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Wildtiere
Möchte man sich über Wildtiere informieren, bekommt man vielerorts Infos zur Jagd. Viele Menschen finden Rehe schön und Hirsche anmutig, das Wildragout möchten sie sich dann aber doch nicht entgehen lassen.
Fakten und Interessantes
Jährlich werden Tausende Wildtiere von Jägern getötet. Sie werden aus dem Hinterhalt attackiert und bei Treibjagden in Panik versetzt. Vielfach sind die Tiere nicht gleich tot. Mit zerschossenem Körper verkriechen sie sich und sterben einen grausamen Tod.
Wildschweine, Rehe und Hirsche sind soziale Tiere, die ihre Jungen liebevoll aufziehen. Sie empfinden Schmerzen, Stress und Leid, genau wie wir.
Steckbrief
Fun Facts über das Reh
- Das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch. Das männliche Tier heisst Rehbock, das Weibchen nennt man Ricke.
- Rehe haben keinen Schwanz. Rotwild hat einen kurzen, braunen Schwanz.
- Rehe sind Wiederkäuer und haben ähnlich den Kühen vier Mägen.
- Die männlichen Tiere werfen jährlich ihren Kopfschmuck, das sogenannte Gehörn, im Herbst ab. Es wächst dann bis zum Frühjahr nach. Das Weibchen besitzt kein Gehörn.
Rehe werden auch als «Schlüpfer» bezeichnet. Der Name bezieht sich auf das Fluchtverhalten. Bei Gefahr ist es ihnen möglich, mit schnellen kurzen Sprüngen durch das Dickicht zu schlüpfen.
Interessantes
Das Reh ist die kleinste und häufigste Hirschart Europas. In der Schweiz ist es weit verbreitet.
Fun Facts über den Hirsch
- Beim Säugen stösst das Baby kurze, nasale Laute aus. Es zeigt so, dass es ihm wohl ist.
- Hirsche und Rehe sind zwei verschiedene Tierarten.
- Hirsche können ihre Ohren unabhängig voneinander bewegen. So können Geräusche präzise geortet werden.
- Über das abgeworfene Geweih vieler Hirscharten machen sich Nagetiere her. Sie lassen es sich schmecken.
Interessantes
Es gibt weltweit über 50 Hirscharten. Der Rothirsch, der Damhirsch, das Reh, das Rentier und der Elch gehören zu dieser Familie und kommen auch in Europa vor. Wer im deutschen Sprachraum den Hirsch erwähnt, meint damit meist den Rothirsch. Ein ausgewachsener männlicher Hirsch wiegt 170 bis 220 Kilogramm. Er ist damit etwa doppelt so schwer wie ein Steinbock und acht Mal schwerer als ein Reh. Ein weibliches Tier – eine Kuh – ist deutlich kleiner, bringt aber auch 90 bis 130 Kilogramm auf die Waage.
Der grösste und schwerste Hirsch ist der Elch. Der kleinste ist der Südpudu. Er lebt in den Bergen Südamerikas und ist etwa so gross wie ein Hund.
Rothirsche vermeiden im Winter jede unnötige Aktivität. Die Frequenz des Herzschlages sinkt stark. Zeitweise schlägt das Herz nur noch 30-mal pro Minute. Sie drosseln die Durchblutung der Beine und der äusseren Teile des Rumpfes. Dadurch sinkt die Körpertemperatur an diesen Stellen bis auf 15 Grad Celsius. Normalerweise liegt sie bei 37 Grad Celsius. Rothirsche zeigen damit ähnliche Reaktionen wie Tiere, die einen Winterschlaf halten. Allerdings dauert die Kältestarre bei ihnen jeweils höchstens 9 Stunden, sie machen sozusagen einen temporären Winterschlaf.
Fun Facts über das Wildschwein
- Wildschweine suhlen sich täglich. Im Anschluss an das Suhlen «malen» sie gerne. So nennt man das Scheuern an einem Baum.
