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Gemäß einem Antrage von Hrn. Hoffmann, amendirt durch eine in der Versammlung gewählte Commission, wurde ferner be= schlossen, daß hinfort bei wichtigeren Ausstellungen der Verein eine Vertretung der deutschen Industriellen durch eine Commission sachkundiger Fachmänner aus seiner Mitte in die Hand nehmen solle, und es wurden die allgemeinen Normen in Betreff der Bildung solcher Commisston und ihrer Stellung dem Vereine gegenüber festgesezt.
Auf eine von Hrn. Werner aufgeworfene Frage, betreffend die Hebung des Civil-Ingenieurstandes in Deutschland Hinsichtlich seiner allgemeineren Anerkennung und Thätigkeit und etwaiger Beihülfe des Vereines zu diesem Zwecke, wurde in der Versammlung nicht weiter eingegangen, sondern dieselbe zunächst den Specialvereinen zur Berathung und Berichterstattung überwiesen.
Eine längere Debatte wurde durch einen Vortrag des Vorfizenden Hrn. Kayser über die Ursachen der Dampfkesselexplosionen hervorgerufen; ihr lebhaftes Interesse daran bethätigte die Versammlung durch Bewilligung einer Summe von 500 Thlr. für Versuche zur Prüfung der vom Vortragenden entwickelten Ansicht, mit deren Ausführung der Breslauer Bezirksverein betraut wurde. Auch in weiterem Kreise ist dadurch ein neuer Anstoß zur Erörterung dieser hochwichtigen Frage gegeben worden.
Ein drittes Ehrenmitglied wurde in der Person des Hrn. Berghauptmann Dr. von Carnall in Breslau gewählt, welcher auch die Versammlung durch seine thätige Theilnahme beehrt und ihr durch seinen Rath wesentlich genügt hatte.
Als Vorstzender für das zehnte Vereinsjahr 1866, welches, beginnend mit 1084 Mitgliedern, ohne Ahnung der sobald bevorstehenden ernsten Geschicke des Vaterlandes zur Feier des 10jährigen Stiftungsfestes im Vereine mit dem 20jährigen Stiftungsfeste der Hütte" bestimmt war, wurde Hr. R. Peters gewählt, damals technischer Director der Steinhauser Hütte in Witten, von welchem zumeist als früherem Hüttenmitgliede die erste Anregung zur Gründung unseres Vereines ausgegangen war; die Wahl der übrigen Vorstandsmitglieder fiel auf die HHrn. Dittmar, Schiele, Schmelzer und Werner außer dem wiedergewählten Director Grashof und Geschäftsführer Hrn. Duske. Die Redactionscommission sollte bestehen außer dem Director aus den HHrn. Dr. Bolley, Ludewig und Werner; indem aber Hr. Prof. Dr. Bolley demnächst die Wahl nicht annehmen zu können erklärte, sah der Vorstand sich zur Schaffung eines Ersages genöthigt und wählte denselben in der Person von Hrn. Dr. List. Dieses zehnte Vereinsjahr, welches uns in seinem Beginne einen vierzehnten Bezirksverein in Chemniß zuführte, steht noch in unser Aller frischer Erinnerung; das Vereinsleben mußte zurücktreten gegen die Theilnahme an den folgenschweren Ereig= nissen im Vaterlande, deren Einfluß auf die Entwickelung unserer Industrie und unseres Vereines ein späterer Geschichtschreiber des Vereines zu betrachten haben wird. Die Hauptversammlung, zu= gleich als Stiftungsfest, mußte bis zum folgenden Jahre vertagt werden. Gleichwohl hat auch das Jahr 1866 uns einen wesentlichen Zuwachs gebracht, indem es mit 1245 Mitgliedern abschloß. Ueberhaupt, wenn wir zurückblicken auf die ganze 10jährige Periode, erblicken wir neben manchen vortrefflichen Leistungen und Erfolgen zumeist eine extensive Entwickelung, die weit über das Maß hinausgeht, welches die Meisten von uns vor Jahren erwartet haben mochten; ein volles Tausend von Mitgliedern bei unserem Stiftungsfeste galt lange als äußerste Grenze frommer Wünsche. Jezt wird es vor Allem Noth thun, nach Innen den Blick und auf eine entsprechende intensive Entwickelung zu richten.
