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Kennzeichnend ist der Schmerz im Bereich der verletzten Knochenregion. Es treten Schwellungszustände auf, in manchen Fällen auch ein Bluterguss. Die Abrollbewegung wird als schmerzhaft empfunden. Ein Druckschmerz tritt ebenso auf.
In jdem Fall sollte ein Röntgenbild des Fusses in 2 Ebenen erfolgen. Sollte initial kein Anhalt für einen Bruch gesehen werden, ist eine Wiederholung der Röntgenaufnahme nach 2 Wochen durchaus sinnvoll, da sich manchmal Brüche erst verspätet im Röntgenbild zeigen. Bei der rein seitlichen Aufnahme wird die Diagnose aufgrund der Überlagerung der entsprechenden Knochen erschwert. Hier ist eine Schrägaufnahme sinnvoll.
Die Brüche von Mittelfuss und Zehen werden eingeteilt in dislozierte Brüche (Fragmente stehen weit auseinander) und nicht dislozierte Brüche (der Knochen ist in Form und Gestalt unberührt). Auch hier hat in jedem Fall eine Überprüfung der Durchblutung, Motorik und Gefühlswahrnehmung zu erfolgen. Im Bereich des 5. Mittelfussknochens kann am körpernahen Ende ein Bruch auftreten, der eine Besonderheit aufweist (Jones-Fraktur). Hierbei ist bei eingeschränkter Blutversorgung eine erhöhte Rate an Fehlheilungen zu verzeichnen.
Im Bereich des 1. Strahls kann bei einem nicht verschobenen Bruch eine konservative Behandlung vorgenommen werden. Hierbei wird ein Unterschenkelgips oder einen sogenannten Geisha-Schuh für 6 Wochen angelegt und eine Teilbelastung der entsprechenden Extremität empfohlen. Bei Verschiebung der Fragmente (dislozierter Bruch) wird bei einem Auftreten des Bruches im Schaftbereich eine Platte an dem Knochen angelegt.
Liegt der Bruch eher an den Enden des Mittelfussknochens, empfehlen sich auch Drähte oder Schrauben. Jeglicher Bruch, der in die Gelenkfläche strahlt, und mehr als 2mm Verschiebung aufweist, muss durch operative Massnahmen wieder eingerichtet und stabilisiert werden. Wichtig im Berech des 1. Strahls ist die Wiederherstellung der Länge, um Probleme wie persistierende Schmerzen im Bereich des 1. Strahls aber auch Überlastungsschäden der anderen Strahlen, zu vermeiden. Handelt es sich um Brüche der Strahlen 2 bis 5, dann können bei nicht verschobenen Brüchen Schuhe mit harter Sohle verschrieben werden und eine schmerzadaptierte Belastung verordnet werden. Sind die Brüche verschoben, empfihlt sich ein Einrichten des Bruchs (üblicherweise ohne Eröffnung der Haut) und das Tragen eines Unterschenkelgipses für 3 Wochen. Sind dabei mehrere Knochen beteiligt, kann die Ruhigstellung mit einem Draht vorteilhaft sein. Dieser wird dann nach 6 Wochen entfernt. Immer muss an eine Verrenkung in den naheligenden Gelenken (Lisfrancgelenk, Chopartgelenk) gedacht werden. Das sind ernsthafte Verletzungen, die eine sofortige operative Therapie notwendig machen.
Bei der Stressfraktur wird häufig ein Unterschenkelgehgips angelegt oder als Alternative einen sogenannten Geisha-Schuh oder eine harte Orthese, die für 3 Wochen getragen werden sollte. Hierbei ist eine Vollbelastung möglich. Jedoch sollte der Heilungsverlauf mit Hilfe des Röntgenbildes verfolgt werden. Liegt der Bruch im Bereich des körpernahen Bezirks des 2. Strahls, sollte der Gips für 6 bis 8 Wochen getragen werden, da häufig verzögerte Heilungsraten auftreten. Auch der nicht verschobene Bruch im Bereich des 5. Strahls an der Basis (Jones-Fraktur) kann zunächst konservativ behandelt werden. Hier empfihlt sich ein Unterschenkelgips für 6 bis 8 Wochen. Dabei sollte eine Entlastung der unteren Extremität für 4 bis 6 Wochen erfolgen, dann ist zunehmend eine Teilbelastung durchführbar. Sportler, die eine schnellere Rehabilitation benötigen, um wieder zügig in den Trainingsprozess einsteigen zu können, kann eine Versorgung mit einer Schraube oder einer sogenannten Zuggurtung (Drähte und Cerclage) empfohlen werden. Ist diese Fraktur verschoben, ist ein offenes Einrichten des Bruches unumgänglich. Hier muss der Bruch operativ stabilisiert werden (Schraube, Zuggurtung oder Platte).
Handelt es sich um Brüche der Zehen, kann am 1. Strahl eine Fixierung mittels Draht oder Schraube notwendig werden, sofern der Bruch im körpernahen Zehenbereich liegt. Ansonsten ist eine Operation im Zehenbereich nur bei stark verschobenen Brüchen erforderlich. Üblicherweise werden gebrochene Zehen konservativ mit Hilfe einer Gipsschiene oder in vielen Fällen nur über Schienung durch Tapen an den benachbarten Zeh (Pflasterzügelverband) behandelt. Sollten Zehen verrenkt sein, kann durch eine lokale Anästhesie der Schmerz ausgeschaltet werden und die Knochen unter Zug und Gegenzug in ihre anatomische sinnvolle Position überführt werden. Blutergüsse unter den Nägeln sollten rechtzeitig über einen Stich durch den Nagel entlastet werden.
In manchen Fällen tritt ein Spreiz- oder Plattfuss nach dem Unfall auf, dies ist jedoch selten. Häufiger ist eine Heilungsstörung mit Ausbildung eines Falschgelenkes (Pseudarthrose), vor allem bei der sogenannten Jones-Fraktur (Bruch der Basis des 5. Mittelfussknochens). In diesem Fall wird das Einbringen von Knochenmaterial aus dem Beckenkamm unter Umständen notwendig, und es muss gleichzeitig eine Kompression mittels Implantat (Schraube oder Zuggurtung) erfolgen. In jedem Fall muss in der initialen Diagnostik eine Verletzung des sogenannten Lisfrancgelenks ausgeschlossen werden. Eine ernsthafte Komplikation besteht in dem sogenannten Kompartmentsyndrom, bei dem es zu einem Druckanstieg in den Muskellogen des Fusses kommt. Hierbei treten starke Schmerzen auf, die Weichteile sind stark gespannt und möglicherweise finden sich Gefühlsstörungen im Zehenbereich. Es ist eine sofortige operative Behandlung mit Entlastung der Logen über einen oder mehrere Schritte im Bereich des Fusses indiziert.
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Universitätsspital Zürich
Klinik für Traumatologie
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