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Transaktionen mit Gold im Zweiten Weltkrieg
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Die währungspolitischen Hintergründe der Goldtransaktionen der Schweizerischen Nationalbank im Zweiten Weltkrieg
Zusammenfassung
Während des Krieges versuchte die SNB in erster Linie, das Vertrauen in die Währung zu stärken, die Preisentwicklung zu kontrollieren und die Zahlungsfähigkeit der Schweiz im Hinblick auf die Landesversorgung sicherzustellen. Im ersten Teil der Studie wird gezeigt, dass die Entscheidung der SNB, an den Prinzipien des Goldstandards festzuhalten, mit der Absicht erklärt werden kann, die schlechten monetären Erfahrungen während des Ersten Weltkriegs nicht zu wiederholen. Zudem wollte die SNB eine auf die wirtschaftliche Struktur des Landes abgestimmte Strategie verfolgen, die es ihr erlaubt hatte, die währungspolitischen Turbulenzen der dreissiger Jahre ohne grösseren Schaden zu überstehen. Im zweiten Teil werden die wichtigsten Perioden der Währungspolitik während des Krieges beschrieben. Daraus geht hervor, dass die SNB ihre Ziele auf pragmatische Weise zu erreichen suchte. Sie hielt im Allgemeinen am Prinzip des Goldstandards fest, wich jedoch davon ab, wenn sie eines ihrer Ziele als bedroht erachtete. Aussenpolitische Überlegungen spielten in gewissen Momenten auch eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Im Hinblick auf die Aufrechterhaltung des Vertrauens in die Währung, der Preisstabilität und der Landesversorgung war die Strategie, an der Goldkonvertibilität grundsätzlich auch im Kriege festzuhalten, angemessen. Die damit verbundenen Käufe von Gold der Deutschen Reichsbank, dessen Herkunft immer zweifelhafter wurde, waren jedoch die Kehrseite der Medaille. Es stellt sich daher die Frage, ob die SNB nicht eine Strategie hätte verfolgen können, welche zwar den politischen, juristischen und moralischen Fragen Rechnung getragen, jedoch ihre monetären Ziele nicht gefährdet hätte.
Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass in der ersten Kriegshälfte eine substantielle Reduktion der Goldkäufe von Deutschland das eine oder andere der von der SNB verfolgten Ziele hätte in Frage stellen können. Dagegen erhielt die SNB ab 1943 einen Handlungsspielraum, der es ihr ermöglicht hätte, ihre Operationen mit der Reichsbank einzuschränken, ohne bedeutende monetäre Risiken einzugehen. Die Frage, warum sie ihre Politik trotz der Warnungen der Alliierten nicht schneller revidiert hat, geht über die Untersuchung hinaus. Die Autoren vermuten jedoch, dass der entscheidende Faktor in der falschen Einschätzung der politischen, juristischen und moralischen Aspekte der Goldtransaktionen mit der Reichsbank zu sehen ist.