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Im Fürstentum herrscht Aufregung rund um die Bank Bendura. Diese ging aus der ehemaligen Valartis hervor und gehört heute einer Uhrenfirma aus Hongkong.
Starker Mann der Valartis respektive der Bendura war ein Banker namens Andreas Insam. Er hatte nicht nur das operative Kommando, sondern besass auch viele Aktien der Bank.
Das allerdings ist umstritten. Und hat in der Folge diesen Herbst zu einer Razzia bei Insam sowie der Bank Bendura geführt.
Die Strafuntersuchung gegen Insam und weitere wurde ganz am Anfang ausgelöst durch ein Schreiben eines osteuropäischen Partners des Bendura-Exchefs beziehungsweise dessen Anwalt.
Letzterer meinte im Mai dieses Jahres, dass Insam „5% der Aktien der Bank treuhänderisch“ für dessen Klienten, eben den Osteuropäer, gehalten habe.
Es stelle sich nun die Frage, ob „Herr Insam dieses interne Beteiligungsverhältnis ordnungsgemäss gegenüber der amerikanischen Korrespondenzbank der Bendura Bank AG offengelegt“ habe.
Insam bestreitet, dass der Osteuropäer Besitzer der Aktien ist. Der Banker spricht von einem Darlehen, das er vom Partner erhalten habe, damit er selbst Bendura-Aktien erwerben könne.
Das Schreiben des Anwalts des Osteuropäers ging an die Bendura-Führung. Bei dieser gingen die Alarmsirenen los.
Wenn die USA die Bendura vom Dollar-Verkehr ausschliessen würde, wäre es aus mit der Bank. Wegelin lässt grüssen.
Unter Führung von Andreas Casutt, einem Anwalt von Niederer Kraft Frey, der im VR der Bendura sitzt, ging die Bank den Vorwürfen nach.
Insam verliess darauf diesen Herbst vorzeitig den CEO-Posten. Er wurde abgelöst von einem Nachfolger, der von intern kam.
Die Sache war damit nicht ausgestanden. Im Gegenteil: Die Polizei marschierte auf. Insam, für den die Unschuldsvermutung gilt, wollte sich nicht äussern.
Ein Sprecher der Bendura sagte auf Anfrage, man wolle keine Stellung nehmen. Vor einigen Wochen, als die Bendura-Wirren zum ersten Mal Thema waren, hatte die Bank noch Folgendes gesagt:
„Es ist richtig, dass der Verwaltungsrat im Sommer eine interne Untersuchung angeordnet hat. Der vormalige CEO hatte sich schon länger entschieden, im Sommer 2021 in Pension zu gehen.“
„Bereits vor eineinhalb Jahren hat er seinen Rücktritt angekündigt und zusammen mit dem Verwaltungsrat den Generationenwechsel vorgespurt.“
„Die Ergebnisse der internen Untersuchung im Zusammenhang mit einer Zivilklage eines ehemaligen Geschäftspartners gegen den CEO hat den geplanten Generationenwechsel nun beschleunigt.“ Zu „weiteren Interna der Bank bzw. Details der Untersuchung“ könne man „keine Stellung nehmen“.
Brisant für die Bendura ist der Gegenstand der Untersuchungen. Es geht um die Beziehung einer Bendura-Tochter zum Regime in Venezuela.
Es bestehe der Verdacht, dass „durch eine kriminelle Vereinigung (…) Gelder, welche dem Staat Venezuela illegal entzogen worden sind, vorsätzlich gewaschen worden“ seien, steht in einem Dokument der Liechtensteiner Polizei.
Dabei ist die Rede von der FHI Food Holdings, welche rund um den möglichen Raub am verarmten Volk Venezuelas auftaucht.
Im Fokus steht ein Darlehen in Höhe von knapp 44 Millionen Euro, das gemäss den Ermittlungen über bekannte Banken geflossen sei.
Nämlich die UBS Deutschland, die CS in Zürich und die EFG in Genf. Erwähnt wird auch die Julius Bär in Zürich.
Als Geschäftspartner ist in den Unterlagen der Liechtensteiner Polizei der Name eines Israelis mit Argentinien-Spuren aufgeführt, der mit Venezuela-Kunden gross im Business war.
Die Bank Vontobel hatte mit dem Geschäftsmann eine Beziehung.
Der Fall rund um die Liechtensteiner Bendura und deren Ex-Chef Insam erhielt vor 2 Wochen neue Aufmerksamkeit. Da fand der erste Prozesstag im Zivilverfahren statt.
Der Osteuropäer, welcher Insam wegen den Bendura-Aktien verklagt hat, will in diesem Verfahren zu seinem Recht kommen. Er fordert vom Ex-CEO 1,6 Millionen Franken.
Insam hält dagegen. Er verfasste eine lange Verteidigungsschrift, die er seinen Ex-Kollegen bei der Bendura zukommen liess.