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Hier geht es nicht um Brünn, sondern um die Rennstrecke von Brünn

Durch die Gesellschaft Automotodrom Brno a.s. wird die Motorsport-Rennstrecke - der Masaryk-Ring - betrieben. Sie wurde im Jahr 1994 gegründet und hat ihren Sitz direkt im Kontrollturm der Rennstrecke. Die Tradition des Masaryk-Rings reicht bis zum Jahre 1930 zurück, als die natürliche Rennstrecke errichtet wurde, die über die Straßen am Rande der sich ausdehnenden Stadt Brno verlaufen ist. Seit 1965 ist der Masaryk-Ring traditioneller Gastgeber für die weltweit renommierteste Motorradmeisterschaft – den Straßenmotorrad-Grand Prix. Der heutige Masaryk-Ring ist im Zeitraum von 1985 bis 1987 entstanden. Er stellt eine Spitzenrennstrecke dar, durch welche die strengsten Kriterien erfüllt werden, um das weltweit renommierte Motorradrennen veranstalten zu können. Auf der Motorsport-Rennstrecke gastieren mehrere Weltmeisterschaften – vor allem die Straßenmotorrad-Weltmeisterschaft (MotoGP) und die Superbike-Weltmeisterschaft.
1930-86 Der Motorsportfan, der auf dem Weg zu neuem Automotodrom – dem Masaryk-Ring auf die gewellten Pflastersteine bei der Steigung hinter Popuvky schimpft, sollte seinem Ärger zumindest für eine Weile Einhalt gebieten sowie in Gedanken die Fahrer bewundern, die hier in den dreißiger Jahren kompromisslos das Gaspedal ihres Tatras, Mercedes, Autos Union durchgetreten haben…
Vergilbte Fotografien erinnern an die Anfangserfolge der Bugatti-Wagen, an den Siegeszug des legendären monegassischen Automobilrennfahrers Chiron sowie an die Sternstunden des späteren Formel-1-Weltmeisters Farina. In die Geschichte des Automobilrennens sind auch die tollen Meisterstücke des „roten Teufels“ Nuvolari eingegangen oder das "Grinsen im Gesicht" von Stuck, Rosemeyer, Lang und Caracciola hinter den Steuern ihrer Wagen von Mercedes Benz oder Auto Union, die in der zu Ende gehenden Ära des Masaryk-Rings der Vorkriegzeit einfach konkurrenzlos waren. Ein flüchtiger Blick in die Annalen liefert Zeugnis über den Namen, der in der Ära des damaligen Masaryk-Rings von Bedeutung war: der erste Sieger von Morgen und Caracciola, der im Jahr 1937, als die Wettrennen von Brno zum letzten Mal veranstaltet wurden, auf der superlangen Rennstrecke gewonnen hat.
Nach dem 2. Weltkrieg fand auf dem Masaryk-Ring, der auf 17,8 km verkürzt war und in umgekehrter Richtung verlief, erst im Jahre 1949 wieder ein Rennen statt - der unvergessliche Großen Preis der Tschechoslowakei. Vor 400 000 Zuschauern siegte nach irrealen Dramen der Engländer Whitehead (Ferrari), während die favorisierten Maserati-Wagen von Farina, Parnell, Bira und Chiron vorzeitig in den Boxen oder defekt in den Gräben entlang der Rennstrecke endeten.
Ab 1950 haben die Motorradfahrer sukzessive vom Masaryk-Ring "Besitz ergriffen", weil Automobilrennen in den Augen der damaligen Regierung der Tschechoslowakei als „bourgeois“ galten. Durch den Qualitätsanstieg der in Brno zum Start angetretenen ausländischen Fahrer sowie durch die Erfolge unserer Fahrer Štastný, Havel, Bartoš, Parus, Koštír, Slavícek und Srna hinter dem Steuer der inländischen Maschinen Jawa und CZ haben dazu geführt, dass im Jahr 1965 auf der völlig umgebauten sowie auf 13,9 km verkürzten „Klassikrennstrecke“ zum ersten Mal der Grand Prix der Motorrad-WM veranstaltet werden konnte.
