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Bereits in seinem ersten Thriller wollte Dan Brown sich mit einer "Geheimgesellschaft" befassen, dem größten und gleichwohl mächtigsten Nachrichtendienst der Erde, der NSA alias National Security Agency. Im Gegensatz zu Browns späteren Werken ein typischer Agententhriller, der noch vor dem 11. September 2001 geschrieben wurde und sich deshalb nicht Politthriller nennen darf und ohne arabische Terroristen auskommt.
Die NSA befasst sich mit Browns liebsten Nebensächlichkeiten, nämlich Codes und so strotzt auch Diabolus vor solchen, jedoch noch ohne die später sehr obligatorische religiöse Note. In seinem Plot verschmelzen sehr schnell die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, denn wenngleich die NSA als "Big Brother" bekannt ist und weltweit Internet/Telefonverbindungen überwacht, abhört, analysiert und auswertet so ist doch sehr wenig über sie bekannt und man sollte Diabolus ebenso wenig als Enthüllungsbericht betrachten wie seine anderen Werke.
Dessen ungeachtet hier eine grobe Zusammenfassung der Handlung:
Dank Jahrelanger Forschungen und einem Milliardenbudget hat die NSA einen Supercomputer namens Transltr geschaffen, dem es möglich ist, alle existierenden Codes innerhalb weniger Minuten zu knacken. Einem ehemaligen Mitarbeiter gelingt es eines Tages jedoch einen Code, Diabolus, zu entwickeln, welchen die Maschine unmöglich entschlüsseln kann. Er droht damit diesen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, falls die NSA nicht die Existenz ihres Transltr bekannt gibt und sollte diese versuchen ihn zu töten, so wird dieser durch einen Dritten veröffentlicht. Das Codierungsprogramm steht bereits auf seiner Homepage zum Download bereits, wobei dieses jedoch durch den Code chiffriert ist und man den Codekey benötigt, um das Programm selbst verwenden zu können.
Diesen Codekey wollen die NSA-Agenten in ihren Besitz bringen, noch ehe Ensei Takano ihn an den meistbietenden versteigern kann. Als Diabolus selbst aber sich als etwas ganz anderes als ein unknackbarer Code entpuppt rückt der Codekey, der als Ring getarnt ist, noch weiter in den Mittelpunkt der Bestrebungen der NSA die Bedrohung durch Diabolus abzuwenden. Wie dann auch noch ein Saboteur sein Unwesen treibt und ein Killer systematisch alle potentiellen Zeugen beseitigt wird die Lage immer aussichtsloser...
Mit Digital Fortress/Diabolus ist Brown bereits zu Beginn seiner Karriere ein Werk gelungen, dass sich eigentlich ganz leicht in einen Hollywoodblockbuster verwandeln lassen würde. Mit einer durchaus unterhaltsamen spannungsgeladenen und actionreichen Handlung schuf Brown gute Unterhaltung mit Sensationsqualitäten. Was dabei zu bemängeln ist, sind jedoch die zahlreichen logischen und technischen Fehler, die auf mangelnde Recherchen zugunsten des Spannungselements schließen lassen, wie auch die völlig zweidimensionalen Charakteren und deren teils übermenschliche Fähigkeiten in Angesicht von Problemen. Der theatralische Titel der deutschen Übersetzung ist dabei ganz am Rande nur eine Anlehnung an die beiden Bestseller Illuminati und Sakrileg, damit der einst erfolglose Erstling (weil das Buch eigentlich nur völlig mittelmäßig ist) sich im Nachhinein auch gut verkaufen wird. Dass die Taschenbuchausgabe erst jetzt nach dem Brown-Hype erschienen ist, liegt wohl daran, dass sein nächster Robert-Langdom-Roman schon längst fertig sein sollte.
Fazit:
Browns Debüt hat durchaus Hollywoodqualitäten, aber wie so mancher Hollywoodfilm auch gravierende Mängel - wer günstige Unterhaltung mit viel Action und "intellektuellen" Herausforderungen sucht findet hier aber genau das.
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