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«Nicht atmen», rief jemand. Sie hielten sich die Hände vor Nase und Mund. Der Mann aus Warschau, der Ähnlichkeit mit Trotzki hatte, entrüstete sich. Mit der Faust drohend, rief er Leo Nikolajewitsch Tolstois Worte: «Ihr befleckt eure Fahnen!», und stürzte zu Boden.
Das Licht erlosch.
Es ist dies eine der vielen beklemmenden Szenen aus dem zugleich grossartigen wie furchtbaren Roman «Wolke und Walzer» von Ferdinand Peroutka (1895—1978).
1947 als Drama uraufgeführt war «Wolke und Walzer» eine der ersten unmittelbaren literarischen Auseinandersetzungen mit dem nationalsozialistischen Terror. Die Handlung beginnt im Prag von 1939 – Hitlers von den europäischen Staaten geduldete Machtübernahme in der Tschechoslowakei steht kurz bevor. Sie endet 1945 mit der Vertreibung der Deutschen aus der Stadt. Dazwischen viele Episoden wie die obige – die letzten Momente in der Gaskammer.
Seit 2015 liegt das Werk im Berliner Elfenbein Verlag wieder auf. Es ist ein scheussliches Buch; man muss es gelesen haben. Mit Blick auf die zunehmenden totalitären Entwicklungen in etlichen Staaten auf allen Kontinenten ist es geradezu zur Pflichtlektüre eines jeden demokratisch gesinnten Menschen geworden.