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8. Jahrhundert
KRONE DES WESTENS
Das 8. Jahrhundert zählt zum europäischen Frühmittelalter. Im Jahr 711 besiegelt die Schlacht am Río Guadalete den Untergang des Westgotenreiches, das der muslimischen Invasion unter dem Feldherrn Tariq ibn Ziyad auf der iberischen Halbinsel zum Opfer fällt. Die in Westeuropa eingefallenen Araber werden erst durch den fränkischen Hausmeier Karl Martell 732 bei Poitiers gestoppt, worauf er als Retter des Abendlandes gefeiert wird und seine Macht festigen kann.
In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts formt Karl der Grosse, Enkel von Karl Martell und Sohn von Pippin dem Jüngeren, das Fränkische Reich zur vorherrschenden Macht in Mittel- und Westeuropa. Der Karolinger unterwirft 774 die Langobarden und ist in den Sachsenkriegen 772–804 gegen die Sachsen siegreich, die sich unter ihrem Anführer Widukind vergeblich zu widersetzen versuchen. Am Ende des Jahrhunderts erlebt das Frankenreich eine kulturelle Blütezeit.
In Nordeuropa kommt es zu ersten Raubzügen der Wikinger. Am 8. Juni 793 überfallen sie an der Küste Englands das Kloster Lindisfarne. Der Beginn der Wikingerzeit.
Mitte des 8. Jahrhunderts beginnt im Orient das goldene Zeitalter des Islam, der bis ins 13. Jahrhundert in Kunst, Kultur und Wissenschaft eine Blüte erlebt. Auf der iberischen Halbinsel gründen die Umayyaden 756 das bis 1031 bestehende arabische Emirat von Córdoba (ab 929 Kalifat).
Auch Byzanz muss sich nach aussen gegen die Araber verteidigen und hat zudem mit dem Bulgarischen Reich einen an Bedeutung gewinnenden Nachbarn. Im Reich eskaliert derweil der ein Jahrhundert andauernde Bilderstreit. China erreicht mit der Tang-Dynastie den Höhepunkt der Kaiserzeit. Die Hauptstadt Chang'an nahe des heutigen Xi'an ist mit rund einer Million Einwohner eine der grössten Städte ihrer Zeit.
In Mittelamerika erreicht die Kultur der Maya ihre klassische Hochzeit.