Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/581

Am 23. April 1937 hat eine Gruppe von Idealgesinnten die «Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft Linth-Escher» gegründet. Als Vorbild diente ihr Hans Konrad Escher von der Linth, der Erbauer des Linthkanals. Die Genossenschaft plante auf politisch neutraler Grundlage den Zusammenschluss Interessierter für den gemeinsamen Erwerb von Land in der Schweiz (speziell im Kanton Zürich sowie in der Linthebene), die Durchführung allfälliger Meliorationen und die Erstellung landwirtschaftlicher Kleinbetriebe. Am 5. Juli 1937 wurde dann der Eintrag der Genossenschaft im Handelsregister des Kantons Zürich vorgenommen.
Es folgte eine bewegte Geschichte mit kleineren Siedlungsprojekten in Brüttisellen, Bonstetten sowie Seebach Grubenacker, die im Anschluss aber alle wieder verkauft wurden. Erst ganze 10 Jahre nach der Gründung konnte die Baugenossenschaft Linth-Escher 1947 endlich ihre erste eigene Siedlung in Zürich-Leimbach errichten. In mehreren Bauetappen entstanden zwischen der Leimbach- und der Rebenstrasse drei Mehrfamilienhäuser und 56 Reiheneinfamilienhäuser. Im gleichen Jahr und ebenfalls in Leimbach baute sie für ihre 212 Mitglieder an der Zwirnerstrasse und Zwirnerhalde 35 weitere Einfamilienhäuser. Die (Reihen-)Einfamilienhäuser, allesamt mit eigenem Garten zur Selbstversorgung ausgestattet, boten damals 103 Familien mit 180 Kindern ein Zuhause und repräsentieren noch heute die Gartenstadtidee der Nachkriegsjahre.
1949, nur zwei Jahre später, konnte die zweite Stammsiedlung in Zürich Seebach mit 96 Wohnungen und 16 Reiheneinfamilienhäusern bezogen werden. Eine Erweiterung durch Neubauten an der Birchstrasse 655 und 663 sowie der Glattalstrasse 95 fand 1960 statt und sicherte den Genossenschaftsmitgliedern zusätzlich 24 Wohnungen sowie eine unterirdische Garage. Während die eine Hälfte der Häuser in Seebach heute bereits einem modernen zusammenhängenden Gebäudekörper gewichen ist, der bis Ende 2024 hier 170 neue Wohnungen bietet, werden die restlichen Häuser in einer zweiten Bauetappe von 2024 bis 2026 durch 120 neue Wohnungen ersetzt (siehe Projekt Birch Seebach).
1953 erstellte die Baugenossenschaft Linth-Escher mit der Neubausiedlung in Oerlikon (neben Leimbach und Seebach) ihren dritten Standort in der Stadt Zürich. Mithilfe eines Baurechtsvertrages, der über 90 Jahre mit der Liegenschaftenverwaltung des Kanton Zürichs abgeschlossen wurde, konnten 103 neue Wohnungen an verkehrsgünstiger Lage realisiert werden. Dank der geplanten «lockeren» Abstände zwischen den einzelnen Häusern verfügt die Siedlung bis heute über reichlich Grünflächen und gut besonnte Wohnungen. 2012/2014 wurde ein Teil der Gebäude (Winterthurerstrasse und Anfang Bülachstrasse) durch 6 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 60 modernen Wohnungen, einem Gemeinschaftsraum und einer Tiefgarage ersetzt.
1966 wurde die erste Stammsiedlung in Leimbach durch den Bau mehrerer Mehrfamilienhäuser ergänzt. Die Gebäude, aufgrund der Farbe ihrer Fassade auch «die Blauen» genannt, beherbergen 34 kleine bis mittelgrosse Wohnungen.
In den darauffolgenden Jahren war Bauland rar und die Baukosten wuchsen stark an, sodass es immer schwieriger wurde, preisgünstige Wohnungen zu erstellen. Zudem begannen die bestehenden Liegenschaften Abnützungserscheinungen aufzuweisen, weswegen sich die Baugenossenschaft in den 1970er- bis Mitte der 1990er-Jahre vor allem nach innen orientierte und sich auf Renovations- sowie Modernisierungsarbeiten fokussierte. Vor allem die Küchen wurden erneuert, aber auch zwei Kinderspielplätze in Eigenregie errichtet.
