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CSI: Wie werden die Sklaven befreit?
Franco Majok: CSI befreit versklavte Menschen durch arabische Händler, die sie in Gruppen von etwa 150 befreiten Personen zurück in den Südsudan bringen. Zum einen bieten die Händler den Sklavenhaltern im Sudan Kuhimpfstoffe im Wert von durchschnittlich 55 Franken an, um einen Menschen aus der Sklaverei freizubekommen. Es kommt auch vor, dass Betroffene zu den Befreiern fliehen, wenn sie erfahren, dass sich einer in ihrer Nähe befindet.
Wie viele Menschen möchte CSI dieses Jahr im Sudan aus der Sklaverei befreien?
2021 werden wir voraussichtlich total 1500 Sklaven befreien.
Was schätzen Sie, wie viele SüdsudanesInnen im Sudan versklavt sind?
Das ist schwer zu sagen. Die meisten Sklaven im Sudan befinden sich in abgelegenen Gebieten, wo sie in der Landwirtschaft und im Haushalt arbeiten müssen. Arabische Befreier und befreite Sklaven versichern uns, dass noch viele Menschen aus dem Südsudan in der Sklaverei leben. In den nächsten vier bis fünf Jahren sollten wir einen klareren Überblick über deren Anzahl erhalten.
CSI befreit seit 1995 versklavte Menschen im Sudan. Ist bekannt, dass jemals eine befreite Person erneut versklavt wurde?
Das ist nach unserem Kenntnisstand bisher nicht vorgekommen. Durch die Intervention von CSI erfuhr die Welt, dass es im Sudan Sklaven gibt. Zudem hat CSI dazu beigetragen, weitere Entführungen von Menschen aus dem heutigen Südsudan zu verhindern.
Wurden seit dem Friedensabkommen von 2005 zwischen dem Norden und dem Süden des Sudans keine Menschen aus dem Süden mehr versklavt?
Nein. Die Personen, die CSI heute befreit, waren allesamt vor dem Friedensabkommen verschleppt worden.
Was ist die Vision von CSI?
Wir werden nicht ruhen, bis alle versklavte Menschen befreit und in den Südsudan zurückgekehrt sind.
Interview: Reto Baliarda