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Resultate

Wann sprechen Deutschschweizer Hochdeutsch – und wie gut?
Hintergrund In der Deutschschweiz beschränkt sich der mündliche Sprachgebrauch weitgehend auf den Dialekt. «Nicht Fisch und nicht Vogel» – so wird dagegen die gesprochene Standardsprache in einem Vademecum für Schweizer Mikrophonbenutzer aus den 1970er Jahren charakterisiert. Das Vorurteil besagt, dass Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer die deutsche Standardsprache nicht «gut» und höchst ungern sprechen. Untersuchungen insbesondere zur Aussprache des Hochdeutschen wurden jedoch bisher nur mit überdurchschnittlich gebildeten Deutschschweizerinnen und Deutschschweizern durchgeführt.
Ziel Anhand von Aufzeichnungen des Polizeinotrufs wird eine empirische Untersuchung zeigen, welchen Stellenwert gesprochenes «Schriftdeutsch» im Berufsalltag einer Dienstleistungsinstitution hat. Es soll festgestellt werden, unter welchen Umständen die dort arbeitenden Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer vom Dialekt in die Standardsprache wechseln und wie sie jene «andere» Sprachform realisieren. Anders als in den meisten bisherigen Untersuchungen zur gesprochenen Standardsprache werden in der Studie authentische, nicht eigens für Forschungszwecke provozierte Sprachdaten analysiert.
Bedeutung Die Studie ergänzt bisherige Untersuchungen zur gesprochenen Standardsprache um die Auswertung von Daten aus einer authentischen Alltagssituation. Die Studie verhilft so zu Erkenntnissen über den Stellenwert der gesprochenen Standardsprache im beruflichen Kontext und kann eine empirische Grundlage zur Diskussion liefern, welchen Platz die Standardsprache in der Schule einnehmen soll.
Resultate Helen Christen und ihr Team vom Departement für Germanistik der Universität Freiburg wollten wissen, in welchen Konstellationen bei spontaner Kommunikation im Alltag Dialekt oder Hochdeutsch gesprochen wird. Dazu beobachteten sie Polizisten im beruflichen Alltag – am Telefon mit Personen, die den Notruf wählten. Fazit: Deutschschweizer sprechen mit Deutschschweizern erwartungsgemäss Dialekt. Die Standardsprache kommt nur in der Form von Einsprengseln in den Dialekt vor und sie kann dann unter anderem dazu dienen, einer Aussage besonderes Gewicht zu verleihen. Im Kontakt mit Nicht-Deutschschweizern richten sich Deutschschweizer meistens nach der Sprache der anderen: Spricht der andere gebrochenen Dialekt, wird Dialekt gesprochen, spricht der andere (gebrochene) Standardsprache, wird Standardsprache gesprochen. Spannend für die Forscherinnen: Wie verhalten sich Deutschschweizer, wenn die Kommunikationspartner einen Mix aus Standardsprache und Dialekt sprechen? Was steuert die Wahl der einen oder anderen Sprachform?
Prof. Dr. Helen Christen,
Dokumente:
Departement für Germanistik
Universität Freiburg
+41 26 300 78 85
<email-pii>
| ||Schlussbericht (531KB)

||21.08.2008

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| ||Wissenschaftliche Publikationen im Rahmen des NFP 56 (165KB)

||03.11.2010

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