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jungfrau (1)
sie war siebzehn, sie war bildschön, sie war jungfrau, und sie wollte es bleiben, bis der richtige kam.
als sie zwanzig war, war der richtige noch nicht gekommen. sie wartete und wurde älter. sie wusste, dass es einen richtigen gab. der richtige war ein prinz, er würde sie wachküssen, sie würde aufblicken, sie würden sich ansehen, sie würden sich küssen, und sie würden heiraten und kinder kriegen und alt werden.
er war ein prinz. ein schön gebauter, kräftiger junger mann mit einer edlen gesinnung, wie es sich für einen prinzen gehört. er war im heiratsfähigen alter, und der könig und die königin machten sich sorgen, weil ihm keine gefiel von den vielen prinzessinnen und edelfrauen, die auf den bällen erschienen, die sie für ihn veranstalteten. war er am ende schwul? er war es nicht, die jungen damen auf den bällen erregten sehr wohl sein augenmerk, aber er wollte keine von ihnen heiraten. keine war die richtige. die richtige - genau - die richtige war eine jungfrau, die darauf wartete, dass er sie wachküsste. und sie würden heiraten und kinder kriegen und alt werden.
nun wäre das königreich wohl untergegangen, wenn sich alle wie der prinz und die jungfrau verhalten hätten. (nur in märchen gibt es jene unglücklich-glücklichen umstände, unter denen der prinz zur jungfrau oder die jungfrau zum prinzen findet.) der prinz, weil er verantwortungsgefühl hatte, wählte schliesslich eine junge dame aus einem entfernt verwandten fürstenhaus zu seiner gattin. sie heirateten, hatten spass beim sex miteinander, kriegten kinder und wurden älter.
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