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Tauchen Sie ein in die kulinarische Kultur unserer Region und erfahren Sie, wie Sie Brot wie anno dazumal selbst backen können.
Brot spielt eine bedeutende Rolle in unserer Region, da es nach wie vor zu den Grundnahrungsmitteln gehört. Die Tradition der Brotherstellung reicht über viele Jahrtausende zurück, beginnend mit Brei aus Wasser und grob gemahlenem Getreide. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Technik, den Brei zu Teig zu verdicken und ihn auf verschiedene Weisen zu backen – sei es an der Sonne, am Feuer oder auf Steinen. Insbesondere auf dem Land war es bis weit ins 20. Jahrhundert hinein üblich, Brot in den eigenen Familien herzustellen.
Vollkornbrot galt über lange Zeit hinweg als das Brot für ärmere Leute, im Gegensatz zum "edleren" weissen Brot. In der heutigen Zeit wird Vollkornbrot wieder mehr geschätzt, da der hohe Nährwert der Kleie erkannt wurde. Vollkornbrot enthält sämtliche Bestandteile des Korns, einschließlich der Schalenteile. Im nördlichen Europa entfällt beinahe ein Drittel des Brotverbrauchs auf Roggenbrot, da Roggen auch in raue Klimazonen gedeiht, im Gegensatz zu Weizen. Andererseits ist Weizenmehl proteinreicher als Roggenmehl. Das Mehl wird anhand von Typenklassen klassifiziert, wobei Mehl mit niedriger Typenzahl oft heller, aber gleichzeitig ärmer an Mineralstoffen und Vitaminen ist.
Sauerteig vorbereiten
Einen Sauerteig anzusetzen ist eigentlich einfach, vorausgesetzt, Sie beginnen damit 3 Tage vor dem Brotbacken. Für Sauerteig eignet sich jedes Mehl, es sollte jedoch immer eine Sorte sein, die auch im Brot verwendet wird. Grundsätzlich besteht Sauerteig nur aus Mehl und Wasser, aber Zusätze wie Buttermilch, gekochte Kartoffel oder Zucker können für den Gärungsvorgang hilfreich sein. Ein alternatives Verfahren ist das Ansetzen des Sauerteiges mit Hefe.
Sauerteig ohne Hefe
Füllen Sie einige Löffel des Teigs in ein verschliessbares Gefäss für zukünftige Brotbacken.
Zutaten:
- 500 g Roggenmehl
- 400 ml lauwarmes Wasser
- 3 EL Buttermilch
Anleitung:
- Mischen Sie 100 g Mehl, 100 ml Wasser und Buttermilch in einem Steingutgefäss. Decken Sie es ab und lassen Sie es über Nacht bei 25-28 Grad Celsius stehen.
- Am nächsten Morgen fügen Sie dem Brei 100 g Mehl und 100 ml Wasser hinzu, rühren um und decken ihn erneut ab. Stellen Sie ihn an einem warmen Ort auf.
- Am Abend rühren Sie den Teig erneut um.
- Am nächsten Morgen fügen Sie 200 g Mehl und 200 ml Wasser hinzu, rühren erneut um und lassen ihn über Nacht abgedeckt stehen.
- Am nächsten Tag ist Ihr Sauerteig fertig für die Verwendung beim Brotbacken.
Sauerteig mit Hefe
Zutaten:
- 10 g Hefe
- 1/4 Liter handwarmes Wasser
- 150 g Roggenbackschrot
Hinweis: Als Backschrot bezeichnet man das aus ganzem Korn bestehende Mahlprodukt.
Anleitung:
- Die Hefe in eine Schüssel bröckeln und das handwarme Wasser hinzugießen. Die Hefe darin auflösen.
- Das Roggenbackschrot hinzufügen, gut verkneten und den Ansatz abgedeckt an einem warmen Ort für 3 Tage ruhen lassen.
In der heutigen Welt des schnellen Lebenswandels erinnert uns die Zubereitung von Brot wie einst an die Bedeutung von Geduld und Sorgfalt bei der Herstellung von Nahrungsmitteln. Gerade in der kälteren Jahreszeit, wenn Gemütlichkeit und Wärme im Zentrum stehen, bietet das Backen eine besonders willkommene und beruhigende Aktivität. Holen Sie sich ein Stück Grossmutters Erbe und beginnen Sie heute Ihre eigene Brotbackreise.
Quelle für diesen Artikel: Buch Grossmutters Hausmittel neu entdeckt von Irmela Arnsperger.