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(ital. partizione; frz. partition; engl.
full score), in der
Musik diejenige Aufzeichnung eines mehrstimmigen Tonstücks, welche alle verschiedenen
Stimmen oder
Teile
(parti) so über- und untereinander stehend vereinigt, daß man sie mit einem
Blicke übersehen und insgesamt
fortlaufend verfolgen kann. Auf
Grund einer Partitur leitet der Dirigent die Aufführungen. In einer vollständig ausgearbeiteten
Direktionspartitur ist jede Singstimme und jedes
Instrument auf einer besondern Linie verzeichnet und sämtliche Linien stehen
untereinander, durch Taktstriche verbunden, wodurch nicht nur die Beteiligung der verschiedenen
Stimmen an der
Harmonie bei
jedem Tonschritt deutlich übersehen, sondern auch der gemeinsame Fortgang aller dieser
Stimmen veranschaulicht
wird.
Die Ordnung der Linien oder Partien von oben nach unten richtet sich bei Vokalstücken, Quartetten und ähnlichen Werken
gleichartiger
Stimmen einfach nach der Höhe und
Tiefe dieser
Stimmen; in größern Orchesterstücken nehmen gewöhnlich die
Blasinstrumente den obern und die
Saiteninstrumente den untern
Teil der Partitur ein, in Gesangwerken mit Orchesterbegleitung
stehen die Singstimmen unten, gewöhnlich zwischen
Viola und
Grundbaß. Doch kommen
Abweichungen von diesen Anordnungsarten
häufig vor. Die Kunst des Partiturlesens und des Partiturspielens (auf dem
Klavier) setzt zuerst die Fähigkeit voraus, Wesentliches
vom Unwesentlichen zu unterscheiden, und fordert gründliche Ausbildung im
Theoretischen und lange
Übung.
Der Gebrauch von Partitur datiert erst aus dem 17. Jahrh.
JosephFranz Maria, Geograph, geb. zu Schreiberhau in
Schlesien,
[* 4] studierte 1869-74 in
Breslau
[* 5]
Philologie,
alte Geschichte und Geographie, wurde 1876 außerord., 1884 ord. Professor der Erdkunde
[* 6] in
Breslau. Er veröffentlichte: «Itineraria
Africae veteris» (Bresl. 1874),
das Verzeichnis der Grundstücke nach den einzelnen, besonders abgegrenzten sowie durch Verschiedenheit
der Kulturart und
Bonität näher bestimmten Bodenparzellen, im Gegensatz zum Gutskataster, wo der Gesamtbesitz
eines und desselben Eigentümers in jeder Gemarkung die Einheit der Katastrierung bildet.
Übrigens besteht auch neben dem
Parzellarkataster stets eine sog.
Mutterrolle (s. d.), in der zum Zweck der Steuererhebung die einzelnen Eigentümer
mit Angabe der ihnen gehörenden Grundstücke eingetragen sind.
derHeld und Mittelpunkt des großen gleichnamigen Gedichts von
Wolfram (s. d.) von
Eschenbach.
Seine Sage wurzelt in einem kelt., wohl wallisischen Dümmlingsmärchen, dessen
Held (Peredur), von der
Mutter einsam erzogen,
ihr entläuft und seinen erschlagenen
Vater kindisch unwissend rächt; so noch in einem engl. Spielmannsliede des 14. Jahrh.
Auch die altirische Cuchuliensage zeigt verwandte Züge. Dies
Märchen wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrh.
mit der Sage vom heil.
Gral (s. d.) verbunden, wahrscheinlich in
Frankreich; der schöne Dümmling erwirbt schließlich durch
seine
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mehr
Seelenreinheit Anteil an dem Gral oder gar Herrschaft über ihn. In dieser Verbindung erscheint die Sage um 1175 in dem Gedicht
«Li Contes del Gral» von Chretien de Troyes (s. d.), das Wolfram seinem Epos zu Grunde legte, aber mit voller Freiheit umgestaltete
und aus eigener Erfindung erweiterte; daß er sich auf einen Provençalen Kyot (s. d.) beruft, ist wohl
nur Fiktion. Aber auch in Frankreich wurde Chrétiens Werk in der ersten Hälfte des 13. Jahrh. von Gantier, Mennessier und
Gerbert de Montreuil nacheinander fortgesetzt.
Andere franz. Dichter machten sich an Neudichtungen des Stoffes (so Robert de Voron), die wir zum größten
Teil nur aus spätern Prosaauflösungen kennen. In franz. Bearbeitung kehrte die Parzivalsage
sogar über den Kanal
[* 14] zurück und liegt z. B. dem wallisischen Mabinogion von Peredur zuGrunde. Rich.
Wagner gestaltete die Sage zu einem Bühnenweihfestspiel, das er, verleitet durch eine falsche Etymologie des Namens Parzival (=
reiner Thor) aus dem Arabischen, die Görres wagte, «Parsifal» nannte. -
Vgl. Hertz, Die Sage von Parzival und
vom Gral (Berl. 1882).