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8.0 km
Publiziert: 16 Mai 2016
Die Taufkirche in Riva San Vitale ist das älteste noch erhaltene Gotteshaus in der Schweiz. Sie war eine der ersten Kirchen, die im Zuge der Christianisierung des Tessins gebaut wurden.
Die Taufkapelle Battistero di San Giovanni im Südtessiner Dorf Riva San Vitale ist das älteste vollständig erhaltene Bauwerk aus frühchristlicher Zeit in der Schweiz. Erbaut wurde der Johannes dem Täufer geweihte Sakralbau im späten 5. Jahrhundert. So unscheinbar das Gebäude mit den kleinen Fenstern von aussen auch wirken mag, das Innere beeindruckt auch nach heutigen Standards noch: Dominiert wird der 8-eckige Raum von einem in der Mitte aufgestellten Taufbecken. Die Wände sind mit Fresken aus romanischer und gotischer Zeit versehen. Dargestellt werden Szenen von Christi Geburt und dem jüngsten Gericht. Der mit schwarz-weissen Fliessen ausgelegte Raum wird heute noch genutzt. Teilweise handelt es sich noch um den ursprünglichen Bodenbelag.
Eigens zu dem frühchristlichen Baptisterium und der Kirche Santa Croce aus der Spätrenaissance verfasste die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgeschichte einen Führer, der die Lesenden im historischen Ort am Ufer des Luganersees begleitet. In dem in drei Sprachen erhältlichen, 40-seitigen Schweizerischen Kunstführer heisst es, dass die zwei Baudenkmäler von internationaler Bedeutung seien und die Wichtigkeit und den Glauben dieses Dorfs im Lauf der Jahrhunderte bezeugten. Vermutet wird gar, dass die Wurzeln, beziehungsweise die Fundamente, des achteckigen Gebäudes bis in die römische Zeit zurückreichen. Renoviert wurde das älteste Gotteshaus der Schweiz in den Jahren 1919 bis 1926 und 1953 bis 1955.
Das Baptisterium in Riva San Vitale ist von wesentlicher Bedeutung für die Geschichte der Christianisierung in der Schweiz. Von Riva San Vitale am Luganersee aus verbreitete sich das Christentum im Tessin. Das Dorf gilt als eines der ältesten kirchlichen Zentren des Bistums Como, zu dem es bis Ende des 19. Jahrhundert gehörte. Die Christianisierung des Alpenraums ging von den Bischofssitzen Mailand und Como aus. Anfangs gelangte die neue Religion vor allem entlang der Transitrouten zuerst in die städtischen Zentren und dann mithilfe einflussreicher Familien auch in die Peripherie. Mit dem Bau von Kirchen wurde Ende des 5. Jahrhunderts begonnen. Aus ebendieser Zeit stammt auch die Taufkirche von Riva San Vitale.