Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03265.jsonl.gz/2243

Jody Darlings Weg zum 'Patron Meritorious'
10. September 1996
..oder, wie man durch Betrügen eines Freundes zum Bigwin für Scientology wird.
In diesem Artikel werde ich detailliert die Erfahrungen beschreiben, die mein Ex-Gatte Albert Jaquier durch seine Geschäftsbeziehung mit Jody Darling machte. Jody Darling ist ein "Patron Meritorious" der Scientology "Kirche", Mitglied des "InnerCircle" dieses Kultes, OT7, und Präsident der Pacific Training Systems, einer Scientology Firma an der 108 N. Brand Blvd, Suite 202, Glendale, CA91203. Phone 818 547 3514, Fax 818 547 3522. (Die nachfolgenden Informationen sind VOLLSTÄNDIG belegt).
Darling unterbreitete Albert einen umfangreichen, handgeschriebenen Vorschlag, datiert am 23. Juli 1989, als Anfrage zum "investieren" in die obige Firma zu. Beigefügt war eine ganze Seite detaillierter Angaben seiner Empfehlungen von Scientology und der Erwähnung von Offiziellen der Scientology "Kirche" die für ihn bürgen konnten. Damals war er noch nicht "Patron Meritorious" (was eine Zahlung von $250,000 an die IAS - die International Association of Scientologists - erfordert), sondern erst "Patron with honors"(was eine Zahlung von $100,000 erfordert). In seinem Vorschlag versprach er jährliche Gewinne von 18 - 25% für die Investition, Zitat "unsere Investitionsoptionen bringen einen Ertrag im Bereich von 18 - 25%". Der Vorschlag war auf Französisch, da Albert kein Englisch sprach.
Am 18. August schickte Darling einen Fax der mit der Frage begann, welchen Namen er auf die "Anteil Bescheinigung" setzen soll, dann aber darauf kam, was er wirklich wissen wollte -- wo ist das GELD. Er fragte wann es bereit sein werde, auf welche Bank es überwiesen werde usw. Der Kopf des Fax und die angegebene Faxnummer waren die der INTERNATIONAL ASSOCIATION OF SCIENTOLOGISTS (IAS). Das ist äusserst wichtig, weil es die Möglichkeit anzeigt, dass das Geld oder Teile davon in Wirklichkeit an die IAS ging. Es ist nämlich gemäss Hubbards Anweisungen strengstens verboten, die Einrichtungen von Scientology Organisationen (Orgs) für irgend etwas anderes zu benutzen als "Org Geschäfte". Zudem ist auch das Ausüber jeglicher privaten Geschäftstätigkeit in den Liegenschaften der Flag Service Organization, Inc.(FSO) untersagt. Der EINZIGE annehmbare Grund für die IAS, dass Darling ihr Büro und ihre Einrichtungen benutzen durfte, war dass sie von seinem Tun profitierten. Wir werden sehen, dass sie offensichtlich profitierten. Er schickte am 20.August 1989 einen weiteren Fax, ebenfalls aus den Geschäftsrämen der IAS, mit dem er die Nummer seines Bankkontos angab und versprach, er werde die "Darlehensdokumente" und die "Aktienanteile" IN ZWEI WOCHEN zustellen. Mehr als fünf Jahre später, zum Zeitpunkt seines Todes, hatte Albert noch KEINERLEI DOKUMENTE ERHALTEN.
Doch zurück zum Ablauf der Ereignisse:
"..... es stehen ihnen jeden Monat Zahlungen in folgender Höhe zu:
$100'000 Darlehen - Zinsrate 21.6%
$100'000 Anteil am Aktienkapital mit einer garantierten Gewinnrate von 15% pro Jahr
Total der monatlichen Rückzahlungen
Das amerikanische Gesetz erlaubt uns für Darlehen eine maximale Zinsrate von 15% ...... Zudem gibt es bei der Auszahlung von "Dividenden" in die U.S. eine zusätzliche Komplikation, da die Deklarierung ihrer Rückzahlungen aus dem Aktienanteil als "Dividenden" zu einer "Doppelbesteuerung" führen würde (ihre Gewinne würden bei der Pacific Training Systems als auch bei der Jaquier Investments besteuert). Um diese Probleme zu vereinfachen, möchte ich ihre monatlichen Rückzahlungen über folgende zwei Wege machen:
1. Mit einem monatlichen Scheck über $1'250, als Zinszahlung für das Darlehen deklariert. Dies würde als erlaubte jährliche Rückzahlung von 15% verrechnet.
