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16.00 Uhr
Konzerteinführung mit Frau Dr. Christine Blanken
Im Anschluss an das Konzert
«Der Orgelbauer erzählt – Geschichte und Aufbau des neuen Instrumentes» mit Simon Hebeisen (Geschäftsführer Orgelbau Goll AG)
Von Bach überliefert und identifiziert sind heute rund 230 Werke für Orgel. Die grössten davon hatte er ab 1708, zu seiner Zeit in Weimar, geschrieben, die als die «goldene Zeit» der bachschen Orgelkunst gilt. Hier entstand auch sein «Orgelbüchlein» mit einer Vielzahl an Choralbearbeitungen. In Weimar kam Bach darüber hinaus erstmals in Berührung mit der italienischen Konzertform. Ausserdem setzte er sich intensiv mit Martin Luther und dessen Schriften auseinander, von denen er zwei Gesamtausgaben besass.
Die Orgelbearbeitung «Christ lag in Todes Banden» beruht auf der gleichnamigen Kirchenkantate BWV 4, einem der frühesten erhaltenen Vokalwerke Bachs. Die Kantate mit der Textgrundlage des lutherischen Osterlieds ist vermutlich noch zu Bachs Mühlhauser Zeiten im Jahr 1707 oder 1708 entstanden. Später wurde sie in bearbeiteter Fassung als BWV 625 Teil des «Orgelbüchleins», einer nach Kirchenjahren geordneten Sammlung choralbasierter Orgelstücke. Erst 1720 gab Bach dem Büchlein einen Titel, der, wie so oft in seinem Schaffen, auf einen didaktischen Aspekt hinweist: «Orgelbüchlein, Worinne einem anfahenden Organisten Anleitung gegeben wird, auff allerhand Arth einen Choral durchzuführen, anbey auch sich im Pedal studio zu habilitiren, indem in solchen darinne befindlichen Choralen das Pedal gantz obligat tractiret wird.»
Die Choralkantate «Christ, unser Herr, zum Jordan kam» (BWV 7) schrieb Bach etliche Jahre später (1724). Der Eröffnungschor «Christ, unser Herr, zum Jordan kam» ist der zentrale Satz der Kantate und als Concerto nach dem Vorbild des italienischen Solokonzerts angelegt. Motivisch basiert er auf einer Wellenfigur, die gerne als «Flutenmotiv» gedeutet wird. Das Werk ist Teil einer Gruppe von vier musikalisch aufeinander bezogenen Kantaten, innerhalb derer der Cantus firmus jeweils einer anderen Stimme zugeteilt wurde. «Vater unser im Himmelreich», BWV 682, ist die späteste der Choralbearbeitungen und 1739 im «Dritten Theil der Clavier-Übung» im Druck erschienen. Die Sammlung enthält unter anderem 20 weitere Bearbeitungen mit der Besonderheit, dass Bach zu jedem Choral eine Fassung für grosse Orgel mit mehreren Manualen und Pedalen sowie eine für kleine Orgel ohne Pedal geschrieben hat.
Eine typische Triosonaten-Besetzung nach Corellis Vorbild ist im BWV kaum zu finden. Bachs Sonaten, darunter die Orgeltriosonaten Nr. 5 und Nr. 6, weisen den Weg in die Klassik und stellen eine Weiterentwicklung der barocken italienischen Form dar. Daneben gehören das Präludium und die Fuge c-Moll, die zusammen BWV 546 bilden, zu seinen berühmtesten Orgelwerken. In der Forschung ist man sich heute uneinig, ob das zweisätzige Werk noch vor Bachs Anstellung in Weimar als Frühwerk in Arnstadt entstanden ist.
(1685–1750)