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Der Ausdruck «pudelwohl» oder «pudelnass» ist allgemein bekannt, aber was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie das Wort Pudel hören? Denken Sie vielleicht an ein verwöhntes Schosshündchen, an den Seelentröster einer einsamen alten Dame? Oder an einen extravagant frisierten Ausstellungspudel, dem sie keine sportlichen Leistungen zutrauen? Dieses Rasseporträt soll Ihnen helfen, die traditionsreiche Hunderasse richtig einzuordnen.
Text: Rosa Engler
Der begehrte Jagdhund
Es gab eine Zeit, bis ins 19. Jahrhundert, da hatte der Pudel einen aussergewöhnlich guten Ruf. Damals war er als begehrter Jagdhund vorwiegend bei der Entenjagd im Einsatz und seine Qualitäten wurden von Jägern und Kynologen sehr gelobt.
Heute ist der Pudel dabei, sich diesen Ruhm zurückzuerobern. Immer mehr Leute entdecken im Pudel den Allrounder unter den Hunden. Aber wirklich im Trend ist er nicht, er ist höchstens ein Geheimtipp und das ist gut so, denn in der Regel leidet die Qualität der Rasse bei grosser Nachfrage.
Wurzeln im Mittelalter
Die ersten Pudel waren grosse Hunde. Die Wurzeln des Pudels gehen vermutlich fast bis ins Mittelalter zurück und die genaue Herkunft lässt sich nicht mehr vollständig nachvollziehen. Das Wort «Pudel» soll mit dem Wort «Pfudel» (Pfütze) verwandt sein und es bringt diesen Hund mit dem Wasser in Verbindung. In England wurde das Wort «Pudel» (Poodle) 1643 zum ersten Mal schriftlich erwähnt, und zwar im Zusammenhang mit einem grossen weissen Wollhund, der aus einer vornehmen deutschen Zucht gekommen sein soll und der als Geschenk an Prinz Rupert ging. Zu dieser Zeit war der Pudel offenbar in Deutschland bereits ein Begriff.
Der erste Standard für den Grosspudel wurde 1880 in Berlin aufgestellt. Wer in den alten Zuchtbüchern der SKG nachschaut, wird in den ersten Bänden die Pudel-Einträge unter den Jagdhunden finden. Erst 1936, durch die offizielle Anerkennung der FCI, wird der Pudel als Begleithund der Gruppe 9 zugeteilt.
Dass der Pudel heute als französische Hunderasse gilt, ist dem Einsatz von Mademoiselle Jeancourt-Galignani zu verdanken, die sich viele Jahre intensiv für den Pudel eingesetzt hatte. Jeancourt war lang Präsidentin des französischen Pudelclubs und führt den Pudel auf die Wasserhunde oder genauer gesagt auf den Barbet zurück. Sie geht davon aus, dass die verschiedenen Grössen aus dem Mittelpudel entstanden sind, während damals die deutschen Kynologen der Meinung waren, dass alle Pudel auf den Grosspudel zurück gehen und dass seine Herkunft Deutschland sei. Wäre der Zweite Weltkrieg nicht ausgebrochen, dann würde heute der Pudel vermutlich auch offiziell als geutsche Hunderasse gelten. Nachträglich ist es schwierig, schlagkräftige Beweise für eine Richtigstellung zu finden. Zudem ist es möglich, dass der Pudel gleichzeitig in verschiedenen Ländern aus einer Vermischung von Wasser-, Hirten- und Jagdhunden entstanden ist.
Durch das clownhaft fröhliche Wesen, seine Fähigkeit, schnell zu lernen, und seine enorme Beweglichkeit gehörte der Pudel schon im 17. Jahrhundert auch zu den Lieblingshunden der Schausteller auf Jahrmärkten.
Auch in Königshäusern war der stattliche Pudel ein sehr beliebter Jagdbegleiter. In den deutschsprachigen Ländern kennt man im Volksmund für die Grosspudel noch heute die Bezeichnung «Königspudel». In vornehmen Häusern, wo man kleine Bichons als Schosshunde hielt, kam es auch zu Verpaarungen zwischen Pudeln und Maltesern, Bolognesern oder Bichons frisés. Auf diese Weise erklärt man sich die Entstehung der kleineren Pudel.
