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«Ich hatte sehr viel Pech in meinem Leben.»
Vrenys Leben war von Anfang an von tiefgreifenden Einschnitten geprägt. Ihr Vater, Musiklehrer von Beruf, war bei ihrer Geburt mit 60 Jahren schon ziemlich alt. Ihre Mutter hingegen, 19-jährig, sehr jung. Dieser unglaublich hohe Altersunterschied der Eltern und auch die Tatsache, dass ihr Vater blind war, machten Vreny den Einstieg in ihr Leben nicht einfach. Im Gegenteil. Ihr Vater war grob und gewalttätig und hat sie für seine Sehbehinderung instrumentalisiert. Dies hatte zur Folge, dass ihr fast gänzlich der Kontakt zu gleichaltrigen Kindern verwehrt blieb.
«Kinder können ganz schön grausam sein.»
In ihrer Schulzeit wurde Vreny von ihren Schulkameradinnen und -kameraden ständig gehänselt. Sie war oft allein. Ihr Selbstwert war tief. Sie sagt sogar von sich selbst: «Ich war ein komisches Kind.» Durch ihre Introvertiertheit und die Probleme mit ihrem dominanten Vater hatte sie keine gute Basis, sich auf die Schule zu konzentrieren und eine solide Ausbildung anzugehen. Dies empfindet sie heute noch sehr stark. «An diesem Punkt in meinem Leben, hätte ich viel mehr Unterstützung von aussen benötigt.» Eine Odyssee von Heim zu Heim im Jugendalter verschlimmerte ihre Situation zusehends. Eine Ausbildung hat sie nie abgeschlossen.
«Ich hatte nie Zeit für mich selbst.»
Die Beziehung zur Mutter war sehr fragil. Zuerst war diese geprägt durch den viel älteren Ehemann und später vom nächsten Partner der Mutter, der gegenüber Vreny verbal obszön und körperlich übergriffig war. Vreny kam nie richtig zur Ruhe. Mit 25 Jahren wurde sie mit ihrer Tochter Rahel* schwanger. Der Vater, ein griechischer Flüchtling, anerkennt die Vaterschaft zunächst nicht. Er war zu 98 Prozent zeugungsunfähig, deshalb konnte er es nicht glauben. Als Rahel 12 Jahre alt wurde, anerkennt er seine Tochter dann doch. Seither kümmert er sich sehr liebevoll um Rahel.