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Von 1309 bis 1377 hatten die Päpste in Avignon residiert, das Papsttum unter französischem Einfluss gestanden. Nun war Papst Gregor XI. nur ein Jahr nach seiner Rückkehr gestorben. Ein neuer Papst musste gewählt werden. Und die Römer forderten vor dem Papstpalast mit Sprechchören einen Papst aus ihren Reihen. So wurde am 8. April 1378 zwar kein Römer, aber immerhin ein Italiener gewählt. Urban VI. hielt man allerdings selbst bei Hofe für geistes-gestört.
Prompt erkärten spanische und französische Kardinäle im Juli die Wahl für ungültig und wählten am 20. September 1378 Robert von Genf zum Papst Klemens VII. Damit hat die katholische Kirche plötzlich zwei Päpste. Die Italiener und die Deutschen standen zu Urban. Die Franzosen und Spanier zu Klemens. Und weil die Franzosen für Klemens waren, stellten sich die Engländer hinter Urban. Klar, dass die Schotten deshalb für Klemens waren. Das Papsttum wurde zum Spielball europäischer Machtpolitik und die verfahrene Situation wurde zum Theologen- und Juristenfutter. Die Pariser Universität schlug 1394 den freiwilligen Rücktritt von beiden Päpsten vor, wozu ganz überraschenderweise keiner bereit war. Also versuchte man es auf 1409 auf dem Konzil von Pisa mit Druck. Beide Päpste wurden als Häretiker verurteilt und abgesetzt und ein neuer Papst gewählt. Damit balgten sich nun plötzlich drei Päpste um die Macht. Erst 1417 auf dem Konzil von Konstanz wurde dem Treiben ein Ende bereitet. Ein neuer Papst wurde gewählt. Martin V. hiess er. Und blieb als Papst allein.