Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03370.jsonl.gz/861

Zuvor musste er, um die Limitationen dieser Methode zu überwinden, am heimischen Küchentisch mit unterschiedlichsten Materialien, einen Ballon entwickeln, der über das Gefäss eingeführt werden kann und erst im Bereich der Verengung aufgedehnt werden sollte. Unterstützung erfuhr er dabei von seiner Frau Michaela, seiner Laborassistentin Maria Schlumpf und deren Mann Walter. Diese Forschung war der Beginn der interventionellen Kardiologie, mit Hilfe derer heute Millionen herzkranke Patienten erfolgreich behandelt werden können.
Zur gleichen Zeit in den U.S.A:
Im Jahre 1980 betrat der Chirurg Niclas O`Conner das Forschungslabor von Howard Green und bat ihn seine gerade entdeckte Methode der Herstellung von einer dünnen Hautschicht im Labor bei den beiden Selby Brothers aus Wyoming, welche mit schwersten Verbrennungen (bei beiden waren 90% ihrer Körperoberfläche schwer verbrannt) in seine Abteilung aufgenommen wurden, einzusetzen. Zusammen mit seinem damaligen Assistenten Jimmy Rheinwald räumte Howard Green sein Forschungslabor um und produzierte während 6 Wochen die lebensrettende Haut aus dem Labor für beide Brüder.
Beide Beispiele sind heute undenkbar. Die medizinische Forschung hat sich in den letzten Jahren so beschleunigt, dass heute ein strukturiertes und stark reguliertes Vorgehen am Ende jeder Laborforschung anstehen muss – die Translation.
Dies umfasst den Prozess das Produkt einer Forschung an das Krankenbett zu bringen. Das Produkt selber, die medizinische Innovationen, bei der eine Herstellung im Labor notwendig ist, braucht dazu auch ein standardisiertes und einer ständigen Kontrolle unterworfenes Labor, ein sogenanntes GMP -Labor - GOOD MANUFACTURING PRACTICE LABOR.
In der Pharmaindustrie sind solche extrem teuren und aufwändigen Labore unabdingbar und in grosser Zahl vorhanden. Betreibt man nun eine Forschung, welche sich mit seltenen Erkrankungen oder Unfällen auseinandersetzt, so ist das Interesse der Industrie, dafür ihre GMP Labore einzusetzen sehr gering. So ist es auch bei den schweren Verbrennungen.
Die Verantwortung diese Forschung unabhängig von ihrem späteren finanziellen Erfolg trotzdem durchzuführen obliegt darum den Universitäten und deren Spitäler.
Das Zentrum für brandverletzte Kinder des Universitäts-Kinderspitals Zürich forscht seit über 20 Jahren an einem komplexen Hautersatz, der die Anwendung auf dem Gebiet der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie revolutionieren wird. Um diesen Hautersatz bei unseren Patienten anwenden zu können, braucht es ein GMP Labor.
Mit dem neuen Forschungszentrum am neuen Standort des Universitäts-Kinderspitals Zürich in der Lengg, wird das Zentrum für brandverletzte Kinder ein solches GMP Labor erhalten.