Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03130.jsonl.gz/3170

Angeblich mit Tränen in den Augen unterschrieb Kaiser Wilhelm II. am Nachmittag des 1. August 1914 die deutsche Mobilmachung. Was damals begann, war der erste totale Krieg der Moderne: Gekämpft wurde im Atlantik und Pazifik, in Europa, Asien und in Afrika, 38 Staaten zogen gegeneinander in die Schlacht und nutzten dabei eine industrialisierte Kriegsführung, die mit neuen Waffen die Todesrate und das Leid dramatisch erhöhte. Maschinengewehr, Panzer, Giftgas, U-Boote und Luftwaffe forderten letztlich mehr als 15 Millionen Tote, unzählige Verstümmelte, zerbombte Städte, verwüstete Regionen; Hunger und Elend grassierten. Als der Erste Weltkrieg im November 1918 endete, waren alte Ordnungen zerstört, stabile neue vielerorts kaum in Sicht. Weitere Krisen und Umwälzungen folgten, die nicht zuletzt den Weg in das »Dritte Reich« und den Zweiten Weltkrieg bereiten sollten. Im vorliegenden Buch bieten SPIEGEL-Autoren und renommierte Historiker eine kompakte Einführung in das Thema und zeigen eindrucksvoll, warum uns diese Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts noch immer umtreiben muss.
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 21.04.14 Mit diesem Buch hat der renommierte "Spiegel" ein blamables und sehr ärgerliches Eigentor geschossen. Dieses Buch ist identisch mit dem Magazin "Spiegel Geschichte" Heft 5-2013. Das steht zwar im Vorblatt, aber das hätte grosse auf das Cover gehört, damit der Leser weiss, was er da kauft ? eine gebundene Kopie des Heftes mit praktisch keinem Fotomaterial. Wenn man dieses Ärgernis aussen vor lassen würde, muss man auch feststellen, dass es sich unter den gebundenen Ausgaben, die jetzt über den Ersten Weltkrieg erscheinen, um das schmalste und schlechteste Buch handelt. Mit grossem Abstand besser sind da "Die Schlafwandler" von Christoper Clark und "Der Grosse Krieg" von Herfried Münkler.
Portrait
Annette Grossbongardt, geboren 1961, ist stellvertretende Ressortleiterin für Sonderthemen beim SPIEGEL. Seit 1993 arbeitet sie für das Nachrichtenmagazin, zunächst als Redakteurin im Deutschlandressort, dann von 1998 bis 2005 als Korrespondentin in Jerusalem und bis Ende 2007 in Istanbul. Bei DVA hat sie u.a. die SPIEGEL-Bücher Das Ende des Lebens und Jesus von Nazareth (beide 2013) herausgegeben.
Uwe Klussmann, geboren 1961, ist seit 1990 Redakteur des SPIEGEL. Von 1999 bis 2009 lebte er als Korrespondent in Moskau. Zu den Schwerpunkten des Historikers gehören die deutsche, russische und sowjetische Geschichte. Bei DVA hat er zuletzt die SPIEGEL-Bücher Die Hohenzollern (2011) und Die Herrschaft der Zaren (2012) herausgegeben.
Joachim Mohr, geboren 1962, schrieb u.a. für die Frankfurter Rundschau, bevor er zum SPIEGEL wechselte. Dort arbeitete er zuerst zehn Jahre in der Innenpolitik, dann wechselte er in das Ressort Sonderthemen. Er ist Autor der viel gelesenen SPIEGEL ONLINE-Kolumne Mohrs Herzschlag sowie Mitautor und Mitherausgeber mehrerer Bücher, darunter das SPIEGEL/DVA-Buch Was wir heute wissen müssen (2011).