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ändert bestehen bleibt. Stellt man nun die Schwingungsebene des Analyseurs nach O c senkrecht zu O B [* 1] (Fig. 12, II), so wird die rechte Hälfte des Gesichtsfeldes völlig verdunkelt, während die linke noch Licht [* 2] durchläßt; wird dagegen die Schwingungsebene des Analyseurs in die Lage O C' [* 1] (Fig. 12, III) senkrecht zu O B' gebracht, so wird die linke Hälfte dunkel, die rechte hell erscheinen; stellt man endlich jene Schwingungsebene (O P, [* 1] Fig. 12, IV) senkrecht zu O A, so zeigen beide Hälften gleiche Helligkeit. Diese letztere Stellung entspricht dem Nullpunkt der Teilung, und man sieht, daß sofort ein schroffer Wechsel der Helligkeiten der beiden Hälften des Gesichtsfeldes eintreten muß, wenn man den Analyseur aus dieser Stellung nach der einen oder der andern Seite dreht. Schaltet man nun zwischen der Öffnung H [* 1] (Fig. 11) und dem Analyseur eine mit Zuckerlösung gefüllte, an beiden Enden mit Glasplatten verschlossene Röhre ein, während der Analyseur auf Null steht, so werden die beiden Hälften des Gesichtsfeldes ungleich hell erscheinen, weil die Zuckerlösung die beiden Schwingungsrichtungen O B und O B' in gleichem Sinn (nach rechts) um einen gewissen Winkel [* 3] dreht, und man muß, um wieder gleiche Helligkeit herzustellen, den Analyseur um denselben Winkel drehen. Aus diesem Drehungswinkel ergibt sich dann leicht die im Liter Lösung enthaltene Zuckermenge; für die praktische Anwendung kann man natürlich die Teilung des Kreises E E so einrichten, daß sie unmittelbar die Zuckermengen angibt.
Der Halbschattenapparat von Jellet und Cornu enthält statt der Quarzplatte ein Jelletsches Prisma; [* 4] um letzteres herzustellen, wird ein langer Kalkspatkristall, an welchem Endflächen senkrecht zu den Längskanten angeschliffen sind, durch einen Schnitt, der nahezu, aber nicht genau zum Hauptschnitt senkrecht steht, der Länge nach in zwei Hälften geteilt, die man in umgekehrter Lage wieder zusammenkittet. Dieses Prisma bringt man so in den dem vorigen ähnlich konstruierten Apparat, daß jeder Schnitt das kreisförmige Gesichtsfeld in eine rechte und eine linke Hälfte teilt, in welchen nun wie vorhin die Schwingungsrichtungen nach entgegengesetzten Seiten um einen kleinen Winkel alpha gegen die Halbierungslinie geneigt sind. Die Wirkungen und die weitere Anwendung des Apparats werden demnach die nämlichen sein wie bei dem Apparat von Laurent.
Zur Bestimmung des Drehungswinkels sowohl für Zuckerlösung als auch für andre wirksame Flüssigkeiten dient ferner das Polaristrobometer von Wild (kleineres Modell s. Tafel »Polarisationsapparate«, [* 5] Fig. 11). Das Rohr r r enthält ein Savartsches Polariskop; dasselbe besteht aus zwei unter 45° zur optischen Achse geschnittenen, 20 mm dicken Quarzplatten t s, deren Hauptschnitte sich rechtwinkelig kreuzen und mit der Schwingungsebene des Okularnicols o Winkel von 45° bilden.
Außerdem befinden sich in dem Rohr noch die Linsen l und m, welche wie ein schwach vergrößerndes astronomisches Fernrohr [* 6] wirken; die Stelle des kleinen Pfeils wird von dem Fadenkreuz eingenommen. Dieser Teil des Apparats für sich genommen kann dazu dienen, die geringsten Spuren polarisierten Lichts zu entdecken, und wird daher als »Polariskop« bezeichnet; denn wenn man durch denselben nach einer Stelle hinsieht, von welcher polarisiertes Licht herkommt, so erscheinen geradlinige farbige Interferenzstreifen und zwar um so deutlicher ausgeprägt, je vollkommener die einfallenden Strahlen polarisiert sind.
Das Wildsche Instrument trägt nun bei a noch ein Nicolsches Prisma [* 7] d, dessen Hülse [* 8] inmitten des Teilkreises b b befestigt ist und samt diesem mittels des Handgriffs g an dem feststehenden Zeiger n vorübergedreht werden kann. Steht der Nicol a so, daß seine Schwingungsebene mit einem der Hauptschnitte des Quarzplattenpaars zusammenfällt und sonach mit der Schwingungsebene des Okularnicols einen Winkel von 45° bildet, so sind die Streifen verschwunden; sie erscheinen aber sofort wieder, wenn man zwischen die Federn f f' die mit der wirksamen Flüssigkeit gefüllte Röhre einlegt. Nun dreht man die Scheibe b b samt dem Nicol a so lange, bis die Streifen wieder verschwunden sind, und kann nun am Zeiger n die Drehung ablesen, welche derjenigen der Flüssigkeit gleich und entgegengesetzt ist. Diese Einstellung auf das Verschwinden der Streifen läßt sich mit großer Schärfe ausführen, namentlich wenn man im dunkeln Zimmer das homogene Licht einer Natriumflamme anwendet. - Die angeführten Saccharometer sowie das Polaristrobometer werden in der Zuckerfabrikation zur Bestimmung des Gehalts der zu verarbeitenden Säfte und in der Heilkunde als Diabetometer zur Bestimmung des Zuckers im Urin der Harnruhrkranken gebraucht. Über die magnetische Drehung der Polarisationsebene s. Magnetismus, [* 9] S. 90 f.
[* 1] ^[Abb.: Fig. 11. und 12. Halbschattenapparat von Laurent.]