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Der Abendzirkel wurde in bewegter Zeit (nach mehreren Religionskriegen im Raum Luzern) 1852 am 2. Dezember gegründet. Ziel und Zweck war es, die Kameradschaft unter den Mitgliedern zu fördern, mit Respekt vor dem Einzelnen und der Freiheit, persönliche Ansichten, Anregungen und Kritik zum Ausdruck zu bringen.
Anfänglich wurden die Referate an den Sessionsabenden von den Mitgliedern des Abendzirkels selbst gehalten. Ab den 50-er Jahren wurden externe Referenten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur vom In– und Ausland eingeladen.
Carl- Ludwig Zumbühl, erster Abendzirkel- Präsident, geboren am 5. Juni 1827, hatte 24 mal den Vorsitz inne. Damals gab es noch Tagespräsidenten. Über all die Jahre hinweg kommt es, dass wir nun nach 168 Sessionen, dieses Jahr den 278. Präsidenten haben. Es kam auch vor, dass ein Mitglied mehrere Male das Amt des Präsidenten bekleidete, zuletzt im Jahre 1969 Bernhard Renggli, Sattlermeister. Carl- Ludwig Zumbühl war auch Gründungsmitglied der 1869 gegründeten Abendgesellschaft Reussbühl, welche nach dem Vorschlag Zumbühl’s zuerst Abendgesellschaft Emmenbrücke hiess.
Die einzige Frau, die je dem Abendzirkel beitritt, hiess Anna Maria Zumbühl und war Wirtin des Gasthauses Ochsen. Sie amtete als hauswirtschaftliche Expertin und lehrte die Littauer Frauen in der Dorfwaschhütte der Zwing den Umgang mit neuen Waschkübeln.
Schon 1860 beschäftigten sich die Mitglieder des Abendzirkel mit Problemen, die wir auch heute noch kennen: dem Rauchen. Zitat aus der Abendzirkel- Chronik: „Für nichts und wieder nichts, gehen nach mässiger Berechnung im Kanton Luzern allein jährlich 350’000.- Fr. in Rauch auf.“
Lindenbaum
Am 14. März 1859 umsäumte viel Volk das Plätzchen vor der alten Kirche zu Littau. Fast das ganze Dorf hatte sich auf die Beine gemacht und wartete gespannt auf die Zeremonie, die sich hier an diesem Abend vollziehen sollte. 11 Männer des Abendzirkels trugen Pickel oder Schaufel in der Hand und begannen würdevoll ein Loch auszuheben, in welches der Präsident behutsam ein Lindenbäumchen (Symbol des Abendzirkel) pflanzte, die Abendzirkellinde, der Baum des Lebens, des Abendzirkellebens.
Die Abendzirkler wollten ihrem Zirkel ein Symbol geben, das ihre Generation überlebte und später eine lebendige Erinnerung und Mahnung für die Ideale des Abendzirkels sein sollte. Leider musste die Linde 1938 beim Abbruch der alten Kirche weichen. Im Jubiläumsjahr 1952 trug der Abendzirkel beim Bau eines neuen Dorfbrunnens das seinige dazu bei und spendete ein neues Denkmal in Form der Brunnenplastik: Zwei singende Knaben.
Eisenbahnstrecke Luzern- Langnau
Am 11. August 1875 wurde die Eisenbahnstrecke Luzern- Langnau (Choli) eröffnet. Der Bahnbau hatte auch im Abendzirkel verschiedentlich und viel zu reden gegeben. Es galt da vor allem die Interessen von Littau zu vertreten, wobei man mit den Kriensern ins Garn geriet, welche die Linie von Blatten übers Renggloch und Kriens nach Luzern geführt wissen wollten. Im Abendzirkel war man sich einig, dass die Bahn über Littau geführt werden sollte, was dann auch ausgeführt wurde.
Kaplanei und Pfarrei
Auch am Pfarreileben nahm der Abendzirkel regen Anteil. Dass der Kaplan ab 1. September 1871 zu Recht als Herr Pfarrer angesprochen werden konnte, war ein grosses Verdienst des Abendzirkels. Im Abendzirkel sind die Eingaben ans Kirchendepartement um Errichtung einer selbstständigen Pfarrei vorbesprochen, redigiert und Unterschriftensammlungen im Volk organisiert worden.