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Relevanz dieses Anwendungsfeldes
In der Geographie bezeichnet der Ausdruck „Quartier" ein Stadtviertel oder Gebiet, das sich aufgrund sozioökonomischer Ähnlichkeit der Bewohner von seiner Umgebung abgrenzen lässt.1 Im vorliegenden Kontext geht es ebenfalls um Teilräume städtischer Siedlungsgebiete. Jedoch sind Quartiere hier weniger durch Merkmale der Bewohner definiert als vielmehr dadurch, dass eine gemeinsame, lokale Energieversorgungslösung („Quartierslösung") realisiert werden kann. In diesem Sinne kann z. B. auch ein Einkaufszentrum als Quartier bezeichnet werden. Gegenüber Insellösungen, die auf vollständige Autarkie zielen, sind Quartierslösungen grundsätzlich in ein Stromverteilnetz (in der Regel eines einzigen Netzbetreibers) eingebunden.
Quartierslösungen bündeln die Bedarfe vieler Akteure, um deren Stromversorgung hinsichtlich Umwelt- und Ressourcenschonung, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zu optimieren. Hintergrund ist, dass gemeinschaftliche Optimierungsvorhaben aufgrund von Skalen- und Synergieeffekten in der Regel kostengünstiger zu realisieren sind als die Summe individueller Vorhaben. Quartierslösungen haben einen räumlichen und Akteursumfang, der die gemeinschaftliche Optimierung zugleich handhabbar macht. Gegenüber Insellösungen haben sie den Vorteil, dass die Versorgungssicherheit verbessert und die Investitionskosten weiter gesenkt werden können.
1 Spektrum (2020): Lexikon der Geographie – Quartier.
Link ↗ (Zugriff am 15.01.2021).