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Häufigkeit, Eisenstoffwechsel, Zufuhr, Verlust
Beim gesunden Mann beträgt der gesamte Eisengehalt ungefähr 4 g, bei der gesunden Frau 3 g. Zu zwei Dritteln besteht dieses aus Funktionseisen - vor allem im Hämoglobin, deutlich weniger im Myoglobin und als Cofaktor in Enzymen (Peroxidasen, Cytochrome, Katalase) gebunden. Neben der bekannten Funktion im Hämoglobin als Sauerstofftransporter ist Eisen unabdingbar für viele weitere Stoffwechselvorgänge (Oxidationsschutz, Zellatmung, Zitronensäurezyklus, Energie- und Purinmetabolismus). Das grosse Funktionsspektrum erklärt bei postuliertem Polymorphismus verschiedener Enzyme das breite Spektrum an Symptomen und klinischen Befunden bei Eisenmangel. Ein Drittel des Eisens schliesslich liegt in Speicherform vor, im Ferritin und Hämosiderin in Leber, Knochenmark, Milz und Darmschleimhaut, und steht der Erythropoese zur Verfügung.
Zufuhr
Das Spurenelement Eisen muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein gesunder erwachsener Mann sollte sich täglich ca. 10 bis 15 mg zuführen, eine gesunde Frau augrund der Menstruation noch etwas mehr. Der Bedarf ist vor allem bei schnellem Wachstum im Kindesalter, Schwangerschaft, während der Stillzeit und natürlich bei chronischen Blutverlusten erhöht. Wichtige Eisenlieferanten sind Fleisch, Getreide (Brot!), Hülsenfrüchte und einzelne Gemüse (vor allem Kartoffeln, Blumenkohl, Sauerkraut). Die Verfügbarkeit von Eisen ist bei Fleisch aber ungefähr dreimal höher als bei pflanzlichen Nahrungsmitteln. Fleisch, Fisch, Vitamin C und Fruchtsäuren verbessern die Eisenaufnahme im Darm, Faserstoffe, Soja, Schwarztee und Kaffee verschlechtern sie.
Hier finden Sie eine Liste mit den Eisengehalten verschiedener Lebensmittel.
Metabolismus
Im Duodenum und oberen Jejunum kann das zweiwertige Eisen (Fe2+) direkt vom Enterozyten aufgenommen werden, dreiwertiges Eisen (Fe3+) wird durch die Ferrireduktase zu zweiwertigem reduziert. Der divalente Metalltransporter DMT1 nimmt das für die Zelle toxische Eisen aktiv in den Enterozyten auf. Dieses wird durch die Zelle geschleust und durch Ferroportin ans Transferrin im Blut abgegeben. Dieses ist für den Transport an die Zielorgane verantwortlich. Einer der wichtigsten Regulatoren der Eisenresorption ist das Hormon Hepcidin, das durch die Hemmung von Ferroportin die Eisenabgabe aus Enterozyten und aus Makrophagen vermindert. Die vermehrte Bildung von Hepcidin bei Entzündungsprozessen ist denn auch mit verantwortlich für die Begleitanämie bei chronisch entzündlichen Erkrankungen.
Verlust
Durch die Regeneration der Haut, der Darm- und Urogenitalschleimhaut sowie durch Mikroblutungen gehen täglich ungefähr 1-2 mg Eisen verloren, welches durch die Nahrung wieder substituiert werden muss. Eine Zufuhr von minimal 10 bis 15 mg Eisen pro Tag ist deshalb notwendig, weil lediglich ca. 10% des Nahrungseisens vom Darm resorbiert wird. Prämenopausale Frauen verlieren zusätzlich Eisen durch die Menstruation; was mindestens einem täglichen Verlust von 1 mg entspricht.
Ist die Eisenzufuhr zu gering, die Aufnahme im Darm vermindert oder der Eisenverlust zu gross, ist die Eisenbilanz negativ. Dies führt in absteigender Reihenfolge zu folgenden Eisenmangel-Zuständen:
Schwere Eisenmangelanämien mit den klassischen nicht hämatologischen Symptomen (brüchige Nägel, Mundwinkelrhagaden, Zungenpapillenatrophie, starker Haarausfall, Dysphagie und Pica-Symptomatik) sind heute selten. Moderate Eisenmangelanämien und vor allem Eisenmangel sind jedoch gerade bei Frauen im Menstruationsalter sehr häufig. Amerikanische und europäische Untersuchungen berechneten die Prävalenz der Eisenmangelanämie bei prämenopausalen Frauen auf ca. 3% und die Prävalenz des Eisenmangels sogar auf rund 15% [1,2]. Die Autoren einer Studie in der Schweiz haben die Häufigkeit des Eisenmangels bei Rekruten untersucht: Von 11'322 jungen Männern hatten 7% einen Eisenmangel ohne Anämie (Ferritin < 30µg/L), jedoch lediglich 0.1% eine Anämie [3]. Eisenmangel kann bereits vor der Entwicklung einer Anämie Symptome wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Haarausfall und Leistungsschwäche verursachen.
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