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Jean-Claude Bastos' Tätigkeit für Angolas Staatsfonds ist in Verruf geraten. Sein Zugang zu Angolas Elite ist nun gefährdet.
Ende des letzten Jahres ist Jean-Claude Bastos in die Schlagzeilen geraten: Die «Handelszeitung» und weitere Schweizer Medien machten die heiklen Geschäfte des Vermögensverwalters öffentlich. Der Schweiz-Angolaner verwaltet über seine Zuger Gesellschaft die Gelder des Angolanischen Staatsfonds. Der Fonds ist dank den Öleinnahmen Angolas 5 Milliarden Dollar schwer.
Für ihre Arbeit lassen sich Bastos und seine Gesellschaft sehr grosszügig entschädigen. Die Medien deckten auch auf, dass Bastos für den Fonds einige zweifelhafte Investitionen getätigt hat und das Mandat via ein undurchsichtiges Firmengeflecht betreut.
Sein Freund ist entmachtet worden
Zu seinem lukrativen Mandat ist Bastos dank seiner guten Verbindungen zu Angolas Machtelite geworden. Der Chef des Staatsfonds, José Filomeno dos Santos, ist ein enger Freund Bastos – und dieser Mann hat nun seinen Chefposten verloren: Angolas neuer Präsident João Lourenço hat José Filomeno abgesetzt. Damit hat Lourenço den Sohn seines Vorgängers entmachtet – José Filomenos Vater, José Eduardo, trat vergangenen Sommer nach 38 Jahren als Präsident zurück.
Seit José Eduardos Rücktritt hat Nachfolger Lourenço Hunderte von Beamte entlassen, wie die Agentur Bloomberg berichtet. José Filomeno ist nicht die einzige prominente Figur, die abtreten musste. Auch seine Schwester Isabel musste ihren Chefposten abgeben – sie leitete den staatlichen Erdölkonzern Sonangol. Bei der Notenbank sowie bei der staatlichen Edelstein-Minengesellschaft wechselte Lourenço ebenfalls die Führung aus.
Präsidententochter mit Milliardenvermögen
Das Umfeld des Ex-Präsidenten hatte in Angolas Wirtschaft grossen Einfluss. Die Bevölkerung in dem Erdölland ist arm – und der Staat gilt als sehr korrupt. Das ist mit ein Grund, wieso das lukrative Vermögensverwaltungsmandat von Jean-Claude Bastos in einem schlechten Licht erscheint.
Die Ex-Präsidententochter Isabel ist laut Bloomberg die reichste Frau Afrikas, zum Milliardenvermögen gehören unter anderem die grösste Mobilfunkgesellschaft des Landes, eine Supermarkt-Kette und mehrere Unternehmen in Portugal. Nach dem Rücktritt ihres Vaters war sie als Nachfolgerin gehandelt worden – stattdessen kam der damalige Verteidigungsminister Lourenço zum Zug.
Angolas neuer Präsident will «eine Situation korrigieren, die sich als schädlich für das öffentliche Interesse herausgestellt hat». «Korruption passiert, weil sie nicht geahndet wird», sagte Lourenço Anfang dieser Woche. Die Korruption in dem Land sei endemisch und reiche von Schmiergeldzahlungen auf der Strasse bis hin zu Bestechungen von einflussreichen Personen.
Der Präsident will nun auch die Arbeit von Jean-Claude Bastos durchleuchten lassen. Angola habe eine Gesellschaft beauftragt, die Konten des Staatsfonds zu überprüfen, sagte Lourenço. Und künftig will der Staat grösseren Einfluss über den Fonds ausüben.