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Du warst bis Sommer 2022 als Doktorand am Institut für Denkmalpflege und historische Bauforschung (IDB) der ETH Zürich, was beinhaltete diese Tätigkeit?
Ich arbeitete im Rahmen eines Forschungsprojekts des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) an der ETH. Neben der Forschung für meine Doktorarbeit zu den Entwicklungen im Dachwerksbau über katholischen Saalkirchen der Zentral-, Nord- und Ostschweiz von 1600 bis 1850 beteiligte ich mich an der Lehre. Ich bereitete Prüfungen vor, betreute studentische Arbeiten, organisierte Seminarreisen und half bei der Durchführung von Kolloquien und Symposien. Während meiner Zeit an der ETH durfte ich auch an mehreren internationalen Fachtagungen teilnehmen.
Was hast du studiert und wann hast du abgeschlossen?
Mein Studium in Kunstgeschichte und Mittelalterarchäologie habe ich 2016 abgeschlossen.
Was hast du während des Studiums gemacht?
Ich habe den Grossteil meiner Zivildiensteinsätze im Bereich Denkmalpflege und Archäologie absolvieren können. Während meines Masterstudiums habe ich zudem als studentische Hilfskraft bei der Kunstdenkmälerinventarisation des Kantons Schwyz gearbeitet.
Wie bist du zum Doktorat an der ETH Zürich gekommen?
Nach dem Studium habe ich zuerst bei zwei privaten Firmen gearbeitet und mich in diesem Rahmen einerseits mit mittelalterlichen Blockbauten in der Innerschweiz auseinandergesetzt. Andererseits half ich bei der Verortung der in den Baujournalen aufgeführten Arbeiten am Berner Münster mit, dessen Turm Ende des 19. Jahrhunderts erhöht wurde. Die Informationen in diesen Baujournalen speiste ich in eine Datenbank ein. Die Doktorandenstelle wurde im Frühjahr 2017 ausgeschrieben und ich habe mich über die regulären Kanäle beworben. Seit dem Abschluss der Dissertation arbeite ich wiederum bei einer privaten Firma im Bereich archäologische Bauforschung und Archäologie.
Was gefiel dir an der Arbeit an der ETH?
Meine Arbeit verteilte sich zwischen der Forschung an der Dissertation und den verschiedenen Aufgaben in der Lehre. Meistens haben sich die Studierenden bauforscherisch mit einem von ihnen ausgewählten Objekt auseinandergesetzt und ich habe die Arbeit betreut und ihnen geholfen, sich zurechtzufinden. Ich mag die Arbeit am Objekt selbst und durch diese studentischen Arbeiten hatte ich immer wieder die Möglichkeit, historische Gebäude und Gebäudeteile zu sehen, welche normalerweise nicht für Besucher zugänglich sind.
Wie sah dein Arbeitstag aus?
Die wichtigste Quelle der historischen Bauforschung ist das Gebäude selbst. Für die Dissertation habe ich 101 Dachwerke aufgemessen und analysiert. Dazu wurden alle Kirchendächer begangen, beschrieben, vermessen, gezeichnet und fotografiert. Für die studentischen Arbeiten war eine gemeinsame Begehung des Objekts ebenfalls zwingend notwendig. Die genaue Fragestellung ergab sich dabei oft bei dieser Begehung. Vor Ort kann man jeweils am besten beurteilen, welche Aspekte der Konstruktion genauer beleuchtet werden sollen. Typischerweise war ich etwa die eine Hälfte der Woche am Bauobjekt und die andere Hälfte im Büro.
Mit welchen Mitteln informierst du dich im Bereich Archäologie (Schweiz)?
Mithilfe verschiedener Vereine und Zeitschriften aber auch durch persönlichen Kontakt mit Fachpersonen.
Was würdest du StudienanfängerInnen gerne mit auf den Weg geben?
Findet heraus, was euch interessiert. Setzt euch mit dem eigenen Interesse auseinander, aber lasst den Blick offen und gebt Dingen eine zweite Chance. Für die Bauforschung lohnt es sich, möglichst viel anzuschauen. Man sieht nur was man erkennt!