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Wie Selbstständige ihre Rente optimieren können
Ich bin 56 Jahre alt, selbstständig und besitze eine Attikawohnung an einer Toplage, die ich für 2 Millionen Franken gekauft hatte. Die Hypothekarbelastung, die ich amortisiere, ist derzeit 850’000 Franken. Ich habe kein BVG und eine voraussichtliche AHV von 1800 Franken. Lohnt es sich noch, in eine Pensionskasse zu investieren? Ich werde auch nach meiner Pensionierung weiterarbeiten. R.R.
Ihre Rente nach einer Pensionierung ist viel zu gering, damit Sie sich Ihren bisherigen Lebensstandard weiter finanzieren könnten. Solange Sie nach Erreichen des Rentenalters von gegenwärtig 64 Jahren bei Frauen weiterarbeiten, wie Sie es planen, spielt das keine grosse Rolle, denn Sie haben weiterhin Ihren Lohn aus Ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit.
Allerdings funktioniert das nur, solange es Ihnen gesundheitlich gut geht und Sie somit auch in der Lage sind, weiterzuarbeiten. Irgendwann aber im Alter sind Sie darauf angewiesen, dass Sie entweder auf eine zusätzliche Rente oder Vermögen zurückgreifen können, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten – erst recht, wenn Sie ein hohes Alter erreichen, was ich Ihnen natürlich wünsche.
Allerdings besitzen Sie – wie viele Selbstständige – kein BVG, sind also keiner Pensionskasse angeschlossen, was Sie auch nicht zwingend müssen.
Anhand Ihrer Schilderungen gehe ich davon aus, dass Sie Ihr Geld in Ihren Betrieb sowie in die Eigentumswohnung investiert haben. Beides hat einen beträchtlichen Wert und stellt faktisch Ihre Altersvorsorge dar. Der Nachteil liegt aber darin, dass Ihr Geld gebunden ist. Falls Sie das gebundene Geld irgendwann dann doch für Ihre Altersvorsorge brauchen, müssten Sie den Betrieb und möglicherweise auch die Wohnung verkaufen.
Wenn Sie Ihre Berufstätigkeit nach Erreichen des Rentenalters aufgeben würden, wäre die Tragbarkeit der Hypothek kaum mehr gegeben. Darum ist es wichtig, dass Sie weiter amortisieren.
Eine einfache Lösung um Ihre Altersvorsorge zu stärken, sehe ich in der steuerbegünstigten Säule 3a. Da Sie selbstständig sind und keiner Pensionskasse angehören, dürfen Sie pro Jahr 33’840 Franken in die 3. Säule einzahlen und bei den Steuern abziehen. Damit sparen Sie erheblich Steuern und könnten in den nächsten zehn Jahren 338’400 Franken für Ihr Alter auf die Seite legen.
Wenn Sie das Kapital zudem mittels Vorsorgefonds sinnvoll und auf Ihr Risikoprofil ausgerichtet anlegen, haben Sie die Chance, dass daraus in zehn Jahren dank Zinseszinseffekt vielleicht 350’000 Franken oder mehr werden. Wenn Sie sich freiwillig einer Pensionskasse anschliessen würden, was an sich möglich wäre, dürften Sie nur noch maximal 6768 Franken pro Jahr in die 3. Säule einzahlen. Darum würde ich in Ihrem Fall die 3. Säule für Selbstständige einer freiwilligen Pensionskassenlösung vorziehen.
Unabhängig von all diesen Überlegungen rate ich Ihnen, sich von einem Vorsorgeberater oder einer Vorsorgeberaterin Ihrer Bank oder Versicherung im Detail beraten zu lassen und einen Vorsorgecheck erstellen zu lassen, welcher all Ihre Vermögensteile mitberücksichtigt. Da sehen Sie zusätzlich zu Ihrer Lücke in der Altersvorsorge auch weitere Möglichkeiten, wie Sie Ihre finanzielle Situation in Hinblick aufs Alter optimieren können.
Wenn Sie übrigens über das Rentenalter hinaus weiterarbeiten, wie Sie es ohnehin planen, dürfen Sie weiterhin bis 70 den Maximalbetrag in die 3. Säule einzahlen. Damit sparen Sie auch dann Steuern und haben aus heutiger Sicht durchaus die Chance, in den nächsten 14 Jahren ihre Altersvorsorge deutlich zu stärken.
5 Kommentare zu «Wie Selbstständige ihre Rente optimieren können»
Stimmt so nicht immer! Der 3a Säulen Beitrag von Selbständigen kann stark begrenzt werden durch die Steuerbehörden. Entsprechend ihrer zu erwartenden AHV reicht ihr Einkommen wahrscheinlich nicht aus.
Als Frau darf man nur bis 69 Jahre einbezahlen, 5 Jahre über das PK Alter und nicht wie als Mann bis 70, ich muss dieses Jahr meine 3. Säule endgültig auflösen, ich arbeite weiter, werde aber 69 Jahre alt.
Eine Wohnung für 2 Mio., das scheint also schon eine Rolle im Leben zu spielen. Und kein Partner in Sicht? Vielleicht müsste man auch einmal an eine WG denken, um Mieteinnahmen zu generieren.
Um die 33’840 Franken pro Jahr in die 3. Säule einzahlen zu dürfen, müsste man allerdings auch ein Einkommen von ca. 170’000 .- pro Jahr haben. Denn es gilt maximal 20% des Erwerbseinkommens (aber auf keinen Fall mehr als 33’840).
Ob die Fragestellerin ein so hohes Einkommen hat, geht aus dem Text nicht hervor.
Meines Wissens ist die Einzahlung in die säule 3a für Selbständige auf 20% des ausgewiesenen Jahresgewinns beschränkt.