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Teilprojekt Prävention und Kontrolle von multiresistenten Erregern
Das Teilprojekt Prävention und Kontrolle von multiresistenten Erregern (ehem. Ausbruchsbekämpfung) hat im April 2017 gestartet und steht seit dem Juli 2018 unter der Leitung von Dr. Danielle Vuichard Gysin.
Ziele dieses Teilprojektes sind die Ausarbeitung nationaler evidenz-basierter Richtlinien zur Untersuchung und Bekämpfung von nosokomialen Ausbrüchen mit epidemiologisch relevanten multiresistenten Erregern sowie die Erstellung harmonisierter Empfehlungen zur Verhinderung der Übertragung von multiresistenten Erregern im endemischen Setting. Die schriftlichen Empfehlungen werden in drei Themenbereiche unterteilt:
Teil I: Allgemeine Massnahmen zur Untersuchung von nosokomialen Ausbrüchen:
In dieser Empfehlung werden die Voraussetzungen zur Erkennung, das systematische Vorgehen und die Zuständigkeiten bei einem (drohenden) nosokomialen Ausbruchsgeschehen beschrieben. Sie dient als Ergänzung schon vorhandener interner spitalhygienischer Empfehlungen jeder Gesundheitseinrichtung (insbesondere Akutspitäler und Rehabilitationskliniken).
Teil II: Spezifische Empfehlungen zum Vorgehen bei nosokomialen Ausbrüchen mit sog. MDRO (multi-drug-resistant organisms):
Dieser Teil der Richtlinie beschreibt ausführlich die konkreten Massnahmen und Schritte, welche im Falle eines Ausbruchs einzuleiten sind und über die Massnahmen im endemischen Setting hinausgehen.
Insbesondere werden im Rahmen dieser Empfehlungen z.B. die Intensivierung der Isolationsmassnahmen, Kohortierung, aktives Screening, Markierung von Patienten, Dekontamination der Umwelt, Umgebungsscreening sowie Dekolonisierungsmassnahmen erläutert.
Teil III: Beschreibung der wichtigsten Präventionsmassnahmen im Umgang mit MDRO
Spezifische Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle einzelner MDRO im nosokomialen Setting sind in Planung. Der Fokus wird auf folgende Mikroorganismen beschränkt:
- Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)
- Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)
- Carbapenemase-produzierende Enterobacteriaceae (CPE)
- Breitspektrum Beta-Laktamasen bildende Enterobacteriaceae (ESBL)
Gestützt auf den Erkenntnissen der Anfangs 2018 schweizweit durchgeführten Online-Umfrage zum Thema „Abstrichuntersuchungen für multiresistente Bakterien bei Spitaleintritt“ stehen im Fokus dieser Empfehlungen Massnahmen zur Erkennung von Patientinnen und Patienten, welche Träger von multiresistenten Bakterien sind.
Weiter wird zu konkreten Massnahmen, für welche wenig wissenschaftliche Evidenz vorliegt, die Meinung der Experten von Swissnoso im Rahmen eines standardisierten Fragebogens eruiert. Geplant ist es, eine evidenz-basierte Richtlinie ergänzt durch Empfehlungen der Swissnoso Experten zu erarbeiten.
Erarbeitung der Empfehlungen
Die Empfehlungen werden von der Projektgruppe erarbeitet. Die Vernehmlassung der Entwürfe durch die Akteure ist von Jan-Apr 2019 geplant. Die endgültigen Empfehlungen sollen voraussichtlich Mitte 2019 veröffentlicht werden.
Kontakt: Dr. Danielle Vuichard-Gysin