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Die Mehrheit der Bevölkerung von Burkina Faso ist jünger als 20 Jahre. Das Land leidet unter chronischer Armut, bewaffneten Konflikten mit Hunderttausenden von Vertriebenen und unter den Auswirkungen des Klimawandels. Solidar Suisse engagiert sich in Burkina Faso seit vielen Jahren für einen verbesserten Zugang zu Bildung und für die Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung.
Armut und Analphabetismus
Mehr als zwei Drittel der 20 Millionen Burkinabé arbeiten in der Landwirtschaft. Die Anbaumethoden der Kleinbäuer*innen sind jedoch häufig ineffizient und der Klimawandel führt zu Wasserknappheit und zur Verschlechterung der Bodenqualität. Die Armut ist gross und Hunger prägt den Alltag vieler Bäuer*innen.
Im Bildungsbereich wurden in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte gemacht, doch noch immer schliesst nur etwa die Hälfte aller Kinder die Primarschule ab. Die Mehrheit der Bevölkerung kann weder lesen noch schreiben.
Viele Kinder müssen in der Landwirtschaft arbeiten oder brechen die Schule ab, um in den Goldminen dringend benötigtes Geld zu verdienen. Möglichkeiten einen Beruf zu erlernen und sich so aus der Armutsfalle zu befreien, fehlen vielerorts.
Lebenserwartung: 61,2 Jahre
Durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz: 83,6 Jahre
Alphabetisierung: 41 %
Alphabetisierung unter Erwachsenen in der Schweiz: 99,9 %
Gini-Index: 35,3
Der Gini-Index misst den Grad der Einkommensungleichheit in einem Land, wobei 0 für perfekte Gleichheit und 100 für völlige Ungleichheit steht. Schweiz: 32,7
Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen bietet Solidar Suisse Kleinbäuer*innen Kurse in Rechnen, Schreiben und Französisch an. Die Kursteilnehmenden lernen, wie man eine einfache Buchhaltung erstellt und ein kleines Geschäft aufbaut. Um die Mütter zu entlasten, bauen wir gemeinschaftsbasierte Kinderkrippen auf. Dank dem langjährigen Aufbau eines zweisprachigen Schulsystems und mit Berufsbildung schaffen wir Perspektiven für junge Menschen.
Mädchen ohne Schulabschluss bieten wir die Möglichkeit einer Berufslehre. Um den sozialen Zusammenhalt zu stärken, der wegen der bewaffneten Konflikte im Land leidet, legen wir bei unserer Bildungsarbeit grossen Stellenwert auf den Einbezug von Vertriebenen und eine gewaltfreie, interkulturelle Kommunikation. Mit verschiedenen Massnahmen verbessern wir die Ernährungssicherheit auf dem Land. Zudem informieren wir Eltern und Bäuer*innen über die Probleme von Kinderarbeit und machen die Baumwollhändler in der Schweiz mit Kampagnen auf die gravierenden Probleme aufmerksam.
Extreme Armut
43.7%
Fast die Hälfte der Bevölkerung leidet unter extremer Armut und muss von weniger als 1.90 US-Dollar pro Tag leben.