Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/907

Unter den arktischen Gewässern lagern grosse Mengen Methan. Wurden diese bisher durch den Permafrost zurückgehalten, lösen steigende Wassertemperaturen deren Freisetzung aus. Offenbar gelangen bereits grosse Mengen Methan aus der Ostsibirischen See in die Atmosphäre.
Dies berichten Forscher in dem Fachmagazin „Nature Geoscience“. Dazu massen sie mehrere Jahre lang die Wassertemperaturen und die Methankonzentration vor der sibirischen Küste. Aufsteigende Methanblasen konnten akustisch mit Sonar gemessen werden, und auch Bohrkerne wurden untersucht.
Dabei wurde festgestellt, dass die durchschnittliche Wassertemperatur in den letzten 14 Jahren um 0,5 Grad gestiegen ist. Die Bohrkerne enthüllten, dass der Boden bereits aufgetaut war. Dementsprechend stiegen auch überall Methanblasen auf. Diese gelangen zu einem Grossteil an die Meeresoberfläche und somit in die Atmosphäre. Insgesamt, so ergab eine Berechnung von Natalia Shakhova der University of Alaska in Fairbanks im Jahr 2010, könnten unter den Permafrostböden etwa 700 Milliarden Tonnen Methan liegen!
Zu einem gewissen Teil bauen Mikroben das Methan im Wasser ab. Doch eine Durchmischung der Gewässer, welche etwa durch Stürme geschieht, beschleunigt die Methanabgabe an die Atmosphäre. Und in den arktischen Gewässern gibt es etwa an 70 Tagen pro Jahr Stürme. Da Methan ein potentes Klimagas ist, wird dessen Freisetzung zu einer weiteren Erwärmung führen. Und dies bringt noch mehr Böden zum Auftauen, was weiteres Gas entlassen wird.
Bild: NASA Goddard Space Flight Center from Greenbelt, MD, USA (Uploaded by PDTillman) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons