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November / December 2015
Siehe auch den Reisebericht meiner Reise in den Nordwesten Argentiniens im Jahr 2017, wo ich mich ausschliesslich auf das Gebiet um Salta konzentrierte, einschliesslich Cafayate, der Ruta 40 und Purmamarca.
In Buenos Aires angekommen nahm ich eine Fähre, die mich über den Fluss Rio de la Plata nach Colonia del Sacramento in Uruguay brachte. Ich besuchte dort einen ehemaligen Arbeitskollegen, der nach Uruguay ausgewandert ist. Seit meinem letzten Besuch 2009 hat er ein Haus gekauft, das er mir zeigen wollte. Er machte mich mit einigen Schweizern und Deutschen bekannt, die in Uruguay leben. Die einen versuchen, mit einem Bed & Breakfast über die Runden zu kommen, andere leben mit der ganzen Familie vom Ersparten und dem Geld aus der Pensionskasse. Ein Höhepunkt war ein Ausflug nach Nueva Helvecia, ein Ort mit rund 12‘000 Einwohnern, der in den 1860er-Jahren vor allem von Schweizern gegründet wurde. Immigranten waren in Uruguay willkommen und konnten autonom ihr Städtchen aufbauen. Natürlich fanden die ersten Wahlen Uruguays in Nueva Helvecia statt. Die heutigen Bewohner sind stolz auf ihre Herkunft. In den Häusern sind die Wappen ihrer Herkunftskantone zu finden und der Schweizer Nationalfeiertag, der 1. August, wird noch intensiver gefeiert als in der Schweiz. Es gibt einen Jodel-Klub wie auch eine Trachtengruppe. Schweizer Namen wie Ettlin, Odermatt, Ackermann oder Frey sind im Städtchen allgegenwärtig. Die Milchprodukte des Städtchens, insbesondere der Käse, sind weit herum bekannt.
Wie mit meinem Kollegen abgemacht, wechselte er für mich schon vor meiner Ankunft bei seinem letzten Besuch in Buenos Aires Argentinische Pesos. Üblicherweise beziehe ich mein Geld aus dem Geldautomaten. In Argentinien war das jedoch eine schlechte Idee, da der sogenannte Blaumarktkurs mehr als 50% höher ist als der offizielle Kurs, mit dem die Kartenbezüge abgerechnet werden. Im Argentinischen Finanzsystem gab es über 10 verschiedene Wechselkurse, z.B. einen für Soya-Exporteure oder einen für touristische Dienstleistungen. Wechselte man US Dollar bar, erhielt man also viel mehr Peso. Dieser Blaumarkt existierte aber nur in wenigen grossen Städten, so dass man grosse Beträge auf Vorrat wechseln musste, damit das Geld bis zur nächsten Wechselgelegenheit reichte. Die Wechsler nannte man Arbolitos, also Bäume, weil sie herumstanden und viele grüne Blätter, die US Dollarnoten, trugen. Ich schreibe diesen Abschnitt in der Vergangenheit, da der neugewählte Präsident Macri gleich in der ersten Woche seiner Amtszeit den Peso-Wechselkurs freigab. Der Peso wertete sich sogleich um 35% ab.
Salta
Anschliessend flog ich nach Salta, der grössten Stadt im Nordwesten Argentiniens. Salta wird die Schöne genannt und soll eine gut erhaltene Altstadt haben. Der Hauptplatz ist gross und wird von Kirchen und historischen Gebäuden gesäumt. Ansonsten sah ich viele alte, nicht besonders schöne, einstöckige Häuser. Der Höhepunkt war das Museo de Arqueología de Alta Montaña, das jeweils für sechs Monate eine von drei Kindermumien ausstellt, die Archäologen auf dem Gipfel des Berges Llullaillaco (6‘739 m) ausgegraben hatten. Diese auserwählten Kinder aus den angesehensten Inka-Familien wurden den Göttern geopfert. Sie wurden mit Alkohol betäubt und dann eingegraben. Sie starben wohl, bevor sie wieder zu Bewusstsein kamen. Die extreme Kälte und Trockenheit in der Höhle auf dem Gipfel hat die Mumien perfekt konserviert.
