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Nach dem Putsch im westafrikanischen Burkina Faso ist die Armee in die Hauptstadt Ouagadougou einmarschiert und hat offenbar mit den Putschisten Verhandlungen über ihre Aufgabe aufgenommen. Der Übergangspräsident begab sich derweil in die französische Botschaft.
Die Truppen seien in der Nacht zum Dienstag eingetroffen, ohne auf Widerstand zu treffen, sagte der Vize-Chef von Burkina Fasos Gendarmerie, Serge Alain Ouédraogo, der Nachrichtenagentur AFP. Nun müsse die Elitetruppe RSP nach ihrem Putsch gegen die Übergangsregierung «ohne einen Schuss, ohne Blutvergiessen» zum Aufgeben bewegt werden.
Die Armeeführung hatte die Putschisten zuvor bereits aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen. Seit dem Staatsstreich in der vergangenen Woche hatte sich die Armee zunächst zurückgehalten. Am Montag hiess es dann in einer von den Chefs mehrerer Armeeverbände unterzeichneten Erklärung, alle Armee-Einheiten seien auf dem Weg nach Ouagadougou, um die Putschisten zu entwaffnen.
Die Putschisten von der Elitetruppe RSP hatten am vergangenen Mittwoch eine Kabinettssitzung im Präsidentenpalast gestürmt und Regierungschef Isaac Zida sowie Interimspräsident Kafando festgenommen. Letzterer wurde später freigelassen. Als neuen Machthaber setzten sie mit General Gilbert Diendéré einen engen Vertrauten des vor knapp einem Jahr vom Volk gestürzten langjährigen Machthabers Blaise Compaorés ein.
Am Montag wurde Übergangspräsident Michel Kafando von der französischen Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou aufgenommen. Das teilte der Botschafter am Montagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. «Ich bestätige mit der Erlaubnis von Präsident Kafando, dass er in Frankreichs Residenz ist», schrieb Gilles Thibault.
Die Krise in Burkina Faso hatte zuletzt die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) auf den Plan gerufen. Ein von den Vermittlern ausgearbeiteter Vorschlag sieht Straffreiheit für die Putschisten und die Wiedereinsetzung von Interimspräsident Kafando vor. Geplant ist ausserdem, dass die bislang für den 11. Oktober angekündigten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den 22. November verschoben werden. Auch eine Regelung, wonach Anhänger des im Oktober 2014 gestürzten langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré bei den Wahlen nicht kandidieren dürfen, soll aufgehoben werden.
Die Protestbewegung Balai Citoyen nannte den Ecowas-Vorschlag «beschämend». Auch Kafando sagte am Montag dem französischen Radiosender RFI, er stehe dem Vermittlungsvorschlag «sehr reserviert» gegenüber. (sda/afp)