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So könnte die Zukunft des Schweizer Fussballs aussehen. Bild: KEYSTONE
Der SFL-Plan im Detail – so könnte die Super League fortgesetzt werden
Die Swiss Football League will die Super-League-Saison trotz Corona-Krise zu Ende spielen lassen. Für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs wurde ein 36-seitiges Konzept erarbeitet. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.
Zusammen mit dem Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern hat die Swiss Football League (SFL) ein 36-seitiges Konzept erstellt. Darin wurde bis ins letzte Detail dargelegt, wie sie sich die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Super League vorstellt. Dem Blick und dem Tages-Anzeiger liegt das Papier vor, das sind die wichtigen Fragen und Antworten dazu.
Wie sieht der Zeitplan aus?
Noch trainieren sämtliche Profi-Fussballer zu Hause. Im Konzept werden zwei Optionen vorgestellt, die auf der Annahme basieren, dass am 27. April mit dem Training in Kleingruppen und ohne Körperkontakt begonnen werden kann. In beiden Fällen wäre es möglich, dass die letzten 13 Meisterschafts- und drei Cup-Runden sowie die beiden Barrage-Spiele bis zum 2. August ausgetragen werden könnten.
Option 1:
- Ab 27. April: Trainingsstart in Kleingruppen (5 Spieler) ohne Körperkontakt
- Ab 4. Mai: Start des Mannschaftstrainings mit Körperkontakt
- Ab 20. Mai: Wiederaufnahme des Spielbetriebs
Option 2:
- Ab 27. April: Trainingsstart in Kleingruppen (5 Spieler) ohne Körperkontakt
- Ab 11. Mai: Start des Mannschaftstrainings mit Körperkontakt
- Ab 30. Mai: Wiederaufnahme des Spielbetriebs
In der Bundesliga – hier bei den Bayern – wird bereits in Kleingruppen trainiert. Bild: EPA
Wie sehen die Massnahmen rund um die Trainings aus?
Eine Kasernierung aller Beteiligten, wie das für die Serie A in Italien vorgeschlagen wurde, ist in der Schweiz zwar nicht vorgeschrieben. Wenn möglich sollten Spieler und Staff aber gemeinsam auf dem Trainingsgelände oder in einem Hotel übernachten. Auch sonst müssen zahlreiche Empfehlungen berücksichtigt werden:
- Jeder Klub muss eine Liste aller Mitarbeitenden erstellen, deren Anwesenheit unerlässlich ist. Keine andere Person darf Zugang zu den Trainingseinrichtungen haben.
- Spieler und Staff dürfen nicht mit dem ÖV zum Training reisen, sondern nur mit Auto oder Velo.
- Alle Teams müssen beim Neustart ein Antikörper-Monitoring durchführen. Jeder Spieler soll im Minimum alle zwei Wochen auf Covid-19 getestet werden.
- Alle Mitarbeitenden mit Kontakt zu den Spielern und Schiedsrichtern werden täglich vom Mannschaftsarzt untersucht und befragt.
- Maximal 24 Stunden vor einem Spiel sollen die Spieler auf Covid-19 getestet werden.
- Social Distancing und Händewaschen sind während der Gruppentrainings absolute Pflicht.
- Wenn immer möglich sollte zu Hause geduscht werden.
- Die Türen sollen stets offen gehalten werden, damit man die Türgriffe nicht betätigen muss. Wasserhähne sollen ohne Hände bedient werden.
- Schmutzige Wäschekörbe müssen so weit wie möglich von den Trainingsräumlichkeiten entfernt aufgestellt werden.
Im Kleingruppen-Training teilen sich drei Spieler eine Garderobe. Bild: SFV
Was passiert, wenn sich ein Spieler infiziert?
Spieler mit Krankheitssymptomen werden sofort von der Mannschaft isoliert. Weil ständig alle Spieler getestet werden, muss der Rest des Teams nicht in häusliche Quarantäne genommen werden.
Wie sehen die Massnahmen rund um ein Spiel aus?
Alle Partien werden als Geisterspiele ohne Zuschauer durchgeführt. «Uns erscheint ein reduzierter Spielbetrieb ohne Zuschauer in einer ersten Phase der einzige gangbare Weg, den Schweizer Fussball in seiner heutigen Form zu retten», schreibt die SFL dazu. Folgendes muss berücksichtigt werden:
- Umarmungen, Abklatschen, Händeschütteln nach dem gemeinsamen Einlaufen und vor dem Anpfiff sind untersagt.
- Auf Einlaufkinder wird verzichtet.
- Auf ein gemeinsames Jubeln nach einem Tor soll möglichst verzichtet werden.
Auf Einlaufkinder wird verzichtet. Bild: KEYSTONE
Wer darf bei einem Geisterspiel ins Stadion?
Nur 200 Personen dürfen sich bei seinem Super-League-Spiel im und ums Stadion aufhalten. Jede Person, die Zugang ins Stadion erhält, hat eine Selbstdeklaration auszufüllen und muss sich ausweisen. Ohne diese Dokumente wird der Eintritt verwehrt.
Jede Person muss sich beim Betreten des Stadions nicht nur die Hände desinfizieren, sondern sich auch kontaktlos Fieber messen lassen. Bei Spielern, Staff-Mitgliedern, Schiedsrichtern und Mitarbeitern der TV-Produktionsanstalten wird am Spieltag ein Corona-Test verlangt.
Folgende Personen sind zugelassen:
- 18 Spieler pro Team
- 12 Staff-Mitglieder pro Team
- 4 Schiedsrichter
- 1 Schiedsrichter-Betreuer
- 1 Schiedsrichter-Coach
- 5 Klubmitglieder pro Team
- 1 Verantwortlicher Spielbetrieb
- 1 Verantwortlicher Sicherheit
- 8 Ballkinder
- 25 Stewards (Innen- und Aussenbereich)
- 3 Greenkeeper
- 2 Techniker
- 1 Dopingkontrolleur
- 4 Sanitäter
- 3 Stadionregie
- 2 Feuerwehr-/Polizeikommandant
- 2 Caterer
- 2 Reinigungspersonal
- 33 TV-Produktion
- 20 TV-Redaktoren
- 17 Journalisten
Bei einem Challenge-League-Spiel sind gar nur 40 Personen zugelassen.
Die TV-Leute machen einen Grossteil der anwesenden Personen aus. Bild: KEYSTONE
Wo wird gespielt?
Auch hier gibt es zwei Optionen: Das Wunschszenario wäre natürlich, dass die Partien wie ursprünglich geplant in den 10 Super-League-Stadien ausgetragen werden können. Es wäre aber auch möglich, dass alle fünf Spiele pro Runde in einem Stadion über die Bühne gehen. Zum Beispiel am Samstag zwei und am Sonntag drei Partien. So könnte die Anzahl involvierter Personen reduziert werden und Kosten gesenkt werden.
Alle Spiele in einem Stadion? Einen Heimvorteil gibt es bei Geisterspielen ohnehin nicht. Bild: KEYSTONE
Wird das alles so umgesetzt?
Das steht noch in den Sternen. Der Plan kann noch so detailliert sein, am Ende entscheidet nicht die SFL, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, sondern die dafür zuständigen Bundesbehörden. (pre)
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