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ProRes
Kategorie
Videoformate
Abkürzung
ProRes
.mov (ein ProRes-Datenstrom wird typischerweise in einem QuickTime-Container verpackt)
fmt/797
Titel
Apple ProRes Video Codec
Versionen
Es existieren sechs Versionen mit unterschiedlicher (absteigender) Komprimierung:
ProRes 422(Proxy), ProRes 422(LT), ProRes 422, ProRes 422(HQ), ProRes 4444, ProRes 4444(XQ).
Standardmässig werden alle Bildformate unterstützt (SD, HD, 2K, 4K & 5K) und eine Auflösung von 10 Bit pro Bildkanal.
ProRes 4444 unterstützt 12 Bit und ProRes 4444(XQ) 16 Bit, zudem ohne Farbunterabtastung (engl. chroma subsampling).
Beschreibung
Der Codec ist speziell für die Postproduktion entwickelt worden, mit dem Ziel, die Bitrate möglichst ohne Qualitätsverlust für die Nachbearbeitung zu reduzieren, und zwar im Gegensatz zu anderen Codecs mittels variabler Bitrate (VBR), aber ohne für den Videoschnitt problematische Interframe(temporale)-Komprimierung.
Die sechs Codec-Versionen eignen sich für unterschiedliche Anwendungsfälle, die 422-Versionen eher für den Consumerbereich, die 444-Versionen für den professionellen Einsatz.
ProRes 4444 und ProRes 4444(XQ) können als verlustfreie Komprimierung betrachtet werden. Durch die 10-Bit-Farbtiefe wird aber generell eine bessere Qualität erreicht als das bei MPEG-4
mit standardmässig 8 Bit der Fall ist.
Bewertung
ProRes ist ein proprietärer Codec von Apple. Apple informiert periodisch mit High Level White Paper (siehe Referenz) über die ProRes-Formatfamilie. Zudem existiert ein Reverse Engineering durch ffmpeg für ProRes 422.
ProRes ist ein proprietärer Codec von Apple.
Das Format ist in der Postproduktion weit verbreitet und wird nicht nur von Videoschnittsystemen von Apple (Final Cut Pro) unterstützt, sondern auch von Avid Media Composer und Premiere Pro von Adobe.
Vor allem für die Postproduktion geeignet, die fehlende temporale Komprimierung erleichtert das Bearbeiten. Besonders ProRes 422(HQ), ProRes 4444, ProRes 4444(XQ) garantieren eine verlustfreie Komprimierung.
ProRes ist grundsätzlich an herstellerspezifische Hardware, Betriebssystem und Begleitsoftware gebunden. Eine Implementierung in einen kommerziellen Workflow ist nur mit Lizenzierung durch Apple realisierbar.
Durch variable Bitrate wird eine relativ hohe Komprimierung erreicht, etwa vergleichbar mit MJPEG2000
, jedoch nicht mit MPEG-4
.
Durch Anwenden eines entsprechenden Codec (Decoder Software) auf den Video Stream lässt sich die korrekte Codierung verifizieren. Fehlertoleranz und automatisches Recovery in der Decodersoftware schwächt die Aussagekraft der Verifizierung.
Die Komplexität scheint geringer als bei anderen komprimierten Videoformaten. Durch die fehlende vollständige Offenlegung ist dies aber nicht zu überprüfen.
Metadaten werden unterstützt.
ProRes ist in Archiven kaum in Verwendung und nicht als archivtauglich anerkannt. Es gewinnt aber zunehmend als Ablieferungsformat an Bedeutung.
Durch die weite Verbreitung entwickelt sich das Format zu einem De-facto-Standard.
Es ist aber noch unklar, welche Strategie Apple mit ProRes weiter verfolgen wird. Im Augenblick lizenziert Apple das Format an andere Softwarehersteller und toleriert Reverse Engineering von Seiten der Open-Source-Community.
Es handelt sich um ein aktuelles Format in der Video Postproduktion.
Fazit
Die fehlende Offenheit und Lizenzfreiheit kann auf absehbare Sicht die Kompatibilität und damit potenziell auch die Migrationsfähigkeit massiv einschränken. Grundsätzlich kann ProRes deshalb nicht für die Archivierung empfohlen werden.
Referenz
Informationen zu Apple ProRes
https://support.apple.com/de-de/HT202410
Apple ProRes, White Paper, June 2014
https://www.apple.com/final-cut-pro/docs/Apple_ProRes_White_Paper.pdf
Multimedia Wiki
http://wiki.multimedia.cx/index.php?title=Apple_ProRes#ProRes_422_Standard_Definition_.2F_High_Quality_codec
Literatur
Verbindungen
Containerformate