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Halloween
Halloween - Samonios - Samhain - Samain - Allerseelen
Im Angesicht der todlosen Seelen.
Allerseelen?
Samonios - Samhain - Samain
Der keltische Kalender von Coligny aus der gallo-römischen Zeit hat den Nachweis geliefert: In vergangener keltischer Kultur der Frühzeit, bei den Kelten, wurde zwischen zwei Halb-Zeiten unterschieden mit Samonios am 1. November und Giamonios am 1. Mai [nebst den heute üblichen vier Jahres-Zeiten]. Angeblich 40 Tage nach der Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. September, [die Verschiebung um 40 Tage kann mit der Vorbereitung der Aktivitäten erklärt werden, z.B. Gärung von Getränken], war die Nacht auf den 1. November als Samonios [von keltisch *samos für Sommer; samonios für Sommer-Ende] ein wichtiger Anlass mit dem Gedenken der Seelen durch Cernunnos [dieser gedankliche Inhalt wurde von einer die keltische Kultur überlagernden neuen Geistlichkeit auf eine heilige Nacht, die geweihte Nacht der Nächte: Wië-Nacht = Weihnachten umgedeutet und der 1. November zum Tag aller Heiligen erklärt].
Tradition Halloween
Was ist Halloween? Warum wird Halloween gefeiert? Woher kommt der moderne Brauch Halloween?
Die Mode der makaber-rituellen Leichen-Fledderei mit Horror, Zombie-Clown und ähnlichem ist kein Element vom früheren keltischen Allerseelen, sondern eine Vermischung mit gespenstischem Geisterglauben aus dem Norden und der Herbst-Messen [→ Martini] mit Krampus und Percht. Nach dem Verbot der keltischen Schulen durch römische Kaiser verlor der keltische Samonios als Sami-Klaus seine Funktion. Der Wechsel von lebendig und leblos der unvergänglichen Seele wurde auf jenes reduziert, was mit den Verstorbenen unter dem Grabhügel tatsächlich geschah und das war eben die reale Verwesung; jetzt aber verbunden mit der neuen Lehre vom katholischen Dies- und Jenseits bzw. Himmel oder Hölle. Durch den Leib-Seele-Dualismus der katholischen Heils-Lehre wurde das keltische Samonios [Samhain, Samain], die Nacht auf den 1. November, im Mittelalter zu einer gruseligen Nacht für die Anders-Gläubigen.
Allerseelen
Wenn die Vorstellung der todlosen, unvergänglichen Seelen in die Überlegungen einbezogen wird, sind für die überlieferten, regional verschiedenen Bräuche, die naheliegenden und einleuchtenden Erklärungen möglich. In den Zusammenhang des keltischen Samonios [Samhain, Samain] gehören auch Martini, Samichlaus, Weihnacht und Sylvester. Nicht zufällig gehören dazu die ersten Heiligen der neu entstandenen Geistlichkeit, die keine Märtyrer waren und im Christentum als apostelgleich gelten, nämlich Martin und Nikolaus. Mit dem katholischen Aller-Heiligen hat das keltische Aller-Seelen nicht das Geringste zu tun. Allerseelen sind nicht die römischen bzw. katholischen Allerheiligen.Zur Hauptachse der Tagundnachtgleichen [21. September Herbst und 21. März Frühling] als Halb-Zeit Sommer und Winter gehört zum Allerseelen am 1. November der Gegenpol Beltane am 1. Mai. [... das Keltenkreuz, der keltische Ring als Signatur]. Eher nicht keltisch sind die Vorstellungen von Jahreswechsel und Neujahr und generell von einem Jahreskreis. Die Auferstehung [der Natur, also inkl. der Menschen] fand mit Beltane am 1. Mai [heute Ostern] statt.
Die Seelen seien unvergänglich [keltisch]. - unvergänglich = zeitlos = ewig
Unabhängig davon, was Seele ist oder sein könnte oder sein möge; die Seelen seien unvergänglich. Alle. Ohne Ausnahme. Man ist sich einig im Diffusen. Die Ahnung um die Unsterblichkeit der Seelen rankt sich durch die ganze europäische Gedanken-[nicht Geistes]-Geschichte. Da man davon ausgehen darf, dass die Vorstellung einer Seelenwanderung niemals zum Bestandteil christlich katholischer Missionspredigt in Mittel- und Nord-Europa gehörte, kann sie allein aus eigengesetzlichem Wissen erwachsen sein, zumal diese Auffassung durch Belege abgesichert wird.
