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Wenn an einem heißen Sommertag ein Gewitter aufzieht und Platzregen einsetzt, reisen meine Gedanken unmittelbar in die Vergangenheit:
Wir sitzen als Familie auf der Terrasse unter unserem großen Sonnenschirm am Tisch. Im Sommer haben wir mehr oder weniger draußen gelebt. Bei den ersten Anzeichen für ein Gewitter haben wir schnell den Tisch abgeräumt.
Mein Vater hat dann zwei unserer Gartenstühle nahe an die Hauswand geschoben. Sobald der Regen eingesetzt hat, hat mein Vater den roten Sonnenschirm aus der Halterung gelöst und sich mit dem Schirm in der Hand auf einen der Stühle gesetzt. Eines von uns Kindern ist auf seinen Schoss geklettert, das andere auf den freien Gartenstuhl und hat sich fest an den Vater geschmiegt.
Mein Vater hat den Schirm dem Regen entgegengehalten und wir konnten im Freien den Regen erleben, ohne nass zu werden. Unter dem Schirm war es noch ein wenig warm. Wir konnten hören, wie der Regen auf den Schirm prasselt; wir konnten riechen, wie die Erde duftet; wir haben den Donner gehört und die Schreie der Vögel und haben uns mit unserem Vater, der den Schirm festgehalten hat, ganz wohl und sicher gefühlt. Mit ihm haben wir erlebt, dass man keine Angst haben muss, wenn es ein Gewitter gibt, dass es schön ist, draußen im Regen zu sitzen, wir haben gelacht und manchmal gesungen.
Die Bibel benutzt Bilder, die beschreiben, wer Gott für uns ist. Die Bilder sind aus einer anderen Zeit, aus einer anderen Lebenswelt und von anderen Lebenserfahrungen geprägt. Wo es im Psalm 91 heißt, dass der Mensch, der unter dem Schirm des Höchsten bleibt, zum Herrn spricht: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe, ist bestimmt kein Sonnenschirm gemeint, der zum Regenschutz umfunktioniert wurde. Aber das ist unwichtig. Mein Vater hat mich unter dem Schirm Geborgenheit erfahren lassen und das ist entscheidend. Er hat mir damit einen unmittelbaren Zugang zu diesem Bibelwort verschafft.