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Ruäch
Ein magischer Trip durch das jenische Europa.
Das Porträt einer verborgenen Kultur, geprägt von Freiheitsdrang, gezeichnet von alten Wunden. Zwei Schweizer Filmemacher machen sich auf den Weg eine Minderheit filmisch zu begleiten und müssen sich grundlegende Fragen stellen: Wie macht man einen Film über Menschen, die lieber unsichtbar bleiben? Wie erzählt man von ihren Schicksalen, wenn man selbst zur Mehrheitsgesellschaft gehört? Wie lässt sich ihre Lebensweise filmisch darstellen, ohne eine voyeuristische Perspektive einzunehmen?
Die Jenischen sind eine Gruppe von Menschen mit eigener Sprache, Kultur und Geschichte. Sie sind Angehörige oder Nachfahren einer Bevölkerungsgruppe mit traditionell reisender, in der Mehrzahl wohl semi-nomadischer Lebensweise. Sie leben hauptsächlich in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich und Österreich, aber auch in anderen Weltgegenden. Ihre Gesamtzahl wird auf mehrere Hunderttausend geschätzt, allein in der Schweiz sind es rund 35‘000. Die französische Schreibweise ist Yéniche, die englische Yenish; sie werden teilweise bis heute Gens de Voyage oder Traveler genannt. In Österreich nennt man die Jenischen auch Karrner, Dörcher oder Laninger, in der Zentralschweiz Fecker, in der Ostschweiz Kessler oder Spengler. Jenisch ist die Selbstbezeichnung.
Die Jenischen, Sinti und Roma werden oft in einem Atemzug genannt, ihre Kulturen unterscheiden sich jedoch klar. Der Ursprung der Sinti und Roma wird in Nordindien beziehungsweise dem heutigen Pakistan vermutet. Ihre Sprachen, das Romanes und das Manische, entstammen dem altindischen Sanskrit. Die Jenischen hingegen sind Hiesige: die jenischen Familien in der Schweiz sind in der Regel schweizerischen Urspungs, jenische Familien in Deutschland stammen aus deutschen Gegenden etc. Die Sinti sind nach dem Mittelalter nach Europa gelangt, wo sie mit den Jenischen in Kontakt kamen. Nicht selten haben sich Jenische und Sinti-Familien verbunden. Der Überbegriff «Fahrende» für Jenische, Sinti und Roma wurde eingeführt, um das von vielen als diskriminierend empfundene Wort «Zigeuner» zu ersetzen (wobei viele Jenische das Wort
«Zigeuner» auch als Selbstbezeichnung verwenden). Der Begriff «Fahrende» ist allerdings irreführend, da der Grossteil sesshaft ist. Es ist
deshalb sinnvoll und entspricht den Vorgaben des europäischen Minderheitenschutz-Abkommens, die verschiedenen ethnischen Gruppen so zu bezeichnen, wie sie sich selbst nennen: als Jenische, Sinti und Roma.
(Text: Zusammengestellt und zitiert aus thata.ch, jenisch.info, einem Artikel-Ausschnitt von Stefan Künzli «Jenische in der Schweiz», Brigitte Baur «Erzählen vor Gericht» und de.wikipedia. org/wiki/Jenische.)
Ruäch | Synopsis
Ein geheimnisvoller Freund lädt zwei Schweizer Filmemacher auf eine Reise durch ein jenisches Europa ein. Von staubigen Vororten in Savoyen bis zu den Wäldern Kärntens erzählen Jenische aus ihrem Leben und nehmen uns mit in ihren Alltag. Ein unsichtbares Band verbindet diese unterschiedlichen Menschen: Es ist ihre Liebe zur Freiheit, aber auch die tiefen Wunden der Vergangenheit.