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Die Entwicklung des Freikletterns in der Zeit von 1960 bis heute
Claude Remy, Jaman
Die sechziger Jahre Bis in die sechziger Jahre war das Klettern stark vom Alpinismus beeinflusst, der eine lange Lehrzeit forderte. Das Ziel bestand darin, den Gipfel zu erreichen; gelang das nicht, so galt die Tour als Misserfolg.
Zu jener Zeit bestieg man die Alpengipfel, und kein Mensch dachte daran, kleinere Fel- In der Route ( Verdonschlucht, F ) Freiklettern wird schon seit langem betrieben. Ein Beweis: Paul Preuss erkletterte bereits 1911 den Campanile Basso di Brenta und bewältigte damit den Schwierigkeitsgrad V. Ohne besondere Ausrüstung ist er auf ein und derselben Route auf- und auch wieder abgestiegen.
Doch seit jener Zeit hat sich die Art und Weise des Kletterns verfeinert. Heute besteht das Hauptziel des Kletterers darin, den Fels um seiner selbst willen zu erklimmen und nicht zu versuchen, durch technische Hilfsmittel in die Höhe zu gelangen. Der Stil dieser Kletterei kann sich je nach Kletterer und Region unterscheiden. Das erklärt, warum der Ausdruck verschiedene Bedeutung annehmen kann. Noch vor einer Generation konnte eine ohne Strickleitern, aber mit einem masslosen Hakeneinsatz durchgeführte Begehung als erfolgreich im Freikletterstil bewältigt anerkannt werden.
Patrick Edlinger, dieser ausserordentliche Kletterer der achtziger Jahre, den man - in eindrucksvollen Filmen - wie eine Spinne, aber ohne Fadenallein lange senkrechte oder überhängende Wände bezwingen sieht, hat - ungewollt - die klassische und heutige Definition des Freikletterns verfälscht, bei dem es sich weiterhin um eine Form des Kletterns handelt, angeseilt und gesichert, aber unter ausschliesslicher Benutzung des Felsens für das Vorankommen.
Freiklettern, modernes oder ( sportliches ) Klettern, , hohe Schwierigkeitsgrade? In den folgenden Zeilen wollen wir versuchen, diesen jungen Sport zu beleuchten, der sich im Lauf der Zeit vom traditionellen Bergsteigen getrennt hat, der aber auch eine Ergänzung dazu bilden kann, weil er sich an einigen Wänden der Alpen ebenfalls sehr gut ausüben lässt.
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sen oder bloss einzelne felsige Teilstücke zu erklettern ' .Die Kenntnis der alpinen Gebiete zusammen mit den meteorologischen Voraussetzungen bewirkten Klettergewohnheiten und Beurteilungen, die von den heutigen sehr verschieden sind Andererseits erlaubte es die ( sehr relative ) Vertrauenswürdigkeit des für das reine Klettern wenig geeigneten Materials - Anseilgurte gab es noch nicht -, einen Sturz zu überstehen, einen solchen zu vermeiden war aber auf jeden Fall besser.
Die sechziger Jahre gehörten noch zu der ( klassischen ) Periode des Alpinismus, jeder Unfall erschien mit Sicherheit als Schlagzeile in den Zeitungen. Kletterer, die ausschliesslich Felskletterei praktizierten, bildeten eine sehr bescheidene Minderheit und galten als tollkühn.
Immerhin war der VI. Grad ( damals Vlb ) bereits bewältigt, wenn auch nur in sehr kurzen Passagen. Natürlich bewunderte man die brillanten Leistungen derer, die diesen VI. Grade beherrschten, die ausgezeichnete körperliche Fähigkeiten mit einer erstaunlichen Begabung für das Klettern verbanden. Sie besassen aber vor allem eine unerhörte Kühnheit, die noch heutige Kletterer schaudern lässt.
In Frankreich waren sicherlich François Guillot und Patrick Cordier die brillantesten Vertreter eines bestimmten Typus des Kletterns in seinen Anfängen.
