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Mit 20 Jahren wagt Valentin Hofer seinen ersten Vereinswechsel überhaupt und stürmt ab nächster Saison für den HC Ambri-Piotta. blue Sport hat mit dem Zuger über sein neues Abenteuer gesprochen.
Aufgewachsen in Steinhausen, einem Dorf gleich neben Zug, hat Valentin Hofer die Jugendabteilung des erfolgreichsten Vereins der jüngeren Schweizer Eishockeygeschichte durchlaufen und sich bis in die erste Mannschaft hochgearbeitet. Seit der Saison 2020/21 schnuppert der 2002 geborene Hofer bereits Luft in der National League.
Jetzt wartet eine neue Herausforderung auf den Schnellstarter. Hofer hat beschlossen, den sicheren Hafen zu verlassen, um sich einer neuen Aufgabe zu stellen. Bei Ambri hat er ab der neuen Saison einen Vertrag für zwei Jahre plus Option für ein weiteres Jahr unterschrieben. blue Sport hat ihn vor dem Start in den neuen Karriereabschnitt getroffen.
Valentin Hofer, Sie haben mit der EVZ-Akademie in der Swiss League gespielt, mit der ersten Mannschaft in der National League, mit der U-20-Elite in den Playoffs und mit der U-20-Nati. Wie haben Sie diese Saison erlebt?
Es war eine sehr ereignisreiche Saison. Ich habe von Anfang an in der ersten Mannschaft gespielt, wo ich 23 Spiele absolvieren konnte. Das hatte ich nicht erwartet. Mein Ziel war es, in der gesamten Saison etwa 15 Spiele zu absolvieren. Daher war es sehr schön, so lange in der ersten Mannschaft zu bleiben.
Ich wurde auch für die U20-WM nominiert. In Kanada brach ich mir im Spiel gegen Russland den grossen Zeh. Das Turnier wurde schliesslich abgesagt (wegen des Coronavirus), und als ich wieder in der Schweiz war, konnte ich wieder aufs Eis und die Saison mit der EVZ Academy fortsetzen. Wir haben uns für die Pre-Playoffs qualifiziert, das war sehr zufriedenstellend, weil wir im Vergleich zur Konkurrenz ein sehr junges Team hatten. Dort sind wir dann gegen Zürich ausgeschieden, aber es war trotzdem eine gute Saison.
Danach spielte ich in den Playoffs mit der U20-Elite, wir gewannen den zweiten nationalen Titel in Folge. Und dann konnte ich auch den Titel mit der ersten Mannschaft feiern. Ich habe im vergangenen Jahr viel erlebt, es war sehr inspirierend und ich konnte viel lernen. Ich bin sehr stolz.
Wie ist es, als Ergänzungsspieler Meister zu werden?
Natürlich ist es etwas anderes, wenn man es zum Beispiel mit dem Titel vergleicht, den ich mit der U20-Auswahl gewonnen habe, wo ich eine tragende Rolle gespielt habe. Da ich aber noch sehr jung bin, habe ich meine Rolle akzeptiert, weil ich wusste, dass ich nicht zu viele Erwartungen haben sollte. Im Gegenteil, ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich trotzdem Teil des Teams sein konnte.
Wie war die Meisternacht?
Es war wunderschön. Ich muss ehrlich sagen, dass es eine lange Nacht war. Die folgenden Tage waren ziemlich kompliziert (lacht). Es war wirklich eine grosse Befreiung, den Titel mit der ganzen Stadt zu feiern, nachdem wir in der Serie 0:3 zurücklagen. Das sind Momente, die ich nie vergessen werde.
Haben Sie immer an den Finalsieg gegen den ZSC geglaubt, auch nach dem 0:3-Rückstand?
Es war schwierig. Alle Spiele waren sehr knapp, und ich habe mir gesagt, dass Zürich die Serie auf keinen Fall mit 4:0 gewinnen kann. Mit ein bisschen Glück hat sich das Blatt zu unseren Gunsten gewendet. Es war zwar sehr unwahrscheinlich, die Serie zu drehen. Aber schlussendlich ist es passiert und es war ein verdienter Sieg.
Für diejenigen, die Sie noch nicht so gut kennen: Wie würden Sie sich als Spieler beschreiben?
