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Vor drei Jahren begann für José Hernandez «ein Alptraum ohne Aufwachen», wie er es nennt. Der 45-jährige IV-Rentner wurde vom Zürcher Obergericht dazu verdonnert, monatlich 30 Franken abzuliefern. Grund: Er sollte die vom Staat vorgeschossenen Prozesskosten für seine Scheidung 1999 zurückzahlen - insgesamt mehrere tausend Franken.
Hernandez tat, wie ihm geheissen, obwohl die IV-Rente knapp war. Im Mai 2005 wurde ihm noch eine von zwei Kinderzulagen gestrichen - die monatlichen 30-Franken-Raten gingen an die Existenz, Hernandez stellte ein Gesuch für Schuldenerlass. Das Obergericht blieb hart. Nicht zuletzt, weil der IV-Rentner die Raten regelmässig bezahlt hatte: «Daraus lässt sich schliessen, dass Ihnen dieses Minimum weiterhin zumutbar ist», teilte die Inkassostelle mit - und forderte sogar den Vorschuss für die gerichtliche Trennung 1997 zurück.
Erst als Hernandez den Beobachter einschaltete, kam die Sache ins Rollen. Bei einem ersten Telefonat mit dem Beobachter erklärte das Gericht zwar noch, laut einer Steuerauskunft verfüge Hernandez über ein beachtliches Einkommen. Erstaunlicherweise teilte dasselbe Gericht Hernandez dann aber brieflich mit, dass vorerst aufs Inkasso verzichtet werde. «Die Voraussetzungen, um die Nachzahlungspflicht geltend zu machen, sind nicht mehr erfüllt», so Armin Hüppin, Chef zentrales Inkasso des Zürcher Obergerichts.
«Vielen Dank», schreibt José Hernandez an den Beobachter, «wie schön war es, den monatlichen Dauerauftrag endlich zu löschen.»