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Allgemein:
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Erzähle niemandem, wie gut Du mit Kompiutern umgehen kannst (v.a.
nicht SekretärInnen). Falls dies nicht (mehr) möglich ist, erkläre es so kompliziert, dass man Dich nie mehr fragt ("Mein Gott, der ist ja wirklich Mathematiker"). Merke: "If you can't convince them, confuse them!" (auch sonst ein nützlicher Tip).
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Arbeite wenn möglich immer zu Hause.
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Trage in Deiner Agenda fiktive Termine ein. Gewähre dann Leuten,
welche etwas von Dir wollen, bereitwillig Einblick in Deine Agenda.
Übungstunden:
Professoren haben keine Ahnung, was für einen Zeitaufwand es bedeutet, neue oder von Ihnen
salopp gestellte Übungsaufgaben zuerst selber zu lösen und dann in einer für die
StudentInnen geeigneten Form zu präsentieren (v.a. wenn die Aufgabe noch einen
Computing-Teil hat). Gegenmassnahmen:
- Selber aktiv und immer in der Offensive sein: immer fix und fertig die Übungen haben
bevor der Chef auf die Idee kommt, selber vorzuschlagen. Dazu eignen sich alte von den eigenen
Vorlesungen oder von anderen Gruppen oder vom Web, Beispiele aus anderen Büchern (dann hat
man auch gleich die Lösungen).
- Übungsaufgaben sind meist zu schwierig und auf die besten Studis zugeschnitten. Stelle
auch viele einfache Übungsaufgaben - sie müssen nicht alle in der Übungsstunde
vorgelöst werden.
- Übungen sind zum üben da und nicht um noch mehr Stoff reinzubeigen!!!
Forschung:
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Als MathematikerIn ist man sich vom Studium her (hoffentlich) gewöhnt,
dass man jedes Resultat mindestens einmal wirklich INKLUSIVE Beweis verstanden
hat. Diese richtige Anforderung an exakte wissenschaftliche Arbeit muss
normalerweise in der Forschung (vor allem in der angewandten Mathematik)
relativiert werden. Wenn man also ein Theorem aus einem Buch oder Paper benötigt,
muss man als Kompromiss sich damit begnügen, dass man wohl die Voraussetzungen
und die Aussage versteht. Hingegen kann man nicht jedes Mal die dazu benötigte
Theorie auch durcharbeiten. Dieser Tip ist bewusst schwammig formuliert, weil es eine
Ermessensfrage ist, wann und wo man dann abbricht. Selbstverständlich darf man
diese (Über)lebensweisheit nicht gegenüber gewissen Leuten aussprechen... .
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Am Anfang der Doktorarbeit kommt man häufig einfach nicht
vorwärts, weil man noch nicht forschen kann. Dann ist es
psychologisch verständlich, dass man dann gerne mehr fürs
Institut macht. Dies ist normal; einziges Gegenmittel ist, dass man
sich dessen bewusst wird (Zeit aufschreiben: wieviel für Diss,
wieviel fürs Institut gearbeitet).
- Forschungsgespräche mit dem Doktorpapi or -mami: "Mein Gott, ich verstehe kein
Wort von dem, was er mir da erzählt (liegt wohl daran, dass ich am Anfang des Studiums nicht
alle Übungsaufgaben gelöst habe) - topologische Edelmannigfaltigkeiten -> ja,
hurwitzsche Superkurven -> interessant, tschebyschewsches Honigintegral -> ja, haben wir beim
Huber gehabt. Ich werde das nach der Sitzung in aller Ruhe im Büro nochmals anschauen
(vielleicht am Wochenende) und dann schon verstehen, was er eigentlich gemeint hat. Ich kann doch
Gott nicht zeigen, was ich alles nicht kann und kenne - Sünder der ersten Semester ich!"
So geht das
nicht! (Nebenbemerkungen: a) er hat in den Anfängersemestern auch nicht alle
Übungen gelöst, b) man versteht im Büro das Zeug's auch nicht besser, c)
Wochenenden sind zur
Erholung da). Richtig: Unterbrechen, wenn man etwas nicht kennt oder weiss und ihm sofort
zeigen, dass man dort Lücken hat. Lücken kann man beheben. Fragen nach Literatur, wo
die Theorie dazu steht. Aufschreiben, was an Tafel geschrieben und gesagt wurde (im Extremfall
falls sehr stürmisch und intensiv sogar Cassettengerät mitnehmen (Prof. bitte
informieren) und Gespräch aufzeichnen, damit einem nicht wichtige Details verlorengehen).
Seminarien:
An Hochschulen finden gewöhnlich sehr viele Seminarien statt. Dies behindert AssistentInnen
bei ihrer eigenen Arbeit, weil man aus diversen Gründen daran teilnehmen sollte. Vor
Jahrzehnten bis Jahrhunderten haben Seminarien von ganzen Instituten Sinn gemacht. Heute sind
die Wissenschaften derart spezialisiert und verästelt, dass die Seminarien in der heutigen
Form eine reine Schikane und Belastung darstellen. Dies müsste nicht so sein, wenn bessere
Referenten zu sorgfältig ausgewählten Themen referieren würden. Die folgenden Tips
sind dazu da, den Besuch dieser Seminarien zu umgehen.
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Leg Dir einen Stapel von unerledigten, einfachen Berechnungen oder
administrativen Sachen oder nicht so wichtigen Papers zurecht. Wenn Du
in ein Seminar gehen musst, nimm ein paar Sachen mit in den Seminarraum
und setzt Dich hinten hin (und arbeite daran).
