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Systematik / Systématique
|Ordnung||Rodentia|
|Familie||Dasyproctidae|
|Unterfamilie|
|Gattung||Dasyprocta|
|Art||Dasyprocta punctata|
Beschreibung
Das Mittelamerikanische Aguti hat einen schlanken Körper, der auf dünnen, langen Beinen ruht. Sein Fell ist dicht und rau, es ist meistens dunkelorange oder bräunlich gefärbt. Die Unterseite ist weiss oder gelblich. Der wuchtige Kopf sitzt auf einem kurzen Hals und hat kleine, runde Ohren und grosse Augen. Der Schwanz ist nur ein Stummel mit einem bis vier Zentimetern Länge. Agutis erreichen ein Gewicht von 1.5 – 4 kg.
Biologie
Im Gegensatz zu den Pakas sind die Agutis überwiegend tagaktiv. Normalerweise sind sie Einzelgänger, selten leben sie auch in lockeren Kolonien. Wie bei den Pakas bewohnt auch bei den Agutis in der Regel jedes Tier seinen eigenen Bau. Von jedem Agutibau führen nach allen Seiten festgetretene Pfade zu den Nahrungsplätzen. Agutis sind Pflanzenfresser, die bei der Nahrungssuche nicht wählerisch sind. Sie verzehren Gräser, Kräuter, Wurzeln, Früchte, Insekten und Nüsse. Es gibt Berichte, wonach sie Primatengruppen folgen und die Früchte fressen, die diesen hinuntergefallen sind. Beim Fressen stehen Agutis auf den Hinterbeinen und halten die Nahrung zwischen ihren Pfoten. Wenn ihm genügend Nahrung zur Verfügung steht, vergräbt das Aguti Nüsse und andere Nahrungsstücke für schlechtere Zeiten und trägt somit massgeblich zur Verbreitung bestimmter Pflanzenarten bei. Nach einer Tragzeit von etwa drei Monaten werden im Bau in einem Nest aus Blättern, Wurzeln und Haaren die Jungen geboren, in der Regel sind es zwei. Neugeborene Agutis sind behaart und Nestflüchter, sie können binnen einer Stunde laufen.
Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet des Mittelamerikanischen Agutis reicht vom südlichen Mexiko bis ins nördliche Argentinien. Agutis bewohnen eine Fülle von Lebensräumen, darunter feuchte Wälder der Flussniederungen, trockene Wälder des Hügellandes, grasbewachsene Flussufer, dichtes Buschwerk, offene Savannen oder Kulturland. Ihre Bauten graben sie zwischen Steinblöcken, unter Baumwurzeln oder in Uferböschungen.
Bedrohung
Weil sie gelegentlich in Zuckerrohrplantagen erheblichen Schaden anrichten und weil überdies ihr Fleisch ausserordentlich gut schmeckt, werden Agutis in dicht besiedelten Gebieten eifrig verfolgt. Die Zerstörung ihres Lebensraumes trägt das Übrige dazu bei, dass sechs der elf Arten auf der Liste gefährdeter Tiere der IUCN stehen. Von indianischen Völkern wurden Agutis vor der Ankunft der Europäer zur Nahrungsversorgung auf mehreren karibischen Inseln eingeführt, diese Bestände gelten heute alle als erloschen. Bei Gefahr durch Raubkatzen oder Schlangen ducken sich die Agutis und verharren bewegungslos, wie wir das von unseren Hasen kennen. Werden sie trotzdem entdeckt, so flüchten sie mit beachtlicher Geschwindigkeit, schlagen hasenschnell Haken, schlüpfen in hohle Stämme gestürzter Bäume und laufen nicht selten am anderen Ende unbemerkt wieder heraus. Das Mittelamerikanische Aguti kommt unter anderem auch im Papiliorama-Reservat Shipstern in Belize, Zentralamerika vor (www.itcf.ch). Durch das Reservat kann das Papiliorama nebst der Zucht zur Arterhaltung in der Schweiz auch direkt im Verbreitungsgebiet zum Schutz dieser Tierart beitragen. Das Reservat bietet ein Rückzugsgebiet in Belize, wo der Jagddruck auf das Aguti leider immer noch sehr stark ist. Ohne die Reservate hat diese Tierart wie so viele andere in den Tropen kaum eine Überlebenschance.