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|FS 2013|

Öl, Gas und Pipelines: Rohstoffe und ihre machtpolitischen Bedeutungen
Dozierende
Jeronim Perovic
Inhalt
Dieses Seminar beschäftigt sich mit den machtpolitischen Bedeutungen von Energie. Energie ist das Lebenselixier moderner Gesellschaften und der Energiesektor das Herzstück jeder entwickelten Volkswirtschaft. Die Frage, wie Staaten energetische Möglichkeiten für politische und gesellschaftliche Ziele nutzten, hängt auch davon, wie Menschen diese wahrnehmen und deuten. Gerade im Fall von rohstoffreichen und autoritär organisierten Staaten wie die Sowjetunion und Russland lässt sich feststellen, dass der Energie eine Bedeutung zugeschrieben wird, die weit über das rein Volkswirtschaftliche hinausgeht: Energie wurde in der Vergangenheit wiederholt als Mittel der Herrschaftssicherung im Innern und als Instrument der Machtprojektion nach aussen eingesetzt. Dieses Seminar untersucht den Entwicklungsweg der Sowjetunion und Russlands am Beispiel des Erdöl- und Erdgassektors, der wie kein anderer Wirtschaftszweig innere und äussere Aspekte der Macht vereint: Erdöl war seit der frühen Sowjetzeit nicht nur zur Treibstoffgewinnung und für den Unterhalt der Armee wichtig, sondern hatte auch als Exportgut grosse Bedeutung. Erdgas wurde in der späteren Sowjetzeit zum wichtigsten primären Energieträger. Der Transport von Erdgas über Gaspipelines zwischen Westsibirien und Europa schuf zudem energetische Abhängigkeiten, die bis heute das bestimmende strukturelle Element der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und Russland darstellen und entsprechend grossen Einfluss auf die politischen Beziehungen zwischen Ost und West haben.
Unterrichtsmaterialien
Unterrichtsmaterialien werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.