Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03246.jsonl.gz/526

Die Psoriasis oder Schuppenflechte ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung, die aber auch die Gelenke befallen kann (Psoriasis-Arthritis). Es handelt sich bei der Psoriasis um eine Autoimmunerkrankung. Das körpereigene Immunsystem richtet sich dabei aus bisher unbekannten Gründen gegen die eigenen Hautzellen. Silberweisse, schuppende und juckende Herde auf der Haut sind das charakteristische Erscheinungsbild einer Psoriasis. Die Erkrankung verläuft typischerweise in Schüben.
Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung. Sie wird durch eine Fehlfunktion des Immunsystems verursacht. Bei dieser Autoimmunerkrankung kommt es zu einer Beschleunigung des Lebenszyklus der Hautzellen und in der Folge zu einer Ansammlung von Zellen auf der Hautoberfläche. Normalerweise erneuert sich die Haut etwa einmal im Monat, bei Psoriasis geschieht dies innerhalb weniger Tage, wodurch die charakteristischen silbrig weissen Schuppen und roten, oft juckenden oder schmerzenden Flecken entstehen.
Formen von Psoriasis
Es gibt unterschiedliche Formen der Psoriasis, die sich in ihren Symptomen und Erscheinungsbildern unterscheiden. Die häufigsten Formen sind:
Die häufigste Form der Psoriasis ist durch trockene, erhabene, rote, mit silbrigen Schuppen bedeckte Hautveränderungen (Plaques) gekennzeichnet. Diese Plaques können jucken oder schmerzen und treten häufig an Ellbogen, Knien, Kopfhaut und unterem Rücken auf.
Diese Form der Schuppenflechte ist häufig eine Reaktion auf bakterielle Infektionen und zeichnet sich durch kleine, tropfenförmige Läsionen auf Rumpf, Armen, Beinen und Kopfhaut aus. Psoriasis guttata tritt oft plötzlich auf und ist besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen verbreitet.
Eine seltenere Form der Psoriasis, die durch weise, nicht infektiöse Eiterbläschen (bestehend aus weissen Blutkörperchen) gekennzeichnet ist, die von geröteter Haut umgeben sind. Psoriasis pustulosa kann an bestimmten Stellen wie Händen und Füssen oder am ganzen Körper auftreten.
Diese Form betrifft die Nägel an Händen und Füssen und führt zu Veränderungen wie Verdickung, Farbveränderungen (gelb-braune Flecken), Grübchenbildung auf der Nageloberfläche und Ablösung des Nagels vom Nagelbett (Onycholyse). Nagelpsoriasis kann kosmetisch störend und schmerzhaft sein und die Gebrauchsfähigkeit von Händen und Füssen beeinträchtigen.
Die Ursachen von Schuppenflechten sind komplex und umfassen genetische, immunologische und umweltbedingte Faktoren. Die genaue Ursache der Psoriasis ist nicht vollständig geklärt. Es ist aber bekannt, dass sie mit einem überaktiven Immunsystem zusammenhängt, das Hautzellen vermehrt produziert.
Die Genetik spielt bei der Entwicklung der Psoriasis eine wichtige Rolle. Personen, bei denen die Krankheit in der Familie vorkommt, haben ein erhöhtes Risiko, selbst daran zu erkranken. Bestimmte Gene, die das Immunsystem beeinflussen, werden mit Psoriasis in Verbindung gebracht, wodurch die Krankheit zu einer Autoimmunerkrankung wird. Allerdings bricht die Krankheit nicht bei allen Menschen mit entsprechender genetischer Veranlagung aus, was darauf hindeutet, dass auch Umweltfaktoren und Auslöser eine Rolle spielen.
Risikofaktoren
Verschiedene Risikofaktoren und Auslöser können den Ausbruch der Psoriasis begünstigen oder bestehende Symptome verschlimmern:
Emotionaler Stress ist ein bekannter Auslöser von Psoriasis-Schüben und kann bestehende Symptome verschlimmern.
Einige Medikamente, darunter Lithium, Betablocker, Antimalariamittel und bestimmte entzündungshemmende Medikamente, können Psoriasis auslösen oder verschlimmern.
Bestimmte Infektionen, insbesondere Streptokokken-Infektionen, können Psoriasis, insbesondere Psoriasis guttata, auslösen.
Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum und Übergewicht sind mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung oder Verschlechterung der Psoriasis verbunden.
Häufigkeit und Alter
Die Schuppenflechte kann in jedem Alter auftreten, tritt aber typischerweise in zwei Altersgipfeln auf: zwischen 15 und 25 Jahren und zwischen 50 und 60 Jahren. Männer und Frauen sind gleichermassen betroffen. Die Prävalenz schwankt weltweit, aber Schätzungen zufolge sind etwa 2-3 % der Weltbevölkerung von Psoriasis betroffen. Die Häufigkeit und Schwere der Psoriasis kann je nach genetischer Veranlagung, geografischer Lage und Lebensstilfaktoren variieren.
Das Verständnis dieser Faktoren ist entscheidend für die Entwicklung wirksamer Behandlungsstrategien und für die Beratung von Personen mit einem erhöhten Risiko, an Psoriasis zu erkranken.
