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Versuch zur Begegnungszone City startet diesen Herbst
Die Bahnhofstrasse als wichtigste Achse zwischen Altstadt und Bahnhof hat mit der neuen Personenunterführung und dem neu gestalteten Bahnhofplatz eine deutliche Aufwertung erfahren. Mit dem Versuchsbetrieb einer Begegnungszone über einen Teil der Innenstadt sollen ab diesem Herbst Erfahrungen für die definitive Lösung gesammelt werden. Die Begegnungszone zieht eine Vielzahl neuer Verkehrsregelungen nach sich, weshalb die Stadtpolizei eine umfassende Informationskampagne lancieren wird.
Im Rahmen der Botschaft „Ausbau Bahnhof/Bahnhofplatz“ stimmte der Gemeinderat am 11. September 2003 unter anderem der Umwandlung des Alexanderplatzes in einen Kreisel zu; die Tiefbauten wurden im Sommer 2004 realisiert. Ausschlaggebend für diesen Entscheid waren die neue Verkehrssituation auf dem Bahnhofplatz, die damit verbundene Einführung des Zweirichtungsverkehrs auf der oberen Alexanderstrasse sowie die vielfältigen Verkehrsbeziehungen am Alexanderplatz.
Anlässlich der Gemeinderatssitzung vom 10. November 2005 wurde eine Motion zur Neugestaltung des Alexanderplatzes eingereicht. Die Unterzeichnenden sind der Ansicht, der neue Kreisel am Alexanderplatz sei aus verkehrstechnischer und städtebaulicher Sicht nicht sinnvoll. Sie forderten deshalb den Rückbau des Kreisels und eine alternative Gestaltung des Platzes. Der Stadtrat wurde schliesslich beauftragt, die Umsetzung des Konzepts in Etappen und im Rahmen der jährlichen Voranschläge vorzusehen.
Die Bahnhofstrasse ist funktional und städtebaulich die wichtigste Achse zwischen Altstadt und Bahnhof. Die Bedeutung dieser Achse wird mit der auf die Mitte der Strasse ausgerichteten neuen Personenunterführung sowie der historischen Baumallee unterstrichen. Der Alexanderplatz ist dabei ein wichtiger Orientierungspunkt, Verteiler und Zwischenhalt auf dem Weg zwischen Bahnhof und Altstadt. In der Strassenraumgestaltung soll sich die Bahnhofstrasse von den weniger begangenen Achsen Alexanderstrasse, Quaderstrasse und Steinbockstrasse abheben.
Mit der Fertigstellung des Bahnhofplatzes und der Inbetriebnahme des Parkhauses Bahnhof auf Ende Oktober 2007 soll nun in einem 1. Schritt die Begegnungszone City eingeführt werden. Diese umfasst die untere Bahnhofstrasse inkl. Alexanderplatz, den Bahnhofplatz, die obere Alexanderstrasse, den westlichen Abschnitt der Ottostrasse, die Steinbockstrasse und die Tivolistrasse.
Während der einjährigen Versuchsphase sollen Erfahrungen gesammelt werden für die definitive Einführung der Begegnungszone und für die anstehende bauliche Sanierung und Neugestaltung der Bahnhofstrasse, des Alexanderplatzes, der Steinbockstrasse, der Quaderstrasse und der Zeughausstrasse. Damit die Kosten für die Versuchsphase tief gehalten werden können, sind nur Markierungs- und Signalisationsmassnahmen sowie geringe bauliche Vorkehrungen vorgesehen. Auf dem Alexanderplatz wird das Verkehrsprinzip des Kreisverkehrs durch den in einer Begegnungszone üblichen Rechtsvortritt abgelöst. Im Weiteren haben Fussgängerinnen und Fussgänger in einer Begegnungszone Vortritt und dürfen die ganze Verkehrsfläche benutzen, den Fahrzeugverkehr jedoch nicht unnötig behindern. Die Höchstgeschwindigkeit für den Fahrzeugverkehr beträgt 20 km/h. Dank des Langsamverkehrs und mit Rücksicht und Toleranz aller Beteiligten kann die Verkehrssicherheit in einer Begegnungszone somit erhöht werden.
Mit der Einführung der Begegnungszone City soll auch die bestehende Tempo-30-Zone Brandis um die Brandisstrasse, die östliche Ottostrasse, die obere Hartbertstrasse und den Ottoplatz erweitert werden. Damit kann die Tempo-30-Zone Brandis nahtlos an die Begegnungszone City angeschlossen werden.
Gestützt auf den Gemeinderatsbeschluss vom 20. Juni 2002 zur 4. Änderung des Gesamtüberbauungsplans „Bahnhofgebiet Chur“ wird auf der Brandis- und Ottostrasse zudem ein Nachtfahrverbot eingeführt. Damit diese Verkehrsanordnung nicht über die Salisstrasse und Hartbertstrasse umgangen werden kann, werden diese beiden Strassen auch mit einem Nachtfahrverbot belegt. Der quartierfremde Verkehr (Transit) wird auf den genannten Strassen von 20.00 Uhr – 06.00 Uhr ferngehalten. Die künftige Umgestaltung des Alexanderplatzes soll ab 2009 ohne Kreiselführung des Verkehrs erfolgen, wenn erste Erfahrungen mit dem Betrieb des fertig gestellten Bahnhofplatzes und dem Parkhaus Bahnhof vorliegen und die Abklärungen aus Sicht der Behindertenorganisationen sowie Erfahrungen aus anderen Städten konkrete Massnahmenvorschläge ergeben und für den Stadtbus verkehrstechnisch funktionierende Lösungen auf dem Platz vorliegen.
Die Stadtpolizei wird ab Mitte Oktober bezüglich der neuen Verkehrsregeln und Signalisationen eine umfassende Informationskampagne für die Bevölkerung, insbesondere für die Verkehrsteilnehmenden und für das Gewerbe, lancieren.