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Das Parlament hat den Bundesrat beauftragt, die Strukturreform BVG von 2010 evaluieren zu lassen. In einem Bericht des Bundesrats soll geprüft werden, ob die Ziele der Strukturreform erreicht wurden. Die Erreichung dieser Ziele wird nun in drei spezifischen Projekten evaluiert («Governance», «Aufsicht» und «Transparenz»). Die Frist für die Abgabe von Angeboten für die einzelnen Ausschreibungen ist jeweils der 17. Oktober 2022.
Der Bundesrat hat das EDI beauftragt, zur Anlage der Freizügigkeitsgelder der Auffangeinrichtung (Änderung des BVG) ein Vernehmlassungsverfahren durchzuführen.
Die Vorlage bezweckt die Verlängerung von Artikel 60b des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) um weitere 4 Jahre. Dieser erlaubt es der Auffangeinrichtung berufliche Vorsorge, Freizügigkeitsgelder bis zu einem Maximalbetrag von 10 Milliarden Franken bei der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV) anzulegen, falls ihr Deckungsgrad im Freizügigkeitsbereich weniger als 105% beträgt.
pw. Der Bundesrat hat den Bericht über die Erfassung des Gender Overall Earnings Gap und anderer Indikatoren zu geschlechterspezifischen Einkommensunterschieden verabschiedet. Er liefert neue Kennzahlen für die Schweiz und stellt sie mit den bereits existierenden Indikatoren in Zusammenhang.
Dass der Bericht so kurz vor der Abstimmung zur AHV 21 publiziert und entsprechend benützt wird, ist zumindest störend. Immerhin liefert er Hinweise, die den Gender Pension Gap relativieren.
Der wichtige Faktor Zivilstand wird allerdings nur bei den Renten berücksichtigt, keine Berücksichtigung findet der Einfluss von Mutterschaft auf Einkommen und Renten. Der Anteil der sog. unerklärten Anteile an den Unterschieden würde damit nochmals deutlich reduziert. Zu den Differenzen der Renten wird ausgeführt:
Der Gender Pension Gap belief sich in der Schweiz im Jahr 2020 auf 34,6%. Er bildet den prozentualen Unterschied der durchschnittlichen Renten aus der Altersvorsorge zwischen Frauen und Männern im Rentenalter ab. Die jährliche Gesamtrente aus allen Säulen der Altersvorsorge der Frauen (35 840 Fr.) war im Durchschnitt um 18 924 Franken tiefer als jene der Männer (54 764 Fr.).
CHSS. Die Sozialleistunssquote ist im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozentpunkte auf 23,2 Prozent gestiegen. Dies ist der grösste Anstieg seit der Einführung der Gesamtrechnung der Sozialversicherungen (GRSV) im Jahr 1987.
Die Sozialleistungsquote bildet das Verhältnis zwischen den Sozialleistungen und dem Bruttoinlandprodukt (BIP) ab. Sie zeigt, welcher Teil der gesamten Wirtschaftsleistung für den Gegenwert der Sozialleistungen gekauft werden könnte. Im Jahr 2020 erbrachten alle Sozialversicherungen zusammen Sozialleistungen von 164 Milliarden Franken. Das BIP betrug damals laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft 706 Milliarden Franken (nominal).
Auslöserin des Anstiegs der Sozialleistungsquote ist die Corona-Krise: Das BIP schrumpfte 2020 gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent – und gleichzeitig liessen die Corona-Massnahmen des Bundesrates ab März 2020 die Sozialleistungsausgaben ansteigen. Alleine die Arbeitslosenversicherung (ALV) zahlte im Jahr 2020 Covid-19-Kurzarbeitslosenentschädigungen im Umfang von 9,2 Milliarden Franken aus – und die neu eingeführte Corona-Erwerbsausfallentschädigung (CEE) belief sich auf 2,2 Milliarden Franken.
Complementa. Obwohl die Corona-Pandemie seit über zwei Jahren Gesellschaft und Wirtschaft in Atem hält, konnten die Pensionskassen das vergangene Jahr positiv abschliessen. Dies zeigen die finalen Ergebnisse der von Complementa jährlich durchgeführten Pensionskassen-Studie.
