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Dasselbe.
Als Susanne die knarrende Treppe hinunterstieg und sich wie üblich bemühte, möglichst lautlos durch den Flur zu huschen, um keinen Gesprächen ausgesetzt zu sein, stockte sie im ersten Stock. Sie sah auf ihre Füsse, die in rosafarbenen Schuhen steckten. Rosafarbene Bommel hingen daran herunter.
Dann blickte sie auf die Schuhe, welche vor der Haustür ihrer Nachbarin standen: rosafarben. Mit rosafarbenen Bommeln.
Ihr war, als wäre der Donner eingeschlagen und nun rasten 500'000 Ampere durch ihren Körper.
"Das sind meine Schuhe", flüsterte sie und kratzte sich nervös am Arm.
Für einen Moment regte sie sich keinen Millimeter. Sie atmete nicht einmal. Dann flüsterte sie: "Ist das meine Wohnung?"
Der Name auf dem Klingelschild wirkte seltsam vertraut. "Rosa Sommerlind" Fast so, als hätte sie ihn schon ein Leben lang gehört... Und auch der Fussabtreter1 kam ihr seltsam bekannt vor. Als hätte sie ihn selbst gekauft und hierher gelegt.
Die Tür ging mit einem Ruck auf. Sie zuckte zusammen. Eine ältere Dame stand vor ihr, etwas perplex.
"Guten Tag", grüsste die Frau.
Susanne kratzte sich am Arm. Starrte die Frau an.
Die Frau blickte zu ihr. Dann zu Boden. Dann wieder zu ihr. Solange Susanne da stand, kam sie nicht aus ihrer Wohnung.
"Was machen Sie in meiner Wohnung?!", keifte Susanne plötzlich. "Spionieren Sie mich aus?!"
"Aber – das ist meine Wohnung", sagte die ältere Frau mit etwas zittriger Stimme.
Susanne hatte Mühe, zu atmen. Kratzte sich am Arm. Schliesslich nahm sie einen tiefen Atemzug. Blickte auf ihre Schuhe. Rosarot. mit rosaroten Bommeln. Dann auf die Schuhe vor der Tür. Sie schluckte. Schwarz. Nicht rosarot. Und auch keine Bommel.
Susanne murmelte ein kaum hörbares "Entschuldigung", raste die Treppe hinauf und knallte die Tür hinter sich zu. Schwarz. Nicht rosa. Und auch keine Bommel.