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Der italienische Ingenieur, Architekt, Büchsenmacher und Chemiker Vanoccio Biringuccio (1480-1537) war ein Meister des Hüttenwesens und der Schmiedekunst. Er unternahm es, sein Wissen an weite Kreise weiterzugeben und schuf mit Pirotechnia nicht nur das erste Handbuch der Metallurgie, sondern markierte damit in gewisser Weise auch den Anfang der technologischen Literatur überhaupt.
Holzschnitt aus der Pirotechnia von 1558: Glockenlager
Der Praktiker Biringuccio pflegte einen beinahe „modernen“ Zugang zur Alchemie, denn er wies tunlichst allen Aberglauben und jegliche pseudo-Magie von sich. Als Handwerker war er zudem in der Lage, die Prozesse der frühen angewandten Chemie bis in alle Einzelheiten vollumfänglich zu beschreiben.
Als praktisches Handbuch erfreute sich die Pirotechnia grosser Beliebtheit. In einer Zeitspanne von 138 Jahren wurde sie neun Mal neu aufgelegt. Dennoch stand sie vielleicht wegen des unprätentiösen Schreibstils und der unscheinbaren Aufmachung etwas im Schatten von Georgius de Agricolas späteren prachtvollen De re Metallica (1556).
Links:
Die Erstausgabe von 1540 ist für die Ausleihe gesperrt.
Die dritte Ausgabe von 1558 kann in NEBIS bestellt und im Lesesaal Spezialsammlungen konsultiert werden.
Auch die fünfte Ausgabe von 1678 ist in der Sammlung vorhanden.
Schliesslich besitzt die Bibliothek drei Faksimiles: http://opac.nebis.ch/F/?local_base=NEBIS&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=002167472 (ab Erstausgabe, Italienisch)