Das Wollfell des Pudels
Das Fell des Pudels gehört zur Besonderheit dieser Hunderasse. Es hat den grossen Vorteil, dass vom Pudel keine ausgefallenen Haare an den Kleidern oder am Teppich kleben. Die bleiben alle beim Kämmen in der Bürste oder im Kamm hängen. Zudem ist es sehr angenehm, dass der wollige Pudel keinen üblen Hundegeruch verbreitet und dass er beim Menschen kaum Allergien auf Hundehaare auslösen kann. Man sollte aber wissen, dass man beim Pudel den Gang in den Hundesalon nicht als Luxus, sondern als notwenige Pflege akzeptieren muss. Das Kürzen des Fells ist nötig, um dem Pudel freie Sicht zu gewähren. Das Wollfell sollte regelmässig gebürstet werden, damit es nicht verfilzt. Das Zurückschneiden des Wollfells kennt man schon sehr lang. So gibt es zum Beispiel römische Münzen, die pudelartige Hunde in einer Löwenschur zeigen. Diese eigenartig anmutende Frisur soll dem wollhaarigen Hund das Schwimmen erleichtert haben.
Die eher Anstoss erregende Löwenschur war die ursprüngliche und lange die einzige Schur des Pudels. Offenbar gab es auch eine Zeit, in der diese Löwenschur dem damaligen Zeitgeist entsprach. Das Löwchen oder der Portugiesische Wasserhund wird noch heute in dieser Schur ausgestellt. Beim Pudel werden seit 1966 auch andere normalere Schurarten offiziell zum Ausstellen zugelassen, aber die Chancen, mit einem normal frisierten Pudel im Ausstellungsring auf einen der ersten Plätze zu kommen, sind leider sehr gering. Die meisten Schönheitsrichter lieben die Extravaganz. Sie finden, sie bringe diesen eleganten Hund noch besser zur Geltung. Vor 1966 durfte also auch der Pudel nur in der Löwenschur ausgestellt werden. Während des Zweiten Weltkriegs mussten in Deutschland sogar alle Pudel, mit denen gezüchtet wurde, in der Löwenschur frisiert sein. Alle anderen Schuren galten damals als «undeutsch» und anders geschorene Pudel wurden nicht zur Zucht zugelassen. Zum Glück ist man heute diesbezüglich vernünftiger geworden. Heute gibt es für den fröhlichen Haushund-Pudel keine Vorschriften, wie er geschoren werden soll. Man kann auch einen Pudel problemlos in einer kurzhaarigen Lockenfrisur scheren lassen, so wie man das beim Lagotto oder bei den Pudel-Mischlingen macht.
Unveränderbares, liebenswürdiges Wesen
Das Aussehen des Pudels hängt ganz von seiner Frisur ab. Dass aber die Frisur keinen Einfluss auf das Wesen des Hundes nehmen kann, sollte allen klar sein und doch fängt der Pudel vermutlich die meisten Vorurteile wegen seiner extravaganten Frisuren ein, in denen er oft an den Hundeausstellungen gezeigt wird. Der Pudel kam zum ersten Mal in Verruf, als er als Schnürenhund gegen Ende des 19. Jahrhunderts an den ersten Hundeausstellungen als Kuriosität gezeigt wurde. Seine über bodenlangen Filzschnüre waren ihm hinderlich, und so konnte er kaum ein hundegerechtes Leben führen. Damit verloren viele das Interesse am Pudel. Man stelle sich mal vor, wie viel Zeit so ein Hund brauchte, bis seine vom Regen durchnässten Filzzotteln wieder trocken waren. Ursprünglich wurden die Schnürenpudel und die Wollpudel an den Ausstellungen in getrennten Ringen gerichtet. Später war es klar, dass es sich beim Schnürenpudel und beim Wollpudel um die selbe Hunderasse handelt, nur die Fellpflege war unterschiedlich. Heute trifft man nur noch selten auf einen Pudel, der im Schnürenfell gepflegt wird. Seine Filzschnüre müssen regelmässig bis auf die Haut säuberlich voneinander getrennt werden, so dass die Haut atmen kann. Bei den heutigen Schnürenpudeln werden die Filzschnüre in vernünftiger Länge gehalten.
