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Weitere Luftaufnahmen von Delsberg
Nördlich von Delsberg, das schon im Jahre 728 als Flecken urkundlich genannt wird, erheben sich die sogenannten Béridiéfelsen, wo allem Anschein nach eine sehr alte Burg gestanden hat. Die eigentliche Burg Delsberg aber wurde im Hochmittelalter da angelegt, wo heute das Schlossgebäude steht. Die Burgherren (nobiles de Talisperc) erscheinen seit dem 12. Jahrhundert zuerst als Vasallen der Grafen von Sogren-Soyhières, sodann der Grafen von Tierstein. Die Urkunden nennen anfangs des 13. Jahrhunderts einen Cono de Talisperc = Kuno von Delsberg, Ritter. Die Edelfamilie von Delsberg, ursprünglich wohl freiherrlichen Stammes, scheint später ein Dienstmannengeschlecht des Bischofs von Basel geworden zu sein. Sie führten nun als bischöfliche Ministeriale den Zunamen "Marschalk genannt Spender von Delsberg" und bewohnten weiterhin die dortige Burg, auch nachdem das Städtchen vom Bischof 1278 bedeutende Freiheiten erhalten hatte. Ein Zweig der Marschalk von Delsberg liess sich in Malleray, vermutlich in einer "maison forte", nieder und nahm - im obern Birstal reich begütert - den Namen "Spender von Malleray" an. Heinrich Marschalk von Delsberg verkaufte 1293 dem Bischof den ihm zugehörigen Kirchensatz zu Courroux. Die Vertreter der Marschalk gen. Spender von D. besassen seit Ende des 14. Jahrhunderts Burglehen auf der Vorburg bei Delsberg und Zehntrechte zu Biel als Lehen vom Bischof. Als letzter Sprosse erscheint Junker Urs, Edelknecht, Vogt von Pruntrut und Meier zu Delsberg und zu Biel, (1546).
Die Burg Delsberg wurde von Bischof Johann Senn von Münsingen käuflich erworben, bedeutend vergrössert und diente fortan den Bischöfen öfters als zeitweiliger Wohnsitz. Durch das Erdbeben von 1356 zerstört, wurde das Schloss jedoch sofort wieder aufgebaut.
Unter dem abenteuerlichen Bischof Jean de Vienne wurden Stadt und Schloss Delsberg verpfändet, später aber von Imer von Ramstein wieder ausgelöst.
Das Schloss Delsberg enthielt die Gefängnisse für das bischöfliche Amt Delsberg. Von hier aus wurden die Verurteilten jeweilen auf die Galgenstatt Cras des Fourches geführt. Mit dem Neubau des Schlosses wurde 1717 begonnen; der Neubau, der nun bis zur Revolution der Sommersitz der Bischöfe blieb, war 1721 vollendet worden. Bei der Revolution wurde das weitläufige, in typischem Palais-Stil errichtete Gebäude als Nationalgut versteigert, kam dann an den Bürgermeister Verdan zu Delsberg, später an die Stadt Delsberg selbst und dient heute der lernbegierigen Jugend als imposantes Schulhaus.
Auf der Flanke des Gebäudes sind die alten Scheunen und Ställe in Gymnastik- und Vorstellungsräume im Jahre 1908 umgewandelt worden, dann 1990 restauriert. Was das Schloss selbst betrifft, wo man seinerzeit im Erdgeschoss die Ess-Säle und die Küchen fand, während dem sich im ersten Stockwerk die Appartements des Prinzen, die Salons und die Kapelle ansiedelten, so ist es heute der Sitz der Grundschulen der Stadt.
Das Schloss Delsberg besitzt auch ein Untergeschoss, das vom Place Monsieur, schräg zum Südhof (die Orangerie) führt. Er ist amüsant zu erfahren, dass es Angestellte der öffentlichen Dienste waren, die es zufällig zu Tage brachten während einer Pause.
Bibliographie