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Das Psycholinguistische Laboratorium erforscht die für den Erstspracherwerb relevanten kognitiven, sprachspezifischen und kulturellen Variablen. Das Erlernen einer Sprache ist eine spezifisch menschliche Begabung; deshalb beschäftigt sich die Arbeitsstelle hauptsächlich mit der Frage, ob Kinder beim Spracherwerb universelle – d.h. nicht von der jeweiligen Kontextsprache abhängige - Strategien verwenden, und wenn ja, wie diese Strategien mit sprach- und kulturspezifische Variablen wechselwirken.
Sprachen können sich sowohl in ihrer Struktur stark unterscheiden als auch hinsichtlich des kulturellen und sozialen Kontexts, in welchem sie verwendet werden. Eines der wichtigsten Ziele der Arbeitsstelle Psycholinguistik ist herauszufinden, wie Kinder mit dieser Vielfalt umgehen. Deshalb verwenden wir in unserer Spracherwebsfoschung einen vergleichenden Ansatz. Wir konzentrieren uns auf die Anfänge des Spracherwerbs bei Kindern die in sehr unterschiedlichen Kulturen aufwachsen. In longitudinalen Korpora (regelmässige, über einen längeren Zeitraum gemachte Aufzeichnungen im natürlichen Umfeld) wird der Sprachgebrauch der Kinder mit dem von Erwachsenen aus ihrem direkten Umfeld verglichen, um Erkenntnisse über die Grammatik der Kinder gewinnen zu können. Im Fokus befinden sich dabei einerseits die Erforschung der zwischensprachlichen Variation und anderseits die Identifizierung der für die Variation innerhalb einer Sprache zentralen Variablen. Zu diesem Zweck werden neue Methoden erarbeitet zur Messung und Gegenüberstellung frühsprachlicher Entwicklung.
Eine besondere Bedeutung kommt der Dokumentation und Erforschung des Erstpracherwerbs bedrohter Sprachen zu. Das Studium des Spracherwerbs in diesen wenig erfoschten Sprachen führt zum einen zu neuen Erkenntnissen bezüglich den Möglichkeiten und Rahmenbedingungen des Spracherwerbs, zum anderen leistet es einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation unseres Welterbes.