem Wendekreis von 9,3m lässt sich dieses Fahrzeug wie ein PW manövrieren. Durch die geschickte Anordnung von Motor und Sitzen ergibt sich eine Ladefläche von 3,8m2 und ein Nutzvolumen von 5,28m3 bis 6,1m3 (Hochdach). Die Ladefläche liegt nur 36cm über dem Boden. Im Kleinbus finden insgesamt 9 Personen Platz. Bereits 1962 erhielt sie einen stärkeren Motor und eine grössere Nutzlast.1965 kam eine um 38 cm verlängerte Version auf den Markt (R2134). Im April 1968 wurde der R2136 mit einem 1298 cm3 Motor, verändertem Armaturenbrett, Aussenbeleuchtung (Blinker und Rücklichter) und Kühlergrill vorgestellt. 1971/72 verschwanden die Belüftungsklappen über der Frontscheibe. 1972 erhielt die Estafette einen Bremskraftverstärker, 1976 einen Warnblinker und Sicherheitsgurte, ebenso in dieser Zeit eine Zweikreis-Bremsanlage. 1978 folgte noch ein gröserr Kühler mit Elektro-Ventilator, sowie eine Modifikation der Abgasanlage. Im Juni 1980 wurde die Produktion der Estafette eingestellt, nach 533209 produzierten Exemplaren. Eine 20 Jahre dauernde Erfolgsgeschichte ging ihrem Ende entgegen. Mit dem Renault Traffic als Nachfolger, brachte Renault einen modernen Lieferwagen auf den Markt, nach den Vorzügen der Estafette weiterentwickelt.