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Kloster Gnadenthal - Zisterzienserorden
Klostergebäude
Das Kloster Gnadenthal präsentiert sich heute in einem unförmigen Gebäudekomplex, einem Gemisch aus verschiedenen Baustilen vom Mittelalter bis hin zur Moderne. Die klare, einheitliche Struktur der Zisterzienser ist hier nur schwer zu finden. Das erklärt sich einerseits aus der Tatsache, dass das Kloster schon bestand, als es in den Zisterzienserorden aufgenommen wurde, andererseits wurde vor allem im 20. Jh. einiges daran verändert. Es ist deshalb nötig, diesen Gebäudekomplex gesondert zu betrachten.
Im Zentrum befindet sich der für Zisterzienserinnen charakteristische, trapezförmige Kreuzgang, an den im Süden der sogenannte „Zentralbau“ (Zenklusen), im Osten die Klosterkirche und im Norden der „Reussflügel“ anschliessen. Dieser ist in der heutigen Form nicht mehr original. Er wurde 1935 von einem Fachwerkhaus in einen modernen Trakt überführt und während der Restaurierung in den Jahren 1978-81 in den barocken Stil der anderen Gebäudeteile eingepasst. Trotzdem lohnt es sich zwischen seiner beeindruckenden Front und dem Reussufer zu wandeln und sich in der Grünfläche zu erholen.
Nach Westen hin schert das ehemalige Gästehaus, der „Westflügel“, aus. Zur Strasse hin beeindruckt er durch seine Barockfassade aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert und erinnert schon fast an ein Barockschloss. Die Gäste fühlten sich damals sicher eingeladen. Der südliche Abschluss, das „Frauenhaus“, stammt aus der Zeit um 1900 und hat die einstige Pfisterei ersetzt.
Zwischen der Kirche und dem Zentralbau sticht ein weiterer Arm nach Südwesten heraus, dessen Ende ein scheinbar eigenständiges Häuschen bildet, das ehemalige Haus des Beichtigers, eines Geistlichen, der für die Lesung der Messe, die Seelsorge und die Spende der Sterbesakramente zuständig war. Das Haus war ursprünglich im spätgotischen Stil gebaut, doch die rege Bautätigkeit veränderte sein Aussehen. Über dem Portal hängt zwar eine Tafel mit dem Wappen des Klosters, jenem der Äbtissin Bernharda Kündig und der Jahreszahl 1726, doch diese wurde erst 1924 beim Abbruch der Scheune hierher gebracht. Das Beichtigerhaus stand in der Klosterzeit frei. Erst im frühen 20. Jahrhundert errichtete man eine Verbindung zum Zentralbau, um die Verwaltung unterzubringen.
Zentralbau und Haupteingang
Ehemaliges Beichtigerhaus