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In Aarau, wo ich über zwanzig Jahre lang gewohnt habe, hängt in der Pelzgasse am Haus mit der Nummer 13 eine Plakette, die an den Aufenthalt eines gewissen Antoine-Henri Jomini an diesem Ort erinnert. In Genf, an der Place Neuve gegenüber dem schmiedeeisernen Eingang zum Universitätsgelände, erhebt sich im Stil eines klassischen Tempels das Musée Rath. In Moskau trägt ein Stadtteil nordöstlich des Zentrums den Namen Lefortowo. Auf den ersten Blick bestehen zwischen diesen drei Feststellungen keinerlei Gemeinsamkeiten. Wer allerdings näher hinsieht, der erkennt die Spuren dreier Schweizer, die eine gewisse Zeit ihres Lebens in russischen Staatsdiensten verbrachten. Der aus Payerne stammende Antoine-Henri Jomini fungierte zunächst als Adjutant eines Marschalls in der napoleonischen Armee, bevor er sich im Sommer 1813 entschloss, die Seiten zu wechseln und in russische Dienste zu treten, in denen er bis zu seinem Tod in verschiedenen Funktionen blieb. Militärhistorikern ist er als Verfasser zahlreicher, im 19. Jahrhundert weit verbreiteter Schriften über Theorie und Praxis der Kriegsführung bekannt. Der Genfer Simon Rath hatte sich nach seinem Eintritt in den russischen Militärdienst in den 1790er Jahren Stufe um Stufe emporgearbeitet. 1817 quittierte er den Dienst und kehrte als reicher Mann nach Genf zurück, wo er zwei Jahre später starb. In seinem Testament vermachte er sein Vermögen seinen beiden Schwestern mit der Auflage, ein Museum errichten zu lassen. François Lefort stammte ebenfalls aus Genf. Er war einer der ersten Schweizer überhaupt, den der Weg 1675 ins Zarenreich führte, zu einer Zeit, als Russland im Westen noch Moskowien hiess. Lefort erwarb sich die enge Freundschaft des Reformzaren Peter I. Er starb 1699 in Moskau als General, Admiral, Statthalter von Nowgorod und Präsident aller Räte. Der heutige Moskauer Stadtteil Lefortowo befindet sich ungefähr an der Stelle des Lefortschen Anwesens in der sogenannten "Deutschen Vorstadt", wo zwischen 1652 und der Gründung St. Petersburgs 1703 alle in Russland lebenden Ausländer ihren Wohnsitz nehmen mussten.Was Jomini zu seinem Seitenwechsel bewog, wie Rath sein Vermögen erwarb und warum gerade Lefort zum engsten Vertrauten des Zaren aufstieg, davon und von einer ganzen Reihe weiterer Schicksale von Schweizer Auswanderern und ihren Nachkommen in russischen Diensten handelt die Arbeit, die ich Ihnen auf diesen Seiten vorstellen möchte. Vielleicht befindet sich unter den Russlandschweizern einer Ihrer Vorfahren? Schauen Sie sich auf alle Fälle die Namensliste an.