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die zu Pulver oder in gröbere
Massen bis zu erbsengroßen
Stücken aufKnochenmühlen
(s. d.) zerkleinerten
Knochen der
Tiere. Das Knochenmehl dient zur Düngung namentlich solcher Kulturpflanzen, die vielen phosphorsauren
Kalks bedürfen; auch auf Wiesen zeigt es große Wirksamkeit. Am kräftigsten wirkt das Knochenmehl aus frischen
Knochen, indem hier
außer den
Salzen noch Stickstoffverbindungen eine düngende Wirkung äußern, am raschesten das staubfein gepulverte.
Zuerst wurde es 1802 von
Krupp in
Solingen
[* 6] als
Dünger angewendet. In neuerer Zeit ist das Knochenmehl zum bedeutenden
Handelsartikel geworden.
Außer dem Mehle von rohen
Knochen wird gegenwärtig auch viel von gedämpften (die
vor der Zerkleinerung
zum Zwecke der Entfettung in einem Dampfapparat behandelt werden) angewendet, weil dieses imBoden leichter
aufgelöst wird. Knochenmehl enthält durchschnittlich 3,8 Proz.
Stickstoff und 23 Proz.
Phosphorsäure. Den phosphorsauren Kalk pflegt
man oft aufzuschließen (d. h. auflöslicher zu machen) durch Behandlung des Knochenmehl mit
verdünnter Schwefelsäure
[* 7] oder Salzsäure, wodurch das
Superphosphat (s. d.) erhalten wird. -
Als
besonders leistungsfähig haben sich für die Verarbeitung roher, scharf getrockneter
Knochen Walzenpaare
(Knochenbrecher)
erwiesen, deren Umflächen mit kräftigen, scherenartig zusammenwirkenden Schneidezähnen besetzt sind;
für die feinste
Zerkleinerung werden auch gewöhnliche
Mahlgänge benutzt.
Die Zerkleinerung gedämpfter
Knochen erfolgt auf Kollergängen,
Kegelmühlen, Excelsiormühlen oder
Desintegratoren.
[* 19]
(Tubera), kugelig oder klumpenartig angeschwollene Stammteile, die sich in der Erde entwickeln, oder ähnlich
gestaltete Wurzelteile. Die Knollen dienen in den meisten Fällen zur vegetativen
Vermehrung, wie z. B. die
der Kartoffelpflanze, enthalten reichliche Mengen von Reservestoffen in Form von
Stärke
[* 20] oder
Inulinu. dgl., sodaß die aus
ihnen sich entwickelnde junge
Pflanze längere Zeit davon ernährt werden kann. Die Form und der innere
Bau der Knollen können
sehr verschieden sein.
Die morphologisch als
Stammorgane zu betrachtenden, wie die Kartoffel, haben im wesentlichen auch den
Bau eines
Stammes, nur wird die Hauptmasse desselben von parenchymatischen Geweben gebildet, die mit Reservestoffen erfüllt
sind; die übrigen Gewebe,
[* 21]
Gefäßbündel,
[* 22] Baststränge
u. dgl. sind verhältnismäßig schwach ausgebildet. Die sog.
Wurzelknollen (Radices tuberosae) haben ebenfalls reichlich entwickeltes Parenchym und unterscheiden
sich äußerlich von jenen aus verdickten Stammteilen bestehenden Knollen dadurch, daß an ihrer Außenfläche keine
Spur von rudimentären Blattorganen und auch keine sog.
Augen, d. h.
Knospen
[* 23] zu finden sind.
Auch ihre Form ist sehr verschieden, in einigen Fällen sind sie handförmig gelappt, z. B.
bei manchen Orchideen,
[* 24] in andern Fällen sind sie kugelig oder ellipsoidisch ausgebildet, wie die der
Feigenwurz,
Ficaria ranunculoides Moench. Bei manchen
Pflanzen, z. B. bei Crocus, ist der knollig entwickelte
Stamm von größern
trockenhäutigen
Niederblättern umhüllt und bietet hierdurch manche
Ähnlichkeit
[* 25] mit der
Zwiebel (s. d.); man nennt deshalb
derartige Gebilde auch
Zwiebelknollen oder Knollenzwiebeln.