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Hepatitis C ist eine Leberentzündung, ausgelöst durch eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV). Da der Krankheitserreger in erster Linie durch Blut einer infizierten Person übertragen wird, besteht die Gefahr einer Infektion vor allem beim gemeinsamen Gebrauch von Injektionsspritzen, bei medizinischen Eingriffen mit ungenügend sterilisierten Instrumenten, beim Stechen von Tätowierungen und Anbringen von Piercings mit nicht sterilen Instrumenten oder bei Verletzungen mit Letzteren. Auch Bluttransfusionen in Ländern, in denen das Spenderblut nicht auf HCV-Antikörper getestet wird, sind eine mögliche Infektionsquelle.
Sexuelle Übertragungen des Virus kommen sehr selten vor. Innerhalb bestimmter Gruppen scheint jedoch ein erhebliches Risiko für eine sexuelle Übertragung zu bestehen, z. B. bei Männern, die Gruppensex mit Männern haben, vor allem wenn sie mit HIV koinfiziert sind. Eine Übertragung von der Mutter auf ihr Kind während der Geburt ist möglich, aber selten.
Bei drei Viertel der neu mit dem Hepatitis-C-Virus angesteckten Personen verläuft die Infektion ohne Symptome. Das verbleibende Viertel entwickelt sechs bis neun Wochen (maximal bis zu sechs Monate) nach der Ansteckung Symptome. Diese können Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sein. Es ist auch möglich, dass Betroffene unter Fieber und Gelenkschmerzen leiden. Bei 5 bis 10 % der infizierten Personen tritt zusätzlich eine Gelbsucht auf. Nach sechs Monaten ist bei 20 bis 30 % der Infizierten die Infektion ohne Behandlung ausgeheilt. Sie sind aber dadurch nicht vor Hepatitis C geschützt und können sich deshalb erneut anstecken.
Bei 70 bis 80 % der infizierten Personen heilt die Infektion nicht spontan innerhalb von sechs Monaten aus und verläuft somit chronisch (das Virus bleibt in der Leber). Chronisch Infizierte leben meistens jahrelang symptomlos weiter. In ca. 5 bis 30 % dieser Fälle entwickelt sich nach mehreren Jahrzehnten jedoch eine Leberzirrhose (Vernarbung des Lebergewebes). Die davon Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko, Leberzellkrebs zu entwickeln.
Hepatitis C lässt sich mit antiviralen Medikamenten behandeln. Drei Viertel der Behandelten können so geheilt werden. Aber auch sie sind nicht vor einer erneuten Infektion mit dem Virus geschützt.
In der Schweiz sind 0,7 bis 1 % der Bevölkerung mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert, weltweit im Durchschnitt rund 3 %. Die Zahl der Meldungen von Menschen mit akuter Hepatitis C ist hierzulande seit 2006 stabil; gemeldet werden etwa 50 neue Fälle pro Jahr. Der Männeranteil liegt konstant hoch und beträgt ca. 70 %. Junge Erwachsene in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen sind ebenfalls stark betroffen (etwa 60 bis 65 % der Fälle). Eine Mehrheit der neu diagnostizierten Infektionen ist auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen.
Es gibt keine Impfung gegen Hepatitis C. Der Schutz vor einer Infektion besteht primär darin zu vermeiden, dass Blut von anderen Personen über Hautverletzungen, Wunden oder nach Kontakt mit der Schleimhaut in den eigenen Körper gelangt. Insbesondere sollten keine Spritzen ausgetauscht und alle Praktiken vermieden werden, bei welchen es zu Stichen oder Verletzungen mit schlecht oder nicht sterilisiertem Material kommt.
Hepatitis C kann unter bestimmten Umständen auch durch verletzungsträchtigen Sex übertragen werden, primär bei Blut-Schleimhaut-Kontakten. Deshalb ist eine konsequente Vermeidung von jeglichen Kontakten mit Blut auch während des Geschlechtsverkehrs wichtig.
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