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Hoffmann Der mundartliche Vokalismus von Basel-Stadt in seinen Grundzügen dargestellt. Basel 1890. - Hermann Blattner: Ueber die Mundarten des Kantons Aargau: Vokalismus der Schinznacher Mundart. Brugg 1890. - Peter Schild: Brienzer Mundart. I. Teil (die allgemeinen. Lautgesetze und Vokalismus). Basel 1891. II. Teil (Konsonantismus) in den Beiträgen zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. Band XVIII (1894), S. 301 bis 393. - Hans Wissler: Das Suffx-i in der Berner resp. Schweizer Mundart. Frauenfeld 1891. - Paul Suter: Die Zürcher Mundart in J. M. Usteris Dialektgedichten. Zürich 1901. - Esther Odermatt: Die Deminution in der Nidwaldner Mundart. Zürich 1904. - Hedwig Haldimann: Der Vokalismus der Mundart von Goldbach. (Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten. IV [1903], S. 296/351; V, S. 225/244). - Renward Brandstetter: Der Genitiv in der Luzerner Mundart in Gegenwart und Vergangenheit. Zürich 1904. Für die deutschen Mundarten im Piemont sind noch speziell anzuführen: Albert Schott: Die deutschen Colonien in Piemont;
ihr Land, ihre Mundart und Herkunft.
Stuttgart 1842. - Giov. Giordani: La colonia tedesca di Alagna-Valsesia e il suo dialetto. Torino 1891. Dazu Anzeiger für deutsches Altertum. XXI, 26 ff.
b) Wortschatz. Ludwig Tobler: Die lexikalischen Unterschiede der deutschen Dialekte mit besonderer Rücksicht auf die Schweiz. (Festschrift der Universität Zürich zur Zürcher Philologenversammlung 1887, S. 91 bis 109). - Renward Brandstetter: Drei Abhandlungen über das Lehnwort. Darin: Das Lehnwort in der Luzerner Mundart. Programm. Luzern 1900. - Wörterbücher. F. J. Stalder: Versuch eines schweizerischen Idiotikon. 2 Bände. Aarau 1812. Eine vermehrte Neubearbeitung liegt handschriftlich auf der Luzerner Bürgerbibliothek. - Titus Tobler: Appenzellischer Sprachschatz. Zürich 1837. - Schmidts Idioticon Bernense (Frommanns Deutsche Mundarten. II/IV). - Valentin Bühler: Davos in seinem Walserdialekt. Mit historischen, grammatischen und kulturgeschichtlichen Beigaben, auch einer Chrestomathie der Bündnerdialekte. 6 Hefte (wovon eines dem Dialekt von Obersaxen gewidmet ist). Heidelberg 1870-1886. - J. Hunziker: Aargauer Wörterbuch in der Lautform der Leerauer Mundart. Aarau 1887. (Mit einleitender Lautlehre). - Adolf Seiler: Die Basler Mundart. Basel 1879. Mit einem Anhang über Laute und Formen. - Martin Tschumpert: Versuch eines bündnerischen Idiotikon. Chur 1880 ff. (unvollendet, bis jetzt 5 Hefte). - Schweizerische Idiotikon; Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der antiquarischen Gesellschaft in Zürich unier Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolks. Herausgegeben mit Unterstützung des Bundes und der Kantone. Begonnen von Friedrich Staub und Ludwig Tobler, fortgesetzt von A. Bachmann, R. Schoch, H. Bruppacher, E. Schwyzer, H. Blattner, J. Vetsch u. A. Frauenfeld 1881 ff. (jetzt im 6. Band).
[Prof. Dr. Albert Bachmann].
II. Franzœsisch.
1. Statistische Angaben; heutige und ehemalige deutsch-französische Sprachgrenze.
Nach der eidgenössischen Volkszählung vom lebten in der ganzen Schweiz 730917 Personen mit französischer Muttersprache, von denen rund 700000 oder nicht ganz ein Viertel (2/9) der Gesamtbevölkerung der Schweiz (3315443 Köpfe) auf die sog. französische oder welsche Schweiz entfallen. Ganz französisch sind die drei Kantone Waadt, Genf und Neuenburg, während in den Kantonen Freiburg und Wallis die romanische Bevölkerung mindestens doppelt so stark vertreten ist als die deutschsprechende.
