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Stefonknee Wolscht hat sieben Kinder, war 23 Jahre verheiratet und wurde im Körper eines Mannes geboren. Doch dann fand sie den Mut, sich als transsexuell zu outen und führt seitdem das Leben eines sechsjährigen Mädchens.
Die Kanadierin Stefonknee Wolscht hat ihre wahre Persönlichkeit lange Zeit versteckt. Sie lebte als siebenfacher Familienvater, verheiratet mit einer Frau. 23 Jahre lang. Heute ist sie 52 Jahre alt und lebt als sechsjähriges Meitli – inklusive neuen Eltern.
«Ich war schon immer Trans», erklärt sie der Webdokumentation «Transgender Project» des Portals «Daily Xtra» ihre Situation. Bis zu ihrer Verwandlung lebte Stefonknee als Paul und war ein aktives Mitglied der katholischen Kirche. Ihre Frau habe sie, als sie 46 war, vor die Wahl gestellt: «Hör auf Trans zu sein oder hau ab!» Doch das sei nicht so einfach: «Für mich ist das so, als würde man mich vor die Wahl stellen, 189 cm gross zu sein oder abzuhauen. Ich wusste nicht, wie ich mich verstecken sollte.»
Somit blieb ihr nichts anderes übrig, als ihre Familie zu verlassen. Das war nicht leicht: Zwei Selbstmordversuche hat Stefonknee hinter sich. Einen davon am Hochzeitstag der einen Tochter. Doch eine Therapie hilft ihr, von diesen Gedanken wegzukommen: Die Spiel-Therapie. Diese wird normalerweise bei drei- bis elfjährigen Kindern angewendet, um mit Hilfe von Spielen sich und ihre Umwelt besser kennen zu lernen.
Heute lebt Stefonknee als sechsjähriges Mädchen: «Ich habe eine Mama und einen Papa – Adoptivmama und -Papa – die mich akzeptieren, wie ich bin. Auch ihre Kinder und Enkelkinder unterstützen mich sehr.»
«Ich will momentan keine Erwachsene sein», erzählt sie. «Ich lebe mein Leben jetzt so, wie ich es damals in der Schule nicht konnte.» Mit ihren Puppen und den Enkeln der Eltern spiele sie auch regelmässig. Einer Enkelin hat sie ihr Alter zu verdanken, Stefonknee war nämlich ursprünglich acht Jahre alt: «Sie sagte, sie wolle eine kleine Schwester. Und ich sagte, dass ich kein Problem damit habe, sechs Jahre alt zu sein.»
Es brauchte viel Mut für Stefonknee, diese Geschichte öffentlich zu erzählen: «Ich habe einen hohen Preis für die Verwandlung bezahlt.» Erst, als sie sich akzeptiert hatte, konnte sie anderen davon berichten: «Nach meinem kompletten Outing habe ich mich so frei gefühlt, dass ich bereit war, die Geschichte mit der Welt zu teilen.» Die Therapie kann sie nur empfehlen: «Keine Medikamente, keine Suizidgedanken und ich kann ständig spielen.» (imh)