Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03625.jsonl.gz/2690

6. Gesundheitsforum Landquart
Grippe - was können wir tun?
Die Schweizerische Akademie für Medizin und Ethik und die Falknis
Apotheke in Landquart führen das 6. Gesundheitsforum Landquart zum
Thema "Grippe" durch.
Dr. Andreas Schapowal, Hals-Nasen-Ohrenarzt und Allergologe in Landquart
wird über Grippe und ihre schulmedizinische Therapie sprechen. Jeannette
Adank, Apothekerin der Falknis Apotheke Landquart wird über naturheilkundliche
Behandlungsmöglichkeiten berichten.
Akute Atemwegserkrankungen werden zu über 90 % von Viren verursacht,
nur in 8 % von Bakterien. Am häufigsten sind Infekte durch Rhinoviren
(34 %) und Coronaviren (14 %), die meist blande ablaufen. Die "echte"
Grippe wird verursacht durch Influenzaviren (9 %), von denen die Typen
A, B und C sowie zahlreiche Subtypen bekannt sind. Die Übertragung
erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Vor allem bei Typ A gibt es häufig
Epidemien in den Monaten November bis April. Die Inkubationszeit beträgt
1 - 5 Tage. Die Immunität besteht nach der Infektion nur gegen den
Subtyp; wiederholte Infektionen durch neue Subtypen sind möglich.
Der Verlauf der Grippe ist meist leicht. Die typische Grippe geht mit
Kopfschmerzen, Fieber,
Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Husten, Halsschmerzen, Schnupfen
und gastrointestinalen
Beschwerden einher. Komplikation können Entzündungen der Nasennebenhöhlen,
Mittelohren,
Lungen, des Herzbeutels, der Hirnhaut oder des Gehirns sein. Im besonderen
bei älteren und
immungeschwächten Patient(inn)en kann die Erkrankung tödlich
verlaufen.
Meist genügen für die Diagnose die Symptome. Bei diagnostischer
Unsicherheit oder zur
Typenbestimmung bei Epidemien können die Viren direkt im Rachenabstrich
oder in Spülflüssigkeiten sowie im Blut nachgewiesen werden.
Patienten mit Abwehrschwäche oder Herz-Lungen-Erkrankungen sollten
jährlich eine aktive
Grippeschutzimpfung gegen die jeweils aktuellen Subtypen erhalten (z.
B. Inflexal V® von Berna
Biotech). Bei bestehender Grippe ist es in den ersten zwei Tagen, idealerweise
innerhalb von 36
Stunden nach auftreten der Symptome, möglich, die Vermehrung der
Viren zu stoppen. Dies wird
durch Hemmung des Enzyms Neuraminidase in den Viren durch die Medikamente
Tamiflu® von
Roche in Form von Kapseln oder Relenza® von Glaxo Wellcome in Form
von Inhalationen möglich. Sonst bleibt nur die symptomatische Therapie
durch körperliche Schonung, ausreichende
Flüssigkeitszufuhr, bei hohem Fieber oder zur Schmerzbekämpfung
Paracetamol.
In der Naturheilkunde stehen vielfältige Hilfen in der Therapie zur
Verfügung. Für die Grippe-
Prophylaxe gibt es homöopathische Mittel. Im Akutfall besteht neben
dem Einsatz von Hausmitteln
wie z. B. Brustwickel, Inhalationen oder Lindenblütentee auch die
Möglichkeit, je nach
Erscheinungsbild ein individuell bestimmtes Homöopathikum einzusetzen.
Die Akupunktur benutzt bei Erkältungskrankheiten vor allem Punkte
des Magen- und Lungenmeridians.
Um im nächsten Jahr einer erneuten Grippe vorzubeugen, sind Massnahmen
der Abhärtung durch
körperliches Training sowie Warm- und Kältereize (Kneipp´sche
Anwendungen) zur Verbesserung der Konstitution, der physiologischen Regelprozesse
und des Abwehrsystems angezeigt.
Die Vorträge finden am Donnerstag, 12. September 2002, um 19.30 Uhr
im Forum im Ried in
Landquart, Raum Hochwang, statt.