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Mafalda Salvatini
1888-1971
Sopran
Mafalda Salvatini war eine italienische Sopranistin.
Sie wurde am 17. Oktober 1888 im Schloss Baia bei Neapel als Tochter des dortigen Kommandanten geboren. Mit vier Jahren war sie bereits verwaist und wurde in Internaten der Sacre-Coeur-Schwestern zuerst in Portici, dann in Paris erzogen. Schon früh zeigte sich bei ihr lebhaftes Interesse und ausgesprochene Anlage für Musik und Theater. Beide Anlagen wurden sorglich gepflegt. Als sie mit voller Entschiedenheit auf die Kunst als Lebensberuf hinwiesen, wurde Mafalda Salvatini Schülerin der berühmten Gesangsmeisterin Pauline Viardot-Garcia und des gefeierten Tenors an der Pariser Grossen Oper Jean de Reszke. Mit neunzehn Jahren betrat sie zum ersten Mal die Bühne der Berliner Hofoper um hier als Aida zu gastieren. Die Künstlerin wurde sofort für fünf Jahre verpflichtet. 1913 absolvierte sie ein Gastspiel an der Pariser Grossen Oper. Auch hier blieb ihr der Erfolg treu, die Direktion schloss mit ihr einen mehrjährigen Vertrag ab, der jedoch 1914 durch die Rückkehr Mafalda Salvatinis nach Berlin, ihrem ständigen Wohnsitz, seine Auflösung fand.
1914-23 war sie am Deutschen Opernhaus Berlin-Charlottenburg engagiert, und an diesem Haus erreichte ihre Karriere den Höhepunkt. Hier hatte sie als überragende Erscheinung in dem ausgezeichneten Ensemble eine Reihe von Darbietungen geschaffen, die auf hohem künstlerischen Niveau standen. Vor allem als Aida, als Valentine in Meyerbeers „Hugenotten“, als Santuzza, als Carmen, Tosca und Jüdin, aber auch als Myrtocle in d’Alberts „Toten Augen“ und als Marta in „Tiefland“ vermochte sie ihr Publikum zu begeistern. 1924-26 sang sie nochmals an der Berliner Staatsoper, kehrte aber 1926 wieder an das Deutsche Opernhaus zurück, wo sie bis 1932 ihre grosse Karriere fortsetzte. 1926 kreierte sie für Berlin die Titelheldin in Puccinis „Turandot“, wobei sie einen ihrer grössten Erfolge erzielte. 1927 war sie zu Gast an der Staatsoper Dresden, 1922 und 1928 an der Wiener Staatsoper, 1928 am Opernhaus von Riga; sie ist auch in Holland und Belgien, jedoch nie in ihrer italienischen Heimat aufgetreten. Zu Beginn der dreissiger Jahre heiratete sie den litauischen Botschafter in Deutschland und lebte nach Aufgabe ihrer Karriere im Schweizer Kanton Tessin. Am 13. Juni 1971 ist sie in Lugano gestorben.
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