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Vermessungstechniker
(Die nachstehende Definition eines Vermessers stammt aus einem Schüleraufsatz und ist erschienen
im „Canadian Surveyor“ vom Dezember 1970.)
Ein Vermesser ist etwas, das im Wald herumkriecht und nach kleinen Pfählen und Steinen Ausschau hält.
Wenn er sie gefunden hat, veranstaltet er eine Art irren Tanz um sie, mit einer verrückt aussehenden dreibeinigen Krücke,
an die er sich anlehnt und die er hin und wieder anschaut.
Wenn er die Pfähle nicht findet, läuft er den ganzen Tag herum als sei er verirrt. Manchmal sieht man die Vermesser
plattgefahren von Autos an der Strasse liegen, vor allem im Sommer, wenn all die andern Verrückten auch draussen sind.
Ein Vermesser hat ein grosses Auge und ein kleines zusammengekniffenes. Er läuft meistens vorn übergebeugt,
was ihn auch immer so verträumt aussehen lässt.
Sein Gesicht sieht aus wie Leder. Er flucht furchtbar. Er kann nicht lesen, da er immer etwas zwischen verschiedenen
Gegenständen misst, dann schreibt er
eine Zahl auf in einem kleinen Buch, die verschieden ist von dem, was auf seiner kleinen Karte steht. Er misst immer zu
einem Pfahl oder Stein, bleibt kurz davor stehen und setzt einen andern Pfahl oder Stein ein.
Er ist nicht allzu klug, weil er immer Zeichen auf Bürgersteigen und Strassen macht, damit er seinen Weg zurückfindet.
Seine Hosen sind immer verschlissen vom Salz der Steine und seine Schuhe sehen aus ob sie aus Schlamm gemacht seien.
Die Leute starren Ihn an. Hunde hetzen ihn und er sieht immer heruntergekommen aus.
Ich weis nicht warum überhaupt irgend jemand ein Vermesser sein will?
Der Landmesser
Ein Gedicht von Heinz Piontek
Nun stehn die Stäbe, eingerammt im Grund
und weiss und rot, mit spitzen Eisentüllen.
Der Männer Augen sind vom Spähen wund
und rauh die Kehlen vom Befehle brüllen.
Der eine hält die Karte ausgebreitet,
indes ein anderer die Optik dreht:
durch Fadenkreuz die Ziegenweide gleitet
und dann der Helfer, der zum Fluchtpunkt geht.
Ein dritter muss zum Rechenschieber greifen,
der vierte treibt die Hilfsarbeiter an.
Die trotten müsig – rauchen Stummelpfeifen
und fluchen den Beamten dann und wann.
Und alle tragen Filze, schwarze Loden,
an ihren Stiefeln haftet Tau und Staub.
Sie senken tief das Steinmal in den Boden
und schmecken an den Zähnen warmes Laub.
Und rechnen gut. Die Pläne sind genau.
Die Messgeräte richten sich verlässlich.
Und weitet sich die Ferne zart ins Blau:
Die Männer kennen nichts, was unermesslich.
Der Pythagoras
Ein Gedicht von einem unbekannten Autor
Ich weis nicht was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin.
Ein Lehrsatz aus alten Zeiten,
der kommt mir nicht aus dem Sinn.
Drei Winkel, wovon ein rechter,
sind mit drei Seiten verwandt
und diese noblen Geschlechter,
regieren Leut und Land.
Die Schönste der Hypotenusen
thront oben wunderbar,
es schlummert an ihrem Busen
ein holdes Kathetenpaar.
Sie thronet auf hohem Quadrate
und singt ein Lied dabei,
das hat eine pythagorate,
gewaltige Melodei.
Der Welt unendlich Getriebe
ergreift es mit wildem Weh,
sie schwärmet in glühender Liebe
für A Quadrat, B Quadtrat und C.
Sogar die kühlen Kometen
erfasst ein feuriger Wahn,
und das hat mit ihren Katheten,
die Hypotenuse getan.
Die neue Berufsbezeichnung in der Schweiz lautet ab 2001: Geomatiker
Für mich ist seit 1.April 2002 (Kein Aprilscherz) die berufliche Tätigkeit abgeschlossen, ich habe mich mit 60 Jahren pensionieren lassen!