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Hinkebein hatte es schon länger mit Schmerzen im rechten Bein zu tun. Die Ausstrahlungen wirkten bis in die Gesässbacke oder das was darunter war. Da war im Hüftgelenk etwas wie blockiert oder verspannt. So fühlte es sich an. Als es auf einer Wanderung schliesslich so schlimm wurde, dass der Abstieg mit etwa 1500 m Höhenunterschied zur Tortur wurde, beschloss Hinkebein, so bald als möglich einen Arzt aufzusuchen.
Dieser hörte sich das „Leiden“ an und verabreichte zuerst mal eine Salbe. Als beim nächsten Besuch keine Besserung vermeldet werden konnte, gab es eine andere Salbe und noch später Rheumatabletten zu schlucken. Alles half nicht.
Beim vierten Versuch nahm Hinkebein drei Paar Schuhe mit. Er hatte festgestellt, dass die Absätze unerschiedlich abgenutzt waren. Jener des jeweiligen rechten Schuh’s „signifikant“ stärker als des linken.
Hinkebein war gerade dabei, die Schuhe so zu hin zu stellen, dass man den Unterschied „vom Schiff aus“ erkennen musste!
Er hatte den letzten Schuh noch nicht abgestellt, da kam der Medizinmann in den Raum. Der machte grosse Augen und fragte: „Was tun Sie da?“ (wahrscheinlich aber dachte er, das wird wohl ein Fall für die Psychiatrie werden…).
Hinkebein: „Fällt Ihnen nichts auf?“ „Nein, nichts Besonderes!“ soll die Antwort gewesen sein.
Hinkebein war erstaunt! Er wurde schier etwas ungehalten und er ereiferte sich gar indem er sagte: „Sehen Sie sich die Absätze an und speziell der rechte! Da deutet alles auf ein mechanisches Problem hin, welches man nicht mit Salbe oder mit Rheumapillen sondern eher mit einem Keil beheben müsste!“
Der Arzt gab sich sehr gefasst, beachtete Hinkebeins Bemerkung kaum und gab eine andere Sorte von Pillen und nannte den neuen Termin.
Enttäuscht packte der Patient die Schuhe ein, nahm die neuen Tabletten und ging.
Er begab sich fadengerade zum Orthopädisten im gleichen Dorf. Dieser hörte sich das Leiden an. Er machte einen Fussabdruck. Dann meinte der Praktiker: „Sie haben einen Hohlfuss und wegen des etwas zu hohen Körpergewichts wird der Fuss mehr belastet. In den Fussknochen entsteht daher Punkt- statt Fächenlast, was zu einer Knochenhautentzündung führen kann. Dies kann auch den Ischiasnerv reizen, was wahrscheinlich Gründe der Beschwerden sind.“
Was man dagegen tue, wollte Hinkebein wissen. Der Orthopädist erklärte, es handle sich um ein mechanisches Problem (er brauchte die gleichen Worte, was ihn noch um eine Spur sympathischer machte). Er schlug die Anfertigung einer Einlage vor. Diese hätte die Aufgabe, den Hohlfuss zu stützen um Punktlast zu vermeiden. Hinkebein war einverstanden. Die Einlage konnte er nach ein paar Tagen abholen. Der Betrag dafür war marginal und die Langzeitwirkung super.
Der Praktiker brauchte ein paar Minuten, um zu einer wirksamen Lösung zu kommen. Er benötigte nichts weiter als ein Blatt Papier auf einer Unterlage und etwas Farbpulver, welches auf die Füsse gestreut wurde. Es gelang ihm die Ursache zu bekämpfen, während der Weisskittel Symptome bekämpfte. Ob der „Praktiker“ im blauen Kittel wirklich die Ursache bekämpfte wäre eine weitere Frage. Er hat auch nur ein Symptom bekämpft, einfach anders! Seine Methode zeigte Wirkung.
Wir wollen die Weisskittel nicht kritisieren. Sie haben wichtigere Probleme zu lösen, als schräge Absätze zu interpretieren und sie sollen schliesslich Patienten möglichst schnell arbeitsfähig machen. Die Sympome beseitigen ist oft der schnellste Weg, die Ursache zu suchen oft aufwändig.
