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Der Wettkampftag in Lillehammer endete mit zweimal Frust: Thomas Pfyl (Slalom) und Romy Tschopp (Snowboard, im Bild) verpassten die mögliche Medaille. Ellen Walther holte im Boardercross der Snowboarderinnen in einem Feld mit drei Fahrerinnen ihre zweite Bronzemedaille.
“Das ist schon ein enttäuschender Tag”, sagt Thomas Pfyl, nachdem er im Slalom im zweiten Lauf kurz vor dem Ziel ausschied. Der Schwyzer war in Rücklage geraten, mit den kurzen Ski hatte er keine Chance, dies auszugleichen. Aber schon im ersten Durchgang habe er nicht wunschgemäss attackieren können, weil er mit der Hüfte nicht richtig nach vorne kam. Als Sechster fehlte ihm dennoch nur eine Sekunde auf einen Podestplatz, “aber auch im zweiten Durchgang bin ich nie wirklich ins Fahren gekommen”, berichtet er. Den Frust über das Abschneiden in seiner Lieblingsdisziplin will er am Sonntag im Parallelslalom überwinden, mit dem die WM ihren Abschluss findet.
Robin Cuche wurde in der Kategorie Stehend 17., “ich mag eisige Pisten”, sagt er, “aber schon deutlich lieber im Speedbereich”. In der Klasse Sitzend kam Pascal Christen auf den 10. Rang, auch er ärgerte sich, dass er trotz gutem Start im ersten Lauf nach einem Fehler schon alle Hoffnungen auf eine bessere Platzierung aufgeben musste. Murat Pelit suchte das “volle Risiko”, wie er sagt. Bereits im ersten Lauf schied er aus.
Es gibt ihn, den Lichtblick
Mit Frust musste sich auch das Snowboardteam herumschlagen. Romy Tschopp war nach dem Boardercross fast untröstlich, weil sie die gute Chance auf eine Medaille verpasste. Mit der zweitbesten Zeit in der Qualifikation hatte sich die Baselbieterin am Vortag direkt für den Final der besten Vier qualifiziert, hier hielt sie sich sehr gut, lag lange auf einem Medaillenrang - ehe sie für einen Moment den Druck auf der Kante verlor und wegrutschte. “Das ist so bitter”, sagt sie, “gerade auf dieser Strecke, die mir so gut passt.” Gut unterwegs war auch Teamkollege Aron Fahrni, er hielt in seinem Viertelfinal bis Rennmitte den engen Kontakt zum Führenden - und gerade als er zum Überholmanöver ansetzte, kam von rechts ein Konkurrent, “und dann wurde es plötzlich zu eng”, sagt Fahrni, er stürzte.
Wie Tschopp konnte auch er beweisen, welches Potenzial in ihm steckt. Und das gilt auch für Ellen Walther. Die Baslerin wusste auch ihre zweite Bronzemedaille gut einzuordnen, als Dritte in einem Dreierfeld. “Mir war klar, dass ich mit der starken Konkurrenz nicht mithalten konnte, ich hab mir meine eigenen Ziele gesetzt”, sagt sie - und sie überwand die kraftraubende, lange Strecke, die ihr als Rollstuhlfahrerin enorm viel abverlangt, mit einer sauberen Fahrt. “Deshalb bin ich sehr zufrieden”, sagt Walther, und damit hat der Schweizer WM-Tag einen versöhnlichen Abschluss.
Foto: Romy Tschopp by Goran Basic