Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/210489

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, </p><p>1. die Prävalenz, die Prävention und die Behandlung von Kurzsichtigkeit bei Kindern in der Schweiz zu erheben, die Ergebnisse der Erhebung zusammen mit internationalen Erkenntnissen in einem Bericht zusammenzustellen und </p><p>2. basierend darauf eine Strategie zur Bekämpfung der Kurzsichtigkeit bei Kindern entwickeln und umzusetzen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem ersten Bericht über das Sehvermögen ("World Report on Vision", 2019) zeigt, ist international ein Trend zur zunehmenden Kurzsichtigkeit (Myopie) bei Kindern zu erkennen. Diese Entwicklung lässt sich mangels national repräsentativer Daten für die Schweiz nicht beurteilen. Zwar erheben die Schulärztlichen Dienste Daten zur Sehfähigkeit. Diese werden jedoch weder auf kantonaler noch auf nationaler Ebene systematisch gesammelt und ausgewertet.</p><p>Wie wissenschaftlichen Studien zu entnehmen ist, führen Tageslichtmangel und intensive Nahsichtaktivitäten - beispielsweise durch erhöhten Medienkonsum - zu Kurzsichtigkeit von Kindern. Für die Prävention von Myopie sind insbesondere zwei Massnahmen von Bedeutung: mehr Aufenthalt im Freien und weniger Nahsichtaktivitäten. Wenn Kinder mindestens zwei Stunden täglich im Freien verbringen und gleichzeitig die Nahsichtaktivität verringern, wirkt sich dies gemäss verschiedenen Forschungen positiv auf die Entwicklung von Kinderaugen aus und reduziert das Risiko, kurzsichtig zu werden (werden ("World Report on Vision", WHO 2019).</p><p>Auf nationaler Ebene existieren bereits verschiedene Strategien und Aktivitäten, die einen Beitrag zu den für die Reduktion der Kurzsichtigkeit relevanten Präventionsmassnahmen leisten. Einerseits spielt die Gesundheitsförderung und Prävention in der frühen Kindheit im Rahmen der Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten 2017 - 2024 (NCD-Strategie) eine wichtige Rolle. So ist beispielsweise die Förderung von Schutzfaktoren wie Bewegung und Spielen im Freien Bestandteil des Konzepts zur frühen Gesundheitsförderung. Andererseits engagiert sich das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) für den Kinder- und Jugendmedienschutz. Ziel der Aktivitäten ist es, die Kinder und Jugendliche zu befähigen, Medien sicher, altersgerecht und verantwortungsvoll zu nutzen. Von Bedeutung ist dabei unter anderem auch das ausgewogene Verhältnis zwischen Mediennutzung und sonstigen Freizeitaktivitäten und das Hinterfragen des eigenen Medienkonsums. Zudem ist die Medienkompetenz ebenfalls in den neuen sprachregionalen Lehrplänen verankert.</p><p>Der Bundesrat erachtet die Entwicklung einer eigenständigen Strategie zur Bekämpfung von Kurzsichtigkeit bei Kindern aufgrund der bereits laufenden Aktivitäten in den Bereichen der frühen Gesundheitsförderung und des Kinder- und Jugendmedienschutzes als nicht zielführend.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.