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alban Die Geschichten von den ersten beiden WMD (Whisky of Mass Destruction) sind sicher einigen Lesern bekannt. Für die Unwissenden hier die kurze Erklärung der WMDs.
WMD I
Nach dem Ausfall einer der Web-Cams, mit denen der Ablauf der Whisky-Produktion bei Bruichladdich verfolgt werden kann, erhielt der Destillerie-Manager Mark Reynier eine E-Mail vom US-Verteidigungsministerium. Reynier wurde gebeten, doch die betreffende Web-Cam in Ordnung zu bringen. Denn nur so könnten sie weiter beobachten, ob die Whisky-Fabrik nicht im Geheimen ihre Instrumente für finstere C-Waffen-Pläne zweckentfremde. Denn, so belehrte eine Pentagon-Sprecherin, das Whisky-Brennen sei schließlich den Verfahren zur WMD (Weapons of Mass Destruction) Herstellung sehr ähnlich.
Der geschäftige Mark Reynier nutzte die Gelegenheit und füllte einen 18-jährigen WMD ab.
WMD II
Fischer Baker fand beim Einholen seiner Fänge vor Islay ein gelbes ferngesteuertes Minensuchgerät. Er brachte es in den Hafen und die Royal Navy wurde informiert. Es vergingen einige Tage, bis die Navy den Verlust dem Minensucher HMS Penzance zuordnen konnte. Es vergingen nochmals dreieinhalb Monate, bis ein Schwesterschiff der HMS Penzance, die HMS Blythe, das ungewöhnliche Fundstück abholte.
Mit dieser Lachnummer, zwang die Navy Mark Reynier die nächste WMD-Abfüllung auf. Ein 14-jähriger Bruichladdich mit dem passenden Namen „Yellow Submarine“.
Und nun zum:
WMD III
Die Idee lieferte der Genfer Flughafen. Ein verirrter Musterkoffer mit Taschenmessern, die seit dem 11. September 2001 nicht mehr als Handgepäck eingecheckt werden dürfen, zwangen Reynier zur Edition des dritten WMD.
Im Sommer 2009 besuchte ein Schweizer das Visitor-Center von Bruichladdich. Er war sehr erfreut, Mark Reynier persönlich zu treffen. Die beiden diskutierten über Bruichladdich und dessen Whiskys. Im Verlaufe des Gespräches zückte der Besucher stolz sein Schweizer Taschenmesser, das die Gravur „BRUICHLADDICH“ trug. Reynier gefiel das Messer so gut, dass er sich nach dessen Herkunft erkundigte. Schweizer Messer sind auch in Schottland sehr beliebt und würden im Bruichladdich-Look bestens in den Souvenirshop der Destillerie passen. Der aus dem Kanton Zürich stammende Besucher schrieb Mark die Internetadresse des Herstellers Victorinox auf einen Zettel. Noch in der selben Woche nahm Reynier Kontakt mit dem Ibacher Messerhersteller auf.
Lars P. Rieter, der für den angelsächsischen Sprachraum zuständige Händler von Victorinox, vereinbarte mit Reynier einen Termin im August, an dem sich die beiden in Glasgow treffen wollten.
Über Genf wollte Rieter nach Glasgow fliegen. Mit im Gepäck ein Musterkoffer mit dem legendären „Swiss Army Knife“ in diversen Varianten. Der Händler hatte einen angenehmen Flug. Allerdings wartete er in Glasgow am Gepäckband vergebens auf seinen Musterkoffer. Nach einem Spiessrutenlauf von Schalter zu Schalter erklärte man ihm, sein Gepäck sei in Madrid gelandet.
Reynier, der den Victorinox-Vertreter am Flughafen abholen wollte um mit ihm beim Lunch das Geschäftliche zu regeln, nahm die Situation mit der gewohnten Gelassenheit, für die die Bewohner von Islay bekannt sind. Er sagte: „wir sind hier auf dem zweitgrössten Flughafen von Schottland. Sie werden hier im Tax-Free Shop sicher keinen meiner Whiskys finden. Aber bestimmt wird hier ein Geschäft die ganze Kollektion ihrer Schweizer Messer führen.“ Er sollte Recht behalten. Der Shop „Rolling Luggage & Tie Rack“ verkaufte tatsächlich Victorinox-Messer und schnell entschied sich Reynier für ein Modell. Farbmuster und Abdeckungs-Beispiele der Messer hatte Lars P. Rieter vorsichtshalber im Handgepäck mitgenommen.
Beim anschliessenden Lunch und dem anregenden Gespräch mit Herrn Reynier verging Herrn Rieter der Ärger über den Irrflug des Musterkoffers. Die beiden unterhielten sich über Spirituosen. Als Mark den Schweizer nach seinem Lieblingsgetränk fragte, sagte der, er liebe „Vieille Poire“ (alte Birne) ein Edel-Williams vom Fassbind aus Oberarth (Kanton Schwyz). Der Williamsbrand werde nach der Destillation in Eichenfässern gelagert und reife dort während 12 bis 18 Monaten nach.
Was dann geschah, ist jedem, der Mark Reynier kennt, klar. Der Messervertreter war da aber sicher etwas überfordert. Mark rief Jim McEwan (Bruichladdich-Produktions-Direktor) an und stellte ihm ein Paar Fragen. Der nächste Anruf ging zum Bruichladdich-Importeur für die Schweiz, die Lateltin AG in Winterthur. Diese erhielt den Auftrag bei Fassbind drei Fässer von der „Vieille Poire“ zu organisieren. Fassbind konnte in so kurzer Zeit aber nur ein 220-Liter-Fass entbehren, das schon im September auf Islay eintraf. Befüllt mit einem Bruichladdich des Jahrganges 1994, entstand der 16-jährige WMD III „The Swiss Army Knife“ mit Williams-Finish.
Den WMD III gibt es in einer Box, zusammen mit einer Flasche „Vieille Poire“ von Fassbind und einem Schweizer Taschenmesser im Bruichladdich-Look. Preis ca. 160 Fr. Von dieser limitierten Edition wurden 280 Flaschen abgefüllt.