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Weitere Luftaufnahmen von Montet
Das Schloss Montet hat kaum mehr das Aussehen eines Schlosses, wegen der Anbauten, die es erfahren hat. Hier die Hauptpunkte seiner reichen Geschichte:
Gegen 1900
Das Schloss Montet hat seine ersten Umbauten vor 170 Jahren erfahren, augrunde der liberalen Ideen, die Paris im Juli 1830 gerüttelt haben. Frau Barat - es handelte sich um die Heilige Madeleine-Sophie Barat, die im Jahre 1925 kanonisiert wurde - gründete in 1800 in dieser Hauptstadt die Kongregation der Damen von Sacré-Coeur. Es war eine der religiösen Gesellschaften mit Erziehungszielen, die kurz nach dem Sturm der Französischen Revolution entstand. Mit dem Ziel, ihre Gemeinschaft zu bewahren, suchte Frau Barat oder die Mutter Barat so wird sie in zahlreichen Dokumenten genannt - ein ruhigeres Land, um ihre Pariser Gemeinschaft im Schutz vor der Revolution vom Juli 1830 zu verschieben. Am 10. August verlässt sie Paris und kommt zum Schloss Givisiez, wo es ein grosser Freund ihre religiöse Familie eingeladen hatte, der Marquis Theodor von Nicolay. Frau Barat untersuchte die Lage in Givisiez. Gut beraten kaufte sie das kleine Herrenhaus von Montet. Ihre religiösen Anhänger besetzen das Schloss Middes, während der Wohnsitz von Montet die unentbehrlichen Umbauten erfuhr.
Am 19. Dezember 1830 konnte Frau Barat nach Frankreich zurückkehren, das wegen des Schicksals seiner Religiösen beruhigt war. Die künftige Heilige kam wiederholt zu Montet zurück: im September 1831, Mitte des Sommers in 1833, einige Monate in 1836, im Februar 1839, nachdem sie mit dem Schlitten den schneebedeckten Jura überquert hatte, im Sommer 1843 und im August 1845.
Die Glocken der Kirche von Montet läuteten im September 1831, als Frau Barat Besitz des Schlosses mit den Religiösen und den Pensionären nahm. Warum dieses Klingeln, verlangte Dr. Récamier, der die Oberste begleitete? Es ist das Kommen der Heiligen, antwortete ein tapferer Mann von Montet. Das Renommee von Frau Barat war ihr vorausgeeilt.
Das Noviziat von Montet musste ein Modell sein, verlangte Frau Barat. Und so war es der Fall, ganz besonders dank einer Oberin von ausserhalb der Gemeinde, Frau von Charbonnel, Schwester des Bischofs von Toronto (Kanada). In 1836 zählte die Institution 60 Religiöse oder Novizen und eine beträchtliche Anzahl Pensionäre. Genau gemeint, waren dies besonders "gut geborene" Damen und Fräuleins. Mädchen aus reicher und edler Geburt bestätigen uns in einer Chronik, dass sie dort die bescheidensten und ermüdenden Arbeiten leisteten. An bestimmten Fest- oder Urlaubstagen, brachten die Novizen und Pensionäre Mengen von Hölzern von Tannen und von Eichen ans Haus an, und sie hingen herab, wo man den Tag verbrachte. Indem sie die ländlichen Abhänge erklimmten mit einem Esel, der mit den Vorräten beladen wurde, zu vorderst, erreichte man den Gipfel, den man Thabor nannte. (...) Die traditionelle Harfe war auch dabei. Man sang Lieder...
Das Studienprogramm der Pensionäre umfasste ausgedehnten verzweigte Fächer. Der gewöhnliche Kurs für harte Erziehung dauerte vier Jahre. Er wurde von einem Kurs ein oder zwei Jahre lang gefolgt, der für die Begabtesten Schüler bestimmt war. Und die Studien wechselten sich ab mit den landwirtschaftlichen Arbeiten und der Entspannung.
Die Damen von Sacré-Coeur beschäftigten sich auch mit den Mädchen von Montet und von Frasses. Sie öffneten ihnen eine Schule, kostenlos. Ein wahres Glück, wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit in unseren Dörfern der Unterricht oft zusammenfassend war. Das schöne und ausgedehnte Schulgebäude, wo die Religiösen lehrten, verzierte das Dorfes von Montet, legte ein Artikel fest, der über Madeleine-Sophie Barat in der katholischen Woche im Jahre 1908 schrieb.
Am 27. November 1847 schrieb Frau Barat an eine der Religiösen aus ihrer Kongregation: "Es gibt kein Sacré-Coeur mehr in Montet. Diese Gegend mit Freiburg als Kopf, wurde von den Radikalen erobert; die Jesuiten flohen und unseren Damen verstreuten sich auf unsere verschiedenen Häusern. Oh! das Kreuz dieser Welt; die Bösartigen haben die Oberhand." Es ist gut offensichtlich, dass dieses Urteil der heiligen Madeleine-Sophies den Diensthistoriker nicht verpflichtet!