Unter den Vorläufern ist auch Claude Barbier zu nennen, der in den Dolomiten erstaunliche Aufstiege im Alleingang bewältigt hat. Er war es auch, der im Freyr-Klettergarten, an der Maas in Belgien, alle Haken, die er nicht zum Aufstieg benutzte, gelb angestrichen hat. Daher kommt der Ausdruck ( Haken gelb färben ) ( was heute in etwa dem deutschen Begriff ( Rotpunkt ) entspricht. Red. ) Für die Schweiz ist das Jahr 1965 erwähnenswert. An der Tour d' Ai, oberhalb von Leysin, bezwang Royal Robbins von der ( International School of Montaineering>3 jenen Riss in der Wand der Sphinx, der seitdem seinen Namen trägt. Die Schwierigkeit dieser Seillänge übertrifft alles, was bis dahin in diesem Gebiet gelungen war, erheblich.
Es sei noch eine Bemerkung zu dieser Fissure Robbins erlaubt, die also 1965 physisch und psychisch ( das ist wichtig ) ( frei ) durchklettert wurde: Im Jahr 1986, also einundzwanzig Jahre nach dieser Erstbegehung, zu einer Zeit, zu der von nichts anderem als Freiklettern die Rede war, wurde - Gipfel des Wider-sinnsin der Zugangsplatte zur Fissure Robbins, einer nicht zu umgehenden Passage, ein Bohrhaken angebracht!
John Gill, ein anderer Amerikaner, gehört zu den leidenschaftlichsten Freikletterern. Er hat sich einem speziellen athletischen Training unterzogen und kann sich als erster Mensch im Fels fortbewegen, indem er sich nur mit einem Finger hält.
Die siebziger Jahre Es waren Jahre des Suchens. Das allgemeine Bild des amerikanischen Kletterns, das damals Erfolgen zustrebte, war das des Kletterns mit technischen Hilfsmitteln und der Bezwingung grosser Wände. Darüber berichte- 1 Diese Art des Kletterns ist auf bestimmte Gebiete beschränkt: z.B. die Felsblöcke bei Fontainebleau in der Nähe von Paris, die Eibsandsteintürme in der DDR und der Tschechoslowakei sowie die Klippen in England.
2 Schwierigkeitsgrad gemäss französischer Bewertung: ( Franz ) VI ( unterteilt in a bis c ) deckt den Schwierigkeitsbereich von VI bis VIIheute meist 6 bis 7 + geschrieben ) UIAA ab.
( Franz ) VII ( unterteilt in a bis c ) deckt den Schwierigkeitsbereich von VIII- bis IX/IXbzw. 8- bis 9/9UIAA ab.
( Franz ) VIII ( unterteilt in a bis c ) deckt den Schwierigkeitsbereich von IX+ bis X+ ( bzw. 9+ bis 10UIAA ab. ( Red. ) 3 Diese Schule wurde 1964 in Leysin ( Waadtländer Alpen ) durch den berühmten amerikanischen Kletterer John Harlin gegründet. Sein Landsmann Royal Robbins hat im Yosemite und in den Alpen bedeutende Erstbesteigungen durchgeführt ( vor allem zwei herrliche Routen in der Westwand des Dru ).
Kletterei ( B. Route ) im Granit des Turm II am Salbit-Westgrat ( Urner Alpen ) ten Anfang der siebziger Jahre die spezialisierten Zeitschriften. In Amerika entwickelte sich aber auch, bescheiden, doch sehr entschieden, die Technik des modernen Freikletterns.
