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Alles was du über Alkohol wissen solltest
In diesem Artikel möchte ich euch ein paar Fakten über Alkohol näher bringen. Alkohol gehört wie Proteine, Fett und Kohlenhydrate zu den Makronährstoffen. Im Gegensatz zu den drei anderen Makronährstoffen benötigen wir keinen Alkohol um zu überleben. Pro Gramm bringt Alkohol 7.1 Kalorien mit sich. Alkohol und Fettreiche Lebensmittel gehören somit zu den Kaloriendichtesten Lebensmitteln.
Wie dir die Zahlen weiter unten zeigen werden, wissen viele Menschen gar nicht oder zu wenig darüber, wie schädlich das Gift Alkohol eigentlich für uns ist. Diejenigen, die sich die Zeit nehmen diesen Artikel zu lesen, werden aufgeklärt darüber sein:
· Für wie gut sich die Schweizer Bevölkerung informiert hält.
· Wie schädlich die verschiedensten Konsumverhalten sind.
· Welche Auswirkungen diese verschiedenen Konsumverhalten haben.
Beginnen möchte ich mit erstaunlichen Fakten.
2016 wurden in der Schweiz 7.9 Liter reiner Alkohol pro Kopf im Jahr getrunken.
Die Hälfte vom ganzen Alkohol in der Schweiz wird von 10% der Erwachsenen getrunken.
Diese Zahlen sind sehr erschreckend, bedenkt man das es sich dabei um eine Rauschgift handelt.
In Deutschland sind es sogar 11.4 Liter reiner Alkohol und in Österreich 10.6 Liter.
Nur 3% der Erwachsenen in Deutschland verzichten komplett auf Alkohol.
Quellen: Suchtmonitoring.ch und APA/WHO
Informationsstand der Schweizer Bevölkerung zum Thema Wissen über Alkohol
95.1% der Schweizer Bevölkerung sind der Meinung, ausreichend über die Auswirkungen des Alkoholkonsums informiert zu sein.
Die Zustimmung zu den Aussagen "Alkohol verursacht 20% der Verkehrsunfälle", "ab zwei Gläsern ist die Fahrtüchtigkeit verringert" und "Alkohol kann dem ungeborenen Kind schaden" ist allgemein hoch (über 83%).
Zu den Aussagen "ab und zu ein Glas ist gut fürs Herz" (63.2% Zustimmung) und "bereits ein Glas täglich ist schädlich" (52.0% Zustimmung) ist die Zustimmung deutlich geringer.
Alkoholmenge als Definition von Rauschtrinken bei Männern
30.4% der Personen, die glauben, die Alkoholmenge für Rauschtrinken bei Männern zu kennen (etwa 6% der Gesamtbevölkerung), wissen tatsächlich auch in etwa die richtige Antwort (vier bis sechs Gläser). Die Mehrheit (53.2%) derer, die glauben, die Alkoholmenge für Rauschtrinken bei Männern zu kennen, gibt für die Definition des Rauschtrinkens eine zu hohe Alkoholmenge an.
Alkoholmenge als Definition von Rauschtrinken bei Frauen
39.6% der Personen, die glauben, die Alkoholmenge für Rauschtrinken bei Frauen zu kennen (etwa 8% der Gesamtbevölkerung), wissen tatsächlich auch die richtige Antwort (drei bis fünf Gläser). Fast die Mehrheit (49.7%) gibt für die Definition des Rauschtrinkens eine zu hohe Alkoholmenge an.
Einschätzung des eigenen Alkoholkonsums
59.0% der Befragten glauben, dass ihr Alkoholkonsum weder gefährdend noch fördernd für ihre Gesundheit sei.
11.0% glauben, dass ihr Alkoholkonsum ihre Gesundheit etwas oder sehr gefährdet. 28.6% halten ihren Alkoholkonsum für gesundheitsfördernd. Es tritt aber seit 2012 eine Polarisierung ein, d.h., es nehmen sowohl jene zu, die glauben es sei gesundheitsförderlich als auch jene, die meinen es sei schädlich.
Einschätzung der eigenen Alkoholabstinenz
Die Mehrheit der alkoholabstinenten Personen halten ihre Abstinenz für stark gesundheitsfördernd (59.8%) oder etwas fördernd (13.6%).
Bezüglich einzelner Krankheiten gibt es ebenfalls Informationsdefizite, insbesondere die karzinogene Wirkung von Alkohol ist wenig bekannt. Eine gezielte Information in diesem Bereich könnte dazu beitragen, den Alkoholkonsum in der Bevölkerung zu reduzieren. Krebserkrankungen, insbesondere Brustkrebs, werden in den Medien stark diskutiert und die Bevölkerung ist sich der eigenen Gefährdung für Krebserkrankungen durchaus bewusst. Die Bevölkerung müsste durch gezielte Informationen lernen, dass der Alkoholkonsum einen grossen Teil dieses Risikos ausmacht. Bezüglich der Alkoholmenge ist sich ein Grossteil der Bevölkerung bewusst, dass man nur geringe tägliche Mengen ohne gesundheitliches Risiko konsumieren kann. Hingegen wird die Menge überschätzt, die man ohne akutes Gesundheitsrisiko bei einer Gelegenheit konsumieren kann.
