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Liebes Online-Ärzteteam,
kurz zum Hintergrund: Ich habe aufgrund einer (nicht fixierten) kraniozervikalen Instabilität eine inkomplette hohe Tetraplegie. Fehlstellungen im kraniozervikalen Bereich gehen jeweils mit starken Schmerzen und einer Verschlechterung von Motorik und Koordination einher; die Verschlechterungen von Motorik und Koordination halten jeweils für einige Tage bis Wochen an, auch wenn die Schmerzen nachgelassen haben. Insgesamt wurde meine Baseline über die letzten Jahre immer schlechter.
Aktuell kommt es nach einer solchen Verschlechterung vermehrt zu rhythmischen Zuckungen kleiner Muskelgruppen (Faszikulationen?) in verschiedenen Muskeln des Körpers, betont auf der Seite, auf der die kraniozervikale Fehlstellung und Schmerzen zuvor betont waren: Unter anderem im Arm, aber auch knapp neben dem unteren Ende des Sternums und tieferliegend weiter unten im Bauchraum. Es handelt sich dabei eigentlich um meine bessere Seite, doch die Motorik in Hand und Bein war während der letzten Wochen doch auch auf dieser Seite stärker eingeschänkt (z.B. Unterschenkelbeugung geschwächt).
Nun würde ich sagen, dass ich ein Nerd bin und gerne Zusammenhänge so gut wie möglich verstehen will. Insofern teilt sich meine Frage in zwei Teile:
Eine Verständnisfrage, bei der ich mich über eine Erklärung oder einen Link zu weiterführenden Informationen (gerne Fachliteratur oder wissenschafliche Publikationen; englisch ist okay) freuen würde, und zwei konkrete Fragen.
1. Ich habe gelesen, dass Faszikulationen im Zusammenhang mit dem Rückenmark üblicherweise eine segmentale Ursache haben (im Gegensatz zu Spastik). Wie wären denn dann weitflächig verteilte Faszikulationen erklärbar - ist das ggf. bei Langzeitschäden anders? Können Faszikulationen doch im Zusammenhang mit Spastik stehen?
2. Was könnten mögliche Erklärungen sein? Längerfristige Umbauprozesse? Könnten verschiedene Segmente im Rahmen von Dehnung/Distorsion des Rückenmarks betroffen sein? Oder wäre das ggf. ein Grund, zu überprüfen, ob sich eine Syringomyelie entwickelt haben könnte?
3. Meine Ergotherapeutin hat die Frage ins Spiel gebracht, ob die Muskelzuckungen knapp neben/unter dem Sternum mit dem Zwerchfell in Zusammenhang stehen könnten. Meine Frage: Falls das der Fall sein sollte, könnte es dadurch zu Verschlechterungen kommen, gäbe es "red flag" Symptome, auf die ich achten sollte und bei denen ich mich zeitnah ärztlich vorstellen sollte (aufgrund der Pandemie vermeide ich das aktuell wenn möglich), und was gäbe es für Behandlungsansätze? Die Zuckungen selber sind zwar lästig, aber ich kann gut damit leben. Aber meine Zwerchfellfunktion würde ich doch gerne so gut wie irgend möglich erhalten.
Danke!
Beste Grüße,
odyssita