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Die globale Erwärmung macht auch vor der Küste der Antarktis nicht Halt. In dieser Woche ist am Pine Island Glacier ein Eisberg mit einer Fläche von 265 Quadratkilometern abgebrochen. Das ist eine Fläche knapp grösser als der ganze Kanton Zug. Der Abbruch des Eisberges vom Gletscher kommt nicht ganz überraschend, verlor doch der Pine Island Glacier in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts rund 4 Gigatonnen Eis pro Jahr (Alfred-Wegener-Institut). Im Jahr 2007 erhöhte sich die Rate auf rund 46 Gigatonnen pro Jahr. Auch in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Eisabbrüchen am Pine Island Glacier, so 2013 und 2015.
Kein direkter Anstieg des Meeresspiegels
Der aktuelle Eisabbruch am Pine Island Glacier führt nicht direkt zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Die abgebrochene Eismasse befand sich bereits vor dem Abbruch als Schelfeis im Wasser. Durch den Abbruch des Eisberges muss aber davon ausgegangen werden, dass früher oder später der Pine Island Glacier sich vom Festland ins Meer vorschiebt. Jener Anteil führt dann wieder zu einem Ansteigen des Meeresspiegels, genauso wie Schmelzwasser das vom Festlandeis ins Meer fliesst.
Nicht nur Lufttemperatur
Das Abbrechen des Eisberges hat nicht nur mit einer Erwärmung der Atmosphäre zu tun. Ebenfalls entscheidend sind die Temperaturen der Meeresströmungen und das herrschende Windsystem. Neuere Forschungen gehen davon aus, dass vor allem wärmeres Tiefenwasser dem antarktischen Schelfeis stark zusetzt.
Im Juli noch grösserer Eisberg abgebrochen
Bereits Mitte Juli löste sich vom sogenannten Larsen-C-Schelfeis eine Fläche von rund 5600 Quadratkilometern. Dabei handelte es sich aber um reines Schelfeis innerhalb einer riesigen Bucht der Antarktischen Halbinsel. Bereits seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts kommt es dort immer wieder zum Abbruch von gigantischen Eisstücken, zuerst in den weiter nördlich gelegenen Gebieten des Larsen-A und Larsen-B-Schelfeises, nun auch im Bereich des Larsen-C-Schelfeises. Einen ganz grossen Abbruch gab es im Februar 2009 als sich am Wilkins-Eisschild rund 14'000 Quadratkilometer Eis selbstständig machten. Dies entspricht ungefähr der doppelten Fläche des Kantons Graubünden, bzw. rund einem Drittel der Fläche der ganzen Schweiz. Auch in den kommenden Jahren muss mit weiteren Eisabbrüchen an der antarktischen Küste gerechnet werden.