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Diese Virusinfektion wurde, in den 1980-er Jahren, zuerst in den Wellensittichzuchten erkannt. Inzwischen wurden die Erreger aber bei vielen Papageien- und Sitticharten nachgewiesen. Stark betroffen sind heute auch Agaporniden, Aras, Edelpapageien und Halsbandsittiche. Jedoch unterscheiden sich die typischen Verlaufsformen der Krankheit bei diesen Vögeln teilweise beträchtlich gegenüber dem der Wellensittiche. Generell ist der Polyomavirus aber sehr ähnlich wie der Circovirus. Auch hier sind Federveränderungen typisch und die Verlustrate der Tiere ist sehr hoch.
Diese Krankheit tritt sehr oft bei Wellensittichen auf. Die ersten Anzeichen bei der akuten Erkrankung, sind die erhöhten Nestlingssterblichkeiten. Deshalb wird sie oft auch als «Nestlingskrankheit der Wellensittiche» bezeichnet. Beim chronischen Verlauf zeigt sich eine starke Federveränderung, besonders an den Schwanz- und den grossen Flügelfedern. Meist sind die Vögel dann auch flugunfähig. Man nennt diese Vögel oft «Renner» oder «Hopser». Auch Organerkrankungen können zusätzlich beobachtet werden. Diese Krankheit tritt hauptsächlich im Alter von 2 bis 14 Wochen auf. Meist sterben die Vögel innerhalb 24 Stunden ohne besondere Krankheitsanzeichen zu zeigen. Überleben die Vögel diese Infektion, wachsen nach der nächsten Mauser meist normale Federn nach. Deshalb der Name «Französische Mauser». Jedoch sind auch bei erwachsenen Vögeln noch Todesfälle möglich.
Vögel, welche infiziert sind, müssen nicht unbedingt selber daran erkranken. Jedoch geben sie das Virus an andere Vögel weiter. Das Virus wird mit dem Kot ausgeschieden, dem Schnabelsekret und mit Feder- und Hautschuppen weitergegeben. Besonders frisch infizierte Vögel scheiden das Virus aus. Deshalb stellen Nestlinge und junge Vögel die Hauptinfektionsquelle dar.
Eine Diagnose kann durch die Entnahme von veränderten Federn gemacht werden. Auch Blutproben können entnommen werden. Symptomlose Vögel, welche einen positiven Befund hatten, sollten nach drei Monaten nochmals getestet werden. In dieser Zeit sollten infizierte Vögel keinen Kontakt zu anderen Vögeln haben. Das Immunsystem sollte in dieser Zeit gestärkt werden.
Bei einem Auftreten der Erkrankung in einem Bestand sollten für drei bis vier Monate keine weiteren Zuchtversuche unternommen werden. In dieser Zeit sollte ausreichend Kontakt zwischen den Vögeln ermöglicht werden, um eine schnelle Durchseuchung und damit Antikörperbildung zu forcieren. Damit lassen sich zukünftig zumindest akute Erkrankungen und damit Todesfälle, nicht jedoch chronische Erkrankungen, verhindern.
Zum Schutz vor Einschleppung in einen Bestand sollten neu zugekaufte Vögel zunächst in Quarantäne gehalten werden und auf Polyomaviren getestet werden. Zudem sollten Wellensittiche nicht gemeinsam mit anderen Papageien gehalten werden, da letztere häufig Erregerreservoir sind, ohne selbst Krankheitszeichen zu zeigen. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass unauffällige Tiere aus einem Polyoma-Bestand das Virus insbesondere in Stresssituationen wieder ausscheiden.
Wie wird ein Viren-Test gemacht? Lesen Sie hier