Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03454.jsonl.gz/1632

Die Gemeinde Riehen ist heute eine altersfreundliche Gemeinde, unter anderem wegen ihrer zahlreichen Alters- und Pflegeheime. Ihren Vorläufer haben diese im 1834 eröffneten Landarmenhaus der baselstädtischen Landgemeinden.
Bis zur Kantonstrennung 1833 brachte man arme Riehener Bürgerinnen und Bürger im Pfrundhaus in Liestal unter. 1834 wurde die Landarmenkommission des Kantons Basel-Stadt gegründet, die für die baselstädtischen Landgemeinden Riehen, Bettingen und Kleinhüningen zuständig war. Die Landarmenkommission kaufte in Riehen das Socingut an der Oberdorfstrasse 15 und eröffnete dort 1835 das baselstädtische Landarmenhaus, 1902 in Landpfrundhaus umbenannt. 1932 vergrösserte dieses sein Angebot mit einem Altersheim-Neubau. Heute ist das Landpfrundhaus eine selbstständige öffentliche Anstalt, die von den Bürgergemeinden Riehen und Bettingen sowie von der Einwohnergemeinde Riehen getragen wird. Sie betreibt drei Alterssiedlungen: Bäumliweg 30, Inzlingerstrasse 46, Oberdorfstrasse 15.
1988 entstand auf dem Areal des Landpfrundhauses an der Inzlingerstrasse 50 das Haus zum Wendelin.
Neben diesen gemeindeeigenen Altersheimen gibt es verschiedene private Institutionen. Das erste ausschliessliche Alters- und Pflegeheim entstand 1919, als die Diakonissengemeinschaft die Pflegeanstalt Moosrain für alte und chronisch kranke Menschen eröffnete. 1932 schufen die Diakonissen mit dem Feierabendhaus zudem ein Heim für betagte Schwestern. 2011 übergaben die Diakonissen die Führung ihres Pflegeheims der Stiftung Adullam, die 2017 ein Pflegezentrum an der Schützengasse 60 eröffnete.
Bereits 1946 hatte der Verein Jüdisches Altersheim das ehemaligen Sanatorium La Charmille in Riehen gekauft. Im Jahr darauf verlegte der Verein das jüdische Altersheim von Basel nach Riehen. 2002 wurde es wieder nach Basel zurückverlegt.
Anfang der 1960er-Jahre gelang es Lucien Levaillant, einem Mitgründer des Altersheims La Charmille, das Genossenschaftskapital für das Altersheim Humanitas zusammenzubringen. Dieses nach freimaurerischen Grundsätzen politisch und konfessionell neutrale Altersheim konnte 1967 an der Inzlingerstrasse 230 eröffnet werden. Im Jahr 2017 wurde der Neubau an der Rauracherstrasse eingeweiht.
1950 gründete die Ordensgemeinschaft der Dominikanerinnen auf dem Areal der Herz-Jesu-Kapelle, heute Albert Oeri-Strasse, ein Kloster. 1969 eröffneten die Dominikanerinnen hier zudem ein neuerbautes Alters- und Pflegeheim, das Dominikushaus.
Seit 2008 gibt es im ehemaligen Gebäude der Post an der Bahnhofstrasse in Riehen eine Wohngruppe der Organisation Sternenhof für Leben und Wohnen im Alter der M. & G. Seiler-Tschantré-Stiftung in Basel.
2020 gab es in Riehen neben den vier genannten Pflegeheimen (Adullam Pflegezentrum, Alterspflegeheim Dominikushaus, Alterspflegeheim Haus zum Wendelin, Alterspflegeheim Humanitas) insgesamt sechs Alterssiedlungen (Drei Brunnen, Bäumliweg 30, Oberdorfstrasse 15, Inzlingerstrasse 46, Gstaltenrainweg 79/81 und Im Glögglihof 15)
Autorin / Autor: Nils Widmer | Zuletzt aktualisiert am 8.1.2023
Meyrat, Sibylle und Arlette Schnyder: Älter werden und alt sein in Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 2014. S. 10–23.
Koellreuter, Isabel et al.: Herrschaft und Gemeinschaft. In: Schnyder, Arlette et al.: Riehen – ein Portrait. Basel 2010. S. 40–71, hier S. 67.
Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 252.