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Entscheiden über Leben oder Tod
Im Rahmen des vor 1 Jahr eingeführten des Geschworenengerichts in Japan ist es bisher zu einem Todesurteil gekommen. In einem Mordfall in Yokohama, bei dem zwei Männer getötet und verstümmelt wurden, haben 6 Laienrichter zusammen mit 3 vollamtlichen Richtern erstmals eine Todesstrafe gegen den 32-jährigen Hiroyuki Ikeda verhängt.
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Bereits im November letzten Jahres forderte die Staatsanwaltschaft in einem anderen Mordfall die Todesstrafe von einem Geschworenengericht. Dieses hatte sich jedoch für eine lebenslange Haft des Täters entschieden. In beiden Fällen bekannten sich die Angeklagten für schuldig.
Im jüngsten Mordprozess vor einem Geschworenengericht fordert die Staatsanwaltschaft der Präfektur Kagoshima ebenfalls die Todesstrafe für den 71-jährigen Masahiro Shirahama, der ein Ehepaar im Alter von 91 und 87 Jahren mit einer Metallschaufel zu Tode geprügelt und beraubt haben soll.
Ein besonderer Fall
Die Staatsanwälte berufen sich auf Fingerabdrücke und Kleidungsstücke, die vom 71-Jährigen Angeklagten am Tatort gefunden wurden. Für die 6 Laienrichter stellt sich dieser Fall als besondere Bürde dar. Denn im Gegensatz zu den beiden vorherigen Mordprozessen bekennt sich der Angeklagte für unschuldig.
Shirahama sei nie am Tatort gewesen. Ausserdem könnten Fingerabdrücke leicht gefälscht werden, argumentiert die Verteidigung. Sie vermutet, dass der wahre Täter aus dem familiären Umfeld des getöteten Ehepaares stammen muss.
Im japanischen System des Geschworenengerichts entscheidet eine einfache Mehrheit der 6 Laien- und 3 Profirichtern. Die einzige Einschränkung dabei ist, dass mindestens 1 vollamtlicher Richter Teil der Mehrheit sein muss, um das Urteil rechtskräftig werden zu lassen. Ein Urteil im Mordprozess von Kagoshima wird frühestens für den 10. Dezember erwartet.
Keine Verbesserung feststellbar
Die Wiedereinführung von Laienrichtern war Teil einer Reform, die das japanische Justizsystem transparenter gestalten soll. Den Angeklagten sollte damit ein fairerer Prozess ermöglicht werden, als dies bisher der Fall war. Die Verurteilungsrate in Kriminalprozessen lag vor der Einführung bei 99 Prozent, so dass davon ausgegangen werden musste, dass zahlreiche Verurteilten unschuldig im Gefängnis gelandet waren.
Ein Jahr nach der Einführung hat das erhoffte «Mitgefühl» der Laienrichter jedoch einen Dämpfer erhalten. Denn die Verurteilungsrate liegt weiterhin bei fast 100 Prozent. Ob das Geschworenensystem dazu beiträgt, Unschuldige vor rechtlichen Unsorgfältigkeiten durch Polizei und Justiz zu bewahren, ist mehr als fraglich. ja.
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