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Einwurf 31: Michael Jackson und Mozart
Es gibt immer wieder Leute, die vergleichen in allem Ernst Michael Jackson mit Wolfang Amadeus Mozart. Superstars der Musik seien sie gewesen. Aber das ist an den Haaren herbeigezogen. Wer die beiden auf die gleiche Ebene hebt, hat vielleicht von Showbusiness etwas verstanden, von Musik aber ziemlich wenig. Michael Jackson wäre nie im Leben in der Lage gewesen, eine Oper vom Format des «Figaro», des «Don Giovanni» oder der «Zauberflöte» zu komponieren. Was hier an Soziologie, Psychologie, Dramaturgie, Themenführung, Melodienreichtum und Orchestrierung zusammenprallt, ist geradezu extraterrestrisch. Dazu kommt der ganze Kosmos aller anderen Kreationen von Mozart: Weitere Opern, Orchesterwerke, Kammer- und Klaviermusik, das Requiem usw., d.h. sicher 100 absolute Spitzenwerke von mindestens 15 Minuten Aufführungsdauer.
Dagegen stehen «Thriller» und eine Hand voll kurze Evergreens mit zahlreichen Wiederholungen. Die wurden zwar weltweit abermillionenfach verkauft, aber das hat mehr mit massentauglichem Kommerz als mit Qualität zu tun. Sogar bei den grössten (Pop-)Musikern aller Zeiten des «Rolling Stone» schaffte es Michael Jackson nie unter die Top 20.
Der Vergleich hinkt auch insofern, als klassische Spitzenwerke zeitlos reproduziert werden, die Popmusik hingegen meistens gleich zusammen mit ihrer Gruppe stirbt. Allein die Beatles können da noch etwas dagegenhalten, aber Franz Schubert schrieb 600 Lieder und ebenfalls noch einiges dazu….