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Siedlungsentwicklung Büren a.A. zwischen 1800 - 1918
Inhaltsverzeichnis
Büren a.A. um 1800
Anhand des Zehntplanes von 1791 ist ersichtlich, dass um die Jahrhundertwende 18./19. Jh. Büren fast ausschliesslich aus der mittelalterlichen, befestigten Stadtanlage bestand. Lediglich die Vorstadt Trappeten im Osten vor dem Rütitor bestand ausserhalb der Stadtmauern.
Auch zu erkennen ist die aus dem 17. Jahrhundert stammende Mühle beim Burgacher. Diese Getreidemühle nutzte die Wasserkraft des Mühlebaches, bevor dieser weiter bergabwärts im Bereich des Stadtgrabens in die Stadtanlage eingeleitet und über die zwei noch heute bestehende Stadtbrunnen durch die Hauptgasse geführt und schlussendlich in die Aare als Vorfluter geleitet wird. Der Mühlebach diente Büren als Stadtbach und trieb neben der Mühle noch weitere Wasserräder für Lohstampfen, Gerbereien und eine Walke an. Um genügend Wasserkraft zu speichern, bestand seit eh und je der Mühleweiler oberhalb der Mühle, in den verschiedene Bäche des "Städtiberges" eingeleitet wurden.
Die mittelalterliche Stadanlage ist auf einem ungleichseitigen, eine Mittelzeile umschliessenden Dreieck aufgebaut. Zwischen der repräsentativen Hauptgasse, welche die beiden Stadttore im Osten (Rütitor) und dem Westen (Dotzigentor) miteinander verbindet und der bis ins 20. Jahrhundert landwirtschaftlich genutzten Hintergasse, heute Spittelgasse genannt, besteht eine klare Hierarchie. Die Kreuzgasse, welche die beiden Längsgassen verbindet, fällt durch die besonders intakte, unregelmässige Häuserzeile mit deren altertümlich wirkenden Aufzugsgiebeln auf. Etwa in der Mitte der Hauptgasse zweigt der Zollrain zur Aarebrücke ab. Einen nur einseitig bebauten Altstadtraum bildet die Ländte mit ihren massigen Rampen, welche zusammen mit dem Wiederaufbau der Aarebrücke (Niederbrand beim Franzoseneinmarsch 1798) 1821 - 26 neu errichtet wurden.
Um die platzartigen, durch Brunnen markierten Enden der Hauptgasse konzentriert sich das öffentliche Leben. Die öffentlichen Bauten, wie Stadtkirche, Rathaus, Schloss, Spittel und Schulhaus, befinden sich bei diesen Plätzen. Neben den abschliessenden Stadttoren markiert das stattliche mit ausladendem Walmdach dominierende Schloss in der Achse der Kreuzgasse das innere Stadtbild. Die vergleichsweise schlichte Eingangsfront der Pfarrkirche schliesst zusätzlich den Strassenraum ab. Eine Häuserzeile oberhalb des Schlosses besitzt nach Stadtberner Vorbild Lauben.
In alten Ansichten und Stichen ist die damalige geschlossene Stadtanlage mit Stadtmauer, 2 Stadttoren sowie 4 Wehrtürmen deutlich ersichtlich. Der Grabenbereich direkt ausserhalb der Stadtmauer ist unüberbaut. Dieser Stadtgraben, der sich auf drei Seiten um die Altstadt legt und die Dreiecksanlage zur Trapezform ausweitet, wird mit Pflanzgärten und zum Teil gestaltete Gartenanlagen genutzt.
Als eigenständige Ortsteile und selbständige Gemeinden befinden sich die Weiler Reiben und Schüren räumlich klar ausserhalb der Stadtanlage. Diese heute im Gemeindegebiet von Büren politisch und räumlich eingeschlossenen Siedlungen, heben sich klar als landwirtschaftliche Weiler vom Städtchen Büren ab.
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