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Geschichte
Wie alles begann
In der Geschichte der bemannten Luftfahrt war Bern bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt dabei.
So fand schon 1910 die „1. Schweizerische Luftfahrtaustellung“, anlässlich des Eidg. Schützenfests in Bern statt. Das erste grosse Flugmeeting wurde am 8./9. und 10. Oktober 1910, unter Teilnahme der ersten Schweizer Aviatiker Dufaux, Failloubaz, Cailler und Grandjean abgehalten. Der damalige Berner Flugplatz befand sich im Beundenfeld, auf der Allmend. Die Strassen im angrenzenden Quartier tragen noch heute die Namen der Luftfahrtpioniere.
Es war bald klar, dass sich dieser Platz für eine ausbaufähige Luftfahrtinfrastruktur nicht eignet. Eine Bernische Flugplatzkommission befasste sich mit der Evaluation eines stadtnahen Geländes. Sie entschied sich die grosse Fläche im Belpmoos zum neuen Berner Flugplatz auszubauen. Innert einer heute kaum mehr vorstellbar kurzer Zeit waren Planung, Bewilligung und Bau abgeschlossen. Die „neue“ Bernische Luftfahrt konnte beginnen.
Auf den 5. März 1929 hat dazu ein Aktionskomitee aus der hohen Wirtschaft, Politik und Tourismus zur Gründungsversammlung einer Flugplatzgenossenschaft, ins damalige Restaurant Bürgerhaus in Bern eingeladen. In den frühen Morgenstunden des 6. März 1929 war die Flugplatzgenossenschaft Alpar gegründet. Der Name Alpar sollte für die nahen Alpen und den Fluss Aare stehen: Alp für Alpen - und ar für Aare.
Dazu wurde eine Fluggesellschaft gleichen Namens gegründet und bereits am 8. Juni 1929 konnte der Flugbetrieb mit einer Fokker F XI aufgenommen werden. Dreimal pro Woche beflog die Alpar die Strecke Bern-Biel-Basel mit Anschluss an die Flüge nach Paris und London etc. Die offizielle Flugplatz-Eröffnungsfeier fand mit einem grossen Meeting und einer gewaltigen Zuschauerpräsenz am 14. Juli 1929 statt.
Bis zum Kriegsbeginn 1939 baute die Alpar ihr Flugnetz kontinuierlich aus, Bern stand damals in der „vorderen Reihe“ der Luftfahrt.
Ab September 1939 bis 1945 wurde die Zivilfliegerei fast vollständig eingestellt, Militärmaschinen nahmen während der Kriegsjahre den Berner Flugplatz in Beschlag.
Nach dem Krieg nahm die Alpar den Linienverkehr wieder auf. Mit eigens für die Alpar hergestellten Verkehrsflugzeugen vom Typ „Koolhoven“ beflog die Berner Fluggesellschaft nun auch Strecken ins Ausland.
Mit der Botschaft von 1945 über den Ausbau der Schweizer Zivilflugplätze regelte der Bundesrat die Grundkonzeption der künftigen Luftfahrtinfrastrukturen, Zürich wurde als Standort für einen Interkontinental Flughafen auserkoren. Bern-Belp sollte Regionalflughafen bleiben.
1950 erfolgte die Umwandlung, sowohl der Flugplatzgenossenschaft als auch der Fluggesellschaft, in eine Aktiengesellschaft. Das neue Unternehmen benannte sich „Alpar Flug- und Flugplatzgesellschaft AG“. So heisst sie noch heute.
Am 31. Mai 1951 erteilte das Eidg. Post- und Energiewirtschaftsdepartement der Alpar eine auf 30 Jahre befristete Konzession zum Betrieb eines Flughafens.
Am 1. Juni 1986 wurde die Konzession bis zum 31. Mai 2016 verlängert.
Die im Jahre 1959 erstellte Hartbelagpiste (1200 x 30m) wurde im 1987 mit einem Instrumentenlandesystem ILS versehen, so dass die betriebliche Zuverlässigkeit und Regelmässigkeit den gewachsenen Ansprüchen im gewerbsmässigen Verkehr folgen konnte.
1983 bewilligte die Berner Regierung und der Bernische Grosse Rat einen Kredit in Höhe von CHF 8,9 Mio. um damit den Flughafen Bern-Belp den Erfordernissen eines zeitgemässen Luftverkehrs anzupassen.
