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Der Industriekonzern ABB hat im zweiten Quartal 2016 einen Rückgang des Auftragseingangs um 8% auf 8,32 Mrd USD verzeichnet. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich noch ein Minus von 5%. Die Basisaufträge blieben dabei auf bereinigter Basis stabil, während die Grossaufträge um 39% nachgaben.
Der Rückgang im Auftragseingang sei auf zeitliche Effekte bei der Vergabe von Grossaufträgen zurückzuführen, teilt ABB am Donnerstag mit. Der Umsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 5% auf 8,68 Mrd USD, während sich auf bereinigter Basis ein Minus von 2% ergab.
Versorgungsunternehmen seien zurückhaltend geblieben, hätten jedoch erneut gezielte Investitionen zur Integration von erneuerbaren Energien und zur Verbesserung der Versorgungssicherheit vorgenommen. Die Automobilbranche und die Konsumgüterindustrie hätten die Nachfrage dagegen auch im zweiten Quartal gestützt. Die Nachfrage in der Prozessindustrie wiederum sei aufgrund rückläufiger Investitionsaufwendungen verhalten und der Transport- und Infrastrukturmarkt uneinheitlich gewesen.
Der operative EBITA erhöhte sich dagegen um 5% auf 1'106 Mio USD (LW +7%) und die operative EBITA-Marge um 100 Basispunkte auf 12,7%. Als mittelfristigen Zielwert für diese Marge hat das Unternehmen eine Spanne von 11 bis 16% formuliert. Die Verbesserung auf vergleichbarer Basis sei hauptsächlich auf Nettoeinsparungen zurückzuführen. Die Margenverbesserung sei zudem gestützt durch den Turnaround in der Division Stromnetze, durch eine Margenverbesserung in der Division Elektrifizierungsprodukte sowie durch die fortlaufenden Produktivitäts- und Kostensenkungsmassnahmen.
Der Reingewinn schliesslich gab um 31% auf 406 Mio nach. Belastet wurde dieser durch Restrukturierungskosten und restrukturierungsnahe Aufwendungen in der Höhe von 367 Mio USD.
Prognosen teilweise verpasst
Damit hat ABB die Erwartungen der Analysten mit dem Auftragseingang und dem Umsatz verpasst, mit den Gewinnziffern dagegen übertroffen. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang und den Umsatz lag jeweils bei 8,81 Mrd, für den EBITA bei 1'062 Mio und für den Reingewinn bei 363 Mio USD.
Zum kurzfristigen Ausblick heisst es, dass die makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen auf ein uneinheitliches Szenario mit anhaltenden Unsicherheiten hinweisen würden. Einige makroökonomische Signale in den USA seien weiter positiv und in China dürfte sich das Wachstum fortsetzen, allerdings auf etwas geringerem Niveau als 2015.
Die Märkte werden laut ABB durch das verhaltene Wachstum und die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit in Europa und durch die geopolitischen Spannungen in anderen Teilen der Welt weiter belastet. Der Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung dürften zudem das Unternehmensergebnis weiterhin beeinflussen. Dieser Ausblick ist damit praktisch identisch mit den vergangenen vier Quartalen. Ergänzt wurde einzig der Verweis auf den Brexit.
(AWP)