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Die Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen in der Schwangerschaft
Die medikamentöse Therapie einer CED wie z.B. dem Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa unterscheidet sich in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich von derjenigen vor und nach der Schwangerschaft.
Dies gilt insbesondere für die Standardmedikamente, die 5-ASA Präparate (Sulphasalazin, Mesalazin, und Olsalazin) in der üblichen Dosierung und Kortison (Prednisolon, Methylprednisolon, Budesonid), welches v.a. zur Behandlung des akuten Schubs eingesetzt wird. Auch Antibiotika (z.B. Ciprofloxacin, Metronidazol) können kurzfristig eingesetzt werden, ohne dass ein erhöhtes Risiko für das ungeborene Kind befürchtet werden muss. Eine Therapie mit Ciproxin und/oder Anaerobex über lange Zeit, also mehrere Wochen bis Monate, wie es bei der Behandlung perianaler Fisteln erforderlich ist, sollte aber in der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden.
Neuere Studien betonen auch die Sicherheit einer Immunsuppression mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin vor bzw. während einer Schwangerschaft. Das relativ neue Präparat Infliximab scheint während der Schwangerschaft ebenfalls ungefährlich zu sein, ist aber noch nicht abschliessend beurteilbar.
Über die Behandlung mit Cyclosporin bei einem sehr schweren CED-Schub in der Schwangerschaft gibt es lediglich einzelne Fallberichte, die auf ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko und ein zu niedriges Geburtsgewicht hinweisen. Berichte über Schwangerschaften bei nierentransplantierten Patientinnen mit Cyclosporintherapie zeigen ebenfalls ein vermehrtes Auftreten von Frühgeburten, ein vermindertes Geburtsgewicht und häufiger Fehlgeburten, jedoch kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Da die Alternative beim schweren Schub aber nur die operative Entfernung des gesamten Dickdarms sein kann, bei der das Fehlgeburtsrisiko noch deutlich höher liegt, erscheint ein Therapieversuch mit Cyclosporin unter besonderen Umständen auch in der Schwangerschaft gerechtfertigt zu sein.
Methotrexat ist das einzige Immunsuppressivum, welches bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft auf keinen Fall eingenommen werden darf, da es schwere Fehlbildungen beim Kind, in ca. 40% der Fälle jedoch vorher schon eine Fehlgeburt verursacht. Generell wird eine verlässliche Verhütungsmethode während einer Methotrexattherapie, sowie das Absetzen dieser Substanz 3-6 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft empfohlen.
Stand: 07/12, BH
Letzte Aktualisierung : 16-08-18, BH