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Trudi Weber, ehemalige claro-Mitarbeiterin
1985 wurde der claro Weltladen Täuffelen eröffnet, jetzt wurde er auf Mitte Juni geschlossen!
Im Frühling 1985 organisierte Pfarrer Otto Nowka im Ellahaus, heute Kirchgemeindehaus, eine Heks-Ausstellung, die aufzeigte, was mit den Heks-Spenden erreicht werden kann. Gleichzeitig verkaufte eine Frauengruppe „gerecht gehandelte Produkte wie Kunsthandwerk, „Jute statt Plastik“-Taschen, Kaffee, Tee und Honig. Von den Ausstellungsbesuchern kam die Anregung, in einem ständigen 3.-Weltladen solche Waren anzubieten. Schon im Herbst eröffnete eine freiwillig und unentgeltlich arbeitende ökumenische Frauengruppe unter der Leitung von Esther Nowka den 3.-Weltladen Täuffelen oben im Ellahaus, mit dem Ziel, am Jahresende den Reinerlös jeweils Hilfswerken zu spenden. Geldgeber waren die reformierte und die katholische Kirchgemeinde. Das Warenangebot wurde mit der Zeit vielseitiger, umfangreicher und dem Wandel der Zeit angepasst, und die Kunden unterstützten den fairen Handel durch ihre Einkäufe. In den Anfängen fanden zwei Basare statt, bei denen die Dorfbevölkerung kreativ mithalf. Es entstanden Bastel-, Töpfer- Strick- und Häkelgruppen, die kleine Kunstwerke herstellten, die der Laden zugunsten von je einem Hilfsprojekt in Bolivien und Ghana verkaufen konnte. Mit Standverkäufen vor Läden im Dorf, auf dem Bahnhofplatz, bei Brot-für-alle-Festen oder in der Kath. Kirche sollten neue Kunden angesprochen werden. Wichtigster Anlass des Jahres waren immer die „Weihnachtsverkäufe“, bei denen die Ladenfrauen viele individuelle Adventsgestecke und -kränze zusammenbanden, die reissenden Absatz fanden. Auch die Warenangebote und die Kaffeestube wurden immer geschätzt.
Seit Beginn bis heute arbeiteten total 41 Frauen ehrenamtlich mit, der kleinere Teil nur wenige Jahre oder kürzer, die meisten aber über viele Jahre; zwei der heutigen Gruppe sind seit Beginn dabei. Leider wurde es durch den Gesellschaftswandel trotz vielen Aufrufen nicht mehr möglich, jüngere Frauen zu finden, die längerfristig mitmachten. Pro Jahr waren es im Durchschnitt 9 Frauen, die z.B. 2001, das von der UNO zum Jahr der Freiwilligenarbeit ausgerufen worden war, etwas mehr als 1000 Arbeitsstunden leisteten.
Nach den Projekten von Bolivien und Ghana wurden an ein Witwen- und Waisenprojekt in Nepal, ein Projekt für Strassenkinder und Schulen in Guatemala und ein Projekt in Tansania zur Unterstützung alter Menschen, vor allem für Grossmütter, Spenden überwiesen. An alle Projekte zusammen konnten in der ganzen Zeit beinahe 195’000 Franken Hilfsgelder gespendet werden, ein beachtlicher Betrag für den kleinen Fairtrade Laden! Dank Ihnen, liebe Kundinnen und Kunden!
$Nun aber sind die Ladenfrauen alt und älter, die Anforderungen zu aufwändig geworden, und die Motivation bröckelte. Der richtige Zeitpunkt, um mit Freude und Genugtuung über das Erreichte aufzuhören!
Viele kleine Leute
an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Dinge tun,
können das Gesicht
dieser Welt verändern!
Sprichwort aus Afrika