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Seit Sophie Hunger 2015 ihr letztes Album „Supermoon“ veröffentlichte, hat sich so einiges in ihrem Leben auf den Kopf gestellt. Die gebürtige Bernerin zog nach Berlin, wo sie analoge Synthesizer und die elektronische Musik entdeckte. Sie tauschte klassische Instrumente gegen Drum-Computer und Software und entschloss sich, ein komplett englischsprachiges Album aufzunehmen statt wie bisher Englisch, Französisch, Deutsch und Schweizerdeutsch zu mischen.
Auf „Molecules“ richtet sie ihren Blick außerdem viel stärker nach innen. Das liegt daran, dass sie beim Schreiben „isoliert und labil“ war, sagt sie. Sie schrieb und programmierte die Lieder über einen Sommer in ihrem Home Studio, bevor sie es gemeinsam mit Dan Carey im Herbst 2017 in London aufnahm. Dabei blieben die beiden unter sich. Das heißt aber nicht, dass sie dabei die Augen vor der Welt verschlossen hätte; im Gegenteil.
Die trotzig klimpernde erste Single „She Makes President“ ist ihre Reaktion auf einen Bericht, der vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl die Wählerinnen zum Zünglein an der Waage erklärte – „Und dann wurde Trump gewählt. Der Song sollte die Vision einer weiblich geprägten Zukunft ausmalen, und dann sorgten die Frauen nicht nur dafür, dass Trump Präsident wurde, sondern erwiesen sich wieder einmal als Henkerinnen ihrer eigenen Machtergreifung.“
Diese Enttäuschung kann man dem Song deutlich anhören, der mit seinen dunklen Synthies und Hungers gleichwohl elfenhaften als auch wütendem Gesang nur wenige Sekunden braucht, um unter die Haut zu gehen.
QUELLE: Universal Music FOTO: Single Cover / Universal Music