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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Hanspeter Fischer:
Johann Lambert Kolleffel (1706–1763): ein Ravensburger Militärkartograph
Cartographica Helvetica 41 (2010) 25–35
Zusammenfassung:
Johann Lambert Kolleffel zeigte mit seinen Karten von Süddeutschland und dem Fürstentum Liechtenstein erstaunliche vermessungstechnische und kartographische Fähigkeiten. Am eindrucksvollsten ist das systematische Vorgehen Kolleffels bei den Arbeiten in der Markgrafschaft Burgau zu sehen. Hier ist der Grundgedanke für eine topographische Landesaufnahme, wie sie dann im 19. Jahrhundert staatlicherseits erfolgte, bereits erkennbar.
Ausgehend von grossmassstäblichen Ortsplänen 1:5000 schuf Kolleffel mit zwei Verkleinerungsstufen topographische Karten in den Massstäben 1:21 600 und 1:65 400. Allerdings zeigen die Ortspläne nur die Siedlungsstruktur, nicht jedoch die Felder und Äcker mit den jeweiligen Grundstücksgrenzen. Auch entspricht die Genauigkeit der topographischen Karten nicht heutigen Ansprüchen. Trotzdem bilden die zivilen Kartenwerke Johann Lambert Kolleffels mit den ergänzenden «Landesbeschreibungen» heute ein bedeutendes Hilfsmittel für die Erforschung siedlungskundlicher sowie sozial- und wirtschaftskundlicher Zusammenhänge.