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Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine hat die umstrittenen Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf dem Devisenmarkt verteidigt. Obwohl sich der Franken stark gegenüber Euro und Dollar aufgewertet hat, habe die SNB ihr Ziel erreicht.
Laut Danthine wollte die SNB mit dem Kauf ausländischer Devisen stabile Preise sicherstellen. Ab Anfang 2009 habe für die Schweizer Wirtschaft grosse Deflationsgefahr bestanden, sagte Danthine am Donnerstag gemäss englischem Redetext an einem Vortrag in Zürich.
Deshalb habe die Nationalbank ab März 2009 in grossem Umfang Fremdwährungen gekauft, um eine Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro zu verhindern. "Die SNB hatte zum Ziel, die richtigen monetären Bedingungen für die Schweizer Wirtschaft zu schaffen."
Die Nationalbank habe dazu beigetragen, dass die hiesige Wirtschaft sich relativ rasch von der Krise habe erholen können. Ob die Interventionen der SNB auf den Devisenmärkten erfolgreich gewesen seien, zeige sich in der erster Linie an der Inflationsentwicklung.
Demzufolge liessen sich die potentiellen Kosten dieser Massnahme auch nicht an der SNB-Bilanz ablesen. "Unsere Interventionen würden sich als teuer herausstellen, falls dadurch in zwei bis drei Jahren starker inflationärer Druck entstehen würde."
Die Nationalbank hatte bis zum Juni 2010 in grossem Umfang Fremdwährungen erworben, vor allem Euro. Allein im ersten Halbjahr 2010 kaufte sie über 100 Mrd. Euro, um eine weitere Aufwertung des Frankens zu verhindern. Weil sich die Schweizer Währung gegenüber dem Euro und dem Dollar im vergangenen Jahr deutlich verteuerte, machte die SNB einen Jahresverlust von 19,2 Mrd. Franken.
SDA-ATS