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Alle arktischen Divisionen der russischen Nordflotte werden in den nächsten Jahren mit den S-400-Raketensystemen ausgerüstet. Dies teilte der Kommandeur der Nordflotte, Vizeadmiral und Held Russlands Alexander Moissejew, mit. Ihm zufolge wird es dadurch möglich sein, einen Flugabwehrschirm über dem russischen Teil der Arktis zu schaffen.
„Die Fla-Raketen- und funktechnischen Truppen werden mit neuer Technik aus- und umgerüstet“, sagte der Vizeadmiral. In diesem Jahr wurden demnach auf Verfügung des auf Nowaja Semlja stationierten Fla-Raketen-Regiments die S-400-Systeme in die Bewaffnung aufgenommen. Diese wurden bereits geliefert und sind im Einsatz.
„Man plant, dass in den nächsten Jahren alle unsere Arktis-Divisionen mit ähnlichen Komplexen ausgestattet werden“, so der Kommandeur.
Dadurch wird laut seinen Aussagen die Arktis vor jeglichen Luftangriffen – Flugzeugen, Marschflugkörpern oder ballistischen Raketen – geschützt. In Bezug auf die neue Technik und Bewaffnung betonte Moissejew, dass deren Anteil im Durchschnitt bei etwa 60 Prozent liege, bei einzelnen Positionen, wie beispielweise Panzertechnik, ist dieser Kennwert höher.
Das auf Nowaja Semlja stationierte Regiment verteidigt seit 2015 den Luftraum der russischen Arktis. Zuvor wurden Komplexe vom Typ S-300 eingesetzt.
Raketensystem S-400
Im September 2019 war mitgeteilt worden, dass das Fla-Raketenregiment der russischen Nordflotte erstmals mit Raketensystemen vom Typ S-400 umgerüstet worden sei. Das Fla-Raketensystem S-400 aus der Produktion des Konzerns „Almas-Antej“ ist dazu bestimmt, strategische und taktische Fliegerkräfte, ballistische Raketen, Hyperschall-Ziele und sonstige Luftangriffsmittel zu vernichten.
Technik des Raketensystem S-400
Der Hersteller gibt an, mit dem System S-400 sei die effektive Bekämpfung folgender Ziele möglich:
- überschallschnelle Kampfflugzeuge in allen Höhenbereichen
- hochfliegende und weit entfernte Überwachungsflugzeuge
- Ziele mit kleiner Radarrückstrahlfläche, wie Stealth-Fluggeräte oder unbemannte Luftfahrzeuge
- tieffliegende Marschflugkörper
- unter- und überschallschnelle Abstandslenkwaffen
- ballistische Kurz- und Mittelstreckenraketen
Die Zielerfassung erfolgt wahlweise mit Radar oder dem passiv arbeitenden Funkmess-Überwachungssystem Koltschuga. Ebenso kann das S-400-System mit Radardaten von Überhorizontradars und von dem russischen AWACS-System Berijew A-50 versorgt werden.
Ziele können auf eine Distanz von bis zu 380 km und in einem Höhenbereich von wenigen Metern über Grund bis zu 30 km bekämpft werden. Durch das leistungsstarke, hochauflösende Phased-Array-Radar soll die Bekämpfung von Stealth-Flugzielen möglich sein. Die Reichweiten und mögliche Ziele hängen von den verschiedenen Lenkwaffen ab.
Dank der hohen Reichweite können viele gegnerische Luftabwehr-Unterdrückungseinheiten neutralisiert werden, bevor diese selbst in Angriffsreichweite kommen. Zudem eignet sich das System als Anti-Raketen-Rakete auch zur Bekämpfung ballistischer Kurz- und Mittelstreckenraketen mit einer Maximalreichweite von 3500 km. Diese können bis zu einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 4800 m/s (18.000 km/h) auf eine Distanz von 60 km bekämpft werden.
Heiner Kubny, PolarJournal