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Radioempfang im Oldtimer- Eine Sache für Auge, Ohr und Herz
Teil 1: Aller Anfang ist schwer
Ab 1920 wurden in Amerika die ersten Kleinserien von Autoradios gebaut. Der Automobilhersteller Chevrolet bot erstmals ab 1924 ein Autoradio als Zubehör für seine Fahrzeuge an. Etwa zur selben Zeit entstand in Deutschland die Firma IDEAL, welche sich mit Produkten um Radio/Rundfunk, vor allem mit Kopfhörern einen Namen machte und ihre Produkte mit einem blauen Punkt versah. Bald einmal kaufte man „Blaupunkt“ Produkte, der Herstellername trat in den Hintergrund. Im Jahre 1933 übernahm BOSCH die ganzen Aktivitäten der IDEAL Gruppe und gründete die Blaupunkt-Werke GmbH. Damit war der Startschuss gegeben und mit grösseren finanziellen Mitteln gingen die Ingenieure ans Werk. Der Entschluss, ein Radio für’s Auto zu bauen, war ein mutiges Unterfangen. Es gab noch nicht so viele Autos und noch weniger Besitzer, die sich die teure Investition eines Autoradios leisten konnten. Bosch/Blaupunkt wurde im wahrsten Sinne ein Pionier des Autoradiobaus.
Die Schwierigkeiten waren vielfältig, es gab noch keine Spezialröhren. Die grossen beheizbaren Rundfunkröhren benötigten viel Platz und Energie, zudem waren Sie den Erschütterungen im Fahrzeug nicht gewachsen. Zudem traten bei den nur im Mittel- und Langwellenbereich arbeitenden Geräten unüberwindliche Probleme mit der Entstörung auf. Auch mit der Empfangsantenne wurden verschiedene Wege begangen, so wurden Antennendrähte unter die Holztrittbretter der Vorkriegsfahrzeuge gespannt oder Litzendrähte in den Verdeckstoff eingenäht.
Anfang 1935 wurde an der Autoausstellung in Berlin das erste Röhrenradio für Automobile vorgestellt. Es war gelungen, trotz immer noch imposanter Grösse, alle Komponenten in einem Gerät unterzubringen. Dies zum Preis eines Kleinwagens! Ende 1945 wurde die erste Genehmigung einer Reparaturwerkstätte für Rundfunkgeräte mit Kleinhandel erteilt. Deren Inhaber entwickelte und versuchte sich mit Autoradios bis ihm 1949 der Durchbruch gelang. Mit nur einem funktionierenden Gerät, ohne Kapital und Produktionsmittel präsentierte er das Gerät an einer Testveranstaltung in Sindelfingen. Was folgte, ist Geschichte! Der Ingenieur hiess Max Egon Becker, der Kunde war kein Geringerer als Mercedes-Benz. Somit war der Grundstein gelegt für eine langjährige Zusammenarbeit. Ab 1950 realisierte man das erste Mal die Integration des Autoradios ins Armaturenbrett.
Ab 1951 wurde der UKW Empfang eingeführt. Kurz darauf gelang dem Bell’s Lab in den USA die Produktion von brauchbaren relativ kleinen Transistoren. Darauf erfolgten die Neuerungen Schlag auf Schlag. 1953 das erste Autoradiogerät mit automatischem Sendersuchlauf. Blaupunkt, Becker und weitere 39 Anbieter lieferten sich ein Kopf-an-Kopf Rennen. Zu der Zeit waren schon 15% der Fahrzeuge mit Radiogerät ausgerüstet.
Quelle: Wikipedia und Hans Füglistaler, Eidg. Dipl. Automechanikermeister