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|Abt Lutold (1077?-ca.1083)

Abt Lutold
Lutold, 1077?ca. 1083. Mit der Einsetzung Lutolds durch den Gegenkönig Rudolf von Schwaben in der Osterzeit 1077 wurde das Kloster St. Gallen unmittelbar in den Investiturstreit hineingezogen. Die Mönche standen, wie es scheint, von Anfang an auf der Seite Heinrichs IV., denn aus Empörung über Rudolf und Lutold zerbrachen sie den Abtsstab. Lutold konnte sich nicht lange in St. Gallen halten. Anfangs September war Heinrichs IV. Einfluß wieder so groß, daß er Ulrich von Eppenstein als Abt im Galluskloster einsetzen konnte, worauf Lutold auf der Reichenau bei Abt Ekkehart, einem Gregorianer und Anhänger Rudolfs, Zuflucht suchte. Zwischen Ekkehart von der Reichenau und Ulrich von Eppenstein brach in der Folgezeit ein erbitterter Kampf aus. Der Abt des Inselklosters versuchte mehrmals vergeblich, Lutold wieder nach St. Gallen zu bringen. Im Jahre 1083 hat der Nachfolger König Rudolfs, Hermann von Salm-Lützelburg, Lutold abgesetzt und an seiner Stelle den Reichenauer Mönch Werinhar eingesetzt. Die Gründe für Hermanns Vorgehen sind unbekannt. Über das Schicksal Lutolds nach seiner Absetzung erfahren wir nichts mehr. Sein Todesjahr und Todesdatum sind unbekannt. In den ältesten Äbtelisten fehlt er ebenfalls.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)