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Einleitung
Hackenberg und Fermont sind die Maginot-Forts im Norden, die jeder Festungsfreund kennt. Weniger bekannt hingegen ist, dass auch die französischen Alpen stark befestigt waren und dass sich der südlichste Maginot-Bunker bei Nizza im Mittelmeer befindet.
Noch weniger bekannt dürfte Modane sein, ein Ort im Vallée Aussois, zwischen Turin und Grenoble gelegen. Vor der Aufhebung der Grenzen im Rahmen der EU hatte immerhin die Zollabfertigung in Modane noch eine gewisse Bedeutung; heute liegt das riesige Gelände unbenutzt und zwecklos da. Und die Reisenden durchfahren den Fréjus-Strassentunnel, ohne in Modane Halt zu machen.
Hier soll gezeigt werden, wie reich an Festungen das Gebiet um Modane ist. Es soll weiter gezeigt werden, dass diese Festungen problemlos besucht werden können, auch wenn sie nicht öffentlich zugänglich sind, oder anders gesagt: Dass hier noch Erforschung und unterirdische Abenteuer ausserhalb geführter Besichtigungen möglich sind. Auch wenn das Betreten der Anlagen nicht geradezu erlaubt ist, so sind die Festungen doch so abgelegen, dass weder Polizei noch Militär hochfahren und dass niemand den Festungsfreund am Betreten hindert. Eine gute Ausrüstung (Helm, Taschenlampe, Handschuhe) versteht sich von selbst.
Fort de Replaton
Replaton ist mit seinen mittelalterlich wirkenden Festungsmauern von weither sichtbar und beherrscht dominierend den Ort Modane. Man erreicht Replaton, indem man beim Bahnhof von Modane den Fluss überquert und auf einem schmalen Pfad, der direkt gegenüber dem Bahnhof beginnt, zum Fort hochsteigt. So gelangt man zum auf der Nordseite gelegenen Haupteingang, der aber geschlossen ist. Man steigt nun westlich um das Fort herum, wo einem Drahtseile das Vorwärtskommen erleichtern, und steigt durch die Öffnung einer Geschützstellung ins Innere ein.
Replaton wurde von 1886 bis 1891 als Séré de Rivière-Fort erbaut. Noch heute zeugen die imposanten Turmbauten im Süden von dieser Bauweise. Kaum war das Fort fertiggestellt, erkannte man, dass es für die neuentwickelten Hohlmantel-Geschosse zu schwach war. Man errichtete deshalb bereits 1892 über dem eigentlichen Fort riesige Betonkuppeln, die das eigentliche Fort schützen sollten. Sechs gigantischen Käseglocken gleich sind diese über die alten Mauern gestülpt, und wo sie aufeinandertreffen, ergeben sich einmalige Einblicke. Die 1908 erbaute Seilbahn, die das Fort mit Modane verband, war eine der ersten Seilbahnen in den Alpen. In zwei Schächten, einem runden und einem viereckigen, kann man bis in die untersten Etagen eindringen.