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| Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 2 (310—401)

Damasus I. (366 — 384)
Verlorengegangene Schriften
Verlorengegangene Schriften
1. Schreiben des Athanasius und 90 anderer ägyptischen, in Alexandrien versammelten Bischöfe an Damasus über Auxentius v. J. 369, in welchem dieselben ihrer Verwunderung Ausdruck geben, daß Auxentius, arianischer Bischof von Mailand, welcher nicht nur ein Arianer, sondern auch mit vielen Verbrechen belastet sei, noch nicht aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen wurde, da doch Ursacius und Valens, die gleiche Gesinnung mit ihm haben, ausgestoßen seien. (Cf. ep. Athanas. ad Afros n. 10.)
2. Synodalschreiben des P. Damasus über die gemeinsame Verurtheilung des Auxentius, Ursacius, Valens, Gajus v. J. 370.
Dasselbe ist jedenfalls als Antwort des obigen Briefes zu betrachten: Athanasius berichtet in seinem Schreiben an Epictetus, daß zu jener Zeit in Gallien, Spanien und in [S. 402] Rom mehrfache Synoden gehalten und überall einstimmig jene Männer verurtheilt würden; überallhin seien Briefe ergangen mit der Weisung, daß in der katholischen Kirche keine andere Synode genannt werden solle ausser der nicänischen.
3. Gemeinschaftsbrief des P. Damasus für den Apollinaristen Timotheus v. J. 370.
Um das J. 370 kam Timotheus, ein Schüler des Apollinaris, mit einem Empfehlungsschreiben des Athanasius nach Rom, um durch die Verbindung mit dem römischen Bischöfe einen kräftigen Stützpunct zu erlangen und um so sicherer die Lehre seines Meisters verbreiten zu können. Ließ sich Athanasius durch die eifrige Bekämpfung des Arianismus von Seite des Apollinaris täuschen, daß er dem Timotheus ein Empfehlungsschreiben an den Papst mitgab, so dürfen wir uns nicht wundern, daß P. Damasus einem von Athanasius empfohlenen Manne bereitwillig einen Gemeinschaftsbrief ausstellte. Daß diese Gemeinschaft jedoch nur so lange währte, als die Heuchelei und der Betrug des Häretikers, wissen wir aus den oben angeführten Schreiben des Papstes, welche die Verurtheiluna des Apollinaris und seiner Lehre enthalten. (Cf Leontii lib. c. fraud. Apoll. ad calc., Facult. lib. 7, c. 3.)
4. Schreiben des P. Damasus an Paulinus, Bischof von Antiochien, v. J. 373, durch welches der Papst den Paulinus als rechtmäßigen Bischof von Antiochien (gegen Meletius) anerkennt und ihm zugleich großes Lob spendet. (Cf. Basilii ep. ad Ternetium.) [S. 403]
5. Brief des Petrus von Alexandrien an den Papst Damasus und dessen Antwort v. J. 373. Nach dem Tode des hl. Athanasius am 2. Mai 373 wurde Petrus Bischof von Alexandrien und zeigte seine Ordination dem Papste brieflich an. Hierauf übersandte der Papst durch einen Diakon ihm ein Trost- und Gemeinschaftsschreiben. (Cf. Theodoret. Lib. IV. c. 22.)
6. Schreiben des P. Damasus an die Gemeinde von Alexandrien v. J. 378. Petrus wurde von seinem Sitze durch den arianischen Bischof Lucius vertrieben und begab sich, wie sein Vorgänger, nach Rom; als er nach dem Tode des Kaiser Valens zu seiner Kirche zurückkehren konnte, erhielt er ein ähnliches Begleitschreiben, wie Athanasius vom P. Julius, in welchem Damasus den nicänischen Glauben und die Rechtmäßigkeit der Ordination des Petrus bestätigt. (Cf. Socrat. 1. V. c. 37.)
7. Die zwei Briefe des P. Damasus an Paulinus von Antiochien über Vitalis, deren schon in der Einleitung (s. oben S. 287) zu den uns erhaltenen zwei Schreiben des Damasus an Paulinus Erwähnung geschah.
8. Briefe des Papstes Damasus an Acholius, Bischof von Thessalonich und apostolischen Vicar Illyriens. Als Kaiser Gratian im J. 379 das bisher zum west- [S. 404] römischen Reiche und daher auch dem römischen Patriarchate angehörige Illyrien dem oströmischen Reiche einverleibte, sah sich P. Damasus veranlaßt, zur Wahrung seiner Patriarchalrechte daselbst einen apostolischen Vicar zu bestellen in der Person des Bischofes von Thessalonich, der Hauptstadt Illyriens; wir erfahren Dieß aus den oben angeführten Briefen des P. Damasus an Acholius, sowie aus denen des Papstes Innocenz I., zugleich aber ersehen wir aus ihnen, daß wohl die größere Mehrzahl der zwischen dem Papste und seinem Vicar gewechselten Briefe verloren gieng, in welchen Ersterer Instructionen ertheilte, Dieser Bericht erstattete.
