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und subtropischen Klima, [* 2] wo den Pflanzen während ihres Wachstums eine möglichst gleichmäßige Temperatur von mindestens 20° C. geboten wird. Tabak [* 3] verlangt einen nährstoffreichen, gut durchlüfteten Boden mit hohem Humusgehalt; leichter, gut durchlüfteter Boden liefert ein Blatt [* 4] von leichter Qualität und heller Farbe, schwerer Boden ein kräftiges Blatt von dunkler Farbe. Der Tabaksbau erschöpft den Boden in hohem Grade; auch läßt sich alte Bodenkraft nicht voll durch Düngung ersetzen.
Organischer Dünger (Gründünger, Stallmist u. s. w.) verdienen vor den einseitigen Stickstoff- und Mineraldüngern den Vorzug; während Kali- und Kalkzufuhr die Verbrennlichkeit des Tabak steigert, erzeugen kochsalzreiche Düngungen leicht einen schwer verbrennlichen Tabak; vor allem ist zu reichliche Stickstoffdüngung, besonders bei reichlicher Phosphorsäurezufuhr, zu vermeiden, wodurch ein eiweißreicher, knellernder Tabak erzeugt wird. Am besten gedeiht Tabak auf kräftigem Neubruch, besonders auf humosem Waldboden, jedoch kann derselbe auf jede Frucht folgen, welche den Boden nicht zu sehr erschöpft;
in der Pfalz wird Tabak häufig nach Luzerne, im Elsaß meist in die Gerstenstoppel gepflanzt;
für Hackfrüchte ist Tabak eine sehr gute Vorfrucht. Im gemäßigten Klima, wo Frühjahrsfröste eintreten, ist für die Erziehung junger Tabakspflanzen besondere Vorsicht nötig;
man sät in Deutschland [* 5] den Tabak etwa im März in mit Glasfenstern versehenen Mistbeeten oder in Luftbeeten (Höhenkutschen, Tabakskutschen) und schützt die jungen Pflanzen durch Bedecken mit Matten vor zu starker Besonnung, vor heftigem Regen, namentlich aber vor Frost.
Aber auch in den Tropen erfolgt die Saat auf besondern Saatbeeten, um die jungen Pflanzen besser zu pflegen und vor Verunkrautung und Infektenfraß schützen zu können. Das Verpflanzen auf das Feld erfolgt, wenn die Pflanzen 8-10 cm Höhe erreicht und 5-6 Blätter gebildet haben, in Deutschland gewöhnlich im Juni. Der Standraum ist je nach Klima, Bodenbeschaffenheit und nach der Größe der angebauten Varietät verschieden; im Mittel giebt man den Pflanzen etwa 0,5 m Standraum, entsprechend 18000 Pflanzen pro Hektar, auch werden wohl 24000 Pflanzen und mehr auf das Hektar gebracht.
Der Boden des Feldes muß gut gelockert sein. Die Pflege der Pflanzen während des Wachstums erstreckt sich auf Lockerung des Bodens, wobei zugleich das Unkraut zerstört wird, vielfach werden die Pflanzen auch etwas angehäufelt. Besonders wichtig ist die Entfernung der zahlreichen Schädlinge (s. unten). Die untersten Blätter (Sandblätter) werden, wenn sie verwelken, abgebrochen, die Blütenknospen, sobald sie sich zeigen, entfernt, ebenso die Seitentriebe (Geizen).
Nur einzelnen kräftigen Pflanzen läßt man die Blütenknospen zum Zwecke der Samengewinnung. Die Ernte [* 6] beginnt sobald die Blätter die Reife erlangt haben, was an der Entfärbung derselben namentlich an der Unterseite und dem Umschlagen der Ränder erkenntlich ist. Die Blätter reifen nicht gleichzeitig, sondern es erfolgt das Reifen von unten nach oben. In den nördl. Anbaugebieten ist das Reifen ein so ungleichmäßiges, daß die reifen Blätter einzeln gepflückt werden müssen; dieselben werden dann auf Schnüre aufgereiht oder auf Stäbe aufgespießt in Trockenschuppen, auch wohl an Mauern oder Zäunen zum Trocknen aufgehängt. In wärmern Klimaten wendet man die Holzschuhersche Tabaksbaumethode (s. d.) an. Der trockne Tabak wird dann fermentiert (Tabakfermentation).