2. Die verbleibenden $1'800 pro Monat werden für geleistete "Beratungstätigkeit" ausgezahlt. Dadurch wird dieses Geld als steuerfreie Geschäftsauslage eingestuft.
(Ende Zitat) Whatta guy!! (Jaquier Investments war Alberts eigene Firma).
Die weitere Entwicklung wurde später von Albert zufälligerweise entdeckt und erklärt nicht nur, warum Darling zum Senden und Empfangen seiner Geschäftsfaxes die Büroräume der IAS benutzte, sondern auch das Scheitern der Rückzahlung des Darlehens durch Darling. In der Ausgabe 28 des IAS Magazins "Impact" war eine Foto vom 13. Januar 1990, auf der Heber Jentzsch Darling zum Kauf seines 'Patron Meritorious' gratulierte!! Darling zahlte also der IAS irgendwann zwischen dem Empfang des Geldes von Albert und dem 13. Januar 1990 $150'000 um seinen 'Patron with honors' zum 'Patron Meritorious' umzuwandeln. Es existiert tatsächlich ein handgeschriebener Notiz von Albert mit der Bestätigung durch die Frau eines IAS Verkäufers, dass $150'000 des Geldes, das Albert an Darling überwies, der IAS für Darlings 'Patron Meritorious' bezahlt wurde. Albert wurde erzählt, dass sein Geld in Darlings Firma "investiert" wurde, in "Aktien" und einem "Darlehen"!!
Darling sollte den Zins und die Dividenden monatlich zahlen und am 20. August 1990 das $100'000 Darlehen zurückzahlen. Als der Zeitpunkt zur Rückzahlung des Darlehens kam zahlte er nicht nur nicht, sondern stellte auch die regelmässigen monatlichen Zahlungen ein. Nach dem August 1990 war der geringste Betrag mit dem er mit seinen Zahlungen im Rückstand war $83'000 und seine Zahlungen erfolgten zunehmend unregelmässiger.
Ende Juli 1990 erinnerte Albert Darling daran, dass im August die Rückzahlung des Darlehens fällig war. Darling ignorierte seine Faxes!!
Im November 1990 meldete Albert erneut die Situation an die Scientology "Kirche" und fügte bei, er selbst habe kein Geld und Darling vergnüge sich aud der "Freewinds", dem Kreuzfahrtschiff von Scientology. Darling war $83'000 im Rückstand mit seinen Zahlungen. Albert fuhr fort mit Berichten über die Situation, zusammen mit seinen sich stets verschlechternden finanziellen Voraussetzungen und dem sich verschlimmernden Zustand seiner Gesundheit, aber es gibt keine Hinweise, dass CofS etwas unternahm. Sie ignorierten offensichtlich die Wünsche von Albert, gaben Darling den besten Service und nahmen selbstverständlich sein Geld.
Im Mai 1991 startete Darling eine weitere von seinen "kreativen" Geschäftspraktiken. Am 18. Mai 1991 schickte er Albert die Kopie einer "Absichtserklärung", unterschrieben durch Darling und jemand, der sich John Hetherington nannte, "Vorsitzender des Vorstandes". Dieses Schreiben beschrieb scheinbar ein sehr attraktives Übereinkommen zum Kauf von 85% der Pacific Training Systems, erklärte jedoch nicht, wer der Käufer sein wird und machte keine Angaben über den "Vorstand", dessen "Vorsitzender" Hetherington ist. Am 14. Juni 1991 sandte Darling ein Dokument zur Unterschrift an Albert, das nicht nur schwer zu entziffern war sondern auch Lügen enthielt. Er begann mit dem Beschreiben des Angebots, 85% des Aktienkapitals der Pacific Training Systems zu erwerben für $80 pro Aktie. Er fuhr fort:
"1. Sind sie mit diesem Angebot einverstanden und verkaufen sie ihren Anteil zu einem Preis von $80 pro Aktie? Sie besitzen zurzeit einen Anteil von 3490 Aktien. Ursprünglich kauften sie ihren Anteil für $51.35 pro Aktie. Ihre Zusage würde ihnen einen Gewinn von rund 55.8% auf ihren Anteil am Aktienkapital erbringen für die Zeit ihrer Beteiligung. Sämtliche ihnen durch die Firma zurzeit geschuldeten Dividenden und Zinsen werden zusätzlich zu diesem Betrag beglichen. Das bedeutet, dass sie im Falle des Verkaufs ihres gesamten Anteils nach Abschluss der Transaktion $279'200 erhalten würden..... Bestätigen sie bitte ihre Antwort mit der Unterzeichnung dieses Dokuments." (Ende Zitat)
Darling behauptete später, mit dem Dokument vom 14. Juni sei ein "Vertrag" begründet worden um Alberts Darlehen ins Aktienkapital zu überführen!!! Unmittelbar darauf begann er Albert als "Investor" und nicht mehr als Gläubiger zu bezeichnen. Zwischen November 1990 und Februar 1992 zahlte Darling das eindrückliches Total von $5'250.
