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Überdachungen müssen nicht zwingend teuer sein. Im Mai 2016 ergänzter Leserbrief zum Tagblatt vom 26.1.2015.
Eine Überdachung von Verkehrs-Trassen löst in Stadträumen verschiedene hängige Probleme auf elegante Art: einerseits kann die Trennung von Quartieren aufgehoben werden, die hiesige Olma - die sich aufgrund der besseren Erschliessung am besten Richtung Bahnhof St.Fiden ausdehnen sollte – kann sich arrondieren, andererseits kann die Lärmbelastung der Autobahn gestoppt werden. Bei der Eröffnung 1986 gelobte der damalige Stadtrat Ziltener, sich für eine Überdachung einzusetzen; bisher ganz ohne Resultat, nur der Verkehr verdoppelte sich. Hingegen halbierte sich die Lebensqualität der Umgebung, die unter den immer extremeren Lärmbelastungen leidet..
Unter diesen Bedingungen und Voraussetzungen muss so eine Überdachung nicht „rentieren“ im Sinne einer Finanzinvestition, sondern sie ist zu einem rechten Teil Stadt-Reparatur, dient der Verbesserung der Lebensqualität und somit allen StadtbewohnerInnen.
Es lassen sich auch Varianten vorstellen, wo aus Kostengründen nicht grundsätzlich hohe und schwere Bauten über sämtliche Fahrbahnen gebaut werden, sondern lediglich freie Flächen für das Publikum mit mittlerer Tragfähigkeit, die mit baulichen Massnahmen vor Überlasten geschützt werden. Die neue Halle könnte auch am Ort der Halle 1 entstehen, mit einer Ausdehnung über den bisherigen Fuss- und Veloweg, der dafür - ohne Steigung! - direkt über den Einschnitt geführt werden könnte.
Im Rahmen einer umfassenden Planung würde deutlich, dass ein grosser Teil der Ausfahrten „St.Fiden“ mit dem Kantonsspital zu tun haben. Eine eigene Abbiegespur mindestens aus Westen in Richtung des heutigen Werkhofareals zu den Spital-Parkplätzen wäre möglich und für die Notfalltransporte auch äusserst wichtig.
Ebenso denkbar ist ein langgestrecktes Gebäude entlang der Harzbüchelgalerie; ein Riegel, der in den Erdgeschossen hohe Gewerberäume aufnimmt und in den über die nördliche, offene Spur der Autobahn hinauskragenden Geschossen Büroräume oder Wohnungen. An Stelle des unbelebten alten Stationsgebäudes, aber direkt neben dem Perron 1 - was ein autofreies Leben ermöglichen würde, ein Siedlungsmodell, welches in vielen modernen Städten bereits erfolgreich eingeführt wurde. Und eine win-win-Situation für das Kleingewerbe, weil mit einigen tausend m2 zusätzlichen Fläche einem dringenden Bedürfnis entsprochen werden kann.
Solche Bauten könnten auch - ganz gemäss dem Motto, dass lange Planungen mit Perfektionsanspruch selten Früchte tragen - mit provisorischer Bauweise, z.B. gestapelten Containersystemen, erstellt werden.
Basel, West-Camp 2016
Eine hohe Flexibilität, niedrige Kosten und das Kleingewerbe anregende günstige m2-Preise wären die Folge. Und mit grossflächigen Solar-Schallschutz-Kombinationen auf der nicht zugebauten Autobahn wäre der Bebauung auch ein beachtliches grünes Mäntelchen umgehängt.
Das Beratungsbüro Wüst und Partner hat die Zahlungsbereitschaft für Wohnungen an ruhiger Lage berechnet. Mietinteressenten ohne Strassenlärm sind bereit, bis zu 100 Franken im Monat mehr zu bezahlen. Unter diesen Umständen ist klar, dass diese Investition in Lebensqualität wohl auch von Hausbesitzern in der weiteren Umgebung mitfinanziert werden könnte. Sicher aber macht es Sinn, dass sie von der Stadt vorfinanziert wird und sie sich über die Jahre an höheren Steuereinnahmen freut. Diese Investition mitzutragen ist sicher vernünftiger, als am Marktplatz eine Haltestelle auseinanderzureissen…
Hansueli Stettler
Lindenstrasse 132
9016 St.Gallen