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Das Schloss Ochsenburg in Niederösterreich steht auf einem Felsvorsprung am rechten Ufer der Traisen im südlichsten St. Pöltner Stadtteil Ochsenburg.
Eine Marmortafel über dem Portal weist darauf hin, dass 1821 Franz Schubert mit seinen Freunden Moritz von Schwind und Franz von Schober hier den Sommer verbrachte. Schober war ein Verwandter des Bischofs Dankesreiter, der die Einladung aussprach. Schubert komponierte hier Teile der Oper Alfonso und Estrella, für die Schober das Libretto verfasste.
Alfonso und Estrella ist eine dreiaktige heroisch-romantische Oper von Franz Schubert. (D 732, 1821/1822). Libretto: Franz von Schober.
Inhalt: Der alte König Froila (Bariton) wurde ins Exil getrieben, nachdem ihn Mauregato (Bariton) und dessen Feldherr Adolfo (Bass) entthront hatten. Dem Feldherrn ist Estrella (Sopran) versprochen, die Tochter des neuen Herrschers. Diese wiederum lernt, nach der Jagd herumirrend in Fels und Wald, Froilas Sohn Alfonso (Tenor) kennen und lieben. Nach einigen Umwegen kommt es zur Versöhnung zwischen den Königen und zur Thronbesteigung Alfonsos.
Ausschnitte aus der Ouvertüre Alfonso und Estrella
Obwohl es Pläne gab, die Oper zu Schuberts Lebzeiten in Wien, Dresden, Berlin und Graz aufzuführen, kam es erst 1854 unter Franz Liszt im Hoftheater Weimar zur Uraufführung. Eine stark bearbeitete Version von Johann Nepomuk Fuchs hatte kurzzeitig gewissen Erfolg, entstellt aber das Werk genauso wie eine spätere von Kurt Honolka. 1977 kam es im britischen Reading zu einer ersten Aufführung in neuerer Zeit, 1978 spielte Otmar Suitner die vollständige Fassung mit namhaften Liedersängern ein, darunter Edith Mathis, Peter Schreier, Dietrich Fischer-Dieskau, Hermann Prey sowie Theo Adam. Bei den Einstudierungen 1991 unter Mario Venzago im Opernhaus Graz und 1997 unter Nikolaus Harnoncourt im Theater an der Wien wurde versucht, durch Kürzungen einen größeren Publikumserfolg zu erzielen. Inzwischen gab es noch mehrere weitere Bühnenaufführungen.
Textbeispiel:
Sei mir gegrüßt, o
Sonne!
Alltäglich neue Wonne
Gießest Du in dieses Herz.
Es saugen Deine Strahlen
Aus jeder Brust die Qualen
Und heilen jeden Schmerz.
Der Schubert Brunnen vor dem Schloss