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,,You are only as old as your Spine’’ – Chinesisches Sprichwort
Unsere Wirbelsäule ist die wohl wichtigste und gleichzeitig komplexeste Struktur unseres Körpers. Doch wie sieht die eigentlich aus? Wie funktionieren die einzelnen Abschnitte? Und wie weit kann man sie strapazieren? Auf diese Fragen gehen wir im heutigen Post ein. Um die grobe Funktionsweise zu klären, müssen wir uns erst bewusst machen, wie die Wirbelsäule überhaupt aufgebaut ist.
Die gesamte Wirbelsäule besteht aus 24 Wirbelkörpern, welche über 23 Bandscheiben miteinander verbunden sind und folgt dabei einer sogenannten Doppel-S Form: Das bedeutet, sie sieht von der Seite betrachtet so aus als hätte man 2-mal den Buchstaben S übereinander geschrieben.
Die Basis des Ganzen bilden unsere Sakralwirbel, auch Steisswirbel genannt. Je nach Mensch, variiert die Anzahl dieser zwischen 3 und 5. Diese sind besonders fest verwachsen, solider gebaut und bilden zusammen mit den 5 Lendenwirbeln das Grundgerüst und die Basis der Wirbelsäule. Generell sehen nicht alle Wirbel gleich aus, je weiter wir in der Wirbelsäule Richtung Kopf wandern desto filigraner werden die Gelenke und Wirbelkörper. Nach dem gebeugten Steissbein und der gestreckten Lendenwirbelsäule, folgt die wiederum gebeugte Brustwirbelsäule (à Doppel-S Form) welche mit 12 Wirbelkörpern mit Abstand am meisten besitzt, da diese als Ankerpunkte für unsere 12 Rippenpaare fungieren. Den obersten Teil bildet nun die Halswirbelsäule, welche aus 7 Wirbelkörpern besteht, wobei der erste und der zweite eine Besonderheit haben: Der erste Wirbel besitzt eigentlich gar keinen festen Wirbelkörper, sondern besteht nur aus zweit filigranen Bögen welche als Auflagefläche für den Schädel dienen. Der zweite Halswirbel besitzt zusätzlich zu seinem grundlegenden Aufbau auch noch einen ,,Zahn’’ auf dem der erste Halswirbel rotieren kann.
Da wir nun die grobe Beschaffenheit geklärt haben, kommen wir zu den Funktionen der Wirbelsäule: Sie schützt unser Rückenmark (dies leitet Informationen aus unserem Gehirn an den Körper und vom Körper zurück in das Gehirn), sie federt Belastungen durch ihre Doppel-S Form ab (man stelle sich eine Feder vor) und sie ermöglicht dem Menschen seine Bewegungsvielfalt durch ihre Rotationsfähigkeit und hohe Anzahl an Gelenken.
Ein besonderes Merkmal ist auch die Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit der Wirbelsäule. Entgegen herkömmlicher Auffassung man solle die Wirbelsäule nicht schwer belasten und eher schonen, ist auch dies wie so oft eine Frage der Dosis. Ganz besonders die Wirbelsäule profitiert nämlich von regelmässiger, subjektiv schwerer Belastung, um die Belastungstoleranz der Bandscheiben und Wirbelkörper hochzuhalten. Diese erhalten besonders viel Nährstoffe je öfter Druck und Zugreize verschiedenster Art auf sie wirken.
Dazu ein Beispiel: Am Morgen seid ihr grösser als abends, weil sich die Bandscheiben über Nacht mit Flüssigkeit füllen, welche den Tag davor durch die Schwerkraft herausgepresst wurde. Genau der Gleiche Prozess findet bei Bewegung in kleinerer Form immer und immer wieder statt. Die Bandscheiben verlieren ähnlich wie ein Schwamm bei Belastung etwas Flüssigkeit und nehmen diese bei Entlastung auch wieder auf. Durch diesen Prozess gelangen Nährstoffe in die Bandscheiben und umliegenden Strukturen und halten alles adäquat versorgt. Macht man sich dies zu nutzen, kann man mit regelmässiger Bewegung und Belastung die Wirbelsäule extrem stark, beweglich und widerstandfähig machen. Dabei braucht der Körper nach der Belastung nur genügend Ruhezeit, um auch die passenden Adaptationen vorzunehmen. (à Blogpost Training)
Geschieht dieser Vorgang allerdings in die andere Richtung (wenig Bewegung, statisches Halten der immergleichen Position oder Haltung, repititives Überschreiten der Belastungstoleranz, um nur ein paar Beispiele zu nennen) kann die Wirbelsäule auch an Belastbarkeit verlieren. Das heisst, so etwas wie eine Fehlhaltung ist subjektiv, die Wirbelsäule ist für Bewegung gemacht und wenn ihr Schmerzen in der immergleichen Position entwickelt, dann kann es sein, dass euer Körper euch nur darauf aufmerksam machen möchte die Position auch mal zu wechseln. All dies versuchen wir zu betonen, indem wir euch in der Physiotherapie viel bewegen lassen und euch auch mal das ein oder andere Gewicht aufladen. Natürlich müsst ihr nicht wie die obigen Bilder in die zugehörigen Extreme gehen aber sich davon eine Scheibe abzuschneiden, sodass es für eure persönlichen Anforderungen reicht, ist sicherlich keine schlechte Idee.
Falls ihr zu dem Thema weitere Fragen habt, freuen wir uns jederzeit, wenn ihr per Inbox oder in der Praxis auf uns zukommt!