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29. Juli 2009, Aktualisiert: Februar 2022
Das ist eine sehr grundlegende Frage, und es ist völlig verständlich, wenn Du sie Dir gerade zu Beginn des Studiums stellst. Die Antwort ist klar: Ja, es gibt Vorgaben, an die Du Dich halten musst. Du kannst nicht machen, was Du willst!
Ein erfolgreicher BA-Abschluss hat zur Voraussetzung, dass Du sowohl in Deinem Major- als auch in Deinem Minor-Fach eine bestimmte Anzahl von sog. ECTS-Punkten erreichst: Studierst Du Philosophie im Major, wirst Du 120 ECTS-Punkte brauchen; im Minor sind es in der Regel 60 ECTS-Punkte. Je nach Veranstaltungstyp gibt es mal mehr, mal weniger ECTS-Punkte für einen erfolgreichen Besuch der entsprechenden Veranstaltung. So gibt es beispielsweise für eine Vorlesung 3 ECTS-Punkte, während ein Proseminar Dir gleich 6 ECTS-Punkte einbringt. Wichtig ist nun, dass Du nicht einfach nach Belieben Veranstaltungen belegen kannst. Für jedes der Philosophie-Studienprogramme gibt es ganz spezifische Vorgaben, die im Studienplan Philosophie formuliert sind.
Am Anfang wirst Du den Studienplan vielleicht etwas verwirrend finden. Das wird sich mit der Zeit ändern, lass Dich also nicht davon verunsichern, dass Du mit einigen der dort formulierten Bestimmungen im Moment noch nichts anfangen kannst! Es empfiehlt sich aber, sich an den Regelstudienplänen zu orientieren, die sich im Anhang 1 zum Studienplan Philosophie unter der Bezeichnung „Studienplan-Modelle“ finden. Ganz oben findest Du eine Auflistung der Veranstaltungen, die Du im Rahmen Deines Studiums besuchen musst. Darunter findest Du eine Tabelle „Vorschlag für den Studienverlauf“, die erklärt, wie Du Dein Studium über die Regelstudienzeit hinweg sinnvoll organisieren kannst. Diese Tabelle ist zwar keine zwingende Vorgabe und Du kannst die geforderten Veranstaltungen auch in einer anderen Reihenfolge absolvieren, aber es ist im Allgemeinen empfehlenswert, vor den Proseminaren zuerst das Essaytutorium („Methodenkurs: Schreiben in der Philosophie“) und die thematisch passenden Einführungskurse zu besuchen.
Im Studienplananhang sind inhaltliche Vorgaben festgehalten, z.B. dass man eine bestimmte Anzahl Kurse in theoretischer Philosophie oder zur Philosophie des Geistes besuchen muss. Diese Vorgaben beziehen sich auf die Kürzel „th“, „wp“, „pg“, „pr“ und „pp“, welche meistens in den Kurstiteln stehen (mit ge = Geschichte der Philosophie, th = theoretische Philosophie, wp = Wissenschaftsphilosophie, pg = Philosophie des Geistes, pr = praktische Philosophie und pp = Political, Legal and Economic Philosophy PLEP).
Zum Schluss ein aufmunternder Tipp: Wie Du siehst, gibt es zwar ziemlich viele Vorgaben, die Du beim Studieren beachten solltest, aber über all den Auflagen, Programmen und Modellen solltest Du nicht vergessen, dass es im Philosophiestudium eigentlich um Philosophie geht. Gerade am Anfang des Studiums kannst Du bei der Wahl Deiner Veranstaltungen kaum etwas falsch machen und solltest eher versuchen, Dich für die Themen dieses spannenden Fachs zu begeistern!
Februar 2022
Grundsätzlich ja, aber natürlich führt dies tendenziell zu einer Verlängerung des Studiums über die Regelstudienzeit von sechs Semestern (Bachelor) bzw. vier Semestern (Master) hinaus. Dazu eine grobe Rechnung: Für ein Vollzeit-Bachelorstudium wird angenommen, dass Du im Durchschnitt pro Semester 20 ECTS-Punkte im Major und 10 ECTS-Punkte im Minor erwirbst (für Details siehe Anhang 1 zum Studienplan Philosophie). Da ein ECTS-Punkt einem Arbeitsaufwand von 25 bis 30 Stunden entspricht, beträgt der gesamte Arbeitsaufwand pro Semester 750 bis 900 Stunden. Bei 23 Arbeitswochen pro Halbjahr ergibt dies etwa 33 bis 39 Arbeitsstunden pro Woche, die Du fürs Studium mindestens einsetzen solltest (gemittelt über die Vorlesungsphase und die Semesterferien). Hast Du (z. B. aufgrund von Berufstätigkeit oder Betreuungsaufgaben) weniger Zeit zur Verfügung, wirst du pro Semester weniger Studienleistungen erbringen können, und Dein Studium wird sich entsprechend verlängern.
