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Von Kurt Kaiser
Für die Saison 1963/1964 wurden 12 Rad-Meetings abgehalten, nebst u.a. Wiener Eisrevue, sowie die Saalsport-Weltmeisterschaft 1963, organisiert durch O. Vogt und Hallen-Handball Länderspiel.
Nach anfänglich gutem Zuschauerzuspruch flachte das Interesse stark ab. Entsprechend fehlten die Einnahmen und musste ein Verlust in Kauf genommen werden. Die hohen Kosten für den Ein- und Ausbau der Anlage sind seit Jahren das Thema. Inzwischen ist die Tribünenholzkonstruktion in die Jahre gekommen und für die komplette Ersetzung durch eine Stahlkonstruktion fehlt schlicht das Geld.
Die Mitglieder werden mit einem Rundschreiben über die kommende Saison informiert. Man hat teilweise eine Tribünen-Stahlkonstruktion eingebaut. Dies aus Zeitmangel beim Wiederaufbau. Mit Ausnahme der Kurvensitzplätze, haben die Sitzplätze Rückenlehnen. Wegen der hohen Kosten ist es unumgänglich, in einzelnen Sektoren Preisanpassungen vorzunehmen. Bei Bezug eines Billets ab Fr. 5.- erhält ein Mitglied einen Rabatt von Fr. 1.-.
Leo Wickihalder ein in Basel beliebter und gern gesehener Fahrer konnte zum Meeting am 09.11.1963 nicht antreten. Er tat einen schlimmen Trainingssturz und war danach einige Zeit im Spital. An jenem Abend gewann Fritz Gallati eine Schlachtplatte für 2 Personen, welche er dem verunfallten Leo spendete. Auffallend ist, dass nach diesem Ereignis Leo Wickihalder nicht mehr in den Ranglisten auftauchte. Der Schreiber dieser Zeilen erinnert sich, dass im Zeitfahren von Zürich-Affoltern, 1964, im Begleit- und Materialwagen Leo Wickihalder als Funktionär, im Auto meines Vaters, mitfuhr. Leo verstarb am 14.09.2008. Das letzte Geleit gaben ihm auch Fritz Gallati und Roman Cuel nebst vielen Radsportlern der damaligen Zeit.
Am Meeting vom 15. November wurde eine 100 km Américaine ausgeschrieben, wobei die letzten 200 Runden hinter Derny zu fahren waren. Überrascht es, dass diese Ausmachung durch Van Steenbergen/Post gewonnen wurde? Sie waren allgemein die grossen Spezialisten für solche Prüfungen.
Am 8. Januar 1964 weist der ‚Sport‘ in einer Kolumne darauf hin, dass man in Basel ausserordentliches leistet. Zehn Radsportanlässe von Mitte Oktober bis Ende November wurden bis anhin lediglich in Paris, Vel d’Hiv‘, durchgeführt. Bis Mitte Februar 15 Anlässe, damit übertrifft man andere Europ. Bahnen bei weitem.
Mit Behörden wurden Gespräche geführt für eine neue Rennbahn in der MUBA_Halle und es schien, dass die Regierung ein offenes Ohr hier für hatte. Doch schlussendlich liess sich das nicht realisieren
Mit der Organisation der Etappen-Ankunft der TdS in Basel konnte man den Fehlbetrag bei der Hallenrennbahn mindern. Doch das Ende Der Basler Hallenrennbahn ist vorprogrammiert. Es fehlen die Mittel, um die komplette Erneuerung der Tribünen zu ermöglichen.
Allenthalben wurde hinter den Kulissen über den Einbau einer Radrennbahn in der Sporthalle St. Jakob geredet. Nach den Erfolgen der Basler Winter-Hallenrennbahn wäre das die logische Konsequenz. Doch weit gefehlt. Ob die Interventionen zu spät aufgenommen wurden, nachdem sich die neue Bahn in der MUBA-Halle nicht realisieren liess? Vor allem ging wertvolle Zeit verloren und wurde versäumt, schon bei Planungsbeginn, eine Rennbahn in der Sporthalle zu fordern. In einer Volksabstimmung wurde der Einbau einer Rennbahn abgelehnt. Das Paradoxe der Geschichte, dass es insbesondere die Sportler selbst waren, die das Projekt zum Scheitern brachten, allen voran Turner und Leichtathleten, die den Radsportlern eine neue Rennbahn nicht gönnten. Missgunst allererster Güte. Auch in dieser Sache kämpfte Otto Vogt an vorderster Front für die Belange des Radsportes. Leider diesmal erfolglos.
Allfällige Unterlagen aus der Aera Josef Voegeli liegen nicht vor. Der Schreibende meint gehört zu haben, dass vermutlich Unterlagen aus den letzten Jahren der Rennbahn bei einem ehemaligen Fahrer sind, diese jedoch irgendwo in der Versenkung liegen. Schade! Alle Angaben aus der Voegeli-Aera sind aus Zeitungskommentaren entnommen, welche durch Otto Vogt gesammelt wurden.
Zum Abschluss ist sicher erwähnenswert, dass alle Exponenten, die am Projekt Radrennbahn beteiligt waren, eine immense Arbeit geleistet haben. Dass diese Arbeit unentgeltlich und mit riesigem Zeitaufwand geleistet wurde, ist schier unglaublich. Diese Freiwilligen-Arbeit ist immens. Gibt es heute noch Idealisten, die solches auf sich nehmen? Ob sich die Aktiven zu jener Zeit sich dessen bewusst waren?