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Der Internationale Währungsfonds (IWF) will die Notreserven der Mitgliedsländer um 650 Milliarden Dollar erhöhen. Dies sollte insbesondere ärmeren Ländern und Schwellenländern die notwendige finanzielle Atempause geben, um die Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen.
IWF-Spitzenfrau Kristalina Georgieva wird im Juni einen formellen Vorschlag für die Reserven vorlegen. Dies geschieht durch die Schaffung zusätzlicher Sonderziehungsrechte (SDRs), deren Wert auf einem Korb mit fünf weit verbreiteten Münzen basiert. Die Länder können dies nutzen, um ihre internationalen Reserven aufzufüllen und sie beispielsweise für Euro oder Dollar zu verkaufen, wenn die Staatsfinanzen dies erfordern.
Das letzte Mal, dass der IWF zusätzliche Notreserven schuf, war 2009 aufgrund der globalen Finanzkrise. Zu diesem Zeitpunkt stimmten die Mitgliedstaaten des Fonds der Verteilung von SZR im Wert von 250 Milliarden USD zu.
Wenn die Mitgliedstaaten Georgievas Vorschlag zustimmen würden, wäre das ein großer Schritt. Bis heute hat der IWF einschließlich des SCHRITTS von 2009 den Gegenwert von 293 Milliarden US-Dollar in zusätzlichen SZR geschaffen und verteilt. Nach Ansicht der bulgarischen Seite ist der Schritt eine hervorragende Gelegenheit, Ländern, die durch die Coronavirus-Krise finanziell eingeschränkt sind, einen „Liquiditätsschub“ zu geben, ohne ihre Schulden zu begleichen.
Georgieva hatte lange für die Verteilung der neuen Notreserven argumentiert, aber IWF-Mitglieder müssen zustimmen. Die Vereinigten Staaten lehnen einen solchen Schritt unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump ab. Die Biden-Regierung ist positiver. Zum Beispiel sagte die derzeitige Finanzministerin Janet Yellen, dass ein solcher Schritt auch im nationalen Interesse der Amerikaner liegen würde, da die rasche wirtschaftliche Erholung armer Länder auch den USA zugute kommt.