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Die Ratingagentur Moody’s sieht die Aussichten für Saudi-Arabien düsterer. Die Ratingagentur befürchtet, dass ein Ölpreisverfall zu einem deutlich höheren Staatsdefizit führen wird. Die Saudis sind weitgehend vom Export von Öl abhängig, aber die Nachfrage nach dem Rohstoff ist aufgrund der Koronapandemie drastisch gesunken.
Moody’s senkt daher den Ausblick Saudi-Arabiens von stabil auf negativ. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit einer Abwertung der Kreditwürdigkeit des Landes im Nahen Osten gut ist. Derzeit bleibt die Ratingagentur bei ihrem A1-Rating für Saudi-Arabien, dem fünfthöchsten Niveau. Moody’s berücksichtigt ein Staatsdefizit, das in diesem Jahr auf 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen wird. Das war ein Defizit von 4,5 Prozent im vergangenen Jahr.
Aufgrund der Koronapandemie gibt es weniger Fliegen, Autofahren und die Industrie läuft nicht mehr auf Hochtouren. All diese Faktoren reduzieren auch den Ölbedarf. Ein Barrel amerikanisches Öl ist weniger als 20 US-Dollar wert, während nach dem Jahreswechsel mehr als 60 US-Dollar dafür bezahlt wurden. Die Saudis selbst haben ebenfalls zu diesem Rückgang beigetragen. In der Hoffnung, einen Konflikt mit Russland wegen Produktionsbeschränkungen beizulegen, überflutete das Königreich Anfang dieses Jahres den Markt mit billigem Öl.