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Hergestellt von National Panasonic, Osaka.
Die Panasonic DR-48 / DR-49 Empfänger bildeten den Abschluss der noch in konventioneller Technik aufgebauten Serie der Stationsempfänger von Panasonic, sie waren nicht ganz so kostspielig wie die nur sehr selten anzutreffenden grossen Brüder RF-8000 / RF-9000. Die Empfänger mussten sich gegenüber Geräten wie dem Sony ICF-6800W oder dem CRF-320A oder auch den Yaesu-Empfängern behaupten.
Der Panasonic RF-4900 LBS resp. in Europa DR-49 ist ein im Querformat gehaltener Stationsempfänger, der mit 48 x 20, x 35,5 cm (bxhxt) und 8 kg zu den grossen und eher theoretisch portablen Geräten gehört. Am schwarz lackierten Stahlblechgehäuse sind vorne zwei Handgriffe angebracht, die den Bedienelemente auch einen gewissen Schutz bieten. Neben einem Netzanschluss verfügt der DR-49 über zwei Batteriefächer, in denen zum Outdoor-Betrieb 8 UM-1 Batterien Unterschlupf finden. Über die Batterielebensdauer kann ich keine Angaben machen, der Empfänger wird mit der Panaplex-Digitalanzeige wohl ziemlich viel Energie verbraten.
Links auf der Frontplatte findet sich der grosse nach vorn abstrahlende Lautsprecher, darunter der Netzschalter und die 3,5 mm - Klinken-Buchsen für einen externen Lautsprecher und den Tonbandausgang. Rechts davon die Drehregler für Lautstärke, Bässe und Höhen und der BFO-Regler.
Im grossen Anzeigefenster findet sich in der Mitte das Sichtfenster für die türkisblau leuchtende Frequenzanzeige, links davon die Orientierungsskalen für die Bereiche LW (nur beim Europa-Modell DR-49), MW, SW1 (1,6 - 3 MHz) und UKW, rechts die Orientierungsskalen für die sieben Kurzwellenbereiche, es werden in jedem Bereich 4 MHz überstrichen.
Direkt in der Mitte der Frontplatte findet sich der riesige mit einer Drehkurbel ausgestattete Hauptabstimmknopf, beim Eindrücken des Zentrums wird die Abstimm- Geschwindigkeit von langsam auf schnell umgeschaltet. Links davon liegt der Abstimmknopf für die Bereiche auf der linken Orientierungsskala, die LW, MW, SW1 und UKW-Bereiche, in all diesen Bereichen arbeitet der RF-4900 als Einfachsuper. Unter dem kleinen in S-Stufen geeichten Feldstärkemessinstrument, das - typisch für die Panasonic-Geräte - grosszügig ausschlägt, finden sich drei Kippschalter. Der linke schaltet auf UKW die AFC ein, im AM-Betrieb wird vom breiten auf das schmale ZF-Filter umgeschaltet, der mittlere schaltet den Noise limiter, der rechte den BFO ein, damit wird SSB- und CW-Empfang möglich, die Tonhöhe des CW-Tons resp. der Hilfsträger wird mit dem darunterliegenden BFO-Pitch-Regler engestellt. Links vom BFO-Regler schliesst sich die Reihe der Lautstärke / Tonregler an. Unter der rechten Hilfsskala sind rechts der Bandschalter LW - MW - SW1 - FM und links davon der in Stellung SW 2-8 aktive Bandsegmentschalter angeordnet, mit dem sieben 4 kHz-Bereiche geschaltet werden. In diesen Bereichen arbeitet der DR-49 als Doppelsuper, bei einer Station mit einer bekannten Frequenz resp. mit dem Signal der Zeitzeichensender WWV/WWVH auf 5 oder 10 kHz kann die Frequenz- Anzeige mit dem SW2-8-CAL Regler auf S-Meterausschlag geeicht werden, auch Panasonic- typisch (bei völlig verstimmten Regler kann es auch einmal vorkommen, dass die Frequenzanzeige 2 - 3 kHz daneben liegt, der Empfänger ist ja nicht in PLL- Schaltung ausgeführt).
Rechts unten unter dem Bandschalter liegen die Drehregler für die Antennen-Anpassung und der HF-Verstärkungsregler RF-Gain, der zum Empfang schwacher Signal am rechten Anschlag auf DX stehen muss. Drei Kippschalter unter der Typenbezeichungen schalten die Skalenbeleuchtung, die Frequenzanzeige und die S-Meter-Anzeige auf Batteriespannungskontrolle um.
