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1991 setzte der Kanton Basel-Stadt die Störfallverordnung in Kraft. Diese hat u.a. zur Folge, dass Betriebsbauten gemäss den aktuellen Erdbebenvorschriften zu prüfen und je nachdem zu ertüchtigen sind.
Von dieser neuen Verordnung waren auch die Bauten auf dem Basler Werksareal Klybeck betroffen, das in der Nähe eines Wohnquartiers liegt und rückseitig an den Rhein grenzt. Zwei der insgesamt drei Gebäude konnten mit zusätzlichen Wandscheiben, der Verstärkung von Wänden und Fundamenten sowie der Verbindung einzelner Gebäudeteile zu einem starren Körper ertüchtig werden.
Das dritte Gebäude namens K-90 – ein neungeschossiger Industriebau aus den 1930er Jahren – steht prominent an der Klybeckstrasse, direkt neben dem Eingang zum Areal. Auf der anderen Seite wird die Pforte von den Bauten der Feuerwache gefasst. Bei einem Erdbeben dürfte das Gebäude auch deshalb auf keinen Fall einstürzen, weil sonst das ungehinderte Ausrücken der Feuerwehr nicht gewährleistet wäre. Mit Hilfe von Computermodellen wurde die mangelnde Erdbebensicherheit dargelegt.
Das Ertüchtigungskonzept hatte zu berücksichtigen, dass Eingriffe im Gebäudeinnern, wie etwa das Einbauen von Betonkernen oder –mauern, nur dort möglich waren, wo sie die Produktion nicht tangierten. Der Betrieb musste während der ganzen Sanierung reibungslos weiterlaufen. Dementsprechend konzentrierten die Ingenieure in Zusammenarbeit mit FNP-Architekten ihre Suche nach sinnvollen Lösungen auf die Fassaden.
Stahlbänder verstärken neu die Fassade – nord- und ostseitig auf der Innenseite, süd- und westseitig vor die Hülle gestellt. Die Schwierigkeit bzw. Herausforderung dabei: Verschiedene Anbauten und die Anlieferung für LKW im Erdgeschoss schränken die Möglichkeiten der Stahlkonstruktion-Auflagerung stark ein. Deshalb überspannen die Verbände in beiden Fassaden das EG mit einer Brückenkonstruktion, die nur auf jeweils zwei Eckpfeilern auf den Boden aufsetzt.