Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03318.jsonl.gz/1876

Das Gewissen: die eigene und die fremde Stimme
-
Der vieldeutige Begriff des Gewissens ist seit der Antike durch die Spannung zwischen zwei lebensleitenden Stimmen gezeichnet: durch die Spannung zwischen der eigenen und einer fremden Stimme. Denn im Wort "Gewissen" (syneidesis, conscientia, conscience) wird einerseits ein Mit-Wissen angesprochen, welches das Bewusstsein bis hin zum Selbstbewusstsein ausmacht. Dieses Mitwissen entfaltet sich zum Gewissen in dem uns vertrauten Sinne, wenn es sich zu einer Selbstbeurteilung unter den Kriterien von gut und böse verschärft. Ein derartiges Urteil wird aber andererseits häufig als Anruf durch eine fremde Stimme erlebt (Gewissensruf).
In dieser Spannung könnte das Gewissen trotz aller Kritik durch Nietzsche und Freud als Gegenspieler zur narzisstischen Selbstproduktion fungieren. Wir wollen dem im gemeinsamen Studium ausgewählter Texte zunächst von Kant und Hegel, dann von Heidegger und Levinas nachgehen - Autoren, unter denen der Streit zwischen eigener und fremder Stimme vernunfttheoretisch bzw. existenzphilosophisch ausgetragen wird.
Anmeldung:
Dr. Franz Brander (<email-pii>)
Die Texte werden nach Eingang der Anmledung zur vorgängigen Lektüre zugesandt.
Kosten (inkl. Getränke und Gipfeli):
Mitglieder GAD und Mitglieder des entresol Fr. 100.-; Nichtmitglieder Fr. 140.-