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1986-1988
Hauptthema Aids
Subventionen, Fonds
1986
Die Aids-Hilfe Schweiz (AHS, ASS) verlieh Dialogai die erste Epingle d'Or (Goldene Sicherheitsnadel) "Als Auszeichnung und Dank für die Solidarität und grossartige Unterstützung der Aids-Präventions-Massnahmen in Zusammenarbeit mit der AHS". Die Urkunde "Zürich, im Dezember 1986" war unterzeichnet von Herbert Riedener und Beat Meyenberg.
Zuvor war es im Genfer Grand Conseil (Grossrat) über eine Motion Bertinat & Prévention zur heftigen Subventionsdebatte gekommen. Es ging ursprünglich um die Finanzierung eines Lokals im Rahmen der Aids-Prävention.1
"Mit seiner Motion schoss der damalige Generalsekretär der Genfer SVP (UDC) und Ex-Präsident der Vigilants, Eric Bertinat, weit übers Ziel hinaus, denn er verlangte den Nachweis eines Aids-Tests für sämtliche Flüchtlinge, die sich in der Schweiz um Asyl bewerben wollen. Darauf entgegnete ein liberaler Abgeordneter der LPS: 'Le sida est un virus dangereux; la xénophobie est un virus plus dangereux encore!'2 "
Die Debatte endete mit einem Beschluss für die Subvention.
1987
Das Angebot der Telefon-Beratung musste auf zwei Wochentage verdoppelt werden, was die Anstellung eines zu 50% tätigen Beraters erforderte. In Philippe Esnault fand Dialogai den geeigneten Mann für diesen Posten.
Der eben geschaffenen und von Michael Häusermann mitbegründeten Groupe Sida Genève (GSG) trat Dialogai sofort als Mitglied bei. Ende Jahr richtete sich diese Gruppe neu aus und nannte sich nun groupe Solidarité sida (GSS).
Als per 1. Dezember alle von Aids Betroffenen, alle HIV-Positiven und die neu Erkrankten obligatorisch dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) hätten gemeldet werden sollen, setzte sich Dialogai zusammen mit allen anderen Schwulenorganisationen des Landes und mit der Aids-Hilfe Schweiz erfolgreich für die absolute Anonymität der betreffenden Personen ein.
Endlich gelang es, ein zwar enges, aber völlig eigenes Lokal im Genfer Vergnügungsviertel Les Pâquis, im ersten Stock der rue Rossi 5 zu finden. Dank einem namhaften Beitrag der Loterie Romande konnte das Lokal bestens eingerichtet werden, was mit einem fulminanten Fest gebührend gefeiert wurde.
Dialogai Info erschien jetzt in Farbe.3
1988
Am 14. Mai organisierten Mitglieder von Dialogai eine Genfer Nuit de solidarité gaie, "La nuit boom-boom", deren Erlös dem Solidaritätsfonds zukommen sollte. Mit 1300 Teilnehmern ergaben sich 10'000 Franken für diesen Fonds.
Das Pensum des Telefon-Beraters Philippe Esnault musste der gestiegenen Nachfrage wegen auf 75% erhöht werden.
Am 18. Mai fand unter der Regie von Dialogai die erste Genfer Gaie Pride statt. Es war noch ein lokaler Anlass und nicht vergleichbar mit der ersten Lesbian & Gay Pride der Romandie von 1997, ebenfalls in Genf.
Die Untergruppen GayMotards (Motorradfahrer) und C+H, Chrétiens et Homosexuels entstanden ebenfalls 1988.
Auch die Genfer Sektion der VHELS/OSEEH/OSIEO erhielt Gastrecht im Lokal an der 5, rue Rossi, sodass sich die homosexuellen Erzieher/innen und Lehrer/innen ab nun zweimal monatlich bei Dialogai trafen.
Ernst Ostertag und Jean-Pierre Sigrist Mai 2008
Weiterführende Links extern
Quellenverweise
- 1
Jean-Pierre Sigrist, Februar 2008
Anmerkungen
- 2
Übersetzung: 'Aids entsteht durch ein gefährliches Virus; Fremdenfeindlichkeit ist aber ein noch gefährlicheres Virus!'
- 3
bis 2006; heute in Kurzform im Magazin 360° und auf der Website