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Frauenrenten bleiben ungenügend kompensiert
Das Differenzbereinigungsverfahren bei der AHV21 geht in die nächste Runde: Der Ständerat näherte sich heute in seiner Debatte dem Nationalrat nur minimal an. Die Frage der Ausgleichsmassnahmen für Frauen der Übergangsgeneration wie auch die Kürzungssätze bei einem Rentenvorbezug bleiben offen. Auch versenkte der Ständerat die Finanzierung der AHV über die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, bedauert dies sehr.
Leider erhöhte der Ständerat heute die Kompensationszahlungen nur minimal. Das Kompensationsvolumen bleibt also mit rund 32 Prozent deutlich zu tief. Für Travail.Suisse ist klar, dass die Vorlage auch mit dieser minimalen Verbesserung nicht unterstützt werden kann: Die Reform bleibt ein Werk zu Lasten der Frauen.
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse:
«Die Reform der AHV zielt nach wie vor primär auf die Erhöhung des Rentenalters für Frauen ab. Es ist zentral, dass die Kompensationszahlungen für Frauen höher ausfallen, als sie sowohl von Nationalrat als auch Ständerat vorgesehen wurden.»
Anna Storz, Leiterin Sozialpolitik Travail.Suisse:
«Mit einer konsequenten Bekämpfung der Lohndiskriminierung würden jährlich 825 Millionen Franken mehr in die AHV fliessen. In einem ersten Schritt muss diese Ungleichheit bekämpft werden, bevor die Erhöhung des Rentenalters diskutiert werden kann.»
Position von Travail.Suisse zur AHV 21
Das Parlament hat sich zum Ziel gesetzt, die aktuelle AHV-Reform (Stabilisierung der AHV (AHV 21), 19.050) in der Wintersession zu verabschieden. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist klar, dass die Reform in ihrer vorliegenden Form nicht tragbar ist. Sie zielt hauptsächlich auf die Erhöhung des Rentenalters für Frauen ab, ohne eine angemessene Entschädigung zu bieten. Das Kernproblem der ungleichen Löhne und der tieferen Renten für Frauen bleibt damit ungelöst. Die aktuelle Vorlage zur Reform sieht die Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65 Jahre und die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0.4 Prozentpunkte vor. Neun Übergangsjahrgänge sollen Rentenzuschläge erhalten. Die Höhe der Zuschläge wie auch Abstufung der Kürzungssätze ist noch nicht festgelegt. Weiter sprach sich der Ständerat gegen eine Finanzierung der AHV über die Erträge aus den Negativzinsen der Nationalbank aus. Auf diese Weise wären insgesamt rund 14 Milliarden Franken in die AHV geflossen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, befürwortet diese Finanzierung.