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Der zehnjährige Victor Frankenstein ist an der Schule ein Aussenseiter, der von seinen Mitschülern ständig gehänselt wird. Kein Wunder, gilt er als Freak: Statt draussen mit den anderen zu spielen, zieht er sich lieber auf den Dachboden seines Elternhauses zurück, wo er mit seinem geliebten Bullterrier Sparky selbst erdachte Monsterfilmchen dreht.
Experiment mit ungeahnten Folgen
Als er eines Tages doch einmal an einem Baseballspiel teilnimmt, geschieht das Schreckliche: Sparky rennt einen Ball hinterher, wird von einem Auto angefahren und stirbt. Victor ist untröstlich und nicht bereit, sich mit dem Tod seines Hundes abzufinden. Er beschliesst, Victor wieder zum Leben zu erwecken, so wie er es bei seinem exzentrischen Naturwissenschaftslehrer Rzykruski gelernt hat, der mit elektrischen Impulsen die Muskeln von toten Fröschen bewegen konnte. In einer Gewitternacht buddelt er den toten Sparky aus und versetzt ihm elektrische Stösse. Das Experiment gelingt, sein Hund lebt, auch wenn gewisse Körperteile etwas klapprig sind.
Als Victors fieser Schulkollege Edgar bemerkt, dass Sparky wieder lebt, droht er, Victors Tat aufzudecken, wenn dieser ihm nicht verrät, wie er es geschafft hat. Denn Edgar will unbedingt den bald anstehenden Naturwissenschaftswettbewerb gewinnen. Gemeinsam erwecken sie einen Goldfisch zum Leben, der jedoch nach dem Experiment unsichtbar ist. Die unglaubliche Story macht in der Schule rasch die Runde. Bald schon beginnen auch andere Schüler mit Experimentieren. Doch die von ihnen zum Leben erweckten Tiere werden zu Monstern und bedrohen die Stadt. Und einzig Victor weiss, wie man die Monster-Tiere eliminieren kann. Gleichzeitig muss er beweisen, dass sein Hund Sparky keine Gefahr darstellt.
Genüssliches Spiel mit dem Makabren
33 Animatoren arbeiteten zwei Jahre lang an «Frankenweenie». Die Figuren wurden von Hand gefertigt. Insgesamt brauchte es 200 Puppen, darunter 18 Victors und 15 Sparkys. Die Duplikate waren nötig, da stets mehrere Animatoren gleichzeitig an verschiedenen Szenen arbeiteten. Burtons eigener gleichnamiger Kurzfilm aus dem Jahr 1984 stand Pate für einen Teil der Story des Langfilms. «Frankenweenie» wurde für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert und erhielt unzählige weitere Nominationen und Preise.
Die Kritiker weltweit waren sich einig, dass Burton mit dieser schwarz-weiss animierten Hommage an die Horrorfilme der 1930er- und 40er-Jahre einer seiner besten Filme seit Jahren gelungen war. «Der Spiegel» schwärmte: «Filmvisionär Tim Burton ist mit ‹Frankenweenie› eine seiner liebevollsten Geschichten gelungen. Burton spielt genüsslich mit dem Makabren, ohne geschmacklos zu werden. Wer mit seinem Werk vertraut ist, wird in ‹Frankenweenie› viele Déjà-vu-Momente erleben. Victor wirkt mit seinen hohlen Wangen und den Wuschelhaaren wie eine Kindsversion von ‹Edward mit den Scherenhänden›, seine Nachbarin Elsa van Helsing erinnert an die kleine Lydia Deetz aus ‹Beetlejuice›. Der Regisseur knüpft auch gekonnt an die Schwarz-Weiss-Ära der grossen Horrorklassiker an. Victors Schulfreunde sehen aus wie der Gruselstar Boris Karloff oder der bucklige Assistent Igor, bekannt aus zahlreichen ‹Mad Scientist Movies›.»
Sendeplatz
Donnerstagnacht um 00:15 Uhr auf SRF 1