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Kapelle St. Leonhard, Bad Ragaz
Die wesentlichen Geschichtsdaten
Archäologische Forschungen ergaben einen ersten Kirchenbau am Anfang des 14. Jahrhunderts.
Urkundlich bezeugt wird die Kirche um 1410. Am 5. Juni 1412 wurden die St. Leonhardskirche und die Weiheurkunde erstellt.
Im Jahr 1631 erfolgte eine Restaurierung durch Abt Jodocus Höslin im frühbarocken Stil.
Um 1721 wurde eine weitere Restaurierung unter Abt Bonifaz zur Gilgen durchgeführt. Diese erfolgte im hochbarocken Stil. Eine weitere Innenrestauration erfolgte im Jahr 1946, bei der die früher übertünchten Fresken wieder hervorgeholt wurden. 1979-1981 erfolgte die Gesamtrestauration. 2001 erstrahlt die St.Leonhard-Kapelle in einem neuen Anstrich.
Möge dieses Gotteshaus alle Beter und Besucher erfreuen, ihnen religiöse Geborgenheit schenken und sie hinführen zur Gottesnähe in Christus, der der Schlussstein unseres Lebens ist.
Kurzbeschrieb
Seit Jahrhunderten ist St. Leonhard eine Wallfahrtskirche für die Bevölkerung unserer Gemeinde und der gesamten Region. Im Zeichen schwerer Krankheit und Seuchen bei Mensch und Tier wurde der heilige Leonhard als Fürbitter angerufen. Zeichen von der Wertschätzung dieses Kirchleins ist der Reichtum der Fresken und der Malereien.
Der Vorraum
Er ist gestaltet als Gedächtnisraum der Schlacht von Ragaz, die am 6. März - am Friedolinstag - 1446 stattfand. Die Wandinschrift ist ein Schlachtbericht des Geschichtsschreibers Aegidius Tschudi. Man nimmt an, dass Niklaus von der Flüe, der heilige Bruder Klaus, als Rottführer das Obwaldner Fähnlein anführte. Eine Reliquie des Heiligen liegt im Reliquiengrab des Hauptaltares. An der Seitenwand befindet sich ein Wasserspeier des Turmes aus den Anfängen der Kirche.
Das Kirchenschiff
Das Licht durch die romanischen und gotischen Fenster gibt dem schlichten Raum eine eigene Stimmung. Die Bilder an den Wänden stellen die um ihren Sohn weinende Mutter Maria, St. Nikolaus und St. Anna dar. Sie stammen aus einer frühen St. Nikolaus- und Annakirche beim Hof im Dorf. Die beiden Seitenaltäre von 1634 sind zur Verehrung der Muttergottes und des heiligen Fridolin erstellt. Die oberen Bilder stellen den heiligen Erasmus und den heiligen Josef dar. Als Freskenmalerei sehen wir das Wappen der Adeligen von Reitnau. Der Stifter Friedrich von Reitnau, der Bruder des damaligen Abtes, Werner von Reitnau (1416-1435) ist vermutlich vor dem Chor begraben. Die Konsekrationskreuze stammen aus den Anfängen der Kirche.
Der Chorraum
Die Wandmalereinen des Altarraumes sind das Prunkstück des Gotteshauses. Die unterste Galerie zeigt die heiligen Nothelfer, die damals besonders verehrt wurden. Die zweite Bilderbahn schildert die Weihnachtsgeschichte Christi bis zur Taufe am Jordan. Die dritte Galerie ist den Aposteln gewidmet. An den Leibungen des Chorfensters ist das Gleichnis der fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen abgebildet. In den Gewölbekappen sehen wir die vier Evangelisten mit ihren Symbolen und vorne ein grosses Bild der Krönung Mariens im Himmel. Im Schnittpunkt des Gewölbes ist als Schlussstein das gemalte Christushaupt sichtbar. In der linken Wand des Chores ist eingemauert der Tabernakel mit der Bronzeplastik des guten Hirten, angefertigt vom Luzerner Bildhauer Rolf Brem.
Die Orgelempore, deren Vorhandensein aus den frühesten Jahren der Kirche klar bezeugt war, wurde wieder eingebaut. Ein sehr schönes, wohlklingendes Orgelinstrument, dessen Prospekt mit den Seitenaltären korrespondiert, wurde von der Orgelbaufirma Richard Freytag, Felsberg gebaut.
Ca. 80 Sitzplätze