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“Any discipline that seeks to understand ‘religion’ must also try to understand its other.”
(Talal Asad 2003: 22)
“If the anthropological study of religious commitment is underdeveloped, the anthropological study of religious noncommitment is nonexistent.”
(Clifford Geertz 1966:43,n.3)
Aufbauend auf einer genealogischen Auseinandersetzung mit dem Religionsbegriff argumentiert Asad, „Religion“ müsse immer unter Berücksichtigung seines „Gegenübers“ konzeptualisiert werden. Auf einer ganz anderen Ebene verweist das Zitat von Geertz auf einen Mangel an ethnologischen Studien zu diesen Gegenübern. Unsere religionsethnologischen Forschungen versuchen diesem konzeptionellen und empirischen Desiderata gerecht zu werden. Wir beschreiben, differenzieren und kontextualisieren wir selbsterklärte oder zugeschriebene Formen von Religiosität und Nichtreligiosität auf der Grundlage ethnographischer Forschungen. Dazu arbeiten wir mit einem relationalen und genealogischen Verständnis von „Religion“ und seinen „Gegenübern“.
Beispielsweise nehmen wir politische Kontroversen um Religion und Säkularismus in den Blick. Wir interessieren uns für Kämpfe um den Einfluss und die Reichweite religiöser Felder, die Ansprüche, Forderungen und Werte, die dabei verhandelt werden, und wie diese mit Aushandlungsprozessen in Verbindung stehen, die nicht direkt auf „Religion“ referieren. Dazu fokussieren wir bspw. auf säkularistische Gruppen sowie die Frage, wie nicht-religiöse Positionierungen im Alltag mit biographischen Hintergründen und sozialen Positionen zusammenhängen.
An unseren Fokus auf heterodoxe, nonkonformistische, säkular(istisch)e, indifferente und viele weitere religionsbezogene Positionen und Positionierungen schliesst unsere Forschung zu Medizin und den dazu als alternativ bzw. komplementär bezeichneten therapeutischen Praktiken an.