9. Schreiben des Acholius an den Papst Damasus über Maximus Cynikus v. J. 380. Der Alexandriner Maximus wußte sich durch Sittenstrenge und eifrige Vertheidigung des nicänischen Glaubens die Liebe und das unbegrenzte Vertrauen des hl. Gregor von Nazianz zu erwerben, lohnte es ihm aber damit, daß er sich insgeheim von einer Partei Constantinopels und von Petrus von Alexandrien unterstützt zum Gegenbischofe von Constantinopel weihen ließ; er mußte jedoch vor dem erbitterten Volke aus der Stadt fliehen, gieng nach Thessalonich zum Kaiser Theodosius, wurde aber auch von da vorzüglich durch die Bemühungen des Acholius, vertrieben. Über alle diese Vorgänge berichtete Acholius in einem eigenen Schreiben an Damasus, wie Dieß aus dem oben unter Num. 9 angeführten Briefe des Damasus erhellt.
10. Das Berufungsschreiben des Papstes Damasus und anderer abendländischen Bischöfe an die in Constantinopel versammelten orientalischen Bischöfe zu einer Synode nach Rom v. J. 382.
Veranlassung, Inhalt und Erfolg desselben lehrt das [S. 405] unter Num. 12 oben enthaltene Antwortschreiben der Orientalen und dessen Einleitung1(s. S. 324).
11. Zwei Briefe des Papstes Damasus an Ambrosius v. J. 382 u. 384. Als im J. 382 Einige im Namen des römischen Senates die Aufstellung des Siegesaltares und die Erneuerung der alten heidnischen Religionsgebräuche beim Kaiser Gratian erbitten wollten, betrieb Damasus die Unterfertigung einer entgegengesetzten Adresse von der großen Mehrheit des Senates, welche er durch Ambrosius dem Kaiser unterbreitete. Dasselbe wiederholte er, als 2 Jahre später der Stadtpräfect Symmachus sich mit jenem Ansuchen an den Kaiser Valentinian wandte. (Cf. Amdrosii ep. 17. n. 10.)
12. Schreiben der Orientalen an den Papst Damasus v. J. 383 (beiläufig). Es ist dieß jener Brief, auf welchen Damasus mit dem unter Num. 13 angeführten Schreiben antwortet.
13. Schreiben des Papstes Damasus für den Stadtpräfecten Symmachus v. J. 384. Derselbe Symmachus, welcher durch seine Anhänglich- [S. 406] keit an den heidnischen Aberglauben dem Papste schweren Kummer bereitete, suchte bei diesem Schutz, als er im Jahre 584 bei den Kaisern Theodosius und Arkadius angeklagt wurde, daß er Personen vom Heiligthume der Kirchen weg zur Folter schleppen, Bischöfe aus entfernten und benachbarten Städten in Ketten gefangen nehmen lasse. Damasus stellte ihm auch ein Zeugniß aus, durch welches er die Grundlosigkeit jener Beschuldigungen vor den Kaisern beweisen konnte. In einer Rechtfertigungsschrift gibt Symmachus aber auch den Christen ein schönes Zeugniß ihrer Unbescholtenheit, da er sagt: „Die Gesetze treffen zwar verschiedene Verbrecher, aber, wie ich erfahren, solche, die dem Christenthume ferne stehen." 2 [S. 407]
1: Aus eben demselben Schreiben schließt Coustant (p. 597 n. XIV.) auf einen Brief des Papstes, in welchem er die von den Orientalen erbetene Bestätigung des Nektarius als Bischof von Constantinopel ertheilt hätte. Wenngleich die Occidentalen nach erhaltenem genaueren Berichte den Maximus Cynikus nicht mehr unterstützten, so ist es denn doch noch fraglich, ob der Papst der Bitte der Orientalen sogleich mit einer förmlichen Bestätigung des Nektarius willfahrt habe. Wenn aber, dann müßten wir nicht bloß einen Brief für Nektarius, sondern mit viel mehr Grund noch zwei weitere für die neu erwählten Bischöfe von Jerusalem und Antiochien annehmen.
2: Daß übrigens auch hiemit die Zahl der diesem Papste angehörenden Schreiben keineswegs erschöpft sei, geht aus den Worten des hl. Hieronymus im Briefe an Ageruchia hervor, wo er sagt: „Als ich den Damasus, den Bischof der römischen Stadt, in seinem amtlichen Briefverkehre unterstützte und auf die Anfragen des Orientes und Occidentes antwortete" u. s. w.