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Im Gegensatz zu den Karosseriewerken in der Schweiz verfügte die Niedersächsische Waggonfabrik Joseph Graaff GmbH in Elze bei Hannover über umfassende Erfahrung auf dem Gebiet der selbsttragenden Leichtmetall-Schalenbauweise. Sie konnte sich so den Auftrag für den Bau der Rohkarosserien für die BVB-Trolleybusse Nrn. 57–64 und 365–368 sichern. Den Ausbau der aus Deutschland per Bahn angelieferten Karosserien sowie den Einbau der elektrischen Asurüstung teilten sich die Basler Firma Reinbolt & Christe und die BVB selbst.
Die ersten acht Wagen wurden noch mit zweistelligen Nummern in Betrieb gesetzt, jedoch wenig später in 357–364 umnummeriert (Aufnahme 1956 beim Depot Wiesenplatz).
© BVB (Sammlung Dominik Madörin, CH-Ettingen)
Die neuen Fahrzeuge verfügten über nahezu dieselben Hauptabmessungen sowie über dieselbe elektrische Ausrüstung wie der Prototyp 56/356. Die meisten Verbindungen des Kastenaufbaus waren genietet. Aus Festigkeitsgründen waren die Fensteröffnungen aber relativ klein gehalten. Die Fahrwerk-Komponenten stammten aus den Regalen von FBW in Wetzikon. Ein thermisches Hilfsaggregat, bestehend aus einer Benzinmotor/Generator-Gruppe, vervollständigte die Ausrüstung.
Die trotz nachträglich angebrachter Chromverzierungen an den Stirnfronten optisch wenig ansprechenden Fahrzeuge bewährten sich hervorragend. Sie galten als robust, störungsarm und unverwüstlich. Die letzten vier Exemplare schieden erst 1995 – also nach knapp vierzigjähriger Einsatzzeit – aus dem Linieneinsatz!
Die Wagen 357, 359, 360 und 363 gelangten in die Stadt Ruse in Bulgarien. Mit den neuen Nummern 54597, 54575, 54586 sowie 54600 1) standen sie noch rund 15 Jahre im Einsatz (Betreiber Gradski Transport, ab 2008 Egged Ruse AD) und wurden 2009–10 abgebrochen.
Der Wagen 358 blieb in Basel vorerst als Museumsfahrzeug erhalten und war bis 2001 betriebsfähig. 2007 wurde er an einen Verein in der Westschweiz abgetreten.
1) Die fünfstelligen Betriebsnummern bestanden aus der Gattungsziffer 5, der dreistelligen Fahrzeugnummer sowie einer Kontrollziffer am Schluss.