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Griechenland: Chios
Die schnelle Abfolge kurzfristiger Hilfseinsätze entlang der Balkanroute weckte bei BAAS das Bewusstsein, dass nachhaltige Unterstützung erst durch eine dauerhafte Präsenz vor Ort möglich wird. Wir beschlossen also zum Jahresende 2015, ein langfristiges Engagement auf der griechischen Insel Chios aufzubauen.
Als das BAAS-Team im Februar 2016 auf Chios ankam, erreichten jede Nacht bis zu 1500 Menschen durchgefroren und traumatisiert in Schlauchbooten die Strände der Insel. Sie wurden in Notfallcamps mit schlechter Versorgung bis zu ihrer Weiterreise untergebracht. BAAS versorgte sie im Laufe der nächsten 2 Monate mit medizinischer Ersthilfe nach der nächtlichen Landung an der Küste und mit nahrhaftem Essen während der täglichen Wartezeit im Camp. 24 Stunden am Tag kochten wir entweder für tausende Menschen und verteilten Essen oder sprachen ein erstes warmes Willkommen auf europäischem Boden ausgesprochen und gewährten medizinische Sicherheit.
Mit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Europäischen Union und dem türkischen Staat fand diese erste Phase des Einsatzes auf Chios ihr abruptes Ende. Die meisten flüchtenden Menschen wurden innerhalb von 2 Tagen auf das griechische Festland verbracht, während die Verbleibenden in einem geschlossenen und gefängnisähnlichen Lager festgehalten wurden. Da gleichzeitig keine Ankünfte mehr stattfanden und wir keinen Zugang zu den Menschen im Camp erhielten, musste BAAS sich vorerst anderweitig orientieren.