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|Abt Waldo (782-784)

Abt Waldo
Waldo, 782-784. Waldo stammte aus einem vornehmen oberdeutschen Geschlecht, das den Karolingern nahestand, vielleicht sogar mit ihnen verwandt war. Nach Sprandel war er ein Vertrauensmann Karls des Großen im alemannischen noch kaum an das fränkische Königtum herangezogenen Kloster. Im August 77o tritt Waldo in St.Gallen erstmals auf, und zwar als Diakon und Urkundenschreiber. In der Zeit von 77o bis 779 hat er 17 Urkunden geschrieben oder unterschrieben. Von ihm stammen auch die ersten Dorsualnotizen auf den Urkunden, womit ein geordnetes Aufbewahren der Urkunden, das Klosterarchiv, beginnt. Die Bibliothek verdankte ihm eine wesentliche Bereicherung, da er an der Herstellung mehrerer Codices mindestens als Auftraggeber beteiligt war. 782 wurde Waldo durch freie Wahl der Mönche, wie Ratpert berichtet, zum Abt von St.Gallen gewählt, was gegen die angeblichen Rechte des Bischofs von Konstanz verstieß. Als Abt ist Waldo nur einmal, am 8.11.782, urkundlich belegt. Von seiner Tätigkeit an der Spitze des Klosters ist nur der Streit mit Bischof Egino von Konstanz um die Unabhängigkeit der Abtei bekannt. Da ihm die nötige königliche Unterstützung, wohl infolge einer Krise der Reichsherrschaft Karls des Großen fehlte, unterlag er in dieser Auseinandersetzung und mußte vermutlich in der ersten Hälfte des Jahres 784 seine Abtwürde niederlegen. Nach dem Mißerfolg in St. Gallen begab er sich als gewöhnlicher Mönch ins Kloster Reichenau, wo er 786 wiederum Abt wurde. Als Erzieher des jungen Langobardenkönigs Pippin kam er nach Pavia, wo er 791-801 als Verweser des Bistums wirkt. Um 800 erhielt er auch die Verwaltung des Bistums Basel. Er kehrte daraufhin nach der Reichenau zurück. 8o6 resignierte er darauf, da er als Abt nach St. Denis gerufen wurde. Über sein dortiges Wirken ist wenig bekannt. In diesem Amt starb Waldo am 29. oder 30.3.814.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)