Insbesondere das Wissen um das Rauschtrinken und dessen gesundheitlichen Risiken gering.
Die Auswirkungen von Alkohol
Die Gefahr für Enddarmkrebs steigt durch Alkoholgenuss, höchstwahrscheinlich auch die für Dickdarmkrebs. Gutartige Dickdarmpolypen bilden sich zwei- bis dreimal so häufig wie sonst. Wer am Tag mehr als einen Liter Bier trinkt, bekommt Enddarmkrebs mit dreifach höherer Wahrscheinlichkeit.
Dafür dürften mehrere Vorgänge verantwortlich sein. Zum einen schädigt der Alkohol im Blut selbst schon die Schleimhautzellen des Enddarms. Zusätzlich malträtiert sein giftiges Abbauprodukt Acetaldehyd die Erbsubstanz der Zellen. Offenbar "verdauen" im Enddarm lebende Bakterien Alkohol, der aus dem Blut in den Enddarm diffundiert, zum giftigen Acetaldehyd. Und auch dort werden Krebs erregende Inhaltsstoffe der Getränke wirksam, die ebenfalls im Blut zum Enddarm gelangen. Sie haben in dem Fall besonders leichtes Spiel, weil Ethanol bei stetigem Konsum dafür sorgt, dass sich diese Schleimhautzellen ungewöhnlich oft teilen. Das macht sie aber besonders empfindlich gegenüber toxischen und Krebs auslösenden Substanzen.
Weithin bekannt sind die alkoholbedingten Erkrankungen der Leber, des wichtigsten Entgiftungsorgans, das auch den Großteil des Ethanols entsorgen muss und dadurch stark belastet wird. Die Häufigkeit von Fettleber, Leberfibrose und Leberzirrhose korreliert eng mit dem täglichen Alkoholkonsum. Das Risiko steigt für Männer deutlich ab 40 bis 60 Gramm Alkohol täglich, für Frauen schon ab 20 bis 30 Gramm. Eine Fettleber kann schon nach kurzem Missbrauch entstehen, eine Leberfibrose beziehungsweise -zirrhose nach mehrjährigem Alkoholabusus. Es ist bei Männern ab 60 Gramm pro Tag sechsfach erhöht, ab 80 Gramm vierzehnfach. Frauen haben schon bei 12 Gramm Alkohol täglich, einem Glas Bier, ein höheres Risiko für eine Leberzirrhose.
Ein Glas pro Tag ist doch gesund?
Immer wieder hört man, dass alkoholische Getränke in Maßen dem Herzen und den Gefäßen gut tun. Doch sie können dem Herz-Kreislauf-System auch sehr schaden. Wohl senkt geringer bis mäßiger Konsum nachweislich das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko etwas. Doch dies gilt nur mit Einschränkungen. So scheinen dank regelmäßigen Alkoholkonsums nur solche Hirninfarkte seltener zu werden, die wegen arteriosklerotischer Gefäßverengungen auftreten. Schlaganfälle durch Gefäßblutungen ("platzende Äderchen") vermindern sich nicht. Auch wirken nur bis zu vierzehn Gramm Ethanol pro Tag schützend. Ab vierzig Gramm steigt das Schlaganfallrisiko sogar. Und gelegentliche Besäufnisse erhöhen die Gefahr generell, auch wenn die Person sonst wenig trinkt.
Bei jedem Alkoholexzess gehen Millionen von Hirnzellen direkt an der Vergiftung zugrunde. Sie werden offenbar nicht wieder ersetzt. Das Gehirn eines Alkoholikers verliert deswegen mit den Jahren merklich an Masse. Darunter leiden auch die Gehirnfunktionen. Hinzu kommen Schädigungen von anderen Teilen des zentralen und des peripheren Nervensystems. Die Ärzte diagnostizieren dann charakteristische neurologische Funktionsstörungen. Sie reichen von Wahrnehmungsverlusten und Gedächtniseinbußen über Störungen der Bewegungskoordination bis zu übermäßiger Druckempfindlichkeit, Muskellähmungen und gefühllosen Hautpartien.
Auswirkung auf neugeborene
Die meisten körperlichen Fehlbildungen bei Neugeborenen gehen auf den Alkohol selbst und seine Abbauprodukte, besonders das giftige Acetaldehyd, zurück. Jedes dreihundertste Neugeborene ist davon betroffen. Noch mehrfach häufiger sind leichtere Hirnschäden und komplexe Hirnfunktionsstörungen. Abgesehen von Erbdefekten gehört Alkohol damit zu den bedeutendsten Ursachen geistiger Entwicklungsstörungen.