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Ein solches Ziel hatte auch die Conferenz des Vorstandes im Auge, womit die erste 10jährige Periode, wenn ich sie bis zum Schlusse des zehnten Vereinsjahres 1866 rechne, in seinen legten Tagen abschloß. Außer durch die Wahl einer Commission für die diesjährige Pariser Ausstellung in Ausführung des betreffenden Beschlusses der Breslauer Hauptversammlung wurde diese Conferenz veranlaßt durch mehrere als dringend wünschenswerth erschienene Aenderungen des Statutes zur Verbesserung, Vereinfachung und Befestigung der inneren Einrichtungen des Vereines, insbesondere der Redactionsverhältnisse seiner Zeitschrift. Fürchten wir uns nicht vor einem neuen Angriffe auf unser Statut, nachdem bisher noch kaum eine Hauptversammlung ohne solchen abgelaufen ist, und mögen wir darin nicht sowohl ein Zeichen unserer Schwäche, als unserer starken Entwickelung finden. Unser
Verein steht in seiner Bildung so einzig da, daß es an erfahrungsmäßigen Anhaltspunkten für seine Organisation von vornherein fehlte; besonders aber hat sein weit gestecktes Ziel, seine weite Anlage bisher noch nicht im richtigen Verhältnisse zu seinen Mitteln gestanden, und kaum minder durch die Beschränktheit der Lesteren, als durch die in der Sache selbst liegenden Gründe find unsere bisherigen Einrichtungen bedingt gewesen. Freuen wir uns also, jezt endlich in der Lage zu sein, vorwiegend mit Rücksicht auf ihre innere Vortrefflichkeit und kaum mehr beschränkt durch das Hemmniß mangelnder Mittel eine Reform einiger unserer Institutionen auf Grund der gemachten Erfahrungen in's Auge fassen zu können.
M. H. Ich habe bei dieser kurzen Darstellung des bisherigen Vereinslebens mich im Wesentlichen auf eine einfache Mittheilung von Thatsachen beschränkt und namentlich auch es unterlassen, die Verdienste einzelner für unseren Verein besonders thätig gewesener Mitglieder hervorzuheben. Ich hoffe, Sie werden meine Enthaltsamkeit in dieser Beziehung nicht mißbilligen. Zu unserem Glücke hat der Tod, wenn er auch manchen lieben Freund und manches tüchtige Mitglied uns entriß, doch im Vergleiche mit unserer Zahl nicht eben mehr bisher unsere Reihen gelichtet, als es sonst seine schmerzliche Art ist, und somit würde es sich um die Nennung der Namen von Mitgliedern gehandelt haben, welche größtentheils unter den Lebenden, großentheils hier unter uns sich befinden. Unter solchen Umständen ist es für den einzelnen Berichterstatter schwer, ein ganz unbefangenes Urtheil zu fällen, frei von dem Einflusse mehr oder weniger genauer Kenntniß, mehr oder weniger naher Beziehungen; manches Verdienst auch ist, im Stillen wirkend, nur engerem Kreise offenbar geworden. Alle diese Männer werden den besten Lohn in dem eigenen Bewußtsein finden, eine gute und große Sache durch ihre hervorragende Thätigkeit wesentlich ge= fördert zu haben." (Bravo!)
Hr. Schiele aus Frankfurt a. M.: „M. H. Im Anschlusse an das, was Sie soeben gehört haben, habe ich Ihnen mitzutheilen, daß der Vorstand des Vereines einstimmig die Absicht hatte, Ihnen den Hrn. Director Grashof heute zum Ehrenmitgliede des Vereines vorzuschlagen. Daran hindert uns jedoch ein Paragraph unserer Statuten, welcher vorschreibt, daß die Beamten des Vereines nur aus der Zahl der wirklichen Mitglieder ge= wählt werden dürfen. Hrn. Director Grashof bei der Leitung des Vereines zu verlieren, wäre aber für den Verein ein großer Verlust, und der Vorstand mußte es sich daher versagen, seinen Vorschlag der Versammlung vorzutragen. Mit Freuden treten wir nun dem vollkommen bei, was der Aachener Bezirksverein gesagt hat, und auch Sie, meine Herren, können das wohl thun, Sie nicht allein, die Sie Mitglieder des Vereines der deutschen Ingenieure sind, sondern auch Sie, meine Herren von der Hütte, die Sie den Mann verehren, und auch Sie, hier versammelte Gäste, die Sie sich darauf verlassen können, daß das, was wir über den
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Herrn eben gesagt haben, Wahrheit sei. Gegründet hierauf, erlaube ich mir folgenden Antrag an die Versammlung zu stellen : Die Hauptversammlung des Vereines deutscher Ingenieure, in voller Anerkennung der bewährten großen Leistungen seines langjährigen Directors, schließt sich dem Danke, welchen in künstlerischer Form und mit warmen Worten der Aachener Bezirksverein dem deutschen Manne und Gelehrten dargeboten hat, nach seinem ganzen Inhalte mit voller Ueberzeugung an. Nachdem die Versammlung unter lebhaftem, andauerndem Beifalle ihre Zustimmung zu diesem Antrage gegeben, nimmt Hr. Grashof das Wort, um seinen Dank für diese ehrende Anerkennung auszusprechen: Es gezieme ihm, hierbei auch den Werth hervorzuheben, welchen der Verein für ihn selbst gehabt habe, durch die Menge von wahren Freunden, welche er in demselben gefunden, durch das für ihn selbst so anregende und förderliche Feld der Thätigkeit. Schließlich ermahnt der Redner zur Einigkeit, zur Vereinigung der vielen, verschieden gerichteten Kräfte zu einer machtvollen Resultante.
