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Die anderen Führer der «Harten» wurden im Gegensatz zu Schumacher milde bestraft (Verbannung, Ehrverlust, Busse) und die verurteilten «Linden» rehabilitiert. Eine Amnestie beruhigte die Lage.
1736 kehrte Zug ins Bündnis mit Frankreich zurück. Die Pensionen wurden nun gleichmässig verteilt, nicht aber die sogenannte Verehrgelder, die anstelle des französischen Salzes überwiesen wurden. Deren weiterhin ungleiche Verteilung verschaffte dem neuen Führer der «Linden», Ammann Johann Kaspar Luthiger, eine dominante Stellung, die er durch Wahlmanipulationen festigte.
1763 änderte der französische Kriegsminister Etienne François de Choiseul das Solddienstreglement, dem die Schweizer Truppen in französischen Diensten unterstanden. Die wichtigsten Neuerungen beinhalteten eine moderne Gradstruktur, neue Tenuevorschriften und die Herabsetzung der Truppenbestände. So entflammte in den Jahren 1764-1768 der «2. Harten- und Lindenhandel» erneut getrieben durch Bestechungen, ungleiche Verteilungen von Salz und Pensionen.
Das umstrittene Reglement weckte in Zug erneut Kritik am Trücklibund und an der Salzpolitik. 1764 kamen unter der Führung Franz Fidel Landtwings und Karl Kaspar Kolins erneut die «Harten» an die Macht. Sie vermieden den Bruch mit Frankreich, stellten aber die flüchtigen Altammänner Luthiger und Joseph Leonz Andermatt sowie weitere «Linden» wegen Aneignung der Salzgelder und politischen Machenschaften vor ein Sondergericht.
Das aus 120 Ratsherren, Stadtbürgern und Landleuten zusammengesetzte Tribunal beruhigte die Lage 1765 mittels „Gesatz und Ordnungen“ gegen politische Manipulationen und Stimmenkauf.
Die Salz- und Pensionenfrage konnte erst 1768 gelöst werden. Eine Amnestie ermöglichte Luthiger die Rückkehr und veranlasste Frankreich, die Verehrgelder dem ganzen Stand zukommen zu lassen. Die Befriedung war dauerhaft, da nun alle Pensionen gleichmässig aufgeteilt wurden, die Erlasse von 1765 wirkten und Frankreich fortan auf massive Einflussnahme verzichtete.
♦ 1732 hatte der Kornherr Zugs ausgerufen, im Rathaus führe man sich auf wie «Twingherren». «Twingherr» war ein deutschsprachiges Äquivalent zum griechischen «Tyrann».
♦ Auch Ambassador de Bonnac versuchte Schumacher als «Tyrannen» zu verrufen. Bereits 1731 hatte er geschrieben, «cet homme [Schumacher] aspire à un gouvernement presque tirannique.» Vier Jahre später sprach er von der Herrschaft Schumachers als «joug», einem Joch, und brauchte somit einen Begriff, der eng an die illegitime Herrschaftsform der «Tyrannis» gekoppelt war.
♦ Das elitäre Schumacher-Bild repräsentiert der Berner Historiker Gottlieb Emanuel von Haller, wenn er 1764 schreibt, der «Harten- und Lindenhandel» sei ein «finstres Gemürmel des rasenden Schumacher und seiner Parthey».
♦ «Rehabilitiert» wurde Schumacher zu Beginn des 19. Jahrhunderts vom Arzt und Historiker Franz Karl Stadlin, einem Pionier der Zuger Geschichtswissenschaft. In einem 1817 erschienenen Artikel klagte Stadlin die Verkrustung und die Geschlechterherrschaft des Ancien Régime an. Der Text war, bedenkt man die eisige Grosswetterlage der beginnenden Restauration, eine mutige Tat, die prompt auf Kritik stiess. Schumacher erschien darin als Kämpfer für eine demokratischere Welt.
