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Das «Bauchgefühl» ist bei psychiatrischen Patienten nicht mit ihrem Bewegungsverhalten assoziiert
Bei Forschenden setzte sich in den letzten Jahren die Einsicht durch, dass bei gesunden Personen das Bewegungsverhalten nicht nur über explizite Einstellungen zum Bewegungsverhalten gesteuert wird, sondern dass auch implizite Faktoren bzw. automatisierte Evaluationen (also quasi das Bauchgefühl) mit dem Bewegungsverhalten im Zusammenhang stehen. Mit der Dual Mode Theory kann erklärt werden, weshalb es Menschen trotz positiver Einstellung gegenüber Bewegung und Sport Schwierigkeiten bereitet, im Alltag ausreichend körperlich aktiv zu sein bzw. ein Trainingsprogramm zu initiieren oder aufrechtzuerhalten.
Im Rahmen dieser Studie (Kooperation mit Forschenden der Universität Potsdam und drei psychiatrischen Kliniken in der Schweiz) wurde erstmals mit einer Stichprobe psychiatrischer Patienten getestet, inwiefern automatische Evaluationen auch bei Personen mit psychischen Störungen mit dem Bewegungsverhalten zusammenhängen. Insgesamt liessen sich die erwarteten Zusammenhänge nicht feststellen. Da es sich um die erste Studie mit psychiatrischen Patienten handelt, sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich. Eine mögliche Erklärung für die Nullbefunde kann sein, dass in unserer Studie Patienten in stationärer Behandlung untersucht wurden, und sich das Bewegungsverhalten in diesem Setting von demjenigen im natürlichen/privaten Kontext unterscheidet.
Die detaillierten Befunde sind in der Fachzeitschrift „Mental Health and Physical Activity“ nachzulesen:
Gerber, M., Ehrbar, J., Brand, R., Antoniewicz, F., Brand, S., Colledge, F., Donath, L., Egger, S.T., Hatzinger, M., Holsboer-Trachsler, E., Imboden, C., Schweinfurth, N., Vetter, S., & Ludyga, S. (2018). Implicit attitudes towards exercise and physical activity behaviour among in-patients with psychiatric disorders. Mental Health and Physical Activity, 15, 71-77.