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Der Schweizer Klub Asiatische Spitze und seine Züchter bemühen sich durch gezielte Zuchtauswahlkontrollen erbliche Krankheiten zu verhindern.
Aufgrund ihres Ursprungs als Jagdhunde, wird in der Zucht besonders dem Bewegungsapparat Aufmerksamkeit geschenkt.
Jeder Besitzer leistet zudem seinem Hund durch eine gesunde Ernährung, artgerechte Pflege, den Bedürfnissen angepasste Bewegung und Beschäftigungen, Führsorge und vernünftige Haltung, den Aufbau und Erhalt einer guten Widerstandskraft und Gesundheit.
Vogt-Koyanagi-Harada (VKH)
Ein Defekt, der zum Glück relativ selten beim Akita festgestellt wurde.
Die Krankheit beginnt zumeist im Alter von 18 – 24 Monaten, mit einem Nachlass der Sehkraft (Ablösung der Netzhaut), roten Stellen an der Haut, vermehrter Haarausfall, tränenden Augen, Entzündung an Nase, Mund und Genitalien. Dabei kommt es sehr häufig zum Pigmentverlust am Kopf, der Hund wird innerhalb sehr kurzer Zeit ganz grau / weiss.
Eine frühe Diagnose ist für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig.
Netzhautdegeneration (PRA)
PRA sind unterschiedliche Netzhautdegenerationen, welche alle zur Erblindung führen.
Bei der Frühform erblinden die Hunde bereits mit 12 Monaten, bei der Spätform treten die ersten Sehstörungen erst im Alter von 3-6 Jahren auf. Die Spätform ist bei uns am häufigsten und wird rezessiv vererbt.
Zu Beginn der Erkrankung zeigt der Hund eine mehr oder weniger deutliche Nachtblindheit, die sich zusehends verschlimmert, bis das Sehen auch am Tage beeinträchtigt ist und der Hund etwa mit 9 Jahren vollständig erblindet.
Eine Behandlung ist nicht möglich, daher ist die züchterische Vorsorge von grosser Bedeutung.
Schilddrüsenunterfunktion
Hunde zeigten bei einem Schilddrüsendefekt entweder ein oder einige Kombinationen folgender Symptomen: Hautabnormalitäten, Gewichtsschwankungen, Appetitlosigkeit, Unfruchtbarkeit, Störungen im Sexualverhalten, Erschöpfungszustände, Verhaltensänderungen, Leber- und Nierenerkrankungen, Anämie und eine Anfälligkeit für Infekte.
Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber durch die Gabe von Medikamente und Bluttests besser zu kontrollieren.
Hüftgelenkdysplasie
Bei einer HD Erkrankung handelt sich es um eine Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne und oder des Oberschenkelkopfs, die in ihrer Form nicht aufeinander abgestimmt sind.
Diese schlechte Formgebung führt zu unregelmässigen Abnutzungen im Hüftgelenk und ruft schmerzhafte Beschwerden und Lahmheit hervor.
Die HD wird genetisch beeinflusst und durch Umweltfaktoren modifiziert. Man ist sich darüber einig, dass eine übermässige und eine energiereiche Ernährung und die damit verbundene Wachstumsintensität die Ausprägung der Krankheit ebenso begünstigt, wie eine körperliche Überanstrengung des Junghundes.
Beim Röntgen und anschliessender Auswertung, gibt es Klassifizierungen in folgende Stufen:
HD A = HD Frei
HD B = HD Übergangsform
HD C = HD leicht
HD D = HD mittel
HD E = HD schwer
Die HD wird polygen vererbt, durch Röntgen können allerdings nur die Merkmalsträger erfasst werden, also nicht die versteckten Erbträger.
Patellaluxation
Die Patellaluxation ist eine ähnliche Krankheit wie die Hüftgelenkdysplasie, sie ist ebenfalls vererbbar.
Betroffen sind hauptsächlich kleine Rassen, wie zum Beispiel der Shiba.
