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Mauritius
18.6. - 23.6. 2016
Amtssprachen: Englisch und Französisch
Hauptstadt: Port Louis
Staatsform: Parlamentarische Republik
Staatspräsidentin: seit Juni 2015 Ameenah Gurib (eine Frau!)
Fläche: 2.040 km²
Einwohnerzahl: 1.296.303 (2013)
Bevölkerungsdichte: 635 Einwohner pro km²
Währung: Mauritius-Rupie (MUR) (100 MUR = 2.84 SFr., am 23.6.16)
Unabhängigkeit: 12. März 1968 (vom Vereinigten Königreich)
Mauritius ist ein Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans ungefähr 870 Kilometer östlich von Madagaskar. Das afrikanische Festland befindet sich etwa 1700 Kilometer, das französische Übersee-Département La Réunion etwa 200 km westlich von Mauritius.
Der Staat Mauritius besteht aus zwei grossen und mehreren kleineren Inseln: Auf Mauritius selbst, der grössten Insel des Staates, liegt die Hauptstadt Port Louis.
Klima
Mauritius liegt auf der Südhalbkugel. So sind die Jahreszeiten denjenigen auf der Nordhalbkugel entgegengesetzt. Aufgrund der Lage in den sommerfeuchten Tropen beträgt die Durchschnittstemperatur an der Küste um 23,3 °C und auf den Höhen um 19,4 °C. Die relative Feuchte schwankt um 80 %. Dabei ist der Winter (Juni bis Oktober) die trockenste, der Sommer (Dezember bis April) die feuchteste Jahreszeit. Auffällig sind die Kontraste zwischen Ost- und Westküste: Während die Ostküste im direkten Einflussbereich der SO-Passatwinde liegt, ist die Westküste gut geschützt im Regenschatten (Lee) der Gebirge.
Über dem südwestlichen Indischen Ozean (SW-Indik), in dem Mauritius liegt, werden jährlich durchschnittlich ca. 15 tropische Stürme beobachtet.Die Zyklonsaison dauert auf Mauritius vom 15. November bis 15. Mai. Nicht jeder Sturm erreicht das Zyklonstadium (Windgeschwindigkeiten > 118 km/h), nicht jeder Sturm zieht über die Insel hinweg. Häufiger streifen sie Ausläufer mit starker Bewölkung, zunehmendem Wind und hohem Wellengang an der Küste.
Mauritius ist vulkanischen Ursprungs.
Der höchste Berg auf Mauritius ist mit 828 m der Piton de la Petite Rivière Noire.
Flora und Fauna
Vor Ankunft des Menschen gab es ausser Fledertieren keine landbewohnenden Säugetiere. Heute sind viele Fledermaus- und Flughund-Arten auf der Insel heimisch.
Durch den Menschen wurden zahlreiche Tierarten eingeführt, darunter Ratten, Mäuse, Mangusten, der Mähnenhirsch und der Javaneraffe.
Auf Mauritius gibt es zudem über 100 Vogelarten, insbesondere die endemischen Arten sind durch Habitatveränderungen und die eingeführten Säugetiere teilweise stark bedroht oder bereits ausgestorben. Der bekannteste Vogel ist der auch im Wappen der Insel vertretene Dodo, der bereits um 1690 ausgerottet war.
Wie auf vielen Inseln des westlichen Indischen Ozeans gab es auch auf Mauritius Riesenschildkröten, diese starben aber gegen 1800 aus. Zu den sonstigen Reptilien gehören vor allem Geckos und Skinke (Salamander).
Von den 670 Arten von Blütenpflanzen ist etwa die Hälfte endemisch. Grosse Teile der Insel waren ursprünglich von Regenwald bedeckt. Das endemische Malvengewächs Trochetia gilt als Nationalblume.
Bevölkerung
Etwa 60 % der Einwohner stammen vom indischen Subkontinent. Ein grosser Teil der übrigen Bevölkerung sind sogenannte Kreolen (ehemalige Sklaven aus Afrika und Madagaskar, mit anderen Gruppen, vor allem Europäern, vermischt). Gut sechs Prozent der Mauritier sind chinesischer Abstammung, die weisse Minderheit ist etwas kleiner. Ureinwohner gibt es nicht, da Mauritius vor der Kolonialisierung unbewohnt war und nur gelegentlich von arabischen Seefahrern besucht wurde.
