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Marcel Imsand war einer der bedeutendsten Westschweizer Fotografen. Er porträtierte Prominente wie Maurice Béjart und Nina Simone ebenso wie die einfachen Leute. Sein Markenzeichen waren Sozialreportagen aus der Romandie; er war an etwa fünfzig Büchern beteiligt, zwei davon über die Fête des Vignerons.
«Eine der zentralen Figuren der Schweizer Fotografie ist von uns gegangen», sagte Tatyana Franck, Direktorin des Musée de l’Elysée in Lausanne auf Anfrage. «Es herrscht tiefe Trauer.» Imsand sei «ein Poet, ein Autodidakt, mit einem von Menschlichkeit geprägten Blick» gewesen. Sein fotografischer Nachlass sei im Elysée in Lausanne deponiert und solle künftig im Neubau ausgestellt werden.
«Er hatte die Fähigkeit, sich andern Menschen anzunähern, den reichsten ebenso wie den ärmsten», sagte seine Tochter Marie-José Imsand Popescu. «Er machte sich klein, hielt sich zurück.» Erst vor kurzem war Imsands Frau gestorben. «Er hat sich sterben lassen», sagte sein Freund Bertil Galland.
Imsand wurde am 15. September 1929 in Pringy im Greyerzbezirk geboren. Sein Vater war Arbeiter, seine Mutter Schneiderin. Mit 16 Jahren erhielt er eine Kamera geschenkt und brachte sich das Fotografieren selber bei. Daneben lernte er Feinmechaniker und übte den Beruf bis zu seinem 35. Altersjahr aus. Danach riskierte der Vater von drei Kindern den Schritt in die Selbständigkeit als Fotograf und zog ins Zentrum von Lausanne.