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Di, 16. Juni 2020, Ralf Hersel
Alle Jahre wieder präsentiert Bryan Lunduke seine Linux Sucks Show, in der er in lustiger, ironischer und selbstkritischer Art das Betriebssystem auf die Schippe nimmt. Wegen der Pandemie fand dieses Jahr sein Vortrag nicht auf der grossen Bühne, sondern online statt, was er sehr bedauert, da er nicht mit dem Publikum interagieren konnte.
Da Linux sowieso den Server-Markt dominiert und - auf traurige Weise - auch den Mobile-Markt (Kernel only), widmet sich Lunduke dem Desktop. Anhand von Zahlen und Statistiken zeigt der Chefredakteur des "Linux Journal" die niedrige Verbreitung auf, die sich über die Jahre eher verschlechtert statt verbessert habe. Dafür nennt er einige Ursachen. So habe er einige alte Spiele, die alle auf Linux portiert wurden, zum Beispiel Sim City 3000, Railroad Tycoon oder Civilization, von denen kein einziges mehr auf modernen Linux Distributionen funktioniere.
Oft würde behauptet, das sei ein Problem proprietärer Software und offener Quellcode würde die langfristige Kompatibilität sichern. Lunduke sieht dies jedoch nur als theoretische Möglichkeit, weil der Aufwand solche Software an aktuelle Gegebenheiten anzupassen, viel zu hoch sei. Neue Paketformate wie AppImage, Flatpak, Snap könnten die Pflege erleichtern, da im Idealfall nur noch ein distributionsübergreifendes Format erstellt und gewartet werden muss. Allerdings sei die Uneinigkeit darüber, welches Format verwendet werden soll, hinderlich und symptomatisch für die Linux-Community. Der Community-Ansatz habe zwar viele Vorteile, nicht jedoch für die Verbreitung des Desktops. Hierfür würden klare Strukturen und eindeutige Entscheidungen benötigt.
Abschliessen bemerkt Lunduke, dass viele Leute grosse Reden über Linux am Desktop schwingen, selbst aber ihre Vorträge mit Macs halten. Ebenso gäbe es zahlreiche Grossmäuler, die ihre Linux Podcasts und Youtube Filme auf unfreien Betriebssystemen erstellen.