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Das Spiel in der heutigen Form gibt es erst seit 1910. Vor diesem Jahr wurde Jeu Provencal oder la Longue (das Lange) gespielt. Bei dieser Form wurde auf eine Distanz von 15 – 21 Meter gespielt und die Kugel mit Anlauf geworfen.
In La Ciotat überlegten sich die Freunde des gehbehinderten Jules Lenoir, der immer abseits stehen musste, welche Regeländerungen notwendig seinen um ihn an diesem Sport teilhaben zu lassen. So entstand aus Boule das Pétanque. Der Begriff stammt aus dem Provenzalischen (ped tanco) und aus dem Französischen (Pied tanqué) und bedeutet geschlossene Füße. Dies beschreibt eine der wichtigsten Regeländerungen. Keine drei Schritte Anlauf, sondern aus dem Stand mit geschlossenen Füßen muss die Kugel geworfen werden. Dafür wurde die Entfernung auf 6-8 m verkürzt.
Ein Kreis auf dem Boden markierte die Stelle, von wo aus jeder Spieler werfen sollte. Nach und nach wurden die Regeln dieser neuen Spielart entwickelt, aufgeschrieben und ein neues Spiel war entstanden.
Gemäß der Internetseite von Le Musée Ciotaden, fand das oben genannte Spiel bereits 1907 statt, 1910 wurde ein (erster) offizieller Wettbewerb durchgeführt. Die Erzählung von Ernest Pitiot, der für seine Freund Jules Le Noir das Spiel auf kurze Entfernung erfand, ist in dem Museum zu sehen.
Im Gegensatz zu allen anderen Boulespielarten trat Pétanque einen raschen weltweiten Siegeszug an. Bereits im Jahre 1959 fand die erste Weltmeisterschaft in Spa, Belgien statt. Pétanque in 72 Nationen (Stand 2007) in nationalem Sportverbände organisiert gespielt, die in der Dachorganisation F.I.P.J.P.-Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal zusammengeschlossen sind.