- Die kräftige Rüsselschnauze wird auch «Gebrech» genannt. Das Schwein wühlt damit die Bodenoberfläche auf, um Nahrung zu suchen.
- Wildschweine sind Allesfresser. Von Pilzen und Wurzeln, von Mäusen und Molchen – alles ist willkommen.
- Die Paarungszeit bei Wildschweinen heisst «Rauschzeit».
- Den süssen, gestreiften Nachwuchs nennt man «Frischling».
Interessantes
Mit ihrem Rüssel, der gedrungenen Statur und dem borstigen, dunklen Pelz sind Wildschweine unverwechselbar. Sie leben in einer kleinen Gruppe, genannt Rotte zusammen. Die Führung übernimmt die Chefin, die Leitbache, das älteste und erfahrenste Tier. Wildschweine sind beeindruckend! Die Männchen, auch Keiler genannt, haben eine Schulterhöhe von bis zu über einem Meter und bringen bis zu 150 Kilo auf die Wage. Ihre riesigen, messerscharf geschliffenen Eckzähne sind gefährliche Waffen.
Wildschweine sind erstaunlich schnell, wenn sie sich bedroht fühlen. Trifft man in der Abenddämmerung im Wald auf ein Wildschwein, so sollte man auf der Hut sein. Eine Bache, die meint, ihre Frischlinge verteidigen zu müssen, kann ganz schön gefährlich werden!
Wildschweine riechen sehr gut. Mit ihren kleinen Augen können sie in der Dämmerung gut sehen, Farben können sie allerdings nicht sehr gut unterscheiden. Die Augen liegen tief und sind durch besonders lange Wimpern gut geschützt.
Bedürfnisse
Bewegen
Wildtiere wandern und müssen sich frei bewegen können. Zwischen Schlaf- und Futterplätzen, zwischen Sommer- und Winterlebensräumen oder zu ihren Fortpflanzungsstätten. Einzelne Tiere ziehen weiter, um neue Gebiete zu besiedeln. Diese Wanderungen sind sehr wichtig, damit die Arten nicht aussterben. Leider sind viele Wege für die Tiere durch Strassen blockiert, jedes Jahr werden tausende von tödlichen Wildunfällen gezählt.
Ruhen
Rehe und Hirsche
Rehe und Hirsche dösen und schlafen nur ein paar Stunden pro Tag und dies nicht mal am Stück! Zu viele Feinde sind unterwegs. Beim Liegen begeben sie sich in eine Seitenlage. In dieser Haltung kauen die Tiere wieder, dösen oder schlafen. Beim Dösen bleibt der Kopf hoch erhoben. Fester Schlaf ist auf wenige kurze Momente beschränkt. Die Augen sind dann geschlossen, der Kopf liegt entweder auf dem Boden oder auf der Flanke zwischen Rumpf und Hinterläufen. Während des Schlafes werden Gerüche oder leise Geräusche nicht wahrgenommen.
Wildschweine
Wildschweine sind nachtaktiv und verbringend einen grossen Teil des Tages ruhend in ihren Nestern aus Blättern. Diese Ruheplätze, auch Kessel genannt, nutzen sie einzeln als auch gemeinsam.
Fressen
Rehe und Hirsche sind Feinschmecker und ernähren sich von vielen verschiedenen Pflanzen, Kräutern und Gräsern. Auf dem Speiseplan von Wildschweinen stehen Früchte, Getreide, Gras und auch Aas.
Fortpflanzung
Rehe
Die Paarungszeit der Rehe ist im Sommer; an schönen Sommerabenden ist im Wald das «Bellen» der Rehböcke von weitem zu hören. Sie rufen damit ihren Anspruch auf ein Revier in die Dämmerung hinaus. Die Weibchen bekommen im Frühjahr meist zwei Jungtiere (Kitze). Diese verbringen die ersten Lebenswochen versteckt im hohen Gras oder Dickicht. Mit ihrem weiss gefleckten Fell sind sie optimal getarnt. Das Muttertier kehrt nur zum Säugen zu ihren Jungtieren zurück.
