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Power Purchase Agreements (PPA) sind Energieabnahme-Geschäfte, welche zwischen den Energieproduzenten und Energieverbrauchern abgeschlossen werden. Diese können über Kurz- (1-4 Jahre) oder Langfristhorizont (5-15 Jahre) abgeschlossen werden.
Das wohl bekannteste PPA ist ein Onsite-PPA mit einem Photovoltaik- oder einem Biomasse-Kraftwerk hinter dem Netzanschluss, welches durch einen Dritten erstellt wird (auch als «Contracting» bekannt). Der Vorteil von Onsite-PPAs ist, dass die Netzkosten der Produktion ebenfalls gespart werden, d.h. es gibt einen doppelten finanziellen Vorteil.
Bei Kraftwerken, die direkt ins Stromnetz einspeisen, sprechen wir über virtuelle PPA. Das bedeutet, die Standorte des Produzenten und des Verbrauchers sind hinter verschiedenen Netzknoten und die Energie wird über das Verteilnetz transferiert und der Nachweis des direkten Energiebezugs kann nur über virtuelle Bilanzierung erfolgen. Solche virtuelle PPA können beliebige Komplexitätslevels erreichen, da die Parteien sich untereinander einigen können, welche Risiken der Käufer übernimmt und welche beim Verkäufer bleiben.
Für unabhängige Energieproduzenten ist oft eine Abnahme der Form von «pay-as-produced»- Verträgen interessant, da sie die Risiken nicht über die Strombörse oder eine Bilanzgruppe managen können. Bei pay-as-produced-Verträgen wird die gesamte Energie am Messpunkt des Kraftwerks dem Portfolio des Käufers zugeordnet und hat für ihn ähnliche Auswirkung wie eine Energietranche aus dem Termingeschäft. Der grösste Unterschied besteht darin, dass das Produktionsprofil beim Abschluss noch nicht genau bekannt ist. Das heisst es entstehen Kosten für Spotausgleich und Ausgleichsenergie. Grössere Energieversorger sind gewohnt mit solchen Unsicherheiten umzugehen und sind üblicherweise die erste Anlaufstelle für den Energieproduzenten.
Die pay-as-produced-Verträge können auch für Verbraucher mit hohem Energiebedarf interessant sein, da die Auswirkungen auf die Wertigkeit des Residualprofils oft nur gering sind und der Vorteil eines Bezugs der erneuerbaren Energie mit «Additionality»-Effekt einen Mehrwert für das Unternehmen darstellt (z.B. RE100-Unternehmen). Additionality-Effekt haben PPA für Kraftwerke, die aufgrund der Geldflüsse eines PPA neu erstellt werden, d.h. einen effektiven Beitrag an CO2-Reduktion im Energie-Produktionsmix bewirken.