Das Jahr 2022 steht im starken Kontrast zum sehr erfolgreichen Vorjahr. Die Kapitalanlagen der Pensionskassen verbuchten bis Ende August eine negative Rendite von -7.7%. Dadurch sank der durchschnittliche Deckungsgrad von 115.3% per Ende 2021 auf 105.1%. Das Vorsorgekapital der Arbeitnehmenden wurde 2021 mit durchschnittlich 3.8% verzinst. 2021 gewährten 92% der Pensionskassen eine Zusatzverzinsung.
Ein neuerlicher Tiefstwert wird hingegen beim Umwandlungssatz gemessen. Der durchschnittlich angewendete Satz liegt mit 5.39% nochmals um rund ein Zehntel Prozentpunkt tiefer als im Vorjahr. Für die kommenden Jahre können weitere Senkungen des Umwandlungssatzes erwartet werden.
Das diesjährige Sonderthema der Studie widmet sich den Infrastrukturanlagen, welche nach der Gesetzesänderung vor knapp zwei Jahren als eigene Anlageklasse geführt werden können. Bei rund 43% der Pensionskassen sind Infrastrukturanlagen bereits Teil des Vermögensmixes. Der Anlagemix wird sich voraussichtlich weiter verändern und Infrastrukturanlagen tendenziell bedeutender werden.
Hansueli Schöchli geht in der NZZ der Frage nach, wie gut die Finanzlage der Pensionierten mit Blick auf die stark steigende Teuerung und die viel beklagte Erosion der Renten tatsächlich ist. Neben der Entwicklung der AHV wird auch die Situation in der beruflichen Vorsorge beleuchtet.
So lag zwar laut den jüngsten Berechnungen des VZ Vermögenszentrums die Ersatzquote für Erwerbstätige mit Bruttojahreseinkommen von 50 000 Franken (gemessen am Lohnniveau 2002) in den letzten zwanzig Jahren ziemlich konstant bei etwa 65 Prozent. Doch bei einem Lohnniveau von 100 000 Franken (was 2021 einem Niveau von etwa 119 000 Franken entspreche) sei die Ersatzquote von gut 60 Prozent auf 54 Prozent gesunken. Bei einem Lohnniveau von 150 000 Franken seien es nur noch etwa 45 Prozent. Deklarierter Hauptgrund der Rückgänge: die Reduktion der nominalen Jahresrenten der Pensionskassen.
In der Tat sind die Umwandlungssätze der Pensionskassen zur Berechnung der Jahresrente in den letzten zwanzig Jahren deutlich gesunken – von schätzungsweise 7 Prozent im Durchschnitt auf etwa 5,4 Prozent. Pro 100 000 Franken Alterssparkapital bei der Pensionierung erhalten die Neurentner damit im Mittel eine Jahresrente von noch etwa 5400 Franken statt wie früher von rund 7000 Franken.
Lukas Müller-Brunner, Ressortleiter Sozialpolitik und Sozialversicherung beim Arbeitgeberverband, erwähnt eine dieser abstrusen Äusserungen von Cédric Wermuth zur AHV 21 auf Twitter und die Replik des Komikers Mike Müller in seinem Kommentar zur Reform. Er stellt fest:
Wenn sich der Komiker Mike Müller auf Twitter zur AHV äussert, beginnt offensichtlich die heisse Phase des Abstimmungskampfes. Hintergrund seiner Äusserung war ein Tweet des SP Co-Präsidenten Cédric Wermuth zur Abstimmungsvorlage vom 25. September. Dieser behauptete, der AHV gehe es gar nicht so schlecht. «Die AHV ist kerngesund», antwortete Müller, «von der Herz-Lungen-Maschine jetzt mal abgesehen». Die Diskussion steht symptomatisch für den aktuellen Stand der Debatte: Wenn Logik nicht mehr weiterhilft, nützt vielleicht Komik. (…)
Man mag sich nun fragen, warum diese Zuspitzung und Emotionalität für ein eigentlich so trockenes Thema wie die AHV-Revision aufgewendet wird. Natürlich handelt es sich neben Klima und Europa um eine der wichtigsten Vorlagen der laufenden Legislatur. Es geht um die finanzielle Stabilität unseres grössten Sozialwerks. Im Kern geht es aber um mehr. Es geht um die Deutungshoheit in der Sozialpolitik dieses Landes. Während Jahrzehnten konnte sich die Linke sicher sein, die Entwicklung der Sozialwerke entweder selber voranzutreiben oder, im Falle einer Missbilligung, verhindern zu können.
