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Fugen waren schon immer ein unschätzbarer Bestandteil der Bautechnik, der sich im Laufe der Zeit zu einem Hightech-Produkt im Bauwesen entwickelt hat. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Fugen im Allgemeinen.
Welche Rolle haben Fugen im Bauwesen?
Ohne Fugen gäbe es auch kein Gebäude. Fugen erfüllen viele Funktionen in einem Baukörper, welche der Haltbarkeit jedes Bauwerks über Jahrhunderte bedeutend beitragen können.
Lastverteilung
Fugen tragen dazu bei, die Last eines Bauwerks zu verteilen, indem sie die Spannung der Last aufnehmen und auf das gesamte Bauwerk verteilen. Dies trägt dazu bei, Schäden zu vermeiden und die Stabilität des Bauwerks zu gewährleisten.
Bewegung der Baustruktur
Fugen spielen eine wichtige Rolle im Bauwesen, da sie Bewegungen zwischen zwei Baumaterialien zulassen. Diese Bewegung lässt sich auf thermische Ausdehnung und Kontraktion, Setzungen oder andere Faktoren zurückführen. Indem sie diese Bewegung zulassen, tragen Fugen dazu bei, die Last einer Struktur gleichmässig zu verteilen und Schäden zu verhindern.
Funktionelle und ästhetische Zwecke
Zu den spezifischen Konstruktionszwecken, denen Fugen dienen, gehören die Schaffung einer hygienischen Oberfläche des Baumaterials, die Reduzierung von Spannungen, der Ausgleich von Material- und Handwerkstoleranzen und die Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten. Fugen tragen dazu bei, eine glatte und fertige Oberfläche zu schaffen, die Belastung der Baumaterialien zu verringern, Materialschwankungen auszugleichen und die Sicherheit der Konstruktion zu gewährleisten.
Fugen dienen auch ästhetischen Zwecken, indem sie dem Baumaterial ein fertiges und poliertes Aussehen verleihen. Durch die Schaffung einer glatten und gleichmässigen Oberfläche tragen die Fugen zu einer optisch ansprechenden Struktur bei.
Welche Fugenarten werden unterscheidet?
Je nachdem, welche Rolle eine Fuge im Bauwesen erfüllt und auf welche Weise sie entsteht, unterscheidet man zwischen verschiedenen Fugenarten.
Anschlussfugen
Anschlussfugen sind Spalten zwischen verschiedenen Bauelementen aus verschiedenen Materialien. Aus technischen Gründen können diese Spaltungen nicht überputzt oder überspachtelt werden. Typische Beispiele dieser Fugenarten sind Spalten an Anschlüssen im Bad von Wänden und Böden mit der Badewanne, Waschbecken oder Toilette. Die Anschlussfuge wird meistens mit Silikon abgedichtet.
Arbeitsfuge
Arbeitsfugen entstehen zwangsläufig innerhalb von Bauten, wenn ein Bauteil nicht in einem Arbeitsgang fertiggestellt werden kann. Die Arbeitsfugen werden am häufigsten im Betonbau eingesetzt. Die Arbeitsfugen und die Bewehrung sollten so gestaltet sein, dass sie die statischen Eigenschaften eines Objekts nicht beeinträchtigen.
Bauwerksfuge
Bauwerksfugen oder Bautrennfugen entstehen zwischen benachbarten Bauteilen, wenn mehrere Bauwerke nebeneinander ohne Abstand errichtet werden. Die Bautrennfuge erstreckt sich durchgängig zwischen zwei Bauten, aber nicht immer durch die Fundamente.
Bewegungsfuge
Eine Bewegungsfuge oder Dehnungsfuge wird wohlüberlegt zwischen Bauteilen hinterlassen, um die Bewegungen innerhalb eines Bauwerks aufzunehmen und dadurch Rissbildungen vorzubeugen. Die Bewegung wird durch Feuchtigkeitsaufnahme, Temperaturschwankungen oder Lageänderungen verursacht.