An der Geräterückseite liegen oben die beiden separat ausklappbaren Ferritantennen für Mittel- und Langwellen und die Anschlussklemmen für UKW, LW/MW- und SW2-8 - Antennen, für die letzteren Kurzwellenbereiche verfügt der Empfänger auch über eine PL/SO239-Buchse. Zuletzt findet sich noch ein 12V-Gleichspannungs- Eingang und der in der Europaversion umschaltbare Natzanschluss.
Ein Blick aufs Blockschaltbild verrät, dass der Panasonic DR-49 in konventioneller Technik aufgebaut ist und in den LW/MW/SW1-Bereichen als Einfachsuper, in den Bereichen SW2-8 als Doppelsuper arbeitet. Nach einer Verstärkung des Eingangssignals wird dies im ersten Mischer auf eine Zwischenfrequenz von 2 MHz umgesetzt. Die Frequenzaufbereitung geschieht in einem VFO der den Bereich von 5 - 9 MHz überstreicht, die anderen Kurzwellenbänder werden durch Mischung mit Signalen aus einem Quarzoszillator erreicht. Im zweiten Mischer wird das Signal auf die zweite ZF von 455 kHz umgesetzt und für AM-Empfang auf einen Diodendetektor, zum SSB-Empfang auf einen Produktdetektor geführt. Das Signal für den Frequenzzähler wird vom VFO ausgekoppelt. Zum UKW-Empfang arbeitet der DR-49 als Einfachsuper mit der klassischen ZF von 10,7 MHz.
Die Bedienung des DR-49 ist einfach, der RF-Gain muss am rechten Anschlag auf DX stehen, der Lautstärkeregler wird auf ein mittellautes Rauschen eingestellt, der Bandbreitenschalter darüber auf WIDE, der Betriebsartenschalter auf AM. Mit dem Bandbereichsschalter werden die Kurzwellenbereiche SW2-8 gewählt, zum Empfang der Deutschen Welle auf 6075 kHz der Bereich SW2, mit dem Abstimmknopf die Anzeige auf 6.075 gebracht und los gehts. Liegt das Signalstärke- und Verständlichkeitsmaximum auf einer Frequenz 1 oder 2 kHz höher oder tiefer, wird wieder genau auf 6.075 eingestellt und nach Gehör unter Beobachtung des S-Meter-Ausschlags mit dem SW2-8 CAL die Skala auf Signalmaximum geeicht.
Beim Aufwärmen zeigt der Empfänger eine gewisse Drift, die sich vor allem beim SSB-Empfang äussert, indem eine einmal eingestellte Frequenz langsam „davonläuft“, ein Phänomen, welches bei den moderneren Empfängerkonzepten mit PLL-Schaltung nicht mehr auftritt, der SSB-Empfang ist entsprechend mühsam, zum Betrieb mit einem CW/RTTY-Decoder ist der Panasonic kaum geeignet.
Die Flankensteilheit resp. Skirt-Selectivity der eingesetzten ZF-Filter ist mit den Filtern modernerer Geräte nicht zu vergleichen, es tritt entsprechend oft ein Interferenzpfeifen auf.
Aufgrund des Einfachsuperprinzips können bei den Frequenzen unter 3 MHz Spiegelfrequenzerscheinungen auftreten, da die internen Ferritantennen auf LW und MW nicht abschaltbar sind, wird der RF-4900 nicht zum Mittelwellen- DX-Empfänger.
Zusammenfassend entspricht der DR-49 als Stationsempfänger dem Stand der Technik zu Beginn der achziger Jahre, der Empfänger glänzt nicht mit speziellen Highlights wie überragender Stabilität, steilflankigen Filtern, Eignung zum portablen Einsatz, für die gebotene solide Hausmannskost war der ursprüngliche Neupreis wesentlich zu hoch, zu einem günstigen Preis leistet der Panasonic auch zwanzig Jahre nach seiner Markteinführung als imposanter Empfänger dem Einsteiger in den Kurzwellenempfang gute Dienste. Bald kommt wohl der Appetit nach einem semiprofessionellen Empfänger mit besseren Eigenschaften im SSB- und Funkdienstempfang auf, so dass der RF-4900 zu einem ehrwürdigen Zweitempfänger wird.
Einfachsuper unterhalb 3 MHz, Doppelsuper über 3 MHz, analoge Frequenzaufbereitung, Frequenzzähler.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.