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Die zwölfte WSF-Ausgabe zählte während den fünf Tagen insgesamt rund 30’000 Teilnehmende. Damit lag der Zulauf weit unter den von den Organisatoren erwarteten 50’000. Frühere Foren, die jeweils in Entwicklungs- oder Schwellenländern abgehalten wurden, zogen noch doppelt so viele Personen an.
Mit ein Grund für die tiefe Teilnehmerzahl war das Fehlen etlicher Vertreter armer Länder. Sie waren durch die hohen Kosten für die Teilnahme in Kanada abgeschreckt worden oder gehörten zu jenen, denen die kanadischen Behörden kein Visum erteilt hatten.
Einer der zum Abschluss des diesjährigen Forums verabschiedeten Aktionspläne befasst sich eben mit der Zukunft des Treffens, das zu Beginn als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos angelegt war. Der Plan sieht einen Neustart (“reboot”) vor, da die heutige Situation nicht mehr mit jener von 2001, dem Gründungsjahr, zu vergleichen sei.
Die globalisierungskritische Bewegung sei damals in der Offensive gewesen, während sich heute viele Bewegungen in der Defensive befänden, hiess es in der Erklärung. Künftig brauche es mehr Raum für Dialog sowie konkrete Strategien und Aktionen. Auch müsse das Weltsozialforum die übers Jahr stattfindenden zahlreichen lokalen, regionalen oder thematischen Foren besser unterstützen.
Die Stimmen armer Länder seien am Forum in Montreal zurückhaltender gewesen, räumte Markus Brun vom Schweizer Hilfswerk Fastenopfer ein. Dafür konnte dieses Forum aufzeigen, dass Ungerechtigkeiten auch in den sogenannt reichen Ländern existierten.
“Wir befinden uns in einer Wendezeit”, sagte Brun in Montreal weiter. Die globale Gerechtigkeit müsse jetzt im Zentrum stehen, nicht mehr der Nord-Süd-Graben.
Brun wie auch der Genfer Jean Rossiaud vom demokratischen Weltforum (FDM) zeigten sich zufrieden mit der Mobilisation der kanadischen Organisatoren und mit der Qualität der Debatten. Montreal habe bewiesen, dass “wir alle im gleichen Boot sind, auf dem gleichen Planeten”, sagte Rossiaud.
Das Weltsozialforum erfülle seinen Zweck. In den zurückliegenden 15 Jahren sei es gelungen aufzuzeigen, dass eine andere Welt möglich sei. In der Zukunft müsse die Veranstaltung mit dezentraleren Formen der Mobilisation ergänzt werden.
Auch Brun vom Fastenopfer glaubt an den Fortbestand des Weltsozialforums. Lokale Aktionen seien wichtig. Es brauche aber weiterhin einen Ort der Debatte auf globalem Niveau.
(SDA)