Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03582.jsonl.gz/1936

Schielen / Strabismus
Vor allem bei Kindern häufig auftretend, kann es mit frühzeitigem Training in der Sehschule behandelt werden
Was ist Schielen (Strabismus)?
Schielen ist der medizinische Begriff für einen Zustand, bei dem die Augen in unterschiedliche Richtungen zeigen. Ein Auge kann nach innen, nach aussen, nach oben oder nach unten gerichtet sein, während das andere Auge nach vorne blickt.
Schielen ist häufig und betrifft etwa eines von zwanzig Kindern. Es entwickelt sich in der Regel, bevor ein Kind fünf Jahre alt ist, kann aber auch später auftreten, und auch Erwachsene können wegen Schielen behandelt werden.
Wie sich das Schielen auf die Sehkraft auswirkt
Das offensichtlichste Anzeichen für Schielen sind Augen, die nicht parallel, sondern in verschiedene Richtungen schauen. Aufgrund der Fehlstellung der Augen kommt es zu Doppelbildern, gegen die sich das Gehirn wehrt, indem es das vom schielenden Auge kommende Bild unterdrückt. Die Folge davon ist, dass das nicht richtig genutzte Auge im Laufe der Zeit amblyop, also sehschwach wird.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Schielen bereits bei Kleinkindern behandelt wird bzw. die Therapie so früh wie möglich beginnt. Da beim Schielen kein dreidimensionales Bild entsteht, können Unfälle die Folge sein und auch die Berufswahl kann eingeschränkt sein. Bei einer frühzeitigen Behandlung kann ein räumliches Sehen ohne oder mit nur einer geringen Beeinträchtigung erreicht werden.
Arten des Schielens und Ursachen
Am häufigsten ist ein Auge nach innen (konvergentes Schielen) oder nach aussen (divergentes Schielen) gerichtet. Seltener kann es auch nach oben oder unten gerichtet sein (vertikales Schielen). Es gibt verschiedene Bezeichnungen dafür, wie oft das Schielen vorhanden ist. Schielt jemand ständig, spricht man von einem konstanten Schielen, schielt jemand nur zu bestimmten Zeiten, spricht man von einem intermittierenden Schielen.
Manche Babys werden mit einem Schielen geboren (so genanntes angeborenes oder kindliches Schielen), und manche Kinder entwickeln ein Schielen erst später (so genanntes erworbenes Schielen).
Erworbenes Schielen kann dadurch verursacht werden, dass das Auge versucht, ein Sehproblem zu überwinden, zum Beispiel Kurz- oder Weitsichtigkeit. Auch genetische Faktoren spielen bei vielen Schielern eine Rolle, aber in vielen Fällen ist die Ursache unbekannt. Selten kann Schielen durch eine Erkrankung des Auges selbst verursacht werden.