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Geschichte
Die Spuren menschlicher Besiedlung auf dem Gebiet der Gemeinde Mels können bis auf 2000 Jahre vor Christus nachgewiesen werden. Der bewaldete Kastelshügel war in vorgeschichtlicher Zeit Lebensraum sarganserländischer Ureinwohner.
Die vorgeschichtlichen Ahnen waren über Jahrhunderte freie Leute und Eigentümer des von ihnen bepflanzten Bodens, bis im Jahre 15 v. Chr. die Römer trotz heftiger, aber schlecht organisierter Gegenwehr das ganze Land eroberten.
Im Jahre 765 wurde Mels im berühmten Testament des Churer Bischofs Tello erstmals urkundlich erwähnt.
Das Kapuzinerkloster Mels
Nuntius Scappi brachte 1624 bei den katholischen Orten die Gründung eines Klosters in Walenstadt oder Sargans in Anregung. Aber erst 1647 beschlossen die Orte die Gründung eines Klosters in Mels an Stelle der 1556 abgebrannten Schwesternklause.
1650 wurde das Kapuzinerkloster in Mels aufgerichtet, 1654 bezogen und 1656 von Bischof Johann VI. Flugi von Aspermont zu Ehren von San Carlo Borromeo eingeweiht.
Das Kloster ist heute noch bewohnt und die Kapuziner unterstützen die Pfarreien in der Region in ihrer seelsorgerischen Tätigkeit.
Vom 8. bis 12. Jahrhundert waren die an sich sehr freiheitsliebenden und schollen-verbundenen Melser mit den Geschicken der Klöster Disentis, Pfäfers und Schänis eng verknüpft. Vom 13. bis 15. Jahrhundert stand Mels unter der Herrschaft der Habsburger und der Grafen von Werdenberg-Sargans. Auf der Burg Nidberg, hoch über dem damals ärmlichen Bauerndorf, sass seit 1315 ein österreichischer Vogt.
In den Wirren des 15. Jh. wollten die Melser unter der Führung von Peter Weibel eine sarganserländische Republik gründen. Nun griffen die Eidgenossen ein, welche die Macht am Rhein nicht der sarganserländischen Republik anvertrauen wollten. Sie zerstörten 1461 die stolze Burg Nidberg. Mit dem Verkauf der Grafschaft Sargans an die VIII Alten Orte im Jahre 1483 wurden die Melser eidgenössische Untertanen. Während 300 Jahren litt Mels unter den Nachteilen einer gemeinen Herrschaft. In zweijährigem Wechsel regierten auf dem Schloss Sargans 181 Landvögte, bestrebt, den Nutzen der eidgenössischen Herren und ihren eigenen zu fördern.
Als die Franzosen im Jahre 1798 die Alte Eidgenossenschaft eroberten und völlig umkrempelten, leuchtete der Stern der neuen Freiheit auch für Mels und das übrige Sarganserland. Mels wurde für kurze Zeit zum Bezirkshauptort des Distriktes Linth. Napoleons Machtwort teilte Mels und das Sarganserland im Jahre 1803 dem neugegründeten Kanton St. Gallen zu. 1814 bäumte sich das eigenwillige, nach Selbstbestimmung strebende Völklein an der Seez vergeblich gegen diese Zuteilung auf. Es brauchte mehr als ein Jahrhundert, bis die Wunden aus diesem Freiheitskampf verheilt waren und auch bei den Melsern ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Kanton St. Gallen zu entstehen begann. Aber nach wie vor wachen die Melser argwöhnisch über ihre althergebrachte Eigenständigkeit.