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Während der Vorbereitung eines Vortrags für den Deutschen Bibliothekskongress 2022 in Leipzig zum Thema Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bildarchiv (Vortragsfolien) stellten sich mir die folgenden Fragen:
- Ob und wie werden die mittels Künstlicher Intelligenz erzeugten Keywords/Autotags von den Endnutzenden genutzt?
- Lohnt sich der doch erhebliche zeit- und ressourcenintensive Aufwand zum Erzeugen der Keywords/Autotags?
Um die Suchstrategien der E-Pics-Nutzenden abzufragen, erstellte ich einen Fragebogen mit 18 grösstenteils geschlossenen Fragen. Die Umfrage war vom 4. bis 27. Mai 2022 online. Insgesamt 199 ausgefüllte Fragebogen liegen vor. Dies ergibt eine gute Rücklaufquote von 16,5 %. Allein in den ersten drei Tagen nahmen 142 Personen an der Umfrage teil, die hier im Blog, auf Twitter und per E-Mail-Versand “beworben” wurde.
Der Abschlussbericht liegt seit Mitte Dezember vor. Die wichtigsten Ergebnisse werden hier resümiert.
Nutzung und Nutzende
Der Grossteil der befragten Personen nutzt E-Pics mindestens einmal pro Monat (68 %). Mit Abstand die grösste Nutzer/-innengruppe sind Privatpersonen (56,8 %) gefolgt von Wissenschaftler/-innen (22,6 %), kommerziellen Nutzer/-innen (14,6 %) und Angehörigen einer Gedächtnisinstitution (13,6 %) sowie Crowdsourcer/-innen mit 10,6 %.
Ergebnisse
Wie zu erwarten war, nutzen praktisch alle befragten Personen die googleähnliche Stichwortsuche im zentralen Suchschlitz. Die Hälfte der Befragten nutzt auch den zweiten und neueren Suchschlitz für die Kategorien. Jede/r Dritte nutzt die Schlagworte regelmässig und fast jede/r Vierte hat sie zumindest schon ausprobiert. Insgesamt wird die Schlagwortsuche gut akzeptiert und aktiv genutzt. Nur 16,6 % nutzen die Schlagworte nicht oder nicht mehr. Bereits 15 % nutzen die neuen Keywords regelmässig und je rund 25 % hat sie bereits ausprobiert resp. entdeckt sie dank der Umfrage.
Der Nutzen der inhaltlichen Erschliessung wird von den meisten Nutzenden erkannt und geschätzt. Insgesamt werden Schlagworte und Keywords als hilfreich angesehen. Die etwas provokante Aussage, dass es Schlagworte und Keywords nicht brauche und Stichworte ausreichen würden, bejaht immerhin ein Drittel der Befragten.
Die Zufriedenheit mit den Treffern ist bei den drei Suchstrategien mit knapp 90 % sehr hoch. Nur wenige (3,5 %) geben an, eine der Suchstrategien nicht mehr zu nutzen. Wohingegen einige der Befragten, die vielen Möglichkeiten der Datenbank dank der Umfrage auch erst entdecken.
In Bezug auf grosse Trefferlisten sind die Nutzenden sehr kompetent. So nutzt etwa die Hälfte aller Befragten alle Such- und Filtermöglichkeiten oder modifiziert allenfalls die Suchbegriffe. Ein Viertel findet die Schlagworte sehr hilfreich, da diese den Inhalt gut strukturieren.
Lob
Am Schluss der Umfrage gab es Platz für Freitext, den die Befragten für Lob (15 Personen), Tadel (7 Personen) und Vorschläge (11 Personen) nutzten.
Das Browsen und Entdecken von Bildern wurde von drei Personen positiv hervorgehoben.
Dazu ein Zitat:
Ich suche häufig nichts Konkretes, sondern beginne mit einem Stichwort, entdecke Neues und lasse mich überraschen. Wie in einer Wundertüte.
Oder zur Trefferliste:
Zur Zufriedenheit der Ergebnismenge: Man weiß ja nie, was man nicht findet. Stöbern in unbekannten Archiven ist daher schwierig und aufregend (wenn man etwas Spannendes findet).
Tadel und Massnahmen
Die Ortssuche wurde am meisten kritisiert. Insbesondere das Metadatenfeld “sMapshot Swissnames”, das zu viele Treffer resp. zuviele schlechte Treffer bringt. Als kurzfristige Massnahme wurde das Feld am 1. August 2022 von der Volltextsuche abgekoppelt. Als mittelfristige Massnahme wurde der Algorithmus, der den georeferenzierten sMapshot-Footprint berechnet und damit die Grundlage der sMapshot Swissnames bildet, bereits optimiert und angepasst. Die über 160’000 georeferenzierten Bilder wurden neu berechnet, der Abschluss der Arbeiten steht kurz bevor. Wir werden die neuen Metadaten gut testen, bevor wir das Feld “Swissnames” wieder an die Volltextsuche anhängen.
2 Kommentare
Bitte bei der Wiederinbetriebnahme der “swissnames” ebenfalls eine Funktion einzuführen, mit der die “swissnames” unterdrückt werden können – Danke !!
August Berlinger
Ja, das wäre wohl ideal, wir überlegen uns etwas!