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Modellbau Technik und Geschichte
Das Bauen von Flugmodellen als Hobby wurde schon anfangs des 20. Jahrhunderts populär. Bereits 1913 erschien das Buch von Biegenwald „Flugmodellbau“. Als Antrieb wurde der Gummimotor empfohlen und der mögliche Einsatz von Pressluft-, CO2- und Verbrennungsmotoren ansatzweise genannt. Alphonse Pénaud (1850 bis 1880) war ein französischer Luft-Techniker. Durch seine Arbeiten erlangte er umfangreiche Kenntnisse der Flugtechnik. Er erfand den noch heute im Modellsport verwendeten Gummimotor. Der wirkliche Beginn des Freifluges war im Jahr 1871, da flog sein, von einem Gummimotor mit 5g angetriebenes Flugmodell "Planophore" in ca. 13 sec eine Strecke von 60 m. Die Spannweite betrug 480 mm, Flügeltiefe 110 mm, Länge 500 mm, Gesamtgewicht 16 g. Die Luftschraube hatte eine Drehzahl von 250 U/min. Sein Modell, mit aerodynamischen Merkmalen, hatte neben dem Tragflügel noch eine Stabilisierungsflosse, seinerzeit " Penaud-Steuer" genannt. Es entspricht dem heutigen Höhenleitwerk. Wir würden dieses Modell heute als Saalflugmodell bezeichnen.
Der Elektromotor wurde für Flugmodelle damals für völlig ungeeignet gehalten. Auf alten Fotos finden sich Hinweise, dass z.B. schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, freifliegende Wasserflugmodelle, offensichtlich mit Gummimotor, eingesetzt worden sind.
Baumaterialien waren anfänglich vor allem alle Arten von Holz. Sperrholz, dünne Kiefernleisten und Papier zur Bespannung der Flügel. Später verbreitete sich das leichte und leicht bearbeitbare aber dennoch zähe Balsaholz. Heute werden vor allem Kunststoffe wie GFK-Faserverbund- und Schaumstoff-Formteile sowie Kunststoffolien zur Erstellung der Oberfläche und des Finish verwendet.
Schon in den 1930er Jahren wurden Verbrennungsmotoren
für Flugmodelle eingeführt, bekannt war damals z. B. der Kratmo-Motor. Die ersten erfolgreichen funkferngesteuerten Versuche wurden in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre durchgeführt. Ab 1950 wurden Fernsteuerungen
zuerst als klobige, massige und schwere Röhrengeräte, die grosse und unhandliche Batterien benötigten, später mit Transistoren durch industrielle Fertigung weiter verbreitet. Aber erst die ab Mitte der 1960er Jahren eingeführten Proportionalanlagen, bei denen jedes Ruder genau dem Ausschlag der Knüppelbewegung am Sender folgt, womit sich insbesondere Flugmodelle präzise und sicher steuern lassen, machten den Modellflug wirklich populär und in der Gesellschaft weit verbreitet.
Meilensteine im Flugmodellbau / Auszug:
1848: John Stringfellow baute ein freifliegendes Motorflugmodell, "Triplane" welches er von einer Startrampe startete
1857: Nach Modellversuchen erhalten die französischen Brüder du Temple de la Croix ein Patent über ein Motorflugzeug
1871: Der Franzose Alphonse Pénaud baut seine Planaphore, ein freifliegendes Motorflugmodell mit Gummimotorantrieb.
1875: Der Engländer Thomas Moy erprobt ein gefesseltes Motorflugmodell mit Dampfmaschinenantrieb und 4 m Spannweite.
1877: Erster Flug eines dampfgetriebenen Modellhubschraubers von Enrico Forlanini
1879: Der Franzose Victor Tatin baut ein Motorflugmodell mit Luftschrauben und Druckluftmotor, das erfolgreich Bodenstarts ausführt.
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2003: Das Flugmodell TAM (Trans-Atlantik-Modell 5) von Maynard Hill überquert im nonstop Flug den Nordatlantik.
Die Liste mit allen historischen Ereignissen ist hier zu finden