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Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist ein grosses Hindernis für wirtschaftliche Entwicklung und Armutsreduktion. Dies trifft auch für Mazedonien zu, wo Frauen in diversen Bereichen benachteiligt sind, obwohl die mazedonische Regierung bereits 1994 die UNO-Konvention zur Beseitigung jeglicher Diskriminierung von Frauen (Convention on the Elimination of all Forms of Discrimination Against Women, CEDAW) ratifiziert hat. Nur 35,3% der Frauen in Mazedonien sind erwerbstätig. Damit liegt das Land deutlich unter dem EU-Durchschnittswert von 58.5%. Auch bei den Universitätsabschlüssen sind Frauen mit 15% im Vergleich zur EU, wo der Durchschnittswert knapp 25% beträgt, schlechter vertreten. Ausserdem ist die politische Mitwirkung von Frauen je nach Region stark eingeschränkt. So sind nur 8.5% der Frauen aus ländlichen Gebieten Mitglied einer politischen Partei oder einer Nichtregierungsorganisation und entsprechend selten in lokale Entscheidungsprozesse eingebunden (Stand: 2011 und 2012).
Der Fokus auf gendergerechten Finanzplänen
Die DEZA finanziert seit Januar 2014 in Mazedonien ein Projekt von UN Women, einer Organisation der Vereinten Nationen, welches auf die Geschlechtergleichstellung abzielt. Das Projekt läuft bis Ende 2016 und wird in insgesamt zehn Gemeinden in Mazedonien durchgeführt, welche rund 1 Million Einwohnerinnen und Einwohner umfassen. Ein zentrales Anliegen ist die gendergerechte Planung der Gemeindeaufgaben, also das «Gender Responsive Budgeting». Dies bedeutet, dass die Gemeindebehörden Anliegen von Frauen und Männern in ihrer Planung gleichermassen berücksichtigen. Frauen nennen beispielsweise Kinderbetreuungsstätten oder die sichere Erschliessung von Schularealen als wichtige Bedürfnisse, während Männer den Wunsch nach verbesserten Dienstleistungen in der Krankheitsfrüherkennung geäussert haben. Sofern das Budget dies erlaubt, werden entsprechende Einrichtungen finanziert und damit den spezifischen Anliegen von Frauen und Männern Rechnung getragen.
Gemeinden im Vordergrund
Hauptpartner der DEZA sind Gemeinden und Organisationen der Zivilgesellschaft. Auch lokal gewählte Abgeordnete können Ansprechpartner sein. Das Projekt unterstützt die Gemeindebehörden fachlich, damit sie die Anliegen von Frauen und Männern identifizieren und in der Planung berücksichtigen können.
Im Rahmen des Projekts von UN Women wird der mazedonische ständige Ausschuss für die Chancengleichheit von Frauen und Männern unterstützt und gestärkt. In zehn Gemeinden werden Budgets und Programme hinsichtlich der Gleichstellung von Mann und Frau unter die Lupe genommen. Dadurch werden unter anderem Gemeindemitarbeiterinnen und Gemeindemitarbeiter hinsichtlich Geschlechtergleichstellung sensibilisiert.
Erste Erfolge verzeichnet
2013 wurde in Mazedonien eine nationale Strategie zur Geschlechtergleichstellung (2013-2020) verabschiedet. Die Stadt Skopje hat die erste lokale Strategie zur Gleichstellung von Frau und Mann erlassen, um die Umsetzung nationaler Gesetze und Strategien anzugehen. Eine Arbeitsgruppe setzt sich gezielt für die Integration von Gender-Themen in die Gemeindearbeit ein.
Die Stadt Skopje nimmt auch sonst eine Vorreiterrolle ein: Innerhalb eines Jahres hat sie das Budget zur Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau um 200% erhöht – von 8‘600 CHF im Jahre 2013 auf 29‘000 CHF im Jahr 2014. Mit diesen Mitteln finanziert die Stadt jeweils am 8. März, dem internationalen Frauentag, die öffentliche Veranstaltung «Women’s Rights Nights», welche in Skopje inzwischen bereits zum dritten Mal stattgefunden hat. Ein weiterer Teil des Geldes fliesst in die Errichtung eines Familienzentrums, wo Opfer häuslicher Gewalt betreut und beraten werden.