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Eine Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker (Laktose). Der Körper ist dabei nicht in der Lage, Milchzucker zu verdauen. Man bezeichnet die Laktoseintoleranz auch als Milchzuckerunverträglichkeit oder Laktoseunverträglichkeit.
Laktose ist ein sogenannter Zweifachzucker (Disaccharid) – er besteht aus den zwei Zuckerbausteinen Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glukose). Bei der Verdauung spalten Enzyme im Darm die Laktose in ihre beiden Bestandteile auf. Die kleineren Zuckereinheiten, also der Schleimzucker und der Traubenzucker, gelangen über die Schleimhaut des Dünndarms ins Blut. Der Körper nutzt die Zuckerbausteine vor allem zur Energiegewinnung.
Das spezielle Enzym, das den Milchzucker im Darm spaltet, heisst Laktase. Die Laktase funktioniert wie ein «Schneidwerkzeug», indem sie die Laktose in Schleimzucker und Traubenzucker «zerschneidet». Ein Laktase-Mangel führt zur Laktoseintoleranz: Der Magen-Darm-Trakt kann den Milchzucker dann nicht verdauen. Statt ins Blut, gelangt die Laktose dann unverdaut in den Dickdarm. Dort vergären verschiedene Darmbakterien den Milchzucker zu Fettsäuren und Gasen, aber auch anderen Stoffwechselprodukten, welche die Darmschleimhaut reizen können.
Anzeichen für eine Laktoseintoleranz sind typische Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und Durchfälle unmittelbar oder wenige Stunden nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten. Schätzungen zufolge sind in Europa etwa zwischen 15 und 25 Prozent der Bevölkerung von einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit betroffen. Wenn Sie unter unspezifischen Magen-Darm-Beschwerden leiden, könnte die Ursache dafür eine Laktoseunverträglichkeit sein. In diesem Falle ist es ratsam, Ihren behandelnden Hausarzt auf die Beschwerden anzusprechen und gegebenenfalls einen Laktosetoleranztest durchzuführen.
Eine Laktoseintoleranz kann verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen lässt sich eine Milchzuckerintoleranz nicht heilen. Die Betroffenen müssen durch Ausprobieren herausfinden, wie viel Milchzucker sie vertragen und ihre Ernährung entsprechend anpassen. Alternativ gibt es Präparate mit künstlich hergestellter Laktase, die Menschen mit einer Laktoseintoleranz vor den Mahlzeiten einnehmen können. Eine laktosefreie beziehungsweise laktosearme Diät ist bei Laktoseintoleranz empfehlenswert, um den typischen Beschwerden vorzubeugen. Mittlerweile gibt es zahlreiche, laktosefreie Lebensmittel auf dem Markt, zum Beispiel Milch, Joghurt, Käse, Sahne oder Quark. Wer weitgehend auf Milch und Milchprodukte verzichten möchte, sollte darauf achten, sich ausgewogen zu ernähren. So lassen sich Mangelerscheinungen vorbeugen, beispielsweise einem Kalziummangel. Ein Mangel an diesem Mineralstoff kann unter anderem zu Osteoporose (Knochenschwund) führen.
Eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegenüber Milchzucker (Laktose). Laktose ist ein Zweifachzucker, den das Enzym Laktase im Dünndarm in seine beiden Bestandteile Schleimzucker und Traubenzucker aufspaltet. Bildet der Dünndarm kaum oder gar keine Laktase, kann er den Milchzucker nur eingeschränkt oder gar nicht verdauen. Bei einem Laktase-Mangel kommt es daher häufig zu Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen. Löst der Verzehr von Milch oder Milchprodukten solche Beschwerden aus, spricht man von einer Laktoseintoleranz, Laktoseunverträglichkeit oder Milchzuckerunverträglichkeit.
Neben einer Laktoseintoleranz kann auch eine Milcheiweissallergie Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Anders als die Milchzuckerunverträglichkeit, die auf einen Enzymmangel zurückgeht, beruht die Milcheiweissallergie auf einer tatsächlichen immunologischen Reaktion des Körpers. Bei einer Milcheiweissallergie hilft daher oft nur eine milcheiweissfreie Ernährung.
