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Kann Vermögen falsch diversifiziert werden?
Mit der Corona-Epidemie ist auch der «Black Swan» Realität geworden. Der schwarze Schwan, eine Metapher für ein Ereignis, das wie aus dem Nichts die Börsen trifft und Aktienkurse in die Tiefe reisst, ist tatsächlich eigetroffen. Oder wer hätte noch vor Wochen mit solchen Kursrückschlägen gerechnet?
Doch die Historie zeigt, dass Black Swan-Ereignisse eintreffen können. Deshalb sollte bei der Frage, wie man sein Vermögen am besten investiert, die erste Antwort lauten: Diversifiziert! Bereits der babylonische Talmud riet, man solle sein Geld in gleichen Teilen aufteilen, und zwar je einen Drittel in Grundbesitz (Immobilien), in Waren (Aktien) und «in seiner Hand» (Liquidität, Staatsanleihen) investieren. Für den theoretischen Nachweis über die positive Auswirkung von Diversifikation auf Risiko und Rendite erhielt Harry Markowitz 1990 für seine Portfoliotheorie den Nobel-Preis für Wirtschaftswissenschaften.
Wie setzt man die Diversifikation in der Praxis um?
Um titelspezifische Risiken eines Schweizer Pharmawertes zu reduzieren, kaufen Sie einen anderen Pharmawert. Um das branchenspezifische Risiko zu reduzieren, kaufen Sie Aktien weiterer Branchen in der Schweiz. Um die Abhängigkeit der Schweizer Wirtschaft zu reduzieren, kaufen Sie noch amerikanische, japanische oder europäische Aktien. Um das Aktienrisiko wiederum zu diversifizieren, weiten Sie Ihr Portfolio auf weitere Anlageklassen wie Staatsanleihen, Immobilien, Gold aus.
Die Mehrheit der Pensionskassen hat einen langfristigen Anlagehorizont und muss stabile Erträge erwirtschaften. Durch seine Eigenart weist Gold echte Diversifikationseigenschaften zu traditionellen Anlageklassen auf. Deshalb können Anlagen in Gold helfen, die Schwankungen der Performance zu reduzieren. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Gründe, die für eine Beimischung von Gold im Anlageportfolio von Pensionskassen sprechen.
Scheindiversifikation vermeiden
Das heisst jetzt nicht, dass Sie Ihr Vermögen einfach in möglichst viele Anlagen investieren sollten, denn das birgt das Risiko, von einer Scheindiversifikation getäuscht zu werden. Wichtiger ist es, dass Sie Ihre Nutzenfunktion optimieren. Dabei gilt es zu beachten, dass Sie gezielt in Anlagen investieren, welche die mögliche Rendite Ihres Portfolios erhöhen und/oder dessen Risiko senken. Salopp gesagt erreichen Sie das, indem Sie in Anlagen oder Anlageklassen investieren, welche wenig miteinander zu tun haben. Beispielsweise haben Schweizer Pharmawerte kaum einen Einfluss auf Preise von Gold oder US-Staatsanleihen und umgekehrt. Die jüngste Korrektur an den Finanzmärkten aufgrund der Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) ausserhalb Chinas zeigte, dass Aktien stark an Wert verloren, aber Gold und Staatsanleihen ihren defensiven Charakter gerecht wurden.
3 Takeaways zur Diversifikation:
- Diversifikation wirkt sich positiv auf das Verhältnis von Risiko und Rendite aus.
- Bei Diversifikation geht Qualität vor Quantität, um eine Scheindiversifikation zu vermeiden.
- Diversifikation ist die günstigste Versicherung, um Ihr Vermögen zu schützen.
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