Der globale Jahreswechsel am 31. Dezember hat sich fest verankert und das Gedenken, der Besuch von Seelen findet inzwischen mit dem Anzünden der Kerzen am Weihnachtsbaum statt. Die Seelsorge, Lob und Tadel geschieht mit dem Sami-Chlaus der Kinder und den Geschenken zur Weihnacht. Das ist nicht bloss ein kommerzieller Rummel, sondern auch eine Pflege der Seelen. Der Zusammenhang ist tatsächlich so einfach: Wenn das Symbol, anstatt das christliche Kind in der Krippe, als Hinweis [Signatur] auf die allerheiligen Seelen gedacht wird, dann stimmt die frühere Geschichte wieder mit der geweihten Nacht als die Nacht der Nächte.
Halloween ist heute weitgehend unbemerkt und unbewusst der Start am 1. November in die besinnliche Zeit, die nach der den Seelen geweihten Nacht am 24. Dezember mit dem Neujahrsfest am 31. Dezember ihren Abschluss findet [und Neubeginn mit Blick auf Lichtmess [Imbolg, Imbolc] und Walpurgis [Beltane oder Ostern]. So gesehen ist der von manchen als inhaltsleeren Humbug bezeichnete Halloween tatsächlich aber die Weiterführung einer noch lebendigen Erinnerung an die unwiderruflich untergegangene keltische Kultur der europäischen Frühzeit.
Desinformation durch Medien zur keltischen Kultur
Die Glaubens-Vorstellung der Kelten bzw. in keltischer Kultur ist historisch nachweisbar der Gedanke von einer unvergänglichen Seele, drei-einig und nicht zweiteilig wie römisch-griechisch aus dem altägyptischen. Trotzdem wird in vielen Medien noch ständig rezitiert und unbedacht voneinander abgeschrieben, ein vermeintliches Jenseits, Götter oder die Märchen-Welt aus dem Norden mit den Dämonen, Kobolden, Feen, Elfen und Geistern wären keltisch? Tatsächlich ist die Geschichte von Irland im Mittelalter irisch, nicht keltisch. Dazu ist über den Zustand jener Mönche beim Ausschmücken der irischen Erzählungen so gut wie nichts bekannt.
Reich der Toten und Totengott?
Der christliche Leib-Seele-Dualismus [Animismus] hat keinen keltischen Hintergrund. Aus keltischer Kultur wird keine Dualität durch Metaphysik überliefert: Da sind keine angeblich keltischen Götter und dergleichen mehr. Die [gedanklich] andere Welt ist gegenwärtig, also hier in dieser Welt. Betreffend der Behauptung vom angeblich keltischen Gott oder vermeintlichen Gottheiten, stets rezitiert und voneinander abgeschrieben, lesen Sie bitte hier: keine keltischen Götter und Göttinnen. Die vielen Hunderte an gefundenen Inschriften und Figuren aus keltischer Kultur sind keine als stell-vertretende Menschen abgebildete Götter oder Göttinnen, sind keine Gottheiten, sondern Hinweis [= Signatur] auf einen gedanklichen Inhalt, auf einen Zusammenhang. Vergleichbar heute dem Hauptwort, einer sprachlichen Substantivierung durch Ober-Begriff. [Diodor von Sizilien überliefert [Fragm. XXII] wie Brennus, der Führer der Gallier auf dem Zug durch Griechenland, in Lachen ausbrach angesichts der Tatsache, dass dort den natürlichen Gewalten im Tempel menschliche Gestalten zugemutet und Symbol aus Holz und Stein hergestellt wurde].
RäbenlichtDas Licht in der Räbe, [Rübe], ist lediglich eine Folge vom Entfachen von Feuer. Ursprünglich ist das Tragen vom Feuer der Inhalt von diesem Brauch. In der vergangenen keltischen Kultur der Frühzeit wurden an Allerseelen, dem keltischen Samonios, alle Feuer gelöscht und dann [regional] von einem zentralen ewigen Feuer aus neu entzündet. Von daher kommt das Brauchtum vom Räbenlicht bzw. Feuer tragen. Das hat nichts zu tun mit einem früheren Einbringen der Herbstrüben im November oder religiösem Ernte-Dank-Fest wie von einigen behauptet und rezitiert wird.
