Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03185.jsonl.gz/595

Ihr neues «CBR» («Curved-Bar Rack»)-System testeten die Forschenden in einem Versuchskanal, der mit fünf eingetauchten Kameras ausgestattet war. So konnten sie nicht nur feststellen, ob die Fische mit Hilfe der Strömungssignale den Bypass finden, sondern auch beobachten, wie sich die Tiere verhielten. «Dabei stellten wir fest, dass die verschiedenen Arten sehr unterschiedlich mit dem Rechen umgehen», sagt Eawag-Biologe Oliver Selz. Nasen, Barben, Bachforellen und atlantische Junglachse zum Beispiel prüften die Zwischenräume zwischen den Rechenstäben mit ihren Schwanzflossen. Doch während ein Viertel der Bachforellen nach dieser Prüfung durch den Rechen schwamm, kam dies bei Nasen und Junglachsen nur ganz selten vor.
Insgesamt liessen sich vier der sechs am Test beteiligten Arten – Barben, Schneider, Nasen und atlantische Junglachse – sehr gut durch den Rechen zum Bypass leiten. Bei den Bachforellen reagierte etwa die Hälfte in der gewünschten Weise. Gar keine Reaktion auf den Rechen zeigten die Aale. Für Flüsse, in denen Aale vorkommen, empfehlen die Forschenden das CBR deshalb nur in Kombination mit Sohlleitwänden oder auch mit elektrischen Feldern – Signale, auf die Aale gut reagieren. Elektrifizierte CBRs wurden bisher allerdings nur in Versuchen getestet.
Erste Pilotprojekte mit lokal angepassten CBR-Varianten werden von den Kraftwerken Herrentöbeli an der Thur und Bannwil an der Aare geplant. Parallel dazu laufen weitere Versuche für Verbesserungen im Labor.