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Im Indischen Ozean liegt der Inselstaat Sri Lanka mit fast 22 Millionen Einwohnern. Nach China, Indien und Kenia ist das Land, dessen Name bis 1972 Ceylon lautete, der viertgrößte Teeproduzent der Welt.[1] Der Name des Landes hat sich zwar geändert, aber der seines bekannten Tees nicht: Die Teesorte Ceylon, die von der Insel in die ganze Welt exportiert wird, ist vor allem bei uns in Europa populär. Dies hat überwiegend historische Gründe.
Von welcher Pflanze stammt Ceylon?
Der Name „Ceylon“ wird für die meisten Teesorten verwendet, die auf Sri Lanka angebaut werden. Bei Ceylon handelt es sich überwiegend um schwarzen, gelegentlich aber auch um grünen Tee. Zur Herstellung werden daher die Blätter der Camellia sinensis oder einer ihrer Unterarten – wie der Camellia assamica – verwendet. Vor allem in den höher liegenden Regionen Uva, Dimbula und Nuwara Eliya befinden sich große Anbaugebiete. Diese sind häufig namensgebend für die jeweilige Ceylon-Sorte.[2] Der Anbau von Ceylon erfolgt in Sri Lanka auch heute noch weitestgehend traditionell. Die Pflückung geschieht per Hand und auf Erntemaschinen wird verzichtet. Besonders in den bergigen Regionen Sri Lankas prägen die Teeplantagen die weitläufige Landschaft. Dies war jedoch nicht immer der Fall.
Wie der Tee nach Sri Lanka kam
Die Camellia sinensis ist ursprünglich nicht auf der Insel zu finden, sondern wird dort erst seit dem 19. Jahrhundert kultiviert. Der Inselstaat stand zur damaligen Zeit unter britischer Kolonialherrschaft. Um das von Regenwald bedeckte Land wirtschaftlich nutzbar zu machen, wurden weite Flächen gerodet. Angebaut wurde zunächst Kaffee, welcher dann über Handelsrouten seinen Weg nach Europa fand. Ein Pilzbefall der Monokultur sorgte jedoch 1868 für große Ernteausfälle, weshalb ein anderes Exportgut benötigt wurde. Die Kolonialherren entschieden sich daher, die Camellia sinensis anzubauen und fortan Tee zu exportieren.[3]
Der Wandel des Wirtschaftssektors hatte tiefgreifende strukturelle Veränderungen auf der Insel zur Folge. So wurde die Eisenbahn in Sri Lanka erst mit der Umstellung auf das neue Exportprodukt errichtet, um große Teemengen transportieren zu können. Nach der Unabhängigkeit 1948 blieben die Einwohner Sri Lankas ihrem Produkt treu. Heute ist Tee neben Kaffee und Kautschuk einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes.[4]
Wegen der britischen Kolonialherrschaft wurde der Tee in erster Linie nach Europa exportiert. Besonders in Großbritannien findet er auch heute noch viele Abnehmer. Auf der europäischen Insel gehört Ceylon seit gut 150 Jahren fest zur Teekultur. Im norddeutschen Ostfriesentee wird neben Assam häufig ebenfalls Ceylon verwendet.[5]
Ceylon-Tee: Geschmack, Koffeingehalt und Ziehzeit
Schwarzer Ceylon-Tee besticht vor allem durch seinen herben und kräftig-würzigen Geschmack. Viele Ceylons besitzen jedoch auch eine leicht zitronige Note. Es ist gerade dieses dezente zitrusartige Aroma, welches die Teesorte von anderen Schwarztee-Sorten unterscheidet. Mit rund 55 mg Koffein pro Tasse eignet er sich auch gut als morgendlicher Wachmacher. Wem der Geschmack des Ceylons zu herb ist, kann es wie die Engländer halten und dem Tee einen Schuss Milch beimischen. Im Mutterland des Ceylons wird dies jedoch eher als Unsitte angesehen.[6]
Die Zubereitung des Ceylon-Tees unterscheidet sich nicht von der anderer Schwarztees. Die Wassertemperatur sollte bei rund 90 Grad liegen. Aufgrund des herben Geschmacks und des Koffeingehaltes sollte die Ziehzeit ca. zwei bis drei Minuten nicht überschreiten.
[4] Ebd.