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1. Man biete einem Wolf im sicheren Kernterritorium (rund um die menschliche Höhle) genügend Essensreste, so dass es sich für ihn lohnt dieses Territorium gegenüber Fremden zu verteidigen, und er in Sicherheit seine Jungen dort grossziehen kann. Man teile mit den Wölfen seine Mahlzeit.
2. Man nehme den zutraulichsten der Wölfe, der sich dem Menschen freiwillig anschliesst mit auf die Jagd, um sich die Arbeit aufzuteilen. Dabei lasse man den Wolf den für den Menschen schwierigen Part des Aufstöberns, Hetzens und des Stellens der Beute übernehmen. Der Mensch erledige das für den Wolf gefährliche Töten des Beutetieres. Man teile seine Mahlzeit mit dem Wolf.
3. Man züchte für unterschiedliche Arbeiten an der Seite des Menschen, die unterschiedlichsten Rassen um die menschlichen Defizite bei den jeweiligen Arbeiten auszugleichen. Man teile seine Mahlzeit mit seinem Mitarbeiter.
4. Man biete immer genau dem Hund ein zu Hause, den man auch für die Erledigung bestimmter Aufgaben benötigt. Man erfreue sich an seinen Talenten, die ihn auszeichnen und für den Menschen wertvoll machen. Man teile seine Mahlzeit mit seinem unersetzlichen Mitarbeiter.
5. Man züchte HausHunde die zum Lifestyle, zur Mode, zum Auto und zum Portemonnaie passen. Man beachte dabei keinerlei phänotypisch und gesundheitlich wichtigen Merkmale, die die Natur vor tausenden Jahren sinnvoller Weise hervorgebracht hat. Man wisse besser wie der HausHund auszusehen habe, damit er verkauft werden kann. Man füttere seinen HausHund aus dem Napf, natürlich nur mit dem besten Industriefutter.
6. Man spreche HausHunden ihre Instinkte und Bedürfnisse ab, da diese störend auf den menschlichen Alltag wirken. Man lasse den Hund einfach Hund sein und ihn sein Leben in Freiheit geniessen. Man füttere den HausHund aus dem Napf, nachdem man selbst gegessen hat.
7. Man wünsche sich ebenfalls arbeitslos zu sein und genügend Freizeit zu haben. Da man doch noch einiges zu tun hat, stimme man mit seinem vollen Terminkalender ab, wann man drei Spaziergänge mit dem HausHund hinbekomme. Man füttere dabei den Arbeitslosen aus der Hand.
8. Man nehme in seinen vollen Terminkalender noch die Termine für die Hundeschule auf, um den Arbeitslosen einzugliedern. Man gönne dem immer noch Erwerbsunfähigen sein Futter aus der Hand und aus dem Napf.
9. Man nehme weitere Zeit- und Geldintensive Einzelstunden beim Hundetrainer seines Vertrauens, um vorhandene Auffälligkeiten im Verhalten des HausHundes endlich abstellen zu können.
10. Man teste die neusten Erziehungshilfen und den nächsten Hundetrainer, um endlich Erfolge zu erzielen und dem Arbeitslosen klar zu machen, dass er es schließlich als HausHund richtig gut hat.
11. Man nehme mehrere Futterbeutel – gehe mit dem zutraulichsten HausHund, der sich dem Menschen freiwillig anschliesst auf die Jagd, um sich die Arbeit aufzuteilen. Man lasse den HausHund den für den Menschen immer noch schwierigen Part des Aufstöberns, Hetzens und Stellens der Beute übernehmen. Der Mensch erledige das nicht mehr ganz so gefährliche Töten der Beute. Man teile seine Mahlzeit aus dem Futterbeutel mit seinem Weggefährten.
12. Man wundere sich, dass ein Leben wie in der Steinzeit heute immer noch funktioniert. Zumindest für den Menschen, der mit einem HausHund zusammenlebt und seine Bedürfnisse ernst nimmt.
Na dann «Mahlzeit»!
Autor und Copyright: Birgit Hammesfahr
Foto: Pixel-mixer
Veröffentlicht mit der Genehmigung der Autorin