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1. Die Schweiz besitzt eine direkte Demokratie
Die Demokratie der Schweiz ist einzigartig. Die Schweiz hat nicht die anderswo dominierende repräsentative Demokratie, sondern besitzt einen demokratischen Prozess, bei dem jeder in der Gesellschaft einen demokratischen Wandel herbeiführen kann. Die Schweizer Bürger können entweder ihre eigene Gesetzgebung vorschlagen (eine Initiative, bei der es 100.000 Unterschriften bedarf) oder sich für die Ablehnung einer bereits vom Parlament verabschiedeten Gesetzgebung einsetzen (Referendum mit 50.000 Unterschriften binnen 100 Tagen). In den letzten Jahren hat dies zu gesunden nationalen Debatten über das Allgemeine Grundeinkommen, die Agrarpolitik – und ja – die Überholung des Bankensystems geführt.
Die Schweiz ist leidenschaftlich an der Dezentralisierung interessiert. Die Bundesverfassung von 1848 legt die Kompetenzen des Bundes und der Kantone fest. Die Kantone wiederum definieren die Kompetenzen ihrer Kommunen. Die Kompetenzen werden dem Bund, den Kantonen und den Kommunen in Übereinstimmung mit dem Subsidiaritätsprinzip zugewiesen. Der Bund übernimmt wiederum nur Aufgaben, die die Kantone nicht erfüllen können oder bei denen eine einheitliche Regelung auf Bundesebene erforderlich ist. Nach dem Subsidiaritätsprinzip sollte nichts auf einer höheren Ebene getan werden, was eigentlich auf niedrigerer Ebene erledigt werden kann. In anderen Worten: Die Zentralisierung wird auf ein Minimum reduziert.
Was haben aber dieses demokratische Ethos und eine Abneigung gegenüber der Zentralisierung mit der Kryptoökonomie zu tun? Kryptovermögen ist von Natur aus dezentralisiert. Seine gesamte Daseinsberechtigung besteht darin, Vermittler auszuschliessen, und Transaktionen sowie Transfers ohne Zustimmung von institutionellen Behörden zu ermöglichen.
Und das politische System der Schweiz ist von Natur aus dezentralisiert. Statt die Meinungen der Öffentlichkeit durch Politiker zu vermitteln, haben die Bürger direkten Einfluss auf die Zukunft ihres Landes. Statt Aufgaben an eine zentrale Behörde zu delegieren, bleiben die Kompetenzen in den Händen der Kommunen, die nur „nach Bedarf“ an eine höhere Autorität delegieren.
Dieses Gefühl von direkter Demokratie und dezentralisierter Autonomie hat dazu geführt, dass die Adaption von Kryptowährungen in der Schweizer Bevölkerung an Bedeutung gewonnen hat.
2. Die Schweiz hat das erklärte Ziel, die weltweit erste „Krypto-Nation“ zu werden
Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat erklärt, dass die Schweiz binnen fünf Jahren zur weltweit ersten „Krypto-Nation“ werden soll. Die Finanzmarktaufsicht FINMA hat bereits einen Leitfaden zur Unterstützung von ICOs veröffentlicht, während andere Länder nach wie vor gegen Kryptowährungen vorgehen. FINMA hat kürzlich die erste Vermögensverwaltungslizenz für ein Kryptowährungsunternehmen erteilt – ein mögliches weiteres Signal, dass man sich an das aufstrebende schweizerische Krypto-Ökosystem anpasst.
Diese Einstellung überrascht nicht. Die Schweiz verfügt praktisch über keine Rohstoffe – und ihre wirtschaftliche Entwicklung und ihr Erfolg beruhen auf einer innovativen Einstellung, sich offen gegenüber neuen Technologien zu zeigen und diese zu unterstützen. Hiermit will man die historische chronische Abwesenheit kompensieren.
3. Der Kanton Zug ist das „Crypto Valley“
Die grösste Ironie von digitalen Unternehmen ist, dass sie sich noch immer in physikalischen Taschen entwickeln. Die geografische Nähe und das reale Netzwerk bleiben der Puls der Innovation.
In der Schweiz findet sich das Crypto Valley – ein Gebiet, dass die schweizerische Stadt Zug und den Grossraum Zürich umfasst. In Zug befinden sich zahlreiche bedeutende globale Cluster wie der Rohstoffhandel (jeder dritte Dollar wird in Zug gehandelt), Biotech und Pharma, Family Offices und Hedgefonds sowie Handels- und Sportunternehmen.
Crypto Valley ist die Heimat vieler grosser Player im Bereich Kryptowährungen – einschliesslich Ethereum, das zweitgrösste Kryptovermögen nach der Marktkapitalisierung. Diese Konzentration der Kryptoindustrie hat die Akzeptanz von Krypto- und Blockchaintechnologien zu einer Priorität für die Schweizer Behörden gemacht – ebenso wie das Silicon Valley die Technik zur Priorität der Behörden San Franciscos gemacht hat.
