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Für die japanische Akupunktur ist die Schmerzfreiheit während der Behandlung ein wichtiges Kriterium. Daraus ist eine eine besondere Form der Akupunktur hervorgegangen: die Shonishin-Akupunktur. Bei dieser Form wird auf das Stechen von Nadeln verzichtet. Die Punkte zur Akupunktur werden mittels eines speziellen Instruments stimuliert. Es hat eine nadelähnliche Form, wird jedoch nur für Streich- und Klopftechniken verwendet. Die schmerzfreie Shonishin-Akupunktur wird gerne bei Kindern ausgeübt.
Japanische und koreanische Akupunktur
Andere Länder, andere Akupunktur - ein Vergleich koreanischer und japanischer Akupunktur mit der chinesischen Methode
Die Akupunktur ist eine Therapie- und Diagnosemethode der asiatischen Medizin. Sie ist auf eine lange Tradition zurückzuführen und heute weltweit verbreitet. Mittlerweile sind viele verschiedene Formen der Akupunktur bekannt. Alle in Europa gebräuchlichen Formen der Akupunktur haben ihren Ursprung in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Eine Form der traditionellen chinesischen Medizin ist die Ohrakupunktur. Sie wurde entscheidend durch einen französischen Arzt geprägt und weiterentwickelt. Dieser entdeckte auf der Ohrmuschel des Menschen eine Projektion des gesamten menschlichen Körpers. Neben der französischen gibt es auch die ursprüngliche chinesische Ohrakupunktur. Prinzipiell unterscheiden sie sich nur in wenigen Punkten. Dennoch wird deutlich, dass sich die Praxis der Akupunktur von Land zu Land unterscheidet.
Der Akupunktur liegt das asiatische, aus der TCM kommende Verständnis des menschlichen Körpers zugrunde, wonach der Körper von Meridianen durchzogen wird. Sie sind Leitlinien, durch die die Lebensenergie Qi den Körper durchfließt. Auch die Fünf-Elemente-Lehre von Holz, Feuer, Erde, Wasser und Metall und die Theorie von Yin und Yang, bei der Gegensatzpaare gebildet werden, stammen aus der traditionellen chinesischen Medizin. Alle drei Theorien haben die medizinische Praxis in Asien über mehrere Jahrhunderte hinweg geprägt. Zielsetzung der asiatischen Medizin ist die Balance der Elemente. Wenn sie alle miteinander im Einklang stehen, kann der Körper ohne Einschränkungen funktionieren.
Chinesische und japanische Akupunktur im Vergleich
Alle Arten der Akupunktur gehen also aus der Medizin aus China (TCM) hervor. Dort wurden die ältesten Funde in Form von Schriftstücken und Akupunkturnadeln gemacht. Nachdem sich die Akupunktur in China etabliert hatte, breitete sie sich weiter auf dem asiatischen Kontinent aus. Auch eine japanische Akupunktur entwickelte sich. Zunächst war sie ein Beruf, den ausschließlich blinde Menschen ausübten. Durch das fehlende Sehen ist der Tastsinn bei Blinden stärker ausgebildet. Dieser war und ist bis heute eine wichtige Voraussetzung, um japanische Akupunktur erlernen zu können. Deshalb ist die Ausbildung in der japanischen Akupunktur stark praktisch orientiert.
Die japanische Akupunktur wird in einem Wechsel aus Diagnose und Behandlung vollzogen. Zunächst fährt der Akupunkteur den Körper ab, um gereizte Akupunkturpunkte aufzuspüren. Diese sind schmerzempfindlich, sodass der Patient selbst anzeigt, wo die Nadel gesetzt werden muss. Diese Diagnoseform wird Honichiho genannt und ist typisch für die japanische Medizin. Wird ein gereizter Punkt ertastet, werden sofort Nadeln an die entsprechende Stelle gesetzt. Dazu wird leicht auf das Führrohr geklopft, sodass die Nadel in die oberste Hautschicht eindringen kann. In der Praxis der japanischen Medizin wird daraufhin eine Pulsanalyse vorgenommen. Dabei wird der Puls ertastet und nach verschiedenen Kriterien analysiert. Aus dieser Diagnose kann der Akupunkteur weitere Punkte ableiten.
Eine andere Besonderheit der japanischen Akupunktur ist die feine Stichtechnik der Nadeln, sodass diese nahezu schmerzfrei abläuft. Aus Berichten geht hervor, dass auch die Entwicklung des Führungsröhrchens in Japan stattgefunden hat. Dadurch können Nadeln dünner hergestellt und deshalb schmerzfreier gestochen werden. Die japanische Medizin hat nicht nur die Akupunktur aus der chinesischen Heilkunde übernommen. Auch die Moxibustion ist Praxis in beiden Ländern. Die chinesische und die japanische Moxibustion unterscheiden sich zum Teil voneinander. Häufig wird bei der japanischen Methode eine direkte Moxibustion angewendet, bei der das entzündete Beifußkraut in direkten Kontakt mit der Haut kommt. Dabei wird die Spitze eines Moxakegels an die zu behandelnde Stelle gehalten. Bevor es zu einer Verbrennung kommt, wird das Moxa entfernt. Die chinesische Moxibustion greift teilweise auch auf die direkte Erwärmung zurück. Häufiger wird bei der chinesischen Form ohne direkten Hautkontakt behandelt. Neben den genannten Therapien ist in Japan auch eine spezielle Kräutertherapie aus der TCM hervorgegangen. In der Praxis werden Tees und Kräutertinkturen angewendet, um Patienten zu behandeln. Die japanische Kräutertherapie trägt den Namen „Kampo“. Das zentrale Unterscheidungskriterium der japanischen und chinesischen Heilkunst bleibt die Palpation, also das manuelle Untersuchen der Patienten bei der Diagnose. In der japanischen Akupunktur werden die Meridiane, der Puls und die Bauchdecke abgetastet, um die korrekten Akupunkturpunkte zu lokalisieren. Die chinesische Akupunktur richtet sich stärker als die japanische nach vorliegenden Modellen und festgelegten Punkten.
Schonende japanische Shonishin-Akupunktur
Die japanische Methode steht zu den Formen aus anderen asiatischen Ländern nicht in Konkurrenz. Sie können entweder ergänzend oder alleine angewendet werden. Je nach Beschwerdebild haben die unterschiedlichen Ausrichtungen Vorteile oder Nachteile. In Europa wird die traditionelle chinesische Medizin vermehrt mit der japanischen oder koreanischen Form kombiniert.