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SCHLAMMFAULUNG
Der anfallende Primärschlamm wird über eine Strainpresse in den Vorfaulraum gefördert. In der Strainpresse werden Fremdstoffe vom Schlamm abgetrennt und gelangen in einen Container. Diese Rückstände werden in der Kehrichtverbrennungsanlage verwertet. Der Primärschlamm wird mit dem Sekundärschlamm (Überschussschlamm aus der biologischen Reinigungsstufe) über drei Stufen in Klärschlamm umgewandelt. Dabei entsteht Klärgas. In der mesophilen Faulung (Temperatur um 37°C) werden komplexe Polymere wie Stärke, Eiweisse und Fette zu Methan, Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Dieser Prozess benötigt Wärme, verschiedene Bakterienarten und läuft nur anaerob, also ohne Sauerstoff, ab. Der Klärschlamm aus dem Vorfaulraum wird über einen Wärmetauscher auf 37°C erhitzt. Die nötige Wärme wird aus der Abwärme der Blockheizkraftwerke (BHKW) bezogen. Nach einer Aufenthaltszeit von ca. 18 Tagen fliesst der ausgefaulte Klärschlamm mittels Verdrängungsprinzip in den Nachfaulraum. Der Nachfaulraum dient als Stapelbehälter. Das entstehende Klärgas wird in den Gasometer geleitet.
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ÜBERSCHUSSSCHLAMMEINDICKUNG
Die überschüssige Biomasse, welche aus der Denitrifikationszone als Überschussschlamm abgezogen wird, gelangt über eine Exzenterschneckenpumpe in den Dekanter. Der Dekanter nutzt das Prinzip der Zentrifugalkraft und kann die Schlammkonzentration um ca. Faktor 35 erhöhen. Dadurch nimmt das Volumen der Schlammmenge ab und die Aufenthaltszeit im Vorfaulraum wird verlängert. Der Dekanter besteht aus einem rotierenden Vollmantel und aus einer innenliegenden Schnecke zum Dickstoffaustrag sowie der Entnahmevorrichtung für das Zentratwasser. Eine im inneren drehende Schnecke läuft mit einer geringfügig höheren Drehzahl als der aussenliegende Vollmantel.
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KLÄRSCHLAMMENTWÄSSERUNG
Der ausgefaulte Klärschlamm wird vom Nachfaulraum in den Tagesstapelbehälter gepumpt. Vom Tagesstapelbehälter wird der Schlamm mittels Exzenterschneckenpumpe in den Dekanter gefördert. Für eine optimale Funktion der Entwässerung, ist die Zugabe von Flockungsmittel erforderlich. Es wird vor dem Dekanter in die Leitung dosiert und verändert die Flockenstruktur des Klärschlammes. Der Dekanter nutzt das Prinzip der Zentrifugalkraft und kann die Schlammkonzentration um ca. Faktor 15 erhöhen. Der auf ca. 30% entwässerte Klärschlamm wird in Mulden gesammelt und zum Abwasserverband Glarnerland transportiert. In Bilten erfolgt eine weitergehende Trocknung mit anschliessender Entsorgung als Alternativbrennstoff in einem Zementwerk. Beim Prozess der Faulung entsteht Wasser. Die Bindung des Wassers an die Feststoffe ist unterschiedlich stark. Die Abtrennung des Hohlraum-, Adhäsions- und Kapillarwasser von den Feststoffen benötigt Energie, welche in Form der Zentrifugalkraft angewendet wird.
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CHEMISCHE REINIGUNGSSTUFE
Verschärfte Einleitbedingungen bezüglich der Phosphorkonzentration, lassen sich durch die Zugabe eines Fällmittels und einer Filtrationsstufe einhalten. Damit die Fällmittelzugabe möglichst wirtschaftlich und effizient erfolgen kann, wird es an drei verschiedenen Orten zugegeben: – Vorfällung Zugabe in den Zuflusskanal vor den Vorklärbecken – Simultanfällung Zugabe in die Denitrifikationszone – Nachfällung Zugabe ins Ozonungsbecken. Zur klassischen Phosphatfällung wird ein gelöstes dreiwertiges Eisensalz eingesetzt. Der in der Faulung entstehende Schwefelwasserstoff kann mit den freien Ionen des Eisens zusätzlich gebunden werden, was mit ebenfalls verwendeten Aluminiumsalzen chemisch nicht möglich ist. Das in einem zweiten Tank gelagerte Aluminiumprodukt dient nur zur sporadischen Bekämpfung von Bläh- und Schwimmschlamm.