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Prinzessin Aiko von Japan (20) ist nach japanischem Gesetz endlich volljährig. Aus diesem Anlass gab die Tochter von Kaiser Naruhito (62) ihre erste Pressekonferenz und sprach dabei über ihre Zukunft in der royalen Familie, aber auch über ihre Cousine, Prinzessin Mako (30). Diese heiratete den bürgerlichen Anwalt Kei Komuro (30), den sie während des Studiums kennenlernte. Die Konsequenz: Mako musste ihren Status als Prinzessin aufgeben, aus der Königsfamilie austreten und nach New York ziehen. Nach ihrer Cousine gefragt, gibt Aiko eine Antwort, die beinahe so klingt, als sei Mako gestorben: «Sie war wie eine ältere Schwester für mich. Und ich werde mich immer mit Dankbarkeit daran erinnern, wie freundlich und nett sie zu mir war», sagte die junge Royal bei ihrem Auftritt vor den Medien.
Doch natürlich ging es bei der Pressekonferenz mit Aiko hauptsächlich um sie selbst und ihren eigenen Platz im Königshaus. Obwohl sie die älteste Tochter des Kaisers ist, sehen Aikos Chancen auf den Thron sehr düster aus. Ein Gesetz, welches 1947 verhängt wurde besagt, dass keine Frau japanische Thronfolgerin sein darf. Da Kaiser Naruhito keinen Sohn hat, würde sein Bruder ihm auf den Thron folgen, sollte er abdanken oder sterben. Aikos einzige Chance wäre also eine erneute Gesetzesänderung, um an ihr Geburtsrecht zu gelangen.
Da Prinzessin Aiko erst jetzt in die Öffentlichkeit trat, hatte die Welt noch nicht viele Möglichkeiten, einen Blick auf die junge Frau zu werfen. Ein Jammer, denn Aiko ist nicht nur hübsch, sondern auch klug, sensibel und einfühlsam. Derzeit studiert sie japanische Literatur an der Gakushuin-Universität in Tokio und erhält zusätzlich Privatunterricht in den Sprachen Englisch und Spanisch – als Royal muss man schliesslich ein ausgeprägtes Sprachenrepertiore besitzen.
Aiko scheint sich zu einer selbstbewussten Frau zu entwickeln – keine Selbstverständlichkeit nach den Erfahrungen, die sie während ihrer Jugend gemacht hat. Die Prinzessin wurde in der Schule gemobbt, die Folge davon waren schwere Angstzustände, die sie lange Zeit daran hinderten, am Unterricht teilnehmen zu können. Mit nur 14 Jahren musste Aiko nach den Sommerexamen sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden, der offizielle Grund aus dem Palast: Erschöpfung.
Für die Kaisertochter liegen diese Probleme aber in der Vergangenheit und sie blickt zuversichtlich in die Zukunft. «Seit meiner Kindheit war ich ein bisschen schüchtern, also werde ich mich von nun an bemühen, das zu überwinden», lautet das Statement von Aiko. Und wie in ihrer Kindheit wird sie wohl auch dabei auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen können.
Zur Ruhe kommt Aiko, wenn sie Musik hört und auch beim Sport kann die Prinzessin abschalten. Aber Aiko ist nicht nur sportlich, sondern auch kreativ, denn sie liebt Kalligraphie – die Kunst des Schönschreibens – sowie Gesichte. Ausserdem hört die junge Prinzessin nicht nur gern Musik, sie ist auch eine begabte Klavierspielerin und Geigerin.
Die junge Royal spricht in der Pressekonferenz zudem von ihrer Tierliebe – diese bringt sie mit dem Familienhund, aber auch bei Ausflügen mit ihren Eltern zum Ausdruck, wenn beispielsweise eine Libelle auf ihrem Finger landet.
Während Aikos Cousine aufgrund ihrer Partnerwahl aus dem Kaiserpalast verbannt wurde, steht für die Prinzessin das Thema Heirat noch in weiter Ferne – sie ist nämlich Single. Sie hat auch keine genaue Vorstellung davon, wie ihr idealer Partner aussehen oder sein sollte. Eines ist für Aiko aber klar: Der Schlüssel für eine gut funktionierende Beziehung sei eine gute Portion Humor und dass man einander zum Lachen bringen kann. So eine Basis «scheint perfekt zu sein».
Für die veralteten Traditionen rund um das Kaiserhaus ist allein der Palast schuld. Denn ginge es nach dem Volk, wären 80 Prozent der Japanerinnen und Japaner durchaus auch mit einer Kaiserin einverstanden. Das Einzige, was Aiko also daran hindern würde, ihrem Vater auf den Thron zu folgen, ist ein Gesetz aus den 1940er-Jahren. Hinzu kommt noch, dass der jetzige Thronfolger, ihr Onkel Prinz Fumihito (56), einen Sohn hat, Prinz Hisahito (15), der ihm zu gegebener Zeit auf den Thron folgen könnte.
Das japanische Kaiserhaus ist zwar sehr traditionsbewusst, aber in jüngster Vergangenheit wirkt es fast, als ob die Royals versuchen, moderner zu werden. Prinz Hisahito besucht nämlich inzwischen eine öffentliche Schule – sehr ungewöhnlich für die japanischen Kaisers. Vielleicht bricht Kaiser Naruhito auch noch mit der Tradition und veranlasst eine Gesetzesänderung, damit seine Tochter und damit sein einziges Kind seine Nachfolge auf dem Thron antreten kann.
Man könnte aber vermuten, dass die schüchterne Aiko gar nicht so unfroh über ihre Situation ist, denn als Kaiserin würde sie unter extremen Druck stehen, das Land regieren zu müssen und würde unter noch stärkerer Beobachtung der Öffentlichkeit stehen. Bisher sieht es zumindest nicht so aus, als würde der japanische Palast das Volk erhören und das Gesetz ändern. Eines ist aber sicher: Die Pressekonferenz wird nicht die letzte Gelegenheit gewesen sein, an der wir von der jungen Prinzessin gehört haben.