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Wir pflegen einen sorgsamen Umgang mit den Karpfen und den weiteren Lebewesen an unseren Teichen. Dazu haben wir eigens einen Karpfen-Knigge formuliert. Es ist Ehrensache, dass sich unsere Mitglieder und alle Mithelfenden daran halten. Wir bitten Sie daher, den Karpfen-Knigge zu lesen, bevor Sie an unseren Abfischen mitmachen.
Stiefel vorher und nachher gut reinigen
Erläuterungen:
(1) Durch die Reinigung und v.a. das vollständige trocknen lassen des Materials verhindern wir die Verschleppung allfälliger Krankheiten von einem Gewässer in ein anderes - wie Krankheiten von Fischen, aber auch von Amphibien oder Flusskrebsen, die ebenfalls in unseren Teichen oder deren Umgebung leben.
(2) Durch den Verzicht auf Seife, Spühlmittel oder sogar giftige Reinigungsmittel verhindern wir, dass solche Stoffe in die Karpfenteiche gelangen.
(3) Manche Fischerstiefel weisen aussen auf den Sohlen Filze auf. Diese äusseren Filzsohlen können schlecht gereinigt werden und trocknen nur sehr langsam, weshalb mit ihnen leichter Krankheiten verschleppt werden können.
Karpfen vor Verletzungen schützen
Erläuterungen:
(1) Der Teichboden ist natürlicherweise schlammig, deshalb lässt es sich nicht vermeiden, dass beim Abfischen viel Schlamm aufgewirbelt wird, und die Kescher schlammig werden. Da zu viel Schlamm die Kiemen verstopfen kann, mit denen die Fische atmen, vermeiden wir eine zu starke Verschlammung des Wassers in den Wannen, indem einerseits die gefangenen Karpfen noch im Kescher in einer "Entschlammungswanne" leicht geschwenkt werden, und andererseits nach dem Wägen in Wannen mit sauberem Teichwasser gegeben werden.
(2) Die Karpfen dürfen nur ins Wasser gelegt werden. Denn wenn man sie ins Wasser wirft, so können sie innere Verletzungen erleiden.
(3) Karpfen haben eine empfindliche, schützende Schleimschicht auf ihrer Haut. Werden sie mit trockenen Händen angefasst, so kann diese Schleimschicht verletzt werden.
(4) Zum Abfischen wird das Zugnetz wird durch den abgesenkten Teich gezogen. Die im Zugnetz gefangenen Karpfen können darin nicht mehr ausweichen. Um zu verhindern, dass Fische darin zertrampelt werden, darf nicht auf das Zugnetz getreten werden.
(5) Die Karpfen werden mit Keschern aus dem Zugnetz gehoben. Da die recht kräftigen Karpfen natürlich auszuweichen versuchen, muss dies vorsichtig geschehen, damit sie nicht verletzt werden.
(6) Die Flossen der Karpfen weisen an ihren Strahlen Widerhaken auf, besonders die längsten Strahlen der Rückenflosse. Diese können sich in den Fäden der Kescher und der Aquariennetzchen einhängen. In diesem Fall müssen die Strahlen vorsichtig wieder aus den Fäden ausgehängt werden.
Alle Tiere mit Respekt behandeln
Erläuterungen:
(1) Das Abfischen ist für die Karpfen ein Stress. Deshalb behandeln wir jedes Individuum sehr sorgsam, sei es auch noch so klein.
(2) In unseren Teichen leben auch viele Kleintiere wie Amphibien, Libellen-Larven, Wasserwanzen oder sogar Krebse. Sie sollen ebenso sorgsam behandelt werden.
Vegetation schonen
Erläuterungen:
(1) Die Teiche weisen spezielle Ufer- und Wasserpflanzen auf, die zum Teil sehr selten oder sogar gefährdet sind. Damit sie erhalten bleiben, müssen sie bei den Abfischen geschont werden.
(2) Die Ufer- und Teichvegetation stellt wichtigen Lebensraum und Nischen für die Tiere dar. Deshalb soll nur der markierte Zugang zum Teich benutzt und nicht flächig über die Ufervegetation gelaufen werden.
Material
Erläuterungen:
(1) Material, das im Schlamm liegen gelassen wird, verschwindet schnell ganz im Schlamm und rostet dann im Teichboden vor sich hin.