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Das Herz ist keine Pumpe
|Aktualisiert: Juni 2022|
Im Jahr 1928 erschien eine Schrift des Herzarztes und Universitätsprofessors Dr. Martin Mendelsohn mit dem Titel „Das Herz ein sekundäres Organ“. Mendelsohn war seinerzeit ein hochgeachteter Wissenschaftler und u.a. Mitglied der „Kaiserlich Leopoldinisch Deutschen Akademie der Naturforscher“. Er verfügte jahrzehntelang über eine eigene Praxis. Mendelsohn beklagt vor allem, dass die orthodoxe Medizin bei Herz und Kreislauf nur das Blut wahrnimmt, dabei aber die vielen Flüssigkeiten wie Lymphe, Sekrete, Gewebewasser etc. im Verbund mit der Vielzahl von Drüsen und Hormonen außer Acht lässt. Der Kreislauf des Stoffwechsels besteht jedoch laut Mendelsohn aus einem ständigen Austausch (Verbrauch und Neuhinzuführung) von Flüssigkeiten. An diesem Lebensprozess sei das Blut nur partiell beteiligt. Außerdem sei es physikalisch völlig ausgeschlossen, dass das kleine Herz (es wiegt ca. 400 Gramm) die riesigen Mengen von Blut ständig im Kreislauf halte, und das durch die kleinsten Kapillaren. Es würde enorme Kraft erfordern, eine klebrige Flüssigkeit wie Blut durch diese Millionen an kleinen Röhren wie die Blutgefäße zu drücken. Dies ist mechanisch betrachtet eigentlich unmöglich. Vielen ist nicht bekannt, dass das Herz auch Teil des endokrinen Systems ist. Dieses System ist die Sammlung von Drüsen, die Hormone freisetzen und viele Körperfunktionen regulieren, einschließlich Wachstum, Stoffwechsel, Schlaf, Stimmung, sexuelle Funktion und Gewebefunktion. So ist das Herz zum Beispiel für die Produktion von Hormonen verantwortlich, die als natriuretische Peptide bekannt sind, insbesondere als „atrialer natriuretischer Faktor“ (ANF). ANF verbessert die Ausscheidung von Natrium (Natriurese) und Wasser über den Urin (Diurese). Wenn der Körper einen erhöhten Blutdruck oder ein erhöhtes Blutvolumen feststellt, setzt das Herz diese natriuretischen Peptide frei. Diese Hormone stimulieren Rezeptoren in den Wänden der Arterien und entspannen die Muskeln der Venen und Arterien, was den Blutdruck senkt.

Das Herz ist das Organ der Seele, so wie der Geist das Organ des Verstandes ist.
Théodore Simon Jouffroy (1796 - 1842)
1920 war Rudolf Steiner (1861-1925) der Erste, der sich dem Pumpmechanismus des Herzens widersetzte, und er schlug stattdessen vor, dass der Blutfluss womöglich durch seinen eigenen biologischen Impuls gesteuert werde. Steiner führte aus, dass der Druck nicht die Ursache des Blutflusses sei, sondern dessen Folge. Aus dem strömenden Blutkreislauf beginnt sich das Herz schon ab der 3. Woche der Embryonalentwicklung zu bilden und fängt ab dem 23. oder 24. Tag der Schwangerschaft eigenständig zu pulsieren an. Das heisst, das Herz beginnt erst nach der dritten Schwangerschaftswoche zu schlagen. Nach Ansicht Steiners ist die Gestalt des Herzens ein Ergebnis der sich stauenden Kräfteströmungen von links-rechts bzw. rechts-links und von oben und unten. Durch den Rückstau dieser Strömungen entstehen Verdickungen, aus denen sich die vier Herzkammern bilden. Aber nicht nur die Gestalt, sondern auch die Tätigkeit des Herzens ist nach Steiner ein Ergebnis der lebendigen Bewegung des Blutkreislaufs. Das Herz fungiert seiner Ansicht nach nicht als Pumpe, die das Blut durch den Körper treibt, sondern der Blutkreislauf versetzt das Herz in Bewegung. Die linke Herzhälfte empfängt dabei das sauerstoffreiche Blut aus dem kleinen Lungenkreislauf, die rechte Herzhälfte das sauerstoffarme Blut aus dem großen Körperkreislauf.
Im Jahr 1932 filmte Dr. Bremers den Blutfluss in einem Embryo, dieser bewegte sich mit spiralförmigen Bewegungen, und zwar noch bevor das Herz des Embryos schlug!
Das Herz – ein sekundäres Organ
Warum das Herz nur ein sekundäres Organ sein kann, begründet Dr. Martin Mendelsohn in dieser Schrift ausführlich und zwingend logisch. Die Öffentlichkeit nahm damals seine Thesen nicht nur sehr ernst, sondern forderte, dass über kurz oder lang aus der Theorie eine gesunde Praxis entstehen sollte. Anders als heute wurden 1928 noch von der orthodoxen Medizin abweichende Meinungen diskutiert. Heute bedeutet jede abweichende Meinung das Ende der Karriere. Verblüffend ist, dass die Thesen Professor Mendelsohns sich weitgehend mit denen von Wilfried Hacheney (Gründer der Stoffwechsel-Theorie) decken, der u.a. behauptet, dass es keine Krankheiten des Herzens gäbe, sondern nur Krankheiten des Blutes. Auch in einem weiteren, wesentlichen Punkt decken sich die Ansichten Mendelsohns und Hacheneys, nämlich der zentralen Bedeutung des Stoffwechsels, den beide als Lebensfunktion schlechthin bewerten. Die offenbar in Vergessenheit geratene oder von einer interessierten Lobby unterdrückte Arbeit Mendelsohns, was die Gesundheit der Menschen betrifft, ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, wie der Körper funktioniert.
Wer diese Theorie studiert, wird so manche Lebenserscheinung des gesunden wie des kranken Organismus in einem neuen Licht erblicken. Zusammenhänge werden sich ihm offenbaren, wo bisher unüberbrückbarer Widerspruch bestand. Gewiss, die jahrhundertealte Theorie des Blutkreislaufes (die Harveysche Theorie) behält ihre Gültigkeit, soweit der reine Zusammenhang des Geschehens in Frage kommt. Ihre Dynamik aber ist nicht zu halten, ist niemals zu halten gewesen, nur dass man sie eben immer wieder hingenommen hat, ohne auf ihre Unmöglichkeiten, ihre Unbegreiflichkeiten zu achten. Die Kräfte, die den Blutumlauf im lebenden Organismus bewirken, sind ganz anderer Art, als dass die Kraft des Herzens ausreichend wäre, das motorische Geschehen im Flüssigkeitsumlauf des Körpers selbständig zu bewirken. Das Herz allein ist nicht imstande, eine solche gewaltige Leistung zu vollbringen. Diese Vorstellung ist so absurd, dass es schier unbegreiflich ist, wie sie durch die Jahrhunderte hindurch Geltung hat behalten können.
Die Fragwürdigkeit der gegenwärtigen medizinischen Lehre wird mit der Veröffentlichung der Arbeit Professor Mendelsohns in ihrer ganzen Tragweite erst so richtig erkennbar. Die gesamte Herzchirurgie, die darauf basiert, dass das Herz der „Motor“ des Blutes ist, wirkt neben den fundierten Erkenntnissen Mendelsohns geradezu lächerlich, ganz besonders aber die Transplantations-Manie, die gewaltige Kosten verursacht, die Betroffenen zu Krüppeln macht (für den Rest des Lebens ohne Immunsystem und hochgradig krebsgefährdet) und außer Profit für Chefärzte und Pharmaindustrie nichts bewirkt. Das gilt für die gesamte Organindustrie, die sich nach dem neuen Gesetz über den Hirntod jetzt erst so richtig etabliert hat.
Informieren Sie sich über diese Videos: Organspende / Hirntod (Unzensiert)
Denn Professor Mendelsohn weist zwingend nach, dass jede Krankheit ihre Ursache im gestörten Stoffwechsel hat und erkrankte Organe die sekundäre Folge, niemals aber die Ursache sind. In der sogenannten Hochleistungsmedizin unserer Tage aber sieht man die Ursache der Krankheit im geschädigten Organ. Dieses Organ wird mit einem Aufwand von Milliarden an Kosten ausgetauscht, obwohl die Ursache, nämlich der gestörte Stoffwechsel, nicht behoben ist und so der ohnehin geschwächte Organismus noch zusätzlich mit einem fremden Organ fertig werden muss. Die Erkenntnisse Mendelsohns sind aber nicht nur deshalb interessant, weil sie auch den Laien erkennen lassen, wie abwegig und lebensfremd unsere Medizin geworden ist, auf die Ärztefunktionäre und Politiker so stolz sind, sondern auch, weil dadurch das wichtigste Gebiet allen Lebens, der Stoffwechsel, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt wird. Für Wilfried Hacheney ist der Stoffwechsel die Schöpfung schlechthin, wobei er nicht nur den materiellen, sondern auch den immateriellen Stoffwechsel mit einschließt, und für Hacheney hat das Wasser den entscheidenden Anteil an diesem Stoffwechsel. Genauso lauten die Erkenntnisse Professor Mendelsohns. Jeder sollte heute wissen, welche Bedeutung das Wasser für den Stoffwechsel und damit für das Leben hat, und dass eine naturkonforme Müllentsorgung nur über einen gesunden Stoffwechsel möglich ist, wenn man ihn ließe. Aber so wie die medizinischen Wissenschaftler die Organtransplantation brauchen, um zu „heilen“, brauchen die Entsorgungs-“Wissenschaftler“ Müllöfen und Müllhalden, denn zum Umdenken sind auch sie weder willens noch fähig.
Die klinische und die physiologische Unzulänglichkeit der Herzkraft
Welchem Arzt und insbesondere welchem Herzarzt wären nicht schon Leidende begegnet, deren Herzen übermässig erweitert und zerdehnt und sich in solcher Erschlaffung darstellten, dass von ihnen überhaupt keine oder bestenfalls nur eine gänzlich unzureichende Muskelleistung noch erwartet werden konnte. Welchem Arzt und insbesondere welchem Herzarzt wären nicht schon kranke Menschen zu Gesicht gekommen, deren Arterien in derartigem Masse eine sklerotische (verhärtete) Erstarrung angenommen hatten, dass sie jeder Elastizität beraubt erscheinen. Und immer wieder muss es Staunen erwecken, dass alle diese Menschen mit zerdehnten Herzen und verhärteten Arterien dennoch Jahre, Jahrzehnte hindurch ihr Dasein weiterführen, ohne allzu große Beschwerden und Leiden. Ja, sie vermögen meist sogar ihre nicht immer mühelosen Berufe unbehindert zu betreiben und weiter zu handeln, zu wirken, zu schaffen, denn aller Theorie zum Trotz zeigt ihr Kreislauf, ihr Säfteaustausch, ihr Stoffwechsel in fast ungeminderter Vollkommenheit fortwährenden Bestand. Nun beruht die vor vier Jahrhunderten (seit 1628) geschaffene und noch heute gültige Theorie William Harveys auf der grundlegenden Idee, dass das Herz allein durch seine Muskelkraft den Blutumlauf vollziehe. Das Wesen seiner Leistung bestehe darin, mit jeder Systole (rhythmisches Erweitern mit Zusammenziehen des Herzmuskels) eine gewisse Menge Blut in die stets davon schon völlig erfüllte Aorta hinzuzugeben und sich danach gegen sie abzuschließen. In der Elastizität ihrer Wandungen beruhe für diese Hauptarterie die Fähigkeit, dieses Plus überhaupt in sich aufnehmen zu können. Das Mehr an Flüssigkeit befördere sie alsbald, um den entstandenen Überdruck auszugleichen, in dem bekannten rhythmischen Ablauf selbsttätig, wiederum dank ihrer Elastizität, nach der Peripherie hin weiter, durch das ganze Arteriensystem hindurch. Sogar die Rückkehr durch alle Kapillaren und Spalträume und durch den ganzen venösen Anteil sei der saugenden Muskelkraft des Herzens zuzuschreiben. Was aber nun, wenn das Herz seiner Muskelkraft beraubt ist und der Säfteumlauf dennoch ungemindert weitergeht? Dass dem so ist, zeigt der Lebensablauf so vieler kranker Menschen. Von dem Glauben an die allein wirkende Kraft des Herzens muss schon der einfache gesunde Menschenverstand sich abwenden, um wie viel mehr erst der des Arztes. Hinge wirklich alles Leben nur von der aktiven Initiative des Herzens ab, würden wir nur noch wie eine Art von Schlafwandlern durch unser Dasein gehen, in jedem Augenblick den „Herz“- schlag erwartend, der uns jäh aus dem Leben stürzen müsste. Wem sich die Gelegenheit bietet, der nehme einmal ein Menschenherz zur Hand, dieses winzige Muskelgebilde, nicht größer als eine menschliche Faust (400g) und in seinem Innern hohl durch und durch. Schalten wir lieber wieder unseren menschlichen Verstand ein und unseren eigenen Denkprozess, dann macht es keinen Sinn, dass dieser winzige Muskel ganz allein imstande sein soll, ohne eine Pause der Ruhe und der Rast, vom ersten Schrei bis zum letzten Seufzer, das Blut zu bewegen. Dass dieses kleine Organ durch das volle Leben hindurch es schafft, die zähe Blutmasse des Körpers in die Fülle der sich wieder und wieder verzweigenden Blutgefäße, in die Unzahl der Kapillaren, in die Milliarden der Spalträume nicht nur hineinzudrücken, nein, sie auch hindurchzupressen und danach auf ihrem weiteren Weg wieder zum Herzen zurückzuschaffen, wo doch Blut dicker ist als Wasser, und das alles allein durch ein bisschen armselige Muskelkraft!
Rein mechanisch ist es nicht möglich, diese zwei Punkte unten zu bedienen, mit einer Pumpe von ca. 400g:
- Würde man unser Kapillarsystem am Boden ausbreiten, würde es mindestens die Fläche eines Fußballfeldes bedecken!
- Wenn man die Blutgefäße längs aneinander reihen würde, würden sie mehr als einmal um die ganze Erde reichen.
Woher hat das Herz sein Saugvermögen?
Das Herz ist ein zentrales Wärmeorgan, das durch seine unermüdliche Tätigkeit eine große Menge überschüssiger Wärme produziert, in der sich das menschliche Ich in der ständigen Begegnung von Mikrokosmos und Makrokosmos inkarnieren kann. Der große Körperkreislauf entspricht dabei dem Mikrokosmos, der kleine Lungenkreislauf, der die Verbindung mit der Umwelt herstellt, hingegen dem Makrokosmos.

Der Geist eröffnet dir die Welten, das Herz zeigt dir den Weg ins Licht.