♦ Verhaltener, aber im Grundton positiv, wertete in der Mitte des 19. Jahrhunderts der liberale Historiker Karl Monnard Schumachers Tun und Handeln.
♦ Der biografische Roman des Jesuiten Josef Spillmann, der 1903 in erster und 1923 bereits in zehnter Auflage erschien, präsentierte der Leserschaft einen intelligenten, tatkräftigen, intriganten Schumacher, der nach den Sternen griff und zum «Diktator» avancierte, fiel, und seine Sünden gut katholisch bereute: «Der Diktator trug sein Kreuz mit heroischer Geduld, niemals hörte man eine Klage von seinen Lippen.»
♦ Der Dramatiker Theodor Hafner schliesslich stilisierte Schumacher 1939 an der «Landi» zum Verteidiger der schweizerischen Neutralität und Unabhängigkeit.
♦ Heute erinnert eine Gedenktafel und Verzierungen an Schumachers Haus in der Nähe des Kolinplatzes an das Leben und das Wirken des Protagonisten.
Salz war und ist dazumal wie heute ein lebensnotwendiger Mineralstoff für Mensch und Vieh. Aufgrund seiner Eigenschaften verderbliche Waren wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Häute durch Feuchtigkeitsentzug zu konservieren sowie den Gefrierpunkt von Wasser zu senken war Salz in der häuslichen Vorratshaltung und Viehzucht unerlässlich. Zudem kam es auch im Handwerk und Gewerbe zum Einsatz, so in der Gerberei, der Töpferei, der Sorbetproduktion (vor der Erfindung der Kältemaschinen) sowie in der Arzneimittelherstellung.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Söldnerdienste berührten die verschiedensten Bereiche. So zahlten z.B. auf Söldner angewiesene Herrscher den Kantonen, welche die Anwerbung gestatteten, «Pensionen», von denen die Staatsfinanzen erheblich profitierten (siehe unten). Zu diesen Staatspensionen konnten nun noch private hinzukommen, die bestimmten hochgestellten, für die Verhandlungen wichtigen Personen ausgerichtet wurden. Die Praxis der Pensionen setzte im 15. Jh. ein und wurde im 16. Jh. allgemein üblich. Die gezahlten Gelder erhöhten sich immer mehr und bildeten v.a. in den kleinen katholischen Landsgemeindekantonen einen wichtigen Teil des Staatshaushalts. Diese ermöglichten einzelnen ausgewählten Familien als sogenannte «Militärunternehmer» enormen Reichtum und Einfluss.
Erst im Laufe des 18. Jh., in dem die Staatshaushalte allgemein wuchsen, nahm die Bedeutung der Pensionen als Einnahmequelle wieder ab und setzte der Abstieg des Schweizer Söldnertums ein. Wichtig für diesen Wandel war einerseits die Tatsache, dass das Angebot an alternativen Verdienstmöglichkeiten in der Schweiz zunahm und andererseits der reale Wert des Solds spürbar abnahm. Weiter verschärfte auch die «Schlacht von Malpaquet» 1709, in der Schweizer sowohl auf der Seite des französischen Königs wie auch auf derjenigen der Koalition (Reich, England, Preussen, Niederlande) dienten und sich gegenseitig niedermetzelten (8’000 Schweizer fielen), die Diskussion über Vor- und Nachteile des Söldnerdaseins in der Gesellschaft und bei Schweizer Soldaten selbst.
In der ursprünglichen kirchenrechtlichen Bedeutung war eine «Pension» das einem Kleriker zugesprochene Recht, während seiner Amtszeit oder auf Lebenszeit die Erträge eines Benefiziums zu beziehen, ohne dafür zu Gegenleistungen verpflichtet zu sein.
