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Campo Santo Teutonico – Ort der Ruhe in Rom
Nur wenige Schritte vom Petersdom entfernt liegt eine der ehrwürdigsten Institutionen im Umfeld der Vatikanstadt – der Campo Santo Teutonico. Wer dem Trubel der Besucherströme auf dem Petersplatz, in der Peterskirche oder den Vatikanischen Museen entfliehen will, findet hier einen Ort der Ruhe und Besinnung.
Der „deutsche Friedhof“ – so die Übersetzung – mit dem angrenzenden Gebäudekomplex und der Kirche Santa Maria della Pietà ist exterritoriales Gebiet und kann nur über die Vatikanstadt erreicht werden. Um Zugang zu erhalten, muss man sich am Tor zwischen den Kolonnaden und dem Palazzo del Sant’Uffizio südlich des Petersdoms bei der Schweizer Garde melden und in deutscher Sprache seinen Zutrittswunsch äussern.
Die Geschichte des Campo Santo Teutonico geht auf einen Rombesuch Karls des Grossen im Jahr 799 zurück. In diesem Zusammenhang entstand an der Stelle des heutigen Friedhofs eine „schola“. Dabei stand der Gedanke der Pilgerversorgung, bei Bedarf auch der Krankenpflege, im Vordergrund. Für verstorbene Pilger wurde ein Friedhof angelegt. Im Jahr 1501 wurde die als schlichter Bau errichtete Kirche Santa Maria della Pietà geweiht. Der Gebäudekomplex daneben beherbergt u. a. das Pontificio Collegio Teutonico di Santa Maria in Campo Santo, ein Kolleg für deutschsprachige Priesteramtskandidaten.
Ruhestätte für Geistliche, Wissenschaftler und Künstler
Eigentümerin des Geländes ist die „Erzbruderschaft zur schmerzhaften Muttergottes der Deutschen und Flamen“, die sich seit dem 15. Jahrhundert um den Campo Santo Teutonico kümmert. Der Friedhof selbst bildet ein von Mauern und Gebäudewänden umschlossenes Rechteck. Die Grabsteine und Gräber werden von Palmen, Zypressen und anderen mediterranen Gewächsen beschattet und geben dem Gelände eher das Aussehen eines verwunschenen Gartens als eines Friedhofs – in der Sommerhitze Roms finden Besucher hier angenehme Kühle.
Unter den bestatteten Toten auf dem Campo Santo Teutonico finden sich neben Geistlichen zahlreiche Künstler, Wissenschaftler und Adlige deutscher Zunge, die in Rom gelebt haben. U. a. erhielten hier die Schriftsteller Stefan Andres und Johannes Urzidil ihre letzte Ruhestätte.
Das Heilige Römische Reich
Der Begriff „deutsch“ ist übrigens im Zusammenhang mit dem Campo Santo Teutonico weit auszulegen. Dem Gründungsgedanken entsprechend umfasst er die Bewohner aller Regionen des früheren Heiligen Römischen Reiches. Von Anfang an waren dabei Flamen, d. h. Bewohner Flanderns und der Niederlande mit eingeschlossen. Gemeint sind darüber hinaus alle, die sich dem deutschen Kulturraum zugehörig fühlen.
Oberstes Bild: Campo Santo Teutonico – eine grüne Oase (© Johannes Müller, Wikimedia, CC)
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