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Was ist der Unterschied zwischen einem Swedenborgianer und einem swedenborgischen Theologen? Als Swedenborgianer findet man sein Genügen daran, die Theologie Swedenborgs zu referieren; dass man dabei aus dem Meister einen Götzen macht, wird dem Anhänger nicht bewusst. Als swedenborgischer Theologe bekennt man sich zu einer Tradition – in meinem Fall ist es die von Swedenborg ausgehende, die ihrerseits in der reformatorischen Wertschätzung der Heiligen Schrift wurzelt –, man fragt aber trotzdem eigenständig nach der Wahrheit der überlieferten Lehre; man korrigiert sie notfalls auch, auf jeden Fall aber entwickelt man sie im Gespräch mit relevanten Wahrheitsangeboten weiter. Stillstand ist Rückschritt! Die Erkenntnis der Wahrheit will immer wieder neu erarbeitet werden. Das ist das Credo des Theologen. Ich habe deswegen nicht nur die Schriften des schwedischen Visionärs Emanuel Swedenborg studiert, sondern auch evangelische Theologie an Universitäten in Berlin und Zürich, wo ich den Master of Theology erworben habe.
Oft habe ich auch das Verhältnis Swedenborg-Lorber thematisiert. In der Neuen Kirche (Gemeinschaft der Swedenborgianer) wurde Jakob Lorber in der Vergangenheit entweder diffamiert und tabuisiert oder aber Lorberianer unterwanderten die Neue Kirche und machten sie zu einer Lorbergemeinde. Beide Extreme lehne ich ab. Die Voraussetzung für den rechten Umgang einer Swedenborginstitution mit dem »Schreibknecht Gottes« scheint mir die theologische und historische Aufarbeitung des Verhältnisses der beiden Klassiker unter den Neuoffenbarungen zu sein.