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Die Quantum Internet Alliance will das weltweit erste Prototyp-Netz aufbauen, das weit entfernte Städte verbindet. Unterstützt wird sie von der EU-Kommission.
Am 14. Oktober hat die Quantum Internet Alliance ihre Pläne vorgestellt, ein globales Quanteninternet aufzubauen. In der 2017 gegründeten Allianz haben sich 40 Partner zusammengeschlossen: verschiedene europäische Hochschulen, Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer Institut und Unternehmen wie SAP, Thales und Telecom Italia. Ziel des Projekts ist es laut einer Mitteilung, "ein Full-Stack-Prototyp-Netz zu entwickeln, das entfernte Städte verbindet". Das Netz soll global angelegt, aber "Made in Europe" sein.
Geleitet wird das Projekt von Qutech – einer Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität Delft und der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO). Vom Quanteninternet als Netzwerktechnologie könnten verschiedene Sektoren wie die Security- und Telekommunikationsbranche oder der Finanzsektor profitieren, heisst es weiter. Das Netzwerk werde in der Lage sein, Benutzer in zwei Ballungsräumen zu verbinden, die Hunderte von Kilometern voneinander entfernt sind.
Die erste Phase des Programms läuft über 3,5 Jahre und ist mit einem Gesamtbudget von 24 Millionen Euro ausgestattet. Unterstützt wird das Projekt von der EU-Kommission, die das Quanteninternet als strategischen Investitionsbereich ausgewählt hat.
Man beginne mit dem Aufbau von "2 grossstädtischen Netzwerken mit Quantenprozessoren und photonischen Clients, die durch einen Langstrecken-Glasfaser-Backbone mit Quanten-Repeatern verbunden sind", so die Mitteilung. Dieses Netzwerk werde vollständig programmierbar sein, um die Realisierung jeder von der Hardware unterstützten Anwendung mit plattformunabhängiger Software zu ermöglichen. Photonic-Clients würden in Zukunft einen kostengünstigen Zugang zur Quanteninternet-Technologie ermöglichen.
Team der Quantum Internet Alliance am Kick-off-Event. Foto: Marc Boonstra for Qutech
"Die Entwicklung der Fähigkeit, Metropolen über Langstreckenverbindungen auf Quantenrepeater-Basis miteinander zu verbinden, wird das Spiel verändern", sagt Professor Hugues de Riedmatten vom Institute of Photonic Sciences (ICFO) in Barcelona.
"Wir glauben, dass es eine Teamleistung ist, ein Quanteninternet aufzubauen und die Vorteile einer solchen Technologie in die Gesellschaft zu bringen", lässt sich Professorin Tracy Northup von der Universität Innsbruck zitieren. "Wir wollen die Aktivitäten der Quantum Internet Alliance auf alle EU-Mitgliedsstaaten ausweiten und laden bereits jetzt Studentinnen, Ingenieure und Unternehmen ein, an unserem Praktikumsprogramm teilzunehmen, um uns bei unserer Mission zum Aufbau eines globalen Quanteninternets zu unterstützen."