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Das Ei des Kolumbus
Das Ei des Kolumbus
Falle ich links oder rechts?
Ach, ich bleib einfach stehen!
Das Ei des Kolumbus ist eine bekannte Redensart, die eine ganz einfache Lösung für ein unlösbar scheinendes Problem beschreibt. Meist sind die Anwesenden dann wegen der Einfachheit völlig verblüfft.
Die Anekdote zum Kolumbus-Ei
Die Herkunft der Redensart soll auf einer Anekdote zurückgehen, die natürlich überall etwas anders erzählt wird, aber im Kern folgendermassen lautet:
Der italienische Eroberer Christoph Kolumbus wird nach seiner Rückkehr im Jahr 1493 aus Amerika vom Kardinal Mendoza, der wohl etwas neidisch auf die vielen Abenteuer war, welche Kolumbus erzählte, vorgehalten:
"Es ist doch ziemlich leicht gewesen, die Neue Welt zu entdecken, im Prinzip hätte das ja jeder andere auch machen können.“ Da war es natürlich zuerst mal still im Saal. Kolumbus überlegte kurz, räusperte sich und forderte dann die völlig überraschten anwesenden Personen, ein gekochtes Ei auf der Spitze aufzustellen, ohne dass es umfalle. Natürlich versuchten es viele, aber niemand schaffte es, immer wieder kullerte das Ei nach links oder rechts. Schliesslich meinte jemand, dass es wohl klar sei, dass dies eine unmögliche Aufgabe sei. Und überhaupt, Kolumbus solle es doch selbst versuchen.
Bei diesen Worten grinsten schon einige der Anwesenden hämisch und die Mundwinkel vom Kardinal entspannten sich schon sichtlich und erfreut nach oben.
Kolumbus aber nahm das Ei, schlug mit der Spitze ziemlich kräftig auf die Tischplatte, so dass das Ei leicht eingedrückt wurde und ... stehen blieb. Sofort protestierten die Anwesenden, so hätten sie das natürlich auch gekonnt, und Kolumbus antwortete souverän und leicht triumphierend:
"Der Unterschied, meine verehrtenHerren, der Unterschied ist, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!"
Oder doch die Kuppel von Florenz?
Ursprünglich wurde die Anekdote vom Ei des Kolumbus dem italienischen Baumeister Filippo Brunelleschi (1377–1446) zugeschrieben.
Er soll aufgrund dieser überraschenden "Lösung" des "Ei-Problems" den wichtigen Auftrag zum Bau der Kuppel des Doms in Florenz, der Santa Maria del Fiore, bekommen haben.
Diese Variante würde insofern passen, die die florentinische Domkuppel wirklich etwas an ein Ei mit eingedrückter Spitze erinnert - etwas Fantasie natürlich vorausgesetzt.
Wie wäre es mit Salz und Ei?
Noch eine andere Variante ist vor allem in Südamerika, verbreitet:
Gemäss dieser leichen Abwandlung hatte Kolumbus das Ei an der Spitze nicht beschädigt, sondern häufte etwas Salz auf und stellte dann das Ei mit der Spitze in die Salzkörner, so dass es auch stehenblieb und zwar völlig unbeschädigt.
Überraschenderweise genügen dazu nämlich ganz wenig Salzkörner.
Wie auch immer, erzählen Sie einfach bei einer passenden Gelegenheit die Variante, welche Ihnen am Besten gefällt. 🙂