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By Roger Fisher
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Eine »Familienfeier« gerät zur Generalabrechnung - eigenwillig und wunderbar erzählt. »Diese Familie braucht kein Oberhaupt mehr, weil sie nämlich mit diesem Tag aufgehört hat, eine Familie zu sein, die Nabe ist aus dem Rad gefallen, die Speichen spritzen in alle Richtungen. « Urenkel David benennt exakt und wenig schmeichelhaft, was once er von seiner Sippschaft hält.
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Der andere soll ohne schlechte Gefühle weitermachen können. Das Ganze hat einen etwas spöttischen Unterton. Damit mißversteht man aber sowohl die Funktion als auch die Wichtigkeit des »Gesicht-Wahrens«. Es spiegelt sich nämlich die Notwendigkeit darin, den -49- Verhandlungsstandpunkt oder eine Vereinbarung mit den bisher in Worten und Taten verfochtenen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Der juristische Bereich kennt dasselbe Problem. Ein Richter muß bei der Begründung seiner Entscheidung nicht nur sein eigenes Gesicht und das des Rechtssystems wahren, sondern auch das der streitenden Parteien.
Ein anderer Grund für die Vermischung der sachlichen Probleme mit psychologischen Aspekten liegt darin, daß Menschen gerne aus sachlichen Erklärungen unzulässige Folgerungen ableiten, die sie dann als Belege für die Absichten und Vorsätze der Gegenseite ansehen. Selbst bei aller Vorsicht läuft dieser Prozeß fast automatisch ab. Wir nehmen nur selten an, daß die Darlegungen der anderen wirklich so gemeint sind. Beim Beispiel mit dem -38- Betriebsrat glaubte Schmidt, daß der Vorarbeiter es auf ihn abgesehen hatte - während Meier dachte, ihm durch die Übertragung von Verantwortung Anerkennung zu zollen und einen Gefallen zu erweisen.
Die Bibliothekarin kommt herein. Sie fragt den einen, warum er denn das Fenster öffnen möchte. « Sie fragt den anderen, warum er das Fenster lieber geschlossen hat. « Nach kurzem Nachdenken öffnet sie im Nebenraum ein Fenster weit. Auf diese Weise kommt frische Luft herein, ohne daß es zieht. Um vernünftige Ergebnisse zu erzielen, muß man die Interessen, nicht die Positionen in Einklang bringen Diese kleine Geschichte ist typisch für viele Verhandlungen. Solange sich beiderseits das Problem als Konflikt zweier Positionen darstellt und das Ziel die Einigung auf eine Position ist, denken und reden natürlich alle vorwiegend über diese Positionen - und der Prozeß stockt darum auch sehr oft.