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Samstag, 30.9.2023
Nach dem Frühstück verlassen wir Teruel…. nicht ohne vorher der benachbarten Estación de Servicio Repsol einen Besuch abzustatten…. nein, nicht zum Tanken…. in der Nacht hatte uns ein Vogel derart die Frontscheibe zugesch…. 💩, das mussten wir erst mal mit dem Hochdruckreiniger beseitigen!
Wir haben uns nicht die schnellste Route ausgesucht, sondern die landschaftlich reizvollere Route gewählt. Zuerst geht’s zurück über Albarracín und dann durch die wunderschöne Sierra de Albarracín über die A-1512, die sich später in die A-1703 und A-1704 teilt…. wir bleiben auf der A-1703.
Kurz hinter Albarracín sieht es so aus….
…. wir kommen in Frías de Albarracín vorbei….
…. hinter dem Dorf erstreckt sich ein grosses Wandergebiet, speziell zur Barranco de la Hoz, eine Route, die von Frías de Albarracín nach Calomarde führt…. wie in Alquézar führt der Weg über Pasarelas, hier durch den Cañón de Río Blanco (Schlucht des Weissen Flusses).
Nicht verwechseln darf man die Barranco de la Hoz zwischen Frías de Albarracín nach Calomarde mit dieser Barranco de la Hoz, der Schlucht des Río Gallo in der Provinz Guadalajara…. das ist etwa 100 km von hier entfernt!
Nach ein paar weiteren Kilometern sehen wir ein Hinweisschild Nacimiento del Río Tajo (Geburt des Río Tajo)…. die Quelle des mit 1’007 km längsten Flusses der Iberischen Halbinsel. Bei Lissabon mündet der Tejo, wie der Fluss in Portugal heisst, in den Atlantik.
Der Tajo entspringt an dieser Stelle in den Montes Universales, bekannt als Fuente García. Dieser Fluss, den wir hier normalerweise als kleinen Bach sehen, mündet schliesslich mit einem durchschnittlichen Durchfluss von 444 m3 pro Sekunde.
Ganz in der Nähe befindet sich das Monumento al Nacimiento del Río Tajo….
…. das Monument ist von José Gonzalvo Vives und wurde 1974 enthüllt. Es ist eine Allegorie des Flusses Tajo, dargestellt durch die grosse Figur des Vater Tajo umgeben von den drei Provinzen des Quellgebietes, Teruel, dargestellt durch einen Stier mit einem Stern, Cuenca durch eine den Gral repräsentierende Vase mit einem Stern und Guadalajara durch einen Ritter in Rüstung mit Helm und Speer.
Guadalajara (Der Herr)…. die Tradition erzählt, dass dieser Ritter, Alvar Fáñez***, in der Nacht des 24. Juni 1085 die christlichen Heerscharen bei der Einnahme von Guadalajara (Wadi al-Hidschara / وادي الحجارة / Wādī l-Ḥiǧāra) führte.
Cuenca (Der Kelch und der Stern)…. der Ursprung dieser Symbole geht auf die Einnahme der muslimischen Stadt durch christliche Truppen zurück. Am 6. Januar 1177 belagerte König Alfons VIII. die Stadt Cuenca bis zu ihrer Rückeroberung am 21. September, dem Festmahl von San Mateo.
Teruel (Der Stier und der Stern). Der Stier mit dem Stern auf der Stirn stellt die Stadt Teruel dar, die dieses Symbol auf der Grundlage einer Legende von 1171 übernommen hat. Der Protagonist war Sancho Sánchez, ein Getreuer von Königs Alfons II., der von einem Stier (torico) träumte, auf dem ein Stern leuchtete.
Sehr viel Symbolik…. und immer wieder wird die Brücke zur Reconquista geschlagen, die über 700 Jahre dauernde Rückeroberung der Iberischen Halbinsel von den Muslimen. Als Beginn der Reconquista gilt üblicherweise die Schlacht von Covadonga im Jahr 722, als Endpunkt die Einnahme Granadas durch die Katholischen Könige am 2. Januar 1492.
Wenn häufig von der spanischen Reconquista gesprochen wird, ist der Begriff insoweit irreführend, als es während der gesamten Epoche kein einheitliches Staatswesen im Sinne eines Spaniens gab. Vielmehr existierten auf christlicher Seite verschiedene Reiche (u. a. Kastilien, Navarra, die Krone von Aragón und Portugal). Auch die Heirat von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón führte kurz vor Ende der Reconquista nur dazu, dass die Gebiete der Krone von Kastilien und die der Krone von Aragón von demselben Herrscherpaar regiert wurden, nicht aber zu einer Vereinigung der beiden Reiche.
Links sieht man die Form der Iberischen Halbinsel mit dem stilisierten Lauf des Flusses.
