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Gennadi Timtschenko ist in der Schweiz kein Unbekannter. Die «Bilanz» schätzt das Vermögen des 68-Jährigen Ende 2020 auf zwölf bis dreizehn Milliarden Franken. Er besitzt eine Achtzehn-Millionen-Franken-Villa am Genfersee, die mit einer unterirdischen Tennisanlage ausgestattet ist, eine Flotte von Privatjets sowie Ferienhäuser und Hotels in Frankreich. Er unterstützt mit der Neva-Stiftung, die von seiner Frau Elena präsidiert wird, grosszügig Kultur und Sport, so etwa das Musikfestival Verbier und den Fussballklub Servette. 2013 erhielt er in Frankreich den Orden der Ehrenlegion.
Timtschenko gehört zum Kreis der Putin-Vertrauten, die mit ihm in den neunziger Jahren in St. Petersburg zusammenarbeiteten. Auch im KGB soll er zuvor eine Rolle gespielt haben (was er abstreitet) und an der Wladimir Putin nahestehenden Bank Rossija beteiligt gewesen sein. Er betätigte sich bereits Anfang der neunziger Jahre als Ölhändler und erhielt dank Putin Zugriff auf das Ölterminal von St. Petersburg. 1997 gründete er mit dem Schweden Torbjörn Törnqvist die Ölhandelsfirma Gunvor und zog 2001 nach Genf.
Timtschenko profitierte im grossen Stil von Putins Machtübernahme im Jahr 2000, als dieser begann, den Ölkonzern Yukos von Oligarch Michail Chodorkowski zu zerschlagen. Gunvor wurde zu einem zentralen Faktor im Handel mit russischem Öl. Nachdem die USA 2014 Sanktionen gegen ihn wegen seiner Nähe zu Putin verhängt hatten, musste er seinen Anteil an Gunvor allerdings verkaufen. Die US-Staatsanwaltschaft nahm auch Ermittlungen wegen Geldwäscherei gegen ihn auf. Nach wie vor hält er aber signifikante Beteiligungen am Gaskonzern Nowatek und am Petrochemieunternehmen Sibur. Über seine Volga Group hält er zudem Beteiligungen etwa an Baufirmen. So verdient er jeweils bei staatlichen Grossprojekten wie Olympischen Spielen, der Fussballweltmeisterschaft oder dem Bau neuer Eisenbahnlinien und Autobahnen in Russland kräftig mit.
Der russische Oppositionelle Alexei Nawalny machte schon sehr früh auf intransparente Verträge zwischen Gunvor und russischen Erdölfirmen aufmerksam. In seinem jüngsten Video zu Putins Palast behauptet er, Timtschenko habe dessen Bau mitfinanziert.
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