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Diever, 18 Dezember 2004
Mein
Dezemberbesuch bei meinem Vater in den Niederlanden hatte ich kombiniert
mit der Teilnahme am "Boscross" in Diever. In der gleichen Gegend
hatte ich bereits zwei Mal an dem Marathon-Dreitäger teilgenommen
und wusste, dass ein Lauf im gleichen organisatorischen Umfeld sicher
gut organisiert sein würde.
Der Start war ca. 800 mtr. von den Umkleidekabinen entfernt. Das Wetter hatte sich bereits verschlechtert, es gab einen kalten, nassen Wind und die Wolken sahen nach Schnee aus. Die Teilnehmer verkrochen sich - als Schutz gegen den Wind - hinter die Zelte beim Start/Ziel. Beim Start fing es an zu regnen, es gab den ersten nassen Schnee vom Tag. Am gleichen Anlass können 12, 22 und 32 km gelaufen werden, gesamthaft gab es ca. 100-150 Teilnehmer davon ca. 70 Maratonies. Ich sah einige bekannte Gesichter, u.A: Jack aus Ossendrecht und Horst Preisler, der amtierende Weltmeister "Anzahl Marathon" (ca. 1300 Stk).
Der Lauf bestand aus 4 gleichen Runden von ca. 10 km, mit weinigen Ausnahmen alles Waldwege und -Pfade. Die Umgebung war wirklich schön und die Luft ausgezeichnet. Leider spielte das Wetter nicht mit, regelmässig gab es Regen und Hagel. Es war kalt! Durch den Niederschlag wurde der Boden sehr schlammig, was das Laufen extrem mühsam machte. Für die Brillenträger - wozo ich auch gehöre - gab es noch das zusätzliche Problem, dass das Wasser und Kondens auf der Brille die sich sehr erschwerte, was das Laufen durch Schlamm und Wurzel durchsetzte Pfaden zusätzlich erschwerte. Ich muss zugeben, dass ich mich mehr als einmal gefragt habe warum ich dort sein musste! Die Motivation, dass es eine gute Vorbereitung auf den Lauf in Mali war (geplant März 2005), hat mir sehr geholfen! Die Verpflegung war prima, es gab auch einige Zuschauer, wahrscheinlich Angehörige von anderen Teilnehmern. Bei diesem Wetter hatten die Helfer und Zuschauer wahrscheinlich genau so viel oder sogar noch mehr als die Läufer unter dem Wetter zu leiden. Brian Mills, der britische recordhalter "Anzahl Maratons" (488 Stück), meinte: "things like this separates boys from men" und meinte, dass der Boscross einer der schwersten Marathons in den Niederlanden sei; und er kann's wissen.
Wie es auch war, meine Zeiten waren - in Anbetracht der widrigen Umstände - nicht einmal so schlecht: 01:01:04, 01:02:12, 01:09:05, 01:18:45 und 15:48, Gesamtzeit: 4:46:56.
Es hat mich sehr gefreut, im Umkleideraum Ben Mol wieder zu sehen! Er war fast 6 Monate durch eine Verletzung ausser Gefecht und ich hatte verschiedene Male versucht mit Ihm per E-Mail Kontakt aufzunehmen. Er erzählte mir, dass sein damaliger Arbeitgeber den Betrieb hat schliessen müssen und das aus diesem Grund die E-Mails so gut wie sicher nicht weitergeschickt worden waren. Nach einer warmen Dusche ging's dann wieder zurück nach Tilburg. Wie gewohnt ist man das "Leiden" (auf Niederländisch "Afzien") schnell wieder vergessen (oder man hat es verdrängt). Wenns wieder möglich ist, werde ich sicher wieder Teilnehmen. Auf Läufen wie der Boscross lernt man sich kennen.
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