Für den Berner Jura, wo das Französische die Amtssprache bildet, verzeichnen die Volkszählungslisten eine französischsprechende schweizerische Bevölkerung von 83290 Seelen, die zusammen mit den im übrigen Kantonsteil zerstreut niedergelassenen Angehörigen französischer Zunge etwa 1/6 der gesamten Volkszahl des Kantons Bern ausmachen. Alle diese Zahlen sind jedoch nur relativ genau, da - namentlich längs der Sprachgrenze - eine doppelsprachige Bevölkerung vorhanden ist, die von der Statistik notwendigerweise etwas willkürlich zugeteilt werden muss.
In den für die französische Schweiz bestimmten Zählkarten hat man die früher angewendete, zu wenig scharf gefasste Frage nach der «Muttersprache (langue maternelle)» im Jahr 1900 durch diejenige nach der «Sprache (langue)» ersetzt, welch' letztere in den Weisungen an die französischsprechenden Haushaltungsvorstände wie folgt definiert wurde: «Unter Sprache, wie sie durch die Volkszählung ermittelt werden soll, versteht man diejenige, die man in der Kindheit gelernt hat, in welcher man denkt, die man mit Vorliebe spricht.» Trotz dieser Vorsichtsmassregel muss aber doch in manchen Fällen Zweifel geherrscht haben, besonders wenn es sich um auf welschem Boden geborene Kinder von deutschsprechenden Eltern handelte.
Die französische Schriftsprache ist bei uns ein von aussen her eingeführtes Idiom, während die im Lande selbst entstandene Sprache durch die verschiedenen Mundarten vertreten ist. Die importierte wie die einheimische Sprache leiten sich beide von der Sprache des alten Rom her und tragen daher auch beide mit dem nämlichen Rechte den Namen einer «romanischen» Sprache, französisch: roman(d). Dieser Ausdruck stammt aus dem lateinischen romanice [loqui] und erscheint in den geschichtlichen Urkunden unter den Formen romancium, rommant etc., welche sowohl die aus Frankreich entlehnte Sprache der Urkunden, als besonders auch die Idiome des eigenen Landes selbst bezeichnen. So finden wir z. B. den Ausdruck romancium als direkten Gegensatz zu gallicum in einer Genfer Urkunde vom Jahr 1460 (vergl. Romania. 30, S. 403). 1424 wird es den Freiburger Notaren freigestellt, ihre amtlichen Schriftstücke sowohl en teif ou en rommant, d. h. in deutscher oder französischer Sprache abzufassen. Noch heute trifft man hie und da den Ausdruck roman als Bezeichnung der modernen Mundart, besonders des Waadtlandes. Die weibliche Form romande ist nach dem Muster von allemand-e gebildet, das selber analogischer Formation ist.
Unter der steten Voraussetzung, dass sowohl die französische Schriftsprache und die welschen Mundarten einerseits, als auch das Hochdeutsche samt seinen Dialekten andererseits als ein einheitliches Ganzes aufgefasst werden, verläuft die heutige Sprachgrenze zwischen beiden Idiomen wie folgt: Von Charmoille im nördlichen Berner Jura wendet sie sich gegen Montsevelier, wo sie scharf gegen Südwesten umbiegt, dann folgt sie, nordwestlich von Biel-Twann-Ligerz vorbeiziehend, dem Jurakamm und erreicht das französischsprechende Neuveville (Neuenstadt);
hierauf zieht sie der Zihl (Thielle), dem Neuenburgersee und der Broye entlang, durchquert den Murtensee und biegt nördlich von Meyriez (Merlach) wieder in südöstlicher Richtung ab.
