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Dolch mit kurzer, zungenartiger, zweischneidiger Klinge und bauchigem Griff. Knauf- und Parierbalken sind halbmondförmig zueinander gebogen. In der hölzernen oder ledernen Scheide wurden manchmal Messerchen und Pfriem aufbewahrt. Die Bezeichnung S. stammt aus der Zeit um 1500, als der Dolch eine sehr beliebte Feldwaffe der Eidgenossen war. Bildl. Darstellungen sind von Urs Graf dem Älteren, Niklaus Manuel und Hans Holbein dem Jüngeren überliefert. Nach 1550 wandelte sich der S. zu einer Zierwaffe und einem Statussymbol der Oberschicht. Scheide und Griff wurden meistens aus vergoldetem Metall kunstvoll gestaltet und oft mit Szenen der bibl., antiken oder eidg. Geschichte geschmückt. Um 1600 verschwand der S. Weltweit sind etwa 150 S.e im Stil des späten 16. Jh. bekannt, davon sind mehr als die Hälfte Imitationen oder Fälschungen des 19. Jh. Der S. diente als Vorlage für den Offiziersdolch, der 1943 in der Schweizer Armee eingeführt wurde.
Literatur
– H. Schneider, Der S., 1977
– F. Egger, Der S. mit dem Gleichnis des verlorenen Sohnes, 2001
– F. Egger, «Der S. - von der Waffe zum Symbol», in Waffen- und Kostümkunde, 2007, H. 2, 99-115
Autorin/Autor: Franz Egger