Die drei Schwestergenossenschaften, den Maschinenbau, die Chemie und das Baufach durch ein unauflösliches Band eng zu verschlingen, das ist die erhabene Aufgabe, in deren Lösung der Verein den Kranz des Verdienstes erringen wird. Erst wenn diese drei großen Fachgenossenschaften sich vertrauensvoll umschließen, wenn sie Hand in Hand zum Kampfe für die Hebung unserer Industrie verbunden sind: dann erst werden unsere Bestrebungen, aus der Hütte heraus ein Werk zeugend, an dessen Brust jedes Leben der Technik sich erwärmen soll, den Stempel der Gediegenheit tragen.
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Es bewiesen "", sagt Hr. Damm als Berichter der Hütte, die Erfahrungen im jugendlichen Kreise zur Genüge, welcher Thaten und Errungenschaften gemeinsam aufgebotene Kräfte fähig seien. Was Wunder, wenn man, auf einmal einen kühnen Griff von der Schule in das Leben wagend, sich die hohe Aufgabe stellte, einen Verein vorzubereiten, welcher in geschlossener Phalanr vorrücken und Bresche schießen sollte in das Bollwerk, welches sich zwischen deutschen Brüdern aufthürmte, welcher den Geist der Engherzigkeit und Zwietracht im Reiche deutscher Technik unter die Füße treten sollte. Wo der Jünger lernend sich geübt, da sollte der Meister schaffend vollenden; wo der Jüngling Kleines errungen, da sollte der Mann sich muthig an das Große wagen. Groß aber und erhaben war die Aufgabe und des Schweißes der Edlen wohl werth, die Aufgabe nämlich: über alle die Hindernisse des Weges hinanzuklimmen auf die Höhe, wo das ganze Vaterland vor uns liegt, wo sich Oft und West begrüßen, Süd und Nord die Bruderhand reichen; mit anderen Worten: deutscher Technik durc) ein einiges Zusammenwirken der geistigen Kräfte im Interesse des gesammten deutschen Vaterlandes die Weihe und Vollendung zu geben, ihr die ehrenvollste Anerkennung zu erringen, welche deutschem Geiste schon längst gezollt. Daß bei dem Schwunge dieser erhabenen Ideeen der Geist sich nicht in die Grenzen des engeren Vaterlandes bannen, daß man einen großen deutschen Ingenieurverein gründen mußte, leuchtet ein.
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Und ferner
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Hr. Becker: Der Zeitpunkt zur Ausführung des Gedankens, einen deutschen Ingenieurverein zu gründen, um einen großen Theil begabter Ingenieure zum Anschlusse, zur gemeinsamen Arbeit aufzufordern, ist da. Jezt gilt es Hand anzulegen, jeßt gilt es, ein Werk zu schaffen, welches segensreiche Früchte tragen fann; jest gilt es aus dem Embryo einen Körper herzustellen, aus dem Keime die Pflanze zu locken.
Der neue Verein, war ein Hoffnungslicht für die Hütten= mitglieder, welche im vergangenen Jahre Abschied nahmen aus unserer brüderlichen Gemeinschaft. Sie erblickten im Hintergrunde ein neues Gebäude, welches sie aufnehmen sollte, welches sie wieder in einen Kreis versehen sollte, ähnlich dem, welcher ihnen während mehrerer Jahre ihres Studiums lieb und werth geworden. Die Hütte soll das Band sein, welches Männer und Jünglinge liebend umschlingt. So steht geschrieben in unserer Urkunde. Wohlan denn, zeige ein Jeder, daß er der gemeinsamen Sache nicht erstorben ist; Sie, m. H., Sie Männer, die Sie gereift sind, ist es
Ihnen möglich, unsere Idee aufzugreifen, so seien Sie uns Jüngs lingen ein Vorbild, leiten Sie uns, seien Sie unsere Führer, wie Sie es schon ehedem waren! Und wir Jünglinge, die wir Alle mit einem Gefühle der Anhänglichkeit und Theilnahme uns an die Hütte angeschlossen haben, nehmen wir uns ein Muster an jenen Männern, welche uns die Hütte geschaffen, welche so manchen Stein fortgewälzt haben, der ihr im Wege lag! Und wenn wir austreten aus unserem Kreise, so vergessen wir nicht, daß es einen anderen giebt, in welchem wir willkommen sind, einen anderen, welcher ein Prüfftein für unsere gesammelten Kenntnisse, ein Prüfstein für unser Herz ist.
