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Siegerfilm des FIFF kommt in die Kinos
Der Film "Plan 75" hat am diesjährigen Internationalen Filmfestival Freiburg FIFF drei Preise gewonnen. Nun kommt der japanische Film in die Kinos.
Am diesjährigen Internationalen Filmfestival Freiburg FIFF hat "Plan 75" den Grand Prix, den Critics’ Choice Award und den Preis der Jugendjury Comundo gewonnen. Nun kommt der japanische Film von Chie Hayakawa über die Eindämmung der Überalterung der japanischen Bevölkerung in die Deutschschweizer Kinos.
Der Film beginnt mit einer verschwommenen Szene, die von klassischer Musik begleitet wird, dann werden die Farben und Formen deutlicher und es zeichnet sich ein Bild ab, das nichts Gutes verheisst: Krücken, Hausschuhe und ein Rollstuhl auf dem Boden. Dann taucht ein junger Mann mit einem Gewehr auf und kurz darauf wird alles klarer. Er liest vor seinem Selbstmord einen Brief vor, in dem er zugibt, eine Tat gegen "den Überschuss an älteren Menschen, der die Wirtschaft belastet und einen hohen Preis für die junge Generation darstellt" begangen zu haben.
Mit dem fiktiven Regierungsprogramm "Plan 75" tut die japanische Regierung indirekt dasselbe wie der junge Mörder. Ältere Menschen ab 75 Jahren werden zur Sterbehilfe inspiriert, um der Überalterung der Bevölkerung entgegenzuwirken.
Das Programm wird noch beängstigender, als bekannt wird, dass "Plan 75" mit einem Unternehmen verbunden ist, das die Leichen älterer Menschen recycelt. Auf diese Weise wollte Regisseurin Hayakawa laut Presseunterlagen "die Beleidigung der Menschenwürde und die Missachtung des Lebens darstellen". Das zentrale Konzept des Programms bestehe darin, dass die Produktivität das Wichtigste sei.
Grosse Menschlichkeit
Im Zentrum stehen drei Menschen: Michiko (Chieko Baisho), eine unabhängige ältere Frau, Maria (Stefanie Arianne Akashi), eine philippinische Pflegerin, und Hiromu (Hayato Isomura), ein junger Angestellter von "Plan 75".
Obwohl Michiko gesund und unabhängig ist, ist sie gezwungen, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, wie es bei vielen älteren Menschen in Japan der Fall ist. Als ihr Arbeitsvertrag ausläuft und sie einen Räumungsbescheid erhält, findet sie keine andere Lösung als sich an "Plan 75" zu wenden.
Maria hingegen ist in Japan, um das nötige Geld für die Behandlung ihrer kranken Tochter zu verdienen, die bei ihrem Vater auf den Philippinen geblieben ist. Auch sie beschliesst, für "Plan 75" zu arbeiten. Hiromu wiederum stellt das Regierungsprogramm in Frage, als sein älterer Onkel, den er zufällig gefunden hat, beschliesst, sich einzuschreiben. Die Charaktere, die sich im Laufe des Films als sehr menschlich erweisen werden, widersetzen sich dem umstrittenen Regierungsprogramm.
"Plan 75" feierte am diesjährigen FIFF seine Schweizer Premiere. Hayakawas erster Spielfilm wurde ausserdem von Japan für das Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgewählt. 2022 erhielt er eine besondere Erwähnung der Caméra d'Or bei den Filmfestspielen von Cannes.