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Baar (awp) - Die Valartis-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2015, wie bereits Anfang April angekündigt, einen geringeren Fehlbetrag als im Vorjahr verbucht. Der Konzernverlust belief sich auf 58,4 Mio CHF, nach einem Minus von 73,3 Mio im Vorjahr, wie Valartis am Dienstag mitteilte. Belastet wurde das Ergebnis durch Sonderfaktoren im Zusammenhang mit der Sanierung der Gruppe.
Der Konzernverlust setzt sich zusammen aus dem Verlust aus nicht weitergeführten Geschäftsbereichen im Umfang von 3,1 Mio infolge der Verkäufe der Valartis Bank (Austria) AG und der Valartis Bank (Liechtenstein) AG sowie aus einem Verlust von 55,3 Mio aus den weitergeführten Geschäftsbereichen.
HOHE WERTBERICHTIGUNGEN AUF GOODWILL
Der Verlust aus weitergeführten Bereichen beruht im Wesentlichen aus Wertverminderungen auf Goodwill-Positionen in der Höhe von 9,6 Mio, Wertverminderungen auf Immobilienprojekte in Russland in der Höhe von 15,7 Mio sowie auf einem deutlich höheren Sachaufwand im Zusammenhang mit der Sanierung der Valartis Group.
Auf operativer Ebene, ohne Berücksichtigung dieser Sonderfaktoren, verminderte sich der Ertrag aus Kommissionen und Dienstleistungen aus weitergeführten Geschäftsbereichen auf 3,5 Mio von 6,0 Mio im Vorjahr. Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft belief sich auf -2,2 Mio nach 1,0 Mio im Vorjahr. Dieser Verlust resultiert gemäss Mitteilung aus dem wesentlich tieferen durchschnittlich investierten Volumen in das Obligationenportfolio und den weiter tiefen Marktzinsen bei unveränderten Refinanzierungskosten. Der Handelserfolg betrug -3,5 Mio nach -39,6 Mio im Vorjahr.
Der Sachaufwand erhöhte sich infolge der Umsetzung regulatorischer Vorgaben und Projekt- und Beratungskosten im Zusammenhang mit der Sanierung der Valartis Group auf 12,5 Mio von 7,2 Mio.
Die Kundenvermögen beliefen sich Ende 2015 auf noch 439 Mio, verglichen mit 6'459 Mio per 31. Dezember 2014. Auf die nicht weitergeführten Geschäftseinheiten entfielen Kundenvermögen in der Höhe von 5'024 Mio.
Im Verlust aus nicht weitergeführten Geschäftsbereichen sind, neben den Jahresergebnissen der beiden Valartis Banken in Österreich und Liechtenstein, Wertminderungen auf Goodwill-Positionen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 12,0 Mio und Wertberichtigungen bei latenten Steuern in der Höhe von 3,8 Mio enthalten.
NEUES GESCHÄFTSMODELL SOLL AUFGESETZT WERDEN
Zum Ausblick heisst es, dass die Neuausrichtung der Gruppe die zentrale Zielsetzung für das Geschäftsjahr 2016 darstelle. Wenn die Valartis Group AG und die Valartis Finance Holding AG erfolgreich saniert seien, gelte es, die Gruppenstruktur zu bereinigen und das neue Geschäftsmodell aufzusetzen, schreibt Valartis.
Mit dem Entscheid des Verkaufes von Kernbeteiligungen der Gruppe wurde 2015 vom Verwaltungsrat beschlossen, das Geschäftsmodell Private Banking aufzugeben und sich strategisch auf das Management der Beteiligungen der Gruppe in den Bereichen Banking & Finance, Immobilienprojekte und Private Equity zu fokussieren. Die Valartis Group AG bleibt somit eine Holdinggesellschaft, aber mit neuem Geschäftsmodell. Dieses verfolgt das aktive Management eigener Beteiligungen, das Management von Aktiven Dritter und die Wahrnehmung neuer Opportunitäten.
Die Gruppe erwartet, dass der beschlossene Verkauf der Valartis Bank (Austria) AG an die Wiener Privatbank SE Mitte 2016 vollzogen werden kann. Angekündigt wurde im März ausserdem, dass die Valartis Bank (Liechtenstein) AG von der Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong übernommen wird. Der Vollzug der Transaktion wird per Ende des zweiten Quartals 2016 erwartet, weshalb ein Gesuch auf Verlängerung der Nachlassstundung eingereicht wurde.
sig/ra
(AWP)