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253 unaufgeschnittenen
Schleifen nicht frei aufrecht, sondern sind von dicken Einschlagfäden durchzogen.
BeimfaçonniertenS. stellt man ein
Muster durch Flor von verschiedener Länge oder
Farbe, durch teilweises Aufschneiden der Noppen, durch nur
teilweises
Besetzen des
Grundes mit Flor oder durch Aufpressen der
[* 1]
Figur her. Eine besonders als Möbelbezug beliebte
Art des façonnierten S. ist das Frisé; es zeigt auf glattem
Grunde
[* 1]
Figuren, die zum
Teil aus geschnittenem, zum
Teil aus gezogenem
S. bestehen, so daß lediglich durch verschiedene
Arten der Lichtzerstreuung schon dreierlei Oberflächenbeschaffenheiten
zu stande kommen.
Beimbaumwollenen oder unechtenS. (Manchester,
[* 2]
Kord) wird die Haardecke aus Einschlagfäden gebildet,
welche reihenweise frei liegen und aufgeschnitten werden, worauf man die
Enden aufbürstet und kurz abschert. Die Sammetfabrikation,
deren Anfänge
bis in die röm. Kaiserzeit zurückreichen, stand im 12. bis 14. Jahrh.
in
Italien
[* 3] in hoher
Blüte;
[* 4] doch kam lange Zeit die schönste Ware aus
Konstantinopel.
[* 5] Später hat diese Fabrikation
fast in allen
Ländern, wo die
Textilindustrie gepflegt wird, Eingang gefunden. Obenan in ganz feiner Ware steht
Frankreich
(Lyon),
[* 6] der indessen die vorzüglichen Halbseidensammete
Deutschlands
[* 7] in Krefeld
[* 8] und
Elberfeld
[* 9] in ihrer Ausführung sehr nahe
kommen. Baumwollsammete liefern die Rheinprovinz
[* 10] und Hannover.
[* 11] Felbel (s. d.)
und Plüsch (s. d.) sind vom eigentlichen S. durch die Länge
des
Haars verschieden.
(Samnites), ein
Volk des alten
Italiens,
[* 16] umbrisch-sabellischen
Stammes. (S.
Italische Völker und
Sprachen.) Sie
waren nach ihrer Stammsage infolge des Gelöbnisses eines heiligen
Frühlings(ver sacrum, s. d.) von ihrer sabinischen
Heimat
südwärts ausgesandt worden, hatten sich, durch einen von
Mars
[* 17] gesandten
Stier geleitet, in dem Bergland
zwischen der apulischen und campanischen Ebene niedergelassen und verzweigten sich von dort aus auch nach den südl.
und östl.
Ausläufern des
Apennin.
Die Gegend um
Bovianum (jetzt
Bojano) ward der Mittelpunkt ihres Gebietes. Ihr Land war wald- und weidenreich und hatte am
Volturnus beträchtlichen Ölbau. Das
Volk, kriegerisch und freiheitsliebend, wohnte zum größten
Teil
in offenen Dörfern und zerfiel in einzelne Gemeinden und
Gaue, die zusammen für die Zwecke gemeinsamer Verteidigung eine
Eidgenossenschaft bildeten
mit einer Vertretung der einzelnen Gemeinden, die den Oberfeldherrn wählte. Ein Mittelpunkt des
Stammes war
Bovianumvetus (jetzt Pietrabbondante).
Vorstöße in fremdes Gebiet machten die einzelnen Kantone auf eigene
Faust. Samnitische
Krieger stürzten 438 (?)
v.Chr. die Herrschaft der
Etrusker in
Capua, 420 die der Griechen in Cumä. Mit den
Römern kamen die S. 354 v.Chr. in Berührung,
als beide, von verschiedenen Seiten erobernd vorgehend, am
Liris, der Grenze zwischen Latium und
Campanien, zusammentrafen.
Zunächst wurde damals ein Freundschaftsbündnis geschlossen; allein als die
Campaner in
Capua, von den
S. der
Berge bedrängt, sich unter
Roms Schutz stellten, soll es 343 zum ersten feindlichen Zusammenstoße gekommen sein (ersterSamniterkrieg).
Die Überlieferung berichtet von großen
Siegen
[* 18] und einem vorteilhaften Frieden 341, erweckt aber starke Zweifel, 340 sind
Römer
[* 19] und S. jedenfalls wieder als Verbündete gegen
Campaner und Latiner thätig. Zu einem wirklichen
Kriege (dem zweitenSamniterkriege) kam es wohl erst 326. Er endete 304 nach wechselvollen Kämpfen mit dem
SiegeRoms. (S.
Rom und
[* 20]
Römisches Reich, Bd. 13, S. 951.) Auch in dem bald danach
(298) ausbrechendendrittenSamniterkriege blieben die
Römer schließlich siegreich.
Die S. mußten 290 ein
Bündnis mit
Rom eingehen. Ihr Unabhängigkeitsgeist wurde freilich dadurch nicht gebrochen;
Pyrrhus
und Hannibal fanden sofort wieder Bundesgenossen an ihnen.
