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Solidarität ist wünschenswert
Eher seltsam, dass man von mir Solidarität fordert, die ich doch schon seit Monaten anbiete. Ich habe mich bereit erklärt, einen Teil der längst fälligen Rückzahlung von 3.3 Mio. CHF zinslos zu stunden. Domenig verspottet mich nur. Er schreibt mir, dass er das Konzerthaus nach wie vor bauen wolle, nur dürfe mein Name nicht genannt werden. Wie sollte ich denn Konzerte veranstalten und als Künstler mitgestalten, ohne dass mein Name genannt wird? Soll ich mich dazu hingeben, in Davos von den irrgeleiteten Davosern ausgebuht zu werden.
Es soll Leute geben, die behaupten, zwei und zwei sei fünf. Andere sagen, Unterlunkhofen sei die Hauptstadt Mexicos. Domenig behauptet weit Unsinnigeres. Wer hilft, dass dem Mann geholfen werden kann? Muss ihn der Richter bestrafen und seine Abwahl fordern?
Leute: Sind Eure Faulheit und Feigheit so gross, dass niemand von Euch was tut?
Der Spengler Cup hat Tradition. Er ist eine Marke. Es ist nicht das Eishockey allein, das ihn zu dem macht, was er ist. Es ist das Drumherum. Der Spengler Cup ist ein Volksfest. In diesem Jahr werden in Davos zwischen dem 26. und dem 31. Dezember im VIP-Bereich keine Cüpli getrunken. Es werden auch keine Tore im Eisstadion bejubelt. Es gibt auch keine Ballermann-Party im Fanzelt. Seit der Lancierung im Jahr 1923 ist es nach 1939, 1940, 1949 und 1956 erst das fünfte Mal, dass der Event nicht durchgeführt werden kann. Das ist bitter. Das tut weh. Das ist schwer zu akzeptieren. Nüchtern betrachtet ist die Absage des Turniers 2020 wegen Corona aber richtig. Alles andere wäre in unserer Gegenwart weltfremd.
Welche Folgen die Absage des Spengler Cup für den Tourismusort und den organisierenden HC Davos hat, kann nur erahnt werden. Mit Sicherheit bringt sie den Klub aber mehr in Bedrängnis als die auch vom Turnier profitierenden Hotels und Gastronomiebetriebe. Der HCD muss um jeden Franken kämpfen. Darum wäre es wünschenswert, wenn er sich nun auf die Bündner Eishockey-Familie verlassen könnte und die seine Meisterschaftsspiele gut besuchen würde. Es wäre das Zeichen der Solidarität und würde die Mindereinnahmen nach der Spengler-Cup-Absage senken.
Und dann wäre noch Peter Buser. Mehr als drei Millionen fordert der Konzertveranstalter und Mäzen nach dem geplatzten Deal der Eisstadion-Namensrechte zurück. Geld, dass der HCD nicht hat und Buser nicht wirklich braucht. Darum wäre nun der ideale Zeitpunkt, das partnerschaftliche Missverständnis im gegenseitigen Einvernehmen und mit einem «kleinen» finanziellen Entgegenkommen Busers zu beenden. Das wäre ebenfalls Solidarität, für die Sache und für die Zukunft des HCD. Und die Absage des Spengler Cups hätte dann am Ende doch noch etwas Gutes.