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Vom Regenmantel zum Löwenzahnreifen in weniger als 150 Jahren. Die Geschichte von Continental ist eng mit der deutschen Stadt Hannover verbunden und es ist kein Zufall, dass ausgerechnet hier 1871 die Continental Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie gegründet wurde.
Hannover war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein geschäftiger Industriestandort mit technischen Werken, Webereien und Textilfabriken. Das lag daran, dass Hannover schon seit 1843 durch eine direkte Eisenbahnstrecke mit dem Rest Deutschlands verbunden war.
Schon in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts führte Continental für die Mitarbeiter/innen eine Betriebskrankenkasse, Witwen- und Waisenrenten sowie Wohnheime und Werksbücherei ein. Die Gummi-Fabrik gehörte damit zu den ersten deutschen Unternehmen, die sich für ihre Mitarbeiter engagierte.
In der neugegründeten Gummi-Fabrik wurden vor allem gummierte Gewebe für Regenmäntel, Thermosflaschen und Vollgummireifen für Fahrräder sowie Kutschen gefertigt. 1875 gab das bis heute unverkennbare Logo dem Unternehmen ein Gesicht, auch wenn sich das Pferde-Symbol im Laufe der Jahre verändert hat. Warum ein Pferd?
Das Hannoveraner Pferd ist ein traditionelles Symbol der Region und wird seit dem 14. Jahrhundert verwendet. Ab 1892 produzierte Continental Luftreifen für Fahrräder, um sich zum Beginn des 20. Jahrhunderts ganz auf die Herstellung von Automobilreifen zu konzentrieren.
Continental 1901
Am 25. März 1901 wurde das erste Fahrzeug von Karl Benz mit der Bezeichnung Mercedes mit Luftreifen von Continental ausgestattet. Das Fahrzeug feierte während des Autorennens Nizza-Salon-Nizza einen sensationellen Erfolg, indem es die Strecke von 414 Kilometern in 6 Stunden, 45 Minuten und 48 Sekunden zurücklegte.
Continental 1904
1904 kam der weltweit erste Auto-Luftreifen mit Profil auf den Markt, 1908 die abnehmbare Felge; eine Innovation, die bis heute Zeit und Aufwand bei Reifenwechseln spart. Es waren nicht nur die Autoreifen, die Geschichte schrieben. Der Flugpionier Louis Blériot schaffte es 1909 mit dem ersten Flug über den Ärmelkanal zu einem weiteren Meilenstein der Gummifabrik. Die Tragflächen und der Rumpf des Flugzeugs waren mit Continental Aeroplan verkleidet.
Die Kunst der Werbung
Das goldene Zeitalter des Verkehrs und der Mobilität lieferte wunderbare Anregungen für eine weitere aufstrebenden Kunstform: Werbung. Die Archive von Continental enthalten eine beeindruckende Sammlung gemalter Plakate, die nicht nur die Qualität unserer Produkte, sondern auch die Ansprüche unserer Kunden widerspiegeln. Egal ob es um Leistung, Sicherheit oder einfach nur den Glanz des Reisens zu exotischen Orten geht – es gibt viel zu entdecken in diesen farbenfrohen Schnappschüssen der Kulturgeschichte.
In den folgenden Jahrzehnten machte sich Continental einen grossen Namen im Rennsport und holte mit Fahrern wie Stirling Moss, Karl Kling und Juan Manuel Fangio Grand-Prix-Siege und Weltmeisterschaften.
Continental 1952
1952 bietet Continental die ersten speziell für Winter und Frost entwickelten Reifen M+S (Mud and Snow) an. Drei Jahre später begann Continental mit der Herstellung schlauchloser Reifen für PWs, die sehr viel zuverlässiger waren als herkömmliche Reifen.
Continental 1960
1960 kamen die ersten Gürtelreifen für Transport-Fahrzeuge. Das Unternehmen führt den Buchstaben „R“ als Bezeichnung für diese Art von Reifen ein. Es sollte zum Standard für Reifenhersteller weltweit werden.
Continental 1967
Continental eröffnete 1967 ein eigenes Testzentrum: das Contidrom. So konnten weitere Innovationen entwickelt werden, wie zum Beispiel 1972 den spikelosen Winterreifen ContiContact. Dieser Reifen verbesserte die Strassensicherheit bei Fahrten unter widrigen jahreszeitlichen Bedingungen erheblich.
ContiEcoContact 1991
Continental führte 1991 mit dem ContiEcoContact den weltweit ersten nachhaltigen Reifen ein und bewies, dass sich Umweltschutz und Sicherheit nicht ausschliessen müssen. Die Ingenieure waren insbesondere bestrebt, Rollwiderstand und Reifenverschleiss zu reduzieren und dabei längere Lebensdauer zu entwickeln, der erheblich weniger Gummirückstände auf dem Asphalt hinterlässt. Auch die fünfte Generation des ContiEcoContact erhält weiterhin beste Bewertungen durch unabhängige Tests.
ContiSportContact 2 Vmax 2003
Mit dem ContiSportContact 2 Vmax schaffte es Continental sogar ins Guinness-Buch der Rekorde; 2003 vorgestellt, war es der weltweit erste für Geschwindigkeiten bis 360 km/h zugelassene Strassenreifen.
Und was bringt die Zukunft für Continental?
2018 wurde das Versuchslabor „Taraxagum Lab Anklam“ in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, eingeweiht. Das Labor führt seitdem bahnbrechende Forschungen in der Kultivierung und Verarbeitung von russischem Löwenzahn als Rohstoffalternative zum Gummibaum durch – ein wesentlicher Fortschritt auf dem Weg zu umweltfreundlicher Reifenproduktion.