Sprachen
Morisyen, eine Kreolsprache, die auf dem Französischen basiert, wird von fast der gesamten Bevölkerung im Alltag verwendet und von über 80 % als Muttersprache gesprochen. Es gibt Bestrebungen, Morisyen einen offiziellen Status zu geben. Daneben wird auch ein Gemisch aus nordindischen Sprachen und Dialekten gesprochen, das dem Hindi ähnelt, sowie Sprachen aus Südindien, vor allem Tamil. Die Chinesen sprechen zum Teil noch verschiedene südchinesische Dialekte. Eine weitere verbreitete Sprache ist Englisch, während Französisch weiterhin die Muttersprache der Oberschicht ist, obwohl die Franzosen das Land schon seit über 200 Jahren nicht mehr beherrschen. Das Französische beherrscht die Massenmedien und den öffentlichen Raum. Die Stellung des Französischen wird auch durch das verwandte Morisyen gestärkt, das die meisten Einwohner sprechen.
Religionen
Die am weitesten verbreitete Religion ist der Hinduismus, dem 50 % der Bevölkerung angehören. Zum Christentum bekennen sich etwa 32,5 % der Bevölkerung, wobei 27 % katholisch und etwa 5,5 % Protestanten sind. Fast alle der etwa 17 % Muslime sind Sunniten. Buddhisten stellen etwa 0,2 % der Bevölkerung. Die grosse Mehrheit der Hindus und Muslime wird von den indischen Arbeitern gebildet, die von den Briten nach Abschaffung der Sklaverei auf die Insel geholt und auf den Zuckerrohrplantagen eingesetzt wurden.
Geschichte
Portugiesische Zeit (1505–1598)
Entdeckt von Europäern wurde die Insel 1505 vom Portugiesen Pedro Mascarenhas. An ihn erinnert noch heute der Name der Inselgruppe der Maskarenen (bestehend aus Mauritius, Rodrigues und Réunion). Die Portugiesen nutzten die Insel jedoch nur als Stützpunkt und nicht als Kolonie.
Niederländische Zeit (1598–1710)
Der Admiral Wybrand van Warwick nahm die Insel 1598 für Holland in Besitz und benannte sie nach dem Prinzen Moritz von Oranien (ndl. Maurits, lat. Mauritius). Von 1598 bis 1710 war Mauritius in niederländischem Besitz. Besiedelt wurde sie erst 1638 von den Niederländern. Frankreich nahm im selben Jahr die benachbarten Inseln Rodrigues und Réunion in Besitz. Zahlreiche Gouverneure wurden als Oberhäupter der Insel eingesetzt, doch viele Belastungen und Nöte, wie Zyklone, Dürren, Schädlingsplagen, Nahrungsmangel und Krankheiten, forderten ihren Tribut und 1710 wurde Mauritius von den Niederländern schliesslich aufgegeben. In der Folgezeit setzten sich Seeräuber auf Mauritius fest. Sie operierten immer dreister im Indischen Ozean und fügten der Handelsschifffahrt erheblichen Schaden zu. Die Handelsmacht Frankreich griff ein und kämpfte gegen das gut organisierte Piratentum. Die Insel war fast vollständig abgeholzt und die Tierbestände (wie der Dodo) ausgerottet oder stark dezimiert.
Französische Zeit (1715–1810)
Im Jahr 1715 wurde die Insel von den Franzosen erobert, die die Insel in „Île de France“ umbenannten. Mahé de Labourdonnais war von 1734 bis 1746 Gouverneur von Mauritius und gründete 1735 Port Louis und errichtete dort den Gouverneurssitz. Eigentümerin des Eilands war bis zu ihrem Bankrott im Jahr 1767 die Französische Ostindienkompanie. Sie liess Zuckerrohrplantagen von Sklaven aus Ostafrika und Madagaskar anlegen und bewirtschaften. Ab 1767 war die Insel französische Kronkolonie.
Britische Zeit (1810–1968)
1810 besetzten die Briten unter Kommodore Josias Rowley nach einem erfolgreichen Feldzug gegen Frankreich die Insel und benannten sie wieder in Mauritius um. Auch Rodrigues fiel dauerhaft in britische Hände, während das ebenfalls eroberte Réunion nach dem Krieg an Frankreich zurückgegeben wurde. Ab 1814 war Mauritius britische Kronkolonie und gehörte zum Britischen Weltreich. Die britischen Besatzer nahmen nur wenig Einfluss auf Geschehen und Verhältnisse auf der Insel. Viele Einflüsse der Franzosen blieben daher erhalten, wie zum Beispiel die französische Sprache.