Wofür steht die Figur des Vaters Tajo?
Interessant ist das Schwert im Sockel der Skulptur, das auf die Einschnitte oder die Täler hinweist, die der Río Tajo auf der Iberischen Halbinsel geschaffen hat. Der lange Bart stellt das Bergwasser nach dem Tauwetter und die grosse Länge oder Ausdehnung des Tajo dar. Oder der Schneestern auf seinem Kopf, der bedeutet, dass der Tajo aus dem Schnee des Winters in den Bergen der Sierra geboren wird. Eine weitere Besonderheit ist der grosse Riss in der Mitte des Körpers, der bis zu den Füssen reicht und das Flussbett des Tajo auf der Halbinsel symbolisiert.
Die Rinne unter den Figuren ist trocken…. eigentlich sollte hier Quellwasser des Tajo fliessen…. es ist extrem trocken zur Zeit!
Links von dem Monument verläuft die Grenze zwischen den Autonomen Gemeinschaften Aragón und Kastilien-La Mancha (span. Castilla-La Mancha, offiziell Comunidad Autónoma de Castilla-La Mancha)…. wir waren das erste Mal in Aragón…. und haben uns hier sehr wohl gefühlt!
Bei Uña nahe dem Embalse de La Toba (Stausee) des Río Júcar…. der Júcar entspringt in der Serranía de Cuenca, nicht weit entfernt von der Tajo-Quelle, fliesst aber nach Westen und mündet bei Cullera südlich von València in’s Mittelmeer.
Kurz hinter Uña spaltet sich von der CM-2105, die dem Río Júcar entlang nach Cuenca führt, die CM-2104 ab, die uns zur Ciudad Encantada (verzauberte Stadt) führt. Die verzauberte Stadt liegt im Naturpark Serranía de Cuenca in einem Kiefernwald und gilt als geologische Stätte von internationaler Bedeutung. Ihr Ursprung geht auf die Zeit vor 90 Millionen Jahren zurück, als die verzauberte Stadt Teil des Meeresbodens von Thetys war. Dabei handelte es sich um ruhige Gewässer, die zur Ablagerung von Salzen, insbesondere Calciumcarbonat, führten.
Am Ende der Kreidezeit und als Folge der Alpidischen Orogenese zog sich das Meer zurück und der aus Kalkstein bestehende Meeresboden trat an die Oberfläche. Dank der jahrtausendelangen Wirkung von Wasser, Wind und Eis können wir heute dieses beeindruckende geologische Phänomen betrachten und die magische Umgebung geniessen.
El tormo alto (der hohe Fels) ist ein Beispiel für differenzielle Erosion (engl. differential erosion), die mit unregelmässigen oder unterschiedlichen Geschwindigkeiten auftritt, verursacht durch die Unterschiede in der Festigkeit und Härte von Oberflächenmaterialien. Weichere und schwächere Gesteine werden schneller abgenutzt, während die Erosion bei härteren und widerstandsfähigeren Gesteinen länger dauert.
Los barcos (die Schiffe)
Los amantes de Teruel (die Liebenden von Teruel)
El hongo (der Pilz)
Los osos (die Bären)
El convento (das Kloster)
La tortuga (die Schildkröte)
La lucha entre el elefante y el cocodrilo (der Kampf zwischen dem Elefanten und dem Krokodil)
El mar del piedra (das steinerne Meer)
El tobogán (die Rutschbahn)
La foca (die Robbe)
El puente romano (die römische Brücke)
El tormo bajo (der niedrige Fels)
Ein toller Rundgang durch die Ciudad Encantada!
Wir fahren weiter, nicht direkt nach Cuenca, sondern zum Camping Caravaning Cuenca. Der Platz liegt 7 Kilometer ausserhalb von Cuenca und leider gibt es keine Busverbindung in die Stadt. Wir bleiben trotzdem hier, denn….
Sonntag, 1.10.2023
…. heute ist zunächst mal Waschtag für unsere Wäsche…. und da heute Sonntag ist, wird natürlich auch gefaulenzt! 😀
Den Campingplatz, obwohl er zur Grupo Campingred gehört, können wir nicht wirklich weiterempfehlen. Wir waren schon auf einigen Plätzen dieser Gruppe und waren bisher immer sehr zufrieden…. Camping in aussergewöhnlich schöner Natur…. das trifft hier zwar zu…. aber sonst finden wir den Platz ziemlich ungepflegt, man kann es fast verlottert nennen! Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass wir uns in der Nachsaison befinden…. ich habe die Details bei Google Maps deponiert. Schade auch, dass das spektakuläre Schwimmbad seit Anfang September geschlossen ist…. heute sind knapp über 30°, da hätte eine Erfrischung gut getan!
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