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Kanton Graubünden
Chantun Grischun
Cantone dei Grigioni
Das Staatsgebäude an der Grabenstrasse in Chur soll dem im Zuge der Justizreform geschaffenen Obergericht als neuer Gerichtssitz dienen. Die historische Kantonsliegenschaft muss hierfür umfassend renoviert und mit einem Ergänzungsbau erweitert werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 29,2 Millionen Franken.
Gegenwärtig hat das Kantonsgericht seinen Sitz an der Poststrasse in der historischen Mietliegenschaft «Altes Gebäu», das Verwaltungsgericht befindet sich an der Oberen Plessurstrasse im kantonseigenen «Haus Brunnengarten». Die angedachte Justizreform sieht vor, das Kantonsgericht und das Verwaltungsgericht organisatorisch und räumlich zu einem Obergericht zusammenzuführen. Nach dem Willen des Grossen Rats soll dafür das heute von der Zentralverwaltung des kantonalen Tiefbauamts genutzte Staatsgebäude an der Grabenstrasse 30 bereitgestellt werden.
Geschichtsträchtiges Staatsgebäude
Das in den Jahren 1877/1878 erstellte Staatsgebäude in Chur gehört neben dem Regierungsgebäude mit zu einem der repräsentativsten Bauten im Eigentum des Kantons. Das historische Gebäude ist aus staatspolitischer und baukultureller Sicht von grösster Bedeutung. Es gehört zum unveräusserlichen Kernbestand der Kantonsimmobilien. Ursprünglich als Sitz des Grossen Rats, der Graubündner Kantonalbank und des Kantonsgerichts gebaut, beherbergt es seit den 1960er Jahren die Zentralverwaltung des kantonalen Tiefbauamts.
Durch frühere Umbauten, besonders im Zuge der letzten Umnutzung für Verwaltungszwecke, büsste das Gebäude wertvolle Originalsubstanz ein. Der Einbau von Wänden veränderte den Charakter des Gebäudes ebenso nachhaltig wie die massive Zwischendecke, die in den ursprünglichen Grossratssaal eingezogen wurde und diesen in zwei Geschosse unterteilt. Die vorgesehene neuerliche Nutzung des Staatsgebäudes als Sitz eines Gerichts bietet die angemessene Gelegenheit, weite Teile des geschichtsträchtigen Baus seinem ursprünglichen Zweck zurückzuführen. Gleichzeitig sollen die Haustechnik modernisiert, die Baustatik verbessert sowie verschiedene Gebäudeteile energetisch optimiert werden.
Bauprojekt mit Erweiterungsbau
Die bestehende Raumsituation des Staatsgebäudes reicht für den Gerichtsbetrieb der beiden künftig zusammengelegten oberen kantonalen Gerichte alleine nicht aus. Ein Erweiterungsanbau mit Teambüros soll zusätzlichen Raum für Arbeitsplätze schaffen und zugleich den historischen Bestand des Staatsgebäudes entlasten. Auch wird dadurch die Wiederherstellung des historisch wertvollen, zweigeschossigen ehemaligen Grossratssaals und des alten Lichthofs erst ermöglicht.
Die Ausarbeitung des Bauprojekts wurde dem aus einem öffentlichen Planerwahlverfahren hervorgegangenen Siegerteam «Aebi & Vincent Architekten AG» aus Bern zusammen mit «Fanzun AG Architekten Ingenieure Berater» aus Chur übertragen.
Die Gesamtkosten für die baulichen Massnahmen belaufen sich auf insgesamt rund 29,2 Millionen Franken. Hiervon entfallen etwa 16 Millionen Franken auf die Ertüchtigung und Restaurierung der bestehenden Bausubstanz. Die diesbezüglichen Massnahmen sind mittelfristig unabhängig von der Justizreform notwendig.
Vorhaben in Abhängigkeit zur Justizreform
Aufgrund der Verknüpfung des Bauprojekts mit der Justizreform ist vorgesehen, diese beiden Vorlagen dem Grossen Rat in der Junisession und nach dessen Beschluss am 27. November 2022 dem Bündner Stimmvolk zur Abstimmung zu unterbreiten. Bei Zustimmung von Parlament und Volk werden die Bauarbeiten im Frühling 2023 beginnen und soll der Gerichtsbetrieb per Mitte 2025 aufgenommen werden. Als Folge des Bezugs des Staatsgebäudes durch das neue Obergericht können die Mietliegenschaft an der Poststrasse aufgegeben und das «Haus Brunnengarten» am Markt veräussert werden. Die Zentralverwaltung des kantonalen Tiefbauamts zieht einstweilen in kantonseigene Gebäulichkeiten an der Loëstrasse in Chur um.
Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli, Vorsteher Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität, Tel. +41 81 257 36 01, E‑Mail <email-pii> (erreichbar von 10.00 bis 11.00 Uhr)
zuständig: Regierung