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Einige Kinder beschäftigten sich mit der Jahreszeitenuhr. Als sie mich fragten, wo der Pfeil gerade hingehöre, besprach ich mit ihnen, welche Jahreszeit nun sein könnte. Zum Thema wurden daher beispielsweise die farbig gewordenen Blätter, welche zu dieser Zeit oft von den Bäumen fielen, und dass es kälter, windiger und regnerischer geworden war. Martina war mit den Kindern auch schon Kastanien sammeln, die ebenfalls von den Bäumen gefallen waren.
Ein paar Tage später teilte ich zusammen mit Carla (4 J.) und später auch Chloé (4 J.) und Louise (3 J.) die kunterbunten Maisperlen in herbstliche und eher winterliche Farben auf. Warme Farben wie beispielsweise rot, beige, orange, braun und gelb kamen zusammen mit grün (für die noch grünen Blätter) in eine Box und die kühlen Farben wie blau, grau und weiss in eine andere. Während des Sortierens kam die Frage auf, warum diese so aufgeteilt würden? Wenn dies Blätter-/ Herbstfarben seien, was seien denn blau, grau und weiss für Farben? Auf meine Rückfrage, kamen die Kinder selbst auf die Lösung, dass diese beispielsweise den Schnee im Winter symbolisieren könnten. Die drei Mädchen zeigten viel Freude und waren sehr konzentriert, während sie mir halfen die Maisperlen zu sortieren.
Sortieren gehört zu den mathematischen Kompetenzen, welche Kinder ab einem gewissen Alter erlernen. Ab etwa anderthalb Jahren beginnen sie Dinge gewissen Eigenschaften zuzuordnen und können bald daraufhin diese sortieren. Erst ist sortieren nach einer bestimmten Eigenschaft möglich und später, wie man im Beispiel mit den Maisperlen sieht, schaffen die Kinder dies auch problemlos bei komplexeren Aufgaben.
Später zog ich mit einigen Kindern die herbstfarbigen Maisperlen mit einer Kinder-Nadel auf lange Nylonfäden (feinmotorisch eine grosse Herausforderung) und erklärte ihnen, dass wir nun die Blätter für einen Baum gestalten, der bald noch an die Fensterscheibe gemalt würde. Da schaute Alessandro (4 J.) immer wieder zum Fenster hoch und versuchte sich, meiner Meinung nach, wohl gerade in seiner Fantasie vorzustellen, wie es aussehen würde, was ich den Kindern als Herbstbaum beschrieben hatte. Denn er fragte dann zwischen den eifrigen Schaffensphasen oft: „Dert as Feischter?“
In seinem Alter ist er in der magischen Phase und hat besonders viel Fantasie. Dadurch können sich Kinder ab dieser Entwicklungsphase auch langsam beschriebene Dinge vorstellen.
Während dessen war Lorane (3 J.) vor allem in die herausfordernde Tätigkeit selbst vertieft. Auch Anna Nina Catarina (3 J.) und Louis Luc (2 J.) hatten sich kurz darin versucht. Es war spannend zu beobachten, wie Lily (2 J.) grosse Geduld und Fingerfertigkeit beim Einfädeln des Nylonfadens in die Nadelöse zeigte. Während wir damit beschäftigt waren, konnten die Kinder auch Laura beobachten, welche unser Fenster reinigte, welches bald den Herbstbaum beinhalten würde. Die jüngeren Kinder fragten sie: „Was machsch du da?“ Vielleicht erlebten sie dabei zum ersten Mal, dass Fenster geputzt werden müssen. Es könnte sein, dass auch dieses Erlebnis in dem Moment ihr Weltbild erweitert hatte.
Zwei Tage später konnten Ava M. (4 J.), Mija (4 J.) und Louise (3 J.) mit mir versuchen die Form eines Baumes zu zeichnen. Als Vorlage dazu diente der Baum vor dem Fenster. Wir beobachteten dazu die Gestalt und die Masse des Stammes und der Äste.
Unserem eigenen Herbstbaum werden die Blätter nicht so schnell ausgehen.
Verfasserin: Karin