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Es gibt Ökonomen, die meinen, Weihnachtsgeschenke seien ineffizient. Als Schenkender kaufe man dem Beschenkten im besten Fall ja das, was dieser sich selbst gekauft hätte. In den meisten Fällen würden aber Dinge verschenkt, die der Beschenkte gar nicht brauchen könne. Wie viele Schlüsselanhänger, ungelesene Bücher und unpassende Bilderrahmen lägen doch bei den Leuten zu Hause! Geschenke seien meist vergeudete Liebesmüh und verschwendetes Geld, weshalb sie einen Verlust für die Gesellschaft darstellen würden. Solche Ökonomen sprechen deshalb auch vom «Wohlstandsverlust durch Geschenke». Um vor allem den weihnachtlichen Wohlfahrtsverlust einzudämmen, wäre es nach ihrer Lesart sinnvoller, Geld zu schenken. Damit könne sich der Beschenkte genau das kaufen, was er sich wünsche.
Überlegt man sich die Sache genauer, ist die Enttäuschung eines Empfängers jedoch begreiflich, wenn er unter dem Weihnachtsbaum lediglich Bargeld vorfindet mit einer Karte, auf der steht: «Du weisst selbst am besten, was du dir davon kaufen möchtest.» Der Beschenkte, vor allem wenn er etwas älter ist, empfindet das Geld als ein unpersönliches, emotionsloses Geschenk. Es geht dabei dem Beschenkten ganz offensichtlich nicht um ökonomische Effizienz, sondern vielmehr darum, dass sich der Schenkende mit dem zu Beschenkenden gedanklich auseinandersetzt und sich dabei überlegt, was diesem Freude bereiten könnte. Ein gutes Geschenk ist Ausdruck dafür, dass sich der Schenkende mit den möglichen Wünschen und Bedürfnissen des zu Beschenkenden befasst hat.
Manchmal spricht man in diesem Zusammenhang von «Geschenken als Feueropfer». Man opfere Geld, Zeit und Gedanken, um die Beziehung zwischen zwei Personen zu pflegen. Ich dagegen glaube, es gibt kaum etwas Effizienteres als ein gutes Geschenk, um die Beziehung zwischen zwei Personen zu stärken. Und weil gute Beziehungen so wichtig sind, erträgt es auch hin und wieder ein nicht so passendes Geschenk, das man nach Weihnachten im Laden umtauscht.