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(May 1340 – February 1341)
(Kopie von Erzbischof Walrams Tagebuch, erhalten im November 1989 aus einem der Kölner Archive, zum Zweck von Recherchen zu einem möglichen Film, der leider nie realisiert wurde).
30.5.1340
Erzbischof Walram bekundet: die Aebtissin Katharina von Essen (Assindensis) hat bei ihm Klage darüber geführt, dass der Ritter Heinrich von Gemen (-e) und seine Helfer die Essener Höfe Ehrenzell (Erenzele), Brockhoff (Broychof) und Beeck (Bele) wider Gott und alles Recht überfallen und zum grossen Schaden des Essener Stifts mit Raub und Brand verwüstet haben; demgegenüber hat Heinrich geltend gemacht, solches sei ihm nach gemeinem Landrecht (de consuetudine patrie Westfalie generali) durchaus erlaubt, denn er stünde mit den Herren von Limburg (Lymburg), welche die Erbvögte dieser Höfe, Leute und Güter seien, in offener Fehde.
Nachdem er die Argumente beider Parteien angehört hatte, hat Erzbischof Walram nach dem Rat seiner Räte und anderer Kenner des Landrechts entschieden, es sei dem genannten Heinrich nicht erlaubt, die erwähnten Höfe zu überfallen und zu schädigen, ungeachtet der angeführten Rechtsgewohnheiten, welche als unbillig und unvernünftig zu verwerfen seien … ‘
15.6.1340
Erzbischof Walram beauftragt seinen Amtmann zu Aspel (-e), en Propst von St. Gereon zu Köln Otto von Kleve, die durch Rheinanschwemmung oberhalb des Kröpel-Wardt beim Dorf Vahnum auf erzbischöfflichem Gebiet entstandene neues Insel einem geeigneten Mann für einige Jahre oder erblich zu verpachten
18.6.1340
Erzbischof Baldewin von Trier bekundet, dass er und Erzbischof Heinrich von Mainz (Mentze) als einmütig erwählte Schiedsleute im Streit zwischen Erzbischof Walram von Köln und Graf Gerlach von Nassau (Nassow) folgenden Spruch erlassen haben:
1. Die Kontrahenten sollen auf alle Forderungen und Gegenforderungen, die noch aus der Zeit Erzbischoffs Heinrichs II. herrühren, verzichten und gänzlich ausgesöhnt sein;
2. die Urkunden, auf denen diese Forderungen beruhen, haben sie einander zurückzugeben.
3. Alle Gefangenen, Burgen und Brandschatzungen sollen frei bzw abgegolten sein.
4. Graf Gerlach ist gehalten, dem Erzbischof auf einem Kriegszug nach Aufforderung mit 50 Mannen zu dienen, und zwar im Umkreis von 20 Meilen um Köln und auf erzbischöfliche Kosten, wobei er sich binnen 14 Tagen nach der Aufforderung einzufinden hat.
3.1.1341
Heinrich von Mainz bekundet, dass auf einer Fürstenversammlung zu Fitzlar der edle Herr Johann von Reifferscheid folgenden Fall zur Beurteilung vorgelegt hat:
Sein Ahnherr Johann von Reiffenscheid hatt die Burg Bedburg (Bedebur) erbaut, sie dem Kölner Erzbischof Sifrid aufgetragen und als ein in männlicher wie weiblicher Linie vererbbares Lehen zurückerhalten. Dieser Johann hatte zwei Söhne: Heinrich und Johann, von welchen der letztere das Lehen Bedburg bis zu seinem Tode besass und es seinem damals noch minderjährigen Sohn Johann – dem Kläger – hinterliess. Als dessen Vormund verwaltete zunächst Heinrich die Bedburg, und als später Johann, volljährig geworden, das Lehen für sich forderte, verweigerte es ihm sein Onkel. Es kam 1330 durch Vermittlung der Grafen von Jülich und Virneburg zu einer Uebereinkunft, derzufolge beide gemeinsam als kölnisches Lehen besitzen sollten. Als Heinrich nun starb, hinterliess er eine vierjährige Tochter. Für diese forderte deren Mutter von dem Lehnsherrn, dem E.B.Walram, die Belehnung mit Heinrichs Anteil an der Bedburg; das gleiche tat auch Johann, der bessere Rechte darauf zu haben behauptete. Er bat daher die in Fitzlar versammelten Fürsten, sein besseres Recht auf die Belehnung festzustellen, was diese auch getan haben.
