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Der Ausschluss von mehreren namhaften US-Medien von einem Pressebriefing des US-Präsidialamts ist in der Branche auf scharf Kritik gestossen. Die Nachrichtenagentur AP und das «Time»-Magazin boykottierten die Fragerunde aus Solidarität mit ihren Kollegen.
Der Präsident der White House Correspondents' Association (WHCA), Jeff Mason von der Nachrichtenagentur Reuters, legte im Namen des Verbandes Protest ein. «So etwas hat es im Weissen Haus in unserer langen Geschichte der Berichterstattung über viele Regierungen verschiedener Parteien noch nie gegeben», erklärte am Freitag der Chefredaktor der 1851 gegründeten «New York Times», Dean Baquet.
CNN nannte den Vorgang auf Twitter inakzeptabel: «Offenbar ist das die Art wie sie zurückschlagen, wenn man über Fakten berichtet, die ihnen nicht gefallen.»
Präsidialamtssprecher Sean Spicer hatte die übliche, direkt im Fernsehen übertragene Pressekonferenz durch ein Gespräch ohne Kameras - im amerikanischen Journalistenjargon als «gaggle» bezeichnet - ersetzt. Diese Form eines Pressetermins ist an sich in den USA nicht ungewöhnlich. Allerdings waren diesmal Vertreter der «New York Times», von CNN, Politico, der «Los Angeles Times» und BuzzFeed ausgeschlossen.
Keinen Grund genannt
Etwa zehn andere Medien, darunter Reuters, wurden zugelassen. Ein Reporter von Hearst Newspapers bereitete einen Pool-Bericht für die ausgeschlossenen Medien vor, andere teilnehmende Journalisten gaben ihre Tonaufnahmen an Kollegen weiter.
Einen Grund für den Vorgang nannte Spicer nicht. «Wir wollen sicherstellen, dass wir Ihre Fragen beantworten», sagte er. «Aber wir müssen nicht jeden Tag alles vor laufender Kamera machen.» Präsident Donald Trump hat die amerikanischen Medien wiederholt scharf angegriffen und hatte einige von ihnen von seinen Wahlkampfauftritten ausgeschlossen, darunter die «Washington Post», Politico, BuzzFeed und die Huffington Post.
Am Freitag prangerte er unter anderem die Verwendung anonymer Quellen an. Der WHCA hat Vorwürfe falscher Berichterstattung zurückgewiesen. Im Januar sprach Mason im Deutschlandfunk von der Befürchtung, die Pressefreiheit in den USA könne eingeschränkt werden. (sda/reu/dpa)