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Bücher in Arbeit
Hüningen, ursprünglich ein kleines Bauern- und Fischerdorf im Sundgau, führte ein einfaches Dasein vor den Toren der Stadt Basel. Es gehörte im Mittelalter den Habsburgern, den Baslern zu Lehen und kam durch einen Friedensvertrag zu Frankreich. Louis XIV., der «Sonnenkönig», damals mächtigster Mann in Europa, liess das Dorf räumen, zerstören und 1679 an seiner Stelle eine Festung erbauen. Er machte aus Hüningen eine Stadt, das «Tor zum Elsass». Doch Festungen ziehen Militär an, eigenes und fremdes. Um Festungen werden Kriege geführt, und sie gehen in Kriegen unter. So war das auch in Hüningen. Seine Bastion wurde 1815 geschleift. Nach der Französischen Revolution und dem endgültigen Fall Napoléons wurde aus der befestigten Stadt wieder eine elsässische Ortschaft wie viele andere auch.
Die Geschichte Hüningens und seiner Festung werden in diesem Buch nacherzählt. Dabei wurde aus Quellen beider Seiten geschöpft, aus der der Belagerten und aus jener der Belagerer. Der Autor dieser Chronik ist Basler Bürger mit Wurzeln im Elsass, im Schwarzwald und in den Schweizer Alpen. Seine Herkunft hat der objektiven Darstellung der Sachverhalte geholfen. Er hat eine militärische Ausbildung hinter sich, war Oberst der Schweizer Armee als Kommandant des Stadtbasler Infanterieregiments. Das kam der verständlichen Schilderung von Zusammenhängen des mili- tärischen Denkens und der militärischen Nomenklatur zugute.
Entstanden mit der Jurafaltung vor etwa 150 Millionen Jahren, nimmt der Weissenstein eine besondere Stellung unter den Jurabergen ein. Von den Geschichtsbüchern unbeachtet, wurde er erst während der Romantik zum Thema. Eine Zeichnung – das Weissenstein-Panorama – machte ihn zum Sehnsuchtsort, Molkekuren zur Destination der Schönen und Reichen Europas. Das vor fast 200 Jahren erbaute Kurhaus erlebte nach der touristischen Eroberung des «Bergs» allerlei Folgen der Weltgeschichte, im Guten wie im Schlechten. Es entwickelte sich nicht weiter, wie etwa die Häuser auf der «Königin der Berge», der Rigi, mit der der Weissenstein wieder und wieder verglichen wurde. Er zeigt sich, heute wie damals, bescheiden, still und von besonderer, unvergleichlicher Schönheit. Ein Eisenbahntunnel wurde durch sein Karstmassiv gesprengt, dort fährt seit 1908 die «Weissensteinbahn» hindurch. Um ihre Erhaltung wurde im 21. Jahrhundert gestritten, wie auch um die Existenz des 1951 eröffneten Sessellifts, nachdem die Betriebskonzession im Jahr 2009 abgelaufen war. Verfilzte und komplizierte Eigentumsverhältnisse auf dem Berg waren mit Gründe für den Verkauf des Kurhauses in private Hände, es war seit 1877 im Besitz der Bürgergemeinde Solothurn gewesen. Der Bürgergemeinde gehören heute noch die beiden Berghöfe auf dem Vorderen und dem Hinteren Weissenstein, Pachtbetriebe. Aus dem altehrwürdigen «Kurhaus» entstand das «Hotel Weissenstein», das 2019, kurz vor der Covid-19-Pandemie, kernsaniert und baulich erweitert, seinen Betrieb aufnahm. Heute steht «der Berg» unter dem Schutz des Bundes und des Kantons, er gehört unter anderem zu den «nationalen Naturdenkmälern». Er blickt auf zwei bewegte Jahrhunderte zurück. Seine besondere, unvergleichliche Schönheit ist geblieben, alles andere kommt und geht, wandelt sich mit der Zeit ...
Die «Libreria della Rondine» in Asconas «bemerkenswertestem Gebäude», der «Casa Serodine», gilt als Unikum. Seit nun siebzig Jahren behauptet sich das Antiquariat mit hauptsächlich deutschen Titeln als Buchhandlung und als Anziehungspunkt für kulturinteressierte Menschen in der italophonen Welt des Tessins. Die Liste ihrer Kunden ist so lang, wie die Namen schillernd sind. Von international renommierten Autorinnen und Autoren über Literaturnobelpreisträger bis hin zu «kleinen», literaturaffinen Menschen – alle besuchen sie, die «Libreria della Rondine». Ins Leben gerufen hatte sie Leo Kok, Holländer, Komponist und Pianist, KZ-Häftling und eben – Antiquar. Das war im Jahr 1951. Sein schicksalhafter Lebensweg führte ihn an den Verbano, wo er während eines Vierteljahrhunderts immer mit dem Einzug der Schwalben im Frühling die «Libreria della Rondine» aufs Neue eröffnete. Er übergab die «Rondine» einem Zürcher Buchhändler «durch und durch», Hanspeter Manz. Manz war nicht nur Antiquar, er verlegte auch in Vergessenheit geratene Trouvaillen der Tessiner Literatur neu. Er blieb anderthalb Jahrzehnte in Ascona, bis 1996. Und die Schwalbe flog weiter. Zwei Buchhändlerinnen, zwei Buchhändler und die «Associazione Libreria della Rondine» lösten sich in der Führung der «Rondine» ab, bis auf den heutigen Tag. Sie erlebten und erleben dabei Höhen und Tiefen, ein Antiquariat hat es in der heutigen, digitalen Zeit nicht leicht. Doch besonders in schweren Zeiten «versammelte sich Ascona um seine geliebte Kulturinstitution». Die Schwalbe fliegt weiter und mit ihr «ein Stück Geschichte von Ascona». Hoffentlich noch lange.
© porzio.ch, 2020