Wirklich bekannt gemacht wurde dieses moderne Klettern, vor allem auch aufgrund seiner zahlreichen Reisen, durch Henry Barber mit dem Übernamen . Er klettert regelmässig fünf oder sechs Tage pro Woche und ergänzt dies noch mit einem turnerischen Training. Im Fels übt er, manchmal während mehrerer Tage, die Schlüsselstellen, jene nämlich, bei denen er darauf verzichtet, zu ihrer Überwindung technische Hilfsmittel einzusetzen. Seine Technik besteht darin, aufzusteigen und sich dabei nur mit Klemmkeilen zu sichern. Er ist ein Meister im Setzen dieser Keile, deren Anbringung eine intuitive Intelligenz erfordert.
In der Mitte der siebziger Jahre durchkletterte der Genfer Claude Redard am Salève, ei- nem traditionellen Klettergebiet, Routen des Grades VI b, deren Besonderheit darin besteht, dass sie obligatorische Passagen dieser Schwierigkeit aufweisen und zudem sehr ausgesetzt sind. Die berühmte Route ( Arc-en-ciel ) hat damals ihre Glanzzeit erlebt.
Man kann es erraten: Das moderne Freiklettern nimmt in jenen Jahren bereits Gestalt an; das wird sichtbar in der Überwindung von Passagen in Freikletterstil, die bis dahin mit technischen Hilfsmitteln oder dank einer ausschliesslichen Sicherung durch Klemmkeile° bewältigt wurden.
Es muss hier auf die Verbesserung des Materials hingewiesen werden, das jetzt leichter, besser angepasst und vor allem zuverlässiger geworden ist. Das befreit den Geist des Kletterers von manchen Sorgen und ermöglicht ihm, sich auf seine Tätigkeit zu konzentrieren und auch einmal in Ruhe ( oder doch beinahe !) zu stürzen.
4 Diese Art der Absicherung ist nur bei Rissen möglich.
Die Spitzenkletterer beginnen zu dieser Zeit auch, sich für Diätkost zu interessieren und bestimmte Ernährungsregeln zu befolgen, ausserdem unterziehen sie sich einem intensiven körperlichen Training. Vor allem aber hat die Möglichkeit, ihre Technik jeden Tag an niederen Felsen oder Blöcken zu üben, dazu geführt, einen entscheidenden Schritt in dieser Art des Kletterns zu verwirklichen.
Zwei britische Kletterer haben das Freiklettern nach Europa gebracht. Ostern 1977 durchkletterten Peter Livesey und Ron Fawcett in tatsächlich völlig Technik die Routen des Verdon, was bis dahin nur teilweise in dieser Art gelungen war. Von diesem Zeitpunkt an wird die Idee des systematischen Freikletterns präziser und beginnt sich schnell zu entwickeln.
Dank dieser neuen Gegebenheiten und Methoden nahm Patrick Berhault, ein Felskletterer und Alpinist aus Südfrankreich, mit einer Länge Vorsprung auf seine Zeitgenossen den VII. Grad ( vgl. Anm.2, S.60 ) in Angriff. Er ist ein äusserst zurückhaltender und bescheidener Kletterer, der allein oder mit Gefährten die Routen von Chamonix durchklettert und alle bisherigen Aufstiegszeiten pulverisiert hat. Er versichert:
5 Abstieg über den ( Pilier des Ecureils> mit anschliessendem Aufstieg über die Route .
Hans Howald hat auf dem Gebiet des Kletterns die deutsche Schweiz entscheidend beeinflusst, indem er zahlreiche und schöne, sehr ausgesetzte Routen in den Granitplatten des Handegg-Gebietes eröffnete. Jürg von Känel und Martin Scheel folgten ihm sehr bald auf diesem Weg.
Was die Bewertungsskala Weizenbach - die seit 1925 benutzte klassische Skala - betrifft, deren obere Grenze beim VI. Grad liegt, so ist es inzwischen normal, dass Routeneröffnungen oberhalb des VI. Grades erfolgen, denn im Sport steigt das Niveau der menschlichen Leistungsfähigkeit ständig. Man muss allerdings anerkennen, dass heutige Möglichkeiten und Kenntnisse von den früheren sehr verschieden sind und einstige Leistungen nicht mit dem gleichen Massstab gemessen werden dürfen wie die heutigen.
