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Das Anlegen eines Tracheostomas bei Kindern ist mittlerweile üblich geworden. Aber der Umfang an Schulung, den Familien nach dem Austritt ihres Kindes aus dem Spital erhalten, ist eher begrenzt. Das Spitalpersonal ist bewandert darin, akute Pflege zu leisten, die krankheitsorientiert ist. Die Entlassung nach Hause ändert den Schwerpunkt der Pflege: Nun steht im Gegensatz zur Krankheit die Gesundheit im Vordergrund. Das Team, welches ein tracheotomiertes Kind nach Hause verlegt, muss beides beherrschen und verstehen: die akute, spitalbasierte Pflege und die Konzepte der Pflege einer chronischen Erkrankung.
In vielen Spitalumgebungen wird zum Beispiel für jeden Absaugvorgang ein neuer Absaugkatheter benutzt, aber Versicherungsgesellschaften bezahlen selten mehr als 100 bis 150 Absaugkatheter pro Monat, wenn das Kind zu Hause gepflegt wird. Das Personal sollte darüber informiert sein, dass eine Wiederverwendung von Absaugkathetern in der häuslichen Umgebung üblicherweise tragbar ist. Das Personal sollte zudem erklären können, weshalb im Spital bei jedem Absaugvorgang ein neuer Katheter gebraucht wird.
In den meisten Spitalumgebungen sind es Atemtherapeuten und Pflegefachpersonen, welche die Eltern in der Pflege eines tracheotomierten Kindes schulen. Eine gute Schulung erhöht die Kenntnisse und Fähigkeiten der Eltern in der Pflege ihres Kindes. Dabei konzentriert sich die Schulung auf die Sicherheit des Kindes. Die Sicherheit beginnt mit dem Verstehen, dass jede Familie einen individuellen Schulungsplan benötigt. Auf folgende Punkte sollte bei der Schulung von Eltern geachtet werden:
Folgende grundlegende Kategorien von Kenntnissen und Fähigkeiten müssen gelernt werden, um ein tracheotomiertes Kind zu pflegen:
- Absaugen des Sekretes
- Wechseln der Trachealkanüle
- Stomapflege
- Pflege der umliegenden Haut
- Kenntnisse für den Notfall
Jede Person, die die Pflege übernimmt, sollte schriftliche Informationen zur Verfügung haben. Diese sollen einen schnellen Überblick geben und ein Leitfaden sein. Die Familienmitglieder sollten zudem in Herzmassage (CPR) geschult sein.
Nachdem die Familienmitglieder geschult wurden, sollten sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in einer kontrollierten Umgebung üben. Dies ist eine Übergangsphase zwischen der akuten und der chronischen Welt, auch „Nesting“ genannt.
Das Fachpersonal sollte sicherstellen, dass während des „Nestings“ diejenigen Apparaturen zur Verfügung stehen, welche später zu Hause in Gebrauch sind. Diese Apparaturen sollen die Familienmitglieder während des „Nestings“ so oft als möglich gebrauchen. Zum Equipment gehören ein tragbares Absauggerät, ein kleiner Inhalator, ein Bildschirmüberwachungsgerät, ein Oximeter, eine Ernährungspumpe und ein Ventilator. In dieser Umgebung können die Familienmitglieder auch Problemlösungen üben. Die Erfahrungen aus dem „Nesting“ sollten von einer Nachbesprechung gefolgt sein.
Wenn alle damit einverstanden sind, dass das Kind vom medizinischen Standpunkt her dazu bereit ist und die Familie vollständig geschult ist, ist die Verlegung nach Hause die letzte zu überwindende Hürde. Zwei Tage vor der Heimreise sollten keine Änderungen mehr im Pflegeplan gemacht werden. Zuhause sollten die Familienmitglieder eine Liste mit allen Kontaktnummern haben.
So gibt eine intensive Schulung, die noch im Spital durchgeführt wurde, den Eltern eine gute Grundlage, ihr Kind zuhause erfolgreich pflegen zu können. Denn gut instruierte pflegende Familienmitglieder gewährleisten, dass ein tracheotomiertes Kind sicher ist, egal wo es sich befindet.
Penny Morgan Overgaard, James Woodward, Kristen Meliska: Transitioning New Tracheostomies. Use these training strategies to help parents care for children at home.
Hier finden Sie den vollständigen Artikel in englischer Sprache >>
Weitere Informationen, in englischer Sprache, über die Pflege von tracheotomierten Kindern finden sie unter den folgenden Links:
Brettspiel, mit dem die betroffenen Kinder auf ihre Verlegung nach Hause vorbereitet werden können >>
Detaillierter Leitfaden zur Pflege von tracheotomierten Kindern>>