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Nach der Hypothese der effizienten Märkte, dass also alle Marktteilnehmer vollständig rational und auf der gleichen Informationsbasis agieren, gilt eine Börsenregel wie «Sell in May and go away» als wenig praktikabel.
Es lohnt sich jedoch durchaus, empirische Daten der letzten Jahre über die Verteilung monatlicher Renditen zu betrachten. Über einen Zeitraum von 1988 bis 2010 sind die erzielten Renditen des Swiss Market Index (SMI) im Zeitraum zwischen Mai und September deutlich tiefer als im Zeitraum zwischen Oktober und April, wobei die Monate August und September die schlechtesten Monate sind in Bezug auf die erzielten Renditen.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Keine Regel ohne Ausnahme: Gerade letztes Jahr zeigte sich ein komplett anderes Bild, denn die erzielte Rendite bei einem Investment im SMI im Zeitraum zwischen Anfang Juli und Ende September betrug satte 17%. Laut Studien ist jedoch dieser Kalendereffekt in vielen Ländern und insbesondere in Europa sehr ausgeprägt. Überzeugende Erklärungen für dieses Phänomen gibt es bis heute keine. Einzig das Argument, dass die Volumina tiefer sind während der Sommermonate und die Anleger im Urlaub weilen, könnte die Anomalie erklären.Nun stellt sich für den Anleger die Frage, ob und in welcher Form er auf diese empirischen Beobachtungen reagieren sollte. Vor allem wird manch einer argumentieren: «In diesem Jahr ist alles anders.»
Das gesamte Portefeuille umzustellen, wird sich für einen Privatinvestor als zu teuer herausstellen, wenn die Kosten für die Umschichtungen berücksichtigt werden. Weiter geht es ja nicht nur um den Verkauf, sondern es stellt sich auch die Frage, wann der Investor wieder einsteigen sollte. Das Markttiming immer im richtigen Moment zu erwischen, wird aber kaum einem Investor über längere Zeit gelingen. Dazu kommt, dass die empirischen Daten über einen sehr langen Zeithorizont betrachtet werden und der Anleger über einen kürzeren Zeithorizont erfolgreich handeln möchte. Es gibt jedoch Möglichkeiten, mit einem kleineren Teil des Anlagevolumens von einer Seitwärtsbewegung während der «ruhigeren» Sommermonate zu profitieren. Range Accrual Warrants ermöglichen dem Anleger, von einer ruhigen Börsenphase und von gleichbleibenden Märkten zu profitieren. Dabei akkumulieren solche Warrants an jedem Tag, an welchem der Basiswert innerhalb einer definierten Bandbreite (Range) schliesst, einen im Voraus festgelegten Geldbetrag.
Die Auszahlung des angesammelten Betrages erfolgt am Laufzeitende. Für Tage, an denen der Basiswert ausserhalb der Bandbreite schliesst, wird kein Betrag akkumuliert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Warrants ist der Anleger beim Kauf von Range Accrual Warrants an gleichbleibender oder sinkender Volatilität interessiert. Auch der Zeitwert ist bei dieser Option auf der Seite des Investors, das heisst der Anleger profitiert, solange sich der Basiswert über die Laufzeit hinweg innerhalb des Range bewegt und keine grösseren Kursausschläge aufweist.
Ein Risiko ist starke Bewegung
Das Verhalten im Sekundärmarkt ist einerseits abhängig vom Kurs des Basiswertes und anderseits von den angesammelten Prämien. Das grösste Risiko für den Anleger ist eine starke Bewegung des Basiswertes zu Beginn der Laufzeit und keine Rückkehr in den Range bis zum Verfall, da die bezahlte Prämie in Form des Emissionspreises verloren geht und zu einem Totalverlust führen kann.
Die Höhe des Range in Bezug auf den Emissionspreis ist abhängig von der impliziten Volatilität des Basiswertes. Je höher die erwartete Volatilität während der Laufzeit, desto breiter kann die Bandbreite gewählt werden. Ob man einen Range Accrual Warrant aber bei tiefen oder hohen Volatilitäten erwerben sollte, ist nicht in erster Linie vom absoluten Niveau der Volatilität abhängig, sondern vielmehr davon, ob die erwartete Marktschwankung des Anlegers der impliziten Volatilität entspricht.
Wenn der Anleger eine ruhige Börsenphase während den Sommermonaten erwartet, kann daher ein Engagement in einen Range Accrual Warrant auch bei tiefen impliziten Volatilitäten und des dadurch engeren Range Sinn machen.