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Die Schweizer Snowboarder traten am dritten Tag der FIS-Weltmeisterschaften in Madonna di Campiglio aus dem Schatten und steigerten sich in einen regelrechten Goldrausch. Im Parallel-Riesenslalom setzte sich im Männer-Contest Gilles Jaquet durch, bei den Frauen triumphierte Ursula Bruhin.
Das neue Weltmeister-Duo, das sonst vorzugsweise auf der Tour des Konkurrenz-Verbandes ISF antritt, sicherte dem nationalen Verband mit dem Coup in den Brenta-Dolomiten 2000 FIS-Punkte und damit die ersten beiden Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City. Dank der WM-Titel werden sowohl Jaquet als auch Bruhin an den nächsten Winterspielen mit grösster Wahrscheinlichkeit in der ersten Gruppe starten dürfen.
Steffi von Siebenthal rundete die magistralen Auftritte der Schweizer mit Rang 9 ab. Die restlichen Schweizer Starter (Gebrüder Schoch, Milena Meisser und Nadia Livers) mussten sich in den hinteren Regionen der Rangliste einreihen.
Zehn Monate nach dem Gewinn der ISF-Tour-WM in Davos setzte sich Ursula Bruhin nun auch bei der FIS die WM-Krone der Alpinen auf. Sie darf - spätestens mit dem Sieg in Madonna die Campiglio - zweifellos den Status der weltbesten Parallel-Riesenslalomfahrerin für sich in Anspruch nehmen. Mit welcher
Leichtigkeit sie ihre Konkurrentinnen auf dem relativ flachen, technisch aber anspruchsvollen Hang jeweils im zweiten Teil des Kurses distanzierte, zeugte von grosser Klasse.
Und wichtiger noch: Ein Jahr vor Beginn der Olympischen Spiele in Salt Lake City zeigte die passionierte Windsurferin aus Hochybrig der Gegnerschaft aus dem FIS-Lager mit Nachdruck auf, dass mit ihr in den USA an vorderster Stelle zu rechnen ist. In Madonna schaltete sie nämlich der Reihe nach die hochkarätigsten FIS-Athletinnen aus. Zuerst eliminierte die Schwyzerin die
französische Weltcup-Dominatorin und Olympiasiegerin Karine Ruby, in der Runde der letzten vier liess sie der deutschen Top-Riderin und Olympia-Zweiten Heidi Renoth keine Chance, und im Final beherrschte Bruhin die Amerikanerin Rosey Fletcher nach allen Regeln der Snowboard-Kunst.
swissinfo und Agenturen