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Der Kick
ein Film von Andres Veiel
Deutschland 2006, Farbe, 87 min, 35mm
CH-Premiere der 35mm-Version
in Anwesenheit von Andres Veiel !
Buch und Regie: Andres Veiel
Kamera: Jörg Jeshel bvk, Henning Brümmer
Ton: Titus Maderlechner
Sounddesign: Titus Maderlechner / Arpad Bondy
Mischung: Martin Steyer
Schnitt: Katja Dringenbergl
Mit: Susanne-Marie Wrage und Markus Lerch
"Der Kick" entstand nach dem gleichnamigen Theaterstück von Andres Veiel und Gesine Schmidt
Auszeichnungen: Grand Prix Visions du Réel 2006, Lobende Erwähnung Jugendjury Visions du Réel 2006,
Bester Spielfilm New Berlin Film Award 2006,
Jury der Evangelischen Filmarbeit: Bester Film des Jahres 2006
In der Nacht zum13. Juli 2002 töten die Brüder Marco und Marcel Schönfeld und ihr Freund Sebastian Fink den 16-jährigen Marinus Schöberl.
Täter und Opfer kennen sich. Sie kommen aus Potzlow, einem Dorf, sechzig Kilometer nördlich von Berlin. Die Täter schlagen und quälen ihr Opfer über Stunden hinweg. In einem Schweinestall töten sie Marinus schliesslich mit einem so genannten "Bordsteinkick" nach dem Vorbild aus dem Film "American History X", (hier 2 Kritiken dieses Anti-Neo-Nazi-Filmes: Filmszene.de-Kritik , OutNow.ch-Kritik ). DasOpfer vergraben sie. Vier Monate später wird die Leiche gefunden. Der Fall erhielt in der ganzen deutschen Presselandschaft ein grosses Echo.
Erst 2 Jahre später, nachdem sich der Presserummel gelegt hatte, begaben sich Andres Veiel zusammen mit der Dramaturgin Gesine Schmidt auf Spurensuche nach Potzlow. Über mehrere Monate sprachen die beiden mit den Tätern und den Dorfbewohnern, mit Angehörigen und Freunden von Tätern und Opfer. Zusammen mit Verhörprotokollen und den Gerichtsakten verdichten sie diese Aussagen zu einem Theatertext für zwei Schauspieler. Das Stück wurde ein deutschlandweiter Erfolg.
Erst nach diesem Theatererfolg hat Andres Veiel das Material in ein filmischen Protokoll für 2 Schauspieler umgearbeitet. Wohlverstanden handelt es sich bei dem Film nicht um eine Verfilmung des Theaterstückes sondern um ein eigenständiges filmisches Werk.
Durch die extreme Reduzierung des Stoffes auf zwei Schauspieler, die in einer leeren Fabrikhalle die Texte wiedergeben, gibt Veiel dem Wort eine ausserordentliche Kraft. Er zeigt keine Originalschauplätze, keine Originalinterviews. "Es geht darum," sagt Veiel, "den Strukturen und Biografien hinter der Tat eine Sprache zu geben und Fragen, die über das Entsetzen hinausgehen, zuzulassen, Brüche auszuhalten und einen Bruchteil zu verstehen". Der Kamera kommt dabei eine grosse Bedeutung zu, sie bewegt sich immer wieder um die 2 Schauspieler herum , geht extrem nahe an die Gesichter ran, näher als das auf der Bühne möglich ist und zeigt feinste mimische Nuancen.
Trotz der Abstraktion kann sich der Zuschauer dem Film nicht entziehen.
Andres Veiel ist anwesend
Andres Veiel war schon einmal unser Gast. Am 12.8.02 hat er uns seinen ebenfalls preisgekrönten Film Black Box BRD vorgestellt.