Von der Mitte des 15. Jh. an wurde der Begriff im weltlichen Kontext für regelmässige, in fester Vertragsform vereinbarte und offizielle, wenn auch oft vertraulich gehandhabte Zahlungen gebraucht, die Laien wie Kleriker vom Fürsten zusätzlich zu ihrer normalen Entlohnung erhielten.
In der Eidgenossenschaft erscheinen die ersten derartigen Jahrgelder im Zusammenhang mit den Bündnissen gegen Karl den Kühnen im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts (Burgunderkriege). Sowohl als öffentliche, an offizielle Kassen bezahlte wie als geheime, an Einzelpersonen entrichtete Pensionen zielten sie darauf ab, politische Entscheidungen zu beeinflussen und den ausländischen Kriegsherren den Zugang zu den begehrten eidgenössischen Söldnern zu sichern.
In den reformierten Kantonen wurden zu Beginn des 16. Jahrhunderts wie z.B. unter Zwingli in Zürich Pensionen verboten und scharf formulierte Verbote und Bestrafungen erlassen, da angeblich «die Annahme von Pensionen nicht nur zu Untreue und Verrat anstifte, sondern die Eidgenossen verweichliche und verweibliche mit neuen Lastern, Kleiderluxus und Müssiggang». Somit wurden in den reformierten Orten der Eidgenossenschaft keine öffentlichen Pensionen an Amtsträger bezahlt, stattdessen dienten profitable Handelsprivilegien und Salzkonzessionen als gezielte Mittel der ausländischen Einflusssicherung.
In den katholischen Kantonen (wie auch Zug) blieben aber dagegen ausländische Jahrgelder vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhundert eine wichtige Finanzquelle, wo sie zeitweise mehr als die Hälfte der regulären öffentlichen Einnahmen ausmachten. Die eidgenössischen Orte konnten im 16. und 17. Jahrhundert dank der ausländischen Pensionen finanzielle Reserven aufbauen und teilweise auf direkte Steuern verzichten. In den katholischen Orten wurden sie zum prägenden politischen Strukturelement: Einzelne Familien sicherten sich durch die Monopolisierung von Pensionen-Verteilung und damit verknüpften Solddienstunternehmungen und Salzkonzessionen z.T. jahrhundertelange lokale Dominanz (Zurlauben in Zug, Reding in Schwyz, Schmid in Uri).
Neben französischen waren bis zum Beginn des 18. Jh. auch spanische, venezianische, savoyische, und mailändische Gelder wichtig. Fragen der angemessenen Verteilung von Pensionen und die Konkurrenz zwischen profranzösischen Parteien und ihren Gegnern gehörten in den katholischen Orten vom 16. bis ins 18. Jahrhundert zu den heftig und kontrovers diskutierten innenpolitischen Themen (siehe Harten- und Lindenhandel). Nach 1710 sind nur noch französische Pensionen nachweisbar, der französischen Bündnisvertrag wurde 1777 zum letzten Mal erneuert.
Zusammenfassend, waren Pensionen nicht nur ein wichtiges Machtmittel der oligarischen Gesellschaftsschicht des «Ancien Régime», sondern auch der Grundstein für eine Verknüpfung von vermeintlich „abgeschlossenen“ alpinen Regionen mit internationalen Militär- und Finanztransaktionen.
Die «Zurlauben» waren ein Häuptergeschlecht der Stadt Zug, dessen Herkunft aus dem Wallis unbestritten, eine Abstammung von den Freiherrn von Turn jedoch konstruiert ist. Die Zurlauben waren vom 17. bis ins 1. Drittel des 18. Jahrhunderts die einflussreichste Familie in Stadt und Amt Zug. In Frankreich gelangten ihre Angehörigen in die höchsten militärischen Ränge und in den Grafenstand. Sie waren Pächter des Zuger Salzmonopols und amtierten bis 1728 als Verteiler der für Stadt und Amt Zug bestimmten französischen Pensionen, die jährlich bis zu 7’000 französische Pfund betrugen. Die um den Salzhandel und die Pensionen entstandenen Konflikte führten – zusammen mit dem Zwist innerhalb der Familie – im 1. Harten- und Lindenhandel 1729 zur politischen Entmachtung der Zurlauben, womit die Ratsangehörigkeit und der Einfluss der Familie Zurlauben in Zug zu Ende ging.
