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Schwellenländer boomen. Das Wirtschaftswachstum vieler aufstrebender Volkswirtschaften dürfte in diesem Jahr grösser sein als jenes von Industrieländern wie Deutschland, USA oder Japan. Während die Konjunkturprognose in Europa für dieses Jahr von der Euro-Krise überschattet wird, erholen sich die Schwellenländer von der Finanz- und Wirtschaftskrise schneller.
Der IWF erwartet für den Euroraum 1,7 Prozent Wachstum – gering im Vergleich mit den 9,4 Prozent für Asien ex Japan und 7,9 Prozent für Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC).
Die weltwirtschaftliche Dynamik aus den Schwellenländern (Emerging Markets) bietet performance-orientierten und risikoaffinen Anlegern viele Möglichkeiten zu wachstumsorientierten Investitionen, auf den viele Depots noch nicht vorbereitet sind. Der Portfolio-Anteil an Schwellenländeraktien oder Fonds aus Schwellenländern ist Studien zufolge gegenüber anderen Asset-Klassen unterrepräsentiert. Der steigende Anteil und zunehmende Einfluss von Emerging Markets auf die Weltwirtschaft könnte jedoch jetzt ein Grund sein, über eine stärkere Gewichtung dieses Segments nachzudenken.
Gemessen am Marktwert produzieren die Emerging Markets und die aufstrebenden Märkte (Frontier Markets) wie etwa Vietnam, Nigeria oder Kasachstan bereits heuer 47 Prozent der Weltwirtschaftsleistung, und eine weitere Steigerung auf prognostizierte 51 Prozent im Jahr 2015 ist naheliegend.
Wo findet ein Investor das freundlichere Wirtschaftsklima?
In den Industrieländern hemmt der unaufschiebbare Schuldenabbau für viele Jahre alle Chancen auf eine Förderung des Wirtschaftswachstums. Billiges Kapital aus dem Ausland ins Land zu holen ist schwierig. Schwellenländer wie China oder Indonesien können dagegen eigene Reserven verwenden, um in ihre wirtschaftliche Zukunft zu investieren, und zusätzlich auf Auslandskredite von Investoren zurückgreifen, die sich für ihren Anteil an der Wirtschaftsleistung beteiligen wollen.
Demographische Faktoren
82 Prozent der Weltbevölkerung leben in den Schwellenländern. Sie kaufen ihre Grundversorgung mit Nahrung, Kleidung, Wohnraum und Energie zum überwiegenden Teil von lokalen Anbietern. Diese Nachfrage schafft Märkte für immer mehr Betriebe, die einheimisches Personal einstellen und so mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf zurückfliessen lassen. Auch die von ausländischen Unternehmen in die Niedriglohnländer ausgelagerten Bereiche wie Produktion, Informationstechnologie oder Dienstleistung wie Call Center fördern die Entwicklung einer breiter werdenden und auf sozialen Aufstieg bedachten Mittelschicht, die auf den sozialen Aufstieg achtet, sich kaum verschuldet und eine hohe Sparleistung hat.
Steigendes Konsumpotential
Gemäß einem Weltbank-Bericht von 2009 sind die Aussichten auf steigenden Konsum ein den Emerging Markets positiv. Bei steigendem Wohlstand und Lebensstandard der Menschen in diesen Ländern florieren die Märkte für alle Industrieprodukte, die in den entwickelten Volkswirtschaften den Markt teilweise bis zur Sättigung durchdrungen haben: Haushaltsgeräte, Autos, Unterhaltungselektronik, Mobiltelefone oder Computer.
So sind beispielsweise nur 1,2 Prozent der Einwohner Indiens Besitzer eines Autos, während in den USA 81 Prozent der Bevölkerung mindestens ein Auto besitzen. Hier wird also der Konsum steigen.
Verbesserungen der Infrastruktur sind eine natürliche Begleiterscheinung des wirtschaftlichen Aufstiegs, für die die Regierungen Milliarden ausgeben. Infrastrukturprojekte wie etwa die Errichtung von neuen Strassen, Flughäfen und Eisenbahnen oder Investitionen in Bildungseinrichtungen erfordern Rohstoffe und Personal und ziehen höher Löhne und Privatkonsum nach sich.
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