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Diese Abkürzungen bezeichnen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die unter Lern-, Leistungs- und / oder Verhaltensschwierigkeiten leiden. Diese sind sozusagen angeboren (durch Hirnfunktionsstörungen bedingt) und nicht durch eine falsche Erziehung oder mangelnden Einsatz verursacht.
Es handelt sich nicht um einheitliche Erscheinungs- oder Störungsbilder, das neuropsychologische Profil ist bei verschiedenen Betroffenen unterschiedlich. Sozusagen immer sind gewisse exekutive und Aufmerksamkeitsfunktionen beeinträchtigt, häufig auch das sprachliche Gedächtnis (Aufnehmen, Verarbeiten und Speichern von komplexerer gehörter Information) und die Feinmotorik. Eine Hyperaktivität (Bewegungsunruhe, kann nicht still sitzen) kommt bei Kindern manchmal vor, bei Erwachsenen eher selten. Die Betroffenen haben Konzentrationsschwierigkeiten, sind ablenkbar (durch innere Impulse und / oder äussere Reize), erleben sich als "vergesslich" und können sich und anstehende Aufgaben schlecht organisieren. Andere neuropsychologische Funktionen sind oft überdurchschnittlich, so z.B. auch die Testintelligenz oder das kreativ-originell-innovative Denken.
Es wird eine Häufigkeit von 5 - 10% angenommen, wobei bei Knaben ein POS, ADS, ADHS häufiger festgestellt wird. Zudem ist es familiär gehäuft.
Die verschiedenen Bezeichnungen für dieses Erscheinungsbild ("Störungsbild") meinen im Kern etwa dasselbe:
ADHS Aufmerksamkeits-Defizit-Störung mit Hyperaktivität oder engl. ADHD
ADS Aufmerksamkeits-Defizit-Störung oder engl. ADD Attention Deficit Disorder
HKS Hyperkinetisches Syndrom (über-aktiv)
MBD Minimal Brain Disfunction oder auf "neu-deutsch" MCD minimale cerebrale Dysfunktion
POS Psycho-Organisches Syndrom; dieser Begriff wird ausschliesslich in der Schweiz verwendet. POS ist keine veraltete Bezeichnung für ADS/ADHS: Es müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, damit die IV ein POS als Geburtsgebrechen (GgV 404) anerkennt. Alle POS-Betroffenen haben ein ADS oder ADHS, aber umgekehrt ist das gar nicht immer der Fall.