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Die Löwen im Wappen Zürichs ("Zürileuen")
Stadt und Kanton Zürich führen dasselbe Wappen. Der Zürileu gehört zum sogenannten Vollwappen. In diesem gibt es zwischen Stadt und Kanton Unterschiede. Im Gegensatz zum Vollwappen der Stadt Zürich weist jenes des Kantons Zürich keine Krone über dem Schild auf. Dagegen trägt der eine Löwe ein Schwert, der andere einen Palmwedel. Das Schwert symbolisiert den Krieg und die Staatsgewalt, der Palmwedel ist ein Symbol des Friedens. Die Löwen fungieren als Schildhalter.
Das heute übliche Stadtsignet mit den stilisierten Löwen als Schild-- und Kronenhalter, ist eine moderne Umzeichnung des Vollwappens; man sollte es besser als Stadtemblem bezeichnen. Über dem Wappen findet sich eine fünfzinnige Mauerkrone. Bis ins 18. Jahrhundert wurde über dem Wappenschild die Reichskrone abgebildet. Die älteste Abbildung von Löwen im Zusammenhang mit dem Zürcher Wappen stammt aus der Zeit um 1490/1500. Die Löwen sind dargestellt auf einer Glasmalerei von Lux Zeiner (gestorben um 1513). Die Wappenscheibe wird heute im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich aufbewahrt. Auf der Stadtansicht von Jos Murer aus dem Jahr 1576 finden sich über den beiden Zürcher Wappen das Reichswappen mit dem Doppeladler, der Reichsapfel und die Reichskrone, die ebenfalls von den beiden Löwen gehalten wird.
Der Löwe - schon in der Antike als König der Tiere bezeichnet - verkörpert Eigenschaften wie Mut, Kraft, Stärke, Kühnheit und Tapferkeit. Er ist wohl das beliebteste Tier in der Heraldik überhaupt. Dabei kommt er einerseits als eigentliches Wappentier vor (wie im Wappen von Winterthur und Kyburg), anderseits eben als Schildhalter. Die Wahl der Schildhalter entspricht der jeweiligen heraldischen Tradition: Löwen (Zürich, Bern, Luzern), Basilisken (= Fabelwesen; Basel); es können auch Personen oder Wesen wie Heilige und Engel, auch Krieger oder Wildmänner sein, die den Wappenschild halten. Die Auswahl wurde sehr frei gehandhabt. Ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen der Symbolik des Wappens und jener der Schildhalter besteht in der Regel nicht. Auch ist eine Verknüpfung des Zürileus mit lokalem Sagen- -oder Legendengut nicht möglich.
Helmut Kurtz (1903 - 1959) schuf 1946 das heute gebräuchliche Stadtemblem, das auch im Briefkopf der städtischen Behörden und der Stadtverwaltung verwendet wird. 1975 wurde die dreizinnige Mauerkrone durch eine solche mit fünf Zinnen ersetzt.
1953 hat sich die Stadt ein von Pierre Gauchat (1902 - 1956) gestaltetes neues Siegel gegeben.
Literatur:
- Peter Ziegler, Die Gemeindewappen des Kantons Zürich, Herausgegeben von der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977
- Viktor Schobinger, Zürcher Wappenkunde, 4. Auflage, Zürich 1993 Links: