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Therapieschwerpunkte
Schlafstörungen/ Insomnie
Insomnie ist eine lang anhaltende oder in Abständen wiederkehrende Schlafstörung. Dabei halten die Schlafbeschwerden mehrere Wochen an und treten mehrmals pro Woche auf. Sie zeichnen sich durch Ein- und Durchschlafstörungen. Die meisten Menschen wachen dabei morgens sehr früh auf und empfinden ihre Schlafqualität als schlecht. Die Schlafbeschwerden verursachen Einschränkungen sowie körperliche oder auch psychische Beschwerden am darauffolgenden Tag. Dazu gehören zum Beispiel Müdigkeit, Antriebsarmut sowie Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme oder auch Hyperaktivität, Gereiztheit sowie Unzufriedenheit. Zu den Auslöser der Insomnie zählen neben unzureichender Schlafhygiene auch aufregende oder unerfreuliche Ereignisse sowie körperliche und seelische Erkrankungen. Kognitive Verhaltenstherapie ist eine wirksame Methode zur Behandlung der Insomnie und richtet sich auf die Suche der Ursachen der Schlafstörung. Durch Gespräche und Übungen wird versucht, Denkmuster, Gefühlsbewertungen und Verhaltensweisen, die die Insomnie bedingen, zu verändern.
Depression
Eine Depression ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen sich niedergeschlagen und freudlos fühlen. Dazu kommen häufig Symptome wie ein geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche. Depressive, gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Freudlosigkeit, Verminderung des Antriebs mit erhöhter Müdigkeit und Aktivitätseinschränkung sind die Hauptsymptome einer Depression. Halten diese länger als zwei Wochen an, besteht ein begründeter Verdacht auf eine Depression. Depressionen beein-trächtigen die Betroffenen in der Regel stark, schränken ihren Alltag ein, belasten Liebes-beziehungen und beeinflussen andere körperliche Erkrankungen negativ. An einer Depression können Menschen in jedem Lebensalter erkranken - von der Kindheit bis ins hohe Alter. Eine unbehandelte Depression dagegen bessert sich in der Regel nicht von selbst. Frühe Diagnose und Therapie sind wichtig. Die meisten depressiv Erkrankten können effektiv behandelt werden und wieder ein normales, erfülltes Leben führen.
Posttraumatische Belastungsstörung
Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) tritt als eine verzögerte psychische Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis, eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung, die zu einer schweren körperlichen oder seelischen Verletzung geführt hat. Traumatische Erfahrungen sind schwer zu verarbeiten. Dabei entwickeln aber nicht alle Menschen eine Posttraumatische Belastungsstörung. Vielmehr spielen hier verschiedene psychologische, biologische und soziale Faktoren eine Rolle. Menschen mit psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen oder Suchterkrankungen sind anfälliger für eine posttraumatische Belastungsstörung. Typisch für diese Störung ist, dass einen das Erlebte nicht loslässt und die belastenden Erinnerungen immer wiederkommen. Wird eine Posttraumatische Belastungsstörung nicht erkannt und adäquat behandelt, kann sie chronisch werden und die Lebensqualität langfristig drastisch einschränken.
Eine Psychotherapie kann helfen, die Erfahrungen mit der Zeit zu bewältigen. Eine Trauma-fokussierte Psychotherapie ist nachweislich hilfreich.
Panikstörungen und Agoraphobie
Die Panikstörung und die Agoraphobie können gemeinsam oder auch als einzelne Erkrankungen auftreten. In vielen Fällen beginnt die Agoraphobie mit einer unerwarteten Panikattacke an einem bestimmten Ort. Dabei treten bedrohlich erscheinende körperliche Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Übelkeit oder Brustschmerzen. Die Angst vor einer nochmaligen Panikattacke in einer ähnlichen Situation verstärkt sich und entwickelt eine Eigendynamik. Panikstörungen oder Agoraphobien beeinflussen den Alltag und die Lebensqualität Betroffener und ihrer Familien in ganz unterschiedlichem Maße. Dies hängt vom Schweregrad dieser Angststörungen und der individuellen Lebenssituation ab. Es gibt wirksame Therapien, mit denen sich die Beschwerden in vielen Fällen lindern oder manchmal sogar ganz in den Griff bekommen lassen.
Zwangsstörungen
Bei Zwangserkrankung liegen die Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen vor, die mit einer deutlichen Beeinträchtigung im Leben verbunden sind. Sie drängen sich den Betroffenen auf, beschäftigen sie ständig in der gleichen Form und sind fast immer bedrohlich oder quälend. Der Versuch, die Gedanken zu unterdrücken, bleibt in der Regel erfolglos. Beispiele dafür sind Wasch- und Reinigungszwänge, Kontrollzwänge, Wiederholungs-, Zähl- und Ordnungszwängen sowie Sammel- /Aufbewahrungszwängen. Die Zwangserkrankungen können in jedem Alter auftreten, beginnen meist jedoch im Alter von ca. 20 Jahren. Sie entwickelt sich meist schleichend, können aber schließlich die zentrale Rolle im Alltag einnehmen. Halten die Symptomen länger als zwei Wochen an und Betroffene darunter leiden, sollte professionelle Hilfe aufgesucht werden. Verhaltens-therapeutische Ansätze (vor allem aus der kognitiven Verhaltenstherapie) haben sich in der Behandlung von Zwangsstörungen besonders bewährt. Betroffene lernen, mit der Erkrankung umzugehen und das eigene Verhalten zu kontrollieren.
Schmerzstörungen
Die somatoforme Schmerzstörungen sind über längere Zeit (mindestens 6 Monate) andauernde körperliche Beschwerden, für die sich keine körperlichen Ursachen finden. Am häufigsten sind Herz-Kreislauf-System, Magen-Darm-Bereich, Lunge oder Gelenke und Muskeln betroffen. Oft berichten auch Patienten dabei auch über Erschöpfung, Schwindel, Schwitzen, Unruhe, Schlaf-störungen oder Herzrasen. Der Grund für die Beschwerden liegt in einer Störung der Stress- und Schmerzverarbeitung. Deshalb sind Patienten schmerz- und stress-empfindlicher als andere Personen. Der psychische Stress kann die Erkrankung auslösen. Es kommt zur Verknüpfung von Körperschmerz und negativen Gefühlen, die durch negative Ereignisse und Stressfaktoren immer wieder reaktiviert werden. Die Schmerzen ohne körperlichen Ursachen sind real, erklärbar und können behandelt werden. Die Psychotherapie steht dabei im Behandlung im Vordergrund.