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Bei den Springaffen, den Klammeraffen und den Lisztäffchen im Zoo Basel hat es Nachwuchs gegeben. Wenig erfreulich ist leider die Situation der Affen Lateinamerikas in der Natur.
Gleich bei drei der lateinamerikanischen Affenarten im Zoo Basel sind Junge zu sehen. Am 1. Juli ist ein Klammeraffe zur Welt gekommen. Das zierliche weibliche Junge hält sich auf dem Rücken seiner Mutter Bonita (15) fest, während diese den Ästen entlang schwingt. Bereits am 24. Juni kamen die Drillinge von Lisztäffchen Gitana (9) zur Welt. Eines der Jungen verstarb leider einige Tage nach der Geburt. Die Aufzucht von Drillingen gelingt selten, da die Muttermilch meist nicht ausreicht.
Der jüngste Spross im Affenhaus ist das am 21. Juli geborene Junge von Springaffe Chica (17). Da bei Springaffen Männchen und Weibchen nur schwer zu unterscheiden sind, ist es noch nicht klar, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist.
Ungewisse Zukunft der Affen Lateinamerikas
Lisztaffen sind ausschliesslich im nordwestlichen Kolumbien heimisch, der Rote Springaffe im westlichen Brasilien und im östlichen Peru und der Geoffroy-Klammeraffe in Mittelamerika. Die Situation aller drei Arten im natürlichen Lebensraum ist schwierig und ihre Zukunft ungewiss. Am positivsten ist die Situation bei den Roten Sumpfspringaffen. Der Zoo Basel engagiert sich seit 2012 für das Projekt «Proyecto Mono Tocon» zur Erhaltung und Erforschung einer nah verwandten Affenart in Peru, dem Anden-Springaffen, die viel stärker bedroht ist als die Roten Springaffen. Es hat zum Ziel, für wertvolle Gebiete einen offiziellen Schutzstatus zu erlangen und die Bewohner für den Schutz der Tiere zu sensibilisieren.
Gar nicht rosig ist die Zukunft der Lisztaffen: Sie sind vom Aussterben bedroht und ihre Zahl nimmt ab. Auch Klammeraffen sind stark gefährdet und ihre Population nimmt ebenfalls ab. Der Hauptgrund für die Gefährdung der Affen Lateinamerikas ist das Schwinden ihres Lebensraumes aufgrund von Waldrodungen. Grosse, ungestörte Waldgebiete, wie sie der Geoffroy-Klammeraffe bewohnt, gibt es nur noch wenige. Wo früher enorme Waldflächen waren, werden heute Nahrungsmittel für die Bevölkerung angebaut. Vielerorts wächst aber auch Ananas oder grasen Rinder, die schlussendlich auf unseren westlichen Tellern landen. Die Jagd ist – wenn auch in geringerem Masse – ebenfalls eine Ursache ihrer Gefährdung und auch als Haustiere oder vermeintliches Heilmittel werden viele Affen genutzt.
Aussergewöhnliche Situation bei den Lisztaffen
Als die Populationen der Lisztaffen noch grösser waren, wurden vor allem in den 60er und 70er Jahren viele Tiere eingefangen und für die Forschung nach Europa gebracht. Dies ist der Ursprung der heutigen Zoopopulation. Da die Zoopopulationen aus einer Zeit stammen, als es in der Natur noch viele Tiere gab, gehen Spezialisten davon aus, dass in den Zoos heute eine grössere genetische Vielfalt vorhanden ist als in der Natur. Deshalb ist diese Art ein Kandidat für zukünftige Wiederansiedlungen. Mit Zootieren könnte man theoretisch die wilden Populationen bereichern. Profitieren könnte man hierbei von den Erfahrungen mit dem Goldgelben Löwenäffchen, das in der Vergangenheit erfolgreich wieder angesiedelt wurde. In Kolumbien arbeitet das «Proyecto Tití» intensiv für den Schutz der Lisztäffchen.
pd