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Drama. Indien. Hindi
Alternative Titel Yaadgaar; यादगार
Regie S. Ram Sharma
Drehbuch Manoj Kumar
Produktion S. Ram Sharma
Songs Kalyanji-Anandji
Kamera V.N. Reddy
Choreografie Surya Kumar
Darsteller Manoj Kumar, Nutan, Pran, Prem Chopra, Kamini Kaushal, Madan Puri, Tiwari,
Mohan Choti, Lolita Chaterji, Asit Sen, Shammi, Manmohan, Polson, Jayshree, Kuljeet, Jr. Mehmood
Länge 156 Min.
Kinostart 1970
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
©
Text Marco, molodezhnaja 31.1.09
© Bilder T Series, Screenshots molodezhnaja
STORY
Bholanath (Pran) hat gerade in der Wüste Rajastans seine Frau und deren Liebhaber getötet, als er im Auto ein Baby entdeckt. Es handelt sich um den ehelichen Sohn des Fürsten Maharaja Shamsher Singh (Tiwari), der das Kind töten lassen wollte. Beim Versuch der Mutter, es zu verstecken, landete es bei Bholanath. Er übergibt es dem Hotelbesitzer Chand und taucht in ein einfaches Leben ab. Viele Jahre später ist er der Ersatzvater seiner Nichte Bhavna (Nutan), die in guten Kreisen verkehrt. Ihre beste Freundin ist die Tochter des Fürsten. Und deren Bruder Prem (Prem Chopra) will sie sogar heiraten. Doch ihr Herz gehört dem Arbeiterführer Bhanu (Manoj Kumar), der im Kampf um ein politisches Amt gegen Shamsher Singh antritt. Seine revolutionären Ideen und seine Liebe für die Armen machen ihn zur Gefahr für das Establishment.
REVIEW
Manoj Kumar ist der Bharat unter Indiens klassischen Schauspielern, trägt also denselben Übernamen wie seine Heimat Indien. Und dementsprechend sah er sich in beinahe jedem Film dazu berufen, die Nation von schlechten Einflüssen zu befreien: von Korruption, von Hunger, von Sex, von Gewalt, von Lügen, von Kapitalismus, von westlicher Dekadenz, von Drogen, von Spass, von Lebenslust. Auf der Höhe seines Erfolgs ab Mitte der 60er-Jahre war dieses missionarische Trieben schon fast peinlich. Entstanden sind visuell oder dramaturgisch prickelnde Werke wie Purab Aur Pachhim oder Upkar, doch zieht man die oftmals raffinierte Inszenierung ab, bleibt ein Werk zurück, das seinen Zeigfinger bis zur Ermüdung hochstreckt, das bis zum Zusammenbruch den Moralapostel markiert. Und aus westlicher Sicht über 30 Jahre später ist das noch schwerer zu schlucken.
In "Yaadgar" fällt die eindrückliche Inszenierung weg, denn Kumar waltete nur als Hauptdarsteller und Autor. Hin und wieder sind Elemente seines Inszenierungsstils zu entdecken (etwa dominante Gegenstände im Bildvordergrund), doch ansonsten ist hier Shaheed-Regisseur S. Ram Sharma am Ruder und zeigt eine höchst durchschnittliche Leistung. Wenig Flair in den Bildern, keine Spannung in der Erzählung. Es handelt sich vielmehr um ein Abhaken der Aussagen. Dies zieht sich bis in die Lieder hinein: Im ersten Stück etwa macht Manoj knapp bekleidete Frauen und Männer mit engen Hosen fertig, danach gehts an die Atombomben. Ironisch dabei: Am Radio wird verkündet, Indien würde sich nie und nimmer in ein so martialisches Treiben einklinken. Heute ist die Nation eine Nuklearmacht. Nicht das Einzige, was etwas verlogen wirkt. Das Stück an sich ist aber sehr reizvoll. Eine Aussage, die man bei allen Tracks machen kann. So glänzt etwa auch "Baharon Ka Hai Mela", der mit Jayshree als Tänzerin in voller Pracht die verwerfliche westliche Dekadenz zeigt (also Alkohol und Sex), als temporeiches, tolles Stück.
Die Story zwischen den Liedern lahmt dagegen zu oft. So ist der Masala-Aspekt mit dem verlorenen Sohn nicht wirklich fesselnd und auch die ganzen Verstrickungen machen nicht ungeheuer viel Spass, zumal sie arg konstruiert wirken. Ins Zentrum gerückt gehören Bhanus politischer Kampf gegen das Unrecht sowie seine Liebe zu Bhavna. Der ganze Rest wirkt unnötig, oft unbeholfen. Das Problem der Haupthandlung wiederum ist der Star selbst, Manoj Kumar. Mit ernstem Gesichtsausdruck und stets demütig gesenktem Blick murmelt er seine Weisheiten, verkündet sein Gutmenschentum. Das birgt durchaus ehrenwerte Aspekte wie Gewaltverzicht, doch die Polemik seiner Politik ist manchmal schwer auszuhalten. Und wenn Kumar sie vorträgt wie ein Heiliger, wird sie richtig mühsam. Der Mann ist und bleibt eine Spassbremse. Nutan dagegen ist einmal mehr eine Pracht. Sie kann spielen, sie sieht gut aus, sie hat Charisma. Einer der besten Stars, die Indien je hatte.
"Yaadgar" ist kein kompletter Reinfall, dazu ist Nutan zu gut, die Absicht teilweise zu edel, die Inszenierung zu solide, die Songs zu gut. Doch mit Überlänge, einem tranig den Martyrer spielenden Hauptdarsteller, einer manchmal auf den Nullpunkt absinkender Spannungskurve und der oftmals holprigen Dramaturgie schafft es das Drama nur ganz selten übers Mittelmass hinauszuschwingen. Empfehlen lässt sich das Werk daher nicht, zugreifen sollten höchstens hartnäckige Fans von Manoj Kumar. Und selbst die dürften angesichts der miesen Bildqualität der T-Series-Disk geschockt sein. Kann sein, dass die BEI-DVD eine qualitativ bessere Alternative bietet. Unbedingt die versuchen. Dann sieht man wenigstens Nutan etwas besser.
MEINE DVD
T Series (IND), Code 0, NTSC
Bild: 4:3
Ton: Hindi 5.1 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * ½ (Dunkles, unscharfes Bild mit schlechtem Kontrast)
BESTELLEN
nehaflix (Liefert aus USA)
EXTERNE REVIEWS
imdb
SCREENSHOTS
Screenshots der DVD mit PowerDVD 8, verkleinert, leicht aufgehellt und geschärft mit CorelPaint
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