Siegelankündigung des Ausstellers, des Landgrafen Heinrich von Hessen, seiner Brüder Ludwig und Hermann, der Grafen Heinrich von Waldeck (Waldeckin), Johann von Ziegenhain (Cygenhan), Rudolf von Wertheim Sigfrid von Wittgenstein (Wietechinstein) und Johann von Solms (Solmesse).
4.1.1341
Gobel von Dorslair, Vogt von Palmersdorf (-torp), bekundet, sich anstelle des verstorbenen Cono Marschalls von Alfter (Alfthere) der Stadt Köln für den Erzbischof als Bürgen (gisel) gestellt und vom Rat der Stadt die Beachtung der einschlägigen Bestimmungen des Vertrages beschworen zu haben, dem diese Urkunde transfigiert ist.
9.1.1341
Erzbischof Heinrich (III.) von Mainz und das Mainzer Domkapitel bekunden, dass sie vom Kloster Helmarshausen (Hellewordeshusin) ein Drittel von deren Hälfte an der Burg Krukenberg und der Stadt Helmarshausen unter bestimmten Bedingungen gekauft haben, in denen u.a. folgendes vereinbart ist: Wenn das Erzstift Mainz der Kölner Kirche deren Hälfte von Burg und Stadt abkauft, dann kann das Kloster sein Sechstel am ganzen Besitz wieder einlösen. Kauft dann das Erzstift Köln seine Hälfte zurück, dann muss das Kloster sein Sechstel wiederum der Mainzer Kirche käuflich überlassen.
10.1.1341
Papst Benedikt XII aus Avignon teilt dem Erbischof von Köln mit, dass er den Probst Nikolaus von St. Omer (eccl. S. Audomari de Sancto Audo¬maro) zum Bischof von Utrecht (eccl. Traiectensis) erhoben hat. Der Papst hatte sich die Besetzung dieses Stuhles vorbehalten. Die trotzdem vom Domkapitel und anderen Stiftskapiteln in Utrecht durchgeführte Wahl, die zwiespältig ausgegangen und teils auf den Propst von St. Salvator Johannes von Bronkhorst (Bronhorst), teils auf eden Utrechter Domkanoniker Johannes von Arkel (Erkel) gefallen war, wird vom Papst kassiert.
12.1.1341
Erzbischof Walram an seinen Offizial, Magister Gottfried von St. Kunibert: Graf Dietrich von Klebe hat ihm in einem Schreiben, das ausser dem Grafen selbst auch noch sein Bruder, der Kölner Domdekan Johannes, sowie das Stift Monterberg und die Stadt Kleve besiegelt haben, seine Absicht mitgeteilt, das Kollegiatstift auf dem Monterberg (Munrenberge) in die Stadt Kleve zu verlegen; zugleich war darin der Wunsch geäussert worden, die Pfarrkirche in Kalkar (Kalkere) dem Stift zu inkorporieren und das Patronatsrecht über die Pfarrkirche in Kleve (eccl. Cleuensis), das im Besitz des Prämonstratenserinnenstifts Bedburg (Beitbure) ist, gegen, das Patronatsrecht über die Kirche in Mehr (Mere), welches dem Stift Monterberg zukommt, einzutauschen, damit nach erfolgtem Tausch und durchgeführter Verlegung die jetzige Pfarrkirche in Kleve dem Kapitel inkorporiert und als Stiftskirche dienen kann. Da der Erzbischof der Bitte des Grafen zwar wohlwollend gegenübersteht, sich wegen dringender Geschäfte der Sache aber nicht persönlich annehmen kann, beauftragt er den Offizial, an seiner Statt die Zustimmung des Domkapitels und all derer, die es angeht, einzuholen, die Sache vom Rechtsstandpunkt aus zu untersuchen und dem Erzbischof darüber ausführlich und abschliessend zu berichten.
