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Eine Analyse geschlechtsbezogener Vorurteile von Lehrpersonen in der Schweiz
Die Schweizer Studie «Auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter in der Bildung - Analyse geschlechtsbezogener Vorurteile von Lehrpersonen» ist Teil der ländervergleichenden Studie «Towards Gender Harmony – Understanding the Relationship between Masculinity Threat and Gender Equality Across Cultures», die von Oktober 2019 bis März 2020 in Form eines Online-Fragebogens in der Schweiz durchgeführt wurde.
Ausgangslage
Vorbild für die ländervergleichende Studie ist die Erhebung von John E. Williams und Deborah Best aus dem Jahr 1990. Diese hatte zum Ziel, psychologische Charakteristika, die Männern und Frauen zugeschrieben werden, zu untersuchen und jene daran geknüpften Geschlechterstereotype zu analysieren sowie länderspezifisch zu vergleichen. Übergeordnete Frage der Studie von Willams und Best war, inwiefern das Verhalten von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft variiert und welche Überzeugungen es im Hinblick auf die psychologischen Dispositionen von Männern und Frauen gibt.
Forschungsinteresse
Nachdem die Studie von Williams und Best inzwischen 30 Jahre zurückliegt, zielt die von der Universität Danzig initiierte ländervergleichende Studie darauf ab, aktuelle Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Menschen verschiedener Nationen heute über Männer und Frauen denken und welche Männlichkeits- und Weiblichkeitsideale sowie Geschlechterstereotypen heutzutage in den jeweiligen Ländern und Kulturen vorherrschend sind. Ein Fokus liegt speziell auf der Universalität von Männlichkeitsstereotypen, die mit Normen wie Entscheidungsfreiheit, Dominanz, Streben nach hohem sozialen Status und der Vermeidung von Weiblichkeit einhergehen.
Zusätzlich untersucht die Schweizer Studie Lehrpersonenerwartungen hinsichtlich mathematischer Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern und geschlechtsbezogenen Verhaltensunterschieden im Unterricht. Da Geschlechterstereotype von Lehrpersonen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern bisher noch nicht eingehend erforscht sind, leistet die Studie einen wichtigen Beitrag, Forschungsdesiderata abzubauen.
Datenlage
Insgesamt wurden in der ländervergleichenden Studie über 30.000 Teilnehmende aus 61 Ländern befragt. In der Schweiz haben 195 angehende Lehrerinnen und 80 angehende Lehrer an der Studie teilgenommen. Zurzeit wird die Auswertung der Daten vorgenommen.
Laufzeit: 2019 bis 2023
Downloads
Das Projekt wird durch einen HARMONIA 6-Zuschuss des National Science Centre in Polen (2017/26/M/HS6/00360) unterstützt.
Projektleitung
- Natasza Kosakowska-Berezecka (Universität Danzig, Polen)
Projektteam
Projektleitung
- Elena Makarova (Universität Basel, Schweiz)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Jana Lindner (Universität Basel, Schweiz)