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Adalbert Häfliger
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 10. Oktober 1907
Priesterweihe: 19. Juni 1910
Lehrer an der Stiftsschule: 1910–1918, 1919–1943
Präfekt: 1913–1918, 1919–1943
Kapellmeister: 1920–1943
Direktor des Instituts Marienburg: 1943–1955
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Josef Häfliger und der Katharina Steiger.
Lebensbeschreibung[1]
Julius Häfliger wurde am 9. November 1885 im Weiler Wellnau ob Triengen als das Kind einer Bauernfamilie geboren. Er trat im Herbst 1899 in die erste Klasse der Engelberger Klosterschule ein. Der erste Klassenlehrer des kleinen, aber beweglichen "Juli" war P. Chrysostomus Dahinden. Julius war ein sehr talentierter, aber auch ein fleissiger Schüler, der fast durchwegs ausgezeichnete Noten erreichte. Als Freifächer belegte der wissensdurstige und musikalisch begabte Knabe Italienisch, Klavier, Orgel und Harmonielehre. In der sechsten Klasse bekleidete er das Amt des Sodalitätsvorstehers und war Präsident der Akademie. Die Matura bestand Julius als Externer in Schwyz und bat dann um Aufnahme ins Noviziat.
Am 19. Juni 1910 wurde er zum Priester geweiht. Im Herbst darauf stand er schon als Klassenlehrer vor 26 schüchternen, aber wissbegierigen Erstklässlern, zu denen auch die Patres Raphael Meile und Gall Heer gehörten. P. Adalbert blieb Lehrer in den unteren drei Klassen bis 1918, als er für ein Jahr zu weiterer Ausbildung in alter Philologie und Musik Urlaub erhielt und die Universität Zürich besuchte. Ab 1913 versah er auch das Amt des Präfekten; er wurde die rechte Hand des alternden Rektors P. Frowin Durrer, den er während eines längeren Erholungsaufenthaltes vertreten musste. Nach seiner Rückkehr aus Zürich lehrte P. Adalbert Latein und Griechisch in der 7. und 8. Klasse, blieb weiterhin Präfekt und übernahm dazu noch, obwohl er sozusagen vollbeschäftigt war, 1920 das Amt des Kapellmeisters. Später unterrichtete er die alten Sprachen am Lyzeum. P. Adalbert bekleidete das Amt eines Präfekten durch volle dreissig Jahre. Diese formten P. Adalbert zu einem Präfekten, der Bedrängnisse, Nöte und Probleme der Jugend wahrnahm.
Das Amt des Kapellmeisters war für P. Adalbert liebste Pflicht, der er mit hohem Verantwortungsbewusstsein während 23 Jahren nachkam. Er schrieb 1920 in das seit 1870 geführte Kapellmeisterjournal: "Wenn ich zu den Lasten der Präfektur noch die Mühen des Kapellmeisters auf mich nehme, so geschieht es in der vielleicht anmassenden Erwägung, auf diesem Posten am ehesten etwas zur Verwirklichung des benediktinischen Grundsatzes beitragen zu können: Ut in omnibus glorificetur Deus […]. Ich weiss, dass ich eine sehr schwere Bürde auf mich nehme. Doch wird Arbeitslust, die Liebe zur heiligen Kunst der Töne und nicht zuletzt die Begeisterung für einen feierlichen Gottesdienst mir manche bittere Stunde versüssen. Mein Grundsatz lautet: ‘Für die Kirche ist nur das Beste gut genug’, obwohl ich mir vollständig bewusst bleibe, dass ich nichts Vollkommenes zustande bringen werde."
Die Kapellmeister-Ära P. Adalberts war auch ausgezeichnet durch gediegene Theateraufführungen in der Fastnachtszeit. Mit feinem Gespür wusste er die Stücke und die Rollenträger auszuwählen. Nach gelungenen Aufführungen strahlte dem Kapellmeister die Freude aus den Augen; hatte nicht alles restlos geklappt, machte sich der Ärger für gewöhnlich nicht laut Luft, sondern wurde in der Brust vergraben. In den Proben aber entlud sich das feurige Temperament hie und da zu einem urplötzlichen Gewitter. Auf kompositorischem Gebiet ist die Oper "Sühneblut" das umfangreichste Werk von P. Adalbert. Er schrieb ferner für die Sonntage der Sommermonate eine ganze Reihe von Offertorien für Männerchor, sowie ein gutes Dutzend "Falsi Bordoni" für die gleiche Besetzung zur feierlichen Gestaltung des "Magnificat" an höheren Festtagen. Daneben entstanden kleine Kompositionen für Frauenchor.
Am 26. Januar 1943 erlitt P. Adalbert bei einem schweren Bobunfall eine Gehirnerschütterung sowie einen Bruch des rechten Oberschenkels und Wadenbeins. Ein langes Schmerzenslager und das Gebot weiterer Schonung veranlassten P. Adalbert, beim Abt um einen leichteren Posten nachzusuchen. So vertauschte er den Dirigentenstab mit dem Posten des Direktors der Schule Marienburg im Wiggertal. Nebst dem Gesangsunterricht für Schwestern und Töchter lehrte P. Adalbert Religion und Kirchengeschichte und führte den Deutschkurs für die neueintretenden Zöglinge aus dem Tessin und der romanischen Schweiz. Daneben half er in den umliegenden Gemeinden oft im Beichtstuhl und auf der Kanzel aus. So arbeitete P. Adalbert wieder beinahe zwölf Jahre auf seinem neuen Wirkungsfeld, wenn auch nicht mehr eingespannt in einen Grossbetrieb, so doch tätig vom Morgen bis zum Abend. P. Adalbert starb unerwartet am 15. Juni 1955 in Wikon.
Werke
Schriften[2]
- Unsere grosse Orgel, in: Titlisgrüsse 12, 1926, S. 48-52.
- Hänsel und Gretel, in: Titlisgrüsse 19, 1932/1933, S. 77-81.
- Mitarbeit Titlisgrüsse (regelmäßige Berichte über Musik in Engelberg).
Musik[3]
- Jauchze o Freude den Jubelklang aus wonnevollem Herz - Coro femminile, pf.
- Lass uns Mutter heute singen Dir voll Glück ein heilig Lied - Coro femminile, pf.
- Mihi autem nimis honorati sunt amici - Coro femminile, org.
- Sei gegrüsst - V, Coro femminile, org.
- Willkommen edler lieber Vater grüss Gott in deiner Kinder Schar - Coro femminile, pf.
Professnummer
- Nr. 698
Einzelnachweise
Bibliographie
- Nachruf P. Adalbert Häfliger, in: Titlisgrüsse 41, 1954/55, S. 84-90.