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Weltgeschichte
Mona Lisa
Das Gemälde
Leonardo da Vincis Mona Lisa zählt wohl zu den grössten Rätseln der Kunstgeschichte. Kein anderes Bild hat die Fantasien der Menschen mehr angeregt und kein anderes Kunstwerk wurde so häufig reproduziert und verfremdet wie das der Mona Lisa.
Über die Entstehungsgeschichte des Gemäldes ist wenig bekannt. Da es in den Schriften da Vincis nicht die geringste Anspielung auf dieses Gemälde oder dessen eventuellen Auftraggeber gibt und der Umstand, dass das Bild weder datiert noch signiert ist, bietet den Nährboden für die wildesten Spekulationen.
So wird zum einen vermutet, dass es sich bei der Frau im schwarzen Kleid um die Gemahlin des florentinischen Edelmannes Francesco del Giocondo handelt, weshalb das Gemälde auch „Joconda“ oder „Gioconda“ genannt wird. Kunsthistoriker haben aber auch schon angezweifelt, dass das Portrait überhaupt eine Frau darstellt, oder ob es nicht vielleicht sogar ein androgynes Selbstportrait Leonardos sei. Einige Forscher nehmen an, dass es überhaupt kein Modell gegeben, sondern Leonardo eine ideale Frau gemalt habe. Spekuliert wird auch, dass das Bild Leonardo so sehr gefallen habe, dass er die Fertigstellung hinauszögerte und schliesslich von einem seiner Schüler eine Kopie anfertigen und aushändigen liess.
Wahrscheinlich ist aber, dass das Gemälde in Leonardos späterer Schaffenszeit in Mailand (1503-1510) entstand. Wer auch immer das Gemälde in Auftrag gegeben haben mag, hat es wahrscheinlich nie erhalten: das Bild war selbst nach vier Jahren noch immer nicht vollendet.
Kurz vor seinem Tod verkaufte Leonardo das Bild an König Franz I., der es im Schloss Amboise aufbewahrte. In der folgenden Zeit kam das Gemälde nach Fontainbleau, Paris, Versaille und schliesslich in die Sammlung von Ludwig XIV. Nach der französischen Revolution bekam das Bild eine neue Heimat im Louvre. Napoleon nahm es von dort mit und hängte es in sein Schlafzimmer. Nach dessen Verbannung kam die Mona Lisa zurück in den Louvre.
Der Diebstahl
Nicht immer war der Louvre so gut gesichert wie heute. 1911 gab es jedenfalls weder besondere Sicherheitsmassnahmen, noch eine Alarmanlage. Diesen Umstand machte sich in der Nacht vom 22. zum 23. August 1911 der Spiegelmacher Vincenzo Peruggia zu Nutze. Der Louvre war damals montags geschlossen. Er liess sich am Sonntag einschliessen und nahm später unbemerkt das berühmte Bild vom Haken. Der Dieb wollte die Mona Lisa „heim“ nach Italien bringen.
Der Diebstahl wurde schnell entdeckt, dennoch gab es lange Zeit keine Spur. Heute steht fest, dass Peruggia die Mona Lisa zunächst in einem schäbigen Koffer in seinem Zimmer aufbewahrte. Später schrieb er auf eine Anzeige des italienischen Kunsthändlers Geri, dass er die Mona Lisa anbieten könne. Peruggia reiste auf Einladung Geris nach Florenz und präsentiert das Gemälde. Zusammen mit dem Direktor der Uffizien wurde es am 11. Dezember 1913 auf seine Echtheit geprüft.
1915 wurde Vincenzo Peruggia der Prozess gemacht. Seiner Erklärung, er habe das Gemälde nur nach Italien zurückbringen wollen, wurde keinen Glauben geschenkt.
Weitere Attentate
Im Jahr 1956 wurde die untere Hälfte des Bildes durch ein Säure-Attentat schwer beschädigt.
Im gleichen Jahr, am 30. Dezember 1956, warf ein Mann einen Stein auf die Mona Lisa. Dieser Mann musste daraufhin sein Heimatland Bolivien verlassen.
Heute befindet sich das Gemälde hinter Panzerglas im Louvre in Paris.