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Während natürliches Ozon in den höheren Luftschichten den Menschen vor schädlicher UV-Strahlung schützt, ist das Ozon in Bodennähe ein aggressives Reizgas. Es entsteht bei intensiver Sonneneinstrahlung aus Stickoxiden (NOx) und Luftsauerstoff (O2). Flüchtige organische Verbindungen (VOC) wie zum Beispiel Lösungsmitteldämpfe intensivieren und beschleunigen diesen Prozess.
Phasen mit hoher Ozonbelastung treten besonders im Sommer auf. Die Luftreinhalteverordnung toleriert jährlich nur eine einzige Überschreitung des Stundenmittelwertes von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter. Ab diesem Wert ist mit gesundheitlichen Reaktionen zu rechnen:
- 120-150 µg/m³: «Deutliche Belastung». Gesundheitliche Beeinträchtigungen können auftreten, vor allem bei Personen mit bereits bestehenden Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Kindern und älteren Menschen.
- 150-180 µg/m³: «Erhebliche Belastung». Bei empfindlich reagierenden Personen sind Schleimhautreizungen von Augen, Nase und Hals wahrscheinlich.
- 180-240 µg/m³: «Hohe Belastung». Die Wahrscheinlichkeit für Schleimhautreizungen ist erhöht.
- Über 240 µg/m³: «Sehr hohe Belastung». Die Wahrscheinlichkeit für Reizungen der Schleimhäute ist stark erhöht.
Quellen
An der Entstehung von Ozon in Bodennähe sind Stickoxide (NOx) und flüchtige organische Verbindungen (VOC), zum, Teil auch Ammoniak beteiligt. Die Stickoxide entstammen vor allem dem motorisierten Verkehr, die flüchtigen organischen Verbindungen entweichen bei Verbrennungsprozessen und beim Tanken ohne Gasrückführungssysteme.
Gesundheitliche Risiken
Ozon ist eines der stärksten Reizgase überhaupt. Es greift beim Menschen vor allem die Atemwege und das Lungengewebe an. Das gesundheitliche Risiko ist abhängig von der Ozonkonzentration in der Luft, der Dauer der Exposition und der körperlichen Anstrengung.
Häufige Auswirkungen von Ozon:
- Reizungen in Nase und Hals
- Husten und Schmerzen beim tiefen Luftholen
- Atemprobleme bei körperlicher Anstrengung und sportlicher Betätigung im Freien
- Reduktion der Lungenkapazität
- Asthmaanfälle
- Verstärkte Reaktion der Luftwege auf andere Reize (Feinstaub, Stickstoffdioxid, Pollen und Milben)
- Zunahme der Krankenhauseinweisungen wegen Lungenkrankheiten
- Erhöhung des Todesfallrisikos infolge von Lungen- und Herzkrankheiten
Tipps
Bei hohen Ozonwerten kann man sich durchaus im Freien aufhalten. Dabei ist es aber ratsam, folgende Tipps zu beachten:
- Körperliche Aktivitäten sollten im Frühling und Sommer auf den Morgen oder späten Abend verlegt werden.
- Personen mit wiederholten Atembeschwerden sollten einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, um die Symptome abklären zu lassen.