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Welsh Corgi Rescue ServiceDer britische Rettungsdienst für Corgis wurde im Jahr 1973 ins Leben gerufen und fünf Jahre später als wohltätige Organisation registriert, womit er von der Gesellschaftssteuer befreit ist.
Der Vorstand besteht aus Präsident, Kassier und Sekretär, sowie je einem Vertreter der vier Sektionen der Welsh Corgi League: Nord- und Südengland, East Anglia und Schottland. Der Dienst ist von der League unabhängig und betreut Pembroke und Cardigan Corgis. Zweck und Aufgabe sind:
1. Für Corgis in Not ein neues Zuhause zu finden, nicht aber für überschüssige Welpen von Züchtern.
2. Den neuen Besitzern keine Stammbäume zu überlassen.
3. Die Entscheidung über das Einschläfern von bösartigen Hunden wird vom Betreuer, dem Präsidenten und dem Sekretär getroffen. Die beiden Letzteren befassen sich auch mit schwierigen Fällen.
4. Die Entscheidung über eine Kastration wird vom Betreuer, dem Tierarzt und einem Vorstandsmitglied getroffen.
Eine grosse Anzahl Corgi-Züchter meldeten sich als lokale Helfer, so dass eine grosse geographische Fläche gedeckt werden konnte. Viele Züchter sowie einige andere Corgi-Freunde erklärten sich auch bereit, einen Corgi in einer Notsituation mittelfristig aufzunehmen und das meistens gratis. Die lokalen Polizeistationen, Tierheime und Auffangstationen wurden über den neuen Corgi Rettungsdienst informiert und seither besteht eine sehr gute Zusammenarbeit.
Am Anfang waren vor allem Welpen aus Wales ein stetig wiederkehrendes Problem. Sie wurden von den Bauern in grosser Zahl, teilweise bereits im Alter von nur 6 Wochen, per Zug oder Lastwagen an Tierhandlungen und Märkte in ganz England verschickt. So wurde z.B. eine kleine verängstigte und kranke Hündin bei eisigem Wind auf dem Markt von Slough zum Verkauf angeboten. Wie so viele andere Welpen aus diesen zweifelhaften Zuchtstätten hatte sie einen "berühmten Grossvater".
Da bedeutend mehr Pembrokes als Cardigans gezüchtet werden, sind es natürlich vor allem Pembrokes, die ein neues Zuhause suchen. Der erste Fall war eine herrenlose Hündin, die von der Polizei aufgegriffen worden war, und schon bald wuchs die Zahl der Corgis, die ein neues Zuhause brauchten. Im Jahr 1979 wurden 40 Corgis umplatziert. Heute sind es zwischen 60 und 100 pro Jahr. Nicht überraschend gehören die Sommerferien, Weihnachten und Ostern zu den betriebsamsten Zeiten und manchmal warten bis zu 17 Corgis auf ein neues Zuhause!
Ein neues Baby? - kein Grund den Hund auszusetzen.
(Foto: J.D. Weber)
Die Gründe für eine Umplatzierung sind mannigfach: Tod, Krankheit oder fortgeschrittenes Alter ihres Besitzers, Auswanderung, ungeeignete Wohnverhältnisse, Scheidung, ein neues Baby, zu wenig Zeit, oder ganz einfach weil die Besitzer ihrer überdrüssig waren. Dabei handelt es sich teilweise um Welpen unter 10 Wochen aber auch Corgis über 10 Jahre sind keine Seltenheit.
Ungefähr ein Drittel der Besitzer kommen mit ihrem Corgi nicht zurecht. Viele dieser Besitzer waren sich einfach nicht im Klaren darüber, auf was sie sich einliessen, als sie den Hund anschafften. Glücklicherweise handelt es sich aber in den wenigsten Fälle um direkte Misshandlung. Trotzdem gibt es auch sehr traurige Fälle. Hier einige Beispiele:
Zwei halb verhungerte fehlgedeckte Hündinnen, die wieder gesund gepflegt wurden, während eine kleine nur neun Monate alte Hündin, ebenfalls fehlgedeckt, durch einen Fusstritt gegen den Kopf erblindet war und eingeschläfert werden musste.
Ein auf der Strasse herumstreifender räudiger und völlig verwurmter Rüde, dem die oberen Schneidezähne eingeschlagen worden waren, angeblich weil er als Welpe "unartig" war. Sein Besitzer wollte nichts mehr von ihm wissen.
Nicht zu fassen, wie jemand einen Welpen misshandeln kann.
