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24 Apr 2016
Archäologie ist die Erforschung der menschlichen Geschichte anhand materieller Hinterlassenschaften wie Gebäude, Werkzeuge und Kunstobjekte, sowie teilweise schriftlicher Überlieferungen. Die Archäologie als verhältnismäßig junge Wissenschaft ist nach unterschiedlichen Kriterien (Epochen, Regionen oder Spezialgebiete) in viele Teildisziplinen unterteilt.
Es lassen sich folgende Teildisziplinen in der Archäologie unterscheiden:
- Prähistorische Archäologie: Arbeitet ausschließlich mit materiellen Hinterlassenschaften aus der Ur- und Frühgeschichte ab 2,5 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung, da aus dieser Zeit keine schriftlichen Quellen für die Auswertung bereit liegen.
- Provinzialrömische Archäologie: Liegt an der Schnittstelle zwischen der prähistorischen und der Klassischen Archäologie und befasst sich mit den römischen Provinzen.
- Klassische Archäologie: Es werden die antiken Kulturen der Griechen, Etrusker und Römer bis zum 5 Jahrhundert n. Chr. untersucht.
- Mittelalterarchäologie: Befasst sich mit der Zeit zwischen dem 9. und dem 16. Jahrhundert. Neben materiellen Hinterlassenschaften werden zunehmend Schriftquellen für Untersuchungen herangezogen.
- Neuzeitarchäologie
- Historische Archäologie: Wird als Überbegriff für die zwei vorangegangenen Teildisziplinen verwendet, bei denen schriftliche, bildliche und auch orale Überlieferungen eine große Bedeutung finden.
Die Ägyptologie und die Vorderasiatische Archäologie, welche sich auf das heutige Gebiet der Türkei, des Iraks, Irans, Syriens, Libanons, Israels und Jordaniens konzentriert, sind Disziplinen mit geografischen Schwerpunkten. Spezialdisziplinen der Archäologie, die sich auf ganz bestimmte Themen fokussieren, sind beispielsweise die Siedlungsarchäologie, die Christliche Archäologie, die Unterwasserarchäologie oder die Geoarchäologie.
Disziplinen wie Biologie, Chemie, Medizin, Astronomie, Architektur, Paläontologie, Geschichte und Anthropologie dienen dabei oft als Hilfe für archäologische Untersuchungen.
Die Quellenerschließung inklusive Auswertung ist die übergeordnete Forschungsmethode in der Archäologie. Zur Quellenerschließung gehören Prospektion und Voruntersuchung, die Ausgrabung sowie die vor allem in der klassischen und mittelalterlichen Archäologie eingesetzte Bauforschung. Danach werden die erschlossenen Quellen in teilweise sehr zeitintensiver Arbeit ausgewertet. Hierfür werden Typologie, Material und Alter der Funde bestimmt. Material- und Altersbestimmungen werden mithilfe moderner naturwissenschaftlicher Techniken durchgeführt.
Die wohl berühmtesten Archäologen sind Heinrich Schliemann, der 1873 Troja fand, Hiram Bingham, der 1911 die Inkastadt Machu Picchu entdeckte, Leonard Woolley, der 1922 die Königsgräber von Ur ausgrub, sowie Howard Carter, der im selben Jahr das Grab des Tutanchamun im Tal der Könige fand.