Warum trinken wir dieses Gift überhaupt?
Wieso ist Alkohol trotz der Schäden, die er verursacht, so beliebt? Warum wird in der westlichen Welt sogar immer mehr davon konsumiert? Die Hintergründe sind zwar nicht völlig geklärt. Doch dürften hierbei viele Faktoren zusammenwirken. Sicher spielt dabei mit, dass Alkohol beruhigt, die Stimmung aufhellt, Stress dämpft, Angst löst. Menschen, die fast täglich ein oder zwei Glas trinken, fühlen sich nach Umfragen zufriedener und subjektiv auch gesünder als Personen, die Alkohol weitgehend meiden. Erstere neigen offenbar auch weniger zu depressiven Verstimmungen als Letztere, übrigens auch weniger als starke Trinker. Bei älteren Menschen soll Alkohol die geistige Leistungsfähigkeit vorübergehend verbessern.
Die einzige richtige Konsumempfehlung für Alkohol ist 0
Die Schwelle zum Missbrauch aus medizinischer Sicht ist individuell sehr verschieden und darum nicht festlegbar, weswegen sich allgemeine Empfehlungen verbieten. Überdies verstehen die einzelnen Kulturkreise unter mäßigem Trinken durchaus Verschiedenes. Das schwankt zwischen 3 und mehr als 150 Gramm, so viel wie in zwei Litern Wein. Diese Menge schadet mit Sicherheit Herz und Kreislauf. Sogar hier zu Lande variieren die Angaben für untere Grenzwerte erheblich, zwischen 17 und 40 Gramm täglich für Männer und 12 bis 20 Gramm für Frauen. Neuere epidemiologische Studien belegen, dass das Krankheitsrisiko schon oberhalb dieser unteren Grenzwerte steigt.
Wie der Körper unmittelbar auf Alkoholkonsum reagiert, hängt im Einzelfall nicht nur von der Alkoholmenge ab. Von anderen Erkrankungen abgesehen wirken sich auch Vorerfahrungen mit der Droge und die pharmakologische Toleranz des Betreffenden aus – die individuell verschieden ist und bei regelmäßigem Konsum zunächst steigt. Wichtig sind auch Stimmung und Umgebung. So funktioniert die Stressdämpfung nicht bei allen Menschen gleich stark. Besonders effektiv können diese Wirkung von Alkoholika offenbar solche Personen nutzen, in deren Familie man mit geistigen Getränken seit je kontrolliert umgeht. Menschen, die mäßig, aber fast täglich trinken, scheinen mit belastenden Lebensereignissen besser umgehen zu können und in der Selbsteinschätzung ihrer Gesundheit zufriedener zu sein als Abstinente oder unbeherrschte Trinker. Solche günstigen Wirkungen bedürfen freilich noch der Bestätigung.
Dagegen stehen allerdings gut dokumentierte unerwünschte psychische Effekte eines mäßigen Alkoholgenusses. So besteht bei dauerhaftem moderatem Konsum zumindest für Männer die Gefahr, dass sich mit der Zeit Depressionen einstellen. Bei übermäßigem Konsum gilt dies für beide Geschlechter.
Anstieg des Krebsrisikos
Um so viel steigert nur ein "Drink" (10 Gramm Alkohol) täglich die Krebsgefahr
Mundhöhle 30 %
Rachen 30 %
Kehlkopf 30 %
Speiseröhre 30 %
Leber 20 %
Brustdrüse 10 %
Dickdarm 5 %
Enddarm 5 %
Alkoholische Getränke gehören zwar für viele von uns wie selbstverständlich zum Leben. Doch wäre es völlig falsch, sich das tägliche Glas Wein oder Bier aus Gesundheitsgründen selbst zu "verordnen". Denn Alkohol ist kein Medikament, sondern ein Gift.
Wer die positiven gesundheitlichen Auswirkungen von moderatem Alkoholkonsum herausstellt, sollte ehrlicherweise die negativen dagegenhalten. Auf jeden Fall belegt die Forschung nicht, dass Alkohol die Gesundheit fördert, nicht einmal in kleinen Mengen. Bestenfalls mindert er ein paar Erkrankungsrisiken. Im Ganzen aber überwiegen die schädlichen Folgen.
Medizinisch und epidemiologisch gesicherte Empfehlungen, wie viel Alkohol jemand unbedenklich trinken kann, sind derzeit nicht möglich. Fest steht: Je weniger, umso besser. Täglich höchstens zehn Gramm Alkohol – ein halbes Glas Wein – für Frauen und nicht mehr als zwanzig Gramm für Männer halten Mediziner nach neueren Erkenntnissen für geboten, also halb so viel wie noch vor wenigen Jahren. Offenbar birgt der Konsum immer ein gesundheitliches Risiko: Das steigt zwar mit der Menge, ist aber schon bei einem täglichen Glas Wein oder Bier vorhanden.
Quelle: http://www.spektrum.de