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If we get jammed up, we’re holding court on the street.
Schauspieler, die sich auch als Regisseure versuchen, werden gerne ein wenig belächelt. Ben Affleck («Armageddon», «Chasing Amy») beweist nun aber nach «Gone Baby Gone» einmal mehr, dass er nicht nur als Schauspieler eine unvergleichliche Ausstrahlung hat, sondern als Regisseur durchaus über noch mehr Talent verfügt. Der Kriminalthriller «The Town» ist packend und rasant inszeniert.
Der Film beginnt mit der Erklärung, dass der Bostoner Stadtteil Charlestown vor allem für die vielen Überfälle auf Banken und Geldtransporter bekannt sei. Auch Doug McRay (Ben Affleck) übt diesen eher unrühmlichen, für Filme aber beliebten Beruf aus. Gleich am Anfang raubt er mit seinen Kumpeln James Coughlin (Jeremy Renner, «The Hurt Locker»), Albert «Gloansy» Magloan (Slaine) und Desmond Elden (Owen Burke) die Filiale einer Bank aus. Da der Alarm ausgelöst wird, nimmt James die Managerin Claire Keesey (Rebecca Hall, «The Prestige», «Vicky Cristina Barcelona») als Geisel.
Bei seinen Ermittlungen befragt FBI-Agent Adam Frawley (Jon Hamm) auch die verängstigte Claire. Da sie in der gleichen Gegend wie die Verbrecher wohnt, wird sie auch von Doug beschattet. Er kommt mit ihr sogar ins Gespräch und trifft sich bald häufiger mit ihr. Derweil erhält die Bande von ihrem Auftraggeber Fergus Colm (Pete Postlethwaite) bereits die Pläne für den nächsten Überfall. Dabei stehen sie schon bereits unter Verdacht von Frawley, der auch Krista Coughlin (Blake Lively), die ehemalige Freundin von Doug, für seine Dienste einspannt. Doug sucht derweil um Rat und Trost bei seinem im Gefängnis sitzenden Vater Stephen (Chris Cooper, «The Kingdom»).
Für seine zweite Regiearbeit hat sich Ben Affleck erneut einen Kriminalthriller ausgesucht. Dieses Mal enthält die Handlung noch ein wenig mehr Action, doch wieder stehen vor allem die Figuren im Fokus. Die Hauptfigur verfügt zwar eine ausserordentliche Begabung für ihre Tätigkeit, möchte aber der Welt des Verbrechens entfliehen. Das Dilemma von Doug McRay wird im Drehbuch von Peter Craig, Ben Affleck und Aaron Stockard, das auf den Roman «Prince of Thieves» von Chuck Hogan, nachvollziehbar und einnehmend geschildert. Ein wenig aufgesetzt wirkt einzig der Versuch einer psychologischen Erklärung mit der Suche nach der Mutter.
Formal ist die Geschichte von dem nach Erlösung suchenden Kriminellen absolut einwandfrei inszeniert. Dazu hat sich Regisseur Ben Affleck auch sehr begabte Mitarbeiter ausgesucht. Kameramann Robert Elswit und Cutter Dylan Tichenor («There Will Be Blood», «Boogie Nights») sorgen für eine packende Gestaltung von knisternden Verfolgungsjagden und bewaffneten Konfrontationen, aber auch für ebenso atmosphärische Umsetzung von intimeren Szenen zwischen den einzelnen Figuren.
Stellt sich nur noch die Frage, wieso Affleck nicht wie für «Gone Baby Gone» einen begabteren Hauptdarsteller ausgesucht hat. Ben Affleck ist zwar ein charismatischer Schauspieler, der als verlockender Strahlemann begeistern kann, aber in einer solchen Rolle mit emotionalem Tiefgang nicht ähnlich überzeugen kann. Stattdessen wird er von seinen Kollegen an die Wand gespielt. Die Besetzung lässt sich zumindest damit rechtfertigen, dass «The Town» in Nordamerika nach gerade einmal zwei Wochenenden bereits 48,6 Millionen Dollar eingespielt hat. Ohne den Regie führenden Star in der Hauptrolle wäre die Summe wohl geringer ausgefallen.
Fazit: «The Town» ist ein kurzweiliger Kriminalthriller, der formal und inhaltlich mitreisst.
Bewertung:
(Bilder: © 2010 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.)
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