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Das Zisterzienserkloster Salem wurde 1137/1138 gegründet. Vom Kloster Lützel bei Basel kamen 12 Mönche und der Abt Frowin.
Als Reichsabtei Salem wurde es eine der wohlhabendsten und bedeutendsten reichsunmittelbaren Abteien des Bodenseeraums (Baden-Württemberg).
Im 17. Jh. wurde die Anlage durch einen Brand fast vollständig zerstört und im Barockstil wieder aufgebaut (1697-1706 vom Vorarlberger Franz Beer). Die Kirche blieb weitgehend verschont.
Das Kloster ging 1804 durch Säkularisation in den Besitz der Markgrafen von Baden über. Seither trägt die Anlage den Namen „Schloss Salem“ und dient als Wohnsitz der markgräflichen Familie sowie seit 1920 als Sitz der Internats-Schule Schloss Salem.
Der Barockgarten
Das hochgotischen Münster stammt aus dem Zeitraum 1285-1414. Davor eine Gruppe Zisterzienser, die einen Besuch abstatten.
Im Münster zu Salem befanden sich bis 1803 drei Barockorgeln des Orgelbauers Karl Joseph Riepp, der nach dem Vorbild des Elsäßer Andreas Silbermann ab 1736 von seiner Werkstatt in Dijon/Burgund aus bedeutende Orgeln schuf.
Nach der Fertigstellung der Orgeln in Ottobeuren baute Riepp im Salemer Münster im Auftrag es Abtes Anselm II. die größte Orgelanlage, die in der Barockzeit in einer Kirche gebaut wurde. Sie umfasste auf drei Instrumente verteilt insgesamt neun Manuale und drei Pedalwerke. Die Tabernakelorgel (Nordorgel) verfügte noch über einen zusätzlichen Spieltisch im Chorgestühl für Hauptwerk und Pedal.
Eine besondere Rarität erdachte sich Riepp für die Winderzeugung der Tabernakelorgel: Er nutzte einen extra unterirdisch umgeleiteten Bach, um die Schöpfbälge anzutreiben.
Durch die Folgen der Säkularisation wurde mit dem Verkauf der beiden Querhausorgeln an die Ev. Stadtpfarrkirche Winterthur und die Kirche St. Stephan in Konstanz die bedeutendste sowie auch interessanteste Leistung der Orgelbaukunst in Süddeutschland zerstört.
1901 erbaute der Überlinger Orgelbauer Wilhelm Schwarz hinter dem in Salem verbliebenen Barockprospekt eine große romantische Orgel mit drei Manualen und Pedal und 38 Registern, die bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben ist.
Der zwischen 1720 und 1765 im Stil des Rokoko gestaltete Innenraum wurde von 1769-1783 nach klassizistischem Stilempfinden verändert. Zur Ausstattung gehört ein klassizistisches Chorgestühl, frühbarocke Holzskulpturen der zwölf Apostel und ein spätgotisches Sakramentshaus.
Abteigebäude
Der Bernhardusgang mit wunderbaren Stuckarbeiten gehört zum Kreuzgang des Innenhofs und verbindet das Münster mit dem Konventsgebäude.
Im Kaisersaal mit seinen barocken Stuckaturen und Bildwerken aus der Zeit um 1707 sind die Standbilder von 16 Römisch-Deutschen Kaisern und Büsten von 16 Päpsten versammelt, in welchen das Kloster seine wichtigsten Gönner sah.
Der zweigeschossige Bibliothekssaal im Westflügel ist mit Deckenstuckaturen von Franz Joseph Feuchtmayer geschmückt und besitzt eine klassizistische Ausstattung aus Johann Georg Wielands Werkstatt.