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Früher war man in Thalheim nicht so farbenfroh gekleidet wie heute. Damals trug man eher dunkle Kleider. Das Hemd oder die Bluse war weiss und darüber trug Mann meistens eine dunkle Weste und Frau ein dunkles Trägerkleid. Die Männerwelt kannte dazumal auch nur dunkle Hosen. «Früher war das eher eine etwas düstere und langweilige Angelegenheit», verrät uns Frau Verena Dällenbach aus Gütighausen. «Wir Mädchen und Frauen trugen ein «Gestältli», an dem die Strümpfe festgemacht wurden und einen langen Rock, über den man einen Schoss anzog, wenn man zur Schule ging. Unterwäsche, Jacken, Handschuhe usw. waren meist gestrickte Waren, die vor Wind und Wetter nicht schützten. Auch waren nasse und kalte Füsse keine Seltenheit, denn die hohen Schuhe aus Leder boten gegen Regen und Schnee keinen Schutz. Bei nassem Wetter zogen wir eine schwarze Pelerine aus Lode (gepresster Wollstoff) an. War diese dann aber mit Wasser vollgesogen, hielt sie einem auch nicht mehr trocken.» Frau Dällenbach erinnert sich, wie ihre Mutter ihr eine warme Stoffjacke nähte. Als sie in der fünften oder sechsten Klasse war, nähte sie ihr sogar für den Winter eine Skihose. Sie war das einzige Mädchen, das damals mit Hosen zur Schule ging, wohl auch das einzige, das nicht auf dem Weg dorthin frieren musste.
Es war selbstverständlich, dass Kleider nachgetragen wurden. Säume wurden reingenäht und das Jüngste in der Familie trug die am meisten geflickten Kleider. Im Dorf waren ein bis zwei Flick-Frauen tätig. Diese halfen den Müttern an Ort bei Flickarbeiten, Änderungen usw. Heutzutage wird kaum mehr an den Kleidern geflickt. Das Stoffsortiment hat sich enorm vergrössert. Bequeme, praktische, farbenfrohe und vor allem pflegeleichte Bekleidung wird verlangt. Hauptsächlich die jungen Leute sind bereit, dafür immer wieder zu investieren, denn man möchte unbedingt mit der Mode gehen und «In» sein.
Früher benutzte man als Waschhilfe das Waschbrett. Die zuvor eingeweichte Wäsche wurde eingeseift und diese dann von Hand auf dem Waschbrett stundenlang gerubbelt. Das war eine sehr anstrengende Arbeit. Gewaschen wurde früher ca. alle 6 Wochen. «Der Waschtag war ein riesen Krampf», erzählt Frau Dällenbach. «Die Wäsche wurde für einen Tag im kalten Wasser eingeweicht. Ich besass einen Waschhafen aus Kupfer und eine Waschmaschine mit Motor. Den Waschhafen feuerte ich mit Holz an und brachte das Wasser darin zum Kochen. Dieses kochende Wasser goss ich dann mit einer speziellen Kelle in die Waschmaschine, gab die nasse, kalte und nun auch schwere Wäsche zusammen mit Schmierseife rein und liess die Waschmaschine rotieren. Kinder durften sich während dem Waschtag nicht im Waschecken aufhalten. Das war zu gefährlich. Die gewaschene Wäsche dann von Hand ausspülen und auswringen erforderte ebenfalls viel Körperkraft. Die fertig gewaschene Wäsche wurde dann an Wäscheleinen, welche an den Bäumen befestigt wurden, zum Trocknen aufgehängt. Das Wetter hat den Waschtag bestimmt. Ich habe gerne gewaschen. Schöne weisse Wäsche war dazumal der Stolz der Frauen. Waschen war reine Frauensache.» Nach solch einem Waschtag scheint es auch logisch, dass Wäsche dazumal nicht oft gewechselt wurde. Die eher schweren Stoffe, wie z.B. Leinen und Wolle, die damals mit viel Aufwand zu Kleidern verarbeitet wurden, wurden zum Auslüften draussen aufgehängt und weniger gewaschen. Heute ist es üblich, jeden Tag frisch gewaschene Kleider zu tragen. Dazu ein kleiner Textausschnitt aus dem Buch von Hanni Salvisberg «Bach- u Wöschtag»:
«…U ersch no dä Bärg Lyntüecher u Aazüg vo zwöuf Bett. We me dänkt, wi’s gsi wär, we me denn o jedi Wuche d Bettwösch gwächslet u au Tag früschi Wösch aagleit hätt, wi’s itze öppe der Bruuch isch! Ja nu, derfür isch ds Wasser no suber bblibe i de Flüss, u di paar Bitze Seife u Soda, wo me bbruucht het, hei d Umwäut o nid hert belaschtet. Es het haut jedi Zyt ihrer Vor- u Nachteile.»
Bei der empfehlenswerten Art des Wäschewaschens unterscheidet man zwischen Bunt-, Koch-, Fein- und Wollwäsche etc. Hat man die Qual der riesen Auswahl an Waschmittel überstanden, braucht es nur noch den richtigen Knopfdruck an der Waschmaschine um dann nach kurzer Zeit saubere Wäsche zum Trocknen aufzuhängen oder direkt in den Trockner zu geben. Die heutigen Waschmaschinen sind im modernen Haushalt von heute unentbehrlich.
Um sich zu waschen besassen viele Haushalte Waschschüsseln und Waschkrüge. Man wusch sich meistens mit kaltem Wasser und es wurde Kernseife dazu benutzt. Das Baden war eine aufwändige Sache und wurde einmal die Woche oder alle vierzehn Tage getätigt. Die Wanne stand in der Waschküche. Diese wurde langsam mit heissem Wasser gefüllt. Dann stieg ein Familienmitglied nach dem anderen ins Wasser.
Zu jener Zeit diente die Thur als natürliche Badewanne. «Im Sommer spazierte man nach der Arbeit zum Baden zur Thur. Dafür nahm man eine Seife mit», berichtet Frau Dällenbach. «Als ich 1947 geheiratet habe, baute mein Schwiegervater ein Bad mit WC und Badewanne an. Das war das erste Bad in der Umgebung. Die gesamte Familie sowie Nachbarn kamen zu uns zum Baden. Es wurde ein Elektroboiler eingebaut, mit dem zwei Personen warmes Badewasser zur Verfügung hatten. Die Kinder badeten nacheinander im selben Badewasser.» Heute wird meistens das Duschen dem Baden vorgezogen.
Auch damals wurde auf Sauberkeit geachtet, jedoch hatte sie nicht so einen hohen Stellenwert wie heute. Die hygienische und medizinische Versorgung war noch nicht so fortschrittlich. Seuchen und Kindbettfieber waren damals für massenhafte Sterblichkeit verantwortlich. Unsere heutige Gesellschaft mit ihrer weltweiten Mobilität funktioniert nicht ohne Hygiene. Jedoch kann eine penible Hygiene der Grund für Auftreten von Allergien sein.
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