Laktose (Milchzucker), der Hauptzucker der Milch, wurde bereits im Jahre 1633 entdeckt. Laktose ist ein Zweifachzucker (Disaccharid). Er besteht aus den beiden Einfachzuckern (Monosacchariden) Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose).
Laktose findet sich in menschlicher Milch, ebenso wie in Kuhmilch oder anderen tierischen Milchsorten. Durch das Stillen beziehungsweise Säugen wird der Nachwuchs von Mensch und Tier über die ersten Monate des Lebens mit der Muttermilch optimal mit allen notwendigen Nähr- und Abwehrstoffen versorgt. Wer von einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) betroffen ist und deshalb auf Milch- und Milchprodukte verzichten muss, sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten, um Mangelerscheinungen vorzubeugen
Das Enzym Laktase wird in den Schleimzellen des Dünndarms gebildet und spaltet Laktose in Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose). Um den Milchzucker in der Muttermilch verdauen zu können, benötigen Säuglinge sehr grosse Mengen an Laktase. Sobald die Muttermilch nicht mehr das Hauptnahrungsmittel ist, nimmt die Laktaseproduktion ab. Ein Rest an Laktase bleibt vielen Menschen allerdings erhalten, um auch im Erwachsenenalter Milch verdauen zu können.
In den letzten Jahren erkennt man hierzulande mehr und mehr die Bedeutung der Laktoseintoleranz beziehungsweise Milchzuckerunverträglichkeit als Ursache von Magen-Darm-Beschwerden.
Eine Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit kommt weltweit häufig vor. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um eine Verdauungsstörung infolge eines Enzymmangels (Laktasemangel).
Dabei tritt die Laktoseintoleranz regional unterschiedlich häufig auf. Schätzungen zufolge haben etwa zwischen 15 und 25 Prozent der europäischen Bevölkerung eine mehr oder weniger ausgeprägte Milchzuckerunverträglichkeit. Auch in Amerika ist diese Unverträglichkeit weit verbreitet. In Schwarzafrika und Asien kommt die Laktoseunverträglichkeit besonders oft vor: Hier können über 90 Prozent der Menschen keinen Milchzucker verdauen.
Forscher nehmen an, dass die Laktoseintoleranz beim Erwachsenen der Normalzustand des Menschen war und in vielen Völkergruppen auch weiterhin ist. Babys sind zwar in den ersten Lebensmonaten auf Muttermilch angewiesen und benötigen Laktase zur Verdauung der Milch. Erwachsene können ihren Nährstoffbedarf im Gegensatz zu Säuglingen jedoch aus verschiedenen Quellen decken und sind dabei nicht auf Milch angewiesen.
Im Laufe der Menschheitsgeschichte spielte die Milchviehhaltung eine immer grössere Rolle. Die Menschen tranken Milch und stellten Milchprodukte her. In diesem Zusammenhang könnten sich dann im Laufe der Menschheitsgeschichte in bestimmten Bevölkerungsgruppen erbliche Merkmale durchgesetzt haben, die auch im Erwachsenenalter eine ausreichende Laktaseproduktion gewährleisten. Eine Laktoseintoleranz ist damit also keine Krankheit, sondern vielmehr Normalzustand in vielen Bevölkerungsgruppen.
Die Zahl der neu entdeckten Fälle von Laktoseintoleranz hat hierzulande in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein Grund mag sein, dass durch bessere Aufklärung und Gesundheitsinformationen sowohl Ärzte als auch Betroffene immer stärker auf das Thema Laktoseintoleranz aufmerksam geworden sind. So diagnostizieren Ärzte immer häufiger eine Laktoseintoleranz bei Menschen, die möglicherweise seit Jahren an unklaren Magen-Darm-Beschwerden leiden.
Eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) kann verschiedene Ursachen haben. In allen Fällen einer Milchzuckerunverträglichkeit liegt ein Mangel des Enzyms Laktase im Darm vor. Mediziner unterscheiden prinzipiell drei Formen der Laktoseintoleranz:
Der angeborene oder primäre Laktasemangel (primäre Laktoseintoleranz) ist die häufigste Form der Laktoseintoleranz. Bei dieser erblich bedingten Form der Milchzuckerunverträglichkeit produziert der Dünndarm im Kindesalter meist eine ausreichende Menge an Laktase, die jedoch im weiteren Alter immer weiter abnimmt. Dadurch steht zunehmend weniger Laktase zur Verfügung. Betroffene vertragen Milchzucker (Laktose) dann immer schlechter und entwickeln eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dagegen.
Der erworbene, sekundäre Laktasemangel (sekundäre Laktoseintoleranz) ist nicht erblich bedingt. Betroffene vertragen Milchzucker im Laufe des Lebens immer schlechter, weil ein bestimmter Auslöser dafür sorgt, dass die Laktaseproduktion zurückgeht. Bei einer erworbenen Laktoseintoleranz kommen als Ursachen zum Beispiel bestimmte Erkrankungen infrage:
Wenn die Grunderkrankung erfolgreich behandelt wurde, kann sich der Laktasemangel prinzipiell wieder zurückbilden.
Der kongenitale Laktasemangel (angeborene Laktoseintoleranz) bezeichnet einen sehr seltenen, genetisch festgelegten, also angeborenen Enzymdefekt. Er tritt bereits im Säuglingsalter auf und bewirkt einen absoluten Laktasemangel. Das bedeutet, dass keine funktionsfähige Laktase im Darm vorliegt. Betroffene Säuglinge reagieren sehr stark auf kleinste Mengen Laktose. Daher treten bereits in den ersten Lebenswochen Beschwerden wie schwerer Durchfall, Austrocknung und Unterernährung auf.
Neugeborene mit einem kongenitalen Laktasemangel benötigen eine spezielle Ernährung. Milchzucker stellt ihre einzige Energiequelle dar. Da sie die Laktose aber nicht in Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose) spalten können, steht ihnen diese Energie nicht zur Verfügung. Dadurch entsteht ein Energiemangel in Geweben, die auf Glukose als Energielieferant angewiesen sind. Dazu gehört zum Beispiel das Gehirn. Erhalten Kinder mit einem kongenitalen Laktasemangel ausschliesslich Muttermilch, wird das Gehirn nicht ausreichend mit Energie versorgt – schwere Hirnschäden sind die Folge. Deshalb benötigen diese Säuglinge eine laktosefreie Ernährung, die sie mit ausreichend Energie – also Glukose – versorgt.
Eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) verursacht typische Symptome, die in der Regel unmittelbar oder einige Stunden nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten oder anderen laktosehaltigen Lebensmitteln auftreten. Anzeichen einer Laktoseintoleranz sind krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfälle und Blähungen. Je nachdem, ob eine leichte oder schwere Laktoseintoleranz vorliegt, sind die Symptome mehr oder weniger stark ausgeprägt.
Grund für die Beschwerden ist ein Mangel des Enzyms Laktase im Dünndarm. Laktase spaltet den in Milchprodukten enthaltenen Milchzucker (Laktose) in seine Bestandteile Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glucose) auf. Über die Darmschleimhaut gehen diese dann in die Blutbahn über. Das Blut transportiert den Schleimzucker und Traubenzucker zu den einzelnen Körperzellen. Diese wandeln die Zucker in Energie um. Da der menschliche Körper den Milchzucker nur in gespaltener Form als Energielieferant für Stoffwechselprozesse nutzen kann, ist er bei der Verdauung von Milchzucker auf das Enzym Laktase angewiesen. Fehlt Laktase, gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm, wo er von verschiedenen Bakterien unter anderem zu Gasen umgesetzt wird. Dies äussert sich hauptsächlich durch Blähungen. Gleichzeitig führt die Laktose im Dickdarm dazu, dass Wasser in den Darm einströmt – es entsteht der für Laktoseunverträglichkeit typische Durchfall.
