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Was hattest du als Kind für Träume und Wünsche?
Marco Zappa: Ich kam schon früh mit Musik in Kontakt. Als ich ganz klein war, spielte ich Mundharmonika, mit sieben Jahren „musste“ ich dann Klavier lernen. Meine Mutter wollte das. Aber ich brach ab und widmete mich der Gitarre. Für meine Eltern – die übrigens beide sehr musikalisch sind und mehrere Instrumente spielen – war aber klar, dass ich zuerst etwas Anständiges lernen sollte. So studierte ich Psychologie und Pädagogik. Später wurde ich Lehrer, jedoch mehr als Hobby. Ich wollte immer Musik machen, was für mich bedeutet, Kontakt zu den Leuten zu haben. Ich bin vor allem Musiker, kein Texter. Ich will die Menschen mit meiner Musik berühren, der Rhythmus und die Dynamik sind dabei sehr wichtig. Ein Stück muss organisiert sein.
Wann hast du dein erstes Lied komponiert?
Das war 1964 mit meiner ersten eigenen Band. Wir nannten uns die „Teenagers“, die Texte waren englisch. Wir spielten eigentlich alles, sogar Tango und Walzer. Meine erste Platte erschien 1975, auch in Englisch. 1979 begann ich dann, auf Italienisch zu schreiben. Die eigene Sprache zu sprechen, ist sehr wichtig für die Authentizität der Lieder. Mit Englisch kann man eher die Massen ansprechen, es ist Musik, der man „einfach zuhört“. Mit Italienisch gelingt es mir aber, viel mehr auszudrücken.
Du singst aber auch in anderen Sprachen wie Schweizerdeutsch, Spanisch oder Griechisch. Wann benützt du welche Sprache?
Das ist immer der Geschichte, die ich erzähle, angepasst, deren Ursprung. Am liebsten singe ich auf Italienisch, im Tessiner Dialekt. Aber eigentlich ist Englisch einfacher, weil es weniger Konsonanten hat.
Was ist bei dir zuerst da – die Musik oder der Text?
Die Texte entstehen oft unabhängig von der Musik. Ich habe Ideen, die ich dann sofort aufschreibe, Erlebnisse, Situationen oder einfach ein paar Worte. Das muss so sein. Wie gesagt, ich bin kein Texter. Die Musik entsteht oft beim Improvisieren. Dann beginne ich zu singen und irgendwie findet das eine dann das andere. Damit die Menschen verstehen, worüber ich singe, sage ich die Stücke immer an, erzähle die Geschichte dazu. Reden ist wichtig, damit die Leute im Stück drin sind.
Worüber schreibst du am liebsten?
Über Menschen. Über spezielle Menschen. Menschen, die von anderen vielleicht ausgelacht werden. Ich verarbeite Geschichten, Situationen, die ich erlebt habe. Ich will bewegen, berühren. Das Publikum soll nach dem Konzert sagen: „Ich habe etwas gespürt“. Jedes Stück hat eine Botschaft. Ich bin kein Komiker, ich schreibe keine Stücke zum Lachen.
Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
Ich bin jetzt pensioniert, ich mache von morgens um 8 bis abends um 10, 12 Uhr Musik. Ich nehme viel auf in meinem Tonstudio. Momentan sind wir an einer Produktion über die Musik der Beatles, wir wandeln ihre Lieder mit verschiedenen Instrumenten ein bisschen um. Wir versuchen, nur das Wichtigste aus den Liedern herauszukristallisieren. Die CD erscheint dann im April 2010, die Plattentaufe feiern wir an einem Festival in Berlin, danach geht es weiter nach Liverpool. Wir planen gerade die Tournee.