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Raubtiergruppe aus der GattungKatze
[* 5] (FelisL.), große oder
mittelgroße Arten mit vollen oder ringförmigen Flecken, ohne Mähne, Quasten, Pinsel, mit kurzen Ohren und runder Pupille, alt-
und neukontinental. Der Jaguar (die Unze, Onze, F. oncaL., s. die beifolgende Tafel), 1,45 m lang, 80 cm
hoch, mit 68 cm langem Schwanz, etwas schwerfälliger gebaut als der Tiger und mit verhältnismäßig kürzern Gliedmaßen, hat
einen kurzen, dichten, weichen Pelz, am Hals, an der Brust und Unterseite verlängertes Haar,
[* 6] ist auf rötlichgelber
Grundfarbe teils mit runden oder unregelmäßigen schwarzen Flecken, teils mit gelblichroten, schwarz umrandetenRingen, die
in der Mitte einen oder zwei schwarze Punkte tragen, gezeichnet. Im Innern des Ohrs, an der untern Schnauze, der Kehle, der
Unter- und Innenseite der Beine herrscht Weiß vor.
Seine Kraft
[* 13] ist nur der des Löwen
[* 14] und des Tigers vergleichbar, seine Sinne sind scharf, er schwimmt und
klettert gut, und sein Gang
[* 15] ist leicht und geschwind. Er richtet in Viehherden großen Schaden an und raubt besonders junges
Hornvieh, Pferde
[* 16] und Maulesel. Stiere und Ochsen greift er nur in der Not an, und niemals tötet er mehr als
ein Stück Vieh auf einmal. Mehr als zweimal frißt der Jaguar nicht von einer Beute, und Aas berührt er niemals. Solange er denMenschen nicht kennen gelernt hat, weicht er ihm aus; in bewohnten Gegenden verliert er aber bald alle Scheu, und hat er einmal
Menschenfleisch gefressen, so zieht er dies allem andern vor.
Farbige fällt er leichter an als Weiße. Wie der Löwe, springt er nicht zum zweitenmal auf dieselbe Beute und kann durch unverwandtes
Anschauen verjagt werden. In der Begattungszeit lebt er einige Wochen mit dem Weibchen zusammen, welches 2-3 Junge wirft. Diese
werden zwar in der Gefangenschaft nicht recht zahm, sind aber gelehrig, und namentlich die wildesten
Jaguare zeichnen sich dadurch aus. Er pflanzt sich auch in der Gefangenschaft fort und erzeugt Bastarde mit Leopard,
[* 17] Panther
und Sundapanther.
Der Sunda- oder Langschwanzpanther (F. variegataWagn.), mit kleinerm Kopf, länglichem Hals, sehr gestrecktem Leib, mindestens
rumpflangem Schwanz und so dicht stehenden kleinen und dunkeln Flecken, daß das Fell einen schwarzblauen Schimmer erhält.
Eine dunklere Varietät dieses Tiers ist der Schwarzpanther oder schwarze Leopard (F. [Leopardus] melas,
s. die beifolgende Tafel). Er bewohnt die GroßenSundainseln, besonders Java und Sumatra, und wird von manchen mit den beiden
vorigen als zu einer und derselben Art gehörig betrachtet; jedenfalls stimmt die Lebensweise dieser Tiere im wesentlichen
überein.
er ist ebenso schön wie gewandt,
kräftig wie kühn, klug und listig;
er bewohnt in verhältnismäßig großer Zahl die afrikanischen Waldungen, streift,
wie seine Verwandten, weit umher, lebt ebensoviel auf Bäumen wie im Busch, läuft nicht schnell, macht aber gewaltige Sprünge;
auch schwimmt er gut und berückt selbst das flüchtigsteWild. Er ist wild, raub- und mordlustig;
er mordet alle Geschöpfe,
welche er bewältigen kann, und richtet unter den Herden oft ein furchtbares Blutbad an.
Unverschämt kommt er bis in das
Dorf und raubt selbst aus bewohnten Hütten.
[* 23] Den erwachsenen Menschen greift er in der Regel nicht an, aber
verwundet stürzt er sich auf ihn und bringt ihm furchtbare Wunden bei. Kinder raubt er, wo er kann. Zur Paarungszeit kämpfen
die Männchen grimmig untereinander; das Weibchen wirft 3-5 Junge. Man führt gegen den Leoparden überall einen Vernichtungskrieg,
jagt ihn auf die verschiedenste Weise und fängt ihn vielfach in Fallen.
[* 24] Das Fell dient zu Fußdecken und
Schabracken und wird von den Eingebornen als Siegeszeichen getragen.
Schwanz, langen Beinen, gekräuseltem, im Grund wolligem, am Bauch
[* 27] weichem und schlaffem Pelz, auf weißlich graugelber Grundfarbe
am Kopf klein und voll schwarz gefleckt, am Hals mit schwarzen, ringförmigen und am Rumpf mit Tüpfelflecken. Er bewohnt Mittelasien
bis Sibirien, besonders im Westen, und überfällt gern von Bäumen aus seine Beute. Der Ozelot (Pardelkatze,
F. pardalisL.), 90-95 cm lang, mit 40-45 cm langem Schwanz, auf der Oberseite bräunlichgrau, unterseits gelblichweiß, schön
schwarz gestreift und gefleckt, findet sich vom südlichen Teil Nordamerikas bis Nordbrasilien, meist in tiefen Wäldern,
wo er Vögel
[* 28] und Säugetiere jagt; doch kommt er gelegentlich auch in die Bauernhöfe und richtet unter
dem Geflügel ein Blutbad an. Er lebt paarweise, doch jagt das Pärchen nicht gemeinschaftlich; das Weibchen wirft selten
mehr als zwei Junge. Man verfolgt ihn des schönen Pelzes halber, welcher zu Winterstiefeln benutzt wird, fängt ihn in Fallen
oder jagt ihn mit Hunden. Jung eingefangene Tiere werden sehr zahm.