Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03505.jsonl.gz/1236

Ich beschloss, für mich und eine meiner Freundinnen eine Tea-Party zu veranstalten und ein sogenanntes Low Tea zuzubereiten. Low Tea wird traditionell zwischen 15 und 17 Uhr serviert und zu seinen typischen Bestandteilen gehören neben dem Schwarztee auch Scones und Sandwiches. Scones ist ein englisches Gebäck, das zum Tee mit Butter und Konfitüre gereicht wird. Die Sandwiches bestehen in der Regel aus weissem Toastbrot und werden mit Eiern, Gurken, Lachs oder Schinken belegt. Wer es süss mag, kann zum Low Tea auch ohne weiteres Muffins, Cupcakes oder Kuchen servieren.
Die grosse Frage
Ich stellte mich für gut zwei Stunden in die Küche, um Cupcakes und Scones selber zu backen, die Sandwiches zu machen und den Tee aufzusetzen. Weder die Gebäckstücke noch der Tee sind besonders schwierig zuzubereiten, und man findet auch in der Schweiz problemlos alle nötigen Zutaten dafür. Meine Freundin und ich setzten uns gegen drei Uhr an den Tisch und genossen den warmen Schwarztee und die verschiedenen Appetithäppchen. Dabei erzählte ich ihr von der grossen Frage, welche die Briten beschäftigt und spaltet: Wird zuerst der Tee oder zuerst die Milch in die Tasse gegossen? Nachdem ich beide Varianten ausprobiert hatte, schloss ich mich der Meinung von Königin Elisabeth II. an: Zuerst kommt die Milch, dann der Tee.
Zahlen und Fakten
Tee war zu Beginn derOberschicht vorbehalten
Tee wurde erst in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in London populär, aber schon gegen Ende des Jahrhunderts machten die Engländer den Niederländern den Teemarkt streitig. 1715 erlangte die East India Company bis 1834 das Handelsmonopol mit China. Zu Beginn war Tee nur den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten, da er extrem teuer war. Als 1783 die hohen Teesteuern gesenkt wurden, konnte sich erstmals auch die Mittelschicht das Genussmittel leisten. Im 18. Jahrhundert wurde England das Zentrum des europäischen Teemarktes und begann selber Schwarztee in seinen Kolonien anzubauen, um so den Devisenverlust, der beim Import von Tee entstand, zu verhindern. Bis 1900 stieg der Teekonsum pro Jahr auf 100000 Tonnen an. Heute ist der Nachmittagstee, eine leichte Mahlzeit zwischen Mittag- und Abendessen, fester Bestandteil der britischen Kultur und wird nach bestimmten Regeln serviert.lt