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Menschen, die sich nicht an dominante religiöse Ordnungen anpassen oder diese gänzlich in Frage stellen, wurden und werden in verschiedenen historischen und geographischen Kontexten mit beträchtlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie und warum Individuen und Gemeinschaften in der Öffentlichkeit sowie im Verborgenen vorherrschende religiöse Normen in Südasien problematisieren. Zudem fragen wir, wie und mit welchen Konsequenzen diese Menschen und Gruppen als religiöse bzw. politische Minderheiten klassifiziert werden. Unser Fokus geht dabei über Südasien hinaus, indem wir bspw. auch Menschen in den Blick nehmen, die Asyl in europäischen Ländern beantragen, was Diskussionen zur Folge hat, ob und inwieweit verschiedene Formen des religiösen Nonkonformismus legitime Gründe für die Gewährung von Asyl sein können.
Während sich die wissenschaftliche Forschung in jüngster Zeit vermehrt auf religiöse Erweckungs- und Reformbewegungen konzentriert hat, wurden das kritische Engagement und die skeptische Haltung gegenüber dominanten religiösen Normen in Südasien bisher nicht ausreichend erforscht. Wir leisten einen Beitrag zur Bearbeitung dieser Forschungslücke, indem wir ethnographische Studien zu den Praktiken und Debatten rund um Säkularist*innen und religiöse*n Skeptiker*innen in drei Ländern Südasiens (Bangladesch, Pakistan, Indien) durchführen, sowie in europäischen Ländern forschen, in denen entsprechende Anträge auf Asyl gestellt werden. Wenngleich das Projekt seinen ethnographischen Ausganspunkt in Südasien nimmt, erstreckt sich sein Erkenntnisinteresse über diese Region hinaus, um die globalen Auswirkungen der dort stattfindenden kritischen Debatten und Ereignisse zu untersuchen.