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Sein Sarg war am Vormittag von der Hauptstadt Taschkent nach Samarkand geflogen worden – in beiden Städten säumten Trauernde die Strassen und warfen Blumen auf den vorbeiziehenden Konvoi.
An der Trauerfeier für den am Freitag verstorbenen Karimow nahmen neben der usbekischen Staatsspitze auch Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew und die Staatschefs von Afghanistan sowie der früheren Sowjetrepubliken Tadschikistan und Turkmenistan teil.
«Unser Volk und Usbekistan haben einen unersetzbaren Verlust erlitten», sagte der usbekische Regierungschef Schawkat Mirsijajew bei der Zeremonie auf dem berühmten Registan laut der russischen Agentur Interfax. Den riesigen Platz säumen drei islamische Universitäten.
Unsichere Nachfolge
Mirsijajew leitete das mit der Organisation der Trauerfeierlichkeiten betraute Komitee, was als Hinweis galt, dass er Karimow an der Staatsspitze beerben könnte.
Laut usbekischem Gesetz ist derzeit Senatspräsident Nigmatulla Juldaschew amtierender Staatschef, bis es Neuwahlen gibt. Ausser Mirsijajew gelten aber auch weitere Kandidaten als mögliche Nachfolger, sie sind jedoch untereinander zerstritten.
Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah Flaggen mit Trauerflor, die in Samarkand hingen, die Strasse zum Friedhof war mit Rosen übersät. Das Zentrum der Stadt war weitgehend abgesperrt. In dem Land begann am Samstag zudem eine dreitägige Staatstrauer.
Nach Schlaganfall gestorben
Karimow war am Freitag mit 78 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Er hatte zu Sowjetzeiten schnell Karriere im Parteiapparat gemacht.
Bereits 1989 rückte er in der Kommunistischen Partei an die Spitze der damaligen Sowjetrepublik auf, die er schliesslich mehr als ein Vierteljahrhundert lang mit harter Hand regierte. Nach der Unabhängigkeit 1991 wurde er zum Staatschef gewählt.
Zuletzt wurde Karimow im März 2015 mit mehr als 90 Prozent für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Er selbst gab sich oft als Garant für Stabilität in dem Land, das im Süden an Afghanistan grenzt. Menschenrechtsorganisationen warfen Karimow aber wiederholt Wahlfälschungen, Festnahmen von Oppositionellen sowie Folter von Gefangenen vor.
(SDA)