Unabhängig davon, welches Resultat der 25. September bringt: Vieles deutet darauf hin, dass diese Zeiten vorbei sind. Die ersten Meinungsumfragen legen nahe, dass der aktuelle Kollisionskurs der Linken selbst in eigenen Kreisen nicht gut ankommt. Genau an dieser Stelle zeigt sich nämlich die Widersprüchlichkeit der politischen Haltung: Wenn es um die finanzielle Situation der Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz tatsächlich so desolat steht und die Ungleichbehandlung der Geschlechter im Vorsorgesystem so akut ist, wie die Linke immer behauptet, warum tut sie dann nichts dagegen? Warum ist die Antwort auf einen vermeintlichen Missstand lieber Stillstand?
Eigentlich gibt es “das Rentenalter” gar nicht. Es gibt bloss das AHV-Gesetz, welches bei voller Beitragsdauer für die Alter 64/65 die Rente festlegt. Die konkreten Rentenalter weichen davon mehrheitlich ab. Blick hat einen Rentenreport mit den durchschnittlichen Rücktrittsaltern für Branchen und grosse Pensionskassen publiziert. Ersichtlich wird: bei den Banken und beim Staat geht man deutlich früher als in anderen Branchen in Pension – und hat erst noch die höheren Renten.
Die OAK BV hat die neuen Mitteilungen M – 02/2022 «Wertschriftensparen bei Freizügigkeitseinrichtungen» publiziert. Sie verfolgen das Ziel, spezifische, vorsorgerechtlich relevante Eckpunkte betreffend die Aufklärung der Vorsorgenehmenden sowie die möglichen Anlageangebote für das Wertschriftensparen im Freizügigkeitsbereich zu präzisieren.
Thomas Hengartner zitiert in der FuW Stephan Skaanes von PPCmetrics, der in der aktuellen inflationären Lage die Vorteile variabler Renten betont:
Dass die allermeisten Pensionskassen auch in diesem zunehmend krisenintensiv gewordenen Jahr ihre individuell strategisch bestimmte Anlageaufteilung beibehalten hätten, sei vernünftig und auch richtig, sagt indessen Stephan Skaanes vom Investmentberater PPCmetrics: «Die zeitgleiche Aktien- und Obligationenbaisse ist aufgefangen worden von den in renditestarken Vorjahren gebildeten Wertschwankungsreserven, die sich nun als klar günstigste und tauglichste Form der finanziellen Sicherung erweisen.»
Mit rückläufigen Rentenversprechen an künftige Pensionierte verpassen die Pensionskassen möglicherweise das ihnen aufgetragene Ziel, zusammen mit der AHV-Zahlung den Rentnern den gewohnten Lebensstandard zu finanzieren, kritisiert Siglo-Berater Gort. Gerade weil nun die Inflation die Kaufkraft der fixen Pensionskassenrenten zu schmälern drohe, empfiehlt er den Kassen, das Vermögen breiter zu diversifizieren, insbesondere auch über Privatmarktanlagen – selbst wenn das mit zusätzlichen Bewertungsrisiken verbunden ist.
Steiner bringe langjährige Erfahrung im Asset Management und ein breites Fachwissen in den Bereichen Strukturierung von Produkten sowie Finanzmarkt-Regulierung mit. Er folge auf Marco Netzer, der das Amt seit Februar 2017 innehatte.
Die Zürich Anlagestiftung ist mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 22 Milliarden Schweizer Franken die laut eigenen Angaben grösste bankenunabhängige Anlagestiftung der Schweiz.
Mitg. L’ESPP se réjouit d’annoncer la nomination de Laura Saïd et Sandrine Genoud en tant que directrices opérationnelles, chargées de la gestion et création de nouvelles formations dans le domaine de la prévoyance professionnelle. Franca Renzi Ferraro, actuelle directrice et fondatrice de l’école, présidera ainsi le nouveau Comité de direction dès le 1er janvier 2023.
Laura Saïd, actuellement membre de l’Advisory Board, titulaire d’un master en sciences actuarielles, est spécialisée dans le domaine de la prévoyance depuis près de 20 ans. A côté de ses activités de conseils aux entreprises et institutions de prévoyance, elle est chargée de cours à HEC Lausanne, et également Juge assesseur auprès de la Cour des assurances sociales du canton de Vaud.
