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Heisser Sommer mit zwei Hitzewellen
Die Schweiz blickt möglicherweise auf den drittheissesten Sommer seit Messbeginn zurück. Er ist in guter Gesellschaft mit den letzten ähnlich heissen Sommern 2018, 2017 und 2015. Wesentlich heisser zeigte sich nur der legendäre Hitzesommer 2003. Im Gegensatz zum heissen Sommer des Vorjahres lieferte der diesjährige Sommer in vielen Gebieten der Schweiz ausreichend Niederschlag.
Für den Sommer 2019 ist im landesweiten Mittel eine Temperatur zwischen 15 und 16 °C zu erwarten. Das liegt mehr als 2 °C über der Norm 1981‒2010. Über 15 °C im landesweiten Mittel brachten bisher nur die Sommer 2018, 2017 und 2015 mit Werten zwischen 15,2 °C und 15,6 °C sowie der legendäre Hitzesommer 2003 mit seinen extremen 16,9 °C.
Häufung extrem warmer Sommer
Bereits vor Jahresfrist wurde im Sommerbulletin auf die aktuelle Häufung extrem warmer Sommer hingewiesen. In diesem Jahr ist es der vierte Sommer in kurzer Folge, welcher im landesweiten Mittel 15 °C überstieg. Vor der markanten Sommererwärmung ab den 1980-er Jahren brachten nur die extremsten Sommer mehr als 14 °C. Dieser frühere Extremwert wurde in den letzten 30 Jahren (1990‒2019) zum Sommerdurchschnitt (13,8 °C).
Aus heutiger Sicht vergleichsweise kühle Sommer mit einem landesweiten Mittel von 12 Grad oder tiefer, vor 1980 eine häufige Erscheinung, sind hingegen seit den 1990-er Jahren aus dem Sommerklima der Schweiz verschwunden. Die markante Zunahme der Sommerwärme ist eines der klaren Signale der laufenden Klimaänderung. Seit der vorindustriellen Periode 1871‒1900 ist die Sommertemperatur um rund 2 °C angestiegen.
Grosse Hitze im Juni und Juli
Die grösste Hitze entwickelte sich im Juni und im Juli. Mit einem schweizweiten Durchschnitt von 15,2 °C war es der zweitwärmste Juni seit Messbeginn 1864, zusammen mit dem Juni 2017. Massiv mehr Wärme lieferte der Juni 2003 mit 17,3 °C. Die vom 25. Juni bis am 01. Juli 2019 anhaltende Hitze mit über 30 Grad führte regional zu einer der intensivsten siebentägigen Hitzeperioden seit Messbeginn vor über 100 Jahren.
Nach dem zweitheissesten Juni registrierte die Schweiz den sechstwärmsten Juli seit Messbeginn. Im landesweiten Mittel stieg er auf 16,2 °C. Gleich warm war auch der Juli 2018, unwesentlich wärmer zeigte sich der Juli 1994. Mehr Wärme brachten nur die Julimonate 2015, 2006 und 1983 mit Werten zwischen 17,4 °C und 17,8 °C.
Die zweite Hitzewelle des Sommers 2019 im letzten Julidrittel erreichte während der intensivsten 7-Tagesperiode eine mittlere Maximumtemperatur zwischen 32 und 34 °C. In der Westschweiz war sie rund 1 °C heisser als jene im Juni. Der Raum Basel und die Alpensüdseite erlebten zwei vergleichbare Hitzewellen. In der Zentral- und Ostschweiz hingegen war die heisseste 7-Tagesperiode im Juni rund 1 °C wärmer als jene im Juli.
Extreme Juni-Juli Wärme
Die Temperatur der Juni-Juli Periode stieg mit einem landesweiten Mittel von 15,7 °C auf den zweithöchsten Wert seit Messbeginn 1864. Gleich warm war die Juni-Juli Periode im heissen Sommer 2015. Landesweit mehr Wärme brachte nur die Juni-Juli Periode im extremen Hitzesommer 2003 mit 16,4 °C.
