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|E-Mail: von <email-pii> Gesendet: Dienstag, 28. Oktober 2014

Betreff: Fragen zu AKW
Guten Tag, Mein Name ist xxxxxx yyyyy ich absolviere gerade meine Lehre als zzzzzzzzzzzz , zur Abschlussarbeit in der Allgemeinbildung mache ich eine Dokumentation über die nuklear Katastrophe von Chernobyl und dazu habe ich ein paar kleine fragen die im Zusammenhang stehen was geschehen würde wen so etwas in der Schweiz passieren würde. Darum schreibe ich ihnen, um zu fragen ob das möglich wäre das sie mir diese Fragen beantworten. Vielen Dank im Voraus
Gerne, Antworten unten stehend. JJ
1. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit dass so etwas passiert?
Gemäss der IAEA müssen AKW garantieren dass die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze oberhalb 1:10‘000 Jahren und unterhalb 1:100‘000 Jahren liegt. Für das AKW Mühleberg liegen die offiziellen Berechnungen knapp über 1:10‘000. Meine Einschätzung ist folgende, die AKW Mühleberg und Beznau gehören zu den 17 ältesten der 427 Atomreaktoren weltweit, ihre Schutzmechanismen sind technologisch veraltet, ihre Baumaterialien verspröden laufend (Kernmantelrisse in Mühleberg, Muldenrost im Stahl-Containment Beznau). Ich schätze die Möglichkeit hoch dass es innerhalb der nächsten Jahre zu einem Unfall mit Freisetzung von Radioaktivität in die Umwelt, in den AKW Mühleberg oder Beznau, kommen kann.
- Was für Auswirkungen würde ein solcher Unfall in der Schweiz haben?
Durch Aare, Rhein würden Strahlenfrachten bis in den Ärmelkanal gelangen. Über die vorwiegend von Westen her blasenden Winde würde eine Radioaktive Wolke bis weit nach Österreich hinaus getragen. Die Schweiz wird unbewohnbar und wird ökonomisch zusammenbrechen. Ein Notfallszenario des Bundes für die Zonen ausserhalb Zone 1 (5 km um jedes AKW) ist erst in Erarbeitung. Die Flucht vor der Katastrophe ist illusorisch.
- Wen so etwas geschieht werden die Leute informiert und wie?
In Folge des Fukushima- Unfalls (Der erste SuperGAU in einem Industriestaat) zeigte sich dass die Notfallpläne des Bundes und der Kantone irrealistisch sind. Sie sollen deshalb überarbeitet werden. Die Information mag noch gelingen, die Anweisungen werden jedoch chaotisch sein, da eben keine funktionierende Notfallpläne existieren.
- Könnte man in der Schweiz noch leben?
Analog Chernobyl, könnte man weiteren Umkreis z.B. ausserhalb der 50km Zone überleben, aber wie lange! Wer hier bleibt verstrahlt sich langsam, ältere Menschen können mit der Strahlung besser umgehen. Kleine Kinder werden Schilddrüsenkrebs und Leukämie erleiden müssen und werden ein verkürztes Leben haben. Die Frage wäre wer kümmert sich um die Menschen, siehe Japan und Chernobyl. Sie würden zu Flüchtlingen innerhalb Europa welche in Containern und Zeltlagern leben müssten.
- Wie lange wäre die Schweiz nicht mehr bewohnbar?
Je nach Unfallszenario. Bei einem SuperGAU sollte die Zone zumindest bis 100km um das AKW (und je nach Zug der Wolke noch viel weiter) entvölkert werden. In der Schweiz wäre dies die halbe Bevölkerung. Je nach Verteilung der Strahlenquellen (Plutonium 25‘000 Jahre Halbwertszeit) wird das Gebiet über Jahrhunderte unbewohnbar.
- Was für Auswirkungen hätte das auf unsere Nachbarländer?
Im dicht gedrängten Europa würden auch die Grenznahen Gebiete ökonomisch in Mitleidenschaft gezogen und stark Verstrahlt. Die Flucht der Schweizer würde ökonomischen Folgen haben. Da die Schweiz mit Gotthard und weiteren Alpenpässen ein Transitland ist würde die ganze Europäische Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Wer möchte über die Schweizer Autobahnen (z.B. über Autobahnschwerpunkte Härkingen/Zofingen fahren welche nur ca: 10-20 km nahe am AKW Gösgen liegen. Eine Zentraleuropäische Nahrungsmittelkrise würde entstehen, da die Böden in weiten Teilen rund um die Schweiz verstrahlt wären.