Gleichzeitig sollte in einer Änderung des Gesetzes über konzessionierte Transportunternehmen festgelegt werden, dass der Kanton unabhängig von den bedienten Gemeinden Betriebsbeiträge an den Luftverkehr ausrichten kann.
Gegen beide Beschlüsse wurden das Referendum ergriffen. In einer kantonalen Volksabstimmung, am 4. Dezember 1983, sind beide Vorhaben abgelehnt worden.
Seit diesem Datum wird der Flughafen Bern-Belp durch die Alpar AG ohne Beiträge der öffentlichen Hand, nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen betrieben. 2014 fand eine Umfirmierung statt, der Flughafen heisst nun Flughafen Bern AG.
Der Flughafen Bern heute
Mit einer 4-Bein-Strategie stellt die Flughafen Bern AG den Flughafen Bern - privatwirtschaftlich und nichtsubventioniert - als wichtige Luftverkehrsinfrastruktur in den Dienst der Öffentlichkeit. Diese Strategie umfasst:
- Dienstleistungen und Liegenschaften im flughafennahen Bereich
- Linien- und Charterverkehr, als öffentlicher Verkehr
- Allgemeine Luftfahrt, als Individualverkehr zur Luft
- Flüge im Interessen des Bundes, als Bundesstadt-Flughafen
Der Flughafen als wichtiger Standortfaktor und Arbeitgeber:
Der Flughafen Bern ist heute, mit seinen über 400 Arbeitsplätzen, im Perimeter des Flughafens, als wichtiger Standortfaktor anerkannt.
Neue Studien belegen, dass über 1000 Arbeitsstellen direkt und indirekt vom Flughafen Bern und seinem Betrieb abhängig sind.
Der Flughafen als Motor für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung
Der Flughafen Bern gilt als starker Motor für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Grossregion. Der Luftverkehr von und nach Bern schafft den ansässigen und neu anzuwerbenden Unternehmen einen Standortvorteil u.a. durch Zeitgewinn.
Der Flughafen und der Umweltschutz
Besonderes Gewicht legt die Flughafen Bern AG auf umweltverträglichen Betrieb. So gelang es mit zahlreichen Massnahmen, dass in allen Anrainergemeinden die Immissionsgrenzwerte IGW der Empfindlichkeitsstufe II gemäss der Lärmschutzverordnung mit guten Reserven längerfristig eingehalten werden. Eine weitere betriebliche Entwicklung ist ohne überschreiten der gesetzlichen Auflagen gut möglich.
Neben einer sehr grossen und artenreichen Flora bieten die vielen Grünflächen des Flughafens zahlreichen Tierarten – auch teilweise vom Aussterben bedrohten – sicheren Lebensraum.
Die Zukunft
Der Flughafen Bern soll als leistungsfähiger Flughafen die Grossregion rund um Bern, den erweiterten Espace Mittelland, im Luftverkehr erschlossen halten. Er steht dabei allen Bereichen der Linien- und Charterflüge, sowie der Allgemeinen Luftfahrt offen.
Als Bundesstadt-Flughafen wird den Bedürfnissen des Bundes flexibel und mit besonderer Aufmerksamkeit entsprochen.
Die grossen Vorteile des Berner Flughafens sind die kurzen und übersichtlichen Wege, den unkomplizierten Ein- und Auscheckverfahren verbunden mit innovativen Dienstleistungen und einem sehr hohen Sicherheitsstandard.
Den Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern wird mit aktivem Marketing und bester betrieblicher Unterstützung eine rasche, längerfristig und entwicklungsfähige Marktpräsenz im Einzugsgebiet des Flughafens ermöglicht.
Die Allgemeine Luftfahrt, der Individualverkehr zur Luft, ist mit günstigen und effizienten Rahmenbedingungen weiter zu fördern.
Nach einer umfangreichen Bau- und Erneuerungsphase konnte eine Modernisierung der Anlagen mit der Pistenanpassung auf 1730m vollzogen werden. Offen sind zurzeit noch die Realisierung eines neuen Parkplatzes in Terminalnähe für rund 270 Fahrzeuge, sowie die Schaffung von Hangarkapazitäten für Businessflugzeuge.