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Vollständiger Name des Indikators: Ausländer/innen, die die Wohnsitzerfordernisse für die Einbürgerung erfüllen
Eine Einbürgerung eröffnet deutlich mehr Möglichkeiten der aktiven politischen Beteiligung. Erst mit der Einbürgerung erfolgt eine formale rechtliche Gleichstellung mit schweizerischen Staatsbürgerinnen und -bürgern, einschliesslich direkter und indirekter Formen demokratischer Mitbestimmung. Sie ist ein Hinweis für die Integrationsbereitschaft sowohl der Ausländerinnen und Ausländer als auch des Aufnahmelandes: Die Einbürgerung setzt eine gewisse Identifikation und Bindung an das Aufnahmeland voraus, ist aber auch von dessen Einbürgerungspraxis abhängig.
46,8% der Ausländerinnen und Ausländer mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung erfüllten 2017 die Wohnsitzerfordernisse des Bundes für die Einbürgerung (diese Erfordernisse werden weiter unten aufgeführt; die übrigen Erfordernisse können für die Berechnung nicht berücksichtigt werden). Die in der Schweiz geborenen Ausländerinnen und Ausländer (d.h. die zweite oder höhere Generation) wiesen einen um fast 10 Prozentpunkte höheren Anteil auf als jene der ersten Generation (53,1% gegenüber 45,3%).
Im Zeitverlauf hat der Anteil der Personen mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, die die Wohnsitzerfordernisse des Bundes für die Einbürgerung erfüllen, stetig leicht abgenommen (zwischen -1.6 und -1.8 Prozentpunkten in den drei Bevölkerungsgruppen).
Je nach Kanton variiert der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, die die Wohnsitzerfordernisse des Bundes für die Einbürgerung erfüllen. Der Kanton Nidwalden weist einen im Vergleich zum nationalen Durchschnitt um 8,0 Prozentpunkte tieferen Anteil von in der Schweiz geborenen Personen aus, die die Einbürgerungsbedingungen erfüllen, während in den Kantonen Solothurn und Jura diesbezüglich die höchsten Anteile zu beobachten sind (über 62%). Bei den im Ausland geborenen Personen verzeichnet der Kanton Zug den schweizweit tiefsten Anteil (36,9%). Dagegen haben Solothurn, Glarus, Basel-Landschaft, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen und Aargau die höchsten Anteile mit jeweils über 50%.
Tabellen
Definitionen
Folgende Wohnsitzerfordernisse des Bundes für die Einbürgerung werden bei der Berechnung dieses Indikators berücksichtigt (SR 141.0 Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts, im Jahr 2017 gültige Version):
Ordentliche Einbürgerung (Art. 15 Wohnsitzerfordernisse)
1. Das Gesuch um Bewilligung kann nur der Ausländer stellen, der während insgesamt zwölf Jahren in der Schweiz gewohnt hat, wovon drei in den letzten fünf Jahren vor Einreichung des Gesuches.
2. Für die Frist von zwölf Jahren wird die Zeit, während welcher der Bewerber zwischen seinem vollendeten 10. und 20. Lebensjahr in der Schweiz gelebt hat, doppelt gerechnet.
Erleichterte Einbürgerung (Art. 27 Ehegatte eines Schweizer Bürgers)
Ein Ausländer kann nach der Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen, wenn er:
a. insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt hat;
b. seit einem Jahr hier wohnt.
Nicht berücksichtigte Voraussetzungen
Die Voraussetzungen des Bundes bezüglich der Eignung werden bei der Berechnung dieses Indikators nicht berücksichtigt. Dabei handelt es sich insbesondere um die Prüfung, ob die sich um die Einbürgerung bewerbende Person:
a. in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert ist;
b. mit den schweizerischen Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen vertraut ist;
c. die schweizerische Rechtsordnung beachtet;
d. die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet.
Die kantonalen und kommunalen Voraussetzungen, die für die ordentliche (jedoch nicht die erleichterte) Einbürgerung erfüllt werden müssen, werden bei der Berechnung dieses Indikators ebenfalls nicht berücksichtigt.
Dieser Indikator zeigt das Verhältnis zwischen der Zahl der Niedergelassenen (Ausweis C) und Aufenthalter (Ausweis B), die die Voraussetzungen des Bundes für eine Einbürgerung erfüllen, und dem Gesamtbestand der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung mit Ausweis B und C. Er errechnet sich aus der Zahl der Personen, die diese Voraussetzungen im Jahre x erfüllen, geteilt durch den Bestand der Ausländerinnen und Ausländer mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung im Jahr x.