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Die Scheide oder Vagina
Die Scheide gehört zu den inneren Geschlechtsorganen
Vagina und Scheide bezeichnen das gleiche. Manche verwechseln sie mit dem äusseren weiblichen Geschlecht, der Vulva. Die Scheide ist aber im Inneren des Körpers: Sie ist ein bis zu 12 Zentimeter langer Schlauch aus sehr dehnbarer Schleimhaut, umgeben von einer dünnen Muskelschicht. Auf deiner Forschungsreise durch dein Geschlecht siehst du ihren Eingang am besten, wenn du je eine äussere Geschlechtslippe mit zwei Fingern fasst und leicht vom Körper weg ziehst. Vielleicht erkennst du auch das Hymen oder Jungfernhäutchen.
Dehnbar und feucht
Wenn die Vulva dein Geschlechtsgesicht ist, dann ist die Scheide sozusagen das Innere deines Mundes. Und wenn du den Finger in sie steckst, wirst du merken, dass sie sich auch ein bisschen ähnlich anfühlt. Im Ruhezustand liegen die Wände aneinander, weshalb du bei der Selbstbetrachtung keinen offenen Tunnel siehst. Aber die Scheide ist so dehnbar, dass ein Baby durchtreten kann.
Die Scheidenwand hat keine Drüsen, aber die Haut ist sehr flüssigkeitsdurchlässig. Die Scheide ist immer mehr oder weniger feucht. Dieser Ausfluss ist wichtig, um die Scheide und die Gebärmutter sauber und gesund zu halten.
Der G-Punkt
Wenn du einen Finger in die Scheide einführst, wirst du vielleicht merken, dass der Eingang nicht rund, sondern eher U-förmig ist. Denn an der Scheidenvorderwand ist eine gewölbte Fläche. Dort liegt, etwa eine Fingerlänge nach innen, der G-Punkt. Hierbei handelt es sich eigentlich um eine Fläche an der Vorderwand der Scheide. Lies dazu bitte diesen Text.
Gebärmutterhals, Muttermund
Mit etwas Anstrengung wirst du noch weiter hinten an der Vorderwand der Scheide eine etwas härtere, trauben- bis aprikosengrosse Erhebung mit einer zentralen Delle ertasten. Dies ist der Muttermund, die Öffnung des Gebärmuterhalses (Cervix) zur Scheide. Der Gebärmutterhals ist der unterste Teil der Gebärmutter. Die Delle ist die Öffnung, aus der das Menstruationsblut austritt. Sie ist sehr eng; beim Eisprung und während der Periode ist sie etwas weiter. Manche Frauen testen mit ihrem Finger regelmässig die Grösse des Muttermundes und spüren so, wann sie ihren Eisprung haben. Sie ist so dehnbar, dass ein Neugeborenes durchkommen kann. Die Berührung des Gebärmutterhalses ist für manche Frauen erregend, für manche unangenehm, andere nehmen die Berührung nicht wahr.
Was passiert bei sexueller Erregung in der Scheide?
Bei sexueller Erregung wird die Scheide stärker durchblutet, was zu einem vermehrten Durchtritt von Flüssigkeit in die Scheide führt. Du spürst dieses Feuchterwerden wahrscheinlich. Es erleichtert das Gleiten des Penis beim Geschlechtsverkehr. Durch die verstärkte Durchblutung glättet sich die Scheidenwand, und das oberste Drittel der Scheide wird aufgespannt wie ein Ballon, was dem Penis mehr Raum gibt. Du siehst das, wenn du die zwei Bilder miteinander vergleichst. Du kannst mit dem Finger ausprobieren, ob du diese Veränderungen ertasten kannst.
Wie errege ich die Scheide?
Durch regelmässiges Berühren, Dehnen und Drücken deiner Scheidenwand kannst du die sexuelle Erregbarkeit deiner Scheide trainieren. Die Scheide ist im äusseren Drittel sehr berührungs- und reibungsempfindlich. Weiter innen enthält sie weniger Nervenfasern, diese reagieren mehr auf Dehnung als auf Reibung. Manche Frauen nehmen diese Dehnung kaum wahr, andere haben gelernt darauf zu achten und erleben sie als erregend – je nachdem bis zum Orgasmus.
Die Muskulatur der Scheide
Bis zu zwei Zentimeter innerhalb des Scheideneingangs kannst du die Muskeln mit dem Finger auf beiden Seiten ertasten. Sie können willkürlich angespannt und entspannt werden, zum Beispiel wenn du den Harnstrahl unterbrechen willst, oder um die sexuelle Erregung zu steigern. Im Spiegel nimmst du das Zusammenziehen beim genauen Hinsehen wahr. Beim Orgasmus ziehen sich die Muskeln unwillkürlich mehrmals rhythmisch zusammen. Die Beckenbodenmuskeln können bei Schmerzen oder bei Angst dazu neigen, sich zu verkrampfen, und damit das Gefühl auslösen, dass die Scheide zu eng für den Geschlechtsverkehr sei.
Spannung der Muskeln und sexuelle Erregung
Die Beckenbodenmuskulatur spielt eine wichtige Rolle bei der sexuellen Erregung. Das können sie auch bei sexueller Erregung. Falls du merkst, dass die Scheide bei dir trotz hoher sexueller Erregung eher trocken bleibt, könnte es sein, dass du deine Beckenbodenmuskeln stark anspannst. Dann wird die Scheide weniger gut durchblutet. Wenn du bei der sexuellen Erregung schlecht mit mehr als einem Finger in die Scheide hineinkommst, ist das auch ein Zeichen dafür, dass du die Muskeln stark anspannst. Da empfehlen wir dir besonders, unsere Übungen im Kapitel Sextipps, Techniken und Übungen für Frauen zu machen. Wir empfehlen sie allen Frauen, und dir besonders.