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Dreikönigskirche Visp VS
Erstmals wird sie im Jahr 1220 als Liebfrauenkirche erwähnt. Der heutige Hauptbau des Gotteshauses, das Kirchenschiff, entstand in den Jahren 1710 bis 1730. Beim Erdbeben von 1855 stürzte das Gewölbe der Kirche ein und zerstörte Orgel, Seitenaltäre und Stühle. Bis ins Jahr 1939 gehörte die Kirche der Burgergemeinde, was ihr auch den Zweitnamen „Burgerkirche“ eintrug. Seit der Restaurierung in den Jahren 1972/73 steht die Kirche unter Bundesschutz.
Granitsäulen tragen eine Vorhalle unter dem Orgelraum.
Zwei Seitenaltäre im Stil des Hochaltars schmücken den Raum. Links sind Grabkreuze mit Wappen alter Visper Familien erhalten. Ein Doppel- oder Lothringerkreuz ist im Wallis kaum heimisch. Es erinnert an die vielen Visper, die als Söldner in fremde Länder zogen und als einfache Soldaten, aber auch als hohe Offiziere ihren Dienst leisteten. Zuweilen hatten sie in feindlichen Heeren gegeneinander zu kämpfen.
Über eine hohe, sich verengende Treppe ersteigen wir das Hochchor mit dem Altar von Giovanni Battista Rappa aus dem Jahr 1724. Rechts zeigen Wandmalereien aus der Zeit von 1600 in wilder Bewegtheit die Darstellung Jesu im Tempel und den Kindermord in Bethlehem. Die während Generationen übermalten Bilder wurden bei der Sanierung in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts wiederentdeckt und aufgefrischt.
Rechts unter den Wandmalereien finden wir eine alte Darstellung des Visper Wappens mit den zwei stehenden Löwen. Vermutlich geht das bereits im 15. Jahrhundert bekannte Zeichen der Löwen auf die Grafen di Biandrate zurück. In kriegerischen und friedlichen Zeiten diente das Wappen dem Zenden und der Burgerschaft Visp als stolzes Zeichen.
Links neben dem Hochaltar ist ein Sakramentshäuschen in die Wand eingelassen. Eine spitzbogige Tuffsteineinfassung umrahmt dieses Bijou aus dem 15. Jahrhundert. Durch das Rautengitter ist die Innenmalerei aus dem 16. Jahrhundert sichtbar.
Unter dem Hochalter führen zwei Bogenöffnungen in die tief in den Boden abgesenkte Krypta „Maria zum Härd“. Hier finden sich Spuren eines Kirchenbaus aus dem 11. Jahrhundert . An der rechten Wand der Krypta unter dem Hochchor ist noch eine Deckennische des ursprünglichen Baues zu erkennen. Die spätere Krypta soll eine Stiftung der Majorissa Isabella di Biandrate sein. Die heutige dreischiffige Ausstattung erhielt der stille Betraum im 17. Jahrhundert.
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