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Anlässlich der XI. Mailänder Triennale 1957 stellten Achille und Pier Giacomo Castiglioni einen ersten Prototypen des Mezzadro vor. In seiner jetzigen Form wurde der Hocker im selben Jahr in einem Interieur auf der Ausstellung »Colori e forme nella casa d’oggi« in der Villa Olmo in Como gezeigt. Die Designer verwendeten für den federnden Metallsitz einen handelsüblichen Traktorsitz, befestigten ihn mit einer Flügelmutter auf einem schwingenden Bandstahl-Bogen, der beim Traktor die Stöße des unebenen Bodens mildern soll, und stabilisierten die Freischwingerkonstruktion durch ein Querholz, das der Sprosse einer hölzernen Leiter ähnelt.
Jedes dieser Teile verkörpert deutlich seine Aufgabe innerhalb des funktionellen Zusammenspiels. Offensichtlich ist auch der Rückgriff auf künstlerische Verfahren, wie wir sie etwa aus den »objets trouvés« von Marcel Duchamps oder aus den Assemblagen von Pablo Picasso kennen. Erst wenn alle überflüssigen Elemente entfernt waren und die Beschränkung auf das Wesentliche ihren optimalen formalen Ausdruck erhielt, galt den Castiglionis ein Entwurf als gelungen.
Die hier angebotene Miniatur von Vitra (Maßstab 1:6) besteht aus verchromtem bzw. lackiertem Stahl und Buchenholz.