Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03362.jsonl.gz/1835

Überblick
Syphilis ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, welche meistens durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird und in mehreren Stadien verläuft.
Häufige Fragen
Ursachen
Syphilis ist eine Infektionskrankheit, welche durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Sie kann durch alle Arten von Sexualkontakt, einschliesslich Genital-, Oral- und Analsex, übertragen werden. Syphilis kann nicht durch das Berühren von Gegenständen verbreitet werden. Schwangere Frauen übertragen die Bakterien auf das Ungeborene, was schwerwiegende Folgen für das Kind haben kann.
Symptome
- Schmerzlose Hautverhärtung (Ulcus) am Ort des Kontakts
- Geschwollene Lymphknoten
- Hautausschlag
- Nachtschweiss
- Haarverlust
- Seh- oder Hörprobleme
- Fieber
- Hals-, Kopf- oder Muskelschmerzen
- Müdigkeit
Diagnose
Eine rechtzeitige Diagnose verhindert nicht nur langfristige Schäden an Organen sondern auch die Ansteckung weiterer Sexualpartnerinnen oder Sexualpartner.
Diagnostiziert wird Syphilis oft bei einer körperlichen Untersuchung aufgrund der typischen Hautveränderungen und aufgrund der Aussage der Betroffenen, dass eine Risikosituation, meistens ungeschützter Geschlechtsverkehr, stattgefunden hat. Haben sich die Erreger bereits im Körper ausgebreitet, wird die Diagnose mit einer Blutuntersuchung gestellt. Dabei wird auch nach weiteren sexuell übertragbaren Erkrankungen, wie etwa HIV, gesucht.
Je nachdem welche Symptome auftreten, können weitere Untersuchungen notwendig sein. Beispielsweise Ultraschall oder Röntgen, um Herz und Gefässe zu untersuchen oder eine Untersuchung des Gehirnwassers (Lumbalpunktion), um bei Seh- oder Hörproblemen festzustellen, ob das Gehirn betroffen ist.
Verlauf
Nach der Infektion bildet sich innert Tagen oder Wochen ein kleines, schmerzloses Geschwür (Schanker) am Ort des Kontakts, meist im Intimbereich oder am Mund. Der weitere Verlauf ist unterschiedlich, in der Regel jedoch heilt das Geschwür nach ein paar Wochen vollständig ab. Betroffene bemerken dieses erste Stadium oft nicht und fühlen sich gesund. Nach zwei bis drei Monaten beginnt das zweite Stadium. Die Bakterien haben die Blutbahnen erreicht und die Lymphknoten schwellen an. Es entstehen Hautausschläge und an manchen Körperstellen flache Wucherungen, welche meistens weder jucken noch schmerzen. Wie lange diese Hautprobleme bestehen und ob sie von selbst abheilen, ist sehr unterschiedlich. Die weiteren Symptome sind ebenfalls sehr verschieden. Häufig sind Fieber, Müdigkeit oder Schmerzen. Seltener können sich Organe entzünden oder es kommt zu Seh- oder Hörproblemen.
Danach erholen sich die Betroffenen wieder. Die Bakterien verbleiben jedoch im Körper. Ansteckend ist Syphilis dann nur, wenn erneut Hautgeschwüre auftreten. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann sie selbst nach Jahrzehnten erneut aktiv werden. Häufig werden dann Herz und Blutgefässe dauerhaft geschädigt, was zu Herzinfarkten oder Hirnschlägen führen kann. Manchmal werden Gehirn und Rückenmark angegriffen, wodurch Lähmungen oder auch psychische Probleme auftreten können.
Behandlung
Antibiotika
Die Standardbehandlung besteht in der Verabreichung von einem Antibiotikum (spezielles Penicillinpräparat). Ein lange wirksames Präparat wird je nach Stadium einmalig oder einmal pro Woche während drei Wochen in beide Gesässmuskeln gespritzt.
Wenn das Gehirn und die Nerven befallen sind, muss das Antibiotikum während etwa zwei Wochen alle paar Stunden direkt über eine Infusion in die Vene verabreicht werden.
Rund sieben Tage nach Beginn der antibiotischen Therapie sollte keine Übertragung der Bakterien mehr auf die künftigen Sexualpartner stattfinden. Selbstverständlich gilt es aber weiterhin, sich und seine Sexualpartner oder –partnerinnen beim Geschlechtsverkehr zu schützen.
Vorsorge
- Wenn möglich safer sex
- Bei Risikoverhalten regelmässiges Testen ("voluntary counseling and testing")
- Mitbehandlung der Partnerinnen/Partner