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Die menschlichen Überreste, die Ende Juli in Zermatt gefunden wurden, gehören einem seit über 30 Jahren vermissten Alpinisten.
Die Ende Juli auf dem Stockji-Gletscher in Zermatt VS gefundenen menschlichen Überreste sind identifiziert. Sie gehören einem seit August 1990 vermissten deutschen Alpinisten.
Die Identifizierung gelang aufgrund einer DNA-Analyse, wie die Walliser Kantonspolizei am Montag mitteilte. Der damals 27-jährige Mann wollte von Chamonix (F) zu Fuss nach Domodossola (I). Dort traf er nie ein. Suchaktionen blieben erfolglos.
Am 26. Juli entdeckten Bergsteiger die menschlichen Überreste und Ausrüstungsgegenstände auf dem Stockji-Gletscher. Am 3. August fanden Alpinisten auf dem Chessjen-Gletscher in der Gegend von Saas Fee VS ein weiteres Skelett. Dessen Identifizierung stand am Montag aus. Die schmelzenden Gletscher hatten die Überreste frei gegeben.
Zur Identifizierung untersucht die Polizei in der Regel zunächst die bei den Leichen gefundenen Ausrüstungsgegenstände, um Rückschlüsse auf den Zeitraum des Verschwindens ziehen zu können. Anschliessend können DNA-Abgleiche vorgenommen werden.
Zunehmendes Phänomen
Die Walliser Polizei verfügt über eine Liste mit Personen, die seit 1925 vermisst werden. Aufgrund der Gletscherschmelze werden immer häufiger Leichen von Personen frei gelegt, die seit Jahrzehnten verschwunden sind.
Im Juni 2012 gab der Aletschgletscher die Knochen von drei Brüdern frei, die 1926 verschwunden waren. Im Juli 2017 kamen auf dem Tsanfleuron-Gletscher die Überreste eines Ehepaars aus Savièse VS zum Vorschein, das am 15. August 1942 verschwunden war.
Einen spektakulären Fund hatte anfangs August auch ein Bergführer auf dem Aletschgletscher gemacht. Er fand Teile eines am 30. Juni 1968 abgestürzten Flugzeugs. Bei dem Absturz kamen drei Menschen ums Leben. Die Toten wurden geborgen. Das Wrack blieb liegen.