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Diamanten sind nicht nur als integriertes Juwel in Ringen, Diademen, Armbanduhren und sonstigen Schmuckstücken eine wahre Zierde, sondern gelten auch für sich genommen als Inbegriff von faszinierender Schönheit und geheimnisvoller Pracht. Für mich als Juwelier – wie auch speziell für viele meiner weiblichen Kunden – sind sie in jedem Fall ein unverzichtbarer Bestandteil einer jeden erlesenen Schmuckauslage oder -schatulle. Wer die Hintergründe für die zeitlose Anziehungskraft des Diamanten als “Juwel der Juwelen” von Grund auf verstehen will, muss indessen weit ausholen: Erste Überlieferungen über die Ursprünge der damals als mystische Kultgegenstände geltenden Edelsteine lassen sich im 4. Jahrtausend vor Christus auf dem indischen Subkontinent ausmachen.
Der Diamant: ein begehrtes Juwel mit tiefen historischen Wurzeln
Indien sollte auch lange Zeit die einzige Weltregion bleiben, in der ein Diamantenvorkommen nachgewiesen konnten, wenngleich das Juwel auch bei den Römern eine gewisse Popularität erlangte und die Kunst des Schleifens ebenfalls hauptsächlich in Europa entwickelt wurde (ca. ab 1500 ausgehend von Deutschland). Trotz der Erschliessung des Seewegs nach Indien und dem einsetzenden Welthandel blieb das Umlaufvolumen anfangs gering; das Juwel wurde folglich vorwiegend im europäischen Hochadel als repräsentativer Schmuck genutzt. Daran änderte auch die erstmalige Entdeckung von Diamanten ausserhalb Asiens – namentlich in Brasilien um 1725 – nichts. Regelrecht revolutionäre Wirkung entfaltete erst das einsetzende “Diamantenfieber” in Südafrika ab 1867, aus dem unter Mitwirkung von so schillernden Namen wie Cecil Rhodes und Ernest Oppenheimer das zwischenzeitliche Monopolunternehmen “De Beers” hervorging.
Juwel mit Geschichte: die Expansion der Diamantenproduktion und ihre Folgen
Durch die Expansion der südafrikanischen Diamantenindustrie konnte das weltweite Produktionsvolumen bis ins frühe 20. Jahrhundert stark gesteigert werden; im Jahr 1913 betrug es so etwa bereits beachtliche 6 Millionen Karat pro Jahr. Um einen damit einhergehenden Wertabfall auszugleichen, setzten die führenden Diamantenhändler später zunehmend auf eine zurückhaltende Angebotspolitik, was jedoch die sinkende Nachfragekurve angesichts der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre nicht zu kompensieren vermochte. Durch eine geschickte Marketing-Strategie, die das Juwel in den 1950ern unter kräftiger Mithilfe von Hollywood und Co. als Inbegriff von Liebe und Beständigkeit in Szene setzte, konnte dieses Zwischentief jedoch langfristig überwunden werden. In den Folgejahrzehnten stieg auch die jährliche Fördermenge wieder rapide an, während der Preis heute vor allem durch steigende Nachfrage aus aufstrebenden Mittelschichten in asiatischen Ländern wie China oder dem Ursprungsort des Diamanten, Indien, gestützt wird.
Flüssiges Gestein, Kohlenstoff und Lava: wie ein Diamant zur Welt kommt
Die hier skizzierte kurze geschichtliche Chronik des Diamanten mag interessant sein und ist gespickt mit zahlreichen Anekdoten, die sich wunderbar vertiefen liessen (vielleicht auch zukünftig in diesem Blog!). Sie lässt jedoch die Frage offen, wie ein solches Juwel nun eigentlich im naturwissenschaftlichen Sinne entsteht. Auch auf diesen Aspekt möchte ich abschliessend der Vollständigkeit halber in aller Kürze eingehen: Diamanten natürlichen Ursprungs werden über einen Zeitraum von Millionen – wenn nicht Milliarden – von Jahren im flüssigen Gestein tief unter der Erde aus Kohlenstoff geformt. Durch Lavaströme werden sie an die Erdoberfläche getragen, dort in Minen abgebaut und gegebenenfalls durch Fachleute verfeinert. Darüber hinaus ist es circa seit den 1950er Jahren technisch aber auch möglich, Diamanten künstlich herzustellen.
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