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Nach dem schweren Erdbeben in Neuseeland rollt ein Tsunami auf die Inseln zu. Die erste Welle habe die Nordostküste der Südinsel erreicht, teilte der Zivilschutz am Sonntag (MEZ) mit.
Sie könne auch weitere Küstenbereiche der Nord- und Südinsel sowie die die knapp 900 Kilometer östlich im Pazifik gelegenen Chatham Islands in Kürze treffen. Über Stunden könnten weitere Wellen auflaufen, die erste Welle müsse nicht die grösste sein. «Begeben Sie sich sofort ins Inland oder zu höheren Punkten», warnte der Zivilschutz die Küstenbewohner.
Das Beben, das sich in der Nacht zum Montag (Ortszeit, rund 12.00 MEZ am Sonntag) ereignete, hatte laut der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 7.8. Das Deutsche Geoforschungszentrum gab die Stärke mit 7.9 an, in Neuseeland war von 7.5 die Rede. Tsunami-Warnung bestand für die gesamte Ostküste der Nord- und Südinsel sowie für die zu Neuseeland gehörenden Chatham Islands.
Erhebliche Schäden
Nach ersten Berichten richtete das Beben wohl erhebliche Sachschäden an. Nach ersten Medienberichten aus Neuseeland war das Beben nicht nur in Christchurch auf der Südinsel, sondern auch in Wellington, Taranaki, Hamilton und Auckland auf der Nordinsel sehr deutlich zu spüren.
Im Onlineportal «stuff.co.nz» waren erste Fotos der Schäden zu sehen. Sie zeigten unter anderem zerbrochene Glasscheiben in einem Gebäude in Wellington. Ein Twitter-Nutzer schickte Bilder seines verwüsteten Hauses. In der Region Taranaki fiel in mehreren Städten der Strom aus.
«Vom Ächzen des Daches geweckt»
In Hamilton (Nordinsel) gab es für Wayne Timmo ein unsanftes Erwachen, als die Küchenmarkise gegen das Fenster schlug. «Das Wasser im Swimming Pool des Nachbarn schwappte hin und her und die vom Erdbeben geweckten Leute liefen auf die Strasse», sagte er.
Die Reporterin Rachel Thomas berichtete «stuff.co» aus Hataitai am Stadtrand von Wellington, sie und ihre Mitbewohner seien vom Ächzen des Daches geweckt worden. «Unser Nymphensittich fiel von seiner Stange. Wir drei drängen uns im Morgenmantel unter dem Küchentisch mit einem zitternden Vogel zwischen uns.»
Eine Polizeisprecherin in Christchurch, der bedeutendste Stadt der Südinsel Neuseelands, sagte, bis auf ein Loch in einer Strasse seien noch keine Schäden gemeldet worden. «Seien Sie nur vorsichtig auf den Strassen wegen möglicher Schäden», sagte sie.
Ein Beben der Stärke 6.3 hatte im Jahr 2011 in der Gegend um Christchurch schwere Schäden angerichtet. 185 Menschen starben damals, etwa 10'000 Häuser wurden schwer beschädigt. (sda/afp/dpa/reu)