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April 2022
MS Uto
Das Schiff war ursprünglich im Mai 1864 als Schraubendampfer von der «Dampfschiffgesellschaft vom linken Ufer des Zürichsees» unter dem Namen Schwalbe in Fahrt gebracht worden. Erbaut wurde das Schiff von Escher Wyss & Cie., Zürich. Als Antrieb diente eine Zweizylinder-Nassdampf-Verbundanlage, deren Leistung 75 PS erreichte.
Foto: Die «Schwalbe» um 1880 in der Limmat.
Der finanzielle Erfolg blieb aus und nach verschiedenen Fusionen und Übernahmen durch spätere Eigentümer kam die «Schwalbe» 1903 zur Zürcher Dampfbootgesellschaft (ZDG), der heutigen ZSG. Drei Jahre später wurde erwogen, das Schiff umzubauen und mit einem Dieselmotor auszustatten.
Foto: Das Motorschiff Uto (I) präsentiert sich.
Die Lieferung des 1907 bei Gebr. Sulzer in Winterthur bestellten Antriebs verzögerte sich um zwei Jahre. Der Umbau des Schiffes wurde auf der eigenen Werft durch ZDG-Personal ausgeführt. Obwohl die Silhouette des ehemaligen Schraubendampfers stark verändert wurde, entsprach das Aussehen einer Dampfschwalbe, wie damals einige auf dem Zürichsee verkehrten.1909 wurde der Umbau unter dem Namen Uto als erstes Dieselschiff der ZDG in Betrieb genommen.
Foto: Die «Uto» (I) im unteren Seebecken.
Die «Uto» konnte 200 Passagiere befördern und war 31,3 Meter lang und 5,53 Meter breit. Die Besatzung des Schiffs wurde gegenüber einem Dampfschiff nicht verkleinert, sie bestand weiterhin aus fünf Mann. Erfahrungen mit Dieselmotoren hatte man damals keine. Der neuartige Antrieb wurde von der Schifffahrtsgesellschaft nicht abgenommen, da er unregelmässig lief. Die Gebr. Sulzer mussten Ende 1910 den Dieselmotor austauschen.
Foto: Das erste Motorschiff auf dem Zürichsee auf Kursfahrt.
Obwohl die «Uto» stets im Einsatz war, war die ZDG nicht zufrieden und nahm auch den neuen Antrieb nicht ab. Grundsätzlich verlangte der Betrieb viel Pflege und Unterhalt, dennoch war das Schiff jedes Jahr während der Sommersaison in Fahrt. Es erreichte jedoch nicht die gleich hohe Fahrleistung wie die bewährten Dampfschwalben.
Foto: Das Motorschiff Uto befindet sich auf einer Extrafahrt im Jahr 1938 bei der Halbinsel Au.
Am 6. September 1921 erlitt der Antriebsmotor eine Havarie. Bei der Rückfahrt von einer Extrafahrt kurz vor dem Landesteg am Bürkliplatz war ein starker Schlag zu spüren und der Maschinist stoppte den Motor. Das Schiff konnte dennoch am Steg festgebunden werden, musste danach aber von einer Dampfschwalbe in die Werft geschleppt werden.
Foto: Festlich beflaggt: Die «Stadt Rapperswil» und die «Uto» am Steg in Rapperswil.
1933 versetzte man zur Abschwächung der Erschütterungen das Gegengewicht des Schwungrads. Das Hauptdeck wurde erneuert und die «Uto»erhielt ein neues Rettungsboot. 1940 ging die Fahrleistung zurück und erreichte ein Jahr später noch 459 Kilometer. 1942 wurde das erste Dieselschiff des Zürichsees verschrottet. Der Zustand der Schiffsschale rechtfertigte den Ersatz des Dieselmotors nicht mehr.
Foto: Das MS Uto steht in Zürich zur Abfahrt bereit (Ansichtskarte mit Poststempel vom 30. September 1913)