Die verschiedenen Methoden des Trocknens und Fermentierens weichen mannigfach voneinander ab; vielfach unterwirft man die grünen Blätter zunächst einer schwachen Gärung (z. B. in Amerika). [* 7] Jedenfalls darf das Trocknen weder zu schnell noch zu langsam vor sich gehen; bei zu schnellem Trocknen behält das Blatt seine grüne Farbe, bei zu langsamem Trocknen in zu feuchter Luft und bei ungenügender Ventilation fault das Blatt (Dachbrand, Rippenfäule); daher fördert man das Trocknen vielfach durch künstliche Heizung. [* 8]
Die getrockneten Blätter werden dann gebündelt und zum Zwecke der Fermentation gestapelt, d. h. zunächst in kleinere und allmählich in größere Stapel gebracht, wo sie sich schließlich auf 55 bis 60° C. erwärmen, eine stärkere Erwärmung empfiehlt sich nicht. Sobald die Stapel die gewünschte Temperatur erreicht haben, werden sie umgesetzt und die Fermentation ist beendet, wenn sich der in den Stapeln der entsprechenden Größe nicht mehr erwärmt. Die Veränderungen, welche das Blatt beim Trocknen und Fermentieren erleidet, sind sehr komplizierter Natur und noch nicht genügend bekannt; sie erstrecken sich namentlich auf die Zersetzung des Chlorophylls (Blattgrüns), der Eiweißkörper, der Kohlehydrate, Fette und Harze u. s. w. Neuere Untersuchungen (vgl. Suchsland in den «Berichten der Botanischen Gesellschaft», April 1892) haben ergeben, daß der Verlauf dieser Prozesse an die Gegenwart gewisser, bei den einzelnen Tabaksorten verschiedener Spaltpilze gebunden ist; es ist somit die Möglichkeit in Aussicht gestellt, unsere geringwertigern Tabak durch Impfung [* 9] der Stapel mit Spaltpilzen hochwertiger Tabak zu veredeln (z. B. Pfälzer durch Habanaspaltpilze), falls es gelingt, diesen Spaltpilzen in unserm Klima die ihnen zusagenden Lebensbedingungen zu verschaffen. Die praktische Erfahrung lehrt, daß bei langsamem Trocknen und Fermentieren bei nicht zu hoher Temperatur leichterer Tabak von hellerer Farbe gewonnen wird, während besonders die Beschleunigung der Fermentation durch hohe Temperaturen ein schweres Blatt von dunkler Farbe erzeugt.
Schädlinge. Zu den verbreitetsten Schädlingen des Tabak gehören die Schneidraupe und die Tabaksraupe. Die Schneidraupe (engl. cutworm) ist die Raupe eines Nachtschmetterlings aus der Familie der Eulen, [* 10] Agrotis ypsilon v. Rottm. (Agrotis suffusa Hübn.), die abends aus ihrer Erdhöhle kriecht und während einer Nacht bis vier junge Tabakspflänzchen über dem Wurzelhals abbeißt. Da sie sich mit Vorliebe auf Grasland und Klee oder in deren Nähe aufhält, sind solche in der Nähe der Tabakfelder nicht zu dulden.
Zur Vertilgung eignen sich am besten vergiftete Lockspeisen (Kastanien-, Kohl- oder Rübenblätter oder Klee), die in der Pflanzung ausgestreut werden. Sobald der Tabak den Schneidraupen entwachsen ist, tritt die gefährlichere Tabaksraupe auf, die äußerst gefräßige Raupe eines Schwärmers, Sphinx [* 11] Carolina L., die während ihrer 14tägigen Entwicklungsperiode bei einem Höchstgewicht von 60 g 1-1½ kg Blätter verzehrt. Für ihre Bekämpfung ist die Vertilgung des Schmetterlings am wichtigsten. Dies kann durch nachts auf dem Felde aufgestellte Flammen, durch die jene Insekten [* 12] angelockt werden, oder auch durch Gift, das in die Blüten des von den Schmetterlingen bevorzugten Stechapfels geträufelt wird, sehr ¶
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erfolgreich geschehen. Auch in das Feld getriebene Truthühner sowie die Ansiedelung der Ichneumonfliege, deren Maden in den Raupen wohnen und sie töten, haben gute Wirkung. Ein Schädling aus dem Pflanzenreich, der um die Zeit des Einsetzens auftritt, ist der braune Rost, dessen Ursache ein Pilz [* 14] ist, der auf den Blättern harte, braune Flecken erzeugt, die oft ausfallen und den Tabak dadurch entwerten. Auch fertige Cigarren werden von schädlichen Insekten heimgesucht (s. Cigarren).
