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Stadt im türk. Wilajet Siwas in Kleinasien, liegt malerisch in einem tiefen, von Gärten
und Maulbeerwaldungen umgebenen Bergkessel am Jeschil Irmak (Iris), über dem auf hoher Felsenklippe eine uralte Feste thront,
hat zahlreiche Moscheen, einen wohlversehenen Bazar, eine alte Wasserleitung, berühmte Seidenzucht, Mühlenindustrie, eine durch
Schweizer angelegte Zündhölzchenfabrik und ca. 25,000 Einw. Auf den 18 reichdotierten Medressen studieren über 2000 Studenten
(Softas), die von den Einkünften der Anstalten erhalten werden. Neuerbaute Chausseen führen nach der
Hafenstadt Samsun am Schwarzen Meer und nach Siwas. Amásia (Amaseia) war im Altertum die blühende Residenz der Könige von Pontos, deren
Grabgrotten, in die senkrechten Felswände eingearbeitet, sich erhalten haben. Seit Bajesids II. Eroberung blieb es
im Besitz der Osmanen und geriet in Verfall. Amásia ist Geburtsort des Geographen Strabon.
Amasijah, Hauptstadt des Sandschaks Amasia (12145 qkm und [1886] 88463 männl.
E., darunter 76792 Mohammedaner) im türk. Wilajet Siwas im nördl. Kleinasien, südwestlich von Samsun am Schwarzen Meere, in 360 m
Höhe im Felsenthale des Jeschil-Irmak (Iris). Die Stadt ist umgeben von Gärten, Obsthainen, Maulbeer- und Weinpflanzungen
und Tabaksfeldern, hat 25000 E., reiche Seidenzucht, Fabriken und gutversehene Bazars. Die Seide geht nach
dem 50 km im Süden gelegenen Meßort Zileh, um von da nach Haleb und Damaskus, zum kleinern Teil nach Konstantinopel verhandelt
zu werden. Amasia ist Sitz eines Metropoliten, hat 18 reich ausgestattete Medressehs (höhere mohammed.
Schulen) mit ungefähr 2000 Softas (Studenten), die aus den Einkünften der Anstalten erzogen werden, viele
Moscheen, mehrere Klöster, ein genuesisches Felsenschloß in Ruinen, an Stelle der alten Akropolis, merkwürdige Felsgrotten,
Ruinen eines Tempels und zahlreiche andere Altertümer. Amasia ist Geburtsort des Geographen Strabo
und des Sultans Selim I. Die Stadt
war nach Mithridates d. Gr. Residenz der Könige von Pontus. Melek Ghasi aus der Familie der Danischmends
entriß sie 1083 den Griechen. Die Seldschuken eroberten sie unter Kilidsch Arslan II. 1174. Bajesid I. nahm sie 1392, bald
darauf Timur nach siebenmonatiger Belagerung, 1485 Bajesid II.