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„(…) Diagnostik: Bei der ärztlichen Untersuchung lässt sich die Hohlfußstellung gut erkennen. Mit Hilfe eines Röntgenbildes kann man zusätzlich die Stellung der einzelnen Fußknochen zueinander darstellen. Der Orthopädist kam ohne Röntgenbild aus!
Konservative Therapie:
Wenn ein Hohlfuß frühzeitig erkannt wird, können verschiedene nichtoperative Maßnahmen erfolgreich sein:
- Anpassen von Einlagen für die Schuhe
- Tragen speziell angepasster orthopädischer Schuhe
- krankengymnastische Dehnung der Fußsohle …)“
Da kommt mir jener Wissenschaftler in den Sinn, der das Gehör eines Flohs systematisch erforschte. Die Zusammenfassung der Erkenntnisse:
Nimm einen Floh, gib ihn auf die rechte Hand, halte die linke Hand hin und kommandiere „Hopp!“. Der Floh springt auf die andere Hand, ergo hat er das Kommando gehört. Beim weiteren Kommando springt er wieder in die Ausgangsposition zurück.
Nun operiere dem Floh ein Sprungbein weg und wiederhole das Experiment. Der Floh springt wieder.
Steigere deine Fantasie und operiere dem Floh auch das zweite Sprungbein weg und wiederhole das Experiment. Nun stellt sich ein, was zu erwarten war. Der Floh springt nicht mehr! Dies auch dann nicht, wenn der Floh auf die andere Hand gelegt wird.
Erkenntniss: Wenn einem Floh beide Sprungbeine genommen werden, hört er nichts mehr!
Der Erfinder der Schnarchspange Arthur Wyss hat zu spüren bekommen, dass diverse Lungenärzte gar keine Freude an seinem einfachen, aber wirksamen Gerät gegen das Schnarchen haben. Das einfache Gerät wirkt gegen teure Therapien. Operationen werden hinfällig. Es scheint, dass er die Ursache direkt angegangen ist – praktisch, pragmatisch.
Ein Betroffener hofft auf die beste mögliche Behandlung. Die Leistungserbringer (Krankenkassen, Versicherer…) pochen auf die Einhaltung des Krankenversicherungsgesetzes. Danach muss die medizinische Behandlung wirtschaftlich, wirksam und zweckmässig sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Hier gibt es Konfliktpotenzial zwischen der Schul- und der alternativen, bzw.komplementären Medizin. Ob Hinkebein mit Globuli geheilt werden könnte? Hinkebein wahrscheinlich nicht, aber es gibt eine Menge anderer Anwendungen, wo Erfolge offenbar nachgewiesen werden.
Jemand meinte betreffend Homöopathie: „(…) 1: einer Million verdünnt und gut geschüttelt.)“
Die 5 Methoden: Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Traditionelle Chinesische Medizin, Phytotherapie und Neuraltherapie wurden 1999 für 6 Jahre in den Leistungskatalog aufgenommen. 2005 hat Bundesrat Couchepin diese Methoden aus dem Katalog gestrichen. Im September 2005 verlangte das Volk per Abstimmung mit 140’000 Unterschriften, dass die Schul- und die Komplementärmedizin gleichberechtigt nebeneinander PLatz haben müssen. Nach weiterem Hin und Her verfügte Bundesrat Burkhalter im Januar 2011, dass die erwähnten 5 Methoden für weitere 6 Jahre in den Leistungskatalog aufgenommen werden. Das Seilziehen um die Anerkennung der Komplementärmedizin geht also weiter.
Am Ende der Behandlung ist der Betroffene froh, wenn er ein positives Ergebnis hat. Dies auch dann, wenn die Methode nicht der Schulmedizin entspricht.
Über Erfolge soll man sich freuen, jedoch nicht lustig machen. Dass es die Komplementärmedizin nicht einfach hat, ist vielen Scharlatanen zu verdanken. Ihnen ist es gelungen, mit Ausnützung der Gutgläubigkeit und dem Placeboeffekt Leuten Geld aus den Taschen zu ziehen.
Selbst Hans-Anton Rieder, der bei der Hörnlihütte am Matterhorn an eine Wasser-Quelle glaubte, musste klein beigeben. An anderen Orten wurde er offenbar fündig. Wer schnurgerade in einen Wald läuft, trifft irgendwann auf einen Baum…!
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Empfehlung: Lesen Sie das Finanzblog von Stephan Marti!