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Nichtsteroidaler Entzündungshemmer für Rinder
ATCvet-Code: QM01AE91
Zusammensetzung1 ml Injektionslösung enthält:
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenCarprodolor enthält den Wirkstoff Carprofen, ein nicht-steroidales Antiphlogistikum (NSAID) aus der Gruppe der 2-Arylpropionsäuren und wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend.
Wie die meisten anderen NSAIDs hemmt Carprofen das Enzym Cyclooxygenase in der Arachidonsäure-Kaskade. Die Unterbindung der Prostaglandin-Synthese durch Carprofen ist sehr gering im Vergleich zu seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkung. Der exakte Wirkmechanismus ist unbekannt.
Studien haben gezeigt, dass Carprofen fiebersenkend wirkt und bei Atemwegserkrankungen zu einer signifikanten Reduktion der Entzündung und damit zu einer Verbesserung der Atmung und des Allgemeinzustandes führt.
Pharmakokinetik
AbsorptionNach einmaliger subkutaner Injektion von 1,4 mg Carprofen pro kg KGW wurde eine maximale Plasmakonzentration (Cmax) von 15,4 µg/ml nach 7 - 19 Stunden (Tmax) erreicht.
DistributionDie höchsten Carprofenkonzentrationen werden in der Gallenflüssigkeit und im Plasma gefunden. Mehr als 98% des Carprofens ist an Plasmaproteine gebunden. Carprofen zeigte eine gute Verteilung in die Gewebe, wobei die höchsten Konzentrationen in Niere und Leber, gefolgt vom Fett und Muskulatur nachgewiesen wurden.
MetabolisierungCarprofen selbst ist der Hauptbestandteil in allen Geweben. Carprofen wird in der Leber durch Konjugation und Oxidation langsam metabolisiert. In der Gallenflüssigkeit ist konjugiertes Carprofen enthalten.
EliminationDie Plasma-Halbwertszeit von Carprofen beträgt 70 Stunden. In erster Linie wird Carprofen mit dem Kot ausgeschieden, die Sekretion über die Gallenflüssigkeit spielt eine wichtige Rolle.
IndikationenCarprodolor wird als Begleittherapie zur antimikrobiellen Therapie eingesetzt, um die klinischen Symptome wie Fieber in Fällen infektiöser Atemwegserkrankungen und akuter Mastitis bei Rindern zu reduzieren.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht bei Tieren anwenden mit:
Vorsichtsmassnahmen
Anwendung während der Trächtigkeit oder LaktationEs existieren keine Studien an trächtigen Tieren, deshalb ist die Anwendung nur nach einer Nutzen-Risiko-Analyse durch den behandelnden Tierarzt angezeigt.
ÜberdosierungIn klinischen Studien wurde Carprofen bis zum 5fachen der empfohlenen Dosis nach intravenöser und subkutaner Applikation gut vertragen. Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt. Bei einer Überdosierung sollte eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Studien bei Rindern haben gezeigt, dass eine vorübergehende lokale Schwellung an der Injektionsstelle auftreten kann.
WechselwirkungenEs liegen für Carprofen keine gesicherten Erkenntnisse zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln vor. Im Verlauf klinischer Studien mit Rindern kamen vier verschiedene Antibiotikaklassen (Makrolide, Tetracycline, Cephalosporine und potenzierte Penicilline) ohne bekannte Wechselwirkungen zum Einsatz. Jedoch sollte Carprofen, wie andere NSAIDs, nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, die NSAID oder Glukokortikoide enthalten, angewendet werden.
Eine engmaschige Überwachung ist bei Kombination mit einem Antikoagulans angezeigt.
Carprofen wird an Plasmaproteine gebunden und kann so bei anderen Arzneimitteln mit hoher Plasmaproteinbindung die Pharmakokinetik beeinflussen.
Sonstige Hinweise
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den AnwenderIn Laborstudien wurde für Carprofen, wie für andere NSAIDs, ein Potential zur Auslösung von Photosensibilisierungsreaktionen nachgewiesen. Deshalb ist Hautkontakt mit dem Produkt zu vermeiden. Bei versehentlichem Kontakt sind die betroffenen Flächen sofort gründlich abzuwaschen.
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen.
InkompatibilitätenEs existieren keine Kompatibilitätsstudien, deshalb soll dieses Produkt nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
HaltbarkeitBei Raumtemperatur (15 - 25°C) in der Originalpackung lagern, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden.
Aufbrauchsfrist nach erster Entnahme: 28 Tage. Der Gummistopfen sollte nicht häufiger als 20 Mal durchstochen werden.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
PackungenDurchstechflasche zu 50 ml.
Informationsstand: 07/2013
Dieser Text ist behördlich genehmigt.