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Weisse Abzeichen beim Pembroke und Cardigan Welsh CorgiWeisse Abzeichen beim Pembroke Corgi
Der gegenwärtige AKC-Standard für den Pembroke Corgi lautet:
Farbe: Einfarbig rot, sable, fawn, schwarz mit Brand, mit oder ohne Weiss. Weiss ist zulässig an Beinen, Brust, Hals (entweder teilweise oder als Kragen), am Fang, Bauch und als schmale Blesse am Kopf.
Sehr schwere Fehler: "Whitelies" - Hunde mit weisser Körperfarbe mit roten oder dunklen Abzeichen.
FCI Standard Farbe: Einfarbig rot, sable, rehfarben, schwarz mit Brand, mit oder ohne Weiss an Läufen, Brustbein und Hals. Etwas weiss am Kopf und am Fang ist zulässig.
In Teil III ihres Artikels über die Vererbung der Fellfarbe beim Pembroke Welsh Corgi, publiziert in der PWCCA Newsletter vom Juni 1996, schreibt Patti Gustafson wie folgt:
Falls heute tatsächlich ein einfarbig roter Corgi existieren würde, wäre er eine Rarität. Die weissen Abzeichen reichen heute nämlich weit über "Brust, Pfoten und Fang" hinaus und umfassen die ganze Brust, alle vier Beine, einen breiten, vollen Kragen und eine breite Blesse im Gesicht. Es gibt heute in der Tat viele siegreiche Pembrokes, die an die Grenze von "akzeptablem" Weiss stossen so wie es in unserem "Illustrierten Standard des Pembroke Welsh Corgis" von 1975 dargestellt ist. Was ist da los? Welches sind die Faktoren, die zu diesem vielen Weiss führen?
Das Vorhandensein von Weiss und die Ausdehnung von attraktiven weissen Abzeichen beim Hund wird von den Genen der Serie S kontrolliert. Das dominante S-Gen erzeugt einen einfarbigen Hund ohne Weiss. Die von Thelma Gray beschriebenen, einfarbigen Pems unter den frühen englischen Champions waren alle Träger von mindestens einem S-Gen. Hypostatisch oder rezessiv zum S-Gen ist das si-Gen für irische Scheckung. Das si-Gen sorgt für weisse Abzeichen an einer oder mehreren Zonen: am Fang, den Pfoten, als Blesse oder Stern auf der Stirn, an der Brust, am Bauch und an der Schwanzspitze.
Schon ziemlich früh scheinen die Züchter Pembrokes mit der attraktiven irischen Scheckung selektioniert zu haben. Wird ein einfarbig roter Hund vom Genotyp "S S" mit einem rot/weissen Hund gepaart, sind alle Welpen einfarbig rot, haben aber die Anlage für die irische Scheckung. Wird einer dieser Welpen vom Genotyp "S si" mit einem rot/weissen Pembroke ("si si") gepaart, dann wird statistisch die Hälfte der Welpen ebenfalls rot/weiss sein. Und zwei rot/weisse Hunde können natürlich nur rot/weisse und keine reinfarbigen Nachkommen produzieren.
Wie man sieht, braucht es wenig, um zur gegenwärtigen Situation zu gelangen, und es ist fraglich, ob das S-Gen im Genpool überhaupt noch vorhanden ist. Der grosse Vorteil, aber auch das grösste Problem, eines homozygot rezessiven Merkmals, das sich nur zeigt, wenn der Hund zwei der rezessiven Gene besitzt, z.B. "si si" oder "at at" (für Tricolor), ist, dass das dominante Gen der betreffenden Serie leicht verloren gehen kann. Ob es ein Problem oder ein Vorteil ist, hängt vom homozygot rezessiven Merkmal ab.
