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Das Unfallrisiko von Temporärarbeitenden liegt weit über dem Durchschnitt aller bei der Suva Versicherten. Besonders auffallend ist dies auf dem Bau. Um das Unfallrisiko zu senken, müssen alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen. Wichtig ist vor allem eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Einsatz- und Verleihbetrieb.
Besonderes Arbeitsverhältnis
Bei der Temporärarbeit verhält es sich so, dass der Arbeitgeber (= Personalverleiher/Verleihbetrieb) die von ihm angestellten Arbeitnehmenden anderen Arbeitgebern (= Einsatzbetriebe) für gewerbsmässige Arbeitsleistungen zur Verfügung stellt.
Zwischen Verleihbetrieb und Arbeitnehmer (1) besteht ein Arbeitsvertrag; zwischen Verleihbetrieb und Einsatzbetrieb ein Verleihvertrag bzw. eine Einsatzvereinbarung (2). Der Arbeitnehmer leistet seine Arbeit nicht im Betrieb des Personalverleihers, sondern «ausserhalb» in einem Einsatzbetrieb (3).
Dies hat zur Folge, dass die Arbeitgeberfunktion aufgespalten wird: Das Recht auf Ziel-, Fach- und Verhaltensanweisungen für die Arbeitnehmenden geht an den Einsatzbetrieb über (3). Die übrigen Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsvertrag, insbesondere die Lohnzahlungspflicht, bleiben beim Verleihbetrieb (1).
Personalverleiher
Gemäss Unfallversicherungsgesetz Art. 82 muss der Arbeitgeber (Personalverleiher) zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten alle Massnahmen treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind.
Einsatzbetriebe
In der Verordnung über die Unfallverhütung Art. 10 und im Arbeitsgesetz Art. 9 ist festgehalten, dass der Arbeitgeber, der in seinem Betrieb Temporärarbeitende beschäftigt, ihnen gegenüber bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz die gleichen Pflichten hat wie gegenüber den eigenen Arbeitnehmenden.
Weiter muss der Arbeitgeber gemäss Verordnung über die Unfallverhütung Art. 6 dafür sorgen, dass alle in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmenden, einschliesslich der dort tätigen Arbeitnehmenden eines anderen Betriebs, über die bei ihren Tätigkeiten auftretenden Gefahren informiert und über die Massnahmen zu deren Verhütung angeleitet werden.
Temporärarbeitende
Die Arbeitnehmenden müssen gemäss Verordnung über die Unfallverhütung Art. 11 die Weisungen des Arbeitgebers in Bezug auf die Arbeitssicherheit befolgen und die allgemein anerkannten Sicherheitsregeln berücksichtigen. Die Arbeitnehmenden müssen insbesondere die Persönlichen Schutzausrüstungen benützen und dürfen die Wirksamkeit der Schutzeinrichtungen nicht beeinträchtigen.
Handeln
Klare Regelungen schaffen Sicherheit
Informieren Sie sich im Folgenden darüber, was Sie als Personalverleiher, Einsatzbetrieb oder temporär arbeitende Person für sichere und gesunde Arbeitsplätze beachten müssen.