Hans-Christoph Neuert (1958 - 2011)
„Das Herz ist das Organ, wodurch die Wärme übergeht in den menschlichen und tierischen Leib, es arbeitet die Wärme um. Das Herz ist ebenso wie die anderen menschlichen Organe symmetrisch gebaut. Eigentlich hat der Mensch zwei Herzen, die durch eine Scheidewand getrennt sind. Jede Herzhälfte ist wiederum durch eine Scheidewand in Vorhof und eigentliches Herz getrennt, sodass man vier Räume zu unterscheiden hat: Vorkammer und Herzkammer, durch die Klappe verbunden, und rechtes und linkes Herz. Nun geht von der linken Herzkammer aus die große Ader, Aorta, zunächst aufwärts; dann sendet die Aorta einen Zweig, der das Gehirn versorgt. Ein anderer Zweig geht in den ganzen Körper und versorgt durch ein feines Geäder die Bauchgegend. Andere Zweige gehen herunter in die Glieder, und dann kommen sie in die rechte Vorkammer. Vom Gehirn geht ein Zweig zurück in die rechte Vorkammer. Das ist der große Kreislauf.
Von der rechten Herzkammer aus geht der kleine Kreislauf; die Ader geht direkt in die Lunge hinein und von der Lunge zurückkommend in die linke Vorkammer, dann durch die linke Klappe in die linke Herzkammer. In der Lunge wird das Blut erneuert; sie atmet den Sauerstoff ein, das blaue Blut macht den Verbrennungsprozess durch und beginnt wieder als rotes Blut seinen Kreislauf. Verbrennung bedeutet immer die Verbindung eines Stoffes mit dem Sauerstoff der Luft. Was in der Lunge vorgeht, ist ein Verbrennungsprozess; ein wirkliches Verhältnis, das sich herausbildet zwischen dem einzelnen tierischen Leib und der ganzen Luft ist das, was geschieht. Genau wie die Pflanze Licht verbraucht, so verbraucht das Tier Feuer; es ist eine Heizung des Körpers. Der höhere Prozess ist derjenige, der sich dann beim Menschen allein abspielt - Tiere haben bloß eine Anlage davon - so ist es, wie es sich abspielt.
Das Herz vermittelt zwischen dem oberen und dem unteren Menschen, wodurch der obere Mensch, für uns allerdings ganz unbewusst, wahrnimmt, was im unteren Menschen vorgeht. Es schafft dabei einen Ausgleich zwischen den Prozessen des oberen und des unteren Menschen, und zwar derart, dass jedem oberen Prozess ein verwandter unterer Prozess entspricht - und zwar ganz individuell unterschiedlich. Der obere Mensch umfasst dabei das Nerven-Sinnes-System und bis zu einem gewissen Grad auch die Atmungstätigkeit, die schon zum rhythmischen System gehört. Der untere Mensch hängt mit dem Stoffwechselsystem zusammen.
Und das Unbegreiflichste ist die Rückkehr des Blutes zum Herzen. In jedem Lehrbuch der Physiologie steht seit Hunderten von Jahren und bis auf den heutigen Tag zu lesen, dass das Herz eine Druck- und Saugpumpe sei, eine Druckpumpe von der arteriellen, eine Saugpumpe von der venösen (Rückfluss) Seite her.
(Als Arterie wird ein Blutgefäss bezeichnet, welches das Blut vom Herzen weg in den Körper leitet. Arterien besitzen – anders als Venen – eine ausgeprägte Muskelschicht in ihren Wänden. In ihnen ist das Pulsieren des Herzschlags spürbar, weshalb sie auch Schlag- oder Pulsadern genannt werden.)
Niemandem kommt angesichts solcher sakrosankter (unantastbarer) Tradition der Gedanke, woher das Herz eigentlich sein Saugvermögen nimmt. Ein kontraktiert gewesener und danach wieder erschlaffender und auseinanderfallender Muskel vermag doch wohl überhaupt keine aktive Kraft zu äußern, sein Erschlaffen kann immer nur ein lediglich passiver, ein negativer Vorgang sein. Ein Saugvermögen des diastolischen (erweiterten) Herzens zu konstruieren, dürfte der Erkenntnishöhe der Quinta Essentia (der Muskelkraft) entsprechen. Es ist wohl nicht zu viel behauptet, dass in der ganzen geschichtlichen Entwicklung der Medizin keine einzige therapeutische Methode eine so ausgebreitete Anwendung in der Welt gefunden hat wie der Aderlass. Tausende und aber Tausende von Ärzten haben ihr Leben lang immer wieder die Aderlassbinde um den Arm geschnürt und haben mitangesehen, wie das Blut sich vor dem Hindernis staute, haben zugewartet, bis die Stauung einen so hohen Grad erreicht hat, dass nach der Venaesectio (Öffnen der Vene mit Einlegung eines Katheters) das Blut in starkem Strahle aus der Vene sprang und alle standen sie dabei unerschütterlich unter der herrschenden Idee, dass ausschließlich die Saugkraft des Herzens während der Diastole den gesamten venösen Anteil des Blutkreislaufs besorge. Keinem einzigen unter den Tausenden dieser Mediziner kam der Gedanke, woher denn eigentlich, wenn die Armbinde schnürt, für die abwärts gelegenen Venen die Saugkraft des Herzens rühren kann, saugt sie etwa sogar durch die Binde hindurch weiter? Auch ist ja bekannt und experimentell ausreichend erwiesen, dass, wenn ein Lymphstamm unterbunden wird, das Gefäß oberhalb davon anschwillt. Weder hier noch dort kann irgendeine Saugwirkung im Spiel sein. Dauernd und ohne Unterlass durchflutet die gesamte Substanz des Körpers, solange er lebt, ein Wasserstrom, von dem nur ein Teil in elastischen und durchlässigen Röhren eingeschlossen als Blut umherkreist.
Die Luftembolie – unerklärlich?
Keine geringere Merkwürdigkeit stellt die Luftembolie dar. Wenn der Blutkreislauf tatsächlich ein in sich geschlossener Ring wäre, in dem ein eingeschalteter Motor ganz allein das zähe und klebrige und mit starker Viskosität
(Die Viskosität bezeichnet die Zähflüssigkeit oder Zähigkeit von Flüssigkeiten und Gasen.)
behaftete Blut durch die engsten Kapillarröhrchen aus eigener Kraft hindurchzudrücken vermag, wie kann es dann nur geschehen, dass derselbe Motor nicht imstande sein soll, das Gleiche gegenüber gasförmigen Luftbläschen zu leisten? Dass feste unflexible Materienteilchen im Körper, wenn sie nicht nachgeben können, in zu engen Röhren steckenbleiben, ist verständlich. Nicht aber, dass Luft, die sich anpassen kann, das Gleiche tut. Warum treibt sie nicht in der Zirkulation solange um, bis sie wieder resorbiert ist? Wenn tatsächlich das Herz dem Blutumlauf beherrschend vorstände, so müsste auch eine Beeinflussung, die das Organ unmittelbar trifft, sich in einer hierdurch hervorgerufenen Abänderung der Kreislauferscheinungen geltend machen; nichts von alledem.
Der primäre Säfteumlauf im Substrat des Organismus
Dauernd und ohne Unterlass durchflutet die gesamte Substanz den Körper, solange er lebt, ein Wasserstrom, von dem nur ein Teil in elastischen und durchlässigen Röhren eingeschlossen als Blut umherkreist. Eine andere Flüssigkeit durchströmt als Lymphe nicht nur jede Lücke und Spalte des Gewebes und der Zellen, sondern die gesamte Körpersubstanz. Von diesem Flüssigkeitsstrom, und das ist für sein ständiges Bewegtwerden die erste ursächliche Kraft, verlässt ein beträchtlicher Teil ununterbrochen den Organismus und wird ununterbrochen durch neue Einfuhr ersetzt. Von der inneren, der eingestülpten Oberfläche des Körpers zwischen oberem Eingang und unterem Ausgang, vom Verdauungskanal her, strömt so immer wieder neue Flüssigkeit nach der äußeren Oberfläche, nach der ganzen äusseren Hülle des Organismus hin, wo die Perspiratio insensibilis (unmerklicher Wasserverlust durch Verdunsten, temperaturunabhängig) ebenso ständig vor sich geht wie in den Lungen die Wasserverdunstung und aus den Nieren die Harnausscheidung. Dieser kontinuierliche Flüssigkeitsstrom wird lediglich bewegt durch die sekretorische Kraft
(Als Sekretion wird die Abgabe von flüssigen Stoffen, die eine bestimmte Funktion erfüllen, durch einzelne Zellen oder Drüsen bezeichnet. Das Sekret wird unwillkürlich abgeschieden; die Regelung geschieht durch das vegetative Nervensystem sowie durch Rückkopplungsmechanismen.)
der ausscheidenden, exkretorischen Drüsen
(Exkretorische Drüsen (auch exokrine Drüsen genannt) geben ihr Sekret an eine innere oder äußere Körperoberfläche ab. Oft liegen sie im Bindegewebe unter dem Epithel und sind mit diesem durch einen Ausführungsgang verbunden.)
und der aktiven Tätigkeit der Alveolarepithelien (Gewebe der Lungenbläschen), jedenfalls aber zunächst ohne jede Inanspruchnahme oder Mitwirkung der Herzkraft. Man muss sich von diesen Mengen das richtige Bild machen. Bis zu zwei Liter entnehmen die Nieren dem Flüssigkeitsbestand des Körpers alltäglich an Harnwasser, nicht selten noch vielfach mehr. Durch die Perspiratio insensibilis (unmerklicher Wasserverlust durch Verdunsten, temperaturunabhängig), die unmerkliche Wasserverdunstung von der Haut aus, werden des Weiteren im Durchschnitt an jedem Tag nicht weniger als siebenhundert Gramm, also knapp dreiviertel Liter, ständig aus dem Organismus herausgesaugt. Das ist das Minimum des Wasserverlustes auf diesem Weg, das allein und sofort an der Körperoberfläche als Wassergas verdunstet, noch ehe es zu Schweißbildung kommt. Kommt diese hinzu, was häufig genug geschieht, so gelangen in solcher Perspiratio sensibilis dann beträchtliche weitere und oft sehr umfangreiche Wassermengen nach außen. Dass wir nicht weniger als beinahe einen halben Liter Wasser schon bei ruhigster Atmung in vierundzwanzig Stunden ausatmen, kommt noch dazu. Ganz zu schweigen von mehr zufälligen Ausscheidungen, wie Sputum (Speichel) und Tränen und anderen Sekreten, die nach außen gelangen, nicht zuletzt die nicht unbeträchtlichen Mengen an Galle, Darmsaft, Pankreassaft (Bauchspeicheldrüse), die, in der Verdauung übrigbleibend, mit den Fäzes (Stuhlgang) den Leib verlassen. All diese Flüssigkeit, die Tag für Tag aus dem Körper in ununterbrochener Folge hinausgeht und oft noch wesentlich über die Norm vermehrt ist, muss stetig wieder ersetzt werden, und das geschieht ohne Mitwirkung des Herzens. Die Unterdrückung eines jeden der beiden Faktoren des Flüssigkeitsaustausches für diese ständige Wasserdurchflutung der fast flüssigen Riesenamöbe, die wir Mensch nennen, wirkt bekanntermassen tödlich.
Um aber im Organismus Säftebewegung durch Drüsentätigkeit zu schaffen, ist es nicht vonnöten, dass die so produzierte Flüssigkeit den Körper endgültig verlässt. Das ist nur die radikalste und die am deutlichsten sich dartuende Form derjenigen Kraft, die auf solche Weise die allgemeine Körperflüssigkeit in Bewegung setzt. Ein anderer Anteil, nicht minder energisch, geht von derjenigen Gruppe von Drüsen aus, die in der Bereitung von Sekreten ihre Zweckbestimmung erfüllen. Auch ihre Epithelien
(Epithel: Wichtige Funktionen des Epithelgewebes sind Stofftransport, Schutz (Barriere) und Sekretion (Stoffabgabe). Das Epithel ist ein Gewebetyp, der die inneren und äußeren Körperoberflächen auskleidet sowie voneinander abgrenzt.)
bewegen aus eigener Lebenstätigkeit ganz gewaltige Wassermengen, ohne dass das Herz dabei mitwirkt. Dreiviertel Liter und mehr, siebenhundert bis achthundert Gramm Speichel ist die tägliche Durchschnittsproduktion des Menschen nur allein während der einzelnen Nahrungsaufnahme. Parotis (Ohrspeicheldrüse) und Submaxillaris (Unterkieferspeicheldrüse) sondern dazwischen zusätzlich noch sehr reichlich ab. Das ist fast alles in Bewegung versetztes Wasser. Denn die ganze Trockensubstanz im Sputum (Auswurf) beträgt nur vier Prozent. Das ist Wasser, das dem Blut an der einen Stelle entnommen und an anderen wieder in das Blut zurückgesaugt wird. Wir Menschen setzen im vierundzwanzigstündigen Ablauf nicht weniger als einen ganzen Liter Magensaft und fast die gleiche Menge an Pankreassaft und dazu nochmals das gleiche Quantum Galle in Bewegung und an Darmsaft noch bei weitem mehr. Alle diese vielen Liter Flüssigkeit entziehen die Drüsenepithelien durch ihre spezifische Lebensenergie dem ihnen zugeführten Blut, und das muss nachrücken, gleichviel, ob das Herz dabei mitwirken mag oder nicht. Dass im Gegensatz zu den rein exkretorischen Drüsen
(Exkretorische Drüsen(auch exokrine Drüsen genannt) geben ihr Sekret an eine innere oder äußere Körperoberfläche ab. Oft liegen sie im Bindegewebe unter dem Epithel und sind mit diesem durch einen Ausführungsgang verbunden.)
ein beträchtlicher Wasseranteil aller dieser Sekrete dann wieder an anderen Orten zur Resorption (Aufsaugung) kommt, stört diesen Zusammenhang nicht, fördert ihn vielmehr. Denn die Bewegung der Flüssigkeit wird dadurch nur noch vermehrt und verstärkt: Die Exkrete nach außen und die Sekrete im Inneren, beide ziehen sie ständig die Flüssigkeit aus dem Kreislauf heraus und in ihm nach sich. So wird die Summe der selbsttätigen spezifischen Absonderungstätigkeit aller im Körper arbeitenden sekretorischen Drüsen
(als Sekretion wird die Abgabe von flüssigen Stoffen, die eine bestimmte Funktion erfüllen, durch einzelne Zellen oder Drüsen bezeichnet. Das Sekret wird unwillkürlich abgeschieden; die Regelung geschieht durch das vegetative Nervensystem sowie durch Rückkopplungsmechanismen.)