Hypostatisch zu oder unter dem "si" des irischen Scheckung-Gens ist das Schecken-Gen "sp", das eine viel grössere Weisszeichnung bewirkt und an jeder Stelle des Körpers auftreten kann. Dieses Gen verleiht dem Beagle sein charakteristisches Farbmuster, und hat uns sehr wahrscheinlich auch die sogenannten "Whitelies" unter den Pembrokes beschert. Es scheint, dass das Vorkommen von "Whitelies" entweder stark abgenommen hat, oder dass die Züchter heute nicht mehr so offen sind wie in der Vergangenheit. Obwohl ich häufig von fehlgezeichneten Corgi-Welpen gehört habe, habe ich in den letzten zehn Jahren von keinem Wurf gehört, der einen "Whitely" enthielt. Thelma Gray und Pat Curties erwähnen beide das gelegentliche Auftauchen eines Whitelys, und ich habe mich oft gefragt, ob der Grund für das abnehmende Vorkommen von Whitelies auf dem Umstand beruht, dass wir uns immer weiter von der Zeit entfernen, als Pembrokes und Cardigans miteinander gekreuzt wurden. Cardigans sind Träger des sp-Gens, wohingegen Pembrokes gemäss Little nur Träger des S- und si-Gens sind.
Die variierende Ausdehnung von Weiss in Pembrokes mit dem si-Gen wird hauptsächlich durch Modifikatoren bestimmt. Ein Hund mit plus-Modifikatoren hat mehr Farbe und weniger Weiss, während ein Hund mit minus-Modifikatoren mehr Weiss und weniger Farbe hat. Somit hat ein Corgi mit nur wenig Weiss plus-Modifikatoren auf seinen si-Genen und diejenigen Corgis mit viel attraktiver Weisszeichnung haben minus-Modifikatoren auf ihren si-Genen. Das bedeutet, je grösser die plus-Modifikatoren, desto unansehnlicher und näher bei einfarbig ist der Hund, und je grösser die minus-Faktoren, desto weisser und näher bei einem Schecken ist der Hund.
Little erklärt nicht im Detail, wie diese Modifikatoren funktionieren, aber ich stelle es mir immer vor wie eine Art Farbmischen. Wenn z.B. eine Hündin mit plus-Modifikatoren mit einem Rüden mit minus-Modifikatoren gepaart wird, dann sollten die Welpen mehr Weiss als die Mutter und weniger Weiss als der Vater haben. Das ist, was man statistisch erwarten kann. In jedem Wurf kann man einen Welpen finden, der mit wenig Weiss stark seiner Mutter (plus-Modifikatoren) gleicht und/oder einen Welpen mit viel Weiss wie sein Vater (minus-Modifikatoren).
Ich denke, dass wir Fehlzeichnungen riskieren, wenn wir zwei Hund verpaaren, die beide viel Weiss und somit minus-Modifikatoren haben. Das kann zu weissen Stellen am Körper führen, die nicht mit irischer Scheckung übereinstimmen, oder das irische Scheckenmuster kann so weit ausgedehnt werden, dass es gemäss Standard nicht mehr akzeptabel ist, z.B. von weisser Brust und Kragen bis zur Schulter oder vom weissen Hinterlauf bis zum Kniegelenk.
Ich teile auch die Ansicht vieler Züchter, dass diese Modifikatoren verschiedene Bereiche betreffen. So haben gewisse Blutlinien z.B. mehr Weiss am Kopf, und andere müssen aufpassen, dass das Weiss nicht das Kniegelenk erreicht oder sich vom Bauch auf die Flanke ausdehnt.
Wird ein Hund mit viel Weiss am Kopf, vielleicht mit viel Weiss am Fang und eine recht breite Blesse zwischen den Augen, die bis zur Stirn reicht (minus-Modifikatoren für den Kopf) aber mit relativ wenig Weiss am Körper, vielleicht nur eine weisse Brust und vier weisse Socken aber keinen Kragen (plus-Modifikatoren für den Körper) mit einem Hund mit einem unansehnlichen Kopf (plus-Modifikatoren für den Kopf), aber mit weisser Brust und vier weissen Läufen mit etwas Weiss am Knie (minus-Modifikatoren für den Körper), sollten sich die weissen Bereiche an Kopf und Körper auf eine eher mittelmässige Ausdehnung beschränken. Und werden zwei Hunde miteinander verpaart, die beide ziemlich viel Weiss im Gesicht haben und ein Minimum an Weiss am Körper, ist es fast sicher, dass die Fehlzeichnung sich als zu viel Weiss im Gesicht oder Weiss am Ohr äussern wird, aber nicht mit Weiss bis zum Knie oder mit einem weissen Fleck an der Flanke.
