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In den 50er und 60er Jahren gehörte die Blondine mit dem herben Charme zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen, drehte mit Robert Mitchum, Kirk Douglas und William Holden. Als Pensionsbesitzerin Lissy Flemming in der Nachkriegssatire “Rosen für den Staatsanwalt” gelang van Bergen 1959 ihr wohl grösster Erfolg.
Sie hat Höhen erlebt und erschreckende Tiefen. Der Vater fiel im Zweiten Weltkrieg, auf der Flucht wurde sie als 13-Jährige vergewaltigt. Nachdem sie 1977 ihren Geliebten erschossen hatte, sass sie mehrere Jahre im Gefängnis wegen Totschlags im Affekt, 1990 starb eine ihrer beiden Töchter mit 26 Jahren an Krebs.
“Durch alle diese Dinge wird man immer stärker, aber im Wesentlichen habe ich mir meine Charakterstärke aus der Kindheit bewahrt”, sagt die Frau mit der rauchigen Stimme. Ihre Kindheit in Ostpreussen hat die 1931 in Danzig geborene van Bergen geprägt. “Mein Herzenswunsch war immer ein Bauer, der mir neun Kinder und das Theater ermöglichen würde”, sagt sie. “Das hat der Krieg kaputt gemacht, alles kam anders.”
Früh fand sie zur Schauspielerei: “Ich war in der Hitlerjugend in einer Spielschar.” Damals sei ihr bewusst geworden, dass sie Talent habe. “Da habe ich gedacht: Da mache ich doch das, was ich kann.”
Sie hat sechs Ehen hinter sich – “drei mit Trauschein und drei ohne”, sagt sie – doch heute lebt sie allein mit drei Hunden, drei Katzen und einem andalusischen Hengst in einem Dorf nahe Hamburg. “Ich bin seit 1977 Single”, erzählt Ingrid van Bergen. “Ich habe seither nie wieder engeren Kontakt mit einem Mann gehabt als einen Handschlag – ich habe gesehen, wo das hinführen kann.” Damals hat sie aus Eifersucht ihren Geliebten erschossen.
(SDA)