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Vanuatu wird in nächster Zukunft in Genf eine ständige Vertretung einrichten. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding, in dem die Schweiz dem südpazifischen Inselstaat die dafür nötige Unterstützung zusagt, hat Bundesrat Didier Burkhalter am 26. Oktober 2013 in Port-Vila mit dem Premierminister von Vanuatu, Moana Carcassès Kalosil, unterzeichnet. Auch wenn Vanuatu als Teil des asiatisch-pazifischen Raums einer der aufstrebendsten Regionen der Welt angehört, sind die Ressourcen des Inselstaates sehr begrenzt, um sich auf globaler Ebene angemessen Gehör zu verschaffen bei Herausforderungen, die das Land existenziell betreffen: Wie für die übrigen kleinen Inselstaaten des Südpazifiks gehört auch für Vanuatu der Klimawandel, der zum Beispiel das Risiko des ansteigenden Meeresspiegels umfasst, zu den grössten Herausforderungen für die Zukunft.
Die Schweiz verfügt mit Genf über ein wichtiges Zentrum der internationalen Umwelt- und Klimapolitik, in welchem zahlreiche internationale Organisationen einschliesslich Nichtregierungsorganisationen ihren Sitz haben. Eine ständige Vertretung erlaubt es Vanuatu, sich auf multilateraler Ebene bei der Entwicklung von Lösungsansätzen für die Probleme zu beteiligen, die das Land existenziell betreffen. "Dies ist der Beginn eines neuen Kapitels", sagte Bundesrat Burkhalter bei der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding mit Blick nicht nur auf den Klimawandel, sondern auch auf Ernährungssicherheit, Verteilung von Wasser, Gesundheit oder Migration. Die Annäherung zwischen den südpazifischen Inseln und Genf entspricht der Universalität, die der Bundesrat als Bestandteil der Strategie für das internationale Genf definiert hat.
Ausbildung junger Diplomatinnen und Diplomaten
Eine Unterstützung, die die Schweiz Vanuatu bei dessen Errichtung einer ständigen Vertretung in Genf leistet, ist die Ausbildung der für multilaterale Diskussionen notwendigen Fähigkeiten. An der University of the South Pacific in Vanuatus Hauptstadt Port-Vila präsentierte Bundesrat Burkhalter ein Projekt, mit dem junge Diplomatinnen und Diplomaten aus Vanuatu und den weiteren kleinen Inselstaaten des Südpazifik die entsprechenden Fertigkeiten gewinnen können. Dem regionalen Ansatz des Projekts gemäss wurde die Präsentation des Vorstehers des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA in die verschiedenen Inselstaaten übertragen.
Das von der Schweiz mit 142'000 CHF unterstützte Projekt, das von der Nichtregierungsorganisation DiploFoundation umgesetzt wird, umfasst den Erwerb von Know-how in den Diplomatiebereichen Umwelt und Klima, Menschenrechte, Handel, Gesundheit, Internet und Telekommunikation sowie humanitäre Hilfe. In einer ersten Phase soll ein Internet-basierter Ausbildungsteil den Zugang von jungen Diplomatinnen und Diplomaten in den Inselstaaten zum Projekt sicherstellen, dem anschliessend ein praktischer Teil folgt. Die zehn herausragendsten Diplomatinnen und Diplomaten können schliesslich während zehn Tagen in Genf die Arbeit im multilateralen Bereich bei den dort ansässigen Organisationen kennenlernen.
Schweiz beteiligt sich an regionaler Zusammenarbeit
Ein zentrales Thema der Gespräche von Bundesrat Burkhalter mit Premierminister Carcassès Kalosil sowie mit dem geschäftsführenden Präsidenten Samson Samsen und dem geschäftsführenden Aussenminister Bob Loughman war die regionale Zusammenarbeit. In verschiedenen Organisationen, etwa im Rahmen der„Pacific Small Island Developing States“ (PSIDS), im „Pacific Islands Forum“ (PIF) oder im "Pacific Climate Change Roundtable", erörtern die Inselstaaten gemeinsame Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze. Die Schweiz ist an einer langfristigen Unterstützung der Arbeit in diesen Organisationen interessiert und unterstützt zum Beispiel die 3. Konferenz der „Small Island Developing States“, der wichtigsten globalen Konferenz der Inselstaaten, die nur alle zehn Jahre stattfindet.
Während seines Aufenthalts in Vanuatu besuchte Bundesrat Didier Burkhalter ausserdem ein Projekt des Roten Kreuzes von Vanuatu, mit dem die Situation junger Frauen in ländlichen Gegenden verbessert werden soll. Das Projekt zielt einerseits darauf ab, die Ausbildung der Frauen auch über die Primarschulstufe hinaus sicherzustellen, nicht zuletzt auch um das Risiko zu vermindern, dass die Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Andererseits sollen die Frauen über ihre Rechte informiert werden. Die Schweiz unterstützt das Projekt mit 50'000 CHF.
Weiterführende Informationen
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