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In diesem Projekt geht es um ``seltene'' Zerfaelle von schweren Quarks (insbesondere dem b-quark, das in B Mesonen gebunden ist). Das Wort ``selten'' bedeutet, dass es sich um Prozesse handelt, die im Rahmen des Standardmodells (SM) stark unterdrueckt sind, weil sie in diesem Modell auf demsogenannten Baumgraphen-Niveau verboten sind und erst auf dem 1-loop Niveau induziert werden, wobei im loop ein W-Boson und ein top-Quark propagieren. In vielen Erweiterungen des SM koennen ebenfalls neue schwere Teilchen im loop propagieren, welche zu zusaetzlichen Beitraegen in den Zerfallsraten fuehren. Da diese Zusatzbeitraege generisch gesehen gegenueber den SM-Beitraegen nicht unterdrueckt sind, sind diese Prozesse sehr sensitiv auf neue Physik. Um tatsaechlich

Abweichungen vom SM etablieren zu koennen, sind neben Praezisionsmessungen sehr genaue Berechnungen notwendig.
In den zwei Unterprojekten A) und B) berechnen wir im Rahmen des SM numerisch relevante Beitraege zu den inklusiven Verzweigungsverhaeltnissen der Prozesse b -> s + photon und b -> s photon+photon, in denen 2-loop und 3-loop Diagramme analytisch berechnet werden muessen. Um diese seit langem fehlenden Beitraege in den Griff zu bekommen, verwenden wir mehrere moderne Techniken, wie z.B. die Zerlegung des Zerfallsamplituden in
Masterintegrale und Differentialgleichungen in der sogenannt kanonischen Form, um diese zu loesen.
Die Ergebnisse beider Projekte werden zu genaueren Vorhersagen in SM fuehren.
In den drei Unterprojekten C), D) und E) betrachten wir spezifische Erweiterungen des SM.
Im Projekt C) geht es darum, eine Methode auszuarbeiten, die es erlaubt, die Effekte von vektoriellen
Leptoquarks auf verschiedene Observablen ohne Ambiguitaeten zu berechnen. Im Projekt D) wird das Standardmodell um neue massive Eichbosonen (Vektor Bosonen) erweitert; wir werden verschiedene solche Realisierungen betrachten und dabei untersuchen, welche sich als besonders gute Kandidaten erweisen, um die
in den letzten Jahren beobachteten Spannungen in der Flavour-Physik zwischen den Experimenten und dem Standardmodell zu erklaeren. Im letzten Unterprojekt E) werden wir an einer verbesserten Analyse der Quark-Quark-Higgs Kopplung in der minimalen supersymmetrischen Version des Standardmodells arbeiten; waehrend wir uns vor ca. 8 Jahren auf die Gluino-induzierten Effekte konzentriert haben, welche dominant sind in Szenarien mit grossen
flavour versetzenden Termen in den Squark-Massenmatrizen, wenden wir uns nun Szenarien mit minimaler
flavour Verletzung zu; es zeigt sich, dass in diesen die Chargino-induzierten Beitraege dominant sind.
Um gute Resultate zu erhalten, ist das Berechnen von QCD Korrekturen unabdingbar.Das Unterprojekt E) zielt unter anderem auch darauf ab, ein besseres Verstaendnis ueber die Struktur der Fermionen und deren skalaren
Partnerteilchen zu gewinnen.