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Ritter Rudolf Brun stürzt mit Adeligen und Handwerkern den Rat der Stadt Zürich und wird Bürgermeister.
Oberhaupt der Limmat-Stadt ist die Äbtissin des Frauenmünsterstifts. Ihr gegenüber haben sich die Bürgerlichen grosse Mitspracherechte verschafft. Im Rat der Stadt sitzen etwa zu einem Drittel adlige Ritter und zu zwei Dritteln Kaufleute und Händler, die Handwerker bleiben aussen vor. Der schwindende Einfluss der Adeligen bewegt Rudolf Brun (um 1300–1360) dazu, sich mit ihnen und den Handwerkern gegen die Ratsmehrheit zu erheben.
Neue Machtverteilung
Am 16. Juli 1336 wird der „Erste Geschworene Brief“ verkündet, eine frühe demokratische Verfassung der Stadt. Die politischen Rechte der Patrizier werden eingeschränkt. Der neue Rat mit 26 Mitgliedern besteht zur Hälfte aus Rittern und Grosskaufleuten der Oberschicht (Konstaffel), zur anderen Hälfte aus Zunftmeistern. Der auf Lebenszeit gewählte Bürgermeister Brun dominiert den Rat. 1337 besiegt er bei Grinau seine in Rapperswil versammelten Gegner, 1350 schlägt er in der „Zürcher Mordnacht“ einen Gegenputsch nieder. Durch den „Ersten Geschworenen Brief“ behalten die Zürcher Zünfte bis zum Ende der alten Eidgenossenschaft (1798) ihre relative politische Macht. Ungewöhnlich ist die starke Stellung des Bürgermeisters und der hohe Ritteranteil im Rat, der nach Bruns Tod reduziert wird. Kaufleute und Händler bilden danach wieder die Machtgruppen in der Stadt.