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Nach dem verheerenden Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in einem Vorort von Dhaka sollen alle rund 5000 Textilfabriken in Bangladesch inspiziert werden. Vor rund zwei Monaten waren beim Einsturz des achtstöckigen Rana Plaza rund 1100 ArbeiterInnen gestorben.
Daraufhin hatten die Regierung wie auch der Industrieverband Inspektionen angekündigt. Allerdings verlaufen diese sehr schleppend, wie die «New York Times» berichtet. So hätten zum Beispiel zwei Ingenieure Mitte Juni ein Gebäude im Zentrum Dakars inspiziert, in dem über tausend ArbeiterInnen Kleider für internationale Firmen wie Walmart und Gap produzierten. Das Gebäude habe sich in einem alarmierenden Zustand befunden, tragende Balken und Säulen seien schwer beschädigt und nur mit provisorisch angebrachten Stützen verstärkt gewesen.
Die Inspektoren verlangten die sofortige Schliessung des Gebäudes, doch die Fabrik blieb zwei weitere Wochen offen. Erst nach den Recherchen des «New York Times»-Journalisten wurde schliesslich von den Behörden die Schliessung angeordnet.
Insgesamt gibt es in Bangladesch viel zu wenig Fachkräfte, die Gebäudeinspektionen vornehmen können. Ausserdem besteht Verwirrung darüber, welche Behörde für die Inspektionen zuständig ist. Schliesslich hat niemand den Überblick, wie viele Textilfabriken es überhaupt gibt und wo sie stehen. Bangladesch ist nach China der weltweit zweitgrösste Textilexporteur. Die USA, grösster Abnehmer von Kleidern aus Bangladesch, haben letzte Woche wegen der Sicherheitsprobleme in den Textilfabriken Bangladeschs die Zollvergünstigungen für den asiatischen Staat ausser Kraft gesetzt.