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Odyssee
Schauspiel
Stückinfo
Die abenteuerliche Heimfahrt des Odysseus, die sich an den vernichtenden Sieg über Troja anschliesst, gehört zu den ältesten Werken der abendländischen Literatur und darf als Grundtext der europäischen Zivilisation gelesen werden. Mit dem Helden Odysseus hat Homer das souveräne, rationale Individuum entworfen, in dem wir uns heute wiedererkennen, und das den mythischen Mächten nicht nur zu entfliehen, sondern diese auch zu entmächtigen vermag. Das Bewusstsein des sich auf sich selbst besinnenden und sich auf seine Vernunft verlassenden Helden formiert sich durch die auf dieser Reise zu bestehenden Abenteuer, die allesamt gefahrvolle Lockungen sind, das Selbst aus der Bahn seiner Logik herausziehen.
So trifft Odysseus auf mythische Ungetüme, in denen sich versteinerte Verträge der Vorzeit abbilden, auf schreckliche Meereswesen, die Schiffe verschlingen, menschenfressende Riesen, auf den Kyklopen Polyphem und die Zauberin Kirke, die Menschen mit Vorliebe in Tiere verwandelt, auf Vögel mit Menschenköpfen, die durch ihren wunderbaren Gesang Seefahrer auf ihre Insel locken und dort töten. Die äusserste Station der Irrfahrt ist der Hades, das Totenreich, aber selbst diesem vermag Odysseus zu entrinnen. Erst nach vielen Jahren kehrt er heim.
Das Theater Basel vergibt Aufträge an verschiedene Autoren, die einzelnen Stationen dieser abenteuerlichen Reise zu bearbeiten und ihre Aussagekraft bis in heutige Zeit zu
untersuchen.