Zwei Begräbnissteles links und rechts vom Eingang der parochialen Kirche von Montet erinnern an die Zeit der Damen von Sacré-Coeur.
Wieso ein Waisenhaus in Montet? Léon Genoud beantwortete dies im Jahre 1915 in einer Studie über die Unterstützung im Kanton Freiburg. Ernste Fehler wurden lange Zeit durch die Gemeinden begangen, die die verlassenen Kinder verkauften, ohne an ihr physisches und moralisches Wohlerhegen zu denken, ohne eine Aussicht auf eine Zukunft. Das Gesetz über die Unterstützung und das Betteln vom 17. November 1869 sah jedoch vor, dass deren Unterstützung einer Institution übergeben werden musste. Im Jahre 1900 versicherte Genoud, dass drei Viertel der unterstützten Kinder in Familien "aufgenommen" wurden. Man "setze" die Waisen und die illegitimen Kinder, am Sonntag nach den Vespern aus. Sie wurden für einige Franken einem "Miseur" gegeben, der sie oft missbrauchte.
Der Abt Eugène Torche von Cheiry, Professor am Kollegium Saint-Michel, wollte diese Lage im Rahmen des Möglichen verbessern. Wie in den Hauptpunkten der Geschichte von Marini geschildert, war die Schaffung eines Waisenhauses dank der Gräfin Viktoria von Marini möglich.
Aber, die Zeiten des Abtes Torches im Waisenhaus von Montet waren voller Strenge. Eine Strenge, die durch das Zeitalter diktiert wurde. Kulturkampf war nicht entfernt weder der Syllabus, der den Modernismus anging, noch der Vatikan. Die Schriftstücke des Abtes Torche spiegeln Sicherheiten wider, die die Klarstellung, die insbesondere durch die Geisteswissenschaften gebracht wurde, glücklicherweise eingebunden hatte. Ein kurzer Auszug aus dem Schutz der verlassenen und lasterhaften Kinder des Abtes Torche, veröffentlicht in 1894:
Das Kind trägt nach seiner Geburt die Keime aller Fehler: ausser diesen schlechten Tendenzen, die die Folgen der ursprünglichen Sünde sind, gibt es auch bei den Kindern eine erbliche Übertragung der Fehler der Familienmitglieder (...) Wenn, bei der lasterhaften Erziehung, die es in der Familie erhält, noch ein Staatsverbrechen mit seiner gottlosen Schule hinzukommt, wie wir es bei unseren Nachbarn sehen, werden wir nicht von den Exzessen der Anarchisten überrascht. Usw..,
Trotzdem war der Abt Torche nicht nur strenge und engstirnig. Er war empfänglich für die Qualität der menschlichen Beziehungen. Davon zeugen seine Zusammenkünfte in Turin mit jenem, der zum Heiligen Jean Bosco wurde.
Zwei Broschüren zu Beginn des Jahrhunderts beschreiben die Eigenschaft des Marini-Waisenhauses und des landwirtschaftlichen Instituts detailliert. Das Haus hatte drei Sektionen. Die Sektion, die manchmal Asyl genannt wurde, empfing Kinder von 7 bis 13 Jahren alt. Man nahm keine sehr jungen Kinder mehr. Die höhere Sektion oder das landwirtschaftliches Waisenhaus war für die Jugendlichen von 13 bis 18-19 Jahren reserviert. Nachdem sie ihre primäre Instruktion vervollständigt haben, können diese jungen Leute ein Handwerk erlernen: Wagenbauer, Schuster, Gärtner, Müller, Schneider oder Landwirt. Ein Teil ihrer Zeit wurde für die Kurse reserviert. Es wurde betont, dass ein Kind nur in Montet aufgenommen wurde, wenn es ein gutes Benehmen hatte, denn das Marini-Waisenhaus war kein Haus von undisziplinierten, sondern ein Erziehungshaus. (Die schwierigen Kinder kamen zu Drognens.) Wenn das Kind keine Eltern mehr hatte, musste die Gemeinde ihm einen Tutor zur Verfügung stellen.
gegen 1880
Ein Wort über die Kapelle von Marini, heute verschwundenen, das aus der Zeitung von Estavayer vom 12. März 1937 stammt:
Herr Direktor Ferrari hat die Kapelle wunderbar unter der geschickten Direktion des Architekten Fernand Dumas von Romont restauriert. Dieses Heiligtum ist warm, und geschmückt mit einem exquisiten Geschmack. (...) Die Kapelle ist umgeben von schönen Chorstühlen aus Eiche, wo die guten Schwestern göttlich sangen. Ein grosses Gemälde der Sacré-Coeur hängt über den Altar, und Ste Madeleine-Sophie Barat wird über der Chorstuhl gesetzt, den sie besetzte.
