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HP klagt und stellt einen Staranwalt ein: Mark Hurd soll nicht zu Oracle dürfen. Wird die zwischen Oracle und HP aufgeflammte Fehde schlussendlich den Kunden schaden?
Hewlett-Packard hat vor einem kalifornischen Gericht eine Anzeige gegen seinen Ex-CEO Mark Hurd eingereicht. Mit seinem Übertritt zu Oracle
verletze Hurd Geheimhaltungsklauseln, die er im Zusammenhang mit seiner Abtrittsentschädigung durch HP unterschrieben habe. HP verlangt unter anderem einen sofortige Verfügung die es Hurd verbietet, seinen neuen Job weiterzuführen, sowie Schadensersatz. HP möchte ausserdem, dass das Gericht ein Art "Vormund" für Hurd einsetzt, der überwachen soll, dass dieser keine Geheimnisse weitergibt.
Um die Klage zu vertreten, hat HP, als Zeichen an Oracle, dass man die Sache ernst meint, den Staranwalt Allen Ruby vepflichtet. Dieser hat in der Vergangenheit unter anderem bekannte Persönlichkeiten wie den Baseball-Star Barry Bonds vertreten.
Ellison: Jegliche Kooperation gefährdet
Auch Oracle-CEO Larry Ellison hat als Reaktion zumindest verbal schweres Geschütz aufgefahren. HP und Oracle seien durch eine langjährige Partnerschaft verbunden. Diese "von Rachegelüsten motivierte" Klage missachte nun nicht nur diese Partnerschaft, sondern mache es für Oracle und HP sozusagen unmöglich, in Zukunft noch weiter zu kooperieren. Der Verwaltungsrat von HP handle unter völliger Missachtung der Interessen der gemeinsamen Kunden sowie der eigenen Angestellten und Aktionäre.
Die Abgangsvereinbarungen zwischen HP und Hurd – Hurd erhielt eine Entschädigung von rund 35 Millionen Dollar - enthalten laut der Klageschrift Bestimmungen, die es Hurd verbieten, Geschäftsgeheimnisse und andere wichtige Informationen über seinen früheren Arbeitgeber weiterzugeben. HP erklärt, dass Hurd diese Bestimmungen bereits durch die Annahme des Jobs bei Oracle verletzt habe und automatisch weiter verletzten werde, wenn er weiter auf seinem aktuellen Posten für Oracle arbeitet. Laut HP kennt Hurd durch seine Tätigkeit beispielsweise geheime Produktpläne und Preisstrategien von HP sowie Details zu Produktionskosten, Lieferanten und vieles mehr. Ein eigentliches Konkurrenzverbot enthält die Vereinbarung aber anscheinend nicht.
Von der US-Presse befragte Justizexperten schätzen die Chancen HPs, eine Anstellung von Hurd bei Oracle zu verhindern, als ziemlich gering ein. Gerade in Kalifornien würden Gerichte Vereinbarungen, die den Übertritt von Topmanagern zu Konkurrenten verhindern, eher skeptisch beurteilen. Eine Chance könnte HP allerdings aufgrund der früheren Stellung Hurds als CEO und seines neuen Jobs, der den Aufbau des Hardwaregeschäfts bei Oracle beinhalten dürfte, doch haben. Falls das Gericht die Geheimhaltungsklauseln anerkenne, werde es Oracle äusserst schwer fallen, zu argumentieren, dass Hurd keine relevanten HP-Geheimnisse kenne und sie nicht für seine neue Aufgabe ausnütze. (Hans Jörg Maron)