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„Warum schweigen gute Menschen zum 11. September?“
Teil 8: Gehirnforschung 1 - Strukturen und Vorstellungen
von Frances T. Shure
Übersetzung Andreas Bertram-Weiss
Studien legen es nahe, dass einige Menschen (gewöhnlich jene, die sich als konservativ sehen) eine Gehirnstruktur haben, die es ihnen erschwert, Zweideutigkeiten, Konflikte oder neue Ideen auszuhalten, die ihrer Weltsicht widersprechen.
Andere Menschen dagegen (normalerweise bezeichnen jene sich als liberal) finden es leichter, neue soziale, wissenschaftliche oder religiöse Ideen zu akzeptieren .[1]
Eine dieser Untersuchungen erbrachte die Entdeckung eines „liberalen Gens“, das mit einem Persönlichkeitstypus verbunden ist, der den Impetus besitzt, neue Erfahrungen zu machen.[2] Könnte dies teilweise für die Tatsache stehen, dass 2.5% der Menschen aufgeschlossener gegenüber neuen Ideen sind? (Vgl. die Studie zur Verbreitung von Neuerungen in Teil 2).
Vielleicht.
Wir sollten jedoch keine voreiligen Schlüsse aus diesen Studien ziehen. Ein Neuling in der Bewegung für die Wahrheit von 9/11 mag annehmen, dass es sich um eine liberale Bewegung handelt, aber was wir durch Beobachtungen oder Umfragen herausfinden, ist nicht die ganze Wahrheit.
So sprechen der Physiker und ehemalige Republikaner Steven Jones, der Architekt und „Reagan-Republikaner“ Richard Gage (Mitglied des American Institute of Architects, AIA) und der Wirtschaftler Paul Craig Roberts (Assistenzsekretär im Finanzministerium unter Reagan) mutig und offen über die 9/11-Beweise, die dem offiziellen heiligen Mythos widersprechen.
Eine Zogby-Umfrage vom August 2004 ergab, dass fast die Hälfte der Bewohner von New York City und 41% der Bewohner des Staates New York glaubten, einige der Führungspersonen hätten im Voraus gewusst, dass die Angriffe an oder um den 11. September 2001 geplant worden waren, und dass sie bewusst es unterlassen hätten, etwas dagegen zu unternehmen. Bei diesen Prozentzahlen waren fast 30% Republikaner und 38% beschrieben sich als „sehr konservativ“.[3] Die 9/11-Truth-Bewegung umfasst somit das ganze politische Spektrum.
In seinem Artikel „Warum dumme Vorstellungen nicht sterben“ argumentiert der Psychologe Gregory W. Lester, die Primärfunktion des Gehirns sei das Überleben, und dies übernimmt die Priorität vor allen anderen Funktionen des Gehirns.
Vorstellungen sind Landkarten der Realität, die uns helfen, unsere Welt zu bewältigen, wenn sensorische Daten fehlen.
Tatsächlich sind Vorstellungen gemacht, um unabhängig von sensorischen Daten handeln zu können. „Der ganze Überlebenswert von Vorstellungen“, so Lester, „ist auf ihrer Fähigkeit gegründet, auch angesichts des Beweises ihrer Falschheit zu bestehen.“[4]
Wenn Sie z. B. Ihren Wagen in der Garage parken und in Ihr Haus gehen, dann behalten Sie die Vorstellung, dass Ihr Auto in der Garage sicher ist, selbst wenn Sie den Wagen nicht sehen können. Sie brauchen nicht hinzugehen und ihn alle fünf Minuten zu kontrollieren. Das ist ein deutlicher Überlebensvorteil, denn Sie können Ihre Zeit mit anderen Dingen verbringen, wie z. B. Ihr Abendessen einnehmen.
Das obige Beispiel ist ziemlich einfach, aber Lester zufolge trifft die Dynamik des Gehirns in gleicher Weise auf Paradigmenwechsel von Vorstellungen zu. Deshalb war es für die Menschen trotz vorliegender Gegenbeweise zur offiziellen Version des 11. September (also dass, wie unsere Regierungen uns erzählten, 19 Muslime uns angegriffen hätten, weil sie „unsere Freiheit hassten“), normal, auf einer Denkweise zu beharren, in der sie diese offizielle Version
akzeptierten, zumal sie darin von den Medien bestärkt wurden, die sich nicht um die Gegenbeweise scherten.
