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Schon wieder einen verspannten Nacken.
Ein Ziehen vom Nacken zur Schulter, das Gefühl, dass der Nacken mal richtig knacken muss, oder ein immer stärker werdender Kopfschmerz. Dies sind alles Beschwerden, die beim sitzenden Teil der Bevölkerung, der im Büro arbeitet, häufig vorkommen. Wie entstehen diese Beschwerden, und noch wichtiger: Was können Sie dagegen tun?
Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik arbeiteten allein in der Schweiz im Jahr 2019 mehr als 600'000 Personen ganztags im Büro. Da nicht mit eigerechnet ist die Anzahl der Erwerbstätigen, die ebenfalls einen Teil ihrer Arbeitszeit am Computer verbringen (denken Sie an eine Krankenschwester, die eine Datei aktualisieren muss, den Verkäufer, der Produkte bestellen muss, oder einen Studenten, der eine Hausarbeit schreiben muss). So verbringt ein großer Teil der Bevölkerung einen großen Teil des Tages vor dem Computer. Bei nicht wenigen von uns könnten dadurch Probleme entstehen.
Als erstes eine beruhigende Botschaft; die meisten Nacken-/Schulterbeschwerden sind nicht gefährlich! Beschwerden können natürlich, durch einen Bandscheibenvorfall oder andere schwere Pathologien, hervorgerufen werden, aber die überwiegende Mehrheit der Beschwerden hat keine klar identifizierbare Ursache. Das bedeutet nicht, dass Sie keine Beschwerden haben! Die ausstrahlenden Schmerzen in Richtung des linken Oberarms sind immer noch so gemein, und die Blockierung des Nackens beim Drehen des Kopfes ist immer noch so ärgerlich. Die meisten Beschwerden an der Halswirbelsäule und den angrenzenden Strukturen werden manchmal durch zu viel, meist aber durch zu wenig Bewegung verursacht.
Stellen Sie sich zum Beispiel vor, eine schwere Einkaufstasche zu tragen. Wenn man die ersten 100 Meter nach Hause geht, trägt man die Tasche leicht in der rechten Hand, aber je näher man seinem Zuhause kommt, desto öfter wechselt man die Hand. Die Muskeln ermüden und der Nacken beginnt zu zerren und in einigen Fällen sogar zu schmerzen.
Wenn wir dies auf eine Situation am Schreibtisch anwenden, geschieht etwas Besonderes. Wir sitzen 2 Stunden hintereinander, tippen und halten uns dabei in einer angespannten Position. Wir benutzen viele Muskeln, die unsere Haltung erhalten, den Kopf bewegen usw. Langsam stellt sich ein nerviges Gefühl im Nacken ein, aber was mache ich? Ich tippe weiter und ehe ich mich versehe, bleibt der Schmerz bestehen und es stört mich auch bei meinen Hobbys (z. B. Sport, Gartenarbeit oder Lesen).
Ein grosser Teil der Nackenschmerzen verschwindet von selbst innert wenigen Tagen, aber was kann man dagegen tun, wenn es zu lange andauert oder die Symptome immer wieder auftreten? Das Schwierige an Nackenschmerzen ist, wenn es keine klar erkennbare Ursache gibt, sie zu bekämpfen. Verschiedene Berufe und Behandlungsmethoden sind darauf spezialisiert und können Ihnen helfen, Ihre Beschwerden zu verbessern. Ihr Physiotherapeut ist einer der Experten auf dem Gebiet des Bewegungsapparates, zu dem die Muskeln, Knochen und andere Strukturen der Halswirbelsäule gehören. Innerhalb der Physiotherapie verfügt Ihr Therapeut über verschiedene Behandlungsmethoden, die Ihnen helfen können, zur Entspannung und zur Linderung von Schmerzsymptomen beizutragen. Bekannte Massnahmen sind Massage, manuelle Therapie und Bewegungstherapie, aber zum Beispiel auch Dry-Needling gehört dazu. Diese symptomfokussierten Behandlungen bieten eine meistens schnelle, aber oft nicht andauernde Schmerzreduktion. Es ist wichtig, mit Ihrem Therapeuten zu besprechen, welche Behandlungsmethoden für Sie am besten/wirksamsten sind. Dies ist von Person zu Person unterschiedlich.
Wenn Sie häufiger Nackenbeschwerden haben oder die Symptome anhalten, ist es wichtig, an der Belastbarkeit des Nackens zu arbeiten. Das bedeutet, die Nackenregion zu trainieren und sie an die Belastung zu gewöhnen (dies schließt oft den Schultergürtel oder manchmal sogar den gesamten Körper mit ein). Lassen Sie mich noch einmal das Beispiel der Einkaufstaschen nehmen. In dem Moment, in dem ich die Taschen einmal pro Woche nach Hause schleppe, werde ich feststellen, dass es mir nach ein paar Monaten viel einfacher fällt. Wenn ich dies jedoch 2 oder 3 Mal pro Woche tue, kann dies anfangs zu Muskelschmerzen oder anderen harmlosen Beschwerden führen. Wenn ich meinen Körper aber gut handhabe, und ich so weiterfahre, wird mein Körper stärker, und schließlich wird mein Nacken ein 4. oder 5. Mal pro Woche auch viel einfacher akzeptieren. Umgekehrt kann es auch so sein, dass wenn ich einige Wochen lang keine Einkaufstaschen hebe, der Nacken plötzlich wieder empfindlicher wird und das zu Beschwerden führt. The best position ist your next position, Motion is lotion, use it or loose it sind Begriffe, die eigentlich sehr zutreffend sind.
Bleib aktiv!
Die Physiotherapeuten der Physio-Station sind optimal geschult, um Sie bei Ihren Halswirbelsäulenbeschwerden zu unterstützen. Sie sind nicht nur bereit Ihnen zu helfen die Symptome schnell zu reduzieren, sondern vergessen nicht, sich auf die Langzeitwirkung zu konzentrieren. Die Physiotherapeuten der Physio-Station arbeiten mit Ihnen zusammen, um einen individuellen Aktionsplan zu erstellen, der den identifizierten Problemen und den Zielen, die Sie erreichen wollen, entspricht. Ein guter Physiotherapeut reduziert nicht die Schmerzen, sondern lehrt Sie, wie Sie selbst die Schmerzen reduzieren können!
Joost Blaauwwiekel
Physiotherapeut bei Physio-Station