Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03215.jsonl.gz/3007

Aus der Hölle kommt er her, der Dämon Hellboy. Der schwarze Magier Rasputin hatte ein Portal zwischen den Welten geöffnet, durch das der Baby-Teufel schlüpfte.
Aufgezogen wurde Hellboy von einem netten Wissenschaftler. Später verschrieb sich der Dämon der Rettung der Menschheit.
So zeichnete es Hellboy-Erfinder Mike Mignola. Den ersten Comic über den ungewöhnlichen Superhelden veröffentlichte er 1994.
Ein ganzes Universum um Hellboy
2004 und 2008 kam Hellboy unter der Regie von Guillermo del Toro («Shape of Water») auf die Leinwand. Jetzt folgt ein dritter Film, diesmal von Regisseur Neil Marshall («Doomsday»).
Für die Filme ist genug Material vorhanden. Ein ganzes Universum baute Comic-Zeichner Mignola um Hellboy auf. Mit düsteren Welten und skurrilen Kreaturen.
Bei vielen Fans gilt Mignolas «Hellboy»-Reihe als eine der besten und durchdachtesten der Comic-Welt. Der Zeichner gewann dafür unzählige wichtige Preise.
Hellboy kämpft gegen Poes Eroberer-Wurm
Inspiration für seine Kreaturen holte sich Mignola in der Mythologie und bei Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts.
Darunter Edgar Allan Poe. In dessen Gedicht «The Conqueror Worm» ist der titelgebende Eroberer-Wurm eine Metapher für den Tod. Mignola nahm den Titel wörtlich und liess Hellboy in der Comic-Miniserie «Conqueror Worm» gegen einen ungeheuerlichen, alles verschlingenden Wurm kämpfen.
Subtiler Grusel statt lautes Knochenknacken
Mignolas grösste Inspirationsquelle war aber H.P. Lovecraft. Dieser Autor revolutionierte Anfang des 20. Jahrhunderts das Grusel-Genre.
Ging es davor vor allem um Blut und Knochensplittern, wurde es bei dem amerikanischen Schriftsteller subtiler. Er schürte die Angst vor dem Unbekannten, dem Unsichtbaren, dem Unfassbaren.
In seinen Geschichten geht es um Parallelwelten und mächtige Monster, die sich jeder menschlichen Vorstellungskraft entziehen.
Eines von Lovecrafts bekanntesten Werke ist die Kurzgeschichte «The Call of Cthulhu» (1926). Diese handelt von einem Kult, der einen Ausserirdischen anbetet. Dieser Ausserirdische gehört zu alten Göttern, die die Welt vor Ewigkeiten beherrschten. Sie liegen aber in tiefem Schlaf, bis ihre Zeit erneut kommt.
Der Cthulhu-Mythos inspiriert Autoren noch immer. In Kurzgeschichten, Filmen und Spielen entwickeln sie die von Lovecraft erdachte Welt weiter.
Bewundert von Stephen King und HR Giger
Lovecraft definierte mit solchen Geschichten das Horror-Genre wie wir es heute kennen. Zu seinen Bewunderern gehören unter anderem Autor Stephen King («It») und der verstorbene Schweizer Künstler HR Giger («Alien»).
Und eben Hellboy-Erfinder Mike Mignola. Einige bezeichnen dessen Comics sogar als eine grossartige Fan-Fiction zum sogenannten «Lovecraftian Horror».
Viele von Mignolas Figuren sind abgeleitet von Lovecrafts alten Göttern aus «The Call of Cthulhu» und anderen Geschichten.
Trotz des Erfolgs seiner Comics: Mike Mignola beendete die eigentliche «Hellboy»-Reihe im Jahr 2016. Weil es sich richtig angefühlt habe, sagt er. Ein wirkliches Happy End gab es nicht. Wie bei seinen Vorbildern.