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Beim Einsturz einer Mülldeponie in Sri Lanka sind nach jüngsten Angaben der Polizei 16 Menschen ums Leben gekommen. Wie eine Spitalsprecherin am Samstag mitteilte, waren unter den Toten auch vier Kinder und Jugendliche im Alter zwischen elf und 15 Jahren.
34 Menschen wurden verletzt. Nach dem Unglück wurde Kritik an den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der 90 Meter hohen Müllhalde laut.
Der am Stadtrand von Colombo aufgehäufte Müll war am Freitag nach starken Regenfällen ins Rutschen gekommen und hatte zahlreiche Häuser und Menschen unter sich begraben. Nach Angaben der Polizei wurden 145 Hütten und Häuser zerstört.
Polizei und die Armee setzten die Suche nach Vermissten am Samstag fort. Wie viele Menschen noch vermisst wurden, war einem Militärsprecher zufolge unklar. Zwei Bagger waren im Einsatz, um Wege freizuräumen. Nach Angaben der Polizei wurden 625 Menschen notdürftig in einer Schule untergebracht.
«Wir erwarten, dass noch mehr Opfer gebracht werden», sagte Spitalsprecherin Pushpa Soysa. Der Geschäftsmann Saman Wimalasiri, der als einer der ersten Nothelfer zur Stelle war, schilderte die Rettung einer alten Frau. «Wir haben Seile verwendet und konnten eine ältere Frau herausholen, die unter den Trümmern ihres eigenen Hauses eingekeilt war», sagte Wimalasiri.
Viele Anwohner der Müllhalde hatten wegen des starken Regens zum Zeitpunkt der Katastrophe ihre Behausungen bereits verlassen. Die Zahl der Opfer wäre sonst noch viel höher gewesen, sagte ein Behördensprecher.
Kritik von Kommunalpolitiker
Präsident Maithripala Sirisena ordnete den Einsatz von Soldaten bei der Rettungsaktion an. Der Kommualpolitiker Guttila Silva, vormals Bürgermeister, sagte, die Anwohner seien wütend, weil die Stadtverwaltung trotz Sicherheitsbedenken täglich hunderte Tonnen Müll auf der Halde abladen lasse. «Die Leute sind natürlich sauer, weil ihre Proteste überhört wurden.»
Die offene Müllkippe von Kolonnawa wächst täglich um rund 800 Tonnen Müll, insgesamt sollen dort etwa 23 Millionen Tonnen Abfall gelagert sein.
Gesundheitsexperten warnen seit langem vor den Gefahren, auch das srilankische Parlament hatte kürzlich die Schliessung verlangt. Die Behörden versandten an 15 Haushalte Räumungsaufforderungen. Es gibt Pläne zum Bau eines Kraftwerks, mit dem durch die Verbrennung des Mülls Energie gewonnen werden soll. (sda/afp/dpa)