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Spanische Trilogie
Eine bemerkenswerte, preisgekrönte Neukomposition für Blechbläserquintett.
Die Brassquintett-Szene wird überschüttet mit neuen Arrangements von populären Songs und den Highlights aus der Klassik, sucht man hingegen nach neuer Originalliteratur für diese Besetzung, so muss man schon etwas tiefer graben – und wird einmal mehr fündig bei den Editions Bim. Spanish Dances hat von der erlesenen Jury der International Trumpet Guild ITG den ersten Preis erhalten; Stanley Friedman hat wieder bewiesen, dass er nicht nur Trompete spielen kann, sondern auch ein bemerkenswerter Komponist ist.
Das Werk gliedert sich in drei Sätze, welche stark an das spanische Kolorit in Bizets Carmen erinnern. Gleich zu Beginn im ersten Satz, der Habanera, ist in der Tuba das berühmte Begleitmotiv zu hören, die erste Trompete schlüpft in die solistische Rolle der Carmen und macht sich ihre eigenen Gedanken über die Liebe, immer wieder durchbrochen von isorhythmischen Passagen der fünf Blechbläser. Die Pavane, der zweite Satz, besticht durch seine Variationenform und ein kontinuierliches Accelerando. Der abschliessende Bolero spielt im 7/8-Takt mit den Themen der ersten beiden Sätze und bringt die spanische Triologie zu einem fulminanten und virtuosen Ende.
Stanley Friedman, Spanish Dances for Brass Quintet, Partitur und Stimmen, ENS 174, Fr. 45.00, Editions Bim, Vuarmarens 2012