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Othmar Hermann Ammann (1879–1965)
Brückenbauer
Othmar H. Amman kommt am 26. März 1879 im schweizerischen Feuerthalen bei Schaffhausen zur Welt. Nach der Matura an der Industrieschule Zürich studiert er von 1898 bis 1902 an der ETH Zürich Bauingenieurwesen, unter anderem bei Wilhelm Ritter und Ludwig Tetmajer. Nach ersten Tätigkeiten in der Schweiz und in Deutschland zieht es ihn 1904 in die Vereinigten Staaten. 1924 wird er amerikanischer Staatsbürger. Othmar H. Ammann stirbt am 22. September 1965 in Rye/New York.
Revolutionierung des Brückenbaus
Schon früh beschäftigt sich Ammann mit der Frage der Überbrückung des 1 km breiten Hudson zwischen Manhattan und den Wohngebieten New Jerseys – zunächst als Angestellter Gustav Lindenthals, des damals bedeutendsten Ingenieurs Amerikas, mit dem er sich aber überwirft. Schliesslich kann Ammann als Chefingenieur sein Projekt einer Stahlhängebrücke im Auftrag der Port of New York Authority realisieren. Er setzt die Erkenntnis um, dass bei zunehmendem Eigengewicht und damit zunehmender Spannweite die Bedeutung der Fahrbahn als Versteifungsträger für die Verformung des belasteten Tragwerks zurücktritt. Mit genügend schwerem Seil kann auf schwerfällig wirkende Versteifungsträger verzichtet werden und die Brücke erscheint eleganter. Bei der George-Washington-Bridge gelingt ihm so 1931 zum ersten Mal die Überbrückung einer Spannweite von über 1000 Metern. Noch im gleichen Jahr wird die damals grösste Stahlbogenbrücke der Welt, die Bayonne-Bay-Bridge über den Kill van Kull, eingeweiht. Der Impuls, der von diesen beiden Brückenbauten ausgeht, ist auch in Europa feststellbar.
Bauwerke und Ehrungen
Ab 1934 realisiert er für die Triborough Bridge Authority unter anderem den 2.5 km langen Lincoln-Tunnel unter dem Hudson und die elegante Bronx-Whitestone-Bridge über den East River. 1949 gründet er mit dem amerikanischen Ingenieur Charles S. Whitney das noch heute tätige Büro Ammann & Whitney. Ein Jahr vor seinem Tod, 1964, wird sein letztes Meisterwerk eröffnet: die Verrazano-Narrows-Bridge über die Mündung von New Yorks Upper Bay zum offenen Meer. Im gleichen Jahr verleiht Präsident Lyndon B. Johnson ihm als erstem Bauingenieur die National Medal of Science. Othmar H. Ammann erfährt im Laufe seines Lebens zahlreiche Ehrungen, darunter die Ehrendoktorwürden der ETH Zürich (1930), der New York University (1932) und der Columbia University (1941).
Bestand
Das Hochschularchiv der ETH Zürich verfügt neben dem Othmar H. Ammann-Archiv (Link verlässt diese Seite) auch über Dokumente von Ammann in diversen Nachlässen sowie ein biografisches Dossier. Das Verzeichnis (Link verlässt diese Seite) zur Dokumentation der Ausstellung "Die Entwicklung des Grossbrückenbau", die im Herbst 1979 anlässlich des 100. Geburtstages von Othmar H. Ammann an der ETH Zürich gezeigt wurde, ist ebenfalls online zugänglich. Im Bildarchiv befinden sich Bild-, Film- und Tondokumente zur Person und zum Werk Ammanns. Die audiovisuellen Dokumente sind im Katalog der ETH-Bibliothek recherchierbar. Sämtliche Dokumente der Sammlungen und Archive können im Lesesaal Sammlungen und Archive konsultiert werden.