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Was ist eigentlich Tollwut?
Das Wort Tollwut stammt aus dem Englischen und bedeutet Rabiesviren. Die Rabiesviren stammen von der Gattung der Lyssaviren. Diese Krankheiten werden durch den Speichel, respektive über die Schleimhäute und das Blut der Tiere übertragen. Das Rabiesvirus kann alle Säugetiere, vor allem aber fleischfressende Tiere wie Hunde, Katzen, Füchse, Waschbären, Wölfe, Fledermäuse, Frettchen, sowie natürlich uns Menschen infizieren. Die Ansteckung erfolgt meistens durch eine Bisswunde oder einen offenen Kratzer. Die Tollwut Krankheit ist eine tödliche Krankheit. Der Krankheitsverlauf bei einem nicht geimpften Hund endet traurigerweise immer mit seinem Tod.
In Europa stecken sich Hunde meist durch Füchse oder untereinander mit den Viren an. Nach einer Bissverletzung kann es zwei bis zehn Wochen gehen, bis die Krankheit ausbricht, das ist die so genannte Inkubationszeit. Der Ausbruch der Krankheit, also diese zwei bis zehn Wochen, hängen stark davon ab, wie nahe die Wunde am Gehirn des Betroffenen liegt. Nach dem Ausbruch der Tollwut verläuft die Krankheit zwischen einem Tag und einer Woche. Die Tollwut Viren, also die Rabiesviren wie man sie nennt, breiten sich sehr schnell über die Blutbahnen aus, danach greifen sie die Nervenbahnen an. Dies geschieht dann etwas langsamer und über die Nervenbahnen erreichen sie ihr Endziel, nämlich das Gehirn.
Gemäss Bundesamt für Gesundheit gilt die Schweiz bereits seit 1999 offiziell als frei von der Krankheit Tollwut. In Westeuropa kam es in den letzten Jahren zu mehreren Todesfällen bei Menschen, die sich bei Reisen in Risikogebiete (Asien, Afrika) angesteckt hatten.
Tollwut beim Hund – das sind die Symptome
Das Virus bei einer Tollwuterkrankung greift das Zentrale Nervensystem (ZNS). Wie bereits vorhin erwähnt, je näher die Infektionsstelle am Gehirn liegt, desto schneller befallen die Viren das Zentrale Nervensystem. Das gilt ebenfalls bei einem Infektionsweg durch die Blutbahnen. Die Symptome bei einem Befall mit der Tollwut Erkrankung entstehen durch eine akute und sehr massive Entzündung des Gehirnes. Die Krankheit verläuft in aller Regel in drei Phasen. Die erste Phase ist gerade für Hundehalter sehr schwer zu erkennen.
Phase 1
- Fieber
- Durchfall
- Erbrechen
- Möglicherweise Husten
- Vereinzelt treten Veränderungen im Wesen des Hundes auf
Phase 2
- Wechselnde Stimmung und verstärkte Veränderung des Wesens
- Sensibilität auf Licht, Luft und Windgeräusche
- Der Anblick von Wasser ruft ein unnatürliches Verhalten hervor
- Schreckhaftigkeit, Scheue und Rückzug
- Unmotiviertes und andauerndes Bellen und wachsende Unruhe
- Lähmungen, insbesondere an den Hinterbeinen
- Muskelzuckungen
Phase 3
- Krämpfe
- Finale Lähmungen
- Koma und Tod durch Atemlähmung. Dies geschieht durch Ersticken
Wie wird die Tollwut Diagnose beim Hund gestellt?
Die Diagnose kann nicht hunderprozentig am lebenden Tier gestellt werden. Die Erreger der Tollwut Krankheit lassen sich mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten nur bei der Untersuchung der Gehirnmasse nachweisen. Daher beschränkt sich die Diagnose auf die klinische Anamnese.
Welche Therapiemöglichkeiten habe ich bei einer Erkrankung durch Tollwut?
Dem Tierarzt sind betreffend Therapiemöglichkeiten beim Hund leider die Hände gebunden. Den die Therapie eines Hundes, bei welchem ein Verdacht einer Tollwutinfektion besteht, ist gesetzlich verboten. Dieses Verbot gilt selbst dann, wenn beim Vierbeiner die Tollwut Krankheit noch nicht ausgebrochen ist, sondern erst eine Infizierung statt gefunden hat.
Zusammengefasst bedeutet das: Selbst wenn theoretisch die Möglichkeiten vorhanden sind, dem möglicherweise infizierten Hund eine Heilung zu ermöglichen, ist das nicht erlaubt. Es würde sehr beschränkte Möglichkeiten aus der Humanmedizin geben. Es würde nur dann zum Erfolg führen, wenn der infizierte Patient binnen weniger Stunden ein Antiserum und gleichzeitig die Impfung erhielten.
Wenn bei einem ungeimpften Tier die ersten Symptome einer möglichen Tollwut auftreten, wird von einer Tollwut Infektion ausgegangen und das Tier wird getötet.