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Unsere Wappen
Gemeindewappen repräsentieren eine Gemeinde bzw. eine Stadt durch ein Wappen. Illnau-Effretikon verfügt als offizielles Erkennungszeichen über ein Doppelwappen. Die zahlreichen Stadtteile bzw. Aussenwachten (Weiler) prägten ebenso ihre eigenen Darstellungen, die in der städtischen Korrespondenz allerdings nicht in Erscheinung treten.
In der Schweiz verfügen Wappen über eine lange Tradition – allerdings nicht in jedem Fall: Reichen einzelne Wappen bis ins 12. Jahrhundert zurück, wurden andere erst im 20. Jahrhundert geschaffen.
Einen besonderen Aufschwung erhielten die Gemeindewappen an der Schweizerischen Landesausstellung von 1939 in Zürich. Bei der Planung brachte der mit den schweizerischen Gemeindefahnen geschmückten «Höhenweg» (die «Fähnlistrasse») einige Gemeinden in Verlegenheit – sie besassen zu dieser Zeit noch kein offizielles Gemeindewappen.
So wurden zahlreiche Wappen in dieser Zeit neu geschaffen. Auch am «Fahnentrum» der Expo 1964 in Lausanne wurden alle schweizerischen Gemeindefahnen gezeigt. Die Schweiz besitzt damit einen reichen Schatz an, fast immer den heraldischen Regeln entsprechend gestalteten, Wappen ihrer Gemeinden.
In vielen Kantonen stehen die Gemeindewappen heute unter dem Schutz kantonaler Gesetze.
Besonders bei Gemeindefusionen werden die Wappen als Symbole lokaler Identität zu einem Thema. Die oft sehr emotional geführte Diskussion über die mögliche Aufgabe eines Wappens zugunsten eines neuen oder desjenigen der Nachbargemeinde gehört zu den sogenannten weichen Faktoren, die eine Gemeindefusion in gewissen Fällen sogar scheitern lassen können.
1974 wurde aus der ehemaligen Gemeinde Illnau die Stadt Illnau-Effretikon. Seither führt sie das Doppelwappen bestehend aus den bereits zuvor bekannten Wappen.
Per 1. Januar 2016 schloss sich die Stadt Illnau-Effretikon mit der ehemaligen politischen Gemeinde Kyburg zusammen. Bei diesem Verschmelzungsvorgang handelte es sich rein rechtlich betrachtet nicht um eine Gemeindefusion, sondern um eine Eingemeindung (Gemeindezusammenschluss). Auch wenn es Stimmen gab, die dazu anregten, wonach ein neuer Gemeinde- bzw. Stadtname zu bezeichnen sei, so war von Beginn weg klar, dass die bisherige Bezeichnung weitergeführt und somit weder ein neuer Name noch eine neues Wappen resultieren wird.
Agasul
Das Wappen ist eine Neuschöpfung aus dem Jahr 1987 durch den Heraldiker Hans Kläui und den Maler Alfred Enderli. Es bezieht sich auf das mittelhochdeutsche Wort «Agensule», was Hirschtränke bedeutet, und die einstige Station der Pferdepost. Über die Bedeutung des Namens besteht allerdings Unklarheit – das altdeutsche «Aginsulaga» wird als «Schweinepferch des Ago» gedeutet.
Bietenholz
Das Wappen ist eine Neuschöpfung von Hans Kläui im Jahr 1986. Der Name Bietenholz geht vermutlich zurück auf «zu dem bietenden Holz» im Sinne eines einen Grenze gebietenden Holzes, eines Grenzwaldes zwischen den ehemaligen Ladvogteien Kyburg und Greifensee. In diesem Sinne sind die zwei Tannen zu verstehen, die man sich beidseits einer Grenzscheide vorstellen kann. Das Tatzenkreuz besitzt eine doppelte Bedeutung: Einerseits als Grenzzeichen, eingehauen in Steinen, andererseits als Erinnerung, dass der Hof Bietenholz den Grundzins an die Pfarrkirche Illnau entrichten musste.
Bisikon
Das Wappen ist neueren Datums, existierte aber schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es zeigt einen Rochen (Schachfigur) in Anlehnung an das Gemeindewappen von Illnau, welches drei Rochen in einem Schrägbalken führt.
Effretikon
Das Wappen erscheint im 19. Jahrhundert auf Feuerlöschtansen und auf Säcken, zeigt aber eine schwarze Pflugschar. Die Pflugschar ist ein häufiges Wappenmotiv und verweist auf den früher dominierenden Ackerbau. Die SBB taufte die Re 6/6 – Lokomotive Nr. 11616 auf den Namen Illnau-Effretikon, die auf der einen Seite das Wappen von Illnau und auf der anderen das von Effretikon führt.
Am 19. April 1991 taufte der damalige Stadtpräsident Rodolfo Keller in Anwesenheit von Politik und Medien ein Flugzeug des Typs McDonnell Douglas MD 81 der damaligen Swissair (Immatrikulation HB-IUG) auf den Namen «Illnau-Effretikon». Der Name ging im Jahre 1996 im Rahmen einer Flottenerweiterung auf ein Flugzeug des Typs Airbus 320-214 über (Immatrikulation HB IJG). Das Flugzeug wurde nie in die Flotte des Nachfolgeunternehmens der im Jahre 2001 untergegangenen Swissair integriert.
