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Flüssige Linsen für billigere Gadgets
Es gibt Erfindungen, bei denen man sich während der Präsentation fragt, wieso nicht schon längst jemand diese Idee umgesetzt hat. Die flüssige Linse, die Philips an der diesjährigen CeBIT präsentierte, bewirkt ein solches Aha-Erlebnis. Vor allem Schreib/Leseköpfe für optische Speichermedien liessen sich damit viel billiger herstellen.
Die Philips-Forscher haben mit Hilfe von zwei sich nicht mischenden Flüssigkeiten eine Linsentechnik entwickelt, mit der sich theoretisch über eine einfache Veränderung der elektrischen Spannung jede erdenkliche Optik-Kombination erzeugen lässt. Dabei ist die eine Flüssigkeit eine wässrige, stromleitende Lösung, die andere ein nicht-leitendes Öl. In einem wasserabstossenden, aber ölanziehenden Zylinder bildet sich automatisch eine elliptische Grenzfläche zwischen den Flüssigkeiten, die als Linse wirkt. Über die elektrische Spannung können die Oberflächen-abstossenden Eigenschaften der wässrigen Lösung und damit auch die Form der Grenzfläche praktisch beliebig verändert werden. Weil das System mit der Oberflächenspannung arbeitet, beschränkt es sich allerdings auf Linsen mit einem Durchmesser von weniger als einem Zentimeter. Für DVD-Lese- und Schreibköpfe und auch für Handykameras wäre dies aber ausreichend. Die Vorteile gegenüber heutigen Kunststoff- oder gar Glaslinsen liegen in der einfachen und damit billigen Technik sowie in der wesentlich grösseren Flexibilität des Systems.