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Anna ist vier Jahre alt, als ihr auf einen Schlag klar wird, warum sie beim Cowboy- und Indianerspiel immer die Squaw spielen muss, wo sie doch viel lieber der Chefindianer wäre. Weil sie ein Mädchen ist. Anna beschliesst, fortan als Winnetou durch die Welt zu gehen. Bis sie im Austauschjahr in Kalifornien Namid kennenlernt. Mit ihm würde sie gern schlafen, doch der Indianer in ihr meldet sich zu Wort und ist dagegen. Um den Indianer loszuwerden, spielt Anna eine Frau. Was nicht leicht ist, denn als Indianer hast du den Reflex, jedem eins über die Rübe zu ziehen, der dir an die Rothaut will. Erst als Anna sich Hals über Kopf in den viel älteren Nico verliebt, hat sie das, was sie so sehr gesucht hat: keine Angst mehr vor körperlicher Nähe. Ein Gefühl für ihr Frau-Sein. Doch was ist mit diesem Nico? Was stimmt da nicht?
Livia Anne Richard, 1969 in Bern geboren, arbeitete zuerst als Schauspielerin, dann begann sie Stücke zu inszenieren und auch selbst zu schreiben. Mit ihren Produktionen auf dem Gurten und auf dem Riffelberg oberhalb Zermatt hat sie sich weithin einen Namen geschaffen, mit «Dällebach Kari» etwa oder mit «The Matterhorn Story». «Anna der Indianer» ist ihr erster Roman.