zu einer weiteren gewaltigen Kraftquelle für den Umlauf der Körpersäfte. In diesem Zusammenhang findet sich auch eine Antwort auf die Frage, auf die die Harveysche Theorie (Theorie des Blutkreislaufes) keine Antwort gibt, nämlich: welche Kräfte wohl das Blut in der Pfortader bewegen mögen. Hier wird doch kein Ungelehrter und kein Gelehrter dem Herzen irgendwelchen Anteil zusprechen können. Hier findet die Blutflüssigkeit ein ausgedehntes Kapillarnetz vor, das sich schließlich zu einem klappenlosen Kanal sammelt, um sich dann wiederum in ein ausgedehntes Kapillarnetz aufzulösen. Vor ihr nichts von Herzkraft, hinter ihr nichts davon, und sie bewegt sich doch! Welche Kräfte bewirken das nur? Aber ist nicht die ungeheure Größe der Leber merkwürdig? Die zierlichen Speicheldrüsen, die allesamt bequem in einer Hand Platz fänden, produzieren fast die gleiche Menge an Sekret wie die große und gewaltige Leber. Sollte nur allein für ihre gewiss umfassenden Stoffwechselaufgaben wirklich ein Organ notwendig sein, so groß, dass es fast den halben Unterleib ausfüllt? Sicherlich bedurfte es so vieler Drüsensubstanz auch noch dazu, dem ankommenden venösen Blut der Pfortader dauernd Flüssigkeit aktiv zu entnehmen und es so anzusaugen. Flüssigkeit, die sie ohnedies für die chemischen Umsetzungen in ihrem Parenchym (Grundgewebe) und besonders für die Bereitung der Galle braucht, während von der anderen Seite der Pfortader her eine nicht minder vorwärtsdrängende Bewegungskraft von den resorbierenden Darmepithelien ausgeht. Hier am Truncus venae portae (Stamm der Pfortader), im überaus ausgedehnten Kapillarbezirk des Darmkanals, senden dessen unzählige Drüsenelemente die von ihnen aufgesaugte Flüssigkeit, deren Resorption hier fast die gesamte Zufuhr umfasst, mit ihren lebendigen Kräften unter einem gewissen Antrieb aktiv in die Vene hinein. Und so kommt durch die Drüsenzellen der Leber an dem peripheren Ende der Pfortader eine attrahierende (anziehende) und durch die des Darms an ihrem Ursprung eine propulsive (forttreibende) Blutbewegung zustande, die sonst unerklärlich bliebe. Eine Bewegung, die nie und nimmer, auch nicht in ihrem minimalsten Anteil, dem Herzen zugeschrieben werden kann. Aber die Mitwirkung der Drüsen an der Flüssigkeitsbewegung im Inneren des menschlichen Organismus geht noch weiter. Neben den exkretorischen
(Exkretorische Drüsen(auch exokrine Drüsen genannt) geben ihr Sekret an eine innere oder äußere Körperoberfläche (z.B. Schweiß über die Haut) oder innere Oberflächen (z.B. Speichel in die Mundhöhle, Verdauungsenzyme in den Darm) ab. Oft liegen sie im Bindegewebe unter dem Epithel und sind mit diesem durch einen Ausführungsgang verbunden. Beispiele für exokrine Drüsen sind die Speicheldrüsen, die Leber und zum Teil die Bauchspeicheldrüse.)
und den sekretorischen
(Als Sekretion wird die Abgabe von flüssigen Stoffen, die eine bestimmte Funktion erfüllen, durch einzelne Zellen oder Drüsen bezeichnet. Das Sekret wird unwillkürlich abgeschieden; die Regelung geschieht durch das vegetative Nervensystem sowie durch Rückkopplungsmechanismen.) [des ausscheidenden, exkretorischen Drüsen (Exkretorische Drüsen (auch exokrine Drüsen genannt)?]
sind, und vielleicht sogar in weit größerem Umfang, als wir heute wissen, auch die inkretorischen Drüsen
(Eine inkretorische Drüse, endokrine Drüse oder Hormondrüse (früher auch Blutgefäßdrüse genannt) ist eine Drüse, die ihre Stoffe – im Gegensatz zu einer exokrinen Drüse – ohne Ausführungsgang direkt ins Blut abgibt (endokrin „nach innen abgebend“, „innersekretorisch“)
in den Blutumlauf eingeschaltet. Das sind alle jene Drüsen ohne Ausführungsgänge, von denen feststeht, dass auch sie sezernieren,
(Als Sekretion (Sezernieren) bezeichnet man in der Physiologie die Abgabe von wichtigen Körpersubstanzen, zum Beispiel Hormonen oder Verdauungsenzymen, durch spezialisierte Zellen. Dabei handelt es sich meist um Drüsenzellen, die einzeln oder in Form von Drüsengewebe vorliegen)
und spezifische Stoffe bereiten, nur dass diese ihren Weg alsbald wieder unmittelbar in das Blut hineinnehmen. Auch diese Inkrete
(Als Inkret bezeichnet man das Produkt von Drüsen, das durch innere Sekretion in das Blut- oder Lymphgefäßsystem abgegeben wird.)
müssen, wie jede Sekretion, flüssig sein, müssen Wasser und vielleicht sehr viel Wasser mit sich führen. Das mit so hoher Dynamik begabte Adrenalin im Blut ist zum Beispiel in einer Lösung von 1:20 000 000000 vorhanden, und wenn die Inkrete auch nirgends gesammelt zutage treten und kein Ureter (Harnleiter) da ist und kein Ductus Whartonianus (Ausführungsgang der Unterkieferspeicheldrüse), der sie herausführt, so ist es doch mehr als wahrscheinlich, dass ihre Analogie mit den anderen Drüsen weitgehend vorhanden ist, sodass auch hier eine Bewegung, die sich zweifellos ganz gewaltig multipliziert, zustande kommen muss.
Das Wesen des Lebens ist der Stoffwechsel
Bei jeder Drüsensubstanz ist ihre flüssigkeitsbewegende Leistung offensichtlich. In ihr gipfelt ja die Zweckbestimmung dieser Organe. Die dauernde Entnahme von Flüssigkeit und deren stetes Nachrücken ist eine einleuchtende Notwendigkeit. Jede Körperdrüse wirkt als wesentlicher Kraftfaktor für den Säfteumlauf mit. Aber das Gleiche, wenn auch in einer über den ganzen Körper verstreuten und keineswegs zusammengefassten Form, vollzieht sich allerorten im Organismus in jeglicher lebenden Parenchymzelle, die an seinem Aufbau teilnimmt.
(Die Parenchymzellen sind die Zellen eines Organs, die für die spezifische Organfunktion verantwortlich sind. Sie werden durch die Stromazellen unterstützt, welche die allgemeine Stütz- und Ernährungsfunktion ausüben.)
Für die Dynamik der Flüssigkeitsströmung im Organismus wirkt eine jegliche Körperzelle wie eine Drüse, und zwar wie eine endokrine Drüse.
Die Hauptdrüsen des endokrinen Systems, von denen jede eines oder mehrere bestimmte Hormone bildet, sind:
- Hypothalamus
- Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)
- Schilddrüse
- Nebenschilddrüsen
- Inselzellen der Bauchspeicheldrüse
- Nebennieren
- Hoden bei Männern und Eierstöcke bei Frauen
Der Stoffwechsel in allen lebenden Geweben geschieht als aktive Flüssigkeitsbewegung. Von den Tausenden, den Millionen, den Milliarden von Körperzellen ruft eine jede, solange Leben in ihr ist, eine Flüssigkeitsströmung im Körper hervor und unterhält sie, ohne dass hierfür andere Kräfte, auch nicht die des Herzens, mitwirken. Denn das Wesen jeglichen Lebens ist der Stoffwechsel, und die ganze Einrichtung des Blutkreislaufes dient nur dem Zweck, diesen Stoffwechsel zu vollziehen. Und so dürfte es nicht abwegig erscheinen, eine innige und untrennbare Wesensverbundenheit zwischen den beiden zu erwarten. Nur solange eine organische Substanz aus sich heraus ihren Stoffwechsel zu betätigen vermag, so lange lebt sie. In dem gleichen Augenblick, wo sie diese essenzielle Lebensfunktion einbüsst, hat sie auch tatsächlich aufgehört zu leben, sind ihre Moleküle dem Zerfall anheimgegeben (überlassen). Denn das, was diese im Leben zusammengehalten hat, war eben einzig und allein nur das geheimnisvolle Vermögen des Lebens, Stoffe in stetem Wechsel aufzunehmen, sich einzugliedern und wieder abzusondern und auszuscheiden. Nur so „lebt“ eine Amöbe, nur so „lebt“ ein Organkomplex, nur so „lebt“ ein komplizierter Organismus wie der des Menschen, wenn auch nicht in allen seinen Teilen in gleicher Aktivität und gleicher Intensität. So muss schon von vornherein die Annahme berechtigt sein, dass dieser Stoffwechsel auch die letzte Ursache aller sonstigen Lebensvorgänge überhaupt und so auch aller Bewegung im Körper ist. Kein einziges Eisenatom vermag in das Hämoglobin der Erythrozyten (roten Blutkörperchen) hineinzugelangen, wenn nicht in gelöstem, in wässerigem Zustand. Kein Phosphormolekül kann die Knochenzellen in anderer Form passieren als in Lösung, als Flüssigkeit. Selbst die Blutgase perlen nicht wie im Champagner herüber und hinüber, sie sind im Blut fast in ihrer gesamten Menge chemisch gebunden, wenn auch in Form dissoziabler (unvereinbarer) Verbindungen, die sich lösen und schliessen. Wie die Amöbe im Wasser schwimmt und dieses ihren Leib, solange Leben in ihm ist, gänzlich durchströmt, ebenso schwimmt der ganze menschliche Organismus dauernd im Wasser und ist völlig davon durchtränkt. Auch durch den menschlichen Organismus geht ständig eine Wasserflut hindurch, geht aus ihm heraus und in ihn hinein, und geht auch, gerade so wie durch den winzigen Leib der Amöbe, durch jedes seiner Gewebe hindurch, in jeder ihrer Zellen gibt es ein ständiges Hinaus und Hinein an Flüssigkeitsbewegung. Eine Bewegung, die einzig und allein von den Elementen des Körperaufbaues als Ausdruck ihres Lebens, ihres Stoffwechsels, erzeugt wird. Und so ist im Sinne der Flüssigkeitsbewegung eine jegliche Parenchymzelle,
(Die Parenchymzellen sind die Zellen eines Organs, die für die spezifische Organfunktion verantwortlich sind. Sie werden durch die Stromazellen unterstützt, welche die allgemeine Stütz- und Ernährungsfunktion ausüben.)
solange sie lebt, für eine, wenn auch minimale Bewegung in ihrem Bereich ebenso wie ein Drüsenepithel wirksam.
(Ein Drüsenepithel besteht aus Zellen, die Stoffe zugunsten des Organismus bilden. Diese Zellen benützen diese Stoffe nicht selbst, sondern stellen sie durch Abgabe anderen Elementen des Organismus zur Verfügung.)
Die meisten unter ihnen in lebhafter Aktivität und mit schnell wechselndem Umsatz, andere wiederum nur mit geringem Anteil. Eine Mitwirkung an der allgemeinen Bewegung aber kommt ihnen allen zu, da eine jede der Aufgabe ihres Lebens Genüge tun muss, potenzielle Energie in sich aufzunehmen und in kinetische umzuwandeln, gelöste Stoffe, Wasser also, in sich einzusaugen und dieses als andersartige Lösung und in anderer Konzentration aus sich wieder zu entlassen.
(Die kinetische Energie oder auch Bewegungsenergie oder selten Geschwindigkeitsenergie ist die Energie, die ein Objekt aufgrund seiner Bewegung enthält. Sie entspricht der Arbeit, die aufgewendet werden muss, um das Objekt aus der Ruhe in die momentane Bewegung zu versetzen.)
Denn alle chemischen Umsetzungen, welche die Zelle vollführt und in denen sie sich Spannkraft zuführt und in sich lebendige Kraft zur Entladung bringt, spielen sich im Wasser, in Lösungen, in minimalsten Strömungen des flüssigen Zelleninhaltes und der umgebenden Lymphe ab. Dabei ist es gleich, ob die ohne Unterlass stoffwechselnde Zelle sich irgendwelcher Ausscheidungsprodukte entledigt oder ob sie irgendeines besonderen Nahrungsstoffes bedarf und ihn sich eingliedert oder ob ihr Bedürfnis nach Sauerstoff, diesen dem passiven und an sich toten Hämoglobin (Hauptinhaltsstoff der roten Blutkörperchen) für die eigene Oxydation aktiv entreisst, das in seinen Erythrozyten (roten Blutkörperchen) nichts anderes ist als Fracht in sonst unbeteiligten Transportschiffen.
Alle Flüssigkeiten bilden eine Einheit
Wenn das Plasma ständig durch die Kapillarwände tritt, die Lymphräume der Gewebe durchströmt und jedem der Gewebselemente alle die Stoffe abgibt, deren sie bedürfen, um ihnen diejenigen abzunehmen, die sie ausscheiden, so wäre es eine grobe Vorstellung, wollte man annehmen, das Plasma umfliesse etwa dabei eine jede einzelne Zelle wie der Festungsgraben die Festung. Es gibt im Körper nur eine einzige einheitliche Flüssigkeit, von der er durch und durch erfüllt ist. In ihr (Blutkreislauf) ist das Blut nur darum ein besonderer Saft, weil es in eigenen Bahnen eingeschlossen ist und ihm nur nebenbei und nur aus Gründen rein räumlicher Ökonomie und technischer Vereinfachung seine geformten Elemente, die Blutkörper, mit auf den Weg gegeben sind, ohne die es sich nicht einmal durch die Farbe unterscheiden würde. Aber Blut und Plasma und Serum und Lymphe und flüssiger Zellinhalt sind im Wesentlichen überall dasselbe und durchtränken den Körper bis in seine feinsten Elemente hinein. Dass im Blut nebenbei die Blutkörper, Blutkörperchen umherschwimmen, ist nebensächlich. Der Mensch ist ein mit dem gleichen Plasma, der gleichen Lebensflüssigkeit durch und durch erfülltes, selbst fast flüssiges Gebilde. Dieses Plasma wäre überall das gleiche, wenn nicht eben der allerorten millionenfach vor sich gehende qualitativ und quantitativ verschiedenartige Stoffwechsel der Gewebe und die differente (unterschiedliche) Leistung der jeweiligen Kapillarendothelien
(Endothelzellen (Kapillarendothelien) bilden die innerste Zellschicht der Blutgefäße. Dadurch kommen sie direkt mit Leukozyten, den Abwehrzellen des Blutes, in Kontakt und bestimmen darüber, wann und wo Leukozyten das System der Blutgefäße verlassen können, um in Infektions- und Entzündungsherde einzudringen.)
in ihm allüberall verschiedene Konzentrationen, verschiedene Lösungen, verschiedene Sättigungen in diese Wassermasse, in der wir schwimmen, entsendete, die allerorts zunächst regellose, aber ebenso zweifellose minimale Strömungen schaffen. So beruht die gesamte flüssigkeitsbewegungserzeugende und flüssigkeitsbewegungsunterhaltende Kraft im tierischen Organismus ausschließlich auf der ständigen Stoffwechseltätigkeit sämtlicher Körperzellen, vor allem derjenigen der Drüsen, aber gleichermaßen auch der aller übrigen Körpersubstanz. Dieser Stoffwechsel ist nicht allein der Inbegriff ihres Lebens, sondern er vollzieht sich, muss sich vollziehen in einer kraftvoll sich geltend machenden Flüssigkeitsbewegung, die allein durch die ihrem innersten Wesen nach uns wohl stets unbegreiflich bleibende Lebensenergie der organischen Zellen bewirkt wird und die auch nur so lange vor sich geht, als Leben in der Zelle, als Leben im Organismus ist. Mit dem Tod erlischt alsbald jeglicher Stoffwechsel und damit auch jegliche Flüssigkeitsbewegung. Mit alledem aber hat das Herz, haben seine Blutgefäße nichts zu tun, in der Blutbewegung des Organismus wirkt das Herz vornehmlich nur als ein sekundäres, als ein regelndes und ordnendes Organ mit.