Weisse Abzeichen beim Cardigan Welsh Corgi
AKC Standard
Farbe: Alle Schattierung von Rot, Sable und Brindle. Schwarz mit oder ohne Brand oder brindle Abzeichen. Blue merle (schwarz und grau, marmoriert) mit oder ohne Brand oder brindle Abzeichen. Alle Farben sind gleichwertig. Weisse Abzeichen am Hals (entweder teilweise oder als Kragen), an Brust, Beinen, Fang, Unterseite, Schwanzspitze und als Blesse am Kopf. Weiss am Kopf sollte nicht überwiegen und niemals das Auge umranden. Alle anderen als die genannten Farben und/oder ein überwiegend weisser Körper gelten als Disqualifizierung.
Bis jetzt ist der FCI Standard, der sich auf den Standard des Ursprungslandes stützt, bedeutend toleranter, was die Farbe und die weissen Abzeichen betrifft. Er lautet einfach: Jede Farbe, mit oder ohne weisse Abzeichen. Weiss sollte jedoch nicht vorherrschen.
Die Cardigan Welsh Corgi Association hat nun dem Kennel Club einen Antrag zur Revision des Standards mit Hinblick auf die Farben gestellt. Sie wünschen, dass die akzeptablen Farben sowie die Ausdehnung der weissen Abzeichen spezifiziert werden. Bisher ist allerdings noch nichts geschehen.
Der folgende Text stammt aus Cardigan Commentary International, der internationalen Website rund um den Cardigan.
Die weissen Abzeichen der traditionellen irischen Scheckung (Blesse, Kragen, weisse Pfoten und Schwanzspitze) wurden beim Cardigan Corgi immer als ästhetisch ansprechend betrachtet. Die Ansichten variieren jedoch kräftig, wenn es darum geht, wie viel Weiss an Kopf und Körper wünschenswert ist. Weil der Wortlaut sowohl im Standard des Ursprungslandes wie im AKC/FCI Standard nicht ganz klar ist, kann die Frage wieviel Weiss zulässig ist, für Züchter und Richter verwirrend sein. Im Vergleich ist der Standard des Pembroke Welsh Corgi bedeutend strenger als der des Cardigans, wenn es um die Ausdehnung und Platzierung von Weiss geht, und zu viele Richter wenden diese Richtlinien auf den Cardigan an. Das ist nicht korrekt und führt zu falschen Entscheidungen.
Cassie, eine der zwei ersten Cardigans, die 1931 von
Mrs. B.B. Bole nach Amerika importiert wurden.
Asymmetrisches Weiss oder ein Hund mit weisser Grundfarbe war nicht ungewöhnlich bei den frühen Cardigans, die von den walisischen Farmen "gerettet" oder den wenigen Züchtern abgekauft wurden, die noch die alten Hunde hielten, welche ihre Vorfahren auf der Farm gebrauchten, und die dann im frühen 20. Jahrhundert als Stammhunde benutzt wurden. Somit kann asymmetrisches Weiss als ein Teil des Erbes der Rasse betrachtet werden. Weisse Abzeichen und/oder Flecken bei einem Bauernhund wurden vielleicht auch als nützlich betrachtet, weil die Hunde so besser sichtbar waren, wenn sie draussen arbeiteten. Restriktionen mit Hinblick auf die Ausdehnung von Weiss wurden, soweit wir es beurteilen können, hauptsächlich aus ästhetischen Gründen eingeführt.
Hunde mit dieser Art von Weisszeichnung würde man heute kaum mehr im britischen Ausstellungsring antreffen, obwohl der Wortlaut des Standards nicht verhindern könnte, dass ein solcher Hund, vorausgesetzt er entspricht den Qualitätsanforderungen, als Sieger hervorgehen könnte.
Übersetzung: ANo