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Der Bau von Kanalisationen und Abwasserreinigungsanlagen (ARA) zur zentralen Behandlung von Abwasser hat im letzten Jahrhundert entscheidende Fortschritte für die menschliche Hygiene und Gesundheit, aber auch für den Schutz der Umwelt rund um Städte und Dörfer ermöglicht. Allerdings verbraucht dieses System grosse Mengen an Wasser und erschwert die Rückgewinnung der im Abwasser enthaltenen Wertstoffe. Der Klimawandel, die hohen Nährstoffeinträge in die Umwelt, die wachsende Bevölkerung sowie der massive Verlust der Biodiversität drängen dazu, das bestehende System zu überdenken. Wenn Hitzeperioden häufiger werden und Niederschläge sich verschieben, werden in den immer bevölkerungsreicheren Städten grosse Mengen an Wasser benötigt. Im Abwasser enthaltene Wertstoffe wie etwa Phosphor und Stickstoff werden zu Problemstoffen, wenn sie in die natürlichen Gewässer gelangen. Gleichzeitig muss Phosphor unter umweltbelastenden Bedingungen abgebaut und importiert werden, weil ihn die Landwirtschaft als Dünger benötigt.
Neben dem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Gewässer ist daher die effizientere Nutzung der Ressourcen aus dem Abwasser ein Ziel bei der Abwasserbehandlung. Ein Ansatz dafür ist, die Kreisläufe von Wasser, Nährstoffen und Energie möglichst lokal zu schliessen. Neue Technologien, die auf dem Konzept der Trennung an der Quelle basieren, erlauben eine dezentrale Behandlung von Abwasser vor Ort auf kleinstem Raum.