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GEISHA 1987-88
GEISHA Geologische Expedition in die Shackleton Range 1987-88
Die geologische Expedition in die Shackleton-Berge wurde gemeinsam vom AWI und der BGR ausgerichtet, unter Beteiligung von weiteren Wissenschaftlern der Hochschulen Aachen, Erlangen, Frankfurt, Göttingen, Würzburg. Sie diente der Klärung wissenschaftl icher Hauptprobleme der Antarktisgeologie, nämlich :
- exakte Rekonstruktion des Urkontinents Gondwana und Feststellung der Grenze zwischen Ostantarktis und Westantarktis,
- Zutrag von Landmassen am antarktischen Schild (Bildung Gondwanas) mit der Frage der Fortsetzung des Ross-Faltungsgürtels im atlantischen Sektor,
- Gondwana-Zerfall. im Jura-Erdzeitalter,
- Vereisungsgeschichte der Antarktis.
Die Shackleton-Berge liegen südöstlich des Filchner-Schelfeises zwischen 30°30’W und 19°W und zwischen 80°7’S und 80°50’S. Sie erstrecken sich über 75 km von Nord nach Süd und über 200 km von Ost nach West.
Sie werden als das atlant ische Ende des Transantarktischen Gebirges angesehen und waren bislang noch relativ wenig erforscht. Begünstigt von gutem Wetter, konnten die Wissenschaftler im Expeditionsgebiet unter optimalen Bedingungen forschen und erledigten alle gestellten Aufgaben.
Am 5. Januar 1988 traf FS Polarstern vor Halley ein und entlud dort die Expeditionsausrüstung, Geräte und Einrichtung für das dort zu errichtende Basislager sowie Treibstoff für die Flugzeuge POLAR-2- und POLAR-4, zwei von der BGR angemietete Hubschrauber und die Schneefahrzeuge. Dieses Basislager bei Halley war das GEISHA-Lager. Die Flugzeuge POLAR-2 und POLAR-4 des AWI waren am 1.12.1987 von Hannover gestartet. Nach Montage der Skier in Punta Arenas erreichten sie am 27.12.87 die Georg-von-Neumayer-Station und flogen am 4.1.1988 nach Halley weiter. Von da an standen sie fast ausschliesslich für GEISHA zur Verfügung. Insbesondere transportierten sie Material und die Wissenschaftler in die Shackleton-Berge und wieder zurück. Dort wurde ein zweites Basis-Lager in der Stephenson-Bastion auf 80°44’S, 27°11,5’W errichtet, das SHACKLETON-Lager im Gelnhausen-Tal. Von hier aus starteten kleinere Forschergruppen von 3 bi s 4 Personen, um mit leichten Motorschlitten das Gebirge zu erforschen. Si e wurden durch
d1e im Shackleton-Lager stationierten Hubschrauber versorgt.
Versorgungsflüge von Halley durch die POLAR-Flugzeuge fanden täglich vom 5. bis 13.1., 18. bis 23.1., am 25.1., 31.1., 3.2. und 11.2.88 statt, wobei angefallenes Probenmaterial aus den Bergen regelmässig mit zurückgenommen wurde. Die Rückführung der Wissenschaftler und Ausrüstung fand am 11.2., 14.2. und 17.2.88 statt. Alles wurde bis zum 20.2.88 vor Halley wieder auf die „Polarstern“ übernommen. D1e Flugzeuge flogen am 19.2. über Rothera nach Teniente Marsh und
landeten am 17. März 1988 wieder in Hannover-Langenhagen. Teilnehmer an GEISHA wurden sowohl in der britischen Station Halley abgefertigt (verschiedene Daten, z.B. 24.12.87 und 15.1.88), als auch an Bord der „Polarstern“ (31.12 . 87 und 17.3.88).
Während POLAR-4 abrufbereit im GEISHA-Lager stand, unternahm POLAR-2 am 26.1.88 einen Flug zur Kontrolle der Filchner-Station. „White“out“- Bedingungen verzögerten die Arbeit, so dass das Flugzeug erst am 29.1.88
zurückfliegen konnte.
Die 3 Tage Zwangsaufenthalt wurden genutzt, um
- glazial-geodätische Messpunkte auf dem Filchner-Ronne- Schelfeis neu zu vermessen und zu erhöhen,
- das eingeschneite Treibstoffdepot wieder an die Oberfläche zu bringen,
- 10 Fässer Diesel auf die Stationsplattform zu stellen, um die sofortige Inbetriebnahme des Stationsgenerators zu er-
möglichen.