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Autor: Hoshisato
Mochiru
Verlag: Shôgakukan
Bände: 10
Jahr: 1991-94
Zeitschrift: Big Comic Spirits
Stichworte: Soap Opera, Love Comedy, Slice of Life

01.09.1991
ISBN4-09-182641-5

01.11.1991
ISBN4-09-182642-3

01.02.1992
ISBN4-09-182643-1

01.05.1992
ISBN4-09-182644-X

01.08.1992
ISBN4-09-182645-8

01.12.1992
ISBN4-09-182646-6

01.03.1993
ISBN4-09-182647-4

01.04.1993
ISBN4-09-182648-2

01.06.1993
ISBN4-09-182649-0

01.07.1993
ISBN4-09-1826450-4
Living Game - Einer der romantischsten Comedy Mangas überhaupt ...

Fuwa macht Bekanntschaft mit Izumi, die noch nie in Tokio war. (hier auf Deutsch)
Der 25 jährige Salaryman* Fuwa Raizô, wünscht sich nichts sehnlichster als eine grosse Wohnung. Seine alte Bleibe ist ihm viel zu eng. Das Büro von Namifuku DM (Direct Mail) Service, das 5-Mann Unternehmen bei welchem Raizô angestellt ist, bietet ebenfalls kaum Platz, und dort zu arbeiten ist für ihn jeden Tag die Hölle. Die anderen Angestellten (zwei Männer, eine Frau und Frau Namifuku als Chefin) beschweren sich bei Raizô bei jeder Gelegenheit wegen Kleinigkeiten; als jüngster Angestellter ist er ein wenig der Sündenbock für Alles. Raizô hat jedoch eine Weile Geld gespart und als sich die Chance bietet, eine geräumige Wohnung in der Nähe des zukünftigen Büros von Namifuku DM Service mieten zu können, zögert er nicht lange. Endlich eine neue Wohnung, endlich viel Platz.... Zu Dumm, dass ein Erdbeben das Hochhaus beschädigt, in welchem das Unternehmen ihr neues Büro hätte einrichten sollen, und da Namifuku DM Service die Miete in nächster Zeit nicht zurückerstattet wird, bleibt nur Eins übrig: Das Büro wird in Raizôs Mietwohnung eingerichtet. Aus der Traum vom vielen Platz.

Bei einem Erdbeben klammert sich Izumi in Panik an den erstbesten "Gegenstand". Fuwas imaginäre Mauer zwischen ihm und Izumi fällt entgültig zusammen...
Raizô ist frustriert
über die neue Situation, kann aber vorläufig nichts ändern**.
Es kommt noch schlimmer: Ein gewisser "Hiyama Ikkaku" soll neu beim
Unternehmen arbeiten; also noch weniger Arbeitsplatz für unseren Pechvogel
und noch weniger Lebensqualität.
Da der neue Angestellte vom Land kommt und das erste Mal in Tokio ist, soll Raizô ihn beim Bahnhof von Nakano abholen. Er überlegt sich während der Fahrt zum Bahnhof bereits, wie er den neuen Angestellten einschüchtern könnte, damit der noch am ersten Tag die Firma verlasse. Der neue Angestellte entpuppt sich als eine hübsche Frau mit dem Vornamen Izumi (gleiche Schriftzeichen wie Ikkaku, aber andere Lesart), die von der Grösse der Stadt ein wenig eingeschüchtert ist und wie ein unschuldiges Mädchen wirkt. Raizô ist von der Ausstrahlung seiner neuen Mitarbeiterin beeindruckt. Zudem kriegt er Gefallen am Wort "Senpai". Noch mehr überrascht ist er aber als er hört, dass Hiyama Izumi gerade die Junior High abgeschlossen hat und nur 15 Jahre alt ist! Nun ja, eine Fünfzehnjährige zu verjagen, das bringt er nicht übers Herz.
|Fuwa: Hast Du denn
keine Angst vor Splatterfilmen?

