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Die Region während ihrer Jugend
«Alle Berge um uns herum waren bewaldet. Wir hatten viel Vieh, Kühe, Ziegen, die weiden konnten, wo immer sie wollten. Nahrung gab es im Überfluss. Aber zur Schule ging ich nicht, denn es gab keine. Und es gab auch keine Strassen, um in die grösseren Städte zu fahren.»
Wie war Dawhan damals?
«Als ich vor 43 Jahren heiratete, gab es nur wenige bewirtschaftete Parzellen und einige Felder. Mein Mann und ich arbeiteten sehr hart. Einige Produkte verkauften wir in Adigrat, der nächstgelegenen grösseren Stadt. Mit den Einnahmen wiederum war es uns möglich, andere Dinge zu erwerben, die wir brauchten. Aber da es keine Strasse gab, machte mein Mann die Reise zu Fuss mit unserem Esel, zwei Tage lief er hin und zwei Tage zurück. Später wurden die Dinge einfacher. Wenn man für die Regierung arbeitete, im Strassenbau oder beim Bau von öffentlichen Gebäuden, bekam man Nahrungsmittel. Heute ist die Reise einfacher. Mit dem Minibus kann man an einem Tag hin- und zurückfahren. Ausserdem gibt es Telefone.»
Ihre schönste Erinnerung
«Während meiner Jugend hatten wir fast so viel Milch und Butter, wie wir wollten. Und Honig.»
Ihre schlimmste Erinnerung
«In einem Jahr war die Dürre extrem. Wir hatten Hunger, die Tiere hatten nichts mehr zu essen. Monatelang mussten wir durch das Land ziehen und fast jeden Tag den Standort wechseln, damit die Tiere nicht verhungerten. Das war sehr hart.»
Und heute?
«Die Dürre kommt immer wieder. Aber das Wasser des Staudamms hat unser Leben verändert. Wir können mehrmals im Jahr eine Ernte einbringen. Wir haben genug zu Essen und meine Kinder finden ab und zu als Tagelöhner Arbeit. Und mit dem Telefon kann man sehr viel einfacher kommunizieren.»