Das zweite Mal passierte es, dass der Pudel in Verruf kam, weil er sich in den 50er- und 60er-Jahren dank seiner neuen Frisur zum weltweit beliebtesten Hund mauserte. Damals kreierte Hans Thum den rassigen Karakul-Schnitt; Ohren, Rute und Rücken wurden kurz geschoren, das Gesicht zierte ein Wollbart und an den Beinen liess man das Fell länger wachsen, das im Übergang am Körper schön egalisiert wurde. Dieser neuen Frisur folgte die gefällige Modeschur mit den behaarten Ohren, dem ausgeschorenen Gesicht und dem Pompon an der Rute. Durch diese neuen, natürlicheren Frisuren und wegen seines angenehmen Wesens wurde der Pudel für viele zum Lieblingshund. Alles was Rang und Namen hatte, zeigte sich mit einem Pudel. Leider ist es für jede Hunderasse schädlich, wenn sie so begehrt ist, denn so machen sich auch unseriöse Züchter ans Werk, denen es an der nötigen Liebe zum Hund fehlt.
Gene über Jahrhunderte fast unberührt
Das reiche Wollfell ist zwar durch die extravaganten Frisuren an den Vorurteilen, die dem Pudel angehängt werden, mitschuldig. Es ist aber auch ein Segen, denn das Verändern einer Frisur wird nur äusserlich mit der Schere vollzogen. So hat sich das Aussehen des Pudels im Laufe der Zeit zwar geändert, aber es betraf immer nur seine Frisur und nie seine Gene.
Da der Pudel über Jahrhunderte genetisch kaum verändert wurde, war er auch für die wissenschaftliche Verhaltensforschung interessant. So kam es zu Forschungszwecken zu Verpaarungen zwischen Pudel und Wolf.
Der Pudel ist ein sehr leichter und harmonisch gebauter Hund, der ein hohes Alter erreichen kann. Eine wissenschaftliche Studie von Dr. Helga Eichelberg aus dem Jahr 1996 belegt, dass der Pudel unter den Hunden (Mischlinge einbezogen) im Durchschnitt das höchste Alter erreichen kann. Die Langlebigkeit des Pudels beweist, dass er nicht zu den sogenannten Qualzuchten gezählt werden darf. Für die Erhaltung des gesunden Pudels ist es aber wichtig, dass seriöse Züchter ans Werk gehen, die sich dafür einsetzen, dass die Vorschriften der Rasseclubs in die richtige Richtung laufen. Die oberste Priorität sollte immer die Erhaltung der Gesundheit und nicht die Schönheit sein. Der Rat der Genetiker, der Gesundheit zuliebe mit möglichst fremden Linien zu züchten, sollte unbedingt befolgt werden, denn nur so können gewisse Erbkrankheiten, deren Verbreitung noch nicht vollständig erforscht ist (beispielsweise Epilepsie, HD, Allergien und Patella-Probleme), wirksam eingedämmt werden. Die zur Erblindung führende Netzhaut-Krankheit (PRA) hat man inzwischen durch die vorgeschriebenen Gentests gut in den Griff bekommen.
Die Grössen
Heute kennt man in den FCI-Ländern Pudel in vier Grössen: Den Grosspudel (45 bis 62 cm), den Mittelpudel (35 bis 45 cm), den Zwergpudel (28 bis 35 cm) und den Toypudel (23 bis 28 cm). In den USA und in England werden die Pudel nur in drei Grössen gezüchtet. Unsere Zwergpudel werden dort zu den Mittelpudeln gezählt. Diese nennen sie «Miniatures».
Auffällig ist das leichte Gewicht des Pudels. Ein Grosspudel mit einer Schulterhöhe von rund 60 cm bringt oft nur 20 bis 25 Kilo auf die Waage. Der um 20 cm kleinere Mittelpudel wiegt ungefähr 7,5 Kilo. Die Zwerge wiegen oft nur rund 5 Kilo und das Gewicht der kleinen Toypudel wird sich zwischen 2 und 4 Kilo bewegen. Diese «Fliegengewichte» tragen vermutlich auch dazu bei, dass der Pudel oft ein sehr hohes Alter erreichen kann.
Die Farben
Die ersten Pudel waren oft zweifarbig. Seit 1936 schreibt der offizielle FCI-Standard einfarbige Pudel vor, während national in vielen Ländern an den Ausstellungen auch die zweifarbigen Pudel zugelassen werden. Sie warten aber immer noch auf die offizielle Anerkennung der FCI. Die gefleckten Pudel werden Harlekins oder Parti-Poodle genannt und die Black-and-Tans zeigen ein Fellmuster, wie wir es zum Beispiel vom Dobermann kennen. Ursprünglich wurden offiziell nur die Farben Weiss, Schwarz und Braun im FCI-Standard beschrieben. 1966 kam auch die silbergraue Farbe dazu und zehn Jahre später werden die Apricot-Pudel offiziell zugelassen. Seit 2007 werden nun auch die «roten» Pudel im Standard unter der Farbe «fauve» als weitere Farbvariante aufgeführt.
