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Ab 1996/97 stellt der EIE ein Frauenteam in der höchsten Leistungsklasse
Frauenpower erfasst den EIE
Noch trägt eine aufgestellte Schar junger Frauen das Dress des EHC Bülach. Noch ! An der kommenden Generalversammlung 1996 werden die hockeybegeisterten Idealistinnen geschlossen zum EHC Illnau- Effretikon (EIE) übertreten. Der EIE wird im Fraueneishockey plötzlich in der höchsten Spielklasse, der Leistungsklasse A, quasi der Nationalliga A, vertreten sein.
Zehn Jahre lang existierte das Bülacher Frauenteam, das als Höhepunkt seiner Geschichte 1991/92 den Schweizer Meistertitel zu erobern vermochte. Jetzt kam die Trennung.
Artikel von Heinz Minder
erschienen im KIEBITZ vom 25.01.1996
Bruch aus finanziellen Gründen
Zum Bruch kam es deshalb, weil Bülach, zur Tilgung seines aus dem NLB-Abenteuer der Männer erwirtschafteten Schuldenberges von mehreren hunderttausend Franken, auf die Saison 1995/96 hin von jedem Mitglied einen Solidaritätsbeitrag von 500 Franken verlangte. Barbara Müller, die Präsidentin des Frauenteams :"Nebst dem mit Sicherheit in der Schweiz höchsten Jahresbeitrag von 600 Franken, hätten wir jetzt auch noch diese 500 Franken bezahlen sollen. Problematisch war zudem, dass der Klub (Bülach) uns bei Transfers nicht unterstützte."
Barbara Müller, selbst Aktivspielerin und gleichzeitig für die Koordination der Frauen-Nationalmannschaft verantwortlich, ergänzt : "Wir mussten auch Trainer, Trainingslager und Material selbst berappen. Insbesondere gegen den Solidaritätsbeitrag wehrten wir uns, denn vor allem für die jungen Spielerinnen wäre dies eine wesentliche finanzielle Mehrbelastung gewesen." Der Klubvorstand stieg dann auf das Ersuchen der Frauen nicht ein, die einen Beitrag in Ratenzahlung vorschlugen.
Von Bülach nach Hause zum EIE
Eine logische Lösung des Problems hiess EHC Illnau-Effretikon, zumal mit Nicole Andermatt, Nicole Walder, Edith Niderhauser und der zur Zeit aus Studiengründen in Kanada weilenden Miriam Bächler, ein Spielerinnen-Quartett in Effretikon wohnt. Positiv verliefen die Gespräche mit den EIE-Verantwortlichen, auch wenn sich intern kritische Stimmen meldeten. Diese befürchteten, dass inskünftig weniger Trainingseis zur Verfügung stehen werde, wenn der Klub nun auch noch über ein Frauenteam verfügt.
Barbara Müller zur Zusammenarbeit mit dem EIE . "Wir möchten Mädchen in den Nachwuchsklassen des EIE integrieren und sie auf den späteren Einsatz im Frauenteam vorbereiten." Im Gegesatz zu dem Schweizer Fussballverband verfügt der schweizerische Eishockey-Verband (SEHV) noch nicht über eine Nachwuchsmeisterschaft für Mädchen-/Juniorinnen. So sind die hockeybegeisterten Mädchen in gemischten Teams bis und mit der Novizen-Liga spielberechtigt.
Barbara Müller weiter : "Mädchen, die mit den Buben im Alter von fünf bis sechs Jahren mit dem Hockeysport beginnen und sich dort das notwendige Rüstzeug holen, sind als 12jährige fähig, in einem Damenteam der höchsten Klasse mitzuspielen. Natürlich steht man während der Meisterschaft mit vielen Spielerinnen in Kontakt. Es liegt aber auf der Hand, dass eine Spielerin aus Lyss sicher nicht nach Bülach, respektive zum EIE kommt."
Das Hockeyspielerinnen Idealistinnen sind, schält sich beim Thema Transfers und Verstärkungen heraus. Barbara Müller: "Wir haben Spielerinnen im Team, die über 5000 Franken Transfersumme selbst berappen, um überhaupt Hockey spielen zu können." Gemäss Müller liegt die maximale Transfersumme für eine Nationalliga Spielerin, die schon zehn Partien in dieser Klasse absolviert hat, bei 6000 Franken.
Eine gewichtige und starke Rolle wird aber auch den Ausländerinnen zugeordnet, stellt Barbara Müller fest : "Die einzige Chance an derartige Spielerinnen zu kommen, ist ihnen eine Au-pair-Stelle verschaffen zu können. Bezahlen können wir Ausländerinnen nicht. Hingegen versuchen wir, den Flug mit der Gastfamilie zu teilen, beispielsweise Klubjacken gratis zu überlassen und eine gewisse Reduktion bei Vereinsbeiträgen zu erwirken. Oder wir Schweizerinnen steuern beispielsweise pro Spiel zehn Franken in die Mannschaftskasse, die später diesen Spielerinnen zugute kommen."
Dank gastfreundlichem Entgegenkommen kann beispielsweise Danny De Vito, die Totsteherin, die aus Altersgründen keinen Au-pair-Job ausführen kann, bei der hockeybegeisterten Familie Bächler in Effretikon wohnen. Danny De Vito erteilt jeden Dienstag den EIE-Nachwuschkeepern ein spezielles Torhütertraining.