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In der Mitte der Achzigerjahre, Sony war inzwischen mit seinem legendären mikroprozessorkontrollierten ICF-2001D auf den Markt gekommen, hatten Pan International als deutscher Importeur und Standard Radio Corp. als möglicher Hersteller einen mikroprozessorkontrollierten Empfänger im Angebot, der den Bereich von der Langwelle 150 kHz bis in den UHF-Bereich 520 MHz kontinuierlich abdeckt, bei Pan erhielt er die Bezeichnung Crusader 8000, andere Anbieter hatten ihn als Marc II im Angebot. Auf der Rückseite steht die Bezeichnung ICF-2002DX PRO. Das Gerät hat aber nichts mit den bekannten Geräten von Sony mit der ICF-2001-Bezeichnung zu tun.
Beim Pan Crusader 8000, der whs. von Standard hergestellt wurde, aber auch unter den Bezeichnungen Marc II ICF-2002DX oder Crusader 8000 vertrieben wurde, handelt es sich um einen Allwellenempfänger, der aufgrund der Abdeckung zahlreicher VHF-Bänder als „Exportgerät“ in der Schweiz verkauft, aber nur auf den für öffentlichen Rundfunkempfang zugelassenen Frequenzen betrieben werden durfte. Dies im Gegensatz zum deutschen Nachbarland, wo sogar der Besitz solcher Geräte untersagt war.
Aufgrund der breiten Frequenzabdeckung hatten die „Crusader“-Empfänger ein Ruf als „Alles-Empfänger“, welcher auch durch entsprechend ansprechende Prospekte aufrechterhalten wurde - die Realität der Empfangsleistungen sah wesentlich anders aus und entspricht den oft noch bei online - Auktionen hohen Preisen bei weitem nicht.
Das Gerät ist mit seiner PLL-Frequenzsyntheseschaltung vollständig mikroprozessorkontrolliert und halbleiterbestückt.
Der Kofferempfänger mit seinem Kunststoffgehäuse misst 35 x 20 x 7,5 cm und wiegt 2,1 kg, er kann mit 12 V aus einem Netzadapter oder sechs UM-2 Babyzellen betrieben werden. Zwei UM-3-Batterien werden für den Betrieb der Uhr und den Speichererhalt benötigt.
An der linken Seite der Frontplatte befindet sich der grosse Lautsprecher und darunter der Hauptschalter.
Oben in der Mitte der Frontplatte befinden sich die LCD-Displays der Uhr und der digitalen LCD-Frequenzanzeige, die allerdings von oben her nur mühsam abzulesen ist. Darunter liegen die Schalter für die Uhr- und Timereinstellung, die Timeraktivierung und die Tasten für die Zeiteinstellung den Einschlaftimer.
Darunter liegend in einer Reihe die Schalter für die LOCK-Funktion, die Hintergrundbeleuchtung für die LCD-Anzeigen und die Scan-Betriebsarten, die Speicherlöschtaste und die Antennenabstimmung (ANTENNA ADJ.).
Im darunterliegenden Frontplattenbereich liegen links die vier Tasten für die Betriebsarten FM-wide, FM-narrow, AM und SSB/CW (damit wird der BFO aktiviert). Die Tastenreihe daneben dient zur Steuerung der Scanfunktionen. Wichtig ist die nächste Tastenreihe: MEMORY gefolgt von einer Zahl erlaubt die Speicherung einer Frequenz und Betriebsart in einem von zwanzig Speicherplätzen. STEP schaltet die Abstimmschrittweite um, die Schrittweite wird im LCD-Display angezeigt. Mit der Taste RECALL gefolgt von einer Zahl wird der Speicherinhalt abgerufen, mit einem Druck auf die Recall-Taste ist man im Frequenzspeichermodus, mit den Zahlentasten und auch dem Abstimmknopf werden die Speicher durchgedreht. Mit einem erneuten Druck auf die Taste ist man wieder im normalen Betriebsmodus und der Empfänger kann konventionell abgestimmt werden.
Die Taste FREQ. wechselt in den direkten Frequenzeingabemodus, die Frequenz kann auf der Zehnertastatur eingegeben und mit EXEC. aufgerufen werden.
Rechts auf der Front liegt oben der magnetisch rastende Abstimmknopf, dieser ist aus leichten Kunststoffmaterial hergestellt und hat somit keinen Schwungradeffekt. Zwei kleine Tasten darunter FAST und SLOW erlauben es, die Abstimmgeschwindigkeit umzuschalten.
Darunter liegen die Drehregler BFO für den Telegraphieüberlagerer (damit ist auch eingeschränkter SSB-Empfang möglich) und die Rauschsperre, der SQUELCH ist auf den VHF-Bereichen aktiv.
Darunter liegen zwei Schieberegler für die Lautstärke und die Tonblende.
Auf der Geräterückseite finden sich Schraubanschlüse für eine Langdrahtantenne auf den AM-Bereichen und ein Koaxial-Anschluss für die VHF-Bereiche, die internen und externen Antennen sind schaltbar, ein weiterer Schalter aktiviert einen Abschwächer (ATT).
Der Betrieb des Pan Crusader 8000 ist aufgrund der Mikroprozessorkontrolle und den vielen Möglichkeiten nicht ganz selbsterklärend. Mit dem Hautschalter links unten auf der Frontplatte wird das Gerät eingeschaltet und beide Antennen ausgezogen, mit halb hochgezogenem Lautstärkeregler sollte ein Rauschen hörbar werden, die Rauschsperre SQUELCH sollte am linken Anschlag stehen resp. ausgeschaltet sein.
