Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03294.jsonl.gz/1554

Soziokultur in der Nachbarschaft
Nachbarschaftsnetzwerke in benachteiligten Quartieren der Agglomeration aus Sicht der Soziokulturellen Animation am Beispiel des Riethofquartiers in Opfikon
Nachbarschaftsnetzwerke sind soziale Räume, die zu den Ressourcen und zum Sozialkapital der Beteiligten zählen. Diese Ressourcen sind insbesondere in Quartieren wesentlich, die über wenig Infrastruktur verfügen, als unattraktiv gelten und eine hohe Anzahl Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status aufweisen. Ein solch benachteiligtes Quartier ist das Riethofquartier in der Zürcher Gemeinde Opfikon, die dem suburbanen Raum – auch Agglomeration genannt – angehört. Anhand dieses Beispiels untersucht die vorliegende Arbeit die Frage, wie Nachbarschaftsnetzwerke in benachteiligten Quartieren der Agglomeration beschaffen sind und welcher Handlungsbedarf für die Soziokulturelle Animation besteht. Nach einer teilstrukturierten Beobachtung werden die nachbarschaftlichen Netzwerke in drei Leitfaden-Interviews mit Anwohner*innen des Riethofquartiers explorativ erforscht. Diese Befragungen ergeben ein diverses Bild von Beziehungen und Ansichten zum Quartier. Es zeigt sich, dass das Erfassen und Einschätzen dieser Beziehungen anhand gängiger Kategorien und ohne Dialog mit den betroffenen Personen nicht möglich ist. Um Nachbarschaftsnetzwerke zu stärken, sind Möglichkeiten zur Vernetzung der Anwohner*innen sowie zur Identifikation mit dem eigenen Wohnort wichtig. Für die Soziokulturelle Animation empfiehlt sich ein lebensweltorientiertes Arbeiten, das auf den vorhandenen Ressourcen und der Perspektive der Quartierbevölkerung basiert. Nicht das Fördern und Formen von Beziehungen durch Fachpersonen, sondern die Teilhabe der Bewohner*innen am politischen und gesellschaftlichen Geschehen sowie an Entscheidungen, die «ihren» Sozialraum betreffen, stehen im Vordergrund.