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Der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, ist in New York von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.
Er sei auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen aus einer Air-France-Maschine geholt worden, mit der er nach Paris fliegen wollte, teilte ein Polizeisprecher mit. Hintergrund sind die Vorwürfe des Zimmermädchens eines New Yorker Hotels. Die Frau sagte gegenüber der Polizei aus, dass Strauss-Kahn versucht habe, sie sexuell zu belästigen. Der Polizei zufolge wird der IWF-Direktor zu den Vorwürfen vernommen. Konkrete Beschuldigungen wurden vorerst nicht gegen ihn erhoben.
Nackt auf Dienstmädchen gestürzt
Der Aussage der jungen Frau zufolge betrat sie am Samstagmittag gegen 13 Uhr Ortszeit sein Hotelzimmer. Strauss-Kahn sei nackt aus seinem Schlafzimmer gekommen und habe sich auf die Frau gestürzt, sagte der Polizeisprecher. Die Hotelangestellte habe weiter ausgesagt, dass sie sich irgendwie losgerissen habe und aus dem Zimmer geflohen sei. Sie habe Kollegen den Vorfall berichtet und diese hätten die Polizei alarmiert.
Kurz darauf seien Polizeibeamte in dem Hotel am Times Square eingetroffen und hätten Strauss-Kahn dort nicht mehr angetroffen, berichtete der Polizeisprecher. Der IWF-Chef habe sein Mobiltelefon und andere persönliche Gegenstände im Zimmer zurückgelassen. Die Polizei habe erfahren, dass Strauss-Kahn am John-F.-Kennedy-Flughafen sei und habe die dortige Behörde alarmiert.
Möglicher Kandidat für Präsidentenwahl 2012
Strauss-Kahn werden Ambitionen auf eine Kandidatur bei der Präsidentenwahl in Frankreich im kommenden Jahr nachgesagt. Bislang ließ er allerdings offen, ob er sich für das Amt tatsächlich bewerben will.
Heute wurde des IWF-Direktor ursprünglich in Berlin erwartet. Im Bundeskanzleramt war ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant. Dabei sollte es um Währungsfragen gehen – unter anderem im Zusammenhang mit der Schuldenkrise mehrerer Euro-Staaten. (Quelle: tagesschau.de)
Genauer betrachten die Journalisten beim österreichischen Rundfunk den Fall:
Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und mögliche französische Präsidentschaftskandidat Dominique Strauss-Kahn ist im Zusammenhang mit dem Vorwurf eines sexuellen Übergriffs auf eine Hotelangestellte in New York festgenommen worden. Der 62-jährige Franzose werde in der Angelegenheit verhört, sagte Polizeisprecher Paul Browne. Strauss-Kahn habe sich nach dem Zwischenfall im Sofitel-Hotel in der Nähe des Times Square fluchtartig zum John-F.-Kennedy-Flughafen begeben und sei dort in eine Air-France-Maschine mit Ziel Paris gestiegen. Sein Mobiltelefon und andere persönliche Dinge habe er im Hotelzimmer zurückgelassen, so Browne.
Kurz bevor das Flugzeug starten sollte, sei er jedoch von Mitarbeitern der Flughafenbehörde in Gewahrsam genommen und an die New Yorker Polizei übergeben worden. Ein 32-jähriges Zimmermädchen habe den Sex-Vorwurf erhoben. Es sei nach dem Zwischenfall aus dem Hotel-Zimmer geflüchtet und anschließend wegen leichter Verletzungen behandelt worden, sagte Browne.
Nach Angaben der „New York Post“ war Strauss-Kahn nackt aus dem Bad seines Hotelzimmers gekommen, als die Angestellte ins Zimmer kam. Er soll sie auf das Bett geworfen und mit Gewalt zum Oralsex gezwungen haben, berichtete das Boulevardblatt unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.
Strauss-Kahn hätte sich am Sonntag in Berlin mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen sollen. Für Montag und Dienstag war seine Teilnahme an der Tagung der EU-Finanzminister in Brüssel vorgesehen.
2008 war Strauss-Kahn wegen einer Affäre mit einer ehemaligen Kollegin unter Druck geraten. Eine interne Untersuchung des IWF war allerdings zu dem Schluss gekommen, dass es weder eine sexuelle Belästigung noch eine Begünstigung gegeben habe. Strauss-Kahn entschuldigte sich für den dadurch entstandenen Ärger und wies Vorwürfe des Amtsmissbrauchs zurück.
An der Spitze des IWF steht Strauss-Kahn seit November 2007. Der frühere französische Finanzminister und Wirtschaftsprofessor wurde als möglicher Kandidat der französischen Sozialisten für die Präsidentschaftswahl im kommenden April gehandelt und damit als potenzieller Herausforderer von Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Umfragen gaben Strauss-Kahn zuletzt gute Chancen auf einen Sieg bei den Präsidentenwahlen. „DSK“, wie er in Frankreich auch genannt wird, hatte allerdings seine Kandidatur noch nicht angekündigt.
In seiner Heimat wird Strauss-Kahn, der mit der bekannten Journalistin Anne Sinclair verheiratet ist, wegen seines luxuriösen Lebensstils kritisiert. Der Sozialist stieg bei einem Heimatbesuch im April in einen Porsche Panamera S – ein Auftritt, der auch innerhalb seiner Partei kritisiert wurde. (Quelle: orf.at)