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Als das Collegium Alumnorum, das Priesterseminar, unter der Leitung eines Praepositus noch im ehemaligen Augustinerkloster (wo heute das Naturhistorische Museum steht) untergebracht war, konnte der Fall eintreten, dass alle 12 heizbaren Zimmerchen von hiesigen Bürgersöhnen besetzt waren. Die anderen Schüler hatten mit einer nicht beheizten Stube Vorlieb zu nehmen. Die Begünstigten waren aber verpflichtet, einen anderen Schüler aus der unbeheizten Stube tagsüber zum Arbeiten aufzunehmen. Dies führte nicht selten zu Reibereien, aber auch zu manchem Scherz.
Anfangs der 1790er Jahre hospitierte Magister Johann Rudolf Euler im geheizten Zimmer von Magister Johann Rudolf Rapp, dem späteren Pfarrer von Riehen. Euler, etwas flüchtiger Art, hatte die Gewohnheit, nicht immer die knarrige Stubentür zu schliessen. Als er nun eines Abends spät im Dezember sein Tagwerk beendet hatte und gute Nacht wünschend Rapps Zimmer verlassen wollte, sagte dieser, ohne von seiner Schreibarbeit aufzublicken: "Gute Nacht. Nehme der Herr die Türe mit." Und siehe da: Euler hob leise die Türe aus den Angeln und schleppte sie die Treppe hinunter in den kalten Klostergang. Dort hatte sie Rapp wieder zu holen, wollte er die Nacht nicht schlotternd in seinem Zimmer verbringen.
Das musste zurück bezahlt werden. Gelegenheit dazu bot sich schon einige Tage darauf, als Praepositus Magister Johann Jakob Hug seinen Schlachttag hatte und Rapp anstandslos ein Sauschwänzchen zur Verfügung stellte. In jener Zeit trugen nämlich die jungen Akademiker bis zum bestandenen Examen wie alle Welt Haarzöpfe, welche die Alumnen - meist unter sich Freunde - sich gegenseitig zu knüpfen pflegten. Rapp, den Schalk im Nacken, flocht nun seinem Freund Euler das Sauschwänzchen mit dem Borstenende in den Zopf, den derselbe, ohne es zu wissen, so lange spazieren führte, bis ein Mitschüler ihn spöttisch fragte: "Euler, seit wann trägst du Schweinsborsten im Zopf?"