Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/170870

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine breitabgestützte Befragung der Bevölkerung über die wichtigsten Werte unseres Landes durchzuführen. Die Befragung soll neben einer Umfrage auch eine Abstimmung enthalten. Als Orientierung kann die Herleitung des dänischen Wertekanons, des "Danmarkskanon", dienen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die zentralen Werte der Schweiz sind in der Bundesverfassung verankert, insbesondere in Artikel 2, "Zweck", und im 2. Titel, "Grundrechte, Bürgerrechte und Sozialziele". Damit verfügt die Schweiz über einen modernen und zeitgemässen Wertekanon, der 1999 im Rahmen der Totalrevision der Bundesverfassung von Volk und Ständen angenommen worden ist.</p><p>Die Werteforschung ist kein neues Phänomen. Seit den Siebzigerjahren wird sie auf internationaler Ebene und seit mehreren Jahren auch in der Schweiz durchgeführt. Auf der Basis von schweizerischen Volksabstimmungen haben zum Beispiel Michael Hermann und Heiri Leuthold im "Atlas der politischen Landschaften: ein weltanschauliches Porträt der Schweiz" (2003) verschiedentlich Weltanschauungen und deren Veränderungen untersucht.</p><p>Der Bundesrat ist der Überzeugung, dass eine Wertedebatte, die über die in der Verfassung genannten Elemente hinausgehen soll, von der Zivilgesellschaft und den politischen Parteien geführt werden sollte. Eine Umfrage via Facebook und Twitter, wie sie in Dänemark durchgeführt worden ist, erachtet der Bundesrat als nicht zweckmässig. Damit eine Befragung bei der Bevölkerung aussagekräftige Resultate für die ganze Schweiz ergibt, müsste eine ausreichend grosse Stichprobenerhebung durchgeführt werden. Falls diese einen Wertekanon ausweisen soll, der regional geschichtet ist und nach Merkmalen wie Sprachregion, Stadt-Land, soziodemografische Aspekte usw. unterschieden werden kann, müsste die Befragung bei rund 10 000 Personen durchgeführt werden. Die Durchführung einer Spezialerhebung würde Kosten im Umfang von etwa einer Million Franken verursachen. Zudem ist damit zu rechnen, dass die Befragung inklusive Auswertung und notwendiger WTO-Ausschreibung ungefähr zwei Jahre dauern wird.</p><p>Angesichts dieser Aufwände, der knappen Ressourcen des Bundes sowie der Tatsache, dass Resultate zu Werten in der Schweiz aus der Wissenschaft bereits vorliegen und in der Bundesverfassung definiert sind, ist der Bundesrat der Ansicht, dass eine solche Umfrage und Abstimmung nicht notwendig sind.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.