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Die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels wird im Februar nächsten Jahres dem Volk unterbreitet. Wir haben dabei darüber zu befinden, wie die Sanierung des Gotthard-Tunnels erfolgen soll. Eigentlich gibt es nur eine echte Variante. Wir bauen einen zweiten Tunnel.
Ein zweiter Tunnel ermöglicht es, dass während der Bauzeit der alte Tunnel weiter betrieben werden kann. Nach dem Bau des Sanierungstunnels, zirka 2028, wird der alte Tunnel saniert. Danach kann der Verkehr richtungsgetrennt aber nur auf einer Spur pro Tunnel – dafür ohne Gegenverkehr – durch den zirka 17 Kilometer langen Tunnel geleitet werden. Das erhöht die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erheblich, wenn Frontalkollisionen ausgeschlossen sind.
Die Vorteile eines zweiten Tunnels
Ein zweiter Vorteil liegt darin, dass im Falle von Störungen, Pannen oder Unfällen in einem Tunnel der Verkehr nicht zum Erliegen kommt, sondern durch den 2. Tunnel aufgefangen werden kann. Drittens verhindert der Sanierungstunnel, dass der Kanton Tessin fast drei Jahre lang von der übrigen Schweiz abgeschnitten wird. Für Graubünden würde ausserdem ein Problem entstehen, wenn ein grosser Teil des Verkehrs durch den Kanton einen Umweg sucht. Was das beutet, haben wir 2001 erleben können. Die San Bernardino-Strecke wurde zum einem Sicherheitsrisiko, die lokale Wirtschaft litt unter den Konsequenzen verstopfter Strassen und die Lebensqualität der Menschen entlang der A13 wurde stark beeinträchtigt.
Schliesslich ist die Lösung des Bundesrates langfristig auch wirtschaftlich interessanter, wenn in 30 oder 40 Jahren wiederum die Sanierung der Tunnelröhren notwendig wird. Wiederum wird man diese etappenweise realisieren können ohne die Nord-Süd-Verbindung zu unterbrechen.
Die Einwände
Was könnte man dagegen einwenden? Es sei billiger, nur den alten Tunnel zu sanieren. Das stimmt, wenn man ausser Acht lässt, dass im Umfang von mehreren hundert Millionen Franken Provisorien für den Verlad von Personenwagen und Camions erstellt werden müssten – und das alle dreissig bis vierzig Jahre wieder von neuem. Man könnte auch einwenden, dadurch würde die NEAT an Wert verlieren, wenn die Strassenverbindung attraktiver wird. Auch das stimmt nicht, wenn die Tunnels nur einspurig befahren werden dürfen und das Dosiersystem aufrechterhalten wird. Im Gegenteil, die NEAT würde beträchtlich an Leistungsfähigkeit verlieren, müsste sie als rollende Landstrasse einen Teil ihrer Aufnahmefähigkeit für den „Hin- und Her-Verkehr“ opfern.
Ebenfalls wird gesagt, es sei nur eine Frage Zeit, bis der Tunnel ganz also für vier Spuren geöffnet werden müsse. Damit das aber geschieht, müsste das Schweizer Volk die Eine Verfassung ist die rechtliche Grundordnung bzw. das obe... ändern. Lassen wir doch diesen Entscheid vielleicht eine spätere Generation treffen, wenn die Verhältnisse dies erfordern.
Eine wirkliche Alternative zum Bau des Sanierungstunnels gibt es nicht, deshalb unterstütze ich die Variante des Bundesrates mit einem neuen Sanierungstunnel.