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|Der Mittelaltergarten

Wovon haben sich unsere Vorfahren ernährt?
Der grösste Teil der Bevölkerung waren Bauern und Selbstversorger. Die
ärmeren Leute ernährten sich vor allem von Getreide (Getreidebrei und
Brot), Milch und Käse, Hülsenfrüchten, Gemüse (Suppen), Obst und wilden
Beeren. Fleisch kam sehr selten auf den Tisch, ab und zu Geflügel und
Fisch. Im Garten wurden vor allem Kräuter, Heilpflanzen und
Färberpflanzen gepflanzt. Er befand sich in unmittelbarer Nähe des
Hauses, so dass man alles schnell zur Hand hatte.Das Gemüse wuchs vor
allem auf den Feldern wie auch das Getreide, die Ölfrüchte und die
Hülsenfrüchte. Zum süssen der Speisen verwendete man Honig; der Zucker
warnoch unbekannt. Getrunken wurde Wasser, Wein, Bier und Met. Bei
Missernten ernährte man sich notfalls auch von Nesseln und Eichelmehl.
Die Dreifelderwirtschaft
Im Namen des Gartenteams Sophie Jaggi, Zweisimmen
Wenn
der Boden ständig intensiv bebaut wird, sinken die Erträge bald.
Deshalb liess man ursprünglich die Felder nach der Ernte ein Jahr lang
brach (unbebaut) liegen. Rinder, Schafe und Schweine weideten auf den
Brachen und düngten sie. So konnte sich der Boden wieder erholen (eine
intensive Düngung mit Mist, Gülle oder gar Kunstdünger gab es nicht).
In einer Schrift des Klosters St. Gallen wird im Jahre 763 erstmals
eine verfeinerte Methode der Brache erwähnt. Wir nennen sie heute die
Dreifelderwirtschaft:
1. Jahr Frühling bis Herbst Sommergetreide
2. Jahr bis Herbst brach, dann Wintergetreidesaat
3. Jahr bis Sommer Wintergetreide, Herbst und Winter brach
Mit
dieser Dreifelderwirtschaft waren zwei Drittel statt wie bisher nur die
Hälfte der Felder gleichzeitig nutzbar, ohne dass sich der Boden
stärker erschöpfte. Die Erträge liessen sich insgesamt deutlich
steigern.
Frühe Zeugnisse
Der
Klostergarten von St. Gallen wurde im Jahr 820 beschrieben. Er war
demnach durch einen Mittelweg in zwei Hälften mit regelmässigen Beeten
aufgeteilt. Diese Einteilung lebt bis heute in den Bauerngärten weiter.
Walahfried Strabo, der Abt vom Kloster Reichenaubeschrieb im Jahr 823
mehr als zwanzig Gartenpflanzen in Gedichtform.
"Im Geviert der
Bauerngärten ist Kräutersegen, Blumenzier und Gemüsebau innig vereint.
Hier schämt sich die Rose nicht neben dem Rettich, die Lilie nicht
neben dem Kerbel zu wachsen." So beginnt die erste Strophe seines
Gedichtes (Quelle: www.graf-gartenbau.ch).
Projekt Mittelaltergarten in Zweisimmen
Wie
haben sich unsere Vorfahren eigentlich ernährt? Der neu gestaltete
Mittelaltergarten vor dem Heimatmuseum in Zweisimmen gibt uns Auskunft.
Pünktlich
zur Einweihung des renovierten Beinhauses ist auch die Umgebung vor dem
Heimatmuseum in Zweisimmen neu gestaltet worden. Im kleinen
Mittelaltergarten geben uns eine Auswahl von verschiedenen Gemüsen,
Kräutern, Heil-, Öl- und Nutzpflanzen Auskunft, was unsere Vorfahren
schon gekannt und wahrscheinlich auch angepflanzt haben. Der Kräuter-
und Heilpflanzengarten ist umgeben von einem Weidenflechtzaun. Die
Gemüse, Nutz-, Färber- und Ölpflanzen wachsen inverschiedenen kleinen
Beeten, umrahmt von Natursteinplatten und einer Eibenhecke.
Er liess
etwas auf sich warten, aber nun ist er fertiggestellt, der
Mittelaltergarten vor dem Heimathaus in Zweisimmen. Die Kohlköpfe
konnten sich in der kurzen Zeit der Entstehung des Gartens noch nicht
zu Riesenexemplaren entwickeln, auch stehen Blumen in allen Farben
nicht im Vordergrund, sondern folgende Fragen: Wie haben sich die Leute
im Mittelalter ernährt, mit was färbten sie ihre Wolle und Stoffe,
welche Heil- und Nutzpflanzen und Kräuter kannten sie, welches Getreide
pflanzten sie an? Z.B. Lein. Ist Lein eine Faserpflanze? - Oder wurde
er wegen des Leinöls geschätzt?
Viele Kulturpflanzen dienen uns zu verschiedenen Zwecken. Das gilt ganz besonders fürden Lein:
Aus
Lein entstanden seit jeher feine Stoffe (z. B. Leintücher). Aus den
stark ölhaltigen Leinsamen wird das kostbare Leinöl gewonnen. Leinöl
diente alsNahrung, als Brennstoff für Öllampen, zum Malen und
Imprägnieren, später auch zur Herstellung von Linoleum usw. Zudem
können Leinsamen innerlich und äusserlich als Heilmittel verwendet
werden (z. B. Leinsamenbrei für Nasen- und Stirnkompresse bei Stirn-
und Kieferhöhlenentzündungen).
Eine Mappe mit einigen Informationen
steht im Heimatmuseum zur Verfügung und kann am Mittwoch-, Samstag- und
Sonntagnachmittag, wenn das Heimatmuseum geöffnet ist, besichtigt
werden. Werfen Sie einen Blick in den neuen Mittelaltergarten vis-à-vis
vom Beinhaus.

