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Simon Stocker (SP) erobert Ständeratssitz von Thomas Minder
Die Schaffhauser Sozialdemokraten schicken erstmals seit 1991 wieder einen Ständerat nach Bern. Simon Stocker eroberte im zweiten Wahlgang den Sitz des parteilosen Thomas Minder.
Die Schaffhauser Sozialdemokraten schicken erstmals seit 1991 wieder einen Ständerat nach Bern. Simon Stocker eroberte im zweiten Wahlgang den Sitz des parteilosen Thomas Minder.
Stocker erhielt 15'769 Stimmen, auf Minder entfielen 13'504 Stimmen, wie die Schaffhauser Staatskanzlei mitteilte. Die Stimmbeteiligung betrug 67,2 Prozent.
Der 42-jährige Stocker erzielte vor allem in der Stadt Schaffhausen, wo rund die Hälfte der Bevölkerung des Kantons lebt, deutlich mehr Stimmen als Minder. Stocker war von 2013 bis 2020, damals noch als Politiker der Alternativen Liste, Mitglied des Schaffhauser Stadtrats. Beruflich ist er als selbständiger Altersexperte tätig.
Der 62-jährige Minder ist Unternehmer und wurde als Initiant der Abzocker-Initiative national bekannt. Er wurde 2011 in den Ständerat gewählt. Er schloss sich nach seiner Wahl zwar der SVP-Fraktion an, blieb jedoch parteilos.
Dass eng werden würde für Minder, stand nach dem ersten Wahlgang fest, da er weniger Stimmen holte als Stocker. Nur der bisherige Ständerat Hannes Germann (SVP) erreichte im ersten Wahlgang das absolute Mehr.
Krach in der FDP vor dem zweiten Wahlgang
Die FDP zog anschliessend ihre eigene Kandidatin zurück und empfahl Minder zur Wahl - nachdem sie seinen Sitz bei den Wahlen 2015 und 2019 jeweils mit eigenen Kandidaten angegriffen hatte. Dies sorgte in den vergangenen Wochen für einen veritablen Streit innerhalb der Partei. Minder konnte nicht mit der geschlossenen Unterstützung der FDP-Wählerschaft rechnen.
Die SVP wiederum empfahl im zweiten Wahlgang ebenfalls Minder. Gereicht hat es dennoch nicht. Mit der Wahl von Stocker stellen die Schaffhauser Sozialdemokraten nun erstmals seit dem Rücktritt von Esther Bührer 1991 wieder einen Ständerat.