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Der französische Filmregisseur Claude Chabrol ist am Sonntag im Alter von 80 Jahren gestorben. Er hatte in seiner langen Filmkarriere mehr als 60 Filme gedreht.
Der Direktor des Schweizer Filmarchivs (Cinématèque Suisse), Frédéric
Maire, würdigte das Werk Chabrols und bezeichnete ihn als "einen der grössten zeitgenössischen Cineasten".
Er verglich den französischen Regisseur mit Alfred Hitchock - wegen seines ironischen Blicks auf die Gesellschaft, aber auch wegen seiner "Bulimie" in Sachen Filmarbeit.
Zu seinen Klassikern gehören "Eine untreue Frau (1968)", "Das Biest muss sterben (1969)" sowie "Der Schlachter (1969)". Einer seiner letzten Filme war "Kommissar Bellamy", der 2009 auf der Berlinale zu sehen war.
Der Altmeister des Kinos hatte auch in der Schweiz gedreht, so den Film "Merci pour le chocolat" mit Jacques Dutronc und Isabelle Huppert 2000 in Lausanne.
Chabrols bevorzugten Themen waren Obsession und Abhängigkeit, Bourgeoisie und Bigotterie. In seinen Filmen blickte er schonungslos hinter die Fassade der bürgerlichen Gesellschaft und tief in die menschlichen Abgründe.
Chabrol, am 24. Juni 1930 in Paris als Sohn eines Apothekers geboren, gehörte jener Generation an, die vor mehr als 50 Jahren die Nouvelle Vague gegründet hatte, eine Bewegung, die sich gegen das etablierte, verkrustete und angepasste Kino wehrte.
Nach dem Tod von François Truffaut und Eric Rohmer war Chabrol einer der letzten Regisseure der Nouvelle Vague. Er war auch ein Weggefährte des in der Schweiz lebenden Filmregisseurs Jean-Luc Godard.
Auf der Berlinale 2009 war Chabrol für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden.
swissinfo.ch