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Die Armut hat in Kambodia viele Gesichter: Fehl- und Unterernährung, Kinderarbeit und Ausbeutung, Menschenhandel und Gewalt gegen Frauen und Kinder, ungeschützte Migration und fehlender Zugang zu Schulen sowie Naturkatastrophen gehören dazu. Der Übergang zu funktionierenden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen hat im kriegsversehrten Land erst 2000 begonnen. Teil dieses Übergangsprozesses ist die Dezentralisierung der staatlichen Verwaltung. Diese begann mit den Kommunalwahlen 2002 und wird mit einem nationalen Reformprogramm weitergeführt. Das UNICEF Programm Lokale Regierungsführung zur Stärkung von Kinderrechten – Seth Koma («Local Governance for Child Rights – Seth Koma») ist in dieser nationalen Reform eingebettet.
Der UNICEF setzt sich für die Schaffung und Stärkung von Frauen- und Kinderkomitees («Commune Committees for Women and Children» CCWC) ein, die auf kommunaler Ebene ihre Anliegen vertreten. Diesen Komitees gehören Frauen und Kinder aus der jeweiligen Kommune an, die sich in beratender Funktion auf Gemeindeebene einbringen können. Um die Einflussnahme dieser Komitees zu gewährleisten, nehmen darin auch immer Schlüsselmitglieder der Gemeindeverwaltung Einsitz. Dank dem Programm verfügen inzwischen alle 1621 Kommunalbehörden Kambodschas über ein solches Komitee.
Stärkung des Demokratisierungsprozesses
Das Programm soll auf der einen Seite die Bürgernähe lokaler Behörden fördern und auf der anderen Seite der Bevölkerung mehr Partizipationsmöglichkeiten bieten. Die Mitglieder der Gemeindeverwaltung sollen die Bedürfnisse und Rechte der Frauen und Kinder besser verstehen und die Frauen sollen ihre Rechte besser kennen und einfordern können. Weitere Ziele sind:
- Die Frauen- und Kinderkomitees beeinflussen lokale Entwicklungspläne und Budgets und sorgen so für eine Frauen- und Kinderfreundlichere Politik.
- Lokale Behörden und Gemeinschaften haben Kapazitäten und Mittel um mit Dienstleistern auf lokaler Ebene die Armut zu reduzieren.
- Erfahrungen und Erkenntnisse fliessen auch auf nationaler Ebene ein und beeinflussen die nationale Dezentralisierungspolitik.
Wirksamkeit des Programms
Das Programm wurde bereits 2002 lanciert. Jüngste Evaluationen zeigen, dass die Komitees im Schutz und in der Förderung der Rechte von Frauen und Kindern eine Schlüsselrolle einnehmen. Fähigkeiten von Einzelpersonen, organisatorische und institutionelle Entwicklung und soziale Netzwerke werden durch das Projekt gestärkt.
Der Einfluss der Frauen- und Kinderkomitees hat sich auf Planung und Budget der kommunalen Regierungen ausgewirkt und diesen einen Fokus auf Kinder- und Frauenanliegen verliehen. Die Folge ist eine Verbesserung der gesundheitlichen Erstversorgung, der frühen Kindheitsentwicklung, der Grundbildung, dem Schutz der Kinder, der Wasserversorgung und der sanitären Grundversorgung.
Strategischer Partner
Mit dem UNICEF hat die DEZA in Kambodscha einen ersten wichtigen strategischen Partner, der über langjährige Erfahrungen im Transitionsprozess verfügt. UNICEF Cambodia ist gut vernetzt mit kambodschanischen Institutionen jeglicher Ebene. Als neuer Akteur in Kambodscha kann die DEZA so mit geringem Risiko in einem dynamischen und sensiblen Bereich grosse Wirkung erzielen.