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Nach insgesamt 6 Stunden Flug lande ich, aus Zürich über Lissabon kommend, in einem Airbus A321 der TAP Portugal, mitten in der Nacht auf dem Flughafen von Praia auf der kapverdischen Insel Santiago. Nach der Pass/Visa-Kontrolle und der Gepäckausgabe laufe ich zum Ausgang des Flughafens, wo mich ein Taxifahrer mit meinem Namensschild erwartet. Der Fahrer wurde von Sybille der Inhabern von Reiseträume Kapverden, der Agentur welche meine Reise geplant hat, organisiert. Die Planung sieht vor, dass ich den ersten Tag in Cidade Velha verbringe. Hier möchte ich mich, im wahrsten Sinne des Wortes, an die Kapverden akklimatisieren. Die Fahrt vom Flughafen in Praia nach Cidade Velha dauert nicht lange und der alte Mercedes hält vor einer einfachen Pension. Das Kamu Ku Kafe ist eine kleine familiär geführte Pension mit 3 sauberen Zimmern. Ich beziehe mein Zimmer, doch noch kann ich wegen der Hitze nicht schlafen.
Der erste Tag auf den Kapverden
Noch etwas müde steige morgens aus dem Bett. Dann gehe ich in den kleinen Vorgarten, wo mir ein typisch kapverdisches Frühstück serviert wird. Während ich frühstücke, übe ich noch einen kapverdischen (Kiriolu) Satz, den ich heute sicher anzuwenden habe. Die Dame des Hauses zeigt sich erfreut über meine Versuche. Diskulpâ-m, undi Aluguer par Praia? Damit möchte ich fragen wo das Sammeltaxi nach Praia wartet, doch ob der Satz so richtig ist weiss ich nicht. Ich möchte also nach Praia, um in der Hauptstadt noch einige Besorgungen zu machen, vor allem jedoch um eine kapverdische SIM-Karte zu holen. Auf teure Roaming-Kosten kann ich gerne verzichten wenn die Telefonie- sowie Datenkosten der kapverdischen Providern so preiswert sind.
Von meiner Pension aus laufe ich einige Minuten bis zu einer kleinen Menschenansammlung, wo ich ein weiteres Opfer suche, das sich mein Kiriolu anhören muss. Er versteht mich und zeigt mir die Richtung. Kurze Zeit später treffe ich dann auf ein Sammeltaxi, in welches ich einsteige, nachdem ich mich vergewissert habe ob der Fahrer auch wirklich nach Praia fährt.
In Praia steige ich beim grossen afrikanischen Markt aus und laufe hinauf aufs Plato, wo es die meisten Läden hat. Nachdem ich alles gefunden habe, und in einem der Restaurants auf dem Plato gegessen habe, fahre ich wieder mit einem Sammeltaxi nach Cidade Velha. Der Spaziergang am Nachmittag zur Rua Banana und zum Forte Real de São Filipe oberhalb der Ortschaft, lohnen sich auf alle Fälle. Erstaunt dass ich Eintritt zahlen muss, aber auch froh, etwas zu trinken kaufen zu können, gehe ich zur Kasse am Platz vor den Fort. Der Preis ist nicht hoch und ein kurzer Film auf Englisch, bringt mir dafür die Geschichte des Ortes etwas näher. Am Abend gehe ich ins Pelourinho, ein Strandlokal am grossen Dorfplatz von Cidade Velha. Ich merke dass ich nun auf den Kapverden angekommen bin und bestelle mein Abendessen. Ich bin gespannt wie meine Reise weitergehen wird.
Wanderung von Santa Ana nach Riu Vaz
Diese kurze Wanderung im südwestlichen Teil Santiago’s eignet sich hervorragend um sich an die Temperaturen und die starke Sonneneinstrahlung zu gewöhnen. Es geht zwar meistens bergauf, ist aber nirgends besonders steil. Die Wegfindung auf den Kapverden ist generell nicht einfach. Es gibt viele Wege, aber keine Wegweiser. Da kann man sich schon mal verlaufen und ich kenne diese Insel bisher noch nicht. Deshalb begleitet mich heute ein Führer. Er heisst Jo und erzählt mir einiges über die einheimische Flora und das leben auf den Kapverden. Ausserdem bringt er mir weitere Wörter Kiriolu bei.
Von einem Platz in Santa Ana laufen wir links, in nordwestlicher Richtung zu Pt.666 und weiter dem etwas breiteren Weg bis vor Achada Louro. Bei einem Feld zweigen wir jedoch ab und laufen einem Pfad entlang in ein Tal. Nachdem wir den Talboden überquert haben steigt der Weg wieder und schon bald erreichen wir Chão Grande. Nun ist Riu Vaz schon fast erreicht. Das letzte Stück führt auf einer Strasse in die Ortschaft Riu Vaz . Im Hotel Quinta da Montanha geniesse ich die Aussicht über den Westen der Insel Santiago.