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Neumayer II (Deutschland)
Neumayer II (Deutschland)
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Position
70º 39’ S / 8º 15’ W
Geschichte
Die erste «Georg von Neumayer»-Station in der Antarktis wurde 1981 auf dem Ekström-Schelfeis als wissenschaftliches Observatorium für Geophysik, Meteorologie und Luftchemie sowie als logistische Basis für Sommerexpeditionen errichtet. Der Namensgeber der Station, Georg von Neumayer, war ein bedeutender Förderer der deutschen Südpolarforschung. Eisbewegung und Schneelast machten Anfang der neunziger Jahre einen Neubau des Stationsgebäudes notwendig. Im März 1992 wurde, nur zehn Kilometer vom ursprünglichen Standort entfernt, die Neumayer-Station fertiggestellt. Das Forschungs- und Messprogramm der Station wurde seitdem ständig erweitert und schließt auch die Erfassung des atmosphärischen Ozons ein.
Information
Die Neumayer-Station steht auf 200 Meter dickem, nahezu ebenem Schelfeis und ist vollständig mit Schnee bedeckt. Aus der Ferne sind lediglich die Treppentürme zu erkennen, die den Schnee um wenige Meter überragen. Die Schelfeiskante, an der die Versorgungsschiffe anlegen, liegt zehn Kilometer entfernt. Die Station besteht aus zwei rund 90 Meter langen parallelen Stahlröhren von acht Metern Durchmesser. Darin sind Container mit Wohnräumen, Küche, Messe und Hospital sowie verschiedene Labore, Werkstatt, Funkraum, Sanitärräume, zwei Energiezentralen und eine Schneeschmelze untergebracht. Eine eben solange Querröhre beherbergt Vorrats-, Abfall- und Tankcontainer und bietet Stellplätze für Fahrzeuge. Ein Tunnel verbindet die Station mit einer weiteren Halle, die vom Motorschlitten bis zur Schneefräse alle Fahrzeuge der Station aufnehmen kann.
Dieselgeneratoren, deren Abwärme für Heizung und Schneeschmelze genutzt wird, versorgen die Station mit Energie. Eine 20 Kilowatt-Windkraftanlage trägt zur umweltfreundlichen Energieversorgung bei - ein Novum in der Antarktis. Bei der Planung der Station wurden bereits die Auflagen des neuen Umweltprotokolls zum Antarktisvertrag berücksichtigt, z.B. durch die Verwendung von umweltneutralem Baumaterial, von Katalysatoren für die Dieselgeneratoren und Auffangeinrichtungen für die Öltanks. Abfälle werden gesammelt und einmal im Jahr nach Deutschland zurückgebracht.
Im antarktischen Winter leben und arbeiten neun, maximal zehn Personen in der Station: ein Arzt, der auch Stationsleiter ist, zwei Meteorologen, zwei Geophysiker, ein Ingenieur, ein Elektriker, ein Funker/Elektroniker und ein Koch. Die Überwinterer bleiben 14 bis 15 Monate. Über neun Monate sind sie nur über Funk mit der Außenwelt verbunden.
Webcam: nicht mehr in Betrieb
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