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Chapelle N-D du Vorbourg / CH-2800 Delémont (JU) / tél/fax + 41 032 422 21 41

DIE WALLFAHRT ZUM HEILIGUNG
UNSER LIEBEN FRAU AUF DER VORBOURG
Auf einem die Birs überragenden Felsvorsprung thront das älteste jurassische Marienheiligtum und wacht über den Eingang des Tales von Delsberg.
Geschichte
Die Ursprünge der Vorburg verlieren sich im Dunkel der Zeiten. Es wird angenommen, dass sich in der Gegend Festungen befanden, deren Ursprung wahrscheinlich bis in die Römerzeit zuruückreicht. Nach der Überlieferung müsste der Bau einer Kapelle am Ort des heutigen Chores ins 11. Jh. zurückgehen; die Burg, der sie angehörte, war Eigentum der Grafen von Egisheim. Die Tradition überliefert, dass die Kapelle im Jahre 1049 durch den hl. Papst Leo IX geweiht wurde, der selbst aus dieser Familie von Egisheim stammt.
Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte wurden Burg und Kapelle durch verschiedene Naturkatastrophen, insbesondere das Erdbeben von 1356, das die Stadt Basel zerstörte, und durch Feuerbrände und Kriege verwüstet. Unter dem Namen "Kapelle des hl. Himerius" bleibt die ursprüngliche Kapelle, die di Zerstörung der Burg überlebt hat, in der Verehrung der Gläubigen erhalten; son findet man auch im Jahre 1417 Erwähnung von Erbschaften und Schenkungen zu ihren Gunsten.
Im 16. Jh. versucht die Reformation im Jura Fuss zu fassen, scheitert jedoch in Delsberg. Man weiss nicht, ob das Heiligtum von dem Kämpfen verschont bleib: Die Tatsache aber, dass die Kapelle am Ende des Jahrhunderts ganz restauriert und neu geweiht werden musste, lässt eine gewisse Vernachlässigung vermuten, wenn nicht gar eine Profanierung oder schwere Plünderungen. Am Ostermontag, dem 7. April 1586, nimmt der Wihbischof von Basel die Konsekrierung des Heiligtums vor. Das Dokument, das dieses Ereignis erwähnt, bedeutet den wirklichen Angfang des geistigen Ausstrahlung des Heiligtums, weis est ihm schon die Muttergottes als Hauptpatronin zu.
Damit sind aber die Abenteuer der Kappelle noch nicht beendet. Im Verlauf des 17. Jh. muss sie nach verschiedenen Plünderungen während des dreizigjährigen Krieges mehrmals, mehr schlecht als recht, restauriertun 1658 sogar neu geweiht werden. Die Volksfrömmigkeit bleibt jedoch das Vorburg treu, und der Stadtrat sieht sich gezwungen, das Gebäude zu erweitern (1669 und 1692). Aus dieser Zeit stammen die beiden Seitenaltäre 1674 und 1682). Alles deutet darauf hin, dass die Haupstatue , heute unter dem Namen U.L. Frau auf der Vorburg verehrt, schon damals an ihrem Platz stand. Am Ende des 17. Jh. erhält so das Heiligtum sein heutiges Gepräge: Zustrom der Gläubgen und Volksfrömmigkeit. Die Votivtafeln mehren sich.
Aber dann folgte die Revolution. Nach dem Tod von Kaiser Leopol 1792 besetzen französichen Truppen Delsberg, das Präfektur "du Mont-Terrible" wird, welche das Gebiet des Bischoffürstenstum des ehemaligen Bistums Basel umfasste. Das Gnadenbild wurde am 26. Nov. 1793 zuerst im Hause des Arztes Wicka, dann in einer der Kapelle benachbarten Höhle versteckt, wo man heimlich betete. Später versteckte man es in einem Felsspalt in der Nähe des Hofes Brunchenal. Das Konordat von 1802 stellte den Religionfrieden wieder her. Ab 1800 wurde der Marienkult zaghaft aufgenommen. Nun fand das Gnadenbild wieder seinen Standort auf dem Hochaltar, un die Pilgerscharen nahmen von neuem den Weg zur Vorburg.
Das bedeutendste Ereignis war sicher 1869 die Krönung der Muttergottesstatue; dies ist der Ursprung der Vorburgwochen. Die Initaitive hiezu verdankt man Bischof Eugenius Lachat, der vom Papst Pius IX die Erlaubnis erbat, die Statue feierlich zu krönen. Der Papst willigte ein und gewährte zudem "allen Gläubigen, die die Vorburg am Jahrestag der Krönung oder während der Oktav besuchten, vollen Ablass, anwendbar auf sich selbst oder auf die armen Seelen, unter der Bedingung, dass sie beichten, kommunizieren und beten für die Eintracht uner den Staatsoberhäuptern, für die Tilgung des Irrtums und des Verherrlichung unserer hl. Mutter Kirche".
Dies ist das Dokument, auf welchem noch heute die grosse Pilgerversammlung im September jedes Jahres beruht. Von dieser Feier ausgehend fanden die Vorburgwochen ihre endgültige Form: Jeder Tag ist der Delegation einer oder mehrere verschiedenen Pfarreien vorbehalten, die im Lauf der Pilgerwoche einander folgen.
