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Nachweisliche Hilfe
Es gibt mehr als eine Ursache für Zwangsstörungen, d.h. es gibt nicht nur die eine richtige Behandlung für alle Patienten und manchmal wirkt eine Kombination verschiedener Behandlungen am besten. PET-Scans (Positronen-Emissions-Tomographie) die zu Forschungzwecken eingesetzt wurden, zeigen, dass bei Zwangsstörungen andere Hirnaktivitäten-Muster vorliegen als in einem gesunden Gehirn oder als bei Patienten mit anderen Krankheiten. Ausserdem zeigen sie, dass geeignete Psychotherapie und Medikamente diese Hirnaktivitäten normalisieren.
Lerntheoretisches Modell, das einer Psychotherapie zugrunde liegt
Die Patienten erleben eine angstauslösende Situation oder es kommen ihnen angstauslösende Gedanken / Befürchtungen in den Sinn. Dies verursacht unangenehme Gefühle und Anspannung. Würden sie nichts dagegen unternehmen, verschwänden diese Gefühle und Anspannung vielleicht von selbst. Doch da sie mit früher einmal als hilfreich erlebten Zwangshandlungen reagieren, baut sich das Gefühl nicht von selbst ab, sondern wird verstärkt. Man beschäftigt sich immer wieder damit. Es entsteht ein Teufelskreis, in dem der Patient immer mehr und absurdere Varianten seiner Zwangshandlungen durchführen muss, um diese negativen Gefühle und die Anspannung wegzubekommen. In einer Verhaltenstherapie soll dieser Teufelskreis aufgebrochen werden. Der Patient lernt mit der Unterstützung des Therapeuten, sich den angstauslösenden Situationen auszusetzen, ohne mit seinen zwanghaften Handlungen darauf zu reagieren. Damit wird die Selbstkontrolle gestärkt.
Neurobiologisches Modell, das einer medikamentösen Behandlung zugrunde liegt
Medikamente setzen bei den biologischen Ursachen an und können eine Erleichterung der Symptome verschaffen. Sie erhöhen die Menge des Botenstoffes Serotonin im Gehirn, was zu einer besseren Kommunikation der verschiedenen Bereiche im Gehirn führt. Dies führt dazu, dass der Patient sein Verhalten wieder bewusster steuern kann. Man nennt diese Medikamente SSRI (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor; auf deutsch: selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer)
Wirksame Behandlung: Kombination von SSRI und Verhaltenstherapie
Gute Erfahrungen hat man mit einer Kombination von medikamentöser Behandlung mit SSRI und von Verhaltenstherapie gemacht. Die Medikamente können sofort eingesetzt werden und entfalten nach einigen Wochen ihre Wirkung. Damit wird Patienten mit stark ausgeprägten Zwangssymptomen oft erst der Einstieg in eine Verhaltenstherapie ermöglicht. Ist der Anfang jedoch geschafft, hält die Wirkung der Therapie im allgemeinen über die eigentliche Behandlungsdauer hinaus an.
Bei allen Behandlungsformen hat sich gezeigt, dass nicht alle Patienten gleichermassen darauf ansprechen. Auch wenn keine vollständige Heilung erzielt werden kann, bedeutet eine Verringerung der Symptome eine wesentlich höhere Lebensqualität.