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Die Neuzeit
- Geschichtliche Einleitung
- Die Schweizer Marine
- Die Panzerwaffe
- Die Fliegertruppen (Swiss Air Force)
1. Geschichtliche Einleitung
Die Neuzeit ist eine der drei historischen Großepochen. Sie folgt auf das europäische Mittelalter und dauert bis heute an. Die Geschichtswissenschaft ist über den genauen Beginn uneins. Meist nennt sie entweder die osmanische Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 oder die Entdeckung Amerikas 1492, früher wurde in Deutschland oft Luthers Reformation von 1517 angeführt. Weitere genannte Zäsuren sind die Renaissance, der Humanismus und die Entwicklung des Buchdrucks in Europa mit beweglichen Schriftzeichenstempeln. Gängigerweise verwendet man in der heutigen Geschichtswissenschaft das runde Jahr 1500 als Beginn. Die Unterteilung in Antike, Mittelalter und Neuzeit (ab 1500) ist tief in der Geschichtswissenschaft verwurzelt, dennoch wurde sie auch wiederholt kritisiert und hat daher ihre absolute Trennwirkung verloren. Überhaupt ist es fraglich, inwieweit sie außerhalb der europäischen Geschichte von Bedeutung ist. Viele Entwicklungen ziehen sich lange hin und überschneiden sich.
2. Die Schweizer Marine
Wenn man von der Schweizer Marine spricht wird man oft belächelt weil die Schweiz als Binnenland keinen direkten Zugang zum Meer besitzt. Dabei wird jedoch oft vergessen, dass die Schweiz durch die Flüsse und Seen zu den angrenzenden Nachbarn eine der längsten Küsten und Uferlinien Europas besitzt. Der Boden- und Genfersee sind die grössten Gewässer Europas. Zur Sicherung dieser Grenzen wurden schon zur Römerzeit ganze Schiffsflotten eingesetzt. Während des Kalten Krieges erreichte die Schweizer Flotte mit fast 100 bewaffneten Schnelbooten einen Höchststand.
Auch ist fast unbekannt, dass die Schweiz zur Landesversorgung in Kriesen- und Kriegszeiten eine eigene zivile Hochseeflotte betreibt.
Römisches Flusskampfschiff Navis Lusoria. Ab 15 v Chr. ist eine eigene Flotille auf dem Bodensee überliefert.
2.4 Das Mittelalter
Mit Kanonen bestücktes Panzerschiff (Blockadebrecher) der mit den Habsburgern verbündeten Zürchern um 1440.
In der Marinegeschichte wird das Seegefecht zwischen der Meerimac und der Monitor im Amerikanischen Bürgerkrieg als erster Schlagabtausch zwischen zwei gepanzerten und Kanonen bestückten Kriegsschiffen gennant.
Es ist nahezu unbekannt, dass solche Gefechte bereits 400 Jahre zuvor im alten Zürichkrieg zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern und deren Verbündeten statt fanden. Die Beweisführung ist jedoch schwierig da es in alten Chroniken nur wenige Aufzeichnungen und Bilder gibt. Vieleicht gelingt es eines Tages im Schlamm des Zürchersees ein altes Wrack aus dieser Epoche zu Orten und zu Bergen. Bis dahin fehlt der abschliessende Beweis.
2.5 16. bis 19. Jahrhundert
Modell eines Kriegsschiffes der Stadt Zürich um 1803
Vorweg sei hier erwähnt, dass die Geschichte zur Entstehung der heutigen MotBootkp 10, nachgelesen werden kann im Buch mit dem Titel: Schweizer Marine und Befestigung "Seesperre Nas". Erschienen im Fischerdörfli Verlag, Meggen.
Die Schweizer Marine hatte während des Zweiten Weltkriegs und dem Kalten Krieg einerseits die Aufgabe, Transporte auf den Seen sicherzustellen, anderseits zu verhindern, dass ein Gegner die Seen für feindliche Zwecke als Angriffsweg missbrauchte. Dazu wurden speziell ausgerüstete Motorboote eingesetzt. Seit damals hat die Schweizer Marine bzw. die Heute so genannte Motorboot Kompanie 10 den Auftrag zum Schutz der Gewässer beibehalten.