Bei einer Laktoseintoleranz können jedoch auch untypische Symptome wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Hautprobleme entstehen. Welche und wie stark die Symptome auftreten, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt massgeblich von der Schwere des Laktasemangels und der Menge der aufgenommenen Laktose ab. Besonders laktosehaltige Lebensmittel sind zum Beispiel:
Um bei einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) die gezielte Diagnose zu stellen, eignen sich verschiedene Tests. Hierzu gehören beispielsweise ein Selbsttest, der Expositionstest, der Laktosetoleranztest, der H2-Atemtest oder auch ein Gentest.
Den Selbsttest können Sie eigenständig zu Hause durchführen, um eine Laktoseintoleranz aufzuspüren. Im Vorfeld ist es jedoch wichtig, für mehrere Tage auf laktosehaltige Nahrungsmittel zu verzichten. Der eigentliche Selbsttest ist ein «Provokationstest». Hierzu trinken Sie auf nüchternen Magen ein Glas Wasser, in dem etwa 50 Gramm Milchzucker gelöst sind. Wenn bei Ihnen innerhalb weniger Minuten bis Stunden die typischen Symptome auftreten, kann eine Laktoseintoleranz beziehungsweise Milchzuckerunverträglichkeit bestehen.
Sie können jedoch auch anhand einer laktosefreien Diät erkennen, ob Sie an einer Laktoseintoleranz leiden. Dabei ist es notwendig, dass Sie sich mehrere Tage lang laktosefrei ernähren. Treten in diesem Zeitraum keine Beschwerden auf, deutet dies möglicherweise auf eine Laktoseintoleranz hin.
Beim sogenannten Laktosetoleranztest nimmt der Patient unter ärztlicher Aufsicht eine bestimmte Menge gelöster Laktose zu sich. Wenn ausreichend Laktase im Dünndarm vorhanden ist, spaltet dieses Enzym den Milchzucker in Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glukose). In diesem Fall steigt ein bis zwei Stunden nach der Laktose-Einnahme der Blutzuckerspiegel, das heisst die Konzentration an Glukose im Blut, an. Bei einem Laktasemangel ist dies nicht der Fall, da der Milchzucker nicht aufgespalten werden kann. Auch beim H2-Atemtest erhält der Betroffene zunächst eine Laktoselösung. Wenn eine Laktoseintoleranz vorliegt, lässt sich nach einiger Zeit das Gas Wasserstoff (H2) in der Atemluft nachweisen. Wasserstoff entsteht, wenn die Laktose (aufgrund eines Laktasemangels) unverdaut in den Dickdarm gelangt. Dort zersetzen Bakterien den Milchzucker und produzieren dabei unter anderem Wasserstoff. Der Wasserstoff wiederum geht ins Blut über und wird in der Lunge an die Atemluft abgegeben.
Mit dem Gentest kann der Arzt eine genetisch bedingte Laktoseintoleranz nachweisen. Für die Diagnose entnimmt er einen Wangenabstrich, den er danach im Labor auf genetische Veränderungen hin untersuchen lässt. Seit kurzem ist dieser Test auch in Apotheken erhältlich. Bei diesem Selbsttest fertigen Sie selbst einen Wangenabstrich an und schicken das Material anschliessend an ein Labor zur Auswertung.
Bei einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) gibt es zumeist keine ursächliche Therapie. Am sinnvollsten ist es, grösstenteils oder vollständig auf Milch, Milcherzeugnisse und andere laktosehaltige Lebensmittel zu verzichten und auf laktosefreie Lebensmittel zurückzugreifen, sich also auf eine laktosefreie Ernährung einzustellen. Ist die Laktoseintoleranz jedoch die Begleiterscheinung einer Darmerkrankung, etwa einer Zöliakie (Glutenunverträglichkeit, Sprue) oder Morbus Crohn, ist es wichtig, diese zu behandeln. Im Fall einer Zöliakie etwa gilt es, den Verzehr von Gluten, einem Klebereiweiss in bestimmten Getreidesorten, zu vermeiden. Dadurch bessern sich die Symptome meistens und die Betroffenen vertragen nach einer Zeit wieder Milch und Milchprodukte.
