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Das verfügbare Polster gegen einen Konjunkturabschwung schwindet, wobei die Credit Spreads elf Jahre nach Beginn des Kreditzyklus enger werden. Zu diesem späten Zeitpunkt könnte ein selektiverer Ansatz innerhalb einer breiteren, stärker diversifizierten Reihe von globalen Möglichkeiten sinnvoll sein.
Die von US-Unternehmen herausgegebenen Anleihen, die den weltweiten Hochzinsmarkt dominieren, dürften einerseits durch das anhaltende Wachstum der US-Wirtschaft unterstützt werden. Dadurch sollten Unternehmen in der Lage sein, höhere Umsätze zu generieren, ihre Margen zu erhalten und Kredite zu tilgen.
Andererseits sind Anleger wegen der Dominanz von Energieunternehmen schwächeren Ölpreisen ausgesetzt. Im Jahr 2016 erreichte dieser Zwangsausfall ein Sechsjahreshoch.
Der europäische High-Yield-Markt wird dagegen von Schuldtiteln im Finanzbereich dominiert. Diese bringen andere Risiken mit sich. Emittenten aus dem Finanzbereich haben zwar konservativere Kapitalstrukturen und höhere Durchschnittsratings. Aber der europäische Markt kämpft mit einem schwächeren Konjunkturumfeld und hat weniger als ein Drittel der Grösse seines US-Pendants.
Daher ist es sinnvoll, nach Bewertungschancen zu suchen und Kapitalstrukturineffizienzen zwischen beiden Märkten zu nutzen. Ein derartiger Ansatz trägt zur Diversifizierung der Risiken gegenüber unterschiedlichen Konjunkturzyklen, Anleihebedingungen und anderen Trends bei. Ein integrierter Ansatz ermöglicht auch Renditesteigerungen auf währungsabgesicherter Basis ohne Erhöhung des Kredit- oder Ausfallrisikos.
Es wurde eine Analyse von 46 Unternehmen durchgeführt, die Anleihen sowohl in Dollar als auch Euro herausgegeben haben. Daraus ergibt sich bei den auf Euro lautenden Emissionen ein zwischen 30 und 100 Basispunkten weiterer Spread gegenüber vergleichbaren auf Dollar lautende Anleihen (bei einem Durchschnitt von 67 Basispunkten). So können beispielsweise Anleihen desselben Unternehmens in verschiedenen Währungen eine unterschiedliche Spreadentwicklung aufweisen.
Ein Beispiel dafür ist Netflix. Ende August boten laut einer Analyse die auf Euro lautenden Anleihen des Unternehmens mit Fälligkeit im Mai 2029 einen optionsbereinigten Spread von 91 zusätzlichen Basispunkten gegenüber vergleichbaren Schuldtiteln in US-Dollar.
Dies könnte zum Teil auf die Bevorzugung des in Kalifornien ansässigen Unternehmens unter US‑Anlegern zurückzuführen sein. Anleger mit ausschliesslicher Ausrichtung auf den US‑Markt sollten eine Diversifizierung ihrer Portfolios in Erwägung ziehen.