„Landtwing“ war ein zahlreiches Geschlecht der Stadt Zug. 1399 zeugte ein Ruedi bei einem Gültkauf. 1422 rettete Johann in der Schlacht von Arbedo das Zuger Panner. Von 1447 bis 1798 waren die Landtwings fast immer im städtischen Rat vertreten. Ab 1653 als einzige Familie lückenlos. Dies zeigt ihre beständige, aber selten überragende politische Bedeutung in der Stadt.
Zwei Linien stammten vom Ratsherrn Johann ( 1638) ab. Sein Sohn Kaspar (1603/04-1703), Kürschner, sass während 50 Jahren im Rat. Kaspars Enkel Johann Franz Landtwing war der einzige Ammann und eidgenössische Landvogt der Familie. In der kantonalen Politik spielten die Landtwings, die traditionell mehrheitlich der profranzösischen Partei der Linden zuneigten, eine – gemessen an der Grösse des Geschlechts – eher geringe Rolle. Der wohl bedeutendste Landtwing war der Kartograf und Militärreformer Franz Fidel Landtwing, ein Sohn des Johann Franz. Er brachte 1775 seinen Besitz in ein ebenfalls noch bestehendes «Fideikommiss» (Rechtsfigur des Erbrechts, bei der ein Vermögenskomplex nach vorgegebener Erbfolge unveräusserlich mit einer Familie verbunden wird, um die Besitzzersplitterung durch Erbteilung zu verhindern) ein, zu dem bis um 1900 der Weingartenhof in Zug und das Schloss St. Andreas in Cham gehörten.
In deren Vogteien amtierten zahlreiche Landtwings als Obervögte, darunter der aus einer bäuerliche Nebenlinie stammende Josef Blasius (1739-1826), der 1765-67 die Vogtei Gangolfswil verwaltete und 1782 mit Wolfgang Damian Bossard die daran angrenzende Gerichtsherrschaft Buonas erwarb. 1792 errichtete er zur Sicherung des Familienbesitzes ein 2006 noch bestehendes «Fideikommiss».
„Kolin“ war ein kleines, aber bedeutendes Geschlecht der Stadt Zug, das angeblich aus Strassburg stammt. 1375 bezeugte ein Johann Kali aus Zug, der 1380 als Ratsherr belegt ist, in Bremgarten eine Urfehde. Vielleicht ab 1383 war er Pannerherr, also Träger des Standesbanners beim militärischen Auszug. Mit Peter Kolin, spätestens 1414 Pannerherr, begann eine Reihe von 19 Familienangehörigen, denen die Landsgemeinde dieses prestigeträchtige, Zuger Stadtbürgern vorbehaltene Amt auf Lebenszeit anvertraute. Einzig 1733, im «1. Harten- und Lindenhandel», wurde Oswald (1648-1736) abgesetzt und Georg Leonz Landtwing (1701-46) in das mittlerweile militärisch bedeutungslose Amt gewählt. Als bekanntester Vertreter ist Peter Kolin zu nennen, der 1422 in Arbedo im Kampf um das Zuger Panner getötet wurde. Dieser „Heldentod“ machte die Kolin berühmt und verbindet den Namen bis heute identitätsstiftend mit der Stadt Zug (u.a. Kolinstadt, Kolinplatz, Kolinbund). 1798 musste Karl Kaspar Kolin, der letzte männliche Vertreter des Geschlechts, das Banner dem französischen General Nicolas Louis Jordy ausliefern.
