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Nachruf auf Rolf Eppler
Ungefähr 1963 übernahm Rolf Eppler (13.8.1930–22.12.2016) die Malerwerkstatt von seinem Vater, die der Grossvater 1905 an der Spiegelgasse gegründet hatte und die seit 1918 an der Brunngasse domiziliert ist.
Im Jahr 2000 übergab er «die Bude» formell seinem Sohn Thomas, konnte jedoch erst 2011 richtig loslassen.
Als Flachmaler beherrschte Rolf Eppler auch die feinere Malerei (so schuf er die drei Zifferblatt-Attrappen, welche 1996 während dessen Umbau am Turm des St. Peter prangten), das Maserieren (wovon noch heute das Mahagoni-Täfer in der «Bodega» zeugt) sowie das Vergolden (die zwei Löwenköpfe im Gerichtssaal des Obergerichts erhielten ihr Gold durch ihn).
Rolf Eppler verbrachte seine Jugend an der Brunngasse und an der Stapferstrasse. Schon früh trat er dem Turnverein Unterstrass bei. Mit diesem fuhr er im Winter Ski, unternahm Skitouren und betrieb Langlauf. Als Mitglied des SAC gab er sich im Sommer begeistert der Kletterei hin. Diesen Sportarten frönte er bis ihn gesundheitliche Gründe teilweise daran hinderten.
In den Siebzigerjahren baute er in seiner Freizeit eine Jolle. Als Werkstatt diente die Hälfte der Stube in Dübendorf, wo die fünfköpfige Familie lebte, während er in einem Zelt im Garten die aus Holland stammende Schale zum Schiff umwandelte.
Später beteiligte er sich am Schiff einer Segelgemeinschaft, die vorwiegend an den Küsten Italiens und Spaniens kreuzte. Beim Segeln lernte der verheiratete Rolf Eppler, Vater einer Tochter und zweier Söhne, seine langjährige Partnerin Rita kennen, die seine Leidenschaft für das Segeln teilte.
Früher verkehrte er auch in Künstlerkreisen und die diversen Ausstellungen in seiner Malerwerkstatt an der Brunngasse – veranstaltet für den von ihm geförderten Maler René Kolb – waren legendär.
Wer aber war der interessante, faszinierende und humorvolle Rolf Eppler wirklich – der «rumpelsurige Chnuuschti» mit der Brissago im Mundwinkel oder eben doch der liebenswürdige, sensible und unter der harten Schale weiche Kerli? Die Antwort wird offen bleiben.
Andres Bolliger