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Barocke Opern haben häufig einen schlechten Ruf: langfädig und langweilig seien sie. Zwei Frauen im Opernhaus zeigen nun, dass dies überhaupt nicht stimmt.
Eine Frau im Unterrock, aber kein Mann in Boxershorts
Prächtige, barocke Kostüme, breite Röcke und fast unendlich hohe Perücken - das sind die Kleider, die in der Oper «Hippolyte et Aricie» getragen werden. Die tragische Liebesgeschichte ist spannend inszeniert, die Musik ist wunderbar, das Premierepublikum war begeistert.
Das Plakat, das Werbung macht für «Hippolyte et Aricie» ist auffällig. Eine Männerunterhose, grün-weiss gestreift. Diese Boxershorts kommen in der Inszenierung aber gar nicht vor.
Warum weiss er nicht mehr
Wie kam es zu dieser speziellen Idee für das Plakat? François Berthoud, der seit sieben Jahren die Plakate und Programmhefte für das Opernhaus gestaltet, sagt: Es war Teamwork. Eine Gruppe um Opernhausdirektor Andreas Homoki heckte die Idee aus. Sie sei doch grossartig, sagt Berthoud lachend. Wahrscheinlich habe es das noch gar nie gegeben in der Opernwelt.
Wie ein Plakat entsteht
Bevor ein Plakat entsteht, zeichnet Berthoud zuerst verschiedene Ideen auf. Dann macht Berthoud einen Linolschnitt. Darauf kommen viele Schichten Farbe, um das Bild zu vollenden. Am Schluss entsteht daraus das Plakat, mit einer klaren, grafischen Sprache. Eigentlich könnte man jede Oper mit demselben Sujet inszenieren, lacht Berthoud. Mit einer Blume oder einem Gewehr.
Seit 10 Jahren in Zürich
Berthoud machte Illustrationen für die grossen Designer von heute, von Dior bis Yves St. Laurent und er arbeitete für Zeitschriften wie Vanity Fair oder Vogue. Seit zehn Jahren lebt er in Zürich und fühlt sich fast ein bisschen verantwortlich für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt. Denn seine Plakate sind überall präsent - in den Trams, auf Zeitungen und auf den Lastwagen des Opernhauses.