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Wenn Du Übungsstunden mit StudentInnen planen musst, schau dass
der Termin (leider, es ging nicht anders (Sachzwänge!)) genau auf
den Termin des Forschungsseminars zu liegen kommt. Bedauere das zu
tiefst vor Deinem Doktorpapi or -mami und frag, ob man nicht das
Forschungsseminar verlegen könnte (nicht zu dick auftragen, wenn
er/sie sofort akzeptiert)
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Schau, dass Du mit StudentInnen genau dann Besprechungen hast, wenn
Forschungsseminar ist. Lass dabei die Tür Deines Büros offen,
damit der Doktorpapi or -mami sieht, dass Du was Sinnvolles machst.
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Vorträge in Forschungsseminarien werden üblicherweise
grenzenlos katastrophal gehalten, was Didaktik anbelangt. Man kann sich
dies dann doch immerhin zu Nutze machen, indem man sich jeweils
überlegt, was man alles besser machen kann. Dies ist leider rasch
erschöpfend ausgenutzt. Insbesondere ist dies keine Rechtfertigung
für diese Vortragsstile; von guten Vortragsstilen kann man viel
mehr lernen.
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Zeige, dass Du ein(e) gewissenhafte(r) WissenschaftlerIn bist. Man
erspart sich dadurch ekelhafte Fragen bei der
Doktorschlussprüfung. Dazu eignen sich Fragen in
Vorlesungen/Seminarien wie:
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"Ist das überhaupt wohldefiniert?" (AlgebraikerIn)
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"Ist das überhaupt messbar?" (StochastikerIn)
Gegenüber StudentInnen:
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Es gibt Menschen (zum Beispiel AssistentInnen), welche denken, dass Sie
dann geschätzt werden (zum Beispiel von StudentInnen), wenn sie
lieb, nett und hilfsbereit sind. Wenn diese Beschreibung auf Dich
zutrifft, beobachte doch mal Deine eigene Umgebung und schau, wie die
Sympathien verteilt sind - schlimme, ungerecht Welt, nicht? Es stimmt
nämlich so nicht! Aber es gibt StudentInnen, welche solche
AssistentInnen ausnützen - schlimme, ungerechte Welt, nicht?
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AssistentInnen sind nicht persönliche NachhilfelehrerInnen von
StudentInnen. Gegenmassnahmen:
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Konsequent für Fragengebiete gute Literatur kennen und empfehlen.
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Geld verlangen (das ist kein Witz!).
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Folgende Feststellung solltest Du zuerst intellektuell machen und dann
gelegentlich auch gefühlsmässig verinnerlichen: Es
gibt StudentInnen, welche nicht an Hochschulen gehören (an dieser Stelle noch ein
herzliches Dankeschön an die ewig pubertierenden Bildungsrevoluzzer der vergangenen
Jahrzehnte - ich möchte nicht an Ihrer Stelle auf dem Sterbebett liegen).
Ihr Aufenthalt an den Hochschulen schadet den betreffenden StudentInnen
selber, schadet Dir persönlich und der Gesellschaft. Aber am
meisten schadet er immer den StudentInnen persönlich.
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Verschwende nicht Zeit mit Ihnen, indem Du Sie aus Mitleid speziell
unterstützt.
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Mitleiden und Mitfühlen sind zwei grundverschiedene
Sachen. Mitfühlen ist für den Umgang mit solchen
StudentInnen unerlässlich. Während der Doktoratszeit sollte
man von einem mitleidenden Assistenten (Identifikation mit dem/r
StudentIn), zu einem mitfühlenden Assistenten werden, falls man
das nicht schon vorher erreicht hat. Als mitfühlender Assistent
kann man auch im Interesse von solchen StudentInnen
besser mit ihnen umgehen, als wenn man mitleidet.
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Wenn StudentInnen drängend zu Dir kommen und umgehend eine
Besprechung brauchen, frag Sie doch einfach, warum Sie nicht vorher
gekommen sind. Das reicht dann jeweils...
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Sprechzeiten vereinbaren!
Gegenüber AssistentInnen, welche sich vor Arbeit drücken:
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Transparenz schaffen, auch gegenüber dem Doktorpapi or -mami.
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Kriterien/Prinzipien erfragen, nach denen diese eine gerechte
Verteilung der Arbeit anstreben.
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Kriterien/Prinzipien generell-abstrakt an einer AssistentInnensitzung
formulieren und schriftlich festhalten und dann individuell-konkret
anwenden.
Wenn Du die Assistentszeit überstanden hast, kommt die
nächste Herausforderung: Die Forscherlaufbahn. Dazu emfehle ich:
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"Plane Deinen Ruhm!" von Daniel Vischer, Verlag der
Fachvereine (Zürich), 1992, ISBN 3-7281-1885-0
Ein wichtiger Punkt kommt in diesem kleinen Ratgeber nicht vor.
Bekanntlich sind Menschen entweder theoretisch oder praktisch begabt.
Ein Abstecher in die Wirtschaft, nach Diplom oder Doktorat, hilft Dir
ungemein in Deinem späteren Leben; selbst wenn der Abstecher kurz
war und Dir die Rückkehr an die Hochschule von ArbeitskollegInnen
wärmstens empfohlen worden ist. Man gilt dann als einer, "der
weiss wie es draussen zu und her geht" und man kann das in
organisatorischen Belangen gelegentlich einfliessen lassen mit
Formulierungen wie: "Also wenn man in der Privatwirtschaft sich so
verhalten würde, wäre man schon lange bankrott".
Webmaster: Dr. Christof Luchsinger / <email-pii>