Die Symptome von Schuppenflechte können je nach Art und Schwere der Erkrankung variieren, es gibt jedoch einige allgemeine Anzeichen und Symptome, die auf diese Hauterkrankung hinweisen. Psoriasis ist durch Schübe und Remissionen gekennzeichnet, d. h. die Symptome können eine Zeit lang stark sein, dann aber wieder nachlassen oder ganz verschwinden.
Folgende Symptome können auftreten:
- Rote, erhabene, entzündete Hautstellen: Diese sind oft mit silbrig-weissen Schuppen bedeckt und können an verschiedenen Körperstellen auftreten, z. B. an Ellbogen, Knien, Kopfhaut und Rücken.
- Trockene Haut, die reissen und bluten kann: Besonders in kalten und trockenen Klimazonen kann die Haut extrem trocken werden.
- Juckreiz, Brennen oder Schmerzen: Diese Symptome können vor allem bei aktiven Krankheitsschüben auftreten.
- Verdickte, gefleckte oder verfärbte Nägel: Nagelpsoriasis kann zu Veränderungen der Farbe und Beschaffenheit der Nägel führen, einschliesslich Eindellungen oder Ablösung des Nagels vom Nagelbett.
- Geschwollene und steife Gelenke: Manche Menschen entwickeln eine Psoriasis-Arthritis, die Schmerzen, Steifheit und Schwellungen in den Gelenken verursacht.
Der Verlauf der Psoriasis ist individuell sehr unterschiedlich. Er kann von leichten, kaum wahrnehmbaren Symptomen bis hin zu schweren Schüben reichen, die das gesamte Leben beeinträchtigen. Bei manchen Menschen treten nur gelegentlich kleinflächige Hautausschläge auf, während andere unter grossflächigen und anhaltenden Hautproblemen leiden. Der Krankheitsverlauf ist oft unvorhersehbar, mit Phasen der Besserung gefolgt von Phasen der Verschlechterung.
Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist, deren Symptome jedoch durch Behandlung und Änderungen der Lebensweise oft gut kontrolliert werden können. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Heilung der Haut zu fördern und neue Schübe zu verhindern.
Die Diagnose beruht in erster Linie auf der körperlichen Untersuchung der Haut, der Nägel und gelegentlich der Gelenke durch den Hautarzt. Typische Hautveränderungen erlauben oft eine direkte Diagnose. In unklaren Fällen kann zur Bestätigung eine Hautbiopsie erforderlich sein, bei der eine kleine Hautprobe entnommen und unter dem Mikroskop auf die charakteristischen Merkmale der Schuppenflechte untersucht wird.
Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist entscheidend, um die Symptome zu lindern, den Krankheitsverlauf zu beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Sie ist auch wichtig, um Komplikationen wie Psoriasis-Arthritis zu verhindern oder deren Auswirkungen zu mildern. Bei Verdacht auf Psoriasis-Arthritis sind oft zusätzliche Untersuchungen wie Röntgen, MRT oder Ultraschall angezeigt, um eine genaue Diagnose zu stellen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Schuppenflechten selbst behandeln
Es gibt einige Massnahmen, die Betroffene selbst ergreifen können, um die Symptome der Psoriasis zu lindern und Schübe zu minimieren:
- Hautpflege: Regelmässiges Auftragen von Feuchtigkeitscremes kann helfen, die Haut geschmeidig zu halten und Schuppenbildung und Risse zu reduzieren.
- Sanfte Hautreinigung: Verwenden Sie milde Seifen und Duschgels, die die Haut nicht austrocknen.
- Auslöser vermeiden: Persönliche Auslöser wie bestimmte Nahrungsmittel, Stress oder Hautverletzungen erkennen und vermeiden.
Ärztliche und medizinische Behandlung
Die medizinische Behandlung der Psoriasis variiert je nach Schweregrad und Art der Erkrankung:
- Topische Behandlungen: Cremes und Salben, die direkt auf die Haut aufgetragen werden, um die Entzündung zu reduzieren und die Zellproduktion zu verlangsamen.
- Lichttherapie: Einsatz von natürlichem oder künstlichem UV-Licht, um die Überproduktion von Hautzellen zu verlangsamen.
- Systemische Medikamente: Orale oder injizierte Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen und bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis eingesetzt werden.
- Biologika: Gezielte Therapien, die bestimmte Teile des Immunsystems blockieren, um die Entzündung zu reduzieren, und oft bei schwerer Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis wirksam sind.
Obwohl Psoriasis nicht vollständig verhindert werden kann, gibt es einige Massnahmen, die helfen können, Schübe zu minimieren und die Symptome unter Kontrolle zu halten:
- Hautpflege: Regelmässige Anwendung von Feuchtigkeitscremes hält die Haut geschmeidig.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit vielen entzündungshemmenden Lebensmitteln kann helfen, die Symptome zu lindern.
- Stressbewältigung: Techniken wie Meditation, Yoga oder regelmässige Bewegung können helfen, Stress abzubauen, der bekanntermassen ein Auslöser für Psoriasisschübe ist.
- Vermeidung von Risikofaktoren: Weniger Alkohol trinken, nicht rauchen und ein gesundes Gewicht halten können das Risiko von Psoriasis-Schüben verringern.
Ein proaktiver Ansatz im Umgang mit Psoriasis, einschliesslich der Anpassung der Lebensweise und der Inanspruchnahme medizinischer Behandlung, kann dazu beitragen, die Krankheit effektiv zu managen und die Lebensqualität zu verbessern.