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Bei den Regierungsratswahlen im Kanton St. Gallen hat die bisherige Volkswirtschaftsdirektorin Rita Roos (Archivbild) eine veritable Schlappe eingefangen. Die Christdemokratin kam im ersten Wahlgang nicht über den letzten Platz hinaus.Dieser Inhalt wurde am 12. März 2000 - 13:06 publiziert
Bei den Regierungsratswahlen im Kanton St. Gallen hat die bisherige Volkswirtschaftsdirektorin Rita Roos (Archivbild) eine veritable Schlappe eingefangen. Die Christdemokratin kam im ersten Wahlgang nicht über den letzten Platz hinaus. Von den sieben Sitzen in der St. Galler Exekutive wurden vorerst nur sechs Mandate vergeben. Der zweite Wahlgang findet am 16. April statt.
Am Montag (13.03.) gab Rita Roos bekannt, sie werde zum zweiten Wahlgang nicht mehr antreten. Mit ihrem Rückzug wolle sie der CVP ermöglichen, den dritten Sitz mit einer andern Kandidatur zu halten, sagte Roos. Die CVP-Delegierten entscheiden am kommenden Samstag über ihr weiteres Vorgehen.
Das beste Ergebnis erzielte im ersten Wahlgang der bisherige Finanzdirektor Peter Schönenberger (Christlich Demokratische Volkspartei, CVP) mit 82'472 Stimmen, gefolgt von seinem Parteikollegen und Vorsteher der Gesundheitsdirektion, Anton Grüninger, mit 75'081 Stimmen. Die ebenfalls zur Wiederwahl angetretene Volkswirtschaftsdirektorin und Fast-Bundesrätin Rita Roos hatte demgegenüber keine Chance. Sie kam von den zehn zur Wahl angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten nur auf den letzten Platz und blieb mit 42'011 Stimmen rund 12'800 Stimmen unter dem absoluten Mehr von 54'883 Stimmen.
Die Freisinnig Demokratische Partei (FDP) eroberte dagegen ihr 1996 verlorenes, drittes Mandat zurück und ist künftig mit dem Bisherigen Hans-Ulrich Stöckling sowie den beiden Neuen, der 36-jährigen Dolmetscherin Karin Keller-Sutter und dem 53-jährigen Wittenbacher Gemeindeammann Willi Haag in der siebnköpfigen Exekutive vertreten.
Die Sozialdemokratische Partei (SP) konnte vorerst nur den Sitz der Bisherigen Kathrin Hilber verteidigen; der zweite SP-Kandidat, Markus Linder, kam lediglich auf den neunten Platz.
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) schaffte den Sprung in die Regierung vorerst ebenfalls nicht und blieb mit ihren Kandidaten Heinrich Schlegel (46'143 Stimmen) und Manfred Zemp (45'300 Stimmen) deutlich unter dem absoluten Mehr.
Die Wahlbeteiligung betrug 39,7 Prozent. Der zweite Wahlgang findet am 16. April statt.
Bis anhin waren in der siebenköpfigen St. Galler Kantonsregierng drei CVP-Mitglieder sowie je zwei Mitglieder von FDP und SP vertreten. Während die Christdemokraten mit allen drei Bisherigen zur Wiederwahl antraten, mussten die beiden anderen Regierungsparteien markante Abgänge verkraften.
Die Freisinnigen schickten deshalb für den aus Altersgründen zurückgetretenen Baudirektor Walter Kägi mit Karin Keller-Suter und Willi Haag gleich zwei Neue ins Rennen und versuchten auf dieses Weise mit Erfolg, den bis 1996 gehaltenen dritten Sitz in der Exekutive zurück zu erobern.
Die SP ihrerseits versuchte mit dem 38-jährigen Grossrat und Pädagogen Markus Linder den Sitz des ebenfalls zurückgetretenen Hans Rohrer zu verteidigen, der seit 1986 das Justiz- und Polizeidepartement geführt hatte.
Bei den Grossratswahlen von Anfang Februar hatte die SVP insgesamt 23 Mandate hinzugewonnen und sich hinter der CVP als zweitstärkste Kraft etabliert. Die Sozialdemokraten mussten im Gegenzug die grössten Einbussen hinnehmen und verloren sieben ihrer bisher 34 Mandate.
swissinfo und Agenturen
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