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Tokio - Im Streit um einen US-Militärstützpunkt auf der südjapanischen Insel Okinawa hat die Regierung in Tokio ihre Forderung nach einer Verlegung aufgegeben. Regierungschef Yukio Hatoyama entschuldigte sich für die Kehrtwende.
Er hatte den Menschen auf Okinawa während des Wahlkampfes Hoffnungen gemacht, dass die Helikopter-Basis Futemma von der Insel oder ganz aus Japan verschwinden wird.
Angesichts der gegenwärtigen Lage auf der benachbarten koreanischen Halbinsel habe er entschieden, dass einer "soliden Beziehung" zum Sicherheitspartner USA auf Basis gegenseitigen Vertrauens "grösste Wichtigkeit" zukomme, sagte Hatoyama in Tokio.
Die neue Planung der Regierung in Tokio sieht vor, dass die mitten in den Wohngebieten der Stadt Ginowan gelegene Helikopter-Basis an die Küste nahe der Stadt Nago verlegt wird, wo es bereits einen US-Stützpunkt gibt.
Zum Schutz der dortigen Korallenriffe sollen die Start- und Landebahnen aber umweltschonend gebaut werden. Hatoyama hatte sich eine Frist zur Lösung des Problems bis Ende Mai gesetzt.
Dieses Vorgehen entspricht im Wesentlichen einem von der konservativen Vorgängerregierung mit den USA nach jahrelangen Verhandlungen 2006 vereinbartem Abkommen. Dieses sieht vor, bis 2014 Helikoptergeschwader von Futemma an die dünn besiedelte Nordspitze der Insel zu verlegen.
Im Gegenzug sollen 8000 US-Marines auf die US-Pazifikinsel Guam verlegt werden. Die Beziehungen zwischen den USA und Japan hatten sich stark abgekühlt, als der seit September amtierende Hatoyama erklärt hatte, Futemma solle nicht wie vereinbart innerhalb der Insel verlegt werden, sondern ganz verschwinden.
Okinawas Gouverneur Hirokazu Nakaima kritisierte die Kehrtwende der Regierung in Tokio und warf Hatoyama laut japanischen Medienberichten vor, Okinawa "betrogen" zu haben. Zehntausende Menschen hatten in den vergangenen Wochen auf Okinawa gegen den Stützpunkt protestiert.
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