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Die Schweiz hat durch ihre Vermittlerrolle im Jahr 2002 einen wesentlichen Beitrag für ein baldiges Friedensabkommen in Sudan geleistet.
Die Bürgerkriegsparteien wollen nämlich bis Ende des Jahres einen Friedensplan für das afrikanische Land vorlegen.
Ein Friedensabkommen würde ein Ende des rund 20-jährigen Krieges bedeuten, sagte der sudanesische Botschafter in der Schweiz Ibrahim Mirghani Ibrahim im vergangenen Juli. Jetzt scheint es im ostafrikanischen Staat soweit zu sein.
Es gebe allerdings noch einige strittige Punkte, sagten Vizepräsident Ali Osman Mohammed Taha und Rebellenführer John Garang am Mittwoch nach Gesprächen mit dem amerikanischen Aussenminister Colin Powell in Kenia.
Die Verhandlungen sollten auch während des Fastenmonats Ramadan im Oktober weitergeführt werden, bis eine Einigung gefunden sei, sagte Powell.
Die Schweiz als Katalysator
Im Januar 2002 wurde auf dem Bürgenstock im Kanton Nidwalden ein separates Waffenstillstands-Abkommen für die Region der Nuba-Berge unterzeichnet. "Die Schweiz hat den Friedensprozess damit ins Rollen gebracht", sagte Ibrahim. Die Vereinbarung muss nämlich halbjährlich erneuert werden.
Ibrahim betonte die Rolle der Schweiz im Friedensprozess. Das Land habe viel humanitäre Hilfe geleistet. Zudem interessiere sich Sudan für die Verteilung der staatlichen Gelder in der Schweiz, sagte der Botschafter. Die Schweiz unterstützt Sudan mit jährlich bis zu 6 Mio. Franken.
Gespräche ohne Tabus
Die Vorbereitungsarbeiten der Schweiz seien ein wichtiger Beitrag gewesen, auf dem Weg zum nahen Frieden, sagte auch der Schweizer Botschafter für Sudan, Joseph Bucher.
Bucher hatte schon vor den Verhandlungen in der Schweiz an mehreren Sitzungen in Kenia teilgenommen. Im Januar 2002 wurde der Waffenstillstand für die Nuba-Berge unterzeichnet, der noch heute hält.
An den letzten direkten Verhandlungen zwischen dem sudanesischen Vizepräsidenten Ali Osmane Taha und dem Chef der Rebellenorganisation SPLA, John Garang, nahm Bucher jedoch nicht mehr teil.
Diese Treffen seien sehr wichtig gewesen, weil sie zum ersten Mal auf politischer Ebene stattgefunden hätten und dabei alle Fragen, auch die militärischen, besprochen worden seien. "Das war entscheidend", sagte Bucher.
Bucher ist denn auch zuversichtlich, dass in der Region schon bald Frieden einkehren kann. Auch wenn er dem von den USA gewünschten Fahrplan eher skeptisch gegenüber steht. Die USA wollen, dass der definitive Friedensvertrag bis Ende Jahr unterschrieben ist.
90 zu 10
"Der Druck der USA verbunden mit einer Einigung in Militär- und Sicherheitsfragen kann zum Erfolg der Verhandlungen führen", sagt der Schweizer Botschafter. Seine Prognose steht bei 90 zu 10 für einen erfolgreichen Friedensvertrag.
Es gebe allerdings immer noch letzte Details und letzte Änderungen zu berücksichtigen. Deshalb erwartet er eine Unterzeichnung des Vertrages eher im ersten Trimester 2004.
Gemäss Bucher ist seit einer Woche auch ein Schweizer Experte vor Ort. Der helfe mit, die technischen und juristischen Aspekte des Vertrages fertig zu stellen, zusammen mit den Vermittlern der Ostafrikanischen Entwicklungsbehörde IGAD.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Mit 2,5 Mio. Quadratkilometern Fläche ist der Sudan das grösste Land Afrikas. Seine 34,4 Mio. Einwohner und Einwohnerinnen gehören zu den ärmsten des Kontinents.
Hauptursache der schlechten Lage ist ein Jahrzehnte langer Bürgerkrieg, der das Land in Nord und Süd zerrissen hat.
Seit 20 Jahren bekämpfen sich Regierungstruppen aus dem arabisch-muslimischen Norden und Rebellenmilizen aus dem christlich-animistischen Süden.
Der Bürgerkrieg und die damit verbundenen Hungersnöte haben schon mehr als 2 Mio. Menschen das Leben gekostet. Mehr als 4 Mio. Menschen wurden zu Flüchtlingen.