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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
IX. Kapitel
72.
1. Er unterliegt also weder der Begierde oder irgendeinem Verlangen, noch entbehrt er irgend etwas von dem übrigen, wenigstens soweit es auf die Seele ankommt, da er durch die Liebe bereits mit dem Geliebten vereinigt ist, mit dem er schon verbunden ist, weil er sich für ihn entschieden hat, und da er sich ihm infolge seiner selbstbeherrschten Haltung immer unmittelbarer nähert, glückselig wegen des Reichtums an Gütern, so daß er sich, soweit es wenigstens auf sie ankommt, bemüht, dem Meister in der Freiheit von Trieben ähnlich zu werden.
2. Denn geistig ist das Wort Gottes, und dementsprechend zeigt sich das Abbild des Geistes allein im Menschen, so wie der gute Mensch seiner Seele nach gottgleich und gottähnlich ist und andererseits Gott menschenähnlich. Denn die Eigenart eines jeden ist der Geist, und durch ihn erhalten wir das uns kennzeichnende Wesen. Dementsprechend sind auch diejenigen, die sich an einem Menschen versündigen, frevelhaft und gottlos.
3. Denn es ist auch ein Geschwätz, wenn man sagt, man dürfe den Gnostiker und den Vollkommenen nicht des Zornes und des Mutes berauben, da er ohne diese Eigenschaften die Unglücksfälle nicht überstehen und die Gefahren nicht ertragen würde.