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Mit dem Programm von YMCA Myanmar unterstützt Horyzon die Förderung eines integrativen und nachhaltigen Wirtschaftswachstums, der Beschäftigung und menschenwürdigen Arbeit für junge Menschen und das Leisten eines Beitrags zur Verringerung der Armut in Myanmar.
Myanmar, die noch junge Demokratie in Südostasien, ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Internationale Aufmerksamkeit erlangte das Land durch die Rohingya-Krise, in welcher das myanmarische Militär die muslimische Minderheit mit Gewalt verfolgte. In der Folge flüchteten über eine Million Rohingya ins Ausland. Doch nicht nur ethische Konflikte, sondern auch die weitverbreitete Armut und der fragile Demokratisierungsprozess stellen das Land vor grosse Probleme. Davon sind insbesondere die Jugendlichen betroffen.
Eine Analyse von Y Care International identifizierte fehlende wirtschaftliche Stabilität, den Mangel an Arbeitsplätzen und den Ausschluss aus gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen als die grössten Herausforderungen für myanmarische Jugendliche aus armen Verhältnissen. Junge Menschen stehen unter familiärem Druck, ein Einkommen zu verdienen, aber meist sind Tagelöhner-Jobs unter gefährlichen Bedingungen die einzige Option. Mehr als ein Drittel der Befragten verdienen nicht genug, um ihre Grundbedürfnisse zu decken. 63% sind nicht in der Lage Ersparnisse anzulegen. Die Meinung von Jugendlichen wird generell nicht geschätzt: 58% der Befragten sagten, dass sie Entscheidungen in ihrer Gemeinschaft nicht beeinflussen können. 2 von 3 sind sich ihrer Rechte nicht bewusst. 3 von 4 Jugendlichen glauben, dass Männer mehr Macht haben als Frauen. Nur 15% der befragten Personen, welche mit einer Beeinträchtigung leben, haben eine stabile Lebensgrundlage. 80% der befragten indigenen Personen sind mit Menschenrechtsverletzungen konfrontiert. Mangelnde Einbindung und geringe Beteiligung junger Menschen führen zu Spannungen. Der Übergang Myanmars zur Demokratie bietet Möglichkeiten, junge Menschen in Entwicklung und Wohlstand einzubinden.
Das Projekt konzentriert sich auf 400 Jugendliche (davon ca. 75% weiblich, 25% männlich und 5% Jugendliche mit Beeinträchtigungen) als Kerngruppe, wobei durch Multiplikationsaktivitäten und Gemeindeinitiativen zusätzlich 6‘160 Personen direkt und 15‘840 Personen indirekt begünstigt werden innerhalb der Projektlaufzeit von 3 Jahren. Darunter sind auch 70 junge Menschen, welche mit einer Beeinträchtigung leben. Das Projektgebiet umfasst 4 Townships (Armenviertel) in den Städten Lashio, Maubin, Monywa und Taung Gyi in Myanmar.
Das Projekt verfolgt einen mehrgleisigen Ansatz: Einerseits werden die Jugendlichen in Grund-, und technischen Fertigkeiten ausgebildet und andererseits werden die Ausbildungen mit einem zusätzlichen Unterstützungspaket (Mentoring, Spargruppen, Networking, etc.) kombiniert. Dieser Ansatz zielt darauf ab, das Unternehmertum und die Beschäftigung junger Menschen zu fördern. Zusätzlich werden die Jugendlichen politisch aufgeklärt und über ihre Rechte und Pflichten als Staatsbürger*innen informiert. Durch das Durchführen von Jugendinitiativen in den Gemeinden werden so Stigmatisierung und Diskriminierung bekämpft und die Bürgerbeteiligung gefördert.
Bereich «Kompetenzen für Unternehmen»
Hier erwerben junge Frauen und Männer die nötigen Fähigkeiten, um ihre Möglichkeiten in den Bereichen Unternehmen und Beschäftigung zu verbessern.
Aktivitäten
- Lese-, Schreib- und Rechenkursen
- Berufsbildungstrainings
Wirkung
- Die Jugendlichen zeigen Verbesserungen in Lese-, Schreib- und Rechenkenntnissen
- 299 Jugendliche (davon leben 43 mit einer Beeinträchtigung) führen ein Unternehmen.
Bereich «Vermögen und Netzwerke»
Verletzliche junge Frauen und Männer haben Zugang zu finanziellen und materiellen Mitteln, Märkten und Netzwerken, um ihre Möglichkeiten in den Bereichen Unternehmen und Beschäftigung zu entwickeln.
Aktivitäten
- Bereitstellung von Mitteln für die Gründung von Kleinstunternehmen (Ausrüstung und Gründungszuschüsse)
- Förderung der Widerstandsfähigkeit durch Sparclubs, Verbindungen zu Krediten und Lebenskompetenztraining.
- Aufbau unterstützender Netzwerke und Schaffung eines förderlichen Umfelds durch strukturiertes Mentoring und inspirierende Vorträge von Geschäftsleuten.
Wirkung
- 239 Jugendliche wenden Ratschläge von Mentoren aus dem Privatsektor an, um ihre Unternehmen zu fördern und ihre Netzwerke zu erweitern.
- 299 Jugendliche verbessern ihre Unternehmen stetig unter Berücksichtigung ihrer Geschäftspläne.
- 269 Jugendliche geben an, dass ihre Familien sie in ihren wirtschaftlichen Aktivitäten unterstützen.
- 150 Jugendliche (davon leben 22 mit einer Beeinträchtigung) haben ein monatliches Einkommen über 50 USD.
Bereich «Jugendliche als Akteure des Wandels»
Verletzliche junge Frauen und Männer gewinnen die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen, um zu Akteuren des Wandels in ihren Gemeinschaften zu werden.
Aktivitäten
- Sensibilisierungsbesuche in der Familie und Aktivitäten zur Sensibilisierung der Gemeinschaft für Geschlechterfragen.
- Förderung der Beteiligung der Jugendlichen an der Demokratisierung Myanmars durch staatsbürgerliche Erziehung, Wähleraufklärung, Peer-Education über Rechte und Pflichten von Staatsbürger*innen und Durchführung von Gemeinschaftsaktionen durch die Jugendlichen.
Wirkung
- Junge Menschen und Gemeindemitglieder demonstrieren verbesserte Kenntnisse über Bürgerrechte und Verantwortlichkeitsthemen und wenden in ihrem Leben vermehrt staatsbürgerliches Wissen/Sensibilisierung an, um sich an Gemeinschaftsinitiativen und/oder demokratischen Prozessen zu beteiligen.
- 90 Jugendleiter*innen berichten von verbessertem Vertrauen in ihre Fähigkeit, Botschaften zu vermitteln.
- 299 Jugendliche sind aktiv an Gemeinschaftsinitiativen beteiligt.
- 3‘080 Jugendliche, Familien- und Gemeindemitglieder zeigen eine Zunahme des Bewusstseins für Geschlechter- und Machtdynamiken.
- 199 Jugendliche und 648 Gemeindemitglieder geben an, dass ihre Stimme gehört und respektiert wird innerhalb der Gemeinschaft.