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Tokios ältestes Wolkenkratzer-Viertel
Das Keio Plaza Hotel fällt unter den vielen Wolkenkratzern des Tokioter Viertels Nishi-Shinjuku kaum auf. Das war aber nicht immer so. Als es heute vor 50 Jahren, am 5. Juni 1971, feierlich eröffnet wurde, war es das erste Wolkenkratzer-Hotel des Landes. Es ragte 178 Meter in die Höhe und war somit das höchste Gebäude Japans. 1980 folgte das 138 Meter hohe Nebengebäude.
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Damals hatte das japanische Zeitalter der Wolkenkratzer mit dem Bau des Kasumigaseki Building 1968 (Asienspiegel berichtete) und des World Trade Center Building 1970 gerade erst begonnen. Das Keio Plaza Hotel war ein weiteres Symbol des Wirtschaftsbooms und ein neuer von überall sichtbarer Fixpunkt im Westen der Stadt. Die Türme waren derart bekannt, dass sie in der Filmgeschichte gleich zweimal mit der Zerstörungswut von Godzilla beehrt wurden. Bis 1993 blieb es das höchste Hotel Japans.
Der Startschuss in ein neues Zeitalter
Die Eröffnung des Keio Plaza Hotel vor fünfzig Jahren wurde zum Startschuss für die Entwicklung des ersten Wolkenkratzer-Viertels der Hauptstadt. 1974 folgten in unmittelbarer Nachbarschaft die Hochhäuser Shinjuku Sumitomo Building, Shinjuku Mitsui Building und das KDDI Building. Jahr für Jahr kamen neue Wolkenkratzer hinzu, wie zum Beispiel das Shinjuku Center Building 1979. Ihren Höhepunkt erreichte diese Entwicklung 1990 mit der Eröffnung des doppeltürmigen Regierungsgebäudes Tokyo Metropolitan Government Building, dem mit 243 Metern damals höchsten Gebäude des Inselstaates. Daneben entstand das Regierungsgebäude Nummer 2 und unmittelbar vor dem Keio Plaza Hotel das Parlamentsgebäude der Metropolregion Tokio. Nicht weit weg gesellte sich 1994 mit dem Shinjuku Park Tower ein weiteres unverkennbares Hochhaus hinzu. International bekannt wurde es durch den Film «Lost in Translation». Die berühmte Hotellounge des Park Hyatt Hotels befindet sich an diesem Ort. Das Keio Plaza Hotel stand auf einmal im Schatten anderer Bauwerke.
Nach dem Platzen der Wirtschaftsblase verlangsamte sich die Baueuphorie in Shinjuku. Der letzte grosse Wurf stammt aus dem Jahr 2008. Es ist der elegante Mode Gakuen Cocoon Tower. Alle diese Hochhäuser formen heute den Kern dieser viel fotografierten Tokioter Skyline mit dem Fuji im Hintergrund, die man sich am besten von der Aussichtsplattform des Bunkyo Civic Center anschaut (Asienspiegel berichtete). Es handelt sich um die älteste Wolkenkratzer-Skyline der japanischen Hauptstadt, die der Architekt Kenzo Tange (Asienspiegel berichtete) entscheidend mitgestaltete. Denn gleich mehrere der oben erwähnten Bauwerke stammen von ihm.
Neue Wolkenkratzer im Osten
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts verschob sich der Bauboom in andere Quartiere der Stadt, wie nach Roppongi oder in die Umgebung des Bahnhofs Tokio, wo mit dem Tokyo Torch ein neues architektonisches Wahrzeichen entstehen wird (Asienspiegel berichtete). Die allerhöchste Baustruktur des Landes, der 634 Meter hohe Tokyo Skytree, wurde derweil im traditionell geprägten Bezirk Sumida gebaut, in dem nur wenige Hochhäuser stehen (Asienspiegel berichtete). Heute blicken die Menschen bewundernd auf diesen gigantischen Turm, der dort ganz allein die Skyline dominiert. 1971 musste der Blick auf das damals alles überragende Keio Plaza Hotel ein ähnliches Gefühl ausgelöst haben.
Das offizielle Video zur 50-Jahr-Feier des Keio Plaza Hotel
Der Standort der Wolkenkratzer
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