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Das albanische Parlament hat die Öffnung der Archive der kommunistischen Geheimpolizei beschlossen. Wer von der gefürchteten Sigurimi überwacht wurde oder mit ihr zusammenarbeitete, soll Einblick in die Akten erhalten können.
Ein fünfköpfiges Komitee entscheidet im Einzelfall darüber und soll auch Unbedenklichkeits-Bescheinigungen für Bewerber ausstellen, die im Staatsdienst arbeiten oder bei Wahlen antreten wollen. Auch Institutionen sollen Zugang erhalten können.
Jeder Fünfte ein Spitzel
Unbestätigten Schätzungen zufolge sollen ab 1944 rund 20 Prozent der Albaner mit der Geheimpolizei zusammengearbeitet haben. Westliche Geheimdienstkreise gehen davon aus, dass während des Kommunismus bis zu 10'000 Menschen für die Sigurimi gearbeitet haben.
Nach dem Sturz des Kommunismus Anfang der 90er Jahre wurde die Geheimpolizei aufgelöst. Ein Grossteil ihrer Akten wurde bis 1997 zerstört. Während des Kommunismus wurden mindestens 7000 Oppositionelle getötet, mehr als 100'000 wurden in Arbeitslager gebracht.
(sda/chb)