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Biografische Daten
Jakob III. Wildermut von Biel, der Sohn Jakobs II., war wie dieser Glasmaler. 1514 erhielt er im Jünglingsalter von Neuenburgs Obrigkeit ein Trinkgeld für den Bannerträger, den diese von seinem Vater für die Ratsstube hatte malen lassen. 1523 nahm er in Neuenburg an der Waffenschau teil, und im gleichen Jahr war er Anführer einer kleinen Reiterabteilung. Man findet ihn in einem Verzeichnis zu einem bernischen Mannschafts-Aufgebot von 1527 als "Jacob le verrier le jeune" erwähnt.
Um 1554 liess sich Jakob Wildermut für rund zehn Jahre in Murten nieder. Er wohnte in der grossen Gasse und verkaufte sein Haus im Jahr 1562. Das letzte Mal wird er in den Stadtrechnungen Murtens 1565 erwähnt.
Jakob Wildermut wurde Glaser und Glasmaler genannt und während seiner Schaffenszeit in Murten vor allem für Fensterstiftungen an Privatpersonen und für Arbeiten im Rathaus ausbezahlt. Der Glasmaler handelte aber auch mit Blei, ein Nebenerwerb, der den Glasern in der Regel gestattet war. Darüber hinaus fertigte er auch diverse Malerarbeiten an, bemalte Eimer und Siegelbüchsen und restaurierte den Löwen an der Tafel im Rathaus. Wahrscheinlich handelt es sich mit Jakob Wildermut um den Glasmaler von Murten, der 1561 im Auftrag von Bern für Avenches arbeitete. 1562 beschäftigte er in seinem Atelier den Gesellen Paul Kutz aus Isnach, der ihm nach Streitigkeiten mit dem Freiburger Glasmaler Rudolf Techtermann zugesprochen wurde.
Im 18. Jahrhundert noch soll sich eine Wappenscheibe mit dem Namen Jakob Wildermuts und dem Datum 1546 auf einem Landsitz bei Biel befunden haben. Dabei handelt es sich um das wahrscheinlich von ihm selbst geschaffene Glasgemälde, das 2010 in den Besitz des Neuen Museums Biel gelangte. Ihm (oder seinem Vater) zuweisen lässt sich wohl auch die Bieler Stadtscheibe von 1534 aus der Kirche Arch im Bernischen Historischen Museum (Lehmann, 1913/1982, S. 501; Jorio, 2014, S. 503; Bergmann, 2014, S. 420).
Literatur
Lehmann H.(1982). Wildermut, Jakob III. In C. Brun, Schweizerisches Künstler-Lexikon. (Bd. 3, S. 501). Nendeln: Kraus. (Original erschienen 1913)
Jorio, M. (2014). Historisches Lexikon der Schweiz. Basel: Schwabe.
Bergmann, U. (2014). Die Freiburger Glasmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts. Bern: Peter Lang.