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Da ist der Kollege, der einen während Sitzungen ständig unterbricht. Oder der Mann, der einem erklärt, wie man seinen Job machen soll, den man schon seit Jahren ausübt. Vielen Frauen werden diese Situationen bekannt vorkommen. Es sind Beispiele von subtilem Sexismus am Arbeitsplatz. Ein weiteres: Frauen übernehmen im Büro überdurchschnittlich viele Aufgaben, die mit ihrem eigentlichen Job gar nichts zu tun haben. Sie schreiben Protokolle, organisieren Geschenke und räumen das Büro auf. Studien zeigen: Wenn Frauen diese Arbeiten ablehnen, dann werden sie von ihren Kolleg*innen als weniger sympathisch empfunden, während das gleiche Verhalten für Männer keine Konsequenzen hat.
Das alles geschieht häufig nicht aus bösem Willen oder Respektlosigkeit: Subtiler Sexismus zeigt sich oft, weil Männer und Frauen von der Gesellschaft unterschiedlich wahrgenommen und behandelt werden.
Diese Form von Sexismus könne einen negativen Einfluss auf die Karriere von Frauen haben, sagen Expert*innen. «Wenn wir ans Thema Karriere und Beförderung denken, dort zeigt sich klar: Frauen sind untervertreten, was Beförderungen angeht. Und zwar schon beim Schritt in die unterste Kaderstufe. Und wenn man mittlere und höhere Kaderstufen anschaut, dort sind sie sehr stark untervertreten. Und das sind natürlich die Folgen von Dingen wie: Wer bekommt mehr Sichtbarkeit, wer ist präsenter, wer kann sich mit Projektleitungen oder guten Präsentationen auszeichnen.» Das sagt Ines Hartmann. Sie ist Projektleiterin an der Forschungsstelle für Internationales Management an der Universität St. Gallen. In ihrer Forschung analysiert sie, wer in Unternehmen angestellt und befördert wird. Und, ob Faktoren wie Geschlecht, Nationalität oder Alter dabei eine Rolle spielen.
Auch wenn es um Gefühle - wie zum Beispiel Wut - geht, werden Frauen und Männer unterschiedlich wahrgenommen. «Das Verhalten wird anders beurteilt. Von Frauen erwartet man eher ein zurückhaltendes, schüchternes Auftreten. Und von den Männern erwartet man ein aktiveres, aggressives Auftreten. Dieses Verhalten wird bei Männern dann positiv gewertet, bei Frauen negativ. Obwohl es eigentlich genau das gleiche ist», erklärt Hartman.
Und das kann sogar lohnrelevant sein: In einer Studie, Link öffnet in einem neuen Fenster der Universität Yale aus dem Jahr 2008 mussten Testpersonen das Verhalten von Männern und Frauen beurteilen. Das Ergebnis: Die Testpersonen haben Männer, die wütend wurden, für kompetenter gehalten und hätten ihnen darum mehr Lohn bezahlt als den Frauen.
Wir gehen sprechen in diesem Video über die verschiedenen Formen von subtilem Sexismus am Arbeitsplatz. Wir fragen woher er kommt, und welche Konsequenzen er für die Karrieren von Frauen - und Männern - haben kann.
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