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Bruce Gilbert Lundvall fand vor allem durch seine Mutter zum Jazz. Sie kam aus einer Musikerfamilie und förderte die Liebe ihres Sohns mit Schallplatten und Besuchen in Jazzclubs. Lundvall machte als Saxophonist auch selbst Musik, bezeichnete sich aber einst als «gescheiterten Musiker».
Seine Liebe zum Jazz blieb trotzdem bestehen: Als Student organisierte er Konzerte, schrieb über Jazz in der Schülerzeitung und hatte eine eigene Radiosendung.
Grösster Erfolg mit Norah Jones
Bevor er die Leitung von Blue Note übernahm, war Lundvall bei anderen Grössen in der Musikbranche tätig: Rund 20 Jahre bei Columbia, wo er Leiter der US-Sparte wurde. Später wechselte er zu Elektra und 1984 schliesslich zur EMI Group, zu der auch Blue Note gehörte.
In seiner Karriere nahm er zahlreiche Musikerinnen und Musiker unter Vertrag. Darunter grosse Namen wie Willie Nelson, Herbie Hancock, Dexter Gordon, James Taylor, Stan Getz, Wynton Marsalis, Dianne Reeves, Richard Marx, Natalie Cole, Cassandra Wilson oder Anita Baker.
Lundvall war es auch, der die Soul- und Jazzsängerin und Pianistin Norah Jones unter Vertrag nahm. Ihr Debutalbum «Come Away with Me» (2002) verkaufte sich weltweit über 26 Millionen mal und gewann 8 Grammy-Auszeichnungen. Es ist damit das erfolgreichste Album in der Geschichte von Blue Note.
Passion bis zum Schluss
Bruce Lundvall starb am Dienstag an Komplikationen seiner Parkinsonerkrankung. Diese war auch der Grund, warum Lundvall das Label bereits 2010 verlassen hatte. Doch auch nach der Erkrankung liess sich Lundvall seine Passion für den Jazz nicht nehmen und organisierte letzten August ein Jazzfestival mit den Künstlern, die er gefördert hatte. Die Erlöse spendete er der Parkinson-Forschung.
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur kompakt, 21.05.2015, 6:02 Uhr.