Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03294.jsonl.gz/2407

Citroën 11 CV Normale (1953)
Die französische Automobilmarke Citroën wurde im Jahr 1919 durch André Citroën gegründet. Dieser hatte zuvor Zahnräder mit einer von ihm patentierten Winkel-Verzahnung produziert. Der Doppelwinkel im Markenlogo erinnert bis heute an diese Ursprünge der Firma.
Citroën baute von Anfang an fortschrittliche und innovative, teilweise auch revolutionäre, Fahrzeuge. So war das Modell Traction Avant, welches 1934 auf den Markt kam, das erste Grossserienfahrzeug mit Frontantrieb und selbsttragender Ganzstahl-Karrosserie. 1948 erschien der 2 CV, welcher als günstiger und praktischer fahrbarer Untersatz für die französischen Bauern konzipiert wurde, später aber vor allem als Studentenfahrzeug bekannt wurde.
Im Jahr 1955 folgte mit der DS die nächste Revolution. Mit ihrer hydropneumatischen Federung und der futuristischen Karrosserieform liess die Göttin (la deésse) alle Konkurrenten alt aussehen. Weitere Meilensteine der Marke Citroën waren das Luxuscoupé SM mit Maserati Motor (1970) und der DS-Nachfolger CX (1974).
Trotz der technischen und ästhetischen Einzigartigkeit vieler ihrer Modelle geriet Citroën 1974 in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde 1975 vom Konkurrenten Peugeot übernommen. Die dadurch gebildete Groupe PSA ging 2021 im neu gegründeten Konzern Stellantis auf, wo Citroën nun nur noch eine von 14 Konzernmarken bildet.
Die Modellfamilie Traction Avant erschien 1934 und wurde bis 1957 gebaut. Bereits bei der Vorstellung 1934 wurden drei verschiedene Modelle vorgestellt, nämlich der 7 CV, der 11 CV und der 22 CV. Der 7 CV besass einen 1.3 Liter Motor, der 11 CV einen 1.9 Liter und der 22 CV einen 3.8 Liter Motor mit 8 Zylindern. Die Produktion des 22 CV wurde allerdings nach kurzer Zeit aufgrund technischer Probleme und aus wirtschaftlichen Gründen wieder gestoppt, weshalb nur etwa 20 Fahrzeuge entstanden. Als neues Spitzenmodell wurde dafür 1938 der 15 CV/Six eingeführt, welcher über einen Sechszylindermotor mit 2.9 Litern Hubraum verfügte.
Das erfolgreichste Modell der Traction Avant Familie war der Citroën 11 CV, welcher in verschiedenen Karrosserievarianten gebaut wurde. Neben der Limousine Normale gab es die schmälere, kürzere und leichtere Version Legère, die Familiale mit 3 Sitzreihen, den Kombi Commerciale und schliesslich in kleinen Stückzahlen das Cabriolet und das Faux Cabriolet genannte Coupé.
Der Citroën 11 CV konnte aufgrund seiner fortschrittlichen Grundkonstruktion 23 Jahre lang hergestellt werden. Während der langen Produktionszeit erwarb der 11 CV einen ausgezeichneten Ruf als schnelles und zuverlässiges Familienauto, welches aufgrund seiner guten Strassenlage auch in der Unterwelt als "Gangsterlimousine" beliebt war und im zweiten Weltkrieg als Tranportmittel für die französische Widerstandsbewegung "Résistance" zum Einsatz kam.
Beim hier gezeigten Fahrzeug der Sammlung Cresta Classic Cars handelt es sich um einen Citroën 11 CV Normale aus dem Jahr 1953. Das Auto wurde wie die meisten Traction Avant in schwarzer Farbe in Frankreich ausgeliefert, wo es bis 1995 verblieb. Im September 1995 wurde die französische Limousine von einem Engadiner Garagisten in die Schweiz importiert und 2 Monate später ausser Verkehr gesetzt. Die folgenden 10 Jahre wurde es mit einer Garagennummer gelgentlich für Ausfahrten, Hochzeiten usw. verwendet. Wohl deshalb wurde der 11 CV irgendwann vom originalen Schwarz auf die heutige, nicht originale Eierschalenfarbe umgespritzt, welche dem Auto aber ausgezeichnet steht. Im Herbst 2004 trat der Garagist die Traction zahlungshalber an seinen Rechtsanwalt ab. Dieser restaurierte das mittlerweile ziemlich ramponierte Fahrzeug zusammen mit dem Gründer von Cresta Classic Cars und verkaufte es ihm im Jahr 2006. Seither gehört der 11 CV zur Sammlung und wird gerne für regionale Ausfahrten und an Oldtimeranlässen bewegt.
Technische Daten: