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Hergiswil
Hergiswil hatte vor Eröffnung der Lopperstrasse keine direkte Landverbindung mit Stansstad ausser über den 1000m hohen Renggpass. So stand es lange Zeit im Interessenkreis der Stadt Luzern, sodass seine kirchliche Zugehörigkeit zu Nidwalden nicht selbstverständlich war, in der es schon seit dem 15. Jahrhundert erscheint. Aber erst 1504 ist die Rede von einer eigenen Kapelle, die zu Ehren des heiligen Nikolaus erbaut wurde, wie aus einer Ablassgewährung durch den Kardinallegaten Raymund von Gurk sich ersehen lässt. In der Kapelle durfte während des Jahres mit Ausnahme der Hauptfeste regelmässig Gottesdienst gefeiert werden. Da man aber keinen Priester hatte, der diese Gottesdienste halten konnte, bemühte man sich bald auch um die Stiftung einer Pfründe. Diese kam denn auch zustande, nachdem 1517 die Regierung von Nidwalden in einem Stezerbrief die Erlaubnis zur Sammlung der nötigen Geldmittel erteilt hatte. Aus einem weitern Ablassbrief ist zu entnehmen, dass Hergiswil wie die anderen Gemeinden des Landes einen ständigen Seelsorger hatte. 1579 kam dazu das Taufrecht. Am 23. Mai 1621 kam die Loslösung von der Stanser Kirche und damit auch vom Abt von Engelberg als Kollator der Kirche, dessen Recht sich wie in Stand und Buochs auf die blosse Präsentation der Pfrundherren gegenüber dem Bischof beschränkte. Die erste Pfarrkirche ist datiert von 1615 und wurde am 23. Mai mit der formellen Ablösung von Stans durch den Weihbischof von Konstanz geweiht. Schon 1838 ergab sich die Notwendigkeit, dieses erste Gotteshaus zu erneuern, da der alte Bau inzwischen baufällig geworden war. So sollte er durch ein neues grösseres Bauwerk ersetzt werden. Aber erst 1856 konnte man sich über die vielen Pläne und Rücksichtnahmen einigen, die sich im Verlauf der Vorarbeiten für den Bau stellten. Am 2. Oktober 1857 konnte das Gotteshaus durch den Churer Bischof Kaspar Karl die kirchliche Weihe erhalten. Da aber auch diese Kirche allmählich den Zahn der Zeit zu spüren bekam, beschloss man 1933 eine gründliche Renovation und Vergrösserung vorzunehmen, die nach den Plänen des Architekten Adolf Gaudy durchgeführt wurde. Seelsorgswirken von Engelberger Konventualen in Hergiswil lässt sich nicht nachweisen. In einem weitern Sinn mögen wenigstens Männer erwähnt werden, die als gebürtige Engelberger oder Klosterschüler mit dem Kloster in engster Verbindung standen: Johann Maurus Vogel, Pfarrer von 1658–1685 sowie Adalbert Häcki, Pfarrhelfer von 1900–1908.
Bibliographie
- StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von von P. Gall Heer.
- Robert Durrer, Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden, S. 335 ff.
- Mettler Dominik, Geschichtliches über Hergiswil und seine Pfarrkirche. Hergiswil 1957.
- 600 Jahre Hergiswil. 1378–1978, Stans 1978.