Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03601.jsonl.gz/1608

Die Banane zählt zu den beliebtesten Fruchtsorten der Schweizerinnen und Schweizer. 11.3 Kilogramm Bananen wurden pro Kopf im Jahr 2018 verzehrt, nur Äpfel und Zitrusfrüchte werden öfters gegessen. Um die Lust nach der gelben Frucht zu stillen, importiert die Schweiz rund 97’000 Tonnen pro Jahr, was einem Wert von 104 Millionen Franken entspricht.
Die Banane, die wir hierzulande hauptsächlich kennen, ist die sogenannte Dessertbanane. Zu 95% handelt es sich dabei um die Sorte Cavendish. Sie ist wenig anfällig auf Druck, kann grün geerntet werden und reift auf dem Weg zum Zielland nach. Die in der Schweiz konsumierten Bananen stammen grösstenteils aus Kolumbien, Panama, Peru und Ecuador.
Dass es die Frucht überhaupt in die Schweiz respektive Europa geschafft hat, verdanken wir der Industrialisierung. Ursprünglich kommt die Banane aus der südostasiatischen Inselwelt. Im späten 19. Jahrhundert wurde sie in Amerika bekannt, um 1920 begann die Frucht schrittweise ihren Siegeszug in Europa.
Mittlerweile ist das Geschäft mit den Bananen zu einem weltweiten Milliarden-Business herangewachsen. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO beträgt der Exporterlös von Lateinamerika und der Karibik – sie zählen zu den wichtigsten Playern – jährlich 5.6 Milliarden US-Dollar.
Entsprechend viele Menschen sind von der gelben Frucht abhängig. Allerdings nicht nur, um mit ihr Handel zu treiben, sondern auch im Sinne eines Nahrungsmittels. Carlos Lopez Flores, Präsident von Chiquita, sprach in einem Interview von insgesamt 400 Millionen Personen, die in einem Abhängigkeitsverhältnis zur Banane stehen.
Umso besorgniserregender sind die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit. Seit Anfang der 90er-Jahre verbreitet sich eine Pilzkrankheit, welche die Frucht austrocknen lässt. Nach Südostasien, Australien, Afrika und dem Nahen Osten wurde «Tropical Race 4» letztes Jahr zum ersten Mal in Kolumbien nachgewiesen. Für den Menschen ist TR4 ungefährlich, für die Pflanzen jedoch tödlich.
Bisher gibt es kein wirksames Mittel gegen den Pilz. In Australien wird deshalb an einer genetisch veränderten Cavendish-Sorte geforscht, die gegen die Pilzerkrankung resistent ist. Der Forscher Gerrit Kema, an der niederländischen Agraruniversität in Wageningen tätig, sieht die Lösung hingegen in der Abkehr von Cavendish-Monokulturen respektive mehr Biodiversität.