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Am 25. Oktober 2015 führte unser Chor im grossen Saal des Stadthauses Winterthur ein grosses konzertantes Werk des Komponisten Louis Spohr auf.
Louis Spohr, geboren in Braunschweig am 5.4.1784 und gestorben in Kassel am 22.10.1859, war Komponist und Dirigent von Weltruf. Als Violinvirtuose war er der bedeutendste deutsche Rivale des italienischen Zaubergeigers Niccolò Paganini (1782-1840) - die Virtuosen sind sich wohl nur einmal persönlich begegnet.
In seiner Geburtsstadt Braunschweig trat Louis Spohr bereits mit 15 Jahren in die Dienste des Herzogs von Braunschweig ein (die Stadt vergibt jedes Jahr nach ihm benannte Musikpreise). Seine Lebensstellung fand Spohr 1822 als Hofkapellmeister in Kassel (er ist Ehrenbürger dieser Stadt). Er arbeitete als Violinpädagoge, pflegte an der Oper ein breites Repertoire und komponierte bis in seine letzten Lebensjahre mit unverminderter Schaffenskraft.
Bereits zu Lebzeiten war Spohr berühmt und galt nach dem Tod von Carl Maria von Weber (1786-1826) und Ludwig van Beethoven (1770-1827) - bis zum Durchbruch der Werke von Franz Schubert, Mendelssohn-Bartholdy und Schumann ab Mitte der 1840-er Jahre - als der bedeutendste lebende deutsche Komponist. Durch sein kompositorisches Schaffen (280 Kompositionen) gab er der musikalischen Entwicklung wesentliche Impulse und wird als Bindeglied zwischen der Wiener Klassik und der Romantik angesehen. Louis Spohr hat die musikalische Literatur auf jedem Gebiete durch wichtige Werke bereichert (10 Opern, 4 Oratorien, 10 Sinfonien, 15 Violinkonzerte, 4 Klarinettenkonzerte, 130 Lieder, Chorwerke u.a.m.).
Neben Carl Maria von Weber war Spohr der Hauptvertreter der romantischen Oper. Auch in seinen Oratorien „Die letzten Dinge“ und „Der Fall Babylons“ folgte er ausschliesslich seinem subjektiven Naturell.
Spohr mag einigen vielleicht als Schöpfer von Instrumentalmusik bekannt sein; sein vokales Schaffen geriet jedoch ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Erst in den letzten 30 Jahren wurden seine Werke wiederentdeckt und vermehrt aufgeführt…. Dies ist auch der Grund, warum wir uns für dieses Werk mit seiner hohen musikalischen Qualität und ausdrucksvollen Chromatik entschieden haben.
Das Oratorium „Die letzten Dinge“ - eine ebenso plastische wie feinsinnige Bibelerzählung - ist das berühmteste der 4 Oratorien von Louis Spohr. Die Uraufführung im Jahre 1826 erfolgte in Kassel. Im gleichen Jahr wurde das Werk nochmals anlässlich eines Musikfestes in Düsseldorf aufgeführt. Der Erfolg war so überwältigend, dass das Fest um einen Tag verlängert werden musste, um eine zweite Aufführung zu ermöglichen.
Das Werk ist für vierstimmigen Chor geschrieben, zusätzlich kommen 4 Gesangssolisten (SATB) zum Einsatz. Es wird ein großes Orchester mit klassischer Besetzung benötigt mit doppelten Holz- und Blechbläsern, drei Posaunen, Pauken und Streichern.