Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03095.jsonl.gz/1927

Erreger und Übertragung
Gonorrhoe, umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet, ist weltweit eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sie wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae ausgelöst, das in Schleimhautsekreten infizierter Personen vorkommt und bei ungeschütztem oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr übertragen wird oder bei der Geburt von der Mutter auf das Kind.
Krankheitsbild
Meist treten 2 bis 7 Tage nach einer Ansteckung die ersten Symptome auf. Beim Mann kommt es zunächst zu einer Rötung und einer Schwellung an der Harnröhrenmündung mit Schmerzen beim Urinieren und einem eitrigen Ausfluss (daher der Name Tripper von «in Tropfen herabfallen»). Unbehandelt greift die Infektion auf Prostata und Nebenhoden über. Bei der Frau äussert sie sich ebenfalls am ehesten durch vermehrten Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlösen; ohne Behandlung droht die Ausbreitung im Becken.
Allerdings verläuft die Infektion oft (häufiger bei der Frau als beim Mann) ohne oder mit milderen Symptomen und wird deshalb lange nicht bemerkt. Je nach Sexualpraktik kann sie auch im Mund- oder Rachenraum sowie im Analbereich auftreten, hier oft asymptomatisch oder als Rötung und Reizung. Heilung bringt eine Antibiotikatherapie. Allerdings beunruhigen Meldungen über Stämme mit Resistenzen gegen Antibiotika, mit denen die Krankheit bis vor wenigen Jahren gut behandelt werden konnte.
Spätfolge unbehandelter Gonorrhoe ist bei beiden Geschlechtern Unfruchtbarkeit. Seltenere Komplikationen sind Entzündungen an Gelenken, Haut, Herz und Bindehaut, Letzteres z. B. ebenfalls bei der Übertragung während der Geburt.
Verbreitung und Häufigkeit
In der Schweiz gab es 2270 bestätigte Gonorrhoe-Fälle in Jahr 2016, etwas mehr als im Jahr zuvor. Der Anteil der Männer ist mit rund 80 % sehr hoch und die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen am stärksten betroffen. Bei homosexuellen und bisexuellen Männern, bei Personen mit mehreren Geschlechtspartnern und im Bereich der Prostitution kommt die Krankheit häufiger vor als in der übrigen Bevölkerung.
Vorbeugung
Kondome und weitere Massnahmen des Safer Sex verringern das Risiko, sich mit Gonorrhoe zu infizieren. Deshalb gilt:
1. Vaginal- und Analsex mit Kondom
2. Und weil’s jede(r) anders liebt: Den persönlichen Safer-Sex-Check auf lovelife.ch machen
Eine Ansteckung kann aber dennoch erfolgen. Es ist wichtig, sie früh zu erkennen. Wird die Krankheit diagnostiziert, müssen alle Sexualpartner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.
Wer wechselnde oder mehrere Sexualpartner gleichzeitig hat, soll mit seinem Arzt, seiner Ärztin oder einer anderen Fachperson über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen sprechen und sich beraten lassen, ob Tests nötig sind.