Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03455.jsonl.gz/1567

Wenn ein IT-Unternehmen ein anderes kauft, werden bestehende Vertriebsabkommen, auch zu direkten Konkurrenten des Käufers, im Sinne der im IT-Geschäft allgegenwärtigen "Coopetition" oft weitergeführt. Im Falle der Übernahme von Simplivity
durch HPE wird dies aber anscheinend nicht der Fall sein.
Noch sind beide Übernahmen formell nicht abgeschlossen. Wenn sie stehen, so erklärte Antonio Neri, General Manager der Enterprise Group von HPE gegenüber 'CRN.com', stehe aber eine Konzentration auf HPE an. Bestehende Vertriebspartnerschaften mit konkurrenzierenden Herstellern, so erwarte er, würden beendet werden. Im Falle von Nimble trifft dies Cisco und Lenovo
. Lenovo hat eine OEM-Partnerschaft, Cisco eine "Meet in the Channel"-Parterschaft mit Nimble Storage.
Und Dell?
Simplivity unterhält nur Partnerschaften nach dem "Meet in the Channel"-Modell. Kunden konnten den Hyperkonvergenz-Stack entweder in Form der Simplivity-eigenen "Omnicube" Appliances erwerben oder von System-Integratoren mit Servern eines der zertifizierten Partner integrieren lassen. Wie Neri schon Anfang März ebenfalls gegenüber 'CRN.com' erklärte
, will HPE die Hyperkonvergenz-Technologie von Simplivity in die eigenen Gerätelinien integrieren. Sobald dies der Fall ist, würden die bestehenden Partnerschaften von Simplivity mit Cisco, Lenovo und Huawei beendet.
Bestehende Simplivity-Kunden sollen aber weiter Support erhalten, auch wenn sie Geräte der anderen Hersteller einsetzen.
Die Partnerschaft von Simplivity mit Huawei wurde erst Anfang Dezember angekündigt, sechs Wochen bevor dann die Übernahme angekündigt wurde. Huawei erscheint im Gegensatz zu HPE, Cisco und Lenovo noch gar nicht als Hardware-Partner für hyperkonvergente Infrastruktur auf der Simplivity-Website. Dafür allerdings Dell. Dell wird im 'CRN'-Bericht mit keinem Wort erwähnt. Wir nehmen an, dass HPE auch diese Partnerschaft nicht weiterführt. Eine Antwort auf eine vor einer Woche an die Pressestelle der HPE-Zentrale in den USA gerichtete Anfrage wurde zwar versprochen, ist aber bisher noch nicht eingetroffen. (hjm)