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Polens Klimaminister bestätigt Pläne für «aggressives» Kernenergieprogramm
An einem von der Nuclear Energy Agency (NEA) organisierten Web Chat sagte Kurtyka, die Kernenergie erzeuge emissionsarme Grundlaststrom und solle dereinst Kohle ersetzen.
Etwa 80% des polnischen Stroms stammt aus veralteten Kohlekraftwerken, von denen viele im kommenden Jahrzehnt abgeschaltet werden müssen. Polen hat zum Ziel, seinen Anteil an Kohlestrom in den 2030er-Jahren auf 60% zu reduzieren. Angesichts des EU-Drucks, die Emissionen zu reduzieren, habe Polen den Aufbau grosser Nuklearkapazitäten geplant.
William Magwood, NEA-Generaldirektor, sagte im Web Chat, dass Polens Ziele «sehr aggressiv» seien. Wenn diese Ziele erreicht werden, so werde Polen zu einem der grössten Kernenergieländer Europas.
Kurtyka ging auf die Kosten des geplanten Kernenergieprogramms nicht ein, meinte aber, «die finanzielle Ausgangsbasis sei eine Herausforderung». Die Kernenergie müsse wettbewerbsfähig sein, und «die richtige Finanzierung sei entscheidend». «Wir sind bereit, uns auf eine internationale Zusammenarbeit für das Kernenergieprogramm einzulassen, so dass es eine offene Diskussion gibt», so Kurtyka. Eine internationale Zusammenarbeit sei nämlich unerlässlich. In Polen habe es zwar 100 Firmen, die weltweit am Bau von Kernkraftwerken beteiligt seien, sodass es eine industrielle Basis gebe, aber keine einzige Firma, die wisse, wie man ein Kernkraftwerk baue.
Polen verabschiedete 2014 ein nationales Kernenergieprogramm, das den Bau von bis zu 6 GW Kapazität bis 2035 vorsah. Die Regierung verschob 2015 den endgültigen Entscheid wegen Finanzierungsunsicherheiten.