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Der Trubel rund um die COVID-Infektionen auf der chilenischen Station Bernardo O’Higgins reisst nicht ab. Nach den positiven Fällen auf dem Versorgungsschiff Sargento Aldea und den 36 positiv getesteten Stationsmitglieder, ist nun auch eine Person in der Ortschaft Villa Las Estrellas auf King George Island als COVID-positiv gemeldet worden.
Wie der Leiter der Gesundheitsbehörde der Region Magallanes, Eduardo Castillo bekannt gab, sei die Zivilperson in der Ortschaft zusammen mit 8 nahestehenden Personen nach Punta Arenas evakuiert und dort in Quarantäne gesetzt worden. Dies meldet die Nachrichtenagentur Associated Press. Die Infektion steht wohl im Zusammenhang mit dem Besuch des chilenischen Versorgungsschiff Sargento Aldea auf der Insel zwischen dem 27. November und dem 10. Dezember.
Die Ortschaft Villa Las Estrellas ist ein echtes Dorf auf der Insel und Teil der Basis Presidente Eduardo Frei Montalvia, die von 80 bis 150 Personen, je nach Saison, bewohnt wird. Neben einer Kirche ist auch ein kleines Krankenhaus, eine Bank, ein Postamt und Mobilfunkverbindung vorhanden. Der nahegelegene Flugplatz wird sowohl für die Versorgung von Stationen wie auch für touristische Aktivitäten genutzt. Direkte Flüge nach Punta Arenas werden von hier aus durchgeführt. Auch die Evakuierung der bisherigen COVID-positiv getesteten Personen fand von hier aus statt. Da der Flugplatz logistisch eine wichtige Rolle spielt, liegen auch mehrere Stationen anderer Länder in unmittelbarer Umgebung der chilenischen Basis. Dazu zählt auch die russische Station Bellinghausen und die chinesische Station Great Wall.
Zwischenzeitlich sind auch weitere Details über den Ausbruch und die Situation der COVID-Fälle auf den chilenischen Stationen bekanntgeworden. Gemäss den Angaben der V. Division der chilenischen Armee in einer Mitteilung vom 17. Dezember, seien am 14 . Dezember zwei Mitglieder der Armee, die in Punta Arenas angekommen waren, positiv auf das SARS-CoV2-Virus getestet worden. Da die beiden vom Versorgungsschiff Sargento Aldea gekommen waren und gleichzeitig mehrere Personen auf der chilenischen Station Symptome gezeigt hatten, die auf COVID-19 hinwiesen, wurde die gesamte Mannschaft des Schiffes im Hafen Talcahuano unter Quarantäne gesetzt und auf das Virus nochmals getestet. Dabei wurden drei weitere Fälle entdeckt. Am 20. Dezember informierte das Militär dann über die Evakuierung des Personals der Station Bernardo O’Higgins nach Punta Arenas und dass die Leute in Quarantäne gebracht worden seien. PCR-Tests, die in Punta Arenas durchgeführt worden waren, bestätigten danach die Infektion mit dem Virus am 21. Dezember. Nach Angaben des Militärs vom 20 Dezember wurde die Station komplett desinfiziert und mit einem Ersatzteam besetzt. Dieses sei bereits die Isolations- und Hygienemassnahmen durchlaufen und die Station sei wieder voll einsatzbereit.
Dr. Michael Wenger, PolarJournal