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Christian ScherrerDoktorand
Doktorand
Curriculum Vitae
Studium der Philosophie (BA) und der Unterrichtsfächer Philosophie/Psychologie und Bildnerische Erziehung (Mag. phil.) an der Universität Wien, der Universität Helsinki sowie der Universität für angewandte Kunst Wien. Studienabschluss mit einer Arbeit zur Konzeption des Ausdrucks in Paul Cézannes Malerei (2016). Anschließend Assistent für Neueste Kunstgeschichte am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien (2016-2018). Seit Herbst 2018 Mitglied der eikones Graduate School.
Aktuelles Projekt
Kritik der Abstraktion
Untersuchungen zur Inkongruenz zwischen Abstraktion und Ungegenständlichkeit in der bildenden Kunst und Kunsttheorie der europäischen Moderne (ca. 1910-1940)
Mein Projekt verfolgt eine Neubestimmung des Abstraktionsbegriffs in der bildenden Kunst und Kunsttheorie der europäischen Moderne. Während in der Kunstgeschichtsschreibung nach dem 2. Weltkrieg zwischen Abstraktion und Ungegenständlichkeit meist nicht (mehr) unterschieden wird, untersuche ich, inwiefern moderne Künstler und Theoretiker in ihren Werken und Schriften zu Auffassungen von Abstraktion gelangten, die von einer solchen begrifflichen Gleichsetzung abweichen. Wo Abstraktion etwa auf visuelle Formen bezogen wurde, die das Gemeinsame aller Individuen einer Klasse von Gegenständen repräsentieren sollen, kann von einer solchen Gleichsetzung nicht die Rede sein.
Im Fokus meiner Untersuchung stehen mehr oder weniger prominente Figuren der Zwischenkriegszeit, wie etwa Georges Bataille, Carl Einstein, Vasilij Kandinskij, Alexandre Kojève, Kazimir Malevič, Piet Mondrian und Wilhelm Worringer. In Analysen von deren theoretischen und künstlerischen Werken gehe ich einer Kritik der Abstraktion im dreifachen Sinn nach: als Korrektur an der gängigen Reduktion von Abstraktion auf Ungegenständlichkeit in der Geschichtsschreibung moderner Kunst; als genaue begriffliche Differenzierung moderner Auffassungen von Abstraktion; und als Versuch, die Kritik der Abstraktion als ein von unterschiedlichen modernen Positionen geteiltes Anliegen zu rekonstruieren.