Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03457.jsonl.gz/87

Über die Kriegszeit spricht er auch heute nicht gerne. Aber sie hat Spuren bei ihm hinterlassen. Hannes' Vater war Prokurist bei einer Firma, die auch Hautcremes produzierte.
Während des Krieges wurde er jedoch als Soldat an den Walensee beordert. Die junge Familie besuchte ihn oft an freien Wochenenden.
In Erinnerung blieb Hannes Stricker vor allem die Bombardierung von Friedrichshafen, 1944. Anstatt in den Keller zu flüchten, beobachtete die Familie das Geschehen von einer Anhöhe aus. Es habe mehr wie ein Feuerwerk ausgeschaut.
Trotz Informationen am Radio gab es auch viele Gerüchte in der Kriegszeit. Grauenhafte Geschichten darüber, was mit den Juden geschehe.Man fragte sich auch, wer wohl Gauleiter in Romanshorn werden würde, sollten die Nazis die Macht übernehmen.
Später, als seine Familie für kurze Zeit auch Flüchtlingskinder aus Deutschland bei sich aufnahm, verstand Hannes, dass diese Kinder wohl noch viel mehr vom Krieg miterlebt hatten als er selbst.