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Je billiger die Arbeitskräfte, desto grösser der Profit für Geschäftsleitung, Investorinnen und Investoren. Dies ist einer der Anreize, um die Löhne tief zu halten. Systematisch betrifft dies immer noch die Frauen. Eine andere Massnahme, um Geld zu sparen, ist Kinderarbeit – bis heute eine Realität in vielen Ländern. Regelmässig trifft dieser Vorwurf auch Schweizer Firmen mit Ablegern im Ausland. In der Schweiz ist Kinderarbeit jedoch verboten. Das war nicht immer so.
Solange die Noten nicht leiden …
Die Schweizerische Lehrerzeitung, die Vorgängerin von BILDUNG SCHWEIZ, beschäftigte sich im Oktober 1923 mit Kinderarbeit. Die Lehrpersonen beobachteten damals, wie Arbeit neben der Schule die Entwicklung der Kinder negativ beeinflusste. Eine Erhebung unter 14'000 Schülerinnen und Schülern ergab, dass 3100 neben der Schule arbeiteten – 550 davon zwischen 15 und 35 Stunden pro Woche, einzelne gar mehr. Dieses Pensum bewältigten sie zusätzlich zu 35 Stunden Unterricht und 5 Stunden Hausaufgaben. Gemäss dem Artikel warteten die Lehrpersonen vergeblich darauf, dass die Behörden etwas gegen diese Missstände unternahmen.
Ein Pädagoge wies im Gegenteil sogar darauf hin, dass arbeitende Kinder gleich gute schulische Leistungen wie andere erbringen würden. Dabei ignorierte er jedoch die körperliche und psychische Verfassung der Kinder komplett, wie der Autor des Artikels kritisch hervorhob. Er forderte die Schulbehörden auf, klar Stellung gegen solche nebenschulischen Aktivitäten zu beziehen. Vielleicht hatte er damit einen gewissen Einfluss darauf, dass Kinderarbeit in der Schweiz heute verboten ist.