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Die Masters WM in St. Johann/Tirol durfte ich in einer Doppelrolle – nämlich als Coach und Athlet – erleben. Strenggenommen in einer Dreifachrolle, denn an den rennfreien Tagen habe ich mich eher als Tourist gefühlt. Die Idee mit "meiner" Athletin Marcia zusamen dort zu starten entstand bei einer gemeinsamen Trainingsrunde im Winter. Damals sollte es der einziger Saisonhöhepunkt für Marcia sein. Wer ihre sportliche Aktivitäten dieses Jahr verfolgt hat, weiss aber, dass ausserdem ein dritter sowie ein zweiter Platz bei den SM im Zeitfahren und Strassenrennen heraussprangen.
Auf dem Programm standen das Einzelzeitfahren über 20 Kilometer sowie ein Strassenrennen über 40 (Damenrennen) bzw. 112 KM (Herrenrennen). Nachdem Marcia Eicher in der laufenden Saison schon mehrfach gezeigt hat, in welch guter Form sie ist, hat sie auch sowohl das Einzelzeitfahren als auch das Strassenrennen für sich entscheiden können. Dank einer sehr starken Leistung und einem 43er auf dem recht schnellen Zeitfahrkurs gewann sie mit einem grossen Vorsprung.
Etwas Sorgen bereitete uns die Tatsache, dass das Strassenrennen mit 40 Kilometern recht kurz sein sollte, was der ausdauerstarken Marcia nicht sehr entgegen kommt. Daher stand vor dem Start ein langes und intensives Aufwärmen auf dem Programm. Dank dessen sie gut vorbereitet ins Rennen einstieg und sich nur wenige Kilometer nach dem Start am ersten Anstieg hinauf zur Huberhöhe absetzen konnte. Zwei Fahrerinnen versuchten dann später noch die Lücke zu schliessen, was ihnen jedoch nicht gelang, sodass Marcia mit einem komfortablen Vorsprung die Zieleinfahrt und den Sieg geniessen konnte.
Als Coach war die Msters WM in St. Johann also ein voller Erfolg. Als Sportler kann ich auch zufrieden sein, da ich mein Ziel – das Podium – mit einem dritten Platz beim Zeitfahren erreichte. Das Strassenrennen lief dann eher etwas durchwachsen, da ich es nicht in die erfolgreiche Ausreissergruppe schaffte. Da ich mich aber nicht für das restliche Rennen im Feld verstecken wollte, attackierte ich sehr oft und schaffte es sogar zweimal eine Verfolgergruppe zu organisieren. Das alles kostete jedoch so viel Kraft, dass ich meine Fluchtgefährten ca. 10 Kilometer vor dem Ziel ziehen lassen musste. Tragikomischerweise genau an der Stelle an der ich drei Tage zuvor beim Zeitfahren ins Ziel gefahren war…