2.7 Das Ende des Kalten Krieges
Nach Ende des Kalten Krieges (1946-1991) wurden mit der Armee 95 in einem ersten Schritt (unter anderem aus Kostengründen) die Truppenbestände reduziert. Hierdurch wurde die Gliederung der Motorbootkompanie neu aufgestellt und die Ausbildungskader wurden vor die Aufgabe gestellt, möglichst Bootsschützen auszubilden mit einer überdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit in sämtlichen Bereichen.
1995 wurde in der Genierekrutenschule 256 in Brugg, erstmals ein Motorbootzug mit dreissig Bootsschützen ausgebildet. Die Ausbildung umfasst nebst der Grundausbildung im "grünen", die speziellen Ausbildungen zur Führung von Motorbooten, Rettungsschwimmerbrevet, Funkausbildung, Wetter- und Navigationskunde, Ausbildung am Nachtsicht- und Wärmebildgerät sowie Verwendung verschiedenster Waffen- und Kampfwerkzeuge.
Zusätzlich werden die Bootsschützen der MotBootKp10 auch im Umgang mit den zu kontrollierenden Personen geschult und für den harten Einsatz ausgebildet.
2.8 Die Schweizer Marine heute
Die Auftragsgestaltung der Motorbootkompanie ist generell flexibel gehalten, wird im Wesentlichen jedoch wie folgt definiert:
· Unterstützung der Territorialdivision (Grenzwachkorps)
· Seeüberwachung sowie Kontrolle der einfahrenden Schiffe in schweizerische Gewässer
· Aufklärung und Beobachtung sowie Nachrichtendienst
Für die Erfüllung dieser Aufgaben verfügt die MotBootKp 10 über Patrouillen- und Motorboote, mit denen sie als Wassereinheit den erteilten Auftrag sofort und effektiv erfüllen können.
Das Besondere an den 11 Motorbooten PT-80 ist, dass sie auf speziell konstruierten Bootsanhängern auf dem Schweizer Strassennetz verschiebar sind. Somit sind je nach Einsatzsituation konzentrierte Schwerpunktbildungen dieser kleinen Flotte möglich.
Einsatz im Neutralitätsschutzfall:
- allgemeine Seeüberwachung
- Kontrolle der in schweizerische Gewässer einfahrender Schiffe
- Überwachungsschutz für Sonderanlässe und Diplomatengipfel
- Aufklärung auf dem See, speziell bei Nacht, Nebel und wo andere Umstände die Beobachtung der Seefläche erschweren oder verunmöglichen
- die Patrouillenboote 80 müssen und können dabei im 24h Betrieb eingesetzt werden
Nebst dem Grundauftrag (siehe Aufträge) erfüllt die MotBootKp10 auch Sondereinsätze, welche direkt vom Stab der Schweizer Armee erteilt werden. So wurden in der Vergangenheit folgende Sonderbefehle ausgeführt:
- 1997 Bewachung und Schutz des Zionistenkongress in Basel auf dem Rhein
- 2002 Polizei- und Wasserschutzunterstützung anlässlich der EXPO 02 im Jura
- Seesicherung des Lac Léman während des G8 Gipfel in Evian
Die Marineeinsätze werden und wurden jeweils stark in Zusammenarbeit mit den regionalen Polizei- und Sicherheitskräften durchgeführt, wobei die Bootsschützen dank ihrer breit gefächerten Ausbildung wertvolle Dienste erbringen und den Erfolg des Einsatzes sicherstellen.
3. Die Panzerwaffe
Britischer Panzer Mark V. Erster erfolgreicher Masseneinsatz der Panzerwaffe an der Westfront 1917/18. Diese Angriffe führten zum Zusammenbruch der Deutschen Frontlinien.
3.2 Panzer in der Schweizer Armee
Nach den Erfolgen von Tanks im ersten Weltkrieg wurde in der Schweiz erstmals anlässlich der Folgen des Generalstreiks 1919 über eine mögliche Beschaffung von Panzerfahrzeugen nachgedacht. Zwar wurde die Idee, Panzer (Pz) im Ordnungsdienst einzusetzen, verworfen. Trotzdem wurden 1921 2 Tanks Renault FT-17 zu Versuchszwecken gekauft.
