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Der damalige Schweizermeister ist darum nach wie vor Schweizermeister. Er ist mir nicht als solcher, aber als profunder Kenner der Volks- und Ländlermusikszene ein Begriff: Armin della Torre aus Kerns. Ein Spross der legendären Musiker-Dynastie della Torre. Deren Start legte Pietro della Torre, der 1863 als Gastarbeiter in den Kanton Obwalden einwanderte und mit seiner Trompete alsbald in verschiedenen lokalen Formationen mitspielte. Dessen Musikgene vererbte Pietro seinen Kindern (Hans und Oski della Torre) und seinen Enkelkindern, von denen heute etliche in verschiedenen Projekten unterwegs sind.
Auch Armin hat die Musik im Blut. Der Sohn des im Dezember im hohen Alter von 96 Jahren verstorbenen Hans della Torre, seines Zeichens langjähriger Begleiter Ruedi Rymanns (Schacher Seppli) trat zwar nie als Instrumentalist auf Bühnen in den Vordergrund. Umso mehr hat Armin an erwähnten Löffeler-Meisterschaften teilgenommen, bei denen er sich auch dreimal zum Sieg löffelte. Im 1993 hatte er einen Unfall an der rechten Hand mit fünf Mittelhandknochenbrüchen, was so oder so das Ende der Kariere bedeutete. Es hätten aber auch aus andern Gründen durchaus mehr Siege sein können. Weil Vater Hans in der Formation mitspielte, zu der die Wett-Löffler ihr Können zur immer selben Melodie zu zeigen hatten, befürchteten Vater und Sohn bei einem allfälligen guten Abschneiden Befangenheit der Jury. Diese aber hatte die Löffeler nach exakter, sauberer Rhythmik, nach Dynamik (laut, leise), der Beherrschung der Übergänge und nach dem fröhlichen, lockeren Gesamteindruck zu beurteilen. Erst nach ein paar Jahren also griff auch Armin ins Wettkampfgeschehen ein. Im 1987 in Giswil mit allerhöchster Auszeichnung. Er holte sich an der damaligen Meisterschaft gleich den Schweizermeister-Titel.
Schweizermeister ist Armin della Torre nach wie vor, weil er nie mehr die Gelegenheit bekommen hat, entsprechende Herausforderungen um den Titel anzunehmen und diesen zu verteidigen. Doch der Armin della Torre als Schweizermeister im Löffeln sowie der einmalige Titel selber sind ein Sonderfall. Ein Unikum. Und das dürfen beide getrost bleiben!
Geri Kühne