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Dr. med. Stefan Tschopp
Die Gastroenterologie/Hepatologie im Spital Limmattal befasst sich mit der Abklärung und Therapie bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Leber. Ausgewiesenes Fachpersonal mit langjähriger Erfahrung führt die Untersuchungen durch, berät und betreut die Patienten. Dank dem medizinischen Fortschritt sind heute viele Krankheiten effizient und schonend therapierbar. Bis zu 45% der Bevölkerung leiden mindestens einmal pro Monat an einem Sodbrennen. Oft ist die Ursache eine sogenannte Refluxerkrankung. Dabei gelangt Magensäure in die Speiseröhre. Zwischen 2 und 10% der Bevölkerung entwickeln dadurch eine Entzündung der Speiseröhre, die endoskopisch (im Rahmen einer Magenspiegelung) sichtbar ist. In erster Linie ist eine Schwäche im unteren Schliessmuskel der Speiseröhre für den Reflux (Rückfluss vom Magen in die Speiseröhre) verantwortlich. Übergewicht, Schwangerschaft und einige seltene Erkrankungen wie Sklerodermie begünstigen diesen Prozess. Die Behandlung dieser Erkrankung erfolgt oft medikamentös. Manchmal braucht es jedoch auch eine Operation, um den unteren Schliessmuskel der Speiseröhre mithilfe einer Manschette des Magens zu verstärken. Professor Dr. med. Urs Zingg, Chefarzt Chirurgie am Spital Limmattal, ist ein anerkannter Experte dieser Operation. Die chronische Entzündung kann Verengungen im unteren Teil der Speiseröhre mit Schluckschwierigkeiten verursachen. Oft können diese endoskopisch behandelt werden. Des weiteren kann die chronische Exposition mit Säure zu einer Umwandlung der Schleimhaut in der Speiseröhre führen. Diese «umgewandelte» Schleimhaut nennt man Barrettschleimhaut (nach ihrem Erstentdecker). 3 bis 15% der Patienten mit einer Refluxerkrankung entwickeln einen Barrett-Ösophagus (Speiseröhre mit Barrettschleimhaut). Dies kann zu einer bestimmten Krebsart der Speiseröhre führen, dem sogenannten Adeno-Carcinom.
Verschiedene Risikofaktoren
Risikofaktoren zur Entwicklung eines Barrett-Ösophagus sind nebst der Refluxerkrankung ein männliches Geschlecht, Übergewicht, ein Alter über 50 Jahren, Rauchen, ein Vorkommen in der Familie und eine Hiatushernie (Zwerchfellbruch). Bei Nachweis von Krebsvorstufen gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. In den letzten Jahren hat sich die sogenannte Radiofrequenzablation durchgesetzt, die wir neu auch im Spital Limmattal anbieten. Mit einem Katheter wird die veränderte Schleimhaut oberflächlich mit Strom behandelt, sodass dieser Teil (mit den Krebsvorstufen) abstirbt und die ursprüngliche Schleimhaut wieder nachwächst. Diese Methode ist sehr schonend und wird ambulant oder kurzstationär im Rahmen einer Magenspiegelung angewandt. Je nach Grösse des zu behandelnden Areals braucht es mehrere Sitzungen. Krebsformen im Frühstadium müssen zuerst endoskopisch entfernt werden, was wir ebenfalls am Spital Limmattal anbieten. Je nach Eindringtiefe ist jedoch eine Operation dann unumgänglich, sodass wir diese Fälle in der Gastroenterologie jeweils interdisziplinär mit den Kolleginnen und Kollegen der Chirurgie besprechen, um die bestmögliche Therapie für den Patienten zu erzielen. Zusammenfassend können wir mit der Methode der endoskopischen Radiofrequenzablation neu im Spital Limmattal Patientinnen und Patienten mit Krebsvorstufen in der Speiseröhre schonend behandeln.
Dieser Artikel wurde am 20. Februar 2018 in der Limmattaler Zeitung publiziert.
Autor
Dr. med. Stefan Tschopp
Leiter Gastroenterologie/Hepatologie
Spital Limmattal
Sekretariat Gastroenterologie/Hepatologie
Urdorferstrasse 100
8952 Schlieren
+41 44 733 24 27