Im 19. Jahrhundert setzte eine Masseneinwanderung aus Indien ein, nachdem die britische Kolonialmacht ab 1835 die Sklaverei verboten hatte und die Mehrzahl der freigelassenen Sklaven nicht bereit waren, für die neuen Kolonialherren auf den Feldern zu arbeiten. Ab 1871 wurde für sogenannte „Kontraktarbeiter“ ein Einwanderungsstopp verhängt, weil auf den Plantagen tätige Inder inzwischen einen Bevölkerungsanteil von sechzig Prozent erreicht hatten. Wegen der Monokultur war die Wirtschaft auf der Insel von der Entwicklung des Zuckerrohr-Weltmarktpreises besonders abhängig.
Die Krise der Zuckerrohrindustrie auf Mauritius Ende des 19. Jahrhunderts führte zur Abwanderung eines grossen Teils seiner Bevölkerung.
Die Bevölkerung blieb trotz einer mehr als 150 Jahre dauernden britischen Herrschaft durch die Abstammung der herrschenden Oberschicht bis heute französisch geprägt.
Unabhängigkeit seit 12. März 1968
Ab 1958 bereitete Grossbritannien Mauritius zusammen mit Rodrigues auf seine Selbstständigkeit vor. Das allgemeine Wahlrecht und politische Autonomie wurden eingeräumt. Nach 150 Jahren britischer Herrschaft wurde Mauritius am 12. März 1968 unabhängig.
Am 12. März 1992 wurde Mauritius nach Einführung einer neuen Verfassung eine Republik.
Seit der Unabhängigkeit ist Mauritius eine der wenigen stabilen repräsentativen Demokratien in Afrika mit freien Wahlen und Garantien für Menschenrechte innerhalb des Staates.
Homosexuelle Handlungen sind auf Mauritius gesetzlich verboten. Der „Sittlichkeits-Artikel“ 250 sieht für gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte bis zu fünf Jahre Gefängnis vor. Allerdings findet das Gesetz bei einvernehmlichen Handlungen zwischen Erwachsenen nur selten Anwendung.
Die stabile politische Lage auf der Insel nach der Unabhängigkeit zog in hohem Masse ausländische Investoren an, was Mauritius eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Afrikas einbrachte. In den letzten Jahren wurde das Wirtschaftswachstum durch Naturkatastrophen und fallende Zuckerpreise stark verlangsamt, was zu Protesten aufgrund des Lebensstandards der überwiegend kreolischen Bevölkerung führte. Der Rohrzucker, der auf fast 90 % der kultivierten Fläche angebaut wird, ist einer der Hauptarbeitgeber von Mauritius. Die Textilindustrie, ein wichtiger Wirtschaftszweig, ist aufgrund von limitierten Exportquoten unter Druck geraten. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Tourismus, im Jahr 2008 kamen ca. 930.000 Besucher. Mauritius gehört seit dem Erlangen der Unabhängigkeit im Jahre 1968 zu den etwa 25 Staaten ohne Militär. Der ehemalige Militärflugplatz im Südosten der Insel wurde daher zu einem zivilen internationalen Flughafen umgebaut.
Verkehr
Als Überbleibsel der englischen Kolonialzeit gilt auf Mauritius der Linksverkehr. Der grösste Teil des Verkehrs auf Mauritius wird über das 1600 Kilometer lange Strassennetz abgewickelt, von dem der grösste Teil asphaltiert ist. Viele Strassen sind jedoch eng und manche auch baufällig. Von Nord nach Süd verläuft die Hauptverbindung, eine Art Autobahn, die M2, von dem kleinen Badeort Grand Baie über die Hauptstadt Port Louis zum internationalen Flughafen in Grand Port.
Der öffentliche Nahverkehr besteht aus einem engen Netz von Buslinien, die regelmässig verkehren, aber durch die vielen Bus-Stopps sehr langsam vorankommen. Einige wenige Fernverbindungen kommen schneller voran. Der Sicherheitsstandard in Mauritius schreibt vor, dass im Bus nur so viele Menschen transportiert werden dürfen, wie es Sitzplätze gibt. Zu Stosszeiten warten häufig Grossraumtaxis an den Haltestellen, um Gäste schneller und bequemer zu transportieren.
