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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Viertes Buch
IX. Kapitel
71.
[S. 52] 1. In seiner Erklärung dieser Stelle sagt Herakleon, der angesehenste Vertreter der Schule des Valentinus, wörtlich, es gebe ein Bekenntnis teils im Glauben und im Wandel, teils mit der Stimme.
2. "Das Bekenntnis mit der Stimme geschieht auch vor der Obrigkeit, und dieses allein hält die Menge", sagt er, "für ein wirkliches Bekenntnis; das ist aber nicht richtig; denn ein Bekenntnis können auch die Heuchler ablegen.
3. Es wird sich aber auch zeigen, daß dieses Wort nicht allgemeine Gültigkeit hat; denn nicht alle, die selig wurden, legten das Bekenntnis mit der Stimme ab und schieden dann aus dem Leben; dazu gehörten Matthäus, Philippus, Thomas, Levi und viele andere.
4. Und in der Tat ist das Bekenntnis mit der Stimme kein vollständiges Bekenntnis, sondern nur ein Stück davon. Ein vollständiges Bekenntnis aber, wovon er hier redet, ist das in Werken und Taten, die dem Glauben an den Herrn entsprechen. Diesem allgemeinen Bekenntnis folgt dann auch das vor der Obrigkeit, das nur ein Teil davon ist, wenn es sein muß und wenn die vernünftige Überlegung es fordert. Denn ein solcher Mensch wird auch mit der Stimme bekennen, nachdem er zuvor aufrichtig mit seinem ganzen Verhalten bekannt hat.