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Stellen Sie sich vor, Windows XP, der Internet-Explorer oder etwa Microsoft Exchange (Mail-Server) und Outlook (Mail-Client) wären wirklich wirklich sicher. Windows hätte eine perfekte, integrierte Firewall, Outlook einen sich selbst in Echtzeit updatenden Virenfilter und Exchange würde Spam-Mails mit tödlicher Sicherheit erkennen. Eine Katastrophe wäre das!
Dann nämlich wären ganze Zweige der Software-Industrie schlicht und einfach überflüssig, die Arbeitslosenzahlen würden steigen und unsere Leserzahlen sinken. Gut also, dass Windows nicht perfekt ist - auch Service Pack 2 (SP2) von Windows XP nicht. So meldet die Software-Firma Finjan (nicht ganz uneigennützig), sie habe 10 Sicherheitslücken in SP2 gefunden und diese an Microsoft gemeldet. Verdienstvollerweise will Finjan diese Lücken nicht genau beschreiben, bevor nicht ein Patch von Microsoft zur Verfügung stehe.
Es geht unter anderem um das Zonenmodell von Microsoft. Microsoft teilt die Welt in Zonen einen, die einen (z.B. die Harddisk) sind sicher, die anderen (z.B. das Internet) sind unsicher. Mit SP2 soll Code aus "unsicheren Zonen" erst nach Rückfrage ausgeführt werden. Dieses Modell lässt sich offensichtlich mit einigen Tricks umgehen (eine gute Beschreibung des Problems gibt es bei heise Security
).
Und natürlich findet Finjan, dass es deshalb trotz SP2 einen zusätzlichen Sicherheitslayer brauche. Möglichst mit Software von - Sie erraten es - Finjan. (Christoph Hugenschmidt)