Viele Jungtiere werden tödlich verletzt, weil sie auf einer Wiese liegen, die dann vom Bauern gemäht wird. Nicht wenige junge Rehe erleiden dabei einen qualvollen Todeskampf, der mehrere Tage andauern kann.
Hirsche
Ein trächtiges Weibchen verlässt wenige Wochen vor der Geburt ihres Babys vorübergehend die Gruppe und sucht nach einem versteckten Ort, damit sie in Ruhe gebären kann. Sie bringt meistens ein Junges zur Welt, das von ihr für die ersten Wochen an einem geschützten Ort im Dickicht abgelegt und gesäugt wird.
Wildschweine
Nach einer Tragzeit von etwa vier Monaten bringt die Bache durchschnittlich sechs Frischlinge zur Welt. Wenn genügend Nahrung vorhanden ist, werden weibliche Frischlinge bereits nach 8 bis 10 Monaten geschlechtsreif. Männliche Tiere sind erst ab dem zweiten Lebensjahr fortpflanzungsfähig.
Sozialkontakt
Unsere Wildtiere sind gesellige Lebewesen. Sie leben in Rudeln. Bei den Wildschweinen spricht man von einer Rotte. Hackordnung, weil die Tiere auch mal mit den Schnäbeln aufeinander einhacken. Das Huhn mit dem höchsten Rang darf auf der obersten Stange schlafen und das beste Futter aufpicken. (2) https://klexikon.zum.de/wiki/HuhnWildtiere wünschen sich ein Leben in Freiheit.
Fleisch
Die Herbstzeit ist leider Wildzeit. Das Fleisch von Rehen, Hirschen und Wildschweinen ist sehr gefragt. Das heimische Wild reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Deshalb werden rund zwei Drittel des Schweizer Konsums importiert.
Jagd
Hobby-Jäger haben viele Argumente, um ihren leidvollen Zeitvertreib zu rechtfertigen. Sie sehen sich im Dienste der Tier- und Umwelt und romantisieren ihr Töten. Doch wer Tiere quält und tötet, kann nicht als Tierfreund bezeichnet werden, auch wenn einige Jäger*innen dieser Aussage widersprechen. Braucht es eine Jagd zur Regulierung des Wildtierbestands? Unter https://www.swissveg.ch/jagd gibt es dazu wertvolle Infos!
Störung des Lebensraums
Outdoor-Aktivitäten haben in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen. Besonders im Winter sind Wildtiere darauf angewiesen, dass sie Energie sparen können. Wenn sie eine Flucht unternehmen müssen, weil sie sich durch den Menschen (oder auch Drohnen) gestresst fühlen, ist das für die Tiere aufwendig. Nur schon im hohen Schnee ist die Anstrengung höher. Das kann im Extremfall lebensbedrohlich sein. Doch meist sind die Auswirkungen subtiler. Die Tiere sind gestresst, das hat einen schlechten Einfluss auf ihr Immunsystem und schliesslich auch auf die Fortpflanzung.
- Hirsche, Klexikon, zuletzt aufgerufen am 28. Oktober 2020
- Tier des Jahres 2017: Der Rothirsch, pro natura, zuletzt aufgerufen am 28. Oktober 2020
- Freie Bahn für Wildtiere, pro natura, zuletzt aufgerufen am 28. Oktober 2020
- Wie viel schlafen Rehe eigentlich?, naturzyt, zuletzt aufgerufen am 28 Oktober 2020
- Reh, Tierpark, zuletzt aufgerufen am 28. Oktober 2020
- Jäger fordert mehr Umsicht von den Bauern, Süddeutsche Zeitung, zuletzt aufgerufen am 28. Oktober 2020
- Unsere Hobbies stressen Tiere, SRF, zuletzt aufgerufen am 28. Oktober 2020