Salta – Im ehemaligen Rathaus
Humahuaca
Nach ein paar Tagen in Salta reiste ich Richtung Norden nach Humahuaca, von wo aus man eine Tour zu einem Aussichtspunkt machen konnte. Die Sicht auf die Berge in vielen Rottönen war zwar imposant, zumal es mein erster Blick auf diese Gesteinsformationen war. Trotzdem kam keine richtige Begeisterung auf, da die Berge weit weg waren und man 30 Minuten Zeit hatte, bevor man wieder beim Bus sein musste. Da es andere Orte gibt, wo man auch ohne Tour tolle Landschaften erleben kann, braucht man Humahuaca nicht zu besuchen.
Iruya
Anschliessend reiste ich mit dem Bus ein paar Stunden über Schotterstrassen und gefährlich aussehenden Haarnadelkurven ins kleine Dörfchen Iruya, das sich am Ende der Strasse befand. Von hier geht es nur zu Fuss oder mit einem 4×4-Fahrzeug in noch abgelegenere Dörfer. Am nächsten Tag unternahm ich mit einem Franzosen eine Tages-Wanderung in eines dieser Dörfer mit dem Namen San Isidro. Auf unserem Weg machten wir einen Abstecher in ein Seitental, wo wir spektakuläre Felsformationen in Rot- und Grüntönen bewundern konnten, wie die Fotos zeigen.
Iruya – Ein kleines Dorf ganz im Norden Argentiniens
Auf dem Weg von Iruya nach San Isidro
Purmamarca
Meine nächste Station war Purmamarca. Die Landschaft ist hier noch eindrücklicher als in den beiden vorhergehenden Orten. Ganze Berge strahlten in den verschiedensten Rot-, Orange-, Braun- und Grüntönen.
Mein Hotel in Purmamarca
Die berühmten farbigen Felsen von Purmamarca
Anschliessend fuhr ich nach Salta zurück, um mich bei den Arbolitos wieder mit Pesos einzudecken.
Cafayate
Meine nächste Station war das 200 km entfernte Cafayate, ein kleines Weinbaudorf in einer Wüstengegend. Schnell hat sich dieser Ort zu einem meiner Lieblingsorte entwickelt. Es ist eine Kombination von Arizona mit dem warmen, aber wegen der Trockenheit angenehmen Klima, von Napa Valley mit seinen Weingütern und gutem Essen und von Utah mit seinen National Parks und den in vielen Farben strahlenden Gesteinsformationen. Schlussendlich habe ich alles in allem 2.5 Wochen in diesem kleinen Ort verbracht. Er liegt auf 1‘680 Meter zwischen zwei Andentäler, so dass die Luft bereits ausgeregnet über die Gegend zieht. Bloss im Dezember / Januar regnet es etwa 20 Tage. Dank dem Wasser aus den Anden ist der Weinbau trotz dem Wüstenklima möglich. Da das Wetter über das Jahr sehr stabil ist, gibt es kaum Unterschiede zwischen den Wein-Jahrgängen, wie das in Europa üblich ist. Dank der trockenen Luft werden die Trauben zudem weniger von Schädlingen befallen. Einige Weingüter produzieren daher biologisch. Im oberen Teil des Tales befindet sich die Bodega Colome der Schweizer Familie Hess, zu der der höchste kommerzielle Weinberg der Welt auf über 3’000 Meter gehört. Auf dieser Höhe sind die UV-Strahlen stärker und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht grösser. Die Malbec-Trauben entwickeln daher als Schutz eine dickere Haut, sodass die Weine sehr intensiv rot gefärbt sind und viele Tannine enthalten, die aber nicht überwiegen. Die Bodega hat einen Wein aus Trauben nur von diesem Rebberg im Angebot, den ich trinken konnte – ein sehr intensives Erlebnis!
Ein Rebberg in Cafayate
In Cafayate wachsen Weinsorten, die man in Europa und sogar im übrigen Argentinien nicht findet. Ich liebe die Weissweine aus der Argentinischen Traubensorte Torrontes. Sie produziert aromatische Weine mit Pfirsich- und Aprikosengeschmack und wenig Säure. Bei den Rotweinen ist mir die Traubensorte Tannat aufgefallen, die ursprünglich aus Südwest-Frankreich stammt. Sie produziert sehr tanninreiche Weine, die ich liebe.
