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Die Gründerfamilie Della Valle unternimmt den nächsten Versuch, den italienischen Modekonzern Tod’s SpA von der Börse zu nehmen. Dabei setzt sie laut einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung auf die Investmentgesellschaft L Catterton als Finanzierungspartner. L Catterton führt unter anderem die Beteiligungs- und Immobiliengeschäfte der LVMH-Eigentümerfamilie Arnault und ist mehrheitlich an renommierten Marken wie Birkenstock, Ganni, A.P.C. und Etro beteiligt.
L Catterton unterbreitet Kaufangebot an Kleinaktionär:innen
Der Vereinbarung zufolge unterbreitet L Catterton über seine eigens gegründete Tochter Crown Bidco SrL ein Übernahmeangebot für sämtliche Tod’s-Aktien, die sich nicht im Besitz der Brüder Diego und Andrea Della Valle sowie der zum französischen Luxusgüterkonzern LVMH gehörenden Investmentgesellschaft Delphine SAS befinden.
L Catterton bietet den übrigen Anteilseigner:innen, die derzeit insgesamt 36 Prozent der Aktien halten, demnach 43,00 Euro pro Anteilsschein, was einem Aufschlag von knapp 17,6 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag entspricht. Sollten alle betreffenden Aktionär:innen auf die Offerte eingehen, würde die Beteiligungsgesellschaft etwas mehr als 512 Millionen Euro für rund 11,9 Millionen Aktien zahlen.
Die Familie Della Valle behält die Mehrheit an Tod’s
Ziel der geplanten Transaktion sei es, den Modekonzern, zu dem die Marken Tod’s, Roger Vivier, Hogan und Fay gehören, von der Börse zu nehmen, teilte das Unternehmen mit. Dieser Schritt würde für „größere organisatorische Flexibilität“ sorgen und die Möglichkeit schaffen, Management-Entscheidungen und deren Umsetzung zu beschleunigen, heißt es in einer Mitteilung. Zudem entfielen die Kosten und Verpflichtungen, die sich aus der Börsennotierung ergeben.
Sollte das Übernahmeangebot akzeptiert werden, bliebe die Familie Della Valle nach dem Rückzug von der Börse mit insgesamt 54 Prozent der Anteile Mehrheitseigentümerin des Unternehmens. L Catterton wäre dann mit 36 Prozent beteiligt, Delphine weiterhin mit zehn Prozent.
Ein erster Übernahmeplan war 2022 gescheitert
Mit dem jetzt verkündeten Plan unternimmt die Familie Della Valle einen erneuten Anlauf, den Konzern von der Börse zu nehmen und umzustrukturieren. Im Jahr 2022 war ein entsprechendes Vorhaben gescheitert, weil sich nicht genug Aktionär:innen auf das damalige Übernahmeangebot eingelassen hatten.