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…wird das Wetter frühlingshaft.
Gestern wurde ein Höchstwert von 10°C erreicht und damit hält nach dem kleinen Wintergruss Ende November gefühlt schon wieder der Frühling Einzug.
Die aktuellen Temperaturen sind typisch für den März, für den Dezember liegen sie im oberen Bereich des üblichen. Verantwortlich ist eine südwestliche Höhenströmung auf der Vorderseite eines Langwellentrogs. Damit liegen wir unter dem Einfluss eines Hochdruckgebiets und es werden relativ warme Luftmassen zu uns geführt.
Eine grossräumige südwestliche Höhenströmung über Mitteleuropa ist der absolute Winterkiller. Wenn diese Strömung einigermassen stabil ist, hat die Kaltluft aus Norden geringe Chancen, nach Mitteleuropa vorzustossen. Generell haben wird derzeit eine Westlage, die aber für Mitteleuropa durch einen Hochdruckkeil zu einer Südwestlage wurde. Die Ursache der Westlage ist die laufende Tiefdruckbildung über dem Atlantik, die durch wiederholte Kaltluftausbrüche auf das warme Meer erhalten wird.
Leider haben solche Südwestlagen eine recht gute Erhaltungsneigung. Dies bedeutet, dass Südwestlagen, sobald sie sich einmal festgesetz haben, oft über längere Zeit bestehen bleiben.
Schauen wir einmal in die Vergangenheit. Wann gibt es ähnliche Lagen zum Winterbeginn?
Relativ ähnlich war das Jahr 2006. Es war sehr mild in den ersten zwei Monatsdritteln. Kurz vor Weihnachten wurde es kalt, bevor die Temepratur zum Jahresende wieder in die Höhe schnellte.
Ein weiteres, zumindest einigermassen vergleichbares Jahr war 2011. Der Dezember war meist mild, nur einige Tage vor Weihnachten waren kälter als normal.
Ebenfalls von einer Südwetlage zum Winterbeginn geprägt war das Jahr 2000. Sonst sind die Verhältnisse aber nicht so gut vergleichbar. Die erste Dezemberhälfte wurde extrem mild, wobei sich die Temperatur nach der Monatsmitte normalisierte.
Auch der Dezember 1992 begann mit einer Südswestlage. Trotzdem waren die ersten Tage recht normal temperiert. Vor Weihnachten wurde es kurz mild, bevor sich das Jahr mit einer Kältewelle verabschiedete.
1985 folgten auf eine Südwestlage sehr milde Tage im ersten Monatsdrittel. Nachdem es kurz deutlich kälter wurde, trat eine erneute Milderung ein und erst zum Jahreswechsel wurde es wieder kalt.
Die Vergleichsjahre deuten auf milde Witterung im ersten Dezemberdrittel. Um die Monatsmitte ergibt sich die Möglichkeit einer Normalisierung der Temperatur. Vor Weihnachten könnte es kurz kalt werden, allerdings wahrscheinlich nur vorübergehend.
Dies ist lediglich eine Vermutung aufgrund der aufgeführten Vergleichsjahre. Die Tendenz geht in der ersten Dezemberhälfte in Richtung mild bis sehr mild, danach werden die Karten eventuell neu gemischt.
Die Wettermodelle rechnen ebenfalls mit milden Temperaturen im ersten Dezemberdrittel, danach könnte das Zirkulationsmuster eventuell verändert werden.
UPDATE:
Aus diesen Vergleichsjahren habe ich die mittleren Temperaturen der folgenden Zeit berechnet:
5.Dez 1/8°C
6.Dez 1/11°C
7.Dez 2/9°C
8.Dez 1/9°C
9.Dez 1/10°C
10.Dez 3/9°C
11.Dez 1/6°C
12.Dez 1/6°C
13.Dez 1/7°C
14.Dez 2/7°C
15.Dez 0/7°C
16.Dez 0/7°C
17.Dez -1/5°C
18.Dez 0/5°C
19.Dez 1/5°C
So und was heisst das nun? Was sicher ins Auge sticht, ist dass die Temperatur praktisch durchgehend über 0°C liegt. Das ist kein typisches Dezemberwetter. Auch die Tageshöchstwerte bis über 10°C passen eher in den November oder März. Im Vergleich zu den Normwerten werden die kommenden Tage laut dieser Berechnung rund 5°C wärmer.
Im zweiten Monatsdrittel gibt es eine leichte Normalisierungstendenz, doch im Mittel war es in den Vergleichsjahren immernoch wärmer als üblich. Auch nach der Monatsmitte ergab sich eine langsame Abkühlung.
Langsam stellt sich auch die Frage: Wie wird es an Weihnachten?
Niemand kann das genau sagen, aber aus Interesse habe ich auch die Temperaturen für die Weihnachtstage aus diesen Jahren berechnet.
24.Dez -4/3°C
25.Dez -3/3°C
26.Dez -3/2°C
Würde das genauso eintreffen, wären die Chancen auf weisse Weihnachten gar nicht einmal so schlecht. Weisse Weihnachten sind übrigens bei uns selten.