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Das Studium bedeutet auch immer wieder zeitliche und finanzielle Herausforderungen. Dabei geht es den meisten Studentinnen und Studenten ähnlich. Feststellungen, die diese Ressourcenknappheit treffend beschreiben, sind die Parkinson’schen Gesetze.
Letzthin bestand mein Tagesziel an einem Sonntag darin, die Pflichtlektüre für die Vorlesung am nächsten Tag zu bearbeiten. Zwischen Ausschlafen, Joggen, Serien schauen und Kleider waschen (ja Grosi, in der Stadt darf man das am Sonntag) war ich also immer wieder am Lesen. Und siehe da, ich schaffte den Text auch fertig – abends um halb 12, mit wässrigen Augen vor dem Laptop und ich könnte schwören, auf den letzten zwei Seiten verwandelten sich die Buchstaben in kleine Käfer, die Macarena tanzten.
Dehnbare Arbeit
Das Ganze erinnerte mich an die Parkinson’schen Gesetze, die uns Stefan Rieder in der Politikwissenschaftsvorlesung zur Policy-Analyse im Herbstsemester 2019 vorstellte. Cyril Northcote Parkinson war ein britischer Historiker und Soziologe, der 1955 in einem satirischen Beitrag einer Zeitung über seine Beobachtungen schrieb.
Das erste Parkinson’sche Gesetz lautet: «Arbeit dehnt sich genau in dem Mass aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.» Parkinson selbst bezog sich dabei auf seine Beobachtungen in der Bürokratie, aber soll mir noch jemand sagen, er/sie hätte kein persönliches Beispiel für dieses Gesetz. Bevor ich diesen Blogbeitrag schreiben konnte, musste ich nämlich auch noch unbedingt den Karton für die Entsorgung bündeln.
Meine lieben Pekannüsse
Der britische Soziologe veröffentlichte anschliessend noch weitere Gesetze, dabei unter anderem dieses: «Die auf einen Tagesordnungspunkt verwendete Zeit ist umgekehrt proportional zu den jeweiligen Kosten.»
Er bezog sich dabei auf einen Finanzausschuss, der bei einer Sitzung einen Atomreaktor – Kostenpunkt 10 Millionen Dollar – innerhalb weniger Minuten bewilligte. Die Entscheidung über die Kaffeekosten für einen anderen Ausschuss nahm dagegen Stunden in Anspruch. Die Kosten dafür: einige wenige Dollar monatlich.
Auch dieses Gesetz spricht mir aus meiner Studiseele. Nach einigen Jahren im Arbeitsleben brauche ich nun wieder Zeit und Geld fürs Studium, was mir letzthin vor einem Regal in der Migros plötzlich sehr bewusst wurde. Die Walnüsse waren billiger als die Pekannüsse. Ich mag Pekannüsse aber lieber, die schmecken angebraten so toll auf dem Risotto … Ja, ich verbrachte einige Zeit vor dem Regal und entschied mich halbmotiviert für die Walnüsse.
Aber welch ein Freudentag ein paar Wochen später, als die Pekannüsse Aktion waren! Hingegen die grösseren Kosten, die ich anpassen könnte, beispielsweise bei den Versicherungen … Ach, ich habe da immer sehr schnell entschieden, dass das zu wenig bringt. Und überhaupt, ich muss ja noch Wäsche waschen!
Noch mehr Geld (und Pekannüsse)
Zum Thema Geld hat Parkinson übrigens noch ein weiteres Gesetz festgehalten: «Die Ausgaben steigen stets bis an die Grenze des Einkommens.» Hätte ich also gleich viel Lohn wie vorher – ich würde es trotzdem irgendwie loswerden. Vielleicht mit einer Patenschaft für einen Pekannussbaum in Mississippi.
Ja
Nein