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Seiten 262-263
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Man hat mir vorgeworfen, dass ich keine Notiz nehme von den Tatsachen, die als Beweise für das Alter der Erde vorgeführt werden.
Aber wenn ich in diesem Buch von allen Irrtümern sprechen sollte, deren sich die Fachgelehrten schuldig machen, so würde es den doppelten Umfang haben müssen. Ich habe seiner Zeit bei dem gemütvollen Vogt in Genf Geognosie gehört und kenne auch sonst ganz gut die aufgestellten Hypothesen. Ich weiss z.B. dass Werner in Leipzig einen Basaltklumpen bei 1.300° C. schmelzen ließ und aus dem Umstand, dass die Glasmasse binnen 2 Tagen auf 5° C. abkühlte, das Alter der Erde auf mindestens 353 Millionen Jahre berechnete. Er hat dabei die Erde im Innern fälschlich als massiv vorausgesetzt und außerdem unberücksichtigt gelassen, dass der Sonnenglasfluss, aus welchem unsere Erde hervorging, nicht so still wie seine Basaltschmelze in einer ruhenden Luftschicht abkühlte, sondern durch eine unerschöpfliche Sphäre von Weltwasserstoff passierte, die mindestens 46° Kälte aufweist.
Beiläufig verdient in Betreff des Ursprungs unserer Erde aus Sonnenglasfluss der Ausspruch Buffon’s Erwähnung: dass die Erdmasse sich mittels Feuersglut zu Glas schmelzen lasse. Vielleicht geschah es im Zusammenhang hiermit, dass Karl Vogt das Verlangen stellte, man solle experimentelle Geologie treiben, indem man alle möglichen Erdarten zusammenschmelze und dann zusehe, was da herauskomme. Das habe ich denn wirklich gemacht. Ich habe u.a. Galmei (kieselsaures Zink), Sand, Eisenoxid, Kalk, Porphyr und gepulverten Flußspat in einem hessischen Tiegel zu einer gleichförmigen Glasmasse geschmolzen und erkalten lassen. Was stellte sich dabei heraus? — Der Flußspat und ein Teil Quarz waren wieder herauskristallisiert, wie sich beim Zerschlagen des Tiegels ergab. Also, wenn wir Quarz (Kieselsäure) und Flußspat in Porphyr- oder Granitfelsenmasse abgesondert vorfinden, so darf gefolgert werden, dass bei der Gestaltung der Erde ein ähnlicher Vorgang stattgefunden; meine Theorie erlangt durch mein Experiment im Kleinen sicheren Halt. Die Auslegung, die ich den Gebirgsformationen gegeben habe, ist für die Geognosie fernerhin maßgebend, auch im Hinblick auf die gewaltigen Mengen von auskristallisiertem Magneteisenstein.
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Soll ich nun noch den Einwand berühren, dass der Amazonenstrom eine ungezählte Menge von Jahrtausenden benötigt habe, um sich sein Bett durch die Felsen zu höhlen? — Fast fürchte ich, wenn ich es tue, den natürlichen Vorstand des Lesers zu beleidigen, der ohne weiteres die Sache im richtigen Lichte sieht. Nämlich die Bäche rieseln stets da entlang, wo sich bereits Vertiefungen befinden, so machen es schließlich die großen Flüsse ebenfalls, vom Rhein bis zum Amazonenstrom.
Oh, dass man überhaupt auf solche kindlichen Einwendungen Bedacht nehmen muss!
Als Drittes zieht man den Niagarafall in’s Treffen; aber ich zweifle, ob alle, welche es tun, den Niagarafall mit Augen gesehen haben. Ich habe ihn zwar auch nicht gesehen, wennschon ich mich bereits auf dem Wege dahin befand; indessen habe ich sehr gute Photographien von seinen Umgebungen gesehen und daraus erkannt, dass es sich um ähnliche Felsenblöcke handelt, wie man sie bei Sarabraaten in der Nähe von Christiania beobachten kann. Die bisherige Geologie behauptet nun, dass der Niagarafall sich jährlich um einen Fuß zurückziehe; da nun die Stelle, wo er sich jetzt befinde, vom Ontario-See 30.000 Fuß entfernt sei, so mussten seit der jüngsten Schichtenbildung mindestens 30.000 Jahre vergangen sein. In diesem Falle nehmen die Geologen keine Rücksicht auf abwechselnde Hebung und Senkung der Erdrinde, halten sich auch der Vorlegung einer statistischen Buchführung über 400 Fuß Ortsveränderung des Niagarafalls seit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus für überhoben.
Und so machen es unsere Forscher auf zahlreichen Gebieten. Dass die Koralleninseln jährlich nicht mehr als einen Zentimeter in die Höhe wachsen, wird zum Maßstab genommen für den Zeitraum, der vergangen seit ihrem Aufbau vom Meeresgrunde. Und doch weiß man, dass das Niveau des Meerwassers, da dasselbe Schwankungen ausgesetzt, sehr schwierig zu messen und dass die Korallen sich nur soweit aufbauen, als sie vom Meer bedeckt sind. Wenn die Korallen, weil das Meer naturgemäß nicht höher steigt, gegenwärtig höchstens 1 Zentimeter im Jahr hochbauen, so ist damit nicht widerlegt, dass sie früher, von kalkhaltigem Wasser umgeben, hundertmal schneller in die Höhe stiegen.
Das Pseudoskop (Falsch-Seh-Maschine) im metaphorischen Sinne ist in der Tat ungemein weit verbreitet.
Einzelne Fachgelehrte, die von den übrigen für Autoritäten gehalten werden, bedienen sich derselben mit einer wahrhaften Meisterschaft.
Mit Hilfe des Falsch-Seh-Apparats gelingt es, schlichte Wahrheiten auszurotten, die im Volke Kurs gehabt haben, solange das Menschengeschlecht existiert; und das sind schon über 5.000 Jahr.
Wer in einen Sommer in einem Dorf gelebt hat, wo die Aborte von primitiver Konstruktion sind, der musste nolens volens bemerken, dass der menschliche Kot samt der Harnausscheidung in der Sommerwärme während seiner breiigen Beschaffenheit Unmassen von Maden hervorbringt. Es kribbelt und wibbelt nur so davon.
Und das mussten natürlich schon die ersten Menschen beobachten.
Auch der griechische Weise Aristoteles hat diese Tatsache schon vor 2.300 Jahren registriert.
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Fortsetzung folgt…