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Um sich mit vier Siegen in vier WM-Einzelrennen in die Biathlon-Geschichtsbücher eintragen lassen zu dürfen, fehlte Martin Fourcade auf dem Holmenkollen sehr wenig. Genau genommen waren es letztlich 2,8 Sekunden. Um diese Marge blieb der 27-Jährige am Sonntagnachmittag zum Abschluss der Titelkämpfe hinter dem siegreichen Lokalmatador Johannes Thingnes Bö.
Beide hatten einen Fehlschuss zu beklagen und bogen nach einem Abnützungskampf auf höchstem Niveau gemeinsam ins Zielstadion ein. Im Finale wirkte Fourcade nicht mehr dermassen leichtfüssig wie an den Tagen zuvor, die Kraft des Franzosen war auf den letzten WM-Metern aufgebraucht. Dies änderte jedoch nichts an der hervorragenden Gesamtbilanz Fourcades. Der Gesamtweltcupsieger errang in Oslo Gold im Sprint, in der Verfolgung, im Einzel über 20 km sowie mit der französischen Mixed-Staffel.
Zu den grossen Figuren im letzten Rennen der 51. Biathlon-WM gehörte einmal mehr auch Ole Einar Björndalen, der sich nach Rang 3 zum 44. Mal in seiner Karriere eine WM-Medaille umhängen lassen durfte. Der erfolgreichste Winter-Olympionike der Geschichte ist mehr als 19 Jahre älter als der neue Massenstart-Weltmeister Bö und traf alle Scheiben.
Serafin Wiestner, der einzige Schweizer Starter im letzten WM-Rennen, belegte mit knapp drei Minuten Rückstand den 27. Platz. Der 25-jährige Bündner lief in Oslo in drei von vier Einzelrennen in die Punkteränge – im Sprint wurde er Elfter, in der Verfolgung resultierte der 20. Rang.
Bei den Frauen gewann die Französin Marie Dorin-Habert das Massenstartrennen (12,5 km) mit 7,3 Sekunden Vorsprung vor der Deutschen Laura Dahlmeier. Bronze ging an die Finnin Kaisa Mäkäräinen. Dorin-Habert gewann Gold dank einer ausgezeichneten Schiessleistung, als einzige topklassierte Läuferin traf sie sämtliche 20 Scheiben.
Die im Herbst 2014 Mutter gewordene 29-Jährige war bereits im Einzel über 15 km sowie mit der französischen Mixed-Staffel zum WM-Auftakt siegreich gewesen. Nach jedem der sechs WM-Rennen stand sie auf dem Podest. Wie Selina Gasparin tourt Dorin-Habert, die nun bereits fünffache Weltmeisterin ist, mit ihrer Tochter mit dem Biathlon-Tross durch den Winter. Die Betreuung übernimmt jeweils ihr Ehemann.
Zu den grossen Geschlagenen in Oslo gehörte die Weltcup-Leaderin Gabriela Soukalova; die Tschechin kam nicht über zwei 4. Ränge (Sprint und Massenstart) hinaus. Anders als bei den Männern fand das Rennen der Top 30 bei den Frauen ohne Schweizer Beteiligung statt. Beim WM-Abschluss waren jeweils die Top 15 des Weltcups, die Medaillengewinner sowie die besten Punktesammler von Oslo startberechtigt.
(SDA)