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Wie diese warmen, ja größtentheils feurig aufgenommenen Gedanken von dem Vorstande des neuen Vereines aufgefaßt wurden, davon zeugen seine Protokolle, davon zeugen die einleitenden Worte beim ersten Erscheinen der Zeitschrift.
Mögen wenige bezügliche Stellen hier besonders hervorgehoben. werden.
Schon in der ersten Vorstandssitung, in welcher Hr. Euler den Vorsiz führte, fordert Hr. Peters zur Bildung von Be= zirksvereinen auf; ste seien neben der Zeitschrift das hauptsächlichste Mittel zur Erreichung der Zwecke des Vereines.
Und der Vorstand kleidet denselben Gedanken in seiner Ansprache etwa in folgende Worte:
Den Verein zeichnen wesentliche Momente aus, welche sein. Bestehen, neben dem Wirken bereits nach gleichen Zielen strebenden Vereinen, auf die Dauer sichern werden. Es sind dies:
1) die weitgesteckten, alle deutschen Techniker aufnehmenden Grenzen zur Förderung der deutschen Technik als nationales Gut, besonders zur Gestaltung ihrer größeren Unabhängigkeit gegenüber der Industrie des Auslandes;
2) das Streben, durch Anregung und Belehrung die Technik, eine zwischen Wissenschaft und Kunst in der Mitte stehende, cultur historische Errungenschaft des menschlichen Geistes und der deutschen Nation zu heben und zu fördern;
3) die Bildung von Bezirksvereinen (begründet in den großen räumlichen Grenzen des Vereines) zur Erzielung des ange= trebten, größtmöglichen Erfolges. Sie sollen sich nur über einen mäßigen Flächenraum erstrecken und ein öfteres, persönliches Zusammenkommen ermöglichen und
4) die Zeitschrift in der ganzen Bedeutung des Vollwerthes einer solchen neben der Hauptversammlung.
Der Ruf nach Gründung von Bezirksvereinen war kein vergeblicher. Sie entstanden und kamen der Reihe nach, wie folgt. Wenige Monate nach Gründung des Hauptvereines am 12. Mai 1856:
im August 1856 der niederrheinische Bezirksverein,
Berliner
1. Der westphälische Bezirksverein mit
2. Der Zweigverein für Eisenhüttenwesen mit
von welchen freilich ein nicht unbeträchtlicher Theil auch
W
im November 1856 der Aachener Bezirksverein,
welch leterer leider nach sehr kurzem Bestehen, durch die Ungunst der damaligen localen Verhältnisse und die Schwierigkeiten, welche diese dem persönlichen Verkehre entgegenstellten, sich wieder auflöfte, um später in anderer Gestalt unter günstigen Umständen wieder seine Auferstehung zu feiern;
3. Der Pfalz- Saarbrücker Bezirksverein, welcher seiner
großen räumlichen Ausdehnung wegen seit 1860 in 6 Gruppen
Der Mitgliederzahl nach nahmen diese Vereinsglieder am 1. Januar 1867 folgende Reihe ein: 191 Mitgliedern. 132
Ein Vergleich beider Zahlen führt zu dem sehr erfreulichen Ergebnisse, daß alle Bezirksvereine bis auf einen (den niederrheinischen) seit ihrer Gründung an Mitgliederzahl stark, die meisten bis auf und über das Doppelte der Anfangszahl zuge= nommen haben.
Die Schwankungen in den Mitgliederzahlen der einzelnen
im Februar 1857 der oberschlesische Bezirksverein,
Juni
Magdeburger
In dem Berichte des Vorstandes über die Bezirksvereine konnte im Jahre 1857 schon gesagt werden:
Unsere Bezirksvereine stehen in herrlichster Blüthe und Kraft. Die regelmäßigen Versammlungen sind vom regsten Geiste beseelt. Nach einleitendem Vortrage folgen bei allen Discusstonen und Besprechungen, Fragen und Antworten, und Alles zeugt von dem größten Interesse. Die Geselligkeit in schönster Harmonie giebt einen fröhlichen Abschluß.
Von 1857 bis 1860 trat ein Stillstand in dem Erstehen von Bezirksvereinen ein. Trat doch in diesen Jahren jener Rückschlag in der Industrie auf, welcher dem Techniker wenig Muth machte, neben der Sorge um sein Fach auch noch die um die Pflege eines Bezirksvereines auf seine Schultern zu nehmen. Es brauchte lange Zeit, ehe die industrielle Thätigkeit wieder Leben und Frische erlangte. Mit diesem Punkte aber regen sich auch die Lust und der Trieb zu neuem Schaffen von Bezirksvereinen, denn cé entstanden:
Jahre sind gering und haben ihre ganz natürliche Ursache in dem unsicheren Wohnsize mancher und besonders der jüngeren Mitglieder. Sie treten in dem einen Jahre einem Bezirksvereine bei, wählen später eine andere Gegend zu ihrem Wohnsige und werden dann Mitglieder des am neuen Wohnorte etwa bestehenden Bezirksvereines, oder streben nach der Gründung eines solchen, oder
treten in die Zahl der keinem Bezirksvereine angehörigen Mitglieder.