Zur Insel Rodrigues gibt es tägliche Flugverbindungen.
Strukturwandel
Vor der Unabhängigkeit war die Wirtschaft fast vollständig vom Zuckerrohranbau abhängig. Inzwischen besteht auch eine Industrie-, Bank- und Tourismusbranche, was zu dem relativ hohen Lebensstandard führte. Insbesondere die Edelsteinschleiferei hat sich zu einem wichtigen Industriezweig entwickelt.
Briefmarken
Weiterhin ist Mauritius für seine Briefmarken berühmt, die Rote und Blaue Mauritius (im Englischen allerdings als der „Red Penny“ und der „Blue Penny“ bekannt). Sie wurden 1847 gedruckt, als Mauritius als fünftes Land der Erde begann, Briefmarken zu benutzen. Sie sind heute sehr selten und daher auch sehr wertvoll.
Sport
Die Insel bietet ein reichhaltiges Sportangebot sowohl für Einheimische als auch für Touristen. Die geografischen Gegebenheiten machen es zu einem Paradies zum Bergwandern, Tauchen, Schnorcheln, Fischen, Jagen, Segeln, Surfen und Kitesurfen.
Samstag, 18. Juni 2016: Mauritius, Port Louis
Wir haben beide 12 Stunden tief und fest am Stück geschlafen. Am morgen, als wir erwachen, ruckt und zieht die MABUHAY an ihren Leinen. Wir haben Angst, dass sie sich an den scharfen Kanten der Hafenmauer verletzt. Man hat uns gesagt, dass der Katamaran „Happy Planet“ heute die Marina verlässt und wir könnten an seinen Platz gehen. Wir fragen bei den Leuten des Katamarans nach und die teilen uns mit, dass sie erst am Mittwoch wegfahren werden. Also, entscheiden wir uns, wie uns der Marinachef gestern empfohlen hatte, „im Päckchen“ an die „Flomaida“ anzulegen. Um 11h liegen wir fest und sicher im Päckchen an der „Flomaida“ von Dagmar und Christoph, aus Deutschland, die wir seit den Malediven kennen. Sie sind im Moment zu Hause in Deutschland.
Paul schmeisst als erstes einmal einen seiner Croqs ins Wasser und muss ihn mit dem Bootshaken wieder herausfischen. Er betont hoch und heilig, dass die MABUHAY heute noch nicht geschrubbt wird. Er installiert den Wasserschlauch und will eine ½ Stunde später anfangen zu schrubben. Als er das Wasser aufdreht, platzt der Schrumpfschlauch (vor 2 Jahren in Frankreich gekauft) an einer Stelle. Der Skipper investiert eine ganze Stunde, den Schlauch zu reparieren, d.h. ihn an der defekten Stelle zu kürzen. Nachdem er dies getan hat, wird der Wasserhahn wieder aufgedreht und der Schlauch platzt wieder, diesmal aber an diversen Stellen. Psst, ich darf nicht lachen!!! Der Schlauch wird entsorgt und der neue Schrumpfschlauch kommt in Betrieb!!! Zum Glück hält dieser. Paul schrubbt etwa die Hälfte des Schiffes ausgiebig. Dabei tritt er rückwärts in den Wasserkessel…
Ich bin damit beschäftigt, die Händler die kommen, abzuwimmeln. Ständig will einer was von uns. Einer will Wäsche zum waschen, ein anderer will uns Schiffsersatzteile verkaufen ein dritter bietet uns Touren an und ein vierter ist Taxidriver. Oh Mann, ist das mühsam! Ein Inder, der hier auch ein Schiff hat, bietet uns auch seine Dienste an. Er heisst Sunil und holt mit seinem Roller 7 Kilo Gas für uns. Er will nichts dafür haben, er mache das einfach so. Er kennt auch einen Schreiner, der am Dienstag zu uns kommen will, um den Schaden am Holz, den wir aus den Malediven mitgebracht haben, zu reparieren. Gegen Abend kommt einer der heisst Robin. Er sagt uns, er habe eine Schwester in Unterwasser (Kanton St.Gallen) die dort mit einem Schweizer verheiratet sei. Er sei schon etwa 14 Mal in der Schweiz gewesen. Robin will uns unbedingt irgendwohin fahren, er sei Touroperator. Er hole uns abends um 19h ab und fahre mit uns in die „Grande Baie“ zum Lobster essen. Ich teile ihm mit, dass wir keine Lobster oder Meeresfrüchte essen. Also dann will er morgen Sonntag, etwas mit uns unternehmen. Ich teile ihm mit, dass wir morgen keine Zeit hätten, das Schiff müsse geschrubbt und in Ordnung gebracht werden. Grundsätzlich seien wir aber schon interessiert, mit ihm eine Tour zu unternehmen.
