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Im Schlossmuseum Thun ist der abgebildete Schultheissen-Stuhl aufgestellt, auf dem wohl auch Albrecht von Graffenried (1656-1711) während seiner Amtszeit gesessen haben dürfte. Später nahm er ab 1706 auch in der berühmt-berüchtigten Täuferkammer in Bern Einsitz, welche die Aufgabe hatte, den Kampf gegen das Täufertum zu führen und das eigene Territorium möglichst „täuferfrei“ zu kriegen. Als einer der Hardliner war er massgeblich mitverantwortlich für den repressiven Kurs dieses Gremiums in den Jahren seiner Dienstzeit. Höhepunkte dieses Kampfes gegen das Täufertum waren die Deportation von 1710 und der Grosse Täufer-Exodus von Sommer 1711 (vgl. dazu die Beiträge in Mennonitica Helvetica!).
Sein Tod infolge eines Unfalls in Moudon im September 1711 wurde vom niederländischen Gesandten in der Eigenossenschaft, Johann Ludwig Runckel, als Zeichen der Hoffnung auf Erleichterung und einen Kurswechsel in der bernischen Täuferpolitik unverzüglich nach Amsterdam gemeldet. In einem Brief vom 11. Oktober liess er dem mit seiner Familie nach Deventer geflohenen Daniel Rychen aus Frutigen ausrichten, „dass derjenige Herr aus der Täuffer Cammer, so Ihme jederzeit am meisten zuwider gewesen, nemblich Herr von Graffenried, Alt Schultheiss von Thun vor ungefehr 4 Wochen von seinem Hauss zu Milden in Welschland unversehens zu todt gefallen und den halss gebrochen.“