Brauchtum Räbeliechtli UmzugWeit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt ist die Richterswiler Räbechilbi in der Schweiz am Zürichsee als einer der grössten volkstümlichen Bräuche der Region. Seit 1905 organisiert der Verkehrsverein Richterswil den Anlass. Das schweizerdeutsche Wort Chilbi bedeutet Volksfest [Chilë entspricht dem keltischen cill für Weg, Richtung, später gälisch für Kirche.]
Nach der Legende habe dieser regionale Anlass anfangs November seinen Ursprung in einem Zug der bäuerlichen Frauen vom Berg zum Abend-Kirchenbesuch am Martinstag, was aber lediglich auf einen noch älteren Hintergrund hinweist. Die Kirchen befanden sich im Mittelalter ausnahmslos am Zürichsee in Horgen, Wädenswil und Richterswil. Für die Menschen auf den Höhen der hügeligen Moränen-Landschaft bedeutete die damalige Pflicht zum Besuch der Kirche einen mehrstündigen beschwerlichen Fussweg, hin und zurück. Bis heute erinnert die überregional bekannte Richterswiler Räbechilbi an die Kirchgängerinnen vom Berg anfangs November zum Abend-Kirchenbesuch am Martinstag, was vermutlich nebst einem Protest-Marsch auch auf den Hintergrund des früheren keltischen Allerseelen zurückgehen mag. Wenn sich jeweils am 2. Samstagabend im November die Kinder und Erwachsenen mit ihren Räben-Sujets auf der Strasse bewegen, wiederholt sich eine Sitte.
Der Umzug wird alljährlich durch eine Vielzahl von Schulklassen, Kindergärten und Vereinen vorbereitet. Die ca. 40 Sujets ziehen elegant und durch warmes Kerzenlicht erhellt durch die dunklen Strassen von Richterswil. Zwischen 1000 und 1200 Umzugsteilnehmerinnen und Teilnehmer pflegen und bewahren diesen schönen Brauch vor dem Aussterben. Nicht zu vergessen sind die an der Marschroute liegenden Gebäude, deren Fenster mit hunderten von teilweise handgeschnitzten Räben dekoriert sind. Mit ihrem sanften und flackernden Kerzenlicht lassen sie eine verzauberte, feierliche Stimmung aufkommen.
Die kugelförmige Räbe, als weisse Rübe oder Herbstrübe bekannt, gehörte früher zu den weitverbreiteten Herbst- und Wintergemüsearten; vor der Kartoffel, welche im 16. Jh. von Südamerika nach Europa eingeführt wurde sogar zum Haupt-Nahrungsmittel. Mit ihrem harten, weissen Fleisch und der violetten Haut eignet sie sich auch hervorragend für das Aushöhlen und Schnitzen des Räbeliechtli.
Die frischen Räben werden bis auf eine Wand von etwa 7mm ausgehöhlt, dabei wird der Deckel entfernt. Die Wand darf weder zu dick [weil es sonst nicht durchscheint] noch zu dünn [Durchbruchgefahr] sein. Vor dem Aushöhlen [oder nachher] werden mit einem spitzen Küchenmesser die kunstvollen Verzierungen in die Haut der Rübe eingeritzt. Dann wird die dunkle Haut so abgezogen, dass die Motive durch das darunterliegende weisse Rübenfleisch erkennbar sind. Am oberen Rande werden im Dreieck drei Schnüre eingezogen und verknüpft, so dass das Räbeliechtli zum Tragen mit einem Stab hinunterhängen kann. Die Rechaudkerze muss innen auf dem Boden flach liegen, damit sie durch die dünn geschnitzte Wand leuchten kann. Für Kinder ist es einfacher, eine lange Kerze durch den Boden zu stossen.
Was tun mit der herausgeschnitzten Räbemasse?
Verspeisen natürlich. Kochrezepte für leckere Suppen, Gratin etc.
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