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Viele Hunde trinken chronisch zu wenig
Mit den ersten warmen Tagen des Jahres wird ein Thema wichtig, das von vielen Hundehaltern unterschätzt wird: die tägliche Sicherstellung einer ausreichenden Flüssigkeitsversorgung des Hundes.
Mit den ersten warmen Tagen des Jahres wird ein Thema wichtig, das von vielen Hundehaltern unterschätzt wird: die tägliche Sicherstellung einer ausreichenden Flüssigkeitsversorgung des Hundes.
Viele Hundehalter gehen davon aus, dass der Hund selbst weiss, wieviel er trinken sollte. Wie bei uns Menschen, trinken jedoch auch viele Tiere zu wenig. Wasser ist der wichtigste Bestandteil der täglichen Ernährung. Hundehalter sollten das Trinkverhalten deshalb vor allem im Sommer gut beobachten.
Unterschätztes Problem
Viele Hundehalter gehen davon aus, dass der Hund selbst weiss, wieviel er trinken sollte. Wie bei uns Menschen, trinken jedoch auch viele Tiere zu wenig. Studien zeigen, dass etwa jeder sechste Hund chronisch zu wenig trinkt. Wenn Hunde zu wenig trinken, spricht man von Hypodipsie. Stellen Hunde das Trinken sogar komplett ein, dann bezeichnet man dies als Adipsie. In beiden Fällen sollte der Hundehalter aktiv werden und die Gründe für das Verhalten des Hundes suchen. Im nachfolgenden Text soll die Bedeutung des Trinkens beleuchtet und konkrete Tipps für die Förderung des Trinkverhaltens gegeben werden.
Bedeutung des Trinkens
Trinkwasser ist ein wichtiger Bestandteil des täglichen Bedarfs und der allgemeinen Ernährung eines Hundes. Wasser ist der Hauptbestandteil gesunder, lebender Körperzellen. Ohne Wasser kann der Körper eines Hundes nicht richtig funktionieren.
Wasser übernimmt wichtige Funktionen innerhalb des tierischen Körpers. Es hilft bei der Verdauung von Futter und hilft dem Körper, die Nährstoffe aufzunehmen. Insbesondere bei warmen Temparaturen dient es zur Abkühlung des Körpers und zur Aufrechterhaltung einer normalen Körpertemperatur. Die Gelenke werden durch die Flüssigkeit geschmiert, das Rückenmark und andere innere Gewebe werden durch Feuchtigkeit gepolstert. Dies erleichtern die Bewegung. Wasser befördert wichtige Nährstoffe in die Körperzellen und schwemmt nicht benötigte Stoffe wieder aus. Schadstoffe werden durch Wasserlassen und Stuhlgang aus dem Körper entfernt. Grundsätzlich benötigt jede wichtige Körperfunktion Wasser, weshalb bei anhaltendem Wassermangel wichtige Organe geschädigt werden können.
Wieviel sollte der Hund trinken?
Die Flüssigkeitsaufnahme ist absolut zentral für Hunde, denn insbesondere bei viel körperlicher Bewegung, der Abgabe von Trockenfutter und hohen Temparatueren steigt der Flüssigkeitenbedarf massiv an. So sollten Hunde täglich 35 bis 100 ml Wasser je Kilogramm Körpergewicht konsumieren. Die Bandbreite der normalen täglichen Trinkmenge ist stark variabel. Das Trinkverhalten und die individuelle Bedarfsmenge ist von vielfältigen Einflussfaktoren abhängig, zum Beispiel vom Körpergewicht, der Art und Menge des Futters, der körperlichen Aktivität und natürlich auch von der Temperatur. Ein Beispiel: ein Hund mit 20 kg Körpergewicht benötigt durchschnittlich ca. 1.0 Liter Wasser pro Tag. Bei hoher Aktivität und der Fütterung mit Trockenfutter steigt die empfohlene Wassermenge aber auf 3.0 Liter Wasser pro Tag. Trächtige, säugende oder kranke Tiere benötigen teilweise klar mehr Flüssigkeit und insbesondere nach Operationen wird empfohlen den individuellen Bedarf zusammen mit dem Tierarzt zu besprechen. Beobachte das Trinkverhalten deines Hundes über mehrere Tage ganz gezielt und notiere dir, wie viel dein Hund trinkt. So kannst du feststellen, ob dein Hund genug trinkt.
Wie kann der Hund zum Trinken animiert werden?
Doch wie kann nun der eigene Hund zu mehr Flüssigkeitsaufnahme animiert werden? Dazu schlagen Fachleute unterschiedliche Tipps vor und mit dem eigenen Hund muss getestet werden, welche Tricks am besten funktionieren.
Die Abgabe des Futters stellt für Hunde oft ein Höhepunkt des Tages dar und wird entsprechend zelebriert. Das Auffüllen des Wassernapfs erfolgt dagegen oft danach und eher unauffällig, so dass der Hund dies teilweise kaum realisiert. Drehe diese Routine um und fülle bewusst zuerst das Wassser auf und gebe erst dann Futter ab, wenn der Hund getrunken hat. Fixe Rituale und bekannte Abläufe unterstützen den Hund in seinem Trinkverhalten. Den Wassernapf einige Minuten vor dem Futternapf zu füllen, hilft dem Hund dabei, das Trinken über dem Anblick eines gefüllten Futternapfes nicht zu vergessen.
Die richtige Auswahl und Pflege des Wassernapfs kann das Trinkverhalten des Hundes klar positiv beeinflussen. Die Form und das Material des Wassernapfs können den Hund beim Trinken stören, wobei die Vorlieben je nach Hund extrem auseinandergehen. Geräusche und Reflektionen von Edelstahl-Näpfen können einige Tiere abschrecken und Plastik-Näpfe sind teilweise nicht geruchsneutral. Ist der Napf zu klein, dann stösst das Tier mit den Vibrissen (Tasthaare) an den Rand, was das Tier teilweise als störend empfindet. Wechseln Sie deshalb allenfalls einmal den Wassernapf und beobachten Sie das angepasste Trinkverhalten. Eine tägliche Reinigung des Wassernapfes beugt einer Verunreinigung mit Bakterien vor. Erfolgt diese lediglich mit heissem Wasser, so kann die feine Hundenase nicht durch den Geruch von Spülmitteln gestört werden.
Geschmack im Wasser kann teilweise dazu führen, dass der Hund kurzfristig allenfalls leicht irritiert ist, aber langfristig mehr trinkt. Auf dem Markt werden endlich auch professionelle Mittel angeboten, die dem Hund beim Trinken eine Auswahl bieten und dabei die Gesundheit gezielt fördern können.
Auch die Temperatur des Wassers ist entscheidend, denn Forscher der Universität Budapest haben herausgefunden, dass Hunde selbst ohne Berührung über die Nase Wärmestrahlung spüren können und deshalb nicht mit trinken starten. Die ideale Temperatur des Trinkwassers ist 15 bis 20 Grad. Zu kaltes Wasser kann den Magen reizen, zu warmes Wasser steht der Funktion einer effizienten Abkühlung des Körpers entgegen.
Dein Hund dankt es dir, wenn du zukünftig stärker auf sein Trinkverhalten achtest.