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Im Regierungsgebäude des Kantons St.Gallen gibt es bis heute im zweiten Stock einen als Lesezimmer bezeichneten Raum. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs lagen dort täglich neu erschienene Zeitungen zur Lektüre auf, ein Angebot, das von den Regierungsmitgliedern offenbar auch genutzt wurde. Der Regierungsrat beschloss in seiner Sitzung vom 17. Juni 1916, zu den bisher konsultierten Blättern noch die welsche Revue de Lausanne zu abonnieren (Nr. 1426). Ausserdem bewilligte der Rat die Auszahlung von 16’800 Fr. aus der Gebäudeassekuranz an die Eisenbahnerbaugenossenschaft Rorschach, um einen Brandschaden zu begleichen (Nr. 1409).
Viel zu diskutieren gab der Rekurs des Mathias Schwendener aus Buchs. Ihm war untersagt worden, zwei Kühe auf die Alp Malbun aufzutreiben: Infolge schlechten Geschäftsganges habe er von Heinrich Rohrer, Altendorf, laut Bescheinigung des letztern vom Mai 1916 zu Anfang dieses Monats zwei Zeitrinder gekauft zum Auftrieb in die Frühlingstratt Rheinau und hernach in die Alp Malschül oder Malbun mit dem Zwecke, um einerseits bei den steigenden Viehpreisen und billigem Alpzins etwas zu verdienen, und anderseits bei weiterer Verschlimmerung in der Stickerei-Industrie seine Familie über den kommenden Winter mit Milch und Molken zu versehen, behufs Verwirklichung dieses Vorhabens habe er von Samuel Rutz, Sticker, Burgerau, laut dessen Bescheinigung vom April 1916 eine Scheune samt Stall gepachtet. Die vom Ortsverwaltungsrat Buchs in diesem Jahre angeordnete Regelung des Alpauftriebes erscheine als Willkürakt. In früheren Jahren sei beim sogenannten Ebnen das Auftriebrecht derjenigen mit den meisten Angaben gekürzt worden, dieses Jahr aber habe der Verwaltungsrat eine Anzahl ausgeschieden mit der Verweigerung des Auftriebsrechtes. (Nr. 1405) Der gesamte Text und die weiteren Beschlüsse finden sich hier:
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und ZMA 18/04.07-05 (Dorfpartie bei Buchs mit Wegweiser Malschüel)