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Das Studio für Musik der Kulturen an der Musik-Akademie Basel
Der Unterricht in Musik verschiedener Kulturen hat an der Musik-Akademie Basel eine nahezu vierzigjährige Geschichte. Seit 1993 besteht das Studio für Musik der Kulturen (SMK) und vermittelt Musikstile aus fünf Kontinenten in Form von Kursen, Workshops und Lecture-Demonstrations. Es gibt Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf allen Stufen.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Balinesische Musik (Gamelan und balinesischer Tanz) und die Indische Musik (Sarod, Tabla, Instrumental- und Vokalklassen, jährliches Seminar) mit einem meist wöchentlichen Kursangebot.
Weitere Kurse finden regelmässig in einem bestimmten Turnus statt: z.B. der Unterricht für die arabischen Instrumente Oud und Ney vierzehntägig, für die persischen Trommeln Daf, Dayre und Tombak sowie für die afrikanische Stegharfe Kora fünf bis sechs Mal im Jahr. Grundsätzlich wird immer versucht, eine Kontinuität bei den Kurs- und Workshopangeboten zu erreichen.
Geschichte des SMK
Gegründet wurde das Studio im Jahre 1994 als Studio für Aussereuropäische Musik (SAM) unter Andreas Gutzwiller, der es elf Jahre lang bis 2005 leitete. Der Unterricht von Musik der Kulturen an der Musik Akademie Basel hat jedoch eine längere Tradition, die weiter, bis in die 1970er Jahre zurückreicht.
Auf Initiative von Thomas Kessler (damals Dozent für Komposition und Musiktheorie am Konservatorium) erhielt Danker Schaareman im Jahr 1976 einen Lehrauftrag für Balinesische Musik: Er unterrichtete siebentönige balinesische Ritualmusik (Gambang und Selunding). Damit wurde erstmalig die Möglichkeit geschaffen, diese Musikformen ausserhalb der Insel Bali spielen zu lernen.
Vier Jahre später folgten Lehrangebote zu zwei weiteren Musikkulturen: Indische Musik (Dozent Ken Zuckerman) und Shakuhachi (japanische Bambusflöte, Dozent Andreas Gutzwiller).
Im Jahr 1984 übernahm Dieter Mack den Unterricht in Balinesischer Musik von Danker Schaareman. Er unterrichtete Gamelan Gong Kebyar, den auf Bali am weitesten verbreiteten Musikstil. Da das hierfür geeignete Instrumentarium fehlte, erwarb die Musik Akademie im Jahr 1985 ein vollständiges Gamelan Gong Kebyar. 1986 gab es einen erneut einen Lehrerwechsel: Charlie Richter erteilte fortan den Unterricht in Balinesischer Musik.
Diese drei Musikkulturen (Bali / Indien / Japan) bildeten über 25 Jahre lang den Schwerpunkt des Unterrichts im SMK. Seit 2005 wird auf Grund der Pensionierung von Andreas Gutzwiller das Fach Shakuhachi nicht mehr angeboten. Im gleichen Jahr übernahm Charlie Richter die Leitung des Studios (bis 2008 ad interim). Seit seiner Pensionierung im Jahr 2017 hat Ingrid Bertleff die Leitung inne. Der Unterricht in Balinesischer Musik wird von Sigrid Winter, Franz Goldschmidt und Bastian Pfefferli fortgeführt.
Mit der Gründung des Studios erhielt das SMK den Auftrag, auch andere Musikkulturen mit einzubeziehen und dies in Form von Kursen und teils auch Konzerten zu realisieren. Sehr erfolgreich waren (und sind es teilweise immer noch) verschiedene Perkussionskurse.
Seit 1998 unterrichtet der in Paris lebende iranische Meister Madjid Khaladj die persische Bechertrommel Tombak. Im Jahr 2006 kam die Rahmentrommel Daf hinzu und ein Jahr später deren „kleinere Schwester“ die Dayre. Seit dem Herbstsemester 2014/15 unterrichtet Madjid Khaladj auch die Fingerzimbeln Zang.
Zahlreiche Workshops für Koreanische Perkussionsinstrumente Samul Nori konnten seit 1996 immer wieder erfolgreich angeboten werden: über zehn Jahre lang (1998 bis 2011) kam Dong Won Kim regelmässig jedes Jahr nach Basel, um die koreanische Sanduhrtrommel Changgo zu unterrichten.
Ebenso gehören seit seiner Gründung Tabla-Kurse zum Angebot des Studios. Sankar Prosad Chowdhury, Tablameister aus Westbengalen, unterrichtet jedes Jahr (erstmals im Jahr 2000) drei Monate im SMK. Dieser Unterricht wird in Zusammenarbeit mit dem Ali Akbar College of Music Switzerland (AACM) angeboten. Auch das jährlich im November stattfindende Seminar für Nordindische Musik (seit 1985) wird in Zusammenarbeit mit dem AACM durchgeführt.
Zu den weiteren kontinuierlich durchgeführten Kursen und Workshops zählen: Afro-brasilianische Trommeln und Tänze (Leitung Ana Baldini und Esther Messmer, seit den 90er Jahren), balinesischer Tanz (Leitung Ni Nyoman Inten Sriasih, seit 2009), die türkische Rohrflöte Ney (Leitung Erdal Karakus, seit 2009), afrikanische Tänze (Leitung Suzanne Nketia, seit 2010) sowie die arabische Laute Oud (Leitung Nehad El Sayed, seit 2013).