Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/44761

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Welttag des Kindes wird am 20. November dieses Jahres von der McDonald's Corporation mitfinanziert.</p><p>Ich beauftrage den Bundesrat, sich bei der Unicef mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass der weltweite Jahrestag der Annahme der UN-Kinderrechtskommission nicht von einem privaten Konzern kommerziell genutzt wird.</p><p>Der Bundesrat ist es sich schuldig, für eine Konzeption einzutreten, welche Kinder als Personen mit bürgerlichen Rechten und als Menschen, die sich entfalten dürfen, sieht, und nicht etwa als Angestellte, die ausgebeutet werden sollen, oder als eine Kundschaft, die anzuwerben ist.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Welttag der Kinder von McDonald's ist eine private Initiative, die von McDonald's und der Stiftung Ronald McDonald House Charities lanciert wurde, um Mittel für die Unterstützung von Kindern zu sammeln. Er findet am gleichen Tag wie der Weltkindertag (20. November) statt, der von der Uno organisiert wird.</p><p>Die Unicef wurde von McDonald's wegen einer Partnerschaft angefragt. Sie kam aber zum Schluss, dass nicht alle Voraussetzungen dafür erfüllt waren. Sie hat sich aus diesem Grund auf internationaler Ebene der Initiative nicht angeschlossen. Dagegen hat die Unicef in den USA akzeptiert, dass sich McDonald's an der Initiative "Trick-or-treat for Unicef" beteiligt, die seit über fünfzig Jahren jedes Jahr an Halloween durchgeführt wird. In diesem Fall kam McDonald's zu den üblichen Partnern hinzu (Schulen, NGO, Unternehmen). Die Unicef hofft, auf diesem Weg die Wirkung dieses Programms zu erhöhen. Dessen Einnahmen werden vollständig für den Kampf gegen die Kinderlähmung eingesetzt. In der Schweiz arbeitet die Unicef nicht mit McDonald's zusammen.</p><p>Es ist hervorzuheben, dass die Unicef traditionell mit dem privaten Sektor zusammenarbeitet. Sie ist jene Unterorganisation der Uno, welche diese Art von Partnerschaften am meisten einsetzt. Die Unicef hat präzise Regeln und Kriterien festgelegt, die für diese Partnerschaften gelten. Sie schliesst Hersteller von Produkten, die für Kinder verboten sind, sowie Rüstungsbetriebe systematisch aus und verlangt namentlich ein konkretes Engagement für die Menschenrechte. Zudem prüft und bewertet die Unicef ihre Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor laufend, um sicher zu sein, dass die Partner ihre Verpflichtungen einhalten.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass sich die Privatwirtschaft mehr für die Förderung und den Schutz der Menschen- und der Kinderrechte engagieren und eine wichtigere Rolle bei der Erreichung der Ziele der Uno - insbesondere der Millenniumsziele für die Entwicklung - übernehmen sollte. Er unterstützt den Ansatz der konstruktiven und wachsamen Partnerschaften, den die Unicef und die anderen Institutionen der Vereinten Nationen gewählt haben, sieht aber auch dessen Grenzen und besteht auf der Notwendigkeit regelmässiger Kontrollen.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.