Von 1949 bis 1984 und von neuem seit 1995 ist die Obhut des Heiligtums den Benediktinermönchen von Le Bouveret (Wallis) anvertraut. Des verantwortliche Kaplan ist jeweils ein Priester aus der Pfarrei von Delsberg. Eingentümer jedoch ist die Bürgerschaft dieser Stadt.
Ortbeschreibung
Der Zufahrtsstrasse entlang stehen 15 Steinkreuze mit den Geheimnissen des Rosenkranzes. Links der Treppe, die zur führt, zeugt der St. Anna-Turm von der ersten Bestimmung des Heiligtums als Teil der Burg. Die ursprüngliche Kapelle - am Ort des jetzigen Chores - urde 1664 bis zum St. Anna-Turm verlängert. Beim Eintritt in die Kapelle befinden wir uns also im Bau des 17. Jh. Hiter dem Chorgitter verehren wir die Beschützerin des Ortes, wie es die vielen Votivbilder als Zeichen des danks bezeugen: U.L. Frau auf der Vorburg. Die aus dem Anfang des 17. Jh. stammende Statue zeigt uns die Jungfrau Maria mit mütterlichem Gesicht, sehr hoher und freier Stirn und einem Ausdruck von Milde und Frieden. Mit gesenktem Blick betrachtet sie ihr das Kind und überbringt ihm die Bitten der Pilger.Sie hät das königliche Zepter; der Mond unter ihren Füssen stellt - nach dem Text der Offenbarung - ihre Herrschaft über die Schöpfung dar. Das Gesicht des Kindes drückt Freude und Würde aus. Zu beiden Seiten stellen zwei Holzreliefs die Heiligen Himerius und Othmar (erster Abt von St. Gallen) dar, denen ursprünglich die Kappelle geweiht war. Oberhalb der Muttergottes erinnert eine kleine Barockstatue des sel. Papst Leo IX an die Uberlieferung seines Besuchs. Die Seitenfenster aus dem 19. Jh. zeigen die Heiligen des Juras: Germanus, Gründer und Abt von Moutier-Grandval, Randoald, sein Prior, beides Märtyrer, und die beiden Einsiedler Ursicinius und Himerius. Darüber versetzen uns die romanischen Bögen, die bei der Renovation 1970 gefunden wurden, ins 11. Jh.
Zwei Barockaltare umgeben as Chorgitter: Zur Linken die Skulpturengruppe des Muttergottes der Schmerzen (1674), rechts umgeben von der hl. Veronika mit dem Schleier und dem darin eingeprägten Gesicht Christi und links von der hl. Agatha; darüber umgeben der hl. Franz von Assisi und der hl. Franz Xaver, das Jesuskind. Der Altar zur rechten hat als Zentralgruppe die hl. Familie (1682), links eingerahmt durch eine schöne Darstellung der hl. Anna, die Jesus in den Armen hält und Maria zu ihrer Seite hat, rechts durch den hl. Joachim. Über der hl. Familie ist Gottvater darstellt, der die Erdkugel hält.
Die Votivbilder, über die ganze Kapelle verteilt, bilden mit 220 Gemälden. Das älteste - datiert von 1589 - und auch das grösste befindet sich in der mitte der linken Schiffsseite; man erkennt darauf die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes; die sitzende Jungfrau mit dem Kind beschirmt eine kniende Menschenmenge, worunter, in der ersten Reihe, die Stifter. Auf der anderen Seite des Kirchenschiffes seien eine Darstellung des hl. Niklaus on Flüe (1688) beim Altar der hl. Familie erwähnt, weiter hinten das Votivbild mit der Weihe der kleinen Burgkappelle durch den hl. Papst Leo IX im Jahre 1049, sowie die schöne Darstellung der Stadt Delsberg von 1671, gestiftet ür den Glücklichen Einhalt einer Feuersbrunst. Die kleinen Votivbilder der Kapelle stammen hauptsächlich aus dem 18. Jh.; sie geben uns ein Bild des christlichen Lebens und der Frömmigkeit durch die Jahrhunderte hindurch, zeugen jedoch vor allem von den erhaltenen Gnaden und der Treue der Pilger. Die Ordensfamilies des Juras sind dabei gut vertreten.
So wacht U.L. Frau auf der Vorburg über die nahe Stadt Delsberg, über den Jura, sowie sie auch das Land und die ganze Welt beschirmt.
"Wir vertrauen uns deinen Schutz an, heilige Mutter Gottes!"
GEBET ZU UNSERER LIEBEN FRAU VON VORBOURG
Unsere Liebe Frau von Vorbourg, seit Jahrhunderten beschirmst Du unseren Jura; seit Jahrhunderten knien Deine Gläubigen vor Deiner wundertätigen Statue nieder, um Dir ihre Ehrerbietung und ihre Gebete darzubringen. Die Gnaden und die Wunder, welche Du von Deinem Sohn erflehtest, haben ihr Vertrauen belohnt.
Beschütze, o süsse Patronin, unser Land, unsere Pfarreien, unsere Familien; erhalte ihnenvor allem den Glauben, die Eintracht und den Frieden. Beschütze Deine verstossenen Kinder, o Mutter unseres Gottes und Richters; erlange Vergebung unserer Sünden, die Gesundheit des Leibes und der Seele, Beharrlichkeit im Guten und in die Gnade eines glückseligen Todes. Verleihe, o gnadenreiche Mutter, dass wir, die wir Dich auf Erden geehrt und geliebt haben, Dir auch im Himmel angehören. Amen.