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LS beim Mann und Knaben
Lichen Sclerosus gilt bei Jungen und Männern nach einer totalen Beschneidung meistens als geheilt.
Bei Männern kann zunächst ein Versuch mit einem hochpotenten Kortison (Clobetasolpropionat) für 3 Monate gemacht werden. Sollte da nicht zum Erfolg führen kommt man wohl an einer Beschneidung nicht vorbei.
Wenn bei Männern zum Zeitpunkt der Beschneidung der LS sehr aktiv war, ist es u.U. nötig auch nach der Beschneidung die betroffenen Stellen der Eichel auch noch weiterhin für einen gewissen Zeitraum mit Kortison zu behandeln, bis sich die Veränderunen zurückgebildet haben.
Binnen 4-6 Monaten, auch bei Befall der Eichel, ist mit einem Rückgang der Symptome zu rechnen und eine weitere Kortisonbehandlung ist in der Regel nicht erforderlich. Abhängig scheint dies von der Dynamik und der Zeitdauer der Erkrankung vor der Operation zu sein. Wenn der Patient in Sorge ist, wäre eine Nachbehandlung (nur der befallenen Stellen) mit Clobetasol dünn zweimal täglich über drei Wochen sicher kein Fehler. Dies wird auch bei Befall der Harnröhrenmündung empfohlen.
Sehen Sie unter "Literatur" die Europäischen Behandlungsrichtlinien (in Englisch) sowie
das Interview mit einem betroffenen Mann (unter www.lichensclerosus.ch, Rubrik "Wer kann betroffen sein" / Männer).
Wenn die Vorhaut enger wird
Die Vorhaut ist ein natürlicher Bestandteil des männlichen äusseren Genitals. So schützt sie die Eichel und die Harnröhre vor Erregern und reizenden Substanzen. Ab und an kommt es jedoch vor, dass sich die Vorhaut auch bei Erwachsenen nicht über die Eichel schieben lässt.
Das kann verschiedene Gründe haben: Eine erworbene Phimose entsteht häufig nach lokalen Entzündungen oder bei dem Versuch, die zu enge Vorhaut gewaltsam zu weiten. Das verletzte Gewebe vernarbt und ist in der Folge weniger flexibel. Diabetiker tragen grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für Infektionen in der Geschlechtsregion. Dadurch sind sie besonders gefährdet, durch wiederkehrende entzündliche Prozesse der Vorhaut eine sekundäre Phimose zu erleiden.
Auch ein Lichen Sclerosus kann auftretende Verhärtung der Vorhaut hervorrufen. Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die multifaktoriell und teilweise auch genetisch bedingt ist.
Der Lichen Sclerosus betrifft üblicherweise zunächst die Vorhaut und/oder die Eichel. Die erkrankten Hautstellen werden weiss, bei der später zusätzlich einzeln oder in Gruppen weisslich, harte Hautknoten entstehen. Diese können miteinander verschmelzen und an Narbengewebe erinnern. Beim Mann lässt sich aufgrund der Verhärtung (Sklerose) der Haut die Vorhaut nicht mehr, oder nur mit Mühe zurück schieben. Dadurch ist die Intimhygiene erschwert.
Infektionen unter der Vorhaut können dann eine dauerhafte Entzündung der Eichelhaut (Balanitis) auslösen. Die Haut reisst leicht ein, was zusätzlich schmerzhaft ist und den Geschlechtsverkehr behindert. Häufig bereitet bereits die Erektion an sich Schmerzen. Wird die Krankheit nicht therapiert, kann sich zudem die vernarbte Harnröhre verengen, so dass sich der Harnstrahl abgeschwächt oder kein Urin mehr austreten kann. Auch beim Wasserlassen können Schmerzen auftreten.
Der Lichen Sclerosus ist nicht ansteckend und nicht übertragbar, seine Ursachen sind bis heute nicht eindeutig bekannt. Viele Männer haben Hemmungen mit der Erkrankung zum Arzt zu gehen, sodass viele Patienten nicht oder erst spät erkannt werden. Und genau das ist ein Fehler! Lichen Sclerosus gilt zwar grundsätzlich als nicht heilbar, aber behandelbar. Ein weiteres Fortschreiten der Krankheit kann bei adäquater Behandlung im besten Fall gestoppt werden. Hierzu ist es sehr wichtig, dass der betroffene Mann Kontakt mit einem Urologen oder einem Dermatologen aufnimmt. Erfahrungsgemäss haben einige Fachärzte insbesondere aufgrund des seltenen Auftretens keine ausreichenden Kenntnisse über diese Krankheit, so dass man sie bei Verdacht hierauf ansprechen sollte.
Hilfestellung für Betroffene bietet der Verein Lichen Sclerosus (www.lichensclerosus.ch), welcher länderübergreifend aktiv ist, wichtige Aufklärungsarbeit leistet und Betroffenen den Austausch und die Vernetzung ermöglicht.