Die Möglichkeiten zur Verlängerung der Studienzeit sind im Artikel 13 des Reglements über das Studium und die Leistungskontrollen (RSL 21) geregelt. Dort steht, dass ein Gesuch um Studienzeitverlängerung nötig ist, wenn neun Semester (Bachelor) bzw. acht Semester (Master) überschritten werden. Liegen wichtige Gründe vor (dazu zählen unter anderem Krankheit, Betreuungspflichten oder Erwerbstätigkeit), hat ein solches Gesuch gute Chancen, bewilligt zu werden. Allerdings ist dann alle zwei Semester ein neues Gesuch nötig, und es muss eine Studienplanung vorgelegt werden, die den Studienabschluss in absehbarer Zeit vorsieht.
6. Juli 2009, Aktualisiert: Februar 2022
Im Prinzip kannst Du jede Veranstaltung aus dem Angebot des BA-Studiums besuchen. Es gibt zwar einen Vorschlag für den Studienverlauf (siehe Anhang 1 zum Studienplan Philosophie), aber keine zwingend vorgegebene Reihenfolge, in der einzelne Kurse besucht werden müssten. Dennoch gibt es gerade im ersten Studiensemester Veranstaltungen, deren Besuch sich eher anbietet als der Besuch anderer Veranstaltungen. Dazu gehören Vorlesungen, Einführungskurse und das Essaytutorium („Methodenkurs: Schreiben in der Philosophie“).
Vorlesungen sind der Veranstaltungstyp, bei dem Du am wenigsten gefordert sein wirst. Deine Aufgabe wird sich hier in der Regel darauf beschränken, regelmässig hinzugehen, aufmerksam zuzuhören und Dir Notizen zu machen, mit denen Du im besten Fall auch Jahre später noch etwas anfangen kannst. Besonders empfehlenswert in den ersten beiden Semestern ist der Besuch der Vorlesungen „Grundprobleme der praktischen Philosophie“ und „Grundprobleme der theoretischen Philosophie“. Diese Vorlesungen sind auch in den meisten der Philosophie-Studienpläne gefordert.
Warum sich der Besuch von Einführungskursen anbietet, verrät eigentlich schon der Name dieser Veranstaltungsform – es geht darum, in ein bestimmtes Thema einzuführen, und das ist genau, was Du am Anfang des Studiums brauchst! Es gibt keinen Einführungskurs, der in die Philosophie insgesamt einführt – das wäre dann doch zu viel auf einmal. Die meisten Einführungskurse führen in philosophische Teildisziplinen ein und heissen dementsprechend „Erkenntnistheorie“, „Ethik“, „Handlungstheorie“, „Wissenschaftsphilosophie“, „Metaphysik“ oder „Philosophie des Geistes“. Jeder Einführungskurs ist so konzipiert, dass er auch von Studienanfängerinnen und -anfängern erfolgreich besucht werden kann, und es gibt bei den Einführungskursen keine Themen, die weniger interessant oder wichtig wären als andere. Im Gegensatz zu einer Vorlesung wirst Du im Rahmen von Einführungskursen wöchentlich Texte lesen und mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren müssen; ausserdem fallen die Bedingungen für einen Leistungsnachweis teilweise umfangreicher aus. So kann es z.B. sein, dass Du für einen Einführungskurs am Ende des Semesters eine schriftliche Arbeit verfassen musst.
Eine Besonderheit ist der Einführungskurs: Logik. Er ist im Rahmen der meisten Philosophie-Studienpläne obligatorisch und sollte möglichst zu Beginn des Studiums besucht werden. Der Kurs wird jeweils im Frühjahrssemester angeboten. Wenn wir gerade von obligatorischen Kursen sprechen: Dazu zählt (in allen Studienprogrammen ausser dem 30-ETCS-Minor) auch der Methodenkurs: Schreiben in der Philosophie (im Studienplan als „Essaytutorium“ bezeichnet), der ebenfalls in der Anfangsphase des Studiums besucht werden sollte. Zu beachten ist ausserdem, dass im Major-Studienprogramm auch die beiden Einführungskurse im Bereich Geschichte der Philosophie obligatorisch sind; zu welchem Zeitpunkt (und in welcher Reihenfolge) die beiden angebotenen Kurse Klassiker I und Klassiker II belegt werden, ist allerdings nicht vorgegeben.
