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FIFA-Präsident Sepp Blatter ist letzten Freitag extra nach Brasilien gereist, um Präsidentin Dilma Rousseff und den dortigen Parlamentariern das Messer an den Hals zu setzen: Bei der Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften habe Brasilien das Kleingedruckte der AGB, also der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der FIFA, akzeptiert. Darin heisse es, dass in und um die Stadien Bier verkauft werden darf. Oder dass Brasilien die Löhne, Honorare oder Prämien der Fussballer und FIFA-Funktionäre nicht besteuern darf. Der viel gerühmte «Standort-Wettbewerb» ermöglicht es der FIFA, solche Knebelklauseln durchzusetzen.
Missbräuchliche Klauseln erlaubt
Blatter machte Rousseff klar, dass Gesetze gegen missbräuchliche Klauseln im Kleingedruckten für die FIFA nicht gelten. Rousseff ist bereits eingeknickt, und das Parlament soll noch diese Woche das bestehende Alkoholverbot für die Zeit der WM aufheben.
Um Ausschreitungen von enthemmten Fans zu vermeiden, gibt es an den meisten Orten in Brasilien schon längst das, was in der Schweiz erst zur Diskussion steht: Ein striktes Alkoholverbot innerhalb der Stadien und auch in der näheren Umgebung der Stadien.
Doch die FIFA hat vom Sponsor Budweiser, einem US-Bierkonzern, viele Millionen kassiert, mit dem Gegenrecht, an der WM exklusiv und ohne Konkurrenz Bier verkaufen zu dürfen.
Merke: Das Geschäft ist wichtiger als das Risiko grösserer Ausschreitungen. Das Geschäft ist wichtiger als der Respekt vor lokalen Gesetzen. Das Geschäft lässt jegliche Eigenverantwortung der FIFA vergessen.
Grössere Polizeiaufgebote zur Prävention und zum Eingreifen zahlt nicht die FIFA, sondern zahlen die brasilianischen Steuerzahler.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine