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Was ist kolloidales Silber?
Kolloidales Silber (lat. argentum colloidale) beschreibt eine Darstellungsart von Silber: reines Silber, in mikroskopisch kleinen Partikeln, feinst verteilt in reinem Wasser. Zu früheren Zeiten wurde die Substanz zur Infektionsbekämpfung genutzt. Dies galt für eine Zeit, in der dafür kaum wirksame Mittel zur Verfügung standen, nämlich bis in die Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Probleme bei der Qualität der Herstellung sowie die zu hohen Produktionskosten forderten ihren Preis. Das kolloidale Silber rückte mehr und mehr in den Hintergrund.
Welche Wirkung hat Silber?
Silber zählt zur Familie der natürlich vorkommenden Elemente. Seine Farbe ist glänzend weiß. Sein Name geht wahrscheinlich auf die ursprünglich aus dem Orient stammende Definition zurück. Sicher abgeleitet wurde es aus dem Germanischen. Aus “Silubra” formte sich das althochdeutsche Wort “silabar”, bevor sich der heutige Name “Silber” herauskristallisierte.
Die biologisch-medizinischen Eigenschaften von Silber sind umfangreich. In feinstverteilter Form wirkt Silber auf unterschiedliche Bakterien, Viren und Pilze abtötend. Es ist in seiner Eigenschaft als schwach toxisch einzustufen. Die Wirkung von Silber ist von der Oberfläche abhängig. So wird es in der Medizin häufig als Wundauflage genutzt.
Die einzelnen Wirkmechanismen von Silber:
- Hemmen von Enzymen
- Unterbindung lebenswichtiger Transportfunktionen in der Zelle von Enzymen
- Beeinträchtigung der Struktur und Festigkeit der Zelle
- Negative Beeinflussung der Membranstruktur
Diese Wirkmechanismen können einen Zelltod provozieren.
Welche Wirkung kann kolloidales Silber haben?
Silber hat eine starke Fähigkeit, elektrischen Strom zu leiten. Die Partikel im kolloidalem Silber können die Zellmembran schädlicher Bakterien durchdringen und dadurch inaktiv machen oder sogar abtöten – zumindest bei Versuchen außerhalb des menschlichen Körpers.
Ob daraus auch Schlüsse darauf gezogen werden können, dass dies auch im menschlichen Organismus passiert, ist noch nicht ausreichend untersucht worden.
Diese Eigenschaft machte und macht man sich mit kolloidalem Silber zu Nutze. Bereits bis zur ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts kam es daher auch bei Infektionen zum Einsatz.
Silberpartikel werden heutzutage auch häufig als Desinfektionsmittel eingesetzt und kommen bei Knochenprothesen zum Einsatz. Auch als Wundverband findet es zur Bekämpfung von Infektionen in der Schulmedizin Anwendung.
Für wie viel ppm sollte ich mich entscheiden?
Der Begriff “ppm” tritt immer dann in Erscheinung, wenn es um die Messung zum Beispiel von Verunreinigungen in einem reinen Stoff geht. Verwendet wird ppm z.B. auch in der Massenspektrometrie (technisches Verfahren zum Messen der Masse von Molekülen oder Atomen). ppm ist eine Maßeinheit und steht für Millionstel oder auf Englisch “parts per million”. (1% = 1 pro 100, 1ppm = 1 pro 1 Million)
Wie wird kolloidales Silber dosiert?
Die Angabe von ppm bei kolloidalem Silber gibt die Konzentration des Silbers im Wasser an. Je höher die ppm-Zahl desto mehr Silber befindet sich in der Flüssigkeit. Es lässt sich Silberwasser im Bereich von wenigen ppm bis zu ca. 100 ppm, maximal 200 ppm in verlässlichem Bereich herstellen. In der Regel finden Konzentration von 10 bis 100 ppm Verwendung. Dabei werden häufig sehr unterschiedliche Dosierungen genannt. Da es sich bei kolloidalem Silber nicht um ein Arzneimittel handelt und es auch nicht den Status eines Lebensmittels z.B. eines Nahrungsergänzungsmittel hat, sind Angaben zur Einnahme und zur Dosierung bei einer Einnahme nicht möglich.
Welche Rolle spielt die Größe der Partikel im kolloidalen Silber?
Kolloidales Silber besteht aus in Wasser verteilten Silber-Partikeln. Die Größe dieser Partikel liegt in etwa bei 1-100 nm (Nanometer). Die Silberpartikel in solch einem Größenbereich, die sich in ungelöster Form im Wasser befinden sind per Definition Silberkolloide. Als kolloidales Silber oder Silberwasser bezeichnet man daher Wasser in dem Silber in kolloidaler Größe verteilt und ungelöst vorliegt. Die Silberpartikel bestehen ihrerseits aus elementarem Silber in Form von Silberatomen, die wiederum in einem dynamischen Prozess an der Oberfläche geladene Silberionen bilden und ins Wasser “abgeben”.
In kolloidalem Silber findet man demnach:
- Silber-Atome in Form der Silberkolloide
- Silberionen in Form von Silberkationen = postiv geladene Silberatome
Silberkationen fehlt ein Elektron in der Atomhülle. Aufgrund ihrer positiven Ladung sind sie in der Lage, sich chemisch zu binden.
Von Naturheilkundlern hört man häufig, dass sie mit kleineren Partikeleinheiten bessere Erfahrungen, als mit größeren gemacht haben. Diese Aussage ist in dieser Form nicht belegbar. Vielmehr ist es so, dass die Verhältnisse in kolloidalem Silber sich ständig verändern. Es wird immer verschiedene Partikelgrößen geben, deren Verteilung sich auch über die Zeit verändert.
Welchen Einfluss hat das Verhältnis ionisch zu kolloidal im Silberwasser?
Es gibt Anbieter, die mit einem idealen Verhältnis von Silberionen zu Silberkolloiden in ihren Produkten werben. Hier wird oft ein Verhältnis von Ionen zu Kolloiden von 96:4 genannt. Zum einen ist anzuzweifeln, dass dieses Verhältnis verlässlich bestimmt werden kann. Zum anderen wird es in dem beschriebenen dynamischen Prozess immer zu Veränderungen in der kolloidalen Flüssigkeit kommen.
Richtig ist, dass sich in kolloidalem Silber immer kolloidale Silberpartikel und Silberionen befinden. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass die Silberatome an der Oberfläche dazu tendieren ein Elektron abzugeben um als Silberkation in Lösung zu gehen. Tatsache ist aber, dass Silberionen beim Kontakt mit dem menschlichen Organismus z.B. Schleimhäuten sofort reagieren werden und damit eine unwirksame Verbindung eingehen (z.B. Bildung von Silbersulfiden). Entscheidend für eine Wirkung auf Bakterien wird daher sein, dass eben gerade die Silberkolloide z.B. in Bakterienstrukturen eindringen und erst dort die wirksamen Silberionen abgeben.
Hätte man also ein Verhältnis von 96% Ionen in einem Silberwasser, dann wäre das eher als negativ zu beurteilen, da dieser Anteil sofort “abreagieren” würde und nicht mehr für einen potentiell keimtötenden Effekt in Frage kommt.