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Kommentare
Zur Kapitalismuskritik und zur Vision einer anderen Welt
Politik wird heute oftmals im Interesse des Kapitals betrieben und nicht im
Interesse der eigentlichen Sache, nämlich zum Wohle der Menschen, der Tiere
und der Natur. Es werden zu oft Schlüsse gezogen und Verhandlungen
abgeknüpft, die unreflektiert waren und zu Problemen führen
können. Politiker sind Marionetten, die sich gerne zur Schau stellen, wie im
Puppentheater. Sie sind Diplomaten. Aber keine Visionäre, keine Kreativen,
keine Denker, welche fähig wären Veränderung
herbeizuführen.
(Eliah Giezendanner, <email-pii>, 8.10.2011)
Deine Vorstellung vom kapitalistischen System und wie man ein sozialeres
Wirtschaftssystem schaffen könnte, ist nur die Wiederholung des immer
selben Versuchs und würde abermals scheitern. Alle, die in der freien
Marktwirtschaft tätig sind, wissen, dass es zur freien Marktwirtschaft keine
Alternative gibt.
(Christian Roth, <email-pii>, 8.1.2010)
Die Vision einer gerechten und friedlichen Gesellschaft, nach einer Welt, in der
der Mensch dem Mitmenschen nicht mehr als Konkurrent und Feind begegnet, sondern
als Freund und Helfer: diese Sehnsucht ist Jahrtausende alt. Ich glaube aber
nicht, dass man mit einem gewaltigen Sprung von der visionären Ebene
auf die pragmatisch konkrete Ebene gelangt. Vielmehr sind Zwischenschritte
nötig; man muss das Visionäre Schritt für Schritt
herunterbrechen auf immer konkretere Ebenen. Was mich angesichts der
weltweiten Machtverhältnisse und in Bezug auf die Entwicklung in der Schweiz
plagt, ist das Gefühl der Ohnmacht. Werden die Menschen erst dann erwachen,
wenn es zu spät ist?
Hier einige weitergehende Ausführungen zu den Texten und Visionen auf
deiner Homepage.
(Hans Schlegel, <email-pii>, 25.12.2009)
Zur Idee des Lernzentrums...
Als ich von der Idee des Lernzentrums gelesen habe, ging mir das Herz auf, so
eine Schule hätte ich mir gewünscht und wünsche es mir noch. So
würde ich gerne wieder etwas lernen. Leider habe ich die Freude am Lernen
verloren, da es für mich im Zusammenhang mit Druck und Anstrengung steht.
Und das, obwohl ich eine gute Sekundarschülerin war und ich im Vergleich zu
andern wenig Zeit investieren musste um die besagten Prüfungen mit Erfolg zu
bestehen. Immer wieder versuche ich mich zu erinnern, was ich in der Schule
gelernt habe. Ausser Lesen, Schreiben, das 1x1 und einige Wörter
Französisch und Englisch sowie die Jahreszahlen der Französischen
Revolution und beider Weltkriege kann ich mich an nichts erinnern. Für was
also die Mühe? Ich habe es doch schon immer gesagt, dass ich die verdammte
Algebra nie im Leben brauchen werde. Das kannst du nie wissen, hiess es dann von
meinem Mathematiklehrer. Natürlich konnte ich es wissen, denn warum sollte
ich etwa in meinem Leben etwas machen, was ich hasse und überhaupt nicht
begreife. Gleichzeitig macht es mich traurig, traurig zu sehen, welche Chancen
wir uns selbst mit dem System verbauen, und traurig, weil meine Tochter in 3
Jahren in die Schule kommt und sich bis dahin noch nicht viel verändert
haben wird. Ich hoffe sehr, dass Ihre Vision Realität wird. Je schneller,
umso besser.
(Christina Grimm, 3294 Büren an der Aare, <email-pii>, 17.9.2010)
Wir möchten im Raum Zürich ein Lernzentrum erschaffen... Da in ZH
Schulpflicht herrscht, benötigen wir eine Lehrperson, die
mitmacht...
(Simone Baumann, Gässli 16a, 8049 Zürich, 079 473 08 79, <email-pii>, 13.5.2010)
Wann eröffnen wir das erste Lernzentrum? Ich bin dabei!!
(Isabelle Carson, <email-pii>, 7.1.2010)
Angefangen hat alles vor vielen Jahren, mit dem flauen Gefühl im Magen, dass
es immer schwieriger wird, die Volksschule zu Gunsten der Kinder zu reformieren.
