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«Die Krise ist grösser – selbst als die Olympischen Spiele», schrieb IOC-Mitglied Hayley Wickenheiser auf Twitter. «Ich denke, dass das IOC mit einer solchen Überzeugung darauf besteht, dass es weitergeht, ist unverantwortlich und gefühllos.»
IOC hält an Plänen fest
Das IOC hatte am Dienstag erneut bekräftigt, dass die Spiele trotz der Coronavirus-Pandemie am 24. Juli in der japanischen Hauptstadt eröffnet werden sollen. «Da bis zu den Spielen noch mehr als vier Monate verbleiben, sind zum jetzigen Zeitpunkt keine drastischen Entscheide erforderlich.» Spekulationen zum jetzigen Zeitpunkt wären «kontraproduktiv».
Wir müssen das Unbekannte anerkennen.
Wickenheiser, einst eine der besten Eishockeyspielerinnen der Welt, ist seit 2014 IOC-Mitglied. «Sollen die Spiele abgesagt werden? Niemand weiss es zum jetzigen Zeitpunkt», schrieb sie. Aber «mit Sicherheit» zu sagen, dass sie stattfinden, sei «eine Ungerechtigkeit für die Athleten und die gesamte Weltbevölkerung», ergänzte Wickenheiser. «Wir müssen das Unbekannte anerkennen.»
Auch andere Athletinnen zeigen sich kritisch gegenüber dem Vorgehen des IOC:
- Stabhochsprung-Olympiasiegerin Ekaterini Stefanidi: «Es geht nicht darum, wie es in 4 Monaten sein wird. Es geht darum, wie die Situation jetzt ist. Das IOC will, dass wir weiter unsere Gesundheit, die Gesundheit unserer Familien und der Öffentlichkeit riskieren, indem wir weiter trainieren? Ihr bringt uns in Gefahr. Heute, nicht in 4 Monaten.»
- Siebenkampf-Weltmeisterin Katarina Johnson-Thompson: «Der Rat des IOC ermutigt Athletinnen und Athleten, sich bestmöglich auf Olympia vorzubereiten, die bereits in 4 Monaten beginnen. Aber die Regierung zwingt uns zur Isolation zuhause. Laufstrecken und Fitnesscenter sind geschlossen. Ich fühle mich unter Druck, weiter zu trainieren und soweit möglich die gleiche Routine aufrechtzuerhalten.»
IOC reagiert auf die Kritik
Das IOC hat inzwischen auf die Kritik der AthletInnen reagiert. Ein IOC-Sprecher sagte: «Dies ist eine Ausnahmesituation, die aussergewöhnliche Lösungen erfordert.» Und weiter: «In dieser Situation ist keine Lösung ideal. Deshalb setzen wir auf die Verantwortung und Solidarität der Athleten.»