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Regenwald allgemein
Der Regenwald Indonesiens zählt zu den artenreichsten der Welt und nach Brasilien und der Demokratischen Republik Kongo zu den drittgrössten zusammenhängenden Waldgebieten. Dennoch werden jedes Jahr riesige Waldflächen vernichtet. Prognosen des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen zufolge werden bis zum Jahr 2022 98% der Wälder degradiert oder verschwunden sein. Zum einen liegt das an der legalen Umwandlung von sog. Primärwäldern (Wälder ohne menschlichen Eingriff), zum anderen ist Illegaler Holzeinschlag für die derzeitige rasante Entwaldungsrate eine Ursache. Vermutlich stammt der überwiegende Teil des aus Indonesien exportierten Holzes aus illegalem Einschlag. Dieser Trend spiegelt sich auch im Zustand des Artenbestandes wider: Indonesien führt die globale Liste der vom Aussterben bedrohter Arten an. Zu den bekanntesten, akut vom Aussterben bedrohten Tierarten gehören die Orang-Utans, die noch auf Borneo und Sumatra vorkommen.
Regenwald ist unproduktiv?
Die Volkswirtschaft betrachtet Primärwälder oftmals als unproduktiv, da der Regenwald kaum Produkte für den Verkauf auf den nationalen Märkten oder dem Weltmarkt produziert. Für die angestammte lokale Bevölkerung hingegen ist der Regenwald und dessen traditionelle Nutzung (Jagd, Fischfang, Sammeln von Waldprodukten und Wanderfeldbau) eine existentielle Lebensgrundlage. Grossunternehmen aus der Agrar- bzw. Rohstoffwirtschaft lassen den Regenwald roden und abbrennen, um zum Teil mehrere 100 km² grosse Plantagen anzulegen. Dabei wird vor allem Holz zur Verarbeitung in der Möbel- und Papierherstellung und Palmöl zur Lebensmittel- und Biosprit"- Herstellung verkauft. Aber auch auf der Suche nach Bodenschätzen wird der Regenwald abgeholzt.
Unmengen CO2 freigestzt
Beim Abbrennen der Wälder, insbesondere in den sehr torfreichen Gebieten, werden enorme Mengen des in der Vegetation gebundenen Kohlenstoffs freigesetzt. Die dabei entstehenden Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid beschleunigen die globale Erwärmung des Klimas. Daneben entsteht bei den grossflächigen Bränden starker Rauch, der sich zeitweise bis über die Nachbarländer Malaysia, Singapur und Brunei ausbreitet und gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet und zu politischen Konflikten führt. Besonders stark und monatelang anhaltend war der Rauch in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2006.
Eigentlich nicht geeignet
Die Böden sind oft zu nährstoffarm, als dass sie langfristig agrarwirtschaftlich genutzt werden könnten. Um das auf den Monokulturen produzierte Palmöl jahrelang ernten zu können, müssen die Plantagen intensiv mit Pestiziden und Düngemitteln bearbeitet werden. Diese oft giftigen Chemikalien - von denen einige in Europa längst verboten sind - gefährden nicht nur die Gesundheit der Arbeiter, sondern auch die Qualität des Grundwassers. Die indigene Bevölkerung betreibt deshalb Wanderfeldbau auf kleinen im Regenwald gerodeten Parzellen. Die im ehemals artenreichen Regenwald gerodeten Landflächen werden oft nur einige Jahre bebaut und dann aufgegeben. Meist siedelt sich dort dann das hartnäckige Elefantengras (Saccharum ravennae) an. Die CO2-Emissionen Indonesiens sind zu 80% auf Entwaldung zurückzuführen.