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Drama. Indien. Hindi
Alternativer Titel Dushman
Regie Dulal Guha
Drehbuch Virender Sinha
Produktion Premji
Songs Laxmikant-Pyarelal
Kamera M. Rajaram
Choreografie Suresh Bhatt, Kamal
Darsteller Rajesh Khanna, Meena Kumari, Mumtaz, Naaz, Nana Palsikar,
Rehman, Leela Mishra, Bindu, Kanhaiyalal, Murad, K.N. Singh, Johnny Walker
Länge 167 Min.
Kinostart 1971
Box office classification Hit
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
© Text Marco,
molodezhnaja 14.2.07
© Bilder Baba, Screenshots molodezhnaja
STORY
Der Lastwagenfahrer Surjit Singh (Rajesh Khanna) lässt sich gehen: Er trinkt zu viel Alkohol, hat kaum Freunde und verbringt seine Zeit im Bordell von Chamelibai (Bindu). Eines Tages fährt er in angetrunkenem Zustand bei einer Überlandfahrt den Bauern Ramu tot. Statt Fahrerflucht zu begehen, versucht Surjit, zu helfen und wird verhaftet. Der Richter (Rehman) verurteilt Surjit zu zwei Jahren. Doch er möchte mit der Strafe ein Experiment versuchen und lässt Surjit nicht einsperren, sondern zwingt ihn, zur Familie Din zu ziehen, deren Sohn er getötet hat! Er soll so die Verdienstausfälle kompensieren, die durch Ramus Tod entstanden sind. Die betroffene Familie reagiert mit Ablehnung, die Eltern (Nana Paliskar, Leela Mishra) lehnen den Mörder ihres Sohnes strikt ab, Ramus Witwe Malti (Meena Kumari) hasst den "Feind" bis aufs Blut. Doch Surjit versucht, für seine Tat zu büssen. Er bestellt die Felder, spielt mit den Kindern und hofft, die Hochzeit von Ramus Schwester Kamla (Naaz) wieder ins Rollen zu bringen, die durch den Tod des Ernährers ins Stocken geraten ist. Während dieser Arbeit verliebt sich Surjit in die Tänzerin Phoolmati (Mumtaz).
REVIEW
Der aus dem heutigen Bangladesh stammende Regisseur Dulal Guha (1928-2001) widmet sich dem Thema Schuld und Sühne auf ungewöhnliche Art. Die Idee, einen Häftling nicht im Knast seine Strafe absitzen zu lassen, sondern ihn zu der Familie zu schicken, der er Unheil angetan hat, mag etwas konstruiert klingen, doch sie erfüllt ihren Zweck. Durch dieses Aufeinandertreffen entstehen nämlich Reibungen unter den Charakteren, die hohe emotionale Sprengkraft besitzen. Natürlich kann man sich in etwa denken, wie Rajesh Khannas Figur sich den Respekt der Familie erarbeitet, doch es ist der Weg dahin, der von Interesse ist.
Dies gilt vor allem dank den starken Darbietungen. Khanna gibt den moralisch verkümmerten Truckfahrer mit Pathos und überzeugendem Spiel. Mumtaz ist seine lebensfrohe Partnerin, die beiden harmonieren eigentlich immer bestens. Tragödien-Königin Meena Kumari verkörpert die gepeinigte Witwe, die im Schatten ihres grössten Feindes (=Dushmun) wieder neuen Lebensmut fassen muss - eine Paraderolle für Kumari. Es sollte eine ihrer letzten bleiben, denn 1972 erlag sie gerade 40-Jährig ihrer Alkohol-bedingten Leberzirrhose.
Dafür, dass nicht alles nur Klage und Pein ist in dem Film, sorgt Guha mit einer Reihe leiser Aufheiterungen: Da ist etwa ein Gastauftritt von Komiker Johnny Walker als Astrologe, da sind die schmissigen Songs von Laxmikant-Pyarelal und da ist natürlich Mumtaz, deren Lebensenergie ansteckend wirkt. Die Dialogschreiber schieben ihr sogar ein paar eindeutig zweideutige Lyrics unter, wenn sie etwa im Traum auf dem Ehebett säuselt: "Ich habe solche Angst vor deinem Gewehr, dass mein Herz zu rasen beginnt". Gut, Rajesh steht tatsächlich mit einer Knarre da, doch die Symbolik nicht zu verstehen, ist ja fast unmöglich.
Gegen Schluss verliert sich "Dushmun" leider in einigen unnötigen Action-Exkursen, wohl um dem Werk etwas Masala-Würze zu verleihen. Doch dadurch verfällt das Drama in stereotype Bahnen und zieht sich unnötig in die Länge. Auf der DVD sind ein paar holprige Schnitte zu sehen, es ist also anzunehmen, dass die Urfassung sogar noch länger dauerte als meine Disk-Version (167 Min.), so listet imdb.com etwa 177 Minuten als Lauflänge. So oder so etwas übertrieben und im letzten Teil kürzbar. Den Kern des Films macht nämlich das Dilemma der betroffenen Hauptfiguren aus. Da ist "Dushman" stark. Ebenso in den Auflockerungen von Mumtaz und den Songs. Der Rest ist eher Mittelmass und macht aus dem interessanten Drama ein Werk der gehobenen Mittelklasse.
MEINE DVD
Baba (USA), Code 0, NTSC
Bild: 4:3
Ton: Hindi 5.1 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * ½ (Oft Qualitätswechsel im Bild, meist unscharf und zerkratzt).
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nehaflix (USA)
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