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Die geschichtliche Entwicklung des Shaolin Kung-Fu
释延智 Shaolin Mönch Shi Yan Zi und 马丁波特 Martin Borter
Das Shaolin Kung Fu wird als ältestes systematisches Kampfsystem der Welt angesehen. Als Gründer wird der indische Mönch Bodhidharma betrachtet. Bodhidharma kam im 6. Jahrhundert n. Chr. nach China, um die Lehren des Chan (Zen) zu verbreiten. Er fand Aufnahme im Kloster Shaolin-Szu, welches im nördlichen China in der Provinz Honan liegt. Im Kloster Shaolin lebte er in Askese und Meditation. Die Legende erzählt, er habe sich neun Jahre in der Versenkung geübt, indem er ohne Unterbrechung auf eine seinem Meditationsplatz gegenüberliegende Wand starrte. Dort soll noch heute der Schatten Bodhidharmas zu sehen sein. Der über sechzigjährige Mann muss über eine aussergewöhnlich gute Kondition verfügt haben, und die wenigsten seiner Schüler konnten die Meditationsübungen, die er lehrte, nachvollziehen. Es fehlte ihnen an der geistigen und körperlichen Kraft.
Deshalb soll Bodhidharma ein System von Atemtechniken und gymnastischen Übungen erdacht haben, das anfänglich nicht so sehr den Aspekt der Selbstverteidigung betonte, wie den der Körperübung. Seine Übungstechnik bestand der Überlieferung zufolge aus den zehn "Mönchsübungen" und den vierundzwanzig "Muskelspielen". Die "Mönchsübungen" waren in erster Linie gymnastische Bein-, Rumpf- und Armbewegungen, während die Mönche in den "Muskelspielen" lernen sollten, willentlich und vollkonzentriert einzelne Muskelpartien ihres Körpers unabhängig voneinander anzuspannen.
Nach Bodhidharmas Tod geriet sein System lange Zeit in Vergessenheit, bis im 13. Jh. n. Chr. ein Mann namens „Chueh Yuan“, Priester im Shaolin Tempel wurde. Er fügte weitere Übungen hinzu und bemühte sich um die Verbreitung des Shaolin Kung Fu. Da es inzwischen auch noch andere Shaolin Kloster gab, wuchs die Popularität des Shaolin-Tempelboxens in China rasant an. Zu diesem Zeitpunkt konnte man bereits eine verstärkte Betonung der Selbstverteidigung feststellen. Dies hing in erster Linie damit zusammen, dass die Insassen der neu entstandenen Klöster und Tempel ebenso wie die Wander- und Bettelmönche immer häufiger Opfer von Räubern und Wegelagerern wurden.
Von den politischen Wirren der nächsten Jahrhunderte waren oft auch die Mönche der Shaolin-Klöster betroffen. So wurde es unerlässlich, sich auch im Umgang mit Waffen zu üben. Dieses Training mit Schwert, Säbel, Messer, Lanze und Stock konnte nur im geheimen stattfinden, da nur Soldaten das Tragen und Benutzen von Waffen gestattet war.
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Aktuelle Entwicklung
Mönche, die das Kloster verlassen hatten oder für den Kampf freigestellt wurden, und ebenso Mitglieder ihrer Familien, trugen die WuShu Kunst nach draussen. Auf den parallelen Entwicklungen von bewaffnetem und unbewaffnetem Kampf beruht die heutige Vielzahl von Stilen, deren Anzahl auf 300-600 geschätzt wird, ihre Kombinationen untereinander auf ca. 2000.
Manche Stile pflegte man nur innerhalb eines Familienclans oder einer Provinz, nach denen sie auch benannt wurden. Andere werden nach Tierarten benannt, deren Verteidigungstaktiken sie nachahmen. Wann sich diese Schulen, Richtungen, Geheimlehren und Systeme im Einzelnen entwickelten und wer der jeweilige Urheber war, ist heute leider nur noch bei wenigen Kung Fu Richtungen festzustellen. Die anderen Kampfkünste Asiens, Karate und Taekwondo eingeschlossen, haben alle den gleichen Ursprung - chinesisches WuShu.
So bedeutet das Wort "Karate" ursprünglich nichts anderes als "chinesische Hand".
Mittlerweilen gilt im heutigen China das Shaolin Kloster mehr einer Touristenattraktion als ein funktionierendes Mönchskloster. Die Shaolin WuShu Schule, welche 1982 gegründet wurde, mit dem buddhistischen Meister „De Chan“ als Ehrenpräsidenten, beherbergt nun an die 600 Studenten, die aus allen Teilen des Landes kommen. Nur ein kleiner Prozentsatz der Mönche trainiert noch in einem Kloster. Dabei stellen die Mönche bei ihren Vorführungen mehrerer Kung-Fu-Stile, sowie ihrer absoluten Körperbeherrschung unter Beweis.
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Das Zerschlagen von armdicken Holzstangen auf verschiedenen Körperteilen, das Gehen auf einer Treppe aus messerscharfen Klingen, das Ausbalancieren des Körpers auf einer Speerspitze, oder das verschlagen von Eisenstangen und grossen dicken Steinen zeigen, zu welchen Leistungen der Körper nach langem, hartem Training fähig ist.
Konzentration und Entspannung, Kontrolle der Atmung, fliessende Übergänge in den Bewegungen, höchstes Koordinationsvermögen, Kontrolle über den Gegner und die Anpassung an den Kampfrhythmus sind ist die Grundlagen der WUDE-Lehre.
Martin Borter Representative of the Swiss Chin-Woo Athletic Association 瑞士精武會 - 马丁 波特
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