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Felix Salten, geboren 1869 in Budapest, übersiedelte kurz nach seiner Geburt nach Wien. Er arbeitete als Journalist in Wien und Berlin und schrieb, neben seinen erfolgreichen Tiergeschichten, Gesellschaftsromane, Reportagen, Theaterstücke, Enthüllungsbücher über das österreichische Kaiserhaus und den anonym erschienenen Roman Josephine Mutzenbacher. 1938 floh er in die Schweiz. Für 1000 Dollar kaufte ihm Walt Disney die Filmrechte an Bambi ab. Felix Salten starb 1945 in Zürich.
Felix Salten (eigentlich: Siegmund Salzmann) wurde am 6. September 1869 als Sohn einer jüdischen Familie in Budapest geboren. Drei Monate nach seiner Geburt übersiedelten die Eltern nach Wien. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten seines Vaters musste er 1885 den Besuch des Gymnasiums abbrechen, arbeitete zunächst bei der Phönix-Versicherung im Innendienst und wandte sich dem Journalismus zu. Unter dem Pseudonym Felix Salten verfasste er nebenher erste Kurzgeschichten.
Bald begann von Wien aus seine Laufbahn zum prominenten, international gefragten Feuilletonisten. Er schrieb zunächst für die Österreichische Kunst-Chronik, wurde 1886 Mitarbeiter des Unterhaltungsblatts An der schönen blauen Donau, 1890 Mitglied des Literaturvereins Freie Bühne, war 1890 bis 1892 Redakteur der Zeitung Allgemeine Kunst-Chronik, 1893 bis 1898 Burgtheaterreferent und seit 1896 Feuilletonist der Wiener Allgemeinen Zeitung sowie Burgtheaterreferent von Die Zeit (Wien). Ab der Jahrhundertwende schrieb er für fast alle wichtigen deutschsprachigen Zeitschriften und Zeitungen Feuilletons über bildende Kunst, Politik, Theateraufführungen und anderes mehr. 1906 wurde er Verantwortlicher Redakteur der Berliner Morgenpost, kehrte aber 1910 nach Wien zurück.
Früh schon gehörte er zum turbulenten Kreis der Literaten von »Jung-Wien« und war ein Akteur in ihren Debatten, Vergnügungen, Streitigkeiten und Wirrungen im Liebesreigen. 1890 lernte er im Café Griensteidl Vertreter der Bewegung kennen und schloss Freundschaft mit Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Richard Beer-Hofmann, Hermann Bahr und Karl Kraus. Seine Novellen aus dieser Zeit schildern das Großstadtleben, das auch den Hintergrund des ihm zugeschriebenen, anonym erschienenen Romans Josephine Mutzenbacher bildet. Bald kam es zum Zerwürfnis mit Karl Kraus, der Salten und dessen Freunde mit literarischen Mitteln angriff. Am 14. Dezember 1896 kam es zum öffentlichen Eklat: Nachdem Kraus Saltens Beziehung zu Ottilie Metzel, seiner späteren Frau, publik gemacht hatte, ohrfeigte Salten ihn in aller Öffentlichkeit im Café Griensteidl, was gemäß Arthur Schnitzler »allgemeine Zustimmung« fand.
1898 machte Salten Bekanntschaft mit Erzherzog Leopold Ferdinand und erhielt so Einblick in das bizarre Familien- und Hofleben des Habsburger Kaiserhauses. Seine Berichte über die Hofskandale und die gekrönten Häupter Europas machten ihn nun weit über Wien hinaus bekannt. Er berichtete unter anderem - mit Informationen aus erster Hand - über den Austritt Erzherzog Leopolds aus dem Kaiserhaus wegen einer Prostituierten und über die ganz Europa skandalisierende Affäre von Leopolds Schwester Luise von Österreich-Toskana mit dem Sprachlehrer André Giron.
Gleichzeitig schrieb er Prosa, Theaterstücke, Operettenlibretti und Filmdrehbücher. Während des Weltkriegs war Salten der Blattmacher beim Fremdenblatt, der propagandistischen Zeitung des Außenministeriums. Auf seine patriotische Begeisterung folgte bald die Ernüchterung. 1917 beschrieb er den Krieg als »Katastrophe«.
Mit populären Romanen wurde er nun zum Erfolgsautor. 1923 veröffentlichte er die Tiergeschichten Der Hund von Florenz und Bambi, die beide später - ebenso wie Die Jugend des Eichhörnchens Perri - von Walt Disney verfilmt wurden.
1927 übernahm Salten von Arthur Schnitzler die Präsidentschaft des österreichischen P.E.N.-Clubs. Auf dem Kongress des Internationalen P.E.N.-Clubs in Ragusa am 21. Mai 1933 unterstützte er die Strömungen, die sich gegen eine Verurteilung des deutschen Regimes wegen der Verfolgung oppositioneller Autoren und der Bücherverbrennungen aussprachen. Dies trug ihm heftige Kritik ein, und er zog sich immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurück. 1935 wurden seine Bücher in Deutschland verboten.
Nach dem Anschluss Österreichs 1938 blieb er zunächst von persönlichen Repressalien verschont. Seine Tochter Anna Rehmann, in der Schweiz mit dem Rechtsanwalt Veit Wyler verheiratet, bewirkte im Februar 1939 eine Aufenthaltsgenehmigung für ihre Eltern in Zürich, die jedoch der Auflage der Fremdenpolizei unterlag, Salten dürfe keiner journalistischen Arbeit nachgehen. Seine letzten Lebensjahre waren geprägt von finanziellen Problemen, er war von den Tantiemen aus den USA abhängig. Besondere Streitigkeiten gab es auch um die Rechte an Bambi, die er für 1000 Dollar verkauft hatte.
Felix Salten starb am 8. Oktober 1945 in Zürich. Er liegt auf dem Israelitischen Friedhof Unterer Friesenberg in Zürich begraben.