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Gaza: ein sicheres Umfeld für Kinder schaffen
Der Gazastreifen wird weiterhin von gewalttätigen Eskalationen heimgesucht. Unmittelbar nach Eintreten der Waffenruhe des Konflikts im Mai 2021 besuchte Ola Elhessy, Mitarbeiterin für Monitoring und Evaluation, betroffene Familien, um deren Bedürfnisse abzuklären. Sie berichtet uns von den Auswirkungen dieses Krieges auf die Kinder und ihr Wohlbefinden.
Wie haben Sie die Gewalteskalation im Mai 2021 erlebt?
Wie in den meisten arabischen Ländern bereiteten wir uns auf die Feier des Opferfestes am Ende des Ramadans vor. Leider sind wir von der Freude direkt in den Krieg übergegangen. Wir hörten Bomben einschlagen, sahen die zerstörten Häuser, die Schäden an den Strassen und an der Infrastruktur in unserer Umgebung. Wir hatten keinen Zugang zu Trinkwasser, keinen Kontakt zu anderen. Wir hatten Todesangst und fürchteten, dass auch unser Haus getroffen wird. Wir haben unseren Schlaf noch nicht wiedergefunden. Wir denken immer an Leben und Tod. Die Situation ist für uns Erwachsene schon sehr schwierig. Stellen Sie sich also vor, wie es für die Kinder sein muss.
Was war Ihre Aufgabe bei Tdh nach diesem Krieg?
Sobald die Waffenruhe in Kraft war, besuchte ich vom Konflikt betroffene Familien, um ihre Bedürfnisse abzuklären und unsere Aktivitäten ihrer Lebenswirklichkeit anzupassen. Sie baten um Hilfe für die Deckung ihrer Grundbedürfnisse wie Nahrungsmittel und Wasser, Hygieneartikel und Kleidung. Kinder baten um Spielzeug, was Tdh ihnen gegeben hat. Sie müssen doch eine Kindheit haben können! Ich bin stolz darauf, einige der ersten Verteilungen und Aktivitäten angeboten zu haben. Familien eine ihren Bedürfnissen entsprechende Unterstützung zu geben, ist der grösste Dienst, den wir ihnen erweisen können.
Was braucht die Bevölkerung am dringendsten?
Viele Häuser wurden ganz oder teilweise zerstört. Es ist sehr wichtig, den Betroffenen und ihren Kindern psychosoziale Unterstützung zu geben. Eine Mutter erzählte mir, dass ihr Kind vor der Haustür stehen blieb und sich weigerte, hineinzugehen, weil es nicht mehr in seinem Haus leben wollte, aus Angst, es könnte bombardiert werden. Einige Kinder fürchten sich vor dem Lärm von Flugzeugen, weil sie glauben, dass wieder Krieg ausbricht. Mein Hauptziel ist es, ihnen Hilfe zu leisten. In Gaza leiden die Kinder unter der Blockade, einige haben kein Zukunftsprojekt. Sie brauchen etwas, was sie glücklich macht. Wenn man ihnen einen Ball schenkt, gibt man ihnen das Recht, zu spielen. Können Sie sich vorstellen, wie viel Freude ihnen dies bereitet ?
Was wünschen Sie sich für diese Kinder?
Ich hoffe, dass es uns gelingen wird, sie von ihren schrecklichen Erinnerungen und negativen Gefühlen infolge dieses erneuten Gewaltausbruchs zu befreien. Ich hoffe, sie wieder lachen zu sehen und dass sie sich auf der Strasse und zu Hause sicher fühlen können. Ich hoffe, dass sie wieder unbeschwert spielen können und keine Angst mehr haben. Alles, was sie brauchen, um aufwachsen und sich entfalten zu können, ist ein sicherer Ort.