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Die rund 2,5 Billionen Dollar schwere Hedgefonds-Branche, deren Manager zu den bestbezahlten in der Finanzwelt zählen, steuert auf die schlechteste Jahresentwicklung seit mindestens 2005 zu - verglichen zu US- Aktien. Das zeigen Bloomberg Daten.
Die Fonds brachten es demnach bis November auf einen Ertrag von 7,1 Prozent. Das sind den Bloomberg-Daten zufolge 22 Prozentpunkte weniger als der 29,1-Prozent-Ertrag des Standard & Poor’s 500 Index. Berücksichtigt wurden reinvestierte Dividenden.
Die oben genannten Zahlen stechen ins Auge. Im Schnitt liegen Hedgefonds allein in diesem Jahr über 2000 Basispunkte hinter dem S&P-500-Aktienindex zurück. Das ist ein erstaunlich schwaches Abschneiden.
Bereits bei einer Präsentation in diesem Sommer hatte ich die Entwicklung von Hedgefonds an fünf Punkten fest gemacht: (1) Grösse der Branche; (2) Grösse der Fonds; (3) Hedgefonds ohne Absicherung und die Finanzkrise; (4) Bremse durch Gebühren und (5) unglatte Alpha-Verteilung.
Ein kurzer Blick auf jeden dieser Punkte hilft bei der Einordnung der schlechten Entwicklung von Hegefonds dieses Jahr.
(1) Grösse der Branche: Die Branche ist stark gewachsen -von gerade mal 100 Milliarden Dollar in 1997 auf über 2,5 Billionen Dollar in 2013. Wo es einst nur ein paar hundert Fonds-Manager gab, haben wir es heute mit rund 10.000 zu tun. Das enorme Wachstum hat der Branche geschadet. Es gibt nun einmal nur eine gewisse Anzahl von top-talentierten Managern. Sobald wir diese Anzahl überschritten haben - ich glaube die Zahl liegt bei unter 1000 - ist der Rest nur noch ausreichend bis mittelmässig. Zudem könnte es sein, dass Alpha schlichtweg ein beschränktes Gut ist. Es scheint so, dass es nicht genügend Markt-Ineffizienzen gibt, die von der Branche ausgenutzt werden können.
(2) Grösse der Fonds: Verschiedene Studien haben ein umgekehrtes Verhältnis zwischen der Grösse eines erfolgreichen Hedgefonds und der Fähigkeit eines Managers ausgemacht, Alpha zu generieren. Weil Geld in die erfolgreichen, Alpha-erzeugenden Fonds geflossen ist, wurde ihre Fähigkeit beschnitten, sich weiter überdurchschnittlich zu entwickeln. Einige werden zu heimliche Indexern, andere zwingen sich selbst in weniger profitable Handelsbereiche. In jedem Fall gilt, dass eine Zunahme des verwalteten Vermögens typischerweise zu einer schwächeren Entwicklung führt.
(3) Nicht abgesicherte Hedgefonds: Eine der grössten Veränderungen über das vergangene Jahrzehnt ist, dass der typische Hedgefonds nicht mehr länger abgesichert (“gehedged”) ist. In Jahren, in denen sie es vor allem mit Rallys zu tun haben, wirkt sich der Mangel an Absicherung nicht negativ auf die Entwicklung aus - eher das Gegenteil ist der Fall. Aber in Jahren wie 2008 haben viele Hedgefonds enorme Verluste erlitten. Laut Simon Lack, Autor von “The Hedge Fund Mirage”, verloren sie all jene Gewinne, die sie vorher erzielt hatten.
(4) Bremse durch Gebühren: Die durch hohe Gebühren verursachte Bremse bei der Ertragsentwicklung aus Investorensicht ist eine extreme Herausforderung, die sie es zu nehmen gilt. Hohe Gebühren über den Zeitverlauf hinweg schwächen die Entwicklung ebenfalls. Studien zu Investmentfonds haben gezeigt, dass Investoren - selbst, dann wenn alle anderen Faktoren eine uneinheitliche Entwicklung aufweisen, oft besser fahren mit geringeren Fonds-Gebühren. Laut Opalesque ist die Entlohnung in der Hedgefonds-Branche in 2013 das dritte Jahr in Folge gestiegen. Andere (darunter der Autor Simon Lack) haben die Fonds eine “gigantische Vermögens-Transfer-Maschine” genannt, die Assets von Investoren hin zu Managern verlagert.
(5) Keine Gausssche Normalverteilung bei Alpha: Wir haben die Tendenz, bei der Verteilung der meisten Daten die Gausssche Normalverteilung, also symmetrische Glockenkurven, zu denken. Doch das gilt nicht für die Hedgefonds-Entwicklung. Eine Handvoll grosser Ausreisser stellt den Rest der Branchendaten für gewöhnlich in den Schatten. Wenn man die Superstars ausser Acht lässt, bleibt nur noch eine teure, sich unterhalb der Benchmarks entwickelnde Branche übrig. Die Witzelei, die dies zusammenfasst, ist: Komme wegen der hohen Gebühren, und bleibe wegen der unterdurchschnittlichen Wertentwicklung.
(Ein Bloomberg-Kommentar von Barry Ritholtz)