Piatelli Weingut und Restaurant
Wo guter Wein produziert wird, findet man meistens auch gute Restaurants. Mein Favorit war das Restaurant im Weingut Piatelli, wo ein 5-gängiges Menu auf Michelin-Niveau und Weinbegleitung zu jedem Gang für Fr. 40.- angeboten wurde. In der Schweiz würde der Wein schon mehr kosten. Kein Wunder, blieb ich so lange in Cafayate! Das Restaurant auf dem Weingut El Esteco war mein zweiter Favorit und an dritter Stelle rangierte das Restaurant der Bodega Nanni.
Das Restaurant auf dem Weingut Piatelli ist das beste in Cafayate
El Esteco Weingut und Restaurant
… und das zweitbeste ist auf dem Weingut El Esteco
Von Cafayate aus unternahm ich auch einige Wanderungen. In einem Tal wuchsen Grünpflanzen, da ein Bach durch das Tal floss und Wasserfälle und Badebecken bildete. Ein anderes Tal war von Kakteen übersät.
Von der Durchfahrt mit dem Bus wusste ich, dass rund 40 km vor Cafayate eine atemberaubende Landschaft mit bizarren Felsformationen begann und sich über 20 km in Richtung Cafayate erstreckte, die sogenannte Quebrada de Cafayate. Ich nahm an einer Tour teil, um einen Eindruck dieser Gegend zu erhalten und einige Punkte via GPS zu markieren, damit ich später alleine für’s Fotografieren zurück kommen konnte. In einer Tour habe ich zu wenig Zeit und Freiheiten, um die Fotos so zu schiessen, wie ich es wollte. Die Gegend war zu weit weg, um sie mit dem Velo in einer Tagestour zu erreichen und gleichzeitig Wanderungen zu unternehmen. Daher war es von Anfang an mein Plan, ein Auto zu mieten. In Salta sagte man mir, dass ich in Cafayate ein Auto mieten könne. Leider gab es keine Autovermietung in diesem kleinen Dorf. Deshalb entschied ich mich, mit dem Bus zurück nach Salta zu fahren, Geld zu wechseln, einmal zu übernachten und am nächsten Tag in Salta das Auto zu mieten.
Mit dem Auto fuhr ich auf einer Schotterpiste über den 3‘347 Meter hohen Pass Piedra del Molino. Die Aussicht soll beeindruckend sein. Leider fuhr ich die meiste Zeit im Nebel und konnte entgegenkommende Fahrzeuge nur auf eine Distanz von wenigen Metern erkennen.
Cardones Nationalpark
Auf der anderen Seite des Passes fährt man durch den Cardones (auf deutsch Kakteen) Nationalpark. Unzählige Kakteen in allen Grössen verteilen sich auf einer Hochebene. Der Hintergrund bildet ein rot-gelber Hügelzug.
Parque Nacional Los Cardones in der Nähe von Cachi
Kaktus-Blüten
Cachi
Im kleinen Dörfchen Cachi wohnte ich in einem Bed & Breakfast eines jungen Päärchens aus Buenos Aires, das sich in die Abgeschiedenheit von Cachi verliebte und das baufällige Haus wunderschön renovierte. Es hätte in die „Schöner Wohnen“ Magazine gepasst, die im Salon auflagen. An einem Tag entdeckte ich mit dem Auto die Umgebung Cachi’s und am anderen stattete ich dem Cardones Nationalpark einen weiteren Besuch ab.
Der Friedhof von Cachi
Ohne Bewässerung wächst nichts. Wasser wird auf die Felder geleitet.
Von Cachi nach Cafayate auf der Ruta 40
Ein Höhepunkt meiner Reise war die Fahrt von Cachi nach Cafayate auf der Ruta 40, eine der Traumstrassen der Welt. Die Ruta 40 führt von Patagonien ganz im Süden Argentinien’s über mehr als 5‘000 km an die Bolivianische Grenze. Zwischen Cachi und Cafayate war die Strasse eine kurvige Schotterpiste, die kaum befahren wurde und teils sogar nur einspurig gebaut war. Obwohl die Strecke 161 km lang ist, betrug die Fahrzeit mehr als 6 Stunden. Wie die Fotos zeigen, führte die Strasse durch tolle Landschaften. Jeder Kilometer war mit einem Schild gekennzeichnet. Das Schild für den Kilometer 4‘444 fehlte aber. Das hat wohl jemand abmontiert. Da so wenige Autos unterwegs sind, grüssten sich alle Verkehrsteilnehmer. Sogar die Bauarbeiter winkten.
