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Dorf (in
Oberdorf und
Unterdorf zerfallend): 128
Häuser, 993 Ew.
Das schmucke Dorf entsteigt terrassenförmig dem
Vierwaldstättersee, hat ausgezeichnete Quellwasserversorgung, schattige
Strassen, ausgedehnte Quai- und Parkanlagen mit südlichen Pflanzen und gewährt herrliche Ausblicke auf das Seegelände
und die Urner- und Unterwaldneralpen. Es wird von einem Kranz von
Villen umschlossen.
Die Pfarrkirche
im
Oberdorf wurde 1886-1888 erbaut. Das
Unterdorf besitzt eine 1623 erbaute
Kapelle. Ausserdem steht noch eine
Kapelle beim Waisenhaus
auf Eggisbühl, eine am Rigiweg und eine auf
Rigikaltbad. Dank der reizenden Lage, der herrlichen Umgebung und dem
milden Klima (Jahresmittel: 8,9° C.) ist Weggis ein vielbesuchter Kurort, der gegenwärtig (ohne
Kaltbad) gegen 1400 Fremdenbetten
besitzt und 1907 nicht weniger als 12590 Gäste zählte. Im selben Jahr stiegen an der Dampfschiffstation Weggis 254228,
an der Station
Hertenstein 36200 Personen aus und ein.
Neben dem Fremdenverkehr wird in Weggis mit besonderer Sorgfalt der Gemüsebau betrieben. Weggis ist
im Sommer wie im Winter der Gemüsegarten von Luzern.
Das milde Klima lässt die seltensten Gemüsearten im Freien gedeihen, die
Edelkastanie zu stattlichen
Wäldern anwachsen und reift die Früchte der Feigen. Die Landbevölkerung treibt Viehzucht,
Wiesen-
und Obstbau, an den Abhängen des
Rigi auch Alpwirtschaft. Endlich gibt es noch je eine mechanische Schlosserei
und Schreinerei und eine Zigarrenfabrik. 998 gehörte Weggis zum Kloster
Pfäfers (St.
Gallen), kam dann unter Vogtschaft Oesterreichs
und 1380 an Luzern,
gegen welches es sich mehrmals erhob. 1477 war Weggis der
Sammelplatz der
Brüder vom tollen und törichten
Leben. 1653 standen die Weggiser auf
Seite der Regierung und erhielten nebst allerlei Vorrechten ein
Banner als Zeichen der
Treue. 1659 wurde das bis zu jener Zeit vielbesuchte Heilbad
Lützelau durch einen
Bergsturz verschüttet, und 1795 verheerte
ein grosser Erdrutsch das Dorf Weggis, wobei 30
Häuser in den
See gestossen wurden. Urkundliche Namensformen: 998 Quatagis,
Wattavis, Quadagisia;
1359 Wetgis, Wäggis;
1475 Weggis. Vom Personennamen Watgis herzuleiten.
Vergl. Führer von WeggisundUmgebung; herausgegeben vom Kurverein. -
Graf, C. Heimatskunde von Weggis.
Die Wasserscheide gegen das Glattthal hin liegt in 490 m
Höhe.
Von hier an senkt sich der Thalboden bis
zur aargauischen Grenze auf eine Länge von 5 km um bloss 45 m. Das Thal umfasst die
DörferSchöfflisdorf, Schleinikon,
Dachslern,
Oberweningen und Unterweningen, deren Bewohner sich mit Acker- und Weinbau, Viehzucht und Milchwirtschaft beschäftigen.
Eisenbahnlinie Oberglatt-Niederweningen. Da das Thal vom allgemeinen Verkehr so ziemlich abseits liegt, hat sich hier die
typische alte
Tracht bei den Frauen grossenteils, bei den Männern da und dort noch erhalten.
Urkundliche Namensform: 828 Waninetale,
d. h. Thal der Nachkommen des Wano.