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Im Volksmund gibt es viele Namen für die eigenartige Landschaft, deren feuchter Boden unter jedem Schritt leicht federt. Je nach Gegend wird sie als Sumpf, Ried, Moor oder Moos bezeichnet. Die Wissenschaft unterscheidet grundsätzlich zwischen Hochmoor und Flach- bzw. Niedermoor. Beide Landschaftsformen entstehen auf unterschiedliche Weise: Wenn ein Weiher, ein See oder das Altwasser eines Flusses verlandet, "wächst" ein Flachmoor (auch Niedermoor genannt) heran. Pflanzen erobern langsam das Wasser, lagern totes Material ab und sorgen für die Bodenbildung. In wenigen Jahrhunderten wird aus dem Gewässer ein Flachmoor.
Die Bezeichnung "Hochmoor" wird häufig falsch verstanden. Hochmoore liegen nicht ausschliesslich in grossen Meereshöhen, sondern wölben sich über dem Grundwasserspiegel nach oben. Damit ein Hochmoor entsteht, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Zum einen muss das Gebiet reichliche, über das ganze Jahr verteilte Niederschläge erhalten, zum andern ist ein extrem nähstoffarmer Untergrund notwendig. Dies ist beispielsweise bei Mineralböden aus Urgestein, bei Sandstein und bei reinen Sandböden der Fall. Vor allem aber erfüllen die obersten Schichten älterer Flachmoore diese Bedingung. Auf derart nähstoffarmen Böden können die wenigsten Pflanzen existieren. Eine Gattung, die Torfmoose auch Sphagnum genannt, hat sich jedoch auf solche Standorte spezialisiert.
Auf einer Sumpfwiese sind auch viele Schmetterlinge unterwegs, etwa der Schecken- oder Perlmutterfalter, verschiedene Bläulinge und das Wiesenvögelein. Sie übernehmen ebenfalls die Aufgabe der Bestäubung. Vor allem in alpinen Flachmooren anzutreffen sind mehrere Libellenarten der Schweiz, wie etwa die kleine Moosjungfer oder die Alpenmosaikjungfer, die beide in Mooren ihre Verbreitungsschwerpunkte haben. Bedingt durch die Seltenheit ihrer Lebensräume sind heute etliche Moorpflanzen und Insektenarten bedroht.
Im Kanton Solothurn gibt es kein intaktes Flachmoor mehr. Die nächstgelegenen Flachmoore im Jura bzw. am Jura-Südfuss sind im Berner Jura und im Berner Seeland zu finden.
Die noch gänzlich intakten Hochmoore der Schweiz lassen sich an einer Hand abzählen. Es sind lebende Zeugen der Schweizer Urlandschaft. Alle übrigen haben eine mehr oder weniger starke zivilisatorische Prägung – durch Torfabbau, zeitweilige forstliche und landwirtschaftliche Nutzung oder andere menschliche Eingriffe. Die Oberfläche von Hochmooren ist stets leicht gewölbt. Sie haben keine glatte Oberfläche sondern sind voller kleiner Buckel. Die rundlichen Torfmooshügel werden "Bulten" genannt, dazwischen liegen die wassergefüllten "Schlenken".
Im nassen Boden von Hochmooren herrscht Sauerstoffmangel, das Milieu im Hochmoor ist sauer. Deshalb fehlen Bakterien, Würmer und andere abbauende Organismen weitgehend. Abgestorbenes Pflanzenmaterial wird nur teilweise zersetzt und häuft sich in Form von Torf an. Die darin gespeicherten, nicht mineralisierten Nährstoffe sind für Pflanzen nicht verfügbar, das mineralhaltige Grundwasser liegt tief unter dem Wurzelraum. Nährstoffzufuhr erfolgt ausschliesslich aus der Luft über die Niederschläge, daher sind Hochmoore extrem magere Standorte. Ein intaktes Hochmoor besteht aus unterschiedlichen Kleinstlebensräumen: Zwischen Torfhügeln, die von Torfmoosen bedeckt sind und zeitweise austrocknen können (Bulten), liegen ständig nasse Zonen (Schlenken). Im Zentrum intakter Hochmoore befinden sich meist grössere offene Wasserflächen, Mooraugen oder Blänken genannt.
Im Gegensatz zu den Nieder- oder Flachmooren sind Hochmoore artenarme Lebensräume. Nur wenige spezialisierte Pflanzen finden sich im nähstoffarmen und sauren Milieu zurecht. Die Torfmoose dominieren die karge Vegetation neben verschiedenen Insekten-fressenden Pflanzen wie den Sonnentauarten. In den besser entwässerten Randbereichen wächst oft ein lichter Moorwald mit Föhren, Fichten und Birken.
Mit dem unwirtlichen Lebensraum kommen nur wenige Tiere zurecht, deswegen gibt es auch kaum welche im Hochmoor. Unter den Kriechtieren sind nur die Bergeidechse, die Ringelnatter und die Kreuzotter anzutreffen. Echte Hochmoore sind auch keine Vogelparadiese. Nur wenige Vogelarten kommen dort vor, gelegentlich das Birkhuhn, häufiger noch der unscheinbare Wiesenpieper. Typische, auf Hochmoore beschränkte Tierarten gibt es nur unter den Wirbellosen, z.B. der Hochmoorgelbling, die Raupe dieses hübschen Schmetterlings lebt ausschliesslich von der Rauschbeere. Die Moosbeere, die bei uns auch "Chlepfibeeri" genannt wird, stellt die Nahrung eines kleinen Perlmutterfalters dar. Manche seltene Bläulinge haben sich in Mooren ebenfalls halten können.
Das einzige Hochmoor im Kanton Solothurn das "Chlepfibeerimoos" befindet sich im Grenzgebiet zum Kanton Bern am Burgäschisee. Weitere Hochmoore im Jura und im Mittelland sind z.B. der Etang de la Gruère (JU/BE) und das "Lörmoos" bei Bern