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Edelsteinfassen ist die Kunst des sicheren Einfassens oder Anbringen von Edelsteinen an Schmuck. Edelsteinfassungen werden vor allem bei Verlobungsringen und Trauringen eingesetzt, denn häufig veredelt ein Diamant, Saphir oder Rubin den Ring der Verlobten bzw. Ehefrau.
Geschichte
Es gibt eine alte Legende, die besagt, dass Prometheus das Fragment eines Steines in Eisen fasste, um ihn dann an seinem Finger zu tragen. Der Legende aus der griechischen Mythologie zufolge war dies der erste Ring und die erste Edelsteinfassug.[1] Der Titan Prometheus verschaffte uns also den Schmuck und die Edelsteinfassungen?
Es lässt sich zumindest sagen, dass der Ring zum ältesten Schmuckstück in der Menschheitsgeschichte gehört. Die ersten Ringe gab es bereits in der Antike. Die Weiterentwicklung zu Ringen mit Edelsteinen geschah im Mittelalter. Zu dieser Zeit galten Ringe auch als eine Art Statussymbol.
Cabochon und Facetten
Es gibt zwei allgemeine Arten von Edelsteinschliffen: Cabochon und Facetten.
Cabochons sind glatte, oft gewölbte Schliffe mit einer flachen Rückseite. Achate und Türkis werden in der Regel so geschliffen, doch Edelsteine wie Rubine, Smaragde und Saphire können auch so geschliffen werden. Viele Steine, wie Sternsaphire und Mondsteine, müssen auf diese Weise geschliffen werden, um die Wirkung der Steine hervorzuheben.
Die andere Art von Stein wird allgemein als facettiert bezeichnet, bei dem der Stein die Form eines modernen Diamanten hat, mit einem dünnen Rand, der Gürtel genannt wird, dem oberen Teil, der Krone genannt wird und dem unteren Teil, der Pavillon genannt wird. Bei einem Cabochon-Stein wird die Seite des Steins in der Regel in einem flachen Winkel geschliffen, so dass wenn die Einfassung über den Stein gedrückt wird, durch diesen Winkel der Stein in Position gehalten wird. Bei einem facettierten Stein wird eine flache Nut in die Seite der Fassung geschliffen, in welche der Gürtel des Steins platziert wird. Dann wird ein Metall darübergedrückt, welches den Stein am Platz hält. Cabochonsteine können auch in Krappenfassungen verschiedener Arten eingesetzt werden, aber die Grundidee ist die gleiche – die Zinken gehen über den Winkel des Steins und so wird der Druck aufgebaut, um den Stein an seinem Platz zu halten.
Ebenso wie der Winkel der Seiten eines Cabochonsteins den Druck erzeugt, um den Stein in Position zu halten, gibt es ein darüberliegendes Prinzip der Befestigung bei facettierten Steinen. Wenn man sich z.B. einen runden Diamanten von der Seite ansieht, dann sieht man, dass er einen äußeren Rand hat (Gürtel) und der Schliff von dort an nach oben und nach unten zusammengeht. Facettierte Steine werden durch „Kneifen“ des Winkels mit Metall eingesetzt. Wenn man sich vorstellt den Gürtel mit den Spitzen von Daumen und Zeigefinger mit beiden Händen zu halten, kann man es ziemlich gut darstellen. Alle Arten von facettierten Steinfassungen verwenden dieses Konzept auf eine oder eine andere Art und Weise.
Arten von Edelsteinfassungen
Es gibt Tausende von Variationen der Edelsteinfassungen, aber es gibt einige grundlegende Arten:
Zargenfassung
Die früheste bekannte Technik des Befestigens von Steinen an Schmuck war die Zargenfassung. Die Lünette ist ein Metallstreifen, der in die Form und Größe des Steins gebogen und dann mit dem Schmuckstück verlötet wird. Dann wird der Stein in die Lünette eingesetzt und das Metall reibt über den Stein und hält ihn fest. Diese Methode eignet sich gut für Cabochon oder facettierte Steine.
Chatonfassung
Die Chatonfassung ist die einfachste und häufigste Art der Fassung, vor allem weil sie die geringste Menge an Metall benötigt, um den Stein zu halten und ihn so in all seiner Pracht zeigen kann. Im Allgemeinen ist es einfach eine Anzahl von Drähten, die so genannten Zinken, die von einer bestimmten Größe und Form sind und in einer Form und Größe angeordnet werden, um den Stein zu halten und am Schmuck zu befestigen. Dann wird ein Frässtift in der richtigen Größe verwendet, welcher den „Träger“ abschneidet, die den Winkeln des Steines entspricht. Der Frässtift, der am häufigsten verwendet wird, wird als „harter Frässtift“ bezeichnet, der speziell für die Fassung von Diamanten gewinkelt und größenmäßig angepasst wurde. Der „Träger“ wird gleichmäßig in alle Zinken und auf gleicher Höhe über der Basis geschnitten. Dann wird der Stein eingesetzt, so dass er in alle Träger passt; Zangen oder ein Schieber werden verwendet, um die Zinken leicht über die Krone des Steines zu biegen, und die Spitzen der Zinken werden mit einer Schere abgeschnitten, auf eine gleichmäßige Höhe über dem Stein geschliffen, und fertiggestellt.
Normalerweise wird ein „Tassen-Frässtift“ verwendet, um den Zinken eine schöne runde Spitze zu geben. Ein Tassen-Frässtift hat die Form einer Halbkugel mit Zähnen auf der Innenseite, ausschliesslich für die Herstellung von abgerundeten Spitzen an Drähten und Zinken. Es gibt viele Variationen von Chatonfassungen – von zwei Zinken bis zu 24 oder mehr. Viele Variationen haben Dekorationen, Größen und Formen der Zinken selbst, und wie sie befestigt oder für den Schmuck verwendet werden. Aber die Methode der Fassung ist die gleiche für alle von ihnen.
