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Die konventionelle Produktion belastet die Umwelt stärker als die Bio-Produktion. Wenn aber die Umweltschäden durch Pestizide oder Nitratemissionen von denen, die sie verursachen, getragen werden müssten, würden Bio-Produkte viel kostengünstiger sein – und sogar weniger als viele konventionell produzierte Lebensmittel kosten. Das ist eine Frage der Kostenwahrheit.
Die Denkfabrik Vision Landwirtschaft legt nun in einer neuen Studie weitgehende Überlegungen zur Kostenwahrheit in der Lebensmittelproduktion der Schweiz dar. Sie rechnet, wie hoch die Gesamtkosten der Schweizerischen Landwirtschaft realistischerweise sind und sagt, wer sie bezahlt. Das Fazit der Studie: Konsument*innen zahlen mit den Lebensmittelpreisen im Laden gut die Hälfte der totalen Kosten der Landwirtschaft, die mit 15,9 Milliarden Franken beziffert werden - inklusive 3,6 Milliarden für Gesundheit und Umwelt. Den Rest bezahlen Steuerzahler*innen und die Allgemeinheit, die von den Umweltbelastungen betroffen ist. Die Landwirtschaft wird einerseits mit staatlichen Direktzahlungen hoch subventioniert. Aber die Allgemeinheit (z. B. Kantone und Gemeinden) muss für die von ihr verursachten Schäden aufkommen - beispielsweise für die Sanierungskosten bei übermässigen Belastungen des Trinkwassers mit Pestiziden.
Einseitige Subventionen
Wie hoch der Anteil der Steuerzahler*innen und der Allgemeinheit ist, variert aber von Produkt zu Produkt stark. Beim Kauf von Rindfleisch beispielsweise bezahlen die Konsument*innen im Laden nur etwa einen Drittel der wirklichen Kosten für seine Produktion. Beim Schweinefleisch sind es fast zwei Drittel und bei Geflügel und Eiern etwa drei Viertel. Beim Gemüse übernehmen Konsument*innen beim Einkauf aber 80 Prozent der Kosten, beim Obst sogar 90 Prozent. Wieso ist es so? Weil unser Staat die Lebensmittelproduktion einseitig subventioniert: Gerade die Produktion tierischer Nahrungsmittel, bei denen die Belastung für Natur und Gesundheit am grössten ist, erhält am meisten Bundesgelder, nämlich viermal so viele Subventionen wie die Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel. Dazu kommen die Umweltschäden, die beispielsweise durch Pestizide, Ammoniak- oder Treibhausgasemissionen entstehen und für die nicht die Landwirtschaft, sondern die Allgemeinheit aufkommt.
Konsument*innen sind nicht schuld