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Hamlet,
sagenhafter Prinz von Dänemark, [* 2] dessen Geschichte von Shakespeare zu seiner tiefsinnigen Tragödie gleiches Namens benutzt wurde. Zuerst finden wir die Erzählung im dänischen Geschichtschreiber Saxo Grammaticus. Von hier ging sie in die »Histoires tragiques« des Belleforest über (1564 begonnen). Von letzterm Werk erschien zwar erst 1596 eine vollständige englische Übersetzung; doch liefen schon früher Übertragungen einzelner Stücke in ¶
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England um, darunter »The hystorie of Hamblett«. Wie Hebler in seinen Aufsätzen über Shakespeare (Bern
[* 4] 1865) nachgewiesen hat, benutzte
letzterer diese englische Übertragung des Belleforest. Die ältere Sage lautet etwas anders.
Hamlet soll 500 Jahre v. Chr. gelebt
haben, nach einigen auf Seeland, nach andern in Jütland. Die Namen lauten verschieden: der des Prinzen bald
Aminth, bald Amleth;
der des Usurpators bald Claudius Fago, bald Fengo;
der von
Hamlets Vater Hervondillus oder Horvendill.
Auch bringt Fengo seinen Bruder
Hamlet öffentlich um; es weiß also Geruthe, die Gemahlin des Ermordeten, wie sich der Tod ihres
ersten Gemahls ereignet hat.
Hamlet rächt den Tod seines Vaters, indem er die Anhänger seines Oheims während
einer Festlichkeit in dem Festsaal verbrennt, seinen Oheim aber ersticht. Auch sonst hat Shakespeare freier mit seinem Stoff
gewaltet als gewöhnlich. Denn nach der Sage vermählt sich
Hamlet mit der schottischen Prinzessin Hermuntrut, unterliegt aber
als jütländischer Unterkönig dem Dänenkönig Viglet auf einer Heide in Jütland, welche später die
Hamletsheide genannt wurde, worauf Hermuntrut sich mit Viglet vermählt.
Vgl. Zinzow, Die
Hamletsage an und mit verwandten
Sagen erläutert (Halle
[* 5] 1877);
A. Büchner,
Hamlet le Danois (Par. 1878).