Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03118.jsonl.gz/2466

Kennen Sie das Konzept der «1000 ersten Tage»? Es wurde von UNICEF eingeführt und bezieht sich auf den Zeitraum von der Empfängnis bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes. Dabei handelt es sich um eine kritische Lebensphase, in der das Baby besonders empfindlich und verletzlich ist und in der die Weichen für seine zukünftige Gesundheit gestellt werden. In diesem Zeitraum spielt Ernährung laut UNICEF eine entscheidende Rolle, um das Gesundheitskapital des Kindes, aber auch das der zukünftigen Generationen zu bewahren.
Schon im Mutterbauch ist der Fötus möglichem Stress und Mangelernährung seiner Mutter ausgesetzt. All das sind Risikofaktoren für die spätere Entstehung von Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf- Krankheiten, Krebs, Fettleibigkeit usw.
Wissenschaftliche Studien belegen die Bedeutung der Ernährung und der Umgebung während der ersten 1000 Tage im Leben des Babys einstimmig. Sein körperliches Wachstum in dieser Phase ist aussergewöhnlich: In weniger als drei Jahren wächst es mehr als im Rest seines Lebens. Die während der Schwangerschaft und im Kleinkindalter zugeführten Nährstoffe und die Nahrungsmenge sind daher wesentlich für ein harmonisches und ausgeglichenes Wachstum. In diesen 1000 ersten Tagen entwickelt das Baby ausserdem 80 % seiner späteren kognitiven Fähigkeiten. Die Grösse seines Gehirns verdreifacht sich von der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren. Währenddessen wird sein Immunsystem vollständig ausreifen und muss bei seiner Entwicklung durch die Ernährung, einem für das Immunsystem massgeblich Faktor, unterstützt werden.
UNICEF und Ärzte möchten Eltern keine Angst machen, indem durch Vereinfachungen oder Übertreibungen die Botschaft vermittelt wird, dass diese ersten Tage über die Gesundheit ihrer Kinder entscheiden. Nichts ist unumkehrbar, die richtige Ernährung ermöglicht es jedoch, bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden. Eine gute Ernährung für Babys, Bewegung und die richtige Pflege sind kein unüberwindbares Hindernis.
Es genügt:
• die motorische Aktivität regelmässig zu fördern;
• die Ernährungsempfehlungen des Kinderarztes zu befolgen;
• die Erweckung der Sinne bei Kleinkindern zu fördern, indem sie so früh wie möglich mit verschiedenen Geschmäckern und Texturen vertraut gemacht werden; und
• Babys ab der Empfängnis vor Tabak, Alkohol, Stress und Umweltverschmutzung zu schützen.