Wir werden nun sehen, was Albert in den folgenden zwei Jahren alles unternahm um sein hart verdientes Geld zurückzubekommen; und sein Geld war sehr hart verdient. Mit vierzehn Jahren verliess er die Schule um zu arbeiten. Er arbeitete sich erfolgreich hoch vom Arbeiter auf einem Autofriedhof bis zum Besitzer dieses Geschäfts und er machte daraus ein Autogeschäft mit einem Umsatz von mehreren Millionen Dollars. Er war 45 als er 1980 in Scientology verwickelt wurde und er hatte sein Leben lang sehr hart gearbeitet.
Ich habe nicht alle Faxes, die Albert an Darling und die Scientology "Kirche" schickte und ich habe auch keine Aufzeichnung von allen Telefonanrufen die er machte. Eine Freundin von Albert schrieb im August 1992 einen langen Brief mit dem sie sich über die "Umwandlung" des Darlehens in Aktienkapital und das Versagen von Darling mit den Rückzahlungen beschwerte. Alberts Assistentin fuhr fort mit Anzeigen über Darling an Scientology "Kirche" im Oktober, im Dezember (als berichtete, dass Albert auf der Intensivstation war) und im Januar 1993. Ebenfalls im Januar 1993 antwortete die Scientology "Kirche", 16 Monate nachdem sie mit der Situation bekannt gemacht wurde. WISE (World Institute of Scientology Enterprises) schrieb um zu melden, dass Darling bei Flag in Clearwater überprüft wurde und unter Druck gesetzt wurde, etwas zu unternehmen um das ganze zu bereinigen. Inzwischen erholte sich Albert von einem schweren Schlaganfall, er war zwei Wochen bewusslos. Albert war OT7, mit dem Scientology einer Person "cause over life" versprechen. Nach seinem Schlaganfall blieb Albert bis zu seinem Tod arbeitsunfähig.
Am 26. Februar 1993 geruhte sich Darling endlich zu schreiben (an Alberts Assistentin). Wenn man den Brief liest könnte man annehmen, dass Darling von Flag zurechtgewiesen wurde. Er schrieb:
"... nach einigen Aussagen in ihrem an mich gerichteten Brief zu urteilen, und dem [Bericht] den ich bei Flag über Weihnachten erhielt, halte ich es für wichtig dass wir einige Punkte bezüglich Alberts Investitionen klären" (Ende Zitat).
Durch diese Faktoren wurde die Firma finanziell und operativ hart getroffen, und trotz einem enormen Anstieg der Arbeit (und verschiedenen Überweisungen an die Firma durch andere) waren wir nicht in der Lage Alberts Forderung um Rückzahlung zu erfüllen und seinen Aktienanteil gemäss dem ursprünglichen Übereinkommen zu kaufen...
Trotz diesen Rückschlägen blieben wir im Geschäft, überstanden den Sturm und brachten die Firma weg vom Abgrund des Bankrotts..." (Ende Zitat).
Man muss sich hier bewusst sein, dass die angesprochene Zeitperiode (kurz nach dem Albert sein Geld überwies) die GLEICHE ZEITPERIODE IST, IN DER ER $150'000 AN DIE IAS GAB!! Wenn er beschreibt, wie hart er gearbeitet habe und wie schlecht der Zustand der Firma ist, dann ist es schwer einzusehen wie er es sich leisten konnte, seine Zeit und sein Geld für ausgedehnte Kreuzfahrten mit dem Schiff oder die ständigen Aufenthalte in Clearwater aufzuwenden. Sein Eingeständnis jedoch, dass seine Geschichte unter Scientologen üblich ist, ist allzuwahr.
