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|Der
österreichische Staatsvertrag 1955

Von allem Anfang an einigten sich die Besatzungsmächte auf die Wahrung der Einheit Österreichs und die Anerkennung einer Zentralregierung in Wien. Dieser überantworteten sie die Verwaltung des reichsdeutschen Eigentums. Gemeinsam mit der grösstenteils verstaatlichten Industrie kontrollierte die Regierung weite Teile der Wirtschaft und lancierte damit den zügigen Wiederaufbau des Landes. Die Alliierten sprachen sich jedoch gegen einen Anschluss des Südtirols an Österreich aus; 1946 konnte die Regierung mit Italien Autonomie und Selbstverwaltung für die deutschen Südtiroler vereinbaren.
Während vielen Jahren konnten die Alliierten hinsichtlich des Rückzuges der Besatzungstruppen und der gleichzeitigen Sicherstellung der Souveränität keine Einigung finden. Erst 1955 waren die Sowjets gewillt, mit Österreich einen Staatsvertrag abzuschliessen und den Besatzungsstatus ein für allemal aufzuheben. Österreich verpflichtete sich hierfür zu immerwährender Neutralität und den Verzicht auf eine spätere Vereinigung mit Deutschland.
Einerseits signalisierte die Sowjetunion mit diesem Staatsvertrag den Entspannungswillen gegenüber Deutschland, andererseits bildete die Schweiz zusammen mit Österreich "einen neutralen Riegel in der Nord-Süd-Achse der NATO."1 Verbunden mit dem Fall des Besatzungsregimes in Österreich verlor die Sowjetunion allerdings die Berechtigung zur Stationierung sowjetischer Truppen in Ungarn.2