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Nach einem sehr soliden Geschäftsjahr 2022 bleiben die Freiburger Unternehmen anfangs 2023 auf Erfolgskurs. Für über 80% der Mitglieder des HIKF-Observatoriums der Wirtschaft befindet sich der Geschäftsgang weiterhin im Aufschwung oder bleibt stabil. Während die Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Rohstoffen und Material für einige Unternehmen nachlassen, entwickelt sich der Arbeitskräftemangel zu einem dauerhaften Problem. Der Arbeitskräftemangel wurde von den Akteuren der Freiburger Wirtschaft als grösstes Risiko für das Jahr 2023 identifiziert, noch vor der Inflation und dem Ansteigen der Zinssätze.
45% der Mitglieder des HIKF-Observatoriums der Wirtschaft, die sich an der vom 16. bis 23. Januar 2023 durchgeführten Umfrage beteiligten, vermeldeten für das vergangene Jahr einen besseren Geschäftsgang im Vergleich zu 2021, das seinerseits bereits ein sehr gutes Geschäftsjahr war. 31% berichten von einem stabilen und 24% von einem rückläufigen Geschäftsgang. Die Anhäufung von Unsicherheiten und negativen Faktoren bewirkt bis anhin auf internationaler Ebene und in der Schweiz noch keine schädlichen Auswirkungen: 38% der Unternehmen rechnen für das laufende Jahr mit einer weiteren Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeiten, 43% mit stabilen Verhältnissen und 19% mit einer Verschlechterung.
Die Sichtweite wird von 43% der Befragten als gut bis hervorragend eingeschätzt, nur 7% rechnen mit einer Verschlechterung. Die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer durchschnittlichen Sichtweite. Diese Zahlen lassen vermuten, dass die Wirtschaftstätigkeit bis mindestens Ende des ersten Halbjahrs robust ausfallen wird, allerdings mit einer etwas schwächeren Dynamik als 2022.
Was Rohstoffe und Bauteile anbelangt, zeichnet sich für einen Teil der Unternehmen eine Besserung ab. Nur noch ein Drittel kämpft mit Schwierigkeiten, anfangs letzten Sommer waren es noch 70% der Unternehmen. 50% stossen auf keine Probleme und 17% sind nicht betroffen. Metalle, Holz und auch bestimmte Materialien für den Bau werden nicht mehr so häufig genannt.
Andererseits bestehen weiterhin erhebliche Probleme bei der Beschaffung von elektronischen Komponenten und Waren sowie von bestimmten Maschinen und Fahrzeugen (v. a. Nutzfahrzeugen). Von den Unternehmen mit Beschaffungsproblemen glauben 73%, dass diese vergleichbar sind mit jenen aus dem Jahr 2022, 27% rechnen mit weniger Problemen. Kein einziges Unternehmen rechnet mit einer Verschärfung. Die Rückkehr zur Normalität ist aber noch nicht vollständig vollzogen, zwei Drittel stellen sich darauf ein, dass die Normalisierung frühestens 2024 eintreten wird.
Nachteilige Energiekosten
Ein anderes grosses Problem ist die Inflation. An erster Stelle steht der Energiepreis: Für eine Mehrheit der Mitglieder des Observatoriums (59%) bleibt die Tariferhöhung steuerbar oder zeitigt nur sehr beschränkte Auswirkungen. Eine nicht unerhebliche Minderheit (34%) gibt aber an, die Erhöhungen würden sich finanziell negativ auswirken. Für die restlichen 7% sind die Folgen noch ernster und führen zu Verlusten oder gefährden sogar das gesamte Unternehmen.
Die allgemeine Preiserhöhung brachte es mit sich, dass 56 % der Befragten ihre Preise in einer Bandbreite von 1,8% bis 30% erhöhten. Im Durchschnitt betrug die Erhöhung 5%. Der Druck, die Preise zu erhöhen, schwächt sich anfangs 2023 ab: Nur noch 55% wollen demnächst Preiserhöhungen vornehmen, gegenüber 72% im Juni 2022. In dieser zweiten Runde werden sich die Preiserhöhungen in einer Bandbreite zwischen 0,5% und 7,5% bewegen (Durchschnitt 4,5%).
Bei der Frage nach den grössten Risiken für das Jahr 2023 nennen 76% der Unternehmen Personalrekrutierungsprobleme und 68% die Inflation. Es folgen die Erhöhung der Zinssätze (46%), der Anstieg von insolventen Schuldnern (39%) und geopolitische Risiken (34%). Erwähnenswert ist der Umstand, dass 34 % der Mitglieder des Observatoriums eine allfällige Rezession in der Schweiz anführen, während eine Mangellage bei Rohstoffen oder Energie nur von 24% der an der Umfrage beteiligten Unternehmen genannt wird.
Arbeitskräfte: ausgetrockneter Markt
Was die Arbeitskräfte betrifft, gehört die Austrocknung des Arbeitsmarkts nun zum Alltag der Freiburger Wirtschaft: 80% der an der Umfrage beteiligten Unternehmen geben an, mit Rekrutierungsproblemen zu kämpfen. Es sind sämtliche Sektoren betroffen. Schwierig gestaltet sich insbesondere die Suche nach Fachpersonal, Kaderleuten und sogar nach Personen für Direktionsposten. Diese Situation zieht hauptsächlich vier negative Folgen nach sich: 1. Überlastung des bestehenden Personals, mit einer Auswirkung auf die Produktion; 2. Umsatzrückgang; 3. Längerfristig womöglich eine Auswirkung auf die Servicequalität; 4. Gebremste Entwicklung der Tätigkeiten.
Eine weitere Sorge der Unternehmen betrifft die Cyberkriminalität. 80% der Mitglieder des Observatoriums verfügen über Cyberpläne, die Hälfte davon war bereits Opfer von Angriffen. Unter letzteren haben aber vier von fünf keine ernsten Folgen in Kauf nehmen müssen. Bei den verbleibenden 20% wurden die Tätigkeiten des Unternehmens aus dem Tritt gebracht. Die Budgets für Cybersicherheit wurden bei 63% der Unternehmen erhöht.