Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03577.jsonl.gz/2264

Manchmal sind sich Welten so nahe, dass sie sich berühren, und wenn das geschieht, nutzt die böse Feenkönigin die Gelegenheit, Dinge zu stehlen und Kinder von der Scheibenwelt zu entführen. Als der kleine Willwoll in ihre Fänge gerät, bricht seine Schwester, die Nachwuchshexe Tiffany, mit ihren kampfeslustigen, winzigen, blauhäutigen, tätowierten, rothaarigen Begleitern zu einer Reise ins Feenland auf. Doch das Reich der Märchen ist voller Gefahren, und die Rettung des Bruders so gut wie ausgeschlossen …
Rezension
"Terry Pratchett ist einer der grossen Weltenschöpfer - er hat die ursprüngliche Energie eines wahren Geschichtenerzählers."
Portrait
Terry Pratchett, geboren 1948, fand im Alter von 13 Jahren den ersten Käufer für eine seiner Geschichten. 1983, viele Erzählungen und Bücher später, schrieb der kleine Mann mit dem grossen schwarzen Schlapphut dann seinen ersten Scheibenwelt-Roman – ein grosser Schritt auf seinem Weg zu einem der erfolgreichsten Autoren Grossbritanniens und einem der populärsten Fantasy-Autoren der Welt. Bevor er von seinen Büchern leben konnte, war Terry Pratchett unter anderem jahrelang Pressesprecher für fünf Atomkraftwerke beim Central Electricity Generating Board – und nach eigener Auskunft schrieb er nur deshalb nie ein Buch darüber, weil es ihm ja doch keiner geglaubt hätte. Seinen Sinn für Realsatire hat der schrille Job jedenfalls geschärft. Von seinen Scheibenwelt-Romanen wurden weltweit rund 80 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 38 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur verlieh ihm Queen Elizabeth 2009 sogar die Ritterwürde. Umgeben von den modernsten Computern lebte Terry Pratchett mit seiner Frau Lyn lange Zeit in der englischen Grafschaft Wiltshire. 2007 wurde bei ihm eine besondere Form von Alzheimer diagnostiziert, gegen die der Autor einen erbitterten Kampf führte. Terry Pratchett starb am 12.3.2015 im Alter von 66 Jahren.
Zitat
Gabriele Hoffmann, Harry & Pooh 2007/2008 "Wer allmählich die nach immer dem gleichen Muster erzählten Massen-Fantasy-Titel satt hat, der sollte unbedingt zu den Romanen von Terry Pratchett greifen. Seine Bücher bestechen durch ein Feuerwerk an Fantasie, das sich auf einen durchaus beachtlichen Bildungshintergrund in klassischer Mythologie stützt. Ausserdem verfügt der Autor über einen unerschöpflichen Fundus an Lebensklugheit, der mit hintersinnigem Wortwitz angereichert ist. Allein der Titel ""Kleine freie Männer"" hat es in sich. Auch wenn das auf den ersten Blick so aussieht, es ist nicht nur pure Ironie, die sich hier Bahn bricht. Zunächst geht es überhaupt nicht um Männlichkeit, sondern um eine kleine Dame: Tiffany! Was für ein Name! Tiffany hasst ihn! Sie will keine Prinzessin in Rosarot und Glitter sein, nein, lieber, viel lieber möchte sie ein Hexe werden, eine richtige Hexe. Richtige Hexen sind eigensinnig, klug, abenteuerlustig und souverän. Wer als Mädchen einen ewig klebrigen kleinen Bruder ertragen muss, wird vielleicht vermuten, dass Tiffany froh wäre, als eine böse Fee ihren Bruder ins Märchenreich entführt. Nicht so Tiffany! Selbstverständlich wird sie den Bruder retten, denn das Märchenland ist alles andere als reizvoll für kleine, verwöhnte Bengel. Ohne zu zögern bricht Tiffany auf und bleibt als Hexe nicht lange allein. Eine rauflustige, freche Bande kleiner Männer ist mit von der Partie, das Brüderchen zu befreien. Tiffany ist in bester Pratchett-Manier eine vorbildliche Heldin. Sie hat Courage, sie lässt sich nicht täuschen, sondern ist immer schnell dabei, auf den ersten Blick Offensichtliches zu hinterfragen. Sie lernt aus jedem Fehler sofort, und vor allem, sie vertraut sich selbst. So nett und hilfsbereit die ""kleinen Männer"" auch sein mögen, Hexerei hat viel mehr mit Köpfchen zu tun als mit auswendig gelernten Zaubersprüchen, und den klaren Kopf behält im Zweifel immer Tiffany. Interessant ist, dass dieses Buch auch von vielen jungen Männern geschätzt wird. Das spricht für sie, denn in den üblichen Fantasy-Bestsellern pflegen die Herren eher andere Frauentypen zu bevorzugen, solche, die man beschützen muss, oder die zumindest vornehm zurückhaltend und wunderschön sind. Nun, der Erfolg von Terry Pratchett zeigt, dass da gewisse Fehleinschätzungen existieren. Man sollte die ""kleinen Männer"" also nicht unterschätzen in ihrem Bedürfnis nach Freiheit. Wer Gefallen an Tiffanys Abenteuern gefunden hat, kann Fortsetzungen lesen, die schon erschienen sind: ""Ein Hut voll Sterne"" und ""Der Winterschmied""..."
von einer Kundin/einem Kunden
aus Lüdinghausen
am 13.07.2013
Ich gebe zu,mein erstes Pratchett Buch habe ich nach ein paar Seiten wieder weg gelegt,ich kam mit dem Humor nicht zurecht. Ganz anders war es,als ich dieses Buch las. Es hat auch diesen eigenen Pratchett Humor,aber man konnte sich da langsam "ranlesen" und den Humor verstehen und lieben lernen....Ich gebe zu,mein erstes Pratchett Buch habe ich nach ein paar Seiten wieder weg gelegt,ich kam mit dem Humor nicht zurecht. Ganz anders war es,als ich dieses Buch las. Es hat auch diesen eigenen Pratchett Humor,aber man konnte sich da langsam "ranlesen" und den Humor verstehen und lieben lernen. Die Geschichte bleibt zusammenhängend,spannend und verstehbar, auch für "Pratchettunkundige" Leser. Seither lese ich gern und viel Pratchett.