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Die Geschäftswelt und die Übersetzungsbranche sehen KI-Übersetzungen als vielversprechende Entwicklung für die Zukunft. Doch wie schneiden KI-Übersetzungen im Vergleich zu Humanübersetzungen ab? Und sind sie in jedem Kontext die richtige Lösung?
Übersetzungsbüros und Kunden nutzen KI-Übersetzungen immer öfter als Lösung, die im Vergleich zu Humanübersetzungen schneller und kostengünstiger ist. Im Jahr 2006 brachte Google die erste statistische maschinelle Übersetzungslösung auf den Markt. Doch es dauerte ganze 10 Jahre, bis sie auf neuronale maschinelle Übersetzung (NMT) umstellten, bei der die Maschine die Bedeutung ganzer Sätze analysiert, statt Wort für Wort zu übersetzen. Und seither wurde NMT weiter stark verbessert und löste gar einen Boom bei der Nachfrage nach KI-Übersetzungen aus.
Die wichtigsten Anbieter von KI-Übersetzungen
Zurzeit gibt es auf dem Markt mindestens 16 Anbieter von KI-Übersetzungen; die grössten sind DeepL, ChatGPT und Google Translate. DeepL basiert auf dem Online-Wörterbuch Linguee und ist auf einem künstlichen neuronalen Netzwerk aufgebaut, das seinen Output immer weiter verbessert, indem es ungenaue Ergebnisse herausfiltert. Der nachfolgende Screenshot zeigt die DeepL-Übersetzung eines Abschnitts aus einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung über die diesjährige Verleihung des Nobelpreises für Chemie:
DeepL hat richtig erkannt, dass der Auszug auf Deutsch verfasst ist, und hat eine ansprechende englische Übersetzung erstellt. Gibt man denselben Text in Google Translate ein, sieht das Ergebnis wie folgt aus:
Anders als bei DeepL können Benutzer bei Google Translate nicht zwischen British English und American English auswählen. Deshalb ist «Was» nach dem Doppelpunkt grossgeschrieben, was dem Zielpublikum für British Englisch eher seltsam vorkommen dürfte.
ChatGPT (GPT = Generative Pretrained Transformer) wurde ursprünglich von OpenAI als Chatbot entwickelt und erst später um die Übersetzungsfunktion erweitert.
Interessanterweise liefert ChatGPT als einzige der drei KI-Lösungen die idiomatisch korrekte Übersetzung von «doch eine Falschmeldung», nämlich «just a false report».
Die Grenzen von KI-Übersetzungen liegen nicht beim geschriebenen Wort. Der KI-Videogenerator HeyGen wurde 2020 von Joshua Xu und Wayne Liang ins Leben gerufen. Die KI nimmt die Stimme und die Lippenbewegungen der User auf und erstellt daraus Videos, in denen es so aussieht, als sprächen die Nutzer selbst – in Wahrheit entstammen die Worte jedoch einer Textdatei. Diese Technologie ermöglicht es sogar, eine Person in einer Sprache aufzunehmen, ihre gesprochenen Worte in eine andere Sprache zu übersetzen und die Bewegungen des Mundes an den Klang des übersetzten Textes anzupassen. Dies öffnet Tür und Tor zur Verbreitung von falschen Informationen. Jeder könnte ein Video eines Politikers oder einer berühmten Person einlesen und ihm bzw. ihr in einem entsprechenden Clip die gewünschten Worte in den Mund legen. Zurzeit hinken die Regelungen dieser Technologie noch einen Schritt hinterher. Es bleibt also vorerst offen, welche Massnahmen nötig sind, um die Verwendung dieser KI-Funktion zu regeln, und wie das geistige Eigentum der jeweils im Bild erscheinenden Personen geschützt werden kann.
Maschinelle Übersetzungen liegen im Trend
Irgendwo zwischen KI-Übersetzung und Humanübersetzung liegt der sogenannte MTPE-Prozess (Post-Editing bzw. die Nachbearbeitung von maschinellen Übersetzungen). Dabei übersetzt zuerst ein Computer einen Text und im Anschluss prüft ein Humanübersetzer (Post-Editor) die Übersetzung auf Korrektheit, Vollständigkeit und Lesefluss. Dieses Vorgehen ähnelt dem traditionellen Prozess Übersetzung-Korrekturlesen – mit dem Unterschied, dass die Übersetzung maschinell angefertigt wird. Bei SwissGlobal verzeichnen wir einen starken Anstieg der Nachfrage nach MTPE.
MTPE eignet sich am besten für Projekte, die Informationszwecken dienen (interne Firmendokumente; nicht zur Veröffentlichung gedachte Texte usw.) oder bei denen die Deadline und/oder das Budget knapp ist. Die Resultate sind nicht ganz so gut wie bei der reinen Humanübersetzung, doch MTPE ist eine mögliche Alternative, wenn keine Humanübersetzer verfügbar sind. Anbieter von KI-Übersetzungen beginnen nun, diese zusätzliche Humankomponente als Option zu integrieren. ModernMT bietet Standard-KI-Übersetzungen als Basispaket an; daneben gibt es das Premiumprodukt mit Humankomponente, und zwar in Form einer Engine, die in Echtzeit aus Humankorrekturen lernt.
Ein weiterer Unterschied zwischen maschineller und KI-Übersetzung ist die Tatsache, dass die Engine der maschinellen Übersetzung im Laufe der Zeit nicht dazulernt. Das heisst, die Ergebnisse in fünf Jahren werden dieselbe Qualität aufweisen wie die heutigen.
Die Grenzen kennen
Zwar werden KI-Übersetzungen immer mehr als Wundermittel bejubelt, doch sie haben auch ihre Grenzen. KI-Übersetzungen sind nicht so präzise und idiomatisch wie Humanübersetzungen. Zudem erkennt KI Feinheiten wie Wortspiele nicht immer; ganz zu schweigen davon, dass KI nie in der Lage sein wird, zu erkennen, wann Text bzw. Content lokalisiert oder kulturelle Bezüge angepasst werden müssen, damit das Zielpublikum sie als solche erkennt. Ausserdem ist da das Problem mit der Datensicherheit: Die meisten KI-Übersetzungsengines sammeln Daten und Texte, die sie online finden, und veröffentlichen den Output ihrer Übersetzungen online (obwohl DeepL verspricht, Ihre Übersetzungen nicht im Internet zu veröffentlichen, vorausgesetzt, Sie bezahlen für DeepL Pro). Wenn der Text, von dem Sie eine Übersetzung benötigen, vertraulich ist, können Sie es sich nicht leisten, dass er im Internet von jedermann gelesen werden kann. Das grosse Interesse von SwissGlobal an KI-Übersetzungen sowie unsere langjährige Erfahrung mit Lösungen im Bereich Datensicherheit bringen uns in die einzigartige Position innerhalb der Übersetzungsbranche, beide Herausforderungen gleichzeitig angehen zu können. Wir verfügen über die Humanexperten, um die Qualität der Übersetzungen zu überprüfen. Zudem werden Ihre Daten in Datenzentren in der Schweiz verarbeitet und gespeichert.
Mensch und Maschine Hand in Hand
Die Qualität von KI-Übersetzungen und die Performance der Engines verbessern sich stetig, und zwar in einem rasanten Tempo. Allerdings kann die Technologie immer noch keine Humanübersetzer ersetzen. Was sie sehr wohl tun kann: den Humanübersetzern Zeit und den Kunden Geld für Übersetzungen sparen. KI-Übersetzungen von einer sicheren und professionellen Anbieterin wie SwissGlobal enthalten das Beste aus beiden Welten.