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Von parasitärem Klarwasser spricht man, wenn Regenwasser oder andere parasitäre Quellen in das Abwassersystem gelangen. Diese parasitären Quellen können unterschiedlicher Art sein, z. B. :
- Private Anschlüsse (nicht genutztes Einleitungsbecken der privaten CAPs)
- Defektes Netzwerk
- Anschlussfehler auf einer laufenden Baustelle
Fremdwasser verursacht Probleme auf verschiedenen Ebenen, insbesondere bei der Dimensionierung des Netzes, der Schaffung von Überlastungen und Überläufen, dem Risiko eines vorzeitigen Verschleißes der Kanalisation oder auch der Verringerung der Reinigungsleistung und damit der Erhöhung der Behandlungskosten. Diese Probleme sind allen Netzen gemein.
Da das Trennsystem in Fully noch lückenhaft ist und das Regenwasser in der Ebene schlecht versickern kann, da der Grundwasserspiegel bereits sehr hoch ist, gelangt so ein Großteil des Regenwassers in das Abwassernetz.
Wir würden sie also gerne so weit wie möglich einschränken. Aber um das zu tun und geeignete Maßnahmen zu ergreifen … müsste man wissen, woher das Wasser kommt und wie es in das Netz gelangt!
So sucht die Gemeinde nach einer Lösung, die es ihr ermöglicht, die Stellen zu identifizieren, an denen parasitäre Quellen und parasitäres Klarwasser zu ihrem Netz hinzukommen.
In der Gemeinde Fully wurden bereits verschiedene Lösungen getestet, um diese Quellen zu finden, jedoch ohne großen Erfolg. Die getesteten Lösungen gaben nur einen Überblick über das Netz zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einer begrenzten Anzahl von Standorten, erlaubten aber keinen kontinuierlichen Überblick, der notwendig wäre, um die Quellen von parasitärem Wasser im Moment des Eindringens zu finden.
Im Fall von Fully ist die Messung der Durchflussmengen also aus folgenden Gründen recht problematisch:
- Der Preis und die notwendige Wartung der auf dem Markt erhältlichen Messgeräte machen einen flächendeckenden Einsatz unmöglich, daher ist es schwierig, einen Überblick zu erhalten und Klarwassereintritte im gesamten Netz erkennen zu können.
- Die erhaltenen Messungen sind sehr verrauscht, manchmal mit einer schwachen Korrelation zwischen dem gemessenen Pegel und dem geschätzten Durchfluss. Der Aufwand für die Nachbearbeitung und Interpretation der Daten ist daher recht groß
- Wasserstandsmessungen sind insbesondere aufgrund der Konfiguration des Flachlandnetzes auf flachen Gebieten und stellenweise mit kleinen Durchmessern (160-200 mm) anfällig für Zweifel.
Man möchte daher kostengünstige und effiziente Lösungen zur Messung des Durchflusses im Abwassersystem, idealerweise kontinuierlich, anbieten, um ein möglichst genaues Bild der verschiedenen Einträge zu erhalten und so den Fremdwassereintrag erkennen und begrenzen zu können.