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Es gab in Zofingen fünf Zünfte. Der Rat liess keine Neugründungen mehr zu. Darum mussten die verschiedenen Handwerker sich einer bestehenden Zunft anschliessen.
Die Metzgerzunft wurde 1430 gegründet. Sie mussten ihr Fleisch im offenen Schaal (heutige Markthalle) verkaufen. Ihr schlossen sich die Gerber, Sattler, Schumacher, Gürtler und Messerschmiede an. Mit der Besetzung der Schweiz durch die Franzosen im Jahr 1798 wurden alle Zünfte aufgelöst und ab dann herrschte Gewerbefreiheit. Das ehemalige Zunfthaus der Metzger existiert heute noch. Es wurde 1602/03 durch den Zofinger Werkmeister Antoni Stab erbaut.
Metzgerzunft Zofingen
Metzgerzunfthaus 1602/03 gebaut. Foto Res Kaderli
Die Schneiderzuft: 1363 gegründet, schlossen sich ihr die Weber, Kürschner, Tuchscherer, Lismer, Posamenter und Kaufleute an. Auch das letzte Gebäude dieser Zunft steht heute noch und zwar auf dem Nicklaus Thut-Platz.
Schneiderzunfthaus am Niklaus Thut-Platz in Zofingen
Schneiderzunfthaus am Niklaus Thut-Platz in Zofingen. Foto Res Kaderli
Die Schützenzuft: Die Schützen erscheinen in Zofingen erstmals 1397, damals unter dem Namen «Sankt-Sebastians-Bruderschaft». Dieser Name musste nach der Reformation 1528 geändert werden und sie nannten ihre Vereinigung fortan Schützenzunft.
Sie war die Gesellschaft der Müller, Pfister (Bäcker), Schreiner, Tischler, Schlosser, Glaser, Glasmaler und Büchsenmacher. 1808 trennten sich die Schützen von den Handwerkern, fortan nannten sie sich Schützengesellschaft. 1824 liessen sie ein neues Haus bauen, welches auch heute noch steht und als Kunsthaus dient.
Ackersleute-Zunft – 1528 gegründet: Sie war eine Zunft für «Eigentümer von liegenden Gütern, die den Pflug gebrauchen». Eine solche Zunft gab es in keiner anderen Stadt. Ihr schlossen sich auch die Geistlichen an. Sie war in der Armen-Unterstützung tätig. Auch ihr ehemaliges Zunfthaus besteht noch und hat immer noch einen Pflug an der Fassade.
Die Narrenzunft: Sie wurde nach der Reformation 1528 sofort aufgelöst. Die Narren waren der neuen, reformierten Geistlichkeit ein Dorn im Auge. Und dann ihre Fahne! Mit der Mutter Gottes darauf, das war für die neuen Kirchenherren ein Verbrechen, darum wurde die sofortige Auflösung der Fastnachts-Zunft verlangt.
Text: Res Kaderli
Bilder: Res Kaderli, Stadtarchiv Zofingen
11.9.2020
Zunftfahne der Zofinger Narren
Die Zunftfahne der Zofinger Narren unter der Schirmherrschaft der Mutter Gottes. Foto Stadtarchiv Zofingen