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Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Jugendliche Alkohol trinken. Die sozialen Gründe stehen oft im Vordergrund, zum Beispiel um eine Party besser zu geniessen oder weil es dann lustiger wurde, wenn sie mit anderen zusammen waren. Manchmal trinken Jugendliche aber auch Alkohol, um Langeweile zu vertreiben oder um Probleme besser bewältigen zu können.
Gemäss der neuesten Befragung aus dem Jahr 2014 von Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 11 und 15 Jahren ist der mindestens wöchentliche Alkoholkonsum im Jugendalter stark rückläufig. Im Vergleich zu der letzten Schülerbefragung aus dem Jahr 2010, ging er insgesamt um mehr als die Hälfte zurück und erreicht damit in allen Altersgruppen einen Tiefpunkt in den bisherigen, alle vier Jahre stattfindenden sogenannten HBSC-Studien. Bei den HBSC-Studien wird das Gesundheitsverhalten von Schweizer Schülerinnen und Schülern erhoben. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung bleibt der Alkoholkonsum bei Jugendlichen ein ernst zu nehmendes Thema. Gerade das Rauschtrinken kann besonders problematisch sein. Die damit verbundenen unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit der Jugendlichen im Sinne von Unfällen, Gewalt und Delinquenzsituationen können dramatisch ausfallen. Gemäss der letzten Befragung von 2014 waren bei den 11-, 13- und 15- jährigen Mädchen 0.1%, 1.6% beziehungsweise 12.8% mindestens zweimal im Leben richtig betrunken. Bei den gleichaltrigen Jungen waren es 0.6%, 3.2% beziehungsweise 16.1%. Das sind doch stattliche Zahlen.
Das Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung der Universität Zürich entwickelte ein mobiltelefonbasiertes Programm zur Reduktion des Rauschtrinkens und zur Förderung eines sensiblen Umgangs mit Alkohol bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab 16 Jahren– den MobilCoach Alkohol. Das Programm setzt im Unterricht an. Vor Ort vermittelt eine Fachperson während einer Unterrichtslektion Wissen über den Umgang mit Alkohol. Anschliessend erhalten die Jugendlichen anhand einer anonym durchgeführten Eingangsbefragung zu ihrem Gesundheitsverhalten, ein individuelles Feedback zu ihrem Alkoholkonsum. Im Anschluss an diese eine Lektion, werden den Jugendlichen – in einem Zeitraum von drei Monaten – auf ihren Konsum hin bezogene, individualisierte SMS-Nachrichten zugeschickt. Die SMS enthalten häufig eine Frage, ein Video oder eine Challenge.
Das Programm wurde 2014 bis 2016 innerhalb einer kontrollierten Studie hinsichtlich Akzeptanz und Wirksamkeit überprüft. Es war im schulischen Setting gut durchführbar. Drei von vier Jugendlichen nahmen daran teil und nahezu alle Teilnehmenden blieben bis zum Ende für das Programm angemeldet. Dies erwies sich sowohl bei stark als auch wenig Alkoholkonsumierenden als wirksam zur Reduktion beziehungsweise Prävention des Rauschtrinkens. Aktuell läuft die Implementierungsphase in mehreren Kantonen, das heisst das Programm wird technisch und inhaltlich weiter optimiert und durch Fachstellen für Suchtprävention in der deutschsprachigen Schweiz im Schuljahr 2017 und 2018 bei zirka 1'200 Schülerinnen und Schülern in mindestens 100 Schulklassen an Berufsfach- und Mittelschulen implementiert.