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Covid-19 FAQ
Kurzarbeit
- Ich bin auf Kurzarbeit. Muss ich im Rahmen meiner vertraglich vereinbarten Arbeitszeit gleichwohl jederzeit auf Abruf zur Verfügung stehen?
- Meine Arbeitgeberin hat gegen meinen Willen Kurzarbeit für mich beantragt. Ist das erlaubt?
- Ich arbeite auf Abruf mit stark schwankendem Arbeitspensum. Darf mich meine Arbeitgeberin auf Kurzarbeit setzen?
- Ich bin in der Lehre und wurde auf Kurzarbeit gesetzt. Ist das überhaupt erlaubt?
- Ich habe das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht und meine Arbeitgeberin will mich nicht auf Kurzarbeit setzen. Ist das korrekt?
- Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag. Konnte meine Arbeitgeberin eine Kurzarbeitsentschädigung für mich beantragen?
- Ich bin im gekündigten Verhältnis. Kann meine Arbeitgeberin für mich Kurzarbeit beantragen?
- Muss meine Arbeitgeberin die Sozialversicherungsbeiträge auch bei Kurzarbeit zahlen?
- Ich bin im Mutterschaftsurlaub. Hat die Kurzarbeit Einfluss auf mein Taggeld?
- Ich bin krankgeschrieben. Hat die Kurzarbeit Einfluss auf mein Taggeld?
- Ich bin wegen eines Unfalls arbeitsunfähig. Hat die Kurzarbeit Einfluss auf mein Taggeld?
- Meine Arbeitgeberin hat aufgegeben und will in den Konkurs. Kann ich verlangen, dass sie Kurzarbeit einführt, um den Konkurs zu verhindern?
- Ich bin angestellt und durfte meinen Beruf aufgrund der Massnahmen des Bundes nicht mehr ausüben. Hatte ich für diese Zeit weiterhin Anspruch auf meinen Lohn?
Ich bin auf Kurzarbeit. Muss ich im Rahmen meiner vertraglich vereinbarten Arbeitszeit gleichwohl jederzeit auf Abruf zur Verfügung stehen?
Nach der hier vertretenen Auffassung ja.
Die Kurzarbeitsentschädigung deckt den Verdienstausfall. Besteht wieder die Möglichkeit, einen Verdienst zu erzielen, haben Ihre Arbeitgeberin und Sie diese Möglichkeit zu nutzen. Für die tatsächlich geleistete Arbeit haben Sie Anspruch auf 100% des vereinbarten Lohnes.
Nein. Die zuständige kantonale Amtsstelle darf den Antrag auf Kurzarbeit nur bewilligen, wenn Ihre Arbeitgeberin bestätigt, dass Sie mit der Kurzarbeit einverstanden sind.
Anders als bei der regulären Kurzarbeit müssen Sie bei der Covid-19-Kurzarbeit Ihr Einverständnis jedoch nicht schriftlich bestätigen. Sind Sie mit der Kurzarbeit nicht einverstanden, muss Ihre Arbeitgeberin Ihnen weiterhin den vollen Lohn auszahlen. Allerdings steht es der Arbeitgeberin auch frei, Ihnen zu kündigen.
Ich arbeite auf Abruf mit stark schwankendem Arbeitspensum. Darf mich meine Arbeitgeberin auf Kurzarbeit setzen?
Ja, dies hat der Bundesrat am 28. Oktober 2020 rückwirkend auf den 1. September 2020 und befristet bis zum 30. Juni 2021 beschlossen.
Unterliegt Ihr Beschäftigungsgrad starken Schwankungen, haben Sie gleichwohl Anspruch auf eine Kurzarbeitsentschädigung, sofern Sie seit mindestens 6 Monaten unbefristet in dem Unternehmen arbeiten. Ihre Arbeitgeberin berechnet zuhanden der Arbeitslosenkasse Ihren Arbeitsausfall auf der Basis der letzten 6 oder 12 Monate vor Beginn der Kurzarbeit. Dabei berücksichtigt sie den für Sie günstigsten Arbeitsausfall.
Ja, das war für eine begrenzte Zeit erlaubt.
Anders als bei der regulären Kurzarbeitsentschädigung war die Covid-19-Kurzarbeit auch bei Personen in der Lehre möglich. Der Bundesrat hat diese Bestimmung jedoch mit Beschluss vom 20. Mai 2020 per 1. Juni 2020 aufgehoben. Für Lernende kann die Arbeitgeberin nun entsprechend keine Kurzarbeit mehr beantragen.
(Stand: 01.06.2020)
Ich habe das ordentliche AHV-Rentenalter erreicht und meine Arbeitgeberin will mich nicht auf Kurzarbeit setzen. Ist das korrekt?
Ja, denn die zuständige kantonale Amtsstelle müsste den entsprechenden Antrag Ihrer Arbeitgeberin ablehnen.
Die Kurzarbeitsentschädigung ist eine Leistung der Arbeitslosenversicherung. Keinen Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung haben Personen, welche das Rentenalter der AHV erreicht haben oder die eine Altersrente der AHV beziehen.
Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag. Konnte meine Arbeitgeberin eine Kurzarbeitsentschädigung für mich beantragen?