Den ganzen Nachmittag regnet es immer wieder ganz kurz und leicht.
Sonntag, 19. Juni 2016: Mauritius, Port Louis
8h30, wir sind gerade fertig mit dem Frühstück, steht Robin da und will wieder mit uns irgendwohin. Mann, das nervt uns aber! Ich erkläre ihm, dass wir heute nicht weg wollen, höchstens am Nachmittag ein wenig in der Stadt spazieren gehen. Ich sage ihm, er soll uns einen Vorschlag von einer Tour unterbreiten mit Zielen und Preisen. O.K. er will heute Abend um 17h kommen und uns einen Vorschlag machen. Während ich mich mit Robin herumschlage, putzt Paul das Cockpit innen und aussen. Dabei haut er sich am Baumende den Kopf an und das Blut läuft ihm über das Gesicht. Ich verarzte ihn und klebe ihm ein schönes Pflaster auf die Schramme auf der Stirne. Mensch, ist das aufregend hier!
Am Nachmittag schlendern wir ein wenig durch die Stadt um uns zu orientieren. Bei einem kleinen Chinesen-Snack-Lädchen trinken wir eine Cola und schauen zu, wie die Männer kommen und eine einzelneZigarette kaufen!
Es ist fast 17h30 als Robin kommt. Er hat keinen Tour-Vorschlag ausgearbeitet, aber einen saftigen Preis für eine 4-Tages-Tour. Er trinkt zwei Dosen Bier und langt bei den Erdnüssen zünftig zu. Nach etwa 1¼ Stunden und langen, zähen Verhandlungen einigen wir uns endlich auf etwa 1/3 des ersten Preises. Nur wissen wir noch nicht, wann wir diese Reise antreten werden. Wir wollen ja hier das kaputte Holz reparieren lassen, von dem Crash-Schaden in den Malediven. Bevor das nicht erledigt ist, wollen wir nicht unterwegs sein. Robin ist Hindu und hat indische Wurzeln. Seine Vorfahren kamen als Plantagenarbeiter nach Mauritius.
Montag, 20. Juni 2016: Mauritius, Port Louis
Paul ist wieder ist am schrubben wie verrückt, hat keine Ruhe bis alles blitzt! Wenn er nur nicht ständig in die offenen Luken, die er selber geöffnet hat, Wasser ins Schiff spritzen würde!
Am Nachmittag rufen wir Rashid, den pakistanischen Taxifahrer an. Mit ihm fahren wir in zwei verschiedene Schiffszubehörläden. Paul braucht ein paar Teile, aber leider werden wir nicht fündig. Auf dem Rückweg hält Rashid bei einem kleinen Supermarkt an, wo wir Eier und ein paar Kleinigkeiten kaufen. Mmm…, wunderschöne, grosse und vor allem sehr gute Eier. Uns schaudert, wenn wir an die scheusslichen Eier der Malediven zurück denken…
Rashid verspricht uns, morgen ein frische Baguettes zum Schiff zu bringen. Ehrlich gesagt, ich glaube nicht so recht daran.
Wir liegen direkt vor dem Hotel Labourdonnais. Beim Eingang stehen 5 Fahnenmasten. Rechts sind die Indische und die Französische Flagge aufgehängt, links eine Hotelflagge und die von Mauritius. Und in der Mitte, he? Wer hat's erfunden??? Ja genau, die Schweizer. Auf meine Frage, weshalb hier eine Schweizerfahne weht sagt mir der Marinamanager, dass der Hoteldirektor ein Schweizer sei. Eine Angestellte die ich frage sagt, das sei für wichtige Gäste. Aber die Fahnen sind genau gleich, seit zwei Wochen!
