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Das Lymphsystem des Körpers gehört zu den wichtigsten Teilen des menschlichen Immunsystems. Unsere Lymphgefässe und Lymphknoten, das Knochenmark, die Mandeln und die Milz dienen dazu, uns gesund zu halten. So werden Tumorzellen in den Lymphknoten abgefangen, Bakterien und Fremdkörper entsorgt. Über das Lymphsystem, das sich durch den gesamten Körper zieht, werden auch Abfallprodukte des Stoffwechsels transportiert. Von den oberflächlichen Lymphgefässen fliesst die sogenannte Lymphe in die tiefen Lymphgefässe und wird von dort in die Venen geleitet. Ist das Lymphsystem gestört, kann die Lymphe nicht mehr abfliessen: Sie staut sich. Durch diesen Rückstau, Lymphödem genannt, schwillt das umliegende Gewebe an. Meist sind Arme, Beine oder Genitalien betroffen.
Primäre oder sekundäre Lymphödeme
Wir unterscheiden zwischen angeborenen Fehlbildungen des Lymphsystems, sogenannten primären Lymphödemen, und sekundären. Die sekundären Lymphödeme entstehen, wenn das Lymphsystem durch Tumore und Operationen beschädigt worden ist. Frauen, die sich einer Brustkrebsoperation oder eine Tumoroperation im Becken (z. B. bei Gebärmutterkrebs) unterziehen mussten, haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Lymphödemen. So wird die Häufigkeit eines Lymphödems für Brustkrebspatientinnen mit 6 bis 40 Prozent angegeben, für Tumoroperationen im Becken mit 1 bis 47 Prozent. Insgesamt geht man davon aus, dass ca. 20 Prozent der Brustkrebspatientinnen ein Lymphödem in unterschiedlicher Ausprägung entwickeln. Es gibt verschiedene Operationsverfahren, insbesondere für Patientinnen, denen während einer Brustkrebsoperation die Lymphknoten der Achselhöhle entfernt wurden.
Abbildung: Mikrochirurgischer Lymphknotentransfer aus der Leiste zur Axilla und lymphovenöse Bypassoperation
Lymphovenöse Anastomose
Bei diesem Verfahren werden die oberflächlichen Lymphgefässe direkt an die Venen angeschlossen. So können gestörte Lymphabflusswege umgangen werden, und die Lymphe kann direkt in das venöse System abfliessen. Der operative Zugang erfolgt über nur 2 bis 3 cm kurze, oberflächliche Schnitte. Für diese Operationsmethode verwendet man Supermikrochirurgie, da die Lymphgefässe nur einen Durchmesser von 0,5 mm aufweisen.
Vaskularisierter Lymphknotentransfer
Hierbei werden mehrere Lymphknoten mit Haut- und Fettgewebe aus der Leistengegend mit einem eigenen Blutgefässsystem entnommen. Anschliessend wird das Narbengewebe im Bereich der Achsel entfernt und das Lymphknoten-Fettpaket im Achselbereich mikrovaskulär angeschlossen. Das transplantierte Gewebe wird unter dem Operationsmikroskop mit den Blutgefässen verbunden. Neue Lymphgefässe können sich während des Heilungsprozesses ausbilden. Diese Methode kann sehr gut mit einem sekundären Brustaufbau kombiniert werden, wenn das Gewebe vom Bauch (DIEP-Lappen) verwendet werden soll. Welche dieser Techniken in Frage kommt, hängt vom individuellen Fall ab. Manchmal können resp. müssen die Techniken kombiniert werden.
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