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Die finnische Nationaltorhüterin Noora Räty spielt als Profi bei einem Männer-Team.
Eishockey-Spielerinnen: Profi-Karriere bei Männern
Eine Profi-Karriere können Eishockey-Spielerinnen nur in Männer-Teams verwirklichen. Vor allem Torhüterinnen gelingt dies.
Die finnische Nationaltorhüterin Noora Räty hat nach den Olympischen Winterspielen in Sotschi ihren Rücktritt von der Frauen-Nationalmannschaft erklärt. Sie könne mit dem Sport ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren und müsse deshalb einer Erwerbsarbeit nachgehen. Diese lasse sich nicht mit dem Sport auf hohem Niveau vereinbaren. Kurz darauf nahm ein Klub aus der zweithöchsten finnischen Profi-Liga der Männer die 24-Jährige unter Vertrag. Noora Räty: «Ich brauche diese Herausforderung. Es wird schwer und die Zeit wird zeigen, was möglich ist. Aber das ist der Grund warum ich Eishockey spiele, um an meine Grenzen zu gehen und diese zu brechen. Ich bin dankbar für diese grosse Chance und dass ich meinen Traum erfüllen darf.»
Keine Profi-Liga für Frauen
Noora Räty ist kein Einzelfall: Die kanadische Nationaltorhüterin Shannon Szabados hat nach den Olympischen Spielen ebenfalls einen Profi-Vertrag mit einem Männerteam einer Regional-Liga unterzeichnet. Auch sie begründete diesen Schritt mit der prekären finanziellen Situation. Es gebe keine Profi-Liga für Frauen, die ausreichende Löhne zahle. Spielerinnen seien entweder mit Training und Arbeit überlastet, müssten von dritter Seite finanziell unterstützt werden oder eine Anstellung in einer Profi-Liga der Männer finden.
Pionierinnen in Kanada und Finnland
In der nordamerikanischen Profi-Liga der Männer bestritt 1992 mit der kanadischen Torhüterin Manon Rhéaume erstmals eine Frau ein Spiel für einen NHL-Klub. In Finnland spielte 2003 mit der Kanadierin Hayley Wickenheiser erstmals eine Frau in der dritthöchsten finnischen Spielklasse. Die Stürmerin war die erste Frau überhaupt, die in einer Männer-Profi-Liga Skorerpunkte holte. Nach dem Aufstieg des Teams in die zweithöchste Spielklasse kam sie nur noch selten zum Einsatz und kehrte nach Kanada zurück.
In der Schweiz dürfen Eishockey-Spielerinnen bei Männerteams mitspielen, bis sie 19 Jahr alt sind. Danach dürfen dies nur noch Torhüterinnen. Sie sind in unteren Ligen als Amateurinnen im Einsatz. Als erste Frau bestritt 2001 Torhüterin Riitta Schäublin ein Spiel der dritthöchsten Spielklasse der Männer (1. Liga). 2007 stand Nationaltorhüterin Florence Schelling bei einem Freundschaftsspiel der zweithöchsten Spielklasse im Tor. Nun spielt sie in der dritthöchsten Spielklasse bei Bülach. Auch die Schweizer Nummer 2 im Tor, Sophie Anthamatten, spielt für ein Männerteam der dritthöchsten Spielklasse.
In Deutschland spielen die Nationaltorhüterinnen Viona Harrer und Ivonne Schröder in der dritthöchsten Spielklasse der Männer. Beide können vom Eishockeysport allein nicht leben und sind erwerbstätig.
In Österreich steht mit Nationaltorhüterin Theresa Hornich eine Frau im Tor der Drittligamannschaft Wiener Wölfe.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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