Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03661.jsonl.gz/745

praktische Tipps:
Giftig, aber wie?
Giftige Tiere gibt es in einer faszinierenden Vielfalt in den verschiedensten Tiergruppen. Die Gifte können in ihren Körpergeweben eingelagert oder in speziellen Giftdrüsen konzentriert sein. Sie können mit Stacheln, Zähnen, Klauen oder anderen so genannten Giftapparaten gezielt eingespritzt oder versprüht werden. Ihre Gifte helfen diesen Tieren zu überleben und werden vor allem zum Beutefang und zur Verteidigung eingesetzt. Vergiftungen beim Menschen geschehen in der Regel nur dann, wenn sich die Tiere bedroht fühlen.
Sehr vielfältig sind auch die Lebensräume in denen Gifttiere leben. Vor allem in den Tropen, aber auch in warmen oder gar in gemässigten oder kalten Regionen bewohnen sie verschiedenste Lebensräume im Wasser oder an Land.
Etliche Arten können dem Menschen gefährlich werden. Im schlimmsten Fall können Unfälle mit Gifttieren tödlich enden oder zu bleibenden Schäden wie Vernarbungen, Funktionsstörungen von Organen oder dem Verlust von Gliedmassen führen.
Wer ist durch welche Tiere gefährdet?
Für Menschen, die in den Tropen auf dem Land leben, gehören Unfälle mit Gifttieren zum täglichen Risiko. Sie arbeiten oder wohnen in unmittelbarer Nähe zu Schlangen, Skorpionen oder Spinnen. Oft schützen sie sich nicht mit stabilen Schuhen vor Bissen und Stichen, weil sie zu arm sind oder sie wollen dies nicht, weil es ihnen Tradition oder Gewohnheit verbieten. Wissenschafter schätzen, dass jährlich weit über 100 000 Menschen allein an Schlangenbissen sterben.
Gemessen an Todesfällen sind Menschen in Mitteleuropa vor allem durch Bienen und Wespenstiche gefährdet (Allergiker). Bisse durch einheimische Vipern sind relativ selten und Vergiftungen verlaufen in der Regel glimpflich. Skorpionsstiche in der Südschweiz sind schmerzhaft, bedürfen aber keiner intensivmedizinischer Versorgung.
Touristen, die in warme und tropische Länder reisen, sind weniger gefährdet durch Schlangenbisse, als viel mehr durch Unfälle mit giftigen Tieren im Meer. Badende riskieren von Quallen genesselt oder von giftigen Fischen gestochen zu werden.
Eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Gefahr aus dem Meer besteht beim Verzehr von zeitweise giftigen Meerestieren wie Muscheln, Krebstieren oder Rifffischen.
Verschieden giftig
Um eine Übersicht zu gewinnen, ist es sinnvoll, die wichtigsten medizinisch bedeutenden Gifttiere in zwei Hauptgruppen einzuteilen.
1. Passiv giftige Tiere: Tiere, die man essen muss, um eine Vergiftung zu erleiden
2. Aktiv giftige Tiere: Tiere, die einen Giftapparat haben (giftige Drüsenzellen in der Haut oder eigentliche Giftdrüsen, die Gifte produzieren und besondere Organe wie Giftzähne, Giftstacheln oder –klauen oder Brennhaare) und damit ihr Gift in den Körper eines Opfers bringen Das Gift gelangt durch den Giftapparat bei einem Biss oder Stich unter die Haut, es kann auch auf der Haut wirken (Brennhaare) oder über die Schleimhäute appliziert werden (Speikobras).
Aktiv giftige Tiere an Land: Schlangen, Skorpione, Spinnen, Insekten u.a.
Aktiv giftige Tiere im Wasser: Nesseltiere (Quallen und Staatsquallen, Feuerkorallen, Blumentiere), Fische mit Giftstacheln, Seeschlangen u.a.