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In der vorderösterreichischen Stadt Mengen an der oberen Donau bei Sigmaringen wird am 13. Mai 1679 Michael Frick als Sohn des Ratsherrn Johannes Frick und der Maria Dilgerin geboren. Michael besucht die Schulen in Mengen und tritt um 1697 in Kloster Schussenried ein, wo er den Namen Siard annimmt. Er legt 1699 Profess ab und studiert anschliessend Theologie. 1704 feiert er Primiz. Die ersten Jahre unter Abt Tiberius Mangold verbringt er in untergeordneten Stellungen. Erst Abt Innozenz Schmid, der 1710 gewählt wird, fördert ihn. Er wird 1711 Culinarius (Küchenmeister), 1712 Granarius (Verwalter der Naturaleinkünfte) und 1715 Cellarius (Grosskellerer, Verwalter der Klosterwirtschaft). Während der Regierung von Abt Didakus Ströbele ist er 1720−1732 auf Pfarreistellen in Otterswang und Attenweiler. Nach der erzwungenen Abdankung des unglücklichen Abtes Didakus wählt der Konvent am 21. Januar 1733 Siard Frick zum 20. Abt der Reichsabtei. Abt Hermann Vogler von Rot, Generalvikar der schwäbischen Zirkarie und Verantwortlicher für die Absetzung von Abt Didakus Ströbele, versucht auch gegen den neuen Abt wegen dessen angeblich zu wenig harter Führung vorzugehen. An Abt Siard I. Frick, der sofort eine Untersuchung fordert, beisst er sich aber die Zähne aus. Der Ordensgeneral verbietet jetzt dem Generalvikar auf Lebenszeit jegliche Einmischung in Schussenried. Nun kann Abt Siard I. die Wallfahrtskirche Steinhausen, das überragende Werk seines Vorgängers, vollenden. 1735 wird das Gnadenbild feierlich von Schussenried wieder an seinen heimatlichen Platz nach Steinhausen geführt. Jetzt geht Abt Siard I. an weitere Bauvorhaben und erstellt mit dem Baumeister Jakob Emele Pfarrhöfe in Eberhardzell und Eggmannsried, baut Kapellen und renoviert Pfarrkirchen. Er hat trotz den Kostenüberschreitungen beim Bau der Wallfahrtskirche Steinhausen keine Finanzierungsprobleme[1] und beginnt 1744 mit der eigentlichen Barockisierung der Stiftskirche von Schussenried. Während im Chor der Wurzacher Maler Gabriel Weiss arbeitet, verdingt er 1745 Johann Zick für die Stuckierung und Freskierung des Langhauses. Mit neuen Altären und der Kanzel von Joachim Früholz ist die Barockisierung 1748 abgeschlossen. Abt Siard I. hat aber trotz seines Alters noch Grösseres vor. 1748 legt der 69-jährige Prälat den Riss des Baumeisters von Steinhausen, Dominik Zimmermann, für eine neue Klosteranlage vor. Der Konvent bestellt ein Modell und überträgt die Arbeiten 1749 gemäss den Planungen Zimmermanns an Jakob Emele. Den Baubeginn erlebt Abt Siard I. nicht mehr. Er stirbt am 8. Februar 1750 und wird in der Kapitelskirche begraben.[2]
Sein Ölporträt zeigt ihn mit vielleicht 50 Jahren. Er sitzt im Lehnstuhl, grosse Energie ausstrahlend, den Kopf mit dem weissen Biret bedeckt, in der Rechten ein Buch haltend. Nur gerade das Pektorale zeichnet ihn als Abt aus. Im Hintergrund deutet das Gnadenbild von Steinhausen auf das von ihm vollendete Werk hin. Im Bild fehlt das Wappen. Wir finden es als Fresko über der Orgel, zusammen mit dem Schussenriedener Löwen. Sein Wappen ist zweigeteilt, oben in Gold ein schwarzer Adler, unten in Blau ein goldener schreitender Löwe mit einem Pfeil in der Pranke
Pius Bieri 2009
Benutzte Literatur:
Kasper, Alfons: Das Prämonstratenser-Stift Schussenried, Teil 1 und 2, Schussenried 1960.
Kaufmann, Karl: Die Äbte des Prämonstratenser-Reichsstifts Schussenried 1404–1803, Schussenried 1985.
Anmerkungen:
[2] Sie liegt südlich des Chores und wird 1840 abgebrochen. Der Grabstein kommt damals in den Kreuzgang.
|Siard I. Frick 1679–1750, Abt in Schussenried 1733–1750|
|Biografische Daten|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|13. Mai 1679||Mengen Baden-Württemberg D||Vorderösterreich|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt der Pämonstratenser-Reichsabtei Schussenried||1733–1750|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|8. Feburar 1750||Bad Schussenried Baden-Württemberg D||Reichsstift Schussenried|
|Kurzbiografie|

Die Wahl von Siard Frick zum Abt von Schussenried ist nicht unumstritten. Er kann sich aber selbst gegen den übermächtigen Generalvikar Hermann Vogler, dem Hauptverantwortlichen für die Verbannung des Vorgängers, durchsetzen und bewirkt ein Verbot des Ordensgenerals für dessen Einmischungen in Schussenried. Als Bauabt setzt er das Werk des Vorgängerabtes fort, vollendet die Wallfahrtskirche Steinhausen bis 1735 und die Barockisierung der Klosterkirche Schussenried bis 1748. Im Herrschaftsgebiet und auch am Bodensee baut er Pfarrkirchen, Pfarrhöfe und Amtshöfe. Mit Dominikus Zimmermann entwickelt er 1748 den Plan einer völlig neuen Klosteranlage, deren Baubeginn er aber nicht mehr erlebt.
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