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Vor über 900 Jahren erbaut, wurde die ehemalige Burg und das spätere Augustinerkloster zu Beginn des 15. Jahrhunderts zum Kartäuserkloster umgebaut. In den 14 Klausen, die sich rund um den Kreuzgang des Klosters reihen, lebten die Mönche bis 1848 in strenger Abgeschiedenheit.
Verfügbarkeit
Gutscheine von Ferien im Baudenkmal können in diesem Baudenkmal nicht eingelöst werden. Der Mitgliederrabatt ist gültig.
Beschreibung & Geschichte
- Historische Aufnahme der Mönchsklause
- Victor Fehr und seine Frau Marie Fehr-Gsell auf der Treppe des Priorats, zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Ittingen hat eine lange und bewegte Geschichte. Die erste Erwähnung stammt aus dem 9. Jahrhundert: Ittingen war damals Sitz der Adelsfamilie der Herren von Ittingen. Die Letzten des Geschlechts bauten um 1150 ihren Sitz in ein Kloster um, das die Ordensregel der Augustiner-Chorherren annahm. 1461 wurde die Klosteranlage vom Kartäuserorden übernommen, der die Geschicke des Ortes für annähernd 400 Jahre prägte.
In den verschiedenen Phasen der Auflösung von Klöstern, von der Reformation über die Französische Revolution bis zu den schweizerischen Klosteranlagen häufig in Privatbesitz oder wurden durch die Öffentlichkeit umgenutzt. Die neuen Nutzungen führten oft zu einschneidenden Veränderungen oder gar zur totalen Zerstörung der Anlagen.
In Ittingen liegt der Glücksfall vor, dass nicht nur grosse Teile der Anlage erhalten geblieben sind, sondern auch die landwirtschaftlich geprägte Umgebung der ehemaligen klösterlichen Eigengüter. Nach der Auflösung des Klosters wurde die Anlage im Jahr 1867 vom jungen St. Galler Unternehmersohn Victor Fehr (1846–1938) erworben. Er diversifizierte die Wirtschaft in Ittingen: Weinbau, Ackerbau, Vieh- und Milchwirtschaft mit Butterproduktion waren die wichtigsten Zweige.
Victor Fehr war bis zu seinem Tod im Betrieb engagiert und übergab die Leitung seinem Sohn Edmund Fehr (1883–1965). Im Jahr 1977 wurde zwecks der Erhaltung der Klosteranlage und der Bewirtschaftung der umliegenden Ländereien die Stiftung Kartause Ittingen gegründet, die es bis heute vielfältig nutzt. Durch die Rettung und die nachhaltig erfolgreiche Neubelebung wurde die Kartause Ittingen zum Modellfall in der schweizerischen Denkmalpflege.
Die Mönchsklause befindet sich im Besitz der Stiftung Kartause Ittingen und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
Baukulturelle Besonderheiten
Der Kartäuserorden ist ein Schweige- und rein kontemplativer Orden, dessen Regeln von besonderer Strenge geprägt sind. Die Kartäusermönche sind Einsiedler in der Gemeinschaft: Sie verbringen einen grossen Teil ihrer Zeit allein in ihrer Zelle in Arbeit, Andacht und Gebet. Unterbrochen wird die Einsamkeit an Wochentagen nur dreimal am Tag für den Gottesdienst, sonntags zudem für das gemeinsame Mittagsmahl und anschliessendem Spaziergang mit den Ordensbrüdern. Das eremitische Ideal der Kartäuser kommt in der architektonischen Besonderheit ihrer Klosteranlagen zum Ausdruck. Das äussere Merkmal einer Kartause ist der grosse Kreuzgang, um den die Mönchszellen in Form einzelner Häuschen mit eigenem, ummauerten Garten angeordnet sind.
Auch in der Kartause Ittingen wohnte der Kartäuser allein wie ein Einsiedler, arbeitete, pflegte seinen (Kräuter-)Garten, der von Meter hohen Mauern von der Aussenwelt und den benachbarten Gärten abgeschirmt war, und hielt sich an die strengen Regeln des Klosters. Die Mönchszellen selbst bestanden aus nur drei Räumen: einer Werkstatt, einem Wohn- sowie einem Gebetsraum. Der Zugang vom grossen Kreuzgang her führte in den Raum, der als Werkstatt diente. Einen Teil des Tages widmete der Kartäuser der manuellen Arbeit; so sägte und spaltete er das Brennholz für seinen Ofen selber. Auch ging er in seiner Freizeit handwerklichen Tätigkeiten nach. Entsprechend war die Werkstatt beispielsweise mit einer Hobelbank, einem Webstuhl oder einer Buchpresse ausgestattet.
Von der Werkstatt aus gelangte man in den Wohnraum der Mönchszelle, der mit einem Kachelofen beheizt wurde. Hier studierte, schrieb und ass der Mönch. Ein weiterer, kleinerer Raum diente als Andachtsbereich. Als Raumtrennung zwischen diesen beiden Räumen befand sich ein Kastenbett, das von beiden Räumen aus zugänglich war. Diese geschlossene Schlafstelle hatte ihre Vorzüge vor allem im Winter, da sie die Wärme besser halten konnte.
