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CO2-arme Investitionen sind für viele Anleger zu einem wichtigen Bestandteil des Portfolios geworden.
Die Grundsätze der Emissionsminderung sind zwar recht einfach, aber die Anlegergemeinschaft verwendet eine Fülle von Akronymen und Fachbegriffen rund um dieses Thema. Aus diesem Grund erläutern wir in diesem Dokument die Unterschiede zwischen Scope 1-, 2- und 3-Emissionen, zwischen CO2-Fussabdruck und CO2-Intensität, zwischen CO2-negativ und CO2-neutral sowie die Bedeutung des CO2-Ausgleichs.
CO2-Fussabdruck und CO2-Intensität
Mit dem Begriff CO2-Fussabdruck, der in Tonnen CO2 angegeben wird, werden die Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Umwelt gemessen. So verursacht beispielsweise jeder Liter Benzin, der beim Fahren eines typischen Autos verbrannt wird, etwa 2350 Gramm CO2, und bei der Herstellung von Zement entstehen etwa 0,9 Tonnen CO2 pro Tonne Zement.
Der CO2-Fussabdruck eines Portfolios ist die Summe der anteiligen Menge, die jedes Unternehmen im Portfolio produziert. Einfach ausgedrückt bedeutet das: Wenn das Portfolio die Hälfte der Marktkapitalisierung eines Unternehmens enthält, dann wird die Hälfte des CO2-Fussabdrucks des Unternehmens zum CO2-Fussabdruck des Portfolios gezählt.
Um die Vergleichbarkeit der CO2-Fussabdrücke von Unternehmen unterschiedlicher Grösse zu erleichtern, verwenden wir den Begriff CO2-Intensität. Hierbei werden die CO2-Emissionen pro Million USD Umsatz gemessen. Anhand dieser Standardisierung können wir sehen, dass die direkte CO2-Intensität von Apple und Etsy mit 0,17 Tonnen CO2 pro Million USD Umsatz ungefähr gleich ist, obwohl Apple mehr als das 150-fache des Umsatzes von Etsy erzielt.
Für CO2-intensive Branchen wird ein geeigneterer Nenner verwendet, der auf der Tätigkeit basiert. Beispielsweise wird die Kohlenstoffintensität in der Stahlindustrie in Tonnen CO2 pro Tonne produzierten Stahls gemessen, während für den Luftverkehr Tonnen CO2 pro Passagierkilometer angemessener sind. Im Immobilienbereich ist es sinnvoller, die CO2-Intensität in Tonnen CO2 pro Quadratmeter und nicht pro Million USD Umsatz zu messen.
Scope 1-, 2- und 3-Emissionen
Die auf den Geschäftsbetrieb zurückzuführenden CO2-Emissionen eines Unternehmens werden in direkte Emissionen, indirekte Emissionen und indirekte Emissionen aus der Wertschöpfungskette unterteilt. Diese werden als Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen bezeichnet.
Scope-1-Emissionen stammen aus Quellen, die sich im Besitz oder unter der Kontrolle des Emittenten befinden. Dazu gehören Emissionen aus Firmenfahrzeugen oder Emissionen, die bei industriellen Prozessen wie der Zementherstellung freigesetzt werden.
Scope 2 umfasst indirekte vorgelagerte Emissionen aus der Erzeugung von Strom, Dampf, Wärme und Kälte, die vom berichtenden Unternehmen verbraucht werden. Daher hat ein Unternehmen, das Strom aus einem Kohlekraftwerk bezieht, bei gleichem Stromverbrauch weitaus höhere Scope-2-Emissionen als ein Unternehmen, das die gleiche Menge Strom aus Gas verbraucht. Werden erneuerbare Energien genutzt, entfallen die Scope-2-Emissionen fast vollständig.
