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Europameisterschaft
Resultate Mühle EM 2009
- Details
- Erstellt: Donnerstag, 19. März 2009 01:00
- Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 15. April 2009 08:53
- Veröffentlicht: Donnerstag, 19. März 2009 01:00
- Geschrieben von AdministratorStV
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Komplette Rangliste und Ergebnisse von der Mühle-EM in Seeon 2009:
Die Fotos der EM sind unter "Fotos" auf dieser Seite publiziert.
Bericht von Daniel Lehner: 80% der Mühlespiele enden Remis wie ein Blick auf die Resultate der besten fünf Spieler an der EM 2008 zeigt. Es war also von allem Anfang an klar, dass die Entscheidung um den Europameistertitel 2009 knapp ausfallen würde. Mit Alain Flury und Fritz Haussener konnten sich zwei Berner Mühlespieler gute Chancen auf den Titel ausrechnen, bedrängt vom zweimaligen Dritten Rainer Rosenberger, dem aus dem Internet bekannten Neuling Karl-Heinz Andraschko oder der Vorjahresvierten Ernestine Klugsberger. Nur Aussenseiterchancen durften sich Franz Schmid, Werner Obrist, Daniel Lehner, Richard Fischer und Denise Scheidegger ausrechnen.
Tag 1 verlief lange Zeit ereignislos, kein Spieler konnte sich entscheidend absetzen. In den Runden 5-8 erspielte sich dann Fritz 13 von 16 möglichen Punkten und lag vor der letzten Runde mit drei Punkten vor Alain in Führung. Alain zeigte dann in der letzten Runde einmal mehr seine Kämpferqualitäten und reduzierte den Rückstand dank eines Sieges über Franz Schmid auf zwei Punkte.
Einen Supertag erwischte Denise. In der vierten Runde schlug sie überraschend den nach drei Runden führenden Karl-Heinz Andraschko gleich zweimal und setzte sich an der Spitze fest, noch zementiert mit einem Sieg gegen Richard in Runde 6. Auch ein kleiner Rückschlag in Runde 7 mit einer Niederlage gegen Fritz konnte letztlich nicht mehr verhindern, dass Denise ihren allerersten Podestplatz ausgerechnet an einer Europameisterschaft holte.
Ranggleich mit Denise auf Platz drei konnte sich Rainer Rosenberger platzieren. Viel Schützenhilfe bekam er dabei von Richard, welcher in der letzten Runde gleich beide Partien verlor. Beide Male riskierte Rainer viel und nahm Richard auf drei Steine runter und brachte seine vier verbliebenen Steine derart geschickt in Stellung, dass Richard den Sieg vor Augen zu sehen glaubte und Rainer einen Stein schlug. Dieser konnte seine drei Steine dann allerdings in eine bekannte Ausnahmesituation so platzieren, dass Richard keinen Gegendruck mehr aufbauen konnte und verlor. Ein Faux-Pas, der einem so erfahrenen Spieler wie Richard eigentlich nicht passieren dürfte und was auch mit Rang 18 am ersten Tag bestraft wurde.
Einen starken ersten Tag erwischte auch Peter Emmenegger, welcher sich auf Rang 14 einordnen konnte, direkt gefolgt von seinem Entlebucher Kollegen Franz Riedweg. Damit konnten sich die beiden vor renommierten Internetspielern wie Jörg Bögel oder Olaf Behm klassieren.
Am 2. Tag verabschiedete sich dann Denise als erste aus dem Titelrennen. Mit je einer verlorenen Partie in den Runden zwei und drei fiel sie weit hinter die Besten zurück, konnte den Rückstand nicht mehr wettmachen und beendete den Tag auf Platz 21. Als nächsten erwischte es in Runde drei Rainer Rosenberger mit einer Niederlage gegen Ernestine Klugsberger, welche sich ihrerseits immer näher an die Spitze herantastete.
