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Die Vielfalt der Bevölkerung ist ein wesentliches Merkmal der heutigen Gesellschaften. Sie birgt Chancen und Herausforderungen zugleich.
Diskriminierung äussert sich in strukturellen und individuellen Hürden, denen einzelne Menschen und Bevölkerungsgruppen in allen Lebensbereichen begegnen können. Die nachstehend präsentierten Daten veranschaulichen, wie viele Menschen sich diskriminiert fühlen und welche Bevölkerungsgruppen am stärksten der Gefahr ausgesetzt sind, Opfer von Diskriminierung zu werden. Ausserdem zeigen sie, in welchen Alltagssituationen Menschen mit diskriminierenden Handlungen oder Äusserungen konfrontiert werden. Indirekt weisen diese Daten auf potenzielle soziale Spannungen hin, die sich in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Gruppen entladen können.
Diskriminierung und Gewalt
Unter Diskriminierung versteht man die Benachteiligung von Bevölkerungsgruppen oder Einzelpersonen aufgrund von bestimmten Unterschieden. Diskriminierung kann in verschiedenen Formen auftreten, wie z.B. körperliche Gewalt oder psychische Gewalt. Die folgende Grafik zeigt, welchen Benachteiligungen Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu Risikogruppen aufgrund ihrer Nationalität, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer politischen Einstellungen, ihrer körperlichen Merkmale oder sonstiger Gründe ausgesetzt sind.
Die verschiedenen selbst deklarierten Erfahrungen (Diskriminierung, körperliche Gewalt, psychische Gewalt) unterscheiden sich signifikant voneinander. Von den Befragten haben nach eigenen Angaben 4% körperliche Gewalt, 13% psychische Gewalt und 21% Diskriminierung erfahren. 27% der Befragten gaben an, dass sie in den letzten fünf Jahren mindestens einer Form der Diskriminierung ausgesetzt waren.
Diese Ergebnisse entsprechen nicht den Fällen, die durch Beratungsstellen erfasst bzw. von den Behörden strafrechtlich verfolgt wurden.
Anteil der Bevölkerung, der in den letzten fünf Jahren Opfer von Diskriminierung oder Gewalt wurde. Es wird zwischen verschiedenen Formen der Diskriminierung unterschieden: Diskriminierung (allgemein), körperliche Gewalt, psychische Gewalt.
Diskriminierung (Total): Anteil der Bevölkerung, der angegeben hat, mindestens eine Form der Diskriminierung erlebt zu haben.
Selbsteinschätzung der Zielgruppen (Meinungen): Die genannten Werte entsprechen nicht den Diskriminierungsfällen, die durch die Beratungs- oder Meldestellen erfasst wurden (manifeste Vorfälle, ohne Verurteilung) bzw. den Sanktionen (manifeste Vorfälle, die strafrechtlich sanktioniert wurden).
1) Haben Sie in den letzten fünf Jahren Situationen erlebt, in denen Sie aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit diskriminiert wurden? Zum Beispiel im Zusammenhang mit der Wohnsituation, auf dem Arbeitsmarkt, im öffentlichen Raum etc.
2) Haben Sie aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit körperliche Gewalt erlitten?
3) Haben Sie aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit psychische Gewalt (wie z.B. Mobbing) erlitten?
Antwortmöglichkeiten
1. ja, einmal, 2. ja, mehrmals, 3. nein, nie, 9. keine Antwort. Berücksichtigung der Antwortmöglichkeiten 1 und 2 (zusammengefasst) der obigen Fragen 1-3.
Diskriminierungsgründe
Diese Grafik zeigt die häufigsten Ursachen von Diskriminierung.
Bei den Personen, die in der Schweiz Diskriminierung erfahren haben, ist die Nationalität die mit Abstand am häufigsten genannte Ursache, gefolgt von der Sprache. 54% fühlten sich aufgrund ihrer Nationalität und 25% aufgrund ihrer Sprache, ihres Dialekts oder ihres Akzents benachteiligt. Eine zweite Gruppe von genannten Ursachen umfasst das Alter, körperliche Merkmale (z.B. Hautfarbe), die Religion, die politische Einstellung, die berufliche Position sowie das Geschlecht; hier sind tendenzielle Unterschiede zu beobachten. Als weitere Ursachen mit signifikant tieferen Anteilen wurden der sozioökonomische Status (6%) und die ethnische Herkunft (7%) genannt.
Angesichts der geringen Anzahl der Nennungen wird auf die Diskriminierung aufgrund von Behinderung oder sexueller Orientierung nicht eingegangen.
Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, die angegeben hat, in den letzten fünf Jahren in der Schweiz diskriminiert worden zu sein.
Ungewichtete Anzahl Personen
n (diskriminierte Personen in der Schweiz)
617
n (Gesamtstichprobe ZidS)
3010
Diskriminierungsfelder
Diese Grafik zeigt die Lebensbereiche, in denen es in der Schweiz am häufigsten zu Diskriminierungen kommt.
Knapp die Hälfte (48%) der Personen mit Diskriminierungserfahrung in den letzten fünf Jahren gab an, in ihrem Arbeitsumfeld bzw. bei der Stellensuche diskriminiert worden zu sein. In diesem Bereich kommt es somit mit Abstand am häufigsten zu Diskriminierungen. Danach folgen weitere Lebensbereiche bzw. Situationen: 29% der Diskriminierungsopfer gaben an, bei Gesprächen oder Diskussionen (diskriminierende Äusserungen) benachteiligt worden zu sein. 25% wurden im öffentlichen Verkehr oder im öffentlichen Raum diskriminiert, 20% in anderen (nicht spezifischen) Situationen. 16% wurden während der Ausbildung (obligatorische Schule/Studium) Opfer von Diskriminierung. Genannt wurden zudem Diskriminierungserfahrungen bei der Wohnungssuche und in der Freizeit (je 12%). 6% fühlten sich durch die Polizei diskriminiert, und je 8% von der öffentlichen Verwaltung oder beim Zutritt zu Restaurants, Bars oder Clubs. Bei diesen Diskriminierungsfeldern sind nur tendenzielle Unterschiede auszumachen.
Angesichts der geringen Anzahl der Nennungen wird auf die Diskriminierung im Militär, in der Familie sowie beim Bezug von Sozialhilfe bzw. medizinischen Leistungen nicht eingegangen.
Ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, die angegeben hat, in den letzten fünf Jahren in der Schweiz diskriminiert worden zu sein.
Ungewichtete Anzahl Personen
n (diskriminierte Personen in der Schweiz)
617
n (Gesamtstichprobe ZidS)
3010
Rassistische Diskriminierung
Im Indikatorensystem zur Integration der Bevölkerung mit Migrationshintergrund des BFS ist ebenfalls ein Indikator enthalten, der die Diskriminierung misst und auf Daten der Erhebung ZidS beruht. Im Gegensatz zu obigem Indikator konzentriert er sich auf ethno-rassische Aspekte als Ursachen von Diskriminierung. Daher werden dort die folgenden Kriterien bei der Berechnung des Indikators berücksichtigt: Nationalität, ethnische Herkunft, Religion, Hautfarbe und andere körperliche Merkmale. Nicht-ethno-rassische Kriterien – insbesondere Geschlecht, Alter, Behinderung – werden ausgeschlossen. Dieser Schwerpunkt ist im Hinblick auf die Integration interessant, da letztere stark beeinträchtigt wird, wenn bestimmte Bevölkerungsgruppen diskriminiert werden.