Produktion. Die Gewinnung von Rohtabak ist außerordentlich schwankend; auf gute Ernten folgen geringe Erträge, auch wechselt die Größe der mit Tabak bebauten Flächen. Über die Produktion des in den einzelnen Staaten s. die betreffenden Artikel.
Nach den Preisen an den Erzeugungsorten wird die gesamte Rohtabakproduktion der Erde mit Einschluß der ansehnlichen Erzeugung von China, [* 15] Paraguay [* 16] und Ceylon, [* 17] die zusammen auf mindestens 80-90000 t zu schätzen sein wird, auf etwa 8-900 Mill. M. zu veranschlagen sein.
Handel und Handelswert. Im Tabakshandel beanspruchen die Tabak der Vereinigten Staaten [* 18] schon der Menge nach den ersten Platz, die den Produktionsgegenden nach als Kentucky-, Maryland-, Ohio- und Virginiatabak bezeichnet werden, während die für die Deckblattfabrikation gebrauchten Seedleaftabake aus den Territorien Wisconsin, Connecticut, Neuyork [* 19] und Massachusetts kommen. In relativ großen Mengen werden ferner die sehr fetten brasilianischen Tabak sowie Sumatra- und Javatabake an den Markt gebracht. Die Sumatratabake stehen auf einer sehr hohen Stufe der Güte und machen den geschätzten Cuba- und Habanatabaken häufig den Rang streitig, ebenso auch einige mexikanische Tabak, wie überhaupt der Glaube an die Unübertrefflichkeit dieser Tabaksorten in der neuesten Zeit unter Kennern nicht mehr allgemein geteilt wird.
Hoch im Wert steht ferner das Produkt der Philippinen (Manilatabak), das sich durch feines eigenartiges Aroma und geringen Nikotingehalt vorteilhaft auszeichnet; zum größten Teil wird es an Ort und Stelle auf Cigarren verarbeitet. Einen besondern Handelsartikel bilden die Tabakstiele der amerikanischen Tabak, die jetzt zur Aufbesserung geringwertiger inländischer Rauchtabake dienen.
Der beste europäische Tabak, jedoch nur für Cigaretten, kommt aus der Türkei, [* 20] besonders aus Macedonien, dann aus Bosnien [* 21] und Ungarn, [* 22] ferner aus Südrußland (der Ukraine und Podolien) und den Donauländern (Rumänien, [* 23] Serbien und Bulgarien). Holland liefert aus Utrecht [* 24] und Geldern die Amersfoorter und Nykerker Blätter zu Schnupftabak, Belgien [* 25] und Frankreich liefern aus Flandern. Der beste deutsche Tabak kommt vom Mittelrhein (Pfälzer und Hanauer), aus Franken (Nürnberger) und dem Elsaß. Geringere Sorten liefern Schlesien, [* 26] Sachsen, [* 27] Thüringen, die Alt- und Ukermark, Westfalen. [* 28] Neben dem Bauerntabak werden in Deutschland Maryland und vorzugsweise Virginia kultiviert.
Besonders in jüngster Zeit hat man sich in Mannheim, [* 29] in der bayr. Pfalz und in Elsaß-Lothringen [* 30] in organisatorischer Weise, zum Teil mit Staatsunterstützung, an die Aufgabe gemacht, bessere Sorten zu kultivieren, so besonders den Connecticut, den White Burley u. s. w. Auch in den deutschen Kolonien ist ein bereits gute Erfolge zeigender Tabakbau eingeleitet.
