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Mit dem englischen Komponisten Benjamin Britten (1913–1976) sind vor allem zwei Werke verbunden: die Oper «Peter Grimes»und das «War Requiem».
Mit dem Requiem gedenkt Britten den Opfern von Kriegshandlungen. Die Komposition basiert auf dem lateinischen Requiem-Text und Gedichten des 1893 geborenen englischen Kriegspoeten Wilfred Owen. Owen starb am 4. November 1918 – eine Woche vor dem Ende des 1. Weltkrieges. Er hinterliess eine Reihe von Gedichten, die er in den zwei letzten Kriegsjahren geschrieben hatte.
Für das «War Requiem» wählte Britten neun Gedichte aus und vertonte sie. Diese Vertonungen schob er nicht nur zwischen die einzelnen Sätze des lateinischsprachigen Requiems, sondern teilweise mitten hinein. Das Resultat: eine eigenwillige Mischung von Klängen und Sprachen.
Britten ordnet dem Text der Totenmesse das grosse Orchester zu, den Chor, den Knabenchor und auch die weibliche Solistin. Owens Gedichte hingegen tragen ein Kammerorchester, ein Tenor und ein Bariton vor. Die Dramaturgie des Werkes ist von dieser Gegenüberstellung geprägt.
Riesige Besetzung
Britten wollte mit dem «War Requiem» den Menschen den Pazifismus näherbringen, was sich nicht zuletzt in der riesigen Besetzung niederschlägt: Chor, Knabenchor, mehrere Solisten und zwei Orchester intonieren das Werk.
Die «typische» Umsetzung wird hingegen in der Ausführung verneint: Mit dem Rückzug in kammermusikalische, intime Passagen entspricht Britten nicht den gängigen Gattungsvorstellungen, sondern deutet die Komposition in eine andere Richtung.
Das «War Requiem»wurde 1962 zur Wiedereröffnung der Kathedrale von Coventry (England) uraufgeführt. Nazideutsche Fliegerbomben hatten die Kathedrale 1940 weitgehend zerstört.
Hochkarätige Solisten
An der Umsetzung des «War Requiem» vom 25. Mai 2010 in der Zürcher Tonhalle beteiligt sind der Akademische Chor Zürich (ACZ), das Akademische Orchester Zürich (AOZ), das Akademische Kammerorchester Zürich (AKO), der Singkreis der Engadiner Kantorei Zürich und die Luzerner Sängerknaben.
Die Musikalische Gesamtleitung liegt bei Anna Jelmorini, für die musikalische Einstudierung des AOZ und des AKO ist Johannes Schlaefli zuständig.
Verantwortlich für die Musikalische Einstudierung und Stimmbildung der Luzerner Sängerknaben ist Andreas Wiedmer. Seine Fähigkeit, Kinder für den Gesang zu begeistern, hat an der Musikschule der Stadt Luzern einen Singboom ausgelöst. Der Knabenchor wuchs während der letzten Jahre auf 50 Sänger an.
Für die Aufführung konnten hochkarätige Solisten engagiert werden: die Sopranistin Ursula Furi‐Bernhard, der Tenor Rolf Romei und der Bariton Wolf Matthias Friedrich.