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Sehnenscheidenentzündung: Häufig am Handgelenk durch sich wiederholende Bewegungen
Sehnen verlaufen in Sehnenscheiden. Diese bestehen aus Bindegewebe, sind gefüllt mit Schmierflüssigkeit und umhüllen die Sehnen wie ein Tunnel. Durch dauernde Überlastung entwickeln sich durch Reibung an besonders beanspruchten Sehnenabschnitten kleine Verletzungen. Die Folge davon ist eine lokale Entzündung. Selten entsteht eine Sehnenscheidenentzündung durch eine bakterielle Infektion.
Eine Sehnenscheidenentzündung tritt am häufigsten am Handgelenk auf; theoretisch kann aber jede Sehne davon betroffen sein.
Die Sehnenscheiden-Entzündung ist sehr schmerzhaft, hartnäckig im Verlauf und häufig die Ursache von längerer Arbeitsunfähigkeit. Menschen, die mit den Händen immer wiederkehrende Arbeiten verrichten, tragen ein hohes Erkrankungsrisiko.
Je früher die Sehnenscheidenentzündung behandelt wird d.h. bereits beim Auftreten der ersten Symptome desto schneller kann die Erkrankung geheilt werden.
Ursachen
Die Ursache der Sehnenscheidenentzündung ist die Abnutzung der Innenseite der Sehnenscheide. Dies geschieht durch einseitige Belastung. Bei chronischen Überbelastungen und der dadurch hervorgerufenen kleinen Verletzungen wird die Innenseite der Sehnenscheide rau. Die darauf folgende Reaktion ist eine lokale Entzündung.
Auch eine entzündliche Gelenkerkrankung kann selten mal als Ursache für eine Sehnenscheidenentzündung identifiziert werden. Infektiöse Entzündungen kommen praktisch nur nach Verletzungen vor (Stich-/Schnittverletzungen)
Personen, die ein erhöhtes Risiko tragen:
Reinigungspersonal
Schreibarbeitende oder exzessive Spieler am Computer
Gärtner und Winzer (Scheren-Arbeit)
Motorradfahrer
Musiker
Sportruderer
Masseure
Symptome (Beschwerden)
Typisch sind ziehende Schmerzen, die anfangs bloss bei Bewegung auftreten, später aber auch in Ruhe (nachts).
Weitere Beschwerden:
Erwärmung
Schwellung und Rötung
Druckschmerzen
Knirschendes Geräusch an der betreffenden Sehne
Evtl. tastbare Knoten im Bereich des Handgelenkes
Evtl. schnellender Finger (durch anfangs feststeckende Sehne in der Sehnenscheide und peitschenartiges Durchgleiten der Sehne durch die Verengung bei stärkerem Zug)
Diagnose (Untersuchung)
Krankengeschichte unter Einbezug der Beschwerden; unbedingt sich wiederholende Tätigkeiten erwähnen
Das bei Bewegung entstehende Geräusch reicht dem Arzt meistens für eine Diagnosestellung
Ev. Röntgenuntersuchung
Ev. Blutuntersuchung zum Nachweis einer Entzündung oder einer rheumatischen Erkrankung
Therapie (Behandlung)
Sehnenscheidenentzündung: Behandlung zunächst konservativ, später operativ
Um einer Chronifizierung und einem langen, schmerzhaften Verlauf (mit Arbeitsunfähigkeit) vorzubeugen, sollte bei den ersten Anzeichen einer Sehnenscheidenentzündung behandelt werden.
Allgemeine Massnahmen
Zu Beginn Kältekompressen, bis die Entzündung abgeklungen ist; später Wärmebehandlungen
Frühzeitige Entlastung des Armes durch Schienen oder Verband
Spaltung der verengten Sehnenscheiden; führt nicht immer, aber in einigen Fällen zu guten Ergebnissen.
Mögliche Komplikationen
Bei einigen chronischen Verlaufsformen der Sehnenscheidenentzündung kann den Patienten kaum geholfen werden. Auf Grund des nachgewiesenen Zusammenhangs mit einer Tätigkeit wird die Erkrankung zu einer anerkannten Berufskrankheit, was einen Berufswechsel oder das Umstellen z.B. auf ein anderes Instrument oder Werkzeug notwendig macht. Bei einer Chronifizierung können auch psychotherapeutische Massnahmen helfen.
Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)
Wenn immer gleiche Bewegungen nicht vermieden werden können, sollte man sich seinen Arbeitsplatz möglichst bequem und gut einrichten: Anpassen der Sitz- und der Tischhöhe, Polster vor der Tastatur (dadurch wird der Druck auf das Handgelenk vermieden; Schrägstellen der Tastatur, damit die Hände eine gerade Haltung bewahren können; beim Arbeiten immer wieder kleine Pausen und Lockerungsübungen einlegen.