Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03199.jsonl.gz/902

Bereits am 20. März 2010 wurden die ersten Eruptionen und Gesteinsdeformationen vom Nordic Vulcanological Center weiter östlich vom Gletschervulkan Eyjafjallajökull beobachtet. Am Morgen des 14. Aprils entstanden an der Spitze des Vulkanberges nach einem Erdbeben mehrere neue Krater. Der bis zu diesem Zeitpunkt unter dem Gletscher verborgene Vulkan brach aus.
Structural Map of the North Atlantic Ocean, 1:200 000 (2008)
Das dabei verursachte Schmelzwasser erreichte das Tiefland in mehreren aufeinander folgenden Flutwellen und zerstörte Strassen, Brücken und Agrarland. Zeitgleich fielen erste Ascheregen in der Region und eine grosse Aschewolke stieg auf, um vom Westwind in Richtung des europäischen Kontinents weitergetragen zu werden. Am 15. April erreichte die Aschewolke Europa und verursachte die vorübergehende Schliessung des Luftraumes. Bis heute ist die eruptive Tätigkeit des Vulkans im Gange und das Nordic Vulcanological Center berichtet auf seiner Website von den neusten Ereignissen.
Wie die Karte oben zeigt, liegt Island auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte. Der Mittelatlantische Rücken ist ein vorwiegend unterseeisches Gebirge und besteht aus zwei parallel verlaufenden Gebirgsketten mit einem tiefen Graben dazwischen. An wenigen Stellen ragt das Gebirge über die Meeresoberfläche hinaus. Eine solche Stelle ist Island. Die Linie der vulkanisch aktiven Zone folgt ziemlich genau dem Verlauf des Mittelatlantischen Rückens. Magma gelangt durch die Risse zwischen den auseinanderdriftenden Platten an die Erdoberfläche.
Die Plattengrenzen ziehen sich von Südwest nach Nordost diagonal über die Insel Island. Die Platten entfernen sich jährlich um ca. 2 cm voneinander. Dank immer währender Neubildung und Ablagerung von Gesteinsmaterial, das durch Vulkanausbrüche flüssig aus dem Erdinneren herausgeschleudert wird, bricht die Insel nicht auseinander. Für Islands Geotektonik sind Vulkanausbrüche von grosser Bedeutung. Etwa 30 aktive Vulkansysteme befinden sich derzeit auf Island.