Er bezieht sich auch auf den "Transfer" von Alberts Darlehen zum Aktienanteil:
Da er keine Unterstützung durch die Scientology "Kirche" bekam, wendete sich Albert im August 1993 an die Spitze, an die letzte und höchste lebende Autorität in Scientology, den CHAIRMAN OF THE BOARD, RELIGIOUS TECHNOLOGY CENTER, COMMANDER DAVID MISCAVIGE!!!!! Louise Cournoyer, Alberts Assistentin, schrieb den Brief dem eine Übersetzung eines Briefes von Albert beigelegt war, in dem er sechs Darlehen beschrieb, die er Scientologen gewährte, eingeschlossen Darling, und die sich auf grösstenteils noch ausstehende $650'000 beliefen. Louise erwähnte auch die ernsthaften gesundheitlichen Probleme von Albert trotzdem er OT 7 war, die durch die ausstehenden Schulden enstandenen finanziellen Härtefälle und die Tatsache, dass Albert diese Situation wiederholt den CofS Offiziellen meldete ohne dass daraufhin je etwas unternommen wurde.
Da das Religious Technology Center (RTC) für die reine Anwendung von Scientology verantwortlich ist, konnten wir erwarten, dass Commander Miscavige einige harte Massnahmen ergreift wenn er mit diesen offensichtlichen Verfehlungen konfrontiert wird. Flag (von der behauptet wird, die "perfekte" Anwendung von Scientology zu erbringen) machte jemand zum OT 7 (der zur Handhabung sätlicher Krankheiten verhilft und die Person "cause over life" macht) und er erleidet einen Schlaganfall und lag im Koma. Scientologen, die eine unglaublich machtvolle, vollständig brauchbare, 100% wirksame Geschäfts- und Ethik "Technologie" haben halten ihre Versprechen nicht und zahlen ihre Schulden nicht zurück. Sie haben Rückstände in der Höhe von $650'000. Über diese Vorkommnisse wurden die Offiziellen von Flag und WISE, deren Aufgabe die Bereinigung solcher Situationen ist, orientiert und diese Offiziellen machen nichts.
Am 7. September 1993 schrieb COMMANDER DAVID MISCAVIGE, CHAIRMAN OF THE BOARD, RELIGIOUS TECHNOLOGY CENTER an Louise zurück und sagte:
Der Gebrauch der Floskel "ärgerliche Investitionen" in Bezug auf die Weigerung, die Darlehen zurückzuzahlen und, in einigen Fällen, den angewendeten Betrug um die Darlehen zu behalten, wie im Brief von Albert/Louise beschrieben, verfehlt gelinde gesagt den springenden Punkt. Er verkennt den wahren Grund für Alberts Krankheit, möglicherweise sieht er auch nichts falsches in der durch Auditing versprochenen guten Gesundheit, hunderttausende von Dollars auszugeben um OT 7 zu werden und dann einen Schlaganfall zu erleiden und ins Koma zu fallen. Übrigens bedeutet das falsche Buchstabieren von Alberts Namen gemäss Hubbards "Schriften", dass der Schreiber nicht richtig abschreiben kann und demzufolge ein "erniedrigtes Wesen" ist.
Am 8. September 1993 schrieb Albert an alle seine Schuldner, eingeschlossen Darling, und erklärte ihnen den sehr schlechten Stand seiner Finanzen und den äusserst ernsthaften Zustand seiner Gesundheit. Er sagte, sein Leben hänge davon ab, ob sie nun ihre Versprechen einhalten oder nicht und das erwies sich als zutreffend. Sie hielten ihre Versprechen nicht und der Stress, Bankrott, Verarmung, Mangel an Geld für die medizinische Versorgung, Depressionen, das Gefühl, betrogen worden zu sein, die Indoktrination, dass Auditing ihn heilen würde, all das führte zu seinem Sterben im folgenden Jahr im Alter von 59 Jahren!
