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Karkade-Tee wird hergestellt aus den getrockneten Blüten des Hibiscus sabdariffa, einer Pflanze aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).
Hier ein Foto der getrockneten Blüten auf Wikipedia.
Der Name Karkade bzw. Karkadeh stammt aus der arabischen Sprache. In Deutschland sind die Blüten von Hibiscus sabdariffa auch unter der Bezeichnung Malventee bekannt, was aber ungenau ist, weil verschiedene Malvengewächse als Kräutertee verwendet werden (zum Beispiel die Blüten von Malva silvestris, Grosses Chäslichrut, gegen trockenen Reizhusten).
Karkade-Tee ist als Getränk in Ägypten und im Sudan sehr beliebt und wird heiß oder kalt getrunken.
Bei uns gilt er wegen des säuerlich-fruchtigen Geschmacks kalt getrunken vor allem als Durstlöscher im Sommer.
Die Karkadeblüten enthalten verschiedene Fruchtsäuren, insbesondere Hibiscussäure, Zitronensäure, Äpfelsäure und Weinsäure, ausserdem Ascorbinsäure (Vitamin C).
Interessant aus phytotherapeutischer Sicht ist aber vor allem der hohe Gehalt an Anthocyanen, der für die intensiv rote Farbe des Karkadetees verantwortlich ist.
Anthocyane sind Radikalfänger, wirken also als Antioxidanzien. Sie sollen im Organismus die Sehvorgänge verbessern, entzündungshemmend und gefäßschützend wirken. Allerdings werden sie nur schlecht in den Körper aufgenommen, was ihre Wirksamkeit beschränken dürfte.
Anthocyane sind aber mit Sicherheit ein wertvoller Bestandteil einer vielfältigen Ernährung. Sie kommen als Farbstoff auch in vielen blauen Früchten vor, zum Beispiel in Heidelbeeren, Brombeeren, Aronia-Beeren, Schwarzen Johannisbeeren, Beeren des Schwarzen Holunders.
Im Karkade-Tee sind die Anthocyane sehr wahrscheinlich auch verantwortlich für möglicherweise vorhandene Heilwirkungen.
Kleinere Studien geben nämlich Hinweise darauf, dass die regelmässige Einnahme von Karkade-Tee eine leichte Blutdrucksenkung bewirken könnte.
Sieh dazu:
Forscher aus Taiwan zeigten zudem an Ratten, dass Karkade den Spiegel an LDL-Cholesterin deutlich senkt. Allerdings ist bisher ungeklärt, ob ein solcher Effekt auch bei Menschen auftritt.
Siehe dazu:
Karkadeblüten sind zudem als Farbgeber in vielen Hagebutten-Beuteltees enthalten.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe.
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse.
Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse.
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch