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Kürzlich war zu lesen, dass Forscher der Uni Zürich untersuchten, wo der Wolf von der Bevölkerung am meisten akzeptiert wird. Sie fanden heraus, dass er in dicht besiedelten Gebieten besser akzeptiert wird. Dumm nur, dass es dem Wolf in dicht besiedelten Gebieten nicht gefällt – sein bevorzugter Lebensraum zeichne sich durch hohe Wildbestände, geringe Bevölkerungsdichte, mittlere Höhenlage und viel Wald aus. Die Forscher können nun aber aufzeigen, wo der Wolf geduldet ist und er gleichzeitig seinen bevorzugten Lebensraum vorfindet.
Man stutzt zuerst und denkt dann: Doch, das macht Sinn. Wir lösen unsere Probleme neu mit Forschungs-Umfragen!
Fragen wir doch einfach mal die Menschen, beispielsweise wie nahe der Flughafen Zürich sein soll. Ich könnte wetten, dass er sehr nah sein muss, wenn man in die Ferien fliegen will, ansonsten aber möglichst weit weg. Leider hält sich ein Flughafen im Allgemeinen am liebsten in der Nähe von Ballungsgebieten auf.
Warum fragen wir nicht die Hausbesetzer im Koch-Areal, wie viel sie für den städtischen Strom zu zahlen bereit sind, wenn sie dafür zweimal die Woche eine unbewilligte Party durchführen dürfen? Und parallel wird in allen Kreisen der Stadt Zürich die Lärmempfindlichkeit und die Toleranz bei Rechtsverstössen ermittelt. Vielleicht kann man so einen optimalen Lebensraum für Hausbesetzer berechnen und diese umsiedeln.
Oder wir machen eine Umfrage unter Zugvögeln: Wie war Ihr Aufenthalt in Afrika? Könnten Sie sich vorstellen, auch länger dort zu bleiben? Wenn ja, wie lange?
Wie auch immer: Die Forscher sind überzeugt, dass ihr Studienansatz helfen kann, Konfliktgebiete zwischen Mensch und Wolf frühzeitig zu erkennen. Ich finde einfach, das Ganze hat einen Haken. Gemäss den Ergebnissen verschlechtert sich die Akzeptanz des Wolfes an Orten, wo viele Schafe und Ziegen gehalten werden. Offensichtlich hat man also die Schafe und Ziegen auch befragt. Aber was meint denn der Wolf zu diesem wichtigen Punkt? Da braucht es unbedingt noch eine weitere Umfrage.