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Trauer und Leichtigkeit
Sie liegen im selben Spitalzimmer. Der weisse Klinikbesitzer und Milliardär Edward Cole und der schwarze Automechaniker Carter Chambers. Beide wissen, dass sie todkrank sind und nicht mehr lange leben. Edward beschliesst kurz zuvor, dass es in seinem Krankenhaus ausschliesslich Zweierzimmer gibt. Er will keine Ausnahmen,
Die beiden sprechen wenige miteinander. Als dem stillen Carter ein Notizzettel unter’s Bett fällt, liest ihn Edward auf. «Was ist das?», will er wissen. «Ich hatte einen Philosophieprofessor, als ich mein Studium begann – ich musste es später abbrechen, weil meine Frau schwanger wurde. Er liess uns im ersten Semester eine Löffelliste schreiben. Da kommen Wünsche drauf, die wir uns erfüllen wollen, bevor wir den Löffel abgeben. Doch jetzt ist es wohl zu spät für mich.» Die beiden freunden sich an. Sie schreiben die Löffelliste weiter und brechen auf, um alles zu erleben, was auf der Liste steht.
Los gehts
Sie fahren Autorennen, gehen auf Safari, springen mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug und sitzen auf Steinen vor den ägyptischen Pyramiden. «Die alten Ägypter hatten eine schöne Vorstellung vom Tod,» erklärt Carter. «Wenn ihre Seelen an die Himmelspforte kam, stellten die Götter ihnen zwei Fragen. Die Antworten entschieden darüber, ob sie eingelassen wurden oder nicht.» Edward wird ungeduldig: «Nun sag schon, wie waren die Fragen?»
«Die erste Frage war:
- ist es dir gelungen Freude im Leben zu finden?
Die zweite Frage:
- hat dein Leben anderen Freude gebracht?»
Beide erleben in der kurzen Zeit, am Ende ihres Lebens so viel Leichtigkeit. Sie hatten nichts mehr zu verlieren haben.
Den Löffel abgeben
Vielleicht zum Teil etwas unrealistisch, doch ist der Film absolut sehenswerter. Im Englischen ist «kick the Bucket» gleichbedeutend wie bei uns «Den Löffel abgeben», wenn wir sterben müssen.
The Bucket list/Das Beste kommt zum Schluss. Jack Nicolson als Edward Cole und Morgan Freeman als Carter Chambers. Beide spielen ihre Rollen fantastisch. https://youtu.be/lDWa2nVPrQ0
Carter und Edward trauern, weil sie nicht mehr lange leben und erleben gleichzeitig viel Leichtigkeit.
Zu gesund für eine Löffelliste?
Als ich kürzlich erwähnte, dass ich dieses Jahr mehrere Dinge von meiner Löffelliste streichen kann, fragte mich eine Bekannte: «Bist du nicht zu jung für eine Löffelliste?»
Weshalb sollen wir warten, bis wir krank oder alt sind, um Wünsche und Träume aufzuschreiben und zu leben. Die Todesanzeigen in der Zeitung, sind die meistgelesene Rubrik. Hatten diese Menschen Zeit um ihre Träume zu leben? Verschieben wir nicht alles auf später: «Wenn ich pensioniert bin, dann kaufe ich ein Museumsabonnement oder gehe wandern etc.»
Und so geht’s
Nimm dir Zeit und setze dich an einen ruhigen Ort. Schreibe 100 – oder auch weniger Dinge auf, die du erleben willst. Alles ist erlaubt, ohne daran zu denken, ob es möglich ist oder nicht.
Was genau ist es, wovon du vielleicht schon lange träumst?
Meine Löffelliste
Meine eigene Löffelliste (jedenfalls die ersten 12 Punkte), mache ich hier öffentlich, obwohl sie persönlich und ein bisschen verrückt ist.
Leichtigkeit erleben mit der Löffelliste
- Ein Konzert in der Elbphilharmonie in Hamburg
- Tandemfallschirmspringen
- Öfter Inlineskaten
- Eine Woche von Ort zu Ort wandern
- Etwas Grosses entwickeln, das vielen Menschen Leichtigkeit bringt
- Trauerreden halten
- Eine Netlix Serie schauen
- Eine Woche offline sein
- Meine PC Dateien und Bilder ordnen
- Mit dem Camper nach Norwegen fahren
- Mit Delphinen schwimmen
- Per E-Bike auf die Herzroute
- Und so weiter
Was kann ich diese Woche oder diesen Monat umsetzen?
Zurück zum Film. Edwards Punkt «Das schönste Girl auf der Welt küssen», konnte er kurz vor seinem Tod von der Liste streichen. Es war der Moment, als er sich mit seiner Tochter versöhnte und seine Enkelin küsste.
Wie sieht deine Löffelliste aus? Ich freue mich auf deinen Kommentar – oder deine Mail