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Leserbrief – Jost Rüegg aus Kreuzlingen möchte sich zu einem irreführenden Artikel in der Thurgauer Zeitung, zum Thema Energiegewinnung durch den Bodensee, äussern.
In der Thurgauer Zeitung vom Montag, 4. November, erschien ein Artikel von Christoph Zweili mit dem Titel: «Wenn es dampft aus dem See» und im Untertitel: «…energetisches Potenzial eines Kernkraftwerkes.» Dieser Artikel ist für Laien irreführend. Ein Kernkraftwerk wurde und wird zur Gewinnung von Strom erstellt und betrieben, auch wenn nur circa 30 Prozent der hineingesteckten, nuklearen Energie als Strom genutzt werden kann und circa 70 Prozent weitgehend ungenutzt in einen Fluss oder in die Luft entweicht. Nun, aus dem Bodensee kann sicher kein Strom gewonnen werden. Es geht um die Nutzung der Seewärme im Winter oder der Kälte im Sommer. Mit den heutigen Wärmepumpen braucht es für jede gewonnene GWh an Wärme oder Kälte circa 25 Prozent Strom. Wenn also in einem Winter, wie im Artikel beschrieben, dem Bodensee 2’800 GWh Wärme entnommen wird, dann braucht es dafür in der gleichen Zeit circa 700 GWh Strom und zwar aus erneuerbaren Quellen, sonst ist es mit der beschriebenen Einsparungen von 200’000 Tonnen CO2 nicht weit her. Man wirft den Grünen zu Unrecht immer wieder und gerne vor, sie würden mit unrealistischen Vorstellungen operieren. Nach meinen Wissen wurde der Artikel von keinem «grünen» Journalisten verfasst, eher von einem etwas unbedarften. Ja, nutzen wir die Energien in unseren Seen, aber bitte unter den richtigen und ehrlich kommunizierten Voraussetzungen.