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|Geschichte
in Kürze

|Samstagern ist ein selbständig herangewachsenes Dorf mit einer eigenen Geschichte.

Sein Name wurde nach heutiger Kenntnis erstmals in einem Grundprotokoll im Jahre 1659 erwähnt. Er stand damals jedoch lediglich für ein Grundstück. 1687 fand sich eine Eintragung „uff der Sambstageren“ und 1773 „auf der Samstageren“. Das Gebiet gehörte im Laufe der Jahrhunderte zu folgenden übergeordneten Verwaltungseinheiten:

Bis
1287 Grundherrschaft der Freiherren von
Wädenswil
1287–1549
Johanniterkomturei Wädenswil
1550–1798
Landvogtei Wädenswil im Stadtstaat Zürich
1798–1803
Helvetischer Distrikt Horgen
1803–1813
Grossbezirk Horgen der Mediationszeit
1814–1830
Oberamt Wädenswil
seit
1831 Politische Gemeinde Richterswil im
Bezirk Horgen

Seit der Reformation schwelten in der Eidgenossenschaft die Gegensätze zwischen den katholischen und den reformierten Gebieten. In der Zeit des 1. und des 2. Villmergerkrieges (1655/56 und 1712) kam es wiederholt zu kriegerischen Eskalationen an der Südostgrenze des Standes Zürich.
Aus jener Zeit haben sich verschiedene Befestigungen, sog. Schanzen, im Gelände erhalten. Bei diesen Verteidigungsanlagen an strategisch bedeutsamen Stellen handelt es sich um einfache Erdwerke mit Wall und Graben, die durch Holzverschläge, Hecken und Stauden zusätzlich verstärkt waren. Am besten erhalten ist die Sternenschanze bei Samstagern.
|Name

|Auf der Karte von Johannes Gyger aus dem Jahr 1667 existiert Samstagern noch nicht,. Damals lag hier die Erlen-Allmend der Allmendgenossenschaft, der weite Gebiete im Richterswilerberg gehörten. Die Erlen-Allmend bestand hauptsächlich aus Weiden, Riedland, Gestrüpp und erratischen Blöcken. Alte, knorrige Eichen umgaben dieses Gebiet. Zur Herbstzeit spendeten diese Bäume eine Unmenge von Eicheln, die von den Bewohnern der einzelnen Höfe eingesammelt und als Schweinefutter verwendet wurden. Im Jahre 1568 wurde eine erste Allmendordnung aufgestellt. Sie sollte endlosen Streitigkeiten ein Ende bereiten und die Nutzung der Allmend in geordnete Bahnen leiten. Damals wurde auch folgende Vereinbarung getroffen: „Die Eichellese ist nur an Samstagen von einer Betzeitglocke zur anderen gestattet.“ Bald gab man der Eichellese die Bezeichnung „go samstagere“. Als dann mit der Zeit – nach 1700 – das heutige Strassendörfchen entstand, nannte man es eventuell in Verbindung mit jenem Brauch Samstagern.“

Quelle: Peter Ziegler, „Samstagern“, Verlag Stutz+Co. AG, Wädenswil 1988
|Entwicklung

|Bis in die 50er Jahre ist Samstagern ein durchwegs landwirtschaftlich genutztes Gebiet geblieben. Erst mit dem direkten Autobahnanschluss im Jahre 1966 ist Samstagern ins Magnetfeld der Agglomeration Zürich gerückt. Seither hat seine Bevölkerung sprunghaft zugenommen.

Die einst bäuerliche Siedlung Samstagern wandelt sich im Eiltempo. Ein neues Dorfbild, eine neue Dorfgemeinschaft, die zu mehr als einem Fünftel angewachsen ist, hat zum Teil ihre eigenen Bedürfnisse und Probleme.
Um diese nach Aussen zu vertreten hat sich im Jahr 1995 der Verein „Forum Samstagern“ gegründet.

Bevölkerung

1900
66 EinwohnerInnen
1949 (nur Gebiet
Station, ohne Aussenquartiere)
197 EinwohnerInnen
1950 (inkl.
Aussenquartiere)
801 EinwohnerInnen
1980
1313 EinwohnerInnen
2000
2395 EinwohnerInnen
2003
2374 EinwohnerInnen
2008
2851 EinwohnerInnen
|SOB

|Mai 1877
- Eröffnung der Bahnlinie Wädenswil-Einsiedeln. Lokomotiven wie Rollmaterial wurden bei der Schweizerischen Nordostbahn und der Üetlibergbahn ausgeliehen.

1878 - Schaffung eines eigenen Wagenparks mit Hilfe des Klosters Einsiedeln
1891 - In Betriebnahme der Strecke Rapperswil-Goldau. Damit entwickelt sich Samstagern zu einem eigentlichen Bahnknotenpunkt
1928 -
Eröffnung einer grosse SOB-Werkstatt.
2002 - Zusammenschluss der Bodensee-Toggenburg-Bahn und der Schweizerischen Südostbahn in die Schweizerische Südostbahn AG, kurz Südostbahn, mit Sitz in St. Gallen. Die Werkstätte in Samstagern gewinnt an Bedeutung.
Weitere Infos unter www.sob.ch
Anfragen an die Bahnstation Samstagern bei <email-pii>
|Busbetrieb

|Seit 1972 verkehrt ein öffentlicher Bus zwischen Richterswil und Samstagern. Die Oberstufen-schülerschar macht seit Eröffnung dieser Buslinie stets von diesem Angebot Gebrauch, da die gesamte Oberstufe in Richterswil unterrichtet wird. Mit dem Zürcher Verkehrsverbund, ZVV, konnten die Busfrequenzen stetig, jedoch langsam ausgebaut werden. Der Betrieb wird von „Busbetriebe Bamert GmbH, Wollerau“
geführt www.bamertbus.ch.

Seit dem Jahr 2003 verkehrt der Bus meist im Halbstundentakt und neu bis in die Nacht hinein, was das Angebot sehr attraktiv macht.