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Heftige Regenfälle haben im Osten Japans gewaltige Überschwemmungen und Erdrutsche verursacht. In teils dramatischen Rettungsaktionen wurden Dutzende Menschen mit Helikoptern von Dächern und Balkonen ihrer Häuser gerettet.
Hunderte Häuser wurden von den Wassermassen erfasst, als Uferbefestigungen und Deiche des Flusses Kinugawa nachgaben. Dutzende von Quadratkilometern wurden überschwemmt.
In der Stadt Joso trat der Fluss mit aller Macht über die Ufer. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sich eine riesige Schlammwelle ihren Weg durch einen Teil der Stadt bahnte und Häuser, Autos und Strommasten mit sich fortriss.
Soldaten wurden für Rettungsmassnahmen in die nördlich von Tokio gelegene 65'000-Einwohner-Stadt entsandt. Rund 150'000 Menschen in der Region waren aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.
Das Fernsehen zeigte Szenen, wie Menschen in den am schwersten betroffenen Provinzen Ibaraki und Tochigi mit Tüchern von Balkonen und Dächern ihrer Häuser um Hilfe riefen. Rettungseinheiten und das Militär setzten Helikopter ein, um Dutzende von Opfern in Sicherheit zu bringen.
Eine Frau vermisst
Noch am späten Nachmittag warteten rund 200 Menschen auf die Rettung. Am späten Abend (Ortszeit) wurden noch mindestens neun Menschen vermisst. Lokalen Medienberichten zufolge wurden mindestens 20 Menschen verletzt, einige schwer. Mindestens eine Person soll von den Fluten fortgerissen worden sein. Fast 7000 Häuser wurden beschädigt.
In der auch unter ausländischen Touristen beliebten Ausflugsregion Nikko wurde ein Hotelgebäude beschädigt. Ein Fluss in der Provinz Fukushima trat über die Ufer und schnitt Hunderte von Haushalten von der Umwelt ab.
Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte, seine Regierung sei in hoher Alarmbereitschaft. «Die Regierung steht zusammen und wird ihr Bestes tun, um mit der Katastrophe umzugehen», sagte Abe. Höchste Priorität habe dabei die Rettung von Menschenleben.
Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurden die Entwässerungspumpen überschwemmt, radioaktiv verseuchtes Wasser gelangte dadurch erneut ins Meer. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP auf der Basis von Daten der Betreiberfirma Tepco könnten hunderte Tonnen verseuchten Wassers in den Pazifik geflossen sein.
Auslöser des sintflutartigen Regens war der Taifun Etau. Mindestens 16 Menschen wurden seit dessen Durchzug am Mittwoch verletzt. Etau zog unterdessen weiter zum Japanischen Meer, die schweren Regenfälle hielten aber zunächst an. Auch im Raum Tokio wurde noch bis zum frühen Freitag starker Regen erwartet. (sda/dpa/afp)