Die Kniescheibe (Patella) ist in der Sehne des starken Oberschenkelmuskels eingelagert. Kniescheibe und Sehne gleiten auf einer Rinne im Knochen hin und her. Ist diese Rinne nicht korrekt ausgebildet und die seitlichen Bänder zu schlaff, rutscht die Kniescheibe seitlich weg und mit der Zeit können Gelenksentzündungen und Knorpelschäden entstehen, die dann zu Lahmheit führen können.
Um diese Schädigung im Gelenk zu vermeiden, ist eine frühzeitige Behandlung empfehlenswert, die meist durch eine Operation des Kniegelenkes erfolgt.
Wenn ihr Hund plötzlich, z.B. während eines Spazierganges aufjault und stark humpelt, ein Hinterbein merkwürdig gebogen ist oder er es vom Körper wegstreckt, so versuchen sie zuerst das Bein leicht zu massieren, eventuell renkt es sich dadurch wieder ein. Andernfalls suchen sie umgehend einen Tierarzt auf.
Da es bis heute nicht möglich ist, eine zuverlässige Röntgendiagnose zu stellen, bleibt die klinische Untersuchung Grundlage für die Beurteilung. In den meisten Fällen gehen angeborene Luxationen zum Glück nicht mit Lahmheit einher, deshalb ist es umso schwieriger aber auch wichtiger, diese Krankheitsträger zu erkennen und von der Zucht auszuschliessen.
Sebadenitis (SA) - eine rassespezifische Hauterkrankung beim Akita
Der folgende Artikel wurde uns von Frau Dr. med. vet. Evelyne Amrein zur Verfügung gestellt. Für uns ist es wichtig, dass Akita-Züchter und Akita-Besitzerinnnen und -besitzer über diese Krankheit umfassend informiert sind. Frau Dr. Amrein ist gerne bereit, weitere Auskünfte zu erteilen. Ihre Adresse finden Sie am Schluss dieses Artikels.
Die Sebadenitis war in einer Arbeit aus dem Departement für Fortpflanzungskunde der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Zürich von Frau Dr. Iris Margaret Reichler beim Akita die häufigste Hauterkrankung, obwohl sie grundsätzlich zu den seltenen Hautkrankheiten zählt. Im Durchschnitt erkranken von dieser Krankheit betroffene Hunde im Alter von ca. 2 Jahren. Dabei handelt es sich um eine direkt gegen die Talgdrüsen gerichtete Entzündungsreaktion, die zur vollständigen Zerstörung der Talgdrüsen führen kann. Dabei kommt es zunächst zu Schuppenbildung, insbesondere im Bereich Kopf und/oder Rücken. Diese Schuppen haften den Haarschäften an und können an Haarbüscheln, welche leicht auszupfbar sind, gut gesehen werden. Dabei wird das Haarkleid zunehmend stumpfer. Der weitere Verlauf ist eine mottenfrassähnliche Haarlosigkeit (Alopezie). In diesem Krankheitsstadium sind die Hunde anfällig für eine sekundäre bakterielle Hautinfektion (Follikulitis), die mit Juckreiz einhergehen kann. Dabei verkrustet sich die Haut an den betroffenen Stellen. Es wird in der Literatur auch beschrieben, dass bei Akitas mit schwereren Verlaufsformen Anzeichen für eine Erkrankung des ganzen Körpers beobachtet werden konnten.
Als Grundsätze gelten bei der Sebadenitis die folgenden Auffälligkeiten an der Haut:
Wenn ein Akita:
an einer schuppenden Hauterkrankung leidet,
haarlose, mottenfrassähnliche Hautstellen (Alopezie) aufweist, an einer Entzündung des äusseren Gehörganges,
welche sich als therapieresistent erweist und mit Schuppen an der Ohrmuschel einhergeht, erkrankt ist oder
an einer anhaltenden Hautkrankheit leidet, die trotz Therapie keine Besserung zeigt,
sollte unter anderem an SEBADENITIS gedacht werden!