Bei den Silberpudeln gibt es eine Besonderheit. Sie werden schwarz geboren und innerhalb von ca. sechs Monaten verwandelt sich die Farbe in Silbergrau. Dieses Gen, das die frühe Ergrauung bringt, möchte man bei den anderen Pudelfarben möglichst vermeiden. Die Farben Braun und Apricot sind eine Herausforderung für den Züchter, weil nicht alle ihre kräftige Farbe bis ins hohe Alter halten können. Man darf aber nicht vergessen, dass die Erhaltung der Gesundheit wichtiger ist als eine gute Farbe. In diesem Sinn wurden in den letzten Jahren auch die Bestimmungen des Pudelclubs gelockert. Zur Erweiterung des Genpools werden heute auch Sonderbewilligungen für Verpaarungen zwischen verschiedenen Farben erteilt, wie zum Beispiel Braun x Schwarz oder Schwarz x Weiss oder Silber x Weiss. In den USA wurden die Farben schon seit jeher miteinander vermischt.
Bei den weissen Pudeln sind Hautprobleme vielleicht etwas häufiger verbreitet und bei Tränenaugen verfärbt sich das weisse Fell rot an den Stellen unter den Augen, die von der Tränenflüssigkeit benässt werden. Auch bei Allergien verfärben sich gewisse Fellstellen bei den weissen Pudeln rötlich. Die gleiche Reaktion mit den roten Haaren unter den Augen können wir auch bei den Silberpudeln feststellen.
Der Unwiderstehliche
In der Broschüre des Schweizer Pudelclubs habe ich das Erscheinungsbild dieses fröhlichen und charmanten Begleithundes wie folgt kurz zusammengefasst:
Ob gross oder klein, alle Pudel haben eine selbstbewusste Haltung. Kopf und Rute werden stolz getragen. Der leichtfüssig tänzelnde Gang auf den kleinen Pfoten wirkt sehr grazil. Die Brust ist gut ausgebildet und die parallel stehende Vor- und Hinterhand ist gut gewinkelt und schön bemuskelt. Der schmale Kopf mit dem langen Fang wirkt elegant, das Kinn ist ausgeprägt und die dunklen mandelförmigen Augen vermitteln einen feurigen und aufgeweckten Ausdruck. Erwünscht ist ein möglichst vollständiges Scherengebiss mit gutem Rachen und Lefzenpigment. Das Gesicht wird von den eng anliegenden und gut befransten Hängeohren eingerahmt. Das weiche Lockenfell und das verspielte und beziehungsfreudige Temperament des Pudels wirken sehr ansprechend. (Genaueres zum Aussehen findet man im FCI-Standard über die Website www.fci.be.)
Die Rehabilitierung
Leider gibt es immer wieder Leute, die glauben, dass so ein auffällig frisierter Hund zu nichts zu gebrauchen sei. Die hier gezeigten Bilder werden Ihnen aber zeigen, dass das nicht zutrifft. Dem Pudel ist es egal, wie er geschoren wird. Er zeigt sich in jeder Frisur als stolzer Hund, der sich gern alle Mühe gibt, seinem Besitzer zu gefallen. In der Erziehung des Pudels braucht man keinen militärischen Ton anzuschlagen. Er reagiert lieber auf leise Kommandos.
Auch John Suter aus Alaska glaubte vorerst, der Pudel sei vorwiegend ein verwöhnter Sofahund, bis er einmal so ein Energiebündel zu hüten hatte. Da änderte er seine Meinung schlagartig. Er war vom Temperament und von der Intelligenz dieses Hundes derart begeistert, dass er sich in den Kopf setzte, selber Pudelbesitzer zu werden und diese Pudel zu Schlittenhunden auszubilden. Er schaffte das Unglaubliche und gewann in Alaska mit seinem Pudelgespann viele Schlittenhunde-Rennen. 90 Mal kam er mit seinen Pudeln aufs Siegerpodest. Dann nahm er mit seinem Pudelgespann dreimal am fast 2000 Kilometer langen Iditarod-Schlittenhunderennen teil, das er erfolgreich im Mittelfeld beenden konnte. Das war in den Jahren 1989 bis 1991. Damit hat er den Beweis erbracht, dass auch der Pudel zu grossen Leistungen fähig ist.