Bei einer laktosearmen Diät richtet sich die Lebensmittelauswahl letztlich nach der Verträglichkeit: Milchprodukte in geringen Mengen sind erlaubt, solange keine Beschwerden auftreten. Wenn Sie jedoch auf eine laktosefreie Ernährung angewiesen sind, bedeutet dies, Vollmilch, Kondens- und Buttermilch, Trockenmilchpulver und Rahm ganz aus dem Speiseplan zu streichen. Dasselbe gilt für Milchprodukte wie Käsesorten mit einem hohen Laktosegehalt (z.B. junger Gouda), Joghurt, Quark und milchhaltige Lebensmittel wie Schokolade, Milch-Glacé, Pudding und Cremespeisen. Mittlerweile gibt es jedoch laktosefreie Milchprodukte auf dem Markt. Bei diesen Produkten ist die Laktose bereits in ihre Bestandteile aufgespalten, so dass sie im Darm nicht mehr die typischen Beschwerden verursacht. Diese Produkte sind eine Alternative für Menschen, die trotz Laktoseintoleranz nicht auf Milchprodukte verzichten möchten.
Wenn bei Ihnen eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde, sollten Sie sich genau über den Laktosegehalt einzelner Nahrungsmittel informieren. Viele Lebensmittel enthalten «versteckten» Milchzucker. So findet sich Laktose übrigens auch in Gebäck sowie in einigen Kuchen und Torten. Was viele nicht wissen: Auch in einigen Wurstwaren, Fertiggerichten, Salatdressings, Gemüsebrühen und Süssstoffen ist Laktose enthalten. Häufig wird Laktose auch Medikamenten als Bindemittel beziehungsweise Trägersubstanz zugesetzt. Es empfiehlt sich also, stets die Zutatenliste von Nahrungsmitteln sowie den Beipackzettel von Arzneimitteln gründlich zu lesen.
In manchen Fällen lässt sich der Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln jedoch kaum vermeiden, zum Beispiel im Restaurant, im Urlaub oder bei Festivitäten. Hier bieten sich laktasehaltige Präparate aus der Apotheke oder der Drogerie an. Die darin enthaltene Laktase unterstützt den Darm bei der Verdauung der Laktose und vermindert so die typischen Beschwerden einer Laktoseintoleranz. Doch auch hier gilt: Eine Therapie mit Laktasepräparaten lindert lediglich die Symptome der Milchzuckerunverträglichkeit und behebt nicht die Ursachen dieser Verdauungsstörung.
Bei einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) kann der Dünndarm den aufgenommenen Milchzucker (Laktose) nicht richtig verdauen. Dies liegt an einem Mangel des Enzyms Laktase im Dünndarm. Laktase ist dafür zuständig, den Milchzucker aufzuspalten in Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glukose). Nur wenn die Laktose in diese beiden Bestandteile zerlegt ist, kann der Körper den Zucker als Energiequelle für verschiedene Stoffwechselvorgänge nutzen. Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, hat zu wenig Laktase im Dünndarm. Die Folge: Der Milchzucker gelangt unverdaut in den Dickdarm und löst dort die charakteristischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen aus.
Die Einnahme von Laktase kann bei einer Laktoseunverträglichkeit hilfreich sein. Es gibt diverse Präparate, die das Enzym beinhalten, zum Beispiel Tabletten. Wenn Sie sich unsicher sind, ob die folgende Mahlzeit Laktose enthält, können sie das Laktasepräparat unmittelbar vor dem Essen einnehmen. Die Präparate sind rezeptfrei in Apotheken, Reformhäusern, Drogeriemärkten oder über den Versandhandel im Internet erhältlich. Die richtige Dosis ist sehr individuell und hängt davon ab, wie stark ausgeprägt Ihre Laktoseintoleranz ist und wie hoch der Laktosegehalt der Speise ist.
