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Die Hoffnung auf Gleichstellung bei Mann und Frau in Sachen Salär bleibt in Israel weiterhin eine Mär, der Fortschritt steckt nach wie vor in den Kinderschuhen.
Bei gerade mal 12 Prozent der Firmen und Unternehmungen, die am israelischen Börsenindex Tel Aviv 125 (TA-125 Index) gehandelt werden, stehen Frauen an Spitzenpositionen. Das geht aus einer Studie von Idit Cohen von der Beratungsfirma BDO für das Jahr 2017 hervor. Die Studie ist anlässlich des Internationalen Tages der Frau veröffentlicht worden. Demzufolge halten Frauen 62 solche Positionen inne, während die übrigen 461 nach wie vor Männern «vorbehalten» sind.
20 Prozent Frauen sind Vorstandsmitglieder im TA-125 Index, allerdings nur 7 Prozent aller Frauen sind auch Vorstandsvorsitzende – 4 gegenüber 51 Männern. Total wurden 5 weibliche geschäftsführende Vorstandsmitglieder gezählt, verglichen mit 98 Vertretern des anderen Geschlechts.
Mehr Frauen im Bankenwesen
Mit 30 Prozent gab es in Banken einen relativ hohen Prozentsatz an weiblichen Spitzenmanagerinnen. Andere Sektoren der Wirtschaft waren hingegen klar männlich dominiert. In Industriegesellschaften waren rund 94 Prozent aller Exekutivposten von Männern besetzt; in technologischen Firmen variierte dieser Anteil mit 93 Prozent nur minimal. In diesen Sektoren sucht man unter CEOs vergeblich nach einer Frau.
In Versicherungsgesellschaften waren nur 8 Prozent der Exekutivangestellten Frauen, ein scharfer Rückgang von den 14 Prozent im Jahr 2015. Der Bankensektor war für Exekutiv-Frauen der am besten zahlende. Die 15 am weitesten oben positionierten Frauen im Bankensektor verfügten über ein durchschnittliches Jahresgehalt von je 2,6 Millionen Schekel, nur rund 5 Prozent weniger als der Durchschnittslohn für männliche Exekutivangestellte in diesem Bereich.
Deutlich weniger Lohn
Die Sektoren mit der breitesten Lohnkluft zwischen Männern und Frauen waren traditionellerweise Industrie und Technologie mit 144 und 105 Prozent. Männliche Spitzenmanager verdienten 3,3 Millionen Schekel pro Jahr, verglichen mit Frauen in den gleichen Positionen, die durchschnittlich 1,6 Millionen verdienten. Frauen machen also nicht nur einen kleinen Anteil der Top-Exekutiven in diesen Sektoren aus, sondern jene, die entsprechende Posten besetzen, verdienen merklich weniger als ihre männlichen Kollegen.
Hinzu kommt, dass Frauen als Vizepräsidentinnen in Gesellschaften auf dem TA-125 Index im Durchschnitt 55 Prozent weniger als Männer in vergleichbaren Chargen verdienten. Weibliche CEOs verdienten im Durchschnitt 39 Prozent weniger als männliche Kollegen in vergleichbaren Positionen, juristische Beraterinnen durchschnittlich 28 Prozent weniger. Am kleinsten war die Kluft bei Finanz-Vizepräsidenten: Frauen an diesen Posten verdienten «nur» 13 Prozent weniger als ihre Berufskollegen.
Rechtsberaterinnen im Vorteil
Die einzige Ausnahme bildeten Gesellschaften mit weiblichen Vorstandsvorsitzenden. In diesen Firmen lag das Gehalt weiblicher Exekutivangestellter um 31 Prozent über dem der Männer. Nur in einer einzigen hochrangigen Position bildeten die Frauen die Mehrheit: 56 Prozent aller Rechtsberater in Firmen auf dem TA-125 Index waren Frauen. Sie machten 40 Prozent der hochrangigen Buchhalter aus, doch in allen anderen Positionen bleiben Frauen immer noch weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Frauen waren 10 Prozent aller Vize-CEOs, 17 Prozent aller Vizepräsidentinnen und -präsidenten und 15 Prozent aller Vizeverantwortlichen für das Finanzwesen.
Der Anteil der weiblichen Vorstandsmitglieder stieg im Berichtsjahr leicht auf 19 Prozent, gegenüber 18 Prozent in der Periode 2015–2016. Das war auf das Gesetz für staatliche Firmen zurückzuführen, das eine angebrachte Repräsentation von Frauen in solchen Gesellschaften fordert. Das wiederum übte Druck auf Firmen des privaten Sektors aus, in dieser Beziehung nachzuziehen. In Liegenschaftsgesellschaften und Industriefirmen machten Frauen 24 Prozent der Vorstandsmitglieder aus, bei Banken waren es 23 Prozent, bei finanziellen Deinstleistungsunternehmen dagegen nur 10 Prozent, bei technologischen Unternehmen 14 Prozent und bei Versicherungsgesellschaften 15 Prozent.