Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/64594

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich fordere den Bundesrat auf:</p><p>1. ausführliche Informationen über die Nichtanerkennung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als Krankheit und über die möglichen Ursachen der Symptome einer ADHS zu verbreiten;</p><p>2. Broschüren herzustellen, mit deren Hilfe sich Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte über die Berichte der Heilmittelkonstrollstellen informieren können und über die wirklichen Wirkungen der Substanzen, die gegen ADHD oder Depressionen bei Kindern verschrieben werden;</p><p>3. eine Broschüre über alternative, nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden herauszugegeben und bei der Bevölkerung bekannt zu machen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat anerkennt die wissenschaftlichen Leistungen der medizinischen Forschung und Praxis in der Schweiz und enthält sich einer eigenen fachspezifischen Beurteilung einzelner Verfahren und Therapieformen. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivität-Störung) ist eine in der ärztlichen Fachwelt anerkannte Krankheit, mit einem detailliert umschriebenen Verfahren zur Diagnose und ist in der von der WHO erarbeiteten Klassifikation ICD-10 (International Classification of Diseases) zu finden.</p><p>2./3. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat mit dem elektronischen Informationsmodul für die Ärzteschaft bereits zu einer besseren Information rund um die ADHS und die Behandlung mit Ritalin beigetragen.</p><p>Das zugelassene Medikament Ritalin wird in der Schweiz von Ärztinnen und Ärzten nach erfolgter Diagnose im Rahmen einer überwachten Therapie verschrieben. Unter anderem ist es die Aufgabe der Kantonsärzte und Kantonsärztinnen bzw. der Sanitätsdirektoren und Sanitätsdirektorinnen, sicherzustellen, dass ärztliche Therapien in den jeweiligen Kantonen korrekt durchgeführt werden.</p><p>Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sind gehalten, Patientinnen und Patienten sowie deren Eltern über die Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten in einer persönlichen Beratung zu informieren.</p><p>Zudem hat das Bundesamt für Gesundheit bereits die dieses Jahr erschienene Broschüre "Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS)-Empfehlungen" finanziert, welche sich an ein breites Publikum wendet und über die Krankheit, ihre Ursachen, die präventiven Massnahmen und die Behandlungsmöglichkeiten der klassischen und der Alternativmedizin informiert (abrufbar unter http://www.suchtundaids.bag.admin.ch/imperia/md/content/forschung/48.pdf).</p><p>Der Bundesrat verweist im Übrigen auf seine Antworten zum gleichen Thema in Zusammenhang mit der Einfachen Anfrage Guisan (02.1079, Verschreibung von Ritalin), zur Interpellation Brunner Christiane (02.3243, Verschreibung von Ritalin), zur Interpellation Bortoluzzi (02.3775, Gesundheitsschutz für Kinder und Jugendliche) und zur Anfrage Müller Walter (04.1179, Ritalinmissbrauch).</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.