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Wenn man eine Kosmetikmarke zur Queen ernennen müsste, dann wäre das wohl L’Oréal. Der französische Konzern ist momentan der grösste Kosmetikhersteller der Welt. Angefangen hat aber alles in einem kleinen Geschäft und mit einer revolutionären Haarfarbe. Der Pariser Eugène Schueller hat mit Chemikalien experimentiert, um eine ungefährliche Haarfarbe-Tinktur zu erfinden. 1909 verkaufte er dann die ersten Exemplare. Die hellblonde Farbe erhielt den Namen «Auréole», was so viel wie «Heiligenschein» bedeutet. Daraus leitete sich schliesslich der Name L’Oréal ab. Von Jahr zu Jahr wurden es immer mehr Produkte. Heute sind sie in diverse Markenlinien, wie etwa Garnier oder Lancôme, unterteilt und werden in über 130 Ländern verkauft.
An alle Schminkfans da draussen: Tuscht euch eifrig die Wimpern für den Bruder von Mabel Williams. Ohne ihn würden wir uns nämlich immer noch mit einer nassen Bürste und trockener Kohle die Wimpern färben. Aber für seine Schwester erfand Tom Lyle Williams 1913 die erste pastenartige Mascara – auf der Basis von Vaseline. Zwei Jahre später gründete er in Chicago die Firma «Maybell Laboratories». Im Verlaufe der Zeit kamen viele weitere Produkte hinzu und die Firma wurde immer grösser. Das Unternehmen wurde schliesslich zu «Maybelline» umbenannt und gehört seit 1996 zum L’Oréal-Konzern.
Die Geschichte von Gillette beginnt mit einem Mann, der es leid war, für jede Rasur den Gang zum Herrenfriseur anzutreten. King Camp Gillette war als amerikanischer Handelsreisender stets viel unterwegs und wollte einen Weg finden, sich überall rasieren zu können. Daher erfand er 1901 einen Rasierhobel mit einer Klinge, die man austauschen konnte: Die Einwegrasierklinge war geboren. Während des Ersten Weltkriegs wurde sie zum Verkaufsschlager und fand ihren Weg nach Europa. Allein im Jahr 1917 wurden hier über 36 Millionen Klingen verkauft.
Als kleines Mädchen sah Josephine Esther Mentzer, genannt «Estée», ihrem Onkel gerne dabei zu, wenn er in seiner Apotheke Cremes und Salben zusammenmischte. Diese Faszination war der Ursprung für ihren beruflichen Werdegang. Die Amerikanerin arbeitete sich aus einfachen Verhältnissen hoch und gründete 1946 in New York das Unternehmen Estée Lauder. Sich selbst gab die Gründerin ebendiesen Namen und blieb bis ins stolze Alter von 90 Jahren in ihrer Firma tätig. Vom «Time-Magazine» wurde sie als einzige Frau unter die erfolgreichsten Geschäftsleute des 20. Jahrhunderts gewählt. Zu Estée Lauder gehören heute mehr als 25 Marken, darunter auch MAC und Clinique.
Bevor man überhaupt die erste Hautcreme erfinden konnte, musste jemand zuerst «Eucerit» entdecken. Denn erst mit dem Emulgator war es möglich, endlich die unmischbaren Elemente Wasser und Öl miteinander zu vermengen. Erfunden wurde Eucerit 1911 vom Chemiker Isaac Lifschütz, der sich noch im selben Jahr in Hamburg mit dem Apotheker Dr. Oscar Troplowitz zusammenschloss. Die beiden mischten die erste kosmetische Creme zusammen. Aufgrund ihrer weissen Farbe erhielt sie den Namen «Nivea» – abgeleitet von «nivis», was auf Lateinisch «Schnee» bedeutet. Heute, 111 Jahre später, wird sie immer noch in den unverkennbar blauen Dosen verkauft – und nebenbei natürlich auch viele andere Produkte, beispielsweise der ebenso blaue Labello.
Das Unternehmen Christian Dior wurde 1946 vom gleichnamigen Pariser Modeschöpfer gegründet. Bereits im ersten Jahr konnten grosse Erfolge gefeiert werden. Dior wendete sich mit seiner ersten Kollektion von der sparsamen sowie zweckmässigen Mode der Kriegsjahre ab und kreierte figurbetonte Kleider und schwingende Röcke. Die Leute waren begeistert – ebenfalls von «Miss Dior», dem ersten Parfum, das 1947 erschien. Und die Begeisterung ging nie zurück: Mit seinen vielseitigen Begabungen eroberte Dior auch die Kosmetikwelt. Seit den Nullerjahren tritt das Unternehmen vermehrt nur noch mit dem gekürzten Namen Dior auf und erzielt Umsätze in Milliardenhöhe. 2021 waren es stolze 64 Milliarden Euro.