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Frage 1405
Hallo Anja, 05.04.04
Der Haus zu Haus Predigtdienst
“Wie nichts ich verschwiegen habe von den nützlich seienden (Dingen), so daß nicht (ich) verkündigt hätte euch und gelehrt hätte euch öffentlich und in (den einzelnen) Häusern“ Apostelgeschichte 20:20 - IGD “Wobei ich mich nicht davon zurückhielt, euch alles, was nützlich war, kundzutun und euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren.”
Apostelgeschichte 20:20 - NWÜ
Der Urtext “in (den einzelnen) Häusern” wird in der NWÜ umgedeutet in “von Haus zu Haus”. Die Worte im Urtext “so daß nicht (ich) verkündigt hätte euch” werden in der NWÜ einfach weggelassen, das Wort “kundzutun”
wird hinzugefügt, aus “gelehrt hätte euch” wird “zu lehren”. Das hat zur Folge, daß der Sinn total entstellt wird. Der Urtext will folgenden Sinn
vermitteln: Paulus, er spricht hier, hat seinen Brüdern nichts “verschwiegen”, denn jetzt folgt die Begründung: er hat seine Brüder “öffentlich” und in ihren “Häusern” gelehrt. Er ist dabei nicht wahllos “von Haus zu Haus” gegangen, sondern gezielt “in die einzelnen Häuser”.
“Durch ihn also laßt uns darbringen ein Opfer (des) Lobes durch alle
(Zeit) - Gott, das ist Frucht (der) - seinen Namen preisenden Lippen!”
Hebräer 13:15 - IGD
“Durch ihn laßt uns Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben.” Hebräer 13:15 - NWÜ Mit dem Ausdruck “öffentliche Erklärung” verbinden ZJ ihre Haus-zu-Haus-Tätigkeit.
In die NWÜ wurden die Wörtern “für” und “abgeben” hinzugefügt, obwohl diese nicht im Urtext stehen. Eine sprachwissenschaftliche Rechtfertigung für diese Zensuren gibt es nicht.
Eine bewußte Verfälschung durch die WTG, die nur dem Zweck dient, die
Sektenpolemik (Wachturm-Erwachet) unter das Volk zu bringen- das unverfälschte Evangelium Jesu Christi wird dabei nicht weitergegeben.
Das war eigentlich nur einmal ein Ansatz- zur Problematik Jehovas Zeugen findet sich hier im Forum eine Menge mehr.
In IHM
joachim
Liebe Anja 9.04.04
Ich versuche, in der nächsten Zeit einfach durch Verlinkungen oder kurze Gedanken, eigne der von Dir angesprochene Themen zu beantworten
Hallo Anja,
Deine Verhaltensänderungen beziehen sich darauf, wie man sich kleidet, daß man zu keinen Notlügen greift und sich unterordnet, etc..
Ich möchte über diese Themen noch
ausführlicher besprechen, weil man bestimmte Grenzen als Christ nicht dauerhaft
überschreiten darf, um ein solcher zu werden oder zu bleiben. Aber um dazu
hilfreich etwas sagen zu können, wäre es gut zu wissen, wo Du Grenzen ziehst
bzw. wie richtiges Verhalten Deiner Meinung nach aussieht. Könntest Du genauer
beschreiben, wie das ist, das sich die Lebenseinstellung zu vielen Dingen auf
einmal ändert, man über vieles nachdenkt und sein Verhalten entsprechend ändert?
Deine Aussage z.B., daß Frauen eher gar nicht predigen und lehren sollten, hört sich so an, als hätten Frauen weniger zu sagen und geringere geistliche Autorität als Männer (Apg.18. 24-28. Da Prizilla, in der Apg. 18.26 zuerst genannt wird, gehen die meisten Ausleger davon aus, daß sie die geistlich Führende war). Kann es im Sinne von Gott sein, der jedem Christen seinen Geist gegen hat, unabhängig vom Geschlecht, hier einen Unterschied zu machen (Gal. 3.28)?
Soweit ich verstehe, ist die Verkündigung, die Lehre oder die Behütung nicht an Geschlechter gebunden, Mann und Frau bekommen von Gott die gleiche geistliche Autorität und Verantwortung zugewiesen. Wie man in Apg. 18 sieht, gab es auch damals Frauen, die in gewisser Hinsicht an erster Stelle standen. Heutzutage haben wir in der europäischen Geschichte die bisher einmalige Gelegenheit, daß auch voll auszuschöpfen. Daraus sollte man jetzt kein Dogma oder eine Parität ableiten oder auch nur einen Prozeß unterstützen wollen, der Frauen in Führungspositionen bringt. Es sollte nur dazu dienen, sich über die Gleichberechtigung von Mann und Frau klar zu werden. Auch ohne diese Beispiele in der Bibel, müßte ein Gläubiger letztlich zu dieser Erkenntnis vordringen. Die Bibel ist ja kein Regelwerk, sondern führt einen Gläubigen in der richtigen Gesinnung.
Gewisse Schwierigkeiten scheinen in dieser Hinsicht vom Brief an die Epheser und an die Korinther auszugehen. Am besten könnte man ihnen begegnen, wenn man sie in ihrem historischen Kontext einordnet.
Gerade der ungezwungene Umgang der Geschlechter, der aus der Einsicht der Gleichstellung von Mann und Frau vor Gott entsprang, weil man sie nun wirklich als eigenständige Personen sah, die selbst verantwortlich sind für ihr Leben, war in der Anfangszeit des Christentums ein "Anstoß" bei einigen Gegnern des neuen Weges.
Ich bin deshalb auf diesen Punkt ausführlich eingegangen, weil er ein wichtiger Indikator für das richtige Verständnis von Gottes Willen im Umgang der Gläubigen miteinander darstellt. Es hängt eng mit der Bruderliebe zusammen, wie sie von Jesus beschrieben und von Johannes im ersten seiner Briefe charakterisiert wird (1. Joh. 4.7-21). Was sagst du zu dieser Bibelstelle?
Mit freundlichen Grüßen
Rolf