Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/169733

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, welche Rechtsform es Privatpersonen erlauben würde, für eine Person mit Flüchtlingsstatus in der Schweiz als Patin oder Pate zu fungieren. </p><p>Die Integration eines Flüchtlings in unsere Gesellschaft und in unseren Arbeitsmarkt ist oft ein langer Prozess, in den viele Personen und Ämter involviert sind. Dadurch wird dieser Prozess teuer, und nicht immer ist er mit Erfolg gesegnet. Je nach Fall kann es sein, dass die zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausreichen. Das Erlernen der örtlichen Sprache kann sich als schwierig herausstellen. Die Schweizer Pünktlichkeit ist nicht überall die Norm, aber wer sich nicht daran hält, kann dafür diskriminiert werden. Auch wenn gewisse Flüchtlinge anspruchsvolle berufliche Projekte haben, fehlen vielen unter ihnen zweifelsfrei die Mittel, diese in die Tat umzusetzen. </p><p>Daher wäre es denkbar, dass eine Privatperson oder eine Gruppe von Privatpersonen als Patin oder Pate für einen Flüchtling fungiert. Das würde bedeuten, dass man sich für diese Person Zeit nimmt, um sie im Freundeskreis willkommen zu heissen, ihr die Schweizer Gebräuche und unsere sozialen Verhaltensregeln zu erklären, sie auf ihrem Weg zu beraten und zu begleiten. Teil dieser Patenschaft könnte auch eine finanzielle Komponente sein, um beispielsweise ein Studium oder den Kauf von professioneller Ausrüstung zu ermöglichen. </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme 2014-2017 fördern verschiedene Kantone heute schon Mentoringprojekte. Diese helfen anerkannten Flüchtlingen, berufliche und soziale Netzwerke aufzubauen und sich mit Werten und Normen der Schweizer Gesellschaft vertraut zu machen. Da Mentoring ein wirksames Instrument zur sozialen und beruflichen Integration darstellt, hat das Staatssekretariat für Migration darüber hinaus ein Programm Mentoring (2014-2016) lanciert. Das Programm sieht die Unterstützung von insgesamt 39 Projekten in 14 Kantonen vor. Die Schwerpunkte liegen bei der schulischen, beruflichen und sozialen Integration.</p><p>Im Rahmen des Pilotprojekts zur Aufnahme und Integration von Flüchtlingsgruppen (Resettlement, Bundesratsentscheid vom 4. September 2013) werden die Flüchtlingsfamilien durch professionelle Coaches begleitet. Eine Aufgabe dieser Coaches ist es auch, vor Ort Patenschaften zu fördern. Es soll geprüft werden, wie diese Erfahrungen bei weiteren Aufnahmen von Flüchtlingsgruppen (Resettlement) gezielt berücksichtigt und weitergeführt werden können.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.