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Sevogelbrücke (aktueller Bezug: Veloring Basel)

Im Zusammenhang mit dem für 2018/22 projektierten Veloring Basel, kommt dieser Tage wieder das Bauvorhaben der Sevogelbrücke ins Gespräch. Für die beidseits des Rheines vorgesehene Ringstrasse für den Fahrradverkehr, ist als spätere Ergänzung eine neue Brücke für Fahrräder und Fussgänger geplant. Das Projekt wurde unter der Bezeichnung "Sevogelbrücke" zum Thema.
Diese Brücke soll für den Langsamverkehr zwischen Schwarzwaldbrücke und Wettsteinbrücke einen Rheinübergang bilden, vermutlich im Umfeld des St.Alban-Tales. Das Vorhaben ist noch nicht in näherer Planung, so dass ausser dem Namen noch vieles ungewiss ist. Indes ist die Idee nicht neu, und wurde bereits im Baulinienplan behandelt, den der Grosse Rat am 21. Februar 1901 genehmigte.
Der Plan für das Süd-Ost-Plateau von Basel, sollte eine Basis für den Ausbau der Quartiere St.Alban, Breite und Gellert bilden. Zwischen der 1874 eröffneten Eisenbahnbrücke (unterhalb der Birsmündung) und der 1879 eingeweihten Wettsteinbrücke, sollten zwei weitere Brücken den Rhein überpannen. Die "Hallwilerbrücke" sollte in der Breite nahe der Eisenbahnbrücke entstehen.
Das Projekt verzögerte sich. Im August 1926 forderte dann ein Initativbegehren mit über 9000 Unterschriften den baldigen Bau dieser Brücke. Aber erst 1953/54 sollte dieser Rheinübergang als St.Alban-Brücke realisiert werden. Bereits 1975 wurde diese wiederum durch die neben ihr errichtete Schwarzwaldbrücke ersetzt. Die zweite geplante Brücke war als Verlängerung der Sevogelstrasse vorgesehen.
Sie sollte als Sevogelbrücke am Kleinbasler Ufer an die Peter Rot-Strasse anschliessen. Dieses Bauvorhaben genoss wenig Priorität, auch wenn die offiziellen Basler Stadtpläne von 1905 und 1940 sie hartnäckig mit gestrichelten Linien als projektierte Brücke vermerkten. Die 1936/39 verbreiterte Wettsteinbrücke, dämpfte mit ihren Kapazitäten das Verlangen nach einer neuen Brücke.
Als sich der Bau der St.Alban-Brücke abzeichnete, nahm dies der Sevogelbrücke weitere Grundlagen. Für die Fussgänger bot zudem die 1894 eingerichtete St.Alban-Fähre Wild Maa eine Möglichkeit, den Rhein zu überqueren. Still um das Brückenprojekt wurde es aber erst Ende der 1970er Jahre, bis 2013 der Gedanke einer Fahrradbrücke unter selbem Namen der Idee neue Reize verlieh.
Stromauf des Rheinschänzli beim Letziturm, und stromab des heutigen Rocheturmes hätte nach den Plänen von 1901 die Sevogelbrücke den Rhein überqueren sollen, womit sie auf diesem Foto das Bild prägen würde.
Beitrag erstellt 02.09.16
Quellen:
Walther P. Mosimann / Ernst Graf, Die Basler Rheinbrücken, Verlag Schiffahrt und Weltverkehr AG, Basel, 1962, Seiten 83 bis 89 (St.Alban-Brücke) und 96 bis 97 (Sevogelbrücke)
Hermann Wichers, Beitrag "Das kurze Leben der St.Alban-Brücke" publiziert in Breite-Lehenmatt - Historischer Rundgang durch ein junges Basler Quartier, herausgegeben von Bernard Degen und Pascal Maeder im Auftrag des Neutralen Quartiervereins Breite-Lehenmatt, Historisches Seminar der Universität Basel, Basel, 1. Auflage 2011, ISBN 978-3-9523049-3-8, Seiten 49 bis 52