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Das für ein neues Kongresszentrum vorgesehene Gelände liegt am Zürichsee mit Blick über die parkähnlichen Quaianlagen hinweg auf das Seebecken und die Alpen, an einem prominenten und sensiblen Übergang der Stadt in den Landschaftsraum. Hier steht das alte, 1939 eröffnete Kongresshaus, symbiotisch verknüpft mit der legendären Tonhalle, die, 1895 erbaut, einer Renovation harrt. Östlich, jenseits der Claridenstrasse grenzt das Areal der zwischen Tonhalle und Hotel Baur au Lac gelegene Villa Rosau an, die 1845 als ganzjähriges Gästehaus entstand und durch den mehrspurig befahrenen General-Guisan-Quai ihres Seeanschlusses beraubt wurde.
Der Entwurf von Diener & Diener ist der einzige im Feld der Wettbewerbseingaben, der die Baudenkmäler Kongresshaus, Tonhalle und Villa Rosau in die Architektur des neuen Komplexes einwebt und weder das Kongresshaus von Haefeli Moser Steiger, ein Schlüsselwerk der Schweizer Moderne, noch die Villa abreisst. In Anlehnung an den Detail- und Materialreichtum des alten Kongresshauses soll das neue Ensemble eine Folge unterschiedlicher Raumerfahrungen bieten. Durch die Erweiterung werden die Räume des alten Kongresshaus intakt in die Flächen der Tonhalle integriert und zu einem städtischen Gefüge verdichtet. Beiden ist der Baukörper eines neuen Kongresshotels vorgelagert, gleich einem Bühnenturm, der als hoher Baukörper Theater oder Operhäuser überragt. Die Tonhalle rückt so selbst in unmittelbare Beziehung zum See.
Die eigentlichen Kongresshallen, die den grössten Teil der neuen Bauvolumens ausmachen, sind unter einer kubischen Hülle vereint im östlichen Abschnitt des Perimeters angeordnet. Das Motiv des Landschaftsraums ist für diesen eigenständigen Baukörper am Kanal des Schanzengrabens bestimmend. Die Fassade aus gewelltem Glas betont mit einer Semitransparenz und Bepflanzung und grossen Öffnungen immerzu den landschaftlichen Bezug, der auch in der Form der Stützen, der Beleuchtungskörper und der Innenwände Niederschlag findet.
2008 lehnte das Stadtzürcher Stimmvolk den beantragten Kauf des Areals der Villa Rosau für den umstrittenen Neubau des Kongresszentrums nach einem Entwurf Raffael Moneos ab.
in Zusammenarbeit mit Peter Suter
Wettbewerb: 2005
Datum: 2005
Auftraggeber: Zürich Forum
Ort: General-Guisan Quai, Zürich, Schweiz
Bruttogeschossfläche (BGF): 18.740 m² (Kongresszentrum), 4.300 m² (neue Tonhalle), 11.580 m² (Hotel), 4.000 m² (öffentlichen Bereich)
Programm: Kongresszentrum, Tonhalle, Hotel
Bauingenieur: Conzett, Bronzini, Gartmann
Technische Gebäudeplaner: PGMM Schweiz
Landschaftsarchitekt: Vogt Landschaftsarchitekten