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Energiehunger lässt weitere Länder in Kernenergie einsteigen
Kernenergie könne grosse Mengen an Elektrizität produzieren und so die wachsende Nachfrage nach Energie decken, sagt Pranav Srivastave, Associate Analyst bei Global Data. Entsprechend steigen immer mehr Länder in die Kernenergie ein. Dies sei auch eine Reaktion auf unberechenbare Preise fossiler Energieträger, knappe Ölreserven und steigende CO2-Emissionen.
Laut dem neuesten Global-Data-Bericht sollen alleine im asiatisch-pazifischen Raum bis 2030 mehr als 20 Kernkraftwerkseinheiten mit einer Leistung von 13,8 GW entstehen. Auch im Mittleren Osten und in Afrika sei eine rege Bautätigkeit zu erwarten. Die umfangreichsten Entwicklungsprogramme für Kernenergie hätten die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Vietnam.
Vietnam plant, bis 2030 zehn Kernkraftwerkseinheiten mit einer installierten Gesamtleistung von über 6,8 GW in Betrieb zu nehmen, um so seiner steigenden Stromnachfrage zu begegnen. Dazu hat das Land bereits eine Reihe von Regierungsabkommen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie unterzeichnet, unter anderen mit Argentinien, China, Indien, Russland und Südkorea.
Nachdem die nukleare Stromproduktion in den zwei Jahren nach dem Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi vom 11. März 2011 zurückgegangen ist, erhole sich der Markt wieder, so der Bericht. 2013 waren weltweit 371 GW Leistung aus Kernenergie installiert. Bis 2025 werde die Gesamtleistung auf 517 GW ansteigen. Die Auswirkungen von Fukushima seien vielschichtiger als das Aussetzen der nuklearen Produktion in Japan, meint Srivastave. Während Deutschland und die Schweiz nun planten, aus der Kernenergie auszusteigen, hätten Länder wie China, Frankreich, Grossbritannien und Japan strengere Sicherheitsvorgaben erlassen und ihre Anlagen Stresstests unterzogen, um die Sicherheit zu erhöhen.
WWER an der Spitze im Einsteigermarkt
Die von den Kernenergie-Einsteigerländer am meisten bestellte Reaktortechnologie ist laut Bericht mit 34,8% der Reaktortyp WWER der JSC OKB Gidropress – eines Tochterunternehmen des russischen Staatskonzerns Rosatom –, gefolgt vom südkoreanischen Typ APR-1000 der Korea Hydro & Nuclear Power Company (KHNP) mit 21,7%. Der Atmea der französischen Areva-Gruppe komme auf 6% und der ABWR der japanischen Toshiba Corporation auf 3,5%.