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Haare färben: Tönung oder Coloration?
Haare färben: Tönung oder Coloration?
Um sich für die richtige Farbtechnik zu entscheiden, braucht es einen kleinen Basiskurs in Chemie. Tönungen führen dem Haar Pigmente zu (Färbung, die sich nach 6 – 8 Wochen raus wäscht). Colorationen (dauerhafte Färbung, die raus wächst) entziehen dem Haar zunächst im chemischen Bleichverfahren Pigmente und führen im Anschluss gezielt Farbpigmente zu. Blondierungen entziehen lediglich Farbpigmente.
Haare tönen ist richtig, wenn du...
- ein natürliches, schonendes Farbergebnis willst
- dir eine dunklere Nuance wünschst
- keine grauen Haare hast
Da der Bleich-Prozess beim Tönen weg fällt, ist dieses Verfahren grundsätzlich schonender für die Haare. Allerdings erreicht man mit einer Tönung naturgemäss niemals ein helleres, sondern immer nur ein dunkleres Farbergebnis. Wer sich also ein helles Köpfchen wünscht, kommt ums Colorieren bzw. Blondieren nicht herum. Auch gibt es leichtere und intensivere Tönungen. Leichte Tönungen (Stufe 1), die oft als Schaummousse erhältlich sind, reichen schon, wenn du deiner Naturhaarfarbe lediglich eine kleine Auffrischung gönnen willst. Soll die Veränderung ein bis zwei Nuancen dunkler sein, sind Intensivtönungen (Stufe 2) die beste Wahl.
Haare colorieren ist richtig, wenn du...
- die Haare heller willst
- eine gute Grauhaarabdeckung willst
- nicht möchtest, dass die Farbe ausbleicht
- ein starker Farbwechsel erreichen willst
Grundsätzlich bieten Colorationen dank Wasserstoffperoxid die stärkere Färbpower. Entscheide dich für eine dauerhafte Coloration (Stufe 3), wenn du deine Ausgangshaarfarbe heller willst oder graue Haare abdecken möchtest.
Haare blondieren ist richtig, wenn du...
- deine Haare bereits gefärbt hast und eine hellere Nuance wünschst
Ganz ehrlich, vor DIY-Blondierungen bei dunklerem Haar ist eher abzuraten. Ein farbreines Ergebnis zu erreichen, ohne Gelb-, Rot- und Grünstich erfordert Profiwissen und braucht meist mehrere Sitzungen.
Haarfarbe richtig auftragen: Wie entsteht ein gleichmässiges Ergebnis?
Wer seine Haare selber färben will und ungeübt ist, sollte sich am besten Unterstützung von einer Freundin suchen. Vier Hände erreichen die Stellen am Hinterkopf besser. Beim Auftragen der Haarfarbe gilt es zudem eine strikte Reihenfolge zu beachten: Beginne immer am Hinterkopf und trage die Coloration erst zum Schluss auf dem Deckhaar auf. Das Deckhaar ist nämlich durch die Sonne ohnehin heller als der Rest und nimmt die Farbe daher intensiver an.
Hilfsmittel beim Haare färben
Wer ein besonders genaues Ergebnis wünscht, nimmt nicht nur die Finger zur Hand, sondern arbeitet mit einem Pinsel oder einem grobzagigen Kamm. Mit Haarklemmen lassen sich einzelne Haarpartien einfach abteilen, damit du gezielt arbeiten kannst. Wer Strähnchen färben will, besorgt sich eventuell eine Haube.
Graue Haare richtig färben
Umgekehrt gilt es bei grauen Haarpartien. Färbe diese zuerst, da graue Haare die Farbe am schlechtesten aufnehmen.
Wie wird der Haaransatz richtig nachgefärbt?
Das beste Ergebnis erzielst du natürlich, wenn du genau zur selben Nuance von derselben Marke greifst. Beim Nachfärben reicht es, wenn du zunächst nur die neuen Haaransätze färbst und ganz am Schluss die Farbe im Gesamthaar verteilst. Ein sauberes Ergebnis erreichst du mithilfe von einem Farbpinsel und einem groben Kamm.
Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, einen gleichmässigen Farbübergang entstehen zu lassen. Auch hierfür arbeitet man am besten mit der Kammtechnik. Kämme die Farbe strähnchenweise in den Ansatz und ziehe die Farbe noch einige Zentimeter in die Längen hinein, sodass ein weicher Farbverlauf entsteht.
Strähnchen selber machen: Wie wird das Ergebnis natürlich?
Strähnchen zu färben ist die grösste Kunst beim Colorieren. Zu regelmässige Streifen wirken unnatürlich. Ebenso wie krasse Farbkontraste. Inzwischen gibt es Kombi-Produkte, die die passende Highlight-Farbe gleich mitliefern, grundsätzlich solltest du für ein natürliches Ergebnis etwa ein bis drei Nuancen heller wählen und dich entweder der Kühle oder der Wärme des Basistons anpassen.
Beim Strähnchen selber färben gilt: Da die Haare nach unten immer heller werden, sollte die Farbe vor allem gut im oberen Drittel eingearbeitet werden und nach unten softer werden. Dabei erzielst du mit wenigen flächigen Strähnen einen akzentuierten Look (mit Pinsel oder Strähnchenkamm), viele feine Strähnchen wirken dagegen besonders natürlich (mit einer Haube arbeiten).
Für ein gleichmässiges, aber natürliches Ergebnis arbeiten Profis zudem oft mit der Kammtechnik. Dafür wird die Coloration mit der Spitze eines eng-gezackten Plastikkamms aufgenommen und vom Ansatz bis in die Längen eingekämmt. Anders als beim exakten Abteilen und Einfärben einzelner Strähnen verteilt sich die Farbe so ungleichmässiger im Haar. Genau dieser Effekt lässt das Ergebnis insgesamt natürlicher wirken.
Ob dick oder fein, am meisten Strähnchen solltest du um das Gesicht herum setzen.