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Was bedeutet Corona konkret für Menschen in Entwicklungsländern? Helvetas, die Schweizer
Organisation für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe, ist zusammen mit sieben
europäischen Nichtregierungsorganisationen (NGO) dieser Frage nachgegangen. Das NGO-
Weniger Nahrung, Einkommen und Bildung
- Fast jede zweite Frau sowie ein
Drittel der Männer haben für sich und ihre Familien weniger und qualitativ schlechtere
Nahrungsmittel zur Verfügung. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara war der
Rückgang der Qualität sowie der Quantität von Nahrung besonders gross.
- Rund drei Viertel der Befragten berichten, dass sie aufgrund der Massnahmen zur COVID-19-Bekämpfung über weniger Geld verfügen. Zum einen, weil sie als Gelegenheitsarbeiterinnen und Tagelöhner im informellen Sektor ihrem Broterwerb nicht mehr nachgehen können. Zum anderen, weil sie auch weniger Geldüberweisungen von Verwandten aus dem In- und Ausland erhalten, wie über drei Viertel der Befragten berichten. Über zwei Drittel (72%) der Landwirte haben mit einem Einkommensrückgang zu kämpfen. Selbst unter Arbeiterinnen und Arbeitern mit einem formellen Arbeitsvertrag hat mehr als jede vierte Person ihren Arbeitsplatz verloren. Über zwei Drittel der Befragten mussten sich Geld leihen oder konnten nur noch auf Kredit einkaufen.
- Für zwei von drei Kindern hat sich der Zugang zu Bildung verschlechtert, weil in vielen Regionen die Schulen über Monate geschlossen blieben, ohne dass alternative Lernmöglichkeiten angeboten wurden. In einigen Ländern waren die Schulen auch acht Monate nach Ausbruch der Pandemie noch immer geschlossen.
- Die wachsende Not befeuert zudem Konflikte in Gemeinden und Familien. Insgesamt sind es die ohnehin schon verletzlichen Personen wie ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, alleinerziehende Mütter, Frauen und Kinder, die am stärksten betroffen sind von der Pandemie.
Die Gesundheit leidet
- Sowohl das physische wie auch das psychische Wohlbefinden der Befragten haben sich klar
verschlechtert durch die Pandemie: Ein Drittel der Befragten berichtete von einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes nach COVID-19.
- Insbesondere Frauen leiden unter psychischen Belastungen: Sie tragen die Last der zusätzlichen Arbeit, der Kinderbetreuung und des Stresses, den Haushalt mit weniger Geld, Nahrung und Wasser führen zu müssen. Hinzu kommen die engen Platzverhältnisse sowie die Sorgen um die Zukunft der Kinder und das finanzielle Wohlergehen der Familie. Obwohl die Covid-Schutzmassnahmen den meisten bekannt sind, gestaltet sich deren Umsetzung oft als schwierig: Die Häuser sind überfüllt und viele Menschen können sich Wasser, Seife und Masken nicht leisten - insbesondere Flüchtlinge in Lagern. Umso wichtiger ist es, diese schwer getroffenen Menschen zu unterstützen.
Unterstützung ist dringender denn je - um Perspektiven vor Ort zu schaffen
Die allermeisten Befragten (84%) beurteilen die Unterstützung durch NGO als "nützlich", und über drei Viertel gaben an, dass die Hilfe auch wirklich denjenigen zugutekam, die es am nötigsten haben.
Helvetas hat seit Beginn der Pandemie in rund 30 Partnerländern über
100 Projekte angepasst, um Hygienemassnahmen bekannt zu machen und zu fördern und zugleich die
Die Erkenntnisse aus der Studie nutzt Helvetas nun, um bei der Bewältigung der Coronakrise noch besser auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen. "Die Ärmsten brauchen jetzt unsere Unterstützung mehr denn je, damit die Rückschläge durch die Pandemie aufgefangen werden können und die Menschen vor Ort wieder Perspektiven sehen", sagt Rupa Mukerji, Geschäftsleitungsmitglied von Helvetas.
Weitere Informationen:
- Demnächst folgen vertiefende Analysen zu den einzelnen Ländern.
Pressekontakt:
Bei Fragen zur Studie oder wenn
Sie mehr wissen möchten zu einzelnen Erkenntnissen oder eine Einordnung aus entwicklungspolitischer
Sicht wünschen, wenden Sie sich bitte an:
Helvetas engagiert sich für eine gerechte Welt, in der alle Menschen selbstbestimmt in Würde und Sicherheit leben, die natürlichen Ressourcen nachhaltig nutzen und der Umwelt Sorge tragen. Die unabhängige Schweizer Organisation für Entwicklungszusammenarbeit – mit eigenständigen Gesellschaften in Deutschland und den USA – leistet in rund 30 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa Hilfe zur Selbsthilfe und ermöglicht so echte Veränderungen.
Gemeinsam mit Partnerorganisationen packt Helvetas die globalen Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen an: Erstens mit konkreten Projekten vor Ort, zweitens mit der Vermittlung von Fachwissen. Und drittens fördert Helvetas gute politische Rahmenbedingungen zugunsten der Ärmsten und Benachteiligten. Helvetas verfolgt einen Multi-Stakeholder-Ansatz und bezieht deshalb die Zivilgesellschaft, den Staat und die Privatwirtschaft in ihr Engagement ein.
Helvetas arbeitet in den Bereichen Wasser, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit, Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, Demokratie und Frieden, Frauenförderung sowie Umwelt und Klima. Nach Katastrophen leistet Helvetas auch Nothilfe. Der Fokus der Arbeit von Helvetas liegt in ländlichen Gebieten. Zunehmend ist Helvetas aber auch im urbanen Kontext aktiv und richtet ihre Arbeit noch stärker auf die Förderung von Jugendlichen aus.
In der Schweiz fördert Helvetas das solidarische Bewusstsein und beteiligt sich am entwicklungspolitischen Dialog.
|HELVETAS Swiss Intercooperation (Firmenporträt)|
|Artikel 'HELVETAS: Die Ärmsten leiden w...' auf Swiss-Press.com|
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