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Der Kapitel- und Szenenplan (oder einfach Kapitelplan) ist eine Vertiefung des Geschichtenplans. Der Kapitelplan führt den Geschichtenplan detailliert weiter, indem er definiert, was in welcher Szene der Geschichte geschieht und welche Szenen zu einem Kapitel zusammengefasst werden können.
Dieser Blogpost über den Kapitelplan deiner Fantasy Geschichte ist Teil der Artikel-Reihe „Plane deinen eigenen Fantasy Roman“. Finde hier alle Informationen und eine Übersicht zum Planen deines fantastischen Romans. Auch heute erhältst du wieder eine Wochenaufgabe, damit du am 1. November mit deinem Schreibentwurf starten kannst. Und jetzt geht es mit den Vorbereitungen für deine Fantasy Geschichte weiter!
Was sind Kapitel und was sind Szenen?
Damit es keine Verwirrung gibt, schauen wir uns als Erstes einmal den Unterschied zwischen Kapiteln und Szenen an.
Szenen sind abgeschlossene Handlungseinheiten. Der Leser begleitet die Charaktere ohne Unterbrechung, meistens an einem gleichbleibenden Setting.
Ein Beispiel für eine Szene:
Eine Beschreibung, wie Lily Belinda in ihrem Büro besucht.
Kapitel dagegen bestehen meistens aus mehreren Szenen. Kapitel sind dafür gedacht, die Geschichte zu strukturieren und sie für den Leser in kleine Häppchen zu unterteilen.
Der Autor selbst teilt einen Text in Kapitel auf, während eine Szene abgeschlossen ist, sobald die Handlung darin zu einem Ende kommt. Kapitel werden in der Regel mit einem Titel oder versehen oder nummeriert.
Ein Beispiel für ein Kapitel:
Ein Text darüber, wie Lily zuerst Belinda in ihrem Büro besucht, dann einkaufen geht und danach wieder in ihren Laden zurückkehrt, wo sie auf Bastian trifft.
Was ist der Kapitelplan?
Der Kapitelplan stellt eine Übersicht der Kapitel in deinem Buch dar. Er ist eine detailliertere Ausführung deines Geschichtenplans.
In einzelnen Kapiteln fasst man die Handlung, die Subplots, die verschiedenen Charakterentwicklungen, das Setting mit Ort und Zeit und die Aufteilung in Szenen zusammen.
Die Stränge, die sich durch den gesamten Plan durchziehen sind die Informationen zum Kapitel, der Plot und das Setting. Die anderen Elemente wechseln sich jeweils ab.
Ein Subplot wie z.B. eine Liebesgeschichte (Lily und Bastian) wird nicht in jedem Kapitel thematisiert. Deshalb muss man auch im Kapitelplan nicht in jedem Kapitel etwas dazu zu notieren.
Wir sind alle unterschiedlich und genau so verschieden sind unsere Arbeitsweisen. Einige bevorzugen es, im Kapitelplan detailliert jedes Kapitel auseinanderzunehmen. Andere (zu denen auch ich gehöre) lassen ab und zu auch einfach eine Lücke frei und schauen während dem Schreiben, wohin die Geschichte führt.
Wie detailliert du deinen Kapitelplan ausarbeiten möchtest, liegt also ganz bei dir. Im Folgenden möchte ich dir noch ein paar Werkzeuge und Techniken aufzeigen, wie du deinen Kapitelplan umsetzen könntest.
Werkzeuge und Techniken
Kapitelplan als Fliesstext
Man kann den Kapitelplan natürlich auch einfach als Fliesstext darstellen. Pro Kapitel schreibt man hier ca. eine A4-Seite als Zusammenfassung. Man unterteilt den Text schon in Szenen.
Vorteil:
Du besitzt am Ende eine ausführliche Text-Grundlage, wo du beim Schreiben gleich ansetzen kannst.
Nachteil:
Ein Fliesstext ist nicht übersichtlich. Du kannst die einzelnen Schritte und Elemente deiner Geschichte schlecht vergleichen und überprüfen.
Kapitelplan mit Kärtchen
Der Kapitelplan ist auch toll mit Karteikarten abzubilden. Jede Karteikarte steht für ein Kapitel oder eine Szene. Darauf werden dann die wichtigsten Punkte notiert.
Vorteil:
Man kann die Karteikärtchen herumschieben wie man will und immer wieder neue Karten hinzufügen oder Karten entfernen.
Nachteil:
Es ist schwierig, die Karteikarten aufzubewahren und zu transportieren. Zum „Aufbewahren“ in der richtigen Reihenfolge bräuchte man z.B. eine Pinnwand. Zum Transportieren muss man sie immer wieder abhängen.
Kapitelplan direkt im Schreibprogramm
Das gleiche Kartenprinzip wie eben vorgestellt funktioniert ebenfalls in vielen Schreibprogrammen wie z.B. in Scrivener. Die Kapitel und Szenen können hier auch als Karten dargestellt und hin- und hergeschoben werden.
Vorteil:
Man hat die Karten immer dabei, wenn man seinen Laptop oder sein Tablet da hat.
Nachteil:
Zuerst muss das Schreibprogramm geöffnet werden, bevor man die Karten anschauen kann.
Kapitelplan als Tabelle
Stellt man den Kapitelplan als Tabelle dar, erhält man so eine Zeile pro Kapitel. In den Spalten verteilt man Informationen zu Handlung, involvierten Charakteren, Setting (Zeit und Ort) und etwaigen Subplots.
Vorteile:
Man hat alle nötigen Elemente der Geschichte auf einem Blick und kann sie so gut miteinander vergleichen und analysieren.
Nachteile:
Wenn man etwas an der Kapitelaufstellung ändern möchte, muss man die ganze Tabelle neu schreiben oder umständlich mit Pfeilen arbeiten.
Wochenaufgabe #7
Morgen fängt die letzte Woche vor dem NaNoWriMo an. Probiere deshalb einfach aus, welche Kapitelplan-Methode für dich am besten funktioniert oder arbeite weiter an den noch offenen Vorbereitungen für deine Geschichte.
Ich hoffe, dass du so gut vorbereitet in den November starten kannst und bin schon sehr gespannt auf deine Geschichte. Wie immer freue ich mich über jeden Input oder Tipp, den ich auf Instagram, per Mail oder direkt in den Kommentaren erhalte.
Und jetzt wünsche ich dir noch eine fantastische Woche!