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Was ist die Forch?
Der Name Forch ist ein Flurname und bezeichnet kein Dorf. Der Ursprung dieses Namens ist unklar. Er bezeichnet entweder eine Verzweigung (Furka) oder eine Furche, das heisst einen Landschaftseinschnitt. Beide Erklärungsversuche sind plausibel. Einerseits kreuzen sich auf der Forch die Wege von Zürich ins Zürcher Oberland und vom Zürichsee (Herrliberg) ins Glatttal (Maur). Andererseits ist die Forch auch die Passhöhe dieser zwei Wege über den Pfannenstiel und auf der Südseite gibt es eine kleine Mulde die weiter südwestlich ins Küsnachter-Tobel übergeht.
Warum hat die Forch eine Krone?
Das Restaurant Krone Forch befindet sich in historischen Mauern, war es doch die Station, auf der die Pferde nach dem langen kontinuierlichen Aufstieg von Zürich oder von Essligen kommend gewechselt wurden. Ab 1836 verkehrten Postkutschen fahrplanmässig auf der Forchstrasse, ab 1912 nahm die elektrisch betriebene Forchbahn den Betrieb zwischen Zürich Stadelhofen und Esslingen auf.
Auch bekannte Personen hat die Krone schon hervorgebracht. Mit der Matrikelnummer 106 wurde 1833 der 1814 als Sohn des Gastwirts zur Krone auf der Forch geborene Heinrich Fenner an der Universität Zürich immatrikuliert. Er kämpfte 1839 als Dragoner beim Züriputsch – leider auf der Verliererseite, was ihn zu einem Auslandaufenthalt zwang. Nach seiner Rückkehr 1844 war er 1857-67 Regierungsrat und 1868-73 sowie 1878-80 Stadtrat in Winterthur. Er war 1851 Oberstleutnant im Generalstab und 1852-58 Waffenchef der kantonalen Kavallerie. Er war Mitbegründer der Hypothekarbank Winterthur, in deren Verwaltungsrat er 1865-91 sass, ab 1879 als Präsident. Er starb 1891.
Wie entstand die Naturlandschaft Forch?
Der Pfannenstiel, dessen Nordwest-Ende als Züriberg bekannt ist, zeigt die typische Vergangenheit einer Landschaft des schweizerischen Mittellandes. Auf Thetis-Sedimenten (Flachmeerablagerungen des Mesozoikums) begann sich im Oligo- und Miozän (vor 36-35 Mio. Jahren) eine Schicht von Meeresmolasse (feinkörnige Tone, Mergel und Sandsteine) zu bilden. Diese obere Meeremolasse bildet heute eine etwas 500 Meter dicke Schicht, dessen Material in den Alpen abgetragen wurde. Darüber bildete sich später eine ebenfalls etwa 500 Meter mächtige Schicht von Süsswassermolasse, welche aus teils gröberem Material gebildet wurde und heute als Sandstein (mit Süsswasserfossilien) und Nagelfluh sichtbar ist. Das Material dazu wurde vom Ur-Rhein aus den Alpen ins Pfannenstielgebiet verfrachtet. Das gröbere Material bildete in Alpennähe Schuttfächer, aus welchem z.B. das Hörnli hervorging. Die etwas feinere Nagelfluh ist deutlich am Wassberg oder im Küsnachter Tobel sichtbar. Darin bildeten sich durch Auswaschung auch Höhlen (z.B. das Franzosenloch und die Drachen- oder Fledermaus-Höhlen). Vor allem auf der Nordseite des Pfannenstiels sind fluvio-glaziale Ablagerungen aus der Eiszeit (Seitenmoränen mit jungen, kaum verfestigten Schottern) zu sehen. Für diese Ablagerungen ist der Linthgletscher verantwortlich, der aus einer Urlandschaft den heute 800 m hohe und etwa 2 km breiten überschliffenen Molassehorst zwischen den beiden grossen, Südost-Nordwest verlaufenden Zürcher Tallinien schuf. Er bildet die Wasserscheide zwischen Zürichsee und dem Glatttal mit dem Greifensee, welche ihre Existenz den Endmoränen des Linthgletschers verdanken.
Wer hat die Kulturlandschaft Forch mitgestaltet?
Die Gegend wurde schon früh besiedelt, wie die archäologischen Funde auf den Gemeindegebieten von Maur und Küsnacht zeigen. Dazu gehören neolithische (6000-1800 v.Chr., Horgener und Pfyner Kultur) sowie spätbronzezeitliche Siedlungen (1800-800 v.Chr.), Grabhügel aus der Hallstattzeit (Eisenzeit, 800-100 v.Chr.), römische Mauerreste und Frühmittelalterliche (500-1100 n.Chr.) Gräberfelder.
