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Ronnie Schildknecht gibt am Ironman Switzerland auf. Der 29-jährige Australier Nicholas Kastelein sorgt für einen "Auswärtssieg" vor zwei Schweizern.
Der Trainingspartner des zweifachen deutschen Ironman-Weltmeisters Jan Frodeno gewann mit gut sieben Minuten Vorsprung.
Kastelein realisierte fast einen Start-/Ziel-Sieg. Er kam schon als Zweiter aus dem Wasser und stürmte bereits auf den ersten Radkilometern an die Spitze. Seiner Pace war fortan niemand gewachsen - auch Serien-Sieger Ronnie Schildknecht nicht. Dieser gab auf dem ersten Viertel des Marathons an vierter Stelle liegend das Rennen auf. Die Schweizer Ruedi Wild und Jan van Berkel belegten die weiteren Podestplätze hinter Kastelein.
Schildknecht sagte nach seiner Rennaufgabe: "Ich zog mir bereits im Schwimmen eine Zerrung an der linken Wade zu. Zuerst dachte ich, es sei nur ein Krampf. Doch es wurde immer schlimmer. Der Muskel machte je länger je mehr zu. Ich setzte das Rennen im Radfahren zwar fort, doch sobald ich die Zeitfahrposition für einige Augenblicke verliess, machten sich die Beschwerden bemerkbar. Ich wusste, dass ich so nicht laufen konnte. Dennoch versuchte ich es bis etwa Kilometer 10. Mehr war nicht mehr möglich."
Der neunfache Gewinner des Ironman Switzerland und insgesamt elffache Ironman-Champion wies zum Zeitpunkt der Aufgabe einen Rückstand von gut sieben Minuten auf Kastelein auf. Für Schildknecht hat die Aufgabe in Zürich keine Konsequenzen im Zusammenhang mit der Qualifikation für die Ironman-WM auf Hawaii.
Der 37-jährige Zürcher ist seit seinem 2. Rang vom Frühjahr an den nordamerikanischen Ironman-Meisterschaften bereits für den Saisonhöhepunkt vom 14. Oktober auf Big Island qualifiziert. "Die Aufgabe in Zürich hat mich sicher nicht so viel Substanz gekostet, wie wenn ich durchgezogen hätte. Und die Form ist auf jeden Fall da", so Schildknecht.
Wild, der sich im Marathon von Rang 5 in den 2. Rang vorarbeitete, und Van Berkel sammelten mit ihren Podesträngen ebenfalls noch ausreichend Punkte für das Kona Pro Ranking, um in Hawaii im 50-köpfigen Männer-Profifeld antreten zu dürfen.
Zweite Aufgabe von Schildknecht am Heim-Ironman
Für Schildknecht ist es die zweite Aufgabe am Ironman Switzerland nach 2004. Ein Jahr davor hatte er bei seinem Debüt am Ironman Zürich den 11. Rang erreicht. 2005 bezahlte der heutige Schweizer Ironman-Rekordsieger bei den Männern ebenfalls Lehrgeld, als er in Zürich im Marathon einbrach und das Ziel nach 10:22 Stunden mitten im Feld der Amateure beendete.
In den beiden Vorjahren gewann der Ironman-WM-Vierte von 2008 wieder zweimal in Folge, nachdem Schildknecht das Heim-Rennen von 2014 noch wegen vorzeitiger Qualifikation für die Ironman-WM für einmal ausgelassen hatte. Damals hatte der Deutsche Boris Stein in Zürich triumphiert.
Schärer mit erstem Ironman-Sieg
Bei den Frauen feierte Céline Schärer ihren ersten Ironman-Sieg. Die Zweite des Ironman Switzerland von 2013 war erst auf Anfang Juni hin nach einem längeren Unterbruch zum renommierten Triathlon-Trainer Brett Sutton zurückgekehrt. Diese Rückkehr zahlte sich für die 27-jährige Zugerin auf Anhieb aus. Schärer gewann mit über 14 Minuten Vorsprung auf die Dänin Tine Holst. Dritte wurde Lokalmatadorin Martina Kunz, die sich am Ironman Switzerland schon oft als freiwillige Helferin engagierte.
Schärer löste mit dem Triumph in Zürich laut den Berechnungen von Brett Sutton auch erstmals das Ticket für das 35-köpfige Frauen-Profi-Feld der Ironman-WM auf Hawaii.
SDA-ATS