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Monatstreff November 2022 - Marcel Straub
Der Bäretswiler Marcel Straub ist ein bekanntes Gesicht in der Schweizer Squashszene. Vor rund fünf Jahren hat er jedoch seinen Job beim Zürcher Sportamt aufgegeben, um sich mit Leib und Seele einer neuen Sportart zu widmen: dem von ihm erfundenen Street Racket. Unter dem Motto «Bewegen - mit Herz und Verstand» richtete Marcel den Blick in seinem engagierten Referat zuerst auf die bemerkenswerte Entstehungsgeschichte von Street Racket. Sie geht zurück auf ein Entwicklungsprojekt, im Rahmen dessen Marcel mit seiner Ehefrau Tischtennis als Schulsport in der Dominikanischen Republik einführen sollte. Vor Ort realisierten sie, dass es dort keine Tischtennis-Tische gab. Kurzerhand zeichneten sie die Umrisse eines Tisches mit Kreide oder Farbe auf den Boden. Daraus entwickelte sich schliesslich «Street Racket».
Die Spielidee ist einfach: Das Spielfeld besteht aus drei aneinandergereihten Quadraten (Standardgrösse 2 × 2 m), wobei das mittlere Quadrat überspielt werden muss. In einem solchen Feld sind Übungen zu zweit, Doppelpartien, Spiele in grösseren Gruppen und auch der beliebte Rundlauf möglich. Eine erweiterte Variante stellt das Kreuzfeld dar. Es besteht aus zwei sich überkreuzenden Einzelfeldern. Das Kreuzfeld kann vielfältig genutzt werden. Es kann als zwei parallele, voneinander unabhängige Einzelfelder dienen oder die zwei Spielfelder werden kombiniert. Die Anzahl der Personen, die Feldgrössen und die Anzahl der Spielfelder sowie die Spielrichtung sind beliebig variierbar. Dies ermöglicht eine kreative Spielentwicklung mit sehr vielen Spielformen. Entsprechend einfach sind auch die Regeln. Der Ball darf einfach nicht nach unten gespielt (kein «Smash») oder direkt aus der Luft genommen werden (kein «Volley»).
«Street Racket» ist ein Rückschlagspiel für alle, immer und überall. Mit ein paar wenigen Linien ist das Spielfeld auf dem Boden markiert. «Street Racket» wird draussen und drinnen auf allen Alters- und Niveaustufen gespielt. Dank dem Fokus auf die Hand-Auge Koordination – und nicht auf Kraft und nur bedingt auf Schnelligkeit – eignet es sich hervorragend für das gemeinsame Spiel beider Geschlechter und über verschiedene Generationen hinweg. «Street Racket» ist ideal für eine bewegte Schule (Unterricht, Pausen, Lernen in Bewegung, Sporttage und andere Anlässe), für den Vereinssport oder auch für mehr Bewegung im Quartier mit Freunden, Familie und Nachbarschaft. Auch der Materialbedarf ist gering. Verwendet werden können offizielle «Street Racket»- oder andere Schläger, die auch selbst hergestellt werden können. Gespielt wird mit einem Softball (der offizielle «Street Racket»-Softball ist robust und gleichzeitig weich) und zur Markierung der Felder braucht es lediglich Kreide, Spray, Klebeband oder Hütchen. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Marcel Straub zählen inzwischen Schulen, Sportvereine und andere Institutionen - wie zum Beispiel Gefängnisse - in über 100 Ländern zu den Street Racket-Anwendern.
Die angeregten Diskussionen während des herbstlich angehauchten Nachtessens haben bewiesen, dass Marcel Straub mit seiner Idee auch bei den versammelten Panathletinnen und Panathleten auf grosses Interesse gestossen ist.