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Der fast 3000 Seiten umfassende IPCC-Bericht «Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change» stellt fest, dass der Klimawandel bereits «erhebliche Schäden und zunehmend irreversible Verluste in Land-, Süßwasser-, Küsten- und Meeresökosystemen des offenen Ozeans» verursacht habe. Etwa 50–75% der Weltbevölkerung könnten bis 2100 lebensbedrohlicher klimatischer Bedingungen aufgrund extremer Hitze und Feuchtigkeit ausgesetzt sein. Zu den Handlungsempfehlungen der Wissenschaftler gehören eine massive Verringerung des Verbrauchs an fossilen Brennstoffen, eine weit verbreitete Elektrifizierung, eine verbesserte Energieeffizienz und die Verwendung alternativer Brennstoffe wie Wasserstoff, der auch in Kernreaktoren erzeugt werden kann.
Kernkraft ist «etablierte Technologie»
Laut dem Bericht haben die durchschnittlichen jährlichen globalen Treibhausgasemissionen in den Jahren 2010–2019 den höchsten Stand in der Geschichte der Menschheit erreicht, die Wachstumsrate habe sich jedoch verlangsamt. Mit Verweis auf zahlreiche wissenschaftliche Studien betont der Weltklimarat, dass bereits mehrere Energieversorgungsoptionen zur Verfügung stehen, um Emissionen in den nächsten zehn Jahren zu reduzieren – dazu zählen auch Kernkraft und Wasserkraft als «etablierte Technologien».
Das IPCC bezeichnet die Kernenergie als kohlenstoffarme Quelle, die Stromerzeugung aus Kernenergie sei zwischen 2015 und 2019 um 9% gewachsen und habe 10% der Gesamterzeugung im Jahr 2019 ausgemacht. Jedoch sei die Entwicklung der Kernenergie langsamer verlaufen als die erwarteten Wachstumsraten zum Ausbau der Kernenergie zur Erreichung des Netto-Null-Zielpunkts. Der Beitrag der Kernenergie könnte durch eine neue Generation von Reaktoren, einschliesslich kleiner modularer Reaktoren (SMR), verstärkt werden.
«Es ist jetzt oder nie, wenn wir die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen wollen», sagte Jim Skea, Co-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe III. Ohne sofortige und tiefgreifende Emissionsminderungen in allen Sektoren werde es unmöglich sein.
Der Bericht war der dritte und letzte Abschnitt der neuesten umfassenden Überprüfung der Klimawissenschaft durch das IPCC, die sich auf die Arbeit von Tausenden von Wissenschaftlern stützte. Die Erstellung der IPCC-Berichte dauert etwa sieben Jahre.
Quelle
S.D. nach NucNet, 5. April 2022
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