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Kambodscha: Ufer des Mekong leiden unter Sandabbau
Das sandige Flussbett und die Ufer des Mekong leiden unter exzessivem Sandabbau. Die Ufer erodieren – und die Menschen, die dort zu Hause sind, verlieren ihre Lebensgrundlage. Wie gross die Ausmasse der Schäden sind, zeigt eine Studie.
Während das Flussbett ausgebaggert und tiefer wird, beginnen die Ufer wegzubrechen.
„Im Zuge rapiden Bevölkerungswachstums und steigender Urbanisierung hat die Betonproduktion massiv zugenommen. Und dies wiederum befeuert die Nachfrage nach Sand“, erklärt Chris Hackney, von der britischen Universität Hull. Er hat zusammen mit Kollegen von der Universität Southampton und dier Universität von Illinois im Rahmen einer Studie die Auswirkungen des Sandabbaus im Mekong in Kambodscha unter die Lupe genommen. Es sei die erste umfassende Untersuchung, die nicht nur aufzeige, wie viel Sand im Mekong effektiv abgebaut werde, sondern auch wie gross das Ausmass der damit verbundenen negativen Folgen sei, zum Beispiel die Erosion von Flussufern.
Sandabbau am Mekong in Kambodscha.
Dazu untersuchten die Wissenschaftler mit Sonarmessungen, wie viel Sand der Mekong transportiert. Dabei zeigte sich auch, wie massiv die vom Sandabbau angerichteten Schäden sind: Auf den Sonarbildern waren bis zu 42 Meter lange und acht Meter tiefe, ausgebaggerte Gruben zu erkennen. Die Forscher setzten die ausgebaggerte Menge Sand in Bezug zur Menge Sand, die der Fluss auf natürliche Weise wegträgt, und gelangten zum Schluss, dass der Sand, der vom Menschen gewonnen wird das Fünf- bis Neunfache von dem beträgt, was der Fluss auf natürliche Weise abtransportiert. Die Folge einer solchen Entwicklung: Das Flussbett wird wegen des Sandabbaus tiefer – und die Ufer beginnen zu erodieren. Damit dies passiert, genügt laut Julian Leyland von der Southampton University bereits eine Absenkung des Flussbetts von zwei Metern. - Um solche Entwicklungen einzudämmen müsste laut den Wissenschaftlern der Sandabbau viel stärker reguliert werden, als dies heute der Fall ist. (mai/mgt)