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Arealentwicklung „Stedtli“ Unterseen
Wettbewerb Wohnen
Auftraggeberinnen:
RUAG Real Estate AG
Einwohnergemeinde Unterseen
Wettbewerb:
2015
Ausgangslage:
Das Areal liegt in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, welche seit dem 15. Jahrhundert in seiner Grundstruktur nahezu unverändert ist.
Der Ort wurde wesentlich durch die Errichtung des Fabrikkanals und deren ursprünglichen Industrienutzung geprägt.
Durch die signifikante bauliche Veränderung in den letzten 50 Jahren, insbesondere durch den Bau des Einkaufszentrums, wurden die Bedeutung und die Lesbarkeit des Ortes zunehmend zerstört. Der Fabrikkanal mit der resultierenden Inselbildung ist in der heutigen, äusserst heterogenen Bebauung kaum mehr wahrnehmbar.
Konzept:
Ausgangslage des Konzeptes ist die Geschichte des Ortes, der Fabrikkanal sowie das schützenswerte Turbinenhaus. Turbinenhäuser in der vorliegenden Typologie wurden um die Jahrhundertwende selten als Solitärbauten erstellt. Sie dienten primär der Stromerzeugung in direkter Beziehung zu Industrie- und Fabrikationsgebäuden. Das bestehende Turbinenhaus verweist exemplarisch auf die Entwicklung und die Geschichte des Ortes sowie auf die Bedeutung des Fabrikkanals. Für eine intergrale Erhaltung des identitätsstiftendene Gebäudes ist die Existenz des dazugehörenden Fabrikgebäudes ein unabdingbarer Bestandteil.
Da das bestehende Gebäude durch diverse Umbauten verunklärt ist und sich mit seiner Struktur für die Anforderungen der neuen Nutzungen nicht eignet, wird es durch einen Neubau ersetzt. Setzung und Ausdruck des Ersatzbaus verweisen sowohl auf dessen Beziehung zum Turbinenhaus als auch auf die historische Entwicklung.
Das zweite Bauvolumen wird in Anlehnung an die ursprünglichen Nutzungen und in Bezug auf den städtebaulichen Kontext und dessen Hierarchien als Holzbau konzipiert.
Die Situierung der Bauvolumen generiert stringente Aussenräume. Die Hauptstrasse wird zu einem kleinen Platz erweitert, welcher publikumsnahe Erdgeschossnutzungen ermöglicht. Der heutige Anlieferungshof wird mittels einer einfachen Überdeckung der bestehenden Einstellhallenzufahrt gegenüber dem Neubau begrenzt. Dies ermöglicht sowohl die Umsetzung der geforderten Fusswegverbindung als auch eine attraktive Erschliessung der Neubauten. Das Dreispitzareal wurde infolge sich verändernder Bedürfnisse bereits als öffentlicher Grün- und Erholungsraum transformiert. Dieser öffentliche Raum wird erweitert. Ein Pavillon mit einer öffentlichen Nutzung (KITA etc.) stärkt diesen Freiraum.
Architektur:
Die Architektur ist eine einfache Umsetzung des städtebaulichen Konzepts. Dem Turbinenhaus wird in Analogie zu den ursprünglichen Fabrikationsgebäuden ein Massivbau beigefügt. Die Betonkonstruktion erinnert durch die Hierarchisierung der Geschossigkeit sowohl an Industrie- als auch an Kraftwerksbauten. Die Wohnnutzung wird durch die Verwendung textiler Elemente in unterschiedlichen Schichten wahrnehmbar.
Der 4-geschossige Holzbau ist mit beweglichen und festen Holzfensterläden ausgebildet. Ein Wohngebäude mit sich permanent veränderndem Ausdruck. Es erinnert bei geschlossen Zustand an die ursprünglichen Holzscheunen.