Trotz der Direktionsänderungen blieb das Marini-Waisenhaus im Grossen und Ganzen seiner ersten Berufung treu. Beweise davon sind die jährlichen Bulletins, die den Titel Den Beschützer der Waisen tragen ebenso wie die Aussagen von Herrn Alexandre Overney. Das Leben in Marini hat nicht ohne Zusammenstösse oder Spannungen im Laufe der etwa acht Jahrzehnten seiner Existenz stattgefunden. Man kann sich gut die Abenteuer vorstellen, die ein Internat mit etwa hundert Personen oder mehr während 80 Jahren erlebte. Man müsse ein Buch schreiben, um über alle guten und weniger guten Zeiten der Institution zu berichten. Die Dokumente fehlen weder in den Staatsarchiven, noch in jenen des Bischofs oder in der kantonalen Bibliothek.
Alexandre Overney war für eine Klasse im Marini-Waisenhaus von 1940 bis 1946 verantwortlich. Er trägt noch heute munter seine 80 Jahre und welches Gedächtnis! Nach seinem Aufenthalt in Montet hatte Alexandre Overney seine Karriere in Gruyère verfolgt, dann in der Stadt Freiburg. Als bedeutende Persönlichkeit in der Welt des Unterrichts übernahm er die Aufgabe von kantonalem Präsidenten des Lehrkörpers der Grundschule. Er war ebenfalls der distinguierte Direktor des Instituts Buissonnets.
In Marini hatte Herr Overney zwei Direktoren: den Abt Charles Ferrari bis zum Jahre 1942 dann den Abt Pierre Roulin. Das Haus umfasste damals etwa hundert Pensionäre von 7 bis 20 Jahren. Alexandre Overney leitete die Klasse der Älteren, und Frl. Eugénie Godel war verantwortlich für die 1. und 2. Klasse. Diejenigen, die "emanzipiert von der Schule" waren, konnten ein Handwerk vor Ort lernen. Marini verfügte in der Tat über eine Werkstatt als Schuhmacherwerkstatt und als Wagenarbeit, einer Schmiede, einen grossen Garten, wo Joseph Poffet herrschte, der Gartenmeister, und über einen wichtigen landwirtschaftlichen Bereich, wo Jugendliche ins Bauerenhandwerk eingeführt wurden. Alle Pensionäre waren nicht verwaist. Marini nahm eine beträchtliche Anzahl sozialer Fälle auf. Ende der dreissiger Jahre hatte der Abt Ferrari eine Sektion von etwa dreissig jungen Deutsch-Schweizern eröffnet, die zu Montet kamen, um Französisch zu lernen.
Herr Overney erinnert sich gerne an Marini. Für ihn war es eine abwechslungs- und lehrreiche Erfahrung in mehreren Hinsichten. Die Tage waren lang und Urlaub fast nicht existent. Neben seiner Klasse von etwa 25 Jungen wurde er mit der Überwachung der älteren Lehrlinge beauftragt. Die Freizeit der Jugendlichen? Gymnastik, Volleyball, Basketball, Spaziergänge, Filme von Zeit zu Zeit... Nachts konnte der Aufseher von seiner Zelle aus die Schlafstelle durch das zu diesem Zweck eingerichtete Fenster kontrollieren.
Die Kinder gingen morgens in die Klasse. Der Nachmittag war für verschiedene Aktivitäten reserviert. Herr Overney erinnert sich an das Anspannen von zwei Pferden, die er führte, die Kinder nahmen im Wagen Platz. Die kleine Truppe durchkämmte die Wälder der Umgebung. Jedes Kind musste seinen Rucksack füllen. Die Kriegsjahre waren auch jene von Kartoffelkäfern. Welche Mengen hatten die Kinder davon in Montet gesammelt, erinnert sich Alexandre Overney!
In der Kapelle - zur der Zeit reich an liturgische Möbel, darunter die Chorstühle, die zu der Zeit der Sacré-Coeur Schwestern datierten - Alexandre Overney begleitete die Gesänge des Gottesdienstes. Er verfügte über eine gute Harmonie, dessen Umsetzung durch die Mobilität des Klaviers vereinfacht wurde!
Waren die Kinder unglücklich? Nein, beantwortet Alexandre Overney diese Frage. Trotzdem, hätte der erste Direktor, Abt Ferrari, mehr lachen und kontaktfreudiger sein können und der Abt Roulin, weniger rau und weniger behindert durch die Verwaltungsfragen. Aber, fügt Herr Overney hinzu, die Diskussionen mit dem Abt Roulin - ein intelligenter Mann - über den Erhalt des Hauses, der Werkstätten oder der Umgebung haben mir viel gebracht. Hat der ehemalige Lehrer von Marini schlechte Erinnerungen? Er erwähnt eine davon. Um Bettnässer zu heilen, schlug der zweite Direktor sie. Es sei das beste Mittel, um sie zu heilen, versicherte er... Das Gehalt des Lehrers des Waisenhauses wurde erhöht - wenn man das so nennen kann auf 130 Franken pro Monat inklusive Kost und Logis. Alexandre Overney sagt dies ohne Bitterkeit, trotz des etwas verrückten Zeitplans, dem er unterworfen wurde.
Bibliographie