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Hausameise, Grosse rotrückige Ameise (3 - 9 mm)
Die Hausameise die man an dem pechschwarzen Körper mit der roten Brust erkennt , lebt in der Natur Mittel- und Südeuropas in trocken-warmen Hanglagen unter Steinen oder in Felsritzen. Ähnlich günstige Nistplätze findet sie auch in den Hauswänden. Als Nahrung dienen ihr die süssen Ausscheidungen der Blattläuse sowie Kleinlebewesen, vor allem Raupen. Sie dringt auch in Häuser ein, wo ihr Küchen und Speisekammern ein buntes Nahrungsangebot liefern. Das ist häufig bei lang anhaltendem schlechten Wetter der Fall, wenn die Blattläuse eingehen und die Ameisen einen Ersatznahrung suchen müssen.
Im Laufe des Juli/August schwärmen die Ameisen - die geflügelten Männchen und Weibchen fliegen aus dem Nest, paaren sich, und die befruchteten Weibchen legen neue Kolonien an.
Pharao Ameisen (2 - 5 mm)
Die Pharaoameise stammt aus Indien. Ihren Namen verdankt sie dem Umstand, daß ihre erste wissenschaftliche Beschreibung anhand von Exemplaren vorgenommen wurde, die in den Mumien der ägyptischen Pharaonen gefunden worden sind. Nach Europa gelangte sie erst im vorigen Jahrhundert. Ihr allgemein verbreitetes Vorkommen in den letzten Jahrzehnten hängt mit den modernen Wohnsiedlungen zusammen. Man findet diese Art vorwiegend in den zentralgeheizten Wohnungen.
Die Pharaoameise bevorzugt warme und feuchte Orte. Ihre Kolonien nehmen nur einen winzigen Platz ein, normalerweise sitzen sie in Wandritzen, hinter Fliesen, zwischen Wänden und Möbelstücken, unter dem Fußboden oder in Spalten im Holz. Eine Kolonie enthält stets eine größere Anzahl eierlegender Weibchen. Unter den europäischen Bedingungen schwärmen diese Ameisen bis auf seltene Ausnahmen nicht, sondern paaren sich im Nestinneren, wo die befruchteten Weibchen dann bleiben. Neue Kolonien kommen zustande, wenn einige Königinnen mit Arbeiterinnen (1), Eiern und Larven das alte Nest verlassen und ein neues anlegen. Jede Königin legt im Laufe ihres Lebens nur etwa 300 Eier.
Die Entwicklung der Arbeiterinnen von der Eiablage bis zum Schlüpfen dauert etwa 37 Tage, die Entwicklung der geflügelten Geschlechtstiere 4 Tage länger. Die Männchen (2) leben nur einige Wochen, die Weibchen (3) bis zu 300 Tagen. Sie besorgen sich ihre Nahrung nicht selbst, sondern lassen sich von den etwa 60 Tage lebenden Arbeiterinnen füttern. Die Arbeiterinnen pflegen in erster Linie die Nachkommenschaft und beschaffen Nahrung. Diese ist sehr abwechslungsreich, besteht aus Fleisch, Fetten, Käse, Marmelade, Honig, Schokolade, Brot und Gebäck, aber auch aus toten und lebenden Insekten (einschließlich Schaben), allem möglichen Schmutz und auch verschiedenen anderen Stoffen (z.B. Ölfarben, Lack). Die Arbeiterinnen bringen auch Wasser in beträchtlichen Mengen ins Nest, sowohl zum Trinken als auch zur Hebung der Feuchtigkeit im Nestinneren.
Die Pharaoameise ist ein sehr lästiger und unangenehmer Schädling, vor allem deshalb, weil sie auch in dichte Verpackungen eindringt. So kann man die befallenen Lebensmittel kaum durch vorbeugende Maßnahmen schützen.
Die Flächenbehandlung mit einem Insektizid erweist sich in der Regel als wirkungslos. Einen gewissen Erfolg erzielt man mit vergifteten Lockspeisen. In den letzten Jahren haben sich methoprenhaltige Köder gut bewährt. (Methopren ist ein Stoff, der dem die Entwicklung regulierenden Insektenhormon nahekommt.) Bringen die Arbeiterinnen diesen Köder ins Nest und füttern damit die Königin, kann sich deren Nachkommenschaft nicht mehr auf normale Weise entwickeln. Die Folge ist ein allmähliches Aussterben der Kolonie. Eine erfolgreiche Anwendung dieser Köder erfordert aber beträchtliche Fachkenntnisse, man überläßt sie am besten den Fachleuten. Der Vorzug dieser Methode ist ihre völlige Unbedenklichkeit für die Gesundheit. Methopren schadet dem Menschen nicht, außerdem ist die Gefahr, daß Teilchen des Köders in die Lebensmittel verschleppt werden, verschwindend gering.