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Tipps für die Durchführung
Die Textauszüge sind dem Buch eines berühmten Gelehrten aus Cordoba, Andalusien (heute spanisch), entnommen, der im Jahr 1029 u.Z. bzw. im Jahr 420 der islamischen Zeitrechnung geboren wurde. Der Gelehrte Said al-Andalusi war für seine Weisheit und sein Wissen berühmt. Für ihn waren Zivilisation und Wissenschaft eng mit der Kenntnis des heiligen Korans verknüpft. Er hat nicht nur die Religion studiert, sondern war auch als Gelehrter der Arabischen Literatur, Medizin, Mathematik, Astronomie und anderer Wissenschaften berühmt.
Zu jener Zeit, das sollte man nicht vergessen, bildeten der Mittelmeerraum und besonders die arabischen Königreiche um das Mittelmeer herum das Zentrum der „Zivilisation“. Im „Norden“, wie Said Nordeuropa nennt, war das Wissen nicht annähernd so fortgeschritten wie in der arabischen Welt, in Persien, China und Indien.
Bei manchen Gruppen müssen Sie den Teilnehmenden vielleicht Einblicke vermitteln, wie Texte kritisch gelesen werden können. Vielleicht sollten Sie darauf verweisen, dass der zweite Text eine Menge über den Autor, sein Aussehen und seine Kultur verrät. Kritisches Lesen bedeutet nicht nur, den Inhalt eines Textes zu verstehen, sondern sich auch Gedanken über den Kontext zu machen, über den/die Autor/in und die Gründe, warum er/sie dies oder jenes schreibt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um einzuschätzen, wie man Texte (Geschichte, Nachrichten, Gedichte, Liedtexte etc.) lesen muss, und sich bewusst zu werden, welche Werte darin vermittelt werden.
Um das Thema Ethnozentrismus einzuführen, könnten Sie deutlich
machen, dass der Autor – an Menschen mit dunkler Hautfarbe und
gelockten Haaren gewöhnt – eine sehr gute Definition des Gegenteils von
dem liefert, was er für „normal“ hält. Wichtig ist, dass die
Teilnehmenden im Verlauf der Diskussion verstehen, dass kulturelle
Unterschiede bestimmte Menschen nicht „besser“ oder „schlechter“ machen
als andere. Weisen Sie darauf hin, dass es schwer ist, andere
vorurteilslos zu bewerten, weil wir unsere eigene kulturelle
Perspektive für die „Norm“ halten. Wer sich jedoch des eigenen
Ethnozentrismus bewusst ist, kann ihn bei anderen leichter erkennen und
wird eher in der Lage sein, mit Menschen anderer Kulturen respektvoller
und erfolgreicher zu kommunizieren.
Am Ende der Übung sollte noch Zeit sein, um weitere Fragen und Gedanken zu diskutieren, die in der Diskussion aufkamen. Sie könnten sich mit Geschichtsunterricht beschäftigen und darüber diskutieren, in welchem Maße wir in Europa über andere Kulturen lernen.
Anmerkung: Die Textauszüge wurden nach der englischsprachigen Ausgabe des Buches „Book of the Categories of Nations – Science in the Medieval World“ von Said al-Andalusi ins Deutsche übersetzt. University of Texas Press, Austin, 1991.