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Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann
es ergründen? Ich, der HERR, kann das Herz ergründen
und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach
seinem Tun. Jeremia 17,9–10
Hand aufs Herz: Vertrauen Sie darauf, dass Sie und Ihre Lieben
immer etwa das bekommen, was Sie brauchen, um gut
zu leben? Trauen Sie Gott zu, dafür zu sorgen? Oder doch
eher Ihrem Bankkonto, Ihren Erbschaften, Ihren Versicherungen,
Ihren beruflichen Erfolgen und ein wenig Vitamin B?
Meint Jeremia mit «Gott gibt einem jeden nach seinem
Tun», wir müssten uns unser Wohlergehen verdienen?
Wenn ich den ganzen Abschnitt lese, ist klar: Holzweg! Jeremia
warnt vor dem Glauben an materielle Absicherung in
Ego-Manier. Bei ihm sagt Gott: «Dein Vermögen, all deine
Schätze gebe ich dem Raub preis.» Gott will nicht unsere
Leistungsfähigkeit und Markttauglichkeit testen. Menschen
auf Herz und Nieren zu prüfen, heisst, ihre seelischen und
ethischen Motive zum Handeln zu kennen, ihr Gewissen und
ihre Gefühle zu ergründen.
Könnte es sein, dass die Herz-und-Nieren-Frage nicht lautet:
Wie habe ich die Sicherheit, dass ich immer bekomme,
was ich brauche? Sondern: Wie werde ich sicher, dass ich
gebe, was andere brauchen? Darüber nachzudenken, kann
ziemlich an die Nieren gehen.
Von: Matthias Hui