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Erinnern Sie sich an Domeniques Geschichte zu Beginn des Moduls? Bei ihr war die Blutbildung massiv gestört. Was dies konkret bedeutet und welche Folgen eine Blutbildungsstörung hat, erfahren Sie in diesem Kapitel.
Sie können die Ursachen und Krankheitssymptome von Blutbildungsstörungen beschreiben.
Aus den blutbildenden Stammzellen, den Blutstammzellen, entwickeln sich die Erythrozyten, die den Sauerstofftransport im Körper regeln, die Leukozyten, die für die Immunabwehr zuständig sind und die Thrombozyten, die für die Blutgerinnung sorgen. Alle drei Zellarten des Blutes können von Blutbildungsstörungen betroffen sein.
Zur Erinnerung:
Erythrozyten (rote Blutkörperchen): Transport von Sauerstoff
Leukozyten (weisse Blutkörperchen): Immunabwehr
Thrombozyten (Blutplättchen): Blutgerinnung
Zu einer Blutbildungsstörung kann es aus folgenden Gründen kommen:
Häufige Blutbildungsstörungen sind Anämie und Leukämie.
Die typischen Krankheitssymptome einer Anämie sind Erschöpfung, Schwäche und Blässe. Bei einer Leukämie können die Symptome unterschiedlicher und teils auch unspezifisch sein. Dazu gehören Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Infektionsanfälligkeit und Störungen der Blutgerinnung.
Bei einer Anämie, auch Blutarmut genannt, ist die Zahl der roten Blutkörperchen zu niedrig. Die Ursachen für eine Anämie sind vielfältig. Sie können grob in drei Gruppen zusammengefasst werden:
1.
Blutverlust
Eine Anämie kann durch starke Blutungen, z.B. bei Verletzungen oder Operationen, verursacht werden.
2. Unzureichende Bildung von roten Blutkörperchen
Wenn der Körper nicht genügend rote Blutkörperchen produziert, kann auch eine Anämie entstehen. Dies passiert zum Beispiel bei einem Mangel an Vitamin B12, Folsäure (= Vitamin B9) oder dem Spurenelement Eisen. Diese Elemente werden benötigt, um das Hämoglobin in den roten Blutzellen aufzubauen.
Bei einer chronischen eingeschränkten Nierenfunktion fehlt ein zur Bildung der roten Blutzellen wichtiges Hormon, das Erythropoetin (kurz EPO). Das EPO regt bei Menschen mit gesunden Nieren das Knochenmark zur Bildung von roten Blutzellen an. Bei schweren Nierenerkrankungen ist der EPO-Wert erniedrigt. Die Folge ist auch hier eine Anämie.
3.
Übermässige Zerstörung von roten Blutkörperchen
Wenn viele rote Blutkörperchen zum Beispiel durch eine Autoimmunerkrankung zerstört werden (Hämolyse), kann es ebenfalls zu einer Anämie kommen.
Leukämie, umgangssprachlich Blutkrebs genannt, ist ein
Sammelbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen des Knochenmarks.
Bei Leukämien entstehen im Knochenmark entartete, nicht funktionstüchtige weisse Blutzellen, die sich unkontrolliert teilen. Diese können den Körper nicht mehr gegen Infektionen verteidigen und verdrängen zudem die gesunde Blutbildung im Knochenmark.
Generell unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Leukämien. Akute Leukämien beginnen schlagartig und schreiten ohne Behandlung schnell voran. Die chronischen Formen beginnen eher schleichend und entwickeln sich auch langsamer weiter. Die Krankheit Leukämie wird im Modul 2 genauer vorgestellt, im Kapitel Leukämie – was jetzt?.
Wie erkennt man Leukämie?
Diagnostiziert
wird eine Leukämie durch eine Laboruntersuchung des Blutes; ein Blutbild wird gemacht. Neben dem
Bluttest braucht es in den meisten Fällen auch eine Untersuchung des
Knochenmarks.
Im Blutbild werden die Konzentration der Blutzellen und des
Hämoglobins bestimmt sowie die Qualität und Form der Blutzellen untersucht. Bei einer
Leukämie kann die Zahl der weissen Blutkörperchen
(Leukozyten) stark erhöht sein. Daher kommt auch der Name «Leukämie», der auf Altgriechisch «weisses
Blut» bedeutet.
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Machen Sie sich Ihren Lernerfolg bewusst. Gehen Sie im Lernjournal zur Aufgabe 2 zurück, in der Sie eine Mindmap erstellt haben. Ergänzen Sie die Mindmap mit den Begriffen, die Sie neu dazugelernt haben, in einer anderen Schriftfarbe. Dadurch erkennen Sie Ihren Lernfortschritt.