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Die Nordisch-Weltmeisterschaften in Oberstdorf enden mit einem Drama – ein Blick zurück auf sonderbare Tage.
Johannes Klaebo ist als Erster im Ziel, wird aber disqualifiziert, Alexander Bolschunow schaut, was von seinem rechten Stock geblieben ist.
- Bolschunows Statement. Die 50 Kilometer sind die Königsdisziplin im Langlauf und der letzte Wettkampf der Nordisch-WM. Dramatischer war noch kein Fünfziger, erst 80 Minuten nach dem Zieleinlauf stand der Sieger fest, es war nicht der gleiche wie zuvor. Johannes Klaebo wurde disqualifiziert, er hatte, so der Entscheid der Jury, Alexander Bolschunow auf der Zielgeraden behindert. Es war ein umstrittenes Urteil, der extreme Ausfallschritt des Russen in Richtung Klaebo machte die Sache nicht einfacher. Bolschunow allerdings nützte die Disqualifikation des Norwegers wenig, er will gewinnen, der Rest interessiert ihn nicht. Beim Rencontre war auch noch sein rechter Stock gebrochen, Emil Iversen profitierte gleich doppelt – der Norweger überspurtete Bolschunow und war nach Klaebos Disqualifikation plötzlich Weltmeister. Bei der Siegerehrung steht rechts von Iversen ein geknickter Bolschunow, der Blick geht zu Boden oder in die Leere, die Silbermedaille hält er in der rechten Hand, um den Hals hängt er sie nicht, es ist ein Statement. Dank Klaebos Disqualifikation rückte Dario Cologna auf Rang 9 vor, andernfalls wäre er an seinen siebenten Weltmeisterschaften erstmals ohne einstellige Klassierung geblieben. Das Rennen fügte sich ins Gesamtbild der letzten drei Saisons, im Vergleich mit den Besten fehlt etwas. Einfacher werde es nicht, sagte Cologna, «es gibt nichts schönzureden». Aber immerhin sei er noch stark genug, dass er von einer fünften Olympiamedaille in Peking träumen dürfe.