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Don Bluth kommt aus der Disney Zeichnerschmiede, was sein Stil sicherlich mehr als nur erahnen lässt: An Robin Hood, The Rescuers oder Pete’s Dragonarbeitete Bluth. In den 80ern, nach Star Wars, Close Encounters of the Third Kind und E.T. hatten Zeichentrickfilme einen schweren Stand, das Kinopublikum wollte zwar nach wie vor verzaubert werden, aber nicht mehr von gezeichneten Helden. Auch Don Bluths The Secret of Nimh war kein grosser Erfolg. E.T., Poltergeist, The Dark Crystal, Star Trek II, Conan the Barbarian, ja sogar Sword and the Sorcerer (den heute kaum mehr jemand kennt) wurden weitaus besser besucht als das Zeichenspektakel.
Bluth liess sich davon nicht abhalten und produzierte weiterhin Animationsfilme: Mit grossem Erfolg An American Tail, Land Before Time, All Dogs Go to Heaven, das Feivel Sequel und später das SF-Abenteuer Titan A.E. etc.
Jerry Goldsmiths war 1982 an Hits wie First Blood und Poltergeist zu Gange, ausserdem komponierte er die Musiken für Night Crossing und The Challenge. Es war ein wirklich toller Goldsmith-Jahrgang und The Secret of NIMH steht dem in keinster Weise nach. Eingespielt mit dem National Philharmonic Orchestra in London war der Score für einen Zeichentrickfilm diesbezüglich speziell, weil er es fast gänzlich ausliess, die sonst so oft verwendeten Stile des Genres zu verwenden. Im Gegenteil, Goldsmith behandelte NIMH wie einen Realfilm, was sich denn auch in einem besonderen filmmusikalischen Erlebnis widerspiegelte und dem Film eine besondere Note verlieh. Wenn Goldsmith im Booklet erwähnt, dass er a) nur rund 50% des Films wirklich sehen konnte und b) Zeichentrickfilme weniger Zeit für die Entwicklung der Musik lassen, so ist das a) hier nie zu bemerken und b) gibt es Passagen, die in der Tat schnell hin und her wechseln und man spürt, dass die Szenen in den Animationsfilmen halt doch kürzer ausfallen.
Das Hauptelement des Scores ist das feine „Flying Dreams“ Thema, in Track 1 „Main Title“ von der Solotrompete gleich wundervoll intoniert, gefolgt von den Streichern, dann Celli, Hörner und schliesslich Holzbläser. Ein Zeichentrickfilm ohne Song? Das durfte damals nicht sein und so wird dieses Thema auch als gleichnamiges Lied, gesungen von Paul Williams (der auch den Text schrieb), wiedergegeben, unterlegt mit einem hübschen orchestralen Arrangement für Streicher, Klavier, Bass, Gitarre, Holzbläser und Hörner. Im Film singt Mrs. Brisby (Sally Stevens) das Lied ihrem Sohnemann vor („Flying Dream-Lullaby“).
Weitere Motive gibt es für die diversen Charaktere, so etwa für die vom Komiker Dom Deluise gesprochene Krähe Jeremy („Athletic High“), das Thema mit dem komödienhaftesten Stil eines ansonsten ernsthaften Scores. Dies ist zum Beispiel beim Einsatz des Chores zu hören, der in geheimnisvoll mysteriösen, „gwundrigen“ Momenten (Beginn von „Main Title“, „The Sentry Reel/The Secret of NIMH“) von Goldsmith Verwendung findet. Die Streicher nehmen dabei durchaus ähnlich gelagerte Passagen aus Twilight Zone-The Movie vorweg.
Wie bereits erwähnt, Secret of NIMH wurde im selben Jahr wie Poltergeistgeschrieben und das ist NIMH mehr anzuhören als anderen Goldsmith Scores aus diesem Jahr. Track 5, „The Sentry Reel/The Story of NIMH“, „Escape from Nimh/In Disguise“ und die ersten 2 Minuten von „At Your Service“ lassen den famosen Stil, den Goldsmith dem Score zu Tobe Hoopers/Steven Spielbergs Horrorschocker verpasste, das Ernsthafte, Bedrohliche und gleichzeitig unheimlich Schöne heraushören, ebenso wie der grossartige Achtminüter „Moving Day“, auch Star Trek-The Motion Picture können Fans bestimmt nennen. Ebenfalls in die Highlightliste kommen „The Tractor“, der oben erwähnte „The Sentry Reel/The Story of NIMH“ und „The House Raising“.
THE SECRET OF NIMH (expanded edition) Jerry Goldsmith Intrada Special Collection ISC 332 63:09 Min. / 16 Tracks