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Gemäss dem in der Verfassung seit 1848 verankerten Subsidiaritätsprinzip soll eine Aufgabe stets von der kleinsten politischen Einheit wahrgenommen werden (die auch die Finanzierung sicherstellt). Somit gehören das Schul- und Krankenhauswesen in den Zuständigkeitsbereich der Kantone, die Armee und der Grenzschutz sind Sache des Bundes und die Politik der Wasserversorgung und die Bevölkerungsverwaltung fallen in die Zuständigkeit der Gemeinden. Und wer ist für den Sport zuständig?
Beim Sport ist die Sachlage nicht so klar. Der Sportunterricht an den Schulen ist der einzige Bildungsbereich, der teilweise in die Zuständigkeit des Bundes fällt. Die eidgenössischen Lehrmittel dienen als Grundlage für den Unterricht für alle Schulen, von Basel bis Lugano und von St. Gallen bis Genf. Die Lehrpersonen werden jedoch inzwischen auf kantonaler Ebene ausgebildet, wobei die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt werden, die von spezifischen infrastrukturellen und kulturellen Merkmalen abhängen. Ausserhalb der Schulen wird der Sport massgeblich von den verfügbaren Infrastrukturen bestimmt, die hauptsächlich von den Gemeinden gebaut und finanziert werden. Dabei erhalten diese je nach Verwendungszweck der Infrastrukturen mehr oder weniger grosse Unterstützung von den Kantonen und vom Bund. Daneben spielen lokale, regionale, sprachliche oder kulturelle Besonderheiten eine Rolle. Diese schaffen eine sehr kontrastreiche Sportlandschaft, die der gesamten Bevölkerung die Möglichkeit bietet, sich sportlich zu betätigen.
Es gab ganz viele Höhepunkte. Im Zusammenhang mit Jugend+Sport war für mich die erste Riesenfelge mit Jean-Claude Leuba ein ganz besonderer HöhepunktMichel Pirker
Das 1972 gegründete Sportförderungsprogramm J+S entwickelte sich weiter und verpflichtete die Kantone zur Unterstützung und Finanzierung des Breitensports. Nachdem die «Kantonalisierung von J+S» lange Zeit ein komplexes politisches Thema war, ist sie nun umgesetzt und spielt in allen Leistungen von J+S eine Rolle. Ausserdem wurde vom Bund ein gemeinsamer Rahmen aufgestellt (insbesondere bezüglich der allgemeinen Organisation der Ausbildungsstufen: von den J+S-Leiterinnen und -Leitern über die J+S-Expertinnen und -Experten bis hin zu den J+S-Coaches), der von den Kantonen umgesetzt wird, indem die Aus- und Weiterbildungskurse validiert werden, finanzielle Unterstützung (gemäss ihren spezifischen Mitteln) geleistet und Leihmaterial für die Kurse zur Verfügung gestellt wird.
Daraufhin wurden die nationalen Sportverbände in diese Dynamik einbezogen, die nun für die Erstellung und Aktualisierung der fachlichen Inhalte des Lehrmaterials verantwortlich sind. Dieses Material wird im Rahmen der jährlich angebotenen Weiterbildungskurse für Leiterinnen und Leiter bereitgestellt. Die Teilnahme an diesen Kursen ist notwendig, um die pädagogischen und technischen Fähigkeiten zu wahren. Die Sportverbände versuchen, die Grundmodelle von J+S an die spezifischen Bedürfnisse ihrer Sportart(en) anzupassen.
Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen politischen Ebenen und dem Sport wird im Rahmen des «freiwilligen Schulsports» fortgesetzt, der mit dem Gesetz vom 17. März 1972 eingeführt wurde. Der freiwillige Schulsport sollte als Brücke zwischen dem obligatorischen Sportunterricht an den Schulen und dem Sport in den Vereinen dienen. Allerdings hängt das Angebot stark vom Engagement der Kantone und der Gemeinden sowie der Lehrerinnen und Lehrer ab. Wenn der freiwillige Schulsport durch J+S gezielt unterstützt werden kann, ist er ein echtes Bindeglied und rechtfertigt das Angebot des «Schulsports» bei J+S zur Förderung der allgemeinen Bewegung.
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