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Über 60 Prozent der Schweizer nutzen mehr als eine Sprache
- Mittwoch, 5. Oktober 2016, 20:52 Uhr
Die Schweiz ist offiziell ein Land der Viersprachigkeit, aber immer mehr auch ein Land der Vielsprachigkeit. Nach neuesten BFS-Zahlen verwenden fast zwei Drittel der Bevölkerung regelmässig mehr als eine Sprache. Der stark verbreitete Gebrauch von Englisch gilt es allerdings zu relativieren.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat den «Sprachenreichtum» der Schweiz 2014 untersucht. Nach den Ergebnissen verwenden fast vier von zehn Erwachsenen in der Schweiz mindestens einmal pro Woche zwei Sprachen, sei es mit Angehörigen, bei der Arbeit, beim Fernsehen oder im Internet.
Jede vierte Person ab 15 Jahren benutzt sogar drei oder mehr Sprachen. Am versiertesten punkto Fremdsprachenkenntnisse zeigten sich von den 16'500 Befragten Angehörige der jüngsten Altersgruppe, ebenso die Secondos. Ein gutes Drittel der Bevölkerung begnügt sich mit einer einzige Sprache.
Auch Schweizerzerdeutsch berücksichtigt
Die drei Amtssprachen werden von fast allen Einwohnern der jeweiligen Sprachregionen regelmässig verwendet, in der Deutschschweiz Deutsch mit 97 Prozent etwas häufiger als Schweizerdeutsch (87 Prozent). Englisch ist in der Deutschschweiz mit 43 Prozent die dritthäufigste Sprache vor Französisch mit 20 und Italienisch mit 12 Prozent.
In der Romandie zeigen sich entsprechend ähnliche Anteile: 38 Prozent für Englisch, 19 Prozent für Deutsch und 11 Prozent für Italienisch. Schweizerdeutsch nutzen dort allerdings nur 6 Prozent der Einwohner mindestens einmal pro Woche. In der italienischen Schweiz sind es doppelt so viele.
Verbreitung von Englisch zu relativieren
Insgesamt geben landesweit vier von zehn Personen an, mindestens einmal pro Woche Englisch zu verwenden. Daraus kann aber nur bedingt auf eine steigende Beliebtheit der englischen Sprache geschlossen werden: Nach BFS kann sich die Verwendung darauf beschränken, einmal pro Woche Englisch zu lesen oder zu hören, beispielsweise im Internet oder in der Musik. Fakt ist aber auch: Mit einem Anteil von 35 Prozent wird Englisch weitaus häufiger gelernt als Französisch oder Deutsch.
Nach Englisch und Italienisch, das sowohl Landes- wie Migrationssprache ist, sind die häufigsten ausländischen Sprachen Spanisch und Portugiesisch (je 5 Prozent). Darauf folgen die Sprachen der Balkanländer, das heisst Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch, Serbisch und Albanisch (3 Prozent).
Die Studie des BFS zu Sprache, Religion und Kultur (ESRK) gehört zum Erhebungsprogramm der eidgenössischen Volkszählung. Sie wird alle fünf Jahre wiederholt.
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