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Der Sonderermittler in der Russlandaffäre, Robert Mueller, hat laut «New York Times» einen Fragenkatalog an Trumps Anwälte übermittelt. Darin fragt er den US-Präsidenten auch nach Tweets und Dinner-Gesprächen.
US-Sonderermittler Robert Mueller hat im Zusammenhang mit seinen Untersuchungen zur Russlandaffäre einem knappen vier Dutzend Fragen an Präsident Donald Trump. Das berichtet die «New York Times» («NYT») und beruft sich dabei auf einen Fragenkatalog, den Muellers Team an Trumps Anwälte übermittelt haben soll und den die Zeitung in vollem Umfang veröffentlichte.
Mueller leitet die Ermittlungen zur Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl 2016 und untersucht auch eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Moskau und dem Wahlkampfteam von Trump. Mit seinen 44 Fragen an den US-Präsidenten, so die «NYT», wolle Mueller nun vor allem mehr über Trumps Beziehungen zu Russland erfahren und inwiefern er die Untersuchungen zur Affäre womöglich beeinflusste.
Moskau bestreitet, sich in die US-Wahl eingemischt zu haben. Trump sagt seit Monaten, es habe keine Zusammenarbeit gegeben, und nennt Muellers Ermittlungen regelmässig eine «Hexenjagd». Weder Vertreter von Trumps Anwaltsteam noch Mitarbeiter von Mueller wollten sich laut «NYT» zu dem Fragenkatalog äussern. Die Zeitung bekam ihn eigenen Angaben zufolge von einer Quelle ausserhalb des Anwaltteams.
Mueller wolle mehr darüber herausfinden, wie Trump denkt, was seine Motivation hinter einigen seiner kämpferischsten Tweets war und wie seine Beziehung zu engen Mitarbeitern aussieht, heisst es in dem Zeitungsartikel. Konkret geht es beispielsweise um die Entlassungen von Ex-FBI-Chef James Comey und Trumps ehemaligem Sicherheitsberater Michael Flynn.
Einige der Fragen an Trump lauten dem Bericht zufolge:
Der Fragenkatalog liefere den bisher detailliertesten Einblick in die Mueller-Ermittlungen, schreibt die Zeitung. Es gibt nur wenige Informationen zur Arbeitsweise des Sonderermittlers, Mueller meidet öffentliche Auftritte oder Interviews (mehr zum «Phantom von Washington» lesen Sie hier).
Eine mögliche Befragung Trumps durch Mueller ist seit Wochen Thema. Trump zeigte sich mal selbstbewusst und kündigte an, er wolle unter Eid aussagen. Ein anderes Mal rieten ihm seine Anwälte ab - sie fürchten, Trump könne sich belasten.
Nichts Neues von da: US-Präsident Donald Trump wettert unmittelbar nach der Publikation des NYT-Artikels über alles, was nicht niet- und nagelfest ist.
In einem ersten Tweet regt er sich über die geleakten Fragen auf, um dann festzuhalten, dass Russland darin gar nicht vorkomme.
Und zum Schluss kommt die gute alte Hexenjagd zum Zug.
Die veröffentlichten Fragen zeigen, dass Sonderermittler Mueller seine Ermittlungen erheblich ausgebaut hat, wie CNN analysiert. Und dass er denkt, dass Trump einiges zu erklären hat. Mueller folgt dem Geldfluss und der - auch dies wird in den Fragen deutlich - führt ihn über Trumps Anwalt Michael Cohen zu Trumps Immobiliengeschäften in Russland.
Es ist davon auszugehen, dass diese Fragen nicht alle sind, die Mueller dem US-Präsidenten stellen will.
Die Reaktion Trump lässt darauf schliessen, dass er «den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht», wie die New York Times schreibt. Denn alles dreht sich darin um die Russland-Connection, die Trump offenbar nicht zu erkennen vermag.
(aeg/spon/aar/Reuters)