Ab 1931 wurden die Versuche mit Panzerfahrzeugen in der Schweizer Armee wieder aufgenommen und in der Folge wurden auch Erprobungen mit dem Vickers Carden-
Loyd-Light-Tank durchgeführt, wobei 1934 2 dieser Fahrzeuge gekauft wurden. Im Hinblick auf die Truppenordnung 37, in welcher man zunächst von 80-90 Panzer als Aufklärungsfahrzeuge für die Kavallerie ausging, wurden 1935 4 weitere Vickers Carden-Loyd-Light-Tanks beschafft.
Mit der Truppenordnung 37 wurden dann erstmals Panzer Formationen in der Armee eingeteilt. Vorgesehen waren zu Beginn 6 Panzerwagen Detachemente mit je 4 Panzerwagen, wobei jeweils ein Panzerwagen Detachemet der Aufklärer Abteilung einer Division zugeteilt war. Ausgerüstet wurden diese Panzerwagen Detachemente mit 24
Panzerwagen 39 (Ceskomoravska-Kolben-Danek LTL-H), von welchen 12 in der Tschechoslowakei gekauft und für weitere 12 Stück Teile beschafft wurden, um diese in der Schweiz in Lizenz zu produzieren.
Im Mai 1939 wurden die ersten Fahrzeuge der Truppe abgegeben und die Umschulung begonnen. Schon während der Umschulungskurse wurde insbesondere aufgrund personeller Schwierigkeiten auf die Gliederung in Detachemente verzichtet und alle 24 Panzerwagen 39 wurden per 4.12.1940 in den Panzerwagen Kompanieen 1 bis 3 zusammengefasst und den leichten Brigaden 1 bis 3 unterstellt. Zusätzlich wurden die 6 Vickers Carden-Loyd den Pzw Kp zugeteilt. Zwar waren die Vickers für den Einsatz bei den motorisierten Heerespolizei Bataillonen, später bei der HPo Hundert Mannschaft für den Ordnungsdienst vorgesehen, verblieben jedoch zur Ausbildung bei den Panzerwagen Kompanieen. Aufgrund der rasanten Entwicklung der Panzer im Zweiten Weltkrieg, wurde schon während dem Krieg verschiedentlich auf die ungenügenden Panzerabwehr Möglichkeiten der Schweizer Armee hingewiesen.
Kurz nach Kriegsende gelangte ein Angebot der Firma Skoda an die Schweizer Armee, in welchem bereits für die deutsche Wehrmacht fabrizierte Panzerjäger 38t „Hetzer“ zu günstigen Konditionen offeriert wurden. Am 15.10.1946 beschloss der Bundesrat den Kauf von 100 Panzerjägern, welche in der Schweizer Armee unter der Bezeichnung G-13 liefen. Da mit den bestehenden Fz die geplanten 3 Panzerjägerabteilungen (Pzj Abt) nur knapp hätten ausgerüstet werden können, wurde im November 1947 der Kauf von weiteren 50 Fz beschlossen. Parallel zur Beschaffung des G-13 wurde 1947/48 die künftige Entwicklungsrichtung der Schweizer Pz Trp festgelegt. Demzufolge sollte als Zielgrösse eine Stärke von 550 Kampfpanzern (KPz) angestrebt werden. Aufgrund der sich anbahnenden Krisen, gestaltete sich ein Kauf jedoch schwierig, da kein Material verfügbar war.
1951 konnte dann der Kauf von 200 französischen AMX-13, in der Schweiz unter dem Namen LPz 51, vereinbart werden.
Gleichzeitig wurden auch die Kaufbestrebungen für mittlere Pz vorangetrieben. 1953/54 fanden die Vergleiche zwischen dem amerikanischen M-47 Patton und dem englischen Centurion in der Schweiz statt.
Nach der Evaluation wurde 1955 beschlossen, 100 Pz Centurion aus England zu kaufen. 1957 wurde beschlossen, eine weitere Centurion Tranche von 100 Fz aus England zu kaufen. 1960 wurde eine dritte Tranche Centurion zu 100 Fz aus Südafrika gekauft.
