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Das Geld, mit dem Jason Calacanis heute in Start-ups investiert, stammt aus einer Zeit, in der Blogs noch Weblogs hiessen. Zusammen mit einem Partner gründete er 2003 das Unternehmen Weblogs, Inc. und verkaufte es nur zwei Jahre später für 25 bis 30 Millionen Dollar an AOL. Seitdem hat Calacanis einige Male einen guten Riecher bei seinen Investitionen bewiesen: Unter anderem steckte er als einer der ersten Anleger Geld in einen kleinen Mobilitätsdienst namens Uber.
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Inzwischen wird Uber mit rund 60 Milliarden Dollar bewertet, Calacanis’ Einsatz hat sich vervielfacht. Auch deshalb hat sein Wort im Silicon Valley Gewicht, wenn der Investor über die Zukunft von Uber spricht. In seinem Podcast «This Week in Start-ups» machte Calacanis nun einen ziemlich spektakulären Vorschlag: «Ich fände es grossartig, wenn Tesla und Uber fusionieren würden.»
Dieser Mann kennt sich aus
Calacanis kennt sich mit beiden Unternehmen aus. Ihm gehört auch das allererste Serienexemplar des Model S von Tesla. Er hatte sich nach eigenen Angaben bei einem Abendessen mit Tesla-Chef Elon Musk unterhalten, der gerade in ziemlichen Geldnöten steckte, weil die zweite Space-X-Rakete explodiert war.
Angeblich hatte Tesla nur noch Geld für zwei Wochen. Er habe dann einen Scheck über 100’000 Dollar ausgestellt und damit zwei Model S bestellt, obwohl die noch gar nicht fertigentwickelt waren. Seitdem gibt es enge Verbindungen.
Nähe zu Musk
Calacanis ist vor allem ein Fan von Musk. Der soll nach seiner Vorstellung die Geschicke des fusionierten Unternehmens führen, während der umstritttene Uber-Gründer Travis Kalanick lediglich im Hintergrund aus dem Aufsichtsrat agieren könnte. «Wenn man diese beiden Unternehmen fusioniert, hat man einen grossartigen CEO und ein grossartiges Mitglied im Verwaltungsrat mit Travis», sagte Calacanis. «Diese beiden Unternehmen zusammen würden jeden im Transport-Sektor schlagen.»
Denn der Investor sieht die beiden Unternehmen als grosse Konkurrenten der Zukunft, wenn sie nicht fusionieren sollten. Sowohl Uber als auch Tesla setzen auf die Entwicklung des selbstfahrenden Autos und könnten künftig ihr Geld mit dem Betrieb autonomer Fahrzeugflotten verdienen. «Sie sind auf Kollisionskurs», sagt Calacanis und fordert unmissverständlich: «Fusioniert jetzt!»
Das Model 3 kommt bald
Der US-Elektroautobauer Tesla startet kommenden Freitag mit der Produktion seines ersten Mittelklassefahrzeugs. Mit dem Model 3 will Tesla den Massenmarkt erobern.
In seinen Augen würden sich die Stärken beider Firmen perfekt ergänzen: Uber habe bereits in vielen Städten einen grossen Marktanteil, es würde Tesla daher schwerfallen mit seinen eigenen Fahrzeugen in all diesen Ballungsräumen selbst eine kritische Masse an Kunden für selbstfahrende Autos zu gewinnen – zumal die Produktionskapazitäten begrenzt seien. Umgekehrt brauche Uber selbstfahrende Autos und nicht nur eine App, die Fahrten vermittelt. Die selbst zu entwickeln würde «viel Zeit und Aufwand» kosten, die Lösung sei daher, einen Autobauer zu kaufen.
Kein mehrheitsfähiger Vorschlag
Zwar seien auch Bündnisse mit anderen Herstellern wie General Motors (GM) möglich, doch besonders gut würden nach Calacanis’ Meinung Uber und Tesla zusammenpassen. Dass diese Position unter den übrigen Anlegern mehrheitsfähig ist, darf allerdings massiv bezweifelt werden. Vor allem Tesla würde sich durch eine Fusion mit Uber erhebliche Probleme ins Unternehmen holen.
Derzeit tobt bei Uber nicht nur ein Machtkampf zwischen dem Grossinvestor Benchmark und Gründer Kalanick, in dessen Verlauf Kalanick bereits als CEO zurücktreten musste. Der Mobilitätsdienst hat auch Schwierigkeiten mit der Führungs- und Unternehmenskultur und ist in einen Rechtsstreit mit der Google-Tochter Waymo verwickelt, die Uber vorwirft, ihre Technik fürs autonome Fahren gestohlen zu haben.
Uber-Chef Kalanick tritt zurück
Uber-Chef Travis Kalanick ist nach einer Serie von Skandalen zurückgetreten. Wegen Sexismusvorwürfen und Diskriminierung bei dem Fahrdienst-Vermittler hätten die Investoren massiven Druck auf ihn ausgeübt.
Unterdessen läuft es für Tesla ziemlich gut: Die Produktion des ersten Mittelklassemodells Model 3 ist angelaufen, Musk ist mit seiner Vision eines Elektroautos für den Massenmarkt derzeit im Plan. Allerdings hat Calacanis recht, wenn er anmerkt, dass aus den beiden Start-ups in Zukunft Konkurrenten werden dürften. Wenn sich bewahrheitet, dass es künftig weniger um den Verkauf von Autos, sondern um die Vermittlung von Mobilität geht, wären Tesla und Uber im selben Geschäft tätig.
Unterwegs im Elektroauto: Eine Testfahrt im Tesla X: