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Das Gesuch wird vom 30. Dezember 2022 bis am 30. Januar 2023 in den Gemeinden Bex VD, Ollon VD sowie Massongex VS und St. Maurice VS öffentlich aufgelegt, wie das Unternehmen MBR (Massongex-Bex-Rhône) und die Kantone Waadt und Wallis am Donnerstag mitteilten. Das Projekt umfasst sowohl die Wasserkraftnutzung als auch den Hochwasserschutz im Zusammenhang mit der dritten Rhonekorrektion.
Mit einer Jahresproduktion von 80 Gigawattstunden - dies entspricht dem Verbrauch von 20'000 Haushalten - wird dem Kraftwerk nationale Bedeutung anerkannt. Deshalb könnte der Bund die Hälfte der Gesamtkosten von rund 140 Millionen Franken übernehmen.
Dank seiner zu 100 Prozent erneuerbaren und einheimischen Energieproduktion trage es zudem zur Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050 des Bundes bei, sagten die Promotoren an einer Medienkonferenz in Sitten. Der Betrieb des Kraftwerks soll 2027 aufgenommen werden.
"Der Energiebedarf der Schweiz hängt zu über 70 Prozent vom Ausland ab und im Winter ist das Stromdefizit grösser als im Sommer", sagte MBR-Verwaltungsratspräsident Stéphane Maret vor den Medien. Das geplante neue Flusskraftwerk sei "Teil der Lösung" für dieses Problem.
"Der Anteil der produzierten Energie, der im Winter in das Netz eingespeist wird, wird etwa 45 Prozent betragen, im Vergleich zu 25 bis 30 Prozent bei anderen Wasserkraftanlagen", erklärte MBR-Chef Julien Derivaz.
Kompromiss mit Umweltverbänden
"Man kann ein solches Projekt nicht ohne Auswirkungen auf die Natur realisieren", räumte Vize-Verwaltungsratspräsident Philippe Durr, ein. Mit dem WWF und Pro Natura sei eine "sehr konstruktive Arbeit" geleistet worden, die zur Unterzeichnung einer Vereinbarung mit den beiden Naturschutzorganisationen geführt habe, sagte er.
Demnach sind auf insgesamt acht Hektar verschiedene Umweltmassnahmen vorgesehen, wie die Revitalisierung der Mündungen von drei Wasserläufen in die Rhone und die Schaffung einer ökologisch wertvollen Naturzone in der Nähe des Kraftwerkgeländes.
Für die Fischwanderung sehen die Partner einen Fischpass (oder eine Fischtreppe) mit drei Eingängen vor, damit die Fische flussaufwärts wandern können. Um den Fischen den Abstieg zu ermöglichen, haben sie sich für ein Gitter und eine Art Bypass entschieden, die vor allem in Nordamerika und Kanada verwendet werden.
Erste Pläne in den 1980er Jahren
Die für den Bau des Kraftwerks gegründete Gesellschaft MBR setzt sich aus dem Walliser Unternehmen FMV, den Services industriels de Lausanne (SiL) und Romande Energie zusammen. Die Idee, die Wasserkraft der Rhone zur Erzeugung von Energie zu nutzen, ist jedoch nicht neu. Bereits in den 1980er Jahren gab es Pläne für ein Grossprojekt mit dem Namen Hydro-Rhône.
Dieses sah vor, zehn ähnliche Kraftwerke im Flussbett der Rhone zu errichten. Diese hätten jährlich 780 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren sollen. Das Projekt war jedoch umstritten und landete in der Schublade. Die damaligen Studien zeigten aber, dass es interessantes Potenzial für die Flusswasserkraft am Standort Massongex/Bex gibt.
mk/
(AWP)