Im Museumsbereich des Klosters können heute zwei restaurierte Mönchsklausen besichtigt werden, in denen die bescheidenen Lebensverhältnisse der Mönche nachgestellt werden. Auch die prunkvolle Klosterkirche sowie das Refektorium oder der Kapitelsaal sind einen Besuch wert.
- Ittingen 1743 – Federzeichnung aquarelliert von Pater Josephus Wech, ehemaliger Procurator der Kartause Ittingen
Informationen zum Ferienhaus
Im ehemaligen Kloster, wo von 1461 bis 1848 Kartäuser Mönche lebten, bietet die Kartause Ittingen ein einmaliges Ferienerlebnis an: Für die Stiftung Ferien im Baudenkmal wurde eines der 14 Mönchshäuschen sanft renoviert, um das klösterliche Leben spür- und erlebbar zu machen. Die bewusste Reduktion des Interieurs erinnert an das einsame, stille Leben der Kartäuser Mönche und schafft den wahren Luxus der Ruhe und Rückzugsmöglichkeit.
Die Mönchsklause ist für ein bis zwei Personen geeignet und ausgestattet mit einem Schlafzimmer mit Doppelbett (1,60m), einem Wohnzimmer, einer Kochnische, einem grossen Essraum mit Kachelofen sowie Dusche und WC. Ein eigenes kleines Gärtchen vor der Klause lädt zum Verweilen ein. Das reichhaltige Frühstück mit vielen Produkten aus dem eigenen Gutsbetrieb geniessen Sie im Hotelrestaurant.
Die Mönchsklause ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 2
Zimmer: 1 Doppelzimmer
Saison: Juli bis Oktober
Kurzferien: Auf Anfrage
Höhe: 480 m ü. M.
Haustiere: nicht erlaubt
ÖV: Die Kartause Ittingen ist ausgezeichnet mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Mit der Bahn bis Frauenfeld und dann mit dem Postauto (Kurs 819) direkt zur Kartause Ittingen.
Parkplatz: Auf dem Areal des Klosters befinden sich gratis Parkplätze für Feriengäste
Aussenbereich: Das Haus verfügt über einen grossen Garten. Ein Gartentisch mit Stühlen ist vorhanden
WLAN: Ist vorhanden
Heizung: Zentralheizung (Elektrospeicheröfen)
Ofen / Cheminée: Kachelofen in der Stube wird nur an kalten Tagen beheizt
Extras: Die Mönchsklause ist ein Ort der Ruhe. Umgeben von hohen Hecken bietet sie viel Privatsphäre. Gleichzeitig ist sie aber auch Teil der Klosteranlage, die unter anderem ein Museum und ein Restaurant umfasst, die täglich viele Besucher empfangen.
Gutscheine von Ferien im Baudenkmal können in diesem Baudenkmal nicht eingelöst werden. Der Mitgliederrabatt ist gültig.
Lage
Lage
Die Kartause Ittingen liegt auf einer kleinen, grünen Anhöhe in Warth bei Frauenfeld TG, unweit vom Bodensee. Nur 44 km von Zürich, 15 km von Winterthur sowie 55 km von St. Gallen entfernt, ist sie gut erreichbar und doch fern jeder Hektik. Eingebettet in die idyllische Thurlandschaft, umgeben von eigenen Rebbergen, Obst und dem Ittinger Wald, finden sich hier prachtvolle Gärten mit 1000 Rosenstöcken und viele wundervolle Ecken zum Entdecken und Geniessen.
Ausflüge
Neben Ruhe und Erholung bietet die Kartause Ittingen ein vielfältiges Angebot für Natur- und Kulturliebhaber, Aktive und Geniesser. Als Ausflug lohnt sich eine Fahrt auf klostereigenen Fahrrädern zum nahegelegenen Nussbaumersee, wenn Sie möchten mit einem reich bestückten Ittinger Picknickkorb. Oder schlendern Sie durch die einzigartigen Rebberge, Blumen- und Kräutergärten des Klosters und geniessen Sie anschliessend ein köstliches Mittag- oder Abendessen im Klosterrestaurant mit einem kühlen Glas Ittinger Bier.
Kultur im Kloster
Die Klosteranlage Ittingen bietet eine grosse Auswahl an Kunst- und Kulturerlebnissen. Als Feriengast der Mönchsklause befinden Sie sich nur wenige Schritte vom Kunstmuseum Thurgau entfernt, in dem zeitgenössische Werke von internationalen KünstlerInnen ausgestellt werden. Der Eintritt in das Ittinger Museum und Kunstmuseum Thurgau ist für die Feriengäste gratis.
Kammermusik der Extraklasse bieten nebst den bekannten Ittinger Pfingstkonzerten die Ittinger Sonntagskonzerte mit fünf Konzerten während des Winterhalbjahres mit erstklassigen Solisten und Ensembles.