Dieser Lesteren, das sei hier beiläufig erwähnt, waren zur Zeit der Gründung des Vereines, in seinem ersten Lebensjahre (1856 bis 1857) 41, und ihrer sind heute 352, Zahlen, deren Anschauen und Vergleichen auf den ersten Blick zeigen müssen, daß unser Wollen und Wirken kein Vergebliches war, ja daß es Anerkennung fand.„„Die Enthüllung der Wurzeln "", um ein in der „„ Hütte ““ gebrauchtes Bild zu benügen und zu erweitern, des Baumes, welcher auf der Grenze zweier Nachbargrundstücke vor 11 Jahren gepflanzt wurde und in den Boden beider seine Wurzeln aussendet, zeigt die Wurzeln noch völlig gesund nach allen Seiten hin. Kräftig nähren sie den stark gewordenen Stamm und zeigen heute nach glücklicher Blüthe bereits lachende Früchte. ""
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Einen Einblick in die innere Entfaltung und die Wirksamkeit der einzelnen Organe des Vereinskörpers mag das Verlesen dreier Berichte gewähren, welche der eine lebendig, fröhliches Gedeihen schildert, der andere von einem Abblättern, aber keinem völligen Verwelken spricht und der dritte das Streben unseres gedeihlich schaffenden Zweigvereines nach Außen kennzeichnet.
Diese drei sind:
1) der Bericht über den Aachener Bezirksverein,
2) derjenige über den niederrheinischen Bezirksverein und 3) derjenige des technischen Vereines für Eisenhüttenwesen in seinem legten Theile.
Aachener Bezirksverein.
Bald nachdem im Mai des Jahres 1856 der Verein deutscher Ingenieure zu Alerisbad im Harze gegründet worden war, regten sich auch im Aachener Industriebezirke Wünsche zur Stiftung eines Vereines, welcher die bis dahin zerstreut, ohne geistiges Bindemittel neben einander wirkenden Techniker des Bezirkes zu geselligem Verkehre und zu gleichem gemeinsamem Streben auf der Bahn technischen Fortschrittes vereinen sollte.
Allmälig gewannen diese Wünsche Form und Gestalt, und schon am 2. November desselben Jahres 1856 traten auf Einladung des Hrn. J. Püher einige dreißig Männer aus den industriellen Kreisen der Gegend in Aachen zusammen, erklärten, dem Vereine deutscher Ingenieure als Mitglieder beitreten zu wollen, und gründeten hiernach den Aachener Bezirksverein des Vereines deutscher Ingenieure, dessen Statuten in der Sizung vom 16. November berathen und beschlossen wurden.
Was die allmälige Entwickelung des Vereines innerhalb der 10 Jahre seines Bestehens betrifft, so kann man im Vergleiche zu anderen ähnlichen Vereinen dem unserigen keine Ausnahmestellung vindiciren. Er hat auf seinem Gange dieselben Phasen durchzumachen gehabt, welche den wenigsten Vereinen erspart bleiben:
Zuerst eine hoffnungsreiche Jugend, voll Lust und Thätigkeit unter den Mitgliedern, erfüllt von Befriedigung über die erreichten Resultate und stroßend von Hoffnungen und Erwartungen; sodann die Zeit der Reaction, allmälige Abkühlung des Eifers, Erschlaffung, vielleicht Enttäuschung bei Manchen, eine Zeit, in welcher nur durch Aufopferung Einzelner das Vereinsleben noch in Fluß gehalten werden konnte; dann eine vollständige Stagnation, eine Ruhe, welche dem Absterben sehr ähnlich war. In der Gefahr aber auch die Krisis, ein Zusammenschaaren aller Derer, welche den Tendenzen des Vereines ein warmes Herz bewahrt *hatten und entschlossen waren, dieselben in unserem Bezirke nicht sinken zu lassen, ein allmäliges Zurückführen des Vereines zu neuer Thätigkeit, wiedererwachendes Interesse, vereint mit dem ernsten Willen unter den Mitgliedern, den Verein in Zukunft vor solcher Gefahr zu bewahren; und endlich ein gesundes, befriedigendes Vereinsleben.
