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Madison Pierce
An der Basis stehen tausende Fussballvereine, in denen Trainer den Jugendlichen ehrenamtlich das Fussballspiel ermöglichen und ihnen Werte wie Sportsgeist und Fairness vermitteln.
Und die Bosse wählen den Infantino...
Die Wiederwahl geriet für den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zur Gala. Der 52-jährige Walliser mit italienischen Wurzeln wurde am Kongress in Ruandas Hauptstadt Kigali mit einer «Standing Ovation» wiedergewählt.
Drei Landesverbände (von 211) fehlten bei Infantinos Wiederwahl. Drei weitere (Norwegen, Deutschland, Schweden) hatten angekündigt, ihn nicht zu wählen. Dieser kleine Protest ging unter. Wie vor vier Jahren bei der ersten Wiederwahl entschied der Kongress, weil es keinen Gegenkandidaten gab, den Präsidenten per Akklamation zu bestätigen. Infantino wurde für mindestens vier weitere Jahre gewählt.
Infantino genoss den Applaus. Er legte seine rechte Hand aufs Herz. «Alle, die mich lieben, und ich weiss, das sind viele, und alle, die mich hassen, ich weiss, es gibt da ein paar – ich liebe euch alle», sagte der wiedergewählte Präsident. Und die FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura, die sonst kaum in Erscheinung tritt, sagte das, was Infantino hören wollte: «Wir lieben Sie, Präsident.»
Der Kongress in Ruanda geriet so – auch wie erwartet – zur Infantino-Show. Der FIFA-Präsident, deutete indirekt sogar an, dass er gerne länger als bis 2031 (Amtszeitbeschränkung gemäss Statuten) wirken würde: «Wenn ein Unternehmer ankündigen würde, dass die Dividenden um das Siebenfache erhöht werden, würde man ihn auf ewig behalten, dann ginge es nicht nur um ein Vierjahresmandat», sagte Infantino. Als Präsident der FIFA weiterarbeiten zu dürfen, sei für ihn eine «unglaubliche Ehre» mit «unglaublichen Privilegien» und «grosser Verantwortung».
Die Finanzen spielt Infantino auf jeden Fall geschickt für sich aus. In seiner Schlussansprache sagte Infantino, dass die FIFA bis 2026 «mehr als elf Milliarden US-Dollar verdienen wird, und durch die neue Klub-WM könnten es ein paar Milliarden mehr werden.» Das Geld der FIFA sei das Geld der Landesverbände. Infantino machte sogleich ein Beispiel: Er hielt einen von Frauen in Ruanda hergestellten Fussball hoch und appellierte an alle, einen solchen Ball für 1000 US-Dollar (zugunsten der Überlebenden des Völkermords in Ruanda) zu kaufen. Infantino: «Gebt, was immer ihr geben wollt. Wir geben die Differenz.»
Infantino machte weitere Versprechen. Die WM-Erfolgsprämien sollen im Frauenfussball bis 2027 an die der Männer angeglichen werden. Aber – und das sagen Infantinos Kritiker: Längst nicht alle Versprechen löste Infantino bislang ein.
Zu den Unterstützern von Infantino gehörte auch der Schweizerische Fussballverband, der zwar betont, man habe «klare Forderungen im Bereich Menschenrechte», aber auch befand, unter dem Schweizer habe die FIFA sich «grundsätzlich positiv entwickelt». Die stärksten Kritiker des FIFA-Präsidenten befanden, er habe zu wenige seiner Versprechen umgesetzt und dem Weltverband fehle es an der nötigen Transparenz.
Infantino hatte 2016 den über den Korruptionsskandal gestolperten Sepp Blatter an der FIFA-Spitze ersetzt. Seither geriet er vor allem bei einigen europäischen Verbänden immer wieder in die Kritik. Viele seiner Ideen, wie etwa die Aufstockung der WM oder das Turnier alle zwei Jahre durchzuführen, fanden keinen Anklang; seine Nähe zum letzten WM-Organisator Katar missfiel ebenfalls. Beliebt ist Infantino vor allem auch bei kleinere Verbänden, die auf das von der FIFA ausgeschüttete Geld angewiesen sind. Jede der 211 Stimmen der Mitgliedsverbände zählt gleich viel.
Obwohl er seit 2016 schon Präsident ist und nur drei Amtszeiten erlaubt sind, könnte Infantino bis 2031 im Amt bleiben. Den Statuten gemäss wurde er erst im Sommer 2019 in seine erste eigene Amtszeit gewählt. (nih/sda)