Dienstag, 21. Juni 2016: Mauritius, Port Louis
Schönes und warmes Wetter, obwohl hier heute Winteranfang ist. Und Rashid bringt uns doch tatsächlich zwei Baguettes, und er schenkt sie uns sogar. Ich schäme mich jetzt ein wenig, an ihm gezweifelt zu haben. Rashid ist Mauritianer mit pakistanischen Wurzeln. Seine Vorfahrren wurden als Sklaven von Pakistan mach Mauritius verkauft, wo sie in den Zuckerrohrfeldern arbeiten mussten. Als die Sklaverei aufgehoben wurde, blieben sie in Mauritius. Wir möchten neue Lukenabdeckungen machen lassen und Patrick kommt um die Masse zu nehmen. Einen Preis konnte er uns nicht nennen, wollte aber eine Anzahlung von 1000 Rupien (ca. 28 Franken) haben. Mal schauen was dabei raus kommt. Irgendwann am Nachmittag kommt Robin, mit dem wir eine 4-Tagestour machen wollen. Er bringt uns eine Flasche Litschi-Wein. Die soll 15 € kosten. Wir hätten doch gesagt, wir möchten eine haben. Dabei hat er uns am Sonntag bei der Tourenverhandlung von sich aus gesagt, er bringe uns eine Flasche Litschi-Wein mit.
Heute morgen um 9h hätte der Schreiner Franky für die Holzarbeiten kommen sollen, aber er ward den ganzen Tag nicht gesehen!
Mittwoch, 22. Juni 2016: Mauritius, Port Louis
Richtig schönes und warmes Wetter. Wir warten bis um 10h auf Franky, den Schreiner. Aber dann reicht es uns und wir suchen und finden ihn, auf einem anderen Schiff arbeitend. Wir fragen ihn, wieso er denn gestern nicht wie abgemacht, zu uns gekommen sei. Scheinbar lag da ein Missverständnis vor. Jemand hatte ihm schon am Samstag gesagt, dass wir einen anderen Schreiner für diesen Auftrag nehmen würden. Wir versichern ihm, dass das überhaupt nicht stimmt und nun will er am Freitagnachmittag um 14h kommen, um mit der Arbeit zu beginnen. Wir sind gespannt!
Patrick teilt uns telefonisch den Preis für die Fensterabdeckungen mit: 3500 Rupien (100 SFr.). Wir geben das OK, der Schneider soll mit der Arbeit beginnen. Am Nachmittag kommt Patrick vorbei und sagt uns, der Schneider habe sich geirrt, der richtige Preis sei 6500 Rupien (185 SFr.) und wir müssten 3000 Rupien (ca. 85 SFr.) Anzahlung leisten. Wir schnappen nach Luft und sagen den Deal ab! Und Patrick will jetzt 500 Rupien (ca. 15 Sfr.)für die Vermittlung haben, wir geben ihm 300 Rupien, etwa 9 Sfr.
Donnerstag, 23. Juni 2016: Mauritius, Port Louis
Wir warten bis um 10h30 auf den Kostenvoranschlag für eine neue Arbeitsplatte in der Küche. Aber keiner kommt. Versprochen war zwischen 9 und 10h. Also bis jetzt können wir die Zuverlässigkeit der Handwerker hier noch nicht so besonders rühmen. Morgen ist es eine Woche her, seit wir in Mauritius sind und wir haben noch nicht sehr viel erledigen können.
Unsere Nikon- Fotokamera will nicht mehr. Wir gehen in die Stadt und suchen einen Nikon-Laden.
Dort ist man sehr freundlich, kontrolliert die Kamera, entdeckt und behebt den Fehler und das alles kostenlos! Wir schlendern durch Chinatown und finden sogar eine neue Eieruhr. Die Chinesische, die wir in Sumatra gekauft hatten, hat ganze 2 Tage gehalten und seitdem haben wir keine mehr gefunden. Wir hoffen, dass die neue, auch wieder eine Chinesische, länger hält. Und wir kaufen 3 Paar Crocs. Nein, keine Originalen, ein Paar für mich, 2 Paar für den Chef, als Reserve, falls wir wieder mal einen Schuh ins Meer schmeissen. Auch ein neues Ladekabel für den i-Pad finden wir., und zwar in einem winzigen Lädchen, das vollgestopft ist mit Handy-Zubehör. Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein gutes Sunda-Eis bei Mc Donald's und kehren zufrieden von diesem erfolgreichen Einkaufsbummel zurück zur MABUHAY. Heute war ein wunderbar schöner, warmer (25°) Tag, ohne einen Tropfen Regen.