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Kurzinhalt
In einem abgesperrten Gebiet in der texanischen Wüste werden Menschen ausgesperrt, die in der Gesellschaft nicht mehr willkommen sind. Das Gelände gehört offiziell nicht mehr zu den USA, wer dorthin verbracht wird, ist kein Staatsbürger mehr. Gerade ist wieder eine Lieferung von Bösewichten, ein „bad batch“, eingetroffen. Darunter befindet sich Arlen (Suki Waterhouse), die frisch angekommen sofort in die Hände eines Kannibalenstamms fällt, der sich umgehend an ihr zu schaffen machen. Mit einem Skateboard, aber nicht mehr über alle Gliedmaßen verfügend, gelingt ihr die Flucht. Ein stummer Einsiedler (Jim Carrey) bringt sie zu einer anderen Gemeinschaft, wo sie im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine kommt… Doch ihre nächste Begegnung mit den Kannibalen steht bald an…
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Mit einer ziemlich schrägen Kannibalen- und Liebesgeschichte meldet sich die iranischstämmige Regisseurin Ana Lily Amirpour auf die Leinwände zurück, zwei Jahre nach ihrem viel gelobten Debüt, dem Vampir-Spaghetti-Western „A Girl Walks Home Alone At Night“. Auch in „The Bad Batch“ fliesst böses Blut. In den Hauptrollen zu sehen sind Keanu Reeves, Jim Carrey, Jason Momoa und Newcomerin Suki Waterhouse.
Im ersten Drittel erweckt „The Bad Batch“ den Eindruck, als hätten Sergio Leone, George Miller und Die Antwoord zusammen einen Film gedreht, was mir sehr viel Spass gemacht hat. Diesen Anfangserwartungen kann „The Bad Batch“ im weiteren Verlauf leider nicht gerecht werden. In vielen Szenen dominieren Stille und Schweigen, während Leone daraus jedoch Spannung und Nervenkitzel kreiert, herrscht bei Ana Lily Amirpour Langeweile vor. Die postapokalyptisch-verrückten Spielereien fallen im Vergleich zu „Mad Max“ ziemlich harmlos aus, da hätte man noch bedeutend mehr rausholen können. Des Weiteren frage ich mich, warum ein Film, der seinen äusserst dünnen Plot weder durch detaillierte Charakterzeichnungen noch durch ein beeindruckendes Szenenbild oder Action ausgleichen kann, über eine Laufzeit von 120 Minuten verfügen muss.
Der fulminante Auftakt von „The Bad Batch“ erinnert an den kruden Wüstenhorror von Wes Cravens „Hügel der blutigen Augen“. Nur ersetzt die auch für das Drehbuch verantwortliche Ana Lily Amirpour die atomar verstrahlten Mutanten Cravens durch nicht minder degenerierte Bodybuilder, die ihre dicken Muskelpakete gerne mit menschlichen Proteinen füttern. Besonders genial fällt dabei die Einführung Jason Mamoas aus. Eine Gruppe Männer mit gestählten Körpern pumpt halbnackt in der grellen Sonne zu „Fish Paste“ von Die Antwoord, was kann es Schöneres und Lustigeres geben? Wie bereits in „A Girl Walks Home Alone At Night“ braut Amirpour sich auch in „The Bad Batch“ aus zahlreichen Genreversatztücken einen ganz eigenen Cocktail. Und dabei weicht die anfängliche Gewalt bald schönen Bildern, berauschender Musik und – Langeweile. Ohne die hervorragende Musikuntermalung hätte ich mich durch „The Bad Batch“ wahrscheinlich durchquälen müssen, so kann man immerhin etwas mit dem Fuss mitwippen.
Amirpour schickt ihre Zuschauer auf eine zweistündige Reise der Entschleunigung, von gnadenlosem Kannibalenterror hin zu ungehemmten Liebesfilmkitsch. Dabei interessiert sich die Filmemacherin weder besonders für die sozialkritischen Untertöne ihrer Geschichte noch für wirklich greifbare Figuren. Viel mehr beschäftigen sie Dinge wie das weisse Label einer sich in Grossaufnahme drehenden Schallplatte oder ein als überdimensionaler Kassettenrekorder gestaltetes DJ-Kabuff, von wo aus die Bewohner von Comfort die passenden Beats zu ihrem LSD-Trip auf die Ohren bekommen. Die Regisseurin gleitet mühelos von Bodybuilder-Kannibalen über eine kosmische Vision hin zu einem kleinen Karnickel.
„The Bad Batch“ stellt sich für mich letztendlich als Enttäuschung heraus, von Filmen mit postapokalyptischem Setting bin ich normalerweise Besseres gewohnt. Die Eigenwilligkeit rechne ich Ana Lily Amirpour dennoch hoch an! Art Work Trash FIlm ohne viel Handlung dafür mit überzeugenden Bilder und gutem Schnitt. Anstrengend und Sinnentleert, visuell doch überzeugend. Nichts wirkt homogen. Weder die Entwicklung der Story noch die Bildsprache. Mal wird es herrlich verträumt, mal komplett albern. Die Skurrilität dieser Kontraste führt zu einer (unfreiwilligen?) Komik, die jeden Ansatz von Spannung oder Tiefe zerstört. Ich würde diesen Film wirklich gerne mögen, aber irgendwie wirkt alles auf mich halbgar. Kann man schauen. Macht irgendwie Spass, irgendwie allerdings auch nicht. Einmal schauen, danach ganz schnell weiterziehen und sich das gesehene nicht kaputt machen…