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In der EU ist Landwirtschaftspolitik seit ihrer Gründung eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) hat sich in vier Jahrzehnten stark gewandelt. Ursprünglich auf Verstärkung der Selbstversorgung orientiert zielt die GAP heute auf die Unterstützung einer multifunktionalen Landwirtschaft und die Förderung des ländlichen Raumes.
Die Ursprünge der Gemeinsamen Agrarpolitik GAP der Europäischen Union liegen im Westeuropa der fünfziger Jahre. Mit der GAP der Anfangsjahre sollte vor allem die Produktivität innerhalb der Nahrungsmittelkette angekurbelt werden, um den Konsumenten dauerhaft erschwingliche Lebensmittel bieten zu können und in der EU einen lebensfähigen Agrarsektor zu schaffen. Die GAP bot den Landwirten Subventionen und garantierte stabile Preise. In den achtziger Jahren hatte die EU mit ständigen Überschüssen zu kämpfen, die zum Teil mit Hilfe von Subventionen exportiert wurden, was sich auf die Weltmärkte auswirkte.
Die heutige GAP unterscheidet sich sehr stark von der ersten Gemeinsamen Agrarpolitik. Viele wichtige Veränderungen wurden in den letzten zehn Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts durchgeführt. Produktionsbeschränkungen trugen dazu bei, die Überschüsse zu verringern und es wurde ein neuer Schwerpunkt auf die Umweltverträglichkeit der Landwirtschaft gelegt. Landwirte mussten sich mehr am Markt orientieren und auf die sich ändernden Bedürfnisse der Konsumenten reagieren um Direktzahlungen zu erhalten.
Die schweizerische Agrarpolitik hat eine ähnliche Entwicklung durchgemacht wie die GAP; die beiden Agrarpolitiken weisen darum heute in vieler Hinsicht Gemeinsamkeiten auf. Dies zeigt sich unter anderem in der weitgehenden Umlagerung der Marktstützung in produktionsunabhängigen Direktzahlungen und deren Bindung an Umweltleistungen. Die sogenannte Cross-Compliance in der GAP (Einhaltung von Umwelt-, Tierwohl- und Lebensmittelsicherheitsstandards) kann mit dem in der Schweiz vorausgesetzten ökologischen Leistungsnachweis verglichen werden. Weitere Ähnlichkeiten sind die Förderung der Bereitstellung von öffentlichen Gütern, die besondere Unterstützung benachteiligter Gebiete sowie die Qualität als zukünftiger Kern der Landwirtschaftspolitik.