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© Marcel Burkhardt
Populationsdynamik von Wiedehopf und Wendehals
Warum Wiedehopf und Wendehals in der Schweiz so selten geworden sind, wird in diesem Projekt erforscht. Die hier gewonnenen Erkenntnisse fliessen direkt in den Schutz und die Förderung dieser beiden Prioritätsarten ein.
Ziele
Die Bestände von Wiedehopf und Wendehals haben in der Schweiz in den letzten 50 Jahren stark abgenommen. Beide Arten sind Prioritätsarten, Zugvögel, Höhlenbrüter im Landwirtschaftsgebiet und Nahrungsspezialisten. Mögliche Ursachen für den Rückgang dieser beiden Arten sind deshalb in der reduzierten Erreichbarkeit oder Dichte der Beutetiere, in einem Rückgang des Brutplatzangebotes oder in der Verschlechterung der Überwinterungsquartiere zu suchen. Die relative Bedeutung dieser möglichen Rückgangsursachen ist jedoch weitgehend unbekannt, was effiziente Schutzbemühungen erschwert.
Vorgehen
Im Wallis wurden in den letzten 10 Jahren rund 700 Nistkästen für die beiden Arten aufgehängt. Die Populationsentwicklung der beiden Arten wurde seither verfolgt. Zudem wurde der Bruterfolg erhoben und die Jung- und Altvögel markiert. Anhand eines Populationsmodells kann untersucht werden, welche demographischen Prozesse (Fortpflanzung, Überleben, Immigration, Emigration) die Bestandsveränderungen hauptsächlich verursachen. Um mehr über die Orte der Überwinterung herauszufinden werden konventionelle (Ringfundanalyse) und neue Methoden (stabile Isotopen, Geolocator) eingesetzt.
Aktuell untersuchen wir, ob und wie Umweltbedingungen, die die Wiedehopfe ausserhalb der Brutgebiete entlang ihrer Zugwege und im Überwinterungsquartier antreffen, die Bestandsentwicklung beeinflussen (Doktorarbeit Rien van Wijk). Diese Studie wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt.
Im Rahmen des Projekts führte auch Thomas Reichlin seine Doktorarbeit durch. Weitere Aspekte sind durch Masterarbeiten an den Universitäten Bern und Zürich untersucht worden (Barbara Hildebrandt, Yves Bötsch, Valérie Coudrain, Laura Dafond, Samuel Ehrenbold, Stephanie Geiser, Aline Ioset, Fabio Leippert, Murielle Mermod, Patricia Portner, Michael Schaad, Baptiste Schmid, Matthias Tschumi, Nadja Weisshaupt, Silvia Zingg).
Ergebnisse
Beide Arten suchen ihre Nahrung an Stellen am Boden, die eine lückige Vegetationsdecke aufweisen. Eine wichtige Komponente für die grossräumige Abnahme von Wiedehopf und Wendehals ist deshalb wohl die Verdichtung der Vegetation durch Düngung.
Erste Resultate zur Beurteilung der Überwinterungsgebiete basierend auf den Geolocatoren zeigen, dass die Wiedehopfe aus dem Wallis im Sahelgebiet überwintern. Die Überwinterungsgebiete weisen eine sehr starke räumliche Streuung auf und reichen von Niger bis Senegal. Hingegen überwintern die Wendehälse aus der Walliser Brutpopulation in Südspanien und Nordmarokko – sie sind entgegen unserer Erwartungen nur Kurzstreckenzieher.
Die Demographie der beiden Arten ist überraschend ähnlich. Die Wiedehopfpopulation nahm stark zu, was durch den hohen Bruterfolg und die Immigration begünstigt war. Der Wendehalsbestand hingegen blieb recht konstant. Der Bruterfolg beider Arten hängt von der Witterung ab, wobei dies beim Wiedehopf stärker ausgeprägt ist als beim Wendehals.
Wendehalsterritorien sind charakterisiert durch einen bedeutenden Anteil an offenem Boden, durch eine hohe Dichte an Ameisennestern und durch das Vorhandensein von Nisthöhlen. Diese Voraussetzungen können in unterschiedlichen Lebensräumen wie Rebbergen, Hochstammobstgärten, Parks oder sogar in Niederstammanlagen erfüllt sein. Geeignete, künstliche Nisthöhlen fördern zudem den Bruterfolg.
Projektleitung
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Donatoren
Publikationen
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