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Olympische Diplomatie
In Peking mochte man sich nicht richtig über die Vergabe der olympischen Sommerspiele an Tokio freuen. Man habe den Entscheid des Internationalen Olympischen Komitees zur Kenntnis genommen, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo den Pressesprecher des chinesischen Aussenministeriums am Montag.
Japan werde sich das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft «mit der richtigen Einstellung zu den historischen Angelegenheiten» verdienen müssen. Chinas Zurückhaltung ist mit den anhaltenden territorialen Streitigkeiten um die Senkaku/Diaoyu-Inseln zu erklären.
Das chinesische Parteiblatt Global Times hat sich derweil etwas ausführlicher dazu geäussert: «Auch wenn die sino-japanischen Beziehungen in der schwersten Krise der letzten 40 Jahre stecken, möchten wir Japan dennoch gratulieren und wünschen, dass die olympischen Spiele ein Erfolg werden», heisst es zu Beginn des Leitartikels, um schliesslich eine deutliche Meinungsäusserung folgen zu lassen.
Die Mahnung Chinas
Japan habe durch die eigene wirtschaftliche Stagnation und Chinas gleichzeitigem Aufstieg an Vertrauen verloren. Die provokative Haltung gegenüber China sei das Abbild von Japans Frustration und Verwirrung.
Es sei auch zu betonen, dass Japan «eine erbärmliche Arbeit» leiste, wenn es um die Bewältigung der Verbrechen im Zweiten Weltkrieg gehe. China und Südkorea könnten nun die neue internationale öffentliche Aufmerksamkeit nutzen, um die Haltung der japanischen Regierung bezüglich der Kriegsvergangenheit anzuprangern, warnt die Global Times.
Die olympischen Spiele seien für Japan die Chance, die Stimmung im Land zu heben, Vertrauen zu gewinnen und wirtschaftlich wieder abzuheben. Dies werde allen ostasiatischen Ländern zu Gute kommen. Gleichzeitig würden die olympischen Spiele Japan unter Druck setzen, sich international in Zurückhaltung zu üben. Dies sei ein Garant für Stabilität in den nächsten sieben Jahre.
Südkorea, dann Japan
Tatsächlich könnten die olympischen Spiele die belasteten Beziehungen Japans mit seinen Nachbarn verbessern helfen. Hinzu kommt, dass Südkorea 2018 in Pyeongchang die Winterspiele austragen wird (Asienspiegel berichtete).
Laut Sanspo haben sich die olympischen Verbände von Südkorea und Japan bereits am IOC-Treffen in Buenos Aires auf eine gute Zusammenarbeit geeinigt. So könnte Japan seinem Nachbarn die Erfahrungen von zwei Winterspielen weitergeben. Auch von einem vertieften Austausch zwischen den Sportlern beider Länder ist die Rede. Beide Verbandspräsidenten betonten dabei die Chance, die der Sport für die Förderung friedlicher Beziehungen in Ostasien biete.
Zumindest eine Stadt in Südkorea konnte sich jedoch nicht wirklich über den Sieg Tokios freuen. Laut der Chosun Ilbo hat Busan bereits entschieden, die Kandidatur für die Sommerspiele von 2024 auf 2028 zu verschieben. Es ist nicht der erste Rückschlag. Bereits nach der Vergabe an Pyeongchang musste die Hafenstadt die Hoffnungen für eine erfolgreiche Kandidatur für 2020 begraben.
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