Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03620.jsonl.gz/968

Immer mehr Russen sinken in die Armut ab. Nun sind es schon fast 23 Millionen. Ein Grund sind die gegenseitigen Embargos zwischen Moskau und Brüssel.
Der Rubelverfall und die steigende Inflation treibt immer mehr Russen in die Armut. 22,9 Millionen Menschen in Russland lebten im ersten Quartal 2015 unter der Armutsgrenze, wie die nationale Statistikbehörde mitteilte. Dies waren 3,1 Millionen Betroffene mehr als im Vorjahreszeitraum.
Als arm gelten in Russland Menschen mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 9622 Rubel (163 Franken). Im vergangenen Jahr lag diese Grenze noch bei 7688 Rubel, sie wurde aber wegen einer Inflationsrate von bis zu 17 Prozent angehoben.
Sanktionen und Embargo
Russland leidet extrem unter den fallenden Ölpreisen und den Sanktionen, die der Westen im Ukraine-Konflikt verhängt hat. Der Rubel verlor 2014 mehr als 40 Prozent seines Wertes. Die Inflation wurde auch vom Embargo befeuert, das Russland als Reaktion auf die Sanktionen gegen westliche Lebensmittel verhängt hatte.
Einer kürzlich veröffentlichten Statistik zufolge sank das Realeinkommen in Russland wegen der Preissteigerungen im März um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In den vergangenen zwei Monaten schwächte sich die Inflation ab, die Regierung hofft auf eine Rückkehr zum Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr. Für das laufende Jahr erwartet Moskau einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts um drei Prozent.
(sda/chb)