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Die Fondation Franz Weber ist bestürzt über den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 5. April 2017, dass schwerstbelastende Gehirnversuche an Primaten an der Universität und ETH Zürich durchgeführt werden dürfen. Der Entscheid ist völlig unverständlich, hat doch das Bundesgericht ähnliche Versuche bereits im Oktober 2009 abgelehnt mit dem Hinweis auf die besondere Würde der Primaten. Für die FFW ist klar: An diesem wegweisenden Entscheid von 2009 darf nicht gerüttelt werden.
In seinem Urteil von 2009 hielt das Bundesgericht fest, dass die durch die geplanten Experimente verursachten Schmerzen verbunden mit körperlichen Schäden, Leid und Angst rechtswidrig seien. Das sehen die Forschenden offensichtlich ganz anders und reichten 2014 erneut ein methodisch sehr ähnliches Gesuch beim Veterinäramt des Kantons Zürich ein. Im Gegensatz zum Gesuch von 2009 empfahl die kantonale Tierversuchskommission diesmal, die Bewilligung zu erteilen. Dazu muss man wissen, dass diese Kommission zur Mehrheit aus Tierversuchsbefürwortern besteht. Drei Mitglieder der Kommission aber wollten diese Empfehlung nicht mittragen und rekurrierten beim Züricher Regierungsrat; leider ohne Erfolg.
Die Forschenden planen, den Rhesusaffen Elektroden ins Gehirn zu implantieren. Bei diesen Operationen gibt es ein erhebliches Operationsrisiko (Narkose, Infektionen, usw.), welches die Affen tragen müssen ohne davon zu profitieren. Sie haben letztendlich nur die Gefährdung und keinen Gewinn von diesen Experimenten. Anschliessend werden die Rhesusaffen durch Wasserentzug gefügig gemacht und müssen danach stundenlang mit fixiertem Kopf im sog. Primatenstuhl ausharren.
Dies alles müssen die Versuchstiere erleiden, weil die Forschenden die vage Hoffnung haben, allfällige Resultate könnten dereinst zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie z.B. Schizophrenie beitragen. Dazu hat das Bundesgericht 2009 wortwörtlich geschrieben: «Aufgrund der ganz besonderen Nähe dieser nichtmenschlichen Primaten zum Menschen bereitet der vorliegende Tierversuch, gemessen am erwarteten Kenntnisgewinn, den Versuchstieren unverhältnismässige Schmerzen, Leiden, Schäden, Angst oder Beeinträchtigungen ihres Allgemeinbefindens. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht das Interesse der Versuchstiere an der Belastungsfreiheit höher gewichtet als das menschliche Interesse am Versuchsergebnis.»
Die FFW ist überzeugt, dass auch beim vorliegenden Gesuch für Primatenversuche die möglichen Erkenntnisgewinne in keinem Verhältnis zum Leiden der Tiere stehen. Diese Versuche müssen deshalb unbedingt gestoppt werden. Seit 2008 ist die Würde des Tieres in der Schweizerischen Tierschutzgesetzgebung verankert. Das bedeutet, dass die Tiere, ungeachtet ihrer Stellung in der zoologischen Systematik, eine Würde um ihrer selbst willen haben.
Beachten Sie zum Thema auch die aktuelle Medienmitteilung der Stiftung Tier im Recht, die in ihrer Arbeit auch von der FFW unterstützt wird.
Bilder: zVg Zürcher Tierschutz / Fotolia