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Treibhausgasemissionen 2007 deutlich gesunken
Bern, 16.04.2009 - Die schweizerischen Treibhausgasemissionen sind 2007 gegenüber dem Jahr 2006 um 1,9 Millionen Tonnen auf insgesamt 51,3 Millionen Tonnen zurückgegangen. Sie liegen 1,4 Millionen Tonnen (2,7 %) niedriger als 1990. Dies geht aus dem aktuellen Treibhausgasinventar der Schweiz hervor, das am 15. April 2009 an die UNO übermittelt wurde.
Wie der Vergleich der Treibhausgasemissionen zwischen den Jahren 2007 und 2006 zeigt, sind vor allem die Emissionen aus Brennstoffen markant um 9 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang ist zu etwa einem Drittel auf die sehr milden Temperaturen der Wintermonate im Jahr 2007 zurückzuführen. Die Hauptursache dürfte aber die Verteuerung der Heizölpreise seit 2004 sein. Im Jahr 2007 stiegen die Preise kontinuierlich von etwa 70 Rappen pro Liter im Januar auf über 1 Franken pro Liter im Dezember an. Einen Einfluss dürfte auch die verstärkte Nutzung von alternativen Energieträgern (Holz, Sonne, Umgebungswärme) haben.
Die Treibstoffemissionen (Benzin und Diesel) haben dagegen im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent zugenommen. Mehrere Gründe dürften dafür verantwortlich sein:
- Das starke Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent im Jahr 2007 trieb die Emissionen nach oben, weil die Transporte zunahmen.
- Der Preisanstieg beim Rohöl wirkte sich bei den Treibstoffen aufgrund der höheren Steuerbelastung prozentual weniger stark auf den Endpreis aus als bei den Brennstoffen (zwischen 2004 und 2007 haben sich die Benzinpreise um 20 Prozent erhöht, die Heizölpreise um 62 Prozent). Bei den Treibstoffen war der emissionsmindernde Preiseffekt zu gering um die Zunahme der Emissionen wegen des kräftigen Wirtschaftswachstums zu kompensieren.
- Ein weiterer wichtiger Faktor dürfte der Tanktourismus sein. Im Jahr 2007 lag der Dieselpreis in der Schweiz wegen des starken Euro erstmals deutlich unter dem Preisniveau in Deutschland. Im Grenzverkehr wurde es attraktiv, Dieselfahrzeuge in der Schweiz zu betanken und nicht im Ausland. Gemäss Absatzprinzip müssen die in der Schweiz verkauften Treibstoffmengen vollumfänglich im schweizerischen Treibhausgasinventar ausgewiesen werden, auch wenn der Treibstoff für Fahrten im Ausland verwendet wird.
Ebenfalls leicht zugenommen haben die Emissionen aus der Landwirtschaft. Dies ist ein Abbild der in den letzten Jahren wieder leicht angestiegenen Rindviehbestände. Zwischen 1990 und 2004 waren diese um fast 17 Prozent zurückgegangen. Leicht abgenommen haben die Emissionen aus dem Abfallsektor, nachdem diese in den Vorjahren noch angestiegen waren.
Treibhausgasinventar als Gradmesser für Kyoto-Protokoll
Das Treibhausgasinventar ist das wichtigste Element, um zu überprüfen, ob die Schweiz ihre Vorgaben zur Reduktion der Treibhausgasemissionen gemäss Kyoto-Protokoll erreichen kann. Zwischen 2008 und 2012 gilt es, den Ausstoss der wichtigsten Treibhausgase gegenüber 1990 um 8 Prozent zu senken (von 52,8 auf 48,6 Mio t). Neben der Emissionsentwicklung sind für die Zielerreichung zwischen 2008 und 2012 der Zukauf von ausländischen Emissionszertifikaten (Schätzung: 2 Mio. t/Jahr) und die Senkenleistung des Schweizer Waldes (Schätzung: 0.7 Mio. t/Jahr) zu berücksichtigen. Unter Einbezug der Waldsenkenleistung und der zugekauften Emissionszertifikate kann die Schweiz das Kyoto-Ziel erreichen..
Die für das CO2-Gesetz relevante CO2-Statistik des Jahres 2008 wird Anfang Juli 2009 vorliegen.
Kasten
Weltweite Entwicklung der CO2-Emissionen
Zwischen 1990 und 2007 haben die weltweiten CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern und industriellen Prozessen, je nach Quelle, um 34 bis 38 Prozent auf über 32 Milliarden Tonnen CO2 zugenommen. Dazu kommen zirka 20 Milliarden Tonnen CO2-Äequivalente aus den Emissionen von Methan, Lachgas, synthetischen Gasen und aus der Abholzung. Lag die Zunahme der CO2-Emissionen zwischen 1990 und 1999 noch bei etwa 1 Prozent pro Jahr, so stieg sie in der Periode 2000 – 2007 auf 3,5 Prozent pro Jahr. Diese Zunahme ist stärker als das ungünstigste Szenario, das der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) seinen Prognosen zugrunde gelegt hat und daher sehr besorgniserregend, auch wenn die momentane Weltwirtschaftskrise wahrscheinlich zu einer Reduktion dieser hohen Wachstumsraten führen wird. Die fünf weltweit grössten Emittenten, China (24 % der globalen CO2-Emissionen), USA ( 21 %), EU-15 (12 %), Indien (8%) und Russland (6 %), sind für fast drei Viertel der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Die Pro-Kopf Emissionen dieser Länder sind allerdings sehr unterschiedlich. Sie betragen in den USA 19,4 Tonnen pro Kopf, in Russland 11,8 t/Kopf, in der EU-15 8,6 t/Kopf, in China 5,1 t/Kopf und in Indien 1,8 t/Kopf. In der Schweiz beträgt die CO2-Emission 5,8 t/Kopf. Berücksichtigt man auch die grauen Emissionen, die durch den Import von Konsumgütern und elektrischem Strom entstehen, so steigen in der Schweiz die CO2-Emissionen auf über 10 t/Kopf.
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