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Der Strassenjunge, der sich in eine Prinzessin verliebt, einen fliegenden Teppich besitzt, einen Dschinn, einen Flaschengeist, trifft und gegen einen bösen Zauberer kämpft: Aladin und die Wunderlampe, eines dieser unsterblichen Märchen, das wieder und wieder erzählt wird.
Mit dem Zeichentrickfilm von Disney katapultierte sich die Märchenfigur Aladin 1992 in die heutige Popkultur. Die Realverfilmung läuft gerade in den Kinos. Die Abenteuer von Aladin und der Wunderlampe werden seit über 90 Jahren neu interpretiert.
Die erste Verfilmung war gleich grosses Kino. 1924 schwang sich der damalige Hollywood-Superstar Douglas Fairbanks auf den fliegenden Teppich. Es war einer der teuersten Filme der 1920er-Jahre.
Zwei Jahre später dann «Die Abenteuer des Prinzen Achmed», ein deutscher Silhouetten-Animationsfilm und erster animierter Langfilm der Geschichte überhaupt.
Von Blue-Screen bis Bud Spencer
1940 kam mit «The Thief of Bagdad» die erste Verfilmung in Farbe auf die grosse Leinwand. Es war das erste Mal, dass die neue Technologie des Blue-Screens zum Einsatz kam. Der britische Märchenfilm gewann drei Oscars. Unter anderem einen für Spezialeffekte. Er ist neben dem Disney-Zeichentrickfilm die bekannteste Verfilmung.
Die Dreharbeiten hatten wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieg über zwei Jahre gedauert. Auch inhaltlich hinterliess der Konflikt Spuren: Der böse Zauberer errichtete eine Diktatur in Bagdad. Viele sahen darin eine Analogie zu Hitlers Machtergreifung. Zumal der Schurke von einem Deutschen gespielt wurde.
Aus Aladins Abenteuer liess sich viel machen. Auch italienischer Klamauk. Mitte der 80er-Jahre schlüpfte Bud Spencer in «Superfantagenio» in die Rolle des Dschinns, der natürlich durch seine Schlagkraft bezauberte. Der Schauspieler prügelte sich durch die Action-Komödie und floh auf dem fliegenden Teppich vor feindlichen Helikoptern davon.
Wer hat’s erfunden?
Nicht nur wegen der vielen Verfilmungen: Aladin gehört zu den populärsten orientalischen Märchenfiguren. Doch ist die Geschichte des Strassenjungen, der eine Wunderlampe mit einem Flaschengeist findet, wirklich ein arabisches Märchen?
Aladin kennt man als Geschichte aus «Tausendundeine Nacht» Die Erzählsammlung übersetzte der Franzose Antoine Galland Anfang des 18. Jahrhunderts erstmals aus dem Arabischen ins Französische.
Aber: Es gibt im Original keine Aladin-Geschichte. Untersuchungen gehen deshalb davon aus, dass Galland das Märchen selbst erfunden hat. Dafür spricht unter anderem, dass das Bild, welches vom Orient gezeigt wird, eher einer europäischen Wertvorstellung als der Realität entspricht und teils autobiographische Züge von Gallands persönlichem Leben aufweist.
Kinostart: 23.05.2019