In dem letzten Unabhängigkeitskampfe, den die
Italiker gegen
Rom
kämpften, dem sog.
Bundesgenossenkrieg (s. d.) seit 91 v.Chr., bildeten die
S. den
Kern und die Seele der Aufständischen. Sie setzten, als die übrigen
Italiker sich bereits unterworfen hatten, an der
Seite der Marianer den Kampf gegen
Sulla fort und lieferten diesem 1. Nov. 82 eine blutige
Schlacht unter den
MauernRoms. Nachdem
sie endlich erlegen waren, ließ
Sulla 6000 Gefangene niederhauen und
Samnium verwüsten. Danach haben
sich nur spärliche Reste erhalten, das eigentliche
Volk war vernichtet.
Navigatoren oder Schifferinseln, eine im
NO. der
Tonga-Inseln zwischen 13 und 15° südl.
Br. und 169 und
173° westl. L. von Greenwich gelegene Inselreihe Polynesiens, die aus vier großen und zehn
kleinen vulkanischen
Inseln besteht, welche zusammen 2787 qkm umfassen. (S. Nebenkarte zur Karte: Oceanien.) Die großen sind
Savaii (s. d.) mit 1707 qkm,
Upolu (s. d.) mit 881 qkm,
Tutuila (s. d.) mit 139 qkm und Manua oder
Tau (s. d.) mit 58 qkm. Die
Inseln haben hohe, meist steile
Küsten, aber bei dem
Mangel an Dammriffen keine besonders guten Häfen,
und sind alle voll hoher
Berge, die auf Savaii eine Höhe von 1650 m erreichen und deren Gestein durchaus vulkanisch ist.
Schöne Ebenen, welche die
Berge an den
Küsten umgeben und die einzigen bewohnten
Teile bilden, zeichnen sich durch gut bewässerten,
sehr
¶
forlaufend
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fruchtbaren Boden und eine reiche Tropenvegeta- tion aus. Die Samoagruppe gehört zu den er- giebigsten und anmutigsten Inseln derSüdsee. Das Klima ist tropisch. Die Temperatur des wärmsten Monats (Dezember) ist in Apia 26,7°, des kältesten (Juli) 24,i° 0. Östl.
Winde
[* 25] herrschen vor, nur im Sommer (vom November bis April) kommen westliche mit Regen vor; der Februar
und März sind reich an verheerenden Orkanen. Sehr groß ist die Feuchtigkeit. Die Tierwelt ist nur spärlich ver- treten;
von einheimischen Säugetieren giebt es nur Hunde
[* 26] und Schweine,
[* 27] von Vögeln nur Papageien und Tauben.
[* 28]
Den größten Tierrcichtum hingegen bietet das Meer mit seiner unendlichen Fischfauna, den Schildkröten,
[* 29] dem Trepang und Perlmutter- muscheln. Die Flora ist die gewöhnliche der Süd- seeinseln; die Vegetation die denkbar üppigste.
Ihr ist auch die Bedeutung zuzuschreiben, welche die S. für den Handel erlangt haben. In erster Linie ist es die in Plantagen
wachsende Kokospalme, dann Baumwolle
[* 30] und Kaffee fowie frische Früchte, welche fast ausschließlich den
Export ausmachen.
Neuer- dings pflanzt man Kakao. Eingeführt werden haupt- sächlich Manufaktur-, Eisen-, Leder-, Kurz- und Galanteriewaren,
Waffen
[* 31] und Munition, Chemika- lien und Droguen, Schiffsbedürfnisse, Steinkohlen und Vier. Die Deutsche
[* 32] Handels- und Plantagcn-
gesellschaft der Südseeinscln, die Nachfolgerin des HamburgerKaufmanns Godesfroy (s. d.), welche ihre
Hauptagentur in Apia auf Upolu hat, hatte 1885 für den von ihr versorgten Teil der Südsee eine Gesamt- einfuhr imWerte von 1207 700 M.undeineAusfuhr
im Werte von 2129000 M. zu verzeichnen; 1884 be- liefen sich beide Werte auf 985112 und 2640696 M. Nach der von der Landkommission
veröffentlichten Schätzung besitzen an Land: die Deutschen 30375 Ka, davon 3200 lia, mit 2000 Arbeitern unter Kultur, die
Engländer 14580 da, darunter nur 3001i^ in Kultur, die Amerikaner 8100 Ka, aber nur unkultiviertes Gebiet, und verschiedene
andere Nationalitäten zu- sammen ungefähr 2000 Im. Die Bevölkerung besteht, abgesehen von etwa 400 weißen
Fremden und un- gefähr 1000 Plantagenarbeitcrn, die von andern Südseeinseln hierher gebracht wurden, aus 36000 Eingeborenen
polynes.
Rasse, welche sich zum vor- wiegend prot. Christentum bekennen; sie sind hell- farbig, kräftig und schön gebaut, reinlich
und sitten- strenger als die meisten der andern von Europäern «civilisierten»
Inselgruppen. (E. Tafel: Austra- lische Völkertypen,
[* 24]
Fig. 6 u. 12.) Im äußern wie im Vildungsstande
den Tonga-Insulanern ziem- lich ähnlich, stehen sie diesen auch an Kunstfertigkeit nicht nach, treiben jedoch weniger Landbau.
