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Dieses Programm beruht auf der Idee eines Austausches zwischen Brieffreunden. Der Dialog beginnt mit einer E-Mail von John Canciani an Oleksiy Radynski (ukrainischer Filmemacher, Autor und Aktivist), die eine Filmempfehlung und seine Gedanken dazu enthält. Radynski wiederum reagiert mit einer Nachricht und einem Filmtipp. Es entsteht ein pingpongartiges Gespräch, sowohl per E-Mail als auch im Filmprogramm. Dieses Experiment zeigt auf, dass ein Filmprogramm ebenso intuitiv wie kollaborativ entstehen kann.
2007 wurde Daya Cahen als einzige Aussenstehende zum Nashi-Sommerlager zugelassen, wo sie den täglichen Aktivitäten der von Wladimir Putin gegründeten Jugendbewegung beiwohnte. Sie zeigt ihre mit zwei Kameras gefilmten Eindrücke in einer Doppelprojektion. 10'000 russische Jungen und Mädchen bereiten sich auf eine glorreiche Zukunft vor: Es sind die künftigen Manager und Politikerinnen der Nation, die für eine globale Führungsposition im 21. Jahrhunderts bestimmt ist.
2015 arbeitete Hito Steyerl mit der IT-Firma Program Ace aus Charkiw zusammen. Die entstandene Dreikanal-Video-Installation «The Tower» widmet sich militärischen Simulationstechniken im Kontext der kriegsgefährdeten ostukrainischen Grossstadt. Im Zuge der jüngsten russischen Invasion der Ukraine kommt Steyerl 2022 auf ihr Werk zurück, um sich einige der übersehenen Aspekte des Krieges näher anzuschauen.
«Die Armee beauftragte mich, einen offiziellen Militärfilm zu drehen. Statt dessen machte ich einen mit der Aussage «make love not war». Das Militär zerhackte ihn buchstäblich mit der Axt, aber ich habe eine Kopie gerettet.» – Karpo Godina
Der Kurzfilm ist nicht einfach ein kürzerer Film. Er ist eine eigene Kunstform, die wir mit unserem Festival jährlich in den Fokus stellen.
Der Kurzfilm erscheint in allen Genres und kann unterschiedlich lang – oder eben kurz – sein. Einfachere Produktionswege machen es ihm möglich, den Zeitgeist und Strömungen rasch einzufangen und abzubilden. Der kurze Film kann unterhalten, überraschen, die Gesellschaft analysieren, eine politische Haltung einnehmen oder Einblick in uns fremde Welten geben.
Wir bündeln unsere Kurzfilme in thematischen Programmen oder nach bestimmten Sektionen, wie z.B. unsere Wettbewerbe, und stimmen die Filme und Reihenfolge aufeinander ab. Für den Kurzfilmgenuss gibt es somit nur eine Voraussetzung: die Neugierde, Neues zu entdecken und sich überraschen zu lassen.
Das Festival
Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur sind das bedeutendste Kurzfilmfestival der Schweiz. Jeden November verwandeln wir die Stadt Winterthur für sechs Tage in eine Kurzfilmmetropole.
An den Kurzfilmtagen gibt es für alle etwas zu entdecken: Wir zeigen sorgfältig zusammengestellte Kurzfilmprogramme zu aktuellen Geschehnissen oder zu Themen, die unseren Kurator:innen unter den Nägeln brennen. Die Wettbewerbsblöcke fühlen den Puls des aktuellen, weltweiten Filmschaffens und die Installationen, Performances und weiteren Specials machen audiovisuelle Formen in ihrer ganzen Vielfalt erlebbar. Ein Rahmenprogramm mit Konzerten, Lesungen und mehr erweitert das Festivalerlebnis.
Das Programm der 27. Internationalen Kurzfilmtage Winterthur, die vom 7.–12. November 2023 stattfinden, wird am 18. Oktober veröffentlicht. Der Vorverkauf startet an ebendiesem Datum online und an der Tourist Information Bahnhof Winterthur.