Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/159109

<h2>SubmittedText<h2><p>Ist der Bundesrat bereit, eine niederschwellige Anlaufstelle für Lehrlinge einzurichten und finanziell zu unterstützen, damit Probleme in der Lehre frühzeitig angegangen werden und Lehrabbrüche möglichst verhindert werden können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zur Problematik der Lehrabbrüche hat sich der Bundesrat bereits in der Stellungnahme zum Postulat Munz 15.3430 eingehend geäussert. Von 2009 bis 2011 hatte der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen das Call Center Berufsbildung geführt. Dieses Call Center mit einer nationalen, kostenlosen 0800-Telefonnummer war als zentrale Anlaufstelle für alle konzipiert, die Fragen rund um die Berufsbildung hatten. Der Schwerpunkt lag auf Fragen im Zusammenhang mit bestehenden Lehrverhältnissen. Spezifische Zielgruppen des Call Centers waren Lernende und Lehrbetriebe.</p><p>Das Call Center wurde wegen mangelnden Interesses eingestellt. Es erhielt knapp fünf Anrufe pro Monat. Die Lehrbetriebe und die Lernenden bevorzugten den direkten Kontakt mit dem kantonalen Berufsbildungsamt.</p><p>Die kantonalen Berufsbildungsämter unterstützen sowohl Lernende als auch Lehrbetriebe bei Fragen und Schwierigkeiten während der Ausbildung. Sie stellen ausserdem die Koordination zwischen den an der beruflichen Grundbildung Beteiligten sicher und erfüllen damit die Aufgaben der Kantone gemäss Artikel 24 des Berufsbildungsgesetzes.</p><p>Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsbildungsämter berücksichtigen bei Konflikten die Sicht aller Lehrvertragsparteien und haben die Kompetenz, Massnahmen einzuleiten. Sie informieren die Lernenden schriftlich (u. a. im Internet und auf Merkblättern zum Lehrvertrag) und mündlich (z. B. in den Berufsfachschulen) über ihre Dienstleistungen. Lernenden stehen darüber hinaus weitere Unterstützungsangebote zur Verfügung (u. a. auch die nationale 24-Stunden-Telefonhotline "Beratung + Hilfe 147" von Pro Juventute). Diese Angebote werden u. a. im Rahmen der Umsetzung des Berufsbildungsgesetzes, der Verordnung über Massnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie zur Stärkung der Kinderrechte und des nationalen Programms zur Prävention und Bekämpfung von Armut vom Bund unterstützt.</p><p>Aufgrund der gemachten Erfahrungen mit dem Call Center Berufsbildung erachtet der Bundesrat eine Anlaufstelle auf Bundesebene nicht als zielführend.</p>  Antwort des Bundesrates.