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In der Übersicht
Lange bevor die Matrosen des Captain Cook im 18. Jahrhundert das Wort „Tattoo“ aus Polynesien nach Europa brachten, war die Praxis, Menschen mit Bildern, Symbolen und Buchstaben dauerhaft zu markieren, dort bereits weit verbreitet. Solche unwiderruflichen und dauerhaften Bezeichnungen sollten die Zugehörigkeit zu einer besonderen Gruppe sicherstellen. Sie sollten die eigene religiöse Auserwähltheit unübersehbar machen und, in weniger freiwilligen Kontexten, die rasche Wiedererkennung und Festnahme solcher Personen ermöglichen, die die „Identität“, die ihnen mit solchen Zeichen verpasst worden war, gerne wieder loswerden und ein neues Leben beginnen wollten.
Es gibt zahlreiche Quellen für diese Praxis zwischen der Spätantike und der Frühen Neuzeit: Die Geschichte des Schreibens auf der Haut verbindet Rechts- mit Frömmigkeitsgeschichte und die Geschichte der Personenbeschreibung mit den Beschreibungen der vermeintlich barbarischen „Anderen“ an den Rändern der zivilisierten christlichen Welt. Diesen Zu-Schreibungen im Wortsinn widmet sich die Veranstaltung.