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Bei der Projektierung der Linienführung für die Umfahrung Wattwil, 2. Etappe wurde darauf geachtet, dass sich die neue Strasse möglichst gut in die Landschaft integriert. Das Hauptaugenmerk richtete sich dabei auf die Talquerung im südlichsten Teil von Scheftenau nach Stegrüti. Hier sollte keine «Talsperre» entstehen. Aus diesem Grund hat sich die Bauherrschaft entschieden, einen öffentlichen Projektwettbewerb für Ingenieurleistungen im einstufigen Verfahren auszuschreiben. Von den 15 eingereichten Beiträgen wurde das Projekt «Crescendi» (Gerber + Partner Bauingenieure und Planer AG, Windisch / SYNAXIS AG, Zürich) vom Preisgericht einstimmig als Siegerprojekt auserkoren.
Der Talboden zwischen Scheftenau und Stegrüti wird mit einer 365 Meter langen Brücke überspannt. Die Brücke wird mit zunehmenden Spannweiten bis zur Hauptspannweite von 62.50 Meter über der Thur in zehn Felder aufgeteilt. Neben einer Kantonsstrasse überquert die Brücke auch das einspurige Trassee der Südostbahn (SOB). Den Querschnitt des Überbaus bildet ein Plattenbalken mit zwei Stegen und Leitmauern. Die Steghöhen variieren entsprechend der Spannweiten und zeigen einen parabolischen Verlauf zu den Pfeilern neben der Thur. Bei diesen Pfeilern erhöht sich die Stärke der Fahrbahnplatte zwischen den Stegen, so dass ein Vollquerschnitt entsteht. Der Unterbau besteht aus zwei Widerlagern mit Fahrbahnübergängen und neun V-förmigen Pfeilern. Die beiden Pfeiler neben der Thur sind monolithisch mit dem Überbau verbunden, während die restlichen Pfeiler mit Lagern ausgestattet sind. Die Fundation der Pfeiler erfolgt mit Grossbohrpfählen (schwimmende Lagerung).
Um den Dorfkern von Wattwil vom Verkehr zu entlasten, wurde eine 3.4 km lange Umfahrungsstrasse geplant und realisiert, die im September 2022 eröffnet werden konnte.
Die bisherigen Verkehrsanbindungen der beiden Dörfer Pfäfers und Valens, die durch die bis zu 200 Meter tiefe Taminaschlucht getrennt waren, führten über den Dorfkern von Bad Ragaz. Durch den Bau der Verbindungsstrasse wurde die Strecke um knapp 10 km verringert.
Das denkmalgeschützte Brückentragwerk wurde in den Jahren 1932/1933 vom Schweizer Stahlbetonpionier – dem Ingenieur Robert Maillard – erbaut. Das Bauwerk ist eine dreigelenkige Bogenbrücke mit einer Bogenstützweite von 72 Metern.