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Gibt man bei Google die Frage ein “Wer hat Indien entdeckt?”, kommt als Antwort “Vasco da Gama”. Der segelte in der Tat als erster – 1497 – mit seinen Schiffen von Portugal aus auf dem Seeweg rund um Afrika nach Indien.
Googels Antwort stimmt denn auch mit dem überein, was die meisten von uns so über die sogenannte Entdeckung Indiens wissen.
Dabei hatten schon die Römer lange vor den Portugiesen Handelsrouten übers Meer nach Asien unterhalten. Mit Handelsniederlassungen in Indien und Handelsfahrten bis nach Vietnam.
Rund 120 Frachter fuhren jährlich zwischen Indien und Ägypten hin und her. Die Römer waren verrückt nach Pfeffer. Und Edelsteinen.
Man könnte also gut und gerne von einer frühen Globalisierung sprechen.
Welchen Umfang der Handel mit Indien hatte und wie wichtig dieser für den Staatshaushalt war, belegt die Zollstastitik.*
Aus Zolleinnahmen mit dem Handel mit Indien resultierte zur Hochblühte knapp ein Drittel der Staatseinnahmen aus dem Handel im Wert von mehr als eine Milliarde Sesterzen pro Jahr.
(Bei den Römern war das Zollwesen privatisiert und wurde per Auktion dem meistbietenden Unternehmen für eine bestimmte Zeit überlassen.)
Zum Vergleich: Gallien brachte gerade mal 40 Mio. Sesterzen ein und war wie Germanien eine Provinz, wo die Kosten für die dort stationierten Legionen höher waren als die Steuereinnahmen.
Die Wacht am Rhein verschlang 80 Mio. Sesterzen im Jahr.
Mit anderen Worten: Finanziert wurde der römische Haushalt vor allem aus den Zolleinnahmen des Überseehandels und aus den Steuereinnahmen Ägyptens.
Im Jahr 160 AD kam es, so ist belegt, zu ersten direkten Kontakten zwischen China und römischen Händelsschiffen im Golf von Tonkin im heutigen Nordvietnam.
In der Mitte des 200 Jahrhunderts AD hatten römische Segler eine Route um die malayische Halbinsel umfahren, um Märkte in Thailand zu erschliessen.
Nebenbei: Die Grösse der römischen Frachtschiffe, die zwischen Ägypten und Ostia hin und her pendelten, wurden erst wieder im modernen Schiffsbau Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht.
Das sind halt so Themen, mit denen man sich im Rom beschäftigen kann.
Handelsgrafik: Museo Nazionale – die Website ist für das, was dort gezeigt wird, eine Schande.
*Raoul McLaughlin: The Roman Empire and the Indian Ocean.