Der begabte Allrounder
Was den Hund zum Pudel macht, ist sein fröhliches und sehr menschenbezogenes Wesen und sein feuriges Temperament. Der Pudel zeigt es besonders überschwänglich, wenn er sich freut. Er kann sich fast genau so gut nur auf den Hinterbeinen bewegen wie auf allen Vieren und seine Sprungkraft ist enorm. So erstaunt es nicht, dass es ein Zwergpudel schaffte, sich im Agility den Weltmeister-Titel zu holen. Es war die weisse Zwergpudel-Hündin Pebbles, die 2006 in Basel zusammen mit Martin Eberle als Weltmeister-Team geehrt wurde.
Mit seinem angeborenen Spieltrieb lässt sich der Pudel leicht für Vieles motivieren. So gab es eine Zeit, in der die französischen Zollbehörden in La Rochelle auch Zwergpudel zu Drogensuchhunden ausbildeten. Diese wurden an engen Stellen eingesetzt, wo ein grosser Hund keinen Zugang hatte. Auch die Zwergpudel-Hündin Siri von Paul Birrer aus Basel bewies ihr Können, als sie im dichten Wald eine ältere Frau rettete. Diese hatte sich im Wald verirrt und eine ganze Nacht im Gebüsch gelegen. Siri bemerkte das auf ihrem Morgenspaziergang und sie bellte so lange, bis ihr Besitzer die am Boden liegende Frau ebenfalls entdeckte. Er benachrichtigte das Spital und die Polizei und so wurde die Frau dank Siri gerettet.
Bei den Mittel- und Grosspudeln gibt es solche, die bereits die anspruchsvolle Rettungshunde-Prüfung absolviert haben. Auch unter den Blindenführhunden gibt es immer mehr Grosspudel, die diese Ausbildung erfolgreich absolvierten. In der Blindenführhundeschule in Liestal haben bereits über 25 Pudel gelernt, Blinde zu führen, und in der Iltztaler REHA-Hundeschule von Maria Gerstmann (A) wird neben den Blindenführpudel und der Therapiepudel zurzeit auch ein Pudel zum Anfalls-Warnhund ausgebildet. Der erste Signalhund, der seiner tauben Meisterin meldete, wenn die Hausglocke oder das Telefon läutete, war ein amerikanischer Grosspudel. Auch in der Kynos-Stiftung in Deutschland, «Hunde helfen Menschen», sind ebenfalls schon mehrere Pudel zu Therapie- und Blindenführhunden ausgebildet worden.
Nicht nur in der Zirkusmanege sind es oft Pudel, die ihr Können zeigen, auch Dogdancing ist eine Beschäftigung, die dem Pudel jeder Grösse Spass machen kann. In Deutschland gibt es sogar Pudel, die im Turnierhundesport auf die vordersten Plätze kommen. Auch im Obedience haben Pudel beachtliche Resultate erzielt und Leute, die gerne wandern, werden über die Ausdauer des Pudels staunen.
In den USA und in Kanada werden immer mehr Pudel wieder zu ihrer ursprünglichen Aufgabe ausgebildet, das heisst, sie machen sich bei der Entenjagd als eifrige Helfer nützlich. Dort werden auch Kurse angeboten, um Pudel zu Hütehunden auszubilden.
Das muss man wissen
Unter den Pudeln gibt es auch heute noch solche, die einen ausgeprägten Jagdtrieb haben. Das zeigt, dass auch der Pudel im Kern ein normaler Hund geblieben ist.
Im Alter von rund sechs Monaten muss beim Pudel darauf geachtet werden, dass der Platz für die zweiten Eckzähne frei ist. Sobald die zweiten Eckzähne am Durchbrechen und die entsprechenden Milchzähne noch nicht ausgefallen sind, müssen diese Milchfangzähne vom Tierarzt unter Narkose gezogen werden. Mit diesem Eingriff kann eine spätere Fehlstellung der Eckzähne (Eckzahn-Engstand) meistens verhindert werden. Das ist ein Problem, das auch bei anderen Klein- und Zwerghunderassen und bei Mischlingshunden vorkommen kann.
