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London - Vier Tage nach den Parlamentswahlen hat der britische Premierminister Gordon Brown seinen Rücktritt als Parteichef angekündigt. Der 59-Jährige sagte am Montag in London, er wolle damit den Weg für Koalitionsgespräche zwischen seiner Labour-Partei und den Liberaldemokraten freimachen.
"Ich habe nicht die Absicht, länger in meiner Position zu bleiben, als es nötig ist, um den Weg zum Wirtschaftswachstum zu sichern und den Prozess der politischen Erneuerung voranzubringen", sagte Brown. Es sei im Interesse des ganzen Landes, eine "fortschrittliche Koalition" zu bilden.
Er werde den Posten als Parteivorsitzender bis zum Herbst niederlegen, kündigte Brown an. Der Grund für seinen Rücktritt sei, dass bei den Wahlen am Donnerstag keine der Parteien und kein Parteiführer die volle Unterstützung des Landes bekommen habe.
Brown erklärte weiter, der Parteichef der Liberaldemokraten Nick Clegg habe ihm gegenüber den Wunsch geäussert, neben den weiterhin laufenden Verhandlungen mit den Konservativen nun auch formelle Gespräche mit Labour aufzunehmen. Er wolle alles daran setzen, diese Verhandlungen zu einem schnellen Abschluss zu bringen.
Die Liberaldemokraten bestätigten am Abend, dass sie parallele Verhandlungen mit den Tories und Labour führen wollten.
Die beiden Parteien stehen sich programmatisch näher als die Tories und die Liberaldemokraten. Clegg hatte jedoch immer wieder betont, es werde mit der Labour-Partei keine Zusammenarbeit geben, sollte Brown Parteichef bleiben. Laut BBC gab es auch am Wochenende Kontakte mit Vertretern beider Parteien. Die Liberaldemokraten hatten am Wochenende gleichzeitig Gespräche mit den Konservativen begonnen.
Deshalb hofften die Konservativen noch auf einen baldigen Durchbruch bei den Gesprächen über eine Regierungszusammenarbeit. Die Gespräche verliefen "gut", sagte der Konservative William Hague in London, wo die Gespräche zwischen den beiden Parteien in eine neue Runde gingen.
Die Tories unter ihrem Chef David Cameron waren aus den Wahlen als stärkste Kraft hervorgegangen, hatten die für eine alleinige Regierungsbildung erforderliche absolute Mehrheit aber verfehlt.
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