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Die Schweiz und Simbabwe haben ihre Beziehungen in den letzten Jahren ausgebaut. Die Schweiz eröffnete kurz nach der Unabhängigkeit Simbabwes im Jahr 1980 eine diplomatische Vertretung, und ist seit 2008 auch mit humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit im Land aktiv. Die Einleitung von Wirtschaftsreformen und die Anwendung von demokratischen Grundsätzen könnten den Weg für einen weiteren Ausbau der Beziehungen ebnen, die sozioökonomische Entwicklung fördern sowie Handel und Investitionen ankurbeln.
Bilaterale Beziehungen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz und Simbabwe unterzeichneten 2017 ein Abkommen über internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und technische und finanzielle Zusammenarbeit. Das Abkommen stärkt die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Simbabwe bei der Durchführung von Projekten der humanitären, technischen und finanziellen Hilfe. Diese tragen dazu bei, die Armut nachhaltig zu lindern und die demokratische Entwicklung, den Frieden, die Einhaltung der Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit zu fördern.
Seit 2015 unterstützt die Schweiz die Pläne Simbabwes im Hinblick auf die Begleichung der Zahlungsrückstände und die Normalisierung der Beziehungen zu den internationalen Finanzinstitutionen, um die Wirtschaft anzukurbeln und Investitionen im sozialen Bereich zu fördern.
Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen Anfang der 2000er-Jahre, welche schlimme Menschenrechtsverletzungen und Missachtungen der Rechtsstaatlichkeit verursachten, beschloss der Bundesrat 2002 gezielte Sanktionen gegen die simbabwische Regierung. Nach der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit und der Verabschiedung der neuen demokratischen Verfassung sind seit 2013 nur noch der ehemalige Präsident Robert Mugabe, seine Frau und das staatliche Rüstungsunternehmen mit Wirtschafts- und Reisesanktionen belegt.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Simbabwe verzeichnete in den letzten Jahren nur ein geringes Wachstum. Aufgrund seiner natürlichen Ressourcen (Landwirtschaft, Bergbau, Tourismus), seiner starken Institutionen und seiner gebildeten Bevölkerung weist das Land jedoch ein beträchtliches Wirtschaftspotenzial auf.
Verschiedene Schweizer Unternehmen sind seit vielen Jahren im Simbabwe tätig, produzieren Güter und schaffen Arbeitsplätze. Seit 2001 besteht ein bilaterales Investitionsschutzabkommen zwischen der Schweiz und Simbabwe. Trotzdem warten die Schweizer Landwirte, die während der beschleunigten Landreform (Fast-track Land Reform) nach der Jahrtausendwende enteignet wurden und damit ihre Investitionen verloren, noch immer auf eine Entschädigung.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Die Schweiz arbeitet seit 2015 mit der Regierung, dem Parlament, der Zivilgesellschaft, den Kirchen und der Privatwirtschaft zusammen, um Frieden und Demokratie zu fördern. Sie unterstützt die Anstrengungen Simbabwes, die Gesetzgebung der Verfassung anzupassen, die Vergangenheit zu bearbeiten, die Kapazitäten im Verhandlungs- und Mediationsbereich auszubauen und integrative Dialoge mit verschiedenen Akteuren zu führen. Im Hinblick auf die Wahlen 2018 unterstützt die Schweiz Initiativen der simbabwischen Wahlkommission und der politischen Parteien zur Stärkung der Mechanismen zur friedlichen Beilegung von Wahlstreitigkeiten und zur Prävention von Gewalt im Zusammenhang mit den Wahlen.
Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe
Die Humanitäre Hilfe der Schweiz begann ihre Tätigkeit in Simbabwe 2008, als eine grosse Choleraepidemie ausbrach. Sie leistete Nothilfe und logistische Unterstützung für die simbabwische Regierung.
Heute ist Simbabwe Teil des Regionalprogramms Südliches Afrika der DEZA. Im Rahmen der Strategie 2018–2022 konzentriert sich das Regionalprogramm auf die Prävention von HIV/AIDS bei jungen Menschen und auf die Förderung der Ernährungssicherheit.
Im Bereich HIV/AIDS setzt sich die Schweiz dafür ein, dass junge Simbabwerinnen und Simbabwer mehr über sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte wissen und von Schutzmassnahmen profitieren. Zudem unterstützt die Schweiz Anstrengungen, die sicherstellen sollen, dass junge HIV-Träger Medikamente zur Virensuppression nehmen. Die wichtigsten Partner hierbei sind die Newlands Clinic der Schweizer Ruedi Lüthy Foundation sowie UNO-Organisationen und regionale Nichtregierungsorganisationen.
Im Bereich der Ernährungssicherheit fördert die Schweiz die Resilienz von Kleinbauern. Ihr Ansatz umfasst die Verbesserung der Saatgutsicherheit, der Produktivität und des Marktzugangs von Kleinbauern, die Förderung von Instrumenten zur Katastrophenvorsorge und die Erhöhung der Jugendbeschäftigung im Landwirtschaftssektor.
Schweizerinnen und Schweizer in Simbabwe
Ende 2016 lebten 240 Schweizerinnen und Schweizer in Simbabwe.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Nach der Anerkennung der Unabhängigkeit Simbabwes am 17. April 1980 eröffnete die Schweiz in Harare ein Konsulat, das 1981 zur Botschaft aufgewertet wurde. 2008 nahm die Schweizer Zusammenarbeit ihre Tätigkeit in Simbabwe auf, zuerst in der humanitären Hilfe und später in der Entwicklungszusammenarbeit. Das regionale Kooperationsbüro der Schweiz wurde 2016 von Pretoria nach Harare verlegt.
Ein wichtiger Aspekt der Beziehungen zwischen der Schweiz und Simbabwe ist die Rolle der Schweizer Missionare, die seit den frühen 1990er-Jahren im Land präsent sind. Sie sind vor allem in der Provinz Masvingo tätig. Die grösste Schweizer Mission ist die 1906 gegründete Missionsstation Driefontein. Sie ist vor allem bekannt für die 1934 errichtete Primarschule, die viele prominente Simbabwer besucht haben. Die Mission setzt auf den schweizerischen Berufsbildungsansatz und hat eine Fachschule gegründet.