In diesem Brief erwähnt er das interessante Detail, dass er den "New OT 5" machen sollte, es sich aber nicht leisten konnte. Er hatte OT 5 bereits ZWEIMAL gemacht. Normalerweise wird jeder Grad nur einmal gemacht, aber es entspricht der Taktik des Kults, das Versagen von Scientology beim Vermitteln der versprochenen Vorteile mit der "Entdeckung" irgend eines Fehlers beim Grad den die Person soeben machte zu erklären und die Wiederholung des Grades zu verlangen. Das was als falsch "entdeckt" wurde kann eigentümlich für die betreffende Person sein oder es kann für alle zutreffen, die diesen Grad machten. Der Grund, warum von Albert verlangt wurde dreimal OT 5 zu machen, war weil die erste Version die er erhielt angeblich durch David Mayo absichtlich abgeändert wurde. Mayo war Hubbards rechte Hand, der sich gemäss Hubbard als von Feinden eingeschleust erwies, um Scientology zu vernichten. (Hubbard behauptete 19951 eine "Wissenschaft" zu haben, die zur Beurteilung des wahren Charakters eines Individuums, eingeschlossen der Ehrlichkeit, verwendet werden konnte. Aber er arbeitete während Jahren mit Mayo eng zusammen und betraute ihn mit der Technologie, von der Hubbard behauptete sie sei die EINZIGE Hoffnung für die Menschheit bevor er die "Wahrheit" über David Mayo "entdeckte".)
Nachdem Albert OT 5 zum zweiten Mal gemacht hatte und mit OT 7 weiterfuhr, wurde "entdeckt" dass der von ihm gemachte OT 5 unvollständig war weil "jemand" Teile von Hubbards Aufzeichnungen entfernte. So kam es nun zu einem dritten OT 5, dem ALLE durch Hubbard entwickelte Technologie angepriesen wurde und der die Probleme von denjenigen lösen sollte, die OT 7 und OT 8 waren und ernsthafte Gesundheitsprobleme und andere Schwierigkeiten hatten. Und natürlich musste jede Wiederholung erneut voll bezahlt werden!
In Bezug auf die "Technologie" und Hubbards Verantwortlichkeit für ihre Reinheit verlangt der Kult von seinen Mitgliedern absoluten Gehorsam. Gemäss der Geschichte des Kults zog sich Hubbard 1966 von allen Geschäften zurück um sich fortan der "Erforschung" der "Technologie" zu widmen. Auf einer Bandaufnahme vom September 1967 behauptete er, dass er zwischen Januar 1963 und September 1967 ein "Jahrhundert" der Forschung geleistet habe und dass die gesamte OT Angelegenheit vollendet wurde. Wenn wir annehmen, dass er im gleichen Tempo weitermachte -- nachdem sein Job nur noch die Forschung war, und er behauptete sich nicht mehr mit Geschäftsangelegenheiten zu befassen, mit was anderem sollte er sich sonst befasst haben -- dann muss er zwischen Januar 1963 bis zu seinem Tod im Januar 1986 etwa 500 Jahre Forschungsarbeit geleistet haben. Während diesen 500 Jahren war er unfähig ein System zu hinterlassen das sicherstellen würde, dass das was das Publikum zum Preis von bis zu $1'000 für eine Stunde erhielt auch tatsächlich dem entsprach, was er entwickelt hatte. Er konnte niemand dazu bewegen nach L.A. zu fahren (einige Stunden entfernt) um Kopien von OT 5, die sie dort auslieferten, zu holen und zu überprüfen. Stattdessen verkaufte CofS während etwa 12 Jahren schlechte "Technologie", von 1979 bis 1991. Als er starb hinterliess er einen Schlamassel und das RTC benötigte fünf Jahre um alle seine Notizen zu OT 5 zu ordnen!! Das ist die Erklärung der CofS für das Ausbleiben der versprochenen Erfolge.
Zurück zu Darling, und die weitere Entwicklung erschien verheissungsvoll. Am 1. November 1993 gab WISE bekannt, dass Darling ein Committee of Evidence (CommEv) bekommen würde, eine sehr strenge Art einer "Gerichtshandlung". Sein Betrug und seine ausstehenden Schulden gegenüber Albert waren jedoch in der Anzeige, die sich auf drei andere Scientologen bezog die er ebenfalls betrog, nicht besonders erwähnt.
Es waren 19 Anklagepunkte, so unter anderem UNTERSCHLAGUNG und ERSCHLEICHEN VON DARLEHEN ODER GELD MIT FALSCHEN BEHAUPTUNGEN. Mehr als drei Jahre nachdem Albert Darling bei der CofS anzeigte ergriff ihn die "rasche" Rechtsprechung von Scientology. Die Anzeige ordnete an, dass das CommEv innert sieben Tagen abgeschlossen sein sollte. Das CommEv war jedoch im April 1994 noch nicht durchgeführt.
