Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03470.jsonl.gz/843

In der Schweiz leben rund 1.7 Millionen Katzen. Rechnet man ihren Jagderfolg während des Frühlings und Sommers hoch, so erbeuten sie pro Monat neben unzähligen Reptilien und Amphibien bis zu 300'000 Vögel und weit über 1'000'000 Säugetiere – darunter auch zahlreiche Fledermäuse!
Die Auswirkungen auf unsere Fledermauspopulationen sind bisher nicht untersucht. Es ist jedoch anzunehmen, dass Katzen mindestens lokal Fledermausbestände dezimieren können, denn Fledermäuse bringen pro Jahr nur ein einziges Jungtier zur Welt. Fledermäuse sind bedroht und deshalb geschützt.
Frisch flügge Jungtiere, die noch nicht so wendig im Nachthimmel manövrieren können, oder Fledermäuse, die tief fliegen, sind oft leichte Beute für die Haustiger. In der Fledermaus-Notpflegestation können jährlich 8-15% aller eingelieferten Fälle als Katzenopfer identifiziert werden. Von den Katzenopfern überleben nur gerade 25-50%, weil die Verletzungen oft schwer sind. Zudem muss man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, da nicht jede Verletzung eindeutig einer Katze zugewiesen werden kann, längst nicht jede erbeutete Fledermaus gefunden wird, sowie nicht jedes Katzenopfer den Weg in eine Notpflegestation findet.
So fangen Hauskatzen weniger Fledermäuse:
Wie der Beitrag von Einstein von Donnerstag, 18.02.2021 berichtet, in dem auch die Stiftung Fledermausschutz ab Minute 30 zu Wort kommt, werden zurzeit verschiedene Methoden geprüft, um den Jagderfolg von Katzen generell einzuschränken. Aktuell wird in der Schweiz vom Büro Swild untersucht, ob auffällig farbige Halskrausen oder Halsbänder mit Glöckchen die Anzahl der Beutetiere vermindern können.
Erfolg versprechende Massnahmen zur Verminderung von Fledermausopfern sind:
- die Katze während der Dämmerung, in welcher Fledermäuse besondes aktiv sind, im Innenraum füttern
- der Katze Futter mit hohem Fleischanteil geben (möglichst getreidefrei)
- täglich 5-10 Minuten lang mit Objekten mit der Katze spielen
Die letzten beiden Punkte stammen aus einer brandneu veröffentlichen Studie (englisch): In Haushalten, in denen getreidefreies Futter mit hohem Fleischproteinanteil zur Verfügung gestellt wurde, und in Haushalten, in denen täglich nur 5-10 Minuten lang mit Objekten gespielt wurde, ging die Anzahl der von den Katzen nach Hause gebrachten Tiere im Vergleich zu den Kontrollgruppen um 36 % bzw. 25 % zurück.
Die Zahl verletzter und getöteter Fledermäuse kann somit durch einfache Vorkehrungen verringert werden. Helfen Sie mit!