Um künftig die Auslandsabhängigkeit zur reduzieren, wurde die K+W Thun 1953 mit der Entwicklung eines eigenen 30t Panzers beauftragt. 1958 ging die Vorserie von 10 Fahrzeugen unter dem Namen Panzer 58 in die Truppen Erprobung.
1961 beschloss das Parlament, 150 Fahrzeuge des Schweizer Panzers, als Pz 61 in Auftrag zu geben, welche ab 1964 bei der Truppe eingeführt wurden.
1968 beschloss das Parlament eine weitere Bestellung von 170 Exemplaren des Schweizer Panzers, welcher nach einigen Verbesserungen als Pz 68 von 1971-74 in Dienst gestellt wurde, um den G-13 abzulösen.
1974 wurde eine weitere Serie von 50 Pz 68 bestellt. Die geringe Stückzahl der zweiten Serie war auf das Misstrauen gegenüber aufgetretenen Mängeln aus der ersten Serie zurückzuführen. 1975 folgte eine dritte Serie des Pz 68 von 110 Fz, bei welchen der Turm vergrössert wurde, um der Besatzung mehr Platz zu bieten. Der Pz 68 mit dem grösseren Turm lief fortan unter der Bezeichnung Pz 68/75.
1978 wurde die vierte und letzte Serie des Pz 68 mit 60 Fz in Auftrag gegeben, welche baugleich mit der vorigen Serie war. Da beanstandete Mängel der vorigen Serie noch nicht behoben worden waren, wurde 1979 die Produktion unterbrochen und erst ab 1980 fortgesetzt. 1983 wurde der letzte Pz 68/75 ausgeliefert. Inzwischen wurden die L Pz 51 liquidiert und 1979 nach Singapur verkauft.
Ab der zweiten Hälfte der 70er Jahre wurde nach einem Ersatzfahrzeug für den Centurion gesucht. Einerseits wurde ein Retrofit- Programm für den Centurion selbst entwickelt, andererseits wurde von der Schweizer Industrie ein Projekt für einen neuen Kampfpanzer lanciert. Auf beide Varianten wurde schlussendlich aber verzichtet
Anfang der 80er Jahre wurde dann eine Evaluation zwischen dem amerikanischen M1 und dem deutschen Leopard 2A4 durchgeführt, aus welcher der Leopard 2A4 als Nachfolgefahrzeug für den Centurion in der Schweizer Armee hervorging. 1987 wurde beschlossen, 385 Leopard 2A4 für die Schweizer Armee aus Deutschlandzu kaufen, wovon 35 fertig importiert wurden und der Rest in der Schweiz in Lizenz hrgestellt wurde.
Pz 87 Leopart A24
Ab 1988 wurde der Leopard als Pz 87 bei der Trp eingeführt und ersetzte den Centurion ab 1993 vollständig. Im selben Jahr wurde beschlossen, den Pz 68/75 zu modernisieren. Die 170 Pz 68/75 wurden in verschiedenen Bereichen erneuert und insbesondere mit einer Feuerleitanlage ausgerüstet.
Da die benötigte Zahl von Panzer 68/88 aber bei 195 lag, wurden 25 Türme neu fabriziert und auf Wannen aus der 2. Serie aufgesetzt. Mit Einführung der Armee 95 und der damit verbundenen Bestandesreduktion wurden die Panzer 61 aus der Armee ausgeschieden, drei Jahre darauf folgte auch der Panzer 68 der ersten und zweiten Serie. Der Panzer 68/88 wurde mit dem Übergang zur Armee 21 2003/2004 aus der Armee ausgemustert.
4. Die Schweizer Luftwaffe (Swiss Air Force)
Im Herbst 1914 erkennt der Bundesrat, dass gehandelt werden muss und sucht im Ausland nach Flugzeugen für den Aufbau einer Luftflotte. Francois Durafour kann noch vor dem Krieg nach Berlin reisen und einen Testflug mit einem LVG-Doppeldecker machen. Aber in die Schweiz werden keine Flugzeuge mehr geliefert.
Drei Tage vor der Mobilmachung erhält der Kavalleriehauptmann Theodor Real (Bild Rechts)
den Auftrag eine Fliegertruppe aufzubauen – ohne Flugzeuge – ohne Infrastruktur – ohne Personal. Zwar hat Real in Deutschland fliegen gelernt, über die schweizerische Aviatik weiss er aber wie der Generalstab nur wenig.