Die achtziger Jahre Wie der traditionelle Alpinismus mit seinen verschiedenen Möglichkeiten der Aufstiege ( Gletscher, Fels oder kombiniert ), so kann auch Freiklettern auf verschiedene Art ausgeübt werden. Doch das Hauptziel des Kletterers ist dabei der Genuss des turnerischen Vergnügens beim Erklettern eines Felsens, wo immer er sein mag.
Im Jahr 1980 machten die Medien ein grosses Publikum mit dem Freiklettern bekannt. Patrick Edlinger erschien damals als ein Held, der einen gesunden und hinreissenden Freiluftsport ausübt. Die Zahl der Kletterer aller Provenienzen hört nicht auf zu wachsen, ohne dass das Klettern dadurch ein Massensport würde.Von diesem Zustrom an neuen Kletterern setzt sich eine andere ab. Ausserhalb jeder Beschränkung, jedes Vorurteils oder jeder ethischen Regel, oft auch in völliger Unkenntnis der Vergangenheit entwickeln sie einen neuen Stil - von sehr hoher Schwierigkeit -, der mit dem VI. Grad beginnt!
Der Bruch mit dem traditionellen Alpinismus scheint vollzogen. Natürlich ist die Bezwingung eines Felsens, der extreme Schwierigkeiten bietet, ein Ziel, das sich jeder Kletterer setzt. Doch die Art, wie man es erreicht, hat sich geändert: Man nimmt die ( vorher ( präparierten ) ) Wände von oben her in Angriff, um das Gelände besser zu erfassen. Anschliessend macht man mehrere Versuche und Bewegungsstudien, wobei man über ein fixes Seil verfügt.
Um die Einzelheiten einer Stellung oder eines besonderen Bewegungsablaufs besser in den Griff zu bekommen, was sich im Gelände oft nur schwer durchführen lässt, wiederholt man die Situation an einer künstlichen, erreichbaren Kletterwand. Dieses neue ( Kletter-laboratorium ) muss einen zuverlässigen Fels ( von ausgezeichneter Qualität ) bieten, ebenso eine umfangreiche ständige Ausrüstung; dadurch werden das Risiko und der persönliche Einsatz begrenzt.
Es besteht die Tendenz, die Höhe der Routen im Fels zu verringern, ein oder zwei Seillängen bzw. einige Meter an einem Block, dazu ist der Anmarschweg oft gleich Null. Die von den Kletterern aufzuwendende Energie wird nur noch beim Klettern eingesetzt, der Abstieg erfolgt im allgemeinen durch Abseilen. Man konzentriert sich also auf die Schwierigkeiten, deren Grad recht gut einzustufen ist und die man durch eine Folge turnerischer Bewegungsabläufe überwindet. Auf diese Weise haben einige Kletterer dank eines intensiven Trainings den VIII. Grad ( vgl. Anm.2, S.60 ) erreichen können. Eine zwangsläufige Folge dieser Situation ist, dass diese Bezwinger des Unmöglichen damit so ausgesprochene Elitesportler geworden sind, dass sie dadurch manchmal behindert sind und unfähig, sich mit für sie ungewohnten Schwierigkeiten auseinanderzusetzen wie der Einschätzung des Grades der Ausgesetztheit einer Route oder der für einen langen Aufstieg notwendigen Ausdauer.
Seit einigen Jahren werden in der UdSSR Kletterwettkämpfe durchgeführt, wobei die Schnelligkeit ( mit Sicherung von oben ) das entscheidende Kriterium bildet.
In Westeuropa begann das wettkampfmässig betriebene Klettern sozusagen ( offiziell ) 1985 in Bardonecchia ( I ), kurz bevor es auch in Frankreich eingeführt wurde. Der Wettkampf ist jedoch auf die Schwierigkeit ausgerichtet. Die Teilnehmer haben deshalb im Vorstieg und ohne zu stürzen äusserst schwierige Routen zu begehen. Die Sicherheit der Kletterer wird dabei durch relativ dicht aufeinander folgende Sicherungspunkte gewährleistet.