Ich bin ein «Power Forward». Ich bin schnell, ich spiele gerne aggressiv und mit Leichtigkeit. Das harte Spiel macht mir keine Angst, und ich spiele immer mit viel Emotionen. Ich würde sagen, das sind meine Hauptmerkmale. Ich lege mich auch gerne in Schüsse und gleichzeitig versuche ich, mit meiner Schnelligkeit etwas zu bewirken.
Und was machen Sie abseits des Eisfeldes gerne? Was sind ihre Hobbys?
Ich treibe viel Sport. Ich bleibe gerne in Bewegung. Ich bin kein Gamer. Wenn wir uns mit Freunden treffen und Videospiele spielen, bin ich derjenige, der zuschaut (lacht). Wie ich schon sagte, liebe ich Sport. Ich mag Fussball, eine Sportart, die ich viele Jahre lang gespielt habe. Im Sommer spiele ich auch Volleyball, gehe sehr gerne spazieren und bin in der Natur.
Sie sind in Zug aufgewachsen, jetzt wechseln Sie zum ersten Mal den Verein. Warum haben Sie sich für Ambri entschieden?
Zunächst einmal denke ich, dass die Zeit für mich gekommen ist, etwas Neues zu erleben. Ich hatte Teamkollegen, die schon während meiner Juniorenzeit den Klub gewechselt haben, aber ich bin immer in Zug geblieben. Ich denke, es ist ein wichtiger Schritt, woanders etwas Neues zu beginnen.
Ich hatte sehr gute Gespräche mit Ambri. Sie sind auf der Suche nach einem Spieler mit meinen Eigenschaften. Wenn ich an ihr Spielsystem denke, sehe ich mich da. Ich bin sehr stolz, für Ambri spielen zu dürfen.
Macht Sie dieser Neuanfang nervös?
Ich bin wirklich sehr gespannt auf diese neue Herausforderung. Ich bin damit aufgewachsen, im selben Verein zu spielen, ich kannte alle und es gab nichts Neues. Jetzt werde ich mich in einer völlig anderen Situation befinden. Aber ich bin überzeugt, dass es gut laufen wird und ich mich schnell wohlfühlen werde.
Wie wurde der Transfer beschlossen? Wie liefen die Verhandlungen?
Ich habe mit Zug gesprochen und sehr schnell gemerkt, dass sie sich auf andere junge Leute konzentrieren wollen wie zum Beispiel Allenspach. Damit war für mich klar, dass ich einen anderen Weg suchen muss. Gleichzeitig nahm Paolo Duca Kontakt mit Reto Kläy (Zuger Sportchef, Anm. d. Red.) auf und bekundete sein Interesse.
Haben Sie mit Paolo Duca und Luca Cereda gesprochen? Was hat Sie überzeugt?
Ich war in Ambri, wo ich die beiden treffen und mit ihnen sprechen konnte. Ich habe das neue Eisstadion besucht. Sie haben mir erklärt, welche Art von Spieler sie suchen und wie sie sich meine Zukunft in der Leventina vorstellen. Luca hat sofort einen guten Eindruck auf mich gemacht. Wir haben uns lange unterhalten. Man sieht, wie sehr er für Ambri und Eishockey im Allgemeinen lebt.
Was erwarten Sie von Ambri?
Ich kann es kaum erwarten, vor diesen Fans zu spielen, die mich beeindruckt haben, als ich in Ambri als Gegner spielte. Ich möchte allen mein Eishockey zeigen und meinen Beitrag leisten, um dem Team so gut wie möglich zu helfen.
Wann werden Sie ins Tessin ziehen, um das neue Abenteuer in Angriff zu nehmen?
Seit Anfang Juni trainiere ich jeden Donnerstag in Ambri mit dem Team. Ende Juni werde ich dann endgültig ins Tessin ziehen. Ich schliesse jetzt meine Ausbildung zum Bürokaufmann ab, danach kann ich mich zu 100 Prozent auf das Hockey konzentrieren.
Kennen Sie schon jemanden in der Ambri-Garderobe?
Ja, ich kenne Rocco Pezzullo, mit dem ich in der nationalen Juniorenauswahl gespielt habe. Wir haben mehrere Male miteinander gesprochen, seit ich bei Ambri unterschrieben habe.
Welches sind ihre persönlichen Ziele für die kommende Saison?
Mein wichtigstes persönliches Ziel ist es auf jeden Fall, mir einen Platz in der Mannschaft zu erkämpfen. Ein Stammspieler zu werden. Ich möchte meinem neuen Trainer zeigen, dass ich bereit bin und dass er auf mich zählen kann.