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„Eine gesegnete Heimsuchung vor Weihnachten!“
Liebe Schwestern und Brüder
Jedes Jahr am letzten Adventssonntag, dem Sonntag vor Christi Geburt, hören wir das Evangelium über die selige Jungfrau Maria. In diesem Jahr wird uns im Lukasevangelium von der Begegnung der Mütter berichtet: Maria und Elisabeth. Zwei werdende Mütter, eine ist alt, eine ist jung. Elisabeth war im sechsten Monat schwanger, bei Maria hatte die Schwangerschaft gerade begonnen. Es war zu dieser Zeit, als Maria ihre ältere Verwandte Elisabeth besuchte. Sie reiste von ihrem Haus in Nazareth, oben in Galiläa, hinunter zum Haus von Elisabeth und ihrem Mann Zacharias im Bergland von Juda. Durch das Leben zweier schwangerer Frauen bietet dieser Text ein bedeutender Hinweis für unsere nahende Erlösung.
Elisabeth ist alt; zu alt, um schwanger zu sein. Sie schien unfruchtbar zu sein, aber durch die Gnade Gottes ist sie schwanger. Maria ist jung und eine Jungfrau; zu jung, um schwanger zu sein, aber durch die Gnade Gottes ist sie es geworden. Die eine ist verheiratet, die andere unverheiratet. Das Kind der einen ist der Sohn eines Mannes namens Zacharias; das Kind der anderen ist der Sohn Gottes. Die eine wird die Stimme gebären, die in der Wüste rufen wird: „Bereitet dem Herrn den Weg“. Die andere wird das fleischgewordene Wort gebären.
Maria verbringt drei Monate bei Elisabeth (Lk 1,56). Der Evangelist Lukas erzählt uns jedoch nichts: Was sie taten, wohin sie gingen, worüber sie sprachen oder wie sie ihre Zeit verbrachten. Stattdessen konzentriert sich Lukas ausschließlich auf die Begrüßung, die stattfindet. Der Kern dieser Geschichte ist jedoch, dass es sich nicht nur um ein Treffen der beiden Mütter handelt. Es ist auch die erste Begegnung mit den beiden kleinen Jungen, die sie in sich tragen. Vor allem der kleine Junge, den Maria in sich trägt, macht dies – sowohl für die Menschen, die an dieser Geschichte beteiligt sind, als auch für uns – zu einer „gesegneten Heimsuchung“.
Beim Klang von Marias Gruß wird Elisabeth mit dem Heiligen Geist erfüllt. Sie erkennt und grüßt mehr als ihre jüngere Cousine. Sie umarmt die Göttlichkeit, die Maria in sich trägt. Sie erkennt Maria als die Mutter ihres Herrn. An diesem Tag grüßt Elisabeth die Erlösung. Ja, wenn Jesus das Haus betritt, erhält man all diese Segnungen mit ihm. Das ist genug, um jemanden vor Freude hüpfen zu lassen, wie Elisabeth zu Maria sagt: „In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Schoß.“ Beim Klang von Marias Gruß hüpft Johannes, der Vorläufer, vor Freude in Elisabeths Schoß – der ungeborene Prophet begrüßt den ungeborenen Messias.
Das Treffen der Mütter ist ein Treffen zweier großer Frauen des Glaubens. Sowohl Maria als auch Elisabeth sind wunderbare Beispiele für uns. Sie glauben den Worten des Herrn, und sie empfangen seine Gaben.
Es war ein Treffen der Mütter, ja. Aber vergesst die Jungen nicht! Sie treffen sich auch, Jesus und Johannes tun es. Und wo immer Marias kleiner Junge hingeht, bringt er Segen mit sich. Schon im Mutterleib brachte er Segen und Freude in das Haus von Elisabeth und Zacharias. Und Jesus bringt auch Segen und Freude in unsere Häuser. Wenn wir uns mit unserer Familie zu Weihnachten versammeln, bringt Jesus die Freude mit sich. Wenn wir uns hier mit unserer Kirchenfamilie im Gottes Haus versammeln, ist Christus mit Sicherheit anwesend, um uns mit seinen Gaben zu segnen. Christus ist hier und besucht uns mit seiner Gnade und Gunst. Und das macht diesen Besuch zu einer gesegneten Begegnung. Amen.