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In diesem Buch fragt sich Stanišić, von wo er genau stammt. Im Kapitel Oskruša, 2009 geht er mit seiner Grossmutter dorthin. An diesem Ort war sein Grossvater auf die Welt gekommen. In Oskruša gab es eine Grabstätte voll mit der Familie Stanišić.
Als Gravilo ihn fragte, von wo er herkäme, wusste Stanišić keine Antwort darauf. Er fragte sich, ob es mit der geografischen Lage zu tun hätte oder doch Gene, Ahnen und Dialekt. Gravilo antwortete für ihn: „Von hier. Du kommst von hier.“ (Seite 33, Zeile 10). Am Ende dieses Kapitels fragt Gravilo noch mal nach und der letzte Satz war dies: Jetzt also auch von hier? Oskruša.
Für Stanišić ist es nicht klar, was seine Herkunft ist. Stanišić erzählt über den Ort, in dem er geboren ist, nämlich in Višegrad, an der Drina. Jedoch ist er in einem Staat auf die Welt gekommen, welches nun nicht mehr existiert. Mit 14 ist er in Heidelberg angekommen. Sein verbliebenes Leben hat er in Deutschland verbracht. Nach 30 Jahren, um genau zu sein, im Jahr 2008, schrieb er einen Brief an die Ausländerbehörde, um eine deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen.
Von wo kommt er nun? Gehört er nun zu Deutschland, weil er so lange dort lebte, und genug integriert ist, um als ein Deutscher durchzukommen. Oder doch der Junge aus Višegrad, einem Berg in Bosnien. Oskruša gibt es auch. Es ist verwirrend, glaube ich, wenn man so viele Anhaltspunkte hat und sich nicht entscheiden kann, wohin man jetzt genau reinpasst. Ich hinterfrage meine Wurzeln auch. Gehöre ich zu Türkei, woher meine Eltern stammen oder zu Schweiz, wo ich geboren bin. Ich bin mit beiden Landessprachen und Kulturen aufgewachsen, aber besitze die Mentalität der Schweiz und die Religion der Türkei.
Seine Grossmutter ist ihm sehr wichtig und hat ihn geprägt, da er bei seinen Grosseltern aufgewachsen ist. Daher ist es verständlich, dass er seine Herkunft mit seiner Grossmutter verbindet.
H.I.