Mit der Mobilmachung lässt Theodor Real die an der Landesausstellung in Bern gezeigten Flugzeuge beschlagnahmen und bietet die Flugpioniere Bider, Audemars, Parmelin, Lugrin, Cuendet, Burri, Comte, Grandjean, Durafour und Kramer auf, die (soweit vorhanden) ihre eigenen Flugzeuge mitbringen.
4.2 Der Erste Weltkrieg
Die Anfangs auf dem Berner Beundenfeld stationierte Einheit verfügt über acht Maschinen von sechs verschiedenen Typen. Eine Kriegstauglichkeit dieser Flotte war nicht gegeben.
Es wurden daher aus dem Ausland Ingenieure wie Robert Wild und August Haefeli, die aviatische Erfahrungen gesammelt haben in die Schweiz zurückgeholt. Sie erhielten den Auftrag neue Flugzeuge zu konstruieren und zu bauen.
Um sich von nördlichen Nachbarn Abzugrenzen. Gab man der neuen Teilstreitkraft den Namen "Schweizer Fliegertruppe" und nicht wie üblich "Luftwaffe".
Am 8.Dezember 1914 begann die Verlegung von Bern nach Dübendorf welches dan für Jahrzehnte das Zentrum der Militärfliegerei wird.
Während des Krieges gelangen Flugzeuge der Kriegsgegner durch Verfliegen oder Notlandung in die Schweiz. Die meisten werden interniert und erworben. Das Durcheinander mit verschiedenen Flugzeugtypen und deren Hersteller wurde so immer grösser. Dies wirkt sich sehr negativ auf die Ausbildung und den Unterhalt aus. So nimmt man schliesslich in der Schweiz die Fertigung von Flugzeugen in Angriff.
Am 8.September 1915 erhält die Schweizer Fliegertruppe das erste speziell fürsie gebaute Flugzeug. Das Schulflugzeug Wild WT wird von Ing.Wild in Dübendorf gebaut.
Wild WT-1
Bis zum 2.Weltkrieg werden die Flugzeuge auf den Flugfeldern in vereinzelten Holzhangars und auf Feldflugplätzen in Zelten untergebracht.
Mit der Einführung von schweren Maschinen änderten sich auch die Anvorderungen an einen Militärflugplatz. So mussten Hartbelagspisten, Reparaturhangars, Flugzeughangars und Treibstoffdepots gebaut werden.
Die zivile Fliegerei ist während des 2.Weltkriegs lahmgelegt. Unsere Fliegertruppe ist aufgrund von Einsparungen des Parlamentes nur schlecht ausgerüstet und das Material ist veraltet.
Kurz vor Kriegsbeginn gelingt der Ankauf von 80 Jagdflugzeugen des Typs Messerschmitt ME-109.
Ein Lizenzvertrag mit dem französischen Hersteller Morane Saulnier macht die Fertigung von 291 Jagdflugzeugen des Typs MS-406 möglich. Dies ist, bis Heute, der grösste Auftrag für die Schweizer Flugzeugindustrie.
Parallel dazu entwickelt das Eidgenössische Flugzeugwerk in Emmen den C-36 Zweisitzer. Über 150 Maschinen werden hergestellt.
Im April und Mai 1940 verstärkt sich, durch Verletzungen des Schweizer Luftraumes, die Konfrontation mit der Deutschen Luftwaffe immer mehr. Dies führt am 4. und 8. Juni 1940 schliesslich zu eienr, für die Verhältnisse eines Kleinstaates, eigentlichen Luftschlacht über dem Jura.
Im Verlauf der Luftkämpfe werden 11 deutsche Kampfflugzeuge abgeschossen und ca.20 weitere, teilweise bis zur Fluguntauglichkeit, beschädigt. Die Schweizer Flieger haben drei Verluste.
Nach der Kapitulation Frankreichs, und Embargo- und Invasionsdrohungen der Deutschen Regierung, wird die Luftüberwachung vom 9. bis 20. Juni gezwungenermassen schrittweise reduziert und schliesslich fast ganz eingestellt.
