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„Arabellissima“ zum Hundertsten
Lisa Della Casa galt als eine der herausragenden Interpretinnen von Richard Strauss’ „Arabella“. Ihre Anhänger gaben ihr den Ehrentitel „Arabellissima“.
Sie stammte aus der Burgdorfer Della-Casa-Familie, die in der Berner Schauplatzgasse ein Restaurant führte: das heute noch existierende „Della Casa“, in dem während Jahrzehnten in Hinterzimmern und am Stammtisch eidgenössische Politik geschmiedet wurde.
In den Sechzigerjahren gehörte Lisa Della Casa (oft auch „della Casa“ geschrieben) zu den grössten Opernstars (Sopran) und galt auch als hervorragende Mozart-Interpretin.
Sie begann am Städtetheater Solothurn-Biel, sang dann unter anderem in Salzburg, in der New Yorker Metropolitan Opera, in der Mailänder Scala, in der Bayerischen Staatsoper, in Bayreuth und im Londoner Royal Opera House. 1970/71 verkörperte sie am Zürcher Opernhaus Händels Agrippina. Immer wieder trat sie während der Junifestspiele in Zürich auf.
Hollywood wollte sie für einen Film ködern und bot ihr die Rolle der Anna Karenina an. Sie lehnte ab. Sie war Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper und wurde mit dem Hans-Reinhart-Ring geehrt. Kurz vor ihrem Tod wurde sie 2012 zum Commandeur im französischen „Ordre des Arts et des Lettres“ ernannt.
Als Diva führte sie sich nie auf; sie gab sich stets bescheiden, Homestories mochte sie nicht, Interviews gab sie ganz selten.
Die letzten 38 Jahre verbrachte sie vorwiegend zurückgezogen mit ihrem zweiten Mann, dem serbischen Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler und Publizisten Dragan Debeljevic auf ihrem Schloss in Gottlieben (TG). Ihre Stimme ist auf zahlreichen Plattenaufnahmen festgehalten. Sie starb am 10. Dezember 2012 im Alter von 93 Jahren in Münsterlingen.
(J21)
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