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August Schmid
* 30.7.1877 Diessenhofen TG, † 16.1.1955 Zürich.
S. besuchte die Kunstgewerbeschule in Zürich, die Ecole des Arts décoratifs in Paris und die Kunstakademie in München. 1900 hatte er wesentlichen Anteil an der Uraufführung von →Arnold Otts "Karl der Kühne und die Eidgenossen" in Diessenhofen. Schon als junger Mann entwickelte er sich zum Spezialisten für die Ausstattung von grossen Freilichtspielen. Nach einem Jahr als Regie-Volontär bei Max Reinhardt in Berlin wurde er zu einem der gefragtesten Regisseure des schweizerischen Freilichttheaters und inszenierte, unter vielen anderen die "No e Wili"-Spiele in Stein am Rhein 1924 und die Aschermittwoch-Spiele in Elgg 1925, 1929 und 1933. S. gelang es, Schauplätze mit wenigen Einbauten für komplexe szenische Abläufe bespielbar zu machen, so baute er 1912 die Anlagen für die ersten →Tell-Freilichtspiele in Interlaken. S. galt auch als besonders begabter Gestalter von Massenszenen. 1917 gründete er zusammen mit →Jakob Bührer und Emil Gyr das Jakob Bührer-Ensemble, die spätere →Freie Bühne Zürich. Für sie führte er 1919 Regie in →Alfred Huggenbergers "Dem Bollme si bös Wuche" und 1920 in →Paul Schoecks "Tell". S. realisierte die Uraufführungen von →Cäsar von Arx’ "Vogel friss oder stirb!" (1931), von →Albert Jakob Weltis "Mordnacht" (1937) sowie von mehreren Stücken →Richard Schneiters. S. wirkte oft als Berater und als Regisseur für Laientheatervereine. Er inszenierte vor allem Klassiker, in den dreissiger Jahren regelmässig für die Dramatische Gesellschaft Langenthal, in den vierziger Jahren für die →Freunde des Volkstheaters Wädenswil. Daneben machte sich S. als Landschafts- und als Freskenmaler einen Namen sowie als Restaurator alter Wandgemälde. 1930–32 Präsident der →SGTK, ab 1940 deren Ehrenmitglied. Zudem verfasste S. das 1940 veröffentlichte "Das Volk spielt Theater".
Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach
Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:
Hoffmann-Allenspach, Tobias: August Schmid, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1613.