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Im Zuge der Dezentralisierung der Schweizerischen Bundesgerichte führte der Kanton St. Gallen im Auftrag des Bundes einen offenen Architekturwettbewerb durch. Das Neubauprojekt bildet den städtebaulichen Abschluss des auslaufenden Rosenberges zum Feldli Es dehnt die öffentlichen Nutzungen (Gerichtssäle) entlang einer Parkanlage um die bestehende Villa Naef aus und setzt sie in ein kontrapunktisches Verhältnis zu den aufgetürmten, zweigeschossigen Pools der Verwaltung.
Die Liegenschaft wurde 1888 als Wohnhaus mit Ärztepraxis erbaut und ist im Hinweisinventar der Denkmalpflege als wertvoll eingestuft. Die Aufgabe verlangte die Einbindung des neu geschaffenen Zwangsmassnahmengerichtes in die historische Bausubstanz. Das Raumprogramm beinhaltete neben Richterbüros und Nebenräumen einen Sicherheitsbereich mit Verhandlungsraum und Einstellzimmern für Beschuldigte.
Wie bei allen Bauten des Kapitols sollte die Architektur sozialen, politischen und klimatischen Anforderungen entsprechen. Erbaut wurden sie jedoch von Arbeiter/innen, die in illegalen Behausungen wohnten, die Tapisserien mussten Häftlinge weben. Die Richter parkieren statt auf dem hinteren Parkplatz direkt auf der Esplanade und beanspruchen den Haupteingang für sich selbst. Auf Grund sozialer Unruhen ist die Esplanade mit Wachposten und Zäunen verstellt. Der Monsunregen tritt bis zur Rampe ein.