Bei allen Hunden mit Hängeohren müssen die Gehörgänge von Zeit zu Zeit von Haaren befreit werden. Ohrenschmerzen kündigen sich meistens mit Kopfschütteln an. Sie sollten auch alle paar Monate mal die Analdrüsen beim Tierarzt oder im Hundesalon kontrollieren lassen. Zudem ist es dem Pudel wohler, wenn man ihm seine Krallen nicht zu lang werden lässt. Diese werden trotz genügend Bewegung gerne zu lang.
Im Winter bei Nassschnee kann sein Fell zum Hindernis werden, weil .sich an den Beinen im Wollfell schwere Schneeballen bilden könnten. Von diesen Schneeklumpen muss man den Pudel befreien, bevor er das selber mit Schneefressen versucht, denn seine Selbsthilfe könnte zu einer Darmentzündung führen. Der Pulverschnee, der bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt fällt, macht aber auch dem Pudel keine Probleme.
Dass man im kalten Winter einen Pudel nicht völlig kahl scheren lässt, wird wohl allen klar sein. Es ist auch keine Schande, im Winter einem geschorenen Pudel einen Pullover oder einen Hundemantel anzuziehen. Pudel in Bewegung frieren zwar nur selten. Sie fangen aber an zu frieren, wenn sie irgendwo an der Kälte warten müssen. Auch das Alter des Pudels spielt eine Rolle. Junge und alte Pudel frieren schneller, weil ihr Fell nicht dicht genug ist.
Da dem Pudel das nachfettende Deckhaar fehlt, darf er mit einem milden Shampoo problemlos häufiger gebadet werden, als das bei anderen Hunderassen üblich ist. So wird er zum Beispiel vor jedem Haarschnitt im Hundesalon gebadet. Sein Fell wird beim Trocknen gekämmt. Das gestreckte Fell lässt sich leichter in die richtige Form schneiden.
Im Allgemeinen hat der Pudel lieber kaltes als warmes Wetter. Aber sein Fell soll ihm auch im Sommer nicht völlig kahl weggeschnitten werden, denn sonst fehlt ihm der nötige Sonnenschutz für seine Haut.
Das regelmässige Bürsten gehört beim Pudel zur nötigen Fellpflege.
Sind Sie neugierig geworden?
Wer mehr über den Pudel, über seine bodenständige Herkunft, seine charmante Art und seine Fellpflege wissen möchte, kann sich auch über die Website des Schweizer Pudelclubs www.pudel-spc.ch erkundigen. Oder sich über den Pudelclub die Broschüre «Der vielfältige Pudel» bestellen oder sich das Buch von Rosa Engler aus dem Kynos-Verlag mit dem Titel «Unser Hund der Pudel» kaufen.
Unser Hund – Der Pudel
Eine alte Rasse neu entdeckt: Dieses Buch wirft eine neue Perspektive auf den traditionsreichen Pudel, der zurzeit wieder stark an Beliebtheit gewinnt. Er ist mehr als nur ein frisierter und verhätschelter Schosshund, sondern ein sehr vielseitiger, sportlicher, vitaler und lebenslustiger Hund mit aussergewöhnlich freundlichem Wesen. Die verschiedenen Kapitel stellen ihn in grossformatigen und seltenen Fotos in seiner ganzen Vielfalt dar und zeichnen ein ausführliches Portrait.
Autorin: Rosa Engler besitzt und züchtet seit vier Jahrzehnten Pudel. Sie war zwanzig Jahre lang Redakteurin für die Vereinszeitschrift des Schweizer Pudelklubs, dessen Ehrenmitglied sie heute ist. Sie pflegt Kontakte zu Pudelfreunden in aller Welt und gilt als eine der besten Rassekennerin im deutschsprachigen Raum. Mit ihrer Familie, ihren Pudeln und Katzen lebt sie in der Schweiz.
Hardcover, 160 Seiten, durchgehend farbig
ISBN: 978-3-938071-82-3
Eigentlich sollte man dem Pudel wünschen, dass er weiterhin ein Geheimtipp bleibt, damit er noch lange so bleiben kann, wie er von den Pudelfreunden seit jeher geschätzt wird; und damit sich weiterhin Leute mit seiner Zucht befassen, deren Leidenschaft es ist, diesen vierbeinigen Allrounder mit grossem Engagement und mit Begeisterung zu züchten.
Hilfreiche Links:
Schweizerischer Pudelclub, www.pudel-spc.ch
Schweizerische Kynologische Gesellschaft, www.skg.ch
Fédération Cynologique Internationale, www.fci.be