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ARCHITEKTUR
Die Architektur sucht die Kongruenz zwischen Einbindung in den Stadtkörper und Nutzungsausdruck: Das mehrdeutige Gebäude besteht aus einem liegenden Baukörper mit Unterrichtsräumen, welcher den Strassenfluchten folgt und die städtische Traufhöhe übernimmt sowie einem Turm mit Institutsräumen, welcher über das Geleisefeld hinweg einen Dreiklang mit den Türmen des Stadthauses und der Hauptpost erzeugt. Die Lage des Turmes im Ring definiert zwei unterschiedliche Höfe: Einen Innenhof als Zentrum der Anlage, der als Bibliothek genutzt wird und einen Aussenhof, der die Erschliessungen und die Eingangshalle belichtet.
TRAGWERKSKONZEPT
Das Gebäude wird durch die regelmässige Stützenstruktur der Fassaden und der Höfe und die inneren Korridorwände getragen. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt über den Erschliessungskern des Turmes, der in verkleinerter Form bis ins unterste, beziehungsweise oberste Geschoss führt. Die 0,9 m dicke Abfangdecke über dem Erdgeschoss ermöglicht den Wechsel zu grösseren Raumtiefen und die grosse Auskragung zum Geleisefeld hin.
BETON
Beton wird sowohl für das Tragwerk als auch für den Ausdruck des Gebäudes angewandt. Alle tragenden Elemente im Innern zeigen sich in Beton und dienen als Wand, Gitterwerk oder Stütze der Raumbildung. Zum Beispiel werden die grossen Räume im Ring des Erdgeschosses als homogene Raumkörper in Sichtbeton ausgebildet und durch eingelassene Deckenspiegel für Haustechnik und Akustik ergänzt, so dass der Übergang Wand zu Decke homogen ausgebildet werden kann. Mit dem Rastermass von 2.5 m findet die geforderte Flexibilität ihr plastisches und die konstruktive Modularität in der Kunststeinfassade ihr tektonisches Abbild. Die Fassadenelemente sind in Sandwich-Bauweise hergestellt und bestehen aus den inneren, tragenden und vorfabrizierten Betonstützen, der Dämmung und den äusseren vorfertigten Betonrahmen, welche zu städtischen Bauten in Savoyer Sandstein Bezug nehmen. Oberhalb des Erdgeschosses sind die eingefärbten Betonelemente schalungsglatt und abgesäuert, im Bereich des Erdgeschosses sind sie gestockt.
ENERGETISCHE OPTIMIERUNG / NACHHALTIGKEIT
In der erweiterten Sicht sehen wir die Einbindung und Ergänzung des Stadtkörpers mit unserem Gebäude als nachhaltig an. Dieses weist trotz Mehrgliedrigkeit und Porosität (Aussenhof) eine gute Kompaktheit auf. Das gleichwertige Verhältnis zwischen opaken und transparenten Hüllenflächen ist bezüglich Transmissionsverlusten und solarem Gewinn optimal. Die sturzlosen Verglasungen weisen einen hohen Lichtpunkt aus, welche die Räume tief hinein mit Tageslicht versorgen, den Kunstlichtbedarf reduzieren. Die bodenebenen Fenster erzeugen entlang der Hülle aufgehellte Bodenflächen mit freundlicher Stimmung. Die gesamte Hülle erreicht die Primäranforderungen Minergie Standard V10. Die sehr hochwertigen Fenster haben einen positiven Einfluss auf den Gesamtenergieumsatz des Objektes.