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Nachdem wir uns von Tina und Diana aus Berlin und Potsdam verabschiedet haben, verlassen wir leider diesen wunderschönen Platz zwischen dem Vätternsee und dem Vänernsee. Es ist leicht bewölkt und sonnig. Wir fahren um 10h nach Forsvik zu der ältesten Schleuse des Göta Kanals. und haben dort enormes Glück. Genau als wir ankommen steht nämlich gerade das älteste Kanal-Passagier-Schiff Schwedens, die SANDÖN, in der Schleuse. Es passt genauestens hinein, links und rechts hat es noch ganz wenige Zentimeter Luft. Wir schauen zu, wie die Schleuse mit Wasser gefüllt wird, die Strassenbrücke aufgeht und das Schiff in den höher gelegenen Kanal entschwindet. Toll!!!
Der Göta-Kanal ist ein Wasserweg durch den schwedischen Landesteil Götaland.
Der Kanal hat eine Länge von 190,5 km, wovon die 87,3 km lange tatsächliche Kanalstrecke zwischen den fünf verbundenen Seen von 58.000 schwedischen Soldaten gegraben wurde. Zusammen mit dem Trollhätte-Kanal und dem Göta älv bildet der Göta-Kanal eine 390 km lange Wasserstrasse quer durch Schweden, die einen Höhenunterschied von 91,8 m überwindet.
Länge: 190,5 km (davon 103,2 km Seen)
Erbaut: 1810–1832
Beginn: Mem – (Ostsee)
Ende: Sjötorp – (Vänernsee)
Schleusen: 58
Häfen: 20
Brücken: 50, davon zwei Trogbrücken
Höhenunterschiede: Ostsee 0 m – Viken 91,8 m, / Viken 91,8 m – Vänernsee 43,8 m
Der Kanal passiert 58 Schleusen, 50 Brücken, zwei Trogbrücken, (diese führen Kanäle über Flüsse, Strassen oder andere Hindernisse und bestehen aus einem mit Wasser gefüllten Trog. Sie werden auch als Kanalbrücken bezeichnet) und fünf Seen und darf von Schiffen mit bis zu 30 m Länge, 7 m Breite, 22 m Masthöhe über dem Wasser und 2,82 m Tiefgang befahren werden. Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 5 Knoten
Die Erlaubnis zum Bau des Kanals erhielt die Göta-Kanalgesellschaft unter Leitung von Baltzar von Platen am 11. April 1810, woraufhin am 24. Mai mit dem Bau begonnen wurde, der bis 1832 dauerte. Es war gedacht, dass Schiffe auf dem Weg vom Kattegat zur Ostsee durch Schweden fahren konnten, anstelle durch den Öresund. So sparten die Schiffe den Sundzoll an Dänemark. Der Kanal wurde am 26. September 1832 eröffnet, nur eineinhalb Jahrzehnte vor Einführung der Eisenbahn (1856) und der Aufhebung des Sundzolls (1857). Dadurch errang er keine entscheidende ökonomische Bedeutung, im Kriegsfall war ihm jedoch strategische Bedeutung zugedacht.
Heute ist er eine Touristenattraktion. Er ist vom 1. Mai bis zum 27. September geöffnet.
Auf dem Kanal verkehren Freizeitboote und Kanalschiffe. Zu den bekanntesten Kanalschiffen gehören Juno, Diana und Wilhelm Tham. Die Juno wurde 1874 dem Dienst übergeben und ist damit eines der ältesten im Dienst stehenden Passagierschiffe der Welt.
Zum Transport von Waren wäre der Kanal nicht mehr wirtschaftlich zu nutzen. Während eine Fahrt von Göteborg nach Stockholm auf der Autobahn einige Stunden dauert, dauert die Kanalfahrt mindestens etwa 4 Tage und braucht erheblich mehr Personal.
Der Göta-Kanal wurde für Schiffe bis maximal 30 Meter Länge gebaut. Alle Schleusen haben die gleichen Masse, so dass ein Schiff mit den maximalen Abmessungen gerade eben in alle Schleusenkammern passt.
Von hier geht es weiter nach Mariestad. Hier am Vänernsee essen wir bei 31° Wärme unser Mittagspicknick. Wir haben erfahren, dass es irgendwo zwischen Stockholm und Göteborg ein Dorf gibt, das Jung (unser Familienname) heisst. Und das wollen wir uns anschauen. Und wir finden es tatsächlich! Zuerst schauen wir uns den Friedhof an. Es gibt einige Grabsteine, die mit dem Namen „Jungeren“ und „Jungner“ bezeichnet sind. Die Kirche selber ist leider geschlossen. Wir fahren weiter durch das Dorf, treffen aber keine Menschenseele an. Schade. Wir sehen eine Schule, aber kein Gemeindehaus. Der Ort ist wie ausgestorben. Allerdings ist es auch sehr heiss hier, 33°! Wir fahren weiter und sehen, dass die Blätter vieler Birken schon herbstfarbig oder ganz verdorrt sind. Wir haben in Internet einen scheinbar sehr schönen Stellplatz am Vänernsee gefunden. Wir suchen ihn, irren umher, fahren sogar durch eine Schrebergartensiedlung und finden ihn trotzdem nicht, irgendwie stimmen die Koordinaten nicht. Aber wir finden einen anderen Platz, bei einem winzigen Haustierfriedhof, wo wir uns für eine Nacht hinstellen. Am Abend wird es immer bewölkter und um 22h erwarten wir jeden Moment Regen. Aber es regnet nicht.
Gefahren. 237,8 km