Hat die Zelle eine Seele?
Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das Seelenleben sich etwa nur auf einige Bezirke des Großhirns beschränkt. Woher das Seelenleben stammt, was sein eigentliches Wesen ist, wird unserem winzigen Begriffsvermögen für immer verschlossen sein.
Eine Antwort, woher das Seelenleben und unser Wesen kommt, finden Sie im Artikel: Die Spirale des Lebens.
Die Seele, der Geist, das Bewusstsein, sie vererben sich durch eine einzige Zelle weiter. Aus dieser einzelnen Zelle gehen alle diese millionenfachen differenten Zellen, alle Gewebe und alle Organe unseres Körpers durch fortgesetzte und sich immer wiederholende Teilung hervor. Auch das Nervengewebe, das Hirn, das Großhirn, das steht außer Zweifel. Warum sollte, was in der Ontogenie (Entwicklung des Individuums von der Eizelle bis zur Geschlechtsreife) feststeht, nicht auch für die Phylogenie (Stammesgeschichte der Lebewesen) Geltung haben? Steigen wir in der Tierreihe abwärts bis zum einzelligen Wesen. Wo hört hier das Seelenleben auf? Hört es dort auf, wo kein Gehirn mehr vorhanden ist, oder dort, wo sich kein differenziertes Nervensystem mehr finden lässt? Nichts berechtigt zu solcher Annahme. Es steht kein Grund entgegen, dass nicht jede Zelle und selbst jedes belebte Atom ein beseeltes Wesen sei und überhaupt alles Leben auch Seelenleben besitzt. So ist es auch um den Kreislauf bestellt. Steigen wir in der Tierreihe abwärts bis zum einzelligen Wesen, wo hört hier der Kreislauf auf? Hört er dort auf, wo kein Herz mehr vorhanden ist, oder dort, wo sich kein differenziertes Gefäßsystem mehr finden lässt? Nichts berechtigt zu solcher Annahme. Es steht kein Grund entgegen, dass nicht jede Zelle und selbst jedes belebte Atom eine selbsttätige Säftedurchströmung unterhält, dass es mit eigenen Kräften einen eigenen Kreislauf bewirkt, nur dass dieser noch nicht im Kreise läuft. Dass die organische Materie beseelt, dass im menschlichen Körper auch alle seine feinsten Bausteine beseelt sein müssen, lässt sich überdies auch aus der oft gewaltigen Einwirkung ermessen, welche die Psyche und geistige Reize auf das Soma (den Körper), auf die körperliche Funktion auszuüben imstande ist. Den hier wirkenden Zusammenhang im Kern seines Wesens zu ergründen, muss uns versagt bleiben. Die Naturwissenschaft kann die Dinge in der Natur nur immer beschreiben, nicht aber erkennen. Wenn indessen, woran es keinen Zweifel gibt, ein Schreck, ein Schock, eine Gemütsbewegung das Blut stärker wallen, den Kreislauf unruhiger dahinfliessen lässt, so lässt sich zwar nicht die Eigenart, wohl aber die Tatsächlichkeit dieses Zusammenhanges erkennen, der wirklichen und eigentlich wunderbaren Einwirkung seelischer Reizung auf körperliches Substrat.
Das Herz in der Sichtweise des Volkes
Dass aber solche Reize nur gerade die Nervensubstanz allein erregend treffen, dürfte eine ebenso willkürliche und durch nichts erwiesene Vermutung der Wissenschaft sein, wie die naive und nur aus der äußerlichen Wahrnehmung primitiv hergeleitete Anschauung des Volkes, es sei das Herz das direkte und unmittelbare Angriffsziel einer jeglichen den Körper treffenden psychischen Erregung. Gewiss macht sich für das Gefühl jede Leidenschaft und jede Erregung am Herzen geltend, und darum hat sich von jeher Herz auf Schmerz gereimt. Das Herz ist es, das von Sehnsucht erfüllt scheint und in Herzensglut entflammt, und wer sich, kalt und ungerührt, durch kein Mitgefühl erregen lässt, gilt als herzlos, obwohl er ein Herz besitzt. Doch auch hier ist das Herz nur das sekundäre Organ, die psychische Emotion trifft den Organismus in seiner Gesamtheit, in der ganzen lebenden Materie, die ihn erfüllt und die, nun selber durch den ihr homogenen (gleichartigen) Reiz erregt und aufgewühlt und zu gesteigerter Funktion getrieben, mit ihrem machtvoller dahinfließenden Blutumlauf auf Nervenwegen, die hier zu erörtern kein Raum ist, in den Lungen ein gewisses Mass von Stauung, im Herzen einen bemerklichen Antrieb seiner sonstigen Tätigkeit auslöst, sodass es scheint, als ob der psychische Anlass das Herz selbst „schwer“ macht, dass er das Herz „beklemmt“, dass er das Herz „bricht“. Aber es ist nur der mehr oder minder plötzlich entstehende Anstieg des Blutdrucks, der von der heftig angeregten Lebensbetätigung der Körpersubstanz ausgeht und der in der Erregung des Herzens zur Empfindung kommt.
Wenn die Arterien nicht mehr taktfest sind, zumal im Gehirn, wo sie ungeschützt verlaufen, ist dann, wie bekannt, nach solcher Emotion eine Katastrophe oft unvermeidlich. Vor allem nimmt am Stoffumsatz und damit an der Säftebewegung diejenige gewaltige Masse gleichartiger Elementargebilde den bedeutendsten Anteil, die im Organismus als Muskulatur funktioniert und die zugleich auch das aktivste System des ganzen Körpers darstellt. Da eine jede Muskelzelle, die lebt, und weit mehr noch eine jede Muskulatur, die Arbeit leistet, hierdurch Flüssigkeit unmittelbar in Fluss bringt, so muss, wie es ja auch erwiesenermaßen geschieht, jegliche Körperbewegung, welcher Art auch immer sie sei, dem Blutumlauf neue Impulse und Förderung und Steigerung verleihen. Hier kommt gewiss auch den so sehr unterschätzten Faszien (Muskelhaut) und dem Bindegewebe eine besondere Bedeutung zu, sie, die ganze Muskelgruppen, die einzelne Muskeln und kleinere Muskelbündel leidlich „wasserdicht“ umschließen, haben sicherlich zu allen ihren übrigen noch die besondere Aufgabe, alle die entstehenden Plasmaströmchen zusammenzuhalten und ihnen den Austausch mit den nächstliegenden Blutkapillaren zu erleichtern und zu sichern.
Das Herz ist keine Pumpe
Die Tatsache, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit die Todesursache Nr. 1 darstellen, könnte ein Indiz dafür sein, dass es in Sachen Herz und Kreislauf noch einiges zu lernen gibt. Wenn wir vom Kreislauf sprechen, meinen wir die Zirkulation des Blutes im Körper. Die meisten wissen es wohl noch aus der Biologiestunde: Wenn das Blut das Herz verlässt, fließt es über den Aortenbogen in die größeren Arterien und weiter in die kleinen Arteriolen (die kleinsten noch von bloßem Auge sichtbaren Blutgefäße) bis zum „Wechselpunkt“, könnte man sagen, nämlich den Kapillaren. Diese bilden den Übergang zwischen Arterien und Venen, hier findet zwischen Blut und Zellen der Austausch von Nährstoffen, Ausscheidungsprodukten und Gasen statt. So winzig klein die Kapillaren sind – sie haben einen Durchmesser von 5 bis 10 Mikrometer – so immens ist ihre Ausdehnung. Würde man unser Kapillarsystem am Boden ausbreiten, würde es mindestens die Fläche eines Fußballfeldes bedecken! Das Blut tritt dann über die kleinen Venolen (das venöse Gegenstück zu den Arteriolen), die Venen und schließlich die untere und obere Hohlvene den Weg zurück zum Herzen und zur Lunge an.
In den großen Arterien und Venen ist das Blut eher schnell unterwegs, seine Fließgeschwindigkeit nimmt ab, je feiner die Blutgefäße werden. Tatsächlich hört das Blut in den Kapillaren für einen Augenblick sogar gänzlich auf zu fließen, was notwendig ist für den effizienten Austausch der Nährstoffe und Gase. Nachdem das Blut in seiner Bewegung gestoppt hat, oszilliert es (das heißt, es zeigt eine ganz geringe Schwingung), und dann beginnt es beim Eintritt in die Venolen (kleine Venen) wieder zu fließen. Die spannende Frage ist nun: Wenn das Blut aufgehört hat zu fließen, wodurch kommt es wieder in Bewegung? Ist es das Herz, die Pumpe gemäß Lehrmeinung, welches den Impuls gibt? Doch müsste sich eine solche Pumpe nicht vielmehr in den Kapillargefäßen befinden, um das Blut vorwärts und aufwärts zu pumpen?
Blut ist auch Wasser
Um den Blutkreislauf besser zu verstehen, ist es dienlich, wenn wir unseren Blick zunächst auf das Wasser richten. Immerhin besteht auch unser Blut aus bis zu 95 Prozent Wasser. Und wenn wir das Wesen des Wassers verstehen wollen, kommen wir nicht um die Erkenntnisse zweier großer Wasserforscher herum, Dr. Gerald Pollack und Viktor Schauberger. Dr. Pollack, der an der University of Washington in Seattle forscht, hat herausgefunden, dass Wasser neben gasförmig, flüssig und fest noch über einen vierten Zustand verfügt, nämlich als gelartiges strukturiertes EZ-Wasser, dessen Moleküle sich hexagonal, dem Eiskristall ähnlich, anordnen. EZ steht für „Exclusion Zone“, also Ausschlusszone, denn das strukturierte EZ-Wasser ist sehr rein, es besteht nur aus Wasserstoff und Sauerstoff, während im Restwasser (auch Bulkwasser genannt) auch Nährstoffe, Schlackenprodukte usw. gelöst sind.
Baumsäfte oder menschliches Blut
Beide überwinden die Schwerkraft dank elektrischer Ladung und Verwirbelung. Die Wasserstruktur ist abhängig von Faktoren wie Temperatur, Verwirbelung oder Oberflächenbeschaffenheit von angrenzenden Materialien. An hydrophilen, also wasserliebenden, Oberflächen bildet sich schnell und ohne äußeres Zutun eine schmale Schicht strukturiertes EZ-Wasser. Dies gilt insbesondere auch für die hydrophilen Proteine, welche das innere Gerüst unserer Zellen bilden. Nebst seinen bereits erwähnten Eigenschaften (flüssig-kristallin, hoher Ordnungs- und starker Reinheitsgrad) unterscheidet sich EZ-Wasser noch in anderer Art vom Bulkwasser, denn es hat einen basischen pH-Wert, eine höhere molekulare Dichte und eine negative Ladung. EZ-Wasser ist also in chemischer, elektrischer wie auch molekularer Hinsicht anders als „normales“ Wasser. Die Tatsache, dass EZ-Wasser negativ, Bulkwasser hingegen positiv geladen ist, ist von größter Wichtigkeit. Der Ladungsunterschied erzeugt nämlich Spannung und damit wertvolle Energie, welche für alle Lebensprozesse genutzt wird. Dies ist der wahre Motor des Lebens!
Interessant ist nun, was geschieht, wenn man eine solche hydrophile Oberfläche zu einer Röhre aufrollt und Wasser hindurchfließen lässt. An der Innenseite der Röhre entsteht nämlich wie beschrieben eine Schicht strukturiertes Wasser. Durch den Ladungsunterschied beginnt das sich in der Mitte der Röhre befindende Restwasser zu fließen, wobei dieser Fluss unbegrenzt ist, solange er nicht von einer äußeren Kraft gestoppt wird. Es handelt sich um ein Perpetuum mobile – eine ungeheure Entdeckung, denn wenn man diesen Gedanken weiterdenkt, könnte dies für alle Anwendungen eine Lösung darstellen, bei denen wir bislang zur Erzeugung von Energie auf eine Energiequelle wie Öl oder Atomkraft zurückgreifen, wenn sich ein Energiefluss vielleicht einzig durch das Zusammenbringen von hydrophilen Oberflächenstrukturen und Wasser erzeugen ließe.
Sehen wir uns aber auch noch die Erkenntnisse von Viktor Schauberger an, die unser Verständnis dafür, warum Blut von den Füßen oder aber auch Saft in einem Baumstamm entgegen der Schwerkraft aufwärts fliesst. Nach Schauberger muss in gesundem Wasser ein Gleichgewicht zwischen Schwerkraft und „Leichtkraft“ (als der Schwerkraft entgegengesetzte Bewegung) herrschen. Bedingungen dafür sind unter anderem die Temperatur, vor allem aber die Fließdynamik, das heißt, das Wasser muss sich spiral- respektive wirbelförmig fortbewegen können. Den Energiefluss im Wasser sah der Förster Schauberger mit eigenen Augen, als er eines Nachts im Wald auf Patrouille war. Er stellte beim Betrachten eines Wasserfalls fest, dass sich im nach unten strömenden Wasser ein Lichtkanal gebildet hatte, ein Energiefluss, der sich im Wasserfall aufwärts, entgegen der Schwerkraft, bewegte. Es ist diese Energie, welche beispielsweise Forellen oder Lachse nutzen, um entgegen der Strömung flussaufwärts zu schwimmen.
