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Zum ersten Mal überhaupt gibt es mehr und grössere neue Outsourcing-Verträge in Europa als in Amerika. Und immer öfter lagern indische Grossunternehmen aus.
Der Berater TPI hat eben seine quartalsweise Übersicht über den weltweiten Outsourcing-Markt veröffentlicht ("TPI Index"). Zum ersten Mal in der Geschichte des Outsourcings überhaupt, wurden im EMEA-Raum (Europa, Naher Osten, Afrika) mehr neue Outsourcing-Verträge, die erst noch ein höheres Volumen hatten, abgeschlossen, als in den "Americas". Die ewige Wahrheit, dass US-Grossfirmen grundsätzlich Outsourcing-freudiger als die Europäer sind, hat damit ihr Verfalldatum erreicht.
Ebenfalls interessant ist das starke Wachstum der Outsourcing-Aufträge in Asien, insbesondere Indien. 2007 wurden in Asien Outsourcing-Aufträge in der Höhe von 12,8 Milliarden Dollar vergeben, wovon fünf Milliarden alleine in Indien anfielen. Die rasch wachsenden indischen Grossfirmen sind offenbar heute bereit, ihre Informatik an Dienstleister auszulagern.
Etablierte Anbieter hart bedrängt
Interessant scheint uns weiter, dass der weltweite Marktanteil der grossen, etablierten Player seit 2005 regelmässig sinkt. Die "Big 6" (IBM, EDS, Accenture, HP, CSC und Fujitsu) gewannen nur noch 37 Prozent aller Outsourcing-Aufträge mit einem Volumen, das 25 Millionen Dollar übersteigt. Auch der Marktanteil der "Grossen 5" in Europa (Atos Origin, BT, Capgemini, SBS und T-Systems) sank. Sie eroberten gar nur noch neun Prozent der Neuabschlüsse - 2005 gewannen sie noch einen Fünftel aller Outsourcing-Dollars. Aufgeholt haben hingegen die indischen IT-Dienstleister, die sich 2007 ebenfalls neun Prozent der neu vergebenen Outsourcing-Dollars sichern konnten.
Die etablierten Player scheinen überhaupt an Gewicht zu verlieren. Denn der Marktanteil der "anderen" Outsourcer bei den neu gewonnen Grossdeals steigt seit 2005 stetig an. Letztes Jahr gingen fast die Hälfte (44 %) der neuen Outsourcing-Dollars an die Kategorie "Others".
Sonnige Aussichten
Im vierten Quartal 2007 wurden gemäss TPI auffallend viele neue, sehr grosse Outsourcing-Deals vergeben. Die Berater glauben, dass sich dieser Trend fortsetzen wird und schätzen, dass der weltweite Outsourcing-Markt 2008 um doch ungefähr sieben Prozent wachsen wird. Peter Allen stellt in seinem Blog zudem fest, dass Grossfirmen letztes Jahr erstmals öfters mehrere Geschäftsprozesse (z.B. Personal- oder Rechnungswesen) gleichzeitig auslagerten. Er nimmt dies als Zeichen, dass es im so genannten "Business Process Outsourcing" vermehrt zu erfolgreichen, langjährigen Geschäftsbeziehungen gekommen ist, die nun ausgeweitet werden. (Christoph Hugenschmidt)