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16. April 2019
Leseabend mit Hans Minder
Leider fanden nur 6 Personen an diesem Abend den Weg in die Uni nach Bern. Hans Minder, genannt das wandelnde Lexikon, hatte zu einem Leseabend eigeladen. Dabei konnten die Anwesenden mit kniffligen Lesebeispielen ihn herausfordern. Beispiele aus Tauf-, Ehe- und Totenrodel konnten gelöst werden. Sogar ein Beispiel aus einem Militärregister der Niederlande war dabei. Auch die verwendeten Abkürzungen waren ein Thema.Weiter gab Hans wichtige Tipps bei seinen Ausführungen. Hier nur stichwortartig erwähnt.
Die Kirchenbücher sind nicht das A. und O. für einen möglichst kompletten Familienstammbaum.
Bei den Totenrodeln sind die Angaben über die Lebensdauer mit Vorsicht zu geniessen vor allem, wenn nur Zehner- oder Fünferjahre angegeben sind. (60, 65, 70, 75 …)
Wichtige Verzeichnisse sind die Urbar-Listen, welche über die Abgaben an die Obrigkeit berichten. Solche Listen sind auf den Chorgerichtsmanual-DVDs zu finden. hrb
Weitere hilfreiche Verzeichnisse sind:
14. März 2019
Vortrag: Die Chorgerichte im Alten Bern - Funktion und Stellenwert im Wandel der Zeit
Über 50 Personen fanden an diesem Abend den Weg zur Universität in Bern.
Eine kurze Zusammenfassung des Vortrags:
Das Chorgericht, bestehend aus dem Ammann, Pfarrer, einem Schreiber und etwa zwei Burgern aus der Gemeinde, war eine Schlichtungsinstanz, die versuchte, die fehlbaren Personen mit sanfter Gewalt wieder auf den christlichen Pfad zurückzubringen. Diese Chorgerichte waren in den reformieren Gegenden sowie in den Hugenotten-Gebieten ab dem 16. Jahrhundert tätig.Ein wichtiger Tätigkeitsbereich war das Einschreiten bei Ehestreitigkeiten und Trunkenheit (damals schon der Schutz vor Gewalt). Ebenfalls waren sie zuständig für die Beschaffung von Schulräumen, Lehrerwahl und die Schulordnung (Schulpflicht). Die Armenfürsorge war ein grosser Teil davon. Auch mussten sie dafür sorgen den Vater bei unehelichen Kindern (Kegeln) zu ermitteln. Ab dem 19. Jahrhundert verlor die Kirche immer mehr an Macht, und damit wurden die Chorgerichte nicht mehr weitergeführt.
Alle Lichtbilder zum etwa einstündigen interessanten Vortrag finden sie HIER als pdf. In diesem Zusammenhang sei noch auf das Projekt: Stapfer-Enquête, welches sich mit der Schulsituaion in der Helvetischen Republik aus dem Jahr 1799 befasst, hingewiesen. Auch zu diesem Thema sei die kleine Geschichte von Hans Minder in der Wochenzeitung für das Emmental und Entlebuch:
Zweni i d Chiuche u z tüüri Chleider vom 17. 10. 2013 erwähnt. hrb
9. März 2019
GHGB Hauptversammlung 2019
Der diesjährige Treffpunkt für die Hauptversammlung (HV) war im Gasthof Bären in Trubschachen. Im Schriftzug neben dem Eingang steht: Urkundlich erwähnt 1356 – Tavernenrecht 1569 – 1654. Leider fanden nur 32 Personen den Weg nach Trubschachen.Der Präsident Hans Minder führte die HV in gewohnt professioneller Form speditiv durch die anstehenden Traktanden.
Folgend ein paar Stichworte zu einzelnen Traktanden:
Hans liest uns eine zum Schmunzeln anregende Kurzgeschichte vor. Sie handelt von einer Schulklasse, die sich mit Familienforschung einen Stammbaum erarbeiten sollte. Dabei tauchten jedoch unerwartete Hindernisse mit Ausländer Kindern auf. HIER zum nachlesen.
Die GHGB erstellt im Namen der Uni Basel eine Musterdokumentation über das Bauernhaus von Ostermundigen auf dem Ballenberg.
Der scheidende Webmaster Andreas Blatter wird einem kleinen Präsent verabschiedet.
Der Mitgliederbeitrag bleibt bei Fr. 45.--. So quasi als Dividende erhält jedes Mitglied eine CD mit Familiennamen der Schweizer Bürger und Familienwappen.
Die Arbeitsgruppe für die elektronische Datensicherung ist aufgelöst.
Der halbtags Frühlingsausflug geht zum Jerisberghof in Ferenbalm und der ganztägige Herbstausflug nach Worb.
Zwei neue Vorstandsmitglieder wurden gewählt. Ueli Balmer, zuständig für die Organisation von Anlässen und Hansruedi Bähler als Webmaster.
Die Arbeitsgruppe Digitalisierung war sehr aktiv und hat von weiteren zehn Gemeinden die Chorgerichtsmanuale erfasst.
Der Präsident Kurt Münger informiert kurz über die SGFF. hrb
14. Februar 2019
Zusatzvisite im Staatsarchiv
Weil beim ersten Termin vom 16. Januar nicht alle interessierten Personen berücksichtigt werden konnten, wurde eine Zusatzvisite organisiert.Dieses Mal trafen sich noch etwa 15 Personen pünktlich um 19:00 Uhr vor dem Staatsarchiv in Bern. Wieder wurden wir von Herrn Vinzenz Bartlome persönlich begrüsst. Der Ablauf des Abends mit Einführung und anschliessender Archivbesichtigung erfolgte im gleichen Rahmen wie beim letzten Mal, jedoch mit nur einer Gruppe.
Anmerkung: Es wurden noch einige Fotos beim Termin vom 16. Januar hinzugefügt. hrb
16. Januar 2019
Führung durch das Staatsarchiv
Etwa 50 interessierte Personen versammelten sich an diesem Abend im Vortragssaal des Staatsarchivs. Begrüsst wurden wir durch Herrn Vinzenz Bartlome, Leiter wissenschaftliche Abteilung vom Staatsarchiv. Er zeigte uns mit ein paar Lichtbildern einiges über die Geschichte, das betreuende Personal und den Zweck eines Archivs.Es ist ein «Gedächtnis» der Verwaltung und die Quelle der historischen Forschung.
Einige Zahlen:
- älteste Urkunde von 1115
- die Archivalien sind auf 9 Stockwerken in zirka 27000 Laufmeter gelagert
- Betreuung durch 28 Mitarbeiter
Anschliessend zeigte uns Frau Silvia Bühler wie mittels des Computers in der Datenbank ein Dokument gesucht und für die Besichtigung reserviert werden kann.Damit bei so vielen Interessenten beim anschliessenden Rundgang möglichst alle viel mitbekommen, wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt.
Meine Gruppe bewegte sich in das 3. Untergeschoss wo die Archivalien bei konstant 18°C und 50% Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Im Detail gezeigt wurden verschiedene sehr alte Urkunden und Briefe mit den originalen Siegeln (siehe Bilder unten)
Im Schieberegal sind die restaurierten Karten gelagert. (z.B. Thomas Schöpf-Karte)
Danach präsentierte man uns im Restaurationsraum (2. Obergeschoss) was mit Archivalien geschieht, wenn sie falsch gelagert werden und dadurch irreparable Schäden erfahren.
Für mich als Neuling ein sehr interessanter und lehrreicher Abend – sehr empfehlenswert! hrb