Eine der vielen Reaktionen auf den Beitrag von Professor Mendelsohn "Ist das Herz nur ein sekundäres Organ?" war der Hinweis von Dr. med. Hans A. Nieper aus Hannover auf die Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit aus den USA von 1996 mit dem Titel "The Heart is not a Pump" in "Frontier Perspectives" Volume 5. Das ist die Zeitschrift, die von "The Center for Frontier Siences" von der Temple University in Philadelphia herausgegeben wurde. Die Arbeit aus Philadelphia beschreibt die experimentelle Bestätigung der Annahme, dass das Blut über eigene Bewegungsenergien verfügt. Eine Vermutung, die schon Rudolf Steiner äußerte. Die wissenschaftliche Arbeit ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Herz- und Kreislauftheorie der orthodoxen Medizin, wonach das Herz das Blut durch die Adern pumpt, überdacht werden muss. Das bedeutet, dass unsere Krankenkassen Milliarden für Herzmittel ausgeben, deren angebliche Wirkung auf der Pumpentheorie basiert. Die Tatsache, dass trotz High-Tech-Medizin die Zahl der Menschen, die an Herz- und Kreislaufkrankheiten sterben, seit Jahren dramatisch ansteigt, könnte damit zusammenhängen, dass die Pumpentheorie falsch ist. Etliche Ärzte und Wissenschaftler denken in dieser Richtung immer mehr um.
Spiralige Einwirbelungen als Fließprinzip des Blutes
Unser Blutkreislauf beispielsweise beruht auf dem Prinzip der spiralförmigen Einrollung des Blutes. Durch diese Einrollung entsteht wieder die besagte Verdichtung des Mediums, es entsteht ein Unterdruck und das Medium nimmt ziehende Eigenschaften an. Die heutige Vorstellung, bei dem Herzen handle es sich um eine Druckpumpe, ist nach Viktor Schauberger eine irrige Annahme. Es ist besser, das Herz als "Strömungsorgan" zu beschreiben. Das kleine Herz könnte niemals das dickflüssige Blut bis in die feinsten Kapillaren der Hände und Füße und durch den gesamten riesigen Blutkreislauf drücken.
(Der Förster, Naturbeobachter und Erfinder Viktor Schauberger (1885-1958) galt im 20. Jahrhundert als einer der größten Köpfe Österreichs. Zeit seines Lebens verschrieb er sich der alternativen Energiegewinnung und teilte seine Kenntnisse mit Forschern. Er sagte von sich immer: „Ich bin kein Techniker und kein Konstrukteur, ich sehe nur das Prinzip“.)
Das Herz fördert die spiralförmige Durchblutung, indem es die Wände zusammenzieht. Es ist kein „Druck“ erforderlich: Es handelt sich um ein passives Füll- und Verteilungssystem. Die Blutgefäße ahmen die Herzfunktion nach, indem sie sich ausdehnen, um ankommendes Blut aufzunehmen, und sich zusammenziehen, um den Blutfluss zu verbessern.
Es wird angenommen, dass Blut keine Form hat, sondern dass es gezwungen wird, die Blutgefäße zu füllen und dadurch seine Form annimmt. Aber was wäre, wenn Blut selbst eine Form hätte: die eines Wirbels? Der Wirbel zirkuliert in den Gefäßen durch seine Spiralbewegung, und das Ziel des Herzens ist es, den Impuls dieser Bewegung mit Spiralreizen zu stimulieren. Mit Blick auf den Wirbel fungiert das Herz eher als Strömungselement denn als Pumpenelement. Das Blut tritt in den linken Ventrikel ein und fließt im Uhrzeigersinn, um dann durch eine entgegengesetzte Bewegung gestoppt zu werden. Mit anderen Worten, das Herz wirkt als Bremse und kehrt die Richtung der Blutbewegung um. Wenn Blut aus dem linken Ventrikel fließt (Ventrikel& ist ein schmaler Spalt im Zwischenhirn), bewegt es sich gegen den Uhrzeigersinn.
Ungezählte biologische Schwingungen müssen in unseren Körpern zusammenfinden zu einer höheren Ordnung, suchen Erneuerung und Stabilität. Dies wird immer neu gewährleistet von unserem Herzen. Alle Informationen aus dem Leib finden über den Blutstrom zum Herzen, werden dort aufgenommen und es wird ein neuer Herzschlag geboren, der die Schwingungen in uns erneuert und anpasst. Jede Zelle in ihrer Pulsation zeigt diese Grundfunktion des Lebendigen: Expansion und Kontraktion – Einatmen und Ausatmen – Liebe und Angst. In unseren Körpern findet diese Dualität ihren Ausdruck in der Funktionsgestalt des vegetativen Nervensystems: Sympathikus und Parasympathikus. Diese Veränderlichkeit des Herzschlages, die stete Anpassung an das Hier und Jetzt durch unser vegetatives Nervensystem nennen wir Regulation. Es ist dies die vornehmste Aufgabe der biologischen Medizin, Regulationsfähigkeit wieder herzustellen. Selbstorganisation: die Entwicklung von der Einfachheit zur Komplexität wieder zu ermöglichen.
(Der Sympathikus gehört zum unwillkürlichen (vegetativen) Nervensystem. Er sorgt für eine Leistungssteigerung und wird zum Beispiel in Stress- und Notfallsituationen aktiviert. Unter seinem Einfluss steigt die Herz- und Atemfrequenz, der Blutdruck und die Skelettmuskulatur wird angespannt und gut durchblutet.)
(Der Parasympathikus steuert die Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Verdauung in einer Entspannungsphase. Er dient der Regeneration, dem Aufbau von Kraftreserven, kurbelt Stoffwechselvorgänge und die Verdauung an und sorgt dafür, dass wir uns gut erholen können.)
Ein Interview mit Dr. Thomas Cowan
I: Vielleicht können wir über eines der Hauptthemen Ihres Buches sprechen, über die Struktur von Wasser und auch über Gerald Pollocks Buch «The Fourth Kind of Phase». Welche Methode zur Strukturierung oder Belebung von Wasser benutzen Sie persönlich?
C: Die beste Methode wäre, um eine sehr gute Strukturierung des Wassers zu bekommen, irgendwo zu leben, wo Gletscherwasser abfließt und das Wasser über Felsen und durch Flussläufe fließt, aber leider ist das ja weit von dem entfernt, womit die meisten von uns zurechtkommen müssen. Der Filterprozess für Wasser beseitigt unerwünschte Bestandteile (bestenfalls alles), und was danach übrig bleibt, ist unstrukturiertes, weitgehend von allen Mineralien freies Wasser. Es muss also danach wieder mineralisiert und dann in eine Art Strudel oder Wirbel versetzt werden, damit es wieder Struktur bekommt. Wenn wir darüber sprechen, müssen wir den wichtigeren Aspekt mit einbeziehen, was überhaupt erst bewirkt, dass das Blut sich in unserem Körper bewegt. „Wie bewegt sich das Blut im Körper?“ Die meisten Menschen würden antworten: „Es wird vom Herzen gepumpt.“ Was sie damit meinen, ist, dass die Muskelwände des Herzens einen Druck erzeugen, der dann das Blut durch den Körper treibt. Das Herz wird also im Grunde als ein Druckantriebs-Apparat betrachtet, der durch die Kontraktion der Muskelwände agiert. Das lernen wir schon in der Schule und später im Studium und auf dieser Erklärung fußt das gesamte Gebäude der Kardiologie. Nun sollte man sich einmal die Frage stellen: «Wo kommt diese Erklärung eigentlich her? Wer hat das entschieden?» Es stellt sich heraus, dass der Urheber des Ganzen der bekannte Philosoph René Descartes ist, von dem der berühmte Satz stammt: „Ich denke, also bin ich.“ Er hat das über das Herz gesagt und seither glaubt es jeder. Er war davon überzeugt, dass in der Natur keine anderen Prinzipien existieren als rein mechanische. So etwas wie Leben gibt es in seiner Philosophie nicht. Es gibt keine Vitalkräfte, sondern ausschließlich Mechanik, und basierend auf dieser Grundannahme gibt es natürlich für die Tätigkeit des Herzens keine andere Erklärung, als dass das Blut durch seine Pumpfunktion mechanisch angetrieben wird. Es gibt auch eine ganze Reihe von Leuten, die sagen, dass ein Mann namens William Harvey der Erste war, der das Herz als eine Pumpe darstellte. Er wird heute immer noch als der Vater der Kardiologie angesehen. Er war auch derjenige, der gesagt hat, dass der Blutkreislauf ein geschlossener Kreislauf ist und über die Arterien, Kapillaren und Venen zum Herzen immer seine Runden zieht. Er wird also manchmal als derjenige bezeichnet, der die „Pumpe“ ins Spiel brachte, doch das stimmt nicht. Er war der Meinung, dass der Weg des Blutes durch den Körper ein geschlossener Kreislauf ist, das Blut jedoch durch eine ihm selbst innewohnende Vitalkraft bewegt würde. Descartes war also der Urheber und seither glaubt es jeder. Soweit ich weiss, war der Erste, der daran Zweifel anmeldete, Rudolf Steiner, der so um das Jahr 1920 herum gesagt hat: “Eines der wichtigsten Dinge, das die Menschen verstehen müssen, wenn wir uns positiv weiter entwickeln wollen, ist, dass das Herz nicht das Blut pumpt.” Rudolf Steiner war der Begründer der Biodynamik, des wichtigsten biologischen Agrarwirtschaftssystems der Welt. Er begründete zudem die anthroposophische Medizin und die Waldorf-Schulen. Er war Anästhesist und sagt, es sei absolut unmöglich, dass das Herz eine Pumpe ist und dass sich das Blut auf jeden Fall aus eigenem Antrieb bewegt. Es liegt daran, dass wir eine unvollständige, irrige Vorstellung davon haben, warum sich das Blut bewegt. Wenn also das Blut aufhört, so zu fließen, wie es das eigentlich tun sollte, kennen wir den wahren Grund nicht, woran das liegt. Warum das Herz keine Pumpe sein kann, lässt sich im Grunde an ein paar sehr einfachen Dingen erklären. Wenn wir uns einmal den Blutkreislauf als geschlossenen Kreislauf ansehen und das Herz, dieses recht dünnwandige, etwa 400g schwere Organ – denn im Vergleich zu den meisten anderen Organen ist das Herz dickwandig, aber es ist nur etwa 2-3 cm dick – mit seiner spiralartigen Form, dann sehen wir, dass das Blut aus der linken Herzkammer heraustritt, durch die Arterien fließt und dann zu den Kapillaren gelangt, wo ein Blut- und Gasaustausch stattfindet. Danach fließt es durch die Venen zurück zum Herzen. Man kann nun ein Flussdiagramm erstellen und beobachten, wie schnell sich das Blut an diesen jeweiligen Stationen bewegt. Es stellt sich heraus, dass es sich am schnellsten bewegt, wenn es von den Venen in das Herz fließt und wenn es durch die Aorta aus dem Herzen herausfließt. In beiden Fällen hat es die gleiche Geschwindigkeit und dann wird es immer langsamer, während es durch die Arterien fliesst, bis es an den Kapillaren ankommt, wo es im Grunde stoppt. Es vibriert dort ein wenig hin und her und dann setzt es sich wieder in Bewegung.

Folge dem Ruf deines Herzens, aber überhöre auch nicht das Echo deines Verstandes.
Karl Heinz Karius (*1935)
Denken wir darüber einmal nach: Es tritt schnell aus dem Herzen aus und wird dann schrittweise auf dem Weg zu den Kapillaren immer langsamer. Dort muss es stoppen, um den Blut- und Gasaustausch vorzunehmen und danach muss es sich wieder in Bewegung setzen. Mit anderen Worten: An dem Punkt, an dem das Blut diesen Stopp eingelegt hat, wäre der Einsatz der Pumpe nötig, richtig? Doch wenn das Blut beim Heraus- und Hineinfließen aus dem Herz und in das Herz eine konstante Geschwindigkeit beibehält, wozu braucht man da eine Pumpe? Kein Landwirt würde eine Pumpe einsetzen, um zu bewirken, dass Wasser sich nicht schneller oder stärker vorwärts bewegt. Aber wenn das Wasser am Fuß eines Hügels zum Stillstand kommt, würde er eine Pumpe einsetzen, damit das Wasser den Hügel wieder hochkommt, richtig? Das ist also schon einmal der erste Faktor. Der zweite Faktor ist dieser Kreislauf. Wenn man die Blutgefäße längs aneinanderreihen würde, so würden sie mehr als einmal um die ganze Erde reichen. Wir haben eine ganze Menge Kapillargefäße in uns. Blut ist eine sehr klebrige Flüssigkeit, in der allerhand herumschwimmt – rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen – und dieses Zeug hat den gleichen Durchmesser wie die Wände. Das ist eine wirklich klebrige Masse und wenn man diese mehr als einmal um die ganze Erde pumpen würde – wäre man besser beraten, wenn man eine ganz schön dicke Wand hätte, nicht nur diese 2-3 Zentimeter. Die Menge an Kraft, die man erzeugen müsste, um das alles mehr als einmal um die ganze Erde zu bewegen, ist unvorstellbar. Wenn man die Blutgefäße Seite an Seite aneinanderreihen würde, würden sie ein ganzes Fußballfeld bedecken. Tatsache ist, dass das mit einem 400g schweren, dünnwandigen Organ nicht zu schaffen ist. Das ist also der zweite Punkt, der jeden zum Nachdenken bringen müsste. Der dritte Punkt ist, dass der Ausgang zur linken Herzkammer im Körper aufwärts geht und durch den sogenannten Aortenbogen austritt.
Die linke Herzkammer drückt also das Blut zuerst durch diesen Bogen nach oben und dann nach unten durch den Rest des Körpers. Als Analogie könnte man hier an einen Gartenschlauch denken. Stellen Sie sich vor, sie schließen diesen Gartenschlauch an den Hahn außerhalb Ihres Hauses an und bringen ihn in die gleiche Form wie dieser Aortenbogen. Wenn sie den Wasserhahn nun aufdrehen, entspricht das beim Blutkreislauf der sogenannten Systole. Wenn Sie ihn zudrehen, ist das die sogenannte Diastole. Das entspricht der Pumpe, diesem Druckantriebs-Apparat. Wenn Sie den nun einschalten, und nehmen wir einmal an, dieser Gartenschlauch könnte sich selbständig in jede Richtung biegen, was würde er dann an diesem Punkt machen?
I: Sich biegen.
C. In welche Richtung würde er sich biegen?
I: Gerade nach oben!