(Foto Thomas Jones-Rees)
Eine kleine herumstreifende Hündin wurde an einem eisig kalten Novembertag aufgefunden. Nach ein paar Monaten in ihrem neuen Zuhause wurde sie krank und musste wegen einer Gebärmutterentzündung operiert werden. Dabei stellte es sich heraus, dass sie bereits einen Kaiserschnitt hinter sich hatte. Vielleicht wurde sie verstossen, weil sie nicht mehr für die Zucht gebraucht werden konnte. Zwei völlig verschmutzte Corgis wurden aus einer Ziegenfarm gerettet, der jüngere der Beiden war nur noch Haut und Knochen.
Ein Corgi, der bei einem Autounfall ein Bein gebrochen hatte, wurde von seinem Besitzer ausgesetzt. Ein anderer wurde völlig erschöpft auf der Strasse gefunden, anscheinend war er hinter einem Auto hergerannt, das schon längst verschwunden war.
Zwei Cardigans wurden in einem Garten hinterlassen, nachdem ihre Besitzer umgezogen waren. Ein Nachbar brachte schliesslich die beiden stark vernachlässigten und gestressten Hunde in ein Tierheim. Auch sie fanden zwei neue Besitzer und haben sich von ihren Strapazen erholt.
Im Oktober des letzten Jahres wurde ein herrenloser ca. 10-jähriger Corgi mit fortgeschrittenem grauem Star aufgefunden. Er kam zu einer älteren Dame, welche ihren geliebten Findel-Corgi verloren hatte. Er wurde dieses Jahr auf dem einen Auge operiert und wurde ganz aufgeregt, als er sein neues Frauchen zum ersten Mal sah! Er ist ein fröhlicher und anhänglicher Kerl.
Die meisten Corgis finden ein neues Zuhause, wo sie umsorgt und geliebt werden. Auch Corgis, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, können mit viel Geduld wieder Vertrauen gewinnen und nur ganz wenige müssen eingeschläfert werden. Fast alle werden von Leuten adoptiert, die bereits früher einen Corgi hatten und die Rasse kennen. Bei der Umplatzierung wird sehr sorgfältig vorgegangen und es werden grosse Anstrengungen unternommen, um den richtigen Hund für den richtigen Besitzer zu finden. So ist es äusserst selten, dass ein Corgi nochmals umplatziert werden muss. Bevor ein Hund einem neuen Besitzer übergeben wird, stattet normalerweise ein lokaler Helfer dem zukünftigen Besitzer einen Besuch ab, und wenn der Corgi in seinem neuen Heim installiert ist, wird der Besuch wenn möglich wiederholt. Erst wenn alle Beteiligten zufrieden sind und der Corgi sich eingelebt hat, werden die Adoptionspapiere unterschrieben.
Natürlich ist der Rettungsdienst mit beträchtlichen Auslagen verbunden: Vor allem für Tierarztrechnungen, aber auch für die Verpflegung der Hunde, Transport usw. So ist es üblich, dass der neue Besitzer bei der Übernahme einen bescheidenen Betrag bezahlt und aufgefordert wird, Mitglied des Rettungsdienstes zu werden. Zur Zeit sind es über 600 Mitglieder und zweimal im Jahr wird ein Newsletter verschickt. Auch vom früheren Besitzer wird nach Möglichkeit bei der Übergabe ein bescheidener Beitrag abverlangt, der eventuelle Impfkosten decken kann. Andere Einnahmen stammen aus dem Verkauf von Weihnachtskarten, Corgi-Artikeln sowie vielen, teilweise sehr grosszügigen, Spenden von Mitgliedern oder Nachlässen von Corgi Freunden.
Weihnachtskartenmotiv
Die gegenwärtige Sekretärin des Welsh Corgi Rescue Service ist Mrs Sheila Baker, Priory Cottage, Sophurst Lane, Matfield, Kent, TN13 7LH, UK, e-mail: <email-pii> Der Mitgliederbeitrag beträgt minimum 1 GBP im Jahr. Im März 2001 erschien eine 16-seitige Broschüre "A Brief History of The Welsh Corgi Rescue Service".
Übersetzung aus dem Englischen: ANo
Corgi News August 2001
A Dog Sits Waiting
A dog sits waiting in the cold autumn sun,
too faithful to leave, too frightened to run.
He's been here for days now, with nothing to do
but sit by the road, waiting for you.
He can't understand why you left him that day,
He thought you and he were stopping to play.
He's sure you'll come back, and that's why he stays
How long will he suffer ? How many more days ?
His legs have grown weak, his throat's parched and dry.
He's sick now from hunger and falls with a sigh.
He lays down his head and closes his eyes
I wish you could see how a waiting dog dies.
Kathy Flood