Wie die Zurlauben, mit denen sie verschwägert und durch eine gemeinsame Kompagnie in spanischen Diensten liiert waren, gehörten die Kolins zur Partei der nach Frankreich orientierten „Linden“. Sie konnten aber anders als jene auch während der Harten- und Lindenhändel des 18. Jahrhunderts ihre bis ins späte 14. Jahrhundert zurückreichende Zugehörigkeit zum politischen Führungskreis behaupten.
„Dossenbach“ war ein Baarer Geschlecht, ab 1362 in Zürich und seit 1489 im Kanton Zug bekannt, wo die Dossenbachs vom frühen 16. Jahrhundert an Korporationsgenossen von Inwil (Gemeinde Baar) sind. 1529 erneuerte Heini das Dorfrecht der Korporation Baar-Dorf. Zeitweilig waren Dossenbach auch Genossen von Deinikon (Gemeinde Baar). Stammhof der heutigen Dossenbach ist der Talacher (bei Inwil). Von Martin ( ca. 1560) ausgehend, verbreitete sich das Geschlecht in der ganzen Gemeinde, besetzte aber kaum politische und militärische Ämter. Erst 1729 wurde mit Franz (1689-1732) ein Dossenbach Ratsherr. Häufiger wurden geistliche Berufe ergriffen. Johann (1764-1833) war Propst im Kloster Fahr, sein Onkel Jakob (1755-81) Pfarrer, dessen Schwester Elisabeth (1745-1812) Äbtissin im Kloster Hermetschwil und die in gleicher Linie folgende Katharina (1838-96) Äbtissin im Kloster Frauenthal. Deren Bruder Oswald Dossenbach war der bedeutendste Vertreter des Geschlechts. Ein anderer, sich später Dosenbach nennender Zweig mit vielen Geistlichen wurde von Melchior begründet. Dieser zog von Baar nach Bremgarten (AG), wo sein gleichnamiger Sohn 1667 Bürger wurde.
„Weber“ war eine Zuger Familie, die erstmals 1435 in der Stadt Zug belegt ist. Hier erlangte sie mit Ausnahme von Kaspar Leonz Weber, obwohl zahlreich, keine führende Stellung. Hingegen traten die Webers von Neuheim, die mit den gleichnamigen Stadtbürgern in keiner bekannten verwandtschaftliche Verbindung standen, v.a. in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts sowie im 18. Jahrhundert hervor. 1533 erwarb ein aus Bremgarten (AG) stammender Weber das Gasthaus mit der Zollstelle an der Brücke in Sihlbrugg, das bis 1850 in Familienbesitz blieb. Nachkommen amtierten über mehrere Generationen hinweg als Kirchmeier der Pfarrei Neuheim. Johann Weber war der erste Ammann aus dieser Familie. Sein Sohn Klemens Damian Weber, ebenfalls Ammann, starb 1734 im «1. Harten- und Lindenhandel» als Parteigänger der «Linden» im Exil. Dessen Verwandter Leonz Anton Weber war dagegen ein führender Exponent der «Harten» und wurde nach deren Sturz verbannt. Seine Kinder konnten aber u.a. mit Klemens Franz Xaver Damian Weber, Ammann, und dessen Sohn Klemens Weber ( 1851), Ratsherr, Wirt und Zöllner, den sozialen Status halten.
„Schicker“ war ein zur Korporation Blickensdorf gehörendes bäuerliches Geschlecht in der Gemeinde Baar. 1444 starb Hensli bei St. Jakob an der Birs. Heini trat 1471 in einem Streit zwischen den Baarer Kirchgenossen und dem Kloster Kappel als Zeuge auf. Die Schicker stellten zwar mit Jakob schon im 16. Jahrhundert einen Ammann des Standes Zug, erlangten aber erst im 18. Jahrhundert mit Josue Schicker eine politische Machtstellung, die sie über mehrere Generationen halten konnten. Josues Sohn Kaspar Silvan (1712-82) gelangte 1764, zu Beginn des «2. Harten- und Lindenhandels», in den Rat, der Enkel Josef Silvan (1743-1815) übernahm 1782 den Ratssitz des Vaters.
