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Atomwaffen sind Massenvernichtungswaffen, die unsagbares Leid verursachen. Das Rote Kreuz setzt sich seit über 70 Jahren für ein Verbot dieser schrecklichen Waffen ein.
Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 waren die ersten und bislang einzigen Einsätze Atomwaffen. Die Folgen waren verheerend: Neben den über 300'000 Todesopfern wurden in Hiroshima durch die Atombombe zum Beispiel 80% aller Spitäler zerstört. Die Folgen der Explosion sind aber auch Jahrzehnte später noch zu spüren: Überlebende und die nachfolgenden Generationen haben mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die bleibenden Schäden in der Natur und im Klima haben zudem gravierende soziale und wirtschaftliche Folgen.
Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung engagiert sich bereits seit über 70 Jahren für die Abschaffung von Atomwaffen.
Wichtige Meilensteine:
1945 – Appell des IKRK: Bereits einen Monat nach dem ersten Einsatz von Atomwaffen appelliert das IKRK an alle nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, dass Atomwaffen abgeschafft werden müssen.
1948 bis 1981 – Diverse Resolutionen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondkonferenz: In verschiedenen Resolutionen fordert die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, dass Staaten Atomenergie nicht für Kriegswaffen nutzen sollen. Die Nutzung von Atomenergie soll international überwacht werden und so ein Verbot von Atomwaffen sicherstellen.
1968 – Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen(«Atomwaffensperrvertrag» (NVV)): Der sogenannte NVV wird verabschiedet und von 191 Vertragsstaaten, inkl. der Schweiz und den fünf Atommächten, ratifiziert. Vertrag lesen
1996 – Gutachten des Internationalen Gerichtshofs: Das Gutachten bescheinigt, dass der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich nicht mit dem Humanitären Völkerrecht vereinbar ist.
2009, 2011 und 2013 – Resolutionen des Delegiertenrats der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung: In mehreren Resolutionen ruft die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung die Staaten dazu auf, dass sie die nukleare Abrüstung endlich dringlich und mit konkreten Schritten angehen. Dafür braucht es ein international verbindliches Abkommen, das Atomwaffen umfassend verbietet.
2017 – Vertrag über das Verbot von Atomwaffen («Atomwaffenverbotsvertrag» (TPNW)): Die Welt macht einen historischen Schritt: Am 7. Juli 2017 stimmen in New York 122 Staaten für den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen. Der Vertrag sieht ein vollständiges Verbot der Entwicklung, Herstellung, Beschaffung und Lagerung von Atomwaffen sowie der Androhung ihres Einsatzes vor. Auch die Schweiz hat dem Vertrag zugestimmt, ihn jedoch bis heute nicht unterzeichnet, obwohl er seit dem 20. September 2017 zur Unterzeichnung aufliegt. Mehr zum TPNW erfahren
Der Einsatz von Atomwaffen verursacht schreckliches Leid und ist mit dem humanitären Völkerrecht nicht vereinbar. Das Schweizerische Rote Kreuz wird sich deshalb auf nationaler und internationaler Ebene weiterhin für ein komplettes Verbot dieser Massenvernichtungswaffen einsetzen.