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Erklärung des amerikanischen
PräsidentenMonroe (1823), nach der die
USA sich von jeglicher Einmischung
in europäische Angelegenheiten fernhalten, sich jedoch auch
Intervention europäischer Mächte in inneramerikanische Angelegenheiten
verbitten.
Die Monroe-Doktrin wurde in der Folge von Monroes sämtlichen Amtsnachfolgern als leitender Grundsatz anerkannt, namentlich aber von John
QuincyAdams in dessen Botschaft über den Panama-Kongreß 1828 ausführlicher begründet. Sie wurde auch später bei verschiedenen
Gelegenheiten bethätigt, neuerdings namentlich durch die Botschaft des Präsidenten Cleveland vom worin er in
dem engl.-venezuelan. Grenzstreit das Schiedsrichteramt für die Vereinigten Staaten von Amerika
[* 3] in Anspruch nahm. –
Vgl.
G. F. Tucker, TheMonroe-Doktrin (Boston
[* 4] 1885).
über die Monroe-Doktrin, erhob sich neuerdings ein litterar. Streit, hervorgerufen durch die
Botschaft des Präsidenten Cleveland
vom worin er in dem Grenzstreit zwischen Großbritannien
[* 5] und Venezuela
[* 6] auf Grund der Monroe-Doktrin, für die Vereinigten Staaten von Amerika das Recht in Anspruch nahm, Maßnahmen zu treffen, um die
richtige Grenzlinie festzustellen. Angesehene Gelehrte, darunter der Professor an der Universität in Chicago, von Holst (s. d.,
Bd. 9), erklärten, daß die Doktrin auf
den vorliegenden Streitfall nicht anwendbar sei, und wiesen historisch nach, daß die Monroe-Doktrin, zur Zeit ihrer
Entstehung (1823) nur zur Abschreckung der Heiligen Allianz habe dienen sollen, sich in den Streit Spaniens mit seinen südamerik.
Kolonien einzumischen, daß es aber verfehlt sei, daraus ein Recht oder eine Pflicht für die Vereinigten Staaten
herzuleiten, in jedem Streit einer europ. Macht mit einer der amerik. Republiken letztere
zu unterstützen. Es fehlte nicht an Erwiderungen, ohne daß eine principielle Einigung erzielt wäre.