First
Das Wappen wurde den Herren von First zugeordnet, stammt aber eventuell irrtümlich vom schwäbischen Adelsgeschlecht «Von Virste». Es erscheint im Wappenbuch von Gerold Edlibach (um 1493), in der Stumpf-Chronik (1547/48) und auf der Gyger-Karte (1667).
Horben
Das Wappen ist eine Neuschöpfung um 1974 und befindet sich auf einem Brunnen in Horben. Hans Kläui legte später die heraldischen Farben fest. Das Motiv des Wappens, die Rohrkolben, beziehen sich auf den ursprünglichen Namen (althochdeutsch «ze horwun» = beim Schlamm, beim Riedboden) und verweist auf die einst sumpfige Umgebung.
Illnau
In Silber ein blauer Schräbalken, belegt mit drei schräglinks gestellten silbernen Rochen; der Rochen ist eine alte Schachfigur und entspricht dem heutigen Turm. Das Wappen wurde um 1493 im Wappenbuch von Gerold Edlibach überliefert; es erscheint 1547/1548 in der Chronik von Johannes Stumpf und 1667 in der von Hans Conrad Gyger geschaffenen Zürcher Kantonskarte. Es deckt sich mit dem Schild, den die vom 11. bis 13. Jahrhundert bezeugten Herren von Illnau führten. Das Wappen dieser Freiherren ist in der Kirche St. Peterzell (SG) auf einer Grabtafel und einem Kirchenfenster dokumentiert.
Kemleten
Das Wappen erscheint im Wappenbuch von Gerold Edlibach, in der Stumpf-Chronik und auf der Gyger-Karte. Ob es von den Burgherren von Kemleten stammt oder eine volkstümliche Schöpfung in Anlehnung an den Namen (Chämlete) ist, bleibt ungeklärt.
Mesikon
Das Wappen ist das der Herren von Mesikon, die urkundlich nur wenige Male vorkommen. Gerold Edlibach führt das Wappen farbig auf, schreibt es aber merkwürdigerweise einer Familie «Goltschlaher» von Zürich zu. Auch Hans Conrad Gyger führt das Wappen auf seiner Karte und bezeichnet das Dorf Mesikon.
Moosburg
Das Wappen bezieht sich auf die 1254 erbaute, heute als Ruine sichtbare Wasserburg. Das Wappen findet sich im Wappenbuch des Gerold Edlibach, in der Stumpf-Chronik und auf der Gyger-Karte
Ottikon
Das Wappen wird erst seit dem 19. Jahrhundert mit zwei Pfeilen dargestellt. Gemäss dem Wappenbuch des Gerold Edlibach, der Stumpf-Chronik und der Gyger-Karte führten die Herren von Ottikon nur einen Pfeil in ihrem Wappen. Rumlikon in der Gemeinde Russikon führt in ihrem Dorfwappen einen weissen Pfeil in blauem Feld und bezieht sich ebenfalls auf die Herren von Ottikon.
Rikon
Das Wappen erscheint 1832 auf dem hölzernen Zifferblatt der Kapelle Rikon. Es nimmt Bezug auf den Grendelbach, der bei Rikon die Würglen-Mühle antrieb.
Kyburg (ehemalige politische Gemeinde)
Die Grafen von Neu-Kyburg (auch Kyburg-Burgdorf oder Habsburg-Neukyburg genannt) waren ein Schweizer Adelsgeschlecht, das zwischen 1273 und 1417 bestand und vornehmlich im Oberaargau begütert war. Das Haus Neu-Kyburg entstand aus der Weiterführung des Geschlechts der Grafen von Kyburg in der weiblichen Linie (Anna von Kyburg, geboren um 1255, Tochter von Hartmann V. von Kyburg, heiratete 1271 Eberhard I. von Habsburg-Laufenburg) und ist eine Seitenlinie des Adelsgeschlechts der Habsburger. Herrschaftszentren der Neu-Kyburger waren Burgdorf, Wangen an der Aare, Landshut und Thun.
Die Bedeutung der Löwen geht vermutlich auf die beiden Familien zurück, aus denen die Grafschaft Kyburg entstanden ist, nämlich aus dem Zusammenschluss der beiden gleichberechtigten Adelsfamilien der Herren zu Winterthur (Adelheid, die Tochter Adalberts) sowie von derer von Dillingen (Hartmann I)
Konrad von Mure (gest. 1281) überliefert in seinem Clipearius teutonicorum (verfasst zwischen 1260 und 1264) das Kyburgerwappen als goldenen Schrägbalken in Schwarz, begleitet von zwei goldenen Löwen. Spätere Belege geben allerdings als Feldfarbe Rot. Die Herkunft der Farbe Schwarz gegenüber Rot im Wappen ist ungeklärt; es gibt zwei Theorien hierzu:
Ursprünglich sei der Hintergrund rot eingefärbt gewesen. Schwarz gilt als Trauerfarbe und wurde erst nach dem Übergang an die Habsburger ins Kyburger Wappen aufgenommen, als das Geschlecht der Kyburger 1264 ausgestorben war (für diese Theorie sprechen die heutigen Wappen von Andelfingen und Diessenhofen, dagegen spricht, dass das Werk von K. von Mure vermutlich schon abgeschlossen war, als der letzte männliche Kyburger, Hartmann IV., starb);
Schwarz gelte als reine Kontrastfarbe, um im Mittelalter, als die Wappen noch als Ritterzeichen verwendet wurden, die goldenen Löwen besser hervorzuheben.
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