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Der Tretbunnyhop
Mit dem Tretbunnyhop lassen sich mit sehr wenig Anlauf Hindernisse von über einem Meter Höhe frontal erklimmen.
Wie der Name schon sagt, wird beim Tretbunnyhop der Kurbelantrieb genutzt, um das Fahrrad auf kurzer Strecke stark zu beschleunigen und anschliessend explosiv nach oben zu springen. In einem extrem schnellen Bewegungsablauf hebt zuerst das Vorderrad ab, worauf nach einem letzten Kick ins Pedal Bike und Pilot nach oben schnellen. Dadurch, dass man beim Absprung in die Pedale tritt, ist im Gegensatz zum Rollbunnyhop
Mit einem kleinen Anlauf ist der Tretbunnyhop leichter. Man beschleunigt das Bike zuerst auf die richtige Geschwindigkeit und kann den Sprung gut kontrollieren.
Im Extremfall hat das Vorderrad einen Abstand zum Hindernis von nur ca. einem Meter. Die Schwierigkeit liegt darin, das Bike auf dieser kurzen Strecke stark nach vorne zu beschleunigen und gleichzeitig das Vorderrad kontrolliert nach oben zu reissen.
Richtige Übersetzung:
Die richtige Übersetzung ist sehr wichtig! Mit einem zu leichten Gang kann man bei einer anständigen Fahrgeschwindigkeit nicht mehr schnell genug treten, für den letzten Tritt ins Pedal, bevor das Hinterrad abhebt, reicht es nicht mehr aus, man tritt praktisch ins Leere. 20-Zoll Bikes haben in der Regel eine feste Übersetzung, die gut für den Tretbunnyhop funktioniert. Bei 26-Zoll Bikes empfehle ich eine Übersetzung von etwa 22 vorn zu 17 hinten. 22:19 ist meiner Erfahrung nach zu leicht und für den Tretbunnyhop ohne Anlauf funktioniert diese Übersetzung für mich gar nicht.
22:17 (1.29) liegt genau zwischen 20:16 (1.25) und 20:15 (1.33) oder fast genau zwischen 24:19 (1.26) und 24:18 (1.33).
Bewegungsablauf:
Die Bewegung hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Aufsetztechnik, sie muss jedoch explosiver erfolgen, und das Vorderrad berührt die Kante der Stufe nicht.
Der Bewegungsablauf für den Tretbunnyhop mit oder ohne Anlauf ist exakt der selbe, nur ist letzterer schwieriger zu koordinieren.
- Die Anlaufgeschwindigkeit ist kleiner als beim Rollbunnyhop, da bei zu hoher Geschwindigkeit nicht mehr schnell genug in die Pedale getreten werden kann.
- Sobald das Vorderrad etwa 1 Meter Abstand zum Hindernis hat stehen die Kurbeln fast waagrecht (vorderes Pedal ein wenig höher) und der schlechte Fuss ist vorne. Die Körperposition ist neutral, Beine und Arme sind gestreckt.
- Nun fängt man gleichzeitig an, so stark wie möglich ins Pedal zu treten (ohne dass das Hinterrad durchdreht), was bedingt, dass man den Oberkörper nach vorne über den Lenker verlagert und die Arme stark beugt. Zusätzlich geht man etwas in die Knie.
- Bei fortlaufender und schneller werdender Tretbewegung, drückt man den Oberkörper ruckartig vom Lenker nach oben-hinten weg, noch bevor das schlechte Pedal den toten (tiefsten) Punkt erreicht hat. Das Bike wird gleichzeitig blitzschnell mit den Armen unter dem Körper nach vorne geschoben. Durch diese schnelle Bewegungen und das Treten ins Pedal hebt das Vorderrad vom Boden ab.
- Der Schokoladenfuss sollte kurz vor dem höchsten Punkt stehen, wenn sich das Vorderrad nach oben zu bewegen beginnt. Ohne mit dem Treten aufzuhören, zieht man den Lenker ruckartig zu den Hüften (Oberschenkel) und streckt die Beine ganz durch. Der ganze Körper sollte Kerzengerade sein. Die Sprunghöhe hängt vom letzten Tretimpuls (Pedalkick) des Schokoladenfusses und der Durchstreck-Geschwindigkeit von Körper und Beinen ab.
- Sobald auch das Hinterrad vom Boden abhebt, beugt man wieder die Beine und zieht das Bike mit diesen nahe an den Körper, um zusätzlich an Höhe zu gewinnen. Mit den Armen schiebt man das Bike nahe am Körper entlang nach vorne, bis die Arme ganz durchgestreckt sind.
- Gelandet wird meistens zuerst auf dem Hinterrad, bei runden Objekten etwa auch auf beiden Rädern gleichzeitig. Vorher blockiert man natürlich die Bremsen. Bei knappen Landungen auf der Kante des Hindernisses, kann man ein Rückwärts-Durchdrehen des Hinterrades bei schlechter Bremsleistung vermeiden, indem man mehr Druck auf das vordere Pedal gibt und so Spannung auf die Kette bringt.
Achtung: Die meisten Anfänger machen folgenden Fehler: Statt einer einzigen flüssigen Bewegung machen sie deren zwei: Zuerst eine halbe Kurbelumdrehung, um das Vorderrad anzuheben, und dann eigentlich ein Pedalkick. Eine anständige Höhe erreicht man aber erst mit einer flüssigen, raschen und zusammenhängenden Bewegung, bei der vor allem das Vorderrad blitzartig vom Boden abhebt.
Das Problem an der Sache ist es, den ganzen Bewegungsablauf so zu kontrollieren, dass man am Ende weder zuviel Rück- noch Vorlage hat. Ansonsten ist es nicht möglich, optimal abzuspringen.
Tipp: Je schneller die ganze Bewegung abläuft, desto weniger kann schief gehen. Besonders auf schlechtem Untergrund wie etwa Geröll in einem Bachbett wird der Sprung um so Präziser, je schneller er abläuft.
Landen auf dem Vorderrad (z.B.Treppensets):
Die Technik dazu verdient bereits die Bezeichnung Hardcore. Damit es funktioniert, muss alles stimmen: Das Timing, die Tretkraft und Tretgeschwindigkeit...
Der Absprung muss flacher sein, das Vorderrad bewegt sich in der Luft nach unten, das Hinterrad nach oben, der Oberkörper verlagert sich nach vorne über den Lenker. Nur so landet das Vorderrad zuerst und kann mit dosiertem Bremseneinsatz ein Stück weit rollen, bis auch das Hinterrad über die Kante gelangt. Bei Treppensets kann man die unterste Stufe als Katapult nutzen, indem man gezielt mit dem Hinterrad in sie hinein fährt. Optimal ist es, wenn das Hinterrad die Stufenkante touchiert, wenn es bereits vom Boden abgehoben ist.
Video (Tretbunnyhop ohne Anlauf)
Video (mit Anlauf)
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Geändert am Dienstag, 28. Januar 2014
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