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Fahne der Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute der Stadt Zug (Leihgabe Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute der Stadt Zug)
Die Fahne zeigt links je eine schwarze (früher wohl silberne) Schaf- und Stoffschere. Rechts davon ist ein goldenes Kleeblattkreuz mit der Inschrift «Gott Allein / Die Ehr» in den Eckfeldern des Kreuzes. Kreuz und Schrift sind zum Teil schwarz (früher wohl silbern) konturiert.
Die Fahne von 1714 ist eine der ältesten erhaltenen Zunftfahnen der Schweiz. Die Zunft der Schneider und Tuchscherer (heute: Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute der Stadt Zug) ist die älteste Zunft der Stadt Zug, die bis heute existiert. Sie wurde 1408 gegründet. Beim Bruderschaftsmahl vom 15.10.1714 beschloss man, dass «es wohl schön und anständig wäre, wenn man auch einen schönen Fahnen wurde machen lassen». Die neue Fahne sollte an Prozessionen und anderen kirchlichen Festlichkeiten der Bruderschaft vorangetragen werden und die Meister sollten ihr «mit brennenden Kertzen und gebührenter andacht nachfolgen». Das Material wurde von verschiedenen Zunftmitgliedern gespendet und Schneidermeister Karl Franz Huber (Lebensdaten unbekannt) anerbot sich, die Fahne kostenlos anzufertigen. Meister Franz Jakob Keiser (Lebensdaten unbekannt) schliesslich versprach, die Fahne «sein Lebtag ohne Lohn zu tragen». Mit den Symbolen (Schafschere, Stoffschere, Kleeblattkreuz) wird auf die beiden wichtigen Funktionen dieser bürgerlichen Vereinigung hingewiesen: Als Zunft vertrat sie die Interessen der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute und als Bruderschaft erfüllte sie den Zweck, Werke der Frömmigkeit und Nächstenliebe zu üben und den öffentlichen Gottesdienst zu fördern. Weitere Informationen zur Zunft können hier online nachgelesen werden.