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Weltweit sind heute Windkraftwerke mit einer Leistung von 300 Gigawatt installiert. Zum Vergleich: Das AKW Leibstatt hat eine Leistung von einem Gigawatt. Heute werden in der Schweiz pro Jahr 90 Gigawattstunden (GWh) Strom mit Windkraft erzeugt. Damit werden aber nur 0,2 Prozent des Gesamtverbrauchs gedeckt. Die Energiestrategie 2050 des Bundesrats sieht vor, bis zum Jahr 2050 den Gesamtertrag der Windkraft auf 4‘000 GWh zu erhöhen, was 7 Prozent des Stromverbrauchs decken würde. Wie diese Menge erreicht werden soll, lassen die Verfasser der Energiestrategie 2050 jedoch offen. Fakt ist, dass in der Schweiz geeignete Standorte zur Stromerzeugung mit Windkraft Mangelware sind. Damit ein Windkraftwerk rentabel Strom produzieren kann, müssen Windgeschwindigkeiten von mindestens 4,5 Metern pro Sekunde (auf 50 Metern Höhe) vorhanden sein. Ein möglicher Standort muss über eine Zufahrt verfügen, denn die einzelnen Bauteile eines Windrades sind sehr schwer und können nur mit speziellen Lastfahrzeugen bewegt werden. Allein der Generator eines modernen Windrades ist 60 Tonnen schwer; zu schwer für jeden Helikopter! Zudem darf der mögliche Standort nicht in einem Naturschutzgebiet liegen und muss 70 Meter vom nächstgelegenen Wald und 300 Meter vom nächsten Wohngebäude entfernt sein. Um eine Betriebsbewilligung zu erhalten, müssen zudem spezielle Auflagen des Vogel- und Fledermausschutzes eingehalten werden.
All diese Faktoren wurden beim Bau der Windkraftanlage im Entlebuch berücksichtigt. Das neue Windrad weist eine Nabenhöhe von 80 Metern auf und jedes Rotorblatt ist 41 Meter lang. Mit 126 Metern Gesamthöhe ist es so hoch wie der Prime Tower in Zürich und damit deutlich grösser als die zwei Windräder der bereits bestehenden Windkraftanlage Rengg/Entlebuch. Aufgrund dieser Dimension und der neuen Technik ist das Windrad in Lutersarni in der Lage, mehr Strom zu produzieren als die zwei Windräder der Windkraftanlage Rengg zusammen: In den kommenden 25 Jahren soll es jährlich 2,5 Millionen kWh Strom erzeugen; genug, um 600 Haushalte zu versorgen. Im Entlebuch finden sich ideale Standorte für weitere Windkraftanlagen, ohne dass der Landschaftsschutz würde.
„In der Dämmerung muss das Windrad abgeschaltet werden, wenn gewisse Bedingungen für den Fledermausflug erfüllt sind. Das Windrad muss auch abgeschaltet werden, wenn uns die Vogelwarte Sempach über vorbeiziehende Vogelschwärme informiert.“ Franco Castelanelli (Mitarbeiter CKW)
Zwischen der CKW und dem Amt für Landwirtschaft und Wald (LAWA) des Kantons Luzern wurden Kompensationsmassnahmen ausgehandelt. Die CKW hat sich unter anderem verpflichtet, drei Weiher im Biosphärenreservat Entlebuch anzulegen. Damit sollen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen, die auf Feuchtstandorte angewiesen sind.
Die nächste Exkursion der Luzerner Stiftung für Umweltinformation findet am 25. Oktober 2013 zum Thema „Solarstrom - dezentral produzierte Energie“ statt.