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Anschlussgrad an Abwasserreinigungsanlagen
Abwasserreinigungsanlagen (ARA) reinigen das Abwasser von Industrie, Gewerbe und Haushalten so effizient, dass das gereinigte Wasser in ein natürliches Gewässer eingeleitet werden kann. Zwar können nicht alle Schadstoffe vollständig eliminiert werden, doch kann ein guter technischer Ausbaugrad der Anlagen den Schadstoffeintrag in die Gewässer stark reduzieren. Auf diese Weise konnte die Gewässerqualität in der Schweiz in den letzten 50 Jahren signifikant verbessert werden.
Während 1965 nur 14% der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz an eine zentrale Kläranlage angeschlossen waren, waren es im Jahr 2005 deren 97%. Noch weitere 1% der Bevölkerung könnte angeschlossen werden. Bei den restlichen 2% ist ein Anschluss nicht sinnvoll, da diese in abgelegenen, schwach besiedelten Gebieten wohnen. Damit ist das Potenzial heute zu 100% ausgeschöpft.
Die Herausforderungen liegen momentan darin, eine nachhaltige Abwasserreinigung zu etablieren und das Abwasserreinigungssystem kontinuierlich zu optimieren. Der technische Ausbaugrad der ARA hat sich in den letzten 30 Jahren kontinuierlich verbessert, und ist heute auf einem guten Stand. Bezüglich Mikroverunreinigungen muss die Abwasserreinigung jedoch regional verbessert werden. Mit einer Aufrüstung durch eine zusätzliche Reinigungsstufe könnte die Reinigungsleistung verdoppelt und deren Eintrag von Mikroverunreinigungen in die Gewässer deutlich reduziert werden.
National- und Ständerat haben dem Vorschlag des Bundesrats zu einer gesamtschweizerischen Finanzierung des Ausbaus von rund 100 ARA zur gezielten Elimination von Mikroverunreinigungen am 3. März 2014 zugestimmt. Somit wurde das Gewässerschutzgesetz angepasst, und basierend auf dem Verursacherprinzip eine bis ins Jahre 2040 befristete gesamtschweizerische Abwasserabgabe eingeführt. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen traten am 1. Januar 2016 in Kraft.
Der Anschlussgrad an zentrale Abwasserreinigungsanlagen (ARA) wird häufig als Messgrösse verwendet, um die Gewässerschutzmassnahmen eines Landes zu beschreiben. Die Daten werden an die OECD weitergeleitet. Mit einer beinahen Ausschöpfung des Potenzials von 97% ist der Anschlussgrad der Schweiz an Abwasserreinigungsanlagen sehr gut, es ist einer der höchsten Werte in Europa. Auch die Reinigungsleistung der Anlagen ist im internationalen Vergleich auf einem guten Stand. Mit dem selektiven Ausbau der ARA zur Elimination von Mikroverunreinigungen nimmt die Schweiz eine Vorreiterrolle ein.
Durch eine periodische Befragung der kantonalen Fachstellen werden Angaben zum Anschlussgrad, Betrieb und Unterhalt, zur Werterhaltung und Erfolgskontrolle der kommunalen Abwasserentsorgung erhoben. Der VSA (Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute) erhebt zudem periodisch Kennzahlen über Kosten und Leistungen (inkl. Ausbaugrad) der Abwasserentsorgung.
|Angestrebte Entwicklung||Anfangswert||Endwert||Veränderung in %||Beobachtete Entwicklung||Beurteilung|
|Stabilisierung*||Mittel 2000-2002||Mittel 2015-2017||1.67%||Stabilisierung||positiv|
*Seit 2005 ist das Anschlusspotenzial zu 100% ausgeschöpft, weshalb eine Stabilisierung als positiv angesehen wird.
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