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Schleimhäute
(Membranae mucosae), bei den Wirbeltieren weiche, samtartige, sehr gefäß- und nervenreiche, schleimabsondernde Häute, welche die größern und kleinern nach außen sich öffnenden Höhlen und Kanäle des Körpers (Luftwege, Verdauungskanal, Urogenitalkanal und deren Anhänge) auskleiden. An den äußern natürlichen Öffnungen dieser Höhlen geht die Schleimhaut allmählich in die äußere Haut [* 2] über, so daß keine deutliche Grenze zwischen beiden zu finden ist.
Wie die äußere Haut, so besteht auch die Schleimhaut aus zwei Schichten, der Oberhaut oder dem Epithel und der Schleimhaut im engern Sinn. Erstere ist nie verhornt wie diejenige der äußern Haut; ihre Zellen sind häufig cylindrisch und mit Wimpern besetzt (sogen. Flimmerepithel). Letztere besitzt Papillen für Nerven [* 3] und Gefäße und heftet sich durch lockeres Bindegewebe an ihre Unterlage an. Die Farbe der S. wechselt nach dem Blutgehalt, die Empfindlichkeit nach dem Nervenreichtum. An drüsigen Organen sind die S. reich, teils sind es Drüsen für bestimmte Zwecke (z. B. die Labdrüsen des Magens), teils einfach Schleimdrüsen zur Absonderung des Schleims, welcher die Haut stets feucht erhält; die Ausführungsgänge der letztern auf der Oberfläche der Schleimhaut erscheinen für das unbewaffnete Auge [* 4] so fein wie Nadelstiche.
Die S. sind sehr häufig der Sitz von Krankheiten; doch neigen die S. einiger Organe (Luftwege, Verdauungskanal) im ganzen mehr zu Erkrankungen hin als die S. mancher andrer Organe (z. B. der Harnwege). Die häufigste Krankheit der S. ist der Katarrh; seltener sind die S. der Sitz verschiedener Geschwüre, so besonders die Kehlkopf- und Rachenschleimhaut der Sitz syphilitischer, die Darmschleimhaut der Sitz tuberkulöser, typhöser und andrer Geschwüre. Sämtliche S., besonders aber die Rachenschleimhaut, können auch die kruppöse und diphtheritische Affektion zeigen.