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Der hohe Stellenwert des Handels auf dem Bodensee ist Vergangenheit. Dies kommt dem Tourismus zugute, deshalb gab es im Laufe der Jahre mehrere Aufschüttungen. Eine immer wieder aufkommende Frage ist die Zugänglichkeit der Seeuferkante. Bei allen Gemeinden zwischen Arbon und Altenrhein gibt es Flächen, welche nicht öffentlich zugänglich sind und der Seezugang somit nicht gewährleistet ist. Der Weg von Arbon bis Steinach verläuft direkt am See. Doch schon in Steinach wird einem die Seesicht von Hecken und Villen genommen und man wird vom See weg geleitet. Der durch Aufschüttung gewonnene Seeuferweg in Horn ermöglicht wieder einen Seezugang bis zur Badeanstalt Horn. Wegen der Badeanstalt Horn und dem Hotel Bad Horn wird man vorübergehend auf die Hauptstrasse verwiesen.
Nach einer kurzen Öffnung entlang der Seestrasse versperren anschliessend Wohnhäuser und die Badeanstalt Goldach den Seeblick auf mehrere hundert Meter. Mit Ausnahme der grossen Seepromenade zwischen der Badeanstalt Goldach und dem Strandbad Rorschach wird man im weiteren Verlauf mehrfach auf die Hauptstrasse verwiesen. Der Weg verläuft hinter verschlossenen Gewerbebauten und Privatgrundstücken. Mit Ausnahme vom Hörnli-Buck und dem Hafen von Staat gibt es erst nach der Badeanstalt Speck wieder einen längeren Fussweg entlang des Seeufers bis nach Altenrhein.
Arbon
Grosse Teile der Seeuferpromenade in Arbon sind Neuland, die durch Aufschüttung erweitert wurde. Hinter einem Damm hatte man das Ufer mit Aushubmaterial aufgefüllt, zusätzlich auch als Deponie genutzt für Bauschutt und Kehricht, da es zur damaligen Zeit noch keine Kehrichtverbrennungsanlagen gab. Das Projekt bekam dadurch einen doppelten Nutzen, die Stadt gewann Land als Seepromenade und konnte das Ufergebiet bis zum Damm gleichzeitig als Deponie nutzen.
Insgesamt gab es drei grössere Aufschüttungen. Vom Arboner Hafen wurde ab 1948 ein sechzig Meter breiter Seeuferstreifen aufgeschüttet. Die erste Aufschüttung betraf die heutige Seeuferpromenade zwischen Hafen und Schwimmbad. Eine Weitere war das Gelände des heutigen Schwimmbades und die Letzte war das Areal Seepark bis zum Naturschutzgebiet Seemoosriet im Westen der Stadt.
Horn
Ein verändertes Freizeitverhalten der wachsenden und auch immer anspruchsvolleren Einwohnerschaft führte ab den 1960 Jahren in Horn zu mehreren Aufschüttungen. Es sollten sich neue Erlebnis- und Erholungsräume bilden wie zum Beispiel einen Festplatz am See oder ein Volleyballfeld. Die Verortung dieser Aufschüttung kam zustande, weil der Haupthafen vergrössert werden sollte.
Aufgrund des flachen Wasserspiegels beim ehemaligen Raduner Areal wurde das erste Hafenareal in Horn beim Unterdorf errichtet. Dank der steileren Absenkung des Seebodens an diesem Ort konnten dort früher auch schwer beladende Schiffe einlaufen. Die gewaltige Menge an Aushub aus der Abwassersanierung wurde genutzt, um einen neuen Erholungsraum direkt am See zu errichten.
Rorschach
Wo nun der Bau des Würth Konzerns steht, war in den Fünfzigerjahren ein Frachthafen geplant. Ein Teil des neuen Areals entstand vor über dreissig Jahren durch Aufschüttung der Flachwasserzone des Bodensees. Mit dem Abbruch der Güterschuppen beim Bahnhof und dem Neubau des Würth Hauses, welches auch ein Kunstmuseum ist, konnten die öffentlichen Uferanlagen in Rorschach erweitert werden.
Der Uferabschnitt beim Würth Haus bietet heute eine hohe Aufenthaltsqualität, die Schönheit des Sees kann wieder vermehrt genossen werden, derweil seine «Nützlichkeit» eher zweitrangig geworden ist.