Mitte der 1990er-Jahre nahm die eigene Bautätigkeit wieder Fahrt auf, ein neuer Standort in Höngg wurde errichtet und bestehende Siedlungen erweitert. Denn 1995 erstellte die Baugenossenschaft auf Baurechtsland der Stadt Zürich 40 Wohnungen in Höngg an der Grossmannstrasse und in Leimbach entstanden 1998 mit der Überbauung «Banane» weitere 42 kleine bis grosse Wohnungen. 2007 wurde die Siedlung Riedenholz Seebach (Stähelimatt) zusammen mit der Baugenossenschaft Schönau auf Land der Stadt Zürich im Baurecht erstellt. Dabei handelt es sich um eine moderne Wohnsiedlung mit 5 Häusern und 39 Wohnungen am Stadtrand im Grünen. Und 2012/2014 (siehe oben) wurde ein Teil der Häuser in Oerlikon durch einen Neubau ersetzt.
Seit der Jahrtausendwende setzt die Baugenossenschaft Linth-Escher neben der eigenen Bautätigkeit aus strategischen Gründen auch auf den Zukauf von Immobilien. So konnten zwischen 2007 und 2017 in unmittelbarer Nachbarschaft zu den bereits bestehenden Gebäuden in Leimbach rund 5 Mehrfamilienhäuser mit 33 Wohnungen erworben werden. Auch in Seebach und Höngg konnten mit den Gebäuden Buhnrain 14 und 16 sowie der Mehrfamilienhaushälfte an der Bäulistrasse 15 weitere Wohnungen gesichert werden.
Die durch Erweiterung des Immobilienbestandes geprägte Geschichte zeigt, dass die Baugenossenschaft Linth-Escher aktiv ihren Beitrag zur Linderung der Nachfrage nach preisgünstigen Wohnungen leistet und sich nicht nur mit der Erhaltung der bestehenden Siedlungen begnügt.
Heute umfasst die Baugenossenschaft Linth-Escher 511 preisgünstige Wohnungen an vier verschiedenen Standorten der Stadt Zürich für über 740 Menschen – Tendenz steigend. Denn mit dem Neubauprojekt Birch Seebach verdoppelt die Genossenschaft bis 2026 das Wohnraumangebot an der Birchstrasse in Seebach auf 291 Wohnungen und passt es den heutigen sozialen und energetischen Anforderungen an. Auf bis zu acht Stockwerken entstehen in zwei Gebäudekörpern preisgünstige Gewerberäume und Wohnungen in Grössen zwischen 1,5 bis 5,5 Zimmern für über 640 Menschen. Mit dem Quartierplatz, einem Wäldchen und einem Werkhof gibt es viel Platz vor den Häusern und die öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss werden das Quartier ebenfalls beleben. Es ist das grösste Bauvorhaben in der über 80-jährigen Geschichte der Genossenschaft.
Weil das Durchschnittsalter aller Wohnungen der Baugenossenschaft Linth-Escher mittlerweile bei 40 Jahren liegt, wird es auch in den nächsten Jahren weitere Neubauprojekte geben.
1941
Einfamilienhäuser in Brüttisellen
1947
Einfamilienhäuser in Bonstetten
1947
Wohnkolonie in Zürich-Leimbach
1949
Seebach, Siedlung Grabenacker
1951
Seebach, Einfamilienhäuser Grubenacker
1953
Siedlung Oerlikon
1966
Erweiterung der Siedlung Leimbach
1995
Kolonie Höngg
1998
Bau der «Banane» Leimbach
2007
Riedenholz Seebach
2012
Ersatzneubau Oerlikon
2022
Start Ersatzneubau Birch Seebach
2024
Neubau Birch Seebach Bezug Etappe Süd
2026
Neubau Birch Seebach Bezug Etappe Nord
Professionell und mit Herz für unsere Genossenschaftsmitglieder da sein und zusammen mit dem Vorstand die BGLE weiterentwickeln. So sehe ich unsere Aufgabe.