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"DIE KULTURFÖRDERUNG DES BUNDES AUF ABWEGEN?"
15.03.2017 Stellungnahme von Salva Leutenegger, Geschäftsleiterin Schweizerischer Bühnenkünstlerverband (SBKV):
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Das Bundesamt für Kultur (BAK) subventioniert einige Kultur-Berufsverbände, die sich für die Verbesserung der beruflichen Rahmenbedingungen von Kulturschaffenden einsetzen.
Der Schweizerische Bühnenkünstlerverband (SBKV) mit seinen 1'200 Mitgliedern in den Berufsgruppen Schauspiel, Tanz und Gesang ist ein klassischer Berufsverband, der einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der freischaffenden und festangestellten Künstlern leistet.
In der Sparte "Theater" des BAK teilen sich sechs Verbände - SSRS, TASI, ACT, KTV, SBV und SBKV - einen Sockelbetrag. Der Schweizerische Bühnenverband (SBV) wird ebenfalls subventioniert, bezeichnet sich allerdings als "Dachorganisation der bedeutendsten Berufstheater", also ein Arbeitgeberverband, dessen Mitglieder die Berufstheater sind und mehrheitlich von Städten und Kantonen finanziell unterstützt werden.
Für die Förderperiode 2017 bis 2020 hat das BAK eine neue Verordnung mit geänderten Fördervoraussetzungen erlassen. Unter anderem wird verlangt, dass die Berufsverbände neu eine gesamtschweizerische Tätigkeit aufweisen.
Nun weiss aber jeder Theaterbesucher, dass gerade im Schauspiel die Sprache und die regionalen Begebenheiten eine zentrale Rolle einnehmen. Es macht deshalb Sinn, dass in der viersprachigen Schweiz die Berufsverbände SSRS, TASI, ACT und SBKV ihre Kernkompetenzen hauptsächlich in den entsprechenden Sprachregionen aufgebaut haben.
ACT und SBKV konzentrieren sich auf die Deutschschweiz, SSRS ist in der Romandie und TASI in der italienischen Schweiz tätig.
Diese Tatsache hatte der Bund in der vorangegangenen Förderperiode akzeptiert und eine entsprechende Ausnahme für die Theaterverbände erlassen.
Für die aktuelle Periode ist diese Ausnahme jedoch gestrichen worden. Mit weitreichenden Folgen. So ist den vier betroffenen Verbänden die Unterstützung für das Übergangsjahr 2017 gekürzt worden (dem SBKV um 30 %). Und ab 2018 wird sie ganz gestrichen, sofern sich ACT, SSRS, TASI und SBKV nicht zu einem einzigen grossen Verband zusammenschliessen. Demnach würde in Zukunft kein einziger Theater-Berufsverband mehr subventioniert.
Auf der Arbeitgeberseite wird der Bühnenverband (SBV) für die nächsten vier Jahre mit jährlich CHF 118'419 subventioniert, auch wenn auf der eigenen Liste der Mitglieder kein Theater aus der italienischen Schweiz erwähnt ist.
Die betroffenen Verbände prüfen zur Zeit alle denkbaren Möglichkeiten: Einsprache gegen die Verfügung des BAK, Gründung eines Dachverbandes, Fusion etc.
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Salva Leutenegger,
Geschäftsleiterin Schweizerischer Bühnenkünstlerverband (SBKV)
Kontakt:
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