Dieses Ereignis wurde bis 1982 in Bro veranstaltet, als die Veranstalter - trotz einer Verkürzung der Strecke auf 10,9 km - nicht mehr den immer strenger werdenden FIM-Sicherheitsforderungen entsprechen konnten. Bis zum Jahr 1986 wurden dann auf der Rennstrecke "nur" von Europameisterschaftsrennfahrern und Automobilrennfahrern Wettrennen gefahren. Im Jahr 1962 gab es für den Formel-Junior-Automobilrennsport das erhoffte Comeback auf dem Masaryk-Ring, auf den zwei Jahre später die neue Formel 3 anknüpfte. Seit 1968 war auf der Rennstrecke von Brno neben der Motorrad-WM auch die Tourenwagen-EM-Serie vertreten, was unter großem Interesse der Zuschauer in der Metropole Südmährens bis zum sportlichen Abschlusspunkt des früheren Masaryk-Rings anhielt. Durch die Autorennen kamen berühmte Fahrer nach Brno, wie z. B. die beiden österreichischen Formel-1- Weltmeister Rindt und Lauda oder der ebenso erfolgreiche Neuseeländer Hulme.
1987 .. Ein völlig neues Kapitel in der Geschichte des Masaryk-Rings Brno begann im Jahr 1987, als im Juni die spezielle Motorsport-Rennstrecke in Betrieb ging, die im vielgliedrigen Gelände der Lokalität Kývalka - kaum zehn Kilometer von den Boxen des Alten Rings entfernt - errichtet wurde. Auch die schmalen Straßen in Žebetín sowie in Richtung Ostrovacice tragen die Erinnerungen an die „goldene Ära“ der vorkriegszeitlichen Automobilrennen mit den berühmten Haarnadelkurven in den dreißiger Jahren in sich, die von den Meistern hinter dem Lenkrad scharf geschnitten wurden. Trotz der sehr großen Tradition für Brno sowie die ganze Republik war die Idee zur Errichtung einer neuen Rennstrecke kein "Zuckerlecken" für die Autoren. Das Sprichwort Ende gut – alles gut erwies sich auch diesmal als richtig und Brno war nach vierjähriger Pause wieder unter den Veranstaltern der Motorrad-WM-Serie vertreten. Die Fans von Agostini, Hailwood, Read, Saarinen, Ivy, Cecotto, Ballington konnten dank dem neuen Masaryk-Ring den neuen Stars des Motorradhimmels wie Gardner, Spencer, Rainey, Lawson, Kocinski, Doohan, Roth, Bradle, Martinez begegnen. Alte Bekannte wie Mang und das "Beiwagen-Wunder" Biland feierten in Brno ein glänzendes Comeback. Mit Ausnahme der Saison 1992, wo von den Veranstaltern in Brno nicht die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen des damaligen neuen Serien-Promoters akzeptiert wurden, gastiert die Motorrad-WM jedes Jahr auf der Motorsport-Rennstrecke Brno – auf dem Masaryk-Ring. Der Grand Prix der Tschechischen Republik hat sich zu einem erstrangigen Sportereignis entwickelt, dass aufgrund der Fernsehübertragungen auf allen Kontinenten verfolgt wird
GPS-KOORDINATEN
Breite: 49°13´09.8´´
Länge: 16°26´23.4´´
PARAMETER DES RINGS
Länge: 5 403,19m (gemessen in der Fahrbahnachse)
Breite: 15,00m
Kurven: 14 (6 Linkskurven, 8 Rechtskurven)
Kurvenradius: mindestens 50m höchstens 300m
gerade Abschnitte: 13
Mindestlänge: 35,00m, Höchstlänge: 636,56m
Anstieg: höchstens 7,5%, auf einer Länge von 917,00m
Gefälle: höchstens 5%, auf einer Länge vo 410,00m
Höhenunterschied:73,75 m
Höhe über dem Meeresspiegel: 450 m ü. d. M.
Motorrad 125-cm³ 2003 Italien Lucio Cecchinello Aprilia 2:07,836 Minuten 152,154 km/h trocken
Motorrad 250-cm³ 2007 Spanien Jorge Lorenzo Aprilia 2:02,299 Minuten 159,043 km/h trocken
Motorrad 500-cm³ 2001 Italien Valentino Rossi Honda 2:01,461 Minuten 160,140 km/h trocken
MotoGP 990-cm³ 2006 Italien Loris Capirossi Ducati 1:58,157 Minuten 164,618 km/h trocken
MotoGP 1000-cm³ 2013 Spanien Marc Márquez Honda 1:56,135 Minuten 167,490 km/h trocken
[über Tschechien]
[MotoGP Rennen in Brünn auf wackliger Finanzierung]
http://www.eggersdorfer.info/brno/brno.htm
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