13.1.1341
Probst, Priorin und Konvent des Prämonstratenserinnenstifts Bedburg (Beitbure) teilen dem Erzbischof Walram und dem Domkapitel mit, dass sie auf Bitten des Grafen Dieter von Kleve (Cleuensis) ihre einhellige Zustimmung dazu gegeben haben, ihr Patronatsrecht über die Pfarrkirche von Kleve dem Stift Monterberg (Munrenberge), das in die Stadt Kleve verlegt werden soll, zu übertragen und dafür das Patronatsrecht des Stiftes Monterberg über die Pfarrkirche in Mehr (Mere) zu bekommen, wobei nach vollzogenem Tausch die Kirche in Kleve dem Stift Monterberg, die von Mehr dem Stift Bedburg inkorporiert werden soll. Sie bitten deshalb den Erzbischof und das Domkapitel, den geplanten Tausch und die Inkorporationen zu billigen und gemäss dem kanonischen Recht zu vollziehen. Zu seinem bevollmächtigten Prokurator in dieser Angelegenheit bestellt das Stift Bedberg den Advokaten an der Kölner Kurie Magister Nikolaus von Bommel (Bomele).
14.1.1341
Die Erzbischöfe von Köln, Trier und Mainz treffen sich zu einer Unterredung in Wallersheim
14.1.1341
Der Kölner Offizial Gottfreid von St. Kunibert, erzbischöflicher Kommissar in der hier behandelten Sache, beauftragt unter Hinweis auf das Mandat Walrams vom 12.1.1341 den Prämonstratenser Werner, Kuraten der Kirche von Kleve, und den Altaristen Konrad des Hospitals zu Kleve, Erkundigungen über die jährlichen Einkünfte der Kirchen in Kalkar (Kalker), Kleve (Cleue) und Mehr (Meire) einzuziehen und das Ergebnis ihrer Nachforschungen und Schätzungen dem Offizial in einem besiegelten Schreiben mitzuteilen. Er gibt ihnen Vollmacht, zu diesem Zwecke Zeugen unter Androhung von Kirchenstrafen vorladen zu können.
16.1.1341
Der Knappe Richard Meynuelder erklärt, dass die zwei jährlich in Rhens (Rense) fälligen Fuder Wein, die er von der Kölner Kirche zu Lehen hält, jederzeit zusammen oder einzeln zurückgekauft werden können, und zwar das Fuder für 50 Pfund Heller. Nach erfolgtem Rückkauf haben er beziehungsweise seine Erben für je 50 Pfund Heller jährliche Einkünfte von 5 Pfund Heller aus eigenen Allodialgütern oder sonstigen freien, der Kölner Kirche günstig gelegenen Gütern der Kölner Kirche als Lehen aufzutragen.
17.1.1341
Markgraf Wilhelm von Jülich teilt seinem Bruder Erzbischof Walram mit, dass er zusammen mit seinem verstorbenen Bruder Gottfried von Bergheim den Marienaltar in der Kirche zu Münstereifel ausgestattet und seinem Kaplan Otto übertragen hat. Das Dotationsgut setzt sich zusammen: aus einer Rente von 40 Mark kölnisch von Gütern zu Kolvenbach (-bagh) und Hohn (zome Hayn), welche Gottfried gestiftet hat; aus einer Rente von 12 Mark kölnisch, welche der markgräfliche Rentmeister (reddituarius) jährlich aus seinem Hof Girsbergh bezahlen muss; und endlich aus einem Haus zu Münstereifel, das der Kaplan Otto dem Altar für den Fall seines Todes vermacht hat. Der Markgraf bittet, den Altar zu einem kirchlichen Benefizium zu er¬heben.
