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Die Gemeinde Gommiswald
Gommiswald ist seit dem 1. Januar 2013 eine Einheitsgemeinde, bestehend aus den Dörfern Gommiswald, Ernetschwil, Rieden, Ricken, Gebertingen und Uetliburg.
Weder die Kelten noch die Römer haben auf dem Gebiet dieser Dörfer und Weiler Spuren hinterlassen. Es dürfte erst von den Alemannen urbar gemacht worden sein, die sich im 7. und 8. Jahrhundert hier ansiedelten. Ernetschwil ist das erste Dorf, das schriftlich erwähnt wird, und zwar in einer Urkunde des Klosters St. Gallen aus dem Jahr 885.
Das Dorf Gommiswald, das der Einheitsgemeinde den Namen gibt, gehörte seit dem Hochmittelalter zum Hofverband Benken, dieser wiederum zum Damenstift Schänis, dem er kirchgenössig war. Im Jahr 1500 trennten sich die Gommiswalder Höfe von der Mutterpfarrei Benken und wurden eine selbstständige Pfarrei. Die weltliche Herrschaft über Gommiswald lag von 1469 bis 1798 bei der Grafschaft Uznach, die damals den eidgenössischen Ständen Schwyz und Glarus untertan war. Demgegenüber zählte Ernetschwil schon seit deren Anfängen im Jahr 1209 zum Einflussbereich der Grafschaft. Das Dorf Rieden, 1045 erstmals urkundlich erwähnt, segelte stets im Fahrwasser von Gommiswald durch die Feudalzeit, unterhielt aber auch starke Bindungen zu Kaltbrunn.
1798 verzichteten Schwyz und Glarus unter dem Druck der herannahenden Truppen Napoleons auf ihre Hoheitsrechte über den Ricken-Südhang. Während der Koalitionskriege wurden die Dörfer am Ricken abwechselnd von Franzosen und Österreichern besetzt und ausgepresst. Not und Hunger zogen ein. Nur langsam erholten sich die Dörfer von den wirtschaftlichen Schäden dieser Zeit, die auch grosse politische Veränderungen brachte. Rieden, das sich 1798 zur selbstständigen Gemeinde erklärt hatte, wurde 1803 von den Franzosen Kaltbrunn zugeteilt und erst 1923 wieder selbstständig. Gommiswald wurde 1803 im neu konstituierten Kanton St. Gallen eine politische Gemeinde, der bis 1807 auch Ernetschwil angegliedert war.
Ursprünglich war das Landschaftsbild der heutigen Einheitsgemeinde von typisch alemannischen Streusiedlungen geprägt. Die kontinuierliche Verbesserung des Wegenetzes, das auch von Pilgern rege genutzt wurde, führte in den Dörfern zu einem Entwicklungsschub. Insbesondere der 1785/88 angelegte Fahrweg von Kaltbrunn über Gommiswald und den Ricken zeitigte einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung, der sich auch baulich auswirkte. Zwischen 1830 und 1850 entstanden die direkten Strassenverbindungen zwischen den Dörfern am Südhang des Rickens.
Die beiden Weltkriege berührten die Gemeinden nur am Rande. Zwar waren auch hier die Lebensmittel rationiert, aber dank der weitreichenden Selbstversorgung litten die Kleinbauernfamilien nicht an Hunger. In der Anbauschlacht des zweiten Weltkriegs wurden den Bauern am südlichen Ricken Landparzellen in der Linthebene zugewiesen, da an den steilen Hängen kaum Getreide angepflanzt werden konnte.
In der Hochkonjunktur des 20. Jahrhunderts veränderte sich die Siedlungsstruktur der ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Gemeinde Gommiswald stark. Die in der Wintersaison 1969/70 eröffneten Rämel-Skilifte machten den Ort besonders im Raum Zürich zu einem beliebten Wintersportgebiet. Bald setzte eine rege Bautätigkeit ein: An den sonnigen Hängen oberhalb von Gommiswald, Ernetschwil und Gebertingen schossen Ferienhäuser wie Pilze aus dem Boden. Die Eröffnung der Forch-Autostrasse (1970) und der Walensee-Autobahn (1986) hatten zur Folge, dass sich die Dörfer am Südhang des Rickens auch mehr und mehr zu beliebten Wohnorten entwickelten.
Im Verlaufe des späten 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts wurde es insbesondere für kleinere Gemeinden immer schwieriger, die vielfältigen und komplexen Aufgaben einer Kommune eigenständig zu bewältigen. Gommiswald, Ernetschwil und Rieden arbeiteten – in unterschiedlichen Zusammensetzungen – in immer mehr Bereichen zusammen: Im Schulwesen, im Bauwesen, bei der Feuerwehr usw. Durch die positiven Erfahrungen in verschiedenen Handlungsfeldern wurde den Gemeinden bewusst, dass eine vereinigte Gemeinde ihre kommunalen Aufgaben effizienter und kostengünstiger würde bestreiten können. 2008 nahmen die Gemeinde- und die Schulbehörden die Vorarbeiten für die Gemeindevereinigung auf und am 1. Januar 2013 konnte das nunmehr vereinigte Gommiswald seine Aufgaben in den neuen Strukturen wahrnehmen.
Die ausführliche Ortsgeschichte der Dörfer Gommiswald, Ernetschwil, Rieden, Uetliburg, Gebertingen und Ricken finden Sie im Geschichtsbuch «Verwobene Wege – Eine Zeitreise durch die Dörfer am Südhang des Rickens». Die Autoren Hans-Rudolf Galliker und Michael Köhler zeigen detailliert auf, wie sich das Leben am Südhang des Rickens über die Jahrhunderte entwickelt und verändert hat. Die Zeitreise beginnt in der Urzeit, geht durch das Mittelalter, durchstreift das 19. und 20. Jahrhundert und landet schliesslich bei der Vereinigung zum neuen Gommiswald. Das Buch schildert eindrücklich, wie sich die Wege der Siedlungen und Dörfer am Südhang des Rickens immer wieder verwoben haben, um ab 2013 einen gemeinsamen, festen Strang zu bilden.
Das Werk kann bei der Gemeindekanzlei kostenlos bezogen bzw. im Online-Schalter bestellt werden.