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Maienfeld spielte im ersten christlichen Jahrhundert unter den Römern eine bedeutende Rolle als Zollstätte an der Weggabelung nach Turicum (Zürich) und Brigantium (Bregenz). Bestimmt gab es im « Statto Meiensis » wie Maienfeld damals hiess, eine feste römische Besatzung und entsprechende Verteidigungsanlagen in seinen Mauern. So mag der heutige Turm vielleicht an Stelle einer römischen Feste stehen. In der heutigen Form wurde er aber mit Bestimmtheit erst etwa im 10. Jahrhundert unter den Grafen von Bregenz gebaut, die damals Unter-Rätien beherrschten. Das Schloss wechselte oft seine Besitzer bis ins 17. Jahrhundert, meist durch Heirat und Erbe, aber auch durch Eroberung oder Verkauf.
Eine eigentliche Blüte erlebte Schloss Maienfeld unter der Herrschaft der Toggenburger Grafen. Nach 1388 baute Friedrich der Vierte von Toggenburg sein Schloss grosszügig zum Palais (Wohnturm) aus. 50 Jahre später kam der erste Brandis durch Heirat auf das Schloss. Mit dem Namen Brandis, deren Namen das Schloss noch heute trägt, begann eine unheilvolle Zeit für die ganze Bündner Herrschaft. Durch die Ränke und Machenschaften der Herrschaften von Brandis wurde das heutige St. Galler-Oberland und die Bündner Herrschaft zum Kriegsschauplatz.
Im Jahre 1499, nachdem sich die Brandis einmal mehr hinterlistig und wortbrüchig in Szene gesetzt hatten, marschierten die eidgenössischen Truppen, verstärkt durch Bündner aus dem Gotteshausbund und dem Oberen Bund in Maienfeld ein und nahmen Sigmund und Türing Brandis gefangen. Sinnigerweise übergaben sie die beiden ihrem eigenen Bruder in Chur, dem Dompropst Johannes von Brandis. Dieser Letzte seines Geschlechts, Johannes, machte dann wieder gut, was seine Brüder an Schaden gestiftet hatten. Er verkaufte die ganze Herrschaft Maienfeld, mit Städtchen, Schloss und Herrschaft, die damals von Landquart bis Balzers reichte, an die Drei Bünde. Damit wurde Schloss Brandis bündnerisch.
Auch in der neueren Geschichte stand Schloss Brandis nicht immer unter einem guten Stern. Händel und schlechte Sachwalter gab es noch immer und Ende des 18. Jahrhunderts war das Schoss derart baufällig, dass es unbewohnbar wurde. Im 19. Jahrhundert ging diese bündnerische Staatsdomäne in Privatbesitz über und wurde teilweise renoviert. Der Ausbau des Turmes erfolgte 1868, wobei auch eine Wirtschaft eingerichtet wurde, die bis zum heutigen Tag den Namen der unglückseligen Brandis trägt. (www.schlossbrandis.ch)
Bibliographie