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„Before the dominance of Louis Armstrong, jazz was focused on the group rather than the individual. This was reflected in the common practice of frontline collective improvisation in New Orleans and Chicago jazz in the 1910s and 1920s.“
Das Erscheinen Louis Armstrongs legte den Grundstein einer bis heute anhaltenden Solistentradition im Jazz, welche die Idee der Frontline Improvisation immer mehr in den Hintergrund rücken liess. Ende der 50er-Jahre, mit dem Aufkommen des modernen Triospiels von u.a. dem Bill Evans Trio hielt die Idee der kollektiven Improvisation wieder Einzug in die Jazzlandschaft. Allerdings ging diese Art des Dialogisierens selten über traditionelle Trio- oder Quartettformationen hinaus.
Genau hier liegt der Kerngedanke des Marcio de Sousa Quintetts, welches mit der Wucht dreier Bläsern diese Interaktion und Intimität sucht und verstärkt – die Frontline Improvisation kehrt damit in einem neuen Gewand zurück. Traditionsbewusstsein im Jazz heisst, die Tradition selber immer wieder in Frage zu stellen, und die fünf Musiker beziehen ihre Kreativität aus ebendieser Kritischen Auseinandersetzung.
Bachelorprojekt Jazz von Marcio de Sousa (dr) mit Tapiwa Svosve, (as), Tobias Pfister (ts), Philipp Hillebrand (cl/bcl), Raphael Walser (b)