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Es ist ein Probiotikum der besonderen Art, das im Gegensatz zu einschlägigen Joghurts ziemlich unappetitlich erscheint.
Bei einer sogenannten Stuhltransplantation wird der filtrierte Darminhalt und damit das komplette Ökosystem der bakteriellen Bewohner von einem gesunden Spender in einen kranken Darm verpflanzt. Anlass für diese unkonventionelle Behandlungsmethode, die in Europa bisher kaum angewendet wird, sind schwere Durchfallerkrankungen durch Bakterien der Sorte Clostridium difficile. Infektionen mit diesem Keim nehmen in den letzten 30 Jahren stetig zu. Durch häufige Antibiotika-Einnahmen kann das eingespielte Bakteriengleichgewicht im Darm aus den Fugen geraten, und Clostridien gewinnen die Oberhand. Schwere Magenkrämpfe, immer wieder Durchfälle und Fieber sind die Folge.
In über 90 Prozent der bisher in der Fachliteratur beschriebenen Fälle konnte eine Stuhltransplantation die ersehnte Genesung bringen. Die Darmflora normalisierte sich, die Keime verschwanden. Doch bisher wird die Therapie nur versuchsweise angewendet. Das könnte sich bald ändern. Denn für den Sommer
2013 werden aus Kanada die ersten Ergebnisse dreier klinischer Studien erwartet, die eine Wirksamkeit der Therapie gegenüber Kontrollgruppen sauber belegen sollen. Möglicherweise könnten dann auch Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung wie der Colitis Ulcerosa vermehrt von einer
Stuhltransplantation profitieren. Erste Ergebnisse weisen zumindest auch hier auf eine Verbesserung der Krankheitssymptome durch die Übertragung einer gesunden Darmflora hin.
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