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Im Januar 2017 berichtete «Le Matin» über einen Fall eines sexuellen Übergriffs gegen ein Kind im Wallis. Der Schweizer Presserat hält nun fest, dass einige der im Artikel enthaltenen Angaben überflüssig waren und die Privatsphäre und Würde des Opfers verletzten. «Le Matin» hätte in diesem Fall eine besondere Zurückhaltung an den Tag legen müssen, um das bereits schwer geprüfte Kind zu schützen. Gleichzeitig räumt der Presserat ein, dass die Berichterstattung in «Le Matin» keine Sensationsmache begünstigte und ein Teil der Informationen nützlich waren, um den Kontext zu verstehen.
Der Artikel, der in der gedruckten Ausgabe und online erschien, enthält Informationen über das Opfer, seine Familie und seinen Alltag. Der Missbrauch des Kindes wird detailliert geschildert. Die Wohngemeinde wird genannt, für den Namen des Opfers wird ein Pseudonym verwendet. Die Eltern des Opfers reichten beim Schweizer Presserat eine Beschwerde ein. Sie sind der Meinung, dass die Privatsphäre und Würde ihrer Tochter durch diese Publikation verletzt wurde und eine Identifikation ihrer Tochter möglich ist.
Dürfen Medien allgemein über ein Verbrechen an einem Kind berichten und Einzelheiten über das Opfer veröffentlichen? Für den Presserat ist dies nur dann zulässig, wenn besonders sorgfältig auf den Schutz der betroffenen Minderjährigen geachtet wird. (pd/akk)