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Darüber gibt das Buch "Verwirrung der Verwirrungen" erheblichen Aufschluß. Es ist schon erstaunlich daß im Jahre 1688 die Börse in Amsterdam der heutigen sehr ähnlich war. Es gab Kassekurse, Optionsgeschäfte, Spekulanten, Zocker und vieles mehr.
Entgegen zahlreichen Behauptungen daß heute alles anders wäre und es viel schwieriger wäre kann ich nur das Gegenteil behaupten. Wer es nicht glaubt sollte sich dieses Buch einmal zu Gemüte führen. Aber etwas Zeit sollte man sich schon nehmen, da der Sprachgebrauch teilweilse nicht mehr dem heutigen entspricht.
Ich habe mal 2 interessante Sätze herausgestellt. Sie könnten auch jedem heutigen Buch über die Börse entstammen.
"Auch die Börse besuchen viele falsche Propheten und ihr Mund redet das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigen." (Seite 53)
"Wenn der Käufer von Aktien sieht, daß sie fallen rast er, gekauft zu haben, wenn sie steigen, rast er, nicht mehr gekauft zu haben, wenn die Aktien steigen, der Verkauf Gewinn bringt und sie dann einen noch höheren Kurs erreichen, so rast er, daß er sie zu billigerem Preise abgegeben hat, ... .Wenn man ihm irgendeinen Wink oder Ratschlag gibt, so rast er, daß man es ihm nicht früher sagte. Wenn es ein Irrtum ist, so rast er, daß man es ihm sagte." (Seite 53/54).
ich habe da noch eine geschichte im hinterkopf,das es an der amsterdamer börse im 17.jahrhundert mal einer riesige spekulationsblase auf tulpenzwiebeln gab. seinerzeit war das DER exportschlager und die nachfrage war nahezu unstillbar. die kurse schossen täglich in neue höhen immer mehr leute erkannten, das tulpenzwiebeln die "lizenz zu gelddrucken" waren.
die geschichte endete mit ( sofern ich mich noch richtig entsinne ) mit 97% kursverlust innerhalb weniger handelstage. jede menge spekulanten gingen pleite und waren ihrer existens beraubt.
auch damals wurde also mit heisser luft gehandelt, auch damals fras die gier die gierigen auf.
der "berühmte schwarze freitag" ist nur ein chrash von vielen in der geschichte. und der war im vergleich sogar noch annehmbar. aber dieser crash ist aus welchen gründen auch immer der berühmteste geworden ( wahrscheinlich wegen der anschliessenden weltwirtschaftskrise ).
es gibt auch ein berühmtes statement von einem papst, das ich zum thema "duplizität der erreignisse" gerne aussbuddel:
und zwar sagte der amtierende seinerzeit :" diese waffe, die nun geschaffen wurde ist so brutal und so todbringend, dass sie alle kriege binnen kurzer zeit beenden wird. die ist die letzte stufe in einer reihe von tötungsmaschinen, die jeden bekannten schutz durchschlägt.die geschwindigkeit ,mit der diese waffe geschosse abschiessen kann und ihre reichweite, machen sie unüberwindlich."
gemeint war damals die armbrust.
auch der satz:"die jugend von heute hat den respekt vor dem alter verloren und kennt keine werte mehr" stammt schon aus dem alten griechenland.
und in dem buch :"pychologie für börsenprofis" findet sich auf der zweiten seite ein bild mit dem titel "panik an der börse", auf dem ein man schreit :"es ist vergeblich ,aktien anzubieten, alles läuft davon, statt zuzugreifen."
dieses bild stammt aus paris und wurde 1849 gefertigt.
die ereignisse wiederholen sich immer und die grundmauern des spiels bleiben immer erhalten. nur die akteure wechseln.
und deswegen bleibe ich bei meiner ansicht, das ein einigermassen gestreutes depot auf lange sicht IMMER gewinnt. es wird immer jede andere anlageform schlagen . und das ohne grossartigen aufwand. man sollte nur in der euphorie mal kasse machen und nach dem chrash einsammeln.
