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Nach der Festnahme eines Eindringlings im Weissen Haus haben die US-Behörden eine Überprüfung der Sicherheitsregeln am Präsidentensitz in Washington angekündigt. Es sei «inakzeptabel», dass der mit einem Messer bewaffnete Mann erst im Gebäude gefasst wurde, räumte der Secret Service in einer Stellungnahme am Samstag ein.
Der Mann war am Freitagabend über den Sicherheitszaun des Grundstücks geklettert und über den Rasen ins Weisse Haus gerannt. Er wurde laut dem Secret Service erst festgenommen, nachdem er durch eine Tür in den Nordflügel des Gebäudes gelangt war.
Das Weisse Haus wurde wegen des Vorfalls vorübergehend evakuiert, Mitarbeiter und Besucher mussten es für etwa eine Stunde verlassen. US-Präsident Barack Obama und seine Familie hielten sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dort auf: Sie waren wenige Minuten zuvor von der Südseite des Grundstücks per Helikopter zum Wochenendsitz des Präsidenten, Camp David, aufgebrochen.
Ein Secret-Service-Agent sagte unter Eid aus, dass bei dem Eindringling ein Klappmesser mit einer neun Zentimeter langer Klinge gefunden worden sei. Der offenkundig verwirrte Mann habe sich als Irak-Veteran ausgegeben.
Er habe dem Agenten nach der Festnahme von seiner Furcht erzählt, «dass der Himmel über der Erde zusammenzubrechen drohe und er den Präsidenten darüber informieren müsse, damit der sein Volk warnen könne».
Secret-Service-Chefin Julia Pierson ordnete nach der Sicherheitspanne eine Überprüfung an, bei der zunächst das Gelände begutachtet und Gespräche mit dem Personal geführt wurden. Bis auf Weiteres seien die Sicherheitsvorkehrungen am Zaun des Weissen Hauses verstärkt worden.
Die Ergebnisse der Überprüfung sollen dem Minister für Innere Sicherheit, Jeh Johnson, vorgelegt werden, dem der Secret Service untersteht. Der Sicherheitsdienst ist für den Schutz ranghoher US-Regierungsvertreter und ausländischer Staatsgäste zuständig, sowie für die Sicherung von Veranstaltungen mit nationaler Bedeutung.
Der Eindringling wurde am Samstag einem Bezirksgericht vorgeführt, das ihm bewaffneten Hausfriedensbruch vorwarf. Ihm drohen theoretisch bis zu zehn Jahre Haft.
Alarmiert durch die peinliche Sicherheitspanne, nahmen die Wachleute am Samstag zudem einen weiteren Mann fest. Der Sprecher des Sicherheitsdienstes, Ed Donovan, sagte am Samstag, der Mann habe sich zu Fuss dem Tor zum Weissen Haus genähert und sei von Sicherheitskräften aufgehalten worden.
Anschliessend sei er an einer anderen Pforte des Zaunes wieder aufgetaucht, diesmal in einem Auto. Daraufhin sei er in Gewahrsam genommen worden.
Im Vergleich zum Vorfall vom Freitag handle es sich um eine minder schwere Angelegenheit, sagte der Secret-Service-Sprecher weiter. «So etwas geschieht jeden Tag.» Der Mann habe nicht versucht, auf das Gelände des Weissen Hauses zu gelangen, fügte Donovan hinzu. (pbl/sda/afp/dpa)