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Das British Open, offiziell «The Open Golf Championship», wurde erstmals 1860 ausgetragen. Es ist das älteste Turnier im Profisport. Es ruhte in zwei Jahren während des Ersten und in vier Jahren (ab 1942) während des Zweiten Weltkriegs. 2020 ruhte es ein weiteres Mal - während dem Kampf gegen die Pandemie. So steht denn in dieser Woche das 149. British Open an. Ab Donnerstag wird auf dem geschichtsträchtigen königlichen Küstenplatz Royal St. George's in Sandwich im Südosten Englands gespielt. Daselbst hätte es auch letztes Jahr stattgefunden.
Als Titelverteidiger startet Shane Lowry. Der Ire siegte 2019 im nordirischen Royal Portrush zur allgemeinen Überraschung. Sein Sieg kam aus dem Nichts. Seither spielt der 34-jährige Lowry fast ausschliesslich auf der US PGA Tour. Lange Zeit konnte er sich auf dem dominierenden Circuit nicht etablieren. Aber gerade in den letzten Wochen glückten ihm eine Reihe bemerkenswerter Resultate. Viermal kam er unter die besten zehn. An der von Phil Mickelson gewonnenen US PGA Championship wurde er Vierter.
Das letzte Majorturnier des Jahres zweimal nacheinander zu gewinnen ist eine rare Kunst. Die letzte erfolgreiche Titelverteidigung glückte Lowrys irischem Landsmann Padraig Harrington 2008. Davor hatte Tiger Woods 2005 und 2006 triumphiert.
Jon Rahm entfesselt?
Viel eher als Shane Lowry ist in dieser Woche Jon Rahm der Favorit. Der 26-jährige Baske mit frühen Schweizer Vorfahren, erst seit fünf Jahren Profi, wurde kurz vor dem US Open im Juni als klarer Leader des Memorial Tournament in Dublin/Ohio vom Coronavirus gebremst. Er musste das prestigeträchtige Turnier von Gastgeber Jack Nicklaus aufgeben und in Quarantäne gehen. Unmittelbar danach siegte er am US Open in San Diego. Seither hat er kein Turnier mehr bestritten.
Jon Rahm verfügt über ein enormes Potential, das ihm weit mehr als einen Sieg auf Grand-Slam-Stufe einbringen müsste. Die Amerikaner Jordan Spieth und Brooks Koepka sind die jüngsten Beispiele von Golfern, die kurz nach ihrem ersten grossen Triumph weitere Male zuschlagen konnten. Spieth gewann bis heute drei, Koepka vier grosse Turniere. Es ist möglich, dass der Sieg am US Open Jon Rahm komplett entfesselt hat.
Johnson nicht im Schuss
Dustin Johnson siegte im November 2020 am US Masters in Augusta. Aber im Jahr 2021 kommt Rahms Rivale im Kampf um die Weltranglistenspitze nicht richtig voran. In zwölf Turnieren klassierte sich der 37-Jährige aus South Carolina nur zweimal unter den besten zehn. Zweimal schied er nach der Hälfte des Pensums aus. Aber da auch er zu den Golfern gehört, die in einer bestimmten Turnierwoche die Konkurrenz in Grund und Boden spielen können, zählt Johnson immer zum engsten Kreis der Siegesanwärter.