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Wir haben eine Situation erlebt, die uns gestört hat, aber wir wissen nicht, wie reagieren. Unser Sohn (3 Jahre) besuchte seine gleich alte Freundin. Er freute sich und hat sich beeilt, um mit ihr spielen zu können. Sie war auch überglücklich, umarmte unseren Sohn und küsste ihn: «Wir werden es mega lustig haben.» Unser Sohn hat eine Grimasse geschnitten und sich abgewendet. Die Mutter von der Freundin sagte dann zu unserem Sohn: «Oh! Wie süss von deiner Freundin, du könntest nett sein und ihr auch einen Kuss geben …» J.W.
Stellen Sie sich die Frage, was tun, wenn ein Kind offensichtlich keine Lust auf Zärtlichkeiten hat? Es gibt Momente, in denen man Lust darauf hat, und andere, in denen man keine Lust darauf hat. Jedes Kind setzt seinen Körper anders ein, auch gegenüber Personen, die es gern hat.
In der Situation, die Sie beschreiben, sind die Kinder am Lernen, die eigenen Grenzen unter gegenseitiger Rücksichtnahme zu setzen. Das Kleinkind lernt so, seine Privatsphäre zu schützen. Das darf und soll ihr Sohn natürlich. Indem er seine Grenzen setzt, zeigt er, dass er Raum und Zeit braucht.
Die beteiligten Erwachsenen können lernen, den Moment des Wiedersehens zu würdigen, indem alle respektiert werden. Zum Beispiel können sie die Kinder in diesem Moment des Übergangs begleiten, damit sich Kinder und Erwachsene wohlfühlen:
1. Die Sequenz in Wort fassen: «Hallo zusammen … Begrüsst euch, bevor ihr miteinander spielt.»
2. Die Gesten von Gabriel benennen: «Du zeigst Stopp, du bist am Schauen, möchtest jetzt keine Zärtlichkeiten.»
3. Wie kann man sich begrüssen? Die Erwachsenen machen für die Kinder Platz und begleiten sie dabei, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Es gibt verschiedene Arten, sich zu begrüssen und das Wiedersehen zu feiern. Man kann eine Art finden, die für alle stimmt.
Falls Sie die Reaktion der anderen Mutter gestört hat, sprechen Sie sie doch in einem ruhigen Moment ohne die Anwesenheit der Kinder darauf an. Sie können zum Beispiel beschreiben, was Sie beobachtet haben, so wie Sie es hier getan haben. Sie können ihr auch mitteilen, wie Sie sich dabei gefühlt haben, und fragen, wie es ihr mit der Situation erging. Schliesslich können Sie ihr erklären, wie Sie selber reagiert hätten, und schauen, wie man es ein nächstes Mal machen könnnte, sodass es auch für alle Erwachsenen stimmt.
Isabelle Badan ist Mitarbeiterin beim Verein Familienbegleitung. Der Verein bietet Unterstützung in der Erziehung von Kindern zwischen 0 und 7 Jahren. TEL: 026 322 86 33, <email-pii>, www.educationfamiliale.ch