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Ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung über 65 Jahren ist von Armut betroffen oder gefährdet. Zu diesem Schluss kommt der jüngste Altersmonitor der Pro Senectute. 46’000 ältere Menschen – das sind immerhin 3,1 Prozent der Schweizer Bevölkerung über 65 – dürfen gemäss der Studie als ausweglos arm bezeichnet werden. Die Grenze liegt bei einem Vermögen unter 30’000 Franken und einem Monatseinkommen von 2279 Franken, was dem Existenzminimum entspricht. Zudem besitzen diese Personen kein Wohneigentum, leben also in einer Mietwohnung.
Die Verfasser der Studie vermuten, dass die prekäre Lebenssituation unter anderem daher rührt, dass die Betroffenen keine Ergänzungsleistungen (EL) beantragt haben. «Wir gehen von einer Dunkelziffer von mehreren Zehntausend Personen aus, die keine Ergänzungsleistungen erhalten, obwohl sie dazu berechtigt wären», sagt Peter Burri von Pro Senectute. Es dürfte sich dabei weitgehend um Senioren handeln, die nicht in einem Altersheim leben: Bei Alters- und Pflegeheimbewohnern kann man davon ausgehen, dass im Zweifelsfall EL beantragt werden.
Frauen sind von Altersarmut fast doppelt so stark betroffen wie Männer. Das liegt an der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung: Der Mann ging arbeiten und vermehrte sein Altersguthaben, die Frau blieb über weite Strecken ihres Lebens zu Hause, was zu entsprechenden Lücken in der Altersvorsorge führte.
Weitere Risikofaktoren: eine niedrige Schulbildung, nicht verheiratet oder Ausländerin zu sein. Besonders häufig leben armutsbetroffene Rentner ohne EL auf dem Land. Das dürfte auch soziokulturelle Gründe haben. «In kleinen, ländlichen Gemeinden kennt man sich und schämt sich dafür, eine finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand zu empfangen», schreiben die Verfasserinnen der Studie dazu.