Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03315.jsonl.gz/912

Ich werde auf Ende Jahr mit 56 Jahren entlassen. Meine Pensionskasse gibt mir aber die Möglichkeit, freiwillig versichert zu bleiben, solange ich nicht obligatorisch dem BVG unterstehe. Ich muss aber die Beiträge vollumfänglich selber berappen. Ist es richtig, dass ich gar keine andere Möglichkeit habe, später eine Rente zu erhalten? E. M. in B.
Nein, es gibt noch andere Möglichkeiten: Sie könnten sich bei der Auffangeinrichtung weiterversichern. Bei dieser Stiftung müssten Sie wie bei Ihrer jetzigen Pensionskasse sowohl die
Arbeitnehmer- wie auch die Arbeitgeberbeiträge bezahlen. Sie können sich aber bei der Auffangeinrichtung nur gemäss dem gesetzlichen Minimum versichern. Die einbezahlten Arbeitnehmer- und
Arbeitgeberbeiträge, welche über dem gesetzlichen Minimum liegen, würden auf ein Freizügigkeitskonto überwiesen. Das heisst, dass Sie im AHV-Alter nur auf dem obligatorischen Teil eine Rente
erhielten. Der überobligatorische Teil würde Ihnen ausbezahlt.
Achtung: Wenn Sie sich per Auffangeinrichtung versichern, muss der Antrag bis 30 Tage nach dem letzten Arbeitstag bei der Auffangeinrichtung eingetroffen sein.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, bei Ihrer jetzigen Pensionskasse versichert zu bleiben, sollten Sie diese Chance nutzen. Ohne die Bedingungen Ihrer jetzigen Pensionskasse zu kennen, wage ich die Behauptung, dass Sie bei der Pensionskasse besser bedient sind als bei der Auffangeinrichtung. Diese ist bekannt dafür, verhältnismässig hohe Kosten zu belasten.
So viel zur ersten Möglichkeit, in den Genuss einer Pensionskassenrente zu kommen. Die zweite: Sie finden wieder einen Job. Dann werden Sie das Freizügigkeitsguthaben an die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers überweisen und im AHV-Alter ebenfalls eine Rente erhalten.
Erschienen im CASH am 2. November 2006