Dann siedelten wir um in ein famoses, kleines, altes Winterthurer
Reihenhäuschen. In diesem Haus und in diesem Quartier merkte ich, dass es an
der Zeit war, auch anderen Eltern und Kindern die Möglichkeit zu einer
Alternative zu eröffnen. Zum einen durch Ermutigung, zum anderen, indem ich
meine Zeit, mein Lehrpatent und unser Haus zur Verfügung stellte. So
entstand die „Lernlust" - der Name unseres Bildungsortes, der sich nun in
seinem zweiten Lebensjahr befindet. Die Basis des Projekts bildet das
gemeinschaftliche Erleben, Solidarität, Projekte, Lernen im Alltag, im Leben
halt. Unser jüngstes Mitglied ist bald drei und unser ältestes 72 Jahre
alt. Wir pflegen ein offenes, recht lebendiges Haus mit einer erweiterten
Familie. Da findet automatisch ganz viel Lernen statt. Meine Vision: In ca. 10
Jahren wird es in den verschiedenen Stadtkreisen und Dörfern solche
selbstorganisierten, gemeinschaftsorientierten Lerngruppen geben. Falls Kosten
entstehen (Gebäude, Löhne), werden sie solidarisch und nach
Möglichkeit aufgebracht. Das Mittun aller (Schule als Ort der Gemeinschaft
statt der Entfremdung) ist gefragt, aber keine Pflicht. Die Erwachsenen leben
Solidarität, entlasten und unterstützen sich. Gerade auch für
allein erziehende Eltern ein sehr wichtiger Faktor. Die Gruppen sind offen und im
regen Austausch mit dem Quartier, mit der Quartierschule und mit dem
Kleingewerbe...
(Deborah Kuhn, Salstrasse 83, 8400 Winterthur, Tel 052 213 60 05, <email-pii>, 10.11.2009)
Ich unterrichte Französisch und Englisch in Oberstufenklassen. Auch ich bin
mit dem herrschenden Schulsystem nicht zufrieden. Mich bedrücken die
Lernunlust und die (anerzogene) fordernde Haltung der Schülerinnen und
Schüler der Schule gegenüber: Die Lehrerinnen und Lehrer sind an allem
schuld und für alles verantwortlich, die Schülerinnen und Schüler
setzen demzufolge ihre Energien oft nicht für sich und ihr Lernen, sondern
lieber gegen die Lehrerinnen und Lehrer ein - und wohl berechtigt auch gegen das
System. Ich finde es sehr anstrengend, in Klassen zu unterrichten, die nur
deshalb eine Klasse sind, weil sie zufällig den gleichen Jahrgang haben,
aber in ihrer persönlichen Entwicklung und Interessenlage meilenweit
voneinander entfernt sein können. Am Schlimmsten finde ich, dass sich
-systembedingt - alles nach einem Mittelmass ausrichten muss. Das wird dem
einzelnen Schüler nicht gerecht und treibt vielen die Freude am Lernen aus.
Warum müssen alle alles können und in möglichst der gleichen
Zeit??
(Astrid Forstner, <email-pii>, 10.11.2009)
Ich glaube niemals, dass eine innere Reform die Schule je verbessern kann. Die
Schule steht grundsätzlich auf einem falschen Fundament: Lernen kann man nur
in Verbindung mit der Praxis. Die Praxis kann man nicht in die Schule holen. Also
muss die Schule hinaus in die Praxis. Wo kein Wasser ist, kann man nicht
schwimmen lernen, da nützt auch der beste Schwimmlehrer nichts. Mehr dazu in
meinem Beitrag Das
Zwei-Säulen-Modell.
(Christian Roth, <email-pii>, 3.11.2009)
Zurzeit bin ich daran, in sevelen SG, an der industriestrasse 1, eine
elterntankstelle (projekt zur unterstützung in erziehungsfragen), eine
kreativwerkstatt mit sprache, musik, malen, bewegung und darstellenden szenen,
sowie schulpraxisberatung und supervision aufzubauen. Am 25. oktober
2009 war tag der offenen tür.
