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Lulu Landwehr, die letzte Überlebende des Holocaust mit Wohnsitz in der brasilianischen Hauptstadt, ist am Sonntag verstorben. Ihre Familie berichtete, dass die 93-jährige Lulu in einem Krankenhaus in Brasilia mit ihrer Familie an ihrer Seite gestorben sei, nachdem sie Tage zuvor wegen Nierenversagens ins Krankenhaus eingeliefert worden sei.
von Lídia Neves/TPS
Trotz ihres hohen Alters konnte Landwehr an den wichtigsten Veranstaltungen der jüdischen Gemeinschaft in der Associação Cultural Israelita de Brasília (ACIB) teilnehmen.
Landwehr wurde 1925 in Oradeia, Rumänien, geboren. Sie war die Tochter von Moritz Weiss und Eszter Katz Weiss. Sie hinterlässt zwei Kinder, Roberto und Vivienne und zwei Enkeltöchter, Adriane und Luciana.
1940 überfielen die Nazis Rumänien und im April 1944 wurde Lulu zusammen mit ihren drei Geschwistern und ihren Eltern in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Es war das letzte Mal, dass sie ihre Eltern und ihre beiden Brüder sah, die wenige Tage später in den Gaskammern umgebracht wurden.
Im Gegensatz zum Rest der Familie wurden Lulu und ihre Schwester Duci für die Arbeit in einer grossen Munitionsfabrik in Deutschland selektioniert, wo sie drei Monate als Zwangsarbeiter unter hoher Arbeitsbelastung, schlechter Hygiene und mangelnder Ernährung verbrachten.
Die beiden Schwestern gehörten zu den rund 190.000 Menschen, die am 27. Januar 1945 aus dem Konzentrationslager Auschwitz befreit wurden. Nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat in Rumänien war sie wieder gezwungen, um ihr Leben zu kämpfen und bekam Tuberkulose.
Im Jahr 1949 heiratete sie Dan und 1952 wanderten sie zusammen mit ihrer Schwester Duci nach Brasilien aus, nachdem sie Frankreich und Argentinien bereist hatten. 1960 zog Lulu Landwehr in die Hauptstadt Brasilia und lebte dort mit ihrer Familie bis zu ihrem Tod.
In dem Buch „E Pilatos Lavou As Mãos“ (Und Pilatus wäscht seine Hände) schilderte Landwehr ihre Geschichte vom Überleben.