Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03113.jsonl.gz/2040

Eliminator Weltmeisterin Kathrin Stirnemann konzentriert sich nach dem Streichen der Eliminatorweltcups durch den Radweltverband UCI aus dem internationalen Veranstaltungskalender 2015 auf die Olympische Mountainbikedisziplin Cross Country. Daher reiste sie erst am Freitag aus dem Höhentrainingslager in Pontresina nach Langendorf an die Schweizermeisterschaft.
Am Freitagabend unterlag sie im Eliminator-Final der Vizewelt- und Europameisterin Linda Indergand auf Grund einer fahrtechnischen Unsicherheit über einen Baumstamm und wurde „nur“ Vize-Schmeizermeisterin.
Für Sonntag hatte sich Stirnemann viel vorgenommen. Trotz heissschwülen Temperaturen war sie optimistisch, da die Luft am Samstag durch diverse Gewitter gereinigt wurde und ihre Atemprobleme so hoffentlich nicht in Erscheinung treten sollten.
Vom Start weg dominierte das Trio Jolanda Neff, Nathalie Schneitter und Stirnemann das Rennen. In der dritten von sechs Runden griff die Weltranglistenerste Neff an. Stirnemann entschloss sich, nicht zu kontern, sondern mit Schneitter um Platz zwei zu kämpfen. Doch eine halbe Runde später hatte Neff Probleme mit ihrer elektronischen Schaltung und musste eine lange Reparatur erdulden. So lagen die Lokalmatadorin Schneitter und Stirnemann plötzlich mit recht grossem Abstand an der Spitze.
Gemeinsam hielten sie das Tempo hoch und Neff konnte den eingehandelten Rückstand nicht mehr aufholen. Schneitter, von ihrem zahlreich erschienen Fanclub frenetisch angefeuert, versuchte mehrmals, sich von Stirnemann zu lösen. Doch Stirnemann konnte in den technischen Passagen ihre ganze Stärke ausspielen und die kleinen Lücken spielend wieder schliessen.
Als Anfangs letzter Runde Schneitter eingangs Wald in einer leichten Steigung im Wiegetritt den nächsten Angriff startete, folgte Stirnemann noch relativ locker sitzend auf ihrem Haibike. Als dann Schneitter mit brennenden Oberschenkeln den Rush beendete, sprintete Stirnemann an Schneitter vorbei und legte vor dem Single Trail einige Meter vor. Völlig blau musste Schneitter kapitulieren.
Von da an stürmte Stirnemann ihrem ersten Meistertitel förmlich entgegen und siegte schlussendlich mit 27 Sekunden Vorsprung auf Schneitter und 1:51 vor Neff.
„ Ich freue mich riesig, nun ein Jahr lang als Schweizer Meisterin an den grossen Rennen an den Start gehen zu können. Meine Entscheidung, mein Sprinttraining auf Kosten der Kraft- und Ausdauerfähigkeit umzustellen, hat sich nach der Medaille an den Eurogames Baku nun schon ein zweites Mal ausgezahlt.“