Ja, sofern Sie damit einverstanden waren.
Anders als bei der regulären Kurzarbeitsentschädigung konnte Ihre Arbeitgeberin im Rahmen der Covid-19-Kurzarbeit auch für Sie als befristet angestellten Mitarbeiter eine Kurzarbeitsentschädigung beantragen. Der Bundesrat hat diese Möglichkeit allerdings per 1. September 2020 aufgehoben.
(Stand: 1.09.2020)
Nein.
Ja.
Sie muss die gesetzlich und vertraglich vereinbarten Sozialversicherungsbeiträge – wie AHV/IV/EO/ALV – Unfallversicherung regulär weiter zahlen. Die Höhe der Beiträge bleibt gleich, da diese aufgrund der vertraglichen Arbeitszeit und entsprechend aufgrund des vertraglich festgelegten Lohnes berechnet werden. Ebenso gleich hoch bleiben die Arbeitnehmerbeiträge, welche die Arbeitgeberin Ihnen vom Lohn abzieht.
Da viele Unternehmen diese Beiträge aufgrund von Liquiditätsproblemen aktuell nicht begleichen können, muss Ihre Arbeitgeberin für die Zeit vom 21. März 2020 bis zum 30. Juni 2020 keine Verzugszinsen auf nicht rechtzeitig beglichene Beiträge bezahlen. Dabei handelt es sich um einen automatischen Zahlungsaufschub – Ihre Arbeitgeberin muss ihn also nicht beantragen – der aber nichts an der Zahlungsverpflichtung ändert.
Ebenso ändert nichts an der Zahlungsverpflichtung, dass Ihre Arbeitgeberin der Arbeitslosenkasse bei der COVID-19 Kurzarbeit keine Bestätigung einreichen muss, wonach sie die Sozialversicherungsbeiträge weiterhin bezahlt.
Nein.
Das Taggeld im Mutterschaftsurlaub beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, welches Sie vor Beginn des Entschädigungsanspruches erzielt haben. Dabei gilt als Erwerbseinkommen jenes Einkommen, auf welches die Beiträge nach dem AHVG erhoben werden und damit das reguläre Einkommen, nicht das Einkommen im Rahmen der Kurzarbeit.
Möglicherweise ja. Massgebend sind die Vertragsbedingungen der Krankentaggeldversicherung.
Die Krankenversicherung kann in ihrem Reglement frei festlegen, auf welcher Basis sie das Taggeld berechnet: Auf Basis des versicherten oder auf Basis des reduzierten Lohnes.
Nein.
Meine Arbeitgeberin hat aufgegeben und will in den Konkurs. Kann ich verlangen, dass sie Kurzarbeit einführt, um den Konkurs zu verhindern?
Nein. Zunächst liegt der Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung weitgehend im Ermessen der Arbeitgeberin. Zudem muss der Betrieb nach der Pandemie voraussichtlich weitergeführt werden können.
Denn auch für die Covid-19 Kurzarbeitsentschädigung gilt, dass sie nur ausbezahlt wird wenn «der Arbeitsausfall voraussichtlich vorübergehend ist und erwartet werden darf, dass durch Kurzarbeit [die] Arbeitsplätze erhalten werden können.»
Ich bin angestellt und durfte meinen Beruf aufgrund der Massnahmen des Bundes nicht mehr ausüben. Hatte ich für diese Zeit weiterhin Anspruch auf meinen Lohn?
Ja. Allerdings konnte Ihre Arbeitgeberin mit Ihrem Einverständnis Kurzarbeit beantragen.
Wenn Sie wegen der Massnahmen des Bundes Ihren Beruf nicht mehr ausüben durften, handelt es sich um einen anrechenbaren Arbeitsausfall. Konnten Sie Ihre Arbeit wegen der Massnahmen des Bundes nur noch teilweise ausführen, gilt auch das als anrechenbarer Arbeitsausfall. Dieser musste allerdings je Abrechnungsperiode mindestens 10 Prozent der Arbeitsstunden ausmachen, die von den Arbeitnehmern im Betrieb normalerweise geleistet werden.
Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des anrechenbaren Verdienstausfalls. Massgebend ist der vereinbarte Lohn in der letzten Zahltagsperiode vor Beginn der Kurzarbeit. Waren Sie nur von einem teilweisen Verdienstausfall betroffen, muss Ihnen Ihre Arbeitgeberin für die geleistete Arbeit den vollen Lohn zahlen. Lediglich für den Prozentsatz, den Sie tatsächlich nicht arbeiten konnten, kann Ihre Arbeitgeberin die Kurzarbeitsentschädigung verlangen und Ihnen für diesen Teil entsprechend auch nur 80 Prozent auszahlen. Damit die Arbeitgeberin den Anspruch auf die Entschädigung genau beziffern kann, müssen Sie Ihre Abwesenheiten und Ihre täglich geleisteten Arbeitszeiten erfassen.
Ihre Arbeitgeberin kann während längstens 18 Monaten Anrecht auf eine Kurzarbeitsentschädigung geltend machen. Ist der Arbeitsausfall grösser als 85% der üblichen betrieblichen Arbeitszeit, verkürzt sich die maximale Bezugszeit auf aktuell vier Monate.
(Stand: 08.07.2020)