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ACLS Masterarbeit von Patricia Krayer: Wie könnte eine vegane Welt aussehen?
Patricia Krayer hat den Master in Applied Computational Life Sciences (ACLS) absolviert und hat sich in ihrer Masterarbeit der interessanten Frage gewidmet, wie eine vegane Welt aussehen würde. Welche überraschenden Resultate sie erhalten hat, lesen Sie in diesem Interview.
Um was geht es in deiner Masterarbeit?
Ich habe mich der Frage gewidmet, wie sich eine Landwirtschaft ganz ohne Tiere oder mit reduziertem Tierbestand auf die Ernährungssicherheit auswirken würde und wie sich die Umweltauswirkungen der Landwirtschaft dadurch verändern würden. Dazu habe ich ein bestehendes Modell des globalen Ernährungssystems (SOLm) weiterentwickelt, um die Implementierung von veganen oder teil-veganen Landwirtschaftsszenarien zu ermöglichen. Ausserdem habe ich im Detail die Kompatibilität von Bio-Landwirtschaft und veganer Landwirtschaft analysiert.
Was war deine Motivation?
Wir sind von Nahrung abhängig – aber gleichzeitig ist die Produktion von Lebensmitteln mit sehr hohen Umweltauswirkungen verbunden. Ich interessiere mich für diesen Konflikt, da es etwas ist, mit dem wir alle täglich zu tun haben. Ausserdem ist die Reduktion von tierischen Lebensmitteln grundsätzlich mit weniger Umweltauswirkungen verbunden, gleichzeitig sind aber tierische Düngemittel ein wichtiger Faktor in der biologischen Landwirtschaft. Ich habe mich deswegen schon lange gefragt, inwiefern diese beiden Ansätze miteinander vereinbar sind. Leider gab es dazu noch kaum Studien. Durch die Masterarbeit hatte ich glücklicherweise die Gelegenheit, mich mittels einer Modellierung vertieft damit auseinanderzusetzen.
Welche spannenden Erkenntnisse hast du dabei gewonnen?
Es gab sehr viele spannende Resultate. Am meisten überrascht hat mich, dass die Bio-Landwirtschaft tatsächlich in sehr hohem Ausmass von der Tierproduktion abhängig ist. Wenn alle Menschen der Welt ernährt werden sollen und die Landwirtschaftsfläche nicht ausgedehnt wird, kann dies ohne Tiere erreicht werden, allerdings nur mit konventioneller Landwirtschaft, weil die Erträge dort höher sind und keine Flächen für die Stickstofffixierung freigehalten werden müssen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass eine 100% vegane Welt nicht unbedingt in allen Belangen umweltfreundlicher ist. In einem veganen Szenario war der Wasserverbrauch beispielsweise sehr hoch. Dies zeigt, dass am Ende die konkrete Umsetzung auch eine grosse Rolle spielt und die ideale Landwirtschaft wahrscheinlich weder zu 100% Bio, noch 100% vegan ist, sondern eine intelligente Kombination aus verschiedenen Ansätzen.
Was hast du vor dem ACLS Masterstudium studiert und gearbeitet?
Ich habe vor dem ACLS Studium einen Bachelor in Physik sowie einen Bachelor in Umweltingenieurwesen abgeschlossen. Während dem Studium habe ich in der ZHAW-Forschungsgruppe Geography of Food als wissenschaftliche Assistentin gearbeitet.
Was machst du nun nach dem Studium?
Ich habe vor kurzem in einem Traineeprogramm als Data Consultant bei Trivadis / Accenture begonnen. Dies ist eine sehr spannende Tätigkeit, weil ich dadurch die Möglichkeit erhalte, hinter die Kulissen von vielen verschiedenen Firmen zu blicken. Ausserdem erlebe ich die ganze Wertschöpfungskette der Daten vom Data Engineering bis zur Auswertung mittels Data Science und sehe die tollen Möglichkeiten, die sich durch ein geschicktes Datenmanagement ergeben.
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