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Rund 300 Athleten in den verschiedenen Alterskategorien, davon rund ein Dutzend Mädchen, zeigten auf den ausgezeichneten, kompakten Wettkampfanlagen in der Bündner Herrschaft vielseitigen und hochstehenden Nationalturnsport.
In der höchsten Kategorie A war damit zu rechnen, dass vor allem die Saisonsieger Marco Lussi (Ennetbürgen), Roman Zurfluh (Aristau), This Kolb (Märstetten) und Andi Imhof (Bürglen) um den Tagessieg mitreden würden. Während Lussi in den Vornoten schon entscheidend Punkte einbüsste, etablierte sich der Ringer-Schwinger Roman Zurfluh an der Spitze der Zwischenrangliste. Kolb lag einen Punkt, aber Andi Imhof (Bürglen UR) auch nur 1,4 Punkte zurück. Mit einem Sieg im Ringen gegen den leichtgewichtigen Neo-Bündner Lukas Roth machte Imhof Boden gut. Im nächsten Umgang Schwingen siegte der junge Luzerner David Wüest gegen den jungen Thurgauer Yves Müllhaupt und übernahm knapp die Führung vor Zurfluh, Kolb, Aron Kiser (Märstetten), Imhof und Michael Leuenberger (Sigriswil). In der vorletzten Runde mit Ringen setzten sich dann sowohl der für die Nationalturnriege Aristau AG kämpfende Zurfluh (gegen Kiser), als auch Imhof (gegen den zähen Thurgauer Robin Straub) durch und qualifizierten sich damit für den Schlussgang.
Energieleistung par excellence
In diesem «Urner» Duell (Zurfluh´s Vorfahren kommen aus dem Kanton Uri) wogte der Kampf recht lang hin und her. Weil Zurfluh wusste, dass ein Remis für den Sieg reichen würde, verhielt er sich entsprechend defensiv. Als schon alle mit einem gestellten Schlussgang rechneten, explodierte Imhof aber förmlich. Mit letzter Energie gelang es ihm, seinen starken Gegner zu Boden zu sprengen und schliesslich zum gültigen Resultat zu überdrücken. Somit holte sich der 38-jährige Bürgler mit 94.3 Punkten zum Abschluss seiner so erfolgreichen Laufbahn nochmals den Schweizer Meistertitel. Zurfluh klassierte sich schliesslich mit 1.1 Punkten Rückstand im 2. Rang, während der 21-jährige Luzerner Samuel Schwyzer (Grosswangen) mit einer abschliessenden Maximalnote 10 gegen den Berner Pedro Lanz (Vinelz) den Bronzerang ergatterte.
Die Zuschauer kamen aber auch in den anderen Kategorien in den Genuss interessanter und spannender Wettkämpfe.
In den zwei Leistungsklassen durften sich schliesslich die folgenden Athleten die Meisterschaftsmedaillen umhängen lassen:
Leistungsklasse 2 ( (Jahrgang 2004 – 2006):
Der Zuger Kranzschwinger Luca Müller (Menzingen) dominierte den Wettkampf und gewann hoch überlegen vor dem Thurgauer Andrin Habegger (Märstetten) und seinem Berner Oberländer Schlussgang-Gegner Damian Dubach (Reichenbach).
Leistungsklasse 1 (Jahrgang 2007 – 2008):
Der Berner Oberländer Benjamin Heyden (Reichenbach BE) stellte im Schlussgang zwar gegen den Thurgauer Yanick Siegenthaler (Märstetten), wurde jedoch trotzdem mit einem Punkt Vorsprung vor Elias Bolzli (Neuwilen TG) Schweizer Meister, während Siegenthaler immerhin noch Bronze gewann.
Und in den Jugendklassen gab es folgende Medaillengewinner:
Jugendklasse 2 (Jahrgang 2009 – 2010):
Der Glarner Sales Tschudi (Netstal) siegte überlegen vor den Punktgleichen Leandro Hafner (Lutzenberg SG) und Matti Eichmann (Weinfelden TG).
Jugendklasse 1 (Jahrgang 2011 – 2012):
Der Luzerner Louis Meier (Grosswangen) holte sich mit der Maximal-Punktzahl von 50 Punkten den Titel. Knapp dahinter gewann der Aargauer Luca Stöckli (Aristau) die Silbermedaille, während der Baselbieter Elias Buess auf dem 3. Podestplatz landete.
Jugendklasse Piccolo (Jahrgang 2013 – 2016):
Hier gewann der Berner Oberländer Dario Reichen (Reichenbach) vor dem punktgleichen Obwaldner Sven Durrer (Kerns). Als Dritter schaffte es der Luzerner Vincent Burri aufs Podest.
Geri Haussener, 21.09.2022