Nach 6 Runden lag Fritz insgesamt mindestens drei Punkte vor seinen Konkurrenten und der erstmalige Titelgewinn schien für Fritz Gewissheit zu werden. Doch in Runde 7 verlor Fritz gegen Ernestine eine Partie, während Alain gegen Richard gleich einen doppelten Sieg feiern durfte. Damit lagen Fritz und Alain in der Gesamtwertung nun punktgleich an der Spitze einen Punkt vor Ernestine – für die Drei lag noch alles drin. In der vorletzten Runde mussten dann Ernestine und Alain gegeneinander antreten und spielten zwei Mal Remis. Dabei übersah Alain eine offensichtliche Gewinnstellung und ärgerte sich anschliessend entsprechend über sein Missgeschick. Fritz konnte davon allerdings nicht profitieren, weil er gegen den Remis-Spezialisten Patrick Grahammer – welcher übrigens an beiden Tagen keine einzige Partie verlor – nicht über zwei Remis hinauskam.
Damit musste die letzte Runde über den EM Titel entscheiden. Ernestine musste ihre Titelchancen mit einer Niederlage gegen Pia Kieneke begraben. Alain kam gegen Patrick Grahammer nur zu zwei Remis. Fritz musste gegen Werner Obrist antreten und kam auch in eine aussichtsreiche 6-4 Stellung. Werner gelang es aber stets, den richtigen Zug zu finden, so dass auch für Fritz nur zwei Remis resultierten. Somit war klar, dass die Feinwertung über den Titelgewinn entscheiden musste. Und auch die beiden Feinwertungen waren so nahe beieinander, dass es von blossem Auge nicht möglich war, über den Sieger zu entscheiden.
Als erstes konnte der Turnierleiter Alain Flury zum Turniersieg am 2. Tag gratulieren. Er gewann mit zwei Punkten Vorsprung auf 7 punktgleiche Mühlespieler. Auf Rang zwei mit identischer Feinwertung klassierten sich Ernestine und Fritz und auf Rang vier Karl-Heinz Andraschko. Auf Platz 5 gleich drei mit identischer Feinwertung: Werner Obrist, Pia Kieneke und Franz Schmid. Und der Schreiberling dieser Zeilen – Daniel Lehner – hatte als Achtplatzierter auch noch die gleiche Punktzahl.Etwas weniger gut als am 1. Tag lief es den Entlebuchern, von welchen sich wiederum Peter als bester auf Rang 18 und Franz auf Rang 20 klassieren konnten. Ob der Schnapskonsum am Vorabend sich auf die Ergebnisse ausgewirkt hat, lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen, immerhin muss gesagt sein, dass sich die Hotelgastgeberin Dita mit einem rechtzeitigen Schliessen der Hotelbar äusserst erfolgreich – wenn auch wenig beliebt und nicht sehr geschäftstüchtig – aus dem Titelrennen rausgehalten hat.
Und dann musste der Turnierleiter die beiden Einzelergebnisse zusammenzählen, um den Europameister ausrufen zu können. Es stellte sich heraus, dass Alain um den Hauch von zwei Punkten die bessere Feinwertung hatte als Fritz und somit den Titel verteidigen konnte. Entscheidend war dabei die 0-4 Niederlage von Denise gegen Daniel, da dadurch Fritz zwei Punkte in der Feinwertung verlor, während Alain zwei Punkte gewann. Bei einem 1-3 hätten die beiden also die identische Feinwertung gehabt und bei 2-2 oder jedem anderen Ergebnis hätte sich Fritz den Titel geholt. Und somit hatte sich Fritz seinen Ruf als Poulidor des Mühlespiels weiter zementiert. Rainer Rosenberger konnte seinen dritten Rang aus dem Vorjahr verteidigen, allerdings bereits vier Punkte hinter den beiden überlegenen Bernern. Auch Ernestine konnte ihren 4. Rang aus dem Vorjahr halten und klassierte sich mit dem punktgleichen Karl-Heinz.Christian Steiner konnte sich den respektablen 14. Rang erspielen, während sich Peter Emmenegger als 18. als bester Entlebucher rangieren konnte, einen Rang vor Franz Riedweg, der nach drei Siegen aus den letzten vier Spielen gegen Daniel Lehner nun wieder einmal verlor.
Besonders erfreulich ist, dass sich gleich vier Damen auf den ersten zwölf Rängen klassieren konnten, eine Frauenquote, von der jede Sportart mit gemischten Ranglisten wohl nur zu träumen wagt. Nicht unerwähnt soll auch die 79-jährige Anna Schuster bleiben, welche erstmals an einem Mühleturnier teilnahm und sich dabei tags zuvor genau deswegen aus dem Krankenhaus entlassen liess, mit 5 Siegen und 7 Remis ihre geistige Fitness bewies und damit nicht Letzte wurde.