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«Es handle sich um eine sehr peinliche Angelegenheit, die ihm schon lange viele Sorgen mache», berichtete Paul Chaudet seinen Bundesratskollegen in der Sitzung vom 28. Februar 1964. Bei der Beschaffung der neuen Mirage-Kampfflugzeuge, führte der EMD-Vorsteher aus, sei es zu einer massiven Überschreitung des vom Parlament genehmigten Budgets gekommen.
«Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kommen Menschen», heisst das berühmte Diktum von Max Frisch aus dem Jahr 1965. Ganz ähnlich lauteten die Zeilen, die Bundesrat Hans Schaffner bereits 1964 an einen seiner Chefbeamten richtete: «Die Schweizer machen sich eben kolossale Illusionen, wenn sie glauben, wir könnten auf die Dauer nur die aktive, im Berufsleben stehende Bevölkerung des Nachbarstaates hereinnehmen.»
Am 22. November 1963 wurde US-Präsident John F. Kennedy in Dallas von einem Attentäter ermordet. Als die Nachricht in Bern eintraf, hatte Bundesrat Hans Schaffner für W. Michael Blumenthal, Beauftragter für Wirtschaftsverhandlungen im US-Aussenministerium, gerade einen Empfang mit Abendessen ausgerichtet.
«Wenn wir uns aus der Welt- und Europapolitik heraushalten, heisst das nicht, dass wir uns nicht für die Ereignisse, die sich um uns herum abspielen, interessieren und dass wir uns vor jeder Art der Verantwortung drücken würden», sagte Bundesrat Max Petitpierre in einer Ansprache vor dem diplomatischen Corps der Schweiz im September 1953.
«Der Europarat ist der Ort, wo wir aus nächster Nähe das ‹Klima› Europas erspüren können», stellte SP-Nationalrat Max Weber an der Sitzung einer vom Bundesrat eingesetzten Arbeitsgruppe im November 1963 fest. Am 6. Mai desselben Jahres war die Schweiz dieser europäischen Organisation mit Sitz in Strassburg beigetreten.
«Zwei robuste Sowjets trugen unseren sehr schweren und übrigens äusserst schönen Kranz, mit einer rot-weissen-Schleife, auf der in goldenen Lettern ‹Der Schweizerische Bundesrat› stand, ich, meine Gattin und meine Mitarbeiter liefen dahinter», berichtete der schweizerische Gesandte Camille Gorgé am 10. März 1953 nach Bern (dodis.ch/9028, Original französisch).
Die Welt hielt den Atem an: Als im Oktober 1962 die Sowjetunion auf Kuba Abschussrampen für Mittelstreckenraketen baute, die Washington hätten erreichen können, und die USA auf offenen Konfrontationskurs gingen, drohte ein dritter, ein nuklearer, Weltkrieg auszubrechen.
1962 endete nach acht Jahren der blutige franko-algerische Krieg mit der Unabhängigkeit Algeriens von der einstigen Kolonialmacht Frankreich. Die Schweiz hatte einen entscheidenden Beitrag zum friedvollen Ende des Konflikts - der Unterzeichnung des Waffenstillstandvertrags vor fünfzig Jahren, am 18. März 1962 in Evian - geleistet.
Die Ausgestaltung der Beziehungen zur Europäischen Union (EU) sind für die schweizerische Aussenpolitik seit Jahren eine der vordringlichsten Fragen. Auch 1961 stand die Europapolitik für den Bundesrat im Zentrum des Interesses. So verfasste Bundesrat Wahlen am 15. Dezember 1961 ein formelles Schreiben der Landesregierung an den Präsidenten des Ministerrats der EWG.
Am 4. Januar 1960 wurde durch die Unterzeichnung der Stockholmer Konvention die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) gegründet. In Kraft trat das Übereinkommen am 3. Mai 1960. Die Schweiz war neben Dänemark, Grossbritannien, Norwegen, Österreich, Portugal und Schweden eines der sieben Gründungsmitglieder.