In den AM-Bereichen bis 30 MHz (Lang- / Mittel- / Kurzwelle) wird am einfachsten die Frequenz direkt eingegeben: auf FREQ - 6 - 1 - 5 - 5 - EXEC. wird der Empfänger auf 6155 kHz abgestimmt. Von dort aus kann mit dem Abstimmknopf das 49 m - Band weiter durchsucht werden. Beim langsamen Durchdrehen hört man bei jedem Frequenzschritt ein Knacksen, beim rascheren Drehen wird der Empfänger stummgeschaltet, dann hört man allerdings auch nicht, ob eine Station aktiv ist. Für den Empfang von Morseaussendungen oder SSB-Signalen von Funkamateuren wird der BFO mit Druck auf SSB/CW aktiviert. Wichtig ist, in den AM-Bereichen die Antennenabstimmung ANTENNA ADJ. auf maximales Rauschen nachzustellen, sonst ist bei schwächeren Signalen kein Empfang möglich. Mit Druck auf die Taste STEP kann die Schrittweite von 1 - 5 - 10 KHz gewählt werden.
Zum Empfang von UKW-Rundfunksendern wird die Betriebsart FM-W eingestellt und am einfachsten mit FREQ - 1 - 0 - 1 - 5 - 0 - 0 EXEC. auf 101,5 MHz abgestimmt und das erste Programm des Schweizer Radios vom Sender Säntis wird hörbar. Mit SLOW / FAST wird die Schrittweite von 0,1 auf 1 MHz umgeschaltet, kleinere Schrittweiten können nur im FM-narrow Modus eingestellt werden.
Zum Empfang von Funkamateuren im 2m-Band (VHF) oder 70 cm-Band wird die Betriebsart FM-N gewählt, im Schmalband-FM - Betrieb können Frequenzen mit Abstimmschritten von 10 - 50 - 100 kHz eingestellt werden. Normale Rundfunkaussendungen können allerdings so nicht verständlich gemacht werden. Für den Empfang von Flugfunkaussendungen im Air Band muss die Betriebsart auf AM gewechselt werden.
Für die Scanner-Funktionen werden mit FL und FH die untere und obere Bandgrenze des zu durchsuchenden Bereichs definiert, in der Schalterposition SCAN hält der Suchlauf auf einer gemäss Squelch-Einstellung empfangswürdigen Station und läuft nach fünf Sekunden weiter, in Stellung SEEK bleibt er ganz stehen. Möchte man im SCAN-Modus einer Station weiter zuhören, drückt man nochmals auf SEARCH um den Suchlauf anzuhalten. Mit MSCAN durchsucht das Gerät die programmierten Speicherfrequenzen. Im Gegensatz zu modernen Scannern ist die Speicherplatzzahl mit 20 allerdings sehr gering.
Die Empfangsqualität des Crusader 8000 liegt entspricht nicht dem, was die Prospekte aus den Achzigern erwarten lassen würden und was dem Preis, der für das Gerät oftmals bei online - Auktionen verlangt und auch bezahlt würde, gerecht würde.
Die Trennschärfe in den AM-Bereichen lässt zu wünschen übrig, mit dem eingebauten ZF-Filter lassen sich zwei Stationen im 5 kHz-Raster nicht sauber trennen, man muss 1 - 2 kHz höher oder tiefer abstimmen.
In den VHF-Bereichen läuft das Gerät in die Form auf, wo zu die meisten Besitzer es sich auch erworben haben. In der FM-wide Betriebsart lassen sich nur 100 kHz-Schritte einstellen, die seltenen UKW-Sender mit 50 kHz-Kanalabstand lassen sich nicht zufriedenstellend abstimmen.
Schmalband-FM - Stationen lassen sich gut empfangen, allerdings schaltet der Synthesizer bei höheren Abstimmgeschwindigkeiten stumm, so dass Suchempfang nur mit kleiner Schrittweite gelingt. Um einen Bandabschnitt zu durchsuchen, greift man am besten auf die Scanfunktionen zurück. Allerdings ist die Anzahl Speicherplätze für einen vernünftigen Einsatz als Scanner aus heutiger Sicht zu gering. Die Empfangsqualität würde ich als durchschnittlich beurteilen, VHF-/UHF-Scanner beispielsweise aus dem Hause AOR sind da leistungsfähiger, allerdings waren sie zum Zeitpunkt, als der Crusader 8000 auf den Markt kam, noch nicht verfügbar.
So ist der Pan Crusader 8000 als früher PLL-Synthesizer - Wide Band Empfänger und Scanner ein vor allem im deutschen Sprachgebiet selten anzutreffendes Sammlergerät, mit welchem Rundfunkstationen abgehört werden können und mit dem noch etwas Wellenjagd möglich ist.
Offenbar wurden in Deutschland postfromme Versionen mit FTZ-Nummer und ohne die Baugruppe zum Empfang der VHF-Bereiche verkauft, beim Erwerb eines Gebrauchtgeräts ist je nach geplantem Verwendungszweck darauf zu achten, ob diese eingebaut ist. Auf der Rückseite fehlt bei der FTZ-Version auch der externe Antennenanschluss.
Doppelsuper, digitale Frequenzaufbereitung mit PLL-Synthese.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.
Das Gerät wurde in Fernost (whs. bei Standard Radio Corp. entwickelt und in Deutschland ohne das VHF Wideband Board und externen Antennenanschluss in einer Version mit FTZ-Nummer vertrieben, die eingeschränkten Möglichkeiten des Empfangs von Amateuren und Funkdiensten mit der FTZ-Version entsprachen den hohen Verkaufspreis nicht.