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Kirche
Aus der Geschichte
Um 1300 wurde zu Ehren des Ritters Sankt Georg auf dem Stein (Schlossfelsen) eine Kapelle errichtet. Diese wurde von Wallfahrern stark besucht, weil sie als wunderwirkend galt.
Nach lang andauernden Streitigkeiten zwischen dem Stift Zofingen und den Bewohnern von Aarburg erhob der Rat von Bern am 20. Juni 1484 durch Beschluss die Sankt-Georgs-Kapelle zur eigenständigen Pfarrkirche.
Am 15. Juni 1523 erliessen die «Gnädigen Herren» von Bern das erste Reformationsmandat, in welchem sie geboten, dass nichts anderes als das Evangelium gepredigt werden dürfe. Die Gemeinde Aarburg schrieb in ihrer Antwort, dass sie mehrheitlich gegen die Gestattung der Priesterehe sei. Deshalb erliess die bernische Obrigkeit am 7. Februar 1528 das «grosse Reformationsmandat»: das gesamte bernische Herrschaftsgebiet, zu welchem Aarburg seit 1415 gehörte, musste sich unter Zwang der Reformation anschliessen. Der letzte katholische Priester, Heinrich Schlosser, wurde der erste reformierte Pfarrer Aarburgs.
1798, mit dem Ende der «Alten Eidgenossenschaft», bezog der Pfarrer die ehemalige bernische Landschreiberei. Bis 1982 blieb das «Alte Pfarrhaus» seine Wohnstätte. Vorher wohnte er gleich gegenüber in der «Alten Post» (1484-1750) und im Gebäude des Heimatmuseums (1750-1798).
In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 1840 verwüstete ein Brand den festungsseitigen Teil des Städtchens sowie das mittelalterliche Kirchlein. Von 1842 bis 1845 wurde nach Plänen des Basler Architekten Johann Jakob Heimlicher die Kirche in neugotischem Stil wiederaufgebaut. In den beiden markanten Türmen hängen je zwei Glocken.
Mit der Trennung von Kirche und Staat ging 1907 die Kirche in den Besitz der Kirchgemeinde über. Mitübernommen wurden die Schulden des Kirchenneubaus, welche erst 1925 vollständig abbezahlt waren.
Im Jahre 1929 schenkte der Aarburger Fabrikant Caspar Weber der Kirchgemeinde eine elektrische Turmuhr mit elektrischem Läutwerk.
Weil es älteren und kranken Menschen schwer fiel, die vielen Treppen zur Kirche hinauf zu überwinden, baute die Kirchgemeinde 1960 auf der Nordseite des Felsens einen Lift.
Da auch an der Kirche der Zahn der Zeit nagte, waren verschiedenste Renovationen notwendig: 1937 wurde sie im Innern total umgestaltet, 1964 renovierte man die Fassade ohne bauliche Veränderungen. Die äussere Restauration von 1995/96 gab der Stadtkirche ihr ursprüngliches Aussehen zurück.
Seit 1966 steht die Stadtkirche unter eidgenössischem Denkmalschutz als Ortsbild von nationaler Bedeutung.
Philipp Muntwiler, Historiker lic. phil.
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