Die meisten europ. Länder decken ihren Tabakbedarf nicht durch eigene Produktion, sind daher auf die Einfuhr angewiesen. Unter den außereurop. Ländern überwiegt meist die Ausfuhr. Die jährliche Mehreinfuhr und Mehrausfuhr (in Tonnen) beträgt schätzungsweise:
Mehreinfuhr.
|Deutschland||41000|
|Großbritannien||27000|
|Frankreich||20500|
|Italien||18800|
|Niederlande||12700|
|Österreich-Ungarn||12100|
|Belgien||9100|
|Schweiz||4800|
|Dänemark||4000|
|Schweden||3900|
|Portugal||2300|
|Norwegen||1800|
|Rumänien||1100|
|Serbien||700|
|----------|
|Europa||159800|
|Argentinische Republik||4800|
|Australien||4400|
|Ägypten||3500|
|----------|
|Zusammen||172500|
Mehrausfuhr.
^[]]
|Türkei||12500|
|Griechenland||4100|
|Rußland||4100|
|Bulgarien||200|
|----------|
|Europa||20900|
|Ver. Staaten v. Amerika||104000|
|Niederländ.-Ostindien||16000|
|Cuba||12000|
|Philippinen||10500|
|Brasilien||10000|
|China||4500|
|Paraguay||4200|
|Portoriko||3800|
|Ceylon||2800|
|Britisch-Ostindien||2800|
|Persien||etwa||2700|
|San Dominqo||etwa||2600|
|Französisch-Ostindien||2600|
|Andere Länder||7600|
|----------|
|Zusammen||207000|
Die Durchschnittspreise in Deutschland (bis 1893 nach der dem Deutschen Reichstage unterbreiteten Tabaksteuervorlage) für 1 t in M.:
|Tabaksorten||1880||1885||1890||1895|
|Kentucky, ordinär, Bremen||519||755||398||460|
|Brasil, secunda, Bremen||917||798||1246||620|
|Stengel, mittel, Virginy, Bremen||280||213||200||150|
|Domingo, Deckblatt, Hamburg||1529||992||929||600|
|Brasil, Deckblatt, Hamburg||1150||1052||1267||850|
|*Pfälzer Umblatt, Mannheim||1298||1345||1480||1410|
|*Pfälzer Einlage, Mannheim||1130||1132||1254||1270|
|*Pfälzer, braunes Schneidgut, Mannheim||1203||1040||1050||1070|
|Java, Bremen||2498||1339||942||919 (1)|
|Manila, Bremen||2828||?||2204||?|
|Sumatra, Bremen||?||4079||3818||3292|
|Habana, Bremen||2841||3274||2336||3007|
|Cuba, Bremen||2459||1177||1687||1699|
|Columbia, Bremen||1465||1093||1023||803|
|Domingo, Bremen||893||682||853||596|
|Portoriko, Bremen||1235||715||594||604|
|Varinas, Bremen||1397||1045||963||840|
|Maryland, Bremen||649||671||504||671|
|Ohio, Bremen||834||936||712||872|
|Seedleaf, Bremen||968||810||768||679|
|Virginia, Bremen||846||1015||743||733|
* Einschließlich der heimischen Tabaksteuer; alle andern unverzollt. (1) Von hier an beziehen sich die Ziffern auf das J. 1893.
Der jährliche Verbrauch an Tabak beträgt auf Kopf der Bevölkerung: [* 31]
|Länder||kg|
|Nordamerikanische Union||3,1|
|Niederlande||2,5|
|Belgien||2,8|
|Schweiz||2,3|
|Deutschland||1,5|
|Österreich-Ungarn||1,5|
|Schweden||1,2|
|Rußland||0,9|
|Serbien||0,8|
|Frankreich||0,8|
|Italien||0,7|
|England||0,7|
|Rumänien||0,2|
|Dänemark||0,1|
|Finland||0,1|
Die Verpackungsmethoden des fertigen Tabak sind verschieden je nach den Produktionsländern. Während die Südstaaten der Union Faßpackung zu 400-8001(F wählen, werden die Seedleaftabake in Kisten zu 180-200 kg schwer in den Handel gebracht. Cuba und Südamerika [* 32] haben Ballen- und Seronenpackung verschiedenen Gewichts, die andern überseeischen Länder nehmen den Versand in Packen verschiedener Größe, teils mit Leinen umschnürt, teils ¶