Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/3092

Proporz
Der Proporz beschreibt ein Wahlsystem. Proporzwahlen sind Verhältniswahlen. Das bedeutet in erster Linie, dass die Sitze auf verschiedene Parteien verteilt werden. Parteien, die mehr Stimmen gewonnen haben, erhalten dabei mehr Sitze wie Parteien, die weniger Stimmen gewonnen haben. Bei Majorzwahlen werden direkt Kandidaten gewählt. Dabei wird die Person mit den meisten Stimmen gewählt.
In der Schweiz werden die Nationalratswahlen in den meisten Kantonen als Proporzwahlen durchgeführt. Die Nationalratssitze eines Kantons werden also je nach Wählerstärke an die verschiedenen Parteien verteilt. Als WählerIn weiss man beim Wählen zwar welche Partei die Stimme erhält, aber noch nicht mit Sicherheit welche/r KandidatIn dieser Partei ins Parlament kommen würde. Die Personen mit am meisten Stimmen einer Partei wird nämlich in das Parlament gewählt – nicht zwingend die Namen die die/der einzelne WählerIn aufgeschrieben hat.
Beispiel: Bei einer Wahl in einem Kanton mit 10 Sitzen, erhält eine Partei 20% aller Stimmen (die Partei hat eine Liste). Diese Partei hat so Anrecht auf 20% der Sitze, also zwei Sitze. Erst in einem zweiten Schritt werden dann die Sitze in der Partei selbst auf die Personen mit den meisten Stimmen verteilt.
Anders als in der Majorzwahl braucht man also nicht mehr als 50% der Stimmen, um gewählt zu werden. Das Proporzsystem bietet deshalb kleineren Parteien die Chance, ebenfalls Sitze zu gewinnen, was bei einer Majorzwahl schwieriger ist.
Zusätzliche Begriffe (im Inspektor editieren)
Verhältniswahlprinzip
Proporzprinzip
Proporzwahl
Proporzwahlen