Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03190.jsonl.gz/39

Lungenkrebs ist in der Schweiz nach wie vor eine der tödlichsten Krebsarten: Jährlich erkranken in der Schweiz rund 4700 Menschen neu an Lungenkrebs, etwa 3300 sterben daran. Während die Erkrankungsfälle bei den Männern etwas rückläufig sind, steigen sie bei den Frauen an. Die Krankheit wird oft zufällig und erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, weil Lungenkrebs zu Beginn keine spezifischen Symptome verursacht. Um Lungenkrebs frühzeitig zu erkennen, ist die niedrigdosierte Computer-Tomografie (LDCT) aktuell die beste Methode.
Lungenkrebs-Screenings für die Schweiz?
In Europa haben bisher nur eine Handvoll Länder ein Pilotprogramm zur systematischen Früherkennung von Lungenkrebs eingeführt, z.B. Polen und einige Regionen Grossbritanniens; Kroatien ist das einzige Land, das über ein etabliertes nationales Programm verfügt. Die EU-Gesundheitskommission empfiehlt ihren Mitgliedstaaten jedoch seit Kurzem, die Einführung von Lungenkrebs-Screenings mittels LDCT zu prüfen. Wäre diese Massnahme auch für die Schweiz sinnvoll? Das unabhängige Expertengremium Krebsfrüherkennung ist dieser Frage bereits nachgegangen und hat heute einen entsprechende Empfehlung publiziert. Es schlägt vor, für Risikogruppen ein Screening mittels niedrigdosierter Computertomographie anzubieten.
Zugangsgerechtigkeit garantieren
Die Krebsliga unterstützt die Meinung des Expertengremiums, dass Risikogruppen in der Schweiz Zugang zu Lungenkrebs-Screenings haben sollen und dass dafür systematische Screening-Programme eingeführt werden müssen. Ohne solche systematischen Programme ist die Zugangsgerechtigkeit nicht gegeben. Gerade Risikopersonen, die aus einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen stammen, entscheiden sich eher für eine solche Untersuchung, wenn diese franchisebefreit ist. Das könnte der Fall sein, wenn die Untersuchung im Rahmen eines Screening-Programms durchgeführt wird.
Risikopopulation grosszügig definieren
Das Expertengremium verzichtet auf eine genaue Definition der Zielgruppe, weil sich aus wissenschaftlicher Sicht keine klaren Kriterien dafür ableiten lassen und mehrere Szenarien vertretbar sind. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe begleitet aktuell in der Schweiz die Einführung eines Programms zur Früherkennung von Lungenkrebs und unterstützt die Umsetzung von Pilotprogrammen. Für die Krebsliga wäre im Rahmen der künftigen Umsetzung eine breite Definition der Risikopopulation wünschenswert, z.B. für Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren und Personen, die 20 Jahre lang mindestens 20 Zigaretten pro Tag geraucht haben. Alle Risikopersonen, die von einem Lungenkrebs-Screening profitieren können, sollen damit erreicht werden.
Unterstützung beim Rauchstopp
Das Expertengremium betont in seinen Empfehlungen, dass Risikopersonen beim Rauchstopp unterstützt werden sollen: «Unterstützung bei der Raucherentwöhnung nach dem neuesten Stand des Wissens sollte Risikopersonen immer angeboten werden, unabhängig davon, ob sie sich für oder gegen ein Screening entscheiden».
Ein entsprechendes Angebot bietet die Rauchstopplinie der Krebsliga Schweiz. Die Beraterinnen und Berater der Rauchstopplinie sind Profis, wenn es darum geht, einen Rauchstopp richtig vorzubereiten und eine geeignete Aufhörmethode zu wählen. Sie haben schon Tausenden Raucherinnen und Rauchern geholfen.
Das kostenlose, evidenzbasierte Coaching ist in mehreren Sprachen verfügbar, darunter auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Die Nummer der Rauchstopplinie steht auf jeder Zigarettenpackung: 0848 000 181. Anmeldungen sind auch möglich unter www.rauchstopplinie.ch.