Sandrine Genoud, actuellement membre de l’Advisory Board, titulaire du brevet fédéral de Spécialiste en assurances sociales ainsi que du brevet fédéral de Spécialiste de la prévoyance en faveur du personnel, bénéficie de 12 ans d’expertise dans le domaine de la gestion de caisses de pension. A côté de son activité de gestionnaire en prévoyance, elle officie également en tant qu’enseignante à l’ESPP.
Die NZZ behandelt die im laufenden Jahr erkennbare Uebersterblichkeit bei Männern ab Alter 65 und sucht nach Erklärungen.
Eine naheliegende Erklärung sind das Ausmass und die Dauer der diesjährigen Sommerhitze. Die Hitze gilt namentlich wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen als gesundheitlicher Risikofaktor. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Auch frühere heisse Sommer hatten Todesopfer gefordert. Der Rekord-Hitzesommer 2003 brachte laut einem Bundesbericht eine Übersterblichkeit von knapp 1000 Personen. Ungewöhnlich heiss war auch der Sommer 2015, der etwa 800 zusätzliche Todesopfer forderte.
Selbst unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums übersteigt die geschätzte Übersterblichkeit im laufenden Sommer die Marke von 2003. Bei Ausklammerung des Corona-Effekts liegt die geschätzte Übersterblichkeit im Sommer 2022 im Verhältnis zur älteren Gesamtbevölkerung auf ähnlichem Niveau wie im Sommer 2003.
Welchen Einfluss die Hitze genau hatte, und was für andere Faktoren allenfalls noch eine Rolle spielen, ist unklar. Ein Beobachter mutmasste am Mittwoch auf Anfrage, dass heuer unter Umständen auch die Knappheit beim Gesundheitspersonal Spuren in der Todesstatistik hinterlasse. Doch dies ist nur Spekulation.
Aus dem Video des SGB auf Facebook
Fabian Schäfer ist entsetzt über die Lügen, welche der Gewerkschaftsbund in einem Video über die AHV 21 verbreitet. Selbst der Tages-Anzeiger kritisiert scharf. In der NZZ schreibt Schäfer:
Im Video gegen die AHV-Reform wird derart glasklar gelogen, wie man es in politischen Debatten hierzulande selten sieht. Und es geht dabei nicht um eine Lappalie, sondern um eine absolut zentrale Frage der Altersvorsorge – man könnte auch sagen: um das bewährte Schreckgespenst, mit dem die Linke am liebsten Stimmung macht: Es geht um das Rentenalter.
Die fragliche Passage des Videos im Originalton: «Bei einem Ja ist die nächste Erhöhung schon programmiert. Und zwar für alle. Erst 66, dann 67 Jahre. So hat es das Parlament bereits beschlossen.»
Das ist frei erfunden. Es gibt keinen solchen Beschluss. Das Einzige, was das Parlament beschlossen hat, ist ein offen formulierter Auftrag an den Bundesrat: Spätestens 2026 soll er eine weitere Reform zur Stabilisierung des Sozialwerks bis 2040 präsentieren, weil die jetzige Vorlage nur für wenige Jahre ausreicht.
Mitg. Die Eidgenössische Kommission für berufliche Vorsorge (BVG-Kommission) empfiehlt dem Bundesrat, den Mindestzinssatz in der beruflichen Vorsorge für 2023 bei 1% zu belassen. Mit dem Mindestzinssatz wird bestimmt, zu wieviel Prozent das Vorsorgeguthaben der Versicherten im BVG-Obligatorium mindestens verzinst werden muss.
Die Vorschläge der Kommissionsmitglieder reichten von 0.25% bis 1.5%. Es wurde über verschiedene Varianten abgestimmt. In der Schlussabstimmung hat sich eine Mehrheit für 1% ausgesprochen. Entscheidend für die Festlegung der Höhe des Mindestzinssatzes ist die Entwicklung der Rendite der Bundesobligationen sowie zusätzlich der Aktien, Anleihen und Liegenschaften.
Die Performance des Jahres 2021 war gut. Im aktuellen Jahr haben die steigende Inflation und die steigenden Zinsen zu deutlichen Rückschlägen im Aktien- und Obligationenbereich geführt. Die Formel der BVG-Kommission, welche die gesetzlichen Anforderungen berücksichtigt, ergibt per Ende Juli 2022 einen Wert von 0.45%. Neben diesen Anforderungen werden weitere Rahmenbedingen berücksichtigt.