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Mehr als die Hälfte des in die Kläranlage eingeleiteten Wassers stammt von Brunnen, Quellen, Drainagen, Niederschlägen sowie der Schneeschmelze. Der nationale Durchschnitt liegt bei 32 Prozent Fremdwasser, wie der Kanton Wallis anlässlich des Jahresberichts 2017 zur Abwasserreinigung am Mittwoch mitteilte.
Überlastet Kläranlagen
Das Fremdwasser überlastet die Kläranlagen unnötig. Es verdünnt das Abwasser vor der Reinigung und kann zu einer Erhöhung der Einleitung führen. Der Kanton ruft deshalb die Gemeinden auf, ihre Anstrengungen in der Umsetzung ihrer Entwässerungspläne zu verstärken.
Von diesem Wermutstropfen abgesehen zieht der Kanton eine zufriedenstellende Bilanz der Wasseraufbereitung. Die Reinigungsleistung bei Stickstoff und Kohlenstoff hat sich verbessert. Die für den Gesundheitszustand des Genfersees wichtige Phosphor-Reinigungsleistung hat sich hingegen verschlechtert. Die Ursache dafür liege bei der Regional-ARA Visp, welche die Einleitungsanforderungen über längere Zeit nicht erfüllt habe. Der Anlageninhaber ergriff provisorische Massnahmen. Zudem soll die ARA ausgebaut werden.
Kampf gegen Mikroverunreinigungen
Eine neue Herausforderung ist die Beseitigung von Mikroverunreinigungen aus Medikamenten-, Kosmetik-, Wasch- und Pestizidrückständen, die bereits in geringen Konzentrationen im Wasser schädliche Auswirkungen haben.
Der Bund finanziert die Ausrüstung von rund 100 Kläranlagen in der Schweiz, davon sechs im Wallis. Ziel ist es, 80 Prozent dieser Schadstoffe zu eliminieren. Derzeit liegt die durchschnittliche Entsorgungsrate bei 17 Prozent.