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Isfahan liegt 1575 m hoch am Ufer des Zyanderhud und da, wo heute ca. 2 Millionen Menschen leben, hatte vermutlich schon vor der Achämenidenzeit eine Siedlung existiert, die im Laufe der Zeit zu einer Stadt mit eigener Münzstätte geworden war. 640 wurde die Stadt von den Arabern erobert und geriet zunächst unter omayyadische, dann abbasidische Herrschaft. Ursprünglich hatte sie aus zwei Teilen bestanden – Sharestan und das Judenviertel Yahudiyeh. In frühislamischer Zeit wuchsen die beiden Teile zur Stadt Isfahan zusammen, die in der folgenden Zeit von wechselnden Lokaldynastien beherrscht wurde. Quellen zufolge soll die Stadt wohlhabend, schön und sauber gewesen sein. Als die Mongolen Asien überrannten, fiel Timur Leng auch in Isfahan ein und richtete ein grausames Gemetzel unter der Bevölkerung an. Unter den Safawiden (1552-1722) begann dann Isfahans Glanzzeit. Shah Abbas I. machte Isfahan zu seiner Hauptstadt und liess prachtvolle Gärten, Plätze, Strassen und Kanäle anlegen.
Reisenden, die während ihres Aufenthalts in Isfahan in einem besonders schönen Hotel logieren möchten, sei das Hotel Abbasi empfohlen, eine ehemalige, zu einem Hotel umgebaute Karawanserei. Das Hotel ist die absolute Luxusbleibe in Isfahan, ein schaurig-schönes orientalisches Etablissement mit einem herrlichen Garten im Innenhof. Das Hotel ist weitläufig, mit vielen Sälen und Konferenzräumen, und so verwinkelt, dass man leicht die Orientierung verlieren kann. Sofern man Glück hat, kann man im Frühstückszimmer einen Platz mit Blick auf den herrlichen Innenhof ergattern. Die Aussicht auf den verschwenderisch mit Blumenbeeten ausgestatteten Hof sowie auf die Kuppel und das Minarett der Medrese Chahar Bagh im Hintergrund ist grossartig.
Shah Abbas I. hatte viele Armenier, die wegen ihrer handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten berühmt waren, in Isfahan angesiedelt und ihnen weit reichende Rechte, besonders in Bezug auf die Ausübung ihres Glaubens, zugesichert. So war in Isfahan ein ganzes armenisches Viertel mit insgesamt 13 Gemeinden und Kirchen entstanden. Die theologische Konzeption der Armenier ist der Monophysitismus, was bedeutet, dass sich die Natur Gottes, menschlich und göttlich zugleich, in einer Person manifestiert. Die grösste armenische Kirche in Isfahan ist die Vank-Kathedrale. Äusserlich gleicht die Kathedrale – Typus Kreuzkuppelkirche mit frei stehendem Glockenturm – eher einer Moschee denn einer Kirche, und nur ein kleines Kreuz auf der Kuppel weist darauf hin, dass es sich bei dem Gebäude um ein christliches Gotteshaus handelt. Das Innere der Kirche ist gewöhnungsbedürftig: Sämtliche Wände sind über und über mit Fresken bemalt – der reinste Horror Vacui. Aus Themen der Bibel sowie aus Heiligen- und Märtyrerlegenden rekrutieren sich die Motive. Genüsslich sind die Höllenqualen der Sünder grotesk-übertrieben dargestellt, Folterungen mit schauderhaften Details wie zum Beispiel aus dem Bauch quellendes Gedärm, vor Schmerz verzerrte Gesichter, verrenkte Gliedmassen, grausame Folterknechte. Ein paar wenige Auserwählte haben aber auch Glück – sie werden in ein kitschig-zuckersüsses Paradies entrückt. Interessanterweise wurde bei der Ausgestaltung der Kirche auch auf islamische Kunstelemente zurückgegriffen: sowohl die Kuppel der Kirche wie auch der Sockel entlang der Wand im Kirchenschiff sind mit wunderschöner Fliesenkeramik verkleidet – ein merkwürdiger Kontrast.