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Roger Federer verliert gegen Milos Raonic erstmals in seiner Karriere einen Wimbledon-Halbfinal. Der Schweizer unterliegt nach einem grossen Kampf in fünf Sätzen 3:6, 7:6 (7:3), 6:4, 5:7, 3:6.
Das vorentscheidende Break zum 5:7 im vierten Satz kassierte Federer nach einer 40:0-Führung unter anderem nach zwei Doppelfehlern. Zu diesem Zeitpunkt war Federer der stärkere Spieler, danach bekam der 25-jährige Kanadier Oberwasser. Der einzige Aufschlagdurchbruch des fünften Satzes gelang ihm zum 3:1.
Zuvor hatte Federer in seinem zehnten Halbfinal in Wimbledon nach einem etwas wackligen Start immer besser ins Spiel gefunden. Bereits das Break zum 1:3 im ersten Satz war äusserst ärgerlich und vermeidbar gewesen. Nach einer 30:0-Führung beging er vier Fehler in Serie - am Ende seinen ersten von bis zum Ende fünf Doppelfehlern. Im Tiebreak des zweiten Satzes schien Raonic in seinem dritten Grand-Slam-Halbfinal erstmals die Last der grossen Bühne zu spüren. Der Kanadier, der eine exzellente Tiebreak-Bilanz hat (in diesem Jahr 20:5), spielte zögerlich und fehlerhaft und erleichterte Federer so den Satzausgleich.
Im dritten und vierten Durchgang diktierte der 34-jährige Basler das Geschehen mehrheitlich. Zum 4:3 schaffte er sein erstes - und bis zum Ende einziges - Break gegen den Kanadier, der regelmässig mit 230 km/h aufschlug. Im vierten Satz hatte er beim Stand von 2:2 zwei Möglichkeiten, bei 4:4 nochmals eine. Raonic liess ihm aber kaum eine Chance. Als alles auf ein weiteres Tiebreak zusteuerte, leistete sich Federer eine seltene Konzentrationslücke. Ausgerechnet sein zweiter Aufschlag liess ihn im Stich. Nachdem der gebürtige Montenegriner im fünften Satz gleich weiter davongezogen war, gab es keinen Weg zurück, zumal Federer im Game zum 1:3, als er seinen Aufschlag abgab, noch auf sein bereits lädiertes Knie fiel.
Nach kurzer Pflege konnte er zwar weiterspielen, ein wenig besorgt war er dann aber doch. Den entscheidenden Breakball verwertete Raonic mit einem brillanten Passierball nach einem spektakulären Ballwechsel. Federer betonte jedoch, dass es auch sonst sehr schwierig geworden wäre, im fünften Satz nochmals ins Spiel zu kommen. Er werde nun schauen müssen, wie sich das Knie bis am Samstag entwickle. Er hoffe aber, dass nichts Schlimmes passiert sei.
In seinem ersten Grand-Slam-Final trifft Raonic am Sonntag auf den Schotten Andy Murray, der Tomas Berdych in drei Sätzen keine Chance liess.
sda-ats