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Das umstrittene Lob von Italiens Premier Silvio Berlusconi für
den neugewählten US-Präsidenten Barack Obama sorgt weiter
für Aufregung. Wie italienische Medien gestern berichteten, legte
sich Berlusconi am Rande des EU-Sondergipfels in Brüssel mit einem
US-Reporter an, als dieser vom italienischen Premier wissen wollte,
ob er sich bei Obama entschuldigen werde.
Demnach habe Berlusconi dem Bloomberg-Korrespondenten vorgeschlagen, das
doch selber zu tun. Zudem warf Berlusconi dem verblüfften Reporter
vor, dass nun auch er in "der Liste" jener sei, die ihn bereits am Vortag
für seine Aussage, Obama sei "jung, schön und braun gebrannt",
kritisierten.
Gemeint war Italiens Opposition, die Berlusconi als Dummköpfe
abtat. Im Anschluss verliess Berlusconi den Angaben zufolge die als
Pressekonferenz angesetzte Veranstaltung, wobei er im Hinausgehen
noch lautstark den nach seiner Ansicht fehlenden Sinn für Humor
bemängelt haben soll.
Nicht erster Ausrutscher Berlusconi fiel auf dem diplomatischen Parkett
schon mehrmals durch unkonventionelle Äusserungen auf. So deutete
er 2005 an, der finnischen Präsidentin Tarja Halonen den Hof
gemacht zu haben, damit sie Italien in der EU in einer bestimmten Frage
unterstütze.
"Ich musste all meine Playboytricks nutzen, obwohl ich sie eine Zeit lang
nicht mehr angewendet habe." Die finnische Regierung bestellte daraufhin
den italienischen Botschafter ein und forderte eine Klarstellung.
In Erinnerung geblieben ist nicht zuletzt Berlusconis Antrittsrede
als EU-Ratsvorsitzender im EU-Parlament im Jahr 2003. Damals bot er
dem deutschen Abgeordneten Martin Schulz nach dessen Kritik an seiner
Doppelrolle als Ministerpräsident und Medienunternehmer die Rolle
des Kapo in einem Film über NS-Konzentrationslager an und provozierte
damit einen handfesten Skandal.