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Wissen über Luftbelastung
Im Allgemeinen wird Wissen als wichtige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für umweltbewusstes Verhalten angesehen. Wenn eine Person nichts über die Funktionsweise und die Auswirkungen der Luftverschmutzung weiss, wird sie das Risiko kaum adäquat einschätzen können, und wenn sie die zur Verfügung stehenden Handlungsmöglichkeiten nicht kennt, wird sie sich vermutlich auch bei angemessener Risikoeinschätzung nicht dementsprechend verhalten.
Zudem ist das Wissen innerhalb der Bevölkerung ein Indikator für das allgemeine Interesse an Fragen zur Luftbelastung.
Auf die Frage „Welches sind die drei wichtigsten Massnahmen, um die Luftbelastung zu verringern“ konnten im Jahr 2015 56% der Befragten drei Massnahmen nennen, 4% konnten oder wollten keine einzige Massnahme auflisten.
Am häufigsten wurden Massnahmen zu den Bereichen Mobilität (20% aller Antworten), Energie (17%) und Technologie (10%) genannt. Diese Antworten, wenngleich sie sich teilweise eher auf Ziele als auf spezifische Massnahmen beziehen (Reduktion des Energieverbrauchs oder des Ausstosses von Emissionen), sind richtig und deuten darauf hin, dass sich diese Befragten bereits mit der Thematik beschäftigt haben. 21% aller Antworten waren sehr allgemein gehalten und bezogen sich eher auf den Umweltschutz generell (z.B. Sorge zur Natur, Eigenverantwortung erhöhen) oder auf weitere politische Bereiche. Es wird davon ausgegangen, dass Personen, die eine oder mehrere solcher Massnahmen genannt haben, über wenig handlungsrelevantes Wissen bzgl. der Verringerung der Luftbelastung verfügen.
Weiterhin wurden die Personen gebeten, die Entwicklung der Luftqualität in den letzten 10 Jahren einzuschätzen. Die Hälfte aller Befragten war der (korrekten) Ansicht, die Luftqualität habe sich verbessert, fast genauso viele vermuteten eine Verschlechterung. Dies weist darauf hin, dass Informationen über die beträchtlichen Erfolge, die im Bereich der Luftreinhaltung erzielt werden konnten, die Bevölkerung noch nicht ausreichend erreicht haben.
Die Resultate zeigen, dass ein grosser Teil der Bevölkerung sich bereits mit der Thematik der Luftverschmutzung auseinander gesetzt hat. Die Tatsache, dass knapp die Hälfte aller Befragten keine drei Massnahmen nennen konnten und ebenso viele Personen die Entwicklung der Luftbelastung in den letzten Jahren falsch einschätzen, zeigt jedoch, dass das Wissen begrenzt ist. Aus diesem Grund wird der Indikator als neutral bewertet.
Die Resultate beruhen auf einer schweizweiten telefonischen Befragung des gfs-zürich. Befragt wurde eine nach dem Random-Quota-Verfahren ausgewählte Stichprobe von 1013 Personen. Die Stichprobe entspricht den Kriterien der Repräsentativität.
Die Befragung erfasst unterschiedliche Aspekte der Umweltbelastung sowie des Wissens und der Einstellung zu bestimmten Umweltthemen.
Die Frage zum Wissen zur Luftbelastung lautete „Welches sind die drei wichtigsten Massnahmen, um die Luftbelastung zu verringern?“, dabei waren keine Antwortoptionen vorgegeben. Als korrekte Antworten werden sowohl die Reduktion von Verkehr, Energie und Emissionen gewertet als auch die wichtigsten konkreten Aktivitäten, die zu einer solchen Reduktion führen („vermehrt den öffentlichen Verkehr benutzen“, „weniger heizen“ usw.). Als Indikator für fehlendes Wissen wurden neben explizit falschen Antworten auch sehr allgemein gehaltene Antworten gewertet, die sich grösstenteils auf alle Bereiche des Umweltschutzes oder andere politische Themen anwenden lassen (beispielsweise „“Eigenverantwortung erhöhen“, „Sorge zur Natur“, „andere Länder müssen etwas machen“).
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