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Als die untere Mühle der Buggenmühle im Jahr 1875 durch Feuer zerstört wurde, verkaufte der damalige Besitzer Bumbach-Lüthy die Brandruinen samt dem zugehörigen Wasserrecht der Seidenfirma Schmitz & Co. in Uster, welche darin eine Seidenwinderei und –zettlerei einrichtete. Später ging die Fabrik an die Firma Hürlimann & Co. in Ottenbach über, und von dieser im Jahre 1911 an Adolf Vogel-Hürlimann, der seinen Wohnsitz in Mellingen nahm, aber mit dem Unternehmen ein gründliches Fiasko erlebte.Mehr
Nachdem der Betrieb einige Zeit eingestellt war, übernahm 1913 Gottlieb Ryf die Weberei und brachte sie wieder zu einiger Blüte. Weitere Angaben über die Weberei Ryf s. unter den Bild-Nrn. 02139 und 02141.1.
Heute steht anstelle des Ryfhauses der Werkhof der Gemeinde Mellingen.
Bild-Nr.: 02130
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Gottlieb Ryf, von Stäfa, betrieb seit 1913 bis zu seinem Tod 1940 in der Untern Buggenmühle eine Seidenweberei.
Nach seinem Namen wurde das Ryfhaus und der heutige Ryfsaal (s. Bild-Nr. 02142) im Werkhof benannt.
Über diesen Industriebetrieb s. Bild-Nrn. 02139 und 02141.1.
Die Aufnahme zeigt den Industriellen in seinen letzten Lebensjahren, also vor 1940.
Bild-Nr.: 02140
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Ryfhaus, in dem einst die Seidenweberei Ryf (s. die Bild-Nrn. 02139 und 02141.1) und bis ins 19. Jahrhundert die untere Buggenmühle untergebracht war. An dessen Stelle steht heute das 1991 erbaute Mehrzweckgebäude mit Werkhof, Ryfsaal und Militärunterkunft. Die Aufnahme stammt aus der Zeit nach 1981. Damals wurde das Doppeleinfamilienhaus der Familie Busslinger, der Gruemethof (Bahnhofstrasse 55) - s. im Bild ganz links -, gebaut.
Bild-Nr.: 02139.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
In der Broschüre "Mellingen lernt seine Industrie kennen", SA aus "Der Reussbote", 1952, S. 15, steht über die Seidenstoffweberei Ryff Folgendes:
"Etwas merkwürdig ist die Entwicklung der Industrie in Mellingen in der Hinsicht, dass sich diese vorerst in den ehemaligen Mühlegebäuden eingerichtet hat:
In der Bruggmühle die Kartonagefabrik; in der Wydenmühle in zeitlicher Folge die Neumüllersche, dann die Halter`sche Fabrik, die Geflechtfabrik A. G., die Metallschilderfabrik Meierhofer und jetzt die mechanische Werkstätte Siegfried Kuster, in der Buggenmühle (auch äussere Mühle genannt) die Obstverwertung E. Busslinger [rechts im Bild], in der Untermühle die Mechanische Seidenstoffweberei J. Ryf [altes Gebäude links im Bild neben gelbem Bauwagen].
