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Eine königliche SchleppeNikola Röthemeyers Arbeiten bewegen sich an den Rändern unterschiedlicher Stilrichtungen. Dabei widmet sich die Serie »FrauenZimmer« zunächst der vermeintlichen Lebensrealität von Frauen, setzt sie in Beziehung zu ihrer Umgebung und führt etwas von ihrer Identität vor. Diese ist zunächst in Szenerien der Genremalerei gesetzt, wenn es um Haushaltstätigkeiten oder Ruhemomente geht. In einem zweiten Teil der Serie erweitert Nikola Röthemeyer die Themen, verlässt die private Welt und bewegt sich in eine Art Magischen Realismus, wie dieser etwa vom argentinischen Erzähler Jorge Luis Borges propagiert wurde. Die Besonderheit der Arbeiten Nikola Röthemeyers liegt allerdings darin, dass sie diesen Realismus nicht wie etwa die Halbbrüder Balthus und Klossowski insbesondere erotisch in Schwung bringt, sondern durch sich verändernde Stilmerkmale wie Überschärfe, Bildperspektive, Betrachterstandpunkt und Format mit kleinsten Realitätsverschiebungen und über Verfremdungen aufbaut. Ein schönes Beispiel ziert den Schutzumschlag des Buches: Der männliche Pfau auf der Sessellehne hat seine Schwanzfedern gelassen, aus denen die Protagonistin des Bildes eine königliche Schleppe geflochten hat.
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