Unsere Gehirne haben eine Neigung, „Fakten“ zu akzeptieren, die von Autoritäten überbracht werden. Diese „Fakten“ wiederum werden zu unseren Vorstellungen von Realität.
Im Fall des 11. September wird die offizielle Geschichte zu unserem heiligen Mythos, der erklärt, warum es einen unendlichen globalen Krieg gegen Terror gibt und warum wir unsere Freiheiten aufgeben müssen, um sicher zu sein.
Wenn wir Informationen erhalten, die dieser Weltsicht widersprechen, reagiert das Gehirn mit Angst, weil es fühlt, dass das Überleben auf dem Spiel steht. Es ist voraussehbar, dass viele von uns sich abwehrend und feindselig verhalten, wenn Skeptiker/innen unsere Vorstellung mit widersprechenden Fakten in Frage stellen - auch wenn es nur ganz einfache sind.
So stellt es Lester dar:
„Vorstellungen entwickeln sich nicht individuell oder in einem Vakuum. Sie sind in einem fest ineinandergreifenden System aufeinander bezogen, das die grundlegende Sicht des Gehirns auf das Wesen der Welt erschafft. Es ist dieses System, auf das sich das Gehirn verlässt, um Beständigkeit, Kontrolle, Kohäsion und Sicherheit in der Welt zu erfahren. Es muss dieses System intakt halten, um zu fühlen, dass Überleben gerade erfolgreich gewährleistet ist. ... Der Versuch, eine einzige Vorstellung zu verändern, kann - gleich wie klein oder dumm sie erscheinen mag - wie eine zerstörerische Welle durch das ganze System laufen und schliesslich die Überlebenserfahrung des Gehirns bedrohen.“[5]
Wir können diese Feststellung auf alle Versuche übertragen, Menschen über Dinge aufzuklären, die ihrer Weltsicht widersprechen. Jedoch trifft sie insbesondere auf den 11. September zu - dies zeigt die starke Wirkung, die der widersprechende Beweis in diesem Fall hervorruft.
Das Bewusstsein kann nur ein kleines Stück weit für eine anscheinend belanglose Information wie etwa diejenige geöffnet werden, dass der Bürgermeister von San Francisco, Willie Brown, acht Stunden vor den Ereignissen des 11. September 2001 davor gewarnt worden war, nach New York zu fliegen [6].
Diese Information kann sich wellenartig durch das ganze System der Vorstellungen bewegen, was an diesem schicksalhaften Tag geschah, so dass es den eigenen Sinn für Kontrolle und Kohäsion bedroht.
Wie können die Anwälte der Wahrheit effektiver darin werden, anderen dabei zu helfen, die anderslautende Information, was wirklich an 9/11 geschah, aufzunehmen?
Lester macht einige Vorschläge, wie die Weltsicht hinterfragt werden kann.
Dazu gehört folgender:
„Skeptiker/innen sollten es lernen, nicht nur immer das besondere Thema zu diskutieren, das durch die Ergebnisse angesprochen wird, sondern auch die Folgen, die ein Wechsel der damit verbundenen Vorstellungen für die grundlegende Weltsicht und das Glaubenssystem der betroffenen Einzelnen haben wird. Unglücklicherweise ist die Aufgabe, das Glaubenssystem anzusprechen, viel komplizierter und Furch einflössender als die, den widersprechenden Beweis vorzulegen. …
Diese Aufgabe ist in jedem Stück ebenso philosophisch und psychologisch wie sie wissenschaftlich und datenbasiert ist. …
Es ist völlig normal, sich in solchen Situationen zu verteidigen. …
Es ist ein Kampf ums Überleben. Der einzige effektive Weg, um mit dieser Art von Verteidigungshaltung umzugehen, ist es, das Gefecht zu deeskalieren anstatt es zu befeuern. …
Skeptiker/innen werden den Krieg um vernünftige Vorstellungen nur dann gewinnen, wenn sie gerade auch angesichts von Antworten anderer, die ihre alte Weltsich erbittert verteidigen, ein Verhalten an den Tag zu legen, das stets würdevoll und taktvoll ist und mit Respekt und Weisheit kommuniziert.
