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Hallo Klara Salz
Du hast mir am 20.09.2011 folgende Frage gestellt:
Warum gingen Ritter auf Tuniere?
Dazu kann ich Dir berichten:
Der Bote mit Deiner Frage war wahrlich sehr lange unterwegs. Er besuchte nämlich auf dem Weg zu uns gleich zwei Ritterturniere, und wusste deshalb sehr viel zu erzählen, wer da an den Turnieren teilnahm und wer der jeweilige Sieger war.
Damit hast Du schon eine erste Antwort auf Deine Frage, warum die Ritter zu den Turnieren gehen. Wie bei heutigen Sportanlässen ging es damals dem Ritter darum, sich in den verschiedenen Kampfformen zu messen. Im Gegensatz zu heute war aber das gesellschaftliche Ereignis, d.h. das ein Turnier begleitendes Fest fast noch wichtiger. Denn dort traf sich der Adel um sehen und gesehen zu werden. Um dabei besser erkennbar zu sein entwickelte sich hierbei die Heraldik (die Wappen- und Fahnenkunde); Kenner der einzelnen Wappen waren die Herolde, die die Namen der dazugehörenden Adligen kannten.
Die ritterliche Turnierkultur kannte nicht nur ein Kampfspiel: In den mittelalterlichen Quellen wird zwischen Turnei, Buhurt und Tjost unterschieden.
Das Turnei, im engeren Sinne das Turnier, war die Simulation des Verbandgefechtes der Panzerreiter und wurde in der Regel zwischen zwei Gruppen ausgetragen. Leider kam es immer wieder vor, dass unter den Teilnehmenden es solche gab, die mit dem Gegner offene Rechnungen zu begleichen hatten; berühmt-berüchtigt wurde das Turnier von Châlons 1274, das in einem blutigen Gemetzel ausartete.
Der Buhurt (Gyrum) dagegen war ein Gruppenwettkampf, bei dem es auf reiterisches Geschick ankam; möglichst perfekte Reitkunst war dabei gefragt. Es wurden keine Waffen, sondern in der Regel Stäbe aus Holz eingesetzt.
Der Tjost (Stechen) war der Zweikampf mit der Lanze, der wir aus vielen mittelalterlichen Darstellungen kennen. Obwohl mit stumpfer Lanze gekämpft wurde, kam es immer wieder zu schweren Verletzungen. Nach dem Turniertod von König Heinrich II. von Frankreich 1559 wurde der Tjost verboten.
Siegreiche Ritter durften ihren Turniergegner gefangen abführen und ein Lösegeld einfordern. So hat es Ritter gegeben, die auf Grund ihrer Turniererfolge Berufssportler wurden und von den Lösegeldern recht einträglich leben konnten.

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