Diese drei tätigkeitsfelder sind nur auf den ersten blick verschiedene arbeitsbereiche. OPEN SPACE, so die bezeichnung für das gesamte angebot, deutet auf eine arbeitsweise hin, die neben fachwissen und den nötigen kompetenzen, wertschätzung, mut, achtsamkeit, freude und liebe beinhaltet.
Die strengsten, aber auch grosszügigsten lehrmeister waren mir kinder, auch die eigenen.
(Susanna Kranz, <email-pii>, 14.10.2009)
Ich freue mich, dass die Ideen für eine neue Bildungslandschaft Verbreitung
finden und Menschen inspirieren und zur Mitwirkung ermutigen. Ich bin am Aufbauen
der Spassakademie, welche ich aus meiner 20jährigen Bildungserfahrung
entwickelt habe als Netzwerk für jung und alt. Was will ich wirklich? Was
erfüllt mich mit Leidenschaft und Begeisterung? Was macht mir so richtig
Spass? Alles Weitere unter http://www.spassakademie.ch/.
(Claudia Curschellas, <email-pii>, 9.10.2009)
Die Idee des „Lernzentrums" gefällt mir ausgezeichnet, ich kann jedes
Wort unterschreiben. Ich bin gegenwärtig dabei, eine genau solche Schule zu
gründen, entweder in Mels SG oder im Einzugsgebiet von Weesen
SG.
(Konrad Kals, <email-pii>, 14.9.2009)
Was wäre die Konsequenz bei „ausschliesslich aufgrund gemeinsamer
Interessen gebildeten" Lerngruppen in Bezug auf die Kommunikationsfähigkeit?
Fördern sie das Verständnis für Leute, die andere Interessen
pflegen? Hindert eine solche Organisation nicht das Verständnis für
Andersdenkende? Drohen in letzter Konsequenz gar babylonische Verhältnisse?
Eine so starke Betonung der Individualität, die jedes Miteinander vermissen
lässt, scheint mir zwar „zeitgemäss", in ihrer Egozentrität
aber nicht gerade das, was unsere Gesellschaft nötig hätte.
(Bruno Hostettler, Turn- und Sportlehrer, <email-pii>, 12.9.2009)
Die Idee des Lernzentrums gefällt mir sehr gut. Ich bin vor 7 Jahren nach
einer handwerklichen Grundausbildung in den Lehrerberuf an der Oberstufe
eingestiegen, habe aber feststellen müssen, dass die Idee der individuellen
Förderung in der strukturierten Oberstufe im Moment schwer umsetzbar ist.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, in einem Lernzentrum zu
arbeiten.
(Thomas Rupp, <email-pii>, 9.9.2009)
Die Idee der „Lernzentren" hat mich sehr angesprochen. Ich bin Leiter des
Ventils Zürich, eines allgemeinen Integrationsangebots im Zusammenhang von
Schule und Arbeitswelt (http://www.ventil-jugend.ch/). Hier noch zwei
Lesetipps (beide leider nur in Englisch, aber in der Kritik an den gängigen
Bildungsvorstellungen - leider - sehr wahr und dann glücklicherweise doch
auch sehr inspirierend): Sir Ken Robinson: Out of our Minds; Sir Ken Robinson:
The Element.
(Nik Ostertag, <email-pii>, 8.9.2009)
Ich teile deine Ideen und Visionen voll und ganz. Wenn nur die schulischen
Mühlen nicht so langsam mahlen würden. Am liebsten würde ich eine
Sekundarschule mit Lernlandschaften nach dem Vorbild der Sekundarschule
Bürglen TG verwirklichen.
(Bruno Hollenstein, <email-pii>, 8.9.2009)
Deine Vision eines Lernzentrums finde ich sehr interessant. Ich selber bin
Mitbegründerin und heute Schulleiterin der Monterana Schule in Degersheim
(http://www.monterana.ch/). Was du
als Vision beschreibst, haben wir bis zu einem gewissen Grad schon verwirklicht
(bis zur Oberstufe). Am schönsten wäre es, wenn wir unsere Schule
einfach nach oben im beschriebenen Stil eines Lernzentrums erweitern
könnten, sozusagen als lebendiges Modell. Übrigens möchte ich noch
auf den Verein „Integrale Politik" aufmerksam machen, welcher auf dem Weg
ist, eine Partei mit ähnlichen Zielen zu gründen, wie du sie auf
deiner Homepage beschreibst (http://www.integrale-politik.ch/).
(Susanne Tobler, <email-pii>, 7.9.2009)