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Ich wünsche Ihnen einen wundervollen Sonntag und morgen einen friedlichen und heiteren Start in eine grossartige Woche!
Das Gute liegt oft sehr nahe! Ein magischer Ort versteckt sich nicht weit von meinem Zuhause. Eine schöne Wanderung von knapp einer Stunde führte mich von Rämismühle-Zell nach Kollbrunn. Hier im Tösstal, im Naturschutzgebiet, findet man eine beeindruckende Naturschönheit „Die Tüfels Chilen“. Über einen 60 Meter langen, treppenartigen mit Moos bewachsenen Abhang fliesst klares, kalkhaltiges Quellwasser und stürzt über einen Felsvorsprung in die Tiefe. Im Herbst leuchtet das Moos noch atemberaubender. Doch auch im Sommer ist die Energie und die Magie dieses Kraftortes sehr gut spürbar.
Nachfolgend ein paar Bild-Impressionen (zum Vergrössern einfach auf das Bild klicken):
Ein Tropfen genügt, um die vollkommene Seele des Tees zu kosten.
Das chinesische Schriftzeichen für Tee 茶 (chá) setzt sich aus den Komponenten der Zeichen Holz 木 (mù), Mensch 人 (rén) und Gras 草 (cǎo) zusammen. In der Fachsprache wird für den Teebaum, den Teestrauch oder die Teepflanze der botanische Name Camellia sinensis (syn. Thea sinensis) verwendet. Er bezeichnet eine von zwei Stammpflanzen, aus der der Tee gemacht wird. Die immergrüne Teepflanze wird auf einer Höhe von 1–1,50 m kultiviert. Ohne das regelmäßige Zurückschneiden würde sie eine Höhe von 4–6 m erreichen. Die niedrigere Höhe erleichtert nicht nur die Arbeit beim Pflücken, sondern gewährleistet auch eine frische und qualitativ hochwertige Ernte, die bei Spitzentees ausschließlich die zwei jüngsten Blätter und die Knospe beinhaltet. Neben der Chinapflanze (Thea sinensis) gibt es auch eine zweite Stammpflanze, die Assampflanze (Camellia assamica, syn. Thea assamica). Sie gedeiht in den Tropen und erreicht unkultiviert eine Höhe von 15–20 m. Die Chinapflanze gilt im Gegensatz zur Assampflanze vor allem gegenüber Kälte und Frost als sehr widerstandsfähig, ihre Blätter sind kleiner und zarter und ergeben einen hocharomatischen, aber milderen Tee. Die Kreuzung der beiden Urpflanzen, der sogenannten Assamhybride, dient heute den meisten Teekulturen der Welt als Grundlage.
Am Anfang ist Tee immer grün. Erst die weitere Verarbeitung entscheidet darüber, ob er grün bleibt oder mittels Fermentation verändert wird. Die Qualität eines Tees wird durch die folgenden Faktoren bestimmt:
• Wie und wann wird der Tee geerntet?
• Wird er von Hand oder mit der Maschine gepflückt?
• Handelt es sich dabei um eine Frühlings, Sommer, Herbst- oder Winterernte?
• Woher kommt der Tee?
• Wie sind die Bodenbeschaffenheit, das Klima oder die Höhenlage der Teeplantagen?
• Wie werden die Teesträucher kultiviert und gepflegt?
• Werden biologische oder chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel verwendet?
• Wie wird der Tee weiterverarbeitet?
Den Preis von Tee bestimmen aber letztlich auch der subjektive Geschmack, die Quantität der Ernte und eine etwaige Prämierung bei einem Teeturnier. In China wird zwischen den nachfolgenden Teesorten unterschieden:
• unfermentierterTee – Grüner Tee 綠茶 (lü chá)
• leicht anfermentierter Tee – Weißer Tee 白茶 (bái chá)
• anfermentierter Tee – Gelber Tee 黃茶 (huáng chá)
• halbfermentierter Tee – Oolong-Tee 烏龍茶 (wū lóng chá)
• ganz- oder vollfermentierter Tee – Roter Tee 紅茶 (hóng chá), deutsch: Schwarztee
Tee kann auch aromatisiert – bedufteter Tee 桂花茶 (guì huā chá) – oder nachträglich gereift, gelagert oder postfermentiert werden, z. B. Pu-Erh-Tee 普洱茶 (pǔ’ěr chá). Fälschlicherweise wird in unserem Sprachgebrauch die Bezeichnung Tee auch für teeähnliche Getränke, die sogenannten Infusionen (lat. infusio, dt. der Aufguss), verwendet. Kräuter- und Früchtetees müssten eigentlich Kräuter- und Früchteinfusionen heißen.
Auch der Begriff »Fermentation« wirft in Teefach- und Teeliebhaberkreisen immer wieder Fragen auf. Ab wann spricht man von einem fermentierten Tee? Manche Experten betonen, dass in der Teefachsprache nur der Begriff der Oxidation zutreffe (weil bei einer Fermentation Mikroorganismen beteiligt sein müssen) und diese bereits nach dem Pflücken einsetze. Andere wiederum sind davon überzeugt, dass der Prozess der Oxidation bewusst eingeleitet werden muss (zum Beispiel durch Welken, Ruhenlassen, Schütteln, Quetschen, Rollen usw.), bevor man von einem fermentierten Tee sprechen kann. Wieder andere sind der Meinung, dass man nicht von Fermentation bzw. Oxidation sprechen kann, obwohl ein Tee gewelkt wird oder geruht hat (z. B. Weißer oder Gelber Tee). Entscheidend ist jedoch, dass jedes Herstellungsverfahren den Tee verändert und ihn einzigartig in der Farbe, im Aroma und in der Wirkung macht.
Zum Schluss noch eine kurze Geschichte:
Die besten Dinge im Leben
Eine Gruppe gebildeter Herren aus China traf sich regelmäßig zum gemeinsamen Teegenuss. Bei jeder Zusammenkunft oblag einem der Akademiker die Aufgabe, eine neue Teemischung zu präsentieren. Die Herren versuchten, sich bei dieser Aufgabe gegenseitig zu überbieten, und unternahmen alles nur erdenklich Mögliche, den Gästen einen noch exklusiveren Tee zu servieren. Es wurden weder Geld noch Mühe gescheut, um auch Raritäten aus der Ferne einfliegen zu lassen. Als das älteste Mitglied an der Reihe war, holte der Mann sein bestes Teegeschirr hervor und bewirtete seine Freunde mit einem Tee, der alle in Verzückung versetzte. Die Farbe, der Geruch und der Geschmack übertrafen alles, was die Teefreunde bis dahin kannten. Sie waren begeistert und wollten unbedingt die Herkunft und den Preis dieses einzigartigen Tees wissen. Der alte Mann antwortete: »Liebe Freunde, diesen Tee trinken die einfachen Bauern hier auf dem Lande. Ihr seht: Gutes muss weder teuer sein, noch bedarf es großer Anstrengung, es zu finden!«
So und jetzt geht’s raus in den Garten. Ich freue mich auf mein tägliches Teeritual am Nachmittag!
Aus meinem Buch: