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In einem taktisch geprägten Short Track-Wettbewerb an der zweiten Weltcup-Station in Nove Mesto na Morave erreicht Europameisterin Jolanda Neff als beste Schweizerin Rang drei. Die US-Amerikanerin Chloe Woodruff gewinnt überraschend vor der Britin Annie Last. Bei den Herren landet Weltmeister Nino Schurter auf Patz vier, der Sieg geht erneut an den Niederländer Mathieu van der Poel.
Bei den Damen hält sich Jolanda Neff über die neun Runden lange Distanz bei wechselnder Führung immer in den ersten Positionen auf, doch als Woodruff Ende von Runde sechs eine starke Attacke reitet, wagt sie auch keine Tempo-Arbeit. So vergrössert Woodruff rasch ihren Vorsprung auf bis zu 18 Sekunden und gewinnt schliesslich mit acht Sekunden Vorsprung den ersten Weltcup-Wettbewerb ihrer Karriere.
Den Sprint der grossen Verfolgergruppe gewinnt die britische Meisterin Annie Last vor Jolanda Neff, die immerhin Weltmeisterin Kate Courtney (USA) hinter sich halten kann.
«Ich habe mich super gefühlt», sagt Neff. «Jetzt habe ich zwei zweite Ränge und einen dritten, ich bin super happy damit. Klar würde ich gerne mal einen Short Track gewinnen. Beim nächsten Weltcup gibt es eine neue Chance. Das Rennen heute war sehr taktisch, Woodruff hatte den Mut die Attacke zu machen und hat verdient gewonnen. Ich glaube, ich wäre nicht weg gekommen, mir wären sie hinterher gefahren.»
Linda Indergand belegt Rang sechs (+0:09). «Ich war überrascht, als sie drei Runden vor Schluss gegangen ist, aber das macht es auch spannend. Mit meinen Ergebnis bin zufrieden, am Sonntag in der ersten Startreihe, das ist super», meint sie.
Herren: Van der Poel mit fünftem Short-Track-Erfolg
In der vierten von zehn 1.1 Kilometer-Runden kommt Bewegung ins Herren-Feld. Der Brasilianische Meister Henrique Avancini greift an, der Neuseeländer Anton Cooper folgt ihm. Das Duo hat einen Vorsprung von vielleicht vier Sekunden, dann macht Mathieu Van der Poel ernst.
Er spannt sich vor die Verfolgergruppe und schliesst die Lücke. Er übernimmt im Anstieg die Führung und attackiert sofort. Nino Schurter neutralisiert den Angriff, doch in der folgenden Runde wiederholt Van der Poel seine Methode an derselben Stelle.
«Als Mathieu zum zweiten Mal attackiert hat, habe ich ihn ziehen lassen. Es war sehr taktisch, ich habe mich gut gefühlt, wollte aber so viel wie möglich Körner sparen», so Nino Schurter.
Auch seine Konkurrenten machen erst mal keine Anstalten Van der Poel mit Macht zu folgen, nur Avancini versucht es mal, aber auch ohne Erfolg. Vor allem wird er seine Begleiter nicht los.
So fährt Mathieu van der Poel souverän zu seinem insgesamt fünften Erfolg in dieser Disziplin. Er kann auf der Zielgeraden austrudeln lassen, so dass beim Sprint der Verfolger der Franzose Maxime Marotte noch in der gleichen Sekunden über die Linie fährt. Hinter ihm wird Avancini Dritter, eine halbe Radlänge vor Nino Schurter.
Zweitbester Schweizer wird Reto Indergand auf Rang zehn (+0:04). Er hat in der Anfangsphase Pech, als ein Konkurrent seine Schaltung touchiert und er in der Folge mit einem Schalt-Handicap fahren muss.
«Die ersten Runden waren die Positionskämpfe brutal. Da ist mir einer in den Wechsler gefahren, so dass die Schaltung quasi halbautomatisch ging. Am Schluss hat mir etwas die Kraft gefehlt, aber ich bin schon zufrieden», erklärt Reto Indergand.
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