Kanalfassung
Die Kanalfassung ist eine Methode, bei der Steine zwischen zwei Balken oder Streifen aus Metall aufgehängt werden, die Kanäle genannt werden. Wenn die Fassung kleine Steine hat und die Balken in einer geraden Linie mit dem Entwurf verlaufen, nennt man es eine Kanalfassung und wenn die Balken sich mit der Linie des Designs überkreuzen, nennt man es eine Balkenfassung. Doch das Konzept ist das gleiche. Die Kanalfassung ist eine Variante der „U“-Form mit zwei Seiten und einem Boden. Die Seiten sind nur etwas schmaler als die Breite des eingesetzten Steins oder der eingesetzten Steine. Verwendet werden die gleichen Frässtifte wie bei der Chatonfassung und eine kleine Nut (die wiederum Träger heisst) wird in jede Wand geschnitten. Der Stein wird in den Kerben eingesetzt und das Metall auf der Oberseite wird nach unten gedrückt.
Der richtige Weg, um einen Kanal zu setzen ist eine Kerbe für jeden Stein hineinzuschneiden. Doch um die Herstellung zu vergünstigen wird manchmal eine Nut entlang jedes Kanals geschnitten. Da das Metall sehr steif und fest sein kann, wird eventuell eine Art Presslufthammer verwendet, aber speziell für die Schmuck-Größe, um das Metall nach unten zu hämmern, da dies mit der Hand schwierig sein könnte. Dann, wie immer, wird das Metall nach unten gefeilt und fertig bearbeitet. Der innere Rand in der Nähe der Steine wird gesäubert und wenn nötig begradigt. Wie bei jedem Schmuck gibt es viele Variationen der Kanalarbeit. Ab und zu werden die Wände erhöht – manchmal wird ein Stein in die Mitte zwischen zwei Balken gesetzt, die hoch über dem Ring herausragen – oder der Kanal kann direkt in eine Oberfläche geschnitten werden, so dass die Steine mit dem Metall bündig gesetzt werden. Dies nennt man ebenfalls eine Kanalfassung.
Perlenfassung
Perlenfassung ist ein Sammelbegriff für die Fassung eines Steines direkt im Metall unter Verwendung eines Stichels, welcher im wesentlichen ein kleiner Meißel ist. Ein Loch wird direkt in die Metalloberfläche gebohrt und ein Kugel-Frässtift wird verwendet, um eine konkave Vertiefung in der Größe des Steins zu machen. Einige setzen den Stein in die konkave Vertiefung und andere verwenden einen harten Frässtift, um einen Träger um den Rand zu schneiden. Dann wird der Stein in diese Vertiefung eingesetzt und mit einem Stichel hebt und schiebt man ein bisschen das Metall über den Rand des Steines. Dann wird ein Perl-Werkzeug, welches einfach eine Stahlwelle mit einem konkaven Vertiefungschnitt in der Spitze ist, auf das Metall gedrückt, um es abzurunden und zu glätten, damit es fest auf dem Stein sitzt und so eine „Perle“ bildet.
Das ist die wesentliche Methode, aber es gibt viele Arten von Fassungen, die diese Technik verwenden. Wenn viele Steine auf diese Weise sehr eng zusammen gesetzt werden und so die Oberfläche bilden, wird dies als „Pavé“ bezeichnet – aus dem Französischen, was so viel wie gepflastert bedeutet. Wenn eine lange Linie in das Metall hinauf zu jeder der „Perlen“ geht, nennt man das „Sternenfassung“, aufgrund des Aussehens. Die andere häufigste Nutzung wird als „Perle und hell“, „Korn-Fassung“ oder „Einfädeln“ in Europa und ab und zu mit anderen Namen bezeichnet. Dies ist, wenn nachdem der Stein wie oben beschrieben eingesetzt wird, der Metallrücken um den Stein weggeschnitten wird, und dies oft in geometrischen Formen. Am Ende bleibt der Stein mit vier „Perlen“ übrig in einer abgesenkten Kastenform mit einem Rand herum. Oft ist es eine Reihe von Steinen, darum muss es in einer länglichen Form mit einem erhöhten Rand sein und eine Reihe von Steinen und „Perlen“ in der Mitte. Diese Art der Fassung wird immer noch häufig verwendet, aber sie war im frühen bis mittleren 20. Jahrhundert sehr üblich.
Polierfassung
Polierfassung, bündige Fassung oder Zigeuner-Fassung (der Begriff Zigeunerfassung wird heutzutage weniger verwendet, weil heute das Wort Zigeuner als abwertend angesehen wird) ist der Perlenfassung ähnlich. Der Unterschied: nachdem der Stein in die Vertiefung eingefügt wird, wird anstelle des Anhebens der Perle mit einem Stichel ein Polierwerkzeug benutzt, um das Metall rund um den Stein zu schieben. Der Stein wird in etwa bündig mit der Oberfläche eingesetzt und bekommt einen polierten Rand rundherum. Dieser Typ der Fassung hat eine lange Geschichte, doch er darf im zeitgenössischen Schmuck wiederaufleben. Manchmal wird das Metall durch Sandstrahlen veredelt.
Personalisierung
Edelsteinfassungen werden häufig bei Verlobungsringen und Eheringen eingesetzt. Diese Ringe werden für viele Paare nach Maß gefertigt und nach persönlichen Wünschen mit Diamanten oder anderen Edelsteinen verziert. Die Edelsteine werden entweder direkt vom Goldschmied oder von einem speziellen Edelsteinfasser eingefasst.
Quellen[1] Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.), Historia Naturalis