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Der frühere deutsche Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm ist tot. Der CDU-Politiker sei im Alter von 84 Jahren gestorben, sagte sein Sohn am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Bonn. Weitere Angaben machte die Familie zunächst nicht.
Blüm war über viele Jahre einer der bekanntesten christdemokratischen Politiker in Deutschland und ein führender Vertreter des Arbeitnehmerflügels der CDU. Er war der einzige Minister, der Bundeskanzler Helmut Kohl die ganzen 16 Jahre seiner Regierungszeit (1982-1998) im Kabinett begleitete.
Er galt in der christlich-liberalen Koalition je nach politischem Standort als «soziales Gewissen» oder «soziales Feigenblatt». Seine nachhaltigste Leistung war die Einführung einer Pflegeversicherung 1995. Er machte sich auch als Menschenrechtler mit seiner Kritik an der Pinochet-Diktatur in Chile und am Apartheidsregime in Südafrika einen Namen.
In Erinnerung blieb jedoch vor allem eine Plakataktion aus dem Jahr 1986: Da liess er sich im Kittel vor einer Litfasssäule fotografieren, auf der ein Plakat mit dem Spruch prangte: «Denn eins ist sicher - die Rente». Der verkürzte Satz «Die Rente ist sicher» wurde geradezu zum Sprichwort.
Der Arbeitersohn aus Rüsselsheim (geb. 21.07.1935) war gelernter Werkzeugmacher. Er holte das Abitur am Abendgymnasium nach, studierte Philosophie, Geschichte und Theologie. Von 1977 an stand Blüm für zehn Jahre an der Spitze der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Nach seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik engagierte sich Blüm weiterhin sozial, schrieb Bücher, trat als Talkshowgast im Fernsehen auf und machte sogar Kabarett.
Blüm war seit 1964 mit Marita Blüm verheiratet, die er während des Studiums kennengelernt hatte. Das Paar bekam drei Kinder: zwei Töchter und Sohn Christian, der Mitglied der Kölschrock-Band Brings ist. Seit 2019 war Blüm infolge einer Blutvergiftung an Armen und Beinen gelähmt und sass im Rollstuhl. (aeg/sda/dpa)