Der August 2019 wird mit einem landesweiten Mittel zwischen 14,5 °C und 15,5 °C ähnlich warm wie der Juni. Eine Hitzewelle blieb jedoch aus. Nach den aktuellen Berechnungen bis zum Monatsende wird der August 2019 nicht unter die zehn, wohl aber unter die zwanzig wärmsten Augustmonate seit Messbeginn fallen.
Gebietsweise reichlich Niederschlag
Die sommerlichen Niederschlagssummen stiegen in der Westschweiz, auf der Alpensüdseite und im Wallis regional über die Norm 1981‒2010. Im Wallis und im Tessin gab es lokal Werte zwischen 130 und über 140 % der Norm. Ganz im Süden des Tessins lieferten die drei Sommermonate hingegen nur rund die Hälfte der normalen Mengen. In den übrigen Gebieten der Schweiz bewegten sich die Niederschlagssummen zwischen 80 und 100 % der Norm 1981‒2010.
Im Juni erreichten die Niederschlagsmengen in der Westschweiz vom Genferseegebiet zum Neuenburger- und Bielersee und im Jura, sowie vom Oberwallis über das Gotthardgebiet bis ins angrenzende Bündnerland 100 bis 150 % der Norm 1981‒2010. In den übrigen Gebieten der Schweiz fielen verbreitet 60 bis 90 %, regional auch weniger als 50 % der Norm. Das Südtessin erhielt nur 30 % der Norm 1981‒2010.
Der Juli lieferte nördlich der Alpen verbreitet 60 bis 90 %, lokal auch um 100 % der Norm 1981‒2010. In den Alpen fielen meist 80 bis knapp 100 % der Norm. Ausnahmen waren Gebiete im Urner Reusstal und in Nord- und Mittelbünden mit nur 50 % und weniger sowie das zentrale Wallis mit 130 bis 150 % der Norm. Die Alpensüdseite erhielt vielerorts 40 bis 60 %, lokal aber auch 70 bis 90 % der Norm 1981‒2010.
Im August registrierte die Alpensüdseite verbreitet weit überdurchschnittliche Niederschlagsmengen. In mehreren Gebieten stiegen die Werte auf 150 bis über 200 % der Norm 1981‒2010. Eine Ausnahme bildete das Südtessin mit nur 80 % der Norm. In der übrigen Schweiz bewegten sich Niederschlagsmengen meist zwischen 90 und 130 % der Norm. Lokal gab es auch deutlich mehr, so in den Regionen Aigle, Montana, Arosa, Andeer und Güttingen am Bodensee mit 150 bis 180 % der Norm.
Sonnenscheindauer verbreitet über der Norm
Im Sommer 2019 stieg die Sonnenscheindauer verbreitet über die Norm 1981‒2010. Sehr sonnig präsentierte sich der Juni. Nördlich der Alpen lag die Sonnenscheindauer verbreitet zwischen 120 und 150 % der Norm 1981‒2010. In den Alpen gab es meist 140 bis 180 % der Norm. Das Wallis und die Alpensüdseite registrierten 110 bis 130 % der Norm. In einzelnen Regionen der Schweiz war es der sonnigste Juni in den seit 1959 homogen verfügbaren Messreihen. In Scuol war der Juni 2019 der sonnigste Monat überhaupt in der 60-jährigen Messreihe.
Im Juli erreichte die Sonnenscheindauer nördlich der Alpen verbreitet zwischen 120 und 130 % der Norm 1981‒2010. In den Alpen und auf der Alpensüdseite gab es meist 100 bis 110 % der Norm, lokal auch etwas weniger als die Norm. Im wechselhaften August ist in den meisten Gebieten der Schweiz eine Sonnenscheindauer im Bereich oder leicht unter der Norm 1981‒2010 zu erwarten.
Der definitive Bericht zum Sommer 2019 ist ab dem 10. September 2019 in der Rubrik Klimaberichte verfügbar.
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