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Weiß das jemand anderes auch? Wenn man den wahren Namen (einer Hexe, eines Dämonen, eines Geistes, eines irgendwas) kennt, so kann man die vollständige Macht über das erhalten, das man mit dem wahren Namen anspricht!? Zumindest war das lange Zeit Volksglaube. Und in bestimmten Völkern ist es so, daß die Stammesangehörigen peinlich genau darauf achten, daß ihr Stammes- oder Krieger- oder Initiationsnamen niemandem bekannt wird; denn auch diese Menschen glauben, daß ein anderer durch Kenntnis dieses Namens die vollständige Macht über sie erlangen kann.
Bei mir ist das mit meinem “wahren Namen”, meinem “richtigen” Vornamen lange Zeit ganz ähnlich gewesen. Als ich begann, mich in einer Subkultur zu bewegen, in welcher die Nutzung eines sogenannten “Safe-Words” angezeigt und üblich ist, gab ich meinem Gegenüber immer zu verstehen, daß dieses Safeword mein richtiger Vorname sein soll. Dessen Nennung holte und holt mich zuverlässig aus allen fremden Welten zurück in die Realität. Seine Reizwirkung ist so groß, daß ich ihn nicht ignorieren kann und innnehalte mit allem, was ich gerade tu. Eine zeitlang war das Aussprechen und Hören dieses Vornamens wie ein Guß kalten Wassers direkt über meinen Kopf, ich fiel bei seiner Benutzung sozusagen in eine Art Schockstarre.
An Emil oder Der Emil bin ich übrigens von Kindertagen her gewöhnt. Diesen Namen erbte ich als Spitzname im Dorf von meinen Vorfahren. Das ist nichts Ungewöhnliches, das ist so üblich, da hat niemand etwas dagegen. Nur ich, ich habe eben irgendwann dieses “Der Emil” als Künstlername genutzt, im Internet bewegte ich mich ab 1989/1990 für lange Zeit ausschließlich unter diesem Pseudonym. Wenn ich mich des Rechten erinnere, so war meine erste GMX-Kundennummer die 4508 und die zugehörige Mailadresse war “Der Emil” seine.
Und dann eben, mit meinem Bleiben in Halle (Saale), wurde “Der Emil” der einzige von mir bekannte Name. Im Verein lag irgendwann einmal eine Einladung zur Mitgliederversammlung mit meinem richtigen Namen herum und alle fragten, wer dieser Kerl da sei, man kenne ihn nämlich nicht im Verein. Und auch in der Subkultur fiel der andere Vorname nur ein einziges Mal. Nur einmal mußte ich etwas Angefangenes stoppen, aber nicht, weil ich zu heftig war. Nein, ich war genau im mir vorgegebenen Rahmen geblieben, aber der Rahmen wurde mir viel zu großzügig gewährt. Beim Essen hätte ich gesagt, daß die Augen größer als der Magen waren. Mein Gegenüber hatte sich selbst gewaltig überschätzt, denn schon in der Aufwärmphase kam nach einigem Gejammer ein gar klägliches “Frank”.
Jede und jeder, die mich hier mit “Frank” anredet, spricht das Safeword aus, signalisiert mir, daß ich etwas falschgemacht habe, gerade jetzt irgendetwas entsetzlich falsch läuft. Oder die- oder derjenige möchte durch das Aussprechen meines wahren Namens vollständige Macht über mich haben. So ist es in meinem Kopf fest verankert.
(Daß ich jetzt und hier davon schrieb, hat zwar einen Anlaß, doch war der nicht von Belang. Und Schuld an dem Dilemma ist außer mir niemand, wirklich niemand. Außerdem ist das doch sowieso alles nur Aberglaube, und in der BDSM-Szene bin ich ja auch nicht mehr unterwegs.)
P.S.: Positiv am 23. Januar 2014 waren die freundliche Mitarbeiterin und meine Überraschung zur Mittagszeit.
Tageskarte 2014-01-24: Acht der Schwerter.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).