Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03284.jsonl.gz/2628

Sulgen–Gossau (Bischofszellerbahn)
|Kürzel||SG|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1876-02-01|
|Mutiert||Ab 1885-08-01 Schweizerische Nordostbahn|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die am 1. Februar 1876 eröffnete Linie Sulgen–Bischofszell–Gossau (auch «Bischofszellerbahn» genannt) war eine Aktiengesellschaft. Die SG wurde im gleichen Jahr ab dem 5. Juli gegen einen fixen Betrag von der Nordostbahn (NOB) gepachtet und betrieben. Die Pachtzinsen sind in der Variable «Verschiedene Einnahmen» ersichtlich. Die NOB war zudem an der SG als Aktionärin mit 300'000 Franken direkt beteiligt. Die SG verfügte über kein eigenes Rollmaterial. Infolge der Verpachtung konnten für die SG Zahlen zum Betrieb und zum Verkehrsaufkommen in der Statistik nicht mehr ausgeschieden werden (sie sind in den Werten der NOB enthalten).
Soweit die Statistik für die SG im Jahr 1876 (Verkehrs-) Zahlen auswies, umfassen sie nur den Zeitraum vom 1. Februar bis zum 5. Juni 1876. Ein von der Statistik nicht näher erläutertes «Subventionsdarleihen ohne Zins» von 307'600 Franken haben wir als «rückzahlbare Subvention» gespeichert. Ob die Anleihenzinsen tatsächlich im angegebenen Umfang bezahlt wurden, ist angesichts der Passivsaldi und der schwebenden Schulden zu bezweifeln. Ebenfalls fragwürdig ist in diesem Zusammenhang, wie die Reservenbildung zustande gekommen sein soll. 1885 musste die SG Konkurs anmelden und wurde von der NOB übernommen. Dabei gingen knapp 2.5 Mio. Franken an Anlagegeldern verloren, darunter das gesamte Aktienkapital. Das Rückstellungskonto der SG wurde aufgelöst und der Passivsaldo abgeschrieben. Letzteres ist in der Datenbank als «Betriebssubvention» dokumentiert.