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Grafik: Mehr als die Hälfte der Schweizer Software-Hersteller entwickelt Apps. Und noch mehr wollen dies in Zukunft tun. Interessant: Während fast alle Individualsoftware-Hersteller (ISH) erklären, dass sie spätestens bis Ende 2015 Apps programmieren werden, glaubt fast ein Drittel der Hersteller von Standard-Software (SSH), sie müssten dies auch in drei Jahren nicht tun.
Schon mehr als die Hälfte der befragten Schweizer Software-Hersteller programmiert (auch) Apps, also kleine, einfach zu bedienende Progrämmchen für mobile Geräte. Dies geht aus der neuesten Ausgabe des "Swiss Software Industry Index" (SSII) hervor, der heute veröffentlicht worden ist. In der Realität dürfte der Anteil der Firmen, die Apps machen, etwas geringer liegen, da wir annehmen müssen, dass eher innovative, wachsende Firmen an der Umfrage für den SSII teilnehmen. Bis Ende 2015 werden fast zwei Drittel (70 Prozent) der Schweizer Software-Hersteller Apps entwickeln. Besonders stark ist der Druck der "App-Economy" für die Hersteller von Individualsoftware. Fast alle (85 Prozent) werden bis Ende 2015 Apps programmieren.
Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Software-Firmen, die Apps machen, macht damit aber noch keinen Umsatz. Und 44 Prozent der teilnehmenden Firmen sagten, sie machten nur zwischen 1 und 24 Prozent ihres Umsatzes mit Apps. Realistisch betrachtet, verdient also noch fast niemand in der Schweiz Geld mit der Produktion von Apps. Doch dies soll sich ändern. Nur ein Zehntel der Teilnehmenden glaubt, dass auch Ende 2015 noch kein Umsatz mit Apps gemacht werden kann. Zwei Drittel glauben, dass bis dahin immerhin etwas Umsatz (zwischen 1 und 24 Prozent) gemacht werden kann. Und ein Fünftel (21 Prozent) glaubt sogar, dass Apps zwischen 25 und 74 Prozent des Umsatzes beitragen werden.
Fragt man nach der Profitabilität, so sehen die Zahlen allerdings gar nicht so schlecht aus. Die Hälfte (47 Prozent) der Schweizer App-Entwickler sagt, das App-Business sei noch nicht profitabel. 32 Prozent verliert immerhin kein Geld damit und immerhin 19 Prozent sagen, es sei ein "profitables Geschäft".
Zweite Jahreshälfte 2012 war sehr gut
Vor allem für Hersteller von Invidualsoftware entwickelten sich Umsatz und Ertrag in der zweiten Hälfte 2012 sehr gut. Die gesamte Schweizer Software-Industrie steigerte den Umsatz in diesem Zeitraum um neun Prozent (gegenüber Vorjahr), den Gewinn auf EBIT-Stufe um sieben Prozent. Die Individualsoftware-Hersteller legten beim Umsatz sogar um 13 Prozent, beim Gewinn um acht Prozent zu.
Wachstum wird sich verlangsamen
Etwas weniger euphorisch sehen die Schweizer Software-Hersteller die Zukunft. Die Angaben zur Anzahl neuer Leads, zum Offertvolumen und zum Auftragsbestand sind alle zwar noch positiv, weisen aber auf sich verlangsamendes Wachstum hin. So legte der Auftragseingang - der auf die Zukunft hinweist - im zweiten Halbjahr 2012 "nur" noch um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. (Christoph Hugenschmidt)
Der Swiss Software Industry Index wird halbjährlich vom Berner Beratungshaus sieber & partners zusammen mit inside-it.ch erhoben. Er macht eine ganze Reihe von weiteren Aussagen, die wir in diesem Artikel nicht erwähnt haben. So unter anderem zur Zusammensetzung der Belegschaft der Software-Hersteller oder der Art ihrer Produkte und der Handy-Plattformen, für die Apps entwickelt werden. Die jüngste Ausgabe des Swiss Software Industry Index kann für 297 Franken bei sieber&partners bezogen werden.
Teilnehmer an der Umfrage enthalten ihn kostenlos.