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Auswertung der Formel-E-Umfrage: Das Quartier ist gespalten
Die Information der Betroffenen des Formel-E-Autorennens ist bis heute ausgeblieben. Ein echter politischer Prozess hat nicht stattgefunden. Die SP 1+2 hat im Quartier eine Umfrage durchgeführt. Diese zeigt: Die Bevölkerung ist gespalten.
Die SP fordert für nach dem Rennen eine Evaluation und eine offene Überprüfung, ob das Rennen nochmal stattfinden soll.
Das Formel-E-Rennen in Zürich Enge wurde unter grossem Zeitdruck durch den politischen Prozess geschleust, ohne dass den Betroffenen eine Chance geboten wurde, sich zu informieren und zu äussern. Die SP Zürich 1+2 hat dieses Vorgehen kritisiert. Der Event nimmt ein Quartier in Beschlag, in dem Menschen wohnen und arbeiten. Als einziger Grossevent in Zürich werden bei dieser Veranstaltung ganze bewohnte Strassenviertel abgesperrt. Es ist auch europaweit die einzige Formel-E-Strecke, bei der das so gemacht wird.
Die Information der Betroffenen ist bisher gänzlich ausgeblieben. Die Promotoren führen zwar an, dass sie mit den Quartiervereinen gesprochen hätten. Tatsächlich fand in den Quartiervereinen Enge und Wollishofen je eine spärlich besuchte Vorstandssitzung statt, an der das Projekt vorgestellt wurde. Da die Quartiervereine aber nichts öffentlich Wahrnehmbares mit der Information gemacht haben, brachte das der Öffentlichkeit nichts.
Die SP Zürich 1+2 hat deshalb – vielleicht ein Novum – eine Umfrage im Quartier durchgeführt. Der beiliegende Flyer wurde in 600 Briefkästen entlang der geplanten Rennstrecke und innerhalb des umschlossenen Gebiets verteilt. Umfragen sind keine Abstimmungen. Dennoch sind die Resultate deutlich und lassen daher auch Schlüsse für die Zukunft zu. Die wichtigsten sind:
- Das Interesse der Betroffenen, ihre Meinung kundzutun, ist offensichtlich. 115 Rücksendungen auf 600 Flyer sind für eine Streusendung aussergewöhnlich viele.
- Das Rennen polarisiert: Die klaren Aussagen «Ich freue mich auf den Event» oder «Ich möchte einen solchen Event klar nicht» wurden weitaus häufiger angegeben als die moderateren Formulierungen «Ich interessiere mich nicht dafür, aber es ist OK, wenn er hier stattfindet» bzw. «Die Belastungen sind hoch und ich möchte den Event eher nicht».
- Es ist ein klarer Unterschied festzustellen zwischen Menschen, die im fraglichen Gebiet wohnen und solchen, die im Gebiet arbeiten. Diejenigen, die im Gebiet wohnen sind gespalten in Gegner und Befürworter des Anlasses. Sie schrieben auch deutlich mehr Anmerkungen, als diejenigen, die nur im betroffenen Gebiet arbeiten und sich mit einer Mehrheit dafür aussprechen.
- Bei den Anmerkungen der Gegner ist die häufigste Aussage, dass die Anzahl Events ein Ausmass angenommen hat, das als zu hoch empfunden wird. Auch wird öfters auf den Flughafen Dübendorf hingewiesen, der als geeigneter für eine solche Veranstaltung betrachtet wird.Wir betrachten die derzeitige Informationslage nach wie vor als völlig ungenügend. Bekannt geworden ist, dass die Bewilligung für Strassensperren ab Freitag Abend erteilt wurde. Heisst das, dass erst dann mit den Bauten entlang der Strecke begonnen wird? Oder heisst das, 2 Nächte und 1 Tag intensive Bauarbeiten, dann am Sonntag der eigentliche Event, gefolgt von einer weiteren Nacht Bauarbeiten? Oder beginnt der Bau der Strecke schon früher und die Sperrungen beziehen sich nur auf die Hauptstrassen?Nachdem der Stadtrat die Bewilligung erteilt hat, ist davon auszugehen, dass die Veranstaltung nächstes Jahr stattfinden wird. Die Veranstalter werden Gelegenheit haben, den skeptischen Teil der Bevölkerung von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Unsere Umfrage zeigt klar, dass danach Bedarf besteht.
Für die Zukunft verlangen wir:
- Nach der Veranstaltung soll eine Evaluation stattfinden, die die Betroffenen einschliesst und bei der die Frage offen überprüft wird, ob die Enge für die alljährlich geplanten Rennen tatsächlich ein geeigneter Standort ist.
- Wir sollten diese Veranstaltung zum Anlass nehmen, den Umgang mit dem öffentlichen Raum für Grossveranstaltungen neu zu überdenken. Es werden wieder Veranstalter kommen, die einen coolen, innovativen Event im öffentlichen Raum durchführen möchten. So wie bei diesem Anlass sollte es unserer Meinung nach nie mehr laufen: Man fällt nicht in diesem Ausmass in ein Quartier ein ohne die Betroffenen zu informieren und zu fragen und zwar vor Abschluss des politischen Prozesses.