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Alkaloide ArzneimittelgruppenAlkaloide sind eine heterogene Gruppe natürlicher organischer Moleküle mit basischen Eigenschaften, welche Stickstoffatome enthalten. Sie sind in der Regel von Aminosäuren abgeleitet und kommen vorwiegend in Pflanzen, aber auch in Tieren, Pilzen und Mikroorganismen vor. Alkaloide werden schon seit Jahrtausenden medizinisch genutzt und spielen für die Pharmazie eine herausragende Rolle. Bekannte Beispiele sind Morphin, Cocain, Atropin, Chinin, Nicotin und Coffein.
synonym: AlkaloidsProdukte
Alkaloide und ihre Abkömmlinge sind als Wirkstoffe in zahlreichen Arzneimitteln enthalten. Sie werden schon seit Jahrtausenden medizinisch genutzt, so zum Beispiel Opium mit Morphin oder Kokablätter mit Cocain. Im Jahr 1805 wurde vom deutschen Apotheker Friedrich Sertürner mit Morphin erstmals ein reines Alkaloid extrahiert.
Struktur und Eigenschaften
Alkaloide sind eine heterogene Gruppe natürlicher organischer Moleküle mit einer tiefen Molekülmasse (Small Molecules), die Stickstoffatome (N) enthalten und einen basischen Charakter haben. Der Stickstoff befindet sich üblicherweise in einem heterozyklischen Ringsystem, es gibt jedoch Ausnahmen, die sogenannten Protoalkaloide.
Alkaloide sind in der Regel von Aminosäuren wie beispielsweise Ornithin, Lysin, Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan abgeleitet und gehören zu den sekundären Metaboliten. Der Name stammt von „alkalisch“, was basisch bedeutet. Das Suffix -oid steht für ähnlich.
Alkaloide haben typischerweise einen bitteren Geschmack. Mit Säuren bilden sie durch eine Protonierung Salze. Bei der Zugabe einer Base entsteht die freie Alkaloidbase durch Deprotonierung des Stickstoffs.
Alkaloide kommen im Unterschied zu anderen Substanzklassen wie den Kohlenhydraten oder Proteinen in der Natur nur in ausgewählten Organismen vor. Häufig sind es Pflanzen, aber auch Tiere, Mikroorganismen (z.B. Tetrodotoxin) oder Pilze (z.B. Mutterkorn, „Zauberpilze“ wie Psilocybe semilanceata). Nicht immer werden sie von den Lebewesen selbst synthetisiert, einige werden auch aufgenommen und angereichert.
Einschränkend ist anzufügen, dass viele der allgemeinen Eigenschaften nicht für alle Vertreter gelten.Wirkungen
Alkaloide haben vielfältige pharmakologische Eigenschaften. Oft sind sie bereits in geringen Dosen stark aktiv.Anwendungsgebiete
Alkaloide und ihre Derivate werden in der Medizin sehr breit eingesetzt, beispielsweise gegen Schmerzen, bei Krebserkrankungen, Erkältungssymptomen, Grippe, Müdigkeit, Migräne, Gicht, Asthma und COPD. Sie haben in der Pharmaziegeschichte für das Drug Discovery eine zentrale Rolle gespielt.DosierungMissbrauchWirkstoffe
Es existieren zehntausende Alkaloide. Im Folgenden sind einige wichtige Vertreter aufgelistet. Ihr Name endet mit dem Suffix -in:
Catharanthus-Alkaloide:
Cinchona-Alkaloide:
Ephedra-Alkaloide:
- Emetin, Cephaelin
Purin-Alkaloide:
Nicotiana-Alkaloide:
Jaborandi-Alkaloide:
Piperidin-Alkaloide:
- Piperin, Coniin
- Tussilagin
Steroidalkaloide:
- Batrachotoxine
- Veratrum-Alkaloide
Solanum-Alkaloide:
- Solanin, Tomatin
Terpenoide Alkaloide:
- Aconitin, Ryanodin, Taxol
Als Rauschmittel missbrauchte Alkaloide führen oft zu einer Abhängigkeit und Suchterkrankung, häufig mit zerstörerischen Folgen.
Alkaloide sind auch in vielen Giftpflanzen enthalten und können Vergiftungen auslösen. Einige Vertreter sind fruchtschädigend (teratogen).siehe auchLiteratur
- Arzneimittel-Fachinformation (CH)
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Fachliteratur
- Lehrbücher der Phytotherapie
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
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