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Der swissinfo-Journalist Vincent Landon ist an den "European Online Journalism Awards" zum Internet-Journalisten des Jahres ernannt worden.Dieser Inhalt wurde am 04. Juli 2003 - 11:29 publiziert
Zudem erhielt seine Serie über Malaria den ersten Preis der Kategorie Wissenschaft.
Vincent Landon erkämpfte sich seinen Sieg gegen eine grosse Konkurrenz aus weltweit führenden Medienhäusern. BBC News Online gewann den Preis für das beste Feature, die Deutsche Welle für die beste Newsgeschichte, Financial Times website für die beste Recherchenarbeit.
Die Jury bezeichnete Landons "The Malaria Business" als eine "bemerkenswerte Recherche zu einem meist vernachlässigten Thema – die vernichtenden Auswirkungen von Malaria auf die Gesundheit von Kindern in Entwicklungsländern". Ebenfalls lobend erwähnt werden auch die Designer Amy Clark und Kai Reusser, Webmaster Ayar Ibrahim sowie Bildredaktor Christoph Balsiger.
"Es ist eine wunderbare Anerkennung", erklärte Landon. "Doch die Menschen, die eigentlich Preise gewinnen sollten, sind die Forschenden des Schweizer Tropeninstituts in Basel und des Ifakara-Zentrums für Gesundheitsforschung und Entwicklung in Tansania."
swissinfo gratulierte Landon zu seinem Preis. Christoph Heri, interimistischer Chefredaktor, sagte, die Malaria-Serie stelle qualitativ höchststehenden Journalismus im Internet dar.
"Das Internet ist ideal, um komplizierte Sachverhalte wie den Kampf gegen Malaria zu erklären. Die Kombination von Text, Bildern, Audios und Videos ermöglichen dem Publikum, die Zusammenhänge zu verstehen."
"Wir haben viel in diese Serie investiert und sind mit dem Resultat sehr zufrieden", so Heri.
Erste Welt – Dritte Welt
Die 13 Artikel beleuchten die Auswirkungen von Malaria und die verfügbaren Behandlungs-Möglichkeiten. Dabei werden Beispiele aus zwei Ländern verwendet: Tansania gehört zu denjenigen Ländern, die am schlimmsten von der Krankheit betroffen sind. Und die Schweiz ist Sitz der Weltgesundheits-Organisation, der "Medicines for Malaria Venture" und von weltweit tätigen Pharma-Unternehmen.
Im März reiste Landon nach Tansania, um sich selber ein Bild über die Folgen von Malaria zu machen. Um zu verstehen, wie das Leben von den Menschen in besonders belasteten Gebieten beeinflusst wird.
"Da Malaria nur Entwicklungsländer betrifft, erhält die Krankheit nicht die Aufmerksamkeit und die Mittel, die nötig wären", so Landon. "Alle 30 Sekunden stirbt in Afrika ein Kind. Viele dieser Kinder könnten behandelt, viele Opfer verhindert werden."
Hohe Kindersterblichkeit in Tansania
In Tansania tötet Malaria rund 80'000 Menschen pro Jahr, zumeist kleine Kinder. Vor drei Jahren zeigte eine Schweizer Studie in Ifakara, dass Moskitonetze, die mit Insektenmittel behandelt werden, die Kindersterblichkeit um 27 Prozent senken könnte.
Aufgrund dieser Kenntnisse lancierte Tansania ein nationales Programm, um die Netze zu verbreiten. Letzten Dezember erhielt das Projekt 12 Mio. Dollar von der globalen Stiftung gegen Aids, Tuberkulose und Malaria.
"Es ist eine komplizierte Geschichte mit vielen verschiedenen Gesichtspunkten", erklärte Landon. "Man kann nicht über Netze und Prävention sprechen, ohne die verfügbaren Behandlungen und die Frage der Resistenzen gegen Medikamente zu berücksichtigen."
Impfstoff-Foschung könne man nicht beschreiben, ohne den Lebenszyklus des Malaria-Parasiten zu betrachten; den Sinn der behandelten Moskitonetze könne man nicht erklären, ohne den Reproduktions-Zyklus eines Moskito mit zu berücksichtigen.
swissinfo
Fakten
"European Online Jounalism Awards" besteht seit 5 Jahren
2003: 1014 Eingaben, 22% mehr als 2002
Eingaben von Journalisten aus 20 europäischen Ländern
Jury: 118 Vertreter der Medienbranche und von Schulen aus 20 Ländern