C. Ich habe in einem kardiologischen Labor gearbeitet, wo wir Farbstoff in das Herz von Patienten gegeben haben und dann zuschauen konnten, wie er sich durch den Kreislauf bewegt, und es wurde sehr deutlich, dass der Aortenbogen sich während des sogenannten Druckvorgangs nicht gerade nach oben biegt oder streckt, sondern nach innen krümmt. Das ist total bizarr, denn wenn man so viel Druck ausübt, um eine klebrige Flüssigkeit, in der Dinge herumschwimmen und die den gleichen Durchmesser hat wie das Gefäß selbst, einmal um die ganze Erde – oder auch nur zwei Kilometer – zu treiben, dann sprechen wir hier von der Erzeugung einer gewaltigen Kraft und diese müsste auf jeden Fall auch die Geschwindigkeit erhöhen. Das tut sie aber nicht. Zudem müsste diese gewaltige Kraft auch das Ausflussgefäß (oder in der Analogie den Schlauch) begradigen. Aber auch das passiert nicht, im Gegenteil – es biegt sich ein. Es ist einfach biomechanisch nicht plausibel. Es macht einfach keinen Sinn. Es ist eine unelegante Theorie und dass das Herz eine Pumpe ist, ist ja eine sehr einfache Analogie, die man nicht auf den ersten Blick als falsch erkennt. Wir wissen inzwischen, dass, was auch immer es ist, was da die Bewegung des Blutes bewirkt – wir wissen nicht, ob dieses Etwas pumpt oder nicht, aber wir wissen, dass da irgendetwas die Bewegung in Gang setzen muss – sich auf der Ebene der Kapillargefäße befinden muss, denn dort kommt ja die Bewegung zunächst zum Stillstand. Wir haben also zumindest schon einmal identifiziert, dass, falls es sich um eine Pumpe handelt, diese sich in unseren Beinen, in unserer Leber und überall sonst befinden muss. Was ja auch vom Design her mehr Sinn machen würde, denn dann hätte man eine ganze Menge Pumpen und nicht nur eine einzige. Das Problem ist nur, dass wir, wenn wir in den Beinen nach so einer Pumpe suchen, nicht fündig werden. Damit stellt sich die Frage: Wie kommt der Blutkreislauf denn nach dem Stillstand wieder in Gang? Stellen Sie sich eine Wasserscheide vor. Ein Fluss fließt in ein Sumpfgebiet und ein Stück dahinter fließt er wieder zu einem Fluss zusammen. Das Phänomen einer anfänglichen Zunahme an Volumen und eines darauf folgenden Rückgangs zu einem immer kleineren Volumen oder Durchmesser bewirkt, dass er schneller fließt, richtig? Wen man einen Fluss zu einem Kanal komprimiert, wird er schneller. Da müssen wir also gar nicht erst nachhelfen und so ist das auch beim Blutkreislauf. Denn hier geht das Ganze von Kapillargefäßen, die zusammen die Größe eines Fußballfelds haben, herunter auf nur eine einzige, untere Hohlvene, die zum Herzen führt. Das an sich sorgt also bereits dafür, dass das Blut schneller fließt. Doch nun müssen wir immer noch wissen, wodurch das Blut sich überhaupt erst in Bewegung setzt. Hier kommen jetzt nämlich Erkenntnisse über das Wasser ins Spiel, die im Übrigen nicht mein Verdienst sind, sondern ein Mann namens Gerald Pollack hat diese Zusammenhänge entdeckt und auch ein Buch darüber geschrieben. Titel: Wasser - viel mehr als H2O. Blut ist ein biologisches Medium auf Wasserbasis. Wir lernen in der Schule, dass Materie in drei Aggregatzuständen vorkommt: fest, flüssig und gasförmig. Eine Zelle ist ein mit einer Membran umschlossener Beutel Wasser mit weiterem Inhalt. Daher sollte man erwarten, dass ein Schuss ins Bein bewirkt, dass das Wasser wie ein Geysir aus der Wunde herausgeschossen kommt und sich auf dem Boden eine große Pfütze bildet, richtig? Immerhin besteht das Bein ja zu 70% aus Wasser und ist gerade aufgerissen worden. Genau da, wo das Wasser auch im Wackelpudding ist. Jeder kennt Wackelpudding. In welchem Aggregatzustand befindet sich das Wasser da? Es ist kein Eis, es ist kein flüssiges Wasser, denn man kann hineinstechen und nichts läuft heraus, und es ist definitiv kein Dampf. Das Problem ist, dass es vier Aggregatzustände von Wasser gibt, nicht nur drei. Egal, wer auch immer was erzählt, es ist eine leicht zu beobachtende und leicht zu beweisende Tatsache. Und Wasser ist das einzige Element, das wir kennen, das vier Aggregatzustände hat. Und alles Wasser in unserem Körper befindet sich in diesem vierten Aggregatzustand, deshalb läuft es nicht heraus. Für das Wasser in diesem vierten Aggregatzustand gibt es verschiedene Namen. Gel-Wasser oder strukturiertes Wasser und Pollack nennt es Exklusionszonen-Wasser oder leichtes Wasser und es gibt noch weitere Namen dafür. Diese positiven Ionen und Protonen stoßen einander ab und bewirken dadurch, dass das Wasser in der Röhre zu fließen beginnt. Und dieses Wasser fließt nun in der Röhre, durch die Röhre, aus der Röhre heraus und zurück in die Röhre hinein, solange eine Energiequelle vorhanden ist, die die Ladungen trennt. Wenn Sie das Ganze in eine Kiste aus Blei bringen, hört es auf zu fließen und das Gel hört auf, sich zu bilden. Wenn Sie es wieder aus der Bleikiste herausholen und dem Sonnenlicht aussetzen, beginnt es wieder zu fließen. Wenn Sie es aus der Bleikiste nehmen und auf die Erde stellen, bewirkt die negative Ladung der Erde oder die von der Erde ausgehende Energie, dass es wieder fließt. Wenn Sie Ihre Hände darauf legen, kann es ebenfalls sein – je nachdem, welche Schwingungen Sie selbst ausstrahlen – dass es wieder zu fließen beginnt. All diese Dinge und wahrscheinlich noch weitere wie Infrarotlicht und alle natürlichen Energiequellen laden das Gel wieder auf. Sie erzeugen eine Trennung der Ladungen, was die Definition für Arbeit ist. Das ist wie eine Batterie und diese Arbeit erzeugt Fluss. Das können wir ganz leicht daran beobachten, wie eine Pflanze das macht. Hier kommt gleich noch etwas, das wir in der Schule lernen, nämlich dass Wasser in einer Röhre nicht höher als 10,06 Meter aufsteigen kann, bevor der Druck des Gewichts des Wassers zu groß ist. Ab diesem Punkt ist es zu schwer und das Wasser kann nicht mehr weiter steigen. Insofern dürfte es keine Bäume geben, die höher als 10 Meter sind, weil das Wasser – in diesem Fall der Saft – nicht höher steigen kann.
Was ist nun eine Vene?
C: Eine Vene ist eine dünnwandige Röhre mit einer Wasseroberfläche. Durch diese erzeugt sie diese Gelschicht, solange Sie genügend Sonnenlicht, Erdenergie, gesunder Nahrung, menschlicher und/oder tierischer Berührung etc. ausgesetzt sind, eben all diesen normalen Dingen des Lebens und nicht Bildschirmen, elektromagnetischen Feldern und anderen Dingen, die unsere Gesundheit abbauen. Solange Sie genügend Sonnenlicht tanken oder barfuss mit der Erde in Kontakt sind, haben Sie aufgeladene Röhren, die die positiven Ionen in die Mitte drücken. Die Arterien hoch können sie nicht, denn von dort kommt ja das Blut herunter, also beginnen sie durch Ihre Venen hochzusteigen. Natürlich leisten auch Ihre Beine einen gewissen Beitrag durch Muskelanspannung, aber das ist nur eine Ergänzung und nicht der Hauptaspekt dieses Vorgangs. Die Ärzte erzählen Ihnen, dass das Blut durch die Muskelanspannung in Ihren Beinen wieder durch die Venen nach oben fließt. Aber wenn jemand gelähmt ist, müsste ja dann das Blut in den Beinen bleiben und käme dort nie wieder weg. Das müsste dazu führen, dass es immer mehr wird, bis die Beine unendlich dick sind. Das passiert natürlich in der Realität nicht. Uns werden also dauernd Dinge erzählt, die keinen Sinn machen, wenn man mal ein bisschen nachdenkt. Ich sage nicht, dass die Anspannung der Beinmuskulatur keinen Beitrag leistet, aber es ist nur ein Nebenaspekt. Denn auch beim Gelähmten funktioniert das Ganze ja noch mehr oder weniger. Es ist vielleicht nicht mehr perfekt, doch es funktioniert. Also muss es da noch einen anderen Grund für den Blutfluss durch die Venen nach oben geben. Nun wissen wir also, warum sich das Blut bewegt. Es braucht dazu keine Pumpe, sondern lediglich diesen erstaunlich ausgefeilten vierten Aggregatzustand, diese Dynamik von Wasser, die das Blut in Bewegung setzt. Die Gefäße werden enger und enger, dann tritt das Blut in die untere Hohlvene ein, danach in das Herz und verlässt dieses schließlich wieder durch die linke Herzkammer. Und was tut das Herz? Es stoppt das Blut. Was meine ich damit? Nun, dass hinein fließende Blut trifft auf die linke Herzkammer und dort befindet sich ein Ventil. Das Herz stoppt also das Blut und versetzt es in einen Wirbel. Woher weiß ich das? Das hat Leonardo da Vinci bereits vor fünfhundert Jahren bewiesen und die Johns-Hopkins-Universität hat es per Kernspintomographie bewiesen und man kann das sogar sehen. Es passiert also Folgendes: Das Herz hält das Blut zurück – wir reden hier nicht von einem langen Zeitraum, wir reden hier von Millisekunden – und wandelt die laminare Strömung in einen Wirbel um.
(Die laminare Strömung, auch Laminarströmung, ist eine Bewegung von Flüssigkeiten und Gasen, bei der in einem Übergangsgebiet zwischen zwei unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten (Hydrodynamische Grenzschicht), das sich senkrecht zur Strömungsrichtung ausbreitet, keine sichtbaren Turbulenzen (Verwirbelungen / Querströmungen) auftreten: Das Fluid strömt in Schichten, die sich nicht miteinander vermischen.)
Was für ein Mechanismus bringt diese Flüssigkeiten in den Umlauf? Da gibt es auch keine Pumpe:
- Bis zu zwei Liter entnehmen die Nieren dem Flüssigkeitsbestand des Körpers alltäglich an Harnwasser, nicht selten noch vielfach mehr.
- Wasserverdunstung von der Haut (knapp dreiviertel Liter).
- Wir verbrauchen einen halben Liter Wasser schon bei ruhigster Atmung in vierundzwanzig Stunden beim Ausatmen.
- Ausscheidungen, wie Sputum (Speichel) und Tränen.
- Wir Menschen setzen im vierundzwanzigstündigen Ablauf nicht weniger als einen ganzen Liter Magensaft und fast die gleiche Menge an Pankreassaft und dazu nochmals das gleiche Quantum Galle in Bewegung und an Darmsaft noch bei weitem mehr.
Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie das hereinströmende Blut immer mehr wird, was dafür sorgt, dass sich die Wände weiten. Auf der einen Seite baut sich nun also positiver Druck auf und auf der anderen Seite negativer Druck, wie ein Vakuum, und das saugt die Röhre an, verwandelt sie in einen Wirbel und das wiederum schickt dann das Blut wieder in einen neuen Umlauf. Das Herz ist also schon an der Bewegung des Blutes beteiligt. Doch ich will darauf hinaus, dass es nicht durch eine Kontraktion der Wände geschieht, sondern die Bewegung durch den Blutfluss selbst zustande kommt. Die Wände dehnen sich aus, und wenn sich dann die Tür öffnet, kommt das Blut nun in einem Wirbel heraus. Die Kontraktion der Wände ist eher eine passive Sache, die das Ganze allerdings erheblich erleichtert, denn nun muss nicht all diese immense Kraft aufgewandt werden und das Ganze kann kann bei Bedarf 100 Jahre lang so weiter gehen. Ich sage also nicht, dass das Herz sich nicht ausdehnt und sich wieder zusammenzieht, mir geht es um die Erzeugung der Kraft. Nun, hier kommt ein interessantes Detail: “Das Herz ist wie ein Hydraulischer Widder.“ Ein Hydraulischer Widder wird von Landwirten benutzt. Man stellt ihn in schnell fließendes Wasser und bildet ein Tor, nimmt einen ausdehnbaren Tank und dann baut man auf der einen Seite Druck auf. Der Druck auf der anderen Seite ist dann natürlich entsprechend geringer und wenn der Druckunterschied ausreichend hoch ist, öffnet sich das Tor und das Wasser fließt dahin, wo es gebraucht wird. So haben sie früher den Widder benutzt, um den Druckstoß oder Staudruck-Effekt und damit einen Teil des Wassers auf ein höheres Niveau zu heben.
Interessanterweise liegt die Effektivität eines Hydraulischen Widders bei 70%. Mit anderen Worten: Wenn man die Menge des hereinströmenden Wassers misst und mit der Menge des heraustretenden Wassers vergleicht, stellt man fest, dass in jedem Zyklus nur 70% herauskommen, was unmittelbar die Frage aufwirft, was denn wohl mit den übrigen 30% passiert ist. Und tatsächlich kann ich nicht sagen, was damit passiert, und soweit ich weiss, hat bisher noch niemand die Antwort darauf gefunden. Eine Pumpe dagegen muss immer mit 100% Effizienz arbeiten. Was auch immer an Wasser hereinkommt, muss nach dem Pumpvorgang auch zu 100% wieder herauskommen. Wollen Sie einmal raten, mit welcher Effizienz das menschliche Herz arbeitet? Genau, 70%. I: Interessant. Wenn Sie 70% Auswurfleistung haben, sind Sie ein gut durchtrainierter Athlet. Bei 60% Auswurfleistung fühlen Sie sich wohl. Bei 50% fühlen Sie sich überwiegend wohl, aber auch schon nicht mehr so ganz. Bei 20% Auswurfleistung haben sie ein echtes Problem, denn das ist mit den meisten Lebensvorgängen nicht mehr kompatibel.
I: Ist es nicht so, dass, wenn die linke Herzkammer sich übermäßig vergrößert, sich alles verhärtet und verengt?
