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Die Strömung beginnt östlich der antarktischen Halbinsel. Dort gelangt das kalte Schmelzwasser des Kontinents in die Weddell Sea. Von dort strömt es gegen Osten und erreicht das Kerguelen-Unterwasserplateau, das sich im Indischen Ozean, in einer Entfernung von 3000 Kilometer zu Australien von Nord nach Süd über 2200 Kilometer erstreckt.
Danach lässt die Corioliskraft die kalten Antarktis-Gewässer in nördlicher Richtung, entlang des östlichen Randes des Plateaus, strömen. In einer Tiefe von über 3000 Metern bildet sich ein Kaltwasserstrom, der insgesamt 50 Kilometer breit ist. Von seiner Existenz wussten die Wissenschaftler auch früher. Aber erst jetzt ist einer Gruppe von Wissenschaftlern aus Japan und Australien in zwei Jahren Arbeit gelungen, seine Parameter genau zu messen. Geleitet wurde die Gruppe von Yasushi Fukamachi aus der Universität Hokkaido im japanischen Sapporo.
Die Wissenschaftler setzten unter dem Meeresspiegel mehr als 30 Messgeräte entlang der vermutlichen Strömung ein. Diese autonomen Geräte befanden sich zwei Jahre lang auf dem Meeresgrund und fixierten die Geschwindigkeit der Strömung und die Wassertemperatur.
Nach einer Analyse der erfassten Informationen stellte sich heraus, dass die Tiefseeströmung eine Geschwindigkeit von mehr als 700 m/h hat und 30 Millionen Kubikmeter Wasser in der Sekunde bewegt.
Nach den Worten der Wissenschaftler kann die Wichtigkeit der Entdeckung dieser Strömung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn sie stelle im Grunde genommen einen Hochgeschwindigkeitskanal dar, durch den die Änderungen des Klimas und der Umwelt im Südlichen Ozean in nördliche Breiten übertragen werden.
Die Erforschung des Mechanismus, der solche Strömungen steuert, wird den Wissenschaftlern helfen, die Reaktion des Weltmeeres auf eine Zunahme der Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre der Erde zu verstehen. Wenn zum Beispiel die zusätzliche Wärme aus dem Treibhauseffekt der Erde zunächst für das Schmelzen von Polareis und für die Bildung von kalten Tiefseeströmungen aufgebraucht wird, so wird sie in einem geringeren Masse das Oberflächenwasser und den Wasserstand von Meeren und Ozeanen beeinflussen.
Dadurch wird die globale Erwärmung um Jahre verschoben, und zwar solange, bis sich die Strömungen ändern und die tiefen Wasserschichten an die Oberfläche kommen.
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