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Frau Tesfay* aus Äthiopien stellte in der Schweiz ein Asylgesuch und wurde zu ihren Asylgründen angehört. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) erachtete ihre Asylgründe als unglaubhaft und verfügte eine Wegweisung nach Äthiopien. Frau Tesfay suchte die Rechtsberatung der Freiplatzaktion auf. Wir erkannten aus den Protokollen zur Asylanhörung, dass Frau Tesfay während der Anhörung zu ihren Fluchtgründen an verschiedenen Stellen sehr emotional reagiert hatte. Sie hatte geweint oder geschwiegen, als sie von der Konfrontation mit ihren Peinigern berichten musste. Für uns bestanden daher deutliche Anhaltspunkte, dass Frau Tesfay Opfer von sexueller Gewalt geworden war. Bereits bestehende medizinische Berichte bestätigten diese Einschätzung zusätzlich. Wir empfahlen Frau Tesfay daher, sich psychiatrisch abklären zu lassen. Sie war damit einverstanden, woraufhin wir eine psychiatrische Abklärung vermittelten. Im Rahmen dieser Abklärung gelang es Frau Tesfay erstmals, über die erlittene sexuelle Gewalt zu sprechen. Die behandelnde Psychiaterin diagnostizierte bei Frau Tesfay eine schwere Posttraumatische Belastungsstörung. Wir erhoben gegen den Entscheid des SEM Beschwerde und begründeten auf Grundlage der Anhörungsprotokolle und der ärztlichen Berichte das Vorliegen asylrelevanter Fluchtgründe. Im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens hob das SEM seinen Entscheid auf und gewährte Frau Tesfay Asyl.
Das Asylgesuch von Frau Touré* aus der Elfenbeinküste wurde nach ihrer Einreise in die Schweiz abgewiesen. In der Schweiz wurde sie Mutter einer Tochter. Wegen der schwierigen Lebensumstände in der Schweiz wurde ihre Tochter nach Eintritt in den Kindergarten heilpädagogisch gefördert. Nach acht Jahren Aufenthalt reichte Frau Touré ein Härtefallgesuch beim Kanton Zürich ein. Die Freiplatzaktion unterstützte sie im rechtlichen Verfahren. Wir halfen aktiv mit bei der Organisation ausführlicher Berichte, die eine aktive Teilnahme von Mutter und Tochter in der hiesigen Gesellschaft bestätigten. Für die Beschaffung diverser Schulberichte, die ein umfassendes Bild über die Entwicklung des Kindes zeichneten, führten wir mehrere Telefongespräche. Auf Grundlage der Berichte verfassten wir schliesslich ein ausführlich begründetes Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Sowohl das Migrationsamt als auch die kantonale Härtefallkommission anerkannten die trotz prekärer Umstände erfolgten Bemühungen um Partizipation von Frau Touré sowie die spezifische Situation des Kindes und hiessen das Gesuch gut. Frau Touré und ihre Tochter erhielten eine Aufenthaltsbewilligung.
Herr Ghafouri* aus dem Iran stellte in der Schweiz ein Asylgesuch. Einige Wochen zuvor war bereits seine Partnerin in die Schweiz eingereist. Sie waren bereits im Iran ein Paar, doch wurde die Beziehung von den Eltern verboten. Die beiden flüchteten zusammen aus dem Iran und erreichten über diverse Länder die Schweiz. Der Mann wurde in Ungarn mit Fingerabdrücken registriert. Weil das Paar zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Schweiz eingereist und noch nicht verheiratet war, gelangte das Staatssekretariat für Migration (SEM) zur Ansicht, dass die Beziehung zwischen Herrn Ghafouri und seiner Partnerin nicht "schützenswert" sei und beabsichtigte Herrn Ghafouri nach Ungarn auszuweisen. Mit dem Entscheid des SEM wandte sich Herr Ghafouri an die Freiplatzaktion. In langen Gesprächen rekonstruierten wir detailliert die Geschichte des Paars. Es zeigte sich, dass das SEM die gemeinsame (Beziehungs-)Geschichte des Paars viel zu oberflächlich und ungenau abgeklärt hatte. Die Gespräche lieferten uns die Grundlage, um in der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht gegen den Entscheid des SEM zu argumentieren. Wir konnten das Bundesverwaltungsgericht mit unserer fundierten Argumentation überzeugen und die Eröffnung des Asylverfahrens für Herrn Ghafouri in der Schweiz wurde in der Folge angeordnet.
Frau Yilmaz* kam vor acht Jahren als junge Frau in die Schweiz. Sie lebte jedoch mit ihrem Ehemann, mit dem sie ein gemeinsames Kind hat, nur kurz zusammen. Wegen ehelicher Gewalt erfolgte bereits nach kurzem Aufenthalt die Trennung. Frau Yilmaz erhielt die Obhut über ihr Kind zugesprochen, doch akzeptierte der Kindesvater dieses Urteil nicht. Er ging so weit, dass er das Kind entführte und zu seinen Eltern in dessen Herkunftsland brachte. Die Trennung vom Kind belastete Frau Yilmaz enorm und das eingeleitete Rechtsverfahren betreffend Entführung kam nur schleppend voran. Frau Yilmaz erlernte zwar in eindrücklicher Geschwindigkeit die deutsche Sprache und fand auch Arbeit in der Reinigungsbranche. Die belastenden Umstände und der niedrige Lohn liessen eine Ablösung von der Sozialhilfe jedoch nicht zu. Das Migrationsamt drohte ihr daher den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung an. Erst nach detaillierter Darlegung der gesamten Umstände durch die Freiplatzaktion verlängerte das Migrationsamt die Bewilligung.
Herr Abraham* heiratete vor rund acht Jahren seine Ehefrau. Beide stammen aus Eritrea und desertierten aus dem Militärdienst. Da sie mit dieser Handlung vom Regime als politische Gegner eingestuft wurden, flüchteten sie aus Eritrea. Ihre Flucht in die Schweiz erfolgte über etliche Etappen und dauerte mehrere Jahre. Während jener Zeit wurden die beiden gemeinsamen Kinder geboren. In Libyen wurde die Familie jedoch gewaltsam getrennt. Die Familie gelangte deshalb zeitverschoben nach Europa. Die Ehefrau und die Kinder von Herrn Abraham erreichten die Schweiz zuerst und erhielten hier Asyl. Der Familie gelang es jedoch nicht, den gegenseitigen Kontakt wiederherzustellen. Herr Abraham gelangte nach Italien und erhielt dort Asyl. Als er endlich vom Aufenthalt seiner Familie in der Schweiz erfuhr, reiste er nach. In der Schweiz wurde ein gemeinsames drittes Kind geboren und die Familie lebte zusammen. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) wollte auf das Asylgesuch von Herrn Abraham wegen dessen Asylgewährung in Italien nicht eintreten und ihn nach Italien wegweisen. Es gewährte Herrn Abraham hierzu jedoch das rechtliche Gehör. Herr Abraham wandte sich an die Freiplatzaktion. Wir argumentierten in unserer Stellungnahme, dass die Familie ein Recht auf Achtung des Privat-und Familienlebens habe. Die Argumentation stützten wir einerseits mit Aussagen aus den Asylprotokollen. Zudem holten wir Berichte von der für die Familie zuständigen Betreuungspersonen ein. Diese erläuterten die gelebte Beziehung ausführlich. Das SEM anerkannte unsere Argumentation und gewährte Herrn Abraham in der Schweiz Asyl.