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Unsere Reaktion auf das Erdbeben
Myriam Abord-Hugon, unsere Programmleiterin in Syrien, erläutert die Situation und unsere Reaktion darauf.
Myriam Abord-Hugon, unsere Programmleiterin in Syrien | © M. Abord-Hugon / HI
Was sind die häufigsten Verletzungen, die durch ein Erdbeben verursacht werden?
Die häufigsten Verletzungen, die nach einem so heftigen Erdbeben beobachtet werden, sind Knochenbrüche, Amputationen, offene Wunden oder Quetschungen.
Die Menschen können auch psychische Traumata, Stress oder Angstzuständen erleiden, deren Auslöser der Schock des Erdbebens, die verursachten Zerstörungen, der Verlust von Angehörigen usw. sind.
Was tut unsere Organisation?
Wir sind in der Lage, sowohl eine sofortige Rehabilitationsversorgung für Patienten im Spital als auch eine langfristige Nachsorge für Patienten mit mehrfachen oder komplexen Verletzungen anzubieten.
Unsere Spezialisten befinden sich in den Spitälern, doch unsere Teams beteiligen sich auch an mobilen Einheiten, die sich um bestimmte Gemeinschaften und gefährdete Gruppen kümmern, die keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten haben. Diese mobilen Einheiten bieten ambulante Nachsorge.
Außerdem stellen wir verletzten oder behinderten Menschen Mobilitäts-Hilfsmittel wie Krücken, Rollstühle und Gehhilfen zur Verfügung.
Inwiefern ist Rehabilitation wesentlich?
Die Rehabilitation ist wesentlich, weil sie einer Person hilft, ihre Mobilität wiederzuerlangen und Komplikationen, sowie dauerhafte Behinderungen, zu vermeiden.
Wie ist die aktuelle Lage in Nordsyrien?
Die Lage in Nordsyrien ist aufgrund des seit 12 Jahren andauernden Krieges bereits verheerend. Zahlreiche Menschen wurden durch den Konflikt vertrieben, haben ihr Hab und Gut verloren und sind derzeit von einer schweren Wirtschaftskrise betroffen, welche die gesamte Bevölkerung verarmen lässt.
Viele Spitäler und Gesundheitszentren wurden durch Waffengewalt und Bombenangriffe zerstört oder beschädigt. Das Gesundheitssystem ist insgesamt stark beeinträchtigt und nicht in der Lage, eine solche Notsituation zu bewältigen.
Mit dem Erdbeben vom 6. Februar sind tausende von Menschen obdachlos geworden und haben weder Strom noch sauberes Trinkwasser.
Wie schwierig ist es, in einem solchen Kontext zu helfen?
In einer Konfliktsituation und einer humanitären Krise einzugreifen, ist immer eine Herausforderung. Die Gewalt in der Region hält an; seit Montag kommt es auch zu häufigen Nachbeben, die zusätzliche Schäden und Todesfälle verursachen...
Dieses Erdbeben hat Traumata wiederbelebt, die im Geist der Menschen noch frisch sind, und so hat es die ohnehin schon schwere humanitäre Krise noch tiefgreifend verschärft.