Entdeckt wurden die S. 1722 vom Holländer Rog- gevccn, der sie Vaumannsinseln nannte; Vougain- ville erforschte sie 1768 näher
und nannte sie Navi- gatoreninseln. 1830 begann der Missionar Williams mit der Einführung des Christentums.
Ihm folgten 1836 sechs Glaubensboten der Londoner Missions- gefellfchaft, und feitdcm sind die Inseln ein Haupt- feld der Missionsthäügkeit
in der Südsee geworden. Geschichte. Eine staatliche Einheit hatten die S. bis in die neueste Zeit hinein nicht gehabt;
die 10 Distrikte, in welche die Gruppe zerfällt, standen fast stets selbständig und gleichberechtigt unter ihren obersten
Häuptlingen, den Tuis. Er- warb im Laufe der häusigen innern und äußern Kämpfe einer der Tuis einmal eine ausgedehntere
Macht und selbst den Königstitel von Samoa, so war seine Macht doch
nur eine scheinbare und durch andere
Tuis sowie durch die Vertretung der Vezirks- ältesten (die Taimua) sowie durch die der Dorfälte- sten (die Faipule) beschränkt.
Seit der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts hatte eine Häuptlingsfamilie, Malietoa, welche von der Infel Savaii stammt, mehrere
derartige Könige gegeben. 1868 wollten die Kolonisten eine Verfassung einführen, nach welcher neben
einem Könige, Malietoa Laupepa, die Taimua gewissermaßen als Oberhaus und die Faipule als Unterhaus wirken sollte. Dies
führte zum Kriege und zur Aufstellung eines Gegenkönigs. Nach lan- gen Kämpfen wurde 1873 eine Einigung dahin er- zielt,
daß die Negierungsgewalt lediglich in die Hände der beiden Versammlungen gelegt wurde.
Diese erwählten zu ihrem Berater den amerik. Aben- teurer Oberst Steinberger, dem es bald gelang, alle Macht an sich zu reißen,
und der diese Macht dazu zu benutzen suchte, die Inselgruppe den Ame- rikanern in die Hände zu spielen. Letzteres scheiterte
nur an dem Widerstände des Kongresses zu Washing- ton. Nachdem es Steinberger, um die Macht der Taimua und
Faipule völlig zu brechen, gelungen war, wieder einen jüngern Malietoa Talavou zum Könige lind sich zu seinem Premierminister
zu machen, setzte er jegliche Rücksicht beiseite, so daß er die Mis- sionare, die Europäer und bald auch Malietoa gegen
sich hatte.
Nach einigen Wirren gelang es letzterm, Steinberger außer Landes zu bringen. Doch hatte dieser Erfolg für ihn die weitere
unangenehme Kon- sequenz, daß er selber wieder durch die Taimua und Faipule abgesetzt wurde. Hiermit hörten indessen die
Bestrebungen, das Protektorat der Vereinigten
[* 33] Staaten zu erlangen, nicht auf, der amerik. Konsul Grifsin
versuchte sogar einen Handstreich 1877, wurde aber von seiner Regierung verleugnet und abberufen. Ein Abgesandter der Taimua
erreichte Juni 1878 in Washington
[* 34] einen Freundschafts- und Meistbegünstigungsvertrag, welcher unter anderm den Amerikanern
den auf der Tutuila-Insel ge- legenen HafenPago-Pago zusprach.
Dem energi- schen Eingreifen des deutschen Kapitäns von Werner, der vor Apia lag und welcher als Repressalie
sofort die beiden Häfen Saluafata und Falealili auf der Infel Upolu besetzte, gelang es, gestützt auf Ver- pflichtungen
der samoanischen Regierung vom3. Juni 1877, unter dem einen gleichlautenden Vertrag und den Hafen Saluafata als
Kohlenstation zu erhalten. Auch England erzielte einen ähnlichen Vertrag. Als die Deutsche
Südsee- gefcllfchaft in finanzielle Bedrängnis geraten war, versuchte Bismarck, um nicht den Engländern den Nutzen des bisher
Erreichten überlassen zu müssen, dem ReicheGarantien für die Südfeegesellschaft auf- zuerlegen.
Dcr Reichstag lehnte aber 1880 die Vor- lage ab. Um Eifersüchteleien möglichst vorzubeugen, einigten
die drei beteiligten Mächte sich mit Malietoa Laupepa, welcher 1880 zum König gewählt wurde, namentlich über die Verwaltung
des Distrikts Apia dahin, daß an der Spitze derselben die dortigen Kon- suln stehen sollten. Eine andere Partei wählte Tamasese
zum Gegenkönig, und da beide Könige auf Upolu residierten, so wurde bei den verschie- denen Überfällen
u. s. w. auch das Eigentum der Weißen, namentlich der Teutschen, nicht geschont. Um dem ein Ende zu machen, wurde MaÜetoa
im Aug. 1887 auf ein dcutfches Kriegsschiff gefangen gesetzt und nach Kamerun fortgeführt, während Tamasese anerkannt wurde.
Die Amerikaner
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