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Die laufende Meisterschafts-Saison im Carambolebillard ist aufgrund des Corona-Virus wie in allen anderen Sportarten aktuell unterbrochen. Die Mannschaftsmeisterschaft im Serienspiel, in welcher das Team des Billardclub St. Gallen aktuell auf dem dritten Zwischenrang lag, wurde ganz abgesagt, einzelne Einzelmeisterschaften im Mai und Juni sind zwar noch auf dem verbleibenden Turnierprogramm, deren Durchführung ist jedoch mehr als unsicher. Es bleibt im Moment ungewiss, ob es überhaupt und wenn ja, wie es weitergehen wird.
Wenn man aktuell eine Meisterschafts-Schlussbilanz ziehen würde, so lässt sich diese für den BC St. Gallen durchaus sehen.
St. Galler Team in der ersten NLA-Saison grossartig
Zum Jahresende 2019 vermochte das Dreibandteam des Billardclubs St. Gallen (Ma Tien Duy, Giorgio Morosi, Phanh Van Thanh und Rico Oettli) im letzten der 10 Meisterschaftsrunden mit einem souveränen Sieg auswärts gegen Lausanne richtig zu überzeugen und überraschte damit in seiner ersten Saison nach dem Aufstieg in die NLA mit dem sensationellen 3. Schlussrang. Diese Bronzemedaille hat einen unglaublich hohen Stellenwert, wurde sie doch mit souveränem Dreibandbillard, einer überragenden Nr. 1 des Teams mit Duy Ma Tien und einer konstanten und kämpferischen Teamleistung als Ganzes verdient nach St. Gallen geholt.
Morosi holt in der NLA überraschend Bronze
Im Januar 2020 die nächste grosse Überraschung … Giorgio Morosi hatte sich in der letzten Saison mit dem Schweizermeistertitel im Einband in der NLB und einem Durchschnitt von über 3,00 für die Königsklasse des Einband qualifiziert. In dieser sind aktuell nur gerade 7 Schweizer Billardspieler spielberechtigt. Im Finale in Ecublens spielte Morosi ein überragendes Turnierwochenende und musste sich lediglich dem Grossmeister Xavier Gretillat und dem mehrfachen Vizemeister Pierre-Alain Rech geschlagen geben. Alle anderen Partien konnte er für sich entscheiden und so eine ebenso überraschende wie verdiente Bronzemedaille mit in die Ostschweiz nehmen. Mit einem Turnierdurchschnitt von 2,48 auf dem Matchbrett spielte Morosi nicht nur den drittbesten Durchschnitt des Turniers, sondern sicherte sich damit auch für die nächsten beiden Jahre die Spielberechtigung für das Finale der besten Einbandspieler der Schweiz.
Nobel hoch zwei
Jederzeit ein Medaillengarant für den Billardclub St. Gallen ist Ludwig Nobel. Der beste Serienspieler der Ostschweizer war an verschiedenen Turnieren mit von der Partie und konnte zwei weitere Medaillen seinem bereits grossen Palmarès hinzufügen.
In einem spannenden und hochstehenden Finalturnier im Einband der NLB erreichte er in Lausanne im November 2019 hinter dem überragenden Felix Wasser (BC Colombier) und dem ebenso starken Einheimischen Regis Cattenoz den guten dritten Rang.
Anfangs März 2020 trafen die besten Spieler in der Disziplin Cadre der NLB in St. Gallen zum Finalturnier an. Dieselben Akteure wie einige Monate vorher in Lausanne machten auch in der Domstadt wieder die ersten drei Ränge unter sich aus. In einem hochdramatischen Finalspiel verlor Nobel hauchdünn mit 98:100 gegen Felix Wasser und musste sich mit der Silbermedaille und dem Titel des Vizemeisters „begnügen“. Regis Cattenoz wurde Dritte und holte sich die Bronzemedaille.
Der Billardclub St. Gallen darf stolz auf das bisher Erreichte sein. Wenn die Saison nicht aus bekannten Gründen abgebrochen worden wäre, wäre noch die eine oder andere Medaille mehr möglich gewesen. Nun gilt es über die Sommerpause wieder gut zu trainieren, am Ball zu bleiben und in der nächsten Saison wieder an die aktuelle Form und die guten Erfolge anzuknüpfen.
gmo/28.03.2020