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Hin zu mechanisch biokompatiblen Implantatmaterialien zur Behandlung von Beckenbodensenkungen
Auf einen Blick
Beschreibung
Der Einsatz von Vaginalnetzen bei der Behandlung von Beckenbodensenkungen wird in den letzten Jahren kontrovers diskutiert. Schwerwiegende Komplikationen und daraus resultierende Schadensersatzklagen haben dazu geführt, dass die regulatorischen Hürden gestiegen sind und sich viele grosse Medizinproduktehersteller aus diesem Markt zurückgezogen haben. Der Bedarf an alternativen, sicheren und wirksamen Materialien ist dadurch sehr gross. Neben klinischen Faktoren, wie der Erfahrung des Operateurs und der Implantationstechnik, ist bekannt, dass auch die mechanischen Eigenschaften eine wichtige Rolle spielen für die Performanz dieser Implantate. Ziel dieses Forschungsprojektes ist ein strukturmechanisch basiertes bottom-up Design von alternativen Materialien für den Beckenboden mit einer verbesserten mechanischen Biokompatibilität. Dafür werden mittels Elektrospinning, einer Technik, die bereits im Tissue Engineering Anwendung findet, mikrostrukturierte und zellkompatible Testmaterialien erzeugt. Folgende Hypothesen sollen getestet werden: (1) Verschiedene Mikrostrukturen führen unter mechanischer Belastung zu verschiedenen Deformationsmustern. (2) Diese Deformationsmuster können mit dem Verhalten von angesiedelten Zellen korreliert werden. (3) Aus diesen Korrelationen können Design Kriterien für eine verbesserte Zellkompatibilität abgeleitet werden. Mit diesem Projekt soll ein fehlendes Puzzlestück in der Erforschung neuer Materialen für den Beckenboden geliefert werden: Die detaillierte Untersuchung der mechanischen Biokompatibilität auf der Längenskala der Zellen. Dieser Beitrag soll die Entwicklung neuer Implantate beschleunigen, die nötig sind, um die momentane, unbefriedigende Lage zu entschärfen und damit die Lebensqualität vieler Frauen zu verbessern.