Izumi: Nein!
Fuwa: ...Und alleine mit einem Mann sein?
Izumi: .....
Hiyama Izumi hat aus noch unbekannten Gründen ihre Heimatstadt in der Präfektur Shimane*** verlassen, um in Tokio zu arbeiten. Doch mit 15 eine Wohnung für sich alleine zu beziehen, das ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Da Izumi ein schusseliges Landei ist und die Umgebung, in welcher sie die erste Nacht ein Zimmer bezieht, nicht gerade behaglich ist (Yakuza als Nachbarn eines niedlichen Mädchens?!), beschliesst Raizô, Izumi bei sich aufzunehmen. Izumi nimmt dankend die Hilfe ihres Senpais an. Wie wird sich die Beziehung zwischen den beiden weiterentwickeln, was wird aus sie werden? Wird Raizô der Versuchung widerstehen, Izumi zu umarmen? Wird Izumi gefallen an alkoholischen Getränken finden? Und wann zum Teufel findet Raizô eine geräumige Wohnung für ihn (...und Izumi?).
Living Game ist einer dieser
Manga, die man nicht so schnell vergisst, insofern man dem Genre Soap Opera/Love
Story nicht abgeneigt ist. Ähnlich wie bei Takahashi Rumikos Maison Ikkoku
spielt der ganz normale Alltag in Living Game eine grosse Rolle. Doch halt,
was heisst schon "normal" ? Wenn unter "normal" alles
darunter fallen sollte, das einem vielleicht im echten Leben auch einmal passieren
könnte, also solche Begebenheiten wie das kurzfristige Einrichten einer
kleinen Firma in der eigenen Wohnung und nicht etwa die Reise zu einem fremden
Stern oder eine Dämonin als Verlobte, ja, dann gilt der Alltag in Living
Game als ganz normal. Und zum ganz normalen Alltag gehören neben angenehmen
Dingen auch recht Unangenehmes, wie z.B. Beziehungskrisen, die tiefe Spuren
in einem hinterlassen können.
Hoshisato Mochiru ist ein Spezialist für realistische Soap Opera/Liebesgeschichten. Nachdem er gegen Ende der Achziger Jahre noch Shounen Manga gezeichnet hatte, wurde Living Game in der Reihe Big Comic Spirits sein erster grosser Hit.
Es ist schon erstaunlich, wie gut Hoshisato Mochiru mit seinen sehr einfachen Zeichnungen lebendige Geschichten kreiert, die einem ans Herz gehen. Ähnlich wie Adachi Mitsuru ist er in erster Linie ein Erzähler und weniger ein Mangaka, der wahre Graphikorgien produziert, was aber seine Fähigkeiten als Zeichner nicht in Frage stellen soll. Er bleibt seinem recht einfach gehaltenen Stil über die Jahre treu: Sowohl seine ersten Manga, die noch für ein Jungenpublikum gezeichnet wurden, wie auch seine neueste Geschichte (Honki no Shirushi) für Erwachsene sind in diesem Stil gehalten.

Fuwa versucht Izumi zu trösten
Eine der Stärken dieses Manga ist die realistisch erzählte Entwicklung der Liebesbeziehung zwischen Izumi und Fuwa. Trotz all der Comedy-Elemente konzentriert sich die Geschichte ganz auf die Personen und driftet nie in störende Nebengeschichten ab. So sieht Fuwa Raizô in Izumi zu Beginn nur ein unschuldiges Mädchen, das von den Unannehmlichkeiten des Alltags in Tokio beschützt werden muss und eine Bleibe braucht. Mit der Zeit aber realisiert er, dass er sie liebt und sie glücklich machen will. Er ist sogar bereit, seinen Traum vom Beruf als Architekt aufzugeben und wieder eine Stelle als Salaryman anzunehmen, damit er ihr die Finanzierung einer Privatschule ermöglichen kann. Izumi hingegen bleibt nicht immer das unschuldige Landei wie zu Beginn der Geschichte, die sich übrigens im Zeitraum von etwa zweieinhalb Jahren erstreckt. Izumi beginnt, näher mit sich selber auseinander zu setzen. Was ist eigentlich ihr Traum, was will sie einmal werden? Wie kann sie ihre eigene Studien finanzieren, damit sie ihren Senpai nicht zur Last fällt und vor allem, wie können beide ihre freie Zeit so gestalten, damit sie so lange wie nur möglich zusammen sein können?
Fazit: Living Game kann ich den Romantikern unter euch bedenkenlos empfehlen. Mit diesem Manga habt ihr eine der herzerwärmendesten Geschichten gefunden, ein wahrer Glückstreffer!
pictures©Hoshisato
Mochiru/Shôgakukan
Text©Yaniv Tempelman (Mai 2001)
Last update: 12..05.2003
|Weitere
Auszüge:

Auszug 4
Auszug 5
Auszug 6(klein)
|Weitere
Illustrationen:

Illustration 1
Illustration 2
* Japanischer Firmenangestellter.
** In Japan sind die Vorschüsse beim Mietbezug oft mehrere tausend Mark hoch. Zusätzlich kommt eine Art Vermittlungsgebühr hin zu, die ebenfalls weit über tausend Mark betragen kann und nicht zurückerstattet wird).
*** Shimane ist die Präfektur mit den geringsten Einwohnerzahl in ganz Japan).