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Mit einer Ankündigung neuer Gesetze zum Kampf gegen Korruption hat die indische Regierung auf den Hungerstreik eines Aktivisten reagiert. Der 73 Jahre alte Aktivist hatte mit seinem viertägigen Hungerstreik landesweite Proteste gegen Korruption bei den Behörden ausgelöst.
Ministerpräsident Manmohan Singh sagte am Samstag, er hoffe, dass die neuen Gesetze während der Ende Juni beginnenden Sitzungsperiode im Parlament eingereicht werden könnten.
Die Regierung erklärte, sie wolle gemeinsam mit Vertretern der Zivilgesellschaft die Gesetzgebung verbessern. Der Aktivist Anna Hazare beendete daraufhin seinen Hungerstreik in Neu-Delhi. Er kündigte aber an, ihn wieder aufzunehmen, sollten die Gesetze nicht bis zum 15. August geändert sein.
Landesweit waren Tausende Menschen auf die Strassen gegangen, um ein entschlosseneres Handeln der Regierung zu fordern. Innerhalb von 24 Stunden hatten mehr als 500'000 Menschen eine Online-Petition zur Unterstützung von Hazare unterzeichnet. Unterstützung erhielt der Anhänger von Staatsgründer Mahatma Gandhi auch von Politikern und Bollywood-Stars.
In den vergangenen Monaten waren mehrere Korruptionsskandale bekannt geworden. Dabei ging es um die Vergabe von Mobilfunklizenzen und Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit den Commonwealth-Spielen in Neu-Delhi im vergangenen Jahr.
Auf dem Korruptionsindex der Organisation Transparency International rangierte Indien im vergangenen Jahr auf Platz 87 von 178 Ländern. Im Jahr zuvor nahm es noch Platz 84 von 180 Ländern ein.