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Als Landolf Scherzers Reportage „Der Erste“ 1988 erschien, war das eine Sensation: noch nie hatte es eine Innenansicht aus dem Parteiapparat gegeben, noch nie waren so anschaulich die inneren Probleme der DDR beschrieben worden. Scherzer, „eine Art Wallraff ohne Maske“ (Der Spiegel), hatte vier Wochen lang den ersten SED-Kreissekretär von Bad Salzungen begleitet, und dieses bis dahin nicht denkbare Beispiel für Glasnost hatte vor allem die Überforderung der Funktionäre angesichts zunehmender Schwierigkeiten offenbart. Das Buch gehörte zu den meistdiskutierten Publikationen in der DDR. Ende 1989 war Scherzer wieder mit dem Ersten unterwegs und dokumentierte die Auflösung der alten Machtstrukturen.
Portrait
Landolf Scherzer, 1941 in Dresden geboren, lebt als freier Schriftsteller in Thüringen. Er wurde durch Reportagen wie "Der Erste", "Der Zweite" und "Der Letzte" bekannt. Nach "Der Grenzgänger" und "Immer geradeaus. Zu Fuss durch Europas Osten" erschienen zuletzt vielbeachtete Reportagen über China "Madame Zhou und der Fahrradfriseur" und über die aktuelle Situation in Griechenland "Stürzt die Götter vom Olymp". Im Herbst 2015 erscheint "Der Rote. Macht und Ohnmacht des Regierens."