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Die Europäische Union befindet sich in ihrer tiefsten Identitätskrise seit ihrer Gründung. Aus dem ursprünglichen Ziel einer wirtschaftlichen Gemeinschaft mit der Schaffung eines gemeinsamen Marktes hat sich ein Gebilde entwickelt, dass seine Kompetenzen stets ausgebaut hat. Die Ziele der heutigen EU sind nicht mehr so eindeutig und lassen in vielen Bereichen grossen Spielraum offen. Zweifelsohne lässt sich hingegen sagen, dass die Vereinheitlichung vieler Bereiche ein zentraler Punkt darstellt. Diese Vereinheitlichung stellt die europäische Vielfalt immer wieder auf die Probe. Das grösste Problem dieser Entwicklung ist die Vernachlässigung der nationalen Gegebenheiten und der Anliegen der Bürger durch das bestehende Top-Down-System. Die Stärkung radikaler Meinungen und Ansichten ist die logische Folge als Zeichen des Protestes und lässt sich in vielen Länder beobachten. Die Europäische Union sollte sich dringend wieder mehr am Subsidiaritätsprinzip orientieren, damit sich die Führungsebene auch mit dem auseinandersetzt, was die breite Bevölkerung beschäftigt. Die Teilung der Macht mit dem Volk würde die EU nachhaltig stärken, dies vor allem durch die Neuausrichtung der Marschrichtung gemäss der Bevölkerungsmehrheit und der daraus folgenden Legitimation des Handelns der Führungsebene. Die Schweiz dient hier als Anschauungsbeispiel, die Regierung braucht keine Angst vor dem Volk zu haben, sondern soll den Auftrag des Volkes entgegennehmen und gemäss der Bevölkerungsmehrheit agieren.