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26. Aug. 2008
SDA
Georgien - Reaktionen
Andreas Gross:
«Preis für die Torheit, Krieg zu beginnen»
Bern (sda) Politikwissenschaftler Andreas Gross äusserte Verständnis für Südossetien und Abchasien. Der Verlust der beiden Regionen sei der Preis, welcher der georgische Staatspräsident Michail Saakaschwili für seine Torheit bezahle, den Krieg begonnen zu haben.
Während Gross das Unabhängigkeitsstreben Abchasiens nicht überrasche, wundere er sich bei Südossetien, sagte Gross am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Er sei bisher davon ausgegangen, dass sich Südossetien Russland anschliessen möchte.
Für eine völkerrechtliche Anerkennung der abtrünnigen Gebiete brauche es jedoch viel mehr als nur jene von Moskau, sagte Gross. Der Fraktionspräsident der Sozialdemokraten im Europarat war als Wahlbeobachter im Januar in Georgien und im März in Russland. Das die beiden Gebiete künftig definitiv nicht mehr zu Georgien gehörten, bekräftige zudem eine UNO-Resolution aus dem Jahr 1990, sagt Gross. Sie besagt, dass ein Staat das Souveränitätsrecht über ein Gebiet verwirken kann, wenn er dieses über Jahrzehnte unterdrücke.
Das sei in Südossetien der Fall. Da liege auch eine Parallele zum Kosovo. Auch Serbien habe während 30 Jahren das Recht verwirkt. Zudem hätten Südossetien und Abchasien noch nie frei ihr Schicksal bestimmen können und sich schon gar nicht für einen Verbleib bei Georgien ausgesprochen.
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