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Bereits ein geringer Verlust der Nierenfunktion steht mit erhöhten Gesundheitsrisiken in Verbindung. Zu dem Ergebnis kommen Forscher des Ottawa Hospital im Zuge einer Datenauswertung von über acht Mio. Erwachsenen. Die im "BMJ" veröffentlichten Ergebnisse könnten zur besseren Prävention chronischer Erkrankungen der Niere und damit in Verbindung stehender Krankheiten führen. Diese Annahme gilt vor allem für junge Erwachsenen, betont Seniorautor Manish Sood. Bereits eine Verringerung der Nierenfunktion um 20 bis 30 Prozent habe gravierende gesundheitliche Folgen.
pte.
Symbolbild von Klaus Steves / pixelio.de
Kleiner Teil der Gesamtbevölkerung
Für die Studie haben die Forscher die im ICES gesammelten Gesundheitsdaten für jeden kanadischen Erwachsenen zwischen 18 und 65 Jahren für den Zeitraum von 2008 bis 2021 analysiert. Bei den dafür ausgewählten Personen war in der Vergangenheit zumindest ein Bluttest in Hinblick auf die Nierenfunktion durchgeführt worden. Es lag bei diesem Sample jedoch keine Vorgeschichte einer Nierenerkrankung vor. Bei 18 Prozent zwischen 18 und 39 Jahren war die Nierenfunktion etwas geringer als die Normalwerte.
Für die Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung waren diese Werte jedoch nicht niedrig genug. Personen in diesem Graubereich verfügten über ein leicht erhöhtes Risiko eines Nierenversagens, des Todes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einem Herzinfarkt. Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 39 Jahren entsprach ein Verlust der Nierenfunktion von 20 bis 30 Prozent einem 1,4-fachen Sterberisiko, einem um das 1,3-Fache erhöhten Risikos einer kardialen Komplikation und einem um das 6-Fache erhöhten Risiko eines Nierenversagens. Das absolute Risiko aller dieser Ereignisse bleibt jedoch mit weniger als zwei pro 1.000 Personen gering.
Lebensstil-Veränderungen sinnvoll
"Wir brauchen weitere Studien, um diese Ergebnisse zu bestätigen und sehen dann, ob wir das Risiko durch Veränderungen des Lebensstils verringern können", verdeutlicht Sood. Dazu gehöre eine gesunde Ernährung mit wenig Salz, regelmäßiger Sport und ein geringerer Alkoholkonsum. Die Forscher empfehlen derzeit jedoch keine Routinetests der Nierenfunktion für alle Menschen. Das Team hat mit dem "Project Big Life Chronnic Kidnney Disease Calculator" eine Möglichkeit zur Berechnung des Risikos einer Nierenerkrankung entwickelt. Dabei lassen sich auch die Auswirkungen eines veränderten Lebensstils darstellen.