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Das Zisterzienserinnenkloster Rathausen war idyllisch eingebettet zwischen Hügeln, Wiesen und Wäldern. Es lag abgelegen und in wirtschaftlich nutzbarem, wasserreichem Gelände, wie dies dem Ideal der Ordensgründer entsprach. Verschiedene Brunnen auf dem Areal und der nahe gelegene Fluss spendeten das lebensnotwendige Nass, dienten der Bewässerung der Felder sowie der Versorgung mit Trinkwasser und Fisch.
Der Zisterzienserorden war ein hochmittelalterlicher benediktinischer Reformorden. Das Ordensideal sah ein Leben in Armut, Einfachheit und Abgeschiedenheit vor, umgeben von Feldern für die Eigenwirtschaft.
Klösterlicher Tagesablauf
Der an die Regel des heiligen Benedikt angelehnte Tagesablauf war klar strukturiert und von Beten und Arbeiten geprägt. Er sah regelmässige Gebetszeiten vor, eine davon mitten in der Nacht. Die Rathauser Tagesordnung von 1675 etwa hiess die Nonnen um 3 Uhr zum nächtlichen Gebet zusammenkommen. Zeiten des Gebets und der Kontemplation wechselten sich mit Zeiten der Arbeit ab. Dazu gehörten etwa das Abschreiben von Büchern, das Betreiben der Klosterapotheke, das Spinnen, das Weben von Stoffen, das Anfertigen von feinen Textil- und Stickarbeiten sowie Arbeiten in Garten und Feld. Das Leben im Kloster bot Frauen die Möglichkeit, sich zu bilden und sich in Wissensgebiete wie Kräuterheilkunde oder Schreibkunst zu vertiefen.
Monastische Stille
Der Tagesablauf sah auch Zeit für Kontemplation, stilles Gebet und Erholung vor. Das Abendessen wurde früh eingenommen. Die Nachtruhe erfolgte zeitig darauf nach dem abendlichen gemeinsamen Gebet. Die Klosterregel legte klar fest, zu welchen Zeiten und an welchen Orten gesprochen werden durfte.