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1 - Informationsbeschaffung und Beurteilung des Minenproblems
Zunächst werden systematisch Informationen über mögliche Minenfelder von den Dorfbewohnern gesammelt; frühere Unfälle, Tierkadaver, Menschengerippe oder auch Gerüchte über allfällige Landminen. Es werden sozioökonomische Daten erfasst, die wichtige Hinweise für das Setzen von Prioritäten liefern. Dies alles wird mit allfällig vorhandenen Minenplänen der Konfliktparteien oder der Regierung abgeglichen und analysiert. Die Markierung von verminten Arealen ist danach eine kostengünstige Zwischenlösung, die ein Minimum an Sicherheit garantiert.
2 - Charakterisierung und Reduktion verminter Flächen
In einem zweiten Schritt wird das Minenfeld begutachtet, charakterisiert und die vermeintlich verminte Fläche auf das wirklich verminte Land reduziert: Bahnen werden in regelmässigen Abständen angelegt, um daraus Werte wie etwa Grösse, Vegetation, Bodenbeschaffenheit, Minentypen oder Verlegungsmuster zu sammeln. Diese Informationen bilden die Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen und die technische Arbeit der Entminung.
3 - Minensuche und -räumung
Nun werden Minen und andere explosive Kriegsmunitionsrückstände identifiziert und beseitigt. Hierfür werden ausgebildete Spezialisten eingesetzt, die hochkonzentriert arbeiten. Die Minenräumung ist der kostspieligste Aufgabenteil.
Man unterscheidet zwischen drei Räumungsverfahren:
- Manuelle Minensuche
Spezialisten, die mit speziellen Schutzanzügen und -helmen ausgerüstet sind. Vor der eigentlichen Minensuche muss das Gelände meist von sehr üppiger Vegetation befreit werden. Dann erfolgt die eigentliche Entminungsarbeit mittels Metalldetektor (Ortungsgerät) und Suchnadel.
- Minensuchhunde
Besonders ausgebildete und trainierte Hunde wittern den Sprengstoff und werden eingesetzt, wenn die Minendichte gering ist, bzw. zur Begrenzung und Reduktion der Grösse eines Minenfeldes.
- Minenräummaschinen
Minenräummaschinen wirbeln den Boden vor der Maschine auf und bringen die Minen zur Detonation. Während die Maschinen auf flachem Gelände rasch vorankommen, können sie bei unebenem, steinigem oder stark bewachsenen Boden nicht zum Einsatz kommen.
4 - Dokumentation und Landfreigabe
Nach dem Abschluss der Räumungsarbeiten verfasst die beauftragte Firma oder Organisation ein Protokoll. Darin sind alle relevanten Daten sowie das Vorgehen dokumentiert. Als letzter Schritt findet eine Qualitätskontrolle nach international angewandten Standards statt.
Im Anschluss wird das Gebiet der Regierung bzw. den lokalen Behörden und der Bevölkerung übergeben. Einst verminter Lebensraum steht nun wieder zur Verfügung.