Der Aachener Bezirksverein erfreut sich jezt einer regen allseitigen Theilnahme (er zählt zur Zeit 66 Mitglieder) und einer geregelten, befriedigenden Thätigkeit. Soll aber dieser Zustand ein dauernder sein, so darf die Lehre, welche die Vergangenheit des Vereines zurückgelassen hat, nicht vergessen werden. Kein Verein, nach unseren Principien organisirt, kann bestehen ohne gewisse Opfer von Seiten seiner Mitglieder; diese Opfer sind klein und leicht zu tragen, wenn sie auf viele Schultern vertheilt werden; sie werden groß und schließlich unmöglich, wenn sie Einzelnen aufgebürdet werden. Wenn die Mitglieder von dem ernsten Willen erfüllt sind, nicht nur vom Vereine zu zehren, sondern auch nach Kräften zur Förderung seiner Zwecke beizutragen, dann wird das Vereinsleben ein gesundes bleiben und Früchte bringen.
Die Art und Weise der Wirksamkeit des Aachener Bezirksvereines resultirt zum großen Theile aus seiner Zusammenseßung. Entsprechend der großen Mannigfaltigkeit der Industrie unseres Bezirkes, vertreten die Mitglieder des Bezirksvereines eine ganze Reihe von Industriezweigen: Kohlen- und Erzbergbau, Zink-, Blei= und Kupferhüttenbetrieb, Hohofen-, Puddel- und Walzwerkbetrieb, Kessel- und Maschinenfabriken, Gasfabriken, Fabriken feuerfester Steine, Flachsspinnereien, Tuchfabriken, Telegraphen- und Bauwesen. Dabei ist kein Fach eigentlich dominirend. Die Wirksamkeit des Vereines ist aus diesem Grunde weniger eine positiv schaffende, als eine allgemein anregende; die Vorträge behandeln meistens allgemein technisch oder wissenschaftlich interessante Gegenstände. Aehnliche Ziele verfolgen die Ercurstonen; vorzugsweise machen sich) in den Sizungen Discusstonen in kleineren Kreisen geltend, in denen unter speciellen Fachgenossen die Erscheinungen auf dem Gebiete des betreffenden Faches besprochen werden, deren Resultate sich indessen meist der Allgemeinheit entziehen.
Wenn hiernach auch die Wirksamkeit des Aachener Bezirksvereines keine so hervorragende ist, welche sich in der eingehenden ausführlichen Bearbeitung gewisser technischer Fragen kund giebt, wie in manchen Bezirksvereinen von specifischem Charakter, und namentlich wie in unserem Zweigvereine für Eisenhüttenwesen, so hat doch auch ste ihre Bedeutung, deren Wichtigkeit nicht zu verkennen ist. Der freie Verkehr zwischen Technikern der verschiedensten Nichtungen, die häufige Gelegenheit für den Einzelnen, den Blick von seinem Fache ab und auf die Fortschritte anderer Industriezweige zu richten, endlich die Verhandlungen über allgemein interessante Fragen aus der Technik und den technischen Wissenschaften, bewahren vor Einseitigkeit und stärken andererseits das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Mitgliedern.
Die Sizungen des Vereines finden in der Regel alle zwei Monate und meist an Wochentagen Statt. Die Maßregel, die Sonntage zu den Verhandlungen zu benußen, wie es in der ersten Zeit des Vereines üblich war, hat sich in unserem Bezirke nicht bewährt. Bei der großen geschäftlichen Inanspruchnahme, welcher die meisten Mitglieder die Woche hindurch ausgesezt sind, gehört der Sonntag recht eigentlich der Familie, so daß der Besuch der Verhandlungen an Sonntagen für Viele ein Opfer wurde, während Andere gänzlich von dem Besuche der Vereinssizungen abgehalten wurden. Jetzt dagegen, wo die Sizungen gewöhnlich an Wochenabenden, abwechselnd in Aachen und Eschweiler anberaumt werden, findet fast immer eine recht zahlreiche Theilnahme Statt. Ganz besonders anregend wirken die jeden Sommer stattfindenden Ercurstonen in die einzelnen Reviere unserer reichen industriellen Gegend.
Die Wandelungen, welche der Verein während seines Bestehens durchgemacht hat, veranlaßten natürlich vielfach Aenderungen der ursprünglichen Statuten. Namentlich nach jener Zeit des drohenden Verfalles, nachdem wieder neues Leben im Vereine er= wacht war, wurde eine Reviston der Statuten, und nach derselben eine Umarbeitung derselben beschlossen.
Die Verwaltung des Vereines ist eine durchaus geregelte; namentlich sind die Cassenverhältnisse innerhalb des Bezirksvereines sowie die finanziellen Verbindungen mit dem Hauptverein in vortrefflicher Weise geordnet.
Niederrheinischer Bezirksverein.
Der niederrheinische Bezirksverein constituirte sich am 24. August 1856 mit 22 Mitgliedern in Düsseldorf, umfassend die Orte: Düsseldorf mit 5, Duisburg mit 4, Essen mit 3, Mülheim a. d. Ruhr mit 8, Hattingen mit 1 und Sterkrade mit 1 Mitglied.
