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Mit der Montage und der Collage haben sich neue ästhetische Kategorien etabliert, die den Beginn der künstlerischen Moderne definieren. Die von den Futuristen und Kubisten geschaffenen "papiers collés" kennzeichnen eine gemeinsame Tendenz zur Überschreitung der Kunstgrenzen, die einerseits musikalisch über Russolos "arte dei rumori" zur "musique concrète" und zur Akustischen Kunst der Gegenwart führt und sich andererseits der Musik als Klangkunst nähert. Demgegenüber sind die Sinn-Kollisionen der von Max Ernst in den 20er Jahren erfundenen Collage musikalisch nur bedingt einholbar. Die dadurch ausgelöste Auseinandersetzung mit bereits besetzten Materialien führt bei vielen Komponisten zur Reflexion über Wirklichkeit und ästhetischen Schein, über die Bedeutung der Rezeption für die Produktion, über Finden und Erfinden - kurz: zu "Musik über Musik".
Autorentext
Hans Emons (Studium der Musikerziehung, Musikwissenschaft und Altphilologie) hat sich in Aufsätzen, Hörfunkreihen und in seinen Buchpublikationen Filmmusik - eine systematische Beschreibung (zusammen mit Helga de la Motte-Haber), Für Auge und Ohr: Musik als Film und Komplizenschaften mit den Funktionen der Musik im Spiel- und Dokumentarfilm, mit der filmischen Visualisierung autonomer Musik sowie mit den Beziehungen zwischen Musik und Kunst in der amerikanischen Moderne beschäftigt.