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Dora Koster wurde am 5. Juni 1939 in St. Gallen geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern wuchs sie zwei Jahre lang bei den Grosseltern mütterlicherseits im Elsass auf und wurde danach in der Schweiz durch verschiedene Heime und Fremdfamilien herumgereicht, darunter ins berüchtigte Heim in Steig AI, für dessen damaliges Regime sich die Regierung von Appenzell Innerrhoden 2017 entschuldigt hat. Nach der Volljährigkeit war sie in verschiedenen haushälterischen und pflegerischen Stellen tätig, auch ein halbes Jahr in Paris. Ende der sechziger Jahre wurde sie Sexarbeiterin im Zürcher Niederdorf. 1980 schilderte sie diesen Schweizer Lebenslauf im Buch «Nichts geht mehr. Stationen einer Frau aus dem Milieu» (Unionsverlag), das zu einem grossen Erfolg wurde und Koster im ganzen deutschen Sprachraum bekannt machte.
Mit dieser Publikation stieg Dora Koster aus dem Milieu aus und arbeitete in der Folge als Schriftstellerin und Malerin. Sie veröffentlichte rund zwanzig Romane, Erzähl- und Gedichtbände, in wechselnden Verlagen sowie im Eigenverlag. Von ihrer malerischen Tätigkeit sind rund 130 Gemälde dokumentiert. Sie war eine bekannte, eigenwillige Persönlichkeit im Zürcher Niederdorf, hatte vielfältige Kontakte mit der Schweizer Kulturszene und wirke gelegentlich als Autorin und Schauspielerin beim Zürcher Theater Neumarkt mit. Von der offiziellen Kulturpolitik wurde sie eher auf Distanz gehalten und erhielt nur begrenzte Unterstützung und wenige Auszeichnungen. Am 29. November 2017 ist Dora Koster im Alter von 78 Jahren in Zürich gestorben.