Als die Untermühle [gemeint ist die untere Anlage der Buggenmühle] im Jahr 1875 durch Feuer zerstört wurde, verkaufte der damalige Besitzer Bumbach-Lüthy die Brandruinen samt dem zugehörigen Wasserrecht der Seidenfirma Schmitz & Co. In Uster, welche darin eine Seidenwinderei und –zettlerei einrichtete. Später ging die Fabrik an die Firma Hürlimann & Co. In Ottenbach über, und von dieser im Jahre 1911 an Adolf Vogel-Hürlimann, der seinen Wohnsitz in Mellingen nahm, aber mit dem Unternehmen ein gründliches Fiasko erlebte. Nachdem der Betrieb einige Zeit eingestellt war, nahm sich seiner im Jahre 1913 Herr Gottlieb Ryf, der Vater des heutigen Besitzers, an und brachte ihn wieder zu einiger Blüte. 1922 trat auch der Sohn, der nach Besuch des Technikums und durch Praxis in anderen Firmen mit der nötigen Erfahrung ausgerüstet war, in das Unternehmen ein. Nach dem 1940 erfolgten Tode von Vater Ryf führt der letztere den Betrieb allein. Das Hauptprodukt dieser Firma sind Gewebe für die Hutindustrie, also ein Zweig der Strohindustrie. Daneben werden hin und wieder auch Hemdenstoffe gewoben. Die gegenwärtige Beschäftigungslage ist als sehr gut zu bezeichnen. Es könnten sogar mehr Arbeitskräfte beschäftigt werden, sofern solche erhältlich wären. Der Maschinenpark ist im Jahre 1934 teilweise erneuert worden. Viel Ungemach bereitet dem Besitzer der Mechanischen Seidenstoffweberei der Mühlebach, da er als einziger übriggebliebener Wasserrechtsnützer viel für die Instandhaltung aufzuwenden hat und darüber wachen muss, dass dieser bei Wassersnot nicht zu viel Unheil anstiftet und bei Wassernot nicht von Wässermattenbesitzer überbeansprucht wird. "
Links das Ryfhaus, in dem einst die Seidenweberei Ryf und bis ins 19. Jahrhundert die untere Buggenmühle untergebracht war. An dessen Stelle steht heute das 1991 erbaute Mehrzweckgebäude (Werkhof, Ryfsaal und Militärunterkunft), rechts die Mosterei Meli (heute Meli-Areal).
Zur Datierung: Das Foto dürfte aus dem Jahr 1981 stammen. Ganz links ist ein Kran zu sehen. An besagter Stelle wurde in diesem Jahr das Doppeleinfamilienhaus der Bauernfamilie Busslinger, der Gruemethof, gebaut.
Bild-Nr.: 02139
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Broschüre
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Dieses Gebäude diente früher vor allem der Bevölkerung auf der rechten Reussseite.
Längere Zeit diente das Waschhaus, bevor es abgebrochen wurde, als Munitionsdepot der Schützen.
Es stand neben dem Ryfhuus und wurde 1989 zusammen mit letzterem abgerissen. An deren Stelle errichtete man den Werkhof (s. Bild-Nr. 02142), der samt Bauamt, Ryfsaal und Militärunterkunft 1991 eingeweiht werden konnte.
Dahinter die Mosterei Meli und rechts davon Mehrfamilienhaus Höhenweg 29.
Bild-Nr.: 02141.5
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Liegenschaft der Gemeinde Mellingen und diente dem Bauamt als Depot. 1989 wurde dann dieses Gebäude abgerissen und an dessen Stelle 1991 der Werkhof (s. Bild-Nr. 02142) eingeweiht.
Über dieses Gebäude in früherer Zeit s. u.a. die Bild-Nrn. 02139 und 02141.1
Bild-Nr.: 02141.2
Bild: Otto Müller
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Das Ryfhaus befand sich an der Stelle, wo früher die Untere Buggenmühle betrieben wurde. Anstelle der Oberen Buggenmühle stand die Mosterei Busslinger. Diese Doppelanlage existierte schon im Mittelalter und ist bereits im Güterverzeichnis der Grafen von Kyburg um 1260 erwähnt. Diese wurde lange Zeit von der Familie Bugg betrieben, daher der Name Buggenmühle.
An dessen Stelle befindet sich heute der Werkhof und das Bauamt der Gemeinde Mellingen, Bahnhofstrasse 51, mit Militärunterkunft und Ryfsaal. Seinen Namen erhielt dieses Haus von Gottlieb Ryf (+1940; s. Bild-Nr. 02140), der in diesem Gebäude eine Seidenweberei betrieb: s. Bild-Nrn. 02139 und 0241.1.
