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1. (Fast) eine Titelnummer
«Dumbo» wäre beinahe auf dem Cover des Nachrichtenmagazins «Time» gelandet. Wegen des grossen Erfolgs sollte er als «Tier des Jahres» aufs Cover.
Dann bombardierten die Japaner im Dezember 1941 den Flottenstützpunkt Pearl Harbor. Die USA traten in den Zweiten Weltkrieg ein. Der japanische Admiral Yamamoto kam aufs Cover.
2. Einer der kürzesten Zeichentrickfilme
Nur 64 Minuten kurz ist das Disney-Original. Grund dafür: «Dumbo» war eine Low-Budget-Produktion.
Disneys finanzielle Situation war alles andere als rosig. «Pinocchio» (1940) und seine Vorgängerproduktionen floppten an der Kinokasse. Weil wegen des Zweiten Weltkrieges Europa als Filmmarkt nicht mehr zugänglich war.
«Dumbo» war Disneys Rettungsanker: Er sollte möglichst günstig produziert werden und gleichzeitig die Kasse wieder füllen.
Der Plan ging auf. «Dumbo» schaffte es nicht nur, sich selbst aus dem Schlamassel zu ziehen. Sondern auch die Disney-Studios. 1.6 Millionen Dollar spielte er in die Kassen – damals einer der profitabelsten Filme des Konzerns.
3. Animatoren-Streik
«Dumbo» wurde unter ungünstigen Bedingungen produziert. Neben der schwierigen finanziellen Lage streikten die Animatoren. Obwohl sie zu den bestbezahlten ihrer Branche gehörten, waren sie unzufrieden.
Grund dafür: Das starre Hierarchiesystem der Studios, übermässige Privilegien für Chefautoren und starke Überwachung. Nach einigem Hin und Her liess der Firmenchef die Angestelltenvertretung zu.
Interessant: Streikende Mitarbeiter kommen auch in «Dumbo» vor. Es heisst, dass Walt Disney mit dieser Szene seine Mitarbeiter auf die Schippe nehmen wollte. Er hat sie als aufrührerische Clowns dargestellt.
4. Rassismusvorwürfe
Trotz der zahlreichen «Jö-Momente» ist der Film nicht ganz unproblematisch. Zwei Szenen sorgten in den letzten Jahren für Rassismusvorwürfe.
Ganz zu Beginn zeigt der Film dunkelhäutige Arbeiter, die während eines schweren Sturms Zirkuszelte aufbauen – fröhlich singend, dass sie diese Arbeit auch ohne Lohn gerne verrichteten. Das erinnerte Kritiker stark an Sklaverei und deren Verharmlosung.
Ein anderer Kritikpunkt sind die rabenschwarzen Krähen im Film. Sie unterhalten sich in einem afroamerikanischen Akzent. Eine der Krähen heisst «Jim Crow».
Das ist in doppelter Hinsicht problematisch. Denn «Jim Crow» war eine herablassende Bezeichnung für Afro-Amerikaner.
Aber nicht nur das: Die Gesetze zur Rassentrennung, die nach 1870 im Süden der USA eingeführt und erst in den 1950ern und 1960ern abgeschafft wurden, nannte man «Jim Crow»-Gesetze.
5. Disneys Strategie: Realfilme
Nach fast 80 Jahren ist das süsse Schwergewicht mit den Segelohren zurück auf der Leinwand.
Die Neuverfilmung ist Teil einer Konzernstrategie. Disney bringt seine Klassiker als Realfilme zurück auf die Leinwand. «Cinderella», «Dschungelbuch» und «Die Schöne und das Biest» gibt es schon.
Dieses Jahr folgen «Aladdin» und «König der Löwen». Nächstes Jahr doppelt Disney mit «Mulan» nach.