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Das erste explizite Homosexuellen-Drama der Filmgeschichte wird noch heute lebhaft diskutiert. Vor allem als Vorreiter eines offenen Bekenntnisses zum Schwulsein und als Beleg für die Diskriminierung von Männern, die sich dazu bekennen. Vorgeführt wird das Schicksal eines Violinisten, der sich nach einer Erpressung outet und dafür mit dem Verlust seiner beruflichen Existenz und sozialen Anerkennung bestraft wird. Dr. Magnus Hirschfeld, der Begründer des Berliner Instituts für Sexualwissenschaft, arbeitete mit am Drehbuch und ist im Film als Arzt, Psychologe und Wissenschaftler zu sehen. Richard Oswald, der zuvor schon mit Filmen über andere Sexualthemen für Furore gesorgt hatte, arbeitet vor allem das dramatische Schicksal eines Ausgegrenzten heraus.
Der Film brach 1919 ein Tabu und entfachte eine vehemente Diskussion um die Wiedereinführung der im November 1918 in Deutschland abgeschafften Zensur. Er wurde 1920 als einer der ersten Filme verboten. Erhalten geblieben ist nur ein Fragment, das man in der Ukraine fand und das nun erstmals in der ursprünglichen Erzählanordnung zu sehen ist.
Digitale Rekonstruktion: Filmmuseum München.
Drehbuch: Richard Oswald, Dr. Magnus Hirschfeld
Kamera: Max Fassbender
Mit: Conrad Veidt (Paul Körner), Fritz Schulz (Kurt Sivers), Anita Berber (seine Schwester), Reinhold Schünzel (Franz Bollek), Magnus Hirschfeld (der Arzt), Leo Connard (Pauls Vater), Ilse von Tasso-Lind (Pauls Schwester), Wilhelm Diegelmann (Kurts Vater), Helga Molander (Frau Hellborn)
51 Min., Video, Stummfilm mit Musik