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Seit zwei Jahren fehlt von Diego Faccanoni (55) jede Spur. Der Schweizer mit italienischen Wurzeln wohnte mit seiner Frau in Kloten ZH. Im November 2016 reiste das Paar nach Brasilien in den Urlaub, wie der «Zürcher Unterländer» schreibt. Dort wohnten die beiden in ihrem Ferienhaus in der Ortschaft Itatiaia, zwischen Rio de Janeiro und São Paulo.
In diesem Ort wurde er am 15. November 2016 zuletzt gesehen. «Seither ist über sein weiteres Schicksal nichts mehr bekannt», steht im Verschollenaufruf des Bezirksgerichts Bülach. Der Aufruf wurde letzte Woche im Amtsblatt des Kantons Zürich, in den Schweizer Medien und auch in der amtlichen Zeitschrift des Bundesstaates Rio de Janeiro veröffentlicht.
«Er sagte, er gehe auf den Markt»
Am Tag seines Verschwindens besuchte Faccanoni seinen Freund Jorge Roberto Tesliuk (62) in der Gemeinde Resende und kam nie mehr zurück, wie « Jornal Beirario » schreibt. Einen Tag später hätte er in die Schweiz zurückfliegen sollen.
Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie Diego Faccanoni alleine zu seinem Freund fährt. Das Auto des Schweizers fand man verschlossen und unbeschädigt zwei Wochen später, wenige Kilometer vom Ort des Verschwindens.
Freund des Schweizers tot aufgefunden
Der besagte Freund, den Diego Faccanoni besucht hatte, kam im Mai 2017 unter mysteriösen Umständen ums Leben. Er wurde tot am Strassenrand aufgefunden. In seinem Mund fand man Schussspuren und um seinen Hals war eine Schlinge gelegt. Ob es sich um Suizid oder Verbrechen handelt, ist unklar. Auch ob sein Tod im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Schweizers steht, ist unbekannt.
Nun hat das Gericht im Auftrag der Ehefrau des Vermissten, Antonia Faccanoni, den Aufruf erstellt. Wer Auskunft über das Schicksal des Verschwundenen geben kann, wird aufgefordert, sich beim Gericht zu melden. Sollten innerhalb eines Jahres keine Informationen eintreffen, wird Diego Faccanoni als verschollen erklärt. Laut Zivilgesetzbuch kommt es zu einer Verschollenerklärung, wenn jemand seit Langem nachrichtenlos abwesend ist oder wenn das Verschwinden in hoher Todesgefahr geschah.
In diesem Fall kann die Familie grundsätzlich das Erbrecht geltend machen. Weil aber keine Feststellung des Todes vorliegt, muss zuerst eine Sicherheit geleistet werden, für den Fall, dass die vermisste Person doch noch zurückkehrt. Diese Sicherheit ist auf bis zu 15 Jahren zu leisten.
Seine Frau, mit der Faccanoni seit 25 Jahren verheiratet ist, hofft aber dennoch, dass ihr Mann doch noch auftaucht. Ein Vertreter der Familie reiste selbst nach Brasilien, um bei den Ermittlungen dabei zu sein. Im brasilianischen Fernsehen sagte er, man sei bereit, «eine Belohnung bei Ermittlung und Auffindung von Diego zu zahlen». Umgerechnet 2400 Franken sind ausgeschrieben für Hinweise, die zur Klärung des Falls führen. (man)