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Das Statement der Max Jendly Big Band im Vorfeld zum Konzert war mutig und glich einer Kampfansage: Innerhalb kurzer Zeit wolle man zu einer festen Institution der Freiburger Kulturlandschaft werden und daneben auch überregionale Bekanntheit erlangen. Das Konzert, das nebst dem ersten Auftritt der Formation auch den Startschuss für einen bis ins Jahr 2022 geplanten Konzertzyklus darstellte, vermochte somit auch viele neugierige Jazzbegeisterte in das Nouveau Monde im Alten Bahnhof Freiburg zu locken. Und die Neugierde war gross: Das Konzertlokal war am Mittwochabend trotz enger Bestuhlung bis auf den letzten Platz besetzt.
Noch etwas verhalten startete die Big Band mit «Insomnia», das den Auftakt des Konzertprogramms bildete. Dieses bestand aus einer Zusammenstellung von gängigen Jazzstandards sowie Eigenkompositionen aus der Feder von Max Jendly – darunter einige, die gar zum ersten Mal aufgeführt wurden. Im behäbigen «Jaara» fanden die verschiedenen Register intonationsmässig und rhythmisch in der Folge besser zusammen, und anhand verschiedener Soli konnten die Big-Band-Mitglieder erste Akzente setzen; vor allem John Aram gelang es, auf der Posaune viel expressive Kraft zu entfalten. Ein erster Höhepunkt setzte dann das mit verschiedenen Taktwechseln versehene «Fancy Boland», das Max Jendly seinem früheren Mentor Francy Boland widmete. Eine vom Saxofon getragene und von den Blechbläsern variierte, vorwärtsdrängende Hauptmelodie im Sechsachteltakt wechselte sich dabei ab mit einem im Viervierteltakt gespielten Tutti in alter Swing-Manier. Mit flinken Läufen vermochte insbesondere Jean-Lou Treboux am Vibrafon das Publikum zu beeindrucken – mit einem Instrument also, das in Big-Band-Formationen ansonsten eher selten anzutreffen ist.
Erfrischende Harmonik
Mit «O Amor Em Paz» folgte eine ursprünglich als Bossa Nova geschriebene Ballade, in der sich im Arrangement für Big Band die weichen, gedehnten Silben des Portugiesischen, treffsicher gesungen von Anne-Florence Schneider, mit den scharfen Einwürfen der Bläser paarten. In dem im Stile des Bebops gehaltenen Stück «La Machine à Jean» erweiterten sich schliesslich auch die Harmonien gegenüber dem grösstenteils in der Tradition des Swing stehenden Repertoire in erfrischender Weise; wohltuend und für zusätzlichen Drive sorgend war auch der Wechsel von Jean-Yves Petiot an den elektrischen Bass. Die im Tutti aneinander vorbeiwuselnden, etwas gar disharmonischen Stimmen waren dann aber doch, ob vorgesehen oder nicht, etwas zu viel des Guten.
Brillanz am Tenorsaxofon
Im schleppend-klagenden «Goodbye Pork Pie Hat», dem letzten Stück des Konzertabends, bekam Yvan Ischer schliesslich die Gelegenheit geboten, am Tenorsaxofon zu brillieren. Sich bis in die hohen Flageoletttöne hinaufwagend, gelangen ihm unter dem individuellen, satten Klang seines Instruments sowohl virtuos als auch harmonisch überzeugend gestaltete Melodielinien.