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Das barocke Regierungs- und Parlamentsgebäude des Kantons Obwalden in Sarnen ist das repräsentativste Bauwerk im Eigentum des Kantons. Es steht seit 1978 unter Bundesdenkmalschutz. 1418 erstmals erbaut, fiel es bereits 50 Jahre später einem Dorfbrand zum Opfer. Der daraufhin errichtete Neubau erlebte viele Veränderungen, wurde 1729 bis 1731 gar grösstenteils abgebrochen und auf den bestehenden Mauern wieder aufgebaut. Eine Generalsanierung wurde von 1977 bis 1978 vorgenommen.
Das Hochwasser im Jahr 2005 zerstörte die feste Einrichtung des Erdgeschosses. Gleichzeitig mit der Behebung dieser Schäden sollte ein Umbau erfolgen, für den ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde. Der barocke Kantonsratssaal von 1731, der klassizistische Regierungsratssaal von 1822 sowie das barocke Treppenhaus sollten erhalten bleiben, ansonsten war es den Architekten überlassen, wie sich ihre Eingriffe in den historischen Kontext einfügen sollten. Aus den sechs Vorschlägen wurde das Projekt der Arbeitsgemeinschaft Diener & Diener Architekten, Basel, und Joos & Mathys Architekten, Zürich, ausgewählt. Am 29. Juni 2007 konnte das sanierte Rathaus eingeweiht werden.
Sichtbarste Änderung ist der Lifteinbau in der Eingangshalle des ersten Obergeschosses. Ein lederbezogener Holzrahmen fasst den Liftschacht, dicht beieinander stehende Glasstäbe lassen die Liftkabine dahinter nur erahnen. Da die alten Holzböden teilweise sehr geschwächt waren, mussten sie durch Stahlträger ersetzt werden. Im obersten Geschoss wurden die Räume nach einem Grundriss angelegt, der der Baustruktur besser angepasst ist. Im Erdgeschoss entstand ein multifunktioneller Konferenzsaal, der nun direkt von aussen zugänglich ist.
Der Umbau fügt sich in den historischen Material- und Formkanon ein, ohne seine Herkunft aus dem 21. Jahrhundert zu verleugnen. Die Tradition schreitet durch Offenheit und Innovation in die Zukunft.
Bild: Fachstelle für Kultur- und Denkmalpflege Obwalden