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CH 1992 90'
Katastrophen kennt allein der Mensch, sofern er sie überlebt; die Natur kennt keine Katastrophen
Eine »brillante Parabel von unauslotbarer Bedeutung« nannte die New York Times Max Frischs 1979 erschienene Erzählung über einen alten Mann, der in einem Dorf im Tessin, abgeschnitten vom Rest der Welt, gegen das Vergessen kämpft. Er, Geiser, schneidet erdgeschichtliche und geologische Artikel aus und heftet Zettel über Zettel an die Wand. Indem Frisch diese Notizen in seine Erzählung montiert, verknüpft er Menschheitsgeschichte und individuellen Verfall. Heinz Bütler und Manfred Eicher haben die Vorlage kongenial adaptiert, sie legen »mit Hilfe von Schnittechnik, Kameraführung und Klangspuren« ihre »assoziativen und zugleich synästhetischen Schichten« frei. Im »verwitterten Gesicht« Erland Josephsons (Szenen einer Ehe, Opfer) »meint man ein Spiegelbild der eindringlichen, uralten Landschaft zu erblicken« (FAZ).
"Das Ende der Welt beschwört HOLOZÄN 1992, von Heinz Bütler und Manfred Eicher nach Max Frischs Erzählung »Der Mensch erscheint im Holozän« - Frisch hat bis kurz vor seinem Tod an der Adaption mitgearbeitet. Elementares Kino, ein alter Mann in seinem einsamen Haus in den Tessiner Bergen, ohne Kontakt zu Anderen, nur Meer und Regen, Steine und Schlamm, in kalte klare Bilder gefasst von Giorgos Arvanitis.«
Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung