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Der P + H Seilbagger, Jahrgang 1969, und der Saugbagger MTS, Jahrgang 2012, reaktivieren in Bützberg eine alte Pumpstation. Markus Ledermann beschreibt den Ablauf des Projekts.
An der Thunstettenstrasse in Bützberg befindet sich eine stillgelegte Pumpstation. 2003 liess die Gemeinde Thunstetten die Pumpstation schliessen und den Schacht mit Sickergeröll füllen.
Kürzlich erhielt die Witschi AG den Auftrag, den Schacht wieder vom Geröll zu befreien. Da kein Plan über die Dimensionen des Schachtes bestand, wussten wir nicht, welches Geröllvolumen uns erwartete. Wir begannen mit dem Saugbagger mit senkrecht hängendem Schlauch das aufgefüllte Material herauszusaugen. Der Schacht hatte bis 5 Meter Tiefe einen Durchmesser von einem Meter, danach nur noch 80 cm. In einer Tiefe von 17 Metern stiessen wir auf Grundwasser. Da im Grundwasser nicht mit dem Saugbagger gesogen werden kann – man würde nur Wasser einsaugen –, war eine andere Lösung gefragt. Wir entschieden uns, den Grossonkel des Saugbaggers einzusetzen: den 47-jährigen P + H Seilbagger.
Der Schacht befindet sich im Keller und ist mit dem Seilbagger nicht direkt erreichbar. Deshalb und weil das Gebäude von 1951 seitlichen Umlenkkräften nicht standhält, bauten wir eine Konstruktion, welche die Vertikalkräfte in Horizontalkräfte umleitet, ohne das Gebäude zu belasten. Das Trag- und das Arbeitsseil des Seilbaggers wurden über vier Umlenkrollen in den Schacht geführt. Somit hatten wir an der Tragkonstruktion ein Zuggewicht von gut fünf Tonnen. Dafür mussten unsere Bauwerktrenner ein grosses Loch in den Boden schneiden.
Unsere Männer mussten in sehr engen Platzverhältnissen arbeiten. Der Greifer des Seilbaggers wurde in den Schacht gelassen und mit Geröll wieder hochgezogen. In der höchsten Position war er gerade mal 15 cm über dem Kellerboden. Zwei Mitarbeiter rollten ein extra gefertigtes Rollbrett unter den Greifer, damit dieser das Geröll abladen konnte. Dann zogen sie das Brett zurück und schaufelten die Steine vor das Saugbaggerrohr.
Bei den Saugarbeiten waren drei Mann im Einsatz, bei den kombinierten Arbeiten (Seil- und Saugbagger) fünf Mann. Für uns sind die Arbeiten nun erledigt. Wie geht es weiter? Der Bauherr wird als Nächstes Pumpversuche durchführen, um festzustellen, wie sich der Grundwasserspiegel bei Wasserentnahme verhält.
Auftraggeber:
Christof Ingold, Ingold Baumkultur
Bauzeit:
November 2016
Spezielle Herausforderung:
massgefertigte Konstruktion, enge Platzverhältnisse
Unser Bauführer:
Markus Ledermann