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Aus theologischer Sicht ist Ostern für Christen das bedeutendste Fest, an dem die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert wird. Im Volksglauben gilt Ostern auch als das klassische Frühlingsfest, was Fruchtbarkeitssymbole wie der Hase und das Ei erkennen lassen. Woher der Brauch kommt, an Ostern Eier zu verschenken, ist so unklar wie die Wortherkunft von Ostern selbst. Wir begeben uns auf Spurensuche.
Besonders kurz vor den Feiertagen kommt die Frage nach dem eigentlichen Ursprung des Wortes Ostern auf. Aber wer eine konkrete wissenschaftliche Antwort erwartet, wird enttäuscht sein. Die Sprachwissenschaft ist sich bei der etymologischen Frage des Wortes Ostern nicht einig. Es gibt mindestens drei Theorien, die wir im folgenden Abschnitt vorstellen werden.
Theorie 1: Eine Frühlingsgöttin namens Ostara
Der deutsche Sprach- und Literaturwissenschaftler Jacob Grimm (1785-1863) leitete den Begriff Ostern von dem althochdeutschen Wort Ostara (Ostern) ab. Dieser Begriff geht auf eine vermutete germanische Frühlingsgöttin zurück, von der das Frühlingsfest Ostern seinen Namen haben soll. Jacob Grimm bezog sich hierbei auf den angelsächsischen Kirchenhistoriker Beda, der seinerseits über eine germanische Göttin namens Eostra berichtete. Eine solche Göttin ist aus den Quellen nicht belegbar, deswegen gilt diese Theorie als überholt. Grimms Vermutungen fanden bei seinen Zeitgenossen jedoch großen Anklang und sind bis heute noch sehr populär.
Theorie 2: Ostern kommt von Osten
Die zweite Theorie geht darauf zurück, dass das Wort Ostern im Zusammenhang mit dem Wort Osten stehen könnte. Die Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs gilt als Symbol der Auferstehung. Das Wort Osten bildet zusammen mit dem lateinischen Wort ‚auster’ (Südwind), dem altslawischen ‚zaustra’ (Morgen) und dem griechischen ‚Eos’ sowie dem lateinischen Begriff ‚Aurora’ (beides steht für Morgenröte) eine Wortsippe. Nach dieser Theorie wäre Ostern das Fest des Morgens und des Sonnenaufgangs. Widerlegt wird diese Annahme jedoch durch die theologische Betrachtungsweise, dass beim Fest der Auferstehung Jesus Christus nicht der Morgen, sondern die Nacht von wesentlicher Bedeutung ist.
Theorie 3: Ostern hängt mit der Taufe zusammen
Der Leipziger Sprachwissenschaftler Jürgen Udolph geht mit seiner Forschung einen völlig anderen Weg und eröffnet hiermit Theorie drei. Er bezieht sich auf eine Wortfamilie der nordgermanischen Sprachen, die seiner Meinung nach zu Ostern passt: ‚ausa’ (Wasser gießen) und ‚austr’ (begießen). Das Wort Ostern bezieht sich laut Jürgen Udolph somit eher auf die Taufe, die im frühen Christentum eng mit dem Osterfest verbunden und das zentrale Ereignis der Osternacht war.
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