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Johann Georg Friedrich wird am 18. Juli 1705 in Gengenbach als Sohn des Ratschreibers Georg Friedrich Dornblueth und dessen Ehefrau Maria Ursula Göppert geboren. Die Dornblueth gehören seit dem frühen 17. Jahrhundert zu den führenden Familien der kleinen Reichsstadt. Nach dem Schulbesuch in Offenburg tritt der junge Gengenbacher 1726 in die Benediktinerabtei Ettenheimmünster ein und nimmt den Klosternamen Augustinus an.[1] Hier ist der unter Abt Johannes Eck begonnene Konventneubau schon bezogen, noch wird am Abteiflügel und an der Kirchenausstattung gearbeitet. 1730 feiert er Primiz in der nahe beim Kloster gelegenen Wallfahrtskirche St. Landelin. Er ist Professor der Theologie und Philosophie, als er am 17. Mai 1740 zum 37. Abt der auf Strassburger Gebiet gelegenen Abtei gewählt wird. Sein Vorgänger ist inmitten eines Prozesses gegen den Strassburger Fürstbischof um Klosterrechte in Wien gestorben. Abt Augustinus sieht die Machtverhältnisse realistischer und anerkennt den Bischof auch als Landesfürst. Im Verhältnis zu Strassburg tritt jetzt Ruhe ein. Er kann die Schulden aus den grossen Bauvorhaben seines Vorgängers tilgen. Nachdem er schon kurz nach seiner Wahl den östlichen Eingangshof der Klosteranlage mit den neuen Ökonomiegebäuden abschliesst, dauert es allerdings 20 Jahre bis zum Beginn neuer Investitionen in Ettenheimmünster. 1762 stattet er die Kirche mit neuen Altären aus. 1763 legt er dem Konvent einen weitgehenden Umbau der Wallfahrtskirche St. Landelin vor. Nach Plänen des fürstlich-fürstenbergischen Baudirektors Franz Joseph Salzmann wird die 1688 gebaute Wallfahrtskirche umgebaut. 1764 baut Abt Augustin den Grossen Garten südöstlich des Klosters.[2] Beim Strassburger Orgelbauer Johann Andreas Silbermann bestellt er 1767 eine neue Orgel für die Klosterkirche. Der begnadete Klosterbruder Aegidius Butsch ist, wie schon für die neuen Altäre und die Beichtstühle, Schöpfer des Orgelgehäuses. Einige dieser Rokokoausstattungen aus der heute verschwundenen Klosterkirche können in der Landelinskirche bewundert werden, wohin sie nach der Säkularisation gelangen. In seine Regierungszeit fällt auch der Bau des Pfarrhauses von Schweighausen (1754). Dort ist auch das Wappen des Abtes angebracht, das drei Rosen auf einem Dreiberg zeigt. Im Grossen Garten lässt der Abt 1772 das repräsentative Orangeriegebäude erstellen. Die Fronarbeiten zum Garten und zum Orangeriegebäude sind Auslöser für den Ausbruch eines schon länger schwelenden Konfliktes mit den Klosteruntertanen, die sich nicht mehr als Leibeigene sehen. Die kommenden Gesellschaftsumwälzungen machen sich auch im kleinen Klosterstaat Ettenheimmünster bemerkbar. Dies und auch gesundheitliche Gründe bewegen den Abt 1774 zur Resignation.
Er stirbt im folgenden Jahr, am 26. Oktober 1775, im Alter von 70 Jahren.
Er wird als «ein Mann von grosser Statur und mildem Antlitz, friedliebend, ein Vater der Armen und gastfreundlich» beschrieben. Auf einem Ölporträt des Abtes, das heute im Pfarrhaus Gengenbach hängt, finden wir diese Charakterisierung bestätigt.
Pius Bieri 2011
Literatur:
Kürzel, Albert: Beiträge zur Geschichte des Klosters Ettenheim-Münster, in: Freiburger Diöcesan-Archiv, Band 15, Freiburg im Breisgau 1882.
Lederer, Wienfried: Benediktinerabtei und Reichsstadt Gengenbach, Band 1, Äbte und Mönche der Abtei, Lindenberg 2007.
[2] Südöstlich gegenüber dem Kloster auf einer Geländeterrasse. Das Orangeriegebäude (30,4 m x 9,9 m) ist auf der nördlichen Terrassenkante zu lokalisieren.
|Abt OSB Augustinus Dornblueth (1705–1775) von Ettenheimmünster|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|18. Juli 1705||Gengenbach Baden-Württemberg D||Reichsstadt Gengenbach|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt OSB der Benediktinerabtei Ettenheimmünster||1740–1774|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|26. Oktober 1775||Ettenheimmünster D||Hochstift Strassburg|
|Kurzbiografie|

Augustinus Dornblueth ist Abt der Rokokozeit in Ettenheimmünster. Er erstellt die östlichen Gebäude des Ökonomiehofs und den Grossen Garten und baut die Wallfahrtskirche St. Landelin um. Er stattet die Klosterkirche mit einer neuen Orgel, neuen Altären und reichen Bildhauerarbeiten des Klosterbruders Aegidius Butsch aus. Er ist von ausgleichender Natur und kann die Machtansprüche der absolutistischen Strassburger Fürstbischöfe realistisch einschätzen, weshalb er sie als Landesherren anerkennt. Seine Regierungszeit ist auch deswegen die friedlichste der Barockzeit. Der nun um die 30 Mitglieder zählende Konvent ist weiterhin ein Hort der Musikkultur und der Wissenschaften.
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