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Es sei zu erwarten, dass sich die Delta-Variante in Deutschland noch schneller ausbreite als die anderen bisherigen Formen des Virus, sagte Frank Ulrich Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Freitag, 18. Juni. Solange noch nicht genügend Menschen geimpft seien, müssten die Ansteckungsrisiken im Alltag reduziert werden.
Im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen sollten unbedingt weiterhin FFP2-Masken getragen werden, sagte der Präsident des Weltärtzebundes. Die Bundesländer sollten jetzt prüfen, ob die von ihnen angekündigten Lockerungen nicht zu weit gingen. Sie sollten die politische Grösse haben, angekündigte Lockerungen wieder zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder steigen sollten.
Zahlen in Grossbritannien schiessen hoch
Montgomery verwies auf das Beispiel der britischen Regierung. Diese hatte am Montag erklärt, wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante im Vereinigten Königreich die geplante Aufhebung der letzten Corona-Beschränkungen um vier Wochen zu verschieben.
Trotz der Impffortschritte in Grossbritannien lässt dort die Delta-Variante derzeit die Infektionszahlen wieder hochschiessen. Am Donnerstag, 17. Juni, wurden im Vereinigten Königreich erstmals seit Ende Februar wieder mehr als 10’000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag verzeichnet.
Frank Ulrich Montgomery bezeichnete es als «das Tückische» der zuerst in Indien entdeckten Delta-Mutantion, «dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit Andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben».