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Derzeit auf Platz 5 der Weltrangliste gehört Stanislas Wawrinka, der Marathon-Mann, immer noch zu den weltbesten Tennisspielern der Gegenwart. Seine Karriere begann aber vergleichsweise spät. Umso aufstrebender ist die beeindruckende Laufbahn des Schweizer Tennis-Stars.
Stanislas Wawrinka – alles begann auf einem Bauernhof
Stanislas Wawrinka wuchs im waadtländischen St. Barthelmey auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern auf. Dort kam er verhältnismäßig spät mit dem Filzball in Kontakt, der ihm später zu Weltruhm verhalf. Damals begann das mit der Familie Wawrinka befreundete Brüderpaar Gregori und Dimitri Zavialoff damit, dem jungen Stan die ersten Bälle zu zuwerfen. Schon bald entdeckte der Vater der beiden Brüder das Talent des Jungen und begann, sich um deren Tennisausbildung zu kümmern. Zavialoff übernahm die Rolle des Coachs, die er für die kommenden 15 Jahre auch behielt. Aus heutiger Sicht ist Zavialoff für Wawrinka einer seinen wichtigsten Bezugsperson gewesen. Ohne ihn würde der heutige „Marathon-Man“ wahrscheinlich nicht so weit oben stehen.
Vom Junior- zum Profispieler
In Juniorkreisen machte sich Wawrinka schon früh einen Namen, auch wenn er damals noch etwas schüchtern war. Drei Jahre lang verbrachte er im Trainingscamp in Barcelona, wo er die Anforderungen dieses Sportes so richtig kennenlernte. Seine erste „Profisaison“ startete Wawrinka im Jahre 2002, wo er an ITF-Turnieren teilnahm. 2003 erreichte er seinen erstes Final im spanischen Cartagena. Erste Titel konnte er auf der ATP Challenger Tour gewinnen. Danach folgten die ersten Wildcards auf der ATP World Tour. In dieser Zeit holte Stanislas Wawrinka seinen ersten Grand-Slam-Titel auf Juniorebene durch den Sieg über Brian Baker im Final an den French Open. Vom Einsteiger zum Profispieler beendete er das Jahr 2003 auf Platz 171 der Tennis-Weltrangliste. Den ersten Durchbruch als Profispieler schaffte Wawrinka im Jahr 2005 als er nach einigen Grand-Slam-Turnieren, der French Open, der US Open und seinem ersten Final eines ATP-Turniers sich letztendlich auf Platz 55 der Weltrangliste wiederfand.
Schleppendes Intermezzo bis zum Weltruhm
Trotz des beeindruckenden Einstiegs in die Tenniswelt verlief seine anfängliche Karriere im Erwachsenenalter eher schleppend. Bis zum Saisonauftakt im Jahr 2010 folgten lediglich drei Titel. Auch die Trennung von Ehefrau Ilham im Jahr 2011 sorgte nicht nur für ein persönliches, sondern auch sportliches Tief in der Karriere von Wawrinka. Damals wurde er vom Schweden Peter Lundgren gecoacht, der nach der persönlichen Krise verkündete, dass sich Stanislas Wawrinka fortan zu hundert Prozent auf seine Karriere konzentrieren will. Letztendlich kehrte Wawrinka zu seiner Frau zurück und beendete die Zusammenarbeit mit Lundgren. Diese Entscheidungen versorgten Wawrinka offenbar mit der nötigen Energie, um sich tatsächlich voll und ganz auf das Tennis zu konzentrieren. Denn fortan trat Wawrinka selbstbewusst auf. Seine Schwermut verwandelte er in Ausdauer. Damals erhielt er auch die Beinamen „Marathon-Man“ und „Marathon-Stan“. Denn plötzlich konnte er bei größeren Turnieren die Spiele über volle Distanzen von drei bis fünf Sätzen spielen, wie beispielsweise beim längsten jemals gespielten Davis-Cup-Match. In der Saison 2013 spielte er beim Doppel insgesamt sieben Stunden an der Seite von Marco Chiudinelli gegen Lukas Rosol und Tomas Berdych. Kein Wunder, dass ihn das Publikum seit damals „Iron-Man“ oder „Stan the man“ nennt.
Mit sportlichem Killerinstinkt auf Platz 3 der Weltrangliste
Fortan als erfolgreicher Tennisspieler konnte Stanislas Wawrinka zahlreiche Erfolge einhamstern. Er gewann 2014 sein erstes und bis jetzt einziges ATP Masters Turnier in Monte Carlo, wo er sich im Final gegen Roger Federer in drei Sätzen durchsetzte. Auf dem Weg zum ersten Grand Slam-Sieg besiegte er Novak Djokovic und Rafael Nadal an den Australian Open und durfte schliesslich den Pokal in die Luft stämmen. Dieser Sieg beförderte ihn auf Platz drei der Weltrangliste. Eine Saison später gewann er schliesslich die French Open in einem unglaublichen Match gegen Novak Djokovic im Final. Seither ist Stanislas Wawrinka ein Star und nicht mehr aus der Tenniswelt der Profispieler wegzudenken.