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«Ich wollte schon lange einen Einsatz im Ausland absolvieren, und ich wollte nach Afrika», erzählt Noemi Lerch aus Courgevaux. Die 20-Jährige hat im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sozialarbeiterin sechs Monate in Nigeria verbracht: Sie absolvierte ein Praktikum in einem Heim und in einer Schule des Roten Kreuzes in Lagos. Die Stadt zählt mit 14 Millionen Einwohnern zu den grössten des Landes. In den sechs Monaten konnte die Seebezirklerin enge Beziehungen zu den Einheimischen und den Kindern im Heim aufbauen. «Die Menschen leiden stark unter den Folgen der Covid-Massnahmen», berichtet Noemi Lerch. Das soziale Leben sei lahmgelegt. «Viele Nigerianer leben vom Verkauf von Essen und Habseligkeiten.» Da das Sozialleben nicht mehr stattfinde, «haben sie keine Arbeit mehr». Die Kriminalität sei höher als zuvor. «Die Menschen kämpfen um ihr Überleben.»
Diesen Sommer ist Noemi Lerch ins Studium Soziale Arbeit an der Berner Fachhochschule gestartet. Sie engagiert sich aber weiterhin für die Familien in Lagos. So sammelt die junge Frau Geld, um 250 Familien und deren Kinder während eines halben Jahres zu ernähren. Das Ziel sei, jede Woche Grundnahrungsmittelpakete im Wert von fünf Franken zu verteilen. Einmal im Monat werde zudem Öl zum Kochen abgegeben. Das erste Paket sei grösser, da es auch Hygieneartikel wie Seifen und Masken enthalte. «Eine Familie kann mit nur 160 Franken während sechs Monaten ernährt werden», hält Noemi Lerch fest. Die Lehrerin Olajumoke Awonuga werde mit ihrem Mann Wande die Pakete verteilen. Sie habe bereits ein kleineres Hilfsprojekt mit ihr durchgeführt, so Noemi Lerch.
Weitere Infos: www.gofundme.com/f/covid19-notpakete-fur-nigeria