Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03216.jsonl.gz/2716

Naturschutzgebiet Tössriederen
Ausgangslage
In Tössriederen bestand im Gebiet Hinterriet ein unterirdisches Tanklager, das von 1957 bis 1978 betrieben wurde. Es stammte aus der Zeit, als man den Hochrhein als Wasserstrasse nutzen wollte. Die Tanks aus Stahl und aus Beton wurden entleert und stillgelegt, die Anlage selber aber belassen. Das ehemalige Tanklager für Brenn- und Treibstoffe in dieser Form zu belassen war jedoch keine Option für die Zukunft. Die Anlagen stellten langfristig ein Sicherheitsrisiko dar, deshalb bestand Handlungsbedarf.
Planung und Projektierung
2015 ergriff das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL) ergriff Anfang 2015 die Initiative, um eine nachhaltige Lösung für den unbefriedigenden Zustand zu finden. Nach einem Rückbau bzw. einer Sicherung der Tankanlagen sollte das Areal einer land- bzw. forstwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. Aufgrund der Bedeutung als Naherholungsgebiet sollte auch ein Mehrwert für die Erholung suchende Bevölkerung geschaffen werden.
Mit einem zweistufigen Submissionsverfahren wurden zuerst die Kosten ermittelt und welche Parteien sich in welchem Ausmass am Projekt beteiligen sollten. Um das Submissionsverfahren durchzuführen, wurde am 28. Januar 2016 der Verein Sanierung Tanklager Tössriederen mit Sitz in Eglisau gegründet. Mitglieder des Vereins waren die Gemeinde Eglisau, das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL), die Migrol AG, Carbura und Grundeigentümer Marcel Quiblier. Die Migrol AG, die das Tanklager in den 1950er-Jahren gebaut und das Areal vor über 30 Jahren verkauft hatte, übernahm schliesslich die Bauherrschaft für die Sanierung und trug die Hauptkosten von insgesamt rund 5 Millionen Franken. Mit der gelungenen Aufgleisung des Projekts und dessen Finanzierung wurd der Verein «Sanierung Tanklager Tössriederen» aufgelöst. Im November 2017 konnte das Baugesuch eingereicht werden, der Rückbau des Tanklagers erfolgte ab 2018. Das Projekt wurde 2019/2020 abgeschlossen.
Der Rückbau wertete das rund 40’000 Quadratmeter grosse Areal als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung und Passanten entlang des Rheinufers nachhaltig auf. Die Altlast aus Zeiten des Kalten Krieges wurde beseitigt.
Naturschutzgebiet gedeiht
Seit Frühling 2019 gehört das Grundstück des ehemaligen Öltanklagers der Pro Natura. Primär entstanden auf dem 4 ha grossen Areal grossflächige trockene und feuchte Magerwiesen. In einer ersten Etappe wurde 2019 der südliche Bereich in diesem Sinne rekultiviert. In einer zweiten Etappe wurden die bestehende Geländeauffüllung und der nährstoffreiche Boden entfernt und die neu mageren Standorte mit Schnittgut von artenreichen Magerwiesen aus der Region begrünt. Zusätzlich wurden seltene Arten gezielt eingesät und angepflanzt.
Der in einer Beton-Halbschale geführte Laubibach wurde teilweise befreit und offen in einer geschwungenen Linie durch das Gelände geführt. Ein ablassbarer Teich für den Laubfrosch und weitere Amphibien wurde erstellt. Weil während der Umsetzungsmassnahmen Gelbbauchunken aufgetaucht sind, wurden auch für diese zwei kleinere Weiher gebaut.
Für die Bevölkerung wurde ein Trampelpfad erstellt, dank dem ein guter Einblick in die neu geschaffenen Lebensräume möglich ist. Auch eine beschränkte Anzahl Parkplätze steht zur Verfügung.
Newsmeldungen zum Dossier
Die zweite Renaturierungsetappe steht an: Wenn alles rund läuft, kann ab dem 24. Mai mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Das Grundstück des ehemaligen Tanklagers gehört seit Frühling 2019 der Pro Natura. Sie hat das Ziel, ein für die Natur wertvolles Gebiet zu gestalten,…