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Das Wichtigste in Kürze
- Darsteller sollen Verträge leichter kündigen können.
Das am Mittwoch verabschiedete Gesetz soll verhindern, dass junge Japanerinnen, denen ein Job als Model oder Popstar versprochen wurde, ungewollt als Pornodarstellerin enden. Solche Erfahrungen könnten «schwere Traumata» verursachen, sagte die Anwältin Kazuko Ito, die gegen Missbrauch und Ausbeutung in der japanischen Pornoindustrie kämpft.
Das neue Gesetz ermöglicht Pornodarstellern, ihre Verträge nach der Veröffentlichung eines Films ohne Angabe von Gründen und ohne Zahlung einer Vertragsstrafe zu kündigen. Die Produzenten müssen dann die im Umlauf befindlichen Kopien zurückrufen und den betreffenden Film im Internet löschen.
Bisher seien Pornofilme «praktisch für immer» verfügbar und könnten von unbegrenzt vielen Menschen angeschaut werden, sagte Ito der Nachrichtenagentur AFP. Das «bahnbrechende» neue Gesetz richte sich daher «sehr eng an den Interessen der Opfer aus».
Pornodarsteller können ihre Verträge nun zunächst bis zu zwei Jahre nach der Veröffentlichung eines Films kündigen, später wird dieser Zeitraum auf ein Jahr verkürzt. Das neue Gesetz sieht ausserdem vor, dass die Produzenten erst einen Monat nach Vertragsschluss mit den Dreharbeiten beginnen dürfen. Nach dem Dreh müssen sie vier Monate bis zur Veröffentlichung verstreichen lassen.
An dem Gesetz wurde gearbeitet, seitdem das japanische Parlament im April die Volljährigkeit von 20 auf 18 Jahre herabgesetzt hatte. Dies schürte die Sorge, dass 18- und 19-jährige Frauen ungewollt in der Pornoindustrie landen, weil sie Verträge nicht mehr so einfach auflösen können wie Minderjährige.
Eine Youtuberin, die unter dem Namen Kurumin Aroma bekannt ist, berichtete, sie habe davon geträumt, Musikerin zu werden - und sich so von der Pornoindustrie anwerben lassen. «Irgendwann war ich von mehr als einem Dutzend Menschen umringt, die mich daran erinnerten, wie viel Geld und Zeit sie in mich investiert hatten», sagte sie kürzlich vor Journalisten in Tokio. «Wenn Mädchen im Alter von 18 oder 19 Jahren die Gelegenheit bekommen, ihren Traum zu verwirklichen, sind sie meines Erachtens nicht in der Lage, vernünftige Entscheidungen zu treffen.»
Pornoproduzenten, die Schauspielern eine Auflösung ihres Vertrags verweigern, müssen nun mit bis zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von bis zu drei Millionen Yen (21.240 Euro) rechnen. Die Geldstrafe für Unternehmen liegt bei bis zu 100 Millionen Yen.