C: Wir sprechen hier von Herzinsuffizienz. Wenn das Blut aufhört, sich fortzubewegen und nur noch 50%, 40% oder 20% herauskommen, wissen wir ja nun, dass wir hier kein Problem mit dem Pumpen haben, sondern mit dem Fluss. Wenn der Fluss unzulänglich ist, ist auch die Auswurfleistung nicht normal. Dann verengen sich die Blutgefäße in einem Bemühen, den Fluss wieder zu verstärken. Und das ist ein Problem. Wenn die Blutgefäße dann immer enger werden, kommen nämlich wieder unsere Ärzte daher und sagen: “Aha, sehen Sie, Ihre Blutgefäße sind zu eng, das bringt Sie irgendwann um, weil Sie einen Herzinfarkt bekommen. Also sollten wir besser schnellstmöglich die Blutgefäße weiten.” Das ist, als würden Sie einen Spitball quer durchs Zimmer schießen wollen – nicht, dass ich das empfehlen würde – aber wenn Sie das unbedingt machen wollen, nehmen Sie den größten Spitball, den Sie herstellen können. Aber wenn Sie nun natürlich einen sehr großen Spitball haben, können Sie kein Blasrohr mit einem geringen Durchmesser nehmen. Je enger das Blasrohr ist, desto kleiner muss der Spitball sein. Und wenn Sie einen kleinen Spitball haben, können Sie kein Blasrohr mit großem Durchmesser gebrauchen. Um den Spitball tatsächlich bis ans andere Ende des Zimmers zu schießen, wollen Sie einen großen Spitball und ein dickes Blasrohr. Wenn im Körper die Blutzirkulation nicht mehr stimmt – das ist der Spitball – müssen Sie zwangsläufig den Durchmesser des Blasrohrs verengen oder Sie erhalten keinen Druck. Das ist der Grund, weshalb der Körper Bluthochdruck erzeugt. Er will das Blutgefäß verengen, um den Blutfluss erhöhen zu können, was bedeutet, dass Bluthochdruck und eine Vergrößerung der Herzkammern nicht die Krankheit sind, sondern die Ausgleichsreaktion des Körpers, der Kompensationsmechanismus. In gewissem Sinne sind sie sogar eine Art Therapie. Natürlich ist die Therapie in diesem Fall gefährlich, aber wie ich in einem solchen Fall viele Patienten frage: “Was würden Sie denn tun, wenn Sie keinen Fluss haben? Sie würden auch die Röhre verengen.“
I: Ist das der Grund dafür, dass wir keine größeren Erfolge durch bestimmte Medikamente sehen, die gegen Probleme mit den Herzkranzgefäßen verschrieben werden?
C: Ein bisschen, aber viel bringt das nicht. Genau deshalb hat ja auch dieser Anästhesist gesagt, dass wir heute immer noch keine besseren Ergebnisse erzielen als vor 50 Jahren. Das liegt alles daran, dass wir nicht verstehen, wie dieser Fluss zustande kommt. Wenn beispielsweise jemand unter schlechter Durchblutung leidet, steht fest, dass derjenige auch über eine schlechte Dynamik der Herzkranzgefäße verfügt, denn daher kommt ja die Durchblutung.
I: All diese Dinge erhöhen den Fluss und das ermöglicht es dem Kreislauf, sich zu entspannen und wieder besser zu funktionieren. Denn das ist die Wurzel des Problems und all diese anderen Dinge wie durch Diuretika Flüssigkeit abzusaugen und Nachlastreduktion, damit die “Pumpe” nicht gegen einen so hohen Widerstand anpumpen muss, haben nur eine sehr geringe Effizienz und verursachen immer noch weitere Probleme, da sie die therapeutischen Versuche des eigenen Körpers ja im Grunde abwehren.
I: Da sind also Kompensationsmechanismen am Werk, die möglicherweise sogar durch ärztliche Behandlung verursacht wurden?
C: Ja, dabei absorbiert man negative Ionen. Es ist die Art von Energiequelle, von der Pollack deutlich aufgezeigt hat, dass sie buchstäblich den gleichen Mechanismus darstellt wie die Herstellung von Wackelpudding. Wir haben auch Proteine im Blut und sie kleiden zudem unsere Gefäße aus. Und wenn sie dann mit einer Energiequelle in Kontakt kommen, entfalten sie sich und reagieren mit dem Wasser im Blut und bilden Wackelpudding. Natürlich macht das nicht das gesamte Blut, aber es bildet sich eine Auskleidungsschicht in den Blutgefäßen. Das ist die gleiche Art von Mechanismus, der auch stattfindet, wenn wir Wackelpudding machen. Das Gel trennt die Ladungen, erzeugt den Fluss und ein stabiler Fluss erlaubt es dem Herzen, keine Kompensationsversuche unternehmen zu müssen, indem es sich vergrößert oder das Kaliber der Blutgefäße verändert und das Leben ist gut.
I: Wie viele Minuten an Erdung täglich empfehlen Sie Ihren Patienten?
C: Das hängt tatsächlich immer vom Einzelfall ab. Für jemanden, der bereits unter akuter Herzinsuffizienz leidet, ist das allein ohnehin nicht genug. In manchen Fällen ist alles schon so weit fortgeschritten, dass Menschen sogar weiterhin die Einnahme konventioneller Medikamente beibehalten müssen. Aber das ist natürlich nicht die Lösung des Problems. In so einer Situation sollte der Betreffende den Großteil seiner Zeit entweder in der Sonne, barfuss draußen auf der Erde, mit Gehen oder sonstiger Bewegung verbringen, sonst wird er nicht mehr viel Lebensqualität haben. In leichteren Fällen würde ich sagen, 20 bis 30 Minuten täglich werden die Situation verbessern. Es kommt also immer darauf an. Wer nicht mehr vom Bett aufstehen kann, tut gut daran, sein Bett wenigstens nach draußen zu stellen oder draußen zu sitzen, mit den bloßen Füßen auf dem Boden. Es gibt bestimmte strukturelle Proteine, die man zu sich nimmt, wenn man überwiegend strukturelle Teile von Tieren isst. Kollagen selbst ist eine großartige Wasserstruktur in uns, die man durch Knochenbrühe zu sich nimmt. Also eine schlechte Ernährung ist immer ein Faktor, aber ein nicht unerheblicher Teil all dieser Probleme ist wahrscheinlich eine Konsequenz der Belastung durch elektromagnetische Strahlung. Das destabilisiert einfach unsere Fähigkeit, dieses Gel herzustellen. Es gibt aber auch noch andere Dinge: Aluminium und Schwermetalle, die uns injiziert werden. Glyphosat, einfach all dieser Kram des modernen Lebens. Aber noch einmal zurück zum Thema Herz.
I: Sie haben darüber gesprochen, wie das Herz das Blut umwandelt und diesen Wirbel erzeugt. Vielleicht könnten Sie definieren, was das genau bedeutet und inwiefern das für uns alle bedeutsam ist?
C: Den Wirbel muss man sich wie einen Tornado vorstellen oder wie eine Spirale. Oder schauen Sie sich eine Sonnenblume an – die Samen sind in der Form eines Wirbels angelegt. Ich bin kein Physiker und kann Ihnen keinen Vortrag über die Physik von Wirbeln halten, aber es ist im Grunde die kreative Lebensenergie. Wenn das Leben eine Substanz aussucht und einen lebendigen Organismus daraus machen möchte, ob das nun ein Schneckenhaus ist oder unsere DNA oder die Milchstraße oder der Wirbel oben auf Ihrem Kopf oder die spiralförmige Formierung unserer Knochen, das alles ist die kreative Lebensform. Es beginnt also alles im Grunde in dem Moment, wo das Blut durch die Venen zum Herzen zurückgekommen ist. Das nennt man laminare Strömung, was nichts anderes bedeutet als “flache Strömung”. Diese hat nicht viel Schwung und nicht viel von dieser Art Lebenskraft. Eines der Probleme der konventionellen Biologie und Medizin besteht seit Descartes darin, dass wir meinen, Menschen wären nichts als tote Substanz. Wir haben keine Wissenschaft des Lebens, sondern eine Wissenschaft des Todes, das ist das Problem.
I: Sie meinen diese Lebenskraft, richtig? Wenn man zu einem normalen Schulmediziner geht, dann kann er zwar das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein einer bestimmten Krankheit diagnostizieren, aber er kann nicht wirklich einschätzen, wie vital man ist und wie viel Widerstandskraft man hat. Gehört das zu den Dingen, von denen Sie hier sprechen?
C: Nicht wirklich. Ich meine etwas viel Grundlegenderes als das. Manchmal stelle ich am liebsten Fragen, um auf den Punkt zu bringen, worauf ich hinaus will. Wir haben in der Wissenschaft das Postulat, dass alles in der Natur lediglich aus Materie, also aus Atomen besteht und dass nichts anderes existiert. Das ist der fundamentale Irrglaube (Grundsatz) unserer modernen Wissenschaft. Also frage ich: Wenn Sie nun sämtliche Substanzen hernehmen, aus denen eine Karotte besteht – also meinetwegen hunderttausend Atome Sauerstoff und zwei Millionen Atome Kohlenstoff und soundso viele Atome Schwefel und so weiter – die Sie in einem Chemiehandel bestellt haben, und diese alle zusammen mixen und auf den Tisch legen – ist das dann eine Karotte?
I: Nein.
C: Nun, es sollte aber eine sein. Denn alle Substanzen, aus denen eine Karotte besteht, sind ja da. Also was fehlt denn noch?
I: Die Lebenskraft.
C: Man kann es sogar noch deutlicher machen. Also erstens: Es sieht überhaupt nicht aus wie eine Karotte, richtig? Es sieht aus wie ein Haufen Material. Das Postulat lautet also: Ein lebendiges Wesen wie eine Karotte ist eine Kombination aus Substanz – die liegt ja hier auf dem Tisch – und irgendeiner Art Lebenskraft. Diese Lebenskraft wirkt durch Form.
Etwas Lebendiges besteht aus:
- Substanz
- Lebenskraft
- Form
Was sonst ist der sichtbare Unterschied zwischen der Karotte und dem Haufen Material? Der Materialhaufen entspricht immer genau dem lebendigen Wesen, das eben eine Möhre, einen Frosch oder was auch immer ausmacht. Der Materialhaufen ist zwar beim Frosch anders zusammengesetzt als bei der Karotte, aber wir haben es in jedem Fall immer mit einem aufgeschichteten Haufen zu tun. Es fehlt die Form. Dieses Etwas, das uns lebendig macht, ist diese Lebenskraft, die durch Wasser wirkt und Form schafft. Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir anerkennen, dass diese Lebenskraft existiert, aber leider streiten die meisten Ärzte entschieden ab, dass es sie überhaupt gibt. Und ich spreche hier nicht von einem verschwommenen Konzept wie jemandes Vitalität. Nein, hier ist die Rede von dem, was Sie und mich von einem Haufen toter Materie unterscheidet. Wir brauchen eine Wissenschaft des Lebens – und die beginnt mit dem Verstehen, wie Wasser funktioniert. Denn genau dort spielt sich alles ab, nicht in der Materie. Woher wissen wir das? Auf diese Frage antworte ich mit einer Gegenfrage: Glauben Sie, der Unterschied zwischen einer Rote Bete und einer Karotte ist die Anzahl der darin enthaltenen Schwefelatome? Ja, jeder weiß das, mit Ausnahme unserer Wissenschaftler. Die wissen das nicht. Sie streiten das ab. Aber jeder normale Mensch hat ein Gespür dafür, dass da irgendetwas ist, das über das rein Materielle hinausgeht. Und der Grund, weshalb wir Karotten schätzen, ist nicht ihr Schwefelgehalt. Ja, es ist Schwefel in einer Karotte und Schwefel mag Ihnen gut tun, aber das ist es doch nicht, was die Karotte ausmacht. Aber unsere Wissenschaft steckt fest in diesem Paradigma und es bringt uns um.
I: In Bezug auf die Nährstoffquellen – Sie haben Knochenbrühe erwähnt – nehme ich mal an, dass man bei allem darauf achten sollte, dass es so wenig verarbeitet ist wie möglich, um dieses strukturierte Wasser zu erhalten?
C: Ja. Fleisch sollte immer von Tieren kommen, die artgerecht gehalten werden. Die Strukturierung des Wassers geschieht ganz natürlich durch die Interaktion der Blutgefäße und das sind Energiequellen, die uns frei zur Verfügung stehen. Der einzige Grund für den verstärkten Fluss ist, dass die Schicht Gel in dem Rohr dicker wird. Dadurch steigt die Intensität und die Ladungen werden weiter getrennt, was noch mehr positive Ionen erzeugt, die dann wiederum für mehr Fluss sorgen. Ich meine, jeder geht gerne an einen sonnigen Strand und läuft dort durch den weichen Sand. Das sind genau die Dinge, die uns aufladen. Es ist schwer, jemanden von etwas zu überzeugen, wenn sein Lebensunterhalt davon abhängt, dass er es nicht glaubt.
I: Auf welche Gemüsesorten sollten wir uns denn konzentrieren?
C: Winterharte und wilde Gemüse enthalten ein wahres Konzentrat an Nährstoffen. Es gibt also ein paar sehr interessante Indizien dafür, dass unser Herz unsere eigentliche Persönlichkeit ist. Damit will ich nicht sagen, dass wir das Materielle nicht studieren sollten. Das sollten wir sehr wohl, denn es ist erstens interessant und zweitens ist es das, worauf diese Welt größtenteils basiert. Aber es ist eben nicht der Bereich, in dem sich das Eigentliche abspielt. Der Ursprung der Veränderung der Herzfrequenz ist nicht von irgendeiner materiellen Substanz im Herzen abhängig, sondern von der Funktion des Herzens. Weil wir fast nie nach draußen gehen, sondern im Büro sitzen. Weil sie den ganzen Tag lang über so lächerliche Dinge wie Geld nachdenken, da ist es kein Wunder, dass sie mit nichts Realem mehr Verbindung aufnehmen können. Und wenn man nicht mehr mit der wahren Liebe, mit der Erde und den Pflanzen und Tieren und biologischer Nahrung in Verbindung ist, dann wird man unweigerlich krank. Wenn jemand in diesem stressigen System feststeckt, das sich nicht mit seinen Werten und Überzeugungen in Einklang bringen lässt, kann sich das dann auch in gesundheitlichen Problemen mit dem Herz auswirken. Es wird ihnen gesagt, dass sie Angst haben sollen, und Menschen, die Angst haben, tun unsinnige Dinge. Das ganze Verhalten dieser Leute ist der Inbegriff der Auswirkungen Angst auslösender Informationen.