Grundsätzlich ist es möglich, dass Du in Deinem ersten Semester auch ein Proseminar besuchst, wenn Dich beispielsweise das Thema ganz besonders interessiert. Proseminare beschäftigen sich mit spezifischen Fragestellungen oder mit bestimmten philosophischen Werken und setzen insofern schon etwas mehr philosophisches Vorwissen als Einführungskurse voraus. Zudem wird für die Anrechnung von Proseminaren in der Regel eine längere schriftliche Arbeit verlangt. Dafür kann es sehr hilfreich sein, wenn Du vorher den Methodenkurs: Schreiben in der Philosophie besucht hast.
Falls Du nach einem oder zwei Semestern immer noch nicht sicher bist, ob Du die Auflagen Deines Studienplans erfüllst, kannst Du immer noch in die Studienberatung gehen.
24. August 2010, Aktualisiert: Februar 2019
Sowohl im Ba-Minor als auch im Ba-Major findet sich in den entsprechenden Studienplänen die von vielen Studierenden als rätselhaft empfundene Auflage, eine „schriftliche Arbeit“ zu schreiben. Der Sinn hinter dieser Auflage besteht darin, dass Ba-Studierende durch das Verfassen einer solchen schriftlichen Arbeit zeigen, dass sie eigenständig mit einem philosophischen Thema umgehen können. Mit „eigenständig“ ist hier gemeint, dass die schriftliche Arbeit nicht aus einer besuchten Veranstaltung, etwa einem Proseminar oder einem Einführungskurs hervorgegangen ist. Das Ziel besteht also darin, eine schriftliche Arbeit zu schreiben, deren Thema unabhängig von den Themen der bereits besuchten Veranstaltungen ist. Die Themenwahl liegt hierbei zunächst völlig in Eurer eigenen Hand. Auch steht es Euch völlig frei, welche Dozierende/welchen Dozierenden Ihr Euch als BetreuerIn der Arbeit aussucht, wobei Ihr die Auswahl aus allen Institutsmitgliedern habt.
Der erste Schritt zu Erfüllung der „schriftliche Arbeit“-Auflage besteht also darin, dass Ihr Euch ein gutes Thema überlegt, mit dem Ihr Euch gerne schriftlich auseinandersetzen würdet. Dieses Thema sollte dem Umfang der Arbeit angemessen sein, der wiederum dem Umfang einer gewöhnlichen Proseminar-Arbeit entspricht (10-15 Seiten). Ein schlechtes Thema wäre in dieser Hinsicht z.B. „Kants praktische Philosophie“ oder „Der Begriff des Wissens“ – solche Themen lassen sich einfach nicht sinnvoll auf 10 bis 15 Seiten bearbeiten. Dem Umfang angemessen könnten dagegen etwa Themen wie „Die zweite Formulierung des kategorischen Imperativs bei Kant“ oder „Die Gettier-Fälle und ihre Relevanz für die klassische Wissensdefinition“ sein. Sobald Ihr Euch ein Thema zurechtgelegt und die einschlägige Literatur recherchiert habt, solltet Ihr Euch auf den Weg zu einer/einem Lehrenden im Philosophieinstitut machen. Die Qualität der Betreuung, die Ihr bekommen werdet, hängt auch direkt damit zusammen, wie konkret Ihr Euer Vorhaben werdet beschreiben können. Die betreuende Person wird Euch weniger gut helfen können, wenn Ihr in ihre Sprechstunde geht und Sätze wie „Ich möchte etwas zur praktischen Philosophie machen… Da gibt es so ein Buch von einem US-Philosophen, der irgendwie John mit Vornamen heisst…“ äussert. Im besten Fall solltet Ihr ein kleines Exposé anfertigen (manchmal reicht schon ein Absatz), in dem Ihr Eure Grundidee und die Fragestellung, die Euch interessiert, skizziert und die relevante Literatur mit vollständigen Angaben anführt. Für die Abgabe der schriftlichen Arbeit gibt es keine offiziellen Termine. Sie kann jederzeit verfasst werden, und der Abgabetermin wird individuell mit der betreuenden Person verabredet, die dann auch alleine für die Benotung der Arbeit zuständig ist.
Die Arbeit kann in jeder Phase des Studiums geschrieben werden, wobei es sich empfiehlt, sie eher in der zweiten Hälfte des Studiums zu schreiben (im Major möglicherweise sogar kurz vor dem Beginn der Vorbereitungen der Ba-Arbeit).
