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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Peter H. Meurer:
Der neue Kartensatz von 1588 in der Kosmographie Sebastian Münsters
Cartographica Helvetica 7 (1993) 11–20
Zusammenfassung:
Die Cosmographia von Sebastian Münster (1488–1552) wurde 1544 erstmals aufgelegt und erlebte bis 1628 17 Auflagen. Für den zwischen Register und Textteil stehenden Kartenteil der Kosmographie führt der Autor den Begriff «Vortext-Karten» ein, dies als Unterscheidung zu den Karten im Text. Diese Vortext-Karten wurden zum Teil bereits für Münsters Ptolemaeus-Ausgabe (1540) in Holz geschnitten. Das Jahr 1588 markiert einen Einschnitt in der Publikationsgeschichte der Kosmographie, indem die Vortext-Karten in einer völlig neuen Fassung erschienen. Es handelt sich dabei um eine Folge von 26 Karten, die auch in den nachfolgenden deutschsprachigen Ausgaben der Kosmographie beibehalten wurde.
Dieser Beitrag zeigt die Notwendigkeit der Neuillustrierung auf und beurteilt das Ergebnis als Beleg, dass Basel mit dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts in der Kartographie den wissenschaftlichen und technischen Anschluss verloren hat. In einer inhaltlich-quellenkundlichen Analyse wird nachgewisen, dass es sich bei den Karten um Kompilationen handelt. Als mögliche Quelle wird ein Kartensammelband in der Universitätsbibliothek Basel eruiert. Die Frage nach der Provenienz dieses Sammelbandes führt schliesslich zur Hypothese, dass der Neubearbeiter des Kartensatzes in einem späthumanistischen Kreis um Basilius Amerbach (1533–1591) zu suchen ist. Die Vermutung, ein auswärtiger Fachmann wie etwa David Wolkenstein (1534–1592) sei entscheidend beteiligt gewesen, drängt sich hingegen nicht auf.
Die 26 Vortext-Karten aus dem neuen Kartensatz von 1588 werden in einem Kartenkatalog kurz beschrieben und kommentiert.