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Rasch etwas zur mexikanischen Küche: Maisbietend ist sie und scharf, es bedarf eines robusten Magens. Die Grundelemente sind Limonen, Koriander und Mais: Tortillas werden ebenso aus Mais gefertigt wie die legendären Maisenknödel. Es dauert seine Zeit, bis man die Vielzahl der Tortillas, Quesadillas, Chilis und Chinchillas durchschaut hat...
Dazu kommt die Schärfe, die im Tagebau aus Chilischoten gewonnen wird: Die berüchtigsten Sorten sind Poblano, Jalapeño und Testosterrano. Alle Gerichte werden grundsätzlich mit blauen Bohnen gereicht.
Weine haben es naturgemäss schwer, sich gegen derart massive Geschmacksnoten durchzusetzen. Bei den Rotweinen gelingt das am ehesten dem blutroten «Pola Negri» aus der Region Baja California, bei den Weissen dem rustikalen «Roberto Blanco», der entlang der «Ruta del Vino» angebaut wird und eiskalt serviert werden muss. Wem diese Begriffe spanisch vorkommen, der sei auf die Kolonisatoren verwiesen, die das Land ab dem 16. Jahrhundert in eine Missionarsstellung zwangen und nacheinander die Azteken, die Tolteken und die Nicht-ganz-so-toll-Teken auslöschten.
Allerdings haben die Spanier auch die Trauben ins Land gebracht, erstens für die Gewinnung von Messwein, zweitens um die Indianer gefügig zu halten. 1699 verbot der spanische König den Weinanbau, mit Ausnahme für kirchliche Zwecke, aber von Königen in Spanien ist man merkwürdige Eskapaden gewohnt.
Wie jeder andere Lebensbereich ist der Weinbau in Mexiko nicht ungefährlich. Ganze Jahrgänge verschwinden regelmässig. Aber nicht alle werden in den Maquiladoras entlang der Nordgrenze zu Billigwein verarbeitet und in die USA exportiert. Auch Pflücker und Winzer sind häufig unauffindbar. Sogar Menschentrauben leben gefährlich.
Manche verschwinden über die Grenze nach Norden, von anderen hört man nie wieder. Wein hat es nicht leicht in Mexiko, die Leute lieber Bier und Tequila. Dazu streut man sich am besten Salz auf den Handrücken, träufelt Limone darauf, spült das ganze mit lauwarmem Wasser ab und kippt den Tequila in die Kakteen. Soll gut für die Haut sein und einem Mords-Kater vorbeugen, allerdings nicht, wenn man mit zwei Sixpacks Corona nachspült. Wer braucht da noch Wein?