Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03311.jsonl.gz/1603

E.T. trifft auf Batman. Undenkbar? Jein. In dem im Mai erschienen Disney-Film «Chip 'n Dale: Rescue Rangers» ist das Plakat eines Blockbuster-Spektakels zu sehen, das es in der realen Welt wohl leider nie geben wird: «Batman vs. E.T.».
Ein Phänomen der Popkultur
Die Figur E.T. ist also auch nach 40 Jahren Teil der US-Popkultur. Der Ausserirdische hat von Anfang an inspiriert.
«Ich habe gerade einen Freund gefunden ... Aber jetzt, wo er weg musste, höre ich, was er vielleicht sagen könnte», sang Sänger Neil Diamond 1982 in seinem von «E.T.» inspirierten Song «Heartlight». Damit spielte er wohl auf das glühende Herz des Ausserirdischen an.
Auch Michael Jackson war E.T. verfallen. Der King of Pop hat das Hörbuch des Films eingesprochen, zu dem sein Song «Somewhere in the Dark» gehörte. Geweint haben soll Michael Jackson, als er vom (Schein-)Tod von E.T. erzählte.
So ging es damals vielen, die den Film im Kino gesehen hatten.
Worum geht es in «E.T.»?
Ausserirdische verlassen fluchtartig Kalifornien, als geheimnisvolle US-Agenten auftauchen. Aber einer schafft es nicht rechtzeitig zurück ins Raumschiff und bleibt zurück.
Er findet Unterschlupf beim 10-jährigen Eliott und dessen Geschwistern, die von der alleinerziehenden Mutter aufgezogen werden. Zwischen Eliott und E.T. ensteht mehr als Freundschaft. Sie sind miteinander verbunden.
Was E.T. erlebt, erlebt auch Eliott. Einer der amüsantesten Momente: Der Ausserirdische entdeckt Bier, weiss nicht was es ist und trinkt es. Die Folge: Er ist total betrunken. Aber nicht nur er, auch Eliott in der Schule ist auf einmal blau.
Nach vielen Abenteuern schafft es E.T. mit Eliotts Hilfe, seine Fellow-Ausserirdischen zu kontaktieren, den US-Agenten zu entkommen und nach Hause zu fliegen.
Für Steven Spielberg war es ein Film über seine Kindheit, über die Scheidung der Eltern, die sich getrennt hatten, als er 15 oder 16 Jahre alt war. «Ich brauchte einen besonderen Freund und musste meine Vorstellungskraft nutzen, um mich an Orte zu bringen, die sich gut anfühlten», sagte er einmal.
Ein gewaltiger Erfolg
Die Geschichte von der Freundschaft zwischen Menschenkind Eliott und dem Alien E.T., das unbedingt nach Hause will, war 1982 ein riesiger Erfolg. 10.5 Millionen US-Dollar hat der Film gekostet und über 790 Millionen Dollar eingespielt.
Auch Erwachsene strömten in Kino. Dabei hatte Regisseur Steven Spielberg die gar nicht auf der Rechnung. «Als ich ‹E.T.› drehte, dachte ich wirklich, dass ich den Film nicht für alle Menschen auf der Welt, sondern für Kinder machen würde», sagte er Filmkritiker Roger Ebert in einem Interview.
Unvergessen
Der Film schrieb Popkulturgeschichte, weil er anders war. Hollywoods Ausserirdische waren bis dahin meistens eine Bedrohung – E.T. nicht. Er heilte und konnte verstorbene Pflanzen wiederbeleben.
Der Ausserirdischen war eine vielschichtige Figur. Der perfekte Freund, der Heilige, das Wunderwesen in einer Person. Auch wenn es nie eine Fortsetzung gab, obwohl sie kurzzeitig angedacht war, verschwand E.T. nicht aus dem Bewusstsein.
Der Flug von Elliot und E.T. auf dem Fahrrad ist eine der ikonischsten Szenen der letzten 40 Jahre, die bis heute zitiert wird. Der Satz «Nach Hause telefonieren» wurde zum geflügelten Wort.
Cameo in «Star Wars»
Auftritte von E.T. nach 1982 waren selten, aber viel diskutiert. 1999 tauchte E.T. in «Star Wars: The Phantom Menace» auf. Ganz kurz, in einer Szene des Galaktischen Senats, sieht man eine Gruppe seiner Artgenossen. Ob E.T. ein zeitreisender Jedi-Ritter wäre, spekulierten damals Fans im Netz.
2019 gab es dann die Reunion in einem Werbespot, der erzählt wie E.T. auf die Erde zurückkehrt und einen erwachsenen Eliott und seine Familie trifft. Aber es geht nicht nur um die Figur E.T.
«E.T.» als Vorlage
Der Film ist einer der frühen Blockbuster, der mit damals neuartigen Bildern und Effekten eine ganze Generation beeindruckt und geprägt hat. «E.T» wurde zur Blaupause für vieles war, was später kam.
Die Zerstörung eines US-amerikanischen Vorstadtidylls, Familien in der Krise, eine überirdische Bedrohung, Kinder und Jugendliche als Held:innen und ahnungslose Erwachsene, diese typischen Spielberg-Zutaten wurden in den vergangenen 40 Jahren kopiert oder zitiert.
Aktuellstes Beispiel: Die Erfolgsserie «Stranger Things», die diese Ingredienzen gekonnt zusammenkocht, in den 1980er-Jahren spielt und deshalb sogar in Sachen Mode und Musik dicht dran ist.
Das ist das Geheimnis von der Langlebigkleit des Phänomens «E.T.»: Auch da, wo er nicht zu sehen ist, steckt er trotzdem drin.