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Annadora Senn Singer wurde im Frühling 1942 in Winterthur geboren und wuchs dort mit ihrer Familie in einem Einfamilienhaus auf. Sie liebte die Natur, die Pfadi und das Abenteuer. Auch wenn ihre Mutter an Depressionen litt und manchmal in die Klinik musste, schaut die heute 78-Jährige auf eine schöne Kindheit zurück. Mit ihrem Vater pflegte sie ein enges Verhältnis. «Er war ein liebenswürdiger Mann und half den Leuten, wo er nur konnte», erzählt die Seniorin.
Wegen einer Wette im FHD
Nach dem Gymnasium wollte Annadora Senn Singer Französisch studieren. Weil sie aber bei der ersten Vorlesung kein Wort verstand, wechselte sie das Studium und ging für ein halbes Jahr nach England. Dort besuchte sie ein Leichtathletiklager und reiste allein nach Schottland weiter. Zurück in der Schweiz studierte sie Sport und Englisch.
Der Frauenhilfsdienst war grossartig, ich würde es heute gerade noch einmal machen!
Wegen einer Wette kam die damals junge Frau zum Frauenhilfsdienst und war dort als Fahrerin tätig. Einige Male stiess sie an ihre Grenzen und stellte sich vor, wie schön es doch Zuhause wäre. Trotzdem würde sie es sofort wieder machen, sagt Annadora Senn Singer heute.
Neues Leben nach dem Tod der Eltern
Mit der Heirat kam Annadora Senn Singer als Pfarrersfrau nach Malans und wurde Mutter von drei Kindern. Sie setzte sich sehr in der Gemeinde ein und gab Turnstunden für jedes Alter. Doch als ihr Vater starb und später auch ihre Mutter, hinterfragte sie ihr Leben und trennte sich in der Folge von ihrem Mann. «Das war eine schwierige Zeit», erinnert sich die 78-Jährige.
Nach der Trennung im Jahr 1990 lernte Annadora Senn Singer ihren jetzigen Mann kennen, einen Sozialpädagogen. Mit ihm suchte sie nach einer neuen Herausforderung, die sie in Verdabbio (GR) fanden. Dort kauften sie zwei alte Ställe und renovierten diese als Therapieort für Drogenabhängige. Heute sind diese Räume zu einem «Bed and Breakfast» umgebaut, wo Annadora Senn Singer immer noch Gäste empfängt.