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Das
1948 gegründete Institut für Angewandte Mathematik befasste sich mit
der Einführung von programmierbaren Rechenmaschinen in der Schweiz.
Ziel der Gruppe um Eduard Stiefel war die Entwicklung eines eigenen
Computers. Die ERMETH (Elektronische Rechenmaschine der ETH) wurde
1955-1957 am Institut gebaut und arbeitete erfolgreich. Das Wissen dazu
gewann man aus Studienreisen nach den USA und Grossbritannien sowie aus
dem Betrieb der gemieteten Zuse Z4.
Für die
Programmierung wurde die Sprache Algol verwendet, damals noch mit
Deutschen Befehlsbegriffen. Mit der Weiterentwicklung von Algol
beschäftigten sich unter anderem Heinz Rutishauser und später Niklaus
Wirth. Letzterer entwickelte Algol anlässlich eines
Forschungsaufenthaltes in Stanford weiter zu Algol-W.
Der schwerfälligen Algol-Kommissionen überdrüssig schuff Wirth 1969 mit Pascal eine eigene Programmiersprache. Diese wurde vor allem für die Ausbildung an Universitäten eingesetzt und war entsprechend konzipiert: klare Strukturen, einfache und übersichtliche Syntax. Trotz den damals international aufkommenden "Platzhirschen" Fortran und Cobol konnte sich Pascal in den 1980er-Jahren auch kommerziell etablieren.
In
der Zwischenzeit hatte sich die 1968 gebildete Fachgruppe für
Computerwissenschaften zum Institut für Informatik gewandelt. Zu den
drei amtierenden Professoren Heinz Rutishauser, Peter Läuchli und
Niklaus Wirth kamen weitere hinzu: Carl August Zehnder (1970), Jürg
Nievergelt (1975). Sie lehrten weiterhin in ihren angestammten
Abteilungen, fanden aber zum engeren fachlichen Austausch zusammen.
Damals war neben den Programmiersprachen ein die Interaktivität von
Computersystemen ein Schwerpunkt der Forschung. Das heute im Trend
befindliche E-Learning unternahm damals seine ersten Schritte: Mit
Thales wurde ab Mitte der 1970er-Jahre ein System für den
computer-unterstützten Unterricht entwickelt und mit Erfolg eingesetzt.
Eng damit verknüpft waren Fragen der Schnittstelle Mensch - Maschine
zur möglichst intuitiven Interaktion.

1980
wurde Lilith präsentiert, ein unter der Leitung von Niklaus Wirth
entwickelter Arbeitsplatzrechner, der über eine Maus als zusätzlichem
Eingabegerät verfügte und einen hochauflösenden Bildschirm hatte. In
ihm kamen Erkenntnisse bisheriger Projekte (z. B. die Dialoggestaltung)
zum Ausdruck. Lilith setzte aber auch Akzente in der künftigen Forschung (z. B.
das Datenbank Management System Lidas oder das Information Retrieval System Caliban) und kann als Kern der
Informatikforschung an der ETH der 1980er-Jahre angesehen werden.
Trotz des grundlegend neuen Konzepts gelang eine kommerzielle
Vermarktung der Workstation nicht, was allerdings auch nicht die Absicht war: ihr Einsatz konzentrierte sich auf die Lehre.

Mit der Gründung der Abteilung für
Informatik (IIIC) 1981 wurde ein Grossteil der Ressourcen durch zeitintensive
Lehrtätigkeit, Administration und Betreuungsaufgaben gebunden. In den
1980er-Jahren wurden daher merklich weniger Forschungsprojekte in Angriff
genommen. Zwischen 1986 und 1988 entwickelten die Professoren Jürg Gutknecht und
Niklaus Wirth das System Oberon, gleichzeitig ein Betriebssystem und eine
objektorientierte Programmiersprache. Oberon wurde an der ETH zur
Standardsprache im Programmierunterricht und bestand als solche bis
ins neue Jahrtausend.
Mit
dem sich vergrössernden Institut und späteren Departement weitete sich auch
die Forschungstätigkeit aus. Ein Charakteristikum der Forschungspolitik
ab den ausgehenden 1980er-Jahren war, dass Projekte vermehrt mit externen Partnern und
Finanzierungsmitteln durchgeführt werden, wie auch in den übrigen Departementen.
Anwendungen auf Lilith:
Interviewausschnitte mit Niklaus Wirth:
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2005
ETHistory 1855-2005
| Last update:
25.7.2005 |
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