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zwei gleiche Teile, die beide genutet sind, zur Anwendung. Die Zubereitung des Holzes geschieht in der Weise, daß die Blöcke zunächst in Stücke von der Länge der Bleistift [* 2] quer zerteilt, die einzelnen Stücke vermittelst kleiner Kreissägen zu Brettchen geschnitten und diese an den spätern Leimflächen glatt gehobelt werden. Diese Brettchen bekommen dann auf Nutenmaschinen die zum Einlegen der Bleistäbchen bestimmten Nuten und werden gleichzeitig in die einer Bleistiftstärke entsprechenden Streifen zerteilt.
Hierauf beginnt das Einleimen der Bleistäbe in das Holz; [* 3] die geleimten Bleistift werden sodann in eine Presse [* 4] gebracht und dicht nebeneinander durch Schrauben [* 5] fest eingepreßt. Die so weit fertigen Bleistift sind alle viereckig und werden, nachdem sie durch Schleifrollen auf genau die gleiche Länge gebracht sind, vermittelst Hobelmaschinen [* 6] rund, sechseckig, viereckig, dreieckig oder oval gehobelt. Schließlich werden die gehobelten in beliebigen Farben poliert und darauf mittels Hebelpressen mit dem Fabrikstempel in Gold, [* 7] Silber oder Scharfdruck versehen.
Unter den neuern Erzeugnissen der Bleistiftindustrie sind hervorzuheben die von A. W. Faber erfundenen mechanischen Bleistift;
dieselben bestehen aus einer Holzhülse, in die das Bleistäbchen lose eingefügt ist und durch eine an ersterer angebrachte Metallspitze festgeschraubt, bei andern festgeklemmt wird;
sie haben vor den geleimten den Vorteil, daß sie sich bei längerm Gebrauch billiger stellen;
auch sind sie bequemer, weil die ganze Länge der Stifte unverändert bleibt und zum Spitzen eine Feile [* 8] genügt.
Ferner sind neben den nach analoger Methode wie die Bleistift hergestellten Farbstiften, Pastell- oder Ölkreidestiften, welche zum Zeichnen und Schreiben verwendet werden, als neues Produkt zu erwähnen die in jüngster Zeit von A. W. Faber in 42 Nuancen erzeugten Deckfarbstifte, die sich von den eben genannten Farbstiften dadurch unterscheiden, daß auf einen damit gezogenen Strich, welcher nicht, wie bei den bisherigen Farbstiften, glatt ist, eine zweite Farbe aufgetragen werden kann, welche die erste fast ganz deckt. Infolge dieser Eigenschaft ist man im stande, auf einer Zeichnung die aufgetragenen Töne nach Belieben abzuändern. Diese neuen Farbstifte eignen sich zu Zeichnungen aller Art, zu Porträt- und Landschaftsmalereien sowie zu Ornament- und Bauzeichnungen. - Eine andere ebenfalls von A. W. Faber verfertigte Art von Farbstiften eignet sich zum Schreiben und Zeichnen auf Glas, [* 9] Porzellan, Metall, poliertes Holz, Wachstuch u. s. w., worauf kein anderer Stift schreibt.
Die gleichen Farbstifte finden auch für dermatographische Zwecke Verwendung, indem sie den Medizinern zum Zeichnen und Markieren auf menschliche Fleischteile dienen. Ein weiter dem Bleistift verwandter Stift ist der von der Firma A. W. Faber erfundene Kopierstift, dessen Masse neben Graphit einen Zusatz von Anilinviolett enthält; er kann als Ersatz für und Kopiertinte dienen. Auf trocknem Papier giebt er eine Bleistiftschrift, die sich nicht durch Reibegummi entfernen läßt und von welcher durch stark gefeuchtetes Kopierpapier mittels der Kopierpresse Kopien erzeugt werden können. - Ferner sind hier noch zu erwähnen neue unverwischliche Schwarzstifte zum Schreiben auf Webstoffe, Holz, Stein, Leder u. s. w., schwarze und weiße Zeichenkreide in und ohne Holzfassung und endlich künstlich präparierte Schieferstifte, die nach gleicher Methode hergestellt werden wie die Bleistift.
Auf dem Weltmärkte erfreuen sich deutsche Bleistift fortgesetzt der besten Aufnahme. Die Ausfuhr von Graphit-, Farben- und Pastellstiften belief sich 1892 auf 9477 Doppelcentner im Werte von 2,98 Mill. M., davon 2375 Doppelcentner nach England, 1105 nach Frankreich, 637 nach den Vereinigten Staaten [* 10] von Amerika, [* 11] 331 nach Rußland. Die Einfuhr betrug 1151 Doppelcentner im Werte von 311000 M., umfaßt daher geringerwertige Sorten. Für letztere sind in Bezug auf deren Herstellung außer Deutschland [* 12] vorzugsweise Österreich, [* 13] Frankreich, England, neuerdings die Vereinigten Staaten von Amerika zu nennen. -
Vgl. R. Raab, [* 14] Die Schreibmaterialien (Hamb. u. Lpz. 1888).