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Geschwister eines ausserfamilär platzierten Kindes
Handlungsempfehlungen für Beistandspersonen mit Fokus auf die systemische Familienarbeit unter Berücksichtigung der Besonderheit der Geschwisterbeziehung
Die vorliegende Fachliteraturarbeit befasst sich mit Handlungsempfehlungen für Beistandspersonen, welche eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB nach Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts gemäss Art. 310 Abs. 1 ZGB für ein Kind aus einer Familie führen. Die Geschwister des ausserfamiliär platzierten Kindes verbleiben dabei im Familiensystem. Diese besondere Konstellation erfordert von der Beistandsperson eine systemische Arbeitsweise, um der gesamten Familie gerecht zu werden.
Aufgrund der innerfamiliären Bindungen sind alle Familienmitglieder voneinander abhängig, selbst wenn eine Person abwesend ist (Virginia Satir, 1972/1975, S. 189 & S. 213). Dies bedeutet, dass ein ausserfamiliär platziertes Kind nach wie vor Einfluss auf das Familiensystem ausübt. Durch die Trennung eines Familienmitgliedes muss sich das Familiensystem neu formieren und folglich die Rollen umverteilen (Salvador Minuchin, 1976/2015, S. 122). Sowohl für die Eltern als auch für die Geschwister hat dies weitreichende Auswirkungen.
Gemäss Gabriele Bindel-Kögel (2011) ist auffallend, dass Geschwister gestaffelt platziert werden, wenn es nicht gelingt, das Familiensystem zu stabilisieren (S. 31). Die besondere Gefahr besteht darin, dass weniger auffällige Geschwister übersehen werden (Bindel-Kögel, 2011, S. 59). Ziel ist deshalb, die Beistandsperson für einen Einbezug der Geschwister in den Unterstützungsprozess zu sensibilisieren.
Massgebend ist, dass das gesamte Familiensystem begleitet und gestützt wird. Dazu gehören nicht nur Gespräche mit den Eltern und dem ausserfamiliär platzierten Kind, sondern auch das aktive Einbeziehen der im Familiensystem verbleibenden Geschwister.