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Das von einer politischen und wirtschaftlichen Krise gebeutelte Brasilien wird im laufenden Jahr bei den Staatsausgaben wahrscheinlich eines der höchsten Defizite seiner Geschichte machen. Demnach wird das Primärdefizit - ohne die Zinsen für laufende Kredite und Tilgungskosten - rund 51,8 Milliarden Real (13 Milliarden Franken) betragen.
Das entspricht 0,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts, wie am Dienstag (Ortszeit) vorgelegte neue Berechnungen der Ministerien für Finanzen und Planung vorsehen. Die Wirtschaftsleistung könnte um bis zu 2,8 Prozent zurückgehen, zudem gibt es eine hohe Inflation.
Politik ist mit sich selbst beschäftigt
Die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff hat derzeit enorme Probleme, Reformen und Sparmassnahmen, zum Beispiel bei Gehältern im aufgeblähten Staatsapparat, durch den Kongress zu bringen. Der unter schwerem Korruptionsverdacht stehende Präsident des brasilianischen Abgeordnetenhauses, Eduardo Cunha, bekämpft Rousseff.
Cunha ist ein führender Kopf von Rousseffs grösstem Koalitionspartner, der Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB). Er fühlt sich aber von der Regierung im Stich gelassen - und sucht Verbündete für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die bis 2019 gewählte Rousseff.
Skandal mit Spuren in die Schweiz
Schweizer Behörden haben auf Konten, die ihm zugeordnet werden, mehrere Millionen US-Dollar entdeckt. Der inhaftierte Bauunternehmer Júlio Camargo hatte zuvor ausgesagt, Cunha habe fünf Millionen Dollar Schmiergeld im Zusammenhang mit Aufträgen für den Ölkonzern Petrobras bekommen - Cunha bestreitet das.
(sda/mbü)