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In ihrem Dorf in Balthali VDC, Gavrepalanchok District, wird Maya Tamang liebevoll “Dorf-Grossmutter” genannt. Die alleinstehende Frau teilt sich zur Zeit mit zwei Familien eine temporäre Unterkunft.
Sie erklärt uns, dass sie momentan nur zwei Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt, um sicherzustellen, dass die Vorräte auch für die kommenden Monate reichen. “Ich sehe ja auch nicht gerade aus wie jemand, der viel isst”, fügt sie an und lacht, und die ganze Dorfversammlung stimmt in das Lachen des charismatischen Dorf-Originials mit ein.
Doch dann wird sie für einen Moment ernst: “Wisst ihr”, erklärt sie, “obwohl ich jetzt lache und spasse – in der Nacht liege ich oft wach und weine”. Und die Aussage stösst auf Resonanz: “Wir alle sind in der gleichen schwierigen Situation”, fügt jemand an, “wir sind alle noch aufgewühlt und wissen nicht genau, was wir jetzt tun werden”.
Doch die Voraussetzungen für eine langfristige Verbesserung im Dorf sind gut: Vor dem Erdbeben hätten die Männer oft getrunken, erzählt eine der Frauen, und dies habe manchmal zu Streitereien geführt. Jetzt gäbe es kaum noch Auseinandersetzungen, und die Menschen seien näher zusammengerückt. “Anstatt zu streiten, legen wir unsere Kräfte jetzt zusammen, um gemeinsam über die schwierige Zeit hinwegzukommen". "Ja, wir sind uns alle näher gekommen”, fügt die Dorf-Grossmutter an – und lacht.
Text: Manuela Brülisauer, Caritas Schweiz
Foto: Caritas Schweiz