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Ich lebe im Hauptverbreitungsgebiet der Weisstanne (Abies alba). Ihre Verbreitung hat den Schwerpunkt in Mitteleuropa, besonders in der Schweiz, im südlichen und östlichen Deutschland, in Italien, Österreich und Tschechien. Mit bis zu 68 m Höhe, 3.8 m Stammdurchmesser und einem Alter von bis zu 600 Jahren gehört die Tanne zu den grössten Bäumen Europas. Wie viele Baumarten findet man auf der Weisstanne eine Reihe spezifischer Pilzarten. Ich interessiere mich sehr für diese auf die Weisstanne angewiesenen Arten. In der Kategorie Weisstanne habe ich begonnen, solche Arten zu beschreiben. Ich möchte nach und nach möglichst viele dieser Arten hier beschreiben. Hier folgt nun ein kleiner Überblick über die wichtigsten dieser Arten.
Eine interessante Gruppe innerhalb dieser spezifischen Arten bilden die meist bereits auf hängenden Ästen zu findenden Arten, die oft grosser Trockenheit und allgemein grossen Feuchte- und Temperaturschwankungen standhalten müssen. Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind Cyphella digitalis, Hymenochaete cruenta, Panellus violaceofulvus, Peniophora piceae, Stigmatolemma conspersum, Aleurodiscus amorphus, Durandiella gallica und Hohenbuehelia albonigra. Die Fruchtkörper der delikateren Arten (Cyphella, Panellus, Aleurodiscus und Hohenbuehelia) erscheinen vorwiegend im Winterhalbjahr und sind in feuchten, etwas wärmeren Perioden, insbesondere im frühen Frühjahr meist zahlreich anzutreffen. Hymenochaete und Peniophora bilden ausdauerndere, sehr trockenresistente Fruchtkörper und können über grosse Teile des Jahres gefunden werden.
Sehr interessant ist auch Elliottinia kerneri, ein kleiner Ascomycet, welcher die verblühten männlichen Blütenständen besiedelt, darin Sklerotien bildet aus denen im Frühjahr die Apothezien wachsen. Auf Zapfenschuppen am Boden ist im Frühjahr Ciboria rufofusca zu finden.
Einer der wichtigsten Holzzersetzter der Weisstanne, welcher auch bereits als Schwächeparasit auftritt ist der Tannen-Feuerschwamm, Phellinus hartigii. Ein interessanter Besiedler von meist noch berindeten, dickeren, liegenden Stämmen ist Cerocorticium sulfureoisabellinum. An dünnen Ästchen sind Vertreter der Gattung Lachnellula zu finden, aber auch Rutstroemia elatina. Weitere Holzbewohner sind Amylostereum chailletii, Rutstroemia elatina, Hericium flagellum, Hydropus marginellus und Pseudoplectania vogesiaca.