Zusätzlich ist noch anzufügen: Eine durch den Mühlebach angetriebene Turbine lieferte eigenen Strom für die Produktion. Hauptsächlich wurden Gewebe für die Hutindustrie und Hemdenstoffe gefertigt. Nach dem Tod von Vater Ryf 1940 führte dessen Sohn den Betrieb weiter.
Doch schon bald ging das Fabrikgebäude an das Möbelhaus Josef Küng, Killwangen, über. Als diese Firma Anfang der 1960er-Jahre in Konkurs ging, stimmten die Stimmbürger 1962 zu, die Liegenschaft zu ersteigern. Schliesslich konnte diese für 115'000 Fr. erworben werden. Auch das davor stehende Waschhaus, das früher von den Bewohnern rechts der Reuss benutzt wurde, gelangte in Gemeindebesitz.
In den 1960er-Jahren bestanden Pläne, im alten Fabrikgebäude Schulräume einzubauen. Doch verwarf man schliesslich dieses Vorhaben und erbaute das Bezirksschulhaus, das 1967 eingeweiht wurde. Anfänglich verpachtete Mellingen die Räume an verschiedene Firmen für verschiedene Zwecke. So gründete Franco Vecchio 1970 hier einen Garagebetrieb (s. Bild-Nr. 02262), bis dieser seinen Neubau an der Bahnhofstrasse 63 beziehen konnte. Schliesslich benötigte auch das Bauamt das Ryfhaus als Lagerraum. 1989 wurden Ryfhaus und Waschhaus abgerissen und an deren Stelle der Werkhof (s. Bild-Nr. 02142) errichtet.
Literatur:
Rainer Stöckli. Geschichte der Stadt Mellingen, S. 192f.
Mellingen lernt seine Industrie kennen. Separatabdruck aus: Der Reussbote, 1952, S. 15
Es ist bemerkenswert, dass alle vier Mühlen in Mellingen-Dorf im 19. Jahrhundert zu Industriebauten umfunktioniert wurden. So auch die Obere und die Untere Buggenmühle sowie die Widenmühle, welche alle vom Alten Mühlebach (s. im Vordergrund der Foto) angetrieben wurden. In diesem Bach fliesst seit einiger Zeit das Wasser des Birchbachs, der vom Waldgebiet oberhalb des alten Bahnhofs Mellingen herkommt. Früher wurden die Mühlen vom Mühlebach, der seine Quelle oberhalb von Oberrohrdorf hat, angetrieben. Da dieses Gewässer oft Hochwasser führte und die Liegenschaften an der Bahnhofstrasse schädigte, "entkoppelte" man die beiden Bäche etwas unterhalb des Kreisels, in welchen Bahnhofstrasse, Birmenstorferstrasse und Höhenweg einmünden. Das Wasser des Birchbachs mit geringem Einzugsgebiet leitete man ins Bachbett des Alten Mühlebachs. Dem von Rohrdorf her fliessenden, hie und da Hochwasser führenden Mühlebach wies man das Bachbett des Birchbachs zu, welches direkt dem Gruemet entlang ausserhalb der Siedlung direkt in die Reuss fliesst.
Bild-Nr.: 02141
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Otto Müller / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Im Reussbote wurde mitgeteilt:
"Diese Woche hat eine Luftschutzeinheit mit dem Abbruch des sogenannten Ryfhauses an der Bahnhofstrasse begonnen. Es muss einer unterirdischen Militärunterkunft mit darübergebautem Werkhof weichen. Für den Werkhof hat die Sommergemeindeversammlung 1988 einen Kredit von 2,6 Mio. Fr. bewilligt. Er wird hauptsächlich dem Bauamt dienen."
