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Schweiz bei mehrwöchigem Strommangel schlecht dran
Sollte es zu einem mehrwöchigen Strommangel kommen, wäre die Schweiz schlecht gerüstet. Namentlich bei der Kommunikation und der Koordination weisen die Behörden von Bund und Kantonen Defizite auf. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht zur Sicherheitsverbundsübung (SUV) 2014.
Alle Behörden und Organisationen, die mit Sicherheitspolitik zu tun haben, testeten vom 3. bis zum 21. November 2014 in der Übung ihr Krisenmanagement und ihre Zusammenarbeit. Getestet wurde ein monatelanger Strommangel und gleichzeitig eine Grippe-Pandemie.
Vertreter von Bund, Kantonen und Armee präsentierten den Schlussbericht heute Freitag in Interlaken. Ihr Fazit: Bei einem mehrwöchigen Strommangel wäre bereits ein "Funktionieren vieler kritischer Infrastrukturen" nicht gewährleistet, heisst es in dem Bericht. Die heutigen Vorsorgeplanungen seien nicht genügend. Schwerwiegende Mängel ortet der Bericht insbesondere bei der vernetzten Führung und Koordination. Ins Gewicht falle etwa, dass Bund und Kantone nicht über ein integrales Lagebild verfügten. Grundsätzlich genügen würden hingegen Technik und Infrastruktur der Führungsorgane, um die Krise zu bewältigen.
Der Bericht schlägt insgesamt 16 Massnahmen vor, um mögliche Krisenlagen besser zu meistern. Dazu sollen diese Szenarien vermehrt geübt und der Informationsfluss zwischen Bundesstellen und den Kantonen verbessert werden. Unerlässlich sei auch, ein sicheres Datenverbundnetz zu schaffen. Der Bundesrat hat von den Ergebnissen des Berichts Kenntnis genommen und das Verteidigungsdepartement (VBS) beauftragt, die Planung von grossangelegten Übungen zu prüfen. Dies schreibt das VBS in einer Mitteilung vom Donnerstag.
Weitergeführt werden soll auch der Sicherheitsverbund Schweiz (SVS), der geschaffen wurde, um die Krisenarbeit zu verbessern. Der Sicherheitspolitische Bericht 2010 hatte für einen nationalen Ereignisfall Defizite beim Krisenmanagement zwischen Bund, Kantonen und Dritten festgestellt. Deshalb sollte die letztjährige Übung unter anderem klären, ob der SVS mehrere Ereignisse gleichzeitig bewältigen kann, ob Technik und Infrastruktur krisentauglich sind und ob die Verantwortlichkeiten genügend geregelt sind.
Die Bevölkerung merkte weitgehend nichts von der Sicherheitsverbundübung 2014: Weder fuhren Panzer auf, noch gab es Blaulicht oder heulende Sirenen. Stattdessen bestand die Übung aus Stabsarbeit, Diskussionen in Workshops, Arbeitsgruppen und Plenumsveranstaltungen. (sda)