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Immer wieder ereignen sich beim Schweissen, Schneiden, Löten, Schleifen oder andern funken- und flammenerzeugenden Arbeiten an Behältern (Fässer, Kannen, Brennstofftanks) schwere Explosionen.
Werden Behälter von brennbaren Flüssigkeiten entleert, bleiben immer Restflüssigkeiten und deren Dämpfe zurück. Diese können mit Luft explosionsfähige Gemische bilden.
Grundsätzlich sollten an gebrauchten Behältern keine funken- oder flammenerzeugenden Arbeiten ausgeführt werden. Reparatur- oder Änderungsarbeiten an gebrauchten Fässern lohnen sich wegen der drohenden Explosionsgefahr nicht!
Werden solche Arbeiten dennoch ausgeführt, müssen die Behälter zuerst vollständig entleert werden. Anschliessend muss eine der folgenden Methoden zum Vermeiden von Explosionen angewendet werden:
Der Behälter kann wie folgt gereinigt werden:
Oder:
Bild 1 Ausdämpfen eines Behälters
1 Behälter
2 Spundloch
3 Einblasrohr
4 Zuleitung
Durch Füllen des Behälters mit Wasser. Es darf nur ein sehr kleiner Raum bei der Schweissstelle freibleiben (Bild 2).
Durch eine Inertgasfüllung mit Stickstoff oder Kohlendioxid (Trockeneis). Die austretenden Dämpfe sind gefahrlos abzuführen.
Bild 2 Schutzfüllung mit Wasser
1 Behälter
2 Wasserfüllung
3 Schweissstelle
4 freier Raum mit Entlüftungsöffnung
Eine wirksame Inertgasatmosphäre im Behälter wird erreicht, wenn die Menge des eingefüllten Inertgases dem doppelten Behältervolumen entspricht.
Die einer Druckgasflasche entnommene Menge Stickstoff kann berechnet werden durch Multiplizieren des Flascheninhalts in Litern mit der am Manometer abgelesenen Druckdifferenz in bar.
Beispiel
Flascheninhalt: 40 Liter
Druckdifferenz: 10 bar
Abgegebene Gasmenge: 40 x 10 = 400 Liter
Zum Spülen und Füllen eines 200-Liter-Fasses werden 400 Liter Stickstoff benötigt, d. h. bei einer 40-Liter-Flasche muss der Druck um 10 bar abgenommen haben, bevor mit den funken- und flammenerzeugenden Arbeiten begonnen werden darf. Während der Dauer der Arbeit ist ständig noch ein wenig zusätzlicher Stickstoff ins Fass einzuleiten. Beim Verwenden von Stickstoff dürfen oben im Behälter keine Öffnungen vorhanden sein.
Bild 3 Inertgasfüllung mit Stickstoff
1 Behälter
2 Stickstoffflasche
3 Druckreduzierventil
4 Spundloch
5 Einblasrohr
Geeignet ist Kohlendioxid nur in Form von Trockeneis. Vor Beginn der Arbeiten müssen pro 200 Liter Behältervolumen 0,4 kg Trockeneis in kleinen Stücken eingefüllt werden. Um die auftretenden Gasverluste auszugleichen, ist von Zeit zu Zeit Trockeneis nachzufüllen, damit während der funken- und flammenerzeugenden Arbeiten die Inertgasatmosphäre aufrechterhalten bleibt. Für ein 200-Liter-Fass wird rund 1 kg Trockeneis benötigt. Beim Verwenden von Trockeneis darf der Behälter unten keine Öffnung aufweisen. Trockeneis hat eine Temperatur von etwa –78 °C. Bei der Handhabung sind zum Schutz gegen «Kälteverbrennungen» dicke Handschuhe zu tragen, beim Zerkleinern zusätzlich eine Schutzbrille.