Weiter vernehmen wir aus dem Reussbote im Juli 1989:
"Unterhalb der 'Äusseren Mühle' oder 'Buggenmühle', später Meligebäude, wurde um das Jahr 1864 durch den damaligen Gemeinderat Carl Bumbach die 'Untere [Buggen-]Mühle' gebaut. Sie scheint nicht rentiert zu haben, denn bereits ca. 1875 wurde sie in eine Seidenweberei umgebaut. Um 1900 war die Firma Schmitz und Co. Besitzerin. 1910 eine Firma Vogel, welche 1912 Webstühle von der Seidenweberei Ottenbach kaufte. Die Mellinger Arbeiterinnen wurden durch die Seidenweberei Ottenbach angelernt, nämlich durch Webermeister Jakob Meier und die beiden Weberinnen Ida Stutz und Babette Rey.
1913 kaufte Gottlieb Ryf aus Stäfa die Mellinger Seidenweberei, später kam sein Sohn Hans dazu, der den Betrieb weiter führte. Die grosse Fabrikliegenschaft hatte eigenen Strom aus einer Turbine, die durch den Mühlebach betrieben wurde. Zur konstanten Wasserversorgung wurde oberhalb der Mosterei ein Weiher angelegt.
1941 verkaufte Hans Ryf die Gebäulichkeiten an die Möbelfirma Josef Küng in Killwangen für Fr. 50`000.-. Das Wasserrecht samt Weiher erwarb Ernst Busslinger. Die Webstühle wurden verschrottet. 1959 kaufte die Gemeinde die Liegenschaft."
Bild-Nr.: 02141.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Anstelle des Werkhofs standen das Ryfhaus und das Waschhaus, das bisher als Munitionsdepot den Schützen zur Verfügung stand. Über diese Liegenschaften s. u.a. die Bild-Nrn. 02139 und 02141.1.
1989 wurden die beiden Gebäude abgerissen und 1991 der dreigeschossige Bau (Werkhof mit Bauamt, Ryfsaal und Militärunterkunft) eingeweiht.
Im Untergeschoss stehen in der komfortablen Militärunterkunft 169 Liegeplätze zur Verfügung. Damit konnte die nicht mehr befriedigende Unterkunft im Untergeschoss des Bezirksschulhauses geschlossen werden. Reichen die Plätze im Werkhof nicht aus, so können weiteren Militärpersonen in der Zivilschutzanlage des Schulzentrums Kleine Kreuzzelg Unterkunft angeboten werden. Im Untergeschoss steht für das Bauamt noch ein zusätzlicher Lagerraum zur Verfügung.
Im Erdgeschoss ist das Bauamt und der Werkhof untergebracht. Damit konnten die bis zu sechs verschiedenen Depots, wo das Bauamt zuvor ihre Materialien und Gerätschaften gelagert hatte, an einem Ort zentralisiert werden. So finden sich nun die sechs Bauamtsfahrzeuge und der übrige Maschinenpark, Werkstätten, Büro- und Aufenthaltsräume, Materiallager für das Bauamt sowie für Elektrizitäts- und Wasserwerk usw. unter einem Dach. Dazu gehören auch zwei Salzsilos für den Winterdienst.
Im Obergeschoss blieb neben einem weiteren Lagerraum noch genügend Platz für den 240 Quadratmeter grossen Ryfsaal, der nun für Vereinsanlässe, Aktivitäten der Schule, Ausstellungen und andere kulturelle Belange genutzt werden kann.
Auch das alte Schützenhaus nebenan, das seit der Verlegung des Schiessbetriebs in die regionale Anlage Mühlescheer 1988 nicht mehr gebraucht wird, dient heute dem Bauamt als Lagerraum.
Zudem findet sich auf dem Gelände eine zeitlich beschränkt geöffnete Abfallentsorgungsstelle für Glas, Öl, Büchsen, Aluminium, Alteisen und Polystrol.
Geplant wurde das Bauvorhaben vom Architekturbüro Marti und Zürcher in Neuenhof. An der Gemeindeversammlung vom 1. Juni 1989 wurde ein Kredit von 2.6 Millionen Franken gesprochen. Die militärischen Anlagen wurden vom Bund finanziert.
Bild-Nr.: 02142
Bild: Otto Müller
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen