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Varietät ist ein Ausdruck, der in verschiedenen Kontexten sehr verschieden verwendet wird. Ursprünglich (etwa bei C. von Linné war der erste, der das Konzept der Varietät formalisiert hat. Bei ihm und anderen frühen Taxonomen war die Varietät die einzige Rangstufe unterhalb der Art. Generell waren C. Linné Varietäten unwichtig, er achtete sie eher als reversible Modifikationen.
In der Kybernetik bezeichne ich mit dem Ausdruck Varietät eine Eigenschaftdomäne, in welcher Systeme nach der Anzahl ihrer möglichen Verhaltensweisen unterschieden werden. Ein System mit höherer Varietät kann vielfältiger reagieren, mehr verschiedene Zustände annehmen und mehr Eigenzustände unterscheiden.
Beispiel:
Die thermostatengeregelte Heizung kann heizen, wenn die Temperatur unter den Sollwert fällt. Sie kühlt aber nicht, wenn die Temperatur über den Sollwert steigt.
Sie hat also nur eine Verhaltensmöglichhkeit, nämlich heizen und sie kann nur auf eine Störung reagieren, nämlich auf Kälte, was eben einer begrenzten Varietät entspricht, die in einen System mit höerer Varietät, das auch Kühlen kann, aufgehoben ist.
Ein System mit noch höherer Varietät, würde beispielsweise bei Heizölmangel auf elektrischen Strom umstellen, also nicht nur auf Temperatur reagieren und über eine weitere Massnahme verfügen.
W. Ashby, der den Ausdruck eingeführt hat, unterscheidet nicht zwischen kompliziert und komplex, weshalb Varietät oft als Mass der Komplexität eines Systems gedeutet wird - eben von jenen, die die Unterscheidung auch nicht machen.
Und weil W. Ashby in seiner Einführung auch den Beobachter nicht bewusst reflektiert - obwohl er von informationsdichten Systemen spricht - spricht er diffus von einer requisiten Varietät, die daran scheitert, dass der Beobachter bestimmte Fälle nicht unterscheiden oder erkennen kann.
Beispiel:
Wenn ich in meinem Wohnzimmer kein Licht habe, kann die Lampe defekt sein, oder der Lichtschalter oder die Stromversorgung oder .. Für jede Ursache, die ich erkenne, habe ich ein Verhalten. Aber es mag Ursachen geben, die ich nicht erkenne oder aber auf welche ich nicht sinnvoll zu reagieren weiss, weil ich die erforderlichen Möglichkeiten nicht habe.
Das "Varietätstheorem" beschreibt die Zusammenhänge zwischen Störungen, den möglichen Systemreaktionen und den sich daraus ergebenden Konsequenzen. Die Varietät der Konsequenzen kann nach diesem Theoriem nicht geringer sein als das Verhältnis der Varietäten der Störungen und den möglichen Reaktionen. Da die Vielfalt der Störungen, mit denen ein System potenziell konfrontiert werden kann, unbegrenzt ist, sollte dessen Varietät banalerweise maximiert werden, wogegen in der Technik eine Kosten-Nutzen-Überlegung spricht.
Kein System rechnet mit allem: die je erwartbaren Situationen sind kontingent. Die hergestellte Varietät muss passen, also nicht beliebig denkbare Fälle abdecken.
In Bezug auf das Herstellen oder das Organisieren erhöhe ich die angestrebte Varietät durch offene Fragen, die Ideen generieren und reduziere sie durch geschlossene Fragen, wenn ich entscheide, was ich davon verwenden will.
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[ein einfaches Beispiel]
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