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Karl Moser
«Karl Moser était un grand ami personell, mais c’ était surtout un ami passionné de l’architecture – et je dirais même le père de l’architecture moderne en Suisse …», so Eduard Janneret, besser bekannt als Le Corbusier, im März 1936 in seinem Nachruf auf Prof. Karl Moser in der NZZ.
Karl Mosers Lebenswerk umfasst nahezu 600 Bauten und Projekte, prägt die Stadtbilder von Basel, Karlsruhe, Kiel oder Zürich.
«Der Vater der modernen Architektur in der Schweiz» wurde 1860 in Baden geboren. Er studierte Architektur am Polytechnikum Zürich, heute ETH, und an der Ecole des Beaux-Arts in Paris.
1888 schloss sich Karl Moser mit Robert Curjel zu einer Architektengemeinschaft mit Sitz in Karlsruhe zusammen. Bekannt wurde das Architektenteam zunächst durch seine Entwürfe für Kirchenbauten: Die Johanniskirche in Bern (1893), die Christuskirche in Karlsruhe (1897), die Pauluskirche in Basel (1898) oder die Petruskirche in Kiel (1907).
Zu einem weiteren Schwerpunkt ihrer Arbeit wurden repräsentative Bauten im öffentlichen Raum. So prägen das Kunsthaus in Zürich, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, der Badische Bahnhof in Basel (1913) oder das Kollegiengebäude der Universität Zürich (1914) die Stadtbilder bis heute.
Entwurf für ein neues Fluntern
Mit Fluntern war Karl Moser eng verbunden. Zunächst natürlich durch den Bau der Grossen Kirche Fluntern. Ursprünglich hatte Moser geplant die Kirche städtebaulich in ein ganz neu zu errichtendes Quartier zu integrieren. Wäre es also nach seinen Plänen gegangen, sähe Fluntern heute ganz anders aus. Zum Teil allerdings wurde seine Idee realisiert. Entlang der Kantstrasse stehen drei Häuser, die nach seinen Plänen errichtet wurden. Und dann hat Karl Moser in Fluntern eine ganze Reihe von Villen gebaut. Ursula Gschwind-Bürgi hat die Moser Villen auf dem Zürichberg in «Fluntern» (2/1999) anschaulich beschrieben.
Vater der modernen Architektur
1915 wurde Karl Moser als Professor für Architektur und Städtebau an die ETH Zürich berufen. Und in dieser Funktion erwarb er sich einen legendären Ruf, wurde zum Mentor einer jungen Architektengeneration, zum «Vater der moderne Architektur in der Schweiz» schlechthin.
Neuem gegenüber zeigte sich Karl Moser sehr aufgeschlossen. So setzte er als Erster das Material Sichtbeton im Kirchenbau ein. Seine Antoniuskirche in Basel (1927) feierte die Fachwelt als «Inkunabel der Sichtbeton-Architektur» (S. Hildebrand). Vor allem aber erkannte Karl Moser sehr zeitig das künstlerische Potential der Moderne. Sie förderte der Hochschulprofessor in der Ausbildung und in Preisgerichten. So verlieh ein internationales Preisgericht 1927 unter seinem Vorsitz beim Wettbewerb für den Bau des Palais des Nations in Genf einen 1. Preis an den Entwurf von Pierre Jeanneret und Le Corbusier. Darunter, dass es nicht zur Ausführung dieses architektonisch wegweisenden Projektes gekommen ist, hat Karl Moser sehr gelitten. «Es war absolut unmöglich, den Intrigen, die in Genf passierten, die Stirn zu bieten.» (Le Corbusier).
1936 starb Karl Moser. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof Fluntern.
Martin Kreutzberg