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Brosnans Hand-Double und eine verletzte Famke Janssen: 11 Fun Facts zu «James Bond - GoldenEye»
Timothy Dalton durfte schon nach zwei Filmen nicht mehr den 007 spielen. Es übernahm Pierce Brosnan, der gerne die Wünsche seiner Co-Stars erfüllte. In einem Fall hätte er das besser nicht tun sollen.
Die lange Wartezeit
Sechs Jahre mussten Fans auf einen neuen Bond warten. Viele Veteranen der Bond-Crew waren gegangen oder standen nicht mehr zur Verfügung. Auch hatten DANJAQ und MGM/United Artists Streitigkeiten bezüglich der TV-Rechte an «Bond». 1994 gab Dalton bekannt, dass er nicht mehr den 007 spielen werde. Im Juni 1995 wurde Pierce Brosnan der Weltpresse als James Bond vorgestellt. Die Dreharbeiten zu GoldenEye begannen jedoch schon im Januar 1995.
Das neue Bond-Auto - ohne Bond-Sachen
Ursprünglich sollte Bond mit einem Aston Martin DB7 seine Mission bestreiten. Die Produzenten hatten allerdings einen Deal mit BMW abgeschlossen, weswegen Bond im Film einen BMW Roadstar Z3 fährt. Dazu kommt, dass der Z3 nicht mit Gadgets vollgestopft wurde, weil BMW dafür die Zustimmung verweigert hatte. Das sorgte bei den Fans nach dem Kinobesuch für einigen Unmut.
Der Stolz des Tessins
Wieder einmal ein Bond-Film, der mit einer Schweizer Location punkten konnte: Der Staudamm im Verzascatal unweit von Locarno diente als Kulisse für den Bungee-Jump. Dieser wurde nicht von Brosnan selbst, sondern von dessen Stuntman vollzogen. Und das gleich zweimal, denn die erste Aufnahme wurde für nicht perfekt befunden.
«Ich bleibe Zuhause»
Trotz Locations wie Monaco, Puerto Rico oder St. Petersburg ist GoldenEye ein Bond-Film, wovon über 60 % im Studio entstanden sind. Besagte Locations wurden zwar effektiv besucht, allerdings meistens nur vom Second Unit Team, um diverse Actionszenen vor Ort drehen. Viele Abschnitte wurden dann in den Studios nachgebaut, um mit den Stars zu filmen. So musste Brosnan nie nach beispielsweise St. Petersburg reisen.
Voll gesund
Für die Schauspieler galt während dem Dreh ein strenges Alkoholverbot. So war auch der Bourbon, den M in ihrem Büro für sich und Bond auftischt, lediglich etwas getrübter Apfelsaft. Die Eiswürfel darin - Stichwort: schmelzen - lediglich Gläserklumpen. Auch der Vodka Martini, den Bond später zu sich nimmt, war nicht mehr als gekühltes Wasser.
U2 und Tina Turner
GoldenEye ist der erste Bond-Film, der keinerlei Referenzen zu Ian Flemings Geschichten aufweist, dafür aber zu dessen Leben. «GoldenEye» lautete der Name von Flemings Haus auf Jamaika. Bono von U2 verbrachte seine Flitterwochen dort, wo er dazu inspiriert wurde, den Song «GoldenEye» zu schreiben. Zusammen mit seinem Bandkollegen The Edge besuchten sie eines Tages Tina Turner, die dann schliesslich einwilligte, den Song gesanglich zu performen.
Janssens Rippli
Martin Campbell ist der erste Neuseeländer, der einen Bond-Film inszenierte und der sorgte dafür, dass Schauspielerin Famke Janssen eine Rolle in GoldenEye bekam. Campbell hatte die Holländerin in der Clive-Barker-Adaption Lord of Illusions gesehen, worin sie sich sehr talentiert zeigte. Sie überzeugte auch die Bond-Crew mit ihren Fahrkünsten und war so beim Grossteil der Szene mit dem roten Ferrari selbst am Steuer. Beim Dreh der Sauna-Szene mit Brosnan brach sie sich eine Rippe. Dies geschah, weil sie von Brosnan verlangte, dass er sie mit voller Wucht an die Wand pressen sollte. Autsch!
Hand-y
Auch Brosnan war nicht ganz vor Unfällen gefeit: Vor dem Drehstart verletzte er sich die Hand in seinem Badezimmer in Malibu. Für diverse Nahaufnahmen seiner Hände wurde dann sein Sohn Christopher (damals 22 Jahre alt) hinzugezogen. Dessen Hand bzw. Hände sieht man beim Anziehen der Handbremse des Aston Martin DB5, beim Aufklappen des Handschuhfachs, der Enthüllung des Bollinger-Champagners sowie bei der Nutzung des Lasers aus der Armbanduhr während der Bungeejump-Sequenz.
Das M in M steht nicht für «männlich»
Die ehemalige Miss Moneypenny, Lois Maxwell, wünschte sich einst eine Frau in der Rolle des M zu sehen. Regisseur Campbell machte es möglich: Die Rolle wurde mit Dame Judi Dench besetzt. Die neue M war von der ehemaligen Generaldirektorin des MI5 (Englands inländischen Geheimdiensts) Stelle Rimington inspiriert.
Was Léon, der Profi mit Bond zu tun hat
Komponist Eric Serra führte mit seinen düsteren, elektronischen Klängen «Bond» in die 1990er. Doch nicht jedes Stück im Film stammt aus seiner Feder. Für die Verfolgungsjagd in St. Petersburg bevorzugten die Macher eine klassisch angehauchte Komposition mit dem James-Bond-Thema, wofür John Altman angeheuert wurde.
Serras End-Credit-Track «The Experience of Love» war ursprünglich für den Film Léon - Der Profi bestimmt und der Track ist beim Luc-Besson-Klassiker zu hören, allerdings rein instrumental.
Money, money, money and goodbye
Die Welt hat auf Bond gewartet: Mit einem Budget zwischen 50 und 58 Millionen US-Dollar galt GoldenEye als teuerster Bond der Reihe. Mit Erfolg: Er erzielte ein weltweites Einspielergebnis von ca. 349 Millionen US-Dollar. Für Albert «Cubby» Broccoli war es der letzte Bond-Film, den er mitproduzierte. Bereits damals hat er seine Aufgaben an seine Tochter Barbara und seinen Schwiegersohn Michael G. Wilson übertragen. Während den Dreharbeiten erkrankte Broccoli schwer und starb 87-jährig im Juni 1996.