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MUSIK AN DER ETH UND UZH XXVIII.
SAISON (2022 / 2023)
Konzerte
Kammermusikabend „Musik sehen und Bilder hören“ (Acht Jahreszeiten)
Antonio Vivaldi(1678 in Venedig –1741 in Wien) ausgebildeter Priester und Violinist war im Spätbarock Venedigs berühmtester Komponist. Seine Erfahrung als virtuoser Geiger erlaubte ihm den Zugriff auf besonders wirkungsvolle Spieltechniken, die er in seinen sehr zahlreichen Violinkonzerten umsetzte. Seine Werke wurden damals im In-und Ausland überaus geschätzt und gespielt –so in Venedig, Neapel, Rom aber auch in Dresden, Wien und Prag.1725 schuf er unter dem Titel ‘Il cimento dell’armonia e dell’inventione’ (heute genannt ‘Vier Jahreszeiten’, Op. 8.) -vier Violinkonzerte mit jeweils drei Sätzen, wobei jeder Satz einem Monat entspricht. Es ist sein bekanntestes und weltweit viel gespieltes Werk.
Astor Piazzolla (1921 in Mar del Plata, Argentinien –1992 in Buenos Aires) ist der berühmteste Tango-Komponist und Bandoneonist der Welt. Die Erfahrung Grenzen zu überschreiten begleitete ihn sein ganzes Leben lang. Er suchte stetig nach neuen Wegen, die unterschiedlichsten musikalische Stile, die ihn seit seiner Kindheit fasziniert haben, zu verbinden. In seiner Musik kreierte er eine Synthese zwischen dem traditionellen Tango, klassischer Musik und Jazz. In Anlehnung an Vivaldi hat auch er "Vier Jahreszeiten" komponiert. „Las Cuatro Estaciónes Porteñas“ ("Die 4 Jahreszeiten in Buenos Aires") steht in einer direkten Korrespondenz mit Vivaldis Jahreszeiten, denn Astor Piazzolla hat sich in seinem Werk explizit auf die historische Vorlage bezogen. Er verwendet andere kompositorische Mittel und aus Vivaldis musikalischen Naturschilderungen entstehen bei Piazzolla expressive innere Erlebnisbilder.
Zum Programm:
Sergey Dubroff, der schon lange mit Leidenschaft und grossem Interesse nach neuen Wegen in der Musik und der Kunst im Allgemeinen sucht, bearbeitete die beiden vorstehend beschriebenen Meisterwerke für Kammerorchester, Gesang und Percussion. Die erklärenden Sonette, die Vivaldi selbst abdrucken liess, inspirierten Sergey Dubroff diese durch seinen Gesang zu neuem Leben zu erwecken.
Die Vier Jahreszeiten von Piazzolla wurden im Original für ein eigenes Bandoneon-Quintett komponiert. In Zusammenarbeit mit Cojocaru wurden auch diese Stücke für Orchester, Stimme und Percussion neu arrangiert. Eine besondere Rolle hierbei wird der Stimme zugeteilt. Der innovative, virtuose Gesang wird zur klanglich und musikalisch unerwarteten, ausdrucksstarken Bereicherung der Komposition.