Am 29.Januar 1994 schrieb Albert der IAS und verlangte die unverzügliche Rückerstattung der Spenden von Darling für seinen 'Patron Meritorious' (und von zwei weiteren 'Patrons Meritorious' die sehr stark im Zahlungsrückstand von grosse Schulden an Albert waren). Dieser Schritt fiel Albert nicht leicht, da bereits das Ersuchen an die CofS um Rückerstattung von Geld als "unterdrückerisch" betrachtet und mit Ausschluss geahndet wird und "Fair Game" nachsich ziehen kann.
Albert fuhr damit fort, die Lage häufig an die CofS zu melden und am 13. Februar 1994 schrieb der bei FSO für Verfahren zuständige Kaplan. Der Inhalt des Briefes schien wie immer eher die Absicht zu haben, den guten Willen zum Helfen zu zeigen als irgend etwas wirksames zu unternehmen. Eine der Kopien des Briefes ging an den mit "Image" beauftragten Offiziellen bei FSO.
Albert war wirklich verzweifelt. Er schrieb an MONSIEUR GUILLAUME LESEVRE, EXECUTIVE DIRECTOR INTERNATIONAL und verlangte von der IAS eine Rückerstattung des Geldes, das Darling auf betrügerische Weise von Albert erhielt und an sie weiterleitete. Er schickte auch täglich Faxes an Darling, die wie gewohnt ignoriert wurden. Am 25. Februar 1994 informierte er die IAS und den für Verfahren zuständigen Kaplan dass er, Albert, angeklagt wurde weil er nicht in der Lage war einen seiner Kreditgeber zu zahlen.
Nachdem Albert während 7 Monaten von Darling ignoriert wurde bekam er am 1. März 1994 einen Fax von Robert Eakin, offensichtlich einem von Darlings Lakaien, der folgendes festhielt:
"Mr Jaquier
Hier wird doch klar aufgedeckt wie Darling von der Tatsache profitierte, dass Albert keine rechtliche Massnahmen gegen ihn ergreifen konnte.
Am 2. März 1994 schrieb der für das Verfahren zuständige Kaplan und machte das Zugeständnis, dass das Darlehen an Darling durch einen IAS Verkäufer namens Hans Peter Tschupp arrangiert worden war.
Eakin schrieb am 3. März 1994 ebenfalls einen langen Brief an den für das Verfahren zuständige Kaplan. Er legte dem Schreiben eine Kopie des "Vertrags" vom 14. Juni 1991 bei als "Beweis", dass Albert sein Darlehen in Aktienanteile "transferierte". Er bezog sich auch auf den von Darling vorgeschlagenen Steuerhinterziehungsplan mittels "Beratungsauslagen" und lastete ihn Albert an. Er zähle dann in aller Länge die mutmasslichen Gründe auf, warum Darling an Albert NICHT zahlen muss und nannte Albert einen Lügner.
Am 15. März 1994 beschwerte sich Albert bei der CofS weil nicht unternommen wurde und er "praktisch ruiniert" war. Er fuhr fort mit Briefeschreiben und flehte von nun an um Hilfe!!! Am 3. April 1994 schickte ihm der zuständige Kaplan Kopien von "Vorladungen zum Erscheinen" für das Verfahren des Kaplans. Als Dalings Lakai, Eakin, die Vorladung bekam schickte er dem Kaplan einen Fax und brachte ihm höflich bei, dass die in LA und mit dem zuständigen Kaplan verhandelte Angelegenheit ihn selbst eigentlich nicht betreffe. Er wies auch darauf hin:
Der zuständige Kaplan brauchte sechs Tage um zu entscheiden, was nun zu tun war, und er entschied sich richtig. Er schrieb unbeeindruckt zurück, dass er seine Dienste an Mr. Jaquier nicht zurücknehmen könne und dass er eine schriftliche Antwort von Darling und die Befolgung seiner gerichtlichen Verfügung erwarte.
