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EU-Parlament will Apple den Stecker ziehenUhr
Schluss mit einem Ladekabel für jedes Gerät. Das EU-Parlament ruft die Kommission dazu auf, die Rechtsgrundlage für ein standardisiertes Ladegerät zu legen. Apple versucht sich derweil gegen den Vorstoss zu wehren.
Das EU-Parlament fordert ein einheitliches Ladekabel für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets. Ende Januar stimmten 582 von 659 Abgeordneten für eine "verpflichtende Einführung gemeinsamer Ladegeräte", heisst es auf der Website des Europäischen Parlaments.
Damit ist die EU-Kommission beauftragt, bis Juli 2020 Vorschriften für die Hersteller zu prüfen.
Das Parlament hält eine Regelung für dringend nötig, um die Menge an Elektroschrott zu verringern. 2016 wurden in der Europäischen Union gemäss Mitteilung 12,3 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert. Dies entspricht 16,6 Kilogramm pro Einwohner.
Ausserdem fordert das EU-Parlament mehr Recycling in den Mitgliedsstaaten, die Entkopplung von Geräten und Ladegeräten beim Kauf und die "bestmögliche Interoperabilität verschiedener kabelloser Ladegeräte".
Apples Adapter-Geschäft ist lukrativ
Der Rechtsrahmen für ein einheitliches Ladegerät soll in regelmässigen Abständen geprüft werden, um den technischen Fortschritt nicht auszubremsen. Apple hatte sich allerdings gegen den Vorstoss ausgesprochen und ihn als "innovationsfeindlich" bezeichnet, schreibt "Golem".
Der Grund für die ablehnende Haltung von Apple liegt im hauseigenen, proprietären Lighning-Anschluss: Wenn Apple für jedes der zurzeit 1,5 Milliarden aktiven Apple-Geräte ein Kabel verkauft, so steigt der Umsatz um dutzende Milliarden Dollar, wie "SRF" berichtet.
Durch die Einführung von Micro-USB und USB-C wurde die Anzahl der Anschlüsse seit 2009 zwar stark reduziert, der freiwillige Entwicklungsansatz für die Industrie sei allerdings "hinter den Zielen des Gesetzgebers zurück" geblieben, heisst es in der Mitteilung.