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Studie in Grossbritannien
Immer mehr junge Erwachsene sind spielsüchtig
Das britische Institut für Gesundheitsforschung (NIHR) veröffentlichte die erste Studie zum Glücksspiel in Grossbritannien. Gemäss dieser Studie hat eine von 20 Personen, die den Arzt aufsuchen, ein Problem mit Spielsucht.
Bei jungen Erwachsenen waren Symptome der Spielsucht am häufigsten zu finden, ebenso bei Personen, die Drogen oder viel Alkohol konsumierten oder unter einer Depression litten. Fast 1 % der Patienten gaben an, eine schwere Spielsucht zu haben, 4.5 % litten unter einer moderaten Spielsucht und um die 7 % hatten ein Familienmitglied, das Probleme mit Spielsucht hat.
Das Geldspiel nahm in Grossbritannien in den letzten zehn Jahren zu, weil 2007 die Gesetze gelockert wurden. Seither ist es leichter zugänglich und kann stärker beworben werden.
Öffentliches Gesundheitsproblem
Studienleiter Dr. Sean Cowlishaw erklärt: «Das Glücksspiel ist ein öffentliches Gesundheitsproblem in Grossbritannien, wurde bisher aber kaum untersucht. Es gibt sehr wenige unabhängige Daten.» Die Forscher wollen mit der Studie das Ausmass des Problems messen und identifizieren, wer anfälliger ist.» Dazu könne eine spezifische Schulung für Hausärzte gehören, damit sie Patienten schnell diagnostizieren und an Spezialisten überweisen können.
Die Diagnose von Spielsucht sei jedoch sehr schwierig, da es keine sichtbaren körperlichen Zeichen gibt. Daher werden Patienten mit Spielsucht oft erst diagnostiziert, wenn sie schlimme Folgen davon tragen wie hohe Schulden oder zerbrochene Beziehungen.
Technologie und Werbung ist schuld an Wachstum
Justyn Rees Larcombe, früher auch spielsüchtig, gründete das christliche Werk «RecoveryTwo», das Spielsüchtigen hilft. In einem Interview mit einem britischen Radio sagte er, dass Technologie eine wichtige Rolle im Wachstum von Spielsucht unter jungen Leuten spiele. Durch das Smartphone sei das Spielen jedem zugänglich und so einfach geworden. Auch sei die Werbung schuld an der grösseren Beliebtheit, da die Werbung für Geldspiele seit 2007 um 1400 % gestiegen sei. 18 % der TV-Werbung sei Werbung fürs Glücksspiel.
Larcombe fordert deshalb einen obligatorischen Unterricht über das Geldspiel in den Schulen, weil die Werbung vor allem auf junge Menschen abziele. Die Profiteure von Glücksspielen erhoffen sich davon, einen lebenslangen Kunden gewinnen zu können.
Zur Webseite:
Anlaufsstellen für Spielsucht
Autor: Anja Janki
Quelle: Livenet / Evangelical Focus
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