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Der Hepatitis-B-Virus wird bei Blutkontakt oder ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einer Person übertragen, die Träger des Hepatitis-B-Virus ist. Die akute Erkrankung verläuft meistens mit Gelbsucht, Müdigkeit und Erbrechen. Sie kann aber auch unbemerkt verlaufen.
Normale Leber (links) und Leberzirrhose (rechts).
Image: BruceBlaus, Licence Creative Commons
Das Hauptrisiko der Hepatitis B ist aber ein chronischer Verlauf, die zur Schrumpfung der Leber und sogar zu Leberkrebs führen kann. Besonders bei Neugeborenen von infizierten Müttern besteht die Gefahr, dass die Hepatitis B einen chronischen Verlauf nimmt. Aus diesem Grund müssen diese Kinder unmittelbar nach der Geburt durch eine Impfung geschützt werden.
Bei den infizierten Erwachsenen ist das Risiko, an einer chronischen Hepatitis B mit Komplikationen zu erkranken, ungefähr 10%.
Doch wer sich einmal mit dem Virus infiziert hat, bleibt das ganze Leben lang ansteckend.
In der Schweiz infizierten sich bis zu 5% aller Personen mit dem Hepatitis-B-Virus. Diese Ansteckungsrate ist jedoch seit der Einführung der generellen Impfung von Jugendlichen im Jahre 1998 drastisch gesunken.
Weitere Informationen:
Der Impfstoff gegen Hepatitis B enthält nur eines der Virusproteine. Seine Wirkung wird durch ein Aluminiumsalz unterstützt.
Er ist entweder als Einzelimpfstoff oder in Kombination mit dem Hepatitis-A-Impfstoff (für Reisende) erhältlich. Darüber hinaus kann er auch Bestandteil von Sechsfachimpfstoffen für Säuglinge sein.
Die Hepatitis-B-Impfung erfordert grundsätzlich drei Dosen (innerhalb eines halben Jahrs). Bei der Kombinationsimpfung mit Hepatitis A sind nur zwei Dosen notwendig, wenn die erste Injektion vor dem Alter von 16 Jahren durchgeführt wird. Bei Verwendung eines Sechsfachimpfstoffs für Säuglinge oder eines beschleunigten Impfschemas (0, 1, 2, 12 Monate) sind jedoch vier Dosen erforderlich.
Empfehlungen für alle
Die Impfung gegen Hepatitis B wird für alle spätestens in der Adoleszenz empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B kann ab der Geburt in jedem Lebensalter durchgeführt werden. Je nach Alter und gewähltem Impfschema sind mehrere Dosen (2 bis 4) erforderlich, die über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten verteilt werden. Sie sollte spätestens in der Adoleszenz (zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr) und möglichst vor Beginn des Sexuallebens abgeschlossen sein.
Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko
- Neugeborene von Müttern, die mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind.
- Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung.
- Personen mit einer Immunsuppression.
Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Kontakt- und/oder Übertragungsrisiko
- Medizinal- und Pflegepersonal.
- Angestellte in medizinischen Laboratorien.
- Drogenkonsumierende.
- Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern.
- enge Kontaktpersonen von Personen, die mit Hepatitis B infiziert sind.
- Sozialarbeiter, Gefängnispersonal und Polizei mit häufigem Kontakt zu Drogenkonsumierenden.
- geistig behinderte Personen in Heimen und deren BetreuerInnen.
Für Reisende ist eine Hepatitis-A/B-Kombinationsimpfung möglich. Achtung: Wie bei allen anderen Reiseimpfungen werden auch die Kosten für diese Kombinationsimpfung nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen.
Es ist nie zu spät eine oder mehrere Impfungen nachzuholen: Zögern Sie nicht Ihren Impfausweis überprüfen zu lassen. Sie können mit dieser Überprüfung sofort beginnen, wenn Sie einen elektronischen Impfausweis erstellen auf www.meineimpfungen.ch. Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein und registrieren Sie die Impfstoffe, die Sie bisher erhalten haben. (Das kann auch DATAVAC für Sie erledigen.) Eine Experten-Software zeigt Ihnen mit roten Punkten automatisch die Krankheiten an, gegen die Sie noch nicht – oder nicht mehr – geschützt sind.
Nach einem kompletten Impfzyklus sind 95% der Jugendlichen für viele Jahre geschützt, wahrscheinlich lebenslang. Wird die Impfung erst nach dem Alter von 20 bis 25 Jahren durchgeführt, so ist sie etwas weniger effizient. Seitdem im Jahre 1998 mit der generellen Impfung von Jugendlichen begonnen wurde, haben sich die akuten Neuansteckungen bei den 15 bis 19-Jährigen um 84% reduziert. Zwischen 1999 und 2003 wurde bei geimpften Jugendlichen kein einziger Fall registriert.
Die Impfung wird im Allgemeinen gut vertragen. An der Einstichstelle gibt es bei einer von 10 Personen eine lokale Reaktion (Rötung, Schmerz, Schwellung). Seltener sind Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Fieber infolge der Impfung. Nach 1 bis 3 Tagen verschwinden diese Reaktionen wieder. Eine schwere allergische Reaktion auf einen Inhaltsstoff der Impfung ist extrem selten (1 bis 2 Fälle pro Million Impfdosen).
Manchmal werden innert Tagen oder Wochen nach einer Impfung gesundheitliche Probleme gemeldet. In Frankreich wurde befürchtet, dass die Impfung für diese Probleme verantwortlich sei. Doch zahlreiche Studien (1-4) haben keine Zunahme des Risikos von Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel Multiple Sklerose) bei Personen gezeigt, die gegen Hepatitis B geimpft sind. Daher wird die Impfung gegen Hepatitis B weltweit empfohlen. Mehr als 550 Millionen Menschen wurden weltweit ohne Komplikationen geimpft.
Literaturhinweise
- Belloni C, Avanzini MA, De Silvestri A, Martinetti M, Pasi A, Coslovich E, et al. No evidence of autoimmunity in 6-year-old children immunized at birth with recombinant hepatitis B vaccine. Pediatrics 2002; 110(1 Pt 1):e4.
- Duclos P. Safety of immunisation and adverse events following vaccination against hepatitis B. Expert Opin Drug Saf 2003; 2(3):225-31.
- Demicheli V, Rivetti A, Di Pietrantonj C, Clements CJ Jefferson T. Hepatitis B vaccination and multiple sclerosis: evidence from a systematic review. J Viral Hepat 2003; 10(5):343-4.
- Merelli E, Casoni F. Prognostic factors in multiple sclerosis: role of intercurrent infections and vaccinations against influenza and hepatitis B. Neurol Sci 2000; 21(4 Suppl 2):S853-6.
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