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Der 91-jährige Warren Buffett erhöhte sein Investment in Occidental Petroleum zwischen dem 9. und 11. März um 1,5 Milliarden Dollar. Dies, nachdem seine Investmentfirma Berkshire Hathaway schon in vorhergehenden Woche 4,5 Milliarden in das Öl- und Gasunternehmen aus dem US-Bundesstaat Texas gesteckt hatte (cash.ch berichtete).
Mit seinen letzten Zukäufen steigen die von Berkshire Hathaway gehaltenen Anteile um 30 Prozent auf 118 Millionen Aktien. Der Gesamtwert seines Investments summiert sich auf 6,9 Milliarden Dollar. Warren Buffett besitzt damit 13 Prozent aller Aktien von Occidental Petroleum.
Zusätzlich hält das "Orakel aus Omaha" bereits Vorzugsaktien im Wert von 10 Milliarden Dollar an dem Öl- und Gasunternehmen sowie Optionsscheine zum Kauf von 83,9 Millionen Stammaktien zu einem Ausübungspreis von 59,62 Dollar. Wenn die Aktien über dieses Niveau steigen, kann Berkshire seine Optionsscheine ausüben und die daraus resultierenden Aktien mit Gewinn verkaufen.
Warren Buffett und sein Team erhielten die Vorzugsaktien und Optionsscheine im Austausch dafür, dass sie Occidental 10 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt haben, um die Übernahme von Anadarko Petroleum im Jahr 2019 zu finanzieren. Berkshire Hathaway erhält durch die Vereinbarung etwa 800 Millionen Dollar pro Jahr, dank der jährlichen Dividende von 8 Prozent auf die Vorzugsaktien.
Occidental Petroleum hat Rückenwind
Vom Ausübungspreis der Optionsscheine ist die Aktie mit einem Kurs von knapp 58 Dollar nicht weit entfernt. Seit Jahresbeginn haben sich die Papiere im Wert bereits mehr als verdoppelt, wobei allein in den letzten zwei Wochen ein Kursplus von 50 Prozent zu Buche steht. Einerseits hat der Zukauf von Warren Buffett die Aktie nach oben getrieben, andererseits sind die Öl- und Gaspreise im Zuge des Ukraine-Kriegs stark angestiegen, was dem Geschäft von Occidental Petroleum, das täglich 1,2 Millionen Barrel Öl fördert, zugutekommt.
Der Aufwärtstrend bei der Energieaktie dürfte noch nicht vorbei sein. Goldman Sachs hat letzte Woche die Prognose zu der Ölsorte Brent für das laufende Jahr auf 135 Dollar pro Barrel erhöht. Das liegt 22 Prozent über dem aktuellen Preis von 110 Dollar. Für das nächste Jahr rechnet die US-Grossbank mit 115 Dollar.
Hat Warren Buffett mit Occidental Petroleum grösseres vor?
Die Umfrangreichen Zukäufe bei Occidental Petroleum wirft Fragen auf. Will Buffett zukünftig das Unternehmen sogar ganz übernehmen? Immerhin beläuft sich der Cash-Bestand von Berkshire Hathaway auf beinahe 150 Milliarden Dollar, wobei 80 Milliarden davon für Investitionen vorgesehen sind. Die letzte grössere Übernahme von Buffet geht auf das Jahr 2016 zurück, wo er Precision Castparts für über 30 Milliarden aufkaufte.
Für eine zukünftige Komplettübernahme spricht, dass Buffett mit Chevron bereits eine Öl-Wette getätigt hat und diese hätte ausbauen können. Einen Zukauf beim Ölgiganten hätte er nicht öffentlich machen müssen - Buffett agiert gerne heimlich und ruhig. Die Investorenlegende mag zudem Übernahmen von Unternehmen, die auf die USA fokussiert sind. Occidental Petroleum produziert 80 Prozent seines Outputs im Inland.
Er kennt zudem das Unternehmen und das Management sehr gut, ist er dort doch schon lange investiert. Das Management würde einem Deal vermutlich Gegenliebe entgegenbringen, mussten sie sich mehr als zwei Jahre lang mit dem aktivistischen Investor Carl Icahn herumschlagen, der sein Investment in das Unternehmen erst kürzlich verkauft hat.
Occidental Petroleum hat mit einer Marktkapitalisation von 54 Milliarden Dollar die richtige Grösse für Berkshire Hathaway. Auch liegt das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 11, was dem Value-Investor Buffett sicherlich zuspricht. Die öffentlichen und aggressiven Käufe der Aktien von Occidental Petroleum könnten sehr wohl bedeuten, dass Buffett mehr im Sinn hat, als nur eine passive Beteiligung an dem Unternehmen zu halten.