|Burg Laubegg

LK 1226 595.56 / 159.75
sichtbar sind noch spärliche Mauerreste
Burg "Lubica" dürfte um 1350 diese Ausdehnung gehabt haben. Auf
dem dreiseitig senkrecht abfallenden Turm (Bergfried) Hof mit
Stallungen und Werkstätten (Holzbauten) Hauptburg mit Wohnturm und
Bering. Rechts davor die Schildmauer über dem Halsgraben mit der
Eingangspforte und Zugbrücke.
|Burg oberer Mannenberg

Weitläufige Mauerreste einer Burganlage bei Pt. 1017
LK 1246, 595.46 / 157.66
Freie Wiedergabe von Ober-Mannenberg, nach einer Darstellung von
Diepold Schilling. Auf dem Bild fehlt das der Burg südöstlich
vorgelagerte, bebaute Hofgelände.
| Burg unterer Mannenberg

Teilweise gut erhaltene Ruine einer Burg.
LK 1246 595.65 / 157.80
unübliche Bauweise des runden Bergfrieds. bis auf eine Höhe von
ca. sechs Metern weist der Turm gegen den Halsgraben hin eine äussere
eckige Verstärkung auf. Gut erkennbar sind der Burgfried und die lange
Mauer, welche das Burgareal gegen das östlich gelegene Wiesland
abschliesst.
|Turm zu Steinegg

Spärliche Reste eines Turmes mit Ringmauer und Graben.
LK 1246, 595.35 / 158.09
Turm zu Steinegg anhand der heute noch sichtbaren, kläglichen Reste.
|Burg Terenstein

Burgstelle im oberen Reichenstein, oberhalb der Strasse nach Saanenmöser.
LK 1226, 591.86 / 152.92
Ungefährer Anblick der Ritterburg Terenstein.
|Schloss Blankenburg

noch bis 2010 Sitz des Amtsbezirks Obersimmental
LK 1246, 596.08 / 154.20
Anlässlich der denkwürdigen Volksabstimmung vom 24.09.2006 hat
der bernische Souverän beschlossen, fünf seiner Schlösser zu verkaufen,
darunter auch Blankenburg.