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Es ist das wohl ambitionierteste Projekt von Netflix, seit der Streaming-Dienst eigene Filme produziert: «The Irishman» von Kultregisseur Martin Scorsese. Für das Megaprojekt hat Scorsese einen Cast versammelt, der bereits einiges an «Mafia-Erfahrung» mitbringt:
Für Scorsese ist es ein Traumprojekt, das bisher aber kein Studio finanzieren wollte. Gründe dafür dürften die immensen Kosten für den Mafiafilm gewesen sein. Nach Schätzungen benötigte Scorsese ein Budget von rund 160 Millionen Dollar. Laut dem Branchenblatt «Deadline» soll Netflix sogar bis zu 200 Millionen locker gemacht haben. Zum Vergleich: Der beinahe komplett im Computer entstandene «Avatar» kostete 231 Millionen.
Die Gründe für die hohen Kosten sind die aufwendigen visuellen Effekte, die bei «The Irishman» zum Einsatz kommen. Da die Geschichte in verschiedenen, zeitlichen Epochen spielt, sollen wir De Niro, Al Pacino und Pesci im Alter von 30, 50 und 70 Jahren zu sehen bekommen. Dafür werden die Schauspieler in einem aufwändigen Verfahren per Computer digital verjüngt.
Netflix will mit «The Irishman» bei den Oscars so richtig abräumen. Zwar hat der Streaming-Dienst in diesem Jahr mit «Roma» vier Oscars in wichtigen Kategorien gewonnen, doch das Goldmännlein für den besten Film blieb Netflix verwehrt. Das soll Martin Scorsese mit «The Irishman» nun endlich berichtigen.
Damit der Film überhaupt ins Oscar-Rennen gehen darf, muss er in mindestens einem Kino in Los Angeles gezeigt werden. Netflix geht aber noch einen Schritt weiter und plant wohl, den Film weltweit in ausgewählten Städten in die Kinos zu bringen. Es gibt durchaus Chancen, dass auch die Schweiz davon profitiert. Schon der Oscar-Gewinner «Roma» lief hierzulande in einigen Kinos. (pls)