21.1.1341
Der Offizial der Kölner Kurie bekundet: Die Abtei Kamp (abb. et conv. mon. Campensis ord. Cyst.) hat den Wilhelm von Steynbergen, Pastor an der Pfarrkirche von Nederasselt (Nederasselde, Nedirhasselt), welche von Erzbischof Heinrich II. unter Festsetzung angemessener Einkünfte für den dort tätigen Geistlichen der Abtei Kamp inkorporiert worden war, beschuldigt, er eigne sich schon seit 4 Jahren widerrechtlich die Novalzehnten von den Aeckern des Nederasselterbruchs (Nederasselrebroke) im Dorf Dekeynt im Kapitel Nederasselt an; deren gesamter Wert belaufe sich bisher auf 40 Pfund kleiner schwarzer Turnosen. Das Verhalten des Pastors sei umso verwerflicher, weil er sich in einem Prozess, den die Abtei mit ihm und seinem Vorgänger Florencius wegen dieser Zehnten schon führen musste, eidlich verpflichtet habe, seine Hände solange von diesen Zehnten wegzulassen, bis sie ihm gerichtlich zuerkannt worden seien, was aber bislang noch nicht geschehen ist.Die Abtei ersuchte deshalb den Offizial, den genannten Pastor von Nederasselt dazu zu verurteilen, den strittigen Tottzehnten der Abtei zu überlassen, die vereinnahmten 40 Pfund Turnosen zurückzuzahlen und ausserdem die Prozesskosten zu erstatten. Auf einem am 21. Januar (sabbato post Anthonii hora iudicii) deswegen angesetzten Termin ist als Anwalt (procurator) der Abtei Kamp Tilmann von St. Pauli, als Anwalt des Pastors von Nederasselt Hermann Ratze erschienen. Der Offizial hat nach eingehender Zeugenbefragung und Beratung mit Rechtsgelehrten folgendes Urteil gefällt: Der Pfarrer von Nederasselt soll seinem Eid entsprechend die Hände von der fraglichen Zehnten lassen sowie der Abtei 20 Pfund Turnosen und die Streitkosten – deren Abschätzung sich der Offizial vorbehält – bezahlen. 20 Pfund Turnosen werden ihm erlassen.
26.1.1341
Herzog Rainald von Geldern (hertzoge zu Gelre inde greve zu Zuytphen) bekundet, dass er zusammen mit Erzbischof Walram und dessen Bruder Markgraf Wilhelm V. von Jülich (Guylghe) und im Einverständnis mit den Parteien den Streit zwischen Johann Herrn zu Reifferscheid (Ryferscheit) einerseits und Walram von Salm (Salmen), Johanna, Witwe des Heinrich von Reifferscheid, und deren Tochter Johanna andererseits in folgender Weise beigelegt hat:
1. Die Burg Bedburg (Beydebur, Beitbuir) soll binnen 14 Tagen nach dem kommenden Sonntag mit allem Geschütz (bliden, noitstellen, arenbursten, geschosse ind des gelijchs weer), was beim Tode Heinrichs von Reifferscheid dort vorhanden war, dem Kölner Erzbischof überantwortet werden, welcher sie unverzüglich dem Johann von Reifferscheid als Vormund (mumbere) der Johanna, Heinrichs Tochter, weiterzugeben hat; ist Johanna mündig geworden, soll der Erzbischof die Burg ihr und ihrer Mutter übergeben. Doch muss der Erzbischof stehts so viel Gewalt über die Burg behalten (mid in der burch meichtich bliven), dass er die Burg demjenigen zuwenden kann, der sie von ihm und seinen Lehnsleuten durch Rechtsspruch erlangt, wenn solches notwendig sein sollte (de sij vur ieme ind sinen mannen mid urdele ind mid reichte gewint, of des noit gebuirt). Johann von Reifferscheid muss dem Erzbischof dafür genügend Sicherheit bieten.
2. Wegen der Vorburg zu Bedburg wird bestimmt, dass der Erzbischof von Köln deswegen vom Markgrafen von Jülich sein Recht fordern darf, falls die ‘Freunde’ beider Seiten auf dem zu Gymnich (Gemenich) angesetzten Tag keinen gütlichen Ausgleich herbeiführen können.
3. Johann von Reifferscheid darf die Vorburg ungehindert passieren, doch soll Frau Johanna die Gewalt über deren Tore und Schlüssel haben. Johann darf in der Burg tun, was ihm als Vormund gut dünkt, und beide sollten in einem Burgfrieden sitzen bis zu der Zeit, in der zwischen Köln und Jülich wegen dieser Vorburg gütlich oder rechtlich (mid reichte of mid minnen) entschieden wird.
