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"Entenflöhe" ohne Flöhe?
In den Sommermonaten werden die Klagen von Hautausschlägen nach Baden in verschiedenen Seen und Teichen wieder lauter. Die "Badedermatitis" geht wieder um. Es handelt sich hier um kleine Parasiten, welche normalerweise in Enten , Gänsen, Möwen, Schwäne leben, und nur fälschlicherweise unter die Haut eines Menschen gelangen.
Also handelt es sich nicht um "Entenflöhe", welche irgendwie imWasser umherhüpfen, wie der Volksmund glauben lässt. Die Badedermatitis, welche sich in einem juckenden Ausschlag manifestiert, wird durch Larven-Stadien von Würmern, sogenannte Zerkarien (Trichobilharzia), übertragen. Diese Zerkarien bohren sich über die Haut des Endwirtes (v.a. Enten) ins Blutsystem, und gelangen dann in den Darm, wo sie zu adulten Würmern werden und hier produzieren sie Eier, welche dann über den Kot der Tiere ins Wasser gelangen. Im Wasser bilden sich die Eier zu frei schwimmenden Larven, welche als weiteren Entwicklungszyklus die Wasserschnecken brauchen. In der Wasserschnecke erfolgt die Entwicklung zur Zerkarie, welche dann wiederum frei schwimmend im Wasser den Endwirt aufsucht (geeigneterweise einen Wasservogel). Somit schliesst sich der Kreis wieder. Nun kommt es eben vor, dass anstatt eines Endwirtes ein Mensch befallen wird, weil der eben vorher vorbeischwimmt, und beim Menschen bohren sich die Zerkarien ebenfalls unter die Haut. Glücklicherweise ist der Mensch kein geeigneter Wirt für die Zerkarien und so kommt es zum Absterben der Zerkarien unter der Haut. (D.h. beim Menschen ist quasi eine Sackgasse für den Lebenszyklus der Zerkarien)
Beim ersten Kontakt mit solchen Zerkarien ist die Reaktion meist mild, da es sich hauptsächlich um eine allergische Reaktion handelt, wird die Reaktion mit gehäuftem Kontakt aber stärker.
Symptome: Prickeln, Brennen und Jucken der Haut, mit kleinen roten Erhebungen,, welche je nach Schweregrad zu Pusteln oder Blasen werden können. Der Juckreiz hält meist bis zu einer Woche an, um dann sukzessive zu verschwinden.
Therapie: kühlende Salben genügen meist, das Kratzen sollte vermieden werden, da durch die Kratzeffekte allenfalls eine Superinfektion entstehen kann
Wo riskiert man, sich eine Badedermatitis zu holen?
V.a. in natürlichen seichten Gewässern, wo auch Enten vorhanden sind. Kinder sind häufiger befallen, da sie sich häufiger im flachen Wasser aufhalten als Erwachsene.
In den Pools, welche meist chloriert sind, und gut in Stand gehalten werden ( sich also keine Enten etc tummeln ) besteht kein Risiko für eine Badedermatitis.
Momentan scheinen sich in den Dreilinden Weihern in St.Gallen gerade Zerkarien zu tummeln. Dies ist aber von mehreren Faktoren jeweils abhängig und ändert von Jahr zu Jahr, gelegentlich kann die Gefahr innerhalb einer Badesaison ebenfalls variieren.
Gewisse Gebiete am Bodensee sind ebenfalls befallen, und auch hier ändert sich die Situation aber ständig.