Die Schweiz ändert nun Ihre Taktik und setzt mit dem verstärkten Ausbau der Gebirgsflugplätze ihre Reduit-Strategie um. Gleichzeitig mit dem Bau der Hartbelagspisten auf den Reduit Flugplätzen werden pro Flugplatz etwa acht Betonunterstände gebaut (total 192).
Diese Unterstände bieten nur gegen Direktbeschuss mit Bordwaffen von Oben Schutz. Nach dem Krieg werden diese Unterstände noch mit Toren für den Witterungsschutz nachgerüstet.
Als während des Kriegsverlaufes das Ende des Deutschen Reiches abzusehen ist, wird die Luftraumüberwachung langsam wieder hochgefahren.
Während des Krieges gelangt eine grosse Zahl von Flugzeugen der Kriegsgegner durch Desertation, Verfliegen oder Notlandung in die Schweiz. Die meisten Piloten werden während der Kriegsdauer Interniert. Einige der notgelandeten Flugzeuge werden in die Schweizer Fliegertruppe übernommen.
4.4 Der Kalte Krieg
Nach dem 2. Weltkrieg verstärken sich die Ideologischen und Politischen Spannungen zwischen dem Westen (Kapitalismus) und dem Osten (Kommunismus). Aus den Erfahrungen des Krieges hat die Schweiz gelernt, dass man rechtzeitig Vorsorge treffen muss um nicht überrascht zu werden.
Nach dem Krieg erhält die Fliegertruppe 1946 mit dem De Haviland Vampire ihren ersten Düsenjäger.
Es folgen 1954 die De Haviland Venom
und 1958 das Erdkampfflugzeug Hunter.
Die Militärische Beschaffungspolitik gerät Mitte der 60er Jahre zum ersten Mal unter grossen politischen Druck. Nach einem Kostenskandal (verdecktes Atomwaffenprogramm) wird die Anzahl zu beschaffende Mirage Kampfflugzeuge stark reduziert.
Die Kostenproblematik wird von den politisch Linken dankbar aufgenommen und begleitet von nun an alle weiteren Beschaffungen von Kriegsmaterial mit sehr negativen Untertönen.
Die Mirage in Aktion.
1976 und 1981 beschafft die Schweiz für den Raumschutz insgesamt 110 Tiger Kampfflugzeuge. Diese werden in der Folge auch von der Schweizer Kunstflugstaffel “Patrouille Suisse“ verwendet.
1991 - 1996 werden 34 FA-18 C/D in den Vereinigten Staaten gekauft. Die Endmontage findet in Emmen statt. Die FA-18 bilden nun zusammen mit den mittlerweile nur noch Tag und Schönwetter tauglichen Tiger Jets das Rückgrat der Schweizer Luftwaffe.
Während der Armeereform 95 wird auch die Fliegertruppe durch den Kostendruck, vor allem im Bereich der Infrastruktur, massiv gestutzt.
4.5 Gegenwart
Bei der Anschaffung der FA-18 werden für die 34 Kampfflugzeuge (zwei Triebwerke pro Flugzeug) nur 18 Ersatztriebwerke und eine anstelle der ursprünglich zwei geplanten Wartungsanlagen gekauft. Dies führt dazu, dass alle Jets nach rund zwei Wochen Dauereinsatz (Beispielsweise G8 Gipfel in Evian) ohne Ersatztriebwerke fluguntüchtig am Boden verbleiben. Diese Katastrophe wird mit dem Begriff “mangelhafte Durchhaltefähigkeit“ geschönt.
Die Konzentration auf einige wenige Flugplätze führt durch die stark steigende Lärmbelastung in der Zivilbevölkerung Vorort zu heftigen negativen Reaktionen.
Das Schweizervolk lehnte im Frühjar 2014 den Kauf neuer Kampfflugzeuge in einer Abstimmung ab. Soltte es nicht gelingen in den nächsten 10 Jahren neue Kampfjets zu beschaffen, hat die Schweiz ab ca. 2030 keine Luftwaffe mehr.
Sie möchten wissen welche Flugzeuge die Schweizer Fliegertruppe noch eingesetzt hat? Klick auf "mich" genügt.