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Der verklemmte Wissenschaftler Mel Coplin (Ben Stiller) steckt in einer tiefen Lebenskrise. Zwar ist er glücklich mit Nancy (Patricia Arquette) verheiratet und soeben Vater geworden, doch so richtig zufrieden ist er nicht.
Mel kennt seine leiblichen Eltern nicht und auch seine etwas verschrobenen Adoptiveltern wissen nicht um seine Herkunft. Um die quälende Ungewissheit endlich aus dem Weg zu schaffen, kontaktiert er das Adoptionsbüro, das ihn als Kleinkind vermittelt hat. Das Institut ist bereit, ihm die Identität seiner Eltern preiszugeben und will sogar für die Unkosten der "family reunion" aufzukommen. Das Angebot ist allerdings an eine Bedingung geknüpft: Mels Begegnung mit seinen Eltern soll im Rahmen eines Feldversuchs von der Soziologie- Doktorandin Tina (Tea Leoni) begleitet und auf Video gebannt werden. Angesichts des verlockenden Angebots und angesichts der Tatsache, dass es sich bei Tina um eine bildhübsche junge Frau mit perfekter Figur handelt, die sich nach einer augestandenen Scheidung nach Liebe sehnt, sagt Mel zu.
Nancy ist vom Auftauchen der verführerischen Soziologin natürlich weniger begeistert. Trotzdem willigt sie ein, Mel und Tina auf der Reise zu seinen Eltern zu begleiten. In San Diego trifft die Reisegruppe auf die Familie Swaney. Bald wird Tina klar, dass Mel und die Swaneys so gut wie nichts gemeinsam haben. Eine Rückfrage ergibt, dass sie offensichtlich einem "Computerfehler" aufgesessen ist, und dass Mels richtige Eltern in Michigan ansässig sind. Sein angeblicher Vater ist Ex-Hell's Angel und Lastwagenfahrer von Beruf. Kaum angekommen, findet sich Mel am Steuer eines Brummis wieder und walzt prompt mit seinem Gefährt ein Postamt platt. Auf dem Polizeiposten erfahren Mel, Nancy und Tina, dass die richtigen leiblichen Eltern Richard und Mary Schlichting (Alan Alda, Lily Tomlin) heissen und an einem abgelegenen Ort in New Mexiko leben. Begleitet von zwei Polizeibeamten findet sich die Gruppe bei den Schlichtings im Haus ein. Die allgemeine Wiedersehensfreude ist jedoch nicht von allzu langer Dauer, als die Schlichtings Details über ihre Affinität zu psychedelischen Drogen preisgeben und zu allem Überfluss auch noch Mels Adoptiveltern auftauchen...
"Flirting with Disaster" ist eine gelungene screwball comedy, die mit zahlreichen gesellschaftlichen und genretypischen Traditionen bricht und trotzdem bestens unterhält. Was anfangs wie ein klarer, linearer Plot aussieht, entwickelt sich bald zum unvorhersehbaren erzählerischen Zickzack-Kurs. Doch Regisseur David O. Russell schafft es hervorragend, die komplexe Geschichte erfrischend und mit viel Liebe zum Detail zu inszenieren. Téa Leoni ("Bad Boys") beweist in diesem Film, dass sie mehr kann, als nur einfach gut aussehen. Den etwas eingeschränkten Ben Stiller spielt sie jedenfalls problemlos an die Wand.
Martin A. Blatter
Angaben zum Film
Bewertung: ****.