Es war die Zeit, in welcher durch den großen Aufschwung der Eisen- und Kohlenindustrie in Rheinland und Westphalen sich ein ungeheures Treiben entwickelte, welches viele und bedeutende Kräfte auf einen verhältnißmäßig kleinen Raum zusammendrängte, viele strebsame, besonders jüngere Leute beschäftigte, auch den älteren schon bestehenden Werken und deren Leitern und Mitarbeitern einen bedeutenden Anstoß gab.
Leider gipfelte sich dieser Aufschwung nach und nach theilweise in Schwindel; die Reaction stellte sich bald genug ein, und viele ephemere Erscheinungen, aber auch manche tüchtigen Kräfte verschwanden spurlos oder waren doch für längere Zeit brach gelegt.
Der Bezirksverein hielt in den ersten Jahren monatliche Versammlungen in den verschiedenen Städten, wo Mitglieder bereits vorhanden waren, oder in solchen, welche für die Zusammen
Die Montan- und Eisenindustrie hat in dem Gebiete des niederrheinischen Bezirksvereines in der leßten Zeit einen solchen Aufschwung und eine derartige Ausdehnung angenommen, daß ste wohl die vorherrschende genannt werden kann. Aus dem Bedürf= nisse entsprang seiner Zeit der Zweigverein „Technischer Verein für Eisenhüttenwesen", welcher ebenso in vielen Mitgliedern seinen Stammbaum aus dem niederrheinischen Bezirksvereine herleitet.
Die noch unter dem Namen niederrheinischer Bezirksverein zusammengehörenden Mitglieder sind überwiegend Mitglieder des obenerwähnten Zweigvereines, und ist der niederrheinische Bezirksverein als solcher eigentlich überflüssig geworden; jedoch hoffen wir, daß aus der jezigen Krists ein für den Gesamintverein glückliches Resultat entstehen möge.
Technischer Verein für Eisenhüttenwesen.
Seit mehreren Jahren beschäftigt diesen Zweigverein das Project der Gründung eines Centrallaboratoriums für Eisenhüttenwesen. Seiner Verwirklichung bereits sehr nahe gerückt, wurde dasselbe im verflossenen Jahre durch den Eintritt der kriegerischen Ereig= niffe leider bis auf Weiteres vertagt. Zu Anfang des laufenden Jahres wieder aufgenommen, ist das Unternehmen in seinem Grundplane dadurch wesentlich erweitert worden, daß man beabsichtigt, damit einen Cursus für Hütten- und Walzwerktechniker über spe= cielle Betriebsführung zu verbinden. Sollten jedoch die inzwischen wieder aufgetauchten kriegerischen Aussichten sich verwirklichen, so würde damit nochmals die Aussicht, nächsthin eine Anstalt in's Leben treten zu sehen, deren hohe Bedeutung für die gesammte vaterländische Eisenindustrie allgemein anerkannt wird, für längere Zeit geschwunden sein.
Zwischen diesen drei Bildern schweben in mehr oder minder lebendigen Farben die Berichte oder die Ergebnisse der Studien über die Wirksamkeit der übrigen Bezirksvereine.
Lassen Sie mich zum Ende kommen mit den schon Anfangs angezogenen Schlüffen, zu welchen im Jahre 1865 Hr. Peters gelegentlich seines Berichtes über die Thätigkeit der Bezirksvereine gelangt ist:
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Um nicht wesentliche Opfer an Geld und Zeit den Mitgliedern aufzuerlegen, möchten zur Erzielung möglichst starker Theilnahme an den Bezirksvereinsversammlungen diese nicht allzuoft im Jahre anzuberaumen sein.
Ein gesunder Boden für Bezirksvereine sind größere Städte mit einer Reihe von technischen Anstalten in ihrer nächsten Umgebung. Hier können häufiger Versammlungen zusammentreten; fte gestatten, ähnlich wie die Börsen für Kaufleute, den Mitgliedern Gelegenheit zu regelmäßiger, zwangsloser Besprechung der Tagesinteressen des gemeinsamen Faches.
Für unseren Verein mit seiner eigenthümlichen, aber bewähr ten Organisation, ist (verschieden von den bestehenden, anderen Vereinen gleicher Richtung) durch die Bezirks- und Zweigvereine ein Mittel gefunden, um auch in engeren Kreisen und stetig das Vereinsinteresse zu heben, so daß die jährlich einmal stattfindende Hauptversammlung und die Zeitschrift eigentlich nur die Bindemittel sein sollen, um die sonst getrennt wirkenden Elemente zu einem gemeinsamen Ziele zu vereinigen. ""
Und Je inniger die Verbindung aller Glieder des Vereines mit einander und mit dem gemeinsamen Mittelpunkte ist, desto kräftiger steht der Verein nach Innen und Außen.