„Andermatt“ war ein zahlreiches, möglicherweise aus Bremgarten (AG) oder Obwalden zugewandertes Geschlecht der Zuger Gemeinde Baar. Erster bekannter Vertreter ist der 1473 auf dem Hof Tann-Deibüel sesshafte Jost. Im 16. Jahrhundert sassen Andermatts auf mehreren Höfen, v.a. im Bereich der Korporation Baar-Dorf, deren Genossen sie spätestens von dieser Zeit an waren. 1646 erhielt Rudolf das Genossenrecht der Korporation Grüt. Heinrich war 1540 Zuger Stadt- und Amtrat und beteiligte sich 1566 an der Neubearbeitung des Stadt- und Amtbuches. Sein Enkel Johann war ebenfalls Ratsherr. Dessen Sohn Jakob Andermatt begründet mit dem Kauf der Obermühle in Baar 1650 eine sechs Generationen umfassende Müllerdynastie, die 1812 mit Franz endete. Er war zudem der erste Ammann dieses bis in die Gegenwart politisch bedeutsamsten Familienzweigs, der fast ständig im Stadt- und Amtrat vertreten und im 18. Jh. als Parteigänger der «Linden» tief in die «Harten- und Lindenhändel» verwickelt war. Aus dieser Ratsherrenlinie stammten alle neun Ammänner, vier der fünf Landvögte, einer der zwei Ständeräte und beide Landschreiber des Geschlechts. Ebenso kamen alle der mehrheitlich in französischen, spanischen oder sizilianischen Diensten stehenden Solddienstoffiziere des Geschlechts, das einen Drittel aller Baarer Offiziere stellte, aus diesem Zweig, u.a. Joseph Leonz Mehrere Vertreter dieser Linie zogen nach Luzern, dessen Bürgerrecht Jakob erhalten hatte, so Hauptmann Johann Jakob (1679-1740), der eine Pfyffer von Altishofen heiratete. Auch zu Ratsgeschlechtern der Stadt Zug bestanden Heiratsbeziehungen. Von den zahlreichen Geistlichen des Geschlechts kamen nur wenige aus der Ratsherrenlinie, so Pfarrer Christian Leonz (1690-1757), der Auslöser des Udligenswilerhandels 1725.
Geboren am 29.10.1710 Zug, gestorben am 9.2.1797 Zug, katholisch, von Zug. Sohn des Johann Wilhelm, Wirts und Vogts, und der Katharina Mangold. Heiratete 1) Anna Margaritha Uttinger, Tochter des Johann Kaspar, Wirts, 2) Katharina Barbara Muos, Tochter des Karl Amade, Malers und Ratsherrn. Schwager des Josphe Leonz Andermatt. Wirt. 1735-64 Ratsherr, 1749-52 und 1758-61 Ammann des Standes Zug, 1749-51 Vogt von Hünenberg, 1746-59 Tagsatzungsgesandter, 1748-64 Gesandter für die Abholung der französischen Pension und Pensionsausteiler in der Stadt Zug. Der sprachgewandte Aufsteiger aus der Umgebung der Stadt Zug kam zu grossem Vermögen. Er erlangte v.a. dank seiner Stellung als Pensionenverteiler eine dominante Stellung im Kanton und führte zusammen mit Statthalter Franz Michael Bossard und den Ammännern Joseph Leonz Andermatt, Ambros Uhr und Josef Anton Heinrich ein Regime, das die alten Stadtfamilien überging. Er wurde im «2. Harten- und Lindenhandel» als Protagonist der eng mit Frankreich verbundenen „Linden“ 1764/65 entmachtet und verbannt. Nach der Amnestie von 1768 kehrte er zurück, spielte aber keine politische Rolle mehr.
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