In diesen Kletterwettkämpfen hat mehr als ein Kletterer eine neue Motivation gefunden, dazu auch die Möglichkeit, sich mit andern Anhängern des Freikletterns zu messen, bekannt zu werden und - warum nichtetwas zu gewinnen. Diese neue Form des Kletterns, einheitlich und reglementiert, wenn auch noch nicht gut strukturiert, zieht vor allem die Aufmerksamkeit der Jungen auf sich. Es ist jedoch nicht zu übersehen, dass die Wettkämpfe dem Kreis der in Frage kommenden Kletterer zu entgleiten beginnen und in die Hände anderer Interessierter - vor allem Sponsoren und Publizisten - geraten. Kletterer und ganz allgemein Alpinisten sollten wachsam bleiben, damit sie sich eine gewisse Freiheit in der Ausübung ihres Sports bewahren können.
Abgesehen von Patrick Edlinger, dem ( Meister ), verfügt Frankreich noch über weitere brillante Kletterer wie J. B. Tribout, die Brüder Le Ménestrel und D. Raboutou, die ihre Art zu klettern zunächst bei sich zu Hause - in Buoux, Cimai, Mouriès und im Verdon -, dann in anderen europäischen Ländern und schliesslich in Japan und den USA bekannt gemacht haben.
In der Schweiz verfolgt man diese Entwicklung sicherlich mit Interesse, aber auch mit einer gewissen Zurückhaltung, das heisst mit ausgesprochen helvetischer Vorsicht. Unter den Kletterern von hohem Niveau hat Martin Scheel eine etwas andere als die in Frankreich übliche Richtung eingeschlagen. Er ist überzeugt, dass das Abenteuer immer noch möglich ist, selbst bei dieser Art des Kletterns, und erklärt: ( Es sind nur mehr Zeit und mehr Mut nötig, um den VII. oder VIII. Grad ( vgl. Anm.2, S.60 ) zu bewältigen, auch wenn man derart schwierige Routen von unten her eröffnet. ) Im Jahr 1980 hat er in Begleitung von Gregor Benisovitch die Route ( Supertramp> in der 400 Meter hohen Nordwand des Bockmattli eröffnet, die über Platten mit obligatorischen Passagen des Grades VII/a ( vgl. Anm.2, S.60 ) führt. Sie wurde drei Jahre später von dem bekannten deutschen Kletterer W. Güllich wiederholt, der ihre Schwierigkeit bestätigt hat.
Martin Scheel hat dann 1985 zusammen mit dem australischen, in der Schweiz lebenden Kletterer Kim Carrigan in gleicher Art eine andere lange, sehr schwierige Route eröffnet, die sich in einem abgelegenen und rauhen Gebiet der Alpen befindet: die linke Wand des südlichen Pfeilers des Titlis. Diese ( Truth of human desire ) genannte Route bietet während fünf Seillängen Schwierigkeiten des Grades VII a, die nicht zu umgehen sind, manchmal ohne jede Möglichkeit, über Strecken von gut zehn Metern zusätzliche Sicherungen anzubringen ( ausser man wolle Bohrhaken verwenden ). Es ist eine der schwierigsten Extremrouten in unserm Land. Sie ist bis jetzt noch nicht wiederholt worden.
Dieser sehr ausgesetzte Kletterstil wird wenig praktiziert, wahrscheinlich, weil er nur einer Auswahl zugänglich ist. Tatsächlich ziehen die Kletterer vor, auf Routen zu bleiben, die mit Bohrhaken ausgerüstet sind, die natürlich zu einer spürbaren Sicherheit des heutigen Kletterns und zur Vermeidung von Unfällen beitragen.
Es bestehen noch andere, technischere Routen, doch werden dort die Schwierigkeiten zunächst von oben her gesichert eingeübt, ehe man sie von unten in Angriff nimmt.
