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Bücher über die Therapie von Problem-Hunden wurden immer aus Sicht des Menschen geschrieben. Deshalb wurde es Zeit, dies einmal aus unserer Sicht, nämlich aus Sicht eines betroffenen Hundes, zu tun.
In meinem ersten Leben war ich eine aggressive und sozial unverträgliche Nervensäge, wie mein Herrchen meinte. Alle unangenehmen Verhaltensauffälligkeiten seien in mir vereint gewesen. Auch ein deprimierender Marathon von Hundeschulbesuchen brachte keine Besserung. Bis endlich mein Herrchen auf einen Hundetrainer traf, der mich und mein wahres Problem wirklich verstanden hat und mir ein zweites, völlig entspanntes Hundeleben offenbarte.
Meine Artgenossen und ich kennen eine Vielzahl von Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu über zehn Arten von Aggressionen: Angefangen vom Zerren an der Leine, über das Nicht-allein-bleiben-Wollen bis hin zu Angst- oder Revieraggressionen. Aber alle haben nur eine einzige Ursache: Unser nicht befriedigtes Grundbedürfnis nach Sicherheit.
Der Mensch fehlinterpretiert unser natürliches Verhalten jedoch meistens aus seiner Sicht als Verhaltensauffälligkeit. Dabei sind es alles nur Abwehrreaktionen und nichts anderes als die Wahrnehmungen unseres Rechts auf Selbstverteidigung.
Dieses Buch ist auch ein Versuch, zum Scheitern verurteilte Therapieansätze bei relativ hartnäckig erscheinenden Verhaltensauffälligkeiten zu erklären. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Erläuterung des Unterschiedes zwischen einer Konditionierung im Rahmen der Hundeausbildung und einer Sozialisierung im Rahmen einer Hundeerziehung.
In diesem Buch beschreibe ich, oberflächlich betrachtet, die wichtigste Ursache von Verhaltensauffälligkeiten so genannter Problemhunde und den Therapieansatz einer erfolgreichen Sozialisierung. Näher betrachtet ist es aber eher eine Anleitung zur Selbsterziehung der Hundebesitzer.
Sascha Bartz ist ein erfolgreicher Hundetrainer, der sich auf die Erziehung und Sozialisierung von so genannten Problem-Hunden konzentriert, wo Hundeschulen in der Regel aufgeben oder bereits das Veterinäramt "ein Auge drauf wirft" und im besten Falle die "Abschiebung" in ein Tierheim droht.
Er darf zwar eine Reihe von "Lizenzen" und Zertifizierungen sein Eigen nennen, wie für das Behindertenbegleithunde- oder Hundementaltraining. Aber die wichtigste "Lizenz", wie er selbst gerne sagt, haben ihm die vielen Hunde ausgestellt, mit denen er quasi sein Leben verbracht hat. Intensive Studien zur Psychologie und Ethologie des Hundes haben ihm einen völlig veränderten Blick auf die Kreatur Canis lupus familiaris offenbart. Heute sozialisiert er nicht nur Hunde, wie er mit einem Augenzwinkern sagt, sondern motiviert in erster Linie deren Besitzer, ihre Rolle als "Rudelführer" wahrzunehmen.