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Die Europäische Union geht am Verkehrsforum in Lugano auf Konfrontationskurs zur Schweizer Verkehrspolitik am Gotthard.Dieser Inhalt wurde am 16. Februar 2003 - 09:54 publiziert
Das Dosiersystem für Camions nach dem Prinzip eines Tropfenzählers sei nicht mit dem Gleichheitsprinzip vereinbar.
"Die Schweiz muss dieses System überdenken", sagte Guido Podestà, der Vizepräsident des EU-Parlamentes am Internationalen Verkehrsforum in Lugano.
Das von der Schweiz praktizierte Tropfenzähler-System, mit dem die Durchfahrten der Lastwagen durch den Gotthard-Strassentunnel dosiert werden, diskriminiere ausländische Camionneure, sagte Podestà weiter.
Der EU-Parlamentarier forderte den Bau der zweiten Strassen-Röhre durch den Gotthard. Schränkte aber ein: "der Strassentunnel darf keine Alternative zur NEAT sein, sondern eine Ergänzung."
Tessin fordert bessere NEAT
Am Verkehrsforum in Lugano, das vom Institut für grosse Infrastrukturen in Rom sowie vom EU-Parlament und der Stadt Lugano organisiert wurde, tauchte mehrmals die Forderung auf, die geplanten Verkehrskorridore durch die Alpen so rasch wie möglich zu realisieren.
Es sei besorgniserregend, dass die Schweiz den Anschluss ans italienische Hochgeschwindigkeitsnetz nicht vorantreibe, klagte beispielsweise der Stadtpräsident von Lugano, Giorgo Giudici.
Giudici forderte den raschen Ausbau der Bahnlinie im Südtessin. Der Bau der neuen Alpenbahn NEAT mache keinen Sinn, wenn die Züge zwischen Lugano und Chiasso nur im Schneckentempo vorankämen.
Güter auf die Bahn
Ziel des Forums in Lugano war es, Lösungen zu erarbeiten, um einen drohenden Verkehrskollaps auf der Nord-Süd-Achse durch die Schweiz zu verhindern.
Das lasse sich, so der einhellige Tenor, nur durch eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene erreichen. Die Infrastrukturen dafür müssten rasch ausgebaut werden.
swissinfo und Agenturen
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