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Obwohl zur Zeit der Burgunderkriege der Langspiess im eidgenössischen Heer immer mehr an Bedeutung gewann, blieb die traditionelle Hellebarde im Nahkampf wichtig. Es brauchte einen geübten Mann, um diese kombinierte Stoss- und Hauwaffe zu führen. Schon bei der Herstellung mussten die unterschiedlichen Zwecke des Metallblattes beachtet werden. Die Klinge war zum Hauen da, die Spitze gebrauchte man zum Stoss, und der Stachel auf der Rückseite sollte fähig sein, Panzer und Helme zu durchdringen. Dementsprechend musste das Metall unterschiedlich geschmiedet sein. Der Hellebardenschaft aus speziellem Holz war üblicherweise vierkantig, damit sich die Waffe sicherer halten liess. Es bedurfte einiger Übung, um im dichten Schlachtgetümmel die Hellebarde einzusetzen. Man durfte nicht einfach dreinhauen wie beim Holzhacken, denn allzu leicht hätte man so eigene Leute verletzt. Um die Klinge mit voller Wucht gebrauchen zu können, musste sich der Hellebardier gefährlich exponieren. Doch ein geübter Kämpfer mit dieser Waffe war höchst gefährlich für jeden, der ihm zu nahe kam.
Der Hellebardier im Vordergrund schützt seinen Kopf mit einer sogenannten Schaller deutschen Vorbilds. Dieser Helm verfügt über ein hochklappbares Visier mit Sehschlitz und bietet dem Nacken Schutz. Er trägt einen Rock und eine Kapuze, wie sie im Winter üblich war. Seine Seitenwaffe ist ein Schwert „zu anderthalb Hand“.
Der Mann hinten links trägt eine simple Hirnhaube als Kopfschutz. Sein gesteppter Waffenrock ist ein Schutzpanzer besonderer Art. Bis zu 30 Lagen übereinandergenähten Stoffes mit eingearbeiteten Lederschichten konnten sehr wirksam vor Pfeil- und Stichwunden schützen. Er trägt umgehängt eine Feldflasche. Seine Zweitwaffe ist ein Schweizerdolch. Auf seinem linken Oberschenkel ist das Kreuz der thebäischen Legion auf die Hose genäht. Es war von den Eidgenossen als gemeinsames Erkennungszeichen gewählt worden. Der Mann rechts im Hintergrund trägt einen langen und weiten Waffenrock, der darunter Platz für weitere wärmende Winterbekleidung bietet. Gelegentlich wurden Waffenröcke und Hosen in den jeweiligen Kantonsfarben getragen. Die meisten Eidgenossen zogen allerdings in ihrer Alltagskleidung ohne spezielle Abzeichen in den Krieg.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan
Schweizer Soldat 5/1999