Eine derart konzentrierte Innovation ist Nährboden für Erfolg, lädt zum Investieren ein und erzeugt Steuereinnahmen. Abgesehen von der kulturellen Prädisposition für die demokratische Natur von Kryptowährungen gibt es einen greifbaren Steueranreiz, der die florierende Kryptobranche inmitten der Gebirgslandschaften ermöglicht.
Als solches unterstützt die lokale Regierung die Zahlung von Steuern in Bitcoin, etabliert ein Ethereum-basiertes ID-System und ermöglicht sogar eine blockchainbasierte Kommunalwahl.
Das Ergebnis sind rund 600 Blockchain-Unternehmen mit Sitz in Zug, von denen fünf als „Unicorns“ bezeichnet werden – sogenannte Einhörner, Start-ups mit einem Marktwert von mehr als einer Milliarde USD.
4. Die Schweiz wird nicht von der Krypto-Ökonomie bedroht
Alles in allem verfügt die Schweiz über eine stabile Wirtschaft, die nicht von der Entstehung der Blockchain- und Krypto-Ökonomie bedroht ist. Die schweizerische Nationalbank hält sich weiterhin zurück, den Schweizer Franken – als eine der stärksten Währungen der letzten 30 Jahre – weiterhin zu stärken.
Die Schweiz war das letzte Land, das den Goldstandard aufgegeben hat. Bis 1999 musste die Notenausgabe (durch die Zentralbank) in der Schweiz (bis 1997 bis zu 40 % und bis ins Jahr 1999 bis zu 25 %) durch Gold und kurzfristige Geldpapiere gedeckt werden, was die Schweiz zum letzten Land macht, das den Goldstandard ganze 28 Jahre, nachdem Nixon den Dollar eingeführt hat, offiziell aufgegeben hat.
Die Zurückhaltung der Schweiz, ihre Währung von einer physischen Ware zu entkoppeln, ist ein weiterer Ausdruck des rohen demokratischen Geistes der Schweiz – in den Augen der Bürger ein Ausdruck der Zurückhaltung, zentralisierte Behörden die Geldpolitik bei einem völligen Fehlen einer objektiven Referenz wie der des Goldes führen zu lassen.
Die Schweiz ist traditionell ein Land mit niedrigen Zinsen, sehr geringer Inflation und so gut wie keiner Staatsverschuldung. Es gibt nur eine geringe Kapitalflucht. Die schweizerische Landesbilanz steht im starken Kontrast zu den massiven Schulden anderer Wirtschaftsmächte. In den meisten Fällen sind die Länder mit einer negativen Einstellung gegenüber der Krypto-Ökonomie wirtschaftlich nicht so stark.
5. Die Schweiz kann auf eine erfolgreiche Vermögensschutzbilanz von mehreren Jahrhunderten zurückblicken
Wenn es um den Vermögensschutz ihrer Bürger geht, dann kann die Schweiz eine lange Tradition nachweisen. Da Kryptoanlagen eine mögliche Rückkehr zu einem rohstoffwährungsähnlichen Geldsystem darstellen, ist es verständlich, dass die Behörden bestrebt wären, sich als Vorkämpfer einer neuen Kryptoökonomie zu positionieren – sollte sie Mainstream werden.
Darüber hinaus bevorzugt die Schweiz das Universalbanking, was unserer Ansicht nach wichtig für die Kryptoentwicklung ist.
Eine universelle Bankinglizenz ermöglicht es Finanzinstitutionen, alle Tätigkeiten auszuüben, die man von einer Bank erwarten kann – Transaktionsbanking, Depotlagerung und -vertrieb, Vermögensverwaltung, Unternehmensfinanzaktivitäten usw.
Im Gegensatz dazu erhalten die Banken vieler anderer Länder – wie beispielsweise den USA – lediglich die Erlaubnis zum Erwerb von Lizenzen für bestimmte Funktionen. In vielen dieser Fälle wurden diese Vorschriften nach dem Finanzcrash von 2008 erlassen, um die Exposition der Kunden mit risikobehafteten Investitionsentscheidungen zu begrenzen.
Zweifelsohne ist das Universalbanking sicherer, da es den Banken erlaubt, ihre Bestände zu diversifizieren und somit das Risiko zu mindern. Es braucht also auch in der Schwei eine Universalbank welche Alles anbietet. Von traditionellem Banking bis hin zu Services im Bereich der Kryptowährungen.
Ohne eine vollständig lizenzierte und überwachte Kryptobank werden institutionelle Geldmittel niemals in den Kryptoraum fliessen. Ohne institutionelle Geldmittel wird Kryptowährung niemals Mainstream werden.