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Die globale Verschuldung der Luftfahrtbranche steigt laut einer neuen Analyse des Luftfahrtverbands IATA in schwindelerregende Höhen. Bis Ende Jahr dürfte diese Zahl demzufolge bei rund 550 Milliarden US-Dollar (rund 532 Milliarden Franken) liegen. Damit steigt die Schuldenlast gegenüber dem Wert zu Jahresbeginn um 120 Milliarden Dollar oder 28 Prozent.
Den grössten Anteil an der Neuverschuldung hat mit 67 Milliarden Dollar erwartungsgemäss der Erhalt von Staatskrediten, Kreditgarantien oder Steueraufschüben, während 52 Milliarden Dollar über kommerzielle Kredite, Kapitalmarktgeld, operative Leasingverträge oder Kreditlinienerhöhungen zusammenkommen. IATA-Generaldirektor Alexandre de Juniac erklärt: «Die Staaskredite haben geholfen, Fluggesellschaften in der Luft zu halten. Die nächste Herausforderung wird nun sein, zu verhindern, dass Fluggesellschaft unter der damit geschaffenen Schuldenlast zusammenbrechen.» Wobei wie eingangs gesehen die Verschuldung schon zuvor sehr hoch war...
123 Milliarden Dollar Staatshilfe
Gesamthaft haben Regierung weltweit rund 123 Milliarden Dollar an Finanzhilfe geboten, wovon 67 Milliarden wie oben aufgeführt Kredite sind, welche zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückbezahlt sein müssen, während der Rest in Lohnzuschüsse oder Steuererleichterungen verschwindet. Laut IATA werden von den Staatshilfen weniger als 10 Prozent zur Verbesserung des Eigenkapitals der Airlines aufgewendet. Deshalb erwartet de Juniac auch, dass die durch das Coronavirus ausgelöste Krise sehr lange anhalten wird.
Ein interessanter Nebenschauplatz der IATA-Analyse betrifft die regionalen Unterschiede bei der Staatshilfe. Die grösste Unterstützung erhielten Fluggesellschaften in Nordamerika, mit insgesamt 66 Milliarden Dollar, was rund 25 Prozent von deren Umsätzen aus dem Jahr 2019 entspricht. In Europa gibt es Hilfszusagen in Höhe von 30 Milliarden Dollar, was nur 15 Prozent der Umsätze aus dem Vorjahr entspricht - und dies bei deutlich mehr Akteuren als in Nordamerika. In der Region Asien/Pazifik kamen 26 Milliarden zusammen, in Lateinamerika gerade mal 300 Millionen Dollar und in Afrika/Nahost immerhin 800 Millionen Dollar. Laut Juniac kam es da, wo Regierungen nur zögerlich Hilfe anboten, zu Zahlungsunfähigkeiten - etwa in Australien, Italien, Thailand oder Grossbritannien.
De Juniac fordert die Regierungen auf, gemeinsam mit Airlines Möglichkeiten auszuloten, wie deren Eigenkapital nachhaltig gestärkt werden könne, zumal viele Airlines ständigen Bedarf nach Hilfe haben. Da darf man gespannt sein.