Der Pfannenstiel ist heute stark bewaldet und wird mehrheitlich aus Weilern und Einzelhöfen landwirtschaftlich bewirtschaftet. Der höchste Punkt (853 m) liegt auf einer Waldkuppe nahe dem Weiler Guldenen. Geht man den Weg von der Guldenen Richtung Forch, so tritt man auf einer Höhe von etwa 700 m aus dem Wald. Gleich daneben befindet sich ein Aussichtspunkt auf 705 m. Von diesem aus sind das Restaurant Krone, die Bahnstation „Forch“ (S18), das Wehmännerdenkmal sowie die umliegenden Weiler und Dörfer Kaltenstein, Wangen, Scheuren, Aesch, und – etwas weiter entfernt – Limberg, Schmalzgrueb, Zumikon und tief unten der Greifensee sichtbar. Weiter im Hintergrund sind das Zürcher Oberland und der Säntis zu sehen.
Die moderne, bebaute Forch.
Wie schon eingangs erwähnt, existiert kein Dorf namens Forch. Die Leute sagen, dass sie „auf der Forch“ wohnen. An der Formulierung „in Forch“ erkennt man den Auswärtigen. Das ursprünglich offene Gebiet zwischen den alten Weilern ist mittlerweile stark Überbaut. Intensive Bautätigkeit war aber erst ab etwa 1950 zu verzeichnen. Postalisch wird das ganze Gebiet durch die Poststelle 8127 Forch erschlossen – es gibt also eine Poststelle namens Forch ohne zugehöriges gleichnamiges Dorf. Politisch ist die Forch nahe der Krone Teil von zwei Gemeinden: Küsnacht am Zürichsee und Maur am Greifensee. Das Restaurant Krone liegt auf Küsnachter Boden und damit im Bezirk Meilen, während die Häuser 20 m weiter nördlich bereits zu Maur, Bezirk Uster gehören. Ebenfalls auf der küsnachter Seite steht das Forch-Denkmal: eine eherne Opferflamme auf steinerner Stufenpyramide erinnert an die Wehrmänner, die im 1.Weltkrieg 1914-18 in ihrem Dienst an Grippe gestorben sind (1921).
Auf dem Gelände neben dem Denkmal findet jedes Jahr die Feier zum ersten August mit Höhenfeuer und Feuerwerk statt. Das Restaurant Krone hat jeden ersten August geöffnet und ist vom Denkmal her auf dem General Guisan Weg vorbei am Franzosenloch in 2 Minuten erreichbar.
Die Gegend ist auch als Kraftort bekannt und an einigen Punkten werden Spitzenwerte von bis zu 750`000 Boviseinheiten erreicht, was in der Schweiz einmalig ist. In Aesch soll sich ein Zentralsystem von Kraftlinien mit weltweiten meridianen Verbindungen befinden.
Was tut man auf der Forch ausser zum Essen in die Krone gehen?
Auch sportlich ist auf der Forch manchmal etwas los. Zu den jährlichen Ereignissen gehören die Züri-Metzgete, ein riesiges Radsporterlebnis, der Forchlauf (Halb-Marathon) und die Sola-Stafette. Wer’s weniger heftig angehen möchte ist mit dem Gasthof Krone Forch als Ausgangs- oder als Endpunkt einer Wanderung bestens bedient. Kulinarischer Anfang kann ein Mittagessen in der Krone sein. Eingedenk der Tatsache dass ein voller Bauch nicht gerne marschiert, leichte Bewegung nach dem Essen aber gesund ist, kann man Spaziergänge um die Forch machen, oder sich in Richtung Tal begeben. Die ausgezeichnete Einbindung der Forch ins Netz der ZVV erlaubt es, das Auto z.B. in Zürich zu parkieren. Die S18 bringt einen in 20 Minuten zur Krone Forch. Nach dem Mittagessen kann man durchs Küsnachter Tobel zum Zürichsee hinunter spazieren. Von dort kann man mit dem Schiff oder der S-Bahn sein Auto bequem wieder erreichen. Ein anderer Weg führt hinunter nach Maur, wo man mit der Fähre Uster oder mit dem Rundkurs-Schiff Greifensee erreicht. Von beiden Orten bringt einem die S-Bahn wieder zum Auto zurück. Auf dem Weg durch den Wassbergwald via den Süessplätz und Golfplatz erreicht man die Station Zollikerberg. Wer’s ganz gemütlich mag folgt dem Panoramaweg nach Zumikon. In beiden Fällen bringt einen die Emma – wie die Forchbahn (S18) von Einheimischen genannt wird – wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Wie erreicht man die Forch?
Zu erreichen ist das Restaurant Krone von Zürich-Bellevue auf der Forchstrasse, ab Zollikerberg die Schnellstrasse und Zumikon. Vom Zürcher Oberland her verläuft die Schnellstrasse von Esslingen über Egg. Dieselbe Linie wird von der Forchbahn (ZVV Linie S18) zwischen Stadelhofen und Esslingen im 30 (teilweise 15) Minuten Takt bedient . Von der Bahnstation bis zur Krone braucht man zu Fuss etwa 3 Minuten, man muss aber langsam genug gehen, sonst ist man zu früh! Vom Zürichsee führt eine Strasse von Herrliberg direkt auf die Forch. Vom Glattal her gibt es mehrere Strassen, welche die Forch mit Mönchaltdorf, Maur, Fällanden und der Strasse Zürich-Klusplatz-Wittikon-Binz-Ebmatingen verbinden.