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Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL und das Bundesamt für Umwelt BAFU haben am 16. März 2010 die Ergebnisse des dritten Landesforstinventars (LFI3) präsentiert. Die erste Erhebung (LFI1) wurde in den Achtziger-, die zweite (LFI2) in den Neunzigerjahren durchgeführt. Nun liegen die Ergebnisse der dritten Erhebung (LFI3) vor. Das LFI ist ein langfristig angelegtes Instrument für die Waldbeobachtung. Es ist eine wichtige Datengrundlage für politische und forstwirtschaftliche Entscheide und leistet einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz des Schweizer Waldes. So dienen die neuen Erkenntnisse als Grundlage zur Überprüfung der im Waldprogramm Schweiz (WAP – CH) festgelegten Ziele sowie zur Erarbeitung einer Biodiversitätsstrategie. Darüber hinaus liefert das LFI wertvolle Daten für Waldforschung, Umweltbildung und Klimaschutz. Der im Holz gebundene Kohlenstoff gilt gemäss Kyoto-Prozess als „Kohlenstoffsenke“.
Die Ergebnisse des aktuellen Landesforstinventars zeigen ein genaues Bild der Entwicklung des Schweizer Waldes. Der Schweizer Wald bedeckt heute eine Fläche von 1,28 Millionen Hektaren. Im Vergleich zum zweiten Landesforstinventar (LFI2, Aufnahmejahre 1993-1995) nahm die Waldfläche innerhalb von elf Jahren vor allem im Alpengebiet zu. Insgesamt war eine Zunahme von rund 600 Quadratkilomentern zu verzeichnen, was annähernd der Gesamtfläche des Kantons Glarus entspricht.
Der seit 25 Jahren wachsende Holzvorrat hat in der letzten Untersuchungsperiode mit +3% weniger stark zugenommen als in früheren Untersuchungserioden. Die Gründe dafür waren die intensivere Holznutzung sowie die Auswirkungen von Naturereignissen wie dem Sturm Lothar 1999, dem Hitzesommer 2003 und den Folgeschäden durch Insekten, die vor allem im Mittelland und in den Voralpen deutliche Spuren hinterliessen.
Die Biodiversität im Schweizer Wald hat sich positiv entwickelt. Aus lediglich einer Baumart bestehende Bestände haben noch einen Anteil von 19%, das sind 4% weniger als beim LFI2. Artenreiche Waldränder mit mehr als 10 Gehölzarten sind häufiger geworden. Die Anzahl und die Holzmenge abgestorbener Bäume (Totholz) haben sich seit 1985 verdreifacht. Der Totholzvorrat beträgt heute 18,5 m3 pro Hektare, ein für mitteleuropäische Verhältnisse relativ hoher Wert. Im Mittelland und im Jura soll der Totholzanteil noch gesteigert werden, und zwar durch Naturwaldreservate, Altholzinseln und das Stehenlassen einzelner alter Bäume, auch im bewirtschafteten Wald. Die Stammzahl so genannter Giganten, gemeint sind Bäume mit einem Brusthöhendurchmesser von mehr als 80 cm, verdoppelte sich seit 1985. Solche alten, dicken Bäume sind für tausende von Tier- und Pilzarten wichtige Lebensräume. Mehr Totholz und mehr Giganten bedeuten daher gute Voraussetzungen für die Biodiversität im Wald. Auch die Waldränder sollen vielfältiger werden, damit die Wälder mit der offenen Landschaft besser vernetzt werden.