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Schuppentiere sind die einzigen Säugetiere, deren Körper mit Schuppen bedeckt ist. Mit ihrer langen, klebrigen Zunge und dem gepanzerten Körper sehen sie aus wie eine Mischung aus Ameisenbär und Gürteltier. Doch mit denen haben sie nur wenig gemeinsam. Obwohl Schuppentiere keine Zähne besitzen, sind ihre nächsten Verwandten die Raubtiere, also Wölfe, Tiger, Bären und Co.
Weltweit gibt es acht Arten von Schuppentieren. Chinesische Schuppentiere, Malaiische Schuppentiere, Indien-Schuppentiere und Palawan-Schuppentiere leben in Asien. Riesenschuppentiere, Weissbauchschuppentiere, Steppenschuppentiere und Schwarzbauchschuppentiere kommen in Afrika vor. Die asiatischen Arten unterscheiden sich von den afrikanischen durch lange Borsten, die zwischen den Schuppen herausragen.
Die verschiedenen Schuppentierarten kommen in unterschiedlichen Lebensräumen vor. Von tropischen Regenwäldern über dichte Buschlandschaften zu Savannen und Äckern. Während das Riesenschuppentier und das Steppenschuppentier sich nur am Boden aufhalten, sind die anderen Arten gute Kletterer und auch häufig auf Bäumen anzutreffen.
Alle Schuppentiere ernähren sich fast nur von Ameisen und Termiten. Mit ihrer guten Nase riechen sie ihre Beute schon von weitem, und mit ihren starken Vorderbeinen und langen Krallen können sie auch harte Termitenhügel aufbrechen. Ähnlich wie Ameisenbären fangen Schuppentiere die Ameisen mit ihrer langen, klebrigen Zunge.
Forscherinnen und Forscher schätzen, dass ein ausgewachsenes Schuppentier pro Jahr 70 Millionen Insekten frisst. Dadurch verhindern sie vermutlich, dass sich Ameisen und Termiten zu stark vermehren.
Schuppentiere sind Einzelgänger und kommen nur zur Paarung zusammen. Sie markieren ihre Reviere mit Duftstoffen, die Eindringlinge abschrecken und mögliche Partner anlocken.
Den Tag verbringen sie meist gut versteckt in Erdbauten oder in den Bäumen und werden erst in der Dämmerung aktiv. Weil sie so verborgen leben, wissen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer noch sehr wenig über Schuppentiere.
Schuppentiere bringen ihre Jungen in unterirdischen Bauen oder in Baumhöhlen zur Welt. Meistens gibt es pro Jahr nur ein Junges. Bei der Geburt hat es schon Schuppen, diese sind aber noch weich und werden erst nach zwei Tagen hart. Das Junge bleibt etwa einen Monat im Bau, danach begleitet es die Mutter bei der Futtersuche, indem es auf ihrem Schwanz reitet. Bei Gefahr rollt sich die Mutter schützend um ihr Junges.
Dank ihren harten Schuppen sind Schuppentiere gegen ihre natürlichen Feinde wie Hyänen, Löwen und Leoparden bestens geschützt. Bei Gefahr rollen sich die Schuppentiere zusammen und bedecken den weichen Bauch und das Gesicht mit dem langen Schwanz. Dieses Verhalten macht sie aber auch zu leichter Beute für Wilderer. Obwohl es verboten ist, fangen und töten sie Schuppentiere. Denn die Tiere gelten in China und Vietnam als Delikatesse und viele Menschen halten ihre Schuppen für ein Wundermittel.
Weil die Schuppentiere so begehrt sind, wurden die vier asiatischen Arten schon beinahe ausgerottet, und die Wilderer weichen nun auf die afrikanischen Arten aus. Das Schuppentier ist das am häufigsten geschmuggelte Tier der Welt.
Der WWF setzt sich dafür ein, dass sich alle an die Gesetze halten und der verbotene Handel mit Schuppentieren aufhört. Er hilft mit, den Lebensraum von Schuppentieren zu erhalten und bildet Wildhüterinnen und Wildhüter aus. Diese sorgen dafür, dass niemand trotz Verbot Schuppentiere fängt.
Es ist auch wichtig, bereits gefangene Schuppentiere wieder in die Freiheit zu entlassen und das Interesse an Schuppentierfleisch und -schuppen zu senken. Deshalb hilft der WWF mit, den Menschen zu erklären, dass Schuppentierschuppen keine magische Wirkung haben. Sie bestehen nämlich aus dem gleichen Material wie unsere Fingernägel.