In Reformhäusern – und zunehmend auch in vielen Supermärkten – gibt es seit einiger Zeit ein stetig wachsendes Angebot an laktosefreien Lebensmitteln, etwa laktosefreie Milcherzeugnisse (z.B. Milch, Quark, Rahm, Frischkäse, Joghurt, Käse), laktosefreie Fertiggerichte sowie laktosefreie Lebensmittel wie Saucen, Salatdressings, Gemüsebrühen oder Süssigkeiten. Es handelt sich hierbei um Lebensmittel, die mit dem Enzym Laktase vorbehandelt worden sind. Die Laktase hat den Milchzucker somit bereits in Schleimzucker und Traubenzucker aufgespalten, so dass der Dünndarm diese direkt aufnehmen kann. Die entsprechenden Produkte enthalten damit nur noch geringe Mengen an Milchzucker und gelten praktisch als laktosefrei. Eine Alternative zu tierischen laktosehaltigen Milchprodukten sind pflanzliche Produkte ohne Laktose, zum Beispiel aus Sojamilch, Hafer- oder Reismilch.
Der Verlauf einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) ist häufig chronisch, da sie in den meisten Fällen nicht heilbar ist. Daher sollten sich die Betroffenen auf eine lebenslange, laktosearme oder laktosefreie Ernährung einstellen. Bei einer konsequenten Diät ist die Lebensqualität nicht anders als bei Menschen, die Milchprodukte vertragen.
Der sehr seltene angeborene (kongenitale) Laktasemangel kann jedoch lebensbedrohlich sein. Bei dieser Erkrankung fehlt bereits dem Säugling das wichtige Enzym Laktase, das Laktose in Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glukose) spaltet. Traubenzucker ist ein lebenswichtiger Energielieferant für alle Körperzellen. Da ein Säugling mit einem kongenitalen Laktasemangel die Laktose in der Muttermilch jedoch nicht verwerten kann, erhalten die Zellen zu wenig Energie. Dies ist besonders für das Gehirn schädlich – lebensbedrohliche Hirnschäden können die Folge sein. Daher ist es wichtig, das Kind mit einer glukosehaltigen Ersatznahrung zu füttern.
Für alle anderen Formen von Laktoseintoleranz gilt: Ernste Komplikationen sind nicht bekannt. Abhängig vom Ausmass der Beschwerden ist es sinnvoll, den Verzehr von Laktose zu reduzieren beziehungsweise komplett auf Laktose zu verzichten oder Laktasepräparate einzunehmen. Denn auf Dauer kann Laktose die Darmschleimhaut reizen und schädigen. Entzündungen und eine gestörte Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen können die Folge sein.
Achtung: Milch und Milchprodukte enthalten grosse Mengen an Kalzium. Fällt diese Quelle bei einer Milchzuckerunverträglichkeit weg, ist ein Kalziummangel möglich. Dies erhöht das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund). Wer sich zu einer laktosefreien Diät entschliesst, sollte daher darauf achten, seinen Kalziumbedarf aus speziellen laktosearmen oder laktosefreien Milchprodukten oder anderen Quellen zu decken. Milchersatzprodukte aus Soja oder Getreide enthalten grundsätzlich nur wenig Kalzium. Sie tragen nur zur Kalziumversorgung bei, wenn sie mit dem Mineralstoff angereichert wurden. Dies ist inzwischen bei vielen Produkten auf Soja- oder Getreidebasis der Fall. Zu den kalziumreichen Lebensmitteln zählen ausserdem Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Tomaten. Kalziumreiche Mineralwässer (mindestens 150 mg Kalzium/l) und kalziumangereicherte Fruchtsäfte sind bei Laktoseintoleranz eine weitere Möglichkeit, seine Mineralstoffbilanz aufzubessern. Manchmal empfiehlt es sich, zusätzlich Kalzium-Tabletten oder -Pulver einzunehmen.
In einigen Fällen verursacht eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie, Sprue) eine vorübergehende Laktoseintoleranz. Halten Betroffene eine glutenfreie Diät ein, bessern sich meist auch die Symptome der Laktoseintoleranz. Der Verlauf der Milchzuckerunverträglichkeit hängt in diesen Fällen daher häufig von der ursächlichen Erkrankung ab.
Es sind keine Massnahmen bekannt, mit denen sich einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) vorbeugen lässt. Doch können Sie mit einer laktosefreien oder laktosearmen Ernährung oder der Einnahme von Laktase den Beschwerden einer Laktoseintoleranz effektiv vorbeugen.