Nun bildet sie um Cressier eine eigentümliche Schlinge, überlässt Courlevon dem deutschen Sprachgebiet und führt durch Courtaman nach Barberêche (Bärfischen), um von hier bis Freiburg, das sie durchschneidet, der Saane zu folgen. Jetzt zieht sie östlich von Marly-Praroman-La Roche vorbei, erklimmt die Berra, folgt den das Thal von Charmey begrenzenden Kämmen und setzt sich in nahezu gerader Linie bis zum Oldenhorn fort. Hier angekommen, biegt sie knieförmig aus, um die das Wallis vom Kanton Bern trennenden Hochgipfel zu erreichen, wo sie bloss am Sanetschpass etwas auf die Nordflanke der Kette hinübergreift.
Vom Weisshorn steigt sie ins Wallis hinunter, durchschneidet das Rhonethal östlich von Miège-Sierre (Siders)-Chippis, steigt dann wieder an und folgt der das Eifischthal (Val d'Anniviers) vom Turtmanthal (Val de Tourtemagne) trennenden Kette, um endlich an der Dent d'Hérens ihr Ziel zu erreichen (vergl. die beigegebene Karte der Sprachgrenze). Eine wirkliche Naturgrenze bildet sie blos in ihrem nördlichen Abschnitt, wo sich die Wogen der alten Alemanneneinfälle an der Jurakette gebrochen haben; weiter südlich verläuft sie ohne Rücksicht auf politische oder konfessionelle Grenzscheiden durch stark gewelltes Hügel- und Bergland, um dann von Rougemont-Saanen an das Waadtland vom Kanton Bern zu trennen und nachher zwischen Bern und dem Wallis sich zu einer auch konfessionellen Scheide zu gestalten, worauf sie im Rhonethal wiederum eine bloss linguistische Grenzlinie ohne politisch-religiöse Bedeutung darstellt.
Man sieht auf den ersten Blick, dass diese unregelmässige und launenhaft verlaufende Sprachgrenze in der Vergangenheit sich verschoben haben muss. Trotzdem ¶
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ist aber festzustellen, dass sie nun schon seit sieben Jahrhunderten nahezu die nämliche geblieben ist. Eine wichtige Urkunde aus dem Jahr 1273 (alten Stiles; = 1274. Vergl. die Fontes rerum Bernensium III. S. 78, und die Mémoires et Documents de la Soc. d'hist. de la Suisse rom. XXX, S. 217; das Original ist verloren) erlaubt uns, den Verlauf der Sprachgrenze für das Ende des 13. Jahrhunderts zu rekonstruieren. Ich habe versucht, weiter zurückzugehen und auf meiner Karte noch ältere Grenzen zu ziehen, so weit der gegenwärtige Stand der geschichtlichen Forschung ihre Herstellung ermöglicht. Die Resultate dieser Nachforschungen lassen sich mit Hilfe von archäologischen Nachgrabungen, durch das Studium der Ortsnamen, von Sitte und Brauch, sowie endlich durch eine genaue Untersuchung der Mundarten kontrolieren und ergänzen.
Drei germanische Stämme haben sich um die Herrschaft auf unserm Boden gestritten: die Franken, die sich im Berner Jura niederliessen, die Burgunder, welche die ganze Westschweiz bis zur Aare besetzten, und endlich die Alemannen, welche die Mittel- und Ostschweiz überfluteten. Die hauptsächlichsten linguistischen Schwankungen und Veränderungen führen sich auf den sehr wenig sesshaften und stark kriegerisch gesinnten Volksstamm der Alemannen zurück, dem die Burgunder nicht immer stand zu halten vermochten und einen Teil des Landes abtreten mussten. Es lassen sich drei starke alemannische Vorstösse gegen Westen unterscheiden, die alle drei mit grossen politischen Umwälzungen zusammenhängen. Der erste reicht ins Jahr 532 zurück, zu welcher Zeit das erste burgundische Königreich vernichtet ward. Nachdem das Gebiet der Schweiz unter die Herrschaft der Merowinger geraten war, germanisierten die Alemannen die Gebiete um Solothurn, zwischen der Aare und dem Jura, Biel, das rechte Ufer des Bielersees und der Sense, das Berner Oberland (ausgenommen ¶