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Es war dies der Auftakt zu einer beispielhaften Entwicklung, auf die anlässlich der 10-Jahres-Feier in Wort und Bild sowie vor allem live auf einem Erlebnisparcours aufmerksam gemacht wurde.
Die 2005 von der RhônEole SA gebaute Windanlage «Cime de l’Est» in Collonges-Dorénaz im «Parc des Dents du Midi» – sie war die allererste im Kanton – hat eine installierte Leistung von 2 MW. Die 2008 errichtete Anlage «Mont d’Ottan» im benachbarten Martigny im «Parc des Courtis Neufs» hat eine installierte Leistung von 2,3 MW. Die Energieproduktion liegt in Collonges-Dorénaz bei 4,8 GWh und in Martigny bei 5,6 GWh, was laut der RhônEole SA gut und gern dem Energiebedarf von 2‘500 Wohnungen entspricht. Beeindruckend sind die Daten der 2012 errichteten Anlage im «Parc de Charrat», die der ValEole SA gehört: «Adonis» verfügt über eine installierte Leistung von 3 MW und bietet eine Energieproduktion von 6,5 GWh/Jahr. Investitionsvolumen: 7,3 Millionen CHF, Preis pro kWh: 18 bis 20 Rappen, Lebensdauer der Anlage: 20 Jahre mindestens. Die RhônEole SA und die ValEole SA gehören übrigens je zur Hälfte der jeweiligen Gemeinden und zur Hälfte den dortigen Energieversorgungsunternehmen.
«Adonis» ersetzt 25 mittelgrosse Windkraftanlagen
Schon aus der Weite unübersehbar: Mit 149,5 m ist «Adonis» zwar etwas höher als der Jet d’Eau von Genf, aber nicht einmal halb so hoch wie der 324 m hohe Eiffelturm von Paris. Um eine ebenbürtige Energieleistung und Produktion wie «Adonis» zu erzielen, müssten 25 mittelgrosse Windkraftanlagen Anlagen gebaut oder aber 40‘000 m2 an Photovoltaik-Panels auf die Dächer montiert werden – ein Fläche von 6 Fussballfeldern. Aufgrund der idealen Windverhältnisse ist geplant, an den drei Standorten Collonges-Dorénaz, Martigny und Charrat je zwei weitere Anlagen zu errichten. Walliser Ausbaupläne sehen Windkraftanlagen im Obergoms sowie namentlich in den Gemeinden Visperterminen, Bourg-Saint-Pierre, Charrat-Saxon, Martigny, Collonges-Dorénaz und Troistorrents vor, dies als Ergänzung zur Energie, die im Wallis aus Wasserkraft und Solarkraft gewonnen werden kann.
Erkundungstour mit fast flachem Streckenverlauf
Am 29. August bestimmte das gemächlich-stetig Rotieren von Windkraftanlagen die Geschehnisse der Unterwalliser Region Dorénaz und Martigny. In den Bann dieses durchaus beruhigenden Rhythmus‘ liessen sich einen Samstag lang Freizeitler ziehen, die speziell auch an Energiefragen interessiert sind, vor allem Familien mit Kindern. Unter den Teilnehmenden: Reto Rigassi, Geschäftsführer der Branchenorganisation Suisse Eole, begleitet von seiner Frau Katherina Rigassi. Zu Fuss oder per Rad, vielfach mit Anhänger für die Jüngsten, durfte man eine körperlich nicht sonderlich anspruchsvolle Tour absolvieren und sich dabei auch Gedanken über Energiefragen und erneuerbare Energie machen. Der Willkommensgruss der Veranstalter: «Pflücken wir den Wind wenn er bläst!» Die grössere Tour über 13 Kilometer führte vorbei an den beiden Windkraftanlagen «Cime de l’Est» und «Mont d’Ottan», bei der kleineren 5-km-Runde bekam man nur die Anlage im «Parc des Dents du Midi» vor die Linse von Tablet, iPhone oder einer «richtiger» Kamera: Die Teilnehmenden versuchten, eine Szene mit Windkraftanlage und Menschen auf möglichst verblüffend-originelle Art ins Bild zu rücken. Thema des Fotowettbewerbs des Windkraft-Rally-Veranstalters: «Laissons-nous porter par l’énergie du vent» (Einsendeschluss ist der 1. November, gestartet wurde der Wettbewerb bereits zu Beginn des Jubiläumjahrs 2015, siehe ÉOLIEN EN VALAIS).
«Die grösste kWh-Menge pro investiertem Franken»
Start und Ziel der Rally war bei der Talstation der Gondelbahn von Dorénaz in der «Salle de la Rosière», wo man nebst Verpflegung auch alle denkbaren Informationen über Windkraftanlagen und die Windenergie bekam. Reihenweise Gegenargumente bekam man an den Stellwänden geboten, um gewappnet zu sein, wenn mal wieder weit verbreitete falsche Vorurteile über die Windenergie das Biertischthema sein sollten. Zum Beispiel die angeblich zu hohen Lärmemissionen oder die angebliche Beeinträchtigung der Fauna. Oder die Behauptung, die Präsenz von Windkraftanlagen gefährde die Immobilienpreise. Und dann natürlich die nicht enden wollenden Äusserungen über die landschaftsästhetischen Aspekte der Anlagen. Ein schlagkräftiges Argument, um falschen Behauptungen den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist laut Jean-Maire Rouiller von der RhônEole SA folgende Tatsache: «Eine Windkraftanlage gehört zu den effizientesten Technologien und liefert die grösste kWh-Menge pro investiertem Franken».
Fachsimpeln am 10-Jahres-Jubiläum
Wahr ist leider auch, dass gegen eine der eingangs genannten Windkraftanlagen eine Beschwerde hängig ist – in Lausanne vor dem Bundesgericht. Gestützt auf die bisher erstellten Expertengutachten, die allesamt Lärmemissionen unter den Grenzwerten attestieren, ist das laufende Verfahren für Jean-Maire Rouiller kein Grund für schlaflose Nächte. Der Jubiläumsanlass «10 Jahre Windkraft im Wallis» bot ihm reichlich die Gelegenheit, mit Interessierten oder Betroffenen aus allen Schichten ins Gespräch zu kommen und zu fachsimpeln. Der RhônEole-Administrateur äusserte sich dabei unter anderem wie folgt: «Windkraft, Sonnenenergie und Wasserkraft ergänzen sich in geradezu idealer Weise: Mal ist es windstill aber vielleicht sonnig, so dass Photovoltaikanlagen den Hauptanteil der erneuerbaren Energie liefern. Mal ist es verhangen oder dunkel, aber immer noch windig genug, und schon springt Strom von der Windkraftanlage in die Energieversorgunslücke. Wir sollten uns allmählich entscheiden, was uns lieber ist: Importiere Energie aus Kohlekraftwerken beziehungsweise Strom aus dem AKW oder aber erneuerbare Energie aus dem Wasserkraftwerk, vom Solardach oder eben von der Windkraftanlage?»
©Text: Toni Rütti, Redaktor ee-news.ch