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Nun gibt es aber viele Kinder, die mit einem Elternteil leben – meist ist das die Mutter.
Steht eine Trennung dahinter, ist es wichtig, dass beide Elternteile ihr Möglichstes für eine gute Kooperation tun. Gelingt das nicht, kann dies den Selbstwert des Kindes beeinträchtigen, weil es die Beziehung zum Vater als zerbrechlich wahrnimmt. Stehen jedoch das Kind und seine Interessen im Mittelpunkt, muss die Trennung keinesfalls zu Entwicklungsproblemen führen. Auch wenn das Kind den Vater weniger sieht: Skype und Co. können physische Abwesenheit ein grosses Stück weit kompensieren und bieten ausgezeichnete Möglichkeiten, Anteil am Alltag des Gesprächspartners zu nehmen.
Was ist mit Familienkonstellationen, in denen schlicht kein Vater existiert?
Was Kinder brauchen, ist mindestens eine erwachsene Person, die verfügbar ist, einfühlsam auf sie reagiert, Verantwortung und Fürsorge für sie übernimmt. Das Geschlecht dieser Person oder ihre verwandtschaftliche Beziehung zum Kind ist nicht relevant, vielmehr, dass dieses eine sichere, dauerhafte Bindung zu ihr aufbauen kann. Dass eine Familienstruktur mit mehr als einem Erwachsenen eher positive Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat, ist grösstenteils darauf zurückzuführen, dass die Belastungen der Familienarbeit dann geteilt werden können. Aber: Forschungsresultate legen ebenfalls nahe, dass in der engsten familiären Umgebung des Kindes idealerweise Rollenmodelle beider Geschlechter verfügbar sind.
Warum?
Weil Männer und Frauen sich trotz vieler Gemeinsamkeiten unterschiedlich verhalten, was dem Kind ein grösseres Spektrum an Lernerfahrungen bietet. Beispielsweise fördern Väter geschlechtsrollenspezifisches Verhalten stärker als Mütter oder zeigen in der Regel eine ausgeprägtere Leistungsorientierung. Auch Untersuchungen mit alleinerziehenden Eltern lassen spannende Schlüsse auf unterschiedliches Verhalten von Vätern und Müttern zu.
Nämlich?
Resultaten zufolge fühlen sich alleinerziehende Mütter in der Regel auch allein verantwortlich für das familiäre Zusammenleben. Sie setzen die Standards in Bezug auf den Haushalt hoch, delegieren wenig an Kinder – wenn, kontrollieren sie sie hinterher häufig. Alleinerziehende Väter hingegen sehen die Zuständigkeit für das häusliche Zusammenleben eher bei allen Familienmitgliedern und fordern die Mitarbeit der Kinder ein. Dabei setzen sie die Standards weniger hoch und kontrollieren nicht so stark wie alleinerziehende Mütter. Sie verlangen mehr von ihren Kindern, räumen ihnen aber auch mehr Freiraum ein.
Können dort, wo kein Vater vorhanden ist, männliche Bezugspersonen wie Verwandte oder Familienfreunde in die Bresche springen?
Es ist sicher hilfreich, sie ins Boot zu holen. In Regenbogenfamilien etwa gelingt das mitunter vorbildlich. Solche nahen Bezugspersonen können dazu beitragen, dass Kinder Modelle für männliche Lebensformen erleben – sie sind allerdings kein Ersatz für einen Vater.
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