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Brasiliens Gesamtinvestitionen für das Bildungswesen, im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) stiegen von 5,8% auf 6,1% von 2010 auf 2011. In derselben Periode nahmen die direkten Applikationen – ausgenommen die Finanzierungen für Stipendien – von 5,1% auf 5,3% zu. Der letzte Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OCDE) demonstriert, dass Brasilien – im Vergleich mit anderen Ländern – im Jahr 2010 Ungarn (4,6%) und Italien (4,7%) überholt hat, und sich nun auf dem Investitions-Level der Schweiz (5,6%) für Bildung bewegt. Jedoch diese Angaben in Prozenten verbergen die realen Summen und deren schlechte Verteilung innerhalb des Landes.
Der Bericht der OCDE zeigt auch, dass Brasilien zwischen dem Jahr 2000 und 2010 die Investition signifikant angehoben hat, sich aber immer noch unter dem Durchschnitt der in dieser Organisation vereinten Länder bewegt, der bei 6,3% des BIP liegt. Dieser Prozentsatz bedeutet, dass die Landesregierung pro Jahr in jeden Schüler einer staatlichen Institution 2.960 US$ investiert. Ungarn investiert zum Beispiel 4.800 US$, Italien 7.830 US$ und die Schweiz 12.800 US$.
Diese Zahlen wurden ab 2011 angehoben. Wie das brasilianische Bildungsministerium (MEC) berichtet, wuchs die durchschnittliche direkte Investition pro Schüler – für Grundschule und höhere Schulbildung – um 500%: von 970 R$ (370 Euro) im Jahr 2000 auf 4.916 R$ (1.900 Euro) im Jahr 2011.
”Brasilien investiert zu wenig und hat nur geringe Ergebnisse im Vergleich zur Investition. Wir stehen noch vor einer enormen Herausforderung, wir haben nicht einmal die Agenda des vergangenen Jahrhunderts erfüllt, denn immer noch gibt es bei uns Kinder ohne Schule und eine schlechte Ausbildungsqualität“, analysiert die Direktorin der Bewegung ”Todos pela Educação“ (Alle für die Bildung). ”Bei einigen Schulen, die man besucht, wird man anhand der sich darstellenden Situation regelrecht vom Horror gepackt! Wir haben ein historisches Defizit mit der Bildung aufzuarbeiten, Schulden, die unser Staat nun begleichen muss“.
Was die ”Custo Aluno-Qualidade Inicial (CAQi)” betrifft – die Kosten pro Schüler im Vergleich zu seiner Qualifikation – ein Mechanismus, der bei der Nationalen Bildungskonferenz vom Nationalen Bildungsrat beschlossen wurde, bewegen sich die Investitionen über dem notwendigen Minimum für Bildung. Die Kalkulation berücksichtigt allerdings nicht die Investitionen für Kindergärten, die zu den aufwendigsten gehören, und da die Belegung von Kindergartenplätzen nicht zu den obligatorischen Pflichten der Bürger gehört, werden sie auch in der Aufstellung des BildungsmMinisteriums nicht aufgeführt.
”Die Zahlen der Regierung stellen einen Durchschnitt der im ganzen Land investierten Summen dar. Der CAQi ist das notwendige Minimum, aber er wird nicht in allen Bundesstaaten Brasiliens befolgt“, sagt der Präsident der ”Associação Nacional de Pesquisa em Financiamento da Educação (Fineduca)“ (Nationaler Untersuchungsausschuss zur Finanzierung der Bildungsmassnahmen). Die Einschätzungen von Professor Marcelino demonstrieren eine Investitionsungleichheit zwischen den einzelnen Bundesstaaten. Sie basieren auf dem, was vom ”Fundo de Manutenção e Desenvolvimento da Educação Básica e de Valorização dos Profissionais da Educação (Fundeb)” in Bildung investiert wird und zirka 2,4% des BIP entspricht.
Der Professor schätzt, dass im Jahr 2011 die investierte Summe pro Grundschüler zwischen einem Minimum von 1.729 R$ und 2.915 R$ geschwankt hat – Summen, die im Bundesstaat Roraima bezahlt wurden. An zweiter Stelle stünde der Bundesstaat São Paulo, mit 2.640 R$ pro Schüler und drittens der Bundesstaat Amapá, mit 2.434. Unter den Bundesstaaten, die gerade mal das Minimum bezahlten, befinden sich Bahia, Ceará, Maranhão und Piauí.
Das Bildungsministerium gibt zu, dass es noch sehr viel Ungleichheit gibt. Was die Resultate des Jahres 2011 betrifft, anerkannte der Bildungsminister Aloizio Mercadante, dass noch grössere Investitionen notwendig sein werden, jedoch begrüsste er die aktuellen Zahlen. Die direkte staatliche Investition für Bildung ist von 3,9% im Jahr 2000, auf 5,3% im Jahr 2011 gestiegen, und die Gesamtinvestition von 4,7% im Jahr 2000 auf 6,1% im Jahr 2011 geklettert.
Der Minister hob auch die Verringerung der Investitionsdifferenz zwischen einem Absolventen der Oberschule und einem Schüler der Grundschule hervor. Noch im Jahr 2000 war die Investitionssumme für einen Oberschüler 11,1 mal grösser als die für einen Absolventen der Grundschule – im Jahr 2011 war diese Differenz auf 4,8 mal zurück gegangen. Wie der Minister Mercadante bemerkt: ”Ein recht positives Ergebnis“!