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Einige Konzernchefs machen sich lieb Kind bei Politikern und Wissenschaftlern, indem sie eine rasche und durchgreifende Aktion gegen die globale Erwärmung fordern. Das ist eine neue Wendung einer sehr alten Handlungsweise: Unternehmen nutzen die öffentliche Ordnung, um sich die eigenen Taschen zu füllen.
Die enge Beziehung zwischen den Gruppen erinnert an jene zwischen Waffenherstellern, Forschern und dem US-Militär während des Kalten Kriegs. Präsident Dwight D. Eisenhower warnte vor der Macht des «militärisch-industriellen Komplexes» und davor, dass «das Potenzial eines schrecklichen Aufstiegs falsch gesetzter Macht existiert und weiter bestehen wird». Ihn beunruhigte, dass «es eine wiederkehrende Versuchung gibt, anzunehmen, dass eine spektakuläre und teure Aktion die Lösung für alle aktuellen Probleme sein könnte». Auf das Thema Klimawandel trifft das sicher zu.
Der «Klima-Industrie-Komplex»
Uns wird erzählt, dass sehr teure CO2-Richtlinien die einzige Art sind, der globalen Erwärmung zu begegnen, trotz des hinreichenden Beweises, dass dieser Ansatz keinen Kosten-Nutzen-Test besteht. Wir müssen fragen, ob sich ein «Klima-Industrie-Komplex» entwickelt, der die Steuerzahler dazu zwingt, Geld zu berappen, um denen zu gefallen, die wahrscheinlich den grössten Nutzen daraus ziehen.
Dieses Phänomen zeigt sich beim World Business Summit on Climate Change in Kopenhagen. Die Organisatoren - das Copenhagen Climate Council - hoffen, Politiker mehr Versprechen abzuringen, wenn sie im Dezember über das Folgeprogramm für das Kyoto-Protokoll verhandeln. Die Eröffnungsrede hält Al Gore, der alle drei Gruppen repräsentiert: Er ist Politiker, Aktivist und Vorsitzender einer grünen Private-Equity-Firma, die in Produkte investiert, die eine Welt, die den Klimawandel fürchtet, kaufen würde. Natürlich sind viele Firmenchefs besorgt über die globale Erwärmung. Aber die meisten werden von CO2-Gesetzen profitieren. Die wirtschaftliche Bezeichnung ihres Verhaltens lautet «rent-seeking», ein Verhalten, das darauf abzielt, unter Einsatz von Ressourcen die Staatsgewalt so zu beeinflussen, dass zusätzliches Einkommen erwirtschaftet wird.
Windenergie en vogue
Vestas, der weltgrösste Windturbinenhersteller, drängt die Regierungen etwa, mehr in den Windmarkt zu investieren. Vestas sponsert dafür die Abteilung Climate in Peril des Copenhagen Climate Councils. Sogar Unternehmen, die nicht direkt im «grünen Bereich» tätig sind, werden wahrscheinlich gewinnen. Europäische Energieunternehmen machten Milliarden von Euro im ersten Jahr des europäischen Handelssystems, als sie frei handelbare CO2-Emissionsrechte erhielten. US-Unternehmen und Interessengruppen, die mit dem Klimawandel zu tun haben, engagierten 2008 allein 2430 Lobbyisten, 300% mehr als vor fünf Jahren. 50 der grössten US-Elektrizitätswerke gaben für Lobbyisten in nur sechs Monaten 51 Mio Dollar aus. Der massive Transfer von Reichtum, den viele Unternehmen suchen, ist nicht notwendigerweise gut für den Rest der Wirtschaft.
So hat Spanien ein Programm aufgelegt, das staatliche Unterstützung zusagt, wenn Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien neue Jobs schaffen. Für jede der neuen Arbeitsstellen zahlte der Staat 571138 Euro, ausserdem kostete das Programm fast 110000 Stellen in anderen Bereichen. Auf einen neuen Job kamen also 2,2 verlorene Arbeitsplätze. Die Partnerschaft zwischen eigennützigen Unternehmen, Politikern und Aktivisten ist eine unheilige Allianz. Innerhalb dieser Partnerschaft wird keine Diskussion vorangetrieben, wie man das Problem für alle am besten löst. Man sollte deshalb nicht überrascht sein, wenn unter denen, die am lautesten die Politik dazu auffordern, in Aktion zu treten, die sind, die sich dabei dicke Gewinne versprechen.