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"HTC Dream" respektive "G1" setzte als erstes kommerzielles Gerät auf das Betriebssystem Android. Bei den damaligen Testern rief es "Entzücken" hervor.
Nach dem iPhone betrat heute vor 14 Jahren das zweite dominierende Betriebssystem für Smartphones den Markt. Bereits 2005 hatte Google das Unternehmen Android gekauft, welches an einer Software für Mobiltelefone arbeitete. Danach wurde gewerweisst, wann die ersten Android-Geräte erscheinen würden. Schneller war jedoch Apple mit der Ankündigung des iPhone im Juni 2007. Im November desselben Jahres gab Google bekannt, mit anderen Mitgliedern der Open Handset Alliance ein Android-Betriebssystem Open Source weiterzuentwickeln, das auch Touchscreens unterstützen werde.
Noch sollte fast ein Jahr vergehen, bis das erste darauf basierende Gerät erhältlich war. Am 23. September 2008 wurde das "HTC Dream" offiziell lanciert. Gebaut wurde es vom taiwanesischen Hersteller HTC. In den USA und anderen Ländern wurde es von T-Mobile als "G1" auf den Markt gebracht. Am gleichen Tag gab Google in einem Blogpost den Release des Software Development Kit Android 1.0 bekannt. "Wird das G-Phone zum nächsten Hype?", fragte sich inside-it.ch am Tag nach Bekanntwerden.
Touchscreen, Tastatur und Trackball
In den USA kostete das Gerät 179 Dollar in Kombination mit einem 2-Jahres-Vertrag, in Europa war es in Verbindung mit entsprechenden Verträgen günstiger zu haben. Von T-Mobile hiess es zum Smartphone: "Das G1 kombiniert volle Touchscreen-Funktionalität und eine Qwertz-Tastatur mit einem mobilen Web-Erlebnis, das beliebte Google-Dienste wie Google Maps Street View, Gmail, Youtube und andere umfasst." Neben einer Tastatur und einem Touchscreen verfügte das Gerät auch noch über einen Trackball. Seine technischen Spezifikationen: ein 3,2-Zoll-Display mit 480 × 320 Pixel, ein 528-MHz-Qualcomm-Chip, 192 MB RAM, 256 MB internen Speicher und eine 3-MP-Kamera.
"Der Blick auf die Ausstattungsliste des G1 erzeugt Entzücken, der Blick auf den schwarzen Klotz eher Ernüchterung. Dabei verbirgt sich unter der Hülle des G1 ein wunderbarer Mix aus Bedienfreundlichkeit und Funktion", schrieb 'Netzwelt' in einem Testbericht. Gelobt wurde die mechanische Tastatur: "Schwingt der Slider des G1 zur Seite weg, legt er eine vollständige Qwertz-Tastatur frei, die sich dank knackigem Druckpunkt gut bedienen lässt." Kritischer war der 'PCtipp': "In der aktuellen Form ist es nur bedingt massentauglich. Und: Googles Datensammelwut geht weiter", schrieb unser heutiger Chefredaktor damals in dem Blatt.
HTC behielt Vorreiterrolle nicht lange
In den USA wurden in den ersten 6 Monaten 1 Million G1-Geräte ausgeliefert. Android erreichte damit einen Marktanteil von 6% bei den Betriebssystemen von Smartphones – hinter iPhone OS (50%), Blackberry RIM OS (22%) und Windows Mobile OS (11%).
Im Juli 2010 stellte T-Mobile den Verkauf des G1 ein. Da waren längst bessere Android-Smartphones auf dem Markt, auch von HTC. Doch der Hersteller sollte seine erste gewisse Vorreiterrolle nicht lange behaupten können und verlor sukzessive Marktanteile an Konkurrenten. 2017 übernahm schliesslich Google für 1,1 Milliarden Dollar einen grossen Teil des Smartphone-Geschäfts von HTC, inklusive Lizenzen und Mitarbeitende.
Weiter ging es dagegen mit dem Siegeszug von Android. Der Google-Blogpost sollte Recht behalten, als dort 2008 festgehalten wurde: "Es war in der Tat ein ziemlich aufregender Weg, dorthin zu gelangen, wo wir heute sind. Die Strasse erstreckt sich jedoch weiter vor uns, und wir werden keinen Moment langsamer." Aktuell hat Android je nach Quelle um die 70% Marktanteil, iOS liegt bei rund 25%.