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Kardiotoxizität
Unter Kardiotoxizität werden die schädlichen Nebenwirkungen einer Bestrahlung (Radiotherapie) oder medikamentösen Therapie (Chemotherapie) auf das Herz- und Gefässsystem verstanden (z.B. Bluthochdruck, Gefässveränderungen, Funktionsstörung des Herzmuskels, Entwicklung einer Herzschwäche und/oder Herzrhythmusstörung). Je nach Therapie können diese Nebenwirkungen umkehrbar sein, d.h. das Herzkreislaufsystem kann sich vollständig erholen. In der Behandlung von Brustkrebs kommen aber häufig Medikamente zum Einsatz (Anthrazykline), die in seltenen Fällen zu einer dauerhaften Schädigung des Herzmuskels und einer Herzschwäche führen können. Weiterhin zeigen Langzeitstudien, dass Brustkrebs-Patientinnen 10 Jahre nach dem Ereignis ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt haben. Auch bei Lymphom- Patienten wurde 35 Jahre nach der Behandlung nachgewiesen, dass verglichen mit der allgemeinen Bevölkerung die Inzidenz für eine Herzerkrankung etwa 4-7x so hoch war.
HINTERGRÜNDE
Informationen über Brustkrebs
Brustkrebs ist die meist verbreitete Krebsart unter Frauen weltweit. In der Schweiz treten jährlich etwa 6000 Neuerkrankungen auf. Dank fortschrittlicher Vorsorge-Untersuchungen sowie einer Verbesserung der Therapiemöglichkeiten können heute über 80% der Krebserkrankungen geheilt werden. Trotz der deutlich höheren Überlebensraten wurde jedoch festgestellt, dass die neuen Behandlungsmöglichkeiten negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben können, was unter dem Begriff «Kardiotoxizität» zusammengefasst werden kann. Weitere, ausführlichere Informationen zum Thema Brustkrebs finden Sie hier (pdf, 956 KB).
Informationen über Lymphknotenkrebs
Jedes Jahr erkranken in der Schweiz etwa 1750 Personen (etwas mehr Männer als Frauen) an einem Lymphom. Etwa 15% aller Lymphome sind Hodgkin-Lymphome, während Non-Hodgkin- Lymphome circa 85% der Erkrankung ausmachen.
Durch die stetige Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten haben sich die Heilungschancen für Betroffene enorm gesteigert und liegen bei über 80%.
Die Behandlung von Hodgkin- und Non-Hodgkin Lymphomen erfordert oft die Kombination aus einer medikamentösen Chemotherapie und einer Bestrahlung (Radiotherapie). Trotz der Verbesserung der Überlebensrate ist es möglich, dass diese Therapien das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung erhöhen können. Dies wird unter dem Begriff «Kardiotoxizität» zusammengefasst.
Informationen zum Thema Lymphknotenkrebs finden Sie hier (pdf, 628 KB).
SPORT UND BEWEGUNG BEI KREBS
Ausreichende tägliche körperliche Aktivität, Teilnahme an speziellen Bewegungsprogrammen oder Freizeitsport während und nach einer Chemotherapie können die Nebenwirkungen vermindern, die körperliche Fitness verbessern und die Krebsmüdigkeit reduzieren. Es gibt Hinweise von Tierstudien, dass körperliches Training ausserdem die schädlichen Nebenwirkungen der Chemotherapie auf die Herz-Gefässfunktion eindämmen kann. Da viele Patientinnen und Patienten nach der Diagnose Krebs verunsichert sind, ob und wie viel Sport und Bewegung sie machen dürfen, bietet sich die Teilnahme an ambulanten Bewegungsprogrammen an. Viele Krebspatientinnen und
-patienten profitieren bereits heute von speziellen Angeboten, die häufig direkt am Spital angeboten werden.
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