Nachdem - wie aus der erwähnten Arbeit von Frau Dr. Reichler hervorgeht - ein autosomal rezessiver Erbgang der Sebadenitis beim Akita nicht ausgeschlossen werden kann, erscheint es uns als für die Rasse verantwortlicher Klub wichtig, auf mögliche Konsequenzen resp. zuchthygienische Massnahmen hinzuweisen.
Bei einem autosomal rezessiven Erbgang müssen beide Eltern eines erkrankten Tieres Träger des krankmachenden Genes sein, ohne dass sich die Krankheit bei ihnen selbst zeigt. Nachkommen aus solchen Verpaarungen erkranken jedoch bis zu einem Viertel!
Ich hoffe, dass verantwortungsbewusste Züchter auf freiwillliger Basis in Fällen, wo Nachkommen an einer Sebadenitis erkrankt sind, auf die weitere Verpaarung der selben Elterntiere verzichten. Auf jeden Fall sollte N I E die gleiche Verpaarung erfolgen !
Auf Empfehlung von Frau Dr. Reichler sollte folgendes Vorgehen gewählt werden:
Von allen an der Haut erkrankten Akitas, bei denen keine aetiologische Diagnose gestellt werden konnte, sollten durch den Privattierarzt Hautbiopsien (gestanzte Hautprobe) entnommen werden. Die Hautbiopsien können an die veterinär-pathologischen Institute der Universitäten Zürich, Bern oder München gesandt werden (Adressen untenstehend). Im Antrag sollte stets die Bitte gestellt werden, unter anderem gezielt auf Sebadenitis zu untersuchen.
Bei einer Hauterkrankung, welche trotz Therapie über längere Zeit keine Besserung zeigt, sog. „persistierende“ Erkrankung, sollte im Abstand eines Jahres jeweils eine Hautbiopsie (vergleiche oben) entnommen werden. Im Untersuchungsantrag sollte die Bitte geäussert werden, unter anderem gezielt auf Sebadenitis zu untersuchen.
Elterntiere von Sebadenitis-erkrankten Welpen sollten nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden, d.h. es sollte auf deren weiteren Zuchteinsatz verzichtet werden.
Geschwister von Zuchttieren, die Sebadenitis-erkrankte Welpen hervorbrachten, sollten mindestens 3-jährig sein, bevor sie zur Zucht eingesetzt werden. Sie dürfen keine Hautkrankheit aufweisen.
Von Hunden (Akitas), welche eine therapieresistente Erkrankung des äusseren Gehörganges aufweisen, sollten Hautbiopsien (vergleiche oben) entnommen und im Untersuchungsantrag unter anderem um den Aussschluss einer Sebadenitis gebeten werden.
Liebe Akita-Züchter und -Besitzer: Der Akita ist eine wunderbare Rasse, die es gilt, gesund zu erhalten! Nachdem wir nun aufgrund der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit diese Krankheit genauer kennen und auch wissen, dass sie in dieser Rasse gehäuft vorkommt, sollten wir die entsprechenden Konsequenzen ziehen. In diesem Sinne hoffe ich, einen wesentlichen Beitrag für die Gesunderhaltung dieser Rasse zu leisten.
Adressanschriften für den Einsand von Hautbiopsien:
Institut für Tierpathologie
Länggassstrasse 122
Diagnostik Biopsien
3012 Bern
Institut für Veterinärpathologie
zu Hd. Biopsieabteilung
Winterthurerstrasse 260
8057 Zürich
PD Dr. Ina Pfeiffer
Institut für Biologie
Universität Kassel
Heinrich-Plett-Straße 40
34109 Kassel Deutschland
Bericht von:
Dr. med. vet. Evelyne Amrein
Nübruch 16, Ringwil
8340 Hinwil
Telefon: 044 938 14 62
weitere Informationen: www.sebadenitis.de