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Nr. 2112 Merligen BE (zusammen mit Sichelpass)
Die Sperrstelle Merligen ist eine Hauptstellung der Reduitbefestigung. Mit dem Zurückverlegen der Reduitlinie von der Zulg auf den Sigriswilergrat im Januar 1941 wird diese Linie zur Hauptsperre am rechten Seeufer. Die heute laut ADAB-Inventar noch vollständig erhaltene Hauptgruppe der Sperre in Merligen umfasst einen Infanteriebunker, zwei Feldkanonen-Schilder und ein Geländepanzerhindernis mit vier Strassenbarrikaden. Sie wurde im Frühjahr 1941 festgelegt, im Frühjahr 1942 setzte der Festungsbau ein.
Sie ist auch Teil einer Gruppe von mehreren Sperrriegeln auf der rechten Thunersee-Seite, die bereits im August 1940 vom Kommando der 3. Division mit dem Kommandanten des Gebirgsinfanterie-Regimentes 16 festgelegt wurden, die gestaffelt einen feindlichen Vorstoss Richtung Interlaken verhindern sollten.
Eine zweite kleinere Gruppe mit zwei Feldkanonen-Schildern und zwei Strassenbarrikaden (Weissenthal A1885/T1141 und Kienigraben A1886/T1142) verhindern oberhalb Merligen die Umgehung der Seestrasse.
Bekannte Objekte
- A1885 Feldkanonen-Schild Weissenthal
- A1886 Feldkanonen-Schild Kienigraben
- A1887 Infanteriebunker Merligen
- A1888 Feldkanonen-Schild I (Kirchstrasse)
- A1889 Feldkanonen-Schild II (See)
- T1143 Geländepanzerhindernis
- F16325 Regiments-KP: Oberhalb Merligen befindet sich gemäss Unterlagen ein Regiments-KP F16325, der wohl Mitte der 1960-er Jahre erstellt worden ist. Auf betonierte Fundamentplatten wurden vorfabrizierte Elemente verschraubt. So ergab sich nach dem Einstieg ein Hauptstollen (Kriechgang), der fünf Kammern von ca 4x8x3 m verband. Beim ausgegrabenen Ende des Kriechganges wurde eine weitere Fundamentplatte entdeckt, die eine Erweiterung um mindestens eine Kammer ermöglicht hätte. Drei der Kammern sind auf Höhe Hauptstollen, zwei über eine Treppe in einer oberen Etage errichtet worden. Es gibt keine festen Einrichtungen, die Anlage ist ausgeräumt. In der mittleren Kammer sind die Überreste der Telefonzentrale (wohl Gusskastenzentrale) noch sichtbar. Eine Kammer war von Hand mit «Operationen» auf einem Blatt Papier beschriftet. Wegen des Baus eines Geschiebesammlers unterhalb der Anlage ist deren Zukunft derzeit offen. Bei einem Hochwasser würde die gemeindeeigene Anlage absaufen. Diesen Bautyp habe ich im Berner Oberland erstmals gesehen. Am Gegenhang ist eine Kaverne vorhanden, die wohl als Unterkunft/Lager gedient hat. Der Zugang ist derzeit wegen der Baustelle nur sehr risikoreich möglich. In Karten ist diese Kaverne nicht eingezeichnet. Viele dieser Angaben hier sind derzeit noch nicht schriftlich belegt.