Scope 3 umfasst alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen. In der Regel wird dieser Bereich in vorgelagerte und nachgelagerte Scope-3-Emissionen unterteilt. Zu den vorgelagerten Aktivitäten gehören Geschäftsreisen, Arbeitswege von Mitarbeitern, Abfallentsorgung und die Herstellung von eingekauften Waren und Dienstleistungen. Zu den nachgelagerten Aktivitäten gehören die Verwendung der verkauften Produkte und die Behandlung der verkauften Produkte am Ende ihres Lebenszyklus.
Die Messung von Scope-3-Emissionen ermöglicht es Unternehmen, zu beurteilen, wo die Emissionskonzentrationen in der Lieferkette liegen, und Ressourcen- und Energierisiken zu ermitteln.
Die folgende, von Chapter Zero erstellte Infografik veranschaulicht die verschiedenen Scopes eines fiktiven Kaffeeherstellers.
Vermiedene Emissionen
Die vermiedenen Emissionen sind ein wichtiges, neuartiges Mittel zum Vergleich der CO2-Profile von Unternehmen. Vermiedene Emissionen sind Emissionsreduktionen, die durch die Substitution von CO2-intensiven Aktivitäten durch CO2-arme Alternativen erreicht werden. Solche Emissionseinsparungen spiegeln sich nicht in den konventionellen Scope-1-, -2- und -3-Kennzahlen wider, sondern stellen reale Emissionsreduktionen dar, die für die globalen Dekarbonisierungsbemühungen entscheidend sind. In Zusammenarbeit mit der EPFL Lausanne hat Asteria IM einen eigenen systematischen Wertschöpfungskettenansatz entwickelt, um solche vermiedenen Emissionen zu messen.
CO2-Ausgleich, CO2-neutral und CO2-negativ
Ein CO2-Ausgleich ist eine Verringerung von Emissionen, die als Ausgleich für an anderer Stelle entstandene Emissionen vorgenommen wird. Dies geschieht in der Regel durch die Finanzierung von CO2-negativen Aktivitäten wie z. B. Bäume pflanzen.
Das Erreichen der CO2-Neutralität bedeutet, dass ein Unternehmen seine bestehenden Emissionen so weit ausgleicht, dass seine Gesamtemissionen neutral sind.
Die Begriffe CO2-Neutralität, Netto-Null-Emissionen und Klimaneutralität werden im Finanzwesen häufig synonym verwendet. In der Wissenschaft haben sie jedoch eine andere Bedeutung, da es neben Kohlenstoff noch andere Treibhausgase gibt, die zum Klimawandel beitragen.
Ein Unternehmen ist CO2-negativ, wenn es durch seine Aktivitäten mehr CO2-Emissionen aus der Atmosphäre entfernt als es ihr hinzufügt. Solche Unternehmen gehen über das Erreichen von Netto-Null-Emissionen hinaus und schaffen einen ökologischen Nutzen. Dies wird manchmal auch als „klimapositiv“ bezeichnet.
Carbon Trajectory
Die CO2-Intensität wird in der Regel pro Kalender- oder Steuerjahr angegeben. Dies gibt den Anlegern eine Momentaufnahme des CO2-Profils, beantwortet aber nicht Fragen wie: „Geht das Unternehmen zu CO2-ärmeren Aktivitäten über?“ oder „Werden die Tätigkeiten des Unternehmens CO2-effizienter?“. Hierfür ist eine dynamische Messung der Emissionen und Aktivitäten des Unternehmens über mehrere Jahre hinweg erforderlich. Die CO2-Intensität oder der CO2-Fussabdruck im zeitlichen Verlauf wird auf englisch als Carbon Trajectory (zu deutsch etwa: Kohlenstoffverlauf) bezeichnet. In der Regel werden diese zurückblickenden Verläufe mit einer vorausschauenden Projektion der künftigen Kohlenstoffemissionen kombiniert. Trajektorien oder Verläufe sind ein zunehmend wichtiges Instrument, um die Orientierung eines Unternehmens oder eines Anlageportfolios am Pariser Abkommen zu messen, und sind ein wesentlicher Bestandteil des EU-Berichts über Klima-Benchmarks.
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