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CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist eine internationale Konvention, welche in den 1970er-Jahren in Washington (deshalb auch Washingtoner Artenschutzübereinkommen genannt) zum Schutz der Wildtiere und -pflanzen verabschiedet wurde. Die CITES resultierte als Ausdehnung des Londoner Artenschutzabkommens, welches 1933 von neun Staaten unterzeichnet wurde. Dieses schützte vor allem die Grosswildarten Afrikas, welche durch die imperiale Tätigkeit und den Jagdtourismus massiv dezimiert wurden. Zu den ersten Unterzeichnern des neuen Abkommens gehörte auch die Schweiz; in Genf liegt der Sitz des Sekretariats der CITES.
Funktionsweise der CITES
Das Abkommen regelt den internationalen Handel von Wildtieren und -pflanzen. Dabei sind über 35‘000 Spezies im Abkommen eingeschlossen. Die Beschlüsse sind zwar bindend, dennoch obliegt deren Umsetzung alleine den Nationen. Je nach Einteilung der Spezies in Appendix 1-3 sind sie unterschiedlich schützenswert. So sind Tiere und Pflanzen in Appendix 1 vom Aussterben bedroht (beispielsweise Grosswale, Tiger, mit Ausnahme weniger Länder auch Elefanten); Spezies in Appendix 2 benötigen einen kontrollierten Handel, um sie vor zu starker Dezimierung zu schützen (Geckos, Affenarten); Einträge in der 3. Kategorie werden von einem Land eingereicht, welches Hilfe bei der Kontrolle des Handels benötigt.
Aktuelle Konferenz in Johannesburg
Hier folgen einige Beschlüsse, die in der südafrikanischen Stadt getroffen wurden:
- Pangoline, auch Schuppentiere genannt, gehören zu den meist gejagten und geschmuggelten Säugetieren der Welt. Die acht Arten leben in Afrika und Asien; sie werden als Delikatesse verspeist und die Schuppen (zu Unrecht) als potenzsteigerndes und heilendes Mittel verkauft. Alle acht Schuppentiere sind nun im Appendix 1 zu finden – der kommerzielle Handel ist somit vollständig verboten.
- Die Berberaffen sind in den Appendix 1 aufgestiegen – oder abgestiegen, wie man es leider eher nennen muss. Die Primaten, welche im nordafrikanischen Raum leben, sind die einzigen nicht menschlichen Primaten Europas. Auch der afrikanische Graupapagei steigt zum höchsten Schutzstatus auf.
- Ein weiteres zentrales Thema ist der Elfenbeinhandel. Jährlich sterben 20‘000-30‘000 Elefanten für Elfenbein. An der Konferenz wurde eine Datenbank vorgestellt, welche durch Analyse des Elfenbeins Alter und Herkunft bestimmen kann. Dieser chemische Fingerabdruck kann helfen zu bestimmen, ob es sich um frisch gewildertes oder antikes Elfenbein handelt.
- Es wurde eine Resolution verabschiedet, welche Korruption im Wildspezieshandel verhindern soll. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der UN-Konvention gegen Korruption (UNAC) und der UN-Konvention gegen transnationales organisiertes Verbrechen (UNTOC) entwickelt.
- Palisanderhölzer und der Affenbrotbaum aus Madagaskar werden in den Appendix 2 aufgenommen.
- Man einigt sich auf einen verstärkten Schutz des Löwen.
- Seidenhaie, Fuchshaie und Riesenmantas werden in Appendix 2 aufgenommen.
- Nebst diesen Neuaufnahmen oder Höherstufungen wurden auch einige Tier- und Pflanzenarten, deren Bestände sich erholt haben, wieder niedriger eingestuft.
Facts über die World Wildlife Conference
- Die Konferenz dauerte vom 24. September bis 5. Oktober 2016.
- 62 Anträge wurden zur Diskussion eingereicht, dabei ging es um rund 500 Tiere und Pflanzen.
- über 2500 Repräsentanten von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, indigenen Völkern und weiteren Gruppierungen waren dabei.
- Entscheidungen benötigen eine 2/3 Mehrheit.
- Zeitgleich fand auch ein Jugendforum statt, bei welchem 34 junge Menschen aus 25 Ländern über das Wohlergehen von Tieren, Erhalt der Spezies und Wildtierhandel diskutierten.
Die Organisation wird als wirkungsvollstes Instrument für den Artenschutz und gegen die Ausbeutung der Tiere angesehen. Dennoch ist es eine Tatsache, dass trotz Verboten beispielsweise die Wilderei bei Elefanten in den letzten Jahren zugenommen hat. Das liegt zum einen daran, dass nicht alle Länder die Aktionspläne gemäss Absprache umsetzen, zum andern auch an mangelnden Sanktionen. Die CITES kann das Land zwar vorübergehend vom legalen Handel mit Wildprodukten ausschliessen, aber nur, wenn die betroffenen Länder überhaupt in der Organisation mitwirken. Insbesondere Länder wie Singapur, Malawi oder Togo, welche zentrale Umschlagplätze für den Wildtierhandel sind, sind nicht in das CITES-Abkommen integriert.