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Einwurf 653: Der antifaschistische Schlag des EuGH
Der EuGH hat zu einem grossen Schlag gegen den Nationalismus und das kriegstreibende Nationalstaatensystem ausgeholt. Die FIFA und die UEFA dürfen den grossen, international aufgestellten Stadtvereinen nun nicht mehr (faktisch) verbieten, eine eigene Europa- oder gar Weltliga auf die Beine zu stellen. Sie haben das gemacht, weil sie gemerkt hatten, dass damit nicht nur die Champions League der UEFA, sondern auch deren Europameisterschaft und sogar die FIFA-Weltmeisterschaft spürbar entwertet würden. Die «richtigen» Europa- und Weltmeister kämen dann nämlich aus einer neuen «Superliga» und nicht mehr aus den traditionellen Turnieren der Nationalteams. Und für sportlich völlig wertlose «Innovationen» wie die «Conference League», die kein Schwein interessiert, hätte es definitiv keinen Platz mehr. (Dagegen war ja sogar der «Messestädtecup», den es zu meiner Schulzeit noch gab, ein echter Kracher.)
«Patriotische Nationalstolzteams» sind im Sport so etwas wie heilige Kühe. Damit diese zwischenmenschlichen Spaltpilze endlich verschwinden, müssten jetzt in allen Sportarten kontinentale und globale Klubmeisterschaften gegründet werden. Auch die Olympia-Qualifikation liefe fortan über sie. Und so könnten auch jene einen «obersten» Teamtitel gewinnen, die einen «ungünstigen» Pass haben. (Im gleichen Zug fielen die skandalös ungerechten, willkürlichen Einbürgerungen von Spitzensportlern weg. Dasselbe gilt für die bescheuerten chauvinistischen Medaillenspiegel auf der Grundlage von hirnrissigen Privilegierungen einzelner Sportarten.)
Da der Spitzensport populär ist und noch nie unpolitisch war, könnte die «Superliga» eine wichtige gesellschaftliche Signalwirkung erzielen. Hier träten dann weltoffene Städte gegeneinander an und nicht mehr faschismusträchtige Nationen. Mit peppig aufgemotzten Hymnen und Flaggen statt mit Kasernenschrott aus der Zeit der Weltkriege.
Zwei Stolpersteine müssten aber ebenso exemplarisch beseitigt werden: Die Durchlässigkeit zu den nationalen Klubmeisterschaften (Wie wird auf- und abgestiegen?) und die Abzockerei. Die UEFA und die FIFA sind auf dem Finanzterrain zwar auch keine Engelchen und halten daher nun besser das Maul. Aber es ist klar, dass es auch in einer Superliga um enorm viel Geld gehen würde. Hier müsste dringend sichergestellt werden, dass der Breitensport grossflächig abgegolten wird, und schon hätte man wieder ein «Muster» für andere Lebenswelten («Vergemeinschaftete Finanztransaktionssteuern»).