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Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts kann als Hochblüte der barocken Orgelmusik bezeichnet werden. In Mitteldeutschland wirkten nebst Johann Sebastian Bach u. a. sein Vetter Johann Gottfried Walther, in Frankreich Louis-Nicolas Clérambault, Jean-François Dandrieu und Louis-Claude Daquin.
Pietro Baldassare (um 1683–nach 1768) war ein italienischer Komponist, geboren um 1683. Baldassare (auch Baldassari) war Kapellmeister an San Filippo Neri in Brescia von 1714 bis ca. 1768. Er war ebenfalls Kapellmeister an San Clemente in Bresica bis 1754.
Antonio Lucio Vivaldi (1678–1741) war ein venezianischer Komponist und Violinist der Barockzeit. Vivaldis Vater Giovanni Battista war zunächst Barbier und wurde später beruflicher Violinist. Antonio wurde der einzige professionelle Musiker unter seinen Geschwistern. 1685 erhielt Vater Vivaldi eine Anstellung als Violinist am Markusdom; er genoss einen guten Ruf als Musiker, hatte als Mitglied des Cäcilienvereins vielfältige Beziehungen innerhalb des venezianischen Musiklebens. Antonio zeigte früh seine Musikbegabung an der Violine und soll schon in seiner Jugend den Vater im Orchester vertreten haben.
Johann Gottfried Walther (1684–1748) erhielt seine Ausbildung in Erfurt u. a. bei Johann Bernhard Bach, aber auch bei verschiedenen weniger bedeutenden Kantoren und Organisten. Den Unterricht bei Johann Heinrich Buttstedt malte er später als unangenehm und wenig nützlich aus. Walther wurde 1702 Organist an der Erfurter Thomaskirche. 1707, mit nur 23 Jahren, wurde er zum Organisten der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar gewählt, wo er Freundschaft mit Johann Sebastian Bach schloss. Walther und Bach waren entfernte Vettern (seine Grossmutter war eine Halbschwester von Bachs Mutter). Kurz darauf wurde er zum Musiklehrer des Prinzen Johann Ernst, Sohn des Herzogs Johann Ernst III. von Sachsen-Weimar und dessen Stiefschwester ernannt, was ihm hohes Ansehen verschaffte.
Jean-Adam Guilain (um 1680–nach 1739) war ein deutscher Komponist, Organist und Cembalist, der ab 1702 in Paris tätig, genaue Lebensdaten sind nicht bekannt. Sein Geburtsname war Johann Adam Wilhelm Freinsberg.
Guilain war ein Schüler oder Assistent Louis Marchands gewesen, dem sein Werk gewidmet ist. 1706 veröffentlichte er seine acht Suiten für das Magnifikat, von denen vier bis heute überliefert sind. Die Musik Guilains steht in der französischen Tradition seiner Zeit.
Johann Christoph Pepusch (1667–1752) wurde 1667 als Sohn eines Pfarrers in Berlin geboren. Hier erhielt er seine erste musikalische Ausbildung, bevor er im Alter von 14 Jahren eine Stellung bei Hof antrat, die er 1698 kündigte. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln. Pepusch ging zunächst nach Amsterdam. 1704 etablierte er sich in London, publizierte aber weiterhin bis etwa 1718 in Holland. In London wirkte Pepusch als Bratschist, schon bald auch als Komponist, Theaterdirektor, Musiktheoretiker und Organist.
Johann Friedrich Fasch (1688–1758) war das erste Kind des Schuldirektors Friedrich Georg Fasch. Als Knabe war Fasch Sänger in Weissenfels und in Leipzig unter Thomaskantor Johann Kuhnau. Nachdem er in den Jahren 1711 und 1712 schon Opern für das Naumburger Opernhaus und den Zeitzer Hof geschrieben hatte, begab er sich 1713 nach Darmstadt, um dort bei Christoph Graupner und Gottfried Grünewald Komposition zu studieren. Von 1714 bis 1719 bekleidete er den Posten eines Kammerschreibers in Gera, von 1719 bis 1721 war er Organist in Greiz. Danach ging er als Kapellmeister der Grafen Morzin nach Prag, und schließlich wurde er 1722 Hofkapellmeister in Zerbst.
Johann Christian Schickhardt (* um 1680–1762) war wahrscheinlich (wohl als Flötist oder Oboist) Mitglied der Hamburger Oper am Gänsemarkt. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sind zahlreiche meist kammermusikalische Werke von ihm im Druck erschienen. Schickhardt widmet die meisten dieser Werke der Altblockflöte. Mit der Revitalisierung dieses Instruments um 1900 entstand ein großer Bedarf an geeigneter Literatur, so dass etliche von Schickhardts Werken im Neudruck vorliegen.
Maurice Greene (1696–1755) war ein englischer Komponist und Organist des Barock. Maurice Greene wurde als Sohn eines Klerikers geboren und war unter Jeremiah Clarke und Charles King (1687–1748) Chorjunge an der Saint Paul’s Cathedral. Nach dem Stimmbruch studierte er bei Richard Brind Orgel und wurde nach Brinds Tod 1718 Organist an St. Paul’s. Ab seiner späten Jugendzeit, bis nach Antritt der Stelle an St. Paul’s war er mit Georg Friedrich Händel befreundet, dem er Zugang zu der Orgel der Kathedrale verschaffte und den er Richard Brind vorstellte, mit dem er sich jedoch später heftig zerstritt.
Georg Friedrich Händel (1685–1759) gilt als einer der fruchtbarsten und einflussreichsten Musiker aller Zeiten. Sein Hauptwerk umfasst 42 Opern und 25 Oratorien – darunter Messiah mit dem weltbekannten Chor „Halleluja“ –, Kirchenmusik für den englischen Hof, Kantaten, zahlreiche Werke für Orchester sowie Kammer- und Klaviermusik.
Georg Philipp Telemann (1681–1767) erlernte die Musik weitgehend im Selbststudium. Erste grössere Kompositionserfolge hatte er während seines Jurastudiums in Leipzig, wo er ein Amateurorchester gründete, Opernaufführungen leitete und zum Musikdirektor der damaligen Universitätskirche aufstieg. Nach kurzzeitigen Anstellungen an den Höfen von Sorau und Eisenach wurde Telemann 1712 in Frankfurt am Main zum städtischen Musikdirektor und zum Kapellmeister zweier Kirchen ernannt. Ab 1721 besetzte er als Cantor Johannei und Director Musices der Stadt Hamburg eines der angesehensten musikalischen Ämter Deutschlands, wenig später übernahm er die Leitung der Oper.