Die schwierigste heute in der Schweiz bekannte Route befindet sich im Basler Jura. Es handelt sich um ( Ravage ) in der Felswand von Chuenisberg. Sie wurde 1986 durch Antoine Le Ménestrel eröffnet und wird mit VIII e bewertet. Man muss jedoch noch Wiederholungen abwarten, um diese Bewertung zu sichern, die - zumindest im Augenblick - auf die Anhänger des Freikletterns eine magische Wirkung ausübt.
Die Zukunft des Kletterns Angesichts der kürzlich erfolgten Einführung von Kletterwettkämpfen und des VIII. Schwierigkeitsgrades ( vgl. Anm.2, S.60 ) -beides noch vor zehn Jahren kaum vorauszusehen - wird man sich vor Prognosen über die Zukunft des Kletterns hüten.
Die Bildung von Mannschaften professioneller Kletterer hat bereits eingesetzt. Und solche Mannschaften werden sicherlich über Trainer und Berater verfügen.
Kletterwettkämpfe, die in Innenräumen oder an sonstigen Kletterwänden durchgeführt werden, ermöglichen sicherlich, die technischen Probleme besser in den Griff zu bekommen; sie garantieren auch die ( zuschauerwirk-same ) Darbietung. Doch im Freien stattfindende Veranstaltungen haben stets den grösseren Erfolg.
Ohne grosse Gefahr, sich zu täuschen, kann man versichern, dass das Klettern immer schwieriger werden wird, dass die Entwicklung aber in sehr viel näher beieinanderliegenden Stufen vor sich gehen wird.
Die heutige Art des ( vorbereiteten und gesicherten ) Kletterns wird noch mehr Gewicht erhalten und schliesslich in einer Sackgasse enden. Man wird dann etwas anderes, eine neue Herausforderung, finden müssen. Vielleicht tritt in diesem Zeitpunkt die Frage des persönlichen Einsatzes wieder in den Vordergrund. Oder man wird, wenn die Schwierigkeiten zu spezifisch werden, ein menschliches Wesen müssen, das geeignet ist, sie zu überwinden!
Wird der XIII. Grad einmal von Menschen bewältigt werden, die auf wissenschaftlicher Grundlage ( gezüchtet ) wurden?
Wenn heutige Kletterer sich leidenschaftlich mit einem Felsen auseinandersetzen, um eine absolute Schwierigkeit zu überwinden, gehen sie sehr viel professioneller vor. Die Suche nach Freude hat sich gewandelt, ihren Ort gewechselt, aber sie besteht immer noch. Hoffen wir, dass kommerzielle Eingriffe, zum Beispiel Wettkämpfe, diese Geisteshaltung nicht zerstören. Bewahren wir uns das Vertrauen in die Fähigkeiten der Menschheit, die noch so viele Entdeckungen vor sich hat!
Aus dem französischsprachigen Teil. Übersetzt von Roswitha Beyer, Bern.
Martin Scheel Patrick Berhault Inhalt 67 George Eisler Skispitzen unter Afrikas Sonne 75 Thomas Suter Australien - ein fernes Paradies 80 Jürg Alean Berge der kanadischen Arktisinsel Axel Heiberg 93 Daniel H. Anker Gescheiterte Expedition?
101 Matthias Schnyder Sonnige Stunden am Ruwenzori 107 Edmond Pidoux Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Schweiz Herausgeber Redaktion Schweizer Alpen-Club, Zentralkomitee; Helvetiaplatz 4, 3005 Bern, Telefon 031/433611, Telex 912 388.
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Reisfelder ( Nepal ) Photo: Daniel Anker 116 J.P. Portmann Auf Gletschern und in hochalpinen Regionen-vor 150 Jahren 120 Jean-Luc Amstutz Klettern in Osteuropa Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ): Schweiz, jährlich Fr. 42., Ausland, jährlich Fr. 58..
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