Mauerwerksfuge
Mauerwerksfugen sind die Zwischenräume zwischen den einzelnen Mauersteinen in einer Wand. Diese Fugen werden in der Regel mit Mörtel gefüllt, der dazu beiträgt, die Mauersteine an ihrem Platz zu halten und die Wand zu verstärken. Mauerwerksfugen sind sowohl für die Festigkeit und Stabilität der Wand als auch für das Gesamtbild des Bauwerks wichtig.
Scheinfugen, Schwindfugen und Sollrissfugen
Diese Fugen dienen dazu, die Rissbildungen, die durch Schwinden entstehen, zu kontrollieren. Sie sind in der Regel in Betonkonstruktionen vorhanden und werden entweder mit Sand gefüllt oder leer gelassen. Schwindrisse lassen sich nicht verhindern. Deshalb werden sie durch Scheinfugen dazu gezwungen, sich geradlinige zu entwickeln.
Wartungsfuge
Wartungsfugen werden starken chemischen und physikalischen Einflüssen ausgesetzt. Sie werden mit einem Dichtstoff ausgefüllt, der regelmässig einer Dichtigkeitsprüfung zu unterziehen ist. Dazu zählen beispielsweise die Silikonfugen im Nassbereich.
Welche Fugenabdichtungen gibt es?
Die Fugenversiegelung ist aus vielen Gründen wichtig. Überlegen Sie zunächst, welche Art von Fugen Sie haben – ist es wichtig, ob sie wasserabweisend oder feuerfest sind? Wenn ja, dann wird das Ihre Entscheidung bei der Auswahl eines Produkts beeinflussen! In zweiter Linie kommt jedoch der Verwendungszweck ins Spiel: dienen diese Produkte auch einer ästhetischen Funktion? Spielen andere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Kosten und Finanzen?
Silikon
Silikon ist ein synthetisches Gummimaterial, das für seine Haltbarkeit und Wetterbeständigkeit bekannt ist. Es wird häufig in Konstruktionsfugen verwendet, da es sowohl extremen Temperaturen als auch Feuchtigkeit standhalten kann. Silikon ist ausserdem ungiftig, was es zu einer sicheren Wahl für Innenanwendungen macht.
Polysulfide
Polysulfide sind eine Art von Dichtstoff, der für seine Haltbarkeit und Witterungsbeständigkeit bekannt ist. Sie werden vor allem zur Abdichtung von Dehnungsfugen verwendet. Dank der Resistenzeigenschaften des Polysulfids wird das Eindringen von Wasserschadstoffen wie technische Öle, Dieselkraftstoff (auch Biodiesel), Treib- und Schmierstoffe sowie verdünnten anorganischen Säuren und Laugen mit grosser Sicherheit verhindert.
Dichtband
Dichtungsbänder werden am meisten aus Kautschuk angefertigt. Kautschuk ist bekannt für seine hohe Haftfähigkeit und seine witterungsbeständigen Eigenschaften. Aufgrund seiner Flexibilität und hohen Wasser- und Chemikalienbeständigkeit ist er ideal für die Abdichtung von Dehnungs-, Bau- und Bewegungsfugen.
Fugenmörtel
Zementfugen werden mit Fugenmörtel aufgefüllt. Er besteht in der Regel aus einer Mischung aus Zement, Sand und Wasser. Fugenmörtel kann farblich an die Fliesen angepasst werden, und er kann auch strukturiert sein, um ein dekorativeres Aussehen zu erzielen. Fugenmörtel ist im Allgemeinen recht haltbar und kann bei richtiger Pflege viele Jahre lang halten.
Brandschutzkitt
Brandschutzkitt ist eine Art Fugenabdichtung, der speziell zum Schutz vor Feuer entwickelt wurde. Er besteht aus einer mineralischen Verbindung, die sehr hitze- und flammenbeständig ist. Der Kitt bildet ausserdem eine Dichtung um die Fugen herum, die die Ausbreitung von Feuer verhindert.
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