Auf der Ruta 40, eine der Traumstrassen der Welt
Auf der Ruta 40 bei Kilometer 4’413
Ab dieser Strasse gab es eine Verzweigung zum Weingut Colome, das den weltweit höchsten Weinberg betreibt. Allerdings ist es so abgelegen, dass man ab der Verzweigung 40 Minuten in eine Richtung und dann wieder so lange zurück fahren musste. Ich habe darauf verzichtet, da die Tagesreise schon so lange genug dauerte. Und ich muss mir für die nächste Reise auch noch etwas aufsparen.
Schlucht von Cafayate (Quebrada de Cafayate)
In Cafayate konnte ich mit dem Auto nun die Quebrada de Cafayate genauer entdecken. Ich parkierte das Auto jeweils an der Strasse und wanderte durch die wunderschönen Landschaften.
Rote Felsen in der Cafayate-Schlucht
Abendstimmung im Tal des Las Conchas Flusses
Nach drei Tagen fuhr ich mit dem Auto zurück nach Salta, wechselte wiederum Geld und gab das Auto zurück. Am nächsten Morgen war ich schon wieder mit dem Bus nach Cafayate unterwegs, wo ich ein paar weitere Tage blieb. Als das Restaurant Piatelli wegen Renovation schloss, wusste ich, dass die Zeit für die Abreise gekommen war. Die einzige südlich gelegene Bus-Destination war San Miguel de Tucuman, eine dreckige und stinkige Stadt, die 230 km von Cafayate entfernt war. Immerhin konnte man einen Ausflug auf einen nahe gelegenen Hügel unternehmen, wo es einen Wasserfall mit Badeteich gab.
Wasserfall von San Javier
Der Wasserfall von San Javier in der Nähe von San Miguel de Tucuman. Mir gefallen all the Grüntöne.
Ischigualasto Nationalpark
Auf meiner Reise Richtung Süden kam ich als nächstes nach La Rioja. Bei meinen Abklärungen merkte ich bald, dass ich die Sehenswürdigkeiten dieser Provinz am besten mit einem Mietauto sehen konnte. Nach einem Ausflug ins Valle Fertil besuchte ich den zum UNESCO Weltnaturerbe gehörenden Ischigualasto Nationalpark. Hier wurden einige der ältesten Dinosaurier gefunden. Der Park schützt eine wüstenhafte Landschaft mit durch Erosion geschaffenen Gesteinsformationen, die oft an Objekte erinnern, zum Beispiel an ein U-Boot, eine Bocciabahn oder einen Pilz. Am Ende der Tour fuhren wir an einer kilometerlangen feuerroten Wand vorbei, die bei Sonnenuntergang leuchten würde. Leider war die Sonne durch Wolken abgedeckt, sodass ich auf dieses Schauspiel verzichten musste.
Im Parque Provincial Ischigualasto
Der U-Boot Felsen
Talampaya Nationalpark
An den Ischigualasto Park angrenzend befindet sich der Talampaya Nationalpark, den man nur mit einer geführten Gruppe besichtigen darf. Wir besuchten einen eindrücklichen Canyon aus rotem Gestein, der seit Jahrtausenden von Ureinwohnern bewohnt war. Felszeichnungen gaben einen kleinen Einblick in dieses längst vergangene Leben.
