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A.4 Das Winkelried-Denkmal im jungen Bundesstaat —
Die Entstehungsgeschichte
aus: Illustrierte Zeitung um 1865, Nidwaldner Museum Stans
Als erstes Denkmal des jungen Bundesstaates ist das Winkelried-Denkmal von Stans in einer gesamtschweizerischen Aktion entstanden. Nach den Wirren des Sonderbundskrieges und der Gründung des liberalen Bundesstaates 1848 gegen den Willen der katholisch-konservativen Kantone sollte die Schaffung des Winkelried-Denkmals als Akt der eidgenössischen Versöhnung und Integration dienen.
1853 vom Stanser Gemeinderat Anton Albert Durrer (1793–1865) geplant, waren bald weitere Kreise in die Denkmalplanung einbezogen. Zur Denkmalgestaltung wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, welcher allerdings nicht die gewünschten Resultate brachte. So fand 1855 ein zweiter Wettbewerb statt, diesmal unter der Regie des Schweizerischen Kunstvereins. Die Modelle wurden in vielen Schweizer Städten ausgestellt. Dadurch wurde die Denkmalidee in der ganzen Schweiz populär. Den zweiten Wettbewerb gewann der Basler Bildhauer Ferdinand Schlöth. Seine Marmorskulptur brauchte nun noch eine Halle, damit sie gebührend zur Geltung kam. Diese wurde vom Schweizerischen Kunstverein beim Zürcher Architekten Ferdinand Stadler in Auftrag gegeben (vgl. Was das Denkmal erzählt).
Finanziert wurde das Winkelried-Denkmal durch eine landesweite Sammlung, welche 1861 am Schützenfest in Stans startete. Anfang 1865 stand die fertige Skulptur in Rom zum Transport bereit (vgl. Das Denkmal als Kunstwerk). Die Ankunft des Denkmals in Stansstad und der Transport nach Stans wurden wie ein Volksfest gefeiert.
Zwölf Jahre waren vergangen, seit die Denkmalidee ihren Anfang nahm. Die Kosten für das Denkmal waren für die damalige Zeit ziemlich hoch und das Projekt hatte in vielen Gegenden der Schweiz Interesse geweckt. 8’000–10’000 Menschen reisten am 3. September 1865 nach Stans, darunter Vertreter aus allen Kantonen und Mitglieder des Bundesrates. So wurde die Einweihungsfeier des Winkelried-Denkmals zum ersten politischen Nationalfest des jungen Bundesstaates (vgl. Ein Held für alle).
Bei diesem Fest gab es allerdings auch Misstöne: Die Innerschweizer, welche das Denkmalprojekt initiiert hatten, wurden während des Entstehungsprozesses immer stärker an den Rand gedrängt. Die liberalen, städtischen Kunstvereine von Basel, Zürich und Winterthur hatten nach und nach die Kontrolle über das Projekt übernommen. Dies war für die Innerschweizer eine bittere Enttäuschung. Sie fühlten sich von den Liberalen übergangen und gedemütigt.
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