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Am 13. Oktober hat Herr Jin Nemoto aus Fukushima an einem Treffen in der Präfektur Kanagawa, nahe Tokyo, die aktuelle Situation in seiner Heimat berichtet. Er wohnt in der Stadt Fukusima, ca. 65 km vom AKW Fukushima I entfernt.
Laut der Atomkraftregulierungskommission beträgt die kumulierte Strahlendosis vom 24. März 2011 bis 6. Oktober 2014 im Stadtteil Sugitsuma 10.3 mSv, also in einem Jahr umgerechnet 2.87 mSv. Das ist fast dreimal höher als der Grenzwert für normale Bevölkerung, erzählte er. Würde die Strahlendosis vom 11. bis 23. März, als die AKW-Gebäude explodierten und eine grosse Menge radioaktive Stoffe in die Umwelt freigesetzt wurde, dazu mitgerechnet, würden die Werte noch höher. Aber genau das tun die Kommission und die Präfektur nicht.
Weiter zitierte Herr Nemoto aus den lokalen Medien, dass man in verarbeiteten Kakis und frischen Pilzen radioaktives Cäsium, dessen Werte höher lagen als die Grenzwerte, festgestellt hat.
Die kleinen Spielplätze im Wohnviertel wurden während letzten zwei Jahren als erstes dekontaminiert. „Aber niemand spielt dort. Mütter oder Väter mit kleinen Kindern sieht man überhaupt nicht mehr.“
In seinen Augen hat sich der psychische Zusammenbruch der Betroffenen drei Jahre nach dem Unfall plötzlich beschleunigt. Ihr Mistrauen wird immer grösser durch u. a. Pannen bei der Aufräumarbeit im AKW Fukushima I und die fragliche Dekontaminierungsarbeit. So nehmen Fälle von Alkoholabhängigkeit und Selbstmord immer mehr zu.