Im Talampaya National Park
Laguna Brava
Tags darauf machte ich mich mit dem Mietauto zur 4‘200 Meter hohen Laguna Brava auf. Für die 186 km benötigte ich 3.5 Stunden, denn ich hatte 3‘000 Höhenmeter zu überwinden und über 50 km fuhr ich auf Schotterstrassen, davon mehr als 30 km auf dem letzten, steilen Stück. Wie die Fotos zeigen, war der Weg dorthin und die Laguna selbst mit der Flamingo-Kolonie wohl der Höhepunkt meiner Argentinien-Reise. Ich fuhr durch Traumlandschaften in allen möglichen Farben, die von Guanacos bevölkert waren. Guanacos sind wilde Kameliden, aus denen das Alpaca gezüchtet wurde. Bei der Laguna angekommen, wehte ein kalter Wind über die Hochebene. Die letzten 50 km war ich keinem Auto mehr begegnet. Nur einmal sah ich von weitem einen Armee-Jeep. Bei einer Autopanne hätte ich wohl im Auto übernachten müssen. Ich hatte genug Wasser, Esswaren, warme Kleider und eine Taschenlampe dabei. Zum Glück kam es zu keinem Notfall. Wegen der Höhe fiel mir das Atmen schwer. Die Gruppe Flamingos war die Kälte und den Wind gewohnt und liess sich von mir nicht stören. Es war eine tolle Erfahrung, in dieser atemberaubenden Landschaft die Flamingos ganz ohne andere Touristen beobachten zu können.
Auf dem Weg von Villa Union zur Laguna Brava auf 4‘200 m.ü.M.
Eine Gruppe Guanacos in einer Märchenlandschaft
… und schlussendlich die Laguna Brava
Chilecito
Am nächsten Tag fuhr ich über eine eindrückliche Passlandschaft nach Chilecito. An diesem Ort besuchte ich eine über 100 Jahre alte Seilbahn, die gleich mehrere Rekorde brach. Zu ihrer Zeit war sie mit 35 km die längste der Welt und auch die mit der höchsten Bergstation, auf 4‘600 Meter. Noch heute hält sie den Rekord des höchsten Höhenunterschiedes von 3‘528 Meter. Sie wurde gebaut, um Gold, Silber und Kupfer aus dem Bergwerk Mina la Mejicana nach Chilecito zu bringen, von wo ein Bahnanschluss nach Buenos Aires bestand. Neun mit Dampfmaschinen bestückte Zwischenstationen waren notwendig, um die notwendige Energie aufzubringen. Die Seilbahn und die Stationen sind noch komplett erhalten und sind jetzt als Industrie-Monumente geschützt. Sogar die rostigen Stahlseile sind noch über die Masten gespannt.
Die Seilbahn von Chilecito transportierte Gold, Silber und Kupfer, die auf 4‘600 m.ü.M. abgebaut wurden. Sie war 35 km lang und wurde von neun Stationen mit Dampfmaschinen angetrieben.
Mendoza
Mendoza war meine letzte Station auf meiner Argentinien-Reise. Die Region ist mit Hunderten von Weingütern die grösste Weinproduzentin Südamerikas. Teils mietete ich ein Velo, um die Weingüter zu besuchen. Auch in Mendoza fand ich sehr gute Restaurants. Alles schien perfekt zu laufen, bis das Schicksal in Form eines Hotel-Zimmermädchens zuschlug. Am Weihnachtstag putzte eine Aushilfe mein Zimmer. Meine beiden mit vielen Sachen gefüllten Plastiksäcke betrachtete sie kurzerhand als Abfall. Leider merkte ich den Verlust erst am nächsten Tag, als das Hotel den Abfall bereits entsorgt hatte. Der Hotel-Besitzerin Emilia war der Vorfall sehr peinlich. Sie half mir soweit möglich, die Sachen zu ersetzen. Gewisse Dinge wie das Swiss Army Knife waren in Mendoza einiges teurer als in der Schweiz. Das Stromkabel zu meinem Rasierapparat war das einzige Wichtige, das in Mendoza nicht vorhanden war. In Santiago de Chile konnte ich das Kabel dann finden.
Mendoza am Fusse der Anden ist das grösste Weinanbaugebiet Argentiniens
Gegrillt wird jeden Tag
Alta Vista produziert hervorragende Weine
Nach einer Woche in Santiago, wo ich unter anderem das beste Restaurant in Chile, das Borago (Nr. 2 in Südamerika), besuchte, reiste ich weiter nach Lima, der Gourmet-Hauptstadt Südamerikas. Die beiden Restaurants Central (Nr. 1) und Astrid y Gastón (Nr. 3) stehen auf dem Programm. Zudem muss ich mich in Lima um das Visa für die Philippinen kümmern. Dieses Land wird meine nächste Destination sein.