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Diesem kräftigen Fortentwickeln im Inneren und nach Außen denn von Herzen ein kräftiges
Glückauf!"
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Nach diesem Vortrage wurde die erste Sigung geschlossen, und fand um 3 Uhr das Festdiner im Versammlungssaale Statt, bei welchem die üblichen Toaste, häufig in gebundener Rede ausgebracht und stets auf's Lebhafteste von der Gesellschaft aufges nommen, nicht fehlten.
Hierauf besuchten die Festtheilnehmer in einzelnen Gruppen die schönsten Punkte der Umgebung von Alexisbad, un am Abend wiederum auf der Promenade und im Cursaale zusammenzutreffen.
Der Abend war zu einer theatralischen Aufführung des Vereines Hütte" bestimmt, und war der Festsaal bereits um 8 Uhr dicht gefüllt; namentlich bildeten die Damen der Umgegend ein starkes Contingent der Zuschauer. Unvorhergesehene Zwischenfälle verzögerten den Beginn der Vorstellung bis gegen 10 Uhr, so daß diese Erwartungszeit durch ein seitens des Festcomité's veran= staltetes, trefflich gelungenes Feuerwerk ausgefüllt werden konnte. Hierauf fand die Theatervorstellung Statt, welche allgemeine Hei= terkeit erregte und den gewandten Darstellern häufig den rauschendften Beifall der Versammlung einbrachte.
Erst spät in der Nacht trennten sich die Festtheilnehmer, um die verschiedenen dicht bei einander gelegenen Quartiere aufzu= suchen.
Der zweite Sigungstag, Freitag, der 14. Juni, war den inneren Angelegenheiten des Ingenieurvereines gewidmet. Die Sigung wurde durch den Vorstzenden Hrn. Peters bald nach 10 Uhr eröffnet, und trug zunächst Hr. Director Grashof den
Geschäftsbericht für die Jahre 1865 und 1866
vor. Derselbe lautet:
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M. H. Was ich sonst als Geschäftsbericht in der jährlichen Hauptversammlung Ihnen vorzutragen pflegte, welcher sich diesmal auf die beiden leztverflossenen Jahre 1865 und 1866 zu erstrecken gehabt hätte, ist zum Theile schon in die geschichtliche Uebersicht der ganzen, hinter uns liegenden Vereinsepoche übergegangen; zum Theile finden sich betreffende Mittheilungen und Erörterungen in dem Ihnen bereits früher zur Kenntniß gebrachten gedruckten Be= richte über die Conferenz des Vorstandes zu Ende des verflossenen Jahres; zum Theile endlich werden Ihnen morgen besondere mündliche Berichte über die seit der Breslauer Versammlung zur Verhandlung innerhalb des Vereines gestellten Fragen erstattet werden.
Sonach bleiben mir nur einige statistische Notizen nachzutragen übrig, welche in der historischen Uebersicht weniger am Plaze gewesen wären. Ich werde dabei das Jahr 1864 zur Ver= gleichung mit heranziehen, weil gerade die Grenze zwischen ihm und dem folgenden Jahre durch Aenderungen in den Verhältnissen, insbesondere durch eine nicht unerhebliche Erweiterung der Zeits schrift markirt ist.
Die 904 1084 1245 Mitglieder ultimo 1864 1865 1866 waren zu 71,2 72,3 71,7 pCt. in 13 14 15 Specialvereinen verbunden. Die Einnahme dieser Jahre betrug in runden Zahlen 5707 6428 7911 Thlr.,. 5217 6767 7383
die Ausgabe
der ult. verbliebene Caffenbestand 1610 1271 1799
Die Verminderung desselben pro 1865 hatte außer ungewöhnlichen Ausgaben für Reisekosten der Theilnehmer an der Eisenacher Conferenz zumeist in beträchtlichen Rückständen an fälli= gen Beiträgen ihren Grund, welche Rückstände sich auf 1197 Thlr. ultimo 1865 beliefen. Ultimo 1866 betragen sie 934 Thlr., welche Summe also zu dem Caffenbestande von 1799 Thlr. hinzukommt, um mit zusammen 2733 Thlr. das baare Vermögen des Vereines zu Anfang des laufenden Jahres darzustellen. Dabei ist zu bemerken, daß zur Zeit der Vorstandsconferenz in den letzten Tagen des verflossenen Jahres die Rückstände viel bedeutender waren, und daß, wenn sie sich schließlich gegen 1865 um 263 Thlr. vermindert haben, dies dem Umstande zuzuschreiben ist, daß mit dem Caffenabschlusse gewartet wurde, bis die damals erlassenen Mahnungen ihre Wirkung geäußert hatten. Die Anträge des Vorstandes, welche darauf abzielen, diese Uebelstände für die Folge zu vermeiden, sind deshalb Ihrer Beachtung sehr zu empfehlen.