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Film-Tipp des Tages: Nowhere Boy
Der junge John Lennon wächst bei seiner strengen Tante auf und lernt erst im Alter von 15 Jahren seine leibliche Mutter näher kennen. Eindrückliches Biopic mit Aaron Taylor-Johnson, Anne-Marie Duff und Kristin Scott Thomas in den Hauptrollen.
Liverpool 1955: Seit seinem fünften Lebensjahr lebt der mittlerweile 16jährige John (Aaron Taylor-Johnson) bei seiner Tante Mimi (Kristin Scott Thomas) und seinem Onkel George (David Threlfall). Nach dessen Tod sucht John seine leibliche Mutter Julia (Anne-Marie Duff) auf.
Die quirlige, aber auch labile Frau, die inzwischen eine neue Familie hat, ist überglücklich, ihren beinahe erwachsenen Sohn zu sehen. Von seiner Mutter wird John in die Welt des Rock 'n' Roll eingeführt. Doch Julia kann sich nicht um John kümmern. Sie merkt nicht einmal, dass John die Schule schwänzt, um von ihr das Gitarrespielen zu lernen.
Liebe zur Gitarre
Nach ein paar Tagen steht Mimi vor der Türe und holt John nach Hause. Sie kauft ihm eine Gitarre, unter der Bedingung, dass er sich in der Schule anstrengt. John gründet mit Schulfreunden eine Rock-'n'-Roll-Band, doch der Spass hat ein Ende, als Mimi Johns Zeugnis zu Gesicht bekommt. Kurzerhand verkauft sie seine Gitarre. Doch sie hat nicht mit Johns Hartnäckigkeit gerechnet.
Bald stösst der virtuose Gitarrist Paul (Thomas Brodie-Sangster) zur Band, und die Songs werden immer besser. Julia taucht an allen Konzerten auf und mischt sich munter unter die Band. John aber wird gegenüber seiner Mutter immer skeptischer. Eines Tages stellt er Mimi und Julia zur Rede. Sie sollen ihm endlich sagen, wer sein Vater sei und warum er nicht bei seiner Mutter aufwuchs ist.
Biopic als Langfilm-Debut
Das Drehbuch von «Nowhere Boy» basiert auf der Autobiographie «Imagine This: Growing Up With My Brother John Lennon» von Julia Baird, einer Halbschwester John Lennons. Es ist eine Art Mini-Biopic, das die frühen Jahre des später legendären John Lennons erzählt. Dabei geht es nicht nur um die Musik, für die sich John zu interessieren beginnt, sondern vor allem auch um seine prekären Familienverhältnisse.
Der Film ist das Langfilm-Début der Regisseurin und Künstlerin Sam Taylor-Johnson. Unter dem Namen Taylor-Wood wurde die Britin in den 1990er-Jahren als Teil der losen Gruppierung Young British Artists, der auch Damien Hirst angehört, weltbekannt. Ihre Karriere als Filmregisseurin geht demnächst weiter. Sie wurde mit der Verfilmung des Bestsellers «Fifty Shades of Grey» beauftragt, die nächsten Sommer in die Schweizer Kinos kommen dürfte.
Aaron Johnson, der damals 19jährige Hauptdarsteller des Films, lernte die Regisseurin Sam Taylor-Wood am Set kennen und lieben. Die beiden sind mittlerweile verheiratet und haben zwei Töchter.
Sendeplatz
Donnerstag um 20:00 Uhr auf SRF zwei.