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Sequenz 3: Das Vesalianum oder die Anstalt für Anatomie und Physiologie der Universität Basel
Paul Reber-Burckhardt (18135-1908) ist heute vornehmlich als Architekt von Sakralbauten bekannt. In Basel und Umgebung gehen beispielsweise die katholische Marienkirche, der Ausbau der Synagoge, die reformierten Kirchen in Allschwil, Bubendorf und Kilchberg auf ihn zurück. Seit etwa 1870 erschloss sich Reber-Burckhardt mit Anstaltsbauten naturwissenschaftlich-medizinischer Ausrichtung ein bedeutendes Tätigkeitsfeld. Mit innovativen Bauwerken im weiteren Umfeld des Peterplatzes trug er massgeblich zum Ausbau des Universitätsbezirks und Gesundheitswesens in Basel bei. Zu diesen Instituten, deren Bauprogramme jeweils in engem Diskurs mit den Institutsvorstehern erarbeitet wurden, zählten die 1877 eröffnete Augenheilanstalt an der Mittleren Strasse, die (innerhalb des Spitalbezirks situierte) Anstalt für Pathologie 1879/80, die 1886 eröffnete Universitäre Psychiatrische Klinik. Nächst dem Petersplatz erstellte Reber-Burckhardt 1883/84 das Vesalianum. Benannt nach dem zeitweilig im 16. Jahrhundert in Basel tätigen berühmten Anatomen Andreas Vesalius (1514-1564), diente das Gebäude den Abteilungen Anatomie und Physiologie für Sammlungen und Forschung sowie Lehre und Unterricht. Diesen Universitätszweig hatte Carl Gustav Jung (1794-1864), 1822 zum Professor für Chirurgie, Anatomie und Gynäkologie ernannt, begründet und stark vorangetrieben. Nach rund 40 Jahren zog die Abteilung Anatomie aus dem Hause aus. Es verblieb ab 1921 der Bereich Physiologie, zu welchem die Disziplinen Bio-Chemie und Pharmakologie traten.
Sandra Fiechter