4. An Hackenbroich (-broiche) soll Frau Johanna auf Lebenszeit ihr Wittum (wiedem) besitzen, es handelt sich bei der Burg um Lehns- oder Eigengut (mansguyt of eygin), und zwar entsprechend den Bestimmungen des von Johann besiegelten Wittumsbriefes. Hinsichtlich der Fragen, ob Hackenbroich ein Mannlehen (manslien) ist – wie der Erzbischof behauptet – oder aber Eigengut – wie Johanna vorgibt – , soll der Erzbischof der Frau einen lehnsgerichtlichen Austrag gewähren (dag bescheydin vur sich inde vur sine man).Geht das Urteil der erzbischöflichen Lehnsleute dahin, der Erzbischof solle den Lehnscharakter der Burg beweisen, dann soll Johanna sie empfangen, wie es Recht ist; aber wird bestimmt, dass die Frau den Eigentumscharakter der Burg beweisen soll, dann soll man ihr zum strittigen Gut folgen, wo sie das Eigentum (eygendum) zu beweisen hat, wie es Recht ist. Ergibt es sich, dass es sich um ein Hochstadensches Lehen handelt, so soll der jungen Johanna (dat kint) das Hochstadensche Recht zugute kommen (des reychts van Hostaden geneissen); finmdet man dagegen, dass die Burg ein Mannlehen und kein Hochstadensches Lehen ist, dann soll Frau Johanna gleichwohl ihre Leibzucht daran behalten; nach ihrem Tode gelten dann die erbrechtlichen Bestimmungen (sal die erfschaf stain zu alme reichte).
5. Wegen der Forderung Johanns von Reifferscheid, der die junge Johanna als Vormund für sich verlangt, ist auf den 11. März ein Tag in Uerdingen (Vrdinghen) angesetzt worden, auf dem der Erzbischof, der Herzog von Geldern, der Markgraf von Jülich sowie die Grafen von Looz (Loyn), Kleve (Cleue), Berg (van dem Berge), Mark (von der Marcken) und Sayn (Zeyne) zugegen sein sollen. Wenn diese Fürsten dann einmütig oder mit Mehrheit urteilen, der Erzbischof könne das Kind seiner Mutter überlassen, ohne wider Ehre und Verantwortung (ere inde bescheydenheyt) zu handeln, dann ma die Mutter es behalten; urteilen sie aber anders, dann soll dies Urteil gelten (dat sal vortganck hain). Der Erzbischof soll in dieser Sache so gunstig inde genedich sein, wie es sein Eid erlaubt.
8. Wenn die Parteien nach dem Tag von Uerdingen noch Forderungen gegeneinander haben, so sollen sie diese bei dem zuständigen Gericht und Richter anbringen und die Sache rechtlich austragen. Fehde und Gewalttätigkeiten sind ausgeschlossen, es sei denn, jemandem würde sein Recht verweigert.
9. Die in dieser Angelegenheit bisher ausgestellten Urkunden sollen weiterhin gültig sein.
10. Die vorliegende Vereinbarung haben der Erzbischof für sich, sein Stift und seine Nachfolger, Johann von Reiffenscheid sowie die beiden Johannen für sich und ihre Erben geschlossen.
28.2.1341
Erzbischoff Walram und Herzog Rainald II. von Geldern, von beiden Parteien erkorene Schieds- und Sühnleute in der Fehde zwischen Arnold Herrn von Blankenheim sowie seinem Bruder Gerhard einerseits und Konrad Herrn von Schleiden andererseits, machen bekannt, dass die folgenden endgültigen Friedensschluss vermittelt haben:
1. Die gegenseitigen Gefangenen sollen frei und quitt sein, ebenso alle noch nicht eingetriebenen Brandschatzungen; jedermann soll wieder in seine Lehen und Güter eingesetzt werden.
2. Weil die Blankenheimer zuerst mit Brand überzogen worden sind, muss ihnen bis zum 15. August eine Entschädigung von 600 Mark kölnisch gezahlt werden, für welche Summe sich die Schiedsleute selbst verbürgen.
3. Wegen der Erbteilung, die die Ursache dieses Zwistes gewesen ist, wird bestimmt, dass je 2 Vertreter beider Parteien vom kommenden Sonntag an 8 Tagen lang Erkundigungen über die Sachlage einziehen und danach ihr Urteil abgeben sollen; können sie zu keinem Urteil kommen, dann sollen sie das Ergebnis ihrer Nachforschungen am 25. März in Uerdingen den beiden Schiedsleuten vortragen, und was diese dann entscheiden, das haben die Parteien anzunehmen und zu beachten. Wenn einer von diesen vieren nicht mitreiten will, muss er durch jemanden anderen ersetzt werden.
4. Die beiden Sühnleute erklären, dass der Herr von Scheiden in dieser Sache nichts getan hat, was seine Ehre mindern würde.
5. Damit sollen die Parteien und ihre Helfer gänzlich miteinander ausgesöhnt und die ganze Angelegenheit erledigt sein; bei Unklarheiten behalten sich die Schiedsleute die Erläuterung der Sühne vor.