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Der Präsident spricht, ich muss draussen bleiben.
«Action!», jubeln die vier Damen in den traditionellen Kleidern und recken ihre Fäuste in die Luft. Immer wieder: «Action!» Fünfhundert Ghanaerinnen und Ghanaer sitzen und stehen in der Mittagshitze unter einem offenen Zelt. Die Rufe gelten dem Präsidenten John Atta-Mills, der gleich nebenan vor dem Parlament seine dritte Rede zur Lage der Nation hält. 2011 werde ein «year of action», so der «Professor», wie ihn seine Anhänger liebevoll nennen. In seiner Rede verspricht Atta-Mills, das Geld aus den Ölprojekten sorgfältig zu verwenden, gegen Drogenschmuggel vorzugehen und nicht mit Militär in die Elfenbeinküste einzumarschieren.
Zwei Stunden zuvor habe ich bei den Öffentlichkeitsdiensten des Parlaments angerufen, um zu erfahren, wann denn der Präsident sprechen wird. «Elf Uhr», lautete die Antwort, sofort machte ich mich auf Richtung Parlament. Zwei Tage früher hatte ich dieselbe Frage bereits im Informationsministerium gestellt – ohne eine Antwort zu kriegen.
Der Minibus kam nur stückend voran auf dem Peg zum Parlamentsgebäude, aber ich hatte ja Zeit. Um 10 Uhr hörte ich zu meiner Überraschung im Radio, wie die Rede des Präsidenten begann. Verärgert stieg ich in ein schnelleres Taxi um, passierte die kaum existenten Sicherheitskontrollen vor dem Parlament und wurde schliesslich an der Eingangstüre angehalten. Die Türen waren zu – niemand kam mehr rein. Auch mein Winken mit dem rotgoldenen internationalen Presseausweis wurde nicht gewürdigt. Ich sei halt zu spät, wurde mir beschieden.
So schaue ich die Rede des Präsidenten mit dem Fussvolk vor dem Fernseher. Ich merke, welche Themen die Leute bewegen. Ich frage nach, wenn ich die Buhrufe der Opposition nicht verstehe. Und ich stehe schliesslich mit den Fans des Professors in der ersten Reihe, als dieser in einer Limousine von einer Reitergarde eskortiert davongefahren wird.