Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03260.jsonl.gz/3096

Trump habe schon im Wahlkampf gefordert, das Atomwaffenarsenal der USA und das Militär allgemein stärken. Die neue Äusserung sei also «nichts Aussergewöhnliches».
Trump hatte am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben, dass die USA ihr militärisches Atompotenzial massiv stärken und ausbauen müssten, bis die Welt in Sachen Atomwaffen «zur Vernunft kommt». Nähere Angaben machte er allerdings nicht. Am Mittwoch hatte sich der designierte US-Präsident mit ranghohen Vertretern des Verteidigungsministeriums getroffen.
Kurz vor Trump hatte auch Putin am Donnerstag eine Stärkung der militärischen Atomkapazitäten seines Landes angekündigt. Bei einem Treffen mit ranghohen Armeevertretern sagte der russische Präsident, das «militärische Potenzial der strategischen Nuklearkräfte» Russlands müsse im kommenden Jahr ausgebaut werden.
Die atomare Aufrüstung müsse dabei insbesondere durch Raketensysteme erfolgen, die sämtliche existierende und künftige Raketenabwehrsysteme «verlässlich durchbrechen» könnten.
Putin hatte zuvor erklärt, auch die nicht-nukleare Schlagkraft der russischen Armee müsse auf ein höheres Niveau gebracht werden, um alle militärischen Bedrohungen neutralisieren zu können. Dazu gehöre auch die Weiterentwicklung von Präzisionswaffen, modernen Möglichkeiten von Kommunikation und Aufklärung sowie Systemen der elektronischen Kriegsführung.
Als Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages sind beide Länder zur nuklearen Abrüstung verpflichtet. Kritiker hatten wiederholt bemängelt, dass dies höchstens numerisch geschehe, sich die Qualität und Flexibilität der zur Verfügung stehenden Kernwaffen aber sogar noch erhöhe.
Der scheidende US-Präsident Barack Obama hatte sich stets für atomare Abrüstung eingesetzt. 2009 hatte er bei einer Rede in Prag versprochen, dass sich die USA fortan für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen würden. Das US-Arsenal enthält geschätzte 7000 Atomsprengköpfe, Russland hat ein paar hundert mehr. (SDA)Publiziert am 23.12.2016 | Aktualisiert am 23.12.2016