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Buddhistische Philosophie
Der Lehrgang behandelt das Werk "Eintritt in den Mittleren Weg", das von dem berühmten indischen Meister Chandrakirti im 7. Jahrhundert verfasst worden ist. Es beinhaltet das "Herz Sutra", das Buddha auf dem Geiergipfel gelehrt hat sowie dessen Kommentar "Die Grundverse der Leerheit" vom Nagarjuna. In dieser Schrift wird die tiefgründige philosophische Anschauung der Leerheit nach der Prasangika Schule dargestellt. Gegliedert ist das Werk in 10 Kapitel, die jeweils eine der 10 Ebenen beschreiben, die ein Bodhisattva auf dem Weg zur Buddhaschaft durchläuft.
Durch das Studium gewinnen wir eine klare Übersicht über die Philosophie des Mittleren Weges - auch Philosophie der Leerheit genannt - die für jede Art der Meditation und Lebensführung des Sutra und Tantra im tibetischen Buddhismus sehr wichtig ist. Die Interpretation der Leerheit in diesem Werk ist der Anhaltspunkt aller vier buddhistischen Traditionen in Tibet. Wir studieren an Hand der deutschen Übersetzung des Textes "Eintritt in den Mittleren Weg".
Buddhistische Psychologie
Der Lehrgang über die buddhistische Psychologie befasst sich mit der Wissenschaft des menschlichen Geistes die aus der meditativen Erfahrung des Buddha stammt. Abhidharmakosa lehrt uns, dass der Mensch aus den fünf Aggregaten besteht. Diese Aggregate bestehen wiederum aus materiellen und geistigen Elementen und, es gibt reine und unreine Elemente. Die reinen Elemente sind die Geisteszustände ohne jegliche Verblendungen und deren Wirkungen. Die unreinen Elemente werden von Geistesverblendungen verursacht und beeinflussen die Zustände des Körpers und des Geistes. Egozentrik und Gier z.B. sind Geistesverblendungen, die Störungen auf körperlicher Ebene verursachen können.
Im Pramanakartika wird die buddhistische Psychologie von Dharmakirti und Dignaga im 7. Jahrhundert eingehend damit erklärt, wie Wahrnehmungen und Vorstellungen entstehen und wie sie durch ihre Funktionen Leiden und Freude verursachen. Nach Dharmakirti ist die Definition einer gültigen Wahrnehmung dann erfüllt, wenn der Geist frisch und untrügerisch oder zuverlässig ist. Nach Dharmakirti sind alle Geistesverblendungen keine gültigen Wahrnehmungen oder Vorstellungen und sie verursachen störende Gefühle. Die Ursache aller Leiden ist, nach buddhistischer Logik, zurückzuführen auf eine Unwissenheit. Daher lernt man eingehend seine Wahrnehmungen und Vorstellungen zu hinterfragen und versucht die Welt mit gültiger Wahrnehmung zu sehen.
Lujong, tibetisches Heilyoga
Lu Jong wird von tibetischen Mönchen praktiziert, die zurückgezogen in den Bergen meditieren. Sie üben regelmässig, um sich gesund zu erhalten. Diese Praxis schützt vor Krankheiten und heilt sie, wenn wir krank sind. Durch die sorgfältig ausgeführten Bewegungen werden die Meridiane im Körper stimuliert. Dadurch fliessen der Wind und die subtilen Energien im Kötper harmonischer, was Körper und Geist ins Gleichgewicht bringt.
Die Meditation in Verbindung mit Lujong ist ein wirkungsvolles Mittel, die Harmonie zwischen Körper und Geist herzustellen. Durch völlige Entspannung können die Energien in Körper und Geist ungehindert fliessen. Dieses harmonische Fliessen der Energien ist Voraussetzung für Gesundheit und Vitalität. Die tibetischen Ärzte betrachten Meditation als das beste Mittel, um Stress abzubauen und geistige Klarheit zu erlangen.
Ausbildung in der Buddhistischen Meditation
Meditation heisst in tibetischer Sprache "Sgom" und das bedeutet "sich etwas angewöhnen", dabei schult man sich darin, den Geist mit positiver Geisteshaltung vertraut zu machen. Positive Geisteshaltung trägt zu unserem körperlichen und geistigen Wohlbefinden bei und bringt uns Ruhe und Klarheit. Unser Alltagsgeist, bzw. der gewöhnliche Geist, ist unruhig und beschäftigt sich immer mit negativen Denkmustern, die uns unglücklich machen.
Das Ziel der Meditation ist den Geist von störenden Denkweisen zu befreien und den Geist mit aufbauenden Geisteshaltungen wie Gelassenheit, Mut und Energie zu bereichern. Eine andere grosse Qualität der Meditation ist die Selbstdisziplin, die uns ermöglicht unseren Geist genau kennenzulernen, die Störungen genau zu beobachten und zu harmonisieren, anstatt dagegen anzukämpfen. Dadurch werden diese Störungen sich wie Nebel in der Weite unseres geistigen Raumes auflösen.
Nach der buddhistischen Tradition gibt es zwei Hauptarten von Meditation: eine konzentrative und eine analytische Meditation. Die konzentrative Meditation gibt unserem Geist eine bergähnliche Stabilität.