350 jahre börsengeschichte ( und kostolany ) lehren uns, dass das der einzige wirkliche erfolgversprechende weg ist, den man planen kann. alles andere ist glücksspiel ( was ja nichts schlimmes ist, man sollte sich dessen nur bewusst sein).
nein, geldwährungen setzten schon viel früher ein.selbst im mittelalter wurden waren gegen geld gehandelt und nicht gegen tauschgüter. im 17.jahrhundert gab es schon kreditgeschäfte auf geldbasis und damit einhergehende infaltionsgefahren.
wie von mr anderson trefflich beschrieben die sog. tulpenkrise. zusätzlich zum kassageschäft wurden zu der zeit so richtig herrliche termingeschäfte auf die tulpenzwiebel (die eigentlich nur eine mutierte war..) abgeschlossen, in deren gipfel eine einzige zwiebel den jahreslohn einer ganzen schiffsmannschaft kostete! und ich bin der meinung, das sich die geschichte wiederholt-zwar nie exakt- aber doch nach ähnlichen schemata. wer es nicht glaubt möge sich nur einige jahre später in england umsehen: es kamen neuemissionen, deren geschäftszweck zwar nicht bekannt war, die zeichnung aber vollkommen überlaufen waren! (das kennen wir doch auch, oder?)
daher ein teuflischer hinweis auf alle "windigen ideen"
Nachdem die erste und stärkste Verkaufswelle im April das 50%ige Fibonacci-Retracement bei der 5600er Unterstützung erreichte (siehe Ausgabe Nr.17), lässt das Verkaufinteresse im Neuen Markt zunehmend nach. Zwar herrscht immer noch der im März begonnene Abwärtstrend vor, die einzelnen Downswings werden jedoch immer kürzer, der Trend des NEMAX All-Share-Index flacht ab.
In den Sommermonaten wurde an anderer Stelle immer wieder der Anfang einer Rally herbeigeredet, der Chart gab das aber gar nicht her. Tatsächlich liegt bis heute jeder neue temporäre Hochpunkt tiefer als der vorhergehende. Nur auf der Südseite formierte sich seit Mai bei etwa 5150 eine leichte Unterstützung. Das langfristige Schaubild offenbart, dass der NEMAX nun die Oberkante der unteren (blauen) Aufwärtstrendlinie erreicht hat. Das gröbste dürfte damit überstanden sein. Dennoch gilt es zu bedenken, dass in den Vorjahren ein abschliessender Sell-Out jeweils im September stattfand. M.E. besteht in dieser Hinsicht noch ein Risiko für weitere 10% Verlust - bis in den nächsttieferen Unterstützungsbereich bei 4400-4600 Punkten. Dann wird es Zeit, Schnäppchen aufzusammeln.
Auszug aus TA professional Ausgabe Nr.20 - das kostenlose eZine der Technischen Analyse
Der Trend zeigt eine Neigung, sich zu verflachen. Die immer kürzer werdenden Downswings deuten daraufhin, daß die Angst vor einem plötzlichen Ausbruch aus dem langfristigen Aufwärtstrend immer größer wird. - Und es ist mal wieder die untere Linie erreicht. Auch Chart-Technik läßt viel Raum für Wunschdenken aller Art.
Bronco: "Die Verwirrung der Verwirrungen" von Don José de la Vega. Erschienen im Börsenbuchverlag. ISBN 3-922669-10-7
Drogo: Schon richtig, aber die Menschen, die hinter allem stecken sind von den charakterlichen Eigenschaften immer noch dieselben. (siehe Posting HAHAHA). Ob die besseren Informationen besser sind, sei dahingestellt. Ein windiger Börsianer hatte früher immerhin die Möglichkeit Nachrichten aus guter Quelle schnell in Kapital umzuwandeln.
Mr. Anderson: Den genauen Zeitpunkt der Tulpenzwiebel-Hausse weiß ich momentan nicht. Aber in dem Buch geht es um die Aktien der ostindischen Kompanie. Zur damaligen Zeit war der Handel mit Gewürzen und Tees ein absoluter Wachstumsmarkt. Auch hieran kann man sehr gut sehen, daß ein Wachstumsmarkt nur dann einer ist, wenn er 1. neu ist und 2. noch keine ?Global Player? besitzt. Genauso waren einmal Ford, GM, etc. einmal Wachstumswerte. Den Trend rechtzeitig zu erkennen, ist ein entscheidender Faktor für ordentliche Kursgewinne.
GutInformiert: Du scheinst da irgendwas zu verwechseln. Amsterdam liegt in den Niederlanden, nicht auf einer Südseeinsel im Kiribati-Archipel. *G*
Nochmals Mr. Anderson: Stimmt, die Aktien der Ostindien-Kompanie wurden in Gulden gehandelt.
Teufel: Ich nehme an Du meinst vornehmlich den Sklavenhandel. Damals schossen tatsächlich zahlreiche Firmen aus dem Boden, die sich irgendetwas (das mit dem Thema zu tun hatte) auf ihre Fahne schrieben und an die Börse gingen. Der Emissionserlös wurde dann jedoch für völlig andere Zwecke mißbraucht. Einige setzten sich mit dem Geld ab, andere spekulierten mit dem Kapital selbst an der Börse. Das kommt mir irgendwie bekannt vor.