Um die Daten laut sprechen zu lassen, müssen Skeptiker/innen immer vom Schreien absehen.“[7]
Während es entscheidend ist, exakte Daten zu präsentieren, ist es in gleicher Weise wichtig, darin versiert zu sein, Menschen zu verstehen und eine Beziehung zu ihnen herzustellen, wenn ihre Weltvorstellungen erschüttert worden sind. Wenn wir uns an jene wenden, die die offizielle Erzählung über den 11. September glauben, dann wird die Aufgabe der Skeptiker/innen dieser Erzählung so sehr psychologisch sein, wie sie faktenorientiert ist.
In diesem Aufsatz haben wir untersucht, warum einige Menschen eine gegensätzliche Information über 9/11 hören, sich darauf einstellen und dann aktiv werden, während andere sich - manchmal vehement - zur Wehr setzen. Für jene von uns, die sich darauf einstellen und aktiv werden, hat Lester einige ermutigende Worte:
„Es sollte tröstlich für alle Skeptiker sein, sich daran zu erinnern, dass der wirklich erstaunliche Teil von alledem nicht der ist, dass so wenige Vorstellungen sich verändern oder dass Menschen so irrational sind, sondern dass überhaupt irgendjemandes Vorstellung sich irgendwie verändert. Die Fähigkeit von Skeptikern, ihre eigenen Vorstellungen - als Antwort auf Fakten - zu verändern, ist eine wahre Gabe. Sie ist eine einzigartige, machtvolle und wertvolle Fähigkeit.
Es ist wirklich eine ,höhere’ Gehirnfunktion, die sich gegen einige der natürlichsten und fundamentalsten biologischen Antriebe regt. Skeptiker müssen die Kraft und, wahrlich, die Gefährlichkeit dieser ihnen verliehenen Fähigkeit wertschätzen. Sie verfügen über eine Gabe, die beängstigend, lebensverändernd und in der Lage ist, Schmerz zu verursachen. Um diese Fähigkeit anderen zugutekommen zu lassen, sollten sie sie vorsichtig und weise einsetzen. Herausfordernde Vorstellungen sollten immer mit Sorgsamkeit und Mitgefühl verbreitet werden.“[8]
Lester rät Skeptiker/innen weise, ihr Ziel fest ins Auge zu fassen und die Langfristigkeit ihrer Aufgabe zu sehen. Das Mitgefühl wird wahrscheinlich zunehmen, wenn wir ein tieferes Verständnis sowohl für uns selbst als auch für andere gewinnen, wie wir in einigen der folgenden Teile dieser Reihe sehen werden.
Andere Forscher berichten, dass „es ein Aufflackern von Aktivität im Lustzentrum des Gehirns gibt, wenn eine unwillkommene Information zurückgewiesen wird.“[9]
Dies würde bedeuten, dass die zerebralen Lustzentren einer Person, die fühlt, dass sie unsere 9/11-Beweise von erfolgreich zurückweist, stimuliert werden.
Und dies alleine deutet auf eine Herausforderung für Skeptiker in der Grössenordnung einer Bergtour!
Weiter mit Teil 9: Gehirnforschung 2
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Anmerkungen:
[1] Denise Gellene, „Study Finds Left-wing Brain, Right-wing Brain,“ LA Times (September 10, 2007), http://www.latimes.com/news/obituaries/la-sci-politics10sep10,0,2687256.story;
über diese Studie wurde im Journal Nature Neuroscience berichtet.
[2] Amie Ninh, „Liberal vs. Conservative: Does the Difference Lie in the Brain?“ Time Magazine (April 8, 2011), http://healthland.time.com/2011/04/08/liberal-vs-conservative-does-the-difference-lie-in-the-brain/; über diese Studie wurde in der Ausgabe vom 7. April von Current Biology berichtet.
[4] Gregory W. Lester, „Why Bad Beliefs Don't Die,“ The Skeptical Inquirer 24, no. 6 (November/December 2000); http://www.csicop.org/si/show/why_bad_beliefs_dont_die/.
[6] Nafeez Mossaddeq Ahmed, The War on Freedom: How and Why America Was Attacked, September 11, 2001 (Tree of Life Publications, 2002), 124. Original Quelle: Philip Martier, “Willie Brown got low-key early warning about air travel”, San Francisco Chronicle, Sept. 12, 2001.
[9] Benedict Carey, “A Shocker: Partisan Thought Is Unconscious,” New York Times (January 24, 2006); http://www.nytimes.com/2006/01/24/science/24find.html?_r=0.