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th Selbstverstümmelung
Der Platz verfügt über eine Eigentümlichkeit. Quer zu ihm steht ein weiterer, der im Sommer mit einem Wasserspiel sein Queren erschwert. Wer nicht aufpasst, riskiert mitten in die wechselnd starken Fontänen hinein zu geraten, zwischen welchen Kinder nackt oder weniger nackt ein fröhliches Treiben pflegen, sofern die Sonne mit festen Strahlen auf den Platz nieder knallt und dafür sorgt, dass das Springbrunnenset die hohe Temperatur nicht hinab zu kühlen vermag. Hunde eilen an langen Leinen zwischen den Beinen der Badenden, Spritzenden, Herumstehenden und Hineilenden umher.
Warum auf dem Platz nach dem Vorbild des Heliskiing im Rahmen eines Heliplaceing-Angebots oder vielmehr, nobler ausgedrückt, eines Helisquareing noch keine Helikopter landen, um Profit aus den Landegebühren zu schlagen und so die Stadtkasse zu nähren, das wissen jene, die es verboten haben.
Auf Plätzen kann sich vieles in die Quere kommen.
Plätze, wo sich alles in die Quere kommt, weisen zuweilen eigentümliche Ordnungen auf.
Starben auf diesem Platz schon Menschen, Märtyrer einer Revolution? Wurde seine Geschichte mit Schweiss, Blut und Schlägen geschrieben?
Tonlos steht in einer Ecke des Platzes jemand und schaut, was auf diesem weiten Gelände vor sich geht. Befindet sich auf dem Platz ein Polizist, heisst dies noch lange nicht, dass ein Staatsbesuch ansteht. Wird ein Wirt gegen eine Gast ausfällig, dann geschieht dies nicht an diesem Ort, denn hier wickelt sich wie bei einem Schachspiel alles in geordneten Bahnen ab; als wäre der Platz ein Bahnknotenpunkt, an welchem es zu keinem Unfall kommen darf. Die Staatsmacht steht am Rande des Platzes und schaut durch Kameras auf ihre Bürger hinab, die sich da vergnügen.
Frommt es sich, benommen vom Besuch der anliegenden Gassen und Strassen, zahlreichen Geschäfte, Restaurants, Bars, Bären, Kirchen, Kinos und Museen an dem Ort inne zu halten? Neigen um den Hauptort herum die Einheimischen dazu, jeweils gern im Bären abzusteigen, wo sie dem Jassen frönen, so tut man dies bei vorliegendem Platz nicht, weil es keinen solchen Bären gibt. Liebt jemand den Platz, so kommt er nicht der Bären wegen her, sondern weil auf diesem Schach gespielt wird – und zwar in dieser Geschichte.