Die gerichtliche Verfügung war mit "Vorladung - Anzeige zum Erscheinen" betitelt, nannte Albert als Kläger und Darling als Angeklagten, und versuchte dem ganzen einen offiziellen Anstrich zu verleihen. Sie stellte fest, in Auszügen:
Inzwischen schrieb Albert am 7. April 1994 an Darling und verlangte, den Kredit von Jaquier Investment, die bankrott war, auf den Namen von Albert Jaquier umzuschreiben. Er verlangte auch postwendend die Aktienzertifikate. Er wiederholte, dass der "Vertrag" vom 14. Juni 1991 null und nichtig war. Am nächsten Tag schrieb er dem Präsidenten von WISE und ersuchte um Hilfe. Zwei Wochen später, nachdem er Albert 8 Monaten lang ignorierte, SCHICKTE DARLING EINEN FAX!! Der Fax war mit dem Briefkopf von Pacific Training Systems versehen, aber der Faxheader war "from Commonwealth Manuf. Corp". Er sagte er habe noch einige Punkte von Alberts Fax vom 7. April zu klären. Er fragte unter anderem folgendes:
Damit kommen wir zum 1. Mai 1994, als Albert an Hans Peter Tschupp schrieb, einem der IAS Verkäufer (Verkäufer ist eine falsche Bezeichnung weil sie für das kassierte Geld nichts liefern, sie gebrauchen Drohungen, Scientology würde zerstört oder geschädigt falls the mark nicht bezahlt -- aber, wie Verkäufer, sie bekommen für das von ihnen gesammelte Geld eine Kommission). In diesem Brief drohte Albert mit rechtlichen Schritten gegen alle sein Schuldner, eingeschlossen Darling, die IAS und Tschupp als der Anstifter zum Betrug.
Am 5. Mai 1994, dem Datum an dem Darling "zum Erscheinen vorgeladen wurde" und ihm in Falle des Nichterscheinens ein Versäumnisurteil angedroht wurde, findet sich in Alberts Tagebuch ein trauriger Eintrag. Er besagt "Kein Jody -- kein Verfahren des Kaplans". Es ist auch keine Aufzeichnung des Versäumnisurteils vorhanden. Zwei Tage später erwähnte er wiederum in einem Eintrag, dass er traurig war, er hatte "das schlimmste Tief des Elend" erreicht und schloss mit "ihr werdet mich vermissen -- ich bin wirklich am Ende". Am 11. Mai 1994 versuchte er nochmals der Scientology "Kirche" die Ernsthaftigkeit seiner Situation zu vermitteln. Er wollte in die Schweiz zurückkehren, er hatte alles verloren, seine Kinder, Freunde, Ehen, Geld, Gesundheit und er sah keine Zukunft. Sein letzter Wunsch war, in Frieden sterben zu können. Am 19. Mai 1994 reiste er in die Schweiz.
In der Schweiz schien er sich etwas zu erholen, erneuerte seine Kräfte um zurückzukehren und es noch einmal zu versuchen. Dies erwies sich als sein allerletzter Versuch, er blieb wie alle anderen erfolglos und er sollte in Wirklichkeit die Schweiz nie wieder sehen. Er kehrte im Juni 1994 zurück und unternahm in den nächsten paar Monaten alles was er konnte, aber er hatte nicht mehr länger die Kraft oder den Willen zu kämpfen. Er war ein gebrochener, depressiver Mann. Er lieh sich bei mir Geld und, entsprechend meinen Erfahrungen in Scientology, ich hatte etwa gleichviel Geld wie er.
Im Oktober 1994 drohte ihm seine Bank mit der Kündigung, falls er die ausstehenden Beträge für die Hypothek nicht begleiche. Am 26. Oktober 1994 beantragte er offiziell die Rückerstattung von $93'000, die er persönlich direkt an die IAS bezahlt hatte damit er und ich "Patrons" wurden und unser Sohn ein "Sponsor". Er war sich bewusst, dass er damit riskierte zur "unterdrückerischen Person" erklärt zu werden. Ich besitze keine Aufzeichnungen und er erwähnte auch nie, ob durch den Kult irgendwelche CommEv oder sonstige Aktionen gegenüber Darling unternommen wurden. Es muss auch bemerkt werden, dass Darling seine Zahlungen an Albert einstellte lange bevor die Scientology "Kirche" vorgab etwas zu unternehmen und dass trotz allem, was Albert während VIER JAHREN unternahm, die Scientology "Kirche" DARLING NICHT DAZU BRACHTE ALBERT EINEN EINZIGEN PENNY ZU GEBEN. Das ist das Resultat der Anwendung von Scientology Geschäfts- und Ethik-"Technologie" durch die Organisationen und einzelne Mitglieder (Flag, WISE, Miscavige, Lesevre) die behaupten, die "Technologie" vollständig und regelgerecht anzuwenden.