Über das Herz hat man heute in der Wissenschaft überhaupt falsche Ansichten. Man denkt sich, das Herz sei eine Art von Pumpe, und das Herz pumpe das Blut überall hin in den Körper. Man denkt sich also: Das Herz zieht sich zusammen. Wenn sich das Herz zusammenzieht, wird es kleiner, hält weniger Blut in sich. Dadurch stößt es das Blut durch die Adern aus, es wird in den Körper gestoßen, und weil das Herz elastisch ist, denkt man, dehnt es sich wiederum aus. Dadurch kommt das Blut wiederum zurück. Das Herz ist keine Pumpe, sondern das Herz wird bewegt durch unseren astralischen Leib. – Also wir haben einen astralischen Leib, und der bewegt das Herz, respektive weil im astralischen Leib auch unser eigentliches Ich drin ist, bewegen wir auch mit unserem Ich unser Herz, und zwar bewegen wir es jetzt auf eine ganz besondere Weise. Wenn wir die Position des Herzens anschauen, so liegt es bei einem normalen Menschen etwas an der linken Seite, nicht stark, aber es liegt etwas an der linken Seite. Die große Schlagader und die anderen Adern gehen eigentlich vom Herzen aus. Wenn ich zum Beispiel einatme, da ernähre ich mich gewissermaßen von Sauerstoff. Wenn ich ausatme, gebe ich die Kohlensäure von mir. Wenn ich die Kohlensäure von mir gegeben habe, bekomme ich sogleich Sauerstoffhunger. Ich will wieder einatmen. Ja, das hat zunächst mit meinem Herzen gar nichts zu tun, sondern mit meinem ganzen Leib. Mein ganzer Leib bekommt den Sauerstoffhunger. Dadurch, dass er den Sauerstoffhunger bekommt, kommt er in den Trieb hinein, all sein Blut zu bewegen, denn das Blut muss Sauerstoff haben. Der Körper schickt durch seinen astralischen Leib das Blut dahin, wo es den Sauerstoff kriegen kann. Da verbrennt in mir die Nahrung. Dadurch wird das Blut arm an Nahrung. Wenn man arbeitet, wird immer das Blut arm an Nahrung. Jetzt, was will das Blut? Das Blut will wiederum Nahrung bekommen. Das Blut reisst gewissermassen die Nahrung, die der Magen und die Gedärme aufgenommen haben, an sich. Das alles, dieser Lufthunger, Nahrungshunger, das bringt das Blut in Bewegung. Noch vor dem allerersten Herzschlag des Menschen bewegt sich das Blut rhythmisch und in Wirbeln dem Herzen zu, das sich fortan nach dem Blut bildet, im Rhythmus und dem Strömen des Blutes und seiner Bilde-Kräfte in seine Form findet.
(Die Bilde-Kräfte oder Formbildekräfte sind in der Natur wirkende, gestaltbildende bzw. gestaltverwandelnde (metamorphosierende) ätherische Universalkräfte, in denen und durch die die höheren Hierarchien bis hinauf zu den erhabenen Tierkreiswesen gestaltend wirken. Dass es sich dabei nicht um ein spekulatives theoretisches Konzept handelt, sondern dass diese Bildekräfte zunächst auf physisch-ätherischer Ebene konkret empirisch erforscht werden können, beweist die zunehmende Literatur über die Ergebnisse der Bildekräfteforschung. Sie beruht nicht nur auf sinnlichen Beobachtungen, die allerdings zumeist den Ausgangspunkt bilden, sondern erfordert darüber hinaus eine gezielte geistige Schulung, durch die erst entsprechende übersinnliche Wahrnehmungsorgane ausgebildet werden müssen, was aber prinzipiell jedem Menschen mit etwas Geduld und Ausdauer möglich ist.)
Das Blut ist es, das zunächst sich bewegt, und das Blut reißt das Herz mit. Also es ist nicht das Herz, das das Blut durch den Leib pumpt, sondern das Blut bewegt sich durch Lufthunger, durch Nahrungshunger, und dadurch wird das Herz bewegt.
I: Ja, wozu haben wir denn das Herz, wenn es nicht das Blut durch den Körper pumpt? Wenn das Blut sich bewegt, brauchten wir vielleicht gar nicht das Herz, das da mitgerissen werden soll.
C: Ja, sehen Sie, das sagen diejenigen Menschen, die keinen rechten Begriff haben vom ganzen menschlichen Leib. Ja, sehen Sie, der Kopf ist eben etwas ganz anderes als der andere Mensch. Der andere Mensch ist ein Bewegungsapparat. Wenn ich nach innen gucken will, nach der Blutzirkulation, brauche ich mein Herz. Das Herz ist nicht dazu da, dass es das Blut durch den Körper pumpt, sondern es ist ein Sinnesorgan, das alles wahrnimmt, wie der ganze Kopf. Wir könnten nichts wissen von unserer Blutzirkulation – natürlich, mit unserem Oberstübchen wissen wir auch nichts davon, aber im Kopf drin muss ein Wissen sein – wenn der Kopf nicht durch das Herz unsere ganze Blutzirkulation wahrnehmen würde. Aber was der ganze Mensch für Bewegungen hat, nimmt schon das Herz wahr. Dadurch wird das Herz in Bewegung gesetzt. Durch die Bewegungen, die hervorgerufen werden durch Atmungshunger und Nahrungshunger, wird das Herz in Bewegung gesetzt. Und an den Bewegungen des Herzens merkt man, ob im Körper eben etwas in Ordnung oder in Unordnung ist. Aber der Pulsschlag ist ja nichts anderes als die Bewegungen des Blutes. Dasjenige, was man tut, wenn man beim Kranken den Puls fühlt, das macht der Kopf fortwährend. Er fühlt fortwährend durch das Herz die ganze Blutzirkulation. Überhaupt alles, was im Leibe vorgeht, fühlt der Kopf durch das Herz. Wenn im Blut alles ordentlich sich bewegt, da hat der Kopf einen guten Eindruck, da ist im Kopf alles geordnet. Das Herz ist eigentlich das innere Sinnesorgan, durch das der Kopf all das wahrnimmt, was im Körper vor sich geht.
Aussagen von Rudolf Steiner
Er war zeitlebens der Auffassung, das Herz sei keine Pumpe, sondern ein geistiges Wesen, angetrieben vom astralischen Leib bzw. ein Abbild der Sonnenbewegung, ein Sinnesorgan, ein Gleichgewichtsorgan, ein Stauapparat:
- “Man wird in nicht zu ferner Zukunft finden, dass die Zirkulation des Blutes von ganz etwas anderem herrührt als vom Herzen.” “Die geisteswissenschaftliche Weltanschauung wird das zu zeigen haben.” “Die Geistesforschung kommt zu ganz anderen Anschauungen als denen, die durch einen falschen Verstandesgebrauch in der landläufigen Wissenschaft zustande kommen.”
- “Das, was die bewegende Kraft des Blutes ist, sind die Gefühle der Seele. Die Seele treibt das Blut, und das Herz bewegt sich, weil es vom Blute getrieben wird. Also genau das Umgekehrte ist wahr von dem, was die materialistische Wissenschaft sagt.”
- “Dieses Herz hat die mechanisch-materialistische Anschauung zu einer Pumpe gemacht. Es ist das Gegenteil, dieses Herz.” “Man lernt erst dann, den Menschen in der richtigen Weise hineinzustellen in das ganze Weltenall, wenn man aufhört zu glauben, dass das Herz die Pumpe ist.”
- “Das Geistig-Seelische selbst treibt das Blut” ”Das Geistige greift ein in die Blutzirkulation” “Der ältere Anatom sieht im Herzen etwas wie ein geistiges Wesen, das sich geistig-seelisch betätigt.”
- “Alles, was im Blute ist, hängt von der Seele ab. Das Blut ruft die Herzbewegung hervor.“ “Das Blut treibt das Herz, nicht umgekehrt.“ “Das eigentlich Lebendige ist das zirkulierende Blut.“
- “Unser Blutsystem wird in seiner Lebendigkeit erhalten durch Atmung, Hunger, Durst.”
- “Das Herz steht zur Blutbewegung wie die Sonnenbewegung zur Planetenbewegung.“ “Das Blut wird durch die ganze Regsamkeit des astralischen Leibes in Tätigkeit versetzt.“
- “Man hat es nicht zu tun mit dem Herzen als einer gewöhnlichen Pumpe, sondern mit einem Stauapparat.“
- “Und im Herzen haben wir lediglich ein Sinnesorgan, das wahrnimmt die Zirkulation vom unteren nach dem oberen Menschen.” “Im Herzen wirkt der Ätherleib, es nimmt die Säftebewegungen wahr.” “Das Herz ist ein sehr feiner Apparat, der alles, was unrichtig ist, eigentlich wahrnimmt.“
- “Das menschliche Herz ist das Gleichgewichtsorgan für das obere und untere System des Menschen, so dass sich in ihm Sommer- und Winterwirkungen aufheben.“
- Das Herz ist ein Organ mit hoher elektrischer Aktivität, die als Elektrokardiogramm (EKG) aufgezeichnet werden kann. Die elektrischen Ströme, die das Herz durchfließen, erzeugen ein entsprechendes Herzmagnetfeld, das als Magnetokardiogramm (MKG) registriert werden kann. Das Magnetfeld des Herzens ist zwar wesentlich schwächer als das Erdmagnetfeld, aber 500-5000 Mal stärker als das Magnetfeld des Gehirns und kann noch mehrere Meter außerhalb des Körpers nachgewiesen werden.
- Durch das Herz-Lungensystem und den Sauerstoff werden die aufgenommenen Nahrungsstoffe, die durch die Verdauung zunächst zerlegt und abgetötet werden, wieder verlebendigt und in die ätherische Organisation aufgenommen.
- “In der Zukunft wird der Mensch in einem viel intimeren Zusammenhange mit der Weltgesetzlichkeit stehen als gegenwärtig. Und der Geheimschüler nimmt diese Intimität in der Entwickelung voraus. Der Kopf mit dem Gehirn ist nur ein Übergangsorgan der Erkenntnis. Das Organ, welches die eigentlich tiefen und zugleich machtvollen Blicke in die Welt tun wird, hat seine Anlage in dem gegenwärtigen Herzen. Aber wohlgemerkt: die Anlage zu diesem Organ ist im heutigen Herzen: um Erkenntnisorgan zu werden, muss sich das Herz noch in der mannigfaltigsten Weise umbilden. Aber dieses Herz ist der Quell und Born zur Menschheitsstufe der Zukunft. Die Erkenntnis wird dann, wenn das Herz ihr Organ sein wird, warm und innig sein, wie heute nur die Gefühle der Liebe und des Mitleids sind. Aber diese Gefühle werden aus der Dumpfheit und Dunkelheit, in der sie heute nur tasten, sich zu der Helligkeit und Klarheit hindurchringen, welche heute erst die feinsten, logischen Begriffe des Kopfes haben.“
Die motorische Kraft des Epithels
(Wichtige Funktionen des Epithelgewebes sind Stofftransport, Schutz (Barriere) und Sekretion (Stoffabgabe). Das Epithel ist ein Gewebetyp, der die inneren und äußeren Körperoberflächen auskleidet, sowie voneinander abgrenzt.)
Diese ständige und umfangreiche Ausscheidung von Wasser aus dem Körperblut und ihr nachrückender Wiederersatz, die durch Drüsentätigkeit ohne Mitwirkung des Herzens vor sich geht, ist der mächtige primäre Anstoss, ist der augenfälligste Anteil der Kraft, welche die Flüssigkeitsströmung durch das Innere des Körpers bewegt. Und hierbei arbeitet das sezernierende (sekretabsondernde) Epithel mit ausnehmend motorischer Kraft. Welch gewaltige Grösse diese in ihrer Summation erreicht, lässt sich klar am harnbereitenden Apparat erkennen, der auch sonst weitgehende Analogien zum Kreislaufsystem bietet. Er zeigt im Kleinformat die gleiche Bildung wie dieses. Niere, Nierenbecken, Ureter (Harnleiter) stellen ebenfalls ein einheitliches Leitungssystem dar. Nach übereinstimmender wissenschaftlicher Anschauung wirken in der Niere keine rein physikalischen Kräfte. Alles in der Harnbereitung geschieht nur sekretorisch
(Als Sekretion wird die Abgabe von flüssigen Stoffen, die eine bestimmte Funktion erfüllen, durch einzelne Zellen oder Drüsen bezeichnet. Das Sekret wird unwillkürlich abgeschieden; die Regelung geschieht durch das vegetative Nervensystem sowie durch Rückkopplungsmechanismen.)
als Tätigkeit des spezifischen Epithels der Harnkanälchen und als Absonderung in den Glomeruli (Kapillarkörperchen der Nierenrinde) durch die aktive Wirksamkeit ihrer Kapillarendothelien. In diesem geschlossenen System erzeugt die Nierendrüse kontinuierlich Flüssigkeit.
Kapillarendothelien(Endothelzellen) bilden die innerste Zellschicht der Blutgefäße. Dadurch kommen sie direkt mit Leukozyten, den Abwehrzellen des Blutes, in Kontakt und bestimmen darüber, wann und wo Leukozyten das System der Blutgefäße verlassen können, um in Infektions- und Entzündungsherde einzudringen.)
Auch dieses System ist, wie die Blutgefäße, ständig von solcher erfüllt. Automatisch wird der Inhalt durch den Ureter (Harnleiter) weiterbewegt, und zwar, was besonderer Beachtung wert ist, in ganz der gleichen Form, in einer nur in ihren Zeitintervallen unterschiedenen passiven Peristaltik (von den Wänden muskulärer Hohlorgane (wie Darm, Magen, Harnleiter) ausgeführte Bewegung, bei der sich die Abschnitte der Hohlorgane nacheinander zusammenziehen) des Leitungsrohres, wie sie auch in den Blutgefäßen abläuft. Dass hier das System nach hinten abgeschlossen ist, ist kein Gegenargument. Auch im Kreislauf allein ist schon durch die Einrichtung der Herzklappen dafür gesorgt, dass jede in ihm entstehende Kraft ebenfalls nur nach der einen Richtung hin wirksam werden kann. Dass hier wie dort Muskulatur und Nervenbahnen mitwirken, hat in zweiter Linie erst Bedeutung und schafft nur Zusammenhang und Auslösung und Überleitung, nicht aber Kraft. Dass in dem geschlossenen Harnsystem diese Bewegungskräfte lediglich und ausschliesslich von der Tätigkeit der sezernierenden Epithelien der Nierendrüse herrühren, ist zweifelsfrei. Hier kommt es ausschließlich darauf an, die tatsächlichen Kräfte festzustellen, die bei der gänzlichen Unzulänglichkeit des Herzens in der Blutbewegung wirklich wirksam sind. Dass in dem geschlossenen Harnsystem diese Bewegungskräfte lediglich und ausschließlich von der Tätigkeit der sezernierenden Epithelien der Nierendrüse herrühren, ist zweifelsfrei. Bis zu welchem Grad sie Kraft zu entfalten vermögen, erweist allein schon die Tatsache, dass, auch wenn die Harnblase bereits stark angefüllt ist, die immer wieder neu anlangenden Harnmengen dennoch den Gegendruck überwinden.
(Sezernierende Epithelien: Bezeichnung für den Vorgang, bei dem von Drüsen, Wunden oder Zellen komplexe Sekrete abgegeben werden.)
Der Flüssigkeitsverlust des menschlichen Organismus wird in den Lehrbüchern gut dargestellt, nur fehlt die Einsicht, Flüssigkeitsentzug und -nachschub in einem Zusammenhang mit Herz, Blut, Lymphe, Kreislauf und vor allem dem Zellstoffwechsel etc. zu sehen. Dabei entnimmt das „Entwässerungs- und Filter-System“ der Nieren dem Blut jeden Tag ca. 190 Liter Flüssigkeit und gibt etwa 99% davon gefiltert wieder an das Blut zurück. Nur etwa zwei Liter Urin werden in der Harnblase pro Tag zwischengespeichert.

Du darfst nicht warten, bis Gott zu dir geht Und sagt: Ich bin.
Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)