Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03637.jsonl.gz/918

Félix Alexandre Guilmant (1837–1911) studierte zunächst bei seinem Vater und später in Brüssel bei Jacques-Nicolas Lemmens. Er wurde am Konservatorium in seiner Vaterstadt bereits mit 16 Jahren als Organist, mit 20 als Kapellmeister und Lehrer angestellt.
Bei der Einweihung der Orgeln von Saint-Sulpice und der Orgel der Kathedrale Notre-Dame de Paris erregte sein Spiel solches Aufsehen, dass er 1871 als Titularorganist in La Trinité als Nachfolger von Charles-Alexis Chauvet angestellt wurde. Ausserordentliche Erfolge erzielte er bei seinen Konzertreisen durch England, Italien, Russland und in Riga, ferner durch seine Konzerte an der Orgel des Trocadéro-Saales 1878 während der Pariser Weltausstellung. Von 1896 bis 1900 war er Leiter der Schola Cantorum in Paris.
Durch seine Kompositionen wie der Symphonie für Orgel und Orchester und der acht Orgelsonaten trug Guilmant wesentlich zur Ausbildung eines eigenständigen französisch-romantisch-sinfonischen Orgelstils bei. [de.wikipedia.org/wiki/Alexandre_Guilmant]
Guilmant war auch ein Förderer und Wiederentdecker der alten Orgelmusik von Frescobaldi bis Bach. Er veröffentlichte eine grosse Zahl von klassischen französischen Komponisten von Titelouze bis Daquin. Nebst seinen konzertanten Orgelwerken schrieb er auch eine grosse Zahl an liturgischer Orgelmusik, die in den beiden Sammlungen «l’Organist pratique» (12 Bände 1873–1883) und «l’Organist liturgiste» (10 Bände 1887–1899) veröffentlicht wurde. Der Kompositionsstil seiner kleinere Orgelwerke ist eher traditionell und oft von mässiger Originalität. Deutsche Einflüsse von Rinck und Hesse sind nicht zu verleugnen, dementsprechend sind die Stücke auf vielen Orgeltypen aufführbar.
Klangbeispiele
(Magnificat G aus l’Organist pratique 1874, Ave Maria aus l’Organiste liturgiste 1887)
Aufnahmen Johannus Rembrandt 2014