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Das Leben in Bangladesch ist für viele Menschen nicht einfach.
Es sind besonders die Bauern aus den ruralen Gebieten, welche unter dem Klimawandel leiden. Zu tausenden strömen sie in die Städte, mit der Hoffnung auf einen Job und ein einfacheres Leben. Doch grossmehrheitlich ohne Schulbildung (mehr als 50 % der Einwohner über 15 Jahren sind Analphabeten) oder anderen nützlichen Fähigkeiten für die moderne Welt, bleiben ihnen häufig nur die niedrigsten Arbeiten.
Durch den enormen Überschuss an Menschen müssen sie härteste Arbeiten für minimalen Lohn verrichten. Mit einem BIP pro Kopf von etwa 1000 US-Dollar gehört Bangladesch zu den ärmsten Ländern der Erde. Bangladesch nimmt den 142. Platz von 187 Ländern beim Human Development Index ein.Wenn eine enorme Zahl von Menschen auf engstem Raum zusammenlebt, entsteht eine enorme Menge Dreck. Mit einer Bevölkerungsdichte von 1.087 Personen pro km² ist Bangladesch (abgesehen von reinen Stadtstaaten) der am dichtesten besiedelte Staat der Welt. Eine „gute“ Ausgangslage für eine schier unglaubliche Menge an Abfall.
Doch die Menschen auf dem Indischen Subkontinent verstehen es, wie keine Anderen, aus der Not eine Tugend zu machen. So durchstöbern hunderte die Strassen und Müllberge nach Verwertbarem. Ein Rohstoff der immer wichtiger wird sind dabei die PET Flaschen, welche nach dem Verzehr des Inhalts achtlos im Strassengraben landen.
Die Flaschen werden gesammelt, sortiert, zerkleinert, gewaschen und als PET Flocken in Länder wie China, Südkorea, Taiwan und Thailand exportiert. Diese wiederum stellen daraus Plastik Staple Fibre (PSF) her, ein Produkt, das im Textilbereich zum Einsatz kommt (z.B. in Polyester).Bei Preisen zwischen 800$ und 1100$ pro Tonne, ein lohnendes Geschäft. Rund 43.5 Millionen US Dollar verdienten die 2000-3000 Fabriken in Bangladesch im Jahr 2012.
Eine wertvolle Einkommensquelle für eine Million Menschen im ganzen Land, wenn auch ungleich verteilt. Während die Eigentümer der Fabriken sich ein angenehmes Leben daraus machen können, reicht der karge Lohn der Arbeit kaum aus um über die Runden zu kommen. Ganz zu schweigen, eine Familie zu ernähren. Dies führt dazu, dass ganze Familien geschlossen in diesen Fabriken arbeiten müssen. Die Männer entladen die mehrere Zentner schweren Gebinde vom Lastwagen und bedienen die Maschinen. Ihre Frauen sortieren die Flaschen, entfernen die Verschlüsse und füllen Flaschen in die Häcksler. Die Kinder sammeln Flaschen in der Stadt, helfen sortieren und dürfen zwischendurch auch ein bisschen rumalbern.
Doch selbst mit all diesen Einkommen (rund 200 Taka oder CHF 2.30.- am Tag) reicht es meist nicht aus, den Slums zu entkommen welche sich an den Ufern des Buriganga nah aneinander drängen. Dick eingehüllt vom stickigen, schwarzen Rauch brennenden Abfalls.