Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03601.jsonl.gz/30

Diese Programme für gesündere Ernährung bauen i.d.R. auf Information, der Kennzeichnung von „gesunden“ und „ungesunden“ Lebensmitteln und Preisgestaltung zur Bevorzugung „gesunder“ und zur Benachteiligung „ungesunder“ Nahrungsmittel auf. Generell gehen diese Programme mit positiven Effekten einher, wenn als Messgrösse die Anzahl verzehrter Obst- und Gemüseportionen, reduzierter Fettverzehr, der reduzierte Verkauf kalorienreicher Desserts und Weissbrot in Kantinen und Automaten verwendet wird. Betrachtet man jedoch die absoluten Werte, wirken die erreichten Ziele eher bescheiden, z.B. Zunahme der verzehrten Gemüseportionen um 0,19 – 0,9 pro Tag, Abnahme des Fettanteils in der Nahrung um 3 % oder dem Rückgang der Übergewichtigen unter den Mitarbeitenden um 1 %. Die Forschungsgruppe um Seymour et al. geht auch davon aus, dass diese Massnahmen nicht genügen, um den Lebensstil von Mitarbeitenden langfristig nachhaltig im gewünschten Sinn zu beeinflussen. Von den vier Studien, die auch physiologische Messgrössen verwendeten, konnte nur eine einen Rückgang des Gewichts und von Cholesterin im Blut nachweisen.
Katz et al. 20 Studien zur Gewichtskontrolle ausgewertet. Erhoben wurden gewichtsbezogene Effektmasse wie BMI Body-Mass-Index oder Körpergewicht sowie Änderung des Bewegungs- oder Ernährungsverhaltens. Als Erfolgskriterium definierte das Forschungsteam einen Gewichtsverlust von 2 kg innerhalb von 6 Monaten. Die Effekte sind i.d.R. kurzfristig, die Evidenz ist unzureichend, v.a. aufgrund der methodisch ungenügenden Studien.
Pelletier et al. empfiehlt aufgrund seiner zwei Reviews 2001 und 2005 aufgrund von 107 analysierten Studien Mehrkomponentenprogramme mit Hochrisikogruppen, die auf einem theoretischen Dosis-Wirkungs-Modell mit Stufen steigender Intensität beruhen. Zwar folgern Engbers et al. aus ihrer Überblicksarbeit von 2005, dass Mehrkomponentenprogramme das Ernährungs- und Bewegungsverhalten ändern, aber ein Rückgang der physiologischen Risikofaktoren (Cholesterin, BMI, Blutdruck) konnte nicht nachgewiesen werden.
(Quelle: Initiative Gesundheit und Arbeit IGA-Report 13, unter www.iga-info.de)