Die Auflage, dass das Thema der Arbeit sich nicht mit den Themen der bereits besuchten Veranstaltungen überschneiden darf, muss mit Vorsicht interpretiert werden. Hat man z.B. einen Einführungskurs zur Erkenntnistheorie besucht, heisst das noch nicht, dass man die schriftliche Arbeit nicht zu einem Thema aus der Erkenntnistheorie schreiben kann; nur sollte man sich eins aussuchen, dass im Rahmen des besuchten Einführungskurses nicht ausführlich zur Sprache gekommen ist, Texte zugrunde legen, die man noch nicht gelesen hat, etc. Auch in diesem Zusammenhang hat die betreuende Person das letzte Wort.
29. Juni 2009, Aktualisiert: 14.02.2019
Nein, weder für den BA-Studiengang, noch für den MA-Studiengang oder das Doktorat ist ein Nachweis über Latein- oder Griechisch-Kenntnisse erforderlich. In Ausnahmefällen kann es sein, dass ein/e Dozierende/r Latein- oder Griechisch-Kenntnisse zur Teilnahmevoraussetzung für eine bestimmte Lehrveranstaltung macht – diese Veranstaltung könntest Du dann nicht besuchen. Aber das ist, wie gesagt, eher der Ausnahmefall. Neben Deutsch und Englisch gehören Latein und Griechisch dennoch zu den Sprachen, in denen wichtige philosophische Werke verfasst worden sind. Falls Du Zeit und Lust hast, kann es insofern nicht schaden, einen entsprechenden Kurs an einem der anderen Institute zu belegen. Wenn Du Philosophie im BA-Major studierst, könntest Du Dir solche Sprachkurse sogar im Rahmen des ‚Wahlbereichs‘ anrechnen lassen! Aber nochmals: Das alles ist keinesfalls obligatorisch.
25. Juni 2009, Aktualisiert: Februar 2022
Das hängt davon ab, was Du mit ‚besuchen‘ meinst. Es lassen sich hier drei Optionen denken.
(1) Dich interessiert das Thema einer Veranstaltung aus dem MA-Angebot, und Du möchtest an den Sitzungen dieser Veranstaltung passiv teilnehmen.
In diesem Fall solltest Du Dir zunächst noch einmal vor Augen führen, dass MA-Veranstaltungen auf einem höheren Niveau stattfinden als BA-Veranstaltungen, so dass Du gerade zu Beginn Deines Studiums besser beraten bist, Dich an die BA-Veranstaltungen zu halten. Eine passive Teilnahme ist bei tatsächlich vorhandenem Interesse nicht völlig ausgeschlossen, aber sie sollte dennoch die Ausnahme bleiben. In einem solchen Ausnahmefall müsstest Du Dich unbedingt rechtzeitig vor Beginn der Veranstaltung mit der/dem jeweiligen Dozierenden in Verbindung setzen (per Email oder in der Sprechstunde) und sie/ihn um Teilnahmeerlaubnis bitten (ggf. auch unter Anführung Deiner besonderen Gründe für die Teilnahme).
(2) Du bist ein/e fortgeschrittene/r Studierende/r und beabsichtigst, nach dem BA-Abschluss einen MA-Studiengang aufzunehmen. Weil Du gerade z.B. mit dem Verfassen der BA-Arbeit beschäftigt bist und nebenbei noch etwas Zeit hättest, möchtest Du schon einmal eine oder mehrere Veranstaltungen aus dem MA-Angebot besuchen, um sie Dir später in Deinem MA-Studium anzurechnen.
Ein solches Vorgehen ist möglich, allerdings nur in einem (typischerweise dem letzten BA-) Semester und wenn Du bereits mindestens 150 Punkte im Bachelorstudium erworben hast (insgesamt). Dazu solltest Du Dich über KSL für die entsprechende Lehrveranstaltung anmelden. Die ECTS-Punkte für diese Lehrveranstaltung werden dann zusammen mit der dazugehörigen Note unter der Rubrik „Vorgezogene Masterleistungen“ verbucht und könnten von Dir später, d.h. nach dem BA-Abschluss und der Anmeldung für den MA-Studiengang, in die Liste Deiner MA-Leistungen übertragen werden. Auch in diesem Fall ist es allerdings ratsam, im Vorfeld kurz mit dem/der jeweiligen Dozierenden Rücksprache zu halten.
(3) Dich interessiert das Thema einer Veranstaltung aus dem MA-Angebot, und Du möchtest diese Veranstaltung besuchen, um sie Dir im Rahmen Deines BA-Studiums anzurechnen.
Grundsätzlich ist dies nicht möglich, jedoch lässt Artikel 15 des Studienplans Philosophie für Major-Studierende die Möglichkeit offen, eine solche Veranstaltung im Wahlbereich anrechnen zu lassen. Voraussetzung für die Teilnahme ist allerdings auch hier die Zustimmung des/der betreffenden Dozierenden.