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Die Produkteauslobung und dadurch auch die vermehrte Nachfrage nach Schweizer Ursprung helfen dem Mahlweizenabsatz. Das jährlich zur Verfügung stehende Importkontingent an Mahlgetreide im Umfang von 70 000 Tonnen wurde 2020 nur rund zur Hälfte genutzt. Die ungenutzte Menge ist zum Jahresende verfallen. Rohstoffmischungen mit 100 Prozent Schweizer Getreide erfordern einen stabilen Qualitätsmix, um die Anforderungen an die Backmehle jederzeit erfüllen zu können. Das heisst, dass innerhalb derselben Klasse Mindestwerte bei der inneren Qualität erreicht werden müssen. Zu schwache Posten führen zu unerwünschten Produktergebnissen in der ganzen Wertschöpfungskette. Die Zielanteile bei den Hauptklassen im System Maxi sind seit Jahren stabil.Die aktuellen Klassenanteile im Anbau von Brotgetreide haben sich bei den Klassen 1 und 2 in kurzer Zeit erheblich von den Zielanteilen entfernt (Grafik).Hauptgrund dafür ist der grosse Anteil der Sorte «Spontan» (Klasse 2), welche im Anbau stark zugenommen hat und hohe Erträge liefert. Um die Abrechnungspreise beim Brotgetreide durch die ungünstigen Klassen und Sortenanteile nicht weiter unter Druck zu setzen, müssen Korrekturen vorgenommen werden. Das bedeutet eine moderate Flächenausdehnung bei Weizensorten der Qualitätsklasse 1 und eine starke Reduktion der Flächen bei der Qualitätsklasse 2. Ein grosser Bedarf besteht beim Futterweizen. Eine Anbauausdehnung beim Futterweizen ermöglicht es, den Importanteil im Mischfutter zu Gunsten eines höheren Inlandanteils zu reduzieren. Auf Flächen, welche eher schwache Qualitäten bei Brotweizen hervorbringen, sollte auf den Anbau von Futterweizen gesetzt werden.
Abwägung von Kosten und Nutzen
Dank der guten Erntemengen der letzten vier Jahre haben die Lagerreserven einen Umfang erreicht, welcher nicht weiter erhöht, sondern in der Zielsetzung klar reduziert werden sollte. Lagerreserven von schwacher Qualität oder der Qualitätsklasse 2 sind für den Ausgleich von Qualitätsund Erntemengenschwankungen nicht geeignet. Strategische Lager sind mit Kosten verbunden und erfordern Lagerkapazität, welche in der Folgeernte nicht zur Verfügung steht. Der Lagerumfang ist immer eine Abwägung von Kosten / Nutzen. Prioritär sind Reserven hoher Qualität anzulegen.
Suisse Garantie
Mit der konsequenten Vermarktung von Suisse Garantie Brotgetreide gelang es, dafür einen Mehrwert zu realisieren und die Wertschöpfungskette von den Vorteilen dieses Standards zu überzeugen. Dadurch wird die Vermarktung von konventionellem Brotgetreide zunehmend schwieriger. Im Lebensmittelsektor ist die Vermarktung mittelfristig nicht mehr sicher. Für Produzenten, welche noch konventionell produziertes Brotgetreide abliefern, wird empfohlen, entweder nach den Bedingungen des Standards Suisse Garantie zu produzieren oder auf die Produktion von Futterweizen umzusteigen.
Qualitätsmix
Eine angemessene Verteilung der verfügbaren Sorten innerhalb einer Klasse bringt Qualitätskonstanz und eine gesunde Risikoverteilung für Produzenten und Verarbeiter. Ein maximaler Anteil einer Sorte von einem Drittel innerhalb einer Klasse ist ein erwünschtes Ziel. Die Liste empfohlener Sorten von swiss granum bietet einen guten Überblick. Die Pfeilrichtungen in der Tabelle zeigen auf, welcher regionale Anpassungsbedarf bei den einzelnen Klassen besteht. Der Anbau von Biskuitweizen, Roggen und Dinkel wird innerhalb des Systems Maxi via Vertragsanbau gesteuert. Eine rechtzeitige Abstimmung mit einer regionalen Maxi Sammelstelle bezüglich der gefragten Kulturen und Sorten dient allen Beteiligten.
Suisse Garantie Raps ist sehr gefragt
Palmfett wird wo immer möglich durch ein Rapsprodukt ersetzt, um damit auch den Bedürfnissen der Konsumenten Rechnung zu tragen. Das vorhandene Absatzpotenzial ist nicht ausgeschöpft. Raps ist mit dem Ertragspotenzial der heute zugelassenen Sorten (swiss granum) betriebswirtschaftlich interessant. Mit einer optimalen Kulturführung das genetisch vorhandene, enorme Ertragspotential herauszuholen, stellt für jeden Produzenten eine besondere Herausforderung dar. Der Beratungsdienst steht dabei unterstützend zur Seite.
Futtergetreide
Gerste ist das wichtigste Schweizer Futtergetreide und steht in der Vermarktung in der Konkurrenz zu Futterweizen. In guten Erntejahren kann der Bedarf für den Schweizer Markt fast vollständig gedeckt werden. Eine Marktnachfrage besteht nur für Gerste mit hohen Hektolitergewichten (> 67 Kilogramm je Hektoliter). Deshalb sollte bei der Sortenwahl darauf geachtet werden. Triticale findet nur bei wenigen Kunden Absatz, da der Einsatz im Mischfutter nur begrenzt möglich ist. Grosses Anbaupotenzial besteht hingegen bei Futterweizen, Körnermais und Eiweisserbsen. Sie sollten unbedingt bei der Anbauplanung beachtet werden.