Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/1693

Viele Menschen reisen im Sommer in den hohen Norden, um das faszinierende Phänomen der Mitternachtssonne zu erleben.
Im Gegensatz zu unseren Breiten geht dort die Sonne im Sommer nicht unter. In den polaren Regionen existieren nicht Frühling, Sommer, Herbst und Winter wie bei uns. Vielmehr verläuft dort der Jahreszyklus wie ein einziger, sehr langer Tag. Im Winter herrscht eine kalte Dunkelheit; im Sommer wochenlanger Sonnenschein. Der Ursprung dieses Phänomens liegt in der Erdachse, die um 23,5 Grad geneigt ist. Dadurch werden bei uns die Jahreszeiten und in den polaren Regionen Mitternachtssonne respektive Polarnacht verursacht. Am 21. Juni beginnt bei uns jeweils der Sommer. Dieser Tag ist für alle Orte der Nordhalbkugel der längste und für alle Orte der Südhalbkugel der kürzeste Tag. Am Polarkreis auf 66,5 Grad nördlicher Breite geht die Sonne an diesem Tag nicht unter. Während bei uns der Tag etwa 16 Stunden dauert, wird die Tageslänge in Richtung Norden immer länger; Im Gebiet des nördlichen Polarkreises bis zum Nordpol geht die Sonne gar nicht mehr unter (Mitternachtssonne), während sie im Gebiet des südlichen Polarkreises bis zum Südpol gar nicht mehr aufgeht (Polarnacht).
Das Bild zeigt eine Gesamthimmelsaufnahme mit einem Fischaugenobjektiv. Der Kreis der Bildbegrenzung entspricht dem Horizont. Die Sonne wurde jeweils im Stundentakt auf das gleiche Bild belichtet. Das Foto wurde Ende Juni bei Andenes, einer Inselgruppe der Vesterålen in Nordnorwegen, auf dem 69. nördlichen Breitengrad aufgenommen. Die Sonne beschreibt in 24 Stunden einen Kreis am Himmel. Würde man zu dieser Zeit die gleiche Aufnahme am Nordpol, also in 90 Grad nördlicher Breite, machen, wäre der Mittelpunkt des Kreises genau in der Bildmitte und die Sonne konstant 23 Grad über dem Horizont.
Foto: Andreas Walker